# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0846a443-0077-5c6c-9de1-c6b9e520f19f
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-13
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2012
**Docket/Reference:** ST.2019.89
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-st.2019.89-1588772569.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 ST.2019.89 

Entscheid 

13. August 2019 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Micheline Roth und Gerichtsschreiber Benjamin Briner 

A ,    

vertreten durch RA lic.iur. B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrent,  

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2012 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Der in der Gemeinde C (SZ) wohnhafte A (nachfolgend der Pflichtige) war 

als Eigentümer der Liegenschaft ...weg 7, in der zürcherischen Gemeinde D, im Steu-

erjahr  2012  im  Kanton  Zürich  beschränkt  steuerpflichtig.  In  der  Steuererklärung  2012 

vom 25. August 2014 deklarierte er bezüglich der im Kanton Zürich gelegenen Liegen-

schaft ein steuerbares Einkommen von Fr. 50'944.-. Unter anderem machte er ein Ei-

genhonorar  –  Verwaltung der  Liegenschaft  samt  entsprechender  Fahrspesen  –  sowie 

Unterhalts-  und  Verwaltungskosten  in  Höhe  von  insgesamt  Fr. 137'622.-  geltend.  Mit 

Einschätzungsentscheid  vom  13. November  2017  schätzte  das  kantonale  Steueramt 

den Pflichtigen für die Staats- und Gemeindesteuern 2012 mit einem steuerbaren Ein-

kommen  von  Fr. 100'300.-  (satzbestimmend  Fr. 111'900.-)  und  einem  steuerbaren 

Vermögen  von  Fr. 1'548'000.-  (satzbestimmend  Fr. 1'684'000.-)  ein.  Dabei  korrigierte 

es u.a. die geltend gemachten Liegenschaftsunterhaltskosten und liess nur Kosten von 

Fr. 78'690.- zum Abzug zu.  

B. In seiner Einsprache vom 21. Dezember 2017 liess der Pflichtige beantra-

gen, deklarationsmässig eingeschätzt zu werden. Des Weiteren machte er verschiede-

ne Ausführungen über seine Steuerpflichten in seinem Wohnkanton Schwyz, das Vor-

gehen der Steuerverwaltung des Kantons Schwyz sowie die Auswirkungen seiner Ein-

schätzungen im Kanton Schwyz auf den Kanton Zürich. 

Mit  Einspracheentscheid  vom  4. April  2019  wurde  der  Pflichtige  mit  einem 

steuerbaren  Einkommen  von  Fr. 106'700.-  (satzbestimmend  Fr. 118'400.-)  und  einem 

steuerbaren  Vermögen  von  Fr. 1'548'000.-  (satzbestimmend  Fr. 1'684'000.-)  einge-

schätzt.  Die  Unterhaltsaufwendungen  des  Pflichtigen  betreffend  die  Restauration  von 

Möbeln sowie die durch den Pflichtigen ausgeübten Verwaltungsarbeiten samt der da-

mit  verbundenen  Fahr- und Transporten  wurden  weiterhin  nicht  steuermindernd  aner-

kannt.  

C.  Am  13. Mai  2019  erhob  der  Pflichtige  Rekurs  und  liess  beantragen,  den 

Einspracheentscheid vom 4. April 2019 aufzuheben und es sei die definitive Steuerein-

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schätzung  2012  des  Kantons  Schwyz  vom  30. Mai  2017  für  beachtlich  zu  erklären. 

Eventualiter sei der Entscheid aufzuheben und zur neuen Entscheidung an die Steuer-

verwaltung des Kanton Zürich zurückzuweisen. Zudem seien die Verfahrenskosten auf 

die  Staatskasse  zu  nehmen  und  dem  Pflichtigen  eine  Parteientschädigung  zuzuspre-

chen. 

Unter  Verweis  auf  den  Einspracheentscheid  vom  4. April  2019  sowie  auf  die 

Entscheide  des  Steuerrekursgerichts  vom  13. November  2018  (2  ST.2016.267)  und 

des  Verwaltungsgerichts  vom  17. April  2019  (SB.2018.00139)  –  ebenfalls  betreffend 

den Pflichtigen in gleicher Sache betreffend das Steuerjahr 2011 – beantragte das kan-

tonale Steueramt den Rekurs abzuweisen. 

Auf die weiteren Parteivorbringen wird – soweit rechtserheblich – in den nach-

folgenden Erwägungen eingegangen. 

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss § 130 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) verjährt das 

Recht, eine Steuer zu veranlagen, fünf Jahre nach Ablauf der Steuerperiode. Die Ver-

jährung  beginnt  nicht  oder  steht  still  während  eines  Einsprache-,  Beschwerde-  oder 

Revisionsverfahrens (Abs. 2 lit. a). Die Verjährung beginnt sodann neu mit jeder auf die 

Feststellung oder Geltendmachung der Steuerforderung gerichteten Amtshandlung, die 

einem  Steuerpflichtigen  oder  Mithaftenden  zur  Kenntnis  gebracht  wird  (Abs. 3  lit. a). 

Das Recht, eine Steuer zu veranlagen, ist 15 Jahre nach Ablauf der Steuerperiode auf 

jeden Fall verjährt (Abs. 4).  

b) Zu den Amtshandlungen gemäss § 130 Abs. 3 lit. a StG gehören alle Hand-

lungen, welche auf Fortführung des Verfahrens gerichtet sind. In Betracht kommt etwa 

ein  Schreiben  der  Veranlagungsbehörde  an  die  steuerpflichtige  Person,  mit  welchem 

Unterlagen  für  die  Veranlagung  eingefordert  werden  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3. A.,  2013,  § 130  N 16  StG).  Die  Unterbre-

chungshandlung  muss  von  der  Behörde  vorgenommen  werden,  welche  zur  Feststel-

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lung  oder  Geltendmachung  der  Steuerforderung  zuständig  ist.  Die  Unterbrechungs-

gründe bewirken, dass die relative Verjährungsfrist von fünf Jahren wieder neu zu lau-

fen beginnt. 

c)  Hat  die  steuerpflichtige  Person  einen  Vertreter  bestellt  und  wurde  die  Be-

vollmächtigung  gegenüber  den  Steuerbehörden  kundgetan,  so  muss  die  Zustellung 

seitens  des  Steueramts  an  den  Vertreter  erfolgen,  damit  sie  rechtswirksam  ist;  die 

Steuerbehörde ist zur Zustellung an den Vertreter verpflichtet, sofern und solange das 

Vertretungsverhältnis  der  Behörde  bekannt  ist,  § 127  StG.  Ist  die  Zustellung  nicht 

(richtigerweise)  an  den  Vertreter,  sondern  (fälschlicherweise)  an  die  steuerpflichtige 

Person selbst erfolgt, so erweist sich die Zustellung regelmässig nicht als nichtig. Viel-

mehr  gilt  der  Rechtsgrundsatz,  dass  dem  Betroffenen  aus  einer  mangelhaften  Eröff-

nung  kein  Nachteil  erwachsen  darf  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 127  N 20  mit 

weiteren Nachweisen). 

2. a) Der Pflichtige lässt geltend machen, dass das Recht zur Steuerveranla-

gung für das Jahr 2012 verjährt sei, da entgegen den Ausführungen im Einspracheent-

scheid vom 4. April 2019 die Verjährung nicht unterbrochen worden sei. Insbesondere 

sei  weder  dem  Pflichtigen  selber  noch  seinem  –  dem  Steuerkommissär  bekannten  – 

Vertreter, Rechtsanwalt B, etwas zugestellt worden. 

b) aa) Das Recht zur Veranlagung für die Steuerperiode 2012 verjährte vorlie-

gend  am  31. Dezember  2017. Jedoch  teilte  der  Steuerkommissär  dem  Pflichtigen  am 

25. Oktober 2017 mittels eines eingeschriebenen Briefes mit, dass an der Steuerforde-

rung  nach  wie  vor  festgehalten  und  weiterhin  eine  Einschätzung  angestrebt  werde. 

Dieses Schreiben wurde dem Pflichtigen auch zugestellt, denn am 3. November 2017 

meldete  die  Post  dem  kantonalen  Steueramt,  dass  die  Sendung  aufgrund  eines  Auf-

trags  des  Pflichtigen  noch  nicht  zugestellt  werden  konnte  und  vielleicht  noch  längere 

Zeit, höchstens 2 Monate, bei der Post lagern werde. Bereits am 13. November 2017 

erfolgte  jedoch  die  Einschätzung  der  Steuerperiode  2012,  was  gemäss  § 130  Abs. 3 

lit. a StG einen Unterbruch der fünfjährigen Verjährungsfrist zur Folge hatte. Diese Ein-

schätzung wurde dem Pflichtigen ebenfalls eingeschrieben zugestellt. 

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Richtig  ist,  dass  sowohl  das  Schreiben  vom  25. Oktober  2017  als  auch  die 

Einschätzung  vom  13. November  2017  dem  Pflichtigen  und  nicht  dem  Vertreter 

Rechtsanwalt B zugestellt worden sind. Vorliegend ist jedoch unerheblich, dass diese 

Zustellungen  nicht  ordnungsgemäss  an  den  Vertreter  des  Pflichtigen  erfolgten,  da 

durch  die  fristgerechte  Einspracheerhebung  des  Vertreters  des  Pflichtigen  am 

21. Dezember 2017 gemäss § 130 Abs. 2 lit. a StG ein Stillstand der Veranlagungsfrist 

eingetreten  ist.  Offensichtlich  erhielt  der  Vertreter  des  Pflichtigen  damit  (rechtzeitig) 

Kenntnis vom Einschätzungsentscheid vom 13. November 2017, so dass der Pflichtige 

durch  die  mangelhafte  Zustellung  des  Einschätzungsentscheids  keine  Nachteile  erlitt. 

Damit ist der Einrede der Veranlagungsverjährung der Steuerperiode 2012 nicht statt-

zugeben. 

3.  Voraussetzung  zur  Einsprache-,  Rekurs-  und  Beschwerdeerhebung  in 

Steuersachen ist ein rechtliches Interesse). Fehlt es an einem schutzwürdigen Anfech-

tungsinteresse (sog. Beschwer), so ist auf das Rechtsmittel insoweit nicht einzutreten. 

Mithin  ist  zum  Rechtsmittel  nur  berechtigt,  wer  durch  einen  mit  diesen  Rechtsmitteln 

anfechtbaren  Entscheid  beschwert  ist,  d.h.  in  seinen  Rechten  betroffen  wird.  Dabei 

kommt  es allein auf  die Auswirkungen  des  Entscheiddispositivs  an.  Allein  dieses  ent-

hält  nämlich  den  rechtsverbindlichen  und  der  Rechtskraft  zugänglichen  materiellen 

Entscheid,  nicht  die  hierzu  gegebene  Begründung.  Aus  diesem  Grund  können  Ent-

scheide nach ständiger Rechtsprechung nur bezüglich ihres Dispositivs (einschliesslich 

der  Kosten-  und  Entschädigungsregelung)  angefochten  werden.  Die  Motive  des  Ent-

scheids können nicht selbstständig als falsch gerügt werden, sondern lediglich in Ver-

bindung mit einem Begehren auf Änderung des Dispositivs (RB 2001 Nr. 106 mit weite-

ren Hinweisen; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 140 N 12 ff. StG mit weiteren Hinwei-

sen) 

4. a)  Der  Pflichtige  lässt  ausführen,  dass  der  Steuerkommissär für  die  verzö-

gerte  Steuerveranlagung  im  Kanton  Schwyz  verantwortlich  sei  und  führt  dazu  Ver-

schiedenes  aus.  Einen  Antrag,  das  Dispositiv  des  Einspracheentscheids  betreffend 

Staats-  und  Gemeindesteuern  2012  vom  4. April  2019  und  insbesondere  die  festge-

setzten  Steuerfaktoren  zu  ändern,  stellt  der  Pflichtige  nicht.  Damit  fehlt  es  ihm  an  ei-

nem schutzwürdigen Interesse. 

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Auf diesen Antrag ist daher nicht einzutreten. 

b)  Nicht  nachvollziehbar  und  ebenfalls  nicht  mit  einem  Antrag  zur  Änderung 

des  Dispositivs  des  Einspracheentscheids  betreffend  Staats-  und  Gemeindesteuern 

2012 vom 4. April 2019 verbunden sind die Ausführungen zu den Anträgen des Pflich-

tigen im Einschätzungsverfahren. Auch darauf ist nicht einzutreten. 

c) Ebenfalls nicht einzutreten ist auf die Ausführungen des Pflichtigen über die 

Zuständigkeit  der  Steuerverwaltung  des  Kantons  Schwyz  betreffend  Steuerveranla-

gung und Erstellung der Internationalen Steuerausscheidung sowie die Verbindlichkeit 

der  Steuerveranlagungen  des  Kantons  Schwyz  für  den  Kanton  Zürich  betreffend  die 

vorliegend  strittige  Veranlagung  der  Steuerperiode  2012.  Auch  diesbezüglich  fehlt  es 

an  einem  Antrag  zur  Änderung  des  Dispositivs  des  Einspracheentscheids  betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2012 vom 4. April 2019. Zudem fügt der Pflichtige dies-

bezüglich auch an, dass diese Ausführungen "Gegenstand eines späteren Verfahrens 

sein" werden und nur nachweisen sollen, dass der Steuerkommissär gesetzwidrig ge-

handelt habe.  

5. a)  Natürliche  Personen  sind  aufgrund  persönlicher  Zugehörigkeit  steuer-

pflichtig,  wenn  sie  ihren  steuerrechtlichen  Wohnsitz  im  Kanton  haben  oder  wenn  sie 

sich  im  Kanton  ungeachtet  vorübergehender  Unterbrechung,  bei  Ausübung  einer  Er-

werbstätigkeit  während  mindestens  30  Tagen,  ohne  Ausübung  einer  Erwerbstätigkeit 

während mindestens  90 Tagen  aufhalten  (§ 3  Abs. 1  StG).  Natürliche  Personen  ohne 

steuerrechtlichen  Wohnsitz  oder  Aufenthalt  im  Kanton  sind  aufgrund  wirtschaftlicher 

Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie im Kanton Geschäftsbetriebe oder Betriebsstät-

ten  unterhalten,  Grundstücke  besitzen,  nutzen,  vermitteln  oder  damit  handeln  (§ 4 

Abs. 1  StG).  Diese gesetzliche  Ordnung deckt sich mit  den  bundesrechtlichen Vorga-

ben  von  Art. 3  und  Art. 4  des  Bundesgesetzes  über  die  Harmonisierung  der  direkten 

Steuern der Kantone und Gemeinden vom 14. Dezember 1990 (StHG). 

b) Steuerpflichtige, die im Kanton Zürich nur für einen Teil ihres Einkommens 

und Vermögens steuerpflichtig sind, entrichten die Steuern für die im Kanton steuerba-

ren  Werte  nach  dem  Steuersatz,  der  ihrem  gesamten  weltweiten  Einkommen  und 

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Vermögen  entspricht,  steuerfreie  Beträge  werden  ihnen  anteilsmässig  gewährt  (§ 6 

Abs. 1  StG).  Mit  diesem  sog.  Progressionsvorbehalt  soll  vermieden  werden,  dass 

Steuerpflichtige,  die  für  Teile  ihres  Einkommens  und  Vermögens  in  verschiedenen 

Kantonen  steuerpflichtige  sind,  steuerlich  besser  fahren,  als  jene  Steuerpflichtige,  die 

ihr gesamtes Einkommen und Vermögen in einem einzigen Kanton zur versteuern ha-

ben  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 6  N 10  StG).  Zur  Vermeidung  einer  Doppelbe-

steuerung ist bei Steuerpflichtigen, die für Teile ihres Einkommens und Vermögens in 

verschiedenen  Kantonen  steuerpflichtig sind,  eine  interkantonale  Steuerausscheidung 

nach den Grundsätzen des Bundesrechts über das Verbot der interkantonalen Doppel-

besteuerung vorzunehmen (§ 5 Abs. 3 StG).  

c)  Gegenstand  und  Umfang  der  steuerbaren  Einkünfte,  Abzüge  und  Vermö-

genswerte wie auch die Festlegung dessen, was von der hiesigen Steuerpflicht ausge-

nommen ist und zu welchem Steuersatz das steuerbare Substrat im Kanton Zürich be-

steuert  wird,  richten  sich  vorliegend  nach  dem  Zürcher  Steuergesetz  und  nicht  nach 

schwyzerischem  Recht  (Roman  Sieber,  in:  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuer-

recht, Interkantonales Steuerrecht, 2011, § 25 N 16 in fine; Höhn/Mäusli, Interkantona-

les  Steuerrecht,  4. A.,  2000,  § 21  N 7a;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 5  N 37  und 

§ 6  N 7  StG).  Der  Kanton  Zürich  berechnet  das  gesamte  steuerbare  Vermögen  und 

Einkommen so, als ob die steuerpflichtige Person ganz der zürcherischen Steuerhoheit 

unterstände  und  besteuert  davon  die  Quote,  welche  ihm  die  bundesrechtlichen  Aus-

scheidungsregeln  zuweisen.  Die  Steuerhoheit  des  Kantons  Zürich,  welcher  Personen 

mit Wohnsitz oder wirtschaftlichen Anknüpfungspunkten im Kanton Zürich unterworfen 

sind,  findet  ihre  Grenze  einzig  aufgrund  des  Verbots  der  Doppelbesteuerung  gemäss 

Art. 127  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  (BV) 

vom 18. April 1999 (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Vorbemerkungen zu §§ 3 - 15 N 6 

StG).  Grundsätzlich  ist  aber  festzuhalten,  dass  kein  Verstoss  gegen  das  Doppelbe-

steuerungsverbot  vorliegt,  wenn  das  auf  den  Kanton  Zürich  entfallende  Einkommen 

und Vermögen nach dem Steuersatz des gesamten Einkommens und Vermögens be-

steuert wird (sog. Progressionsvorbehalt).  

d) Hat ein Steuerpflichtiger in mehreren Kantonen ein Steuerdomizil, so ist die 

Steuerbehörde des Wohnsitzkantons gemäss Art. 39 Abs. 2 Satz 2 StHG gehalten, der 

Behörde  des  anderen  Kantons  von  der  Steuererklärung  und  der  Veranlagung  Mittei-

lung  zu  machen.  Damit  wird  erreicht,  dass  der  Steuerpflichtige  in  Steuerausschei-

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dungsfällen  nur  noch  eine  Steuererklärung  an  seinem  Hauptsteuerdomizil  abzugeben 

braucht  (Zweifel/Hunziker,  in  Kommentar  zum  Schweizerischen  Steuerrecht,  Bundes-

gesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden, 

3. A.,  2017,  Art. 39  N 26  StHG).  Dennoch  wird  auch  in  diesem  Kanton  ein  Veranla-

gungsverfahren  nach  dem  jeweiligen  kantonalen  Verfahrensrecht  durchgeführt  (Art. 2 

Abs. 1  und  4  der  Verordnung  über  die  Anwendung  des  Steuerharmonisierungsgeset-

zes  im  interkantonalen  Verhältnis  vom  9. März  2001  [VO  StHG]).  Die  Steuerbehörde 

des  Wohnsitz-  oder  des  Sitzkantons  teilt  den  Steuerbehörden  der  anderen  Kantone 

ihre  Steuerveranlagung,  einschliesslich  der  interkantonalen  Steuerausscheidung  und 

allfällige Abweichungen gegenüber der Steuererklärung kostenlos mit (Art. 2 Abs. 3 VO 

StHG).  Aufgrund  dieser  Meldepflicht  erhält  der  Wohnsitzkanton  im  Verhältnis  zu  den 

Nebensteuerdomizilkantonen  faktisch  eine  Führungsrolle  (BGE 142  II  182  E. 3.2.3; 

VGr,  2. Dezember  2015,  SB.2015.00021,  E. 3.2,  www.vgrzh.ch;  KS-SSK  Nr. 16  vom 

31. August 2001). Entgegen der Auffassung des Pflichtigen verhält es sich jedoch nicht 

so, dass der Nebensteuerdomizilkanton die Veranlagung des Hauptsteuerdomizils ab-

zuwarten hätte (VGr, 2. Dezember 2015, SB.2015.00021, E. 3.3 ff., www.vgrzh.ch). 

e) Nach dem Gesagten ist daher der Liegenschaftenkanton befugt, ein Veran-

lagungsverfahren nach seinem Recht durchzuführen und dieses mit einem Steuerent-

scheid  abzuschliessen.  Es  gelten  dabei  für  beschränkt  steuerpflichtige  Personen  ge-

nau die gleichen Verfahrensrechte und -pflichten wie für unbeschränkt steuerpflichtige 

Personen.  Ebenso  nimmt  jeder  beteiligte  Kanton  die  Steuerveranlagung  nach  seinen 

eigenen materiellen gesetzlichen Bestimmungen und seiner eigenen Steuerpraxis vor. 

Trotz Steuerharmonisierung gibt es diesbezüglich unter den Kantonen noch zahlreiche 

Divergenzen  (z.B.  Bewertung  von  Liegenschaften,  Eigenmietwertbesteuerung,  Pau-

schalsätze für Abzüge, Sozialabzüge usw.). 

Sowohl  der  Einschätzungsentscheid  vom  28. November  2018  als  auch  der 

Einspracheentscheid  vom  4. April  2019  wurden  damit  korrekterweise  vom  kantonalen 

Steueramt entschieden. Der Antrag des Pflichtigen, allein auf den Entscheid des Kan-

tons Schwyz vom 30. Mai 2017 abzustellen, ist damit abzuweisen. 

6. a)  Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  sind  unter  Unterhaltskosten  Aufwen-

dungen zu verstehen, deren Ziel nicht die Schaffung neuer, sondern die Erhaltung bis-

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heriger Werte ist und die in längeren oder kürzeren Zeitabständen wiederkehren (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 36 ff. StG). Dazu gehören insbesondere die Kosten, 

die  der  Instandhaltung  des  Grundstücks  oder  seiner  Instandstellung  dienen,  d.h.  der 

Nachholung  unterbliebener  Instandhaltung,  § 30  Abs. 2  StG  (VGr,  22. April  1986  = 

StE 1987  B 44.13.1  Nr. 1;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 30  N 40  ff.  StG),  so  dass 

das Grundstück weiterhin – allenfalls "modernisiert" – seinen bisherigen Verwendungs-

zweck erfüllen kann. Nicht abzugsfähig sind dagegen all jene Aufwendungen, die sich 

als  Lebenshaltungskosten  erweisen  (§ 33  lit. a  StG).  Dies  ist  dann  der  Fall,  wenn  sie 

weder dem Unterhalt noch der Schaffung liegenschaftlicher Werte, sondern einzig der 

Befriedigung  persönlicher  Bedürfnisse  und  Neigungen  eines  Steuerpflichtigen  dienen 

und  damit  Einkommensverwendung  darstellen  (Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG, 

I. Teil, Art. 1 - 48 DBG, 2001, Art. 34 N 4; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter § 30 N 65). 

b) Besorgt eine steuerpflichtige Person die Verwaltung ihres (beweglichen wie 

unbeweglichen)  Vermögens  selbst,  kann  sie  dafür  keinen  Abzug  beanspruchen. 

Nur Drittkosten sind abzugsfähig (§ 30 Abs. 1 und 2 StG). Somit können Eigenleistun-

gen  nicht  steuermindernd  geltend  gemacht  werden  (StRG,  16. Dezember  2016, 

2 DB.2016.155/2 ST.2016.183, E. 2 und 4.b; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 13 

und N 108 StG). Dies ist auch im Merkblatt des kantonalen Steueramts über die steu-

erliche Abzugsfähigkeit von Kosten für den Unterhalt und die Verwaltung von Liegen-

schaften  vom  13. November  2009  (ZStB Nr. 18/821;  im  Folgenden  Merkblatt)  aus-

drücklich festgehalten. 

c) Sind Unterhaltsleistungen, die ein Eigentümer selber für seine Liegenschaft 

erbracht hat, nach dem in E. 6 a+b Gesagten nicht abzugsfähig, so gilt dies grundsätz-

lich auch für die mit der Erbringung dieser Unterhaltsleistungen zusammenhängenden 

weiteren Unkosten. Nimmt ein Eigentümer nämlich die Unterhaltsleistungen selber vor 

oder beteiligt er sich an solchen, die durch Drittpersonen ausgeführt werden, so kann 

er  zwar  das  hierfür  erforderliche  Material  als  Unterhalt  geltend  machen,  nicht  jedoch 

damit  verbundene  weitere  Aufwendungen,  wie  z.B.  eigene  Fahrspesen  (StRG, 

16. Dezember 2016, 2 DB.2016.155/2 ST.2016.183, E. 4.b). In keiner Weise sind Fahr-

ten für Bemusterung oder solche zur Bank bzw. Post zwecks Bezahlung von Rechnun-

gen als Aufwendungen zu berücksichtigen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 30 N 13, 

65, 108 StG).  

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7. a)  Festzuhalten  ist  zunächst,  dass  der  Pflichtige entsprechend  den  obigen 

Erwägungen für die Selbstverwaltung der Liegenschaft ...weg 7 in D weder ein Eigen-

honorar geltend machen kann noch die weiteren, durch ihn selber erbrachten Leistun-

gen  in  Zusammenhang  mit  dem  Unterhalt  der  Liegenschaft,  wie  Fahrtkosten  für  die 

Beschaffung von Baumaterialien, zur Post etc., steuermindernd berücksichtigt werden 

können.  

b) Entgegen  den  Ausführungen  des  Pflichtigen  wurden  die  von  ihm  geltend

gemachten Kosten in Höhe von Fr. 25'994.- für Transporte zur Beschaffung oder Ver-

sendung von Sachen für den Liegenschaftsunterhalt in der vorliegenden Veranlagung 

nicht  nach  pflichtgemässem  Ermessen  geschätzt.  Vielmehr  wurde  dieser  Aufwand  im 

Einschätzungsentscheid  vom  13. November  2017  und  im  Einspracheentscheid  vom 

4. April  2019  überhaupt  nicht  steuermindernd  berücksichtigt.  Diesem  Vorgehen  ist  in

Übereinstimmung  mit  der  Rechtsprechung  (vgl.  E. 6  a-c)  ebenfalls  zuzustimmen. 

Zudem 

ist  der  Pflichtige  auf  die  Entscheide  des  Steuerrekursgerichts  vom 

13. November 2018 (2 ST.2018.267) und des Verwaltungsgerichts vom 17. April 2019

(SB.2018.00139) zu verweisen. 

c) Im Veranlagungsentscheid vom 13. November 2017 und im Einspracheent-

scheid  vom  4. April  2019  anerkannte  der  Steuerkommissär  die  vom  Pflichtigen  in  der 

Steuererklärung  vom  25. August  2014  geltend  gemachten  Unterhalts-  und  Verwal-

tungskosten  in  Höhe  von  Fr. 137'622.-  mit  Ausnahme  der  Transportkosten  von 

Fr. 25'994.-, der Aufwendungen für Mobiliar von Fr. 7'321.- und einem Aufwand für die 

Verwaltung von Privatvermögen durch Dritte von Fr. 25'617.-, womit im Ergebnis Kos-

ten von Fr. 78'690.- berücksichtigt wurden. 

d) aa)  Mit  Bezug  auf  die  Kosten  für  die  Restaurierung  von  Gemälden  und

Mobiliar bringt der Pflichtige vor, dass es sich um Kosten für die Behebung von Schä-

den  gehandelt  habe,  die  bei  den  Bauarbeiten  in  Zusammenhang  mit  dem  Um-

bau/Anbau der Liegenschaft ...weg 7 entstanden seien. Dazu reicht er drei Empfangs-

scheine ein betreffend zwei Zahlungen an die Schreinerei E in Höhe von Fr. 3'662.50 

und Fr. 3'500.- sowie eine Zahlung an die F AG in Höhe von Fr. 158.75. Die durch die 

Schreinerei E ausgeführten Arbeiten seien auch bei den Veranlagungen in den Vorjah-

ren immer steuermindernd berücksichtigt worden. 

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bb)  Frühere  Steuereinschätzungen  sind  für  die  Steuerbehörde  nicht  verbind-

lich und begründen keine Vertrauensgrundlage des Steuerpflichtigen für künftige Steu-

erperioden. Die Steuerbehörde hat die Steuererklärung in jeder Steuerperiode neu zu 

prüfen und darf die Einschätzung ohne Rücksicht auf vorgängige, allenfalls unrichtige 

Veranlagungen vornehmen (BGr, 31. Juli 2017, 2C_99/2017, E. 3.3.5). 

cc)  Ferner  wurde  durch  den  Pflichtigen  nicht  substanziiert  nachgewiesen, 

dass es sich bei den durch die Schreinerei E und die F AG durchgeführten Arbeiten um 

Unterhaltsaufwendungen  gemäss  §  30  Abs.  2  StG  gehandelt  hat.  Zum  einen  handelt 

es sich bei E um einen "Antikschreiner", welcher sich auf die Restauration und Erhal-

tung  von  Antiquitäten  spezialisiert  hat,  was  eher  dafür  spricht,  dass  es  sich  um  Le-

benshaltungskosten gehandelt hat, zum anderen wäre es ohnehin fraglich, ob Restau-

rationskosten für Mobilien liegenschaftliche Werte darstellen und als Unterhaltskosten 

gemäss  § 30  Abs. 2  StG  anerkannt  werden  können  (vgl.  Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter, § 30 N 38 StG). 

e)  Nicht  nachvollziehbar  ist  im  Übrigen,  welche  weiteren  Aufwendungen  der 

Pflichtige mit seinen weitschweifigen Ausführungen in Ziff. 13 seiner Rekursschrift gel-

tend machen möchte. Wie bereits in E. 6 dargelegt, können sämtliche Eigenleistungen 

des  Pflichtigen  in  Zusammenhang  mit  den  Unterhaltsarbeiten  an  der  Liegenschaft 

...weg 7 nicht steuermindernd berücksichtigt werden.  

8. Diese  Erwägungen  führen  zur  Abweisung  des  Rekurses.  Die  Kosten  des 

Verfahrens  sind  ausgangsgemäss  dem  Pflichtigen  aufzuerlegen  (§ 151  Abs. 1  StG), 

und es ist ihm keine Parteientschädigung zuzusprechen (§ 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 

des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959). 

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

[…] 

2 ST.2019.89