# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd01cf1b-3240-5806-b344-b99ae62388da
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-07
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 07.05.2025 SST.2024.81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-81_2025-05-07.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2024.81 
(ST.2023.232; StA.2023.2525) 

 

 

Urteil vom 7. Mai 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident 

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Jacober 

Gerichtsschreiberin Rosset 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg  

 

Privatkläger   C._____, 

[…] 

vertreten durch Rechtsanwältin Brigitta Brunner,  

[…] 

 

 
    

Beschuldigter   B.B._____,  

geboren am tt.mm.1969, von Eritrea, 

z.Zt.: JVA Lenzburg 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Andreas Keller,  

[…] 

  

 
 

Gegenstand  Versuchte vorsätzliche Tötung 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 8. November 2023 erhob die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen versuchter vorsätzlicher Tötung. 

 

2. 

Mit Urteil vom 7. März 2024 sprach das Bezirksgericht Aarau den 

Beschuldigten der versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig und verurteilte ihn zu einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 6 Jahren. Es ordnete gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. a 

StGB eine Landesverweisung unter Ausschreibung im Schengener 

Informationssystem für die Dauer von 12 Jahren an. Schliesslich ordnete 

die Vorinstanz die Einziehung eines beschlagnahmten Hammers an, 

verwies die Schadenersatzforderung des Privatklägers C._____ auf den 

Zivilweg und verpflichtete den Beschuldigten, dem vorgenannten 

Privatkläger eine Genugtuung von Fr. 15'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 

16. April 2023 zu bezahlen. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 13. Mai 2024 beantragte der Beschuldigte, er 

sei vollumfänglich freizusprechen und es sei ihm für die zu Unrecht 

ausgestandene Haft eine Entschädigung von Fr. 78'600.00 auszurichten. 

Die Zivilklage des Privatklägers C._____ sei auf den Zivilweg zu verweisen. 

Schliesslich sei die vorinstanzliche Gerichtskasse anzuweisen, dem 

amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 31'838.55 auszurichten.  

 

3.2. 

Am 12. August 2024 reichte der Beschuldigte vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein.  

 

3.3. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 26. August 2024 beantragte die 

Staatsanwaltschaft die Abweisung der Berufung.  

 

3.4. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 3. September 2024 beantragte der 

Privatkläger C._____ die Abweisung der Berufung.  

 

3.5. 

Die Berufungsverhandlung fand am 7. Mai 2025 statt. 

 

 

 - 3 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Das vorinstanzliche Urteil wurde hinsichtlich des ergangenen Schuld-

spruchs der versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB, der dafür ausgesprochenen Strafe, der Landes-

verweisung und der Zivilforderung angefochten. Im unangefochten 

gebliebenen Punkt der Einziehung des beschlagnahmten Hammers findet 

keine Überprüfung statt (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

1.2. 

Nicht einzutreten ist auf den mit Berufungserklärung gestellten Antrag, dem 

amtlichen Verteidiger sei für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Entschädigung von Fr. 34'220.40 zuzusprechen (Berufungserklärung S. 2). 

 

Die Berufung wurde ausdrücklich und ausschliesslich für den 

Beschuldigten erklärt und die Anträge wurden in dessen Namen gestellt. 

Der Beschuldigte ist mangels Beschwer nicht legitimiert, eine als zu niedrig 

empfundene Entschädigung seines amtlichen Verteidigers anzufechten, da 

er durch eine zu niedrige Entschädigung nicht in seinen Rechten und 

Interessen beeinträchtigt wird (RUCKSTUHL, in: Basler Kommentar, 

Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 17 zu Art. 135 

StPO; vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_70/2012 vom 25. Juni 2012 

E. 1.3). Vielmehr hätte der amtliche Verteidiger hinsichtlich seiner als zu 

niedrig erachteten erstinstanzlichen Entschädigung in eigenem Namen und 

nicht etwa als Vertreter des Beschuldigten Berufung erheben und Anträge 

stellen müssen (Art. 135 Abs. 3 StPO; RUCKSTUHL, a.a.O., N. 16 zu Art. 135 

StPO; MELUNOVIC, Revision des Strafprozesses: Das sind die wichtigsten 

Neuerungen, in: plädoyer 2/2023, S. 38 ff., Ziff. 5). Das hat er innert 

Rechtsmittelfrist nicht getan. 

 

2. Versuchte vorsätzliche Tötung 

2.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der versuchten vorsätzlichen Tötung 

gemäss Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. Sie 

hat es als erstellt erachtet, dass der Beschuldigte am Nachmittag des 

16. April 2023 zusammen mit seinem Sohn C._____ seine Ehefrau 

A.B._____, von welcher er damals getrennt gelebt habe, sowie die 

gemeinsamen Kinder in ihrer Wohnung am A-Platz […] in V._____ 

zusammen besucht habe. Gegen 19.55 Uhr habe C._____ im 

Wohnzimmer auf dem Sofa gesessen, als der Beschuldigte plötzlich einen 

Hammer behändigt, mit seiner rechten Hand ausgeholt und dem 

ahnungslosen C._____ mit der flachen Seite des Hammerkopfes gezielt 

von hinten auf dessen Kopf geschlagen habe. Der wuchtig ausgeführte 

Schlag habe C._____ an der rechten Kopfseite im Bereich des 

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Scheitelbeins getroffen. C._____ sei sofort aufgestanden und habe den 

Beschuldigten schockiert gefragt, was er mache und aus welchem Grund 

er ihn geschlagen habe. Währenddessen hätten sie beide den Hammer mit 

ihren Händen festgehalten, wobei sie versucht hätten, den Hammer an sich 

zu reissen. Das Gerangel habe sich in Richtung der Eingangstüre verlagert, 

woraufhin der Beschuldigte den Hammer schliesslich im Treppenhaus 

losgelassen habe (vorinstanzliches Urteil E. 2.4.2). 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vom Vorwurf der 

versuchten vorsätzlichen Tötung freizusprechen (Berufungserklärung 

S. 2). Die Staatsanwaltschaft und der Privatkläger C._____ dagegen 

beantragen die Abweisung der Berufung (Berufungsantworten der 

Staatsanwaltschaft S. 1 und des Privatklägers C._____ S. 2). 

 

2.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, dass der Beschuldigte am 16. April 2023 in der Wohnung von 

A.B._____ anwesend war und seinem Sohn, dem Privatkläger C._____, 

mit einem Hammer einen Schlag gegen dessen Kopf versetzt hat.  

 

Der Beschuldigte macht jedoch geltend, dass eine Notwehrsituation 

vorlegen habe, da ihm zuerst C._____ einen Schlag mit dem Hammer 

gegen den Ellenbogen versetzt habe, als C._____ versucht habe, ihn (den 

Beschuldigten) mit dem Hammer an dessen Kopf zu schlagen. Er bringt 

vor, dass er vor C._____ stehend mit dem Hammer in seiner rechten Hand, 

von seiner eigenen linken Seite aus ausholend mit einem sogenannten 

«Rückhandschlag» gegen die rechte Kopfseite von C._____ geschlagen 

habe (Berufungsbegründung S. 4 ff.; Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 22 ff.; Plädoyer des amtlichen Verteidigers an der 

Berufungsverhandlung S. 6). An seiner delegierten Einvernahme vom 

23. Juni 2023 hatte er diesbezüglich zu Protokoll gegeben, dass es zum 

Schlag auf den Kopf von C._____ gekommen sei, als er, der Beschuldigte, 

C._____ den Hammer habe entreissen wollen und sie miteinander 

gerangelt hätten. Der Schlag sei nicht gezielt gewesen. Es sei keine 

Absicht gewesen (UA act. 592 f.; 595). 

 

2.3. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für den 

Beschuldigten günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss 

abstrakte und theoretische Zweifel genügen nicht, weil solche immer 

möglich sind. Der Grundsatz «in dubio pro reo» verlangt indes nicht, dass 

bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den 

Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel ist erst 

 - 5 - 

 

 

anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen 

Beweise ausgewertet worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als 

Ganzem relevante Zweifel bestehen (BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 

144 IV 345 E. 2.2.3).  

 

Entgegen der Vorinstanz, welche – wie der Beschuldigte zurecht vorbringt 

(Plädoyer des amtlichen Verteidigers an der Berufungsverhandlung S. 3 f.) 

– fälschlicherweise festgehalten hat, dass das Vorliegen einer 

Notwehrsituation durch den Beschuldigten glaubhaft zu machen und damit 

nachzuweisen sei (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 2.4), ist es der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge Sache der Anklagebehörde, 

die Schuld der beschuldigten Person zu beweisen. Folglich hat die 

beschuldigte Person, welche gemäss Art. 113 Abs. 1 StPO zur 

Verweigerung der Mitwirkung schlechthin und damit auch zur 

Aussageverweigerung berechtigt ist, ihre Unschuld und damit vorliegend 

eine Notwehrsituation nicht nachzuweisen. Eine Beweislastumkehr findet 

entgegen der Vorinstanz gerade nicht statt (BGE 148 IV 205 E. 2.4; Urteile 

des Bundesgerichts 7B_253/2022 vom 8. Februar 2024 E. 2.3.4; 

6B_546/2023 vom 13. November 2023 E. 1.6.3). 

 

2.4. 

2.4.1. 

C._____ gab an seiner delegierten Einvernahme vom 10. Mai 2023 zu 

Protokoll, dass er und der Beschuldigte dran gewesen wären, zu gehen, 

und er auf dem Sofa gesessen und auf seinem Mobiltelefon einen 

Fussballmatch geschaut habe, als der Beschuldigte auf den Balkon 

rausgegangen und danach zurückgekommen sei und bei der Türe 

stehengeblieben sei, wo er etwas in seinem Rucksack gesucht habe. Er 

habe den Beschuldigten gefragt, was er mache, woraufhin der 

Beschuldigte geantwortet habe, dass es kalt sei und er die Türe schliessen 

wolle. Danach habe er, C._____, sich nicht mehr auf den Beschuldigten 

geachtet, woraufhin der Beschuldigte von hinten gekommen sei und ihn 

einmal mit einem Hammer auf die rechte Seite des Hinterkopfes 

geschlagen habe. Er könne sich nicht gut daran erinnern, was danach 

passiert sei. Er sei aufgestanden und habe den Beschuldigten gefragt, was 

er machen würde und weshalb er ihn geschlagen habe. Dann hätten sie 

beide den Hammer festgehalten, woraufhin A.B._____ und die Kinder 

gekommen seien. Er und der Beschuldigte hätten sich dann in Richtung der 

Wohnungstüre bewegt und er, C._____, habe versucht, die Wohnungstür 

zu öffnen. Dies sei nicht gegangen, weil die Tür verschlossen gewesen sei 

und sich auch kein Schlüssel im Schloss befunden habe. Er wisse nicht, ob 

er dabei den Hammer noch festgehalten habe. Vermutlich habe A.B._____ 

den Beschuldigten dann gefragt, was dieser mache. Der Beschuldigte habe 

dann zu ihm gesagt, dass er den Hammer loslassen müsse, woraufhin er, 

C._____, geantwortet habe, dass er dies nicht machen würde. Er habe 

Angst gehabt, dass der Beschuldigte ihn noch einmal schlagen würde. 

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Daraufhin habe A.B._____ einen Schlüssel aus einer Tasche geholt und 

die Wohnungstür geöffnet, woraufhin alle rausgegangen seien und er und 

der Beschuldigte nach wie vor beide den Hammer gehalten hätten, bevor 

der Beschuldigte den Hammer losgelassen habe. Daraufhin habe 

A.B._____ zum Beschuldigten sinngemäss gesagt, dass nun auch alles 

herauskommen werde, was er mit ihr gemacht habe. Er, C._____, habe 

sich nicht erklären können, weshalb der Beschuldigte auf ihn 

eingeschlagen habe. Vor dem Schlag hätten sie keinen Streit gehabt und 

er habe den Beschuldigten weder beleidigt noch geschlagen. Er habe nicht 

gesehen, wo der Beschuldigte den Hammer hergenommen habe (UA 

act. 570 ff.).  

 

An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte C._____ seine bisher 

gemachten Aussagen. Er konkretisierte diese dahingehend, als dass er 

angab, der Beschuldigte habe auf die Frage von A.B._____, was dieser 

mache, geantwortet, dass C._____ ihn gestört habe (GA act. 1101 f.).  

 

An der Berufungsverhandlung bestätigte C._____ seine bisher gemachten 

Ausführungen (Protokoll Berufungsverhandlung S. 3 ff.). Er führte jedoch 

seinen früheren Aussagen widersprechend aus, dass der Beschuldigte 

seitlich, rechts neben ihm gestanden habe, als er auf ihn eingeschlagen 

habe (Protokoll Berufungsverhandlung S. 4). Damit hat C._____ zwar 

seiner früher gemachten Angabe widersprochen, wonach der Beschuldigte 

hinter ihm stehend auf ihn eingeschlagen habe. Dies lässt sich aber 

einerseits mit dem Zeitablauf zwischen den Aussagen und andererseits 

dem Umstand, dass der genaue Standort des Beschuldigten vor dem 

Schlag für C._____ nicht von entscheidender Bedeutung war, erklären. 

Entscheidend ist denn auch vielmehr, dass C._____ konstant ausgesagt 

hat, dass der Schlag für ihn völlig überraschend und nicht von vorne erfolgt 

ist und nicht, ob der Beschuldigte vor dem Schlag hinter oder neben ihm 

gestanden ist, zumal der Hammerschlag gegen den Kopf von C._____ 

erstellt ist und sich die dabei erlittenen Verletzungen gestützt auf die 

schlüssigen und nachvollziehbaren Ausführungen der anlässlich der 

Berufungsverhandlung einvernommenen Sachverständigen Dr. med. 

F._____ sowohl mit einem Schlag von hinten wie auch von der Seite 

vereinbaren lassen (Protokoll Berufungsverhandlung S. 29 f.). 

 

Insgesamt erscheinen die Aussagen von C._____ als schlüssig und 

nachvollziehbar und mit Ausnahme der nicht entscheidenden Frage, ob der 

Beschuldigte vor dem Schlag hinter oder neben ihm gestanden hat, auch 

konstant uns somit glaubhaft. Auf sie ist somit abzustellen, ohne dass es 

dabei jedoch – entgegen den Ausführungen der Vertreterin von C._____ 

(Plädoyer der Vertreterin an der Berufungsverhandlung S. 2 f.) – auf die 

allgemeine Glaubwürdigkeit von C._____ im Sinne einer dauerhaften 

personalen Eigenschaft ankommen würde. Für die Wahrheitsfindung ist 

vielmehr auf die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussagen abzustellen (BGE 

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147 IV 409 E. 5.4.3). Auf die entsprechenden Ausführungen betreffend den 

Leumund von C._____ (Plädoyer der Vertreterin an der 

Berufungsverhandlung S. 2 f.) ist deshalb nicht weiter einzugehen, da über 

unerhebliche Tatsachen nicht Beweis zu führen ist (Art. 139 Abs. 2 StPO). 

 

2.4.2. 

Dagegen lassen die mitunter widersprüchlichen Aussagen des 

Beschuldigten in Bezug auf das eigentliche Kerngeschehen für das 

Obergericht keinen Zweifel daran, dass es sich dabei um Schutz-

behauptungen handelt und insbesondere kein Angriff von C._____ auf den 

Beschuldigten stattgefunden hat: 

 

Auffällig erscheint, dass der Beschuldigte anlässlich der Berufungs-

verhandlung zuerst ausgeführt hat, dass es sich beim Vorfall um einen 

spontanen Unfall gehandelt habe. Es sei sein Fehler, dass er handgreiflich 

geworden sei. Erst nach einer durch den amtlichen Verteidiger initiierten 

kurzen Unterbrechung der Berufungsverhandlung wurde ein Miss-

verständnis geltend gemacht und durch den Beschuldigten ausgeführt, 

dass C._____ ihn, also den Beschuldigten, mit einem Hammer angegriffen 

habe (Protokoll Berufungsverhandlung S. 21 ff.). Dass der Beschuldigte 

sich anlässlich der Berufungsverhandlung nicht daran erinnern konnte, ob 

er den Hammer C._____ habe entreissen müssen, bevor er diesen 

geschlagen habe, an welcher Körperstelle ihn C._____ getroffen habe, als 

dieser ihn angespuckt habe, und wie er C._____ mit dem Hammer 

geschlagen habe (Protokoll Berufungsverhandlung S. 23 f.; S. 28), 

erscheint unter Berücksichtigung dessen, dass es sich um ein sehr 

einschneidendes und einmaliges Ereignis gehandelt haben muss, nur 

schwer nachvollziehbar. Dies insbesondere unter Berücksichtigung der 

Tatsache, dass es sich hierbei um relevante Handlungsstränge des 

eigentlichen Kerngeschehens gehandelt hat, weshalb trotz des 

verstrichenen Zeitablaufs zu erwarten wäre, dass der Beschuldigte sich an 

diese relevanten Punkte erinnern könnte. 

 

Weiter liegt ein relevanter Widerspruch in den Aussagen des Beschuldigten 

in Bezug auf die Zeit unmittelbar vor dem Schlag vor, welcher gegen die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht: Der Beschuldigte hat erstmals 

anlässlich seiner Einvernahme vom 14. August 2023 erwähnt, dass 

C._____ ihn vor der Auseinandersetzung, noch bevor er, der Beschuldigte, 

auf die Toilette gegangen sei, gefragt habe, ob er am darauffolgenden 

Dienstag wegen des Asylverfahrens zum Anwalt von C._____ mitkommen 

könne. Er, der Beschuldigte, habe geantwortet, dass er am Dienstag keine 

Zeit habe, sondern erst am Donnerstag. Daraufhin habe ihn C._____ 

angespuckt und ihm gesagt, dass er nicht sein Vater sei (UA act. 601 f.). 

An seiner delegierten Einvernahme vom 23. Juni 2023 führte der 

Beschuldigte im Widerspruch hierzu aus, dass C._____ wie hypnotisiert 

zurückgeblieben sei und ihn gar nicht wahrgenommen habe, als er C._____ 

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gesagt habe, er gehe jetzt auf die Toilette und danach würden sie die 

Wohnung verlassen (UA act. 590). An der Berufungsverhandlung führte der 

Beschuldigte dagegen aus, dass C._____, nachdem er, also der 

Beschuldigte, ihm gesagt habe, dass sie nun nach Hause gehen würden, 

ihm geantwortet habe, dass er nicht sein Vater sei. Als er, der Beschuldigte, 

C._____ gefragt habe, weshalb er dies behaupte, habe C._____ 

geantwortet, dies habe er gesagt, weil er ihn wegen seines Alters beim 

Migrationsamt verraten habe. Daraufhin habe ihn C._____ angespuckt 

(Protokoll Berufungsverhandlung S. 23). Mitunter macht der Beschuldigte 

geltend, C._____ hätte ihn angegriffen, weil C._____ den Schweizer 

Behörden fälschlicherweise angegeben habe, 16 Jahre anstatt 

korrekterweise 24 Jahre alt zu sein, und er, der Beschuldigte, daraufhin 

dem Migrationsamt dessen richtiges Alter mitgeteilt habe. Dies habe ihm 

C._____ übelgenommen, weshalb C._____ ihm gesagt habe, dass er sich 

dafür an ihm rächen wolle. Diesen Ausführungen des Beschuldigten 

hinsichtlich des angeblichen Angriffsmotivs, welches C._____ gehabt 

haben soll, kann nicht gefolgt werden. C._____ hat vielmehr konstant 

ausgeführt, dass sein Geburtstag der 1. April 2006 sei (UA act. 578). Dies 

ergibt sich im Übrigen auch aus seinem Ausweis für Asylsuchende N (UA 

act. 504) sowie aus dem Asylentscheid des Staatssekretariats für Migration 

vom 21. August 2024 (Beilage zur Berufungsantwort des Privatklägers 

C._____). C._____ gab zwar an, dass es korrekt sei, dass der Beschuldigte 

dem Migrationsamt mitgeteilt habe, dass er (C._____) 18 Jahre alt sei, 

wobei er, C._____, jedoch daraufhin dem Migrationsamt gesagt habe, dass 

dies nicht stimme. Er sei deshalb nicht wütend auf den Beschuldigten 

gewesen (UA act. 580). Dass die Angabe des Beschuldigten gegenüber 

dem Migrationsamt für C._____ einen Grund dargestellt haben soll, den 

Beschuldigten mit einem Hammer anzugreifen, erscheint, gerade unter 

Würdigung der Gesamtumstände, als reine Schutzbehauptung, hatte 

C._____ doch, entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten, von Anfang 

an dasselbe Alter angegeben, weshalb er diesbezüglich nichts zu 

befürchten hatte. Hinweise darauf, dass es die damalige Anwältin von 

C._____ gewesen sein soll, die diesen dazu angestiftet haben soll, falsche 

Angaben zu seinem Alter zu machen, wie dies der Beschuldigte vorbringt, 

sind nicht ersichtlich (UA act. 586 ff.). Sodann bleibt betreffend dieses 

vorgebrachte Angriffsmotiv festzuhalten, dass in diesem Fall in keiner 

Weise nachvollziehbar erscheint, weshalb C._____ sich dazu entschlossen 

haben sollte, den Beschuldigten zu diesem Zeitpunkt und in der Wohnung 

von A.B._____, wo Zeugen vor Ort gewesen wären, anzugreifen. Dieser 

Widerspruch in den Aussagen des Beschuldigten betreffend die Zeitspanne 

unmittelbar vor dem Vorfall sowie insbesondere in Bezug auf das 

angebliche Motiv von C._____, den Beschuldigten anzugreifen, führt vor 

Augen, dass gerade keine Notwehrsituation vorgelegen hat. Hätte eine 

solche tatsächlich vorgelegen, so wäre zu erwarten, dass der Beschuldigte 

dieses unmittelbar vor der Tatbegehung stattgefundene Gespräch von 

Anfang an erwähnt hätte, macht er doch geltend, dass C._____ ihn gerade 

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aus diesem Grund angegriffen habe. Entgegen dem Vorbringen des 

Beschuldigten, wonach er bereits anlässlich seiner Festnahme ausgeführt 

habe, dass C._____ ihn angespuckt und ihm gesagt habe, er sei nicht sein 

Vater (Berufungsbegründung S. 6), hat der Beschuldigte anlässlich seiner 

Festnahme lediglich ausgeführt, dass C._____ dies immer wieder mache 

(UA act. 76), nicht jedoch, dass er dies am Tattag, unmittelbar vor dem 

angeblichen Angriff gesagt und gemacht habe. 

 

In keiner Weise glaubhaft erscheint sodann die Angabe des Beschuldigten 

an seiner Einvernahme vom 14. August 2023, wonach er das Anspucken 

an seiner letzten Einvernahme nicht erwähnt habe, weil der ihn befragende 

Polizist ihn unter Druck gesetzt habe, dies nicht zu erwähnen (UA act. 605). 

Es ist offensichtlich, dass es sich hierbei um eine reine Schutzbehauptung 

handelt, wurde die Einvernahme vom 23. Juni 2023 doch in Anwesenheit 

des amtlichen Verteidigers des Beschuldigten durchgeführt (vgl. UA 

act. 583). Nichts anderes geht aus den weiteren widersprüchlichen 

Aussagen des Beschuldigten hervor. So gab der Beschuldigte an seiner 

delegierten Einvernahme vom 23. Juni 2023 an, dass das Ganze nicht von 

seinem Sohn geplant worden sei, sondern dass A.B._____ auch eine Rolle 

gespielt habe. Hinter dieser Attacke stehe sicherlich vollständig seine 

Ehefrau. Sie habe auch eine falsche Aussage gemacht (UA act. 591 ff.). 

A.B._____ und C._____ würden sich betreffend ihre Aussagen absprechen 

(UA act. 595). An der vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte er im 

Widerspruch hierzu aus, nie behauptet zu haben, dass seine Ehefrau ihn 

habe töten wollen (GA act. 1108). Folglich kann dem Beschuldigten nicht 

gefolgt werden, wenn er geltend macht, C._____ hätte ein Motiv gehabt, 

ihn mit dem Hammer anzugreifen.  

 

Dagegen lassen die im Laufe des Strafverfahrens getätigten Aussagen des 

Beschuldigten – auch wenn seine genauen Beweggründe letztlich im 

Dunkeln geblieben sind – zumindest ein mögliches Motiv, seinen Sohn 

C._____ zu töten, vermuten. So führte der Beschuldigte an seiner 

delegierten Einvernahme vom 23. Juni 2023 aus, dass ihn der enge 

Kontakt zwischen C._____ und seiner Ehefrau A.B._____ gestört habe, 

und er deshalb C._____ verboten habe, A.B._____ alleine zu besuchen, 

was dieser jedoch weiterhin gemacht habe. C._____ habe auch bei 

A.B._____ übernachtet. Sodann habe ihm A.B._____ gesagt, dass 

C._____ jeweils mitkommen müsse, wenn er, der Beschuldigte, sie und die 

gemeinsamen Kinder besuchen wolle. Ohne Begleitung von C._____ habe 

er A.B._____ nicht mehr besuchen dürfen (UA act. 587). Der Beschuldigte 

führte weiter aus, dass C._____ zwischen ihm, dem Beschuldigten, und 

A.B._____ stehe (UA act. 605). An der Berufungsverhandlung gab der 

Beschuldigte auf die Frage, ob A.B._____ etwas mit dem C._____ 

zugefügten Schlag mit dem Hammer zu tun habe an, dass es sie beide, 

also C._____ und A.B._____ angehe, und ihn, den Beschuldigten, nicht 

tangiere. Danach gefragt, ob etwas zwischen C._____ und A.B._____ 

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gelaufen sei, führte der Beschuldigte aus, mittlerweile mit A.B._____ 

auszukommen und ihren Ruf nicht schädigen zu wollen (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 24 f.). Diese Aussagen des Beschuldigten 

lassen zumindest vermuten, dass er davon ausgegangen ist, seine im 

Tatzeitpunkt von ihm getrenntlebende Ehefrau A.B._____ und sein Sohn 

C._____ hätten miteinander ein Liebesverhältnis. Dass der Beschuldigte 

ein Problem damit hatte und eifersüchtig auf C._____ war, zeigt sich 

sodann deutlich anhand seiner Aussage, wonach ihn der enge Kontakt 

gestört habe und er sogar Massnahmen ergriffen habe, um diesen Kontakt 

zu unterbinden, indem er C._____ verboten habe, A.B._____ alleine zu 

besuchen. A.B._____ bestätigte, dass der Beschuldigte die Trennung von 

ihr nicht akzeptiert habe und es sein Wunsch gewesen sei, dass sie wieder 

zusammenkommen würden (UA act. 562). Weiter bestätigte A.B._____, 

dass C._____ vor dem Vorfall mehrmals ohne den Beschuldigten bei ihr 

zuhause gewesen sei, wobei er jedoch die Kinder habe besuchen wollen 

(GA act. 1104). C._____ führte aus, keine Beziehung mit A.B._____ zu 

führen, wobei es jedoch stimme, dass er zwei Mal ohne den Beschuldigten 

bei ihr zu Hause gewesen sei (UA act. 578; GA act. 1101). 

 

Insgesamt erweisen sich die Aussagen des Beschuldigten als nur sehr 

schwer nachvollziehbar, wenig schlüssig und mitunter widersprüchlich. Auf 

sie kann nicht abgestellt werden. 

 

2.4.3. 

Weiter sind die durch A.B._____ gemachten Aussagen zu würdigen. Wie 

nachfolgend aufgezeigt wird, macht ein Vergleich ihrer Aussagen deutlich, 

dass sich diese im Verlauf des Strafverfahrens zu Gunsten des 

Beschuldigten verändert haben. Dies, nachdem wohl eine Beeinflussung 

von A.B._____ durch den Beschuldigten stattgefunden hat.  

 

A.B._____ führte an ihrer delegierten Einvernahme vom 24. April 2023 aus, 

während des eigentlichen Vorfalls im Schlafzimmer gewesen zu sein, 

während der Beschuldigte und C._____ im Wohnzimmer gewesen seien. 

Sie habe dann einen Schrei von C._____ gehört, woraufhin sie ins 

Wohnzimmer gegangen sei und dort gesehen habe, wie C._____ und der 

Beschuldigte beide den Hammer festgehalten hätten und sich gegenseitig 

weggestossen hätten. Einen Schlag habe sie nicht gesehen. C._____ habe 

am Kopf geblutet. Daraufhin habe sie den Beschuldigten gefragt, ob er 

C._____ geschlagen habe, was dieser bejaht habe. Anschliessend habe 

sie den Beschuldigten gefragt, weshalb er dies gemacht habe, worauf er 

geantwortet habe, dass sie das nicht zu interessieren habe. C._____ und 

der Beschuldigte hätten sich dann durch die ganze Wohnung gestossen, 

wobei sie immer noch beide den Hammer festgehalten hätten. A.B._____ 

führte weiter aus, dass sie während des Vorfalls, als der Beschuldigte und 

C._____ um den Hammer gekämpft hätten, die Wohnung habe verlassen 

wollen. Der Schlüssel habe aber nicht in der Wohnungstür gesteckt. Sie 

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habe daraufhin gefragt, wo der Schlüssel sei, und der Beschuldigte habe 

geantwortet, dass sie bleiben solle. Sie habe grosse Angst bekommen und 

sei fast bewusstlos geworden. Sie habe dann den Schlüssel für die 

Wohnungstüre gesucht, um diese aufschliessen zu können, und habe ihren 

Nachbarn telefonisch kontaktiert, um ihn zu bitten, die Polizei zu 

verständigen. Danach habe sie sich daran erinnert, dass sie einen 

Reserveschlüssel habe, welchen sie geholt habe und mit welchem sie die 

Wohnungstür habe öffnen können. Danach seien C._____ und der 

Beschuldigte beide zum Treppenhaus rausgegangen, wo sie sich 

voneinander gelöst und den Hammer auf dem Boden zurückgelassen 

hätten. Zum Wohnungsschlüssel führte sie weiter aus, dass sie diesen 

immer in der Tür stecken lasse. Sie wisse nicht, wer diesen weggenommen 

habe, wobei sie vermute, dass es der Beschuldigte gewesen sei (UA 

act. 559). Im Widerspruch hierzu führte A.B._____ an der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung aus, dass sie die Wohnungstür grundsätzlich immer 

verschliesse und anschliessend den Schlüssel rausnehme (GA act. 1104). 

Auch an der Berufungsverhandlung führte sie aus, den Schlüssel 

manchmal wegen den Kindern wegzunehmen (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 14). Weiter widersprach A.B._____ ihren früher 

gemachten Aussagen, indem sie an der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung angab, dass der Beschuldigte, als sie ihn gefragt habe, 

ob er C._____ geschlagen habe, geantwortet habe, sie solle sich 

beruhigen. Ihre anlässlich ihrer letzten Einvernahme protokollierte Antwort, 

wonach der Beschuldigte ihr gesagt habe, das habe sie nicht zu 

interessieren, sei falsch übersetzt worden (GA act. 1103). Dies ist jedoch 

nicht möglich, erfolgte die Einvernahme von A.B._____ vom 24. April 2023 

doch ohne Dolmetscher, da sie gut Hochdeutsch spricht (vgl. UA act. 555), 

wovon sich das Obergericht anlässlich der Berufungsverhandlung 

überzeugen konnte. Hinzukommt, dass selbst der Beschuldigte an seiner 

delegierten Einvernahme vom 23. Juni 2023 bestätigte, nach der Tat zu 

A.B._____ gesagt zu haben, dass sie dies nichts angehen würde, sondern 

eine Sache zwischen ihm und C._____ sei (UA act. 594). An der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung führte der Beschuldigte dann erstmals 

aus, nach der Tat zu A.B._____ gesagt zu haben, dass dieser Plan seit 

langem geschmiedet worden sein müsse (GA act. 1109). An der 

Berufungsverhandlung führte A.B._____, entgegen ihren früheren 

Angaben aus, dass der Beschuldigte ihr keine Antwort gegeben und 

während des Vorfalls nichts gesagt habe (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 14 ff.). 

 

Dass wohl tatsächlich eine Beeinflussung von A.B._____ durch den 

Beschuldigten stattgefunden hat, zeigt sich anhand der nachfolgenden 

Ausführungen. Hervorzuheben ist vorab, dass das veränderte Aussage-

verhalten von A.B._____ mit den Daten der erteilten Telefonbewilligung 

sowie der Besuchsbewilligung übereinstimmt. So wurde dem 

Beschuldigten am 11. Mai 2023 durch die Staatsanwaltschaft eine 

 - 12 - 

 

 

Bewilligung für Telefonate mit A.B._____ und anschliessend am 8. Juni 

2023 die Besuchsbewilligung für A.B._____ sowie die gemeinsamen 

Kinder erteilt. In der Telefonbewilligung wurde festgehalten, dass die 

Gespräche nicht zu überwachen seien (UA act. 307; 317). Ihre den 

Beschuldigten anfänglich noch belastenden Aussagen tätigte A.B._____ 

anlässlich ihrer delegierten Einvernahme vom 24. April 2023 (vgl. hierzu 

oben) und somit noch vor Erteilung der Telefonbewilligung sowie der 

Besuchsbewilligung. Der Beschuldigte bestätigte an seiner delegierten 

Einvernahme vom 23. Juni 2023, dass A.B._____ ihn im Gefängnis 

besucht habe und die beiden zusammen telefoniert hätten (UA act. 595). 

An ihrer Einvernahme vom 24. April 2023 gab A.B._____ noch zu Protokoll, 

der Beschuldigte habe die Trennung nicht akzeptiert, es sei damals zu 

Bosheiten seinerseits gekommen und er habe versucht, ihr zu drohen. Er 

habe ihr Angst machen wollen, damit sie ihn nicht verlasse (UA act. 561 f.). 

Am 23. August 2023 richtete sich A.B._____ dann mit einem Schreiben an 

die Staatsanwaltschaft und führte darin – im Widerspruch zu ihren früheren 

Angaben – aus, dass der Beschuldigte sie nie bedroht habe. Sie habe sich 

im Jahr 2021 aus persönlichen Gründen dazu entschieden, sich vom 

Beschuldigten zu trennen. Sie wolle in Zukunft mit dem Beschuldigten 

zusammenleben. Das sei ihr grösster Wunsch (UA act. 632). Mit an die 

Vorinstanz gerichtetem Schreiben vom 13. November 2023 führte 

A.B._____ sodann aus, sich eine gemeinsame Zukunft mit dem 

Beschuldigten zu wünschen und aktuell in der durch den Beschuldigten bis 

zu seiner Inhaftierung bewohnten Wohnung am B-Weg in V._____ zu 

leben. Am Tattag hätten sich C._____ und der Beschuldigte gestritten und 

der Streit sei eskaliert, wobei beide verletzt worden seien. Anlässlich ihrer 

ersten Einvernahme sei sie wegen der Verhaftung des Beschuldigten sehr 

verstört gewesen. Um sicher zu sein, dass der gute Charakter und die 

Ehrlichkeit des Beschuldigten festgehalten würden, bitte sie um eine neue 

Einvernahme (GA act. 979 f.). A.B._____ bestätigte an der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung, dass sie sich mittlerweile mit dem 

Beschuldigten versöhnt habe (GA act. 1106). An der Berufungs-

verhandlung bestätigte A.B._____, sich dem Beschuldigten wieder 

annähern zu wollen, wobei sie vorher jedoch noch ein Gespräch mit ihm 

führen wolle (Protokoll Berufungsverhandlung S. 17). 

 

Insgesamt erweisen sich die Aussagen von A.B._____ für die Frage, wie 

es zum Hammerschlag gegen den Kopf von C._____ gekommen ist als 

nicht ergiebig, zumal sie konstant ausgesagt hat, den Schlag selbst gar 

nicht gesehen zu haben. 

 

Es bleibt der Vollständigkeit halber festzuhalten, dass der Beweisantrag 

des Privatklägers C._____, wonach die Akten des Sozialen Dienstes 

V._____ und Z._____ beizuziehen seien (Berufungsantwort des 

Privatklägers S. 5), abzuweisen ist. Dies ist damit zu begründen, dass der 

Beizug dieser Akten dem Nachweis der Gewalttätigkeit des Beschuldigten 

 - 13 - 

 

 

gegenüber A.B._____ sowie gegenüber dem zweitältesten gemeinsamen 

Kind dienen soll, was für die Klärung des vorliegenden Vorwurfs der 

versuchten vorsätzlichen Tötung zum Nachteil von C._____ jedoch nicht 

von massgeblicher Bedeutung ist. Gemäss Art. 139 Abs. 2 StPO wird u.a. 

über Tatsachen, die unerheblich sind, nicht Beweis geführt. Hinzukommt, 

dass es sich hierbei ohnehin nicht um ein rechtskräftig abgeschlossenes 

Verfahren, sondern bloss um Angaben von A.B._____ gegenüber den 

Sozialen Diensten handeln würde. 

 

2.4.4. 

Für die Glaubhaftigkeit der Aussagen von C._____ spricht, dass sich seine 

Aussagen ohne Weiteres in Einklang mit den gutachterlichen 

Feststellungen bringen lassen, jene des Beschuldigten darin aber in den 

entscheidenden Punkten keine Stütze finden. 

 

Gemäss Ergänzungsgutachten des Instituts für Rechtsmedizin am 

Kantonsspital Aarau vom 29. August 2023 hat bei C._____ über dem 

rechten Scheitelbein eine 3 cm lange Riss-Quetsch-Wunde mit einer 

bogenförmigen Hautdurchtrennung mit geschürften und gequetschten 

Wundrändern in einem annähernd vier- bzw. rechteckigen Areal 

vorgelegen. Radiologisch ist ein mehrfragmentärer Eindrückungsbruch, 

also eine sogenannte Impressionsfraktur mit Verlagerung der 

Knochenfragmente in die Schädelhöhle, diagnostiziert worden. 

 

Aus dem Ergänzungsgutachten (UA act. 433 f.) geht hervor, dass die durch 

den Beschuldigten dargelegte Schlagausführung, welche er zur 

Verteidigung gegen C._____ ausgeübt haben will, nur bei einem gewissen 

Kraftaufwand und einer gewissen Intensität möglich gewesen wäre. An der 

Berufungsverhandlung führte die Sachverständige Dr. med. F._____ dazu 

ergänzend aus, dass der vom Beschuldigten geschilderte Tathergang nur 

dann mit dem Verletzungsbild von C._____ vereinbar sei, wenn der 

Beschuldigte so zu C._____ zugewandt gestanden habe, dass er von 

dieser Stelle aus mit dem Hammer im richtigen Winkel, also einem 

senkrechten oder leicht tangentialen Winkel und sodann insbesondere 

auch mit genügend Kraft auf das rechte Scheitelbein von C._____ hätte 

schlagen können. Je nachdem wo der Beschuldigte gestanden habe, 

könne seine Schilderung somit zwar nicht gänzlich ausgeschlossen 

werden. Die durch C._____ dargelegte Schlagausführung – entweder von 

hinten oder, wie an der Berufungsverhandlung ausgeführt, von der Seite – 

sei vom Winkel und der Lokalisation her jedoch besser geeignet, um die 

entstandene Verletzung zu erklären (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 29). Hinzu kommt, dass bei einer Schlagausführung von vorne, bei 

welcher C._____ den Schlag hätte kommen sehen, grundsätzlich das 

Vorhandensein von Abwehrverletzungen zu erwarten wäre. Solche 

Abwehrverletzungen liegen aber gerade nicht vor (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 31). Somit steht fest, dass ein ungezielter und 

 - 14 - 

 

 

von vorne ausgeführter Schlag mit dem Hammer, wie ihn der Beschuldigte 

geschildert hat, gestützt auf die gutachterlichen Ausführungen nicht sehr 

wahrscheinlich erscheint. Demgegenüber ergibt sich bereits aus dem 

Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital Aarau vom 

1. Juni 2023 zur forensisch-klinischen Untersuchung von C._____, dass 

keine den tatnächsten Angaben von C._____ – wonach der Beschuldigte 

von hinten mit dem Hammer gegen seinen Hinterkopf geschlagen habe – 

widersprechenden Befunde gefunden worden seien (UA act. 414). 

 

Der vom Beschuldigten geschilderte Ablauf lässt sich sodann nicht 

schlüssig mit den bei ihm festgestellten Verletzungen in Einklang bringen. 

Dem Gutachten betreffend die forensisch-klinische Untersuchung des 

Beschuldigten des Instituts für Rechtsmedizin am Kantonsspital Aarau vom 

21. April 2023 kann entnommen werden, dass am rechten Ring- und 

Mittelfinger sowie am linken Ellenbogen des Beschuldigten 

Hautabschürfungen hätten festgestellt werden können, welche frisch 

gewesen und dem gegenständlichen Ereignis zuzuordnen seien. Die 

Hautabschürfungen seien durch stumpfe respektive tangential-schürfende 

Gewalteinwirkungen entstanden, z.B. durch Kontakt mit einer rauen 

Oberfläche oder Kratzen mit den Fingernägeln. Die Entstehung im Rahmen 

eines Gerangels erscheine damit zwanglos möglich. Die 

Hautabschürfungen würden innert weniger Tage folgenlos abheilen (UA 

act. 322 f.). Aus dem Ergänzungsgutachten des Instituts für Rechtsmedizin 

am Kantonsspital Aarau vom 4. September 2023 geht hervor, dass die 

Angabe des Beschuldigten, wonach die Hautabschürfung am linken 

Ellenbogen durch die Einwirkung eines Hammerschlages entstanden sei, 

weder sicher belegt noch ausgeschlossen werden könne. Eine 

anderweitige Einwirkung stumpfer, tangential-schürfender Gewalt sei 

grundsätzlich denkbar (UA act. 347 f.). Dr. med. F._____ führte 

diesbezüglich an der Berufungsverhandlung aus, gegen eine Verletzung 

des Ellbogens des Beschuldigten durch einen Hammerschlag würden die 

Hautabschürfungen, welche links und rechts gleich tief seien, sowie die 

unterschiedlichen Schürfrichtungen sprechen. So würden die unter-

schiedlichen Schürfrichtungen eher für eine Gewalteinwirkung aus 

unterschiedlichen Richtungen sprechen (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 30). Die Angabe des Beschuldigten, die Läsion an seinem Ellbogen 

habe noch Tage nach dem Ereignis geblutet, erscheine nicht plausibel, da 

die Schürfung lediglich eine oberflächliche Hautabtragung gewesen sei, 

welche bereits wenige Stunden nach der Entstehung nicht mehr geblutet 

haben könne. Weiter wurde im Ergänzungsgutachten hervorgehoben, dass 

der Beschuldigte im Rahmen seiner Untersuchung keine Schmerzen am 

Ellenbogen geltend gemacht habe (UA act. 347 f.). Entgegen dem 

Vorbringen des Beschuldigten (Protokoll Berufungsverhandlung S. 33), 

führte Dr. med. F._____ aus, dass der Beschuldigte sehr wohl dazu in der 

Lage gewesen sei, sich anlässlich seiner körperlichen Untersuchung zu 

verständigen, da er spontan Druckschmerzen auf seiner linken Flanke 

 - 15 - 

 

 

habe angeben können (Protokoll Berufungsverhandlung S. 31). Bei 

Betrachtung der Fotoaufnahme des verletzten Ellbogens des 

Beschuldigten fällt denn auch ins Auge, dass es sich hierbei lediglich um 

eine sehr oberflächliche Verletzung handelt (vgl. UA act. 329). Hätte 

C._____ tatsächlich mit dem Hammer in der Hand ausgeholt, um – wie dies 

der Beschuldigte behauptet hat – dem Beschuldigten einen Schlag gegen 

den Kopf zu verpassen, woraufhin Letztgenannter seinen Arm schützend 

vor sein Gesicht gehalten hätte (UA act. 591 f.), wäre klarerweise von einer 

weitaus schwerwiegenderen Verletzung auszugehen. Dies unter anderem 

auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der mit dem Hammer 

zurückzulegende Weg bis zum Ellbogen, welcher der Beschuldigte 

schützend vor sein Gesicht gehalten hätte, kürzer ausgefallen wäre, als der 

einberechnete Weg bis zum Kopf, weshalb von einer entsprechenden 

Wuchtigkeit des Schlags auszugehen wäre. 

 

Auf der Tatwaffe, dem Hammer, wurden auf dem Holzgriff, nämlich in der 

Mitte sowie am Ende des Griffes und unmittelbar vor dem Hammerkopf, 

drei DNA-Spuren von C._____ gefunden, wobei der Blutvortest jeweils 

schwach positiv bis positiv ausgefallen ist. Auf dem keilförmig zulaufenden 

Teil des Hammerkopfes, der sogenannten Finne, wurde eine DNA-Spur 

von C._____, bei welcher der Blutvortest positiv ausgefallen ist, gefunden. 

Auf der rechteckigen Schlagfläche des Hammers, der Bahn, wurde sowohl 

eine DNA-Spur des Beschuldigten als auch von C._____ gefunden, wobei 

auch hier der Blutvortest positiv ausgefallen ist (UA act. 543; 518 f.). In 

Bezug auf die vorgenannten DNA-Spuren relevant und hervorzuheben ist, 

dass der Beschuldigte nicht bestreitet, C._____ mit dem Hammer 

geschlagen und anschliessend mit C._____ um den Hammer gekämpft zu 

haben, wobei sowohl er selbst als auch C._____ den Hammer berührt 

hätten. Aufgrund dessen vermögen die vorgenannten DNA-Spuren einen 

von C._____ auf den Ellbogen des Beschuldigten durchgeführten Schlag, 

entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten (Plädoyer des amtlichen 

Verteidigers an der Berufungsverhandlung S. 7), weder nachzuweisen 

noch auszuschliessen, könnte die auf dem Hammer gefundene DNA-Spur 

des Beschuldigten doch durch einen Schlag auf seinen Ellbogen oder aber 

ebenso durch die Berührung des Hammers durch den Beschuldigten auf 

den Hammer gelangt sein. Sodann bleibt der Vollständigkeit halber 

festzuhalten, dass die in der Küche gefundenen Blutspuren (UA act. 534), 

entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten (Plädoyer des amtlichen 

Verteidigers an der Berufungsverhandlung S. 10), nicht für die 

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen spricht, wonach C._____ in die Küche 

gerannt sei, um sich ein Messer zu holen (Plädoyer des amtlichen 

Verteidigers an der Berufungsverhandlung S. 8). So betrifft dies die Zeit 

nach dem Schlag mit dem Hammer und somit auch nicht das relevante 

Kerngeschehen, weshalb sie in Bezug auf die geltend gemachte 

Notwehrsituation nichts nachzuweisen vermögen.  

 

 - 16 - 

 

 

2.4.5. 

Zusammenfassend ist für das Obergericht gestützt auf die glaubhaften 

Aussagen von C._____ zum Kerngeschehen, die vorgenannten Gutachten 

sowie Ergänzungsgutachten zu den forensisch-klinischen Untersuchungen 

des Beschuldigten sowie von C._____, und den ergänzenden 

Ausführungen der Sachverständigen Dr. med. F._____ erstellt, dass am 

16. April 2023 kein vorgängiger Angriff von C._____ auf den Beschuldigten 

stattgefunden und somit keine Notwehrsituation vorgelegen hat, sondern 

dass der Beschuldigte kurz vor 20.00 Uhr völlig überraschend mit dem 

Hammer auf C._____ eingeschlagen hat. Insbesondere kann dem 

Beschuldigten auch nicht geglaubt werden, dass es sich dabei um einen 

ungezielten und nicht beabsichtigten Schlag von vorne gegen den Kopf von 

C._____ gehandelt hat. Vielmehr ist zweifellos erstellt, dass der 

Beschuldigte C._____ mit einem Hammer gezielt und kräftig gegen die 

rechte Seite des Hinterkopfes geschlagen hat.  

 

2.5. 

2.5.1. 

Der Beschuldigte macht, bis auf die geltend gemachte Notwehrsituation 

sowie das nachfolgend abgehandelte Vorbringen zu seinem fehlenden 

Tötungswillen (Berufungsbegründung S. 4 ff.; Plädoyer des amtlichen 

Verteidigers an der Berufungsverhandlung S. 9), keine Vorbringen zur 

rechtlichen Würdigung des Sachverhalts.  

 

Der Tatbestand der vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB ist erfüllt, 

wenn der Täter einen Menschen vorsätzlich tötet, ohne dass die 

besonderen Voraussetzungen für einen Mord gemäss Art. 112 StGB oder 

einen Totschlag gemäss Art. 113 StGB gegeben wären (vgl. zum Mord: 

BGE 144 IV 345 E. 2; zum Totschlag: Urteil des Bundesgerichts 

6B_675/2018 vom 26. Oktober 2018 E. 3.2) und auch nicht eine bloss 

schwere Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB vorliegt, mitunter, wenn 

der Täter vorsätzlich einen Menschen lebensgefährlich schwer verletzt (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 6B_135/2017 vom 20. November 2017 E. 2.1.1 

und 6B_115/2018 vom 30. April 2018 E. 4.3). Vorsätzlich begeht ein 

Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt 

(Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB). Vorsätzlich handelt bereits, wer die 

Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 

Satz 2 StGB).  

 

Strafbar ist auch der Versuch (Art. 22 StGB). Ein Versuch liegt vor, wenn 

der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder 

Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder 

der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder nicht 

eintreten kann (BGE 140 IV 150 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 

6B_1159/2018 vom 18. September 2019 E. 2.2.2; nicht publ. in: BGE 

145 IV 424). 

 - 17 - 

 

 

2.5.2. 

Der Beschuldigte wusste, dass ein kräftiger und gezielter Schlag mit einem 

Hammer wie dem vorliegenden auf den Hinterkopf eines Menschen zum 

Tod führen kann. So hat der Beschuldigte angegeben, dass er den C._____ 

zugefügten Schlag nicht als harmlos einordnen könne und dass ein 

Mensch, je nach Schlag, sterben könne (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 27). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung drängt sich als 

Folge von kräftigen und gezielten Hammerschlägen auf den Kopf eines 

Menschen der Tod als Folge geradezu auf (Urteil des Bundesgerichts 

6B_823/2010 vom 25. Januar 2011 E. 3.3). Der Beschuldigte hat, indem er 

mit dem Hammer einmal kräftig und gezielt auf den Hinterkopf von C._____ 

eingeschlagen hat, dessen Tod für möglich gehalten und diesen zumindest 

in Kauf genommen, weshalb er eventualvorsätzlich gehandelt hat. Er 

musste ohne Weiteres damit rechnen, dass der wuchtige Hammerschlag 

auf den Kopf eine tödliche Verletzung zur Folge haben kann. Der zum 

Einsatz gekommene Hammer hat einen ca. 27 cm langen Griff aus Holz 

und daran befestigt, einen metallischen Kopf mit einer Länge von 

ca. 10 cm, welcher auf der einen Seite quadratisch ist (ca. 2 cm auf 2 cm) 

und auf der anderen Seite spitz zuläuft (vgl. UA act. 540 ff.). Mithin handelt 

es sich bei diesem Hammer aufgrund seiner Beschaffenheit und angesichts 

der konkreten Verwendung um einen gefährlichen Gegenstand. Dieser war 

aufgrund der Art und Weise der Verwendung gegen den Kopf nicht nur 

dazu geeignet, C._____ schwere Verletzungen zuzufügen, sondern 

darüber hinaus, ihn zu töten. Daran ändert – entgegen dem Vorbringen des 

Beschuldigten (Plädoyer des amtlichen Verteidigers an der 

Berufungsverhandlung S. 9) – nichts, dass er weder mit der spitz 

zulaufenden Seite des Hammers voran noch mehrmals zugeschlagen hat. 

Dies ergibt sich auch klar aus den Gutachten zu den forensisch-klinischen 

Untersuchungen von C._____. So habe, wie bereits vorgängig dargelegt, 

dem Gutachten vom 1. Juni 2023 sowie dem Ergänzungsgutachten vom 

29. August 2023 zufolge, bei C._____ über dem rechten Scheitelbein eine 

3 cm lange Riss-Quetsch-Wunde vorgelegen mit einer bogenförmigen 

Hautdurchtrennung mit geschürften und gequetschten Wundrändern in 

einem annähernd vier- bzw. rechteckigen Areal. Radiologisch ist ein mehr-

fragmentärer Eindrückungsbruch, namentlich eine Impressionsfraktur mit 

Verlagerung der Knochenfragmente in die Schädelhöhle, diagnostiziert 

worden. Als direkte Traumafolge gelte auch der nach der Ankunft im 

Kantonsspital Aarau erlittene generalisierte Krampfanfall. Das Vorliegen 

einer konkreten Lebensgefahr sei aufgrund des generalisierten 

Krampfanfalls mit schwerer Bewusstseinsstörung, der Notwendigkeit einer 

Schutzintubation sowie einer notfallmässigen neurochirurgischen 

Intervention zu bejahen (UA act. 433 f.; 415 ff.). Wer, wie der Beschuldigte, 

mit einem Hammer, wie dem vorliegenden, kräftig und gezielt auf den 

Hinterkopf eines Menschen einschlägt, weiss angesichts der bekannten 

Empfindlichkeit der Kopfregion eines Menschen um das Risiko tödlicher 

Verletzungen. Nach dem Gesagten rechnete der Beschuldigte ohne 

 - 18 - 

 

 

Weiteres damit und hat im Sinne des Eventualvorsatzes mindestens in 

Kauf genommen und sich damit abgefunden, seinen Sohn C._____ mit 

dem kräftigen und gezielten Schlag mit dem Hammer auf dessen 

Hinterkopf zu töten.  

 

Zusammenfassend hat der Beschuldigte eventualvorsätzlich gehandelt 

und damit den subjektiven Tatbestand der vorsätzlichen Tötung gemäss 

Art. 111 StGB erfüllt. Es ist dem Zufall zu verdanken, dass der C._____ 

zugefügte Schlag mit dem Hammer nicht tödlich war. Da C._____ sich 

gewehrt hat, ist es auch nicht zu weiteren Schlägen gekommen. Es ist 

deshalb bei einem Versuch gemäss Art. 22 Abs. 1 StGB geblieben. 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe liegen nicht vor, handelt es 

sich doch bei der durch den Beschuldigten vorgebrachten 

Notwehrsituation, wie bereits dargelegt (vgl. oben), um eine reine 

Schutzbehauptung. 

 

Der Beschuldigte hat sich der versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss 

Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Damit erweist 

sich seine Berufung in diesem Punkt als unbegründet.  

 

3. Strafzumessung 

3.1. 

Der Beschuldigte hat sich der versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss 

Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. Dafür ist er 

angemessen zu bestrafen.  

 

3.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer unbedingten Freiheitsstrafe 

von 6 Jahren bestraft.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei – infolge des beantragten 

Freispruchs – von Strafe freizusprechen und es sei ihm für die zu Unrecht 

ausgestandene Haft eine Entschädigung auszurichten (Berufungs-

erklärung S. 2). Die Staatsanwaltschaft beantragt die Abweisung der 

Berufung (Berufungsantwort S. 1).  

 

3.3. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 

144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit 

Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

3.4. 

Die vorsätzliche Tötung nach Art. 111 StGB sieht als Strafe Freiheitsstrafe 

nicht unter fünf Jahren vor. Die Vernichtung fremden Lebens ist immer von 

einer extremen Schwere. Allein der Umstand, dass der Beschuldigte das 

 - 19 - 

 

 

höchste Rechtsgut eines Menschen, das Leben, zu verletzten beabsichtigt 

hat, rechtfertigt aber nicht per se die Ausfällung der Maximalstrafe. Die 

Rechtsgutverletzung als solche ist unergiebig, wenn es um eine Tötung 

geht, da die Vernichtung des höchsten Rechtsguts den Tatbestand des 

Art. 111 StGB begründet. Die objektive Tatschwere bestimmt sich deshalb 

vielmehr anhand des Tathergangs und der Tatumstände. Bei Totschlag 

(Art. 113 StGB) und bei Mord (Art. 112 StGB) kennzeichnen subjektive 

Elemente (eine entschuldbare heftige Gemütsbewegung oder eine grosse 

seelische Belastung resp. eine besondere Skrupellosigkeit) den 

privilegierten resp. qualifizierten Tatbestand. Subjektive Merkmale wie 

Motive, Beweggründe und Absichten des Täters sind implizit aber auch 

beim hier einschlägigen Grundtatbestand des Art. 111 StGB massgeblich, 

wenn es um die Festlegung des (objektiven) Schweregrades geht. Dieser 

bestimmt sich mit anderen Worten anhand aller Tatkomponenten, welche 

einem gesetzlichen Tatbestandsmerkmal zuzuordnen sind (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1038/2017 vom 31. Juli 2018 E. 2.6.1). 

 

Methodisch ist zunächst die schuldangemessene Strafe für das vollendete 

Delikt festzulegen und die derart ermittelte hypothetische Strafe in der 

Folge unter Berücksichtigung des fakultativen Strafmilderungsgrundes von 

Art. 22 Abs. 1 StGB zu reduzieren (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

6B_466/2013 vom 25. Juli 2013 E. 2.3.1). 

 

Betreffend die Art und Weise der Tatausführung ist Folgendes festzuhalten: 

Der Beschuldigte hat am 16. April 2023 in der Wohnung seiner damals 

getrenntlebenden Ehefrau A.B._____ in V._____ seinem Sohn, C._____, 

welcher komplett ahnungslos war, auf dem Sofa sass und einen 

Fussballmatch schaute, einmal mit einem Hammer gezielt und kräftig auf 

dessen Hinterkopf geschlagen. C._____ hat den unerwarteten Schlag auf 

seinen Kopf nicht kommen sehen und hatte deshalb keinerlei Abwehr- und 

Verteidigungschancen. Aufgrund dessen erscheint das Vorgehen des 

Beschuldigten als brutal, hinterhältig und skrupellos, womit sein Handeln 

insgesamt an den Tatbestand des Mordes grenzt.  

 

Es liegen keine Eingeständnisse des Beschuldigten zu seinen Beweg-

gründen vor, da er auch noch im Berufungsverfahren geltend macht, sich 

lediglich verteidigt zu haben, nachdem zuerst C._____ mit dem Hammer 

auf ihn eingeschlagen habe. Was genau den Beschuldigten zur massiven 

Gewalteinwirkung gegen seinen Sohn bewogen hat bzw. Auslöser war, 

bleibt letztlich im Dunkeln. Sein Verhalten, mit einem Hammer auf den Kopf 

seines ahnungslosen Sohns C._____ einzuschlagen, ist jedenfalls bei 

objektiver Betrachtung in keiner Weise nachvollziehbar. Dem forensisch-

psychiatrischen Gutachten von Dr. med. habil. G._____ vom 3. August 

2023 zufolge habe der Beschuldigte im Tatzeitpunkt an keiner psychischen 

Störung gelitten. Sowohl seine Einsichts- als auch seine 

Steuerungsfähigkeit und damit seine Schuldfähigkeit seien im Tatzeitpunkt 

 - 20 - 

 

 

voll erhalten gewesen (UA act. 57 ff.). Im Übrigen ist es selbst bei Annahme 

dessen, dass sich der Beschuldigte von C._____ – aus welchen Gründen 

auch immer – provoziert gefühlt hat, nicht so, dass es keinen anderen 

Ausweg gegeben hätte. Insbesondere ist nicht ersichtlich, weshalb der 

Beschuldigte diesfalls nicht einfach die Wohnung verlassen hat, anstatt 

seinem Sohn einen Schlag mit einem Hammer auf dessen Kopf zu 

verpassen. Je leichter es aber für ihn gewesen wäre, die körperliche 

Integrität bzw. das Leben von C._____ zu respektieren, desto schwerer 

wiegt die Entscheidung dagegen und damit einhergehend sein 

Verschulden (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1; BGE 127 IV 101 E. 2a; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). Leicht 

verschuldensmindernd ist zu berücksichtigen, dass dem Beschuldigten 

lediglich eventualvorsätzliches Handeln anzulasten ist, was verschuldens-

mässig weniger schwer wiegt als direkt vorsätzliches Handeln (BGE 136 IV 

55 E. 5.6). 

 

Insgesamt wäre für die vollendete vorsätzliche Tötung in Relation zum 

Strafrahmen von 5 Jahren bis 20 Jahren Freiheitsstrafe von einem 

mittelschweren bis schweren Tatverschulden auszugehen, wofür eine 

Freiheitsstrafe von 12 Jahren angemessen wäre. Da es bei einer 

versuchten vorsätzlichen Tötung geblieben ist, ist die Strafe angemessen 

zu reduzieren (Art. 22 Abs. 1 StGB). Dabei hat die Strafminderung umso 

geringer auszufallen, je näher der tatbestandsmässige Erfolg und je 

schwerer die tatsächlichen Folgen der Tat waren (BGE 127 IV 101 E. 2b; 

BGE 121 IV 49 E. 1b; vgl. auch Urteile des Bundesgerichts 6B_587/2015 

vom 6. April 2016 E. 1.3.3 und 6B_281/2014 vom 11. November 2014 

E. 3.6). In Bezug auf die C._____ zugefügte Verletzung, den als direkte 

Traumafolge erlittenen generalisierten Krampfanfall sowie das Vorliegen 

einer konkreten Lebensgefahr kann auf die vorgängig im Rahmen der 

rechtlichen Würdigung der versuchten vorsätzlichen Tötung gemachten 

Ausführungen verwiesen werden. C._____ befand sich bis am 21. April 

2023 und somit während sechs Tagen im Kantonsspital Aarau, bevor er 

sich in die Rehabilitationsklinik in X._____ zur neurologischen 

Rehabilitation begeben hat (UA act. 412 ff.). Eigenen Angaben zufolge 

leide er seit der Tat an Angstzuständen (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 10 f.). Es ist nur dem Zufall zu verdanken, dass der Taterfolg nicht 

eigetreten ist. Da sich C._____ nach dem ersten Schlag noch wehren 

konnte, ist es auch nicht zu weiteren Schlägen gekommen. Folglich hat der 

Beschuldigte nicht aus eigenem Antrieb von einer Weiterverfolgung der Tat 

abgesehen. Der Beschuldigte verhinderte damit den Erfolgseintritt der 

vorsätzlichen Tötung nicht aktiv, sondern überliess diesen alleine dem 

Zufall. Dennoch ist nicht zu verkennen, dass der Unterschied zwischen 

einer vollendeten und einer bloss versuchten Tötung vorliegend sehr gross 

erscheint. Nach dem Gesagten rechtfertigt sich eine Strafreduktion im 

Umfang von 4 Jahren (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_510/2015 vom 

25. August 2015 E. 1.3). Damit resultiert eine angemessene Freiheitsstrafe 

 - 21 - 

 

 

von 8 Jahren. Eine noch weitergehende Strafminderung oder gar eine 

Unterschreitung des ordentlichen Strafrahmens von 5 Jahren ist nicht 

angezeigt (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8).  

 

3.5. 

In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

ist nicht vorbestraft (vgl. aktueller Strafregisterauszug), was sich neutral 

auswirkt (BGE 136 IV 1 E. 2.6.4). Entgegen seinem Vorbringen (Plädoyer 

des amtlichen Verteidigers an der Berufungsverhandlung S. 11), stellt sein 

Wohlverhalten seit der Tat keine besondere Leistung dar. Gleiches gilt für 

korrektes Verhalten während der Haft (Urteil des Bundesgerichts 

6B_910/2024 vom 11. Februar 2025 E. 1.3.1). 

 

Der Beschuldigte räumt zwar ein, mit dem Hammer auf den Kopf von 

C._____ eingeschlagen zu haben und hat sich dafür bei Letztgenanntem 

anlässlich der Berufungsverhandlung entschuldigt (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 22). Er macht jedoch auch noch im 

Berufungsverfahren geltend, zuerst von C._____ mit dem Hammer 

angegriffen worden zu sein und sich lediglich verteidigt zu haben. Unter 

diesen Umständen ist eine Strafminderung, wie sie bei einem 

vollumfänglich geständigen, nachhaltig einsichtigen und reuigen Täter 

möglich ist, ausgeschlossen. 

 

Was die persönlichen Verhältnisse anbelangt, so ist der heute 55-jährige 

Beschuldigte, welcher sich aktuell in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg 

befindet, mit A.B._____ verheiratet und hat – nebst dem mittlerweile 

volljährigen Sohn C._____ und weiteren (erwachsenen) Kindern in 

Äthiopien, Eritrea und Deutschland – drei minderjährige Kinder zusammen 

mit A.B._____. Vor seiner Verhaftung habe er aufgrund von 

Rückenproblemen nicht gearbeitet und Sozialhilfe bezogen (UA act. 88 f.). 

Ausserordentliche Umstände, welche eine erhöhte Strafempfindlichkeit zu 

begründen vermögen, liegen nicht vor (vgl. statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

Ein Strafvollzug bedeutet für jede familiär integrierte Person eine gewisse 

Härte und ist hinzunehmen (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

6B_1053/2018 vom 26. Februar 2019 E. 3.4 mit weiteren Hinweisen). 

 

Damit ist die Täterkomponente insgesamt neutral zu berücksichtigen. 

 

3.6. 

Nach dem Gesagten würde eine Freiheitsstrafe von 8 Jahren dem 

Verschulden und den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

angemessen erscheinen. Da jedoch nur der Beschuldigte Berufung 

erhoben hat und auch keine Anschlussberufung erhoben worden ist, bleibt 

es aufgrund des Verschlechterungsverbots gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO 

bei der von der Vorinstanz festgelegten Freiheitsstrafe von 6 Jahren. 

 - 22 - 

 

 

3.7. 

Bei einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren kommt weder der bedingte noch der 

teilbedingte Strafvollzug infrage (vgl. Art. 42 Abs. 1 StGB und Art. 43 Abs. 1 

StGB). Folglich ist die Freiheitsstrafe von Gesetzes wegen unbedingt 

auszusprechen. 

 

3.8. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte mit einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 6 Jahren zu bestrafen. Damit erweist sich seine 

Berufung im Strafpunkt als unbegründet. 

 

3.9. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft, Sicherheitshaft und der vorzeitige 

Strafvollzug von insgesamt 753 Tagen (16. April 2023 bis 7. Mai 2025) sind 

auf die Freiheitsstrafe anzurechnen (Art. 51 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 110 

Abs. 7 StGB; Art. 236 Abs. 4 StPO). Damit entfällt die Möglichkeit der 

Zusprechung einer Haftentschädigung. 

 

4. Landesverweisung 

4.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. a 

StGB für die Dauer von 12 Jahren des Landes verwiesen.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung sinngemäss, es sei infolge des 

beantragten Freispruchs von einer Landesverweisung abzusehen 

(Berufungserklärung S. 2; vgl. Berufungsbegründung S. 13 f.). Die Staats-

anwaltschaft beantragt die Abweisung der Berufung (Berufungsantwort 

S. 1). 

 

4.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Landesverweisung gemäss 

Art. 66a StGB unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des EGMR zu 

Art. 8 EMRK wiederholt dargelegt (BGE 146 IV 311; BGE 146 IV 172; BGE 

146 IV 105; BGE 146 II 1; BGE 145 IV 455; BGE 145 IV 364; BGE 

145 IV 161; BGE 144 IV 332; statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 

6B_1248/2023 vom 9. April 2024 E. 1.4 f.; 6B_527/2024 vom 20. Februar 

2025 E. 6). Darauf kann verwiesen werden. 

 

4.3. 

Der Beschuldigte ist eritreischer Staatsangehöriger. Er hat mit der 

versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB eine Katalogtat i.S.v. Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB begangen, 

welche eine obligatorische Landesverweisung für 5 bis 15 Jahre zur Folge 

hat. Die Landesverweisung ist auch bei versuchter Tatbegehung 

anzuordnen (BGE 144 IV 168 Regeste). Er ist somit grundsätzlich aus der 

Schweiz zu verweisen. 

 - 23 - 

 

 

Von der Anordnung der Landesverweisung kann ausnahmsweise unter 

den kumulativen Voraussetzungen abgesehen werden, dass sie (1) einen 

schweren persönlichen Härtefäll bewirken würde und (2) die öffentlichen 

Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen 

des Ausländers am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der 

besonderen Situation von Ausländern Rechnung zu tragen, die in der 

Schweiz geboren oder aufgewachsen sind (Art. 66a Abs. 2 StGB). 

 

Die gesetzlichen Bestimmungen von Art. 66a StGB, wonach die Landes-

verweisung bei Vorliegen einer Katalogtat die Regel und das Absehen von 

der Landesverweisung unter restriktiver Annahme eines Härtefalls und 

eines überwiegenden privaten Interesses an einem Verbleib in der Schweiz 

die Ausnahme sein sollte, wurde u.a. bei Straftätern mit einer langen 

Aufenthaltsdauer in der Schweiz («long-term immigrants») und solchen, die 

sich aus sonstigen Gründen auf Art. 8 EMRK berufen können, durch die 

Rechtsprechung des Bundesgerichts und des Europäischen Gerichtshofs 

für Menschenrechte (EGMR) stark relativiert (siehe dazu unten). 

 

4.4. 

4.4.1. 

Der heute 55-jährige Beschuldigte ist mit A.B._____ verheiratet und hat – 

nebst dem mittlerweile volljährigen Sohn C._____ und zwei weiteren in 

Äthiopien wohnhaften volljährigen Kindern – drei minderjährige Kinder 

zusammen mit A.B._____ (UA act. 87; 89). An der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung führte er sodann erstmals aus, noch drei weitere Kinder 

zu haben, wovon ein Kind in Eritrea und zwei Kinder in Deutschland 

wohnen würden (GA act. 1110). Der Beschuldigte ist in Eritrea geboren und 

aufgewachsen (UA act. 86). Er ist am 29. August 2015 und damit im Alter 

von 45 Jahren in die Schweiz eingereist, wurde als Flüchtling anerkannt 

und verfügt über eine Aufenthaltsbewilligung B (MIKA-Akten S. 27; S. 114). 

Der Beschuldigte hält sich demnach seit beinahe 10 Jahren in der Schweiz 

auf, wobei er davon mehr als zwei Jahre in Haft verbracht hat, die nicht als 

reguläre Aufenthaltsdauer anzurechnen sind (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1102/2020 vom 20. Mai 2021 E. 3.3). Dennoch ist er 

nach der Rechtsprechung des EGMR als «long-term immigrant» 

anzusehen (Urteil des Bundesgerichts 7B_730/2023 vom 25. Oktober 2024 

E. 4.6.1 mit Verweis auf das Urteil des EGMR Nr. 52232/20 i.S. P.J. und 

R.J. gegen die Schweiz vom 17. September 2024, § 28), was es bei seinen 

persönlichen Interessen zu berücksichtigen gilt. Sprachlich ist er 

ungenügend integriert, da er während des gesamten Strafverfahrens auf 

einen Dolmetscher angewiesen war. Sein Lebensmittelpunkt liegt 

unbestritten in der Schweiz. 

 

Seine wirtschaftliche und berufliche Integration erweist sich als unterdurch-

schnittlich: In der Schweiz sei der Beschuldigte eigenen Angaben zufolge 

ein Jahr lang in einem Beschäftigungsprogramm gewesen, welches der 

 - 24 - 

 

 

Verein I._____ in Q._____ organisiert habe. Weiter habe er während eines 

Jahres beim Sozialunternehmen J._____ AG gearbeitet. Vor seiner 

Verhaftung habe er aufgrund von Rückenproblemen nicht gearbeitet und 

Sozialhilfe bezogen (UA act. 88). Nebst den ihm aus der Sozialhilfe 

entstandenen Schulden, habe er keine Schulden. Aus dem Verwaltungs-

entscheid der Sozialen Dienste V._____ vom 2. Mai 2022 geht hervor, dass 

dem Beschuldigten rückwirkend ab dem 15. September 2021 materielle 

Hilfe in Höhe von monatlich Fr. 2'658.95 gewährt worden ist (MIKA-Akten 

S. 101 ff.). Gemäss Verwaltungsentscheid der Sozialen Dienste V._____ 

vom 12. Juli 2024 sind im Rahmen der materiellen Hilfe bisher Kosten von 

Fr. 57'985.30 entstanden (MIKA-Akten S. 243 ff.). 

 

Die persönliche und gesellschaftliche Integration des Beschuldigten 

erweist sich in Anbetracht seiner Aufenthaltsdauer als nur schwach 

ausgeprägt. Vor seiner Inhaftierung hat er alleine gewohnt. Er gibt an, in 

der Schweiz keine Freunde zu haben. Von einem Engagement in einem 

Verein oder einer kulturellen Institution ist nichts bekannt. Die Ehefrau des 

Beschuldigten, welche eigenen Angaben zufolge aktuell in Betracht zieht, 

sich dem Beschuldigten nach einem klärenden Gespräch wieder 

anzunähern, gibt an, den Beschuldigten einmal wöchentlich in der 

Justizvollzugsanstalt zu besuchen (Protokoll Berufungsverhandlung S. 17). 

Ausser seiner Ehefrau und seinen Kindern habe er hier niemanden. In der 

Schweiz hat er eigenen Angaben zufolge keine weiteren Verwandten (UA 

act. 88). 

 
4.4.2. 

Der Beschuldigte hat drei minderjährige Kinder im Alter von 6, 8 und 9 

Jahren, die bei seiner Ehefrau, der Kindesmutter, mit welcher der 

Beschuldigte aktuell nicht mehr zusammen ist, wohnhaft sind (UA act. 87; 

eGeres). Vor seiner Inhaftierung im April 2023 bestand jedoch ein 

regelmässiger Kontakt zwischen dem Beschuldigten und seinen drei 

minderjährigen Kindern (Protokoll Berufungsverhandlung S. 26), weshalb 

in Bezug auf diese von einer nahen und echten gelebten familiären 

Beziehung im Sinne des Rechts auf Achtung des Familienlebens gemäss 

Art. 8 EMRK auszugehen ist. Die Ehefrau des Beschuldigten, A.B._____, 

zieht in Betracht, sich dem Beschuldigten wieder anzunähern, dies jedoch 

erst nach einem klärenden Gespräch mit dem Beschuldigten (Protokoll 

Berufungsverhandlung S. 17). Sie sei zusammen mit den gemeinsamen 

Kindern in die bisher durch den Beschuldigten bewohnten Wohnung 

eingezogen (Berufungsbegründung S. 14). Die Kinder befinden sich der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung zufolge nicht mehr in einem 

anpassungsfähigen Alter. Eine Rückkehr in das Heimatland zusammen mit 

einem oder beiden Elternteilen ist schulpflichtigen Kindern nur zumutbar, 

wenn sie durch Sprachkenntnisse, gelegentliche Ferienaufenthalte und 

eine entsprechende Kulturvermittlung im familiären Rahmen mit den 

Verhältnissen im Heimatland vertraut sind (Urteil des Bundesgerichts 

 - 25 - 

 

 

7B_730/2023 vom 25. Oktober 2024 E. 4.4). Die drei minderjährigen Kinder 

verfügen über die eritreische Staatsbürgerschaft (eGeres) und sprechen 

mit dem Beschuldigten die Sprache Tigrinya, weshalb davon auszugehen 

ist, dass sie über genügende Sprachkenntnisse verfügen und zumindest 

teilweise mit der eritreischen Kultur vertraut sind. Der Ehefrau des 

Beschuldigten, welche ebenfalls über die eritreische Staatsbürgerschaft 

verfügt (eGeres), steht es frei, diesen im Falle einer Landesverweisung 

nach Eritrea zu begleiten. Sollte dies nicht der Fall sein, so könnten die 

Ehefrau und die Kinder das Kontaktrecht zum Beschuldigten bei einer 

Landesverweisung mit modernen Kommunikationsmitteln und allenfalls – 

nebst Treffen im Heimatland – über bewilligungsfähige Kurzaufenthalte 

aufrecht erhalten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1107/2019 vom 

27. Januar 2020 E. 2.6.4 mit Hinweisen). Im Übrigen ist zu berücksichtigen, 

dass sich aufgrund der zu verbüssenden mehrjährigen Freiheitsstrafe 

ohnehin eine gewisse Entfremdung einstellen wird, da während der 

Inhaftierung des Beschuldigten die tatsächlich gelebte familiäre Beziehung 

zu seiner Ehefrau sowie seinen Kindern – entgegen seinem Vorbringen 

(Berufungsbegründung S. 14) – stark erschwert sein wird, zumal die Kinder 

zunehmend selbständig werden und eigenen Interessen (Freunde, 

Hobbys) nachgehen. 

 

4.4.3. 

Weiter sind die Gegebenheiten zu berücksichtigen, die den Beschuldigten 

in Eritrea erwarten würden. Seine Muttersprache ist Tigrinya. Weiter spricht 

er ein bisschen Amharisch (UA act. 87). Der Beschuldigte ist in Eritrea 

geboren und aufgewachsen. Er hat dort drei Jahre lang als Maurer 

gearbeitet und in den Jahren 1991 bis 1993 sowie 1998 bis 2010 dort 

Militärdienst geleistet (UA act. 86 f.). Dies zeigt, dass er mit der dortigen 

Kultur bestens vertraut ist. Dem Beschuldigten zufolge würden seine sechs 

Geschwister, zu welchen ein regelmässiger telefonischer Kontakt bestehe, 

in Eritrea wohnen (UA act. 87 f.; MIKA-Akten S. 8). Diesbezüglich ist jedoch 

ohnehin festzuhalten, dass weder das Vorhandensein von Verwandten im 

Heimatland noch ein gutes Verhältnis zu diesen Voraussetzungen für das 

Aussprechen einer Landesverweisung darstellen. Ein Unterkommen bei 

Verwandten oder deren Unterstützung in der Anfangsphase vermögen 

einen Neubeginn im Heimatland wohl zu erleichtern. Notwendig ist dies 

aber nicht. Eine Reintegration in Eritrea erscheint unter den vorliegenden 

Umständen, die einen engen Bezug zum Heimatland aufzeigen und unter 

Berücksichtigung der Tatsache, dass der gesunde (UA act. 89) 

Beschuldigte in Eritrea geboren und aufgewachsen ist, fliessend Tigrinya 

spricht und mit der dortigen Kultur bestens vertraut ist, als durchaus 

möglich. Daran vermag, entgegen dem Vorbringen des Beschuldigten 

(Plädoyer des amtlichen Verteidigers an der Berufungsverhandlung S. 11), 

auch der Umstand, dass es sich bei ihm um einen anerkannten Flüchtling 

handelt, nichts zu ändern. Das Bundesgericht hat in Bezug auf eritreische 

Flüchtlinge wiederholt festgestellt, dass die Flüchtlingseigenschaft allein 

 - 26 - 

 

 

der Anordnung der Landesverweisung nicht entgegensteht (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_260/2021 vom 20. Juli 2021; 6B_507/2020 vom 

17. August 2020 E. 3.2, 6B_348/2020 vom 14. August 2020 E. 1.2, 

6B_423/2019 vom 17. März 2020 E. 2.2.2 und 2.3). 

 

Betreffend das Vorbringen des Beschuldigten, wonach der Landes-

verweisung Vollzugshindernisse entgegenstehen würden (Berufungs-

begründung S. 13 f.), ist folgendes festzuhalten: Art. 66d StGB regelt den 

Vollzug der obligatorischen Landesverweisung. Allfällige Vollzugs-

hindernisse spielen jedoch schon bei der strafgerichtlichen Anordnung der 

Landesverweisung nach Art. 66a Abs. 2 StGB, d.h. bei der dort 

vorgesehenen Interessenabwägung, eine Rolle. Das Sachgericht 

berücksichtigt solche Hindernisse, soweit die unter Verhältnismässigkeits-

aspekten erheblichen Verhältnisse stabil und die rechtliche Durchführ-

barkeit der Landesverweisung definitiv bestimmbar sind. Liegt ein 

definitives Vollzugshindernis vor, so hat das Sachgericht auf die Anordnung 

der Landesverweisung zu verzichten. Im Übrigen sind die Vollzugs-

behörden zur Prüfung allfälliger Vollzugshindernisse, welche zum Zeitpunkt 

des Sachurteils noch nicht feststehen, zuständig (Urteile des 

Bundesgerichts 6B_889/2024 vom 12. Februar 2025 E. 1.1.2; 

6B_1042/2021 vom 24. Mai 2023 E. 5.3.3 mit weiteren Hinweisen). Der 

Beschuldigte gibt an, aus Eritrea geflüchtet zu sein, weil er Hass für das 

dortige System empfinde. Er sei aus dem Militärdienst desertiert und illegal 

ausgereist (MIKA-Akten S. 13). Bei einer Rückreise würde er inhaftiert 

werden (UA act. 89). Er müsse dort mit der Todesstrafe rechnen (GA 

act. 1110). Weder aus diesen Vorbringen des Beschuldigten noch aus der 

allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Lage ergibt sich ein 

Vollzugshindernis. Abgesehen von seiner illegalen Ausreise lässt sich die 

behauptete Gefährdungssituation nicht belegen, zumal der Beschuldigte 

keinerlei individuell-konkrete gefährdende Umstände darlegt, geschweige 

denn substanziert. Bei seinen Vorbringen handelt es sich um nichts mehr 

als unbelegte Behauptungen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1102/2020 vom 20. Mai 2021 E. 3.4.3). Der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zufolge genügen allgemein gehaltene Gefährdungen und 

Erörterungen der generellen Lage im Heimatland nicht, werden doch 

konkrete Gefährdungen vorausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts 

6B_1024/2019 vom 29. Januar 2020 E. 1.3.6). Der Beschuldigte ist damit 

seiner Mitwirkungspflicht hinsichtlich der Feststellung von Umständen, 

welche seine angebliche individuell-persönliche Gefährdung im Heimatland 

begründen, nicht ansatzweise nachgekommen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1367/2022 vom 7. August 2023 E. 1.4.3). Überdies 

kann sich die Situation im Vollzugszeitpunkt anders darstellen, wird doch 

mit vorliegendem Urteil eine mehrjährige Freiheitsstrafe angeordnet, 

welche es vorab zu verbüssen gilt. Die zuständige Vollzugsbehörde wird 

zum gegebenen Zeitpunkt neben der tatsächlichen Vollstreckbarkeit auch 

die aktuelle Durchführbarkeit der Landesverweisung zu prüfen haben. 

 - 27 - 

 

 

Würde eine relevante Änderung der Verhältnisse im Heimatland Eritrea 

eintreten, so stünde es dem Beschuldigten frei, in jenem Zeitpunkt einen 

Aufschub des Vollzuges zu begehren. Dabei hätte er ernsthafte 

Anhaltspunkte für einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK vorzubringen. Blosse 

Behauptungen genügten nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_889/2024 vom 12. Februar 2025 E. 1.1.2).  

 

4.4.4. 

Zusammengefasst erscheint die Integration des Beschuldigten sowohl in 

wirtschaftlicher und beruflicher als auch persönlicher und gesellschaftlicher 

Hinsicht als unterdurchschnittlich. Aufgrund seiner nahen und echten 

gelebten familiären Beziehung zu seinen drei minderjährigen Kindern und 

der Tatsache, dass sein Lebensmittelpunkt hier liegt, ist ihm ein hohes 

persönliches Interesse am Verbleib in der Schweiz zuzusprechen. Es muss 

weiter berücksichtigt werden, dass er zufolge EGMR als «long-term 

immigrant» gilt und er als Flüchtling anerkannt worden ist. Es ist deshalb 

knapp von einem schweren persönlichen Härtefall auszugehen. 

 

4.4.5. 

Der Beschuldigte hat sich der Katalogtat der versuchten vorsätzlichen 

Tötung gemäss Art. 111 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig 

gemacht. Dadurch hat er eine sehr hohe kriminelle Energie an den Tag 

gelegt, handelt es sich beim geschützten Rechtsgut, dem Leben, doch um 

das höchste Rechtsgut eines Menschen, welches durch den Beschuldigten 

in schwerwiegender Weise gefährdet worden ist (vgl. hierzu die 

Ausführungen in E. 2). Der Beschuldigte wird mit vorliegendem Urteil zu 

einer unbedingten Freiheitsstrafe von 6 Jahren bestraft, wobei das 

Obergericht ohne Geltung des Verschlechterungsverbots eine höhere 

Freiheitsstrafe von 8 Jahren ausgefällt hätte. Im Rahmen der Landes-

verweisung und ausländerrechtlich ist bereits ab einer Verurteilung von 

zwei Jahren von einem schweren Verstoss gegen die schweizerische 

Rechtsordnung auszugehen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1044/2019 

vom 17. Februar 2020 E. 2.6). Aufgrund der gesamten Umstände, 

insbesondere der vollständig fehlenden Einsicht und Reue des 

Beschuldigten, ist dem Beschuldigten eine eigentliche Schlechtprognose 

zu stellen. Das forensisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. habil. 

G._____ vom 3. August 2023 führt denn auch aus, dass beim 

Beschuldigten von einer mittelgradigen Wahrscheinlichkeit der Verübung 

weiterer schwerwiegender Gewaltstraftaten auszugehen sei (UA act. 62). 

Insgesamt liegt ein sehr hohes öffentliches Interesse an der 

Landesverweisung vor. Dieses überwiegt das hohe private Interesse des 

Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz, zumal seine 

Resozialisierungschancen in Eritrea intakt erscheinen und es nach der 

«Zweijahresregel» bei einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von zwei 

Jahren oder mehr ausserordentlicher Umstände bedarf, damit das private 

Interesse des Betroffenen an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliche 

 - 28 - 

 

 

Interesse an einer Landesverweisung überwiegt. Dies gilt grundsätzlich 

sogar bei bestehender Ehe mit einer Schweizerin und gemeinsamen 

Kindern (Urteil des Bundesgerichts 7B_730/2023 vom 25. Oktober 2024 

E. 4.5; siehe auch Urteil des Bundesgerichts 6B_108/2024 vom 1. Mai 

2024 E. 5). Solche ausserordentlichen Umstände sind vorliegend nicht 

auszumachen. Zur Schweiz liegen, trotz seines mehrjährigen Aufenthalts, 

keine über eine normale Integration hinausgehende Beziehungen vor. 

Sodann ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts auf die 

Anordnung der Landesverweisung auch bei Annahme eines Rück-

schiebungsverbots und bei anerkannten Flüchtlingen nur zu verzichten, 

wenn die Landesverweisung insgesamt als unverhältnismässig erscheint 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_260/2021 vom 20. Juli 2021 E. 1.3.2 mit 

Hinweis darauf, dass die allgemeine Menschenrechtslage in Eritrea, 

namentlich betreffend Militärdienstverweigerer und Regimekritiker, zwar 

besorgniserregend sei, aber kein Rückweisungshindernis darstelle). 

 

4.4.6. 

In Würdigung der gesamten Umstände ist das Vorliegen eines schweren 

persönlichen Härtefalls zwar knapp zu bejahen. Die sehr hohen öffentlichen 

Interessen an der Landesverweisung überwiegen jedoch die hohen 

privaten Interessen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz. 

Es ist somit eine Landesverweisung nach Art. 66a Abs. 1 StGB 

auszusprechen bzw. erweist sich diese nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK als 

gerechtfertigt.  

 

4.5. 

Die Landesverweisung dauert zwischen 5 und 15 Jahre. Der Beschuldigte 

hat eine versuchte vorsätzliche Tötung und somit eine Straftat von 

erheblicher Schwere begangen, wofür er zu einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 6 Jahren verurteilt wird. Der Beschuldigte hat das 

höchste Rechtsgut überhaupt, das Leben, in massiver Weise gefährdet und 

es ist ihm eine eigentliche Schlechtprognose zu stellen. Entsprechend hoch 

ist das öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschuldigten zu 

veranschlagen. Mit der Vorinstanz erscheint eine Landesverweisung von 

12 Jahren als angemessen.  

 

4.6. 

Mit dem vorliegenden Urteil wird der Beschuldigte zu einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 6 Jahren verurteilt und es wird eine obligatorische 

Landesverweisung angeordnet. Entsprechend ist davon auszugehen, dass 

er eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung i.S.v. Art. 24 Ziff. 2 

SIS-II-Verordnung darstellt. Gründe, welche eine Ausschreibung im SIS als 

unverhältnismässig erscheinen lassen würden, sind nicht ersichtlich (BGE 

146 IV 172 E. 3.2). Die Ausschreibung der Landesverweisung im SIS ist 

folglich anzuordnen. 

 

 - 29 - 

 

 

4.7. 

Zusammenfassend ist gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB eine 

obligatorische Landesverweisung für die Dauer von 12 Jahren und deren 

Ausschreibung im SIS anzuordnen. Die Berufung des Beschuldigten 

erweist sich auch in diesem Punkt als unbegründet. 

 

5. Zivilforderung 

Die Vorinstanz hat die Schadenersatzforderung des Privatklägers C._____ 

auf den Zivilweg verwiesen, den Beschuldigten jedoch verpflichtet, dem 

vorgenannten Privatkläger eine Genugtuung von Fr. 15'000.00 nebst Zins 

zu 5 % seit 16. April 2023 zu bezahlen.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, die (gesamte) Zivilklage und 

damit auch die Genugtuungsforderung des Privatklägers C._____ sei auf 

den Zivilweg zu verweisen (Berufungserklärung S. 2). Für den Fall der ganz 

oder teilweisen Abweisung der Berufung im Strafpunkt finden sich in der 

Berufung keine Ausführungen zur von der Vorinstanz zugesprochenen 

Genugtuung (vgl. Plädoyer des amtlichen Verteidigers an der 

Berufungsverhandlung S. 12; Berufungsbegründung S. 14 f.). 

 

Darauf ist somit nicht weiter einzugehen bzw. kann auf die unbestritten 

gebliebenen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO), zumal im Adhäsionsprozess die Dispositions- wie auch die 

Verhandlungsmaxime gilt (Urteile des Bundesgerichts 7B_269/2022 vom 

11. Juni 2024 E. 4.2.1, 6B_193/2014 vom 21. Juli 2014 E. 2.2 und 

6B_267/2016 vom 15. Februar 2018 E. 6.1; MARCO WEISS, Der 

Adhäsionsprozess, Basel 2023, S. 39 und Fussnote 252; DOLGE, in: Basler 

Kommentar, StPO, 3. Aufl. 2023, N. 22 f. zu Art. 122 StPO). 

 

Der Beschuldigte ist zu verpflichten, dem Privatkläger C._____ eine 

Genugtuung von Fr. 15'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 16. April 2023 zu 

bezahlen. Damit erweist sich die Berufung des Beschuldigten auch im 

Zivilpunkt als unbegründet. 

 

6. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

Die Berufung des Beschuldigten ist abzuweisen. Ausgangsgemäss sind 

ihm die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 7'000.00 inkl. Kosten 

der Sachverständigen im Berufungsverfahren (§ 18 VKD i.V.m. § 29 

GebührD) vollumfänglich aufzuerlegen. 

 

 - 30 - 

 

 

6.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das obergerichtliche Verfahren aus der 

Staatskasse zu entschädigen (Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und 

Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT). Entschädigungspflichtig sind nur jene 

Bemühungen, die in einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der 

Rechte im Strafverfahren stehen und die notwendig und verhältnismässig 

sind (BGE 141 I 124 E. 3.1). Als Massstab bei der Beantwortung der Frage, 

welcher Aufwand für eine angemessene Verteidigung im Strafverfahren 

nötig ist, hat der erfahrene Anwalt zu gelten, der im Bereich des materiellen 

Strafrechts und des Strafprozessrechts über fundierte Kenntnisse verfügt 

und deshalb seine Leistungen von Anfang an zielgerichtet und effizient 

erbringen kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_824/2016 vom 10. April 

2017 E. 18.3.1 mit Hinweisen). 

 

Mit an der Berufungsverhandlung eingereichter Kostennote macht der 

amtliche Verteidiger einen Aufwand von 38.16 Stunden à Fr. 220.00 

geltend. Dieser Aufwand erweist sich als überhöht und ist zu kürzen.  

 

In der Kostennote macht der amtliche Verteidiger Aufwände geltend, die 

zum erstinstanzlichen Verfahren gehören. Der aufgeführte Aufwand für die 

mehrmalige Durchsicht des Posteingangs vom Bezirksgericht von 

insgesamt 0.25 Stunden wird grundsätzlich durch die vorinstanzlich 

zugesprochene Entschädigung abgedeckt. Das ergibt sich bereits daraus, 

dass wenn die Berufung gar nicht erst angemeldet wird, der amtliche 

Verteidiger einen im Nachgang zur erstinstanzlichen Urteilseröffnung 

ergangenen Aufwand selbstredend nicht bei der Rechtsmittelinstanz in 

Rechnung stellen kann. Dass dieser Aufwand teilweise nur geschätzt 

werden kann, ändert nichts daran, dass er zum erstinstanzlichen Verfahren 

gehört. Nachdem auf den Antrag, dem amtlichen Verteidiger sei für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 34'220.40 

zuzusprechen, nicht einzutreten ist (vgl. oben), sind die für die Begründung 

dieses Antrages entstandenen unnötigen Aufwände nicht zu entschädigen. 

Folglich ist der für das Verfassen der 23-seitigen Berufungsbegründung 

geltend gemachte Aufwand von 12 Stunden auf 7.50 Stunden zu kürzen, 

da die Ausführungen zur vorinstanzlich vorgenommenen Kürzung der 

Entschädigung des amtlichen Verteidigers in der Berufungsbegründung 

insgesamt 8 Seiten umfassen (vgl. Berufungsbegründung S. 15 ff.). 

Schliesslich ist die auf 8.25 Stunden geschätzte Dauer der Berufungs-

verhandlung inkl. kurzem Weg auf die tatsächliche Dauer zu kürzen.  

 

Damit ergibt sich ein angemessener sowie verhältnismässiger Aufwand 

von 30.82 Stunden à Fr. 220.00. Hinzu kommen die Auslagen von 3 %, die 

Dolmetscherkosten von Fr. 595.00 sowie die gesetzliche Mehrwertsteuer, 

woraus eine auf gerundet Fr. 8'200.00 festzusetzende Entschädigung 

resultiert. 

 

 - 31 - 

 

 

Diese Entschädigung ist vom Beschuldigten ausgangsgemäss vollum-

fänglich zurückzufordern, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 

erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

6.3. 

Dem Privatkläger C._____, dessen freimandatierte Rechtsvertreterin 

anlässlich der Berufungsverhandlung explizit auf die Geltendmachung 

einer Parteientschädigung verzichtet hat (Protokoll Berufungsverhandlung 

S. 34), ist keine Parteientschädigung für das Berufungsverfahren 

zuzusprechen (vgl. Art. 433 StPO). 

 

6.4. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). 

 

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die 

Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Nachdem der Beschuldigte 

schuldig gesprochen wird, sind ihm die erstinstanzlichen Verfahrenskosten 

von Fr. 27'622.60 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 3'500.00) vollumfänglich 

aufzuerlegen. 

 

6.5. 

Nachdem auf den Antrag, dem amtlichen Verteidiger sei für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 34'220.40 

zuzusprechen, nicht einzutreten ist (vgl. oben), ist auf die Höhe der 

Entschädigung des amtlichen Verteidigers von Fr. 25'246.95 für das 

erstinstanzliche Verfahren nicht zurückzukommen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019 E. 2.4). Hinsichtlich 

der im vorinstanzlichen Urteil vorgemerkten Nachzahlung von Fr. 2'025.00 

betreffend die Entschädigung der amtlichen Verteidigung bleibt 

festzuhalten, dass die Festsetzung der Entschädigung im Entscheid zu 

erfolgen hat und Anwendung des Anwaltstarifs im Einzelfall ist, weshalb für 

einen Vorbehalt, eine bedingte Zusprechung oder eine «vorgemerkte 

Nachzahlung» keine gesetzliche Grundlage und auch gar keine 

Notwendigkeit besteht. Dem auf Beschwerde in einem konkreten Fall hin 

ergangenen Urteil des Bundesgerichts 6B_168/2024 vom 27. März 2025 

E. 2.4.2 kann hinsichtlich nicht angefochtener Entschädigungen keine 

Wirkung zukommen, zumal es sich nicht um ein Normenkontrollverfahren 

gehandelt hat. 

 

Die dem amtlichen Verteidiger erstinstanzlich zugesprochene 

Entschädigung ist ausgangsgemäss vollumfänglich vom Beschuldigten 

zurückzufordern, sobald es seine finanziellen Verhältnisse erlauben 

(Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

 - 32 - 

 

 

6.6. 

Die Höhe der Entschädigung der (im erstinstanzlichen Verfahren 

unentgeltlichen) Vertreterin des Privatklägers C._____ von Fr. 10'887.35 ist 

im Berufungsverfahren unbestritten geblieben, weshalb darauf nicht 

zurückgekommen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). Hinsichtlich der im vorinstanzlichen 

Urteil ohne gesetzliche Grundlage «vorgemerkten Nachzahlung» von 

Fr. 624.00 betreffend die Entschädigung der unentgeltlichen Vertretung 

kann auf die obigen Erwägungen zur Entschädigung des amtlichen 

Verteidigers verwiesen werden. 

 

Die unentgeltliche Vertreterin ist aus der Staatskasse zu bezahlen, wobei 

der Beschuldigte diese Kosten nur trägt, wenn er sich in günstigen 

wirtschaftlichen Verhältnissen befindet (Art. 426 Abs. 4 StPO). Dies ist 

vorliegend nicht der Fall. 

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO).  

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist der versuchten vorsätzlichen Tötung gemäss Art. 111 

StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig.  

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird gemäss den in Ziff. 1 genannten Gesetzes-

bestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB und Art. 40 StGB 

 

zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 6 Jahren  

 

verurteilt. 

 

2.2. 

Die ausgestandene Untersuchungshaft, Sicherheitshaft und der vorzeitige 

Strafvollzug von insgesamt 753 Tagen (16. April 2023 bis 7. Mai 2025) 

werden auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 

 

3. 

Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. a StGB für 12 Jahre 

des Landes verwiesen.  

 

 - 33 - 

 

 

Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem (SIS) 

ausgeschrieben.  

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Der beschlagnahmte Hammer wird eingezogen.  

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen. 

 

5. 

5.1. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die Schadenersatzforderung des Privatklägers C._____ wird auf den 

Zivilweg verwiesen.  

 

5.2. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger C._____ eine 

Genugtuung von Fr. 15'000.00 nebst Zins zu 5 % seit 16. April 2023 zu 

bezahlen. 

 

6. 

6.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 7'000.00 werden dem 

Beschuldigten auferlegt.  

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das 

Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 8'200.00 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

7. 

7.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 27'622.60 (inkl. Anklage-

gebühr von Fr. 3'500.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

7.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche 

Verfahren eine Entschädigung von Fr. 25'246.95 auszurichten. 

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten zurückgefordert, sobald es 

seine finanziellen Verhältnisse erlauben. 

 

7.3. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, der unentgeltlichen Vertreterin des Privatklägers 

 - 34 - 

 

 

C._____ für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von 

Fr. 10'887.35 auszurichten. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 
 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 7. Mai 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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