# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 625e79fc-8c3c-56e1-bf30-641debf8565f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.08.2025 F-6677/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6677-2024_2025-08-19.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6677/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 9 .  A u g u s t  2 0 2 5    

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richter Sebastian Kempe, 

Richter Gregor Chatton,    

Gerichtsschreiberin Andrea Beeler. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

c/o B._______, (…),   

vertreten durch Werner Krempels, Rechtsanwalt, 

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Einreiseverbot; 

Verfügung des SEM vom 9. September 2024. 

 

 

 

F-6677/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die kosovarische Staatsangehörige A._______ (geb. 1998, nachfol-

gend: Beschwerdeführerin) wurde am 26. Juli 2024 beim Grenzübergang 

(…) vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) anlässlich einer 

Verkehrskontrolle angehalten. Dabei wurde festgestellt, dass ihr biometri-

scher kosovarischer Reisepass keinen Einreisestempel eines Schengen-

Staates aufwies. Ferner wurden in ihren Effekten zwei slowakische Reise-

pässe – lautend auf ihre beiden Kinder (geb. 2017 und 2018) – gefunden, 

welche sich nach der Durchführung einer Dokumentenprüfung als Totalfäl-

schungen herausstellten. Am Wohnort der Beschwerdeführerin in 

C._______, Deutschland, konnte durch die deutsche Bundespolizei zudem 

eine ihr zugehörige slowakische Identitätskarte sichergestellt werden, die 

sich ebenfalls als Totalfälschung herausstellte. Anlässlich der Einvernahme 

durch das BAZG wurde ihr am 27. Juli 2024 das rechtliche Gehör zur An-

ordnung einer Entfernungs- und Fernhaltemassnahme gewährt. Mit glei-

chentags ergangener Verfügung wies das BAZG die Beschwerdeführerin 

aus der Schweiz weg.  

 

A.b Mit Verfügung vom 9. September 2024 – eröffnet am 11. Oktober 2024 

– verhängte die Vorinstanz gegen die Beschwerdeführerin ein dreijähriges 

Einreiseverbot (gültig ab 11. September 2024 bis 10. September 2027), 

welches für die Schweiz, das Fürstentum Liechtenstein und aufgrund der 

Ausschreibung im Schengener Informationssystem (SIS II) zur Einreise-

verweigerung für den ganzen Schengen-Raum gilt. Einer allfälligen Be-

schwerde dagegen entzog die Vorinstanz die aufschiebende Wirkung.  

B.  

B.a Mit Rechtsmitteleingabe vom 22. Oktober 2024 gelangte die Be-

schwerdeführerin an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und in prozessualer Hinsicht die 

Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung.  

B.b Mit rechtskräftigem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft D.______ vom 

31. Oktober 2024 wurde die Beschwerdeführerin der versuchten rechts-

widrigen Einreise für schuldig befunden und mit einer bedingten Geldstrafe 

von 60 Tagessätzen zu je Fr. 30.– unter Ansetzung einer Probezeit von 

zwei Jahren sowie einer Busse von Fr. 450.– bestraft.  

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Seite 3 

B.c Mit Zwischenverfügung vom 7. April 2025 wies der zuständige Instruk-

tionsrichter das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-

kung ab und lud die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein.  

B.d Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung vom 28. April 2025 voll-

umfänglich an ihrer Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Be-

schwerde.  

B.e Die Beschwerdeführerin liess sich in der Folge nicht weiter zur Sache 

vernehmen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Verfügungen des SEM, die ein Einreiseverbot im Sinn von Art. 67 AIG 

zum Gegenstand haben, unterliegen der Beschwerde an das Bundesver-

waltungsgericht (Art. 112 Abs. 1 AIG i.V.m. Art. 31 ff. VGG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 

(Art. 37 VGG).  

1.3 Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung der Beschwerde legitimiert 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde ist einzutreten (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und, im Falle von Bundesbehörden, die Unangemes-

senheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht 

wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an 

und ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden (Art. 62 

Abs. 4 VwVG). Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage im Entscheid-

zeitpunkt (BGE 139 II 534 E. 5.4.1; BVGE 2020 VII/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

 

3.  

3.1 Gemäss Art. 67 Abs. 1 Bst. c AIG verfügt die Vorinstanz unter Vorbehalt 

von Abs. 5 Einreiseverbote gegenüber weggewiesenen Ausländerinnen 

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Seite 4 

und Ausländern, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung in der 

Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden (vgl. Ur-

teil des BVGer F-2023/2017 vom 31. Januar 2017 E. 6.1 m.H.). Eine Ge-

fährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung liegt vor, wenn konkrete 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Aufenthalt der betroffenen Person 

in der Schweiz mit erheblicher Wahrscheinlichkeit zu einer Nichtbeachtung 

der öffentlichen Sicherheit und Ordnung führt (Art. 77a Abs. 2 der Verord-

nung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätig-

keit [VZAE, SR 142.201]). Bestand ein solches Verhalten in der Vergan-

genheit, so wird die Gefahr entsprechender künftiger Störungen von Ge-

setzes wegen vermutet (vgl. etwa BVGE 2017 VII/2 E. 4.4 m.H.).  

3.2 Das in Art. 67 AIG geregelte Einreiseverbot stellt keine Sanktion dar, 

sondern eine Massnahme zur Abwehr einer künftigen Störung der öffentli-

chen Sicherheit und Ordnung (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBI 2002 3709, 3813). 

Die Verhängung eines Einreiseverbots knüpft an das Risiko einer künftigen 

Gefährdung an. Gestützt auf sämtliche Umstände des Einzelfalls ist eine 

entsprechende Prognose zu stellen. Dabei ist naturgemäss primär das ver-

gangene Verhalten der betroffenen Person zu berücksichtigen. Es genügt, 

wenn der ausländischen Person eine Sorgfaltspflichtverletzung zugerech-

net werden kann. Unkenntnis oder Fehlinterpretation der Einreise- und Auf-

enthaltsvorschriften stellen normalerweise keinen hinreichenden Grund 

dar, um von einer Fernhaltemassnahme abzusehen (statt vieler jüngst Ur-

teil des BVGer F-6702/2023 vom 24. Oktober 2024 E. 3.2). Sodann obliegt 

es jeder Ausländerin und jedem Ausländer, sich über bestehende Rechte 

und Pflichten ins Bild zu setzen und sich im Falle von Unklarheiten bei der 

zuständigen Behörde im Zuge einer geplanten Einreise zu informieren 

(vgl. Urteile des BVGer F-1934/2022 vom 6. März 2023 E. 4.3; 

F-5468/2020 vom 17. Januar 2022 E. 3.1 m.H.). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führte zur Begründung des dreijährigen Einreiseverbots 

aus, es würden hinreichend konkrete Verdachtsmomente vorliegen, dass 

die Beschwerdeführerin den Willen gezeigt habe, die Behörden zu täu-

schen. Sie habe einen falschen Anschein über eine wesentliche Tatsache 

zu erwecken beziehungsweise aufrechtzuhalten versucht, indem sie im 

Rahmen ihres – in Deutschland eingereichten – Gesuches um Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung wahrheitswidrig mittels gefälschter Doku-

mente angegeben habe, die slowakische Staatsangehörigkeit zu besitzen. 

Angesichts der Fälschung eines Ausweises und der begangenen 

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Täuschung der deutschen Migrationsbehörden zur Erlangung einer Aufent-

haltsbewilligung bestehe an ihrer Fernhaltung ein öffentliches Interesse 

(vgl. Art. 118 AIG). Zusätzlich liege ein rechtswidriger Aufenthalt im Schen-

gen-Raum vor, da sich die Beschwerdeführerin nach Ablauf des bewilli-

gungsfreien Aufenthalts in der Schweiz respektive in Deutschland aufge-

halten habe (sog. Overstay, vgl. Art. 115 Abs. 1 Bst. b AIG). Es gelte zu 

berücksichtigen, dass der Einhaltung ausländerrechtlicher Normen eine 

zentrale Bedeutung zukomme, gehe es doch für die zuständige Behörde 

darum, eine funktionierende Rechtsordnung gewährleisten zu können. Vor-

liegend bestehe deshalb bereits aus generalpräventiven Gründen ein ge-

wichtiges Interesse an ihrer Fernhaltung. Aber auch unter dem Gesichts-

punkt der Spezialprävention, wonach die Massnahme das missliche Ver-

halten der betroffenen Person über die angeordnete Dauer hinaus unter-

binden solle, sei von einem öffentlichen Interesse auszugehen. Es seien 

schliesslich keine aussergewöhnlichen, schwerwiegenden privaten Inte-

ressen ersichtlich, welche das Interesse an der Fernhaltung zu überwiegen 

vermöchten.  

4.2 Die Beschwerdeführerin bringt auf Rechtsmittelebene dagegen vor, 

dass das Einreiseverbot aufgrund eines Sachverhalts ergangen sei, der 

sich im Nachhinein als fehlerhaft erwiesen habe. Zwar treffe es zu, dass 

sie mit einem Pass gereist sei, der sich als gefälscht herausgestellt habe. 

Dies sei ihr jedoch nicht bewusst gewesen. Die Pässe habe sie aufgrund 

ihrer Wohnsitznahme in der Slowakei über ein beauftragtes Büro erhalten. 

Sie sei davon ausgegangen, dass es sich um ordentliche Pässe handle, 

die von den dafür zuständigen Behörden ausgestellt worden seien. 

4.3 Die Beschwerdeführerin gestand anlässlich der Einvernahme durch 

das BAZG ein, dass es sich bei den Reisepässen ihrer Kinder um Totalfäl-

schungen handelt, und erklärte, sie habe diese Dokumente gekauft, wisse 

aber nicht mehr, wie der Mann heisse, welcher diese hergestellt habe. Dem 

Vorhalt, bei ihrer slowakischen Identitätskarte handle es sich ebenfalls um 

eine Fälschung, hielt sie entgegen, dies zu wissen, da sie alle Dokumente 

(Identitätskarte und Reisepässe der Kinder) zusammen gekauft habe. Die 

Beschwerdeführerin führte in der Einvernahme weiter aus, sie habe ge-

stützt auf die besagten Dokumente zwei Jahre in Deutschland gelebt und 

sei damals damit eingereist. Die Dokumente habe sie über einen Bekann-

ten im Kosovo beschafft. Auch er habe die Fälscher nicht persönlich ge-

kannt. Vor dem Hintergrund dieser Einvernahmeaussagen ist den Vorbrin-

gen der Beschwerdeführerin auf Rechtsmittelebene offensichtlich die 

Grundlage der Richtigkeit entzogen. Im rechtskräftigen Strafbefehl der 

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Staatsanwaltschaft D._______ vom 31. Oktober 2024 wird zudem festge-

stellt, dass die Beschwerdeführerin vorsätzlich, das heisst mit Wissen und 

Willen, die Einreisevorschriften verletzt hat (Art. 5 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 

115 Abs. 1 Bst. a AIG), indem sie rechtswidrig in die Schweiz einzureisen 

versucht habe. Sie habe als kosovarische Staatsangehörige über kein Vi-

sum verfügt beziehungsweise ohne Visum nicht in die Schweiz einreisen 

respektive sich hier aufhalten dürfen, was sie auch gewusst beziehungs-

weise womit sie gerechnet habe und was sie dennoch billigend in Kauf 

genommen habe.  

Aus ausländerrechtlicher Sicht ist davon auszugehen, dass der gegenüber 

der Beschwerdeführerin erhobene Vorwurf der Täuschung der (deutschen) 

Behörden durch Verwendung einer falschen Staatsangehörigkeit und eines 

gefälschten Reisepasses zutrifft. Sie anerkannte in der Einvernahme durch 

das BAZG zudem den Tatbestand der rechtswidrigen Einreise ohne Visum 

und wurde in der Folge mit rechtskräftigem Strafbefehl der versuchten 

rechtswidrigen Einreise schuldig gesprochen. Demzufolge hat die Be-

schwerdeführerin den Fernhaltegrund der Verletzung der öffentlichen Si-

cherheit und Ordnung gesetzt. Angesichts der Tatsache, dass sie die Täu-

schung der (deutschen) Behörden über einen längeren Zeitraum aufrecht-

erhielt – so hat sie gemäss eigenen Aussagen in der Einvernahme durch 

das BAZG zwei Jahre in Deutschland gelebt, wobei sie unter Vorweisung 

der gefälschten Dokumente damals dort eingereist sei – und angesichts 

dessen, dass sie ohne Visum in die Schweiz einzureisen versuchte, muss 

ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass von ihr eine nicht zu un-

terschätzende Gefahr weiterer Störungen der Rechtsordnung ausgeht. Der 

Fernhaltegrund der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung 

(Art. 67 Abs. 1 Bst. c AIG) ist erfüllt.  

5.  

Zu prüfen bleibt, ob das angefochtene Einreiseverbot in rechtmässiger 

Ausübung des Ermessens ergangen ist und dem Grundsatz der Verhält-

nismässigkeit standhält (Art. 5 Abs. 2 BV, Art. 96 Abs. 1 AIG). 

5.1 Seit dem Inkrafttreten der Anpassung von Art. 67 Abs. 1 Bst. c AIG, 

welche im Zuge der Übernahme und Umsetzung der drei Schengen-Ver-

ordnungen betreffend das Schengener-Informationssystem (Reformpaket 

SIS) in den Bereichen Polizei, Rückkehr und Grenze erfolgt ist, hat die  

Vorinstanz bei Personen, die gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung 

in der Schweiz oder im Ausland verstossen haben oder diese gefährden, 

– unter Vorbehalt von Abs. 5 – zwingend ein Einreiseverbot zu verfügen 

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(BVGE 2024 VII/4 E. 7.6 ff. mit Verweis auf die Gesetzesmaterialien, Urteil 

des BVGer F-3517/2023 vom 4. Juli 2024 E. 5.1). Den Entscheid darüber, 

wie ein Einreiseverbot innerhalb des zulässigen zeitlichen Rahmens zu be-

fristen ist, legt Art. 67 AIG in das pflichtgemässe Ermessen der Behörde. 

Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wertende Abwägung vorzunehmen 

zwischen dem öffentlichen Interesse an der Fernhaltemassnahme einer-

seits und den dadurch beeinträchtigten privaten Interessen der betroffenen 

Person andererseits (BVGE 2016/33 E. 9.2; 2014/20 E. 8.1). Ausgangs-

punkt der Überlegungen bilden die Stellung der verletzten oder gefährde-

ten Rechtsgüter, die Besonderheiten des ordnungswidrigen Verhaltens und 

die persönlichen Verhältnisse der betroffenen Person (BGE 139 II 121 

E. 6.5.1; BVGE 2017 VII/2 E. 4.5; 2016/33 E. 9; 2014/20 E. 8.1 m.H.; HÄ-

FELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2020, 

Rz. 555 ff.). 

5.2 Die Beschwerdeführerin hat, wie in E. 4.3 erörtert, mittels Verwendung 

mehrerer gefälschter Ausweise empfindlich gegen die öffentliche Sicher-

heit und Ordnung verstossen. Die Schwere ihres Fehlverhaltens ist objektiv 

nicht zu unterschätzen. Der Einhaltung ausländerrechtlicher Normen be-

treffend Aufenthalt kommt grundsätzlich eine zentrale Bedeutung zu, wenn 

es darum geht, eine funktionierende Rechtsordnung zu gewährleisten 

(BVGE 2016/33 E. 4.3; 2014/20 E. 8.2; statt vieler: Urteil des BVGer 

F-3629/2023 vom 10. Januar 2025 E. 6.2 m.w.H.). Diesbezüglich ist darauf 

hinzuweisen, dass die Anordnung des Einreiseverbots bereits aus spezial-

präventiven Gründen angezeigt ist, um die Beschwerdeführerin bei künfti-

gen Aufenthalten in der Schweiz von der erneuten Gefährdung der öffent-

lichen Sicherheit und Ordnung – sei es z.B. hinsichtlich der Verwendung 

authentischer Dokumente oder der Beachtung der Visumspflicht sowie der 

damit verbundenen Ein- und Ausreisefristen – abzuhalten. Zu berücksich-

tigen ist zudem das generalpräventiv motivierte Interesse, die öffentliche 

Ordnung durch eine konsequente Massnahmenpraxis zu schützen (Urteil 

des BGer 2C_282/2012 vom 31. Juli 2012 E. 2.5; BVGE 2014/20 E. 8.2). 

Vorliegend besteht daher bereits aus generalpräventiven Gründen ein öf-

fentliches Interesse an einer zeitlich befristeten Fernhaltung der Beschwer-

deführerin. Das Einreiseverbot erscheint jedoch klar auch aus spezialprä-

ventiven Gründen angezeigt, um sie bei künftigen Aufenthalten in der 

Schweiz von einer erneuten Verletzung respektive Gefährdung der öffent-

lichen Sicherheit und Ordnung abzuhalten.  

5.3 Den öffentlichen Fernhalteinteressen sind die privaten Interessen der 

Beschwerdeführerin gegenüberzustellen, zu denen sie sich in ihrer 

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Seite 8 

Rechtsmitteleingabe allerdings nicht weiter äussert. In der Einvernahme 

durch das BAZG brachte die Beschwerdeführerin lediglich vor, sie habe als 

alleinerziehende Mutter mit ihren Kindern irgendwo in Ruhe und Frieden 

leben und arbeiten wollen, weil es mit ihrem damaligen Mann im Kosovo 

«nicht gegangen sei» und die Schule für die Kinder und die Arbeit (in 

Deutschland) besser seien. In der Schweiz wohne ihre Cousine. Diese Vor-

bringen vermögen das vorliegend festgestellte, gewichtige öffentliche 

Fernhalteinteresse nicht zu relativieren. Die vorübergehende Einschrän-

kung der Bewegungsfreiheit hat die Beschwerdeführerin aufgrund der Ver-

wendung totalgefälschter Dokumente und der damit einhergehenden Täu-

schung der Behörden gänzlich selbst zu verantworten und grundsätzlich in 

Kauf zu nehmen. Zudem ist festzuhalten, dass die Verhältnismässigkeit ei-

ner Fernhaltemassnahme – welche ansonsten den Sinn verlöre – prinzipi-

ell nicht allein durch das Vorhandensein von Familienangehörigen oder 

Freunden in Frage gestellt werden kann (vgl. Urteil des BGer 2C_270/2015 

vom 6. August 2015 E. 8.2). Eine wertende Gewichtung der sich gegen-

überstehenden Interessen führt das Bundesverwaltungsgericht zum Er-

gebnis, dass das von der Vorinstanz verhängte dreijährige Einreiseverbot 

dem Grundsatz nach sowie in Bezug auf seine Dauer eine verhältnismäs-

sige und angemessene Massnahme zum Schutz der öffentlichen Sicher-

heit und Ordnung darstellt. Letztere liegt im Rahmen von Vergleichsfällen 

und ist nicht zu beanstanden (vgl. etwa Urteile des BVGer F-6944/2023 

vom 25. November 2024 E. 7.8; F-2586/2022 vom 22. Januar 2024 E. 6.3; 

F-4166/2021 vom 17. Januar 2024 E. 6.3). 

6.  

6.1 Wird gegen eine Person, die nicht die Staatsangehörigkeit eines Mit-

gliedstaats der Europäischen Union oder der Europäischen Freihandelsas-

soziation besitzt, ein Einreiseverbot verhängt, so wird sie nach Massgabe 

der Bedeutung des Falles im SIS II zur Einreiseverweigerung ausgeschrie-

ben (vgl. Art. 21 und 24 der Verordnung [EU] Nr. 2018/1861 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 28. November 2018 über die Ein-

richtung, den Betrieb und die Nutzung des Schengener Informationssys-

tems [SIS] im Bereich der Grenzkontrollen, zur Änderung des Übereinkom-

mens zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen und zur Än-

derung und Aufhebung der Verordnung [EG] Nr. 1987/2006, ABl. L 312/14 

vom 07.12.2018 [SIS-VO-Grenze]). Im Sinne von Art. 24 Abs. 2 Bst. c SIS-

VO-Grenze ist ein Einreiseverbot im SIS auszuschreiben, wenn ein Dritt-

staatsangehöriger nationale Rechtsvorschriften über die Einreise und den 

Aufenthalt in Bezug auf das Hoheitsgebiet der Schengen-Mitgliedstaaten 

umgangen hat oder versucht hat, diese Rechtsvorschriften zu umgehen. 

F-6677/2024 

Seite 9 

6.2 In Anbetracht des empfindlichen Verstosses gegen die öffentliche Si-

cherheit und Ordnung durch das Verwenden gefälschter Identitätsdoku-

mente und der damit einhergehenden Täuschung der Behörden respektive 

der versuchten rechtswidrigen Einreise in die Schweiz ist die SIS-Aus-

schreibung zu Recht erfolgt und auch verhältnismässig (vgl. Art. 21 i.V.m. 

Art. 24 Ziff. 2 Bst. c SIS-VO-Grenze), handelt es sich doch vorliegend um 

einen nicht zu verharmlosenden Verstoss gegen nationale Rechtsvorschrif-

ten über den Aufenthalt. Die mit der Ausschreibung der Fernhaltemass-

nahme im SIS II einhergehende zusätzliche Einschränkung ihrer Bewe-

gungsfreiheit hat die Beschwerdeführerin in Kauf zu nehmen (vgl. Urteile 

des BVGer F-763/2024 vom 20. Februar 2025 E. 8.4; F-47/2024 vom 5. 

November 2024 E. 8.2). Die angeordnete SIS-Ausschreibung erweist sich 

nach dem Gesagten als rechtmässig. 

7.  

Aus diesen Erwägungen folgt, dass das auf drei Jahre befristete Einreise-

verbot Bundesrecht nicht verletzt (Art. 49 VwVG). Die Beschwerde ist da-

her abzuweisen. 

8.  

Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die Kosten der unterliegenden 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 1'200.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in der gleicher Höhe geleistete Kos-

tenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden.  

9.  

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Sache 

endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG; vgl. Urteil des BGer 2C_398/2024 vom 

26. August 2024 E. 2.1 m.w.H.). 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

  

F-6677/2024 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1'200.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss 

gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Basil Cupa Andrea Beeler 

 

 

 

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