# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ac1a214-5f5f-5c66-8ad0-0f9d38e42548
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.03.2025 A-5747/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5747-2022_2025-03-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid angefochten beim BGer 

 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-5747/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  M ä r z  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Iris Widmer (Vorsitz), 

Richter Pierre-Emmanuel Ruedin,  

Richter Jürg Steiger,    

Gerichtsschreiberin Anna Begemann. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

(…),   

vertreten durch  

Susanne Gantenbein, Fürsprecherin, und  

Daniel Leuenberger,  

T+R AG,  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG),  

Direktionsbereich Strafverfolgung,  

(…),    

Vorinstanz.   
 

 
 

Gegenstand 
 VOC-Abgabe; Nachforderung vom Januar 2016 bis  

Januar 2020. 

 

 

 

A-5747/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die A._______ AG mit Sitz in (Ort) bezweckt gemäss Auszug aus dem 

Handelsregister des (Kantons) den Kauf, Vertrieb und Verkauf aller Arten 

von Treibstoffen, Mineralölprodukten jeglicher Art und ähnlichen Produkten 

(…). Sie ist nach eigenen Angaben Einkäuferin von Rohmaterialien und 

Zwischenprodukten, die vollständig zur unmittelbaren Herstellung von 

Treib- und Brennstoffen (…) in (Ort) (Eigentum der Schwestergesellschaft 

B._______ SA) verwendet werden. Überdies ist sie Verkäuferin der so her-

gestellten Endprodukte (Treib- oder Brennstoffe). 

A.b Die A._______ AG verfügt über die (…) gültige Bewilligung Nr. (…) des 

Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG; bis 31. Dezember 2021 

Eidgenössische Zollverwaltung [EZV]) zum Bezug von vorläufig abgabe-

befreiten flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) im Rahmen des Ver-

pflichtungsverfahrens gemäss Art. 21 der Verordnung vom 12. November 

1997 über die Lenkungsabgabe auf flüchtigen organischen Verbindungen 

(VOCV, SR 814.018). (…). 

B.  

B.a Am 22. Oktober 2020 führte die EZV, handelnd durch den Zoll Nordost, 

eine Unternehmenskontrolle im Bereich VOC bei der A._______ AG durch. 

Die Kontrolle wurde auf dem Korrespondenzweg basierend auf den elekt-

ronisch zur Verfügung gestellten Unterlagen durchgeführt. Gemäss Fest-

stellungsprotokoll vom 16. Juni 2022 wurde im Rahmen der Kontrolle u.a. 

festgestellt, dass in den Jahren 2015-2020 teilweise abgabepflichtige Pro-

dukte bei der Einfuhr in die Schweiz zu Unrecht nicht als solche angemel-

det bzw. nicht in die VOC-Bilanzen der entsprechenden Betriebsstandorte 

der A._______ AG (Betriebsstandort 1 und Betriebsstandort 2) eingebucht 

worden waren. Zudem sei teilweise die auf den VOC-Abgaben lastende 

Mehrwertsteuer nicht erhoben worden. Es wurde eine Zollstrafuntersu-

chung gegen einen Mitarbeiter der A._______ AG und gegen unbekannte 

Täterschaft in Besorgung der Angelegenheiten der A._______ AG eröffnet. 

B.b Mit Schreiben vom 27. September 2022 teilte das BAZG, Strafverfol-

gung, Zollfahndung Ost (heute: Direktionsbereich Strafverfolgung des 

BAZG) der A._______ AG mit, dass beabsichtigt werde, Abgaben in Höhe 

von Fr. 51'164'284.85 zzgl. Verzugszins nachzufordern. Der A._______ AG 

wurde eine Frist von 10 Tagen für eine allfällige Stellungnahme eingeräumt. 

A-5747/2022 

Seite 3 

B.c Mit Eingaben vom 17. und 27. Oktober 2022 nahm die A._______ AG 

innert der erstreckten Frist Stellung. Sie beantragte zusammengefasst den 

Verzicht auf die nachträgliche Erhebung der Abgaben und die Ansetzung 

einer Besprechung mit den für die Überprüfung der VOC-Bilanzen zustän-

digen kantonalen Behörden. Überdies sei ihr betreffend die streitbetroffe-

nen Einfuhren von Propan und Reformate eine Nachfrist zur Einreichung 

der vollständigen VOC-Bilanzen anzusetzen. 

B.d Mit Verfügung über die Leistungspflicht vom 9. November 2022 ver-

pflichtete das BAZG, Strafverfolgung, Zollfahndung Ost die A._______ AG 

gestützt auf Art. 12 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das Ver-

waltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0), für die Zeit von Januar 2016 bis Ja-

nuar 2020 VOC-Abgaben in Höhe von Fr. (…), Mehrwertsteuern in Höhe 

von Fr. (…) und Verzugszinsen in Höhe von Fr. (…) (insgesamt Fr. […]) zu 

bezahlen. 

C.  

C.a Mit Eingabe vom 9. Dezember 2022 erhebt die A._______ AG (nach-

folgend: Beschwerdeführerin) Beschwerde gegen die Verfügung des 

BAZG (nachfolgend: Vorinstanz) vom 9. November 2022 beim Bundesver-

waltungsgericht. Sie beantragt, die Verfügung sei für nichtig zu erklären. 

Eventualiter sei die Verfügung im Betrag von Fr. (…) aufzuheben; unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vor 

instanz. 

C.b Mit Vernehmlassung vom 2. März 2023 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

C.c Die Beschwerdeführerin lässt dem Bundesverwaltungsgericht mit Ein-

gabe vom 15. Juni 2023 eine Replik zukommen. Sie bestätigt die in der 

Beschwerde gestellten Anträge und beantragt zudem eventualiter, die An-

gelegenheit sei zu weiteren Abklärungen an die zuständige Behörde zu-

rückzuweisen. 

C.d Die Vorinstanz dupliziert mit Eingabe vom 18. August 2023.  

C.e Mit Schreiben vom 4. September 2023 teilt die Beschwerdeführerin 

mit, dass sie auf eine förmliche Stellungnahme zur Duplik verzichte. Gleich-

zeitig äussert sie sich zu zwei Punkten. 

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Seite 4 

C.f Mit Verfügung vom 6. September 2023 übermittelt das Bundesverwal-

tungsgericht der Vorinstanz ein Exemplar der Stellungnahme der Be-

schwerdeführerin vom 4. September 2023. 

C.g Mit Zwischenverfügung vom 20. November 2024 teilt das Bundesver-

waltungsgericht einen Wechsel der Gerichtsschreiberin mit. Gleichzeitig 

wird die Vorinstanz aufgefordert, ihre Richtlinie R-67 in den im Zeitraum 

vom 1. Januar 2016 bis 31. Januar 2020 gültig gewesenen Fassungen und 

Kopien weiterer Aktenstücke nachzureichen. 

C.h Die Vorinstanz kommt dieser Aufforderung mit Eingabe vom 28. No-

vember 2024 nach. 

C.i Mit Eingabe vom 4. Dezember 2024 ersucht die Beschwerdeführerin 

um Zustellung der nachgereichten Unterlagen und Ansetzung einer Frist 

zur Stellungnahme. 

C.j Mit Verfügung vom 5. Dezember 2024 heisst das Bundesverwaltungs-

gericht das Akteneinsichtsgesuch gut und setzt der Beschwerdeführerin 

eine Frist bis zum 23. Dezember 2024 zur Einreichung einer Stellung-

nahme an. 

C.k Mit Eingabe vom 15. Januar 2025 nimmt die Beschwerdeführerin in-

nerhalb der vom Bundesverwaltungsgericht erstreckten Frist Stellung. Sie 

führt zusammengefasst aus, dass die von der Vorinstanz auf Ersuchen des 

Bundesverwaltungsgerichts neu vorgelegten Dokumente ihren Standpunkt 

vollumfänglich bestätigten. Sie hält demnach an ihren bisherigen Ausfüh-

rungen und an den gestellten Anträgen fest. 

C.l Mit Stellungnahme vom 4. Februar 2025 lässt sich die Vorinstanz er-

neut vernehmen. Auch sie hält vollumfänglich an den bereits gemachten 

Ausführungen und an ihrem Antrag um Abweisung der Beschwerde fest. 

C.m Mit Eingabe vom 17. Februar 2025 äussert sich die Beschwerdefüh-

rerin zur Stellungnahme der Vorinstanz vom 4. Februar 2025. Sie bestätigt 

sämtliche ihrer bisherigen Eingaben und verweist auf die in der Be-

schwerde gestellten Anträge. 

C.n Am 20. Februar 2025 wurde der Vorinstanz ein Doppel der Stellung-

nahme der Beschwerdeführerin vom 17. Februar 2025 übermittelt. 

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Seite 5 

Auf die detaillierten Vorbringen der Parteien und die Beweismittel 

wird – soweit dies für den Entscheid wesentlich ist – im Rahmen der nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Bundes-

gesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG; 

SR 173.32) Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesge-

setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG; 

SR 172.021), sofern eine Vorinstanz im Sinne von Art. 33 VGG entschie-

den hat und keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG; Art. 2 

Abs. 4 VwVG). Nach Art. 3 Bst. e VwVG ist das VwVG auf das Verfahren 

der Zollveranlagung nicht anwendbar. Dieser Ausschluss bezieht sich je-

doch nur auf das Verfahren bis und mit dem Erlass der zollrechtlichen Ver-

anlagungsverfügung (BGE 142 II 433 E. 3.2.6). Auf spätere Verfahrens-

schritte sind die allgemeinen verfahrensrechtlichen Bestimmungen des 

VwVG in vollem Umfang anwendbar, es sei denn, das Zollrecht kenne spe-

zielle Bestimmungen (BGE 143 II 646 E. 2.2.2; Urteil des BVGer 

A-5201/2021 vom 20. September 2022 E. 1.1). Nicht anwendbar ist das 

VwVG auf das erstinstanzliche Verwaltungsstrafverfahren (Art. 3 Bst. c 

VwVG). 

1.3 Die angefochtene Verfügung ist eine Verfügung im Sinne von Art. 5 

VwVG. Eine Ausnahme, was das Sachgebiet angeht (Art. 32 VGG), liegt 

nicht vor. Das BAZG bzw. dessen Direktionsbereich Strafverfolgung ist zu-

dem eine Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts (Art. 33 Bst. d VGG). 

1.4 Die Beschwerdeführerin ist Adressatin der angefochtenen Verfügung 

und damit zur Beschwerdeerhebung legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 50 

Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist daher grundsätzlich einzutreten (vgl. 

nachfolgend E. 1.5 und 1.6). 

 

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Seite 6 

1.5  

1.5.1 Fehlerhafte Verfügungen sind grundsätzlich anfechtbar und nur aus-

nahmsweise nichtig. Eine nichtige Verfügung entfaltet keinerlei Rechtswir-

kungen und ist ex tunc sowie ohne amtliche Aufhebung rechtlich unver-

bindlich. Nach der sog. Evidenztheorie ist eine Verfügung nur dann nichtig, 

wenn der ihr anhaftende Mangel besonders schwer und offensichtlich oder 

zumindest leicht erkennbar ist und die Rechtssicherheit durch die An-

nahme der Nichtigkeit nicht ernsthaft gefährdet wird. Als Nichtigkeitsgrund 

fallen hauptsächlich funktionelle und sachliche Unzuständigkeit einer Be-

hörde sowie schwerwiegende Verfahrensfehler in Betracht. Die Nichtigkeit 

ist jederzeit und von sämtlichen staatlichen Instanzen von Amtes wegen zu 

beachten; sie kann auch im Rechtsmittelverfahren festgestellt werden (vgl. 

statt vieler: BGE 150 II 244 E. 4.4; 138 II 501 E. 3.1; Urteile des BVGer 

A-5490/2022 vom 12. März 2024 E. 2.2.1; A-2117/2018 vom 5. März 2019 

E. 1.3; A-5540/2013 vom 6. Januar 2014 E. 2.2.1 m.w.H.). 

1.5.2 Auf eine gegen einen nichtigen Entscheid erhobene Beschwerde ist 

mangels eines tauglichen Anfechtungsobjektes – da die nichtige Verfü-

gung keinerlei Rechtswirkungen entfaltet (E. 1.5.1) – nicht einzutreten. 

Diesfalls ist die Nichtigkeit der Verfügung im Dispositiv festzustellen (BGE 

132 II 342 E. 2.3; BVGE 2008/59 E. 4.3; Urteile des BVGer A-5490/2022 

vom 12. März 2024 E. 2.2.2; A-3398/2017 vom 7. März 2019 E. 2.2 

m.w.H.). 

1.6 Die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zur Überprüfung der 

angefochtenen Verfügung setzt voraus, dass auch die Vorinstanz ihrerseits 

zum Erlass der angefochtenen Verfügung zuständig gewesen ist (sog. 

funktionelle Zuständigkeit). 

1.6.1  

1.6.1.1 Die Beschwerdeführerin macht erstens geltend, die Strafverfol-

gung, Zollfahndung Ost des BAZG sei für den Erlass der streitbetroffenen 

Verfügung nicht zuständig gewesen. Dies, weil gemäss Art. 4 Abs. 1 VOCV 

die Oberzolldirektion (auch: OZD) die VOCV vollziehe, sofern nicht das 

Bundesamt für Umwelt (BAFU) zuständig sei. Die OZD sei demnach vor-

liegend die einzige für den Erlass einer Verfügung zuständige Behörde. 

Angesichts dieses schwerwiegenden Mangels sei die Nichtigkeit der ange-

fochtenen Verfügung anzuerkennen (Beschwerde, Rz. 37 ff.). 

1.6.1.2 Die Vorinstanz befindet sich – wie sie in der Vernehmlassung selbst 

ausführt – in einem umfassenden Transformationsprozess. Die diesbe- 

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Seite 7 

züglich von der Beschwerdeführerin beanstandeten Unklarheiten hinsicht-

lich der Zuständigkeiten beim BAZG sind aufgrund des andauernden orga-

nisatorischen Wandels des BAZG nachvollziehbar. Die Rüge der Be-

schwerdeführerin erweist sich aber als unbegründet: 

Bei der streitbetroffenen Verfügung handelt es sich um eine Verfügung über 

die Leistungspflicht gestützt auf Art. 12 Abs. 1 und 2 VStrR. Voraussetzung 

dafür ist, dass Abgaben infolge einer Widerhandlung gegen die Verwal-

tungsgesetzgebung des Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind 

(dazu unten, E. 4 und 8). Gemäss Art. 63 Abs. 1 VStrR werden die gestützt 

auf Art. 12 VStrR nachzuentrichtenden oder zurückzuerstattenden Abga-

ben, Vergütungen, Beiträge, Forderungsbeträge und Zinsen gemäss den 

Zuständigkeits- und Verfahrensvorschriften des betreffenden Verwaltungs-

gesetzes geltend gemacht.  

Im Falle der VOC-Abgabe sieht die Zuständigkeit wie folgt aus: Die VOC-

Lenkungsabgabe ist in Art. 35a und Art. 35c des Bundesgesetzes vom 

7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (USG; SR 814.01) geregelt (siehe 

dazu im Detail nachfolgend E. 3.1.1 f.). Der Bundesrat regelt das Verfahren 

für die Erhebung und Rückerstattung der Abgaben auf flüchtigen organi-

schen Verbindungen. Ist die Ein- oder Ausfuhr betroffen, so gelten die ent-

sprechenden Verfahrensbestimmungen der Zollgesetzgebung (Art. 35c 

Abs. 3 USG). Die VOCV enthält weitere Ausführungsbestimmungen. Ge-

mäss Art. 4 Abs. 1 VOCV vollzieht die Oberzolldirektion diese Verordnung, 

soweit nicht das Bundesamt für Umwelt (BAFU) zuständig ist. Sie berück-

sichtigt dabei die Fachmeinung des BAFU. Verfolgende und urteilende Be-

hörde bei Widerhandlungen gegen die Vorschriften über die Lenkungsab-

gaben ist nach Art. 61a Abs. 4 USG (in den bis 31. Dezember 2024 gültig 

gewesenen Fassungen [AS 2016 2661, AS 2020 1269, AS 2020 2744]) 

das BAZG.  

Innerhalb des BAZG ist für die Verfolgung von Widerhandlungen gegen 

das Zollgesetz (Art. 117 des Zollgesetzes vom 18. März 2005 [ZG, 

SR 631.0]) die Hauptabteilung Zollfahndung zuständig (Art. 128 ZG i.V.m. 

Art. 240b der Zollverordnung vom 1. November 2006 [ZV, SR 631.01]). Die 

Hauptabteilung Zollfahndung verfügt auch über die Leistungspflicht nach 

Art. 12 Abs. 1 und 2 sowie 63 VStrR, wenn die von einer Widerhandlung 

betroffenen Zollabgaben und Abgaben nach nichtzollrechtlichen Bundes-

gesetzen (Art. 90 ZG) nicht bereits anlässlich einer Zollveranlagung veran-

lagt worden sind (vgl. Art. 117 ZG i.V.m. Art. 238 Abs. 1 ZV; Urteil des 

BVGer A-4346/2020 vom 23. Juni 2023 E. 1.4.3; für einen Anwendungsfall 

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siehe statt vieler: Urteil des BVGer A-1669/2021 vom 8. Februar 2023). 

Dies erhellt daraus, dass Art. 238 ZV (Verfügung über die Leistungspflicht) 

gleich wie die Zuständigkeitsnorm Art. 240b ZV im 5. Titel der Verordnung 

(Strafbestimmungen) enthalten ist, womit sie von der darin enthaltenen Zu-

ständigkeitsregelung ebenfalls erfasst ist. Damit ist die Hauptabteilung 

Zollfahndung innerhalb des BAZG für den Erlass der streitbetroffenen Ver-

fügung zuständig. 

Wie die Vorinstanz im Rahmen der Vernehmlassung ausführt, wurde die 

2019 geschaffene Hauptabteilung Zollfahndung mittlerweile in «Strafverfol-

gung» (bzw. heute «Direktionsbereich Strafverfolgung») umbenannt (Ver-

nehmlassung Rz. 3). Dies lässt sich auch anhand des Organigramms des 

BAZG nachvollziehen (vgl. Organigramm vom 1. April 2024; abrufbar auf 

der Homepage des BAZG, www.bazg.admin.ch > Das BAZG > Organisa-

tion; letztmals abgerufen am 27. Februar 2025). Da es sich bei der Straf-

verfolgung des BAZG somit um die (unter diesem Namen nicht mehr exis-

tierende) Hauptabteilung Zollfahndung handelt, war diese zum Erlass der 

angefochtenen Verfügung über die Leistungspflicht zuständig. 

Der Vollständigkeit halber ist zudem festzuhalten, dass der Direktionsbe-

reich Strafverfolgung des BAZG ein Teil der Oberzolldirektion ist. Das 

BAZG gliedert sich gemäss Art. 91 Abs. 1 ZG in die Oberzolldirektion, die 

Zollkreisdirektionen und die Zollstellen. Die Oberzolldirektion ist Teil des 

«zivilen Teils» des BAZG und entspricht der obersten Stufe dieser dreistu-

figen Hierarchie (vgl. hierzu: RUDOLF DIETRICH, in: Kocher/Clavadetscher 

[Hrsg.], Handkommentar zum Zollgesetz, 2009 [nachfolgend: Zollkommen-

tar], Art. 91 N 12 ff.). Im Rahmen der Reorganisation des BAZG wurden 

sechs Direktionsbereiche geschaffen, welche direkt dem Direktor des 

BAZG unterstellt sind (vgl. Organigramm Stand vom 1. April 2024, a.a.O.). 

Diese sechs Direktionsbereiche entsprechen somit der höchsten Hierar-

chiestufe unterhalb des Direktors und stellen zusammen die Oberzolldirek-

tion dar (vgl. dazu Urteile des BVGer A-4346/2020 vom 23. Juni 2023 

E. 1.5.1; A-2663/2021 vom 7. Juni 2023 E. 1.6.2.2). Da der Direktionsbe-

reich Strafverfolgung damit Teil der Oberzolldirektion ist, erweist sich die 

Rüge der Beschwerdeführerin als gegenstandslos. 

1.6.2  

1.6.2.1 Die Beschwerdeführerin hält weiter mit Verweis auf frühere Urteile 

des Bundesverwaltungsgerichts fest, Nachforderungsverfügungen ge-

stützt auf Art. 12 VStrR seien früher durch die Zollkreisdirektionen erlassen 

worden und hätten zunächst mit Beschwerde vor der Oberzolldirektion 

A-5747/2022 

Seite 9 

angefochten werden können. Es stelle sich daher die Frage, ob der Erlass 

der Verfügung durch die Strafverfolgung nicht dazu führe, dass ihr faktisch 

ein verwaltungsinterner Rechtsbehelf entzogen werde (Beschwerde, 

Rz. 34 ff.). 

1.6.2.2 Es trifft zu, dass gewisse Nachforderungsverfügungen gestützt auf 

Art. 12 VStrR früher durch die Zollkreisdirektionen erlassen wurden und vor 

der OZD anfechtbar waren (vgl. statt vieler etwa Urteil des BVGer 

A-6121/2008 vom 6. September 2010). Gemäss Art. 2 Bst. b der per 1. Ja-

nuar 2019 aufgehobenen Verordnung über die Strafkompetenzen der Eid-

genössischen Zollverwaltung vom 4. April 2007 (AS 2007 1793) waren die 

Zollkreisdirektionen u.a. zum Erlass von Strafbescheiden und selbststän-

digen Einziehungsbescheiden bei Hinterziehung oder Gefährdung der 

VOC-Lenkungsabgabe bis zu einem hinterzogenen oder gefährdeten Ab-

gabebetrag von Fr. 20'000.– zuständig. Andernfalls war die OZD zum Er-

lass von Entscheiden im Zusammenhang mit der Strafbeurteilung zustän-

dig (Art. 1 Abs. 2 der aufgehobenen Verordnung über die Strafkompeten-

zen der Eidgenössischen Zollverwaltung vom 4. April 2007 [AS 2007 

1793]; vgl. dazu das Urteil des BVGer A-5409/2009 vom 4. Februar 2011 

E. 9.2.2). Erstinstanzliche Entscheide der Zollkreisdirektionen sind mit Be-

schwerde bei der Oberzolldirektion anfechtbar (Art. 116 Abs. 1bis ZG). 

1.6.2.3 Art. 240b ZV ist am 1. Januar 2019 in Kraft getreten (AS 2018 

4671). Gleichzeitig wurde die vormals geltende Verordnung über die Straf-

kompetenzen der Eidgenössischen Zollverwaltung vom 4. April 2007 auf-

gehoben (AS 2018 4671; vgl. dazu die Medienmitteilung des Bundesrats 

vom 21. November 2018 und den dazugehörenden Kommentar der Eidge-

nössischen Zollverwaltung zum Verordnungspaket über Änderungen in 

den Bereichen Zollfahndung und Strafkompetenzen; abrufbar über 

www.bazg.admin.ch > BAZG > Aktuell > Medieninformationen > Medien-

mitteilungen > Bundesrat will Zollfahndung stärken; zuletzt abgerufen am 

27. Februar 2025). Nach bisherigem Recht wäre angesichts der Höhe des 

vorliegend nachgeforderten Abgabebetrags (vgl. Sachverhalt Bst. B.d) die 

Zollkreisdirektion gemäss Art. 2 Bst. b der per 1. Januar 2019 aufgehobe-

nen Verordnung über die Strafkompetenzen der Eidgenössischen Zollver-

waltung vom 4. April 2007 (AS 2007 1793) nicht zuständig gewesen, womit 

die (direkte) Zuständigkeit der OZD gegeben gewesen wäre (E. 1.6.2.2). 

Es hätte demnach auch nach altem Recht in einem vergleichbaren Fall kein 

verwaltungsinterner Rechtsweg offen gestanden. Die Beschwerdeführerin 

kann folglich daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

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Seite 10 

1.6.3 Zusammengefasst war das BAZG, Strafverfolgung, Zollfahndung Ost 

für den Erlass der streitbetroffenen Verfügung über die Leistungspflicht zu-

ständig. Der Antrag der Beschwerdeführerin, die angefochtene Verfügung 

sei wegen Unzuständigkeit für nichtig zu erklären, ist abzuweisen. 

1.7 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann vorliegend die 

Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich der Überschreitung und des 

Missbrauchs des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessenheit ge-

rügt werden (Art. 49 VwVG). 

1.8  

1.8.1 Die von den Verwaltungsbehörden veröffentlichten Broschüren, 

Kreisschreiben und Merkblätter stellen lediglich Verwaltungsverordnungen 

dar, das heisst generelle Dienstanweisungen, die sich an nachgeordnete 

Behörden oder Personen wenden und worin die Verwaltungen ihre Sicht-

weise darlegen. Sie dienen der Sicherstellung einer einheitlichen, gleich-

mässigen und sachrichtigen Praxis des Gesetzesvollzugs (BVGE 2010/33 

E. 3.3.1; MARTIN KOCHER, in: Zweifel/Beusch/Glauser/Robinson [Hrsg.], 

Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die 

Mehrwertsteuer, 2015, Art. 65 N 31; MICHAEL BEUSCH, Was Kreisschreiben 

dürfen und was nicht, in: Der Schweizer Treuhänder 2005, S. 613 ff.). Als 

solche sind sie für die als eigentliche Adressaten figurierenden Verwal-

tungsbehörden verbindlich, wenn sie nicht klarerweise einen verfassungs- 

oder gesetzeswidrigen Inhalt aufweisen (statt vieler: BGE 142 II 182 

E. 2.3.3; Urteil des BGer 2C_264/2014 vom 17. August 2015 E. 2.4.1; Ur-

teil des BVGer A-4453/2021 vom 26. Juli 2022 E. 2.3.1, je m.w.H.).  

1.8.2 Nicht verbindlich sind Verwaltungsverordnungen dagegen für die 

Justizbehörden, deren Aufgabe es ist, die Einhaltung von Verfassung und 

Gesetz im Einzelfall zu überprüfen (vgl. BGE 145 II 2 E. 4.3; 133 V 346 

E. 5.4.2). Die Gerichtsbehörden sollen Verwaltungsverordnungen bei ihrer 

Entscheidung allerdings mitberücksichtigen, sofern diese eine dem Einzel-

fall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren ge-

setzlichen Bestimmungen darstellen. Dies gilt umso mehr, als es nicht Auf-

gabe der Gerichte ist, als Zweitinterpreten des der Verwaltungsverordnung 

zugrunde liegenden Erlasses eigene Zweckmässigkeitsüberlegungen an 

die Stelle des Vollzugskonzepts der zuständigen Behörde zu setzen (vgl. 

BGE 146 I 105 E. 4.1; 146 II 359 E. 5.3; 141 V 139 E. 6.3.1; BVGE 2010/33 

E. 3.3.1; 2007/41 E. 3.3). 

A-5747/2022 

Seite 11 

2.  

2.1 Jede Person hat Anspruch darauf, von den staatlichen Organen ohne 

Willkür und nach Treu und Glauben behandelt zu werden (Art. 9 der Bun-

desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 [BV; SR 101]). Nach dem Grundsatz des Vertrauensschutzes haben 

Rechtsunterworfene Anspruch darauf, in ihrem berechtigten Vertrauen in 

behördliche Zusicherungen oder in anderes, bestimmte Erwartungen be-

gründendes Verhalten der Behörden geschützt zu werden. In Zusammen-

hang mit dem Grundsatz des Vertrauensschutzes steht auch das Verbot 

des widersprüchlichen Verhaltens der Verwaltungsbehörden gegenüber 

den Privaten (ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemei-

nes Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, Rz. 624). Aufgrund der Bedeutung des 

Legalitätsprinzips im Abgaberecht kommt dem Vertrauensschutz in diesem 

Bereich allerdings lediglich beschränkte Bedeutung zu (vgl. BGE 142 II 182 

E. 2.2.2; 131 II 627 E. 6.1). Eine vom Gesetz abweichende Behandlung 

eines Abgabepflichtigen kann überhaupt nur in Betracht fallen, wenn die 

Voraussetzungen des Vertrauensschutzes klar und eindeutig erfüllt sind 

(vgl. Urteile des BGer 2C_53/2011 vom 2. Mai 2011 E. 5.2; 2C_123/2010 

vom 5. Mai 2010 E. 4.1; Urteile des BVGer A-22/2020 vom 17. Juli 2020 

E. 2.5.1; A-7384/2018 vom 3. Juni 2020 E. 2.5.1; A-2911/2017 vom 3. April 

2019 E. 10.1). 

Äusserungen im Verkehr zwischen Behörden und Privaten sind so zu in-

terpretieren, wie die jeweils andere Seite sie nach Treu und Glauben ver-

stehen durfte (BGE 126 II 97 E. 4b; Urteil des BGer 2C_350/2011 vom 

17. Oktober 2011 E. 2.4). Diese Auslegung nach dem sog. Vertrauensprin-

zip hat aus der Sicht eines vernünftig und redlich urteilenden Empfängers 

der Willensäusserung zu erfolgen, wobei die Gesamtheit aller Umstände 

zu berücksichtigen ist (Urteile des BVGer A-2106/2017, A-2084/2017 vom 

11. Februar 2019 E. 6; A-7673/2015 vom 29. Juni 2016 E. 3.1). 

2.2 Der Vertrauensschutz ist an gewisse Voraussetzungen geknüpft: Zu-

nächst bedarf es einer genügenden Vertrauensgrundlage. Die Behörde 

muss durch ihr Verhalten bei einer Person eine bestimmte Erwartung aus-

gelöst haben (BGE 143 V 95 E. 3.6.2; 134 I 23 E. 7.5; 129 I 161 E. 4.1; 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 627). Dies geschieht oft durch Aus-

künfte oder Zusicherungen, welche auf Anfragen hin erteilt werden. Nebst 

einer Vertrauensgrundlage müssen verschiedene weitere Voraussetzun-

gen kumulativ erfüllt sein, damit sich Rechtsunterworfene mit Erfolg auf 

Treu und Glauben berufen können. 

A-5747/2022 

Seite 12 

Die unrichtige Auskunft bzw. die Vertrauensgrundlage durch anderes Ver-

halten einer Verwaltungsbehörde ist nur bindend, wenn: 

a) die Auskunft vorbehaltlos erteilt wurde, 

b) die Auskunft sich auf eine konkrete, die betroffene Person berührende 

Angelegenheit bezieht, 

c) die Amtsstelle, welche die Auskunft erteilt hat, hierfür zuständig war oder 

der Adressat bzw. die Adressatin sie aus zureichenden Gründen als zu-

ständig betrachten durfte, 

d) der Adressat bzw. die Adressatin die Unrichtigkeit der Auskunft nicht 

ohne Weiteres erkennen konnte, 

e) der Adressat bzw. die Adressatin im Vertrauen hierauf nicht ohne Nach-

teil rückgängig zu machende Dispositionen traf, 

f) die Rechtslage zur Zeit der Verwirklichung noch die Gleiche wie im Zeit-

punkt der Auskunftserteilung ist, sowie 

g) das Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts das-

jenige des Vertrauensschutzes nicht überwiegt (vgl. zum Ganzen: BGE 143 

V 95 E. 3.6.2; 137 II 182 E. 3.6.2; 131 II 627 E. 6.1; Urteile des BVGer 

A-2691/2022 vom 1. Dezember 2022 E. 2.6.2; A-22/2020 vom 17. Juli 

2020 E. 2.5.2; A-7384/2018 vom 3. Juni 2020 E. 2.5.2). 

2.3 Als Dispositionen können auch Unterlassungen gelten. Relevant ist, 

dass der Adressat die Disposition im Vertrauen auf die Richtigkeit der Aus-

kunft getroffen bzw. unterlassen hat. Die behördliche Auskunft muss somit 

für die nachteilige Disposition kausal gewesen sein. Ein solcher Kausalzu-

sammenhang ist gegeben, wenn angenommen werden kann, der Adressat 

hätte sich ohne die fehlerhafte Auskunft anders verhalten. An den Beweis 

des Kausalzusammenhangs zwischen Auskunft und Disposition bzw. Un-

terlassung werden nicht allzu strenge Anforderungen gestellt. Der erforder-

liche Kausalitätsbeweis darf schon als geleistet gelten, wenn es aufgrund 

der allgemeinen Lebenserfahrung als glaubhaft erscheint, dass sich der 

Betreffende ohne die fragliche Auskunft anders verhalten hätte (BGE 121 

V 65 E. 2.b; Urteil des BGer 9C_29/2022 vom 6. Dezember 2022 E. 4.2; 

Urteile des BVGer C-2456/2020 vom 7. März 2023 E. 5.2.4; A-5409/2009 

vom 4. Februar 2011 E. 2.8.5). 

A-5747/2022 

Seite 13 

3.  

3.1  

3.1.1 Wer VOC einführt oder wer als Hersteller solche Stoffe in Verkehr 

bringt oder selbst verwendet, hat dem Bund grundsätzlich eine Lenkungs-

abgabe zu entrichten (Art. 35a Abs. 1 USG, Art. 35c Abs. 1 Bst. a USG; 

zum Begriff der abgabepflichtigen VOC vgl. Art. 1 f. VOCV sowie Urteil des 

BVGer A-4453/2021 vom 26. Juli 2022 E. 3.1 m.w.H.). Abgabepflichtig sind 

die bei der Einfuhr nach dem Zollgesetz Zahlungspflichtigen (Art. 35c 

Abs. 1 Bst. a USG [noch mit Verweis auf das altrechtliche Zollgesetz vom 

1. Oktober 1925 {aZG, AS 42 287}; wobei von einem gesetzgeberischen 

Versehen auszugehen ist). 

3.1.2 Nach Art. 35a Abs. 3 USG von der Abgabe befreit sind VOC, die als 

Treib- oder Brennstoffe verwendet (Bst. a), durch- oder ausgeführt (Bst. b) 

oder so verwendet oder behandelt werden, dass die Verbindungen nicht in 

die Umwelt gelangen können (Bst. c). 

3.1.3 Abgaben werden zurückerstattet, wenn die Berechtigten nachwei-

sen, dass die Abgabe entrichtet wurde und dass VOC so verwendet wur-

den, dass diese von der Abgabe befreit sind (Art. 18 Abs. 1 und 4 VOCV). 

Rückerstattungsansprüche, soweit sie nicht die Ausfuhr betreffen, verwir-

ken, wenn die entsprechenden Anträge nicht innerhalb von sechs Monaten 

nach Abschluss des Geschäftsjahres gestellt werden; sie erlöschen in je-

dem Fall zwei Jahre nach Eintritt des Rückerstattungsgrundes (Art. 19 

VOCV in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezember 2022 gültig ge-

wesenen Fassung [AS 1997 2972]). Gemäss der seit dem 1. Januar 2023 

gültigen Fassung von Art. 19 Abs. 1 VOCV kann das BAZG die sechsmo-

natige Frist für die Einreichung des Rückerstattungsantrags in begründeten 

Fällen auf Gesuch hin um 30 Tage erstrecken (AS 2022 160). 

3.1.4 Art. 21 VOCV regelt die Voraussetzungen, gemäss denen die OZD 

Personen eine Bewilligung zum Bezug von vorläufig abgabebefreiten VOC 

erteilen kann («Verpflichtungsverfahren»). Dies war gemäss der vorliegend 

anwendbaren, bis zum 31. Dezember 2022 gültig gewesenen Fassung von 

Art. 21 Abs. 1 VOCV (AS 1999 604 und AS 2002 3117) namentlich bei Per-

sonen der Fall, die sich verpflichten, insgesamt jährlich mindestens 50 t 

VOC so zu verwenden oder so zu behandeln, dass sie nicht in die Umwelt 

gelangen können (Bst. a) oder zu exportieren (Bst. b). Die Bewilligung 

kann auch Personen erteilt werden, die Grosshandel mit VOC betreiben 

und einen durchschnittlichen Lagerbestand von mindestens 25 t VOC oder 

einen jährlichen Mindestumsatz von 50 t VOC nachweisen. In der seit dem 

A-5747/2022 

Seite 14 

1. Januar 2023 gültigen Fassung von Art. 21 Abs. 1 Bst. a und b VOCV (AS 

2022 160) wurde der Mindestbetrag auf 25 t VOC herabgesetzt. Zudem 

wurden weitere Konstellationen geschaffen, in denen eine Bewilligung er-

teilt werden kann (Art. 21 Abs. 1 Bst. c und d VOCV). 

3.1.5 Wer über eine Bewilligung zum Bezug von vorläufig abgabebefreiten 

VOC verfügt, muss eine VOC-Buchhaltung führen und eine VOC-Bilanz 

erstellen (Art. 10 VOCV). Die VOC-Bilanz muss gemäss Art. 10 Abs. 2 

Bst. a–e VOCV folgende Punkte umfassen: Eingänge, Lagerbestand, Aus-

gänge (Bst. a); in Gemischen oder Gegenständen verarbeitete Mengen 

(Bst. b); wiedergewonnene Mengen (Bst. c); im eigenen oder externen Be-

trieb eliminierte Mengen oder umgewandelte Mengen (Bst. d) und Rest-

emissionen (Bst. e). Die Vollzugsbehörden können weitere Angaben ver-

langen (Art. 10 Abs. 3 VOCV). Die VOC-Bilanz ist auf einem amtlichen For-

mular zu erstellen, wobei die OZD auch andere Formen zulassen kann 

(Art. 10 Abs. 4 VOCV, vgl. Form. 55.30 «VOC-Bilanz» mit [bzw. ohne] Ver-

pflichtungsverfahren, abrufbar unter www.bazg.admin.ch > Dokumente > 

Formulare, Merkblätter und Publikationen > Lenkungsabgabe auf flüchti-

gen organischen Verbindungen [VOC]; abgerufen am 27. Februar 2025). 

Ist der Aufwand für die Erstellung der VOC-Bilanzen unverhältnismässig 

hoch, so kann die OZD Ausnahmen von den Abs. 1 und 2 gewähren 

(Art. 10 Abs. 5 VOCV). Gemäss dem amtlichen Formular 55.30b (VOC-

Bilanz - MIT Verpflichtungsverfahren) ist jeder Eintrag zu belegen (Form 

55.30b, S. 2). 

3.1.6 Bewilligungsinhaber müssen ihre VOC-Bilanz innert sechs Monaten 

nach Abschluss des Geschäftsjahres bei der kantonalen Behörde einrei-

chen (Art. 22 Abs. 1 VOCV). Die Überprüfung der VOC-Bilanzen nach 

Art. 10 VOCV ist grundsätzlich eine Aufgabe der Kantone (Art. 4 Abs. 4 

Bst. c VOCV). Wurden VOC so verwendet, dass sie nicht von der Abgabe 

befreit sind, ist die VOC-Abgabe nachzubezahlen (Art. 22 Abs. 2 VOCV).  

Gemäss Art. 22b VOCV (in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezem-

ber 2022 gültig gewesenen Fassung [AS 2008 1765]) wird die Bewilligung 

nach Art. 21 VOCV ab Beginn des kommenden Geschäftsjahres für drei 

Jahre sistiert, wenn die VOC-Bilanz nicht vollständig oder nicht fristgerecht 

eingereicht wird (Abs. 1). Die OZD setzt eine Nachfrist an zur Nachrei-

chung einer vollständigen VOC-Bilanz (Abs. 2). Verstreicht diese Nachfrist 

unbenützt, so setzt die OZD die nachzubezahlende Abgabe nach pflicht-

gemässem Ermessen und unter Berücksichtigung der belasteten Aus-

gänge der Vorjahre fest (Abs. 4).  

A-5747/2022 

Seite 15 

3.1.7 Gemäss Art. 6 VOCV können die Vollzugsbehörden unangemeldet 

Kontrollen durchführen, insbesondere bei Abgabepflichtigen sowie bei Per-

sonen, die eine VOC-Bilanz erstellen müssen oder die ein Gesuch um 

Rückerstattung stellen (Abs. 1). Den Vollzugsbehörden sind auf Verlangen 

alle Auskünfte zu erteilen und Unterlagen vorzulegen, die für den Vollzug 

dieser Verordnung erforderlich sind (Abs. 2). 

3.1.8  

3.1.8.1 In der Richtlinie 67 «Lenkungsabgabe auf flüchtigen organischen 

Verbindungen [VOC]» der Vorinstanz (nachfolgend: Richtlinie 67) wird in 

den von der Vorinstanz edierten Fassungen vom 1. Mai 2019 bzw. 1. De-

zember 2019 – soweit vorliegend interessierend – Folgendes festgehal-

ten:  

«2 Verpflichtungsverfahren 

2.1 Allgemeines 

Personen, die über eine Bewilligung für das Verpflichtungsverfahren verfügen, 

können VOC vorläufig abgabebefreit beziehen. Für VOC, die nicht so verwen-

det werden, dass sie von der Abgabe befreit sind (…), muss die Abgabe nach-

bezahlt werden. Der Verwendungsnachweis muss einmal jährlich mit der VOC-

Bilanz erbracht werden. (…) 

2.5 Bezahlung der Abgabe 

(…) 

2.5.2 Nachbezahlung der Abgabe in den übrigen Verpflichtungsverfahren 

Für VOC, die so verwendet werden, dass sie nicht von der Abgabe befreit sind, 

muss die Abgabe nachbezahlt werden. Die VOC-Bilanz gilt zugleich als Abga-

bedeklaration und dient vorbehältlich der amtlichen Prüfung als Grundlage für 

die Festsetzung der Abgabe. (…) 

3 Verfahren bei der Zollveranlagung 

(…) 

3.1.1.2 Anmeldung im Verpflichtungsverfahren  

Personen mit einer Bewilligung für das Verpflichtungsverfahren können VOC 

vorläufig abgabebefreit einführen. (…).  

Die anmeldepflichtige Person muss für VOC-haltige Waren in der Zollanmel-

dung folgende Angaben machen:  

A-5747/2022 

Seite 16 

• VOC-Menge in kg;  

• fünfstellige Bewilligungsnummer des ZOLL [BAZG] sowie Ausstellungsdatum 

der Bewilligung (die Bewilligung muss nicht vorgelegt werden);  

• Zusatzabgabenartencode 700;  

• Zusatzabgabenschlüssel 002. 

3.1.1.3 Mehrwertsteuer 

Bei der Überführung von Waren in den zollrechtlich freien Verkehr ist die Len-

kungsabgabe Teil der Bemessungsgrundlage für die MWST und zwar selbst 

dann, wenn der Importeur über eine Bewilligung für das Verpflichtungsverfah-

ren verfügt. Aus diesem Grund ist auch bei einer Zollanmeldung im Verpflich-

tungsverfahren (Zusatzabgabenschlüssel 002) die VOC-Menge in kg anzuge-

ben. 

3.1.2 Formelle und materielle Prüfung  
3.1.2.1 Unstimmigkeiten in der Zollanmeldung  

Stellt die Zollstelle in der Zollanmeldung für Personen, die zum Zeitpunkt der 

Einfuhr im Besitz einer Bewilligung für das Verpflichtungsverfahren sind, Un-

stimmigkeiten fest (z.B. keine VOC oder falscher VOC-Gehalt angemeldet), ist 

die Zollanmeldung feststellungsgemäss zu korrigieren und die Einfuhr im Ver-

pflichtungsverfahren zu gewähren. (…) 

3.1.4 Nicht angemeldete Waren  

Stellt die Zollstelle fest, dass VOC-haltige Waren nicht angemeldet wurden, ist 

die nachträgliche Zollanmeldung im Verpflichtungsverfahren möglich, sofern 

die Ware im Zeitpunkt der Feststellung den Zollgewahrsam noch nicht verlas-

sen hat. Andernfalls ist die nachträgliche Zollanmeldung im Verpflichtungsver-

fahren zu verweigern.  

 

Bei unveranlagt ausgelieferten Waren ist die nachträgliche Anwendung des 

Verpflichtungsverfahrens nicht möglich (vgl. R-10-00).» 

 

Unter Anhang I (Vorschriften über die Erstellung einer VOC-Bilanz): 

(…) 

«Kontrolle der VOC-Bilanz durch die kantonale Behörde 

A-5747/2022 

Seite 17 

Die kantonale Behörde 

• prüft die Angaben auf formale Richtigkeit/Vollständigkeit; 

• prüft die Angaben auf Plausibilität und Nachvollziehbarkeit (plausibel ist 

eine Bilanz, wenn die Stoffflüsse qualitativ den Kenntnissen und Erfahrun-

gen unter Berücksichtigung der angewandten Verfahren entsprechen und 

quantitativ ausgewogene Relationen zwischen der Summe der Eingänge 

und Ausgänge ergeben); 

• verlangt bei Bedarf weitere Unterlagen, Angaben und Informationen; 

• Überprüft die Angaben und sichert die Plausibilität durch Einholen von In-

formationen oder im Rahmen von Betriebsbesuchen (Stichproben).» 

3.1.8.2 Vor Einführung der Richtlinie per 1. Januar 2018 erfolgten die ex-

ternen Anweisungen zur Lenkungsabgabe in Form von Merkblättern. Dem 

Merkblatt «Lenkungsabgabe auf flüchtigen organischen Verbindungen 

(VOC) – Merkblatt für das Verpflichtungsverfahren für Grosshändler nach 

Art. 21 Abs. 2 VOCV» (Stand Mai 2015; ediert von der Vorinstanz mit Zwi-

schenverfügung vom 20. November 2024) war – soweit vorliegend interes-

sierend – Folgendes zu entnehmen: 

«Ziff. 2 Einfuhr 

Personen mit Bewilligung im Rahmen des Verpflichtungsverfahrens für Gross-

händler können VOC vorläufig von der Lenkungsabgabe befreit einführen. In 

der Einfuhrzollanmeldung sind in Bezug auf die Lenkungsabgabe zusätzlich 

folgende Angaben zu machen: 

• von der OZD erteilte Bewilligungsnummer und Ausstellungsdatum die-

ser Bewilligung 

• VOC-Menge in kg 

• Zusatzabgabenartencode (ZUAC) 700 und Zusatzabgabenschlüssel 

(ZUSCHL) 002 

Die in den eingeführten Waren enthaltene VOC-Menge muss verbindlich ange-

meldet werden (die entsprechenden Angaben können auch vom Importeur 

bzw. Empfänger gemacht werden). (…)». 

A-5747/2022 

Seite 18 

3.2 Ist die Ein- oder Ausfuhr von VOC betroffen, so gelten die entsprechen-

den Verfahrensbestimmungen der Zollgesetzgebung (Art. 35c Abs. 3 

Satz 2 USG, Art. 3 VOCV; Urteile des BVGer A-3345/2020 vom 17. Okto-

ber 2022 E. 3.2, 3.5; A-5198/2016 vom 5. April 2017 E. 4.3 und 4.4.1 ff.). 

3.2.1 Grundlage der Veranlagung der VOC-Abgabe bei der Einfuhr bildet 

somit die Zollanmeldung (Art. 18 Abs. 1 ZG). Diese nimmt im schweizeri-

schen Zollwesen eine zentrale Stellung ein (vgl. BARBARA SCHMID, in: Ko-

cher/Clavadetscher [Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Zollgesetz, 

2009 [fortan: Zollkommentar], Art. 18 N 1 ff.). Das Zollverfahren ist vom 

Selbstdeklarationsprinzip bestimmt (Art. 18 i.V.m. Art. 25 ZG) – und damit 

auch das Verfahren der Erhebung der VOC-Abgabe für Bewilligungsinha-

ber zum Bezug von vorläufig abgabebefreiten VOC (vgl. Art. 13 VOCV; Ur-

teil des BVGer A-3345/2020 vom 17. Oktober 2022 E. 3.2.1). 

3.2.2 Die anmeldepflichtige Person trägt die volle Verantwortung für eine 

ordnungsgemässe – also vollständige und richtige – Zollanmeldung der 

grenzüberschreitenden Warenbewegungen (vgl. Art. 25 ZG). Das Zollrecht 

stellt hohe Anforderungen an die anmeldepflichtigen Personen bezüglich 

derer Sorgfaltspflichten (BGE 149 II 129 E. 3.4.1; 142 II 433 E. 2.1; 112 IV 

53 E. 1a; Urteile des BVGer A-3345/2020 vom 17. Oktober 2022 E. 3.2.2; 

A-1123/2017 vom 6. Dezember 2017 E. 4.1). Die anmeldepflichtige Person 

muss in der Zollanmeldung zusätzlich zu den sonstigen vorgeschriebenen 

Angaben gegebenenfalls auch Angaben machen, die zum Vollzug nicht-

zollrechtlicher Erlasse des Bundes notwendig sind (Art. 79 Abs. 1 Bst. b 

ZV). 

3.2.3 Durch die Annahme der Zollanmeldung wird diese für die anmelde-

pflichtige Person verbindlich (Art. 33 Abs. 1 ZG). Dieser Grundsatz der Ver-

bindlichkeit der angenommenen Zollanmeldung stellt einen Eckpfeiler des 

schweizerischen Zollrechts dar (Botschaft des Bundesrates vom 15. De-

zember 2003 über ein neues Zollgesetz [nachfolgend: Botschaft ZG], BBl 

2004 567 ff. 584, 617; Urteil des BVGer A-3345/2020 vom 17. Oktober 

2022 E. 3.4.2 m.w.H.). Der Gesetzgeber war sich indessen bewusst, dass 

dieser Grundsatz – starr angewandt – in gewissen Fällen zu unerwünsch-

ten, ungerechten Ergebnissen führen kann. In Einzelfällen erscheinen die 

Folgen eines kleinen Versehens (auch bei der Verwendung von EDV) mit-

unter als unverhältnismässig (zum Ganzen: Botschaft ZG [BBl 2004 567], 

617; BGE 142 II 433 E. 3.2.6; Beispiele in Urteil des BVGer A-581/2016 

vom 21. März 2017 E. 2.3). Daher gilt der Grundsatz der Verbindlichkeit 

der Zollanmeldung auch nach ihrer Annahme nicht absolut.  

A-5747/2022 

Seite 19 

3.2.4 Eine Berichtigung der Zollanmeldung ist unter gewissen Vorausset-

zungen gemäss Art. 34 ZG möglich (BGE 142 II 433 E. 2.2, 3.2; Urteile des 

BVGer A-6100/2022 vom 13. November 2023 2.7.2; A-8199/2015 vom 

6. Oktober 2016 E. 2.3, je m.w.H.). Art. 34 Abs. 1 und 2 ZG regeln jene Be-

richtigungsfälle, in denen noch keine Veranlagungsverfügung ausgestellt 

wurde. Ist jedoch die Veranlagungsverfügung bereits ergangen, kann die 

anmeldepflichtige Person gemäss Art. 34 Abs. 3 ZG der Zollstelle innerhalb 

einer Frist von 30 Tagen ab dem Zeitpunkt, in dem die Waren den Gewahr-

sam der Zollverwaltung verlassen haben, ein Gesuch um Änderung der 

Veranlagung einreichen, wobei gleichzeitig eine berichtigte Zollanmeldung 

eingereicht werden muss. Die 30-tägige gesetzliche Frist für ein Gesuch 

um Berichtigung ist eine Verwirkungsfrist, d.h. das Recht auf Berichtigung 

geht unter, wenn der Berechtigte oder Verpflichtete die Handlung nicht in-

nert der Frist vornimmt (Urteile des BVGer A-3345/2020 vom 17. Oktober 

2022 E. 3.4.3; A-587/2021 vom 12. Mai 2022 E. 2.1.5 m.w.H.). 

3.2.5 Ergänzend zur Berichtigung nach Art. 34 ZG regelt Art. 116 ZG das 

zollrechtliche Beschwerdeverfahren. Die Frist für die erste Beschwerde ge-

gen die Veranlagung beträgt 60 Tage ab dem Ausstellen der Veranlagungs-

verfügung (Art. 116 Abs. 3 ZG). Allerdings kann gemäss Rechtspre-

chung – insbesondere nach Ablauf der 30-tägigen Berichtigungs-

frist – nicht (mehr) zum Thema des ordentlichen Beschwerdeverfahrens 

gemacht werden, was bereits Gegenstand der Berichtigung gemäss Art. 34 

ZG hätte bilden können (Urteile des BVGer A-3345/2020 vom 17. Oktober 

2022 E. 3.5; A-2177/2016 vom 19. Juli 2016 E. 2.2.1, je m.w.H.). Sodann 

ist in Berichtigungsfällen ein Beschwerdeverfahren ohne abgeschlossenes 

Berichtigungsverfahren undenkbar (BGE 142 II 433 E. 3.2.9). 

3.3 Mit der Annahme der Zollanmeldung oder (unter anderen) im Falle der 

unterlassenen Anmeldung im Zeitpunkt der Verbringung der Ware über die 

Zollgrenze, entsteht die Zollschuld (Art. 69 ZG). Die Zollschuld wird mit ih-

rer Entstehung fällig (Art. 72 Abs. 1 ZG). Die Zollzahlungspflicht obliegt der 

Zollschuldnerin bzw. dem Zollschuldner (Art. 70 Abs. 1 ZG). Zum entspre-

chenden Kreis gehören jene Personen, welche die Waren über die Zoll-

grenze bringen, deren Auftraggeber sowie Personen, die zur Zollanmel-

dung verpflichtet bzw. damit beauftragt sind oder auf deren Rechnung die 

Ware ein- oder ausgeführt wird (Art. 70 Abs. 2 ZG).  

3.4  

3.4.1 Steuerobjekt der Einfuhrsteuer ist die Einfuhr von Gegenständen, 

einschliesslich der darin enthaltenen Dienstleistungen ins (Zoll-)Inland 

A-5747/2022 

Seite 20 

(Art. 52 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 12. Juni 2009 über die 

Mehrwertsteuer [MWSTG, SR 641.20]). Zollschuldner nach Art. 70 ZG sind 

auch für die Einfuhrsteuer steuerpflichtig (Art. 51 Abs. 1 MWSTG). 

3.4.2 Die Steuer auf der Einfuhr wird im Normalfall auf dem von den Par-

teien vereinbarten und vom Importeur zu entrichtenden Entgelt erhoben 

(Art. 54 Abs. 1 Bst. a - f MWSTG). Kann nicht auf das Entgelt abgestellt 

werden, wird die Steuer auf dem Marktwert berechnet. Als Marktwert gilt, 

was der Importeur oder die Importeurin auf der Stufe, auf der die Einfuhr 

bewirkt wird, an einen selbständigen Lieferanten oder eine selbständige 

Lieferantin im Herkunftsland der Gegenstände zum Zeitpunkt der Entste-

hung der Einfuhrsteuerschuld unter den Bedingungen des freien Wettbe-

werbs zahlen müsste, um die gleichen Gegenstände zu erhalten (Art. 54 

Abs. 1 Bst. g MWSTG). In die Bemessungsgrundlage sind zudem unter 

anderem die ausserhalb des Inlandes sowie aufgrund der Einfuhr geschul-

deten Steuern, Zölle und sonstigen Abgaben, mit Ausnahme der zu erhe-

benden Mehrwertsteuer, einzubeziehen, soweit sie noch nicht darin enthal-

ten sind (Art. 54 Abs. 3 Bst. a MWSTG). 

3.4.3 Der Steuersatz für die Einfuhr der streitbetroffenen Waren betrug vor-

liegend 8 Prozent für die bis zum 31. Dezember 2017 durchgeführten Ein-

fuhren und 7,7 Prozent für die zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 

22. Januar 2020 durchgeführten Einfuhren (Steuer auf der Einfuhr von Ge-

genständen; Art. 55 Abs. 1 MWSTG in der jeweils anwendbaren Fassung 

[AS 2010 2055] bzw. [AS 2017 6305]). 

4.  

4.1 Wer sich oder einem anderen einen unrechtmässigen Zoll- oder Steu-

ervorteil verschafft, insbesondere indem er vorsätzlich oder fahrlässig Wa-

ren bei der Einfuhr nicht oder unrichtig anmeldet, begeht eine Widerhand-

lung gegen die Zoll- bzw. Mehrwertsteuergesetzgebung (vgl. Art. 118 ZG, 

Art. 96 Abs. 4 Bst. a MWSTG). Sowohl die Zoll- als auch die Mehrwertsteu-

ergesetzgebung gehören zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes. Ent-

sprechend findet bei Widerhandlungen in den jeweiligen Bereichen grund-

sätzlich das VStrR Anwendung (Urteile des BVGer A-4111/2021 vom 

20. Dezember 2022 E. 3.5.1; A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.5.1 

m.w.H.). Wer vorsätzlich oder fahrlässig eine Abgabe nach den Art. 35a, 

35b oder 35bbis USG hinterzieht, gefährdet oder sich oder einem anderen 

einen unrechtmässigen Abgabevorteil (Befreiung oder Rückerstattung von 

Abgaben) verschafft, begeht eine Widerhandlung gegen die Vorschriften 

über die VOC-Lenkungsabgabe (Art. 61a Abs. 1 USG in der bis 

A-5747/2022 

Seite 21 

31. Dezember 2024 gültig gewesenen Fassung [AS 1984 1122, 2003 

4215]). Es gelten die Bestimmungen des VStrR (Art. 62 Abs. 2 USG). 

Gemäss der seit dem 1. Januar 2025 gültigen Fassung von Art. 61a Abs. 1 

USG (AS 2024 376) begeht eine Hinterziehung von Lenkungsabgaben, 

wer vorsätzlich sich oder einer anderen Person einen unrechtmässigen Ab-

gabevorteil im Zusammenhang mit der Abgabe nach Artikel 35a verschafft, 

namentlich die Abgabe hinterzieht oder die Abgabebefreiung, -vergütung 

oder -rückerstattung unrechtmässig erwirkt. Eine Gefährdung von Len-

kungsabgaben begeht gemäss dem per 1. Januar 2025 eingefügten 

Art. 61b USG (AS 2024 376), wer vorsätzlich (Abs. 1) oder fahrlässig 

(Abs. 3) a. für die Abgabeerhebung nach Artikel 35a Absatz 1 massge-

bende Daten und Gegenstände nicht oder unrichtig deklariert; b. in einem 

Antrag auf Abgaberückerstattung nach Artikel 35c Absatz 3 erhebliche Tat-

sachen verschweigt oder über solche Tatsachen unwahre Belege vorlegt; 

c. als auskunftspflichtige Person unwahre Angaben macht (Art. 46); d. Ge-

schäftsbücher, Belege, Geschäftspapiere und sonstige Aufzeichnungen 

nicht ordnungsgemäss führt, ausfertigt, aufbewahrt oder vorlegt oder sei-

ner Auskunftspflicht nicht nachkommt (Art. 46); e. die ordnungsgemässe 

Durchführung einer Kontrolle erschwert, behindert oder verunmöglicht 

(Art. 46 Abs. 1); oder f. gegen eine Ausführungsvorschrift, deren Übertre-

tung der Bundesrat für strafbar erklärt, verstösst. Mit diesen Änderungen 

von Art. 61a und Art. 61b USG werden die Tatbestände der Hinterziehung 

und der Gefährdung von Lenkungsabgaben näher konkretisiert (vgl. Bot-

schaft des Bundesrates vom 16. September 2022 zur Revision des CO2-

Gesetzes für die Zeit nach 2024, BBl 2022 2651, S. 93-94). 

4.2 Gemäss Art. 12 Abs. 1 Bst. a VStrR sind Abgaben nachzuentrichten, 

wenn sie infolge einer Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzge-

bung des Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind. Dies gilt «ohne 

Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten Person» (Art. 12 Abs. 1 

VStrR). Die Leistungspflicht im Sinne von Art. 12 VStrR hängt weder von 

einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch von einem Verschulden oder 

gar der Einleitung eines Strafverfahrens ab. Vielmehr genügt es, dass der 

durch die Nichterhebung der entsprechenden Abgabe entstandene un-

rechtmässige Vorteil auf einer objektiven Widerhandlung gegen die Ver-

waltungsgesetzgebung des Bundes gründet (BGE 149 II 129 E. 3.6; 129 II 

160 E. 3.2; 106 Ib 218 E. 2c; Urteil des BVGer A-4111/2021 vom 20. De-

zember 2022 E. 3.5.2).  

A-5747/2022 

Seite 22 

4.3 Zu den gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen ge-

hört nach dem Gesetzeswortlaut «insbesondere der zur Zahlung der Ab-

gabe Verpflichtete», das heisst für die Zollabgaben jene Personen, welche 

dem Kreis der Zollschuldnerinnen und Zollschuldner gemäss Art. 70 ZG 

(E. 3.3) entsprechen. Sie gelten ipso facto als durch die Nichtbezahlung 

der Abgabe bevorteilt. Sie bleiben selbst dann leistungspflichtig, wenn sie 

nichts von der falschen bzw. fehlenden Deklaration gewusst haben (BGE 

107 Ib 198 E. 6c und d) und wenn sie selber aus der Widerhandlung keinen 

persönlichen Nutzen gezogen haben (Urteile des BGer 2C_912/2015 vom 

20. September 2016 E. 5.2 m.w.H.; 2C_201/2013 vom 24. Januar 2014 

E. 6.7.2). Sie gelten als direkt unrechtmässig bevorteilt, weil sie die ge-

schuldeten Abgaben infolge der Widerhandlung nicht entrichten mussten. 

Der Genuss dieses Vorteils soll den Leistungspflichtigen mit dem Institut 

der Nachleistungspflicht entzogen werden. Diese Personen – für welche 

die gesetzliche Vermutung eines unrechtmässigen Vermögensvorteils 

gilt – haften solidarisch für den gesamten nicht erhobenen Abgabebetrag 

(Art. 70 Abs. 3 ZG; Urteil des BVGer A-4408/2021 vom 6. Juli 2022 E. 2.5.3 

m.w.H.). Abgabepflichtig für die VOC-Abgabe sind die bei der Einfuhr nach 

dem Zollgesetz Zahlungspflichtigen (Art. 35c Abs. 1 Bst. a USG; E. 3.1.1).  

5.  

5.1 Im vorliegenden Fall ist in tatsächlicher Hinsicht unbestritten, dass der 

Beschwerdeführerin zwischen Januar 2016 und Januar 2020 gewisse Feh-

ler bei der Zollanmeldung von der VOC-Abgabe unterliegenden Waren un-

terlaufen sind und dass sie gewisse eingeführte Mengen VOC entgegen 

ihrer Pflicht nicht in die VOC-Bilanzen für die entsprechenden Betriebs-

standorte eingetragen hat (vgl. Beschwerde, Rz. 86). Die Beschwerdefüh-

rerin hat zusammengefasst im streitbetroffenen Zeitraum als Importeurin:  

- Im Jahr 2016 mehrmals VOC-haltige Waren («Light Cycle Oil» [LCO] 

und «Light Virgin Naptha» [LVN]) ohne Deklaration des VOC-Gehalts 

eingeführt. Es wurden anlässlich der Einfuhren weder die VOC-Abgabe 

noch auf der VOC-Abgabe lastende Mehrwertsteuern erhoben. Auch 

wurden die betreffenden Mengen an VOC nicht in die VOC-Bilanzen 

der Beschwerdeführerin für die Betriebsstandorte (Betriebsstandort 1 

bzw. 2) eingebucht. Teilweise wurde bei der Einfuhr eine falsche Zoll-

tarifnummer angegeben;  

- am (Datum im Jahr 2016) VOC-haltiges, nicht-odoriertes Propan ohne 

Deklaration des VOC-Gehalts eingeführt, wodurch weder die VOC-Ab-

gabe noch die darauf lastende Mehrwertsteuer erhoben wurden. Diese 

A-5747/2022 

Seite 23 

Einfuhr wurde durch die zuständige Zollstelle am 25. April 2019 nach-

träglich korrigiert, wodurch die auf der VOC-Abgabe lastende Mehr-

wertsteuer (nicht aber die VOC-Abgabe) nacherhoben wurde. Die be-

treffende Menge an VOC wurde nicht in die VOC-Bilanz für den Be-

triebsstandort 2 eingebucht; 

- im Jahr 2018 mehrmals VOC-haltige Waren («Reformate») korrekt un-

ter Anwendung des Verpflichtungsverfahrens angemeldet, die einge-

führten Mengen an VOC aber nicht in die VOC-Bilanzen für den Be-

triebsstandort 2 eingebucht. Es wurden keine VOC-Abgaben entrichtet;  

- in den Jahren 2019 und 2020 mehrmals VOC-haltige Waren («High 

Sulphur Heavy Gasoil» [HSGO]) zwar mit dem richtigen VOC-Gehalt 

im Veranlagungstext angemeldet, dabei aber in der Rubrik «Zusatzab-

gaben» keine Deklaration der VOC-Abgaben vorgenommen. Die ein-

geführten Mengen VOC wurden in die VOC-Bilanzen für den Betriebs-

standort 1 eingebucht. Mangels Zusatzabgabenartencode wurden an-

lässlich der Einfuhr die auf der VOC-Abgabe lastenden Mehrwertsteu-

ern nicht erhoben. 

Im Rahmen der Unternehmenskontrolle (vgl. Sachverhalt Bst. B.a) hat das 

BAZG anhand der Verzollungsdossiers berechnet, welchen VOC-Gehalt 

die streitbetroffenen Waren aufwiesen bzw. welche Mengen an VOC hätten 

deklariert werden müssen. Diese Werte wurden vom zuständigen Mitarbei-

ter der Beschwerdeführerin bestätigt und werden von dieser im Beschwer-

deverfahren nicht bestritten (vgl. […] [vertraulich], act. Nr. 01.01.01/0100-

0118; Replik der Beschwerdeführerin vom 15. Juni 2023, Rn. 31, 34). Ge-

stützt auf die so ermittelten Werte lassen sich die insgesamt 24 Vorfälle 

tabellarisch wie folgt zusammenfassen: 

A-5747/2022 

Seite 24 

 

Datum Produkt Tarifnr. VOC 

Gewicht Kg 

Deklaration 

VOC Einfuhr 

Einbuchung 

VOC-Bilanz 

VOC-Abgaben 

(Fr.) 

MWST VOC 

erhoben 

MWST Betrag 

(Fr.) 

(X.X.2016) LCO 2710.1994 (…) Nein Nein (…) Nein (…) 

(X.X.2016) LVN Angemeldet: 

2710.1211; 

Richtig: 

2710.1291 

(…) Nein Nein  (…) Nein (…) 

(X.X.2016) LCO 2710.1994 (…) Nein Nein  (…) Nein (…) 

(X.X.2016) LVN Angemeldet: 

2710.1211; 

Richtig: 

2710.1291 

(…) Nein Nein (…) Nein (…) 

(X.X.2016) LVN Angemeldet: 

2710.1211; 

Richtig: 

2710.1291 

(…) Nein Nein (…) Nein (…) 

(X.X.2016) LVN Angemeldet: 

2710.1211; 

(…) Nein Nein (…) Nein (…) 

A-5747/2022 

Seite 25 

Richtig: 

2710.1291 

(X.X.2016) LVN Angemeldet: 

2710.1211; 

Richtig: 

2710.1291 

(…) Nein Nein (…) Nein (…) 

(X.X.2016) LVN Angemeldet: 

2710.1211; 

Richtig: 

2710.1291 

(…) Nein Nein (…) Nein (…) 

(X.X.2016) LVN Angemeldet: 

2710.1211; 

Richtig: 

2710.1291 

(…) Nein Nein (…) Nein (…) 

(X.X.2016) LVN Angemeldet: 

2710.1211; 

Richtig: 

2710.1291 

(…) Nein Nein (…) Nein (…) 

(X.X.2016) Propan 2711.1290 (…) Nein, mit nach-

träglicher 

Nein (…) Ja (…) 

A-5747/2022 

Seite 26 

Korrektur 

durch BAZG 

(25.4.2019) 

(X.X.2016) LVN Angemeldet: 

2710.1211; 

Richtig: 

2710.1291 

(…) Nein Nein (…) Nein (…) 

(X.X.2018) Refor-

mate  

2707.5090 (…) Ja Nein (…) Ja (…) 

(X.X.2018) Refor-

mate 

MOGAS 

2710.1291 (…) Ja Nein (…) Ja (…) 

(X.X.2018) HSGO 2710.1999 (…) Ja Ja (…) Nein (…) 

(X.X.2018) Refor-

mate 

2707.5090 (…) Ja Nein (…) Ja (…) 

(X.X.2018) Refor-

mate 

2707.5090 (…) Ja Nein (…) Ja (…) 

A-5747/2022 

Seite 27 

(X.X.2019) HSGO 2710.1999 (…) Nur im Veran-

lagungstext.  

Ja (…) Nein (…) 

(X.X.2019) HSGO 2710.1999 (…) Nur im Veran-

lagungstext 

Ja  (…) Nein (…) 

(X.X.2019) HSGO 2710.1999 (…) Nur im Veran-

lagungstext 

Ja (…) Nein (…) 

(X.X.2019) HSGO 2710.1999 (…) Nur im Veran-

lagungstext) 

Ja (…) Nein (…) 

(X.X.2019) HSGO 2710.1999 (…) Nur im Veran-

lagungstext 

Ja  (…) Nein (…) 

(X.X.2019) HSGO 2710.1999 (…) Nur im Veran-

lagungstext 

Ja (…) Nein (…) 

(X.X.2020) HSGO 2710.1999 (…) Nur im Veran-

lagungstext 

Ja  (…) Nein (…) 

A-5747/2022 

Seite 28 

5.2 Umstritten ist, ob die Beschwerdeführerin verpflichtet ist, die VOC-Len-

kungsabgabe bzw. die darauf anfallende Mehrwertsteuer für die betroffe-

nen Produkte nachzuentrichten bzw. ob die angefochtene Verfügung über 

die Leistungspflicht rechtmässig ist.  

5.2.1 Die Beschwerdeführerin beruft sich zum einen auf den Vertrauens-

schutz. Das BAZG sowie die zuständigen kantonalen Behörden hätten die 

streitbetroffenen VOC-Bilanzen der Betriebsstandorte 1 und 2 kontrolliert 

und als richtig befunden. Sie habe daher darauf vertrauen dürfen, dass ihr 

Vorgehen bezüglich der Zollanmeldungen und der Angaben in den VOC-

Bilanzen korrekt war. Unter Berücksichtigung des Verbots widersprüchli-

chen Verhaltens sowie des Vertrauensschutzes dürfe das BAZG die stritti-

gen Beträge daher nicht einfordern. Die angefochtene Verfügung sei für 

nichtig zu erklären. 

Überdies – so weiter die Beschwerdeführerin – habe sie die VOC-Abgabe 

auf den streitbetroffenen Produkten im Zeitpunkt der Einfuhr gar nicht ent-

richten müssen, da sie das Verpflichtungsverfahren anwende und Befrei-

ungstatbestände vorlägen (Beschwerde, Rz. 86 ff.). Es würden alle einge-

führten Stoffe zur Herstellung von Treib- und Brennstoffen verwendet, wes-

halb die Voraussetzungen für eine Befreiung gemäss Art. 35a Abs. 3 Bst. c 

USG bzw. Art. 35a Abs. 3 Bst. a USG erfüllt seien. Mit der verfügten Nach-

belastung werde sie (die Beschwerdeführerin) alleine aufgrund eines Feh-

lers in der Tarifierung – wobei in einigen Fällen nicht einmal ein Tarifie-

rungsfehler vorgelegen habe, sondern nur die Angaben in den VOC-Bilan-

zen unvollständig gewesen seien – zur Zahlung der VOC-Abgaben ver-

pflichtet, obwohl sie materiell die Voraussetzungen für eine Befreiung er-

fülle. Dies sei als klarer Verstoss gegen das Verhältnismässigkeitsprinzip 

zu werten. Dass das BAZG sich überdies geweigert habe, ihr nach der 

Kontrolle eine Fristerstreckung für die Berichtigung der VOC-Bilanzen zu 

gewähren, stelle einen überspitzten Formalismus dar und verstosse gegen 

Art. 5 Abs. 3 BV und Art. 9 BV. Sollte die Nacherhebung der VOC-Abgaben 

bestätigt werden, läge eine definitive Abgabebelastung vor, da das Rück-

erstattungsverfahren von ihr infolge Verwirkung nicht mehr beansprucht 

werden könne. Die Verwirkungsfristen gemäss Art. 19 VOCV seien nämlich 

zum Zeitpunkt des Abschlusses der Prüfung des BAZG im Jahr 2022 be-

reits abgelaufen gewesen. Eine Nacherhebung der VOC-Abgabe unter die-

sen Umständen würde auch dem Zweck der Abgabe als Lenkungsabgabe 

zuwiderlaufen. Die Verfügung solle für nichtig erklärt werden. 

A-5747/2022 

Seite 29 

Auch seien die Voraussetzungen für eine Nachbelastung gestützt auf 

Art. 12 Abs. 2 VStrR im vorliegenden Fall nicht erfüllt. Sie habe nämlich 

keinen Vorteil erlangt, da sie das Verpflichtungsverfahren anwende und die 

Voraussetzungen für die Befreiung von der VOC-Abgabe erfüllt seien. Da-

mit sei eine wesentliche Voraussetzung für die Anwendung von Art. 12 

Abs. 2 VStrR nicht gegeben. Dies müsse zur Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung führen, soweit sie die Erhebung der VOC-Abgabe betreffe. 

Überdies hätten die kantonalen und eidgenössischen Behörden die VOC-

Bilanzen validiert, was erneut bestätige, dass die geplante Nacherhebung 

nicht gesetzeskonform sei. 

5.2.2 Die Vorinstanz ist demgegenüber der Auffassung, die fraglichen Ab-

gaben seien in objektiver Hinsicht hinterzogen worden und müssten daher 

nachentrichtet werden. Mit der Einreichung der VOC-Bilanzen der betref-

fenden Jahre und dem Ergehen von diesbezüglichen Verfügungen (i.d.R. 

sog. «Nuller-Bilanzen», mit denen weder eine Abgabe erhoben noch eine 

solche rückerstattet wurde) sei das Veranlagungsverfahren in den jeweili-

gen Fällen rechtskräftig abgeschlossen worden. Eine Nachfrist für die Be-

richtigung der VOC-Bilanzen sei daher ausgeschlossen. Im Rahmen des 

Verpflichtungsverfahrens könnten die eigentlich bei der Einfuhr fälligen 

VOC-Abgaben jährlich abgerechnet werden. Bedingung dafür sei es aber, 

dass die vom Verpflichtungsverfahren betroffenen VOC überhaupt erfasst, 

d.h. anlässlich der Einfuhr in den Zollanmeldungen deklariert und in die 

VOC-Bilanz eingebucht worden seien. Dies sei vorliegend nicht gesche-

hen. 

Die von der Beschwerdeführerin erwähnten Schreiben des BAZG hätten 

eine formelle Prüfung und Kontrolle durch die Sektion VAR des BAZG be-

stätigt und die VOC-Bilanzen als richtig befunden. Daraus lasse sich je-

doch nicht ableiten, dass die VOC-Bilanzen auch materiell korrekt seien. 

Sie genügten daher nicht, um einen Anspruch aus dem Grundsatz des Ver-

trauensschutzes zu begründen. Sinn und Zweck einer formellen Prüfung 

sei nicht die Durchsicht der VOC-Buchhaltungen der Beschwerdeführerin, 

sondern zu überprüfen, ob u.a. die Veranlagungsverfügungen, die VOC-

Bilanzen, die entsprechenden Belege und Beilagen übereinstimmten. Im 

Falle der Beschwerdeführerin seien teilweise bereits falsche Veranla-

gungsverfügungen ausgestellt worden, weil diese die VOC-Abgabe bei der 

Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr nicht angemeldet habe. 

Dies habe sowohl die VOC-Bilanzen als auch die Verfügungen verfälscht. 

Es sei ihr (der Vorinstanz) anlässlich der formellen Kontrolle keinesfalls 

möglich gewesen, festzustellen, dass die Veranlagungsverfügungen, 

A-5747/2022 

Seite 30 

geschweige denn die VOC-Bilanzen, nicht korrekt waren und Falschanmel-

dungen seitens der Beschwerdeführerin getätigt wurden. Letzterer sei viel-

mehr eine erhöhte Sorgfaltspflicht zugekommen. Überdies habe die Be-

schwerdeführerin nach Erhalt der Schreiben auch keine Dispositionen ge-

troffen, welche den in den Schreiben und Veranlagungsverfügen des BAZG 

enthaltenen Sachverhalt betreffen. 

6.  

6.1 In einem ersten Schritt ist auf den Einwand der Beschwerdeführerin 

einzugehen, es sei auf die Nacherhebung zu verzichten, da sie über eine 

Bewilligung für das Verpflichtungsverfahren verfüge und die streitbetroffe-

nen Einfuhren materiell die Voraussetzungen für eine Befreiung von der 

VOC-Abgabe erfüllen würden (Beschwerde, Rz. 86 ff.).  

6.2  

6.2.1 Die Beschwerdeführerin ist bzw. war im Zeitpunkt der streitbetroffe-

nen Einfuhren unbestrittenermassen Inhaberin einer Bewilligung für das 

Verpflichtungsverfahren (Sachverhalt Bst. A.b). Daraus folgt jedoch nicht, 

dass sie der VOC-Abgabe unterliegende Mengen an VOC auch ohne De-

klaration anlässlich der Zollanmeldung und ohne Einbuchung in die VOC-

Bilanz abgabebefreit einführen durfte:  

6.2.2 Auf die Ein- und Ausfuhr von VOC sind die Verfahrensbestimmungen 

der Zollgesetzgebung anwendbar (E. 3.2). In der Botschaft des Bundesra-

tes vom 7. Juni 1993 zu einer Änderung des Bundesgesetzes über den 

Umweltschutz (BBl 1993 II 1445; nachfolgend: Botschaft des Bundesrates 

vom 7. Juni 1993) wird dazu erläuternd ausgeführt, dass auf Importen die 

Abgaben nach dem üblichen Zollabfertigungsverfahren (Deklaration, 

Rechnungstellung usw.) erhoben werden (BBl 1993 II 1445, 1535). In der 

Zollanmeldung ist somit bei der VOC-Abgabe unterliegenden Waren der 

VOC-Gehalt zu deklarieren, da es sich um Angaben handelt, die zum Voll-

zug des USG notwendig sind (E. 3.2.2). Rechtsprechungsgemäss gelten 

die Verfahrensbestimmung der Zollgesetzgebung überdies auch im Rah-

men des – lediglich auf Verordnungsstufe geregelten – Verpflichtungsver-

fahrens, soweit die Ein- oder Ausfuhr von VOC betroffen ist (Art. 3 VOCV; 

Urteile des BVGer A-3345/2020 vom 17. Oktober 2022 E. 3.2, 5.3; 

A-1123/2017 vom 6. Dezember 2017 E. 5.2, 5.3.3; A-5198/2016 vom 

5. April 2017 E. 4.3, 4.4.1 ff.). Dies entspricht auch der Verwaltungspraxis, 

wonach eine anmeldepflichtige Person VOC-haltige Waren auch im Rah-

men des Verpflichtungsverfahrens in der Zollanmeldung zu deklarieren 

und dabei die VOC-Menge in kg, die Bewilligungsnummer für das 

A-5747/2022 

Seite 31 

Verpflichtungsverfahren und den einschlägigen Zusatzabgabenartencode 

und Zusatzabgabenschlüssel anzugeben hat (E. 3.1.8).  

6.2.3 Mit Bezug auf die Entstehung der Abgabeforderung ist sodann Fol-

gendes festzuhalten: Die VOCV enthält keine ausdrücklichen Regelungen 

zur Entstehung der Abgabeforderung bei der Einfuhr von VOC-haltigen 

Waren (sie enthält eine Regelung zur Entstehung der Abgabeforderung im 

Inland, vgl. Art. 12 VOCV). Bei der Einfuhr kommt jedoch, wie bereits er-

wähnt, das Verfahren der Zollgesetzgebung (zumindest sinngemäss: Art. 3 

VOCV) zur Anwendung (E. 6.2.2). Gemäss Art. 69 ZG entsteht die Zoll-

schuld mit der Annahme der Zollanmeldung oder (unter anderen) im Falle 

der unterlassenen Anmeldung im Zeitpunkt der Verbringung der Ware über 

die Zollgrenze (E. 3.3). Sie wird mit der Entstehung fällig (E. 3.3). Daraus 

folgt, dass auch die VOC-Abgabe grundsätzlich mit der Annahme der Zoll-

anmeldung bzw. im Falle einer unterlassenen Zollanmeldung im Zeitpunkt 

der Verbringung der Ware über die Zollgrenze entsteht und fällig wird. 

Eine Ausnahme dazu schafft das Verpflichtungsverfahren. Werden VOC-

haltige Waren im Rahmen des Verpflichtungsverfahrens eingeführt, sind 

sie vorläufig abgabebefreit, d.h. die Abgabe entsteht zwar bei der Einfuhr, 

wird anlässlich der Einfuhr aber nicht erhoben. Die Abgabe wird mit beding-

ter Zahlungspflicht veranlagt, d.h. sie wird anhand der eingeführten Menge 

an VOC errechnet und auf der Veranlagungsverfügung ausgewiesen (vgl. 

act. 01.06.01/0010 für eine ordnungsgemäss angemeldete Einfuhr). Die 

Inhaber einer Bewilligung zum Bezug von vorläufig abgabebefreiten VOC 

sind verpflichtet, nachträglich mittels einer VOC-Bilanz über die Festset-

zung einer allfälligen Nachzahlung «abzurechnen» (ausführlich: Urteil des 

BVGer A-3345/2020 vom 17. Oktober 2022 E. 5.4). Die Abgabe muss 

nachbezahlt werden, wenn die eingeführten VOC so verwendet werden, 

dass sie nicht von der Abgabe befreit sind (Art. 22 Abs. 2 VOCV). Überdies 

kann die OZD die Abgabe unter bestimmten Voraussetzungen nach pflicht-

gemässem Ermessen festsetzen und nachfordern (Art. 22b Abs. 4 VOCV). 

In diesen Fällen fällt die vorläufige Befreiung dahin und aus der bedingten 

wird eine definitive Zahlungspflicht. Wird hingegen mittels der VOC-Bilanz 

nachgewiesen, dass das eingeführten VOC gemäss Art. 35a Abs. 3 USG 

von der Abgabe befreit sind, wird die Abgabebefreiung definitiv und die Ab-

gabe muss nicht nachbezahlt werden. 

6.3  

6.3.1 Insoweit die Beschwerdeführerin geltend machen will, die streitbe-

troffenen Einfuhren von der VOC-Abgabe unterliegenden Waren hätten gar 

A-5747/2022 

Seite 32 

keine Zahlungspflicht ausgelöst (Beschwerde, Rz. 89), kann ihr damit mit 

Bezug auf die streitbetroffenen Einfuhren von LVN und LCO sowie die Ein-

fuhr von Propan (E. 5.1) nicht gefolgt werden. Bei diesen wurden in der 

Zollanmeldung die eingeführten Mengen an VOC nicht angemeldet (weder 

im Veranlagungstext noch mittels Zusatzabgabenartencode) und auch die 

Bewilligungsnummer für das Verpflichtungsverfahren wurde nicht angege-

ben (vgl. act. 01.06.02/0044 ff.; E. 3.1.8). Es handelt sich somit um Fälle 

einer unterlassenen Anmeldung der eingeführten Mengen an VOC. Die Ab-

gabeforderung für diese eingeführten Mengen an VOC entstand – in sinn-

gemässer Anwendung der Zollgesetzgebung – im Zeitpunkt der Verbrin-

gung der Waren über die Zollgrenze und wurde auch in diesem Zeitpunkt 

fällig.  

6.3.2 Dass die Beschwerdeführerin Inhaberin einer Bewilligung für das 

Verpflichtungsverfahrens war, kann daran nichts ändern. Zur Erläuterung 

kann wiederum die Zollgesetzgebung bzw. die darauf fussende Rechtspre-

chung herangezogen werden. So können etwa (unter bestimmten Voraus-

setzungen) im Rahmen des Verfahrens der vorübergehenden Verwendung 

ausländische Waren unter Befreiung von den Einfuhrzollabgaben ins Zoll-

gebiet eingeführt werden (Art. 9, 58 ZG). Wird die Zollanmeldung jedoch 

unterlassen, entstehen die Zoll- und Einfuhrsteuerschulden im Zeitpunkt, 

in dem die Waren über die Zollgrenze verbracht werden. Diese Zoll- und 

Steuerschulden bleiben nach der Rechtsprechung auch dann geschuldet, 

wenn die nicht angemeldete Ware später wieder ausgeführt wird, selbst 

wenn rückblickend bei ordnungsgemässer Anmeldung allenfalls eine Ab-

gabebefreiung möglich gewesen wäre (Urteil des BGer 9C_717/2022 vom 

15. Dezember 2023 E. 3.2.1 m.w.H.). Hintergrund dieser Rechtsprechung 

ist laut Bundesgericht der Umstand, dass bei einer Einfuhr zur vorüberge-

henden Verwendung im Zeitpunkt der Verbringung der Ware in das Zollge-

biet noch nicht feststeht, ob dereinst die Voraussetzungen für die Abgaben-

befreiung erfüllt sein werden. Sie ermöglicht den Zollbehörden, sicherzu-

stellen, dass die übrigen Voraussetzungen der (definitiven) Abgabebefrei-

ung eingehalten sind (Urteil des BGer 9C_717/2022 vom 15. Dezember 

2023 E. 3.2.1). Gleiches gilt etwa bei einer unterlassenen Anmeldung für 

das Transitverfahren oder bei einem ungültigen Ursprungsnachweis. Auch 

in diesem Fall sind bei einem Verbringen der Waren ins Zollgebiet ohne 

Zollanmeldung bzw. ohne gültigen Ursprungsnachweis die Zollabgaben 

geschuldet, auch wenn die Waren andernfalls vielleicht die Voraussetzun-

gen für eine Befreiung von den Zollabgaben erfüllt hätten (BGE 89 I 542 

E. 2; Urteile des BGer 2C_3/2022 vom 17. Mai 2022 E. 3.2; 2C_32/2011 

vom 7. April 2011 E. 3.2).  

A-5747/2022 

Seite 33 

Die Überlegungen des Bundesgerichts zum Verfahren der vorübergehen-

den Verwendung lassen sich auf das Verpflichtungsverfahren übertragen. 

Ohne ordnungsgemässe Anmeldung der eingeführten Mengen an VOC ist 

es für die Zollbehörden auch bei Inhabern einer Bewilligung für das Ver-

pflichtungsverfahren nicht möglich, zu überprüfen, ob mit Bezug auf die 

eingeführten Mengen an VOC die Voraussetzungen einer Befreiung von 

der VOC-Abgabe gemäss Art. 35a Abs. 3 USG erfüllt sind. Diesfalls hätten 

sie nämlich keine Kontrolle über die tatsächlich eingeführten Mengen an 

VOC, weshalb sie auch nicht überprüfen könnten, ob die Inhaber einer Be-

willigung sämtliche Eingänge von VOC in ihren VOC-Bilanzen aufführen 

(zur diesbezüglichen Kontrolle: nachfolgend E. 7). Eine ordnungsgemässe 

Zollanmeldung muss daher auch im Rahmen des Verpflichtungsverfahrens 

Voraussetzung für eine Abgabebefreiung sein. Ob die materiellen Voraus-

setzungen einer Abgabebefreiung bei ordnungsgemässer Zollanmeldung 

(und korrekter Einbuchung in die VOC-Bilanzen) gegeben gewesen wären, 

ist daher nicht entscheidend (vgl. in diesem Sinne [mit Bezug auf das Er-

fordernis ordnungsgemässer Zollausfuhrdeklarationen]: Urteile des BVGer 

A-5000/2023 vom 3. Juni 2024 [angefochten vor BGer] E. 10.3; 

A-3345/2020 vom 17. Oktober 2022 E. 5; A-5198/2016 vom 5. April 2017 

E. 4.3; A-3994/2009 vom 19. Mai 2011 E. 4.1). 

6.3.3 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin kann in der Nach-

belastung der Abgabe bei unterlassenen oder unrichtigen Zollanmeldun-

gen auch kein Verstoss gegen den Grundsatz der Verhältnismässigkeit 

oder gegen das Verbot der konfiskatorischen Besteuerung erblickt werden. 

Weitere Ausführungen dazu erübrigen sich, da aufgrund des Anwendungs-

gebots von Art. 190 BV für eine Nichtanwendung bundesgesetzlicher Best-

immungen ohnehin kein Raum besteht, wenn eine Norm vom Bundesge-

setzgeber so gewollt ist und innerhalb des diesem eröffneten Regelungs-

ermessens liegt. Dies ist hier der Fall, da die VOC-Abgabenpflicht und de-

ren Befreiung in einem Bundesgesetz klar normiert ist (E. 3.1.1 f.). Auch 

verweist Art. 35c Abs. 3 USG ausdrücklich auf die Verfahrensbestimmun-

gen der Zollgesetzgebung. Zudem wäre es der Beschwerdeführerin mög-

lich gewesen, die unrichtigen Zollanmeldungen nachträglich zu berichtigen 

(vgl. E. 3.2.4; Richtlinie 67 Ziff. 3.5; vgl. dazu etwa das Urteil des BVGer 

A-581/2016 vom 21. März 2017). Dadurch wird dem Verhältnismässig-

keitsprinzip trotz der Formstrenge des Zollverfahrens Rechnung getragen.  

6.3.4 Ein allfälliger Rückerstattungsanspruch für bezahlte Abgaben für 

VOC, die so verwendet wurden, dass diese von der Abgabe befreit sind, 

verwirkt, wenn der entsprechende Antrag nicht innerhalb von sechs 

A-5747/2022 

Seite 34 

Monaten nach Abschluss des Geschäftsjahres gestellt wird; er erlöscht in 

jedem Fall zwei Jahre nach Eintritt des Rückerstattungsgrundes (E. 3.1.3). 

Es trifft demnach wohl zu, dass allfällige Rückerstattungsansprüche mit Be-

zug auf die streitbetroffenen VOC, die im Laufe des Jahres 2016 eingeführt 

wurden, zum Zeitpunkt des Abschlusses der Überprüfung durch das BAZG 

im Juni 2022 (Sachverhalt Bst. B.a) bereits verwirkt waren. Dies zu über-

prüfen, ist allerdings nicht Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens. 

Insoweit die Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang geltend ma-

chen will, eine definitive Abgabebelastung würde im Widerspruch zum ge-

setzlichen System und dem Ziel der Lenkungsabgabe stehen (Be-

schwerde, Rz. 95 ff.), kann ihr jedenfalls nicht gefolgt werden. Eine Verwir-

kungsfrist bewirkt, dass nach deren Ablauf selbst ein an sich einmal beste-

hender Anspruch nicht mehr geltend gemacht werden kann, und zwar un-

abhängig vom Gesetzeszweck (vgl. Urteil des BVGer A-3410/2012 vom 

21. Januar 2013 E. 3.4.2). Dass die VOC-Abgabe die Belastung der durch 

die VOC verursachten Umweltbeeinträchtigungen und nicht die fiskalische 

Belastung eines finanziellen Ertrages bezweckt, ist demnach nicht ent-

scheidend (zu Sinn und Zweck der Lenkungsabgabe siehe Urteil des 

BVGer A-5198/2016 vom 5. April 2017 E. 3.1.4 m.w.H.).  

6.4 Mit Bezug auf die streitbetroffenen Einfuhren von Reformate bzw. Re-

formate MOGAS (E. 5.1) erfolgte eine ordnungsgemässe Zollanmeldung 

der eingeführten Mengen VOC unter Hinweis auf das Verpflichtungsverfah-

ren bzw. Angabe der Bewilligungsnummer, einschliesslich Zusatzabgaben- 

artencode und Zusatzabgabeschlüssel (02 – Verpflichtungsverfahren). Die 

VOC-Abgaben wurden provisorisch veranlagt (act. Nr. 01.06.02/0133 ff.). 

Hingegen wurden die eingeführten Mengen an VOC von der Beschwerde-

führerin – anders als gemäss Art. 10 Abs. 2 Bst. a VOCV vorgeschrie-

ben – nicht als Eingänge in den VOC-Bilanzen aufgeführt. Die Beschwer-

deführerin muss sich also eine unrichtige bzw. unvollständige Deklaration 

der eingeführten Mengen an VOC in den VOC-Bilanzen vorwerfen lassen. 

Da mit Bezug auf diese vier Einfuhren der Vertrauensschutz greift (nach-

folgend E. 7), muss an dieser Stelle jedoch nicht weiter auf diese Einfuhren 

eingegangen werden.  

6.5 Mit Bezug auf die acht streitbetroffenen Einfuhren von HSGO wurde 

die Menge eingeführten VOCs in den Einfuhrzollanmeldungen (im Veran-

lagungstext) deklariert und in die VOC-Bilanzen aufgenommen. Die  

Vorinstanz hat daher – trotz unvollständiger Deklaration in den Einfuhrzoll-

anmeldungen – auf eine Nachforderung verzichtet. Die auf den VOC-Ab-

gaben lastende Mehrwertsteuer wurde jedoch nicht bezahlt (E. 5.1). Bei 

A-5747/2022 

Seite 35 

der Einfuhr geschuldete Abgaben sind in die Bemessungsgrundlage für die 

Einfuhrsteuer miteinzubeziehen (E. 3.4.2). Nach der Praxis des ESTV ist 

die VOC-Lenkungsabgabe selbst dann Teil der Bemessungsgrundlage für 

die MWST, wenn der Importeur über eine Bewilligung für das Verpflich-

tungsverfahren verfügt (E. 3.1.9). Gründe für eine Nichtbeachtung dieser 

Praxis werden von der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht und sind 

für das Bundesverwaltungsgericht nicht ersichtlich (E. 1.8.2). Die von der 

Vorinstanz nachbelasteten Mehrwertsteuern sind somit geschuldet. Die 

Mehrwert- bzw. Einfuhrsteuerschulden entstanden ebenfalls im Zeitpunkt 

der Verbringung der Ware über die Zollgrenze (Art. 56 Abs. 1 MWSTG 

i.V.m. Art. 69 Bst. c ZG). 

7.  

In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob sich die Beschwerdeführerin im 

Zusammenhang mit den von ihr erstellten VOC-Bilanzen erfolgreich auf 

den Grundsatz des Vertrauensschutzes berufen kann (E. 2.1 f.). 

7.1 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin die VOC-Bilanzen für ihren Be-

triebsstandort 1 für die Jahre 2016-2018 am 20. September 2017, 7. März 

2019 bzw. 28. November 2019 beim (zuständigen kantonalen Amt) einge-

reicht (vgl. act. Nr. 01.06.01/0005 ff., 01.06.01/0054 ff., 01.06.01/107 ff., 

01.06.01/0174 ff.). Das (zuständige kantonale Amt) prüfte die VOC-Bilan-

zen und übermittelte sie anschliessend an die damalige EZV, wobei in den 

Übermittlungsschreiben betreffend die Bilanzen der Jahre 2016 und 2018 

jeweils festgehalten wurde, die VOC-Bilanzen seien aus Sicht des (zustän-

digen kantonalen Amts) gutzuheissen (Schreiben vom 2. Oktober 2017 

[act. Nr. 01.06.01/0088; Bilanz 2016], Schreiben vom 2. Dezember 2019 

[act. Nr. 01.06.01/0195; Bilanz 2018]). Betreffend die VOC-Bilanz für das 

Jahr 2017 hielt das (zuständige kantonale Amt) fest, diese sei aus Sicht 

des (zuständigen kantonalen Amts) mit Vorbehalten gutzuheissen (Schrei-

ben vom 14. März 2019 [act. Nr. 01.06.01/0122]). Anschliessend hielt die 

EZV betreffend die VOC-Bilanz 2016 in einem Schreiben an die Beschwer-

deführerin Folgendes fest: «Das (zuständige kantonale Amt) hat uns Ihre 

VOC-Bilanz zugestellt. Wir haben sie kontrolliert und als richtig befunden. 

Für Ihre Mitarbeit danken wir Ihnen bestens» (Schreiben vom 4. Oktober 

2017 [act. Nr. 01.06.01/0089]). Betreffend die VOC-Bilanzen 2017 und 

2018 erliess die EZV kein solches Schreiben. Die EZV stellte der Be-

schwerdeführerin aber betreffend die VOC-Bilanz 2017 die darin ausge-

wiesene, nachzubezahlende Lenkungsabgabe über Fr. (…) in Rechnung 

(Verfügung vom 27. Juli 2019, act. Nr. 01.06.01/0124). Betreffend die VOC-

Bilanz 2018 verfügte die EZV die Rückerstattung der Lenkungsabgabe 

A-5747/2022 

Seite 36 

über Fr. (…) im Einklang mit den Angaben der Beschwerdeführerin (Verfü-

gung vom 19. Februar 2020, act. Nr. 01.06.01/0197). 

Die VOC-Bilanzen für den Betriebsstandort 2 für die Jahre 2016-2018 wur-

den von der Beschwerdeführerin am 29  Juni 2017, 29. Juni 2018 bzw. 

27. Juni 2019 beim (zuständigen kantonalen Amt) eingereicht (act. Nr. 

01.06.01/0090 ff., 01.06.01/0125 ff., 01.06.01/0198 ff.). (Das zuständige 

kantonale Amt) leitete die Bilanzen daraufhin nach bestandener Prüfung 

an die (damalige) EZV weiter (Schreiben vom 26. Juli 2017, act. Nr. 

01.06.01/0105 [VOC-Bilanz 2016]; Schreiben vom 16. August 2018, act. 

Nr. 01.06.01/0172 [VOC-Bilanz 2017]; Schreiben vom 7. August 2019, act. 

Nr. 01.06.01/0253 [VOC-Bilanz 2018]). Die Prüfung bestand aus den fol-

genden Punkten:  

«1. Contrôle du bilan  

1.1 Cases «Requérant» et «Personne compétente» remplies: OUI 

1.2 Indication sur le type de COV remplie: OUI 

1.3 Calculs, additions et report en page 2, 3 et 4, en ordre: OUI 

1.4 Page 4 datée et signée: OUI 

1.5 Cases «Annexes au chiffres» cochées correctement: OUI 

2. Contrôle des annexes 

2.1 Sommes, calculs et report des annexes au bilan, en ordre pour 

toutes les annexes : OUI 

2.2 Annexe 1/3/5/12 : 

2.2.1 Vérification de l’exactitude des données inscrites et des re-

marques explicatives : OUI 

2.2.2 Tous les achats sont livrés durant l’exercice (Jahr) : OUI ». 

 

Anschliessend hielt die EZV betreffend die VOC-Bilanzen 2016-2018 in 

Schreiben an die Beschwerdeführerin fest, die Bilanzen seien von der EZV 

«kontrolliert und als richtig befunden» worden (Schreiben vom 16. August 

2017, act. Nr. 01.06.01/0106; Schreiben vom 27. August 2018, act. Nr. 

01.06.01/0173; Schreiben vom 13. August 2019, act. Nr. 01.06.01/0254). 

7.2  

7.2.1 Wie oben dargelegt (E. 6.2.3), dient die VOC-Bilanz den Inhabern ei-

ner Bewilligung zum Bezug von vorläufig abgabebefreiten VOC der «Ab-

rechnung» und damit der Festsetzung einer allfälligen Nachzahlung. Sie 

hat u.a. sämtliche Eingänge von VOC auszuweisen. Die VOC-Bilanz ist 

grundsätzlich auf einem amtlichen Formular zu erstellen und muss innert 

sechs Monaten nach Abschluss des Geschäftsjahres bei der kantonalen 

A-5747/2022 

Seite 37 

Behörde eingereicht werden (E. 3.1.5 f.). Bewilligungsinhaber, die die Ab-

gabe nachzubezahlen haben für VOC, die nicht so verwendet wurden, 

dass sie von der Abgabe befreit sind, müssen der kantonalen Behörde eine 

Abgabedeklaration innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Ge-

schäftsjahres einreichen (Art. 13 Abs. 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 2 VOCV).  

7.2.2 Die Überprüfung der VOC-Bilanzen erfolgt grundsätzlich durch die 

Kantone (E. 3.1.6). Praxisgemäss werden die VOC-Bilanzen von den zu-

ständigen kantonalen Behörden namentlich hinsichtlich der formalen Rich-

tigkeit/Vollständigkeit und der Plausibilität/Nachvollziehbarkeit der dekla-

rierten Summen von Ein- und Ausgängen von VOC geprüft (E. 3.1.8.1). Die 

OZD ist dagegen dafür zuständig, einen allfälligen nachzubezahlenden Ab-

gabebetrag nachzufordern (E. 3.1.6). Sie hat Bewilligungsinhabern im 

Falle einer nicht fristgerecht eingereichten oder unvollständigen VOC-Bi-

lanz eine Nachfrist zu setzen und setzt die nachzubezahlende Abgabe 

nach pflichtgemässem Ermessen fest, wenn diese Nachfrist unbenutzt ver-

streicht (E. 3.1.6).  

7.3  

7.3.1 Bei den Schreiben, mit welchen die (damalige) EZV der Beschwer-

deführerin mitteilte, die VOC-Bilanzen kontrolliert und als richtig befunden 

zu haben (betreffend die VOC-Bilanz des Jahres 2016 des Betriebsstand-

orts 1 sowie die VOC-Bilanzen der Jahre 2016-2018 des Betriebsstandorts 

2), handelt es sich um konkrete, auf die Beschwerdeführerin bezogene Zu-

sicherungen. Diese wurden überdies auch von der zuständigen Amtsstelle 

erlassen (E. 7.2.2). Sie eignen sich also grundsätzlich als Vertrauens-

grundlage, gestützt auf welche sich die Beschwerdeführerin – sofern die 

weiteren Voraussetzungen erfüllt sind – auf den Vertrauensschutz berufen 

kann (E. 2.2 f.). 

7.3.2 Die OZD ist u.a. – wie eben gezeigt (E. 7.2.2) – dafür zuständig, Be-

willigungsinhabern eine Nachfrist anzusetzen, wenn deren VOC-Bilanzen 

unvollständig sind. Wie das BAZG ausführt, wird anlässlich der Entgegen-

nahme der VOC-Bilanzen eine formelle Kontrolle durchgeführt. Im Rahmen 

dieser formellen Kontrolle wird u.a. kontrolliert, ob die Veranlagungsverfü-

gungen, die VOC-Bilanzen, die entsprechenden Belege und Beilagen 

übereinstimmen und wie viele VOC-Einfuhren und Ausfuhren das betref-

fende Unternehmen mit den Zusatzabgabenartencodes und Zusatzabga-

benschlüssel 700/001 und 700/002 angemeldet hat (Vernehmlassung, 

Rn. 15; Duplik, Rn. 16-17). Solche Abgleiche zwischen den deklarierten 

Mengen in den VOC-Bilanzen und den Zollunterlagen werden – das zeigt 

A-5747/2022 

Seite 38 

auch die Rechtsprechung – in der Praxis effektiv vorgenommen (vgl. etwa 

Urteile des BVGer A-5000/2023 vom 3. Juni 2024 Sachverhalt Bst. A.e [an-

gefochten vor BGer]; A-3345/2020 vom 17. Oktober 2022 Sachverhalt 

Bst. D; A-4453/2021 vom 26. Juli 2022 Sachverhalt Bst. A.c). D.h., das 

BAZG überprüft in seinen EDV-Systemen, wie viele VOC-Einfuhren ein be-

stimmtes Unternehmen im einschlägigen Zeitraum mit dem Zusatzabga-

benartencode 700 und den einschlägigen Zusatzabgabeschlüsseln ange-

meldet hat. Wenn über sämtliche so registrierten Einfuhren in der VOC-

Bilanz abgerechnet wird (Nachweis, dass die betreffenden Mengen VOC 

von der Abgabe befreit sind oder Abrechnung über die geschuldete Ab-

gabe), gilt die VOC-Bilanz als vollständig. 

7.3.3 Im vorliegenden Fall wurde auf den besagten Schreiben ausdrücklich 

und ohne jeglichen Vorbehalt bestätigt, dass eine Kontrolle durchgeführt 

wurde und dass die VOC-Bilanzen «richtig» seien (E. 7.1). Gestützt auf 

diese klare Aussage durfte die Beschwerdeführer nach Treu und Glauben 

(E. 2.1) davon ausgehen, dass die von ihr eingereichten VOC-Bilanzen mit 

den sie betreffenden Zollunterlagen übereinstimmen; und dass somit sämt-

liche von ihr im entsprechenden Zeitraum ordnungsgemäss angemeldeten 

und eingeführten Mengen an VOC in den Bilanzen erfasst waren. Die Über-

prüfung der Übereinstimmung zwischen den im Zollverfahren angemelde-

ten Mengen an VOC und in den VOC-Bilanzen aufgeführten Mengen an 

VOC ist nämlich gerade Gegenstand der «formellen» Kontrolle des BAZG 

(E. 7.3.2). Überdies setzt das BAZG Bewilligungsinhabern eine Nachfrist, 

wenn deren VOC-Bilanzen unvollständig sind (E. 3.1.6), was im Falle der 

Beschwerdeführerin nicht erfolgte. Die Beschwerdeführerin durfte dem-

nach nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass sie in den VOC-Bilan-

zen über alle bei der Einfuhr ordnungsgemäss angemeldeten Mengen an 

VOC abgerechnet hatte. 

Insoweit die Beschwerdeführerin hingegen geltend macht, sie habe ge-

stützt auf die Schreiben auch darauf vertrauen dürfen, dass ihr Vorgehen 

hinsichtlich aller Zollanmeldungen richtig gewesen sei, kann ihr nicht ge-

folgt werden. Für eine ordnungsgemässe Zollanmeldung ist die Beschwer-

deführerin – dem Selbstdeklarationsprinzip entsprechend – selbst verant-

wortlich (E. 3.2.3, 6.2.2). Wie oben dargelegt, hat die Beschwerdeführerin 

verschiedene Einfuhren von VOC-haltigen Waren fälschlicherweise als 

nicht-VOC-haltig angemeldet (E. 6.3.1). Diese Einfuhren waren demge-

mäss in den EDV-Systemen des BAZG auch nicht unter dem einschlägigen 

Zusatzabgabenartencode 700 bzw. dem Schlüssel für das Verpflichtungs-

verfahren (002) registriert. Sie waren beim im Rahmen der formellen 

A-5747/2022 

Seite 39 

Kontrolle durchgeführten Abgleich zwischen den in den VOC-Bilanzen auf-

geführten und den zur Einfuhr angemeldeten Mengen an VOC deshalb 

nicht ohne Weiteres erkennbar. Ob die Beschwerdeführerin sämtliche tat-

sächlich eingeführten Mengen an VOC ordnungsgemäss als solche ange-

meldet hat, konnte und musste das BAZG im Rahmen der durchgeführten 

formellen Prüfung der VOC-Bilanzen nicht kontrollieren. Dazu hätte sie die 

tatsächliche Beschaffenheit sämtlicher von der Beschwerdeführerin einge-

führten Waren überprüfen müssen, was ohne Einsicht in die Buchhaltung 

der Beschwerdeführerin nicht oder nur sehr begrenzt möglich gewesen 

wäre. Die Beschwerdeführerin durfte die Schreiben der (damaligen) EZV 

demnach nicht als Zusicherung verstehen, dass in den VOC-Bilanzen über 

sämtliche tatsächlich, d.h. auch ohne ordnungsgemässe Anmeldung, ein-

geführten Mengen VOC abgerechnet worden ist. 

Schliesslich ergaben sich auch aus dem Gesamtkontext keine Hinweise, 

dass das BAZG eine derart umfassende Kontrolle der Einfuhren der Be-

schwerdeführerin hätte vorgenommen haben können. Eine Überprüfung 

sämtlicher Einfuhren der Beschwerdeführerin auf mögliche nicht dekla-

rierte Mengen an VOC beansprucht in personeller und zeitlicher Hinsicht 

beträchtliche Ressourcen. Solche vertieften Kontrollen werden nicht an-

lässlich der Entgegennahme der VOC-Bilanzen, sondern durch Unterneh-

mensprüfer vor Ort bei den jeweiligen Unternehmen durchgeführt (vgl. 

E. 3.1.7, 3.1.8; Duplik, Rn. 16). In Anbetracht der Tatsachen, dass die Be-

schwerdeführerin keine weitergehenden Unterlagen einreichte und die 

Prüfungen rasch und ohne weitere Korrespondenz jeweils innert weniger 

Tage bzw. Wochen abgeschlossen waren, liess nichts darauf schliessen, 

dass eine umfassende Prüfung hätte stattgefunden haben können. Dass 

der für die Unternehmensprüfung zuständige Zollinspektor im Nachhinein 

davon ausging, dass die meisten der fehlenden Einbuchungen in die VOC-

Bilanz im Rahmen der formellen Überprüfung der VOC-Bilanzen hätten 

festgestellt werden können (vgl. act. Nr. 01.01.01/0100-0118, Rubrik 4.1), 

vermag daran nichts zu ändern. 

7.3.4 Zusammengefasst ist das Vorliegen einer Vertrauensgrundlage mit 

Bezug auf diejenigen Einfuhren von VOC, die im Rahmen der Zollanmel-

dung ordnungsgemäss deklariert, aber nicht in die VOC-Bilanzen einge-

bucht wurden, zu bejahen. Dies war betreffend die vier streitbetroffenen 

Einfuhren von Reformate bzw. Reformate MOGAS vom 18. Juni 2018, 

26. Juni 2018, 29. November 2018 und 5. Dezember 2018 der Fall (E. 5.1). 

Auf diese bzw. die dazu eingereichte VOC-Bilanz für das Jahr 2018 des 

Betriebsstandorts 2 bezieht sich das Schreiben der EZV vom 13. August 

A-5747/2022 

Seite 40 

2019 (act. Nr. 01.06.01/0254), mit welchem die Korrektheit der VOC-Bilanz 

2018 ausdrücklich bestätigt wurde. Keine Vertrauensgrundlage liegt hinge-

gen mit Bezug auf die nicht ordnungsgemäss angemeldeten Einfuhren von 

LVN, LCO und Propan vor (E. 5.1). Die streitbetroffenen Einfuhren von 

HSGO wurden zwar nicht ganz korrekt angemeldet (E. 6.5), sie wurden 

aber in die VOC-Bilanzen aufgenommen und die VOC-Abgabe wurde nicht 

nachgefordert, weshalb sich weitere Ausführungen dazu erübrigen.  

7.4 Als weitere Voraussetzung ist für eine erfolgreiche Berufung auf den 

Vertrauensschutz u.a. vorausgesetzt, dass die sich auf die Vertrauens-

grundlage berufende Person im Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rück-

gängig zu machende Dispositionen traf (E. 2.2). Als Dispositionen können 

auch Unterlassungen gelten (E. 2.3). 

7.4.1 Mit Bezug auf die streitbetroffenen Einfuhren von Reformate bzw. Re-

formate MOGAS ist das Vorliegen solcher Dispositionen zu bejahen. Im 

Falle einer Mitteilung, dass ihre VOC-Bilanz unvollständig sei (Art. 22b 

Abs. 2 VOCV), wäre der Beschwerdeführerin eine Nachfrist für das Einrei-

chen der vollständigen VOC-Bilanz anzusetzen gewesen (E. 3.1.6). Nach 

der allgemeinen Lebenserfahrung kann davon ausgegangen werden, dass 

die Beschwerdeführerin die VOC-Bilanz diesfalls nachträglich korrigiert 

und die fehlenden Mengen an VOC eingebucht hätte. Allenfalls hätte sie 

eine Überprüfung der von ihr angegebenen Eingänge auch dann vorge-

nommen, wenn auf dem Schreiben zumindest ein entsprechender Vorbe-

halt angebracht gewesen wäre. Jedenfalls kann davon ausgegangen wer-

den, dass sich die Beschwerdeführerin ohne die ausdrückliche Bestätigung 

der Richtigkeit ihrer VOC-Bilanz anders verhalten hätte (E. 2.3).  

7.4.2 Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass mit Bezug auf die 

streitbetroffenen Einfuhren von LCN, LVN und Propan hingegen auch keine 

nachteiligen Dispositionen ersichtlich sind. Die streitbetroffenen VOC-Ab-

gaben entstanden mit der Einfuhr der fraglichen Waren (E. 6.3.1). Um im 

Rahmen des Verpflichtungsverfahrens in den Genuss der Befreiung von 

den angefallenen VOC-Abgaben zu kommen, hätte die Beschwerdeführe-

rin zunächst die korrekte Veranlagung der streitbetroffenen Waren veran-

lassen müssen, etwa mittels einer Berichtigung der unrichtigen Zollanmel-

dungen oder allenfalls einer Beschwerde gegen die Veranlagungsverfü-

gungen (E. 3.2.4 f., 6.2.3). Dies wäre zum Zeitpunkt des Erhalts der Schrei-

ben der EZV allerdings nicht mehr möglich gewesen. Die VOC-Bilanzen für 

das Jahr 2016, in welchem die Einfuhren stattfanden, wurden erst am 

29. Juni 2017 (Betriebsstandort 2) bzw. am 20. September 2017 

A-5747/2022 

Seite 41 

(Betriebsstandort 1) eingereicht (E. 7.1). Die Fristen für eine Berichtigung 

der Zollanmeldungen oder eine Beschwerde gegen die Veranlagungsver-

fügen waren zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufen (E. 2.3 f.). Auch aus 

diesem Grund ist eine Berufung auf das Vertrauensprinzip hinsichtlich die-

ser Einfuhren nicht möglich. 

7.5 Die Vorinstanz ist der Auffassung, die Beschwerdeführerin könne sich 

nicht auf den Vertrauensschutz berufen, da sie zur Entstehung der fehler-

haften Verfügung beigetragen habe. Das Gesetzmässigkeitsinteresse 

überwiege folglich gegenüber dem durch diese geltend gemachten Ver-

trauensschutzinteresse (Duplik, Rn. 21). Es trifft zu, dass die Beschwerde-

führerin die Einreichung der unvollständigen VOC-Bilanz 2018 für den Be-

triebsstandort 2 zu verantworten hat. Ihr berechtigtes Vertrauen gründet 

aber gerade auf der Zusicherung, dass ihre VOC-Bilanz überprüft und für 

richtig, d.h. auch vollständig, befunden worden sei. Damit unterscheidet 

sich der vorliegende Fall von in der Literatur zitierten Konstellationen, bei 

welchen etwa eine erteilte Bewilligung widerrufen wurde, weil im diesbe-

züglichen Gesuch unrichtige Angaben gemacht wurden (BGE 98 Ib 241 

E. 4B; zitiert in PIERRE TSCHANNEN/MARKUS MÜLLER/MARKUS KERN, Allge-

meines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. 2022, § 31 N 876). Denn anders als in 

der letztgenannten Konstellation, erweist sich der Verzicht auf die Einfor-

derung der VOC-Abgabe im vorliegenden Fall nicht oder zumindest nicht 

ohne weiteres als materiell unrichtig (was näher zu prüfen sein wird). Viel-

mehr erweist sich die VOC-Bilanz nachträglich als unvollständig, obwohl 

gerade die Vollständigkeit Gegenstand der Prüfung der EZV war.  

Vor diesem Hintergrund rechtfertigt es sich, der Beschwerdeführerin in An-

wendung des Vertrauensprinzips zu erlauben, ihre VOC-Bilanz 2018 für 

den Betriebsstandort 2 nachträglich zu korrigieren und allenfalls den Nach-

weis zu erbringen, dass die betroffenen Mengen VOC so verwendet wur-

den, dass sie gestützt auf Art. 35a Abs. 3 USG von der Abgabe befreit sind. 

Die Beschwerdeführerin hat gemäss ihren eigenen Angaben bereits im De-

zember 2022 eine korrigierte VOC-Bilanz für das Geschäftsjahr 2018 (Be-

triebsstandort 2) beim (zuständigen kantonalen Amt) eingereicht (vgl. Rep-

lik der Beschwerdeführerin vom 15. Juni 2023 Rz. 36 ff. und Beilage 4). In 

dieser korrigierten VOC-Bilanz wurden die ursprünglich zu Unrecht nicht 

eingebuchten Mengen VOC betreffend die Einfuhren von Reformate / Re-

formate MOGAS eingebucht und es wurde angegeben, die Ausgangsstoffe 

seien vollständig in Treib- und Brennstoffe umgewandelt worden. Eine 

Überprüfung dieser korrigierten VOC-Bilanz fand – soweit für das Bundes-

verwaltungsgericht aufgrund der Akten ersichtlich – nicht statt. Die 

A-5747/2022 

Seite 42 

Angelegenheit ist daher zur Überprüfung der korrigierten VOC-Bilanz 2018 

für den Betriebsstandort 2 (in Zusammenarbeit mit der zuständigen kanto-

nalen Behörde) bzw. zur Festlegung einer möglicherweise zu bezahlenden 

Abgabe für nicht von der Abgabe befreite Mengen VOC an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. 

7.6 Zusammengefasst kann sich die Beschwerdeführerin mit Bezug auf die 

vier streitbetroffenen Einfuhren von Reformate / Reformate MOGAS erfolg-

reich auf den Vertrauensschutz berufen. Mit Bezug auf die übrigen streit-

betroffenen Einfuhren sind die Voraussetzungen des Vertrauensschutzes 

hingegen nicht gegeben. 

8.  

Schliesslich ist mit Bezug auf die übrigen Einfuhren (LCO, LVN, Propan, 

HSGO) auf den Einwand der Beschwerdeführerin einzugehen, die Voraus-

setzungen der Leistungspflicht gemäss Art. 12 VStrR seien nicht gegeben, 

da sie keinen Vorteil erlangt habe (Beschwerde, Rz. 109 ff.).  

8.1  

8.1.1 Gemäss Art. 12 Abs. 1 Bst. a VStrR sind Abgaben nachzuentrichten, 

wenn sie infolge einer Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzge-

bung des Bundes zu Unrecht nicht erhoben worden sind. Gemäss Art. 61a 

Abs. 1 USG begeht eine Widerhandlung gegen die Vorschriften über die 

Lenkungsabgaben, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine Abgabe nach den 

Art. 35a, 35b oder 35bbis USG hinterzieht, gefährdet oder sich oder einem 

anderen einen unrechtmässigen Abgabevorteil (Befreiung oder Rücker-

stattung von Abgaben) verschafft (E. 4.1 f.). In der Botschaft des Bundes-

rates vom 7. Juni 1993 wird mit Bezug auf Art. 61a USG ausgeführt, dass 

dadurch im Zusammenhang mit der Verpflichtung, eine Lenkungsabgabe 

zu entrichten, drei Verhaltensweisen mit Strafe bedroht werden: das Hin-

terziehen der geschuldeten Abgabe, d.h. das widerrechtliche Vorenthalten 

der geschuldeten Abgabe durch Nichterfüllen von Deklarations- und Mel-

depflichten; das Gefährden der geschuldeten Abgabe, d.h. vorbereitende 

Handlungen oder Unterlassungen, die auf eine Hinterziehung abzielen 

oder abzielen können; das Verschaffen eines unrechtmässigen Abgabe-

vorteils und der Versuch dazu (BBl 1993 II 1445, 1536). 

8.1.2 Mit Bezug auf die streitbetroffenen Einfuhren von LCO, LVN und Pro-

pan hat die Beschwerdeführerin die ordnungsgemässe Zollanmeldung der 

eingeführten Mengen VOC unterlassen und ist somit ihren Deklarations-

pflichten nicht nachgekommen. Da die VOC-Abgabe ausserhalb des 

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Verpflichtungsverfahrens im Zeitpunkt der Verbringung der Waren über die 

Zollgrenze entstand und fällig wurde (E. 3.3, 6.3.2), dürfte es sich um eine 

Hinterziehung der VOC-Abgabe handeln (widerrechtliches Vorenthalten 

der geschuldeten Abgabe durch Nichterfüllen von Deklarations- und Mel-

depflichten). Gleiches gilt für die Mehrwert- bzw. Einfuhrsteuern auf der 

VOC-Abgabe, die infolge eines Fehlers in der Zollanmeldung anlässlich 

der Einfuhren von HSGO zu Unrecht nicht erhoben wurden (Art. 96 Abs. 4 

Bst. a MWSTG; vgl. dazu Urteil des BVGer A-3365/2020 vom 19. März 

2021 E. 8.4 [bestätigt durch das BGer mit Urteil 2C_372/2021 vom 23. De-

zember 2021]; JACQUES PITTET, in Zweifel/Beusch/Glauser/Robinson 

[Hrsg.], Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht. Bundesgesetz über 

die Mehrwertsteuer, 2015, Art. 96 N. 48). Ob es sich im Einzelfall um eine 

Gefährdung oder eine Hinterziehung der Abgaben handelte, ist jedoch oh-

nehin nicht entscheidend, da in beiden Fällen eine Widerhandlung gegen 

die Verwaltungsgesetzgebung vorliegt (E. 8.1.1; Art. 62 Abs. 2 USG). In-

folge dieser Widerhandlungen wurde die VOC-Abgabe nicht erhoben. 

Dass die VOC-Abgabe bei ordnungsgemässer Anmeldung im Rahmen des 

Verpflichtungsverfahren möglicherweise nicht geschuldet gewesen wäre, 

ist – wie oben ausgeführt (E. 6.3.2) – nicht entscheidend. 

8.2  

8.2.1 Leistungs- oder rückleistungspflichtig ist gemäss Art. 12 Abs. 2 

VStrR, wer in den Genuss des unrechtmässigen Vorteils gelangt ist, insbe-

sondere der zur Zahlung der Abgabe Verpflichtete oder der Empfänger der 

Vergütung oder des Beitrages (E. 4.3). 

8.2.2 Als Importeurin der Waren gehört die Beschwerdeführerin zum Kreis 

der Abgabepflichtigen (E. 3.3, 4.3). Damit gehört sie auch zum Kreis der 

gestützt auf Art. 12 Abs. 2 VStrR Nachleistungspflichtigen (E. 4.3). Sie gilt 

ipso facto als durch die Nichtbezahlung der Abgabe bevorteilt (E. 4.3). Ein 

Vorteil im Sinne einer ungerechtfertigten Bereicherung ist somit nicht  

vorausgesetzt. Die Voraussetzungen für eine Nachleistungspflicht der Be-

schwerdeführerin gestützt auf Art. 12 Abs. 1 und 2 VStrR sind gegeben. 

8.2.3 Die Vorinstanz hat die entsprechenden VOC-Abgaben bzw. die Ein-

fuhrsteuer zu Recht bei der Beschwerdeführerin nachgefordert.  

8.2.4 Schliesslich wird die Nachforderung in rechnerischer Hinsicht zu 

Recht nicht bestritten. 

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9.  

Nach dem Ausgeführten erweist sich die Beschwerde mit Bezug auf die 

vier streitbetroffenen Einfuhren von Reformate / Reformate MOGAS bzw. 

die auf den entsprechenden Mengen VOC erhobene VOC-Abgabe als be-

gründet (E. 7.5). Ein Grund für die Nichtigkeit (vgl. E. 1.5.1) der angefoch-

ten Verfügung über die Leistungspflicht vom 9. November 2022 besteht 

nicht. Die Beschwerde ist im Umfang der auf diese Einfuhren anfallenden 

VOC-Abgaben in Höhe von insgesamt Fr. (…).– (Fr. […].– + Fr. […].– + 

Fr. […].– + Fr. […].–) sowie der darauf anfallenden Verzugszinsen teilweise 

gutzuheissen. Der Beschwerdeführerin ist aufgrund des Vertrauensprin-

zips die Gelegenheit einzuräumen, nachträglich ihre korrigierte VOC-Bi-

lanz 2018 für den Betriebsstandort 2 überprüfen zu lassen und allenfalls 

den Nachweis zu erbringen, dass die betroffenen Mengen VOC so verwen-

det wurden, dass sie gestützt auf Art. 35a Abs. 3 USG von der Abgabe be-

freit sind. Die Angelegenheit ist zu diesem Zweck an die Vorinstanz zurück-

zuweisen. Im Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 

10.  

10.1 Das Bundesverwaltungsgericht auferlegt die Verfahrenskosten in der 

Regel der unterliegenden Partei. Unterliegt sie nur teilweise, so werden die 

Verfahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). In der Verwaltungs-

rechtspflege des Bundes gilt die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz 

zu weiteren Abklärungen und neuem Entscheid (mit noch offenem Aus-

gang) praxisgemäss als volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei 

(BGE 137 V 210 E. 7.1; Urteile des BVGer A-5154/2021 vom 29. August 

2022 E. 5.4; A-6100/2022 vom 13. November 2023 E. 5.1). Vorliegend ob-

siegt die Beschwerdeführerin im Umfang von rund einem Viertel (bezüglich 

der Abgabeforderungen in Höhe von Fr. (…).– von insg. Fr. (…)). Es recht-

fertigt sich daher, ihr die Verfahrenskosten von insg. Fr. 32'500.– im Um-

fang von drei Viertel (Fr. 24'375.–) aufzuerlegen. Der einbezahlte Kosten-

vorschuss in der Höhe von Fr. 32'500.– ist in diesem Umfang zur Bezah-

lung der Verfahrenskost