# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 096a73a9-7a64-55b6-a091-3318da5de228
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-28
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 28.03.2024 SK 2023 137
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-137_2024-03-28.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 23 137

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 28. März 2024 

Besetzung Oberrichter Knecht (Präsident i.V.)
Oberrichterin Friederich Hörr, Oberrichterin Weingart
Gerichtsschreiberin Corvi

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________

Straf- und Zivilkläger

Gegenstand Raub, versuchte schwere Körperverletzung, Hausfriedensbruch 
etc. sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 20. September 2022 (PEN 21 873)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 20. September 2022 stellte das Regionalgericht Bern-Mittelland 
(Einzelgericht, nachfolgend Vorinstanz) das Strafverfahren gegen den Beschuldig-
ten und Berufungsführer A.________ (nachfolgend Beschuldigter) wegen Übertre-
tungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen zwischen dem 
16. und 17. Mai 2019 in E.________ und Umgebung, sowie wegen Missbrauchs 
einer Fernmeldeanlage, angeblich begangen zwischen dem 7. Oktober 2020 und 
dem 24. Dezember 2020 z.N. von D.________, unter Auferlegung von einem 
Sechstel der Verfahrenskosten, ausmachend CHF 1'940.70, an den Kanton Bern, 
ein (pag. 466, Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Demgegenüber erklärte die Vorinstanz den Beschuldigten schuldig des Raubes, 
der versuchten schweren Körperverletzung und des Hausfriedensbruchs, alles be-
gangen am 16. Mai 2019 in E.________ z.N. des Straf- und Zivilklägers 
C.________ (nachfolgend Straf- und Zivilkläger), sowie der mehrfachen Wider-
handlung gegen das Strassenverkehrsgesetz durch Führen eines Personenwagens 
ohne Berechtigung, begangen im Zeitraum vom 19. Dezember 2019 bis am 
24. Februar 2020 in E.________ und anderswo (pag. 466, Ziff. II. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs). In Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen 
verurteilte sie den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten als Zu-
satzstrafe zum Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau 
vom 2. Oktober 2019, unter Gewährung des bedingten Vollzugs bei einer Probezeit 
von drei Jahren, zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausma-
chend CHF 2'250.00, als Zusatzstrafe zum Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland vom 27. Oktober 2021, unter Gewährung des bedingten Vollzugs 
und unter Festsetzung der Probezeit auf drei Jahre, sowie zu einer Verbindungs-
busse von CHF 450.00, unter Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung auf fünf Tage. Ferner wurde der Beschuldigte verurteilt zur Bezah-
lung von fünf Sechstel der Verfahrenskosten, ausmachend CHF 9'203.60 
(pag. 467, Ziff. II. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Die Vorinstanz bestimmte weiter die amtliche Entschädigung und das volle Honorar 
für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten durch Rechtsanwalt B.________ 
und widerrief den dem Beschuldigten mit Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft 
Emmental-Oberaargau vom 2. Oktober 2019 für eine Geldstrafe von fünf Tages-
sätzen zu je CHF 110.00 gewährte bedingte Vollzug (pag. 468, Ziff. III. und IV. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Im Zivilpunkt verurteilte sie den Beschuldigten 
ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten zur Bezahlung einer Genugtuung in der 
Höhe von CHF 800.00 zzgl. Zins von 5% seit dem 16. Mai 2019 an den Straf- und 
Zivilkläger und verwies die Forderung soweit weitergehend auf den Zivilweg 
(pag. 468, Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Schliesslich traf die Vor-
instanz die weiteren Verfügungen (Verfügungen betreffend üED- und DNA-Daten; 
pag. 469, Ziff. VI. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ gleichentags, d.h. mit Ein-
gabe vom 20. September 2022, namens des Beschuldigten fristgerecht Berufung 
an (pag. 472). Am 28. September 2022 meldete auch der Straf- und Zivilkläger in-
nert Frist telefonisch Berufung an (pag. 477). 

Mit Verfügung vom 15. März 2023 (Beschuldigter) bzw. 23. März 2023 (Straf- und 
Zivilkläger) wurde den Parteien die schriftliche Urteilsbegründung zugestellt 
(pag. 574 f. und pag. 581 f.). Die Berufungserklärung des Beschuldigten datiert 
vom 5. April 2023 und ging am 6. April 2023 frist- und formgerecht beim Oberge-
richt des Kantons Bern ein (pag. 590 ff.). Der Straf- und Zivilkläger erklärte innert 
Frist keine Berufung.

Mit Eingabe vom 8. Mai 2023 verzichtete die Generalstaatsanwaltschaft auf die 
Geltendmachung von Nichteintretensgründen auf die Berufung des Beschuldigten 
und beantragte das Nichteintreten auf die Berufung des Straf- und Zivilklägers, da 
sich dieser innert Frist nicht habe vernehmen lassen. Auf die Erklärung der An-
schlussberufung wurde seitens der Generalstaatsanwaltschaft verzichtet 
(pag. 597 f.). Mit Eingabe vom 11. Mai 2023 beantragte auch Rechtsanwalt 
B.________ namens des Beschuldigten, auf die Berufung des Straf- und Zivilklä-
gers sei nicht einzutreten (pag. 600 f.). Der Straf- und Zivilkläger liess sich nicht 
vernehmen.

Mit Beschluss vom 8. Juni 2023 wurde auf die Berufung des Straf- und Zivilklägers 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge nicht eingetreten (pag. 609 ff.).

3. Dispensationsgesuch des Beschuldigten

Mit Eingabe vom 20. März 2024 beantragte Rechtsanwalt B.________ unter Beila-
ge eines ärztlichen Attests die Dispensation des Beschuldigten von der persönli-
chen Teilnahme an der oberinstanzlichen Verhandlung mit Ausnahme seiner eige-
nen Einvernahme (pag. 669 ff.). Den Parteien wurde mit Verfügung vom 21. März 
2024 in Aussicht gestellt, es werde nach erfolgter Einvernahme des Beschuldigten 
über das Gesuch entschieden (pag. 679 f.). Am Verhandlungstag wurde das Ge-
such nach der Einvernahme des Beschuldigten pendent gehalten, da dieser äus-
serte, so lange bleiben zu wollen, wie es seine Gesundheit zulasse (pag. 697). Der 
Beschuldigte nahm in der Folge an der gesamten Verhandlung teil.

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein Leumundsbericht inkl. Bericht über die wirtschaftlichen Ver-
hältnisse, datierend vom 24. Januar 2024, sowie ein Strafregisterauszug, datierend 
vom 20. Februar 2024, eingeholt (pag. 640 ff. und pag. 646 ff.). Bei der regionalen 
Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland wurden zudem die Akten BM ________ und 
BM ________ sowie beim Regionalgericht Bern-Mittelland die Akten 
PEN ________ ediert (pag. 651 und pag. 652). Der von Amtes wegen edierte Be-
treibungsregisterauszug traf erst nach der Urteilseröffnung ein, so dass dieser nicht 
mehr zu den Akten erkannt wurde. Der Beschuldigte wurde an der oberinstanzli-

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chen Verhandlung schliesslich nochmals zur Person sowie zur Sache befragt 
(pag. 685 ff.).

5. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte für den Beschuldigten an der oberinstanzlichen 
Verhandlung folgende Anträge (pag. 707 ff.; Hervorhebungen im Original):

I. 

Es sei festzustellen, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 20. September 2022 
insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als:

A.

Das Verfahren gegen A.________, vgt., eingestellt worden ist wegen:

1. Übertretungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen zwischen dem 
16. und 17. Mai 2019 in E.________ und Umgebung (Ziff. I.1. des Urteils);

2. Missbrauchs einer Fernmeldeanlage, angeblich begangen zwischen dem 7. Oktober 2020 
und 24. Dezember 2020 z.N. von D.________ (Ziff. I.2. des Urteils),

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten an den Kanton Bern.

B.

A.________, vgt., schuldig erklärt wurde der Widerhandlung gegen das SVG, mehrfach begangen 
durch Führen eines Personenwagens ohne Berechtigung im Zeitraum ab dem 19. Dezember 2019 bis 
24. Februar 2020 in E.________ und anderswo.

C.

Betreffend den Schuldspruch gemäss Ziffer I. B. dieses Urteils A.________, vgt., verurteilt wurde:

1. zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 2'250.00, als 
Zusatzstrafe zum Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 27. Oktober 2021

und der Vollzug der Geldstrafe aufgeschoben worden ist und die Probezeit auf 3 Jahre festge-
setzt worden ist.

2. zu einer Verbindungsbusse von CHF 450.00 und die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung auf 5 Tage festgesetzt worden ist.

D.

Der A.________, vgt., mit Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 2. Ok-
tober 2019 für eine Geldstrafe von 5 Tagessätzen zu je CHF 110.00 gewährte bedingte Vollzug wi-
derrufen worden und die Strafe zu vollziehen ist.

II.

A.________, vgt., sei freizusprechen:

1. von der Anschuldigung des Raubes, angeblich begangen am 16. Mai 2019 in E.________ z.N. 
von C.________ (Ziff. 11. 1. des Urteils);

2. von der Anschuldigung der versuchten schweren Körperverletzung, angeblich begangen am 
16. Mai 2019 in E.________ z.N. von C.________ (Ziff. 11. 2. des Urteils);

3. von der Anschuldigung des Hausfriedensbruchs, angeblich begangen am 16. Mai 2019 in 
E.________ z.N. von C.________ (Ziff. 11. 1. des Urteils);

unter Auferlegung der Verfahrenskosten an den Kanton Bern.

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III.

1. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________, Rechtsanwalt B.________, sei für 
das erstinstanzliche Verfahren auf CHF 9'986.00 (inkl. Auslagen und MWST) zu bestimmen.

2. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von A.________, Rechtsanwalt B.________, sei 
für das oberinstanzliche Verfahren gemäss eingereichter Kostennote zu bestimmen.

IV.

Im Zivilpunkt sei zu verfügen:

1. Die Zivilklage sei abzuweisen. 

2. Für die Beurteilung der Zivilklage seien keine Kosten auszuscheiden.

V.

Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte demgegenüber an der oberinstanzlichen 
Verhandlung Folgendes (pag. 714 f.):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Einzelge-
richt) vom 20. September 2022 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

1. der Einstellungen bezüglich der Anschuldigungen

1.1. der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, angeblich begangen zwischen dem 
16. und 17. Mai 2019 in E.________ und Umgebung (Ziff. I. 1.); 

1.2. des Vergehens des Missbrauchs einer Fernmeldeanlage, angeblich begangen zwi-
schen dem 7. Oktober 2020 und 24. Dezember 2020, z.N. von D.________ (Ziff. I. 2.);

unter Auferlegung von einem Sechstel der Verfahrenskosten, insgesamt bestimmt auf 
CHF 1’940.70, an den Kanton Bern.

2. des Schuldspruchs, wonach A.________ der mehrfachen Widerhandlung gegen das SVG 
durch Führen eines Personalwagens ohne Berechtigung, begangen im Zeitraum ab dem 
19. Dezember 2019 bis 24. Februar 2020 in E.________ und anderswo, schuldig erklärt wurde 
(Ziff. II. 4.);

3. der Verurteilung

3.1. zu einer bedingten Geldstrafe wegen Widerhandlungen gegen das SVG im Umfang 
von 75 Tagessätzen zu CHF 30.00 bei einer Probezeit von 3 Jahren, als Zusatzstrafe 
zum Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland vom 27. Oktober 2021;

3.2. zu einer Verbindungsbusse im Umfang von CHF 450.00;

4. des Widerrufs des dem Beschuldigten mit Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-
Oberaargau vom 2. Oktober 2019 gewährten bedingten Vollzugs der Geldstrafe (Ziff. IV.);

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des Raubes, begangen am 16. Mai 2019 in E.________, z.N. von C.________;

2. der versuchten schweren Körperverletzung begangen am 16. Mai 2019 in E.________, z.N. 
von C.________;

3. des Hausfriedensbruchs, begangen am 16. Mai 2019 in E.________, z.N. von C.________;

und er sei in Anwendung von Art. 22 Abs. 1, 40, 42, 44, 47, 49, 51, 122, 140 Ziff. 1, 186 StGB;

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Art. 426 ff. StPO

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten unter Anrechnung der ausgestandenen Polizeihaft im 
Umfang von einem Tag; unter Gewährung des bedingten Vollzugs und einer Probezeit von 
3 Jahren; 

2. zur Bezahlung von fünf Sechsteln der erstinstanzlichen Verfahrenskosten; 

3. zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene Gebühr 
gemäss Art. 21 VKD).

III.

Es seien die weiteren üblichen Verfügungen zu erlassen (Honorare, DNA, biometrische erkennungs-
dienstliche Daten).

Der Straf- und Zivilkläger stellte oberinstanzlich keine Anträge.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil mit Berufungserklärung vom 5. 
April 2023 teilweise angefochten. Seine Berufung beschränkt sich auf die Schuld-
sprüche wegen Raubes, versuchter schwerer Körperverletzung und Hausfriedens-
bruchs (Ziff. II.1.-3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs), die Verurteilung zu ei-
ner Freiheitsstrafe von 18 Monaten (Ziff. II.1. des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tivs), die Verurteilung zur Bezahlung von fünf Sechstel der erstinstanzlichen Ver-
fahrenskosten (Ziff. II.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) sowie den Zivil-
punkt (Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

Damit sind Ziff. I. (Einstellung des Strafverfahrens wegen Übertretung gegen das 
Betäubungsmittelgesetz sowie Missbrauchs einer Fernmeldeanlage unter Kosten-
auferlegung von einem Sechstel an den Kanton Bern), Ziff. II.4. (Schuldspruch we-
gen mehrfacher Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz), Ziff. II.2. und 
3. (Verurteilung zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausma-
chend CHF 2'250.00, als Zusatzstrafe zum Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft 
Bern-Mittelland vom 27. Oktober 2021, sowie zu einer Verbindungsbusse von 
CHF 450.00 bei Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezah-
lung auf fünf Tage), Ziff. III. (Höhe der amtlichen Entschädigung sowie des vollen 
Honorars für die amtliche Verteidigung des Beschuldigten im erstinstanzlichen Ver-
fahren) und Ziff. IV. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (Widerruf des der mit 
Urteil der regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 2. Oktober 
2019 für eine Geldstrafe von fünf Tagessätzen zu CHF 110.00 gewährten beding-
ten Vollzugs) in Rechtskraft erwachsen.

Durch die Kammer zu überprüfen sind demgegenüber die angefochtenen Schuld-
sprüche gemäss Ziff. II.1.-3., die dazugehörende Strafzumessung gemäss Ziff. II.1., 
die anteilsmässige Kostenauflage an den Beschuldigten gemäss Ziff. II.4. und III.1. 
sowie der Zivilpunkt gemäss Ziff. V. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs. Nicht 
der Rechtskraft zugänglich sind die Verfügungen betreffend üED-Daten und DNA-
Profil gemäss Ziff. VI. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs.

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Hinsichtlich der zu überprüfenden Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels Berufung oder Anschlussberufung der General-
staatsanwaltschaft oder des Straf- und Zivilklägers darf das Urteil in den angefoch-
tenen Punkten nicht zum Nachteil des Beschuldigten abgeändert werden; es gilt 
das Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Sachverhalt

7.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird gemäss Anklageschrift vom 4. August 2021 folgender 
Sachverhalt zur Last gelegt (pag. 353 f.):
Raub / versuchte schwere Körperverletzung, evtl. einfache Körperverletzung, evtl. Angriff / Hausfrie-
densbruch z.N. von C.________

begangen am 16.05.2019 um 23:22 Uhr in E.________, Domizil von C.________. Dies indem 
A.________ mit zwei weiteren unbekannten Personen C.________ in seiner Wohnung mit einer 
Handfeuerwaffe zusammengeschlagen und bestohlen hat. Konkret hat A.________ am 16.05.2019 
um 22:47 Uhr der Nachbarin von C.________ folgende WhatsApp-Nachricht geschrieben: «Du wun-
den i de nid wenn när obe hurti bollet! Er het gester versuecht F.________ (Hund) zschutte am bhf 
(...) I tue mi nur hurti revanchiere». Daraufhin hat er mit zwei weiteren unbekannten, vermummten 
Personen an der Wohnungstür von C.________ geklopft. Nachdem C.________ die Tür geöffnet hat-
te, haben die Täter die Tür gegen ihn aufgeschlagen. Die zwei unbekannten Personen hielten 
C.________ im Eingangsbereich zunächst seitlich fest. Unter Drohung mit der Handfeuerwaffe ver-
langte A.________ Drogen und Geld von C.________. Als C.________ dies verweigerte, drohte 
A.________ damit, ihn zu erschiessen und sprang auf ihn. Dabei fiel C.________ zu Boden und 
schlug den Kopf an der Wand an. Als C.________ am Boden lag, setzte sich A.________ auf dessen 
Rücken und begann mit der Handfeuerwaffe auf den Kopf von C.________ einzuschlagen. 
C.________ versuchte erfolglos sich dagegen zu stemmen. Anschliessend wurde er ins Wohnzimmer 
gezerrt, wo er erneut unter Drohung mit der Handfeuerwaffe zur Herausgabe von Geld und Betäu-
bungsmitteln gezwungen wurde. A.________ drohte ihm erneut damit, ihn zu erschiessen, wenn er 
ihm die verlangten Sachen nicht herausgebe. In der Zwischenzeit wurde einer der unbekannten Täter 
beim Durchsuchen der Wohnung fündig. Mit einem Sack in der Hand verliessen die Täter daraufhin 
die Wohnung. Dabei entwendeten sie von C.________ ca. 60 Gramm Haschisch, ein paar kleine 
Blüten Gras, ein Letherman-Sackmesser (Wert ca. CHF 120.00), Edelsteine (Wert ca. CHF 300.00), 
ca. CHF 150.00 Bargeld und ein Laptop (Dell, Latidude). 

Aufgrund des Übergriffs erlitt C.________ eine Platzwunde am Kopf und einen Schwartenriss von der 
oberen Seite der Stirn zur Nasenwurzel und bis zum linken Auge. Beim linken Auge hat sich durch die 
Schläge die Netzhaut gelöst, welche vom Augenarzt behandelt werden musste. Die Folgen spürt 
C.________ noch bis mindestens am 06.07.2020, da er seit dem Ereignis eine «Schlinge, wie ein 
dünner Faden» sieht. 

A.________ war sich zudem bewusst, dass er mit der Waffe, der Maskierung und mit zwei weiteren 
Personen als Verstärkung eine gegenwärtige Gefahr für C.________ darstellt. Er wollte diese Bedro-
hungslage bewusst erreichen, um sich bei C.________ für seinen Hund zu rächen und sich am Bar-
geld und den Drogen von C.________ ungerechtfertigt zu bereichern und diesen entsprechend zu 

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schädigen. Überdies haben die Täter die Wohnung von C.________ bewusst gegen seinen Willen be-
treten und sind dort gegen seinen Willen verweilt, um ihn zusammenschlagen und auszurauben. 
A.________ wusste zudem, dass er durch die wiederholten massiven Schläge C.________ verletzt. 
Überdies hat A.________ in Kauf genommen, dass derartige Schläge gegen den Kopf eine schwere 
Schädigung wie beispielsweise innere Blutungen im Hirn oder Schädelbrüche herbeiführen können. 

Deliktsumme: ca. CHF 600.00          Mittäter / Teilnehmer: zwei unbekannte Personen

7.2 Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Wie die Vorinstanz zutreffend feststellte, kann das Rahmengeschehen als unbe-
stritten gelten. Der Beschuldigte traf sich am Donnerstagnachmittag, 16. Mai 2019, 
mit G.________. Am späten Nachmittag bzw. Abend stiessen auch H.________, 
I.________ und J.________ dazu. Den Abend verbrachten sie anschliessend alle 
zusammen in der Wohnung des Beschuldigten, wobei der Beschuldigte kochte. 
Während der Fernseher lief, sprachen sie über diverse Dinge, so etwa über die 
Möglichkeit, sich mit einer Autogarage selbständig zu machen. Zwischen 20:00 Uhr 
und 21:00 Uhr wurde der Sohn des Beschuldigten ins Bett gebracht. G.________, 
I.________ und J.________ gingen etwas später nach Hause, während 
H.________ sowie der Sohn des Beschuldigten in der Wohnung verblieben.

Am selben Abend teilte H.________ dem Beschuldigten mit, dass der Straf- und 
Zivilkläger seinen Hund am Tag zuvor habe treten wollen. Der Beschuldigte wurde 
daraufhin sehr wütend und wollte den Straf- und Zivilkläger zur Rede stellen. Der 
Beschuldigte sendete in der Folge der Nachbarin des Straf- und Zivilklägers, 
K.________, um 22:47 Uhr folgende WhatsApp-Nachricht: «Du wunderi de nid 
wenn när obe hurti bollet! Er het gester versuecht F.________ (Hund) zschutte am 
bhf (...) I tue mi nur hurti revanchiere».

Unbestritten blieb oberinstanzlich ferner, dass der Straf- und Zivilkläger am Abend 
des 16. Mai 2019 in seiner Wohnung überfallen und zusammengeschlagen wurde.

Bestritten und nachfolgend zu prüfen ist hingegen die Täterschaft des Beschuldig-
ten. Der Beschuldigte bestreitet, nach seiner WhatsApp-Nachricht den Straf- und 
Zivilkläger aufgesucht und überfallen bzw. angegriffen zu haben. 

8. Beweiswürdigung

8.1 Beweismittel

Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel in ihrer Urteilsbegründung zu-
sammenfassend wiedergegeben (pag. 527 ff., S. 11 ff. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung); darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. Auf eine Zusam-
menfassung der oberinstanzlich ergänzend erhobenen Beweismittel wird verzichtet 
und soweit erforderlich unmittelbar im Rahmen der nachfolgenden Beweiswürdi-
gung auf diese eingegangen.

8.2 Erwägungen der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte in beweismässiger Hinsicht zum Ergebnis, die Aussagen 
des Straf- und Zivilklägers seien konstant, räumlich-zeitlich verknüpft und würden 
einen hohen Detailierungsgrad aufweisen. Er habe seine Überlegungen und Ge-
danken geschildert. Die kleineren Ungereimtheiten oder Ungenauigkeiten im Ablauf 

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seien nicht entscheidrelevant, die Aussagen würden sich zudem durch die objekti-
ven Beweismittel stützen lassen. Widersprüche und andere Lügensignale seien 
keine ersichtlich. Angesichts der in den Aussagen des Straf- und Zivilklägers fest-
gestellten Realitätskriterien lasse sich die Nullhypothese, wonach das Gericht im 
Grundsatz von nicht realitätsbegründeten Aussagen ausgehe, nicht aufrechterhal-
ten. Vielmehr schienen die Aussagen des Straf- und Zivilklägers seinem wirklich 
Erlebten zu entsprechen und wahr zu sein. Demgegenüber sei der Beschuldigte in 
seinen Aussagen knapp und karg geblieben, wenn er seine Tätigkeiten am fragli-
chen Abend beschrieben habe. Die Aussagen, wonach er sich nach den Zu-
sprüchen seiner Kollegen sofort beruhigt habe, erschienen unglaubhaft. Zudem 
lasse sich aus seiner WhatsApp-Nachricht vom 17. Mai 2019, 01:03 Uhr, nichts zu 
seinen Gunsten ableiten. Ebenso seien die entlastenden Aussagen der Auskunfts-
personen mit Blick auf das Näheverhältnis, einer allfälligen Selbstbelastung und 
aufgrund der Kargheit nicht geeignet, die angeklagten Vorwürfe zu entkräften und 
die Aussagen des Straf- und Zivilklägers bzw. die darin festgestellten Realitätskrite-
rien in Frage zu stellen. Der Staatsanwaltschaft sei, so die Vorinstanz weiter, zuzu-
stimmen, dass sowohl im zu beurteilenden Verfahren als auch im Strafbefehlsver-
fahren, abgeschlossen mit Strafbefehl vom 2. Oktober 2019, ein vergleichbarer 
modus operandi zu erblicken sei. Die Staatsanwaltschaft habe dies wie folgt formu-
liert: «Man habe ein Problem, hole Verstärkung und gehe vor Ort und explodiere». 
Zusammenfassend sei somit festzustellen, dass den Aussagen des Straf- und Zi-
vilklägers mehr Glauben zu schenken sei als jenen des Beschuldigten. Vorbehält-
lich der geladenen Waffe sei somit vom Sachverhalt gemäss Anklageschrift auszu-
gehen (pag. 544 f., S. 28 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

8.3 Würdigung der Kammer

8.3.1 Aussagen des Straf- und Zivilklägers

Der Straf- und Zivilkläger wurde erstmals am 17. Mai 2019 im Spital handschriftlich 
einvernommen (pag. 100 f.). Dabei war er in der Lage, das Geschehene logisch 
kohärent und stimmig zu schildern und den Vorfall bzw. einzelne Handlungen 
räumlich-zeitlich miteinander zu verknüpfen («Ich schaute Fernseh. Ich wollte dann 
meine Katze füttern. Als ich am Katzenfüttern war, klopfte es plötzlich [...]» und 
«Als ich dann zu Boden ging, hielt er mir die Pistole an den Kopf. Er sagte zu mir 
[...]»). Er schilderte auch seine eigenen Gedanken, die er damals hatte («Ich fragte 
mich noch, wer so spät noch etwas von mir wollte»), nannte besondere Details 
(«mit einer Glock-Pistole»), berichtete von erfolglosen eigenen Handlungen («Ich 
versuchte mich zu wehren») und gab Äusserungen des Beschuldigten wieder («Er 
sagte zu mir: «Wo isch dis Gäut, wo hesch dr Stoff?»). Zudem sagte der Straf- und 
Zivilkläger bereits in seiner tatnächsten Einvernahme aus, den Beschuldigten an 
seiner Stimme erkannt zu haben und ihn zu kennen, und erklärte, er habe ihm ein 
paar Mal ein «Rauchi» gegeben. Auf Aggravierungen verzichtete der Straf- und Zi-
vilkläger insoweit, als er angab, dass nur der Beschuldigte, nicht jedoch die beiden 
anderen Besucher, zugeschlagen habe. Die tatnächsten Aussagen des Straf- und 
Zivilklägers sind somit gesamthaft als sehr glaubhaft zu werten. Zu berücksichtigen 
ist dabei insbesondere, dass diese erste Einvernahme morgens um 02:30 Uhr 
stattfand und der Straf- und Zivilkläger nur wenige Stunden vorher grob zusam-

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mengeschlagen wurde. Dennoch war er in der Lage, das Vorgefallene klar zu 
schildern und nachvollziehbare Aussagen zu machen. Zum Zeitpunkt der Einver-
nahme befand er sich zudem noch im Spital in Behandlung, womit er keine Zeit 
gehabt haben dürfte, sich Gedanken zum eigenen Aussageverhalten zu machen 
bzw. eine derart detaillierte Geschichte zu erfinden. Ein solches Vorgehen würde 
nicht zuletzt von einer beachtlichen kriminellen Energie zeugen, wofür jegliche An-
haltspunkte fehlen. 

Vier Tage nach dem Vorfall wurde der Straf- und Zivilkläger ein weiteres Mal von 
der Polizei befragt (pag. 102 ff.). In Übereinstimmung mit seinen Erstaussagen gab 
er zu Protokoll, von drei vermummten «Typen» überfallen und bestohlen worden zu 
sein, dass der Beschuldigte ihn dabei mit der Waffe sofort mehrfach auf den Kopf 
geschlagen und danach bedroht und sämtliche(s) Geld und «Kiffsachen» von ihm 
verlangt habe. Das Geschehen schilderte der Straf- und Zivilkläger an dieser Ein-
vernahme etwas detaillierter, ergänzt mit weiteren Einzelheiten und für den Hand-
lungsablauf nicht zwingend erforderlichen Nebensächlichkeiten (vgl. u.a. pag. 103 
Z. 35: «[...] machte im Gang aber kein Licht [...] Meine Haustüre ist immer offen, 
nicht abgeschlossen»; Z. 37: «tat so, wie ich bewusst los sei», ebenso pag. 104 
Z. 75, pag. 106 Z. 173 und pag. 103 Z. 38 f.: «In der Stube kniete ich am Boden; 
Z. 40 f.: «Einer durchsuchte mein Schlafzimmer, der andere suchte im Wohnzim-
mer. Der Dritte hielt mir die ganze Zeit die Pistole an den Kopf»; vgl. ferner 
pag. 104 Z. 71 ff., Z. 87 ff., Z. 100 ff. und pag. 105 Z. 127 ff. und Z. 139 ff.). Der 
Straf- und Zivilkläger konnte zudem erklären, weshalb er eine Glock erkannt haben 
will (pag. 105 Z. 115 ff.), und was er sich dabei gedacht hatte, als der Beschuldigte 
immer wieder auf seinen Kopf eingeschlagen hatte (pag. 105 Z. 127: «Ich dachte, 
wenn es so weitergeht, bin ich tot»). Des Weiteren konnte der Straf- und Zivilkläger 
einen stimmigen Dialog mit dem Beschuldigten wiedergeben (pag. 103 Z. 42 f.: 
«Ich sagte dann zu ihm, A.________, du bist ein Arschloch. Er sagte mir dann, das 
sei die Rache dafür, dass ich mal seinen Hund getreten haben soll. Das ist aber 
gar nicht war»; pag. 105 Z. 129 f.: «[...] und sagte mir, ich solle das Blut abwischen, 
damit ich wieder etwas sehe und ihnen sagen könne, wo das Kiffzeug sei», 
pag. 105 Z. 139 ff.: «Ich sagte dann, es sei ja wohl jetzt schon klar, dass ich ihn 
anzeigen werde. A.________ sagte mir dann, er würde dann gegen alle gehen, die 
ich kenne und mir lieb seien, und auch zu mir würde er wiederkommen») und setz-
te die Antwort des Beschuldigten bezüglich Rache von sich aus in den Kontext zur 
Nachricht des Beschuldigten an die Nachbarin und einen früheren Vorfall zwischen 
seinen Katzen und den Hunden des Beschuldigten (pag. 103 Z. 45 ff. und Z. 51 ff. 
und pag. 104 Z. 66 f.). Die Schläge mit der Waffe will der Straf- und Zivilkläger in 
Übereinstimmung mit seinen Erstaussagen ausschliesslich vom Beschuldigten und 
gleich zu Beginn, d.h. noch im Gang, erhalten haben (vgl. pag. 101: «Der eine ging 
sofort auf mich los [...] Nur A.________»; pag. 103 Z. 36: «Als ich im Gang war, 
bekam ich sofort Schläge auf den Kopf, sicher so 30 Mal»; ferner: pag. 104 Z. 93 ff. 
und Z. 100 ff.). Er sagte zudem erneut aus, den Beschuldigten an seiner Stimme 
erkannt zu haben, und erklärte dies in nachvollziehbarer Weise damit, dass der 
Beschuldigte ja oft genug im Haus gewesen sei und sie früher zusammen auch bei 
L.________ gewesen seien (pag. 104 Z. 79 f.). Zugleich verknüpfte der Straf- und 
Zivilkläger das Erkennen des Beschuldigten an dessen Stimme mit dem anschlies-

11

senden Dialog über die Hunde des Beschuldigten (pag. 104 Z. 81 f.: «Beim Überfall 
sprach ich ihn gleich als A.________ an. Darauf kam er mit dem wegen den Hun-
den») und ergänzte von sich aus, den Beschuldigten auch an seinen Händen er-
kannt zu haben (pag. 104 Z. 86 f.). Er erwähnte überdies, dass der Beschuldigte 
gegenüber L.________ früher einmal geprahlt habe, irgendwo eine Pistole vergra-
ben zu haben, und vor eineinhalb bis zwei Jahren mal gesagt habe, ihn überfallen 
zu wollen, wenn er ihm nichts zum Kiffen verkaufe (vgl. pag. 104 Z. 62 ff. und Z. 95 
f.; ebenso bei der dritten Einvernahme, pag. 114 Z. 276 ff. und pag. 115 Z. 296 ff.). 
Schliesslich schilderte der Straf- und Zivilkläger erneut Komplikationen im eigenen 
Handlungsablauf (pag. 105 Z. 142 f.: «Ich wollte der Polizei anrufen, fand aber 
mein Handy nicht mehr. Da ging ich zur Nachbarin unten»). Insgesamt erweisen 
sich auch diese Aussagen an der zweiten Einvernahme als durchwegs glaubhaft. 
Dass sich der Straf- und Zivilkläger vier Tage nach dem Vorfall an mehr Details er-
innern konnte, als dies an der ersten (handschriftlichen) Einvernahme im Spital der 
Fall war, erstaunt nicht weiter, dürfte sich der Schock des Vorfalls zu diesem Zeit-
punkt doch bereits etwas gelegt haben und handelte es sich um eine eingehendere 
Befragung. Zum Einwand der Verteidigung, wonach der Straf- und Zivilkläger das 
Geschehen in seiner zweiten Einvernahme stark aggraviert habe, indem er unter 
anderem von 30 Schlägen berichtet habe, ist festzuhalten, dass es sich dabei um 
eine subjektive Schätzung des Straf- und Zivilklägers handelt. Die Kammer teilt 
zwar die Auffassung, wonach es mutmasslich weniger als 30 Schläge gewesen 
sein dürften, die der Straf- und Zivilkläger erhalten hat. Mit Blick auf das Verlet-
zungsbild (vgl. dazu nachfolgend E. 8.2.6) steht jedoch zweifelsohne fest, dass es 
sich um eine Vielzahl an Schlägen gehandelt haben muss, so dass die Einschät-
zung des Straf- und Zivilklägers, die auf seinem subjektiven Empfinden beruht, ver-
ständlich ist und nichts an der Glaubhaftigkeit seiner weiteren Aussagen ändert.

Die dritte Einvernahme des Straf- und Zivilklägers fand am 6. Juli 2020, mithin et-
was mehr als ein Jahr nach dem Vorfall statt. Übereinstimmend zu seinen früheren 
Aussagen gab er einleitend an, früher über einen gemeinsamen Kollegen mit dem 
Beschuldigten [Anm. Kammer: L.________] verkehrt zu haben und ab und zu eines 
geraucht zu haben. Der Beschuldigte habe immer zu ihm kommen wollen, aber er 
sei ihm nicht sympathisch gewesen (pag. 108 Z. 35 ff.; zuvor: pag. 101 und 
pag. 104 Z. 80; ferner pag. 112 Z. 175 ff.). Der Straf- und Zivilkläger kannte den 
Beschuldigten somit bereits vor dem Vorfall gut. In Bezug auf die erlittenen Verlet-
zungen gab der Straf- und Zivilkläger ergänzend an, dass von den Schlägen mit 
der Pistole ein Loch in der Netzhaut entstanden sei und sich die Netzhaut abgelöst 
habe, sodass er zum Augenarzt habe gehen müssen (pag. 108 Z. 45 ff.; ferner 
pag. 111 Z. 159 ff. und pag. 114 Z. 255 ff.). Anschliessend schilderte er nochmals 
detailliert das am 16. Mai 2019 Vorgefallene bzw. den zentral erlebten Handlungs-
kern aus seiner Sicht (pag. 109 Z. 75 ff.). Das Erzählte stimmt dabei inhaltlich wei-
testgehend mit seinen früheren Aussagen überein (vgl. zur Ausnahme nachfol-
gend), ohne einstudiert zu wirken. Der Straf- und Zivilkläger war in der Lage, seine 
bisherige Schilderung inhaltlich zu erweitern und weitere Details einfliessen zu las-
sen, die sich stimmig in das bisher Gesagte einfügen und mit den objektiven Be-
weismitteln übereinstimmen (z.B. [statt vieler] pag. 109 Z. 76: « Derjenige, welcher 
bei der Türe stand, war mit dem Rücken zur Türe»; Z. 82: «[...] schlug den Kopf an. 

12

Es hat dort so eine Ecke. Die Spurensicherung machte dort eine Markierung»; 
Z. 87 f.: «Ich hatte vorher einen neuen Schrank gekauft und die Türen des alten la-
gen noch dort rum. Ich stand dort drauf und es drehte mich beim Umfallen um die 
halbe Achse»; pag. 110 Z. 119: «[...] ich hatte die Brille nicht mehr auf. Er hielt mich 
hinten am Kragen [...]»). Der Straf- und Zivilkläger gab sodann erneut Dialoge mit 
dem Beschuldigten wieder (vgl. u.a. pag. 109 Z. 79 ff. und Z. 91 ff.; ferner: pag. 110 
Z. 117 ff. und Z. 122 ff.), zitierte den Beschuldigten (pag. 109 Z. 89 f.: «Er meinte 
dann, entweder werde ich bewusstlos oder Schlimmeres und hörte auf») und schil-
derte Komplikationen im eigenen Handlungsablauf sowie eigene Gedankengänge 
(pag. 109 Z. 86 f.: «Ich versuchte, dagegen zu stemmen, aber er sass mir auf dem 
Rücken»; Z. 85: «[...] merkte ich, dass der Typ nicht aufhört»; Z. 92 f.: «Plötzlich 
ging es mir durch den Kopf und ich sagte ‘A.________’»). Die drei Angreifer be-
schrieb der Straf- und Zivilkläger wiederum als in schwarz gekleidet und mit einem 
Schal um den Kopf (pag. 109 Z. 94 f.; ferner pag. 111 Z. 136 ff.). Erneut gab er so-
dann zu Protokoll, dass nur der Beschuldigte mit ihm gesprochen habe (pag. 109 
Z. 93 und pag. 110 Z. 95 f.), er diesen anhand seiner Stimme und Hautfarbe zwei-
felsfrei erkannt habe (pag. 110 Z. 96 ff.) und der Beschuldigte die Hunde als Grund 
genannt habe, als er [der Straf- und Zivilkläger] ihn mit Namen angesprochen habe 
(pag. 110 Z. 97 f.; ferner: pag. 111 Z. 143 ff. und pag. 112 Z. 206 f.). Ferner berich-
tete der Straf- und Zivilkläger erneut über das zuvor zwischen seinen Katzen und 
den Hunden des Beschuldigten Vorgefallene (pag. 110 Z. 98 ff.) sowie über das 
weitere Geschehen am 16. Mai 2019 in seiner Wohnung (pag. 110 Z. 117 ff.). Auf 
konkrete Nachfrage hin war er auch in der Lage, weitere Angaben zum Vorgefalle-
nen zu machen, die sich ebenso stimmig in den zuvor geschilderten Handlungsab-
lauf einfügen lassen (vgl. pag. 111 Z. 136 ff.). So machte der Straf- und Zivilkläger 
ergänzende bzw. präzisierende Aussagen zu den drei Personen (vgl. pag. 111 
Z. 136 ff. und pag. 114 Z. 247 ff.), zur Art und Weise, wie er geschlagen und durch 
die Wohnung geschleift wurde (pag. 111 Z. 151 ff. und pag. 114 Z. 261 f.), zur Be-
ziehung zwischen ihm und dem Beschuldigten (pag. 112 Z. 174 ff.), zum Grund, 
weshalb er den Beschuldigten erkannt haben will (pag. 112 Z. 205 ff.) und zu den 
entwendeten Gegenständen (pag. 113 Z. 230 ff. sowie pag. 115 Z. 291 ff.). Bei 
Fragen, welche ihm die Möglichkeit zu Mehrbelastungen boten, verzichtete er auf 
solche (vgl. pag. 111 Z. 167 f.: «Wurden Sie sonst noch geschlagen? <> Später 
nicht mehr, nein. Er bedrohte mich nur noch [...]»; pag. 114 Z. 261: «Nur von 
A.________»). Insgesamt schilderte der Straf- und Zivilkläger den Vorfall bei der 
dritten Einvernahme somit nochmals detaillierter und ausführlicher, als in den bei-
den Einvernahmen zuvor. Dabei brachte er von sich aus die Korrektur an, wonach 
er bereits an der Tür ein erstes Mal aufgefordert worden sei, sämtliches Geld und 
Drogen, welche er im Haus habe, herauszugeben (pag. 109 Z. 78 ff.). Eine solche 
Selbstkorrektur im Handlungsablauf, die weder erforderlich war noch sich aufge-
drängt hatte, ist realitätsnah und spricht dafür, dass der Straf- und Zivilkläger ein 
selbsterlebtes Ereignis schilderte, auf das er über seine Erinnerungen zurückgrei-
fen konnte. Auf eine spätere Frage, wie es in der Wohnung weitergegangen sei, 
antwortete er zudem, der Beschuldigte habe ihn wieder bedroht (pag. 110 Z. 117), 
womit es sich beim vermeintlichen Widerspruch vielmehr um ein (weiteres) Real-
kennzeichen handelt. Bezeichnend ist ferner die (spontane) Reaktion des Straf- 

13

und Zivilklägers auf den Vorhalt, wonach der Beschuldigte den Vorfall bestreite, in-
dem Erster mit «das glaube ich» antwortete (pag. 114 Z. 264 ff.). Hätte der Straf- 
und Zivilkläger den Beschuldigten zu Unrecht belastet, wäre seine Antwort auf die-
se Frage anders ausgefallen. Insgesamt erweisen sich somit auch die Aussagen 
des Straf- und Zivilklägers an der dritten Einvernahme als glaubhaft. 

Vor der Vorinstanz machte der Straf- und Zivilkläger erneut Ausführungen zum 
damaligen Kontakt mit dem Beschuldigten und den Vorkommnissen zwischen sei-
ner Katze und dem Hund des Beschuldigten (pag. 435 Z. 9 ff.). Auch führte er 
nochmals aus, weshalb er die Stimme des Beschuldigten erkannt haben will und 
wie der Beschuldigte dies mit seiner Aussage «ich habe es dir gesagt, du hast 
meinen Hund gstüpft, ich habe dir schon damals gesagt, es sei nicht vorbei» gleich 
selbst bestätigt habe (pag. 435 Z. 18 und pag. 436 Z. 5 ff.). Der Beschuldigte sei 
dann plötzlich sehr gesprächig geworden, nachdem er ihn angesprochen habe 
(pag. 436 Z. 26). Die Stimme will er erkannt haben, als der Beschuldigte einem Kol-
legen etwas sagte, zuvor habe er nichts gesagt (pag. 436 Z. 28 f.). Diese Aussage 
steht auf den ersten Blick im Widerspruch zu seinen Aussagen anlässlich der drit-
ten Einvernahme, wonach ihm bereits im Gang gesagt worden sei, sie wollten alles 
Geld und alle Drogen, die er im Haus habe (pag. 109 Z. 79 f.). Jedoch ist dem Pro-
tokoll der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zu entnehmen, dass der Straf- und 
Zivilkläger noch etwas ergänzen wollte («Zuvor hat er nichts gesagt, ausser eh [...] 
als sie reingekommen sind, [...]»), diesen Satz jedoch nicht beendete (vgl. pag. 436 
Z. 28 ff.). Es ist mithin davon auszugehen, dass der Straf- und Zivilkläger – wie im 
Rahmen seiner dritten Einvernahme ausgesagt – bereits bei der Tür vom Beschul-
digten angesprochen wurde. Dass er den Beschuldigten nicht bereits zu diesem 
Zeitpunkt an dessen Stimme erkannte, erstaunt entgegen der Ansicht der Verteidi-
gung (pag. 698) nicht. So wurde der Straf- und Zivilkläger bei der Türe von der Si-
tuation überrumpelt und dürfte sich in diesem Moment nicht primär auf die Stimme 
konzentriert haben. Es ist somit durchaus nachvollziehbar, dass der Straf- und Zi-
vilkläger den Beschuldigten erst an der Stimme erkannte, als sich das Geschehen 
etwas beruhigt und ins Wohnzimmer verschoben hatte, wo der Beschuldigte seine 
Komplizen im üblichen Tonfall angesprochen haben dürfte, der dem Straf- und Zi-
vilkläger bekannt war. Vor der Vorinstanz war der Straf- und Zivilkläger schliesslich 
in der Lage, die Waffe und deren ungesicherten, mit einem Magazin bestückten 
Zustand zu beschreiben, was er nachvollziehbar damit erklärte, dass er Waffen ge-
sammelt habe und im Schützenverein gewesen sei (pag. 437 Z. 3 ff.). Überein-
stimmend mit seinen früheren Aussagen gab er zudem erneut zu Protokoll, was 
ihm alles entwendet worden sei (pag. 437 f. Z. 46 ff.). 

Nach dem Gesagten können die Aussagen des Straf- und Zivilklägers insgesamt 
als nachvollziehbar, detailreich und konstant und mithin als glaubhaft bezeichnet 
werden. Der Straf- und Zivilkläger konnte das Vorgefallene an den jeweiligen Ein-
vernahmen schlüssig und logisch wiedergeben und jeweils erklären, wie er den 
Beschuldigten als Täter identifizieren konnte. Seine Aussagen zeugen von Selbst-
erlebtem und enthalten keinerlei Hinweise darauf, dass er den Beschuldigten zu 
Unrecht belasten würde. Die wenigen von der Verteidigung vorgebrachten, angeb-
lichen Widersprüche in den Aussagen des Straf- und Zivilklägers vermögen die 

14

Glaubhaftigkeit seiner Aussagen nicht zu erschüttern. Auf die glaubhaften Aussa-
gen des Straf- und Zivilklägers kann im Ergebnis abgestellt werden.

8.3.2 Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte bestritt von Beginn weg, mit dem Vorfall am 16. Mai 2019 etwas 
zu tun zu haben. Auf Frage, was in dieser Nacht in E.________ passiert sei, gab er 
an, er wisse es nicht, angeblich solle er den Straf- und Zivilkläger «verschuttet» 
und ausgeraubt haben, er habe heute auch lange nicht gewusst, worum es eigent-
lich gehe (pag. 117 Z. 52 und Z. 54; ferner pag. 120 Z. 174 f.). Diese erste Aussage 
zur Sache ist insofern bemerkenswert, als dem Beschuldigten zu diesem Zeitpunkt 
noch nicht eröffnet worden war, dass es auch um Raub geht. Ihm war lediglich mit-
geteilt worden, dass ein Strafverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet worden 
sei und der Verdacht bestehe, wonach er den Straf- und Zivilkläger angegriffen und 
verletzt haben solle (pag. 116 Z. 6 ff.). Auf Frage, was er zu diesem Vorfall sagen 
könne, gab der Beschuldigte sodann zu Protokoll, das sei Blödsinn, er habe ges-
tern Abend anderes zu tun gehabt. Er habe bis kurz vor 22:00 Uhr Besuch von 
zwei Kollegen gehabt. Daneben habe er noch seinen Sohn bei ihm gehabt und ei-
ne Kollegin habe auch bei ihm übernachtet (pag. 117 Z. 54 ff.). Festzuhalten ist be-
reits an dieser Stelle, dass die vom Beschuldigten erstgenannte Uhrzeit nicht mit 
seinen späteren Aussagen und denjenigen der Auskunftspersonen übereinstimmt, 
welche ihm ein Alibi nach 22:00 Uhr bzw. zwischen 23:00 Uhr und Mitternacht lie-
ferten (vgl. dazu nachfolgend). Der Beschuldigte ging zudem bereits anlässlich der 
ersten Einvernahme zum Gegenangriff über, indem er den Straf- und Zivilkläger ei-
nen «grusigen» und «dorfbekannten Junky» nannte (pag. 118 Z. 61 f.). Auch 
brachte er die von ihm genannten Personen als Zeugen erstmals ins Spiel 
(pag. 118 Z. 66). Den Besitz einer Waffe verneinte der Beschuldigte vehement und 
fügte an, dass er wegen seiner Anzeigen wohl gar keine Waffe erhalten würde 
(pag. 118 Z. 78 ff.; ferner pag. 119 Z. 132 ff.). Nachgefragt nach dem Grund, wes-
halb der Straf- und Zivilkläger behaupten sollte, er [der Beschuldigte] habe ihn an-
gegriffen, kam der Beschuldigte ebenfalls auf die Katzen-Hunde-Situation zu spre-
chen und gestand gar ein, deswegen noch ein Hühnchen mit dem Straf- und Zivil-
kläger rupfen zu müssen (pag. 118 Z. 87 ff. und pag. 119 Z. 112 f.). Angesprochen 
auf den Umstand, dass der Straf- und Zivilkläger ihn an der Stimme erkannt haben 
will, zeigte sich der Beschuldigte belustigt darüber, dass dieser einzig dieses Identi-
fikationsmerkmal genannt hatte, und brachte pauschal vor, viele Personen mit ähn-
licher Stimme zu kennen (pag. 118 Z. 93 ff.). Anschliessend erklärte er, dass er ei-
nen solchen Überfall nicht verüben würde, wenn der Kleine [sein Sohn] da sei 
(pag. 118 Z. 108), und er den Straf- und Zivilkläger habe anzeigen, ihm aber keine 
Gewalt antun wollen (pag. 119 Z. 113). Diese Argumentation überzeugt nicht, führ-
te der Beschuldigte kurz darauf doch selbst aus, er werde zum Monster, wenn je-
mand etwas gegen seinen Sohn oder seine Tiere mache, er da nichts verstehe und 
er der Person dann Gewalt androhe, wie er es auch beim Straf- und Zivilkläger 
gemacht habe (pag. 119 Z. 115 ff.). Der Beschuldigte ging sogar so weit, auszu-
führen, dass seine Kollegin ihm bis gestern Abend nichts vom Vorfall erzählt habe, 
da sie Angst gehabt habe, dass er überreagiere. Er wäre danach am liebsten zum 
Straf- und Zivilkläger runter und hätte ihn... Er sei kurz davor gewesen und seine 
Kollegen hätten ihn noch davon abhalten können. Er verteidige seine Tiere und 

15

seinen Sohn bis aufs Blut. Aber eben, er habe sich davon abbringen lassen 
(pag. 119 Z. 119 ff.; ferner pag. 120 Z. 159 ff.). Obwohl der Beschuldigte in der 
Mehrzahl sprach («Kollegen»), gab nur J.________ an, den Beschuldigten an die-
sem Abend besänftigt und von seinem Vorhaben abgebracht zu haben. 
G.________ will ein solches Gespräch angeblich nur am Rande und ohne Kenntnis 
des Inhalts mitbekommen haben, I.________ erwähnte gar nichts dergleichen und 
H.________ berichtigte ihre Aussagen an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung 
dahingehend, dass sie bereits früh zwischen 20.00 Uhr und 21:30 Uhr schlafen ge-
gangen sei, womit sie entgegen ihren früheren Aussagen eine solche Diskussion 
gar nicht mehr hat mitbekommen können (vgl. dazu nachfolgend). Aufgrund dieser 
widersprüchlichen Schilderungen und namentlich des Umstands, dass I.________ 
keine derartige Diskussion erwähnte, die ihm bestimmt in Erinnerung geblieben wä-
re, ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte diese lediglich als Schutzbehaup-
tung vorbrachte, um eine Erklärung dafür zu haben, weshalb er nach seiner 
WhatsApp-Nachricht an K.________ nicht zum Straf- und Zivilkläger gegangen 
sein will. In die gleiche Richtung stiess er mit der Argumentation, wonach er so et-
was nicht mache, wenn sein Sohn da sei. Nach der Erwähnung der ihn belasten-
den WhatsApp-Nachricht ging der Beschuldigte zudem sogleich wieder zum Gege-
nangriff über, indem er den Straf- und Zivilkläger erneut als dorfbekannten Junkie 
bezeichnete (pag. 120 Z. 167). Insgesamt sind die Aussagen des Beschuldigten 
anlässlich der ersten Einvernahme als wenig glaubhaft zu bezeichnen. Sie enthal-
ten Gegenangriffen und Schutzbehauptungen, sind wenig kohärent und lassen sich 
mit den Aussagen der Auskunftspersonen nicht in Einklang bringen.

Im Rahmen der zweiten Einvernahme am 15. November 2019 korrigierte der Be-
schuldigte die Uhrzeit, zu welcher die Kollegen nach Hause gegangen sein sollen 
(pag. 122 Z. 30 ff.), und erklärte dies damit, dass er sich unterdessen mit den Kol-
legen unterhalten habe (pag. 122 Z. 33 ff.) und er ein Durcheinander gehabt habe 
(pag. 122 Z. 54 ff.). Diese Anpassung ermöglichte es dem Beschuldigten, seine 
beiden Kollegen als Alibizeugen zu nennen (vgl. pag. 123 Z. 96 f.). Damit setzte er 
sie zwar zugleich der Gefahr aus, als Mittäter verdächtigt zu werden (vgl. hierzu 
pag. 123 Z. 61 ff.). Aufgrund seiner ersten Einvernahme und der Rücksprache mit 
seinen Kollegen dürfte ihm im Zeitpunkt der zweiten Einvernahme jedoch bekannt 
gewesen sein, dass der Straf- und Zivilkläger nur ihn erkannt haben will und die 
Strafbehörden keine Voruntersuchung gegen seine Kollegen eröffnet hatten. Mit 
seiner Aussage, dass er sich zwischenzeitlich mit seinen Kollegen darüber unter-
halten habe (pag. 122 Z. 33 f.), schmälerte er gleich selbst die Beweiskraft der 
Aussagen seiner Kollegen. Aufgrund des Zeitablaufs seit der ersten Einvernahme 
des Beschuldigten hatten sie zudem genügend Zeit, sich abzusprechen, nament-
lich in Bezug auf die Frage, wer wann nach Hause ging. Den Besitz einer Waffe 
stritt der Beschuldigte erneut vehement ab (pag. 122 Z. 40 und 48 f.) und bezeich-
nete den Straf- und Zivilkläger auch an dieser Einvernahme erneut mehrmals als 
Drogendealer bzw. Drogenjunkie (pag. 123 Z. 69 ff. und Z. 101 ff.). Ferner bestätig-
te der Beschuldigte, dass jeder, der seine Familie angreife, sein Todesurteil unter-
schreibe (pag. 123 Z. 86), was für ein impulsives, zu Gewalt neigendes Reaktions-
verhalten und einen wenig besonnenen Charakter spricht. Gestützt auf die Aussa-
gen des Beschuldigten anlässlich der zweiten Einvernahme steht fest, dass er die-

16

se den Aussagen seiner Kollegen angepasst hatte, um sich ein Alibi verschaffen zu 
können. Andernfalls hätte der Beschuldigte bei seiner ursprünglichen Aussage, 
wonach die Kollegen um 22:00 Uhr gegangen seien, bleiben können. Der Beschul-
digte antwortete im Rahmen der zweiten Einvernahme zudem oft ausweichend  
oder sarkastisch auf Fragen, was der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen ebenfalls 
abträglich ist. 

An der Schlusseinvernahme vom 6. Juli 2020 stritt der Beschuldigte den Vorwurf 
erneut ab (pag. 131 Z. 69 f.). Er schilderte sodann nochmals die Vorgeschichte mit 
dem Straf- und Zivilkläger, namentlich, wie er ihm mit dem Tod gedroht hatte, sollte 
nochmals etwas mit den Hunden sein (pag. 131 f. Z. 87 ff.), und seinen Wutaus-
bruch am 16. Mai 2019, als er von seiner Kollegin erfahren habe, dass der Straf- 
und Zivilkläger seiner Hündin habe nachkicken wollen (pag. 132 Z. 102 ff.). Er habe 
daraufhin die Nachricht an die Nachbarin geschrieben und sich zum Gehen bereit-
gemacht (pag. 132 Z. 106 ff.). Diese Aussagen stimmen mit den Aussagen anläss-
lich der ersten beiden Einvernahmen überein und kommen fast einem Geständnis 
gleich. Der Beschuldigte machte daraufhin jedoch erneut geltend, seine Kollegin 
und seine Kollegen hätten ihn beruhigt [und damit vom Vorhaben abhalten können] 
(pag. 132 Z. 108 f.). Erstmals erwähnte der Beschuldigte dabei auch die Kollegin, 
die zu diesem Zeitpunkt gemäss ihrer korrigierten Aussagen aber bereits zu Bett 
gegangen sein will (vgl. dazu nachfolgend). Was genau diskutiert wurde bzw. wer 
ihm was sagte, schilderte der Beschuldigte nicht. Vielmehr bekräftigte er sogleich 
wieder, dass er dem Straf- und Zivilkläger schon «Totscht und Moore» geben kön-
ne (pag. 132 Z. 110 f.), er ein Mann sei, der zu seinem Wort stehe (pag. 132 Z. 111 
f.), jemand, der seinen Hunden oder seinem Junior etwas antun wolle, in der Regel 
sein Todesurteil unterschreibe (pag. 132 Z. 114 f.), und er ein sehr umgänglicher 
Mensch sei, aber es bei seinen Tieren und seinem Junior aufhöre und da eine Sei-
te zu Tage komme... (pag. 132 Z. 115 f.). Der Beschuldigte ging sogar so weit, 
auszuführen, dass er, wenn er vorbeigegangen wäre, alleine gegangen wäre und 
es nun um Totschlag oder um irgendetwas im Affekt gehen würde (pag. 132 Z. 112 
ff.); es hätte schmutzige Finger gegeben (pag. 132 Z. 121). Eine solche Argumen-
tationslinie, mithin, dass es noch viel schlimmer ausgegangen wäre, die Kollegen 
ihn jedoch davon hätten abhalten können, erweist sich schlicht als absurd und nicht 
nachvollziehbar. Vielmehr zeigen die Schilderungen des Beschuldigten zu seiner 
damaligen Gefühlslage, wie sehr er sich nicht mehr im Griff hatte, was wiederum in 
das vom Straf- und Zivilkläger gezeichnete Bild des Haupttäters passt, welcher un-
zählige Male auf ihn eingeschlagen hat. Der Beschuldigte erklärte weiter, zeitlich 
etwas nach 01:00 Uhr zusammen mit der Kollegin, H.________, zu Bett gegangen 
zu sein (pag. 133 Z. 137 f.), was im Widerspruch dazu steht, was H.________ – ih-
re früheren Aussagen berichtigend – vor der Vorinstanz zu Protokoll gab, nämlich, 
dass sie bereits früh schlafen gegangen sei (zwischen 20.00 Uhr und 21:30 Uhr; 
vgl. pag. 430 Z. 30 ff.). Die Nachricht an die Nachbarin bezeichnete der Beschul-
digte als nette Geste, die einfach zum falschen Zeitpunkt erfolgt sei (pag. 133 
Z. 154 ff.: «Blödes Timing. Aber nett von mir»). Auf Vorhalt, dass der Straf- und Zi-
vilklägerin ihn an der Stimme und an der Hand erkannt haben will, beschrieb der 
Beschuldigte wortreich, weshalb dies aus seiner Sicht schwer vorstellbar sei und 
was er – wenn er es gewesen wäre – alles anders und vor allem besser gemacht 

17

hätte (pag. 133 f. Z. 160 ff. und pag. 135 Z. 211, Z. 218 ff. und Z. 223 ff.). Offenbar 
war dem Beschuldigten aufgrund der Ermittlungsergebnisse bewusstgeworden, 
dass er seinen Plan bzw. seine Aussagen nicht in allen Punkten zu Ende gedacht 
hatte. Auch betreffend Waffe versuchte sich der Beschuldigte wortreich zu verteidi-
gen, zeigte damit aber gleichzeitig, dass er durchwegs vertraut mit der Materie ist 
(vgl. pag. 134 Z. 187 ff.). Insgesamt vermögen auch die Aussagen an der Schluss-
einvernahme nicht zu überzeugen.

Vor der Vorinstanz stritt der Beschuldigte erneut ab, etwas mit dem Angriff auf den 
Straf- und Zivilkläger zu tun zu haben. Des Weiteren schilderte er erneut von seiner 
Wut auf ihn und dass er dank dem Zuspruch seiner Kollegen und H.________ wie-
der runtergekommen sei (pag. 442 Z. 18 ff. und Z. 43 f.). Irgendwo sei ihm der Ge-
danke gekommen, wenn er jetzt einen Scheiss mache, dann könne er dann nicht 
zu seinen Hunden schauen. Er hätte sein Verhältnis zu seinem Junior nicht vertie-
fen können. Das seien Faktoren gewesen, die ihn davon abgehalten hätten, zu ihm 
runterzugehen (pag. 442 f. Z. 46 ff.). Dass der Beschuldigte in dieser Situation 
noch derart besonnen reagieren und sich dermassen Gedanken über die Konse-
quenzen seines Handelns machen konnte, ist – insbesondere mit Blick auf seine 
eigenen Aussagen, wonach jemand sein Todesurteil unterschreibe, wenn seinen 
Hunden etwas angetan werde – schlicht nicht glaubhaft. Die Ausführungen des Be-
schuldigten, wonach er von seinen Kollegen und H.________ besänftigt worden 
sei, stimmen denn auch nicht mit deren Aussagen überein. H.________ gab an-
lässlich der erstinstanzlichen Verhandlung zu Protokoll, sie sei bereits früh schlafen 
gegangen. G.________ will beim Gespräch nicht dabei gewesen sein und 
I.________ erwähnte ein solches erst gar nicht. J.________ erwähnte zwar eine 
solche Diskussion, dies jedoch nur in seiner ersten Einvernahme und mit der An-
gabe, dass das Gespräch nur zwischen ihm und dem Beschuldigten stattgefunden 
habe, was sich mit den Aussagen des Beschuldigten ebenfalls nicht deckt. 

An der oberinstanzlichen Verhandlung vermochte der Beschuldigte ebenfalls keine 
glaubhaften Aussagen zu machen. So wollte er insbesondere zu den Fragen be-
treffend die angebliche Diskussion, die er mit seinen Kollegen geführt haben will, 
keine konkreten Antworten geben. Er blieb vielmehr oberflächlich in seinem Aussa-
geverhalten und verweigerte schliesslich gänzlich die Aussage (pag. 689 Z. 3 ff.). 
Auch wenn es grundsätzlich das Recht des Beschuldigten ist, die Aussage zu ver-
weigern, wären hier Antworten zu erwarten gewesen, die seine (entlastenden) Be-
hauptungen näher hätten substantiieren und plausibilisieren können (vgl. dazu das 
Urteil des Bundesgerichts 6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4.). Dass der 
Beschuldigte dazu die Aussage verweigerte bzw. nicht konkreter werden wollte, 
spricht dafür, dass eine solche Diskussion nie stattgefunden hat und sich der Be-
schuldigte nicht weiter in Widersprüche verstricken wollte.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Aussagen des Beschuldigten kann insgesamt 
festgehalten werden, dass diese nicht zu überzeugen vermögen. Seine Beteue-
rung, nichts mit dem Überfall auf den Straf- und Zivilkläger zu tun zu haben, erweist 
sich als reine Schutzbehauptung. Seine Aussagen enthalten Gegenangriffe und 
Ungereimtheiten und vermögen die Aussagen des Straf- und Zivilklägers nicht an-
satzweise in Frage zu stellen; sie runden vielmehr das Bild ab, welches der Straf- 

18

und Zivilkläger über den Beschuldigten zeichnete. Auf die Aussagen des Beschul-
digten kann im Ergebnis nicht abgestellt werden. 

8.3.3 Aussagen G.________

G.________ wurde insgesamt zweimal einvernommen. Im Rahmen seiner ersten 
Einvernahme äusserte er, dass der Beschuldigte «ein sehr guter Kollege» bzw. ei-
ner seiner besten Kollegen sei (pag. 169 Z. 66) und er ihm erzählt habe, worum es 
gehe (pag. 168 Z. 39 f.). Vor diesem Hintergrund sind seine Aussagen zugunsten 
des Beschuldigten stark zu relativieren, da es sich bei G.________ nicht um einen 
unbeteiligten Dritten handelt, der kein Interesse am Ausgang des Verfahrens hat. 
Seine Aussagen sind entsprechend mit Vorsicht zu geniessen.

Anlässlich seiner Einvernahme vom 13. Juni 2019 gab G.________ an, mit dem 
letzten Zug um ca. 00:08 oder 00:12 Uhr nach Hause gegangen zu sein. 
J.________ und I.________ seien auch auf diesen Zug gekommen (pag. 168 f. 
Z. 54 f.). Der Beschuldigte habe die Wohnung nie verlassen (pag. 169 Z. 63). Auf 
Frage, ob er mit dem Vorfall etwas zu tun habe, antwortete G.________, er habe 
nichts damit zu tun, worauf sich der Befrager zur Anschlussfrage veranlasst sah, ob 
er jemanden kenne, der etwas mit der Sache zu tun habe (pag. 169 Z. 85 ff.), was 
G.________ mit der Verneinung «Nein, ich habe wirklich keine Ahnung» beantwor-
tete (pag. 169 Z. 91). Die tatnächsten Aussagen von G.________ sind insgesamt 
wenig aussagekräftig und tragen wenig zur Erhellung des Sachverhalts bei. Es fällt 
jedoch auf, dass er keine Diskussion mit dem Beschuldigten wegen des Vorfalls 
zwischen dem Straf- und Zivilkläger und den Hunden des Beschuldigten erwähnte 
und dass sie den Beschuldigten hätten davon abhalten müssen, den Straf- und Zi-
vilkläger in seiner Wohnung aufzusuchen, was angesichts der Aussagen des Be-
schuldigten erstaunt.

Im Rahmen der zweiten Einvernahme am 24. Juni 2020 bestätigte G.________, 
dass er zusammen mit J.________ und I.________ den letzten Zug genommen 
habe. Er sei nach M.________ und die anderen beiden nach N.________ gefahren 
(pag. 173 Z. 77 ff.). Zuvor seien sie den gesamten Abend mit dem Beschuldigten 
zusammen gewesen (pag. 173 Z. 77 f.; ferner pag. 174 Z. 106 und Z. 127). Der 
letzte Zug fahre in O.________ glaublich um 00:10 Uhr und sie hätten die Woh-
nung zwischen 23:50 Uhr und 00:00 Uhr verlassen (pag. 174 Z. 93 f.). Erstmals 
erwähnte G.________ eine angebliche Diskussion zwischen dem Beschuldigten 
und J.________. Diese soll jedoch nur zwischen diesen beiden in einem anderen 
Zimmer stattgefunden haben, so dass er selbst nicht mehr wusste oder wissen 
wollte, worum es dabei ging (pag. 174 Z. 108 ff.). Angesichts dessen, dass der Be-
schuldigte im Gegensatz zu G.________ davon sprach, dass die Kollegen bzw. die 
Kollegin und die Kollegen, mithin alle, ihn davon abgehalten hätten, zum Straf- und 
Zivilkläger zu gehen, bestehen für die Kammer keine Zweifel, dass G.________ be-
treffend den Vorfall den Unwissenden spielte und sich aus der Verantwortung zie-
hen wollte. Auf die Aussagen von G.________ kann nach dem Gesagten nicht ab-
gestellt werden.

19

8.3.4 Aussagen H.________

H.________ gab zu Beginn ihrer Einvernahme vom 14. Juni 2019 zu Protokoll, zu-
vor bereits mit dem Beschuldigten über das Strafverfahren gesprochen zu haben 
(pag. 177 Z. 42 f.). Zudem gab auch sie an, dass der Beschuldigte ein sehr guter 
Kollege von ihr sei (pag. 178 Z. 94). Sie bestätigte die Aussagen des Beschuldigten 
insoweit, als sie aussagte, dass sie beide kurz nach Mitternacht schlafen (pag. 177 
Z. 53 f.) und die anderen kurz vor Mitternacht gegangen seien, so dass sie den 
letzten Zug noch erwischt hätten (pag. 178 Z. 59). Auch bestätigte sie, dass sie 
dem Beschuldigten vom Aufeinandertreffen mit dem Straf- und Zivilkläger erzählt 
und sich der Beschuldigte daraufhin wieder aufgeregt habe, er sich aber anschlies-
send wieder beruhigt habe und alles wieder gut gewesen sei (pag. 179 Z. 116 f.). 
Konkreter wurde H.________ jedoch nicht.

Für die erstinstanzliche Verhandlung wurde H.________ nochmals vorgeladen, 
wobei sie um eine Konfrontationsvermeidung ersuchte (pag. 413), da der Beschul-
digte sie nach der Trennung weiter belästigt habe (pag. 429 Z. 37 ff.). Anlässlich ih-
rer Einvernahme vor der Vorinstanz machte H.________ einleitend Ausführungen 
zur Phase nach der Trennung, die damals bereits zwei bis drei Jahre zurücklag 
(pag. 429 Z. 30 ff.). Der Beschuldigte habe sie und zwei andere Personen angege-
ben, um zu bestätigen, dass sie bei ihm in der Wohnung gewesen seien (pag. 430 
Z. 10 ff.). Abweichend zu ihren früheren Aussagen sagte sie sodann aus, dass sie 
bereits früh, das heisst zwischen 20.00 Uhr und 21:30 Uhr, schlafen gegangen sei 
und daher nicht wisse, wann die Kollegen gegangen seien, ob jemand an diesem 
Abend die Wohnung verlassen habe und wann der Hund zuletzt zum Gassigehen 
ausgeführt worden sei (pag. 430 Z. 30 ff.; ferner pag. 431 Z. 30 f.). Sie bestätigte 
zudem, dass der Beschuldigte eine sehr emotionale Person sei, welche dies auch 
nach aussen auslebe. Er habe die Emotionen ausgelebt und habe sich nicht gut 
bändigen können (pag. 431 ZZ. 13 ff.; ferner pag. 432 Z. 6 ff. und Z. 15 ff.). Ange-
sprochen auf den offensichtlichen Widerspruch zu ihren früheren Aussagen und auf 
Frage, wie sie dies erklären könne, wich H.________ aus und versuchte dies wenig 
glaubhaft damit zu erklären, nicht zu wissen, ob sie nochmals auf sei und es des-
halb so kommuniziert habe (pag. 432 Z. 25 ff.). Auf die Frage, ob es betreffend 
«Zeitpunkt Mitternacht» eine Absprache gegeben habe, machte sie vielsagend eine 
Erinnerungslücke geltend (pag. 432 Z. 31).

Nach Überzeugung der Kammer sind die Aussagen von H.________ gleich wie je-
ne von G.________ mit Vorsicht zu geniessen, zumal auch sie vor ihrer ersten Ein-
vernahme mit dem Beschuldigten gesprochen hatte und dieser – zumindest damals 
– ein sehr guter Freund von ihr war. Insbesondere ihre Aussagen anlässlich der 
erstinstanzlichen Verhandlung weisen jedoch klar darauf hin, dass eine Absprache 
unter den Beteiligten stattgefunden hat. So gab H.________ vor der Vorinstanz auf 
die Frage, ob sie hinsichtlich ihrer damaligen Aussage [anlässlich der ersten Ein-
vernahme] bedrängt worden sei, zu Protokoll, damals nicht gewusst zu haben, was 
sie dürfe und was nicht. Entgegen der Ansicht der Verteidigung (pag. 698) ist da-
von auszugehen, dass es H.________ an der erstinstanzlichen Verhandlung nur 
bedingt möglich war, offenzulegen, dass unter den Beteiligten eine Absprache 
stattgefunden und sie anlässlich ihrer ersten Einvernahme falsch ausgesagt hatte. 

20

Einerseits dürfte sie Angst vor der Reaktion des Beschuldigten gehabt und sich von 
ihm unter Druck gesetzt gefühlt haben, wofür auch ihr Ersuchen nach Konfrontati-
onsvermeidung spricht. Andererseits hätte sie sich mit einer klareren Aussage 
selbst der Falschaussage überführen müssen. H.________ pflegte zum Zeitpunkt 
des Vorfalls eine enge Beziehung zum Beschuldigten und hatte somit bei ihrer ers-
ten Einvernahme ein starkes Interesse, den Beschuldigten zu schützen und ihm ein 
Alibi zu geben. Im Zeitpunkt der erstinstanzlichen Verhandlung bestand dieses In-
teresse insofern nicht mehr, als H.________ aussagte, sich vor zwei bis drei Jah-
ren vom Beschuldigten getrennt zu haben und nach der Trennung vom Beschuldig-
ten weiter belästigt worden zu sein. Sie hatte mithin keinen Grund mehr, dem Be-
schuldigten ein Alibi zu verschaffen. Entsprechend gab sie abweichend zu ihren 
früheren Aussagen zu Protokoll, bereits früh schlafen gegangen zu sein und nicht 
zu wissen, ob an diesem Abend jemand die Wohnung verlassen hatte. 

8.3.5 Aussagen J.________

Auch J.________ sagte zu Beginn seiner Einvernahme aus, bereits von den ande-
ren gehört zu haben, was angeblich passiert sei, und er «die Lage kenne» 
(pag. 181 Z. 42 f.). Der Beschuldigte sei einfach ein guter Kollege (pag. 182 Z. 72). 
Auch er bestätigte sodann, dass sie die gesamte Zeit in der Wohnung zusammen 
gewesen seien. Der Beschuldigte sei aufgrund des Problems mit den Hunden und 
H.________ durchgedreht, worauf er dem Beschuldigten gesagt habe, dass er den 
Straf- und Zivilkläger nicht zusammenschlagen solle. Dann sei er [J.________] zu-
sammen mit I.________ und G.________ auf den letzten Zug gegangen (pag. 182 
Z. 84 ff. und pag. 183 Z. 130). Ob sein angebliches Einreden auf den Beschuldig-
ten Erfolg hatte, erwähnte J.________ nicht. Als entlarvend erweist sich jedoch 
seine Antwort auf die Frage, ob er oder der Beschuldigte etwas mit dem Vorfall zu 
tun hätten, indem J.________ antwortete: «Nein...also ich nicht.» (pag. 183 Z. 129 
f.). Daran vermag nichts zu ändern, dass er sogleich anfügte, der Beschuldigte sei 
bei ihm gewesen und er könne sagen, dass er [der Beschuldigte] es nicht gewesen 
sei (pag. 183 Z. 130 f.). Zur zweiten Einvernahme am 24. Juni 2020 erschien 
J.________ nicht (pag. 185).

Vor der Vorinstanz gab J.________ zu Protokoll, seit zwei Jahren keinen Kontakt 
mehr mit dem Beschuldigten gehabt zu haben (pag. 426 Z. 41). Sie hätten Streit 
wegen kleiner Sachen bekommen, nichts Schlimmes, und die Wege hätten sich ge-
trennt (pag. 427 Z. 21 f.). An den Abend des 16. Mai 2019 konnte oder wollte er 
sich nicht mehr wirklich erinnern (vgl. pag. 427 Z. 4 ff.). Zwar wollte er noch wissen, 
dass es ein «Gstürm» mit H.________ gegeben habe und sie darüber gesprochen 
hätten; worum es genau ging, wollte er jedoch nicht mehr wissen. H.________ und 
der Beschuldigte hätten darüber gesprochen (pag. 427 Z. 29 ff.). Dass er ansch-
liessend auf den Beschuldigten eingeredet hätte, nicht zum Straf- und Zivilkläger zu 
gehen, erwähnte J.________ vor der Vorinstanz nicht mehr, was angesichts des-
sen, dass ein Wutausbruch mit darauffolgender eigener Intervention in Erinnerung 
bleiben dürfte, mehr als erstaunt. Insgesamt müssen die oberflächlichen Aussagen 
von J.________ als unglaubhaft bezeichnet werden; auf sie kann nicht abgestellt 
werden.

21

8.3.6 Aussagen K.________

K.________ wurde einzig am 30. August 2019 einvernommen (pag. 186 ff.). Dabei 
fällt insbesondere auf, dass in ihren Aussagen das schlechte Gewissen mit-
schwingt, den Straf- und Zivilkläger nicht vorgewarnt zu haben, wofür sie sich auch 
zu rechtfertigen versuchte. So führte sie aus, sie habe gedacht, dass die beiden 
dies selber austragen sollten und es nicht gut sei, wenn er [der Straf- und Zivilklä-
ger] den Hund habe treten wollen (pag. 187 Z. 46 ff.). Der Straf- und Zivilkläger teil-
te K.________ bereits mit, dass er den Beschuldigten an seiner Stimme und an 
seiner Hand erkannt habe (pag. 188 Z. 57 f.), was sie insofern bestätigen konnte, 
als sie anfügte, sie habe den Beschuldigten auch schon im Bus an seiner Stimme 
erkannt, ohne ihn dabei gesehen zu haben (pag. 188 Z. 58 ff.). Der Beschuldigte 
habe zudem eine dunklere Hautfarbe (pag. 188 Z. 61). K.________ erwog sodann 
ebenfalls, es sei klar, dass das zusammenhängen müsse, zumal es «ein riesen Zu-
fall wäre», wenn der Beschuldigte ihr diese Nachricht sende und der Straf- und Zi-
vilkläger dann von jemandem anderen angegriffen würde (pag. 188 Z. 61 ff.). Zu-
dem erzählte auch sie von früheren Vorfällen zwischen dem Beschuldigten und 
dem Straf- und Zivilkläger bzw. zwischen den Hunden des Beschuldigten und den 
Katzen des Straf- und Zivilklägers (pag. 188 Z. 93 ff.). Die Aussagen von 
K.________ runden das Gesamtbild ab und erweisen sich insofern als erhellend, 
als sie bestätigte, dass der Beschuldigte gut an seiner Stimme und auch an seiner 
dunkleren Hautfarbe zu erkennen ist. Dass K.________ den Beschuldigten im Zeit-
punkt der Meldung nicht erwähnte, obwohl sie und der Straf- und Zivilkläger sich zu 
diesem Zeitpunkt bereits ausgetauscht hatten, vermag entgegen der Ansicht der 
Verteidigung (pag. 697) ihre Aussagen nicht in Zweifel zu ziehen. Ihr Fokus dürfte 
in diesem Moment darauf gerichtet gewesen sein, den Anruf an die Regionale Ein-
satzzentrale zu tätigen und Hilfe für den verletzten und blutüberströmten Straf- und 
Zivilkläger zu holen, und nicht darauf, zu erwähnen, dass es sich bei der Täter-
schaft um den Beschuldigten handeln dürfte. Mitnichten bedeutet das Nichterwäh-
nen des Beschuldigten beim Anruf, dass dieser als Täter auszuschliessen wäre.

8.3.7 Aussagen I.________

Auch I.________ sagte zu Beginn seiner Einvernahme aus, dass er von den An-
schuldigungen gehört habe (pag. 191 Z. 36 f.). J.________ habe ihm davon erzählt 
und auch mit dem Beschuldigten habe er darüber diskutiert (pag. 192 Z. 76 ff.). 
Diese könnten aber gar nicht sein, da sie an diesem Abend beim Beschuldigten am 
«gamen» gewesen seien (pag. 191 Z. 37 f.). Sodann bestätigte auch I.________, 
sie seien die gesamte Zeit in der Wohnung zusammen gewesen und er sei dann 
zusammen mit J.________ und G.________ auf einen der letzten Züge gegangen 
(pag. 192 Z. 62 f. und Z. 83 f.). Einen Wutausbruch des Beschuldigten und eine 
darauffolgende Diskussion bzw. Besänftigung des Beschuldigten erwähnte 
I.________ nicht. Insgesamt fielen seine Aussagen sehr allgemein aus und lassen 
kaum eine inhaltliche Würdigung zu. Festgehalten werden kann immerhin, dass es 
sich auch bei ihm um einen guten Kollegen des Beschuldigten handelt und er mit 
ihm vor der Einvernahme über den Vorfall gesprochen hatte, was die Beweiskraft 
seiner Aussagen ebenfalls erheblich schmälert.

 

22

8.3.8 WhatsApp-Nachricht

Der Beschuldigte schrieb am 16. Mai 2019 um 22:47 Uhr folgende Nachricht an 
K.________: «Tschou K.________ ca va? Du wunderi de nid wenn när obe hurti 
bollet! Er het gester versuecht F.________ (Hund) zschutte am bhf, kolleginn hets 
no gad gseh und hets abbecho!! I tue mi nur hurti revanchiere» (pag. 19). Wie die 
Generalstaatsanwaltschaft oberinstanzlich zu Recht ausführte (pag. 702), stellt die-
se Nachricht ein gewichtiges Indiz dafür dar, dass es sich beim Haupttäter um den 
Beschuldigten handelt, kündigte er doch mit dieser Nachricht seine Tat schriftlich 
an und legte er dabei zugleich das Motiv für sein Handeln offen. Dagegen sprechen 
vordergründig die weiteren Nachrichten des Beschuldigten an die Nachbarin des 
Straf- und Zivilklägers. So antwortete er um 23:59 Uhr auf die Frage von 
K.________ «wäg was de?» mit «Ke ahnig. Gah de morn eis zuenem ner weimer 
lzege was er meint! Will jetzt isch fertig lustig i lah nid zue das öber mine tier wot 
weh mache!!» und am 01:03 Uhr auf die Frage, ebenfalls von K.________, «Z dritt 
uf eine» mit «??? Nei i gah de sicher allei zuenem muess da sicher niemer mitnäh» 
(pag. 19). Bei isolierter Betrachtung könnte daraus der Schluss gezogen werden, 
der Beschuldigte habe den Straf- und Zivilkläger erst am nächsten Tag aufsuchen 
wollen und zu diesem Zeitpunkt nichts über das Vorgefallene gewusst (so auch die 
Verteidigung, vgl. pag. 699). Werden die Nachrichten hingegen im Gesamtkontext 
gelesen, fällt auf, dass der Beschuldigte der Nachbarin erst nach über einer Stunde 
bzw. erst nach stattgefundenem Überfall auf den Straf- und Zivilkläger auf ihre Fra-
ge «wäg was de?» antwortete und in seiner vorausgegangenen Nachricht in zeitli-
cher Hinsicht noch von «när», mithin von «gleich», geschrieben hatte. Als der Be-
schuldigte in seinen Einvernahmen auf diese Unstimmigkeit in den Nachrichten 
hingewiesen wurde, versuchte er sich insoweit zu erklären, als er einen Sinnes-
wandel geltend machte, nachdem seine Kollegen auf ihn eingeredet hätten, was 
sich – wie hiervor bereits ausgeführt – als unglaubhaft und blosse Schutzbehaup-
tung erweist. Hinzu kommt, dass der Beschuldigte in seiner Nachricht um 23:59 
Uhr von sich aus die Korrektur anbrachte, wonach er nun erst morgen beim Straf- 
und Zivilkläger vorbeigehen werde. K.________ hatte dem Beschuldigten zuvor je-
doch einzig mit «wäg was de» geantwortet und nicht danach gefragt, wann er zum 
Straf- und Zivilkläger zu gehen beabsichtige. Offenbar hatte der Beschuldigte nach 
dem Aufsuchen des Straf- und Zivilklägers realisiert, mit seiner vorgängigen Nach-
richt an K.________ seine Täterschaft offengelegt zu haben, und wollte dies 
nachträglich korrigieren und den Verdacht von sich lenken. In ihrer Gesamtheit 
sprechen die Nachrichten des Beschuldigten an die Nachbarin somit klar für die 
Täterschaft des Beschuldigten. Dass der Straf- und Zivilkläger in derselben Nacht, 
in welcher der Beschuldigte der Nachbarin einen Überfall auf den Straf- und Zivil-
kläger ankündigte, von einer anderen Täterschaft aufgesucht, zusammengeschla-
gen und ausgeraubt wurde, ist höchst unwahrscheinlich und mit Blick auf die Aus-
sagen der Auskunftspersonen denn auch auszuschliessen (so auch die General-
staatsanwaltschaft, vgl. pag. 702).

8.3.9 Spurenauswertung

Am 17. Mai 2019, mithin einen Tag nach dem Vorfall, wurde in der Wohnung des 
Straf- und Zivilklägers eine Spurensicherung durchgeführt (pag. 40 ff.). In der Woh-

23

nung wurden zahlreiche Spuren des Vorfalls gefunden (vgl. das Spurenverzeichnis 
gemäss pag. 46 ff. und pag. 74 ff.), eine Beteiligung des Beschuldigten konnte 
(spurenmässig) jedoch nicht nachgewiesen werden (vgl. pag. 41 ff., pag. 44 f., 
pag. 46 ff. und pag. 71 ff.). Dies bedeutet im Umkehrschluss und entgegen dem 
Dafürhalten der Verteidigung (pag. 697 f.) indes nicht, dass es sich beim Haupttäter 
um eine andere Person als jene des Beschuldigten gehandelt haben muss. So 
konnte auch keine Dritt-DNA gefunden werden und waren die Ergebnisse bzw. die 
Nebenkomponenten teilweise nicht interpretierbar (vgl. pag. 42), so dass eine Zu-
ordnung nicht möglich ist. Die vom Kriminaltechnischen Dienst vorgenommene 
Spurensicherung und -auswertung spricht somit im Ergebnis weder für noch gegen 
eine Täterschaft des Beschuldigten.

8.3.10 Medizinische Berichte

Der Straf- und Zivilkläger wurde am 17. Mai 2019 um 01:30 Uhr körperlich unter-
sucht (pag. 83 ff.). Dabei konnte eine beträchtliche Anzahl an Befunden festgestellt 
werden, unter anderem fünf Hautdurchtrennungen am Kopf, ein oberflächlicher 
Hautdefekt an der Stirn, zahlreiche, teilweise geschürfte Hautrötungen im Gesicht 
sowie Hautverfärbungen, Hautvertrocknungen, Hautabschürfungen, Hauteinblutun-
gen und -unterblutungen im Bereich des linken Schlüsselbeins, der Schulterrück-
seiten und Flanken beidseits, der Unterarme beidseits und des rechten Ringfingers. 
Die Verletzungen würden als Folge stumpfer Gewalt und als frisch imponieren 
(pag. 83 ff.; vgl. ferner pag. 96 ff.). Rund 0,5 cm oberhalb des äusseren Drittels der 
rechten Augenbraue wurde zudem eine rund 2 cm lange und bis 0,3 cm klaffende 
Hautdurchtrennung festgestellt, aus welcher im Verlauf der Untersuchung ständig 
flüssiges Blut austrat (pag. 85). Auch im ambulanten Behandlungsbericht des Not-
fallzentrums Thun vom 17. Mai 2019 ist von sechs grösseren Rissquetschwunden 
am Kopf bzw. im Gesicht sowie weiteren kleineren und oberflächlicheren Wunden 
die Rede (pag. 37). Gemäss Arztbericht von Dr. med. P.________ vom 21. Juni 
2019 mussten beim Straf- und Zivilkläger zehn Wunden genäht werden (pag. 35). 
An der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme gab der Straf- und Zivilkläger ferner 
zu Protokoll, er habe während eines halben Jahres seitlich immer Blitze gesehen 
und bei der Hornhaut sei etwas «wie ausgestanzt». Dort sehe er wie eine Schlinge 
bzw. einen dünnen Faden, dies werde ein Leben lang bleiben (pag. 108 Z. 48 ff.; 
vgl. auch pag. 438 Z. 4 ff.). 

Auch über den Beschuldigten wurde am 17. Mai 2019 um 13:00 Uhr ein rechtsme-
dizinisches Gutachten erstellt. Anlässlich der Untersuchung konnten dabei unter 
anderem zwei Hautabschürfungen am rechten Unterarm festgestellt werden, die 
auf stumpfe Gewalteinwirkung hindeuten könnten (pag. 98). 

Wie unter E. 8.3.1 hiervor bereits ausgeführt, gab der Straf- und Zivilkläger im 
Rahmen der polizeilichen Einvernahme zu Protokoll, rund 30 Schläge erhalten zu 
haben. Diese subjektive Schätzung des Straf- und Zivilklägers mag bei objektiver 
Betrachtung allenfalls etwas zu hoch ausgefallen sein. Fakt ist jedoch, dass das 
Spurenbild auf eine beachtliche Anzahl an Schlägen und Tritten hinweist, die der 
Straf- und Zivilkläger an diesem Abend einstecken musste, was seine subjektive 
Schätzung als verständlich erscheinen lässt. Die an den Unterarmen des Straf- und 
Zivilklägers festgestellten Verletzungen deuten darauf hin, dass dieser sich gegen 

24

die Schläge zu schützen versuchte. Die Wunde über dem linken Auge erweist sich 
zudem als gross und tief (pag. 62), was für einen beachtlichen Kraftaufwand beim 
Zuschlagen spricht. Ein solcher Kraftaufwand ist dem Beschuldigten ohne Weiteres 
zuzutrauen, ist er doch sportlich und durchtrainiert (pag. 68 ff.). Insgesamt kann 
festgehalten werden, dass die vom Institut für Rechtsmedizin (IRM) am Straf- und 
Zivilkläger festgestellten Befunde im Einklang mit dessen Aussagen stehen. Im Üb-
rigen erachtet es auch das Gutachten als möglich, dass die Verletzungen durch 
Schläge mit einem Gegenstand wie einer Pistole zugefügt wurden (pag. 87). 

8.3.11 Zum Ladezustand der Waffe im Besonderen

Zum Ladezustand der Waffe hielt die Vorinstanz fest was folgt (pag. 539 f., S. 23 f. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):
Der Privatkläger beschreibt bildhaft die Waffe. Es sei eine Glock mit ihrer bekannten viereckigen Form 
gewesen. Das Magazin sei eingesetzt gewesen (pag. 105, Z.135). Auf Nachfrage des Gerichts insis-
tierte der Privatkläger, dass er dies gesehen habe, sonst sei unten in der Waffe ja «ein Loch» drinnen 
gewesen (pag. 437, Z. 33). [...]

Der Privatkläger macht differenzierte Aussagen und belastet den Beschuldigten nicht übermässig. So 
sagte er aus, dass der Beschuldigte den Finger am Abzug gehabt habe. Er wisse aber nicht, ob die 
Waffe geladen gewesen sei (pag. 105, Z. 135).

[...]

Gemäss den Aussagen des Privatklägers hatte der Beschuldigte den Finger am Abzug. Zudem sei 
ein Magazin eingesetzt und die Waffe entsichert gewesen. Es bleibt jedoch unklar, ob die Waffe 
tatsächlich geladen oder zumindest unterladen war, d.h. sich eine Patrone im Lauf oder zumindest im 
Magazin befand. An der Hauptverhandlung hat der Privatkläger zu Protokoll gegeben, dass der Be-
schuldigte sich bei ihm mal nach Munition erkundigt habe. Die Erkundigung des Beschuldigten lässt 
das Gericht vermuten, dass der Beschuldigte damals wie auch zum Tatzeitpunkt über keine Munition 
verfügte. Es bestehen damit begründete Zweifel, dass die Waffe tatsächlich geladen war. Nach der 
Entscheidregel in dubio pro reo geht das Gericht von dem für den Beschuldigten günstigeren Sach-
verhalt, namentlich dem Mitführen einer ungeladenen Waffe, aus. Die angeklagte Qualifikation entfällt. 

Da die Kammer an das Verschlechterungsverbot gebunden ist (vgl. E. I.6 hiervor), 
erübrigen sich weitergehende Ausführungen zum Zustand der Waffe und es kann 
vollumfänglich auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden.

8.4 Beweisergebnis

Nach dem Gesagten bestehen für die Kammer keine Zweifel, dass es sich beim 
Haupttäter des Vorfalls vom 16. Mai 2019 um den Beschuldigten handelt. Gestützt 
auf die authentischen, detailreichen und insgesamt glaubhaften Aussagen des 
Straf- und Zivilklägers erachtet die Kammer den folgenden Sachverhalt als erstellt:

Am 16. Mai 2019 um ca. 23:22 Uhr suchte der Beschuldigte maskiert und in Beglei-
tung von zwei unbekannten, ebenfalls maskierten Personen den Straf- und Zivilklä-
ger in seinem Domizil in E.________ auf und schlug diesen mit einer Handfeuer-
waffe zusammen und bestahl ihn. Konkret schrieb der Beschuldigte am 16. Mai 
2019 um 22:47 Uhr der Nachbarin des Straf- und Zivilklägers eine WhatsApp-
Nachricht mit dem Inhalt «Du wunden i de nid wenn när obe hurti bollet! Er het ges-
ter versuecht F.________ (Hund) zschutte am bhf (...) I tue mi nur hurti revanchie-

25

re». Wenig später klopfte er in Begleitung der beiden unbekannten Personen an 
der Wohnungstür des Straf- und Zivilklägers, wobei alle drei vermummt waren. 
Nachdem der Straf- und Zivilkläger die Tür geöffnet hatte, wurde die Türe gegen 
innen in Richtung des Straf- und Zivilklägers aufgeschlagen. Die beiden unbekann-
ten Personen hielten den Straf- und Zivilkläger im Eingangsbereich zunächst seit-
lich fest. Unter Drohung mit der Handfeuerwaffe verlangte der Beschuldigte vom 
Straf- und Zivilkläger Betäubungsmittel und Geld. Als der Straf- und Zivilkläger dies 
verweigerte, drohte der Beschuldigte damit, ihn zu erschiessen und sprang auf ihn. 
Dabei fiel der Straf- und Zivilkläger zu Boden und schlug den Kopf an der Wand an. 
Als der Straf- und Zivilkläger am Boden lag, setzte sich der Beschuldigte auf den 
Straf- und Zivilkläger und begann mit der Handfeuerwaffe auf dessen Kopf einzu-
schlagen. Der Straf- und Zivilkläger versuchte erfolglos, sich dagegen zu stemmen, 
worauf er sich bewusstlos stellte und der Beschuldigte von ihm abliess. Anschlies-
send wurde der Straf- und Zivilkläger ins Wohnzimmer gezerrt, wo er erneut unter 
Drohung mit der Handfeuerwaffe zur Herausgabe von Geld und Betäubungsmitteln 
gezwungen wurde. Der Beschuldigte drohte ihm nochmals damit, ihn zu erschies-
sen, wenn er ihm die verlangten Sachen nicht herausgebe. In der Zwischenzeit 
wurde eine der unbekannten Personen beim Durchsuchen der Wohnung fündig. 
Mit einem Sack in der Hand verliessen der Beschuldigte und die beiden unbekann-
ten Personen daraufhin die Wohnung. Dabei entwendeten sie vom Straf- und Zivil-
kläger ca. 60 Gramm Haschisch, ein paar kleine Blüten Gras, ein Leatherman 
Sackmesser im Wert von ca. CHF 120.00, Edelsteine im Wert von ca. CHF 300.00, 
rund CHF 150.00 Bargeld und einen Laptop der Marke Dell, Latidude. 

Aufgrund des Übergriffs erlitt der Straf- und Zivilkläger eine Platzwunde am Kopf 
und einen Schwartenriss von der oberen Seite der Stirn zur Nasenwurzel und bis 
zum linken Auge. Beim linken Auge löste sich durch die Schläge zudem die Netz-
haut, welche augenärztlich behandelt werden musste. Die Ablösung kann inskünf-
tig immer wieder auftreten.

Der Beschuldigte war sich bewusst, dass er mit der Waffe, der Maskierung und mit 
zwei weiteren Personen als Verstärkung eine gegenwärtige Gefahr für den Straf- 
und Zivilkläger darstellt. Er wollte diese Bedrohungslage bewusst erreichen, um 
sich beim Straf- und Zivilkläger für seinen Hund zu rächen sowie Bargeld und 
Betäubungsmittel des Straf- und Zivilklägers anzueignen. Der Beschuldigte und die 
beiden unbekannten Personen betraten und verweilten in der Wohnung des Straf- 
und Zivilklägers gegen dessen Willen. Der Beschuldigte wusste, dass er durch die 
massiven Schläge mit der Handfeuerwaffe den Straf- und Zivilkläger verletzt und 
derartige Schläge gegen den Kopf eine schwere Schädigung herbeiführen können.

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III. Rechtliche Würdigung

9. Raub

9.1 Art. 140 StGB

Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung gegenwärtiger Gefahr für 
Leib oder Leben oder nachdem er den Betroffenen zum Widerstand unfähig ge-
macht hat, einen Diebstahl begeht, wird bestraft (Art. 140 Ziff. 1 Abs. 1 StGB).

Geschützte Rechtsgüter des Tatbestands des Raubes sind das Vermögen sowie 
die persönliche Freiheit, denn aus der Perspektive der Delikte gegen die Freiheit 
stellt Raub eine strafbare Nötigung mit dem Ziel eines Eingriffs in die Freiheit eines 
anderen zum Zwecke eines Diebstahls dar. Der objektive Tatbestand des eigentli-
chen, schlichten Raubes ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Diebstahl begangen 
wird, nachdem zu diesem Zweck eine Nötigungshandlung begangen wurde, welche 
die Duldung dieses Diebstahles bezweckt (NIGGLI/RIEDO, in: Basler Kommentar 
Strafgesetzbuch II, 4. Aufl. 2019, N 15 zu Art. 140). Die Nötigungshandlung besteht 
entweder in der Gewalt gegen eine Person, in der Androhung gegenwärtiger Ge-
fahr für Leib und Leben oder im Bewirken der Widerstandsunfähigkeit. Die Drohung 
kann auch nur konkludent angedeutet werden und muss grundsätzlich geeignet 
sein, das Opfer widerstandsunfähig zu machen. Die angedrohte Beeinträchtigung 
der körperlichen Integrität muss entsprechend eine erhebliche sein, wobei der 
Täter die Drohung nicht ausführen wollen muss; es reicht aus, wenn sie ernst ge-
meint erscheint. Die angedrohte Gefahr muss gegenwärtig sein, d.h. ihre sofortige 
Verwirklichung muss in Aussicht gestellt werden (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N 29 ff. zu 
Art. 140).

In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich. Der Vorsatz muss sich dabei auf die 
Ausübung der Nötigungshandlung (Gewalt, Drohung, Bewirken der Widerstandsun-
fähigkeit) gegenüber dem Opfer zum Zwecke der Begehung eines Diebstahles be-
ziehen. Zusätzlich müssen auch die Aneignungsabsicht sowie die Absicht un-
rechtmässiger Bereicherung vorliegen (NIGGLI/RIEDO, a.a.O., N 44 f. zu. Art. 140).

9.2 Subsumtion

Die Vorinstanz erwog in rechtlicher Hinsicht Folgendes (pag. 551 f., S. 35 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung):
Gemäss erstelltem Sachverhalt hat der Beschuldigte den Privatkläger wiederholt mit einer Waffe ge-
schlagen und gedroht, dass er ihn töten werde, wenn er ihm nicht sage, wo das Geld und die Betäu-
bungsmittel seien. Währenddessen haben seine zwei Begleiter die Wohnung durchsucht, bis einer im 
Schlafzimmer fündig wurde und sich dessen [Anm. Kammer: ca. 60 Gramm Haschisch, ein paar klei-
ne Blüten Gras, ein Leatherman Sackmesser (Wert ca. CHF 120.00), Edelsteine (Wert ca. 
CHF 300.00), ca. CHF 150.00 Bargeld und ein Laptop (Dell, Latidude)] aneignete. Der Beschuldigte 
und seine beiden Begleiter verliessen anschliessend mit der Beute die Wohnung.

Das Vorgehen des Beschuldigten und seiner beiden Begleiter zeigt eine klassische Aufgabenteilung. 
Der Beschuldigte hielt den Privatkläger mittels Gewalt und Androhung gegenwärtiger Gefahr für Leib 
und Leben in Schach. Dieser Umstand ermöglichte den beiden Begleitern, Bargeld und die weiteren 
persönlichen Gegenstände des Privatklägers anzueignen. Der Beschuldigte leistete damit einen  

27

massgebenden, kausalen Tatbeitrag, ohne dessen der Raubüberfall so nicht stattgefunden hätte. Die 
Handlungen der beiden Begleiter sind folglich auch dem Beschuldigten anzurechnen und umgekehrt.

In Hinblick auf [recte: Betreffend] die entwendeten Betäubungsmittel ist anzumerken, dass Betäu-
bungsmittel nicht unter dem Schutz des Vermögensstrafrechts stehen, soweit keine Bewilligung nach 
Art. 4 ff. BetmG vorliegt (vgl. dazu BGE 122 IV 179 E 3).

Aus dem Umstand, dass der Beschuldigte und seine beiden Begleiter allesamt maskiert und der Be-
schuldigte zusätzlich bewaffnet war und eine klare Aufgabenteilung bestand, ist zu schliessen, dass 
sie einen zumindest ungefähren Tatplan hatten. Mit der Umsetzung des Tatplans haben der Beschul-
digte und seine Begleiter gezeigt, dass sie wussten, was sie taten und dies auch wollten. Der Be-
schuldigte handelte damit direktvorsätzlich. Auf der subjektiven Ebene wird weiter die Absicht der un-
rechtmässigen Bereicherung und Aneignungsabsicht vorausgesetzt. Für den Beschuldigten stand die 
Rache für seine Hunde im Zentrum. Indem der Beschuldigte nach dem Geld und den Betäubungsmit-
teln fragte, handelte er jedoch auch mit einer Eventualabsicht betreffend die Aneignung und die un-
rechtmässige Bereicherung.

Diesen Erwägungen schliesst sich die Kammer mit den nachfolgenden Ergänzun-
gen und Präzisierungen an. 

Gemäss Beweisergebnis begab sich der Beschuldigte mit zwei weiteren, unbe-
kannten Personen in die Wohnung des Straf- und Zivilklägers, um ihn nicht nur zu-
sammenzuschlagen, sondern auch auszurauben. Der Beschuldigte forderte den 
Straf- und Zivilkläger denn auch sogleich unter Waffengewalt auf, sämtliches Geld 
und Betäubungsmittel herauszurücken. Als die beiden unbekannten Personen an-
schliessend die Wohnung nach Wertgegenständen durchsuchten, hielt der Be-
schuldigte den Straf- und Zivilkläger weiter unter Waffengewalt in Schach. Ein sol-
ches Vorgehen stellt einen klassischen, in Mittäterschaft begangenen Raub dar.

Zu einer anderen Überzeugung als die Vorinstanz gelangt die Kammer betreffend 
die von der Vorinstanz genannte «Eventualabsicht». Die Absicht des Beschuldig-
ten, den Straf- und Zivilkläger wegen des angeblichen Vorfalls mit dem Hund zu-
sammenzuschlagen, schliesst nicht die Absicht aus, diesen gleichzeitig auszurau-
ben. Selbst wenn der Raub nur als Tarnung der primären Absicht gedient haben 
sollte, ist festzuhalten, dass der Beschuldigte und die beiden Mittäter den Straf- 
und Zivilkläger am 16. Mai 2019 mit direktem Vorsatz und direkter Absicht ausraub-
ten. Dies zeigt sich bereits daran, dass die beiden Mitttäter die Wohnung auf An-
weisung des Beschuldigten auf eigene Faust durchsuchten, nachdem der Straf- 
und Zivilkläger nichts hatte herausrücken wollen. Alle drei hatten damit den direk-
ten Willen und die direkte Absicht, den Straf- und Zivilkläger unter Waffengewalt 
auszurauben, was sie letztlich auch taten.

Die Vorinstanz verneinte eine Qualifikation nach Art. 140 Ziff. 1 Abs. 2 StGB (Mit-
führen einer Schusswaffe oder einer anderen gefährlichen Waffe) mit der Begrün-
dung, es habe sich in beweismässiger Hinsicht nicht erstellen lassen, ob die Waffe 
tatsächlich geladen oder zumindest unterladen gewesen sei. Zu Gunsten des Be-
schuldigten ging sie deshalb von einer ungeladenen Waffe aus (pag. 551, S. 35 der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Zufolge des Verschlechterungsverbots, unter 
welches auch eine härtere rechtliche Qualifikation fällt (vgl. Urteil des Bundesge-

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richts 7B_147/2023 vom 10. Juli 2023 E. 2.3), erübrigen sich weitergehende Aus-
führungen zur Frage der Qualifikation.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe liegen keine vor. 

Der Beschuldigte ist des Raubes schuldig zu erklären, gemeinsam begangen mit 
zwei unbekannten Personen am 16. Mai 2019 z.N. des Straf- und Zivilklägers. 

10. Versuchte schwere Körperverletzung

10.1 Art. 122 i.V.m. Art. 22 StGB

Für die rechtlichen Grundlagen zum Tatbestand der schweren Körperverletzung 
sowie zum Versuch kann integral auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 
werden (pag. 553 f., S. 37 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):
Gemäss Art. 122 Abs. 2 und 3 StGB macht sich der schweren Körperverletzung schuldig, wer vor-
sätzlich den Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein wichtiges 
Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend arbeitsunfähig, gebrechlich oder 
geisteskrank macht, das Gesicht eines Menschen arg und bleibend entstellt, wer vorsätzlich eine an-
dere schwere Schädigung des Körpers oder der körperlichen oder geistigen Gesundheit eines Men-
schen verursacht,

Subjektiv ist Vorsatz gefordert, wobei Eventualvorsatz genügt. Der Vorsatz muss sich auf die schwere 
Schädigung selbst beziehen. Gefordert ist indessen nicht, dass sich der Täter gerade die tatsächlich 
eingetretene Folge vorgestellt hat. Die Abgrenzung des Willensinhaltes gegenüber einem blossen 
Vorsatz auf einfache Körperverletzung einerseits oder gegenüber einem dolus eventualis auf Tötung 
des Opfers andererseits kann schwierig sein. Wie bei der einfachen Körperverletzung müssen des-
halb nicht selten vom Tatvorgehen aus Rückschlüsse auf den Willensinhalt des Täters gezogen wer-
den (ROTH/BERKENMEIER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 25 zu Art. 122 StGB).

Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens oder Ver-
gehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder der zur Vollendung der Tat 
gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht eintreten kann (Art. 22 Abs. 1 StGB). Beim Versuch 
erfüllt der Täter sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale und manifestiert seine Tatentschlossen-
heit, ohne dass alle objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (Urteil des Bundesgerichts 
6B_45/2013 vom 18. Juli 2013, E. 1.3.4 mit Hinweisen).

Beispielsweise sind Stiche mit einem Fleischmesser und einer Tranchiergabel gegen Bauch, Schulter, 
Gesäss, Rücken und Herzgegend, wenn das Opfer überlebt, als versuchte schwere Körperverletzung 
zu werten. Sie können zu lebensgefährlichen Verletzungen führen (ROTH/BERKENMEIER, a.a.O., N. 8 
zu Art. 122 StGB mit Hinweisen).

Wie beim vollendeten Delikt genügt auch beim Versuch der Eventualvorsatz (NIGGLI/MAEDER, in: Bas-
ler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 2 zu Art. 22 StGB), Gemäss Art. 12 Abs. 2 StGB begeht 
ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt, wobei bereits vorsätzlich 
handelt, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt. Für den Nachweis des 
Vorsatzes darf der Richter vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter 
die Verwirklichung der Gefahr als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge 
hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden kann. Zu den 
äusseren Umständen, aus denen dieser Schluss gezogen werden kann, gehört auch die Grösse des 
dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtver-
letzung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die 

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Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die tatsächliche Schlussfolgerung, der Täter habe 
die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (Urteil des Bundesgerichts 6S.114/2005 E. 4 vom 
28. März 2006, mit Hinweisen).

10.2 Subsumtion

Die Vorinstanz erwog in rechtlicher Hinsicht Folgendes (pag. 554 f., S. 38 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung):
Vorliegend wurde der Privatkläger durch die Schläge mit der Handfeuerwaffe im Gesicht und am Kopf 
verletzt. Die Verletzungen konnten im Spital behandelt werden. Bleibende Schäden oder eine arge 
Entstellung des Gesichts sind nicht eingetreten. Damit fehlt der erforderliche Erfolgseintritt nach 
Art. 122 StGB. Der Tatbestand sieht einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zehn Jahren vor. Es 
handelt sich somit um einen Verbrechenstatbestand nach Art. 10 Abs. 2 StGB, dessen versuchte Be-
gehung strafbar ist.

[...]

Der Beschuldigte hat wiederholt mit der Schusswaffe auf den Kopf des Privatklägers eingeschlagen. 
Der Beschuldigte sass dabei auf dem Rücken des Privatklägers. Der Privatkläger versuchte sich zu-
erst noch zu winden. Die wiederholten Schläge des Beschuldigten erfolgten in seiner blinden Wut un-
koordiniert, ungezielt und von seinen Rachegefühlen geleitet. Der Beschuldigte zielte dabei auf den 
Kopf des Beschuldigten und damit auf eine sensible Körperzone. Der Beschuldigte setzte als Tatmittel 
eine Handfeuerwaffe ein, womit seine Schläge ein noch grösseres Schadenspotential erreichten. An-
gesichts des dynamischen Geschehens auf dem Boden, der wiederholten und ungezielten Schläge 
auf einen sensiblen Bereich wie den Kopf und des Einsatzes einer Handfeuerwaffe als Schlagwaffe 
musste der Beschuldigte wissen, dass er eine schwere Schädigung oder eine arge Entstellung des 
Gesichts verursachen könnte. Zumindest musste er aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit von 
schweren Verletzungen mit dieser Konsequenz rechnen. Das Gutachten erwähnt sodann auch, dass 
bei Schlägen gegen den Kopf mit einem Gegenstand wie einer Handfeuerwaffe es durchaus zu 
schweren Verletzungen wie Knochenbrüche und/oder Blutungen im Schädelinnern kommen könne. 
Durch das wiederholte und ungezielte Schlagen zeigte der Beschuldigte, dass er den Erfolg einer 
schweren Körperverletzung in Kauf genommen hatte. Insgesamt ist der Tatenschluss damit erstellt.

Durch das Schlagen hat der Beschuldigte zudem den point of no return zweifelsfrei überschritten. Es 
ist dem Zufall zu verdanken, dass der Privatkläger von den zahlreichen Schlägen auf den Kopf keine 
gravierenden Verletzungsfolgen erlitt.

Diesen zutreffenden Erwägungen schliesst sich die Kammer vollumfänglich an. Er-
gänzend ist festzuhalten, dass an den Augen des Straf- und Zivilklägers nebst der 
Netzhautablösung, welche jederzeit wieder auftreten kann, auch noch weitere, 
schwerwiegendere Verletzungen hätten eintreten können. Die Verletzungen doku-
mentieren eine massive Gewaltanwendung gegen den Kopf des Straf- und Zivilklä-
gers. Aufgrund der damaligen Gemütslage des Beschuldigten (Wut, Rachege-
fühle), des dynamischen Geschehens und der Abwehrreaktionen/-bewegungen des 
Straf- und Zivilklägers kann auch nicht von gezielten Schlägen gegen einen be-
stimmten Teil des Kopfes gesprochen werden. Vielmehr schlug der Beschuldigte 
angetrieben von Wut und Rachegefühlen wiederholt mit der mitgebrachten Hand-
feuerwaffe heftig gegen den Kopf des Straf- und Zivilklägers. Dass dadurch schwe-
re Verletzungen am Kopf hervorgerufen werden können, bedarf keiner weiteren 
Ausführungen und war zweifellos auch dem Beschuldigten bewusst. Indem er 

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trotzdem wiederholt mit der Handfeuerwaffe und mit voller Wucht auf den Kopf des 
Straf- und Zivilklägers einschlug, nahm er eine schwere Verletzung des Straf- und 
Zivilklägers billigend in Kauf.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich.

Der Beschuldigte ist der versuchten schweren Körperverletzung schuldig zu spre-
chen, gemeinsam begangen mit zwei unbekannten Personen am 16. Mai 2019 z.N. 
des Straf- und Zivilklägers.

11. Hausfriedensbruch

11.1 Art. 186 StGB

Gemäss Art. 186 StGB macht sich strafbar, wer gegen den Willen des Berechtigten 
in ein Haus, in eine Wohnung, in einen abgeschlossenen Raum eines Hauses oder 
in einen unmittelbar zu einem Haus gehörenden umfriedeten Platz, Hof oder Gar-
ten oder in einen Werkplatz unrechtmässig eindringt oder, trotz der Aufforderung 
eines Berechtigten, sich zu entfernen, darin verweilt. Erforderlich ist Vorsatz bzw. 
Eventualvorsatz. Die Täterschaft muss den Willen haben, das Hausrecht ihres Op-
fers zu verletzen, und sie muss sich bewusst sein, dass ihr Verhalten diese Wir-
kung hervorruft und dies zumindest in Kauf nehmen. Sie muss zudem um die Un-
rechtmässigkeit ihres Eindringens bzw. Verbleibens wissen und dies auch wollen 
oder zumindest in Kauf nehmen. Strafverfolgung und Bestrafung setzen einen gül-
tigen Strafantrag voraus (vgl. zum Ganzen DELNON/RÜDY, in: Basler Kommentar 
Strafgesetzbuch II, 4. Aufl. 2019, N 11 ff. zu Art. 186).

11.2 Subsumtion

Für die Subsumtion kann auch hier integral auf die zutreffenden Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 555 f., S. 39 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung):
Der Beschuldigte betrat am 16. Mai 2019 die Wohnung des Privatklägers mit dem Zweck, sich beim 
Privatkläger zu rächen und ihn zu berauben. Zu diesem Zweck stiessen der Beschuldigte und seine 
Begleiter die Tür auf und zerrten den Privatkläger ins Wohnzimmer. Im Wohnzimmer hielt der Be-
schuldigte den Privatkläger mit einer Handfeuerwaffe in Schach, während seine beiden Begleiter die 
Wohnung nach dem Geld und den Betäubungsmitteln durchsuchten. Der Beschuldigte setzte sich 
über den konkludenten Willen des Privatklägers hinweg, die Wohnung nicht zu betreten bzw. zu ver-
lassen und nötigte ihn aktiv, seine Anwesenheit zu dulden. 

Der Beschuldigte wusste, dass es sich um die Wohnung des Privatklägers handelte. Er musste sich 
bewusst sein, dass er durch sein gewalttätiges Verhalten den Privatkläger nötigte, Einlass in seine 
Wohnung zu gewähren und den Aufenthalt darin zu dulden. Das wenn auch eher kurze Betreten der 
Wohnung stellt einen notwendigen Nebenerfolg des Raubüberfalls dar, welcher der Beschuldigte woll-
te. Er handelte folglich mit direkten Vorsatz zweiten Grades und insgesamt tatbestandsmässig.

Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich. 

Der Strafantrag wurde am 20. Mai 2019 gültig durch den Straf- und Zivilkläger ge-
stellt (pag. 16 f.).

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Der Beschuldigte ist des Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären, gemeinsam be-
gangen mit zwei unbekannten Personen am 16. Mai 2019 z.N. des Straf- und Zivil-
klägers.

12. Konkurrenzen

Zwischen den drei Schuldsprüchen wegen Raubes, versuchter schwerer Körper-
verletzung sowie Hausfriedensbruchs besteht echte Konkurrenz. Der Beschuldigte 
ist demzufolge für alle drei Delikte schuldig zu sprechen.

IV. Strafzumessung

13. Grundsätze der Strafzumessung

Für die allgemeinen Grundsätze der Strafzumessung kann auf die Ausführungen in 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung verwiesen werden (pag. 557 f., S. 41 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

14. Anwendbares Recht

Der Beschuldigte beging die Taten am 16. Mai 2019 und damit nach Inkrafttreten 
der revidierten Bestimmungen des allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches.

Die Strafandrohungen bei den Tatbeständen des einfachen Raubes und des Haus-
friedensbruchs sind im Rahmen der per 1. Juli 2023 in Kraft getretenen Harmoni-
sierung der Strafrahmen unverändert geblieben. Der Strafrahmen beim Tatbestand 
der schweren Körperverletzung wurde hingegen insoweit angepasst, als neu nur 
noch eine Freiheitstrafe von einem Jahr bis zu 10 Jahren verhängt werden kann. 
Eine Freiheitsstrafe ab sechs Monaten, wie es das im Tatzeitpunkt geltende Recht 
noch vorsah, ist nicht mehr möglich. Das neue Recht ist damit nicht milder, sondern 
schärfer, weshalb im Folgenden integral das im Tatzeitpunkt geltende Recht anzu-
wenden ist.

15. Strafrahmen

Der Beschuldigte hat sich des Raubes, der versuchten schweren Körperverletzung 
sowie des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht, wofür je eine entsprechende 
Strafe festzusetzen ist. 

Raub wird gemäss Art. 140 Ziff. 1 StGB mit Freiheitsstrafe von sechs Mon