# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 28e62f5a-7596-5c84-8f7f-0e78a8760b0b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-11-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.11.2009 IV 2008/150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2008-150_2009-11-04.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2008/150

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 30.06.2020

Entscheiddatum: 04.11.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2009
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Verhältnis medizinische Beurteilung und 
Abklärungsbericht vor Ort und Stelle bei psychischen Beschwerden. Liegen 
gleichermassen beweiskräftige Stellungnahmen vor, muss geprüft werden, 
ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder einander widersprechen. 
diesfalls ist eine Würdigung vorzunehmen, wobei die ärztlichen Berichte 
Vorrang geniessen, soweit die Auswirkungen von psychischen 
Krankheitsbildern zu beurteilen sind (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 4. November 2009, IV 2008/150).

Vizepräsidentin Marie-Theres Rüegg Haltinner, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-

Studerus und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 4. November 2009

in Sachen

G.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. oec. Alfred Paul Müller, Im Ochsenbrunnen 11, 

7310 Bad Ragaz,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend 

Rente

Sachverhalt:

A.  

A.a G.___, geboren 1977, Mutter zweier Kinder (geboren 1999 und 2001), meldete sich 

wegen eines Fibromyalgie-Leidens zum Bezug einer Invalidenrente an (act. G 4.1). Die 

behandelnde Dr. med. A.___, Fachärztin FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, 

diagnostizierte im Arztbericht vom 16. März 2007 mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit einen chronischen Weichteilrheumatismus, DD: primäre Fibromyalgie, 

und bescheinigte der Versicherten eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit seit dem 

8. Dezember 2005. Die Tätigkeit als Hausfrau und Mutter sei ihr zumutbar. Es sei aber 

eine Abklärung nötig durch die IV, um den zeitlichen Rahmen zu bestimmen. Die 

Versicherte könne schwere Haushaltsarbeiten nur mit Hilfe verrichten (act. G 4.11.3 ff.).

A.b Gestützt auf eine Abklärung an Ort und Stelle ermittelte die IV-Stelle im 

Abklärungsbericht vom 22. August 2007 unter Berücksichtigung der Mithilfe der 

Familienangehörigen in der vollzeitlich ausgeübten Haushaltstätigkeit eine 

Einschränkung von gerundet 46%. Die Abklärungsperson bezeichnete die Angaben der 

Versicherten als nicht nachvollziehbar und wollte deshalb mit einem Antrag für die 

Beschlussfassung bis zum Vorliegen der am 12. Juni 2007 in Auftrag gegebenen 

Begutachtung abwarten (act. G 5.22; zum Gutachtensauftrag vgl. act. G 4.15).

A.c Im von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen interdisziplinären Gutachten vom 

6. Oktober 2007, das auf internistischen, rheumatologischen (Dr. med. B.___, Facharzt 

FMH für Innere Medizin und Rheumatologie) und psychiatrischen (C.___, Fachärztin 

FMH für Psychiatrie und Psychotherapie) Untersuchungen vom 17. Juli 2007 fusst, 

wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit die Diagnose eines generalisierten 

Schmerzsyndroms mit nicht erfüllten Fibromyalgiekriterien gestellt. Aus psychiatrischer 

Sicht sei keine krankheitswertige Störung feststellbar und keine Einschränkung in der 

Haushaltstätigkeit zu attestieren. Aufgrund der langdauernden Schonung und der 

muskulären Dysbalance sei in Berücksichtigung des Abklärungsberichts an Ort und 

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Stelle vom 22. August 2007 die Einschränkung in der Haushaltsführung mit 20% zu 

bewerten (act. G 4.25).

A.d Mit Vorbescheid vom 5. Dezember 2007 stellte die IV-Stelle der Versicherten in 

Aussicht, einen Rentenanspruch zu verneinen (act. G 4.31).

A.e Nach unbenützter Einwandfrist verfügte die IV-Stelle am 21. Februar 2008 im Sinn 

des Vorbescheids und lehnte einen Rentenanspruch ab. Zur Begründung gab sie an, 

dass im Aufgabenbereich als Hausfrau und Mutter gestützt auf das interdisziplinäre 

Gutachten eine nicht rentenbegründende 20%ige Einschränkung bestehe (act. G 4.40).

B.  

B.a Gegen diese Verfügung richtet sich die am 27. März 2008 erhobene Beschwerde. 

Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge die 

Aufhebung der Verfügung und die Rückweisung der Angelegenheit an die 

Beschwerdegegnerin zur neuen Untersuchung und Beurteilung. Eventualiter sei ihr 

direkt eine IV-Rente zuzusprechen. Die gutachterliche Einschätzung der 

Leistungsfähigkeit entspreche nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Ferner habe sich 

die psychiatrische Gutachterin nicht mit der von Dr. A.___ diagnostizierten Depression 

auseinandergesetzt. Dem Gutachten könne auch deshalb nicht gefolgt werden, weil die 

Kriterien einer Fibromyalgie erfüllt seien. Ohnehin komme der gutachterlichen 

Beurteilung gegenüber den Ergebnissen der Haushaltsabklärung kein genereller 

Vorrang zu. Die vorgenommene Haushaltsabklärung habe eine Behinderung von 

gerundet 46% ergeben. Was den Abklärungsbericht vom 22. August 2007 anbelange, 

sei die angerechnete Mithilfe der Familienangehörigen nicht zulässig. Ferner rügt die 

Beschwerdeführerin die bei den einzelnen Haushaltstätigkeiten ermittelte 

Einschränkung als zu gering (act. G 1). Mit der Beschwerde reicht sie eine ärztliche 

Stellungnahme von Dr. A.___ vom 11. März 2008 ein. Darin berichtet diese über einen 

unveränderten Gesundheitszustand. Es bestehe ein chronisches Schmerzsyndrom 

unklarer Ursache sowie eine Depression. Die Beschwerdeführerin sei arbeitsunfähig 

und auch nicht vermittelbar (act. G 1.3).

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B.b Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 15. Mai 2008, 

die Beschwerde sei abzuweisen. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass selbst bei 

Vorliegen einer Fibromyalgie diese mangels erforderlicher psychischer Komorbidität 

nicht invalidisierend wäre. Bei der Beschwerdeführerin lägen einzig syndromale 

Leidenszustände vor, denen infolge der fehlenden Objektivierbarkeit jedoch keine 

invalidisierende Wirkung zukomme. Dr. B.___ leite die Arbeitsunfähigkeit einzig aus den 

vorhandenen muskulären Dysbalancen ab. Diese seien indessen 

rechtsprechungsgemäss nicht invalidisierend. Insofern könne vom Gutachten 

abgewichen werden, ohne dass diesem deshalb im restlichen Teil der Beweiswert 

abgesprochen werden müsse. Demnach sei davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht voll arbeitsfähig sei. Die Beurteilung von 

Dr. A.___ vermöge den Beweiswert des psychiatrischen Teilgutachtens - worin eine 

vollständige Arbeitsfähigkeit bescheinigt werde - nicht zu erschüttern, weil eine 

psychische Gesundheitsschädigung zwingend hätte fachärztlich festgestellt werden 

müssen (act. G 4).

B.c Replikweise bringt die Beschwerdeführerin vor, dass ihre Leiden invalidisierend 

seien und auch mit einer Willensanstrengung nicht überwunden werden könnten. Es 

treffe nicht zu, dass insgesamt kein somatisches Korrelat für das generalisierte 

Schmerzsyndrom habe gefunden werden können. Eine neue Begutachtung würde dies 

wohl klarstellen. Ebenso sei es nicht zulässig, die effektiv bestehende Depression 

ausser Acht zu lassen. Im Übrigen wiederholt die Beschwerdeführerin ihre Kritik am 

Gutachten und am Abklärungsbericht (act. G 6).

B.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 8).

Erwägungen:

1.   

Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Rentenleistungen.

1.1 Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

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Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. In 

materiellrechtlicher Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, 

dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des 

angefochtenen Entscheids beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der 

zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 

467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 

21. Februar 2008 ergangen (act. G 4.40), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der 

vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 

2008 begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine 

Dauerleistung betrifft, über die noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechend 

den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit bis 31. Dezember 2007 

auf die damals geltenden Bestimmungen und ab diesem Zeitpunkt auf die neuen 

Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil 

des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1). Diese übergangsrechtliche Lage 

zeitigt indessen keine materiellrechtlichen Folgen, da die 5. IV-Revision hinsichtlich des 

Begriffs und der Bemessung der Invalidität keine substantiellen Änderungen gegenüber 

der bis Ende 2007 gültig gewesenen Rechtslage gebracht hat. Nachfolgend werden die 

seit 1. Januar 2008 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben.

2.   

2.1 Bei nichterwerbstätigen Versicherten im Sinn von Art. 5 Abs. 1 IVG - so namentlich 

bei im Haushalt tätigen Versicherten - wird für die Bemessung der Invalidität darauf 

abgestellt, in welchem Mass sie behindert sind, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu 

betätigen (Art. 28a Abs. 2 IVG i.V.m. Art. 27 IVV; spezifische Methode). Als 

Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen Versicherten gelten insbesondere die übliche 

Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische 

Tätigkeiten (Art. 27 IVV). Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem IV-Grad 

von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

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2.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie 

körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinn von Art. 4 Abs. 1 IVG in 

Verbindung mit Art. 8 Abs. 3 ATSG bewirken. Die Annahme eines psychischen 

Gesundheitsschadens, so auch einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung oder 

Fibromyalgie, setzt zunächst eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach 

einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 130 V 398 ff. 

E. 5.3 und E. 6). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet eine 

diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung, aber auch sonstige 

vergleichbare pathogenetisch (ätiologisch) unklare syndromale Beschwerdebilder ohne 

nachweisbare organische Grundlage (BGE 132 V 65 und 398 f.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 7. Januar 2009, 8C_348/2008, E. 3) als solche noch keine 

Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass diese Leiden oder ihre Folgen mit 

einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar sind (vgl. BGE 132 V 70 E. 4). 

Bestimmte Umstände, welche die Schmerzbewältigung intensiv und konstant 

behindern, können den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil 

die versicherte Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen 

notwendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet 

sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung 

einer psychischen Komorbidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. 

Massgebend sein können auch weitere Faktoren, wie chronische körperliche 

Begleiterkrankungen, ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit 

unveränderter oder progredienter Symptomatik ohne längerdauernde Rückbildung, ein 

sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens, ein verfestigter, therapeutisch nicht 

mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch 

aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer Krankheitsgewinn; "Flucht in die 

Krankheit"), das Scheitern einer konsequent durchgeführten ambulanten oder 

stationären Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz 

kooperativer Haltung der versicherten Person (BGE 130 V 352 E. 2.2.3). Je mehr diese 

Kriterien zutreffen und je ausgeprägter sich die entsprechenden Befunde darstellen, 

desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen für eine zumutbare 

Willensanstrengung zu verneinen (Ulrich Meyer-Blaser, Der Rechtsbegriff der 

Arbeitsunfähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, in: Schmerz und 

Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, S. 77).

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2.3 Die gesundheitlich bedingte Einschränkung im Haushalt ist grundsätzlich mittels 

Betätigungsvergleichs zu ermitteln (BGE 104 V 136 E. 2a). Die ärztliche Einschätzung 

der Arbeitsfähigkeit in diesem Aufgabenbereich bildet nur, aber immerhin eine 

notwendige Grundlage hierfür und ist demzufolge von der Abklärungsperson zu 

berücksichtigen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 

2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 21. August 2006, 

I 850/05, E. 4.3). Darauf kann ebenso wie im erwerblichen Bereich lediglich in 

Ausnahmefällen direkt abgestellt werden (SVR 2006 IV Nr. 42 S. 151 E. 6.2). Denn 

ausschlaggebend ist nicht die medizinisch-theoretische Arbeitsunfähigkeit, sondern 

wie sich der Gesundheitsschaden in der nichterwerblichen Betätigung konkret 

auswirkt, was durch die Abklärung an Ort und Stelle zu erheben ist (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. Juni 2008, 9C_25/08, E. 4.2). Diese Abklärung erstreckt sich 

im Haushalt auch auf den zumutbaren Umfang der Mithilfe von Familienangehörigen, 

die im Rahmen der Schadenminderungspflicht zu berücksichtigen ist und weiter geht 

als die ohne Gesundheitsschädigung üblicherweise zu erwartende Unterstützung (BGE 

133 V 509 f. E. 4.2 mit Hinweisen). Bei Vorliegen psychischer Störungen kommt der 

ärztlichen Einschätzung der Behinderung im Haushalt grössere Bedeutung, unter 

Umständen sogar Vorrang gegenüber der Einschätzung der Abklärungsperson zu 

(Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007, I 373/06, E. 4.3.2 mit Hinweis).

2.4 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts Haushalt ist wesentlich, dass er auf 

einem Betätigungsvergleich beruht und von einer qualifizierten Person verfasst wurde, 

die Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den 

medizinischen Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen 

hat. Weiter sind die Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei eine 

genügende Verständigung gewährleistet sein muss. Divergierende Meinungen der 

Beteiligten sind im Bericht aufzuzeigen. Schliesslich muss er plausibel, begründet und 

angemessen detailliert bezüglich der einzelnen Einschränkungen sein und in 

Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. Juni 2008, 9C_25/08, E. 4.2). Hinsichtlich des Beweiswerts 

von medizinischen Berichten gilt, dass im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholte medizinische Gutachten von externen Spezialärzten volle Beweiskraft 

besitzen, wenn sie gestützt auf eingehende Beobachtungen, Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten ergehen und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen 

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Ergebnissen gelangen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 

Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb).

3.   

Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin auch im Gesundheitsfall nicht 

erwerbstätig wäre und die Beurteilung der Invalidität gestützt auf einen 

Betätigungsvergleich vorzunehmen ist. Aus den Akten ergeben sich keine 

Anhaltspunkte, die dagegen sprechen würden. Zu prüfen ist damit die Frage, ob und in 

welchem Umfang die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer geltend gemachten Leiden 

eine Beeinträchtigung in ihrer Haushaltstätigkeit erfährt. Hierzu äussern sich sowohl der 

Abklärungsbericht vom 22. August 2007 (act. G 4.22) als auch das interdisziplinäre 

Gutachten vom 6. Oktober 2007, einschliesslich Anhang "Nachtrag zum HB-Gutachten 

2007" vom 28. Oktober 2007 (act. G 4.25). Im ersteren wurde eine Einschränkung von 

gerundet 46%, im letzteren eine Beeinträchtigung von höchstens 20% ermittelt. Es ist 

daher nachfolgend zu beurteilen, ob und bejahendenfalls gestützt auf welchen dieser 

Berichte bei der Bestimmung der Invalidität abzustellen ist.

3.1 Der Abklärungsbericht an Ort und Stelle ist seiner Natur nach in erster Linie auf die 

Ermittlung des Ausmasses physisch bedingter Beeinträchtigungen zugeschnitten. 

Seine grundsätzliche Massgeblichkeit erfährt daher, auch wenn die vorstehend 

genannten Anforderungen (vgl. E. 2.4) erfüllt sind, praxisgemäss Einschränkungen, 

wenn die versicherte Person an psychischen Beschwerden leidet (AHI 2001 S. 162 

E. 3d mit Hinweis; Urteil des EVG vom 6. April 2004, I 733/03, E. 5.1.2 mit weiteren 

Hinweisen). Auch bei im Haushalt tätigen Versicherten, die an einem psychischen 

Gesundheitsschaden leiden, bildet die Abklärung im Haushalt grundsätzlich ein 

geeignetes Mittel der Invaliditätsbemessung im Aufgabenbereich. Im Fall eines 

Widerspruchs zwischen den Ergebnissen der Abklärung vor Ort und den 

fachmedizinischen Feststellungen zur Fähigkeit der versicherten Person, ihre 

gewohnten Aufgaben zu erfüllen, ist jedoch den ärztlichen Stellungnahmen in der Regel 

mehr Gewicht einzuräumen als dem Bericht über die Haushaltsabklärung. Diese 

prinzipielle Gewichtung hat ihren Grund darin, dass es für die Abklärungsperson 

regelmässig nur beschränkt möglich ist, das Ausmass des psychischen Leidens und 

der damit verbundenen Einschränkungen zu erkennen. Für die Rechtsanwendung im 

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konkreten Fall bedeutet dies, dass nach Massgabe der von der Rechtsprechung 

entwickelten Kriterien der Beweiswert sowohl der medizinischen Unterlagen (BGE 125 

V 352 ff. E. 3) als auch des Haushaltsabklärungsberichts (vgl. vorstehende E. 2.4) zu 

beurteilen ist. Liegen gleichermassen beweiskräftige Stellungnahmen vor, muss geprüft 

werden, ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder einander widersprechen. 

Diesfalls ist mit Bezug auf die einzelnen Fragestellungen eine Würdigung vorzunehmen, 

wobei die ärztlichen Berichte den Vorrang geniessen, soweit medizinische Belange zu 

beurteilen sind (Urteile des EVG vom 6. April 2004, I 733/03, E. 5.1.3, und vom 

16. Februar 2005, I 568/04, E. 4.2.1).

3.2 Was den Abklärungsbericht vom 22. August 2007 anbelangt, ist festzustellen, dass 

dieser vor dem medizinischen Gutachten vom 6. Oktober 2007 und damit ohne 

Kenntnis der fachmedizinischen Stellungnahmen ergangen ist. Die ärztliche 

Einschätzung der Leistungsfähigkeit im Aufgabenbereich der Haushaltsführung bildet 

jedoch - wie er-wähnt - eine notwendige Grundlage für die Abklärung vor Ort und Stelle 

und ist demzufolge von der Abklärungsperson zu berücksichtigen. Der 

Abklärungsbericht vom 22. August 2007 leidet daher an einem erheblichen Mangel und 

vermag daher nicht zu überzeugenden Schlussfolgerungen zu gelangen. Dies umso 

weniger, als die geklagten Beschwerden im Wesentlichen psychischen Ursprungs sind 

und keine nachweisbare organische Grundlage haben (vgl. act. G 4.25.4 f.). Die 

Abklärungsperson äusserte denn selbst auch erhebliche Zweifel an den ermittelten 

Beeinträchtigungen - die sie im Wesentlichen entsprechend den für sie nicht 

nachvollziehbaren Angaben der Beschwerdeführerin unter Mitberücksichtigung einer 

zumutbaren Mithilfe durch die Familienangehörigen niederschrieb -, empfahl die 

Ergebnisse der medizinischen Begutachtung abzuwarten und enthielt sich eines 

Antrages für die Beschlussfassung (act. G 4.22.7). Angesichts dieser Gegebenheiten 

vermag der Abklärungsbericht vom 22. August 2007 für die Beurteilung der 

Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin keine taugliche Grundlage zu bilden.

3.3 Zu prüfen bleibt damit noch die gutachterliche Beurteilung der Leistungsfähigkeit 

vom 6. Oktober 2007. Das geklagte Leidensbild der Beschwerdeführerin ist wie bereits 

erwähnt im Wesentlichen auf ein generalisiertes Schmerzsyndrom ohne nachweisbare 

organische Grundlage zurückzuführen (vgl. act. G 4.25.4 f.). Unter Berücksichtigung 

des Schmerzerlebens und der aus der Selbstlimitierung resultierenden muskulären 

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Dysbalance beurteilten die Gutachter die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht 

für den Haushaltsbereich als zu höchstens 20% eingeschränkt (act. G 4.25.6 und 

G 4.25.8 f.). Aus psychiatrischer Sicht sei ihr eine Willensanstrengung zuzumuten, die 

Schmerzen zu überwinden, weshalb aus psychiatrischer Sicht eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit - auch in der Haushaltstätigkeit - bestehe (act. G 4.25.6). Die 

Beschwerdeführerin stellt sich auf den Standpunkt, dass die gutachterliche Beurteilung 

nicht beweistauglich sei (act. G 1).

3.3.1 Bei der Würdigung des Gutachtens fällt ins Gewicht, dass es auf eigenständigen 

Untersuchungen beruht, in Kenntnis der und Auseinandersetzung mit den Vorakten 

erfolgte. Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung wurde zusätzlich eine 

telefonische Besprechung mit der behandelnden Dr. A.___ durchgeführt (act. 

G 4.26.1 f.). Die Schlussfolgerungen der Gutachter sind nachvollziehbar. Die 

Beurteilung der Leistungsfähigkeit erfolgte u.a. in Würdigung der anfallenden 

Haushaltstätigkeiten (act. G 4.25.8 f.). Im psychiatrischen Teilgutachten wird eingehend 

ausgeführt, dass keine krankheitswertige psychische Störung vorliege und der 

Beschwerdeführerin eine Schmerzüberwindung zumutbar sei (act. G 4.26.3 f.). Die 

gutachterliche Beurteilung - namentlich bezüglich des Ausschlusses einer Fibromyalgie 

(act. G 4.25.5) - wurde in Auseinandersetzung mit den abweichenden ärztlichen 

Einschätzungen vorgenommen. Dass die Begutachtung durch Dr. B.___ lediglich 

45 Minuten - und nicht wie von diesem angegeben zwei Stunden - gedauert habe, ist 

nicht erstellt. Wie lange die Untersuchung tatsächlich gedauert hat, kann vorliegend 

indessen offen gelassen werden. Denn das Gutachten - insbesondere die klinische 

Untersuchung - ist ausführlich begründet. Es ergeben sich denn auch keine 

wesentlichen objektiven Gesichtspunkte, die Dr. B.___ ausser Acht gelassen hätte. Die 

Beschwerdeführerin benennt auch keine solchen. Das interdisziplinäre Gutachten vom 

6. Oktober 2007 erfüllt damit die Anforderungen (vgl. hierzu BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen) an beweistaugliche Gutachten. Daran vermag auch die Stellungnahme von 

Dr. A.___ vom 11. März 2008 nichts zu ändern. Dr. A.___ stellt darin die Diagnose eines 

chronischen Schmerzsyndroms unklarer Ursache sowie einer Depression und berichtet 

gestützt darauf, dass die Beschwerdeführerin weder arbeitsfähig noch vermittelbar sei. 

Eine weitere Begründung fehlt. Hinsichtlich der diagnostizierten Depression fehlt es 

ihrer Stellungnahme überdies an fachärztlich schlüssig erhobenen Befunden (vgl. BGE 

130 V 399 E. 5.3.2). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass Dr. A.___ den 

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Gesundheitszustand als unverändert beschreibt (act. G 1.3). Die kurz gefasste 

Stellungnahme vom 11. März 2008 ist damit nicht geeignet, den Beweiswert der 

gutachterlichen Einschätzung zu erschüttern.

3.3.2 Nach dem Gesagten ist zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit in der 

Haushaltstätigkeit auf das Gutachten vom 6. Oktober 2007 abzustellen. Ob die 

gutachterliche Einschätzung der Leistungsfähigkeit (80%ige Arbeitsfähigkeit im 

Haushaltsbereich; act. G 4.25.6) mit dem für die Invalidenversicherung massgebenden 

Beweisgegenstand übereinstimmt bzw. die Gutachter ihrer Beurteilung keine Elemente 

zugrunde gelegt haben, die nicht einem pathologischen Substrat im rechtlichen Sinn 

zuzurechnen sind (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2007, I 649/06 

E. 3.3.1) - was die Beschwerdegegnerin im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 

verneint (act. G 4, S. 5) -, kann vorliegend offen gelassen werden. Denn selbst wenn 

auf die medizinisch bescheinigte 20%ige Beeinträchtigung im Haushaltsbereich 

abgestellt wird, resultiert ein nicht rentenbegründender Invaliditätsgrad gleichen 

Umfangs. Die angefochtene Verfügung ist daher im Ergebnis korrekt.

4.   

Die Beschwerde ist im Sinn der Erwägungen abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die 

Kosten vollumfänglich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Der von ihr geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

bis

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2.  Die Beschwerdeführerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird daran angerechnet.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.11.2009
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Verhältnis medizinische Beurteilung und Abklärungsbericht vor Ort und Stelle bei psychischen Beschwerden. Liegen gleichermassen beweiskräftige Stellungnahmen vor, muss geprüft werden, ob die gemachten Aussagen vereinbar sind oder einander widersprechen. diesfalls ist eine Würdigung vorzunehmen, wobei die ärztlichen Berichte Vorrang geniessen, soweit die Auswirkungen von psychischen Krankheitsbildern zu beurteilen sind (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. November 2009, IV 2008/150).

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