# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8dd37e02-df89-5370-894f-b82646d21d4b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.06.2018 E-2268/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2268-2018_2018-06-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2268/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  J u n i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richterin Andrea Berger-Fehr;   

Gerichtsschreiber Christoph Berger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Äthiopien, 

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

Postfach, 8021 Zürich,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (Mehrfachgesuch);  

Verfügung des SEM vom 19. März 2018 / N (…). 

 

 

 

E-2268/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am 14. Juni 2014 erstmals in der Schweiz 

um Asyl nach. Mit Verfügung vom 18. Juli 2016 lehnte die Vorinstanz das 

Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete 

den Vollzug an. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesver-

waltungsgericht mit Urteil E-5056/2016 vom 20. Februar 2017 ab. 

B.  

Mit Eingabe vom 12. Februar 2018 suchte der Beschwerdeführer bei der 

Vorinstanz unter Beilage einer Dokumentation seiner exilpolitischen Tätig-

keiten erneut um Asyl nach. 

C.  

Mit Verfügung vom 19. März 2018, eröffnet am 20. März 2018, stellte die 

Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz, beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Vollzug der Weg-

weisung, erhob eine Gebühr und wies den Antrag auf eine Anhörung ab. 

D.  

Mit Eingabe vom 19. April 2018 reichte der Beschwerdeführer gegen die-

sen Entscheid Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein und bean-

tragt die Verfügung der Vorinstanz aufzuheben. Es sei seine Flüchtlingsei-

genschaft festzustellen und ihm gestützt auf objektive Nachfluchtgründe 

Asyl zu gewähren. Eventualtiter sei seine Flüchtlingseigenschaft festzu-

stellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die 

Sache zur rechtsgenüglichen Sachverhaltsabklärung sowie zur neuen Ent-

scheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Subsubeventualiter sei die 

Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges festzustellen und die vorläu-

fige Aufnahme anzuordnen.  

In prozessualer Hinsicht sei ihm die unentgeltliche Prozessführung zu be-

willigen und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. Es 

sei ihm in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbei-

stand zu bestellen. 

E.  

Am 24. April 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde. 

E-2268/2018 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

4.  

In der Beschwerde wird als Hauptantrag geltend gemacht, der Beschwer-

deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft gestützt auf objektive Nach-

fluchtgründe. In diesem Zusammenhang wird eine Verletzung des Unter-

suchungsgrundsatzes und der Begründungspflicht durch das SEM gerügt. 

Die Vorinstanz habe dazu lediglich festgehalten, dass in Äthiopien heute 

weder Krieg noch Bürgerkrieg oder eine Situation allgemeiner Gewalt herr-

sche und habe nur den Grenzkonflikt mit Eritrea kurz thematisiert. Dabei 

unterlasse es die Vorinstanz gänzlich, auf die aktuelle Lage in Äthiopien 

und der Heimat des Beschwerdeführers, der Oromo-Region, einzugehen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der gesetzlichen Beweismittel (Ur-

kunden, Auskünfte der Parteien, Auskünfte oder Zeugnis von Drittperso-

nen, Augenschein und Gutachten von Sachverständigen). Unrichtig ist die 

Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidri-

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Seite 4 

ger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt wor-

den sind. Die Sachverhaltsfeststellung ist demgegenüber unvollständig, 

wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen Sachumstände be-

rücksichtigt werden (KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und 

Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 630). Das Verwal-

tungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungsgrundsatz be-

herrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Behörde von Am-

tes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserhebli-

chen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwendigen Unter-

lagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzuklären und 

ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (BVGE 2015/10 E. 3.2 

m.w.H.). Die Behörde ist dabei jedoch nicht verpflichtet, zu jedem Sachver-

haltselement umfangreiche Nachforschungen anzustellen. Zusätzliche Ab-

klärungen sind vielmehr nur dann vorzunehmen, wenn sie aufgrund der 

Aktenlage als angezeigt erscheinen (vgl. dazu CHRISTOPH AUER, in: 

Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, Rz. 15 zu Art. 12; BENJAMIN SCHIND-

LER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], a.a.O., Rz. 28 zu Art. 49).  

5.2 Ende April 2014 kam es im Oromia Regional State zu ersten Protesten, 

Festnahmen und Schiessereien mit einer unbekannten Anzahl von Opfern 

anlässlich eines Masterplans der Behörden, gemäss welchem die admi-

nistrativen Grenzen von Addis Abeba auf Kosten des Oromia Regional 

State hätten ausgedehnt werden sollen. In den folgenden Monaten inten-

sivierten sich diese Proteste, und zwischen dem 15. November 2015 und 

15. Mai 2016 wurden gemäss einer Namensliste von Human Rights Watch 

(HWR) mindestens 314 Personen getötet (vgl. HRW, Ethiopia: Brutal 

Crackdown on Protests, 5. Mai 2014, gefunden auf 

https://www.hrw.org/news/2014/05/05/ethiopia-brutal-crackdown-protests, 

abgerufen am 8. Mai 2018; HRW, "Such a Brutal Crackdown": Killings and 

Arrests in Response to Ethiopia's Oromo Protests, 15. Juni 2016, 

https://www.hrw.org/sites/default/files/report_pdf/ethiopia0616web.pdf, ab-

gerufen am 8. Mai 2018). Am 16. April 2016 wurde unter der 2009 einge-

führten Anti-Terrorism Proclamation (ATP) eine Gruppe von 22 Personen 

sowie weitere Oppositionspolitiker und Medienschaffende wegen Terroris-

mus angeklagt. Ihnen wurde unter anderem eine Mitgliedschaft in der ver-

botenen Oromo Liberation Front (OLF), Aufruf zu Gewalt und Schuld am 

Tod von Zivilisten sowie die Zerstörung von Eigentum anlässlich der  

Oromo-Proteste in den Städten Ambo und Adama vorgeworfen (Addis 

Standard [Addis Abeba], Breaking – Ethiopia charges prominent opposition 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2015/10
https://www.hrw.org/

E-2268/2018 

Seite 5 

member Bekele Gerba, others with terrorism, gefunden auf http://ad-

disstandard.com/breaking-ethiopia-charges-prominent-opposition-mem-

ber-bekele-gerba-others-with-terrorism/, abgerufen am 8. Mai 2018). An-

fang Oktober 2016 kam es bei einer Demonstration der Oromo gegen die 

Regierung aufgrund des gewaltsamen Vorgehens der Polizei zu einer Mas-

senpanik, bei der mindestens 55 Personen starben. In der Folge verhängte 

die Regierung am 9. Oktober 2016 einen sechsmonatigen Ausnahmezu-

stand (http://www.bbc.com/news/world-africa-37600225, abgerufen am    

8. Mai 2018). Am 11. November 2016 informierte das State of Emergency 

Inquiry Board, es seien 11'607 Personen festgenommen worden (Fana 

Broadcasting Corporate (FBC), Inquiry Board says 11,607 people arrested 

under emergency law, 11. November 2016, http://www.fanabc.com/eng-

lish/index.php/news/item/7370-inquiry-board-says-11,-607-people-arrest-

ed-under-emergency-law, abgerufen am 8. Mai 2018). Am 11. November 

2016 verhafteten Sicherheitsbeamte des Command Post den Menschen-

rechtsaktivisten und Blogger Befeqadu Hailu, der Mitglied der regierungs-

kritischen Blogger-Gruppe Zone9 ist (Addis Standard [Addis Abeba], News: 

Ethiopian security re-arrest rights activist, zone9 blogger Befeqadu Hailu, 

11. November 2016, http://addisstandard.com/ethiopian-security-re-arrest-

rights-activist-zone9-blogger-befeqadu-hailu/, abgerufen am 8. Mai 2018).  

Am 4. August 2017 wurde der Ausnahmezustand beendet und Anfang die-

ses Jahres kündigte der Präsident Äthiopiens an, alle politischen Gefange-

nen freilassen zu wollen (Neue Zürcher Zeitung [NZZ], Äthiopien kündigt 

die Freilassung aller politischer Gefangenen an, 4. Januar 2018, 

https://www.nzz.ch/international/aethiopien-kuendigt-die-freilassung-aller-

politischer-gefangenen-an-ld.1344399, abgerufen am 8. Mai 2018; Al 

Jazeera, Ethiopia lifts state of emergency imposed in October, 5. Oktober 

2017, http://www.aljazeera.com/news/2017/08/ethiopia-lifts-state-emer-

gency-imposed-october-170805044440548.html, abgerufen am 8. Mai 

2018). Zwischenzeitlich wurde nach dem Rücktritt des Premierministers 

am 2. März 2018 erneut der Ausnahmezustand ausgerufen (The Washing-

ton Post, Under a new state of emergency, Ethiopia is on the brink of crisis, 

again, 3. März 2018, https://www.washingtonpost.com/world/africa/under-

a-new-state-of-emergency-ethiopia-is-on-the-brink-of-crisis-again/2018/03 

/03/5a887156-1d8f-11e8-98f5-ceecfa8741b6_story.html?noredirect=on& 

utm_term=.c1fdb4264b3a, abgerufen am 9. Mai 2018; Al Jazeera, Ethio-

pia: More than 1,100 detained under state of emergency 

https://www.aljazeera.com/news/2018/03/ethiopia-1100-detained-state-

emergency-180331172753820.html). 

https://www.washingtonpost.com/world/africa/under-a-new-state-of-emergency-ethiopia-is-on-the-brink-of-crisis-again/2018/03%20/03/5a887156-1d8f-11e8-98f5-ceecfa8741b6_story.html?noredirect=on&%20utm_term=.c1fdb4264b3a
https://www.washingtonpost.com/world/africa/under-a-new-state-of-emergency-ethiopia-is-on-the-brink-of-crisis-again/2018/03%20/03/5a887156-1d8f-11e8-98f5-ceecfa8741b6_story.html?noredirect=on&%20utm_term=.c1fdb4264b3a
https://www.washingtonpost.com/world/africa/under-a-new-state-of-emergency-ethiopia-is-on-the-brink-of-crisis-again/2018/03%20/03/5a887156-1d8f-11e8-98f5-ceecfa8741b6_story.html?noredirect=on&%20utm_term=.c1fdb4264b3a
https://www.washingtonpost.com/world/africa/under-a-new-state-of-emergency-ethiopia-is-on-the-brink-of-crisis-again/2018/03%20/03/5a887156-1d8f-11e8-98f5-ceecfa8741b6_story.html?noredirect=on&%20utm_term=.c1fdb4264b3a

E-2268/2018 

Seite 6 

5.3 Aus den vorangehenden Berichten ergibt sich, dass sich die Situation 

in Äthiopien seit Beginn der Unruhen wesentlich verändert hat. Die zahlrei-

chen Festnahmen von Regimegegnern und Oppositionellen haben die  

Oromo in Bedrängnis gebracht. Aus der vorinstanzlichen Verfügung geht 

jedoch nicht hervor, ob diese Unruhen bei der Rückkehr des Beschwerde-

führers Auswirkungen haben könnten und wenn ja, welche. Die Vorinstanz 

wäre gehalten gewesen, die jüngsten Ereignisse in Äthiopien im Zusam-

menhang mit den vom Beschwerdeführer geltend gemachten exilpoliti-

schen Tätigkeiten als allfälligen objektiven beziehungsweise subjektiven 

Nachfluchtgrund sowie unter dem Gesichtspunkt von Vollzugshindernissen 

zu prüfen. Sie hätte dies in die Entscheidbegründung einfliessen lassen 

müssen (hierzu auch Urteile des BVGer E-1345/2018 vom 22. März 2018, 

E-6762/2017 vom 22. Februar 2018, E-243/2018 vom 30. Januar 2018,    

D-2399/2017 vom 26. Oktober 2017 sowie E-2545/2018 vom 16. Mai 

2018). Der Beschwerdeführer hat zudem die sich verschlimmernde Lage 

für die Oromo in Äthiopien im Mehrfachgesuch ausdrücklich erwähnt und 

insbesondere auch auf die neusten Entwicklungen hingewiesen. In Anbe-

tracht der von ihm angeführten Lageveränderung genügt es nicht, wenn 

die Vorinstanz diese bei der Beurteilung der exilpolitischen Aktivitäten aus-

blendet und sich zur Frage des Wegweisungsvollzugs lediglich auf das 

Friedensabkommen zwischen Eritrea und Äthiopien aus dem Jahr 2000 

beruft.  

5.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Untersu-

chungsgrundsatz und die Begründungspflicht verletzt hat, indem sie die 

jüngsten Ereignisse in Äthiopien gänzlich ausser Acht gelassen und nicht 

in die Entscheidbegründung einfliessen hat lassen. Es erübrigt sich somit, 

auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde einzugehen. 

6.   

6.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist (vgl. PHILIPPE WEISSENBERGER/ASTRID HIRZEL, Praxiskommentar 

Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 2016, Art. 61 VwVG, N 16 S.1264). 

Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätzlich zwar 

auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, wenn dies 

im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht erscheint; sie 

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Seite 7 

muss dies aber nicht, zumal dem Beschwerdeführer dadurch eine Instanz 

verloren ginge (vgl. BVGE 2015/10 E. 7.1). 

6.2 Angesichts der komplexen politischen Situation und des damit verbun-

denen Abklärungsaufwands ist die angefochtene Verfügung aus formellen 

Gründen aufzuheben und die Sache in Anwendung von Art. 61 Abs. 1 

VwVG an die Vorinstanz zurückzuweisen. Diese ist anzuweisen, sich vor 

dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage in Äthiopien insbesondere 

zum Vorliegen allfälliger subjektiver oder objektiver Nachfluchtgründe so-

wie von Vollzugshindernissen zu äussern und über die Sache neu zu be-

finden. 

7.  

Die Beschwerde ist gutzuheissen. Die vorinstanzliche Verfügung vom 

19. März 2018 ist aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur 

Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG). 

8.2 Beim vorliegenden Ausgang des Verfahrens sind die Begehren um Be-

willigung der unentgeltlichen Prozessführung, um Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses und um Bestellung des Rechtsvertreters 

als unentgeltlicher Rechtsbeistand gegenstandlos geworden. 

8.3 Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens 

in Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde 

keine Kostennote zu den Akten gereicht, weshalb die notwendigen Partei-

kosten aufgrund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine 

VGKE). Gestützt auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren 

(Art. 9–13 VGKE) ist dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht zu Lasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-

gung von pauschal Fr. 650.– auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Verfügung des SEM vom 19. März 2018 wird aufgehoben und die Sa-

che im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 650.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Gabriela Freihofer Christoph Berger 

 

 

 

 

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