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**Case Identifier:** f4710206-acaa-5669-9481-60d04f044a81
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-21
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 21.10.2021 200 2021 419
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-419_2021-10-21.pdf

## Full Text

200 21 419 UV
LOU/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 21. Oktober 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker 
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

in Sachen
B.________

betreffend Einspracheentscheid vom 12. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Okt. 2021, UV/21/419, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene B.________ (nachfolgend: Versicherte) war über ihre 
Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfol-
gend: Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen Unfälle und 
Berufskrankheiten versicherte, als sie am 10. September 2020 bei der Ar-
beit stürzte und sich unter anderem an der rechten Schulter verletzte (Ak-
ten der Suva [act. II] 1, 10). Die Suva erbrachte in der Folge die 
gesetzlichen Versicherungsleistungen, welche sie mit Schreiben vom 
4. November 2020 (act. II 13) per 10. November 2020 einstellte. Auf Ver-
langen der Versicherten (act. II 27) und deren Krankenversicherung, der 
A.________ (nachfolgend: A.________ bzw. Beschwerdeführerin; act. II 
32), erliess die Suva hinsichtlich dieser Leistungseinstellung am 20. No-
vember 2020 (act. II 29) eine Verfügung und führte zur Begründung aus, 
der Zustand, wie er sich auch ohne den Unfall vom 10. September 2020 
eingestellt hätte, sei gemäss medizinischer Beurteilung spätestens zwei 
Monate nach dem Ereignis erreicht. Die dagegen von der Versicherten und 
der A.________ erhobenen Einsprachen (act. II 34, 37, 39) wies die Suva 
nach Einholung einer kreisärztlichen Beurteilung vom 3. März 2021 (act. II 
45) mit Einspracheentscheid vom 12. Mai 2021 (act. II 55) ab. 

B.

Dagegen erhob die A.________ am 8. Juni 2021 Beschwerde. Sie bean-
tragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, eventualiter sei ein neu-
trales Gutachten in Auftrag zu geben, alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge. 

Mit Beschwerdeantwort vom 7. Juli 2021 beantragt die Beschwerdegegne-
rin die Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Okt. 2021, UV/21/419, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 12. Mai 2021 (act. II 
55). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin im Zusammen-
hang mit dem Ereignis vom 10. September 2020 die Versicherungsleistun-
gen zu Recht per 10. November 2020 eingestellt hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen 
Unfallversicherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Okt. 2021, UV/21/419, Seite 4

eines Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 
832.20]) sowie eines natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhangs 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 129 V 
177 E. 3.1 f. S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 
3.1).

2.1.1 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör-
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.1.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 
181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

Für den Nachweis einer unfallkausalen gesundheitlichen Schädigung ist die 
Formel "post hoc, ergo propter hoc", nach deren Bedeutung eine gesund-
heitliche Schädigung schon dann als durch einen Unfall verursacht gilt, 
wenn sie nach diesem aufgetreten ist, nicht massgebend (BGE 119 V 335 
E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 7.2).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-

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finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.1.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen krankhaf-
ten Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 
adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also nur noch und 
ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn 
entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem 
Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er 
sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), er-
reicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1. S. 55).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).

2.2 Die am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen und vorliegend anwend-
baren Änderungen vom 25. September 2015 des UVG (vgl. Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des 
UVG) und vom 9. November 2016 der Verordnung vom 20. Dezember 
1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202; vgl. Art. 147b UVV) 
haben an den obigen Bestimmungen (vgl. E. 2.1 hiervor) materiell nichts 
geändert.

2.3 Ferner erbringt die Versicherung gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG ihre 
Leistungen auch bei folgenden Körperschädigungen, sofern sie nicht vor-
wiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind: Knochen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Okt. 2021, UV/21/419, Seite 6

brüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), Meniskusrisse (lit. c), 
Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), Bandläsio-
nen (lit. g), Trommelfellverletzungen (lit. h). Sind nicht sämtliche Kriterien 
des Unfallbegriffs nach Art. 4 ATSG (vgl. E. 2.1.1 hiervor) erfüllt, so wird 
der Unfallversicherer für eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG in 
der seit 1. Januar 2017 geltenden Fassung grundsätzlich leistungspflichtig, 
sofern er nicht den Nachweis dafür erbringt, dass die Verletzung vorwie-
gend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen ist (BGE 146 V 51 E. 
9.1 S. 70). Ist der natürliche Kausalzusammenhang zwischen einem Unfal-
lereignis im Sinne von Art. 4 ATSG und einer Körperschädigung nach Art. 6 
Abs. 2 UVG zu verneinen, erübrigt sich eine Prüfung der Leistungspflicht 
nach Art. 6 Abs. 2 UVG, jedenfalls solange kein anderes initiales Ereignis 
als Verletzungsursache in Frage kommt (BGE 146 V 51 E. 9.2 S. 71).

2.4 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche 
bedarf es verlässlicher medizinischer Entscheidungsgrundlagen (Entscheid 
des BGer vom 26. März 2019, 8C_824/2018, E. 3.2). Insbesondere ist der 
Beweis des natürlichen Kausalzusammenhangs bzw. dessen Wegfallens in 
erster Linie mit den Angaben medizinischer Fachpersonen zu führen (Ent-
scheid des BGer vom 28. Februar 2019, 8C_167/2018, E. 4.2).

3.

Den Akten ist in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende zu 
entnehmen:

3.1 Ein MRT des rechten Schultergelenkes vom 14. September 2020 im 
Röntgeninstitut … , welches durch Dr. med. C.________, Facharzt für Ra-
diologie, beurteilt wurde, ergab den folgenden Befund (act. II 8): Leichte 
degenerative Veränderungen im AC-Gelenk, AC-Gelenk kongruent, Kap-
selbandapparat des Gelenks reizlos. Leichter lateraler Downslope des 
Akromions. Akromiontyp BigIiani Il - Ill mit stempelförmiger Konfiguration 
des anterolateralen Akromionunterrandes. Ausgedehnt transmurale Ruptur 
der Supraspinatussehne im Sinne eines subtotalen Sehnenabrisses mit 
stellenweise noch einzelnen bursaseitigen Restsehnenfasern. Sehnen-
stumpf nicht wesentlich retrahiert, maximal ca. 5 - 6 mm betragend. lnfra-

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spinatussehne mit leichter Oberrandtendinose. Subskapularissehne und 
lange Bizepssehne intakt, unauffällig imponierend. Bizepsanker und La-
brum ebenfalls intakt. Glenohumeraler Knorpelbelag gut erhalten ohne um-
schrieben höhergradigere Chondropathiezonen. Muskelqualität gut, keine 
relevante Atrophie oder fettige Degeneration, alters- und habitusentspre-
chend imponierend (Goutallier 0), Bursa subacromialis/subdeltoidea mit 
zottenförmigen wandständigen Proliferationen hinweisend auf Bursitis. Als 
Beurteilung wurde Folgendes festgehalten: Transmurale Ruptur der Supra-
spinatussehne im Sinne eines subtotalen Sehnenabrisses mit stellenweise 
noch einzeln erhaltenen Restfasern bursaseitig. Übrige Rotatorenman-
schette und lange Bizepssehne intakt. Keine Glenohumeralarthrose. Zei-
chen einer Bursitis subakromialis/subdeltoidea. Leichte AC-Gelenks-
arthrose. Keine Glenohumeralarthrose. 

3.2 Prof. Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht vom 
14. Oktober 2020 (act. II 2) die folgende Diagnose auf:

 Rotatorenmanschettenruptur rechts mit Beteiligung des Supra- und teilweise 
des Infraspinatus vom 10. September 2020

Beim … sei es am 10. September 2020 zu einem Sturz (Stolpertritt) ge-
kommen. Es seien unmittelbar Schmerzen in der rechten Schulter und eine 
Elevationsunfähigkeit aufgetreten. Im weiteren Verlauf hätten persistieren-
de Beschwerden bestanden. Es habe eine MR-Abklärung gegeben. Im 
Vorfeld sei die Schulter asymptomatisch gewesen. Ein OP-Termin werde 
für den 11. November 2020 vereinbart.

3.3 Der Kreisarzt Dr. med. F.________, Facharzt für Chirurgie, hielt am 
3. November 2020 (act. II 11) auf die Frage, ob der geplante Eingriff über-
wiegend wahrscheinlich auf das Ereignis vom 10. September 2020 zurück-
zuführen sei, fest, nein, weil der Sehnendefekt keine Unfallfolge sei, 
sondern erkrankungsbedingt aufgrund des schweren chronischen Druck-
schadens der Sehne durch das extrem nach kaudal gekrümmte Akromion. 
Am 4. November 2020 (act. II 11) hielt er zur Frage, ob demzufolge davon 
ausgegangen werden könne, dass überwiegend wahrscheinlich zwei Mo-
nate nach dem Ereignis keinerlei Unfallfolgen mehr vorlägen und der Fall 

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ab diesem Zeitpunkt terminiert werden könne, fest, nein, weil der Status 
quo sine nur anhand dazu verwertbarer medizinischer Unterlagen festge-
stellt werden könne. Alles andere wäre unseriös spekulativ. Falls aber bis 
zur Operation vom 11. November 2020, also zwei Monate nach dem Unfal-
lereignis, keine weiteren medizinischen Unterlagen eingingen, könne der 
Status quo sine auf den OP-Tag datiert werden, weil die erkrankungsbe-
dingte Operation eine somit erkrankungsbedingte, richtungsgebende Ver-
änderung des Gesundheitszustandes der rechten Schulter verursache. 

3.4 Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, 
hielt am 6. November 2020 (act. II 18) fest, sie bestätige, dass die Versi-
cherte vor dem Unfall am 10. September 2020 nie eine Konsultation wegen 
Schulterbeschwerden gehabt habe. Auch im MRT-Befund seien keine Ar-
throseveränderungen sichtbar. 

3.5 Der Kreisarzt Dr. med. F.________ hielt am 13. November 2020 
(act. II 19/2) fest, es sei bekanntermassen nahezu immer so, dass bei 
späterer Befragung der Hergang "angepasst" werde. Dass keine Vorbe-
schwerden angegeben würden, bedeute nicht, dass ein chronisch forts-
chreitender Vorschaden, wie im MRT dokumentiert, vorgelegen habe. Im 
Gegenteil verliefen chronische Erkrankungen langdauernd ohne Be-
schwerden, nicht nur Arthrosen, besonders auch Tumorerkrankungen. Da-
her gebe es dazu die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen. Es bedürfe 
keiner Änderung, die Terminierung sei korrekt.

3.6 Der Vertrauensarzt der Beschwerdeführerin, med. pract. 
G.________, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt in der Beurteilung vom 
3. Dezember 2020 (act. II 60) fest, der beratende Arzt der Beschwerdegeg-
nerin erwähne zwei Punkte: Als Erstes werde angeführt, die Ruptur sei 
degenerativer Natur, da das "extrem nach unten (kaudal)" gekrümmte 
Akromion einen schweren chronischen Druckschaden der Sehne verur-
sacht habe. Ein Anhalt für einen bereits zum Unfallzeitpunkt bestehenden 
degenerativen Schaden der Supraspinatussehne (Schmerzen, Funktions-
einschränkungen, Arbeitsunfähigkeit) könne den Vorakten nicht entnom-
men werden. Gemäss radiologischer Beurteilung (MRI vom 14. September 
2020) handele es sich nicht um eine "extreme Krümmung", sondern ledig-
lich um einen "leichten seitlichen" Downslope des Akromions, was keine so 

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grosse Belastung der Sehne erwarten lasse, dass – unter Wegdenken des 
Ereignisses – mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine subtotale Seh-
nenruptur erfolgen würde. Gemäss neuer Schweizer Leitlinie (Degenerative 
oder traumatische Läsionen der Rotatorenmanschette; PD Dr. med. 
H.________ et al, Swiss Medical Forum 2019; 19 (15-16): 260 ff.) zur Un-
terscheidung, ob eine degenerative oder traumatische Läsion der Rotato-
renmanschette vorliege, spiele die Beschaffenheit des Akromions 
mittlerweile keine Rolle mehr bei der Beurteilung der Kausalität, da diese 
nicht eindeutig mit Läsionen assoziiert sei (S. 263). Ein "hartes" Kriterium, 
ob eine degenerative Vorschädigung bestehe, bestehe hingegen in der 
Tatsache einer vorliegenden Muskeldegeneration mit fettiger Infiltration. Im 
MRI werde eine "gute Muskelqualität ohne relevante Atrophie oder fettige 
Degeneration, altersentsprechend" beschrieben. Dies spreche klar gegen 
eine vorbestehende degenerative Vorschädigung (Leitlinie S. 264). Bei 
einer defekten Sehne komme es stets zu einem fettigen Umbau mit starker 
Verschmälerung der Muskulatur, so dass auch häufig eine Reparatur der 
Sehne nicht mehr sinnvoll sei. Als zweites empfehle der Kreisarzt, den Sta-
tus quo sine auf den OP-Tag zu datieren, wenn keine weiteren Unterlagen 
mehr bis zur Operation eingehen würden. Diese Begründung könne nicht 
nachvollzogen werden. Die Beschwerden nach Rotatorenmanschettenläsi-
on nähmen häufig nach dem dritten Tag soweit ab, dass diese tolerabel 
würden (Leitlinie S. 263) und damit nicht zwingend laufender medizinischer 
Betreuung bedürften. Mit der Operation sollten die unfallbedingten Ruptu-
ren und kein krankhafter Zustand behandelt werden, da wie oben beschrie-
ben, gemäss den vorliegenden Akten kein solcher Zustand bestehe. Es 
seien zusammengefasst weder vorbestehende degenerative noch krank-
heitsbedingte Ursachen für die vorliegende Schädigung ausgewiesen.

3.7 In der Beurteilung vom 3. März 2021 (act. II 45) führte der Kreisarzt 
Dr. med. F.________ aus, die Beurteilung der Magnetresonanztomogra-
phie vom 14. September 2020 durch Dr. med. C.________ sei in sich wi-
dersprüchlich, wenn er zum einen einen leichten lateralen Downslope des 
Akromions beschreibe, aber gleichzeitig ein Akromion-Typ Bigliani II - III mit 
stempelförmiger Konfiguration des anterolateralen Akromionunterrandes, 
da dies eben gerade nicht einem lateralen leichten Downslope des Akromi-
ons entspreche, sondern einer massiven Krümmung des anterolateralen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Okt. 2021, UV/21/419, Seite 10

Akromionunterrandes nach caudal auf den Sehnenverlauf der Supraspina-
tussehne gerichtet. Diese dokumentierten auch die Bilder 16 - 18 in Serie 
301 und 401 mit dadurch verursachter massiver Einengung des Bewe-
gungsraumes für die Supraspinatussehne zwischen dem stempelförmig 
nach caudal gerichteten und massiv gekrümmtem Akromion unter dem 
Humeruskopf für die dort verlaufende Supraspinatussehne auf verbliebe-
nem Minimalraum von 3 mm. Hierdurch werde ein massiver chronischer 
Druckschaden auf die Supraspinatussehne bei jeglichen Bewegungen im 
rechten Schultergelenk, vor allem bei der Abduktion und Aussenrotation 
verursacht. Der chronisch persistierende Druckschaden lasse die Sehnen 
mit langsam zunehmender Defektbildung "absterben". Zusammengefasst 
unter Würdigung sämtlicher medizinischer Unterlagen, Befunde und Doku-
mente, habe das Unfallereignis vom 10. September 2020 mit Sturz auf die 
rechte Schulter eine Kontusion oder Prellung des rechten Schultergelenkes 
mit dadurch direkter Gewalteinwirkung verursacht, wodurch keine isolierte 
Verletzung oder strukturelle Schädigung einer oder mehrerer Sehnen der 
Rotatorenmanschette habe verursacht werden können. Die diagnostische 
Abklärung auf mögliche Unfallfolgen mit Magnetresonanztomographie vom 
14. September 2020 dokumentiere einen Erkrankungsvorschaden im Be-
reich der Supraspinatussehne und geringer, erst beginnend, der Infraspina-
tussehne. Dagegen keine zusätzliche strukturelle Schädigung oder 
Verletzung im Bereich des rechten Schultergelenkes zum dokumentierten 
Erkrankungsvorschaden. Somit habe die Schulterprellung vom 10. Sep-
tember 2020 eine vorübergehende Verschlimmerung des Erkrankungsvor-
schadens am rechten Schultergelenk ohne strukturelle Unfallfolge oder 
zusätzliche strukturelle Schädigung des rechten Schultergelenks verur-
sacht. Entsprechend habe die Operation von Prof. Dr. med. D.________ 
vom 11. November 2020 einzig auf den Erkrankungsvorschaden am rech-
ten Schultergelenk mit fachlich medizinisch begründeter operativer Rekon-
struktion des Sehnenschadens abgezielt und nicht auf eine Unfallfolge. Da 
begründet durch die medizinische Behandlungserfahrung auf dem Fachge-
biet der Orthopädie und Traumatologie eine vorübergehende unfallkausale 
Behandlung eines Erkrankungsvorschadens am Schultergelenk nach Prel-
lung oder Kontusion spätestens nach zwei Monaten abgeschlossen sei und 
wieder der Gesundheitszustand oder Erkrankungszustand des Schulterge-
lenkes vorliege, wie er ohne eine Prellung oder Kontusion vorgelegen hät-

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te, sei aus versicherungsmedizinischer Sicht die Leistungseinstellung per 
10. November 2020, also zwei Monate nach der Schulterprellung rechts, 
korrekt und nicht zu beanstanden.

3.8 In der Stellungnahme vom 31. Mai 2021 (act. II 51) führte der Ver-
trauensarzt der Beschwerdeführerin, med. pract. G.________, aus, bei 
seiner Beurteilung habe er auf die Beschreibung des Radiologen abgestellt, 
dass keine massive Krümmung des Akromions vorliegen würde. Zur Be-
deutung der Form des Akromions sei anzumerken, dass gemäss Schwei-
zer Leitlinie (PD Dr. med. H.________ et al, Swiss Medical Forum 2019;19 
[15-16]: 260 ff.) zur Unterscheidung, ob eine degenerative oder traumati-
sche Läsion der Rotatorenmanschette vorliege, die Beschaffenheit des 
Akromions im Gegensatz zu dem früher üblichen Beurteilungsschema kei-
ne Rolle mehr bei der Beurteilung der Kausalität spiele (S. 263). Bei Vorlie-
gen einer langsamen, degenerativ bedingten Sehnenschädigung wäre 
weiterhin zu erwarten, dass die Sehne in ihrer Konsistenz fettig degeneriert 
sei und im Falle einer bereits alten Ruptur eine deutliche Sehnenretraktion 
stattgefunden habe. Beides sei hier nicht der Fall. Er vermöge auch nach 
der ärztlichen Stellungnahme der Suva auf Grundlage des MRI-Befundes 
keine eindeutige vorbestehende Schädigung/Degeneration der betroffenen 
Sehnen zu erkennen. Hinzu komme, dass die Versicherte gemäss Unterla-
gen bis dato keine Beschwerden, Behandlungen oder Arbeitsunfähigkeiten 
im Zusammenhang mit der rechten Schulter aufgewiesen habe, entspre-
chend ein Vorzustand nicht aktenkundig sei. Es könnte sich theoretisch um 
einen stummen Vorzustand handeln, jedoch spreche die gute Muskelqua-
lität, die fehlende Retraktion der Sehne sowie die Symptomatik mit unmit-
telbar auftretenden starken Schmerzen und sofortigem Funktionsverlust in 
Abwägung am wahrscheinlichsten für eine traumatische Genese. Darüber 
hinaus gebe die Versicherte am 10. November 2020 an, sich nicht an die 
genauen Umstände des Ereignisses erinnern zu können. Für gewöhnlich 
erfolge bei einem Sturz ein reflexhafter Versuch, sich mit einem Arm vor 
oder hinter dem Körper abzustützen. Eine Prellmarke im Schulterbereich 
als Folge einer ungebremsten Kontusion oder eine Kopfverletzung gingen 
aus den Unterlagen nicht hervor. Zudem habe Prof. Dr. med. D.________ – 
als praktisch tätiger orthopädischer Chirurg und Traumatologe – im Bericht 
vom 14. Oktober 2020 die Rotatorenmanschettenruptur in Kenntnis aller 

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Berichte und persönlicher Untersuchung auf den Unfalltag und somit als 
Folge des Ereignisses vom 10. September 2020 datiert. Zusammenfassend 
finde er keine konkreten medizinischen Fakten, welche das geforderte 
Mass einer überwiegenden degenerativen oder krankheitsbedingten Vor-
schädigung bestätigten. Demnach halte er an seiner bisherigen Stellung-
nahme fest.

4.

4.1 Es ist zu Recht unbestritten und in der Folge erstellt, dass das Er-
eignis vom 10. September 2020 mit Beteiligung unter anderem der rechten 
Schulter einen Unfall im Rechtssinne (Art. 4 ATSG) darstellt (vgl. E. 2.1.1 
hiervor). Streitig ist die Frage nach der Kausalität der Schulterproblematik 
rechts über den 10. November 2020 hinaus.

4.2

4.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar be-
gründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein Versi-
cherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden wer-
den, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssig-
keit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzen-
de Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65).

4.3 Gemäss Rechtsprechung wird in der neueren medizinischen Litera-
tur kontrovers diskutiert, ob und inwiefern Anpralltraumen geeignet sind, 
Sehnenmanschettenläsionen auszulösen oder zu verursachen. Darauf hat 
das Bundesgericht auch schon hingewiesen und festgehalten, dass zur 
Beurteilung der Unfallkausalität dem Kriterium des Unfallmechanismus kei-
ne übergeordnete Bedeutung mehr beigemessen werde. Es gehe vielmehr 
darum, die einzelnen Kriterien, die für oder gegen eine traumatische Gene-
se der Verletzung sprächen, aus medizinischer Sicht gegeneinander abzu-
wägen und den Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrschein-
lichkeit für sich habe, der Wahrheit zu entsprechen. Dabei gelte es etwa die 
bildgebenden Befunde, die Vorgeschichte, den Unfallhergang, den Primär-
befund und den Verlauf zu berücksichtigen (Entscheide des BGer vom 
15. April 2021, 8C_672/2020, E. 4.1.3, vom 7. April 2021, 8C_740/2020, E. 
4.2, und vom 14. April 2020, 8C_59/2020, E. 5.4).

4.4

4.4.1 Zum Unfallhergang ist festzuhalten, dass der Sturz auf die rechte 
Körperseite bzw. die rechte Schulter und die Verletzungen derselben im 
Grundsatz unbestritten sind, ebenso das Auftreten von Schmerzen unmit-
telbar nach dem Ereignis (vgl. act. II 2, 20). Nicht restlos geklärt ist der Ab-
lauf des Sturzes und dabei insbesondere, ob die Versicherte versucht hat, 
sich beim Sturz mit der Hand bzw. dem Arm abzustützen. Denn ein Direkt-
trauma der Schulter (Sturz, Prellung, Schlag) ohne explizit ausgestreckten 

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Arm kann gemäss Rechtsprechung keine Rotatorenmanschettenschädi-
gung bewirken (Entscheid des BGer vom 22. Oktober 2019, 8C_446/2019, 
E. 5.2.2 und 5.2.3). Auf Befragung der Beschwerdegegnerin hin hielt die 
Versicherte am 26. Oktober 2020 (act. II 10) schriftlich Folgendes fest: 
"Sturz beim … . Machte einen Fehltritt und verknackste den linken Fuss 
und stürzte auf die rechte Schulter". Am 10. November 2020 (act. II 20) gab 
die Versicherte sodann telefonisch an, sie habe aufgrund eines Steins ei-
nen Misstritt gemacht und im Anschluss sei sie auf die rechte Seite ge-
stürzt. Ihr sei schwarz geworden vor Augen, deshalb könne sie sich an den 
Sturz selber nicht mehr erinnern. Sie glaube jedoch, dass sie beim Sturz 
mit der Hand versucht habe, sich abzustützen, da ihr im Anschluss auch 
der Handballen geschmerzt habe. 

4.4.2 Der den Sozialversicherungsprozess beherrschende Untersu-
chungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer Beweisführungs-
last begriffsnotwendig aus, da es Sache des Gerichts – und der 
verfügenden Behörde – ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials 
besorgt zu sein. Die Parteien tragen mithin in diesem Verfahrensbereich in 
der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der 
Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen 
gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift 
allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, durch die Be-
weiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahr-
scheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 
E. 3.2 S. 429, 138 V 218 E. 6 S. 222).

Die einzelnen Umstände des Unfallgeschehens sind vom Leistungsanspre-
cher oder der Leistungsansprecherin glaubhaft zu machen. Wird dieser 
Forderung nicht nachgekommen, indem unvollständige, ungenaue oder 
widersprüchliche Angaben gemacht werden, die das Bestehen eines un-
fallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, besteht keine 
Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem Gericht 
zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt 
sind (BGE 116 V 136 E. 4b S. 140, 114 V 298 E. 5b S. 305; SVR 2016 UV 
Nr. 44 S. 146 E. 3.4).

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Im Sozialversicherungsrecht gilt die Beweismaxime, wonach die sogenann-
ten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel unbefangener 
und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder unbe-
wusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder an-
derer Art beeinflusst sein können (BGE 143 V 168 E. 5.2.2 S. 174, 121 V 
45 E. 2a S. 47).

4.4.3 Mit Blick auf den Umstand, dass sich die Versicherte nach ihren 
glaubwürdigen Angaben an den genauen Ablauf nicht erinnern könne, da 
ihr schwarz vor den Augen geworden sei, ist das Abstützen – zu Lasten der 
Versicherten – mit dem rechten Arm beweisrechtlich nicht erstellt (vgl. 
E. 4.4.2 hiervor). Zwar schmerzte gemäss den Angaben der Versicherten 
nach dem Sturz auch der rechte Handballen (vgl. E. 4.4.1 hiervor); diese 
nicht bereits bei der ersten Befragung gemachte Aussage führt jedoch mit 
Blick auf die Beweismaxime der spontanen "Aussage der ersten Stunde" 
(vgl. E. 4.4.2 hiervor) nicht dazu, dass das Abstützen mit dem rechten Arm 
als erstellt betrachtet werden könnte. Folglich spricht der Ereignishergang 
gegen eine unfallbedingte Schädigung der Rotatorenmannschette (vgl. 
E. 4.4.1 hiervor), wobei die vom Kreisarzt hierzu umfassend abgehandelte 
Meinung (act. II 55/11) mit Blick auf den Umstand, dass dem Unfallmecha-
nismus bei der Beurteilung der Unfallkausalität keine übergeordnete Be-
deutung mehr beigemessen wird (vgl. E. 4.3 hiervor), nicht als opportun 
erscheint. 

4.5 Zu den weiteren relevanten Elementen, die für oder gegen eine 
traumatische Genese der Verletzung sprechen (vgl. E. 4.3 hiervor), ist fest-
zuhalten, dass die unmittelbar nach dem Unfall aufgetretenen Schmerzen 
(act. II 2, 20) für die Unfallkausalität sprechen. Die zeitnah erfolgte MRT-
Abklärung vom 14. September 2020 (act. II 8) beurteilt eine leichte AC-
Gelenksarthrose und eine ausgedehnt transmurale Ruptur der 
Supraspinatussehne im Sinne eines subtotalen Sehnenabrisses mit stel-
lenweise noch einzelnen bursaseitigen Restsehnenfasern, darüber hinaus 
nennt sie aber im Wesentlichen intakte und unauffällige Verhältnisse ohne 
relevante Atrophie oder fettige Degeneration. Was der Kreisarzt Dr. med. 
F.________ zunächst dazu vorbringt, ist nicht klar, weil widersprüchlich, da 
er am 13. November 2020 (act. II 19/2) festhielt, dass keine Vorbeschwer-

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den angegeben würden, bedeute nicht, dass ein chronisch fortschreitender 
Vorschaden wie im MRT dokumentiert, vorgelegen habe. Damit meinte er 
wohl nicht "ein", sondern "kein" chronischer Schaden. Im Übrigen kann aus 
der Formel "post hoc, ergo propter hoc" (vgl. E. 2.1.2 hiervor) und dem 
Umstand, dass bei der Versicherten vor dem Unfall vom 10. September 
2020 keine Beschwerden in der rechten Schulter bestanden, für die Beur-
teilung der Unfallkausalität nichts abgeleitet werden.

Die fachärztliche Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. F.________ vom 
3. März 2021 (act. II 45) ist hingegen umfassend und gut begründet sowie 
nachvollziehbar und erfüllt die Beweisanforderungen an einen medizini-
schen Bericht (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Die vom Vertrauensarzt der Be-
schwerdeführerin, med. pract. G.________, am 3. Dezember 2020 (act. II 
60) dagegen vorgebrachten Argumente überzeugen hingegen nicht. Insbe-
sondere kann hinsichtlich des Akromions Typ Bigliani II - III offenkundig 
nicht von einer nur leichten Krümmung gesprochen werden, wenn auch 
nicht von einer massiven Krümmung wie es Dr. med. F.________ tut (act. II 
45/4; zu den Typen das Akromions nach Bigliani und Mitarbeiter vgl. 
BOSSMANN/CZERNY/FREYSCHMIDT, Freyschmidt's "Köhler/Zimmer", Gren-
zen des Normalen und Anfänge des Pathologischen in der Radiologie des 
kindlichen und erwachsenen Skeletts, 14. Auflage 2001, S. 270: Typ I: 
flach, Typ II: bogenförmig, Typ III: hakenförmig). Ebenso sind die vorge-
brachte fehlende Muskeldegeneration mit fettiger Infiltration und die fehlen-
de deutliche Sehnenretraktion (Beschwerde S. 12; act. II 60 f.) allein nicht 
geeignet, Zweifel an der Einschätzung von Dr. med. F.________ zu streu-
en. Das trifft auch auf die inhaltlich nicht wesentlich weitergehende Ein-
schätzung desselben Arztes vom 31. Mai 2021 (act. II 61) zu. Schliesslich 
ist zu berücksichtigen, dass die fachliche Qualifikation eines Arztes für die 
Würdigung medizinischer Berichte eine erhebliche Rolle spielt (Entscheid 
des BGer vom 26. Januar 2010, 9C_736/2009, E. 2.1) und med. pract. 
G.________ als Arbeitsmediziner nicht über den vorliegend erforderlichen 
Facharzttitel eines Chirurgen oder eines orthopädischen Chirurgen verfügt, 
was den Beweiswert seiner Einschätzungen zusätzlich schmälert.

4.6 Insgesamt können keine auch nur geringen Zweifel an der Beurtei-
lung des Kreisarztes ausgemacht werden (vgl. E. 4.2.3 hiervor) und ist auf 

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den Bericht von Dr. med. F.________ vom 3. März 2021 (act. II 45) abzu-
stellen. Der Sachverhalt ist folglich rechtsgenüglich abgeklärt und es kann 
– entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin (vgl. Rechtsbegehren 
Ziff. 2) – in antizipierter Beweiswürdigung auf weitere Abklärungen verzich-
tet werden (BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 
E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4).

4.7 Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen ist mit dem Kreisarzt 
Dr. med. F.________ festzuhalten (act. II 45), dass es beim Unfall vom 
10. September 2020 lediglich zu einer Prellung der rechten Schulter ge-
kommen ist, was zu einer vorübergehenden Verschlimmerung des krank-
haften Vorzustandes am rechten Schultergelenk geführt hat, wobei der 
Gesundheitszustand, wie er ohne Prellung vorgelegen hätte, mit überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nach zwei Monaten erreicht war. Folglich ist die 
per 10. November 2020 erfolgte Leistungseinstellung nicht zu beanstan-
den. 

4.8 War der Status quo sine per 10. November 2020 überwiegend 
wahrscheinlich erreicht (vgl. E. 4.7 hiervor) und fällt auch kein anderes initi-
ales Ereignis als Verletzungsursache in Betracht, entfällt eine Leistungs-
pflicht nach Massgabe von Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG ohne weiteres (vgl. E. 2.3 
hiervor). 

4.9 Zusammenfassend ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
12. Mai 2021 (act. II 55) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene 
Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Be-
schwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehr-
schluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 21. Okt. 2021, UV/21/419, Seite 18

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________ 
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.