# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19e2224e-e96c-5e1d-8775-7f30ddba5e3b
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-30
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015
**Docket/Reference:** DB.2018.97
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/1-db.2018.97--1-st.2018.117.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2018.97 
1 ST.2018.117 

Entscheid 

 30. August 2018 

Mitwirkend: 

Einzelrichterin Christina Hefti und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

1.  A ,    

2.  B ,    

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  In  ihrer  Steuererklärung  2015  deklarierten  A und  B  (nachfolgend  der bzw. 

die Pflichtige, zusammen die Pflichtigen) ein steuerbares Einkommen von Fr. 27'300.- 

für  die  direkte  Bundessteuer  bzw.  Fr.  28'300.-  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern 

und ein steuerbares Vermögen von Fr. 0.-. Dabei machte der Pflichtige Unterhaltszah-

lungen im Umfang von Fr. 48'220.- für seine in Bangkok (Thailand) lebende Tochter C,  

Jahrgang 2009, geltend (fälschlicherweise in der Steuererklärung als Unterhalt an den 

geschiedenen/getrenntlebenden Ehegatten deklariert).  

Am 21. November 2017 veranlagte sie bzw. schätzte sie das kantonale Steu-

eramt  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  85'300.-  bzw.  von  Fr.  89'400.-  und 

einem steuerbaren Vermögen von Fr. 0.- ein. Dabei strich (soweit vorliegend von Be-

lang) es die Unterhaltskosten vollumfänglich mit der Begründung, für die Unterstützung 

der  Kindesmutter  könne  lediglich  der  Unterstützungsabzug  beansprucht  werden.  Ein 

detaillierter Nachweis, dass ein Teil der Leistungen für die Tochter C bestimmt gewe-

sen sei, fehle. 

B.  Hiergegen  erhoben  die  Pflichtigen  am  29.  November  2017  Einsprache, 

wobei sie Antrag und Begründung mit Eingabe vom 14. Januar 2018 nachholten. Dabei 

führten  sie  aus,  die  Unterhaltsbeiträge  seien 

irrtümlich  als 

für  den  getrenn-

ten/geschiedenen  Ehegatten  deklariert  worden.  Es  handle  sich  indessen  um  Leistun-

gen  zugunsten  von Tochter  C,  weswegen  sie  nach  Abzug  des  Unterstützungsabzugs 

für  deren  Mutter  im  Umfang  von  Fr.  41'720.-  für  die  direkte  Bundessteuer  bzw. 

Fr. 45'520.- für die Staats- und Gemeindesteuern zu gewähren seien. 

Mit  Auflage  vom  24.  Januar  2018  und  Mahnung vom  12.  März  2018 forderte 

das  kantonale  Steueramt  von  den  Pflichtigen  unter  anderem  die  folgenden  Angaben 

und Belege: 

• 

• 

Detaillierter  Nachweis  des  Verwendungszwecks  der  Unterhaltszahlungen  an 

die Tochter C; 

Zahlungsbelege  oder  Quittungen  aus  welchen  ersichtlich  ist,  dass  die  Unter-

haltszahlungen tatsächlich für die vorgesehenen Zwecke verwendet wurden; 

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•  Gerichtsurteile  welche  die  Zahlungsverpflichtung  gegenüber  der  Tochter  C 

bzw. deren Mutter nachweisen. 

Ergänzt  wurde,  dass  alle  Belege  und  Dokumente  in  beglaubigter  deutscher 

Übersetzung einzureichen seien. 

Die Auflage blieb gänzlich unerfüllt. Mit Eingabe vom 30. März 2018 machten 

die  Pflichtigen  geltend,  dass  sie  sich  an  die  vom  kantonalen  Steueramt  aufgestellten 

Regeln  gehalten  hätten,  namentlich,  dass  nur  mit  Banküberweisung  belegte  Beträge 

abgezogen  werden  könnten.  Die  Überweisungen  seien  deswegen  bereits  mit  Einrei-

chung  der  Steuererklärung  belegt  worden.  Die  mittels  Auflage  angeforderten  Doku-

mente seien dagegen nur bruchstückhaft vorhanden, weswegen sie jeglicher Aussage-

kraft entbehrten.  

Am  24.  April  2018  hiess  das  kantonale  Steueramt  die  Einsprachen  teilweise 

gut  und  schätze  die  Unterhaltsbeiträge  für  die  Tochter  C  nach  pflichtgemässem  Er-

messen  auf  Fr.  18'000.-.  Es  sei  unklar,  inwiefern  mit  den  Überweisungen  effektiv  der 

Lebensunterhalt der Tochter C bestritten worden sei. Das steuerbare Einkommen be-

trug damit neu Fr. 67'300.- (direkte Bundessteuer) bzw. 71'400.- (Staats- und Gemein-

desteuern). 

C.  Hiergegen  erhoben  die  Pflichtigen  am  29./30.  Mai  2018  Beschwerde  und 

Rekurs und wiederholten die Einspracheanträge. Das kantonale Steueramt schloss in 

der Beschwerde- und Rekursantwort vom 29. Juni 2018 auf Abweisung der Rechtsmit-

tel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  liess  sich  nicht  vernehmen.  In  einer  freige-

stellten Stellungnahme vom 6./7. August 2018 (Poststempel) wiederholten die Pflichti-

gen im wesentlichen ihren Standpunkt. 

Auf  die  weiteren  Ausführungen  der  Parteien  wird,  sofern  rechtserheblich,  in 

den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

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Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 

1.  Streitbetroffen  ist  im  Wesentlichen  die  Höhe  der  steuerlich  abzugsfähigen 

Kinderunterhaltsbeiträge.  

a) Nach Art. 33 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteu-

er  vom  14.  Dezember  1990  (DBG)  bzw.  §  31  Abs.  1  lit.  c  des  Steuergesetzes  vom 

8. Juni  1997  (StG)  werden  von  den  steuerbaren  Einkünften  die  Unterhaltsbeiträge  an 

den geschiedenen, gerichtlich oder tatsächlich getrenntlebenden Ehegatten sowie Un-

terhaltsbeiträge  an  einen  Elternteil  für  die  unter  dessen  elterlicher  Sorge  oder  Obhut 

stehenden Kinder abgezogen, während Leistungen in Erfüllung anderer familienrechtli-

cher  Unterhalts-  oder  Unterstützungspflichten  nicht  abgezogen  werden  können.  Ab-

zugsfähige  Unterhaltsbeiträge  sind  regelmässig  oder  unregelmässig  wiederkehrende 

Leistungen,  die  der  Deckung  des  laufenden  Lebensbedarfs  des  Empfängers  dienen, 

ohne diesem einen Vermögenszuwachs zu  verschaffen. Nicht vorausgesetzt wird das 

Bestehen einer richterlichen Anordnung oder eines schriftlichen Vertrags zwischen den 

Ehegatten,  hingegen  müssen  die  Leistungen  unmittelbar  familienrechtlich  geschuldet 

sein, d.h. in Erfüllung einer Rechtspflicht erbracht werden, wohingegen freiwillig geleis-

tete  Beiträge  nicht  zum  Abzug  berechtigen  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Hand-

kommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 33 N 48 ff. DBG und Kommentar zum Zürcher 

Steuergesetz, 3. A., 2013, § 31 N 48 ff. StG).  

b) Gemäss Art. 276 ZGB haben die Eltern für den Unterhalt des Kindes aufzu-

kommen.  Steht  das  Kind  nicht  unter  der  Obhut  der  Eltern,  wird  der  Unterhalt  durch 

Geldzahlung geleistet. C, die Tochter des Pflichtigen, steht nicht unter der Obhut ihres 

Vaters. Er hat deshalb seinen Beitrag an ihren Unterhalt grundsätzlich durch Geldzah-

lungen zu leisten. 

Zu prüfen bleibt, ob das kantonale Steueramt die steuerliche Abzugsfähigkeit 

der  geltend  gemachten  Unterhaltsbeiträge  zu  Recht  verweigerte  und 

lediglich 

Fr. 18'000.- als ermessensweise geschätzte Unterhaltsbeiträge zum Abzug zuliess. 

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2. a) Die Steuerbehörden stellen zusammen mit dem Steuerpflichtigen die für 

eine  vollständige  und  richtige  Besteuerung  massgebenden  tatsächlichen  und  rechtli-

chen  Verhältnisse  fest  (Art.  123  Abs.  1  DBG;  §  132  Abs.  1  StG).  Die  Abklärung  des 

Sachverhalts und die Einschätzung obliegen der Steuerbehörde (Art. 130 Abs. 1 DBG; 

§  138  Abs.  1  StG),  während  der  Steuerpflichtige  zur  Einreichung  der  ausgefüllten 

Steuererklärung samt Beilagen und zur Mitwirkung an der behördlichen Sachverhalts-

ermittlung  verpflichtet  ist  (Art.  124  -  126  DBG;  §§ 133  -  135  StG).  Die  Steuerbehörde 

darf sich auf die Richtigkeit der Steuererklärung verlassen, indes ist sie befugt und liegt 

es in ihrem Ermessen, beliebige Positionen der Selbstdeklaration zu überprüfen (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 130 N 9 DBG und § 138 N 20 StG).  

Hat  ein  Steuerpflichtiger  seine  Verfahrenspflichten  trotz  Mahnung  nicht erfüllt 

oder  können  die  Steuerfaktoren  mangels  zuverlässiger  Unterlagen  nicht  einwandfrei 

ermittelt werden, nimmt das kantonale Steueramt die Einschätzung nach pflichtgemäs-

sem Ermessen vor (§ 139 Abs. 2 StG; Art. 130 Abs. 2 DBG). Eine Einschätzung nach 

pflichtgemässem  Ermessen  setzt  mithin  einen  Untersuchungsnotstand  voraus.  Der 

eine Einschätzung nach § 139 Abs. 2 StG bzw. Art. 130 Abs. 2 DBG auslösende Un-

tersuchungsnotstand  ist  im  Regelfall  dadurch  verursacht,  dass  der  Steuerpflichtige 

Verfahrenspflichten trotz formgültiger Mahnung nicht oder nicht gehörig erfüllt hat, d.h. 

dass  er  seinen  Mitwirkungspflichten  nicht  oder  nur  unvollständig  nachgekommen  ist. 

Allerdings ist zu beachten, dass die Beweislosigkeit, die sich einstellt, wenn der Steu-

erpflichtige  seine  Mitwirkungspflicht  hinsichtlich  steueraufhebender  oder  -mindernder 

Tatsachen – z. B. bei einem von ihm geltend gemachten Abzug – nicht erfüllt, grund-

sätzlich nicht zu einer Ermessenseinschätzung führt. Vielmehr ist diesfalls aufgrund der 

allgemeinen Beweislastregel zu Ungunsten des für derartige Tatsachen beweisbelaste-

ten  Steuerpflichtigen  anzunehmen,  die  behaupteten  Tatsachen  hätten  sich  nicht  ver-

wirklicht,  und  gestützt  darauf  der  in  Frage  stehende  Abzug  nicht  zu  berücksichtigen 

(RB 2003 Nr. 92; BGE 92 I 398 = ASA 36, S. 192; BGr, 10. Juli 1977, ASA 46, S. 512).  

Nur  ausnahmsweise  ist  auch  bezüglich  steueraufhebender  oder  -mindernder 

Tatsachen  eine  Schätzung  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vorzunehmen,  nämlich 

dann,  wenn  dem  Steuerpflichtigen  die  gehörige  Mitwirkung  an  der  Ermittlung  dieser 

Tatsachen aus Gründen, die er nicht zu vertreten hat, unmöglich oder unzumutbar ist. 

Gleich verhält es sich, wenn das Bestehen eines Abzugs erwiesen ist, z. B. feststeht, 

dass dem Steuerpflichtigen Gewinnungskosten erwachsen sind, aber deren Höhe un-

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gewiss  ist. In  einem  solchen  Fall  wäre  es  sachwidrig  und  willkürlich,  den  Abzug  nicht 

zu  berücksichtigen,  vielmehr  muss  dessen  Höhe  nach  pflichtgemässem  Ermessen 

geschätzt werden (RB 2003 Nr. 92; Daniel Schär, Grundsätze der Beweislastverteilung 

im Steuerrecht, 1998, S. 371).  

Eine  Verfahrenspflichtverletzung  gemäss  §  139  Abs.  2  StG  bzw.  Art.  130 

Abs. 2 DBG liegt namentlich vor, wenn der Steuerpflichtige seine Mitwirkungspflichten, 

etwa diejenige zur Einreichung einer Steuererklärung (Deklarationspflicht), nicht erfüllt, 

trotz entsprechender Aufforderung Tatsachen gar nicht oder nur mangelhaft substanzi-

iert  behauptet  oder  den  vom  Gesetz  vorgesehenen  Beweisleistungspflichten  nicht 

nachkommt. Ein diesbezügliches Verschulden ist nicht vorausgesetzt. 

b) Im vorliegenden Fall hat der Pflichtige anhand der mit der Steuererklärung 

eingereichten Kontoauszüge (Buchungsdetails der Überweisungen des Pflichtigen auf 

dem Konto der Kindesmutter) für das Jahr 2015 nachgewiesen, dass er Zahlungen von 

insgesamt Fr. 48'220.- leistete. Im Einspracheverfahren führte er präzisierend aus, da-

von  sei  der  Unterstützungsabzug  von  Fr.  6'500.-  für  die  direkte  Bundessteuer  bzw.  

Fr.  2'700.-  für  die  Staats-  und  Gemeindesteuern  abzuziehen,  womit  er  Unterhaltsbei-

träge im Umfang von Fr. 41'720.- für die direkte Bundessteuer bzw. Fr. 45'530.- für die 

Staats-  und Gemeindesteuern geltend machte. Werden  diese  Beträge den  Bedürfnis-

sen  eines  sechsjährigen  Kindes  gegenübergestellt,  erscheinen  sie  als  massiv  über-

höht.  Zum  gleichen  Ergebnis  führt  die  Gegenüberstellung  der  steuermindernd  zum 

Abzug  beanspruchten  Kinderunterhaltsbeiträge  mit  den  gesamten  Einkünften  der 

Pflichtigen,  machen  doch  die  geltend  gemachten  Kinderalimente  mehr  als  ein  Drittel 

ihres  Nettoeinkommens aus.  Mit  Fug  versuchte deshalb  das kantonale Steueramt  mit 

seiner Auflage im Einspracheverfahren zu klären, ob der Pflichtige diesen grossen An-

teil  an  seinem  Einkommen  alleine  für  den  Unterhalt  seiner  Tochter  aufwendete.  Die 

steueramtliche Aufforderung, darzutun, wie die von ihm bezahlten Mittel für den Unter-

halt des Kindes verwendet wurden, erscheint diesfalls als notwendig, um zu klären, ob 

– wie angesichts des infrage stehenden Betrages geradezu zu vermuten ist – bei der 

Kindesmutter  ein  Überschuss  resultierte;  hierüber  Auskunft  zu  erteilen,  wäre  ihm  so-

wohl möglich als auch zumutbar gewesen, steht er doch in Kontakt mit der Kindesmut-

ter  und  reist  nach  eigenen  Angaben  zu  Besuch  nach  Thailand.  Kommt  noch  hinzu, 

dass der Pflichtige selbst einräumt, ein Teil des Geldes sei an die Kindesmutter geflos-

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sen,  indem  er  den  Abzug  des  Unterstützungsabzugs  für  diese  von  der  insgesamt 

überwiesenen Geldsumme beantragt. 

Indem  sich  der  Pflichtige  auf  Auflage  und  Mahnung  hin  im Wesentlichen  da-

rauf  beschränkte,  auf  die  aktenkundigen  Überweisungsbelege  zu  verweisen  und  sich 

im  Übrigen  darauf  berief,  die  angefragten  Dokumente  seien  bloss  bruchstückhaft  vor-

handen,  verletzte  er  demnach  seine steuerlichen  Verfahrenspflichten  und  bewirkte  ei-

nen  Untersuchungsnotstand  bezüglich  der  Höhe  der  als  Kinderunterhalt  zu  qualifizie-

renden  Leistungen.  Obschon  Beweislosigkeit  betreffend  steuermindernde  Tatsachen, 

wie  die  hier  infrage  stehenden  Kinderalimente,  grundsätzlich  einen  Beweislastent-

scheid zu Ungunsten des Steuerpflichtigen zur Folge hat, billigte das kantonale Steu-

eramt  dem  Pflichtigen  vorliegendenfalls  zu  Recht  zu,  den  Nachweis  von  Kinderunter-

haltszahlungen  geleistet  zu  haben,  mit  der  verfahrensrechtlichen  Folge,  dass  es  den 

steuerlich abzugsfähigen Anteil der Zahlungen an die Kindesmutter in Anwendung von 

§ 139 Abs. 2 StG respektive Art. 130 Abs. 2 DBG nach Ermessen schätzte.  

Unbehelflich  ist  das  Argument  des  Pflichtigen,  er  habe sich  an  die  Vorgaben 

des  Steueramts  gehalten.  Wenn  letzteres  in  der  Vergangenheit  Überweisungsbelege 

einforderte,  dann  zu  Recht.  Damit  ist  aber  noch  nicht  gesagt,  dass  diese  alleine  den 

Beweis  erbringen,  dass  die  Zahlungen  zur  Finanzierung  des  Lebensunterhalts  der 

Tochter  des  Pflichtigen  dienten.  Dass  sie  es  in  diesem  Fall  gerade  nicht  tun,  räumte 

der Pflichtige selbst ein, indem er in seiner Einsprache einen Teil als Unterstützung der 

Kindesmutter deklarierte. 

3.  a)  Ist  eine  Ermessenseinschätzung  zu  Recht  ergangen,  so  kann  sie 

gemäss  Art.  132  Abs.  3  Satz  1  DBG  und  § 140  Abs. 2  Satz 1  StG  nur  wegen  offen-

sichtlicher  Unrichtigkeit  angefochten  werden.  Der  Steuerpflichtige  hat  den  Nachweis 

der  offensichtlichen  Unrichtigkeit  im  Einspracheverfahren,  spätestens  aber  im  Verfah-

ren  vor  Steuerrekursgericht  zu  erbringen,  und  zwar  dadurch,  dass  er  innerhalb  der 

Rechtsmittelfrist  die  versäumten  Verfahrenspflichten  erfüllt,  eine  zur  Beseitigung  der 

Ungewissheit über die tatsächlichen Verhältnisse erforderliche substanziierte Sachdar-

stellung  gibt  und  hierfür  notwendige  Beweismittel  beibringt  oder  zumindest  anbietet 

(RB  1999  Nr.  150).  Teilnachweise  genügen  grundsätzlich  nicht;  vielmehr  hat  der 

Nachweis umfassend zu sein (RB 1994 Nr. 45). Die Verfahrenspflichten müssen indes 

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nicht  nur  formell,  sondern  auch  materiell  nachgeholt  werden.  Notwendig  sind  alle 

Handlungen, welche erforderlich sind, eine vollständige und richtige, d.h. gesetzmässi-

ge Einschätzung zu ermöglichen (vgl. Art. 126 Abs. 1 DBG und § 135 Abs. 1 StG). Den 

Steuerpflichtigen  treffen  beim  Unrichtigkeitsnachweis  unter  Umständen  höhere  Anfor-

derungen hinsichtlich der Mitwirkungspflichten, als sie vor der Säumnis an ihn gestellt 

wurden  (RB  1976  Nr.  55).  Nur  unter  den  genannten  formellen  Voraussetzungen  wird 

der  Steuerpflichtige  überhaupt  zur  Leistung  des  Unrichtigkeitsnachweises  zugelassen 

und  ist  die  Einsprache-  bzw.  Rekursbehörde  zur  Untersuchung  und  Beweisabnahme 

verpflichtet. Andernfalls gilt der Nachweis ohne Weiteres als gescheitert mit der Folge, 

dass  die  Ermessenseinschätzung  als  solche  bestehen  bleibt  und  einzig  ihrer  Höhe 

nach  der  Prüfung  auf  offensichtliche  Unrichtigkeit  unterliegt  (vgl.  RB  1994  Nr.  45  mit 

Hinweisen; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 132 N 67 DBG und § 140 N 79 f. StG). 

Als  offensichtlich  unrichtig  erweist  sich  eine  Schätzung  dann,  wenn  sie  sachlich  nicht 

begründbar  (z.B.  erkennbar  pönal  oder  fiskalisch  begründet)  ist,  sich  auf  sachwidrige 

Schätzungsgrundlagen, -methoden oder -hilfsmittel stützt oder sonst wie mit den kon-

kreten  aktenkundigen  Verhältnissen  aufgrund  der  Lebenserfahrung  vernünftigerweise 

nicht vereinbar ist (Zweifel/Hunziker, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, 

Bundesgesetz  über  die  Harmonisierung  der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Ge-

meinden,  3.  A.,  2017,  Art. 48  N 59  StHG;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  § 140  N  80 

StG, je  mit  Hinweisen). Ist  dieser  Nachweis geleistet,  bleibt  es  zwar  bei einer  Ermes-

senseinschätzung,  doch  wird  die  angefochtene  durch  eine  neue  (tiefere)  Schätzung 

der Rechtsmittelinstanz ersetzt. 

Im  Beschwerde-  bzw.  Rekursverfahren  betreffend  eine  Ermessensveranla-

gung  bzw.  -einschätzung  sind  dem  Steuerrekursgericht  weitere  Untersuchungen  ver-

wehrt.  Es  hat  vielmehr  bei  seiner  eingeschränkten  Überprüfung  des  angefochtenen 

Entscheids auf offensichtliche Unrichtigkeit hin nur jene im Zeitpunkt der Entscheidfäl-

lung vorhandenen Schriftstücke zu berücksichtigen, welche den behaupteten Sachver-

halt  sofort  beweisen  oder  zumindest  als  sehr  wahrscheinlich  erscheinen  lassen  (VGr, 

27. Mai  1986,  SB 10/1986  und  11. September  1986,  SB 38/1986;  Martin  Zweifel,  Die 

Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsverfahren, 1989, S. 144). 

b) Die Pflichtigen gaben die Lebenshaltungskosten der Tochter C pro 2015 in 

der Beschwerde- und Rekursschrift folgendermassen an: 

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• 

Lebenshaltungskosten Fr. 24'000.-  

•  Miete Fr. 11'000.- 

• 

Schulgeld Fr. 4'000.- 

•  Weiter  schulische  Auslagen  (Bücher,  Schuluniform,  Mini  Camp,  Zusatzunter-

richt) Fr. 2'000.-. 

Als Beleg reichten die Pflichtigen einen Mietvertrag vom 4. Juli 2016 ein, lau-

tend auf den Namen der Kindesmutter. Dieser wurde nach der massgebenden Steuer-

periode abgeschlossen und ist sofern als Beweismittel ungeeignet. Indessen lässt sich 

ihm  zumindest  entnehmen,  dass  der  Pflichtige  offenbar  die  gesamte  Miete  bezahlt. 

Diese  ist  jedoch  nur  in  geringem  Umfang  als  Unterhalt  des  Kindes  zu  qualifizieren. 

Vielmehr gilt  sie  als  Unterstützung  der  Kindesmutter,  womit  auch gesagt  ist,  dass  ein 

grösserer  Betrag  des  geltend  gemachten  Unterhaltsabzugs  nicht  für  die  Lebenshal-

tungskosten der Tochter C verwendet wurde.  

Des  Weiteren  reichten  die  Pflichtigen  eine  Quittung  der  D  SCHOOL  für  das 

Schuljahr 2017 ein und machten geltend, die Kosten hätten sich für 2015 im gleichen 

Umfang  bewegt.  Es  fehlen  jedoch  jegliche  Beweismittel,  dass  die  Tochter  C  damals 

überhaupt die Schule besuchte. Auch auf dieses vermeintliche Beweismittel kann somit 

nicht abgestellt werden. 

Es  bleibt  dabei,  dass  die  Pflichtigen  binnen  Beschwerde-  und  Rekursfrist  die 

im  Einspracheverfahren  versäumten  Verfahrenspflichten,  deretwegen  die  Schätzung 

nach Ermessen erfolgte, nicht nachholten. Damit haben sie den Unrichtigkeitsnachweis 

nicht  gehörig  angetreten,  weswegen  die  ermessensweise  Schätzung  der  abzugsfähi-

gen  Unterhaltsbeiträge  als  solche  weiterbesteht  und  einzig  ihrer  Höhe  nach  einer  auf 

offensichtliche Unrichtigkeit beschränkten Überprüfung unterliegt. 

c)  aa)  Das kantonale  Steueramt  schätzte  den  als  Kinderunterhaltskosten  ab-

zugsfähigen Anteil an den Zahlungen des Pflichtigen auf Fr. 18'000.-. Zu dieser Schät-

zung  gelangte  die  Einsprachebehörde,  indem  sie  den  durchschnittlichen  monatlichen 

Lebensbedarf  von  Fr.  1'500.-  in  Thailand  den  Webseiten  "https://www.leben-in-

thailand.de/lebenshaltungskosten-in-thailand.shtml 

sowie 

https://auswandern-

info.com/thailand.html" entnahm.  

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bb) Die Pflichtigen vertreten in Beschwerde- und Rekurs die Auffassung, dass 

dieser Betrag zu niedrig sei. Zum einen spreche die vom kantonalen Steueramt ange-

gebene Internetseite von Euro und nicht Franken, zum anderen sei zu berücksichtigen, 

dass die Quelle nicht zwischen Stadt und Land unterscheide. Andere Seiten kämen für 

Touristenorte oder Grossstädte auf Werte, die um oder auch deutlich über EUR 2'000.- 

liegen könnten (mit Verweis auf https://auswandern-info.com/thailand.html). 

Dabei übersehen die Pflichtigen, dass es sich bei den obenerwähnten Anga-

ben stets um Lebenshaltungskosten für Ausländer handelt, die nach Thailand auswan-

dern.  Die  einschlägigen  Seiten  führen  aus,  man  gehe  bei  diesen  von  einem  höheren 

Bedarf aufgrund der zumindest teilweisen Beibehaltung der heimischen Gewohnheiten 

aus.  Weiter  verkennen  sie,  dass  es  sich  dabei  um  den  Bedarf  eines  alleinstehenden 

Erwachsenen  handelt.  Der  Bedarf  eines  sechsjährigen  Kinds,  welches  mit  der  Mutter 

lebt, dürfte um einiges geringer ausfallen.  

cc)  Das  EDA  geht  in  der  Broschüre  "Leben  und  Arbeiten  in  Thailand" 

(https://www.eda.admin.ch/dam/eda/de/documents/publications/Auslandschweizerinne

nundAuslandschweizer/dossier-auswandern/leben-und-arbeiten-thailand_DE.pdf)  von 

minimalen  Lebenshaltungskosten  für  einen  bescheidenen  Ein-Personen-Haushalt  in 

Bangkok von mindestens Fr. 1'500.- plus Krankenversicherung aus (S. 23). Der Bedarf 

eines sechsjährigen Kinds ist wie gesagt geringer. 

Im Vergleich gibt die Bildungsdirektion des Kantons Zürich den durchschnittli-

chen  Unterhaltsbedarf eines  sechsjährigen  Einzelkinds  2015  mit  Fr.  2'025.-  monatlich 

an (https://ajb.zh.ch, aufrufbar unter "Beratung rund um Familie & Kinder"). Vorliegend 

gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass das Preisniveau in Zürich auf 116.8 (mit Mie-

te  104.3)  bemessen  wird,  wohingegen  das  von  Bangkok  sich  auf  lediglich  61.2  (mit 

Miete  52.8)  beläuft  (Referenzwert  New  York  City  =  100;  Quelle  Global  cities  ranking 

2018,  UBS  prices  and  earnings).  Mithin  betragen  die  Lebenshaltungskosten  in  Bang-

kok etwa die Hälfte von denen in Zürich. Unter diesen Umständen erscheint die Schät-

zung vom kantonalen Steueramt als eher grosszügig, sicherlich jedoch nicht willkürlich. 

Der  Durchschnittsunterhaltsbedarf,  wie  er  eben  dargestellt  wurde,  spiegelt 

nicht  den  individuellen  Bedarf  wieder,  sondern  soll  diesem  bloss  annäherungsweise 

möglichst entsprechen. Der effektive Kinderunterhaltsbedarf der Tochter kann deshalb, 

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losgelöst von den Einkommens- und Vermögensverhältnissen der Eltern, grösser oder 

kleiner gewesen sein als der tabellarische Wert. Wenn diese Schätzung eine gewisse, 

allenfalls durch den fehlenden Einbezug aller möglichen, kinderunterhaltsbetragserheb-

lichen  Faktoren  Unschärfe  aufweist,  so  haben  die  Pflichtigen  diese  Schätzungsun-

genauigkeit ihrer mangelhaften Kooperation im vorinstanzlichen Verfahren zuzuschrei-

ben.  Keineswegs  rechtfertigte  es  sich  deswegen  auf  Unangemessenheit  der 

Schätzung geschweige denn auf deren offensichtliche Unrichtigkeit zu schliessen. Ge-

lingt es den Pflichtigen demnach nicht, die Schätzung des kantonalen Steueramtes als 

sachlich  nicht  begründet  oder  mit  der  Lebenserfahrung  unvereinbar  umzustossen, 

muss es dabei sein Bewenden haben. 

4. Abschliessend sei festzuhalten, dass die von den Pflichtigen beanstandete 

Tatsache,  dass  der  gleiche  Sachbearbeiter  Einschätzungs-  und  Einspracheverfahren 

behandelt  hat,  der  gängigen  Praxis  entspricht.  Gründe,  weswegen  dieser  voreinge-

nommen hätte sein sollen, wurden keine vorgebracht.  

5. Diese Erwägungen führen zur Abweisung von Beschwerde und Rekurs. 

Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  vorliegenden  Verfahrens  den  Pflichti-

gen aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG).  

Demgemäss erkennt die Einzelrichterin: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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