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**Case Identifier:** 81127159-ac4c-5a5b-afc2-7f7f00f4eb50
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 03.03.2025 200 2024 618
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2024-618_2025-03-03.pdf

## Full Text

IV 200 2024 618 
KOJ/TOZ/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 3. März 2025

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern  
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 8. August 2024

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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Sachverhalt:

A.

Die 1997 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 11. Februar 2019 unter Hinweis auf psychische Probleme 
bei der Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (act. II 1). Die 
IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) tätigte in der Folge Ab-
klärungen in medizinischer und erwerblicher Hinsicht und gewährte der 
Versicherten diverse berufliche Eingliederungsmassnahmen (Belastbar-
keitstraining [act. II 41, 76], Aufbautraining [act. II 88], Coaching während 
Einarbeitung bei einer Festanstellung [act. II 93]), welche letztlich zu einer 
Festanstellung bei der C.________, führten (act. II 95 S. 2 f., 113 S. 5 f.). 
Am 9. Februar 2021 verfügte die IVB den Abschluss der beruflichen Mass-
nahmen (act. II 100). Mit Vorbescheid vom 15. Juni 2022 (act. II 108) stellte 
sie der Versicherten die Zusprache einer vom 1. August 2019 bis 29. Fe-
bruar 2020 befristeten ganzen Invalidenrente bzw. die Verneinung eines 
Rentenanspruchs ab dem 1. März 2020 in Aussicht. Daran hielt sie nach 
erhobenem Einwand (act. II 113) fest und verfügte am 4. November 2022 
wie im Vorbescheid vorgesehen (act. II 122). Diese Verfügung blieb unan-
gefochten. 

Am 26. Januar 2023 meldete sich die Versicherte wegen psychischer Pro-
bleme erneut zum Leistungsbezug an (act. II 123). Die IVB nahm erwerb-
liche und medizinische Abklärungen vor und teilte am 23. Juni 2023 mit, 
dass zurzeit keine Eingliederungsmassnahmen notwendig seien, da die 
Versicherte bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber angemessen eingegliedert 
sei. Es werde der Anspruch auf eine Rente geprüft (act. II 137). Auf Emp-
fehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; act. II 145) veranlasste 
die IVB eine psychiatrische Begutachtung durch Dr. med. D.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Gutachten vom 29. April 
2024; act. II 160). Gestützt darauf stellte sie mit Vorbescheid vom 29. Mai 
2024 (act. II 161) der Versicherten die Verneinung eines Rentenanspru-
ches mangels einer revisionsrelevanten Veränderung in Aussicht. Nach 
erhobenem Einwand (act. II 170, 174 S. 1 f.) und Eingang von Stellung-
nahmen der behandelnden Psychiaterin Dr. med. E.________, Fachärztin 

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für Psychiatrie und Psychotherapie, der Arbeitgeberin (act. II 174 S. 3 - 6) 
und des Gutachters Dr. med. D.________ (act. II 176 S. 2 ff.) verfügte sie 
am 8. August 2024 wie angekündigt (act. II 178).

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, am 13. September 2024 Beschwerde. Sie beantragt, unter 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin an-
zuweisen, den rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt korrekt abzu-
klären und auf dieser Basis den Rentenanspruch erneut zu prüfen. Gleich-
zeitig stellte sie ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege unter Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als amtliche An-
wältin.

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Oktober 2024 schliesst die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Mit Verfügung vom 10. Oktober 2024 hiess der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege gut unter Beiordnung von Rechtsan-
wältin B.________ als amtliche Anwältin.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 

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Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 8. August 2024 (act. II 
178). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf 
eine Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 Abs. 1 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1

2.1.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.1.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-

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wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine Ren-
te, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses 
Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). 

Gemäss Art. 28b Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in pro-
zentualen Anteilen an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invali-
ditätsgrad (IV-Grad) von 50 bis 69 % entspricht der prozentuale Anteil dem 
IV-Grad (Art. 28b Abs. 2 IVG), bei einem IV-Grad ab 70 % besteht An-
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem IV-Grad zwi-
schen 40 und 49 % gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von 
Art. 28b Abs. 4 IVG.

2.3 Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG richtet sich die Bemessung des 
IV-Grades von erwerbstätigen Versicherten nach Art. 16 ATSG. Danach 
wird für die Bestimmung des IV-Grades das Erwerbseinkommen, das die 
versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 
medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 
durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre.

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 

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ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 
S. 180, 9C_540/2020 E. 2.3).

2.5

2.5.1 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen IV-Grades bereits ein-
mal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die versi-
cherte Person darin glaubhaft macht, dass sich der Grad der Invalidität in 
einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat (vgl. Art. 87 Abs. 2 
und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]). Erheblich ist eine Sachverhaltsänderung, wenn ange-
nommen werden kann, der Leistungsanspruch sei begründet, falls sich die 
geltend gemachten Umstände als richtig erweisen sollten (vgl. BGE 149 V 
177 E. 4.7 S. 184).

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des IV-Grades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass der 
IV-Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Verände-
rung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie 
zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, um 
nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) Invali-
dität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117, I 822/06 E. 2.1).

2.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad und damit den 
Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur 
bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, sondern 
auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die 
Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich 
gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben. Da-
zu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer Angewöh-

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nung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist ferner 
unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemes-
sung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Auf-
gabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 2.3 
S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1). Unerheblich unter 
revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist nach ständiger Praxis die unter-
schiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen Sach-
verhaltes (BGE 147 V 161 E. 4.2 S. 164, 144 I 103 E. 2.1 S. 105). 

2.5.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums, neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 109, 8C_280/2020 E. 3.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 26. Januar 
2023 (act. II 123) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell ge-
prüft. Folglich ist die Eintretensfrage – da nicht streitig – vom Gericht nicht 
zu prüfen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Indes ist durch einen Vergleich 
des Sachverhaltes im Zeitpunkt der befristet rentenzusprechenden Verfü-
gung vom 4. November 2022 (act. II 122) mit demjenigen im Zeitpunkt der 
angefochtenen Verfügung vom 8. August 2024 (act. II 178) zu prüfen, ob 
eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten 
ist, die geeignet ist, den IV-Grad in anspruchsbegründender Weise zu be-

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einflussen (vgl. E. 2.5.3 f. hiervor). Nur wenn dies zu bejahen ist, ist der 
Rentenanspruch frei zu prüfen (vgl. E. 2.5.5 hiervor).

3.2 Die Verfügung vom 4. November 2022 (act. II 122) basierte in medi-
zinischer Hinsicht im Wesentlichen auf den folgenden Unterlagen:

3.2.1 Dem Bericht der psychiatrischen Klinik F.________ (psychiatrische 
Klinik F.________) vom 19. November 2019 (act. II 60) über eine Hospitali-
sation vom 27. Oktober bis 16. November 2019 sind folgende Diagnosen 
zu entnehmen (act. II 60 S. 1): 

- Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.1)

- Keine Suizidgedanken aber Drang nach Selbstverletzung
- Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline Typ (ICD-10 

F60.31), derzeit sind die Kriterien nicht genügend erfüllt 31.10.19 (aktu-
ell max. 2/9 Kriterien), stark fluktuierende Ausprägungen, Stand vom 
4.11.19

- impulsives, selbstschädigendes Verhalten durch Substanz- 
bzw. Alkoholkonsum

- Selbstverletzungsverhalten (oberflächliches Ritzen an Arm, 
Bein mit Beginn im 15. LJ.)

- am Eintrittstag wieder Ritzen am Arm nach mehrmonatiger 
Phase ohne Selbstverletzung

- Selbsthass
- Nähe-Distanz Thematik

- Alkohol-Abusus (vermehrt seit 1 Monat, dabei 3 - 4 x/Woche betrunken)
- St. n. schädlichem Gebrauch (ICD-10 F12.1) von Cannabis 

(4 - 5 x/Woche bis vor einem Monat)
- seit Auflagen der IV abstinent

- St. n. chronischer Blasenentzündung

Die Beschwerdeführerin habe im Behandlungsplanungsgespräch 
vorwiegend depressiv gewirkt, wobei von den für eine Bejahung der 
emotional instabilen Persönlichkeitsstörung erforderlichen Kriterien 
höchstens zwei Kriterien als erfüllt zu betrachten seien. Die 
Beschwerdeführerin habe bis zu Beginn der Integrationsmassnahme der IV 
in einer ... (... und ...) mit einem Pensum von 20 % gearbeitet. Sie habe den 
Wunsch nach mehr Freizeitaktivität und sozialen Kontakten geäussert, 
damit sie nachmittags nicht alleine zu Hause sei. Die Tätigkeit in der 
C.________ habe sie als persönliche Ressource im Sinne einer 
Tagesstruktur wahrgenommen (act. II 60 S. 3). Als Prozedere wurden unter 

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anderem das Wahrnehmen eines ambulanten Nachbehandlungstermins 
bei den Psychiatrischen Diensten des Spitals G.________ am 22. Novem-
ber 2019, die Wiederaufnahme der Tätigkeit in der C.________ sowie der 
Besuch einer Skills-Gruppe in der psychiatrischen Klinik F.________ ge-
nannt (act. II 60 S. 4).

3.2.2 Im Bericht des Spitals G.________ vom 13. Dezember 2019 (act. II 
65) wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10 F33.1), sowie eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung vom 
Borderline-Typ (ICD-10 F60.3) aufgeführt (act. II 65 S. 2 Ziff. 3). Der 
Gesundheitszustand sei stationär bis verschlechtert (act. II 65 S. 2 Ziff. 1). 
Die Art und der Umfang der gegenwärtigen Behandlung bestehe in einer 
stündlichen Gesprächstherapie mit einer Frequenz von zwei Wochen (act. 
II 65 S. 3 Ziff. 7). Es bestünden eine körperliche Erschöpfung und eine kör-
perlich wie auch psychisch leicht reduzierte Belastbarkeit (act. II 65 S. 3 
Ziff. 12). Die bisherige Tätigkeit sei weiterhin zumutbar, jedoch bei reduzier-
ter Belastbarkeit; es sei ein langsamer Aufbau notwendig (act. II 65 S. 3 
Ziff. 13). Zur Prognose wurde unter anderem festgehalten, dass die psychi-
sche Stabilität in Teilschritten wieder erreicht werden könne, die körperliche 
Erschöpfung jedoch schwieriger zu behandeln sei (act. II 65 S. 3 Ziff. 9). Es 
wurde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 1. Mai 2019 bis auf Weite-
res attestiert (act. II 65 S. 3 Ziff. 11).

3.2.3 Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 25. August 2022 (act. II 
116) fest, dass die Beschwerdeführerin mit Unterstützung der IV erfolgreich 
eine Arbeitswiedereingliederung habe absolvieren können. Dennoch 
bestünden nach wie vor Schwierigkeiten in der Kommunikation sowie Kon-
trolle der Wutanfälle und allgemein ein impulsives Verhalten. Die Be-
schwerdeführerin reagiere sensibel auf Kritik, fühle sich schnell minderwer-
tig sowie unsicher und gerate in Selbstzweifel. Sie habe Mühe, andere 
Meinungen zu akzeptieren. Sie habe kaum soziale Kontakte und ziehe sich 
sehr stark zurück. Sie unterliege einem starken inneren Druck, der sie re-
gelmässig überfordere und dann blockiere bzw. lähme, so dass sie dann 
auch den Anforderungen des alltäglichen Lebens nicht mehr gewachsen 
sei (Telefonate, Haushalt, Rechnungen zahlen). In der Regel gelinge es ihr, 

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den Arbeitsalltag zu bewältigen, sie verfalle dann jedoch regelmässig an-
schliessend zu Hause in eine starke Antriebslosigkeit. Die Psychiaterin 
diagnostizierte rezidivierende depressive Episoden mit emotional instabilen 
Persönlichkeitsanteilen und attestierte eine seit dem Jahr 2020 bestehende 
Arbeitsunfähigkeit von 20 %. 

3.2.4 In der Verfügung vom 4. November 2022 (act. II 122) hielt die Be-
schwerdegegnerin fest, dass die beruflichen Eingliederungsmassnahmen 
erfolgreich zu einer Festanstellung der Beschwerdeführerin bei der 
C.________ geführt hätten; diese Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin 
ganztags möglich und zumutbar. Für die Zeit nach Ablauf des Wartejahres, 
d.h. ab dem 1. August 2019 bis 29. Februar 2020 (Fallabschluss durch die 
Psychiatrischen Dienste) habe die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine 
ganze Invalidenrente; die in dieser Zeit entrichteten Taggelder würden mit 
den zur Nachzahlung gelangenden Rentenleistungen verrechnet (act. II 
122 S. 2 und 5). Selbst wenn dem Einwand der Beschwerdeführerin, es sei 
von der von Dr. med. E.________ attestierten Arbeitsunfähigkeit von 20 % 
auszugehen, gefolgt würde, änderte sich nichts am Dispositiv der Verfü-
gung; dies entspräche lediglich einem rentenausschliessenden IV-Grad von 
20 % (act. II 122 S. 6).

3.3 Bei Erlass der Verfügung vom 8. August 2024 (act. II 178) präsen-
tierte sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.3.1 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. E.________ diagnostizierte 
im Bericht vom 27. Dezember 2022 (act. II 125.3 S. 2) eine emotional in-
stabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.3) und rezidivierende depressi-
ve Episoden, aktuell leicht- bis mittelgradig (ICD-10 F33.0; act. II 125.3 S. 2 
Ziff. 1). Als funktionelle Einschränkungen bestünden eine rasche Erschöp-
fung, zunehmende körperliche Beschwerden, eine eingeschränkte Kritik-
fähigkeit sowie eine rasche Überforderung in Belastungssituationen 
(act. II 125.3 S. 2 Ziff. 5). Die aktuelle Therapie bestehe in einer Ge-
sprächstherapie mit einer Frequenz von zwei Wochen, einem wöchent-
lichen Skills-Training sowie einer Unterstützung durch Spitex (Tagesstruk-
turierung) seit Dezember 2022 (act. II 125.3 S. 2 Ziff. 7). 

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In einem weiteren Bericht vom 31. März 2023 (act. II 133) attestierte die 
Psychiaterin eine Arbeitsunfähigkeit von 30 % vom 22. August 2022 bis 
30. April 2023 (act. II 133 S. 3 Ziff. 1.3). Sowohl die bisherige als auch eine 
angepasste Tätigkeit seien zu vier bis sechs Stunden pro Tag zumutbar 
(act. II 133 S. 7 Ziff. 4.1 f.). Eine Steigerung des Arbeitspensums sei aktuell 
nicht realistisch (act. II 133 S. 8 Ziff. 4.3). 

Am 13. April 2023 berichtete die Psychiaterin, dass sich im Krankheitsbild 
keine wesentliche Änderung ergeben habe (act. II 135.3 S. 1 Ziff. 1). Die 
Beschwerdeführerin durchlebe weiterhin Stimmungsschwankungen mit 
starker Müdigkeit. Es bestünden eine Erschöpfung, Zukunftsängste und 
Einsamkeitsgefühle und bessere Phasen mit mehr Antrieb, Energie und 
Motivation. Aktuell belaste die Beschwerdeführerin ein starkes Gedanken-
kreisen, eine leichte Anspannung, körperliche Gelenkschmerzen, eine Mü-
digkeit sowie ein Gefühl von Leere und Zukunftsängste (act. II 135.3 S. 1 
Ziff. 3). Es sei von einer längeren (mindestens sechs Monate dauernden) 
Arbeitsunfähigkeit auszugehen (act. II 135.3 S. 1 Ziff. 5). 

Im Verlaufsbericht vom 21. August 2023 (act. II 141) hielt die Psychiaterin 
einen stationären Gesundheitszustand bei unveränderten Diagnosen fest 
(act. II 141 S. 2 Ziff. 1 f.). 

Am 17. November 2023 (act. II 159.2) bestätigte die Psychiaterin den un-
veränderten Gesundheitszustand bei gleichbleibenden Diagnosen 
(act. II 159.2 Ziff. 1 f.). Es habe in den letzten Monaten immer wieder ver-
schiedene Belastungen (Umzug in eine eigene Wohnung, familiäre Konflik-
te, herausfordernde Arbeitsplatzsituationen) im Leben der Beschwerdefüh-
rerin gegeben. Diese habe die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer psychi-
schen Instabilität nur schwer bewältigen können. Sie hätten eine Heraus-
forderung dargestellt. Die Arbeitsfähigkeit sei dabei jedoch stabil bei 70 % 
geblieben (act. II 159.2 Ziff. 3).

3.3.2 Dr. med. D.________ führte im Gutachten vom 29. April 2024 (act. 
II 160 S. 2 ff.) aus, dass sich aus psychiatrischer Sicht aktuell weder aus 
der Anamnese noch den vorliegenden Akten oder den Untersuchungsbe-
funden Hinweise auf eine psychische Erkrankung im engeren Sinn ergä-
ben. Aufgrund der guten affektiven Modulation und vor allem der Sthenizität 

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der Beschwerdeführerin könne auch nicht von einer depressiven Störung 
mit Krankheitswert gesprochen werden, zumal die wichtigsten psychopa-
thologischen Symptome wie Schuldgefühle, Interessenverlust, Freudlosig-
keit, Morgentief, Hemmungen, Appetit- und Gewichtsverlust, Affektarmut, 
Insuffizienzgefühle etc. fehlten (act. II 160 S. 13 f. Ziff. 6). Sodann qualifi-
ziere die nicht ungestört verlaufende psychosoziale Entwicklung noch nicht 
für eine Persönlichkeitsstörung, also für eine schwere Störung des Verhal-
tens und der charakterlichen Konstitution. Es liessen sich diesbezüglich 
auch keine Anhaltspunkte finden, wie etwa die typischen, tief verwurzelten, 
anhaltenden Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf unter-
schiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigten und in deutlichen 
Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen und in Beziehungen zu 
anderen. Ausserdem würden Persönlichkeitsstörungen definitionsgemäss 
stets in der Kindheit oder Adoleszenz beginnen. Erst im Erwachsenenalter 
auftretende Persönlichkeitsveränderungen entstünden als Folge von 
schweren und anhaltenden Belastungen (Geiselhaft etc.), schweren psy-
chischen Störungen (Schizophrenie etc.) oder nach Hirnerkrankungen oder 
-verletzungen. Dies alles sei in casu nicht der Fall gewesen (act. II 160 
S. 14 Ziff. 6). Es bleibe lediglich die Diskussion einer rezidivierenden de-
pressiven Störung, welche sich aktuell in den Befunden nicht abbilde. Sei-
tens der Beschwerdeführerin würden gemäss Aktenlage vor allem ein Mor-
gentief, eine Müdigkeit, eine mangelnde Motivation und Störungen der 
Konzentration beschrieben. Dass gegenwärtig keine krankheitswertige de-
pressive Symptomatik vorliege, werde auch durch den Umstand belegt, 
dass die Beschwerdeführerin derzeit kein Antidepressivum zu sich nehme 
(act. II 160 S. 17 Ziff. 6). Als aktuelle Diagnose könne daher nur diejenige 
einer rezidivierenden depressiven Störung, zurzeit remittiert 
(ICD-10 F33.4), gestellt werden (act. II 160 S. 18 Ziff. 6). Sie sei den prakti-
schen Auswirkungen im Alltag nachgeordnet. Mit dem pünktlichen Erschei-
nen zur gutachterlichen Untersuchung, am angestammten Arbeitsplatz und 
zur behandelnden Psychiaterin sei die Fähigkeit der Beschwerdeführerin, 
sich an Regeln und Routinen anzupassen, erstellt. Dies gelte ebenso für 
das Planen und Strukturieren von Aufgaben zu Hause oder am Arbeits-
platz. Im Rahmen der gutachterlichen Untersuchung sei die Beschwerde-
führerin flexibel und umstellungsfähig gewesen (act. II 160 S. 19 Ziff. 7). 
Sie sei entscheidungs- und urteilsfähig und könne Sachverhalte differen-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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ziert sowie kontextbezogen auffassen und angemessene Schlussfolgerun-
gen ziehen (act. II 160 S. 19 f. Ziff. 7). Das Selbstwertgefühl und mindes-
tens die subjektive Durchhaltefähigkeit im angestammten Beruf seien zu-
mindest subjektiv noch leicht eingeschränkt. Die aktuellen Untersuchungs-
befunde liessen jedoch keine Einschränkungen der Selbstbehauptungs-
fähigkeit, der Gruppenfähigkeit und der Kontaktfähigkeit zu Dritten erken-
nen. Anscheinend sei die Beschwerdeführerin auch in der Lage, Beziehun-
gen zu pflegen; sie habe seit einem Jahr einen Freund. Aufgrund ihres 
Äusseren sei sie auch uneingeschränkt zur Selbstpflege fähig. Weiter sei 
die Verkehrsfähigkeit erhalten, d.h. die Beschwerdeführerin könne Trans-
portmittel auswählen, benützen und somit jeden verkehrsüblichen Platz 
aufsuchen (act. II 160 S. 20 Ziff. 7). Da sich derzeit keine depressive Sym-
ptomatik zeige, bestehe sowohl in der bisherigen Tätigkeit in der 
C.________ wie auch in einer adaptierten Tätigkeit eine 100 %ige Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit (act. II 160 S. 20 ff. Ziff. 8); der aktuelle Arbeitsplatz 
sei bezüglich körperlicher und psychischer Belastung sowie der Unterstüt-
zung und der Wertschätzung durch die Arbeitgeberin geradezu als optimal 
angepasst zu bezeichnen (act. II 160 S. 21 Ziff. 8). Durch medizinische 
Massnahmen, insbesondere durch eine Verbesserung der pharmakologi-
schen antidepressiven Therapie könne bei erneutem Auftreten der Depres-
sion eine relevante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden 
(act. II 160 S. 22 Ziff. 8). Im Vordergrund stünden ein Wechsel der anti-
depressiven Medikation und eine entsprechende Augmentierung mittels 
eines Lithiumpräparates und/oder eines atypischen Neuroleptikums, Eske-
tamins, Stimulanzien und/oder Schilddrüsenhormone. Dabei dürfe die re-
gelmässige Bewegung, möglichst an der frischen Luft, nicht zu kurz kom-
men. Sämtliche Therapievorschläge seien risikoarm, wogegen keine medi-
zinischen Gründe sprechen würden (act. II 160 S. 23 Ziff. 8). Die Frage, ob 
sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit verglichen mit der 
Situation zum Zeitpunkt der Verfügung vom 4. November 2022 wesentlich 
verändert hätten, beantwortete der Gutachter mit "nein" (act. II 160 S. 23 
Ziff. 8). 

3.3.3 Hierzu nahm Dr. med. E.________ am 10. Juli 2024 Stellung (act. II 
174 S. 3 f.) und führte aus, dass die Aufmerksamkeitsspanne im Rahmen 
der Therapiegespräche unauffällig sei, jedoch beschreibe die Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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führerin bei längeren Arbeitszeiten Konzentrationsstörungen, gedankliche 
Verlangsamung, wiederkehrende Gefühle von Leere, Einsamkeit, Unsi-
cherheit, Schuld, reduziertes Selbstwertgefühl, Insuffizienzgefühle, Affek-
tarmut und Niedergeschlagenheit. Es lägen durchaus Schuldgefühle, Inter-
essenverlust, Freudlosigkeit sowie Appetit- und Gewichtsverlust vor. Im 
Jugendalter seien nicht nur selbstverletzendes Verhalten, sondern auch 
Substanzkonsum (Cannabis) und aggressives Verhalten aufgetreten, wel-
ches sich unter anderem z.B. beim ... oder ... gezeigt habe. Die Beschwer-
deführerin habe auch häufige Beziehungswechsel gehabt. Ihre unbeständi-
ge launische Stimmung zeige sich selten in einem Gespräch von eineinhalb 
Stunden. Kurzfristig könne sie für einen begrenzen Zeitraum vollständig 
oder nahezu vollständig arbeitsfähig sein. Bei kleinen Unruhen werde sie 
aber schnell aus ihrer Stabilität gerissen, fühle sich überfordert und ent-
wickle eine zunehmend depressive Symptomatik (act. II 174 S. 3). Medi-
kamentös seien bereits mehrere Antidepressiva versucht worden, die teil-
weise wegen Nebenwirkungen und teilweise wegen mangelnder Wirksam-
keit hätten abgesetzt werden müssen; abgesehen davon, dass die Arbeits-
unfähigkeit nicht nur durch die depressive Symptomatik, sondern auch 
durch die Persönlichkeitsstörung bedingt sei (act. II 174 S. 3 f.). Das redu-
zierte Arbeitspensum von 80 % und die aktuelle Krankschreibung von 30 % 
(woraus eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit resultiere) ergäben sich aus den 
stark unterordnenden und perfektionistischen Verhaltensmustern der Be-
schwerdeführerin, welche zu einer Erschöpfung und schliesslich zu einer 
Vernachlässigung von sozialen Kontakten und Haushalt geführt hätten. Die 
Psychiaterin kam zum Schluss, dass sich der Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin seit November 2022 aufgrund der beschriebenen Verhal-
tensmuster verschlechtert habe, was zu einer Dekompensation und einer 
weiteren "Pensumsreduktion" in Form einer reduzierten Arbeitsfähigkeit 
geführt habe (act. II 174 S. 4). 

3.3.4 Stellung nehmend dazu hielt Dr. med. D.________ am 29. Juli 2024 
(act. II 176 S. 2 ff.) fest, dass die Beschreibung einzelner Symptome einer 
emotional instabilen Persönlichkeitsstörung durch die Beschwerdeführerin 
zwar nicht angezweifelt werden müsse, jedoch bildeten sich diese Sym-
ptome im Arbeitsalltag nicht ab; insofern werde die Arbeitsfähigkeit dadurch 
auch nicht beeinflusst. Die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin habe 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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diese als freundlich, pünktlich und einsatzwillig beschrieben. Eine depressi-
ve Symptomatik habe sie nicht beobachtet, jedoch bei längeren Arbeitsta-
gen Müdigkeit und Verlust der Fröhlichkeit. Die behandelnde Psychiaterin 
beschreibe einige depressive Symptome, welche aber anscheinend nicht 
genügend ausgeprägt gewesen seien, um eine antidepressive Medikation 
zu verordnen. Betreffend die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung wies 
der Gutachter darauf hin, dass es sich dabei explizit um schwere Störun-
gen der charakterlichen Konstitution und des Verhaltens der betroffenen 
Person handle (act. II 176 S. 4). Die hierfür erforderlichen diagnostischen 
Kriterien seien mit Blick auf die Beschreibung der Arbeitgeberin, wonach 
die Beschwerdeführerin stets freundlich und bei den Kunden sehr beliebt 
sei, nicht erfüllt. Allenfalls könnte von einer Persönlichkeitsakzentuierung 
(ICD-10 Z73) ausgegangen werden, dies umso mehr, als diese Diagnose 
im Oktober 2018 gestellt worden sei. Ebenso habe die aktuelle Behandlerin 
im August 2022 lediglich emotional instabile Anteile erwähnt. Weiter er-
staune es, dass die vom Gutachter vorgeschlagenen Massnahmen, insbe-
sondere die Verabreichung geeigneter zentraler Stimulanzien nicht erwähnt 
und wohl auch nicht mit der Beschwerdeführerin besprochen, geschweige 
denn verordnet worden sei, obschon die Risiken der erwähnten Medika-
mente auf jeden Fall weit tiefer seien als das längerfristige Verharren der 
Beschwerdeführerin im jetzigen, von ihr beklagten Zustand (act. II 176 
S. 5). Schliesslich habe auch die Testung gemäss Mini-ICF-APP keine 
nennenswerten Beeinträchtigungen in den vorgegebenen Fähigkeitsdimen-
sionen ergeben. Die Ermüdung durch die Arbeit werde zwar von der Be-
schwerdeführerin behauptet, lasse sich aber nicht einer krankheitswertigen 
psychischen Störung zuordnen (act. II 176 S. 6 ff.). Zusammenfassend 
seien die Stellungnahmen der Beschwerdeführerin, derer Behandlerin und 
Arbeitgeberin nicht geeignet, die gutachterlichen Schlussfolgerungen um-
zustossen (act. II 176 S. 9).

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2020 IV Nr. 71 S. 246, 8C_260/2020 E. 2.2).

3.5

3.5.1 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 8. August 2024 (act. II 178) massgeblich auf das Gutachten von 
Dr. med. D.________ vom 29. April 2024 (act. II 160) samt dessen Stel-
lungnahme vom 29. Juli 2024 (act. II 176 S. 2 ff.) gestützt. Diese erfüllen 
die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen an eine versi-
cherungsexterne medizinische Expertise und genügen auch den revisions-
rechtlichen Ansprüchen (vgl. E. 3.4.2 hiervor; vgl. auch SVR 2018 IV Nr. 13 
S. 39, 9C_244/2017 E. 4.2 und 4.2.1). Die darin enthaltenen Feststellungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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und Ausführungen beruhen auf einer eingehenden fachärztlichen Untersu-
chung (vgl. act. II 160 S. 9 - 13 Ziff. 3 f.) und sind in Kenntnis bzw. Würdi-
gung der Vorakten (vgl. II 160 S. 5 ff. Ziff. 2) sowie unter Berücksichtigung 
der geklagten Einschränkungen getroffen worden. Wie sich auch nachfol-
gend ergibt, sind die Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen 
Zusammenhänge einleuchtend und die daraus gezogenen Schlussfolge-
rungen zum Gesundheitszustand und dessen Verlauf wurden nachvollzieh-
bar, umfassend und einlässlich begründet. Des Weiteren wurde nachvoll-
ziehbar zur Rückfrage der Beschwerdegegnerin (act. II 175) Stellung ge-
nommen (act. II 176 S. 2 ff.). Damit kommt dem Gutachten samt Stellung-
nahme voller Beweiswert zu, so dass darauf abzustellen ist. Demnach liegt 
im hier zu beurteilenden Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) keine an-
spruchserhebliche Veränderung bzw. Verschlechterung des Gesundheits-
zustandes der Beschwerdeführerin resp. kein psychischer Gesundheits-
schaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor (act. II 160 S. 13 ff. 
Ziff. 6 und S. 20 ff. Ziff. 8, 176 S. 4 ff.). Was die Beschwerdeführerin dage-
gen vorbringt (vgl. Beschwerde, S. 5 ff. Art. 2), vermag nicht durchzudrin-
gen:

3.5.1.1 Dass Dr. med. D.________ – soweit ersichtlich (<www.swiss-
insurance-medicine.ch>, Rubrik: zertifizierte Fachpersonen > Suche zertifi-
zierte Fachpersonen) – nicht über ein Zertifikat des Vereins Versiche-
rungsmedizin Schweiz (Swiss Insurance Medicine, SIM; vgl. zur diesbezüg-
lichen Voraussetzung Art. 7m Abs. 2 der Verordnung vom 11. September 
2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSV; 
SR 830.11]) verfügt (vgl. Beschwerde, S. 5 f. Art. 2 Ziff. 1), ändert nichts 
am Beweiswert des Gutachtens (act. II 160), da das SIM-Zertifikat gemäss 
den Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 3. November 2021 
(AS 2021 706) innerhalb von fünf Jahren nach dem Inkrafttreten der Ände-
rung erworben werden muss; diese Frist ist vorliegend noch nicht abgelau-
fen (vgl. auch Beschwerdeantwort, S. 2 lit. C Ziff. 7).

3.5.1.2 Sodann vermag das Wissen um die in anderen Fällen attestierten 
Arbeitsunfähigkeiten/Arbeitsfähigkeiten (vgl. Beschwerde, S. 6 Art. 2 Ziff. 1) 
für sich allein genommen – wie die Beschwerdeführerin letztlich selber 
festhält (vgl. Beschwerde, a.a.O., 3. Absatz ["Selbstverständlich kann auf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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grund derartiger Fakten und Zahlen nicht auf die Qualität der Beurteilungen 
des Gutachters im Einzelfall geschlossen werden."]) – nach bundesgericht-
licher Rechtsprechung keine Zweifel an der Korrektheit des vorliegenden 
Gutachtens zu erwecken, zumal die medizinische Folgenabschätzung an 
sich eine hohe Variabilität aufweist und gerade im psychiatrischen Bereich 
unausweichlich Ermessenszüge trägt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
[BGer] 9C_212/2020 vom 4. September 2020 E. 4.2) und ohnehin immer 
der Einzelfall entscheidend ist. 

3.5.1.3 Was die von der behandelnden Psychiaterin Dr. med. E.________ 
gestellten Diagnosen einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung 
(ICD-10 F60.3) und einer rezidivierenden depressiven Störung (ICD-10 
F33.0; act. II 125.3 S. 2 Ziff. 1) angeht, so verneinte der Gutachter das Vor-
liegen dieser Diagnosen schlüssig (act. II 160 S. 13 ff. Ziff. 6, 176 S. 4 ff.). 
Die in der Vergangenheit diagnostizierte rezidivierende depressive Störung 
(act. II 60 S. 1, 65 S. 2 Ziff. 3) sah er als remittiert an (act. II 160 S. 17 f. 
Ziff. 6), was mit der fehlenden antidepressiven Medikation im Einklang steht 
(act. II 160 S. 17 Ziff. 6, 176 S. 4) und sich ohne Weiteres in das von der 
Arbeitgeberin gezeichnete Gesamtbild der Beschwerdeführerin ("ist sehr 
zuverlässig, sehr freundlich, immer pünktlich" [act. II 174 S. 6]) einfügen 
lässt (vgl. auch act. II 176 S. 4). In Bezug auf die Persönlichkeitsstörung 
legte der Gutachter ausführlich und nachvollziehbar dar, dass die Kriterien 
für eine Persönlichkeitsstörung, wonach diese in der Regel in der Kindheit 
oder Jugend beginnt, sich auf Dauer im Erwachsenenalter manifestiert und 
meistens zu deutlichen Einschränkungen in den privaten, sozialen und be-
ruflichen Funktionsbereichen führt (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], 
Internationale Klassifikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], 
Klinisch-diagnostische Leitlinien, 10. Aufl., 2015, S. 276 f.), bei der Be-
schwerdeführerin nicht erfüllt sind, was vorliegend sowohl mit dem von 
der Arbeitgeberin beschriebenen Verhalten am Arbeitsplatz als auch mit 
dem allgemeinen Sozial- und Beziehungsverhalten der Beschwerdeführerin 
(seit einem Jahr in einer Beziehung [act. II 160 S. 20 Ziff. 7]) korreliert 
(act. II 160 S. 14 ff. Ziff. 6, 176 S. 5). Sodann fällt auf, dass Dr. med. 
E.________ im Bericht vom 25. August 2022 (act. II 116) noch von emotio-
nal instabilen Persönlichkeitsanteilen sprach, diese sodann im Bericht vom 
27. Dezember 2022 (act. II 125.3 S. 2 Ziff. 1) ohne jegliche Begründung der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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Änderung der Diagnosestellung einer Persönlichkeitsstörung zuordnete. 
Damit ist das Bestehen einer krankheitswertigen Persönlichkeitsstörung 
nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Hinsichtlich einer allfäl-
lig bestehenden Persönlichkeitsakzentuierung (vgl. act. II 176 S. 5) ist an-
zumerken, dass diese keine rechtserhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung 
darstellt (Urteil des BGer 8C_821/2018 vom 18. Juni 2019 E. 6.1.1). 
Schliesslich ist zu beachten, dass die psychiatrische Exploration von der 
Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen kann. Sie eröffnet dem 
begutachtenden Psychiater bzw. der begutachtenden Psychiaterin daher 
praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 
medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu re-
spektieren sind, sofern der Experte – wie hier der Fall – lege artis vorge-
gangen ist (SVR 2023 IV Nr. 55 S. 191, 8C_130/2023 E. 4.5). Die behan-
delnde 
Psychiaterin benannte denn auch keine wesentlichen neuen Aspekte oder 
Elemente, namentlich hinsichtlich der Befundlage, welche im Rahmen der 
Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären (vgl. 
SVR 2021 IV Nr. 10 S. 27, 9C_672/2019 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 116, 
8C_835/2018 E. 3).

3.5.1.4 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, im Gutachten fehle 
es an einer gezielten Befragung der geklagten Beschwerden sowie einer 
Auseinandersetzung mit den Angaben der behandelnden Ärzte (vgl. Be-
schwerde, S. 8 Art. 2 Ziff. 2.1), so ist dem entgegenzuhalten, dass dem 
Experten gestützt auf die ihm unterbreiteten vollständigen Akten und die 
von ihm durchgeführte umfassende Befragung (Anamnese samt Tagesab-
lauf und Tagesaktivität [act. II 160 S. 5 ff. Ziff. 2 f.]) die von den Behandlern 
erhobenen Befunde und gestellten Diagnosen, der bisherige psychiatrische 
Behandlungsverlauf wie auch die Beschwerden bekannt waren und er die-
se bei seiner Diagnosestellung auch berücksichtigte. Eine vertiefte Aus-
einandersetzung mit jedem einzelnen Bericht bzw. Befund war nicht erfor-
derlich, zumal sich aus dem Gutachten insgesamt ein vollständig und 
schlüssig ermitteltes Bild des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführe-
rin ergibt; dabei ist auch festzuhalten, dass die subjektiven Angaben einer 
versicherten Person nicht mit psychopathologischen Befunden gleichzuset-
zen sind (vgl. Urteil des BGer 9C_256/2020 vom 10. Juni 2020 E. 3.2.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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3.5.1.5 Ferner waren dem Gutachter – entgegen der Darstellung der Be-
schwerdeführerin (vgl. Beschwerde, S. 8 Art. 2 Ziff. 2.2) – auch die konkre-
te Tätigkeit der Beschwerdeführerin und die damit verbundenen Anforde-
rungen bekannt (vgl. act. II 176 S. 4 ff.), der Gutachter kopierte nicht bloss 
das allgemeine Berufsbild "... EFZ" aus "<www.berufsberatung.ch>". Nicht 
beigepflichtet werden kann der Beschwerdeführerin auch, soweit sie in die-
sem Zusammenhang dem Gutachter eine falsche Anwendung des von ihm 
durchgeführten Mini-ICF-APP-Tests (vgl. dazu Anhang 5 der Qualitätsleitli-
nien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen Ge-
sellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP vom 16. Juni 2016 
[<www.psychiatrie.ch/sgpp> unter Fachleute und Kommissionen > Leitlini-
en]) vorwirft, indem in einzelnen Funktionsbereichen andere Berufsfelder 
erwähnt wurden (vgl. Beschwerde, S. 9 Art. 2 Ziff. 2.3). Diese Kritik ver-
fängt schon deshalb nicht, weil für eine psychiatrische Begutachtung die 
klinische Untersuchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und 
Verhaltensbeobachtung entscheidend ist und dem besagten Testverfahren 
im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung höchstens eine ergänzen-
de Funktion zukommt (vgl. Urteil des BGer 8C_534/2021 vom 18. Novem-
ber 2021 E. 4.1). Selbst wenn die Testresultate ausgeblendet werden, er-
füllt das psychiatrische Gutachten die von der Rechtsprechung gestellten 
Anforderungen an die Beweiskraft bzw. den Beweiswert: Der Gutachter 
stützte seine Schlussfolgerungen nicht allein auf die Ergebnisse des Mini-
ICF-APP-Tests, sondern – wie bereits dargelegt – auf die im Rahmen der 
klinischen Exploration erhobenen (unauffälligen) Befunde sowie auf das 
Antwortverhalten und Auftreten der Beschwerdeführerin ab, welche er als 
Fachperson in Kenntnis der Vorakten gesamthaft erfasste und würdigte.

3.5.1.6 Nichts zu ihren Gunsten vermag die Beschwerdeführerin schliess-
lich aus der abweichenden Einschätzung der Arbeitsfähigkeit durch die 
behandelnde Dr. med. E.________ abzuleiten: die Psychiaterin attestierte 
eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit vom 22. August 2022 bzw. soweit den Ver-
gleichszeitraum betreffend vom 4. November 2022 (vgl. E. 3.1 hiervor) bis 
31. Mai 2024 (act. II 125.3 S. 3 - 6, 133 S. 3 Ziff. 1.3, 143.2 S. 3 und 6 - 9, 
159.3) und darüber hinaus, dies ausgehend von einem (bereits gesund-
heitsbedingt reduzierten) Pensum von 80 %, ausmachend insgesamt eine 
Arbeitsunfähigkeit von 50 % (act. II 174 S. 4). Dabei hielt sie mehrfach 

http://www.psychiatrie.ch/sgpp

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einen stationären Gesundheitszustand fest (act. II 141 S. 2 Ziff. 1, 159.2 
Ziff. 1). Die Einschätzung einer bloss hälftigen Arbeitsfähigkeit vermag an-
gesichts des Umstandes, dass die Beschwerdeführerin faktisch ein Ar-
beitspensum von rund 58 % (4 Tage à 6.5 Stunden [act. II 160 S. 19 Ziff. 7] 
= 26 Stunden pro Woche bei einer 45-Stunden-Woche [act. II 113 S. 6 
Ziff. 4]) resp. rund 56 % (4 Tage à 6.25 Stunden [act. II 174 S. 6] 
= 25 Stunden pro Woche bei einer 45-Stunden-Woche) leistet, nicht zu 
überzeugen. Sodann ist auch der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, 
dass behandelnde Haus- und Fachärzte mitunter im Hinblick auf ihre Ver-
trauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353; SVR 2015 IV Nr. 26 S. 78, 8C_616/2014 
E. 5.3.3.3). Wohl gibt es Fälle, in denen die einen längeren Zeitraum ab-
deckende und umfassende Betreuung durch behandelnde Ärztinnen und 
Ärzte zusätzliche Erkenntnisse hervorbringen kann. Vorliegend ist dies je-
doch nicht der Fall. Die Psychiaterin erwähnte – wie bereits ausgeführt – 
keine wesentlichen neuen Gesichtspunkte, die im Rahmen der Begutach-
tung unberücksichtigt geblieben oder nicht gewürdigt worden wären 
(vgl. E. 3.5.1.3 hiervor).

3.6 Dem Voranstehenden zufolge bildet das Gutachten von Dr. med. 
D.________ vom 29. April 2024 (act. II 160) samt Stellungnahme vom 
29. Juli 2024 (act. II 176 S. 2 ff.) eine verlässliche Grundlage für die Beur-
teilung des anspruchsrelevanten medizinischen Sachverhaltes. Von weite-
ren Abklärungen – wie von der Beschwerdeführerin beantragt (vgl. Be-
schwerde, S. 2 Ziff. I.2) – sind keine entscheidwesentlichen neuen Er-
kenntnisse zu erwarten, so dass darauf zu verzichten ist (antizipierte Be-
weiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 
157 E. 1d S. 162; Urteil des BGer 9C_298/2024 vom 14. August 2024 
E. 5.2, zur Publikation vorgesehen; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 162, 
9C_296/2018 E. 4).

3.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass im hier zu beurteilenden Ver-
gleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) unter revisionsrechtlichen Gesichts-
punkten keine massgebliche Veränderung bzw. Verschlechterung der me-
dizinischen Verhältnisse vorliegt, die geeignet wäre, den IV-Grad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.5.3 hiervor); selbst wenn 

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von einer Veränderung ausgegangen würde, so fehlte es bis zum massge-
benden Verfügungszeitpunkt an einem invalidisierenden (psychischen) 
Gesundheitsschaden. Ebenso wenig ist in erwerblicher oder sonstiger Hin-
sicht eine revisionsrechtlich relevante Veränderung der tatsächlichen Ver-
hältnisse ersichtlich noch wird eine solche geltend gemacht. 

4.

Nach dem Dargelegten ist die mit Verfügung vom 8. August 2024 
(act. II 178) erfolgte Verneinung eines Neuanmeldungsgrundes seit der 
Verfügung vom 4. November 2022 (act. II 122) nicht zu beanstanden. Die 
Beschwerde ist unbegründet und somit abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unent-
geltlichen Rechtspflege (vgl. Verfügung vom 10. Oktober 2024) ist die Be-
schwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss 
Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung 
(ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht zu befreien.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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5.3 Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord-
nung von Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin bleibt deren 
amtliches Honorar festzulegen.

5.3.1 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

5.3.2 Mit Kostennote vom 24. Oktober 2024 macht Rechtsanwältin 
B.________ einen Aufwand von 16.10 Stunden bzw. ein Honorar von 
Fr. 4'025.-- (16.10 h x Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 5.80 sowie 
Mehrwertsteuer von Fr. 326.50 (8.1 % von Fr. 4'030.80), total Fr. 4'357.30 
geltend. Dies gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Folglich wird der tarif-
mässige Parteikostenersatz für dieses Verfahren auf Fr. 4'357.30 festge-
setzt. Davon ist Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von Fr. 3'220.-- 
(16.10 h x Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 5.80 und Mehrwertsteuer 
von Fr. 261.30 (8.1 % von Fr. 3'225.80), total somit eine Entschädigung von 
Fr. 3'487.10, auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht der 
Beschwerdeführerin nach Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 ZPO. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 4'357.30 (inkl. Auslagen und MWST) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3'487.10 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 3. März 2025, IV 200 2024 618

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Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.