# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2199292-5ea1-5030-8b2f-3cfbda12ffb6
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.11.2017 IV 2015/119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-119_2017-11-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/119

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 29.11.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 29.11.2017
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidität. Invalidenrente. Einkommensvergleich 
statt gemischte Methode (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 29. November 2017, IV 2015/119).

Entscheid vom 29. November 2017

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.  

IV 2015/119

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

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Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im September 2012 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Laut ihrem Lebenslauf (IV-act. 6) hatte sie in ihrem 

Herkunftsland eine dreijährige Berufslehre als Einzelhandelskauffrau absolviert. In der 

Schweiz hatte sie zunächst als Serviceangestellte und später als stellvertretende 

Filialleiterin in einem Modegeschäft gearbeitet. Nach der Geburt ihrer Tochter war sie 

selbständig als Näherin erwerbstätig und zusätzlich als Haushälterin angestellt 

gewesen. Im Jahr 2005 hatte sie sich zur Pflegehelferin SRK ausbilden lassen. 

Anschliessend hatte sie während etwa drei Jahren (bis Ende November 2008) als 

Pflegehelferin in einem Alterswohnheim gearbeitet. Der Psychiater Dr. med. B.___ gab 

am 17. Mai 2013 telefonisch an (IV-act. 32), die Versicherte leide an einer kombinierten 

Persönlichkeitsstörung mit paranoiden, emotional-instabilen, histrionischen und 

vermeidenden Anteilen sowie an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer 

gegenwärtig mittelgradigen Episode auf dem Boden einer repetitiven Traumatisierung 

in gewaltvollen familiären Verhältnissen. Am letzten Arbeitsplatz habe die Versicherte 

eine starke Kränkung erfahren. Seit dem Jahr 2009 habe sich ihr Gesundheitszustand 

laufend verschlechtert. Sie habe sich bis dahin „durchs Leben gekämpft“. Aktuell sei 

sie für sämtliche Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Es sei noch nicht absehbar, ob 

und wann sich an der Arbeitsunfähigkeit etwas ändern werde. Am 2. Juli 2013 teilte die 

IV-Stelle der Versicherten mit, dass zurzeit keine beruflichen Massnahmen 

durchgeführt würden (IV-act. 23).

A.b  In einem Fragebogen gab die Versicherte im Oktober 2013 an, dass sie ohne eine 

Gesundheitsbeeinträchtigung seit dem Jahr 2008 zu 80 Prozent erwerbstätig gewesen 

wäre (IV-act. 29). Der Hausarzt Dr. med. C.___ berichtete am 28. Oktober 2013 (IV-act. 

30), die Versicherte leide an einem chronifizierten Panvertebralsyndrom, an Muskel- 

und Armschmerzen beidseits, an einer Fibromyalgie und an einer Depression. Bis zum 

Ende eines Einsatzprogrammes des regionalen Arbeitsvermittlungszentrums am 30. 

September 2012 sei die Versicherte zu 50 Prozent arbeitsunfähig gewesen. Die 

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körperliche Belastung sei aufgrund der Wirbelsäulenproblematik eingeschränkt. Eine 

Prognose wage er nicht abzugeben. Am 14. Dezember 2013 gab Dr. B.___ an, die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten liege bei etwa 50 Prozent (IV-act. 33). Am 16. 

Dezember 2013 wies er darauf hin, dass er nach einer neuerlichen Konsultation eine 

Arbeitsunfähigkeit von 60 Prozent attestieren müsse (IV-act. 34). Am 19. Dezember 

2013 bestätigte er diese Angabe in einer E-Mail, wobei er allerdings festhielt: 

„Arbeitsunfähigkeit maximal 40 Prozent“ (IV-act. 36). Am 27. Januar 2014 teilte die IV-

Stelle der Versicherten mit, dass eine polydisziplinäre medizinische Untersuchung 

erforderlich sei (IV-act. 37). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die ärztliches 

Begutachtungsinstitut (ABI) GmbH am 10. Juni 2014 ein entsprechendes Gutachten 

(IV-act. 44). Der internistische Sachverständige führte darin aus, die Versicherte leide 

an einem metabolischen Syndrom, anamnestisch an einem Asthma bronchiale sowie 

an einem fortgesetzten Nikotinkonsum mit einem schädlichen Gebrauch. Für körperlich 

leichte bis zumindest mittelschwere Tätigkeiten könne aus internistischer Sicht keine 

Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Der psychiatrische Sachverständige hielt fest, die 

Versicherte leide an einer rezidivierenden depressiven Störung mit einer gegenwärtig 

leichten Episode sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer 

Somatisierungsstörung und an histrionischen Persönlichkeitszügen. Aufgrund der 

depressiven Störung sei sie vermindert belastbar. Zudem leide sie an einer erhöhten 

Ermüdbarkeit und an leichten depressiven Stimmungen. Dadurch sei die 

Arbeitsfähigkeit um 20 Prozent eingeschränkt. Das gelte seit Juni 2008, nachdem sich 

die Versicherte erstmals im Jahr 2008 in eine ambulante psychiatrische Behandlung 

begeben habe. Der orthopädische Sachverständige führte aus, die Versicherte leide an 

einem chronischen thoraco-lumbal betonten panvertebralen Schmerzsyndrom ohne 

eine ausstrahlende Sympto¬matik sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – 

an einem Status nach einem wahrscheinlich bandrekonstruierenden Eingriff am 

lateralen Sprunggelenk rechts etwa im Jahr 2011 und anamnestisch an einem 

multiloculären Schmerzsyndrom bei einem aktuell weitgehend unauffälligen klinischen 

Befund. Körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten in wechselnder Position mit 

einer Hebe- und Traglimite von maximal zehn bis ausnahmsweise 15 Kilogramm und 

ohne lang dauernde Zwangshaltungen von Rumpf oder Kopf seien der Versicherten 

uneingeschränkt zumutbar. Zusammenfassend seien der Versicherten also 

leidensadaptierte Tätigkeiten zu 80 Prozent zumutbar. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit 

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als Pflegerin sei nicht mehr geeignet, da diese teilweise mit körperlich schweren 

Belastungen verbunden sei. Am 2. Juli 2014 notierte Dr. med. D.___ vom IV-internen 

regionalen ärztlichen Dienst (RAD), das Gutachten der ABI GmbH sei überzeugend (IV-

act. 45).

A.c  Mit einem Vorbescheid vom 9. Juli 2014 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass sie die Abweisung des Rentenbegehrens vorsehe (IV-act. 49). Zur Begründung 

führte sie an, die Versicherte sei als zu 80 Prozent erwerbs- und zu 20 Prozent im 

Haushalt tätig zu qualifizieren. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Pflegerin sei ihr nicht 

mehr zumutbar. Für eine leidensadaptierte Tätigkeit bestehe aber eine Arbeitsfähigkeit 

von 80 Prozent, weshalb das zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen dem 

Valideneinkommen entspreche. Für den Erwerbsteil resultiere also keine Invalidität. 

Allfällige Einschränkungen im Haushalt würden durch die zumutbare 

Schadenminderungspflicht der Familienangehörigen kompensiert, weshalb auch für 

diesen Teil keine Invalidität resultiere. Im September 2014 ersuchte die Versicherte um 

eine neue Prüfung (IV-act. 50–1). Sie legte ihrer Eingabe ein Attest von Dr. C.___ bei 

(IV-act. 50–2), der geltend gemacht hatte, die praxisrelevanten tatsächlichen 

Gegebenheiten differierten doch deutlich von der angegebenen theoretischen 

Einschätzung. Möglicherweise seien die älteren Krankheitsbefunde und Berichte nicht 

vollständig berücksichtigt worden. Am 27. November 2014 liess die Versicherte geltend 

machen (IV-act. 66), es liege ein Widerspruch zwischen den 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen des behandelnden Psychiaters Dr. B.___ und des 

psychiatrischen Sachverständigen der ABI GmbH vor. Am 12. Dezember 2014 und am 

9. Januar 2015 würden Testungen durchgeführt. Anhand der Ergebnisse dieser 

Testungen könne die Diagnosestellung anhand objektiver Parameter geprüft werden. 

Im Übrigen müsse geprüft werden, ob sie nun einen Anspruch auf berufliche 

Massnahmen habe. Am 12. Januar 2015 berichtete Dr. phil. E.___ (IV-act. 73), die am 

21. Dezember 2014 und am 9. Januar 2015 durchgeführten neuropsychologischen 

Testungen hätten einen unterdurchschnittlichen Intelligenzquotienten von 81 ergeben. 

Bei einer etwaigen Tätigkeitssuche sei angesichts der Testergebnisse die Wahl einer 

Tätigkeit zu empfehlen, bei der die Versicherte ihre Arbeitsgeschwindigkeit und ihr 

Arbeitsgedächtnis gut nutzen könne, also beispielsweise einfache Aufgaben, die eine 

zügige Arbeitsweise erforderten, bei denen eine sprachliche Präzision nicht so relevant 

sei und bei denen komplexe oder subtile Situationseinschätzungen möglichst selten 

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erforderlich seien. Der RAD-Arzt Dr. D.___ notierte am 25. Februar 2015 (IV-act. 74), bei 

der Aktenwürdigung sei das Ergebnis der sorgfältig differenzierenden, 

testpsychologischen Evaluation zu berücksichtigen. Vorzugsweise sollte eine Arbeit 

beispielsweise im Produktionsbereich mit einfachen, repetitiven, gut strukturierten 

Tätigkeiten, die ein zügiges Arbeiten und Memorieren von gleichbleibenden Abläufen 

erforderten, gesucht werden. Für adaptierte Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit 

von 80 Prozent. Mit einer Verfügung vom 2. März 2015 wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ab (IV-act. 75). 

Bei der Berechnung des Invaliditätsgrades hatte sie nun für den Erwerbsteil eine 

Einschränkung von 20 Prozent (gewichtet mit 80 Prozent: 16 Prozent) berücksichtigt.

B. 

B.a  Am 17. April 2015 erhob die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 2. März 2015 (act. G 1). Sie beantragte die 

Erprobung und Festsetzung ihrer gesundheitsbedingten Leistungseinbusse mittels 

einer beruflichen Massnahme und eine neue Abklärung ihres Gesundheitsschadens. 

Zur Begründung führte sie aus, es liege ein Widerspruch zwischen den vom 

behandelnden Psychiater und den vom psychiatrischen Sachverständigen der ABI 

GmbH gestellten Diagnosen vor. Auch die Ergebnisse der testpsychologischen 

Testungen stünden im Widerspruch zum Gutachten der ABI GmbH. Aktuell habe sich 

ihr somatischer Gesundheitszustand wieder verschlechtert. Ihr Immunsystem sei 

allgemein geschwächt und sie müsse sich jährlich einer Leukämietestung unterziehen. 

Zudem stehe sie aufgrund eines Keil¬fusses in Behandlung bei Dr. med. F.___. Die 

Gehfähigkeit sei eingeschränkt.

B.b  Die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragte am 2. Juni 2015 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie an, der RAD habe 

die von der Beschwerdeführerin erwähnte und mit einem Bericht von Dr. F.___ belegte 

Problematik am Fuss als eine vorübergehende Verschlechterung qualifiziert, die 

höchstens das Spektrum der zumutbaren Tätigkeiten weiter einschränken könne. Dem 

psychiatrischen Teilgutachten der ABI GmbH lasse sich entnehmen, dass die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aus psychischen Gründen nicht wesentlich 

beeinträchtigt sei. Daran ändere der neuropsychologische Bericht von Dr. E.___ nichts. 

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Gesamthaft sei die Beschwerdeführerin nicht in einem rentenbegründenden Ausmass 

invalid. Für berufliche Massnahmen könne sie sich direkt bei der Beschwerdegegnerin 

melden.

B.c  Die Beschwerdeführerin hielt am 27. August 2015 an ihren Anträgen fest und sie 

führte ergänzend aus (act. G 8), das Bundesgericht habe seine „Päusbonog“-Praxis mit 

einem Urteil vom 3. Juni 2015 aufgegeben. Nun müsse zwingend eine weitere 

medizinische Abklärung erfolgen, die der neuen Rechtsprechung Rechnung trage. Von 

Dr. B.___ liege zudem noch gar kein ausführlicher Bericht bei den Akten, weshalb der 

psychische Gesundheitszustand ohnehin nochmals abgeklärt werden müsse. Neu 

befinde sie sich im Psychiatrie-Zentrum G.___ in Behandlung. Die Keilfussbehandlung 

sei noch nicht abgeschlossen worden. Sie habe schon am 27. November 2014 um die 

Gewährung von beruflichen Massnahmen ersucht.

B.d  Die Beschwerdegegnerin wies am 8. Oktober 2015 darauf hin (act. G 10), dass die 

Rechtsprechungsänderung für den vorliegenden Fall nicht relevant sei. Das Gutachten 

der ABI GmbH enthalte alle Angaben, die für die Arbeitsfähigkeitsschätzung nach der 

neuen Rechtsprechung erforderlich seien. Es bestehe folglich kein weiterer 

Abklärungsbedarf; am Ergebnis ändere sich nichts.

Erwägungen

1. 

Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren 

der Beschwerdeführerin abgewiesen. Ein allfälliger Anspruch auf berufliche 

Massnahmen hat dagegen nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung gebildet, 

weshalb in diesem Beschwerdeverfahren nicht geprüft werden kann, ob die 

Beschwerdeführerin einen Anspruch auf berufliche Massnahmen gehabt hätte. Mit 

einer solchen Prüfung würde der Gegenstand des Beschwerdeverfahrens nämlich in 

unzulässiger Weise ausgedehnt. Den Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet 

also nur die Frage, ob die Abweisung des Rentenbegehrens der Beschwerdeführerin 

rechtmässig ist.

2. 

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2.1  Eine versicherte Person, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern kann, die 

während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozentarbeitsunfähig gewesen ist und die nach dem Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist, hat laut dem Art. 28 Abs. 1 IVG einen 

Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung. Für die Bemessung der Invalidität 

wird in aller Regel das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem 

Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre (Art. 16 ATSG). Nur wenn einer versicherten Person, die vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen ist, die Aufnahme einer 

Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, ist die Invalidität auf eine andere Weise 

zu ermitteln (Art. 8 Abs. 3 ATSG und Art. 5 Abs. 1 IVG). Diese Ausnahme bezieht sich 

nach dem Willen des historischen Gesetzgebers ausschliesslich auf nicht erwerbstätige 

Hausfrauen (vgl. BBl 1958 II 1162 und den Bericht der Expertenkommission vom 30. 

November 1956, S. 27 und 116 ff.). Weder aus systematischer noch aus teleologischer 

Sicht ist ein Grund ersichtlich, der gegen diese enge Beschränkung des 

Betätigungsvergleichs als Bemessungsmethode sprechen würde, denn das versicherte 

Gut in der Invalidenversicherung ist die Erwerbsfähigkeit, die naturgemäss anhand 

eines Einkommenspotentials zu bemessen ist (vgl. zum Ganzen die ausführliche 

Begründung im Entscheid IV 2014/125 des St. Galler Versicherungsgerichtes vom 24. 

Mai 2016, E. 2.2).

2.2  Die Beschwerdeführerin ist vor dem Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung 

erwerbstätig gewesen, weshalb gemäss den obigen Ausführungen zum Vorneherein 

kein Anwendungsfall für einen Betätigungsvergleich vorliegen kann. Da ihr im fiktiven 

„Gesundheitsfall“ die Aufnahme einer vollzeitigen Erwerbstätigkeit ohne Weiteres 

objektiv zugemutet werden könnte, muss der Invaliditätsgrad anhand eines reinen 

Einkommensvergleichs berechnet werden. Bei der Ermittlung des zumutbarerweise 

erzielbaren Invalideneinkommens kommt der medizinischen Arbeitsfähigkeitsschätzung 

eine erhebliche Bedeutung zu. Die Beschwerdegegnerin hat für die Beantwortung der 

Frage nach der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin Berichte bei den 

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behandelnden Ärzten eingeholt und die ABI GmbH mit der Erstellung eines 

polydisziplinären Gutachtens beauftragt. Die Sachverständigen der ABI GmbH haben 

die Beschwerdeführerin eingehend persönlich (internistisch, orthopädisch und 

psychiatrisch) untersucht und die bei diesen Untersuchungen erhobenen objektiven 

klinischen Befunde detailliert wiedergegeben. Sie haben sich mit den Berichten der 

behandelnden Ärzte und mit den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin 

auseinandergesetzt. Ihre Diagnosen und ihre Arbeitsfähigkeitsschätzungen haben sie 

überzeugend begründet. Das Gutachten ist in sich widerspruchsfrei. Soweit die 

Diagnosen und die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht mit jenen in den Berichten der 

behandelnden Ärzte übereinstimmen, findet sich im Gutachten eine ausführliche und 

überzeugende Begründung für die entsprechende Abweichung. Das gilt insbesondere 

auch für das psychiatrische Teilgutachten. Der psychiatrische Sachverständige der ABI 

GmbH hat – anders als der behandelnde Psychiater Dr. B.___ – detailliert aufgezeigt, 

wie sich die psychischen Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin auf deren 

Arbeitsfähigkeit auswirken. In seinem Teilgutachten findet sich aber auch eine 

ausführliche Beschreibung hinsichtlich der verbliebenen Ressourcen der 

Beschwerdeführerin: Diese könne gut schlafen und auch gut aufstehen, kümmere sich 

um drei Katzen, führe den Haushalt selbständig (mit vermehrten Pausen; verlangsamt), 

könne Auto fahren, stricke, nähe und lese, halte sich in der freien Natur auf, 

unternehme Spaziergänge, pflege einen regelmässigen Kontakt zu mehreren 

Kolleginnen, erledige den Grosseinkauf zusammen mit ihrem Lebenspartner und gehe 

mit diesem gelegentlich abends in den Ausgang. Da das Haus abseits liege, könne sie 

machen, was sie wolle; sie müsse keine Rücksicht nehmen und könne auch Lärm 

machen. Die Beziehung zu ihrem Lebenspartner bestehe schon seit Jahren und sei 

stabil. Auch zur Tochter pflege sie eine gute Beziehung. Der psychiatrische 

Sachverständige hat gestützt auf die von ihm erhobenen klinischen Befunde und vor 

dem Hintergrund dieser Aktivitätsschilderungen anschaulich und überzeugend 

aufgezeigt, dass die Beschwerdeführerin weder an einer mittel- oder gar 

schwergradigen depressiven Störung noch an einer Persönlichkeitsstörung gelitten hat, 

wie der behandelnde Psychiater Dr. B.___ angegeben hatte, ohne dafür allerdings eine 

überzeugende Begründung anzuführen. Ein Anhaltspunkt, der gegen die 

Zuverlässigkeit des Gutachtens der ABI GmbH sprechen würde, ist nicht ersichtlich. 

Die spätere neuropsychologische Testung hat entgegen der Auffassung der 

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Beschwerdeführerin keine Ergebnisse geliefert, die Zweifel an der Zuverlässigkeit des 

Gutachtens der ABI GmbH wecken würden. Diese Ergebnisse haben vielmehr 

zusätzliche Erkenntnisse geliefert, die das Spektrum der zumutbaren Tätigkeiten weiter 

einschränken, wobei sich diese Einschränkung nicht wesentlich auswirkt, da die 

zumutbare Invalidenkarriere in der Verrichtung von adaptierten Hilfsarbeiten besteht 

(vgl. dazu die nachfolgende E. 2.4). Dasselbe gilt sinngemäss auch in Bezug auf die 

Fussbeschwerden, auf die die Beschwerdeführerin (erst) nach der Eröffnung der 

angefochtenen Verfügung hingewiesen hat. Der RAD-Arzt Dr. D.___ hat nämlich 

überzeugend aufgezeigt, dass diese die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wohl 

nur vorübergehend einschränken dürften und abgesehen davon ohnehin ungeeignet 

seien, die Arbeitsfähigkeit in einer ideal leidensadaptierten Tätigkeit wesentlich 

einzuschränken. Bezüglich des allgemein geschwächten Immunsystems und der 

jährlichen Leukämietestung enthält das Gutachten der ABI GmbH zwar keine expliziten 

Ausführungen. Der internistische Sachverständige hat aber festgehalten, dass nur ein 

metabolisches Syndrom mit einer arteriellen Hypertonie, einer Adipositas und einer 

Hyperurikämie sowie ein Asthma bronchiale vorgelegen hätten. Weder anamnestisch 

noch klinisch oder laborchemisch hatten also Beschwerden objektiviert werden 

können, die die Folge eines allgemein geschwächten Immunsystems gewesen wären 

und die die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin massgebend eingeschränkt 

hätten. Gesamthaft steht folglich mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin im 

massgebenden Zeitraum bis zur Eröffnung der angefochtenen Verfügung für ideal 

leidensadaptierte Tätigkeiten zu 80 Prozent arbeitsfähig ge¬wesen ist.

2.3  Der psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH hat nebst der depressiven 

Störung eine Somatisierungsstörung (allerdings ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit) diagnostiziert. Diese Störung ist anhand der Akten wohl am ehesten 

als eine spezifische Ausprägung der depressiven Störung zu qualifizieren, denn die 

Erkrankung der Beschwerdeführerin hat ihren Anfang nicht in einer Schmerz- 

respektive Somatisierungsstörung, sondern in einer depressiven Störung nach einer 

Kränkung am Arbeitsplatz („Mobbing“) genommen. In Bezug auf die zumutbare 

Arbeitsfähigkeit kommt der Somatisierungsstörung jedenfalls keine wesentliche 

Bedeutung zu, wie der psychiatrische Sachverständige der ABI GmbH überzeugend 

aufgezeigt hat. Bei der Beschwerdeführerin hat also kein Anwendungsfall der (alten) 

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„Päusbonog“-Praxis vorgelegen. Trotzdem hat der psychiatrische Sachverständige die 

sogenannten Foerster’schen Kriterien geprüft. Seinem Teilgutachten lässt sich aber 

entnehmen, dass das Ergebnis dieser Prüfung (die an sich überflüssig war, weil die 

Beschwerdeführerin nicht an einem „Päusbonog“, sondern an einer depressiven 

Störung gelitten hat) keine Bedeutung in Bezug auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung 

haben kann. Die entsprechenden Ausführungen des psychiatrischen Sachverständigen 

sind nämlich äusserst knapp gehalten und das Ergebnis der Prüfung hat jenem 

entsprochen, zu dem der Sachverständige bereits mit einer medizinischen Begründung 

gelangt war, das heisst dass die Somatisierungsstörung keine Auswirkung auf die 

zumutbare Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gehabt hat. Die im BGE 141 V 281 

erfolgte Praxisänderung respektive Aufgabe der „Päusbonog“-Praxis ist für den 

vorliegenden Fall also irrelevant gewesen, weil die Beschwerdeführerin gar nicht an 

einem „Päusbonog“ gelitten hat. Da das psychiatrische Teilgutachten all jene Elemente 

enthält, die gemäss der neuen („Post-Päusbonog“-) Praxis gefordert sind, wird sein 

Beweiswert entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin durch die 

Rechtsprechungsänderung nicht tangiert.

2.4  Die Beschwerdeführerin hat in ihrem Herkunftsland offenbar eine Berufsausbildung 

absolviert, dies aber nicht belegen können. Nach ihrer Einreise in die Schweiz ist sie 

zuerst als ungelernte Serviceangestellte tätig gewesen. Anschliessend hat sie als 

stellvertretende Filialleiterin in einem Modegeschäft arbeiten können. Möglicherweise 

hat ihre ursprüngliche Berufsausbildung wesentlich dazu beigetragen, dass die 

Beschwerdeführerin nicht als „gewöhnliche“ Verkäuferin, sondern direkt als 

stellvertretende Filialleiterin angestellt worden ist. Das ist allerdings irrelevant, denn 

nach einer familiär bedingten längeren Absenz vom Arbeitsmarkt ist es der 

Beschwerdeführerin nicht mehr gelungen, in ihrem ursprünglich erlernten Beruf Fuss zu 

fassen, weshalb sie nur noch Hilfsarbeiten hätte verrichten können. An der 

Beschränkung auf eine Hilfsarbeit hat auch die Ausbildung zur Pflegehelferin nichts 

geändert, da diese Ausbildung keine qualifizierte Berufslehre ist, die mit einem 

eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abgeschlossen wird. Vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung hat die Erwerbsfähigkeit der Beschwerdeführerin also 

jener einer Hilfsarbeiterin entsprochen. Die Validenkarriere besteht also in einer 

(fiktiven) Hilfsarbeit. Da keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, dass die 

Beschwerdeführerin ohne eine Gesundheitsbeeinträchtigung nur eine 

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unterdurchschnittliche Arbeitsleistung hätte erbringen können und da für die Ermittlung 

des Valideneinkommens nicht der tatsächliche, sondern der allgemeine und 

ausgeglichene Arbeitsmarkt massgebend ist, weshalb konjunkturelle Einflussfaktoren 

auf das Einkommen ausgeblendet werden müssen, muss das Valideneinkommen 

einem durchschnittlichen Hilfsarbeiterinnenlohn entsprechen. Auch die zumutbare 

Invalidenkarriere besteht in der Verrichtung von Hilfsarbeiten, wobei nun allerdings 

lediglich noch ideal leidensadaptierte Tätigkeiten in Frage kommen. Diese 

Einschränkung des Spektrums der zumutbaren Tätigkeiten wirkt sich aber auf dem 

massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht wesentlich aus, denn dieser 

zeichnet sich nicht nur durch ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage bezüglich 

der Arbeitsstellen, sondern auch durch einen breiten Fächer von verschiedenen 

Tätigkeiten aus. Der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens entspricht folglich ebenfalls einem durchschnittlichen 

Hilfsarbeiterinnenlohn. Der Betrag kann bei der Berechnung des Invaliditätsgrades 

mathematisch keine Rolle spielen. Die Rechtsprechung bezeichnet die entsprechend 

vereinfachte Berechnung des Invaliditätsgrades als einen Prozentvergleich. Dabei 

entspricht der Invaliditätsgrad dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, wobei allenfalls noch ein 

Abzug vom Tabellenlohn von maximal 25 Prozent (vgl. BGE 126 V 75) zu 

berücksichtigen ist. Ein solcher Abzug ist vorzunehmen, wenn die versicherte Person 

ihre zumutbare Restarbeitsfähigkeit nicht mehr mit einem durchschnittlichen 

wirtschaftlichen Erfolg verwerten kann, das heisst wenn davon ausgegangen werden 

muss, dass ein ökonomisch-betriebswirtschaftlich denkender potentieller Arbeitgeber 

ihr nicht einen dem statistischen Zentralwert der massgebenden Löhne, sondern nur 

einen unter jenem Wert liegenden Lohn ausrichten wird, weil die (verbliebene) 

Arbeitsleistung der versicherten Person nicht (mehr) jene von mindestens 50 Prozent 

der Konkurrenten übersteigt. Die Voraussetzungen für einen solchen Abzug sind 

vorliegend gegeben, denn wegen der depressiven Störung muss ein potentieller 

Arbeitgeber mit dem Risiko rechnen, dass die Beschwerdeführerin ihre verbliebene 

Arbeitsfähigkeit nicht ebenso zuverlässig und konstant wie eine gesunde Mitarbeiterin 

erbringen wird, weil ihr psychischer Gesundheitszustand ständigen Schwankungen 

unterliegt, dass sie der Arbeit vermehrt krankheitsbedingt fernbleiben wird und dass sie 

bloss eine unterdurchschnittliche Flexibilität aufweisen und folglich nur eingeschränkt 

im Betrieb eingesetzt werden können wird. Diesen Risiken muss ein ökonomisch-

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betriebswirtschaftlich denkender Arbeitgeber Rechnung tragen, was bedeutet, dass er 

der Beschwerdeführerin nur einen unterdurchschnittlichen Lohn ausrichten könnte. 

Zudem kann die Beschwerdeführerin wegen ihres unterdurchschnittlichen 

Intelligenzquotienten nur Hilfsarbeiten aus dem unteren Bereich des 

Anforderungsspektrums verrichten, weshalb sich auch ihr Lohn im unteren Bereich des 

Spektrums der Hilfsarbeiterinnenlöhne bewegen wird. All das rechtfertigt einen Abzug 

von 15 Prozent. Der Invaliditätsgrad beträgt folglich 32 Prozent (= 1 – 0,8 × 0,85). Damit 

sind die Voraussetzungen für die Zusprache einer Rente der Invalidenversicherung 

nicht erfüllt, weshalb sich die angefochtene Verfügung im Ergebnis als rechtmässig 

erweist.

3. 

Die Beschwerde ist folglich abzuweisen. Die Gerichtskosten von 600 Franken sind der 

unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Sie sind durch den von dieser 

geleisteten Kostenvorschuss von 600 Franken gedeckt.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Die Beschwerdeführerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; diese sind 

durch den von ihr geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 600.-- gedeckt.

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		2025-07-19T06:45:29+0200
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