# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d5b7f25-7baf-50da-a732-7c85a4245d90
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-12-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.12.2018 SB180259
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180259_2018-12-18.pdf

## Full Text

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Geschäfts-Nr.: SB180259-O/U/gs 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, Oberrichterin lic. iur. Schärer 

und Ersatzoberrichter lic. iur. Faga sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Aardoom 

Urteil vom 18. Dezember 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____,  
Privatkläger, Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend einfache Körperverletzung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelgericht in 
Strafsachen, vom 7. Mai 2018 (GG180003) 
 

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Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 31. Januar 2018 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 35). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im 
Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

je CHF 30.– (entsprechend CHF 3'600.–) sowie einer Busse von 
CHF 900.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen. 

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle 

eine Ersatzfreiheitsstrafe von 9 Tagen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger CHF 900.– zzgl. Zins zu 

5 % seit 24. Oktober 2016 zu bezahlen (Lohneinbusse Oktober 2016). 

Es wird ferner festgestellt, dass der Beschuldigte dem Privatkläger aus den 

eingeklagten Straftathandlungen dem Grundsatze nach schadenersatzpflich-

tig ist. 

6. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger eine Genugtuung von 

CHF 1'200.– zzgl. Zins zu 5 % seit 1. Oktober 2016 zu bezahlen. 

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7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren 

CHF 803.55   Gutachten 

CHF 6'692.65   Kosten der amtlichen Verteidigung 

CHF 10'096.20   Kosten total. 

8. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genom-

men. Vorbehalten bleibt die Verpflichtung des Beschuldigten, dem Kanton 

diese Entschädigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-

hältnisse erlauben. Im Übrigen werden die Kosten dem Beschuldigten aufer-

legt. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für die Kosten seiner 

Vertretung eine reduzierte Prozessentschädigung von CHF 4'675.– (gesetz-

liche MWST darin enthalten) zu bezahlen. 

Berufungsanträge:  

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 65 S. 2) 

1. Es sei der Beschuldigte vom Vorhalt der einfachen Körperverletzung 

freizusprechen. 

2. Es seien sämtliche Zivilansprüche abzuweisen; eventualiter seien die 

Zivilansprüche auf den Zivilweg zu verweisen. 

3. Die Kosten des Verfahrens inkl. die Kosten der amtliche Verteidigung 

seinen definitiv auf die Staatskasse zu nehmen. 

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b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich - Limmat:  

(Urk. 68, schriftlich) 

Bestätigung des Urteils der Vorinstanz. 

c) Des Vertreters des Privatklägers: 

 1. Die Berufung des Beschuldigten sei vollumfänglich abzuweisen. 

 2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Privatkläger eine Genugtu-

ung von CHF 10'000.– zuzüglich 5% Zins seit dem 1. Oktober 2016 zu 

bezahlen. Entsprechend sei Dispositiv-Ziff. 6 des Urteils des Bezirksge-

richts Meilen vom 07.05.2018 (GG180003) aufzuheben. 

 

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Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Das vorstehend wiedergegebene Urteil vom 7. Mai 2018 wurde den Parteien 

am 22. Mai 2018 schriftlich eröffnet (Prot. I S. 22, Urk. 56 und 57/1-3). Der Be-

schuldigte meldete mit Schreiben vom 22. Mai 2018 innert Frist schriftlich Beru-

fung an (Urk. 58).  

1.2. Nach Zustellung des begründeten Urteils (Urk. 61 und 62/1-3) reichte der Be-

schuldigte am 5. Juli 2018 (Urk. 65) fristgerecht die Berufungserklärung ein. Mit 

Präsidialverfügung vom 18. Juli 2018 wurde die Berufungserklärung des Beschul-

digten in Anwendung von Art. 400 Abs. 2 und 3 sowie Art. 401 StPO dem Privat-

kläger und der Staatsanwaltschaft zugestellt, um gegebenenfalls Anschlussberu-

fung zu erheben oder Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Gleichzeitig 

wurde dem Beschuldigten in Anwendung von Art. 34 StGB Frist gesetzt, seine 

finanzielle Leistungsfähigkeit zu belegen (Urk. 66). Die Staatsanwaltschaft ver-

zichtete mit Schreiben vom 24. Juli 2018 auf eine Anschlussberufung (Urk. 68). 

Der Privatkläger erhob am 9. August 2018 Anschlussberufung (Urk. 70). Mit 

Schreiben vom 28. August 2018 reichte der Beschuldigte verschiedene Unterla-

gen betreffend seine finanziellen Verhältnisse ein (Urk. 74 und 75).  

1.3. Am 4. September 2018 wurde auf den 18. Dezember 2018 zur Berufungs-

verhandlung vorgeladen (Urk. 76). 

1.4. Sodann wurden am 10. Dezember 2018 die Untersuchungsakten i.S. 

B._____, C._____ und D._____ beim Statthalteramt Meilen beigezogen (Urk. 77-

79). 

1.5. Am 18. Dezember 2018 fand die Berufungsverhandlung statt. Es erschienen 

der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers und der Privatkläger 

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in Begleitung seines Rechtsvertreters (Prot. II S. 4). Vorfragen waren keine zu 

entscheiden (Prot. II S. 5). 

1.6. Das Urteil erging im Anschluss an die Berufungsverhandlung (Prot. II 

S. 24 ff.).  

2. Umfang der Berufung 

2.1. Der Beschuldigte verlangt, er sei von Schuld und Strafe freizusprechen und 

ficht das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme der Dispositivziffer 7 vollumfänglich 

an. Die Staatsanwaltschaft beantragt die Bestätigung des vorinstanzlichen Ent-

scheids. Der Privatkläger verlangt eine höhere Genugtuung. Unangefochten ist 

damit einzig die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 7). In diesem 

Umfang ist der vorinstanzliche Entscheid in Rechtskraft erwachsen, was vorab 

vorzumerken ist (Art. 399 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 437 StPO). 

2.2. Im Übrigen steht das angefochtene Urteil unter Berücksichtigung des Ver-

schlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO zur Disposition. 

 

II. Sachverhalt 

1. Allgemeines 

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundsätze der richterlichen Beweiswürdi-

gung dargelegt (Urk. 63 S. 6 f.). Darauf kann verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 

StPO), ebenso auf die vorinstanzlichen Erwägungen zur Frage der Glaubwürdig-

keit des Beschuldigten, des Privatklägers, des Zeugen E._____ und der Aus-

kunftspersonen C._____ und D._____ (Urk. 63 S. 18 ff.). Im Übrigen kann sich 

die Berufungsinstanz auf die für ihren Entscheid wesentlichen Punkte beschrän-

ken (vgl. BGE 141 IV 249 E. 1.3.1 S. 253; 141 III 28 E. 3.2.4 S. 41; je mit Hin-

weisen). 

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2. Anklagevorwurf und Sachverhalt 

2.1. Die Vorinstanz kommt zusammengefasst zum Schluss, es sei erstellt, dass 

es am 1. Oktober 2016 zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger an 

einer Feuerstelle zu einer Diskussion gekommen sei. Anlass zur Auseinanderset-

zung sei gewesen, dass der Beschuldigte bei der Feuerstelle Asche aufgewirbelt 

habe, die auf die Hose des Privatklägers gelangt sei. Dieser habe deshalb vom 

Beschuldigten eine Entschuldigung gefordert. Während der Diskussion habe der 

Beschuldigte dem Privatkläger unerwartet einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. 

Dadurch habe der Privatkläger einen doppelten Kieferbruch erlitten. In der Folge 

seien die Auskunftspersonen D._____ und C._____ hinzugekommen, die den 

Beschuldigten bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten respektive beruhigt hät-

ten. Der Privatkläger habe, so die Vorinstanz, den Vorfall lebensnah, wider-

spruchsfrei und konstant geschildert. Seine Aussagen seien nicht übertrieben 

ausgefallen und er habe jeweils eingeräumt, wenn er etwas nicht (mehr) gewusst 

habe. Ebenso seien die Schilderungen des Zeugen E._____ sowie der Aus-

kunftspersonen D._____ und C._____ lebensnah und nachvollziehbar. Sie seien 

in sich stimmig und (mit einer Ausnahme in Bezug auf C._____) ohne Widersprü-

che. Der Privatkläger wie auch E._____, D._____ und C._____ hätten das Kern-

geschehen gleich geschildert. Die glaubhaften Aussagen des Privatklägers wür-

den deshalb durch den Zeugen und die Auskunftspersonen stark untermauert. 

Demgegenüber sei die Darstellung des Beschuldigten in wesentlichen Teilen in-

konsistent, nicht schlüssig und widersprüchlich ausgefallen. Das Verhalten des 

Privatklägers vor dem Faustschlag habe der Beschuldigte im Laufe der Einver-

nahmen aggravierend umschrieben. Widersprüchlich seien die Schilderungen 

etwa betreffend seine Entschuldigung gegenüber dem Privatkläger, das Verhalten 

respektive Eingreifen von D._____ und C._____ sowie die Art und Weise des 

Faustschlags. Wäre der Faustschlag nach der Darstellung des Beschuldigten tat-

sächlich die letzte Rettung aus der Bedrohungssituation gewesen, hätte der Be-

schuldigte die Bedrohung bereits in der ersten Einvernahme detailliert geschildert 

(Urk. 63 S. 22 ff.). 

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2.2. Der Beschuldigte stellte sich vor Vorinstanz wie bereits im Untersuchungsver-

fahren auf den Standpunkt, er habe sich mit dem Faustschlag lediglich schützen 

und nie jemanden gezielt treffen wollen. Es sei wegen eines Holzscheits respekti-

ve der durch Asche verschmutzten Hose des Privatklägers zu einer Auseinander-

setzung zwischen ihm und dem Privatkläger gekommen. Der Privatkläger sei von 

der Sitzbank aufgestanden und habe von ihm eine Entschuldigung verlangt. Ob-

wohl er sich entschuldigt habe, sei es zu einer Diskussion gekommen, in deren 

Verlauf die Worte härter ausgefallen seien. Zuerst seien Beleidigungen gefallen. 

Beim Reden habe ihn der Privatkläger am Kragen gepackt und ihm (vermutlich 

mit der Handfläche) ins Gesicht gefasst. Dadurch und durch das "aggressive Be-

reitsein" der Personen bei der Feuerstelle habe er sich angegriffen gefühlt. Der 

Privatkläger habe ihn gestossen, weshalb er zu Boden gefallen sei. In diesem 

Moment habe er gesehen, wie im Hintergrund bei der Feuerstelle Personen auf-

gestanden seien. Als er sich wieder vom Boden erhoben habe, habe er drei oder 

vier Personen vor ihm stehen respektive auf ihn zukommen sehen. Er habe mit 

der rechten Faust einen Rundumschlag in die Menge ausgeführt, um sich zu 

schützen. Dass der Privatkläger dadurch einen doppelten Kieferbruch erlitten ha-

be, streite er nicht ab. In der Folge hätten die beiden Kollegen des Privatklägers 

ihn zu Boden gestossen und auf ihn eingeschlagen (Prot. I S. 7 ff.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte der Beschuldigte im Wesentli-

chen den bereits geschilderten Standpunkt (Prot. II S. 11 ff.). Ergänzend führte 

die Verteidigung aus, der Beschuldigte habe im Kern konsistente und glaubhafte 

Aussagen gemacht, bei den übrigen Befragten gebe es jedoch Widersprüche in 

ihren Aussagen. Zudem stünden diese Personen in einer engen Beziehung zum 

Beschuldigten und seien in diesem Sinne nicht unabhängig (Urk. 81 S. 3 ff.). 

2.3. Die Vorinstanz hat die Aussagen des Privatklägers, des Zeugen E._____, der 

Auskunftspersonen D._____ und C._____ sowie des Beschuldigten zutreffend 

zusammengefasst, worauf vorab verwiesen werden kann (Urk. 63 S. 9 ff.).  

2.3.1. Unbestritten und erstellt ist, dass es zur Auseinandersetzung kam, nach-

dem der Beschuldigte an der Feuerstelle Asche aufgewirbelt hatte. Dadurch wur-

de die Hose des Privatklägers beschmutzt, weshalb dieser vom Beschuldigten 

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eine Entschuldigung verlangte (etwa Urk. 5/3 S. 2, Prot. I S. 8, Urk. 6/2 S. 3, 7/1 

S. 3, 8/1 S. 2, 9 S. 3). 

Der Beschuldigte schlug dem Privatkläger die rechte Faust ins Gesicht, was 

ebenfalls unbestritten (Urk. 5/3 S. 2 und 4, 5/4 S. 6, Prot. I S. 11 ff.) und gestützt 

auf die übereinstimmenden Schilderungen des Privatklägers (Urk. 6/1 S. 3 f., 6/2 

S. 6) und der Auskunftsperson D._____ (Urk. 9 S. 3 und 5) erstellt ist. Wenngleich 

die übrigen Beteiligten den Schlag nicht exakt umschreiben konnten, sondern le-

diglich "eine Bewegung" des Beschuldigten sahen (Urk. 7/2 S. 5) respektive den 

Schlag hörten (Urk. 8/1 S. 2 und 8/2 S. 5 f.), wird der Vorwurf durch ihre Schilde-

rungen zumindest gestützt. Der Beschuldigte räumte den Faustschlag auch an-

lässlich der Berufungsverhandlung ein (Prot. II S. 12 und 15 f.). 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, mit erheblicher Kraft ge-

schlagen zu haben. Zur Intensität des Schlages umschrieb der Beschuldigte, "ich 

hatte Angst und hatte einfach mal zugeschlagen [...] Ich habe schon etwas Kraft" 

(Urk. 5/3 S. 3). Er habe "zum Schlag ausgeholt, um mich zu wehren. Ich habe ihn 

getroffen und er war dann weg" (Prot. I S. 9). Er habe "recht fest mit Kraft nach 

vorne geschlagen, so dass ich etwas treffe" (Prot. II S. 16). Der Geschädigte ant-

wortete auf die Frage, wie stark er den Faustschlag auf einer Skala von 1 bis 10 

bezeichnen würde, mit "vielleicht 8 bis 9. Einfach so stark, dass man einen Kiefer 

doppelt brechen kann" (Urk. 6/2 S. 6). Dies stimmt mit den anschaulichen Worten 

der Auskunftsperson D._____ überein (Urk. 9 S. 6: "Uhuere stark. Sehr, sehr 

stark. Man hat gehört, wie der Knochen brach"). Darauf ist abzustellen und es ist 

erstellt, dass der Beschuldigte wie angeklagt mit erheblicher Kraft zuschlug. Die-

ses Beweisergebnis stimmt auch mit den Verletzungen des Privatklägers zwang-

los überein (dazu E. IV.2.1. nachfolgend).  

2.3.2. Aussagen des Privatklägers, des Zeugen und der Auskunftspersonen 

2.3.2.1. Betreffend den bestrittenen Vorwurf hat die Vorinstanz die Aussagen des 

Privatklägers, des Zeugen E._____ sowie der Auskunftspersonen D._____ und 

C._____ im Wesentlichen korrekt gewürdigt. Darauf kann verwiesen werden. 

Richtig ist, dass der Privatkläger den Übergriff lebensnah schilderte und mehr-

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mals einräumte, wenn er etwas nicht mehr wusste. So hielt er etwa fest, er wisse 

nicht, ob er den Beschuldigten vor dem Faustschlag berührt habe und ob der Be-

schuldigte mit offener Hand geschlagen habe, er denke, mit der Faust (Urk. 6/2 

S. 6 f., 6/1 S. 3 f.). Zudem räumte er bereits in der ersten polizeilichen Einver-

nahme ein, er habe in einer fordernden Tonart vom Beschuldigten eine Entschul-

digung verlangt (Urk. 6/1 S. 4), was er in der Folge nicht zurücknahm oder ab-

schwächte, sondern bestätigte (Urk. 6/2 S. 5). Der Privatkläger gab auch eigene 

Überlegungen nachvollziehbar wieder, etwa zur Frage, ob er einen Grund für das 

Zuschlagen sehe (Urk. 6/1 S. 4 f.: "Ich denke, dass er mit Worten nicht mehr wei-

ter kam und mich darum geschlagen hat"; "Vielleicht wollte er das Gespräch so 

beenden"). Seine Schilderungen sind konkret, anschaulich und decken sich in 

wesentlichen Punkten mit den Zeugenaussagen von E.______. Unterstreicht die 

Verteidigung, der Zeuge habe die Diskussion im Gegensatz zum Privatkläger 

nicht als laut beschrieben und deshalb unglaubhaft ausgesagt (Urk. 81 S. 3), 

kann ihr nicht gefolgt werden. Ein laut geführter Disput geht auch nicht aus der 

Schilderung des Privatklägers hervor. Ebenso wenig können die Aussagen des 

Zeugen entgegen dem Dafürhalten der Verteidigung als inkonsistent bezeichnet 

werden, nachdem der Zeuge von Beginn an einräumte, den Schlag nicht genau 

gesehen zu haben (Urk. 7/1 S. 3 f., 7/2 S. 3 ff.). Der Zeuge hielt weiter fest, 

D._____ und C._____ seien erst zum Privatkläger geeilt, als dieser nach dem 

Faustschlag zusammengebrochen sei (Urk. 7/2 S. 5). Ein solch spätes Eingreifen 

geht auch aus den Aussagen der Auskunftspersonen D._____ und C._____ her-

vor (Urk. 8/1 S. 2, 8/2 S. 6, 9 S. 6). Konstant fielen auch die Aussagen der Aus-

kunftsperson C._____ aus. Zwar hält die Vorinstanz fest, C._____ habe erstmals 

bei der Staatsanwaltschaft behauptet, der Beschuldigte habe nach dem Faust-

schlag noch weiterzuschlagen versucht (vgl. auch die Verteidigung in Urk. 81 

S. 4). Dieser Vorbehalt, den auch die Staatsanwältin anlässlich der Einvernahme 

anbrachte, ist unrichtig. Vielmehr beschrieb C._____ bereits in der polizeilichen 

Einvernahme einen entsprechenden Versuch zumindest in den Grundzügen 

(Urk. 8/2 S. 3, 8/1 S. 3). Seine Aussagen sind deshalb nicht nur detailliert, son-

dern auch gleichbleibend. Zu den Aussagen der Auskunftsperson D._____ unter-

streicht die Vorinstanz zu Recht, dass darin zahlreiche Realitätskriterien erkenn-

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bar sind. Seine Beobachtung, wie der Beschuldigte während der Diskussion nicht 

zu Boden ging, sondern ohne Rangelei direkt den Faustschlag ausführte, formu-

lierte er mit klaren, prägnanten Worten auf eine anschauliche Weise (Urk. 9 S. 5: 

"Wenn zwei Betrunkene streiten, gibt es zuerst eine Schupferei, bis dann der ers-

te dann einen Schlag austeilt. Für meine Ansicht übersprang Herr A._____ zwei 

oder drei Aggressionsstufen"). Gleiches gilt, soweit D._____ den Grund des 

Schlages in der ruhigen Art des Privatklägers sah, die den Beschuldigten aggres-

siver gemacht habe (Urk. 9 S. 7). Diese Vermutung passt mit den entsprechen-

den Erklärungen des Privatklägers überein. 

2.3.2.2. Zusammenfassend hat der Privatkläger den angeklagten Sachverhalt im 

Kerngeschehen – das heisst die Diskussion betreffend den Vorfall am Feuer und 

den plötzlichen Faustschlag – lebensnah, anschaulich, gleichbleibend und ohne 

Widersprüche zu den Aussagen weiterer Personen, die sich in unmittelbarer Nä-

he zum Geschehen aufhielten, dargestellt. Hält die Vorinstanz fest, die glaubhaf-

ten Aussagen des Privatklägers würden durch die Ausführungen des Zeugen 

E._____ sowie der Auskunftspersonen D._____ und C._____ stark untermauert, 

kann ihr gefolgt werden.  

2.3.3. Aussagen des Beschuldigten 

Der Beschuldigte will den Faustschlag im Rahmen einer gegenseitigen tätlichen 

Auseinandersetzung ausgeführt und sich deshalb einzig verteidigt haben. Es stellt 

sich die Frage, ob die oben erwähnten belastenden Aussagen selbst im Lichte der 

Schilderungen des Beschuldigten nach wie vor als glaubhaft zu qualifizieren sind.  

2.3.3.1. Der Beschuldigte umschrieb in den verschiedenen Befragungen, wie er 

und der Privatkläger in einer ersten Phase der Auseinandersetzung aneinander 

gerieten (Urk. 5/1 S. 2: "packte mich an der Jacke"; Urk. 5/3 S. 2 f.: "Er hat mich 

gehalten und ich habe ihn gehalten"; "wir haben uns gegenseitig geschubst"; "Er 

hat mich geschubst und ich habe mich einfach gewehrt"; Urk. 5/4 S. 3: "gegensei-

tiges Halten"; "Ich habe wahrgenommen, dass ich ins Gesicht gefasst und so 

weggestossen wurde [...] Es war aber kein eigentlicher Schlag"; Prot. II S. 14 und 

16 f.: "als ich einen Schlag mit der flachen Hand bekommen habe"; "Es war nicht 

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schlagen"). Dass der Privatkläger ihm ins Gesicht fasste, erwähnte er erstmals in 

der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 31. Oktober 2017, weshalb seine 

Sachdarstellung betreffend die erste Auseinandersetzung mit dem Privatkläger 

nicht ganz einheitlich ausfällt. Dies allein lässt sie zwar nicht als unstimmig er-

scheinen. Hingegen findet die Behauptung einer tätlichen Auseinandersetzung 

noch vor dem ersten Faustschlag in den übrigen Aussagen keine Stütze. Mithin 

wird sie weder vom Privatkläger noch von dem Zeugen oder den Auskunftsperso-

nen bestätigt. Im Gegenteil spiegeln sich deren Beobachtungen zum fraglichen 

Faustschlag nicht zuletzt auch in einer ähnlichen Wortwahl eindrücklich wider 

(Privatkläger in Urk. 6/1 S. 3: "völlig unverhofft und ohne Vorwarnung"; Urk. 6/2 

S. 3 und 5: "Unerwartet, einfach aus dem Nichts"; Zeuge E._____ in Urk. 7/2 S. 3: 

"aus dem Nichts"; Auskunftsperson C._____ in Urk. 8/2 S. 3: "A._____ schlug 

einfach gleich zu"; Auskunftsperson D._____ in Urk. 9 S. 3: "es war wirklich wie 

aus dem Nichts"). Entgegen der Auffassung der Verteidigung ist nicht erkennbar, 

weshalb der Zeuge und die zwei Auskunftspersonen dies wahrheitswidrig be-

haupten sollten (Urk. 81 S. 6; vgl. auch E. II.2.3.4. nachfolgend). Mit diesen an-

schaulich formulierten Schilderungen lässt sich die teilweise leicht geänderte 

Sachverhaltsvariante des Beschuldigten nicht in Einklang bringen. Sie fällt des-

halb nicht überzeugend aus. Gleiches gilt für die von der Verteidigung anlässlich 

der erstinstanzlichen Hauptverhandlung behauptete Ohrfeige, welche der Privat-

kläger dem Beschuldigten verpasst haben soll und welche selbst der Beschuldigte 

bis heute nie erwähnte (Urk. 55 S. 2 und 6, Prot. II S. 16 f.). 

An dieser Würdigung ändert nichts, dass betreffend die Auseinandersetzung vor 

dem Faustschlag eine dramatisierende Entwicklung in den Aussagen des Be-

schuldigten entgegen dem Dafürhalten der Vorinstanz (Urk. 63 S. 24 f.) nicht er-

kennbar ist. Auf jeden Fall kann dem Beschuldigten nicht vorgeworfen werden, er 

habe auch ein eigentliches Schlagen des Privatklägers beschrieben. Solches be-

zog sich auf das Eingreifen der Kollegen (Prot. I S. 8: "Dann kamen die anderen 

Personen dazu und es fing an mit dem Schlagen"), was auch aus weiteren Schil-

derungen vor Schranken hervorgeht (vgl. Prot. I S. 9 f.). Führt man sich zudem 

vor Augen, wie der Beschuldigte seine Entschuldigung in Worte fasste (Urk. 5/1 

S. 2: "[...] weshalb ich mich auch sofort entschuldigte. [...] Ich entschuldigte mich 

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nochmals"; Urk. 5/3 S. 2: "Ich dachte zuerst, er meinte es als Witz. [...] Ich habe 

mich dann entschuldigt"; Urk. 5/3 S. 9: "Ich habe mich nicht sofort entschuldigt. 

[...] Erst als er dann ernster wurde und er sagte, ich solle mich entschuldigen, ha-

be ich realisiert, dass er es ernst meint"; Prot. I S. 8: "Ich solle mich entschuldi-

gen, weshalb ich so ein 'Scheiss' mache. Ich habe mich dann auch entschuldigt"), 

kann auch hier entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung (Urk. 63 S. 25) nicht 

von einem inkonsistenten und widersprüchlichen Aussageverhalten gesprochen 

werden. Es handelt sich dabei um eine teilweise leicht abweichende Schilderung, 

die auch durch den Zeitablauf der Befragungen erklärbar ist. 

2.3.3.2. Im Rahmen des behaupteten gegenseitigen Haltens, Stossens etc. hielt 

der Beschuldigte ab der ersten polizeilichen Befragung wiederholt fest, dass er 

vom Privatkläger vor dem Faustschlag zu Boden gestossen wurde (Urk. 5/1 S. 2, 

5/3 S. 2 und 4, 5/4 S. 3, Prot. I S. 9 f.). Auch hier ist ein relativierendes Moment 

erkennbar. Konfrontiert mit dem Umstand, dass kein Beteiligter schilderte, wie der 

Beschuldigte vor dem Faustschlag zu Boden gegangen sein soll, gab dieser neu 

zu Protokoll, er habe am Boden gelegen respektive er habe nicht am Boden gele-

gen. Er sei nach hinten gefallen und habe sich mit den Händen am Boden abge-

stützt (Urk. 5/4 S. 4). Auch diese Schilderung wurde nicht nur leicht angepasst. 

Vielmehr wird sie weder vom Privatkläger noch von den übrigen Beteiligten bestä-

tigt.  

2.3.3.3. Zum Verhalten der Auskunftspersonen D._____ und C._____ – diese 

sassen unbestrittenermassen während der zwischen dem Beschuldigten und dem 

Privatkläger geführten Diskussion auf der Sitzbank am Feuer – gab der Beschul-

digte gleichbleibend zu Protokoll, die Kollegen des Privatklägers seien aufgestan-

den, als er gestossen worden respektive umgefallen sei (Urk. 5/4 S. 4, Prot. I 

S. 10). 

Widersprüchlich hingegen fielen die Schilderungen betreffend deren Verhalten in 

der Folge aus. Während der Beschuldigte anlässlich der polizeilichen und ersten 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme noch unzweideutig beschrieb, wie D._____ 

und C._____ vor dem Faustschlag auf ihn zugingen (Urk. 5/1 S. 2: "[...] sogleich 

kamen die beiden anderen Typen ebenfalls dazu"; "Ich sah, wie die Typen auf 

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mich zukamen [...]"; Urk. 5/1 S. 4: "[...] die sind auf mich losgegangen"; Urk. 5/3 

S. 2 f.: "Ich sah zwei Kollegen aus dem Hintergrund auf mich zukommen"; "Für 

mich kam es so rüber, dass die beiden Typen auf mich losgehen"), schwächte der 

Beschuldigte seine Schilderung anlässlich der zweiten staatsanwaltschaftlichen 

Einvernahme ab. Die Staatsanwältin hielt dem Beschuldigten die Aussagen der 

übrigen befragten Personen vor, wonach niemand geschildert hatte, wie sich ihm 

vor dem Faustschlag ein Dritter genähert haben soll. Damit konfrontiert, hielt der 

Beschuldigte neu fest, die zwei Kollegen hätten sich erhoben, hätten aber stillge-

standen (Urk. 5/4 S. 4). Dieses angepasste Aussageverhalten setzt bei der 

Glaubhaftigkeit der Schilderung zumindest ein Fragezeichen und kann durch die 

zwischen den Einvernahmen verstrichene Zeit (von höchstens 5 1/2 Monaten) 

nicht erklärt werden. Vor Vorinstanz behauptete der Beschuldigte erneut abwei-

chend, er habe gesehen, wie sie auf ihn zugegangen seien und vor ihm gestan-

den hätten (Prot. I S. 10 und 14). Heute führte er aus, die Kollegen hätten bereits 

beim Privatkläger gestanden, als er am Boden gelegen habe. Sie seien zum ei-

nen Zeitpunkt hinter ihm gesessen und hätten ihn angestarrt und im anderen 

Zeitpunkt, als er auf den Boden gefallen sei, nachdem er einen Schlag bekommen 

habe, seien sie aufgestanden und dann sei es losgegangen (Prot. II S. 13 f.). Auf 

entsprechende Nachfrage erklärte er sodann später, die Kollegen des Privatklä-

gers seien aufgestanden, nach dem Stossen, als er nach hinten gestolpert sei. 

Dann seien sie zu dritt auf ihn zugekommen (Prot. II S. 17). 

Der Beschuldigte versteht den Faustschlag nicht nur als Abwehrhandlung gegen 

seinen direkten Kontrahenten, der nach seiner Darstellung verbal und tätlich auf 

ihn losging. Vielmehr wollte er sich "vor den Typen schützen" und "die Typen [...] 

fernhalten", die sich ihm laut seinen ersten Depositionen näherten und ihn an der 

Seite seines Gegners angriffen. Diese unterschiedlichen Angaben zu einem ein-

schneidenden Erlebnis sind deshalb bemerkenswert. Sie werfen die Frage nach 

der Glaubhaftigkeit der Schilderungen auf. Dabei gilt es zu unterstreichen, dass 

der Beschuldigte im Einzelnen beschrieb, wie er sich vom Privatkläger, der ihn 

laut seiner Darstellung packte und zu Boden stiess, sowie von dessen Kollegen 

bedroht fühlte. So hielt der Beschuldigte etwa fest, er habe gehofft, dass ihn der 

Privatkläger nach der Entschuldigung loslassen würde. Er sei aber zu Boden ges-

-  15  - 

tossen worden und die beiden Kollegen seien dazugekommen. Er habe Angst 

gehabt. Er habe den Eindruck gehabt, dass sie ihn gleich zusammenschlagen 

würden. Es sei keine Diskussion mehr gewesen. Er habe es so empfunden, dass 

sie zu dritt auf ihn losgehen würden. Man sei an der Chilbi, habe mit jemandem 

eine Auseinandersetzung und sehe im Hintergrund mehrere Personen, die einem 

anstarren und bereit seien aufzustehen (Urk. 5/1 S. 2, 5/3 S. 2, 4 und 5, 5/4 

S. 3 f., Prot. I S. 10). Damit gab der Beschuldigte seine Gefühlslage anschaulich 

und – übernimmt man seine Sachverhaltsdarstellung – nachvollziehbar wieder. 

Will der Beschuldigte aber – konfrontiert mit den anderslautenden Aussagen eben 

dieser Personen – neu nur ein blosses vor ihm Stehen gesehen haben, ist ein 

solches Aussageverhalten in einem aus seiner Sicht zentralen Punkt wenig über-

zeugend. Unterstreicht die Verteidigung, der Beschuldigte habe im Kerngesche-

hen konsistent ausgesagt, kann ihr deshalb nicht gefolgt werden. Damit fällt letzt-

lich unglaubhaft aus, dass der Beschuldigte von Dritten angegangen wurde und 

dass er sich bedroht fühlte. 

2.3.3.4. Betreffend den fraglichen Faustschlag verneinte der Beschuldigte wieder-

holt, diesen gezielt ausgeführt zu haben (Urk. 5/1 S. 2, 5/3 S. 4, 5/4 S. 3, Prot. I 

S. 11, Prot. II S. 15 f.). Im Gegensatz dazu anerkannte er anlässlich der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 15. Mai 2017 den Anklagevorwurf als Gan-

zes (Urk. 5/3 S. 8). Von diesem pauschalen Eingeständnis distanzierte er sich im 

erstinstanzlichen Verfahren wie auch im Berufungsverfahren (Prot. I S. 11, Prot. II 

S. 11 f.). Er habe einen Rundumschlag ausgeführt (Urk. 5/1 S. 2, 5/4 S. 3, Prot. I 

S. 11, Prot. II S. 12 und 15) respektive – im Widerspruch dazu – geradeaus zuge-

schlagen (Urk. 5/3 S. 4). Auch hier fallen die Angaben des Beschuldigten teilwei-

se unterschiedlich und deshalb wenig überzeugend aus.  

2.3.4. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz sinngemäss geltend, der Privatklä-

ger habe sich mit seinen Kollegen abgesprochen (Urk. 55 S. 5). Heute führte sie 

aus, es gebe keine unabhängigen Zeugen (Urk. 81 S. 2). 

Anhaltspunkte für eine Absprache respektive einen Komplott zwischen dem Pri-

vatkläger und dem Zeugen E._____ sowie den Auskunftspersonen D._____ und 

C._____ sind nicht ersichtlich. Zwar kann die Interessenlage nach den zutreffen-

-  16  - 

den vorinstanzlichen Erwägungen bei sämtlichen Beteiligten nicht als gänzlich 

neutral bezeichnet werden (vgl. Urk. 63 S. 18 ff.). Hingegen fielen ihre Schilde-

rungen nicht stereotyp aus. Zudem würde die Prämisse einer Absprache nichts 

anderes bedeuten, als dass auch der Zeuge E._____ trotz Wahrheitspflicht wahr-

heitswidrig ausgesagt hätte, um einen "guten Kollegen" aus der Gewerbeschule 

(Urk. 7/2 S. 2) in dessen prozessualer Stellung als Privatkläger zu unterstützen. 

Davon ist nicht auszugehen. Gegen eine Absprache spricht zudem auch folgen-

der Umstand: Sowohl der Zeuge wie auch die beiden Auskunftspersonen brach-

ten zum Ausdruck, dass sie die Diskussion zwischen dem Privatkläger und dem 

Beschuldigten als unbedeutend empfanden und ihr keinerlei Bedeutung zumas-

sen, sich nicht weiter um die beiden kümmerten und sie das Geschehen nicht 

respektive nur am Rande verfolgten (so D._____ in Urk. 9 S. 3: "es führte zu einer 

kindischen Diskussion. So typisch für Besoffene. Ich und die anderen Beteiligten 

rund um die Feuerschale gaben der ganzen Szene keine weitere Aufmerksam-

keit, weil wir es nicht für wichtig erachteten."). Diese übereinstimmenden Deposi-

tionen sind entgegen der Verteidigung (etwa Urk. 81 S. 4 f. und 8) nachvollzieh-

bar. Konsequenterweise räumten denn auch der Zeuge E._____ und die Aus-

kunftsperson C._____ ein, den eigentlichen Faustschlag nicht gesehen zu haben. 

Bei einer Absprache aber wäre mit Fug zu erwarten gewesen, dass die Kollegen 

des Privatklägers einen anderen Standpunkt vertreten hätten, nämlich das Ge-

schehen genau beobachtet zu haben. 

2.3.5. Betreffend die Phase nach dem Faustschlag ist unbestritten, dass C._____ 

und D._____ eingriffen und den Beschuldigten festhielten. Der Zeuge E._____ 

und die Auskunftspersonen C._____ und D._____ führten dazu aus, der Beschul-

digte sei entgegen seiner Behauptung nicht geschlagen oder auf den Boden ge-

drückt worden (Urk. 7/1 S. 4 und 6, 7/2 S. 6, 8/1 S. 3 ff., 8/2 S. 6 und 8, 9 S. 3 und 

6). Gleichwohl geht aus den Aussagen hervor, dass der Beschuldigte in den 

"Schwitzkasten" genommen und so zu Boden geführt wurde, wobei er sich stark 

wehrte. Solches erscheint ohne Weiteres nachvollziehbar. Grundsätzlich nach-

vollziehbar erscheint weiter, dass die beiden Auskunftspersonen, nachdem ihr 

Kollege mit einem festen Faustschlag ins Gesicht ausser Gefecht gesetzt worden 

war, nicht behutsam sondern entschlossen eingriffen. Diesbezüglich wurde eine 

-  17  - 

Strafuntersuchung betreffend Tätlichkeiten gegen den Privatkläger sowie die Aus-

kunftspersonen C._____ und D._____ eröffnet, welche jedoch mit Verfügungen 

des Statthalteramtes Bezirk Meilen vom 25. Januar 2018 eingestellt wurde 

(Urk. 78/39, 40 und 41). 

Der Beschuldigte wies laut ärztliches Zeugnis vom 5. Oktober 2016 verschiedene 

Prellungen auf (Urk. 11). In Abweichung der vorinstanzlichen Erwägungen 

(Urk. 63 S. 30 f.), welche sich an die Behauptungen des Privatklägers (Urk. 53 

S. 8) anlehnen, und zu Gunsten des Beschuldigten ist davon auszugehen, dass 

sich der Beschuldigte diese Prellungen in der fraglichen Auseinandersetzung und 

nicht etwa Tage später zuzog. Für eine gegenteilige Annahme bestehen keinerlei 

Hinweise. Jedoch stehen die vom Beschuldigten erlittenen Verletzungen nicht 

ohne Weiteres im Widerspruch zu den Schilderungen des Zeugen und der Aus-

kunftspersonen. Vielmehr ist nicht ausgeschlossen, dass entsprechende Prellun-

gen auch daraus resultierten, dass der sich stark wehrende Beschuldigte ebenso 

stark festgehalten und in den "Schwitzkasten" genommen wurde. Selbst wenn 

aber im Sinne des Beschuldigten davon ausgegangen würde, dass er in dieser 

Phase der Auseinandersetzung (auch) Stösse oder Schläge erlitt, würde dies die 

Glaubhaftigkeit der ihn belastenden Aussagen betreffend die frühere Phase der 

Auseinandersetzung nicht umstossen. 

2.3.6. Zusammenfassend ist erstellt, dass es am 1. Oktober 2016 zwischen dem 

Beschuldigten und dem Privatkläger an einer Feuerstelle zu einer Diskussion 

kam. Anlass zur Auseinandersetzung gab, dass der Beschuldigte bei der Feuer-

stelle Asche aufgewirbelt hatte, die auf die Hose des Privatklägers gelangte. Die-

ser forderte darauf vom Beschuldigten eine Entschuldigung. Während der verba-

len Diskussion versetzte der Beschuldigte dem Privatkläger unerwartet und mit 

erheblicher Kraft einen Faustschlag ins Gesicht. Wie genau der Faustschlag aus-

geführt wurde, ob als gerader Schlag oder Rundumschlag, ist unerheblich und 

kann offenbleiben. Bis zu diesem Zeitpunkt sassen die Kollegen des Privatklägers 

bei der Feuerstelle. Als der Privatkläger zu Boden ging, standen C._____ und 

D._____ auf und griffen ein. 

-  18  - 

Durch den massiven Faustschlag erlitt der Privatkläger eine doppelte Unterkiefer-

fraktur (Urk. 10/1-2). Nicht zweifelhaft ist weiter, dass die Fraktur unmittelbar 

durch den Faustschlag verursacht wurde. Dies stimmt mit dem ärztlichen Befund 

der chirurgischen Klinik des Spitals … insoweit überein, wonach die Verletzung 

aus einem Schlag oder Sturz resultieren kann (Urk. 10/6). Dass der Privatkläger 

nach dem Faustschlag mit dem Kopf oder Gesicht auf den Boden aufschlug, wird 

von keiner der anwesenden Personen geschildert. Auch behauptet der Beschul-

digte nicht, dass der Privatkläger die Verletzungen nicht durch den Faustschlag, 

sondern erst durch einen Sturz erlitt. Vielmehr hielt die Verteidigung vor Vo-

rinstanz fest, der Beschuldigte habe offenbar den Privatkläger im Gesicht getrof-

fen, wobei dieser sich eine doppelte Unterkieferfraktur zugezogen habe (Urk. 55 

S. 2). Die Frage nach der Kausalität der Handlung des Beschuldigten für den 

Erfolg lässt deshalb keine ernsthaften Zweifel zu. Mithin liegen erhebliche und 

nicht zu unterdrückende Zweifel auch in diesem Punkt nicht vor (BGE 127 I 38 

E. 2a S. 41).  

In subjektiver Hinsicht bleibt Folgendes festzuhalten. Es kann nicht ernsthaft be-

stritten werden, dass der Beschuldigte wie jeder Durchschnittsmensch wusste, 

dass bei einem starken Faustschlag ins Gesicht Verletzungen wie hier Frakturen 

resultieren können. Indem der Beschuldigte ohne Vorwarnung und damit ohne 

Möglichkeit der Abwehr mit erheblicher Kraft mit der Faust gegen das Gesicht 

seines Gegners schlug, nahm er die dem Privatkläger zugefügte Verletzung auch 

in Kauf (vgl. zum Eventualvorsatz BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweis; vgl. 

zum Rückschluss von den äusseren Umständen auf die innere Einstellung des 

Täters BGE 135 IV 12 E. 2.3.2 S. 17; 134 IV 26 E. 3.2.2 S. 28 f.; je mit Hinwei-

sen). Daran vermag die beim Beschuldigten durchgeführte Atem-Alkoholprobe, 

die einen Wert von 0.775 mg/l ergab (was einer Blutalkoholkonzentration von 1.55 

Promille entspricht), nichts zu ändern (Urk. 1 S. 1 und 5/3 S. 3, vgl. auch Urk. 81 

S. 5, wonach laut Verteidigung eine Blutalkoholkonzentration von 2.24 Promille 

bestanden habe, was unzutreffend ist). Als grobe Faustregel kann davon ausge-

gangen werden, dass bei einer Blutalkoholkonzentration von unter 2 Promille in 

der Regel keine Beeinträchtigung der Schuldfähigkeit vorliegt (BGE 122 IV 49 

E. 1b S. 50). Von einer eingeschränkten Schuldfähigkeit ist gestützt auf den Tat-

-  19  - 

hergang, die Beobachtungen der an den Tatort erschienenen Polizeibeamten 

(Urk. 1) sowie den Eintrittsbefund der chirurgischen Klinik des Spitals … 

(Urk. 10/1) nicht auszugehen. Zudem ist die Frage, ob der Täter mit Wissen und 

Willen handelte, von der Frage der Schuldfähigkeit zu trennen. Diese hat auf den 

Vorsatz keinen Einfluss. Auch ein vermindert Schuldfähiger und sogar der 

Schuldunfähige können vorsätzlich handeln (BGE 115 IV 221 E. 1 S. 223 f.; vgl. 

BOMMER/DITTMANN, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Aufl. 2013, N. 18 f. zu 

Art. 19 StGB). 

Wie ausgeführt kann dem Beschuldigten, der einen (unmittelbar bevorstehenden) 

Angriff abgewehrt haben will, nicht gefolgt werden. Entsprechende Momente (tät-

liches Vorgehen des Privatklägers, zu Boden stossen des Beschuldigten durch 

den Privatkläger, Aufstehen respektive Hinzukommen zweier Kollegen) konnten 

nicht erstellt werden. Im Übrigen haben weder Beschuldigter noch Verteidigung 

behauptet, der Beschuldigte habe die Situation falsch eingeschätzt und aus einer 

vermeintlichen Notwehrsituation heraus gehandelt. Ein solcher Sachverhaltsirrtum 

wäre nicht glaubhaft. Der Privatkläger wollte vom Beschuldigten einzig eine Ent-

schuldigung und seine Kollegen waren bis zum Faustschlag nicht Teil des Ge-

schehens. Anzeichen, dass der Beschuldigte tatsächlich mit einem Angriff zu 

rechnen hatte oder fälschlicherweise damit rechnete, fehlen. Ein Handeln in Puta-

tivnotwehr kann deshalb ausgeschlossen werden.  

 

III. Rechtliche Würdigung 

1. Eine einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB begeht, wer 

vorsätzlich einen Menschen in anderer als schwerer Weise im Sinne von Art. 122 

StGB an Körper oder Gesundheit schädigt. 

2. Die Vorinstanz hat in ihrer rechtlichen Würdigung theoretische Erwägungen 

zum objektiven Tatbestand der einfachen Körperverletzung gemacht und die vom 

Privatkläger erlittene Unterkieferfraktur zutreffend als einfache Körperverletzung 

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB qualifiziert (Urk. 63 S. 32 f.). Darauf kann ver-

-  20  - 

wiesen werden. Den Taterfolg nahm der Beschuldigte gestützt auf das Beweiser-

gebnis in Kauf. Damit handelte er eventualvorsätzlich im Sinne von Art. 12 Abs. 2 

StGB (vgl. zum Eventualvorsatz BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 S. 4 mit Hinweis). 

3. Der Beschuldigte und seine Verteidigung machen geltend, jener habe einen 

Angriff abgewehrt und damit in (rechtfertigender) Notwehr gehandelt (Urk. 55 

S. 7). Gestützt auf das Beweisergebnis lag eine Notwehrsituation nicht vor, wes-

halb der Faustschlag rechtswidrig war. 

4. Der Beschuldigte ist demnach schuldig zu sprechen der einfachen Körperver-

letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB.  

 

IV. Strafzumessung 

1. Anträge/Grundsätze/Strafrahmen 

1.1. Die Vorinstanz bestraft den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 120 Ta-

gessätzen zu Fr. 30.– und einer Busse von Fr. 900.–.  

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.  

Die Verteidigung führte zur Höhe der Sanktion aus, dass die Anzahl der Tages-

sätze im vorinstanzlichen Urteil deutlich zu hoch sei. Von einem erheblichen Ver-

schulden könne keine Rede sein. Ausserdem befinde sich der Beschuldigte auf 

der untersten Stufe der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und daher rechtfertige 

sich die Festsetzung der Tagessatzhöhe auf Fr. 10.– (Urk. 81 S. 9).  

1.2. Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB und die an sie gestellten Begründungsanforderungen wiederholt dargelegt 

(BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. S. 59 ff. mit Hinweisen). Darauf sowie auf die zutreffen-

den vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 63 S. 37 f.) kann verwiesen werden. 

1.3. Das Gesetz sieht für die einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 

StGB eine Strafandrohung von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstra-

-  21  - 

fe vor. Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe führen mangels ausserge-

wöhnlicher Umstände nicht dazu, die Grenzen des ordentlichen Strafrahmens 

zu verlassen und sie nach oben oder unten zu erweitern (BGE 136 IV 55 E. 5.8 

S. 63 mit Hinweisen). Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründe liegen hier 

keine vor. 

Der Beschuldigte beging das Delikt vor den Änderungen des Sanktionenrechts 

am 1. Januar 2018. Zur Tatzeit betrug die Geldstrafe in aller Regel höchstens 360 

Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 aStGB). Neu beträgt die Geldstrafe mindestens drei 

und höchstens 180 Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB). Wie noch zu zeigen sein 

wird, bewegt sich die angemessene Strafe im angesprochenen Bereich des alten 

Rechts respektive über den neurechtlichen Rahmen von 180 Strafeinheiten. Die 

gegen den Beschuldigten auszufällende Strafe kann aber unter Berücksichtigung 

des Verschlechterungsverbots von vornherein nicht über den neurechtlichen 

Rahmen von 180 Strafeinheiten liegen. So oder anders ist das neue Sanktionen-

recht für den Beschuldigten nicht milder. Der Grundsatz der lex mitior (Art. 2 

Abs. 2 StGB) gelangt nicht zur Anwendung. Massgebend ist hier deshalb Art. 34 

aStGB.  

2. Einfache Körperverletzung 

2.1. Die objektive Tatschwere der vom Beschuldigten begangenen einfachen 

Körperverletzung ist innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu 

bemessen und damit zum breiten Spektrum von denkbaren einfachen Körper-

verletzungen in Relation zu setzen. Der Privatkläger erlitt insbesondere eine 

doppelte Unterkieferfraktur mit Beteiligung der Wurzel von Zahn 37, was einen 

operativen Eingriff (Reposition und Osteosynthese bei Intubationsnarkose) so-

wie eine Entfernung des Zahnes 37 (das heisst des unteren hinteren grossen 

Backenzahns) nötig machte und während eines Monats zu einer vollständigen 

Arbeitsunfähigkeit führte (Urk. 10/1-3). Der Schlag hatte einen verschobenen 

Bruch zur Folge, was einen Kieferschluss und -öffnung nicht mehr erlaubte 

(Urk. 10/6). Insgesamt muss die Verletzung als erheblich bezeichnet werden. 

Der Beschuldigte schlug seinem Gegner die Faust mit grosser Kraft ins Ge-

sicht und ging in diesem Sinne brachial vor. Dabei ist unerheblich, dass er nur 

-  22  - 

einmal zuschlug, nachdem der Privatkläger bereits mit dem ersten Schlag zu 

Boden gebracht wurde und zwei Kollegen eingriffen. Zu seinen Lasten ist auch 

in Rechnung zu stellen, dass er den Schlag ohne Vorwarnung ausführte, er 

dem Privatkläger keine Möglichkeit zum Abwehren oder Ausweichen liess und 

in diesem Sinne hinterhältig handelte. Zu Gunsten des Beschuldigten ist zu 

berücksichtigen, dass sein Tatvorgehen nicht geplant, sondern aus der Situati-

on heraus erfolgte. Das objektive Verschulden ist insgesamt unter Berücksich-

tigung der denkbaren einfachen Körperverletzungen als erheblich einzuordnen. 

2.2. Bei der subjektiven Tatschwere fällt verschuldensmindernd ins Gewicht, 

dass der Beschuldigte nur eventualvorsätzlich handelte. Auch kann ihm nicht 

nachgewiesen werden, dass er die Auseinandersetzung geradezu suchte. Hin-

gegen wäre es ihm ein Leichtes gewesen, einen anderen Ausgang als den 

massiven Faustschlag ins Gesicht seines Gegners zu wählen und dem verba-

len Konflikt aus dem Weg zu gehen. Der Alkoholkonsum führte (davon ist zu 

Gunsten des Beschuldigten auszugehen) zu einer gewissen Enthemmung, was 

verschuldensmindernd zu berücksichtigen ist.  

2.3. Bei einer Gesamtbetrachtung wird die erhebliche objektive Tatschwere 

durch die Elemente der subjektiven Tatkomponente leicht relativiert. Dies führt 

zu einem Gesamtverschulden, welches als noch nicht erheblich zu bezeichnen 

ist. Damit rechtfertigt es sich, die hypothetische Einsatzstrafe im obersten Be-

reich des unteren Strafrahmendrittels festzusetzen. 

2.4. Die Vorinstanz hat das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 63 

S. 39). Ergänzend bzw. aktualisierend führte der Beschuldigte anlässlich der 

Berufungsverhandlung aus, er habe seine Lehre als Montage-Elektriker abge-

schlossen und zwei Weiterbildungen gemacht. Zur Zeit sei er gesundheitlich 

angeschlagen, jedoch nicht krankgeschrieben und habe auf Februar 2019 eine 

Stelle im Bereich Radartechnik am Flughafen in Aussicht (Prot. II S. 7). Das 

Vorleben und die persönlichen Verhältnisse erweisen sich für die Strafzumes-

sung als neutral. 

-  23  - 

Den Faustschlag an sich hat der Beschuldigte nie bestritten. Hingegen hat er 

stets geltend gemacht, sich einzig verteidigt zu haben. Vor diesem Hintergrund 

kann der Beschuldigte unter dem Titel Geständnis für sich keine Strafreduktion 

reklamieren. Immerhin äusserte er im Untersuchungsverfahren, dass es ihm 

leid tue, dem Privatkläger die Verletzung zugefügt zu haben. Die so zum Aus-

druck gebrachte teilweise Einsicht ist leicht strafmindernd zu berücksichtigen. 

Nichts für seinen Standpunkt abzuleiten vermag der Beschuldigte, indem er auf 

eine in Aussicht stehende Arbeitsstelle verweist (vgl. Prot. II S. 11). Damit 

macht er soweit erkennbar implizit geltend, dass eine Verurteilung (und nicht 

etwa das Strafmass) den Abschluss des Arbeitsvertrags tangieren könnte. Eine 

besondere Strafempfindlichkeit liegt nicht vor. 

2.5. Im Tatzeitpunkt war der Beschuldigte knapp 19-jährig. Zu seinen Gunsten 

ist anzunehmen, dass nebst seiner Alkoholisierung auch sein jugendliches Al-

ter seine Einsicht in das Unrecht seiner Tat trübte. Diesem Umstand ist leicht 

strafmindernd Rechnung zu tragen (vgl. Urteil 6B_32/2008 vom 13. Mai 2008 

E. 1.2). 

2.6. Das in Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 14 Ziff. 3 lit. c UNO-Pakt 

II und Art. 5 StPO geregelte Beschleunigungsgebot verpflichtet die Behörde, 

das Strafverfahren zügig voranzutreiben, um den Beschuldigten nicht unnötig 

über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen. Es gilt für 

das ganze Verfahren (BGE 143 IV 49 E. 1.8.2 S. 61 mit Hinweisen). Welche 

Verfahrensdauer angemessen ist, hängt von den konkreten Umständen ab, die 

in ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Kriterien hierfür bilden etwa die Schwere 

des Tatvorwurfs, die Komplexität des Sachverhaltes, die dadurch gebotenen 

Untersuchungshandlungen, das Verhalten des Beschuldigten und dasjenige 

der Behörden sowie die Zumutbarkeit für den Beschuldigten (BGE 130 I 269 

E. 3.1 S. 273 mit Hinweis). 

Das Untersuchungsverfahren dauerte bis zur ersten Anklageerhebung Mitte 

November 2017 an ein örtlich unzuständiges Gericht 13 1/2 Monate und bis 

zur neuen Anklageerhebung Ende Januar 2018 insgesamt 16 Monate. Die so 

-  24  - 

entstandene 2 1/2-monatige Verzögerung hat in diesem Zusammenhang keine 

Relevanz. Im Untersuchungsverfahren waren unter anderem fünf Personen 

mehrfach zu befragen. Eigentliche Bearbeitungslücken sind nicht erkennbar. 

Das erstinstanzliche Urteil wurde am 7. Mai 2018, mithin rund drei Monate 

nach Anklageerhebung gefällt und zwei Wochen später schriftlich im Dispositiv 

eröffnet. Die schriftliche Urteilsbegründung ging dem Verteidiger am 15. Juni 

2018 zu (Urk. 57/2 und 62/3). Nach Eingang der Berufungserklärung und An-

schlussberufung am 5. Juli 2018 respektive 9. August 2018 wurden die Partei-

en am 4. September 2018 zur heutigen Berufungsverhandlung vorgeladen 

(Urk. 65, 70 und 76). Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots liegt hier 

zweifelsohne nicht vor. Zwar ist nicht ausgeschlossen, dass die Verfahrens-

dauer auch strafmindernd berücksichtigt werden kann, wenn das Beschleuni-

gungsgebot nicht verletzt ist (Urteil 6B_988/2017 vom 26. Februar 2018 

E. 2.4). Die Verfahrensdauer kann jedoch nicht als übermässig lang bezeichnet 

werden und wirkt sich entgegen der vorinstanzlichen Einschätzung nicht straf-

mindernd aus. Auch kann der Beschuldigte aus dem Urteil 6B_1298/2016 vom 

27. April 2017 nichts zu seinen Gunsten ableiten. Der von der Vorinstanz zitier-

te Entscheid thematisiert eine Vorverurteilung durch die Medienberichterstat-

tung und ist nicht einschlägig. 

2.7. Unter Berücksichtigung aller für die Strafzumessung relevanten Kriterien 

erscheint eine Strafe im oberen Bereich des unteren Strafrahmendrittels als 

angemessen. Unter Berücksichtigung des Verschlechterungsverbots im Sinne 

von Art. 391 Abs. 2 StPO bleibt es bei der vorinstanzlichen Strafhöhe von 120 

Strafeinheiten. 

3. Wahl der Sanktionsart/Tagessatzhöhe/Fazit 

3.1. Bei der Wahl der Sanktionsart ist als wichtiges Kriterium die Zweckmäs-

sigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein 

soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 134 

IV 97 E. 4.2 S. 100 mit Hinweisen). Nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit 

soll nach konstanter Rechtsprechung bei alternativ zur Verfügung stehenden 

und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall 

-  25  - 

diejenige gewählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Be-

troffenen eingreift (BGE 138 IV 120 E. 5.2 S. 123; Urteil 6B_125/2018 vom 

14. Juni 2018 E. 1.3.2; je mit Hinweis). Für Strafen von weniger als sechs Mo-

naten ist grundsätzlich eine Geldstrafe auszusprechen (Art. 34 Abs. 1, Art. 40 

und 41 Abs. 1 aStGB). 

Die Vorinstanz hält fest, dass eine Geldstrafe weniger eingriffsintensiv ausfalle 

und hier als zweckmässig erscheine (Urk. 63 S. 43). Ihr ist unter Berücksichti-

gung des jungen Alters und der Vorstrafenlosigkeit des Beschuldigten sowie 

der Strafhöhe von 120 Strafeinheiten im Ergebnis beizupflichten. Im Übrigen 

wäre die Auferlegung einer Freiheitsstrafe anstatt einer Geldstrafe unter Nach-

achtung des Verschlechterungsverbots im Sinne von Art. 391 Abs. 2 StPO un-

zulässig. 

3.2. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen 

und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, na-

mentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Fami-

lien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 

Abs. 2 aStGB). Ausgangspunkt für die Bemessung bildet das Einkommen, das 

dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Was gesetzlich geschuldet 

ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, ist abzuziehen, so die laufen-

den Steuern, die Beiträge an die obligatorische Kranken- und Unfallversiche-

rung, sowie die notwendigen Berufsauslagen bzw. bei Selbständigerwerben-

den die branchenüblichen Geschäftsunkosten (im Einzelnen BGE 142 IV 315 

E. 5.3.2 ff. S. 320 ff. mit Hinweisen). 

Im Lichte der besagten Rechtsprechung und unter Berücksichtigung der wirt-

schaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten ist im Folgenden die Höhe des 

Tagessatzes festzusetzen. Der Beschuldigte lebt zusammen mit seiner Mutter. 

Seine Einkünfte beliefen sich bis August 2018 auf monatlich netto Fr. 2'410.–. 

Seine Anstellung bei der F._____ AG dauerte bis zum 17. August 2018, ne-

benbei arbeitete er noch als "Eventmanager" (Urk. 75/1). Ab Juli 2018 war er 

krankgeschrieben, danach wurde sein Vertrag nicht mehr verlängert. Zurzeit ist 

er zwar gesund, jedoch nicht arbeitstätig, er erzielt somit derzeit freiwillig kein 

-  26  - 

Einkommen. Ab Februar 2019 hat er eine Stelle am Flughafen in Aussicht. Die 

laufenden Kosten werden zurzeit allesamt von seiner Mutter übernommen, bei 

welcher er auch Schulden hat. Beim Beschuldigten ist zu berücksichtigen, dass 

er zwar momentan nahe dem Existenzminimum lebt, dies jedoch selbst zu ver-

antworten hat. Er ist ohne weiteres in der Lage, in Kürze wieder ein angemes-

senes Einkommen zu erzielen (vgl. zum Ganzen Prot. II S. 7-10).. Der von der 

Vorinstanz festgesetzte Tagessatz von Fr. 30.– ist somit zu bestätigen. 

3.3. Der Beschuldigte ist mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

zu bestrafen. 

4. Busse nach Art. 42 Abs. 4 StGB 

4.1. Die Staatsanwaltschaft beantragte vor Vorinstanz neben der Geldstrafe 

die Festsetzung einer Busse von Fr. 1'000.– (Urk. 35 S. 3) und im Berufungs-

verfahren die Bestätigung des vorinstanzlichen Entscheids und damit der Bus-

se von Fr. 900.– (Urk. 68). 

4.2. Für die Ausfällung einer Verbindungsbusse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB 

besteht mangels Schnittstellenproblematik kein Anlass (BGE 134 IV 1 E. 4.5 

S. 8), weshalb praxisgemäss davon abzusehen ist. 

 

V. Vollzug 

1. Nach dem hier anwendbaren Art. 42 Abs. 1 aStGB schiebt das Gericht den 

Vollzug einer Geldstrafe, von gemeinnütziger Arbeit oder einer Freiheitsstrafe von 

mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn 

eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Bege-

hung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Für den bedingten Vollzug 

nach Art. 42 Abs. 1 aStGB genügt das Fehlen einer ungünstigen Prognose, das 

heisst die Abwesenheit der Befürchtung, der Täter werde sich nicht bewähren 

(BGE 134 IV 1 E. 4.2.2 S. 5 f.). Die Prüfung der Bewährungsaussichten des Tä-

-  27  - 

ters ist anhand einer Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzuneh-

men (vgl. dazu im Einzelnen: BGE 134 IV 1 E. 4.2.1 S. 5 mit Hinweisen).  

2. Der Beschuldigte hat keine Vorstrafen und hat sich seit dem Vorfall vom 

1. Oktober 2016 wohl verhalten. Das vorliegende Strafverfahren dürfte ihn ge-

nügend beeindruckt haben. Deshalb ist nicht davon auszugehen, er werde in 

Zukunft erneut straffällig und sich nicht bewähren. Der Vollzug der Geldstrafe 

ist aufzuschieben und die Probezeit auf zwei Jahre festzusetzen.  

 

VI. Zivilansprüche 

1. Allgemeines 

Aufgrund des Schuldspruchs ist über die adhäsionsweise geltend gemachten 

zivilrechtlichen Ansprüche zu entscheiden (Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO). Die Vo-

raussetzungen betreffend den Anspruch auf Leistung von Schadenersatz und 

Genugtuung sowie die Bemessungskriterien dieser Leistungen finden sich im 

angefochtenen Urteil (Urk. 63 S. 46 ff.).  

2. Schadenersatz 

2.1. Der Privatkläger beantragte vor Vorinstanz Schadenersatz in der Höhe 

von Fr. 1'100.– nebst Zins von 5% seit 1. Oktober 2016. Ferner sei festzustel-

len, dass der Beschuldigte ihm gegenüber dem Grundsatze nach schadener-

satzpflichtig sei (Urk. 53 S. 2). 

2.2. Die Vorinstanz erwägt, der Privatkläger sei im Monat Oktober 2016 zu 

100% arbeitsunfähig gewesen. Aufgrund der Lohnfortzahlung im Umfang von 

80% belaufe sich der Schaden für den Privatkläger auf 20%, das heisst auf 

Fr. 900.–. Dieser sei zu 5% seit 1. Oktober 2016 respektive 24. Oktober 2016 

zu verzinsen. Da das Ausmass des Schadens nicht abschliessend bezifferbar 

sei, sei die grundsätzliche Schadenersatzpflicht des Beschuldigten festzustel-

len (Urk. 63 S. 47 f. und 54).  

-  28  - 

2.3. Der Privatkläger beantragte im Berufungsverfahren die Bestätigung der 

durch die Vorinstanz festgesetzten Entschädigungsregelung (Urk. 82 S. 2 und 

10 f.). 

Die Verteidigung beantragt, die Zivilforderungen seien vollumfänglich abzuwei-

sen und die von der Vorinstanz festgestellte grundsätzliche Schadenersatz-

pflicht sei aufzuheben (Urk. 81 S. 1 und 10). 

2.4. Da der vorinstanzliche Entscheid im Schuldpunkt zu bestätigen ist und die 

Voraussetzungen für eine Haftpflicht nach Art. 41 Abs. 1 OR gegeben sind, ist 

die vorinstanzliche Regelung zu übernehmen. Der Beschuldigte ist deshalb zu 

verpflichten, dem Privatkläger Fr. 900.– nebst Zins zu 5% seit 24. Oktober 

2016 (dem Zeitpunkt der Lohnauszahlung im reduzierten Umfang) zu bezah-

len. Im Mehrbetrag ist das Schadenersatzbegehren (betreffend Lohn Oktober 

2016) abzuweisen. Zusätzlich ist festzustellen, dass der Beschuldigte gegen-

über dem Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatz nach für 

weiteren Schaden schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des 

Umfangs des Schadenersatzanspruchs ist der Privatkläger auf den Weg des 

Zivilprozesses zu verweisen. 

3. Genugtuung 

3.1. Der Privatkläger beantragte vor Vorinstanz die Zusprechung einer Genug-

tuung von Fr. 10'000.– nebst Zins von 5% seit 1. Oktober 2016. Zur Begrün-

dung führte er insbesondere aus, der Beschuldigte habe eine rücksichtslose 

und sinnlose Gewalt an den Tag gelegt. Er habe in Kauf genommen, dass der 

Privatkläger bewusstlos mit dem Kopf auf den Boden aufschlage. Der Schlag 

gegen eine sehr sensible Körperstelle sei aus nichtigem Grund erfolgt. Die 

Verletzungen hätten zu einem fünftägigen Spitalaufenthalt geführt und der Pri-

vatkläger spüre noch heute die Verletzungsfolgen. Er habe Gefühlsschwan-

kungen in der Unterlippe, könne seinen Mund nach wie vor nicht ganz öffnen 

und habe einen Zahn, der nicht auf Kälte reagiere und bei dem eventuell eine 

Wurzelbehandlung erfolgen müsse. Zudem habe ihm ein Backenzahn entfernt 

werden müssen (Urk. 53 S. 2 und 10 ff.).  

-  29  - 

3.2. Die Vorinstanz erwägt, der Beschuldigte habe dem Privatkläger eine gros-

se seelische Unbill zugefügt und eine Genugtuung von Fr. 1'200.– erscheine 

dieser Unbill und dem Verschulden des Beschuldigten angemessen (Urk. 63 

S. 49 f.). 

3.3. Im Berufungsverfahren hielt der Vertreter des Privatklägers an der bean-

tragten Genugtuung von Fr. 10'000.– nebst Zins von 5% seit 1. Oktober 2016 

fest (Urk. 53 S. 2, Urk. 82 S. 1). Ergänzend zu seinen Ausführungen vor Vor-

instanz machte er geltend, diese habe die objektive Schwere des Delikts zwar 

als mittelschwer eingestuft, die Umstände bei der Bemessung der Genugtuung 

dann jedoch nicht hinreichend genugtuungserhöhend berücksichtigt (nichtiger 

Anlass, Schwere der Verletzung, besondere Rücksichtslosigkeit und Brutalität). 

Die Verteidigung beantragt, die Zivilforderungen seien vollumfänglich abzuwei-

sen (Urk. 81 S. 1 und 10). 

3.4. Auf die vom Privatkläger erlittenen Verletzungen wurde im Rahmen der 

Tatschwere eingegangen, worauf verwiesen werden kann (E. IV.2.1.). Soweit 

der Privatkläger unterstreicht, der Beschuldigte habe ihm einen wuchtigen 

Faustschlag versetzt und eventualvorsätzlich eine erhebliche Körperverletzung 

zugefügt, ist ihm beizupflichten. Zutreffend ist auch, wenn der Privatkläger den 

Grund des Schlags als nichtig bezeichnet. Das Vorgehen des Beschuldigten ist 

verwerflich und sein Verschulden sicher nicht mehr leicht. Die vom Rechtsver-

treter vorgebrachten Verletzungsfolgen beschrieb der Privatkläger noch über 

ein Jahr nach der Tat (Gefühlsschwankungen in der Unterlippe; kein oder nur 

schwaches Gefühl; Unmöglichkeit, den Mund ganz zu öffnen; Knackgeräusche 

beim Öffnen; Implantat anstelle des entfernten Backenzahns; eventuell Wur-

zelbehandlung; Urk. 6/2 S. 8). Es ist deshalb unzweifelhaft, dass der Privatklä-

ger durch die Verletzungen physisch belastet wurde. Dies folgt auch aus den 

Umständen, dass im Anschluss an die (unter Intubationsnarkose durchgeführ-

te) Operation ein fünftägiger stationärer Klinikaufenthalt folgte, mehrere Nach-

kontrollen nötig waren und rund ein halbes Jahr nach der Operation das Oste-

osynthesematerial abermals unter Intubations- und damit Vollnarkose wieder 

entfernt werden musste. Zudem war der Privatkläger während eines Monats 

-  30  - 

vollständig arbeitsunfähig. Auch durch die beschriebenen Symptome ist un-

zweifelhaft, dass der Privatkläger mindestens über ein Jahr lang täglich an den 

Vorfall erinnert wurde, was eine psychische Belastung mit sich bringt. Die Fol-

gen des Faustschlags waren für den Privatkläger in physischer sowie psychi-

scher Hinsicht jedenfalls schwer. Dem Privatkläger, der aufgrund des Vorfalls 

beim Feuer lediglich eine Entschuldigung einforderte, kann auch kein Selbst-

verschulden angelastet werden. Unter Berücksichtigung der genannten Um-

stände ist die Genugtuung auf Fr. 6'000.-- festzusetzen. Sie entspricht den 

Summen, wie sie von den Gerichten in vergleichbaren Fällen festgesetzt wor-

den sind. Der Beschuldigte ist deshalb zu verpflichten, dem Privatkläger eine 

Genugtuung in der Höhe von Fr. 6'000.– zuzüglich Zins zu 5% seit 1. Oktober 

2016 zu bezahlen. Im Mehrbetrag ist das Genugtuungsbegehren abzuweisen. 

 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Kosten- und Entschädigungsfolgen im erstinstanzlichen Verfahren 

1.1. Ausgangsgemäss sind die Kosten der Untersuchung und des erstinstanz-

lichen Gerichtsverfahrens dem Beschuldigten vollumfänglich aufzuerlegen, 

nachdem er schuldig zu sprechen ist (Art. 426 Abs. 1 StPO). Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung sind auf die Gerichtskasse zu nehmen. Eine allfällige 

Rückerstattungspflicht bleibt vorbehalten (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

1.2. Die Vorinstanz setzt die Entschädigung der amtlichen Verteidigung für das 

Vorverfahren und erstinstanzliche Verfahren auf insgesamt Fr. 6'692.65 fest 

(inkl. MwSt.). Die Höhe der Entschädigung ist unrichtig, nachdem die Vor-

instanz die Aufwendungen ab 19. Juni 2017 entschädigt, Rechtsanwalt 

X._____ aber erst ab 10. Oktober 2017 als amtlicher Verteidiger bestellt wurde 

(Urk. 26/16). Mit der so geregelten Entschädigung hat es sein Bewenden. Die 

erstinstanzliche Kostenfestsetzung und damit auch die Kosten der amtlichen 

Verteidigung blieben unangefochten und sind in Rechtskraft erwachsen.  

-  31  - 

1.3. Die Vorinstanz verpflichtet den Beschuldigten, dem Privatkläger für das 

Vorverfahren und erstinstanzliche Gerichtsverfahren eine reduzierte Prozess-

entschädigung von Fr. 4'675.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen. Diese Prozessent-

schädigung ist antragsgemäss zu bestätigen (Urk. 82 S. 11).  

2. Kosten- und Entschädigungsfolgen im Berufungsverfahren 

2.1. Die Verfahrenskosten sind auf Fr. 3'000.– zu veranschlagen (Art. 424 

Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 und § 14 der Gebührenverordnung 

des Obergerichts). Die Kosten im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien 

nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob 

eine Partei im Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, 

hängt davon ab, in welchem Ausmass ihre vor Beschwerdeinstanz bzw. Beru-

fungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden (THOMAS DOMEISEN, in: 

Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Bd. II, 2. Aufl. 2014, 

N. 6 zu Art. 428 StPO). 

2.2. Der Beschuldigte strebte mit seiner Berufung einen Freispruch an und un-

terliegt im Berufungsverfahren mit seinen Anträgen vollumfänglich. Der Privat-

kläger obsiegt im Strafpunkt und teilweise im Zivilpunkt. Dem Zivilpunkt kommt 

vorliegend jedoch keine vorrangige Bedeutung zu, zumal es sich bei der Fest-

setzung der Genugtuung um einen Ermessensentscheid handelt. Es rechtfer-

tigt sich, dem Beschuldigten die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Aus-

nahme der Kosten für die amtliche Verteidigung, aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 

StPO). Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren sind 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. Eine allfällige Rückerstattungspflicht bleibt 

vorbehalten (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

2.3. Der amtliche Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt X._____, reich-

te im Vorfeld der Berufungsverhandlung seine Honorarnote ein (Urk. 80/2). Der 

geltend gemachte Aufwand ist ausgewiesen und mit den Aufwendungen für die 

Berufungsverhandlung und die Nachbesprechung zu entschädigen. Die Ent-

schädigung für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten ist somit auf 

Fr. 5'100.–, inklusive Barauslagen und MwSt., festzusetzen. 

-  32  - 

2.4. Die Privatklägerschaft macht gegenüber dem Beschuldigten für ihre notwen-

digen Aufwendungen im Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von 

mindestens Fr. 2'135.30 (inkl. MwSt.) zuzüglich des Aufwands für die Teilnahme 

an der Berufungsverhandlung geltend. Dies erscheint angemessen, somit ist der 

Beschuldigte zu verpflichten, dem Privatkläger eine Prozessentschädigung von 

Fr. 3'700.– (inkl. MwSt.) zu bezahlen (Art. 436 Abs. 1 StPO in Verbindung mit 

Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO). 

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Meilen, Einzelge-

richt in Strafsachen, vom 7. Mai 2018 bezüglich der Dispositivziffer 7 (Kos-

tenfestsetzung) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB.  

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.  

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Schadenersatz 

von Fr. 900.– zuzüglich 5 % Zins seit 24. Oktober 2016 zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren (Lohn Oktober 2016) ab-

gewiesen.  

-  33  - 

Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach für weiteren 

Schaden schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schaden-

ersatzanspruches wird der Privatkläger B._____ auf den Weg des Zivilpro-

zesses verwiesen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 6'000.– zu-

züglich 5 % Zins seit 1. Oktober 2016 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.  

6. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens, 

mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Be-

schuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das erstin-

stanzliche Verfahren werden auf die Gerichtskasse genommen. Die Rück-

zahlungspflicht des Beschuldigten bleibt vorbehalten.  

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 5'100.–   amtliche Verteidigung 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen. Die 

Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt vorbehalten. 

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ für die Unter-

suchung und das erstinstanzliche Verfahren eine Prozessentschädigung von 

Fr. 4'675.– zu bezahlen. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ für das Beru-

fungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'700.– zu bezahlen.  

-  34  - 

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  
− den Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des 

Privatklägers B._____ (übergeben) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− den Vertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des 

Privatklägers B._____ 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.  

12. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des 

Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichts-

gesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen  

-  35  - 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Strafkammer 
 
 

Zürich, 18. Dezember 2018 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 

 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Aardoom 
 

 

 

	Urteil vom 18. Dezember 2018
	Urteil der Vorinstanz:
	Berufungsanträge:
	1. Es sei der Beschuldigte vom Vorhalt der einfachen Körperverletzung freizusprechen.
	2. Es seien sämtliche Zivilansprüche abzuweisen; eventualiter seien die Zivilansprüche auf den Zivilweg zu verweisen.
	3. Die Kosten des Verfahrens inkl. die Kosten der amtliche Verteidigung seinen definitiv auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	I. Prozessgeschichte, Berufungsumfang
	II. Sachverhalt
	III. Rechtliche Würdigung
	IV. Strafzumessung
	V. Vollzug
	VI. Zivilansprüche
	VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

	Es wird beschlossen:
	Es wird erkannt: