# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73104528-d3cf-51ac-931a-004a2164f21c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-10-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 31.10.2005 SF 2005 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2005-25_2005-10-31.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 31. Oktober 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 05 25 (mündlich eröffnet)

Revisionsurteil
Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Heinz-Bommer, Sutter-Ambühl, Tomaschett-Murer und Giger
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der Strafsache

des X., Angeklagter und Gesuchsteller, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, Postfach 26, 7002 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 23. Februar 2005,

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

in Anklagezustand versetzt,

hat sich ergeben:

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A. Die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden erkannte mit 
Urteil vom 10. Mai 2005 (SF 05 10), mitgeteilt am 31. Mai 2005, wie folgt:

„1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG 
sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 1 und Art. 
19a Ziffer 1 BetmG.

2. Dafür wird er mit 18 Monaten Gefängnis bestraft, abzüglich der erstan-
denen Polizei- und Untersuchungshaft von 33 Tagen.

3. Zudem wird parallel zum Strafvollzug eine ambulante psychotherapeu-
tische Behandlung im Sinne von Art. 43 Ziffer 1 Abs. 1 letzter Satz StGB 
sowie eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 44 Ziffer 1 Abs. 1 
in Verbindung mit Ziffer 6 StGB angeordnet.

4. Die beschlagnahmten Betäubungsmittel und Betäubungsmittel-utensi-
lien werden gestützt auf Art. 58 StGB gerichtlich eingezogen und sind 
zu vernichten.

5. Von einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 Ziffer 2 Abs. 2 StGB 
abgesehen.

6. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- den Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
Graubünden von Fr. 7'924.40

- den Gerichtsgebühren von Fr. 2’500.00

- und dem Honorar der amtlichen Verteidigung von Fr. 4’500.00

total somit Fr. 14'924.40

gehen zu Lasten des Verurteilten, der auch die Kosten der ambulanten 
Behandlung und Massnahme gemäss Ziffer 3 des Dispositivs zu tragen 
hat. Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft so-
wie des Strafvollzugs trägt der Kanton Graubünden.

7. (Rechtsmittelbelehrung)

8. (Mitteilung)“

B. Mit Eingabe vom 1. Juli 2005 liess X. hinsichtlich dieses Urteils ein 
Revisionsgesuch stellen, mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. Das Urteil des Kantonsgerichtes Graubünden vom 10.5.2005 sei inso-
fern in Revision zu ziehen, als dem Gesuchsteller der bedingte Vollzug 
der Gefängnisstrafe von 18 Monaten zu gewähren sei.

2. Ziff. 3 des Urteils des Kantonsgerichtes Graubünden vom 10.5.2005 sei 
insofern abzuändern, als eine ambulante Massnahme ohne parallelen 
Strafvollzug anzuordnen ist.

3. Der Unterzeichnete sei als amtlicher Verteidiger des Gesuchstellers zu 
ernennen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7,6% MWSt.“

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C. Mit Entscheid vom 22. August 2005, mitgeteilt gleichentags, erkannte 
die Strafkammer des Kantonsgerichts, wie folgt:

„1. Die Wiederaufnahme des Strafverfahrens in Sachen X. betreffend Wi-
derhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (SF 05 10) wird zuge-
lassen.

2. Der Termin zur Hauptverhandlung vor Kantonsgericht wird nach Rück-
sprache mit dem Gesuchsteller bzw. seinem Verteidiger und der Staats-
anwaltschaft festgelegt.

3. Rechtsanwalt Dr. Jean-Pierre Menge wird im Revisionsverfahren zum 
amtlichen Verteidiger von X. ernannt.

4. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens bleiben bei der Prozedur.

5. (Mitteilung)“

D. Die Revisionsverhandlung vor der Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden fand am 31. Oktober 2005 in Anwesenheit des Angeklagten und 
Gesuchstellers, X., und seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. iur. Jean-
Pierre Menge, statt. Die Anklage wurde durch Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel ver-
treten. Gegen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichts wurden 
keine Einwände erhoben, so dass sich dieses als in der Sache legitimiert erklärte.

Im Rahmen des Beweisverfahrens äusserte sich der Angeklagte insbeson-
dere zu seinen persönlichen und beruflichen Verhältnissen sowie zu seinen The-
rapiebemühungen. Der amtliche Verteidiger reichte in diesem Zusammenhang ver-
schiedene Zeugnisse und Bestätigungen zu den Akten. X. gab an, er sei heute 
clean, gehe einer regelmässigen Arbeit nach und habe sich zudem von denjenigen 
Kollegen, die mit Drogen zu tun hätten, gelöst. Darüber hinaus versuche er, nach 
und nach seine Schulden abzubauen.

Nach Abschluss des Beweisverfahrens nahm der amtliche Verteidiger in sei-
nem Plädoyer zu den Anträgen im Revisionsgesuch Stellung. Der Staatsanwalt be-
antragte in seinem Plädoyer, den Vollzug der in Frage stehenden Freiheitsstrafe 
unter Ansetzung einer Probezeit von fünf Jahren aufzuschieben. Dem Angeklagten 
sei aber die Weisung zu erteilen, sich im Sinne des psychiatrischen Gutachtens 
ambulant behandeln zu lassen. Auch sei für ihn für die Dauer der Probezeit eine 
Schutzaufsicht zu errichten. X. verzichtete auf ein Schlusswort. 

Auf die weiteren mündlichen Ausführungen des Staatsanwalts und des amt-
lichen Verteidigers - das mündliche Plädoyer des amtlichen Verteidigers wurde 
schriftlich zu den Akten gereicht - sowie die richterliche Befragung des Angeklagten 

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anlässlich der Hauptverhandlung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Er-
wägungen eingegangen.

Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1.a. Wird einem Wiederaufnahmegesuch entsprochen, so ist nach Art. 151 
Abs. 1 StPO ein neues Gerichtsverfahren vor dem zuständigen Gericht durchzu-
führen. Diesem kann nötigenfalls eine Ergänzung der Untersuchung vorangehen.

Der amtliche Verteidiger von X. beantragte im Revisionsgesuch vom 1. Juli 
2005, A., Suchtberatungsstelle Davos, als Zeugin einzuvernehmen. Im Strafverfah-
ren ist von Lehre und Rechtsprechung anerkannt, dass die Strafverfolgungsbehör-
den nicht alle möglichen Beweise zusammenzutragen haben, sondern dass auf die 
Erhebung weiterer Beweise vielmehr dann verzichtet werden kann, wenn die für die 
Beurteilung der Sache erforderlichen Tatsachen bereits aufgrund der vorhandenen 
Beweismittel feststehen und nicht zu erwarten ist, dass neue Beweismittel das Er-
gebnis der freien Würdigung der vorhandenen Beweismittel zu erschüttern vermö-
gen (sog. antizipierte Beweiswürdigung, vgl. BGE 122 V 162, 121 I 308 f., 115 Ia 
100 f.; PKG 1993 Nr. 27; Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. Aufl., Zürich 2004, 
N 291, m.w.H.; Hauser/Schweri/ Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. 
Aufl., Basel 2005, § 54 N 1, § 55 N 10). Nach den Ausführungen im Revisionsgesuch 
soll A. als Zeugin über die Anstrengungen des Gesuchstellers, eine ambulante The-
rapie anzutreten, und über dessen enge Kontakte mit der Beratungsstelle Auskunft 
geben. In den Akten des Revisionsverfahrens befinden sich indes zwei schriftliche 
Stellungnahmen von A. vom 16. Juni 2005 und vom 24. Oktober 2005, die sich zu 
diesen Punkten bereits äussern. Die in den erwähnten Berichten enthaltenen Anga-
ben von A. erscheinen glaubhaft. Von einer Zeugenbefragung sind zudem keine da-
rüber hinaus gehenden Aufschlüsse zu erwarten. Aus diesen Gründen kann nach 
Ansicht des Kantonsgerichts darauf verzichtet werden, A. vorzuladen und als Zeu-
gin zu befragen.

b. Gegenstand des vorliegenden Revisionsverfahrens bildet einzig die 
Frage, ob X. für die im Urteil vom 10. Mai 2005 ausgesprochene 18-monatige Frei-
heitsstrafe der bedingte Strafvollzug gewährt werden kann, beziehungsweise damit 
verbundene Aspekte wie die Dauer der Probezeit, die Anordnung von Weisungen 
und die Errichtung einer Schutzaufsicht. Dagegen hat das Gericht mangels Anfech-
tung nicht mehr über den Schuldspruch als solchen oder über das Strafmass zu 
befinden.

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2.a. Nach Art. 41 Ziff. 1 StGB kann das Gericht den Vollzug einer Freiheits-
strafe von nicht mehr als 18 Monaten oder einer Nebenstrafe aufschieben, wenn 
Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von 
weiteren Verbrechen und Vergehen abgehalten (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Es ist 
zu prüfen, ob eine günstige Prognose für künftiges Wohlverhalten gestellt werden 
kann. Dabei ist in erster Linie der Grundsatz der Spezialprävention massgeblich 
(BGE 118 IV 100). Allerdings lässt sich selbst durch eine umfassende und intensive 
Auseinandersetzung mit der Täterpersönlichkeit keine absolut verlässliche Zu-
kunftsvoraussage treffen. Bei Prüfung der günstigen Prognose im Sinne von Art. 41 
Ziff. 1 StGB steht daher die Frage im Vordergrund, unter welchen Voraussetzungen 
einem Verurteilten trotz unsicherer Zukunftsaussichten Vertrauen geschenkt wer-
den kann. Vermag das Gericht begründetes Vertrauen zu gewinnen, so ist der Voll-
zug der Freiheitsstrafe aufzuschieben (Trechsel, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 
Kurzkommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, N 12 f. zu Art. 41 StGB). Der Aufschub ist 
nicht zulässig, wenn der Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat we-
gen eines vorsätzlich begangenen Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- 
oder eine Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten verbüsst hat (Art. 41 Ziff. 1 
Abs. 2 StGB). Im Falle des Aufschubes bestimmt das Gericht dem Verurteilten eine 
Probezeit von zwei bis zu fünf Jahren (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 3 StGB). Die Dauer der 
Probezeit bestimmt sich nach den Umständen des Einzelfalls. Zu beurteilen sind 
insbesondere Persönlichkeit und Charakter des Verurteilten sowie die Rückfallge-
fahr. Je grösser die letztere ist, desto länger muss die Bewährungsprobe mit ihrem 
Zwang zum Wohlverhalten sein (vgl. BGE 95 IV 122; Trechsel, a.a.O., N 31 zu Art. 
41 StGB).

b.aa. Da X. innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheitsstrafe von mehr 
als drei Monaten verbüssen musste und im hier zu beurteilenden Fall eine Freiheits-
strafe von 18 Monaten Gefängnis verhängt wurde, sind die objektiven Vorausset-
zungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzugs gegeben.

bb. Dagegen war das Kantonsgericht im Urteil vom 10. Mai 2005 zur Er-
kenntnis gelangt, dass X. in subjektiver Hinsicht keine günstige Prognose zu stellen 
war. Das Gericht stützte sich hierbei zunächst auf den Umstand, dass X. trotz der 
mit Urteil der Bezirksanwaltschaft Zürich vom 28. Juli 1998 wegen Widerhandlung 
gegen das Betäubungsmittelgesetz ausgesprochenen bedingten Freiheitsstrafe von 
90 Tagen Gefängnis sowie trotz einer freiwilligen dreimonatigen stationären Dro-
gen- und Alkoholentzugstherapie in der Psychiatrischen Klinik Beverin erneut gegen 
das Betäubungsmittelgesetz verstiess. Überdies hatte Dr. med. D. im während der 

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Strafuntersuchung erstellten psychiatrischen Gutachten eine hohe Rückfallgefahr 
festgestellt. All diese Umstände sprachen klar gegen eine günstige Prognose. Hinzu 
kam, dass nach der Praxis des Kantonsgerichts eine günstige Prognose lediglich 
dann hätte gestellt werden können, wenn der Angeklagte nach seiner Entlassung 
aus der Untersuchungshaft am 16. April 2004 eine ambulante Drogenentzugsthera-
pie begonnen und den Nachweis erbracht hätte, dass diese seit mehreren Monaten 
erfolgreich verläuft. Diesbezüglich war seitens der Verteidigung indes nichts Rele-
vantes vorgebracht worden. Insbesondere konnte aufgrund des Umstandes, dass 
X. im Zeitpunkt der Hauptverhandlung erst eine Woche bei der Firma C. AG in Da-
vos angestellt war, nicht auf eine Bewährung am Arbeitsplatz geschlossen werden. 
Ferner waren keine Anhaltpunkte dafür ersichtlich, dass sich der Angeklagte seit 
der Entlassung aus der Untersuchungshaft bis zur Hauptverhandlung und damit 
während rund eines Jahres effektiv um eine Therapie bemüht hätte. Zwar war das 
Nichtzustandekommen eines Termins mit der Gutachterin Dr. D. nicht nur X. zuzu-
schreiben, doch hätten jenem andere Betreuungspersonen zur Verfügung gestan-
den, wobei das Gericht mangels entsprechenden Nachweisen davon ausgegangen 
war, dass X. es offensichtlich versäumt hatte, mit diesen Personen in engeren Kon-
takt zu treten. Unter diesen Umständen gelangte das Kantonsgericht zum Schluss, 
dass dem Angeklagten keine günstige Prognose gestellt werden konnte und eine 
bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe entsprechend ausser Betracht fiel (Erwä-
gung 6.b. des Urteils vom 10. Mai 2005, SF 05 10).

cc. Wie sich aufgrund des Revisionsbegehrens beziehungsweise der da-
mit eingereichten Unterlagen nun ergeben hat, erweisen sich die damaligen Aus-
führungen des Kantonsgerichts als nicht zutreffend. Offensichtlich hat sich X. nach 
der Entlassung aus der Untersuchungshaft tatsächlich darum bemüht, eine Thera-
pie anzutreten. A. von der Suchtberatungsstelle Davos gibt in ihren Stellungnahmen 
vom 16. Juni 2005 und vom 24. Oktober 2005 dazu an, dass sich X. am 26. April 
2004 - also rund 10 Tage nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft - mit 
der Suchtberatungsstelle in Verbindung gesetzt und um Hilfe gebeten habe. Er habe 
auf freiwilliger Basis immer wieder Termine mit der Beratungsstelle vereinbart und 
diese Termine auch immer eingehalten. X. sei stets motiviert und kooperativ gewe-
sen. Anfänglich habe man mehrfach versucht, mit der begutachtenden Psychiaterin, 
Dr. D., einen Besprechungstermin zu vereinbaren. Jene habe ihnen mitgeteilt, sie 
könne X. nicht in Behandlung nehmen; er solle eine vorzeitige Massnahme bean-
tragen. Dies sei durch den damaligen Rechtsvertreter von X. dann auch veranlasst 
worden. Als danach endlich ein Termin mit Dr. D. habe vereinbart werden können, 
sei diese nicht mehr in der Klinik Beverin tätig gewesen. A. äussert sich im Weiteren 

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über die von der Beratungsstelle vertretene Ansicht, dass X. eine spezialisierte 
psychiatrische Behandlung brauche. Man habe ihm empfohlen, mit dem Sozial-
psychiatrischen Dienst der Universitätsklinik Zürich Kontakt aufzunehmen. Diese 
Empfehlung habe X. ernst genommen und befolgt. Er werde trotz des langen 
Fahrweges eine entsprechende Behandlung in Anspruch nehmen. Aus den ge-
nannten, dem Gericht am 10. Mai 2005 noch nicht vorgelegenen Stellungnahmen 
ergibt sich somit, dass sich X. nach seiner Haftentlassung offenbar ernsthaft um 
eine Therapie bemüht hat und regelmässig mit der Suchtberatungsstelle in Kontakt 
getreten ist.

In den Akten finden sich im Weiteren Arztberichte der Psychiatrischen Uni-
versitätsklinik Zürich vom 1. Juli 2005 und vom 14. Oktober 2005. Gemäss diesen 
Berichten unterzog sich X. zwischen Juni und September 2005 einer ADHS-Ab-
klärung, wobei er die entsprechenden Termine offenbar zuverlässig wahrnahm. 
Gemäss dem Bericht vom 14. Oktober 2005 wäre die genannte Stelle grundsätzlich 
bereit, die von X. angestrebte ambulante psychotherapeutische Behandlung zu 
übernehmen. Auch X. selbst bekundete anlässlich der Revisionsverhandlung sei-
nen Willen, eine Therapie anzutreten. Aus einem weiteren ärztlichen Zeugnis von 
Dr. med. G., betreffend Fahreignung und Alkohol vom 28. Oktober 2005 geht hervor, 
dass sich X. auch in dieser Hinsicht an die Vorgaben hält.

Was die erwerbliche Integration betrifft, so ist festzuhalten, dass X. sich seit 
seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft um Arbeit bemühte. So war er 
gemäss Akten von Mai bis Juli 2004 bei der Firma E. in Davos Platz und von Ende 
Juli 2004 bis anfangs Dezember 2004 für die F. AG in Zürich tätig, wobei ihm die 
Arbeitgeber gute Arbeitszeugnisse ausstellen. Seit dem 2. Mai 2005 ist X. nun bei 
der C. AG in Davos Platz als Spengler / Dachdecker angestellt. Die Arbeitgeberin 
stellt ihm mit Datum vom 29. Juni 2005 und 29. September 2005 sehr gute Zwi-
schenzeugnisse aus. Aus diesen Unterlagen kann daher auf eine Bewährung am 
Arbeitsplatz geschlossen werden. In den Arbeitszeugnissen der C. AG wird sodann 
festgehalten, dass einer ganzjährigen Anstellung ab Januar 2006 von Seiten der Ar-
beitgeberin nichts entgegenstehe. Auch X. ist nach seinen Angaben anlässlich der 
Revisionsverhandlung dazu bereit, weiterhin bei der genannten Unternehmung tätig 
zu sein. Es ist daher davon auszugehen, dass X. in nächster Zukunft über eine feste 
Arbeitsstelle verfügen wird.

Aus den vorangehenden Ausführungen geht hervor, dass sich X. offenbar 
bereits seit längerer Zeit darum bemüht, sein Leben und seine Suchtproblematik in 

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den Griff zu bekommen. Die mit dem Revisionsbegehren und anlässlich der Revisi-
onsverhandlung eingereichten Unterlagen bestätigen, dass er sich am Arbeitsplatz 
bewährt, zu einer Therapie bereit ist und sich auch effektiv um einen Therapieplatz 
bemüht. Entgegen den Ausführungen im Urteil vom 10. Mai 2005 kann X. daher 
auch in subjektiver Hinsicht eine gute Prognose gestellt werden. Der Vollzug der mit 
damaligem Urteil ausgesprochenen Strafe von 18 Monaten Gefängnis, abzüglich 
der erstandenen Polizei- und Untersuchungshaft von 33 Tagen, wird daher aufge-
schoben. Im Hinblick auf die einschlägige Vorstrafe aus dem Jahr 1998, die bis an-
hin erfolglosen Entzugsbemühungen sowie die im psychiatrischen Gutachten fest-
gestellte hohe Rückfallgefahr wird die Probezeit auf das Maximum von fünf Jahren 
angesetzt.

3.a. Nach Art. 41 Ziff. 2 Abs. 1 Satz 1 StGB kann das Gericht den Verurteil-
ten unter Schutzaufsicht stellen. Die Schutzaufsicht hat unter anderem darauf zu 
achten, dass trunksüchtige, rauschgiftsüchtige oder wegen ihres geistigen oder kör-
perlichen Zustands zu Rückfällen neigende Schützlinge in einer geeigneten Umge-
bung untergebracht und, wenn nötig, ärztlich betreut werden (Art. 47 Abs. 3 StGB). 
Neben der Betreuung kann auch die Beaufsichtigung Zweck der Schutzaufsicht sein 
(BGE 104 IV 62 ff.) Eine Schutzaufsicht sollte immer angeordnet werden, wenn die 
Prognose günstig ist, jedoch einige Schwierigkeiten in der Bewährung vorausgese-
hen werden (Roland M. Schneider, Basler Kommentar zum StGB, Band I, Basel 
2003, N 160 zu Art. 41 StGB). Das Gericht kann dem Verurteilten für sein Verhalten 
während der Probezeit sodann bestimmte Weisungen erteilen, beispielsweise hin-
sichtlich einer ärztlichen Betreuung oder des Verzichts auf alkoholische Getränke 
(Art. 41 Ziff. 2 Abs. 1 Satz 2 StGB). Wahl und Inhalt der Weisungen müssen sich im 
Allgemeinen nach dem spezialpräventiven Zweck des bedingen Strafvollzugs (Bes-
serung, erzieherische Einwirkung) richten. Sie dürfen vom Betroffenen nicht mehr 
als eine zumutbare, verhältnismässige Anstrengung verlangen und müssen über-
dies in einem Zusammenhang mit dem Delikt stehen (BGE 130 IV 2 f., 108 IV 152 
f.; Trechsel, a.a.O., N 34 zu Art. 41 StGB). Eine Weisung zur ärztlichen Betreuung 
kann beispielsweise in der Anordnung einer ambulanten psychiatrischen oder psy-
chotherapeutischen Behandlung bestehen (BGE 118 IV 333 f.; Trechsel, a.a.O., N 
11 zu Art. 41 StGB). 

b. In ihrem Gutachten vom 15. Juni 2004 (act. 2.15) stellt Dr. med. D., 
Psychiatrische Klinik Beverin, beim Angeklagten eine Abhängigkeit von multiplen 
psychotropen Substanzen, vornehmlich Alkohol und Kokain, fest. Verbunden mit 
dem exzessiven Alkohol- und Kokainkonsum sei eine narzisstische Persönlich-

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keitsstörung des Angeklagten. Die diagnostizierte Abhängigkeit stehe im Zusam-
menhang mit den inkriminierten Taten. Unter der Annahme des Bestehens einer 
narzisstischen Persönlichkeitsstörung als Boden für die Entwicklung der Abhängig-
keitserkrankung müssten beide Diagnosen als zusammenhängend angesehen und 
behandelt werden. In Anbetracht der bisherigen Erfahrungen mit einem freiwilligen 
stationären Alkohol- und Drogenentzug in der Klinik Beverin, anschliessender Ab-
stinenzzeit und dem Rückfall in den Alkohol- und Drogenkonsum mit dem Teufels-
kreis von Drogenkonsum und Beschaffungsdruck müsse sodann von einer hohen 
Rückfallgefahr ausgegangen werden. Aus dem Gesagten folgt, dass nach Empfeh-
lung der Gutachterin sowohl die Abhängigkeitserkrankung als auch die narzissti-
sche Persönlichkeitsstörung behandelt werden muss. Die Behandlungsbedürftigkeit 
ist damit erstellt. Die Expertin erachtet hierbei eine ambulante psychiatrische Be-
handlung als notwendig, zweckmässig und durchführbar, auch für den Fall des be-
dingten Strafvollzugs. In Bezug auf das für die Durchführung einer Massnahme un-
erlässliche Erfordernis der Therapiewilligkeit kann festgehalten werden, dass der 
Angeklagte seine Alkohol- und Kokainabhängigkeit einsieht (vgl. act. 2/15 S. 10) 
und gegenüber Dr. med. D. anlässlich der psychiatrischen Begutachtung explizit 
den Wunsch äusserte, sich psychiatrisch-psychotherapeutisch behandeln zu lassen 
(vgl. act. 2/15 S. 22 unten). Auch anlässlich der Revisionsverhandlung erklärte sich 
der Angeklagte zu einer ambulanten Psychotherapie bzw. einer ambulanten Ent-
zugstherapie bereit. Die Behandlungswilligkeit ist daher ebenfalls erstellt.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände, insbesondere in Anbetracht 
dessen, dass X. die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzugs gewährt wird, er-
scheint es vorliegend zwingend, dass sich jener den notwendigen ärztlichen Be-
handlungen unterzieht. Die Gewährung des bedingten Strafvollzugs ist daher im 
Sinne von Art. 41 Ziff. 2 StGB mit der Weisung zu verbinden, dass sich X. während 
der Dauer der Probezeit einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung im 
Sinne von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 letzter Satz StGB sowie einer ambulanten Alkohol- 
und Drogenentziehungstherapie im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung 
mit Ziff. 6 StGB unterzieht. Das Kantonsgericht erachtet es ferner als notwendig, X. 
zur Kontrolle der Einhaltung dieser Weisungen unter Schutzaufsicht zu stellen. Zwar 
gelangt die Gutachterin in ihrer Expertise zu einem anderen Schluss und verneint 
die Notwendigkeit einer Schutzaufsicht, indes nur bei einer engen Zusammenarbeit 
des von ihr angeführten Helfernetzes. Da nicht klar ist, ob dieses in der geforderten 
Intensität zustande kommen wird, ist die Errichtung einer Schutzaufsicht sowohl zur 
Betreuung als auch zur Beaufsichtigung von X. unerlässlich, zumal sich auch jener 
anlässlich der Revisionsverhandlung ausdrücklich damit einverstanden erklärte.

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4.a. Wird eine Rechtsmitteleingabe gutgeheissen, entscheidet das Gericht 
über die Kostenverteilung zwischen dem Einleger, dem Staat und der ersten Instanz 
(Art. 160 Abs. 3 StPO).

b. X. ist vorliegend mit seinen Revisionsbegehren durchgedrungen, da 
ihm der bedingte Strafvollzug gewährt und die ambulanten Massnahmen 
dementsprechend ohne parallelen Strafvollzug angeordnet werden. Er hat es im 
Übrigen nicht zu vertreten, dass sich das Kantonsgericht ein zweites Mal mit der 
Frage des bedingten Strafvollzugs zu befassen hatte. Von seiner Seite waren die 
entsprechenden Voraussetzungen bereits im Mai 2005 gegeben. Unter diesen 
Umständen rechtfertigt es sich, für das Revisionsverfahren auf das Erheben von 
Verfahrenskosten zu verzichten und die Kosten der amtlichen Verteidigung auf die 
Gerichtskasse zu nehmen. Der Verteidiger hat in seiner Honorarnote einen Aufwand 
von 15.50 Stunden bzw. Fr. 2'557.50 geltend gemacht. Darin ist auch sein Aufwand 
von 4 Stunden bzw. Fr. 660.00 für die beim Kassationshof des schweizerischen 
Bundesgerichts eingelegte Nichtigkeitsbeschwerde mit enthalten. Über den diesbe-
züglichen Aufwand hat indessen das Bundesgericht zu befinden. Somit ergibt sich 
für das Revisionsverfahren ein Aufwand von 11.50 Stunden bzw. Fr. 1'897.50. Unter 
Berücksichtigung der in der Honorarnote geltend gemachten Auslagen von Fr. 
80.50 und zuzüglich 7.6 % Mehrwertsteuer ist der Verteidiger demnach mit insge-
samt Fr. 2'128.35 zu entschädigen. Die Kosten der angeordneten ambulanten Be-
handlungen hat X. gestützt auf Art. 189 Abs. 1 StPO selbst zu tragen.

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. Das Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden SF 05 10 vom 10. Mai 2005, 
mitgeteilt am 31. Mai 2005, wird wie folgt revidiert:

1.1 Ziff. 3 des vorerwähnten Urteils wird aufgehoben.

1.2 Der Vollzug der mit damaligem Urteil ausgesprochenen Strafe von 18 Mona-
ten Gefängnis, abzüglich der erstandenen Polizei- und Untersuchungshaft 
von 33 Tagen, wird aufgeschoben, unter Ansetzung einer Probezeit von fünf 
Jahren.

1.3 X. wird gestützt auf Art. 41 Ziff. 2 StGB die Weisung erteilt, sich während der 
Probezeit einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung im Sinne 
von Art. 43 Ziff. 1 Abs. 1 letzter Satz sowie einer ambulanten Alkohol- und 
Drogenentziehungstherapie im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 in Verbindung 
mit Ziff. 6 StGB zu unterziehen.

Zur Überwachung dieser Weisung wird X. gestützt auf Art. 41 Ziff. 2 StGB für 
die Dauer der Probezeit unter Schutzaufsicht gestellt.

2. Im Übrigen bleibt das unter Ziffer 1 hiervor erwähnte Urteil des Kantonsge-
richts von Graubünden unverändert.

3. Kosten:

3.1 Für das Revisionsverfahren werden keine Kosten erhoben.

3.2 Die Kosten der amtlichen Verteidigung von Fr. 2'128.35 gehen zu Lasten des 
Kantons Graubünden.

3.3 Die Kosten der ambulanten Behandlungen gemäss Ziffer 1.3 hiervor gehen 
zu Lasten von X..

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

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5. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: