# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6467d11f-30b8-5d2d-adf8-0067c85213a1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-05-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.05.2022 C-976/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-976-2020_2022-05-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-976/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  M a i  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz), 

Richterin Regina Derrer, Richter Michael Peterli,    

Gerichtsschreiber Roger Stalder. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Serbien)  

Zustelladresse: c/o B._______,  

vertreten durch C._______,  

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch,  

Verfügung der IVSTA vom 8. Januar 2020. 

 

 

 

C-976/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der 1967 geborene, nunmehr in seiner Heimat Serbien wohnhafte 

A._______ (im Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) war ab 

dem 16. Januar 2006 als Reinigungsarbeiter bei der Unternehmung 

D._______ GmbH in (…)  angestellt, wobei weder ein Lohn vereinbart noch 

ein Arbeitsvertrag abgeschlossen wurde (Akten [im Folgenden: act.] der 

Invalidenversicherungs-Stelle für Versicherte im Ausland [im Folgenden: 

IVSTA oder Vorinstanz] act. I 4; act. II 151, 152 und 350). Zufolge dieses 

Arbeitsverhältnisses war er bei der Schweizerischen Unfallversicherungs-

anstalt (im Folgenden: Suva) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtbe-

rufsunfällen versichert. Im Anschluss an den Scheidungstermin vom (…) 

2006 – die Ehe wurde mit Entscheid des Kreisgerichtes (…) vom (…) 2006 

geschieden (act. I 2) – übergoss ihn seine Exfrau gleichentags mit heissem 

Öl (act. II 74 und 151). Dabei zog er sich Verbrennungen zweiten bis dritten 

Grades an 33 % der Körperoberfläche zu. Betroffen waren das Gesicht, 

der Hinterkopf, beide Arme und Hände, der Thorax, der Hals zirkulär, der 

rechte Unterschenkel und der rechte Fuss (Verbrennungen zweiten Gra-

des [26 % der Körperoberfläche]) sowie der Kopf lateral links, der Oberarm 

lateral rechts und der Fuss medial links (Verbrennungen dritten Grades 

[7 % der Körperoberfläche]; act. II 8). In der Folge erbrachte die Suva die 

gesetzlichen Versicherungsleistungen. 

A.b Nach primärer Versorgung im E._______ war der Versicherte vom 25. 

Januar bis 2. März 2006 im F._______ hospitalisiert und wurde dort mehr-

fach operiert (act. II 8 und 13). Im Anschluss daran fand vom 2. März bis 

26. April 2006 eine stationäre Rehabilitation in G._______ Klinik statt (act. 

II 15); anlässlich derer wurde am 24. April 2006 auch ein psychosomati-

sches Konsilium durchgeführt (act. II 16). Es folgten im Rahmen von stati-

onären Aufenthalten im E._______ weitere Operationen am linken Ohr und 

am linken Auge sowie plastisch-rekonstruktive Eingriffe (act. II 31, 35, 54, 

81, 93, 103, 123, 192, 194, 211, 213, 283, 288). Während dieser Zeit begab 

sich der Versicherte ab dem 3. Oktober 2006 auch in eine ambulante psy-

chiatrisch-psychotherapeutische Behandlung bei Dr. med. H._______, 

Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (act. II 46, 66, 99, 114, 210, 

228), und der Arbeitsmediziner und Facharzt für Ohren-, Nasen- und Hals-

krankheiten, Dr. med. I._______, erstellte am 19. November 2007 und 6. 

März 2012 zwei ärztliche Beurteilungen, wonach beim Versicherten "aktu-

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Seite 3 

ell" im otologischen Fachbereich kein messbarer Integritätsschaden be-

stehe (act. II 67) und die Unfallfolge am linken Ohr eine mässiggradige 

Schallleitungshörstörung bedinge, welche die Erheblichkeitsgrenze deut-

lich nicht erreiche, was konkret bedeute, dass kein messbarer Integritäts-

schaden bezüglich des Gehörs bestehe (act. II 253). 

A.c In der Folge beauftragte die Suva im Hinblick auf einen möglichen ad-

ministrativen Fallabschluss Dr. med. J._______, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, mit der Durchführung einer medizinischen Begutach-

tung; das entsprechende Gutachten, in welchem das Vorliegen einer psy-

chischen Störung beim Versicherten in Abrede gestellt wurde, datiert vom 

8. Dezember 2012 (act. II 302). Daraufhin führte Dr. med. K._______, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs-

apparates, am 30. April 2013 eine kreisärztliche Untersuchung durch (act. 

II 338). In der Folge stellte die Suva mit Schreiben vom 7. Mai 2013 die 

Heilkosten- und Taggeldleistungen per Ende April 2013 ein und teilt dem 

Versicherten mit, sie werde nun den Anspruch auf eine Invalidenrente prü-

fen (act. II 339). Nach Vorliegen der orthopädischen Beurteilung von Dr. 

med. L._______, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom 15./16. Mai 

2013 (act. II 344) sowie der Berichte des F._______ vom 28. März und 3. 

Juli 2013 (act. II 357 und 363) beurteilte Dr. med. M._______, Fachärztin 

für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, am 27./28. August 2013 den 

Integritätsschaden (act. II 367).  

A.d Im Anschluss daran erliess die Suva am 30. September 2013 eine Ver-

fügung, mit welcher der Anspruch auf eine Invalidenrente abgewiesen und 

dem Versicherten bei einer Integritätseinbusse von 7.5 % eine Integritäts-

entschädigung in der Höhe von Fr. 8'010.- zugesprochen wurde. Diese ver-

rechnete die Suva mit den zuvor geleisteten Vorschusszahlungen auf künf-

tige Leistungen von insgesamt Fr. 20'000.- und forderte vom Versicherten 

die zu viel ausbezahlten Leistungen in der Höhe von Fr. 11'990.- zurück 

(act. II 371). Die hiergegen vom Versicherten mit Datum vom 31. Oktober 

2013 erhobene Einsprache (act. II 374) hiess die Suva mit Entscheid vom 

21. Februar 2014 insofern teilweise gut, als sie auf die Rückforderung ver-

zichtete; im Übrigen wies sie die Einsprache ab, soweit sie darauf einge-

treten war (act. II 384). Die dagegen vom Versicherten mit Eingabe vom 

26. März 2014 beim Versicherungsgericht des Kantons AD._______erho-

bene Beschwerde (act. II 386) wurde mit Entscheid vom 21. Juli 2015 ab-

gewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (act. II 404). Auf die entspre-

chende Beschwerde vom 24. August 2015 (act. II 406) trat das Bundesge-

richt in der Folge mit Urteil vom 29. September 2015 nicht ein (act. II 408). 

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Seite 4 

B.  

B.a Zufolge des Ereignisses vom 25. Januar 2006 (vgl. Bst. A. ff. hiervor) 

hatte sich der Versicherte am 18. Januar 2007 bei der IV-Stelle des Kan-

tons N._______ (im Folgenden: IV-Stelle N._______) zum Bezug von Leis-

tungen der schweizerischen Invalidenversicherung in Form von beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen und einer Rente angemeldet (act. I 4). Nach 

Vorliegen des Fragebogens für den Arbeitgeber vom 27. April 2007 (Ein-

gangsstempel; act. I 25) und eines Berichts des E._______ vom 21. Sep-

tember 2007 (act. I 37) empfahlen die Dres. med. O._______ und 

P._______ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (im Folgenden: RAD) am 26. 

November 2007 die Veranlassung einer monodisziplinären psychiatrischen 

Begutachtung (act. I 44). Nachdem Dr. med. Q._______, Spezialarzt Psy-

chiatrie und Psychotherapie, am 23. Januar 2008 die entsprechende Ex-

pertise erstellt (act. I 49) und die RAD-Ärzte am 6. Februar 2008 erneut 

Stellung genommen hatten (act. I 50), hielt die Eingliederungsberaterin in 

ihrem Bericht vom 30. September 2008 fest, man warte zu, wie die ganzen 

Operationen (vgl. Bst. A.b hiervor) verlaufen würden, um dann anschlies-

send das weitere Vorgehen zu besprechen (act. I 65; vgl. auch act. I 67). 

Da sich der Versicherte in der Folge nicht mehr bei der IV-Stelle N._______ 

gemeldet hatte, beantragte die Eingliederungsberaterin am 20. Januar 

2009 den Fallabschluss (act. I 69). Nach Erhalt von Suva-Akten (act. I 74; 

vgl. auch act. I 78) und der Beurteilung von Dr. med. R._______ vom RAD 

vom 30. April 2009 (act. I 75) sowie weiterer medizinischer Dokumente (act. 

I 81 bis 83, 85) teilte die IV-Stelle N._______ dem Versicherten mit Schrei-

ben vom 14. Oktober 2009 den Abschluss der Arbeitsvermittlung mit (act. I 

88). 

B.b Am 4. Februar 2010 wurde der Versicherte verhaftet, abgeführt und 

anschliessend in Untersuchungshaft gesetzt (act. I 99, 101 und 111 S. 20, 

S. 21 und S. 33; act. II 141, 147 bis 150, 154, 156); nach seiner Haftent-

lassung wurde er gemäss seinen eigenen Angaben ausgeschafft (act. I 206 

S. 2 und 3). In Kenntnis weiterer Dokumente der Suva resp. medizinischer 

Unterlagen (act. I 111, 112, 114, 116, 118, 130 bis 133, 135 bis 138, 140 

bis 141, 146 und 147) und der Berichterstattung des RAD-Arztes Dr. med. 

P._______ vom 20. Juni 2011 (act. I 117) erliess die IV-Stelle N._______ 

am 9. Juni 2016 einen Vorbescheid, mit welchem sie dem Versicherten bei 

einem Invaliditätsgrad von 0 % die Abweisung des Rentenbegehrens in 

Aussicht stellte (act. I 148). Da das Rechtsvertretungsmandat erloschen 

war, erhielt der Versicherte im Rahmen des Schreibens vom 16. Juni 2016 

Gelegenheit zur Einreichung eines schriftlichen Einwands (act. I 154). In 

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der Folge liess sich der Versicherte hierzu nicht explizit vernehmen und es 

erging – soweit aus den Akten ersichtlich – keine dem Vorbescheid vom 

9. Juni 2016 im Ergebnis entsprechende Verfügung (vgl. auch act. I 190). 

B.c Obwohl das Erstanmeldungsverfahren noch nicht abgeschlossen wor-

den war, gelangte der Versicherte mit Datum vom 20. September 2016 er-

neut an die IVSTA (act. I 156). In Kenntnis der ausgefüllten und unterzeich-

neten Fragebögen für den Versicherten und für die im Haushalt tätigen Ver-

sicherten (act. I 161) sowie medizinischer Akten aus der Heimat des Versi-

cherten (act. I 164 bis 169) bat die IVSTA die IV-Stelle N._______ am 

17. August 2017 zuständigkeitshalber um Zustellung der Vorakten (act. I 

184 bis 186). Nach Eingang weiterer Aktenstücke aus Serbien (act. 192 bis 

205) bat Dr. med. S._______, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom RAD 

am 15. Februar 2018 angesichts der Haupterkrankung im psychischen Be-

reich darum, den Fall einem Psychiater zur Beurteilung zu unterbreiten 

(act. I 207); die entsprechende Stellungnahme von Dr. med. T._______, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD datiert vom 1. März 

2018 (act. I 209). Gestützt auf diese Beurteilung sowie diejenige von 

Dr. med. S._______ vom 5. April 2018 (act. I 212) beauftragte die IVSTA 

am 25. Mai 2018 die U._______ AG Abklärungen (im Folgenden: 

U._______ AG) mit einer interdisziplinären medizinischen Abklärung (act. I 

222; vgl. auch act. I 227); mit Schreiben vom 20. August 2018 leitete die 

IVSTA der U._______ AG weitere, vom Versicherten eingereichte medizi-

nische Unterlagen weiter (act. I 247 bis 252).  

B.d Nach Vorliegen der interdisziplinären Expertise vom 28. Januar 2019, 

bestehend aus den Aktendokumenten und der medizinischen Vorge-

schichte (act. I 269 S. 200 bis 222), dem psychiatrischen Teilgutachten von 

Dr. med. V._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (act. I 

269 S. 156 bis 196), dem dermatologischen Teilgutachten von Dr. med. 

W._______, Facharzt für Dermatologie und Venerologie (act. I 269 S. 120 

bis 155), dem neurologischen Teilgutachten von Dr. med. X._______, 

Facharzt für Neurologie (act. I 269 S. 82 bis 119), dem chirurgischen Teil-

gutachten von Dr. med. Y._______, Facharzt für Chirurgie (act. I 269 S. 47 

bis 81), dem internistischen Teilgutachten von Dr. med. Z._______, Fach-

arzt für Allgemeine Innere Medizin (act. I 269 S. 10 bis 46) sowie der inter-

disziplinären Gesamtbeurteilung (act. I 269 S. 1 bis 9) nahmen die Dres. 

med. AA.______, Fachärztin für Allgemeine Medizin, und AK._______, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD am 14. Juni 2019 

abschliessend Stellung (act. I 280). In der Folge erliess die IVSTA am 1. 

Juli 2019 einen Vorbescheid, mit welchem sie denjenigen der IV-Stelle 

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N._______ vom 9. Juni 2016 (vgl. Bst. B.b hiervor) aufhob und dem Versi-

cherten die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht stellte (act. I 

281).  

B.e Die hiergegen vom Versicherten mit Eingabe vom 6. August 2019 

(Posteingang) erhobenen Einwendungen (act. I 284 und 287) wurden mit 

Verfügung vom 7. Oktober 2019 abgewiesen (act. I 288). Da sich diese 

Verfügung mit dem Einwand des Rechtsvertreters, Advokat AB.______ , 

vom 4. Oktober 2019 (Posteingang; act. I 289, 290, 294 bis 302; vgl. auch 

act. I 304, 305, 307 bis 310) gekreuzt hatte, bat die IVSTA die Suva im 

Rahmen des Schreibens vom 8. Oktober 2019 um Vernichtung der Kopie 

der Verfügung vom 7. Oktober 2019 (act. I 291 bis 293). Nachdem Dr. med. 

S._______ vom RAD am 3. Januar 2020 die nachgereichte medizinische 

Dokumentation des Versicherten gewürdigt hatte (act. I 313), erliess die 

IVSTA am 8. Januar 2020 eine weitere leistungsabweisende Verfügung 

(act. I 314). 

C.  

C.a Hiergegen liess der Versicherte durch seinen Rechtsvertreter beim 

Bundesverwaltungsgericht mit Eingabe vom 20. Februar 2020 (Postein-

gang) Beschwerde erheben und die Aufhebung der Verfügung vom 8. Ja-

nuar 2020 beantragen (act. im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: B-

act.] 1 und 4). 

Zur Begründung wurde zusammengefasst vorgebracht, der medizinische 

Sachverhalt sei nicht korrekt festgestellt worden. Beim Beschwerdeführer 

läge eine Invalidität von bis zu 100 % vor, was von Dr. med. AC._______ 

in deren Gutachten vom 13. Februar 2020 festgestellt worden sei. Diese 

Gutachterin habe festgehalten, dass der Versicherte unfähig sei, jegliche 

Arbeiten zu verrichten. Bei diesem läge in psychischer Hinsicht eine Inva-

lidität von 100 % vor. Aus der medizinischen Dokumentation werde deut-

lich, dass der Versicherte nicht in der Lage sei, sich um sich selbst und 

seine Bedürfnisse zu kümmern, und er sei dauerhaft unfähig, jegliche Ar-

beiten zu verrichten. Im Weiteren sei anzufügen, dass die Verbrennungen 

und sichtbaren Körperschäden die Ursache für die depressiven Zustände 

und die Verschlechterung seines psychischen Zustands im Laufe der Zeit 

gewesen seien. Es werde vorgeschlagen, dass das Bundesverwaltungs-

gericht den exakten Sachverhalt feststelle, die zur Verfügung gestellte me-

dizinische Dokumentation berücksichtige und der Beschwerdeführer zu 

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medizinischen Untersuchungen eingeladen werde, um seinen Gesund-

heitszustand genauestens zu bestimmen. Abschliessend sei festzustellen, 

dass der Beschwerdeführer gemäss den geltenden schweizerischen Ge-

setzen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. 

C.b Mit Schreiben vom 21. Februar 2020 forderte die Instruktionsrichterin 

den Beschwerdeführer unter Hinweis auf die massgeblichen gesetzlichen 

Grundlagen und Säumnisfolgen auf, eine schweizerische Korrespondenz-

adresse bekannt zu geben (B-act. 3); dieser Aufforderung kam der Be-

schwerdeführer nach (B-act. 5). 

C.c Mit Zwischenverfügung vom 25. März 2020 wurde der Beschwerdefüh-

rer unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nichteintreten auf die Be-

schwerde) aufgefordert, innert Frist einen Kostenvorschuss von Fr. 800.- 

in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten (B-act. 6 und 

7). Im Anschluss an die Telefonate des Beschwerdeführers und seiner 

Tochter (B-act. 8 bis 10) ging am 6. Mai 2020 beim Bundesverwaltungsge-

richt das Formular "Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege" ein (B-act. 11 

bis 13). 

C.d Mit prozessleitender Verfügung vom 11. August 2020 wurde der Be-

schwerdeführer – wiederum unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Akten-

entscheid) – aufgefordert, innert Frist das beiliegende Formular "Gesuch 

um unentgeltliche Rechtspflege" vollständig ausgefüllt und mit den nötigen 

Beweismitteln versehen nochmals einzureichen. Weiter erhielt er Gelegen-

heit, innert gleicher Frist mitzuteilen, ob um die Einsetzung von Rechtsan-

walt AB.______  als amtlich bestellter Anwalt ersucht werde und folglich 

Auskunft zu erteilen sei, ob und gegebenenfalls in welchem schweizeri-

schen Anwaltsregister AB._______  eingetragen sei oder ob er die in BVGE 

2016/37 genannten Voraussetzungen erfülle (B-act. 14 und 15; vgl. auch 

B-act. 17 und 21); dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer nach (B-

act. 18 bis 20). 

C.e Mit Zwischenverfügung vom 6. November 2020 wurde das Gesuch um 

unentgeltliche Prozessführung gutgeheissen und dasjenige um unentgelt-

liche Rechtsverbeiständung abgewiesen (B-act. 22 und 23). Daraufhin lei-

tete das Bundesgericht am 16. Dezember 2020 dem Bundesverwaltungs-

gericht die – die Zwischenverfügung vom 6. November 2020 betreffende – 

Eingabe samt Übersetzung von Advokat AB.______  vom 4. Dezember 

2020 weiter (B-act. 26 und 27). 

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Seite 8 

C.f In ihrer Vernehmlassung vom 5. Januar 2021 beantragte die Vorinstanz 

die Abweisung der Beschwerde (B-act. 28). 

Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, es seien im Rahmen 

des Abklärungsverfahrens sämtliche medizinische Akten der Suva dem IV-

ärztlichen bzw. dem RAD-ärztlichen Dienst zur Stellungnahme unterbreitet 

worden. Das polydisziplinäre Gutachten der U._______ AG vom 28. Ja-

nuar 2019 erfülle gemäss der Beurteilung des IV-ärztlichen Dienstes vom 

25. Juni 2019 (act. I 280) die qualitativen Anforderungen der Rechtspre-

chung vollumfänglich. Auch die im Nachgang im Rahmen des Anhörungs-

verfahrens eingereichten Medizinalberichte hätten keine abweichende Be-

urteilung der RAD-Ärztin zu bewirken vermocht (act. I 313). Aus psychiat-

rischer Sicht liege neu ein serbisches Gutachten vor, welches ein gänzlich 

anderes Zustandsbild des Versicherten liefere, als dies in der 13 Monate 

zuvor erfolgten polydisziplinären Begutachtung gesehen worden sei. Der 

beurteilende Facharzt für Psychiatrie könne aus medizinisch-theoretischer 

wie auch klinischer Sicht keine plausible Erklärung dafür abgeben und lie-

fere dazu in der beiliegenden Stellungnahme vom 28. Dezember 2020 die 

entsprechende schlüssige Begründung, auf die explizit zu verweisen sei. 

Zusammenfassend vermöchten die nachgängigen Medizinalberichte die 

gutachterlichen Schlussfolgerungen nicht zu entkräften. Es bleibe somit bei 

der Feststellung, wonach der Beschwerdeführer keine rentenbegründende 

Invalidität aufzuweisen vermöge. 

C.g In seiner Replik vom 23. Februar 2021 liess der Beschwerdeführer, 

neu vertreten durch C._______, an seinen Rechtsbegehren festhalten (B-

act. 30; vgl. hierzu auch B-act. 31). 

Zur Begründung wurde zusammengefasst vorgetragen, seit dem Ereignis 

im Jahr 2006 sei der Beschwerdeführer vom Arzt zu 100 % krankgeschrie-

ben und unter ständiger Medikation, weshalb von einer begründeten Inva-

lidität auszugehen sei. Der Beschwerdeführer sei auch in psychologischer 

Betreuung, da seine Nerven unter der Entstellung sehr leiden würden. Man 

müsse darauf bestehen, dass der Fall nochmals beurteilt werde. Nach 

Sichtung aller Unterlagen lägen durchaus Gründe für eine 100%ige Beren-

tung vor, und es werde höflich um Abklärung und Neuerwägung ersucht. 

C.h In ihrer Duplik vom 6. Juli 2021 beantragte die Vorinstanz weiterhin die 

Abweisung der Beschwerde (B-act. 32). 

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Seite 9 

Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, sie habe zu allen we-

sentlichen Fragen bereits einlässlich in der Vernehmlassung vom 5. Januar 

2021 Stellung bezogen. Mangels replicando vorgetragener neuer Sachver-

haltselemente verbleibe man bei den dortigen Ausführungen. Man habe 

dem an dieser Stelle nichts Weiteres beizufügen. Zu den geforderten wei-

teren Abklärungen werde darauf hingewiesen, dass vorliegend im Sinne 

einer antizipierten Beweiswürdigung aufgrund eines überwiegend wahr-

scheinlichen Sachverhalts auf weitere Massnahmen zu verzichten sei. 

C.i Mit prozessleitender Verfügung vom 12. Juli 2021 schloss die Instrukti-

onsrichterin unter dem Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen den 

Schriftenwechsel ab (B-act. 33). 

C.j Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-

weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-

wägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-

nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-

zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]; BVGE 

2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2). 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG; SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 

Bst. b IVG sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen der IVSTA. Eine 

Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-

tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-

gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-

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Seite 10 

rungen anwendbar, wenn und soweit es die einzelnen Sozialversiche-

rungsgesetze vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG 

auf die IV anwendbar (Art. 1a-26bis und 28-70 IVG), soweit das IVG nicht 

ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach den 

allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formellrechtlicher Hinsicht 

mangels anderslautender Übergangsbestimmungen grundsätzlich diejeni-

gen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeur-

teilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 22a 

in Verbindung mit Art. 60 ATSG und Art. 50 Abs. 1 VwVG sowie Art. 52 

Abs. 1 VwVG). Als Adressat der Verfügung vom 8. Januar 2020 (act. I 314) 

ist der Beschwerdeführer berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 

deren Aufhebung oder Änderung (vgl. Art. 59 ATSG). Zusammenfassend 

ergibt sich, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Auf die 

Beschwerde ist daher einzutreten. 

1.4  

1.4.1 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes 

des vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bil-

det die Verfügung vom 8. Januar 2020 (act. I 314), mit welcher die Vor-

instanz den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente ab-

gewiesen hat. Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass mit dieser Verfü-

gung implizit auch diejenige vom 7. Oktober 2019 annulliert wurde 

(vgl. hierzu act. I 291 bis 293) und es sich bei der Eingabe des Beschwer-

deführers vom 20. September 2016 (act. I 156) nicht um eine Neuanmel-

dung gehandelt hatte, da im Anschluss an den Vorbescheid der IV-Stelle 

N._______ vom 9. Juni 2016 (act. I 148) keine entsprechende Verfügung 

erging und demnach das Erstanmeldungsverfahren zu diesem Zeitpunkt 

noch nicht abgeschlossen wurde. 

1.4.2 Streitig und zu prüfen ist die Rechtmässigkeit der vorliegend ange-

fochtenen Verfügung vom 8. Januar 2020 und in diesem Zusammenhang 

insbesondere, ob die Vorinstanz den Sachverhalt in medizinischer Hinsicht 

rechtsgenüglich abgeklärt und gewürdigt hat. 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

C-976/2020 

Seite 11 

1.6 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser 

Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein 

Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE 

125 V 195 E. 2, BGE 122 V 158 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversi-

cherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines be-

stimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Ge-

richt hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 

126 V 360 E. 5b und 125 V 195 E. 2, je mit Hinweisen). 

2.  

Im Folgenden sind die weiteren, im vorliegenden Verfahren im Wesentli-

chen anwendbaren Normen in den jeweiligen Fassungen und Rechts-

grundsätze darzustellen. 

2.1 Der Beschwerdeführer ist serbischer Staatsangehöriger (act. I 4) und 

wohnt in Serbien. Mit Blick auf das massgebliche Verfügungsdatum (8. Ja-

nuar 2020; act. I 314) gelangt damit das am 11. Oktober 2010 abgeschlos-

sene und am 1. Januar 2019 in Kraft getretene Abkommen zwischen der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Republik Serbien über Sozi-

ale Sicherheit (SR 0.831.109.682.1; im Folgenden: Abkommen) zur An-

wendung. Soweit dieses Abkommen nichts anderes bestimmt, sind die 

Staatsangehörigen des einen Vertragsstaates sowie deren Familienange-

hörige und Hinterlassene in ihren Rechten und Pflichten aus den Rechts-

vorschriften des anderen Vertragsstaates den Staatsangehörigen dieses 

Vertragsstaates beziehungsweise deren Familienangehörigen und Hinter-

lassenen gleichgestellt (Art. 4 Abs. 1 des Abkommens). Gemäss Art. 5 

Abs. 2 des Abkommens werden ordentliche Renten der schweizerischen 

Invalidenversicherung für Versicherte, die weniger als zur Hälfte invalid 

sind, sowie die ausserordentlichen Renten und die Hilflosenentschädigun-

gen der schweizerischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversiche-

rung nur bei Wohnsitz in der Schweiz gewährt. 

2.2  

C-976/2020 

Seite 12 

2.2.1 Am 1. Januar 2008 sind im Rahmen der 5. IV-Revision Änderungen 

des IVG und anderer Erlasse wie des ATSG in Kraft getreten. Weil in zeit-

licher Hinsicht – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelun-

gen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich sind, die bei der 

Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tat-

bestandes Geltung haben (BGE 132 V 215 E. 3.1.1, 131 V 9 E. 1), sind die 

Leistungsansprüche für die Zeit vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 

2007 aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den Normen 

ab 1. Dezember 2008 zu prüfen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). Nach 

der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der Beurtei-

lung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 

mit Hinweisen). Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, 

sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein 

(BGE 121 V 362 E. 1b).  

2.2.2 Im vorliegenden Verfahren finden demnach grundsätzlich jene Vor-

schriften Anwendung, die spätestens beim Erlass der Verfügung vom 8. Ja-

nuar 2020 in Kraft standen; weiter aber auch solche Vorschriften, die zu 

jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft getreten waren, die aber für die Beur-

teilung allenfalls früher entstandener Leistungsansprüche von Belang sind 

(das IVG in der vom 1. Januar 2004 bis 31. Dezember 2007 gültig gewe-

senen Fassung vom 21. März 2003 [AS 2003 3837; 4. IV-Revision] sowie 

ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 2006 [AS 2007 

5129; 5. IV-Revision]; die IVV in den entsprechenden Fassungen). Mit Blick 

auf das Datum der angefochtenen Verfügung (8. Januar 2020) könnten al-

lenfalls auch die Normen des vom Bundesrat auf den 1. Januar 2012 in 

Kraft gesetzten ersten Teils der 6. IV-Revision (IV-Revision 6a) zur Anwen-

dung gelangen, jedoch nicht die seit 1. Januar 2022 in Kraft stehenden 

Änderungen des IVG vom 19. Juni 2020 (Weiterentwicklung der IV, AS 

2021 705; BBl 2017 2535). 

2.3 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt 

der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer Beiträge an 

die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet 

hat, d.h. während mindestens eines vollen Jahres gemäss Art. 36 Abs. 1 

IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden bzw. während mindestens 

drei Jahren laut Art. 36 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden 

Fassung. Diese Bedingungen müssen kumulativ gegeben sein; fehlt eine, 

so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn die andere erfüllt ist. Der 

https://www.fedlex.admin.ch/eli/oc/2021/705/de
https://www.fedlex.admin.ch/eli/oc/2021/705/de
https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2017/544/de

C-976/2020 

Seite 13 

Beschwerdeführer hat in der Schweiz unbestrittenermassen während mehr 

als drei Jahren AHV/IV-Beiträge geleistet (act. I 8), so dass die Vorausset-

zung der Mindestbeitragsdauer gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG sowohl in der 

bis 31. Dezember 2007 gültig gewesenen Fassung als auch in der ab 1. Ja-

nuar 2008 geltenden Fassung erfüllt ist. 

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gültig ge-

wesenen Fassung) bestand der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn die 

versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens 60 % invalid war. Bei einem Invaliditätsgrad von min-

destens 50 % bestand Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Inva-

liditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente. Hieran 

hat die 5. IV-Revision nichts geändert (Art. 28 Abs. 2 IVG in der ab 2008 

geltenden Fassung). Laut Art. 28 Abs. 1ter IVG (in der bis Ende 2007 gültig 

gewesenen Fassung) bzw. Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 geltenden 

Fassung) werden Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % 

entsprechen, jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz 

und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit 

nicht völkerrechtliche Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorse-

hen. Eine solche Ausnahme, wie sie seit dem 1. Juni 2002 für die Staats-

angehörigen eines Mitgliedstaates der EU und der Schweiz gilt, sofern sie 

in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben (BGE 130 V 253 E. 2.3 und 

3.1), liegt nicht vor (vgl. Art. 5 Abs. 2 des Sozialversicherungsabkommens; 

vgl. E. 2.1 hiervor). Nach der Rechtsprechung des Eidgenössischen Versi-

cherungsgerichts (EVG; seit 1. Januar 2007: BGer) stellt diese Regelung 

nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine besondere An-

spruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 264 E. 6c). 

2.5 Nach den Vorschriften der 4. IV-Revision entstand der Rentenanspruch 

frühestens in dem Zeitpunkt, in dem die versicherte Person mindestens zu 

40 % bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden war oder während 

eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Art. 29 Abs. 1 Bst. a 

und b IVG in der von 2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung). 

Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung 

haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre Erwerbsfähig-

keit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig 

C-976/2020 

Seite 14 

(Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu min-

destens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). 

2.6 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 

auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 

ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-

wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-

fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 

anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-

gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 

281 E. 2.1). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 

gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 

der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-

scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 

nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 

objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-

gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 

E. 4.4). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-

mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-

gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-

len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-

wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2014 IV Nr. 2 

S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person 

trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit 

auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offenstehenden ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies 

ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 

279 E. 3.2.1; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2). 

2.7 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende so-

matoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomatisches 

Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen leicht- bis 

mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409 und 418), sind für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berück-

sichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 

Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tat-

sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 

E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung 

C-976/2020 

Seite 15 

und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis ge-

stellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). 

Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das 

Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie 

«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-

schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-

tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-

täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-

tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-

text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-

tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-

tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-

handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-

druck (E. 4.4.2). 

2.8 Ärztliche Auskünfte sind eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 

der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet 

werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4). Sache des (begut-

achtenden) Mediziners ist es zunächst, den Gesundheitszustand zu beur-

teilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu beschreiben, 

d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztlicher Untersuchung unter Berück-

sichtigung der subjektiven Beschwerden die Befunde zu erheben und ge-

stützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der Sachverständige 

seine genuine Aufgabe, wofür Verwaltung und Gerichte nicht kompetent 

sind. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen Beein-

trächtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen 

keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arzt-

person zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, 

welche sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich begründet. Schliess-

lich sind die ärztlichen Angaben eine wichtige Grundlage für die juristische 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemu-

tet werden können. Nötigenfalls sind, in Ergänzung der medizinischen Un-

terlagen, für die Ermittlung des erwerblich nutzbaren Leistungsvermögens 

die Fachpersonen der beruflichen Integration und Berufsberatung einzu-

schalten (BGE 140 V 193 E. 3.2). Demgegenüber fällt es nicht in den Auf-

gabenbereich des Arztes oder der Ärztin, sich zur Höhe einer allfälligen 

Rente zu äussern, da der Begriff der Invalidität nicht nur von medizini-

schen, sondern auch von erwerblichen Faktoren bestimmt wird (vgl. Art. 16 

ATSG). 

C-976/2020 

Seite 16 

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-

hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).  

Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche organische Patholo-

gie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt eine Anspruchsbe-

rechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswir-

kungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 

voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwerdebildern inhä-

rente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berücksichtigung wei-

terer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa Freizeitverhalten oder fami-

liäres Engagement erfordern, um das Ausmass der Einschränkungen zu 

plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische Angaben zu berücksich-

tigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie im Rahmen der festen 

Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren unklaren Beschwerdebildern 

(BGE 141 V 281 E. 4.4.1) regelmässig zu berücksichtigen sind, ist eine 

ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290 

E. 3.3.2). In den konsistenten Nachweis einer gestörten Aktivität und Par-

tizipation einzubeziehen sind nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denje-

nigen Befunden ergeben, welche auch für die Diagnose der Gesundheits-

beeinträchtigung massgebend gewesen sind. Die Einschränkung in den 

Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer lege artis gestellten Diagnose 

gehört, wird mit den Anforderungen des Arbeitslebens abgeglichen und an-

hand von Schweregrad- und Konsistenzkriterien in eine allfällige Ein-

schränkung der Arbeitsfähigkeit umgesetzt. Auf diesem Weg können gel-

tend gemachte Funktionseinschränkungen über eine sorgfältige Plausibili-

tätsprüfung bestätigt oder verworfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2). 

Eine begutachtende medizinische Fachperson muss über die notwendigen 

fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 22. 

November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). Den von Versicherungsträgern im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von medizinischen 

Sachverständigen, die den Anforderungen der Rechtsprechung entspre-

C-976/2020 

Seite 17 

chen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht kon-

krete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 

V 210 E. 2.2.2 und 135 V 465 E. 4.4). 

Sofern RAD-Untersuchungsberichte oder solche des IV-internen medizini-

schen Dienstes den Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (BGE 125 

V 351 E. 3a) genügen, auch hinsichtlich der erforderlichen ärztlichen Qua-

lifikationen (vgl. hierzu Urteil des BGer 9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 

E. 2.1), haben sie einen vergleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gut-

achten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Eine von anderen mit der 

versicherten Person befassten Ärzten abweichende Beurteilung vermag 

die Objektivität des Experten nicht in Frage zu stellen. Es gehört vielmehr 

zu den Pflichten eines Gutachters, sich kritisch mit dem Aktenmaterial aus-

einanderzusetzen und eine eigenständige Beurteilung abzugeben. Auf wel-

che Einschätzung letztlich abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- 

und allenfalls Gerichtsverfahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung 

(BGE 132 V 93 E. 7.2.2).  

Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA, 

welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengut-

achten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-

henden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be-

fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile 

des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 

8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hin-

weisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht 

insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-

stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche 

in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-

dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-

nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit 

Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie 

haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, 

wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten 

eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-

dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-

nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen 

Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-

ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende 

C-976/2020 

Seite 18 

Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-

gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 

E. 3.3). 

Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fach-

personen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arz-

tes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auf-

tragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc) nicht, um solche Zweifel 

auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten 

anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen 

haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung 

veranlasst (BGE 135 V 465 E. 4.4 - 4.6). 

3.  

In Bezug auf den Einspracheentscheid der Suva vom 21. Februar 2014 

(act. II 384), welcher vom Versicherungsgericht des Kantons AD._______ 

mit Entscheid vom 21. Juli 2015 geschützt wurde (act. II 404; auf die dage-

gen erhobene Beschwerde vom 24. August 2015 [act. II 406] trat das Bun-

desgericht mit Urteil vom 29. September 2015 nicht ein [act. II 408]), ergibt 

sich in koordinationsrechtlicher Hinsicht, dass die IV-Stellen und die Unfall-

versicherer die Invaliditätsbemessung in jedem Einzelfall selbstständig vor-

zunehmen haben. Keinesfalls dürfen sie sich ohne weitere eigene Prüfung 

mit der blossen Übernahme des Invaliditätsgrads des Unfallversicherers 

bzw. der IV-Stelle begnügen (BGE 126 V 288 E. 2d). Der koordinations-

rechtliche Gesichtspunkt hat sodann dadurch an Bedeutung verloren, dass 

nach BGE 131 V 362 die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung 

gegenüber dem Unfallversicherer keine Bindungswirkung entfaltet. Das-

selbe gilt auch in umgekehrter Hinsicht (BGE 133 V 549 E. 6). Aufgrund 

dieser höchstrichterlichen Rechtsprechung war die Vorinstanz beim Erlass 

der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 8. Januar 2020 (act. I 314) 

grundsätzlich nicht an die durch die Suva vorgenommene Invaliditätsbe-

messung gebunden, zumal die Invalidenversicherung – trotz identischem 

Invaliditätsbegriff seit dem In-Kraft-Treten von Art. 8 ATSG – als final kon-

zipierte Versicherung im Gegensatz zur Unfallversicherung, bei welcher 

nur die unfallbedingte Invalidität Berücksichtigung findet, nicht zwischen 

krankheits- oder unfallbedingter Invalidität unterscheidet (vgl. Urteil des 

BGer 9C_7/2008 vom 18. September 2008 E. 5.). Da die Invaliditätsein-

schätzung der Suva lediglich die natürlich und adäquat kausalen gesund-

heitlichen und erwerblichen Unfallfolgen zu berücksichtigen hatte, ist im 

Folgenden mit Blick auf den finalen Charakter der IV insbesondere auch 

C-976/2020 

Seite 19 

zu prüfen, ob beim Beschwerdeführer zusätzliche krankheitsbedingte ge-

sundheitliche Beeinträchtigungen bestehen und ob bzw. in welchem Um-

fang und ab welchem Zeitpunkt die Gesamtheit der gesundheitlichen Ein-

schränkungen allenfalls zu einer rentenbegründenden Erwerbsunfähigkeit 

geführt hat. 

4.  

Der Vorinstanz dienten in medizinischer Hinsicht als Entscheidgrundlage 

in erster Linie das polydisziplinäre Gutachten der U._______ AG vom 28. 

Januar 2019, bestehend aus den Aktendokumenten und der medizinischen 

Vorgeschichte (act. I 269 S. 200 bis 222), dem psychiatrischen Teilgutach-

ten von Dr. med. V._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 

(act. I 269 S. 156 bis 196), dem dermatologischen Teilgutachten von Dr. 

med. W._______, Facharzt für Dermatologie und Venerologie (act. I 269 S. 

120 bis 155), dem neurologischen Teilgutachten von Dr. med. X._______, 

Facharzt für Neurologie (act. I 269 S. 82 bis 119), dem chirurgischen Teil-

gutachten von Dr. med. Y._______, Facharzt für Chirurgie (act. I 269 S. 47 

bis 81), dem internistischen Teilgutachten von Dr. med. Z._______, Fach-

arzt für Allgemeine Innere Medizin (act. I 269 S. 10 bis 46) sowie der inter-

disziplinären Gesamtbeurteilung (act. I 269 S. 1 bis 9). Des Weiteren dien-

ten der Vorinstanz insbesondere die Beurteilung der Dres. med. 

AA.______, Fachärztin für Allgemeine Medizin, und AK._______, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, vom RAD vom 14. Juni 2019 (act. I 

280) sowie diejenige von der RAD-Ärztin Dr. med. S._______ vom 3. Ja-

nuar 2020 (act. I 313) als Entscheidbasis. Diese Dokumente sind nachfol-

gend zusammengefasst wiederzugeben, wobei die nach Verfügungserlass 

vom 8. Januar 2020 verfassten ärztlichen Dokumente – insbesondere das 

Gutachten der Neuropsychiaterin Dr. AC._______ vom 13. Februar 2020 

(B-act. 1 und 4) sowie die Beurteilungen der Dres. med. S._______ und 

AE._______ vom 14. und 28. Dezember 2020 (B-act. 28) – im vorliegen-

den Verfahren mangels prozessökonomischer Gründe dem Normalfall ent-

sprechend unberücksichtigt zu bleiben haben (vgl. hierzu BGE 130 V 138 

E. 2.1). Dem Beschwerdeführer bleibt es jedoch unbenommen, sich bei der 

Vorinstanz neu anzumelden. 

Falls aufgrund der zu würdigenden medizinischen Dokumentation eine 

rechtsgenügliche und umfassende Beurteilung des Gesundheitszustands 

und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Be-

schwerdeführers vorliegt resp. sich der rechtserhebliche Sachverhalt als 

vollständig abgeklärt und gewürdigt erweist, ist zu prüfen, ob der Be-

schwerdeführer einen Rentenanspruch hat. In diesem Zusammenhang ist 

C-976/2020 

Seite 20 

ergänzend darauf hinzuweisen, dass bei allfälliger rückwirkender Zuspre-

chung einer abgestuften oder befristeten IV-Rente die für die Rentenrevi-

sion geltenden Bestimmungen analog anzuwenden sind (BGE 109 V 125 

E. 4a; AHI 1998 S. 121 E. 1b; zur Revision von Invalidenrenten vgl. Art. 17 

Abs. 1 ATSG und Art. 88a Abs. 1 IVV in Verbindung mit Art. 88bis Abs. 2 

IVV; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.2 und E. 3.5.4; BGE 141 V 9 E. 2.3 

und 5.2; BGE 133 V 108 E. 5.4; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2). 

  

C-976/2020 

Seite 21 

4.1  

4.1.1 Dr. med. V.______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, di-

agnostizierte in seinem psychiatrischen Teilgutachten (act. I 269 S. 156 bis 

196) eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.8) und führte weiter aus, im 

AMDP-konform erhobenen psychiatrischen Befund seien die ICD-10-kon-

formen Kriterien einer depressiven Episode nicht ausreichend zu objekti-

vieren. Dieser Eindruck werde bestätigt durch die Beschreibung der All-

tagsaktivitäten und die hiesige Verhaltensbeobachtung. Zusammenfas-

send lasse sich feststellen, dass die Qualität der Körperverletzung im März 

2006 zwar die Kriterien eines psychischen Traumas erfüllt habe, aber bei 

der Untersuchung die diagnostischen Kriterien für eine posttraumatische 

Belastungsstörung nicht (zumindest nicht mehr) erfüllt seien. Aus der Me-

dikamentenanamnese ergebe sich der Anhalt für einen monate- bis jahre-

langen leitlinienwidrigen Gebrauch von Benzodiazepinen. Die leichten ef-

fektiven Auffälligkeiten, die Durchschlafstörungen und die reklamierten 

Konzentrationsdefizite könnten somit ebenso gut als typische Nebenwir-

kung eines chronischen Fehlgebrauchs dieser Substanzen gewertet wer-

den. Die aktenkundig vorgeschriebenen kognitiven Defizite seien bei der 

Untersuchung nicht schlüssig nachzuvollziehen. Der Versicherte sei wach 

und attent und zeige keine auffälligen Konzentrationseinbrüche. Lediglich 

bei den sondierenden Kurztests würden leichte Defizite demonstriert. Bei 

den orientierenden Tests zur Beschwerdevalidierung ergäben sich hinge-

gen deutliche Hinweise auf ein nicht glaubwürdiges Antwortverhalten. Eine 

bewusstseinsnahe Darbietung von Einschränkungen und Beschwerden 

durch den Versicherten sei auch durch weitere Indizien aus der Verhaltens-

beobachtung zu untermauern. Der Versicherte gebe an, seit langem keiner 

Arbeit nachzugehen, zeige aber stark beschwielte Handinnenflächen. Auch 

die Angaben zur Stärke der Cephalgien seien mit dem beobachtbaren Ver-

halten kaum in Einklang zu bringen. Vor dem Hintergrund einer wahr-

scheinlichen Beschwerdeaggravierung blieben die reklamierten Beschwer-

den und Schmerzen zumindest hinsichtlich der Ausprägung zweifelhaft. 

Zusammenfassend ergäben sich keine ausreichenden Hinweise für eine 

psychiatrisch begründbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Hierbei be-

stehe weitgehende Übereinstimmung mit dem psychiatrischen Gutachten 

aus dem Jahr 2012. Eine Arbeitsaufnahme sei aus therapeutischer Sicht 

grundsätzlich zur Stabilisierung der Tagesstrukturierung, des Selbstwirk-

samkeits- und Selbstwerterlebens und sozialer Teilhabe sowie zum Abbau 

von Insuffizienzerleben zu befürworten. Der Befund, die Angaben zur All-

tagskompetenz und die Hinweise auf nachgewiesene Inkonsistenzen wür-

den für eine ausreichende Belastbarkeit für eine Arbeitstätigkeit auf dem 

C-976/2020 

Seite 22 

ersten Arbeitsmarkt sprechen, dies auch parallel zur laufenden Behand-

lung. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betrage 100 %. Die 

behandelnden Psychiater attestierten im Zeitverlauf eine 100%ige Arbeits-

unfähigkeit. Bei einer ersten psychiatrischen Begutachtung 2008 sei eine 

50%ige Arbeitsunfähigkeit festgestellt worden und bei der Folgebegutach-

tung Ende 2012 sei keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit mehr be-

schrieben worden. Angesichts der uneinheitlichen Vorbewertungen und der 

hiesigen Hinweise auf eine Aggravation könne der Gutachter rückblickend 

keine Arbeitsunfähigkeit attestieren; auch der aktuelle Befund spreche wie 

im letzten Vorgutachten für eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Schliesslich sei 

keine angepasste Tätigkeit erforderlich. 

4.1.2 Dr. med. W._______, Facharzt für Dermatologie und Venerologie, di-

agnostizierte in seinem dermatologischen Teilgutachten (act. I 269 S. 120 

bis 155) Zustände nach Verbrennungen der Haut Grad IIB-III (ICD-10: T20-

25) und nach Hauttransplantationen (ICD-10: Z94.5). Weiter berichtete er, 

die Folgen der Verbrennung seien sachgerecht und ausreichend behandelt 

worden. Weitere spezifische dermatologische Behandlungen seien weder 

notwendig noch möglich. Die geklagten Symptome seien im geschilderten 

Ausmass nicht mit den erhobenen Befunden in Übereinstimmung zu brin-

gen. Grundsätzlich bestehe bei einer Vernarbung oder einem Hauttrans-

plantat eine eingeschränkte Belastbarkeit, bezogen sowohl auf mechani-

sche (Reibung, Druck) als auch auf chemische (Feuchtarbeiten, Kontakt 

zu Laugen, Säuren oder Detergenzien) oder physikalische (Kälte, Wärme, 

UV-Licht) Faktoren. Das vom Versicherten beklagte Ausmass ("ich kann 

nichts mehr machen") sei unter Würdigung der vorliegenden Akteninforma-

tionen und der Untersuchung im Rahmen dieser Begutachtung jedoch 

nicht nachvollziehbar. Im Rahmen der Berufstätigkeit seien die erwähnten 

Belastungsfaktoren zu vermeiden, so dass der Versicherte körperlich an-

strengende Arbeiten nicht mehr ausüben könne. In der zuletzt ausgeübten 

Tätigkeit als Inhaber einer Firma für Reinigungsarbeiten mit rein administ-

rativer Tätigkeit sei der Versicherte zu 100 % arbeitsfähig. Auch rückbli-

ckend ergäbe sich keine dauerhafte Minderung der Arbeitsfähigkeit. Eine 

der Behinderung optimal angepasste Tätigkeit beinhalte den Verzicht auf 

regelmässige und erhebliche mechanische, chemische oder physikalische 

Belastungen der Haut. Die Leistungsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit be-

trage 100 %. Im Rahmen der Verbrennung 2006 und der Nachbehandlung 

werde jedoch wahrscheinlich eine zirka zweijährige vollständige Arbeits- 

und Erwerbsunfähigkeit bestanden haben. 

C-976/2020 

Seite 23 

4.1.3 In seinem neurologischen Teilgutachten (act. I 269 S. 82 bis 119) er-

wähnte Dr. med. X._______, Facharzt für Neurologie, als Diagnosen eine 

aktenkundig asymptomatische mittelgradige ICA-Stenose links, eine 

asymptomatische intrakranielle Arachnoidalzyste sowie einen Verdacht auf 

Spannungskopfschmerzen. Objektive Befunde für eine Affektion des zent-

ralen und peripheren motorischen Systems hätten sich nicht ergeben. Der 

rechtsseitig hinkende Gang lasse sich neurologisch nicht erklären, da Be-

lege für eine zentrale und periphere Nervenaffektion fehlten. Die bei der 

Koordinationsprüfung mit deutlich zeitlicher Latenz auftretende Fallneigung 

nach links hinten lasse sich ebenfalls neurologisch organpathologisch nicht 

erklären, ebenso auch nicht die Angabe, die Zeigeversuche der unteren 

Extremitäten nicht durchführen zu können, wobei aber keine höhergradige 

Lähmung vorliege. Hier lägen letztlich inkonsistente Angaben und unplau-

sible Befunde vor, die sich nicht organisch anatomisch erklären liessen und 

als Zeichen der Aggravation gelten könnten. Aus neurologischer Sicht 

ergäben sich keine objektiven Befunde, die auf eine Einschränkung der 

persönlichen Fähigkeiten und der persönlichen Belastungsfähigkeit hin-

deuten würden. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betrage 

100 %. Eine angepasste Tätigkeit sei neurologischerseits nicht notwendig. 

4.1.4 Dr. med. Y._______, Facharzt für Chirurgie, stellte in seinem chirur-

gischen Teilgutachten (act. I 269 S. 47 bis 81) folgende Diagnosen: Status 

nach Verbrennung von 33 % der Körperoberfläche, zweitgradige Verbren-

nungen von 26 % (Gesicht, Hinterkopf, beide Arme und Hände, Thorax, 

Hals zirkulär, Unterschenkel und Fuss rechts), drittgradige Verbrennungen 

von 7 % am Kopf sowie Oberarm lateral rechts und Fuss medial links, chro-

nische Arthralgien im OSG und Knie rechts mit Bewegungseinschränkun-

gen, Hypästhesie und Kraftreduktion am rechten Oberschenkel mit leichter 

Quadrizepsatrophie, Bizepsatrophie rechts mit Kraftverlust im Bereich der 

Verbrennungsnarben im rechten Arm und Einschränkung der Schulterbe-

weglichkeit rechts mit Elevationsdefizit von 90 Grad. Weiter führte Dr. med. 

Y._______ aus, der angestammte Beruf als Schlosser oder Schweisser sei 

aufgrund der Verbrennungsfolgen nicht mehr leistbar, da die durch die Ver-

brennungsfolgen bedingten Bewegungsstörungen der Extremitäten dies 

ausschliessen würden und eine Hitzeexposition zu vermeiden sei. Im Be-

reich Reinigungs- und Sicherheitsdienst sei der Versicherte jedoch zu 

100 % arbeitsfähig unter der Voraussetzung, dass keine schweren Lasten 

gehoben werden müssten oder eine schwere körperliche Arbeit im Bereich 

der Arme verrichtet werden müsste. Längeres Gehen sei zumutbar, aber 

ohne Geschwindigkeitsauflagen. Gut geeignet seien vor allem körperlich 

leichte und überwiegend sitzend ausgeübte Arbeiten, dies im Ausmass von 

C-976/2020 

Seite 24 

100 %. Die Einschätzung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit könne etwa ab 

zwei Jahren nach der Verbrennung gelten. 

4.1.5 Im internistischen Teilgutachten (act. I 269 S. 10 bis 46) erwähnte 

Dr. med. Z._______, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, es gäbe kei-

nen Anhalt für eine internistische Erkrankung mit Einfluss auf die Arbeits-

fähigkeit. Anamnestisch würden keine spezifisch internistischen Beschwer-

den vorgetragen. Der hiesige internistische Befund habe normotone Blut-

druckwerte und unauffällige Ergebnisse in der kardialen und pulmonalen 

Befunderhebung gezeigt. Die altersentsprechend durchaus gut und seiten-

gleich trainierte Muskelsilhouette spreche gegen die geschilderte, jahre-

lange körperliche Inaktivität. Für eine internistisch begründete dauerhafte 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe sich anhand der Anamnese und 

Befunde sowie der Aktendaten zusammenfassend kein ausreichender An-

halt. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit betrage 100 %. Betref-

fend Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit seien auf internistischem Ge-

biet keine Anpassungen notwendig. 

4.1.6 Anlässlich der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (act. I 269 S. 1 

bis 9) wurden die in den Teilgutachten erhobenen Diagnosen mit und ohne 

Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit wiedergegeben und 

betreffend funktionelle Auswirkungen der Befunde/Diagnose berichtet, die 

Verbrennungsfolgen begründeten schlüssig eine nicht mehr gegebene Ein-

setzbarkeit in körperlich schweren Arbeiten und in Tätigkeiten mit hautrei-

zenden Expositionen. Im Zusammenhang mit den eventuell relevanten 

Persönlichkeitsaspekten wurde weiter ausgeführt, biographisch und an-

hand der psychiatrischen Exploration ergäben sich keine ausreichenden 

Hinweise auf eine in der Kindheit oder Jugend beginnende, psychische und 

das Verhalten mit erheblichen negativen sozialen Folgen störende Auffäl-

ligkeit. Die ICD-Kriterien einer Persönlichkeitsstörung seien mithin nicht als 

erfüllt anzusehen. Betreffend Belastungsfaktoren und Ressourcen wurde 

weiter erwähnt, solche Faktoren mit funktioneller Auswirkung auf die Ar-

beitsfähigkeit lägen nicht vor. Im Rahmen der Konsistenzprüfung führten 

die Experten aus, für die reklamierten Beschwerden habe sich hinsichtlich 

deren Ausprägung kein ausreichendes objektives Befundkorrelat ergeben, 

und in der psychiatrischen Symptomvalidierung habe sich eine Auffälligkeit 

gezeigt. In der bisherigen Tätigkeit als Reinigungsfirmeninhaber bzw. für 

administrative Tätigkeiten bestehe insgesamt eine Arbeitsfähigkeit von 

100 %. Seit 2006 seien Arbeiten als Schweisser oder Schlosser aufgrund 

der objektiven Hautbefunde nicht mehr leistbar. Die Arbeitsfähigkeit in an-

gepasster Tätigkeit betrage insgesamt ebenfalls 100 %. 

C-976/2020 

Seite 25 

4.2  

4.2.1 Anlässlich der Beurteilung der Dres. med. AA._______, Fachärztin 

für Allgemeine Medizin, und AK._______, Facharzt für Psychiatrie und Psy-

chotherapie, vom RAD vom 14. Juni 2019 (act. I 280) wurde die gutachter-

lich attestierte Arbeits- und Leistungsfähigkeit bestätigt. 

4.2.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. S._______ nahm in ihrem Bericht vom 3. 

Januar 2020 (act. I 313) Stellung zu nachgereichten medizinischen Berich-

ten aus der Heimat des Beschwerdeführers und führte zusammengefasst 

aus, die (neu) vorgelegten Berichte ergäben keinen Hinweis auf eine Ver-

schlechterung des Gesundheitszustandes seit der "Medasuntersuchung". 

Eine erneute Untersuchung in der Schweiz sei somit nicht indiziert. Diese 

Berichte enthielten auch keine Elemente, die die Beurteilung der "MEDAS" 

in Frage stellten könnten. Die Beurteilung des ärztlichen Dienstes von Juni 

2019 bleibe somit gültig. 

4.3 Mit Blick auf die sehr lange Zeitspanne zwischen dem Unfallereignis 

vom 25. Januar 2006 und der Erstellung des Gutachtens durch die 

U._______ AG am 28. Januar 2019 ist der Gesundheitszustand und des-

sen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit insbesondere 

auch unter dem Aspekt, dass retrospektive Beurteilungen der Arbeitsunfä-

higkeit schwierig sind und entsprechende Begutachtungen erhöhten An-

sprüchen genügen müssen (vgl. hierzu Urteil des BVGer C-1655/2018 vom 

27. Juni 2019 E. 4.2 mit Hinweis), nachfolgend nebst der U._______ AG-

Expertise ergänzend auch anhand von echtzeitlich(er)en medizinischen 

Akten zu würdigen. 

4.4 Für die Zeit ab dem polydisziplinären Gutachten der U._______ AG 

vom 28. Januar 2019 und mit Blick auf dessen Aktualität für den Zeitraum 

davor (vgl. aber E. 4.4.1.5 und 4.4.1.7 hiernach) ergibt sich vorab, dass 

diese Expertise – bestehend aus dem psychiatrischen Teilgutachten von 

Dr. med. V._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (act. I 

269 S. 156 bis 196, dem dermatologischen Teilgutachten von Dr. med. 

W._______, Facharzt für Dermatologie und Venerologie (act. I 269 S. 120 

bis 155), dem neurologischen Teilgutachten von Dr. med. X._______, 

Facharzt für Neurologie (act. I 269 S. 82 bis 119), dem chirurgischen Teil-

gutachten von Dr. med. Y._______, Facharzt für Chirurgie (act. I 269 S. 47 

bis 81), dem internistischen Teilgutachten von Dr. med. Z._______, Fach-

arzt für Allgemeine Innere Medizin (act. I 269 S. 10 bis 46) sowie der inter-

C-976/2020 

Seite 26 

disziplinären Gesamtbeurteilung (act. I 269 S. 1 bis 9) – die an den Be-

weiswert eines ärztlichen Gutachtens gestellten Kriterien erfüllt. Die Gut-

achter, deren Teilexpertisen mit der interdisziplinären Gesamtbeurteilung 

übereinstimmen, verfügen über Facharzttitel in den medizinischen Diszip-

linen Psychiatrie und Psychotherapie, Dermatologie und Venerologie, Neu-

rologie, Chirurgie und Allgemeine Innere Medizin und waren zur Beurtei-

lung des Gesundheitszustandes in somatischer und psychischer Hinsicht 

und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit zweifel-

los fachlich qualifiziert und befähigt. Das polydisziplinäre Gutachten der 

U._______ AG vom 28. Januar 2019 ist für die streitigen Belange umfas-

send, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die Aussagen 

des Beschwerdeführers resp. die geklagten Beschwerden und wurde in 

Kenntnis der zahlreichen Vorakten (Anamnese) abgegeben. Zudem ist es 

in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-

lung der medizinischen Situation für die hier interessierenden Fragen ein-

leuchtend und in den Schlussfolgerungen begründet, so dass darauf 

grundsätzlich (vgl. jedoch E. 4.4.1.5 und 4.4.1.7 hiernach) abgestellt wer-

den kann. Dasselbe gilt im Übrigen dem Grundsatz nach auch für die Stel-

lungnahmen im Sinne von Art. 59 Abs. 2bis IVG der Dres. med. AA._______, 

Fachärztin für Allgemeine Medizin, und AK._______, Facharzt für Psychi-

atrie und Psychotherapie, vom RAD vom 14. Juni 2019 (vgl. E. 4.2.1 hier-

vor) sowie für diejenige der RAD-Ärztin Dr. med. S._______ vom 3. Januar 

2020 (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Der medizinische Sachverhalt erweist sich so-

mit als rechtsgenüglich abgeklärt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb), und es 

kann bei dieser Sachlage auf weitere diesbezügliche Abklärungen verzich-

tet werden (vgl. zur antizipierten Beweiswürdigung BGE 136 I 229 E. 5.3; 

vgl. auch BGE 122 V 157 E. 1d; SVR 2005 IV Nr. 8 S. 37 E. 6.2, 2003 AHV 

Nr. 4 S. 11 E. 4.2.1; vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 8C_189/2008 vom 4. 

Juli 2008 E. 5 mit Hinweisen). 

4.4.1 In somatischer Hinsicht ergibt sich Folgendes: 

4.4.1.1 Aus dermatologischer Sicht – bezogen auf mechanische, chemi-

sche oder physikalische Faktoren – liegt gemäss dem Experten Dr. med. 

W._______ eine eingeschränkte Belastbarkeit vor, weshalb der Beschwer-

deführer körperlich anstrengende Arbeiten nicht mehr ausüben kann. Je-

doch ist die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Inhaber einer Firma für Reini-

gungsarbeiten mit rein administrativer Arbeit oder eine andere, den Behin-

derungen optimal angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar. Aus Sicht der 

medizinischen Fachdisziplin Chirurgie ist es dem Beschwerdeführer ge-

C-976/2020 

Seite 27 

mäss Dr. med. W._______ aufgrund der Verbrennungsfolgen zwar eben-

falls nicht mehr möglich, den (angestammten) Beruf als Schlosser oder 

Schweisser auszuüben. Jedoch sind ihm vor allem körperlich leichte und 

überwiegend sitzend ausgeübte Arbeiten im Ausmass von 100 % zumut-

bar. Weiter manifestierten sich laut den Dres. med. X._______ und 

Z._______ aus neurologischer und internistischer Sicht keine objektiven 

Befunde, die auf eine Einschränkung der persönlichen Fähigkeiten und der 

persönlichen Belastungsfähigkeit und somit der Arbeits- und Leistungsfä-

higkeit hindeuteten. Nachfolgend ist der Frage nachzugehen, wie es sich 

mit den gutachterlicherseits in somatischer Hinsicht attestierten Arbeits- 

und Leistungs(un)fähigkeiten in zeitlicher Hinsicht verhält. 

4.4.1.2 Mit Blick auf die U._______ AG-Expertise vom 28. Januar 2019 und 

die gesamte medizinische Aktenlage besteht im vorliegenden Fall kein 

Zweifel darüber, dass dem Beschwerdeführer körperlich anstrengende Tä-

tigkeiten wie beispielsweise die Arbeit in der Funktion als Schweisser oder 

Schlosser seit dem Jahr 2006 bis heute nicht mehr zumutbar sind. Dies gilt 

jedoch nicht für leidensadaptierte Arbeiten, wie nachfolgend aufzuzeigen 

ist. 

4.4.1.3 Der Experte W._______ hielt in seiner dermatologischen Teilexper-

tise (vgl. E. 4.1.2 hiervor) dafür, dass rückblickend im Rahmen der Verbren-

nung 2006 und der Nachbehandlung wahrscheinlich eine zirka zweijährige, 

vollständige Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit bestanden hatte. Dieser Auf-

fassung schloss sich der Chirurg Dr. med. Y._______ in seinem Teilgutach-

ten (vgl. E. 4.1.4 hiervor) an. Wie bereits dargelegt (E. 4.3 hiervor), ist der 

Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leis-

tungsfähigkeit mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung auch 

anhand von echtzeitlich(er)en medizinischen Akten zu würdigen. Unter die-

sen Umständen ist nachfolgend zu prüfen, ob sich die Beurteilung der 

Dres. med. W._______ und Y.______, wonach der Beschwerdeführer aus 

rein somatischen Gründen (zumindest) vom 25. Januar 2006 bis 24. Ja-

nuar 2008 vollständig in seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit einge-

schränkt war, mit den echtzeitlichen, ab 24. Januar 2008 erstellten Arztbe-

richten in Einklang bringen lässt, zumal im Bericht des F._______ dem Ver-

sicherten noch am 25. Januar 2008 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attes-

tiert worden war (act. II 75). 

4.4.1.4 Der Suva-Kreisarzt Dr. med. K._______ hielt in seinem zeitnäheren 

Bericht betreffend die am 30. April 2013 durchgeführte kreisärztliche Un-

tersuchung dafür, dass dem Beschwerdeführer bei Fehlen unfallbedingter 

C-976/2020 

Seite 28 

Funktionseinschränkungen in der Tätigkeit als Reiniger eine vollschichtige 

Arbeitsfähigkeit zuzumuten sei und sich ebenso wenig Einschränkungen 

bezügliche der Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ergeben 

würden (act. II 338). Obwohl die Suva die Taggeldleistungen mit Schreiben 

vom 7. Mai 2013 (act. II 339) erst per Ende April 2013 eingestellt hatte, 

kann nicht zu Gunsten des Beschwerdeführers und in Koordination mit der 

Suva davon ausgegangen werden, dass die vollständige Arbeits- und Leis-

tungsunfähigkeit in somatischer Hinsicht bis Ende April 2013 angedauert 

hatte, zumal die Suva explizit auch darauf hingewiesen hatte, dass die Ein-

stellung – gestützt auf das Ergebnis der psychiatrischen Begutachtung – 

insbesondere die psychiatrische und medikamentöse Behandlung bei 

Dr. med. H._______ betreffe. 

4.4.1.5 Mehr als dreieinhalb Jahre vor der kreisärztlichen Untersuchung im 

April 2013 hielten die Dres. med. AF._______ und AG._______ in ihrem 

Bericht vom 3. Juli 2009 fest, dass beim Versicherten seit dem am 8. April 

2009 erfolgten Eingriff eine durchgehende, vollständige Arbeitsunfähigkeit 

vorliege, welche zunächst bis am 26. Juli 2009 attestiert werde (act. II 115). 

In einem weiteren Bericht vom 21. Dezember 2009 erwähnte Dr. med. 

AH._______, es habe durch die letztmalige Operation am 18. August 2009 

allenfalls eine Arbeitsunfähigkeit während der Wundheilung bestanden; im 

Anschluss daran sei die präoparativ ausgeführte Tätigkeit im Reinigungs-

dienst wieder zu 100 % möglich gewesen. Er rechne mit einer vollumfäng-

lichen Wiederaufnahme der Arbeitsfähigkeit ab zirka einem Monat posto-

perativ (act. II 351 S. 2 bis 7). In ihrem Bericht vom 13. Januar 2011 hielten 

die Dr. med. AH._______ und AG._______ schliesslich fest, seit der Ope-

ration vom 18. August 2009 bestünden reizlose Haut- und Narbenverhält-

nisse. Weiter führten sie unter anderem aus, Bürotätigkeiten oder eine an-

dere leidensadaptierte Tätigkeit seien zu 100 % möglich (act. II 351 S. 8 

bis 10). Aufgrund dieser Berichte und insbesondere desjenigen von Dr. 

med. AH._______ vom 21. Dezember 2009 ist – in Abweichung der 

U._______ AG-Experten und zu Gunsten des Versicherten – davon auszu-

gehen, dass der Beschwerdeführer in somatischer Hinsicht erst bzw. spä-

testens seit Ende September 2009 in leidensadaptierten Erwerbstätigkei-

ten vollständig arbeits- und leistungsfähig war.  

4.4.1.6 Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass in somatischer Hinsicht an 

sich bereits am 18. Mai 2009 eine Beschwerdefreiheit vorgelegen hatte 

(act. II 108, 111 und 112) und die Berichte des E._______ vom 7. März, 17. 

April und 18. September 2008, vom 6., 8., 14. und 30. April 2009, vom 5. 

und 18. Mai 2009, vom 2., 11., 17. und 25. Juni 2009, vom 24. Juli 2009 

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Seite 29 

sowie vom 3. und 24. August 2009 (act. II 77, 81, 93, 102, 103, 106 bis 

108, 110 bis 113, 120, 121 und 123) mangels Angaben zur Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit nicht zielführend sind, zumal fälschlicherweise davon 

ausgegangen wurde, dass der Beschwerdeführer "100 % IV Rentner" sei. 

Weiter führten auch die weiteren Operationen im Februar und Juni 2011 

nur zu einer kurzen und vorübergehenden, invalidenversicherungsrechtlich 

unbeachtlichen Einschränkung der Arbeits- resp. Leistungsfähigkeit 

(vgl. act. II 192, 196, 200 bis 202, 211 bis 214). Schliesslich fanden sich im 

Rahmen der Hospitalisation vom 2. bis 4. Januar 2012 (notfallmässige Vor-

stellung nach unklarem, unbeobachtetem Ereignis mit fraglicher kurz an-

dauernder Bewusstlosigkeit und Schwindel) bzw. in der durchgeführten 

transthorakalen Echokardiographie keine Hinweise auf eine strukturelle 

Kardiopathie, und der Beschwerdeführer konnte in gutem Allgemeinzu-

stand nach Hause entlassen werden (act. II 283). 

4.4.1.7 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich zusammenge-

fasst, dass dem Beschwerdeführer aus rein somatischer Sicht körperlich 

anstrengende Tätigkeiten seit 2006 bis heute nicht mehr zumutbar sind. 

Jedoch besteht in somatischer Hinsicht spätestens seit Ende September 

2009 in leidensadaptierten Erwerbstätigkeiten eine vollständige Arbeits- 

und Leistungsfähigkeit.  

4.4.2 In psychischer Hinsicht ergibt sich weiter Folgendes: 

4.4.2.1 Der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheits-

bedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet betrachtet werden, 

wenn die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer um-

fassenden Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in 

allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähig-

keit zeigt (BGE 143 V 418 E. 6). Wie vorstehend dargelegt (vgl. E. 2.7 hier-

vor), besteht das Wesen des strukturierten Beweisverfahrens darin, an-

hand eines Kataloges von Standardindikatoren, unterteilt in verschiedene 

Kategorien, das unter Berücksichtigung sowohl leistungshindernder äusse-

rer Belastungsfaktoren als auch von Kompensationspotentialen (Ressour-

cen) tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen. Unter der 

Bedingung, dass im Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass Ausschluss-

gründe nach BGE 131 V 49 (Leistungseinschränkung auf Aggravation be-

ruhend, erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen 

und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese, Angabe von intensiven 

Schmerzen, deren Charakterisierung vage bleibt, keine Inanspruchnahme 

C-976/2020 

Seite 30 

einer medizinischen Behandlung und Therapie, unglaubwürdige und de-

monstrativ vorgetragene Klagen, Behauptung schwerer Einschränkungen 

im Alltag bei weitgehend intaktem psychosozialem Umfeld) die Annahme 

einer Gesundheitsbeeinträchtigung verbieten, besteht rechtsprechungsge-

mäss von vornherein keine Grundlage für eine Invalidenrente (vgl. hierzu 

Urteil des BGer 8C_491/2015 vom 24. September 2015, E. 4.2.2 mit Hin-

weisen auf BGE 141 V 281 E. 2.2, 2.2.2 und 4.2). 

4.4.2.2 In psychischer Hinsicht diagnostizierte Dr. med. V._______, Fach-

arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem psychiatrischen Teilgut-

achten eine Anpassungsstörung (ICD-10: F43.8). Gemäss seinen nach-

vollziehbaren und schlüssigen Äusserungen waren im Untersuchungszeit-

punkt die ICD-10-konformen Kriterien einer depressiven Episode nicht aus-

reichend zu objektivieren und die diagnostischen Kriterien für eine post-

traumatische Belastungsstörung nicht (resp. zumindest nicht mehr) erfüllt. 

Mit Blick auf die von Dr. med. V._______ diagnostizierte Anpassungsstö-

rung wäre an sich der Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels 

Indikatoren zu führen (BGE 143 V 418 E. 7.1). Davon kann im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren aus den nachfolgenden Gründen jedoch im Detail 

abgesehen werden (vgl. jedoch E. 4.5.3 hiernach). 

4.4.2.3 Laut dem Psychiater Dr. med. V._______ ergaben sich bei den ori-

entierenden Tests zur Beschwerdevalidierung deutliche Hinweise auf ein 

nicht glaubwürdiges Antwortverhalten und blieben vor dem Hintergrund ei-

ner wahrscheinlichen Beschwerdeaggravierung die reklamierten Be-

schwerden und Schmerzen zumindest hinsichtlich der Ausprägung zwei-

felhaft (act. I 269 S. 156 bis 196). Gemäss Dr. med. W._______ waren die 

vom Beschwerdeführer geklagten Symptome im geschilderten Ausmass 

nicht mit den erhobenen Befunden in Übereinstimmung zu bringen und das 

beklagte Ausmass der gesundheitlichen Beeinträchtigung ("ich kann nichts 

mehr machen") nicht nachvollziehbar (act. I 269 S. 120 bis 155). Darüber 

hinaus erwähnte auch Dr. med. X._______ in seinem neurologischen Teil-

gutachten inkonsistente Angaben und unplausible Befunde, die sich orga-

nisch anatomisch nicht hätten erklären lassen und als Zeichen der Aggra-

vation gelten könnten (act. I 269 S. 120 bis 155). Schliesslich berichtete 

auch der Internist Dr. med. Z._______ von einer altersentsprechend durch-

aus gut und seitengleich trainierten Muskelsilhouette, die gegen die ge-

schilderte, jahrelange körperliche Inaktivität spreche (act. I 269 S. 10 bis 

46). Aufgrund dieser gutachterlichen Beurteilungen hat zweifellos als er-

stellt zu gelten, dass die Diskrepanzen zwischen den vom Beschwerdefüh-

rer geltend gemachten bzw. zum Ausdruck gebrachten Einschränkungen 

C-976/2020 

Seite 31 

seines Leistungsvermögens und den Erkenntnissen anlässlich der Begut-

achtung nicht bzw. nicht in ihren Ausprägungen objektiv erklärt werden 

konnten (vgl. hierzu Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts C-

1237/2017 und C-4500/2018 vom 20. Januar 2021 E. 7.2.2 mit Hinweis auf 

Urteil  

C-2961/2014 vom 14. Juli 2015 E. 9.2.2). Insofern sind die vom Beschwer-

deführer geltend gemachten Einschränkungen nicht plausibel (zur Plausi-

bilisierung von Funktionseinschränkungen vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.1, 

BGE 140 V 290 E. 3.3.2, BGE 130 V 352).  

4.4.2.4 In diesem Zusammenhang ist schliesslich zu ergänzen, dass der 

Beschwerdeführer bereits im Rahmen der Begutachtung durch Dr. med. 

Q._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. Januar 

2008 absichtlich einige Antworten vermied oder falsche Angaben machte 

(act. II 84 S. 4) und auch die Dres. med. AI._______ und AJ._______ in 

ihrem Bericht vom 28. Oktober 2011 (act. II 232) eine Simulation des Ver-

sicherten nicht ausgeschlossen hatten. Weiter stellte der Hörgeräteakusti-

ker am 27. Juni 2012 ebenfalls fest, dass auf dem rechten Ohr eine 

Schwerhörigkeit simuliert und rechts aggraviert werde (act. II 276). 

Schliesslich schrieb auch der Suva-Kreisarzt Dr. med. K._______ in sei-

nem kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 30. April 2013 von einer 

Diskrepanz zwischen den erhobenen Befunden und den subjektiv vorge-

tragenen Beschwerden (act. II 338). 

4.4.2.5 Nach dem vorstehend Dargelegten besteht Klarheit darüber, dass 

beim Beschwerdeführer Ausschlussgründe nach BGE 131 V 49 (erhebli-

che Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen und dem gezeig-

ten Verhalten, Angabe von intensiven Schmerzen, deren Charakterisierung 

vage bleibt, unglaubwürdige und demonstrativ vorgetragene Klagen, Be-

hauptung schwerer Einschränkungen im Alltag bei weitgehend intaktem 

psychosozialen Umfeld) vorliegen. Es besteht demnach von vornherein 

keine Grundlage für eine Invalidenrente aus rein psychischen Gründen, 

selbst wenn – was nicht der Fall ist – beim Beschwerdeführer die klassifi-

katorischen Merkmale einer somatoformen Schmerzstörung oder eines an-

deren psychosomatischen Leidens diagnostiziert worden wären (vgl. Urteil 

des BGer 8C_491/2015 vom 24. September 2015, E. 4.2.2 mit Hinweisen 

auf BGE 141 V 281 E. 2.2, 2.2.2 und 4.2). Weder der Beschwerdeführer 

noch ein anderer behandelnder Facharzt haben wichtige Aspekte benannt, 

die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben 

wären und aufgrund welcher sich eine abweichende Beurteilung aufdrän-

gen würde (vgl. hierzu SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). 

C-976/2020 

Seite 32 

4.4.3 Selbst wenn der Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels 

Indikatoren zu führen wäre, könnte der Beschwerdeführer daraus aufgrund 

der nachfolgenden Erwägungen nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

4.4.3.1 Das grundsätzlich beweiskräftige polydisziplinäre Gutachten der 

U._______ AG vom 28. Januar 2019 (vgl. E. 4.4.1.5 und 4.4.1.7 hiervor) 

im Verbund mit den Stellungnahmen der Dres. med. AA._______ und 

AK._______ vom 14. Juni 2019 sowie von Dr. med. S._______ vom 3. Ja-

nuar 2020 erlaubt eine schlüssige Beurteilung der Leistungs- bzw. Arbeits-

fähigkeit auch gestützt auf die massgebenden Indikatoren (vgl. E. 2.7 hier-

vor). Die Experten berücksichtigten einerseits die funktionellen Ausfälle, 

welche als Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu gelten haben, 

und andererseits erfolgte die versicherungsmedizinische Zumutbarkeitsbe-

urteilung auf objektivierter Grundlage (vgl. hierzu BGE 141 V 281 E. 5.2.1 

f.).  

4.4.3.2 Mit Bezug auf den Komplex Gesundheitsschädigung (BGE 141 V 

281 E. 4.3.1 ff.) ergibt sich, dass die von Dr. med. V._______ diagnosti-

zierte Anpassungsstörung (ICD-10: F43.8) zu keiner Einschränkung der Ar-

beits- und Leistungsfähigkeit führt. Es ist somit im Zusammenhang mit die-

ser Diagnose von einer schwachen Ausprägung auszugehen, wobei ergän-

zend darauf hinzuweisen ist, dass der erhobene psychiatrische Befund die 

ICD-10-konformen Kriterien einer depressiven Episode nicht ausreichend 

hätte zu objektivieren vermögen. Hinzu kommt, dass es sich bei den vom 

Beschwerdeführer unter anderem erwähnten Durchschlafstörungen und 

Konzentrationsdefiziten um typische Nebenwirkungen eines chronischen 

Fehlgebrauchs von Benzodiazepinen handeln könnte, zumal auch aus 

neurologischer Sicht keine objektiven Befunde erwähnt wurden und die ak-

tenkundig vorgeschriebenen kognitiven Defizite bei der Untersuchung nicht 

schlüssig nachzuvollziehen waren. Ferner erwähnte Dr. med. V._______ 

im Zusammenhang mit den Tests zur Beschwerdevalidierung deutliche 

Hinweise auf ein nicht glaubwürdiges Antwortverhalten (act. I 269 S. 156 

bis 196). So gab der Beschwerdeführer beispielsweise an, seit langem kei-

ner Arbeit mehr nachzugehen, was nicht im Einklang mit den anlässlich der 

Untersuchung beobachteten, stark beschwielten Handinnenflächen steht, 

was im Übrigen auch für die Angaben zur Stärke der Cephalgien mit dem 

beobachtbaren Verhalten gilt. Vor dem Hintergrund einer wahrscheinlichen 

Beschwerdeaggravierung sind die reklamierten Beschwerden und 

Schmerzen in Anlehnung an die Ausführungen des Experten Dr. med. 

V._______ zumindest hinsichtlich der Ausprägung zweifelhaft, und es ist 

durchaus nachvollziehbar, dass eine Arbeitsaufnahme aus therapeutischer 

C-976/2020 

Seite 33 

Sicht grundsätzlich zur Stabilisierung der Tagesstrukturierung, des Selbst-

wirksamkeits- und Selbstwerterlebens und sozialer Teilhabe sowie zum Ab-

bau von Insuffizienzerleben zu befürworten ist. Dies und der Umstand, 

dass sich der Beschwerdeführer ausser Stande sieht, zu arbeiten und an 

irgendwelchen beruflichen Eingliederungsmassnahmen teilzunehmen, ist 

ebenfalls als starkes Indiz für eine nicht invalidisierende Beeinträchtigung 

zu werten (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2). 

4.4.3.3 Mit Bezug auf die psychische Komorbidität (vgl. BGE 141 V 281 

E. 4.3.1.3) ist zunächst festzustellen, dass dieser keine Vorrangstellung 

mehr zukommt, sondern insbesondere unter dem Aspekt zu würdigen ist, 

ob, und wenn ja, inwieweit sie der versicherten Person Ressourcen raubt. 

Insoweit haben die Gutachter der U._______ AG festgehalten, dass der 

Beschwerdeführer – trotz einfacher Struktur und mangelnder Differenzie-

rungsfähigkeit – genügend psychische Ressourcen zu mobilisieren in der 

Lage sei, um einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. Insgesamt sind keine we-

sentlichen ressourcenhemmenden Eigenschaften des diagnostizierten de-

pressiven Geschehens erstellt.  

4.4.3.4 Im Weiteren lässt auch der Komplex der Persönlichkeit (vgl. BGE 

141 V 281 E. 4.3.2 ff.) nicht auf eine (rechtlich erhebliche) Einschränkung 

der Leistungsfähigkeit schliessen: Dem Gutachten der U._______ AG las-

sen sich keine relevanten Hinweise für eine gestörte Selbst- oder 

Fremdwahrnehmung entnehmen. Eine depressive Episode und eine post-

traumatische Belastungsstörung sowie weitere psychische Störungen 

konnten im Begutachtungszeitpunkt ausgeschlossen werden.  

4.4.3.5 Mit Bezug auf den sozialen Kontext (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.3.3) 

ist einerseits festzustellen, dass der Beschwerdeführer mit seiner zweiten 

Ehefrau zusammenlebt und an seinem Wohnort in Serbien zwar wenig Be-

kannte, jedoch zu einem Nachbar einen sehr guten Kontakt entwickelt hat 

(act. I 269 S. 184). Andererseits fehlen im Gutachten der U._______ AG 

konkrete Hinweise auf belastende, rein soziale (und nicht pekuniäre) Fak-

toren im Zeitpunkt der Begutachtung, so dass nicht ersichtlich ist, inwiefern 

soziale Umstände negative Auswirkungen auf die geltend gemachte Ge-

sundheitsbeeinträchtigung haben könnten bzw. Ressourcen zu binden ver-

möchten. 

4.4.3.6 Unter dem Aspekt der Konsistenz (BGE 141 V 281 E. 4.4) ist 

schliesslich festzuhalten, dass der fehlende soziale Rückzug in grossem 

C-976/2020 

Seite 34 

Ausmass und das inkonsistente Verhalten des Beschwerdeführers im Rah-

men der beruflichen (Selbst-)Eingliederung – der Beschwerdeführer war 

mit der Beendigung der Unterstützung bei der Stellensuche einverstanden 

und nicht bereit, eine Stelle bei einem Arbeitgeber anzunehmen (act. II 125) 

– als Indizien dafür zu werten sind, dass die geltend gemachten Einschrän-

kungen nicht mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung im invalidenver-

sicherungsrechtlichen Sinne zu erklären sind (vgl. hierzu auch E. 4.4.3.2 

hiervor). 

4.4.4 Weitere aktenkundige medizinische Akten vermögen an der Auffas-

sung des Gutachters Dr. med. V._______ , wonach angesichts der unein-

heitlichen Vorbewertungen und der Hinweise auf eine Aggravation rückbli-

ckend keine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden könne, nichts zu ändern, 

einerseits unter dem Aspekt, dass retrospektive Beurteilungen der Arbeits-

unfähigkeit schwierig sind und entsprechende Begutachtungen erhöhten 

Ansprüchen genügen müssen (vgl. hierzu Urteil des BVGer C-1655/2018 

vom 27. Juni 2019 E. 4.2 mit Hinweis), und andererseits nach Prüfung zeit-

naher und zeitnäherer Arztberichte und Gutachten, wie nachfolgend darzu-

legen ist. 

4.4.4.1 In seinem psychosomatischen Konsiliumsbericht vom 25. April 

2006 diagnostizierte der Psychiater Dr. med. AL._______ (visiert durch 

Dr. med. AM._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) 

Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung, "heute" im Aus-

mass einer subsyndromalen Störung (ICD-10: F43.1). Weiter führte er aus, 

nach einem aussergewöhnlich schweren Verbrennungsunfall habe sich der 

Versicherte psychisch recht stabil gezeigt. Zeichen für Symptomauswei-

tungsverhalten habe er nicht festgestellt. Der Versicherte sei einverstanden 

mit einer begleitenden ambulanten Psychotherapie (act. II 16). Den Ver-

dacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung äusserte auch Dr. 

med. AN._______ in seinem Bericht vom 21. September 2007 (act. II 64). 

4.4.4.2 Dr. med. Q._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

diagnostizierte in seinem Gutachten vom 23. Januar 2008 (act. II 84) eine 

am Abklingen befindliche, posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: 

F43.1) sowie eine leichtgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0). Wei-

ter führte er aus, die von der behandelnden Psychiaterin attestierte volle 

Arbeitsunfähigkeit lasse sich gegenwärtig nicht mehr aufrechterhalten. Aus 

psychiatrischer Sicht lasse sich ab sofort eine Arbeitsunfähigkeit im Um-

fang von 50 % bestätigen. 

C-976/2020 

Seite 35 

4.4.4.3 Dr. med. J._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

führte in seiner Expertise vom 8. Dezember 2012 (act. II 302) zu den Be-

funden der Dres. med. AL._______, Q._______ und H._______ zusam-

mengefasst aus, untersuche man die Berichte dieser Ärzte nach Hinweisen 

auf eine typische Psychopathologie der posttraumatischen Belastungsstö-

rung, so mangle es an Belegen für eine korrekt gestellte Diagnose (Dr. 

med. AL._______), wenn Belege dafür nicht gänzlich fehlten (Dres. med. 

Q._______ und H._______). Der Mangel an Befunden komme bei Dr. med. 

AL______ im Hinweis auf eine "subsyndromale" Ausprägung der posttrau-

matischen Belastungsstörung zum Ausdruck. Der von Dr. med. Q._______ 

dargestellte psychopathologische Befund passe nirgends zur Diagnose ei-

ner posttraumatischen Belastungsstörung und assoziiere andere diagnos-

tische Zuordnungen. Eine Herleitung der Diagnosen aus den klinischen 

Befunden erfolge in den Berichten von Dr. med. H._______ vom Dezember 

2006 und Oktober 2007 nicht. Es sei nicht ersichtlich, worauf die Diagno-

sen einer Angststörung und einer depressiven Störung basierten. Dr. med. 

J._______ diagnostizierte Probleme verbunden mit Schwierigkeiten bei der 

Lebensbewältigung (ICD-10: Z73), namentlich Belastung, nicht andernorts 

klassifizierbar (ICD-10: Z73.3), und eine normalpsychologische Belas-

tungsreaktion. Weiter berichtete er, das damalige Unfallerleben selbst falle 

unter den Belastungen nicht ins Gewicht (act. II 302 S. 69). Eine «psycho-

traumatologische» Störung - etwa im Sinne einer posttraumatischen Be-

lastungsstörung - bestehe eindeutig nicht. Massgeblich unter den Belas-

tungen sei für den Versicherten seit längerem die Furcht, des Landes ver-

wiesen zu werden. Dass er Rechtsmittel einsetze, um sich zu wehren, sei 

eine Funktion und keine Dysfunktion seiner Besorgnis. Die Leiden des Ver-

sicherten bedingten keine Psychopathologie der Affektivität. Depressions-

typische Veränderungen des Selbstbildes bestünden eindeutig nicht, und 

eine depressive Störung liege nicht vor. Es bestünden Belastungen, die 

eine normalpsychologische Belastungsreaktion begründeten. Das Profil 

dieser Belastungsreaktion übersteige nicht das Ausmass des Erwartbaren. 

Es seien keine psychischen Symptome festzustellen, die den Schwellen-

wert der Psychopathologie erreiche. Weil keine psychische Störung be-

stehe, könne eine Leistungsminderung psychiatrisch nicht begründet wer-

den. 

4.4.4.4 Zwar ergeben sich nach dem oben Dargelegten hinsichtlich der Di-

agnosestellung und des Ausmasses der diagnostizierten Leiden auf die Ar-

beits- und Leistungsfähigkeit Diskrepanzen zwischen dem Experten 

Dr. med. J._______ und den Dres. med. AL._______, Q._______ und 

H._______. Dies sowie weitere medizinische Berichte vermögen jedoch an 

C-976/2020 

Seite 36 

der vollen Beweiskraft der Expertise von Dr. med. J._______ vom 8. De-

zember 2012 nichts zu ändern (vgl. BGE 143 V 124 E. 2.2.2; 134 V 231 E. 

5.1; 125 V 351 E. 3a).  

4.4.4.4.1 Bereits im rechtskräftigen Entscheid des Versicherungsgerichts 

des Kantons AD._______ UV 2014/22 vom 21. Juli 2015 (act. II 404; vgl. 

auch act. II 408) wurde betreffend dieses Gutachten zusammenfassend 

erwogen, dass dieses eine sorgfältige, differenzierte und damit überzeu-

gende Auseinandersetzung mit sämtlichen Aspekten der durchgeführten 

psychiatrischen Exploration enthalte. Die Widerlegung der zentralen Diag-

nose einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie die massgeben-

den unfallfremden psychosozialen Belastungen fügten sich nachvollzieh-

bar ineinander und liessen das Fortdauern psychischer Unfallrestfolgen als 

überwiegend wahrscheinlich erscheinen. Eine psychische Gesundheitsstö-

rung hätte überhaupt auch deshalb unberücksichtigt zu bleiben, weil keine 

psychische Störung festzustellen gewesen sei, welche den Schwellenwert 

der Psychopathologie erreicht habe (E. 3.3.7). 

4.4.4.4.2 Dr. med. J._______ erläuterte einerseits schlüssig und überzeu-

gend, weshalb die von den Dres. med. AL._______, Q._______ und 

H._______ gestellten Diagnosen in Zweifel zu ziehen bzw. zu widerlegen 

sind. Da andererseits eine oder mehrere Diagnosen für sich alleine genom-

men keinen Schluss auf eine gesundheitlich bedingte Einschränkung in der 

Arbeitsfähigkeit zulässt (vgl. BGE 132 V 65 E. 3.4 mit Hinweisen), ist über-

wiegend wahrscheinlich (vgl. hierzu BGE 138 V 218 E. 6) davon auszuge-

hen, dass der Beschwerdeführer aus rein psychischer Sicht keine länger 

andauernden, rentenrelevanten Beeinträchtigungen gehabt hatte. 

4.4.4.4.3 Zufolge der Ausführungen des Experten Dr. med. J._______ in 

dessen Expertise vom 8. Dezember 2012 bezüglich der Diagnosestellun-

gen und der Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Be-

schwerdeführers vermögen deshalb auch die Berichte der AO._______ AG 

vom 17. Januar und 24. Dezember 2014 (act. II 387 und act. I 140) nichts 

am Ergebnis zu ändern, da sich Dr. med. J._______ – wie bereits dargelegt 

(vgl. E. 4.4.4.3 hiervor) – schlüssig und nachvollziehbar und somit voll be-

weiskräftig zur Diagnose der posttraumatischen Belastungsstörung resp. 

zu den Auswirkungen der vorhandenen Beeinträchtigungen in Form von 

Problemen verbunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung 

(ICD-10: Z73), namentlich Belastung, nicht andernorts klassifizierbar (ICD-

10: Z73.3), und eine normalpsychologische Belastungsreaktion geäussert 

C-976/2020 

Seite 37 

hatte. Unter diesen Umständen lässt sich auch die von der AO._______ 

AG attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nachvollziehen. 

4.4.4.4.4 Aus den genannten Gründen vermögen auch die rudimentär ab-

gefassten Berichte von Dr. AP._______ vom 11. Mai und 30. August 2016 

(act. I 166 und 167) sowie die den U._______ AG-Gutachtern sowie den 

Dres. med. S._______ und T._______ vom RAD bekannt gewesenen Be-

richte aus der Heimat des Versicherten (act. I 168 und 169, 200 bis 205, 

207, 209, 212, 247 bis 252, 269 S. 200 ff., 290, 294 bis 301, 305, 307 bis 

309, 313) am Ergebnis nichts zu ändern. 

4.4.4.4.5 Hinsichtlich der im Vorbescheidverfahren eingereichten ärztli-

chen Berichte ist festzustellen, dass der Bericht von Dr. AQ._______ be-

treffend die am 23. März 2016 durchgeführte Untersuchung (act. I 294) 

beinahe fünf Jahre vor der vorliegend angefochtenen Rentenverfügung 

vom 8. Januar 2020 verfasst wurde und zufolge fehlender Aktualität bloss 

ein sehr geringes Beweismass aufweist, was im Übrigen auch auf die Be-

richte von Dr. Stefanovic vom 14. März 2016 und Dr. AR._______ vom 15. 

Juli 2016 zutrifft (act. I 299 und 300). 

4.4.4.4.6 Auch aus den nicht datierten Audiogrammen (act. I 295 und I 297) 

kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten, da die dies-

bezügliche Erklärung und Beurteilung von Dr. med. S._______ vom 3. Ja-

nuar 2020 (act. I 313) insbesondere auch vor dem Hintergrund überzeugt, 

dass im Rahmen der U._______ AG-Begutachtung keine relevante 

Schwerhörigkeit beschrieben wurde, obwohl beim Versicherten zwar am 

20. Juni 2006 eine kombinierte Schwerhörigkeit festgestellt worden war 

(act. II 21; vgl. auch act. II 25). Dieser Umstand ist jedoch vor dem Hinter-

grund, dass sich im Reinton- und Sprachaudiogramm ein unklares Hörver-

mögen mit diversen Diskrepanzen der erhobenen Befunde gezeigt hatte, 

nicht weiter von Relevanz, zumal von den Dres. med. AI_____ und 

AJ._______ in deren Bericht vom 28. Oktober 2011 (act. II 232) ebenfalls 

eine Simulation des Versicherten nicht ausgeschlossen wurde und Dr. 

med. I._______ am 6. März 2012 aus versicherungsmedizinisch-otologi-

scher Sicht festgehalten hatte, dass die Unfallfolge am linken Ohr eine 

mässiggradige Schallleitungshörstörung bedinge, welche die Erheblich-

keitsgrenze deutlich nicht erreiche, weshalb kein messbarer Integritäts-

schaden bezüglich des Gehörs bestehe (act. II 253).  

C-976/2020 

Seite 38 

4.4.4.4.7 Mit Blick auf den Umstand, dass beim Beschwerdeführer die be-

schriebenen kognitiven Defizite nicht nachvollziehbar waren und sich an-

lässlich der psychiatrischen Begutachtung bei den orientierenden Tests zur 

Beschwerdevalidierung deutliche Hinweise auf ein nicht glaubwürdiges 

Antwortverhalten ergaben (act. I 269 S. 192), ist auch der Bericht von Dr. 

AS._______ vom 12. Juli 2019 (act. I 298) nicht geeignet, die Beurteilun-

gen der U._______ AG-Experten hinsichtlich der Diagnosestellung und de-

ren Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit in Frage zu stel-

len. Es kann diesbezüglich auf die Ausführungen der RAD-Ärztin Dr. med. 

S._______ vom 3. Januar 2020 (act. I 313) verwiesen werden, denen sich 

das Bundesverwaltungsgericht anschliesst.  

4.4.4.4.8 Keine nennenswerten Auswirkungen auf die Arbeits- und Leis-

tungsfähigkeit des Beschwerdeführers hat mit Blick auf das gutachterliche 

Zumutbarkeitsprofil weiter auch die von Dr. AT._______ am 24. Oktober 

2019 beschriebene, leichte Visusreduktion (act. I 308).  

4.4.4.4.9 Schliesslich ergibt sich mit Blick auf den Bericht von Dr. 

AU._______ vom 7. Oktober 2019 (act. I 307) zwar, dass sich der Be-

schwerdeführer mit einer hypertensiven Krise konfrontiert sah. Jedoch 

ergab das Elektrokardiogramm (EKG) keine sicheren Anzeichen einer 

akuten Läsion oder Myokardischämie, und der Beschwerdeführer beklagte 

subjektiv auch keine Beschwerden seitens des kardiovaskulären und re-

spiratorischen Systems. Unter diesen Umständen ist auch nicht davon aus-

zugehen, dass hieraus eine Änderung des gutachterlichen Zumutbarkeits-

profils resultiert. 

4.4.4.4.10 Mit Blick auf die Berichte der behandelnden Ärztin Dr. med. 

H._______ trägt das Bundesverwaltungsgericht letztlich auch der Erfah-

rungstatsache Rechnung, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auf-

tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer 

Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b cc; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 80 

E. 5.3.3.3). Obwohl diese Ärztin zu einer anderslautenden Einschätzung 

gelangt war, lässt sich das Gutachten der U._______ AG nicht in Frage 

stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen nehmen. Der Grund liegt 

nebst der erwähnten Erfahrungstatsache einerseits darin, dass sich nach 

dem Dargelegten keine abweichende Beurteilung aufdrängt, und anderer-

seits, dass das Bundesverwaltungsgericht auch die unterschiedliche Natur 

von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes und Be-

gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten be-

rücksichtigt (vgl. hierzu SVR 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5, 2008 IV Nr. 15 

C-976/2020 

Seite 39 

S. 44 E. 2.2.1). Auf die von Dr. med. H._______ attestierte vollständige Ar-

beitsunfähigkeit (act. II 46, 66, 210, 238 und 246) kann somit nicht abge-

stellt werden. 

4.4.5 Nach dem vorstehend Dargelegten ergibt sich zusammenfassend, 

dass der rechtserhebliche Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt und ge-

würdigt wurde (Art. 43 ff. ATSG sowie Art. 12 VwVG) und sich der gesund-

heitliche Zustand des Beschwerdeführers und dessen Auswirkungen auf 

die Arbeits- und Leistungsfähigkeit aufgrund der vorliegenden Aktenlage 

und mit Blick auf die aktuelle bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 

143 V 418, 143 V 409 und 141 V 281) schlüssig und zuverlässig beurteilen 

lässt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Es ist somit entsprechend der inter-

disziplinären Gesamtbeurteilung der U._______ AG davon auszugehen, 

dass dem Beschwerdeführer aufgrund der objektiven Hautbefunde seit 

2006 Arbeiten als Schweisser oder Schlosser nicht mehr zumutbar sind. 

Hingegen ist der Beschwerdeführer insbesondere aufgrund des Berichts 

von Dr. med. AH._______ vom 21. Dezember 2009 – in Abweichung der 

U._______ AG-Experten und zu Gunsten des Versicherten – spätestens 

seit Ende September 2009 in leidensadaptierten Erwerbstätigkeiten voll-

ständig arbeits- und leistungsfähig. Da der Versicherte ab dem 25. Januar 

2006 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % aufwies, ist die Anspruchsvoraus-

setzung nach Art. 29 Abs. 1 Bst. b IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 

gültig gewesenen Fassung) bzw. Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG (in der ab 1. 

Januar 2008 gültigen Fassung) erfüllt. Mit Blick auf den Umstand, dass der 

Beschwerdeführer seit Ende September 2009 in leidensadaptierten Er-

werbstätigkeiten vollständig arbeits- und leistungsfähig war bzw. ist, ist 

nachfolgend im Rahmen der Bemessung der Invalidität zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer nach Ablauf der einjährigen gesetzlichen Wartezeit zu 

mindestens 40 % invalid im Sinn von Art. 29 Abs. 1 Bst. a IVG (in der von 

2004 bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) bzw. Art. 28 Abs. 1 Bst. c 

IVG (in der ab 1. Januar 2008 gültigen Fassung) war resp. ist. 

5.  

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, 

dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen (Valid