# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 88240717-c7dc-52d9-81c8-84d61a796026
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 25.03.2024 LA230008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LA230008_2024-03-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LA230008-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin

Dr. D. Scherrer und Oberrichterin lic. iur. Ch. von Moos Würgler

sowie Gerichtsschreiberin MLaw D. Frangi

Beschluss und Urteil vom 25. März 2024

in Sachen

A._____ AG, 
Beklagte und Berufungsklägerin

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw X._____ 

gegen

B._____, 
Kläger und Berufungsbeklagter

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung

Berufung gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, 
im ordentlichen Verfahren vom 27. Februar 2023 (AN200082-L)

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Rechtsbegehren:
(Urk. 1 S. 2)

"1. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Lohn in der Höhe 
von CHF 71'552.31 netto zu bezahlen, zuzüglich 5 % Zins ab 
1. August 2020.

2. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger eine 
Entschädigung i.S.v. Art. 336a Abs. 1 und 2 OR in der Höhe von 
CHF 15'000.00 zu bezahlen.

3. Es sei die Beklagte zu verpflichten, dem Kläger ein Arbeitszeugnis 
mit folgendem Wortlaut auszustellen:
«Herr B._____, geb. tt. August 1978, war vom 1. Oktober 2018 bis 
31. Juli 2020 bei der A._____ AG als Senior Relationship Manager 
angestellt.
In dieser Funktion umfasste sein Tätigkeitsbereich insbesondere:
• Anlageberatung, Vermögensverwaltung und Risiko Management mit 

eigenem (U)HNWI Kundenstamm
• Pflege und Ausbau eigener Kundenbeziehungen
• Ausbau eines eigenen Netzwerks
• Umfassende Betreuung von Kunden-Familienvermögen hinsichtlich 

sämtlicher finanzieller Angelegenheiten, inkl. Reporting und 
gegebenenfalls unter Beizug unabhängiger externer Spezialisten

Herr B._____ verfügt über ein sehr gutes Fachwissen sowie eine fundierte 
Berufserfahrung. Beides setzte er bei uns bestens in die Praxis um. Aufgrund 
seiner schnellen Auffassungsgabe war es ihm möglich, sich schnell in seinen 
neuen Tätigkeitsbereich einzuarbeiten. Durch sein gutes analytisches 
Vorgehen und seine genaue Arbeitsweise gelang es ihm stets, sowohl 
qualitativ als auch quantitativ gute bis sehr gute Arbeitsergebnisse zu 
erreichen. Er ist selbstständig, flexibel und vermochte jederzeit optimal auf die 
Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Die internationalen regulatorischen 
Anforderungen sowie sämtliche internen Vorgaben hielt er dabei stets ein. 
Auch in Zeiten grosser Arbeitsbelastung gelang es ihm, mit Umsicht zu handeln 
und die richtigen Entscheidungen zu fällen.
Auch in persönlicher Hinsicht können wir Herrn B._____ ein gutes 
Arbeitszeugnis ausstellen. Sein Verhalten gegenüber Kunden, Mitarbeitern 
und Vorgesetzten war jederzeit freundlich, kompetent und korrekt.
Herr B._____ verlässt unsere Unternehmung aus freien Stücken. Wir danken 
ihm für die geleisteten Dienste und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.»

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWSt.) sowie 
NACHKLAGEVORBEHALT zu Lasten der Beklagten."

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Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 27. Februar 2023:
(Urk. 93 S. 76 ff)

1. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Lohn in der Höhe von Fr. 29'678.91 

netto, zuzüglich 5 % Zins ab 1. August 2020, zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

die Klage betreffend Rechtsbegehren 1 abgewiesen.

2. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Entschädigung i.S.v. Art. 336a 

Abs. 1 und 2 OR in der Höhe von Fr. 7'000.– zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

die Klage betreffend Rechtsbegehren 2 abgewiesen.

3. Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger ein Arbeitszeugnis mit folgendem 

Wortlaut auszustellen:

«Herr B._____, geb. tt. August 1978, war vom 1. Oktober 2018 bis 31. Juli 

2020 bei der A._____ AG als Senior Relationship Manager angestellt.

In dieser Funktion umfasste sein Tätigkeitsbereich insbesondere:

• Anlageberatung, Vermögensverwaltung und Risiko Management mit ei-

genem (U)HNWI Kundenstamm

• Pflege und Ausbau eigener Kundenbeziehungen

• Ausbau eines eigenen Netzwerks

• Umfassende Betreuung von Kunden-Familienvermögen hinsichtlich 

sämtlicher finanzieller Angelegenheiten, inkl. Reporting und gegebenen-

falls unter Beizug unabhängiger externer Spezialisten

Herr B._____ verfügt über ein sehr gutes Fachwissen sowie eine fundierte 

Berufserfahrung. Beides setzte er bei uns bestens in die Praxis um. Aufgrund 

seiner schnellen Auffassungsgabe war es ihm möglich, sich schnell in seinen 

neuen Tätigkeitsbereich einzuarbeiten. Durch sein gutes analytisches Vorge-

hen und seine genaue Arbeitsweise gelang es ihm stets, sowohl qualitativ als 

auch quantitativ gute Arbeitsergebnisse zu erreichen. Er ist selbstständig, fle-

xibel und vermochte jederzeit auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. 

Die internationalen regulatorischen Anforderungen sowie sämtliche internen 

Vorgaben hielt er dabei stets ein. Auch in Zeiten grosser Arbeitsbelastung ge-

- 4 -

lang es ihm, mit Umsicht zu handeln und die richtigen Entscheidungen zu fäl-

len.

Auch in persönlicher Hinsicht können wir Herrn B._____ ein gutes Arbeits-

zeugnis ausstellen. Sein Verhalten gegenüber Kunden, Mitarbeitern und Vor-

gesetzten war jederzeit freundlich, kompetent und korrekt.

Herr B._____ verlässt unsere Unternehmung aus freien Stücken. Wir danken 

ihm für die geleisteten Dienste und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.»

4. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 12'000.– festgesetzt. 

5. Die Gerichtskosten werden dem Kläger im Betrag von Fr. 6'000.– und der 

Beklagten im Betrag von Fr. 6'000.– auferlegt. 

Die Gerichtskosten werden aus dem vom Kläger geleisteten Vorschuss 

(Fr. 8'540.–) bezogen. Der Fehlbetrag in der Höhe von Fr. 3'460.– wird vom 
Kläger nachgefordert.

Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger Fr. 6'300.– (Fr. 6'000.– betreffend 

Prozesskostenvorschuss/Fehlbetrag und Fr. 300.– betreffend Kosten des 

Schlichtungsverfahrens) zu bezahlen.

6. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

7. Schriftliche Mitteilung an die Parteien.

8. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-
lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des 

Kantons Zürich, I. Zivilkammer, Postfach, 8021 Zürich, erklärt werden. In der 

Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige Ur-

kunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen.

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Berufungsanträge:

der Beklagten und Berufungsklägerin (Urk. 92 S. 2 f.):

"1. Es sei das Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich vom 27. Februar 2023 (Ge-

schäfts-Nr. AN200082-L) in Bezug auf die Dispositiv-Ziffern 1 bis 3 aufzuhe-

ben und es sei die Klage des Klägers/Berufungsbeklagten in Gutheissung 

der Berufung vollumfänglich abzuweisen;

2. Eventualiter zu Ziffer 1 sei das Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich vom 

27. Februar 2023 (Geschäfts-Nr. AN200082-L) in Bezug auf die Dispositiv-

Ziffern 1 bis 3 aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurtei-

lung und zum Entscheid zurückzuweisen;

3. Es sei das Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich vom 27. Februar 2023 (Ge-

schäfts-Nr. AN200082-L) in Bezug auf die Dispositivziffern 5 bis 6 aufzuhe-

ben und es seien die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens voll-

umfänglich dem Kläger/Berufungsbeklagten aufzuerlegen und es sei der Be-

klagten/Berufungsklägerin eine angemessene Parteientschädigung für das 

vorinstanzliche Verfahren zuzusprechen.

4. Eventualiter zu Ziffer 3 sei das Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich vom 

27. Februar 2023 (Geschäfts-Nr. AN200082-L) in Bezug auf Dispositiv-Ziffer 

5 bis 6 aufzuheben und zum Entscheid zurückzuweisen;

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. Mehrwertsteuer) zulas-

ten des Klägers/Berufungsbeklagten."

des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 100 S. 2):

"Es sei die Berufung vollumfänglich abzuweisen, unter Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen (zzgl. MWSt.) zu Lasten der Beklagten und Berufungsklägerin."

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Erwägungen:

I.

1. Der Kläger war gemäss Arbeitsvertrag vom 8. Juni 2018 ab dem 1. Okto-

ber 2018 unbefristet in einem Vollzeitpensum als Senior Relationship Manager bei 

der Beklagten angestellt, welche die Erbringung von Finanzdienstleistungen, Ver-

mögensverwaltung sowie Anlageberatung anbietet (Urk. 5/1; Urk. 1 Rz. 5; Urk. 11 

Rz. 8). Der Kläger hatte die Aufgabe, bestehende Kunden zu betreuen, seinen 

(schon) bestehenden Kundenstamm auszubauen und für diese Kunden Anlage-

beratung sowie Vermögensverwaltung zu betreiben (Urk. 1 Rz. 5). Betreffend den 

Lohn des Klägers ist zumindest unbestritten, dass sich dieser anhand von erwirt-

schafteten Bruttoerträgen berechnet (Urk. 1 Rz. 7; Urk. 11 Rz. 11 f.). Ebenfalls 

weitgehend unbestritten sind – mit Ausnahme derjenigen für den Juli 2020 – die 

massgeblichen erwirtschafteten Bruttoerträge auf den verwalteten Kundenvermö-

gen (vgl. betr. Juli 2020 Urk. 11 Rz. 50 und Rz. 94; Urk. 22 Rz. 58 sowie Urk. 28 

Rz. 68). Einig sind sich die Parteien weiter betreffend die prozentuale Höhe der 

Spesenpauschale, welche sich anhand der massgeblichen Bruttoerträge berech-

net (Urk. 1 Rz. 8; Urk. 11 Rz. 60).

Die Parteien sind sich im Grundsatz weiter einig, dass das Arbeitsverhältnis 

aufgrund der Kündigung seitens der Beklagten vom 26. Mai 2020 beendet wurde 

(Urk. 1 Rz. 47; Urk. 11 Rz. 104; Urk. 5/32). Unbestritten ist sodann, dass das Ar-

beitsverhältnis zwischen den Parteien per 31. Juli 2020 endete (Urk. 1 Rz. 47 und 

Rz. 55; Urk. 11 Rz. 34 f. und Rz. 112), obwohl der Kläger vom 30. Juni 2020 bis 

zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses am 31. Juli 2020 krankheitshalber ar-

beitsunfähig war (Urk. 5/46-50; Urk. 1 Rz. 53-55; Urk. 11 Rz. 39). Eine Verlänge-

rung der Kündigungsfrist macht der Kläger ausdrücklich nicht geltend, da er von 

einer arbeitsplatzbezogenen Arbeitsunfähigkeit ausgeht (Urk. 1 Rz. 55). Der Klä-

ger macht mit seiner Klage diverse finanzielle Ansprüche aus dem Arbeitsverhält-

nis sowie eine Entschädigung, eventualiter eine Genugtuung, zufolge missbräuch-

licher Kündigung geltend. Ausserdem verlangt er die Ausstellung eines Arbeits-

zeugnisses.

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2. Mit Urteil vom 27. Februar 2023 hiess die Vorinstanz die Klage teilweise 

gut und verpflichtete die Beklagte, dem Kläger Lohn in der Höhe von 

Fr. 29'678.91 netto, zuzüglich 5% Zins ab 1. August 2020, zu bezahlen. Zudem 

wurde die Beklagte verpflichtet, dem Kläger eine Entschädigung im Sinne von 

Art. 336a Abs. 1 und 2 OR in der Höhe von Fr. 7'000.-- zu bezahlen. Ausserdem 

wurde die Beklagte verpflichtet, dem Kläger ein Arbeitszeugnis mit einem vorge-

gebenen Inhalt auszustellen (Urk. 93 S. 76 f.). 

Gegen dieses Urteil erhob die Beklagte und Berufungsklägerin (fortan Be-

klagte) mit Eingabe vom 17. April 2023, hier eingegangen am 18. April 2023, frist-

gerecht Berufung und stellte die eingangs wiedergegebenen Anträge (Urk. 92 S. 2 

f.). Der ihr mit Verfügung vom 18. April 2023 auferlegte Kostenvorschuss von 

Fr. 5'000.-- (Urk. 97) wurde rechtzeitig geleistet (Urk. 98). Die Berufungsantwort 

des Klägers und Berufungsbeklagten (fortan Kläger) datiert vom 21. August 2023 

und ging am 22. August 2023 rechtzeitig ein (Urk. 100). Sie wurde mit Verfügung 

vom 21. September 2023 der Gegenpartei zur Kenntnisnahme zugestellt 

(Urk. 101). Weitere Eingaben der Parteien erfolgten nicht. Das Verfahren ist 

spruchreif.

Auf die Ausführungen der Parteien ist nur so weit einzugehen, als dies für 

die Entscheidfindung erforderlich ist (BGE 134 I 83 E. 4.1.).

3. Die Berufung hemmt die Rechtskraft des angefochtenen Entscheides im 

Umfang der Anträge (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Die Beklagte verlangt im Berufungs-

verfahren die Aufhebung der Dispositivziffern 1 bis 3 des vorinstanzlichen Urteils 

und entsprechende Abweisung der Klage bzw. eventualiter Aufhebung dieser Dis-

positivziffern und Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

(Urk. 93 S. 2). Der Kläger erhob keine Anschlussberufung (Urk. 100 S. 2). Dem-

gemäss ist davon Vormerk zu nehmen, dass das Urteil des Arbeitsgerichtes Zü-

rich, 3. Abteilung, vom 27. Februar 2023 bezüglich Dispositivziffer 1, soweit die 

Lohnklage im Fr. 29'678.91 netto, zuzüglich 5% Zins ab August 2020, überstei-

genden Betrag abgewiesen wurde und bezüglich Dispositivziffer 2, soweit die Ent-

schädigungsklage im Fr. 7'000.-- übersteigenden Betrag abgewiesen wurde, am 

22. August 2023 in Rechtskraft erwachsen ist.

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II.

1. Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als auch 

die unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 

ZPO). In der Berufungsschrift sind die Behauptungen bestimmt und vollständig 

aufzustellen. Zudem muss sie – im Gegensatz zur Klageschrift – nicht nur eine 

tatsächliche, sondern auch eine rechtliche Begründung enthalten (Reetz/Theiler, 

in: Sutter-Somm et al., ZPO Komm., Art. 311 N 36). Der Berufungskläger hat mit-

tels klarer und sauberer Verweisungen auf die Ausführungen vor der Vorinstanz 

zu zeigen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen 

und Einreden erhoben hat. Die Parteien haben die von ihnen kritisierten Erwägun-

gen des angefochtenen Entscheids wie auch die Aktenstücke, auf die sie ihre Kri-

tik stützen, genau zu bezeichnen (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 4A_580/2015 

vom 11. April 2016, E. 2.2 [nicht publiziert in BGE 142 III 271]; BGer 5A_127/2018 

vom 28. Februar 2019, E. 3, m.w.H.). Demnach hat der Berufungskläger im Sinne 

von Art. 311 ZPO in seiner Berufungsschrift hinreichend begründet aufzuzeigen, 

inwiefern das vorinstanzliche Urteil in den angefochtenen Punkten fehlerhaft sein 

bzw. an den gerügten Mängeln leiden soll. Dafür ist der Berufungskläger 

gehalten, die von ihm angefochtenen vorinstanzlichen Erwägungen genau zu 

bezeichnen, sich im Einzelnen argumentativ mit diesen auseinanderzusetzen und 

mittels präziser Verweisungen auf die Akten darzulegen, wo die massgebenden 

Behauptungen, Erklärungen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. 

aus welchen Aktenstellen sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben 

soll. Ungenügend sind folglich pauschale Behauptungen der Fehlerhaftigkeit des 

vorinstanzlichen Urteils sowie pauschale Verweise auf frühere Vorbringen oder 

deren blosse Wiederholung (BGE 138 III 374, E. 4.3.1; BGer 5A_164/2019 vom 

20. Mai 2020, E. 5.2.3; BGer 5A_751/2014 vom 28. Mai 2015, E. 2.1).

Was nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen genügen-

den Weise beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft 

zu werden. Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die 

Rechtsschriften der Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen, was welche 

Partei wo ausgeführt hat. Damit ist gesagt, dass die Berufungsschrift weder eine 

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pauschale Verweisung auf die bei der Vorinstanz eingereichten Rechtsschriften 

noch eine neuerliche Darstellung der Sach- oder Rechtslage enthalten darf, wel-

che nicht darauf eingeht, was vor der Vorinstanz vorgebracht worden ist. Pau-

schale Verweisungen auf die vor der Vorinstanz eingebrachten Rechtsschriften 

sind namentlich dann unzulässig, wenn sich die Vorinstanz mit den Ausführungen 

des Berufungsklägers auseinandergesetzt hat. Stützt sich der angefochtene Ent-

scheid auf mehrere selbständige Begründungen, muss sich der Berufungskläger 

in der Berufungsschrift mit allen Begründungen auseinandersetzen. Das Gleiche 

gilt im Falle von Haupt- und Eventualbegründung. Auch hier muss sich der Beru-

fungskläger mit beiden Begründungen auseinandersetzen (Hungerbühler/Bucher, 

DIKE-Komm-ZPO, Art. 311 N 42 f.). Abgesehen von offensichtlichen Mängeln hat 

sich das Berufungsgericht grundsätzlich auf die Beurteilung der in der Berufung 

und Berufungsantwort gegen das erstinstanzliche Urteil erhobenen Beanstandun-

gen zu beschränken. Die Rügen der Parteien geben mithin das Prüfungspro-

gramm der Berufungsinstanz vor; der angefochtene Entscheid ist grundsätzlich 

nur auf die gerügten Punkte hin zu überprüfen. Das Gericht muss den angefoch-

tenen Entscheid nicht von sich aus auf Mängel untersuchen, es sei denn, der 

Sachverhalt sei geradezu willkürlich festgestellt oder das Recht sei geradezu will-

kürlich angewandt worden. Aufgrund der umfassenden Überprüfungsbefugnis ist 

die Berufungsinstanz nicht an die mit den Rügen vorgebrachten Argumente oder 

an die Erwägungen der Vorinstanz gebunden, sie kann die Rügen auch mit ab-

weichenden Erwägungen gutheissen oder abweisen (vgl. Reetz/Theiler, a.a.O., 

Art. 310 N 6).

Unter der Geltung des Verhandlungsgrundsatzes haben die Parteien die 

Tatsachen, auf die sie sich stützen, darzulegen und die entsprechenden Beweis-

mittel frist- und formgerecht anzugeben (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Von Amtes wegen 

wird nur Beweis erhoben, wenn an der Richtigkeit einer nicht streitigen Tatsache 

erhebliche Zweifel bestehen (Art. 153 Abs. 2 i.V.m. Art. 55 Abs. 2 ZPO). Die Par-

teien sind grundsätzlich gehalten, erstinstanzlich gestellte Beweisanträge, denen 

nicht entsprochen wurde, vor der zweiten Instanz zu wiederholen (BGer 

4A_496/2016 vom 8. Dezember 2016, E. 2.2.2; 4A_258/2015 vom 21. Oktober 

2015, E. 2.4.2; 5A_660/2014 vom 17. Juni 2015, E. 4.2). Es kann aus praktischen 

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Gründen vom Berufungsgericht nicht verlangt werden, dass es die – oft umfang-

reichen – erstinstanzlichen Akten nach erstinstanzlich erhobenen, vor zweiter In-

stanz jedoch nicht erneuerten Beweisanträgen durchforscht. Zudem entspräche 

dies nicht der Natur des Berufungsverfahrens als eigenständiges Verfahren (vgl. 

BGE 142 III 413 E. 2.2.1 mit Hinweis auf die Botschaft vom 28. Juni 2006 zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBl 2006 7221, 7374 zu Art. 313 E-ZPO; 

BGE 144 III 394 E. 4.2).

Die Begründungsanforderungen gelten auch für die Berufungsantwort, wenn 

darin Erwägungen der Vorinstanz beanstandet werden, die sich für die im erstin-

stanzlichen Verfahren obsiegende Partei ungünstig auswirken können (BGer 

4A_258/2015 vom 21. Oktober 2015, E. 2.4.2; BGer 4A_580/2015 vom 11. April 

2016, E. 2.2; BGer 4A_496/2016 vom 8. Dezember 2016, E. 2.2.2; Reetz/Theiler, 

a.a.O., Art. 312 N 11).

2. Neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) können im Berufungsverfah-

ren nur unter den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO berücksichtigt wer-

den, d.h. wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer 

Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Diese 

Voraussetzungen gelten kumulativ. Handelt es sich um echte Noven, ist das Er-

fordernis der Neuheit ohne Weiteres erfüllt und einzig das des unverzüglichen 

Vorbringens zu prüfen. Was unechte Noven angeht, so ist es Sache der Partei, 

die sie vor der Berufungsinstanz geltend machen will, zu beweisen, dass sie die 

erforderliche Sorgfalt an den Tag gelegt hat, was namentlich bedingt, die Gründe 

darzutun, warum die Tatsachen und Beweismittel nicht schon vor erster Instanz 

vorgebracht werden konnten (BGE 144 III 349 E. 4.2.1; Reetz/Hilber, in: Sutter-

Somm et.al., ZPO Komm., Art. 317 N 34).

III.

1. Umstritten sind zusammengefasst diverse Aspekte betreffend die genaue 

Berechnung der Entschädigung des Klägers, welche grundsätzlich auf den mit 

den verwalteten Kundenvermögen erzielten Bruttoerträgen basiert (Urk. 93 S. 17). 

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a) Der Kläger machte - neben der falschen Spesenhandhabung (vgl. dazu 

unten) - geltend, dass ihm vom Bruttolohn zusätzlich der Arbeitgeberanteil der So-

zialversicherungsbeiträge in der Höhe von Fr. 1'126.45 abgezogen worden sei. 

Eine derartige Überwälzung der Arbeitgeberbeiträge auf den Arbeitnehmer sei un-

zulässig (Urk. 1 Rz. 14). Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass der Abzug der 

gesamten Sozialleistungen von den vom Kläger erwirtschafteten Bruttoerträgen 

bei der konkreten Konstellation, in der kein Bruttolohn vereinbart worden sei, nicht 

zu beanstanden sei (Urk. 93 S. 20 f.). Dies wurde von keiner der Parteien im Be-

rufungsverfahren gerügt (Urk. 92 und 100), weshalb es dabei sein Bewenden hat.

b) Der Kläger kritisierte in seiner Klagebegründung, dass die Beklagte die 

Spesen nicht wie im Reglement vorgesehen über Ziffer 13.2.1 (vgl. Urk. 5/5) ab-

gerechnet, sondern in der Lohnabrechnung unter Ziff. 1.3. (vgl. z.B. Urk. 5/6 

Lohnabrechnung Okt.-Dez. 2018) vom Anteil des Klägers am Brutto-Ertrag abge-

zogen habe (Urk. 1 Rz. 12). Damit habe sich das Brutto- wie auch das Nettoein-

kommen des Klägers reduziert. Dann habe die Beklagte dem Kläger die zuvor ab-

gezogenen Spesen zusätzlich zum Nettoeinkommen ausgezahlt, ohne die Spe-

sen nochmals im Lohnausweis auszuweisen. Mit anderen Worten habe der Klä-

ger die ihm überwiesenen Spesen aus seinem eigenen Anteil an den Bruttoerträ-

gen erhalten. Sämtliche Lohnabrechnungen seien dahingehend zu korrigieren, 

dass die Pauschalspesen in der Höhe wie ausgewiesen berechnet würden, aber 

nicht von den Bruttoerträgen im Profitcenter (Position 1.30) in Abzug gebracht, 

sondern zum Nettolohn geschlagen würden (Urk. 1 Rz. 12 f.). 

aa) Die Vorinstanz erwog (Urk. 93 S. 17 f.), dass der zwischen den Parteien 

abgeschlossene Arbeitsvertrag vom 8. Juni 2018 (Urk. 5/1) in Bezug auf die ver-

einbarte Spesenregelung gemäss dem Vertrauensprinzip auszulegen sei, da sich 

gemäss den Vorbringen der Parteien kein übereinstimmender wirklicher Wille 

feststellen lasse (Urk. 1 Rz. 12; Urk. 11 Rz. 13 und 64). Die Beklagte behaupte, 

dass vereinbart worden sei, die Spesen von den Bruttoerträgen abzuziehen, der 

Kläger halte dieses Vorgehen dagegen für vertragswidrig und nicht vereinba-

rungsgemäss. Die Vorinstanz erachtete auch die von der Beklagten offerierten 

Beweismittel (Arbeitsvertrag vom 8. Juni 2018 und 8. Juli 2019, diverse Lohnab-

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rechnungen sowie Parteibefragung/Beweisaussage von C._____, Urk. 93 S. 18) 

als nicht geeignet für die Erbringung des Beweises bezüglich des Vorliegens ei-

nes Konsenses zwischen den Parteien (Urk. 93 S. 18), weshalb sie eine Vertrags-

auslegung nach dem Vertrauensprinzip vornahm. Die Beklagte widersprach in der 

Berufungsbegründung diesen Ausführungen. Sie rügte, dass die Vorinstanz damit 

das Recht falsch angewendet habe, indem sie ihr rechtliches Gehör (Art. 29 BV) 

sowie das Willkürverbot (Art. 9 BV) verletzt und zudem den Sachverhalt falsch 

festgestellt habe (Art. 310 lit. a und b ZPO; Urk. 92 Rz. 11). 

bb) Die Beklagte kritisierte, dass von der Vorinstanz nicht beachtet worden 

sei, dass sie dem Kläger mit dem Arbeitsvertrag vom 8. Juni 2018 ein eigenes 

Profitcenter innerhalb ihres Betriebes offeriert habe. Auch habe sie dargetan, 

dass sich der Erfolg beim Abrechnungsmodell eines Profitcenters - nämlich der 

Bruttolohn des Klägers - nach Abzug sämtlicher im Profitcenter anfallenden Auf-

wände - somit auch aller Spesen - auf den gesamthaft erwirtschaften Bruttoerträ-

gen berechne. So sei in Ziffer 6 des Arbeitsvertrages vom 8. Juni 2018 festgehal-

ten worden, dass - nebst anderen Aufwänden - auch "allfällige Spesen" vom Brut-

toertrag in Abzug gebracht würden. Nachdem beide Parteien diesen Arbeitsver-

trag unterzeichnet hätten und der Kläger gestützt auf die im Arbeitsvertrag 

(Urk. 5/1) vereinbarte Abrechnungsmethode die erstellten Lohnabrechnungen 

(Urk. 5/6-8) in der Folge auch nie beanstandet habe (Urk. 92 Rz. 16 f.), müsse 

von einem übereinstimmenden Parteiwillen im Zeitpunkt der Vertragsunterzeich-

nung in Bezug auf die Abrechnungsmethode ausgegangen werden. Die Vorin-

stanz sei demnach fälschlicherweise zum Schluss gelangt, dass sich ein Konsens 

durch den als Beweismittel offerierten Arbeitsvertrag sowie die offerierten Lohnab-

rechnungen nicht erstellen lasse (Urk. 92 Rz. 12, 19). Falsch sei auch, dass der 

Kläger eine solche Vereinbarung sinngemäss bestritten habe. Dieser habe an be-

sagter Stelle (Urk. 1 Rz. 12) einzig ausführen lassen, dass ein Lohnabzug in Höhe 

der Spesen vertragswidrig sei. Vorliegend handle es sich jedoch eben nicht um ei-

nen Lohnabzug. Auch mangels Bestreitung müsse von einem übereinstimmenden 

Willen der Parteien ausgegangen werden (Urk. 92 Rz. 13). 

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Dieser Argumentation der Beklagten kann nicht gefolgt werden. Wie die 

Vorinstanz zutreffend ausführte, machte der Kläger geltend, dass die von der Be-

klagten praktizierte Spesenhandhabung (Abzug vom Bruttoertrag) nicht der von 

den Parteien im Vertrag getroffenen Abmachung entspreche, sondern als ver-

tragswidrig zu qualifizieren sei und dem Charakter einer pauschalen Spesenent-

schädigung widerspreche (Urk. 1 Rz. 12; Urk. 22 Rz. 8). M.a.W. stellte sich der 

Kläger damit auf den Standpunkt, dass die Beklagte den Vertrag diesbezüglich 

nicht in derselben Weise verstehe wie er, mithin kein übereinstimmender wirkli-

cher Wille der Parteien gegeben sei. Der Kläger offerierte zum Beweis für seine 

Darstellung den Arbeitsvertrag vom 8. Juni 2018 (Urk. 5/1), das Spesenreglement 

(Urk. 5/5), den Arbeitsvertrag vom 8. Juli 2019 (Urk. 5/2), diverse Lohnabrechnun-

gen (Urk. 5/6-8) sowie seine Partei-/Beweisaussage (Urk. 1 Rz. 12). Die Beklagte 

erklärte demgegenüber, dass der Kläger mit der Unterzeichnung des Vertrages 

der von ihr vorgenommenen Abrechnungsmethode zugestimmt habe. Gestützt 

auf den Wortlaut der vertraglichen Bestimmung sowie Sinn und Zweck eines Pro-

fitcenters sei dem Kläger von Anfang an bewusst gewesen, dass sie die Spesen 

von den Bruttoerträgen abziehen werde (Urk. 11 Rz. 12, 64), es also dem über-

einstimmenden wirklichen Willen der Parteien entsprochen habe, dass die Spe-

sen von den Bruttoerträgen abgezogen würden. Sie bestritt damit die Sichtweise 

des Klägers. Die Beklagte offerierte zum Beweis ihres Standpunktes dieselben 

Beweismittel wie der Kläger (Urk. 5/1, 5/6 und 5/7) sowie zusätzlich die Partei-

/Beweisaussage von C._____. 

Vorab ist festzuhalten, dass allein die Tatsache des Abschlusses des Ar-

beitsvertrages vom 8. Juni 2019 nicht geeignet ist, den Beweis für übereinstim-

mende Willenserklärungen der Parteien zu erbringen. Massgebend für den Inhalt 

des Vertrages ist nämlich nicht unbedingt der Vertragstext, sondern der wirkliche 

(übereinstimmende) Wille der Parteien, welcher eine sog. innere Tatsache betrifft 

und daher nicht zwingend dem Vertragstext entsprechen muss. Der Wille als in-

nere Tatsache ist keinem direkten Beweis zugänglich, sondern kann bloss mittel-

bar durch Indizien bewiesen werden (vgl. BGer 5A_927/2017 vom 8. März 2018, 

E. 5.1; BGE 140 III 86 E. 4.1; BSK OR I-Wiegand, Art. 18 N 12). Wie die 

Vorinstanz daher zu Recht ausführte (Urk. 93 S. 18), sind die von der Beklagten 

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(und vom Kläger, dem grundsätzlich die Beweislast obliegt) in diesem Zusam-

menhang als Beweismittel und Gegenbeweismittel offerierten Arbeitsverträge vom 

8. Juni 2018 und 8. Juli 2019 (Urk. 11 Rz. 13 und 64) nicht geeignet, diesen Be-

weis zu erbringen. Gleich verhält es sich mit den offerierten Lohnabrechnungen, 

da diese gemäss Ansicht des Klägers vertragswidrig sind. Die Beklagte behaup-

tete, dass der Kläger die Lohnabrechnungen in der Folge nie beanstandet habe 

(Urk. 11 Rz. 62; Urk. 92 Rz. 12). Der Kläger hatte in der Klagebegründung jedoch 

vorgebracht, dass er immer wieder an den Geschäftsführer gelangt sei und gel-

tend gemacht habe, dass die Lohnabrechnungen nach seiner Auffassung nicht 

korrekt seien (Urk. 1 Rz. 10). Dies wurde von der Beklagten nicht genügend sub-

stantiiert bestritten (Urk. 11 Rz. 62). Zudem räumte sie ein, dass der Kläger mit 

der Höhe seines Einkommens unzufrieden gewesen sei (Urk. 11 Rz. 14). Es ist 

demnach davon auszugehen, dass der Kläger die Lohnabrechnungen beanstan-

dete. Die Vorinstanz erachtete auch eine Befragung von C._____ nicht als zielfüh-

rend, was von der Beklagten im Berufungsverfahren nicht explizit gerügt wurde 

(Urk. 92 Rz. 11 ff.). Die Beklagte beliess es dabei, die Partei/Beweisaussage von 

C._____ erneut anzuführen (Urk. 92 Rz. 13), ohne jedoch die genaue Aktenstelle 

zu nennen, in welcher sie dies vor Vorinstanz schon gemacht habe, was als unge-

nügend zu erachten ist. Zudem führte sie auch nicht aus, inwiefern eine solche 

Aussage das Beweisergebnis zu beeinflussen vermöchte. Das Gericht kann die 

Abnahme weiterer Beweismittel unterlassen, wenn es seine Meinungsbildung ab-

geschlossen hat und überzeugt ist, dass seine Meinung durch die Abnahme wei-

terer Beweise nicht mehr erschüttert werde (vgl. BGer 4A_386/2019 vom 26. Mai 

2020, E. 4.3.3; BGE 122 III 219 E. 3c; BGer 4D_33/2010 vom 13. April 2010, 

E. 3.2; OGer ZH LA190022-O/U vom 17. 04.2020, E. IV/4; OGer ZH LA190039-

O/U vom 29.06.2020, E. IV/2c/aa; Leu, DIKE-Komm-ZPO, Art. 152 N 107 m.w.H.; 

Passadelis, Stämpflis Handkommentar, ZPO, Art. 152 N 7; BK ZPO-Brönnimann, 

Art. 152 N 57; Staehelin/Staehelin/Grolimund, ZPR, 3. A., Zürich 2019, § 18 

Rz. 23), was vorliegend offensichtlich der Fall war.

Der vorinstanzlichen Schlussfolgerung (Urk. 93 S. 18), wonach sich der tat-

sächliche Parteiwille deshalb nicht ermitteln lasse, ist zu folgen. Zu Recht nahm 

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die Vorinstanz in der Folge eine Auslegung des Vertrages nach dem Vertrauens-

prinzip vor.

cc) Die Vorinstanz gelangte bei ihrer Auslegung zu folgendem Ergebnis 

(Urk. 93 S. 18 f.): "In Ziffer 7 des Arbeitsvertrages vom 8. Juni 2018 wird geregelt, 

dass sich die Spesen anhand eines Staffeltarifs basierend auf den pro Quartal er-

zielten Bruttoerträgen berechnen. Bei Bruttoerträgen bis zu Fr. 150'000.– betra-

gen die Spesen 15% der erzielten Bruttoerträge (act. 5/1 S. 4). Bei den in Ziffer 6 

des Arbeitsvertrages vom 8. Juni 2018 genannten 'allfälligen Spesen', welche im 

Rahmen der Berechnung der Entschädigung des Klägers in Abzug zu bringen 

sind, kann es sich entgegen der Auffassung der Beklagten (act. 81 Rz. 9 S. 5) 

nicht um diejenigen Spesen handeln, welche in Ziffer 7 desselben Vertrages gere-

gelt werden. Dies insofern, als Letztere eben gerade nicht bloss 'allfällig' sind, 

sondern Pauschalspesen, die in jedem Fall zu berücksichtigen resp. zu berech-

nen sind (act. 5/1 S. 3 f.). Gemäss den Vereinbarungen im Arbeitsvertrag vom 

8. Juni 2018 sind somit bei einer Auslegung aufgrund des Vertrauensprinzips 

bloss allfällige effektiv angefallene Auslagen – die in den Lohnberechnungen der 

Beklagten teilweise auch zu finden sind (act. 5/6-7; jeweils unter 'Sonstige Ausla-

gen') – von den Bruttoerträgen abzuziehen, nicht jedoch die Pauschalspesen ge-

mäss Ziffer 7 dieses Arbeitsvertrages. Entsprechend ergibt sich für die Lohnbe-

rechnungen Oktober bis Dezember 2018 (act. 5/6) sowie Januar bis März 2019 

(act. 5/8) Korrekturbedarf, wobei die konkrete Berechnung anzustellen ist, nach-

dem die weiteren strittigen Punkte (betr. die bereits erwähnten Lohnberechnun-

gen insb. die Berücksichtigung von arbeitgeberseitigen Sozialversicherungsbeiträ-

gen) betrachtet wurden (vgl. hinten Ziff. III.3.7.)."

Die Beklagte meinte, dass man entgegen der Auffassung der Vorinstanz 

auch mittels einer Auslegung nach dem Vertrauensprinzip zu keinem andern 

Schluss kommen könne. Wenn die Vorinstanz ausführe, dass es sich bei den in 

Ziffer 6 genannten "allfälligen Spesen" nicht um Spesen handeln könne, welche in 

Ziffer 7 desselben Vertrages geregelt seien, verkenne sie, dass der Kläger dies 

selbst ausdrücklich so verstanden habe. Er habe ausgeführt, dass ein Lohnabzug 

dem Charakter einer "pauschalen Spesenentschädigung" widersprechen würde 

- 16 -

(Urk. 1 Rz. 12). Mit andern Worten gebe er zu, dass er im Zeitpunkt der Vertrags-

unterzeichnung davon ausgegangen sei, dass der Begriff "allfällige Spesen" sich 

auf die unter Ziffer 7 des Arbeitsvertrages geregelten Spesen beziehe. Es be-

stehe kein Grund für eine anderweitige Auslegung des Vertrages (Urk. 92 Rz. 15). 

Hätte diesbezüglich kein Konsens vorgelegen, hätte der Kläger den Arbeitsvertrag 

vom 8. Juli 2019 (Urk. 5/2) sicher nicht unterschrieben (Urk. 92 Rz. 16).

Diesen Vorbringen der Beklagten kann nicht gefolgt werden. Sie sind nicht 

geeignet, die Argumentation der Vorinstanz zu widerlegen. Es kann keine Rede 

davon sein, dass der Kläger dies so verstand, wie die Beklagte dies behauptet 

und selber verstehen will; auch hat der Kläger dieser Regelung nicht explizit zuge-

stimmt. Es besteht - wie oben erwähnt - eben kein tatsächlicher Konsens bezüg-

lich der Spesenregelung zwischen den Parteien. Der Kläger brachte stets klar 

zum Ausdruck, dass er es als vertragswidrig erachte, wenn die in Ziffer 7 des Ar-

beitsvertrages vom 8. Juni 2018 geregelten Pauschalspesen von seinem Lohn 

abgezogen würden. Dies widerspreche dem Charakter von Pauschalspesen und 

prelle ihn um seinen Anspruch aus Art. 7 des Arbeitsvertrages (Urk. 1 Rz. 12). 

Entgegen der Ansicht der Beklagten kann der Wortlaut von Ziffer 6 des Arbeits-

vertrages nicht nur dahingehend verstanden werden, dass alle Aufwände - darun-

ter auch die Pauschalspesen - von den erwirtschafteten Bruttoerträgen zwecks 

Ermittlung des Bruttolohnes in Abzug zu bringen seien (Urk. 92 Rz. 17). Wie die 

Vorinstanz zutreffend erwog und worauf zu verweisen ist (Urk. 93 S. 18), würde 

dies keinen Sinn ergeben. In Ziffer 7 findet sich denn auch der Hinweis darauf, 

dass diese Pauschalspesen ausbezahlt (nicht abgezogen) werden, was nur be-

deuten kann, dass sie zusätzlich zu der gemäss Ziffer 6 errechneten Entschädi-

gung entrichtet werden, wogegen in Ziffer 6 klar von einem Abzug der "allfälligen" 

Spesen von der vereinbarten Entschädigung gesprochen wird (Urk. 5/1). In Über-

einstimmung mit der Vorinstanz ergibt sich für die Lohnabrechnungen Oktober bis 

Dezember 2018 (Urk. 5/6) sowie Januar bis März 2019 (Urk. 5/8) entsprechender 

Korrekturbedarf (vgl. dazu die konkrete Berechnung in Urk. 93 S. 30 f.).

dd) Der Kläger machte geltend, dass die rückwirkende Anpassung der Lohn-

abrechnungen Januar bis März 2019 erfolgt sei, weil er die unzulässige Überwäl-

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zung der Arbeitgeberbeiträge moniert und die Auszahlung des Fehlbetrages ver-

langt habe (Urk. 1 Rz. 16). Der Geschäftsführer der Beklagten habe darauf erwi-

dert, dass er unter diesen Umständen nicht mehr bereit sei, das Arbeitsverhältnis 

aufrecht zu erhalten; er werde die Kündigung aussprechen müssen. Alternativ sei 

ihm ein Arbeitsvertrag mit Datum vom 8. Juli 2019 (Urk. 5/2) vorgelegt worden, 

den er zur Vermeidung der Kündigung habe unterschreiben müssen. Darin sei in 

Ziffer 7 vorgesehen worden, dass er vom Umsatz nicht - wie bis anhin - 80% er-

halten sollte, sondern bis zu einem Umsatz von 600'000.-- nur noch 73%. Damit 

sei er mehr oder weniger so gestellt worden, wie wenn er beim ursprünglichen 

Entlöhnungsmodell die Arbeitgeberbeiträge selbst hätte tragen müssen. Diese 

Änderung sei mit sofortiger Wirkung rückwirkend ab April 2019 und unter Umge-

hung der geltenden Rechtsordnung und des Arbeitnehmerschutzes erfolgt und 

deshalb rechtsmissbräuchlich. Die Änderungskündigung könne daher keine Gül-

tigkeit entfalten. Er sei deshalb der Auffassung, dass er für die ganze Zeit des Ar-

beitsverhältnisses (1. Oktober 2018 bis 31. Juli 2020) Anspruch auf 80% der Brut-

toerträge habe (Urk. 1 Rz. 16). Demgegenüber führte die Beklagte aus, es handle 

sich um eine Vertragsänderung, die auf Initiative des Klägers zustande gekom-

men sei (Urk. 11 Rz. 73; Urk. 28 Rz. 81).

Die Vorinstanz erachtete die vorgenommene Vertragsänderung im Arbeits-

vertrag vom 8. Juli 2019 (Urk. 5/2) als gültig, was auch für die "rückwirkende Im-

plementierung" ab April 2019 bzw. dem zweiten Quartal 2019 gelte. Es sei dem-

gemäss von einer gültigen Vertragsänderung auszugehen und der Arbeitsvertrag 

vom 8. Juli 2019 bereits ab Beginn des zweiten Quartals 2019 anzuwenden 

(Urk. 93 S. 19 f.).

Die Parteien äusserten sich dazu im Berufungsverfahren nicht (Urk. 92 und 

100), weshalb von diesem von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt - Gültig-

keit des Arbeitsvertrages vom 8. Juli 2019 - auszugehen ist. Wie die Vorinstanz 

festhielt, sind ab der Vertragsänderung vom 8. Juli 2019 gemäss Arbeitsvertrag 

von den ins Profitcenter fallenden Bruttoerträgen nicht nur die Fixkosten, sondern 

neu auch die Pauschalspesen abzuziehen (Urk. 93 S. 20). 

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c) Strittig ist im Weiteren der prozentuale Anteil des Klägers an den Bruttoer-

trägen ab April 2019. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass der Kläger ab 

diesem Zeitpunkt Anspruch auf eine Beteiligung im Umfang von 73% an den 

massgeblichen Bruttoerträgen habe. Dies bedeute, dass die Beklagte im Zeitraum 

von April bis Juni 2019 korrekt abgerechnet habe. Entsprechend stünden dem 

Kläger für diesen Zeitraum keine offenen Forderungen zu. Dasselbe gelte auch 

für die Zeit von Juli bis Dezember 2019 (Urk. 93 S. 22). Dies wurde im Berufungs-

verfahren von beiden Parteien nicht gerügt (Urk. 92 und 100).

d) Für den Zeitraum Januar bis März 2020 erwog die Vorinstanz, dass die 

Abrechnung betreffend den Kundenstamm "B._____" korrekt erfolgt sei. Gleiches 

gelte für diesen Kundenstamm für die Monate April bis Juni 2020, wobei hierfür 

unbestrittenermassen noch keine Auszahlung erfolgt sei (Urk. 11 Rz. 91), wes-

halb dem Kläger für diesen Zeitraum ein im Quantitativ anerkannter Anspruch auf 

Entschädigung in der Höhe von Fr. 14'145.27 netto zustehe (Urk. 93 S. 23). Die 

Parteien äusserten sich dazu im Berufungsverfahren nicht konkret (Urk. 92 und 

100), weshalb in der Folge von diesem Sachverhalt auszugehen ist. 

Die von der Beklagten verrechnungsweise geltend gemachte Schadener-

satzforderung in der Höhe von gesamthaft Fr. 14'221.-- zufolge Abwerbens von 

30 Kunden durch den Kläger während laufendem Arbeitsvertrag (Urk. 11 Rz. 52) 

wurde von der Vorinstanz nicht geschützt (Urk. 93 S. 35 ff.). 

2. a) Es ist unbestritten, dass der Kläger gemäss den Abrechnungen Juli bis 

September 2019 (Urk. 5/13) und Oktober bis Dezember 2019 (Urk. 5/15) am Kun-

denstamm "D._____" finanziell beteiligt wurde. Die Vorinstanz erwog, dass die 

Lohnabrechnungen dieser Monate nicht zu beanstanden seien (Urk. 93 S. 23). 

Darauf ist nicht mehr einzugehen.

b) Dagegen sind sich die Parteien über die Beteiligung des Klägers an den 

Bruttoerträgen der Kundenstämme "D._____" und "E._____" ab Januar 2020, 

welche teilweise auf den Lohnabrechnungen des Klägers figurieren, nicht einig 

(Urk. 5/13; Urk. 5/15; Urk. 5/18; Urk. 5/20). Die Vorinstanz ging davon aus, dass 

die Beklagte in der Lohnabrechnung für den Zeitraum Januar bis März 2020 einen 

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im Verhältnis zu den vorangegangenen beiden Quartalen veränderten Umgang 

der nicht dem Kläger zustehenden Anteile der beiden Kundenstämme "D._____" 

und "E._____" angewendet habe, der im Ergebnis bewirkt habe, dass die gesam-

ten Anteile zugunsten anderer Profitcenter ungeschmälert von der 73%-Beteili-

gung des Klägers an den seinem Profitcenter zustehenden Bruttoerträgen in Ab-

zug gebracht worden seien (Urk. 93 S. 24).

c) Bezüglich der Beteiligung des Klägers an den Bruttoerträgen dieser Kun-

denstämme für das erste Quartal 2020 gelangte die Vorinstanz zum Schluss, 

dass die von der Beklagten zuvor angewandte Berechnungsweise der Berück-

sichtigung der Anteile zugunsten anderer Profitcenter auch für das erste Quartal 

2020 anzuwenden sei. Die von der Beklagten neu vorgenommene Rechnungs-

weise bringe für den Kläger eine klare Benachteiligung mit sich, die einen ent-

sprechenden Konsens der Parteien vorausgesetzt hätte. Das Vorliegen eines sol-

chen sei jedoch weder behauptet noch ersichtlich. Die Vorinstanz ging deshalb 

davon aus, dass der nach wie vor von geringeren Abzügen betroffene Beteili-

gungsanspruch des Klägers an den Bruttoerträgen auch für die Zeit ab 1. Januar 

2020 bestanden habe. Die von der Beklagten zuvor praktizierte Berücksichtigung 

der Anteile zugunsten anderer Profitcenter sei daher auch für das erste Quartal 

2020 zur Anwendung zu bringen (Urk. 93 S. 23 f.). Diesen berechnete sie auf 

Fr. 4'388.33 (Urk. 93 S. 33).

aa) Die Beklagte rügte diese Betrachtungsweise. Wie schon im vorinstanzli-

chen Verfahren kritisierte sie, dass die Vorinstanz davon ausgehe, dass ein Betei-

ligungsanspruch des Klägers an den Kundenstämmen "D._____" und "E._____" 

für die Zeit ab 1. Januar 2020 bestanden habe. Sie habe dies im vorinstanzlichen 

Verfahren wiederholt bestritten. Sie habe dargelegt, dass der Kläger während den 

Quartalen drei und vier des Jahres 2019 einmalig an den vom Kundenstamm 

"D._____" erwirtschafteten Bruttoerträgen beteiligt werden sollte und dass es sich 

hierbei um eine freiwillige Abgeltung ohne rechtliche Verpflichtung gehandelt 

habe. Auch habe sie mit Verweis auf den geltenden Arbeitsvertrag vom 8. Juli 

2019 dargetan, dass es nie eine vertragliche Grundlage für einen Beteiligungsan-

spruch des Klägers an den Bruttoerträgen der Kundenstämme "D._____" und 

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"E._____" gegeben habe. Erst recht habe es nie eine vertragliche Grundlage ge-

geben, wonach der Kläger mit 50% an den Bruttoerträgen des Kundenstamms 

"D._____" und mit 100% an den Bruttoerträgen des Kundenstamms "E._____" 

beteiligt werden sollte (vgl. auch Urk. 28 S. 19). Mit diesen Vorbringen habe sich 

die Vorinstanz mit keinem Wort auseinandergesetzt; stattdessen habe sie fälschli-

cherweise einen Konsens betreffend einen Beteiligungsanspruch des Klägers an 

den Bruttoerträgen der Kundenstämme "D._____" und "E._____" für die Zeit ab 

dem 1. Januar 2020 angenommen (Urk. 92 Rz. 20 ff.). Auch die Bemerkung in der 

Lohnabrechnung vom 6. Februar 2020 (Urk. 5/15), wonach die Beteiligung des 

Klägers an den Bruttoerträgen des Kundenstamms "D._____" einmalig erfolgt sei 

und dass für die Zeit ab dem ersten Quartal 2020 eine definitive Regelung schrift-

lich hätte erfolgen müssen, habe die Vorinstanz nicht berücksichtigt. Der Kläger 

habe eine solche auch nicht zu beweisen vermocht (Urk. 92 Rz. 24). Sodann sei 

in der Lohnabrechnung vom 14. April 2020 vermerkt, dass in Bezug auf eine mög-

liche Beteiligung des Klägers keine abweichende Regelung zum Arbeitsvertrag 

zwischen den Parteien habe gefunden werden können und dass gemäss Arbeits-

vertrag keine Anspruchsgrundlage für eine Beteiligung des Klägers an den Erträ-

gen anderer Vermittler bestehe (vgl. Urk. 5/20). Eine solche hätte vertragsgemäss 

auch schriftlich erfolgen müssen (Urk. 92 Rz. 24). 

Der Kläger widersprach in seiner Berufungsantwort dieser Auffassung der 

Beklagten. Aufgrund der Lohnabrechnungen (Urk. 5/19-21) sei auch für das erste 

Quartal 2020 eine Beteiligung des Klägers an den beiden Stämmen "D._____" 

und "E._____" erfolgt und stehe somit ein Grundsatzkonsens ausser Frage. Die 

Argumentation der Beklagten erscheine widersprüchlich und aktenwidrig 

(Urk. 100 Rz. 9). Es würde lebensfremd anmuten, dass ein professioneller Vermö-

gensverwalter zwei Kundenstämme bewirtschafte, ohne dafür finanziell entschä-

digt zu werden (Urk. 100 Rz. 9). Er bestritt, dass für die veränderte Abrechnungs-

weise der Beklagten ein Konsens zwischen den Parteien vorgelegen habe. Die 

Lohnabrechnung Juli bis September 2019 (Urk. 5/13) enthalte keinen entspre-

chenden Vorbehalt. Ein solcher sei erst einseitig im Jahre 2020 für das vierte 

Quartal 2019 aufgenommen worden und habe nicht auf einer mündlichen Abma-

chung beruht. Es habe sich vielmehr um einen einseitigen Vertragsänderungsver-

- 21 -

such seitens der Beklagten gehandelt. Dies sei unzulässig und vermöge keinen 

Konsens zu konstruieren. Der von der Beklagten bemühte einseitige Vermerk sei 

nicht vor Beginn des ersten Quartals 2020 angebracht worden, denn die Lohnab-

rechnung für Oktober bis Dezember 2019 (Urk. 5/15) datiere vom 6. Februar 

2020, und es sei unklar, wann sie dem Kläger zur Kenntnis gebracht worden sei. 

Tatsache sei, dass der Beteiligungsanspruch auch später immer wieder Gegen-

stand von Meinungsverschiedenheiten gewesen sei und ein Konsens bezüglich 

eines im Vergleich zum vierten Quartal 2019 neuen Verteilschlüssels nie vorgele-

gen habe. Zudem weise die Vorinstanz zutreffend darauf hin, dass für das erste 

Quartal 2020 zunächst eine Lohnabrechnung erstellt worden und diese hernach 

am 22. Mai 2020 korrigiert worden sei. Auch dies zeige, dass es nie einen Kon-

sens für eine Abweichung vom Anspruch wie er im Jahr 2019 gehandhabt worden 

sei, gegeben habe (Urk. 100 Rz. 10).

bb) Die Beklagte machte geltend, dass sich im Arbeitsvertrag vom 18. Juli 

2019 (Urk. 5/2) keine vertragliche Grundlage für einen Beteiligungsanspruch des 

Klägers an solchen Kundenstämmen finden lasse (Urk. 11 Rz. 80; 92 Rz. 22). Der 

Kläger stellte sich auf den Standpunkt, dass die Bemerkung der Beklagten in der 

Lohnabrechnung (vgl. Urk. 5/15), wonach der Arbeitgeber trotz Fehlens einer Ver-

pflichtung aufgrund der guten Zusammenarbeit rückwirkend auf das erste Quartal 

2020 eine abweichende Regelung zum Arbeitsvertrag treffen werde, nicht ver-

bindlich sei, da diesbezüglich kein Konsens vorliege. Es gelte der Arbeitsvertrag 

sowie die Vereinbarung, dass dem "Stamm B._____" von den "Stämmen D._____ 

und E._____" prozentual Bruttoerträge angerechnet würden (Urk. 1 Rz. 29). Wie 

die Beklagte zu Recht bemerkte, findet sich im Arbeitsvertrag keine entspre-

chende Regelung. Der Kläger führte auch nicht aus, wo diese im Arbeitsvertrag 

festgehalten sei. Er berief sich somit in diesem Zusammenhang zu Unrecht auf 

den Arbeitsvertrag (Urk. 1 Rz. 29). 

Der Kläger behauptete bezüglich seines Beteiligungsanspruchs an den ge-

nannten Kundenstämmen auch, dass sich die Parteien nach einigen Diskussio-

nen darauf geeinigt hätten, dass dem "Stamm B._____" 50% der Bruttoerträge 

des "Stamm D._____s" zugewiesen werden sollten (Urk. 1 Rz. 23). Er bestritt, 

- 22 -

dass es sich um eine einmalige Absprache gehandelt habe. Die Parteien hätten 

grundsätzlich eine unbefristete Abmachung getroffen, also nicht nur eine für das 

dritte und vierte Quartal 2019 (Urk. 1 Rz. 29). Zu prüfen ist, ob zwischen den Par-

teien - wie vom Kläger behauptet - eine (anderweitige) Vereinbarung darüber ge-

schlossen wurde. Die Beklagte bestritt dies. Es habe diesbezüglich weder Diskus-

sionen gegeben, noch sei eine diesbezügliche Einigung zustande gekommen 

(Urk. 11 Rz. 82; Urk. 28 Rz. 87). Richtig sei einzig, dass es zu Diskussionen dar-

über gekommen sei, wie der Kläger für die Vermittlung des Kontaktes zu D._____ 

von der Beklagten entschädigt werden sollte, da im Arbeitsvertrag keine Vergü-

tung für solche Vermittlungen vorgesehen sei. Sie habe entschieden, für die Ver-

mittlung dieses Kontaktes das Profitcenter des Klägers im Zeitraum von Juli 2019 

bis Dezember 2019 an sämtlichen vom Stamm "D._____" erwirtschafteten Brutto-

erträgen einmalig zu beteiligen. Trotz diesem Entgegenkommen sei im Anschluss 

nie eine Einigung betreffend künftiger Beteiligungen zustande gekommen. Diese 

Zahlungen seien von der Beklagten freiwillig und ohne jegliche Verpflichtung ge-

leistet worden (Urk. 11 Rz. 81 f.). Mit Blick auf die im ersten Quartal 2020 redu-

zierte Beteiligung führte die Beklagte aus, es habe keinerlei Verpflichtungen ge-

genüber dem Kläger gegeben, weshalb nicht ersichtlich sei, wie sie dessen An-

sprüche beschnitten haben solle (Urk. 11 S. 86).

Da die Beklagte das Vorliegen einer entsprechenden Abmachung bestritt 

und mit der vorliegenden Konstellation einer einmaligen Auszahlung und der da-

nach erfolgten Reduktion dieser Auszahlung keine Umstände vorliegen, auf die 

sich der Kläger berufen könnte, trägt er, der daraus Rechte ableitet, die Beweis-

last für diese Tatsachenbehauptung (Art. 8 ZGB). Wie erwähnt, behauptete der 

Kläger lediglich, dass sich die Parteien auf eine Aufteilung der Bruttoerträge des 

Stammes D._____ wie auch des Stammes E._____ an den Stamm B._____ geei-

nigt hätten (Urk. 1 Rz. 23 und 28). Er unterliess es jedoch gänzlich, nähere Aus-

führungen bezüglich dieser angeblichen Einigung vorzubringen. Weder führte er 

aus, wann und wie diese Einigung erfolgt sein soll, ob es sich um eine mündliche 

oder eine schriftliche Einigung gehandelt habe, ob die Einigung ausdrücklich oder 

durch konkludentes Verhalten zustande gekommen sei. Zudem machte der Klä-

ger keinerlei nähere Angaben darüber, mit wem er diese Vereinbarung getroffen 

- 23 -

habe. Er erklärte lediglich, dass diese zwischen den Parteien erfolgt sei. Da es 

sich bei der Beklagten jedoch um eine juristische Person handelt, kann sie nicht 

selbst, sondern nur durch ihre Organe rechtsgültige Handlungen vornehmen 

(Art. 55 Abs. 1 und 2 ZGB). Es wäre daher erforderlich gewesen, dass der Kläger 

die betreffende Person bzw. die betreffenden Personen genannt hätte, mit wel-

cher bzw. welchen er zu diesem behaupteten Konsens gelangte. Der Kläger 

machte auch keine Angaben darüber, inwiefern der als Zeuge offerierte D._____ 

Aussagen zu diesem Sachverhalt machen könnte. So ist z.B. nicht bekannt, ob 

dieser anlässlich der behaupteten Einigung der Parteien anwesend war und falls 

nicht, inwiefern er zu diesem Vorgang Angaben machen könnte. In diesem Sinne 

genügen die Ausführungen des Klägers den Begründungsanforderungen nicht: 

Gilt wie vorliegend die Verhandlungsmaxime, ist es Sache der Parteien, dem Ge-

richt die Tatsachen, auf die sie ihre Begehren stützen, darzulegen und die Be-

weismittel anzugeben (Art. 55 Abs. 1 ZPO). Den Parteien obliegt die Behaup-

tungslast. Es genügt aber nicht, das Vorhandensein einer Tatsache global zu be-

haupten. Eine Tatsachenbehauptung muss, um der Substantiierungspflicht zu ge-

nügen, immer so konkret formuliert werden, dass eine substantiierte Bestreitung 

möglich ist oder der Gegenbeweis angetreten werden kann (BSK ZPO-Gehri, 

Art. 55 N 4). Wie weit die anspruchsbegründenden Tatsachen inhaltlich zu sub-

stantiieren sind, damit sie unter die massgeblichen Bestimmungen des materiel-

len Rechts subsumiert werden können, bestimmt das materielle Bundesrecht. Die 

konkreten Anforderungen an die Substantiierung ergeben sich einerseits aus den 

Tatbestandsmerkmalen der angerufenen Norm und andererseits aus dem prozes-

sualen Verhalten der Gegenpartei. Behauptungen sind hinreichend, wenn sie un-

ter der Annahme, sie seien bewiesen, einen Sachverhalt ergeben, den das Ge-

richt den entsprechenden Gesetzesnormen zuordnen und gestützt darauf die For-

derung zusprechen kann. Ein solchermassen vollständiger Tatsachenvortrag wird 

als schlüssig bezeichnet, da er bei Unterstellung, er sei wahr, den Schluss auf die 

anbegehrte Rechtsfolge zulässt. Wenn wie vorliegend der Prozessgegner den 

schlüssigen Tatsachenvortrag der behauptungsbelasteten Partei bestreitet, greift 

eine über die Behauptungslast hinausgehende Substantiierungslast. Die Vorbrin-

gen sind diesfalls nicht nur in den Grundzügen, sondern in Einzeltatsachen zer-

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gliedert so umfassend und klar darzulegen, dass darüber Beweis abgenommen 

oder dagegen der Gegenbeweis angetreten werden kann (BGE 144 III 519 

E. 5.2.1.1 S. 522 f.; statt vieler auch BGer 4A_401/2021 vom 11. Februar 2022, 

E. 4.2.1; BGer 4A_604/2020 vom 18. Mai 2021, E. 4.1.2; einlässlich ferner BGer 

4A_377/2021 vom 29. Juni 2022, E. 3.1; BGer 4A_350/2020 vom 12. März 2021, 

E. 6.2.1). Eine mangelnde Substantiierung kann nicht mittels eines Beweisverfah-

rens bzw. Erkenntnissen aus dem Beweisverfahren behoben werden. Das Be-

weisverfahren dient nicht dazu, fehlende Behauptungen zu ersetzen oder zu er-

gänzen, sondern setzt solche vielmehr voraus (BGE 144 III 67 E. 2.1. S. 68 f.; 

BGer 4A_255/2022 vom 16. September 2022, E. 4.3.2.; BGer 4A_392/2021 vom 

10. Februar 2022, E. 10.4.1. [je m.w.Hinw.]). Mangels genügender Substantiie-

rung war von der Vorinstanz kein Beweisverfahren durchzuführen. Der Sachver-

halt bezüglich einer behaupteten Einigung der Parteien betreffend Berücksichti-

gung von Bruttoerträgen der Stämme D._____ und E._____ im Profitcenter des 

Klägers, welche auch für das erste Quartal 2020 gegolten hätte, ist daher nicht er-

stellt. Demnach ist davon auszugehen, dass keine vertragliche Grundlage für die 

Auszahlung einer Entschädigung betreffend die Kundenstämme D._____ und 

E._____ ab Januar 2020 vorliegt. Somit besteht kein Anspruch des Klägers auf 

die von der Vorinstanz errechneten Fr. 4'388.33 (Urk. 93 S. 33). Der vorinstanzli-

che Entscheid ist diesbezüglich anzupassen.

Ergänzend ist noch zu bemerken, dass die eingereichten Lohnabrechnun-

gen auch eher darauf hindeuten, dass keine Einigung - wie vom Kläger behauptet 

- zwischen den Parteien zustande gekommen ist. In der Lohnabrechnung Oktober 

bis Dezember 2019 wurde von der Beklagten festgehalten, dass die Aufteilung 

der Erträge des Stamms "D._____" für das vierte Quartal einmalig sei und einver-

nehmlich nach mündlicher Absprache ab dem ersten Quartal 2020 eine definitive 

Regelung nach schriftlicher Absprache erfolge (Urk. 5/15). In der Lohnabrechnung 

Januar bis März 2020 wurde festgehalten, dass keine solche Regelung habe ge-

funden werden können (Urk. 5/20). Wie es sich damit genau verhält, kann jedoch 

dahingestellt bleiben, da aufgrund der obigen Erwägungen nicht vom Bestehen ei-

ner entsprechenden Vereinbarung ausgegangen werden kann.

- 25 -

3.a) Strittig ist im Weiteren der Lohn des Klägers für den Monat Juli 2020. Es 

ist unbestritten, dass er während des gesamten Monats Juli 2020 krankheitsbe-

dingt arbeitsunfähig war (Urk. 93 S. 25). Der Kläger hatte für diesen Monat einen 

Anspruch von Fr. 10'549.95 geltend gemacht, basierend auf dem im zweiten 

Quartal verwalteten Vermögen (Urk. 1 Rz. 37). Die Beklagte erklärte, dass hierfür 

vielmehr die vom Profitcenter des Klägers im Juli 2020 effektiv erwirtschafteten 

Bruttoerträge massgebend seien. Nachdem der Kläger veranlasst habe, dass alle 

ihm zugewiesenen Kunden das Vermögensverwaltungsverhältnis mit ihr mit sofor-

tiger Wirkung aufgelöst hätten, seien die Erträge auf Fr. 3'396.43 zusammenge-

schrumpft. Der darauf berechnete Bruttolohn in der Höhe von Fr. 1'685.99 sei in 

der Lohnabrechnung ausgewiesen. Die Forderung von Fr. 10'549.95 des Klägers 

für diesen Monat werde bestritten. Vielmehr bestehe gar eine Forderung zu ihren 

Gunsten von Fr. 975.43 (Urk. 11 Rz. 94 mit Verweis auf Urk. 14/30). Die Vorin-

stanz ging davon aus, dass für die Berechnung des Lohnanspruchs des Klägers 

für den Monat Juli 2020 die in diesem Monat tatsächlich erzielten Bruttoerträge 

des relevanten Kundenstammes "B._____" massgeblich seien (Urk. 93 S. 26). 

Der Kläger mache geltend, dass der Anspruch einen Drittel von Fr. 25'694.53, so-

mit Fr. 8'564.84 betrage. Die Vorinstanz auferlegte dem Kläger mit Beweisbe-

schluss vom 26. September 2022 den Hauptbeweis dafür, dass er im Juli 2020 

mit seinem Kundenstamm Bruttoerträge in dieser Höhe erwirtschaftet habe. Von 

der Beklagten verlangte die Vorinstanz die Edition der Depotbank-Kundenkonto-

auszüge der U._____ AG und der V._____ AG betreffend diversen Kunden (Urk. 

60). Nach Vorliegen der Auszüge der U._____ AG bezüglich eines Teils der ge-

nannten Kunden kam die Vorinstanz zum Schluss, dass sich die hinsichtlich die-

ser Kunden im Juli 2020 erwirtschafteten Bruttoerträge auf Fr. 5'409.26 belaufen 

würden (Urk. 93 S. 27). Die Beklagte hatte bezüglich einer weiteren Anzahl von 

Kunden die betreffenden Kontoauszüge nicht eingereicht, mit der Begründung, 

dass sie aufgrund der widerrufenen Verwaltungsvollmachten von der V._____ AG 

keine Auskunft erhalten habe. Da die Beklagte diese Auszüge zuvor auch für 

diese Kunden offeriert hatte (Urk. 28 Rz. 68), würdigte die Vorinstanz das Verhal-

ten der Beklagten als unberechtigte Verweigerung der Mitwirkung im Sinne von 

Art. 164 ZPO und stellte in der Folge auf die Sachdarstellung des Klägers ab (Urk. 

- 26 -

93 S. 28), was faktisch einer Umkehr der Beweislast gleichkommt. Hinsichtlich 

dieser Kunden ging die Vorinstanz von Bruttoerträgen in der Höhe von 

Fr. 3'155.58 (Differenz zwischen Fr. 8'564.84 und Fr. 5'409.26) aus. Die Vorin-

stanz erachtete den dem Kläger auferlegten Beweis als gelungen, wonach er mit 

seinem Kundenstamm im Juli 2020 Bruttoerträge von Fr. 8'564.84 erzielt habe 

(Urk. 93 S. 29). 

Die Beklagte rügte diese Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 92 Rz. 28 ff.). Sie 

machte geltend, dass sie mittels eines Auskunftsschreibens der V._____ AG vom 

5. Oktober 2022 (Urk. 69) dargetan habe (Urk. 64), dass die Bank ihr aufgrund 

der widerrufenen Verwaltungsvollmachten keine Auskunft mehr erteile. Aus dem 

Umstand, wonach die Beklagte mit ihrer Duplik die Nachreichung der Depotbank-

Kundenkontoauszüge aller Kunden als Beweismittel offeriert habe (Urk. 28 

Rz. 68), könne unmöglich geschlossen werden, dass sie am 21. Oktober 2022 

(recte: 2020), dem Datum der Lohnabrechnung für den Monat Juli 2020 

(Urk. 14/3), über alle Depotbank-Kontoauszüge verfügt habe. Deshalb sei ihr 

nichts anderes übrig geblieben, als deren Nachreichung zu offerieren. Dass die 

V._____ AG - anders als die U._____ AG (Urk. 66/1-21) - nachträglich keine Ein-

sicht in die Depotbank- Kundenkontoauszüge gewähren würde, sei im Zeitpunkt 

der Erstellung der Duplik nicht absehbar gewesen (Urk. 92 Rz. 29). Vor diesem 

Hintergrund könne ihr keine Verweigerung der Mitwirkungspflicht im Sinne von 

Art. 164 ZPO vorgeworfen werden (Urk. 92 Rz. 30). Diese Rüge der Beklagten ist 

berechtigt. Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte, dass die Beklagte ihre Mitwir-

kung unberechtigt verweigert hätte. Der Umstand, dass die Beklagte das Nachrei-

chen dieser Depotbank-Kundenkontoauszüge offerierte, kann nicht zweifelsfrei 

dahingehend interpretiert werden, dass die Beklagte in jenem Zeitpunkt über 

diese Belege verfügte, ansonsten sie diese wohl damals schon hätte einreichen 

können oder jedenfalls sofort nach der gerichtlichen Aufforderung. Die Formulie-

rung lässt sich ohne Weiteres auch dahingehend interpretieren, dass die Belege 

zuerst noch beschafft werden mussten. Dies erscheint auch plausibel, weil die 

Beklagte andernfalls nicht an die V._____ AG hätte gelangen müssen. Der Kläger 

machte nicht geltend, dass er Kenntnis davon habe, dass die Beklagte schon im 

Sommer 2020 über diese Belege verfügt habe. Die Beklagte musste auch die Be-

- 27 -

lege der andern Kunden zuerst bei der U._____ AG (Urk. 66/1-21) beschaffen, 

was ebenfalls darauf hindeutet, dass sie vorher nicht in ihrem Besitz waren. Es 

kann deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass die Beklagte ihrer Mitwir-

kungspflicht in irgendeiner Weise schuldhaft nicht nachkommen wollte, weshalb 

Art. 164 ZPO keine Anwendung findet. 

Es ist daher weder auf die Sachdarstellung des Klägers abzustellen, noch 

ergeben sich aus diesem Umstand grundsätzlich Beweiserleichterungen zu sei-

nen Gunsten. Die Voraussetzungen einer Beweiserleichterung sind hoch und set-

zen qualifizierte Beweisschwierigkeiten voraus, welche vorliegend nicht gegeben 

sind (BSK ZPO-Guyan, Art. 157 N 11 und 12). Es kann angesichts der konkreten 

Umstände nicht von einer eigentlichen Beweisnot gesprochen werden, da der Klä-

ger nach Kenntnis der Tatsache, dass die Beklagte diese Kontoauszüge nicht be-

schaffen konnte, die Möglichkeit gehabt hätte, eine Herausgabe derselben an das 

Gericht zu beantragen. Die "Pflicht", die Urkunde an das Gericht herauszugeben, 

ist in den allgemeinen Vorschriften über die Mitwirkung geregelt (Art. 160 Abs. 1 

lit. b ZPO; Staehelin/Staehelin/Grolimund, Zivilprozessrecht, 3. Aufl., § 18 Rz. 66 

und 105 ff.). Dies wäre in jenem Verfahrensstadium - vor Beginn der Urteilsphase 

- noch möglich gewesen. Das Gericht hätte allenfalls bei Gefährdung schutzwürdi-

ger Interessen Dritter (z.B. zu wahrender Geheimnisse) entsprechende Massnah-

men treffen können (Art. 156 ZPO). Einen solchen Antrag hat der Kläger nicht ge-

stellt. Entgegen seiner Auffassung hätte er und nicht die Beklagte ein solches Be-

gehren stellen müssen (Urk. 100 Rz. 16), da letzterer nicht die Beweislast für 

diese Tatsachenbehauptungen auferlegt worden war (Urk. 60). Da der Kläger für 

die entsprechenden Behauptungen beweispflichtig ist, hat er demgemäss die Fol-

gen der Beweislosigkeit bezüglich des Fehlens dieser Unterlagen zu tragen. Der 

Kläger rügte im Berufungsverfahren nicht, dass die Vorinstanz diesbezüglich hätte 

weitere Beweise abnehmen müssen (Urk. 100 Rz15 ff.; vgl. E. II.1. a.E.). 

b) Die Vorinstanz ging wie erwähnt davon aus, dass aufgrund der einge-

reichten Depot-Kundenkontoauszüge der U._____ AG (Urk. 66/1-21) erstellt sei, 

dass sich die mit diesen Kunden im Juli 2020 erwirtschafteten Bruttoerträge auf 

Fr. 5'409.20 belaufen würden (Urk. 93 S. 27). Hinsichtlich der weiteren Kunden 

- 28 -

(F._____, G._____, H._____, I._____, J._____, K._____, L._____/M._____, 

N._____, O._____, P._____, Q._____ und R._____ BV) sei aufgrund der unbe-

rechtigten Verweigerung der Mitwirkung der Beklagten der Säumnisfall eingetre-

ten, und zwar im Umfang von brutto Fr. 3'155.58 (Differenz zwischen Fr. 8'564.84 

und Fr. 5'409.26). Die Vorinstanz errechnete einen Anspruch des Klägers für den 

Monat Juli 2020 von netto Fr. 5'391.88 (Urk. 93 S. 34).

aa) Aus den oben erwähnten Gründen sind allfällige Erträge bezüglich der 

Kunden F._____, G._____, H._____, I._____, J._____, K._____, 

L._____/M._____, N._____, O._____, P._____, Q._____ und R._____ BV man-

gels Beweises durch den Kläger nicht zu berücksichtigen. Wie erwähnt, hatte die 

Vorinstanz diese auf brutto Fr. 3'155.58 beziffert. Auf die Rüge der Beklagten, wo-

nach der Kläger keinen Anspruch auf die Erträge F._____ (gemäss der Beklagten 

recte: "F'._____") und Q._____ gehabt habe (Urk. 92 Rz. 32, 35 ff.), braucht des-

halb nicht mehr weiter eingegangen zu werden.

Die Beklagte machte im Berufungsverfahren geltend, dass für die Berech-

nung des Lohnes des Klägers für den Monat Juli 2020 höchstens auf die sich aus 

den bei den Akten liegenden Depot-Kundenkontoauszügen (Urk. 66/1-21) der 

U._____ AG ergebenden Fr. 5'409.26 an Bruttoerträgen abgestellt werden könne 

(Urk. 92 Rz. 33). Dem ist aufgrund der obigen Erwägungen zu folgen. Von diesem 

Betrag sind 73% an Bruttoerträgen dem Profitcenter des Klägers zuzuschreiben, 

was Fr. 3'948.60 ergibt. Davon sind 17% Fixkosten (Fr. 671.--) sowie 15% Spe-

senpauschale (Fr. 592.--) abzuziehen (Urk. 93 S. 34 mit Verweis auf Urk. 14/30); 

diese Prozentzahlen für Fixkosten und Spesen sind unbestritten (Urk. 93 S. 34). 

Somit ist von einem Bruttolohn von Fr. 2'685.-- auszugehen. Davon sind noch die 

Abzüge für Sozialversicherungen von Fr. 215.-- (rund 8%) zu berücksichtigen, 

was Fr. 2'470.-- ergibt. Unbestritten sind Fr. 250.-- Rückgabe "Schutzgebühr" 

(Urk. 14/30), Fr. 140.30 Feriensaldo sowie Fr. 286.50 Krankentaggeldversiche-

rung dazu zu addieren (Urk. 93 S. 34 mit Verweis auf Urk. 14/30). Zudem ist ge-

mäss Arbeitsvertrag vom 8. Juli 2019 eine Spesenpauschale von 15%, auf dem 

Bruttoertrag des Profitcenters (Fr. 3'948.--) von der Beklagten zu bezahlen, näm-

- 29 -

lich Fr. 592.-- (Urk. 5/2 Ziff. 9; vgl. auch Urk. 93 S. 34). Dies ergibt einen Ge-

samtanspruch des Klägers von rund Fr. 3'739.-- für den Monat Juli 2020.

bb) Die Beklagte nahm in der Lohnabrechnung Juli 2020 jedoch zusätzlich 

einen Abzug von Fr. 3'439.80 für nicht geschuldete Management-Fee im 1. Quar-

tal 2020 vor (Urk. 14/30). Die Beklagte rügte, dass die Vorinstanz zu Unrecht zum 

Schluss gelangt sei, wonach dieser von ihr für den Monat Juli 2020 getätigte 

Lohnabzug von Fr. 3'489.80 ungerechtfertigt gewesen sei. Die Beklagte hatte gel-

tend gemacht, dass der Kläger den Kunden "Q._____" und "F'._____" im ersten 

Quartal 2020 Gebühren belastet habe, obwohl das Vertragsverhältnis mit ihnen 

erst ab 1. Juni 2020 zustande gekommen sei. Die Beklagte habe den Kunden die 

für das erste Quartal zu Unrecht belasteten Gebühren zurückerstattet, indem sie 

ihnen für das darauf folgende zweite Quartal keine Gebühren in Rechnung ge-

stellt habe (Urk. 11 Rz. 31 f.; Urk. 28 Rz. 42 und 69). Die Vorinstanz erachtete die 

Argumentation der Beklagten als widersprüchlich. Sofern das Vermögensverwal-

tungsverhältnis erst am 1. Juni 2020 gültig zustande gekommen wäre, hätte die 

Beklagte erst ab diesem Datum Anspruch auf Gebühren gehabt. Dies sei jedoch 

mit dem Wortlaut der E-Mails vom 16. und 18. Mai 2020 (Urk. 5/29 f.) nicht verein-

bar. Dass der Gebührenanspruch der Beklagten für den Zeitraum vom 1. Juni 

2020 bis zum Widerruf der Verwaltungsaufträge durch diese Kunden mindestens 

gleich hoch gewesen sei wie die diesen Kunden für das erste Quartal 2020 in 

Rechnung gestellten Gebühren, werde seitens der Beklagten nicht behauptet. 

Ebenso wenig mache die Beklagte geltend, dass sie die Gebühren effektiv an die 

Kunden zurückbezahlt habe. Der Abzug von Fr. 3'439.80 sei somit nicht gerecht-

fertigt, weshalb er in der Lohnabrechnung für Juli 2020 keine Berücksichtigung 

finden könne (Urk. 93 S. 29 f.). 

Die Beklagte rügte diese Ausführungen. Vor Vorinstanz hatte die Beklagte 

geltend gemacht, dass der Kläger den Kunden der Beklagten Q._____ und 

F''._____ Gebühren für das erste Quartal belastet habe, obwohl mit diesen dem 

"Stamm E._____" zugewiesenen Kunden noch gar keine Verträge zustande ge-

kommen seien. Dies habe zur Folge gehabt, dass die Beklagte den Kunden die 

zu Unrecht belasteten Gebühren von Fr. 5'543.60 wieder habe zurückerstatten 

- 30 -

müssen bzw. den Kunden für das zweite Quartal keine Gebühren habe belasten 

dürfen. Gestützt auf die den Kunden für das erste Quartal unrechtmässig belaste-

ten Gebühren seien dem Kläger mit der Lohnabrechnung vom 22. Mai 2020 

Fr. 2'913.72 brutto zu Unrecht abgerechnet worden. Zuzüglich der ihm überwiese-

nen Spesen in der Höhe von Fr. 562.09 seien dem Kläger für das erste Quartal 

gesamthaft Fr. 3'439.80 zu Unrecht abgerechnet und überwiesen worden. Am 

26. Mai 2020 habe die Beklagte den Kläger deshalb aufgefordert, ihr diesen Be-

trag zurückzuerstatten. Nachdem der Kläger dieser Aufforderung nicht nachge-

kommen sei, habe sie letztlich den Betrag mit der Lohnabrechnung vom 21. Okto-

ber 2020 in Abzug gebracht (Urk. 11 Rz. 48). Sie habe nie bestritten, bereits für 

den Zeitraum vor dem 1. Juni 2020 einen Gebührenanspruch gehabt zu haben. 

Die beiden E-Mails vom 16. Mai 2020 und vom 18. Mai 2020 (Urk. 5/29) würden 

beide aus dem zweiten Quartal 2020 datieren (Urk. 92 Rz. 36).

Entgegen der Auffassung der Beklagten hat die Vorinstanz zu Recht kein 

Beweisverfahren durchgeführt, da es an einer genügenden Substantiierung der 

verrechnungsweise geltend gemachten Forderung der Beklagten mangelt. Die 

Beklagte machte vor Vorinstanz geltend, dass sie den Kunden Q._____ und 

F''._____ die zu Unrecht belasteten Gebühren von Fr. 5'543.50 habe zurücker-

statten müssen, indem sie ihnen für das zweite Quartal keine Gebühren belastet 

habe. Sie unterliess jedoch jegliche Substantiierung, wie sie diese Summe be-

rechnet habe (Urk. 11 Rz. 48). Sie unterliess es auch, die für diese Tatsachenbe-

hauptung dazugehörigen Beweismittel genau zu bezeichnen. Es ist unklar, wel-

che Beweismittel dafür angerufen wurden. Die Parteien haben in ihren Rechts-

schriften alle für ihren Anspruch massgeblichen Tatsachen vorzubringen und die 

zulässigen Beweismittel zu nennen, wobei die Beweisofferten den behaupteten 

Tatsachen zuzuordnen sind (Prinzip der Beweisverbindung; Art. 221 Abs. 1 lit. e 

ZPO). Es geht z.B. nicht an, einen ganzen Sachverhaltskomplex zu schildern und 

sich zum Beweis am Schluss dieser Behauptungen pauschal auf einen Strauss 

von Beweismitteln oder einer Anzahl von Zeugen oder Beweisaussagen von Par-

teien zu berufen (Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, in: Sutter-Somm et. al., 

ZPO Komm., Art. 221 N 51). Die Beweisofferten müssen wie erwähnt den einzel-

nen zu beweisenden Tatsachen klar zugeordnet werden. Entsprechend sind die 

- 31 -

einzelnen Beweisofferten in der Regel unmittelbar im Anschluss an die Tatsa-

chenbehauptungen, die damit bewiesen werden sollen, aufzuführen (Pahud, 

DIKE-Komm-ZPO, Art. 55 N 17; BGer 4A_415/2021 vom 18. März 2022, 

E. 5.4.3.). Sofern es sich um die zum Beweis offerierten Kontoauszüge der ge-

nannten Kunden bei der V._____ AG handeln sollte, ist nicht ersichtlich, wie die 

Beklagte auf die von ihr behauptete Summe kommt. Aus diesen Kontoauszügen 

für das erste Quartal 2020 ergeben sich Zahlungen an die Beklagte von 

Fr. 4'397.30 (Urk. 14/11) bzw. Fr. 874.31 (Urk. 14/12), also zusammen 

Fr.5'271.61, was nicht der genannten Summe der angeblich rückerstatteten Ge-

bühren entspricht. Es blieb auch offen, wann und inwiefern die Beklagte diese 

Zahlungen bzw. Rückerstattungen veranlasst hatte. Aus den weiteren offerierten 

Urkunden (Urk. 11 Rz. 48) ergeben sich ebenfalls keine konkreten Hinweise auf 

diese Summe. Dementsprechend lassen sich auch die in der Lohnabrechnung 

vom 21. Oktober 2020 (Urk. 14/30) aufgeführten Beträge ohne inhaltliche Sub-

stantiierung durch die Beklagte nicht nachvollziehen (Urk. 5/21). Zudem ist es 

grundsätzlich nicht Sache des Gerichts, aus den eingereichten Unterlagen diejeni-

gen herauszufiltern, welche den Standpunkt der behauptenden Partei stützen 

könnten. 

Zusammenfassend ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz (Urk. 93 

S. 30, 34) davon auszugehen, dass der Abzug in der Höhe von Fr. 3'439.80 in der 

Lohnabrechnung für den Monat Juli 2020 nicht gerechtfertigt ist. Der Lohnan-

spruch des Klägers für den Monat Juli 2020 beträgt - wie vorne ausgeführt - 

Fr. 3'739.--.

4.a) Die Vorinstanz ging davon aus, dass die Lohnabrechnung Oktober bis 

Dezember 2018 (Urk. 5/6) im Hinblick auf ihre Ausführungen betreffend Spesen-

berücksichtigung (Urk. 93 S. 17 ff.) zu korrigieren und der Betrag, welcher dem 

Kläger unter diesem Titel abgezogen worden sei, zum unbestritten an den Kläger 

ausbezahlten Betrag zu addieren sei, so dass sich ein Gesamtguthaben des Klä-

gers von netto Fr. 14'990.24 ergebe. Der Anspruch des Klägers betrage somit 

noch Fr. 2'364.22 (Urk. 93 S. 30). 

- 32 -

Die Beklagte rügte diese Berechnung mit Verweis auf ihre Begründung 

(Urk. 93 Rz. 11 - 19) als falsch. Wie sie ausgeführt habe, sei diese Spesenpau-

schale von den Bruttoerträgen im Profitcenter des Klägers in Abzug zu bringen. 

Für diesen Zeitraum bestehe demnach kein Lohnanspruch mehr (Urk. 92 Rz. 39). 

Wie vorne unter Ziff. III. 1. lit. cc) jedoch dargelegt, besteht für die Lohnabrech-

nungen Oktober bis Dezember 2018 (Urk. 5/6) und Januar bis März 2019 

(Urk. 5/8) entgegen der Auffassung der Beklagten bezüglich der zu Unrecht abge-

zogenen Spesen Korrekturbedarf, weshalb auch den Ausführungen der Beklagten 

zum Quantitativ nicht gefolgt werden kann (vgl. Urk. 93 S. 30 f.). 

b) Dieselben Überlegungen gelten wie erwähnt für den Zeitraum Januar bis 

März 2019 (Urk. 93 S. 18; vorne Ziff. III. lit. c), weshalb die diesbezüglichen Ein-

wendungen der Beklagten nicht zu hören sind (Urk. 92 Rz. 40). Die konkrete Be-

rechnung der Vorinstanz, welche zu einem Guthaben des Klägers von Fr.3'389.22 

führte, wurde von der Beklagten im Übrigen nicht konkret kritisiert (Urk. 92 

Rz. 40). Dem Kläger steht für diesen Zeitraum noch ein Anspruch von 

Fr. 3'389.22 zu (Urk. 93 S. 31).

c) Die Beklagte rügte auch die von der Vorinstanz vorgenommene Korrektur 

von Fr. 4'388.33 für die Beteiligung des Klägers an den Kundenstämmen 

"D._____" und "E._____" im Zeitraum Januar bis März 2020 (Urk. 92 Rz. 41). Wie 

vorne unter II. Ziff. 2 lit. c) bb) dargelegt ist davon auszugehen, dass keine ver-

tragliche Grundlage für diesen Anspruch bestand und diese Forderung des Klä-

gers deshalb abzuweisen und der vorinstanzliche Entscheid dementsprechend zu 

korrigieren ist. 

d) Weiter beanstandete die Beklagte die Berechnung der Vorinstanz für den 

Lohnanspruch des Klägers im Monat Juli 2020 und errechnete unter Berücksichti-

gung des Abzugs für nicht geschuldete Management-Fees von Fr. 3'439.80 einen 

Anspruch zugunsten des Klägers von noch Fr. 300.92 (Urk. 92 Rz. 42). Wie vorne 

unter III. Ziff. 3. lit. b) bb) dargelegt, ist der Abzug in der Höhe von Fr. 3'439.80 zu 

Unrecht erfolgt. Es ist von einem Gesamtanspruch des Klägers für den Monat Juli 

2020 von Fr. 3'739.-- auszugehen (vgl. vorne III Ziff. 3 lit. aa). 

- 33 -

e) Es ist folglich von Lohnansprüchen des Klägers von:

- Fr.   2'364.22  (für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2018; Urk. 93 S. 30; 

vorne Ziff. III 1. lit. b) cc); 

- Fr.   3'389.22  (für den Zeitraum Januar bis März 2019; Urk. 93 S. 31; vorne 

Ziff. III 1. lit. b) cc);

- Fr.   0.-- (für den Zeitraum Januar bis März 2020 betreffend Kundenstämme 

"D._____" und "E._____"; vorne Ziff. III. 2. lit. c) bb);

- Fr. 14'145.27  (für den Zeitraum April bis Juni 2020 betreffend Kundenstamm 

"B._____"; vgl. vorne Ziff. III. 1. lit. d); Urk. 93 S. 23, 34);

- Fr.   3'739.-- (Juli 2020; vgl. vorne Ziff. III 3. lit. b) aa);

d.h. insgesamt Fr. 23'637.70 netto auszugehen. 

5.a) Die Beklagte machte verrechnungsweise eine Schadenersatzforderung 

in der Höhe von gesamthaft Fr. 14'221.– geltend (Urk. 11 Rz. 52). Sie begründete 

diese im Wesentlichen damit, dass der Kläger während laufendem Arbeitsverhält-

nis in Verletzung seiner Treuepflicht über 30 Kunden abgeworben habe, worauf 

diese ihr jeweiliges Vermögensverwaltungsverhältnis mit der Beklagten in den 

Monaten Juni und Juli 2020 mit sofortiger Wirkung widerrufen hätten (Urk. 11 

Rz. 36 ff., insb. Rz. 41). Mit dem verwalteten Vermögen der entsprechenden Kun-

den habe die Beklagte im zweiten Quartal 2020 Bruttoerträge in der Höhe von ge-

samthaft Fr. 31'229.73 erzielt, weshalb nach Abzug des dem klägerischen Profit-

center zuzurechnenden Anteils von 73% und der arbeitgeberseitigen Sozialversi-

cherungsbeiträge in der Höhe von Fr. 547.20 sowie unter Hinzurechnung der vom 

Kläger geschuldeten Fixkostenpauschale ein der Beklagten entgangener Nettoer-

trag von monatlich Fr. 3'555.34 verbleibe (Urk. 11 Rz. 51). Da sie davon ausgehe, 

dass der Kläger frühestens per 1. August 2020 aktiv hätte Kunden angehen dür-

fen und mindestens vier Monate gebraucht hätte, um deren Abwerbung vorzube-

reiten und durchzuführen, mache sie verrechnungsweise entgangene Nettoer-

- 34 -

träge für die Monate August bis November 2020 in der Höhe von insgesamt 

Fr. 14'221.– (4x Fr. 3'555.34) geltend (Urk. 11 Rz. 52; Urk. 28 Rz. 52 ff.).

Der Kläger bestritt die Verrechnungsforderung (Urk. 22 Rz. 65). Er habe die 

Kunden, welche er vor dem Arbeitsverhältnis zwischen den Parteien akquiriert 

und auch bereits vor seiner Anstellung bei der Beklagten betreut sowie schliess-

lich zu dieser mitgebracht habe, nicht abgeworben, sondern lediglich über die 

Kündigung seines Arbeitsverhältnisses informiert, was zulässig gewesen sei, zu-

mal kein arbeitsvertragliches Konkurrenz- oder Abwerbeverbot bestanden habe 

(Urk. 22 Rz. 43 ff.).

Die Vorinstanz kam zum Schluss, dass es die Beklagte versäumt habe, das 

Fundament für ihre verrechnungsweise geltend gemachte Schadenersatzforde-

rung substantiiert darzulegen, weshalb die Verrechnungsforderung nicht zu schüt-

zen sei (Urk. 93 S. 41)

b) Die Vorinstanz prüfte das Verhalten des Beklagten unter dem Titel der 

Treuepflicht des Arbeitnehmers (Art. 321a Abs. 1 OR) und den Schadenersatzfol-

gen bei einer allfälligen Verletzung derselben (Art. 321e OR). Was die rechtlichen 

Erörterungen zu diesem Thema anbelangt, kann auf die zutreffenden Ausführun-

gen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 93 S. 36 ff.). Die Vorinstanz ging da-

von aus, dass sachverhaltsmässig unbestritten sei, dass die von der behaupteten 

Abwerbung betroffenen Kunden einerseits durch den Kläger akquiriert worden 

seien und er diese auch grossmehrheitlich vor Eingehung des Arbeitsverhältnis-

ses mit der Beklagten akquiriert habe (Urk. 93 S. 38). 

Die Beklagte behauptete, der Kläger habe seine Treuepflicht verletzt, indem 

er die Kunden während laufendem Arbeitsverhältnis abgeworben habe, derweil 

der Kläger geltend machte, er habe die Kunden bloss über die ausgesprochene 

Kündigung informiert (Urk. 11 Rz. 36 ff.; Urk. 22 Rz. 43 ff.; Urk. 28 Rz. 52 ff.).

Die Vorinstanz erwog dazu das Folgende (Urk. 93 S. 38 ff.): "Vorliegend 

kann letztlich offen bleiben, ob der Kläger tatsächlich Kunden abgeworben oder 

diese lediglich über die Beendigung seines Arbeitsverhältnisses mit der Beklagten 

- 35 -

informiert hat, da die Beklagte den von ihr behaupteten Schaden nicht korrekt be-

rechnet. Wie erwähnt, berechnet sie den Schaden bis Ende November 2020 und 

macht dabei geltend, dass ihr ab August 2020 monatlich derselbe Betrag 

(Fr. 3'555.30) entgangen sei, weil der Kläger die Kunden im Juni bzw. Juli 2020 

abgeworben habe. Den ihr konkret entgangenen Betrag berechnet die Beklagte 

für den Juli 2020, wobei sie wiederum auf die im zweiten Quartal 2020 realisierten 

Bruttoerträge abstellt (act. 11 Rz. 36 ff.; act. 28 Rz. 52 ff.). Ein derartiges Vorge-

hen lässt sich offensichtlich nicht mit der Schadensberechnung gemäss bundes-

gerichtlicher Rechtsprechung vereinbaren. Um den Schaden per Ende November 

2020 zu ermitteln, hätte die Beklagte darlegen müssen, welche Gebühren sie den 

betroffenen Kunden bis Ende November 2020 hätte belasten können, wenn der 

Kläger sie nicht gemäss beklagtischer Behauptung im Juni bzw. Juli 2020 abge-

worben hätte. In der Vermögensverwaltung ist es üblich, den Kunden Gebühren 

zu belasten, die von der Höhe des verwalteten Vermögens abhängen. Aus den 

eingereichten Urkunden ist ersichtlich, dass dies auch bei der Beklagten der Fall 

war, wobei der Prozentsatz offenbar proportional zur Höhe des verwalteten Ver-

mögens abnimmt (act. 14/14; vgl. auch act. 14/9 f. sowie act. 30/37 ff.). Statt auf 

die Zahlen des zweiten Quartals 2020 abzustellen, welche für die Berechnung ei-

nes Schadens per Ende November 2020 offensichtlich nicht massgeblich sind, 

hätte die Beklagte konkret darlegen müssen, wie hoch die verwalteten Vermögen 

der einzelnen Kunden per Ende November 2020 gewesen wären, wenn das schä-

digende Ereignis, sprich die behaupteten Abwerbehandlungen des Klägers wäh-

rend des laufenden Arbeitsverhältnisses, nicht passiert wäre. Basierend auf die-

sen Vermögensständen hätte die Beklagte für jeden Kunden – je nach vertragli-

cher Vereinbarung mit den Kunden – die Gebühren berechnen können, die sie 

per Ende November 2020 den Kunden hätte belasten können. Von dieser hypo-

thetischen Gebührensumme per Ende November 2020 wäre das effektiv per No-

vember 2020 belastete Gebührentotal, also der Betrag Null, abzuziehen. Zu be-

rücksichtigen wären sodann etwaige Aufwendungen, welche der Beklagten im 

Falle der Weiterbetreuung der betroffenen Kunden bis zum November 2020 ent-

standen wären, wozu namentlich Anteile zugunsten der statt dem Kläger mit der 

Kundenbetreuung betrauten Vermögensverwalter zählen dürften (vgl. hierzu auch 

- 36 -

Ziff. IV.3.4.). Der verbleibende Betrag wäre der Schaden. Eine solche Schadens-

berechnung wäre zwar aufwändig, aber möglich, da Aktien- und Wechselkurse 

bekannt sind und – angesichts der in den Vermögensverwaltungsverträgen fest-

gelegten Anlageprofile (act. 14/9 f.; act. 30/37 ff.) – davon hätte ausgegangen 

werden können, dass bis Ende November 2020 dieselbe Anlagestrategie weiter-

verfolgt worden wäre. Das Bundesgericht spricht in diesem Zusammenhang von 

einer Vergleichshypothese. An einer solchen führt vorliegend kein Weg vorbei.

3.3. Die Schadensberechnung der Beklagten ist ferner auch dahingehend nicht 

überzeugend, als nicht schlüssig nachvollziehbar ist, weshalb die Beklagte den 

Schaden per Ende November 2020 berechnet. Gemäss eigenen Ausführungen 

der Beklagten hätte der Kläger die Kunden frühestens am 1. August 2020 abwer-

ben dürfen (act. 11 Rz. 52; act. 28 Rz. 52 ff.). Vor diesem Hintergrund ist nicht 

einzusehen, weshalb der Kläger für die vom 1. August 2020 bis zum 30. Novem-

ber 2020 hypothetisch erzielbaren Gebühren ersatzpflichtig sein soll. Die Beklagte 

behauptet diesbezüglich, der Kläger hätte mindestens vier Monate gebraucht, um 

die Abwerbung vorzubereiten und durchzuführen. Da er frühestens am 1. August 

2020 damit hätte aktiv werden dürfen, werde der Schaden per Ende November 

2020 geltend gemacht (act. 11 Rz. 52). Der Kläger bestreitet die behaupteten vier 

Monate, indem er geltend macht, dass die Mandatsverhältnisse auf jeden Fall in 

den ersten Tagen des Monats August 2020 geendet hätten, wenn er alle Kunden 

am 1. August 2020 angerufen und ihnen Kündigungsformulare geschickt hätte 

(act. 22 Rz. 62). Duplicando hält die Beklagte – unter Hinweis darauf, dass dem 

Kläger die Abwerbung von 30 Kunden nicht in den ersten Tagen des Monats Au-

gust 2020 möglich gewesen wäre – im Wesentlichen an den Behauptungen ge-

mäss Klageantwort fest, ohne weitere Beweismittel zu nennen (act. 28 Rz. 71). 

Mit der Befragung der Kunden als Zeugen sowie der Parteibefragung von 

C._____ bzw. dessen Beweisaussage hat die Beklagte denn auch keine taugli-

chen Beweismittel offeriert, um nachzuweisen, dass der Kläger mindestens vier 

Monate für die Abwerbung gebraucht hätte. 

3.4. Schliesslich zieht die Beklagte in ihrer Schadensberechnung bis Ende No-

vember 2020 monatliche Entschädigungen an den Kläger bzw. insbesondere An-

- 37 -

teile zugunsten von dessen Profitcenter ab (act. 11 Rz. 51), was insofern keinen 

Sinn macht, als eine Nichtvornahme von Abwerbehandlungen durch den Kläger 

während seines Arbeitsverhältnisses bzw. laufender Kündigungsfrist nicht zwin-

gend damit einher geht, dass der Kläger bis Ende November 2020 weiter bei der 

Beklagten beschäftigt ist. Die Beklagte hätte vielmehr denjenigen (Lohn-)Aufwand 

vom errechneten Gebührentotal in Abzug bringen müssen, welcher ihr durch die 

nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Kläger per 31. Juli 2020 statt-

dessen damit beauftragten Mitarbeitenden zur Betreuung der betroffenen Kunden 

hypothetisch angefallen wäre. Auch aus diesem Grund erscheint die Schadensbe-

rechnung der Beklagten nicht überzeugend." 

Die von der Beklagten geltend gemachte Verrechnungsforderung wurde so-

mit zufolge mangelnder Substantiierung des Schadens abgewiesen. Die 

Vorinstanz ging deshalb auf die Frage einer allfälligen Treuepflichtverletzung des 

Kläger nicht näher ein, sondern liess diese offen (Urk. 93 S. 38).

c) Die Beklagte rügte die Argumentation der Vorinstanz, wonach nicht 

schlüssig nachvollziehbar sei, weshalb sie den Schaden per Ende November 

2020 berechne. Sie habe im vorinstanzlichen Verfahren dargetan (Urk. 28 Rz. 71; 

Urk. 11 Rz. 52), dass der Beklagte mindestens vier Monate benötigt hätte, um die 

Abwerbung aller 30 Kunden vorzubereiten und durchzuführen. Namentlich in der 

Duplik habe sie auf den Umstand hingewiesen, wonach der Kläger die Kunden in 

das Portfolio seiner neuen Arbeitgeberin überführt habe, mithin selbst zuerst ein 

neues Vertragsverhältnis mit dieser habe begründen müssen. Da es sich um aus-

ländische Kunden gehandelt habe und die Widerrufe innerhalb kurzer Zeit erfolgt 

seien, hätte dies eine gewisse Vorbereitungszeit erfordert (Urk. 92 Rz. 50). 

Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Wie die Vorinstanz zutreffend 

ausführte, ist nicht schlüssig nachvollziehbar, weshalb die Beklagte den Schaden 

per Ende November 2020 berechnete. Es ist unerfindlich, wie die Beklagte auf 

eine Zeitspanne von vier Monaten kommt, in welcher Zeit sie noch für alle 30 vom 

Kläger angeblich abgeworbenen Kunden einen Anspruch auf die Erhebung von 

Gebühren hätte haben sollen. Die Beklagte hatte stets behauptet, was soweit er-

sichtlich vom Kläger nicht bestritten wurde, dass der Kläger am 1. August 2020 

- 38 -

eine neue Arbeitsstelle bei der S._____ AG angetreten habe (Urk. 11 Rz. 39, 45, 

54, 55; Urk. 28 Rz. 52). Die Beklagte unterliess es substantiiert darzulegen, wes-

halb es - wenn der Kläger unmittelbar mit seinem Stellenantritt begonnen hätte, 

Kunden abzuwerben - im heutigen elektronischen Zeitalter, in welchem Vertrags-

verhältnisse innert kürzester Zeit z.B. mit einem Mausklick beendet und eingegan-

gen werden können, Monate gedauert hätte, eine Anzahl von 30 Kunden abzu-

werben und allenfalls bei der neuen Arbeitgeberin des Klägers einzubringen. Es 

wurde von der Beklagten nicht geltend gemacht, dass vertragliche Fristen bestan-

den hätten, welche eine sofortige Beendigung der betreffenden Vertragsverhält-

nisse verunmöglicht hätten. In der Regel dürfte es sich dabei um Auftragsverhält-

nisse handeln, welche jederzeit gekündigt werden können (Art. 404 Abs. 1 OR). 

Die Beklagte brachte denn auch selbst vor, dass im Juni und Juli 2020 Kunden 

das Vermögensverwaltungsverhältnis mit ihr mit sofortiger Wirkung aufgelöst hät-

ten (Urk. 11 Rz. 51) und machte nicht geltend, dass dies vertragswidrig gewesen 

sei. Offenbar handelte es sich dabei um die 30 Kunden, welche die Beklagte als 

Zeugen offerierte (Urk. 11 Rz. 52). Der Kläger bezeichnete eine Planungs- und 

Durchführungsdauer von vier Monaten für ein solches Vorhaben als weltfremd 

und bestritt sie. In der heutigen Zeit sei es völlig irrelevant, wenn Kunden im Aus-

land lebten (Urk. 22 Rz. 64). Da die von der Beklagten genannte Zeitspanne in 

keiner Weise auf der Hand liegt, hätte die Beklagte näher darlegen bzw. substan-

tiieren müssen, wie sie die Dauer von vier Monaten berechnete bzw. welche allfäl-

lig vorzunehmenden Handlungen so lange hätten dauern können. Auch fehlen 

jegliche Angaben dazu, weshalb diese behauptete Zeitspanne bei allen 30 Kun-

den genau gleich lang gewesen wäre. Da mit dem Kläger kein Abwerbeverbot 

vereinbart worden war, wäre auch nicht plausibel, dass er allfällige Abwerbungen 

nicht unmittelbar nach Stellenantritt vorgenommen hätte. Die von der Beklagten in 

diesem Zusammenhang vorgebrachten Argumente sind deshalb insgesamt zu 

wenig substantiiert. Die Annahme von vier Monaten erscheint willkürlich gewählt. 

Eine mangelnde Substantiierung kann nicht mittels eines Beweisverfahrens bzw. 

Erkenntnissen aus dem Beweisverfahren behoben werden. Das Beweisverfahren 

dient nicht dazu, fehlende Behauptungen zu ersetzen oder zu ergänzen, sondern 

setzt solche vielmehr voraus (BGE 144 III 67 E. 2.1. S. 68 f.; BGer 4A_255/2022 

- 39 -

vom 16. September 2022, E. 4.3.2.; BGer 4A_392/2021 vom 10. Februar 2022, 

E. 10.4.1. [je m.w.Hinw.]). Im Übrigen erscheint auch nicht plausibel, inwiefern die 

angerufenen Zeugen überhaupt etwas zu der behaupteten Dauer von vier Mona-

ten bzw. der Schadensberechnung aussagen könnten. Auch hiezu hat die Be-

klagte keine Angaben gemacht. Zudem hat es die Beklagte auch unterlassen 

(Urk. 92 Rz. 51), darauf hinzuweisen, wo genau sie diese Zeugen als Beweismit-

tel in den vorinstanzlichen Akten bezeichnete, was jedoch für eine genügende Be-

gründung im Berufungsverfahren Voraussetzung wäre. Zusammenfassend ist 

festzuhalten, dass die Beklagte nicht substantiiert darlegen konnte, weshalb ihr 

während vier Monaten ein Gewinn in der geltend gemachten Höhe entgangen sei. 

Die Zeitdauer von vier Monaten stellt jedoch ein wichtiges Element zur Substanti-

ierung des behaupteten Schadens dar. Indem dieser Parameter nicht feststeht, 

fehlt ein wesentlicher Bestandteil zur Bezifferung des Schadens. Die Beklagte 

machte auch nicht geltend, dass der Schaden (eventualiter) allenfalls für eine kür-

zere Dauer als vier Monate zuzusprechen sei. Zusammenfassend ist festzuhalten, 

dass deshalb bereits aus diesem Grund das Fundament für die Zusprechung von 

Schadenersatz fehlt.

d) Was die konkrete Bezifferung der Höhe des monatlich geforderten Scha-

denersatzes anbelangt, kritisierte die Beklagte, dass die von der Vorinstanz ver-

langten Kriterien zu Berechnung des Schadens von ihr gar nicht hätten erfüllt wer-

den können. Sie habe die hypothetische Gebührensumme per Ende November 

2020 schlicht nicht berechnen können, sondern einzig eine Schätzung unter Be-

rücksichtigung der im zweiten Quartal 2020 mit allen Kunden erzielten Gebühren 

vornehmen können (Urk. 92 Rz. 45). Diese Behauptung ist - soweit ersichtlich - 

neu und daher verspätet vorgebracht. 

Grundsätzlich erscheint es zwar plausibel, dass die Beklagte mangels Vor-

liegens der erforderlichen Kennzahlen erhebliche Schwierigkeiten hatte, den be-

haupteten Schadenersatzanspruch zu beziffern bzw. dies nicht möglich war. Da-

für sieht das Gesetz jedoch in Art. 42 Abs. 2 OR die Möglichkeit vor, den Schaden 

nach Ermessen des Richters mit Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge 

und auf die vom Geschädigten getroffenen Massnahmen abzuschätzen. Das Ge-

- 40 -

richt wendet diese Bestimmung jedoch nicht von Amtes wegen an, sondern nur 

auf Antrag einer Partei. Der Beweisbelastete hat glaubhaft zu machen, dass die 

Voraussetzungen für eine Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR gegeben sind (BSK 

OR I-Kessler, Art. 42 N 10 ff.). Dies hat die Beklagte unterlassen. Da offensicht-

lich ist, dass eine Berechnung der Gebührensumme nicht möglich ist und eine 

Schätzung durch die Vorinstanz mangels Antrages nicht erfolgen konnte, fehlt es 

auch an einer genügenden Schätzung bzw. Bezifferung des Schadens in diesem 

Sinne.

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 93 S. 38), kann unter diesen 

Umständen die Frage, ob der Kläger die Kunden unrechtmässig in Verletzung sei-

ner Treuepflicht abgeworben habe, offengelassen werden.

e) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Schadenersatzforderung der 

Beklagten nicht ausgewiesen ist.

6.a) Die Vorinstanz hielt fest, dass im Grundsatz unbestritten sei, dass die 

Beklagte das Arbeitsverhältnis mit dem Kläger per E-Mail vom 26. Mai 2020, 

15.50 Uhr, (Urk. 32) gekündigt habe (Urk. 93 S. 41). Ebenfalls unbestritten sei, 

dass der Kläger seinerseits gleichentags am 26. Mai 2020 um 16.23 Uhr sein 

Kündigungsschreiben (Urk. 14/13) der Post übergeben habe. Die Vorinstanz er-

wog, dass die Kündigung der Beklagten trotz mangelnder Schriftlichkeit gültig und 

damit für die Kündigung des vorliegend zu beurteilenden Arbeitsverhältnisses 

massgeblich sei. Die Geltendmachung einer missbräuchlichen Kündigung durch 

den Kläger scheitere demzufolge nicht bereits daran, dass keine Arbeitgeberkün-

digung vorliege (Urk. 93 S. 41). Dies wurde von den Parteien im Berufungsverfah-

ren nicht gerügt (Urk. 92 Rz. 58 ff.; Urk. 100 Rz. 31 ff.). In der Folge ist von einer 

gültigen Arbeitgeberkündigung auszugehen. Die Arbeitnehmerkündigung wurde 

nicht thematisiert und ist somit unbestritten.

b) Die Vorinstanz hielt dafür, dass der Kläger die Einsprachefrist gemäss 

Art. 336b OR eingehalten und sein Schreiben (Urk. 5/33) auch klar als solche be-

zeichnet habe (Urk. 93 S. 46). Dies wurde von der Beklagten nicht in Frage ge-

stellt; von diesem Sachverhalt ist im Folgenden auszugehen.

- 41 -

aa) Vor Vorinstanz hatte die Beklagte vorgebracht, dass die Geltendma-

chung einer missbräuchlichen Kündigung durch den Kläger deshalb nicht zu 

schützen sei, weil auch er selbst das Arbeitsverhältnis am 26. Mai 2020 habe kün-

digen wollen und entsprechend an einer Fortsetzung gar nicht interessiert gewe-

sen sei. Der Kläger habe am 26. Mai 2020 - also am selben Tag wie die Beklagte 

- sein eigenes Kündigungsschreiben der Post übergeben (Urk. 14/13). Der Sen-

dungsverfolgung sei zu entnehmen, dass dies um 16:23 Uhr, also rund eine halbe 

Stunde, nachdem dem Kläger die Kündigung der Beklagten (per E-Mail 15:50 

Uhr; Urk. 5/32) zugegangen sei, geschehen sei. Damit habe der Kläger das Ar-

beitsverhältnis offensichtlich selbst gekündigt, bevor er überhaupt Kenntnis von 

der Kündigung der Beklagten gehabt habe. An einer Bereinigung allfälliger Diffe-

renzen und einer Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses - was Sinn und Zweck der 

arbeitsrechtlichen Einsprache darstelle - sei der Kläger um Zeitpunkt der Kündi-

gung demnach gar nie interessiert gewesen. Vor diesem Hintergrund verdiene die 

am 28. Mai 2020 gegen die Kündigung der Beklagten gleichwohl erhobene Ein-

sprache keinen Rechtsschutz (Urk. 11 Rz. 35).

bb) Der Kläger machte geltend, dass es im Vorfeld der Kündigungen zu di-

versen Unstimmigkeiten zwischen den Parteien gekommen sei, insbesondere be-

züglich der Lohnabrechnungen, mit welchen er nicht einverstanden gewesen sei 

(Urk. 1 Rz. 40 ff.). Da ihm diese Auseinandersetzungen mit der Beklagten zuneh-

mend zu schaffen gemacht hätten, sei er zur Überzeugung gelangt, dass er aus 

dem Arbeitsplatzkonflikt ausbrechen müsse. Er habe am 26. Mai 2020 ein Kündi-

gungsschreiben verfasst und sei zum Geschäftsführer der Beklagten gegangen; 

er habe diesem eröffnet, dass er gedenke zu kündigen. Der Geschäftsführer habe 

mit allen Mitteln versucht, ihn von diesem Schritt abzuhalten. Er habe gemeint, er 

wolle die Sache nochmals überschlafen und sei nach Hause gegangen. Dort habe 

er gesehen, dass der Geschäftsführer um 15:50 Uhr, wenige Stunden nach dem 

Gespräch, mittels E-Mail per Ende Juli 2020 die ordentliche Kündigung ausge-

sprochen habe. Ihm sei darin u.a. unprofessionelles und inkompetentes Verhalten 

vorgeworfen worden. Gegen die Kündigung habe er Einsprache erheben lassen 

(Urk. 1 Rz. 47). Dass der Kläger selbst gleichentags um 16:23 Uhr ein Kündi-

gungsschreiben der Post übergeben hatte, brachte er in der Klagebegründung 

- 42 -

nicht vor. In der vorinstanzlichen Replik erklärte er dann, dass er noch auf dem 

Heimweg die ihm per E-Mail zugegangene Kündigung der Beklagten gelesen 

habe. Sicherheitshalber habe er seine eigene Kündigung auch noch postalisch 

aufgegeben. Der Versand der eigenen Kündigung ändere nichts an der Tatsache, 

dass die durch die Beklagte ausgesprochene Kündigung missbräuchlich gewesen 

sei (Urk. 22 Rz. 37). Zu bemerken ist noch, das die vorinstanzliche Annahme, wo-

nach der Kläger im Rahmen einer sehr emotionalen Stimmung quasi im Sinne ei-

ner Kurzschlusshandlung die Kündigung abgeschickt habe (Urk. 93 S. 47), in den 

Akten keine Stütze findet. Der Kläger brachte keine derartigen Behauptungen vor. 

Er machte auch nie geltend, dass er bereit gewesen wäre, seine Kündigung zu-

rückzuziehen. 

Die Beklagte führte dazu aus, dass die Behauptung, wonach der Geschäfts-

führer den Kläger angefleht haben solle, nicht zu kündigen, grotesk erscheine, 

wenn man sich all die dokumentierten Verfehlungen des Klägers vor Augen halte. 

Die Behauptung, wonach der Kläger auf dem Heimweg die E-Mail mit der ausge-

sprochenen Kündigung gelesen haben solle und dann sicherheitshalber seine ei-

gene Kündigung postalisch aufgegeben habe, überzeuge nicht. Nach dem Zu-

gang der Kündigung der Beklagten habe die Kündigung des Klägers keinerlei Wir-

kung mehr gehabt. Viel naheliegender sei daher, dass der Kläger - nach dem Ge-

spräch mit der Beklagten und ohne Kenntnis der erfolgten Kündigung durch die 

Beklagte - auf dem Heimweg den Entschluss gefasst habe, doch noch selber zu 

kündigen, weshalb er umgehend zur Poststelle seines Wohnorts gegangen sei 

(Urk. 28 Rz. 46).

cc) Aufgrund der oben wiedergegebenen Angaben des Klägers ist eher da-

von auszugehen, dass er schon vor dem Treffen mit dem Geschäftsführer der Be-

klagten am 26. Mai 2020 ein Kündigungsschreiben verfasst und den Entschluss 

gefasst hatte, das Arbeitsverhältnis zu kündigen. Gemäss den Vorbringen des 

Klägers ist auch anzunehmen, dass er dies dem Geschäftsführer anlässlich des 

gleichentags stattgefundenen Gesprächs so mitgeteilt hatte. Ob der Kläger seine 

eigene Kündigung in der Folge in Kenntnis der Kündigung der Beklagten der Post 

übergab - wie der Kläger behauptet - oder ohne solche - wie die Beklagte vermu-

- 43 -

tet -, ist unerheblich und kann offen gelassen werden. Fest steht, dass der Kläger 

gleichentags wie die Beklagte, in einem Zeitabstand von lediglich rund einer hal-

ben Stunde, seinen Willen bekundete, das Arbeitsverhältnis zu kündigen, indem 

er das schon vorbereitete Kündigungsschreiben abschickte. Der Kläger machte 

ausdrücklich geltend, dass er sein Kündigungsschreiben sicherheitshalber noch 

der Post übergeben habe. Diese Formulierung kann nur dahingehend interpretiert 

werden, dass der Kläger den unbedingten Willen hatte, das Arbeitsverhältnis auf 

jeden Fall zu beendigen, unabhängig vom Verhalten der Beklagten. Dass dieses 

Schreiben von der Beklagten in Empfang genommen wurde, wurde nicht bestrit-

ten. Die Parteien machten jedoch keine Angaben darüber, wann dieses Kündi-

gungsschreiben der Beklagten zuging. In der Regel dürfte dies jedoch am nächs-

ten Werktag, also Mittwoch, den 27. Mai 2020, der Fall gewesen sein. Es wurde 

auch nicht geltend gemacht, dass die Kündigung des Klägers nicht rechtsgültig 

erfolgt sei, weshalb auch klägerischerseits von einer gültigen Kündigung auszuge-

hen ist.

c) Zum Einwand der Beklagten, wonach der Kläger unter diesen Umständen 

an der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr interessiert gewesen sei, 

erwog die Vorinstanz, dass es zwar in der Tat Sinn und Zweck von Art. 336b 

Abs. 1 OR sei, den Parteien Anlass zu geben, ihre Differenzen zu bereinigen und 

das Anstellungsverhältnis fortzusetzen. Ein auf das Kündigungsschreiben des 

Klägers vom 26. Mai 2020 gestütztes Abstellen auf ein fehlendes Interesse des-

selben an einem Einigungsversuch und damit die Abweisung der Klage betreffend 

missbräuchliche Kündigung wegen dieser formellen Überlegungen erscheine 

nicht gerechtfertigt. Dies deswegen, weil der Kläger ausführe, die gehässige Art 

und Weise, wie er sich von der Beklagten habe behandeln lassen müssen, hätte 

ihn zur Überzeugung gebracht, dass er aus dem Arbeitsplatzkonflikt ausbrechen 

müsse. Er mache damit zumindest sinngemäss geltend, dass er sich gerade auf-

grund derjenigen Umstände, welche er nun zur Missbräuchlichkeit vorbringe, zu 

seiner eigenen Kündigung veranlasst gesehen habe. Aufgrund des konfliktträchti-

gen Gesprächsinhalts am 26. Mai 2020 zwischen dem Kläger und dem Ge-

schäftsführer der Beklagten könne von einer emotional stark aufgeladenen Situa-

tion ausgegangen werden. Dem Kläger nun die Geltendmachung der Missbräuch-

- 44 -

lichkeit zu verwehren, weil er nach der unbestrittenermassen vorrangig ergange-

nen Kündigung der Beklagten gleichentags selbst eine schriftliche Kündigung an 

die Beklagte geschickt habe, sei nicht sachgerecht. Im Übrigen sehe das Gesetz 

nicht vor, dass ein gekündigter Arbeitnehmer während der gesamten Kündigungs-

frist eine Einigungsbereitschaft betreffend Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses 

im Sinne von Art. 336b Abs. 1 OR an den Tag legen müsste. Die formellen Vor-

aussetzungen für die Geltendmachung der Missbräuchlichkeit seien erfüllt 

(Urk. 93 S. 46 f.).

Die Beklagte kritisierte diese Argumentation der Vorinstanz. Mit seiner eige-

nen Kündigung habe der Kläger geradezu jegliche Grundlage für einen Einigungs-

versuch und eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisse entzogen (Urk. 92 Rz. 60). 

Es wäre nach Auffassung der Beklagten stossend, wenn der Kläger, welcher das 

Arbeitsverhältnis selbst habe kündigen wollen und dies auch getan habe, sich 

nachträglich auf den Missbrauchstatbestand berufen könnte. Selbst wenn der Be-

klagten mit der Einsprache vom 28. Mai 2020 die Möglichkeit gewährt worden 

wäre, ihre Kündigung zurückzuziehen und sie dies in der Folge auch getan hätte, 

wäre das Arbeitsverhältnis zufolge Kündigung durch den Kläger gültig beendet 

worden (Urk. 92 Rz. 61). Weiter habe der Kläger auch erstmals im vorinstanzli-

chen Verfahren behaupten lassen, dass die gehässige Art und Weise, wie er sich 

angeblich durch die Beklagte habe behan