# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0edd1a5a-e8d3-5bc9-a55d-d206417d3b6e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.09.2021 F-3766/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3766-2021_2021-09-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3766/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichter Andreas Trommer, 

mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;   

Gerichtsschreiber Mathias Lanz. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

Afghanistan,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren). 

 

 

 

F-3766/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 4. August 2021 in der Schweiz um Asyl 

(Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 1).  

B.  

Am 11. August 2021 nahm die Vorinstanz die Personalien des Beschwer-

deführers auf und am 13. August 2021 gewährte sie ihm rechtliches Gehör, 

unter anderem zur Zuständigkeit Schwedens für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zum beabsichtigten Nichteintretens-

entscheid sowie zur Wegweisung in diesen Dublin-Mitgliedstaat (SEM-

act. 10 und 12). 

C.  

Mit Verfügung vom 17. August 2021 – eröffnet am 18. August 2021 – trat 

die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) 

auf das Asylgesuch nicht ein, ordnete die Wegweisung nach Schweden an 

und forderte den Beschwerdeführer auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf 

der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleichzeitig wies die Vorinstanz auf die 

einer allfälligen Beschwerde von Gesetzes wegen fehlende aufschiebende 

Wirkung hin und beauftragte den Kanton Zürich mit dem Vollzug der Weg-

weisung (SEM-act. 20). 

D.  

Gegen den vorinstanzlichen Entscheid erhob der Beschwerdeführer am 

25. August 2021 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Er bean-

tragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz an-

zuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten und ihm ein nationales Asylver-

fahren zu eröffnen. Eventualiter sei die Vorinstanz anzuweisen, sich ge-

stützt auf Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) für das vorliegende Asylverfahren für zuständig zu 

erklären; subeventualiter sei die Sache wegen Verletzung des rechtlichen 

Gehörs an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hin-

sicht beantragte der Beschwerdeführer, der Beschwerde sei im Sinne einer 

vorsorglichen Massnahme die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die 

Vollzugsbehörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach Schwe-

den abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende 

Beschwerde entschieden habe. Auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses sei zu verzichten und die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren 

(Akten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1). 

F-3766/2021 

Seite 3 

E.  

Am 26. August 2021 lagen dem Bundesverwaltungsgericht die Akten in 

elektronischer Form vor und gleichentags setzte der Instruktionsrichter den 

Vollzug der Überstellung gestützt auf Art. 56 VwVG einstweilen aus 

(BVGer-act. 2). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:  

1.  

1.1. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.2. Die Beschwerde ist zulässig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. VGG). Der Be-

schwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

1.3. Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Vorweg ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die mit einem Even-

tualbegehren auf Rückweisung verbundene Rüge betreffend Verletzung 

des rechtlichen Gehörs durch die Vorinstanz nicht näher begründet. Sie ist 

auch anhand der vorinstanzlichen Akten nicht nachzuvollziehen. Es be-

steht deshalb kein Anlass für eine Rückweisung der Sache an die Vor-

instanz aus diesem Grund. 

F-3766/2021 

Seite 4 

4.  

Die grundsätzliche Wiederaufnahmezuständigkeit Schwedens zur Durch-

führung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens ist vorliegend gegeben 

(Art. 18 Abs. 1 Bst. d der Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung ei-

nes von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mit-

gliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist 

[nachfolgend: Dublin-III-VO] i.V.m. Art. 23 Dublin-III-VO). Ein Abgleich der 

Fingerabdrücke mit der "Eurodac"-Datenbank ergab, dass der Beschwer-

deführer am 1. Oktober 2015 in Schweden um Asyl ersucht hatte (SEM-

act. 6 f.). Schweden stimmte der Wiederaufnahme des Beschwerdeführers 

am 16. August 2021 fristgerecht zu und ergänzte, der Entscheid, den Be-

schwerdeführer in sein Herkunftsland wegzuweisen, sei am 5. Februar 

2020 in Rechtskraft erwachsen (SEM-act. 17). Der Beschwerdeführer be-

streitet die Wiederaufnahmezuständigkeit Schwedens nicht. 

5.  

Gegen seine Überstellung nach Schweden bringt der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen vor, das dortige Asylverfahren weise systemische Mängel 

auf und sei in seinem Fall mangelhaft geführt worden. Zudem drohe ihm in 

Schweden eine Inhaftierung und anschliessende Ausschaffung nach Af-

ghanistan. Schliesslich macht er geltend, dass dort eine adäquate Behand-

lung von bei ihm bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht 

gewährleistet sei.  

5.1. Es gibt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keine 

Gründe für die Annahme, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingun-

gen für Antragsteller in Schweden wiesen systemische Schwachstellen im 

Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf (vgl. anstatt vieler: Urteile des 

BVGer F-2855/2021 vom 28. Juni 2021 E. 4.2; D-2330/2021 vom 21. Mai 

2021; F-1523/2021 vom 9. April 2021; F-535/2021 vom 8. März 2021 

E. 7.1). Die allgemein gehaltene und unsubstantiierte Behauptung, seit der 

Flüchtlingskrise und der aktuellen Corona-Pandemie sei die Flüchtlingssi-

tuation in Schweden kritisch, genügt nicht, um die Vermutung umzustos-

sen, dass Schweden seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommt. 

Daran vermag auch der Hinweis auf einen Zeitungsartikel aus dem Jahre 

2015 nichts zu ändern. 

5.2. Ein negativer Asylentscheid der schwedischen Behörden bildet ge-

nauso wenig ein Überstellungshindernis, wie eine potenziell drohende 

(rechtmässige) Inhaftierung in diesem Land.  

F-3766/2021 

Seite 5 

5.2.1. Nach Abweisung des Asylgesuchs bleibt Schweden auch für die 

Wegweisung des Beschwerdeführers aus dem Dublin-Raum zuständig. Es 

gilt das Prinzip, dass ein Asylgesuch lediglich von einem einzigen Dublin-

Mitgliedstaat zu prüfen ist (Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO; BVGE 2017 

VI/5 E. 8.5.3.3). Konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die schwedischen Be-

hörden seinen Antrag auf internationalen Schutz nicht unter Einhaltung der 

Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 

26. Juni 2013 zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aber-

kennung des internationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) geprüft 

oder das Asylverfahren mangelhaft durchgeführt hätten, sind nicht ersicht-

lich. Unklar ist, was der Beschwerdeführer für sich ableiten will, wenn er 

vorbringt, die schwedischen Behörden seien 2014 in Verletzung von Ge-

setzesvorschriften sowie ihm zustehender Garantien auf zwei Asylgesuche 

nicht eingetreten und hätten dann zu seinem Nachteil «die Regeln von 

2015» auf ihn angewendet. Unberechtigt ist die Sorge, die schwedischen 

Behörden könnten ihn in Missachtung des Grundsatzes des Non-Refoule-

ment zur Ausreise nach Afghanistan, oder in ein anderes Land zwingen, in 

dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 

Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr laufen würde, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden. 

5.2.2. Es besteht kein Zweifel daran, dass sich die Lage in Afghanistan seit 

der Beurteilung durch die schwedischen Behörden im Februar 2020, ins-

besondere durch die Ereignisse im letzten Monat, wesentlich verändert hat. 

Dem Beschwerdeführer steht es frei, nach seiner Überstellung in Schwe-

den ein Mehrfach- oder ein Wiedererwägungsgesuch zu stellen (Art. 40 ff. 

Verfahrensrichtlinie). Insofern ist auch das Risiko einer möglichen (Aus-

schaffungs-) Haft in Schweden zu relativieren. 

5.3. Schliesslich sind die vom Beschwerdeführer angeführten gesundheit-

lichen Beeinträchtigungen, nämlich Schlaflosigkeit und Angstzustände so-

wie posttraumatische Symptome (flash backs), bei Weitem nicht derart gra-

vierend, dass von einer Überstellung nach Schweden abgesehen werden 

müsste (vgl. dazu Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien 13. Dezem-

ber 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180–193 m.w.H.). Aufgrund der 

Aktenlage ist auch nicht zu erwarten, dass weitere medizinische Abklärun-

gen eine schwerwiegende Gesundheitsbeeinträchtigung des Beschwerde-

führers zu Tage fördern könnten, welche im Sinne von Art. 3 EMRK einer 

Überstellung entgegenstünde (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3; 134 I 140 E. 5.3). 

Gemäss einem Arztbericht vom 14. August 2021 wurde beim Beschwerde-

führer eine akute Belastungsreaktion diagnostiziert, wobei es sich um eine 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2017%20VI/5
http://links.weblaw.ch/BVGE-2017%20VI/5

F-3766/2021 

Seite 6 

milde Form, respektive um eine weitgehend normale Reaktion auf ein un-

mittelbar vorangegangenes traumatisches Ereignis handle (der Beschwer-

deführer war offenbar am 13. August 2021 Zeuge eines tödlichen Badeun-

falles in der Limmat geworden). Der Psychostatus sei weitgehend unauf-

fällig, bei Ein- und Durchschlafstörungen sowie Wiedererleben der Unfall-

Situation (SEM-act. 18). Schweden verfügt im Übrigen über eine ausrei-

chende medizinische Infrastruktur. Eine adäquate und nahtlose Weiterbe-

handlung der geltend gemachten psychischen Probleme ist gewährleistet 

(vgl. statt vieler: Urteile D-2330/2021; F-535/2021 E. 7.4.3). 

5.4. Somit bleibt es bei der Zuständigkeit Schwedens für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens.  

6.  

Der angefochtene Entscheid verletzt weder Art. 3 EMRK, noch eine an-

dere, die Schweiz bindende völkerrechtliche Bestimmung. Eine gesetzes-

widrige Ermessensausübung der Vorinstanz ist nicht ersichtlich. Demzu-

folge ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz von dem in Art. 17 

Abs. 1 Dublin-III-VO und in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 verankerten Selbstein-

trittsrecht keinen Gebrauch gemacht hat. Zu Recht ist sie auf das Asylge-

such nicht eingetreten und hat die Überstellung nach Schweden verfügt. 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

7.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist abzuwei-

sen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt 

– als aussichtslos zu bezeichnen sind. Die Verfahrenskosten sind dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

8.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Andreas Trommer Mathias Lanz 

 

 

Versand: 

F-3766/2021 

Seite 8