# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd2cdb78-6f76-5bd6-a5c4-a9dd8301c9e0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.09.2023 720 2023 27 / 202 (720 23 27 / 202)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2023-27---202_2023-09-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. September 2023 (720 23 27 / 202) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung  

 

 

Beurteilung, ob eine Reinigung im Intimbereich eine Teilfunktion der Lebensverrichtung 

"Notdurft" darstellt; Prüfung, ob eine Dritthilfe bei der Wohnungspflege im Rahmen der 

lebenspraktischen Begleitung gemäss Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV notwendig ist. 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Daniel Altermatt, 
Rechtsanwalt, Neuarlesheimerstrasse 15, Postfach 435, 4143 Dor-
nach 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Hilflosenentschädigung  

 
 
 
A. Die 1974 geborene A.____ arbeitete vom 1. August 2006 bis 18. April 2018 als schuli-
sche Heilpädagogin im B.____, wobei sie ihr anfängliches 100%-Arbeitspensum per 1. August 
2015 gesundheitsbedingt auf 80 % reduzierte. Mit Gesuch vom 14. Juli 2015 meldete sie sich bei 
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärung der 

 

 
 
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gesundheitlichen und erwerblichen Verhältnisse lehnte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
mit Verfügung vom 15. Juli 2016 einen Rentenanspruch von A.____ mangels rentenbegründen-
der Erwerbsunfähigkeit ab.  
 
B. Am 30. September 2016 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle aufgrund einer Ver-
schlechterung ihres Gesundheitszustandes erneut um Ausrichtung von IV-Leistungen. Mit Verfü-
gung vom 28. November 2019 sprach die IV-Stelle der Versicherten für den Zeitraum vom 1. März 
2017 bis 31. Oktober 2017 eine Viertelsrente, vom 1. November 2017 bis 30. November 2017 
eine ganze Rente, vom 1. Dezember 2017 bis 28. Februar 2018 eine Dreiviertelsrente, vom 
1. März 2018 bis 30. Juni 2018 eine Viertelsrente und ab 1. Juli 2018 eine unbefristete ganze 
Invalidenrente zu.  
 
C. Im Zusammenhang mit der wegen ihrer Leukämieerkrankung durchgeführten Chemo-
therapie ersuchte die Versicherte am 3. Mai 2018 um Kostengutsprache für eine Perücke bei 
Haarausfall. Mit Mitteilung vom 14. Mai 2018 wurde dieses Gesuch gutgeheissen. Auch für das 
Gesuch vom 14. Oktober 2018, mit welchem die Versicherte einen Handlauf für die Bewältigung 
der Stockwerke in ihrer Mietwohnung beantragte, und für das Gesuch vom 27. März 2019 betref-
fend Badewannenlift erteilte die IV-Stelle am 2. November 2018 bzw. am 29. April 2019 Kosten-
gutsprachen. Schliesslich übernahm die IV-Stelle auch die Kosten für einen Haltegriff im Bade-
zimmer (vgl. Verfügung vom 11. November 2021) und für ein Elektromobil (vgl. Verfügung vom 
23. November 2021).  
 
D. Mit Gesuch vom 14. Mai 2019 bat die Versicherte die IV-Stelle erstmals um Ausrichtung 
einer Hilflosenentschädigung. Nach Durchführung der erforderlichen Abklärungen stellte die IV-
Stelle fest, dass die Versicherte seit April 2018 bei der Lebensverrichtung "Fortbewegung" und 
seit Mai 2018 bei der Lebensverrichtung "Körperpflege" auf eine regelmässige Dritthilfe angewie-
sen sei. In der Folge bejahte die IV-Stelle mit Verfügung vom 27. Januar 2020  
einen Anspruch der Versicherten auf eine Hilflosenentschädigung leichten Grades ab 1. Mai 
2019. Dieser Anspruch wurde nach Durchführung des im Februar 2020 eingeleiteten Revi-sions-
verfahrens mit Mitteilung vom 18. Februar 2021 bestätigt.  
 
E. Im Rahmen eines im März 2022 eingeleiteten Revisionsverfahrens wurde eine Ver-
schlechterung des gesundheitlichen Zustandes der Versicherten festgestellt. Gemäss den Abklä-
rungen der IV-Stelle war sie neben der Körperpflege und der Fortbewegung nun auch auf regel-
mässige Dritthilfe bei der Lebensverrichtung "An- und Auskleiden" angewiesen. Da damit eine 
Hilfsbedürftigkeit nur in drei alltäglichen Lebensverrichtungen vorlag, bestätigte die IV-Stelle mit 
Verfügung vom 22. Dezember 2022 den bisherigen Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung 
leichten Grades. Seit dem 1. Juli 2021 erhält die Versicherte zudem einen Assistenzbeitrag in 
Höhe von monatlich Fr. 1'228.45 (vgl. Verfügung vom 23. August 2022).   
 
F. Gegen die Verfügung vom 22. Dezember 2022 erhob A.____, vertreten durch Rechts-
anwalt Daniel Altermatt, mit Eingabe vom 31. Januar 2023 Beschwerde ans Kantonsgericht Ba-
sel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die 

 

 
 
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angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei ihr mit Wirkung ab 1. März 2022 eine Hilflo-
senentschädigung mittleren Grades zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung 
wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass sie auch in der alltäglichen Lebensverrichtung "Ver-
richten der Notdurft" auf Dritthilfe angewiesen sei und die Notwendigkeit einer lebenspraktischen 
Begleitung bestehe. Sie habe deshalb per 1. März 2022 Anspruch auf eine Hilflosenentschädi-
gung mittleren Grades. 
 
G. In ihrer Vernehmlassung vom 22. Februar 2023 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der 
Beschwerde. 
 
H. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren jeweiligen Anträgen und 
Ausführungen fest (vgl. Replik vom 30. Juni 2023 und Duplik vom 21. Juli 2023).  
 
 
Das Kantonsgericht zieht i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 60 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-
cherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Verbindung mit Art. 69 des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 kann gegen Verfügungen der kantonalen IV-
Stellen bei dem vom Kanton bezeichneten Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle innerhalb 
von 30 Tagen Beschwerde erhoben werden. Das Kantonsgericht ist deshalb gemäss § 54 Abs. 1 
lit. b des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. De-
zember 1993 örtlich und sachlich zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene 
Beschwerde vom 31. Januar 2023 ist einzutreten. 
 
2. Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft getreten. Weil in zeitlicher Hinsicht grund-
sätzlich diejenigen materiellen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 466 E. 1), und weil ferner das 
Sozialversicherungsgericht bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich lediglich auf den bis 
zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (hier: 22. Dezember 2022) eingetretenen 
Sachverhalt abstellt (BGE 130 V 138 E. 2.1, 121 V 362 E. 1b), sind im vorliegenden Fall die Best-
immungen des IVG in der ab 2022 geltenden Fassung anwendbar (BGE 132 V 215 E. 3.1.1, mit 
Hinweis). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben und angewendet. 
Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang allerdings darauf, dass die am 19. Juni 2020 be-
schlossene Änderung hinsichtlich der Hilflosenentschädigung keine Anpassungen erfahren hat. 
 
3.1 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass sich seit der erstmaligen Zusprache einer Hilf-
losenentschädigung leichten Grades am 24. Januar 2020 der Gesundheitszustand der Versicher-
ten Anfang 2020 in dem Sinne verschlechtert hat, als nebst dem Hilfsbedarf in den Lebensver-
richtungen "Körperpflege" und "Fortbewegung" neu eine Hilflosigkeit beim An- und Auskleiden 
besteht. Die Parteien sind sich deshalb auch einig, dass ein Revisionsgrund gemäss Art. 17 Abs. 

 

 
 
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2 ATSG vorliegt. Streitig und zu prüfen ist jedoch, ob die Versicherte ab 1. März 2022 auf regel-
mässige Dritthilfe beim "Verrichten der Notdurft" und/oder auf lebenspraktische Begleitung ange-
wiesen ist.  
 
3.2 Gemäss Art. 42 Abs. 1 IVG haben versicherte Personen mit Wohnsitz und gewöhnlichem 
Aufenthalt in der Schweiz, die hilflos sind (Art. 9 ATSG), Anspruch auf eine Hilflosenentschädi-
gung der IV, vorbehalten bleibt die Bestimmung nach Art. 42bis IVG. Hilflos im Sinne von Art. 9 
ATSG ist, wer wegen Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dau-
ernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf. Im Bereich der IV gilt auch eine 
Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dau-
ernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG, Art. 38 der Ver-
ordnung über die Invalidenversicherung [IVV] vom 17. Januar 1961).  
 
3.3 Das Gesetz unterscheidet zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit 
(Art. 42 Abs. 2 IVG). Als schwer gilt die Hilflosigkeit, wenn die versicherte Person vollständig 
hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege und der 
persönlichen Überwachung bedarf (Art. 37 Abs. 1 IVV). Nach Art. 37 Abs. 2 IVV ist die Hilflosig-
keit mittelschwer, wenn die versicherte Person trotz Abgabe von Hilfsmitteln in den meisten all-
täglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter (lit. a) oder 
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die 
Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf 
(lit. b) oder in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher 
Weise der Hilfe Dritter und überdies dauernd lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 38 
IVV bedarf (lit. c). Dagegen gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz Ab-
gabe von Hilfsmitteln in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb-
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV) oder der dauernden 
persönlichen Überwachung (Art. 37 Abs. 3 lit. b IVV) oder einer durch das Gebrechen bedingten 
ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf (Art. 37 Abs. 3 lit. c IVV), wegen einer 
schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur dank regelmäs-
siger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann (Art. 37 
Abs. 3 lit. d IVV) oder dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange-
wiesen ist (Art. 37 Abs. 3 lit. e IVV). Die benötigte Hilfe in den alltäglichen Lebensverrichtungen 
ist regelmässig, wenn sie die versicherte Person täglich benötigt oder eventuell täglich nötig hat.  
 
3.4 Die massgebenden alltäglichen Lebensverrichtungen betreffen sechs Bereiche: 1. An-
kleiden, Auskleiden, 2. Aufstehen, Absitzen, Abliegen, 3. Essen, 4. Körperpflege, 5. Verrichten 
der Notdurft und 6. Fortbewegung (im oder ausser Haus; vgl. Kreisschreiben des Bundesamtes 
für Sozialversicherungen [BSV] über Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung 
[KSH], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 2020; BGE 133 V 450 E. 7.2, 127 V 94 E. 3c). Für die Hilfs-
bedürftigkeit in einer Lebensverrichtung mit mehreren Teilfunktionen ist nicht verlangt, dass die 
versicherte Person bei allen oder bei der Mehrzahl dieser Teilfunktionen fremder Hilfe bedarf; 
vielmehr genügt es, wenn sie bei einer dieser Teilfunktionen regelmässig in erheblicher Weise 
auf Dritthilfe angewiesen ist (BGE 117 V 146 E. 2 mit Hinweis; KSH Rz. 2021).  

 

 
 
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3.5 Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungsanspruchs 
unter anderem an Ort und Stelle Abklärungen vornehmen, wobei bei Unklarheiten über physische 
und psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen in der Alltagspraxis Rückfragen an die 
medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig sind (BGE 130 V 61 
E. 6.1.1). Damit dem Abklärungsbericht voller Beweiswert zukommt, müssen folgende Voraus-
setzungen erfüllt sein: Als Berichterstatterin wirkt eine qualifizierte Person, die Kenntnis der örtli-
chen und räumlichen Verhältnisse hat sowie mit den seitens der Medizin gestellten Diagnosen 
und den sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen vertraut ist. Der Berichtstext muss plausi-
bel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie den 
tatbestandsmässigen Erfordernissen der lebenspraktischen Begleitung sein. Weiter sind die An-
gaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen im Be-
richt aufzuzeigen sind. Genügt der Bericht über die Abklärung vor Ort den einzelnen rechtspre-
chungsgemässen Beweisanforderungen, greift das Gericht in das Ermessen der die Abklärung 
tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet 
insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten 
Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1, 133 V 
450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.1 und 6.2). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die 
Abklärung der Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 
V 450 E. 11.1.1; Urteil des Bundesgerichts vom 14. September 2015, 8C_464/2015, E. 4). 
 
4.1 Zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob die Versicherte bei der alltäglichen Lebensver-
richtung "Verrichten der Notdurft" regelmässig erhebliche Dritthilfe benötigt. Ausschlaggebend für 
den Zeitpunkt der richterlichen Überprüfung bildet praxisgemäss die angefochtene Verfügung 
(hier: 22. Dezember 2022). Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 22. De-
zember 2022 auf den Abklärungsbericht vom 8. Juni 2022 und die ergänzende Stellungnahme 
vom 15. November 2022. Die Abklärung der Hilflosigkeit fand am 12. Mai 2022 am Wohnort der 
Versicherten im Beisein der Versicherten, einer Person der Stiftung C.____ und von zwei Fach-
personen der IV-Stelle statt. Im Nachgang des Abklärungsgesprächs holte eine Abklärungsper-
son am 17. Mai 2022 bei der Spitex und am 19. Mai 2022 mit der Versicherten ergänzende tele-
fonische Auskünfte ein. Beim Abklärungsbericht Hilflosigkeit vom 8. Juni 2022 handelt es sich um 
einen standardisierten Fragekatalog, der gestützt auf den Hausbesuch vom 12. Mai 2022 und der 
beiden telefonischen Auskünfte erstellt wurde. In formeller Hinsicht ist der Bericht nicht zu bean-
standen.  
 
4.2 in Ziffer 5.1.5 "Verrichten der Notdurft" wurde unter "Ordnen der Kleider" dargelegt, dass 
die Versicherte die Toilette selbst aufsuchen und sich hinsetzen könne. Sie trage nur leichte Ho-
sen mit Gummibund und könne diese nach dem Toilettengang alleine hochziehen. Unterwäsche 
trage sie keine mehr. Im Rahmen der Körperreinigung bzw. des Überprüfens der Reinlichkeit 
gebe die Versicherte an, dass sie sich nach dem Stuhlgang nicht mehr selbst adäquat reinigen 
könne. Die Spitex übernehme deshalb die Intimpflege. Aufgrund der Hautproblematik habe die 
Versicherte Hemmungen, sich ein Dusch-WC anzuschaffen, da sie befürchte, der Wasserstrahl 
würde die Hautproblematik im Schambereich verschlimmern. Die Spitex sei jedoch der Ansicht, 
dass der Einsatz eines Closomaten hilfreich wäre. Die Versicherte werde deshalb die Anschaf-
fung eines Dusch-WCs mit ihrem Dermatologen besprechen. Da die Spitex die Hautfalten der 

 

 
 
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Versicherten, unter anderem auch diejenigen im Intimbereich, aufgrund der Ekzeme und Abs-
zesse täglich kontrollieren und gegebenenfalls nachreinigen müsse, sei vereinbart worden, dass 
die Versicherte sich vorerst mit der Duschbrause wasche, wenn sie an Durchfall leide. Allerdings 
könne die Versicherte die Duschbrause meistens nicht selber fassen und benötige deshalb Hilfe 
für deren Handreichung. An diesen Ausführungen hielt die Abklärungsperson in ihrer ergänzen-
den Stellungnahme vom 15. November 2022 im Wesentlichen fest.  
 
4.3 Dagegen wendet die Versicherte ein, dass sie nicht in der Lage sei, Kleidungsstücke 
der unteren Extremitäten selbst anzuziehen. Sie könne sich nach dem Stuhlgang auch nicht ge-
nügend reinigen, weshalb die Spitex die Intimpflege übernehme. Die IV-Stelle verneine bei der 
Intimpflege eine Notwendigkeit der Dritthilfe, weil diese bereits bei der Lebensverrichtung "Kör-
perpflege" berücksichtigt worden sei. Entgegen der Ansicht der IV-Stelle könne es aber keine 
Rolle spielen, ob die Hilfeleistungen in zwei alltäglichen Lebensverrichtungen im gleichen Arbeits-
gang erledigt würden. Ausschlaggebend sei einzig, dass sie die Hilfe in den beiden alltäglichen 
Lebensverrichtungen "Körperpflege" und "Verrichten der Notdurft" benötige. Weiter wies sie da-
rauf hin, dass sie sich inzwischen ein Dusch-WC angeschafft habe. Die Reinigung des Intimbe-
reichs könne sie aber aufgrund ihrer Körperfülle nicht genügend durchführen. Im Übrigen stelle 
das Reinigen mit der Duschbrause eine unübliche Verrichtungsart dar, weshalb schon allein aus 
diesem Grund der Hilfsbedarf beim Verrichten der Notdurft zu bejahen sei. 
 
4.4.1 Der Ansicht der Versicherten kann nicht beigepflichtet werden. Im Zusammenhang mit 
dem "Ordnen der Kleider" ist es nicht notwendig, dass sich die Versicherte beim Toilettengang 
vollständig auskleidet. Üblicherweise reicht es, wenn die Hosen heruntergezogen werden. Da die 
Versicherte nur noch Hosen mit Gummiband und keine Unterwäsche mehr trägt, muss sie nach 
dem Toilettengang lediglich die Hosen hochziehen, was sie gemäss ihren Angaben selbstständig 
vornehmen kann. Damit ist erstellt, dass sie keiner Dritthilfe im Rahmen des Verrichtens der Not-
durft beim "Ordnen der Kleider" bedarf.  
 
4.4.2 Was die Körperreinigung bzw. das Überprüfen der Reinlichkeit anbelangt, so geht aus 
den Ausführungen der Versicherten und dem Abklärungsbericht vom 8. Juni 2022 hervor, dass 
die Spitex eine Intimwäsche vornehmen müsse, weil die Versicherte nicht mehr in der Lage sei, 
sich unmittelbar nach einem Stuhlgang im Intimbereich genügend zu reinigen. Diese Reinigung 
wird gemäss Abklärungsbericht und Aussagen der Versicherten täglich von der Spitex vorgenom-
men, auch wenn sie aufgrund der lediglich stundenweisen Anwesenheit der Spitex selten bis gar 
nie unmittelbar nach dem Stuhlgang erfolgen kann. Offenbar reicht diese tägliche Intimpflege aus. 
So machte die Versicherte nicht geltend, dass beispielsweise eine Reinigung im Intimbereich 
unmittelbar nach dem Toilettengang notwendig wäre, um das Auftreten von Ekzemen und Abs-
zessen aufgrund der Hautproblematik zu vermeiden oder unter Kontrolle zu haben. Auch die Spi-
tex erwähnte nichts dergleichen. Daraus ist zu schliessen, dass die Versicherte nicht direkt nach 
jedem Toilettengang eine Dritthilfe bei der Reinigung des Intimbereichs benötigt. Es stellt sich 
daher die Frage, ob unter diesen Umständen die Intimpflege der Versicherten eine Teilfunktion 
der Lebensverrichtung "Notdurft" darstellt. Es ist der Versicherten beizupflichten, dass die Ver-
richtung der Notdurft als ein einheitlicher, verschiedene Teilfunktionen umfassender Vorgang zu 

 

 
 
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betrachten ist und die Körperreinigung grundsätzlich zu den Teilfunktionen der Notdurftverrich-
tung gehört (KSH Rz. 2025 mit Hinweis auf BGE 121 V 88 E. 6d). Die Rechtsprechung sieht 
deshalb in bestimmten Fällen auch Ausnahmen vom Grundsatz der Vermeidung der doppelten 
Berücksichtigung vor (KSH Rz. 2025 mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). 
Um einen Hilfsbedarf in der Lebensverrichtung "Notdurft" nebst demjenigen in der Lebensverrich-
tung "Körperpflege" anerkennen zu können, müsste die Intimpflege der Versicherten durch eine 
Drittperson in einem derart engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der Notdurftver-
richtung stehen, dass von einer funktionalen Einheit gesprochen werden könnte, welche direkt 
der Lebensverrichtung "Verrichtung der Notdurft" zuzuordnen wäre. (BGE 121 V 88 E. 6c). Die 
von der Spitex täglich vorgenommene Reinigung im Intimbereich ist jedoch zeitlich und sachlich 
nicht direkt mit dem Toilettengang verknüpft, weshalb sie nicht als Teilfunktion der Notdurftver-
richtung betrachtet werden kann. Dagegen spricht auch die Vorausplanbarkeit der Reinigung 
durch die Spitex. Ein enger zeitlicher und sachlicher Zusammenhang wäre zu bejahen, wenn die 
Reinigung regelmässig nach praktisch jedem Toilettengang vorzunehmen wäre, was hier aber 
nicht erforderlich ist. Die Abklärungspersonen berücksichtigten deshalb zu Recht den Hilfsbedarf 
der Versicherten bei der täglichen Reinigung des Intimbereichs lediglich bei der alltäglichen Le-
bensverrichtung "Körperpflege" unter der Teilfunktion "Waschen". Dadurch wird dem Grundsatz, 
wonach Hilfestellungen Dritter, derer eine versicherte Person bei mehreren Lebensverrichtungen 
bedarf, grundsätzlich nur einmal berücksichtigt werden dürfen, Rechnung getragen (Urteil des 
Bundesgerichts vom 8. Januar 2019, 9C_491/2018, E. 2.2; KSH Rz. 2024). 
 
4.4.3  Daran ändert auch der Umstand nichts, dass die Versicherte im Fall von Durchfall unter 
Umständen auf eine Person angewiesen ist, die ihr für die Reinigung die Duschbrause reicht. Es 
ist nicht davon auszugehen, dass die Versicherte täglich unter Durchfall leidet, weshalb die Hilfs-
losigkeit beim Verrichten der Notdurft nicht regelmässig ist. Mangels regelmässiger Notwendig-
keit einer Dritthilfe ist eine Hilflosigkeit in dieser Lebensverrichtung zu verneinen (Art. 37 IVV; 
ROBERT ETTLIN, Die Hilflosigkeit als versichertes Risiko in der Sozialversicherung [Hilflosigkeit], 
Freiburg 1998, S. 150). Da eine Dritthilfe im Zusammenhang mit der Benutzung der Duschbrause 
nicht regelmässig erforderlich ist, erübrigt es sich, auf den Einwand der Versicherten, wonach die 
Reinigung mittels einer Duschbrause eine ungewöhnliche Verrichtung darstelle, näher einzuge-
hen. Insgesamt kann somit keine relevante Hilfsbedürftigkeit der Versicherten beim Verrichten 
der Notdurft anerkannt werden. 
 
4.5 Die Frage, ob der Versicherten anstelle der Duschbrause die Benutzung eines Dusch-
WCs aufgrund ihrer Körperfülle möglich und zumutbar ist, kann bei diesem Ergebnis ebenfalls 
offengelassen werden. Immerhin ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass ihre Ausführungen 
nicht ausreichen, um von einer Unzumutbarkeit auszugehen. Dr. med. D.____, Fachärztin Anäs-
thesiologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), nannte in ihrer Stellungnahme vom 15. Novem-
ber 2022 die Vorteile eines Dusch-WCs. So sorge ein solches WC für eine schonende, gründliche 
und hygienische Reinigung nur mit Wasser und es beständen keine mechanischen Reize durch 
das WC-Papier. Auch die Stärke des Wasserstrahls könne angepasst werden. Die von der RAD-
Ärztin aufgeführten Vorteile sind nachvollziehbar und überwiegen, zumal die Versicherte mit ei-
nem Dusch-WC auch nicht mehr auf die Dritthilfe bei der Handreichung der Brause angewiesen 
wäre.  

 

 
 
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5.1 Zu klären bleibt, ob ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung gemäss Art. 42 Abs. 3 
IVG besteht. Nach Art. 38 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung vor, wenn eine 
volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heims lebt und infolge Beeinträchtigung der Ge-
sundheit ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbstständig wohnen kann (lit. a), für Verrich-
tungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist 
(lit. b) oder ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (lit. c). Ziel der 
lebenspraktischen Begleitung ist es zu verhindern, dass Personen schwer verwahrlosen und/oder 
in ein Heim oder eine Klinik eingewiesen werden müssen (vgl. KSH Rz. 2085) bzw. den Eintritt in 
eine stationäre Einrichtung nach Möglichkeit hinauszuschieben (BGE 133 V 461 E. 5). Die le-
benspraktische Begleitung kommt somit jenen versicherten Personen zu, die aus gesundheitli-
chen Gründen nur mit einer Begleitung durch eine Drittperson selbstständig wohnen können (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2008, 9C_28/2008). 
 
5.2 Nach der Rechtsprechung beinhaltet die lebenspraktische Begleitung weder die (direkte 
oder indirekte) "Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen" noch die Pflege oder 
Überwachung im Sinne von Art. 37 IVV. Vielmehr stellt sie ein zusätzliches und eigenständiges 
Institut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9). Eine Notwendigkeit der lebenspraktischen Begleitung 
liegt vor, wenn die betroffene Person auf Hilfe bei mindestens einer der folgenden Tätigkeiten 
angewiesen ist: Bei der Tagesstrukturierung, bei der Bewältigung von Alltagssitua-tionen (z.B. 
Fragen der Gesundheit, Ernährung und Hygiene, einfache administrative Tätigkeiten) und bei der 
Haushaltsführung (KSH Rz. 2095). Zur Haushaltsführung gehören Leistungen wie Wohnung put-
zen und aufräumen, Wäsche erledigen, Mahlzeiten vorbereiten, usw. (KSH Rz. 2098). Demnach 
ist lebenspraktische Begleitung unentbehrlich, wenn eine Person unter Berücksichtigung der Mit-
wirkungs- und Schadenminderungspflicht nicht fähig ist, ihre Grundversorgung sicherzustellen 
und deshalb in ein Heim oder eine Klinik eingewiesen werden müsste (KSH Rz. 2086). Die not-
wendigen Hilfeleistungen sind stets unter dem Gesichtspunkt einer Verwahrlosung zu evaluieren. 
Nicht erforderlich ist, dass die lebenspraktische Begleitung durch fachlich qualifiziertes oder spe-
ziell geschultes Betreuungspersonal erbracht wird (KSH Rz. 2089). Massgebend ist einzig, ob die 
versicherte Person, wäre sie auf sich allein gestellt, erhebliche Dritthilfe in Form von Begleitung 
und Beratung benötigen würde. Von welcher Seite diese letztlich erbracht wird, ist ebenso be-
deutungslos wie die Frage, ob sie kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 146 V 322 E. 2.3; Urteil des 
Bundesgerichts vom 15. Februar 2021, 9C_381/2020, E. 5.2.1 mit Hinweisen).  
 
5.3 Die lebenspraktische Begleitung ist regelmässig, wenn sie über eine Periode von drei Mo-
naten gerechnet im Durchschnitt mindestens zwei Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 146 V 
322 E. 6.2, 133 V 450 E. 6.2; KSH Rz. 2093). Damit wird eine minimale durchschnittliche Intensität 
an lebenspraktischer Begleitung normiert. Der Anspruch auf Hilflosenentschädigung soll nach der 
Wertung des Gesetzgebers nicht bereits bei jeder Form und Dauer der Inanspruchnahme lebens-
praktischer Begleitung gegeben sein, sondern vielmehr einen bestimmten minimalen Schwere-
grad der Hilflosigkeit voraussetzen, damit eine entsprechende Entschädigung der Invalidenversi-
cherung gerechtfertigt ist (BGE 133 V 450 E. 6.2). 
 

 

 
 
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6.1.1 Im Abklärungsbericht vom 8. Juni 2022 und in der Ergänzung vom 15. November 2022 
wird festgehalten, dass die Versicherte sämtliche Termine wie Physiotherapie, Einkaufen, Arzt-
termine etc. selber plane, organisiere und diese gewissenhaft wahrnehme. Sie sei sehr gut über 
ihren Gesundheitszustand informiert. Sämtliche administrativen Tätigkeiten führe sie bis auf die 
Steuerdeklaration selbstständig aus und habe jederzeit Überblick über ihre finanzielle Situation. 
Aufgrund ihrer Bewegungseinschränkungen habe sie jedoch Mühe, Papierausdrücke vom Dru-
cker aus dem Büro zu holen. Sie könne deshalb auch nur sehr oberflächlich Haushaltsarbeiten 
ausführen. Sie sei zwar in der Lage, die Fenster zum Lüften zu öffnen und die schmutzige Wä-
sche in die Waschmaschine zu legen. Es sei ihr jedoch nicht möglich, die saubere Wäsche her-
ausnehmen und aufzuhängen. Beim Kochen könne sie nur einfache Mahlzeiten, meist Fertigpro-
dukte, zubereiten. Die Reinigung der Küchenkombination erfolge lediglich rasch und oberfläch-
lich. Die meisten Arbeiten müsse sie sitzend durchführen, da sie aufgrund ihrer Schmerzen nicht 
lange auf den Beinen stehen könne. Sie erhalte wöchentlich 8 Stunden Besuch einer Bekannten, 
welche ihr bei der gründlichen Reinigung der Wohnung helfe. Dabei gebe die Versicherte vor, 
welche Arbeiten auszuführen seien und in welchen Bereichen sie auf Unterstützung angewiesen 
sei. Die Pflege des kleinen Gartens könne sie aufgrund der körperlichen Beschwerden nicht mehr 
vornehmen. Es sei auch nicht mehr möglich, Gartenmöbel aufzustellen und diese in Stand zu 
halten. Ausserdem besitze sie einen Hund, welcher während ihres langen Spitalaufenthalts von 
einer Freundin betreut worden sei, welche auch einen Hund besitze. Da sich die Versicherte nicht 
mehr in der Lage fühle, lange Spaziergänge mit ihrem Hund zu unternehmen, hätten sie und ihre 
Freundin vereinbart, die Betreuung der Hunde aufzuteilen. Wenn sie die Hunde habe, lasse sie 
diese ihr Geschäft meist im Garten verrichten. Den Hundekot könne sie behinderungsbedingt 
nicht aufsammeln. Für den Grosseinkauf im grenznahen Deutschland mit dem Auto begleite sie 
eine Freundin. Dort benötige sie die Hilfe beim Herausnehmen der Produkte aus den Regalen, 
beim Führen des Einkaufwagens und beim Einpacken. Aufgrund dieser Ausführungen kam die 
Abklärungsperson zum Schluss, dass die Versicherte keine Hilfe bei der Tagesstrukturierung be-
nötige. Im Haushalt erkenne sie die Notwendigkeit der durchzuführenden Arbeiten und erteile 
entsprechende Instruktionen. Es bestehe deshalb keine Gefahr der Verwahrlosung, auch wenn 
die Versicherte nur eine sehr geringe Eigenleistung im Haushaltsbereich erbringen könne. Aus-
serdem sei sie im Rahmen der Schadenminderungspflicht verpflichtet, die Wohnung und ihren 
Tagesablauf so umzustellen oder anzupassen, dass sie ihre Eigenleistungen steigern könne. Es 
sei deshalb zu verneinen, dass das Ausbleiben der geleisteten Dritthilfe eine schwere Verwahr-
losung und/oder einen Heimeintritt zur Folge hätte.  
 
6.1.2 In den FAKT-Abklärungsberichten der Spitex ab 20. Juli 2021 und ab 1. Januar 2022 
wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Versicherte den Geschirrspüler an besseren Tagen 
nutzen könne; sie wasche aber keine schweren Pfannen ab. Eine sehr einfache Küchenreinigung 
sei nur auf Sichthöhe möglich. Im Haushalt könne die Versicherte nur wenig beim Aufräumen 
mithelfen. Die Waschmaschine könne sie nur noch teilweise selbst befüllen. Beim Zusammenle-
gen der Wäschestücke helfe sie mit, aber nur, wenn es sich um kleinere oder leichtere Wäsche-
stücke handle. Präzisierend führte die Versicherte hierzu aus, dass sie Hilfe beim Aufhängen der 
Wäsche, beim Versorgen der sauberen Wäsche, beim Beziehen ihres Bettes sowie beim Staub-
saugen brauche. Ebenso bestehe beim Einkaufen sowie bei weiteren ausserhäuslichen Verrich-
tungen Hilfsbedarf. Ohne entsprechende Hilfestellungen würde eine Verwahrlosung eintreten. Es 

 

 
 
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sei zu erwarten, dass sie ohne Dritthilfe in ein Heim eingewiesen werden müsste, weshalb die 
Erheblichkeit der Dritthilfe in der Haushaltsführung ohne weiteres bejaht werden müsse. 
 
6.2 Unbestritten ist, dass die Versicherte bei der Tagesstrukturierung und bei der Bewälti-
gung von administrativen Tätigkeiten nicht auf Dritthilfe angewiesen ist. Weiter sind sich die Par-
teien einig, dass sie zwar den Haushalt selbstständig organisieren, aber nur noch eine geringe 
Eigenleistung bei den Haushaltsarbeiten erbringen kann. Gemäss den Ausführungen der Abklä-
rungspersonen ist es ihr nicht mehr möglich, eine Grundreinigung der Wohnung und Küche vor-
zunehmen, ihre Kleider alleine zu waschen und ihren Garten zu pflegen. Entgegen der Ansicht 
der IV-Stelle stellt eine Grundreinigung der Wohnung und das Kleiderwaschen eine lebensnot-
wendige, die Verwahrlosung verhindernde Tätigkeit dar. Denn ein selbstständiges Wohnen im 
Sinne von Art. 38 lit. a IVV setzt unter anderem voraus, dass eine versicherte Person ihre Woh-
nung gründlich reinigen und ihre schmutzige Kleidung waschen kann. Die Versicherte ist auf-
grund der Art und Schwere der körperlichen Beeinträchtigungen bei der Besorgung des eigenen 
Haushalts jedoch so stark eingeschränkt, dass sie ohne erhebliche Dritthilfe nicht mehr in der 
Lage wäre, diese Tätigkeiten selbstständig vorzunehmen und deshalb verwahrlosen würde. Ein 
Hinweis, dass ohne Dritthilfe eine Verwahrlosung drohen würde, ist dem Abklärungsbericht Haus-
halt vom 17. Juni 2019 zu entnehmen. Bei der Abklärung vor Ort am 27. Mai 2019 stellte die 
Abklärungsperson fest, dass sie die Versicherte ungepflegt mit schmutzigen Hosen und schmut-
zigem T-Shirt angetroffen habe. Auch die Wohnung sei unordentlich und "schmuddelig" gewesen. 
Zum Abklärungszeitpunkt hatte die Versicherte noch keine Hilfe im Haushalt, wurde doch nichts 
Entsprechendes im Haushaltsbericht vom 17. Juni 2019 erwähnt. Von einer regelmässigen Haus-
haltshilfe ist erst im FAKT-Abklärungsbericht der Spitex vom 7. Juni 2022 und im Bericht Hilflo-
sigkeit vom 8. Juni 2022 die Rede. Es ist damit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 
auszugehen, dass die Versicherte ohne Dritthilfe verwahrlosen würde und deshalb in ein Heim 
gehen müsste. Bei dieser Sachlage und unter Berücksichtigung, dass die Dritthilfe bei der Woh-
nungspflege mehr als 2 Stunden pro Woche seit mehr als drei Monaten geleistet wird, sind die 
Voraussetzungen für eine Bejahung der Notwendigkeit der lebenspraktischen Begleitung gemäss 
Art. 38 Abs. 1 lit. a IVV zu bejahen (BGE 133 V 450 E. 4.2; KSZ Rz. 2093). Aufgrund dieser 
Ausführungen ist festzustellen, dass bei der Versicherten bei drei von sechs alltäglichen Lebens-
verrichtungen (An-/Auskleiden, Körperpflege und Fortbewegung/Kontaktaufnahme) eine regel-
mässige und in erheblichem Umfang gewährte Dritthilfe besteht und eine lebenspraktische Be-
gleitung notwendig ist. Damit hat die Versicherte Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mitt-
leren Grades (Art. 37 Abs. 2 lit. c IVV).  
 
6.3 An diesem Ergebnis ändert auch die Tatsache nichts, dass die psychisch gesunde Ver-
sicherte den Bedarf an den erforderlichen Haushaltsarbeiten erkennt und entsprechende Anwei-
sungen geben kann. Denn lebenspraktische Begleitung ist nicht auf Menschen mit psychischen 
oder geistigen Behinderungen beschränkt; auch körperlich behinderte Personen können lebens-
praktische Begleitung beanspruchen (BGE 146 V 320 E. 2.3, 133 V 450 E. 2.3.3; KSH Rz. 2093). 
Sie umfasst auch die direkte Dritthilfe, d.h. die Begleitperson kann die notwendigerweise anfal-
lenden Tätigkeiten auch selber ausführen, wenn die versicherte Person dazu gesundheitsbedingt 
hierzu nicht mehr in der Lage ist (BGE 133 V 450 E. 10.2; KSH Rz. 2102). Die IV-Stelle wies zwar 

 

 
 
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in diesem Zusammenhang zutreffend darauf hin, dass die Versicherte im Rahmen der ihr oblie-
genden Schadenminderungspflicht verpflichtet ist, sich allen Massnahmen zu unterziehen, wel-
che es ihr ermöglichen, ihre Selbstständigkeit zu bewahren bzw. wiederherzustellen (vgl. KSH 
Rz. 2099 und Rz. 10003). Allerdings ist im vorliegenden Fall nicht ohne weiteres erkennbar, wel-
che Massnahmen die Versicherte ergreifen könnte, um ihre Selbstständigkeit bei den von der IV-
Stelle anerkannten alltäglichen Lebensverrichtungen zu erhalten bzw. zu erhöhen und die Not-
wendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung zu reduzieren. Der Vorschlag der IV-Stelle, die 
Versicherte könne die Haushaltsarbeiten in Etappen mit Pausen erledigen und dadurch ihre Ei-
genleistung erhöhen, ist nicht ganz nachvollziehbar, hindern sie doch nicht die Schmerzen, son-
dern die körperlichen Beeinträchtigungen an sich daran, bestimmte Haushaltsarbeiten zu erledi-
gen. Selbst wenn der Versicherten konkrete Massnahmen zuzumuten wären, wäre ihr eine an-
gemessene Anpassungszeit zuzubilligen. Das Bundesgericht erachtet eine Überprüfung der Mas-
snahmen erst bei der nächsten Revision als sachgerecht (Urteil des Bundesgerichts vom 1. April 
2010, 9C_410/2009, E. 5.4).  
 
6.4 Aufgrund der vorliegenden Notwendigkeit der lebenspraktischen Begleitung kann die 
von der Versicherten aufgeworfene Frage, ob die von der IV-Stelle anerkannte Dritthilfe bei der 
Fortbewegung im Freien bei der lebenspraktischen Begleitung anstatt bei den alltäglichen Le-
bensverrichtungen zu berücksichtigen sei, offengelassen werden. An dieser Stelle ist jedoch zu 
bemerken, dass der Abklärungsbericht eine vorformulierte Textstelle enthält, die erstaunt. So wird 
in Ziffer 6.1.5 des Abklärungsberichts ausgeführt, dass im Fall, in welchem zusätzlich zur lebens-
praktischen Begleitung auch die Hilfe bei der Teilfunktion einer alltäglichen Lebensverrichtung 
benötigt wird, der Hilfsbedarf in Nachachtung des Grundsatzes der Vermeidung der doppelten 
Anrechnung grundsätzlich zuerst bei den alltäglichen Lebensverrichtungen anzurechnen ist. 
Diese Anweisung kann jedoch nicht als zwingend verstanden werden. Weder die Bestimmungen 
des KSH noch die höchstrichterliche Rechtsprechung sehen vor, dass ein die alltäglichen Le-
bensverrichtungen und die lebenspraktische Begleitung überschneidender Hilfsbedarf zuerst bei 
den alltäglichen Lebensverrichtungen anzuerkennen ist. KSH Rz. 2019 sieht lediglich vor, dass 
in einem solchen Fall die Hilfeleistung entweder als Hilfe bei der Teilfunktion der alltäglichen Le-
bensverrichtung oder als lebenspraktische Begleitung berücksichtigen ist. Gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung hat bei der Zuordnung einer Hilfeleistung zu einer bestimmten Le-
bensverrichtung oder zur lebenspraktischen Begleitung eine funktional gesamtheitliche Betrach-
tungsweise Platz zu greifen, ohne dass einer der Hilfeleistungen Vorrang zukommt (Urteil des 
Bundesgerichts vom 11. Dezember 2014, 9C_691/2014, E. 4.2). Zudem ist auf die bundesge-
richtliche Rechtsprechung hinzuweisen, wonach nicht ausgeschlossen ist, dass Beeinträchtigung 
bei der Fortbewegung (im und ausser Haus) und der Bedarf an lebenspraktischer Begleitung 
kumulativ berücksichtigt werden können (Urteile des Bundesgerichts vom 14. Mai 2014, 
9C_135/2014, E. 4.3.1 und vom 12. Mai 2011, 9C_202/2011, E. 2 und 3).  
 
7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in der Lebensverrichtung "Verrichten der 
Notdurft" kein Hilfsbedarf besteht. Demgegenüber ist aufgrund der Akten mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die Versicherte spätestens seit März 2022 regelmässig auf le-
benspraktische Begleitung angewiesen ist. Unter zusätzlicher Berücksichtigung des Hilfsbedarfs 

 

 
 
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in drei alltäglichen Lebensverrichtungen hat sie ab 1. März 2022 (= Einleitung der letzten Revi-
sion) gestützt auf Art. 37 Abs. 2 lit. c IVV Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren 
Grades. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzuheissen.  
 
8.1 Es bleibt der Entscheid über die Verfahrenskosten. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind 
Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 
Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 des 
kantonalen Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. De-
zember 1993 in der Regel in angemessenem Ausmass der unterliegenden Partei auferlegt. Der 
Versicherten ist der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zurückzuerstatten. 
 
8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Der Versicherten als obsiegende Partei ist demnach eine Parteientschä-
digung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der in der Honorarnote vom 8. August 2023 für 
das vorliegende Verfahren geltend gemachte Zeitaufwand von 9 Stunden und 35 Minuten erweist 
sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen. Nicht zu 
beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen in der Höhe von 
Fr. 95.--. Der Versicherten ist deshalb eine Parteientschädigung von Fr. 2'682.65 (9 Stunden und 
35 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 95.-- zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der 
IV-Stelle zuzusprechen. 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und es wird festgestellt, dass die 
Beschwerdeführerin ab 1. März 2022 Anspruch auf eine Hilflosenent-
schädigung mittleren Grades hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung in 
Höhe von 2'682.65 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) zu be-
zahlen.