# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a341018f-b1f7-59af-89c8-2239b272e974
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.09.2008 E-6045/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6045-2007_2008-09-30.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-6045/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz),
Richter Kurt Gysi, Richter François Badoud, 
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

A._______, Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asyl;
Verfügung des BFM vom 26. April 2007 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-6045/2007

Sachverhalt:

A.
In seinem Schreiben in englischer Sprache an die Schweizerische Bot-
schaft  in Colombo vom 16. Oktober 2006 ersuchte der Beschwerde-
führer um Ausstellung der notwendigen Papiere zwecks Erhalt  eines 
Einreisevisums  für  die  Schweiz.  Zur  Begründung  brachte  er  vor,  er 
stamme aus B._______, wo er für die Regierung als Public Manage-
ment  Assistant  arbeite. Auch seine Frau sei  als  Public  Management 
Assistant  für  das  Sekretariat  des  Bezirks  C._______  tätig.  Er  habe 
einen Sohn und eine Tochter. Er arbeite sehr gewissenhaft und halte 
sich immer an die Vorschriften. Obschon er manchmal von anonymen 
Anrufern  genötigt  und  bedroht  werde,  damit  er  seine  Arbeit  in 
gesetzeswidriger Weise erledige, lasse er sich nicht einschüchtern. Am 
3. Dezember 2005 sei er auf dem Weg zur Arbeit von zwei bewaffne-
ten Männern auf einem Motorrad gestoppt worden. Diese hätten damit 
gedroht, ihn zu erschiessen, wenn er nicht unverzüglich weggehe. Er 
habe sich in das nahegelegene Militärcamp geflüchtet und den Vorfall 
geschildert. Mit Hilfe des Militärs habe er eine Anzeige bei der Polizei 
in  B._______ gemacht. Am 1. April  2006 habe man ihm am Telefon 
mitgeteilt,  dass  man  ihn  umbringe,  falls  er  nicht  innerhalb  eines 
Monats weggehe. Am gleichen Tag habe er eine schriftliche Drohung 
mit gleichlautendem Inhalt in seinem Briefkasten vorgefunden. Er habe 
dem Ganzen keine weitere Beachtung geschenkt,  da er es für einen 
Aprilscherz seiner Freunde gehalten habe. Am 30. April 2006 um 22.20 
Uhr  hätten  zwei  Männer  auf  einem  Motorrad  im  Vorbeifahren  eine 
Handgranate vor sein Haus geworfen. Dabei sei niemand verletzt und 
lediglich  das  Haus  leicht  beschädigt  worden.  Nach  diesem  Vorfall 
hätten Armeeoffiziere vor seinem Haus Wache gestanden. Am 25. Mai 
2006  habe  ihm  ein  anonymer  Anrufer  gedroht,  er  würde  ihn 
umbringen, sollte er weiterhin Kontakt zu Armeeangehörigen pflegen. 
Als  sich  die  Armeeoffiziere  am  29.  Mai  2006  auf  Streife  befunden 
hätten,  habe  sich  ein  Bombenanschlag  ereignet.  Dabei  seien  ein 
Offizier getötet und zwei weitere schwer verletzt worden. Nachdem die 
Drohungen  für  kurze  Zeit  aufgehört  hätten,  erhalte  er  nun  wieder 
anonyme  Drohanrufe.  Er  habe  bereits  Anzeigen  bei  der  Polizei  in 
B._______  und  bei  der  Sri  Lanka  Monitoring  Mission  gemacht.  Um 
sich selbst zu schützen halte er sich nachts nicht mehr zu Hause auf 
und verbringe die Nächte bei  Freunden und Bekannten. Sein Leben 
sei bedroht und es sei für ihn in Sri Lanka nicht sicher genug.

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B.
Mit  Schreiben  vom 17. November  2006  forderte  die  Schweizerische 
Botschaft in Colombo den Beschwerdeführer auf, bis zum 2. Dezember 
2006 eine Liste aller Missstände unter Beilage sämtlicher Beweismittel 
einzureichen.

C.
Mit  Schreiben an die Schweizerische Botschaft  in  Colombo vom 11. 
Dezember 2006 reichte der Beschwerdeführer Kopien seiner Anzeigen 
bei  der  B._______  Polizeistation  samt  Übersetzungen  sowie  eine 
Empfangsbestätigung der Sri Lanka Monitoring Mission ein.

D.
Mit  Schreiben  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Colombo  vom  23. 
Februar  2007 wurde der  Beschwerdeführer  aufgefordert,  sich  am 7. 
März 2007 auf der Schweizerischen Botschaft in Colombo zu einer An-
hörung einzufinden.

E.
Am 7. März 2007 fand in der Schweizerischen Botschaft in Colombo 
die Befragung zu den Asylgründen statt. Dabei brachte der Beschwer-
deführer im Wesentlichen vor, er  habe seine Ausbildung in Colombo 
gemacht und arbeite nun in B._______ als Public Management Assis-
tant für die D._______. Insgesamt arbeite er bereits seit 21 Jahren im 
öffentlichen Dienst. Seine Frau arbeite für das Bezirkssekretariat von 
C._______. Er habe zuvor bereits bei der Australian High Commission 
erfolglos  um Asyl  ersucht. Er  sei  politisch  nicht  engagiert  und habe 
auch keine Kontakte zu Politikern. Er  habe aus beruflichen Gründen 
Kontakt mit den Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE). Er sei jedoch 
weder Mitglied der LTTE noch einer anderen tamilischen Organisation. 
Er wisse, dass er nicht von der LTTE bedroht werde. Die Drohungen 
könnten  von  der  Karuna  Group,  der  EPDP,  der  EPRLF  oder  der 
PLOTE ausgehen, doch könne er nicht herausfinden, wer hinter  den 
Drohungen stecke. Es könne sich aber auch um eine kriminelle Orga-
nisation handeln. Mit  Sicherheit  handle es sich um eine Person,  die 
von  einer  seiner  Entscheidungen  im  Zusammenhang  mit  seiner  Ar-
beitstätigkeit  betroffen  sei  und  welche  sich  danach  bei  einer  dieser 
Gruppen beschwert habe. Er habe in verschiedenen Fällen Bewilligun-
gen verweigert, doch wisse er nicht, mit welchem Fall die Drohungen 
zusammenhängen würden. Beim Vorfall vom 3. Dezember 2005 hätten 
die Männer auf  dem Motorrad Helme getragen, weshalb er  sie nicht 

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habe  erkennen  können.  Sie  hätten  ihm  in  tamilischer  Sprache 
mitgeteilt, er solle seine Arbeit in den nächsten drei Tagen aufgeben. 
Noch  bevor  sie  zu  Ende  gesprochen  hätten,  sei  er  mit  seinem 
Motorrad losgefahren und sei zum nächsten Checkpoint geflüchtet. Am 
1.  April  2006  habe  er  einen  Anruf  erhalten  und  sie  hätten  ihm 
mitgeteilt,  dass  man  ihn  bereits  aufgefordert  habe,  seine  Arbeit 
aufzugeben. Er müsse seine Arbeit innerhalb eines Monats aufgeben 
und B._______ verlassen, andernfalls würden sie ihn erschiessen. Am 
selben Tag habe er einen Brief mit der gleichen Nachricht in seinem 
Briefkasten vorgefunden. Am Abend des 30. April 2006 um 22.20 Uhr 
habe er ein Motorrad gehört, welches sich einige Minuten später in die 
selbe Richtung entfernt habe, aus der es gekommen war. Ein grosser 
Knall  habe das Haus und die Scheiben erzittern  lassen. Aus Angst, 
jemand  habe  eine  Bombe  platziert,  hätten  sie  das  Haus  nicht 
verlassen. Als sie das Haus am nächsten Morgen verlassen hätten, sei 
dieses von vielen Leuten umgeben gewesen und er habe viele Löcher 
in der Wand gefunden. Er habe sodann Anzeige bei der Polizei und bei 
der SLMM gemacht. Er glaube, es sei eine Warnung an ihn gewesen. 
Die SLMM habe den Tatort  gefilmt,  doch habe er nie einen Rapport 
erhalten. Die Armee habe sich erkundigt, ob er Probleme mit der LTTE 
habe  und  habe  für  sechs  Wochen  eine  Streife  in  der  Strasse 
patrouillieren lassen. Die Soldaten seien auch zu seinem Schutz da 
gewesen  und  er  habe  morgens  das  Haus  nicht  verlassen,  bis  die 
Soldaten vorbeigekommen seien. Am 25. Mai 2006 habe er morgens 
um  06.30  Uhr  einen  Anruf  erhalten.  Er  sei  in  tamilischer  Sprache 
aufgefordert  worden,  keinen  Kontakt  mehr  zu  den  Soldaten  zu 
unterhalten.  Am  29.  Mai  2006  um  07.40  Uhr  habe  es  einen 
Bombenangriff  auf sein Haus gegeben, wobei ein Soldat getötet und 
zwei  weitere  verletzt  worden  seien.  Am  14.  Oktober  und  am  29. 
November 2006 habe er  weitere Drohanrufe erhalten und man habe 
gedroht, ihn zu töten. Seither habe er die Nächte nicht mehr zu Hause 
verbracht. Er benutze verschiedene Verkehrsmittel,  um zur Arbeit  zu 
fahren oder werde von Freunden gefahren. Letztmals habe er am 24. 
Februar 2007 einen Drohanruf erhalten. Er habe bereits während 21 
Jahren in B._______ gearbeitet und er werde in Rente gehen können, 
wenn er vier weitere Jahre arbeite. Zu Beginn habe er die Drohungen 
nicht ernst genommen. Später habe seine Frau gesagt, er müsse die 
Drohungen ernst nehmen und um Asyl nachsuchen. Seit Oktober 2006 
sei er ängstlicher geworden und stehe psychisch stärker unter Druck. 
Seine Arbeit sei wichtig, sein Leben ebenfalls. Wenn ihm eine andere 
Arbeit  angeboten würde, so würde er diese annehmen. Wenn ihm in 

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der Schweiz Asyl gewährt werde, so könne er seine Arbeit aufgeben 
und in  die  Schweiz reisen. Er  habe von 1985 bis  1992  in  Colombo 
seine Ausbildung gemacht, doch fühle er sich sicherer in B._______, 
da  er  dort  geboren  sei  und  es  auch  weniger  Fahrzeuge  und 
Entführungen gebe.

F.
Mit  Verfügung  vom  26.  April  2007  verweigerte  das  BFM  dem  Be-
schwerdeführer  die Einreise in  die  Schweiz  und lehnte  sein  Asylge-
such ab. Zur Begründung führte es aus,  dass der srilankische Staat 
angesichts der ergriffenen Schutzmassnahmen bereit und in der Lage 
sei,  dem Beschwerdeführer Schutz vor den Verfolgungsmassnahmen 
seitens unbekannter Dritter zu gewähren. So hätten nach dem Vorfall 
vom 30. April 2006 Sicherheitskräfte vor seinem Haus patrouilliert, was 
ein Hinweis dafür  sei,  dass sich die staatlichen Sicherheitskräfte um 
seine Sicherheit bemühen würden. Der Beschwerdeführer habe mehr-
mals Anzeige bei  der  Polizei  erstattet  und die SLMM informiert. Die 
Polizei habe seine Anzeige entgegengenommen und Ermittlungen ein-
geleitet. Dies zeige, dass der Staat gewillt sei, die Vorfälle zu untersu-
chen. Dem Beschwerdeführer stehe es sodann aufgrund der mit seiner 
Staatsangehörigkeit verbundenen Niederlassungsfreiheit offen, sich in 
einem anderen Teil seines Landes anzusiedeln. Aufgrund des Umstan-
des, dass der Beschwerdeführer sich bisher nicht veranlasst gesehen 
habe,  seinen  Wohnsitz  innerhalb  Sri  Lankas  zu  wechseln,  würden 
schliesslich gewisse Zweifel an einer subjektiven Verfolgungsfurcht be-
stehen. Da die geltend gemachten Nachteile sich aus lokal oder regio-
nal  beschränkten  Verfolgungsmassnahmen  ableiten  würden  und  der 
Beschwerdeführer sich diesen durch einen Wegzug in einen anderen 
Teil seines Heimatlandes entziehen könne, sei er nicht auf den Schutz 
der Schweiz angewiesen. Die vom Beschwerdeführer geltend gemach-
te  Furcht  vor  allfälligen  Übergriffen  seitens  unbekannter  Dritter  sei 
deshalb  asylrechtlich  nicht  relevant.  Die  Verfügung  wurde  dem  Be-
schwerdeführer von der Schweizerischen Botschaft in Colombo am 10. 
Mai 2007 zugestellt und durch denselben am 12. Mai 2007 in Empfang 
genommen.

G.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit Schreiben an 
die  Schweizerische  Botschaft  in  Colombo  vom  23.  Mai  2007  Be-
schwerde, welche zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsge-
richt  weitergeleitet  wurde  (Posteingang  beim  Bundesverwaltungsge-

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richt am 12. September 2007). Darin beantragt der Beschwerdeführer 
sinngemäss, es sei der angefochtene Entscheid des BFM aufzuheben, 
ihm sei die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und es sei ihm das 
nachgesuchte Asyl zu gewähren. Zur Begründung bringt er vor, es sei 
für ihn nicht möglich, seinen Wohnsitz nach Colombo zu verlegen, da 
Tamilen  aus dem Nordosten  Sri  Lankas dort  nicht  sicher  seien. Au-
sserhalb B._______ sei er nicht sicher.

H.
In seinem Schreiben an die Schweizerische Botschaft in Colombo vom 
25. August 2007 führt der Beschwerdeführer aus, Colombo sei die ge-
fährlichste Stadt in ganz Asien, da bewaffnete Gruppierungen dort mit 
Hilfe  der  Regierung  agieren  würden. Sri  Lanka  stehe  bei  den  Men-
schenrechtsverletzungen an  erster  Stelle. Für  die  internationale  Ge-
meinschaft sei klar, dass die Menschen von Sri Lanka wegen der Be-
drohung durch Regierungstruppen und bewaffnete Gruppierungen in 
einer gefährlichen Umgebung leben würden. In der Beilage reichte er 
verschiedene Zeitungsartikel zu den Akten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den Be-
hörden nach  Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundes-
verwaltungsgerichts. Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme im 
Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 
und entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 des Asylgeset-
zes  vom 26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abge-
fasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann 
indessen verzichtet werden, da der in Englisch verfassten Beschwer-
deeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und deren 

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Begründung zu entnehmen sind und ohne weiteres darüber befunden 
werden kann. 

1.3 Die Beschwerde ist - abgesehen vom sprachlichen Mangel - form- 
und fristgerecht  eingereicht. Der  Beschwerdeführer  ist  durch die an-
gefochtene Verfügung berührt  und habt ein schutzwürdiges Interesse 
an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Der Beschwerdefüh-
rer ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG 
i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist 
mithin einzutreten.

2.

2.1 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht erachtet den Sachverhalt aufgrund 
der ihm vorliegenden Akten als ausreichend erstellt, weshalb auf einen 
Schriftenwechsel verzichtet werden kann (Art. 111a Abs. 1 AsylG).

3.  

3.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklä-
rung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszureisen.

3.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben der er-
forderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die 
Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung 
durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, 
die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweiti-
gen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und As-
similationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  Entscheidungen 

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und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
(EMARK)  1997  Nr. 15,  insbesondere  S. 131  ff.,  welcher  angesichts 
bloss  redaktioneller  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des 
Asylgesetzes  nach  wie  vor  Gültigkeit  hat).  Ausschlaggebend  für  die 
Erteilung der Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der 
betroffenen  Personen  (vgl.  EMARK  1997  Nr.  15,  Erw.  2c,  S.  130), 
mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 
AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort 
für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann.

4.
Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht  zu-
nächst zum Schluss, dass die Vorinstanz in ihrem Entscheid zutreffend 
auf fehlende Asylrelevanz der Vorbringen erkannt und dem Beschwer-
deführer zu Recht die Einreise verweigert und das Asylgesuch abge-
lehnt hat.  

4.1 Gemäss Art. 3 Abs. 1 AsylG, SR 142.31 gilt als Flüchtling, wer in 
seinem Heimatstaat oder im Land des letzten Wohnsitzes wegen sei-
ner Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu einer  bestimmten 
sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaf-
ten  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  sol-
chen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist dabei Rechnung zu tragen. Die in Art. 3 Abs. 1 AsylG 
enthaltene Aufzählung der Verfolgungsmotive ist abschliessend. 

4.2 Anlässlich der Anhörung vom 7. März 2007 gab der Beschwerde-
führer zu Protokoll, er wisse, dass die Drohungen nicht von der LTTE 
ausgehen würden, könne jedoch nicht genau sagen, welche Gruppie-
rung dafür verantwortlich sei (vgl. A5/ S. 6). Es könne sich dabei auch 
lediglich um eine kriminelle Bande handeln (vgl. A5/ a.a.O.). Er sei po-
litisch nicht engagiert, habe keine Kontakte zu Politikern und er sei nie 
Mitglied der LTTE oder einer anderen tamilischen Organisation gewe-
sen (vgl. A5/  a.a.O.). Es  sei  bestimmt jemand,  der  von einer  seiner 
Entscheidungen im Zusammenhang mit seiner Arbeit betroffen sei und 
sich bei einer Untergruppe von Karuna beschwert habe (vgl. A5/ S. 7). 
Aus  den  Aussagen  des  Beschwerdeführers  geht  damit  klar  hervor, 
dass der geltend gemachten Verfolgung keines der in Art. 3 AsylG ge-
nannten Motive zu Grunde liegt, sondern diese ausschliesslich in Zu-
sammenhang mit  dessen Tätigkeit  als  Public  Management  Assistant 
für die D._______ steht.

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4.3 Der Beschwerdeführer macht sodann keine staatliche Verfolgung, 
sondern Verfolgung durch unbekannte Dritte geltend. Mit dem Grund-
satzentscheid  EMARK  2006  Nr. 18  wurde  im  schweizerischen  Asyl-
recht in Abwendung von der Zurechenbarkeitstheorie die sogenannte 
Schutztheorie  anerkannt. Die Schutztheorie  besagt,  dass die Flücht-
lingseigenschaft von Asylsuchenden, welche im Herkunftsland – unter 
asylrechtlich im Übrigen relevanten Umständen – von nichtstaatlicher 
Verfolgung  bedroht  sind,  zu  verneinen  ist,  wenn  in  diesem  Staat 
Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung erhältlich ist. Dieser kann durch 
den  Heimatstaat,  unter  Umständen  auch  durch  einen  im  Sinne  der 
Rechtsprechung besonders qualifizierten Quasi-Staat gewährt werden. 
Der Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung auf tieferem institutionellem 
Niveau – beispielsweise durch einen Clan, durch eine (Gross-) Familie 
oder auf  individuell-privater  Basis  – wäre jedenfalls  nicht  als  ausrei-
chend zu beurteilen (vgl. EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.2.3 S. 202 f.). Bei 
der  Beurteilung,  welche  Art  beziehungsweise  welcher  Grad  von 
Schutz  im  Heimatland  als  "genügend"  zu  qualifizieren  ist,  kann  ge-
mäss erwähntem Grundsatzentscheid vollumfänglich auf die bisherige 
Rechtsprechung abgestellt  werden. Zunächst  ist  nicht  eine  faktische 
Garantie  des  Schutzgewährers  für  langfristigen  individuellen  Schutz 
des  von nichtstaatlicher  Verfolgung Bedrohten zu verlangen: Keinem 
Staat gelingt es, die absolute Sicherheit  aller seiner Bürger jederzeit 
und überall zu garantieren. Erforderlich ist vielmehr, dass eine funktio-
nierende und effiziente Schutz-Infrastruktur zur Verfügung steht, wobei 
in erster Linie an polizeiliche Aufgaben wahrnehmende Organe sowie 
an  ein  Rechts-  und  Justizsystem  zu  denken  ist,  das  eine  effektive 
Strafverfolgung ermöglicht. Die Inanspruchnahme eines solchen inner-
staatlichen Schutzsystems muss dem Betroffenen einerseits  objektiv 
zugänglich  sein  (unabhängig,  beispielsweise,  vom  Geschlecht  oder 
von der Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder religiösen Minderheit); 
andererseits muss sie für den Schutzbedürftigen auch individuell  zu-
mutbar sein, was beispielsweise dann zu verneinen ist, wenn der Be-
troffene  sich  mit  einer  Strafanzeige  der  konkreten  Gefahr  weiterer 
(oder anderer) Verfolgungsmassnahmen aussetzen würde. Auch über 
diese Zumutbarkeitsfrage  ist  im Rahmen der  individuellen  Einzelfall-
prüfung  unter  Berücksichtigung  des  länderspezifischen  Kontexts  zu 
entscheiden. Analog der Einwendung einer  sicheren innerstaatlichen 
Fluchtalternative obliegt es der entscheidenden Behörde, die Effektivi-
tät des Schutzes vor nichtstaatlicher Verfolgung im Heimatland abzu-
klären und zu begründen (EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.3.1 und 10.3.2 
S. 203  mit  weiteren  Hinweisen  auf  die  Rechtsprechung).  Wie  die 

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Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 26. April  2007 zutreffend ausführt, 
ist der srilankische Staat im vorliegenden Fall schutzfähig und -willig. 
Diesbezüglich kann auf die entsprechenden Erwägungen im angefoch-
tenen Entscheid verwiesen werden, ohne diese im Einzelnen zu wie-
derholen. 

4.4 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass es 
dem Beschwerdeführer vorliegend nicht gelungen ist, eine asylrelevan-
te Verfolgung im Heimatstaat glaubhaft zu machen. Unter diesen Um-
ständen erübrigt es sich, auf die weiteren, auf Beschwerdeebene ge-
äusserten Vorbringen und eingereichten Beweismittel näher einzuge-
hen, zumal sie am Ergebnis nichts zu ändern vermögen. 

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 
Die Beschwerde ist daher abzuweisen.

6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten von Fr. 600.--
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG). Aus verwaltungsökonomischen Gründen ist  indessen auf  die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 16 Abs. 1 Bst. A 
VGG i.V.m. Art. 6 Bst. B VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Kosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  der  Schweizerischen 
Botschaft in Colombo (per EDA-Kurier)

- die Schweizerische Botschaft  in  Colombo, mit  der  Bitte  um Eröff-
nung des Urteils an den Beschwerdeführer sowie um Zustellung der 
beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das  Bundesverwaltungs-
gericht (per EDA-Kurier; in Kopie)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref. Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Marco Abbühl

Versand: 

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