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**Case Identifier:** bf7d6a89-f908-5840-8f3e-11763a3490ec
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-01-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.01.2014 IV 2012/309
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-309_2014-01-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/309

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 02.06.2020

Entscheiddatum: 29.01.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 29.01.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung MEDAS-Gutachten. Befristete 
ganze Rente aufgrund somatisch bedingter Gesundheitsbeeinträchtigung. 
Erheblichkeit und invalidisierende Wirkung einer danach aufgetretenen 
leichten bis mittelschweren Depression bejaht. Prozentvergleich. Der von 
der Beschwerdegegnerin anerkannte 20%ige Abzug für funktionelle 
Einarmigkeit ist den Umständen angemessen. Anspruch auf Viertelsrente 
infolge depressiven Leidens.(Entscheid des Versicherungsgericht des 
Kantons St. Gallen vom 29. Januar 2014, IV 2012/309). Bestätigt durch Urteil 
des Bundesgerichts 8C_148/2014.

Entscheid Versicherungsgericht, 29.01.2014

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und

Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Entscheid vom 29. Januar 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Robert Baumann, Waisenhausstrasse 17, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___, geboren 19__, verunfallte am 29. September 2006 mit dem Fahrrad und 

erlitt dabei ein schweres Decollement am rechten Oberarm mit Humerusschaft-

Querfraktur am Übergang vom mittleren zum distalen Drittel und offener 

Trümmerfraktur am Capitulum humeri rechts. Vom 29. September bis 27. November 

2006 war die Versicherte in der Klinik für Orthopädische Chirurgie des Kantonsspitals 

St. Gallen und anschliessend bis 20. Februar 2007 in der Klinik Valens hospitalisiert 

(Austrittsberichte vom 28. November 2006 und vom 28. Februar 2007, siehe act. 

G 4.2). Am 16. Januar 2008 meldete sich die Versicherte zum Bezug von IV-Leistungen 

(Massnahmen für die berufliche Eingliederung) an (act. G 4.1.1).

A.b  Als Frühinterventionsmassnahme in Form eines Ausbildungskurses erteilte die IV-

Stelle der Versicherten am 17. Februar 2009 Kostengutsprache für den Diplomlehrgang 

Ernährungsberatung während der Dauer vom 1. Februar 2008 bis 30. April 2009 im 

Betrag von Fr. 5'950.-- (act. G 4.1.85). Die Versicherte schloss diese Ausbildung 

erfolgreich ab und erlangte am 26. Mai 2009 das Diplom als Ernährungsberaterin SPA 

(act. G 4.1.89). Sie beabsichtigte die Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit 

als Ernährungsberaterin. Wegen Überforderung beim Ausbau der selbstständigen 

Arbeit suchte die Versicherte eine Anstellung in einer leidensangepassten Tätigkeit 

(siehe undatiertes Verlaufsprotokoll sowie Schlussbericht der beruflichen Eingliederung 

vom 15. April 2010, act. G 4.1.91 f.).

A.c  Im vom leistungspflichtigen Unfallversicherer eingeholten somatischen Gutachten 

der "AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene AG" vom 15. Januar 

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2010 diagnostizierten die Experten einen Status nach Überrolltrauma des linken Armes 

mit multiplen Frakturen des Humerus und Ellenbogen links und Decollement des linken 

Oberarms. Körperlich leichte Tätigkeiten, die weit überwiegend einarmig - hier mit dem 

dominanten rechten Arm - unter gelegentlicher Zudienfunktion bzw. kurzzeitigem 

Gegenhalt des nachhaltig geschädigten linken Arms, unter Vermeidung von 

Überkopfarbeiten ausgeführt werden könnten, seien vollumfänglich ganztags zumutbar 

(act. G 4.2).

A.d  Am 20. April 2010 schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (act. G 4.1.94).

A.e  Der behandelnde Dr. med. B.___, Allgemeinmedizin FMH, berichtete am 1. Juni 

2010 (Datum Posteingang IV-Stelle), seit dem 5. März 2007 sei bei leichtgradiger 

depressiver Episode eine ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung 

erfolgt, die am 25. Mai 2009 abgeschlossen worden sei. Für die angestammte Tätigkeit 

als Servicekraft im Gastronomiebereich bescheinigte Dr. B.___ seit 29. September 

2006 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Die Tätigkeit als Ernährungsberaterin 

entspreche einer leichten Arbeit und könne ganztags ausgeführt werden (act. G 4.1.96).

A.f   Am 2. September 2010 fand eine Abklärung im Haushalt der Versicherten statt. Die 

Abklärungsperson gelangte im Bericht vom 30. September 2010 zur Auffassung, die 

Versicherte wäre im Gesundheitsfall voll erwerbstätig gewesen (act. G 4.1.101).

A.g  Der RAD ging in der Stellungnahme vom 20. Oktober 2010 von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten aus (act. G 4.1.102). Nach 

durchgeführtem Vorbescheidverfahren (siehe Vorbescheid vom 15. November 2010, 

act. G 4.1.106; Einwand vom 23. Dezember 2010, act. G 4.1.107, und ergänzende 

Begründung vom 25. Januar 2011 samt Bericht der behandelnden Psychotherapeutin 

vom 11. Januar 2011, worin der Versicherten eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt wurde, act. G 4.1.109) verfügte die IV-Stelle am 25. Februar 2011 die 

Abweisung des Rentengesuchs (act. G 4.1.113). Sie widerrief diese Verfügung am 

6. Mai 2011 (act. G 4.1.130) und ordnete eine polydisziplinäre Begutachtung in der 

MEDAS Ostschweiz an (act. G 4.1.134). Am 8., 10. und 24. August 2011 wurde die 

Versicherte polydisziplinär (neurologisch, orthopädisch und psychiatrisch) untersucht. 

Die Experten stellten im Gutachten vom 23. Februar 2012 folgende Diagnosen mit 

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Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: leichte bis mittelgradige depressive 

Episode (ICD-10: F33.1/F33.01); eine schwere Überrollverletzung des linken Arms am 

29. September 2006 mit/bei vorzeitiger Ellbogenarthrose links mit eingeschränkter 

Beweglichkeit, Hautdeckung mit Thiersch-Lappentransplantat Mitte Oberarm bis 

Vorderarm, Narbenstrikturen, multiplen Operationen, verheilter Humerusfraktur links mit 

liegender Platte, traumatischer Radialisparese links, mit persistierendem sensiblem 

Residuum und traumatischer Ulnarisparese links ohne relevantes Residuum. Eine 

Fibromyalgie oder eine somatoforme Schmerzstörung liege nicht vor. In der bisherigen 

Tätigkeit als Serviceangestellte bestehe aufgrund der schweren 

Funktionseinschränkung des linken Arms eine volle Arbeitsunfähigkeit. In einer 

leidensangepassten Tätigkeit bestehe aus psychiatrischen Gründen (wegen einer 

leichten bis mittelgradigen depressiven Episode, die aber nicht nur als reaktiv durch 

den Unfall bedingt anzusehen sei, sondern auch durch die prämorbide Situation, d.h. 

durch die Gegebenheiten der Herkunftsfamilie und vermutlich auch aufgrund einer 

gewissen genetischen Disposition) eine leichte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 

25% (act. G 4.1.145). Der RAD bestätigte die gutachterlich bescheinigte 25%ige 

Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten (Stellungnahme vom 6. März 

2012, act. G 4.1.146).

A.h  Ausgehend von einer 75%igen Restarbeitsfähigkeit und unter Berücksichtigung 

eines 10%igen Tabellenlohnabzugs ermittelte die IV-Stelle einen 33%igen 

Invaliditätsgrad und stellte der Versicherten mit Vorbescheid vom 28. März 2012 in 

Aussicht, das Rentengesuch abzuweisen (act. G 4.1.149). Dagegen erhob die 

Versicherte am 21. Mai 2012 Einwand (act. G 4.1.150), den sie am 20. Juni 2012 

ergänzend begründen liess (act. G 4.1.152). Der RAD führte in einer Stellungnahme 

vom 26. Juli 2012 aus, es bestehe keine Veranlassung von der gutachterlichen 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit abzuweichen (act. G 4.1.153). Am 30. Juli 2012 

verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentengesuchs (act. G 4.1.154).

B.    

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 30. August 

2012. Die Beschwerdeführerin beantragt darin unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

deren Aufhebung. Ihr sei mit Wirkung ab wann rechtens, allerspätestens ab 

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1. September 2007 bis und mit zumindest 31. Januar 2010, eine ganze Invalidenrente 

und für die Zeit danach und bis auf weiteres eine halbe Rente, eventualiter zumindest 

eine Viertelsrente, zuzusprechen. (Sub-)Eventualiter sei die Streitsache an die 

Beschwerdegegnerin zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückzuweisen. Zur 

Begründung bringt sie im Wesentlichen vor, dass die Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten um mehr als 25%, mindestens um 45 bis 50% 

eingeschränkt sei. Es sei ihr ferner ein 25%iger Tabellenlohnabzug bei der Bestimmung 

des Invalideneinkommens zuzugestehen (act. G 1).

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 8. November 

2012 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, das MEDAS-

Gutachten sei beweiskräftig und die von der Beschwerdeführerin dagegen 

vorgebrachten Einwände unzutreffend. Indessen sei die vom psychiatrischen Gutachter 

diagnostizierte leichte bis mittelgradige depressive Episode nicht invalidisierend, 

weshalb bei der Bestimmung des Invalideneinkommens von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden müsse. Aufgrund der funktionellen Einarmigkeit 

erscheine ein Tabellenlohnabzug von 20% angemessen, weshalb ein nicht 

rentenbegründender Invaliditätsgrad von 20% resultiere (act. G 4).

B.c  In der Replik vom 9. Januar 2013 hält die Beschwerdeführerin unverändert an 

ihren Anträgen fest (act. G 8).

B.d  Die Beschwerdegegnerin hat auf eine Duplik verzichtet (act. G 10).

Erwägungen:

1.     

Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin umstritten und 

nachfolgend zu prüfen.

1.1   Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und am 1. Januar 

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2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft getreten. In materiellrechtlicher 

Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene 

Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids 

beziehungsweise im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen 

Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 

E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 30. Juli 2012 ergangen 

(act. G 4.1.154), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist (das die Arbeitsfähigkeit 

beeinträchtigende Unfallereignis fand am 29. September 2006 statt, act. G 4.2), der vor 

dem Inkrafttreten der revidierten Bestimmungen der 5. IV-Revision begonnen hat. 

Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für die Zeit 

bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab 1. Januar 

2008 auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-Revision: BGE 

130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) bzw. auf die 

ab 1. Januar 2012 geltenden Normen der IV-Revision 6a. Hinsichtlich des 

frühestmöglichen allfälligen Rentenbeginns ist zu beachten, dass der somatische 

Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bereits 2006 eingetreten 

ist und die Wartezeit gemäss aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 31. Dezember 2007 

gültigen Fassung) noch vor 1. Januar 2008 endet. Das erst am 16. Januar 2008 

angemeldete Leistungsbegehren steht deshalb der Anwendung der vor dem 1. Januar 

2008 gültigen Rechtslage betreffend Rentenbeginn und Nachzahlung (aArt. 29 Abs. 1 

lit. b und aArt. aArt. 48 Abs. 2 IVG) nicht entgegen (BGE 138 V 475; Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. Juli 2013, 9C_693/2012, E. 3 f.). Nachfolgend werden die seit 

1. Januar 2012 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG wiedergegeben, soweit 

nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen verwiesen wird.

1.2   Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3   Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit 

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ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.4   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen 

Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das 

Sozialversicherungsgericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen).

2.     

Zunächst ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt ist. 

Die Beschwerdegegnerin stellte in der angefochtenen Verfügung (act. G 4.1.154) in 

medizinischer Hinsicht auf das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 23. Februar 

2012 ab, worin der Beschwerdeführerin eine 75%ige Restarbeitsfähigkeit bescheinigt 

wurde (act. G 4.1.145). Die Beschwerdeführerin erhebt gegen diese medizinische Be­

urteilung mehrere Einwände (act. G 1 und G 8).

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2.1   Die Beschwerdeführerin rügt, entgegen der gutachterlichen Auffassung sei die 

Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auch wegen der körperlichen Leiden 

beeinträchtigt (act. G 1, S. 6). Es bestünden erhebliche Dauerschmerzen (act. G 1, S. 7) 

und es sei gutachterlich von funktioneller Einarmigkeit die Rede (act. G 1, S. 8 f., und 

G 8, S. 3).

2.1.1         Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort zutreffend ausführt 

(act. G 4, Rz 3.2), sind die Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht geeignet, Zweifel 

an der neurologisch-orthopädischen Beurteilung zu wecken, da laut dem neurologisch-

orthopädischen Abklärungsergebnis insbesondere die vorbestehenden Paresen nicht 

mehr festzustellen waren und auch eine erhebliche Verbesserung von 

Nervenfunktionen erkennbar gewesen ist (act. G 4.1.145-26). Hinzu kommt die 

Feststellung des orthopädischen Teilgutachters, die linke Hand könne "gut als 

Hilfshand" eingesetzt werden (act. G 4.1.145-40). Damit geht einher, dass die 

Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben in der Lage ist, täglich die Mahlzeiten für 

den vierköpfigen Haushalt zuzubereiten, das Geschirr abzuwaschen, kleine 

Küchenreinigungstätigkeiten vorzunehmen (act. G 4.1.95-5) und die Wäsche 

zusammenzulegen (act. G 4.1.95-7). Schliesslich darf auch nicht ausser Acht gelassen 

werden, dass die Überrollverletzung die nicht dominante

linke Hand betrifft (act. G 4.1.145-40).

2.1.2         Zugunsten der gutachterlichen Beurteilung der körperlichen Leiden spricht 

weiter, dass sie auf umfassenden Untersuchungen beruht, in Kenntnis und Würdigung 

der Aktenlage sowie der Beschwerdeschilderungen erfolgte (act. G 4.1.145-26 f.) und 

sich mit der Einschätzung des AEH (Gutachten vom 15. Januar 2010, act. G 4.2) und 

des behandelnden Dr. B.___ (Bericht vom 25. Februar 2008, act. G 4.2) deckt, die je 

eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten bescheinigten (act. 

G 4.2).

2.2   Die psychischen Leiden führen nach der Auffassung der Beschwerdeführerin des 

Weiteren zu einer Arbeitsunfähigkeit von über 25%. Die Formulierung "depressives 

Zustandsbild schwankenden Ausmasses" deute bereits auf eine höhere Einschränkung 

hin (act. G 1, S. 6, und G 8, S. 4).

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2.2.1         Zunächst ist in diesem Zusammenhang auf den von Dr. med. C.___, FMH 

Psychiatrie/Psychotherapie, mitunterzeichneten Bericht der behandelnden 

Psychotherapeutin vom 11. Januar 2011 hinzuweisen, worin der Beschwerdeführerin 

sowohl in den Zeitpunkten des Behandlungsbeginns (November 2010) als auch der 

Berichterstellung eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychiatrischer Sicht bescheinigt 

wurde (act. G 4.1.109-10), was der Beurteilung des psychiatrischen Gutachters 

entspricht.

2.2.2         Die von der Beschwerdeführerin ins Feld geführte Formulierung "depressives 

Zustandsbild schwankenden Ausmasses" ist nicht geeignet, die auf einer umfassenden 

persönlichen Untersuchung beruhende gutachterliche Beurteilung der psychisch 

bedingten Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in Zweifel zu ziehen. Vielmehr kann 

ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass der Gutachter der von ihm 

beschriebenen Schwankung bei der Beurteilung Rechnung getragen hat. Des Weiteren 

ist bei der Würdigung des psychiatrischen Teilgutachtens zu berücksichtigen, dass 

eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei 

erfolgen kann. Sie eröffnet der begutachtenden psychiatrischen Fachperson daher 

praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 

medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, 

sofern der Experte wie vorliegend lege artis vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 

vom 5. März 2009, 8C_694/2008, E. 5.1.1). Daran vermag die anderslautende 

Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin für sich allein nichts zu ändern.

2.3   Einen Mangel am Gutachten erblickt die Beschwerdeführerin ferner im Umstand, 

dass Wechselwirkungen zwischen körperlichen und psychischen Leiden nicht 

berücksichtigt worden seien (act. G 1, S. 6, und S. 9 f.). Die Gutachter nahmen eine 

ausführliche interdisziplinäre Gesamtbeurteilung der gesundheitlichen Leiden vor. 

Dabei wurden sämtliche Aspekte berücksichtigt (act. G 4.1.145-26 ff.) und das 

Gesamtgutachten wurde von sämtlichen Experten mitunterzeichnet. Im Licht dieser 

Umstände besteht daher kein Anlass von der gesamtgutachterlich auf 25% 

festgesetzten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen, zumal aus somatischer Sicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen ist (vgl. hierzu vorstehende E. 2.1), und die 

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somatisch bedingten Einschränkungen in qualitativer Hinsicht Eingang in die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung gefunden haben.

2.4   Zusammengefasst sind keine Umstände ersichtlich oder dargetan, welche die 

Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens zu erschüttern vermöchten. Da für die Zeit nach 

der Begutachtung vom August 2011 bis zum Verfügungserlass vom 30. Juli 2012 eine 

gesundheitliche Verschlechterung weder dargetan noch ersichtlich ist, besteht kein 

weiterer medizinischer Abklärungsbedarf. Dem steht nicht entgegen, dass die 

Beschwerdeführerin (erst) in der Beschwerde geltend macht, das depressive 

Zustandsbild habe zusätzlich eine nicht unerhebliche Verschlechterung erfahren (act. 

G 1, S. 7), da sie hierfür keine entsprechenden medizinischen Hinweise aufführt und 

der beklagte Verlust der Autonomie, das mangelnde Selbstwertgefühl und 

Selbstvertrauen, die Freudlosigkeit, Reizbarkeit sowie Neigung zu Grübeleien (act. G 1, 

S. 7) bereits vom psychiatrischen Gutachter berücksichtigt wurden (act. G 4.1.145-36). 

Die Gutachter äusserten sich aus somatischer Sicht nicht zum zurückliegenden Verlauf 

der Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten. Dr. B.___ bescheinigte im 

Bericht vom 25. Februar 2008 für leidensangepasste Tätigkeiten eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit (act. G 4.2). Dies deckt sich mit der Einschätzung des RAD vom 

4. Februar 2008, worin für leidensadaptierte Tätigkeiten von einer Arbeitsfähigkeit von 

mehr als 50% ausgegangen wurde (act. G 4.1.9), und dem Triage-Protokoll vom 

13. Februar 2008, worin der Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsfähigkeit für 

leidensangepasste Tätigkeiten zugemutet wurde (act. G 4.1.17-3; diese Einschätzung 

wurde vom RAD am 11. September 2008 bestätigt, act. G 4.1.59). Aus somatischer 

Sicht ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin im Verlauf des 

Februars 2008 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte Tätigkeiten 

wiedererlangt und für die Zeit davor bis zum Unfallereignis vom 29. September 2006 

zurück eine vollständige Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bestanden hat. In 

der Folge fanden zwar noch weitere Operationen statt (vgl. etwa die am 26. Juni 2008 

durchgeführte Ausdünnung des Lappens, Bericht der Klinik für Hand-, Plastische- und 

Wiederherstellungschirurgie vom 11. August 2008, act. G 4.1.57), die indessen keine 

längeren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten 

zeitigten (vgl. RAD-Stellungnahme vom 26. Juli 2012, act. G 4.1.153-2). Den Beginn der 

psychisch bedingten andauernden Arbeitsunfähigkeit setzte der RAD-Arzt 

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nachvollziehbar in Würdigung des MEDAS-Gutachtens auf November 2010 (Beginn der 

psychotherapeutischen Gespräche in der Praxis C.___) fest (act. G 4.1.146).

3.     

Nachdem die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung und im gesamten 

vorangegangenen Verwaltungsverfahren der Auffassung war, die gutachterlich 

bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 25% sei erheblich und 

invalidenversicherungsrechtliche relevant (act. G 4.1.154), vertritt sie in der 

Beschwerdeantwort vom 8. November 2012 neu den Standpunkt, das psychische 

Leiden der Beschwerdeführerin erfülle nicht den Rechtsbegriff der invalidisierenden 

Krankheit (act. G 4, Rz 4.4). Aus rechtlicher Sicht sei daher von einer 100%igen 

Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen (act. G 4, Rz 5)

3.1   Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die 

Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis 

auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der 

freien Beweiswürdigung dürfe sich dabei die Verwaltung - und im Streitfall das Gericht 

- weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen 

Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und 

Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten 

sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die 

rechtsanwendenden Behörden hätten mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die 

ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 

(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) 

mitberücksichtige, die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus 

unbeachtlich seien. Wo psychosoziale Einflüsse das Bild prägen würden, sei bei der 

Annahme einer rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.1 mit Hinweisen). Nach der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung kann auch die Diagnose einer leichten bis 

mittelschweren depressiven Episode eine Invalidität begründen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 30. März 2011, 9C_1041/2010, E. 5.2). Auch der Gesetzgeber hat 

anlässlich der Beratungen im Rahmen der 6. IV-Revision deutlich gemacht, dass 

depressive Leiden invalidenversicherungsrechtlich relevant seien (eingehend hierzu 

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Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. März 2013, IV 

2011/111, E. 4.2 mit Hinweisen auf die Materialien).

3.2   Das Verhalten der Beschwerdegegnerin, erst im Beschwerdeverfahren die

invalidisierende Wirkung der gutachterlich und vom RAD (zuletzt in der Stellungnahme 

vom 26. Juli 2012, act. G 4.1.153) bestätigten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen, ist mit 

dem von Verfassungs wegen von der Verwaltung zu berücksichtigenden Gebot, sich im 

Rechtsverkehr redlich, vertrauenswürdig und rücksichtsvoll zu verhalten (Art. 5 Abs. 3 

der Bundesverfassung [BV; SR 101]), nicht vereinbar. Dieses (wiederholt anzutreffende) 

widersprüchliche Vorgehen der Beschwerdegegnerin (vgl. Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Januar 2013, IV 2011/26, E. 3.2, 

in diesem Kontext durch Urteil des Bundesgerichts vom 2. Dezember 2013, 

8C139/2013, E. 2.2.2 f., bestätigt) wirft ein ungünstiges Licht auf ihre Abklärungs- und 

Entscheidpraxis (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 7. Januar 2009, 

8C_348/2008, E. 4.3), zumal beschwerdeführende Parteien mit der Verneinung der 

"invalidisierenden Wirkung" erst im mit Kostenrisiken behafteten Beschwerdeverfahren 

konfrontiert werden. Im Übrigen ist dieses Verhalten auch unter dem Aspekt des 

rechtlichen Gehörs nicht unbedenklich. Dieses widersprüchliche Verhalten der 

Beschwerdegegnerin ist - je nach Ausgang des Verfahrens - bei den Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu berücksichtigen (vgl. betreffend Kostenfolgen Urteil des 

Bundesgerichts vom 2. Dezember 2013, 8C_139/2013, E. 3).

3.3   Die Beschwerdegegnerin führt aus, bei einer mittelgradigen depressiven Episode 

handle es sich definitionsgemäss um ein vorübergehendes Leiden. Hinzu komme, dass 

leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen grundsätzlich als 

therapeutisch angehbar gelten würden. Es liege keine hinreichend ausgeprägte 

Psychopathologie vor, um einen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden 

bejahen zu können, zumal der psychiatrische Gutachter eine Weiterführung der 

psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung empfohlen und aufgrund von 

positiven Ressourcen der Beschwerdeführerin eine gute Prognose gestellt habe, was 

deutlich für einen noch angehbaren und noch nicht verfestigten innerseelischen Verlauf 

des psychischen Leidens spreche (act. G 4).

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3.3.1         Dem Hinweis der Beschwerdegegnerin, die psychische Störung sei 

therapeutisch angehbar, ist entgegen zu halten, dass die Behandelbarkeit einer 

psychischen Störung für sich allein betrachtet nichts über deren invalidisierenden 

Charakter aussagt (BGE 127 V 298 E. 4c). Im Übrigen ist das Vorbringen der 

Beschwerdegegnerin insoweit aktenwidrig, als der psychiatrische Gutachter 

ausdrücklich festhielt, es lägen "trotz Motivation und Kooperation" (act. G 4.1.145-23 

unten) "verfestigte, innerseelische Verläufe, die therapeutisch nicht mehr angehbar 

seien wie auch unbefriedigende Behandlungsergebnisse" vor (act. G 4.1.145-37). Dass 

das psychische Leiden lediglich vorübergehender Natur sei, ergibt sich nicht aus den 

Akten. Vielmehr bestand schon vor der MEDAS-Begutachtung eine "längere depressive 

Reaktion" (act. G 4.1.145-36) und der psychiatrische Gutachter spricht denn auch in 

der Begründung von einer "depressiven Störung" (act. G 4.1.145-37), was zusammen 

mit dem therapeutisch nicht mehr angehbaren Verlauf für einen erheblichen, 

invalidenversicherungsrechtlich relevanten psychischen Gesundheitsschaden spricht. 

Die Beschwerdeführerin stand denn auch schon anfangs März 2007 bis Sommer 2009 

in psychotherapeutischer Behandlung und ab anfangs 2010 bis Sommer 2010 bei den 

Psychiatrischen Diensten Süd bzw. im Psychiatriezentrum Rheintal (vgl. act. 

G 4.1.109-6 und 4.1.53). Schliesslich haben die Gutachter die Weiterführung der 

psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung empfohlen, um die Gefahr einer 

Dekompensation zu umgehen und um adäquate Behandlungsstrategien gegenüber 

den Restsymptomen einer möglichen posttraumatischen Belastungsstörung zu 

entwickeln (act. G 4.1.145-24 oben). Die vorgeschlagene Behandlung dient damit der 

Verhinderung einer weiteren gesundheitlichen Verschlechterung.

3.3.2        Entscheidend bei der Bejahung der Erheblichkeit des psychischen Leidens 

ist weiter die erheblich vorbelastete Biographie der Beschwerdeführerin (act. 

G 4.1.145-36; vgl. auch act. G 4.1.145-20 f.), ihr schwerer Unfall und dessen weiterhin 

belastende Folgen sowie ihre prämorbide Vulnerabilität ("Das depressive Zustandsbild 

ist […] nicht nur reaktiv auf den erlittenen Unfall, sondern auch tief verwurzelt mit den 

emotionalen Defiziten in ihrer Lebensgeschichte bzw. mit der prämorbiden 

Vulnerabilität" begründet, act. G 4.1.145-23; zur "genetischen Belastung" siehe act. 

G 4.1.145-27; vgl. zum Ganzen act. G 4.1.145-26 ff.). Hinsichtlich der Prognose gab 

der psychiatrische Gutachter an, sollte eine Integration in den Arbeitsprozess nicht 

gelingen, könne es zu einer schweren depressiven Entwicklung kommen. Die Prognose 

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"wäre" nur dann "sehr gut, wenn der bereits eingeschlagene Weg der beruflichen 

Neuorientierung ermöglicht werden würde" (act. G 4.1.145-28). Der psychiatrische 

Gutachter betonte die Wichtigkeit von Eingliederungsmassnahmen (act. G 4.1.145-28). 

Deshalb und aufgrund des unbestrittenen klaren Eingliederungswillens (act. 

G 4.1.145-4) und der Eingliederungsfähigkeit (act. G 4.1.145-24) ist nicht verständlich, 

weshalb die Beschwerdegegnerin nach der MEDAS-Begutachtung keine 

Eingliederungsunterstützung mehr anbot. Eine vorbehaltlose gute Prognose ist damit 

zu verneinen, zumal bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung weder ersichtlich 

noch dargetan ist, die berufliche Neuorientierung sei realisiert worden bzw. werde in 

absehbarer Zeit gelingen.

3.3.3         Es ergeben sich ferner keine Anhaltspunkte dafür, der psychiatrische 

Gutachter habe unzulässigerweise invaliditätsfremde Gesichtspunkte bei der 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung einbezogen. Auch die Beschwerdegegnerin benennt keine 

invaliditätsfremden Gesichtspunkte (psychosoziale oder soziokulturelle Umstände), die 

erheblichen Einfluss auf das psychische Leidensbild hätten.

3.3.4         Mit dem vom RAD bestätigten (vgl. etwa Stellungnahme vom 6. März 2012, 

act. G 4.1.146) MEDAS-Gutachten ist demnach von einer die Arbeitsfähigkeit 

einschränkenden, im Sinn der Rechtsprechung erheblichen depressiven Krankheit und 

einer 25%igen Arbeitsunfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten auszugehen. Dem 

steht nicht entgegen, dass die Beschwerdeführerin noch über positive Ressourcen 

verfügt, wurden diese doch von den Gutachtern bei der Beurteilung der 

Restarbeitsfähigkeit berücksichtigt (act. G 4.1.145-26 ff.) und der Beschwerdeführerin 

keine volle, sondern lediglich eine teilweise Arbeitsunfähigkeit von 25% bescheinigt.

4.     

Für die Dauer vom 29. September 2006 bis in den Februar 2008 hinein ist aus 

somatischer Sicht von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit (vgl. vorstehende E. 2.4) 

und einem 100%igen Invaliditätsgrad auszugehen. Für die ab November 2010 um 75% 

eingeschränkte Restarbeitsfähigkeit verbleibt nachfolgend die Bestimmung des 

Invaliditätsgrads im Rahmen eines Einkommensvergleichs (zum unbestrittenen, 

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ausgewiesenen Status als Vollerwerbstätige im Gesundheitsfall siehe 

Abklärungsbericht vom 30. September 2010, act. G 4.1.101-11).

4.1   Die Beschwerdegegnerin nahm in der angefochtenen Verfügung vom 30. Juli 2012 

im Ergebnis einen Prozentvergleich vor (act. G 4.1.154; siehe auch act. G 4.1.155), was 

von der Beschwerdeführerin unbestritten blieb und angesichts der schwankenden 

teilzeitlichen Beschäftigung in den Jahren vor dem Unfall (vgl. act. G 4.1.16) 

gerechtfertigt erscheint. Zu klären ist damit lediglich noch die Frage der Höhe des 

Tabellenlohnabzugs.

4.2   Mit dem Tabellenlohnabzug ist zu berücksichtigen, dass gesundheitlich 

beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, 

im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren arbeitnehmenden 

Personen lohnmässig benachteiligt sind und deshalb mit unterdurchschnittlichen 

Lohnansätzen rechnen müssen. Sodann wird dem Umstand Rechnung getragen, dass 

weitere - entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin vor allem 

invaliditätsfremde (eingehend hierzu und zum Hinweis der Beschwerdegegnerin auf 

den nicht einschlägigen Verweis auf AHI-Praxis 1998, S. 177 f., vgl. etwa Urteile des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. Mai 2011, IV 2009/222, E. 2.5, 

sowie vom 30. März 2009, IV 2007/147, E. 4.4.3) - persönliche und berufliche Merkmale 

einer versicherten Person, wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder 

Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad, Auswirkungen auf die Lohnhöhe 

haben können (BGE 129 V 481 E. 4.2.3, vgl. auch BGE 134 V 327 E. 5.2).

4.3   Die Beschwerdegegnerin anerkennt in der Beschwerdeantwort vom 8. November 

2012 aufgrund der funktionellen Einarmigkeit der Beschwerdeführerin einen 

Tabellenlohnabzug von 20% (act. G 4). Diese Abzugshöhe erscheint mit Blick auf die 

Rechtsprechung des Bundesgerichts bei "Einhändigkeit" (Urteile des Bundesgerichts 

vom 17. September 2008, 9C_418/2008, E. 3.3.2 mit Hinweisen, sowie vom 10. August 

2011, 8C_390/2011, E. 6, wo gar ein 25%iger Abzug gewährt wurde) angemessen, 

auch wenn nicht die dominante rechte Hand von der Gesundheitsschädigung betroffen 

ist. Ob die weiteren von der Beschwerdeführerin aufgeführten Umstände eine 

Erhöhung des Abzugs auf 25% rechtfertigen, kann offen bleiben, da dies ohne Einfluss 

auf die Rentenhöhe bliebe.

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4.4   Bei einer Arbeitsunfähigkeit von 25% und einem 20%igen Abzug resultiert ein 

Invaliditätsgrad von 40% (25% + [75% x 20%]). Die Beschwerdeführerin hat damit 

Anspruch auf eine Viertelsrente. Selbst die Gewährung des höchstzulässigen 25%igen 

Abzugs würde an diesem Ergebnis nichts ändern, da diesfalls ein Invaliditätsgrad von 

aufgerundet 44% (25% + [75% x 25%]) resultierte.

4.5   Da die Wartezeit von aArt. 29 Abs. 1 lit. b IVG (in der bis 31. Dezember 2007 

gültigen Fassung) bereits ein Jahr nach dem Unfallereignis am 28. September 2007 

abgelaufen ist, hat die Beschwerdeführerin aufgrund der somatisch bedingten 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ab September 2007 Anspruch 

auf eine ganze Rente (zum Anspruch auf Nachzahlung für die Zeit vor der Anmeldung 

vom 16. Januar 2008 siehe den vorliegend anwendbaren aArt. 48 Abs. 2 IVG). Die 

Beschwerdeführerin hat im Verlauf des Februars 2008 (vgl. vorstehende E. 2.4) für 

leidensangepasste Tätigkeiten wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erreicht. Somit 

endet der Anspruch auf eine ganze Rente in Nachachtung der Dreimonatsfrist von 

Art. 88a Abs. 1 IVV per Ende Mai 2008. Im November 2010 reduzierte sich die 

Arbeitsfähigkeit für leidensangepasste Tätigkeiten wieder um 25% und begründete 

eine rentenrelevante Invalidität (vgl. vorstehende E. 2.4 und E. 4.4), weshalb die 

Beschwerdeführerin gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b und c i.V.m. Art. 29 Abs. 3 IVG ab 

November 2010 einen Anspruch auf eine Viertelsrente hat (zur seit dem Unfallereignis 

vom 29. September 2006 [fort-]bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit für die 

angestammte Tätigkeit siehe RAD-Stellungnahme vom 26. Juli 2012, act. G 4.1.153).

5.     

5.1   Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung 

vom 30. Juli 2012 aufzuheben und der Beschwerdeführerin für die Dauer von 

September 2007 bis Ende Mai 2008 eine ganze Rente und mit Wirkung ab 

1. November 2010 eine Viertelsrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe 

ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- bis

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erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Ausgang des Verfahrens entsprechend sind sie vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, 

E. 5.2 f.). Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist 

ihr zurückzuerstatten.

5.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier 

zu beurteilenden Fall erscheint mit Blick auf vergleichbare Fälle (vgl. etwa Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 13. Januar 2009, IV 2007/192) eine 

Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als 

angemessen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.      In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 

30. Juli 2012 aufgehoben und der Beschwerdeführerin für die Dauer vom 1. September 

2007 bis Ende Mai 2008 eine ganze Rente und mit Wirkung ab 1. November 2010 eine 

Viertelsrente zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.01.2014
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Würdigung MEDAS-Gutachten. Befristete ganze Rente aufgrund somatisch bedingter Gesundheitsbeeinträchtigung. Erheblichkeit und invalidisierende Wirkung einer danach aufgetretenen leichten bis mittelschweren Depression bejaht. Prozentvergleich. Der von der Beschwerdegegnerin anerkannte 20%ige Abzug für funktionelle Einarmigkeit ist den Umständen angemessen. Anspruch auf Viertelsrente infolge depressiven Leidens.(Entscheid des Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 29. Januar 2014, IV 2012/309). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2014.

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