# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b96fe67-c77a-55db-8d6e-f73b75fe3e3c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 15.06.2021 SB200226
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB200226_2021-06-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB200226-O/U/ad 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Stiefel und  

Oberrichterin lic. iur. Bertschi sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw Baechler 

 

Urteil vom 15. Juni 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Erstberufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Fürsprecher X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. Kauf,  

Anklägerin und Zweitberufungsklägerin 

 

sowie 

 

1. B._____,  
2. C._____ AG,  
3. D._____ AG,  
4. E._____,  
5. F._____,  
6. G._____,  
7. H._____,  
Privatkläger 

-   2   - 

 

2 vertreten durch I._____ 

3 vertreten durch J._____ GmbH 

4 vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

5, 6, 7 unentgeltlich vertreten durch Fürsprecher Z._____ 

 

betreffend mehrfachen Mord etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 
13. Dezember 2019 (DG190009) 
 

 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 5. Februar 

2019 ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen Mordes im Sinne von Art. 112 StGB (Dossier 1, Dos-
sier 2) 

− des mehrfachen qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 
Abs. 1 und Ziff. 2 StGB (Dossier 2) sowie im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 
Abs. 1, Ziff. 3 Abs. 3 und Ziff. 4 StGB (Dossier 1)  

− der versuchten qualifizierten Erpressung im Sinne von Art. 156 Ziff. 1 
und Ziff. 3 StGB i.V.m. Art. 140 Ziff. 2 StGB und i.V.m. Art. 22 Abs. 1 
StGB (Dossier 2) 

− der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 
Abs. 1 und Abs. 2 StGB (Dossier 2) 

− des gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 
Abs. 2 StGB (Dossier 6) 

− des mehrfachen versuchten gewerbsmässigen Betruges im Sinne von 
Art. 146 Abs. 1 und Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 4, 
Dossier 5) 

− des Betruges im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB (Dossier 11) 
− der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB (Dossier 4, Dossier 10) 
− der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1 

und Abs. 2 StGB (Dossier 2, Dossier 3) 
− der mehrfachen Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dossier 4, Dossier 11) 
− der falschen Anschuldigung im Sinne von Art. 303 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

(Dossier 9) 
− der Störung des Totenfriedens im Sinne von Art. 262 Ziff. 2 StGB 

(Dossier 2) 
− der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von 

Art. 33 Abs. 1 lit. a WG i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. a WG und Art. 27 WG 
(Dossier 1, Dossier 2) 

− des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 
SVG i.V.m. Art. 63 Abs. 1 SVG. 

-   4   - 

2. Der Beschuldigte ist nicht schuldig und wird freigesprochen von den Vorwür-

fen 

− des mehrfachen gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 
Abs. 1 und Abs. 2 StGB (Dossier 2, Dossier 10) 

− des versuchten gewerbsmässigen Betruges im Sinne von Art. 146 
Abs. 1 und Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 3) 

− der Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 StGB (Dossier 1) 
− der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 

StGB (Dossier 1).  

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe, 

wovon 1'286 Tage durch Haft erstanden sind. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.  

5. Es wird keine Verwahrung des Beschuldigten angeordnet. 

6. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände  

− 1 Tierabwehrgerät / Selbstverteidigungsgerät JP-4 Compact, Cal. pxn 
14x109mm (geladen mit Treibpatronen) (A009'380'454) 

− 1 Gasdruckpistole UMAREX CPS ca. 4.5mm (Verschluss offen) Nr. … 
(A009'380'476) 

− 1 Elektroschockgerät Marke Power 200 inkl. Verpackung und Anleitung 
(A009'380'545) 

− 1 Paar Handschellen inkl. Schlüssel in Gürteltasche (A009'380'556) 
− Bleigeschoss "Subsonic" in Tasche "hama" (A009'380'589) 
− Pistole Marke Röhm, Modell RG3, Kaliber 6mm Knall (A009'380'603) 
− 2 Gaskapseln Umarex (A009'380'625) 
− 1 Tierabwehrgerät (Guardian Angel) (A009'380'647) 
− 1 Selbstladepistole Beretta, Modell 71, Kaliber .22 LR, Waffen-Nr. … 

(A009'403'105) 
− 2 Rollen graues Gewebeklebeband (A009'466'880) 
− 1 Rolle blaues Gewebeklebeband (A009'466'891) 
− 1 Blache (wasserabstossend) mit Befestigungsseilen (A009'466'904) 
− graue Blache mit Gummizug (wasserabstossend) (A009'466'915) 
− Festplatte (A009'967'651) 

-   5   - 

− SSD (A009'967'888) 
− Festplatte (A009'967'924) 
− Datensicherung (A009'967'935) 
− Festplatte (A009'967'946) 
− Festplatte (A009'967'980) 
− Speichermedium für Datensicherungen: … und weitere – Staatsan-

waltschaft IV des Kantons Zürich, B-3/2016/10018869 und 10019195 
(A011’757'350) 

werden eingezogen und der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung bzw. zur 

gutscheinenden Verwendung überlassen. 

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände 

− CD-RW "A._____, Verteidiger Post" (A010'206'903) 
− C4-Kuvert weiss, verschlossen, mögliche Verteidiger-Post enthaltend 

(A011'131'707) 
− Apple iPhone 6 weiss (A009'364'298) 
− USB Memory Stick SanDisk aus Mittelkonsole, Fach (A009'370'869) 
− Tablet Apple iPad mini (A009'379'731) 
− Notebook Compaq (A009'379'833) 
− Apple iPhone 4 schwarz (A009'380'045) 
− Firmenunterlagen Firma U._____ (Beglaubigung) (A009'380'056) 
− Apple iPhone 4 schwarz (A009'380'192) 
− Apple iPhone 4 weiss (A009'380'692) 
− Desktopcomputer HP Envy (A009'380'987) 
− Multifunktionsgerät Brother, Modell MFC-J6510DW Wireless 

(A009'401'472) 
− 1 GSM/GPRS/GPS Tracker inkl. Verpackung (A009'466'846) 
− 1 Verpackung Überwachungskamera "DIGITUS OPTIMAX PRO" 

(A009'466'857) 
− 1 zusammengefaltete Verpackung einer Outdoor PT Dome IP Camera 

(A009'466'879) 
− Apple iPhone 6plus (A009'543'446) 

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles her-

ausgegeben. 

-   6   - 

8. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

5. Februar 2019 beschlagnahmte Notebook Nr. 5, Model B5100 

(A010'206'889) wird dem Gefängnis Zürich nach Eintritt der Rechtskraft des 

Urteils herausgegeben. 

9. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände 

− 1 Lieferschein vom 3. Juni 2016 (A009'403'514) 
− Kaufvertrag Ferrari F430 (A009'447'818) 
− Mietvertrag für Wohnung an der K._____-strasse … in L._____ 

(A009'447'830) 
− Arbeitszeugnis vom 30.09.2008 (A009'447'841) 
− Vergleichsschriften von †M._____ (A009'513'477)  

werden der Privatklägerin 4 nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles her-

ausgegeben. 

10. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände 

− Unterlagen Mercedes Benz … (F._____) (A009'380'669)  
− 3 Schlüsselanhänger (A011'832'249) 

werden dem Privatkläger 5 nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles heraus-

gegeben. 

11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände 

− div. Firmenunterlagen (A009'368'198) 
− 1 Zeitungsausschnitt "Blick" (Titel: …) (A009'368'336) 

werden N._____, … [Adresse], nach Eintritt der Rechtskraft des Urteiles 

herausgegeben.  

12. Es wird davon Vormerk genommen, dass folgende Gegenstände bereits 

ausgehändigt bzw. vernichtet wurden: 

− 0747.18.01 Apple iPhone 5, schwarz in gelber Kunststoffhülle 
(A010’908’324) 

-   7   - 

− Datenauslesung/Datensicherung 04201614H02 (A009'967'935). 

13. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 

5. Februar 2019 beschlagnahmten Gegenstände  

− Ausdruck "O._____.CH" mit Muldenkipper-Angebot von "†M._____ 
Transporte", mit Notiz "DO 1900, P._____-strasse …, Q._____ ZH, … 
[Handynummer]" und auf Rückseite "… [Telefonnummer], R._____, 
Suva termin absagen", aus Mittelkonsole, Fach (A009'370'892) 

− 1 Tankquittung vom 3. Juni 2016, 21.52.59, S._____-strasse …, 
T._____ und 1 Visitenkarte "U._____ GmbH", aus Beifahrerfussraum 
(A009'371'226) 

− Blatt mit Telefonnummern und Zugangsdaten von A._____ und 
V._____ (A009'380'103) 

− Treuhandvertrag zwischen A._____ und N._____ (A009'380'169) 
− 1 Kaufbestellung W._____ Ldt vom 01.05.2016 (A009'380'205) 
− 1 Fahrzeugkaufvertrag DA._____ zwischen †M._____ und AA._____, 

datiert vom 3. Juni 2016 in Q._____ (…) (A009'380'261) 
− 2 Beschriftungsanhänger (A009'380'716) 
− Fahrzeugpapiere "vorläufige Verkehrsberechtigung in der Schweiz", 

lautend auf AB._____ für Volvo FH 460 6x3 T Kontrollschilder … 
(A009'380'727) 

− 1 Fahrzeugkaufvertrag DA._____ zwischen †M._____ und AA._____, 
datiert vom 3. Juni 2016 in Q._____ (Sattelschlepper) (A009'397'835) 

− 1 A4-Blatt-Kopie des Führerausweises von †M._____ (Vorder- und 
Rückseite) sowie der Identitätskarte von †M._____ (Vorder- und Rück-
seite) (A009'397'846) 

− 1 A4-Ausdruck von www.O._____.ch/surf vom 07.06.2016 - Inserat 
O._____.ch für Sattelschlepper von †M._____ (A009'397'857) 

− LSVA-Karte "AC._____" Private Auslesekarte (nicht unterschrieben) 
Nr. … (04/2007) (A009'421'141) 

− 1 Werkstattrechnung AD._____ vom 29.01.2016 für Auflieger …, 1 
Werkstattrechnung AD._____ vom 29.01.2016 für Sattelschlepper … 
(A009'421'163) 

− 1 A4-Blatt mit diversen Passwörtern (A009'466'868) 
− RTI-Daten vom Anschluss 1 (A009'934'923) 
− RTI-Daten CD 2 (A009'934'945) 
− RTI-Daten-CD 3 (A009'934'956) 
− RTI-Daten-CD 4 (A009'934'978) 
− RTI-Daten-CD 5 (A009'935'551) 

-   8   - 

− RTI-Daten-CD 6 (A009'935'573) 
− RTI-Daten-CD PS-Daten (A009'935'595) 
− RTI-Daten-CD 7 (A009'935'722) 
− RTI-Daten-CD 8 (A009'935'755) 
− RTI-Daten-CD 9 (A009'935'777) 
− Datensicherung der Navigationsgeräte aus den beiden Ford Ranger 

(A010'033'768) 
− Datenträger 0194.17.02.H01 (A010'733'650) 
− Ordner schwarz – div. Korrespondenz mit A._____ (HD-Protokoll 1.4. / 

Ordner 1 von 5) (A011’119'112) 
− A4-Zettel mit Tabelle und Aufzeichnungen über Geldbewegungen zwi-

schen dem 25.06.2014 bis 14.12.2015 (A011’281'746) 

werden zu den Akten genommen. 

14. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft I vom 5. Februar 2019 beschlag-

nahmte Barschaft von (recte) Fr. 254.25 wird zur Deckung der Verfahrens-

kosten verwendet. 

15. Die sichergestellte Barschaft von Fr. 10'750.– (Postfinance Konto Nr. …, lau-

tend auf die U._____ GmbH) abzüglich allfälliger Kontoführungsgebühren 

wird zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

16. Es wird vorgemerkt, dass der Beschuldigte den Schadenersatzanspruch des 

Privatklägers 1 im Umfang von Fr. 30'000.– anerkannt hat. Im übersteigen-

den Betrag wird die Zivilklage des Privatklägers 1 auf den Zivilweg verwie-

sen. 

17. Der Beschuldigte wird in solidarischer Haftung mit der Mitbeschuldigten 

V._____ (DG190008-C) verpflichtet, der Privatklägerin 2 Schadenersatz in 

Höhe von Fr. 7'655.60 zuzüglich 5% Zins ab 16. März 2013 zu bezahlen.  

18. Die Zivilklage der Privatklägerin 3 wird auf den Zivilweg verwiesen. 

19. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 Fr. 40'000.– zuzüg-

lich 5% Zins ab 3. Juni 2016 als Genugtuung zu bezahlen. Davon entfallen 

im Innenverhältnis Fr. 20'000.– zuzüglich 5% Zins ab 3. Juni 2016 auf den 

-   9   - 

Beschuldigten, Fr. 10'000.– zuzüglich 5% Zins ab 3. Juni 2016 auf die Mit-

beschuldigte V._____ (DG190008-C) und Fr. 10'000.– zuzüglich 5% Zins ab 

3. Juni 2016 auf den Mitbeschuldigten AA._____ (DG190010-C). 

20. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 5 Fr. 15'452.– als Scha-

denersatz zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Schadenersatzbegehren 

abgewiesen. 

21. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 5 Fr. 40'000.– als Ge-

nugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren ab-

gewiesen. 

22. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 6 Fr. 40'000.– als Ge-

nugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren ab-

gewiesen. 

23. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger 7 Fr. 5'000.– als Genug-

tuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abge-

wiesen. 

24. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 4 für das gesamte Ver-

fahren eine Prozessentschädigung von Fr. 20'000.– inkl. MWST zu bezah-

len. 

-   10   - 

25. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 40'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 30'000.–  Gebühr für die Strafuntersuchung 

Fr. 12'444.65  Kosten Kantonspolizei Zürich  

Fr. 69'974.10  Gutachten/Expertisen etc. (ausstehend) 

Fr. 1'075.–  Zeugenentschädigung 

Fr. 23'990.90  Auslagen Untersuchung 

Fr. 1'003.35  Diverse Kosten 

Fr. 300.–  Nachträgliche Kosten 

Fr. 3'327.65  Ausserkantonale Untersuchungskosten 

Fr. 2'570.–  Gerichtsgebühr des Entsiegelungsverfahrens GM170005-L 

Fr. 216'255.75 
 Amtliche Verteidigungskosten inkl. MWST, wovon  
 Fr. 100'000.– inkl. MWST bereits ausbezahlt, somit  
 verbleibend Fr. 116'255.75 inkl. MWST 

Fr. 68'041.60  Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger Nr. 5 bis 7 inkl. MWST  
 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

26. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt; davon ausgenommen sind die Kosten der amtli-

chen Verteidigung, welche einstweilen und unter dem Vorbehalt von Art. 135 

Abs. 4 StPO von der Gerichtskasse übernommen werden, sowie die Kosten 

der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft, welche Kosten auf die 

Gerichtskasse genommen werden. 

-   11   - 

Berufungsanträge: 

a) Der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten A._____: 

(Urk. 328) 

I. 

Es sei festzustellen, dass diverse in Ziffer 1. des Urteils des Bezirksgerichts 

Bülach vom 13. Dezember 2019 gegen A._____, geb. tt. Oktober 1989, er-

gangene Schuldsprüche in Rechtskraft erwachsen sind. 

Weiter sei festzustellen, dass infolge Rückzugs der Berufung durch A._____ 

in der Hauptverhandlung vom 8. Juni 2021 zusätzlich folgende Schuldsprü-

che im Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 13. Dezember 2019 in 

Rechtskraft erwachsen sind: 

- Betrug im Sinne von Art. 146 Abs. 1 StGB, begangen z.N. der 
C._____ AG in der Zeit vom 16. bis 18. März 2013 (Dossier 11) 

- Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 
StGB, begangen am 16. März 2013 (Dossier 11). 

Es sei festzustellen, dass die in Ziffer 2. des Urteils des Bezirksgerichts 

Bülach vom 13. Dezember 2019 zu Gunsten von A._____, geb. tt. Oktober 

1989, ergangenen Freisprüche in Rechtskraft erwachsen sind. 

II. 

In Abänderung von Ziffer 1. des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 

13. Dezember 2019 sei A._____ freizusprechen von den Anschuldigungen 

- des Mordes, angeblich begangen am 3./4. Juni 2016 z.N. von 
†M._____ (Dossier 1); 

- des Mordes, angeblich begangen am 27./28. April 2016 z.N. von 
†AE._____ (Dossier 2); 

-   12   - 

- des Raubes, angeblich qualifiziert begangen am 27./28. April 2016 
z.N. von †AE._____ (Dossier 2); 

- der Erpressung, angeblich qualifiziert begangen am 27./28. April 2016 
z.N. von †AE._____ (Dossier 2); 

- des versuchten Betrugs, angeblich gewerbsmässig begangen am 
29. Juni 2015 z.N. der D._____ AG resp. der C._____ AG (Dossier 4); 

- der Veruntreuung, angeblich begangen am 29. Juni 2015 z.N. der 
D._____ AG resp. der C._____ AG (Dossier 4) 

- der Irreführung der Rechtspflege, angeblich begangen am 29. Juni 
2015 (Dossier 4); 

- des Betrugs, angeblich gewerbsmässig begangen in der Zeit zwischen 
dem 17. August und dem 3. September 2015 z.N. von AF._____ (Dos-

sier 6); 

- der falschen Anschuldigung, angeblich begangen am 4. und 21. Juli 
2016, z.N. von AG._____ (Dossier 9); 

und A._____ sei im Zusammenhang mit den Freisprüchen resp. 

der Gutheissung der Berufung eine angemessene Entschädigung für die 

entstandenen Verteidigungskosten auszurichten (gemäss Honorar- und  

Kostennote von Rechtsanwalt X._____ als amtlicher Anwalt); die Höhe der 

Entschädigung wird ins Ermessen des Bezirksgerichts gestellt. Weiter seien 

aufgrund der erwirkten Freisprüche 30 % der auf A._____ entfallenden Kos-

ten der Strafuntersuchung und des erstinstanzlichen Hauptverfahrens sowie 

die gesamten Kosten des Berufungsverfahrens auszuscheiden und dem 

Kanton Zürich aufzuerlegen. 

III. 

A._____ sei stattdessen wegen folgenden Vorwürfen schuldig zu spre-
chen: 

-   13   - 

- der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB, begangen am 
3. Juni 2016 z.N. von †M._____ (Dossier 1); 

- des (einfachen) versuchten Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 
StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB, begangen am 29. Juni 2015 z.N. der 

D._____ AG resp. der C._____ AG (Dossier 4); 

und A._____ sei in Abänderung von Ziffer 3. des Urteils des Bezirksgerichts 

Bülach vom 13. Dezember 2019 

zu verurteilen 

1. Zu einer Freiheitsstrafe von maximal 13½ Jahren, unter Anrech-
nung der erstandenen Untersuchungs-, Sicherheits-, Polizei- und Aus-
lieferungshaft sowie der bisherigen Dauer des vorzeitigen Strafvollzugs 

von aktuell total 5 Jahren und 17 Tagen resp. 1'843 Tagen (6. Juni 
2016 bis 22. Juni 2021). 

2. Zu den auf die Schuldsprüche entfallenden, anteiligen, A._____ betref-

fenden Untersuchungs- und erstinstanzlichen Gerichtskosten, ausma-

chend 70 % der gesamten, A._____ betreffenden erstinstanzlichen Un-

tersuchungs- und Gerichtskosten. 

-   14   - 

IV. 

Weiter sei 

zu verfügen: 

1. Ziffer 5. des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 13. Dezember 

2019 sei zu bestätigen. Es sei über A._____ also keine Verwahrung 
anzuordnen. 

2. Es sei in Abänderung von Ziffer 6. des Urteils des Bezirksgerichts 

Bülach vom 13. Dezember 2019 von der Einziehung folgender Ge-
genstände abzusehen und diese seien nach Eintritt der Rechtskraft des 

Urteils A._____ auszuhändigen: 

 - Festplatte (A009'967'651); 

 - SSD (A009'967'888); 

 - Festplatte (A009'967'924); 

 - Datensicherung (A009'967'935); 

 - Festplatte (A009'967'946); 

 - Festplatte (A009'967'980). 

3. In Abänderung von Ziffer 26. des Urteils des Bezirksgerichts Bülach 

vom 13. Dezember 2019 seien aufgrund der Freisprüche 30 % der auf 

A._____ entfallenden Kosten der Strafuntersuchung und des erstin-

stanzlichen Hauptverfahrens auszuscheiden und dem Kanton Zürich 

aufzuerlegen. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens vor der II. Strafkammer des 

Obergerichts des Kantons Zürich seien dem Kanton Zürich aufzuerle-

gen. 

5. A._____ sei eine angemessene Entschädigung für die im Zusammen-

hang mit den Freisprüchen vor erster und oberer Instanz entstandenen 

-   15   - 

Verteidigungskosten auszurichten (vgl. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO); die 

Höhe der Entschädigung wird ins Ermessen der II. Strafkammer ge-

stellt. 

6. Es sei festzustellen, dass die Ziffern 7. bis 16. sowie 18., 19., 24. und 

25. des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 13. Dezember 2019 in 

Rechtskraft erwachsen sind. 

7. Das Honorar des amtlichen Verteidigers von A._____, Rechtsanwalt 

X._____, …, für den Zeitraum ab dem 17. Dezember 2019 sei gemäss 

der Honorar- und Kostennote vom 3. Juni 2021 sowie der noch nach-

zureichenden Honorar- und Kostennote für die noch nicht fakturierten 

Aufwendungen seit dem 4. Juni 2021 gerichtlich festzusetzen und vom 

Kanton Zürich an den amtlichen Anwalt auszurichten. 

8. Der Angeschuldigte sei zurück in den vorzeitigen Strafvollzug in die 

JVA Lenzburg zu überführen. 

9. A._____ hat dem Kanton Zürich die Entschädigung der amtlichen Ver-

teidigung zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse er-

lauben (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO). 

10. Die weiteren gerichtlichen Verfügungen seien von Amtes wegen zu er-

lassen. 

V. 

Zivilklagen 

1. Es sei festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 

13. Dezember 2019, soweit die Zivilansprüche der Privatkläger 1, 2, 3 

und 4 betreffend, in Rechtskraft erwachsen sind (Urteilsziffern 16., 17., 

18., 19. und 24.). 

2. In Abänderung der Ziffern 20. bis 23. des Urteils des Bezirksgerichts 

Bülach vom 13. Dezember 2019 seien die von den Privatklägern 5, 6 

-   16   - 

und 7 (G._____, F._____ und H._____) geltend gemachten Zivilan-

sprüche abzuweisen, evtl. auf den Zivilweg zu verweisen, subevtl. dem 

Grundsatz nach zu beurteilen und im Übrigen auf den Zivilweg zu ver-

weisen (vgl. Art. 126 StPO). 

3. Alles (Ziffern 1. und 2. hiervor) unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen gemäss den einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen. 

b) Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich:  

(Urk. 324 S. 3) 

1. Dispositivziffer 5 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 

13.12.2019 sei aufzuheben und es sei eine Verwahrung im Sinne von 

Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB anzuordnen. 

2. Eventualantrag: Falls die Voraussetzungen für eine Verwahrung im 

Sinne von Art. 64 Abs. 1 lit. a StGB gemäss Auffassung des Oberge-

richts aktuell nicht gegeben sind, beantrage ich im Sinne eines Eventu-

alantrags, dass das vorliegende Verfahren sistiert und der weitere Ver-

lauf des bei der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau wegen Irreführung 

der Rechtspflege gegen A._____ geführten Verfahrens (Aktenzeichen 

ST.2021.3460) abgewartet wird. Falls die Täterschaft von A._____ be-

treffend Irreführung der Rechtspflege nachgewiesen werden kann, sei-

en dem psychiatrischen Gutachter die Verfahrensakten zu unterbreiten 

und es sei ihm die Frage zu stellen, ob sich an der gestellten Diagnose 

und seiner Einschätzung der Rückfallgefahr nach Durchsicht der Akten 

Änderungen ergeben. 

3. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu bestätigen. 

-   17   - 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1. Gegenstand des Berufungsverfahrens 

Mit Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, II. Abteilung, vom 13. Dezember 2019 

wurde der Beschuldigte schuldig gesprochen, des mehrfachen Mordes, des mehr-

fachen qualifizierten Raubes, der versuchten qualifizierten Erpressung, der Frei-

heitsberaubung und Entführung, des gewerbsmässigen Betruges, des mehrfa-

chen versuchten gewerbsmässigen Betruges, des Betruges, der mehrfachen Ver-

untreuung, der mehrfachen Urkundenfälschung, der mehrfachen Irreführung der 

Rechtspflege, der falschen Anschuldigung, der Störung des Totenfriedens, der 

mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz sowie des Fahrens ohne 

Haftpflichtversicherung. Freigesprochen wurde er vom Vorwurf des mehrfachen 

gewerbsmässigen Betruges betreffend Dossiers 2 und 10, des versuchten ge-

werbsmässigen Betruges betreffend Dossier 3, der Urkundenfälschung betreffend 

Dossier 1 und der einfachen Körperverletzung betreffend Dossier 1. Der Beschul-

digte wurde bestraft mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe, von der Anordnung 

einer Verwahrung wurde abgesehen. Ferner wurde über die Verwendung diverser 

beschlagnahmter Gegenstände und Barschaften sowie die Zivilforderungen der 

Privatkläger 1-7 entschieden und die Kosten- und Entschädigungsfolgen geregelt 

(Urk. 281). 

Gegen das Urteil haben die Staatsanwaltschaft und der Beschuldigte fristgerecht 

Berufung angemeldet und die Berufungserklärung eingereicht. Die Staatsanwalt-

schaft beantragt die Anordnung einer Verwahrung und im Übrigen Bestätigung 

des Urteils der Vorinstanz (Urk. 283). Der Beschuldigte ficht mit seiner Berufung 

die Schuldsprüche in Dispositiv-Ziffer 1 wie folgt an: wegen mehrfachen Mordes 

(Dossiers 1 und 2), wegen qualifizierten Raubes (Dossier 2), versuchter qualifi-

zierter Erpressung (Dossier 2), gewerbsmässigen Betruges (Dossier 6), Betruges 

(Dossier 11), mehrfachen versuchten gewerbsmässigen Betruges und Veruntreu-

ung (Dossier 4), mehrfacher Irreführung der Rechtspflege (Dossier 4 und 11), fal-

-   18   - 

scher Anschuldigung (Dossier 9). Seine Berufung richtet sich ferner gegen die 

Strafzumessung (Dispositiv-Ziffer 3) sowie die Einziehung und Vernichtung ein-

zelner beschlagnahmter Gegenstände gemäss Dispositiv-Ziffer 6 (Festplatten 

A009'967'651, A009'967'924, A009'967'946 und A009'967'980 sowie SSD 

A009'967'888 und Datensicherung A009'967'935), die Bezahlung von Schadener-

satz und Genugtuung an die Privatklägerinnen 2, 5, 6 und 7 (Dispositiv-Ziffern 17, 

20, 21, 22 und 23) sowie die vollumfängliche Kostenauflage (Dispositiv-Ziffer 26) 

(Urk. 286 und Urk. 296). Die Staatsanwaltschaft hat ausdrücklich auf Anschluss-

berufung verzichtet (Urk. 302). Die Privatkläger 5-7 haben ihre Eingabe vom 

23. Juli 2020 zwar als Anschlussberufung bezeichnet, aber lediglich die Bestäti-

gung des vorinstanzlichen Urteils beantragt (Urk. 303 ff.), weshalb mit Verfügung 

vom 30. Juli 2020 darauf hingewiesen wurde, dass ihre Eingaben nicht als An-

schlussberufung zu behandeln sind (Urk. 306). Demzufolge ist festzuhalten, dass 

keine Anschlussberufungen erhoben wurden. 

In der Berufungsverhandlung vom 8. Juni 2021 hat der Beschuldigte A._____ die 

Berufung betreffend die Schuldsprüche im Zusammenhang mit Dossier 11 (Versi-

cherungsbetrug z.N. der C._____ AG und Irreführung der Rechtspflege) zurück-

gezogen (Prot. II S. 30 und Urk. 328 S. 1). Das vorinstanzliche Urteil ist somit 

auch in diesem Punkt in Rechtskraft erwachsen. 

Das vorinstanzliche Urteil ist somit wie folgt in Rechtskraft erwachsen: 

Schuldpunkt: 

bezüglich der Schuldsprüche:  

- des qualifizierten Raubes im Sinne von Art. 140 Ziff. 1 Abs.1, Ziff. 3 Abs. 3 

und Ziff. 4 StGB (Dossier 1) (Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 2) 

- der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 

und Abs. 2 StGB (Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 4) 

- des versuchten gewerbsmässigen Betrugs im Sinne von Art. 146 Abs. 1 und 

Abs. 2 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 5) (Dispositiv-Ziffer 1 Spiegel-

strich 6) 

-   19   - 

- des Betruges im Sinne von Art. 46 Abs. 1 StGB (Dossier 11) (Dispositiv-

Ziffer 1 Spiegelstrich 7) 

- der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dossier 10) 

(Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 8) 

- der mehrfachen Urkundenfälschung im Sinne von Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1 und 

Abs. 2 StGB (Dossier 2 und 3) (Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 9) 

- der Irreführung der Rechtspflege im Sinne von Art. 304 Ziff. 1 Abs. 1 StGB 

(Dossier 11) (Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 10 teilweise) 

- der Störung des Totenfriedens im Sinne von Art. 262 Ziff. 2 StGB (Disposi-

tiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 12) 

- der mehrfachen Widerhandlung gegen das Waffengesetz im Sinne von 

Art. 33 Abs. 1 lit a WG i.V.m Art. 4 Abs. 1 lit. a WG und Art. 27 WG (Dispositiv-

Ziffer 1 Spiegelstrich 13) 

- des Fahrens ohne Haftpflichtversicherung im Sinne von Art. 96 Abs. 2 SVG 

i.V.m Art. 63 Abs. 1 SVG (Dispositiv-Ziffer 1 Spiegelstrich 14) 

sowie der Freisprüche (Dispositiv-Ziffer 2) 

Beschlagnahmungen: 

Bezüglich der beschlagnahmten Gegenstände und des Bargeldes ist das vor-

instanzliche Urteil bezüglich Dispositiv-Ziffern 6 teilweise (mit Ausnahme der 

Festplatten A009'967'651, A009'967'924, A009'967'946 und A009'967'980 sowie 

SSD A009'967'888 und Datensicherung A009'967'935) sowie 7 bis 15 in Rechts-

kraft erwachsen. 

Zivilforderungen: 

Betreffend die Zivilforderungen ist das vorinstanzliche Urteil bezüglich Dispositiv-

Ziffern 16 bis 19 in Rechtskraft erwachsen. 

-   20   - 

Kosten- und Entschädigungsfolgen: 

In Rechtskraft erwachsen sind Dispositiv-Ziffer 24 (Verpflichtung des Beschuldig-

ten zur Bezahlung einer Prozessentschädigung an die Privatklägerin 4) und 

25 (Kostenfestsetzung). 

2. Beweisanträge 

Die Privatkläger 5-7 beantragten die Befragung des Beschuldigten und der beiden 

Mitbeschuldigten V._____ und AA._____ sowie die Befragung von AH._____ als 

Zeuge (Urk. 303 ff.). Die Verfahren gegen den Beschuldigten und die beiden Mit-

beschuldigten werden auch im Berufungsverfahren gemeinsam geführt, entspre-

chend erfolgte die Befragung der drei Beschuldigten in der Berufungsverhand-

lung. Der Beweisantrag betreffend Einvernahme von AH._____ wurde nicht be-

gründet. Auch wurde nicht näher ausgeführt, was Thema seiner Befragung sein 

soll. Es wurde vielmehr lediglich erwähnt, er sei betreffend polizeiliche Ermittlun-

gen vor Ort in AI._____ BE zu befragen. Mit Verfügung vom 1. März 2021 wurde 

der Beweisantrag der Privatkläger auf Einvernahme von AH._____ einstweilen 

abgewiesen (Prot. II S. 9; Urk. 312). Er wurde von den Privatklägern in der Beru-

fungsverhandlung nicht erneuert. 

Die Staatsanwaltschaft reichte in der Berufungsverhandlung Drohbriefe an die Ad-

resse des Beschuldigten A._____ als Beweismittel zu den Akten (Urk. 325/3-6). 

Sie führte aus, die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau habe gegen den Beschul-

digten A._____ ein Verfahren wegen Irreführung der Rechtspflege eröffnet. Ihm 

werde vorgeworfen, dass er sich selbst anonyme Drohbriefe habe ins Gefängnis 

zukommen lassen, um gegenüber den Behörden vorzutäuschen, dass er durch 

eine ominöse serbische Gruppierung aus dem Umfeld von AE._____ bedroht 

werde. Sie beantragte in der Berufungsverhandlung für den Eventualfall, dass die 

Voraussetzungen für eine Verwahrung des Beschuldigten A._____ nach Auffas-

sung des Obergerichts aktuell nicht gegeben seien, sei das vorliegende Verfahren 

zu sistieren bis zum Abschluss des Verfahrens der Staatsanwaltschaft Lenzburg-

Aarau wegen Irreführung der Rechtspflege (Urk. 324 S. 3; Prot. II S. 18). Auf die 

als Beweismittel eingereichten Drohbriefe und den Eventualantrag auf Sistierung 

-   21   - 

des Verfahrens ist nachfolgend im Rahmen der Erwägungen zur Verwahrung ein-

zugehen. 

3. Spezialitätsprinzip bei Auslieferung 

Der Beschuldigte A._____ war am 6. Juni 2016 zusammen mit AA._____ in 

Deutschland verhaftet worden, als er dort den Lastwagen von M._____ sel. ver-

kaufen wollte. Beide Beschuldigten wurden in der Folge an die Schweiz ausgelie-

fert. Der Verteidiger des Beschuldigten AA._____ hat mit Eingabe vom 4. Juni 

2021, welche am 7. Juni 2021 am Tag vor Beginn der Berufungsverhandlung 

beim Gericht einging (Urk. 190 in Proz. Nr. SB200228), geltend gemacht, bezüg-

lich der Delikte, welche nicht im Zusammenhang mit M._____ sel. stehen, seien 

die Prozessvoraussetzungen nicht erfüllt. Da die Auslieferung nur für die Delikte 

im Zusammenhang mit M._____ sel. erfolgt sei, stehe das Spezialitätsprinzip der 

Auslieferung einer Verfolgung und Verurteilung der weiteren Delikte entgegen. Es 

sei auf keinen der Tatvorwürfe mit Ausnahme der Tötung von M._____ sel. einzu-

treten, sämtliche Akten mit Ausnahme derjenigen, die das Tötungsdelikt M._____ 

sel. betreffen, seien unverwertbar und aus den Akten zu entfernen. An diesen An-

trägen hielt die Verteidigung von AA._____ im Rahmen der Vorfragen in der Beru-

fungsverhandlung fest (Prot. II S. 23; Urk. 192 und Urk. 193 in Proz. Nr. 

SB200228). Die Verteidigung von A._____ schloss sich in der Berufungsverhand-

lung den Anträgen und der Argumentation der Verteidigung des Beschuldigten 

AA._____ an (Prot. II S. 24 f.). 

Aus den Rechtshilfeakten geht hervor, dass das Bundesland Baden-Württemberg 

mit Schreiben an das Bundesamt für Justiz am 20. Juni 2018 die Einwilligung für 

die Auslieferung von A._____ erteilt hat. Es wird im entsprechenden Schreiben 

festgehalten, dass A._____ sich mit der vereinfachten Auslieferung einverstanden 

erklärt hat und auf die Einhaltung des Spezialitätsprinzips verzichtet hat (Ordner 

32 Urk. D1/13/10). Damit sind die Prozessvoraussetzungen für eine Verfolgung 

der Delikte im Zusammenhang mit M._____ sel. erfüllt. 

Bezüglich aller weiteren Delikte bedarf es für deren Verfolgung entweder der Zu-

stimmung des ausliefernden Staates gestützt auf Art. 14 Ziff. 1 AEÜ (SR 0.353.1) 

-   22   - 

oder gestützt auf Art. VI Abs. 2 des Vertrags zwischen der Schweizerischen Eid-

genossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die Ergänzung des 

AEÜ des Einverständnisses des Verfolgten, mit welchem sich dieser nach Beleh-

rung über die Rechtswirkungen mit der uneingeschränkten Strafverfolgung oder 

Strafvollstreckung einverstanden erklärt. A._____, der Schweizerbürger mit 

Wohnsitz in der Schweiz ist, der hier aufgewachsen ist und dessen Ehefrau und 

Kinder hier leben und der sich nur kurz in Deutschland aufhielt, um den Lastwa-

gen von M._____ sel. zu verkaufen, war während des gesamten Verfahrens in der 

Schweiz anwaltlich vertreten. Er hat sich bis zur Berufungsverhandlung auch nie 

gegen eine uneingeschränkte Strafverfolgung in der Schweiz ausgesprochen. 

Ferner wurden verschiedene Schuldsprüche gemäss dem vorinstanzlichen Urteil 

betreffend Delikte, welche nicht im Zusammenhang mit M._____ sel. stehen, von 

ihm nicht angefochten und sind in Rechtskraft erwachsen. Unter diesen Umstän-

den ist von einem Einverständnis des Beschuldigten mit der uneingeschränkten 

Strafverfolgung und Strafvollstreckung durch die Schweizer Behörden und Gerich-

te auszugehen. Das Geltendmachen einer fehlenden Auslieferungsbewilligung 

durch Deutschland betreffend die nicht mit M._____ sel. in Zusammenhang ste-

henden Delikte erst im Berufungsverfahren erscheint unter diesen Bedingungen 

als rechtsmissbräuchlich. Das Bundesgericht hat in seinem Entscheid 

6B_720/2015, welcher sich mit dem Grundsatz der Spezialität bei der Ausliefe-

rung befasst, ausdrücklich festgehalten, dass das Rechtsmissbrauchsverbot als 

allgemeiner Rechtsgrundsatz in der ganzen Rechtsordnung unter Einschluss des 

öffentlichen Rechts gilt. Es hielt einem Beschwerdeführer, der sich ausdrücklich 

mit einer formlosen Auslieferung aus den Philippinen in die Schweiz einverstan-

den erklärt und auf ein ordentliches Auslieferungsverfahren verzichtet hatte, ent-

gegen, er könne sich nicht auf eine Verletzung des Grundsatzes der Spezialität 

berufen (BGer 6B_720/2015 E. 9.3.3. und 9.4.). Auch vorliegend erweist sich die 

Geltendmachung fehlender Einwilligung von Deutschland zu einer Auslieferung 

für weitere Delikte ausser diejenigen im Zusammenhang mit M._____ sel. klar als 

rechtsmissbräuchlich. 

Die Prozessvoraussetzungen sind daher erfüllt. Auf die Anklage ist in allen Punk-

ten einzutreten. 

-   23   - 

II. Sachverhaltserstellung 

1. Zu erstellender Sachverhalt 

Aus der schriftlichen Stellungnahme des Beschuldigten vom 27. August 2019 

(Urk. 160), der Schlusseinvernahme vom 18. Dezember 2018 (Urk. D1/02/29) 

sowie der Befragung durch die Vorinstanz (Prot. I S. 30 - 176) geht hervor, in wel-

chem Umfang der Anklagesachverhalt vom Beschuldigten anerkannt und in wel-

chem er bestritten wird. An diesem Standpunkt hat er im Berufungsverfahren 

festgehalten (Prot. II S. 64 - 119). Betreffend die Tötungsdelikte zum Nachteil von 

AE._____ sel. und M._____ sel. macht der Beschuldigte abweichend vom Ankla-

gevorwurf geltend, er sei von der serbischen Mafia bedroht und zu diesen Tötun-

gen gezwungen worden. Er habe gegenüber der Serbenmafia Schulden in Höhe 

mehrerer hunderttausend Franken aus Investitionen in illegale Drogengeschäfte 

gehabt. Diese Schulden hätten daraus resultiert, dass eine Drogenlieferung, wel-

che von AE._____ hätte überwacht werden müssen, verschwunden sei. Er habe 

erfahren, dass AE._____ sich habe ins Ausland absetzen wollen und alles ver-

kauft habe. Von der Serbenmafia habe er den Auftrag erhalten, AE._____ bei sich 

festzuhalten, um den Vorfall mit der verschwundenen Fuhr zu klären. Diese Ser-

benmafia habe ihn am 28. April 2016 an seinem Wohnort in AI._____ unter Waf-

fengewalt gezwungen, AE._____ zu töten. Nach der Tötung von AE._____ sei er 

vor dem Hintergrund seiner Schulden gegenüber der Serbenmafia von dieser 

aufgefordert worden, einen Lastwagen zu stehlen und den Besitzer zu töten, da-

mit keine Zeugen vorhanden seien. Es sei ihm von der Serbenmafia gedroht wor-

den, dass seine Familie und diejenige von AA._____ mit dem Leben bezahlen 

werde, wenn er ihrer Aufforderung keine Folge leiste. Vor diesem Hintergrund sei 

das Tötungsdelikt zum Nachteil von M._____ erfolgt. 

Auch der Anklagevorwurf des gewerbsmässigen Betruges in Anklageziffer 1.8. 

(Dossier 6) zum Nachteil von AF._____ stehe in einem Zusammenhang mit 

Schulden gegenüber der Serbenmafia. Er habe dieses Delikt begangen, da ein-

mal eine Fuhr aufgeflogen sei und er und AE._____ durch Fahrzeugdiebstähle die 

daraus resultierenden Schulden gegenüber der Serbenmafia hätten abarbeiten 

müssen. 

-   24   - 

Der Anklagevorwurf 1.9. betreffend falschen Anschuldigung zum Nachteil von 

AG._____ wird vom Beschuldigten bestritten. Er macht geltend, AG._____ sei als 

Kreditvermittler zwischen ihm und der Mafia aufgetreten.  

Neben den Delikten gemäss Dossiers 1, 2 und 9, welche nach der Darstellung 

des Beschuldigten einen Bezug zur Serbenmafia aufweisen, wurde der Anklage-

sachverhalt bezüglich Dossiers 4 und 6 vollumfänglich oder teilweise vom Be-

schuldigten bestritten. Die Sachverhaltserstellung kann bezüglich der letzteren 

zwei Dossiers losgelöst von derjenigen bezüglich Dossiers 1, 2 und 9 erfolgen. 

Nachfolgende Erwägungen befassen sich zuerst mit der Sachverhaltserstellung 

betreffend die Dossiers 1, 2 und 9 anschliessend mit derjenigen betreffend Dos-

siers 4 und 6. 

2. Sachverhaltserstellung betreffend Dossiers 1, 2 und 9 

2.1. Vorbemerkungen und Übersicht über die Beweismittel 

Die Bestreitungen des Sachverhalts betreffend die Anklageziffern 1.1., 1.3., 1.8. 

und 1.9. sind soweit wesentlich alle auf den Umstand zurückzuführen, dass der 

Beschuldigte geltend macht, er sei aufgrund von Schulden gegenüber der Ser-

benmafia, welche aus Investitionen in Drogengeschäfte herrührten, von Exponen-

ten der Serbenmafia zu den angeklagten Delikten gezwungen worden, bezüglich 

der Tötung von AE._____ sel. unter Waffengewalt, bezüglich der weiteren Delikte 

durch Drohung gegen das Leben seiner Familie und dasjenige von AA._____. 

Objektive Beweismittel für die vom Beschuldigten geltend gemachten Drohungen, 

Unterdrucksetzung und Gewaltanwendung durch Mitglieder der serbischen Mafia 

bestehen keine. Weder sind schriftliche Mitteilungen vorhanden, noch ergeben 

sich solche Kontakte aus Telefonprotokollen. Es gibt keine Videoaufzeichnungen, 

auf denen die vom Beschuldigten beschriebenen Mafiamitglieder zu sehen wären. 

Auf die Aussagen des Mitbeschuldigten AA._____, welcher gemäss Darstellung 

des Beschuldigten an den Geschäften mit der Serbenmafia beteiligt gewesen sein 

soll, wird nachfolgend einzugehen sein. An dieser Stelle kann vorweg erwähnt 

werden, dass AA._____ die Aussagen des Beschuldigten bezüglich Serbenmafia 

nicht bestätigte und sich auch aus den Aussagen der Mitbeschuldigten V._____ 

-   25   - 

keine entsprechenden Hinweise ergeben. Zentrales Beweismittel im Zusammen-

hang mit der Bedrohung durch die Serbenmafia sind die Aussagen des Beschul-

digten. Angesichts des grossen Gewichts seiner Aussagen werden diese nachfol-

gend kurz zusammengefasst dargestellt und in einem ersten Schritt für sich be-

trachtet gewürdigt. Anschliessend sind die weiteren Beweismittel darzulegen, 

welche hauptsächlich in Aussagen der Mitbeschuldigten sowie zahlreicher Zeu-

gen und Auskunftspersonen bestehen. Nach Darlegung dieser weiteren Beweis-

mittel erfolgt die abschliessende Beweiswürdigung. 

2.2. Aussagen des Beschuldigten 

2.2.1. Zusammenfassung der Aussagen 

2.2.1.1. Hafteinvernahme vom 1. Juli 2016 

Der Beschuldigte bestritt, mit der Tötung von M._____ sel. etwas zu tun zu haben. 

Er habe den Lastwagen gekauft, habe M._____ vor der Probefahrt den Kaufpreis 

bezahlt (Urk. D1/02/01 S. 2 ). Als er das Fahrzeug in Deutschland habe verkaufen 

wollen, habe es geheissen, das Fahrzeug könne nicht verkauft werden, es werde 

durch die Polizei in Zürich ermittelt, der Lastwagen sei gestohlen (Urk. D1/02/01 

S. 3). Dann sei er verhaftet worden. 

Der Beschuldigte führte aus, dass er am 2. Juni 2016 im Gespräch mit M._____ 

einen Kaufpreis von Fr. 38'000.– vereinbart habe. Die Probefahrt sei auf den 

nächsten Tag vereinbart worden, nachdem das Geld bei M._____ sei und der 

Vertrag unterzeichnet sei. Es sei abgemacht worden, dass sie (der Beschuldigte 

und AA._____) mit ihrem Auto hinterherfahren würden. Auf diese Weise habe so-

wohl er wie auch AA._____ eine Probefahrt machen können (Urk. D1/02/01 S. 4). 

AA._____ und er seien mit dem Ford Ranger der AJ._____ GmbH zur Halle von 

M._____ gefahren. Er habe M._____ gesagt, er zeige ihm ihre Führerausweise, 

damit er nicht in einen gesetzlichen Konflikt komme (Urk. D1/02/01 S. 5). Vor Be-

ginn der Probefahrt habe er mit M._____ den Kaufvertrag gemacht und den Kauf-

preis bezahlt. Er habe den fertigen Vertrag mitgebracht, den seine Frau ausgefüllt 

habe, M._____ habe nur noch unterschreiben müssen. AA._____ sei dabei ge-

-   26   - 

wesen, da er die technische Kenntnis für Fahrzeuge habe und eine Garage besit-

ze. Für die Besichtigung habe AA._____ nichts bekommen, das sei ein Freund-

schaftsdienst gewesen. Wenn er das Fahrzeug verkauft hätte, hätte er eine 

Kommission von Fr. 200.– bekommen (Urk. D1/02/01 S. 5). Weil es über Kom-

mission gelaufen sei, habe der Vertrag auf AA._____ gelautet. AA._____ habe 

den Vertrag am 3. Juni 2016 unterschrieben, als er ihn abgeholt habe (Urk. 

D1/02/01 S. 5 f.). Er habe M._____ erklärt, dass der Vertrag aus kostentechni-

schen Gründen auf AA._____ laute (Urk. D1/02/01 S. 6). Sie hätten eine längere 

Probefahrt gemacht, zwischen ein und zwei Stunden. Nach der Probefahrt habe 

er M._____ mit seinem PW zurückgebracht während AA._____ mit dem LKW wei-

ter gefahren sei und diesen bei der AK._____ in AL._____ hingestellt habe. Er 

habe organisiert, dass seine Frau AA._____ in AL._____ abgeholt habe und ihn 

nach AP._____ gefahren habe, wo sein Auto gestanden habe (Urk. D1/02/01 S. 

8). Er habe M._____ in der Nähe der Halle aussteigen lassen, es habe dort noch 

ein Feld. Er habe nicht gefragt, weshalb M._____ dort habe aussteigen wollen 

(Urk. D1/02/01 S. 8).  

Das Geld für die Bezahlung des Lastwagens habe er von seiner Mutter bekom-

men. Sie habe ihm eine Schenkung von Fr. 50'000.– gemacht. Davon habe er 

Fr. 10'000.– verbraucht und Fr. 40'000.– in bar zu Hause aufbewahrt 

(Urk. D1/02/01 S. 10). 

Auf die Frage, ob V._____ am 3. Juni 2016 mal in Q._____ gewesen sei, erklärte 

der Beschuldigte, sie habe auf ein Inserat hin etwas abholen wollen, was aber 

nicht zustande gekommen sei. Sie habe dann in der Industrie in Q._____ gewar-

tet. Sie habe ihnen nachfahren wollen, sie hätten sich dann aber verloren (Urk. 

D1/02/01 S. 11). Er habe sie in Q._____ noch kurz gesehen, beim ganzen Handel 

sei sie nicht vor Ort gewesen (Urk. D1/02/01 S. 11). Auf Vorhalt der Aussage von 

V._____, wonach er sie darum gebeten habe, wegen der Probefahrt nach 

Q._____ zu fahren, sagte er, das wisse er nicht, es könne sein, dass er sie ge-

fragt habe (Urk. D1/02/01 S. 13). Er bestätigte, dass ein blauer Anhänger vom 

Ford Ranger an den Subaru umgehängt worden sei (Urk. D1/02/01 S. 13). Den 

Anhänger habe man dabei gehabt, um die Sachen von V._____ zu holen (Urk. 

-   27   - 

D1/02/01 S. 13 f.). Auf Vorhalt der Aussage von V._____, wonach sie nicht ge-

wusst habe, wozu man den Anhänger benötige, antwortete er, das sei komisch 

(Urk. D1/02/01 S. 14). Zu den Aussagen von V._____ betreffend Tausch der Mo-

biltelefone und Übergabe des Mobiltelefons von M._____ an sie zwecks Deponie-

rung desselben in Q._____ an einem Feldrand wollte er sich nicht äussern (Urk. 

D1/02/01 S. 14). Es stimme nicht, dass er zu Hause einen leeren Kaufvertrag mit 

der Unterschrift von M._____ hineingebracht habe (Urk. D1/02/01 S. 15). Er wollte 

auch nichts dazu sagen, dass er den Wohnort in der Nacht nochmals verlassen 

habe und erst drei Stunden später wieder nach Hause gekommen sei (Urk. 

D1/02/01 S. 15). 

Auf Vorhalt, dass V._____ in Abweichung von seiner Aussage erklärt habe, er 

habe sie am 6. Juni 2016 aus Lahr angerufen und sie angewiesen, den Vertrag 

auszufüllen, und sie die Unterschrift von AA._____ gefälscht habe, wogegen er 

ausgesagt habe, dass er den Kaufvertrag am 3. Juni 2016 bei M._____ unter-

schrieben habe, sagte er aus, er könne dazu nichts sagen, er habe den Vertrag 

am 3. Juni 2016 mit M._____ ausgefüllt, nicht später. Auf dem Vertrag, den er mit 

M._____ gemacht habe, sei die Unterschrift von AA._____ echt (Urk. D1/02/01 S. 

23). 

Auf die Frage, ob er Freunde oder Geschäftspartner in Serbien habe, erklärte er, 

er habe einen Geschäftspartner in Serbien und kenne in Belgrad nochmals einen 

Geschäftspartner. Er spreche kein Serbisch, er habe einmal versucht, es zu ler-

nen (Urk. D1/02/01 S. 32). 

Der Beschuldigte bestätigte erneut, dass V._____ den Vertrag vor der Probefahrt 

mit M._____ geschrieben habe und AA._____ diesen unterschrieben habe 

(Urk. D1/02/01 S. 35). 

2.2.1.2. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 4. Juli 2016 (Urk. D1/02/02) 

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 4. Juli 2016 erklärte der Be-

schuldigte, er wolle ein Geständnis ablegen. Er führte aus, er habe bei einem ser-

bischen Geschäftsmann Kredite für die AJ._____ GmbH aufgenommen. Den letz-

-   28   - 

ten Kredit hätte er bis Mai 2016 zurückbezahlen müssen. Sie hätten ihm einen 

halben Monat Aufschub gegeben. Man habe ihm eingebläut, wenn er das Geld 

nicht unter ihren Bedingungen zurückbezahle, müssten andere Personen mit ih-

rem Leben bezahlen, dabei hätten sie ihm Fotos von seiner Familie, seiner Mutter 

und Herrn AA._____ gezeigt (Urk. D1/02/02 S. 31). Ein Foto habe seine Frau und 

die Kinder zusammen mit der Schwiegermutter beim Einkaufen gezeigt, sie hätten 

Name, Adresse und Arbeitsort der Schwiegermutter gehabt. Weiter habe es ein 

Foto von seinem Bruder, seiner Frau und deren Baby gegeben, ein Foto von sei-

nem Schwiegervater AM._____ und eines von AA._____ mit seiner Frau und dem 

Kind bei der Garage sowie ein Foto seiner Mutter in ihrem Wohnquartier. Einer 

habe ihm eine Pistole an den Kopf gehalten und habe gesagt, er könne ja einen 

Fahrzeugkauf vortäuschen. Er habe gesagt, er wüsste nicht, wie er das machen 

sollte, er habe nicht einmal eine Waffe. Man habe ihm die Beretta gegeben und 

gesagt, er müsse diesen Menschen töten und sie wollten bewiesen haben, dass 

dies auch so sei (Urk. D1/02/02 S. 2 f.). Der Betrag des Darlehens habe sich mit 

Zins von Fr. 65'000.– auf Fr. 80'000.– erhöht. Er habe versucht, das Geld irgend-

wie aufzutreiben. Von diesem Darlehen habe weder seine Frau noch sonst je-

mand gewusst. Er habe AA._____ gefragt, ob er den Lastwagen von M._____ in 

Kommission verkaufe und habe ihn informiert, dass er auf eine Probefahrt mit-

kommen solle. Am Tag darauf habe er seine Frau informiert, dass sie mitkommen 

solle und den Anhänger mitziehen solle. Er habe ihr nicht gesagt, weshalb. Auf 

der Probefahrt habe er M._____ die Pistole vorgehalten und ihn aufgefordert auf 

das Bett zu gehen. Er habe AA._____ den Auftrag gegeben, M._____ die Hand-

schellen anzuziehen. AA._____ sei ziemlich perplex gewesen. Er habe ihm ge-

sagt, er solle einfach machen, was er ihm sage, er werde ihm später alles erklä-

ren, dies wäre zu seinem Schutz und zum Schutz seiner Familie. V._____ habe er 

später den Befehl gegeben, das Telefon von M._____ in Q._____ zu deponieren. 

Sie habe ihn nur entsetzt angeschaut und habe nicht nachgefragt. Er habe ihr ge-

sagt, dass sie nicht fragen dürfe, es habe alles seine Gründe, und er werde ihr 

später einmal alles sagen. Er habe ihr nur gesagt, dass ihre Familie bedroht wer-

de (Urk. D1/02/02 S. 3 f.). Er habe dann M._____ auf einem Platz in den Anhä-

nger geladen und mit einem Spannset fixiert. M._____ sei unverletzt gewesen 

-   29   - 

und sei von ihm nicht geschlagen worden. AA._____ mit dem LKW und er mit 

dem PW mit Anhänger seien zur Firma AK._____ gefahren. Dort hätten sie den 

LKW abgestellt und seien nach AN._____ zur AO._____ gefahren, wo sie auch 

V._____ mit den Kindern getroffen hätten (Urk. D1/02/02 S. 4). Er habe V._____ 

den Auftrag gegeben, AA._____ nach AP._____ zu fahren. AA._____ habe 

nochmals zur AK._____ fahren müssen, weil er die Kontrollschilder am LKW ver-

gessen habe. Er sei allein nach AI._____ gefahren und habe M._____ leere Ver-

träge zum Unterschreiben gegeben. Er habe allein M._____ mit Klebeband Nase 

und Mund zugeklebt, sei weggegangen und habe gewartet, bis M._____ tot ge-

wesen sei. Er habe zuerst noch versucht, ob er ihn mit der Waffe töten könnte, 

aber er habe nicht abdrücken können. Kurze Zeit später sei seine Frau nach Hau-

se gekommen. Sie habe nicht gewusst, was passiert sei, ob M._____ noch da 

gewesen sei. Als sie drinnen gewesen sei, habe er M._____ in den Kofferraum 

des Subaru getan und sei losgefahren. Unterwegs sei er abgefangen worden und 

habe zeigen müssen, dass M._____ tot sei (Urk. D1/02/02 S. 5). Sie hätten ihm 

den Befehl gegeben, ihn irgendwo in Zürich auszusetzen. In AQ._____ habe er 

M._____ aus dem Kofferraum genommen und ihn dort hinunter rollen lassen. Da-

nach sei er nach AI._____ gefahren. Am nächsten Tag sei er zusammen mit sei-

ner Frau und den Kindern nach Lahr gefahren und habe den LKW zu AR._____ 

gebracht. Die Utensilien von M._____ habe er in einem Abfallsack in Deutschland 

auf einem Rastplatz entsorgt. Seine Frau habe nicht gewusst, was im Abfallsack 

gewesen sei. Von dort seien sie zurück nach Hause gefahren. Am Montag sei er 

mit AA._____ nach Lahr gegangen. Vor der Verhaftung habe er seine Frau ange-

rufen und ihr gesagt, dass sie den Vertrag ausfüllen solle und die Unterschrift von 

AA._____ fälschen solle (Urk. D1/02/02 S. 5).  

Er wolle helfen, diese Leute zu finden. Sie hätten jeweils ihn aufgesucht, nicht er 

sie. Es sei ein junger aus dem Balkan stammender Mann. Er habe dunkle gegee-

elte Haare und fahre einen grauen BMW M3. Er sei immer beim Kreisel in der 

AS._____ in AT._____ aufzufinden (Urk. D1/02/02 S. 6). Wenn er etwas ge-

braucht habe, habe er sich bei dieser Person melden können. Der Kredit, den er 

im August 2015 bei diesem Serben aufgenommen habe, sei ursprünglich Fr. 

60'000.– plus Fr. 5'000.– Zins gewesen. Er habe in Serbien mit Leuten Kontakt 

-   30   - 

gehabt, die in der Schweiz leben. Diese hätten ihm den Kontakt angegeben. 

AE._____ habe für ihn in Serbien Kontakt hergestellt und übersetzt und habe ihm 

nachher einen Kontakt vermittelt. AE._____ habe ihm gesagt, er solle in die 

AS._____ nach AT._____ gehen, wo dieser mit dem BMW warte (Urk D1/02/02 S. 

7). Dessen Namen kenne er nicht. Auf Vorhalt, dass AE._____ seine Angabe be-

stätigen könne, erklärte er, es habe Differenzen zwischen ihnen gegeben. 

AE._____ sei dann verschwunden, sei aber in Serbien gesehen worden. Er habe 

sich nach Serbien begeben. Er wisse auch nicht, wo er derzeit sei. Das letzte Mal, 

als er ihn gesehen habe, sei er in Aufbruchstimmung gewesen (Urk. D1/02/02 S. 

7). In Serbien habe ihn AU._____ noch gesehen. Es handle sich um den Cousin 

von AE._____, mit welchem er noch Kontakt gehabt habe. Eine Person, welche 

ihm das Geld ausgehändigt habe, nicht derjenige mit dem BMW, habe ihn bedroht 

betreffend Rückzahlung des Kredits. Er habe dunkle gegeelte Haare, etwa 3 bis 4 

cm lang und einen kräftigen Körperbau. Diese hätten immer Serbisch untereinan-

der gesprochen. Er sei im Auto unterwegs gewesen, als man ihm gedroht und die 

Pistole an den Kopf gehalten habe. Er wisse nicht, wie diese Leute ihn gefunden 

hätten, er habe mehrfach an seinem Auto rumgeschraubt und keinen Tracker ge-

funden. Die Bedrohung sei irgendwann nach Mitte Mai gewesen (Urk. D1/02/02 S. 

8). 

AA._____ habe mehrfach gesagt, das könne er nicht machen. Er habe ihm ge-

sagt, dass dies zum Schutz ihrer Familien sei, weil sie ihn ja auch bedroht hätten, 

weil er sehr viel Kontakt mit AA._____ habe (Urk. D1/02/02 S. 12). 

Er sei nicht sicher, ob er auf dem Handy von M._____ den Flugmodus eingestellt 

habe oder das Gerät ausgeschaltet habe, als sie sich beim Lidl getroffen hätten. 

Er habe V._____ das Telefon von M._____ gegeben und sie angewiesen, dieses 

zu deponieren (Urk. D1/02/02 S. 13).  

AA._____ sei beim Umladen von M._____ in den Anhänger einfach dagestanden 

und sei mit der Situation absolut überfordert gewesen, er habe geschlottert und 

ganz hoch geatmet (Urk. D1/02/02 S. 15). 

-   31   - 

Als er mit der Leiche im Kofferraum gefahren sei, sei er von den Kreditgebern ab-

gefangen worden. Es seien vier Personen gewesen. Er wisse nicht, ob sie ihn ob-

serviert hätten, er habe keinen Kontakt zu ihnen gehabt (Urk. D1 /02/02 S. 19). 

Auf die Frage, ob er seiner Frau vor seiner Verhaftung erzählt habe, was passiert 

sei, antwortete er "das wüsste ich nicht". Seine Frau habe die Waffe vor seiner 

Verhaftung versteckt, weil er ihr das so befohlen habe, bevor er verhaftet worden 

sei (Urk. D1/02/02 S. 21). AA._____ habe erst bei der Verhaftung in Lahr erfah-

ren, was mit M._____ passiert sei (Urk. D1/02/02 S. 21). V._____ habe M._____ 

nie gesehen, habe nicht gewusst, dass er auf dem Anhänger gewesen sei, er 

glaube nicht, dass sie die Pistole unterwegs gesehen habe (Urk. D1/02/02 S. 30). 

2.2.1.3. Polizeiliche Einvernahme vom 21. Juli 2016 (Urk. D1/02/03) 

Der Beschuldigte bestritt, mit dem Verschwinden von AE._____ etwas zu tun zu 

haben (Urk. D1/02/03 S. 2 f.). Er erklärte, AE._____ habe mit AV._____ (recte 

AV._____) Drogengeschäfte mit Hanf abgewickelt. Er habe sich dort nicht einmi-

schen wollen und habe weggeschaut. Er habe nicht an diesen Geschäften teilge-

nommen, er wolle nichts damit zu tun haben (Urk. D1/02/03 S. 6). Auf Vorhalt, 

dass H._____ ausgesagt habe, er habe ihm erzählt, dass er AE._____ falsch be-

schuldigt habe, ihm Fr. 50'000.– gestohlen zu haben, antwortete der Beschuldig-

te, das stimme nicht, H._____ lüge, weil er ihm etwas anhängen wolle und vertu-

schen wolle, dass sein Bruder bei der Mafia sei. Es handle sich um die gleiche 

Mafia, die ihn erpresst habe (Urk. D1/01/02/03 S. 7). Auf Vorhalt der Aussage von 

H._____, dass AW._____ ihm erzählt habe, dass AE._____ ihn (Beschuldigten) 

um Fr. 40'000.– gelinkt habe, antwortete der Beschuldigte, dass dies nicht stimme 

(Urk. D1/02/03 S. 7). Weiter wurde dem Beschuldigten vorgehalten, AW._____ 

habe ausgesagt, AE._____ habe ihm erzählt, dass er ihm (A._____) Fr. 40'000.– 

bis Fr. 50'000.– gestohlen habe und der Beschuldigte habe mit AE._____ Streit 

gehabt, weil er die Firma habe schliessen müssen, wahrscheinlich sei der Streit 

des Geldes wegen gewesen. Der Beschuldigte sagte auf diesen Vorhalt, das 

stimme nicht, aus der Zwischenbilanz sei schon vorhersehbar gewesen, dass es 

soweit kommen würde. AW._____ habe das erfunden, um seine Drogengeschäfte 

zu vertuschen (Urk. D1/02/03 S. 8). N._____ lüge, wenn er aussage, dass er ihm 

-   32   - 

gesagt habe, er habe das Auto jemandem genommen, welcher ihm Geld schulde 

(Urk. D1/02/03 S. 11). Er habe AE._____ nie Geld gegeben, er habe gewusst, 

dass AE._____ an anderen Orten Geld schuldete (Urk. D1/02/03 S. 12). 

N.______ lüge, wenn er behaupte, er habe ihm gesagt, jemand schulde ihm Fr. 

70'000.– und sei zu ihm nach Hause gekommen, wo diese Person nach heftiger 

Diskussion ein Messer gezogen habe, worauf er eine Pistole gezogen habe und 

ihm der andere freiwillig den Schlüssel gegeben habe (Urk. D1/02/03 S. 12 f.). 

An jenem Abend, an welchem AA._____ und AE._____ nach AI._____ gekom-

men seien, habe er mit AE._____ ein Gespräch unter vier Augen gehabt. 

AA._____ und seine Frau seien dann sein Auto holen gegangen. Er wisse nicht 

mehr, welches Auto dies gewesen sei. AE._____ habe ihm bei diesem Gespräch 

erzählt, dass er Streit mit seinem Bruder gehabt habe, möglicherweise mit der Po-

lizei eine Konfrontation gehabt habe, dass er nach Serbien zurückkehren wollte, 

aber Angst gehabt habe, die Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu verlieren 

(Urk. D1/02/03 S. 26). Auf Vorhalt der Dokumente betreffend Baggermiete vom 

28. April 2016 und der Frage, ob er mit dem Bagger die Leiche von AE._____ 

vergraben habe, verneinte der Beschuldigte (Urk. D1/02/03). 

Das Geld aus den Krediten beim serbischen Geschäftsmann habe er in bar be-

kommen in einem Plastiksack oder einfach lose (Urk. D1/02/03 S. 35). Dem Be-

schuldigten wurde ein Fotobogen mit 8 Personen vorgehalten und er wurde auf-

gefordert, zu erklären, ob er auf einer Aufnahme den Vermittler der Kredite erken-

ne. Er erklärte in der von ihm bezeichneten Person mit 100 % Sicherheit den 

Vermittler zu erkennen (Urk. D1/02/03 S. 36). Der Geschäftsmann habe ihm ge-

sagt, er müsse das Geld unter seinen Bedingungen beschaffen und habe ihm Fo-

tos von seiner Frau und seinen Töchtern, von AA._____, dessen Frau und Kind, 

AX._____, AY._____, AZ._____, AB._____, AM._____ und seiner Mutter 

(BA._____) gezeigt. Bei den Fotos habe der jeweilige Name und die Adresse ge-

standen, bei seiner Schwiegermutter sogar, wo sie arbeite. Ihm sei klar gemacht 

worden, dass diese Leute mit ihrem Leben bezahlen müssten, wenn er nicht tue, 

was sie von ihm verlangten. Sie hätten ihm gesagt, sie würden ihn beobachten 

und wüssten immer, was er tue. Der Geschäftsmann habe ihm gesagt, er solle ei-

-   33   - 

nen Fahrzeughandel mit Lastwagen vortäuschen und müsse die Person, die er 

ausnehmen solle, nachher töten. Er habe gesagt, er könne das nicht tun. Sie hät-

ten geantwortet, er habe keine andere Wahl, sonst werde seine Familie sterben. 

Dabei habe ihm eine Person eine Waffe an die rechte Schläfe gehalten. Es seien 

ca. vier oder fünf Personen herumgestanden (Urk. D1/02/03 S. 36). Er habe dem 

Geschäftsmann Fr. 60'000.– zuzüglich Fr. 5'000.– Zins geschuldet. Er habe einen 

halben Monat Aufschub erhalten ohne Zinserhöhung, danach habe er Fr. 

80'000.– gewollt. Er habe dem Geschäftsmann die Fr. 40'000.– gegeben, welche 

er von seiner Mutter aus dem Erbe seines Vaters geschenkt erhalten habe (Urk. 

D1/02/03 S. 36). Derjenige, der ihm die Waffe an den Kopf gehalten habe, habe 

ihm die Waffe gegeben, er wisse nicht mehr, an welchem Datum das genau ge-

wesen sei. Den Mann, der ihn aufgefordert habe, M._____ zu töten, beschrieb er 

als 29-35 Jahre alt, ca. 190 cm gross, athletisch, ganz kurze Haare ca. 5mm, der 

Kamm etwas länger mit Elypse, Haare gegeelt, unschöne Zahnstellung mit 

schwarzen Stellen in den Zähnen, Augen relativ weit aussen, grössere Augenhöh-

len, sehr flache Ohren für einen Balkantypen, auf der rechten Hand ein schlecht 

gestochenes gräuliches Tattoo, trug einen Fingerring wie einen Siegelring mit ei-

nem Zeichen oder Buchstaben drin (Urk. D1/02/03 S. 37). 

Der Beschuldigte bestätigte erneut, dass V._____ M._____ nie gesehen habe. Er 

habe ihr auch nicht gesagt, was er getan habe (Urk. D1/02/03 S. 40). 

Mit der Leiche von M._____ im Kofferraum sei er einfach ziellos herumgefahren 

Richtung BB._____, dann in Richtung BC._____, dann Richtung BD._____. Dort 

sei er dann abgefangen worden. Es seien die gleichen Typen gewesen wie das 

erste Mal. Sie hätten sehen wollen, ob er es wirklich gemacht habe, er habe ihnen 

M._____ zeigen müssen (Urk. D1/02/03 S. 41 f.).  

2.2.1.4. Schriftliches Geständnis des Beschuldigten betreffend Tötung von 

AE._____ sel. / untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 27. Juli 2016 

Am 27. Juli 2016 teilte der Verteidiger des Beschuldigten mit, dass dieser bereit 

wäre, eine schriftliche Stellungnahme zum Vorwurf in Sachen AE._____ abzuge-

ben, sofern ihm seitens der Staatsanwaltschaft und der Polizei zugesichert werde, 

-   34   - 

dass Leib und Leben der bedrohten Personen aus seinem Umfeld im Rahmen der 

bestehenden Möglichkeiten geschützt werden. Der Beschuldigte befürchte eine 

Bedrohung aus dem Umfeld der Familie AE'._____ sowie der weiteren involvier-

ten serbischen Gruppierungen. Eine entsprechende Zusicherung wurde seitens 

der Polizei und der Staatsanwaltschaft unterschrieben (Urk. D1/02/04) und ein 

schriftliches Geständnis zu den Akten gegeben (Urk. D1/02/06). 

In der Einvernahme vom 27. Juli 2016 sagte der Beschuldigte aus, AE._____ sei 

Mitglied der serbischen Mafia und habe vor allem Drogensachen erledigt, Gras, 

Kokain etc.. Er habe Drogenhandel betrieben für die serbische Mafia. Er (Be-

schuldigter) habe nichts damit zu tun gehabt, sei aber damit konfrontiert worden. 

In BE._____ bei der BF._____ gegenüber im 10. Stock bei einer BG._____ – er 

wisse nicht, wie die Strasse heisse – hätten sie Drogen gelagert. Er habe 

AE._____ dort zweimal abgeholt und habe in der Wohnung die Ware gesehen. An 

der …-strasse in AT._____ in der Nähe der … Garage hätten sie auch gehandelt 

(Urk. D1/02/05 S. 3). Am 27. April 2016 seien AE._____ und AA._____ bei ihm 

vorbeigekommen und hätten den BMW dabei gehabt. AE._____ habe unbedingt 

mit ihm reden wollen. Er habe vorgängig nicht gewusst, dass die beiden kommen 

würden. Sie seien zu ihm gekommen, da auch AA._____ mit ihm (Beschuldigten) 

habe reden wollen. Das habe aber nichts mit dem Kaufvertrag betreffend den 

BMW zu tun gehabt. Den Kaufvertrag betreffend den BMW habe er gefälscht, 

damit AA._____ etwas habe vorweisen können. AA._____ habe abgemacht, dass 

der Ausweis übergeben werde, sobald er ausgelöst sei. Nachdem AE._____ bei 

ihm getötet worden sei, wäre noch die Übergabe des Ausweises offen gewesen. 

Er habe AA._____ gesagt, er habe den Vertrag mit AE._____ noch gemacht und, 

dass AE._____ nicht mehr ans Telefon gehe und nicht mehr reagiere. Dies habe 

er gesagt, damit AA._____ keine Fragen stelle, da er nicht gewusst habe, dass 

AE._____ bereits tot gewesen sei (Urk. D1/02/05 S. 4). AE._____ habe nach Geld 

für Serbien gefragt, er habe sich nach Serbien aus dem Staub machen wollen, 

weil er momentan ziemlich schräge Sachen gedreht habe. Er kenne keine Details, 

zu 99 % sei es um Drogen gegangen. AE._____ habe ihn gefragt, ob er den Mer-

cedes für ihn verkaufen könne, damit er Geld bekomme (Urk. D1/02/05 S. 5). Am 

folgenden Tag sei AE._____ mit den Serben zu ihm gekommen. Es sei zwischen 

-   35   - 

14 Uhr und 16 Uhr gewesen, seine Frau sei nicht zu Hause gewesen. Dann sei 

AE._____ aufgefordert worden, das Problem zu erledigen, ihn zu töten. Es sei zu 

einem Kampf gekommen. AE._____ habe versucht, mit dem Messer auf ihn ein-

zustechen, habe ihn aber nicht erwischt. Dann habe er ihm (dem Beschuldigtem) 

Faustschläge gegen den Kopf gegeben. Nach relativ langem Hin und Her habe er 

AE._____ gezielt getroffen. Dieser sei zu Boden gegangen, wo er ihn noch ein 

paarmal ziemlich stark geschlagen habe bis er am Boden liegen geblieben sei. 

Die Serben hätten gesagt, er bekomme 10 Tage, nicht mehr, und seien wegge-

gangen. Er habe AE._____ mit Handschellen gefesselt und ihn angeschrien, ob 

er spinne. AE._____ habe gesagt, er (Beschuldigter) werde entweder durch ihn 

(AE._____) oder durch die Serben sterben, egal was er mache. Er habe ge-

schrien, er (Beschuldigter) solle verrecken (Urk. D1/02/05 S. 6). Er habe 

AE._____ befreit und gesagt, er solle sich verpissen, er wolle ihn nie mehr sehen. 

AE._____ habe das am Boden liegende Messer genommen und sei auf ihn los 

gekommen und habe ihn zwei- oder dreimal seitlich am rechten Unterarm er-

wischt. Dann habe er AE._____ wieder zu Boden gebracht und wieder gefesselt. 

Dann seien die Serben wieder zurück gekommen. Er habe versucht, zu fliehen, 

sei jedoch von den Serben zurückgehalten worden. Sie hätten gesagt, er solle 

AE._____ töten. Er habe gesagt, er mache das nicht. Sie hätten gesagt, er habe 

die Wahl, entweder sterbe AE._____ oder er. Sie hätten ihm eine Waffe hinge-

streckt. Der serbische Geschäftsmann habe dann gesagt, er solle AE._____ den 

Mund mit Klebeband zukleben. Dann habe der Geschäftsmann gesagt, er solle 

die Nase zukleben. Zuerst habe er nichts gemacht und sei starr geblieben. Dann 

habe ihm der ganz grosse Typ eine Pistole an den Kopf gehalten und gesagt 

"los". Er habe AE._____ das Klebeband so oft um den Kopf gewickelt bis die 

stopp gesagt hätten. Es sei etwa ein bis zwei Minuten gegangen, AE._____ habe 

die ganze Zeit gezuckt. Dann seien die andern gegangen und hätten gesagt, er 

habe 10 Tage Zeit und keinen Tag länger. Falls er die Polizei informiere, wäre 

seine Familie schneller tot, als er denken könne (Urk. D1/02/05 S. 8). Der Be-

schuldigte erklärte, AA._____ und V._____ wüssten von dieser Angelegenheit 

nichts. AA._____ sei beim Vorfall im Geschäft gewesen, seine Frau sei einkaufen 

-   36   - 

gegangen oder habe die Kinder abgeholt. Sie wüssten nicht einmal, dass 

AE._____ tot sei (Urk. D1/02/05 S. 10). 

2.2.1.5. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 28. Juli 2016 

(Urk. D1/02/07) 

In dieser Einvernahme, welche in AI._____ vor Ort durchgeführt wurde, ging es 

um die Bergung der Leiche von AE._____ sel.. Der Beschuldigte bezeichnete den 

Ort, wo er die Leiche vergraben hatte. 

2.2.1.6. Polizeiliche Einvernahme vom 25. August 2016 (Urk. D1/02/08) 

Der Beschuldigte sagte aus, am 27. April 2016 sei AE._____ mit AA._____ zu ihm 

gekommen. AE._____ habe mit ihm unter vier Augen sprechen wollen. AA._____ 

und V._____ seien in der Zwischenzeit das Fahrzeug holen gegangen (Urk. 

D1/02/08 S. 4). AE._____ habe mit ihm das Gespräch gesucht, da er für die Ser-

ben das Geld habe eintreiben müssen. Er habe ihm gesagt, dass er das Geld 

noch nicht habe. AE._____ habe gesagt, dass dies kein Problem sei und er ihm 

helfen könne. Er habe ihn gefragt, was er dafür tun müsse, ob es um Drogen ge-

he. AE._____ habe verneint, habe gelächelt und gesagt, er solle ihm vertrauen 

(Urk. D1/02/08 S. 4). AE._____ habe erzählt, dass er Krach mit seinem Bruder 

gehabt habe, mehrere offene Geschäfte habe und alles dafür mache, nach Serbi-

en abhauen zu können, bis sich die ganze Angelegenheit beruhigt habe. 

AE._____ habe so schnell wie möglich nach Serbien abhauen wollen und habe 

darum schnell Geld auftreiben wollen. Aus diesem Grund habe er alles verkaufen 

wollen. Während dem Gespräch sei V._____ mit dem Mercedes auf den Platz ge-

fahren. AE._____ habe ihn gefragt, ob er den Mercedes bei ihm stehen lassen 

könne und ob er jemanden kenne, der Interesse am Mercedes habe, damit er 

schnell an Geld komme. AE._____ habe gefragt, ob er den Mercedes bei ihm 

stehen lassen könne, was er bejaht habe (Urk. D1/02//08 S. 4). AE._____ sei 

dann nach einem Telefonanruf von einem unbekannten Fahrzeug abgeholt wor-

den (Urk. D1/02/08 S. 3). AE._____ habe ihn beim Gespräch gebeten, er solle am 

nächsten Tag allein zu Hause sein, deshalb habe er V._____ gefragt, ob sie am 

nächsten Tag einkaufen gehen könne (Urk. D1/02/08 S. 5). 

-   37   - 

Am nächsten Tag sei AE._____ mit den Serben gekommen. Einer der Serben 

habe gesagt, dass er das Geld wolle, er habe geantwortet, er habe das Geld 

nicht, er brauche mehr Zeit. Er habe erwidert, dass die Zeit vorbei sei. Der serbi-

sche Geschäftsmann habe AE._____ aufgefordert, ihn zu töten. AE._____ habe 

dann aus seiner rechten Hosentasche ein Messer genommen und habe versucht, 

ihn zu stechen. Er habe sich erfolgreich zur Wehr setzen können und habe ihm 

das Messer aus der Hand geschlagen. AE._____ habe ihn mehrfach mit der 

Faust an der Nase getroffen, er habe Nasenbluten bekommen (Urk. D1/02/08 S. 

6). Er habe AE._____ mit der Faust so stark mit Fuss und Faust geschlagen, dass 

er zu Boden gefallen sei und liegen geblieben sei. Die Serben hätten gesagt, er 

habe nun 10 Tage Zeit. Einer der Serben habe gesagt, er solle AE._____ töten. 

Er habe geantwortet, das werde er nicht tun. Als die Serben gegangen seien, ha-

be er AE._____ gefesselt und ihn, als er wieder zu sich gekommen sei, ange-

schrien, ob er spinne, weshalb er auf ihn losgekommen sei. AE._____ habe ge-

sagt, er werde sterben, entweder werde er (AE._____) oder der serbische Ge-

schäftsmann dies tun. Er habe AE._____ losgebunden und ihm gesagt, er solle 

sich verpissen. AE._____ habe das Messer vom Boden aufgehoben und sei wie-

der auf ihn losgekommen. Er habe ihm wieder das Messer wegschlagen und ihm 

Handschellen anziehen können. In dem Moment, als er AE._____ gefesselt habe, 

habe er gehört, dass die Serben wieder zu Fuss dahergekommen seinen (Urk. 

D1/02/08 S. 6). Die Serben hätten ihm eine Pistole hingehalten und hätten ge-

sagt, er solle AE._____ töten. Er habe gesagt, er werde das nicht tun. Sie hätten 

gesagt, er habe die Wahl, entweder sterbe AE._____ oder er. Einer der Serben 

habe gesagt, er solle AE._____ den Mund mit Klebeband zukleben und habe ihm 

eine Waffe an den Kopf gehalten. Er habe AE._____ den Mund zugeklebt und 

man habe ihn aufgefordert, die Augen zuzukleben und mehrmals um den Kopf zu 

kleben, am Schluss noch über die Nase. AE._____ habe extrem gezuckt. Sie hät-

ten gewartet, bis er sich nicht mehr bewegt habe, und hätten ihm gesagt, wenn er 

die Polizei einschalte, würde seine Familie sterben. Sie würden ihn die ganze Zeit 

im Blick haben, und er habe 10 Tage Zeit, keinen Tag länger. Wenn er flüchte, 

würden sie genau wissen, wo seine Verwandten seien. Er habe die Leiche in den 

Anhänger gelegt. Um die Leiche zu vergraben, habe er einen Bagger gemietet. 

-   38   - 

Am Abend sei V._____ mit den Kindern nach Hause gekommen, er habe ihr 

nichts vom Geschehenen erzählt. Als sie das Abendessen zubereitet habe, habe 

er mit dem Bagger das Loch ausgehoben und die Leiche dort begraben. Später 

sei er mit den Fr. 40'000.–, die er von seiner Mutter erhalten habe, und dem Erlös 

aus dem Verkauf des Mercedes, mit insgesamt Fr. 43'800.– mit dem Auto unter-

wegs gewesen in Richtung BH._____ und sei in BI._____ von den Serben abge-

fangen worden. Er habe den Serben die Fr. 43'800.– als Anzahlung gegeben. Sie 

hätten ihn zusammengeschlagen und ihm Fotos von seiner Mutter, Bruder und 

Familie, AA._____, V._____ und den Kindern sowie den Schwiegereltern gezeigt 

mit deren Namen und Adressen und Angabe zum Arbeitsort versehen. Sie hätten 

ihm gesagt, er müsse unter ihren Bedingungen Geld auftreiben und es wäre doch 

schade, wenn den beiden Kleinen etwas passiere. Wenn er die Polizei einschalte 

und sich nicht an ihre Regeln halte, müssten die anderen für die Schulden mit ih-

rem Leben gerade stehen. Der eine Serbe habe ihm eine Waffe an den Kopf ge-

halten und habe gesagt, wenn er fliehe, würden sie hinter seine Familie gehen. 

Sie hätten ihm gesagt, dass er einen Kauf vortäuschen solle. Er habe gefragt, wie 

sie sich das vorstellen würden, er habe ja nicht einmal eine Waffe. Sie hätten ihm 

eine Beretta und Munition gegeben. Sie hätten ihm gesagt, dass der Betrag mit 

den Zinsen auf Fr. 80'000.– hinauf gehe (Urk. D1/02/08 S.8). Der Beschuldigte 

beschrieb nochmals den serbischen Geschäftsmann und die drei Mitglieder der 

serbischen Mafia (Urk. D1/02/08 S. 8 f.) sowie das Fahrzeug, mit welchem sie bei 

ihm auf den Hof gefahren seien (Urk. D1/02/08 S. 10). Bezüglich des Kontroll-

schilds des Fahrzeugs wurde ihm vorgehalten, er habe erwähnt, dass es ein Gen-

ferkontrollschild gewesen sei, später habe er gesagt, es sei ein Waadtländerkon-

trollschild gewesen, darauf antwortete er, er sei sich damals nicht ganz sicher 

gewesen, jetzt sei er sich ganz sicher (Urk. D1/02/08 S. 10). Er habe zuerst das 

Problem gehabt, dass er alles verdrängt habe. Als er dann eine Panikattacke bzw. 

einen Nervenzusammenbruch im Gefängnis gehabt habe, seien ihm viele Sachen 

wieder in den Sinn gekommen, Details wie das Kontrollschild, die letzten drei Zif-

fern und das weiss grüne Kantonswappen. 

Bezüglich der serbischen Mafia wisse er nicht viel. Er wisse, dass diese Waffen- 

und Drogenhandel gemacht und mit viel Geld Handel betrieben hätten. Er wisse, 

-   39   - 

dass sie 15- bis 17-Jährige angestiftet hätten, um Drogen zu verkaufen. Er habe 

ein paar Mal solche Dinge mitbekommen (Urk. D1/02/08 S. 12). Er habe 

AE._____ während verschiedener Gespräche ausgehorcht, ohne dass dieser et-

was davon gemerkt hätte. Er sei regelmässig mit ihm Kaffee trinken gegangen, da 

sei er oft vor allem von Kleindealern angesprochen worden, wann die nächste La-

dung komme. In Serbien sei er einmal hereingeplatzt, als er einen Drogendeal 

gemacht habe. Weil AE._____ ihm dies auch selbst gesagt habe, habe er ge-

wusst, dass es sich um die serbische Mafia gehandelt habe (Urk. D1/02/08 S. 13).  

Der Beschuldigte erklärte, V._____ sei am Tag der Tötung von AE._____ mit den 

Kindern den ganzen Tag ausser Haus gewesen und erst am frühen Abend nach 

Hause gekommen (Urk. D1/02/08 S. 17 f.). Auf Vorhalt, dass diese Aussage nicht 

mit dem Ergebnis der rückwirkenden Teilnehmeridentifikation übereinstimmt, er-

klärte der Beschuldigte erneut, V._____ sei nicht zu Hause gewesen, als die Ser-

ben gekommen seien (Urk. D1/02/08 S. 18). 

Der Beschuldigte sagte aus, AA._____ habe nichts mit der Tötung von AE._____ 

zu tun (Urk. D1/02/08 S. 24). 

2.2.1.7. Staatsanwaltschaftliche Einvernahme vom 26. September 2016 

(Urk. D1/02/09) 

Der Beschuldigte wurde zum Vorfall im Spazierhof des Gefängnisses Zürich vom 

5. September 2016 befragt. Er sagte aus, BJ._____ habe beim Spazieren zu ihm 

gesagt "Liebe Grüsse aus Serbien" und dass er sich zweimal überlegen solle, ob 

er Aussagen mache oder nicht. Er sei extrem erschrocken, da er im Gefängnis 

weder über seine Delikte noch über die Serben gesprochen habe. Von ihm wisse 

niemand, warum er im Gefängnis sei. Er sage immer, er sei wegen Drogen- und 

Waffendelikten hier. Im Gefängnis habe er nie etwas gesagt betreffend die serbi-

sche Mafia (Urk. D1/02/09 S. 4). Er nehme an, die Information sei von draussen 

von den Serben gekommen (Urk. D1/02/09 S. 4). Ein weiterer Insasse habe ihn 

mit Hurensohn betitelt. Es habe eine Schlägerei gegeben (Urk. D1/02/09 S. 2). 

BK._____ sei in unmittelbarer Nähe zu ihm gestanden, als BJ._____ gesagt habe 

"Liebe Grüsse aus Serbien" und dass er sich zweimal überlegen solle, ob er Aus-

-   40   - 

sagen mache, und hätte diese Äusserung von BJ._____ hören müssen. Wenn 

BK._____ sage, dass es nicht stimme, was er sage, habe er es entweder wirklich 

nicht gehört oder wolle nicht hineingezogen werden (Urk. D1/02/09 S. 3). Auch 

BL._____ habe in seiner Nähe gestanden, er glaube nicht, dass er die Äusserung 

von BJ._____ nicht gehört habe und nehme an, man wolle es nicht gehört haben, 

weil es im Gefängnis üblich sei, dass man sich aus allem raushalte (Urk. D1/02/09 

S. 5). 

Ferner schilderte der Beschuldigte einen zweiten Vorfall im Gefängnis. Er habe in 

seiner Zelle bei offenem Fenster gehört, wie zwei Personen miteinander gespro-

chen hätten. BM._____ habe der anderen Person gerufen, am Montag 13.30 Uhr 

sei dann Staatsanwaltschaft. Der andere habe gefragt, ob er geredet habe, wo-

rauf zuerst die Antwort gekommen sei, er wisse es nicht. Nach ein bis zwei Minu-

ten sei aus der Zelle 304 gesagt worden, 301 habe geredet. Dann habe der ande-

re gesagt, dass sie den zum Schweigen bringen, worauf geantwortet worden sei, 

das würden sie morgen besprechen. BM._____ sei in der Zelle 224. Die Person, 

mit welcher er gesprochen habe, sei in Zelle Nr. 304 (Urk. D1/02/09 S. 7). 

2.2.1.8. Polizeiliche Einvernahme zur Person vom 4. November 2016 

(Urk. D1/02/11) 

Mit Schreiben vom 26. Oktober 2016 wandte sich der Beschuldigte an die Staats-

anwältin. Er schrieb, dass er seine Kinder gerne zusammen mit V._____ sehen 

wolle und schlug der Staatsanwaltschaft einen Deal vor. Er erklärte, er habe In-

formationen, die die Staatsanwaltschaft zu den Serben bringen. Er könne ca. 

12 Drogendealer ausliefern und einen Waffenhändlerring ans Messer liefern, wer-

de aber nur auspacken auf einen fairen Deal hin. Er verlange eine neue Identität, 

Haftminderung für seine Frau und ihn, Verlegung ins gleiche Gefängnis wie seine 

Frau und die Erlaubnis, sie einmal in der Woche zusammen mit den Kindern zu 

sehen (Urk. D1/02/11 Anhang). Auf diesen Brief hin kam es zur Einvernahme vom 

4. November 2016. 

Der Beschuldigte bestätigte in dieser Einvernahme, dass seine Familie bisher von 

der Serbenmafia nicht tangiert worden sei (Urk. D1/02/11 S. 3). Es wurde ihm er-

-   41   - 

klärt, dass als Verhandlungsgrundlage Angaben erforderlich seien, die die Unter-

suchungsbehörde überprüfen könne. Auf die Frage, ob er solche Angaben ma-

chen könne, überlegte der Beschuldigte und erklärte, er könne Beweise dafür vor-

legen, dass alles schon früher angefangen habe. Bezüglich des Waffenhändler-

rings brachte er vor, er verfüge über eine Natel-Nummer. Diese stelle aber nur 

den Kontakt her, wenn man ihn kenne. Den Namen könne er nicht nennen, aber 

er könne den Kontakt herstellen (Urk. D1/02/11 S. 3). Auf Vorhalt, dass er bezüg-

lich der sichergestellten Beretta in der Einvernahme vom 1. Juli 2016 einen 

"BO._____" erwähnt habe und die Frage, ob dieser Mitglied des Waffenhändler-

rings sein könnte, bejahte der Beschuldigte und erklärte, es handle sich bei 

"BO._____" nur um einen kleinen Fisch, der nur kleine Geschäfte mache. Die hin-

ter ihm stehenden Leute würden grosse Sachen machen (Urk. D1/02/11 S. 4). Für 

ein einmaliges Treffen mit seiner Familie sei er nicht bereit, Informationen zu ge-

ben, das müsste schon regelmässig, d.h. einmal in der Woche erfolgen. 

2.2.1.9. Polizeiliche Einvernahme vom 17. November 2016 (Urk. D1/02/12) 

Der Beschuldigte sagte aus, AA._____ sei am 3. Juni 2016 nach Q._____ ge-

kommen im Glauben, dass er wegen der Probefahrt mitkomme, sonst habe er von 

gar nichts gewusst. Auch seine Frau habe nichts gewusst. Sie sei einfach mitge-

kommen, weil er sie wegen den Serben nicht habe alleine zu Hause lassen wollen 

(Urk. D1/02/11 S. 7). Er habe ihr gesagt, man gehe auf Probefahrt und sie solle 

einfach mitkommen, sie habe auch nicht nachgefragt (Urk. D1/02/11 S. 8). 

Auf die Frage, was die Mitteilung an AA._____ "chasch 10i verdiene" bedeute, er-

klärte der Beschuldigte, er wisse es nicht (Urk. D1/02/11 S. 9). Es habe definitiv 

nichts zu tun mit dem Wiederverkauf des Lastwagens von M._____, weil es auf 

dem Lastwagen keinen Gewinn zu holen gegeben habe, das Geld an die Serben 

gegangen sei (Urk. D1/02/11 S. 10). Es treffe zu, dass er AA._____ aufgefordert 

habe, Handschuhe mitzunehmen. Sein Hintergrund sei gewesen, dass AA._____ 

nicht seine Fingerabdrücke hinterlassen solle. AA._____ habe vom Ganzen nichts 

gewusst und sei im Glauben gewesen, dass er die Handschuhe mitnehmen solle, 

um bei der Besichtigung des Lastwagens geschützt zu sein (Urk. D1/02/11 S. 15 

-   42   - 

f.). AA._____ habe gewusst, dass er Probleme mit der Mafia gehabt habe, von 

seinem Vorhaben habe er nichts gewusst (Urk. D1/02/11 S. 19). 

2.2.1.10. Polizeiliche Einvernahme vom 17. November 2016 (Urk. D1/02/13) 

Der Beschuldigte sagte aus, AA._____ sei am Tötungsdelikt z.N. von AE._____ 

sel. nicht beteiligt gewesen (Urk. D1/02/13 S. 2).  

Er sei nie mit den Serben in Kontakt getreten, diese hätten immer ihn ge-

sucht, wenn etwas gewesen sei (Urk. D1/02/13 S. 9). Er habe den Serben die 

Fr. 3'800.–, welche er durch den Verkauf des Mercedes gelöst habe, und die 

Fr. 250.–, welche er mit der Karte von AE._____ am Postomaten bezogen habe, 

in BI._____ übergeben (Urk. D1/02/13 S. 8 f.). 

Auf Vorhalt, dass er gesagt habe, er sei von den Serben gezwungen worden, 

AE._____ und M._____ umzubringen und die Frage nach dem Grund dafür, er-

klärte der Beschuldigte, AE._____ habe ihn an die Serben vermittelt, und die Ser-

ben seien enttäuscht gewesen. Eigentlich hätte AE._____ ihn aus dem Weg 

schaffen sollen. Bei M._____ sei es darum gegangen, dass die Serben das Geld 

haben wollten und keine Zeugen vorhanden sein sollten (Urk. D1/02/13 S. 12). 

Er habe nur eine Schusswaffe besessen. Diese sei ihm von den Serben in 

BI._____ übergeben worden, zehn Tage nach der Tötung von AE._____ 

(Urk. D1/02/13 S. 13). Dem Beschuldigten wurde die Aussage von BO._____ vor-

gehalten, wonach er dem Beschuldigten die Waffe Beretta verkauft habe. Der Be-

schuldigte sagte aus, BO._____ lüge (Urk. D1/02/13 S. 14).  

In einer Whatsapp Mitteilung an BO._____ vom 17. Mai 2016 antwortete der Be-

schuldigte auf dessen Frage, wer diese Leute seien, "Alba mafia". Auf Vorhalt, 

dass es immer um die serbische Mafia gegangen sei, erklärte der Beschuldigte, 

er habe bis dahin nicht genau gewusst, in welcher Mafia die Leute seien. Dann 

habe er Recherchen gemacht. Er wisse das genaue Datum nicht auswendig, ab 

wann er gewusst habe, dass es die serbische Mafia sei. Er möchte sich nicht da-

zu äussern, wie er habe recherchieren lassen, wer das für ihn recherchiert habe 

-   43   - 

(Urk. D1/02/13 S. 17 f.). Er gebe diese Person nicht preis, und so lange sei auch 

seine Familie draussen geschützt (Urk. D1/02/13 S. 18). 

2.2.1.11. Polizeiliche Einvernahme vom 10. März 2017 (Urk. D1/02/14) 

Diese Einvernahme bezieht sich auf den versuchten Versicherungsbetrug z.N. der 

BP._____ Versicherung (Anklageziffer 1.7., Dossier 5). In diesem Punkt ist der 

vorinstanzliche Schuldspruch in Rechtskraft erwachsen. Der Beschuldigte verwei-

gerte über weite Strecken die Aussage. Er bestritt, den Wagen in Brand gesteckt 

zu haben (Urk. D1/02/14 S. 9) und machte geltend, er sei zum fraglichen Zeit-

punkt nicht in BQ._____ (D) gewesen, wo der VW Passat gemäss Anklage in 

Brand gesteckt wurde, sondern in berner Kantonsgebiet (Urk. D1/02/14 S. 9 f.). 

Ferner machte er geltend, die der Versicherung eingereichten Werkstattrechnun-

gen seien nicht fingiert gewesen, die Arbeiten seien tatsächlich ausgeführt wor-

den (Urk. D1/02/14 S. 12 f.). Alles, was bei der MFK in AT._____ beanstandet 

worden sei, sei repariert worden (Urk. D1/02/14 S. 14).  

2.2.1.12. Polizeiliche Einvernahme vom 19. Januar 2018 (Urk. D1702/15) 

Vor dieser Einvernahme hatte am 9. Januar 2018 eine Einvernahme mit 

AA._____ stattgefunden. Nach dieser Einvernahme wurde V._____ am 9. Januar 

2018 in den Räumlichkeiten der Staatsanwaltschaft verhaftet. Der Beschuldigte 

reichte am Anfang der Einvernahme ein Schriftstück ein, in welchem er geltend 

machte, durch die Verhaftung von V._____ hätten die Kinder Schaden genom-

men. AA._____ habe seine Aussage aus reiner Rache an ihm gemacht. Er mo-

nierte, dass eine Zellendurchsuchung bei ihm durchgeführt worden sei, während 

er nicht zugegen gewesen sei und dass ihm durch Polizei und Staatsanwaltschaft 

nicht mitgeteilt worden sei, dass seine Frau verhaftet worden sei und wo seine 

Kinder seien. Ausserdem beschwerte er sich über die Zustände in der Untersu-

chungshaft (Anhang zu Urk. D1/02/15). 

Gegenstand der Einvernahme bilden eingangs Fragen der Forensikerin an den 

Beschuldigten betreffend Fesselung der Opfer, Verletzungen der Opfer, Umlage-

rungen der Opfer, Positionen der Opfer. 

-   44   - 

Auf Vorhalt, dass AA._____ ausgesagt habe, der Beschuldigte habe ihm erzählt, 

V._____ sei bei der Überwältigung von AE._____ und bei der Verschiebung und 

Vergrabung der Leiche dabei gewesen, erklärte der Beschuldigte, das sei erstun-

ken und erlogen. AA._____ sage das "um seinen Arsch zu retten". AA._____ wol-

le nicht wegen irgendetwas drankommen, daher schiebe er es ihm in die Schuhe. 

AA._____ versuche, alles auf V._____ abzuschieben, damit er besser dastehe 

(Urk. D1/02/15 S. 16).  

Das Telefon von AE._____ war gemäss Gutachten nur selten abgestellt. Es wur-

de am 28.04.2016 um 00:22:54 Uhr ausgeschaltet im Antennenbereich 

DB._____/DC._____ und anschliessend nie mehr eingestellt. Auf Vorhalt, dass 

dies darauf hindeute, dass ihm zur Zeit des Ausschaltens etwas passiert sei, er-

klärte der Beschuldigte, das entspreche nicht der Wahrheit (Urk. D1/02/15 S. 17). 

Dem Beschuldigten wurde das Schreiben von AA._____ mit dem Titel "Tatbeteili-

gung" vorgehalten. Der Beschuldigte erklärte, es stehe sehr viel       Scheisse da-

rin. Es stimme nicht, dass sie bei einer Einvernahme Nachrichten hin und her ver-

schoben hätten. Er habe mit AA._____ nie über die Mafia diskutiert 

(Urk. D1/02/15 S. 17). Weder mit AA._____ noch mit seiner Frau habe er Nach-

richten ausgetauscht (Urk. D1/02/15 S. 18). Auf Vorhalt der bei der Hausdurchsu-

chung bei V._____ vom 9. Januar 2018 gefundenen Kassiber sagte der Beschul-

digte aus, es stehe darauf nicht, wann sie geschrieben worden seien. Man müsse 

ihm beweisen, wann welche Zettel geschrieben worden seien (Urk. D1/02/15 S. 

20). Auf Vorhalt des Zettels Beilage 2, auf welchem notiert ist, dass die Einver-

nahme am 30.01. stattfindet und daraus geschlossen werden könne, dass die 

Kollusion vor dem 30. Januar stattgefunden habe, antwortete der Beschuldigte, 

das sei eine Annahme (Urk. D1/02/15 S. 20). 

Auf die Frage, wann er AA._____ gesagt habe, dass er AE._____ getötet habe, 

sagte der Beschuldigte, das sei kurze Zeit danach gewesen (Urk. D1/02/15 S. 

24). Es müsse in den nächsten Tagen gewesen sein (Urk. D1/02/15 S. 25). 

Am 28. April sei ein Mann namens BR._____ dabei gewesen. Dieser wohne beim 

Kreisel an der BS._____. Der Beschuldigte zeichnete den Wohnort ein. 

-   45   - 

BG._____, welche in BE._____ an der …-strasse … im 10. Stockwerk bei 

AV._____ wohne, kenne den vollen Namen dieses BR._____ (Urk. D1/02/15 S. 

25). 

Er wisse nicht mehr, wann er AA._____ gesagt habe, dass er M._____ getötet 

habe (Urk. D1/02/15 S. 27). AA._____ habe schon vor der Fahrt nach Q._____ 

gewusst, dass M._____ am Ende sterben werde (Urk. D1/02/15 S. 28). Es treffe 

nicht zu, dass AA._____ für seine Hilfe im Fall M._____ Fr. 10'000.– erhalten hät-

te. Dieser Betrag habe etwas mit einer anderen Straftat zu tun, er wolle sich damit 

nicht belasten (Urk. D1/02/15 S. 28). V._____ habe nicht gewusst, was sie mit 

M._____ vorhatten. Es stimme nicht, dass sie in das Vorhaben bei M._____ ein-

geweiht gewesen sei, wie AA._____ schreibe. Er habe ihr gesagt, sie solle nicht 

zu ihnen kommen, weil er den Handel nicht von ihr gestört haben wolle, daher 

habe sie sich im Hintergrund gehalten. 

Auf Vorhalt des Schreibens gemäss Beilage zu Urk. D1/02/15 mit dem Titel Fall 

AQ._____ (ZH)/M._____ anerkannte der Beschuldigte diesen Brief geschrieben 

zu haben (ausser dem Vermerk "Anonimer Informant"). Er wisse nicht, wie dieses 

Schreiben in die Wohnung seiner Frau gekommen sei. Er könne nicht zuordnen, 

wann er diesen geschrieben habe (Urk. D1/02/15 S. 30 f.). Zum Inhalt dieses 

Schreibens wollte der Beschuldigte keine Aussagen und keine näheren Angaben 

machen (Urk. D1/02/15 S. 31). 

2.2.1.13. Polizeiliche Einvernahme vom 25. Januar 2018 (Urk. D1/02/16) 

In dieser Einvernahme bestätigte der Beschuldigte in Abweichung von der frühe-

ren Einvernahme, dass am 23. Januar 2017 während der Einvernahme eine 

Kommunikation stattgefunden habe. Es stimme nicht, dass er AA._____ einige 

Details zu den Tötungsdelikten erzählt habe (Urk. D1/02/16 S. 3). Gemäss seiner 

Erinnerung habe er mit V._____ die Möglichkeit gehabt, zu sprechen, Irrtum vor-

behalten sei aber nicht über die Tathergänge kommuniziert worden, sondern über 

die Kinder. Es stimme ganz klar nicht, das er AA._____ erzählt habe, wie V._____ 

ihm bei AE._____ geholfen habe (Urk. D1/02/16 S. 4). 

-   46   - 

In der Zeit vor der Tötung von AE._____ seien über sehr lange Zeit einige Geld-

transaktionen geflossen, welche nicht belegbar seien. Was damit gekauft worden 

sei, werde er nicht erläutern, da er sich selber nicht belasten müsse. Es sei von 

den Serben Geld geflossen, von ihm und von AA._____. Das sei eine Zeit lang 

gut gegangen bis AE._____ Ware habe verschwinden lassen. Weil der Geldgeber 

einen Vorschuss bezahlt habe, hätten sie (AA._____, AE._____ und er) das ab-

arbeiten müssen. Bis ca. einen Monat vor dem Tötungsdelikt sei es normal weiter 

gegangen. Dann sei eine ganze Warenlieferung weg gewesen. Er habe die Mittei-

lung bekommen, dass AE._____ sein Geld zusammensuche und sich aus dem 

Staub machen wolle (Urk. D1/02/16 S. 5). Er habe den Auftrag erhalten, 

AE._____ bei sich festzuhalten, bis die Serben bei ihm seien. Das habe er auch 

gemacht, und AA._____ habe geholfen, dass er AE._____ habe festhalten kön-

nen. Als V._____ aus dem Haus gegangen sei, seien die Serben gekommen, das 

sei mit den Serben so abgesprochen gewesen. Er habe in einer früheren Aussage 

eine Schutzaussage gemacht, dahingehend, dass AE._____ mit den Serben ge-

kommen sei, das habe er gemacht, um AA._____ zu schützen (Urk. D1/02/16 S. 

6). AE._____ sei von ihm und AA._____ in AI._____ beim Haus überwältigt wor-

den. Beim Gespräch mit AE._____ sei herausgekommen, dass er wirklich die ers-

te Ladung gestohlen habe. AE._____ habe dann gehen wollen, habe nicht disku-

tieren wollen. Er (Beschuldigter) habe ihm gesagt, er müsse bleiben, sie wollten 

es friedlich lösen. Dabei habe er die Pistole im Hosenbund gehabt, sodass 

AE._____ sie gesehen habe. Er habe AE._____ nicht damit gedroht (Urk. 

D1/02/16 S. 7). Als AE._____ habe dreinschlagen wollen, hätten AA._____ und er 

AE._____ gemeinsam auf den Boden gedrückt und ihm die Hände mit Kabelbin-

dern hinten auf den Rücken gefesselt. AA._____ und er hätten den gefesselten 

AE._____ auf den Estrich gebracht. 

Es sei abgemacht gewesen, dass der BMW und der Mercedes zu ihm kommen 

für die Schulden von AE._____. Er habe V._____ und AA._____ angewiesen, den 

Mercedes zu holen. V._____ sei genervt gewesen, habe dies aber gemacht und 

sei mit dem Mercedes zurückgekommen. Am nächsten Tag sei V._____ den gan-

zen Tag ausser Haus gewesen. Sie habe nicht realisiert, dass AE._____ gefesselt 

auf dem Estrich gewesen sei. Wenn AE._____ gekommen sei, sei sie immer auf 

-   47   - 

Distanz gegangen. Er habe ihr immer gesagt, sie solle nichts fragen, dann wisse 

sie nichts. Am nächsten Tag seien die Serben gekommen, und es sei zum ge-

schilderten Zweikampf gekommen (Urk. D1/02/16 S. 8). Der Beschuldigte bestritt, 

dass AE._____ von ihm und AA._____ unter falschem Vorwand zu ihm gebracht 

worden sei. Das Treffen sei zwischen AA._____ und AE._____ abgesprochen 

worden. Er selber habe keinen direkten Kontakt mit AE._____ mehr gehabt, habe 

nur auf indirektem Weg mit ihm kommuniziert (Urk. D1/02/16 S. 10). Die Abma-

chung betreffend Schuldentilgung durch Übergabe von BMW und Mercedes habe 

er mit AE._____ bei einem persönlichen Kontakt in AT._____ getroffen. Er wolle 

sich nicht dazu äussern, wie es zu diesem persönlichen Kontakt gekommen sei. 

AV._____ sei bei diesem Treffen dabei gewesen (Urk. D1/02/16 S. 12). 

Auf Vorhalt der Mitteilung von ihm an V._____ während diese mit AA._____ un-

terwegs war um den Mercedes zu holen mit dem Inhalt "Säg AA._____ nid zviu" 

erklärte der Beschuldigte, bei dieser SMS sei es nicht um AE._____ gegangen. 

AA._____ habe von V._____ immer Sachen von der Firma erfahren wollen. Aus-

serdem habe V._____ gewusst, dass BT._____ AA._____ fremdgehe. Wenn sie 

dies ausgeplappert hätte, wäre die Luft am Dampfen gewesen (Urk. D1/02/16 S. 

14). 

Es stimme nicht, dass er AA._____ kurz nach der Tötung von AE._____ von der 

Tötung informiert habe, vielmehr sei AA._____ dabei gewesen. Er sei am 28. April 

2016 mit dem Töff zu ihm gekommen, sei dabei gewesen, als die Serben ge-

kommen seien und sei bei der Tötung anwesend gewesen. Bis jetzt habe er das 

Gefühl gehabt, er müsse AA._____ schützen, weil dieser durch ihn in das Ganze 

hineingerutscht sei (Urk. D1/02/16 S. 14). AA._____ sei an jenem Morgen zu ihm 

gekommen, weil er an den Geschäften mit AE._____ finanziell auch beteiligt ge-

wesen sei (Urk. D1/02/16 S. 14). Es sei nicht geplant gewesen, dass AE._____ 

getötet würde (Urk. D1/02/16 S. 15), es sei geplant gewesen, zu klären, wo die 

Ware sei. Die Serben hätten Kohle oder ihre Ware gewollt, weil sie in diesem 

grossen Handel wieder in Vorschuss gegangen seien. AA._____ sei mit einem 

festen Betrag daran beteiligt gewesen. Darauf beziehe sich seine spätere SMS im 

Fall M._____ "wotsch 10i verdiene". Dies wären 25 % der Fr. 40'000.– gewesen 

-   48   - 

und hätten nichts mit dem Lastwagenverkauf zu tun gehabt, sondern mit den lau-

fenden Geldtransaktionen mit den Serben. AA._____ sei informiert gewesen über 

die Serbenbedrohung gegen ihn. Auf Vorhalt, dass AA._____ ausgesagt habe, 

die Sache mit den Serben sei "Bullshit", er möge das nicht mehr hören, erklärte 

der Beschuldigte, AA._____ hätte sich selbst belastet, wenn er auffliege. Er wis-

se, was für Konsequenzen es gebe, wenn er gegen sie auspacke (Urk. D1/02/16 

S. 15). Die ganze Paletten-Geschichte sei eine reine Alibiaktion gewesen. Es sei 

darum gegangen, die Geldaktivitäten zu vertuschen (Urk. D1/02/16 S. 15). 

AA._____ habe sich an der Tötung von AE._____ nicht aktiv beteiligt, er habe nur 

zugeschaut. Er habe ihn deshalb auch nicht belasten wollen, habe ihn draussen 

behalten wollen. Was AA._____ das letzte Mal ausgesagt habe, sei absolut un-

sauber gewesen (Urk. D1/02/16 S. 15). AA._____ sei nach dem Weggang der 

Serben noch zwei bis fünf Minuten bei ihm geblieben und sei dann gegangen. Sie 

seien beide erschüttert gewesen. Er habe ihm gesagt, er solle gehen, er werde 

sich um das Ganze kümmern. AA._____ habe ihm beim Vergraben der Leiche 

nicht geholfen (Urk. D1/02/16 S. 16 f.).  

Er habe AA._____ am nächsten Tag erzählt, was mit dem Leichnam von M._____ 

passiert sei. Sie seien am nächsten Tag zusammen nach Basel gefahren. 

AA._____ habe auf die Mitteilung der Tötung ziemlich gefasst reagiert, habe nur 

Laute gemacht wie "aha" oder "mhmh" (Urk. D1/02/16 S. 16). AA._____ habe 

gewusst, dass M._____ getötet werde. Es sei von den andern klar so vorgegeben 

worden, dass er M._____ töten müsse. AA._____ sei dabei gewesen, als ihm dies 

befohlen worden sei. Sie beide hätten bestürzt reagiert (Urk. D1/02/16 S. 16). 

2.2.1.14. Polizeiliche Einvernahme vom 9. Februar 2018 (Urk. D1/02/17) 

Der Beschuldigte wurde darauf hingewiesen, dass sich aus der Auswertung der 

Telefondaten keine Hinweise ergeben, dass AA._____ am 28. April 2016 nach 

dem Aufstehen BU._____ verlassen haben könnte. Dass er das Mobiltelefon den 

ganzen Tag rege benutzt habe, spreche dagegen, dass er es zu Hause habe lie-

gen lassen. Trotz dieses Vorhaltes hielt der Beschuldigte daran fest, dass 

AA._____ anwesend gewesen sei, als AE._____ getötet worden sei (Urk. 

D1/02/17 S. 2). 

-   49   - 

Auf Vorhalt der Aussagen von AA._____, dass V._____ den gefesselten 

AE._____ in der Küche gesehen habe, sagte der Beschuldigte aus, er könne nicht 

sagen, dass V._____ das mitbekommen habe, er habe keine Ahnung. Sie sei 

drinnen gewesen (Urk. D1/02/17 S. 6). Der Beschuldigte räumte ein, V._____ ge-

sagt zu haben, sie solle mit AA._____ das Auto holen gehen, er habe mit 

AE._____ noch etwas zu besprechen. Spätestens in diesem Zeitpunkt habe 

V._____ gewusst, dass AE._____ da gewesen sei (Urk. D1/02/17 S. 12). 

Der Beschuldigte sagte aus, es sei mit AA._____ besprochen worden, dass die-

ser AE._____ unter einem Vorwand zu ihm bringen würde. AA._____ habe freie 

Hand gehabt. Er (Beschuldigter) habe vorgeschlagen, AA._____ solle sagen, er 

transportiere für AE._____ den BMW gratis zu ihm (Beschuldigtem) oder er sollte 

sagen, er (Beschuldigter) habe die Hydroanlage von AE._____ bei sich 

(Urk. D1/02/17 S. 14). 

Das Überwältigen, Fesseln und Festhalten von AE._____ sei im Auftrag der Ser-

ben erfolgt. Diese seien am 28. April 2016 um den Mittag bei ihm eingetroffen. Er 

habe denen keine Rückmeldung gemacht, denn es habe geheissen, er solle sich 

melden, wenn es nicht klappe. Die Serben hätten schon vorher Bescheid ge-

wusst, dass er in der Nacht vom 27. auf den 28. April 2016 AE._____ überwälti-

gen und festhalten würde (Urk. D1/02/17 S. 20). Auf die Frage, wie er sich hätte 

melden können, erklärte er, er habe verschiedene Anlaufadressen gehabt, eine 

Telefonnummer der Serben habe er nicht gehabt (Urk. D1/02/17 S. 20). AA._____ 

habe gewusst, dass er AE._____ für die Serben zu ihm locken solle. Es sei um 

sein Geld, dasjenige der Serben und dasjenige von AA._____ gegangen, das 

weggekommen sei (Urk. D1/02/17 S. 21). 

2.2.1.15. Polizeiliche Einvernahme vom 26. Februar 2018 (Urk. D1/02/18) 

Der Beschuldigte reichte im Verlauf dieser Einvernahme nach der Mittagspause 

ein Dokument ein, welches 14 Seiten umfasst (Beilage 1 zu Urk. D1/02/18). Er 

beschrieb darin, dass er für AE._____ Pakete transportiert habe. Als er Erspar-

nisse von Fr. 60'000.– geäufnet habe, habe AE._____ ihm angeboten, dass er 

das Geld investieren könne. Wofür investiert worden sei, habe man nicht gefragt. 

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Er habe Geld für 2-3 Tage ausgeliehen und habe 125 % zurück bekommen. Das 

habe er einige Male gemacht. Es habe natürlich auch das Risiko bestanden, dass 

alles auf einmal weg wäre, wenn etwas schief laufen würde (Beilage 1 S. 2). 

AA._____ habe auch mitgemacht, ohne nachzufragen. Nach einiger Zeit habe 

AE._____ mitgeteilt, dass ihre Leute im Ausland gefasst worden seien. Sie seien 

zu den Serben gegangen und hätten ihnen die Situation geschildert. Da die Ser-

ben ihr Geld gewollt hätten, hätten sie es abarbeiten müssen. Als er Fr. 40'000.– 

von seiner Mutter bekommen habe, habe er von den Serben Investments erhalten 

und habe alles mit AE._____ zusammengelegt. AE._____ habe sein Geld immer 

wieder in eigene Hydroanlagen angelegt. Er habe zusammen mit AE._____ meh-

rere Fr. 100'000.– bei den Serben aufgenommen und AA._____ habe sich gele-

gentlich auch daran beteiligt. Einmal habe er erfahren, dass eine Lieferung nicht 

angekommen sei. Diesmal sei es ein Betrag gewesen, der nicht so schnell wieder 

zu beschaffen gewesen wäre. Die Serben hätten ihr Geld gewollt, und sie hätten 

alles Mögliche für die Serben tun müssen. AE._____ habe Autos geklaut, und er 

habe Ausschau gehalten nach gefragten Fahrzeugmodellen. Oder man habe ge-

mietete Luxus Autos ins Ausland gebracht und habe dort Schlüssel nachgemacht. 

Danach seien sie geklaut worden bei den Vermietungsfirmen. Er sei aufgefordert 

worden, einen LKW zu beschaffen. Man habe ihm gezeigt, wie er das machen 

solle, was er bei der Firma BV._____ auch getan habe. Er sei mit den Lastwagen 

nach Belgrad gefahren, wo er geladen und abgefertigt worden sei. In den Lastwa-

gen sei ein Fach eingeschweisst gewesen. Er habe AA._____ mehrere Aufträge 

gegeben, solche Stauboxen zu schweissen. Eines Tages sei ihm von Leuten, die 

im Auftrag der Serben agierten, mitgeteilt worden, das AE._____ seine Hydroan-

lagen verkaufe, seine Schulden begleiche, alles verkaufe und sich nach Serbien 

absetzen wolle. Er habe erfahren, dass die Lieferung, die er hätte beaufsichtigen 

sollen, nicht am Ziel angekommen sei. Die Serben hätten ihm und AA._____ den 

Auftrag gegeben, AE._____ festzuhalten bis sie da seien, sie würden am nächs-

ten Tag aus dem Ausland kommen.  

Der Beschuldigte hielt in dieser Einvernahme vom 26. Februar 2018 an seiner 

Darstellung fest, dass AE._____ im Dachstock von ihm festgehalten worden und 

an einem Balken festgebunden worden sei. Bezüglich der Frage, wann V._____ 

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erfahren habe, dass AE._____ bei ihnen gewesen sei in der Nacht vom 27. April 

auf den 28. April 2016 berief sich der Beschuldige auf sein Aussageverweige-

rungsrecht (Urk. D1/02/17 S. 11). Von den Baggerarbeiten zwecks Beseitigung 

der Leiche habe sie nichts realisiert (Urk. D1/02/17 S. 11). 

Auf die Frage, was er mit der Mitteilung an seine Frau "säg AA._____ nid z viu" 

gemeint habe, erklärte er, er habe gemeint, sie solle AA._____ nicht zu viel von 

der