# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d68dcc9c-4871-5f2f-ba94-9dd3554128c4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-14
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Gesundheits-, Sozial und Integrationsdirektion 14.08.2025 2025.GSI.1103
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Weitere/BE_VB_003_2025-GSI-1103_2025-08-14.pdf

## Full Text

Kanton Bern  
Canton de Berne  

Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion 

Rathausplatz  1  
Postfach  
3000  Bern  8 
+41 31 633 79 41  (Telefon)  
+41 31 633 79 56 (Fax)  
info.ra.gsi@be.ch  
www.be.ch/gsi  

Referenz: 2025.GSI.1103 / vb, mkü 

Beschwerdeentscheid vom  14.  August  2025 

in der  Beschwerdesache  

A  

Beschwerdeführer 

gegen 

Gesundheitsamt  des  Kantons Bern, Rathausplatz  1,  Postfach,  3000  Bern  8  

Vorinstanz 

betreffend Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung 

(Verfügung  der  Vorinstanz vom  18.  März  2025) 

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Kanton Bern 	 Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion  
Canton de Berne 	 2025.GSI.1103  

I. 	Sachverhalt  

1. A. 	 (nachfolgend: Beschwerdeführer) verfügt seit dem  19.  August  2020  über eine Be- 

rufsausübungsbewilligung als Arzt im Kanton Bern.1  

2. Am 3.  November  2022  reichte eine Patientin  des  Beschwerdeführers beim Gesundheits-

amt  des  Kantons Bern  (GA,  nachfolgend: Vorinstanz) eine Aufsichtsanzeige gegen  den  Beschwer-

deführer ein.2  In der  Anzeige brachte  die  Patientin vor,  der  Beschwerdeführer habe während  den  

Therapiesitzungen  den  Fokus auf ihr Sexualverhalten anstatt auf  die  Behandlung ihres ADS3  ge-

legt.  Die  Patientin habe  die  Therapiegespräche als  verbal-sexuelle Übergriffe empfunden. Nach 

Einholung einer Stellungnahme  des  Beschwerdeführers hielt  die  Vorinstanz mit Abschlussmel-

dung vom  9.  Januar  2023  fest, dass aus aufsichtsrechtlicher Sicht kein Handlungsbedarf bestehe.  

Die  Sorgfaltspflicht sei nicht verletzt worden und  die  aufsichtsrechtlichen Abklärungen seien ab-

geschlossen worden.4  

3. Mit Schreiben vom  5.  August  2024  informierte  die  Gesundheitsdirektion  des  Kantons  

B. 	(nachfolgend:  GD  B. 	)  die  Vorinstanz über  die  Eröffnung eines Disziplinarverfahrens ge- 

gen  den  Beschwerdeführer im Kanton  B. 	. Dieses sei eröffnet worden, nachdem  die  GD  B.  

auf ein (nicht rechtskräftiges) Strafurteil  des  Regionalgerichts Bern-Mittelland vom  12.  Okto-

ber  2023  aufmerksam geworden sei, wonach  der  Beschwerdeführer wegen Ausnützung  der  Not-

lage verurteilt und ein Tätigkeitsverbot verhängt worden sei. Aus  der  Urteilsbegründung5  ergäben 

sich ausserdem Hinweise auf ein Strafurteil  des  Landgerichts  Halle  vom  18.  Juli  2014  mitsamt 

dazugehörigem Beschluss  des  Bundesgerichtshofs vom  12.  März  2015  und ein Strafurteil  des  

Kantonsgerichts  des  Kantons  Schwyz  vom  27.  November  2018.6  

4. Mit Verfügung vom  5.  November  2024  entzog  die  GD  B. 	dem Beschwerdeführer  die  

Bewilligung zur Berufsausübung  in  eigener fachlicher Verantwortung und  die  Zulassung zur Tä-

tigkeit zulasten  der  obligatorischen Krankenpflegeversicherung aufgrund mangelnder Vertrauens- 

würdigkeit.7  Die  GD  B. 	 bediente  die  Vorinstanz gleichentags mit einer Kopie  der  Verfügung.8  

5. Mit Schreiben vom  12.  November  2024  ersuchte  die  Vorinstanz das Regionalgericht 

Bern-Mittelland um  die  amtshilfeweise Zustellung  der  Verfahrensakten.g  

1  Angefochtene Verfügung vom  18.  März  2025, S. 1  (Vorakten, pag.  41) 
2  Aufsichtsanzeige vom  3.  November  2022  (Vorakten, pag.  219  ff.)  
3  Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom  (ADS) 
4  Abschlussmeldung vom  9.  Januar  2023  (Vorakten, pag.  199) 
5  Urteilsbegründung vom  12.  April  2024  (Vorakten, pag.  61  ff.)  
6  Schreiben vom  5.  August  2024  (Vorakten, pag.  197) 
7  Verfügung vom  5.  November  2024  (Vorakten, pag.  181  ff.) 

Kurzmitteilung vom  5.  November  2024  (Vorakten, pag.  179) 
9  Schreiben vom  12.  November  2024  (Vorakten, pag.  173) 

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6. 	Am 9.  Dezember  2024  eröffnete  die  Vorinstanz ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen  

den  Beschwerdeführer auf Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung als Arzt.  Die  Vorinstanz gab 

dem Beschwerdeführer Gelegenheit, sich bis  am 6.  Januar  2025  zum beabsichtigten sofortigen 

Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung zu äussern  .o  

7. 	Der  Beschwerdeführer reichte  am 4.  Januar  2025  eine Stellungnahme ein»  

8. 	Am 28.  Februar  2025  stellte das Obergericht  des  Kantons Bern  der  Vorinstanz das Urteil  

des  Regionalgerichts Bern-Mittelland vom  12.  Oktober  2023  inklusive  der  Urteilsbegründung vom  

12.  April  2024  zu.12  

9. 	Mit Verfügung vom  18.  März  2025  entzog  die  Vorinstanz dem Beschwerdeführer, unter 

Entzug  der  aufschiebenden Wirkung,  die  Berufsausübungsbewilligung als Arzt und gewährte ihm 

eine Frist  von  vier Wochen, um  die  Behandlungen bei  den  Patientinnen und Patienten abzu-

schliessen oder zur geeigneten Weiterbehandlung zu überweisen.13  

10. 	Mit Urteil vom  1.  April  2025  hiess das Obergericht  des  Kantons Bern  die  Berufung  des  

Beschwerdeführers gegen das Urteil  des  Regionalgerichts Bern-Mittelland vom  12.  Oktober  2023  

teilweise gut.  Es  sprach  den  Beschwerdeführer wegen sexueller Belästigung schuldig und hob 

das vom Regionalgericht Bern-Mittelland verhängte Tätigkeitsverbot auf.14  

11. 	Gegen  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  18.  März  2025  hat  der  Beschwerdeführer  am 

14.  April  2025  bei  der  Gesundheits- Sozial- und Integrationsdirektion  des  Kantons Bern (GSI) Be-

schwerde erhoben. Darin beantragt er sinngemäss  die  Aufhebung  der  angefochtenen Verfü-

gung.16  

12. 	Die  Rechtsabteilung  des  Generalsekretariats, welche  die  Beschwerdeverfahren für  die  

GSI leitet16, holte  die  Vorakten ein und führte  den  Schriftenwechsel durch.  

13. 	Mit Beschwerdevernehmlassung vom  6. Mai 2025  schliesst  die  Vorinstanz auf Abwei- 

sung  der  Beschwerde.17  

1°  Schreiben vom  9.  Dezember  2024  (Vorakten, pag.  163  ff.)  
11  Stellungnahme vom  4.  Januar  2025  (Vorakten, pag.  147  ff.)  
12  Verfügung vom  28.  Februar  2025  (Vorakten, pag.  51) 
13  Angefochtene Verfügung vom  18.  März  2025  (Vorakten, pag.  41  ff.)  
14  Urteil  des  Obergerichts  des  Kantons Bern vom  1.  April  2025  (Beschwerdebeilage; Vorakten, pag.  29  ff.)  
15  Beschwerde vom  14.  April  2025 
16  Art. 7  Abs.  1  Bst.  m  der  Verordnung vom  30.  Juni  2021  über  die Organisation  und  die  Aufgaben  der  Gesundheits-, 
Sozial- und Integrationsdirektion (Organisationsverordnung GSI, OrV GSI; BSG  152.221.121)  i.V.m.  Art. 14a der  Direk-
tionsverordnung über  die  Delegation  von  Befugnissen  der  Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion vom  17.  Ja-
nuar  2001  (DelDV GSI; BSG  152.221.121.2)  und  Art. 6  Abs.  1  Bst.  e  des  Organisationsreglements  des  Generalsekre-
tariats  der  Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion (OrgR  GS  GSI)  
17  Beschwerdevernehmlassung vom  6. Mai 2025 

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Auf  die  Rechtsschriften und Akten wird, soweit für  den  Entscheid wesentlich,  in den  nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen. 

Erwägungen  

1. Sachurteilsvoraussetzungen  

1.1 	Angefochten ist  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  18.  März  2025.  Diese Verfügung ist ge- 

mäss  Art. 62  Abs.  1  Bst.  a  VRPG18  bei  der  GSI als  der in der  Sache zuständigen Direktion anfechtbar. 

Somit ist  die  GSI zur Beurteilung  der  Beschwerde vom  14.  April  2025  zuständig.  

1.2 	Der  Beschwerdeführer ist als Adressat  der  Verfügung ohne Weiteres zur Beschwerdefüh- 

rung befugt  (Art. 65  VRPG).  

1.3 	Auf  die  gemäss  Art. 67  VRPG form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutre- 

ten.  

1.4 	Die  GSI prüft, ob  die  Vorinstanz  von  einer unrichtigen oder unvollständigen Feststellung  des  

Sachverhalts ausgegangen ist, ob sie Recht verletzt hat (einschliesslich allfälliger Rechtsfehler bei  der  

Ausübung  des  Ermessens) und ob  die  angefochtene Verfügung unangemessen ist  (Art. 66  VRPG).  

Der  GSI steht somit volle Kognition zu.  

2. Streitgegenstand 

Anfechtungsobjekt ist vorliegend  die  Verfügung  der  Vorinstanz vom  18.  März  2025.  Darin hat  die  Vor-

instanz dem Beschwerdeführer  die am 19.  August  2020  erteilte Berufsausübungsbewilligung entzo-

gen. Streitgegenstand und damit zu prüfen ist, ob dieser Entzug zu Recht erfolgt ist.  

3. Rechtliche Grundlagen  

3.1 	Für  die  Ausübung eines universitären Medizinalberufes  in  eigener fachlicher Verantwortung 

bedarf  es  einer Bewilligung  des  Kantons, auf dessen Gebiet  der  Medizinalberuf ausgeübt wird  

(Art. 34  MedBG19).  Die  Bewilligung zur Berufsausübung  in  eigener fachlicher Verantwortung wird ge-

stützt auf  Art. 36  Abs.  1  MedBG erteilt, wenn  die  gesuchstellende Person ein entsprechendes eidge-

nössisches Diplom besitzt (Bst.  a);  vertrauenswürdig ist und physisch und psychisch Gewähr für eine  

18  Gesetz vom  23. Mai 1989  über  die  Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG  155.21) 
19  Bundesgesetz vom  23.  Juni  2006  über  die  universitären Medizinalberufe (Medizinalberufegesetz, 
MedBG;  SR 811.11) 

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einwandfreie Berufsausübung bietet (Bst.  b)  sowie über  die  notwendigen Kenntnisse einer Amtsspra-

che  des  Kantons, für welchen  die  Bewilligung beantragt wird, verfügt (Bst.  c).  Buchstabe  b  umschreibt 

abschliessend  die  persönlichen Voraussetzungen für  die  Bewilligungserteilung. Demgemäss hat eine 

Person einerseits gut beleumundet bzw. allgemein vertrauenswürdig zu sein und andererseits muss 

sie physisch und psychisch  in  einer Verfassung sein,  die  Gewähr für eine einwandfreie Tätigkeit bie-

tet.20  

3.2 	Gemäss Rechtsprechung sind  an die  Vertrauenswürdigkeit im Sinne  von Art. 36  Abs.  1  

Bst.  b  MedBG hohe Anforderungen zu stellen. Praxisgemäss muss  die  Vertrauenswürdigkeit sowohl 

im Verhältnis  des  Bewilligungsinhabers zu  den  Patientinnen und Patienten als auch zu  den  Behörden, 

insbesondere  den  Gesundheitsbehörden, erfüllt sein  21  Für das Fehlen  der  Vertrauenswürdigkeit reicht  

es  bereits aus, wenn sie gegenüber  den  Gesundheitsbehörden nicht mehr gegeben ist. Eine Prüfung  

der  Vertrauenswürdigkeit gegenüber  den  Patientinnen und Patienten entfällt unter diesen Umstän-

den.22  

3.3 	Welches Verhalten für  die  Vertrauenswürdigkeit  relevant  ist, muss mit Blick auf  den  massge- 

blichen Kontext, hier also  die  öffentliche Gesundheit, ermittelt werden. Dieser Kontext besteht im Kern 

aus gesundheitspolizeilichen Anliegen, geht aber etwas weiter. Denn  der  Schutzzweck  des  Erforder-

nisses  der  Vertrauenswürdigkeit besteht nicht nur im (unmittelbaren) Wohl  der  einzelnen Patientinnen 

und Patienten, sondern auch darin, deren kollektives Vertrauen zu rechtfertigen und zu erhalten.  Die 

in der  Botschaft zum MedBG verwendete Formulierung «allgemein vertrauenswürdig» weist darauf 

hin, dass das für  die  Vertrauenswürdigkeit relevante Verhalten nicht auf  die  berufliche Tätigkeit  in  kon-

kreten Fällen (beispielsweise auf  die  Heilbehandlung als solche) beschränkt ist. Umgekehrt kann nicht 

jedes (tadelnswerte) Verhalten für  die  Beurteilung  der  Vertrauenswürdigkeit herangezogen werden, 

sondern nur jenes, das einen Bezug zur selbstständigen Tätigkeit im medizinischen Sektor aufweist.  

Die  Ausübung dieser Tätigkeit setzt voraus, dass  der  Bewilligungsinhaber bzw. Gesuchsteller  in der  

Lage ist, einen Praxisbetrieb zu führen und dafür  die  Verantwortung zu tragen.23  

3.4 	Die  Bewilligung wird entzogen, wenn ihre Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind oder nach- 

träglich Tatsachen festgestellt werden, auf Grund derer sie hätten verweigert werden müssen  (Art. 38  

Abs.  1  MedBG). Dabei finden  die  allgemeinen Grundsätze  des  Verwaltungsrechts Anwendung, insbe-

sondere  die  Beachtung  des  Verhältnismässigkeitsprinzips und  die  Gewährung  des  rechtlichen Ge-

hörs.24  Der  Entzug  der  Bewilligung zur selbstständigen Berufsausübung nach  Art. 38  MedBG ist — im 

Unterscheid zum disziplinarischen Verbot  der  selbstständigen Berufsausübungsbewilligung nach  

20  Botschaft vom  3.  Dezember  204  zum Bundesgesetz über  die  universitären Medizinalberufe, BBI  2005 173 S. 226 
21  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_853/2013  vom  17.  Juni  2014  E.  5.5 
22  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_853/2013  vom  17.  Juni  2014  E.  5.5;  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_1011/2014  vom  
18.  Juni  2015E. 5.2 
23  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_853/2013  vom  17.  Juni  2014  E.  5.4 
24  Botschaft vom  3.  Dezember  2004  zum Bundesgesetz über  die  universitären Medizinalberufe, BBI  2005 173 S. 228 

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Art. 43  Abs.  1  Bst.  d  und  e  MedBG, das eine retrospektive Sanktionierung darstellt — eine prospektive 

Massnahme, weshalb er auch als «Sicherungsentzug» bezeichnet wird.25  

4. 	Argumente  der  Verfahrensbeteiligten  

4.1 	Beschwerdeführer  

4.1.1 	In der  Beschwerde vom  14.  April  2025  bringt  der  Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, mit 

Berufungsurteil vom  1.  April  2025  sei das gegen ihn ausgesprochene Tätigkeitsverbot aufgehoben 

worden, sodass er  seine  ärztliche Tätigkeit weiterhin ausüben dürfe. Vor Gericht habe er  die  falschen 

Behauptungen widerlegen können. Weiter betont  der  Beschwerdeführer, dass  es  ihm  in  erster Linie 

um  seine  Patientinnen und Patienten gehe. Viele davon betreue er bereits seit sehr langer Zeit. Auf-

grund sprachlicher und kultureller Barrieren hätten sie kaum Alternativen für eine angemessene psy-

chiatrische Betreuung und  es  sei derzeit äusserst schwierig, einen Therapieplatz zu finden, insbeson-

dere mit muttersprachlicher Begleitung. Besonders zwei Institutionen seien dringend auf  seine  Unter-

stützung angewiesen.  In  beiden Einrichtungen bestehe ein erheblicher Mangel  an  psychiatrischer Ver-

sorgung, was eine ernstzunehmende Gefahr für Rückfälle psychischer Erkrankungen mit sich bringe. 

Ein  Patient  habe im Anschluss  an die  Mitteilung eines möglichen Rückzugs  des  Beschwerdeführers 

aus  der  Behandlung suizidale Gedanken entwickelt, was  die  Dringlichkeit und Schwere  der  Versor-

gungslage unterstreiche.  Seine  sprachlichen und kulturellen Kompetenzen seien  in  diesem Kontext  

von  zentraler Bedeutung und er sehe  es  als  seine  ärztliche Pflicht, Menschen  in  psychischen Krisen 

beizustehen. Ferner führt  der  Beschwerdeführer aus, er nehme  die  Vorwürfe sehr ernst, weise sie 

aber nach wie vor entschieden zurück.  Er  erkläre sich bereit, eng mit  den  Aufsichtsbehörden zusam-

menzuarbeiten, um  die  Sicherheit  der  Patientinnen und Patienten sowie  die  Qualität seiner Arbeit  

transparent  sicherzustellen.  Er  habe  seine  Arbeit stets nach bestem Wissen und Gewissen ausgeübt 

und beabsichtige, gegen das Urteil  des  Obergerichts vom  1.  April  2025  nach Erhalt  der  Urteilsbegrün-

dung beim Bundesgericht Berufung einzulegen.26  

4.1.2 	In  seiner Beschwerde verweist  der  Beschwerdeführer auch auf  seine an die  Vorinstanz ge-

richtete Stellungnahme vom  4.  Januar  2025. Dort  bezeichnete  der  Beschwerdeführer das Strafurteil  

des  Landgerichts  Halle  vom  18.  Juli  2014  und  den  dazugehörigen Beschluss  des  Bundesgerichtshofs 

vom  12.  März  2015  als «Fehlurteil» und «schwerwiegendste Intrige» und warf  den  deutschen Behör-

den vor, sie hätten ihm aus rassistischen Gründen  die  berufliche Zukunft als Arzt ruinieren wollen. Das 

Regionalgericht Bern-Mittelland habe ihn aufgrund dieser fehlerhaften Verurteilung nun ebenfalls ver-

urteilt.  Seine  Patientinnen und Patienten würden dem Beschwerdeführer aber  grosses  Vertrauen  

25  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_50412014  vom  13.  Januar  2015  E.  3.3;  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_853/2013  vom  
17.  Juni  2014  E.  5.3 
26  Beschwerde vom  14.  April  2025 

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schenken. Nun werde eine einzelne Beschwerde überbewertet, während  die  Zufriedenheit  von 99.9  % 

seiner Patientinnen und Patienten ausser Acht gelassen werde.27  

4.2 	Vorinstanz  

4.2.1 	Die  Vorinstanz begründete ihre Verfügung vom  18.  März  2025  zusammengefasst damit, 

dass sich  die  strafrechtlichen Verfehlungen und Verurteilungen  des  Beschwerdeführers (sowohl  in  

jüngster als auch  in  älterer Vergangenheit) sowie  der  Umstand, dass er diese  in  seinem Gesuch um 

eine Berufsausübungsbewilligung verschwiegen und  die  Vorinstanz damit getäuscht habe, nicht mit  

der  Vertraulichkeit (recte: Vertrauenswürdigkeit) vereinbaren lassen würden. Wären  der  Vorinstanz  

die  genannten Urteile bekannt gewesen, hätte  dies  zu einer Verweigerung  der  Berufsausübungsbe-

willigung geführt. Schliesslich zeige auch  die  Aufsichtsanzeige vom  3.  November  2022,  dass Patien-

tinnen und Patienten trotz mehrerer Vorstrafen und einer langjährigen Haftstrafe  des  Beschwerdefüh-

rers nach wie vor nicht vor sexuellen Belästigungen geschützt seien.28  

4.2.2 	In der  Beschwerdevernehmlassung vom  6. Mai  bringt  die  Vorinstanz im Wesentlichen vor, 

ein bestehender Engpass  in der  psychiatrischen Versorgung sei kein Grund, weshalb ein Arzt, dessen 

Bewilligungsvoraussetzungen aufgrund  des  Wegfalls  der  Vertrauenswürdigkeit nicht mehr gegeben 

seien bzw.  der  gar nie eine Berufsausübungsbewilligung hätte erhalten dürfen, weiterhin zur Tätigkeit  

in  eigener fachlicher Verantwortung zugelassen sein sollte.  Die  Vertrauenswürdigkeit nach  Art. 36  

Abs.  1  Bst.  b.  MedBG stelle eine zwingende gesetzliche Voraussetzung dar. Sei diese aufgrund meh-

rerer Vorkommnisse bzw. strafrechtlicher Verurteilungen,  die  allesamt im Zusammenhang mit Patien-

tinnen stünden, unwiederbringlich zerstört, bestehe kein rechtlicher Spielraum für  die  Fortsetzung  der  

Berufsausübung  in  eigener fachlicher Verantwortung, auch nicht unter Auflagen. Ausserdem könne  

der  Beschwerdeführer aus dem Urteil  des  Obergerichts vom  1.  April  2025  nichts zu seinen Gunsten 

ableiten. Mit Urteil vom  1.  April  2025  sei  der  Beschwerdeführer  der  sexuellen Belästigung schuldig 

gesprochen worden. Das Obergericht habe  die  Straftat offensichtlich anders qualifiziert als das erstin-

stanzliche Regionalgericht Bern-Mittelland, welches im Urteil vom  12.  Oktober  2023 von  einer Ausnüt-

zung einer Notlage ausgegangen sei.  Dies  erkläre, weshalb das Obergericht kein strafrechtliches Tä-

tigkeitsverbot ausgesprochen habe, da  dies  nur beim Straftatbestand  der  Ausnützung einer Notlage 

zwingend vorgesehen gewesen sei.  Die  Tatsache, dass das Obergericht kein Tätigkeitsverbot ausge-

sprochen habe, sei für  die  Beurteilung  der  Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers indessen 

nicht massgeblich. Diese würde sich eigenständig nach  den  Vorgaben  des  MedBG beurteilen. Im vor-

liegenden Fall sei  die  Vertrauenswürdigkeit aufgrund einer Vielzahl  von  rechtskräftigen strafrechtlichen 

Verurteilungen,  die  teils schwere Verletzungen  der  sexuellen Integrität  von  Patientinnen betreffen wür-

den, offenkundig nicht mehr gegeben. Das Urteil  des  Obergerichts reihe sich  in die  bereits bestehende  

27  Stellungnahme vom  4.  Januar  2025  (Vorakten, pag.  147  ff.)  
28  Angefochtene Verfügung vom  18.  März  2025  (Vorakten, pag.  41  ff.)  

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strafrechtliche Belastung  des  Beschwerdeführers ein und verdeutliche umso mehr, weshalb  seine  Ver-

trauenswürdigkeit offenkundig nicht mehr gegeben sei.  Es  sei dabei zu betonen, dass  an die  Vertrau-

enswürdigkeit eines Arztes, insbesondere eines Psychiaters,  der  mit psychisch belasteten Personen 

arbeite, ein besonders strenger Massstab anzulegen sei. Aufgrund  der  besonderen Schutzwürdigkeit  

der  Patientengruppe und  des  bestehenden Abhängigkeitsverhältnisses gelte im Hinblick auf Verstösse 

gegen  die  sexuelle Integrität eine Nulltoleranz. Bereits geringfügige Verfehlungen, was vorliegend al-

lerdings offenkundig nicht zutreffe, könnten  die  Vertrauenswürdigkeit dauerhaft zerstören  29 

5. 	Würdigung  

5.1 	Die  Vorinstanz begründet  den  Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung als Arzt mit  der  feh- 

lenden Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers. Im Folgenden ist unter Würdigung  der  gesam-

ten Umstände zu prüfen, ob  der  Beschwerdeführer vertrauenswürdig im Sinne  von Art. 36  Abs.  1  Bst.  b  

MedBG ist.  

5.2 	Aus  den  Akten ergibt sich, dass das Regionalgericht Bern-Mittelland  den  Beschwerdeführer  

mit  Urteil vom  12.  Oktober  2023 der  Ausnützung einer Notlage  (Art. 193  StGB30) schuldig sprach  und  

ihm ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Sinne  von Art. 67  Abs.  4  Bst.  a Ziff. 2  StGB auferlegte. 

Wie aus  der  Urteilsbegründung vom  12.  April  2024  respektive  der  dem Schuldspruch zugrunde lie-

genden Tatvorwurf zu entnehmen ist, handelte  es  sich beim Opfer bzw.  der  Straf-  und  Zivilklägerin um 

eine Patientin  des  Beschwerdeführers.31  Der  Beschwerdeführer legte gegen das Urteil Berufung ein. 

Das Obergericht  des  Kantons Bern nahm  mit  Urteil vom  1.  April  2025  eine Umqualifizierung  des  Straf-

tatbestands vor  und  sprach  den  Beschwerdeführer  der  sexuellen Belästigung  (Art. 189  StGB) schul-

dig.32  Da es  sich bei  der  sexuellen Belästigung — im Unterschied zur sexuellen Nötigung — um keine 

Katalogtat im Sinne  von Art. 67  Abs.  4  StGB handelt, verhängte das Obergericht — im Unterschied 

zum Regionalgericht Bern-Mittelland — kein Tätigkeitsverbot, das dem Beschwerdeführer lebensläng-

lich jede berufliche  und  organisierte ausserberufliche Tätigkeit,  die  einen regelmässigen Kontakt zu 

volljährigen, besonders schutzbedürftigen Personen umfasst, sowie jede berufliche oder organisierte 

ausserberufliche Tätigkeit im Gesundheitsbereich  mit  direktem Patientenkontakt verboten hätte.  

5.3 	Der  Beschwerdeführer hielt  in  seiner Beschwerde fest, dass er nach Vorliegen  der  Urteilsbe- 

gründung  des  Obergerichts beabsichtige, beim Bundesgericht «Berufung» (recte: Beschwerde  in  

Strafsachen) einzulegen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung ist  der  Grundsatz  der  Unschulds-

vermutung zu beachten  (Art. 32  Abs.  1  BV33;  Art. 10  Abs.  1  StP034).  Es  ist jedoch festzuhalten, dass  

29  Beschwerdevernehmlassung vom  6. Mai 2025 
39  Schweizerisches Strafgesetzbuch vom  21.  Dezember  1937  (StGB;  SR 311.0) 
31  Urteilsbegründung  des  Regionalgerichts Bern-Mittelland vom  12.  April  2024  (Vorakten, pag.  61  ff.)  
32  Urteil  des  Obergerichts  des  Kantons Bern vom  1.  April  2025  (Vorakten, pag.  29  ff.)  
33  Bundesverfassung vom  18.  April  1999 der  Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV;  SR 101) 
34  Schweizerische Strafprozessordnung vom  5.  Oktober  2007  (StPO;  SR 312.0) 

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ein nicht rechtskräftiges Strafurteil  die  Vertrauenswürdigkeit beeinträchtigen kann.  Dies  setzt voraus, 

dass  der  zugrunde liegende Sachverhalt bekannt  und  unbestritten ist.35  Im vorliegenden Fall wird  der  

Sachverhalt durch  den  Beschwerdeführer bestritten, sodass aus dem nicht rechtskräftigen Strafurteil  

des  Obergerichts nicht direkt das Fehlen  der  Vertrauenswürdigkeit abgeleitet werden kann. Doch 

diese Vorkommnisse reihen sich ein  in  eine  Liste  von  weiteren Strafurteilen  und  gravierenden Verfeh-

lungen  des  Beschwerdeführers (vgl.  E.  5.4  ff.). Ferner ist  in  Bezug auf das nicht rechtskräftige Urteil  

des  Obergerichts festzustellen, dass  der  Beschwerdeführer das Gericht keineswegs  von  seiner Un-

schuld zu überzeugen bzw.  die seines  Erachtens falschen Behauptungen zu widerlegen vermochte, 

wie er  in  seiner Beschwerde geltend macht. Andernfalls hätte ihn das Obergericht freigesprochen. 

Schliesslich ist  der  Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass  die  Aufhebung  des  Tätigkeitsverbots 

nach  Art. 67  Abs.  4  Bst.  a Ziff. 2  StGB durch das Obergericht nicht zur Folge hat, dass ihm  seine  

Berufsausübungsbewilligung durch  die  Vorinstanz nicht entzogen werden darf. Zum einen richtet sich  

der  Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung ausschliesslich nach  Art. 38  MedBG.  Auch  wenn eine 

strafrechtliche Verurteilung kein Tätigkeitsverbot im Sinne  von Art. 67  StGB nach sich zieht, kann eine 

solche  die  Vertrauenswürdigkeit  des  Arztes beeinträchtigen bzw. bewirken, dass ihm  die  Vertrauens-

würdigkeit abzusprechen ist. Zum anderen ist ein Tätigkeitsverbot nach  Art. 67  Abs.  4  StGB inhaltlich 

nicht deckungsgleich  mit  einem Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung nach  Art. 38  MedBG. Wäh-

rend das Tätigkeitsverbot dem Beschwerdeführer jegliche berufliche Tätigkeit  mit  direktem Patienten-

kontakt bzw. regelmässigem Kontakt zu volljährigen, besonders schutzwürdigen Personen verbieten 

würde, hat ein Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung nach  Art. 38  MedBG lediglich zur Folge, dass  

der  Beschwerdeführer nicht mehr  in  eigener fachlicher Verantwortung  seine  berufliche Tätigkeit als 

Arzt ausüben darf.  Es  steht ihm jedoch frei, unter  der  fachlichen Verantwortung eines anderen Arztes  

(der  Inhaber einer Berufsausübungsbewilligung ist)  seine  ärztliche Tätigkeit weiterhin auszuüben.  

5.4 	Aus  der  Urteilsbegründung  des  Regionalgerichts Bern-Mittelland vom  12.  April  2024  ergibt 

sich sodann, dass  der  Beschwerdeführer  in Deutschland  mit Urteil  des  Landgerichts  Halle  vom  

18.  Juli  2014  sowie mit Beschluss  des  Bundesgerichtshofs vom  12.  März  2015  wegen sexuellem 

Missbrauch, unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses  in  sie-

ben Fällen, davon  in  einem Fall  in  Tateinheit mit schwerem sexuellem Missbrauch einer widerstands-

unfähigen Person, rechtskräftig verurteilt wurde. Mit Strafurteil  des  Kantonsgerichts  Schwyz  vom  

27.  November  2018  wurde  der  Beschwerdeführer ausserdem wegen (Kindes-)Entführung, Freiheits-

beraubung sowie Widerhandlung gegen das Waffengesetz rechtskräftig verurteilt.36  

5.5 	Die  Urteile aus  Deutschland  und dem Kanton  Schwyz  befinden sich nicht  in den  Akten, doch  

der  Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass  es  zu diesen gekommen ist.  Die  dem Beschwerdeführer  

35  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_85312013  vom  17.  Juni  2014  E.  7.4 f. 
36  Urteilsbegründung  des  Regionalgerichts Bern-Mittelland vom  12.  April  2024  (Vorakten, pag.  61  ff.)  

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nachgewiesenen Straftaten wiegen schwer und sind bei  der  Vertrauenswürdigkeit zu berücksichti-

gen.  Die  Verurteilung  in Deutschland  steht zudem  in  direktem Zusammenhang mit  der  Behandlung  

von  Patienten und Patientinnen und erschüttert  die  Vertrauenswürdigkeit  des  Beschwerdeführers als 

Arzt enorm.  Die  appellatorische Kritik  des  Beschwerdeführers  am  Urteil aus  Deutschland,  wonach 

dieses rassistisch und falsch sei, ändert daran nichts. Zur Beurteilung  der  Vertrauenswürdigkeit  des  

Beschwerdeführers darf vorliegend ohne Weiteres auf das rechtskräftige Strafurteil aus  Deutschland  

abgestellt werden.  

5.6 	Von  besonderer Relevanz ist  die  Tatsache, dass  der  Beschwerdeführer gegenüber  der  Vor- 

instanz im Rahmen  des  Gesuchs um Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung  am 18.  Au-

gust  2020  folgende Frage wahrheitswidrig mit «Nein» beantwortete: «Laufen Verfahren bzw. sind Ver-

fahren gegen Sie  in  einem anderen Kanton/Staat (aufsichtsrechtliche Verfahren, kassenärztliche Ver-

fahren, Strafverfahren, Haftpflicht- oder Zivilverfahren mit Bezug auf  die  berufliche Tätigkeit) durchge-

führt worden?».37  Zum Zeitpunkt  des  Gesuchs um Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung im 

Jahr  2020  lagen  die  Strafurteile aus  Deutschland (2014/2015)  und dem Kanton  Schwyz (2018)  bereits 

vor.  Der  Beschwerdeführer hatte somit zwangsläufig Kenntnis  von  diesen Strafverfahren respektive 

Strafurteilen, verschwieg diese jedoch gegenüber  der  Vorinstanz. Mit diesem Verhalten täuschte er  

die  Vorinstanz.  Es  ist davon auszugehen, dass er damit bezweckte, weitere Abklärungen oder  die  

Verweigerung  der  Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung zu verhindern. Wie erwähnt, muss  die  

Vertrauenswürdigkeit auch gegenüber  den  Gesundheitsbehörden erfüllt sein (vgl.  E.  3.2). Es  ist mit  

der  Vorinstanz einherzugehen, dass sich ein solches Verhalten  des  Beschwerdeführers gegenüber  

der  Aufsichtsbehörde nicht mit  der  Vertrauenswürdigkeit vereinbaren lässt.  

5.7 	Wie  die  Vorinstanz ebenfalls zutreffend ausführt, ist  an die  Vertrauenswürdigkeit eines Arztes 

—  und  insbesondere eines Psychiaters,  der  mit  psychisch belasteten Patientinnen  und  Patienten ar-

beitet — ein besonders strenger Massstab anzulegen. Aufgrund  der  besonderen Schutzbedürftigkeit 

dieser Patientengruppe  und  des  bestehenden Abhängigkeitsverhältnisses ist eine rechtskräftige Ver-

urteilung wegen sexuellem Missbrauch  von  Patienten  und  Patientinnen nicht tolerierbar. Das  Argu-

ment des  Beschwerdeführers, besonders  vulnerable  Personen seien auf  seine  psychiatrische Hilfe 

angewiesen, ist vor diesem Hintergrund nicht stichhaltig. Nachdem er  die  missliche Lage seiner Pati-

entinnen  und  Patienten zur Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse ausgenutzt haben soll, stellt er  

die  Notlage vulnerabler Personen  in  seiner Beschwerde ins Zentrum  der Argumentation,  weshalb ihm  

die  Berufsausübungsbewilligung nicht entzogen werden dürfe. Damit vermag er nicht zu überzeugen. 

Ohnehin richtet sich  die  Frage, ob dem Beschwerdeführer  die  Berufsausübungsbewilligung zu entzie-

hen sei, nicht nach einem allfälligen Mangel  an  psychiatrischem Fachpersonal, sondern nach seiner 

vorliegend zu prüfenden Vertrauenswürdigkeit.  

37  Gesuch um Erteilung einer Berufsausübungsbewilligung vom  18.  August  2020  (Vorakten, pag.  232  ff.)  

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5.8 	Die  Vorinstanz führte  in der  angefochtenen Verfügung  in  Bezug auf  die  Aufsichtsanzeige 

vom  3.  November  2022  aus, dass sich ihre damalige Einschätzung, wonach auf  die  Eröffnung eines 

Verfahrens zu verzichten sei, aus heutiger Sicht als falsch erweise. Nach aktueller Einschätzung sei 

davon auszugehen, dass  die  Vorwürfe  der  Anzeigerin zutreffend gewesen seien.  In  Kenntnis  der  Straf-

urteile aus  Deutschland  und  der  Kantone  Schwyz  und Bern hätte  es die  Aufsichtsanzeige vom  3.  No-

vember  2022  anders beurteilt und ein Disziplinarverfahren eröffnet.38  Wenn  die  Vorinstanz damals 

gestützt auf ihre im Nachgang zur Aufsichtsanzeige getätigten Abklärungen zum Schluss gekommen 

ist, dass  der  Beschwerdeführer  seine  Sorgfaltspflicht nicht verletzt hat39, kann sie nachträglich nicht 

ohne Weiteres und ohne zusätzliche Abklärungen  den  Schluss ziehen, dass  die  damalige Einschät-

zung falsch gewesen sei.  

5.9 	Die  genannten Vorkommnisse, namentlich  die  rechtskräftigen strafrechtlichen Verurteilun- 

gen  in Deutschland  und dem Kanton  Schwyz  und  die  Falschaussage im Gesuch um Erteilung einer 

Berufsausübungsbewilligung vom  18.  August  2020  reichen  in  ihrer Gesamtheit aus, um dem Be-

schwerdeführer  die  Vertrauenswürdigkeit im  Sinn  vom  Art. 36  Abs.  1  Bst.  b  MedBG abzusprechen. 

Was  der  Beschwerdeführer vorbringt, vermag  an  dieser Beurteilung nichts zu ändern. Soweit  der  Be-

schwerdeführer geltend macht, er sei offen für jede Form konstruktiver Auflagen, um  die  Weiterführung 

seiner Tätigkeit zu ermöglichen, ist  in  Übereinstimmung mit  der  Vorinstanz festzuhalten, dass bei un-

wiederbringlich zerstörter Vertrauenswürdigkeit, wie  es  vorliegend  der  Fall ist, mangels erfüllter Bewil-

ligungsvoraussetzung kein Spielraum für  die  Fortsetzung  der  Berufsausübung  in  eigener fachlicher 

Verantwortung besteht, auch nicht unter Auflagen.  

5.10 	Der  Bewilligungsentzug ist vorliegend ohne Weiteres geeignet,  die  angestrebten Ziele,  den  

Schutz  der  Patientinnen und Patienten sowie  des  Gesundheitssystems zu erreichen. Dem steht das 

Interesse  der  ehemaligen Patientinnen und Patienten  an  einer weiteren Behandlung entgegen. Einer-

seits haben sie  die  Möglichkeit, zu einer anderen Therapeutin bzw. einem anderen Therapeuten zu 

wechseln und andererseits soll durch  den  Bewilligungsentzug gerade eine Gefährdung  der  Patientin-

nen und Patienten verhindert werden. Was  die  Erforderlichkeit  der  Massnahme betrifft, hat  der  Ge-

setzgeber diese Frage vorab entschieden:  Anders  als im Bereich  der  Disziplinarmassnahmen,  in  dem 

ein Verbot  der  selbstständigen Berufsausübung befristet oder definitiv und diesfalls beschränkt auf ein 

Tätigkeitsgebiet ausgesprochen werden kann (vgl.  Art. 43  MedBG), sieht das Gesetz im Fall  des  Feh-

lens  von  Bewilligungsvoraussetzungen zum Schutz  der  öffentlichen Gesundheit kein milderes Mittel 

als  den  (definitiven) Bewilligungsentzug vor. Das Element  der  Vertrauenswürdigkeit ist distinkt: Ent-

weder sie ist gegeben oder sie fehlt bzw. ist abhandengekommen.49  Wie dargelegt, ist  die  Vertrauens-

würdigkeit  des  Beschwerdeführers vorliegend zu verneinen, weshalb  der  gesetzlich vorgesehene  Ent- 

Angefochtene Verfügung vom  18.  März  2025, Ziff. 5  (Vorakten, pag.  41  ff.) 
Abschlussmitteilung vom  9.  Januar  2023  (Vorakten, pag.  199) 

48  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_879/2013  vom  17.  Juni  2014  E.  7.2 

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zug  der  Bewilligung erforderlich ist.  Der  Entzug  der  Bewilligung ist weiter auch zumutbar. Das öffentli-

che Interesse  am  Schutz  der  Patientinnen und Patienten sowie  an  einem intakten Gesundheitssystem 

ist höher zu gewichten als das private Interesse  des  Beschwerdeführers, als selbstständiger Arzt wei-

ter praktizieren zu dürfen.  

6. Ergebnis 

Nach dem Geschriebenen erweist sich  der  vorinstanzliche Entzug  der  Berufsausübungsbewilligung 

gestützt auf  Art. 38  Abs.  1  MedBG mit Verfügung vom  18.  März  2025  als recht- und verhältnismässig.  

Die  Beschwerde vom  14.  April  2025  ist folglich abzuweisen.  

7. Kosten  

7.1 	Die  Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr. Diese beträgt für Entscheide  in  

Verwaltungsjustizsachen CHF  200.00  bis  4000.00 (Art. 103  Abs.  1  VRPG i.V.m.  Art. 19  Abs.  1  und  

Art. 4  Abs.  2  GebV41).  Die  Verfahrenskosten werden  der  unterliegenden Partei auferlegt,  es  sel  denn, 

das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder  die  besonderen Um-

stände rechtfertigen, keine Verfahrenskosten zu erheben  (Art. 108  Abs.  1  VRPG). Vorliegend ist  der  

Beschwerdeführer vollumfänglich unterliegend.  Die  Verfahrenskosten, pauschal festgesetzt auf 

CHF  1'500.00,  sind folglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.  

7.2 	Parteikosten sind keine angefallen  (Art. 104  VRPG) und demzufolge keine zu sprechen  

(Art. 108  Abs.  3  VRPG).  

41  Verordnung vom  22.  Februar  1995  über  die  Gebühren  der  Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG  154.21) 

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Entscheid  

1. Die  Beschwerde vom  14.  April  2025  wird abgewiesen.  

2. Die  Verfahrenskosten, festgesetzt auf CHF  1'500.00,  werden dem Beschwerdeführer zur 

Bezahlung auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt nach Rechtskraft dieses 

Entscheides.  

3. Parteikosten werden keine gesprochen.  

IV. 	Eröffnung 

— Beschwerdeführer,  per  Einschreiben 

— Vorinstanz,  per  Kurier 

Gesundheits-, Sozial- und 
Integrationsdirektion  

Pierre Alain  Schnegg 
Regierungsrat 

Rechtsmittelbelehrung 
Dieser Entscheid kann innert  30  Tagen seit seiner Eröffnung mit schriftlicher und begründeter Beschwerde beim Ver-
waltungsgericht  des  Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, Speichergasse  12, 3011  Bern, angefochten wer-
den.  Die  Verwaltungsgerichtsbeschwerde,  die  mindestens  in 2  Exemplaren einzureichen ist, muss einen Antrag,  die  
Angabe  von  Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine Unterschrift enthalten;  der  angefochtene Ent-
scheid und greifbare Beweismittel sind beizulegen.  

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