# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 64a05b18-8012-5c6c-8d69-1f74416599dc
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-28
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 28.12.2010 BB.2010.120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2010-120_2010-12-28.pdf

## Full Text

Entscheid vom 28. Dezember 2010 
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Tito Ponti, Vorsitz, 
Emanuel Hochstrasser und Patrick Robert-Nicoud,  
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

  
A., 

 
Beschwerdeführerin 

 
 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 
 

Beschwerdegegnerin 
 
 

Gegenstand  Nichtfolgegebung einer Anzeige 
(Art. 100 Abs. 3 BStP) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BB.2010.120 
 
 
 

 

 

- 2 - 

 

 

 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 
 

- A. mit Eingabe vom 11. Oktober 2010 bei der Bundesanwaltschaft gegen 
Frau B., den Kapitän sowie die übrigen Besatzungsmitglieder des Flugs 
Nr. 1 von Z. nach Y. vom 29. Oktober 2010 Strafanzeige erhob wegen des 
Verdachts der falschen Anschuldigung nach Art. 303 Ziff. 2, eventualiter 
Art. 303 Ziff. 1 StGB (act. 2); 

 
- die Bundesanwaltschaft dieser Anzeige mit Verfügung vom 21. Dezem-

ber 2010 in Anwendung von Art. 100 Abs. 3 BStP keine Folge gab und A. 
in Anwendung von Art. 246bis Abs. 2 lit. b BStP die Verfahrenskosten in der 
Höhe von Fr. 500.-- auferlegte (act. 1.1); 

 
- A. am 22. Dezember 2010 bei der I. Beschwerdekammer des Bundesstraf-

gerichts gegen die angefochtene Verfügung sowohl den Strafpunkt als 
auch den Kostenpunkt betreffend Beschwerde erhob (act. 1); 

 
- lediglich das Opfer im Sinne von Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

23. März 2007 über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, 
OHG; SR 312.5) legitimiert ist, gegen die Nichtfolgegebung einer Anzeige 
Beschwerde zu erheben (Art. 100 Abs. 5 BStP); 

 
- als Opfer jede Person gilt, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psy-

chischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist 
(Art. 1 Abs. 1 OHG); 

 
- vorliegend nicht ersichtlich ist, inwiefern A. durch die geltend gemachte 

Straftat entsprechend beeinträchtigt worden sein soll, weshalb es ihr an der 
zur Beschwerdeführung notwendigen Opfereigenschaft fehlt; 

 
- A. demgegenüber durch die ihr gegenüber verfügte Kostenauflage im Sin-

ne von Art. 105bis Abs. 2 i.V.m. Art. 214 Abs. 2 BStP beschwert und somit 
zur Beschwerdeführung legitimiert ist (vgl. hierzu den Entscheid des Bun-
desstrafgerichts BB.2007.10 vom 9. Mai 2007, E. 1.2); 

 
- bei Nichtanhandnahme des Ermittlungsverfahrens in der Regel die Bun-

deskasse die Verfahrenskosten trägt (Art. 246bis Abs. 1 BStP), wobei diese 
ausnahmsweise ganz oder teilweise dem Anzeiger auferlegt werden kön-
nen, sofern dieser das Verfahren durch Arglist oder grobe Fahrlässigkeit 
veranlasst oder erschwert hat (Art. 246bis Abs. 2 lit. b BStP); 

 

- 3 - 

 

 

- die vorgesehene Mindestgebühr für die Nichtfolgegebung Fr. 500.-- beträgt 
(vgl. Art. 4 lit. a der Verordnung vom 22. Oktober 2003 über die Kosten der 
Bundesstrafrechtspflege; SR 312.025); 

 
- der eingangs erwähnten Strafanzeige tatsächlich keinerlei Anhaltspunkte 

für ein relevantes strafbares Verhalten entnommen werden können; 
 

- das entsprechende Schreiben klar keine substantiierte Strafanzeige dar-
stellt und sich daher als offensichtlich unbegründet erweist; 

 
- die Bundesanwaltschaft durch die Auferlegung der Verfahrenskosten an A. 

das ihr zustehende Ermessen in keiner Art und Weise verletzt hat; 
 

- sich die Beschwerde von A. nach dem Gesagten als offensichtlich unbe-
gründet bzw. unzulässig erweist, weshalb diese ohne weiteren Schriften-
wechsel abzuweisen ist, sofern auf sie eingetreten werden kann (Art. 219 
Abs. 1 BStP e contrario); 

 
- bei diesem Ausgang des Verfahrens die Beschwerdeführerin als unterlie-

gende Partei die Kosten zu tragen hat (Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 
Abs. 1 BGG), wobei die Gerichtsgebühr auf Fr. 300.-- festzusetzen ist 
(Art. 245 Abs. 2 BStP i.V.m. Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 
über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.32); 

 

- 4 - 

 

 

und erkennt: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt. 

 
 

Bellinzona, 28. Dezember 2010 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- A. 
- Bundesanwaltschaft  
 
 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.