# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ee93b5f9-59c0-5231-ae31-0111dda162db
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-20
**Language:** de
**Title:** Neuanmeldung: weiterer medizinischer Abklärungsbedarf.
**Docket/Reference:** IV.2014.00619
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00619.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00619
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Gerichtsschreiberin Meier-Wiesner
Urteil
vom
20. November 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Die 1965 geborene
X.___
war als
Betreuerin
in einem
Behin
dertenheim
zu einem Pensum von 55 %
erwerbstätig
, als sie sich am 5. Mai 2005 w
egen eines Schilddrüsenleiden
s
zum ersten Mal
bei der
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Leistungsbezug an
meldete
(Urk. 7/2
, Urk. 7/8 S. 2
). M
it Verfügung vom 27. Februar 200
6
wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren
mangels einer relevanten Arbeitsunfähigkeit ab (Urk.
7/29).
A
m 4. April 2013
meldete sich die
nun zu einem Pensum von 70 % angestellte
Versicherte
erneut zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Als Grund gab sie
einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule, Läsionen im Schädel unklaren Ursprungs sowie somatische und psychische
Beschwerden
an
(Urk. 7/32
, Urk. 7/44 S. 2
). Daraufhin zog die IV-Stelle die Akten des
Kranken
taggeldversicherers
bei (Urk. 7/38)
und
tätigte Abklärungen in erwerblicher und me
dizinischer Hinsicht. Nach Durchführung des
Vorbescheidverfahrens
(Urk. 7/56 ff.)
verneinte sie mit Verfügung vom 8. Mai 2014 den Anspruch der Versicherten auf Leistungen der Invalidenversicherung (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
X.___
am 6. Juni 2014 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Üb
erprüfung ihrer gesundheitlichen
Situation
beziehungs
weise Zusprechung von Leistungen
(Urk. 1).
Mit Beschwerdeantwort vom 23. Juli 2014 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6), worüber die Beschwerdeführerin am 28. Juli 2014 orientiert wurde (Urk. 8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts; ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
in Verbi
ndung mit Art. 8 ATSG bewirken.
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach
Art.
87
Abs.
3
der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss
Abs.
2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu ver
gewissern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analo
ger Weise wie bei einem Revisionsfall nach
Art.
17
Abs.
1 ATSG vorzuge
hen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Ver
änderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschlies
sen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gege
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
1.5
Zu erwähnen bleibt, dass das Bundesgericht zwischenzeitlich zur invalidisieren
den Wirkung psychosomatischer Leiden das Grundsatzurteil 9C_492/2014 vom 3. Juni 2015 (BGE 141 V 281) gefällt hat.
2.
Die Beschwerdegegnerin begründet die Leistungsablehnung damit, dass kein dauerhafter Gesundheitsschaden im Sinne der Invalidenversicherung ausg
e
wiesen sei. Verdachtsdiagnosen
wie jene einer
Somatisierungsstörung
ver
möchten keine Leistungen der Invalidenversicherung auszulösen. Eine eindeu
tige psychiatrische Diagnose mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit sei aus fachpsychiatrischer Sicht weiterhin nicht gesichert (Urk. 2, vgl. auch Urk. 6).
Demgegenüber stellt sich die Beschwerdeführerin
in der Eingabe vom 6. Juni 2014
auf den Standpunkt, dass ihr Gesundheitszustand ein Arbeitspensum von mehr als 30 % nicht zulasse.
Ein
Erlebnis
vor einem guten
Jahr zuvor habe sehr Vieles in ihr aufgewühlt und Ängste freigesetzt (Urk. 1).
3.
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchsrelevanten Änderung
(vgl. E. 1.3
hievor
)
bildet die leistungs
abweisende
Verfügung vom 27. Februar 2006,
im Rahmen derer
eine Arbeitsunfähigkeit verneint wurde
(Urk. 7/29; vgl. Feststellungsblatt vom 27. Februar 2006
, Urk. 7/28
)
.
Grundlage
dieses Ent
scheids
bildeten
Berichte
von Dr. med.
Y.___
, Fachärztin für Endokrinologie und
Diabetologie
, vom 19. Juli 2005 (Urk. 7/12),
von Dr. med.
Z.___
,
Fach
ärztin
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 21. August 2005 (Urk.
7/13),
des
A.___
, Medizinische Klinik, vom 3. Januar 2006 (Urk. 7/25/1-7)
sowie von Dr. med.
B.___
, Facharzt für Endokrinologie und
Diabetologie
, vom 10. Februar 2006 (Urk. 7/27)
, worin
unter Verneinung einer relevanten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
folgende Diagnosen gestellt wurden:
-
Leichte Hyperthyreose (Erstdiagnose
Februar
2004)
-
Normalisierung der Schilddrüsenwerte unter
Neomercazol
-Therapie
-
Status nach Radiojodtherapie
am 1. November 2004
eines Morbus Basedow
-
Funktionelle Überlagerung seit
Februar
2004
-
Erschöpfungszustände bei
endokrinologischer
Erkrankung
-
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.21)
4.
4.
1
Nach Eingang der Neuanmeldung vom 4. April 2013 (Urk. 7/32) zog die
Be
schwerdegegnerin
die Akten des Krankentaggeldversicherers bei (Urk. 7/38/1). Darin findet sich unter anderem
ein
Bericht
des
Dr. med.
C.___
, Facharzt für Neurologie,
vom 13. April 2012 (Urk. 7/38/11-12). Der Neurologe gab an,
die Beschwerdeführerin am 11. April 2012 konsiliarisch
neurologisch
und
elektro
physiologisch
untersucht zu haben
.
Diese
Exploration
habe
ein
zer
vikora
dikuläres
Syndrom C6 mit relativ prompter Reizung der Nervenwurzel bei
Kopfreklination
und Rotation
gezeigt
. Nach einer bereits einjährigen Leidens
geschichte rechne er kaum mehr mit einer spontanen Besserung. Der Zeitpunkt einer Intervention sei sicher nicht überschritten, da vorderhand keine sicher motorischen Defizite und keine
Denervationspotentiale
in der betroffenen peri
pheren Muskulatur vorlägen, so dass er auf Wunsch der Patientin nochmals eine konservative pharmakologische Behandlung verordnet habe. Sollten auch diese Bemühungen keine anhaltende Linderung bringen
,
wäre eine
dekompres
sive
Intervention die beste Therapie.
4
.2
Eine am 1. März 2013 im
A.___
durchgeführte
Magnetreso
nanztomographie
(MRI) ergab gemäss Bericht vom gleichen Tag (Urk. 7/45/14-15)
einen
kongenital enge
n
Spinalkanal und
foramina
intervertebralia
mit
hochgradige
n
osteodiskale
n
Foramenstenosen
C4/5, C5/6, C6/7 auf der linken Seite bei
Unkarthrose
und
foraminalen
Diskusprotrusionen
auf den Niveaus C4/5 und C6/7, so dass Kompressionen der Wurzeln C5, C6 und C7 links resul
tier
t
en.
Auf der rechten Seite habe keine klinisch relevante
Foramenstenose
erhoben werden können. Es bestehe eine fokale
Diskusprotrusion
median auf dem Niveau
C5/6 mit lokaler Eindellung des Duralsackes
; es sei
lokal eine deut
liche
Duralsackeinengung
nachweisbar
, ohne dass eine Signalstörung im
Myelon
vorhanden sei.
4.3
Gemäss Bericht von Dr. med.
D.___
, Chefarzt am
A.___
, Depar
tement Medizin, Neurologie, vom 5. März 2013 (Urk.
7
/45/11-13) konnte die Beschwerdeführerin am
28. Februar 2013 beim Morgenessen in
E.___
den linken Arm
trotz
Schmerzfreiheit und erhaltener Sensibilität plötzlich nicht mehr heben.
Bei an den oberen Extremitäten symmetrisch
normal
erhaltenen Muskeleigenreflexen mit
jedoch ausgedehnter Schwäche des linken Armes, in etwa in den
Myotomen
C5-C7, spreche der Status eher gegen eine grössere
Kompromittierung
der Nervenwurzeln C5-C8 links. Das Beschwerdebild habe sich im Neurostatus als
zentrale Armparese herausgestellt. Dazu passend habe sich rechtshemisphärisch im Marklager eine Läsion gefunden.
Eine
Lumbal
punktion habe völlig normale Resultate ergeben und den Verdacht auf eine
demyelinisierende
Läsion
somit
nicht untermauern
können
. Auch aufgrund des plötzlichen Auftretens der Parese und der raschen
Regredienz
über eine Woche bestehe der Verdacht auf eine zerebrale Ischämie. Ein extra- und intrakranieller Ultraschall sei normal gewesen. Des Weiteren seien ein
e
Echokardiographie
sowie eine Wiederholung
der Magnetresonanztomographie (MRI) des
Schädel
s
zur weiteren Einordnung der Läsion geplant.
4.
4
Vom
4.
bis zum 6. April 2013 war die Beschwerdeführerin im
A.___
, Departement Medizin
,
hospitalisiert.
Assistenzärztin
F.___
und Chef
arzt Dr. med.
G.___
stellten im Bericht vom 9. April 2013 (Urk.
7
/45/7-8) fol
gende Diagnosen:
1.
Anpassungsstörung
;
D
ifferenzialdiagnose:
Depression
2.
Zerebrovaskulärer
Insult am 28.02.2013
-
seither unter ASS
[
Acetylsalicylsäure
]
3.
Substituierte Hypothyreose
-
St.n
. Radiojodtherapie 2004 und
Thyreoidektomie
2007 wegen Morbus Base
dow
4.
Anamnestisch zervikale
Diskopathie
Laut Bericht
erfolgte die Zuweisung wegen einer psychischen Dekompensation bei aktuell noch nicht sicher ausgeschlossener Erkrankung an multipler Skle
rose. D
ie zuvor ambulant geplante MR-Verlaufsuntersuchung
sei
vorgezogen
worden
. In der Zusammenschau aller klinischen, anamnestischen und
bildge
be
nden
Befunde sei die
sich weiterhin zeigende fokale T2
hyperintense
Läsion
praecentral
rechts
am wahrscheinlichsten vaskulär und nicht durch eine
demyelinisierende
Erkrankung
bedingt
. In der Echokardiographie
hätten
eine kardiale
Emboliequelle
oder ein offenes
Foramen
ovale ausgeschlossen werden können.
Das 24-Stunden-Elektrokardiogramm sei bei Austritt noch ausstehend gewesen.
4.
5
Der langjährige Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med.
H.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin
, stellte im Bericht vom 28. April 2013 (Urk.
7
/45/1-3) fol
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:
-
Cervicoradiculäres
Syndrom bei
foraminalen
Stenosen C4-C7 links, Kompression C6 und C7 links, bestehend seit Februar 2011
-
V.a.
cerebrovasculären
Insult 28.02.2013
mit akuter Armparese links
-
Depressive Episode
Keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit mass Dr.
H.___
der Diagnose einer Hypothyreose bei Status nach Radiojodtherapie 2004 und
Thyr
e
oidektomie
im
März 2007 bei.
Weiter führte er aus, seit Februar 201
1 bestehe ein sensomoto
risches
zervik
oradikuläres
Syndrom C6 und C7 links, das belastungsabhängig an Intensität fluktuiere. Die Therapie sei bisher konservativ gewesen, hauptsächlich wegen der Angst der Beschwerdeführerin vor operativen Komplikationen. Am 28. Februar 2013 seien eine plötzliche Lähmung des linken Arme
s sowie mul
tiple Läsionen intraz
erebral aufgetreten. Während der weiteren Abklä
rung hätten sich Angst-Symptome
und depressive
Züge entwickelt. Bezüglich des
zerebrovask
ulären
Insultes sei die Prognose wegen der raschen Rev
ersibilität gut. Bezüglich des
zervik
oradi
k
ulären
Syndroms bestehe die Gefahr der
Chroni
fizierung
bei dieser langen Dauer und dem ausgeprägten radiologischen Befund. Bei der depressiven Episode sei die Prognose gut.
Allenfalls sei nach psychischer Stabilisierung doch noch ein operativer Eingriff an der Halswirbelsäule möglich.
Wegen deutlich reduzierter Belastbarkeit und Beweglichkeit der Halswirbelsäule sei die Beschwerdeführerin als Sozialpädagogin in einem Behindertenheim ab 28. Februar 2011 zu 50 % von 70 %, ab 4. Juli 2011 zu 30 % von 70 % und ab 18. Februar 2013 zu 100 % arbeitsunfähig.
4.
6
Dr. med.
I.___
, Fachärztin für Neurologie, stellte im Bericht vom 17. Mai 2013 (Urk. 7/47) folgende Diagnosen, denen sie Auswirkung
en
auf die Arbeits
fähigkeit beimass:
-
St.n
. passagerer Armparese links am 01.03.2013 bei V.a.
cerebrale
Ischämie im rechtsseitigen Mediastromgebiet
-
St.n
. passagerem diskretem motorischem
Hemisyndrom
links am 08.05.2013 unklarer Ätiologie
;
Differenzialdiagnosen:
TIA
[
tra
nsitorische ischämische Attacke]
/
somatoform
Wegen einer plötzlich aufgetretenen linksseitigen Armparese habe sich die Beschwerdeführerin am 1. März 2013 gemeldet, was zu einer notfallmässigen
Hospitalisation
im
A.___
geführt habe. Bei bekannter
zer
viko
radikulärer
Symptomatik C6/C7 links sei zunächst ein MRI der
Halswirbel
säule
durchgeführt worden (
vgl. den
Untersuchungsbericht des
A.___
vom 1. März 2013,
Urk.
7
/45/14-15
; E. 4.2
), welches jedoch die Lähmung nicht habe erklären können. Im Schädel-MRI vom 4. März 2013 hät
ten sich dann multiple T2-hyperintense Läsionen, welche differential
diagnostisch sowohl als
demyelinisierend
als auch ischämisch hätten beurteilt werden können
,
gezeigt
. Die anschliessende
Liquoruntersuchung
sei unauffällig ausgefallen, so dass die Diagnose einer multiplen Sklerose als eher unwahr
scheinlich beurteilt worden sei und
primär von einem ischämischen
zerebro
vas
kulären
Insult im rechtsseitigen
Mediastro
m
gebiet ausgegangen worden sei
. Die Symptome hätten sich innerhalb von 24 Stunden vollständig zurückgebil
det. Das am 5. April 2013 durchgeführte Schädel-MRI sei gegenüber der Vor
untersuchung unverändert gewesen.
Sodann gab
die Neurologin
Dr.
I.___
an, a
m 7. Mai 2013 sei die Beschwerde
führerin wegen einer passageren linksseitigen motorischen
Hemisymptomatik
erneut
im
A.___
notfallmässig
untersucht worden. Bei der Eintrittsuntersuchung habe sich eine diskrete Kraftminderung des linken Armes und Beines gefunden. Die Computertomographie des Schädels sei jedoch unauffällig gewesen. Die Symptomatik sei am ehesten als
somatoform
bei
psy
chischer
Belastungssit
uation bei Status nach
zerebro
vaskulärem
Insult beurteilt worden. Die Prognose sei grundsätzlich gut, wobei bei bisher ungesicherter Ätiologie der kürzlich aufgetretenen neurologischen Symptomatik erst der weitere Verlauf entscheidend sein werde.
Abschliessend attestierte Dr.
I.___
eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und gab dabei an, Hauptursache der Arbeitsunfähigkeit
sei
die
aktuell im Vordergrund stehende ausgeprägte ängstlich depressive Reaktion.
4.
7
V
om 12. Juni bis 2. Juli 2013
hielt sich die Beschwerdeführerin in der Klinik
J.___
zur stationären Behandlung auf. Dort erhielt sie gemäss Bericht vom 9. September 2013 (Urk. 7/54) ein multimodales Rehabilitations- und
Behand
lungsprogramm
mit psychotherapeutischen,
psychoedukativen
,
bewegungsori
entierten
,
entspannungsfördernden und psychopharmakologischen Einheiten.
Im Bericht wurden sodann folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt:
1.
Anpassungsstörung (ICD-10 F43.23)
2.
Differenzialdiagnose: dissoziative Störung (ICD-10 F44)
3.
Zerebrovaskulärer
Insult rechts im Februar 2013; Differenzialdiagnose
mikro
angiopathischer
Genese
4.
Morbus Basedow
-
Radiojodtherapie 2004 und
Thyreoidektomie
2007
-
derzeit Substitutionstherapie
5.
Zervikoradikuläres
Syndrom C6/C7 linksbetont
6.
Lumbago
Die Beschwerdeführerin habe angegeben, sich n
ach dem Schlaganfall im Februar 2013
sehr verunsichert gefühl
t
zu haben
, da ihr die Untersuchungsbe
funde nur unzureichend und unverständlich
erklärt
worden seien. Dies habe bei ihr eine starke Furcht vor der möglichen Erkrankung an einer multiplen Skle
rose ausgelöst. Im Rahmen der Abklärungen hätten sich eine grosse Angst sowie depressive Symptome wie Erschöpfung, Freudlosigkeit, Schlafstörungen und Insuffizienzgefühle entwickelt. Auch habe sich ein Schwäche- und Schweregefühl mit Schmerzen in den Beinen
eingestellt
. Diese Symptome hätten
die Beschwerdeführerin
stark verunsichert, da sie diese mit einer mul
tiplen Sklerose in Verbindung bringe.
Eine Gesamtschau
der Abklärungen
habe
diese Diagnose
zwar
mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.
Die Beschwerdeführerin
selbst sei aber nach wie vor unsicher.
Die bekannten Beschwerden der Halswirbelsäule seien konstant und nicht wesentlich beein
trächtigend. Bei Eintritt habe sie vor allem ein konstantes Ziehen und Brennen dorsalseitig im Bereich beider Unterschenkel, teilweise auch der Oberschenkel
,
stark beschäftigt. Weiterhin beschreibe
s
ie eine allgemeine hohe Nervosität sowie Sehstörungen in Form von
Mouches
volantes
.
In der körperlichen Untersuchung
habe
sich ein sowohl internistisch als auch neurologisch unauffälliger Befund
gezeigt
. Die bei Austritt noch bestehende
„
leichte depressive Symptomatik
“
sowie die noch bestehenden
,
dissoziativ begründete
n
Körpersymptome
führten zu
eine
r
Arbeitsunfähigkeit von 70 %.
4.
8
Im Bericht des
K.___
, Klinik für Neurologie
,
vom 31. Oktober 2013 (Urk. 7/61) wurden nach einer ambulanten Untersuchung in der Notfall-Sprechstunde folgende Diagnosen gestellt:
1.
Verdacht auf
Somatisierungsstörung
-
Differenzialdiagnose: Anpassungsstörung nach Schlaganfall am 28. Februar 2013
2.
Ischämischer Hirninfarkt im Mediastromgebiet rechts am 28. Februar 2013
-
klinisch:
Monoparese des linken Armes
-
Ätiologie: ungeklärt (TOAST 5)
-
vaskuläre Risikofaktoren: keine bekannt
3.
Morbus Basedow
-
Radiojod-Therapie (2004) und
Thyreoidektomie
(2007)
-
Subst
itution mi
t
L-Thyroxin, 0.1 mg. t
äglich
4.
Verdacht auf Anpassungsstörung im Rahmen des Schlaganfalls
5.
Migräne mit Aura
-
anamnestisch bislang zwei Attacken
Nach
k
onsiliarischer Beurteilung in der Sprechstunde
für multiple Sklerose im Rahmen einer Zweitmeinung
(
am 18. Juli 2013
)
habe
sich die Beschwerde
führerin erneut vor
gestellt
.
Sie
zeige
sich ängstlich und verunsichert bezüglich der immer noch unklaren Beschwerden. Sie fühle sich seit dem Februar 2013 weiterhin geschwächt.
Sie leide an intermittierenden Schmerzen
in
den Beinen, diffusen Schmerzen am linken Arm, wechselnden Schwächegefühlen,
linksbe
tonten
Nackenschmerzen und mittigen Kreuzschmerzen.
Gemäss anamnesti
schen Angaben und klinischen Befunde
n
seien diese Beschwerden am ehesten im Rahmen einer
Somatisierungs
- beziehungsweise
somatoformen
Störung zu beurteilen, wobei allenfalls eine Anpassungsstörung nach Schlaganfall im Feb
ruar 2013 und Angst vor einer schlechten Diagnose bezüglich der im MRI gefundenen Läsionen zu Grunde liege. Die Beschwerdeführerin sei
radiologisch
sowie durch Lumbalpunktion mehrfach abgeklärt worden. Es
hätten
sich keine Hinwiese für eine multiple Sklerose
gefunden
. Von einer
wirbelsäulenchirurgi
schen
Intervention im Bereich der Halswirbelsäule sei bei Risiko einer Zunahme der Beschwerden und weiterer Belastung dringend abzuraten.
4.
9
Im Kostengutsprachegesuch an den Krankenversicherer vom 11. Mai 2014 (Urk. 3) stellte der die Beschwerdeführerin
seit August 2013
behandelnde Dr. med.
L.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und
Psychotherapie,
folgende Diagnosen:
-
Generalisierte Angststörung mit Panikattacken (ICD-10 F41.1)
-
Zerebrovaskulärer
Insult rechts im Februar 2013; Differenzialdiagnose:
mikroangi
opatische
Genese
-
Morbus Basedow
-
Radiojodtherapie 2004 und
Thyreoidektomie
2007
-
Substitutionstherapie
-
Zervikoradikuläres
Syndrom C6/C7 links
-
Lumbago
Die Beschwerdeführerin habe die erste Panikattacke als Jugendlich
e
gehabt. Seither habe die Ängstlichkeit zugenommen und es sei zu einem ausgeprägten Vermeidungsverhalten gekommen. Sie habe mehr und mehr ein Sicherheits- und Kontrollsystem aufgebaut. Die Beschwerdeführerin leide bis heute unter ausgeprägten Scham
- und Schuldgefühlen wegen ihrer Ängste
und dem daraus resultierenden Verhalten. Seit der Armlähmung im Febru
ar 2013
hätten die Ängste und Panikattacken massiv zugenommen. Es sei zu
zahlreichen
Untersu
chungen und mehreren
Hospitalisationen
gekommen. Mehr als früher leide die Beschwerdeführerin unter der Angst, an
multipler
Sklerose erkrankt zu sein. Sie stehe andauernd unter
körperlicher
Anspannung und leide auch
unter schweren Schlafstörungen.
Bei der Arbeit habe
die Beschwerdeführerin
auch
schon Ter
mine
mit
Bewohnern
des Heims
abgesagt, da sie sich nicht in der Lage gefühlt habe, diese zu begleiten.
Nicht nur die Beschwerdeführerin leide massiv unter der Symptomatik, sondern auch
die
Beziehungen seien erheblich belastet und die Arbeitsfähigkeit sei gefährdet.
Bei Fortführung der Behandlung sei d
ie Prog
nose
aber
langfristig günstig.
5.
5.1
Den
medizinischen Stellungnahmen lässt sich entnehmen, dass
die Hyp
o
thy
reose
welche 2005 zur ersten Anmeldung zum Leistungsbezug geführt hatte
bereits vor der Leistungsablehnung im Februar 2006 medikamentös eingestellt werden konnte
(vgl. E. 3
hievor
)
.
Im Jahre
2007 musste die Schilddrüse
auf
grund
eines Morbus Basedow entfernt werden
.
Unter
Hinweis auf eine
Substitu
tionstherapie
wurde das
Leiden
von den berichtenden
Ärzte
n
nur noch als Diagnose aufgeführt (Bericht
der
Dres
.
F.___
und
G.___
vom
9. April 2013, Urk. 7/45/7-8, Bericht der
K
linik
J.___
vom 9. September 2013, Urk. 7/54, Bericht des
K.___
vom 31. Oktober 2013, Urk. 7/61, Schrei
ben
des Psychiaters
Dr.
L.___
vom 11. Mai 2014, Urk. 3), weshalb davon auszu
gehen ist, dass es sich nicht auf die Leistungsfähigkeit auswirkt.
Indessen sind bei der Beschwerdeführerin i
m
massgebenden
Zeitraum nach der ersten Leistungsablehnung im Jahre 2006 gesundheitliche Probleme
wie Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule
oder andernorts
und Schwächegefühle beziehungs
weise psychische Beschwerden
aufgetreten
, durch welche sie sich
im Alltag
ein
geschränkt fühlt.
A
ls A
uslöser
für
die Beschwerden wurde
der am 28. Februar 2013 erlittene
zere
brovaskuläre
Insult
genannt
.
Dessen
Symptome
bildeten sich
aber
rasch wieder zurück (Berichte der Neurologen Dr.
D.___
vom 5. März 2013, Urk. 7/45/11-13 S. 2, und Dr.
I.___
vom 17. Mai 2013, Urk. 7/47 S. 6)
,
womit
eine dauerhafte
,
somatisch begründete Einschränkung
des Leistungsvermögens
zu verneinen ist.
5.
2
Aufgrund
der
Angst
der Beschwerdeführerin
,
ihre persistierenden Beschwerden seien auf eine Erkrankung an
multiple
r
Sklerose
zurückzuführen
, wurde sie mehrmals fachärztlich untersucht (Bericht von Dr.
D.___
vom 5. März 2013, Urk. 7/45/11-13, Bericht der
Dres
.
F.___
und
G.___
vom 9. April 2013, Urk. 7/45/7-8,
Bericht von Dr.
I.___
vom 17. Mai 2013, Urk. 7/47, Bericht des
K.___
vom 31. Oktober 2013, Urk. 7/61
)
. Auch unter diesem Gesichtspunkt konnte
indes
keine
(
somatische
)
Erklärung für die geklagten Schmerzen gefunden werden
.
Seitens der
somatisch behandelnden Ärzte
wurde die Symptomatik
am ehesten als
Somatisierun
gs
- beziehungsweise
somatoforme
Störung
interpretier
t
(Bericht von Dr.
I.___
vom 17. Mai 2013, Urk. 7/47 S. 6, Bericht des
K.___
vom 31. Oktober 2013, Urk. 7/61 S. 2)
.
5.
3
Hinsichtlich der in der Klinik
J.___
gestellten Diagnose einer Anpassungsstörung ist
im Grundsatz
festzuhalten, dass
die Anpassungsstörung
definitionsgemäss ein lediglich vorübergehendes Leiden darstellt beziehungsweise
keine hinrei
chend ausgeprägte Psychopathologie bildet; sie liegt vielmehr im Grenzbereich dessen, was überhaupt noch als krankheitswertig im Sinne des Gesetzes und potenziell invalidisierendes Leiden gelten kann
(
vgl. etwa
Bundesgerichtsurteil
8C_76/2014 vom 30. April 2014
E. 3.2 mit Hinweis auf das Urteil
9C_153/2012 vom 15.
Oktober 2012 E. 4.3).
An dieser Rechtsprechung dürfte sich mit BGE 1
41 V 281
im Ergebnis
nichts geändert haben.
Entsprechend beruht die
attestierte Arbeitsunfähigkeit von 70 %
wohl
eher
auf therapeutischen Überlegungen als auf einer Einschätzung der der Beschwerde
führerin
objektiv
zumutbaren Arbeitsleistung.
Immerhin
erachteten
die berich
tenden Fachpersonen
einen
(schrittweise)
Ausbau des Arbeitspensums als erfor
derlich (Urk. 7/54 S. 3)
, was der
Empfehlung
in Richtung
Wiedereinstieg in
eine
Erwerbstätigkeit
entspricht
.
Jedenfalls leuchtet
der
mit
der psychiatrischen Diagnose einer Anpassungsstörung
(
beziehungsweise der Differenzialdiagnose einer dissoziativen Störung
)
begründete hohe
Arbeitsunfähigkeit
sgrad aus
inva
lidenversicherungsrechtlicher
Sicht nicht ein (zur
Aufgabenteilung
zwischen
rechtsanwendender Stelle und begutachtender Arztperson bei der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit für den Anspruch auf Invalidenrente
vgl.
BGE 140 V 193 E. 3.1 und 3.2).
5.
4
M
it Bezug auf die
vom
behandelnden
Psychiater Dr.
L.___
diagnostizierte
Angst
störung
mit Panikattacken
nach ICD-10 F41.1 (zur grundsätzlichen Über
prüf- bzw. Objektivierbarkeit einer generalisierten Angststörung
Bundesge
richtsurteil
8C_371/2014 vom 2
9.
September 2014 E. 5.2.1; zu den erhöhten Anforderungen an die Diagnosestellung vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1)
ergibt sich
,
dass die Beschwerdeführerin
bereits
seit der Jugend an Ängsten
und
Panikattacken leidet.
D
adurch
waren
aber
offenbar weder die Erwerbsfähigkeit noch die Leistung
sfähigkeit im Aufgabenbereich in relevantem
Ausmass ein
geschränkt. Die von der Beschwerdeführerin berichtete Häufung
von
Panik
attacken
nach
der vorübergehenden Armparese
(Urk. 3 S. 2) lässt sich aufgrund der
vorhande
nen
ärztlichen Stellungnahmen
nicht abschliessend
erhärten
. Im Gegensatz zur Diagnose des
Dr.
L.___
wurden während des mehrwöchigen Aufenthaltes in der Klinik
J.___
unter engmaschiger
Beobachtung und
Behand
lung zwar Ängste, jedoch ke
ine Panikattacken festgestellt.
5.
5
Seit
Februar 2011
leidet die Beschwerdeführerin an Schmerzen
im Bereich
der Halswirbelsäule, weshalb sie von ihrem Hausarzt Dr.
H.___
krankgeschrieben
wurde
(Bericht vom 28. April 2013, Urk. 7/45/1-4 S. 2). Die von Dr.
H.___
gestellte D
iagnose eines
zervikoradikulären
Syndroms C6 und C7 links
wird
durch die
ausgeprägten
Befunde des
am 1. März 2013 im
A.___
durchgeführte
n
MRI
bestätigt. Wie bereits erwähnt (E. 4.2
hievor
)
,
fan
den sich
ein
kongenital enge
r
Spinalkanal und
foramina
intervertebralia
mit hochgradigen
osteodiskalen
Foramenstenosen
C4/5, C5/6, C6/7 auf der linken Seite bei
Unkarthrose
und
foraminalen
Diskusprotrusionen
auf den Niveaus C4/5 und C6/7
mit
Kompressionen der Wurzeln C5, C6 und C7 links
sowie
eine fokale
Diskusprotrusion
C5/6
median
mit lokaler Eindellung des Duralsackes
(Urk. 7/45/14-15).
R
adiologisch erhobene Veränderungen im
Wirbelsäulenbe
fund
alleine schlagen sich
zwar
nicht notwendigerweise im
Ausmass
der funkti
onellen Einschränkung nieder
(
vgl. etwa
Bundesgerichtsurteil 8C_282/2012 vom 11. Mai 2012 E.
5).
Vorliegend
aber
wurde
-
abgesehen von der Krankschrei
bung durch den
Hausarzt Dr.
H.___
-
aus rein somatischer Sicht
wiederholt eine
Indikation zur chirurgischen Dekompression diskutiert (vgl. dazu Berichte
des Neurologen Dr
.
C.___
vom 13. April 2012, Urk. 7/38/11-12 S. 2, und
von Dr.
H.___
vom 28. April 2013, Urk. 7/45/1-4 S. 2)
.
Obwohl
im Verlauf der Zeit
verschiedene
teilweise vorübergehende
gesund
heit
liche Beschwerden
hinzukamen
,
welche
das
nach Februar 2006 diagnosti
zierte
Rückenleiden etwas in den Hintergrund
drängten,
ist mit Blick auf die ausgeprägten Befunde zumindest unklar, ob beziehungsweise inwieweit
von einer
effektiven Verbesserung
der Rücken
problematik
ausgegangen werden
kann
.
Zur Zeit
des
Aufenthaltes in der Klinik
J.___
im Juni/Juli 2013
war die
Wirbel
säule
der Beschwerdeführerin seit
längerem
nicht mehr den
Belastung
en
durch die Arbeit
als Betre
uerin in einem Behindertenheim
unterworfen
, welche
Tätigkeit
gemäss Angaben im Arbeitgeberbericht vom 24. März 2013 (Urk. 7/44) unter anderem auch die Raum- und
Umfeldpflege
sowie die Körperpflege
erwachsener
Bewohner
umfasst
e
.
5.
6
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass
seit der ersten
Leistungsablehnung
Ende Februar
2006
gesundheitliche Beeinträchtigungen
(namentlich
Rückenbe
schwerden
)
neu hinzugetreten sind
, deren Auswirkungen auf
das tatsächliche Leistungsvermögen
nicht abschliessend beurteilt werden
können
.
Die
Sache ist daher
zur umfassenden
externen
(somatischen und psychiatrischen)
Begutach
tung und zu neuem Entscheid
unter dem Blickwinkel einer ergebnisoffenen, defizit- und ressourcenorientierten Beurteilung
an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.
6.
Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr.
800
.
festzulegen und ausgangsgemäss von der
Beschwerdegegnerin
zu tragen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung vom
8. Mai 2014
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Leistungsanspruch neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
-
GEMINI Sammelstiftung
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubMeier-Wiesner