# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df19caef-b2d1-52e0-b8e6-7a797b0d35c1
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-04
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 04.04.2024 VBE.2024.437
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-437_2024-04-04.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

VBE.2024.437 / mg / bs  
Art. 42 

 

Urteil vom 4. April 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Hausherr  

Gerichtsschreiber Güntert          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 6. August 2024 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1973 geborene Beschwerdeführer war bei B._____ angestellt und bei 

der Beschwerdegegnerin obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen ver-

sichert, als er am 23. November 2023 200 kg schwere Platten auffing und 

sich dabei die rechte Schulter und den rechten Ellenbogen verdrehte. Die 

Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht im Zusammenhang 

mit dem fraglichen Ereignis und richtete die entsprechenden Versiche-

rungsleistungen in Form von Taggeld und der Übernahme der Kosten der 

Heilbehandlung aus. Nach entsprechenden Abklärungen und dem Einho-

len einer versicherungsinternen medizinischen Beurteilung stellte sie die 

Versicherungsleistungen mit Verfügung vom 2. April 2024 mangels natürli-

cher Kausalität des Unfalls für die noch geklagten Beschwerden per 3. April 

2024 ein. Die vom Beschwerdeführer dagegen erhobene Einsprache wies 

die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 6. August 2024 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 6. August 2024 erhob der Beschwer-

deführer mit Eingabe vom 5. September 2024 fristgerecht Beschwerde bei 

der Beschwerdegegnerin. Diese leitete die Beschwerde zuständigkeitshal-

ber an das Versicherungsgericht weiter. Der Beschwerdeführer beantragte 

sinngemäss die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und 

die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Ausrichtung der gesetzli-

chen Leistungen auch über den 3. April 2024 hinaus. 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 4. Oktober 2024 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Versicherungs-

leistungen im Zusammenhang mit dem Unfall vom 23. November 2023 mit 

Einspracheentscheid vom 6. August 2024 (Vernehmlassungsbeilage 

[VB] 54) zu Recht per 3. April 2024 eingestellt hat. 

 

2. 

2.1. 

Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden 

(Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 

Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

 - 3 - 

 

 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 

eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 

für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 

dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-

ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-

dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen; vgl. auch 

BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 111 f. und 129 V 402 E. 4.3.1 S. 406). 

 

2.2. 

Ist die Unfallkausalität einmal mit der erforderlichen Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen, entfällt die deswegen anerkannte Leistungspflicht des Un-

fallversicherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ur-

sache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch 

und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, 

wenn entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar 

vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante) oder aber derjenige Zu-

stand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften 

Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (status 

quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche 

Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung 

von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 134 V 109 E. 9.5 

S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) nachgewiesen sein. 

 

3. 

3.1. 

In ihrem Einspracheentscheid vom 6. August 2024 stützte sich die Be-

schwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die Ak-

tenbeurteilung von Dr. med. C._____, Facharzt für Orthopädische Chirur-

gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 26. März 2024 

(VB 33). 

 

3.2. 

In seiner Aktenbeurteilung vom 26. März 2024 führte Dr. med. C._____ auf 

Frage der Beschwerdegegnerin aus, die Gesundheit des Beschwerdefüh-

rers sei schon vor dem Unfall aufgrund sowohl ipsilateraler als auch kont-

ralateraler arthrotischer Veränderungen beeinträchtigt gewesen. Der Unfall 

habe nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu zusätzlichen objekti-

vierbaren strukturellen Läsionen geführt. Konventionell-radiologisch seien 

am 24. November 2023 keine Läsionen abgrenzbar gewesen. Klinisch 

seien am 24. November und 13. Dezember 2023 keine Prellmarken doku-

mentiert worden, beim Zusammenstoss mit einer 200 kg-Bodenplatte 

 - 4 - 

 

 

wären diese jedoch sicherlich zu erwarten gewesen. MR-tomographisch 

seien am 17. Januar 2024 chronisch-degenerative Befunde ausgewiesen. 

Bezüglich der Schulter fehlten Zeichen für eine frische, traumatisch be-

dingte Sehnenruptur gänzlich. Die kleine und isolierte artikularseitige 

Teilruptur am ventralen Rand des SSP-Ansatzes (PASTA-Läsion) ohne 

weiteres Verletzungsmuster der rechten Schulter sei im Hinblick auf das 

Ereignis vom 23. November 2023 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nicht als unfallkausal zu werten. Es fehlten sowohl ein Ödem im Muskel, 

ein ödematös verdickter Sehnenstumpf als auch ein Schlängeln ("Kinking") 

der Sehne. Die ausgewiesene PASTA-Läsion finde sich häufig bei Über-

kopfsportlern bzw. Überkopftätigkeiten ausübenden Individuen, jüngeren 

Menschen und Rauchern. Beim Ellenbogen rechts sei die beschriebene 

Tendinopathie der gemeinsamen Extensorsehne am Ursprung auf einen 

Reizzustand bei chronischer Überbelastung zurückzuführen. Es handle 

sich um eine Epicondylopathie humeri radialis. Die diskrete Signalalteration 

der gemeinsamen Flexorsehne am Ursprung mit leicht ödematös umgebe-

nen Weichteilen entspreche dem Befund einer ulnaren Epicondylopathie. 

Es handle sich hierbei um keine unfallbedingten Krankheitsbilder. Aktuelle 

kardiovaskulär bedingte Restbeschwerden seien klar unfallfremd. Der Be-

schwerdeführer habe beim fraglichen Unfall leichtgradige Kontusionen 

ohne ausgewiesene objektivierbare strukturelle Läsion von Schulter und 

Ellenbogen erlitten. Leichtgradige Prellungen heilten in Anlehnung an den 

Leitfaden Reintegration Unfall 2010 SVV innert sechs bzw. vier Wochen 

folgenlos ab (VB 33 S. 1 f.). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 
3.3.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebe-

nen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 469 f. 

und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

  

 - 5 - 

 

 

3.3.3. 

Beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es im 

Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen. Dies ist ins-

besondere der Fall, wenn genügend Unterlagen aufgrund anderer persön-

licher Untersuchungen vorliegen, die ein vollständiges Bild über Anam-

nese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben. Der medizinische Sach-

verständige muss sich insgesamt aufgrund der vorhandenen Unterlagen 

ein lückenloses Bild machen können (Urteile des Bundesge-

richts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 

4. 

4.1. 

Der Beschwerdeführer verweist in seiner Beschwerde auf das Attest seines 

behandelnden Arztes Dr. med. D._____, Praktischer Arzt, vom 4. Juni 

2024, wonach bis zum 30. Juni 2024 eine unfallbedingte vollständige Ar-

beitsunfähigkeit bestanden habe (VB 49 S. 2). 

 

4.2. 

Aufgrund der Aktenlage erweist sich das Abstellen auf eine reine Aktenbe-

urteilung, wie sie Dr. med. C._____ in seiner Stellungnahme vom 26. März 

2024 vorgenommen hat, als Entscheidgrundlage ohne Weiteres als zuläs-

sig. Insbesondere ergibt sich aus den auf persönlichen Untersuchungen 

des Beschwerdeführers beruhenden sowie ein vollständiges und unumstrit-

tenes Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status vermitteln-

den Akten ein feststehender medizinischer Sachverhalt, womit sich weitere 

Untersuchungen erübrigen (vgl. statt vieler Urteile des Bundesgerichts 

8C_833/2009 vom 26. Januar 2010 E. 5.1 und 9C_1063/2009 vom  

22. Januar 2010 E. 4.2.1). Die Stellungnahme von Dr. med. C._____ ist 

zudem umfassend, berücksichtigt die massgebenden Beschwerden sowie 

sämtliche Vorakten und ist in ihrer Beurteilung des medizinischen Sachver-

halts einleuchtend begründet (vgl. vorne E. 3.3.1.). Sie stimmt ferner mit 

der Beurteilung der Ergebnisse der MRI-Untersuchungen vom 16. und 

17. Januar 2024 (VB 28; 29) sowie den radiologischen Befunden vom 

24. November 2023 (VB 24) überein und es stehen ihr – mit Ausnahme der 

Einschätzung von Dr. med. D._____ (VB 49 S. 2 f.), welcher dem Be-

schwerdeführer am 4. Juni 2024 eine unfallbedingte 100%ige Arbeitsunfä-

higkeit bis 3. Juli 2024 attestiert hatte – auch keine anderslautenden Ein-

schätzungen behandelnder Ärzte entgegen. Dr. med. C._____ legte ein-

leuchtend dar, dass die vom Beschwerdeführer erlittenen leichtgradigen 

Prellungen innert sechs bzw. vier Wochen nach dem Unfallereignis vom 

23. November 2023 folgenlos abgeheilt seien (VB 33 S. 2). Soweit in den 

Attesten von Dr. med. D._____ eine unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit aus-

gewiesen wird, fehlt es dieser nicht fachärztlichen Beurteilung an einer Be-

gründung. Es bestehen damit keine auch nur geringen Zweifel an der 

 - 6 - 

 

 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Feststellungen von Dr. med. C._____ 

in dessen Aktenbeurteilung vom 26. März 2024. Diese ist damit als beweis-

kräftig anzusehen (vgl. vorne E. 3.3.2.), zumal auch die weiteren Akten 

keine diesbezüglichen Zweifel zu begründen vermögen. Es ist demnach 

auf die dortige Schlussfolgerung abzustellen, wonach die vom Beschwer-

deführer erlittenen leichtgradigen Prellungen innert sechs bzw. vier Wo-

chen nach dem Unfallereignis vom 23. November 2023 folgenlos abgeheilt 

seien. Dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen mit Einspracheent-

scheid vom 6. August 2024 per 3. April 2024 eingestellt hat, ist somit nicht 

zu beanstanden. 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 
 
5.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 
 
5.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 

 - 7 - 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 4. April 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth     Güntert