# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d5261529-b03a-5a9e-a957-a0cf7a4586a9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-30
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 30.06.2020 UV 2018/79
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2018-79_2020-06-30.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2018/79

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.01.2021

Entscheiddatum: 30.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 30.06.2020
Beurteilung der Rückfallkausalität von im Jahr 2018 gemeldeten 
Beschwerden im Bereich des rechten oberen Sprunggelenks nach 2012 
erlittenem Supinationstrauma des rechten Fusses. An der grundsätzlich 
beweiswertigen Beurteilung der Suva-Fachärzte, welche die natürliche 
Kausalität verneinen, entstehen durch abweichende MRI-Beurteilungen 
eines Röntgenologen keine wenigstens geringen Zweifel (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Juni 2020, UV 
2018/79).

Entscheid vom 30. Juni 2020

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2018/79

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

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Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war bei der B.___ Genossenschaft angestellt und 

dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsgesellschaft (Suva) gegen Berufs-

und Nichtberufsunfälle sowie gegen Berufskrankheiten versichert. Am 17. Dezember 

2012 meldete die Arbeitgeberin der Suva, der Versicherte sei gleichentags auf einer 

Baustelle in C.___ von der Leiter gestürzt und habe sich dabei eine Zerrung am rechten 

Fussgelenk zugezogen (Suva-act. 1). Dr. med. D.___, Assistenzarzt am Departement für 

Chirurgie und Orthopädie des Spitals E.___, berichtete ebenfalls am 17. Dezember 

2012 über die Notfallkonsultation. Der Patient sei beim Unfall auf die rechte Hand 

gestürzt und mit dem rechten oberen Sprunggelenk (OSG) im Sinne eines 

Supinationstraumas umgeknickt. Als Diagnosen hielt er eine OSG-Distorsion Grad 2 

rechts und eine Handgelenkskontusion rechts fest. Das Sprunggelenk wurde in der 

Tarsofix-Orthese für sechs Wochen Tag und Nacht ruhiggestellt mit fakultativer 

Stockentlastung, am Handgelenk wurde ein Voltarensalbenverband angelegt. Es wurde 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit ab 17. bis 21. Dezember 2012 attestiert und 

danach gemäss Hausarzt (Suva-act. 14). Die Suva erbrachte die gesetzlichen 

Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung [Suva-act. 9 und 10]). Die Hausärztin des 

Versicherten, Dr. med. F.___, verlängerte das Arbeitsunfähigkeitsattest bis 7. Januar 

2013 (Arztzeugnis UVG vom Januar 2013 [Suva-act. 16]). Ab diesem Datum bestand 

offenbar wieder eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Am 10. September 2013 

meldete der Versicherte der Suva telefonisch einen Rückfall (Suva-act. 24). Auf 

Zuweisung von Dr. F.___ war im Spital E.___ eine zunehmende und schmerzhafte 

Schwellung am rechten oberen Sprunggelenk am 9. September 2013 zunächst 

sonographisch und röntgenologisch abgeklärt worden (Suva-act. 32); am 20. 

September 2013 wurde eine Magnetresonanztomographie (MRI) durchgeführt (Suva-

act. 33). Dabei wurde eine Teilruptur des Ligamentum fibulotalare anterius, eine 

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Tendovaginitis der Flexor hallucis longus-Sehne sowie der Peronealsehnen und eine 

Entzündungsreaktion im Sinus tarsi festgestellt (Suva-act. 49). Dr. med. G.___, 

stellvertretender Chefarzt Chirurgie am Spital E.___, verordnete Physiotherapie, unter 

welcher er eine Beschwerdelinderung in zwei bis drei Monaten erwartete. Er gab an, 

die Beschwerden müssten mit dem Unfall vom 17. Dezember 2012 in Zusammenhang 

gebracht werden (Bericht vom 21. Oktober 2013 [Suva-act. 49]). Die Suva richtete 

erneut die gesetzlichen Leistungen aus (Anspruchsbeginn 7. September 2013 [Suva-

act. 36 und 37; vgl. auch Suva-act. 57]). Nachdem die belastungsabhängigen, durch 

forcierte Dorsalextension verstärkten Schmerzen weiterhin persistierten, führte Dr. 

G.___ am 18. März 2014 bei Verdacht auf ein Weichteilimpingement im artero-lateralen 

Gelenkspalt eine OSG-Arthroskopie rechts mit Narbensresektion durch (Suva-act. 80 

f.). In den Sprechstundenberichten vom 5. Mai und 3. Juni 2014 hielt Dr. G.___ einen 

ausgeprägten Schmerzzustand OSG rechts fest und vermerkte, dass eine Diskrepanz 

zwischen den beklagten Beschwerden und den Befunden bestehe. Elf Wochen nach 

dem Eingriff empfahl er der Suva, den Patienten zu beurteilen und allenfalls nach 

Bellikon zu überweisen (Suva-act. 86 und 98). Am 20. Juni 2014 untersuchte Suva-

Kreisarzt Dr. med. H.___, Facharzt für Chirurgie FMH, speziell Allgemein- und 

Unfallchirurgie, den Versicherten und diagnostizierte therapieresistente diffuse 

Schmerzen OSG rechts unklarer Ätiologie. Als Differentialdiagnose erhob er eine 

Aggravation. Die Symptomatik könne mit klinischen Befunden nicht in Einklang 

gebracht werden. Es liessen sich keine pathologischen Befunde nachweisen, keine 

wesentliche Instabilität, keinerlei Distrophiezeichen (Suva-act. 108). Vom 3. Juli bis 7. 

August 2014 war der Versicherte zur arbeitsorientierten Rehabilitation in der Rehaklinik 

Bellikon. Im Rahmen dieses Aufenthalts wurde er am 15. Juli 2014 in der Fuss-

Sprechstunde an der Klinik I.___ abgeklärt. Im dort durchgeführten MRI (vgl. Suva-act. 

125) konnte keinerlei Pathologie gefunden werden, welche die Beschwerden hätte 

erklären können. Aus orthopädischer Sicht könne keine Therapie empfohlen werden, 

da schlichtweg die Ursache der Beschwerden absolut unklar bleibe. Die Klinikärzte Dr. 

med. J.___ und med. pract. K.___ hielten im Austrittsbericht vom 11. August 2014 fest, 

dass eine erhebliche Symptomausweitung habe beobachtet werden können. Die zu 

erwartenden Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit seien zufolge 

Selbstlimitierung nicht erreicht worden. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit stütze sich 

deshalb wesentlich auf medizinisch-theoretische Überlegungen. Es sei dem 

Versicherten zumutbar, sowohl in der angestammten Tätigkeit als Hilfselektriker wie 

auch in anderen mittelschweren Tätigkeiten ganztags ohne Einschränkungen zu 

arbeiten (Suva-act. 125). Mit Schreiben vom 14. August 2014 teilte die Suva dem 

Versicherten mit, dass sie die Taggeldleistungen angesichts der erwähnten Berichte auf 

den 17. August 2014 einstelle. Mit dem Hinweis, dass weitere medizinische 

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Behandlung nicht mehr notwendig sei, stellte sie auch die Versicherungsleistungen 

dafür auf den gleichen Zeitpunkt ein. Sie empfahl dem Versicherten, nachdem er seine 

Anstellung bei der B.___ Genossenschaft zwischenzeitlich verloren hatte (vgl. Suva-act. 

103), sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum zu melden (Suva-act. 124).

B.

Im Februar 2018 setzte sich der Versicherte im Zusammenhang mit der vorstehend 

geschilderten Fussverletzung erneut mit der Suva in Kontakt (Suva-act. 128 ff.), denn er 

hatte am 31. Januar 2018 seine Hausärztin, Dr. F.___, aufgesucht, welche alsdann neue 

Abklärungen im Spital E.___ veranlasst hatte (Suva-act. 138 und 140). Im Arztzeugnis 

UVG vom 18. April 2018 stellte sie sich die Frage, ob ein Rückfall zum Unfall vom 17. 

Dezember 2012 vorliege. Hierzu bedürfe es einer weiteren Abklärung. Sie 

diagnostizierte einen Zustand nach Distorsion OSG rechts. Es bestehe eine Hautrötung 

und Reizung und leichte Schwellung (Röntgenbefund / Dopplersonographie: keine 

pathologischen Befunde [Morbus Sudek], keine bildgebenden Hinweise auf 

Algodystrophie). Bei der Untersuchung sei starke Schmerzhaftigkeit angegeben 

worden. Schon der kleinste Bewegungsansatz habe heftigste Schmerzen verursacht. 

Dr. F.___ attestierte eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 14. Januar bis 5. März 

2018, danach eine solche von 40 % (Suva-act. 146). Dr. med. L.___, Facharzt für 

Radiologie vom Diagnose Zentrum M.___, erkannte im MRI vom 11. Mai 2018 

moderate narbige Veränderungen am lateralen Bandapparat betreffend das 

Ligamentum fibulotalare anterius und fibulocalcaneare bei Status nach stattgehabten 

(Partial-)Rupturen; zudem etwas akzentuierte Flüssigkeit an der Flexor hallucis longus-

Sehnenscheide, vermutlich durch anlagebedingte Kommunikation mit dem OSG und 

ohne eindeutigen Krankheitswert; weiter ein anlagebedingtes Os calcaneus 

secundarius mit perifokal reizlosen Verhältnissen ohne unmittelbaren Krankheitswert 

und schliesslich eine geringe insertionsnahe Tendinopathie der Achillessehne mit 

diskreter peritendinitischer Reizung (Suva-act. 150). Die Suva legte das medizinische 

Dossier ihrem Kreisarzt Dr. med. N.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, zur Beurteilung der Rückfallkausalität vor 

(Suva-act. 151 und 154). In seiner Stellungnahme vom 5. Juli 2018 kam er zum 

Schluss, dass - wie schon anlässlich der kreisärztlichen Beurteilung von vor vier Jahren 

- die erneut durchgeführten Abklärungen ebenfalls keine unfallkausalen Befunde 

ergeben hätten, die das Beschwerdebild erklären könnten. Somit sei die 

Rückfallkausalität nicht gegeben und aus unfallkausaler Sicht seien weder weitere 

Abklärungen noch weitere Behandlungsmassnahmen indiziert (Suva-act. 156). Mit 

Verfügung vom 27. Juli 2018 lehnte es die Suva gestützt auf diese kreisärztliche 

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Beurteilung ab, Versicherungsleistungen für den gemeldeten Rückfall zu erbringen 

(Suva-act. 157).

C.

Am 16. August 2018 sprach der Versicherte bei der Suva vor und erhob Einsprache 

gegen die leistungsverweigernde Verfügung. Er ersuchte um nochmalige Prüfung der 

Rückfallkausalität (Suva-act. 165) und reichte dazu einen Nachtrag von Dr. L.___ zum 

MRI vom 11. Mai 2018 (Suva-act. 164) sowie eine Beurteilung dieses MRI durch den 

O.___-schen Facharzt für Radiologie Dr. med. P.___ ein (Suva-act. 162; gerichtlich 

beglaubigte Übersetzung vom 7. August 2018 Suva-act. 165). Kreisazt Dr. N.___, dem 

die ergänzten Akten zur Zweitbeurteilung unterbreitet wurden, kam am 17. August 2018 

zum Schluss, dass sich durch das von Dr. P.___ beschriebene ausgeprägte Ödem des 

Musculus hallucis longus bzw. die Tendosynovitis der beschriebenen Sehne, die 

kleinere retrocalcaneare Bursitis und das beginnende Tarsaltunnelsyndrom keine 

wesentlichen neuen Erkenntnisse ergäben. Es lägen keine unfallkausalen Pathologien 

vor. Somit könne auch nach der Zweitbeurteilung an der Ablehnung der 

Rückfallkausalität festgehalten werden (Suva-act. 167). Mit Entscheid vom 12. 

November 2018 wies die Suva die erhobene Einsprache ab, weil die ihr gemeldeten 

Fussbeschwerden nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 17. Dezember 2012 zurückgeführt werden 

könnten. Demzufolge sei der Anspruch auf Versicherungsleistungen mit der Verfügung 

vom 27. Juli 2018 zu Recht verneint worden (Suva-act. 177).

D.

Mit Schreiben vom 20. (richtig wohl: 17.) November 2018 erklärte der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer), dass er mit dem erwähnten Einsprachentscheid 

nicht einverstanden sei (Suva-act. 179). Die Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

übersandte das ihr zugestellte Schreiben zuständigkeitshalber dem 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (Suva act. 181 = act. G 0 [Akten G 1]). 

Innert noch laufender Beschwerdefrist ergänzte der Beschwerdeführer am 30. 

November 2018 seine Eingabe (act. G 3) und legte eine weitere Stellungnahme von Dr. 

P.___ vom 27. November 2018 zum MRI vom 11. Mai 2018 in gerichtlich beglaubigter 

Übersetzung vor (act. G 3.1). Am 6. Dezember 2018 stellte er zudem Antrag auf 

Heilbehandlung und Taggeld sowie Übernahme sämtlicher Folgekosten und 

Schadenersatz (act. G 5). Zur Beschwerdeantwort aufgefordert unterbreitete die 

Beschwerdegegnerin das Dossier dem Leiter der Fachgruppe Chirurgie, Abteilung 

Versicherungsmedizin, PD Dr. med. Q.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie, zur 

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nochmaligen Beurteilung, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemachten 

Beschwerden am rechten Fuss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zumindest 

teilweise in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem am 17. Dezember 2012 

erlittenen Unfall stehen würden (vgl. Suva-act. 190 Einleitung). Dr. Q.___ verneinte 

diese Frage in seiner orthopädisch-chirurgischen Beurteilung vom 21. Februar 2019 

(Suva-act. 190 S. 7). Gestützt darauf beantragte die Beschwerdegegnerin mit 

Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2019 die Abweisung der Beschwerde (act. G 9). 

Zur Replik eingeladen, beklagte sich der Beschwerdeführer darüber, wie die 

Beschwerdegegnerin ihn behandle, und stellte einen Bezug zu einem früher erlittenen 

Unfall mit Daumenverletzung von 1997 her, bei welchem er ähnliche Erfahrungen 

gemacht habe. Er habe den Eindruck, als Simulant hingestellt zu werden (act. G 11). Zu 

diesem früheren Unfall reichte er unter anderem Korrespondenz und medizinische 

Unterlagen ein (act. G 11.1 bis G 11.12). Mit Duplik vom 23. April 2019 wies die 

Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die im Zusammenhang mit dem früheren Unfall 

gemachten Ausführungen für das hängige Gerichtsverfahren irrelevant seien (act. G 

13).

Erwägungen

1.

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zu 

dieser Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, 

die sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor 

diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend 

stehen Folgen eines Unfalls vom 17. Dezember 2012 zur Debatte, weshalb die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung finden.

2.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu beurteilen ist die Leistungspflicht 

der Beschwerdegegnerin für den im Februar 2018 gemeldeten Rückfall oder die 

Spätfolgen zum Unfall vom 17. Dezember 2012. Nicht Gegenstand dieses Prozesses 

bildet - worauf die Beschwerdegegnerin in ihrer Duplik zu Recht hingewiesen hat - ein 

früher erlittener Unfall mit einer Verletzung am Daumen der rechten Hand. Dieser Unfall 

war nicht Gegenstand der ursprünglich angefochtenen Verfügung, weshalb er nicht 

Anfechtungsgegenstand im vorliegenden Prozess sein kann (vgl. dazu BGE 131 V 164 

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E. 2.1, 125 V 414 E. 1a, 119 Ib 36 E. 1b, je mit Hinweisen). Soweit der 

Beschwerdeführer mit seiner Replik beabsichtigt, (auch) Leistungen für diesen früheren 

Unfall geltend zu machen, kann darauf nicht eingetreten werden.

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des 

Unfallversicherers besteht demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und 

adäquat kausal mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra 

Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/

Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen 

natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel 

auf Angaben ärztlicher Expertinnen und Experten angewiesen. Die Frage nach dem 

adäquaten Kausalzusammenhang ist demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht 

nach den von Doktrin und Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 123 III 110, 

112 V 30, 107 V 173, Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f.). Im Bereich organisch 

objektiv ausgewiesener Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der 

aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers indessen praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate 

weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 134 V 111 f. E. 2, 117 V 365 mit 

Hinweisen).

2.1. 

Gemäss Art. 11 UVV werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und 

Spätfolgen gewährt, wobei Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche 

Tatbestände sind (Art. 22 UVG; vgl. BGE 127 V 457 E. 4b mit Hinweis). Praxisgemäss 

handelt es sich bei einem Rückfall um das Wiederaufflackern einer vermeintlich 

geheilten Krankheit oder von vermeintlich geheilten Unfallfolgen, sodass es erneut zu 

ärztlicher Behandlung und möglicherweise zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt. Von 

Spätfolgen wird dann gesprochen, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Lauf 

längerer Zeit organische oder psychische Folgen zeitigt, die zu einem anders gearteten 

Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen begrifflich an ein 

bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des 

(damaligen) Unfallversicherers nur dann auslösen, wenn zwischen den erneut geltend 

gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen 

Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht 

(BGE 129 V 181 E. 3.1, 118 V 296 f. E. 2c; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43 E. 4).

2.2. 

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Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach hat die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht von Amtes wegen für 

die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen 

(BGE 144 V 429 E. 3.2). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet 

sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 43 und 61 lit. c des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 

830.1]; vgl. BGE 125 V 195 E. 2, 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Der 

Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinn einer Beweisführungslast 

begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsrecht tragen deshalb die Parteien in der 

Regel eine Beweislast nur insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt 

Rechte ableiten wollte; bei einer leistungsaufhebenden Tatfrage liegt die Beweislast 

somit beim Unfallversicherer, bei einer leistungsbegründenden Tatfrage bei der 

versicherten Person. Diese Beweisregel entfaltet ihre Wirkung allerdings erst, wenn es 

sich als unmöglich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund 

einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die 

Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b 

mit Hinweisen).

2.3. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, also ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben 

worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 

medizinischen Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a). Nach der 

Rechtsprechung ist es dem Sozialversicherungsgericht nicht verwehrt, einzig oder im 

Wesentlichen gestützt auf versicherungsinterne medizinische Beurteilungen (darunter 

fallen auch solche von Vertrauensärzten) zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die 

Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen in dem Sinn zu stellen, dass bei auch 

nur geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 

Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind. Ein Anspruch auf eine 

2.4. 

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3.  

versicherungsexterne Begutachtung besteht gemäss Rechtsprechung nicht (BGE 135 

V 465).

Die Beschwerdegegnerin hat den angefochtenen leistungsverweigernden 

Entscheid im Wesentlichen auf die kreisärztlichen Stellungnahmen ihres Facharztes für 

orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates Dr. N.___ vom 

5. Juli 2018 (Suva-act. 156) und vom 17. August 2018 (Zweitbeurteilung; Suva-act. 167) 

abgestützt. Im Beschwerdeverfahren hat sie zusätzlich die orthopädisch-chirurgische 

Beurteilung ihres Facharztes für Orthopädische Chirurgie und Leiters der Fachgruppe 

Chirurgie Dr. Q.___ vom 21. Februar 2019 (Suva-act. 190) vorgelegt. Es ist vorab zu 

prüfen, wie es um den Beweiswert dieser versicherungsintern produzierten 

medizinischen Unterlagen bestellt ist, welchen der Beschwerdeführer sinngemäss unter 

Hinweis auf die von Dr. L.___ erhobenen Befunde (Suva-act. 150 und 164) sowie die 

beiden Stellungnahmen des Radiologen Dr. P.___, die erste (Suva-act. 162) undatiert, 

die zweite vom 27. November 2018 (Suva-act. 184 = act. G 3.1), bestreitet.

3.1. 

Die ärztlichen Stellungnahmen der Suva-Fachärzte wurden in Kenntnis und unter 

Würdigung der Vorakten erstellt. Zu der als Rückfall gemeldeten, vom 

Beschwerdeführer geklagten Beschwerdesymptomatik hat die Beschwerdegegnerin 

die aktuelle haus- und spitalärztliche Befunderhebung (Suva-act. 138, 140 und 146) 

beigezogen und über die Hausärztin eine erneute Bildgebung des betroffenen Fusses 

mittels MRI bei Dr. L.___ veranlasst (Suva-act. 150). Damit hat die Beschwerdegegnerin 

den Rückfallsachverhalt in medizinischer Hinsicht in umfassender Weise abgeklärt. Es 

sind keine Anhaltspunkte erkennbar, dass im Abklärungszeitpunkt objektiv wesentliche 

Tatsachen nicht berücksichtigt worden wären. Damit kann grundsätzlich auf diese 

Stellungnahmen abgestellt werden. Zu prüfen bleibt, ob sich aufgrund namentlich der 

Einschätzung von Dr. P.___ keine geringen Zweifel an der Zuverlässigkeit der von den 

Suva-Fachärzten gezogenen Schlussfolgerungen ergeben.

3.2. 

Dr. P.___ hat als Facharzt für Radiologie zweimal ausschliesslich das von Dr. L.___ 

vom Diagnose Zentrum M.___ durchgeführte MRI vom 11. Mai 2018 und dessen 

Bericht darüber aus seiner Sicht kommentiert. Dabei ist er zum Schluss gekommen, 

der Befund entspreche einem ausgeprägten Ödem der Sehne des Musculus hallucis 

longus bzw. einer posttraumatischen Tendosynovitis dieser Sehne. Zudem erkannte er 

eine kleinere retrocalcaneare Bursitis und ein Anfangssyndrom des Tarsalsinus mit 

einer Randbeschädigung des Ligamentum talocalcaneum interosseum am Calcaneus. 

Er empfahl, die Meinung eines Orthopäden einzuholen (Suva-act. 165). Das Ödem sei 

3.3. 

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nach der partiellen, zwischenzeitlich wieder verwachsenen Sehnenruptur entstanden 

und dominiere den erhobenen Befund. Die Sehne des Musculus hallucis longus sei auf 

der ganzen Länge breiter und ödemartiger. Das Ödem ergreife auch den distalen Teil 

der Sehne auf der plantaren Seite des rechten Fusses. Die Fusssohle könne deshalb 

nicht richtig funktionieren. Diese beschriebenen Änderungen, welche er als 

Verletzungsfolgen bezeichnete, seien aus ihm nicht bekannten Gründen (gemeint wohl 

im MRI-Bericht von Dr. L.___ vom 11. Mai 2018) nicht beschrieben worden, sollten aber 

berücksichtigt werden (Suva-act. 184). In der orthopädisch-chirurgischen Beurteilung 

vom 21. Februar 2019 wies Dr. Q.___, dem anders als Dr. P.___ die gesamte 

medizinische Dokumentation zum rechten OSG zur Verfügung stand, zu Recht darauf 

hin, dass sich dessen Beurteilung des Ödems bzw. der Tendosynovitis, welche er 

schwergewichtig als Hauptursache der Beschwerden betrachtete, mit der 

Einschätzung von Dr. L.___ decke, wonach die etwas akzentuierte 

Flüssigkeitsmarkierung der Flexor hallucis longus-Sehnenscheide dorsal des OSG 

durchaus auf eine Tendovaginitis der Flexor hallucis longus-Sehne dorsal des OSG (bei 

entsprechender klinischer Symptomatik) hindeute (Suva-act. 164). Die erwähnte 

Beurteilung gab Dr. L.___ im Anschluss an die erste Stellungnahme von Dr. P.___ ab; 

dieser hat sie jedoch offensichtlich nie gesehen. Jedenfalls waren aber die 

diesbezüglichen medizinischen Einschätzungen - anders als von Dr. P.___ unterstellt - 

den involvierten Suva-Ärzten bekannt. Vergleichend mit der bereits aus dem Grundfall 

vorhandenen Aktenlage (insbesondere dem MRI des Spital E.___ vom 20. September 

2013 [vgl. Bericht der Oberärztin Radiologie Dr. med. R.___ in Suva-act. 33, wo bereits 

eine deutliche Flüssigkeitsansammlung innerhalb der Sehnenscheide der Flexor 

hallucis longus-Sehne und eine Tendovaginitis derselben beschrieben wird]), von 

welcher Dr. P.___ ebenfalls keine Kenntnis hatte, schlossen sie auf das Vorliegen einer 

vorbestehenden entzündlichen Affektion einer Sehnenscheide, wie sie typischerweise 

bei einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung auftritt. Dr. Q.___ begründet dies 

damit, dass die Angabe von Dr. R.___ zur Indikation für die Untersuchung vom 20. 

September 2013 - zunehmende Schwellung und Schmerzen im Bereich des lateralen 

OSG - sowohl für eine Chlamydieninfektion, welche beim Beschwerdeführer ebenfalls 

bekannt war (vgl. die diesbezügliche Meldung der Hausärztin Dr. F.___ in Suva-act. 46), 

als auch für eine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis sprechen könne, 

was sie in ihrer Beurteilung auch diskutiert und die Differentialdiagnose diffuse, am 

ehesten narbige inflammatorische Veränderungen der Weichteile in der Nachbarschaft 

zum Aussenknöchel gestellt habe. Zudem würden auch die von Dr. G.___ erhobene 

Reizung der Sehnen sowohl um den Innen- als auch den Aussenknöchel (Suva-act. 49) 

und die massiven Nacht- oder Ruheschmerzen, über welche der Beschwerdeführer 

gegenüber Kreisarzt Dr. H.___ berichtet habe (Suva-act. 108), für ein entzündliches 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/11

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St.Galler Gerichte

4.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Geschehen sprechen (Suva-act 190 S. 6). Vor diesem Hintergrund beruhen die beiden 

Stellungnahmen von Dr. P.___, der offenbar auch keine Kenntnis davon hatte, dass 

beim Beschwerdeführer eine entzündlich-rheumatische Systemerkrankung als 

vorbestehend bekannt war, namentlich bezüglich des für die geklagten Beschwerden 

übereinstimmend mit den andern stellungnehmenden Fachärzten als 

hauptverantwortlich erachtetem Befund, auf einer unvollständigen Analyse der 

medizinischen Fakten und seine Interpretation, dass alle von ihm gestützt auf den MRI-

Bericht vom 11. Mai 2018 beschriebenen Änderungen Folge einer Verletzung, wobei 

wohl die ursprünglich beim Supinationstrauma vom 17. Dezember 2012 zugezogene 

gemeint ist, seien, erweist sich, wenn nicht gar als spekulativ, so doch lediglich als eine 

wenig fundierte Möglichkeit für die Ursache der hier zu beurteilenden, als Rückfall 

gemeldeten Beschwerden. Damit aber vermögen sie nicht einmal geringe Zweifel an 

der überzeugenden und übereinstimmenden Einschätzung der Suva-Fachärzte zu 

erwecken, welche Dr. Q.___ in der massgeblichen orthopädisch-chirurgischen 

Beurteilung vom 21. Februar 2019 zusammengefasst hat. Nämlich, dass der 

vorliegende kernspintomographische Verlauf keine überwiegend wahrscheinlichen 

Folgen einer Gewalteinwirkung durch das Geschehen vom 17. Dezember 2012 und 

keine wesentliche Befundänderung zwischen dem 20. September 2013 und dem 11. 

Mai 2018 zeige. Darauf ist nach dem Gesagten beweismässig abzustellen. Unter 

diesen Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin mit dem 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. November 2018 die 

leistungsverweigernde Verfügung vom 27. Juli 2018 betreffend die als Rückfall 

gemeldete gesundheitliche Beeinträchtigung geschützt hat.

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde, soweit darauf 

eingetreten werden kann (vgl. vorstehende Erwägung 2 Eingangsbemerkung), 

abzuweisen.

4.1. 

Es sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).4.2. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 30.06.2020
	Beurteilung der Rückfallkausalität von im Jahr 2018 gemeldeten Beschwerden im Bereich des rechten oberen Sprunggelenks nach 2012 erlittenem Supinationstrauma des rechten Fusses. An der grundsätzlich beweiswertigen Beurteilung der Suva-Fachärzte, welche die natürliche Kausalität verneinen, entstehen durch abweichende MRI-Beurteilungen eines Röntgenologen keine wenigstens geringen Zweifel (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 30. Juni 2020, UV 2018/79).

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