# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17be307a-a7ba-5c76-9fbe-1d962b7b2a84
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.08.2008 D-7541/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7541-2007_2008-08-18.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7541/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 8 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 
Richter Bruno Huber, Richter Robert Galliker, 
Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy.

A._______, 
alias B._______, 
dessen Ehefrau C._______, 
alias D._______, und deren gemeinsame Kinder 
E._______,
F._______, Iran,
vertreten durch _______
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
8. Oktober 2007 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7541/2007

Sachverhalt:

A.

A.a Eigenen  Angaben  zufolge  verliessen  die  Beschwerdeführer  ihr 
Heimatland am 25. (Angabe Ehefrau) beziehungsweise am 26. August 
2005 (Angabe Ehemann) und gelangten auf dem Landweg in die Tür-
kei,  von wo aus der Beschwerdeführer alleine nach einem mehrtägi-
gen Aufenthalt in Griechenland via Italien am 22. Oktober 2005 illegal 
in die Schweiz gelangte. Hier stellte er am 23. Oktober 2005 ein Asyl-
gesuch. Die Beschwerdeführerin und die beiden Kinder gelangten am 
11. September 2005 ebenfalls via Italien illegal in die Schweiz, wo sie 
noch am selben Tag ein Asylgesuch stellten. Am 19. September 2005 
(Ehefrau) sowie am 31. Oktober 2005 (Ehemann) fanden die Befragun-
gen im Empfangszentrum (...)  statt. Am 12. Oktober  2005 (Ehefrau) 
sowie am 9. Dezember 2005 (Ehemann) hörte die zuständige kantona-
le Behörde die Beschwerdeführer zu ihren Asylgründen an. 

A.b Zur Begründung ihrer Asylgesuche machten die Beschwerdefüh-
rer,  iranische  Staatsangehörige  persischer  Ethnie  und  schiitischen 
Glaubens aus G._______, im Wesentlichen geltend, iranische Sicher-
heitskräfte hätten den Arbeitsplatz der Beschwerdeführerin sowie ih-
ren  Familienwohnsitz  durchsucht.  Die  Beschwerdeführerin habe  in 
G._______ die  Grundschule und das Gymnasium besucht. Im Jahre 
1980 seien alle Universitäten geschlossen worden. Deshalb habe sie 
ihr Studium nicht fortsetzen können und infolgedessen ein Nähatelier 
eröffnet.  Seit  ihrer  Zeit  als  Studentin  sei  sie  Sympathisantin  der 
Organisation H._______ gewesen, die auch militärisch aktiv gewesen 
sei.  Sie  habe  politische  Aufklärungsarbeit  geleistet  und  in  ihrem 
Nähatelier Besuche von politisch engagierten Freunden erhalten. Aus 
diesen Gründen sei sie Ende 1983 inhaftiert worden. Zu Beginn ihrer 
Haft  (während der  fünfmonatigen Einzelhaft)  sei  sie  zweimal  ausge-
peitscht und auf die Fusssohlen geschlagen worden. Das Gericht habe 
sie  ein Jahr später  zu einer  siebenjährigen Haftstrafe verurteilt.  Aus 
gesundheitlichen Gründen sei sie im Juni 1987 aus der Haft entlassen 
worden. Allerdings habe sie schriftlich bestätigen müssen, keine uner-
laubten Aktivitäten mehr auszuüben. Im Jahre 1990 habe sie den Be-
schwerdeführer geheiratet, der sich – ebenso wie ihr Bruder - politisch 
betätigt habe. In den Jahren 1995 bis 2000 habe sie persische Litera-
tur  studiert,  nebenher  ihr  Nähatelier  betrieben  und  zeitweise  immer 
noch Kontakte mit früheren Bekannten gepflegt, die in Kontakt mit poli-

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tischen Aktivisten gestanden hätten. Auch habe sie Familien von Ge-
fangenen, die finanzielle Probleme gehabt hätten, unterstützt und ge-
legentlich besucht. Sie habe sich an Gedenkfeiern beteiligt  sowie an 
Trauertagungen für Personen, die umgebracht worden seien. Ausser-
dem habe sie Informationen über Hinrichtungen gesammelt und diese 
weitergegeben. Am 23. Juli 2005 hätten Leute ihr Atelier und ihre Woh-
nung durchsucht, während sie und ihre Familie sich ferienhalber in der 
Stadt I._______ aufgehalten hätten.

Der  Beschwerdeführer machte  im Wesentlichen geltend,  er  habe im 
Jahre 1987/1988 in G._______ das Wirtschaftslizenziat erworben. Da-
mals sei  er  Mitglied der linken Studentenorganisation der Opfer von 
Milizen (...) gewesen, deren Hauptsitz sich in der Universität befunden 
habe.  Er  habe  Aufklärungsarbeit  für  das  Volk  geleistet,  sich  an 
Anlässen beteiligt und an Meetings für die Aufrechterhaltung der Ord-
nung gesorgt. Einmal sei er wegen seiner Tätigkeiten angehalten und 
verhört worden. Nach der Schliessung der Universitäten und der Auf-
spaltung  der  Gruppierung  in  zwei  Flügel  sei  er  auf  Distanz  zu  den 
Nachfolgeorganisationen  gegangen.  Er  habe  zehn  Jahre  lang  als 
Buchhalter in der Firma (...) und nebenbei in der Firma (...) gearbeitet. 
Nach  zehn  Jahren  beziehungsweise  zwei  Jahre  vor  seiner  Ausreise 
habe ihm die Firma (...) gekündigt. Man habe ihm vorgehalten, er habe 
in  der  Firma die  Anstellung  von politischen  Gefangenen  unterstützt. 
Seither  habe  er  mehrere  Teilzeitjobs  für  (...)  und  andere  Firmen 
verrichtet. Privat habe er einen Fonds für die Unterstützung bedürftiger 
ehemaliger  Gefängnisinsassen verwaltet. Am 24. Juli  2005 habe ihn 
sein  Schwager  in  I._______  besucht,  um  ihm  und  seiner  Ehefrau 
mitzuteilen, dass die Sicherheitskräfte am Vortag am Arbeitsplatz der 
Beschwerdeführerin und  an  ihrem  Familienwohnsitz  eine  Razzia 
durchgeführt hätten.

A.c Mit  Eingabe vom 15. Februar 2007 an das BFM reichte die Be-
schwerdeführerin  das  Schreiben  einer  in  Deutschland  anerkannten 
Flüchtlingsfrau  J._______  vom  21.  Januar  2007  sowie  zwei 
Internetauszüge  ein.  Die  Beschwerdeführerin  und  J._______  hätten 
sich während ihrer Inhaftierung in den achtziger Jahren im Iran kennen 
gelernt.

B.
Das Bundesamt stellte mit Verfügung vom 8. Oktober 2007 - eröffnet 
am 9. Oktober 2007 - fest, die Beschwerdeführer erfüllten die Flücht-

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lingseigenschaft nicht und lehnte die Asylgesuche ab. Gleichzeitig ord-
nete es die Wegweisung der Beschwerdeführer aus der Schweiz und 
den Vollzug an. Zur Begründung wurde ausgeführt, die Vorbringen der 
Beschwerdeführer könnten weder  den Anforderungen an die  Flücht-
lingseigenschaft noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit genügen.

C.
Mit  Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht vom 7. November 
2007 beantragten die Beschwerdeführer die Aufhebung der vorinstanz-
lichen Verfügung. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme seien die 
Vollzugsbehörden  anzuweisen,  die  Weitergabe  von  Daten  der  Be-
schwerdeführer an den Heimatstaat bis zum Entscheid über diese Be-
schwerde zu sistieren. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdeführer 
die Flüchtlingseigenschaft  erfüllten  und es  sei  ihnen in  der  Schweiz 
Asyl zu gewähren. Eventualiter sei festzustellen, dass der Vollzug der 
Wegweisung  für  die  Beschwerdeführer unzulässig  und  unzumutbar 
sei, und daher sei das Bundesamt für Migration anzuweisen, den wei-
teren Aufenthalt  der  Beschwerdeführer in der Schweiz nach den Be-
stimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln. Zur Untermaue-
rung der Vorbringen wurden unter anderem ein Arztzeugnis vom 21. 
August  2007 (Fax),  ein  ärztlicher  Bericht  vom 23. Oktober  2007 der 
kantonalen  psychiatrischen  Dienste  (...),  ein  Gutachten  der 
Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) vom 20. Oktober 2003 (Iran – 
Rückkehrgefährdung  bei  oppositionellen  und  exilpolitischen 
Aktivitäten)  sowie  ein  Positionspapier  der  SFH  vom  26.  November 
2001 (Asylsuchende aus dem Iran), ein Internetauszug von Amnesty 
International vom 16. Oktober 2007 (Menschenrechtssituation im Iran) 
eingereicht.

D.

D.a
Der Instruktionsrichter befand mit Zwischenverfügung vom 14. Novem-
ber 2007, die Beschwerdeführer könnten den Ausgang des Verfahrens 
in der Schweiz abwarten. Der Antrag, die Vollzugsbehörden seien an-
zuweisen, die Kontaktaufnahme mit dem Heimat- oder Herkunftsstaat 
der Beschwerdeführer sowie jede Weitergabe von Daten an denselben 
bis zum Endentscheid über die Beschwerde zu unterlassen, wurde ab-
gewiesen. Gleichzeitig wurde das BFM angewiesen, den Beschwerde-
führern eine eventuell bereits erfolgte Weitergabe von Personendaten 
an die zuständige ausländische Behörde offen zu legen. Schliesslich 

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forderte  der  Instruktionsrichter  die  Beschwerdeführer  unter  Hinweis 
auf  die  Säumnisfolge  zur  Leistung  eines  Kostenvorschusses  in  der 
Höhe von Fr. 600.- bis zum 29. November 2007 auf.

D.b Mit  Zwischenverfügung vom 23. November 2007 wurde das Ge-
such vom 17. November  2007 (Poststempel)  um die ratenweise Be-
zahlung des Kostenvorschusses unter  Hinweis auf  die  Säumnisfolge 
abgewiesen  und  die  Beschwerdeführer zur  Leistung  des  Kostenvor-
schusses innert der laufenden Frist aufgefordert.

D.c Die  Beschwerdeführer leisteten  den  einverlangten  Kostenvor-
schuss am 27. November 2007 fristgerecht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführer  sind durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise  Änderung.  Die  Beschwerdeführer  sind  daher  zur  Einreichung 
der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, Art. 50 
und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.

4.1 Das BFM begründete seinen Entscheid damit, dass die Beschwer-
deführer keine konkreten Gründe für die angebliche Razzia im Jahre 
2005 vorbringen konnten. Die geltend gemachten Kontakte und die fi-
nanzielle  Unterstützung  bedürftiger  ehemaliger  Gefängnisinsassen 
dürfte aus Sicht der Behörden kaum einen Verfolgungsgrund darstel-
len. Angesichts der allenfalls unangenehmen Folgen sei auch nicht da-
von auszugehen, dass irgendeine Person aus diesem Zirkel die ihnen 
unliebsamen  Behörden  über  ihre  gelegentlichen  Treffen  informiert 
habe. Für das plötzliche massive Vorgehen der Polizei lägen somit kei-
ne  nachvollziehbaren  Gründe vor. Es  sei  bekannt,  dass  verdächtige 
Personen vorerst beobachtet würden. Die Polizei führe auch nicht aus-
gerechnet  dann eine grösser angelegte Aktion durch,  wenn die Ver-
dächtigen in den Ferien weilten, könnten sich diese doch so einer Ver-
haftung problemlos  entziehen. Zudem liege keine Vorladung vor,  die 
das  angebliche  Interesse  der  Sicherheitskräfte  an  einer  Festnahme 
der  Beschwerdeführer belegen  könnte.  Aus  den  Aussagen  der  Be-
schwerdeführerin gehe klar hervor,  ihr sei nach ihrer vorzeitigen Haft-

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entlassung im Jahre 1987 sehr wohl bewusst gewesen, dass sie sich 
nicht politisch exponieren dürfe. Deshalb könne die geltend gemachte 
Beschlagnahmung konspirativen Materials anlässlich der Razzia durch 
die Behörden nicht geglaubt werden. Entgegen ihren früheren Aussa-
gen zu ihrem äusserst vorsichtigem Verhalten beim Sammeln von In-
formationen  habe  die  Beschwerdeführerin an  anderer  Stelle  erklärt, 
sie habe ihre Gedanken und das, was sie erfahren habe, immer aufge-
schrieben. Diese Schriften habe sie in  der Bibliothek verwahrt. Falls 
die Polizei diese Papiere anlässlich der Razzia gefunden hätte, wäre 
es sehr schlimm (vgl. A7/S. 15). Die unterschiedlichen,  wirklichkeits-
fremden und unsubstanziierten Ausführungen zur Gefährdung wegen 
der  Beschlagnahmung  von  konspirativem  Material  könnten  deshalb 
nicht geglaubt werden. Davon abgesehen mache der  Beschwerdefüh-
rer diesbezüglich  andere  Angaben  (B6/S. 13).  Was den  geltend  ge-
machten Aufenthalt der Beschwerdeführerin im K._______-Gefängnis, 
ihre  Verurteilung  zu  einer  siebenjährigen  Haftstrafe  und  den 
Freispruch durch die Amnestie am 14. Juni 1987 anbelange, hielt das 
BFM fest, die Beschwerdeführerin habe trotz dieser Bestrafung später 
ihr fünfjähriges Universitätsstudium absolvieren können und keinerlei 
Nachteil mehr zu erleiden oder zu befürchten gehabt. Zudem bestehe 
kein genügend enger zeitlicher und sachlicher Kausalzusammenhang 
mit der im Jahre 2005 erfolgten Ausreise.

4.2

4.2.1 In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Beschwerdeführer 
könnten auch keinen exakten Grund angeben, warum gerade an die-
sem  Datum  (23.  Juli  2005)  eine  Hausdurchsuchung  stattgefunden 
habe. Ob das Nähatelier allenfalls schon geraume Zeit durch den Si-
cherheitsdienst  beobachtet  worden  sei,  könnten  sie  nicht  angeben. 
Parallel dazu stellten sie die Vermutung an, die Staatssicherheitsleute 
hätten allenfalls Leute observiert, die das Nähatelier aufgesucht hätten 
und seien so auf dieses aufmerksam geworden. Die Beschwerdeführe-
rin vermute, dass eine ihrer Bekannten, die sie aus ihrer Zeit im Ge-
fängnis kenne, observiert worden sei. Deren Schwester habe sich ak-
tiv für die Partei H._______ betätigt. Der Ehemann ihrer Bekannten sei 
neun Jahre seines Lebens im Gefängnis gewesen. Ferner könne aus 
der  Tatsache,  dass  sich  die  Beschwerdeführer zum  Zeitpunkt  der 
Durchsuchung  in  den  Ferien  befunden  hätten,  nichts  zu  deren 
Ungunsten  abgeleitet  werden.  Das  Nähatelier  sei  auch  in  ihrer 
Abwesenheit geöffnet gewesen, die Angestellten der  Beschwerdefüh-

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rerin hätten in dieser Zeit weiter gearbeitet. Deshalb müsse angenom-
men werden, den Sicherheitsleuten sei nicht bekannt gewesen, dass 
die Beschwerdeführer ferienhalber abwesend gewesen seien. Was die 
Kritik des Bundesamtes betrifft, dass die Beschwerdeführer keine Vor-
ladung zu den Akten gereicht hätten, obwohl sie aufgefordert worden 
seien,  sich zu melden,  hielten die  Beschwerdeführer fest,  sie  hätten 
bereits bei der kantonalen Anhörung geltend gemacht, sie hätten die 
Aufforderung,  sich zu melden,  nur mündlich erhalten (vgl. B6/S. 10). 
Zudem sei die Mutter des Beschwerdeführers sowie die Herkunftsfami-
lie der  Beschwerdeführerin in den ersten Wochen und Monaten nach 
der Hausdurchsuchung mehrmals telefonisch nach dem Verbleib der 
Beschwerdeführer befragt worden. 

4.2.2 Mit dem ärztlichen Bericht vom 23. Oktober 2007 der kantonalen 
psychiatrischen Dienste (...)  wird  erstmals geltend gemacht,  die  Be-
schwerdeführerin leide unter  einer  posttraumatischen Belastungsstö-
rung (PTBS). Ihre Beschwerden seien im Heimatstaat als schwere De-
pression diagnostiziert worden, was die Symptome der Schreckhaftig-
keit, der Flashbacks und des Vermeidungsverhaltens vor angstauslö-
senden Situationen nicht berücksichtigt habe. Die Diagnose der PTBS 
sei  der  so  genannten Internationalen Klassifikation  psychischer  Stö-
rungen (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation entnommen worden. 
Diese sei weltweit gültig und auch für im Iran tätige medizinische Hel-
fer  verbindlich.  Da  die  Beschwerdeführerin bis  zur  Behandlungsauf-
nahme bei [den Kantonalen Psychiatrischen Diensten] nichts von einer 
derartigen  Diagnose  gehört  haben  will,  wird  die  Vermutung 
ausgedrückt,  im  Iran  sei  -  ebenso  wie  im  Zusammenhang  mit  ihrer 
Schilddrüsenerkrankung  -  eine  falsche  Diagnose  gestellt  und  die 
Beschwerdeführerin in  der  Folge  falsch  behandelt  worden.  Unter 
diesen  Umständen  erscheine  die  Schlussfolgerung  mehr  als 
nachvollziehbar,  dass  die  Beschwerdeführerin in  ihrem  Heimatland 
keine geeignete Behandlung erfahre.

5.

5.1 Grundsätzlich sind Vorbringen dann glaubhaft gemacht, wenn sie 
genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind. Sie dür-
fen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in  wesentlichen 
Punkten nicht widersprüchlich sein, der inneren Logik entbehren oder 
den Tatsachen oder der allgemeinen Erfahrung widersprechen. Darü-
ber  hinaus  muss  der  Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig  erschei-

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nen, was insbesondere dann nicht der Fall ist, wenn er wichtige Tatsa-
chen unterdrückt oder bewusst  falsch darstellt,  im Laufe des Verfah-
rens Vorbringen auswechselt,  steigert  oder unbegründet  nachschiebt 
oder  die  nötige  Mitwirkung  am  Verfahren  verweigert.  Glaubhaftma-
chung bedeutet ferner - im Gegensatz zum strikten Beweis - ein redu-
ziertes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände 
und Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, 
ob die Gründe, welche für die Richtigkeit der Sachverhaltsdarstellung 
sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sicht-
weise abzustellen (vgl. Art. 7 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen 
der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1996  Nr.  27 
E. 3c.aa S. 263 f.; EMARK Nr. 28 E. 3a S. 270).

5.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  gelangt  nach  Prüfung  der  Akten 
zur  Auffassung,  dass  das  BFM die  von den  Beschwerdeführern  zur 
Begründung  ihrer  Asylgesuche  geltend  gemachten  Vorbringen  zu 
Recht  und  mit  zutreffender  Begründung  sowohl  als  unglaubhaft  als 
auch als asylirrelevant beurteilt hat.

5.2.1 So vermögen die  Beschwerdeführer die im angefochtenen Ent-
scheid dargelegten Unstimmigkeiten nicht  umzustossen. Gemäss öf-
fentlich zugänglichen Quellen  gehen die iranischen Sicherheitskräfte 
bei entsprechenden Verdachtsmomenten gezielt und koordiniert gegen 
die Verdächtigen vor. Folglich würden sie sich vor einer Hausdurchsu-
chung beziehungsweise einer geplanten Festnahme vergewissern, ob 
die von ihnen Verdächtigten anwesend sind oder nicht. 

5.2.2 Ebensowenig  können  die  Beschwerdeführer  das  Fehlen  einer 
allfälligen Vorladung erklären, und mit ihren Ausführungen das angeb-
liche  Interesse  der  Sicherheitskräfte  an  ihrer  Festnahme  belegen. 
Darüber hinaus hat  der  Beschwerdeführer zu Beginn der kantonalen 
Anhörung vier iranische Identitätsausweise zu den Akten gelegt. Diese 
haben die  Beschwerdeführer in ihrer Heimat legal erhalten. Eine tat-
sächlich verfolgte Person würde jedoch kaum freiwillig mit den heimat-
lichen Behörden in  Kontakt  treten. Folglich  ist  nicht  nachvollziehbar, 
weshalb die  Beschwerdeführer aus freien Stücken eine Identitätsaus-
weise beantragt haben wollen und dabei in Kontakt mit den heimatli-
chen Behörden getreten sind, vor denen sie angeblich Furcht gehabt 
haben  wollen.  Darüber  hinaus  haben  sie  allem  Anschein  nach  die 
Identitätskarte problemlos  erhalten,  was  auf  ein  fehlendes  Verfol-

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gungsinteresse der iranischen Behörden gegenüber den Beschwerde-
führern schliessen lässt.

5.2.3 Auch  die  weiteren  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  lassen 
keine Hinweise auf die geltend gemachte Verfolgungssituation erken-
nen. Im Übrigen erheben die Beschwerdeführer zu Unrecht den Vor-
wurf,  das  Bundesamt habe der  Beschwerdeführerin den geltend ge-
machten Gefängnisaufenthalt nicht geglaubt. Vielmehr wird in der an-
gefochtenen Verfügung ausdrücklich festgehalten, trotz der geltend ge-
machten Bestrafung habe sie später ihr fünf Jahre dauerndes Univer-
sitätsstudium absolvieren können und keinerlei Nachteile mehr zu er-
leiden oder zu befürchten gehabt (vgl. Verfügung des BFM vom 8. Ok-
tober 2007,S. 4). Demnach vermag die  Beschwerdeführerin auch aus 
dem mit Eingabe vom 15. Februar 2007 eingereichten Schreiben vom 
21. Januar 2007 ihrer ehemaligen Mitgefangenen I._______ nichts zu 
ihren Gunsten abzuleiten.

5.2.4 Was die geltend gemachten gesundheitlichen Probleme der Be-
schwerdeführerin anbelangt,  stösst  der  Einwand,  wonach  unter  den 
geschilderten Umständen die Schlussfolgerung mehr als nachvollzieh-
bar erscheine, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland keine 
geeignete  Behandlung erfahre,  ins Leere.  Selbst  bei  einer  allfälligen 
Fehldiagnose  und  infolgedessen  bei  einer  kontraindizierten  Behand-
lung kann nicht generell auf eine für die Beschwerdeführerin ungeeig-
nete Behandlung in ihrer Heimat geschlossen werden. Zudem wurde 
gemäss dem Arztzeugnis vom 21. August 2007 der Fehlbehandlung in-
sofern Rechnung getragen, als die Beschwerdeführerin einer Behand-
lung mit Eltroxin-Substitution unterzogen wurde, um deren Beschwer-
den zu mindern. Auch kann sie  gestützt auf die in ihrer Heimat freie 
Arztwahl einen anderen Facharzt ihres Vertrauens konsultieren. Im Üb-
rigen vermag auch die erstmals auf Beschwerdeebene mit ärztlichen 
Bericht vom 23. Oktober 2007 diagnostizierte PTBS, wie sich aus den 
folgenden Erwägungen ergibt, keinen Hinweis auf Verfolgung im Sinne 
von Art. 3 AsylG zu liefern.

5.2.5 Zur Beurteilung der Beweiskraft sind weder die Herkunft des Be-
weismittels  noch  dessen  Bezeichnung  als  Bericht  oder  Expertise 
massgeblich; die Beweiskraft eines ärztlichen Berichts kann daher nur 
verneint werden, wenn der Richter über konkrete Indizien verfügt, wel-
che  geeignet  sind,  die  Zuverlässigkeit  dieses  Berichts  in  Zweifel  zu 
ziehen (vgl. EMARK 2002 Nr. 18 E. 4a.aa S. 145 f.). Ärztliche Berichte, 

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die von Asylsuchenden eingereicht werden, unterliegen der freien rich-
terlichen  Beweiswürdigung  (vgl.  EMARK  2002  Nr. 13  E.  6c  S.  115; 
CLAUDIA COTTING-SCHALCH,  La pratique de la  Commission suisse de re-
cours en matière d'asile relative à l'appréciation de documents médi-
caux, in: Asyl3/02, S. 16). 

5.3 In casu wird  eine allfällige Traumatisierung der Beschwerdeführe-
rin  seitens  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  in  Abrede  gestellt. 
Was indes die Feststellbarkeit der Ursachen einer Traumatisierung be-
trifft, so hat die ehemalige ARK bereits 1994 in einem unveröffentlich-
ten Urteil vom 25. Mai 1994 (auszugsweise publiziert in Asyl 1994/4, S. 
92)  ausgeführt:  „Glaubhaft  gemacht  ist  aufgrund der  gutachterlichen 
Feststellung einer  posttraumatischen Belastungsstörung  einzig,  dass 
die  Beschwerdeführerin  ein  traumatisierendes  Ereignis  erlebt  haben 
muss. Die genauen Umstände dieses Erlebnisses - was für die Frage 
der Asylrelevanz von entscheidender Bedeutung wäre - bleiben indes-
sen unklar. Da im Asylverfahren für  den Nachweis der Flüchtlingsei-
genschaft - trotz des herabgesetzten Beweismassstabs und des dabei 
geltenden  Untersuchungsgrundsatzes  -  der/die  Asylgesuchsteller/in 
die Beweislast (d.h. die Folgen des misslungenen Nachweises) trägt, 
kann aus diesem Grund der Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigen-
schaft nicht zuerkannt werden“. Dieser Beurteilung der Beweiskraft ei-
ner psychiatrischen Diagnose ist auch im vorliegenden Verfahren zu-
zustimmen.  „Mit  psychiatrisch-psychotherapeutischen  Mitteln  kann 
nicht sicher erschlossen werden, ob tatsächlich in der Vorgeschichte 
ein  Ereignis  vorlag und  wie  dieses  geartet  war“  (MARTIN LEONHARDT/ 
KLAUS FOERSTER, Probleme bei der Begutachtung der posttraumatischen 
Belastungsstörung,  in: Der medizinische Sachverständige 99 {2003}, 
S. 151). Die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierte posttraumati-
sche  Belastungsstörung  bildet  keinen  Hinweis  für  asylrechtlich  rele-
vante  Ereignisse  (vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
D-5266/2006  vom  29.  Januar  2008  E.3.4  S.  11  sowie  E-6840/2006 
vom 11. Mai 2007 E. 5.6 S. 10), zumal oben dargelegt wurde, dass die 
Asylvorbringen  der  Beschwerdeführerin  als  unglaubhaft  zu  erachten 
sind. Bei dieser Sachlage sind den eingereichten medizinischen Unter-
lagen keine stichhaltigen Hinweise für eine mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit bestehende asylrelevante Verfolgung zu entnehmen, da 
die  Ursachen  der  diagnostizierten  PTBS nicht  zweifelsfrei  erurierbar 
sind.

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5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es den Beschwerdefüh-
rern nicht gelungen ist, eine ihr seitens der iranischen Behörden dro-
hende  Gefährdung  glaubhaft  zu  machen.  Die  von  ihr  geäusserte 
Furcht vor einer Rückkehr in den Iran erscheint somit als unter asyl-
rechtlichen Gesichtspunkten unbegründet.

5.5 Für den vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die behauptete il-
legale Ausreise nicht feststeht und diese mit Blick auf die  unglaubhaf-
ten Verfolgungsvorbringen zweifelhaft  ist. Deshalb ist  nicht  zu erwar-
ten, dass die Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in ihre Heimat we-
gen ihrer  Ausreise  aus  dem Iran und  der  Asylgesuchstellung in  der 
Schweiz asylrechtlich relevante Nachteile zu befürchten haben. 

5.6 Angesichts dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Vor-
bringen in der Eingabe der Beschwerdeführer einzugehen, da sie am 
Ergebnis  nichts  zu  ändern  vermögen.  Es  ist  ihnen  nicht  gelungen, 
nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, dass sie im Zeitpunkt ihrer 
Ausreise aus dem Iran begründete Furcht  hatten, dort  im Sinne von 
Art. 3 Abs. 2 AsylG relevanten Nachteilen ausgesetzt zu werden. Das 
Bundesamt hat ihre Asylgesuch demnach zu Recht abgelehnt.

6.

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.

7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

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7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5  Abs.  1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  den  Beschwerdeführern  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr der Beschwerdeführer in den Heimatstaat ist demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführer 
noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlich-
keit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-
richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Fol-
terausschusses müssten die Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr 
("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall ei-
ner  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen 

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würde  (vgl.  EMARK  2001  Nr.  16  S.  122,  mit  weiteren  Hinweisen; 
EGMR, Bensaid gegen Grossbritannien, Urteil  vom 6. Februar 2001, 
Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die allgemeine 
Menschenrechtssituation  im Heimatstaat  lässt  den Wegweisungsvoll-
zug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach 
dem Gesagten ist  der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 
asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

Was  die  mit  mehreren  Arztberichten  diagnostizierten  psychischen 
Probleme  der  Beschwerdeführerin  anbelangt,  ist  festzuhalten,  dass 
der Europäische Gerichtshof  für  Menschenrechte (EGMR) in  seinem 
Urteil vom 20. März 1991 2001 i.S. Cruz Varas gegen Schweden (Be-
schwerde Nr. 46/1990/237307) entschieden hat, dass der Vollzug der 
"Ausweisung"  von  Personen,  die  an  einer  posttraumatischen  Belas-
tungsstörung leiden beziehungsweise suizidgefährdet  sind,  nicht  ge-
gen Art. 3 EMRK verstösst  (vgl. a.a.O.,  E. 44,  45,  46,  insbesondere 
77-86). Der Gerichtshof hat diese Praxis im Unzulässigkeitsentscheid 
vom 29. Juni 2004 i.S. Salkic in Bezug auf die posttraumatische Belas-
tungsstörung bestätigt (vgl. Unzulässigkeitsentscheid des EGMR vom 
29. Juni 2004 i.S. Salkic und andere gegen Schweden, Nr. 7702/04, 3, 
8-11 [englischer Text]). 

Zwar wird geltend gemacht, dass bei der Beschwerdeführerin  Suizid-
gedanken auftreten, allerdings Suizidabsichten glaubhaft verneint wer-
den (s. Bericht vom 23. Oktober 2007, S. 3). Was die Frage nach der 
allfälligen  Suizidalität  der  Beschwerdeführerin betrifft,  so  kann  zu-
nächst auf die diesbezügliche bundesgerichtliche Rechtsprechung im 
Falle  einer  zwangsweisen  Ausschaffung  verwiesen  werden,  wo  glei-
chermassen  die  allfällige  Verletzung  von  Art.  3  EMRK  geprüft  wird 
(siehe Urteil  des Bundesgerichts vom 29. August  2001 i.S. S.D. und 
M.D., 2P.116/2001, Ziff. 4c). Nach der Rechtsprechung des Bundesge-
richts  steht  ein  Suizidversuch der  Ausschaffungshaft  nicht  entgegen 
(vgl.  THOMAS HUGI YAR, Zwangsmassnahmen  im  Ausländerrecht,  in: 
PETER UEBERSAX/PETER MÜNCH/THOMAS GEISER/MARTIN ARNOLD [Hrsg.],  Aus-
länderrecht,  Handbücher für  die Anwaltspraxis,  Band VIII,  Basel u.a. 
2002, S. 315 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts vom 1. Ap-
ril 1996 i.S. T., 2A.167/1996, S. 7). Die Anwendung der vorerwähnten 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung in Bezug auf eine allfällige Suizi-
dalität der Beschwerdeführerin drängt sich auch bei der dem Vollzugs-
stadium vorangehenden Beurteilung der völkerrechtlichen Zulässigkeit 
des Wegweisungsvollzugs auf, zumal sich in beiden Fällen die Prüfung 

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unter  dem Blickwinkel  von Art. 3  EMRK stellt. Drohen Ausländer für 
den Fall des Vollzuges des Wegweisungsentscheides mit Suizid, so ist 
nach dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte der wegwei-
sende Staat nicht verpflichtet, vom Vollzug der Ausweisung Abstand zu 
nehmen; solange er Massnahmen ergreift, um die Umsetzung der Sui-
ziddrohung zu verhindern, vermag die Ausschaffung nicht gegen Art. 3 
EMRK zu verstossen (vgl. den  Unzulässigkeitsentscheid des EGMR 
vom 7. Oktober 2004 i.S. Dragan und andere gegen Deutschland, Nr. 
33743/03,  angeführt  in  EMARK  2005  Nr.  23  E.  5.1  S.  212).  Der 
Suizidalität  der  Beschwerdeführerin ist  deshalb  durch  Heranziehen 
von medizinischem Fachpersonal bei der Ausschaffung Rechnung zu 
tragen.

Die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin stellen selbst 
dann  unter  dem Blickwinkel  von Art.  3  EMRK kein  völkerrechtliches 
Vollzugshindernis  dar,  falls  im  Iran  der  medizinische  Standard 
schlechter als in der Schweiz wäre (vgl. EMARK 2004 Nr. 6 E. 7 S. 40 
ff.,  EMARK 2004  Nr. 7  E. 5  S. 47  ff.,  Bundesgerichtsurteil  vom 30. 
September  2002  i.S.  A.  und  B.  gegen  Service  de  la  population  du 
canton  de  Vaud,  E.  2.3  [SZIER  3/2003,  S.  308]).  Diese  nationale 
Rechtsprechung  steht  im  Einklang  mit  derjenigen  der  Strassburger 
Organe,  wonach  allein  die  Tatsache,  dass  die  Umstände  der 
medizinischen Versorgung im Heimatland für den Betroffenen weniger 
vorteilhaft  wären  als  jene,  die  er  im  Aufenthaltsstaat  hat,  für  die 
Beurteilung unter dem Blickwinkel von Art. 3 EMRK nicht entscheidend 
ist  (vgl.  Urteil  des  EGMR vom 6.  Februar  2001  i.S. Bensaid  gegen 
Vereinigtes  Königreich  [Grossbritannien],  E.  38,  Beschwerde  Nr. 
44599/98; Entscheid des EGMR vom 29. Juni 2004 über die Zulassung 
der Beschwerde N. 7702/04 i.S. Salkic und andere gegen Schweden, 
"The Law", Ziff. 1, S. 7).

Vielmehr steht fest, dass die Beschwerdeführerin in ihrem Heimatland 
auf  die  dort  bestehenden  und  nach  Kenntnis  des 
Bundesverwaltungsgerichts  als  ausreichend  zu  bezeichnenden 
psychiatrischen  Behandlungsinstitutionen  zurückgreifen  kann.  Vor 
diesem  Hintergrund  ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  der 
Beschwerdeführerin  in  Beachtung  der  massgeblichen  völker-  und 
landesrechtlichen Bestimmungen als zulässig zu bezeichnen. Überdies 
lässt sich die Frage der Reisefähigkeit  - welche in den eingereichten 
ärztlichen Berichten offengelassen wurde - im vorliegenden Verfahren 
letztendlich  nur  im  Rahmen  des  tatsächlichen  Vollzugs  konkret 

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überprüfen.  Eine  amtsärztlich  bescheinigte  Reiseunfähigkeit  der 
Beschwerdeführerin liegt aktuell nicht vor. Nach dem Gesagten ist der 
Vollzug  der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl-  als  auch  der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

7.5 Vorliegend  ist  der  Vollzug als  zumutbar  zu  erachten,  weil  keine 
Hinweise dafür erkennbar sind, die Beschwerdeführer wären bei einer 
Rückkehr  in  den  Iran  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  erachtet  den  Wegweisungsvollzug  in  den 
Iran gestützt auf die allgemeine Lage als generell zumutbar.

7.5.1 Der Beschwerdeführer wohnte seit seiner Geburt, die Beschwer-
deführerin  seit  dem  Jahre  1981  in  G._______,  wo  gemäss  ihren 
Aussagen noch heute die Eltern  der  Beschwerdeführerin, die Mutter 
des Beschwerdeführers sowie deren Geschwister leben (vgl. A1/S. 2, 
B1/S. 3). Die Beschwerdeführer würden demnach bei  ihrer Rückkehr 
ein soziales Netz vorfinden. Zudem fanden sie vor ihrer Ausreise für 
sich  und  ihre  Familie  ihr  Auskommen  mit  dem  Nähatelier  der 
Beschwerdeführerin  und  durch  die  berufliche  Tätigkeit  des 
Beschwerdeführers  als  Finanzmanager.  Die  Beschwerdeführer 
verfügen  demnach  über  Berufserfahrung,  weshalb  ihnen  auch  aus 
diesem Grund die Wiedereingliederung möglich sein dürfte. 

7.5.2 Nach  Auffassung  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  den  Be-
schwerdeführern die Rückkehr in den Iran zuzumuten. Wie Erwägung 
5.3 zu entnehmen ist, geht das Bundesverwaltungsgericht davon aus, 
dass das psychische Krankheitsbild der Beschwerdeführerin nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die von ihr zur Begründung ih-
res  Asylgesuches  als  fluchtauslösend  geschilderten  Ereignisse  zu-
rückzuführen ist, sondern auch andere Ursachen haben kann.

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7.5.3 Sollten sich bei der Beschwerdeführerin im Falle eines allfälligen 
zwangsweisen Vollzugs der Wegweisung suizidale Tendenzen akzentu-
ieren, wäre dem mit geeigneten medikamentösen oder allenfalls auch 
psychotherapeutischen Massnahmen entgegen zu wirken, so dass der 
konkreten Gefahr  ernster  gesundheitlicher  Schäden entgegengewirkt 
würde. Im Übrigen können die  Beschwerdeführer bei  ihrer  Rückkehr 
auf  ein  intaktes  soziales  Netz  zurückgreifen.  Die  Beschwerdeführer 
halten sich keine drei Jahre in der Schweiz auf. Folglich kann davon 
ausgegangen werden, dass sie sich nur beschränkt in der Schweiz as-
similiert haben. 

7.5.4 Insgesamt ist nach dem Gesagten nicht davon auszugehen, die 
gesundheitlichen Probleme der  Beschwerdeführerin  würden im Falle 
der  freiwilligen  Rückkehr  in  die  Heimat  beziehungsweise  eines 
zwangsweisen Vollzugs der Wegweisung dorthin mangels ausreichen-
der medizinischer Behandlungsmöglichkeiten eine drastische und le-
bensbedrohende  Verschlechterung  ihres  Gesundheitzustandes  nach 
sich ziehen (vgl. EMARK 2004 Nr. 7 E. 5d, EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b 
S. 157 f.). Letztere Bedingungen sind für die Beschwerdeführerin nicht 
erfüllt, zumal es ihr zumutbar ist, für die Behandlung ihrer Leiden auf 
die  medizinische  Infrastruktur  ihres  Heimatlandes  zurückzugreifen, 
was, wie oben unter Ziffer 7.3 der Erwägungen angeführt wurde, mög-
lich ist. Schliesslich kann die  Beschwerdeführerin  bei  der  Vorinstanz 
unter  Vorlage  entsprechender  ärztlicher  Atteste  medizinische  Rück-
kehrhilfe  beantragen  (Art.  93  Abs. 1  Bst.  c  AsylG i.V.m. Art.  75  der 
Asylverordnung  2  vom  11.  August  1999  über  Finanzierungsfragen 
[Asylverordnung 2, AsylV2, SR 141.312]). Im Übrigen sprechen auch 
keine anderen Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-
zugs der Beschwerdeführer. Der Wegweisungsvollzug erweist sich so-
mit auch unter individuellen Aspekten als zumutbar.

7.6 Schliesslich  obliegt  es  den Beschwerdeführern,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 
83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-

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bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerde-
führern  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG),  auf  insgesamt 
Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]) und mit dem am 27. November 2007 in 
der selben Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.- werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt und mit dem am 27. November 2007 geleisteten Kostenvor-
schuss in der selben Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- (die zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy

Versand: 

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