# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f6f4d5c1-87ce-54bf-a112-d94026bb3ad0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.10.2023 D-5083/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5083-2023_2023-10-27.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5083/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  O k t o b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Jeanine Scherrer-Bänziger;   

Gerichtsschreiberin Sarah Rutishauser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Guinea,   

vertreten durch lic. iur. Isabelle Müller,  

Caritas Schweiz, (…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 21. August 2023 / N (…). 

 

 

 

D-5083/2023 

Seite 2 

Sachverhalt:  

A.  

Der Beschwerdeführer – ein minderjähriger guineischer Staatsangehöriger 

der Ethnie der Peul – suchte am 17. Dezember 2022 in der Schweiz um 

Asyl nach.  

B.  

Der Beschwerdeführer wurde jeweils im Beisein seiner Rechtsvertretung 

am 6. Januar 2023 summarisch zu seiner Person (Erstbefragung [EB] un-

begleiteter Minderjähriger [UMA]) und am 14. April 2023 zu seinen Asyl-

gründen nach Art. 29 AsylG angehört. Er machte im Wesentlichen geltend, 

er sei in Conakry geboren, wo seine Eltern und Geschwister bis heute 

wohnhaft seien. Ab einem Alter von zwölf oder dreizehn Jahren bis zu sei-

ner Ausreise habe er wegen Unruhen in Conakry bei seinem Onkel väter-

licherseits in der Stadt Kankan (Stadtviertel Dalako) gelebt. Er habe sich 

mit ihm nicht gut verstanden und seine Frau habe sich am Beschwerdefüh-

rer sexuell vergriffen. Im Weiteren gebe es in Kankan zwischen den ethni-

schen Malinke (Mehrheit) und den wenigen ethnischen Peul stetig Ausei-

nandersetzungen beziehungsweise in seiner Heimat herrschten ethnische 

Konflikte und Probleme zwischen den Behörden und der Bevölkerung. Er 

selbst sei in der Schule beschimpft, beleidigt und geschlagen worden. Der 

Beschwerdeführer habe die Schule bis zur siebten oder achten Klasse be-

sucht und sei ab und zu Mototaxi gefahren. Sein Ausreisedatum kenne er 

nicht. Er sei über Mali nach Algerien, Tunesien und Italien gelangt und am 

17. Dezember 2022 in die Schweiz eingereist. 

Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer eine Kopie 

seiner Geburtsurkunde ein.  

C.  

Das am 27. Februar 2023 vom SEM in Auftrag gegebene Altersgutachten 

des Instituts für Rechtsmedizin (IRM) der Universität Basel ergab, dass das 

vom Beschwerdeführer angegebene Geburtsdatum beziehungsweise sein 

Alter von 16 Jahren zwar im Grenzbereich liege, aber mit den erhobenen 

Befunden vereinbar sei. 

D.  

Das zunächst vom SEM eröffnete Dublin Verfahren wurde am 16. März 

2023 beendet und das nationale Asyl- und Wegweisungsverfahren eröff-

net. 

D-5083/2023 

Seite 3 

E.  

Das SEM teilte den Beschwerdeführer am 20. April 2023 dem erweiterten 

Verfahren zu.  

F.  

Dem Beschwerdeführer wurde am 22. Mai 2022 vom SEM das rechtliche 

Gehör betreffend Mitwirkungspflicht (Kontaktdaten Eltern und Onkel, Be-

ziehungsnetz in Guinea) und Rückkehr nach Guinea (rocCONAKRY) ge-

währt, wozu sich die Rechtsvertretung mit Schreiben vom 19. Juni 2023 

vernehmen liess. Hinsichtlich einer Rückkehr nach Guinea brachte sie Vor-

behalte betreffend Kindeswohl an (Notwendigkeit weiterer Abklärungen). 

G.  

Das Amt für Migration des Kantons Schwyz setzte mit Entscheid vom 

23. Mai 2023 eine Vertrauensperson für den Beschwerdeführer ein und er-

suchte gleichzeitig die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) 

Ausserschwyz um Prüfung einer Beistandschaft.   

H.  

Der Beschwerdeführer wurde mit Schreiben vom SEM vom 6. Juli 2023 

aufgefordert, allfällige ärztliche Berichte einzureichen. Dieser Aufforderung 

kam er mit Eingabe vom 20. Juli 2023 nach (Bericht der Hausärztin vom 

13. Juli 2023, Diagnosen: Posttraumatische Belastungsstörung [PTBS], 

Gastritis, Schlafstörungen, Verdacht auf Reizdarm).  

I.  

Mit Verfügung vom 21. August 2023 stellte die Vorinstanz fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte sein Asylge-

such ab, ordnete die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug der 

Wegweisung an und händigte ihm die editionspflichtigen Akten gemäss Ak-

tenverzeichnis aus.  

J.  

Mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 19. September 2023 erhob der 

Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde.  

Er beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Rückwei-

sung der Sache zwecks Abklärung des Sachverhalts und Neubeurteilung 

an die Vorinstanz, eventualiter unter Feststellung der Flüchtlingseigen-

schaft die Gewährung von Asyl, subeventualiter die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme aufgrund Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbar-

keit des Wegweisungsvollzugs. Gleichzeitig ersuchte er in verfahrensrecht-

D-5083/2023 

Seite 4 

licher Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung (in der Person der Rechtsvertretung) und um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.  

Der Beschwerde lagen der vorinstanzliche Entscheid (in Kopie) samt Sen-

dungsverfolgung, eine Fürsorgebestätigung, die Kostennote der Rechts-

vertretung und ein Kurz-Bericht der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) 

Luzern/Obwalden/Nidwalden vom 19. September 2023 bei. 

K.  

Am 21. September 2023 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den 

Eingang der Beschwerde.  

L.  

Mit Eingabe vom 28. September 2023 stellte der Beschwerdeführer im We-

sentlichen einen medizinischen Austrittsbericht in Aussicht und reichte den 

KJP Abschlussbericht vom 12. Oktober 2023 am 25. Oktober 2023 ein.  

M.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

21. September 2023 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 2 und 4 

AsylG).  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:  

1.  

1.1. Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

D-5083/2023 

Seite 5 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1. Der Beschwerdeführer erhob im Hauptantrag die formelle Rüge, im 

Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung habe ein unrichtiger und unvollstän-

diger Sachverhalt vorgelegen. Die Vorinstanz habe eine vor dem Entscheid 

aufgegleiste jugendpsychiatrische Abklärung gemäss Arztbericht vom 

13. Juli 2023 nicht abgewartet und der Beschwerdeführer habe beim SEM 

unwahre Angaben gemacht (Beschwerde, Ziff. 3.2 ff. und 4.2). 

 

3.2. Es ergibt sich aus den Akten, wie auch grundsätzlich aus den Be-

schwerdeausführungen, dass die Vorinstanz den vorliegenden Sachverhalt 

insgesamt rechtsgenüglich abgeklärt und sich hinreichend differenziert mit 

den zentralen Vorbringen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt hat. 

Der Sachverhalt war im Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung rechts-

genüglich festgestellt worden und er ist auch im aktuellen Zeitpunkt voll-

ständig erstellt. So hat die Vorinstanz die gesundheitlichen Probleme des 

Beschwerdeführers, insbesondere auch den von ihm zitierten Arztbericht 

der Hausärztin vom 13. Juli 2023, in ihrer Einschätzung berücksichtigt und 

gebührend gewürdigt. Entgegen der Beschwerde hätte dieser die Vorin-

stanz nicht dazu hätte veranlassen müssen, allfällige weitere medizinische 

Berichte abzuwarten (Beschwerde, Ziff. 4.2.2; A44/2, A45/7, vorinstanzli-

cher [vi] Entscheid Ziff. III/2). Nebst den von der Hausärztin gestellten Di-

agnosen (PTBS, Schlafstörungen, Gastritis, Verdacht auf Reizdarm/Colitis, 

Boostrix Polio Impfung) wurde hinsichtlich psychischer Beschwerden ein-

zig festgehalten, der Beschwerdeführer wünsche eine Psychotherapie, um 

die erlebten Sachen, über die er «nicht gross sprechen wolle», vergessen 

zu können (A45/7). In der angefochtenen Verfügung hat die Vorinstanz in 

ihren nachvollziehbaren und detaillierten Ausführungen – insbesondere 

hinsichtlich Wegweisungsvollzugs (vi-Entscheid Ziff. III/2) – hinreichend 

dargelegt, aus welchen Gründen keine Notwendigkeit bestand, weitere 

medizinische Unterlagen abzuwarten.  

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Seite 6 

Aus dem Kurzbericht vom 19. September 2023 (Beschwerdebeilage 3) 

geht hauptsächlich eine psychische Kompensation infolge der Eröffnung 

des negativen Asylentscheids hervor, weswegen nicht ohne Weiteres auf 

die Notwendigkeit weiterer Abklärungen zu schliessen ist (vgl. auch nach-

stehende E. 6.2). Alsdann brachte der Beschwerdeführer in der Be-

schwerde neu vor, bisher die Unwahrheit über seinen Ausreisegrund aus 

dem Heimatstaat erzählt zu haben (Beschwerde, Ziff. 3.3 ff.). Seine vorhe-

rigen falschen Angaben können jedoch nicht der Vorinstanz angelastet 

werden. Ferner führt ein Hinweis auf die blosse Möglichkeit allfälliger asyl-

relevanter Angaben des Beschwerdeführers in einem späteren Zeitpunkt 

nicht ohne Weiteres zur Einräumung eines zusätzlichen beziehungsweise 

ergänzenden rechtlichen Gehörs oder zu einem Anspruch auf eine Be-

schwerdeergänzung oder gar zur Notwendigkeit weiterer Abklärungen des 

Sachverhaltes. Es ist auch im Zeitpunkt des Urteils und in Kenntnis des 

medizinischen Kurzberichts vom 19. September 2023 sowie des Ab-

schlussberichts vom 12. Oktober 2023 weiterhin von einem erstellten 

Sachverhalt auszugehen, weshalb auch der weitere, in Aussicht gestellte 

Bericht betreffend Auskunft (Wohlbefinden) der Jugendeinrichtung KOM-

PASS, in der sich der Beschwerdeführer aktuell aufhält, nicht abgewartet 

werden muss (act. 4).  

 

In den Beschwerdeausführungen bleibt zu Recht unbestritten, dass die Mit-

wirkungspflicht auch unter Berücksichtigung der Minderjährigkeit für den 

Beschwerdeführer gilt (Beschwerde, Ziff. 4.2, insbesondere Ziff. 4.2.3). Die 

aufgeworfene Frage der Auswirkung einer möglichen PTBS auf das Aus-

sageverhalten als Erklärungsversuch für eine ungenügende oder fehlende 

Mitwirkung beziehungsweise der Hinweis auf BVGE D-4037/2013 E. 6.2.3 

ist – entgegen der Beschwerde – vorliegend unbehelflich beziehungsweise 

nicht relevant. Einerseits kann ein Arztbericht eine psychische Störung be-

ziehungsweise eine Traumatisierung zwar belegen, nicht aber deren ge-

naue Ursache (vgl. Urteile des BVGer D-2184/2021 vom 5. September 

2022 E. 5.3 und E-1728/2020 vom 16. Juni 2021 E. 9.3 m.w.H.). Anderer-

seits wurden gemäss eigenen Angaben des Beschwerdeführers bei der 

Vorinstanz gar keine asylrelevanten Angaben vorgebracht. Die vorinstanz-

liche Verfügung beruht vorliegend weder auf einer (aufgrund der gemach-

ten Angaben des Beschwerdeführers) unrichtigen noch einer unvollständi-

gen Sachverhaltsfeststellung. Zur Vermeidung von Wiederholungen ist auf 

nachstehende Erwägungen (E.) zur Asylrelevanz (E. 6), wie auch zur Zu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs (E. 10.3) zu verweisen. 

 

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Seite 7 

3.3. Die formelle Rüge erweist sich als unbegründet und es besteht keine 

Veranlassung, die Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die 

Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen. Der Hauptantrag ist demnach 

abzuweisen. 

 

4.  

4.1. Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. 

 

4.2. Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1. Die Vorinstanz begründete ihren ablehnenden Entscheid mit der feh-

lenden Asylrelevanz der Vorbringen des Beschwerdeführers. So mangle es 

den von ihm geschilderten Verhalten des Onkels, seiner Frau und von 

Lehrpersonen ihm gegenüber nicht nur für sich an flüchtlingsrechtlicher Re-

levanz, sondern der Beschwerdeführer habe auch nicht alles Zumutbare 

unternommen, um vor diesen Personen Schutz zu erhalten. Die Begrün-

dung, ihm hätte ohnehin niemand geglaubt, vermöge den Verzicht auf zu-

mindest einen Versuch, in seiner Heimat um Hilfe zu ersuchen, nicht aus-

reichend zu begründen. Aufgrund der offensichtlich fehlenden flüchtlings-

rechtlichen Relevanz könne auf die Prüfung der Glaubhaftigkeit verzichtet 

werden, wenn auch ein diesbezüglicher Vorbehalt anzubringen sei (vage, 

substanzlose Angaben betreffend Aufenthalt beim Onkel und seiner Frau). 

Im Weiteren vermöchten die geschilderten Vorfälle (Beleidigung, Be-

schimpfung, Schläge in der Schule) wegen  seiner Ethnie mangels Kollek-

tivverfolgung, auch unter Berücksichtigung der dokumentierten Spannun-

gen zwischen den ethnischen Volksgruppen Malinke und Peul, nicht die 

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Seite 8 

Flüchtlingseigenschaft zu begründen. Die geschilderten Probleme zwi-

schen den Behörden und der Bevölkerung Guineas würden ebensowenig 

eine flüchtlingsrechtlich relevante Verfolgung des Beschwerdeführers dar-

stellen. 

5.2. In der Beschwerdeschrift wurde neu geltend gemacht, die Vorinstanz 

habe zu Recht festgestellt, der Beschwerdeführer habe keine flüchtlingsre-

levanten Verfolgungsgründe geltend gemacht. Er habe mit den heimatli-

chen Behörden nie irgendwelche asylbeachtlichen Probleme gehabt, auch 

nicht aufgrund seiner Ethnie. Vielmehr habe er gemäss seinen (damaligen) 

Angaben Guinea aufgrund innerfamiliärer Probleme verlassen. Jedoch sei 

es nach der Eröffnung des negativen Asylentscheides in der Nacht vom 

6./7. September 2023 zu einer Eskalation mit polizeilicher Intervention ge-

kommen und der Beschwerdeführer sei zur medizinischen Abklärung ins 

Spital Schwyz beziehungsweise in die Luzerner KJP (Akut- und Intensiv-

station; AKIS) überwiesen worden. Der Beschwerdeführer habe im bishe-

rigen Verfahren keine wahrheitsgetreuen Angaben gemacht, die Probleme 

mit dem Onkel und dessen Ehefrau seien vorgeschoben und es sei von 

traumatisierenden Erlebnissen auszugehen. Ein Gespräch vom 15. Sep-

tember 2023 mit der Rechtsvertretung habe aufgrund des instabilen Ge-

sundheitszustandes des Beschwerdeführers nicht vertieft geführt werden 

können. Der Beschwerdeführer sei am 18. September 2023 aus der AKIS 

entlassen worden. Die neuen Vorbringen würden durch den Kurz-Bericht 

der KJP Luzern/Obwalden/Nidwalden vom 19. September 2023 gestützt. 

Gemäss Angaben des zuständigen Assistenzarztes habe der Beschwerde-

führer nun «angefangen», über die wahren Gründe seiner Ausreise aus 

Guinea zu sprechen, welche im Rahmen einer Anamnese in einen noch zu 

erstellenden Bericht aufgenommen werden würden. Hinsichtlich der Mit-

wirkungspflicht sei zu beachten, dass von Beginn weg der Verdacht auf 

eine PTBS bestanden habe, der sich erhärtet habe und bei der Glaubhaf-

tigkeit der Asylvorbringen berücksichtigt werden müsse (Aussageverhal-

ten). Es könne nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass der Sachver-

halt, über den der Beschwerdeführer noch nicht gesprochen habe, doch 

noch flüchtlingsrechtlich relevant sei (Eventualantrag), weshalb eine er-

gänzende Beschwerdeeingabe im Falle der Abweisung des Hauptantrages 

in einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werde. 

6.  

6.1. Auf Beschwerdeebene wird explizit eingeräumt, die Vorinstanz habe 

die (bisherigen) Vorbringen des Beschwerdeführers in der angefochtenen 

Verfügung zu Recht als nicht asylrelevant qualifiziert (Beschwerde,  

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Seite 9 

Ziff. 3.1; vorstehend Erwägung [E.] 4.2). Die Flüchtlingseigenschaft des Be-

schwerdeführers wurde zutreffend verneint und das Asylgesuch abgewie-

sen. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die E. 5.1 und 5.2 hier-

vor verwiesen werden. Die Ausführungen der Beschwerdeschrift bestäti-

gen damit die Einschätzung der Vorinstanz. Jedoch weist die Rechtsver-

tretung des Beschwerdeführers auf ein allfälliges späteres  Vorbringen ei-

ner zwar aktuell noch unbekannten, aber allenfalls später noch darzule-

genden, flüchtlingsrechtlich relevanten Tatsache hin (Beschwerde, «Even-

tualiter», Ziff. 4.2.4). Auf dieses Novum ist im Folgenden näher einzugehen. 

6.2. Der Eventualantrag des Beschwerdeführers beruht auf einer 

psychischen Dekompensation des Beschwerdeführers nach Eröffnung des 

negativen Asylentscheids mit Blick auf den Wegweisungsvollzug, 

woraufhin der Beschwerdeführer – wie vorstehend ausgeführt – neu 

vorbrachte, bisher die Unwahrheit über seinen Ausreisegrund aus dem 

Heimatstaat erzählt zu haben (Beschwerde, Ziff. 3.3 ff.; vgl. auch E. 3.2). 

In der Beschwerde wurden jedoch keinerlei Angaben gemacht, worum es 

sich bei den möglichen anderen beziehungsweise neuen Gründen handeln 

könnte, und es überzeugt nicht, das fehlende Wissen über diese mit einem 

instabilen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers erklären zu wollen. 

Der Beschwerdeführer hatte im Rahmen der Beschwerde Gelegenheit, 

seiner Substantiierungspflicht im Grundsatz nachzukommen und – selbst 

bei instabilem Gesundheitszustand zumindest in grundlegenden Umrissen 

– Angaben zum (angeblich wahren) Ausreisegrund zu machen. So wurde 

er am 18. September 2023 mit der Empfehlung einer weiterführenden, 

ambulanten psychiatrischen Behandlung aus der Klinik entlassen 

(Beschwerdebeilage 3; act. 4 ), weshalb im Zeitpunkt der 

Beschwerdeerhebung am 19. September 2023, von einer gewissen 

Stabilisierung seines Gesundheitszustandes ausgegangen werden darf. 

Es wäre deshalb zu erwarten gewesen, dass er in der Beschwerde der 

Substantiierungspflicht zumindest im Ansatz nachkommt. Jedoch ergeben 

sich weder aus der Eingabe vom 25. Oktober 2023, aus dem Kurz-Bericht 

vom 19. September 2023 (Beschwerdebeilage 3) noch aus dem 

Abschlussbericht vom 12. Oktober 2023 (act. 4) hinreichend konkrete 

Anhaltspunkte auf allfällige Asylgründe des Beschwerdeführers. Auch wird 

darin nicht näher dargelegt, aus welchen Gründen der Beschwerdeführer 

bisher nicht in der Lage gewesen sein sollte, diese zumindest ansatzweise 

zu nennen. Der Beschwerdeführer kann daher aus den Ausführungen zum 

Eventualantrag nichts zu seinen Gunsten ableiten. Die blosse, nicht näher 

substantiierte Möglichkeit des Bestehens von Asylgründen vermag an der 

Einschätzung der Vorinstanz nichts zu ändern.  

D-5083/2023 

Seite 10 

6.3. Aufgrund des Gesagten ist der Eventualantrag (Feststellung der 

Flüchtlingseigenschaft; die Gewährung von Asyl) abzuweisen.  

 

6.4. Zusammenfassend hat die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des 

Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asylgesuch folgerichtig 

abgelehnt.  

7.  

7.1. Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, so verfügt es in der Regel die 

Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt 

dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 

 

7.2. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetz-

lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; Art. 83 

Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

 

9.  

Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Ver-

pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Aus-

länders in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen 

(Art. 83 Abs. 3 AIG). 

 

Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist – wie 

von der Vorinstanz zutreffend festgehalten – das flüchtlingsrechtliche 

Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 

1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und Art. 5 

AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Vollzugs beurteilt sich viel-

mehr nach den allgemeinen verfassungs- und völkerrechtlichen 

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Seite 11 

Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; Art. 3 EMRK). 

 

Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte 

(EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste der 

Beschwerdeführer mit Blick auf Art. 3 EMRK das ernsthafte Risiko ("real 

risk") glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder 

unmenschliche Behandlung droht (vgl. EGMR [Grosse Kammer], Saadi ge-

gen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Nr. 37201/06, §§ 124–

127 m.w.H.). Es sind keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Be-

schwerdeführer für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK 

verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Auch die allgemeine 

Menschenrechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug 

zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.  

 

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 

landes- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

 

10.   

10.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. Der Beschwerdeführer untersteht als unbegleite-

ter minderjähriger Asylsuchender (UMA) den Normen der Kinderrechtskon-

vention (KRK). Das Kindswohl gemäss Art. 3 KRK und die aus der KRK 

fliessenden Rechte sind im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung von Art. 83 

Abs. 4 AIG als gewichtiger Aspekt zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2014/20 

E. 8.3.6; 2009/51 E. 5.6, je m.w.H.). Im Rahmen einer gesamtheitlichen 

Beurteilung sind unter dem Aspekt des Wohls des Kindes folgende Krite-

rien von Bedeutung: Alter, Reife, Abhängigkeiten, Art (Nähe, Intensität, 

Tragfähigkeit) seiner Beziehungen, Eigenschaften seiner Bezugspersonen 

(insbesondere Unterstützungsbereitschaft und – fähigkeit), Stand und 

Prognose bezüglich Entwicklung/Ausbildung sowie der Grad der erfolgten 

Integration bei einem längeren Aufenthalt in der Schweiz (vgl. BVGE 

2015/30 E. 7.3 und 2009/51 E. 5.6). Ferner hat die zuständige Behörde 

gemäss Art. 69 Abs. 4 AIG vor einer Ausschaffung von unbegleiteten min-

derjährigen Personen sicherzustellen, dass diese im Rückkehrstaat einem 

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Seite 12 

Familienmitglied, einem Vormund oder – wo dies nicht möglich ist – einer 

geeigneten Aufnahmeeinrichtung übergeben werden, welche den Schutz 

des Kindes gewährleisten (vgl. BVGE 2015/30 E. 7.3 m.w.H.; EMARK 2006 

Nr. 24 E. 6.2.4). Die Rückreisemodalitäten (Begleitung der UMA, Ort und 

Zeit der Übergabe nach der Ankunft im Heimatstaat etc.) können aber auch 

erst im unmittelbaren Vorfeld der Rückkehr geregelt werden (vgl. EMARK 

1998 Nr. 13 E. 5e.bb S. 100). Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, 

ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige Aufnahme zu 

gewähren. 

 

10.2. Die objektive Lageeinschätzung der Vorinstanz ist zu bestätigen, ge-

mäss welcher in Guinea trotz der volatilen Lage nicht davon auszugehen 

ist, dass alle guineischen Staatsangehörigen in ihrem Heimatland im Sinne 

von Art. 83 Abs. 4 AIG konkret gefährdet sind (vgl. Urteil des BVGer  

D-3612/2020 vom 4. Mai 2023 E. 7.3). Der Wegweisungsvollzug ist des-

halb nicht generell als unzumutbar zu bezeichnen. 

 

10.3.  

10.3.1. Mit Blick auf das Kindeswohl ergeben sich keine Hinweise darauf, 

die individuelle Zumutbarkeit stünde einem Wegweisungsvollzug entge-

gen. In der Beschwerde werden keine Argumente angeführt, welche zu ei-

ner anderen Betrachtungsweise führen, denn sie erschöpfen sich auch 

hierzu hauptsächlich in einer Wiederholung der Rüge eines zur Beurteilung 

des Wegweisungsvollzugs ungenügend erstellten Sachverhaltes (vgl. vor-

stehend E. 3 und nachstehend E. 10.3.3). 

 

Es ist mit der Vorinstanz festzuhalten, dass die selbständige Reise des Be-

schwerdeführers von Guinea in die Schweiz eine hohe Eigenständigkeit 

aufzeigt, was aber - entgegen der Behauptung in der Beschwerde – nicht 

unbedingt damit gleichzusetzen ist, er könne in Guinea ganz alleine und 

ohne Unterstützung zurechtkommen (Beschwerde, S. 11). So hat der Be-

schwerdeführer zu seinen Eltern eine gute Beziehung, seine Geschwister 

leben ebenfalls bei den Eltern und er steht mit der Mutter in Kontakt. Bei 

der Ausreise wurde er von der Familie beziehungsweise seiner Mutter fi-

nanziell unterstützt und es darf angenommen werden, dass der Beschwer-

deführer auch bei einer Rückkehr nach Guinea weiterhin auf eine familiäre 

Unterstützung zählen kann (A28/19, F42 ff., A28/19, F10, F26 ff., F106; 

A14/9, S. 5). Unter Berücksichtigung des fortgeschrittenen jugendlichen Al-

ters, seines Schulbesuchs und der bereits vorhandenen beruflichen Erfah-

rung als Taxifahrer darf insgesamt von einer angemessenen Reife und 

Selbständigkeit des minderjährigen Beschwerdeführers ausgegangen 

D-5083/2023 

Seite 13 

werden, zumal er bereits früher einmal selbständig zur an Guinea angren-

zenden Elfenbeinküste reiste (A28/19, F89 ff.). Er wuchs in seinem Hei-

matstaat auf, war – abgesehen von genannter Reise zur Elfenbeinküste – 

noch nie zuvor im Ausland und ist erst seit rund zehn Monaten in der 

Schweiz (A14/9). Es ist anzunehmen, dass er durch die Rückkehr nicht 

entwurzelt wird und auch problemlos wieder an bestehende Beziehungen 

(welche er aufrechterhalten hat) anknüpfen sowie sich im Heimatstaat wie-

dereingliedern kann. Eine Kindeswohlgefährdung ist unter diesen genann-

ten Aspekten nicht erkennbar. Das Asylverfahren in der Schweiz kann als-

dann weder dazu dienen, ein allfällig im Heimatstaat erlittenes Leid wieder-

gutzumachen, noch Kindern aus ärmeren Verhältnissen eines anderen 

Landes eine Ausbildung zu verschaffen (A28/19, F186 f.: «Alle Kinder aus 

reichen Familien machen ihre Ausbildung im Ausland oder besuchen Schu-

len im Ausland»; act. 4: mutmasslicher sexueller Übergriff im Heimatstaat). 

 

10.3.2. Die vorgebrachten Zweifel und Vorbehalte an den Unterstützungs-

möglichkeiten von rocCONAKRY sind entgegen der Behauptung in der Be-

schwerde unbegründet (A41/6; Beschwerde, S. 11 f). Zur Vermeidung von 

Wiederholungen kann auf die zutreffenden und detaillierten Ausführungen 

der Vorinstanz (vi-Entscheid III/2, S. 7 f.), aber auch auf vorstehende 

E. 10.1 verwiesen werden. Demgemäss mussten insbesondere die vom 

Beschwerdeführer ins Feld geführten Rückkehrmodalitäten des Beschwer-

deführers mit rocCONAKRY im Zeitpunkt des Erlasses der vorinstanzli-

chen Verfügung noch nicht konkret feststehen. 

 

10.3.3. Hinsichtlich des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers ist 

festzuhalten, dass gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts nur 

dann aus medizinischen Gründen auf die Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs geschlossen werden kann, wenn eine notwendige Behand-

lung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die Rückkehr zu einer 

raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des Gesundheitszu-

standes der betroffenen Person führt (vgl. Urteil des EGMR Paposhvili ge-

gen Belgien 13. Dezember 2016, Grosse Kammer 41738/10, §§ 180–193 

m.w.H.). Dabei wird diejenige allgemeine und dringende medizinische Be-

handlung als relevant erachtet, die zur Gewährleistung einer menschen-

würdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit liegt jedenfalls 

nicht bereits dann vor, wenn im Heimat- oder Herkunftsstaat nicht eine dem 

hohen schweizerischen Standard entsprechende medizinische Behand-

lung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2). Selbst wenn der minderjäh-

rige Beschwerdeführer unter gesundheitlichen beziehungsweise psychi-

schen Belastungen leidet (vgl. Sachverhalt H und L), ist nicht ersichtlich, 

D-5083/2023 

Seite 14 

sie seien derart gravierend zu qualifizieren, als dass sie bei einer Rückkehr 

nach Guinea zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung 

des Gesundheitszustandes führen würden. Sodann ist von der grundsätz-

lichen Behandelbarkeit der Probleme in Guinea auszugehen, auch wenn 

eine solche nicht dem hohen Standard der Schweiz entspricht und insbe-

sondere von den Patienten in der Regel auch selbst finanziell getragen 

werden muss (vgl. Urteil E-1985/2023 E. 7.3.7 des Bundesverwaltungsge-

richtes vom 6. Juni 2023). Auch hier darf die Unterstützung der Familie des 

Beschwerdeführers angenommen werden, welche ihm auch die Reise in 

die Schweiz finanziert hat. Allfälligen erneuten, akuten, psychischen Prob-

lemen oder fremdgefährdenden Tendenzen wären durch geeignete Mass-

nahmen – falls nötig auch im Rahmen der Vollzugsmodalitäten – Rechnung 

zu tragen, dadurch wird jedoch nicht die Unzumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzuges begründet. Es ist auf die Möglichkeit, bei Bedarf einen An-

trag auf Gewährung individueller medizinischer Rückkehrhilfe zu stellen 

(Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG), hinzuweisen. 

 

Demgemäss kann der Beschwerdeführer aus dem Kurz-Bericht vom 

19. September 2023 beziehungsweise dem Abschlussbericht vom 12. Ok-

tober 2023 nichts zu seinen Gunsten ableiten (Beschwerdebeilage 3; Di-

agnosen: PTBS, Anpassungsstörungen, ernsthafte soziale Beeinträchti-

gung; Zuweisungsgrund: fremdaggressives Verhalten und Desorientierung 

nach Erhalt eines negativen Asylentscheids). Vor diesem Hintergrund be-

steht (auch) auf Beschwerdeebene keine Notwendigkeit, weitere medizini-

sche Berichte, wie einen in Aussicht gestellten weiteren Arztbericht (act. 3) 

abzuwarten.  

 

10.4. Zusammenfassend darf davon ausgegangen werden, dass der Be-

schwerdeführer im Heimatstaat über ein tragfähiges verwandtschaftliches 

Beziehungsnetz verfügt, dem er bei seiner Rückkehr auch übergeben wer-

den kann (insbesondere der Mutter). Zudem kann den gesundheitlichen 

Beschwerden des Beschwerdeführers im Heimatstaat Rechnung getragen 

werden. Eine Kindeswohlgefährdung ist insgesamt nicht ersichtlich.  

10.5. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung so-

wohl in genereller als auch in individueller Hinsicht als zumutbar. 

 

11.  

Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

D-5083/2023 

Seite 15 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG).  

 

12.  

Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu Recht 

als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Die Anordnung der vorläu-

figen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 – 4 AIG). 

 

13.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

14.  

14.1. Mit dem vorliegenden Direktentscheid ist das Gesuch um Verzicht auf 

das Erheben eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden. Die Be-

schwerde hat sich als von vornherein aussichtslos erwiesen, weshalb die 

mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung und amtlichen Rechtsverbeiständung – unabhängig 

von der geltend gemachten Fürsorgeabhängigkeit – abzuweisen sind.  

14.2. Als Folge der Abweisung der Beschwerde sind die Kosten des Ver-

fahrens somit dem Beschwerdeführer aufzuerlegen und auf Fr. 750.– fest-

zusetzen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG; Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 16 Abs. 1 Bst. a 

VGG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-5083/2023 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen.  

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Sarah Rutishauser 

 

 

Versand: