# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f48a3ee8-2a19-5c94-9d78-9c4fb548ea2c
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-05-03
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007
**Docket/Reference:** ST.2010.23
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2010_23_jg.pdf

## Full Text

2 ST.2010.23 
2 DB.2010.18 

A, 

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

Entscheid 

3. Mai 2010 

Mitwirkend: 

Einzelrichter R. Oesch und Sekretärin N. Obreschkow 

In Sachen 

gegen 

Rekurrent/ 
Beschwerdeführer,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2007 und Direkte Bundessteuer 2007 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. In der Steuererklärung 2007 deklarierte A (nachfolgend der Pflichtige) einen 

Verlust aus selbstständiger Erwerbstätigkeit in Höhe von Fr. 29'065.- entsprechend der 

eingereichten Abrechnung. Als Lohn bezog er von seiner Arbeitgeberin (Telekommuni-

kationunternehmen)  2007  einen  Nettobetrag  von  Fr. 164'872.-.  Mit  Auflage  vom 

29. Mai 2009 forderte der Steuerkommissär den Pflichtigen auf, hinsichtlich dieser Er-

werbstätigkeit und der damit zusammenhängenden Ausgaben weitere Unterlagen und 

Belege  einzureichen.  Insbesondere  forderte  er  eine  detaillierte  Aufstellung  über  die 

Zusammensetzung  der  deklarierten  Einnahmen  aus  selbstständiger  Erwerbstätigkeit, 

detaillierte und chronologisch geordnete Belege hinsichtlich der Reise- und Repräsen-

tationsspesen und des übrigen Betriebsaufwands sowie den Nachweis, dass die Tätig-

keit pro 2007 fortdauernd, planmässig und nach aussen hin sichtbar ausgeübt wurde. 

Darauf reagierte der Pflichtige mit Schreiben vom 22. Juni 2009, mit dem er einige lose 

Dokumente  wie  Geheimhaltungsvereinbarungen,  Bescheinigungen  über  Leistungen 

seines  Arbeitgebers  und  Rechnungen  für  die  Registrierung  bzw.  Betreibung  von  Do-

main-Namen einreichte. Des Weiteren  reichte er einen Ordner mit der Aufschrift  "Tax 

Receipts 2007" ein mit etlichen (nicht chronologisch geordneten) Zahlungsbelegen des 

Jahres 2007, einschliesslich einer Aufstellung über die geschäftliche oder private Natur 

der jeweiligen Ausgaben. Sodann reichte er auf Mahnung vom 26. Juni 2009 hin eine 

Arbeitsbestätigung des Telekommunikationsunternehmens ein. 

Mit Einschätzungsentscheid bzw. Hinweis vom 21. August 2009 (Zweitzustel-

lung) schätzte das kantonale Steueramt den Pflichtigen für die Staats- und Gemeinde-

steuern 2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 143'900.- und einem Vermö-

gen  von  Fr. 0.-  ein  und  sah  für  die  direkte  Bundessteuer  2007  ein  steuerbares 

Einkommen  von  Fr. 144'600.-  vor.  Dabei  liess  der  Steuerkommissär  den  Verlust  aus 

selbstständiger Erwerbstätigkeit in der Höhe von Fr. 29'065.- nicht zum Abzug von den 

übrigen Einkünften zu mit der Begründung, dass die Tätigkeit des Pflichtigen mangels 

Gewinnerzielungsabsicht  als  Liebhaberei  einzustufen  sei  und  es  sich  somit  bei  den 

geltend  gemachten  Kosten  um  gewöhnliche  Lebenshaltungskosten  handle.  Die  Bun-

dessteuerveranlagung wurde dem Pflichtigen am 28. August 2009 formell eröffnet. 

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B. Mit Eingabe vom 18. September 2009 erhob der Pflichtige Einsprache ge-

gen  den  Einschätzungsentscheid  und  die  Veranlagung  und  beantragte,  die  Aufwen-

dungen  in  der  Höhe  von  Fr. 29'065.-  seien  als  Verlust  aus  selbstständiger  Nebener-

werbstätigkeit mit dem übrigen Einkommen zu verrechnen. Zur Begründung brachte er 

vor,  er  übe  seine  Tätigkeit  als  Selbstständigerwerbender  auf  eigene  Rechnung  in  frei 

bestimmter  Selbstorganisation  planmässig,  anhaltend  und  nach  aussen  hin  sichtbar 

aus. Es handle sich dabei um projektbezogene Beratungstätigkeiten, insbesondere im 

Zusammenhang  mit  Firmengründungen,  für  die  er – im  Erfolgsfall – durch  Gewinnbe-

teiligungen entschädigt werde. Mit Eingabe vom 18. Oktober 2009 reichte der Pflichtige 

aufgrund  einer  telefonischen  Aufforderung  durch  den  zuständigen  Teamleiter  des 

Steueramts  weitere  Unterlagen  zum  Nachweis  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit 

ein. Es handelte sich dabei um Arbeitsbestätigungen von drei Unternehmen, für die der 

Pflichtige als Berater tätig war. 

Mit Einspracheentscheiden vom 14. Dezember 2009 hielt das kantonale Steu-

eramt an seiner Position fest, dass es sich bei den deklarierten Kosten in der Höhe von 

Fr. 29'065.-  um  private  Lebenshaltungskosten  und  nicht  um  einen  Verlust  aus  selbst-

ständiger  Nebenerwerbstätigkeit  handle.  Aufgrund  der – vorliegend  nicht  mehr  streiti-

gen – Gewährung der deklarierten Mehrkosten des auswärtigen Wochenaufenthalts in 

der Höhe von Fr. 9'600.- wurde der Pflichtige neu für die Staats- und Gemeindesteuern 

2007 mit einem steuerbaren Einkommen von Fr. 139'100 und einem steuerbaren Ver-

mögen von Fr. 0.- eingeschätzt und für die direkte Bundessteuer 2007 mit einem steu-

erbaren Einkommen von Fr. 139'800.- veranlagt. 

C.  Mit  Eingabe  vom  13. Januar  2010  erhob  der  Pflichtige  Einspruch  (recte: 

Rekurs  bzw.  Beschwerde)  gegen  die  Einspracheentscheide  vom  14. Dezember  2009 

mit dem Antrag, die Kosten in der Höhe von Fr. 29'065.- als Verlust aus selbstständiger 

Nebenerwerbstätigkeit  zu  qualifizieren  und  mit  dem  übrigen  Einkommen  zu  verrech-

nen. Zur Begründung bringt er im Wesentlichen das Gleiche vor wie in der Einsprache, 

wobei er noch detaillierter darauf eingeht, inwiefern seine Tätigkeit die Merkmale einer 

selbstständigen  Erwerbstätigkeit – insbesondere  hinsichtlich  der  Gewinnstrebigkeit –

erfülle. 

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Mit  Rekurs-/Beschwerdeantwort  vom  9. Februar  2010  beantragte  das  kanto-

nale Steueramt die kostenfällige Abweisung der Rechtsmittel. Zur Begründung wird im 

Wesentlichen auf die Einspracheentscheide vom 14. Dezember 2009 verwiesen. 

Auf  das  Ergebnis  der  Tatsachenerhebungen  im  Veranlagungsverfahren  und 

die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  ist – soweit  erforderlich – in  den  nachfolgenden 

Erwägungen einzugehen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a)  Nach  Art. 18  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer 

vom  14. Dezember  1990  (DBG)  bzw.  § 18  Abs. 1  des  Steuergesetzes  vom  8. Juni 

1997  (StG)  sind  steuerbar  alle  Einkünfte  aus  einem  Handels-,  Industrie-,  Gewerbe-, 

Land-  und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie  aus  jeder  anderen 

selbstständigen Erwerbstätigkeit. Bei selbstständiger Erwerbstätigkeit werden von die-

sen Einkünften gemäss Art. 27 Abs. 1 DBG bzw. § 27 Abs. 1 StG die geschäfts- oder 

berufsmässig  begründeten  Kosten  abgezogen.  Verluste  aus  einer  solchen  Tätigkeit 

können mit übrigen Einkünften verrechnet werden (vgl. zum sog. Nettoprinzip: Markus 

Reich,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Band  I/2a,  2. A.,  2008, 

Art. 25 N 5 DBG).  

Abzugsfähig  ist  der  gesamte  Aufwand,  der  für  die  selbstständige  Erwerbstä-

tigkeit notwendig ist. Die Beschränkung der Abzugsfähigkeit auf die notwendigen Aus-

gaben soll lediglich bewirken, dass der Abzug nur für jene Auslagen gestattet wird, die 

einen geschäftlichen Grund haben, und dass alle Aufwendungen unberücksichtigt blei-

ben, die vorwiegend mit der allgemeinen Lebenshaltung eines Selbstständigerwerben-

den zusammenhängen. In der Einschätzungspraxis wird weniger auf die Zumutung der 

Vermeidung  abgestellt,  sondern  vielmehr  darauf,  ob  der  Aufwand  geschäftsmässig 

begründet ist (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Kommentar zum harmonisierten Zürcher 

Steuergesetz, 2 A., 2006, § 27 N 3).  

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In jedem Fall erfordert der Abzug, dass die Tätigkeit, welcher der betreffende 

Aufwand zuzurechnen ist, überhaupt eine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn von 

§ 18 StG darstellt (RK, 18. März 1993 = ZStP 1993, 108).  

b)  Der  steuerrechtliche  Begriff  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  ist  auf-

grund der vielfältigen Sachverhalte, die damit abgedeckt werden, nicht scharf definiert 

(BGE 125 II 113, E. 5 S. 120 ff.). Allgemein wird darunter jede Tätigkeit verstanden, bei 

der ein Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapital, in einer 

frei gewählten  Organisation und mit der Absicht der Gewinnerzielung  am Wirtschafts-

verkehr  teilnimmt  (vgl.  BGE  121  I  259,  E.  3c  263;  Blumenstein/Locher,  System  des 

Steuerrechts,  6. A.,  2002,  S. 176;  Cagianut/Höhn,  Unternehmenssteuerrecht,  3. A., 

1993,  § 1  N 17  ff.  und  34  ff.;  Höhn/Waldburger,  Steuerrecht,  9. A.,  2001,  § 14  N 36; 

Ernst  Höhn,  Interkantonales  Steuerrecht,  4. A.,  2000,  § 13  N 5  ff.,  S.194  f.;  Reich, 

Art. 18 N 14 DBG mit weiteren Hinweisen).  

Eine  selbstständige  Erwerbstätigkeit  kann  haupt-  oder  nebenberuflich,  dau-

ernd oder temporär ausgeübt werden. Ob eine solche Tätigkeit vorliegt, ist stets nach 

den  gesamten  Umständen  des  Einzelfalles  zu  beurteilen  (vgl.  BGE  112  Ib  79,  E.  2a 

S. 81; 122 II 446, E. 3b S. 449); die einzelnen Merkmale des Begriffs der selbstständi-

gen Erwerbstätigkeit dürfen nicht isoliert betrachtet werden und können auch in unter-

schiedlicher  Intensität  auftreten  (Reich,  Art. 18  N 15  DBG).  Auch  wenn  der  Begriff  im 

Normalfall  die  oben  genannten  Elemente  umfasst,  so  bedeutet  dies  nicht,  dass  eine 

Tätigkeit, bei der einzelne dieser Elemente fehlen, automatisch nicht mehr selbststän-

dig wäre. Umgekehrt kann eine Tätigkeit unter Umständen selbst bei Vorliegen mehre-

rer dieser Faktoren nicht als Erwerbstätigkeit gelten. Dies ist etwa dann der Fall, wenn 

eine  Tätigkeit  im  Sinn  einer  Liebhaberei  bzw.  eines  Hobbys  ausgeübt  wird  (BGr, 

11. Juli 2001, NStP 2001, 76 - 83, E. 4h/cc, auch zum Folgenden). Die steuerrechtliche 

Qualifikation  einer  Tätigkeit  als  selbstständiger  Erwerb  im  erwähnten  Sinn  oder  als 

Liebhaberei hängt grundsätzlich davon ab, ob sie ausschliesslich oder vorwiegend im 

Hinblick  auf  die  Erzielung  eines  Erwerbseinkommens  ausgeübt  wird  (BGr,  2. Oktober 

1992, NStP 1993, 7, E. 2b; Raoul Oberson, Les pertes commerciales fiscalement dé-

ductibles,  ASA  48,  113).  Unterscheidungskriterium  ist  also  der  Beweggrund  für  die 

Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich dabei um eine subjektive Voraussetzung, auf 

deren Vorhandensein nur durch Indizien (nämlich erkennbare Umstände) geschlossen 

werden  kann.  Eine  zusätzliche  Erschwernis  liegt  darin,  dass  es  Grenzfälle  gibt,  bei 

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denen sich Liebhaberei und Erwerbstätigkeit verbinden, wobei das Schwergewicht auf 

der einen oder anderen Seite liegen kann.  

Zur Erwerbs- oder Geschäftstätigkeit gehört, dass tatsächlich ein Einkommen 

erzielt wird: Wer eine Tätigkeit ausübt, welche auf die Dauer nichts einbringt oder dau-

ernd einen finanziellen Aufwandüberschuss erfordert, betreibt diese nicht als Erwerbs-

tätigkeit, sondern als Liebhaberei oder  aus  einem andern nicht kommerziellen Grund. 

Denn wer eine unrentable Aktivität wirklich als Erwerbstätigkeit ausübt, wird sich in der 

Regel durch das andauernde Fehlen eines finanziellen Erfolgs von der Zwecklosigkeit 

seines  Unterfangens  überzeugen  lassen  und  die  betreffende  Tätigkeit  aufgeben  (Ro-

man Blöchliger, Steuerliche Probleme des Abzuges geschäftlicher Verluste, StR 1981, 

236).  Allerdings  muss  nicht  jedes  einzelne  mit  einem  Verlust  abgeschlossene  Jahr 

oder selbst die Tatsache, dass während mehrerer Jahre Verlust erzielt worden ist, zum 

Schluss zwingen, es handle sich um eine Liebhaberei (Höhn/Waldburger, § 14 Rz 45). 

Ob sich nämlich eine Tätigkeit lohnt, lässt sich methodisch richtig nur nach Betrachtung 

des Gewinns aus der gesamten Betriebstätigkeit von deren Aufnahme bis zu ihrer Be-

endigung  beurteilen  (sog.  Totalgewinn,  vgl.  Theisen,  Die  Liebhaberei – ein  Problem 

des  Steuerrechts  und  der  betriebswirtschaftlichen  Steuerlehre,  Steuer  und  Wirtschaft 

[StuW],  1999,  259;  StRK  II,  17. Februar  2000,  2 ST.1999.419,  E.  6a).  Der  Entscheid 

über den steuerlichen Charakter einer Tätigkeit hängt deshalb von einer Prognose über 

den zu erwartenden Totalgewinn  ab. Ergibt die Prognose ein positives Gesamtergeb-

nis, ist dies ein gewichtiges Indiz für die Gewinnstrebigkeit. Anderseits liegt bei negati-

ver Prognose die Schlussfolgerung nahe, dass ein Steuerpflichtiger, dem es tatsächlich 

um die Erzielung eines Erwerbseinkommens gegangen wäre, sich wegen des in Aus-

sicht stehenden finanziellen Misserfolgs von der Weiterführung des Betriebs abbringen 

lassen würde. Die steuerrechtliche Qualifikation der Tätigkeit ist eine Frage, die grund-

sätzlich  für  jede  Veranlagungsperiode  neu  überprüft  werden  kann,  wobei  unter  Um-

ständen  die  Verhältnisse  in  den  Vorjahren  bzw.  in  den  auf  das  Steuerjahr  folgenden 

Jahren  gewisse  Anhaltspunkte  liefern  können  (BGr,  31. August  2005,  2A.46/2005, 

E. 2.2.2, www.bger.ch, mit Hinweisen zum Ganzen). 

Qualifiziert sich die Aktivität des Steuerpflichtigen in der unter den erwähnten 

Kriterien  vorzunehmenden  Prüfung  als  Liebhaberei  oder  produziert  sie  reine  Lebens-

haltungskosten (vgl. § 33  lit. a StG, Art. 34  lit. a DBG), können  die entstandenen Ver-

luste nicht mit übrigen Einkünften verrechnet werden.  

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c) Nach Art. 123 DBG bzw. § 132 Abs. 1 StG stellen die Steuerbehörden zu-

sammen  mit  dem  Steuerpflichtigen  die  für  eine  vollständige  und  richtige  Besteuerung 

massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Dabei gilt die allgemei-

ne  Regel  der  Beweislastverteilung,  dass  die  Steuerbehörde  die  steuerbegründenden 

oder  -erhöhenden  Tatsachen  nachzuweisen  hat,  der  Steuerpflichtige  dagegen  jene 

Umstände,  welche  die  Steuerschuld  mindern  oder  aufheben  (Blumenstein/Locher, 

S. 416  [mit  Verweisungen]  und  454).  Dementsprechend  obliegt  der  Nachweis,  dass 

eine selbstständige Erwerbstätigkeit vorliegt, grundsätzlich der Steuerbehörde. Ist da-

gegen streitig, ob eine bestimmte verlustbringende Betätigung (überhaupt) eine selbst-

ständige  Erwerbstätigkeit  darstellt  (oder  ob  nicht  z.B.  eine  Liebhaberei  vorliegt),  ist 

hierfür der Steuerpflichtige beweispflichtig (vgl. StRK I, 18. März 1993, StE 1995 B 23.1 

Nr. 30).  Denn  er  leitet  hieraus  die  steuermindernde  Verrechnung  dieses  Verlusts  mit 

übrigen  Einkünften  ab.  Zur  Beweisleistung  gehört  in  erster  Linie  und  in  jedem  Fall, 

dass  eine  substanziierte  Sachdarstellung  gegeben  wird,  die  ohne  weitere  Untersu-

chung,  aber  unter  dem  Vorbehalt  der  Beweiserhebung,  die  Beurteilung  der  massge-

benden  Qualifikationsfrage  ermöglicht.  Für  die  von  ihm  verfochtene,  hinreichend  sub-

stanziierte  Sachdarstellung  hat  der  Steuerpflichtige  beweiskräftige  Unterlagen 

einzureichen oder zumindest unter genauer Bezeichnung Beweise anzubieten.  

2. a)  Gemäss  Handelsregisterauszügen  ist  der  Pflichtige  seit  …  1998  unter 

der  Firma  B  als  Einzelunternehmer  in  den  Handelsregistern  der  Kantone  Basel-Stadt 

bzw.  Zürich  (seit  …  2006)  eingetragen.  Laut  Handelregistereintrag  und  entsprechend 

seinen eigenen Angaben ist er als Berater in den Bereichen … tätig. Als Nachweis für 

seine  Tätigkeit  im  Jahr  2007  reichte  der  Pflichtige  drei  Arbeitsbestätigungen  der  "C“, 

der "D" sowie der "E“ ein. Laut diesen Bestätigungen war er für jede der drei Firmen im 

Jahr 2007 als selbstständiger Mitarbeiter mit beratenden und organisatorischen Funkti-

onen tätig. Er führt im Rahmen seiner Tätigkeit eine ordentliche Buchhaltung und be-

wahrt  sämtliche  Belege  auf,  wobei  er –zumindest  für  das  betroffene  Jahr  2007 – in 

einer  Übersicht  festhält,  welche  Ausgaben  privater  und  welche  geschäftlicher  Natur 

sind.  Obschon  weder  genauere  Angaben  zu  den  konkreten  Arbeitsleistungen  des 

Pflichtigen  noch  detaillierte  Ausführungen  zur  Begründetheit  der  getätigten  Aufwen-

dungen vorliegen, ist unter diesen Umständen davon auszugehen, dass der Pflichtige 

gewisse  Tätigkeiten  im  Bereich  der  Beratung  und  des  Projektmanagements  auf  eige-

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nes  Risiko  und  unter  Einsatz  von  Arbeit  und  Kapital  ausübt  und  dies 

– wenn auch in bescheidenem Rahmen – auch planmässig und fortdauernd tut. 

Doch stellt sich die Frage, ob auch die Sichtbarkeit der Tätigkeit nach aussen 

als weiteres wesentliches Merkmal einer selbstständigen Erwerbstätigkeit gegeben ist. 

Nach  Ansicht  des  Pflichtigen  sei  dies  der  Fall,  weil  Dutzende  von  Personen  und  ver-

schiedene Firmen in die Aktivitäten involviert seien. Dieses Argument ist jedoch unbe-

achtlich.  Zum  einen  versäumt  es  der  Pflichtige,  seine  Aussage  durch  entsprechende 

Nachweise zu belegen, und zum anderen sagt die Zahl der involvierten Personen über 

die Sichtbarkeit der Tätigkeit gegen aussen nichts aus. Entscheidend ist vielmehr, dass 

der  Pflichtige  durch  Massnahmen  wie  zum  Beispiel  die  Publikation  von  Inseraten  als 

Anbieter  gewisser  Dienstleistungen  öffentlich  in  Erscheinung  tritt  mit  dem  Ziel,  neue 

potentielle Auftraggeber auf sich aufmerksam zu machen. Ein derartiges Auftreten ge-

genüber  Dritten  hat  er  jedoch  weder  behauptet  noch  nachgewiesen.  Mithin  liegt  die 

Vermutung nahe, dass er gegenüber Dritten nicht sichtbar als Selbstständigerwerben-

der  auftritt,  sondern  seine  Tätigkeiten  eher  im  Rahmen  bereits  bestehender  Kontakte 

ausübt,  womit  das  Merkmal  der  Sichtbarkeit  gegen  aussen  wohl  nicht  ohne  Weiteres 

erfüllt wäre. Wie es sich damit verhält, mag indes aus folgendem Grund offenbleiben: 

b)  Vorliegend  ist  für  die  Qualifikation  der  Tätigkeit  das  Erfordernis  der  Ge-

winnstrebigkeit  als  entscheidendes  Abgrenzungsmerkmal  zwischen  selbstständiger 

Erwerbstätigkeit  und  Liebhaberei  von  zentraler  Bedeutung.  Darauf  stützt  sich  denn 

auch  der  Entscheid  des  kantonalen  Steueramts,  nach  dessen  Ansicht  der  Pflichtige 

seine Tätigkeit eben gerade nicht mit der Absicht der Gewinnerzielung ausübt. 

aa) Den Erfolgsrechnungen des Pflichtigen sind seit dem Jahr 2002 folgende 

Verluste aus selbstständiger Nebenerwerbstätigkeit zu entnehmen: 

2002 

2003 

2004 

Fr. 45’675.- 

Fr. 15'170.- 

Fr. 60'204.- 

2005 

2006 

2007 

Fr. 60'820.- 

Fr. 58'176.- 

Fr. 29'065.- 

Aus  diesen  Abschlüssen  geht  weiter  hervor,  dass  der  Pflichtige  auf  der  Er-

tragsseite lediglich in den Jahren 2002 und 2003 einen (im Jahr 2002 zudem sehr be-

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scheidenen)  Ertrag  aus  seiner  Beratungstätigkeit  verbuchen  konnte.  In  den  darauffol-

genden Jahren hingegen brachten ihm seine Beratungstätigkeiten keinerlei Erträge ein. 

Dies  widerspiegelt  letztlich  die  Tatsache,  dass  der  Pflichtige  nach  eigenen  Angaben 

sowie  gemäss  den  eingereichten  Arbeitsbestätigungen  von  seinen  Auftraggebern  nie 

ein  Honorar  bezieht,  sondern  ausschliesslich  durch  Gewinnbeteiligungen  entschädigt 

wird, wobei entsprechende Gewinne bis anhin ausgeblieben sind. Eine etwas sonder-

bare  Ausnahme  soll  darin  bestanden  haben,  dass  die  "C"  ihn  in  Form  einer  "exklusi-

ven"  Mitgliedschaft  und  kostenlosen  Eintritten  zu  Events  samt  Nebenleistungen  ent-

schädigt  haben  will.  Entsprechende  Zuflüsse  finden  sich  in  den  Erfolgsrechnungen 

allerdings  nicht.  Derartige  Vereinbarungen  über  zukünftige  Gewinnbeteiligungen  sind 

an  sich  nichts  Aussergewöhnliches  und  im  Geschäftsalltag  durchaus  gängig,  indes 

bilden sie in aller Regel nur einen Bestandteil einer Gesamtentschädigung mit der Idee, 

nicht nur die geleistete Arbeit an sich zu entlöhnen, sondern im Erfolgsfall alle Mitver-

antwortlichen  in  gewissem  Mass  profitieren  zu  lassen.  Der  Pflichtige  hingegen  hat  im 

Rahmen seiner Tätigkeit über Jahre hinweg Leistungen erbracht, ohne dabei auch nur 

für  seine – nicht  unerheblichen – Auslagen  entschädigt  zu  werden;  vielmehr  wurde  er 

lediglich mit der vagen Aussicht auf mögliche zukünftige Einnahmen aus Gewinnbetei-

ligungen  abgefunden.  Dies  noch  dazu  im  Bezug  auf  Projekte,  bei  denen  die  Er-

folgsaussichten offensichtlich sehr ungewiss waren und sind, was die Tatsache belegt, 

dass bis heute keines der Projekte Gewinne abgeworfen hat. Bei dieser Sachlage liegt 

die Vermutung nahe, dass der Pflichtige seine Tätigkeit nicht ausschliesslich oder vor-

wiegend  im  Hinblick  auf  die  Erzielung  eines  Erwerbseinkommens  ausübt,  sondern 

dass es ihm vielmehr darum geht, sich aus persönlichen Interessen nebenberuflich für 

gewisse  Projekte  zu  engagieren.  Der  finanzielle  Erfolg  scheint  dabei  zweitrangig  zu 

sein,  da  der  Pflichtige  sonst  kaum  über  so  viele  Jahre  hinweg  Leistungen  erbringen 

und  Zeit  und  Kosten  aufwenden  würde,  ohne  zu  wissen,  ob  er  dafür  überhaupt  je  fi-

nanziell entschädigt wird. Mithin lassen schon diese Überlegungen darauf schliessen, 

dass das Erfordernis der Gewinnstrebigkeit vorliegend nicht erfüllt ist. 

bb) Des Weiteren stellt man bei Betrachtung der obigen Zahlen fest, dass die 

Verluste  aus  der  Tätigkeit  des  Pflichtigen  seit  dem  Jahr  2002  nicht  kontinuierlich  zu-

rückgegangen sind. Zwar hat sich der Verlust im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr 

um gut 50% reduziert, aber eine Gesamtbetrachtung aller Jahre lässt nicht ohne Weite-

res den Schluss zu, dass diese Entwicklung in den nächsten Jahren anhalten wird. Im 

Übrigen  finden  sich  in  den  Akten  auch  keine  anderen  Anhaltspunkte  dafür,  dass  der 

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Pflichtige mit seiner Tätigkeit in naher Zukunft Gewinne erzielen wird. Auch seine Aus-

sage in der Einsprache gegen die Einschätzung 2006 vom 12. September 2008, dass 

bereits  im  Jahr  2008  erste  Einkünfte  verzeichnet  werden  konnten  und  für  das  Jahr 

2009 eine weitere Steigerung erwartet werde (S. 2), genügt nicht für eine positive Zu-

kunftsprognose. Zum einen wurde eine solche Entwicklung – die im Übrigen im vorlie-

genden Verfahren nicht mehr geltend gemacht wurde – nie in irgendeiner Form belegt 

und zum andern ist aufgrund der Vorjahreszahlen davon auszugehen, dass der Pflich-

tige selbst bei Erzielung gewisser Einkünfte insgesamt nach wie vor Verluste verzeich-

nen wird. 

Überdies würde eine positive Zukunftsprognose auch voraussetzen, dass das 

Auftragsvolumen über die Jahre zunimmt und womöglich neue Auftraggeber gefunden 

werden.  Dass  die  Auftragslage  derjenigen  eines  hauptberuflich  Selbstständigerwer-

benden  entspricht,  wird  dabei – entgegen  der  Annahme  des  Pflichtigen – nicht  ver-

langt.  Die  Auftragslage  des  Pflichtigen  sollte  sich  aber  dahingehend  entwickeln,  dass 

er seine Tätigkeit in Zukunft gewinnbringend ausüben kann. Solche Entwicklungen sind 

jedoch vorliegend aus den Akten nicht ersichtlich. Der Pflichtige behauptet zwar in sei-

ner Rekursschrift,  es würden laufend neue Projekte akquiriert, ohne dies jedoch in ir-

gendeiner Form zu belegen. Wie bereits erwähnt, hat er auch nicht dargetan, dass und 

wie  er  in  der  Öffentlichkeit  in  Erscheinung  tritt,  um  neue  potentielle  Auftraggeber  auf 

sich  und  seine  Tätigkeit  aufmerksam  zu  machen.  Unter  diesen  Umständen  liegt  die 

Vermutung nahe, dass der Pflichtige nicht aktiv um die Akquisition neuer Aufträge be-

müht  ist  und  entsprechend  das  Auftragsvolumen  über  die  Jahre  nicht  zugenommen 

hat. Zumindest fehlt es am entsprechenden Nachweis. 

Unter diesen Umständen ist im Sinn einer Prognose nicht davon auszugehen, 

dass die Tätigkeit des Pflichtigen über all die Jahre gesamthaft einen Gewinn abwerfen 

wird; sie kann mithin nicht als gewinnbringend betrachtet werden. Vielmehr ist damit zu 

rechnen,  dass  der  Pflichtige  auch  in  Zukunft  primär  Verluste  erwirtschaften  wird,  zu-

mindest,  wenn  er  seine  Strategie  insbesondere  hinsichtlich  der  Entlöhnung  und  der 

Akquisition  von  neuen  Aufträgen  nicht  grundlegend  überdenkt.  Übt  der  Pflichtige  die 

Tätigkeit trotz der jährlichen Verluste und der negativen Prognose gleichwohl weiterhin 

in  dieser  Art  aus,  so  tut  er  dies  offensichtlich  nicht  mit  der  Absicht,  ein  Erwerbsein-

kommen  zu  erzielen,  sondern  vielmehr  aus  Liebhaberei  oder  anderen  nicht  kommer-

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ziellen Gründen. In diesem Sinne fehlt es dem Pflichtigen vorliegend an der erforderli-

chen Gewinnstrebigkeit. 

c) Als weiteres Indiz gegen das Vorliegen einer selbstständigen Erwerbstätig-

keit beim Pflichtigen sei schliesslich auch die Behandlung der jeweils geltend gemach-

ten Verluste durch die Steuerbehörden erwähnt. Zu Beginn fanden die Verluste praxis-

gemäss  Beachtung,  wenn  auch  nicht  immer  vollumfänglich.  Nur  in  den  Jahren  2003 

und 2006 wurden diese vollständig zur Verrechnung mit dem übrigen Einkommen zu-

gelassen. Hingegen wurde im Kanton Basel-Stadt im Jahr 2002 nur ein Verlust in der 

Höhe von Fr. 3'314.- angerechnet und in den Jahren 2004 und 2005 wurde der Verlust 

jeweils  auf  Fr. 25'000.-  (2005  indes  irrelevant)  festgesetzt.  Im  Kanton  Zürich  wurden 

die Verluste sowohl für das Jahr 2005 als auch für das Jahr 2006 in der Einschätzung 

überhaupt  nicht  berücksichtigt  mit  der  Begründung,  dass  mangels  Einkünften  aus 

selbstständiger Nebenerwerbstätigkeit auch keine Gewinnungskosten geltend gemacht 

werden können. Der Verlust des Jahres 2006 wurde immerhin im Einspracheverfahren 

anerkannt. Daraus wird deutlich, dass im Bezug auf das Vorliegen einer  selbstständi-

gen Erwerbstätigkeit sowie auf die Höhe der begründeten Gewinnungskosten von Be-

ginn  weg  Zweifel  bestanden,  die  der  Pflichtigen  nie  durch  entsprechende  Unterlagen 

und  Belege  zu  beseitigen  vermochte.  Dies  bestärkt  letztendlich  die  Annahme,  dass 

tatsächlich keine selbstständige Erwerbstätigkeit im Sinn des Steuerrechts vorliegt. 

d) Nach dem Gesagten ist es dem Pflichtigen nicht gelungen, den ihm oblie-

genden Nachweis zu erbringen, dass seine verlustbringende Tätigkeit eine selbststän-

dige Erwerbstätigkeit im Sinn des Steuerrechts darstellt. Dies ergibt sich aufgrund einer 

Gesamtbetrachtung  aller  Umstände,  wobei  es  beim  Pflichtigen  insbesondere  an  der 

erforderlichen  Gewinnstrebigkeit  fehlt.  Mithin  übt  er  seine  Tätigkeit  aus  Liebhaberei 

oder aus einem anderen nicht kommerziellen Grund aus; die damit zusammenhängen-

den "Gewinnungskosten" gehören  folglich zu seinen allgemeinen Lebenshaltungskos-

ten. Solche jedoch sind steuerlich nicht abzugsfähig, sodass der Verlust aus der Tätig-

keit nicht mit dem übrigen Erwerbseinkommen verrechnet werden kann. 

3. Diese Erwägungen führen zur Abweisung der Beschwerde und des Rekur-

ses. 

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Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  dem  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art. 144 

Abs. 1 DBG bzw. § 151 Abs. 1 StG). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

2.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

[…] 

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