# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c171eaa5-1719-5baf-aa41-5682fdf078ed
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-22
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 22.04.2024 460 2023 203 (460 23 203)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-2023-203_2024-04-22.pdf

## Full Text

Seite 1   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 
22. April 2024 (460 23 203) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Strafrecht  
 
 
Banden- und gewerbsmässiger Diebstahl  
 
 
Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Stephan Gass (Ref.),  

Richter Daniel Häring; Gerichtsschreiber Pascal Neumann  
 
 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Hauptabteilung Allgemeine Delikte,  
Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Anklagebehörde und Berufungsklägerin 
 
 
Privatklägerschaft 

  
 
gegen 
 
 

 A.____,  
vertreten durch Advokat Dr. Matthias Aeberli,  
Freie Strasse 82, Postfach 340, 4010 Basel,  
Beschuldigter 
  
 

Gegenstand Mehrfacher bandenmässiger und teilweise gewerbsmässiger 
Diebstahl etc. 
(Berufung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft gegen  
das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 12. Januar 2023)  

 
 

 

 
 
 

 
 
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A. Mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 12. Januar 2023 wurde A.____ des 

mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des 

mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und zu einer bedingt 

vollziehbaren Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 30.--, bei einer Probezeit von zwei 

Jahren, verurteilt; dies in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB (teilweise in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB (teilweise in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB), Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB sowie Art. 49 Abs. 1 StGB 

(Dispositiv-Ziffer 1). Das Verfahren wegen Hausfriedensbruchs betreffend Fall 1 der Anklage-

schrift und dasjenige wegen Sachbeschädigung bezüglich Fall 2 der Anklageschrift wurden zu-

folge Eintritts der Verjährung (Art. 36 Abs. 1 JStG) eingestellt (Dispositiv-Ziffer 2). Des Weiteren 

wurde der Beschuldigte vom Vorwurf des Diebstahls hinsichtlich Fall 3 der Anklageschrift frei-

gesprochen (Dispositiv-Ziffer 3). Die am 18. Januar 2020 von der Jugendanwaltschaft Basel-

Landschaft bedingt vollziehbar ausgesprochene persönliche Leistung von vier Tagen wurde für 

nicht vollziehbar erklärt (Art. 35 Abs. 2 JStG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 und Abs. 3 JStG) 

(Dispositiv-Ziffer 4). Ferner wurde gemäss Art. 44 Abs. 2 StGB für die Dauer der Probezeit Be-

währungshilfe angeordnet (Dispositiv-Ziffer 5). Sodann wurde der Beschuldigte dazu verurteilt, 

folgende Zivilforderungen zu bezahlen: CHF 500.-- Schadenersatz an die Einwohnergemeinde 

B.____ (Fall 3) und CHF 200.-- Schadenersatz an den Fussballclub B.____ (Fall 4). Demge-

genüber wurden diese Zivilforderungen in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO auf den 

Zivilweg verwiesen: die unbezifferte Schadenersatzforderung des Kantons Basel-Landschaft 

betreffend das Sekundarschulhaus C.____ (Fall 8), die unbezifferte Schadenersatzforderung 

des Restaurants D.____ in C.____ (Fall 12), die unbezifferte Schadenersatzforderung der Ge-

nossenschaft E.____ (Fall 14), die Schadenersatzforderung über CHF 3'000.-- des Tennisclubs 

F.____ (Fall 16) sowie die Schadenersatzforderung über CHF 3'000.-- der G.____ (Fall 17) 

(Dispositiv-Ziffer 6). Ausserdem wurde der Beschuldigte in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 

StPO dazu verurteilt, die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorverfahrens von 

CHF 14'006.50 und der Gerichtsgebühr von CHF 5'000.--, zu tragen (Dispositiv-Ziffer 7). 

Schliesslich wurde das Honorar des amtlichen Verteidigers in Höhe von insgesamt 

CHF 5'457.80 (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer), unter Vorbehalt der Rückzahlungsver-

pflichtung des Beschuldigten nach Art. 135 Abs. 4 StPO, aus der Gerichtskasse entrichtet (Dis-

positiv-Ziffer 8). Auf die Begründung dieses Urteils sowie der nachfolgenden Eingaben der Par-

teien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen eingegangen.   

 

 
 
 

 
 
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B. Gegen das Urteil des Strafgerichts vom 12. Januar 2023 meldete die Staatsanwaltschaft 

Basel-Landschaft, Hauptabteilung Allgemeine Delikte, mit Schreiben vom 18. Januar 2023 die 

Berufung an, wobei sie in ihrer Berufungserklärung vom 3. Oktober 2023 an das Kantonsgericht 

Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, die folgenden Rechtsbegehren stellte: Es sei in Abän-

derung von Ziffer 1 des angefochtenen Urteils der Beschuldigte des mehrfachen bandenmässi-

gen und teilweise gewerbsmässigen Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des 

mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs schuldig zu sprechen (Ziffer 1). Zudem 

sei in Abänderung von Ziffer 1 des angefochtenen Urteils der Beschuldigte zu einer bedingt 

vollziehbaren Freiheitsstrafe von 16 Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren sowie unter 

Anrechnung von einem Tag Haft, zu verurteilen (Ziffer 2). Weiter sei Ziffer 3 des angefochtenen 

Urteils aufzuheben und der Beschuldigte im Fall 3 der Anklageschrift des Diebstahls schuldig zu 

sprechen (Ziffer 3). Ausserdem seien die Kosten des Berufungsverfahrens dem Beschuldigten 

aufzuerlegen (Ziffer 4). Im Übrigen sei das erstinstanzliche Urteil zu bestätigen (Ziffer 5).  

 

C. Der Beschuldigte begehrte in seiner Berufungsantwort vom 15. Januar 2024 die vollum-

fängliche Abweisung der Berufung und demnach die Bestätigung des angefochtenen Urteils.   

 

D. Mit verfahrensleitender Verfügung des Kantonsgerichts vom 7. November 2023 wurde 

festgestellt, dass der Beschuldigte und die Privatkläger weder Berufung noch Anschlussberu-

fung erhoben haben. Mit weiterer Verfügung vom 11. Dezember 2023 wurde sodann dem Be-

schuldigten die amtliche Verteidigung für das zweitinstanzliche Verfahren bewilligt.   

 

E. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung vor dem Kantonsgericht sind der Beschuldigte 

mit seinem Rechtsvertreter, Advokat Dr. Matthias Aeberli, sowie Thea Bänteli als Vertreterin der 

Staatsanwaltschaft anwesend. Auf die von Anwesenden getätigten Vorbringen wird wiederum, 

soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

 
 
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Erwägungen 

 

 

1. Formalien und Verfahrensgegenstand  

 

1.1 Formalien  

 

Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts, Abteilung Strafrecht, als Berufungs-

instanz zur Beurteilung des vorliegenden Rechtsmittels ergibt sich aus Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO 

sowie aus § 15 Abs. 1 lit. a EG StPO. Nach Art. 398 Abs. 1 StPO ist die Berufung zulässig ge-

gen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abge-

schlossen worden ist. Gemäss Abs. 3 von Art. 398 StPO können mit der Berufung gerügt wer-

den: Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, 

Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvollständige oder unrichtige Feststel-

lung des Sachverhaltes (lit. b) sowie Unangemessenheit (lit. c), wobei das Berufungsgericht das 

Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen kann (Art. 398 Abs. 2 StPO). Laut 

Art. 399 Abs. 1 und Abs. 3 StPO ist zunächst die Berufung dem erstinstanzlichen Gericht innert 

zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich anzumelden und danach dem 

Berufungsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schriftliche 

Berufungserklärung einzureichen. Die Legitimation der Staatsanwaltschaft zur Ergreifung des 

Rechtsmittels wird in Art. 381 Abs. 1 StPO normiert. Nachdem in casu das angefochtene Urteil 

ein taugliches Anfechtungsobjekt darstellt, die Staatsanwaltschaft berufungslegitimiert ist, zu-

lässige Rügen erhebt und die Rechtsmittelfristen gewahrt hat sowie der Erklärungspflicht nach-

gekommen ist, ist im Folgenden ohne Weiteres auf deren Berufung einzutreten.  

 

1.2 Verfahrensgegenstand 

 

a) Gegen das erstinstanzliche Urteil hat lediglich die Staatsanwaltschaft ein Rechtsmittel 

ergriffen, wobei sie dieses gegen den erstinstanzlichen Freispruch vom Vorwurf des Diebstahls 

betreffend Fall 3 der Anklageschrift, die vorderrichterliche Erkenntnis, wonach im Fall 14 der 

Anklageschrift kein Deliktsbetrag erstellt sei, die vom Strafgericht verworfenen Qualifikationen 

der Banden- und der Gewerbsmässigkeit sowie die vorinstanzliche Strafzumessung richtet. Ge-

stützt auf Art. 404 Abs. 1 StPO bilden damit im vorliegenden Berufungsverfahren nur noch die 

 
 
 

 
 
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vorgängig genannten Punkte Gegenstand der richterlichen Überprüfung (vgl. auch Art. 398 

Abs. 2 StPO sowie Art. 399 Abs. 4 StPO).  

 

b) Namentlich nicht mehr zu prüfen sind hingegen mangels diesbezüglicher Anfechtung die 

Verfahrenseinstellung wegen Hausfriedensbruchs bezüglich Fall 1 sowie wegen Sachbeschädi-

gung hinsichtlich Fall 2 der Anklageschrift (Dispositiv-Ziffer 2), der Entscheid der Vorinstanz, 

wonach die am 18. Januar 2020 von der Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft bedingt voll-

ziehbar ausgesprochene persönliche Leistung von vier Tagen für nicht vollziehbar erklärt wor-

den ist (Dispositiv-Ziffer 4), die Direktive, wonach für die Dauer der Probezeit Bewährungshilfe 

angeordnet worden ist (Dispositiv-Ziffer 5), die erstinstanzliche Verurteilung zur Bezahlung von 

Zivilforderungen bzw. deren Verweisung auf den Zivilweg (Dispositiv-Ziffer 6) sowie die Vertei-

lung der Verfahrenskosten (Dispositiv-Ziffer 7) und die Festlegung des Honorars des amtlichen 

Verteidigers inklusive der Verpflichtung des Beschuldigten zur Rückerstattung (Dispositiv-

Ziffer 8).    

 

c) Gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO darf die Rechtsmittelinstanz Entscheide nicht zum Nachteil 

der beschuldigten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen 

worden ist (Verbot der sogenannten "reformatio in peius"). Diese Konstellation liegt zufolge der 

durch die Staatsanwaltschaft erklärten Berufung nicht vor. Infolgedessen kann das Kantonsge-

richt das erstinstanzliche Urteil entweder bestätigen oder im Rahmen der Berufungsanträge zu 

Lasten des Beschuldigten verschärfen, nicht aber zu dessen Gunsten mildern.  

 

 

2. Parteistandpunkte   

 

2.1 Darlegungen der Staatsanwaltschaft  

 

(...)   

 

2.2 Ausführungen des Beschuldigten  

 

(...)  

   

 
 
 

 
 
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3. Verfahrensgrundsätze, Beweiswürdigung und Sachverhalt  

 

3.1 Verfahrensgrundsätze 

 

(...) 

 

3.2 Beweiswürdigung 

  

(...)   

 

3.3 Sachverhalt 

 

(...)  

 

 

4. Fall 3 der Anklageschrift: Vorwurf des Diebstahls  

 

4.1  

a) Die Vorinstanz hat zur Begründung ihres diesbezüglichen Freispruchs erwogen, im Fall 3 

soll sich der Beschuldigte unter anderem des Diebstahls schuldig gemacht haben, wobei das 

Deliktsgut "unbekannt" sei. Auch aus den Akten ergebe sich nicht, was der Beschuldigte ent-

wendet haben soll. Wenn unbekannt sei, was der Beschuldigte überhaupt entwendet habe, 

könne er sich nicht des Diebstahls schuldig gemacht haben.  

 

b) Demgegenüber vertritt die Staatsanwaltschaft die Auffassung, zur Erfüllung des Tatbe-

stands des Diebstahls sei es unerheblich, dass der Wert des Schubladenkorpus und der Geld-

kassette bzw. deren Inhalts nicht bekannt sei (vgl. oben E. 2.1.a/aa und b).  

 

c) Der Beschuldigte bringt in diesem Zusammenhang vor, der angeklagte Diebstahl habe 

sich nicht auf den Schubladenkorpus oder die sich angeblich darin befindliche Geldkassette, 

 
 
 

 
 
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sondern auf deren Inhalt bezogen, welcher allerdings nicht bekannt sei, womit auch kein Dieb-

stahl vorliegen könne (vgl. oben E. 2.2.a/aa).   

 

4.2 Gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe 

bestraft, wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder 

einen anderen damit unrechtmässig zu bereichern. Nach Ziff. 2 von Art. 139 aStGB wird der 

Dieb mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe nicht unter 90 Tagessätzen bestraft, 

wenn er gewerbsmässig stiehlt. Ferner wird der Dieb mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis 

zu zehn Jahren bestraft, wenn er den Diebstahl als Mitglied einer Bande ausführt, die sich zur 

fortgesetzten Verübung von Raub oder Diebstahl zusammengefunden hat (Art. 139 Ziff. 3 al. 1 

und al. 2 aStGB). Gemäss dem seit dem 1. Juli 2023 gültigen Recht wird der Dieb mit Freiheits-

strafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft, wenn er gewerbsmässig stiehlt (Art. 139 

Ziff. 3 lit. a StGB); oder wenn er den Diebstahl als Mitglied einer Bande ausführt, die sich zur 

fortgesetzten Verübung von Raub oder Diebstahl zusammengefunden hat (Art. 139 Ziff. 3 lit. b 

StGB). Als Tatobjekt kommen nur fremde, bewegliche Sachen in Frage. Die Tathandlung be-

steht in der Wegnahme, d.h. im Bruch fremden Gewahrsams und in der Begründung eines 

neuen, in der Regel eigenen Gewahrsams. Auf der subjektiven Seite ist Vorsatz vorausgesetzt, 

welcher sich auf alle objektiven Tatbestandselemente beziehen muss, d.h. auf die Fremdheit 

der Sache sowie den Bruch fremden und die Begründung neuen Gewahrsams. Neben dem 

Vorsatz gefordert ist zudem die Absicht, sich die Sache anzueignen. Aneignungsabsicht meint 

dolus directus erstes Grades, also das eigentliche Handlungsziel des Täters. Schliesslich for-

dert Art. 139 StGB auch die Absicht unrechtmässiger Bereicherung, mithin ist wiederum dolus 

directus ersten Grades gemeint (MARCEL ALEXANDER NIGGLI / CHRISTOF RIEDO, in: Basler Kom-

mentar, Strafrecht II, 4. Auflage, Basel, 2019, N 14 ff. und N 67 ff. zu Art. 139 StGB, mit Hinwei-

sen).   

 

4.3 In Bezug auf den massgeblichen Sachverhalt ist in concreto Folgendes zu erwägen:   

 

a) In der Anklageschrift wird dem Beschuldigten betreffend den Fall 3 zur Last gelegt, in der 

Nacht vom 23. September 2020 auf den 24. September 2020, zwischen 22:15 Uhr und 08:25 

Uhr, in das Jugendhaus B.____ eingebrochen zu sein, im Innern der Liegenschaft einen Schub-

ladenkorpus behändigt und nach draussen gebracht zu haben, um diesen wie auch eine sich 

 
 
 

 
 
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darin befindliche Geldkassette aufzuhebeln und anschliessend den Ort mit unbekanntem De-

liktsgut zu verlassen.  

 

b) Im Bericht der Polizei Basel-Landschaft, Forensik, vom 22. Oktober 2020 (act. 713 ff.) 

wird beschrieben, dass aufgrund der Spurenlage die Täterschaft beim Jugendhaus B.____ ein 

Loch in die Verglasung des Windfanges vom Eingang zum Aufenthaltsraum geschlagen, einen 

Schubladenkorpus behändigt und diesen zum nahegelegenen Spielplatz verbracht habe. Dort 

habe die Täterschaft den Korpus sowie eine darin befindliche Geldkassette geöffnet und den 

Tatort in unbekannter Richtung verlassen. Die aufgebrochene Geldkassette habe ca. fünf Meter 

neben dem Schubladenkorpus aus Metall beim H.____bach im Gebüsch gelegen. In der Anzei-

ge an die Polizei, Polizeistützpunkt Arlesheim, vom 24. November 2020 (act. 691 ff.) wird fest-

gehalten, dass durch die zuständige Person der Gemeinde B.____ trotz diverser Nachfragen 

per E-Mail sowie Telefon keine Deliktsgutliste zugestellt worden sei. Aus der Fotodokumentati-

on der Kriminalpolizei vom 17. März 2021 (act. 721 ff.) sind sowohl der Metallkorpus 

(act. 741 ff.) wie auch die Geldkassette (act. 746 ff.), beide aufgebrochen, auf dem Gelände der 

Einrichtung ersichtlich.  

 

c) I.____ hat anlässlich seiner Befragung durch die Jugendanwaltschaft vom 30. April 2021 

(act. 223 ff., 757 f.) zugestanden, zusammen mit dem Beschuldigten den fraglichen Einbruch 

begangen und dabei Geld gesucht zu haben. Dies hat I.____ im Rahmen der Konfrontations-

einvernahme mit dem Beschuldigten durch die Staatsanwaltschaft vom 27. Oktober 2021 bestä-

tigt (act. 761 f.). Gleichermassen hat der Beschuldigte in der nämlichen Einvernahme einge-

räumt, mit I.____ in das Jugendhaus B.____ eingebrochen zu sein (act. 763 f.). Anlässlich der 

Verhandlung vor dem Strafgericht hat der Beschuldigte auf entsprechenden Vorhalt hin zu Pro-

tokoll gegeben, er meine, sie hätten vielleicht CHF 600.-- erbeutet, aber nicht CHF 1'600.--; das 

Geld hätten sie aufgeteilt (act. S 109). Vor dem Kantonsgericht hat der Beschuldigte sodann 

behauptet, sich kaum mehr an den Vorfall erinnern zu können und nichts gestohlen zu haben 

(Protokoll KG S. 5).  

 

d) In Würdigung der genannten Beweise und Indizien bestehen für das Kantonsgericht auch 

unter Berücksichtigung der Maxime "in dubio pro reo" keine ernsthaften und vernünftigen Zwei-

fel, dass der Sachverhalt gemäss Anklageschrift erstellt ist. Demnach ist davon auszugehen, 

dass der Beschuldigte zusammen mit I.____ in der Nacht vom 23. September 2020 auf den 

 
 
 

 
 
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24. September 2020 in das Jugendhaus B.____ eingebrochen ist, dort einen Metallkorpus aus 

dem Gebäude ins Freie gebracht und diesen, wie auch die sich darin befindliche Geldkassette, 

aufgebrochen und schliesslich das in der Geldkassette vorgefundene Bargeld mitgenommen 

hat. Bezüglich der Höhe des entwendeten Bargeldes liegen allerdings keine verlässlichen An-

gaben vor, weshalb im Zweifel zu Gunsten des Beschuldigten von einem Betrag von null Fran-

ken ausgegangen werden muss. Dass der Deliktsbetrag unbekannt ist, ändert allerdings nichts 

daran, dass der vorgängig beschriebene inkriminierte Sachverhalt ‒ insbesondere, dass sich in 

der aufgebrochenen Kassette Bargeld befunden hat und dieses vom Beschuldigten mitgenom-

men sowie anschliessend mit I.____ geteilt worden ist ‒ nachgewiesen ist. Zwecks Vermeidung 

von Missverständnissen wäre in diesem Zusammenhang allerdings hilfreich gewesen, wenn die 

Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift nicht geschrieben hätte, die Täterschaft habe den Ort 

mit unbekanntem Deliktsgut verlassen, sondern, dass ein Deliktsbetrag in unbekannter Höhe 

entwendet worden sei. Ungeachtet dieser sprachlichen Unklarheit bestehen aber keine Zweifel, 

dass es sich beim Deliktsgut nicht um den Korpus oder die Geldkassette, welche auf dem Ge-

lände des Jugendhauses verblieben sind, sondern um den Inhalt der Letztgenannten ‒ mithin 

Bargeld ‒ gehandelt hat, was denn vom Beschuldigten wie auch von I.____ wiederholt bestätigt 

worden ist.  

 

4.4  

a) Gestützt auf den nachgewiesenen inkriminierten Sachverhalt ist im Rahmen der rechtli-

chen Würdigung zu erwägen, dass der Beschuldigte zusammen mit I.____ eine Geldkassette 

aus dem Jugendhaus B.____ aufgehebelt und deren Inhalt in Form von Bargeld entwendet hat. 

Dass er dabei fremden Gewahrsam gebrochen und eigenen begründet hat, steht ausser Frage. 

Gleichsam klar ist, dass dem Beschuldigten eine direktvorsätzliche Handlungsweise unter Ein-

schluss von Aneignungs- und Bereicherungsabsicht anzulasten ist. Infolgedessen sind sowohl 

der objektive wie auch der subjektive Tatbestand von Art. 139 Ziff. 1 StGB erfüllt. Wie viel Bar-

geld der Beschuldigte in diesem Fall gestohlen hat, muss allerdings offengelassen werden.  

 

b) Nicht zu folgen vermag das Kantonsgericht hingegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft, 

wonach sich der Beschuldigte unabhängig des entwendeten Bargeldes bereits hinsichtlich des 

Schubladenkorpus und der Geldkassette des Diebstahls schuldig gemacht haben soll. Diese 

beiden Gegenstände sind auf dem Gelände des Jugendhauses aufgefunden worden, womit 

 
 
 

 
 
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diesbezüglich offenkundig kein neuer Gewahrsam begründet worden ist und überdies weder 

eine Aneignungs- noch eine Bereicherungsabsicht bestanden hat.  

 

c) Demnach ist in Gutheissung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwaltschaft und 

entsprechender Abänderung des angefochtenen Urteils der Beschuldigte im Fall 3 des Dieb-

stahls schuldig zu erklären, wobei die Höhe des Deliktsbetrags unklar und deshalb mit null 

Franken einzusetzen ist.  

 

 

5. Fall 14 der Anklageschrift: Vorwurf des Diebstahls im Umfang von CHF 7'800.--   

 

5.1 

a) In rubrizierter Angelegenheit haben die Vorderrichter den Beschuldigten zwar des Dieb-

stahls schuldig erklärt, im Hinblick auf das Deliktsgut allerdings erkannt, es würden gewisse 

Zweifel verbleiben, ob sich tatsächlich CHF 7'800.-- Bargeld im defekten Tresor befunden hät-

ten bzw. ob dieses von ihm entwendet worden sei. In der Folge sei der Beschuldigte in Bezug 

auf dieses Bargeld "nicht schuldig zu sprechen".  

 

b) Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätte der Beschuldigte gestützt auf die Aussagen 

des Geschädigten wegen Diebstahls im Umfang von CHF 8'800.-- schuldig gesprochen werden 

sollen (vgl. oben E. 2.1.a/bb und b).   

 

c) Der Beschuldigte legt dar, der Freispruch im Hinblick auf den Bargeldbetrag von 

CHF 7'800.-- sei zu bestätigen, weil sich der angeklagte Deliktsbetrag nicht beweisen lasse (vgl. 

oben E. 2.2.a/bb).  

 

5.2 Im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz trotz der missverständlichen Formulierung, wo-

nach der Beschuldigte in Bezug auf das Bargeld im Umfang von CHF 7'800.-- "nicht schuldig zu 

sprechen" sei, einen Schuldspruch wegen Diebstahls ausgefällt, dabei aber vom angeklagten 

Deliktsbetrag CHF 7'800.-- abgezogen. Dieser Schuldspruch steht mangels Anfechtung durch 

den Beschuldigten nicht mehr zur Debatte. Fraglich ist in Anbetracht der diesbezüglichen Beru-

fung der Staatsanwaltschaft nur noch, welcher Deliktsbetrag A.____ zuzurechnen ist.  

 

 
 
 

 
 
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5.3 Zur Eruierung des rechtserheblichen Sachverhaltes sind in casu folgende Beweise und 

Indizien zu würdigen:  

  

a) In der Anklageschrift wird in Bezug auf den Fall 14 dargelegt, der Beschuldigte sei in der 

Nacht vom 4. November 2020 auf den 5. November 2020, zwischen 23:15 Uhr und 08:45 Uhr, 

in die Genossenschaft E.____ in F.____ eingebrochen und habe mit einem vor Ort gefundenen 

Schlüssel einen Tresor im Keller geöffnet und daraus Bargeld entwendet. Das Deliktsgut betra-

ge CHF 8'800.--, bestehend aus Bargeld sowie zwei Schlüsseln. Die Zivilforderung werde spä-

ter beziffert.  

 

b) Der Beschuldigte hat anlässlich seiner Befragung durch den Jugenddienst vom 4. März 

2021 deponiert, am Tatort habe es zwei Tresore gehabt, wobei sie den kleineren mitgenommen 

hätten und der grössere offen gewesen sei. Den kleinen Tresor hätten sie mit nach C.____ ge-

nommen und dort geöffnet. Der kleine Tresor sei leer gewesen bzw. es hätten sich genau fünf 

Rappen darin befunden. Wenn sie da viel Geld gefunden hätten, wären sie nicht noch zum 

Tennisclub und dann weiter zum dritten Ort gegangen (act. 1439 ff.). Im Rahmen der Konfronta-

tionseinvernahme zwischen dem Beschuldigten und I.____ durch die Staatsanwaltschaft vom 

27. Oktober 2021 hat Ersterer bekräftigt, keine CHF 8'000.-- entwendet zu haben, ansonsten 

sie in der gleichen Nacht nicht weiter delinquiert hätten. Er wisse nicht mehr, wie viel Geld es 

gewesen sei (act. 485 f.). I.____ hat in der gleichen Befragung vorgebracht, er könne sich daran 

erinnern, dass sie keine CHF 8'000.-- entwendet hätten; im Tresor sei nicht so viel Geld gewe-

sen. Auch er hat sich in der Folge nicht erinnern können, wie viel Geld es tatsächlich gewesen 

ist (act. 485 f.). Bereits im Rahmen der Haftanhörung durch die Jugendanwaltschaft vom 

4. März 2021 hat I.____ vorgebracht, sie seien in den Keller gegangen und hätten einen Tresor 

gefunden, welchen sie mitgenommen hätten. Danach hätten sie ihn aufgebrochen, er sei aber 

leer gewesen (act. 1445). Anlässlich der Verhandlung vor dem Strafgericht hat der Beschuldigte 

auf entsprechenden Vorhalt hin ausgeführt, es habe einen grossen offenen Tresor gehabt, in 

welchem ein kleiner Tresor gewesen sei. Diesen hätten sie geöffnet, allerdings habe sich kein 

Geld darin befunden. Hätten sie dort CHF 8'000.-- gefunden, dann hätten sie an jenem Abend 

nicht weitergemacht (act. S 111). Vor dem Kantonsgericht hat der Beschuldigte ausgeführt, der 

Tresor sei offen gewesen und es habe sich kein Geld darin befunden. Er wäre sicherlich nicht 

weiter eingebrochen, wenn sich dermassen viel Geld im Tresor befunden hätte (Protokoll KG 

S. 5 f.).  

 
 
 

 
 
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c) In der durch die Polizei, Polizeihauptposten Pratteln, erstellten Anzeige vom 14. Dezem-

ber 2020 (act. 1379 ff.) hat der Koch J.____ ausgeführt, sie hätten im Keller einen kleinen Tre-

sor, in welchem das erwirtschaftete Geld eingeschlossen werde. Dieser sei geöffnet worden 

und das darin eingeschlossene Bargeld sei weg gewesen. Der Pächter des betroffenen Klub-

hauses, K.____, hat zum Deliktsgut keinerlei Angaben gemacht (act. 1385). Im Anhang zur An-

zeige wird aufgeführt, dass sich in der Tresorschublade im Keller Bargeld in Schweizer Franken 

mit unbekannter Stückelung in der Höhe von CHF 7'800.-- befunden habe (act. 1389). Im Straf-

antrag bzw. der Privatklage vom 5. November 2020 ist das Kästchen mit dem Vermerk "Die 

Höhe des Schadenersatzes bzw. der Genugtuung wird später beziffert" angekreuzt (act. 1391). 

Eine solche Bezifferung hat jedoch nie stattgefunden. Vielmehr hat die geschädigte Genossen-

schaft trotz Zusendung des entsprechenden Formulars mit Schreiben der Staatsanwaltschaft 

vom 29. November 2021 darauf verzichtet, zivilrechtliche Ansprüche gegen die Täterschaft gel-

tend zu machen (act. 1395). Sodann ergibt sich aus dem Schreiben der für diesen Fall zustän-

digen Versicherung vom 13. Juli 2022, dass diese eine Entschädigung von insgesamt 

CHF 3'665.55 geleistet hat, bestehend aus einer Rechnung für Reparaturarbeiten an der Schie-

betüre im Umfang von CHF 659.65 sowie einer solchen für Reparaturen an der Scheibe in der 

Höhe von CHF 3'005.90 (act. S 73 ff.). Weitergehende Zahlungen seitens der Versicherung 

bzw. Forderungen an diese sind nicht aktenkundig.  

 

d) In Würdigung der genannten Beweise und Indizien ist zunächst festzustellen, dass die 

Behauptung des Beschuldigten, wonach sich überhaupt kein Geld im aufgebrochenen Tresor 

befunden haben soll, wenig überzeugend erscheint. Immerhin haben sowohl der Beschuldigte 

wie auch I.____ anlässlich der Konfrontationseinvernahme jeweils ausgesagt, sie wüssten nicht 

mehr, wie viel Geld im Tresor gewesen sei, es seien auf jeden Fall keine CHF 8'000.-- gewe-

sen. Überdies hätte kaum eine Veranlassung bestanden, den fraglichen Tresor abzuschliessen, 

wenn er denn tatsächlich leer gewesen wäre. Ausserdem ist zu erwarten, dass sich der Be-

schuldigte und I.____ nicht einfach auf gut Glück die Mühe gemacht haben, einen Tresor nach 

C.____ zu transportieren, sondern zumindest vorher durch Schütteln getestet haben, ob sich 

allenfalls etwas darin befindet. Ebenfalls nicht zu entlasten vermag das Argument des Beschul-

digten, sie hätten in der gleichen Nacht nicht weiter delinquiert, wenn sich dermassen viel Geld 

im Tresor befunden hätte. Zum Zeitpunkt der Deliktsserie in der Nacht vom 4. November 2020 

auf den 5. November 2020 in F.____ hat der Beschuldigte nämlich gar nicht wissen können, 

 
 
 

 
 
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was sich im Tresor befunden hat, da er diesen zusammen mit I.____ gemäss ihren eigenen 

Angaben nach C.____ mitgenommen und ihn erst dort aufgebrochen hat. Auf der anderen Seite 

erscheint ein Betrag von CHF 7'800.--, um in einem teilweise defekten Tresor in einem Klub-

haus eines regionalen Fussballvereins aufbewahrt zu werden, als sehr hoch. Abgesehen davon 

würde der betreffende Betrag deutlich aus dem Rahmen der in den übrigen Einbrüchen erbeu-

teten Deliktsbeträge fallen. Hinzu kommt, dass überhaupt nicht erhellt, wie der fragliche Delikts-

betrag eruiert worden ist, nachdem eine solche Summe weder von J.____ noch von K.____ in 

der Anzeige genannt wird. Die angebliche Deliktssumme wird denn auch durch nichts Objekti-

vierbares gestützt; namentlich ist sie weder nachweislich bei der Versicherung gemeldet noch 

als Zivilforderung gegenüber dem Beschuldigten und I.____ geltend gemacht worden. Von die-

sen Beiden wird sodann konstant und letztlich nicht widerlegbar bestritten, dass sie einen so 

hohen Betrag gestohlen hätten. Im Resultat verbleiben damit ernsthafte und nicht zu unterdrü-

ckende Zweifel an der Höhe des inkriminierten Deliktsbetrags bzw. es liegen keine objektiven 

Hinweise auf den Umfang der gestohlenen Gelder vor, womit der angebliche Betrag von 

CHF 7'800.-- nicht an die Deliktssumme anzurechnen ist.   

 

e) Demnach ist in Abweisung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwaltschaft und ent-

sprechender Bestätigung des angefochtenen Urteils der Beschuldigte im Fall 14 zwar des Dieb-

stahls schuldig zu erklären, die Höhe des Deliktsbetrags aber weiterhin bloss mit CHF 1'000.-- 

für die entwendeten Schlüssel einzusetzen.  

 

 

6. Qualifikation der Bandenmässigkeit   

 

6.1 

a) Nach Ansicht der Vorinstanz sei unter Berücksichtigung des Grundsatzes "in dubio pro 

reo" ein bandenmässiger Zusammenschluss zwischen dem Beschuldigten und I.____ nicht als 

erstellt zu erachten. Grundsätzlich könne es sich bei der Aussage des Beschuldigten, er habe 

sich jeweils mit I.____ getroffen, um Zeit miteinander zu verbringen und Alkohol zu trinken, um 

eine Schutzbehauptung handeln, und es könne sein, dass sie sich in Wahrheit getroffen hätten, 

um ihrer zuvor getroffenen Abrede, gemeinsam Diebstähle zu begehen, nachzukommen. Ande-

rerseits passe die Erklärung des Beschuldigten zum jugendlichen Alter der Beiden und erschei-

ne durchaus plausibel. Es sei auch nicht ersichtlich, dass das Zusammenwirken des Beschul-

 
 
 

 
 
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digten und von I.____ Mindestansätze einer Organisation aufweise, wie etwa eine bestimmte 

Rollen- oder Arbeitsteilung, die über die blosse Mittäterschaft hinausgingen. Wie die Rolle des 

Beschuldigten als Bandenmitglied vorliegend ausgesehen haben soll, bleibe gerade unklar und 

werde auch in der Anklageschrift nicht wirklich dargelegt; diese beschränke sich im Ergebnis 

darauf, auf abstrakter Ebene ein mittäterschaftliches Vorgehen der Beiden zu beschreiben. Zu 

Lasten des Beschuldigten könne angefügt werden, dass er und I.____ im angeklagten Zeitraum 

aufgrund des gemeinsamen Agierens in gewissem Masse als stabiles Team erschienen, unab-

hängig von der genauen Aufgabenverteilung. Allerdings sei dieser Eindruck eines stabilen 

Teams mehr darauf zurückzuführen, dass sie sich in ihrer Freizeit regelmässig als Freunde ge-

troffen hätten, um zu "chillen", Alkohol zu trinken und alles gemeinsam zu unternehmen, als 

dass man den Teameindruck nachweislich auf eine getroffene Abrede zurückführen könne, zu-

künftig gemeinsam eine unbestimmte Anzahl an Einbruchsdiebstählen zu verüben. Auch die 

Tatobjektsauswahl, die teilweise auf Sport- und Schwimmhallen gefallen sei, weise darauf hin, 

dass der primäre Zweck ihrer Einbrüche weniger die Begehung von Diebstählen gewesen sei, 

als vielmehr im Alkoholrausch gemeinsam den "Kick" zu erleben und Verbotenes zu tun. Nicht 

zuletzt sei auf den Umstand hinzuweisen, dass der Beschuldigte und I.____ von sich aus mit 

den Einbrüchen aufgehört hätten und nicht etwa, weil sie von der Polizei gestoppt worden seien 

und ein Verfahren gegen sie eröffnet worden sei.  

 

b) Demgegenüber legt die Staatsanwaltschaft dar, aufgrund der Häufigkeit der Delikte könne 

nicht mehr von spontanen Handlungen ausgegangen werden, vielmehr hätten der Beschuldigte 

und I.____ zusammen ein fest verbundenes und stabiles Team im Sinne einer Bande verkör-

pert (vgl. oben E. 2.1.a/cc und b). 

 

c) Der Beschuldigte bringt in diesem Zusammenhang vor, gegen die Annahme von Ban-

denmässigkeit spreche nur schon die Auswahl der Tatobjekte. Sie hätten sich lediglich in ihrer 

Freizeit getroffen und sich dann unter dem Einfluss der enthemmenden Wirkung von Alkohol in 

jedem einzelnen Fall neu entschieden, einen Einbruchsdiebstahl zu begehen (vgl. oben 

E. 2.2.a/cc).   

 

6.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. zum Ganzen BGer 6B_702/2021 vom 

27. Januar 2023 E. 1.3.3, mit zahlreichen Hinweisen; 6B_286/2011 vom 29. August 2011 

E. 1.4) liegt Bandenmässigkeit vor, wenn sich zwei oder mehrere Täter mit dem ausdrücklich 

 
 
 

 
 
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oder konkludent geäusserten Willen zusammenfinden, inskünftig zur Verübung mehrerer 

selbstständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Straftaten zusammenzuwir-

ken. Dieser Zusammenschluss ist es, der den Einzelnen psychisch und physisch stärkt, ihn 

deshalb besonders gefährlich macht und die Begehung von weiteren solchen Straftaten vo-

raussehen lässt. Das Qualifikationsmerkmal der Bande setzt gewisse Mindestansätze einer 

Organisation, etwa Rollen- oder Arbeitsteilung, oder eine Intensität des Zusammenwirkens in 

einem Masse voraus, dass von einem stabilen Team gesprochen werden kann, auch wenn die-

ses nur kurzlebig ist. Ist demgegenüber schon die Zusammenarbeit derart locker, dass von An-

fang an bloss ein loser und damit völlig unbeständiger Zusammenhalt besteht, liegt keine Ban-

de vor (BGE 135 IV 158 E. 2, mit Hinweisen). Hat der Täter die Tatsachen, aus denen das Ge-

richt den Schluss auf bandenmässige Tatbegehung zieht, gekannt und gewollt, ist der Vorsatz 

zu bejahen. Bandenmässigkeit ist erst anzunehmen, wenn der Wille der Täter auf die gemein-

same Verübung einer Mehrzahl von Delikten gerichtet ist (BGE 124 IV 286 E. 2a, mit Hinweis). 

Der Täter muss sich des Zusammenschlusses und der Zielrichtung der Bande zur Verübung 

mehrerer selbstständiger, im Einzelnen möglicherweise noch unbestimmter Straftaten bewusst 

sein. Er muss die Tatumstände kennen, welche die Bandenmässigkeit begründen, und diese 

wollen; dolus eventualis genügt (BGer 6B_861/2009 vom 18. Februar 2010 E. 3.1; NIGGLI / 

RIEDO, a.a.O., N 118 ff. zu Art. 139 StGB, mit Hinweisen). Diese Begriffsbeschreibung verdeut-

licht, dass es sich bei der bandenmässigen Tatbegehung um eine gegenüber der Mittäterschaft 

intensivierte Form gemeinsamen deliktischen Vorgehens handelt, die durch ein gemeinsames, 

übergeordnetes Bandeninteresse sowie einen gefestigten Bandenwillen gekennzeichnet ist 

(BGE 147 IV 176 E. 2.4.2; BGer 6B_923/2022 vom 5. Oktober 2022 E. 1.2.1; je mit Hinweisen).  

 

6.3  

a) Im vorliegenden Fall ist in einem ersten Schritt festzustellen, dass die Staatsanwaltschaft 

anlässlich der mündlichen Parteiverhandlung vor dem Kantonsgericht entgegen ihrer schriftlich 

begründeten Berufungserklärung anerkannt hat, dass die Fälle 1 und 2 isoliert zu betrachten 

sind und diesbezüglich ein Schuldspruch wegen mehrfachen versuchten Diebstahls zu ergehen 

hat, wie dies bereits von der Vorinstanz entschieden worden ist. Lediglich betreffend die zweite 

Deliktsserie ‒ mithin die Fälle 3, 4, 7, 8 und 11 bis 17 ‒ wird nach wie vor ein Schuldspruch we-

gen bandenmässigen Diebstahls begehrt.  

 

 
 
 

 
 
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b) Wie vorstehend zitiert, zeichnet die bandenmässige Tatbegehung ein gemeinsames, 

übergeordnetes Bandeninteresse sowie einen gefestigten Bandenwillen aus. Jedenfalls setzt 

das Qualifikationsmerkmal von Art. 139 Ziff. 3 al. 2 aStGB (bzw. Art. 139 Ziff. 3 lit. b StGB) vo-

raus, dass der Tatbeteiligte als Mitglied der Bande handelt. Mitgliedschaft steht für eine spezifi-

sche Form der Integration in das Kollektiv; sie kennzeichnet die Rolle des Täters und anderer 

Personen innerhalb des Kollektivs. Im vorliegenden Fall ist der Beschuldigte integraler Bestand-

teil der Diebesbande ‒ bestehend aus ihm sowie I.____ ‒ gewesen, welche zwischen dem 

23. September 2020 und dem 5. November 2020 insgesamt sieben Diebstähle (Fälle 3, 4, 8, 

11, 12, 14, 15) sowie vier Diebstahlsversuche (Fälle 7, 13, 16, 17) begangen hat. Praxisgemäss 

ist die interne Organisation der Bande nicht massgebend, weshalb es sich dabei auch um einen 

demokratischen Zusammenschluss handeln kann (NIGGLI / RIEDO, a.a.O., N 130 zu Art. 139 

StGB, mit Hinweisen). In casu ist die Aufgabe des Beschuldigten innerhalb der Bande bei die-

ser rund sechs Wochen dauernden und elf Einzelfälle umfassenden Deliktsserie identisch mit 

derjenigen von I.____ gewesen ‒ Beide sind gleichermassen in die entsprechenden Liegen-

schaften eingedrungen (oder haben draussen "Schmiere" gestanden) und haben daraus Bar-

geld und Vermögenswerte entwendet, welche sie anschliessend hälftig geteilt haben ‒, womit 

er seinen Teil zu deren Zusammenhalt und zur Verwirklichung des Bandenzwecks beigetragen 

hat. Fraglos ist sodann, dass der Beschuldigte nicht nur bei der Ausführung der Diebstähle, 

sondern schon bei der Entschliessung und Planung, soweit eine solche stattgefunden hat, in 

massgebender Weise mit I.____ zusammengewirkt hat. Diesbezüglich hat der Beschuldigte im 

Rahmen der Einvernahme durch den Jugenddienst vom 4. März 2021 zu Protokoll gegeben, 

dass I.____ in dem Sinne Einfluss auf ihn gehabt habe, als er alleine nicht auf den Gedanken 

gekommen wäre, Straftaten zu verüben bzw. dass sie Beide die Ideen für die fraglichen Strafta-

ten gehabt hätten (act. 327, 523). In gleicher Art hat I.____ anlässlich der Haftanhörung durch 

die Jugendanwaltschaft vom 4. März 2021 angegeben, es sei immer die Idee von Beiden ge-

wesen; keiner habe den anderen angestiftet. Vielmehr seien Beide einverstanden und bereit 

gewesen, die Sachen durchzuziehen (act. 433). Nach Auffassung des Kantonsgerichts steht 

fest, dass der Zusammenschluss zwischen dem Beschuldigten und I.____ die Beiden offenkun-

dig psychologisch bestärkt hat und insofern relevant gewesen ist für deren deliktisches Han-

deln. Infolgedessen kann nicht mehr von einer lockeren Zusammenarbeit ausgegangen werden; 

vielmehr hat ein stabiles Team vorgelegen mit der konkludenten Absicht, eine unbestimmte 

Anzahle Delikte zu verüben.  

 

 
 
 

 
 
Seite 17   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

c) Dem Einwand des Beschuldigten, wonach sie sich lediglich in ihrer Freizeit getroffen und 

dann nach dem Konsum von Alkohol jeweils spontan entschieden hätten, Einbrüche zu bege-

hen, ist zu entgegnen, dass es sich hierbei augenscheinlich um eine Schutzbehauptung han-

delt. Diese These würde allenfalls bei den ersten ein bis zwei Fällen als Erklärung für das delik-

tische Handeln herhalten können, danach aber muss es jeder Person mit intakten kognitiven 

Fähigkeiten einleuchten, dass der Zweck der Treffen neben dem Konsum von Alkohol auch die 

Begehung von Straftaten gewesen ist. Dies wird dadurch verdeutlicht, dass die Beiden in diver-

sen Fällen planmässig vorgegangen sind, indem sie etwa die Örtlichkeiten vorgängig ausge-

kundschaftet und teilweise sogar Schlüssel entwendet haben, um leichter einbrechen zu kön-

nen (act. 325, 339, 349, 357). Abgesehen davon muss der gemeinsame Wille gar nicht auf ei-

ner expliziten Abmachung oder Planung beruhen, eine stillschweigende Übereinkunft reicht 

aus. Ebenso muss die Verübung von Delikten nicht der einzige oder der ursprüngliche Zweck 

des Zusammenschlusses sein; die Bandenmitglieder können sich auch nachträglich auf den 

entsprechenden Zweck einigen sowie nebenbei weitere Zwecke verfolgen (NIGGLI / RIEDO, 

a.a.O., N 130 zu Art. 139 StGB, mit Hinweisen; STEFAN TRECHSEL / DEAN CRAMERI, in: Trechsel 

/ Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 4. Auflage, Zürich / 

St. Gallen 2021, N 16 zu Art. 139 StGB, mit Hinweisen). Selbst wenn sich also der Beschuldigte 

nicht mit dem ausdrücklichen und vorgängig definierten Zweck mit I.____ getroffen hätte, um 

gemeinsam zu delinquieren, wäre in casu spätestens bei der tatsächlichen Vornahme der jewei-

ligen deliktischen Handlung von einer zumindest nachträglichen Einigung auf diesen Zweck 

auszugehen. Auch schliesst der Umstand, wonach sich die Beiden unter anderem getroffen 

haben, um gemeinsam Zeit zu verbringen und Alkohol zu konsumieren, gerade nicht aus, dass 

sie daneben als weiteren Zweck ihrer Treffen die in einem fest verbundenen Team verübten 

Einbruchsdiebstähle angestrebt haben.  

 

d) Den Beschuldigten ebenfalls nicht zu entlasten vermag die Behauptung, dass es ihm ‒ 

augenscheinlich neben der Generierung von Geld (vgl. nachfolgend E. 7) ‒ bei seinem strafba-

ren Handeln um die Suche nach einem Adrenalinschub gegangen ist, steht doch eine solche 

zusätzliche Motivation einer bandenmässigen Begehungsweise gemäss der vorstehenden De-

finition nicht entgegen. Auch die Auswahl der Tatobjekte hat keinen Einfluss auf die rechtliche 

Qualifikation. Abgesehen davon hat bei den Einbrüchen in Sportstätten zwar keine übermässig 

grosse Aussicht auf umfangreiches Deliktsgut bestanden, auf der anderen Seite ist aber auch 

das Risiko, erwischt zu werden, umso kleiner gewesen. Hinsichtlich des vom Beschuldigten zur 

 
 
 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

jeweiligen Tatzeit ‒ in unbekannter Menge ‒ konsumierten Alkohols ist zu erwägen, dass dieser 

mutmasslich enthemmende Wirkung gehabt hat, aber sicherlich nicht ursächlich gewesen ist für 

die Taten. Diesbezüglich hat der Beschuldigte anlässlich der Konfrontationseinvernahme mit 

I.____ durch die Staatsanwaltschaft vom 27. Oktober 2021 die Frage, ob er sich mit dem Alko-

hol "Mut angetrunken" habe, um die Einbrüche zu begehen, mit "ja" beantwortet und diejenige, 

wie es dazu gekommen sei, dass er Einbrüche begangen habe, obwohl er dies im Zeitpunkt, als 

er getrunken habe, noch nicht geplant habe, damit, dass er (durch den Alkohol) enthemmt ge-

wesen sei (act. 511). Zutreffend ist sodann zwar, dass die Beiden von sich aus ihre deliktische 

Tätigkeit beendet haben, wobei offen gelassen werden kann, was der Auslöser hierfür gewesen 

ist. Entscheidend ist nämlich, dass weder behauptet wird noch Hinweise darauf ersichtlich sind, 

dass der deliktische Wille schon von Anfang an auf eine bloss begrenzte Anzahl von Straftaten 

gerichtet gewesen wäre. In subjektiver Hinsicht bestehen keine Zweifel, dass der Beschuldigte 

sich sowohl des Zusammenschlusses als auch der Zielrichtung der aus ihm und I.____ beste-

henden Bande zur Verübung mehrerer selbstständiger Straftaten bewusst gewesen ist.  

 

e) Im Ergebnis ist damit in den elf Fällen 3, 4, 7, 8 sowie 11 bis 17, in welchen der Beschul-

digte immer mit I.____ zusammengewirkt hat, von einer arbeitsteiligen Tatbegehung und einem 

intensiven Zusammenwirken in einem stabilen Team, in welchem der Wille der Täter auf die 

gemeinsame Verübung einer Mehrzahl von Delikten gerichtet gewesen ist, auszugehen, womit 

diesbezüglich der bandenmässige Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 3 al. 2 aStGB (bzw. Art. 139 

Ziff. 3 lit. b StGB) zu bejahen ist. Demgegenüber liegen in Bezug auf die beiden Fälle 1 und 2 

unbestrittenermassen lediglich in Mittäterschaft begangene Einzeldelikte vor. In diesem Sinne 

ist in teilweiser Gutheissung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwaltschaft das ange-

fochtene Urteil der Vorinstanz entsprechend anzupassen.  

 

 

7. Qualifikation der Gewerbsmässigkeit   

 

7.1 

a) Zur Qualifikation der Gewerbsmässigkeit hat das Strafgericht Folgendes erwogen: Es sei 

festzuhalten, dass der Beschuldigte im Deliktszeitraum über kein eigentliches Einkommen ver-

fügt habe. Dieser sei aber auch gar nicht auf eigene Einnahmen angewiesen gewesen, um sei-

nen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er habe noch zu Hause bei seinen Eltern gewohnt und Ta-

 
 
 

 
 
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schengeld bekommen. Die Getränke und Esswaren habe er nicht gestohlen, um Ausgaben für 

Lebensmittel einzusparen. Wie schon zur Bandenmässigkeit ausgeführt, habe der Beschuldigte 

die Delikte in einer Phase des jugendlichen Leichtsinns begangen und den "Kick" des Verbote-

nen gesucht, aber nicht, weil er sich darauf eingestellt habe, durch deliktisches Handeln Ein-

künfte zu erzielen, um seine Lebensgestaltung zu finanzieren. Dies zeige sich wiederum in der 

Auswahl der Einbruchsobjekte, die teilweise auf Sport- und Schwimmhallen gefallen sei. Solche 

Objekte suche man nicht aus, wenn der Zweck des Einbruchs die Finanzierung des Lebensun-

terhalts bilde. Ebenso spreche gegen ein gewerbsmässiges Vorgehen, dass keinerlei Deliktsgut 

(beispielsweise der entwendete Computer) verkauft worden sei, um Bargeld zu generieren. 

Auch der Umstand (auf den bei der Prüfung der Bandenmässigkeit bereits eingegangen worden 

sei), dass der Beschuldigte von sich aus und ohne Zwang oder Druck von aussen mit den Ein-

brüchen aufgehört habe, spreche dafür, dass er sich nicht darauf eingestellt habe, durch delikti-

sches Handeln Einkünfte zu erzielen. Folglich sei die Qualifikation der Gewerbsmässigkeit, un-

ter Berücksichtigung des Grundsatzes "in dubio pro reo", zu verneinen.  

 

b) Dem hält die Staatsanwaltschaft entgegen, der Beschuldigte habe sich durch die Dieb-

stähle im Sinne eines Nebenerwerbs seinen Lebensunterhalt, namentlich seine Freizeit, den 

Alkoholkonsum und Lebensmittel, finanzieren können, weshalb ein gewerbsmässiges Vorgehen 

vorgelegen habe (vgl. oben E. 2.1.a/dd und b).  

 

c) Nach Auffassung des Beschuldigten sei er im Deliktszeitraum nicht auf eigene Einnahmen 

angewiesen gewesen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, weil er damals noch bei seinen 

Eltern gewohnt und Taschengeld erhalten habe. Ausserdem würden die Auswahl der Ein-

bruchsobjekte, der Umstand, dass kein Deliktsgut verkauft worden sei, und der geringe Delikts-

betrag gegen die Annahme der Gewerbsmässigkeit sprechen (vgl. oben E. 2.2.a/dd).  

 

7.2 Für die Umschreibung der Gewerbsmässigkeit nach Art. 139 Ziff. 2 aStGB (bzw. Art. 139 

Ziff. 3 lit. a StGB) geht die neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung vom Begriff des berufs-

mässigen Handelns aus. Der Täter handelt gewerbsmässig, wenn sich aus der Zeit und den 

Mitteln, die er für die deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte inner-

halb eines bestimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften ergibt, 

dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufes ausübt. Diese abstrakte Umschrei-

bung hat Richtlinienfunktion. Die Einnahmequelle braucht nicht den hauptsächlichen oder re-

 
 
 

 
 
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gelmässigen Erwerb zu bilden. Eine nebenberufliche deliktische Tätigkeit kann als Vorausset-

zung für Gewerbsmässigkeit genügen, weil auch in diesem Fall die erforderliche soziale Gefähr-

lichkeit gegeben sein kann. Wesentlich ist ausserdem, dass der Täter sich darauf einrichtet, 

durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, die einen namhaf-

ten Beitrag an die Kosten seiner Lebensgestaltung darstellen. Das Bundesgericht hat in diesem 

Zusammenhang einen monatlichen Betrag von CHF 1'000.-- für einen Automechaniker und 

einen solchen von CHF 500.-- pro Monat bei einem sonstigen Einkommen von CHF 3'500.-- 

genügen lassen. Zudem muss er die Tat bereits mehrfach begangen haben und es muss aus 

den gesamten Umständen geschlossen werden, er sei zu einer Vielzahl unter den entspre-

chenden Tatbestand fallender Handlungen bereit gewesen. Dass es tatsächlich gelingt, einen 

namhaften Gewinn zu erzielen, ist hingegen nicht erforderlich (BGE 129 IV 188 E. 3.1.2; 129 IV 

253 E. 2.2; 123 IV 113 E. 2b f.; 119 IV 129 E. 3a; BGer 6B_1214/2019 vom 1. Mai 2020 E. 3.3; 

6B_976/2015 vom 27. September 2016 E. 10.3.2; 6B_1192/2014 vom 24. April 2015 E. 3.2; je 

mit Hinweisen; NIGGLI / RIEDO, a.a.O., N 89 ff. und N 98 f. zu Art. 139 StGB, mit Hinweisen).   

 

7.3  

a) Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen sowie die nicht angefochtenen Erkenntnisse 

des Strafgerichts im Urteil vom 12. Januar 2023 hat der Beschuldigte im Rahmen einer Delikts-

serie im Zeitraum zwischen dem 23. September 2020 und dem 5. November 2020 alleine oder 

zusammen mit I.____ insgesamt 15 Einbruchsdiebstähle (Fälle 3 bis 17) verübt (wovon fünf 

Versuche) und dabei einen Deliktsbetrag von rund CHF 5'275.-- (beinhaltend Bargeld, Lebens-

mittel, Spirituosen, einen Computer sowie Schlüssel) erbeutet. Das Deliktsgut hat er sich teil-

weise, d.h. betreffend die gemeinsam begangenen Einbrüche, mit seinem Mittäter I.____ ge-

teilt. In der gleichen Zeit hat der Beschuldigte abgesehen eines von seinen Eltern bezogenen 

Taschengeldes von CHF 20.-- pro Tag angesichts des Fehlens einer irgendwie gearteten lega-

len Erwerbstätigkeit keinerlei Einkommen generiert. Wenngleich die tatsächlichen Lebenshal-

tungskosten des Beschuldigten angesichts der Tatsache, dass er im inkriminierten Tatzeitraum 

bei seinen Eltern gewohnt hat, tief gewesen sein dürften, stellt der in bloss sechs Wochen delik-

tisch erwirtschaftete Betrag von über CHF 5'200.-- für einen knapp 18-Jährigen ohne Ausbil-

dung sowie ohne Erwerbseinkommen ein stattliches Nebeneinkommen dar, auch wenn dieses 

durch zwei Personen geteilt worden ist.  

 

 
 
 

 
 
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b) Der Einwand des Beschuldigten, dass er im Deliktszeitraum nicht auf eigene Einnahmen 

angewiesen gewesen sei, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, weil er damals noch bei 

seinen Eltern gewohnt und Taschengeld erhalten habe, mag zutreffend sein, ändert aber ange-

sichts der Häufigkeit der Einzelakte (15) in einem kurzen Zeitraum von gut sechs Wochen 

nichts an der Feststellung, dass er sich ‒ losgelöst von der tatsächlichen wirtschaftlichen Not-

wendigkeit ‒ darauf eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen relativ regelmässige Ein-

nahmen zu erzielen. Nach der "ratio legis" von Art. 139 Ziff. 2 aStGB (bzw. Art. 139 Ziff. 3 lit. a 

StGB) kann es nicht massgebend sein, ob die straffällige Person auf die deliktisch erworbenen 

Vermögenswerte in irgendeiner Form angewiesen ist, ansonsten lediglich wirtschaftlich 

schwachgestellte Personen die Qualifikation der Gewerbsmässigkeit erfüllen könnten. Weiter ist 

davon auszugehen, dass das Deliktsgut einen namhaften Beitrag an die Lebenshaltungskosten 

des Beschuldigten, welche die durch seine Eltern gedeckten Grundbedürfnisse überstiegen 

haben, insbesondere betreffend seine Freizeit, dargestellt haben. Diesbezüglich hat der Be-

schuldigte anlässlich der Einvernahme durch den Jugenddienst vom 4. März 2021 auf die Fra-

ge, aus welchem Grund er die Einbrüche verübt habe, ohne Umschweife zugegeben, dass er 

dies getan habe, um an Geld zu kommen; er habe Geld für seine Kollegen und den Ausgang 

gebraucht (act. 385 f.). Gleichermassen hat I.____ anlässlich der Haftanhörung durch die Ju-

gendanwaltschaft vom 4. März 2021 wie auch im Rahmen der Konfrontationseinvernahme mit 

dem Beschuldigten durch die Staatsanwaltschaft vom 27. Oktober 2021 eingeräumt, die Ein-

brüche wegen des Geldes (und des Adrenalinschubs) ausgeführt zu haben (act. 433, 523). 

Hierzu passt auch, dass der Beschuldigte betreffend den Fall 14 mehrfach ausgeführt hat, dass 

er sicherlich nicht weiter eingebrochen wäre, wenn sich dermassen viel Geld (CHF 7'800.--) im 

Tresor befunden hätte (vgl. oben E. 5), was die angebliche Suche nach einem Adrenalinschub 

als Motiv für die Einbrüche erheblich relativiert. Nicht zu übersehen ist zudem, dass ein nicht 

unbedeutender Teil des Deliktsgutes aus Lebensmitteln und Getränken ‒ typische Kostenfakto-

ren bei der Lebensgestaltung ‒ bzw. Spirituosen bestanden hat sowie, dass die Beiden sehr 

wohl während ca. einer Woche versucht haben, den von ihnen gestohlenen Computer (Fall 8) 

zwecks Generierung von Bargeld per Internet zu verkaufen, was ihnen jedoch nicht gelungen ist 

(act. 407).   

 

c) Nicht massgebend für die Qualifikation sind sodann die konkrete Erfolgsquote ‒ vielmehr 

genügt die entsprechende Absicht ‒ oder der vom Beschuldigten gesuchte Nervenkitzel, wel-

cher als Motiv für seine Taten mitursächlich gewesen sein mag. Ebenso wenig relevant er-

 
 
 

 
 
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scheinen die vom Beschuldigten ausgesuchten Tatobjekte. Zweifellos wäre bei Einbrüchen in 

andere Örtlichkeiten als Sportstätten ein höherer Deliktsbetrag zu erbeuten gewesen, allerdings 

ist die Erzielung eines namhaften Gewinns gerade nicht erforderlich für die Annahme von Ge-

werbsmässigkeit. Abgesehen davon wäre das Risiko, bei einem Einbruch beispielsweise in eine 

Wohnliegenschaft entdeckt zu werden, ungleich grösser gewesen, und auch das Strafmass 

würde in einem solchen Fall bedeutend schärfer ausfallen.  

 

d) Damit steht nach Auffassung des Kantonsgerichts fest, dass der Beschuldigte aufgrund 

der Häufigkeit der Einzelakte ‒ 15 Einbruchsdiebstähle, wovon fünf Versuche (Fälle 3 bis 17) ‒ 

innerhalb eines Zeitraums von gut sechs Wochen sowie angesichts der angestrebten ‒ Geld in 

unbestimmter Höhe, je nach Verfügbarkeit ‒ und erzielten Einkünfte (rund CHF 5'275.--) die 

deliktische Tätigkeit nach der Art zumindest eines Nebenberufes ausgeübt hat. Es ist ihm da-

rum gegangen, durch sein deliktisches Handeln relativ regelmässige Einnahmen zu erzielen, 

welche angesichts des Fehlens einer irgendwie gearteten legalen Erwerbstätigkeit einen nam-

haften Beitrag an die Kosten seiner Lebensgestaltung dargestellt haben. Ebenso fraglos hat er 

die Taten mehrfach begangen, und er ist selbstverständlich bereit gewesen, möglichst viele 

weitere unter den entsprechenden Tatbestand fallende Handlungen zu begehen, woran auch 

nichts ändert, dass er schlussendlich von sich aus mit den Einbrüchen aufgehört hat. Folglich 

ist er im Hinblick auf die vorstehend aufgelisteten Fälle in Anwendung von Art. 139 Ziff. 2 aStGB 

(bzw. Art. 139 Ziff. 3 lit. a StGB) des gewerbsmässigen Diebstahls schuldig zu sprechen. Dies 

gilt im Übrigen auch für die versuchten Tatbegehungen, da Ziff. 2 von Art. 139 aStGB (bzw. 

Ziff. 3 lit. a von Art. 139 StGB) die verschiedenen begangenen Delikte zu einer rechtlichen Ein-

heit zusammenfasst, wodurch die Deliktsmehrheit (hinsichtlich der vollendeten wie eben auch 

der versuchten Straftaten) insgesamt abgegolten ist (BGE 123 IV 113 E. 2d, mit Hinweisen; 

NIGGLI / RIEDO, a.a.O., N 113 zu Art. 139 StGB, mit zahlreichen Hinweisen).  

 

e) Zusammenfassend ist damit der Beschuldigte gestützt auf die vorstehenden Erwägungen 

in Gutheissung der diesbezüglichen Berufung der Staatsanwaltschaft in den Fällen 3 bis 17 des 

gewerbsmässigen Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 2 aStGB (bzw. Art. 139 Ziff. 3 lit. a StGB) 

schuldig zu erklären. In Bezug auf die Fälle 1 und 2 bleibt es beim vorinstanzlichen Schuld-

spruch wegen versuchten Diebstahls nach Art. 139 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 

StGB. Nicht mehr zu beurteilen im vorliegenden Verfahren, jedoch der Vollständigkeit halber zu 

erwähnen ist, dass der Beschuldigte unter Verweis auf die entsprechenden Erwägungen der 

 
 
 

 
 
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Vorinstanz überdies wegen mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen, teilweise versuch-

ten Hausfriedensbruchs schuldig gesprochen wird.  

 

 

8. Strafzumessung  

 

8.1 Dogmatische Erwägungen  

 

a) Nach Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe innerhalb des massgebenden Strafrah-

mens nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönli-

chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters (Abs. 1). Das Ver-

schulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, 

nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie da-

nach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage ge-

wesen ist, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Abs. 2).  

 

b) Das Gericht bewertet das Verschulden ausgehend von der objektiven Tatschwere. Diese 

ist zunächst danach zu bestimmen, wie stark das betroffene Rechtsgut beeinträchtigt worden 

ist. Dabei sind das Ausmass des Erfolgs, die Gefährdung, das Risiko sowie die Art und Weise 

des Tatvorgehens zu berücksichtigen. Von Bedeutung sind auch die Intensität der durch die Tat 

und Tatausführung offenbarten kriminellen Energie sowie die Grösse des Tatbeitrags bei meh-

reren Tätern und die hierarchische Stellung (HANS WIPRÄCHTIGER / STEFAN KELLER, in: Basler 

Kommentar, Strafrecht I, 4. Auflage, Basel 2019, N 91 ff. zu Art 47 StGB). Bei der Beurteilung 

der subjektiven Tatschwere bilden namentlich die Beweggründe und Ziele des Täters, der bei 

der Tat aufgewendete Wille, das Motiv sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit massgebende 

Strafzumessungskriterien (WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 115 ff. zu Art. 47 StGB). Das Ge-

richt hat die objektive Tatschwere zu bewerten und in den Urteilserwägungen anzugeben, ob 

diese aufgrund der Beurteilung der subjektiven Tatschwere reduziert, bestätigt oder erhöht wer-

den soll. Dabei muss es gemäss Art. 50 StGB festhalten, welche die für die Strafzumessung 

erheblichen Umstände sind und wie es diese gewichtet. Hierzu muss das Gericht in seinem 

Urteil darlegen, welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe 

im konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu 

gelangen (BGE 144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.5). Es liegt im Ermessen des Sachgerichts, in 

 
 
 

 
 
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welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren berücksichtigt. Es muss nicht 

auf Umstände ausdrücklich eingehen, die es – ohne dass dies ermessensverletzend wäre – bei 

der Strafzumessung als nicht massgebend oder nur von geringem Gewicht erachtet 

(BGer 6P.66/2006 vom 16. Februar 2007 E. 4). Auch ist das Gericht nicht gehalten, in Zahlen 

oder Prozenten anzugeben, wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 

144 IV 313 E. 1.2; 136 IV 55 E. 5.6). Allerdings muss das Gericht das Gesamtverschulden qua-

lifizieren und die Gesamteinschätzung des Tatverschuldens im Urteil ausdrücklich benennen, 

wobei von einer Skala denkbarer Abstufungen nach Schweregrad auszugehen ist (sehr leicht, 

leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer). Im Übrigen betont das Bundesge-

richt in seiner Rechtsprechung, dass die Formulierung des Verschuldens und die Festsetzung 

des Strafmasses auch begrifflich im Einklang stehen müssen (BGer 6B_1096/2010 vom 7. Juli 

2011 E. 4.1; 6B_859/2013 vom 2. Oktober 2014 E. 4.2 f.).  

 

c) In einem zweiten Schritt ist die (hypothetische) Strafe, die diesem Verschulden entspricht, 

innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens zu bestimmen. Die so ermittelte Strafe 

kann dann gegebenenfalls in einem dritten Schritt aufgrund wesentlicher Täterkomponenten, 

d.h. tatunabhängiger Strafzumessungsfaktoren, erhöht oder reduziert werden (BGE 136 IV 55 

E. 5.7; 134 IV 132 E. 6.1). 

 

d) Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für mehrere 

gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zu der Stra-

fe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass der 

angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche 

Höchstmass der Strafart gebunden. Die Bestimmung von Art. 49 Abs. 1 StGB legt somit die 

Rechtsfolgen fest, die einen Täter treffen, der denselben Straftatbestand mehrfach oder mehre-

re verschiedene Straftatbestände verletzt hat. Die Vorschrift regelt das methodische Vorgehen 

der Strafzumessung im Konkurrenzfall aber nur rudimentär; ihr selbst lässt sich nicht entneh-

men, wann die Voraussetzungen gleichartiger Strafen erfüllt sind, was die schwerste Straftat ist 

und wie diese zu ermitteln und erhöhen ist (BGE 144 IV 217 E. 3.2). Hat der Täter eine oder 

mehrere Taten vor Vollendung des 18. Altersjahrs begangen, so dürfen diese bei der Bildung 

der Gesamtstrafe nach den Absätzen 1 und 2 nicht stärker ins Gewicht fallen, als wenn sie für 

sich allein beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 3 StGB).  

 

 
 
 

 
 
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e) Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB ist nur bei gleichartigen 

Strafen möglich. Geldstrafe und Freiheitstrafe sind keine gleichartigen Strafen im Sinne von 

Art. 49 Abs. 1 StGB. Ungleichartige Strafen sind kumulativ zu verhängen. Das Gericht kann auf 

eine Gesamtfreiheitsstrafe nur erkennen, wenn es im konkreten Fall für jeden einzelnen Norm-

verstoss eine Freiheitsstrafe ausfällen würde (sog. konkrete Methode). Dass die anzuwenden-

den Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen vorsehen, genügt nicht (BGE 144 IV 313 

E. 1.1.1; 144 IV 217 E. 2.2; 142 IV 265 E. 2.3.2; 138 IV 120 E. 5.2; BGer 6B_112/2020 vom 

7. Oktober 2020 E. 3.2).  

 

f) Bei der Bildung der Gesamtstrafe nach Art. 49 Abs. 1 StGB ist in einem ersten Schritt 

anhand der abstrakten Strafdrohung des Gesetzes der Strafrahmen für die schwerste Straftat 

zu ermitteln. Sind mehrere Straftatbestände mit gleichem Strafrahmen zu beurteilen, ist von 

derjenigen Straftat auszugehen, die im konkreten Fall die höchste Strafe nach sich zieht (HANS 

MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Auflage, Basel 2019, N 485). Die tat- und täterange-

messene Strafe ist grundsätzlich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens der (schwersten) 

anzuwendenden Strafbestimmung festzusetzen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber in aller 

Regel sehr weit gefasst worden, um sämtlichen konkreten Umständen Rechnung zu tragen. 

Entgegen einer auch in der Praxis verbreiteten Auffassung wird der ordentliche Strafrahmen 

durch Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe nicht automatisch erweitert, worauf dann 

innerhalb dieses neuen Rahmens die Strafe nach den üblichen Zumessungskriterien festzuset-

zen wäre. Der ordentliche Rahmen ist nur zu verlassen, wenn aussergewöhnliche Umstände 

vorliegen und die für die betreffende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall zu hart oder zu 

milde erscheint (BGE 136 IV 55 E. 5.8).  

 

g) In einem zweiten Schritt hat das Gericht die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb 

des betreffenden gesetzlichen Strafrahmens nach der objektiven und subjektiven Tatschwere 

bzw. den Tatkomponenten festzusetzen (BGE 144 IV 313 E. 1.1.2; 127 IV 101 E. 2b). Dabei hat 

das Gericht eine vorläufige Gesamteinschätzung im Sinne einer hypothetischen Einsatzstrafe 

vorzunehmen, wobei das Verschulden im Rahmen einer Skala denkbarer Abstufungen nach 

Schweregrad (sehr leicht, leicht, nicht mehr leicht, mittelschwer, schwer, sehr schwer) zu be-

stimmen und in der Begründung des Urteils zu nennen ist (BGE 136 IV 55 E. 5.7).   

 
 
 

 
 
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h) In einem dritten Schritt sind die übrigen Delikte – wiederum anhand der Tatschwere bzw. 

den Tatkomponenten entsprechend den vorstehenden Ausführungen – zu beurteilen, wobei für 

jede zusätzliche Straftat, derentwegen der Beschuldigte verurteilt wird, unter Berücksichtigung 

des jeweiligen Verschuldens eine hypothetische Einzelstrafe zu ermitteln ist. Mithin sind für jede 

(zusätzliche) konkrete Tat die angemessene Strafhöhe sowie die passende Strafart zu bestim-

men (BGE 144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E 1.1.1 und E. 1.4; BGer 6B_59/2020 vom 

30. November 2020 E. 4.4; 6B_1071/2019 vom 5. November 2020 E. 3.3.2). Anschliessend ist 

zu prüfen, aus welchen der festgelegten Einzelstrafen eine Gesamtstrafe zu bilden ist bzw. Ge-

samtstrafen zu bilden sind. Soweit für mehrere zu beurteilende Straftaten jeweils gleichartige 

Strafen als angemessen erscheinen, ist unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips eine 

hypothetische Gesamtstrafe für sämtliche dieser Delikte festzulegen (Art. 49 Abs. 1 StGB; BGE 

144 IV 217 E. 4.1 und E. 4.3; 144 IV 313 E. 1.4; BGer 6B_59/2020 vom 30. November 2020 

E. 4.4). Bei der Bemessung der Gesamtstrafe müssen die einzelnen Straftaten innerhalb des 

(allenfalls erweiterten) Strafrahmens gesamthaft gewürdigt werden. Dabei sind namentlich das 

Verhältnis der einzelnen Taten untereinander, ihr Zusammenhang, ihre grössere oder geringere 

Selbstständigkeit sowie die Gleichheit oder Verschiedenheit der verletzten Rechtsgüter und die 

Begehungsweisen zu berücksichtigen. Der Gesamtschuldbeitrag des einzelnen Deliktes wird 

dabei geringer zu veranschlagen sein, wenn die Delikte zeitlich, sachlich und situativ in einem 

engen Zusammenhang stehen (BGE 144 IV 217 E. 3.5.4; BGer 6B_523/2018 vom 23. August 

2018 E. 1.2.2).  

i) Die einzelnen Tathandlungen müssen vor der Bildung einer allfälligen Gesamtstrafe in 

einem selbstständigen Schritt vorab gewürdigt werden (BGer 6B_998/2019 vom 20. November 

2020 E. 4.2.4). Die enge Verknüpfung der einzelnen Delikte entbindet nicht von dieser Vorge-

hensweise (BGer 6B_619/2019 vom 11. März 2020 E. 3.4). Wenngleich bei der Bemessung der 

hypothetischen Gesamtstrafe die einzelnen Straftaten in einem selbstständigen Schritt gewür-

digt werden müssen, ist bei Vorliegen einer Tatserie eine punktuelle Kategorisierung gleichge-

lagerter Delikte (z.B. nach Schadenshöhe oder Tatvorgehen) nicht ausgeschlossen. Sie hat 

sich aber immer am Mass des der konkreten Tat immanenten Verschuldens zu orientieren. Eine 

gemeinsame Bewertung unterschiedlicher Taten widerspricht der Gesamtstrafenbildung nach 

dem Asperationsprinzip (BGer 6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 4.2.4).  

 

 
 
 

 
 
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j) Nach der Praxis des Bundesgerichts (vgl. zum Ganzen: BGer 6B_93/2022 vom 

24. November 2022 E. 1.3.4 ff.) beurteilt sich die Frage, ob im Einzelfall eine Geld- oder Frei-

heitsstrafe auszusprechen ist, gemäss Art. 47 StGB nach dem Ausmass des (Einzeltat-) Ver-

schuldens, wobei die Geldstrafe gegenüber der Freiheitsstrafe als mildere Sanktion gilt. Das 

Gericht trägt bei der Wahl der Strafart neben dem Verschulden des Täters, der Zweckmässig-

keit der Strafe, ihren Auswirkungen auf die Täterschaft und auf ihr soziales Umfeld sowie ihrer 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention Rechnung (BGE 147 IV 241 E. 3.2; 144 

IV 313 E. 1.1.1; 134 IV 82 E. 4.1). Dabei berücksichtigt es, dass bei alternativ zur Verfügung 

stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall jene 

gewählt werden soll, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. 

die ihn am wenigsten hart trifft (BGE 138 IV 120 E. 5.2; 134 IV 82 E. 4.1). Dies gilt auch im 

Rahmen der Gesamtstrafenbildung. Der Täter soll aufgrund des Umstands, dass mehrere De-

likte gleichzeitig zur Beurteilung stehen, für die einzelnen Taten nicht schwerer bestraft werden 

als bei separater Beurteilung (BGE 144 IV 217 E. 3.3.3; 144 IV 313 E. 1.1.1; 134 IV 97 

E. 4.2.2). Auch nach der neusten Rechtsprechung darf eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgespro-

chen werden, wenn viele Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und 

eine blosse Geldstrafe bei keinem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte ge-

eignet ist, in genügendem Masse präventiv auf den Täter einzuwirken (BGer 6B_382/2021 vom 

25. Juli 2022 E. 2.4.2; 6B_141/2021 vom 23. Juni 2021 E. 1.3.2, mit Hinweisen); das Urteil be-

rücksichtigt damit bei der Wahl der Sanktionsart die mehrfache und kontinuierliche gleichartige 

Delinquenz. Die Gesamtstrafenbildung darf nicht auf einer allzu abstrakten Lesart der einschlä-

gigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Wahl der Strafart basieren. Stehen verschiede-

ne Sanktionsarten zur Wahl, bildet das Verschulden zwar nicht das entscheidende Kriterium, ist 

aber neben den anderen bestimmenden Kriterien adäquat einzuschätzen (BGE 147 IV 241 

E. 3.2). Nur wenn sowohl eine Geldstrafe wie eine Freiheitsstrafe in Betracht kommen und bei-

de Strafarten in äquivalenter Weise das Verschulden sanktionieren, ist generell dem Verhält-

nismässigkeitsprinzip folgend der Geldstrafe die Priorität einzuräumen. Systemimmanent impli-

ziert das Strafgesetzbuch, dass das Verschulden die Wahl der Strafart beeinflusst, weil die 

schwersten Straftaten prinzipiell durch die Freiheitsstrafe und nicht durch die Geldstrafe zu 

sanktionieren sind (BGE 147 IV 241 E. 3.2).  

 

k) Bei einem qualifizierten Fall ist sodann zu beachten, dass die Umstände, die zur Anwen-

dung eines höheren Strafrahmens führen, innerhalb des geänderten Strafrahmens nicht noch 

 
 
 

 
 
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einmal als Straferhöhungsgründe berücksichtigt werden dürfen (sogenanntes Doppelverwer-

tungsverbot; BGE 118 IV 342 E. 2b; vgl. auch WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 102 f. zu 

Art. 47 StGB, mit Hinweisen). Demgegenüber ist das Gericht nicht daran gehindert, in seine 

Würdigung miteinzubeziehen, in welchem Ausmass ein qualifizierender Tatumstand gegeben 

ist (BGE 141 IV 61 E. 6.1.3; 120 IV 67 E. 2b; 118 IV 342 E. 2b; WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., 

N 102 zu Art. 47 StGB), namentlich in welcher Intensität Gewerbsmässigkeit betrieben (BGer 

6B_708/2017 vom 13. November 2017 E. 3.3.1; 6B_1192/2014 vom 24. April 2015 E. 5.4.2) 

oder in welcher Art und Weise bandenmässig vorgegangen worden ist (BGer 6B_237/2018 vom 

24. August 2018 E. 1.4.2). Ebenso darf das gleichzeitige Vorliegen mehrerer Qualifikations-

gründe innerhalb des Strafrahmens der Qualifikation Berücksichtigung finden (BGE 120 IV 330 

E. 1c/aa; BGer 6B_708/2017 vom 13. November 2017 E. 3.3.1; 6B_662/2015 vom 12. Januar 

2016 E. 2.4.3; 6B_683/2012 vom 17. Juli 2013 E. 3.5; jeweils mit Verweisen). 

 

l) Nach der Festlegung der hypothetischen Gesamtstrafe(n) für sämtliche Delikte sind 

schliesslich die Täterkomponenten zu berücksichtigen. Bei der Bestimmung der Täterkompo-

nenten kann es sich rechtfertigen, die einzelnen Aspekte gesamthaft für sämtliche begangenen 

Taten zu würdigen, sofern diese für alle Delikte in gleicher oder vergleichbarer Weise Geltung 

beanspruchen (BGer 6B_865/2009 vom 25. März 2010 E. 1.6.1; 6B_496/2011 vom 

19. November 2021 E. 4.2). Die Täterkomponenten umfassen die persönlichen Verhältnisse 

und das Vorleben, insbesondere frühere Strafen oder Wohlverhalten, sowie das Verhalten nach 

der Tat und im Strafverfahren, insbesondere Reue und Einsicht oder ein Geständnis 

(WIPRÄCHTIGER / KELLER, a.a.O., N 92 ff. zu Art. 47 StGB).   

 

8.2 Konkrete Erwägungen   

 

a) Im vorliegenden Berufungsverfahren begehrt die Staatsanwaltschaft eine Erhöhung des 

vorinstanzlich festgelegten Strafmasses auf eine bedingt vollziehbare Freiheitsstrafe von 16 

Monaten, bei einer Probezeit von zwei Jahren, unter Anrechnung eines Tages Haft. Demge-

genüber ist der Beschuldigte der Ansicht, dass das erstinstanzliche Strafmass ‒ bedingt voll-

ziehbare Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 30.--, bei einer Probezeit von zwei Jahren 

‒ nicht zu beanstanden sei.  

 

 
 
 

 
 
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b) Die Tatsache, wonach die Staatsanwaltschaft eine Abänderung des erstinstanzlichen 

Strafmasses begehrt, erhellt, dass von Seiten des Kantonsgerichts eine neue Strafzumessung 

vorzunehmen ist. Da gemäss Art. 408 StPO die Berufungsinstanz ein neues Urteil zu fällen hat, 

welches das erstinstanzliche ersetzt, ist auf die vorinstanzliche Bemessung der Strafe nicht im 

Detail einzugehen. Das Berufungsgericht hat ohnehin die Strafe nach eigenem Ermessen fest-

zusetzen und muss sich auch nicht daran orientieren, wie die erste Instanz die einzelnen Straf-

zumessungsfaktoren gewichtet hat (BGer 6B_298/2013 vom 16. Januar 2014 E. 6.2). Nur am 

Rande zu bemerken ist deshalb, dass der vorderrichterlichen Strafzumessung auch dann nicht 

zu folgen gewesen wäre, wenn deren Schuldsprüche bestätigt worden wären. Die Staatsan-

waltschaft weist diesbezüglich zu Recht darauf hin, dass lediglich bei alternativ zur Verfügung 

stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Sanktionen im Regelfall jene 

gewählt werden soll, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift. Nur 

wenn sowohl eine Geldstrafe wie eine Freiheitsstrafe in Betracht kommen und beide Strafarten 

in äquivalenter Weise das Verschulden sanktionieren, ist generell dem Verhältnismässigkeits-

prinzip folgend der Geldstrafe die Priorität einzuräumen (vgl. oben E. 8.1.j). In concreto basiert 

die Gesamtstrafenbildung der Vorinstanz jedoch auf einer allzu abstrakten Lesart der einschlä-

gigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Wahl der Sanktionsart und berücksichtigt dabei 

bezüglich der präventiven Wirkung der Strafe auf den Beschuldigten dessen mehrfache und 

kontinuierlich gleichartige Delinquenz nur unzureichend. Darüber hinaus ist es versäumt wor-

den, das Verschulden als massgebliches Kriterium bei der Wahl der Strafart in adäquater Weise 

miteinzubeziehen. So hat das Strafgericht zwar ausdrücklich anerkannt, dass das Ergebnis sei-

ner Strafzumessung nicht schuldangemessen ist, dessen ungeachtet aber am Vorrang der 

Geldstrafe festgehalten. Stattdessen hätte, nachdem nach eigener Wahrnehmung der Vor-

instanz die Geldstrafe ‒ zumal unter Berücksichtigung der maximal möglichen Anzahl der Ta-

gessätze von 180 ‒ hinsichtlich des Schuldausgleichs keine äquivalente Sanktion zur Freiheits-

strafe darstellt, bei der Gesamtstrafenbildung eine Gesamtfreiheitsstrafe ausgesprochen wer-

den müssen.  

 

c) In casu ist zu konstatieren, dass der Beschuldigte des mehrfachen, teilweise bandenmäs-

sigen, teilweise gewerbsmässigen sowie teilweise versuchten Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 StGB, 

teilweise in Verbindung mit Art. 139 Ziff. 2 und Ziff. 3 al. 2 aStGB sowie teilweise in Verbindung 

mit Art. 22 Abs. 1 StGB), der mehrfachen Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 StGB) und des 

mehrfachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB, teilweise in Verbindung 

 
 
 

 
 
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mit Art. 22 Abs. 1 StGB) schuldig erklärt wird. Den Vorgaben des Bundesgerichts folgend hat 

das Kantonsgericht zunächst den Strafrahmen nach der abstrakt schwerwiegendsten Straftat zu 

bestimmen. Vorliegend weist der bandenmässige Diebstahl den höchsten abstrakten Strafrah-

men auf. So reicht dieser gemäss des gestützt auf Art. 2 Abs. 2 StGB anwendbaren Art. 139 

Ziff. 3 aStGB von sechs Monaten Freiheitsstrafe am unteren bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe 

am oberen Ende. Aussergewöhnliche Umstände, welche es angezeigt erscheinen lassen wür-

den, diesen Strafrahmen zu verlassen, liegen auch unter Berücksichtigung der Tat- und De-

liktsmehrheit nicht vor. Die Strafe ist daher innerhalb des ordentlichen Strafrahmens festzule-

gen. Für den bandenmässigen Diebstahl ist somit eine Einsatzstrafe festzusetzen. Hinzu kom-

men der gewerbsmässige Diebstahl nach der massgeblichen Bestimmung von Art. 139 Ziff. 2 

aStGB (Art. 2 Abs. 2 StGB) mit einem Strafrahmen von 90 Tagessätzen Geldstrafe bis zu zehn 

Jahren Freiheitsstrafe (welcher in casu allerdings in die Einsatzstrafe miteinzubeziehen ist; vgl. 

nachfolgend lit. e), die Sachbeschädigung mit einem Strafrahmen von drei Tagessätzen Geld-

strafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe sowie der Hausfriedensbruch mit dem nämlichen Straf-

rahmen von drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe.  

 

d) Wie dargelegt, führt die Deliktsmehrheit im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB nicht zu einer 

Erhöhung der abstrakten Strafrahmen, ist aber innerhalb des ordentlichen Strafrahmens des 

schwersten Delikts bei der Gesamtstrafenbildung straferhöhend zu gewichten. Dabei kommt, 

wie ebenfalls bereits erwähnt, die Bildung einer Gesamtstrafe in Anwendung des Asperations-

prinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB nur in Betracht, wenn gleichartige Strafen auszusprechen 

sind. Nicht ausgeschlossen ist, dass namentlich bei Tatserien, d.h. bei tatsächlich und zeitlich 

verknüpften Straftaten, eine Kategorisierung erfolgen kann, soweit sich identische Überlegun-

gen hinsichtlich der Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion aufdrängen (BGer 

6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 4.2.3). Zu berücksichtigen ist im vorliegenden Fall 

zudem Art. 49 Abs. 3 StGB, nachdem der Beschuldigte die Fälle 1 und 2 vor Vollendung des 

18. Altersjahrs verübt hat, sowie die Tatsache, dass gewisse Delikte im Stadium des Versuchs 

steckengeblieben sind (Art. 22 Abs. 1 StGB).  

 

e) Bei der Ermittlung der Einsatzstrafe für den gewerbs- und teilweise bandenmässigen 

Diebstahl ist in einem ersten Schritt festzustellen, dass es sich vorliegend um gleichwertige Se-

rientaten handelt, welche alle ‒ d.h. betreffend die Fälle 3 bis 17 ‒ die gewerbsmässige und 

überwiegend ‒ d.h. betreffend die Fälle 3, 4, 7, 8 und 11 bis 17 ‒ auch die bandenmässige 

 
 
 

 
 
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Qualifikation erfüllen, womit es sowohl zweckmässig als auch sachlich gerechtfertigt erscheint, 

hierfür eine einheitliche Einsatzstrafe festzusetzen (BGer 6B_797/2011 vom 13. April 2012 

E. 3.1.2; NIGGLI / RIEDO, a.a.O., N 136 zu Art. 139 StGB). Auf der Seite der objektiven Tatkom-

ponenten ist konkret zu würdigen, dass der Beschuldigte innert rund sechs Wochen, im Zeit-

raum zwischen dem 23. September 2020 und dem 5. November 2020, alleine oder zusammen 

mit I.____ insgesamt 15 Einbruchsdiebstähle verübt (wovon fünf Versuche) und dabei einen 

Deliktsbetrag von über CHF 5'275.-- (beinhaltend Bargeld, Lebensmittel, Spirituosen, einen 

Computer sowie Schlüssel) erbeutet hat. Dabei definiert sich die zu gewichtende kriminelle 

Energie des Beschuldigten primär nicht allein anhand der tatsächlich erbeuteten Vermögens-

werte, welchen angesichts des unterschiedlichen Wertes des einzelnen Deliktsguts faktisch 

etwas Zufälliges anhaftet, sondern vielmehr durch die relativ hohe Anzahl der ihm zur Last zu 

legenden Delikte während eines nicht übermässig langen Deliktszeitraums. Verschuldenserhö-

hend ist dabei zu werten, dass der Beschuldigte nicht nur die überwiegende Anzahl der Fälle 

zusammen mit I.____ als Mittäter bandenmässig begangen hat, sondern auch, dass in sämtli-

chen Fällen das Vorliegen von Gewerbsmässigkeit zu bejahen ist. Zu Gunsten des Beschuldig-

ten spricht hingegen, dass er als Tatobjekte ausschliesslich Geschäftsliegenschaften und 

Sportstätten ausgewählt hat, wobei Konfrontationen mit den Geschädigten in aller Regel auszu-

schliessen gewesen sind und solche denn auch nie stattgefunden haben. Ausserdem ist der 

Beschuldigte im Tatzeitraum erst 18 Jahre alt gewesen, womit es wahrscheinlich ist, dass eine 

gewisse mangelnde Einsicht in das begangene Unrecht zufolge des jungen Alters vorgelegen 

hat. Neutral zu beurteilen ist schliesslich der Umstand, dass der Beschuldigte und I.____ auf 

der gleichen Hierarchiestufe innerhalb der Bande agiert haben. Aufgrund dieser geschilderten 

Umstände ist die objektive Tatschwere noch als leicht einzustufen. In subjektiver Hinsicht ist 

dem Beschuldigten vorzuwerfen, dass er ‒ neben der Suche nach einem Adrenalinschub ‒ di-

rektvorsätzlich und offensichtlich aus rein finanziellem Interesse bzw. gewinnsüchtigen Motiven 

gehandelt hat. Letzteres ist indessen dem Qualifikationsgrund der Gewerbsmässigkeit inhärent, 

weshalb es sich nicht weiter auf die Verschuldensbewertung auswirkt. Gleichwohl ist festzuhal-

ten, dass der Beschuldigte nicht aus einer eigentlichen finanziellen Notlage heraus gehandelt 

hat, da er zum inkriminierten Zeitraum zu Hause bei seinen Eltern gewohnt hat und von diesen 

versorgt worden ist, wozu auch der Bezug von Taschengeld gehört hat. Für ihn spricht immer-

hin, dass er aus eigenem Antrieb von seinem deliktischen Handeln abgelassen hat. Insofern 

vermag die subjektive Schwere der Tat das objektive Tatverschulden in geringem Masse zu 

relativieren. Im Rahmen der Gesamtqualifikation des Tatverschuldens hinsichtlich der Einsatz-

 
 
 

 
 
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strafe ist somit das Verschulden von A.____ in Bezug auf den gewerbs- und teilweise banden-

mässigen Diebstahl als leicht zu qualifizieren, was bei einer Mindeststrafe von sechs Monaten 

Freiheitsstrafe und einer Maximalstrafe von zehn Jahren Freiheitsstrafe zu einer schuldange-

messenen tatbezogenen hypothetischen Einsatzstrafe von zwölf Monaten Freiheitsstrafe führt.  

 

f) Bei der Gewichtung der Einzelstrafen für die versuchten Diebstähle (Fälle 1 und 2) ist 

zunächst darauf hinzuweisen, dass die zu bewertenden Tathandlungen in einem äusserst en-

gen Konnex zueinander stehen, sind diese doch zum nämlichen Zeitpunkt bzw. unmittelbar hin-

tereinander verübt worden. In Bewertung der jeweiligen objektiven Tatschwere ist zu veran-

schlagen, dass der Beschuldigte zusammen mit I.____ in der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober 

2019 im ersten Fall in die betreffende Liegenschaft eingedrungen ist und die Räumlichkeiten 

durchsucht, aber kein Deliktsgut gefunden hat, und es im anderen Fall trotz des Einsatzes von 

Werkzeug nicht geschafft hat, in die fragliche Liegenschaft einzudringen. Beide Tathandlungen 

sind in der Nacht erfolgt und haben Gewerbeliegenschaften betroffen, und beide Male ist es 

beim Versuch geblieben (Art. 22 Abs. 1 StGB). Von Bedeutung ist zudem, dass der Beschuldig-

te beide Delikte vor Vollendung des 18. Altersjahres begangen hat (Art. 49 Abs. 3 StGB). So-

dann beinhalten beide Fälle denselben Unrechtsgehalt, zumal im ersten Fall als Begleitdelikt 

ein vollendeter Hausfriedensbruch erfolgt ist und aus dem zweiten Fall eine Sachbeschädigung 

resultiert hat. Die objektive Tatschwere ist demnach gleich einzustufen und in beiden Fällen als 

leicht zu werten. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten jeweils ein direktvorsätzliches 

Vorgehen anzulasten, was aber neutral zu gewichten ist, womit die subjektive Schwere der Tat 

jeweils keinen Einfluss auf das objektive Tatverschulden hat. In Gewichtung aller verschuldens-

relevanten Faktoren ergeben sich für diesen Anklagepunkt ‒ bei hypothetischen Einzelstrafen 

von jeweils zehn Strafeinheiten ‒ für die mehrfache Tatbegehung Einzelstrafen von insgesamt 

20 Strafeinheiten. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist festzustellen, dass bei diesem 

Strafmass theoretisch die Verhängung einer Geldstrafe möglich wäre. Nachdem jedoch bei der 

Wahl der Sanktionsart als wichtigstes (aber nicht ausschliessliches) Kriterium die Zweckmäs-

sigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld 

sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen ist und die beiden Delikte inhaltlich in einem 

engen Zusammenhang zu den gewerbs- und teilweise bandenmässigen Diebstählen stehen, 

kommt bei den vorliegend zu beurteilenden Tathandlungen als schuldangemessene Sanktion 

ebenfalls nur eine Freiheitsstrafe in Betracht. Im Ergebnis sind damit für die beiden versuchten 

Diebstähle tatbezogene hypothetische Einzelstrafen von insgesamt 20 Tagen Freiheitsstrafe 

 
 
 

 
 
Seite 33   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

festzusetzen, woraus in Anwendung des Asperationsprinzips eine Erhöhung der tatbezogenen 

hypothetischen Einsatzstrafe um einen halben Monat Freiheitsstrafe resultiert.  

 

g) Bei der Festsetzung der Einzelstrafen für die mehrfache Sachbeschädigung ist zunächst 

darauf hinzuweisen, dass die zu bewertenden Tathandlungen zeitlich, sachlich, situativ und 

deliktisch in einem ausgesprochen engen Konnex zueinander stehen, indem die Sachbeschä-

digungen bloss Begleitdelikte zum banden- und gewerbsmässigen Diebstahl sowie zu den ver-

suchten Diebstählen darstellen. Wie vorstehend dargelegt (oben E. 8.1.i und j), ist es nach der 

Praxis des Bundesgerichts zulässig, bei Vorliegen einer Tatserie eine Kategorisierung gleichge-

lagerter Delikte vorzunehmen bzw. eine Gesamtfreiheitsstrafe auszusprechen, wenn viele Ein-

zeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und eine blosse Geldstrafe bei 

keinem der in einem engen Zusammenhang stehenden Delikte geeignet ist, in genügendem 

Masse präventiv auf den Täter einzuwirken. In Beachtung hiervon ist in casu betreffend die je-

weilige objektive Tatschwere der einzelnen Delikte zu veranschlagen, dass der Beschuldigte 

allein oder zusammen mit I.____ in der Nacht vom 4. auf den 5. Oktober 2019 sowie im Zeit-

raum zwischen dem 23. September 2020 und dem 5. November 2020 insgesamt 17 Einbruchs-

diebstähle verübt (wovon sieben Versuche) und dabei in zehn Fällen einen Sachschaden von 

insgesamt CHF 18'850.-- verursacht hat. Dieser im Verhältnis zum Deliktsgut von rund 

CHF 5'275.-- auffallend hohe Sachschaden lässt auf eine ausgeprägte Gleichgültigkeit gegen-

über fremdem Eigentum schliessen. Andererseits ist festzustellen, dass der Beschuldigte kei-

nen erkennbar höheren Schaden angerichtet hat als zur Erreichung seines eigentlichen Hand-

lungsziels nötig gewesen ist. Zudem ist wiederum das junge Alter und die damit verbundene 

allenfalls mangelnde Einsicht in das begangene Unrecht sowie namentlich Art. 49 Abs. 3 StGB 

in Bezug auf den Fall 2 zu berücksichtigen. Angesichts dieser Umstände ist die objektive Tat-

schwere in allen Fällen als leicht einzustufen. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten an-

zulasten, dass er immer direktvorsätzlich gehandelt hat zwecks Förderung des jeweils ange-

strebten Diebstahls, weshalb die subjektive Schwere der Tat das objektive Tatverschulden je-

weils nicht zu relativieren vermag. Gestützt auf diese Erwägungen ist das Tatverschulden im 

Hinblick auf den Vorwurf der mehrfachen Sachbeschädigung in jedem Einzelfall als leicht ein-

zuschätzen. In Bezug auf die Wahl der Sanktionsart ist wiederum zu konstatieren, dass theore-

tisch eine Geldstrafe in Frage käme, angesichts des äusserst engen Zusammenhangs zum 

Tatbestand des gewerbs- und teilweise bandenmässigen Diebstahls wie auch des versuchten 

Diebstahls sowie unter Berücksichtigung der Zweckmässigkeiten von Freiheits- und Geldstrafe 

 
 
 

 
 
Seite 34   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

und der damit verbundenen präventiven Effizienz auf den Täter aber nur eine Freiheitsstrafe in 

Betracht kommt. Im Ergebnis führen die jeweils ermittelten Strafeinheiten mit Blick auf das Ver-

hältnis der Einzelsubsumptionen zueinander bzw. darauf, dass die jeweiligen Sachbeschädi-

gungen bloss Begleitdelikte zu den Einbruchsdiebstählen dargestellt haben, in Anwendung des 

Asperationsprinzips gesamthaft zu einer weiteren Erhöhung der tatbezogenen hypothetischen 

Einsatzstrafe um einen Monat Freiheitsstrafe. 

 

h) Bei der Festlegung der Einzelstrafen für den mehrfachen, teilweise versuchten Hausfrie-

densbruch ist, wie bereits vorgängig erwähnt, ebenfalls zu erwägen, dass die diesbezüglichen 

Tathandlungen zeitlich, sachlich, situativ und deliktisch in einem ausgesprochen engen Konnex 

zueinander stehen, indem sie lediglich Begleitdelikte zum banden- und gewerbsmässigen Dieb-

stahl sowie zu den versuchten Diebstählen darstellen. Bezüglich der jeweiligen objektiven Tat-

schwere ist festzustellen, dass der Beschuldigte allein oder zusammen mit I.____ in der Nacht 

vom 4. auf den 5. Oktober 2019 sowie im Zeitraum zwischen dem 23. September 2020 und 

dem 5. November 2020 insgesamt 17 Einbruchsdiebstähle verübt (wovon sieben Versuche) 

und dabei in 15 Fällen vollendete Hausfriedensbrüche sowie in einem Fall einen versuchten 

Hausfriedensbruch begangen hat. Diese Häufung lässt auf eine ausgeprägte Gleichgültigkeit 

gegenüber dem Eigentum anderer im Generellen sowie dem fremden Hausrecht im Speziellen 

schliessen. Dass es in einem Fall beim Versuch geblieben ist, ist im Übrigen im Sinne eines 

Unvermögens nicht dem Beschuldigten positiv anzurechnen. Zu seinen Gunsten ist demgegen-

über zu gewichten, dass er jeweils nachts in Geschäftsliegenschaften und Sportstätten einge-

drungen ist, womit das Risiko, auf Anwesende zu treffen, relativ klein gewesen ist. Nicht zu 

übersehen ist ausserdem, dass die Hausfriedensbrüche keinen Selbstzweck gehabt haben, 

sondern vielmehr Voraussetzung gewesen sind für die eigentlich angestrebten Diebstähle. 

Auch hier ist überdies das junge Alter des Beschuldigten und die damit verbundene allenfalls 

mangelnde Einsicht in das begangene Unrecht sowie namentlich Art. 49 Abs. 3 StGB in Bezug 

auf den Fall 1 zu berücksichtigen. Nach diesen Erwägungen ist die objektive Tatschwere in al-

len Fällen als leicht einzustufen. In subjektiver Hinsicht ist dem Beschuldigten anzulasten, dass 

er jeweils direktvorsätzlich gehandelt hat zwecks Förderung des jeweils angesteuerten Dieb-

stahls, weshalb die subjektive Schwere der Tat keinen Einfluss auf das jeweilige objektive Tat-

verschulden zeitigt. Demnach ist das Tatverschulden im Hinblick auf den Vorwurf des mehrfa-

chen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs in jedem Einzelfall als leicht einzuschätzen. Als 

Strafart kommt unter Berücksichtigung der vorstehend definierten präventiven Effizienz wiede-

 
 
 

 
 
Seite 35   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rum nur eine Freiheitsstrafe in Betracht. Im Resultat ergibt dies nach Ermittlung der jeweiligen 

Strafeinheiten in Anwendung des Asperationsprinzips gesamthaft eine weitere Erhöhung der 

tatbezogenen hypothetischen Einsatzstrafe um einen halben Monat Freiheitsstrafe. Dies führt 

zu einer tatbezogenen hypothetischen Gesamtfreiheitsstrafe von 14 Monaten.  

 

i) In einem nächsten Schritt ist zu prüfen, ob diese tatbezogene hypothetische Gesamtfrei-

heitsstrafe aufgrund der besonderen Täterkomponenten ‒ umfassend die Faktoren Vorleben, 

persönliche Verhältnisse, Nachtatverhalten und Verhalten im Strafverfahren ‒ anzupassen ist. 

In diesem Zusammenhang ist zu erwägen, dass der Beschuldigte am 2.____ in C.____ geboren 

und dort zusammen mit seinen Eltern und seiner älteren Schwester aufgewachsen ist. Ausbil-

dungsmässig ist bekannt, dass der Beschuldigte die Schule bis zur 9. Klasse besucht, diese 

dann aber in der 10. Klasse abgebrochen hat. Im Anschluss an die Schule hat der Beschuldigte 

bis zum heutigen Zeitpunkt keine Lehre begonnen und ist bislang auch in keinem bezahlten, 

regelmässigen Arbeitsverhältnis tätig gewesen. Gemäss seinen Angaben vor dem Kantonsge-

richt (Protokoll KG S. 3 f.) hilft er seiner Mutter bei deren Tätigkeit in der eigenen L.____ und 

erhält dafür ein Taschengeld. Der Beschuldigte wohnt nach wie vor bei seinen Eltern, hat keine 

eigenen Kinder und führt aktuell keine Beziehung. Schulden oder Betreibungen sind keine aus-

gewiesen. Eine erhöhte Strafempfindlichkeit, welche praxisgemäss nur bei ausserordentlichen 

Umständen zu bejahen ist, ist nicht zu erkennen. Hinsichtlich des Gesundheitszustands des 

Beschuldigten sind keine besonderen Bemerkungen angebracht. Aktenkundig ist ferner, dass 

der Beschuldigte mit Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Basel-Landschaft vom 18. Januar 

2020 wegen Entwenden eines Fahrrads zum Gebrauch sowie wegen mehrfacher Widerhand-

lung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsum von Marihuana) zu einer persönlichen Leis-

tung von acht Tagen (zu jeweils acht Arbeitsstunden), wovon vier Tage unbedingt und vier Tage 

bedingt vollziehbar (bei einer Probezeit von zwölf Monaten), verurteilt worden ist (act. 9 ff.). Zu 

berücksichtigende besondere Reue oder Einsicht werden nicht vorgebracht. Dies alles ist so-

weit neutral zu werten. Infolgedessen erweist sich aufgrund der besonderen Täterkomponenten 

keine Anpassung der tatbezogenen hypothetischen Gesamtfreiheitsstrafe als angezeigt.   

 

j) Tat- und täterunabhängige Strafzumessungsfaktoren (Verletzung des Beschleunigungs-

gebots nach Art. 5 StPO; Zeitablauf gemäss Art. 48 lit. e StGB) sind in casu keine zu berück-

sichtigen.  

 

 
 
 

 
 
Seite 36   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

k) Damit erscheint in Würdigung sämtlicher Tat- und Täterkomponenten sowie der tat- und 

täterunabhängigen Strafzumessungsfaktoren eine Gesamtfreiheitsstrafe von 14 Monaten als 

angemessen. Bei diesem Strafmass ist der bedingte Strafvollzug nach Art. 42 Abs. 1 StGB 

möglich und vorliegend ohne Weiteres zu gewähren. Die Probezeit ist über das gesetzliche Mi-

nimum hinaus auf drei Jahre festzulegen (Art. 44 Abs. 1 StGB). Dies begründet sich damit, dass 

der nunmehr bald 22-jährige Beschuldigte trotz guter Gesundheit auch knapp dreieinhalb Jahre 

nach den inkriminierten Ereignissen noch immer keine Verantwortung für sein eigenes Leben 

übernimmt. So kann er weder ernsthafte Bemühungen für eine Lehrstelle noch regelmässige 

Einkünfte aus einer Erwerbstätigkeit vorweisen, weshalb sich gewisse Bedenken an der Legal-

bewährung nicht gänzlich beseitigen lassen. Einer Anrechnung des am 4. März 2021 ausge-

standenen Freiheitsentzugs im Umfang von einem Tag (act. 75 ff.) gestützt auf Art. 51 StGB 

steht schliesslich nichts im Wege.  

 

l) Zusammenfassend ist damit der Beschuldigte in teilweiser Gutheissung der Berufung der 

Staatsanwaltschaft und folglich in entsprechender Abänderung des angefochtenen Urteils des 

mehrfachen, teilweise bandenmässigen, teilweise gewerbsmässigen sowie teilweise versuchten 

Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen, teilweise versuchten 

Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären und ‒ bei einer Probezeit von drei Jahren ‒ zu einer 

bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe von 14 Monaten zu verurteilen.  

 

m) In Bezug auf den vom Bundesgericht praxisgemäss geforderten hypothetischen Vergleich 

der Strafen der Mittäter ist zu konstatieren, dass die vorliegende Strafe von 14 Monaten beding-

ter Freiheitsstrafe unter Berücksichtigung aller strafzumessungsrelevanten Faktoren ‒ und nicht 

zuletzt auch des Grundsatzes der richterlichen Unabhängigkeit ‒ bei einer Gesamtbetrachtung 

im Einklang steht mit derjenigen des Mittäters I.____, insbesondere in Anbetracht, als Letzterer 

nach dem Jugendstrafrecht beurteilt und in Abweichung von vorliegendem Urteil lediglich we-

gen mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfa-

chen Hausfriedensbruchs verurteilt worden ist (Strafbefehl der Jugendanwaltschaft Basel-

Landschaft vom 25. Mai 2021 [act. 237 ff.]).  

 

 

 

 

 
 
 

 
 
Seite 37   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

9. Kostenfolge  

 

9.1 Kantonsgericht  

 

a) Nach Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelverfahrens 

nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Bei vorliegendem Verfahrensausgang ‒ 

indem die Berufung der Staatsanwaltschaft in dem Sinne teilweise gutgeheissen wird, als im 

Fall 3 ein zusätzlicher Schuldspruch erfolgt, das Vorliegen der Qualifikationen der Banden- so-

wie der Gewerbsmässigkeit zu bejahen sind und schliesslich das Strafmass von einer bedingt 

ausgesprochenen Geldstrafe im Umfang von 180 Tagessätzen zu je CHF 30.--, bei einer Pro-

bezeit von zwei Jahren, auf eine bedingt vollziehbare Freiheitsstrafe von 14 Monaten, bei einer 

Probezeit von drei Jahren, erhöht wird ‒ rechtfertigt es sich, die ordentlichen Kosten des Beru-

fungsverfahrens in der Höhe von CHF 7'750.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 7'500.-- [fünf 

Stunden Verhandlung zu jeweils CHF 1'500.--/h] sowie Auslagen von CHF 250.--) im Umfang 

von 90 % (= CHF 6'975.--) zu Lasten des Beschuldigten und im Umfang von 10 %  

(= CHF 775.--) zu Lasten des Staates zu verlegen.  

 

b) Im Hinblick auf die ausserordentlichen Kosten ist zu erkennen, dass dem Rechtsvertreter 

des Beschuldigten, Advokat Dr. Matthias Aeberli, zufolge Bewilligung der amtlichen Verteidi-

gung für das Berufungsverfahren gestützt auf dessen Honorarnote vom 19. April 2024 eine Ent-

schädigung in der Höhe von insgesamt CHF 3'732.95 (inklusive viereinhalb Stunden Hauptver-

handlung und Weg, eine halbe Stunde Nachbesprechung, Auslagen und Mehrwertsteuer) zu 

Lasten des Staates ausgerichtet wird. Der Beschuldigte wird zur Rückzahlung der Entschädi-

gung der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren im Umfang von 90 % 

(= CHF 3'359.65) an den Kanton Basel-Landschaft verpflichtet, sobald es seine wirtschaftlichen 

Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

 

9.2 Strafgericht  

 

In Anbetracht des vorliegenden Verfahrensausgangs besteht mangels diesbezüglicher Anfech-

tung schliesslich keine Veranlassung, an der erstinstanzlichen Kostenverteilung eine Änderung 

vorzunehmen (vgl. oben E. 1.2.b).   

  

 
 
 

 
 
Seite 38   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 

 
://: I. Das Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 12. Januar 2023, 

lautend:  

 

"1.  A.____ wird des mehrfachen, teilweise versuchten Diebstahls, 

der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehrfachen, teil-

weise versuchten Hausfriedensbruchs schuldig erklärt und zu 

 

 einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe von 180 Tagessätzen 

zu je CHF 30.00, bei einer Probezeit von 2 Jahren, verurteilt, 

 

 in Anwendung von Art. 139 Ziff. 1 StGB (teilw. i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB), Art. 144 Abs. 1 StGB, Art. 186 StGB (teilw. 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB), Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, 

Art. 44 Abs. 1 StGB sowie Art. 49 Abs. 1 StGB. 

 

2.  Das Verfahren wegen Hausfriedensbruch in Fall 1 der Ankla-

geschrift und wegen Sachbeschädigung in Fall 2 der Anklage-

schrift wird zufolge Eintritts der Verjährung (Art. 36 Abs. 1 

JStG) eingestellt. 

 

3.  Der Beschuldigte wird vom Vorwurf des Diebstahls in Fall 3 

der Anklageschrift freigesprochen.  

 

4.  Die am 18. Januar 2020 von der Jugendanwaltschaft Basel-

Landschaft bedingt vollziehbar ausgesprochene persönliche 

Leistung von 4 Tagen wird nicht für vollziehbar erklärt (Art. 35 

Abs. 2 JStG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 und Abs. 3 JStG).  

 

5.  Es wird gemäss Art. 44 Abs. 2 StGB für die Dauer der Probe-

zeit Bewährungshilfe angeordnet.  

 

6.  Der Beurteilte wird dazu verurteilt, folgende Zivilforderungen 

zu bezahlen: 

 - CHF 500.00 Schadenersatz an die Einwohnergemeinde 

B.____ (Fall 3); 

 - CHF 200.00 Schadenersatz an den Fussballclub B.____ 

 
 
 

 
 
Seite 39   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 (Fall 4). 

 

 Folgende Zivilforderungen werden in Anwendung von Art. 126 

Abs. 2 lit. b StPO auf den Zivilweg verwiesen: 

 - die unbezifferte Schadenersatzforderung des Kantons BL, 

Sekundarschulhaus C.____ (Fall 8); 

 - die unbezifferte Schadenersatzforderung des Restaurants 

D.____ C.____ (Fall 12); 

 - die unbezifferte Schadenersatzforderung der Genossen-

schaft E.____ (Fall 14); 

 - die Schadenersatzforderung über CHF 3'000.00 des Ten-

nisclubs F.____ (Fall 16); 

 - die Schadenersatzforderung über CHF 3'000.00 der G.____ 

(Fall 17).  

 

7.  Der Beurteilte trägt in Anwendung von Art. 426 Abs. 1 StPO 

die Verfahrenskosten, bestehend aus den Kosten des Vorver-

fahrens von CHF 14'006.50 und der Gerichtsgebühr von 

CHF 5'000.00. 

 

 Wird kein Rechtsmittel ergriffen und kein begründetes Urteil 

verlangt (Art. 82 Abs. 2 StPO), wird die Gerichtsgebühr auf 

CHF 2'500.00 ermässigt (§ 4 Abs. 1 GebT).  

 

8.  Das Honorar des amtlichen Verteidigers in Höhe von insge-

samt CHF 5'457.80 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) wird, 

unter Vorbehalt der Rückzahlungsverpflichtung des Beurteilten 

nach Art. 135 Abs. 4 StPO, aus der Gerichtskasse entrichtet." 

 

 
wird in teilweiser Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft 

in den Ziffern 1 und 3 wie folgt neu gefasst:  

 

1.  A.____ wird des mehrfachen, teilweise bandenmässigen, 
teilweise gewerbsmässigen sowie teilweise versuchten 
Diebstahls, der mehrfachen Sachbeschädigung und des mehr-
fachen, teilweise versuchten Hausfriedensbruchs schuldig er-
klärt und zu 

 
 
 

 
 
Seite 40   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
 einer bedingt vollz