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**Case Identifier:** 7b4c643b-3107-555a-b5a8-67e32857ae42
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.02.2021 200 2020 235
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-235_2021-02-22.pdf

## Full Text

200 20 235 UV
WIS/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Februar 2021

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________ AG
Beschwerdeführerin

gegen

B.________
Beschwerdegegnerin

C.________
Beigeladener

betreffend Einspracheentscheid vom 2. März 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1950 geborene C.________ (Versicherter bzw. Beigeladener) war bei 
der D.________ SA angestellt, als er am 9. September 2018 bei einer 
Wanderung stürzte und sich dabei an der rechten Schulter verletzte (Akten 
der B.________ [Ersatzkasse bzw. Beschwerdegegnerin], vgl. Antwortbei-
lage [AB] 1, 9). Mit Unfallmeldung vom 18. Dezember 2018 informierte die 
D.________ SA die Ersatzkasse mangels obligatorischer Unfallversiche-
rung über dieses Ereignis (AB 1), woraufhin diese Abklärungen tätigte (vgl. 
AB 2 ff.) und ihre Leistungspflicht anerkannte (vgl. AB 28 S. 2). Nach Bei-
zug verschiedener Arztberichte und Beurteilung vom 4. Juni 2019 durch 
ihren beratenden Arzt, Dr. med.  E.________, Facharzt für Chirurgie 
(AB 27), stellte die Ersatzkasse die Leistungen mit Verfügung vom 18. Juni 
2019 (AB 28) per 28. Dezember 2018 ein. Daran hielt sie nach Einsprache 
durch den Versicherten (AB 35) sowie durch die A.________ AG 
(A.________ bzw. Beschwerdeführerin), die obligatorische Krankenpflege-
versicherung des Versicherten (AB 36), mit Entscheid vom 2. März 2020 
(AB 40) fest. 

B.

Hiergegen erhob die A.________ mit Eingabe vom 16. März 2020 Be-
schwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Der Einspracheentscheid vom 2. März 2020 sei aufzuheben und es sei 
die Beschwerdegegnerin dazu zu verpflichten, die gesetzlichen Leistun-
gen zu erbringen;

2. Eventualiter sei der Einspracheentscheid vom 2. März 2020 aufzuheben 
und die Sache zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Beschwerde-
gegnerin zurückzuweisen;

3. Subeventualiter sei der Einspracheentscheid vom 2. März 2020 aufzuhe-
ben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die UVG-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 3

Vorleistungen zu erbringen und die endgültige Leistungspflicht mit der 
vormaligen Unfallversicherung zu koordinieren;

4. Die vollständigen Unfallakten seien von der Beschwerdegegnerin zu 
edieren;

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin. 

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 29. Juni 
2020 auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 7. Juli 2020 wurde C.________ zum 
Verfahren beigeladen, woraufhin dieser mit Eingabe vom 17. August 2020 
eine Stellungnahme einreichte.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Erlässt ein Versicherungsträger eine Verfügung, welche die Leistungspflicht 
eines anderen Trägers berührt, so hat er auch ihm die Verfügung zu eröff-
nen. Dieser kann die gleichen Rechtsmittel ergreifen wie die versicherte 
Person (Art. 49 Abs. 4 ATSG). Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzli-
chen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, als obligatori-
sche Krankenpflegeversicherung durch den angefochtenen Entscheid 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, wes-
halb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG; Befugnis zur Anfechtung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 4

«pro Adressat»; vgl. BGE 134 V 153 E. 4.1 S. 154 und Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 27. August 2008, 8C_606/2007, E. 7.3; zum 
Verhältnis Unfallversicherung-Krankenversicherung siehe auch MARIA 
LONDIS, Das Verhältnis der Krankenversicherer zu den anderen Sozialver-
sicherungen, SZS 2001 S. 133 f.). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben 
(Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) so-
wie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 2. März 
2020 (AB 40). Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die 
Versicherungsleistungen im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 9. Sep-
tember 2018 zu Recht per 28. Dezember 2018 eingestellt hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 
832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Kör-
per, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 
Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2

2.2.1 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-

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hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 
Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht 
als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die 
Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 
ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 
gesundheitliche Störung entfiele ("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 
E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; 
Entscheid des BGer vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1). Für 
die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs genügt es, wenn der 
Unfall für eine bestimmte gesundheitliche Störung eine Teilursache darstellt 
(BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125, 123 V 43 E. 2b S. 45; SVR 2009 UV Nr. 3 
S. 12 E. 8.3).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialver-
sicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-
keit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges 
genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 
435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 
5.1).

2.2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem durch den 
Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen 
krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn der Unfall nicht mehr die 
natürliche und adäquate Ursache darstellt, der Gesundheitsschaden also 
nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft 

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zu, wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er 
unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber 
derjenige Zustand, wie er sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines 
krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt 
hätte (Status quo sine), erreicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1. S. 55).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 56).

2.3 Der Versicherungsträger prüft die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte 
ein (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Der Untersuchungsgrundsatz besagt, dass die 
verfügende Instanz den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, 
aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder 
Beweisanträge der Parteien, abklären und feststellen muss. 
Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob 
über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem 
Rahmen haben Verwaltungsbehörden zusätzliche Abklärungen stets 
vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hiezu aufgrund der 
Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebenden 
Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 117 V 282 E. 4a S. 283). 
Der Untersuchungsgrundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet 
sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2 
S. 195, 122 V 157 E. 1a S. 158; SVR 2009 IV Nr. 4 S. 7 E. 4.2.2).

2.4 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 7

des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
(vgl. BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt und unbestritten ist, dass das Ereignis 
vom 9. September 2018, bei dem der Versicherte auf die rechte Schulter 
stürzte, einen Unfall im Rechtssinne (Art. 4 ATSG) darstellt (vgl. E. 2.2.1 
hiervor). Die Beschwerdegegnerin hat im Zusammenhang mit dem besag-
ten Ereignis zunächst Leistungen erbracht und damit das Vorliegen der 
Anspruchsvoraussetzungen - insbesondere die leistungsbegründende Un-
fallkausalität - anerkannt (vgl. Entscheid des BGer vom 1. Februar 2011, 
8C_895/2010, E. 5.1). Demnach liegt die Beweislast für das Dahinfallen 
des Kausalzusammenhangs bei ihr (vgl. E. 2.2.2 hiervor).

3.2 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.2.1 In der Beurteilung des MRI des rechten Schultergelenks vom 
28. Dezember 2018 (AB 15) hielt Dr. med.  F.________, Facharzt für Ra-
diologie, eine transmurale Ruptur der gesamten Supraspinatussehne mit 
moderater Retraktion, am Tuberculum minus eine komplett abgerissene 
Subscapularissehne mit moderater Retraktion und eine medial luxierte, 
leicht signalalterierte lange Bizepssehne fest. Ferner führte er eine Knorpe-
lausdünnung superolateral am Humeruskopf sowie eine aktivierte hypertro-
phe AC-Gelenksarthrose mit hakenförmigem Osteophyten inferior an der 
lateralen Clavicula sowie eine Impingement-Situation auf. 

3.2.2 Die Dres. med.  G.________ und H.________, Fachärzte für Or-
thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, dia-
gnostizierten im Bericht vom 5. Februar 2019 (AB 24) eine transmurale 
Supraspinatussehnenläsion, eine vollständige Subscapularissehnenläsion 
sowie eine Luxation der langen Bicepssehne rechts. Anamnestisch würden 
sich die immobilisierenden Schulterschmerzen unter Physiotherapie nur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 8

unwesentlich bessern. Es sei klar ein operatives Vorgehen zu empfehlen, 
wofür ein Termin am 2. April 2019 reserviert sei.

3.2.3 Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, dia-
gnostizierte im Arztzeugnis UVG vom 28. Februar 2019 (AB 10) eine Rota-
torenmanschettenruptur (S. 2 Ziff. 5), die Erstbehandlung habe am 
18. September 2018 stattgefunden (Ziff. 1). Er bejahte zudem die Frage, ob 
ausschliesslich Unfallfolgen vorliegen (Ziff. 6). Zunächst sei die Therapie 
mittels Analgesie erfolgt, nun sei eine Operation geplant (Ziff. 7).

3.2.4 Im Arztzeugnis UVG vom 19. März 2019 (AB 17) beurteilte 
Dr. med. G.________ die unter E. 3.2.4 hiervor aufgeführten Diagnosen als 
ausschliesslich unfallkausal (Ziff. 6). 

3.2.5 In der Aktenbeurteilung von Dr. med. E.________, beratender Arzt 
der Beschwerdegegnerin, vom 4. Juni 2019 (AB 27) erachtete dieser es als 
höchstens möglich, dass die geltend gemachten Gesundheitsschädigungen 
(transmurale Supraspinatussehnenläsion, vollständige Subscapularisseh-
nenläsion sowie Luxation der langen Bicepssehne rechts) mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit Folgen des Unfalles vom 9. September 2018 seien 
(Ziff. 1). Es lägen erhebliche unfallfremde Faktoren vor, unter anderem eine 
signalalterierte lange Bizepssehne (Ziff. 2) sowie erhebliche multilokuläre 
degenerative Veränderungen und eine Ruptur der Rotatorenmanschette 
(Ziff. 3). Der Unfall vom 9. September 2018 habe zu einer vorübergehen-
den Verschlimmerung der unfallfremden Faktoren bis zur MRI-Abklärung 
vom 28. Dezember 2018 (vgl. AB 15) geführt (Ziff. 4). 

3.2.6 Im Schreiben vom 4. Juli 2019 (AB 33) hielt Dr. med. I.________ 
z.H. der Beschwerdegegnerin fest, der Versicherte habe vor dem Unfaller-
eignis keine Schmerzen gehabt und sei beschwerdefrei gewesen. Der Aus-
löser sei eindeutig der Sturz gewesen. Es sei nicht erklärbar, wie es bei 
diesem vorher beschwerdefreien Patienten sonst zu einer transmuralen 
Ruptur mit entsprechendem Hämatom und deutlicher Bewegungsein-
schränkung gekommen sein soll.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 9

ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Soll ein 
Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. 
Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der 
versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und 
Ärzte mitzuberück-sichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der 
versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren 
Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der 
pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 
E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das 
Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 10

nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 
65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469). 

3.4

3.4.1 Vorwegzunehmen ist, dass keine Anhaltspunkte vorliegen, dass die 
vorliegend zur Diskussion stehenden Beschwerden auf das Ereignis im 
Jahre 2011 (vgl. AB 21, 40 S. 5 Ziff. 15) zurückzuführen wären. 

3.4.2 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im hier angefochtenen Ein-
spracheentscheid vom 2. März 2020 (AB 40) massgeblich auf die Aktenbe-
urteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. E.________ vom 4. Juni 2019 
(AB 27). Entsprechend dem in E. 3.4 hiervor Dargelegten sind an dessen 
Einschätzung strenge Anforderungen zu stellen und für die Notwendigkeit 
ergänzender Abklärungen genügen bereits geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit.

3.4.3 Gestützt auf diese Aktenbeurteilung verneinte die Beschwerdegeg-
nerin einen natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den über den 
28. Dezember 2018 hinaus fortbestehenden Beschwerden an der rechten 
Schulter und dem Unfall vom 9. September 2018 zufolge Erreichens des 
Status quo sine vel ante. So sei es gemäss der Einschätzung von 
Dr. med. E.________ (AB 27) durch diesen Unfall zu einer vorübergehen-
den Verschlimmerung der vorbestehenden Schulterbeschwerden rechts 
gekommen. Im MRI vom 28. Dezember 2018 hätten sich erhebliche multi-
lokuläre degenerative Veränderungen, unter anderem eine signalalterierte 
lange Bizepssehne und eine Ruptur der Rotatorenmanschette, gezeigt. Mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit könne nach der MRI-Abklärung vom 
28. Dezember 2018 nicht mehr von einer Aktivierung des degenerativ be-
dingten Schadens ausgegangen werden und der Gesundheitszustand des 
Versicherten würde sich auch ohne den Unfall identisch zeigen (vgl. AB 28 
S. 2, 40 S. 4 Ziff. 5). Das Dahinfallen jeglicher kausalen Bedeutung von 
unfallbedingten Ursachen der Schulterpathologie rechts hat die Beschwer-
degegnerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
darzutun (vgl. E. 2.2.3). Dieser Nachweis gelingt ihr - wie nachfolgend unter 
E. 3.4.4 aufzuzeigen sein wird - gestützt auf die derzeitige Aktenlage nicht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 11

3.4.4 Zunächst fällt ins Gewicht, dass die Beurteilung von 
Dr. med. E.________ vom 4. Juni 2019 (AB 27) äusserst rudimentär aus-
gefallen ist. Er setzt sich weder mit den Vorakten auseinander noch be-
gründet er, weshalb per 28. Dezember 2018 von einem Status quo sine vel 
ante auszugehen ist. Überdies findet die Einschätzung von 
Dr. med. E.________ in Bezug auf das Erreichen des Status quo sine vel 
ante in den gesamten Akten keinen Rückhalt. Vielmehr stehen der Beurtei-
lung des beratenden Arztes die Einschätzungen der 
Dres. med. G.________ und H.________ vom 19. März 2019 (AB 17) so-
wie des Dr. med. I.________ vom 28. Februar (AB 10) und 4. Juli 2019 
(AB 33) entgegen. Gemäss deren Einschätzung handelt es sich bei der 
transmuralen Supraspinatussehnenläsion, der vollständigen Subscapula-
rissehnenläsion sowie der Luxation der langen Bicepssehne rechts aussch-
liesslich um Folgen des Unfalls vom 9. September 2018, mithin bejahten 
sie den natürlichen Kausalzusammenhang. Bei den 
Dres. med. G.________ und H.________ handelt es sich um Fachärzte für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
womit sie zur Beantwortung der im Zentrum dieses Fall stehenden Fragen 
fachlich kompetent sind. Allerdings fehlt es auch in ihren Berichten an prä-
zisen Aussagen zum Ursache-Wirkung-Zusammenhang und es ist nicht 
ersichtlich, ob diese auf der für den Nachweis einer unfallkausalen gesund-
heitlichen Schädigung unzulässigen Maxime "post hoc ergo propter hoc" 
beruhen (vgl. Einspracheentscheid vom 2. März 2020; AB 40 S. 5 Ziff. 16), 
nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als 
durch einen Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem aufgetreten ist 
(BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 7.2). Indem 
die Beschwerdegegnerin vom Dahinfallen des Kausalzusammenhangs 
ausging und dabei entscheidwesentlich einzig auf die den allgemeinen be-
weisrechtlichen Anforderungen nicht genügende Einschätzung ihres bera-
tenden Arztes Dr. med. E.________ abstellte und auf weitere Abklärungen 
verzichtete, tat sie dem Untersuchungsgrundsatz nicht genüge (vgl. E. 2.3 
hiervor). 

Der Beigeladene hat in der Stellungnahme vom 17. August 2020 (in den 
Gerichtsakten) vorgebracht, dass er versucht habe, die rechtsseitigen 
Schulterbeschwerden nach dem Sturz am 9. September 2018 vorerst mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 12

Physiotherapie in den Griff zu bekommen. Von Januar 2019 bis einige Wo-
chen vor dem geplanten Operationstermin am 2. April 2019 habe er mit der 
Physiotherapie sehr gute Fortschritte gemacht und bald seine Schulter und 
den Arm wieder praktisch schmerzfrei nutzen können, weshalb er keinen 
Grund mehr gesehen habe, sich operieren zu lassen. Der Beigeladene war 
somit rund sechs Monate in physiotherapeutischer Behandlung, wobei es 
seit Januar 2019 offenbar zu einer Verbesserung der Beschwerden ge-
kommen ist und eine Operation nicht mehr notwendig war. Gestützt auf die 
Darstellung des Beigeladenen scheint der Vorzustand damit einige Wochen 
vor dem Operationstermin erreicht worden zu sein, was allerdings nicht 
aktenkundig ist. Vielmehr erlauben die Akten nach dem Dargelegten keine 
abschliessende Beurteilung, ob und wann der natürliche Kausalzusam-
menhang zwischen den rechtsseitigen Schulterbeschwerden und dem Un-
fall vom 9. September 2018 dahingefallen ist. Die Beschwerdegegnerin 
wird dazu ein verwaltungsexternes Fachgutachten einzuholen haben, wo-
bei die orthopädische Fachrichtung zu berücksichtigen sein wird.

4.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
2. März 2020 (AB 40) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuhe-
ben und die Sache - im Sinne der Erwägungen - an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen, damit diese ein externes fachmedizinisches Gutachten 
zur Kausalität der Beschwerden an der rechten Schulter einhole und an-
schliessend über den Leistungsanspruch neu verfüge.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. aArt. 61 lit. a ATSG in 
der bis 31. Dezember 2020 gültig gewesenen und hier anwendbaren Fas-
sung (vgl. Art. 83 ATSG) sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

5.2 Art. 61 lit. g ATSG schliesst die Zusprechung einer 
Prozessentschädigung an den Sozialversicherungsträger im kantonalen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 13

Verfahren grundsätzlich aus. Der Wendung "obsiegende Beschwerde 
führende Person" liegt die gesetzgeberische Absicht zu Grunde, den 
Sozialversicherern keinen Anspruch auf Parteientschädigung einzuräumen. 
Eine Ausnahme von diesem allgemeinen Prozessgrundsatz für sämtliche 
Sozialversicherungszweige ist für Fälle vorzusehen, in denen Versicherten 
mutwillige oder leichtsinnige Prozessführung vorzuwerfen ist (BGE 128 V 
124 E. 5b S. 133). Dies ist hier nicht der Fall. Der teilweise obsiegenden 
Beschwerdeführerin kommt somit kein Anspruch auf Ersatz der 
Parteikosten zu.

5.3 Der Beigeladene hat hier ebenfalls keinen Anspruch auf eine Par-
teientschädigung. Dies allein schon deshalb, weil der Aufwand zur Wah-
rung seiner Interessen den Rahmen dessen nicht überschritten hat, was 
der Einzelne üblicher- und zumutbarerweise zur Besorgung seiner persön-
lichen Angelegenheiten auf sich zu nehmen hat (vgl. BGE 127 V 205 E. 4b 
S. 207).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene Ein-
spracheentscheid der B.________ vom 2. März 2020 aufgehoben und 
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie - 
nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen - neu ver-
füge.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________ AG
- B.________
- C.________
- Bundesamt für Gesundheit

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 14

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Feb. 2021, UV/20/235, Seite 15

desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.