# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2cb51014-8a8c-5659-9d5c-bed8a3cceb65
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-13
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Fürsorgerechtliche Kammer 13.12.2022 F 2022 32
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_003_F-2022-32_2022-12-13.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

FÜRSORGERECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: Dr. iur. Diana Oswald, Vorsitz 
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Aldo Elsener
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 13. Dezember 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. B.________

gegen

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), Bahnhofstrasse 12, 
Postfach 27, 6301 Zug
Beschwerdegegnerin 

weiter verfahrensbeteiligt:
1. C.________
2. D.________, Beiständin, Mandatszentrum Zug, Artherstrasse 25, 6300 Zug
3. E.________

betreffend

Kindesschutzrecht 
(Persönlicher Verkehr)

F 2022 32

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Urteil F 2022 32

A.
A.a. A.________ und C.________ sind die Eltern von E.________ (geboren 2015) und 
F.________ (geboren 2012). Die Kindseltern trennten sich im Jahr 2017; mit 
Scheidungsurteil vom 28. Mai 2019 wurde ihre Ehe durch das Kreisgericht G.________ 
geschieden. Die Kinder wurden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge belassen und in 
die Obhut der Kindsmutter gegeben. Weiter regelte das Scheidungsgericht das 
Besuchsrecht dahingehend, dass der Kindsvater die Kinder u.a. an jedem zweiten 
Wochenende jeweils von Freitag- bis Sonntagabend und zusätzlich während drei Wochen 
Ferien pro Jahr betreue (KESB-act. 2.25 Sachverhalt lit. A). Aktuell leben A.________ und 
die Kinder E.________ und F.________ in H.________, Kanton Zug. 

A.b. Nachdem der Kindsvater der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Zug 
(KESB) Schwierigkeiten bei der Ausübung des gerichtlich festgelegten Besuchsrechts 
mitteilte, errichtete die KESB mit Entscheid vom 27. April 2021 (Nr. 2021/0714) für 
E.________ eine Besuchsrechtsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB. Die 
Beiständin wurde beauftragt, den persönlichen Verkehr zwischen dem Vater und 
E.________ zu organisieren und zu fördern und nötigenfalls unter Einbezug der 
Beteiligten die Modalitäten der Besuche verbindlich zu regeln sowie zwischen den Eltern 
im Besuchsrechtskonflikt zu vermitteln und diese zu beraten (KESB-act. 2.25 Sachverhalt 
lit. B). 

A.c Am 29. April 2021 erstattete A.________ gegen den Kindsvater Strafanzeige 
wegen Verdachts auf mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind, mehrfache 
Pornografie und Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht zum Nachteil von 
E.________ und F.________. Die KESB stellte den Kindern mit Entscheiden vom 25. Mai 
2021 (Nr. 2021/0884 und 2021/0885) einen Vertretungsbeistand für das Strafverfahren zur 
Seite. Die Staatsanwaltschaft I.________ stellte das Strafverfahren gegen C.________ mit 
Einstellungsverfügung vom 21. Juli 2021 (ST.2021.13382) rechtskräftig ein, nachdem kein 
Tatverdacht erhärtet werden konnte (KESB-act. 2.25 Sachverhalt lit. C und D; 
Schlussbericht des Prozessbeistands der Kinder vom 31. August 2021, BF-act. 3). 

A.d Am 19. Januar 2022 ersuchte die Beiständin um Anordnung eines begleiteten 
Besuchsrechts für E.________ durch die KESB, da das letzte Treffen zwischen Vater und 
Tochter am 25. September 2021 stattgefunden habe (KESB-act. 2.1). Mit Entscheid 
Nr. 2022/1111 vom 19. Juli 2022 ordnete die KESB für die Besuchskontakte mit dem Vater 
gestützt auf Art. 273 Abs. 2 ZGB ein begleitetes Besuchsrecht einmal monatlich von 11-15 

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Uhr an, für die Dauer von sechs Monaten ab Durchführung des ersten begleiteten 
Besuches (KESB-act. 2.25 Dispositiv-Ziff. 1). Das Besuchsrecht gemäss Entscheid des 
Kreisgerichts G.________ vom 28. Mai 2019 wurde für diese Dauer gestützt auf Art. 274 
Abs. 2 ZGB sistiert (KESB-act. 2.25 Dispositiv-Ziff. 4). Der Beiständin wurde die 
Begleitung und Organisation der Besuche übertragen (KESB-act. 2.25 Dispositiv-Ziff. 5); 
mit der Durchführung wurde die Fachstelle J.________ beauftragt (KESB-act. 2.25 
Dispositiv-Ziff. 2). 

B. Gegen diesen Entscheid der KESB vom 19. Juli 2022 erhebt A.________ 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Sie beantragt seine Aufhebung und die Rückweisung 
der Sache an die Vorinstanz zu neuem Entscheid nach ergänzender Abklärung des 
Sachverhalts, namentlich Einholung eines kinderpsychologischen Gutachtens. Das vom 
Kreisgericht G.________ mit Entscheid vom 28. Mai 2019 geregelte Besuchsrecht des 
Kindsvaters sei bis zur rechtskräftigen Verfahrenserledigung zu sistieren. Weiter ersuchte 
sie um unentgeltliche Rechtspflege sowie Beistellung einer unentgeltlichen 
Rechtsvertreterin in der Person von Rechtsanwältin B.________ (act. 1 S. 2). 

C. C.________ schliesst mit Vernehmlassung vom 5. September 2022 auf 
Abweisung der Beschwerde, wobei er darauf verweist, bereits bei der KESB die 
Einsetzung einer Kinderanwaltschaft für E.________ beantragt zu haben und eine 
psychologische Begutachtung gegenwärtig nicht für angezeigt zu halten. Weiter 
beantragte er sinngemäss ebenfalls die Beistellung einer unentgeltlichen Rechtsvertretung 
(act. 3).

D. Mit Verfügung vom 28. September 2022 bestellte das Verwaltungsgericht 
A.________ in der Person von Rechtsanwältin B.________ eine unentgeltliche 
Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren und entzog der 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde die aufschiebende Wirkung, so dass für die Dauer des 
Verfahrens im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die Anordnungen gemäss KESB-
Entscheid Nr. 2022/1111 vom 19. Juli 2022 zum Tragen kamen. Gleichzeitig wurde 
C.________ aufgefordert, seine Bedürftigkeit darzutun (act. 7). Da er dieser Aufforderung 
nicht nachkam, wies das Gericht sein Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung 
mit Verfügung vom 11. November 2022 ab (act. 8). 

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E. Der Kindsvater meldete mit Eingabe datiert vom 14. November 2022 unter 
anderem das Scheitern eines begleiteten Besuchs am 6. November 2022 (act. 9); am 
20. November 2022 reichte er das ausgefüllte UP-Formular samt Belegen nach (act. 11).  

F. Mit abschliessender Stellungnahme vom 23. November 2022 hält die 
Beschwerdeführerin an ihren Anträgen fest (act. 13).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gemäss Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 440 Abs. 3 sowie Art. 450 ZGB und § 58 Abs. 1 

lit. a des Gesetzes betreffend die Einführung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches für 

den Kanton Zug (EG ZGB; BGS 211.1) kann gegen Entscheide der Kindesschutzbehörde 

beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben werden. Die Beschwerdefrist beträgt 

dreissig Tage seit Mitteilung des Entscheids (Art. 450b Abs. 1 ZGB). Örtlich zuständig ist 

im Verfahren betreffend Kindesschutzmassnahmen die Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde bzw. im Beschwerdefall das Gericht am Wohnsitz des Kindes 

(Art. 315 Abs. 1 ZGB; § 58 Abs. 2 EG ZGB). Das Verwaltungsgericht verfügt über volle 

Kognition, also auch über die Ermessenskontrolle (vgl. Art. 450a ZGB). Für das Verfahren 

vor Verwaltungsgericht gelten die Bestimmungen der Art. 450 ff. ZGB. Im Übrigen sind 

gemäss Art. 450f ZGB die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; 

SR 272) anwendbar, soweit die Kantone nichts anderes bestimmen. Nach § 56 EG ZGB 

ist — unter Vorbehalt ab-weichender Bestimmungen des EG ZGB und des Bundesrechts 

— auf das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht das Gesetz über den Rechtsschutz in 

Verwaltungssachen (Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; BGS 162.1) anwendbar. Das 

hier betroffene Kind E.________ hat gesetzlichen Wohnsitz bei seiner Mutter in 

H.________, Kanton Zug. Angefochten ist ein Entscheid der KESB Zug. Das 

Verwaltungsgericht ist demnach zur Beurteilung der Beschwerde örtlich und sachlich 

zuständig. Die Beschwerdeführerin ist als Kindsmutter durch den Entscheid der KESB 

vom 19. Juli 2022 berührt und demnach zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 450 

Abs. 2 Ziff. 3 ZGB). Die Beschwerde ist am 18. August 2022 (Postaufgabe) und damit 

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rechtzeitig eingereicht worden und entspricht den übrigen formellen Anforderungen, so 

dass darauf einzutreten ist. 

2.
2.1 Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben das minderjährige Kind und Eltern, denen die 
elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, gegenseitig Anspruch auf angemessenen 
persönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, das in 
erster Linie dem Interesse des Kindes dient. Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung 
des persönlichen Verkehrs ist das Kindeswohl. Entsprechend hat sich das Gericht in erster 
Linie an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren; die Interessen der Eltern haben 
hinter dem vorrangig massgebenden Kindeswohl zurückzustehen (vgl. etwa BGer 
5A_230/2022 vom 21. September 2022 E. 4.1 mit Hinweisen). Das Recht auf persönlichen 
Verkehr ist Teil des Anspruchs auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 EMRK (vgl. 
etwa Schwenzer/Cottier, in: Basler Kommentar ZGB I, 7. Aufl. 2022, Art. 273 ZGB N 1). 

2.2 Die Kindesschutzbehörde kann Eltern und Kinder ermahnen und ihnen Weisungen 
erteilen, wenn sich die Ausübung oder Nichtausübung des persönlichen Verkehrs für das 
Kind nachteilig auswirkt oder wenn eine Ermahnung oder eine Weisung aus anderen 
Gründen geboten ist (Art. 273 Abs. 2 ZGB). Wird das Wohl des Kindes durch den 
persönlichen Verkehr gefährdet, kann dieser gestützt auf Art. 274 Abs. 2 ZGB im Sinne 
einer ultima ratio (d.h. eines letzten Mittels) gänzlich verweigert oder entzogen werden 
(vgl. etwa BGer 5A_23/2020 vom 3. Juni 2020 E. 4 mit Hinweisen). 

Das Kindeswohl verlangt insbesondere nach Förderung der Entwicklung in geistiger, 
körperlicher und seelischer Hinsicht (vgl. Art. 302 Abs. 1 ZGB), einem Umfeld von 
Kontinuität und Stabilität, der Möglichkeit einer inneren Bindung des Kindes an seine 
Beziehungspersonen und nach einer positiven Beziehung zu beiden Elternteilen, der 
Achtung des Willens des Kindes und seines Selbstbestimmungsrechts. Es ist gefährdet, 
sobald nach den Umständen die ernstliche Möglichkeit einer Beeinträchtigung seines 
körperlichen, sittlichen oder geistigen Wohles vorauszusehen ist (zum Ganzen: BGE 146 
III 313 E. 6.2.2 mit zahlreichen Hinweisen). Dies trifft etwa zu bei zunehmender 
Entfremdung der Kinder von ihrem Vater, welche die KESB durch Ergreifen geeigneter 
Kindesschutzmassnahmen zu verhindern hat (BGer 5A_457/2009 vom 9. Dezember 2009 
E. 4.3).

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2.3 Die Anordnung begleiteter Besuche ist eine Kindesschutzmassnahme (BGE 122 III 
404 E. 3; Schwenzer/Cottier, a.a.O., Art. 273 N 26). Das begleitete Besuchsrecht kann als 
milderes Mittel im Vergleich zu einer gänzlichen Verweigerung des persönlichen Verkehrs 
zum Zuge kommen und etwa dazu dienen, Krisensituationen zu entschärfen und Ängste 
abzubauen sowie Hilfestellungen für eine Verbesserung der Beziehungen zum Kind und 
unter den Eltern zu vermitteln (Schwenzer/Cottier, a.a.O., Art. 273 N 26 mit Hinweisen). 
Die Eingriffsschwelle ist nach konstanter Rechtsprechung gleich hoch wie bei der 
Verweigerung des persönlichen Verkehrs (vgl. etwa BGE 122 III 404 E. 3c; BGer 
5A_177/2022 vom 14. September 2022 E. 3.1.1; Schwenzer/Cottier, a.a.O., Art. 273 
N 26).
 
2.4 Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit beherrscht das gesamte 
Kindesschutzrecht. Er verlangt, dass die verfügte Massnahme zur Abwendung der 
Kindeswohlgefährdung geeignet und erforderlich ist (vgl. Art. 389 Abs. 2 i.V.m. Art. 440 
Abs. 3 ZGB). Der Gefahr darf insbesondere nicht durch eine weniger einschneidende 
Massnahme nach Art. 307 ZGB vorgebeugt werden können (BGE 146 III 313 E. 6.2.7 mit 
Hinweisen). 

3. Vorliegend hat das zuständige Scheidungsgericht das Umgangsrecht zwischen den 
Kindern und ihrem Vater rechtskräftig festgelegt. Das Besuchsrecht ist grundsätzlich 
vollstreckbar, solange es nicht sistiert wird, wobei die Vollstreckung gemäss Art. 450g 
ZGB der KESB obliegt. Darauf hat das Verwaltungsgericht bereits hingewiesen (act. 10). 
Im hier hängigen Verfahren zu überprüfen ist nicht die Besuchsrechtsanordnung an sich. 
Zu beantworten ist vielmehr die Frage danach, ob eine Kindeswohlgefährdung vorliegt und 
– bejahendenfalls – ob das von der KESB angeordnete begleitete Besuchsrecht im 
konkreten Fall ein geeignetes Mittel ist, dieser zu begegnen, oder ob die KESB zur 
Wahrung des Kindswohls gehalten gewesen wäre, das Besuchsrecht gänzlich zu 
sistieren, wie dies die Beschwerdeführerin verlangt. 

3.1 Die KESB ordnete im Wesentlichen mit Blick auf die zunehmende Entfremdung 
zwischen E.________ und ihrem Vater (bei zuletzt im September 2021 durchgeführtem 
Besuch) ein begleitetes Besuchsrecht während sechs Monaten an, um den Wiederaufbau 
der Eltern-Kind-Beziehung zwischen E.________ und ihrem Vater zu ermöglichen. Damit 
trug sie primär den Ängsten der Kindsmutter und deren Umfelds Rechnung sowie dem 
dadurch beim Kind ausgelösten Loyalitätskonflikt. Der Kindsvater erklärte sich mit dem 
begleiteten Besuchsrecht zumindest vorläufig einverstanden, da er sich erhoffte, seine 

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Tochter so wenigstens begleitet sehen zu können (KESB-Entscheid Nr. 2022/1111 vom 
19. Juli 2022, KESB-act. 2.25). 

3.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, die KESB habe ihren Entscheid gefällt, 
ohne den Sachverhalt rechtsgenüglich abzuklären, obwohl sie eine Kindswohlgefährdung 
bejaht habe und zahlreiche "Alarmzeichen" aktenkundig seien (act. 1 Ziff. 7, 17). Aus den 
Akten sei ersichtlich, dass E.________s Bruder F.________ ausraste, wenn der 
Kindsvater schon nur erwähnt werde. Für ihn sei denn auch kein begleitetes Besuchsrecht 
angeordnet worden, obwohl er den Kontakt zum Vater seit längerem verweigere (act. 1 
Ziff. 10 f.). E.________ habe während der Zeit des Strafverfahrens und der Monate davor 
nicht mehr schlafen können und regelmässig Albträume gehabt. Seit sie den Kindsvater 
nicht mehr sehe, habe sich dies gelegt. Dies habe die Kindsmutter auch in ihrer Anhörung 
durch die KESB am 7. Juni 2022 dargelegt (act. 1 Ziff. 14). Eine eigentliche Anhörung von 
E.________ habe nicht stattgefunden. Diese sei nur gefragt worden, ob sie sich vorstellen 
könne, ihren Vater in einem Besuchstreff zu sehen, was sie bejaht habe (act. 1 Ziff. 15). 
F.________ habe bereits ab Herbst 2017 vor und nach den Besuchswochenenden beim 
Vater Beschwerden entwickelt (Übelkeit, Einschlafschwierigkeiten), was sich im Jahr 2019 
gesteigert habe (Wutanfälle, Gewaltphantasien gegenüber dem Vater). Schliesslich habe 
er den Kontakt komplett verweigert. Die Verweigerungshaltung seines Sohnes scheine der 
Vater zu akzeptieren. Für die Geschwister sei es schwer nachzuvollziehen, weshalb nur 
E.________ zum Kontakt mit dem Vater gezwungen werden solle, während dies bei ihrem 
Bruder nicht der Fall sei (act. 1 Ziff. 18 ff.). Die KESB habe auf weitere 
Sachverhaltsabklärungen nicht allein deshalb verzichten können, weil das Strafverfahren 
mangels Tatverdachts eingestellt worden sei (act. 1 Ziff. 21 ff.). E.________ habe 
gegenüber ihrer Mutter nach einem Besuchswochenende Anfang 2021 erzählt, dass der 
Vater sie im Bett intim berührt ("am Schneggli gestreichelt") und sie geküsst habe (act. 1 
Ziff. 26). Zu einer solchen Schilderung habe sie das Kind nicht motiviert oder beeinflusst 
(act. 1 Ziff. 27). E.________ sei durch die Vorstellung, Zeit mit ihrem Vater verbringen zu 
müssen, schwer belastet. Sie habe regelmässige Schwierigkeiten beim Ein- und 
Durchschlafen verbunden mit Albträumen (act. 1 Ziff. 28). Gegenüber der Ehefrau des 
Patenonkels (des "Göttis") von F.________ habe sie am 26. Juli 2022 weiter erklärt, ihr 
Vater sei blöd, "will er de Finger i mis Schneggli steckt"; sie wolle nicht mit ihm spielen 
gehen (act. 1 Ziff. 29). Insgesamt ist die Beschwerdeführerin der Ansicht, dass bei beiden 
Kindern besorgniserregende Auffälligkeiten im Verhalten bestünden, deren Ursachen es 
vor einem Entscheid über die künftige Ausgestaltung des Besuchsrechts abzuklären gelte, 
z.B. durch psychologische Begutachtung bei einer fachlich geeigneten Institution (act. 1 

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Ziff. 30). Daran hielt sie auch in ihrer abschliessenden Stellungnahme fest, worin sie 
schilderte, am 6. November 2022 habe sich E.________ losgerissen und im Stall 
versteckt, als die Beschwerdeführerin sie zusammen mit ihrer Mutter habe zum 
begleiteten Besuchstreff mit dem Vater bringen wollen (act. 13). 

3.3 Der Kindsvater verweist insbesondere auf den Einfluss der "Diskussionen am 
Familientisch über den abwesenden Vater" auf E.________ sowie auf seinen gegenüber 
der KESB formulierten Antrag auf Einsetzen einer Kinderanwältin oder eines 
Kinderanwalts für seine Tochter, wobei es dem Ermessen dieser Person überlassen 
werden solle, ob und in welchem Zeitpunkt ein kinderpsychologisches Gutachten sinnvoll 
sei (act. 3). 

4.
4.1 Einzugehen ist zunächst auf den durch die Beschwerdeführerin erhobenen Vorwurf 
fehlender Anhörung von E.________ durch die KESB (act. 1 Ziff. 15). Dazu ist 
festzustellen, dass die Kindsmutter einen ersten durch die KESB angesetzten 
Anhörungstermin verschob (KESB-act. 2.4 f.), sich vom zweiten Termin nachträglich 
abmeldete (KESB-act. 2.7, 2.9), auch den dritten Anhörungstermin absagte (KESB-act. 
2.11 f.) und erst zum vierten Termin erschien. Dies allerdings erst, nachdem die KESB im 
diesbezüglichen Einladungsschreiben in Aussicht stellte, es finde anlässlich der Anhörung 
auch eine Erläuterung der möglichen Androhung einer Ungehorsamsstrafe gegen amtliche 
Verfügungen (Art. 292 StGB) statt und es werde aufgrund der Akten entschieden, wenn 
sie sich auch zu diesem letzten Termin nicht einfinde (KESB-act. 2.12 S. 2). Die Anhörung 
des Kindes konnte dann nur im Ansatz erfolgen, da E.________ bereits bei der 
Begrüssung begonnen habe zu weinen und in der anschliessenden – kurzen – Befragung 
immer wieder ihre Mutter anschaute und unsicher wirkte, mithin kaum von einer freien 
Willensäusserung ausgegangen werden konnte. Mit Blick darauf sowie auch auf die 
bereits im Rahmen des Strafverfahrens – durch speziell geschulte Fachpersonen – 
erfolgten Einvernahmen mit E.________ hat die KESB kein Recht verletzt, indem sie 
ausnahmsweise die Anhörung des – nota bene erst sechsjährigen (vgl. zum Richtwert 
einer Kindesanhörung ab vollendetem sechsten Altersjahr grundlegend BGE 131 III 553 
E. 1) – Kindes mit Rücksicht auf dessen Befinden und den offensichtlich weit über das 
übliche Mass hinausgehenden Loyalitätskonflikt abbrach (vgl. auch Gisela Kilde, Der 
persönliche Verkehr: Eltern – Kind – Dritte, 2015, Rz. 128). Immerhin konnte ermittelt 
werden, dass sich E.________ offenbar für die begleiteten Besuche grundsätzlich 
interessiere und von sich aus jedenfalls nicht zum vornherein abgeneigt erscheine, sich 

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Urteil F 2022 32

mit ihrem Vater in einem Besuchstreff zu treffen (KESB-act. 2.15). Im Übrigen durfte – 
bezüglich der durch die Kindsmutter behaupteten Übergriffe – auf die Ergebnisse der 
Strafuntersuchung abgestellt werden. Diese ergab klar, dass E.________ und ihr Bruder 
kein selbst erlebtes, nennenswertes Fehlverhalten des Vaters zu benennen vermochten, 
sondern Vorwürfe und Ängste ihrer Mutter und deren Umfelds wiederholten und 
ausschmückten (vgl. dazu eingehend sogleich E. 4.2.1). 

In logischer Folge erübrigt sich auch eine Anhörung von E.________ durch das hiesige 
Gericht, soll doch die Anhörung nicht Selbstzweck sein, besonders, wo die wiederholte 
Anhörung eines noch sehr jungen Kindes für dieses offensichtlich eine unzumutbare 
Belastung bedeuten würde und daraus keine neuen Erkenntnisse zu erwarten wären 
(BGer 5A_967/2021 vom 24. Juni 2022 E. 2.1). Dies gilt umso mehr, als die Kindsmutter 
bereits durch mehrmaliges Verschieben der Kindsanhörung durch die KESB deren 
Verfahren verzögert hat und unsicher erscheint, ob sie bei einer Anhörung von 
E.________ durch das Gericht – natürlich ohne Beisein der Mutter – überhaupt 
kooperieren würde. 

4.2 Zu prüfen ist sodann, ob eine Gefährdung des Kindswohls vorliegt, was 
Voraussetzung jeder Kindesschutzmassnahme bildet. Dies ist zu bejahen: 

4.2.1 Zwar ist aufgrund der Einstellung des gegen den Kindsvater angehobenen 
Strafverfahrens mangels Tatverdachts offensichtlich, dass auf die von der Kindsmutter 
erhobenen Vorwürfe gegen ihren Ex-Ehemann (vgl. vorstehend lit. A.c) nicht abgestellt 
werden kann. Diesbezüglich ist auf den Schlussbericht des Prozessvertreters der Kinder 
im Strafverfahren zu verweisen (BF-act. 3). Daraus ergibt sich was folgt: Die Zuger Polizei 
befragte die Kindsmutter als Auskunftsperson; weiter befragte sie die Kinder E.________ 
und F.________. Die Kantonspolizei I.________ befragte sowohl den Kindsvater als auch 
dessen Mutter und durchsuchte beider Wohnungen. Schliesslich erfolgten durch die 
Staatsanwaltschaft I.________ Einvernahmen der Kinder (durch eigens dafür ausgebildete 
Fachpersonen) und beider Eltern (BF-act. 3 S. 5 ff.). Es ergab sich kein Tatverdacht; das 
Strafverfahren wurde entsprechend eingestellt. Für die Staatsanwaltschaft sei aufgrund 
der Beweislage zweifellos erstellt gewesen, dass vom beschuldigten Kindsvater keine 
sexuellen oder tätlichen Übergriffe auf E.________ und F.________ ausgegangen seien 
(BF-act. 3 S. 10 f.). Aussagenpsychologisch sei bei im Wesentlichen vollständig fehlenden 
"Realkennzeichen" in den Aussagen der Kinder der eindeutige Schluss zu ziehen, dass 
deren Schilderungen auf Dritteinflüssen, und nicht auf einem realen Erlebnishintergrund, 

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basierten (BF-act. 3 S. 11 ff.; mit Verweis auf Regula Maag, Sexuelle 
Missbrauchsvorwürfe bei Scheidungs- und Trennungskonflikten, Beurteilung von 
Aussagen von Kindern aus psychologischer Sicht, in: Aussagepsychologie für die 
Rechtspraxis, 2017, S. 473 ff.). Die Gesamtumstände und das Verhalten der Kinder 
würden auf eine zunehmende Entfremdung vom Vater durch Beeinflussung hindeuten, 
wobei auffalle, dass die Kinder "einfach die von der Kindsmutter genannten Gründe für ihr 
schlechtes Verhältnis zum Kindsvater nachreden". Die Entfremdung von F.________ 
erscheine bereits weit fortgeschritten, während sich E.________ noch in einem starken 
Loyalitätskonflikt befinde (BF-act. 3 S. 14). 

4.2.2 Das durch die Mutter geschilderte Verhalten von E.________ und ihrem Bruder ist 
denn auch klar vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen ihren Eltern einzuordnen. Es 
ist in diesem Kontext nicht unüblich und auch kein "Alarmzeichen" für Misshandlungen 
oder Missbrauch durch den Kindsvater. Vielmehr sind Symptome wie Kopf- und 
Bauchschmerzen, Schlaf- und Essstörungen, Bettnässen, Ängste und aggressives 
Verhalten bekannte Reaktionen von Kindern auf die Trennungskonflikte an und für sich. 
Weiter ist bekannt, dass betroffene Kinder dazu neigen, Ängste und Befürchtungen des 
obhutsberechtigten Elternteils zu übernehmen; dieser kann seinerseits das 
Aussageverhalten der Kinder – selbst ohne bösen Willen – fehl interpretieren vor dem 
Hintergrund seiner eigenen Vorbehalte gegen den Ex-Partner sowie eines allfälligen 
Wunsches nach Ausgrenzung des Ex-Partners zugunsten eines neuen Partners, der für 
das Kind eine Stiefelternrolle übernimmt (vgl. hierzu Schwenzer/Cottier, a.a.O., Art. 274 N 
15 mit Hinweisen). Es kommt zu Verunsicherung der Kinder und zu verzerrter 
Verarbeitung der Erfahrungen mit dem abwesenden Elternteil (vgl. zum Ganzen Maag, 
a.a.O., S. 473 ff.). Suggestiv wirken nicht nur bewusste verbale oder nonverbale 
Beeinflussungen, sondern auch bereits durch die Kinder wahrgenommene Einstellungen, 
Erwartungen oder Befürchtungen der Eltern. Stark suggestive Wirkung hat etwa, wenn der 
beschuldigende Elternteil alle möglichen Vorsichtsmassnahmen trifft, damit ja nichts 
passieren kann, etwa indem die Besuchskontakte nur noch eingeschränkt oder in 
Begleitung stattfinden (Maag, a.a.O., S. 480, mit Hinweis). Schliesslich stellt es auch keine 
Seltenheit dar, dass Kinder auf besorgte Nachfrage der Erwachsenen hin nach sexuellen 
Handlungen solche bejahen und ausschmücken, auch wenn sie gar nicht stattgefunden 
haben (vgl. Fallbeispiele bei Maag, a.a.O., S. 481 ff.; zu den sogenannten 
"Gleichklanglügen", die bei suggestivem Ausfragen der Kinder entstehen, S. 487 f.). Aus 
dem Gesagten erhellt zwar – wie bereits oben E. 4.2.1 dargelegt –, dass nicht ein 
tatsächliches Fehlverhalten des Kindsvaters zu dessen Ablehnung durch die Kinder führt, 

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sondern die Angst, die den Kindern vor seinem potenziellen Fehlverhalten suggeriert wird, 
wobei dies bewusst oder unbewusst, durch die Mutter oder deren Umfeld, geschehen 
kann. Wie es sich damit letztlich verhält, kann an dieser Stelle offenbleiben. Entscheidend 
ist, dass die Angst für E.________ selber – trotz dem, dass sie objektiv betrachtet 
offensichtlich unbegründet ist – offenbar real und belastend ist, was denn auch die 
Kindsmutter und deren Umfeld wahrnehmen und in einem Teufelskreis immer mehr 
verstärken. 

4.2.3 Zusammenfassend liegt eine Gefährdung des Kindeswohls vor. Diese liegt darin, 
dass es E.________ – und auch ihrem Bruder, um den es aber hier nicht geht – 
verunmöglicht wird, eine unbelastete Beziehung zu ihrem Vater zu erleben und ihn 
überhaupt regelmässig zu sehen (sogenannte Entfremdung). E.________ wird mit Blick 
auf das Besuchsrecht offensichtlich einem starken Loyalitätskonflikt ausgesetzt, indem sie 
den Kontakt zum Vater nur entgegen den klar erkennbaren Wünschen ihrer Mutter 
wahrnehmen könnte, sich mithin "gegen ihre Mutter" als obhutsberechtigten Elternteil 
stellen müsste, um ihren Vater zu sehen. Mithin bestand für die KESB klarerweise Anlass, 
mit Kindesschutzmassnahmen einzuschreiten, um den bestehenden Ängsten Rechnung 
zu tragen, E.________ vom Loyalitätskonflikt zu entlasten und der zunehmenden 
Entfremdung zwischen ihr und ihrem Vater entgegenzuwirken. Die Anordnung von 
Kindesschutzmassnahmen drängte sich umso mehr auf, als das Kindswohl auch durch 
falsche Missbrauchsvorwürfe erheblich gefährdet wird. Deren Auswirkungen auf die 
psychosoziale Entwicklung eines Kindes und seine Beziehungsgestaltung können 
gravierend sein, seine Identitätsentwicklung stören und es im späteren Umgang mit dem 
anderen Geschlecht erheblich verunsichern. Ausserdem sind suggerierte 
Missbrauchsvorwürfe, die nicht hinterfragbar sind, psychotherapeutisch naturgemäss 
schwieriger aufzuarbeiten, als real erlebte missbräuchliche Erfahrungen, lassen sich doch 
verfestigte Ängste und nicht hinterfragbare kognitive Konstrukte ohne reale Basis kaum 
mehr beeinflussen (Maag, a.a.O., S. 489).

4.3 Zu prüfen ist schliesslich nicht, ob das begleitete Besuchsrecht überhaupt – auch 
gegen den Willen des Vaters, der indes vorliegend einverstanden war – hätte angeordnet 
werden dürfen (vgl. dazu oben E. 2.3), sondern nur, ob es als milderes Mittel (gegenüber 
einer gänzlichen Sistierung des Besuchsrechts) geeignet ist, der Kindswohlgefährdung zu 
begegnen, oder ob dieses Ziel nur mit einer gänzlichen Sistierung der Kontakte zu 
erreichen wäre, wie sie die Kindsmutter verlangt (vorstehend lit. B). Dabei ist 
entscheidend, dass E.________ nach dem Ausgeführten nicht vor ihrem Vater als 

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Gefährder zu schützen ist, sondern vor der Belastung durch den Loyalitätskonflikt (der sich 
in diffusen Ängsten und Ablehnung des Vaters niederschlägt) sowie vor der Entfremdung 
von ihrem Vater. Diesem Zweck wäre eine gänzliche Sistierung des Besuchsrechts 
offensichtlich nicht zuträglich, weshalb die KESB eine solche Anordnung zu Recht nicht 
getroffen hat. 

4.4 Aufgrund des oben Ausgeführten ist der Antrag der Kindsmutter um ersatzlose 
Sistierung des durch das Kreisgericht G.________ angeordneten Besuchsrechts mangels 
Eignung der begehrten Massnahme zur Verhütung der bestehenden Kindswohlgefährdung 
abzuweisen. Ebenso abzuweisen ist ihr Antrag auf Rückweisung der Sache an die KESB 
zur weiteren Sachverhaltsabklärung bezüglich einer Kindswohlgefährdung durch den 
Vater. Eine solche wurde bereits durch die Staatsanwaltschaft I.________ eingehend 
untersucht und ausgeschlossen, mithin besteht in diese Richtung kein weiterer 
Abklärungsbedarf. Daran ändert die erneute Darbietung der im Strafverfahren entkräfteten 
Vorwürfe gegenüber dem Kindsvater nichts, ebenso wenig wie die von der 
Beschwerdeführerin geltend gemachte Verweigerungshaltung des Kindes gegenüber den 
Besuchen beim Vater. 

Hinsichtlich des vom Kind geäusserten Willens ist darauf hinzuweisen, dass dieser eines 
von mehreren Kriterien bildet beim Entscheid über den persönlichen Verkehr. Wenn ein 
urteilsfähiges Kind den Umgang mit einem Elternteil aufgrund eigener Erfahrungen und mit 
nachvollziehbarer Begründung ablehnt, ist ein gegen den Widerstand erzwungener 
Besuchskontakt mit dem Zweck des Umgangsrechts in der Regel unvereinbar, weshalb 
der Kindeswille, sofern er autonom gebildet wurde, letztlich respektiert werden soll (BGer 
5A_23/2020, a.a.O., mit Hinweisen). Bei der Beurteilung der Urteilsfähigkeit geht die 
Rechtsprechung differenziert vor und setzt insbesondere bezüglich eines Kontaktabbruchs 
zum besuchsberechtigten Elternteil zurecht wegen der damit verbundenen mittel- und 
längerfristigen Folgen strenge Massstäbe an (vgl. für einen Überblick Kilde, a.a.O., Rz. 
149 mit Hinweisen). Vorliegend geht es um den persönlichen Umgang eines noch nicht 
einmal siebenjährigen Kindes mit seinem Vater, wobei eine Beeinflussung des Kindes klar 
erfolgt ist (vgl. oben E. 4.2.1). Dass die Kindsmutter das Kind positiv auf die Kontakte mit 
dem Vater eingestimmt haben soll, wie sie in ihrer abschliessenden Stellungnahme 
behauptet, erscheint denn auch wenig glaubwürdig, konnte sie sich doch nach wie vor – 
trotz deutlicher Entkräftung ihrer Vorwürfe durch die Untersuchung der 
Strafverfolgungsbehörden – nicht von der Idee lösen, dass beim Vater etwas vorgefallen 
sein müsse (KESB-act. 2.14 S. 2; act. 1). Sie äusserte denn auch, E.________ nie 

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unbegleitet herausgeben zu wollen (KESB-act. 2.14 S. 3). Von einem autonom gebildeten 
Willen eines urteilsfähigen Kindes mit Bezug auf den Abbruch der strittigen 
Besuchskontakte kann bei dieser Ausgangslage offensichtlich keine Rede sein. 

4.5 Anzumerken bleibt, dass angesichts der offenbar erheblichen Verunsicherung und 
der (bewussten oder unbewussten) Beeinflussung von E.________ die alleinige 
Anordnung der Besuchskontakte im Besuchstreff zwar als ein geeignetes, für sich allein 
aber nicht als ausreichendes Mittel erscheint, um der Kindswohlgefährdung zu begegnen. 
Der Beiständin wurde denn auch die Aufgabe übertragen, die Besuche zu begleiten, und 
es ist aktenkundig, dass sie bereits mehrmals versucht hat, der Kindsmutter und deren 
Lebenspartner die auch oben in E. 4.2 ausführlich dargelegten Mechanismen zu erklären, 
die entstehen können, wenn Kinder in Loyalitätskonflikte gedrängt werden. Bis anhin 
scheinen diese Bemühungen leider von wenig Erfolg gekrönt zu sein (KESB-act. 2.1 S. 3 
f.). Es ist vorderhand anzunehmen, dass dies mehr auf die einfache Strukturierung der 
Kindsmutter zurückzuführen ist (die offenbar Mühe bekundet, komplexe Zusammenhänge 
zu erfassen wie sie hier zu berücksichtigen sind, vgl. act. 1 Ziff. 13, 34), denn auf bösen 
Willen ihrerseits. Entsprechend besteht die begründete Hoffnung, dass es der erfahrenen 
Berufsbeiständin doch noch gelingt, der Mutter und deren Umfeld aufzuzeigen, dass ihre 
Ängste unbegründet sind, und sie mithin zur konstruktiven Mitwirkung bei der 
Wahrnehmung der Besuchskontakte zu bewegen. Angesichts dessen ist eine Ergänzung 
mit weiteren Massnahmen (etwa: einer psychologischen Betreuung von E.________ oder 
einer Verpflichtung ihrer Mutter zum Besuch eines Elternkurses) durch das Gericht 
gegenwärtig nicht angezeigt. Der KESB bleibt es selbstredend unbenommen, bei Bedarf 
im Verlauf weitere Kindesschutzmassnahmen für E.________ – und auch ihren Bruder – 
anzuordnen. Vereiteln die Kindsmutter sowie ihr Umfeld weiterhin jede 
Besuchsrechtsausübung, wird sie nebst der Anordnung weiterer 
Kindesschutzmassnahmen auch das Besuchsrecht durchzusetzen haben (Art. 450g ZGB), 
wobei hier zunächst eine Androhung der Ungehorsamsstrafe gemäss Art. 292 StGB im 
Vordergrund stehen dürfte. 

5.
5.1 In Kindesschutzfällen sind keine Kosten zu erheben (§ 57 Abs. 2 EG ZGB).

5.2 Die unterliegende, anwaltlich vertretene, Beschwerdeführerin hat gemäss § 28 
Abs. 2 VRG keinen Anspruch auf Parteientschädigung, ebenso wenig wie der 

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Verfahrensbeteiligte 1, dem zur Wahrung seiner Interessen bis anhin kein 
ausserordentlicher Aufwand entstanden ist. 

5.3 Die Rechtsbeiständin der Beschwerdeführerin hat gegenüber der sie bestellenden 
Behörde Anspruch auf eine angemessene Entschädigung (§ 27 Abs. 3 VRG). Diese ist 
nach Ermessen festzulegen, nachdem die Rechtsvertreterin trotz mehrmaliger 
Ankündigung baldiger Entscheidung durch das Gericht keine Honorarnote eingereicht hat. 
Die angemessene Entschädigung der Rechtsvertreterin für das vorliegende Verfahren ist 
mit Blick auf die wenig umfangreichen Akten, die geringe Komplexität der Angelegenheit – 
wenn auch nicht der Familiensituation – sowie den drei eingereichten Eingaben (act. 1, 5, 
13) ausgehend von einem Stundenaufwand von total rund sechs Stunden zu bemessen. 
Praxisgemäss kommt ein Stundenansatz von Fr. 220.– inkl. Spesen und Mehrwertsteuer 
zum Tragen (§ 27 Abs. 3 VRG; vgl. ausserdem etwa VGer ZG F 2020 29 vom 6. Mai 2022 
E. 7.2.3). Rechtsanwältin B.________ ist demnach aus der Gerichtskasse mit Fr. 1'320.– 
(6 Stunden à Fr. 220.–) zu entschädigen.

5.4 Mit dem Entscheid in der (spruchreifen) Sache im Sinne des Verfahrensbeteiligten 1 
erübrigen sich Weiterungen zu dessen mit Eingabe vom 20. November 2022 (act. 11 f.) 
erneuertem Antrag um Bestellung eines unentgeltlichen Rechtsvertreters. Dieser ist als 
gegenstandslos abzuschreiben.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

4. Rechtsanwältin B.________ ist aus der Gerichtskasse mit Fr. 1'320.– (inkl. 
Auslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen. 

5. Das Gesuch des Verfahrensbeteiligten 1 um Bestellung eines unentgeltlichen 
Rechtsvertreters wird als gegenstandslos abgeschrieben. 

6. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne Beschwerde in Zivilsachen 
eingereicht werden.

7. Mitteilung an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die 
KESB Zug, an C.________, an D.________ sowie (zum Vollzug von deren 
Ziffer 4) im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug. 

Zug, 13. Dezember 2022

Im Namen der
FÜRSORGERECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am