# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 54a31359-5ebc-5c2e-92a4-3d8f86d2c454
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.02.2021 100 2019 426
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2019-426_2021-02-19.pdf

## Full Text

100.2019.426U
HER/TMA/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Februar 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Herzog, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiber Trummer

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …

Beschwerdeführerin

gegen

Anwaltsprüfungskommission des Kantons Bern
Hochschulstrasse 17, Postfach, 3001 Bern

betreffend Nichtbestehen des schriftlichen Teils der Anwaltsprüfung 
(Notenblatt der Anwaltsprüfungskommission des Kantons Bern vom 
26. November 2019; APK 19 111)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2021, Nr. 100.2019.426U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________ legte im Oktober 2019 den schriftlichen Teil der Anwaltsprüfung 
im Kanton Bern zum zweiten Mal ab. Sie erzielte in den drei Prüfungen die 
Noten 4,5 (Staats-, Verwaltungs- oder Steuerrecht), 3,5 (Strafrecht) und 3,5 
(Nationales und internationales Privatrecht mit Einschluss des Schuldbe-
treibungs- und Konkursrechts sowie der Schiedsgerichtsbarkeit [nachfol-
gend kurz: Privatrecht]), was einen Notendurchschnitt von 3,83 ergibt. Auf-
grund dieses Ergebnisses hat A.________ den schriftlichen Prüfungsteil 
nicht bestanden (Notenblatt vom 26.11.2019).

B.

Am 23. Dezember 2019 hat A.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde 
erhoben. Sie beantragt, die Verfügung der Anwaltsprüfungskommission vom 
26. November 2019 sei aufzuheben bzw. dahin abzuändern, dass die Prü-
fung im Fach Privatrecht mit der Note 4,0 bewertet werde, es sei festzustel-
len, dass sie damit einen genügenden Notendurchschnitt im schriftlichen Teil 
der Anwaltsprüfung 2019/II vorweisen könne, und sie sei zu den mündlichen 
Anwaltsprüfungen zuzulassen. Eventuell sei die Sache zur Wiederer-
wägung, zur Neukorrektur und zur Neubewertung durch zwei neue Expertin-
nen oder Experten und zum Erlass einer neuen Notenverfügung unter 
Berücksichtigung der Grenzfallregelung an die Anwaltsprüfungskommission 
zurückzuweisen. Subeventuell sei ihre Privatrechtsprüfung durch unbefan-
gene Drittexperten korrigieren und bewerten zu lassen. In prozessualer Hin-
sicht hat die Beschwerdeführerin beantragt, das Beschwerdeverfahren sei 
bis zum Entscheid der Anwaltsprüfungskommission über ihr Wiedererwä-
gungsgesuch zu sistieren.

Die Anwaltsprüfungskommission beantragt mit Vernehmlassung vom 
12. Februar 2020 die Abweisung der Beschwerde. Zum Sistierungsantrag 
hat sie mitgeteilt, dass sie am 28. Januar 2020 auf das Wiedererwägungs-

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gesuch nicht eingetreten ist. Der Antrag auf Verfahrenssistierung wurde da-
mit gegenstandslos.

Mit Replik vom 24. April 2020 bzw. Duplik vom 22. Juni 2020 halten die Ver-
fahrensbeteiligten an ihren Rechtsbegehren in der Sache fest. Am 28. Juli 
2020 hat die Beschwerdeführerin Schlussbemerkungen eingereicht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig (vgl. auch Art. 6 Abs. 1 des Kantonalen Anwaltsgesetzes vom 
28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]). Die Beschwerdeführerin hat am vor-
instanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfü-
gung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-
hebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Die Bestimmungen über 
Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die 
Beschwerde ist unter Vorbehalt von E. 1.2 hiernach einzutreten.

1.2 Soweit die Beschwerdeführerin beantragt, es sei festzustellen, dass 
sie mit der Note 4,0 in der Privatrechtsprüfung einen genügenden Noten-
durchschnitt im schriftlichen Teil der Anwaltsprüfung vorweisen kann, ist auf 
die Beschwerde nicht einzutreten. Diesem Anliegen kann mit dem rechts-
gestaltenden Begehren auf Anhebung der Note im Fach Privatrecht auf 4,0 
vollständig Rechnung getragen werden. Es fehlt deshalb an einem schutz-
würdigen Feststellungsinteresse (vgl. BVR 2018 S. 310 E. 7.3, 2016 S. 273 
E. 2.2, je mit Hinweisen).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG; vgl. auch Art. 6 Abs. 2 
KAG). Soweit es um die Beurteilung von Prüfungsleistungen geht, auferlegt 

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es sich im Rahmen der Rechtskontrolle praxisgemäss eine gewisse Zurück-
haltung, weil es wesentliche Sachumstände nicht genügend namhaft ma-
chen kann, um sie gleich kompetent zu würdigen wie die verfügende Instanz. 
Es beschränkt sich darauf zu untersuchen, ob die Prüfungsaufgabe dem vor-
geschriebenen Prüfungsgegenstand entspricht, die Transparenz (Nachvoll-
ziehbarkeit) des konkreten Bewertungsvorgangs gewährleistet ist und ob 
sich die Prüfungsbehörde bei der Begründung der Leistungsbewertung von 
sachlichen Überlegungen hat leiten lassen. Diese Zurückhaltung auferlegt 
sich das Verwaltungsgericht auch dann, wenn es – wie etwa bei juristischen 
Prüfungen – aufgrund seiner Fachkenntnisse zu einer weitergehenden Prü-
fung befähigt wäre. Steht nicht die konkrete Bewertung einer Prüfungsleis-
tung in Frage, sondern ist die Auslegung und Anwendung von Rechtssätzen 
strittig oder werden Verfahrensmängel gerügt, prüft das Verwaltungsgericht 
die erhobenen Einwendungen im Rahmen seiner gesetzlichen Kognition 
(Rechtskontrolle) uneingeschränkt (vgl. BVR 2012 S. 152 E. 1.2, 2011 
S. 324 E. 4.2; BGE 136 I 229 E. 5.4.1; Ruth Herzog, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 80 N. 16, 
Art. 66 N. 20).

2.

2.1 Die bernische Anwaltsprüfung besteht aus einem schriftlichen und 
einem mündlichen Teil; Kandidatinnen und Kandidaten, die den schriftlichen 
Teil bestanden haben, werden zum mündlichen Teil zugelassen (Art. 10 
Abs. 1 der Verordnung vom 25. Oktober 2006 über die Anwaltsprüfung 
[APV; BSG 168.221.1]). Die Prüfung wird von einer Prüfungskommission 
durchgeführt, die auch über das Bestehen der Prüfung entscheidet (Art. 3 
Abs. 1 KAG). Die Prüfungsleistungen werden nach einer Notenskala von 1 
bis 6 bewertet, wobei genügende Prüfungsleistungen mit Noten von 4 bis 6 
bewertet werden (6 = ausgezeichnet; 5,5 = sehr gut; 5 = gut; 4,5 = befriedi-
gend; 4 = ausreichend), ungenügende Leistungen mit Noten zwischen 1 und 
3,5 (Art. 16 Abs. 1 und 2 APV). Nach Abschluss des schriftlichen bzw. münd-
lichen Teils stellt das Sekretariat der Anwaltsprüfungskommission die Noten 
der einzelnen Fächer zusammen. Die Noten werden auf Vorschlag der prü-
fenden Expertinnen und Experten durch die Anwaltsprüfungskommission 

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festgesetzt (Art. 17 APV). Der schriftliche Teil ist bestanden, wenn der No-
tendurchschnitt mindestens 4,0 beträgt und nicht mehr als eine ungenü-
gende Note vorliegt (Art. 16 Abs. 3 APV).

2.2 Die Beschwerdeführerin hat im Oktober 2019 im schriftlichen Teil der 
Anwaltsprüfung zwei ungenügende Noten und einen Notendurchschnitt von 
3,83 erreicht und damit die schriftliche Prüfung nicht bestanden. Da sie im 
zweiten Versuch erfolglos war, ist die ordentliche Wiederholungsmöglichkeit 
nach Art. 20 Abs. 1 APV ausgeschöpft. – Strittig ist einzig die Bewertung der 
schriftlichen Privatrechtsprüfung. Die Noten der zwei weiteren schriftlichen 
Prüfungen beanstandet die Beschwerdeführerin nicht (vgl. vorne Bst. B).

2.3 Gegenstand der schriftlichen Privatrechtsprüfung bildete die Anfech-
tung eines (Kauf-)Vertrags wegen absichtlicher Täuschung und eine damit 
verbundene Schadenersatzklage. Die Kandidatinnen und Kandidaten hatten 
die Aufgabe, das Urteil des zuständigen Gerichts zu verfassen (act. 4A Bei-
lage 1). Für die Prüfungskorrektur war ein vom Verfasser der Aufgabe er-
stelltes Korrekturschema massgeblich. Das Schema gibt zum einen vor, für 
welche Teilbereiche wie viele Punkte maximal erzielt werden können (Teil-
bereiche [je in Themen gegliedert]: Formelles [inkl. Rubrum], Materielles, 
Kosten/Dispositiv/weiche Punkte). Zum anderen legt es innerhalb der Teil-
bereiche bzw. Themen stichwortartig fest, welche Antworten («rechtliche 
Argumentation») erwartet und mit wie vielen Punkten sie maximal bewertet 
werden. Gesamthaft konnten 144 Punkt erzielt werden (act. 4A Beilage 4). 
Gemäss Notenskala wird bei 62 bis 73,5 Punkten die Note 3,5 und bei 74 bis 
85,5 Punkten die Note 4 erteilt (act. 4A Beilage 3).

3.

3.1 In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung des 
rechtlichen Gehörs. Sie bringt vor, es sei ihr erschwert worden, Beschwerde 
zu führen. Nahezu 20 Tage seien vergangen, bis sie von den Experten alle 
Unterlagen erhalten habe. Durch diese Verzögerung habe sie nicht ausrei-
chend Zeit gehabt, um eine Beschwerde zu formulieren. Im Übrigen sei sie 
zur Beschwerdeführung gezwungen worden, um überhaupt eine nachvoll-

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ziehbare Begründung der Bewertung erhältlich zu machen; eine solche liege 
bis heute nicht vor (Beschwerde S. 12 f.; Replik S. 3 und 6).

3.2 Aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 Abs. 2 der Bundes-
verfassung [BV; SR 101]; Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern 
[KV; BSG 101.1]; Art. 21 ff. VRPG) folgt auch die grundsätzliche Pflicht der 
Behörden, ihren Entscheid zu begründen (Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG; 
BGE 142 I 135 E. 2.1; BVR 2016 S. 402 E. 6.2). Im Allgemeinen muss die 
Begründung zumindest so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfü-
gung oder den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten können 
(statt vieler BGE 143 III 65 E. 5.2, 136 I 184 E. 2.2.1; BVR 2018 S. 341 
E. 3.4.2). Bei bildungsrechtlichen Leistungsbeurteilungen kommt die Be-
hörde dieser Verpflichtung nach, wenn sie dem oder der Betroffenen kurz 
darlegt, welche Lösungen bzw. Problemanalysen erwartet wurden und in-
wiefern die Antworten den Anforderungen nicht zu genügen vermochten. Die 
nähere Begründung der einzelnen Noten kann die Behörde auch nachträg-
lich beibringen, sei es in mündlicher Form im Rahmen eines Prüfungsge-
sprächs, sei es mittels schriftlicher Stellungnahme in einem allfälligen 
Rechtsmittelverfahren, sofern der oder die Betroffene Gelegenheit zur Stel-
lungnahme erhält (BVR 2016 S. 445 E. 3.3, 2012 S. 326 E. 4.1 mit Hinwei-
sen; BGer 2C_1004/2017 vom 29.5.2018 E. 3.1).

3.3 Der Umstand, dass es nahezu 20 Tage gedauert hat, bis der Be-
schwerdeführerin die kompletten Prüfungsunterlagen vorgelegen haben, 
blieb unbestritten. Sie erhielt vom korrigierenden Erstexperten das Korrek-
turschema mit der jeweiligen Bewertung (Punkteverteilung) des Erst- und 
des Zweitexperten zugestellt (vgl. act. 4A Beilage 4; Beschwerdebeilage 
[BB] 6). Die Prüfungsbehörde gewährte ihr auch Einsicht in ihre schriftliche 
Prüfungsarbeit. Zudem fand eine mündliche Prüfungsbesprechung mit den 
beiden Experten statt (vgl. Art. 18a APV; BB 7 und 8). Im Anschluss daran 
gingen die Experten im Rahmen eines Austauschs per E-Mail nochmals auf 
Fragen der Beschwerdeführerin ein (act. 4A Beilage 11). Am 23. Dezember 
2019, sieben Tage vor Ablauf der Beschwerdefrist, reichte die Beschwerde-
führerin anwaltlich vertreten die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein. Sie 
rügt darin in materieller Hinsicht namentlich eine rechtsfehlerhafte Prüfungs-
bewertung und eine Verletzung der sogenannten Grenzfallpraxis. Vor 

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diesem Hintergrund ist nicht erkennbar, inwiefern die Experten ihr die Be-
schwerdeführung derart erschwert haben sollen, dass darin eine Gehörsver-
letzung liegt. Im Übrigen konnte sie ihre mit Beschwerde erhobene Kritik im 
Rahmen des zweiten Schriftenwechsels in Kenntnis der (schriftlichen) Ent-
scheidgründe ergänzen. Mit den Prüfungsunterlagen, dem Prüfungsge-
spräch samt E-Mail-Austausch und der Vernehmlassung lag schliesslich 
auch eine genügende Begründung der kritisierten Note vor; dass die Begrün-
dung nachgeliefert werden kann, ist im Prüfungsrecht anerkannt (E. 3.2 hier-
vor). Die Beschwerdeführerin hat das ungenügende Prüfungsergebnis denn 
auch sachgerecht anfechten können. Ob die Bewertung sachlich nachvoll-
ziehbar ist, ist Gegenstand der materiellen Prüfung. Insgesamt wurde das 
rechtliche Gehör nicht verletzt.

4.

Der Sachverhalt stellt sich im Wesentlichen wie folgt dar:

Die schriftliche Privatrechtsprüfung der Beschwerdeführerin wurde vor-
schriftsgemäss durch zwei Mitglieder der Anwaltsprüfungskommission korri-
giert (Art. 14 Abs. 2 APV). Die Arbeit wurde mit 68 Punkten (Experte 1) bzw. 
mit 73,5 Punkten (Experte 2) bewertet; beide Gesamtpunktzahlen entspre-
chen gemäss Notenskala der Note 3,5 (act. 4A Beilagen 3 und 4). Diese 
Note wurde der Beschwerdeführerin mit Notenblatt vom 26. November 2019 
eröffnet (vorne Bst. A). Nachdem sich die Beschwerdeführerin aufgrund des 
ungenügenden Ergebnisses bei der Anwaltsprüfungskommission gemeldet 
hatte, ging das Expertenteam am 3. Dezember 2019 ihre Prüfungsarbeit 
nochmals gemeinsam im Detail durch und gelangte (erneut) zum Schluss, 
dass die Arbeit klar ungenügend sei. Der Experte 1 teilte dies der Beschwer-
deführerin umgehend telefonisch mit. Noch gleichentags liess er ihr zudem 
per E-Mail das Korrekturschema mit den detaillierten Bewertungen (Punkte-
verteilung) der beiden Experten zukommen (BB 6; act. 4A Beilagen 9 und 
10; Vernehmlassung S. 2; vorne E. 3.3). Am 13. Dezember 2019 traf sich die 
Beschwerdeführerin mit ihnen zur mündlichen Prüfungsbesprechung. An 
dieser Besprechung räumte der Experte 2 ein, er habe zwar eine Teilantwort 
übersehen (Schadenersatzklage [Verschulden]; vgl. BB 14 S. 10 unten); 

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rechne man einen halben Punkt an, habe die Beschwerdeführerin mit 74 
Punkten «theoretisch» die Note 4 erreicht. Beide Experten machten an der 
Besprechung aber klar, dass sie an der Note 3,5 festhalten (vgl. Beschwerde 
S. 5; Vernehmlassung S. 3 und 6; Duplik S. 1 f.). Nach der Besprechung 
gingen sie im Rahmen eines E-Mail-Austauschs nochmals auf Fragen der 
Beschwerdeführerin ein (BB 11 und 12). Der Experte 2 führte dabei aus, er 
habe «aufgrund der Diskussion unter den Experten» seine Punkteverteilung 
nach unten auf 69,5 Punkte korrigiert (BB 12 S. 3). Der Beschwerdeführerin 
wurde daraufhin das Korrekturschema mit der revidierten Bewertung des Ex-
perten 2 zugestellt (BB 14).

5.

5.1 Die Beschwerdeführerin rügt zunächst fehlende Transparenz und un-
genügende Nachvollziehbarkeit des Bewertungsvorgangs. Die hohe Punk-
tedifferenz gemäss den Erstkorrekturen der beiden Experten könne nicht 
mehr mit dem Ermessensspielraum begründet werden. Auch hätten sie das 
Bewertungsergebnis vor Erlass der Verfügung nicht unter sich konsolidiert. 
Angesichts des Korrekturfehlers habe sie mit der (ursprünglichen) Gesamt-
punktzahl des Experten 2 die Note 4 erreicht. Es sei unverständlich, dass die 
Experten an der Prüfungsbesprechung trotzdem an der Note 3,5 festgehal-
ten haben. Schliesslich sei nicht nachvollziehbar, weshalb der Experte 2 
nach der Prüfungsbesprechung seine Bewertung um viereinhalb Punkte 
nach unten korrigiert habe (Beschwerde S. 7 ff.; Replik S. 2 ff.).

5.2 Nach Art. 14 Abs. 2 APV wird die schriftliche Prüfungsarbeit durch je 
zwei Expertinnen oder Experten bewertet. Dass es dabei zu unterschiedli-
chen Beurteilungen kommen kann, ist im Bewertungsverfahren angelegt. 
Zum einen ist den Expertinnen und Experten ein Bewertungsspielraum zu-
zubilligen. Zum anderen kann eine juristische Prüfung nicht nach einer 
naturwissenschaftlichen Methode mit exaktem Ergebnis bewertet werden. 
Kommt es zwischen den Prüfungsverantwortlichen zu Divergenzen in der 
Bewertung einzelner Leistungen, kann daher nicht ohne weiteres geschlos-
sen werden, es liege eine rechtsfehlerhafte Prüfungsbewertung vor 
(BVR 2016 S. 445 E. 3.2.1, 3.4.1). Das Zusammenwirken mehrerer Exper-

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tinnen oder Experten soll Bewertungsmängeln vorbeugen oder solche kom-
pensieren (sog. Objektivierung der Prüfungsbewertung; vgl. dazu Nie-
hues/Fischer/Jeremias, Prüfungsrecht, 7. Aufl. 2018, N. 547; BVR 2016 
S. 445 E. 3.4.1 mit Hinweisen). Jede Expertin bzw. jeder Experte hat zwar 
die schriftliche Prüfungsarbeit vollständig zur Kenntnis zu nehmen und muss 
die Leistungen jedenfalls insoweit selbst, unmittelbar und vollständig beur-
teilen, wie sie bzw. er zu einer eigenverantwortlichen Entscheidung berufen 
ist (vgl. Niehues/Fischer/Jeremias, a.a.O., N. 558; BVR 2016 S. 445 
E. 3.4.1, 2011 S. 324 E. 4.3.1). Das Zweiprüferprinzip nach Art. 14 Abs. 2 
APV schliesst aber mit ein, dass sich die Expertinnen oder Experten im An-
schluss an ihre eigenverantwortliche Beurteilung zwecks Konsolidierung des 
Bewertungsergebnisses im Hinblick auf den gemeinsamen Notenvorschlag 
(vgl. Art. 17 Abs. 2 APV) austauschen, sich mit allfälligen Bewertungsdiffe-
renzen auseinandersetzen und gegebenenfalls auch prüfen, ob eine Anhe-
bung der Note in Betracht fällt oder nicht (vgl. BVR 2016 S. 445 E. 3.4.1 mit 
Hinweisen; zum Ganzen zuletzt VGE 2018/2 vom 2.5.2018 E. 5.3, 2017/157 
vom 6.2.2018 E. 4.2).

5.3 Beide Experten haben die Privatrechtsprüfung der Beschwerdefüh-
rerin im Rahmen der Erstkorrektur entsprechend der jeweils resultierenden 
Gesamtpunktzahl mit der Note 3,5 bewertet (vorne E. 4). In den beiden Teil-
bereichen «Formelles» und «Materielles» fiel die Beurteilung des Experten 2 
(37 von maximal 48 Punkten bzw. 28,5 von maximal 84 Punkten) besser aus 
als jene des Experten 1 (36 bzw. 23 Punkte). Die Differenz betrug hier dem-
nach gesamthaft einen bzw. fünfeinhalb Punkt(e). Den Teilbereich «Kos-
ten/Dispositiv/weiche Punkte» bewertete demgegenüber der Experte 1 
(neun von maximal zwölf Punkten) um einen Punkt höher als sein Kollege 
(acht Punkte). Bei der Frage, welche Teile der Musterlösung mit wie vielen 
Punkten zu bewerten sind, kommt den Expertinnen und Experten ein Ermes-
sensspielraum zu (BGer 2D_41/2016 vom 20.1.2017 E. 2.2, 2P.252/2003 
vom 3.11.2003 E. 9.3). Insofern ist mit der Korrektur schriftlicher Prüfungs-
arbeiten regelmässig ein gewisser Beurteilungs- und Bewertungsspielraum 
verbunden; wird er pflichtgemäss, d.h. nach sachlichen Kriterien ausgeübt, 
liegt darin keine Rechtsverletzung (BVR 2016 S. 445 E. 3.2.1 [betreffend An-
waltsprüfung]). Entgegen der Beschwerdeführerin kann somit nicht einzig 
aufgrund der unterschiedlichen Punkteverteilung der Experten anlässlich der 

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Erstkorrektur auf eine rechtsfehlerhafte Prüfungsbewertung geschlossen 
werden, zumal solche Differenzen bei der Korrektur durch zwei verantwortli-
che Personen nicht ungewöhnlich sind (vgl. BVR 2016 S. 445 E. 3.4.2; 
VGE 2018/2 vom 2.5.2018 E. 5.4; für ein gegenteiliges Beispiel 
VGE 2017/157 vom 6.2.2018 E. 4.4 [Differenz von mindestens 16 Punkten – 
entsprechend einem ganzen Notenpunkt – bei einer maximalen Gesamt-
punktzahl von 112]).

5.4 Die Experten haben gemäss eigenen Angaben die Prüfungsarbeit 
der Beschwerdeführerin bereits vor der Abgabe des Notenvorschlags zuhan-
den der Anwaltsprüfungskommission gemeinsam besprochen (Notenberei-
nigungssitzung). Dabei seien sie sich einig gewesen, dass die Arbeit in einer 
Gesamtbetrachtung zweifellos ungenügend sei. Aufgrund ihrer übereinstim-
menden Benotung habe kein Anlass bestanden, die Prüfung eingehend 
durchzugehen und «Punkte zu korrigieren» (Vernehmlassung S. 8; Duplik 
S. 2 f.; act. 4A Beilage 11 S. 2 f.; vgl. auch BB 8). Die Beschwerdeführerin 
stellt diese Darstellung nicht substanziiert in Frage, weshalb für das Verwal-
tungsgericht kein Anlass besteht, daran zu zweifeln. Die Experten haben ihr 
Bewertungsergebnis somit entgegen der Beschwerdeführerin bereits im 
Rahmen der Erstkorrektur konsolidiert. Wenn sie in jenem Zeitpunkt infolge 
Einigkeit bezüglich der Benotung und des Ungenügens der Prüfungsleistung 
insgesamt davon abgesehen haben, ihre Bewertungen nochmals im Einzel-
nen durchzugehen, ist dies nicht zu beanstanden. Eine Überprüfung der Be-
wertung einzelner Positionen drängt sich vorab auf, wenn eine Differenz-
bereinigung durchgeführt werden muss; eine solche ist namentlich notwen-
dig, wenn die Notenvorstellungen der beiden Expertinnen oder Experten 
auseinandergehen oder bei einzelnen Bewertungspositionen oder Teilberei-
chen erhebliche Bewertungsdifferenzen bestehen. Beides war hier nicht der 
Fall. Aus dem vom Experten 2 zugestandenen Korrekturfehler kann die Be-
schwerdeführerin isoliert betrachtet nichts zu ihren Gunsten ableiten. Denn 
gemäss dem festgestellten Sachverhalt sind die Experten auch nach der 
(nachträglichen) detaillierten Überprüfung ihrer Beurteilung sowie in Kennt-
nis des Korrekturfehlers nicht von ihrem Standpunkt abgewichen, wonach 
die Prüfungsarbeit klar ungenügend und mit der Note 3,5 zu bewerten sei 
(vorne E. 4). Die Anwaltsprüfungskommission hat diese Beurteilung im vor-
liegenden Beschwerdeverfahren bestätigt. Die Note 4 wurde der Beschwer-

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deführerin nie zugesichert. Ohnehin wäre es mit dem Zweiprüferprinzip nach 
Art. 14 Abs. 2 i.V.m. Art. 17 Abs. 2 APV nicht vereinbar, bei einer divergie-
renden Benotung der beiden Expertinnen oder Experten ohne weiteres auf 
die höhere Note abzustellen, würde dadurch doch die Differenzbereinigung 
umgangen (vgl. BVR 2016 S. 445 E. 3.4.2).

5.5 Wenn der Experte 2 im Nachgang zur detaillierten Überprüfung der 
Leistungsbewertung im Team seine Punkteverteilung nochmals im Einzel-
nen durchgegangen ist und einzelne Positionen abweichend von seiner Erst-
korrektur bewertet hat, liegt darin keine Irregularität, welche die Gesamtbe-
wertung in Frage stellt. Zum einen kann die Nachvollziehbarkeit der Leis-
tungsbewertung auch noch nachträglich, gegebenenfalls im Rechtsmittelver-
fahren, hergestellt werden (vorne E. 3.2). Zum andern sind die Gründe für 
das Vorgehen des Experten 2 nachvollziehbar: Er sah sich dazu nach Er-
kennen eines Korrekturfehlers und der Nachfragen der Beschwerdeführerin 
im Interesse der Transparenz und Nachvollziehbarkeit seiner Aussage ver-
anlasst, er habe zunächst zu wohlwollend Punkte verteilt (vgl. Vernehmlas-
sung S. 5). Er reduzierte denn auch nicht einfach seine Gesamtpunktzahl, 
sondern nahm bei einzelnen Bewertungspositionen Anpassungen vor. Inwie-
fern er dabei sein Ermessen überschritten haben soll (vgl. Replik S. 3), legt 
die Beschwerdeführerin nicht schlüssig dar. Ihr blosser Verdacht, das Vor-
gehen des Experten 2 erscheine als «versuchter Aufbau einer Verteidi-
gungsstrategie» (Beschwerde S. 8), genügt nicht, um auf ein willkürliches 
Korrekturverhalten zu schliessen. Aus der Nachkorrektur des Experten 2 
kann somit nicht auf einen rechtsfehlerhaften Bewertungsvorgang geschlos-
sen werden. Die Beschwerdeführerin scheint denn auch selber davon aus-
zugehen, dass das revidierte Korrekturschema massgeblich ist (vgl. Replik 
S. 6). Im Übrigen hat der Experte 2 damit, anders als die Beschwerdeführe-
rin meint (vgl. Replik S. 4), auch den Korrekturfehler behoben (BB 14 S. 10 
unten [«Verschulden»]). Entgegen ihrer Ansicht (vgl. Beschwerde S. 10; 
Replik S. 3) hat somit (auch) der Experte 2 die Prüfungsarbeit vollständig zur 
Kenntnis genommen.

5.6 Nach dem Erwogenen hat die Prüfungsbehörde die schriftliche Arbeit 
der Beschwerdeführerin insgesamt hinreichend transparent und nachvoll-
ziehbar bewertet. Rechtsfehler im Bewertungsvorgang liegen nicht vor. Zu-

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dem ist nicht erkennbar, dass das Zweiprüferprinzip hier seinen Zweck, Ob-
jektivierung der Prüfungsbewertung, nicht erfüllt hätte. Ob die von der 
Beschwerdeführerin kritisierte Punkteverteilung einzelner Bewertungsposi-
tionen der Rechtskontrolle standhält, ist eine andere Frage und nachfolgend 
zu prüfen (vgl. dazu E. 6 hiernach).

6.

6.1 Die Beschwerdeführerin rügt weiter die rechtsfehlerhafte und insbe-
sondere rechtsungleiche Bewertung diverser Positionen der Prüfung. – Das 
allgemeine Gleichbehandlungsgebot (Art. 8 BV und Art. 10 Abs. 1 KV) 
schliesst den Grundsatz der Chancengleichheit ein. Dieser Grundsatz ist für 
die Prüfungsgestaltung wegleitend, indem für alle Beteiligten möglichst glei-
che Bedingungen geschaffen werden sollen (BVR 2016 S. 387 E. 5.2, 2012 
S. 165 E. 5.1.1 mit Hinweisen). Ist ein Korrekturschema vorhanden, müssen 
die Expertinnen und Experten dieses rechtsgleich auf alle Kandidatinnen und 
Kandidaten anwenden (vgl. BGer 2D_68/2019 vom 12.5.2020 E. 6.1; 
BVR 2010 S. 49 E. 3.3.1, je betreffend Anwaltsprüfung). Dennoch verbleibt 
ihnen auch bei schriftlichen Prüfungen mit einem Korrekturschema regel-
mässig ein gewisser Beurteilungs- und Bewertungsspielraum (vorne E. 5.3). 
Ihnen kommt Ermessen zu bei der Frage, welche Teile der Musterlösung 
bzw. des Korrekturschemas mit wie vielen Punkten zu bewerten sind und ob 
allenfalls für Antworten, die in der Musterlösung nicht enthalten sind, Zusatz-
punkte zu vergeben sind (BVR 2016 S. 445 E. 3.2.1 mit Hinweis). Sodann 
ist zwangsläufig mit gewissem Ermessen verbunden, wie fehlende oder 
(qualifiziert) falsche Antworten zu bewerten sind (VGE 2018/160 vom 
25.1.2019 E. 3.1, 2018/159 vom 18.10.2018 E. 5.2.1 mit Hinweisen). Letzt-
lich kann eine juristische Prüfung nicht nach einer naturwissenschaftlichen 
Methode mit exaktem Ergebnis bewertet werden (BVR 2016 S. 445 E. 3.2.1, 
2016 S. 97 E. 5.4; vorne E. 5.2). Bei der Anwaltsprüfung, die den Zweck hat, 
die fachliche Eignung der jeweiligen zu prüfenden Personen für den Anwalts-
beruf zu beurteilen, ist allemal massgebend, ob die einzelne Kandidatin oder 
der einzelne Kandidat die entsprechende Eignung besitzt (vgl. 
BGE 121 I 225 E. 2c; VGE 2018/159 vom 18.10.2018 E. 5.2.1, 2016/181 
vom 16.2.2017 E. 5.3 [bestätigt durch BGer 2D_14/2017 vom 8.6.2017]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2021, Nr. 100.2019.426U, 
Seite 13

6.2 Die Beschwerdeführerin kritisiert vorab, die Experten 1 und 2 hätten 
beim Thema der Feststellungsklage (klägerisches Subeventualbegehren) 
generell niemandem Punkte erteilt, weil sie nicht gewusst hätten, welche Ant-
wort hier vom Prüfungssteller erwartet worden sei. Dadurch seien sie und die 
weiteren von diesem Expertenteam beurteilten Kandidatinnen und Kandida-
ten benachteiligt worden (Beschwerde S. 10 ff.).

6.2.1 Das hier verwendete Korrekturschema sieht für die Feststellungs-
klage keine «regulären» Punkte vor. In der Spalte mit der erwarteten Antwort 
(«rechtliche Argumentation») hält der Prüfungssteller jedoch Folgendes fest 
(vgl. act. 4A Beilage 4 S. 11 [Hervorhebung im Original]):

«Diskussion betreffend Feststellungsklage in materieller Hinsicht: Scha-
den noch nicht eingetreten, Abweisung der Klage

(Hinweis für Korrektur: Bei guter Begründung – bei Eventualbegrün-
dung oder falls Eintreten angenommen wird – bis zu 2 Bonuspunkte).»

Die Anwaltsprüfungskommission bestätigt implizit, dass die Experten 1 und 
2 bei dieser Bewertungsposition aufgrund einer Unklarheit generell keine 
Punkte verteilt haben. In die maximale Gesamtpunktzahl von 144 seien diese 
möglichen zwei Bonuspunkte jedoch nicht eingeflossen. Es habe sich somit 
um einen marginalen Aspekt gehandelt. Im Übrigen sei die Beschwerdefüh-
rerin von dieser Unklarheit nicht betroffen, zumal sie weder vorbringe noch 
ersichtlich sei, dass sie hier hätte Bonuspunkte erhalten sollen (Vernehmlas-
sung S. 7).

6.2.2 Wie andere Expertenteams mit dieser Bemerkung zu Bonuspunkten 
umgegangen sind, hat die Anwaltsprüfungskommission nicht dargelegt. Die 
Behauptung der Beschwerdeführerin, wonach andere Expertenteams bei 
dieser Teilaufgabe Punkte vergeben hätten (Beschwerde S. 12), ist nicht 
weiter belegt. Solches ergibt sich auch nicht aus ihren ins Recht gelegten 
«Vergleichsarbeiten» bzw. den dazugehörigen Korrekturrastern (BB 18-21 
[act. 8A]). Es mag zwar unverständlich sein, dass sich die Experten 1 und 2 
offenbar nicht mit dem Prüfungssteller bzw. mit der gesamten Expertenrunde 
ausgetauscht haben. Selbst wenn andere Kandidatinnen oder Kandidaten 
bei dieser Position aber Punkte erhalten hätten, könnte die Beschwerdefüh-
rerin daraus nichts zu ihren Gunsten ableiten. Sie zeigt nicht auf, weshalb 
ihre Lösung mit Bonuspunkten hätte honoriert werden müssen. Sie gesteht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2021, Nr. 100.2019.426U, 
Seite 14

vielmehr selber ein, dass ihre Ausführungen nicht korrekt sind und sie einen 
«krassen Überlegungsfehler» gemacht habe (Replik S. 13). Die Anwaltsprü-
fungskommission bezeichnet die entsprechenden Ausführungen in der Ar-
beit gar als «schlicht absurd» (Behandlung als «vorsorgliche Massnahme») 
und bemerkt, dass dafür Minuspunkte hätten vergeben werden können 
(Duplik S. 8). Anders als die Beschwerdeführerin mit Beschwerde (S. 11) 
noch vorgebracht hat, hätte die Streichung der strittigen Bewertungsposition 
zudem weder zu einer anderen Maximalpunktzahl noch zu einem anderen 
Notenmassstab geführt (vgl. E. 6.2.1 hiervor). Die Beschwerdeführerin 
wurde nach dem Gesagten insofern nicht rechtsungleich behandelt. Es ist 
nicht zu beanstanden, dass sie für ihre Ausführungen zum Thema der Fest-
stellungsklage keine (Bonus-)Punkte erhalten hat.

6.3 Die Beschwerdeführerin hat mit Replik (S. 8 ff.) erstmals konkret zu 
zahlreichen Bewertungspositionen des Korrekturschemas Stellung genom-
men und aufgezeigt, wo sie ihrer Meinung nach mehr Punkte erhalten 
müsste. Zu diesen einzelnen Bewertungsrügen ergibt sich Folgendes:

6.3.1 Zum Thema der Noven macht die Beschwerdeführerin geltend, die 
Position «Erkennen» sei mit (den maximal möglichen) zwei Punkten zu be-
werten. Zudem sei ihre Prüfungsarbeit im Vergleich mit den Prüfungsarbei-
ten Nr. 174 und 207 rechtsungleich bewertet worden (Replik S. 8 f.). – Der 
Experte 1 und der Experte 2 (revidierte Bewertung) haben beide für das Er-
kennen der Noven eineinhalb Punkte vergeben (BB 14 S. 4). Die Anwalts-
prüfungskommission begründet dies im Wesentlichen damit, dass die Be-
schwerdeführerin in ihrer Prüfungsarbeit Begriffe vermische («Beweismittel 
und Noven») und bei den Ausführungen zu den Noven der Titel fehle (Duplik 
S. 5). Damit ist sachlich begründet, weshalb die Beschwerdeführerin nicht 
die volle Punktzahl erreicht hat. Inwiefern sie bei diesem Thema rechtsun-
gleich bewertet worden sein soll, legt sie nicht substanziiert dar und ist auch 
nicht ersichtlich. Es ist insbesondere nicht erkennbar, dass die Kandidatin-
nen oder Kandidaten Nr. 174 und 207 ebenfalls Begriffe vermischt hätten 
(vgl. BB 20 [Prüfungsarbeit S. 7] und 21 [Prüfungsarbeit S. 5]). Die Bewer-
tung des Themas «Noven» mit eineinhalb Punkten ist damit nicht zu bean-
standen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2021, Nr. 100.2019.426U, 
Seite 15

6.3.2 Im materiellen Teil der Zivilrechtsprüfung kritisiert die Beschwerde-
führerin beim Thema «Auslegung» zunächst die Bewertung des Experten 2 
bei der Position «Allgemeine Auslegungsregel». Das Korrekturschema sieht 
hier maximal zwei Punkte vor. Der Experte 1 vergab einen Punkt, der Ex-
perte 2 null Punkte (BB 14 S. 5). Die Beschwerdeführerin verlangt sinnge-
mäss, dass ihre Antwort auch vom Experten 2 mit einem Punkt zu bewerten 
sei (Replik S. 9). – Die Anwaltsprüfungskommission macht sinngemäss gel-
tend, die Bewertung des Experten 1 sei grosszügig ausgefallen. Denn die 
Beschwerdeführerin habe weder die allgemeine Auslegungsregel erwähnt, 
noch eine korrekte Auslegung vorgenommen, noch den einschlägigen Artikel 
aus dem Obligationenrecht erwähnt (Duplik S. 5). Die Beschwerdeführerin 
hält dem nichts entgegen und zeigt nicht auf, inwiefern es rechtsfehlerhaft 
ist, dass der Experte 2 hier keine Punkte erteilt hat. Die unterschiedliche Be-
wertung der beiden Experten ist auf deren Beurteilungsspielraum zurückzu-
führen und unter dem Blickwinkel der Rechtskontrolle nicht zu beanstanden. 
Was die Beschwerdeführerin aus dem Vergleich mit der Prüfungsarbeit 
Nr. 174 für sich ableiten will (vgl. Replik S. 9) – bewertet wurde hier mit einem 
halben bzw. null Punkt(en) –, legt sie nicht schlüssig dar.

6.3.3 Beim Thema «Kauf (Behauptung der Klägerin)» erhielt die Beschwer-
deführerin von beiden Experten je einen von sechs möglichen Punkten 
(BB 14 S. 5). Sie verlangt für ihre Ausführungen mindestens zwei Punkte. 
Sie habe namentlich das Vorliegen eines «Kaufverhältnisses» erkannt und 
geschrieben, dass die Aktien aus dem Eigenbestand (der Beklagten) gelie-
fert worden seien (Replik S. 9 f.). – Die Anwaltsprüfungskommission führt im 
Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin habe nicht erkannt, dass es um 
einen Kaufvertrag geht. Sie habe die Begriffe «Kauf» und «Eigenbestand» 
nur erwähnt, aber keine Würdigung im Sinn des Korrekturschemas vorge-
nommen. Dies reiche angesichts der Prüfungsaufgabe, einen Gerichtsent-
scheid zu verfassen, nicht aus (Duplik S. 5 f.). Diese Begründung leuchtet 
ein. Die Bewertung mit insgesamt einem Punkt ist damit nachvollziehbar und 
sachlich begründet.

6.3.4 Beim Thema «Anfechtung wegen absichtlicher Täuschung (RB 1)» 
verlangt die Beschwerdeführerin eine höhere Punktzahl bei den Positionen 
«Täuschungshandlung» und «Kausalität» (Replik S. 10 f.). Ihre Ausführun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2021, Nr. 100.2019.426U, 
Seite 16

gen wurden von den Experten 1 und 2 mit vier bzw. fünf von maximal sechs 
Punkten (Täuschungshandlung) und mit je einem halben von maximal zwei 
Punkten (Kausalität) bewertet (BB 14 S. 6 f.). – Die Anwaltsprüfungskom-
mission hält fest, die absichtliche Täuschung sei eines der tragenden Ele-
mente der Prüfungslösung; die Beschwerdeführerin habe diesen Tatbestand 
nicht ansatzweise erkannt. Insoweit sei ihre Prüfungsarbeit unter diesem 
Titel überaus grosszügig bewertet worden, während sich ihre groben Ver-
säumnisse nicht nachteilig (mit Minuspunkten) in der Punktezahl niederge-
schlagen hätten. Bei der Position «Kausalität» seien die Ausführungen der 
Beschwerdeführerin zu dürftig und hätten «zusammengesucht» werden 
müssen (Duplik S. 6). Die Beschwerdeführerin anerkennt, dass sie «fälsch-
licherweise» die absichtliche Täuschung «nicht explizit» behandelt habe 
(Replik S. 10). Bei einer juristischen Prüfung ist es aber gerade entschei-
dend, die Problemstellungen zu erkennen und die Rechtsgrundlagen darzu-
stellen, bevor zur Subsumtion geschritten wird. Dies gilt umso mehr bei der 
Anwaltsprüfung, mit der die fachliche Eignung für den Anwaltsberuf beurteilt 
wird (vorne E. 6.1). Die Experten 1 und 2 durften dem gravierenden Ver-
säumnis der Beschwerdeführerin bei der Korrektur Rechnung tragen. Soweit 
die Beschwerdeführerin unter Verweis auf die Prüfungsarbeit Nr. 127 be-
hauptet, auch andere Experten hätten die Antworten zusammensuchen 
müssen, ist nicht ersichtlich, was sie daraus für sich ableiten will. Eine rechts-
ungleiche Bewertung ist insoweit jedenfalls nicht dargetan. Die Bewertungen 
der Experten 1 und 2 sind damit nicht rechtsfehlerhaft.

6.3.5 Nachdem die bisher überprüften Bewertungen der Experten 1 und 2 
der Rechtskontrolle standgehalten haben, kann darauf verzichtet werden, 
die weiteren Bewertungsrügen der Beschwerdeführerin im Einzelnen zu prü-
fen: Selbst wenn ihr bei den Themen «Internationale/Örtliche Zuständigkeit», 
«Auftrag» und «Eventualbegehren der Klage (RB 2)» die von ihr verlangten 
zusätzlichen Punkte zugesprochen würden (vgl. Replik S. 8 und 10 ff.; BB 16 
[act. 8A]), entsprächen die Gesamtpunktzahlen der Experten 1 und 2 ge-
mäss Notenskala immer noch der Note 3,5. Immerhin ist anzumerken, dass 
die Anwaltsprüfungskommission auch zu diesen Themen sachlich und nach-
vollziehbar dargelegt hat, weshalb keine zusätzlichen Punkte erteilt werden 
können (Duplik S. 5 ff.). Die Beschwerdeführerin hält diesen Ausführungen 
nichts Substanziiertes entgegen. Vielmehr verweist sie in ihren Schlussbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2021, Nr. 100.2019.426U, 
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merkungen (S. 4 [act. 14]) im Wesentlichen auf ihre Replik. Eine rechtsfeh-
lerhafte Bewertung ist auch hinsichtlich der verbleibenden Bewertungsrügen 
nicht erkennbar, zumal die Beschwerdeführerin bei den einzelnen Positionen 
jeweils nur eine geringfügige Erhöhung der Punktzahl (halber oder ganzer 
Punkt) verlangt. Ob in der einen oder anderen Frage die Bewertung ermes-
sensweise anders hätte ausfallen können, ist indes nicht Gegenstand der 
gerichtlichen Prüfung (vgl. vorne E. 1.3).

6.4 Zusammenfassend hält die Note 3,5 für die Privatrechtsprüfung nach 
dem Erwogenen der Rechtskontrolle stand.

7.

7.1 Die Beschwerdeführerin rügt schliesslich eine Verletzung der Grenz-
fallpraxis der Anwaltsprüfungskommission. Sie macht einen «Härtefall» gel-
tend und ist der Ansicht, die Anhebung der Note ihrer Privatrechtsprüfung 
um einen halben Punkt lasse sich sachlich rechtfertigen. Die Experten hätten 
bei der Erstkorrektur offenbar nicht gewusst, dass sie die Anwaltsprüfung 
zum zweiten Mal ablege (Beschwerde S. 14).

7.2 Die Gesetzgebung über die Anwaltsprüfung sieht keine Grenzfallre-
gelung vor. Nach der bisherigen Praxis der Anwaltsprüfungskommission 
konnte eine Prüfungsnote heraufgesetzt werden, wenn die Prüfung durch die 
Anhebung einer Note um maximal einen halben Punkt bestanden worden 
wäre und die Anhebung sachlich vertretbar erschien. «Sachlich vertretbar» 
hiess in diesem Kontext, dass sich die Notenanhebung mit Blick auf die kon-
krete Prüfungsleistung, d.h. hinsichtlich der fachlichen Eignung der Kandida-
tinnen und Kandidaten, begründen liess. Ein Anspruch auf Anhebung der 
Note bestand nicht. Vielmehr konnte daraus nur abgeleitet werden, dass 
knappe Prüfungsresultate nochmals überprüft werden; es lag im Ermessen 
der zuständigen Expertinnen und Experten, ob eine Anhebung der Note in 
Betracht fiel und sie der Prüfungskommission entsprechend Antrag stellten 
(vgl. BVR 2016 S. 97 E. 5.4; zum Ganzen VGE 2018/159 vom 18.10.2018 
E. 7.1). Seit dem in BVR 2016 S. 97 publizierten Urteil (VGE 2015/177 vom 
5.11.2015) hat sich die Anwaltsprüfungskommission in äusserster Zurück-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2021, Nr. 100.2019.426U, 
Seite 18

haltung geübt und sich in der Regel auf Fälle offensichtlicher Korrektur- 
und/oder Additionsfehler beschränkt (vgl. VGE 2018/2 vom 2.5.2018 E. 7.2; 
Vernehmlassung S. 10). Das Verwaltungsgericht hat diese Praxis als zweck-
mässig und legitim beurteilt (vgl. BVR 2016 S. 97 E. 5.4; VGE 2018/2 vom 
2.5.2018 E. 7.3).

7.3 Die Anwaltsprüfungskommission führt mit Vernehmlassung aus, sie 
habe an ihrer Notenkonferenz vom 18. November 2018 bekräftigt, dass 
grundsätzlich einzig Fälle offensichtlicher Korrektur- und/oder Additionsfeh-
ler zu einer Notenanhebung führen können. Eine weiter gefasste Praxis bei 
sogenannten «Härtefällen», wie sie die Beschwerdeführerin geltend mache, 
existiere seit längerer Zeit nicht mehr. Den Expertinnen und Experten werde 
zudem nicht (mehr) mitgeteilt, ob die Kandidatin oder der Kandidat zum ers-
ten oder zum zweiten Mal zum schriftlichen oder mündlichen Teil der An-
waltsprüfung antrete. Denn dieser Umstand sei bei objektiver Betrachtungs-
weise nicht massgebend (Vernehmlassung S. 10). – Das Verwaltungsgericht 
hat zur Grenzfallpraxis bereits im erwähnten Leitentscheid vom 5. November 
2015 festgehalten, dass namentlich das Fehlen einer weiteren Wiederho-
lungsmöglichkeit zu den persönlichen Eigenschaften der Kandidatin oder 
des Kandidaten zählt, die nicht herangezogen werden dürfen, um eine ob-
jektive und rechtsgleiche Bewertung sicherzustellen (BVR 2016 S. 97 E. 5.5; 
vgl. auch VGE 2017/211 vom 23.3.2018 E. 5.4). Entgegen der Beschwerde-
führerin (vgl. Replik S. 7) hat die Anwaltsprüfungskommission deshalb den 
Umstand, dass sie zum zweiten Mal zur Anwaltsprüfung antrat, zu Recht als 
nicht massgebend erachtet. Es ist auch nicht zu beanstanden, wenn die An-
waltsprüfungskommission die korrigierenden Expertinnen und Experten (vor 
der Notenkonferenz) generell nicht mehr über einen ersten Fehlversuch von 
Kandidatinnen oder Kandidaten orientiert. Diese Vorgehensweise ist mit 
Blick auf die soeben zitierte Rechtsprechung vielmehr folgerichtig und stellt 
keine Praxisänderung im Sinn einer neuen Rechtsanwendung dar.

7.4 Gemäss dem festgestellten Sachverhalt (vorne E. 4) haben die Ex-
perten die Prüfungsarbeit der Beschwerdeführerin nach der Noteneröffnung 
nochmals eingehend überprüft. Der Experte 2 stellte dabei zwar einen Fehler 
bei seiner Korrektur fest, der einen zusätzlichen halben Punkt ausmachte. 
Die Ansicht des Expertenteams, wonach die Arbeit als klar ungenügend zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19.02.2021, Nr. 100.2019.426U, 
Seite 19

beurteilen sei, änderte sich dadurch aber nicht. Weitere (offensichtliche) Kor-
rekturfehler wurden nicht festgestellt (vgl. Vernehmlassung S. 11). Bei die-
sen Gegebenheiten ist es nicht zu beanstanden, dass die Experten davon 
abgesehen haben, der Anwaltsprüfungskommission einen Antrag auf Anhe-
bung der Note zu stellen. Im Zusammenhang mit der Grenzfallpraxis liegt 
damit kein Rechtsfehler vor.

8.

8.1 Die angefochtene Verfügung hält somit der Rechtskontrolle stand. 
Die Beschwerde erweist sich in allen Teilen als unbegründet, zumal kein An-
lass für eine Neukorrektur und Neubewertung besteht (Eventual- und Sub-
eventualantrag); sie ist abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.

8.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die unterliegende Beschwer-
deführerin verfahrenskostenpflichtig und hat keinen Anspruch auf Parteikos-
tenersatz (Art. 108 Abs. 1 und 3 VRPG). Soweit sie geltend macht, bei der 
Kostenverlegung sei zu berücksichtigen, dass sie nur aufgrund ihrer Be-
schwerdeführung eine (nachvollziehbare) Begründung der Prüfungsbewer-
tung erhalten habe (vgl. Beschwerde S. 13), kann ihr nicht gefolgt werden: 
Die Experten haben der Beschwerdeführerin bereits vor der Beschwerdeein-
reichung dargelegt, weshalb sie die Prüfungsarbeit als klar ungenügend be-
urteilen; namentlich sind sie im Rahmen der Prüfungsbesprechung – eine 
solche ist in der APV angelegt – auf die vorgebrachte Kritik an der Bewertung 
eingegangen. Sodann wäre es der Beschwerdeführerin offengestanden, ihre 
Beschwerde nach Eingang der Vernehmlassung bzw. Duplik zurückzuzie-
hen. Sie hat indes in Kenntnis der ausführlichen (schriftlichen) Begründun-
gen der Anwaltsprüfungskommission vollumfänglich an ihren Anträgen in der 
Sache festgehalten (Schlussbemerkungen S. 2 [act. 14]). Es besteht daher 
kein Anlass, bei der Kostenverlegung vom Unterliegerprinzip abzuweichen 
(vgl. für eine vergleichbare Beurteilung JTA 2018/6 vom 21.12.2018 E. 7.2).

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9.

Gemäss Art. 83 Bst. t des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) ist die Beschwerde in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig gegen Entscheide über 
das Ergebnis von Prüfungen und anderen Fähigkeitsbewertungen, nament-
lich auf den Gebieten der Schule, der Weiterbildung und der Berufsaus-
übung. Im vorliegenden Fall ist die Leistungsbewertung im Fach Privatrecht 
des schriftlichen Teils der Anwaltsprüfung betroffen. Es wird daher in der 
Rechtsmittelbelehrung auf die subsidiäre Verfassungsbeschwerde verwie-
sen (Art. 113 BGG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Anwaltsprüfungskommission des Kantons Bern

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 
113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; 
SR 173.110) geführt werden.