# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b5e62a00-6717-5410-b3a6-643456652c5f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-07-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 02.07.2013 B 2012/142, B 2012/147
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2012-142--B-2012-1_2013-07-02.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2012/142, B 2012/147

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 12.02.2020

Entscheiddatum: 02.07.2013

Urteil Verwaltungsgericht, 02.07.2013
Baurecht, Art. 52 BauG (sGS 731.1).Zustandserhebungen, Rissprotokolle 
oder die Setzung von Nivellierkontrollpunkten und 
Erschütterungsmessungen während der Pfählungsarbeiten dienen einzig der 
vorsorglichen Beweissicherung im Hinblick auf allfällige spätere 
Schadenersatzansprüche. Dementsprechend werden sie nicht als 
entsprechende Auflagen in die Baubewilligung aufgenommen. Die Auflage, 
dass zur Fundation eine erschütterungsarme Methode anzuwenden sei, ist 
hinsichtlich der sicherheitspolizeilichen Vorschrift gemäss Art. 52 BauG 
genügend präzis (Verwaltungsgericht, B 2012 142/147).

Urteil vom 2. Juli 2013

Anwesend:  Präsident lic. iur. B. Eugster; Verwaltungsichter lic. iur. A. Linder, 

Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener, Dr. S. Bietenharder-Künzle; Gerichtsschreiber lic. iur. S. 

Schärer

_______________

In Sachen

X.Y.,

Beschwerdeführerin 1 und Beschwerdegegnerin 2,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Alex Keller, Rosenbergstrasse 42b, 9000 St. 

Gallen,

und

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.B.,

E.K.,

Beschwerdeführer 2 und Beschwerdegegner 1,

beide vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Urs Pfister, Museumstrasse 35, Postfach 41, 

9004 St. Gallen,

gegen

Baudepartement des Kantons St. Gallen, Lämmlisbrunnenstrasse 54, 9001 St. 

Gallen,

Vorinstanz,

und

Politische Gemeinde Wartau, vertreten durch den Gemeinderat, 9478 Azmoos,

Beschwerdebeteiligte,

betreffend

Einspracheentscheid und Baubewilligung (Neubau Einfamilienhaus, GS-Nr. 0000, 

Q.-strasse, Azmoos)

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ C.D. ist Eigentümerin der unbebauten Parzelle Nr. 0000, Grundbuch Wartau, in 

Azmoos. Die 613,35 m  grosse Parzelle liegt gemäss Zonenplan der Politischen 

Gemeinde Wartau vom 26. März 2010 in der Wohnzone W3. Das Baugrundstück wird 

auf zwei Seiten durch die Q.-strasse (Gemeindestrasse 2. Klasse [bis zur südlichen 

Parzellenecke] und 3. Klasse [Südost- und Nordostseite]) erschlossen. An der 

südwestlichen Grenze verläuft der Q.-Z.-fussweg (Weg 1. Klasse). Die umliegenden 

Grundstücke sind mit Einfamilienhäusern überbaut.

2

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B./ a) Am 18. August 2011 ersuchte X.Y. um Baubewilligung für ein Einfamilienhauses 

mit Garage und gedecktem Sitzplatz auf dem Grundstück Nr. 0000. Innert der 

Auflagefrist vom 25. August bis 7. September 2011 liessen die beiden Eigentümer des 

südöstlichen Nachbargrundstücks Nr. 0001 A.B. und E.K. am 5. September 2011 

öffentlich-rechtliche und privatrechtliche Einsprache erheben. Dabei verwiesen sie vor 

allem auf den schwierigen Baugrund und machten geltend, während der Bauphase 

würden übermässige Immissionen entstehen.

b) An der ersten Einigungsverhandlung vom 18. Oktober 2011 verpflichtete sich die 

Bauherrin zu einer Probepfählung mit Erschütterungsmessungen. Diese fand am 

28. Oktober 2011 statt. Gleichentags fand die zweite Einigungsverhandlung statt. 

Dabei verpflichtete sich die Bauherrin, für die Q.-strasse ein Zustandsprotokoll, für die 

Liegenschaft der Einsprecher ein Rissprotokoll und zur sicheren Fundation des 

geplanten Einfamilienhauses einen geologischen Bericht zu erstellen. Des Weiteren 

sagte die Bauherrin zu, eine Versicherung abzuschliessen sowie aufzuzeigen, wie 

erschütterungsarm gerammt werden könne. Die Nachbarn sprachen der 

durchgeführten Messung mit Schreiben vom 3. November 2011 jeglichen Beweiswert 

ab. Die Zustands- und Rissprotokolle und der Bericht datieren vom 15. und 

21. November 2011. Zu den von den Einsprechern gestellten Fragen nahm der von der 

Baubehörde beauftragte Geologe am 4. Januar 2012 Stellung. Für eine generelle 

Beurteilung erachtete dieser weitere Detailpläne als unnötig, da seiner Meinung nach 

auf Erfahrungswerte zurückgegriffen werden könne. Relevant seien einzig die aus dem 

Einbringen der Pfahlfundation resultierenden Erschütterungen, welche die Grenzwerte 

gemäss Schweizer Norm für Erschütterungen SN 640 312a einhalten müssten. Wie tief 

die Pfähle dabei eingebracht werden müssten, sei hinsichtlich der Auswirkungen auf 

den Nachbarliegenschaften nicht entscheidend.

c) Da die Einsprache der Nachbarn gleichwohl nicht gütlich erledigt werden konnte, 

wies der Gemeinderat am 10. Januar 2012 (versandt am 20. Januar 2012) die 

privatrechtliche Einsprache ab und hiess die öffentlich-rechtliche insofern gut, als er die 

Bauherrin verpflichtete, für sämtliche umliegenden Liegenschaften Rissprotokolle zu 

erstellen, bei den Nachbargebäuden mit Flach-Fundation vor Baubeginn je zwei 

Nivellier-Kontrollpunkte in unterschiedlicher Entfernung zum Bauprojekt zu setzen und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

während der ganzen Pfählungsarbeiten Erschütterungsmessungen durchzuführen. 

Gleichzeitig bewilligte er das Gesuch mit entsprechenden Auflagen.

C./ a) Gegen diesen Beschluss liessen beide Parteien am 2. bzw. 6. Februar 2012 beim 

Baudepartement des Kantons St. Gallen Rekurs erheben. Die Bauherrin verlangte die 

kostenpflichtige Aufhebung der Auflagen und dass die Kosten des 

Einspracheverfahrens vollumfänglich von den Einsprechern zu bezahlen seien. Die 

Einsprecher verlangten die kostenpflichtige Aufhebung der Bewilligung und dass die 

Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die Baubehörde 

zurückgewiesen werde. Eventuell sei die Baubewilligung unter den Auflagen zu 

bewilligen, dass für die Fundation eine Pfählung mit Rammen unzulässig bzw. dass 

eine allfällige Fundation mit Bohrpfählen vorzunehmen sei. Weiter forderten sie vor 

Baubeginn einen entsprechenden Plan, der von der Baubehörde genehmigt und ihnen 

vorgängig zur Stellungnahme zugestellt werde.

b) Die Rekursinstanz entschied am 18. Juni 2012 über die Streitsache und hiess dabei 

den Rekurs der Einsprecher teilweise, den Rekurs der Bauherrin im Sinn der 

Erwägungen gut. Dabei befand sie, dass Zustandserhebungen bzw. Rissprotokolle als 

auch die Setzung von Nivellierkontrollpunkten und Erschütterungsmessungen während 

der Pfählungsarbeiten einzig der vorsorglichen Beweissicherung im Hinblick auf 

allfällige spätere Schadenersatzansprüche dienen würden. Zuständig für solche 

vorsorgliche Beweissicherungen seien ausschliesslich die Zivilgerichte, nicht aber die 

Baubewilligungsbehörden. Dementsprechend seien die entsprechenden Auflagen 

aufzuheben und der Rekurs der Bauherrin gutzuheissen. Ein nach Art. 34 des 

Einführungsgesetzes zur eidgenössischen Umweltschutzgesetzgebung (sGS 672.1, 

abgekürzt EG-USG) verlangter Mitbericht des Amtes für Umwelt hinsichtlich der 

befürchteten Erschütterungen sei schon deshalb unnötig, weil das EG-USG vom 

19. April 2011, in Kraft seit 1. Januar 2012, gemäss Art. 65 EG-USG auf das am 

18. August 2011 eingeleitete Verfahren nicht anwendbar sei. Die Probepfählung vom 

28. Oktober 2011 mittels Holzpfahl mit Betonaufsatz habe ergeben, dass der zulässige 

Maximalwert gemäss Schweizer Norm SN-640 312a weit unterschritten würde. Auf 

Grund der Messung des Ingenieurbüros R. GmbH sei damit stichhaltig nachgewiesen, 

dass die Fundierung mittels vibrationsarmer Pfählung durch die Schnellschlagramme 

ohne Schäden an den umliegenden Bauten und Anlagen möglich sei. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dementsprechend habe die Dr. T. AG in ihrem Bericht vom 21. November 2011 eine 

erschütterungsarme Pfählungsmethode empfohlen, um Schäden an den benachbarten 

Bauten und Anlagen mit teilweise sehr unterschiedlicher Empfindlichkeit möglichst zu 

vermeiden. In Frage kämen Bohrpfähle, Verdrängungsbohrpfähle oder 

erschütterungsarm eingebrachte Pfähle/Gusspfähle. Immerhin liege der Baugrund in 

einem Bachschuttkegel, der aus inhomogenen Wechselablagerungen aufgebaut sei. 

Zudem könnten Hinterwasserablagerungen vorhanden sein. Konkret sei die Pfählung 

möglichst setzungsarm auszuführen. Mit Blick darauf sei nicht nachvollziehbar, 

weshalb die Baubehörde die empfohlene setzungsarme Pfählung nicht als Auflage in 

die Baubewilligung aufgenommen habe, zumal sie selber ausgeführt habe, dass sie 

keine Veranlassung habe, sich über die Feststellungen und Empfehlungen des 

Fachmanns hinwegzusetzen. Der Rekurs der Einsprecher sei deshalb teilweise 

gutzuheissen und die Baubewilligung mit der entsprechenden Auflage zu ergänzen.

D./ a) Gegen den Rekursentscheid liess die Bauherrin am 4. Juli 2012 beim 

Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde erheben. Mit 

Beschwerdeergänzung vom 6. August 2012 beantragt sie, dass der Rekursentscheid 

kostenpflichtig aufgehoben werde, soweit damit der Rekurs ihrer Nachbarn teilweise 

gutgeheissen worden sei. Zudem sei ihr für die beiden Rekursverfahren nicht bloss eine 

Umtriebsentschädigung, sondern eine vollumfängliche Entschädigung nach Ermessen 

zuzusprechen. Alsdann habe die Vorinstanz ihren Anspruch auf rechtliches Gehör 

verletzt, da sie ihren Antrag auf Nichteintreten zufolge offenbaren Rechtsmissbrauchs 

nicht behandelt habe.

E./ Die vormaligen Einsprecher erhoben ihrerseits am 4. Juli 2012 Beschwerde. Mit 

Beschwerdebegründung vom 23. August 2012 beantragen sie die kostenpflichtige 

Aufhebung des Rekursentscheids und der Baubewilligung. Die Angelegenheit sei an 

die Baubehörde bzw. das Baudepartement zur ergänzenden Abklärung des 

Sachverhalts und neuen Entscheidung zurückzuweisen. Schliesslich sei ihnen eine 

volle Parteientschädigung zuzusprechen. Konkret fordern sie einen Plan bzw. Angaben 

dazu, wo, wie und wie tief und mit welcher Anzahl an Pfählen die Fundation ausgeführt 

werde. Alsdann verlangen sie Baugrunduntersuchungen, so dass man entscheiden 

könne, ob eine Fundation überhaupt nötig sei bzw. ob die Baute auch anders 

stabilisiert werden könnte, zum Beispiel mit einer Unterkellerung. Die Vorinstanz habe 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

insofern eine Rechtsverweigerung begangen, als sie nicht all ihre Einwände 

abgehandelt habe. Alsdann sei die verfügte Auflage, dass die Pfählungsmethode 

erschütterungsarm durchgeführt werde, zu wenig präzis.

F./ Die Vorinstanz beantragt mit Vernehmlassung vom 3. September 2012 die 

Abweisung der beiden Beschwerden. Die Beschwerdebeteiligte liess sich nicht 

vernehmen.

G./ Die Beschwerdegegnerin 2 beantragt mit Eingabe vom 21. September 2012 die 

kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde der Gegenpartei, soweit darauf 

einzutreten sei. Am 16. Oktober 2012 beantragen die Beschwerdegegner 1 die 

kostenpflichtige Abweisung der Beschwerde der Beschwerdeführerin 1. Gleichentags 

nahmen sie, dieses Mal in der Rolle der Beschwerdeführer 2, Stellung zur 

Vernehmlassung der Vorinstanz und zur Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin 

2. Am 5. Februar 2013 machten die verfahrensbeteiligten Nachbarn geltend, dass die 

Bauherrin an den beiden Beschwerdeverfahren gar kein Rechtsschutzinteresse mehr 

habe, da sie ihr Bauvorhaben mittlerweile auf einem anderen Grundstück realisiere. Die 

Bauherrin nahm dazu am 18. Februar 2013 Stellung.

H./ Auf die von den Verfahrensbeteiligten vorgebrachten Ausführungen wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1. Die Sachurteilsvoraussetzungen werden von Amtes wegen geprüft:

1.1. Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 59bis Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, abgekürzt VRP) sachlich zur Behandlung der 

gegen einen Entscheid des Baudepartementes erhobenen Beschwerde zuständig. Die 

Beschwerdeverfahren B 2012/142 und B 2012/147 betreffen den gleichen 

Streitgegenstand, wobei sie die gleichen Tatbestands- und zum Teil die gleichen 

Rechtsfragen aufwerfen. Es rechtfertigt sich daher, die zwei Beschwerden in einem 

einzigen Entscheid zu behandeln und die beiden Beschwerdeverfahren zu vereinigen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.2. Als Adressaten des Rekursentscheids sind die Beschwerdeführer zur Ergreifung 

des Rechtsmittels berechtigt (Art. 64 in Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die 

Beschwerdeeingaben entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen 

Voraussetzungen (Art. 64 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 

Abs. 2 VRP).

1.3. Die Nachbarn machen geltend, der Bauherrin bzw. Baugesuchstellerin fehle das 

schutzwürdige bzw. aktuelle Interesse an den beiden vorliegenden 

Beschwerdeverfahren, weil sie das geplante Einfamilienhaus wohl nie realisieren werde. 

Die Bauherrin verlangt gleichwohl einen Entscheid.

Die Baubewilligung ist die behördliche Feststellung, dass der Verwirklichung des 

Bauvorhabens keine öffentlich-rechtlichen Hindernisse im Weg stehen (Art. 87 Abs. 1 

des Baugesetzes, sGS 731.1, abgekürzt BauG). Damit wird lediglich festgestellt, dass 

gegen die beabsichtigte Tätigkeit keine polizeilichen Hindernisse vorliegen (B. Heer, St. 

Gallisches Bau- und Planungsrecht, Bern 2003, N 847). Sie erlischt, wenn die 

Bauarbeiten nicht innert Jahresfrist nach Eintritt der Rechtskraft begonnen werden, 

wobei sie zweimal um ein Jahr verlängert werden kann (Art. 88 Abs. 1 und 3 BauG). Die 

Bewilligung ist projektbezogen und muss nicht vom ursprünglichen Gesuchsteller 

selbst realisiert werden. Für das gleiche Grundstück können gleichzeitig auch mehrere 

Gesuche gestellt werden, wobei es dem Bauherrn freisteht, welches der bewilligten 

Projekte er allenfalls realisieren will. Allein die Tatsache, dass die Bauherrin 

zwischenzeitlich anderswo ein Einfamilienhaus realisiert, schmälert ihr Interesse daran, 

dass ihr Bauprojekt gerichtlich überprüft und schliesslich rechtskräftig bewilligt wird, 

somit nicht. Solange sie ihr Baugesuch nicht zurückzieht, ist darüber zu befinden.

1.4. Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerden einzutreten.

2. Die Beschwerdeführerin 1 macht in formeller Hinsicht eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs geltend, weil die Vorinstanz über ihren Nichteintretensantrag nicht 

befunden hat. Diesen hatte sie damit begründet, dass die Beschwerdegegner 1 

zweckwidrig Einsprache erhoben und sich sodann rechtsmissbräuchlich verhalten 

hätten. Auch die Beschwerdeführer 2 rügen, dass sich die Vorinstanz nicht mit all ihren 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Einwänden auseinandergesetzt und so den Grundsatz des rechtlichen Gehörs verletzt 

habe.

2.1. Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (SR 101) haben die Parteien 

Anspruch auf rechtliches Gehör. Der Betroffene hat das Recht, sich vor Erlass eines in 

seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern. Dazu gehört 

insbesondere das Recht, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen 

Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise 

entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern. 

Wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist die 

Begründungspflicht. Die Begründung soll verhindern, dass sich die Behörde von 

unsachlichen Motiven leiten lässt, und dem Betroffenen ermöglichen, die Verfügung 

gegebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl er wie 

auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen 

können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. 

Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständlichen 

Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann 

sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken (BGE 133 

I 270 E. 3.1 mit Hinweisen).

2.2. Der Gehörsanspruch ist formeller Natur. Wird eine Verletzung des Anspruchs 

festgestellt, muss der angefochtene Hoheitsakt grundsätzlich aufgehoben werden ohne 

Rücksicht darauf, ob die Anhörung für den Ausgang des Verfahrens relevant ist, das 

heisst die Behörde zu einer Änderung des Entscheids veranlassen wird oder nicht 

(Häfelin/Müller/Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 2006, Rz. 

1709; BGE 137 I 195 E. 2.2 mit Hinweis).

2.2.1. Eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung kann jedoch geheilt werden, 

wenn der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu 

äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die Rechtslage mit mindestens gleicher 

Kognition wie die Vorinstanz prüfen kann (G. Steinmann, in: St. Galler Kommentar, 2. 

Auflage, Zürich/St. Gallen 2008, N 32 f. zu Art. 29 BV). So ist die Verweigerung des 

rechtlichen Gehörs oder die Verletzung der Begründungspflicht durch die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erstentscheidende Behörde regelmässig im Rekursverfahren heilbar, da die 

Rekursbehörden mit umfassender Kognition entscheiden (Art. 46 VRP). Demgegenüber 

ist das Verwaltungsgericht grundsätzlich nur zur Rechtskontrolle befugt (Art. 61 VRP; 

Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 

731 f.).

2.2.2. Die Heilung soll gleichwohl die Ausnahme bleiben, weil dem Betroffenen damit 

eine Instanz verloren gehen kann. Die Gehörsverletzung kann aber selbst bei einer 

schwerwiegenden Verletzung geheilt werden, wenn und soweit die Rückweisung der 

Sache an die Vorinstanz zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen 

Verzögerungen führen würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der 

betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren 

wären. Auch in diesem Fall muss die Rechtsmittelinstanz aber über die gleiche 

Kognition wie die Vorinstanz verfügen (Kiener/Rütsche/Kuhn, Öffentliches 

Verfahrensrecht, Zürich/St. Gallen 2012, N 266, BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 132 V 387 

E. 5.1 mit Hinweis).

2.3. Die Rekursbehörde ist auf die Rekurse eingetreten, weil diese frist- und 

formgerecht erfolgt seien. Zum Einwand des Rechtsmissbrauchs hat sie nichts 

ausgeführt. Gemäss ihrer Vernehmlassung war dies deshalb unnötig, weil sie auf den 

Rekurs der Einsprecher eingetreten sei und diesen in der Folge teilweise geschützt 

habe. Nachdem die Vorinstanz den Nichteintretensantrag und die Ausführungen der 

Beschwerdegegnerin 2 zum behaupteten Rechtsmissbrauch zumindest in den 

tatsächlichen Ausführungen aufgenommen hat (vgl. lit. D c des angefochtenen 

Entscheids), steht fest, dass sie vom entsprechenden Einwand des Rechtsmissbrauchs 

Kenntnis genommen hat. Alsdann hat sie die Beanstandung als offensichtlich nicht 

gegeben erachtet, zumal sie - wie bereits vorher die Baubehörde die Einsprache - den 

Rekurs der Nachbarn zumindest teilweise geschützt hat.

2.4. Darüber hinaus könnte die Unterlassung als nicht besonders schwere Verletzung 

auch ohne Weiteres geheilt werden. Das Rechtsmissbrauchsverbot ist Teil des 

Grundsatzes von Treu und Glauben und stellt damit eine Rechtsverletzung dar, die vom 

Gericht überprüft werden kann (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N 715).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.4.1. Die Einspracheberechtigung von Nachbarn richtet sich nach Art. 45 VRP (Heer, 

a.a.O., N 933) und Art. 83 Abs. 2 BauG. Zur Erhebung ist demnach berechtigt, wer an 

der Änderung oder Aufhebung der Verfügung oder des Entscheids ein schutzwürdiges 

Interesse dartut. Schutzwürdig ist das Interesse dann, wenn der Betroffene rechtlich 

geschützte Interessen geltend macht oder wenn eine Verfügung oder ein Entscheid 

seine tatsächliche Interessenlage mehr berührt als diejenige irgendeines Dritten oder 

der Allgemeinheit. Das schutzwürdige Interesse besteht im "praktischen Nutzen", den 

ein erfolgreich geführtes Rechtsmittel dem Betroffenen in seiner rechtlichen oder 

tatsächlichen Situation einträgt, bzw. in der Abwendung materieller, ideeller oder 

sonstiger Nachteile, die ein Bestand der angefochtenen Verfügung oder des 

Entscheids mit sich bringen würde (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 39). Das 

Anfechtungsinteresse muss dabei nicht mit dem Interesse übereinstimmen, das durch 

die von der beschwerdeführenden Person als verletzt bezeichneten Normen geschützt 

wird, wenn eine besondere Beziehungsnähe in räumlicher Hinsicht vorliegt. Demnach 

können Nachbarn verlangen, dass ein Bauvorhaben im Lichte all jener Rechtssätze 

überprüft werde, die sich rechtlich oder tatsächlich in dem Sinne auf ihre Stellung 

auswirken, als dass ihnen im Fall ihres Obsiegens ein praktischer Nutzen entsteht (BGE 

1C_236/2010 vom 16. Juli 2010 E. 1.4). Der konkrete praktische Nutzen des Nachbarn 

besteht darin, dass das Bauvorhaben nicht wie geplant verwirklicht werden kann, wenn 

er mit seiner Rüge durchdringt (VerwGE B 2010/233 vom 15. Dezember 2011 E. 3.1. f. 

mit Hinweisen, abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch; BGE 1C_37/2011 vom 14. April 

2011 E. 2.3.3 mit Hinweisen). Rechtsmissbrauch läge insbesondere dann vor, wenn die 

Einsprache zweckwidrig zur Verwirklichung von Interessen verwendet wird, die dieses 

Rechtsinstitut nicht schützen will (Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., N 716).

2.4.2. Die verfahrensbeteiligten Nachbarn haben Einsprache erhoben, weil sie während 

der Bauphase übermässige Beeinträchtigungen ihres Grundstücks durch das nötige 

Pfählen auf dem Baugrundstück befürchten. Art. 52 BauG regelt, dass Bauten und 

Anlagen unter anderem bereits während ihrer Erstellung gemäss den Regeln der 

Baukunde den notwendigen Erfordernissen der Sicherheit zu entsprechen haben. Die 

grundsätzlich einspracheberechtigten Nachbarn hatten somit das Recht, im Rahmen 

des Einspracheverfahrens zu verlangen, dass die geplante Fundierung des 

projektierten Gebäudes nach dieser sicherheitspolizeilichen Vorschrift erfolgen werde, 

damit ihr Grundeigentum nicht geschädigt wird. Dass sich die Behörden und die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Bauherrin dabei auf zahlreiche und langwierige Einigungsverhandlungen eingelassen 

haben, die schliesslich nicht zielführend waren, lassen die Ausübung ihres 

grundsätzlichen Rechts, Einsprache zu erheben, nicht rechtsmissbräuchlich 

erscheinen. Allein die Tatsache, dass über Monate verhandelt wurde und sowohl die 

Baubehörde als auch die Rekursinstanz die Baubewilligung schliesslich nur unter 

Auflagen zu Gunsten der Einsprecher erlassen bzw. bestätigt haben, spricht ebenfalls 

gegen die Behauptung, dass die Nachbarn ihre Einsprache zweckwidrig bzw. trölerisch 

erhoben hätten. Das Gleiche gilt für ihr Verhalten während der 

Einigungsverhandlungen. Nachdem sich bereits anlässlich der ersten 

Einigungsverhandlung abgezeichnet hatte, dass man sich wohl nicht finden werde, weil 

die Einsprecher Garantien verlangten, welche die Bauherrin nicht erfüllen wollte oder 

konnte, wäre es vielmehr an dieser bzw. der Baubehörde gewesen, die Verhandlungen 

abzubrechen und einen Entscheid zu erwirken bzw. zu fällen. Damit erweist sich der 

Einwand, die Beschwerdeführer 2 hätten ihre Einsprache rechtsmissbräuchlich 

erhoben und sich bei den Einigungsverhandlungen trölerisch verhalten, als nicht 

stichhaltig, weshalb die Vorinstanzen zu Recht auf die Einsprache bzw. den Rekurs 

gegen den Einspracheentscheid eingetreten sind.

2.4.3. Die Beschwerdeführer 2 bemängeln, dass sich dem angefochtenen Entscheid 

keine Begründung entnehmen lasse, weshalb kein Plan verlangt werden könne, der die 

als zulässig erachtete und bewilligte Fundation enthalte. Die Begründungspflicht 

gebietet es wie gesagt nicht, dass sich ein Entscheid mit jedem einzelnen Argument, 

das im Prozess vorgetragen wird, auseinandersetzt, besonders dann nicht, wenn 

dieses offensichtlich unbegründet ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 1057). Die Vorinstanz 

hat zum Einwand, dass die Fundation mittels Bohrpfählen zu erfolgen habe, 

Ausführungen getroffen, dass nicht mehr als die ergänzte Auflage verlangt werden 

könne. Damit waren auch sämtliche, noch weitergehenden Forderungen an das 

angefochtene Baugesuch mit abgehandelt, womit auch diesbezüglich keine 

Gehörsverletzung bzw. "Rechtsverweigerung" vorliegt.

3.

3.1. Das Baugesuch muss die für die baupolizeiliche Beurteilung notwendigen 

Unterlagen wie Situation, Grundriss, Ansichten, Schnitte und Kanalisationspläne, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

enthalten. Die Gemeinden können ergänzende Unterlagen verlangen (Art. 80 Abs. 2 

und 3 BauG). Ein Fundationsplan wird nicht generell verlangt (Art. 15 des 

Baureglements der Politischen Gemeinde Wartau vom 22. Juni 2009). Die 

Bauverwaltung hat einen solchen auch nicht nachverlangt. Bauten und Anlagen 

müssen nach Art. 52 BauG aber gleichwohl, das heisst unabhängig von den formellen 

Voraussetzungen, den sicherheitspolizeilichen Vorschriften entsprechen, ansonsten sie 

nicht bewilligt werden dürfen. In Baubewilligungen wird in diesem Zusammenhang in 

der Regel auf SIA-Normen verwiesen (Heer, a.a.O., N 589). Für 

Erschütterungseinwirkungen auf Bauwerke ist die SN-Norm 620 312a massgebend. 

Die Normen entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Dies ist massgebend, 

solange das Gesetz selber keine konkreten Werte vorschreibt (BGer 1C_216/2010 vom 

28. September 2010 E. 3.2).

3.2. Die Bauherrin hat ihr Baugesuch mit einer privaten fachmännischen 

Erschütterungsmessung vom 28. Oktober 2011 ergänzt. Gemäss dieser liegen die 

Erschütterungen bei einer "erschütterungsarmen Pfählung" weit unter dem zulässigen 

Maximum. Auch ein weiterer Experte empfiehlt in seiner geologischen Stellungnahme 

vom 21. November 2011 betreffend das vorliegende Bauprojekt zu Handen der 

Baubehörde eine "erschütterungsarme Pfählungsmethode", weil der Baugrund in 

einem Bachschuttkegel aus inhomogenen Wechsellagerungen von tonigem Silt und 

Feinsand mit Kieslagen liegt. Auf Grund des vorliegenden Baugrunds rechtfertigt es 

sich daher, die Baubewilligung im Sinn von Art. 87 Abs. 2 BauG unter der Auflage zu 

erteilen, dass die Fundation des Baugrunds mittels einer "erschütterungsarmen" 

Pfählmethode vorzunehmen ist. Somit spielt es keine Rolle, dass die Nachbarn den 

Beweiswert der vorgenommenen Probepfählung in Frage stellen. Jedenfalls bringen sie 

nichts vor und auch sonst ist nicht ersichtlich, dass "erschütterungsarmes Pfählen" 

Schäden an ihrer benachbarten Liegenschaft verursachen würde. Allein ihre 

gegenteiligen Befürchtungen rechtfertigen die Verweigerung der öffentlich-rechtlichen 

Baubewilligung bzw. den Erlass von weitergehenden Auflagen zur Bewilligung nicht.

3.3. Solange die gewählte Methode zur Fundation "erschütterungsarm" ist und damit 

die normierten Maximalwerte eingehalten werden können, ist es allein Sache der 

Bauherrin, die Methode dafür zu wählen (Art. 87 Abs. 1 BauG). Insofern ist die ergänzte 

Auflage im vorinstanzlichen Rekursverfahren genügend präzis.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4. Die Beschwerdeführer 2 rügen sodann, dass dem Vorsorgeprinzip nach Art. 11 

Abs. 2 des Umweltschutzgesetzes (SR 814.01, abgekürzt USG) keine Nachachtung 

geschenkt worden und insbesondere auch keine Alternativen, eine Unterkellerung zum 

Beispiel, geprüft worden seien.

4.1. Nach dem in Art. 1 Abs. 2 USG verankerten Vorsorgeprinzip sind Einwirkungen, die 

schädlich oder lästig werden könnten, frühzeitig zu begrenzen. Art. 11 Abs. 2 USG 

konkretisiert diesen Grundsatz mit der Vorschrift, dass Emissionen im Rahmen der 

Vorsorge und unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung soweit zu begrenzen 

sind, als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist. Die 

Bestimmung von Art. 11 Abs. 2 USG will dem Fehlschluss entgegentreten, eine heute 

noch geringe Gesamtbelastung dürfe durch zusätzliche Emissionen bedenkenlos bis 

zur kritischen Grenze erhöht werden. Ein Vorhaben vermag mit anderen Worten vor 

dem USG nicht schon dann zu bestehen, wenn die Belastungsgrenzwerte eingehalten 

werden. Das Prinzip der vorsorglichen Emissionsbegrenzung, wonach jede unnötige 

Emmission wie Lärm, Erschütterungen und Strahlen zu vermeiden ist, muss stets 

beachtet werden. Aus dem Vorsorgeprinzip lässt sich jedoch nicht ableiten, von einer 

Anlage Betroffene hätten überhaupt keine Belastung hinzunehmen. Das 

Vorsorgeprinzip hat also hinsichtlich der Einwirkungen nicht zwingend eliminierenden 

Charakter, leistet aber einen Beitrag zu deren Begrenzung. Das Kriterium der 

wirtschaftlichen Tragbarkeit einer Massnahme schliesslich ist auf Unternehmungen 

zugeschnitten, die nach marktwirtschaftlichen Prinzipien funktionieren. Gehen die zu 

bekämpfenden Emissionen von anderen Quellen aus, fällt die wirtschaftliche 

Tragbarkeit als Beurteilungskriterium dahin. Allfällige wirtschaftliche Gesichtspunkte 

sind diesfalls im Rahmen der allgemeinen Verhältnismässigkeitsprüfung zu beachten. 

Nach Ansicht des Bundesgerichtes lassen sich in Bezug auf Lärm in Fällen, wo die 

massgebenden Planungswerte eingehalten werden, weitergehende 

Emissionsbegrenzungen nur rechtfertigen, wenn mit relativ geringem Aufwand eine 

wesentliche zusätzliche Reduktion der Emissionen erreicht wird (Baudepartement, 

Juristische Mitteilungen, 2005/III Nr. 23 mit Hinweisen, abrufbar unter: 

www.jumi.sg.ch). Analoges gilt für Erschütterungen: Werden die Grenzwerte wie 

vorliegend bei weitem eingehalten, können zusätzliche Vorkehrungen zur Vermeidung 

von Erdbewegungen nur verlangt werden, wenn diese ohne wesentliche zusätzliche 

Kosten durchgeführt werden können.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.2. Die vorliegende Baubewilligung wurde mit der Auflage ergänzt, dass die Fundation 

"erschütterungsarm" erfolgen muss. Damit soll verhindert werden, dass auf den 

Nachbargrundstücken Schäden, insbesondere Risse in den Gebäuden, entstehen. Die 

dafür zulässigen Grenzwerte werden dabei voraussichtlich bei weitem unterschritten. 

Die allenfalls gewählte Pfählung wird aber gleichwohl Erschütterungen auslösen. Die 

entsprechenden lästigen Einwirkungen für die Menschen, Tiere und Pflanzen bzw. ihren 

Lebensraum und ihre Lebensräume (Art. 1 Abs. 1 USG) werden dabei aber nur kurze 

Zeit dauern. Mit Blick auf das oben Gesagte wäre es deshalb unverhältnismässig, statt 

der erschütterungsarmen Pfählung eine kostenintensivere Fundation bzw. gar 

Unterkellerung des geplanten Einfamilienhauses zu verlangen, bloss damit die 

unmittelbaren Nachbarn während der relativ kurzen Bauphase keinerlei 

Erschütterungen spüren würden. Somit besteht im Rahmen des öffentlich-rechtlichen 

Baubewilligungsverfahrens konkret keine Notwendigkeit für irgendwelche 

Vorsorgemassnahmen.

5. Aus dem Gesagten folgt, dass die Vorinstanz die erlassenen Auflagen, die einzig der 

vorsorglichen Beweissicherung im Hinblick auf allfällige spätere 

Schadenersatzansprüche dienen, zu Recht aufgehoben hat. Demgegenüber dient die 

stattdessen im Rekursverfahren verfügte Auflage, dass die Fundation des 

Baugrundstücks mittels "erschütterungsarmer" Pfählmethode vorzunehmen ist, der 

sicherheitspolizeilichen Vorschrift gemäss Art. 52 BauG, womit diese nach Art. 87 

Abs. 2 BauG zulässig und nicht zu beanstanden ist. Die offen formulierte Auflage ist 

dabei genügend bestimmt und lässt der Bauherrin dennoch hinreichend Freiraum, den 

bewilligten Bau nach ihren eigenen Vorstellungen zu erstellen, solange damit die 

massgebenden Grenzwerte eingehalten werden können. Die Auflage ist deshalb nicht 

nur nötig, sondern auch zumutbar.

6. Die Beschwerdeführerin 1 lässt schliesslich rügen, dass ihrem Rechtsvertreter keine 

Entschädigung nach der Honorarordnung für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (sGS 

963.75, abgekürzt HonO), sondern bloss eine Umtriebsentschädigung zugesprochen 

wurde. Sie lässt eine angemessene Entschädigung nach Ermessen geltend machen.

6.1. Ihr Rechtsvertreter war während des Rekursverfahrens (noch) nicht Rechtsanwalt. 

Dies spielte insofern keine Rolle, als der Kanton St. Gallen keinen Anwaltszwang kennt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und die berufsmässige Vertretung somit nicht Anwälten vorbehalten ist, jedenfalls nicht 

in Verfahren vor Verwaltungsbehörden. Den Vertretern ohne Zulassung als Anwalt wird 

dabei praxisgemäss aber nur eine reduzierte Umtriebsentschädigung zugesprochen (R. 

Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, 

Diss., St. Gallen/Lachen 2004, S. 198 f.).

6.2. Der Vertreter der Beschwerdeführerin 1 bezeichnete sich im Rekursverfahren 

selbst ausdrücklich als "Rechtskonsulent" und war als solcher abgesetzt von den 

anderen patentierten Anwälten auf dem Briefpapier aufgeführt. Nochmals abgesetzt 

davon war eine juristische Mitarbeiterin aufgeführt, die offensichtlich nochmals in einer 

anderen Kategorie fungierte, sei es, dass sie als angestellte Anwältin oder 

Anwaltspraktikantin arbeitete. Dass der "Rechtskonsulent" über eine 

Anwaltspraktikantenbewilligung verfügte und somit unter der Verantwortung eines 

patentierten Anwalts tätig war, womit er eine Entschädigung nach HonO hätte geltend 

machen können, machte dieser weder geltend noch transparent. Auch musste die 

Vorinstanz dies unter den gegebenen Umständen nicht abklären, da es im 

Rekursverfahren eben gerade jeder handlungsfähigen Person möglich ist, jemanden 

entgeltlich zu vertreten. Die Rekursinstanz hat der Beschwerdeführerin 1 somit 

grundsätzlich zu Recht bloss eine reduzierte Umtriebsentschädigung ohne Bezug auf 

die HonO zugesprochen.

6.3. Die Beschwerdeführerin 1 hat im Beschwerdeverfahren erstmals die 

Praktikantenbewilligung ihres Rechtsvertreters vom 2. November 2011 nachreichen 

lassen. Mit dieser Bewilligung gewährte der Präsident der Anwaltskammer des Kantons 

St. Gallen dem Rechtsvertreter, längstens für drei Jahre unter der Verantwortung des 

Fürsprechers Christoph Bernet die einem Anwalt vorbehaltene Tätigkeit auszuüben. 

Diese Eingabe stellt ein unechtes Novum dar, die im Beschwerdeverfahren zu 

berücksichtigen ist (Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 643). Damit steht (nachträglich) fest, 

dass dem Rechtsvertreter statt einer Umtriebsentschädigung eine Entschädigung nach 

Tarif zuzusprechen ist. Der Umstand, dass der Rechtsvertreter diese neue Tatsache 

erst im Beschwerdeverfahren geltend gemacht und belegt hat, ist jedoch bei der 

Kostenregelung zu berücksichtigen (VerwGE B 2012/128,137 vom 22. März 2013 E. 

1.5.1., abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Die Beschwerdeführerin 1 hat im 

vorinstanzlichen Verfahren obsiegt (Rekursentscheid Nr. 21/2012 vom 18. Juni 2012 E. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

9.4). Angemessen erscheint für das Rekursverfahren eine Entschädigung von Fr.  

2'500.-- (inklusiv Barauslagen, zuzüglich Mehrwertsteuer, Art. 6, Art. 19, Art. 22 Abs. 1 

lit. a, Art. 28bis Abs. 1 und Art. 29 HonO). Demnach ist Ziffer 5 lit. a des 

Rekursentscheids Nr. 21/2012 vom 18. Juni 2012 aufzuheben bzw. entsprechend 

anzupassen.

7. Zusammengefasst erweist sich die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 teilweise 

als begründet, jene der Beschwerdeführer 2 als unbegründet. Die Beschwerde der 

Beschwerdeführerin 1 ist deshalb im Sinn der Erwägungen teilweise gutzuheissen und 

im Übrigen abzuweisen. Jene der Beschwerdeführer 2 ist abzuweisen.

8. In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz 

oder teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Kosten, die ein Beteiligter 

durch Trölerei oder anderes ungehöriges Verhalten oder durch Verletzung wesentlicher 

Verfahrensvorschriften veranlasst, gehen zu seinen Lasten. Ferner hat jeder Beteiligte 

die Kosten zu übernehmen, die durch nachträgliches Vorbringen von Begehren, 

Tatsachen oder Beweismitteln entstehen, deren rechtzeitige Geltendmachung ihm 

möglich und zumutbar gewesen wäre (Art. 95 Abs. 2 VRP).

8.1. In der Sache selbst unterliegen sowohl die Beschwerdeführerin 1 als auch die 

Beschwerdeführer 2. Die Beschwerdeführerin 1 obsiegt bezüglich ihrer Rüge betreffend 

die ausseramtliche Entschädigung für das Rekursverfahren. Im Rekursverfahren hat 

sich aber ihr Rechtsvertreter wie gesagt selber ausdrücklich als Rechtskonsulent ohne 

Anwaltsbewilligung ausgegeben, weshalb die Vorinstanz ihm grundsätzlich zu Recht 

bloss eine Umtriebsentschädigung zugesprochen hat. Unter den gegeben 

Verhältnissen war sie dabei - wie bereits erwähnt - auch nicht gehalten, von Amtes 

wegen weitere Abklärungen zu treffen, ob dieser entgegen seiner Selbstbezeichnung 

allenfalls eine Praktikantenbewilligung besitzen sollte. Nachdem dieser diese Tatsache 

erst im Beschwerdeverfahren geltend gemacht hat, hat die Beschwerdeführerin 1 die 

Kosten des Beschwerdeverfahrens in Anwendung von Art. 95 Abs. 2 VRP trotz 

teilweisem Obsiegen im Kostenpunkt selber zu tragen.

8.2. Angemessen erscheint eine Entscheidgebühr von insgesamt Fr. 3'000.-- (Art. 13 

Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12), welche die Beschwerdeführerin 1 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und die Beschwerdeführer 2 je zu Hälfte zu bezahlen haben. Die geleisteten 

Kostenvorschüsse von je Fr. 2'000.-- sind anzurechnen, womit noch je Fr. 500.-- 

zurückzuerstatten sind.

9. Die Parteientschädigungen werden entsprechend nach Obsiegen und Unterliegen 

auferlegt (Art. 98bis VRP). Ausgangsgemäss haben die Beschwerdeführer ihre 

Parteikosten selbst zu tragen. Dies gilt nach dem oben Gesagten auch für die 

Beschwerdeführerin 1, obgleich sie im Kostenpunkt teilweise obsiegt hat.

Demnach hat das Verwaltungsgericht

zu Recht erkannt:

1./  Die Verfahren B 2012/142 und B 2012/147 werden vereinigt.

2./  a) Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 1 wird im Sinn der Erwägungen 

teilweise gutgeheissen, im Übrigen abgewiesen. Demnach wird Ziffer 5 lit. a des 

Dispositivs des Rekursentscheids Nr. 21/2012 vom 18. Juni 2012 aufgehoben und wie 

folgt ersetzt: "Im Rekurs 1 wird das Begehren von X.Y. um Ersatz der ausseramtlichen 

Kosten gutgeheissen. Die Vorinstanz entschädigt die Rekurrentin mit

Fr. 2'500.-- (inklusiv Barauslagen, zuzüglich Mehrwertsteuer)".b) Die Beschwerde der 

Beschwerdeführer 2 wird abgewiesen.

3./  Die amtlichen Kosten von insgesamt Fr. 3'000.-- bezahlen die Beschwerdeführerin 

1 und die Beschwerdeführer 2 je zur Hälfte. Die geleisteten Kostenvorschüsse werden 

angerechnet und im Mehrbetrag von je Fr. 500.-- zurückerstattet.

4./  Die Begehren um ausseramtliche Entschädigung werden abgewiesen.

V.          R.           W.

Der Präsident:                  Der Gerichtsschreiber:

lic.iur. Beda Eugster         lic.iur. Stephan Schärer

Versand dieses Entscheids an:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

-   die Beschwerdeführerin 1 (durch Rechtsanwaltlic. iur. Alex Keller, 9000 St. Gallen)

-   die Beschwerdeführer 2 (durch Rechtsanwalt lic. iur. Urs Pfister, 9004 St. Gallen)

-   die Vorinstanz

-   die Beschwerdebeteiligte

am:

Rechtsmittelbelehrung:

Sofern eine Rechtsverletzung nach Art. 95 ff. BGG geltend gemacht wird, kann gegen 

diesen Entscheid gestützt auf Art. 82 lit. a BGG innert 30 Tagen nach Eröffnung beim 

Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde erhoben werden.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Urteil Verwaltungsgericht, 02.07.2013
	Baurecht, Art. 52 BauG (sGS 731.1).Zustandserhebungen, Rissprotokolle oder die Setzung von Nivellierkontrollpunkten und Erschütterungsmessungen während der Pfählungsarbeiten dienen einzig der vorsorglichen Beweissicherung im Hinblick auf allfällige spätere Schadenersatzansprüche. Dementsprechend werden sie nicht als entsprechende Auflagen in die Baubewilligung aufgenommen. Die Auflage, dass zur Fundation eine erschütterungsarme Methode anzuwenden sei, ist hinsichtlich der sicherheitspolizeilichen Vorschrift gemäss Art. 52 BauG genügend präzis (Verwaltungsgericht, B 2012 142/147).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:36:45+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen