# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a399cc3-5807-5a21-b99e-31e32012d53d
**Source:** Aargau (entscheidsuche) (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2026-01-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Handelsgericht 20.01.2026 HSU.2026.8
**Docket/Reference:** HSU.2026.8
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_009_HSU-2026-8_2026-01-20.pdf

## Full Text

Handelsgericht 

1. Kammer 

 

HSU.2026.8 / fn / fn  
  

 

Entscheid vom 20. Januar 2026 
 
 

Besetzung  Oberrichter Egloff, Vizepräsident  

Gerichtsschreiberin Näf        

 

 
   

Gesuchstellerin   A._____ AG 

 

 

     
   

Gesuchsgegner 

1 

 B._____ 

 

Gesuchsgegner 

2 

 C._____ 

 

      
 

Gegenstand  Summarisches Verfahren betreffend superprovisorische Eintragung eines 

Bauhandwerkerpfandrechts 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Vizepräsident entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Gesuchstellerin ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Q._____. Sie be-

zweckt im Wesentlichen […]. 

 

2. 

Die Gesuchsgegner 1 und 2 sind natürliche Personen mit Wohnsitz in 

Q._____. Sie sind Miteigentümer des Grdst.-Nr. aaa GB Q._____ (E-GRID: 

CH bbb). 

 

3. 

Mit Gesuch vom 19. Januar 2026 (Postaufgabe: gleichentags) stellte die 

Gesuchstellerin folgende Rechtsbegehren: 

 

" Das Grundbuchamt D._____ sei anzuweisen, zulasten des Grund-
stücks in der Gemeinde Döttingen, Grundbuch-Nr. 85, E-Grid: CH bbb, 
zugunsten von der gesuchstellenden Partei ein Bauhandwerkerpfand-
recht für die Pfandsumme von CHF63'930.35 nebst 1154.68 % Zins seit 
02.06.2025 vorläufig als Vormerkung einzutragen.  

 
Die Anweisung sei superprovisorisch (d.h. sofort nach Eingang des Ge-
suchs ohne Anhörung der Gegenpartei zu verfügen und dem Grund-
buchamt unverzüglich zur vorläufigen Eintragung im Grundbuch mitzu-
teilen.  

 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Gegenpartei." 

 

 
   

Der Vizepräsident zieht in Erwägung: 

 

1. Zuständigkeit 

Gemäss Art. 60 ZPO prüft das Gericht von Amtes wegen, ob die Prozess-

voraussetzungen gegeben sind. Zu den Prozessvoraussetzungen gehört 

unter anderem die örtliche und sachliche Zuständigkeit des Gerichts 

(Art. 59 Abs. 2 lit. b ZPO). 

 

2. Örtliche Zuständigkeit 

Für den Erlass vorsorglicher Massnahmen ist das Gericht am Ort, an dem 

die Zuständigkeit für die Hauptsache gegeben ist oder am Ort, wo die Mas-

snahme vollstreckt werden soll, zwingend örtlich zuständig (Art. 13 ZPO). 

Für Klagen auf Errichtung gesetzlicher Grundpfandrechte ist das Gericht 

am Ort, an dem das Grundstück im Grundbuch aufgenommen ist, zustän-

dig (Art. 29 Abs. 1 lit. c ZPO). 

 

Das Grundstück, auf welchem die Gesuchstellerin das Bauhandwerker-

pfandrecht vorläufig eintragen lassen will, befindet sich in R._____. Die ört-

liche Zuständigkeit der aargauischen Gerichte ist somit gegeben. 

 - 3 - 

 

 

 

3. Sachliche Zuständigkeit 

3.1. 

Das Handelsgericht ist für die Anordnung vorsorglicher Massnahmen auch 

dann zuständig, wenn die Hauptsache noch nicht rechtshängig ist (Art. 6 

Abs. 5 ZPO). Diese Zuständigkeit des Handelsgerichts gilt allerdings nur, 

wenn die Zuständigkeit des Handelsgerichts für die Hauptsache gegeben 

ist.1 Es ist daher zu prüfen, ob das Handelsgericht auch für die Hauptsache 

zuständig sein könnte. 

 

Im Gegensatz zu den (nicht zwingenden) örtlichen Gerichtsständen ist eine 

Einlassung vor einem sachlich unzuständigen Gericht nicht möglich.2 

 

3.2. 

Gemäss Art. 6 Abs. 2 ZPO ist das Handelsgericht für die Beurteilung von 

Streitigkeiten zuständig, wenn die geschäftliche Tätigkeit mindestens einer 

Partei betroffen ist (lit. a), der Streitwert mehr als Fr. 30'000.00 beträgt oder 

sich nicht um eine vermögensrechtliche Streitigkeit handelt (lit. b), die Par-

teien als Rechtseinheiten im Handelsregister oder in einem vergleichbaren 

ausländischen Register eingetragen sind (lit. c) und es sich nicht um eine 

Streitigkeit aus dem Arbeitsverhältnis, nach dem Arbeitsvermittlungsgesetz 

vom 6. Oktober 1989, nach dem Gleichstellungsgesetz vom 24. März 1995, 

aus Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräumen oder aus landwirt-

schaftlicher Pacht handelt (lit. d). Ist nur die beklagte Partei als Rechtsein-

heit im Handelsregister eingetragen, so hat die klagende Partei die Wahl 

zwischen dem Handelsgericht und dem ordentlichen Gericht (Art. 6 Abs. 3 

ZPO). Keine Wahlmöglichkeit besteht dagegen im umgekehrten Fall, in 

welchem nur die klagende Partei im Handelsregister als Rechtseinheit ein-

getragen ist.3  

 

Vorliegend ist nur die Gesuchstellerin im Handelsregister als Rechtseinheit 

eingetragen, nicht aber die Gesuchsgegner 1 und 2. Folglich handelt es 

sich vorliegend um keine handelsrechtliche Streitigkeit, weshalb das Han-

delsgericht weder in der Hauptsache noch für das Massnahmeverfahren 

zuständig ist. Demzufolge ist auf das Gesuch nicht einzutreten. 

 

4. 

Die Gerichtskosten betragen gestützt auf § 8 GebührD Fr. 500.00 und wer-

den der Gesuchstellerin auferlegt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Mangels Aufwand 

sind den Gesuchsgegner 1 und 2 keine Parteientschädigungen zu entrich-

ten. 

 

 
1  SK ZPO I-VETTER, 4. Aufl. 2025, Art. 6 N. 45. 
2  BGE 143 III 495 E. 2.2.2.3, 142 III 515 E. 2.2.1; VETTER (Fn. 1), Art. 6 N. 38 f.; SCHNEUWLY, Die 

sachliche Zuständigkeit der Handelsgerichte nach Art. 6 Abs. 2 ZPO, 2021, N. 272 je m.w.N. 
3  VETTER (Fn. 1), Art. 6 N. 31; SCHNEUWLY (Fn. 2), N. 605. 

 - 4 - 

 

 

 
   

Der Vizepräsident erkennt: 

 

1. 

Auf das Gesuch vom 19. Januar 2026 wird nicht eingetreten. 

 

2. 

Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 500.00 sind von der Gesuchstellerin zu 

tragen. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 
   

Zustellung an: 

− die Gesuchstellerin (mit Einzahlungsschein [vorab per E-Mail an 

aaa@aaa.ch) 

− die Gesuchsgegner 1 und 2 

 

Mitteilung an: 

die Obergerichtskasse 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., 

Art 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröff-

nung der vollständigen Ausfertigung des Entscheids an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweize-

rischen Bundesgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte elekt-

ronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 

darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige 

Rechte (Art. 98 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als 

Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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Aarau, 20. Januar 2026 

 

Handelsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Vizepräsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Egloff Näf