# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e2f86ae9-cebf-5e73-85f1-d45f3dac2e89
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-01
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP ARGVP 2003 3423
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_ARGVP-2003-3423_nodate.pdf

## Full Text

B. Gerichtsentscheide 3423 

 

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OR abgeschnitten ist und sie auch für Zufall haftet (vgl. Th. Koller, 
a.a.O., N. 8 zu Art. 481). Weshalb also der Geschädigten mit der 
Geldhingabe eine Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen ist, leuchtet 
nicht ein und wurde von RA Y. auch nicht substanziiert. Nicht einzu-
sehen ist sodann – auch diesbezüglich fehlt es an der erforderlichen 
Substanziierung - weshalb die Zivilklägerin ihre allfälligen Rechte am 
überlassenen Geld aufgegeben haben soll. 
 Sodann bringt RA Y. vor, X. sei nicht legitimiert, Forderungen der 
B. AG geltend zu machen. Dieser Einwand ist unbehelflich, nachdem 
der Vertrag zur Aufbewahrung der Fr. 660'000.-- nicht zwischen der B. 
AG und der Angeklagten, sondern zwischen X. und der Angeklagten 
abgeschlossen wurde. Woher X. das Geld hat, konkret ob es sich 
dabei um eine Anzahlung von B. an Aktien der B. AG gehandelt hat 
oder nicht, ist hiebei unerheblich. Vertragspartnerin der Angeklagten 
und damit Hinterlegerin ist X., folglich steht ihr die Legitimation zur 
Geltendmachung des Restitutionsanspruches in der Höhe von Fr. 
660'000.-- zu.  
 Die Zivilklage ist gutzuheissen und die Angeklagte wird verpflichtet, 
der Geschädigten den Betrag von Fr. 660'000.-- zurückzuerstatten.  

 
OGer 24.06.03 

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Mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind. Fakultativer 
Strafbefreiungsgrund nach Art. 187 Ziff. 3 StGB bejaht. Fällung eines 
Schuldspruchs, unter Umgangnahme von Strafe.  

 Sachverhalt: 
 Ca. Mitte 2002 lernten sich der Angeklagte und die damals gut 14-
jährige X. beim Chatten im Internet kennen. Nach dem Austausch von 
Adressen und Handy-Nummern kam es zu mehreren Treffen beim 
Bahnhof W. sowie in der Folge zu Schmusereien. Sie machten auf 
den Freitagabend, 22. November 2002, einen weiteren Termin ab, 
wobei der Angeklagte seine Freundin abends mit dem Zug in U. ab-
holte. Mit dem Zug fuhren sie anschliessend zusammen nach H. und 
begaben sich in die Wohnung des Angeklagten. Nach einer gegensei-

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tigen Nackenmassage machten sie Petting und knutschten. In Ab-
sprache und in gegenseitiger Kenntnis des Alters kamen sie zum 
Schluss, gemeinsam den Beischlaf auszuüben. In der Stube vollzo-
gen sie dann erstmals miteinander den mittels Gummi geschützten 
Geschlechtsverkehr. Da keine weiteren Gummis mehr verfügbar wa-
ren, zogen sie sich wieder an und kauften am Bahnhof H. an einem 
Automaten weitere. Nach ihrer Rückkehr in die Wohnung kam es 
nach dem Nachtessen und Petting erneut zwei bis drei Mal zu Ge-
schlechtsverkehr, immer mit einem Gummi geschützt.  
 
 Aus den Erwägungen: 
 1. Nach Art. 187 Ziff. 1 StGB wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jah-
ren oder mit Gefängnis bestraft, wer mit einem Kind unter 16 Jahren 
eine sexuelle Handlung vornimmt, es zu einer solchen Handlung ver-
leitet oder es in eine sexuelle Handlung einbezieht. Die zuständige 
Behörde kann aber von der Strafverfolgung, der Überweisung an das 
Gericht oder der Bestrafung absehen, wenn der Täter zur Zeit der Tat 
das 20. Altersjahr noch nicht zurückgelegt hat und besondere Um-
stände vorliegen (Art. 187 Ziff. 3 StGB). Art. 187 StGB soll Kinder 
unter 16 Jahren vor verfrühten sexuellen Erfahrungen schützen, weil 
diese deren körperliche und seelische Entwicklung schädigen könnten 
(S. Trechsel, Schweiz. Strafgesetzbuch, Kurzkommentar, N. 1 zu Art. 
187). Der körperliche oder seelische „Reifegrad“ des Kindes hat kei-
nen Einfluss auf die Strafbarkeit. Umstände wie sexuelle Erfahrung 
oder eine Einwilligung in die sexuelle Handlung durch das Opfer blei-
ben ohne Auswirkung (Ph. Maier, Basler Kommentar, StGB II, N. 6 zu 
Art. 187).  
 Als Erstes ist die Frage zu beantworten, ob vorliegend die Voraus-
setzungen für den in Art. 187 Ziff. 3 StGB verankerten fakultativen 
Strafbefreiungsgrund bzw. die „besonderen Umstände“ erfüllt sind. 
Diesbezüglich kann auf die entsprechenden rechtlichen Ausführungen 
auf S. 13 des Urteils der Vorinstanz verwiesen werden. Zu ergänzen 
ist, dass unter besonderen Umständen auch echte Liebesbeziehun-
gen, welche einen „Missbrauch“ ausschliessen, zu verstehen sind (S. 
Trechsel, a.a.O., N. 13 zu Art. 187).  
 Zwar war X. bei der Vornahme von sexuellen Handlungen mit ih-
rem damals 19-jährigen Freund erst 14½ jährig, was für eine restrikti-
ve Anwendung von Ziff. 3 von Art. 187 StGB spricht. Hingegen steht 
gestützt auf die Aussagen beider Beteiligten auch für das Obergericht 

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zweifelsfrei fest, dass es sich bei deren Beziehung um eine echte 
Jugendliebe, geprägt von beidseitiger Zuneigung, gehandelt hat. Un-
termauert wird dieser Schluss durch die glaubwürdigen Aussagen des 
Angeklagten und dessen Mutter an Schranken, wonach X bis heute 
schriftlichen Kontakt zum Angeklagten pflegt und sie mehrmals im 
Elternhaus des Angeklagten zu Besuch war. 
 Das Vorliegen besonderer Umstände im Sinne von Ziff. 3 von Art. 
187 StGB und damit die Anwendbarkeit dieser Bestimmung im vorlie-
genden Fall ist demgemäss zu bejahen.  
 2. Sodann ist über die aus der Anwendbarkeit von Ziff. 3 von Art. 
187 StGB resultierenden Rechtsfolgen zu befinden. Nach dem Wort-
laut von Ziff. 3 kann von der Strafverfolgung, der Überweisung an das 
Gericht oder der Bestrafung abgesehen werden. Die Vorinstanz ist 
zutreffend davon ausgegangen, dass Ziff. 3 dem technischen Muster 
von Art. 66bis StGB folgt (S. Trechsel, a.a.O., N. 12 zu Art. 187). Art. 
66bis Abs. 1 StGB sieht – wie Ziff. 3 von Art. 187 StGB - vor, dass von 
der Strafverfolgung, der Überweisung an das Gericht oder der Bestra-
fung abzusehen ist. Im Urteil der Vorinstanz (S. 14) findet sich weiter 
der Hinweis auf eine Kommentarstelle bei S. Trechsel (a.a.O., N. 3 zu 
Art. 66bis), wonach für den Fall, dass das Übel der Tatfolge gleich 
gross oder grösser als das schuldangemessene ist, von der Strafver-
folgung, Überweisung, Schuldspruch oder Ausfällung einer Strafe 
abgesehen werden soll. In der fraglichen Literaturstelle finden sich 
keine weiteren Erklärungen zur erwähnten „Variante“ des Verzichts 
auf einen Schuldspruch. Das Obergericht stellt diesbezüglich fest, 
dass im Urteilsstadium für eine tatbestandsmässige Handlung ein 
Absehen von einem Schuldspruch, also ein Freispruch, weder durch 
den Wortlaut von Ziff. 3 von Art. 187 StGB noch von Art. 66bis StGB 
gestützt wird. Im Gegenteil spricht sich diesfalls die überwiegende 
Lehrmeinung dafür aus, dass im gerichtlichen Verfahren ein Schuld-
spruch ohne Sanktion zu fällen sei (u.a. F. Riklin, Berner Kommentar, 
N. 18 zu Art. 66bis sowie N. Oberholzer, Grundzüge des Strafpro-
zessrechts, Bern 1994, S. 213). Dieser Meinung ist auch das Zürcher 
Obergericht, welches in seinem Entscheid vom 12. September 1996 
ausgeführt hat, dass bereits aus dem Wortlaut von Art. 66bis StGB 
ersichtlich sei, dass eine Abstufung je nach Verfahrensstadium ge-
wollt sei. Weiter führt das Obergericht aus, diese Bestimmung habe 
auf den Schuldpunkt keine Auswirkungen, sie sei der Strafzumessung 
zuzuordnen, weshalb gestützt auf Art. 66bis StGB kein Freispruch 

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erfolgen könne. Nachdem in casu unzweifelhaft sowohl der objektive 
als auch der subjektive Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 StGB erfüllt ist, 
kommt im jetzigen Verfahrensstadium lediglich ein Schuldspruch, 
unter Umgangnahme von einer Strafe, in Frage. Daran vermögen 
auch allgemeine Opportunitätsüberlegungen nichts zu ändern. Der 
Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass die von der Vorin-
stanz als Argument für einen Freispruch angeführte Pönalisierung des 
Angeklagten infolge eines Strafregistereintrages unzutreffend ist. Wie 
die Staatsanwaltschaft zu Recht ausgeführt hat, dürfen gestützt auf 
Art. 12 lit. a der Verordnung über das automatisierte Strafregister (SR 
331) die Verurteilungen, bei denen von der Bestrafung abgesehen 
oder Umgang genommen worden ist, nicht in das Register eingetra-
gen werden.  
 Gestützt auf diese Ausführungen gelangt das Gericht zum Schluss, 
dass sich der Angeklagte im Sinne von Art. 187 Ziff. 1 StGB schuldig 
gemacht hat, jedoch in Anwendung von Art. 187 Ziff. 3 StGB von einer 
Bestrafung Umgang zu nehmen ist. 

OGer 26.08.03 

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Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand. Straf-
zumessung und Widerruf. Dritttäter.  

Die Appellation richtet sich gegen das Strafmass in der Höhe von 
sieben Monaten Gefängnis sowie gegen den Widerruf der Gewährung 
des bedingten Strafvollzugs für eine vierwöchige Gefängnisstrafe. 
 
 Sachverhalt: 
 Im Rahmen einer Fahrzeugkontrolle der Kantonspolizei in H. am 
Samstag, 25. Januar 2003, 22.10 Uhr, wurde X. als Lenker eines Per-
sonenwagens angehalten. Aufgrund der beim Lenker festgestellten 
Alkoholsymptome wurden zwei Atemlufttests durchgeführt, welche 
beide positiv ausfielen. Die daraufhin angeordnete Blutprobe ergab 
eine minimale Blutalkoholkonzentration von 1,36 Gewichtspromillen.