# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c6b5ee2-7c70-5513-ac30-353c1527354f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-03-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.03.2007 C-81/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-81-2006_2007-03-13.pdf

## Full Text

Abtei lung III
C-81/2006

{T 0/2}

Urteil vom 13. März 2007

Mitwirkung: Richter Imoberdorf (Kammerpräsident);
Richter Trommer; Richter Vuille;
Gerichtsschreiber Longauer.

X._______,
Beschwerdeführerin, 
vertreten durch Fürsprecher Urs Schmid,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz

betreffend
Einreisesperre.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Sachverhalt:

A. Die  Beschwerdeführerin  (geb.  1979)  ist  russische  Staatsangehörige.  Am 
8. März 2006 wurde sie anlässlich einer Polizeikontrolle im einschlägig be-
kannten  "Erotik-Tempel  Freubad"  in  Recherswil  angetroffen  und  am fol-
genden Tag wegen des Verdachts der Ausübung von Prostitution polizei-
lich einvernommen.

B. Am 10. März 2006 verhängte die Vorinstanz gegen die Beschwerdeführe-
rin eine auf zwei Jahre bemessene Einreisesperre. Zur Begründung führte 
sie aus,  die Anwesenheit  der Beschwerdeführerin  sei  wegen Prostitution 
unerwünscht. Einer allfälligen Beschwerde wurde vorsorglich die aufschie-
bende Wirkung entzogen.

C. Mit Verwaltungsbeschwerde vom 6. April 2006 gelangte die Beschwerde-
führerin  an  das  Eidgenössische  Justiz-  und  Polizeidepartement  (EJPD) 
und beantragte die Aufhebung der Einreisesperre und die Wiederherstel-
lung der aufschiebenden Wirkung. Zur Begründung bestreitet sie den Pro-
stitutionsvorwurf. Sie sei am 20. Februar 2006 mit einem gültigen 30-Tage-
Visum (Zweck: "Entretiens d'affaires") in die Schweiz eingereist und habe 
sich hier gesetzeskonform verhalten. Am 20. März 2006 sei sie fristgerecht 
nach Russland zurückgekehrt.

D. Mit  Zwischenverfügung vom 18. Mai 2006 lehnte das EJPD das Gesuch 
um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab und forderte die Be-
schwerdeführerin auf, diverse Auskünfte zu erteilen und Beweismittel bei-
zubringen.

E. Nachdem die Beschwerdeführerin am 24. Mai 2006 Akteneinsicht erhalten 
hatte, nahm sie mit Schreiben vom 19. Juni 2006 Stellung zur Beweisan-
ordnung des EJPD.

F. Die Vorinstanz schliesst mit Vernehmlassung vom 14. Juli 2006 auf Abwei-
sung der Beschwerde.

G. In ihrer Replik vom 21. August 2006 hält die Beschwerdeführerin an den 
gestellten Rechtsbegehren und deren Begründung fest.

H. Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Erwä-
gungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Verfügungen des BFM betr. Einreisesperre unterliegen der Beschwerde an 
das Bundesverwaltungsgericht  (Art.  20 Abs.  1 des Bundesgesetzes  vom 
26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer [ANAG, 
SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über 
das  Bundesverwaltungsgericht  [VGG,  Verwaltungsgerichtsgesetz, 
SR 173.32]). Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Verwaltungsgerichtsge-

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setzes  bereits  beim  EJPD  hängige  Rechtsmittelverfahren  werden  vom 
Bundesverwaltungsgericht übernommen. Die Beurteilung erfolgt nach neu-
em  Verfahrensrecht  (vgl.  Art.  53  Abs.  2  VGG).  Das  Urteil  ist  endgültig 
(Art. 83  Bst.  c  Ziff.  1  des  Bundesgesetzes  vom 17. Juni  2005  über  das 
Bundesgericht [SR 173.110]).  Gemäss Art.  37 VGG richtet sich das Ver-
fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  nach dem Bundesgesetz  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), 
soweit das Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt.

2. Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen Massnahme 
zur Beschwerdeführung legitimiert; auf die frist- und formgerecht eingerei-
chte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

3. Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-
messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-
lichen Sachverhaltes sowie die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 49 
VwVG).  Das Bundesverwaltungsgericht  wendet  im Beschwerdeverfahren 
das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4 
VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die Be-
schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gutheis-
sen oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sach- und Rechtsla-
ge zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 
teilweise  publizierten  Urteils  des  Bundesgerichts  2A.451/2002  vom 
28. März 2003).

4. Die eidgenössische Behörde kann über unerwünschte Ausländer die Ein-
reisesperre verhängen. Sie kann ferner, für höchstens drei Jahre, die Ein-
reisesperre verhängen über Ausländer, die sich grobe oder mehrfache Zu-
widerhandlungen gegen fremdenpolizeiliche oder andere gesetzliche Be-
stimmungen und gestützt  darauf  erlassene behördliche Verfügungen ha-
ben zuschulden kommen lassen (Art. 13 Abs. 1 Satz 2 ANAG). Während 
der Einreisesperre ist dem Ausländer jeder Grenzübertritt ohne ausdrück-
liche  Ermächtigung  der  verfügenden  Behörde  untersagt  (Art.  13  Abs.  1 
Satz 3 ANAG).

5. Die  Prostitution  ist  im  fremdenpolizeilichen  Massnahmerecht  unter  zwei 
unterschiedlichen rechtlichen Gesichtspunkten von Bedeutung.

5.1 Zum einen fällt die Prostitution als Erwerbstätigkeit im Sinne von Art. 6 der 
Verordnung vom 6. Oktober 1986 über die Begrenzung der Zahl der Aus-
länder (BVO, SR 823.21) unter die einschlägigen Normen des Ausländer-
rechts  über  die  Zulassung  von  Ausländern  und  Ausländerinnen  zum 
schweizerischen Arbeitsmarkt. In der Nichtbeachtung dieser Normen liegt 
eine grobe Zuwiderhandlung gegen fremdenpolizeiliche Bestimmungen be-
gründet, die nach Massgabe von Art. 13 Abs. 1 zweiter Satz ANAG zu ei-
ner Einreisesperre führen kann. Daran vermag nichts zu ändern, dass es 
sich  bei  der  Prostitution  um eine  Erwerbstätigkeit  handelt,  für  die  nicht 
ohne  weiteres  eine  fremdenpolizeiliche  Bewilligung  ausgestellt  wird  (vgl. 
dazu  BRIGITTE HÜRLIMANN,  Prostitution – ihre Regelung im schweizerischen 
Recht und die Frage der Sittenwidrigkeit, Zürich usw. 2004, S. 75 ff.; FULVIO 

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HAEFELI, Die Prostitution und die Bestimmungen des ANAG über den Nach-
zug ausländischer Ehegatten, in: SJZ 95 [1999] S. 181 ff.). Denn die Zu-
rückhaltung oder gar systematische Weigerung der Fremdenpolizeibehör-
den,  eine  bestimmte  Erwerbstätigkeit  zuzulassen,  begründet  keine  Frei-
stellung dieser Tätigkeit von der Bewilligungspflicht.

5.2 Auf der anderen Seite ist die Prostitution an und für sich bereits eine uner-
wünschte  Erscheinung.  Obschon  nicht  strafbar,  wird  sie  selbst  vor  dem 
Hintergrund  gewandelter  Moralvorstellungen  als  Verletzung  des  Polizei-
guts der öffentlichen Sittlichkeit angesehen, die zumindest dem Grundsatz 
nach zu einer Ausweisung und a fortiori zu einer Einreisesperre wegen Un-
erwünschtheit führen kann (vgl. Art. 10 Abs. 1 Bst. b ANAG i.V.m. Art. 16 
Abs. 2 der Vollziehungsverordnung vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz 
über  Aufenthalt  und Niederlassung der Ausländer  [ANAV,  SR 142.201]). 
Daneben ist auf die negativen Begleiterscheinungen hinzuweisen, die vom 
Gewerbe als solchem ausgehen, sofern es nicht freiwillig, selbstbestimmt 
und  legal  ausgeübt  wird,  und  die  als  ernsthafte  Gefährdung  der  öffent-
lichen Sicherheit  zu qualifizieren sind.  Hinzuweisen ist  insbesondere  auf 
die Tätergruppen der Menschenhändler und Zuhälter, bei denen die Ten-
denz besteht, sich zu organisieren und moderne wirtschaftliche Lenkungs-
mechanismen zur effizienteren Ausbeutung der Prostituierten einzusetzen. 
Diese Kreise begehen nicht nur Delikte, die sich gegen die Prostituierten 
richten, sondern sie sind häufig auch in anderen Bereichen der Kriminalität 
aktiv. Das Milieu wirkt allgemein kriminogen.

5.3 Aus diesen Gründen erfüllt die Prostitution, soweit sie nicht auf einer aus-
drücklichen  fremdenpolizeilichen  Bewilligung  beruht,  den Tatbestand  der 
Unerwünschtheit im Sinne von Art. 13 Abs. 1 erster Satz ANAG. Die sich 
darauf  stützende Massnahme dient  nicht  zuletzt  dem Schutz  der  betrof-
fenen ausländischen Staatsangehörigen, die nicht selten Opfer einer Form 
des Menschenhandels geworden sind.

6. Die Beschwerdeführerin bestreitet, der illegalen Prostitution nachgegangen 
zu sein. Den Akten lässt sich in diesem Zusammenhang das folgende Bild 
entnehmen:

6.1 Die Beschwerdeführerin wurde anlässlich der polizeilichen Kontrolle des in 
der Industriezone der Gemeinde Recherswil  (SO) gelegenen Erotik-Tem-
pels Freubad festgenommen, des nach Darstellung der Presse "grössten 
Sex-Clubs" der Schweiz (Blick Online vom 10. März 2006) bzw. "Grossbor-
dells" (so bezeichnet in einer Verfügung des Bau- und Justizdepartements 
des Kantons Solothurn vom 1. Juli 2004 unter Hinweis auf Presseberichte 
und Aussagen der Betreiber).  Der Erotik-Tempel Freubad ist  als eine so 
genannte Aqua- oder Wellnessanlage konzipiert, die auf mehreren Etagen 
verteilt  eine grosse Poolanlage,  eine Bar, verschiedene Saunen, ein Re-
staurant,  ein  kleines  Sex-Kino,  einen  Massageraum,  Sportgeräte  sowie 
eine Vielzahl von Zimmern und Suiten enthält, die den dort ihrer Tätigkeit 
nachgehenden  Frauen  und  ihren  Kunden  zur  Verfügung  stehen.  Ferner 
gibt es im zweiten Stock einen eigenen Hotelbetrieb mit zahlreichen Zim-
mern,  die  von  den  Frauen  als  Wohn-  und  Schlafräumlichkeiten  benutzt 

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werden.  Bei der polizeilichen Kontrolle wurde die Beschwerdeführerin an 
der Pool-Bar im Parterre der Liegenschaft nur mit einem Badetuch "beklei-
det" angetroffen. In der polizeilichen Einvernahme bestritt sie den Prostitu-
tionsvorwurf und machte geltend, sie habe sich nur als Gast in den Räum-
lichkeiten  des Freubads aufgehalten.  Im Einzelnen gab sie zu Protokoll, 
sie sei  ledig, gehe in Russland keiner Erwerbstätigkeit  nach, studiere an 
der Universität St. Petersburg Wirtschaft, halte sich seit dem 20. Februar 
2006 als Touristin in der Schweiz auf und habe im Freubad, das "wie ein 
Hotel"  sei,  für zwei Wochen ein Zimmer gemietet.  Kommenden Samstag 
habe sie die Schweiz verlassen und in ungefähr einem Monat wieder zu-
rückkehren  wollen.  Die  Beschwerdeführerin  brachte  weiter  vor,  sie  sei 
nicht das erste Mal in der Schweiz. Bereits vier Mal habe sich sich für je-
weils 7 bis 9 Tage in der Schweiz aufgehalten, stets als Touristin. Auf Fra-
gen  zu  Personen,  die  ihre  Angaben  bestätigen  könnten,  antwortete  sie 
ausweichend,  gab  vor,  Familiennamen,  Adressen  und  Telefonnummern 
nicht zu kennen. Das gleiche Aussageverhalten ist in Bezug auf die Her-
kunft  des  bei  ihr  aufgefunden  Geldbetrags  von  Fr.  7'372.05  und  Euro 
1'011.31  festzustellen.  Ganz  offensichtlich  war  sie  darum bemüht,  über-
prüfbare Angaben zu vermeiden.

6.2 Nachdem  die  Beschwerdeführerin  in  der  Beschwerdeschrift  vorgebracht 
hatte, sie habe sich mit einem Geschäftsvisum in der Schweiz aufgehalten, 
holte das EJPD bei der Schweizerischen Botschaft in Moskau die entspre-
chenden Visumsakten ein. Daraus ergab sich, dass der Beschwerdeführe-
rin mit Wirkung ab 15. Februar 2006 tatsächlich ein Geschäftsvisum für ei-
nen 30-tägigen Aufenthalt in der Schweiz ausgestellt  worden war. Im Wi-
derspruch zu ihren Ausführungen anlässlich der polizeilichen Einvernahme 
bezeichnete sie sich jedoch im Gesuchformular als verheiratet und gab an, 
sie  sei  Finanzdirektorin  der  in  der  Stadt  T._______  domizilierten  Firma 
"S._______  Ltd.".  Als  Aufenthaltszweck  gab  sie  geschäftliche  Bespre-
chungen mit der Firma "H._______ Treuhand AG" in Zürich an. Die Firma 
H._______ Treuhand  AG ihrerseits  versicherte  in  ihrem Antrag um Aus-
stellung  eines  mehrfachen  Geschäftsvisums  an  die  Beschwerdeführerin, 
datiert  vom 6.  Februar  2006 und gerichtet  an  die  Konsularabteilung  der 
Schweizer  Botschaft  in  Moskau,  Zweck  der  Einreise  seien geschäftliche 
Verhandlungen und juristische Begleitung der Verträge zur Eröffnung einer 
Filiale in der Schweiz im Zeitraum zwischen Mitte Februar und Mitte März 
2006.  Aufenthaltsort  sei  Zürich  und  die  Firma  garantiere  die  volle  Or-
ganisation der "Businessreise" inkl. Flüge, Landtransporte, Unterkünfte so-
wie  die  rechtzeitige  Besorgung  von  Reisedokumenten.  Die  Botschaft 
setzte das EJPD darüber in Kenntnis, dass die Firma H._______ Treuhand 
AG  für  praktisch  denselben  Zeitraum  und  mit  praktisch  derselben 
Begründung ein mehrfaches Geschäftsvisum für eine andere junge Russin 
beantragt  hatte. Nachträgliche Abklärungen der Botschaft ergaben, dass 
die Angaben im Visumsantrag der H._______ Treuhand AG in allen Teilen 
wahrheitswidrig  waren.  Aus  den  Visumsakten  der  Beschwerdeführerin 
ergab  sich  ferner,  dass  sie  sich  im  Jahr  2005  insgesamt  drei  Mal  als 
Touristin  in  der  Schweiz  aufgehalten  hatte,  wobei  sie  für  die  jeweilige 

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Aufenthaltsdauer Zimmer in Luxushotels anmietete (...).

6.3 Am 18. Mai 2006 wurde die Beschwerdeführerin mit den Abklärungsergeb-
nissen des EJPD konfrontiert. Sie wurde unter ausdrücklichem Hinweis auf 
ihre Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 13 VwVG) und die Folgen einer Verweige-
rung der Mitwirkung auf die Beweiswürdigung (Art. 19 VwVG i.V.m. Art. 40 
des Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess 
[SR 273]) aufgefordert, überprüfbare Angaben zum deklarierten Geschäfts-
aufenthalt, zu Geschäftspartnern und Bekannten zu machen.

6.3.1 Diese  Auskünfte  ist  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  19.  Juni 
2006 im Wesentlichen  schuldig  geblieben,  sei  es unkommentiert,  sei  es 
mit  der Begründung, sie habe sich im Rahmen eines gültigen Visums in 
der  Schweiz  aufgehalten  und  hier  keine  illegale  Tätigkeit  ausgeübt.  Sie 
habe sich hier frei bewegen und – im Rahmen der Gesetze – tun und las-
sen  dürfen,  was  sie  wolle.  Die  Frage  nach  den  Personalien  ihrer  Be-
kannten und Freude  würden sowohl  ihr  eigenes Persönlichkeitsrecht  als 
auch dasjenige von Drittpersonen verletzen. Weder habe sie in dieser Hin-
sicht etwas versäumt noch habe sie etwas nachzuholen. Der Beschwerde-
führerin kann in ihrer Argumentation nicht gefolgt werden. Zu Recht macht 
sie nicht geltend, dass die Beweisanordnung des EJPD grundsätzlich un-
geeignet  wäre,  den  Sachverhalt  abzuklären,  weit  über  das  hinausginge, 
was  zur  Abklärung  des  Sachverhalts  notwendig  wäre,  oder  dass  der 
Zweck der  Beweisanordnung in  einem offensichtlichen Missverhältnis  zu 
ihren  Auswirkungen  stünde.  Dass  die  Beschwerdeführerin  vorgibt,  sie 
habe sich in der Schweiz nichts zu schulden kommen lassen, bildet selbst-
verständlich  keinen  zureichenden  Grund,  auf  weitere  Beweiserhebungen 
zu  verzichten.  Somit  waren  die  Fragen  den  EJPD  durch  den  Untersu-
chungsgrundsatz (Art. 12 VwVG) und die Mitwirkungspflicht der Partei ge-
deckt (Art. 13 VwVG). Das Verhalten der Beschwerdeführerin muss unter 
den gegebenen Umständen als grobe Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht 
bewertet  werden  mit  den  entsprechenden  negativen  Folgen  auf  die  Be-
weiswürdigung  (zur  Tragweise  der  Mitwirkungspflicht  im  Ausländerrecht 
vgl. das zur Publikation bestimmte Urteil  des Bundesgerichts 5A.30/2005 
vom 22. November 2005 E. 3.2).

6.3.2 Die Beschwerdeführerin beteuert in ihrem Antwortschreiben 19. Juni 2006 
nach wie vor, der im Visumsantrag mit geschäftlichen Besprechungen um-
schriebene  Aufenthaltszweck  entspreche  den  Tatsachen.  Sie  ist  jedoch 
nicht  in der Lage,  Treffen mit  Vertretern der Firma H._______ Treuhand 
AG  zu  bestätigen  oder  Beweismittel  dafür  beizubringen,  dass  während 
ihres  Aufenthaltes  in  der  Schweiz  Schritte  in  Richtung  auf  die  geplante 
Filialengründung unternommen worden sind. Stattdessen versucht sie die 
Funktion  der  Firma  H._______  Treuhand  AG  in  einer  Art  und  Weise 
herunterzuspielen,  die sich mit  der Rolle  dieser Treuhandgesellschaft  im 
Visumsverfahren  als  Dreh-  und  Angelpunkt  des  Geschäftsbesuchs  nicht 
vereinbaren  lässt.  So  behauptet  sie  allen  Ernstes,  die  H._______ 
Treuhand  AG  sei  ihr  durch  ein  lokales  russisches  Reisebüro  vermittelt 
worden.  Der  Beizug  der  Treuhandgesellschaft  sei  aber  nur  für  den  Fall 
vorgesehen  gewesen,  dass  und  soweit  sich  dies  "zur  Aufnahme  von 

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geschäftlichen  Beziehungen  (Vertragsberatungen,  Abklärungen  betr. 
Firmengründung)" als erforderlich erweisen sollte. Dazu sei es wegen ihrer 
Festnahme  und  Wegweisung  nicht  gekommen.  Nur  nebenbei  sei  darauf 
hingewiesen,  dass  die  Beschwerdeführerin  mit  dieser  Darstellung  ihre 
eigene  Argumentation  in  der  Rechtsmittelschrift  zu  vergessen  scheint, 
wonach  sie  die  Schweiz  erst  am Tag  des Ablaufs  ihres  Visums am 20. 
März  2006  verlassen  habe.  Auf  der  anderen  Seite  präsentiert  die 
Beschwerdeführerin  in  Gestalt  der  Firma  "I._______  GmbH"  mit  Sitz  in 
Grenchen ein Drittunternehmen, von dem bis zu jenem Zeitpunkt  nie die 
Rede war und dessen Bestätigungsschreiben vom 12.  Juni  2006 sie als 
Beleg  für  Geschäftsanbahnungsgespräche  in  der  Schweiz  nennt.  Das 
erwähnte Schreiben ist indessen inhaltlich ohne jede Substanz. Es ist zum 
vornherein  ungeeignet  auch  nur  für  einen  der  Sachverhalte  Beweis  zu 
erbringen,  für  die  es  von  der  Beschwerdeführerin  als  Beweismittel 
angerufen  wird  (Geschäftsanbahnungsgepräche  in  der  Schweiz  bzw. 
Herkunft des bei der Beschwerdeführerin aufgefunden Geldbetrags). Wenn 
schliesslich die Beschwerdeführerin beteuert, sie habe nie Falschangaben 
zu  ihrem  Aufenthalt  in  der  Schweiz  gemacht,  namentlich  nicht  in  ihrem 
Visum-Antrag, sie habe anlässlich der polizeilichen Einvernahme lediglich 
ihre  Schweizer  Geschäftspartner  schonen  wollen  und  deshalb  den 
touristischen  Nebenzweck  ihres  Aufenthaltes  erwähnt,  so  ist  dies  grob 
irreführend.  Tatsächlich  besteht  keinerlei  Übereinstimmung zwischen der 
Person der Beschwerdeführerin, wie sie sich aus den Visumsakten ergibt 
(eine  verheiratete  und  erfolgreiche  Geschäftsfrau,  die  zu  Geschäfts-
zwecken in die Schweiz reisen möchte) und wie sie sich selbst in der poli-
zeilichen  Einvernahme  darstellt  (ledige,  ein  wenig  unbedarfte  Studentin 
ohne Erwerbstätigkeit  in  Russland,  die  sich  als  Touristin  in  der  Schweiz 
aufhält).  Dass sich der Geschäftszweck aus ihrem Visum ergab,  wie sie 
geltend macht, tut hier nichts zur Sache. Der Beschwerdeführerin wird ja 
nicht vorgehalten, sie habe sich besonders raffiniert verhalten. Es besteht 
sodann auch keine Übereinstimmung zwischen den Visumsakten und der 
Sachverhaltsdarstellung der Beschwerdeführerin im Rechtsmittelverfahren. 
In einem Punkt ist die Beschwerdeführerin allerdings konsequent. Sie ver-
meidet jede konkrete und damit überprüfbare Information zu den geschäft-
lichen Aktivitäten, derentwegen sie in die Schweiz gekommen und die sie 
hier wahrgenommen haben will. Diese Verhaltensweise gab die Beschwer-
deführerin selbst dann nicht auf, als sie nach der Konfrontation mit den Vi-
sumsakten erkennen musste, welche Bedeutung einer glaubwürdigen Dar-
stellung des Sachverhaltes zukommt.

6.4 Die Beschwerdeführerin gelangte somit zu einem Geschäftsvisum für die 
Schweiz auf Intervention und Einladung einer Firma, die bekanntermassen 
nicht  davor  zurückschreckt,  ausländischen  Personen  mit  Falschangaben 
zu solchen Dokumenten zu verhelfen. In der Schweiz mietete sie sich für 
zwei Wochen in einem "Grossbordell" ein, wo sie nur mit einem Badetuch 
bekleidet polizeilich angetroffen wurden. Die Beschwerdeführerin ist nicht 
in der Lage, auch nur einigermassen glaubwürdige Angaben zu ihrer Per-
son,  ihrem Aufenthaltszweck und dem bei ihr  aufgefundenen Geldbetrag 

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zu machen. Stattdessen sind grobe Widersprüche festzustellen zwischen 
den Angaben der Beschwerdeführerin im Visumsverfahren, anlässlich der 
polizeilichen Einvernahme und im vorliegenden Beschwerdeverfahren. Die 
Beschwerdeführerin  verweigerte  zudem  in  Verletzung  der  Mitwirkungs-
pflicht Angaben zu Personen, die mehr Licht in die Angelegenheit  hätten 
bringen können. Aufgrund dieser Beweislage und unter Berücksichtigung 
des  Verhaltens  der  Beschwerdeführerin  im  Rechtsmittelverfahren  muss 
davon ausgegangen werden, dass sie in den Räumlichkeiten des Erotik-
Tempels Freubad der Prostitution nachgegangen ist und zu diesem Zweck 
mit  Falschangaben  ein  Geschäftsvisums  erschlichen  hat.  Die  gesamten 
Umstände  rechtfertigen  zudem  den  Verdacht,  dass  die  bekannten  drei 
Aufenthalte  im  Jahr  2005  ebenfalls  diesem  Zweck  gedient  haben.  Die 
Beschwerdeführerin hat damit den Fernhaltegrund der Unerwünschtheit im 
Sinne von Art. 13 Abs. 1 erster Satz ANAG gesetzt.

7. Es bleibt zu prüfen, ob die Massnahme in richtiger Ausübung des Ermes-
sens ergangen und angemessen ist. Der Grundsatz der Verhältnismässig-
keit steht dabei im Vordergrund. Unter diesem Gesichtspunkt ist eine wer-
tende  Abwägung  vorzunehmen  zwischen  dem  öffentlichen  Interesse  an 
der Massnahme einerseits und den von der Massnahme beeinträchtigten 
privaten  Interessen  des  Betroffenen  andererseits  (vgl.  statt  vieler  ULRICH 
HÄFELIN /  GEORG MÜLLER /  FELIX UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 
5. Aufl., Zürich und St. Gallen 2006, S.127 f.).

7.1 Das öffentliche Interesse an einer  Fernhaltung ergibt  sich ohne weiteres 
aus den obenstehenden Ausführungen. Entgegenstehende private Interes-
sen werden weder geltend gemacht noch ergeben sich solche aus den Ak-
ten.

7.2 Bei dieser Interessenlage muss die auf zwei Jahre bemessene Einreise-
sperre  als  eher  milde  Massnahme  bewertet  werden.  Ihr  kann  sicherlich 
nicht entgegengehalten werden, sie sei zum Nachteil der Beschwerdefüh-
rerin dem Grundsatz nach oder in Bezug auf ihre Geltungsdauer unverhält-
nismässig oder unangemessen. Es stellt  sich im Gegenteil  die Frage, ob 
dem öffentlichen  Interesse  hinreichend Rechnung  getragen wird.  Da die 
Dauer der Einreisesperre unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismässig-
keit jedoch vertretbar ist, rechtfertigt es sich, von einer Verschärfung abzu-
sehen (vgl. Art. 62 Abs. 2 VwVG).

8. Aus den obenstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfü-
gung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwer-
de ist deshalb abzuweisen.

9. Dem Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende  Be-
schwerdeführerin kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfahrensko-
sten sind auf Fr. 700.--  festzusetzen (Art.  1,  Art.  2 und Art.  3 Bst. b des 
Reglements  vom  11.  Dezember  2006  über  die  Kosten  und  Entschädi-
gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen

2. Die Kosten des Verfahrens von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie sind durch den am 7. Juni 2006 geleisteten Kostenvorschuss 
gedeckt.

3. Dieses Urteil wird eröffnet: 

- der Beschwerdeführerin

- der Vorinstanz

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

A. Imoberdorf J. Longauer

Versand am: