# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99b3f2ea-9d3f-5bcb-96eb-17de5b3ee967
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-14
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 14.12.2023 ZK1 2023 98
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-98_2023-12-14.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Entscheid vom 14. Dezember 2023

Referenz ZK1 23 94/98

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Aebli, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Guetg, Aktuar

Parteien A._____
Berufungskläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Pius Fryberg
Quaderstrasse 8, Postfach 250, 7001 Chur 

gegen

B._____
Berufungsbeklagte
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Lorenz Raschein
c/o Mengiardi Fey & Partner, Hartbertstrasse 1, Postfach 434, 
7001 Chur 

Gegenstand Eheschutz

Anfechtungsobj. Entscheid Regionalgericht Plessur, Einzelrichter, vom 06.06.2023, 
mitgeteilt am 28.07.2023 (Proz. Nr. 135-2022-499)

Entscheid Regionalgericht Plessur, Einzelrichter, vom 18.07.2023, 
mitgeteilt am 21.07.2023 (Proz. Nr. 135-2023-436)

Mitteilung 14. Dezember 2023

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Sachverhalt

A. A._____ und B._____ haben am _____ geheiratet. Aus der Ehe ist das 
Kind C._____, geboren am _____, hervorgegangen.

B. Am 12. Juli 2022 reichte A._____ beim Regionalgericht Plessur ein Gesuch 
um Erlass eheschutzrechtlicher Massnahmen ein.

C. Mit Eheschutzentscheid vom 6. Juni 2023, schriftlich begründet mitgeteilt 
am 28. Juli 2023 (Proz. Nr. 135-2022-499), erkannte das Regionalgericht Plessur 
was folgt: 

1. A._____ und B._____ werden für berechtigt erklärt, getrennt vonein-
ander zu leben. Von der übereinstimmenden Erklärung von A._____ 
und B._____, dass sie ab 28.06.2022 getrennt voneinander leben, wird 
Vormerk genommen. 

2. Die eheliche Wohnung an der D._____ in E._____ wird ab dem 
01.05.2023 für die Dauer des Getrenntlebens A._____ zugeteilt.

3. Die elterliche Obhut über C._____, geboren am _____, wird für die 
Dauer des Getrenntlebens B._____ übertragen. 

4. A._____ ist berechtigt, seinen Sohn C._____ jeweils montags bis frei-
tags, von 17.00 Uhr – 21.00 Uhr sowie jedes erste und dritte Wochen-
ende im Monat von Freitag, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu sich 
auf Besuch zu nehmen und ihn für 4 Wochen pro Jahr zu sich oder mit 
sich in die Ferien zu nehmen.

5. A._____ wird verpflichtet, an den Unterhalt von C._____:

a) für die Monate März und April 2023 monatlich je CHF 2'101.00 
(Barunterhalt CHF 702.00, Betreuungsanteil CHF 1'024.00, Über-
schussanteil CHF 375.00);

b) für die Monate Mai und Juni 2023 monatlich je CHF 1'402.00 (Bar-
unterhalt CHF 569.00; Betreuungsanteil CHF 758.00, Überschus-
santeil CHF 75.00);

c) ab Juli 2023 für die Dauer des Getrenntlebens monatlich insge-
samt CHF 2'015.00 (Barunterhalt CHF 569.00, Betreuungsanteil 
CHF 758.00, Überschussanteil CHF 688.00);

d) jeweils zuzüglich allfällig vertraglich geregelter und gesetzlicher 
Kinder- und Ausbildungszulagen, zu bezahlen. Die Unterhaltsbei-
träge sind monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden 
Monats an B._____ zu bezahlen. 

e) [Indexklausel]

6. Zwischen A._____ und B._____ wird per 01.07.2022 die Gütertren-
nung angeordnet. 

7. Im Übrigen gelten die Regelungen gemäss dem Entscheid des Regio-
nalgerichts Plessur vom 11.08.2022 (vgl. Bst. G der Erwägungen; Bei-
standschaft).

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8. a) Die Gerichtskosten betragen CHF 7'051.00. Sie gehen je hälftig zu 
Lasten von A._____ und von B._____.

b) Jede Partei trägt ihre Parteikosten selber.

c) Die A._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 3'525.50 und die 
Kosten seiner unentgeltlichen Rechtsvertretung, Rechtsanwalt lic. 
iur. et oec. Pius Fryberg, von CHF 1'774.90 (inkl. Barauslagen und 
MwSt.) gehen unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu Lasten des 
Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genom-
men.

d) Die B._____ auferlegten Gerichtskosten von CHF 3'525.50 und die 
Kosten ihrer unentgeltlichen Rechtsvertretung, Rechtsanwalt 
MLaw Lorenz Raschein, von CHF 1'164.80 (inkl. Barauslagen und 
MwSt.) gehen unter Vorbehalt von Art. 123 ZPO zu Lasten des 
Kantons Graubünden und werden auf die Gerichtskasse genom-
men.

9. a) [Rechtsmittelbelehrung Hauptentscheid]

b) [Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid]

c) [Hinweis Fristberechnung] 

10. [Mitteilung]

D. Mit Entscheid vom 18. Juli 2023, mitgeteilt am 21. Juli 2023 (Proz. Nr. 135-
2023-436), hiess das Regionalgericht Plessur ein Gesuch von B._____ um 
Schuldneranweisung gut und wies die Arbeitgeberin von A._____ an, von dessen 
Lohn für die Lohnauszahlung Juli 2023 und sodann monatlich CHF 2'015.00 zzgl. 
Kinder-/Ausbildungszulagen für die Dauer des Getrenntlebens zuhanden von 
B._____ zu überweisen.

E. A._____ (fortan: Berufungskläger) erhob gegen den Schuldneranweisungs-
entscheid mit Eingabe vom 27. Juli 2023 Berufung an das Kantonsgericht von 
Graubünden (ZK1 23 94). Darin beantragte er, der angefochtene Entscheid sei 
aufzuheben und der Berufung die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Mit Verfü-
gung vom 18. August 2023 wurde das Gesuch um aufschiebende Wirkung abge-
wiesen.

F. Gegen den Eheschutzentscheid erhob der Berufungskläger mit Eingabe 
vom 9. August 2023 ebenfalls Berufung (ZK1 23 98) mit dem Antrag, die Zuwei-
sung der ehelichen Wohnung (Dispositivziffer 2) und die Unterhaltsregelung (Dis-
positivziffer 5) seien aufzuheben; für die Zeit von März bis September 2023 sei 
kein Unterhalt geschuldet und ab Oktober 2023 sei der Unterhaltsbeitrag auf ma-
ximal CHF 1'000.00 monatlich (zzgl. Kinderzulagen) festzulegen.

G. Mit Noveneingabe vom 15. August 2023 reichte der Berufungskläger im 
Verfahren ZK1 23 98 ein ärztliches Zeugnis vom 8. August 2023 ein. 

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H. Trotz entsprechender Aufforderung liess sich B._____ (fortan: Berufungs-
beklagte) in beiden Verfahren (ZK1 23 94 und ZK1 23 98) nicht vernehmen. 

I. Mit heutigen Verfügungen der Vorsitzenden der I. Zivilkammer wurden die 
Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege des Berufungsklägers für die Verfahren 
ZK1 23 94 und ZK1 23 98 bewilligt (ZK1 23 96 und ZK1 23 99). 

Erwägungen

1. Prozessuales

1.1. Die Berufungen richten sich jeweils gegen einen erstinstanzlichen Ent-
scheid über den Erlass von Eheschutzmassnahmen, da auch die Schuldneran-
weisung gemäss Art. 177 ZGB als Eheschutzmassnahme angeordnet werden 
kann. Der erforderliche Streitwert ist erreicht. Die Berufungen sind damit ohne 
Weiteres zulässig (Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZPO). Sie wurden form- und fristge-
recht beim Kantonsgericht von Graubünden erhoben (Art. 311 i.V.m. Art. 314 Abs. 
1 ZPO; Art. 7 Abs. 1 EGzZPO [BR 320.100]). Zu bemerken ist, dass der Ehemann 
in seiner Berufung betreffend Schuldneranweisung (ZK1 23 94) zwar die blosse 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids beantragt. Es fehlt mithin an einem re-
formatorischen Rechtsbegehren. Aus der Berufungsbegründung, die für die Aus-
legung des Berufungsantrages beizuziehen ist (vgl. BGE 137 III 617 E. 4.2.2), wird 
jedoch hinreichend klar, dass er mit seiner Berufung eine Abweisung des Begeh-
rens um Schuldneranweisung unter Kostenfolge zulasten der Ehefrau anstrebt.

1.2. Auf die Berufungen ist – unter dem Vorbehalt einer rechtsgenügenden Be-
gründung und des Vorliegens einer Beschwer – einzutreten. Deren Beurteilung 
fällt in die Zuständigkeit der erkennenden Kammer (Art. 6 Abs. 1 lit. a KGV [BR 
173.100]).

1.3. Den Berufungsverfahren ZK1 23 94 und ZK1 23 98 liegt ein ähnlicher 
Sachverhalt zugrunde und es sind identische Parteien daran beteiligt. Aufgrund 
des engen Konnexes der beiden Verfahren erscheint deren Vereinigung geboten 
(vgl. Art. 125 lit. c ZPO). Da eine Schuldneranweisung nur in der Höhe des im Un-
terhaltstitel festgesetzten Betrags erteilt werden kann, drängt sich vorliegend ein 
gleichzeitiger Entscheid über beides auf. Es gilt nachfolgend, zuerst die Berufung 
gegen den Eheschutzentscheid, auf welchem die Schuldneranweisung beruht, 
materiell zu prüfen.

1.4. Sind in familienrechtlichen Angelegenheiten Kinderbelange strittig, so er-
forscht das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen (uneingeschränkte Unter-

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suchungsmaxime; Art. 296 Abs. 1 ZPO) und entscheidet ohne Bindung an die Par-
teianträge (Offizialmaxime; Art. 296 Abs. 3 ZPO). Die Untersuchungs- und die Of-
fizialmaxime gelangen in allen Verfahrensstadien und vor allen kantonalen Instan-
zen, mithin auch im kantonalen Rechtsmittelverfahren, zur Anwendung (BGE 137 
III 617 E. 4.5.2).

1.5. Das Novenrecht richtet sich im Berufungsverfahren grundsätzlich nach 
Art. 317 Abs. 1 ZPO. Neue Tatsachen und Beweismittel werden nur noch berück-
sichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt 
nicht schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten. In Verfahren betref-
fend Kinderbelange wird dieses Novenregime jedoch durch die uneingeschränkte 
Untersuchungsmaxime (vgl. soeben E. 2.3) durchbrochen mit der Folge, dass 
neue Tatsachen und Beweisanträge im Berufungsverfahren selbst dann zuzulas-
sen sind, wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind 
(BGE 147 III 301 E. 2.2; 144 III 349 E. 4.2.1 = Pra 2019 Nr. 88 m.w.H.). Die durch 
den Berufungskläger neu eingereichten Beweismittel erweisen sich demnach als 
zulässig.

1.6. Nach Art. 311 Abs. 1 ZPO ist die Berufung zu begründen. Aus der Begrün-
dung muss hervorgehen, welche Punkte des erstinstanzlichen Entscheids ange-
fochten werden, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen 
Punkten unrichtig sein soll und wie stattdessen zu entscheiden ist. Der blosse 
Verweis auf bereits vor erster Instanz erhobene Rügen oder auf die Vorakten 
ebenso wie allgemeine Kritik am erstinstanzlichen Entscheid genügen diesen An-
forderungen nicht und führen zu Nichteintreten (BGE 138 III 374 E. 4.3.1 = Pra 
2013 Nr. 4; Peter Reetz/Stefanie Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-
berger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. 
Aufl., Zürich 2016, N 36 ff. zu Art. 311 ZPO). Die Begründungsobliegenheit ist 
auch dann zu beachten, wenn wie vorliegend die Untersuchungsmaxime zur An-
wendung gelangt (BGE 141 III 569 E. 2.3.3 = Pra 2016 Nr. 99; vgl. BGer 
5A_800/2019 v. 9.2.2021 E. 5.1). Ob diese Anforderungen im Einzelnen erfüllt 
sind, ist im jeweiligen Sachzusammenhang zu prüfen.

1.7. Was das Beweismass anbelangt, so genügt im Eheschutzverfahren hin-
sichtlich der behaupteten Tatsachen das blosse Glaubhaftmachen. Es braucht 
somit nicht die volle Überzeugung des Gerichts vom Vorhandensein einer Tatsa-
che herbeigeführt zu werden, sondern es genügt, wenn eine gewisse Wahrschein-
lichkeit dafür spricht, auch wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, 
dass sie sich nicht verwirklicht haben könnte. Das Gericht darf demnach weder 

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blosse Behauptungen genügen lassen noch einen strikten Beweis verlangen 
(vgl. BGer 5A_1003/2014 v. 26.5.2015 E. 3; BGE 140 III 610 E. 4.1).

2. Eheliche Wohnung

2.1. Der Berufungskläger verlangt die Aufhebung von Dispositivziffer 2 des an-
gefochtenen Entscheids, wonach ihm die eheliche Wohnung an der D._____ in 
E._____ ab 1. Mai 2023 für die weitere Dauer des Getrenntlebens zugewiesen 
wird. Einen reformatorischen Antrag stellt er nicht (vgl. Rechtsbegehren act. A.1 I. 
Ziff. 1). Die Vorinstanz hielt fest, die Parteien hätten sich darauf geeinigt, dass die 
eheliche Wohnung dem Ehemann zugewiesen werden soll (act. B.0 E. 2.3 mit 
Hinweis auf RG act. II/1.). Die Ehefrau habe mitgeteilt, dass sie ab Mai 2023 eine 
Wohnung für sich und den Sohn gefunden habe, weshalb dem Ehemann die 
Wohnung ab diesem Zeitpunkt zugeteilt werde (act. B.0. E. 2.3).

2.2. Eine weitere Rechtsmittelvoraussetzung bildet, dass die das Rechtsmittel 
erhebende Person durch den angefochtenen Entscheid beschwert ist, mit anderen 
Worten ein schutzwürdiges Interesse tatsächlicher oder rechtlicher Natur an der 
Aufhebung bzw. Abänderung des angefochtenen Entscheids hat. Erforderlich ist 
das Vorliegen der formellen und der darin in der Regel enthaltenen materiellen 
Beschwer, ausnahmsweise auch nur der materiellen Beschwer. Die formelle Be-
schwer ist gegeben, wenn das Dispositiv des angefochtenen Entscheids von den 
vor der Vorinstanz gestellten Rechtsbegehren abweicht. Materielle Beschwer be-
deutet, dass die Rechtsstellung der das Rechtsmittel ergreifenden Person durch 
den erstinstanzlichen Entscheid tangiert wird, indem dieser in seinen rechtlichen 
Wirkungen für diese Person nachteilig ist und ihr dadurch ein Interesse an seiner 
Abänderung verschafft. Dies kann auch bei einem Dritten der Fall sein, welcher 
vor der ersten Instanz überhaupt keine Rechtsbegehren stellen konnte, durch den 
erstinstanzlichen Entscheid jedoch in seiner Rechtsstellung beeinträchtigt wird 
(Peter Reetz, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 30 ff. zu den 
Vorbemerkungen zu den Art. 308-318 ZPO m.w.H.).

2.3. Der Berufungsbegründung lässt sich entnehmen, dass sich der Berufungs-
kläger nicht gegen die Zuweisung der Wohnung an sich wendet. Entsprechend 
hält er selbst fest, seine Berufung richte sich einzig und allein gegen die Unter-
haltsverpflichtung für den Sohn (vgl. act. A.1 II. B. Ziff. 1). Der Berufungskläger 
führt aus, dass die Wohnung per 1. Mai 2023 nicht bewohnbar gewesen sei, weil 
sie in einem desolaten Zustand zurückgelassen worden sei und habe geräumt und 
renoviert werden müssen. Er erachtet eine Aufhebung der betreffenden Disposi-

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tivziffer als wichtig, damit nicht der Verdacht aufkomme, er habe ab jenem Datum 
nur die Hypothekarzinsen für diese Wohnung und keinen Mietzins mehr für die 
gemietete Wohnung an der F._____ in E._____ bezahlen müssen (act. A.1 II. B. 
Ziff. 4). Dieser Aspekt betrifft allerdings die Unterhaltsberechnung und wäre – so-
fern dem Vorbringen gefolgt wird – in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen. 
Ein Interesse an der Aufhebung des vorinstanzlichen Zuweisungsentscheids be-
steht gemäss der Intention des Berufungsklägers, da er die vormals eheliche 
Wohnung benützen will bzw. dies bereits tut, nicht. Auf das entsprechende 
Rechtsbegehren des Berufungsklägers ist somit mangels Beschwer nicht einzutre-
ten.

3. Kindesunterhalt

3.1. Einkommen Ehemann

3.1.1. Die Vorinstanz rechnete dem Ehemann gestützt auf ein 100% Pensum ei-
nen monatlichen Nettolohn von CHF 6'700.00 (inkl. 13. Monatslohn und Bonus, 
exkl. Kinderzulage) an. Die Argumentation des Ehemannes, infolge Krankheit nur 
einer Erwerbstätigkeit von 80% nachgehen zu können, verwarf sie, da dieser das 
ärztliche Attest vom 10. Oktober 2022 nach 6 Monaten nicht erneuert und die 
Lohnabrechnung des Monats Februar 2023 nicht eingereicht habe (act. B.0 E. 
4.3.1.1). Mit Berufung wird dies gerügt und geltend gemacht, der Berufungskläger 
könne lediglich eine Arbeitstätigkeit von 80% ausüben. Ferner seien die 6 Monate 
zum Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung am 28. Februar 2023 noch 
nicht abgelaufen gewesen.

3.1.2. Der vorinstanzliche Entscheid datiert vom 6. Juni 2023. Nach der Verhand-
lung vom 28. Februar 2023 folgten noch weitere Eingaben der Parteien, die letzte 
am 25. Mai 2023 (vgl. RG act. IV/27). Das Verfahren ging somit nach der Ver-
handlung nicht direkt in der Phase der Urteilsberatung über, so dass Noven noch 
unbeschränkt hätten vorgebracht werden können (vgl. Art. 229 Abs. 3 ZPO). Ent-
sprechend wäre es dem Berufungskläger unbenommen geblieben, das ärztliche 
Zeugnis zu erneuern. Im Berufungsverfahren reicht er nun mit Noveneingabe vom 
15. August 2023 ein neues ärztliches Attest datierend vom 8. August 2023 von Dr. 
med. G._____ ein (act. D.2). Darin wird auf das Attest vom 16. August 2022 Be-
zug genommen und festgehalten, die Gesamtsituation habe sich unter anderem 
durch Betreuung des Kindes und anhaltende Stresssituation nicht verbessert, 
sondern es sei eher von einer Verschlechterung auszugehen. Aufgrund der damit 
verbundenen Gesundheitssituation des Berufungsklägers sei derzeit von einer 70 
bis 80%-igen Leistungsfähigkeit auszugehen. 

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3.1.3. Im neu eingereichten Arztzeugnis ist nicht von Arbeitsfähigkeit die Rede, 
sondern es wird der Begriff der Leistungsfähigkeit verwendet. Dem Berufungsklä-
ger wird im Zeugnis vom 8. August 2023 keine teilweise Arbeitsunfähigkeit für eine 
bestimmte Dauer attestiert. Denn in zeitlicher Hinsicht wird lediglich von einem 
derzeitigen Zustand gesprochen, aber nicht von einer zeitlich bestimmbaren Ein-
schränkung. Im Vergleich dazu wurde dem Berufungskläger im Attest vom 16. Au-
gust 2022 etwa eine Arbeitsunfähigkeit von 6 Wochen bescheinigt (vgl. RG act. 
II/3/1.). Des Weiteren äussert sich das ärztliche Attest vom 8. August 2023 zur 
Trennungssituation, aber nicht zum eigentlichen Gesundheitszustand des Beru-
fungsklägers bzw. den konkreten gesundheitlichen Auswirkungen. Die Trennung 
liegt mittlerweile mehr als ein Jahr zurück. Eine gewisse persönliche Belastung ist 
einer Trennung inhärent und gerade die Kinderbetreuung erfordert unter den El-
tern eine zusätzliche Organisation und Kommunikation. Letzterem sollte vorlie-
gend durch die im Rahmen des Eheschutzverfahrens errichtete Beistandschaft 
gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB (vgl. Entscheid vom 11. August 2022) zumin-
dest in einem gewissem Masse Abhilfe geschafft worden sein. Nach dem Gesag-
ten lässt sich jedenfalls festhalten, dass gestützt auf das ärztliche Attest vom 8. 
August 2023 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit glaubhaft gemacht ist. Die 
Angaben erweisen sich als zu vage und insbesondere in zeitlicher Hinsicht als 
unvollständig.

3.1.4. Der Berufungskläger hält weiter fest, der Grund, weshalb er keinem 100% 
Pensum nachgehe, sei nicht allein krankheitsbedingt, sondern auch der Kinderbe-
treuung geschuldet. Er betreue seinen Sohn jeden Arbeitstag während drei (recte 
wohl vier) Stunden. Bei einer solch intensiven Betreuung sei eine volle Arbeits-
tätigkeit nicht möglich. Auch ohne Krankheit könnte er nebst der Betreuung nicht 
zu 100% arbeiten. Es sei das effektiv erzielte Einkommen anzurechnen. Im vor-
instanzlichen Entscheid ist die Obhut über C._____ der Mutter zugewiesen und 
dem Vater ist ein Besuchsrecht von Montag bis Freitag von 17.00 bis 21.00 Uhr 
sowie an jedem zweiten Wochenende zugesprochen worden (vgl. act. B.0 Dispo-
sitivziffer 3 und 4). Die Vorinstanz erwog, dass der Vater die Betreuung von 
C._____ montags bis freitags von 17.00 bis 21.00 Uhr übernommen habe, nach-
dem die Mutter ihre Arbeitstätigkeit aufgenommen habe. Diese arbeite seit Mitte 
Januar 2023 zu 40% als Facility Mitarbeiterin bei H._____ (vgl. act. B.0 E. 4.3.1.2 
und E. 3.2.4). Da der Berufungskläger die Betreuung unter der Woche unbestritte-
nermassen täglich ab 17 Uhr für jeweils vier Stunden übernimmt, muss er seine 
Arbeitstätigkeit zwischen 16.00 und 16.30 Uhr beenden, um rechtzeitig bei seinem 
Sohn zu sein. Der Einwand, dass die zumindest seit anfangs Jahr gelebte Betreu-
ungsregelung die Arbeitszeit tangiert und vom Berufungskläger eine Pensumsre-

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duktion verlangt, erweist sich als berechtigt. Die Betreuung des Kindes vermag im 
vorliegenden Fall eine eingeschränkte Arbeitstätigkeit zu rechtfertigen. Dass der 
Berufungskläger im Übrigen ab August 2022 einem 80% Pensum nachgeht, hat 
seine Arbeitgeberin bestätigt (RG act. II/2/7.) und ergibt sich überdies auch aus 
den Lohnabrechnungen (vgl. dazu nachfolgend E. 3.1.5). Entsprechend ist ab 
März 2023 – ab diesem Zeitpunkt wird der Unterhalt durch den angefochtenen 
Entscheid geregelt bzw. die Anpassung der Unterhaltspflicht verlangt – von einem 
Erwerbseinkommen des Berufungsklägers von 80% auszugehen.

3.1.5. Der Berufungskläger reicht mit Berufung die Lohnabrechnung der Monate 
Februar, Juni und Juli 2023 ein (act. B.3-B.5). Darin wird ein Nettolohn von CHF 
4'711.95 bzw. im Juli 2023 ein solcher von CHF 4'323.00 ausgewiesen. Der redu-
zierte Betrag im Monat Juli ist auf eine Lohnpfändung des Betreibungsamts Ples-
sur von CHF 388.95 zurückzuführen (act. B.5). Unter Berücksichtigung des an-
teilsmässigen 13. Monatslohnes von CHF 413.00 (ohne BVG-Abzug, vgl. RG 
act.II/3/2.) und des anteilsmässigen Bonus von CHF 102.00 (vgl. RG act. II/3/3.) 
ergibt sich ein monatlicher Nettolohn von CHF 5'227.00. Unter Abzug der Pfän-
dung ergibt sich im Juli 2023 ein Nettolohn von CHF 4'838.00. Die Einkommens-
pfändung ist längstens auf ein Jahr beschränkt (Art. 93 Abs. 2 SchKG). Der Beru-
fungskläger äussert sich nicht zur Dauer der Lohnpfändung. Er beziffert das mo-
natliche Nettoeinkommen in der Berufung auf CHF 4'711.95 (ohne 13. Monatslohn 
und ohne Bonus) und lässt die Pfändung dabei unberücksichtigt (vgl. act. A.1 II. B. 
Ziff. 5). Ferner erklärt er, ab Oktober 2023 einen Unterhalt von CHF 1'000.00 be-
zahlen zu können, sofern die Pfändung aufgehoben werde (vgl. act. A.1 II. B. Ziff. 
6). Aufgrund fehlender Ausführungen zur Dauer der angeordneten Pfändung kann 
diese gestützt auf die Akten (act. B.5) nur für den Monat Juli 2023 berücksichtigt 
werden. Eine Berücksichtigung ist in Anbetracht der finanziellen Mittel – das fami-
lienrechtliche Existenzminimum der Parteien wird gedeckt und es verbleibt ein 
Überschuss (vgl. dazu nachfolgend E. 3.3.3) – möglich (zur Frage der zeitlichen 
Abfolge und des Vorrangs einer Anweisung gegenüber einer Lohnpfändung im 
Rahmen der Notbedarfsberechnung vgl. ZK1 23 98 Verfügung vom 18. August 
2023 E. 4.5). Da eine fortgesetzte Pfändung weder behauptet noch belegt ist, ist 
ab August 2023 wieder auf das höhere Einkommen von CHF 5'227.00 monatlich 
abzustellen.

3.2. Bedarf Ehemann (Wohnkosten)

3.2.1. Die Vorinstanz hat die Unterhaltsberechnung in drei Phasen unterteilt. In 
der ersten Phase von März bis April 2023 hat sie dem Berufungskläger die effekti-
ven Wohnkosten der Mietwohnung an der F._____ in E._____ und damit den mo-

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natlichen Mietzins von CHF 1'840.00 angerechnet. Bei der Berufungsbeklagten 
und C._____ hat sie die Wohnkosten der vormals ehelichen Wohnung an der 
D._____ in E._____ von gesamthaft CHF 1'299.00 berücksichtigt. In der zweiten 
Phase, dauernd von Mai bis Juni 2023, hat die Vorinstanz im Bedarf des Beru-
fungsklägers die Wohnkosten für beide Wohnungen im Gesamtbetrag von CHF 
3'139.00 eingesetzt. Dabei hat sie berücksichtigt, dass dem Berufungskläger der 
Auszug der Berufungsbeklagten aus der ehelichen Wohnung erst am 28. April 
2023 mitgeteilt worden sei und er seine Mietwohnung nicht bereits vorzeitig auf 
den 1. Mai 2023 habe verlassen können. Ab Juli 2023 rechnete die Vorinstanz 
dem Berufungskläger die Kosten für die eheliche Wohnung an der D._____ an 
und ging davon aus, dass er sein Mietverhältnis frühzeitig hätte auflösen und auf 
diesen Zeitpunkt einen Nachmieter hätte finden können. Dass er sich um einen 
Nachmieter bemühen müsse, habe ihm seit der Kenntnis des Auszugs der Beru-
fungsbeklagten klar sein müssen. Weiter sei ihm mit Schreiben vom 31. Mai 2023 
(RG act. V/18.) seitens des Gerichts mitgeteilt worden, dass er infolge der Scha-
denminderungspflicht gehalten sei, zügig einen Nachmieter zu finden, was in der 
Zeit der Wohnungsknappheit möglich sein müsse.

3.2.2. Hiergegen wendet sich der Berufungskläger und macht geltend, die eheli-
che Wohnung sei in einem desolaten Zustand zurückgelassen worden und habe 
zuerst noch geräumt und renoviert werden müssen. Er habe seinen Mietvertrag für 
die Wohnung an der F._____ in E._____ erst auf Ende September 2023 kündigen 
können, womit er für die Zeit von Mai bis und mit September 2023 zwei Wohnun-
gen habe bezahlen müssen. Die Situation ändere sich erst ab Oktober 2023. Ab 
diesem Zeitpunkt betrage sein Existenzminimum CHF 3'309.00, davon Wohnkos-
ten von CHF 1'299.00, wie von der Vorinstanz berechnet.

3.2.3. Der Berufungskläger setzt sich nicht mit der vorinstanzlichen Erwägung 
auseinander, wonach er gehalten gewesen wäre, einen Nachmieter zu suchen 
und ein solcher angesichts der Wohnungsknappheit auf den 1. Juli 2023 hätte ge-
funden werden können. Damit genügt er der Begründungspflicht (vgl. vorstehend 
E. 1.6) nicht. Er legt insbesondere nicht dar, dass er sich erfolglos um einen 
Nachmieter bemüht habe. Selbst wenn sich die Wohnung im Übrigen nach dem 
Auszug der Berufungsbeklagten per Ende April 2023 in einem renovationsbedürf-
tigen Zustand befunden haben mag, tut der Berufungskläger nicht dar, dass eine 
solche Räumung und Renovation mehr als zwei Monate in Anspruch genommen 
haben soll und die Wohnung somit ab dem 1. Juli 2023 nicht bewohnbar gewesen 
wäre. Ferner dürfte es mit Blick auf den Kindesunterhalt ebenfalls in seinem Inter-

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esse liegen, dass die Berufungsbeklagte für sich und C._____ eine sehr kosten-
günstige Wohnung gefunden hat. 

3.2.4. Nach dem Gesagten besteht kein Anlass, von der vorinstanzlichen Beurtei-
lung abzuweichen. Der Mietzins für die Wohnung an der F._____ ist entsprechend 
nur bis Ende Juni 2023 im Bedarf des Berufungsklägers anzurechnen. Die übrigen 
Parameter der Unterhaltsberechnung werden seitens des Berufungsklägers nicht 
beanstandet. Damit bleib es für die Monate März und April 2023 bei einem betrei-
bungsrechtlichen Existenzminimum von CHF 3'670.00, für die Monate Mai und 
Juni 2023 bei einem solchen von CHF 4'969.00 und ab Juli 2023 von CHF 
3'129.00 (vgl. act. B.0 E. 4.3 - 4.5).

3.3. Unterhaltsberechnung

3.3.1. Ausgehend von einem Einkommen des Berufungsklägers von 
CHF 5'227.00 resultiert für die Monate März und April 2023 ein Überschuss von 
CHF 1'557.00 pro Monat (Differenz Einkommen ./. Bedarf). Es verbleibt angesichts 
der verfügbaren Mittel kein Raum, das erweiterte familienrechtliche Existenzmini-
mum der Parteien zu berücksichtigen oder einen Überschuss zu verteilen (vgl. 
BGE 147 III 265 E. 7; 140 III 337 E. 4.2.3 m.w.H.). Das Gesamteinkommen beläuft 
sich auf CHF 7'157.00 und der Gesamtbedarf (betreibungsrechtliches Existenzmi-
nimum) auf CHF 7'146.00. Mit dem geschuldeten Unterhaltsbeitrag von gerundet 
CHF 1'550.00 können der Barunterhalt von C._____ von CHF 702.00 bzw. aufge-
rundet CHF 706.00 (zzgl. Kinderzulagen) sowie der Betreuungsunterhalt von CHF 
844.00 gedeckt werden (vgl. act. B.0 E. 4.3).

3.3.2. Für Mai und Juni 2023 ergibt sich bei einem Gesamteinkommen von 
CHF 7'157.00 und einem Gesamtbedarf (betreibungsrechtliches Existenzmini-
mum) von CHF 8'046.00 eine Unterdeckung von CHF 889.00 pro Monat. Der Bar-
bedarf von C._____ beläuft sich auf CHF 569.00 (zzgl. Kinderzulagen) und der 
Betreuungsunterhalt auf CHF 578.00 (vgl. act. B.0 E. 4.4). Da das Existenzmini-
mum des Berufungsklägers zu wahren ist (BGE 144 III 502 E. 6.4), kann in dieser 
Phase ausgehend von einem Einkommen von CHF 5'227.00 und einem Bedarf 
von CHF 4'969.00 des Berufungsklägers lediglich der Barunterhalt von C._____ im 
Umfang von CHF 258.00 gedeckt werden. Es besteht ein Manko von CHF 311.00 
betreffend den Barunterhalt und ein Manko von CHF 578.00 betreffend den Be-
treuungsunterhalt.

3.3.3. Im Juli 2023 erzielt der Berufungskläger bei einem Einkommen von 
CHF 4'838.00 (vgl. vorstehend E. 3.1.5) und einem Bedarf von CHF 3'309.00 ei-

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nen Überschuss von CHF 1'529.00. Die verfügbaren Mittel lassen nun eine 
Berücksichtigung des familienrechtlichen Existenzminimums der Beteiligten zu, da 
das Gesamteinkommen CHF 6'768.00 und der Gesamtbedarf (familienrechtliches 
Existenzminimum) CHF 6'566.00 beträgt. Es verbleibt ein monatlicher Überschuss 
von CHF 202.00. Der Sohn C._____ ist – aufgrund des Verzichts auf Ehegatten-
unterhalt – im Umfang von 1/3 und damit von CHF 67.00 am Überschuss zu betei-
ligen, während dem Berufungskläger ein Anteil von CHF 135.00 zusteht. Es ist ein 
Barunterhalt von CHF 636.00 (inkl. Überschussanteil von CHF 67.00; zzgl. Kin-
derzulagen) und ein Betreuungsunterhalt von CHF 758.00 für C._____, total CHF 
1'394.00, geschuldet (vgl. act. B.0 E. 4.5).

3.3.4. Ab August 2023 gilt sodann Folgendes: Es kann wiederum das familien-
rechtliche Existenzminimum berücksichtigt werden. Ausgehend von einem Ein-
kommen von CHF 5'227.00 und einem Bedarf von CHF 3'309.00 resultiert ein mo-
natlicher Überschuss des Berufungsklägers von CHF 1'918.00. Der Gesamtüber-
schuss beträgt CHF 591.00 (Gesamteinkommen von CHF 7'157.00 und Gesamt-
bedarf von CHF 6'566.00), wovon CHF 197.00 auf C._____ und CHF 394.00 auf 
den Berufungskläger – was nebenbei bemerkt etwa der Summe der Lohnpfän-
dung entsprechen würde – entfallen. Für die Zeit ab August 2023 ist monatlich ein 
Barunterhalt von CHF 766.00 (inkl. Überschussanteil von CHF 197.00; zzgl. Kin-
derzulagen) und ein Betreuungsunterhalt von CHF 758.00 für C._____, total CHF 
1'524.00, geschuldet.

3.3.5. Schliesslich ist die Indexklausel des vorinstanzlichen Entscheids (act. B.0 
Dispositivziffer 5e) von Amtes wegen an den aktuellen Stand anzupassen (Okto-
ber 2023 106.4 Punkte [Basis Dezember 2020 = 100 Punkte]; erstmalige Anpas-
sung 1. Januar 2025). 

4. Schuldneranweisung

4.1. Die Berufung im Verfahren ZK1 23 98 ist nach dem Gesagten teilweise gut-
zuheissen und der Kindesunterhalt entsprechend der vorherigen Ausführungen zu 
reduzieren. Damit steht gleichzeitig auch fest, dass der Titel für die angeordnete 
Schuldneranweisung entfällt. Der Unterhaltstitel vom 6. Juni 2023 (Proz. Nr. 135-
2022-499) wird durch den Berufungsentscheid (ZK1 23 98) ersetzt, welcher mit 
Eröffnung direkt vollstreckbar ist (vgl. Art. 103 Abs. 1 BGG). Entsprechend drängt 
es sich auf, die Schuldneranweisung (ZK1 23 94) an den neuen Vollstreckungstitel 
anzupassen. Die jeweilige Arbeitgeberin des Berufungsklägers, zurzeit die 
I._____, ist demnach anzuweisen, vom Lohn des Berufungsklägers ab sofort mo-
natlich CHF 1'524.00 zuzüglich allfälliger Kinderzulagen zuhanden der Berufungs-

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beklagten zu überweisen (zur Zulässigkeit der Anweisung an den jeweiligen Ar-
beitgeber vgl. KGer GR ZK1 19 169 v. 11.11.2019 E. 4.2 f.). 

4.2. Im Berufungsverfahren ZK1 23 94 bestreitet der Berufungskläger nicht, die 
Unterhaltspflicht nicht erfüllt zu haben. Indes macht er einen Eingriff in sein Exis-
tenzminimum geltend. Diese Rüge ist, zumindest was den Zeitpunkt ab August 
2023 angeht, unbegründet, was der vorstehenden Unterhaltsberechnung (E. 
3.3.4) entnommen werden kann und auch in der Verfügung vom 18. August 2023 
betreffend aufschiebende Wirkung nach einer summarischen Prüfung festgestellt 
wurde. Nichtsdestotrotz erfolgt wie erwähnt eine Reduktion der vorinstanzlich zu-
gesprochenen Kindesunterhaltsbeiträge, so dass es auch im Verfahren ZK1 23 94 
als Folge des Ausgangs des Eheschutzverfahrens zu einer teilweisen Gutheis-
sung kommt. Die Schuldneranweisung ist zwar für die Zukunft zu bestätigen, al-
lerdings wird der Anweisungsbetrag reduziert. 

5. Kosten- und Entschädigungsfolge (allgemein)

Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über 
die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Die 
Prozesskosten bestehen aus den Gerichtskosten und den Parteientschädigungen, 
wobei die Gerichtskosten von Amtes wegen festgesetzt werden und die Parteien-
tschädigung nur auf Antrag und nach Tarifen zugesprochen wird (Art. 95 ZPO 
i.V.m. Art. 105 ZPO). Die Prozesskosten werden grundsätzlich nach dem Ausgang 
des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). In familienrechtlichen Verfahren 
kann das Gericht die Prozesskosten nach Ermessen verteilen (Art. 107 Abs. 1 lit. c 
ZPO). 

6. Kosten- und Entschädigungsfolge Proz. Nr. 115-2022-49 und Proz. Nr. 135-
2023-436 (konkret)

Die von der Vorinstanz gesprochenen Gerichtskosten, bestehend aus 
CHF 6'000.00 (Gerichtsgebühr) sowie CHF 1'051.00 (Übersetzungskosten) im 
Eheschutzverfahren (Proz. Nr. 115-2022-49) sind angemessen und werden auch 
nicht  beanstandet. Sie gehen je hälftig zulasten der Parteien und es sind keine 
Parteientschädigungen geschuldet. Daran vermag der Ausgang des Berufungs-
verfahrens nichts zu ändern. Angesichts der verhältnismässig geringfügigen Ände-
rung lediglich betreffend den Unterhaltspunkt und in Ausübung des bestehenden 
Ermessens gibt es keinen Anlass, auf die Kostenverteilung im erstinstanzlichen 
Verfahren zurückzukommen. Unter Berücksichtigung des Ausganges des vorlie-
genden Berufungsverfahrens sowie der jeweiligen Anträge der Parteien bleibt der 

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Berufungskläger im Schuldneranweisungsverfahren (Proz. Nr. 135-2023-436) im 
Ergebnis unterliegend. Eine Anpassung der vorinstanzlichen Kostenverteilung 
kann unterbleiben. 

7. Kosten- und Entschädigungsfolge Berufungsverfahren

7.1. Die Kosten der Berufungsverfahren werden in Anwendung von Art. 9 VZG 
(BR 320.210) auf total CHF 3'000.00 festgesetzt (ZK1 23 94: CHF 1'000.00; ZK1 
23 98: CHF 2'000.00). Angesichts des Verfahrensausganges erscheint das Obsie-
gen des Berufungsklägers im Verfahren ZK1 23 94 mit Blick auf den gestellten 
Antrag marginal, sodass er als vollumfänglich unterliegend gilt. Im Verfahren ZK1 
23 98 ist von einer Obsiegensquote von ½ auszugehen. Mithin gehen die Kosten 
des Berufungsverfahrens ZK1 23 94 vollumfänglich und diejenigen für des Verfah-
rens ZK1 23 98 zu ½, das heisst im Umfang von CHF 1'000.00, zulasten des Be-
rufungsklägers.

7.2. Fraglich ist, ob ein Teil der Verfahrenskosten (ZK1 23 98) der Berufungsbe-
klagten, welche keine Anträge gestellt und sich am Verfahren nicht beteiligt hat, 
auferlegt werden können. Die ZPO regelt nicht, ob eine Partei im Rechtsmittelver-
fahren das Kostenrisiko durch Distanzierung, das heisst durch Verzicht auf eine 
Berufungs- oder Beschwerdeantwort sowie auf die Stellung von Anträgen, vermei-
den kann. Da eine solche Distanzierung aber nicht zum Verlust der Parteistellung 
führt, kann sie nur im Rahmen einer Ermessensverteilung nach Art. 107 ZPO 
berücksichtigt werden (David Jenny, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., 
Zürich 2016, N 8 zu Art. 106 ZPO; vgl. auch Viktor Rüegg/Michael Rüegg, in: 
Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 5 zu Art. 106 ZPO m.w.H.). Gemäss Art. 107 
Abs. 1 lit. f ZPO kann das Gericht von den Verteilungsgrundsätzen abweichen, 
wenn besondere Umstände vorliegen, die eine Verteilung nach dem Ausgang des 
Verfahrens als unbillig erscheinen lassen. Da die Berufungsbeklagte sich mit dem 
angefochtenen Eheschutzentscheid nicht identifizierte, ist aus Billigkeitsgründen 
davon abzusehen, ihr einen Teil der Kosten des Rechtsmittelverfahrens aufzuer-
legen. Die restlichen Kosten des Verfahrens ZK1 23 98 gehen daher im Umfang 
von ½ zu Lasten des Kantons Graubünden.

7.3. Die Berufungsbeklagte partizipierte in keinem der beiden Berufungsverfah-
ren. Ihr sind mithin keine entschädigungspflichtigen Aufwendungen entstanden. 
Letztlich fehlt es an einem entsprechenden Antrag auf Entschädigung. 

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7.4. Dem Berufungskläger ist – aufgrund der praxisgemäss zur Anwendung ge-
langenden Bruchteilsverrechnungsmethode (vgl. KGer GR ZK1 14 115 v. 
17.9.2015 E. 15.b) – keine Parteientschädigung zuzusprechen, liegt sein Obsie-
gensanteil im Verfahren ZK1 23 98 doch bei nur ½ (½ Obsiegen Berufungskläger - 
½ Obsiegen Berufungsbeklagte = 0). 

7.5. Mit heutigen Verfügungen der Vorsitzenden der I. Zivilkammer wurden die 
Gesuche des Berufungsklägers um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
für die Berufungsverfahren ZK1 23 94 und ZK1 23 98 gutgeheissen (vgl. ZK1 23 
96 und ZK1 23 99). Der unentgeltliche Rechtsvertreter, Rechtsanwalt Pius Fry-
berg, reichte in keinem der beiden Berufungsverfahren eine Honorarnote ein. Sein 
Honorar ist ermessensweise auf pauschal CHF 2'000.00 (inkl. Barauslagen und 
MwSt.) festzusetzen (CHF 500.00 für das Verfahren ZK1 23 94 und CHF 1'500.00 
für das Verfahren ZK1 23 98). 

7.6. Die dem unentgeltlich prozessführenden Berufungskläger auferlegten Ge-
richtskosten sowie die Kosten seiner unentgeltlichen Rechtsvertretung in den Be-
rufungsverfahren werden einstweilen aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts 
bezahlt. Vorbehalten bleibt die Rückerstattungspflicht gemäss Art. 123 ZPO. 

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Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung ZK1 23 94 wird teilweise gutgeheissen. 

2. Die Dispositivziffer 1 des Entscheides des Einzelrichters am Regionalge-
richt Plessur vom 18. Juli 2023, mitgeteilt am 21. Juli 2023 (Proz. Nr. 135-
2023-436), wird aufgehoben. 

3. Der jeweilige Arbeitgeber von A._____, zurzeit die I._____, wird angewie-
sen, vom Lohn von A._____ für die Lohnauszahlung ab Dezember 2023 
und sodann monatlich CHF 1'524.00 zuzüglich Kinder-/Ausbildungszulagen 
für die Dauer des Getrenntlebens zuhanden von B._____ auf das Konto der 
J._____bank Nr. _________________ zu überweisen. Der angewiesene 
Arbeitgeber wird darauf aufmerksam gemacht, dass ein Nichtbefolgen die-
ser Anweisung eine Doppelzahlung zur Folge haben kann. 

4. Im Übrigen wird die Berufung ZK1 23 94 abgewiesen.

5. Die Berufung ZK1 23 98 wird teilweise gutgeheissen. 

6. Die Dispositivziffern 5a bis c und 5e des Entscheides des Einzelrichters am 
Regionalgericht Plessur vom 6. Juni 2023, mitgeteilt am 28. Juli 2023 (Proz. 
Nr. 135-2022-499), werden aufgehoben.

7.1. A._____ wird verpflichtet, an den Unterhalt von C._____ 

- für die Monate März und April 2023 monatlich je CHF 1'550.00 (Barun-
terhalt CHF 706.00, Betreuungsunterhalt CHF 844.00),

- für die Monate Mai und Juni 2023 monatlich je CHF 258.00 (Barunterhalt; 
Manko Barunterhalt CHF 311.00, Manko Betreuungsunterhalt 
CHF 578.00),

- für den Monat Juli 2023 CHF 1'394.00 (Barunterhalt CHF 636.00 [inkl. 
Überschussanteil von CHF 67.00], Betreuungsunterhalt CHF 758.00),

- ab dem Monat August 2023 für die weitere Dauer des Getrenntlebens 
CHF 1'524.00 (Barunterhalt 766.00 [inkl. Überschussanteil von 
CHF 197.00], Betreuungsunterhalt CHF 758.00), 

zu bezahlen.

7.2. Die Unterhaltsbeiträge basieren auf dem Landesindex der Konsumenten-
preise des Bundesamtes für Statistik, Stand Ende Oktober 2023 von 106.4 

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Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie sind jährlich auf den 1. 
Januar jedes Jahres, erstmals auf den 1. Januar 2025, dem Stand des In-
dexes per Ende per November des Vorjahres wie folgt anzupassen:

Neuer UB = alter UB x neuer Index
alter Index

Weist A._____ nach, dass sich sein Einkommen nicht im Umfang der Teue-
rung erhöht hat, werden die Unterhaltsbeiträge nur proportional zur tatsäch-
lichen Einkommenssteigerung angepasst. Bei unverändertem Einkommen 
entfällt eine Anpassung.

8. Im Übrigen wird die Berufung ZK1 23 98 abgewiesen, soweit darauf einge-
treten wird.  

9.1. Die Kosten des Berufungsverfahrens ZK1 23 94 von CHF 1'000.00 gehen 
zulasten von A._____. 

9.2. Die Kosten des Berufungsverfahrens ZK1 23 98 von CHF 2'000.00 gehen 
im Umfang von CHF 1'000.00 zulasten von A._____ und im Umfang von 
CHF 1'000.00 zulasten des Kantons Graubünden. 

9.3. Für die Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-
sprochen. 

9.4. Die A._____ auferlegten Kosten der Berufungsverfahren ZK1 23 94 
(CHF 1'000.00) und ZK1 23 98 (CHF 1'000.00) sowie die Kosten seiner 
Rechtsvertretung, Rechtsanwalt Pius Fryberg, von CHF 2'000.00 (ZK1 23 
94 CHF 500.00 und ZK1 23 98 CHF 1'500.00, jeweils inkl. Barauslagen und 
MwSt.) gehen gestützt auf die mit Verfügungen vom 14. Dezember 2023 
gewährte unentgeltliche Rechtspflege (ZK1 23 94 und ZK1 23 99) unter 
Vorbehalt der Rückforderung gemäss Art. 123 ZPO zulasten des Kantons 
Graubünden und werden aus der Gerichtskasse des Kantonsgerichts be-
zahlt.

10. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.00 betreffenden 
Entscheidungen kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde 
in Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, 
geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 

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Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

11. Mitteilung an: