# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbd70480-d18a-5d8f-9a46-7eb729672009
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.04.2024 E-1844/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1844-2024_2024-04-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1844/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis,  

Gerichtsschreiberin Carolina Bottini. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Pakistan,  

c/o (…),   

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren); 

Verfügung des SEM vom 14. März 2024. 

 

 

 

E-1844/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat am (…) Dezember 

2023 und reiste am 4. Dezember 2023 in die Schweiz ein, wo er gleichen-

tags um Asyl ersuchte. 

B.  

In Anwesenheit der zugewiesenen Rechtsvertretung fand am 5. März 2024 

die Anhörung zu den Asylgründen statt (Anhörung; SEM-Akten […] [A] 12). 

Dabei machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen folgendes geltend: 

Bereits seine Vorfahren seien Christen gewesen. Sein Vater sei in (…) ge-

boren und sei nach der Heirat nach B._______ gezogen, wo der Beschwer-

deführer geboren sei. Sowohl sein Vater als auch er selbst hätten Probleme 

mit Muslimen gehabt. Ersterer habe für ein Regierungsmitglied als (…) ge-

arbeitet und diese Tätigkeit aufgegeben, nachdem er beschimpft worden 

sei. Auch wenn die indische Armee jemanden festgenommen habe, hätten 

jeweils die Christen dafür büssen müssen. Als er fünfjährig gewesen sei, 

seien seine Eltern verstorben, weshalb er in die Obhut seiner Tante müt-

terlicherseits gekommen sei. Mit ihr und deren Ehemann habe er in 

C._______ gelebt. Dieser Ehemann sei sehr brutal gewesen und der Be-

schwerdeführer habe die Schule nicht besuchen dürfen. Im Alter von zwölf 

Jahren sei er weggerannt und nach B._______ gegangen. Dort habe er in 

einer Kirche geschlafen und bei einem Mann Obdach sowie eine Anstel-

lung als (…) gefunden. Er habe drei Jahre lang als (…) gearbeitet. Mit fünf-

zehn oder sechzehn Jahren sei er nach D._______ gezogen beziehungs-

weise habe er dort die letzten zehn bis elf Jahre gelebt. Er habe in ver-

schiedenen Restaurants und Hotels gearbeitet. Als er achtzehn Jahre alt 

gewesen sei, sei er nach E._______ gegangen, um eine Geburtsurkunde 

zu beantragen. Er sei dann bezichtigt worden, ein Spion beziehungsweise 

der Sohn eines indischen Spions zu sein. Zweimal sei er von der pakista-

nischen Armee festgenommen worden und zuletzt sei er drei Jahre bezie-

hungsweise ein Jahr dort festgehalten und geschlagen worden. In 

D._______ wiederum sei er mehrfach verletzt worden, weil er aufgrund sei-

nes christlichen Glaubens in Diskussionen geraten sei: So sei er als 24-

jähriger am Bein verletzt worden und als 26-jähriger an der Leiste, als ihn 

im Hotel vier Muslime mit einem Messer angegriffen hätten. Die Polizei 

habe einzig eine Notiz gemacht, statt eine Anzeige aufzunehmen. Mit 26 

beziehungsweise 28 Jahren habe ihm ein Polizeibeamter eine Verletzung 

an der Stirn zugefügt, nachdem er an einem Wortgefecht über den 

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Propheten beteiligt gewesen sei und sich eine Versammlung von Men-

schen gebildet habe. Anschliessend sei er auf die Polizeidirektion gebracht 

worden. Dort habe er zwei Tage verbracht, ihm seien Fussschellen ange-

legt worden, und er habe dort putzen müssen. Am (…) 2023 sodann, nach-

dem der Beschwerdeführer in B._______ am Protest gegen die Verhaftung 

von Imran Khan als Zuschauer anwesend gewesen sei, sei er festgehalten, 

jedoch gegen Bezahlung wieder freigelassen worden. Weil er in Pakistan 

keine Familienmitglieder habe, ein neues Leben habe beginnen und dem 

Christentum habe dienen wollen, habe er Pakistan verlassen. 

C.  

Am 12. März 2024 nahm der Beschwerdeführer Stellung zum Entscheid-

entwurf. 

D.  

Mit Verfügung vom 14. März 2024 (gleichentags eröffnet) stellte das SEM 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

sein Asylgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz sowie 

deren Vollzug an. 

E.  

Mit Beschwerde vom 22. März 2024 gelangte der Beschwerdeführer an 

das Bundesverwaltungsgericht. Er beantragt, es sei die Verfügung des 

SEM vom 14. März 2024 aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft anzu-

erkennen und er wegen Unzulässigkeit oder Unzumutbarkeit vorläufig auf-

zunehmen, eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersucht er um 

unentgeltliche Prozessführung, unter Verzicht auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Behandlung von 

Beschwerden gegen Verfügungen des SEM im Sinne von Art. 5 VwVG. 

Dabei entscheidet das Gericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel und 

auch vorliegend endgültig; eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 

nicht vor (vgl. Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31-33 VGG und Art. 83 

Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Seite 4 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer ist zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).  

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das Bundes-

verwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid jedoch ungeachtet 

der erhobenen Rügen grundsätzlich in vollem Umfang überprüfen. Es stellt 

den Sachverhalt von Amtes wegen fest (Art. 12 VwVG) und wendet das 

Recht von Amtes wegen an (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es ist mithin nicht an 

die Begründung der Begehren gebunden und kann den Entscheid auch 

aus anderen Gründen gutheissen oder abweisen. 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb das 

Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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Seite 5 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Das SEM begründet die angefochtene Verfügung im Wesentlichen da-

mit, dass eine Kollektivverfolgung von Christen in Pakistan nicht bejaht 

werden könne (m.H.a. Urteil des BVGer E-3258/2018 vom 2. Juni 2020 [als 

Referenzurteil publiziert]; BVGE 2013/21 E. 9.1; Entscheidungen und Mit-

teilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1996 

Nr. 23) und keine gezielt gegen den Beschwerdeführer gerichtete Verfol-

gung vorliege. Die vom Beschwerdeführer genannten Übergriffe durch die 

pakistanische Armee, Drittpersonen und die Polizei lägen mehrere Jahre 

zurück und seien zudem für seine Ausreise nicht kausal gewesen. Ebenso 

fehle es an der Aktualität der geltend gemachten Nachteile. Auch sei nicht 

asylrelevant, dass er in Pakistan keine Familienangehörigen habe. Betref-

fend die Glaubhaftigkeit der Aussagen des Beschwerdeführers werde zwar 

ausdrücklich ein Vorbehalt angebracht, infolge offensichtlich fehlender 

flüchtlingsrechtlicher Relevanz erübrige es sich jedoch, darauf einzugehen.  

5.2 Dagegen wendet der Beschwerdeführer insbesondere ein, mit Blick auf 

die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen sei sein Bildungsstand zu berück-

sichtigen sowie der Umstand, dass er in isolierten Verhältnissen aufge-

wachsen sei. Als er bei seiner Tante gelebt habe, habe er den ganzen Tag 

landwirtschaftliche Arbeit verrichten müssen. Sei ihm ein Fehler unterlau-

fen oder habe er zu langsam gearbeitet, sei er geschlagen und als Ungläu-

biger beschimpft worden. In E._______ sei er von der Armee aufgegriffen 

worden, weil die Leute erzählt hätte, er sei der Sohn eines Christen. Im 

Armeelager sodann habe er Zwangsarbeit verrichten müssen. Die Vo-

rinstanz habe keine Gesamtwürdigung vorgenommen. In Pakistan würden 

Christen immer wieder unter dem Vorwand von Blasphemie zum Tode ver-

urteilt, sei am 16. August 2023 eine christliche Siedlung im Bezirk Faisala-

bad angegriffen worden und würden Zwangskonversionen durchgeführt. 

Der Beschwerdeführer habe dort keinerlei Unterstützung beim Umgang mit 

Gewalt und massiver Diskriminierung. Dass er ein neues Leben beginnen 

wolle, sei deshalb verständlich und schliesse eine asylrelevante Verfolgung 

nicht aus. Vielmehr sei letztere der Grund für den Wunsch nach einem 

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Seite 6 

Neubeginn. Auch habe er unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, 

dass er bereits zwei Jahre vor der effektiven Flucht den Entschluss gefasst 

habe, auszureisen. 

6.  

6.1  

6.1.1 Der Untersuchungsgrundsatz gehört zu den allgemeinen Grundsät-

zen des Verwaltungs- respektive Asylverfahrens (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 

AsylG). Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, 

die für das Verfahren notwendigen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich 

relevanten Umstände abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu 

führen. Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserhebli-

chen Sachverhalts in Verletzung der Untersuchungspflicht bildet einen Be-

schwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-

haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-

verhalt zugrunde gelegt wird; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den 

Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, N. 1043). 

6.1.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, 

dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich 

hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksich-

tigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen 

muss (Art. 35 Abs. 1 VwVG). Ob sich die Behörde tatsächlich mit allen er-

heblichen Vorbringen der Parteien befasst und auseinandergesetzt hat, 

lässt sich erst aus der Begründung erkennen. Im Asylverfahren sind die 

Anforderungen an die Begründungsdichte regelmässig hoch, wiegen die 

rechtlich geschützten Interessen der Betroffenen doch allgemein schwer 

(vgl. PATRICK SUTTER, in: Kommentar VwVG, 2008, Art. 32 VwVG, Rz. 2). 

Insgesamt muss der Entscheid so abgefasst sein, dass ihn der Betroffene 

gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, was nur möglich ist, wenn 

sich sowohl er als auch die Rechtsmittelinstanz über die Tragweite des 

Entscheides ein Bild machen können. Dabei kann sich die Behörde in ihrer 

Argumentation zwar auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichts-

punkte beschränken; sie darf aber nur diejenigen Argumente stillschwei-

gend übergehen, die für den Entscheid erkennbar unbehelflich sind. In die-

sem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid 

stützt (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1; BVGE 2007/21 E. 10.2 m.w.H.).  

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Seite 7 

6.2  

6.2.1 Das SEM beruft sich zur Verneinung einer Kollektivverfolgung von 

Christen in Pakistan unter anderem auf das Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts E-3258/2018 vom 2. Juni 2020. Dieses Urteil wurde mit Revisions-

entscheid E-3240/2022 vom 31. August 2022 aufgehoben, nachdem der 

EGMR festgestellt hatte, die Schweizer Behörden hätten den Sachverhalt 

nicht hinlänglich erstellt. Nicht nur erweist sich der Verweis des SEM auf 

ein nichtexistierendes Urteil als fragwürdig, sondern es wäre unter dem As-

pekt der Begründungspflicht zumindest gehalten gewesen, sich mit dem 

Urteil des EGMR und allfälligen daraus ableitbaren Aussagen für die Kol-

lektivverfolgung von Christen in Pakistan – die keine Konversion vollzogen 

haben – auseinanderzusetzen. Hinzu kommt, dass das andere vom SEM 

zitierte Urteil zur Lage der Christen in Pakistan noch von der vormaligen 

Schweizerischen Asylrekurskommission stammt und im Jahre 1996 publi-

ziert worden ist, was mit Blick auf die Aktualität Fragen aufwirft. Der Be-

schwerdeführer erwähnte in seiner Anhörung beispielsweise das Ereignis, 

als im Bezirk Faisalabad am 16. August 2023 mehrere hundert Personen 

eine christliche Siedlung angriffen (Human Rights Watch [HRW], Pakistan: 

Mob Attacks Christian Settlement, Investigate Faisalabad Violence; Act to 

Protect Religious Minorities, 22. August 2023, <https://www.hrw.org/ 

news/2023/08/22/pakistan-mob-attacks-christian-settlement>, abgerufen 

am 16. April 2024). Weder setzt sich das SEM hiermit auseinander noch 

zieht es anderweitig Quellen bei zur Begründung, ob in Pakistan von einer 

Kollektivverfolgung von Christen auszugehen sei. 

6.2.2 Auch was die vom Beschwerdeführer geschilderten Vorfälle im Zu-

sammenhang mit Auseinandersetzungen aufgrund seines christlichen 

Glaubens betrifft, greift die Begründung der Vorinstanz zu kurz, zumal sie 

die Glaubhaftigkeit impliziert. Der Beschwerdeführer gab zu Protokoll, dass 

als ihm der Polizist die Verletzung an der Stirn zugefügt habe, ihm gesagt 

worden sei, jedes Mal wenn er dieses Zeichen sehe, es ihn daran erinnern 

solle, dass er ein Ungläubiger sei und Muslime ihm dies angetan hätten 

(A12 F80). Die Vorinstanz lässt in ihrer Argumentation unberücksichtigt, 

dass jemand, der bereits staatlichen Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt 

war, objektive Gründe für eine ausgeprägtere subjektive Furcht hat. Auch 

gab der Beschwerdeführer verschiedentlich an, nach diesem Vorfall sehr 

ruhig geworden zu sein (F89) sowie sich versprochen zu haben, niemals 

über die Religion in Pakistan zu sprechen (F97). Als Ausreisegrund nannte 

er unter anderem den Umstand, dass es Christen in Europa gut gehe 

(F110). Trotz dieser Elemente, die auf das Vorliegen eines gewissen psy-

chischen Drucks hindeuten könnten, sah sich das SEM nicht veranlasst, 

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Seite 8 

näher darauf einzugehen. Ebenso unberücksichtigt liess es, dass der Be-

schwerdeführer angab, in der Schweiz sonntags und montags in die Kirche 

zu gehen (F66). 

 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das SEM seiner Begründungs-

pflicht nicht hinreichend nachgekommen ist und das rechtliche Gehör des 

Beschwerdeführers verletzt hat. Eine Heilung dieses Mangels aus prozess-

ökonomischen Gründen fällt nicht in Betracht. Nichtsdestotrotz stellt das 

Gericht Folgendes fest: Die Ungereimtheiten in den Ausführungen des Be-

schwerdeführers sind unübersehbar, springen offenkundig ins Auge. Sie 

erreichen ein derartiges Gewicht, dass nur mit Mühe festgestellt werden 

kann, welches die massgeblichen Sachbehauptungen sind. So macht der 

Beschwerdeführer mit Bezug auf sein Vorbringen, er sei in E._______ in-

haftiert gewesen, nicht nur mit Blick auf die Dauer (A12 F62 und F146) und 

den Grund unterschiedliche Angaben (F28 und F123), sondern seine Aus-

führungen hierzu bleiben gänzlich unsubstantiiert, was vor dem Hinter-

grund einer angeblichen mehrjährigen Festhaltung doch sehr erstaunt. 

Nebst dem, dass unklar ist, in welchem Alter ihm die Verletzung an der 

Stirn zugefügt worden ist, bleibt auch die Begründung, wie sich der Be-

schwerdeführer die unterschiedlichen Verletzungen am Bein, an der Leiste 

und der Stirn zugezogen haben soll, vage (F74). Schliesslich lässt sich 

nicht miteinander vereinbaren, dass der Beschwerdeführer einerseits an-

gibt, am 9. Mai 2023 von der Polizei festgehalten worden zu sei (F65), an-

dererseits, zwei Jahre lang bevor er in die Schweiz gekommen sei, keine 

Probleme mit den Behörden gehabt zu haben (F122). Das SEM hat dem-

zufolge durchaus zu Recht einen Vorbehalt hinsichtlich der Glaubhaftigkeit 

erhoben, sich dann aber nicht weiter damit auseinandergesetzt. Zweifel hat 

das Gericht im Übrigen bereits an der geltend gemachten Herkunft und 

Identität des Beschwerdeführers sowie an seinen persönlichen Verhältnis-

sen. Denn es erscheint auffällig, dass er bezüglich seines Aufenthaltes und 

seiner Arbeitstätigkeit in D._______ nur gänzlich ausweichend und ober-

flächlich Antwort gab, obwohl er dort mehr als ein Jahrzehnt gelebt und 

gearbeitet haben will (A12 F11, F14, F42, F44). Widersprüche bestehen 

betreffend seine Eigentumsverhältnisse in Pakistan (F47, F72, F132) und 

auch überzeugt nicht, dass er während seines mindestens zehnjährigen 

Aufenthaltes in D._______ keine Beziehungen geknüpft haben soll, die 

über Bekanntschaften hinausgehen (F32). Mit diesen Widersprüchen und 

Ungereimtheiten wird sich das SEM im Rahmen einer erneuten Prüfung 

seines Asylgesuchs auseinanderzusetzen haben. Im Übrigen wendet der 

Beschwerdeführer sodann zu Recht ein, dass die Vorinstanz entgegen sei-

nen Aussagen – und ohne sich hierfür auf andere Beweismittel zu stützen 

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Seite 9 

– festgehalten hat, dass er vom Mann seiner Tante unterrichtet worden sei. 

Ebenso im Widerspruch zu den getätigten Aussagen steht, dass er legal 

ausgereist sei, gab er doch an, einen verfälschten Pass für seine Ausreise 

verwendet zu haben (A12 F52 f.). 

 

6.3 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht verletzt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das SEM hat insbesondere 

seine Begründungspflicht verletzt und den Sachverhalt unrichtig festge-

stellt. Ein reformatorischer Entscheid fällt nicht in Betracht und in Anwen-

dung von Art. 61 VwVG ist die angefochtene Verfügung zu kassieren. Die 

Sache ist zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese 

wird angewiesen, die geltend gemachten Asylgründe zunächst auf ihre 

Glaubhaftigkeit (Art. 7 AsylG) hin zu prüfen. Bei der Bejahung der Glaub-

haftigkeit wird es rechtsgenüglich zu begründen haben, inwiefern der Be-

schwerdeführer insbesondere aufgrund seines christlichen Glaubens in 

Pakistan keine begründete Furcht hat, ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden.  

 

7.  

7.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

 

7.2 Es ist keine Parteientschädigung auszurichten, da dem nicht vertrete-

nen Beschwerdeführer keine verhältnismässig hohen Kosten im Sinne des 

Gesetzes entstanden sind (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 4 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 14. März 2024 wird aufgehoben und die Sa-

che wird im Sinne der Erwägungen an das SEM zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Carolina Bottini 

 

 

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