# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 201f2fbf-be6b-53c9-ad30-344673231cdc
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-10-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Kassationsgericht 11.10.2011 AA100030
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_KSG_001_AA100030_2011-10-11.pdf

## Full Text

Kassationsgericht des Kantons Zürich 
   

 

 
Kass.-Nr. AA100030-P/U/ys 

Mitwirkende: die Kassationsrichter Moritz Kuhn, Präsident, die Kassationsrich-

terin Sylvia Frei, der Kassationsrichter Paul Baumgartner, die 

Kassationsrichterin Yvona Griesser und der Kassationsrichter 

Matthias Brunner sowie der juristische Sekretär Jürg-Christian 

Hürlimann 

Zirkulationsbeschluss vom 11. Oktober 2011 
 

 

 

in Sachen 

 

E AG in Liquidation,  

…,  

Klägerin und Beschwerdeführerin 

vertreten durch Rechtsanwalt … 
 

gegen 

 

W AG,  

…,  

Beklagte und Beschwerdegegnerin 

vertreten durch Rechtsanwalt …. 
 

betreffend  

Forderung 

 

Nichtigkeitsbeschwerde gegen ein Urteil des Handelsgerichts des Kantons 

Zürich vom 26. Januar 2010 (HG060430/U/ei) 

 

-   2   - 

Das Gericht hat in Erwägung gezogen: 

I. 

1. Die Beschwerdeführerin (Klägerin) bezweckte die Herstellung und den Vertrieb 

von hochpräzisen Metallkomponenten, die Entwicklung, die Fabrikation und den 

Vertrieb von kundenspezifischen Microsystemen und -komponenten aus Metall 

und Kunststoff sowie die Entwicklung neuer Verfahren im Bereich Metall-

Legierungen und Oberflächenvergütungen unter speziellen Verfahren des Electro-

formings und der LIGA-Technologie (HG act. 4/3). 

Am 1. August 2002 wurde die Fabrik der Beschwerdeführerin in S* durch einen 

Brand zerstört. Die Parteien waren im selben Industriegebäude eingemietet, wel-

ches aufgrund des Brandes weitgehend ausbrannte. Ausgebrochen war der 

Brand in den Fabrikationsräumen der Beschwerdegegnerin, wo diese eine Galva-

nikanlage betrieb. Die Beschwerdeführerin macht geltend, der Brand sei aus-

gebrochen, weil Mitarbeiter der Beschwerdegegnerin wegen eines Defekts in ei-

nem der Bäder der Galvanikanlage eine Ersatzheizung falsch montiert und diese 

in der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 2002 nicht ausgeschaltet hätten. Sie 

macht deshalb einen Anspruch aus unerlaubter Handlung (Geschäftsherrenhaf-

tung, Art. 55 OR) geltend. Zwar habe die Beschwerdeführerin über eine Sach- 

und Betriebsunterbruchversicherung verfügt, dennoch habe sie sich von den Fol-

gen des Brandes wirtschaftlich nicht mehr erholen können und befinde sich heute 

in Liquidation. Mit der am 6. Dezember 2006 anhängig gemachten Klage fasst die 

Beschwerdeführerin die Beschwerdegegnerin für ihren entgangenen Gewinn aus 

dem Geschäftsbereich Microcomponents (MC) sowie für nutzlos gewordene Auf-

wendungen im Bereich High Densitiy Interconnects (HDI) ins Recht. Die Klage 

lautet auf Bezahlung von Fr. 1'000'000.-- zuzüglich Zins und erfolgte unter Vorbe-

halt der Nachklage (HG act. 1; in der friedensrichterlichen Weisung wurde die 

Forderung mit Fr. 54'980'000.-- zuzüglich Zins beziffert, HG act. 3). 

-   3   - 

Das Handelsgericht wies die Klage mit Urteil vom 26. Januar 2010 vollumfänglich 

ab (HG act. 47 = KG act. 2 [= KG act. 3; von der Beschwerdeführerin eingereichte 

Kopie mit teilweiser Zeilennummerierung]). 

2. Mit ihrer Nichtigkeitsbeschwerde beantragt die Beschwerdeführerin, es sei das 

genannte Urteil aufzuheben und die Sache zur Durchführung eines Beweisverfah-

ren und zur Neubeurteilung an das Handelsgericht zurückzuweisen. Weiter sei 

das Handelsgericht anzuweisen, der Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf 

konkrete Vorbringen anzugeben, in welcher Hinsicht diese unklar, unvollständig 

oder unbestimmt seien und ihr Gelegenheit zu geben, den Mangel zu beheben. 

Eventuell sei das Handelsgericht anzuweisen, die Beschwerdeführerin zu einer 

Instruktionsverhandlung vorzuladen und nach § 55 ZPO ZH zu befragen (KG act. 

1 S. 2). Die Beschwerdegegnerin beantragt Abweisung der Nichtigkeitsbeschwer-

de (KG act. 13). Das Handelsgericht äussert sich in einer kurzen Vernehmlassung 

zu einem prozessualen Punkt (KG act. 10).  

Der Präsident des Kassationsgerichts verlieh der Nichtigkeitsbeschwerde mit Ver-

fügung vom 5. März 2010 aufschiebende Wirkung (KG act. 5). Die Beschwerde-

führerin leistete die ihr mit derselben Verfügung auferlegte Prozesskaution fristge-

recht (KG act. 9). 

3. Seit dem 1. Januar 2011 steht die Schweizerische Zivilprozessordnung vom 19. 

Dezember 2008 (ZPO) in Kraft. Für Verfahren, die bei deren Inkrafttreten bereits 

rechtshängig sind, gilt gemäss Art. 404 Abs. 1 ZPO das bisherige Verfahrensrecht 

bis zum Abschluss vor der betreffenden Instanz weiter. Für das vorliegende Be-

schwerdeverfahren gelangen daher die Bestimmungen der (auf den 31. Dezem-

ber 2010 aufgehobenen) zürcherischen ZPO vom 13. Juni 1976 (ZPO ZH) wie 

auch des Gerichtsverfassungsgesetzes vom 13. Juni 1976 (GVG) weiterhin zur 

Anwendung. Ebenso ist mit Bezug auf die Beurteilung der erhobenen Rügen das 

bisherige Prozessrecht heranzuziehen, weil im Beschwerdeverfahren zu prüfen 

ist, ob der angefochtene Entscheid im Zeitpunkt der Fällung mit einem der in 

§ 281 ZPO ZH bezeichneten Nichtigkeitsgründe behaftet war. Dementsprechend 

richten sich auch die Nebenfolgen (Gerichtsgebühr und Prozessentschädigung) 

des Beschwerdeverfahrens betragsmässig nach dem bisherigen Recht, d.h. nach 

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den obergerichtlichen Verordnungen über die Gerichtsgebühren vom 4. April 2007 

(GGebV) bzw. über die Anwaltsgebühren vom 21. Juni 2006 (aAnwGebV) (vgl. 

§ 23 der Gebührenverordnung des Obergerichts [GebV OG] vom 8. September 

2010 und § 25 der Verordnung über die Anwaltsgebühren [AnwGebV] vom 

8. September 2010). 

II. 

1. Das Beschwerdeverfahren stellt keine Fortsetzung des Verfahrens vor dem 

Sachrichter dar. Zu prüfen ist, ob der angefochtene Entscheid auf Grund des bei 

der Vorinstanz gegebenen Aktenstandes an einem Nichtigkeitsgrund im Sinne 

von § 281 ZPO ZH leidet. Daher sind neue tatsächliche Behauptungen, Einreden, 

Bestreitungen und Beweise, die eine Vervollständigung des Prozessstoffes be-

zwecken, über welchen der erkennende Richter zu entscheiden hatte, im Be-

schwerdeverfahren nicht zulässig. Gemäss § 290 ZPO ZH werden lediglich die 

geltend gemachten Nichtigkeitsgründe überprüft. Diese sind nach § 288 Ziff. 3 

ZPO ZH in der Beschwerde nachzuweisen; die blosse Verweisung auf frühere 

Vorbringen genügt daher nicht (vgl. Guldener, Die Nichtigkeitsbeschwerde in Zi-

vilsachen nach Zürcherischem Recht, Zürich 1942, S. 67; von Rechenberg, Die 

Nichtigkeitsbeschwerde in Zivil– und Strafsachen nach zürcherischem Recht, 2. 

Auflage, Zürich 1986, S. 16 ff.; Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcheri-

schen ZPO, 3. Auflage, Zürich 1997, N 4 f. zu § 288 ZPO ZH mit Hinweisen; 

Spühler/Vock, Rechtsmittel in Zivilsachen im Kanton Zürich und im Bund, Zürich 

1999, S. 56 f., 72 f.). 

  

A. Microcomponents (MC), Zeitraum bis zum 30. April 2004 

2. a) Das Handelsgericht hält zum Schaden im Bereich MC (Microcomponents) 

fest, Zweifel am Vorliegen des von der Beschwerdeführerin geltend gemachten 

Schadens drängten sich in verschiedener Hinsicht auf. Die Beschwerdegegnerin 

bestreite eine Schadenersatzpflicht ihrerseits unter anderem damit, dass die Be-

schwerdeführerin gar keinen Schaden habe erleiden können, da sie von der Mobi-

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liar (Versicherungsgesellschaft) für die Zeit bis zum Liquidationsbeschluss am 30. 

April 2004 vollständig entschädigt worden sei. Für die Zeit danach könne die Be-

schwerdeführerin keine Schadenersatzforderungen mehr geltend machen, da die 

Einstellung des Betriebs per 30. April 2004 mit dem Brand vom 1. August 2002 

nichts zu tun habe. 

Zum ersten Punkt, so das Handelsgericht weiter, bringe die Beschwerdeführerin 

vor, die dem effektiven Ergebnis gutgeschriebenen Versicherungsleistungen und 

Liquidationserlöse bzw. diesem belasteten liquidationsbedingten Abschreibungen 

seien in den Jahresabschlüssen der Beschwerdeführerin enthalten. In der Klage-

schrift fände sich dazu eine kleine Tabelle der ausserordentlichen Aufwände bzw. 

Erträge für die Jahre 2002 bis 2004. Zur Übersichtlichkeit verweise die Beschwer-

deführerin auf die als Beilagen eingereichten Bilanzen und Erfolgsrechnungen 

(HG act. 1 S. 58 Rz 134). Diese Aufstellung der Beschwerdeführerin reiche nicht. 

Die Beschwerdegegnerin bemängle zurecht, dass sich die angeführten Zahlen 

ohne Kenntnis der Details nicht analysieren liessen (HG act. 11 S. 102 "Zu 134"). 

Insbesondere lasse sich aus der Aufstellung der Beschwerdeführerin nicht erse-

hen, welches die genauen Versicherungsleistungen wofür (Sachschaden, Er-

tragsausfall, Mehrkosten) gewesen seien. In der Replik verweise die Beschwerde-

führerin zur Erklärung lediglich auf die eingereichten Anhänge zu den Jahres-

rechnungen 2000 - 2004 (HG act. 26 S. 59 f. Rz 203), wiederum ohne weitere 

Angaben dazu. Der Verweis auf die Beilagen helfe der Beschwerdeführerin je-

doch nicht weiter, da die Behauptungen in den Rechtsschriften stehen müssten. 

Nach der massgeblichen zürcherischen Praxis genüge ein Hinweis auf die Beila-

gen ebenso wenig wie eine allgemeine Erklärung - welche nicht  einmal gegeben 

worden sei -, dass die eingereichten Beilagen integrierender Bestandteil der 

Rechtsschrift bildeten. Es sei nicht Aufgabe des Gerichts anhand von eingereich-

ten Buchhaltungsunterlagen eine Schadensberechnung vorzunehmen; dies habe 

die Beschwerdeführerin selbst zu tun, und zwar in den Rechtsschriften. Die Be-

schwerdeführerin führe an wiederholter Stelle aus, dass bei der von ihr vorge-

nommenen Schadensberechnung die Versicherungsleistungen bereits vollum-

fänglich berücksichtigt seien. Eine für das Gericht nachvollziehbare Berechnung 

fehle jedoch in den Rechtsschriften. In ihrer Tabelle in HG act. 1 S. 64 Rz 144 

-   6   - 

verwende die Beschwerdeführerin für die Darlegung des "effektiven" Ergebnisses 

- in welchem wohl die Versicherungsleistungen berücksichtigt sein sollen - gerade 

mal eine Linie. Eine detaillierte Aufstellung wäre aber unabdingbar, wolle man den 

Gericht eine möglichst genaue Schadensschätzung aufgrund von Art. 42 Abs. 2 

OR ermöglichen. Eine solche Aufstellung der Versicherungsleistungen wäre für 

die Beschwerdeführerin ohne weiteres zumutbar gewesen (KG act. 2 S. 21 Zeile 

6 bis S. 22 Zeile 14, Erw. III/2.3.3).  

b/aa) Die Beschwerdeführern bringt vor, durch die Verwendung der Formulierung 

"in welchem wohl die Versicherungsleistungen berücksichtigt sein sollen" bringe 

das Handelsgericht zum Ausdruck, dass nach seiner Auffassung aus den Rechts-

schriften der Beschwerdeführerin nicht klar hervor gehe, ob die von der Be-

schwerdeführerin bezogenen Versicherungsleistungen im effektiven Ergebnis be-

rücksichtigt seien. Diese Feststellung sei aktenwidrig. Die Beschwerdeführerin 

habe, was die erhaltenen Versicherungsleistungen betreffe, jeweils die Gesamt-

summe pro Jahr in den für die Ermittlung des effektiven Ergebnisses erstellten 

Spartenrechnungen (Klagebeilagen HG act. 4/65 - 67) unter dem Titel "Übriger 

Erlös aus Brandfall" aufgeführt. Dieselben Beträge seien in der vom Handelsge-

richt bemängelten "kleinen Tabelle" auf Seite 58 der Klageschrift (HG act. 1) auf-

geführt. Die Beschwerdeführerin führe hierzu in der Klageschrift (Rz 134) aus: 

Die dem effektiven Ergebnis gutgeschriebenen Versicherungsleistungen und Liquidationser-
löse, bzw. die diesem belasteten liquidationsbedingten Abschreibungen sind in den (geprüf-
ten) Jahresabschlüssen der Klägerin bzw. den diesen zu Grunde liegenden Konten enthal-
ten. Zusammengefasst wurden dafür folgende ausserordentlichen Erträge bzw. Aufwände 
verbucht: 

Ausserordentlicher Aufwand / Ertrag Brandfall 
 

 2002 2003 31.05.2004 31.12.2004 

A.o. Ertrag Brandfall 6'421’440 10'610’666 1'122’000 1'532’286

A.o. Aufwand Brandfall 5'665’695 8'054’489 1'803’584 0

 

Somit habe die Beschwerdeführerin klar und unter Angabe der konkreten Beträge 

in der Rechtsschrift zum Ausdruck gebracht, dass die Versicherungsleistungen im 

effektiven Ergebnis berücksichtigt seien. Der vom Handelsgericht hierzu ange-

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meldete Zweifel sei unhaltbar und stehe mit der tatsächlichen Situation in derart 

offensichtlichem Widerspruch, dass von Willkür gesprochen werden müsse. Der 

Beschwerdeführerin entstehe daraus ein erheblicher materieller Nachteil, indem 

das Handelsgericht gestützt darauf zum Schluss komme, es sei nicht möglich, 

den Schaden als annähernd sicher anzunehmen und aus diesem Grund sei eine 

Schadensschätzung nicht möglich.  

Offensichtlich, so die Beschwerdeführerin weiter, sei das Handelsgericht trotz der 

klaren und bestimmten Vorbringen der Beschwerdeführerin unsicher, ob die Ver-

sicherungsleistungen in den Berechnungen des effektiven Ergebnisses berück-

sichtigt seien. In dieser Situation wäre es aus § 55 ZPO ZH verpflichtet gewesen, 

sich durch Ausübung der richterlichen Fragepflicht in diesem Punkt Klärung zu 

verschaffen.  

Die Beschwerdeführerin fährt fort, es komme hinzu, dass die Beschwerdegegne-

rin an keiner Stelle behauptet habe, die Beschwerdeführerin habe die erhaltenen 

Versicherungsleistungen nicht auf den Schaden angerechnet. Die Beschwerde-

gegnerin habe zwar an verschiedenen Stellen die pauschale Behauptung aufge-

stellt, der Schaden sei durch die Versicherungsleistungen gedeckt, diese Behaup-

tung aber nie substantiiert und schon gar nicht bestritten, dass die Versicherungs-

leistungen von der Beschwerdeführerin bei der Schadensberechnung in Abzug 

gebracht worden seien. Im Gegenteil führe die Beschwerdegegnerin in der Klage-

antwort (HG act. 11 S. 102 zu 134) aus, "Die Klägerin wird bei der Zugabe behaf-

tet, in der Zeit vom 1. August 2002 bis zum 30. April 2004 Versicherungsleistun-

gen in der Höhe von Fr. 19'686'392 erhalten zu haben. Diese Summe habe sie 

sich in jedem Fall auf ihren Schaden anrechnen zu lassen." Die Beschwerdegeg-

nerin führe an keiner einzigen Stelle aus, und schon gar nicht substantiiert, die 

Beschwerdeführerin habe höhere Versicherungsleistungen als die zugestandenen 

Fr. 19'686'392.-- erhalten. Somit fehle es in Bezug auf die Tatsache der Berück-

sichtigung an einer substantiierten Bestreitung durch die Beschwerdegegnerin. 

Das Handelsgericht hätte auf diese identische Sachdarstellung der Parteien ab-

stellen müssen. Über die Tatsache der Berücksichtigung der Versicherungsleis-

tungen habe kein Beweis abgenommen werden müssen. Dass die Versicherungs-

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leistungen nicht den gesamten Schaden gedeckt hätten, habe die Beschwerde-

führerin ausdrücklich behauptet (Klageschrift HG act. 1 S. 6 Rz 7, S. 7 Rz 11 und 

S. 57 Rz 131; Replik HG act. 26 S. 6 Rz 12, S. 9 f. Rz 26 f., S. 11 Rz 32, S. 11 f. 

Rz 34 f., S. 13 Rz 39, S. 22 f. Rz 63, S. 32 Rz 95, S. 33 Rz 95, S. 39 Rz 130, S. 

48 Rz 160, S. 49 Rz 162, S. 53 f. Rz 176 - 178, S. 67 Rz 242), und darüber hätte 

Beweis abgenommen werden müssen. Indem das Handelsgericht die pauschale 

Bestreitung durch die Beschwerdegegnerin zu Unrecht als substantiierte Bestrei-

tung entgegennehme, wende es § 113 ZPO ZH willkürlich an (KG act. 1 S. 7 - 10 

Rz 12 - 20).  

bb) Das Handelsgericht nimmt vom Vorbringen der Beschwerdeführerin, die dem 

effektiven Ergebnis gutgeschriebenen Versicherungsleistungen und Liquidations-

erlöse bzw. diesem belasteten liquidationsbedingten Abschreibungen seien in den 

Jahresabschlüssen der Beschwerdeführerin enthalten, ausdrücklich Kenntnis (KG 

act. 2 S. 21 Erw. 2.3.3), hält jedoch die entsprechenden Angaben der Beschwer-

deführerin in der Klageschrift samt der Tabelle (HG act. 1 S. 58 Rz 134) für unge-

nügend. Das Handelsgericht hält fest, in ihrer Tabelle in HG act. 1 S. 64 Rz 144 

verwende die Beschwerdeführerin für die Darlegung des "effektiven" Ergebnisses 

- in welchem wohl die Versicherungsleistungen berücksichtigt sein sollen - gerade 

mal eine Linie (KG act. 2 S. 22). Die angesprochene Tabelle enthält die detaillier-

te "Plan-Erfolgsrechnung" des Produktionsbereichs MC (Microcomponents) für 

die Jahre 2002 bis 2006. Dem sich daraus ergebenden geplanten Unterneh-

mungserfolg ("Unternehmungserfolg III") stellt die Beschwerdeführerin jeweils das 

"effektive Ergebnis" gegenüber und ermittelt damit den geltend gemachten ent-

gangenen Gewinn. Für das "effektive Ergebnis" verwendet die Beschwerdeführe-

rin eine Zeile, welche eben nur das Gesamtergebnis der fünf genannten Jahre 

ohne Angabe, wie sich diese Zahlen zusammensetzen, enthalten. Entsprechend 

werden auch die empfangenen Versicherungsleistungen nicht ausgewiesen. Dar-

auf spricht das Handelsgericht an, wenn es festhält, in diesen "effektiven Ergeb-

nissen" sollen wohl die Versicherungsleistungen berücksichtigt worden sein. In 

der Tabelle zum "ausserordentlichen Aufwand / Ertrag" des Brandfalls in ihrer 

Klagebegründung führt die Beschwerdeführerin lediglich die Total-Beträge 2002, 

2003 und per 31. Mai 2004 sowie per 31. Dezember 2004 auf, ohne detailliert an-

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zugeben, wie sich diese zusammensetzen. Sie hält lediglich fest, die dem effekti-

ven Ergebnis gutgeschriebenen Versicherungsleistungen und Liquidationserlöse 

seien in den geprüften Jahresabschlüssen der Beschwerdeführerin bzw. den die-

sen zugrunde liegenden Konten enthalten. Weiter nennt sie verschiedene Bilan-

zen, Erfolgrechnungen, Tabellen usw., welche sie der Klagebegründung beilegt 

(HG act. 4/59 - 67) als Beweisofferte (HG act. 1 S. 58 Rz 134). Erst in der Be-

schwerdeschrift vor Kassationsgericht hält die Beschwerdeführerin ausdrücklich 

fest, sie habe, was die erhaltenen Versicherungsleistungen betreffe, jeweils die 

Gesamtsumme pro Jahr in den für die Ermittlung des effektiven Ergebnisses er-

stellten Spartenrechnungen (Klagebeilagen HG act. 4/65 - 67) unter dem Titel 

"Übriger Erlös aus Brandfall" aufgeführt. Tatsächlich finden sich in der Erfolgs-

rechnung der Jahre 2002 und 2003 unter dem Titel "Ausserordentlicher Ertrag 

Brandfall" die auch in der Tabelle Rz 134 der Klageschrift genannten Beträge (HG 

act. 4/65) . Dieselben Beträge finden sich in den Tabellen "Spartenrechnung MC 

und HDI" für die Jahre 2002 und 2003 jeweils unter dem Titel "Übriger Erlös aus 

Brandfall" und zwar beide Male mit dem Vermerk "Versicherung" (HG act. 4/66 

und 67). Inwiefern das Handelsgericht eine aktenwidrige oder willkürliche Annah-

me getroffen haben soll, wenn es festhält, die Versicherungsleistungen sollen in 

den "effektiven Ergebnissen" wohl berücksichtigt worden sein, ist nicht ersichtlich. 

Nach Art. 8 ZGB hat derjenige das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu 

beweisen, der aus ihr Rechte ableitet. Die Festlegung des relevanten Beweisthe-

mas setzt voraus, dass die entsprechenden Tatsachenbehauptungen in den Pro-

zess eingeführt worden seien. Mit der Beweislast geht daher die Behauptungslast 

einher, welche auch eine Bestreitungslast mit einschliesst. Die Bestreitung hat so 

präzis zu sein, dass sie einer konkreten Behauptung zugeordnet werden kann 

und eine entsprechende Beweisauflage erlaubt. Die Bestreitungslast darf jedoch 

nicht zu einer Umkehr der Beweislast führen (Hans Schmid, in Basler Kommentar, 

Zivilgesetzbuch I, 3. Aufl., Basel 2006 N 29 f. zu Art. 8 ZGB). Die Behauptungslast 

und die Bestreitungslast ergeben sich also aus Bundesrecht. Dasselbe gilt für die 

Anforderungen an Behauptungen und Bestreitungen. Wenn die Beschwerdeführe-

rin unter Hinweis auf den Kommentar Frank/Sträuli/Messmer geltend macht, die 

Anforderungen an die Substanziierung einer Bestreitung seien Gegenstand des 

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kantonalen Rechts (KG act. 1 S. 9 Rz 18), gibt die Beschwerdeführerin den 

Kommentar unvollständig wieder. Die Kommentatoren halten an der zitierten Stel-

le fest, dies gelte, solange das kantonale Recht nicht in Widerspruch zu Art. 8 

ZGB gerate (Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozess-

ordnung, 3. Aufl., Zürich 1997, N 8 zu § 113 ZPO ZH). Massgeblich sowohl für 

das Mass der Behauptungslast wie der Bestreitungslast ist also letztlich das Bun-

desrecht. Ob das Handelsgericht zu Recht bemängelt, die Aufstellungen der Be-

schwerdeführerin reichten nicht und ob das Handelsgericht zu Recht auf die 

Bestreitungen der Beschwerdegegnerin eintritt, ist also eine Frage der Anwen-

dung von Bundesrecht. Dasselbe gilt für die Frage, ob die Beschwerdegegnerin in 

rechtsgenügender Weise behauptet habe, der von der Beschwerdeführerin erlit-

tene Schaden sei durch die Versicherungsleistungen gedeckt. Entsprechende 

Rügen können mit Beschwerde beim Bundesgericht vorgebracht werden (Art. 95 

lit. a BGG), weshalb diesbezüglich die kantonale Nichtigkeitsbeschwerde ausge-

schlossen ist (§ 285 Abs. 1 und 2 ZPO ZH). 

Bleibt das Vorbringen einer Partei unklar, unvollständig oder unbestimmt, ist ihr 

Gelegenheit zur Behebung des Mangels zu geben, insbesondere durch richterli-

che Befragung (§ 55 ZPO ZH). Die richterliche Fragepflicht ist eine im Interesse 

der Wahrheitsfindung notwendige Ergänzung der Verhandlungsmaxime, tritt aber 

nicht an deren Stelle. Der Grundsatz der Gleichbehandlung der Parteien sowie 

die Überlegung, dass angesichts des Grundsatzes der Verhandlungs- und Dispo-

sitionsmaxime den Parteien nicht die Verantwortung für rechtzeitiges Vorbringen 

der massgeblichen Behauptungen abgenommen werden soll, gebietet Zurückhal-

tung in der Ausübung der richterlichen Fragepflicht. (Frank/Sträuli/Messmer, N 2 f. 

zu § 55 ZPO ZH). Vorliegend stellte die Beschwerdeführerin ihren Standpunkt in 

einer 152 Seiten umfassenden Klagebegründung (HG act. 1) und einer 72 Seiten 

umfassenden Replik (HG act. 26) ausführlich dar. Es bestand für das Handelsge-

richt keine Veranlassung, die Beschwerdeführerin durch Substantiierungshinwei-

se zu einer Ergänzung ihrer Ausführungen anzuhalten. Die richterliche Frage-

pflicht beinhaltet auch nicht einen Anspruch der Parteien, vor Urteilsfällung auf all-

fällig prozessentscheidende Schwachstellen ihres Standpunkts bzw. ihrer Vor-

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bringen hingewiesen zu werden, um diese entsprechend ändern oder ergänzen 

zu können. 

c/aa) Zur Feststellung des Handelsgerichts, aus der Tabelle auf Seite 58 der Kla-

gebegründung lasse sich nicht ersehen, welches die genauen Versicherungsleis-

tungen wofür (Sachschaden, Ertragsausfall, Mehrkosten) gewesen seien, bringt 

die Beschwerdeführerin vor, die Beschwerdegegnerin habe die Details der von 

der Beschwerdeführerin erhaltenen Versicherungsleistungen gekannt und selbst 

in der Klageantwort aufgeführt. Sei eine Tatsache zwar nicht von der Partei, wel-

che Rechte aus ihr ableite, wohl aber von der Gegenpartei angeführt worden, so 

sei sie vom Gericht gleichwohl zu berücksichtigen. Das Handelsgericht habe die 

in den Rechtsschriften der Beschwerdegegnerin stehenden Ausführungen mit De-

tails zu den Versicherungsleistungen nicht in ihre Würdigung einbezogen, wes-

halb sein Urteil auf aktenwidrigen tatsächlichen Annahmen beruhe. Die Feststel-

lung des Handelsgerichts, eine für das Gericht nachvollziehbare Berechnung feh-

le in den Rechtsschriften (KG act. 2 S. 22), stehe damit auch mit der tatsächlichen 

Situation in krassem und offensichtlichem Widerspruch und sein willkürlich (KG 

act. 1 S. 10 - 13 Rz 21 - 29). 

Auf Seite 58 der Klageschrift (HG act. 1 Rz 134) findet sich folgende Tabelle: 

Ausserordentlicher Aufwand / Ertrag Brandfall 
 

 2002 2003 31.05.2004 31.12.2004 

A.o. Ertrag Brandfall 6'421’440 10'610’666 1'122’000 1'532’286

A.o. Aufwand Brandfall 5'665’695 8'054’489 1'803’584 0

 

Aus dieser Tabelle ergibt sich nicht, wie sich der "a.o. Ertrag Brandfall" zusam-

mensetzt, wie weit die angeführten Beträge Versicherungsleistungen umfassen 

und wie sich diese Versicherungsleistungen zusammensetzen. In dem Sinne trifft 

die gerügte Feststellung des Handelsgerichts zu, ist also weder aktenwidrig noch 

willkürlich.  

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Gemäss § 113 ZPO ZH haben die Parteien ihre Behauptungen bestimmt und voll-

ständig aufzustellen. Die Beschwerdeführerin verweist auf den Kommentar 

Frank/Sträuli/Messmer (N 14 zu § 113 ZPO ZH), wonach eine Tatsache, die zwar 

nicht von der Partei, welche Rechte aus ihr ableite, aber von der Gegenpartei an-

geführt worden sei, vom Gericht zu berücksichtigen sei. Dem ist zu folgen, soweit 

die Ausführungen der Gegenpartei einzelne Lücken in der Darstellung der be-

hauptungsbelasteten Partei zu schliessen vermögen oder diese Darstellung er-

gänzen. Daraus ist jedoch nicht zu schliessen, dass eine Partei von ihrer Behaup-

tungslast für Tatsachen, aus denen sie Rechte ableitet, allgemein befreit wird, 

wenn die Gegenpartei sich in ihren Rechtsschriften zum gleichen Thema äussert 

und Tatsachen vorbringt, welche allenfalls geeignet sein könnten, den Standpunkt 

der behauptungsbelasteten Partei zu begründen. Es ist nicht Sache des Richters, 

die Ausführungen der Gegenpartei auf eine solche Eignung zu prüfen. Im vorlie-

genden Fall ist die Darstellung des "a.o. Ertrags" und seiner Zusammensetzung in 

der fraglichen Tabelle zudem nicht bloss lückenhaft, sondern es fehlt an einer sol-

chen. Die in diesem Zusammenhang angebrachten Rügen sind somit unbegrün-

det. 

bb) Im gleichen Zusammenhang bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe den 

Sachschaden in einem separaten Kapitel C.b ("Zerstörung der Fabrik der Kläge-

rin") auf den Seiten 42 bis 44 der Klageschrift einlässlich dargestellt und unter an-

derem dort ausgeführt: "Der Umfang der Beschädigung ergibt sich aus der 

Schluss-Schadeninventarliste, welche im Zusammenhang mit der Erledigung der 

Versicherungsansprüche erstellt wurde …". Die "Schluss-Schadeninventarliste 

Einrichtungen und Zusammenzug 11.08.2003" sei als Beilage 44 der Klageschrift 

beigefügt worden. Indem das Handelsgericht diese Ausführungen zum Sach-

schaden nicht zur Kenntnis nehme, beruhe sein Urteil auf einer aktenwidrigen tat-

sächlichen Annahme und verletze das Handelsgericht den Anspruch der Be-

schwerdeführerin auf rechtliches Gehör (KG act. 1 S. 13 Rz 30 - 32). 

In der Beilage zur Klagebegründung findet sich eine vier Seiten umfassende Ta-

belle "Sachschaden E AG Brandfall 1.8.2002 / Einrichtungen und Zusammenzug" 

mit dem Vermerk "Stand 11.08.2003" (HG act. 4/44), welche die Beschwerdefüh-

-   13   - 

rerin auf den Seiten 42 und 43 ihrer Klagebegründung (HG act. 1 Rz 91 f.) zwei-

mal unter der Bezeichnung "Schluss-Schadeninventarliste Einrichtungen und Zu-

sammenzug 11.08.2003" als Beweisofferte nennt. Dass diese Schadeninventarlis-

te im Zusammenhang mit der Erledigung der Versicherungsansprüche erstellt 

worden sei, wie die Beschwerdeführerin in Rz 91 ihrer Klagebegründung ausführ-

te, heisst nicht zwingend, dass genau die in der Tabelle angeführten Beträge 

letztlich als Versicherungsleistungen für Sachschaden ausbezahlt wurden. Die 

Feststellung des Handelsgerichts, aus der Tabelle auf Seite 58 der Klagebegrün-

dung lasse sich nicht ersehen, welches die genauen Versicherungsleistungen wo-

für (Sachschaden, Ertragsausfall, Mehrkosten) gewesen seien, wird durch den 

Hinweis auf Beilage 44 zur Klagebegründung jedenfalls nicht erschüttert. Die Rü-

gen der aktenwidrigen tatsächlichen Annahme und der Gehörsverweigerung ge-

hen in diesem Zusammenhang fehl. 

cc) Die Beschwerdeführerin rügt, das Fehlen von Angaben zu den Versicherungs-

leistungen sei in den Substantiierungshinweisen (Verfügung des Handelsgerichts 

vom 2. November 2007, HG Prot. S. 11) nicht bemängelt worden. Auch in der Re-

ferentenaudienz (vom 24. Oktober 2007, HG Prot. S. 9 f.) sei dies mit keinem 

Wort ein Thema gewesen. Erst im Urteil die mangelnde Substantiierung der Ver-

sicherungsleistungen zu rügen, verstosse gegen das Gebot des Verhaltens nach 

Treu und Glauben im Prozess gemäss § 50 ZPO ZH. Wenn eine Partei vom Ge-

richt nach dem ersten Schriftenwechsel Substantiierungshinweise erhalte, müsse 

sie sich darauf verlassen können, dass das Gericht sämtliche erkennbaren Sub-

stantiierungslücken erkannt habe und aufzeige. Da die Beträge der Versiche-

rungsleistungen in der oben dargestellten Form in den Rechtsschriften beider Par-

teien behauptet worden seien, und insofern als das Handelsgericht diese Ausfüh-

rungen nicht verstanden habe bzw. die Auffassung vertreten habe, diese Anga-

ben seien zu wenig detailliert und weitere Angaben seien notwendig, hätte es dies 

der Beschwerdeführerin als Ausfluss der richterlichen Fragepflicht gemäss § 55 

ZPO ZH rechtzeitig mitteilen und entsprechend nachfragen müssen. Das Han-

delsgericht hätte konkrete Substantiierungshinweise machen und eine Vervoll-

ständigung verlangen müssen (KG act. 1 S. 13 - 15 Rz 33 - 35). 

-   14   - 

Mit Verfügung vom 2. November 2007 setzte der Instruktionsrichter des Handels-

gerichts der Beschwerdeführerin Frist zur Einreichung der Replik an. In der Be-

gründung dieser Verfügung hält der Instruktionsrichter unter Hinweis auf die rich-

terliche Fragepflicht fest, das Bundesgericht habe entschieden, dass einen Be-

triebsgewinn nur erzielen können, wer überhaupt Geschäfte betreibe, weshalb 

sich die Frage des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen der Brandursa-

che und dem eingeklagten Gewinn stelle. Es sei notorisch, dass die Beschwerde-

führerin selbst die Auflösung der Gesellschaft beschlossen habe und daher über 

sie nicht ein Konkurs zufolge des Brandes habe eröffnet werden müssen. Die Be-

schwerdeführerin habe darzulegen, inwiefern ein von der Beschwerdegegnerin zu 

vertretender adäquater Kausalzusammenhang zum geltend gemachten entgan-

genen Gewinn bestehe (KG Prot. S. 11). Der Substantiierungshinweis bezieht 

sich also auf einen einzelnen Teilaspekt des vorliegenden Rechtsstreits. Aus die-

sen Erwägungen ergibt sich nicht, und es wurde auch nicht ein entsprechender 

Anschein erweckt, das Handelsgericht bzw. dessen Instruktionsrichter habe sich 

abschliessend und umfassend zur Frage der rechtsgenügenden Substantiierung 

und Ausübung der Behauptungslast im Sinne von § 113 ZPO ZH durch die Be-

schwerdeführerin in deren 152 Seiten umfassenden Klagebegründung ausge-

sprochen. Ein Grundsatz, wonach das Gericht nur dann Substantiierungshinweise 

geben und nur dann die richterliche Fragepflicht gemäss § 55 ZPO ZH ausüben 

darf, wenn es zuvor sämtliche Vorbringen der betroffenen Partei auf jegliche 

Mängel in der Substantiierung überprüft habe, besteht nicht. Eine Partei kann 

nicht darauf vertrauen, dass ihre Ausführungen als in allen Teilen ausreichend er-

achtet werden, soweit sie nicht ausdrücklich im Rahmen von Substantiierungs-

hinweisen als ungenügend qualifiziert werden. Wie bereits vorne ausgeführt, dient 

die richterliche Fragepflicht angesichts des Grundsatzes der Verhandlungs- und 

Dispositionsmaxime nicht dazu, den Parteien die Verantwortung für rechtzeitiges 

Vorbringen der massgeblichen Behauptungen abzunehmen, was Zurückhaltung 

in der Ausübung der richterlichen Fragepflicht. gebietet. Angesichts des Umfangs 

der Klagebegründung und der Replik und angesichts des bei einer anwaltlich ver-

tretenen Partei vorauszusetzenden allgemeinen Wissens um das Bestehen der 

Behauptungslast im Sinne von § 113 ZPO ZH bzw. Art. 8 ZGB bestand für das 

-   15   - 

Handelsgericht keine Veranlassung, die Beschwerdeführerin durch Substantiie-

rungshinweise zu einer Ergänzung ihrer Ausführungen anzuhalten. Die richterli-

che Fragepflicht beinhaltet, wie ebenfalls bereits ausgeführt, keinen Anspruch der 

Parteien, vor Urteilsfällung auf allfällig prozessentscheidende Schwachstellen ih-

res Standpunkts bzw. ihrer Vorbringen hingewiesen zu werden, um diese ent-

sprechend ändern oder ergänzen zu können. Die Rügen des Handels wider Treu 

und Glaubens im Prozess und der Verletzung der richterlichen Fragepflicht sind 

somit unbegründet. 

3. a) Im gleichen Zusammenhang hält das Handelsgericht fest, die Beschwerde-

führerin bleibe die Antwort schuldig, weshalb die Versicherung den Ertragsausfall 

für die Zeit der Liquidation nicht vollumfänglich gedeckt habe, sei doch die Versi-

cherungssumme gemäss unbestritten gebliebener Behauptung der Beschwerde-

gegnerin nicht bis zur maximalen Höhe ausgeschöpft worden. Die Beschwerde-

führerin mache diesbezüglich geltend, dass der versicherungsvertragliche An-

spruch aus der Betriebsunterbruchversicherung mit Eintritt in das Liquidationssta-

dium erlöschen sei und somit ein Teil der gesamthaft vereinbarten Deckungs-

summe nicht habe in Anspruch genommen werden können. Dies betreffe jedoch 

den nach dem 30. April 2004 entstandenen Schaden. Der Schaden, welcher bis 

zum 30. April 2004 entstanden sei, müsste demnach gedeckt sein. Im Bericht des 

Sachverständigen AL finde sich denn auch die Bemerkung, dass die Mobiliar für 

die Beschwerdeführerin volle Deckung gewähre. Insgesamt sei somit nicht er-

sichtlich und nachvollziehbar, worin der bis zum 30. April 2004 entstandene und 

von der Versicherung noch nicht gedeckte Schaden der Beschwerdeführerin be-

stehe. Eine Schadensschätzung durch das Gericht sei unter diesen Umständen 

nicht möglich (KG act. 2 S. 22 untere Hälfte Erw. III/2.3.3). 

b/aa) Die Beschwerdeführerin bringt vor, das Handelsgericht habe sich bei den 

Versicherungsfragen möglicherweise von der Beschwerdegegnerin verunsichern 

lassen. Die Beschwerdeführerin nennt kurz einige aus ihrer Sicht unhaltbare 

Standpunkte der Beschwerdegegnerin, ohne jedoch aufzuzeigen, inwiefern das 

Handelsgericht diesen gefolgt sein soll. Für einen Teil der Vorbringen der Be-

schwerdegegnerin hält die Beschwerdeführerin sogar ausdrücklich fest, dies sei 

-   16   - 

vom Handelsgericht rundweg verworfen worden (KG act. 1 S. 15 f. Rz 36 - 38). 

Soweit weist die Beschwerdeführerin keine Nichtigkeitsgründe nach. 

bb) Die Beschwerdeführerin hält weiter fest, die angeblich fehlende Substantiie-

rung in Bezug auf die Versicherungsleistungen für den Zeitraum vom 1. August 

2002 bis 30. April 2004 hätte nicht dazu führen können, dass der gesamte Scha-

den nicht schätzbar sei. Erstens habe die Beschwerdeführerin Schadenersatz 

auch für den Zeitraum nach dem 30. April 2004 eingeklagt, und auf diesen Scha-

den hätten sich die Hinderungsgründe für die Schätzung des Schadens für den 

Zeitraum davor nicht auswirken können. Zweitens habe der gemäss Feststellung 

des Handelsgerichts unbestritten gebliebene Betrag, um den die ausbezahlten 

Versicherungsleistungen die maximale Deckungssumme gemäss Police Nr. 

56'717.004 der Mobiliar unterschritten, Fr. 1'978'000.--, betragen. Der von der Be-

schwerdeführerin eingeklagte Schaden für den Bereich Microcomponents betrage 

Fr. 11'600'714.--. Selbst wenn sich also bei der Schadensschätzung durch das 

Gericht (auf entsprechende, im konkreten Fall für diese Zeitperiode nicht erhobe-

ne Einwendung der Beschwerdegegnerin) herausstellen sollte, dass die Be-

schwerdeführerin Versicherungsansprüche "verschenkt" habe, hätte sich dies 

maximal für einen Teilbetrag des zu schätzenden Schadens auswirken können, 

womit aber nicht der gesamte Schaden nicht schätzbar werde. Indem das Han-

delsgericht in Bezug auf den gesamten Schaden zum Ergebnis komme, eine rich-

terliche Schätzung sei nicht möglich, nehme es implizit eine Beweiswürdigung 

vor, die offensichtlich unhaltbar und mit der tatsächlichen Situation in krassem 

und offensichtlichen Widerspruch  stehe und somit willkürlich sei (KG act. 1 S. 16 

f. Rz 39 - 43). 

Das Handelsgericht hält an der gerügten Stelle fest, insgesamt sei somit nicht er-

sichtlich und nachvollziehbar, worin der bis zum 30. April 2004 entstandene und 

von der Versicherung noch nicht gedeckte Schaden der Beschwerdeführerin be-

stehe, weshalb eine Schadensschätzung durch das Gericht unter diesen Umstän-

den nicht möglich sei. Es äusserst sich hier also nicht zum allfällig nach dem 30. 

April 2004 entstandenen Schaden und zur Möglichkeit, diesen einzuschätzen. 

Dies ist also nicht Gegenstand der gerügten Erwägung. Deshalb gehen die Aus-

-   17   - 

führungen, welche den nach dem 30. April 2004 entstandenen Schaden betreffen 

fehl.  

c/aa) Die Beschwerdeführerin hält fest, gemäss unbestrittener Behauptung beider 

Parteien würden die nicht ausgeschöpften Versicherungsleistungen Fr. 

1'978'000.-- betragen. Dies sei von der Beschwerdegegnerin in der Klageantwort 

(HG act. 11 S. 13 Rz 30) so behauptet worden und die Beschwerdeführerin habe 

dem nicht widersprochen (Replik, HG act. 26 S. 11 Rz 32). Somit habe bei allem 

Zweifel, den das Handelsgericht in Bezug auf die Geltendmachung bzw. Nicht-

ausschöpfung der Versicherungsleistungen durch die Beschwerdeführerin gehabt 

haben mochte, das Ausmass dieses Einwandes der Beschwerdegegnerin höchs-

tens Fr. 1'978'000.-- ausmachen können. Die Beschwerdeführerin habe als Scha-

den für den Bereich MC, um den es hier gehe, einen Gesamtschaden von Fr. 

11'6000'714.-- behauptet. Das Handelsgericht begebe sich in einen unlösbaren 

Widerspruch, wenn es mit der Begründung, im Bericht von AL stehe, dass die 

Mobiliar volle Deckung gewähre, zum Ergebnis komme, es sei nicht ersichtlich 

und nachvollziehbar, worin der bis zum 30. April 2004 entstandene und von der 

Versicherung nicht gedeckte Schaden der Beschwerdeführerin bestehe, und ge-

stützt darauf den gesamten Schaden für den Zeitraum vom 1. August 2002 bis 30. 

April 2004 als nicht schätzbar bezeichne (KG act. 2 S. 22 unten). Der Einwand, 

die Mobiliar habe volle Deckung gewährt, könne sich höchstens im Umfang von 

Fr. 1'978'000.-- auf die Schätzung des Schadens nach dem 30. April 2004 aus-

wirken. Somit stelle das Handelsgericht in Bezug auf den Ertragsausfall (im haft-

pflichtrechtlichen Sinn) auf eine tatsächlicher Annahme ab, die offensichtlich un-

haltbar, mit der tatsächlichen Situation in krassem und offensichtlichem Wider-

spruch stehe und somit willkürlich sei. Das Handelsgericht habe die in den Partei-

vorbringen enthaltenen und unwidersprochen gebliebenen Ausführungen mit Be-

zug auf die maximal mögliche Nichtausschöpfung der Versicherungsleistungen in 

seinen Erwägungen zwar erwähnt, aber unberücksichtigt gelassen. Somit beruhe 

das Urteil auf einer aktenwidrigen tatsächlichen Annahme (KG act. 1 S. 17 f. Rz 

44 - 47).  

-   18   - 

Die Beschwerdeführerin fährt fort, da das Handelsgericht in diesem Zusammen-

hang ausdrücklich festhalte, es sei "nicht ersichtlich und nachvollziehbar", worin 

der noch nicht gedeckte Schaden bestehe, wäre es verpflichtet gewesen, sich 

durch Ausübung der richterlichen Fragepflicht Klarheit zu verschaffen. Der Sub-

stantiierungshinweis in der Verfügung des Handelsgerichts vom 2. November 

2007 (KG Prot. S. 11) umfasse in Bezug auf die Frage, weshalb die Versicherung 

den Ertragsausfall für die Zeit bis zur Liquidation nicht gedeckt habe, keinerlei 

Hinweis. Es verstosse gegen den Grundsatz von Trau und Glauben, wenn das 

Handelsgericht einen Teil der von ihm nach dem ersten Schriftenwechsel erkann-

ten Substantiierungslücken verschweige und der Beschwerdeführerin erst im Ur-

teil vorhalte (KG act. 1 S. 18 f. Rz 48 - 51).  

Sodann bringt die Beschwerdeführerin vor, das Handelsgericht habe sämtliche 

Ausführungen der Beschwerdeführerin in der Klageschrift im Kapitel D.e. ("Detail-

angaben zu Microcomponents …"; HG act. 1 S. 65 - 133) offensichtlich nicht zur 

Kenntnis genommen. Darin werde im Wesentlichen das ganze Geschäft der Be-

schwerdeführerin im Bereich Microcomponents für die Zeitperiode vom 1. August 

2002 bis 30. April 2004 anhand der bearbeiteten Projekte beschrieben und mit 

Beweisofferten unterlegt. Für jedes Projekt werde in der Rechtsschrift nach Kun-

den bzw. Interessenten geordnet systematisch aufgezeigt, um was für ein Produkt 

es sich gehandelt habe, wie die Marktsituation eingeschätzt worden sei, was die 

Umsatzerwartungen und kalkulierten Deckungsbeiträge gewesen seien. Es wür-

den Angaben zum Kunden gemacht sowie Details der Offerten und Bestellungen 

sowie allfällig weiterer Korrespondenz wiedergegeben. An zahlreichen Stellen 

würden detaillierte Ausführungen dazu gemacht, wann, wie und warum ein Ge-

schäft wegen brandbedingten Schwierigkeiten in der Bemusterung oder Beliefe-

rung in dieser Bearbeitungsphase zum Erliegen gekommen sei, überhaupt nicht 

zustande gekommen sei, abgebrochen worden sei, etc. Der Umsatz (Tabelle in 

der Klageschrift HG act. 1 S. 61), der aus dieser Geschäftstätigkeit resultiere, bil-

de die Basis für die Schadensberechnungen der Beschwerdeführerin. Die Ge-

samtheit der in der Klageschrift geschilderten Geschäftsvorgänge hätte es dem 

Handelsgericht erlaubt, den Schaden zu schätzen und zu erkennen, worin der von 

der Versicherung nicht gedeckte Schaden bestanden habe. Indem das Handels-

-   19   - 

gericht diese Ausführungen zum Geschäftsverlauf in der Zeitperiode vom 1. Au-

gust 2002 bis 30. April 2004 nicht zur Kenntnis genommen und nicht in die Würdi-

gung des Sachverhalts einbezogen habe, beruhe das angefochtene Urteil auf ei-

ner aktenwidrigen tatsächlichen Annahme und verletze das Handelsgericht den 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör (KG act. 1 S. 19 f. Rz 52 

- 54). 

bb) Das Handelsgericht nimmt in der gerügten Erwägung davon Vormerk, dass 

die Versicherungssumme gemäss unbestritten gebliebener Behauptung der Be-

schwerdegegnerin nicht bis zur maximalen Höhe ausgeschöpft worden sei, und 

hält fest, die Beschwerdeführerin mache diesbezüglich geltend, dass der versi-

cherungsvertragliche Anspruch aus der Betriebsunterbruchversicherung mit Ein-

tritt in das Liquidationsstadium erloschen sei und somit ein teil der gesamthaft 

vereinbarten Deckungssumme nicht in Anspruch habe genommen werden kön-

nen. Dies betreffe jedoch den nach dem 30. April 2004 entstandenen Schaden. 

Der Schaden, welcher bis zum 30. April 2004 entstanden sei, müsste demnach 

gedeckt sein. Im Bericht des Sachverständigen AL finde sich denn auch die Be-

merkung, dass die Mobiliar der Beschwerdeführerin volle Deckung gewähre. Ins-

gesamt sei somit nicht ersichtlich und nachvollziehbar, worin der bis zum 30. April 

2004 entstandene und von der Versicherung noch nicht gedeckte Schaden der 

Klägerin bestehe (KG act. 2 S. 22 unten). Die Erwägung bezieht sich also auf den 

Schaden, der bis zum 30. April 2004 entstanden ist. Mit dem später entstandenen 

Schaden befasst sich das Handelsgericht auf den Seiten 23 ff. des angefochtenen 

Urteils. Es ist deshalb nicht klar, was die Beschwerdeführerin mit dem Vorbringen, 

der Einwand, die Mobiliar habe volle Deckung gewährt, könne sich höchstens im 

Umfang von Fr. 1'978'000.-- auf die Schätzung des Schadens nach dem 30. April 

2004 auswirken, bezweckt. 

Was die Rügen der Nichtausübung der richterlichen Fragepflicht und des Ver-

stosses gegen Treu und Glauben, weil das Handelsgericht in seiner Verfügung 

vom 2. November 2007 (Fristansetzung zur Replik) nur einzelne, aber nicht sämt-

liche Substantiierungsmängel der Klagebegründung aufführte, angeht, ist auf 

obenstehende Erwägung II/2/c/cc betreffend die Rüge der mangelnden Substanti-

-   20   - 

ierungshinweise im Zusammenhang mit der ungenügenden Darlegung der emp-

fangenen Versicherungsleistungen zu verweisen. Aus den gleichen Gründen ge-

hen die entsprechenden Rügen auch hier fehl. 

Der Hinweis auf die Ausführungen in der Klageschrift zum Geschäft im Bereich 

Microcomponents, auf welche das Handelsgericht nicht eingegangen sei, hilft der 

Beschwerdeführerin nicht. Das Handelsgericht begründet seine Ansicht, eine 

Schadensschätzung durch das Gericht sei nicht möglich, in der gerügten Erwä-

gung nicht mit mangelhaften Ausführungen zum Geschäft im Bereich Microcom-

ponents, sondern mit solchen, aus welchen Gründen und in welchem Umfang der 

bis zum 30. April 2004 entstandene Schaden nicht von der Versicherung gedeckt 

sei. Die Rügen der Aktenwidrigkeit und der Gehörsverweigerung gehen in diesem 

Zusammenhang somit fehl. 

4. a) Die gleiche Erwägung des Handelsgerichts betreffend rügt die Beschwerde-

führerin, das Handelsgericht vermische und verwechsle die beiden Begriffe "Er-

tragsausfall" im Sinn des entsprechenden Versicherungsvertrags mit der Mobiliar 

und "Schaden" im haftpflichtrechtlichen Sinn. Es sei vorerst unklar, was das Han-

delsgericht auf Seite 22 Zeile 15 seines Urteils mit dem Begriff "Ertragsausfall" 

meine. Soweit es den Begriff vorher verwende (S. 10, 12, 15 und 17), verwende 

es ihn eindeutig im Sinn von versicherungsvertraglichem Ertragsausfall. Auf Seite 

22 Zeile 15 meine es aber offensichtlich Ertragsausfall im Sinne von entgange-

nem Gewinn im haftpflichtrechtlichen Sinn, was sich unter anderem auch daraus 

ersehen lasse, dass das Handelsgericht auf Zeile 24 im selben Zusammenhang 

fortfahre mit "Der Schaden … müsste gedeckt sein …". Gleich darauf aber, und 

unter Bezugnahme auf den soeben verwendeten Begriff "Schaden" führe das 

Handelsgericht aus, im Bericht des Sachverständigen AL fände sich denn auch 

die Bemerkung, dass die Mobiliar der Beschwerdeführerin volle Deckung gewäh-

re, und fahre fort, insgesamt sei nicht ersichtlich und nachvollziehbar, worin der 

bis zum 30. April 2004 entstandene und von der Versicherung noch nicht gedeck-

te Schaden bestehe. Hier werde durch das Handelsgericht direkt die Versiche-

rungsdeckung mit dem Schaden gleichgesetzt. Im Kontext dieses offensichtlichen 

Verständnisfehlers nehme das Handelsgericht unzulässigerweise eine antizipierte 

-   21   - 

Beweiswürdigung vor, indem es ohne Beweisverfahren, informell oder "in pectore" 

ein Teilurteil fälle: "Der Schaden, welcher bis zum 30. April 2004 entstanden war, 

müsste demnach gedeckt sein." Dies sei willkürlich (KG act. 1 S. 20 f. Rz 55 - 58). 

Die Beschwerdeführerin rügt weiter, das Handelsgericht zitiere sie mit Ausführun-

gen, die sie nicht gemacht habe. Es treffe nicht zu, dass die Beschwerdeführerin 

in Bezug auf die Frage, weshalb der Ertragsausfall (im haftpflichtrechtlichen Sinn) 

für die Zeit bis zur Liquidation durch die Versicherung nicht voll gedeckt worden 

sei, geltend gemacht habe soll, dass der versicherungsvertragliche Anspruch aus 

der Betriebsunterbruchversicherung mit Eintritt in das Liquidationsstadium erlo-

schen sei und somit ein Teil der gesamthaft vereinbarten Deckungssumme nicht 

in Anspruch habe genommen werden können. Diesen nicht gemachten Ausfüh-

rungen habe das Handelsgericht entgegnet, dies betreffe jedoch den nach dem 

30. April 2004 entstandenen Schaden, und der Schaden, welcher bis zum 30. Ap-

ril 2004 entstanden sei, müsste demnach gedeckt sein. In Randziffer 32 der Rep-

lik, so die Beschwerdeführerin, habe sie jedoch etwas anderes ausgeführt, näm-

lich dass die Entschädigungsvereinbarung mit der Mobiliar-Versicherung der Be-

schwerdeführerin das Maximum dessen verschafft habe, was unter den gegebe-

nen Umständen versicherungsrechtlich habe verlangt werden können. Aus der 

Entschädigungsvereinbarung und den ihr zugrunde gelegten Annahmen lasse 

sich jedoch für die Frage, was aufgrund des haftpflichtrechtlichen Schadensbeg-

riffs geschuldet sei, nichts ableiten. Aus der Tatsache, dass der versicherungsver-

tragliche Anspruch aus der Betriebsunterbruchversicherung mit Eintritt in das Li-

quidationsstadium erloschen sei und somit ein Teil der gesamthaft vereinbarten 

Deckungssumme nicht in Anspruch habe genommen werden können, lasse sich 

jedoch nicht ableiten, dass unter dem haftpflichtrechtlichen Schadensbegriff kein 

Ersatzanspruch bestehe (HG act. 26 S. 11). Festzuhalten sei, so die Beschwerde-

führerin, dass die von ihr nicht gemachten Äusserungen das Einzige sei, was das 

Handelsgericht der Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang entgegenhal-

te. Das Urteil des Handelsgerichts stelle somit auf eine einzige Sachverhaltsan-

nahme ab, nämlich die angeblichen Ausführungen der Beschwerdeführerin, die 

offensichtlich unhaltbar und mit der tatsächlichen Situation in krassem und offen-

sichtlichem Widerspruch stehe. Das Urteil beruhe somit auf einer willkürlichen tat-

-   22   - 

sächlichen Annahme. Zudem verletze das Handelsgericht den Anspruch der Be-

schwerdeführerin auf rechtliches Gehör, indem es die wirklich gemachten Ausfüh-

rungen der Beschwerdeführerin in Rz 32 der Replik nicht in seine Würdigung ein-

beziehe (KG act. 1 S. 21 - 23 Rz 59 - 63).  

Die Beschwerdeführerin hält der Feststellung des Handelsgerichts, es sei insge-

samt nicht ersichtlich und nachvollziehbar, worin der bis zum 30. April 2004 ent-

standene Schaden bestehe, entgegen, sie habe in der Klageschrift in einem sepa-

raten Kapitel ("D.d. Schaden Microcomponents", HG act. 1 S. 59 - 64 Rz 135 - 

144) den Schaden (entgangenen Gewinn) einlässlich dargestellt, als Differenz 

zwischen dem (unbestritten gebliebenen) effektiven Ergebnis und dem auf Basis 

des Businessplans berechneten Planergebnis. Dazu fände sich in der Klageschrift 

unter anderem die Schadensberechnung (Tabelle Rz 144), in welche die mass-

geblichen Zahlen des Businessplans eingeflossen seien, und zur Untermauerung 

des Businessplans seien auf den Seiten 64 bis 133 eine grosse Anzahl von in 

Bearbeitung befindlichen Projekten dargestellt und mit Beweisofferten versehen 

worden. Indem das Handelsgericht diese Ausführungen der Beschwerdeführerin 

zur Schadensberechnung nicht zur Kenntnis genommen und nicht in ihre Würdi-

gung des Sachverhalts einbezogen habe, beruhe sein Urteil auf einer aktenwidri-

gen tatsächlichen Annahme und verletze den Anspruch der Beschwerdeführerin 

auf rechtliches Gehör. Im weiteren habe das Handelsgericht offensichtlich die 

Darstellung des Schadens durch die Beschwerdeführerin nicht verstanden und sei 

unsicher gewesen, was es durch die Verwendung der Ausdrücke "bleibt die Ant-

wort schuldig", "müsste gedeckt sein", "nicht ersichtlich und nicht nachvollziehbar" 

offen zum Ausdruck bringe. In dieser Situation wäre das Handelsgericht verpflich-

tet gewesen, sich durch Fragen Klarheit zu verschaffen. Das Handelsgericht sei 

demnach seiner richterlichen Fragepflicht gemäss § 55 ZPO ZH nicht nachge-

kommen (KG act. 1 S. 23 f. Rz 64 - 66). 

b) "Ertragsausfall" im Sinn des Versicherungsvertrags mit der Mobiliar und "Scha-

den" im haftpflichtrechtlichen Sinn sind Rechtsbegriffe. Die Rüge, das Handelsge-

richt vermische und verwechsle Rechtsbegriffe, betrifft somit die Rechtsanwen-

dung, im vorliegenden Fall die Anwendung von Bundesrecht. Die Verletzung von 

-   23   - 

Bundesrecht kann mit Beschwerde in Zivilsachen beim Bundesgericht gerügt 

werden (Art. 95 lit. a BGG), womit diesbezüglich die kantonale Nichtigkeitsbe-

schwerde ausgeschlossen ist (§ 285 ZPO ZH). Auf die entsprechende Rüge ist 

nicht einzutreten. 

Das von der Beschwerdeführerin in der Replik vorgebrachte Argument, aus der 

Entschädigungsvereinbarung zwischen ihr und der Mobiliar und den ihr zugrunde 

gelegten Annahmen lasse sich für die Frage, was aufgrund des haftpflichtrechtli-

chen Schadensbegriffs geschuldet sei, nichts ableiten, und aus der Tatsache, 

dass der versicherungsvertragliche Anspruch aus der Betriebsunterbruchversi-

cherung mit Eintritt in das Liquidationsstadium erloschen sei und somit ein Teil 

der gesamthaft vereinbarten Deckungssumme nicht in Anspruch habe genommen 

werden können, lasse sich nicht ableiten, dass unter dem haftpflichtrechtlichen 

Schadensbegriff kein Ersatzanspruch bestehe (HG act. 26 S. 11 Rz 32), betrifft 

die Rechtsanwendung. Ebenfalls Rechtsfrage und demnach nicht im kantonalen 

Kassationsverfahren zu prüfen ist, ob mit dem Eintritt in das Liquidationsstadium 

auch allfällige Versicherungsansprüche für die Zeit davor dahin gefallen seien. 

Das Handelsgericht gibt, wenn auch verkürzt, das genannte Vorbringen der Be-

schwerdeführerin richtig wieder, indem es festhält, die Beschwerdeführerin mache 

geltend, dass der versicherungsvertragliche Anspruch aus der Betriebsunter-

bruchversicherung mit Eintritt in das Liquidationsstadium erloschen sei und somit 

ein Teil der gesamthaft vereinbarten Deckungssumme nicht habe in Anspruch 

genommen werden können. Es hält jedoch dazu fest, dies betreffe (lediglich) den 

nach dem 30. April 2004 entstandenen Schaden (KG act. 2 S. 22). Es hält somit 

dafür, dass die Versicherungsansprüche für den vor Eintritt des Liquidationsstadi-

ums entstandenen Schaden durch den Eintritt eben dieses Stadiums nicht berührt 

werden. Dies betrifft eben eine Rechtsfrage. Das Handelsgericht gibt weder tat-

sächliche Ausführungen der Beschwerdeführerin unrichtig wieder noch trifft es ei-

ne tatsächliche Feststellung, welche allenfalls willkürlich sein könnte.  

Wie schon oben in Erwägung II/3/c/bb ausgeführt, hilft der Hinweis der Be-

schwerdeführerin auf ihre Ausführungen in der Klageschrift zum Geschäft im Be-

reich Microcomponents, auf welche das Handelsgericht nicht eingegangen sei, 

-   24   - 

nicht, da das Handelsgericht seine Ansicht, eine Schadensschätzung durch das 

Gericht sei nicht möglich, in der gerügten Erwägung nicht mit mangelhaften Aus-

führungen zum Geschäft im Bereich Microcomponents, sondern mit solchen, aus 

welchen Gründen und in welchem Umfang der bis zum 30. April 2004 entstande-

ne Schaden nicht von der Versicherung gedeckt sei, begründet.  

Angesichts der umfangreichen Klagebegründung und Replik, welche gesamthaft 

gesehen nicht den Eindruck machen, unklar, unvollständig oder unbestimmt zu 

sein, bestand für das Handelsgericht keine Veranlassung, die Beschwerdeführerin 

durch Substantiierungshinweise zu einer Ergänzung ihrer Ausführungen anzuhal-

ten. Die richterliche Fragepflicht beinhaltet auch nicht einen Anspruch der Partei-

en, vor Urteilsfällung auf allfällig prozessentscheidende Schwachstellen ihres 

Standpunkts bzw. ihrer Vorbringen hingewiesen zu werden, um diese entspre-

chend ändern oder ergänzen zu können.  

Die in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen erweisen sich als unbegründet, 

soweit auf sie eingetreten werden kann. 

5. a) Die Beschwerdeführerin rügt, die Auffassung des Handelsgerichts, es fehle 

an einer nachvollziehbaren Schadensberechnung in den Rechtsschriften, sei of-

fensichtlich unzutreffend, was schon daraus erhelle, dass die Beschwerdeführerin 

der Darstellung und Berechnung des Schadens ein ganzes Kapitel D "Schadens-

berechnung" in der Klageschrift (HG act. 1 S. 55 - 64) und der Darstellung des ef-

fektiven Ergebnisses ein separates Unterkapitel D.d.2 "Effektive Ergebnis" (S. 60 

- 64) gewidmet habe. Sie mache als Schaden für den Bereich MC die Differenz 

zwischen dem effektiven Ergebnis gemäss geprüften Jahresabschlüssen und 

dem Ergebnis gemäss Businessplan geltend (Klageschrift KG act. 1 S. 56 Rz 

125). Dazu beanspruche sie, nur soweit es um zukünftigen und damit zwingend 

bloss schätzbaren Schaden (entgangenen Gewinn) handle, die Beweiserleichte-

rung von Art. 42 Abs. 2 OR (Klageschrift S. 55 Rz 124). Für die Berechnung des 

effektiven Ergebnisses stelle sie dagegen auf die von der Revisionsstelle geprüf-

ten Erfolgsrechnungen ab (Klageschrift S. 57 Rz 130). Entgegen den Erwägungen 

des Handelsgerichts verlange die Beschwerdeführerin vom Gericht in Bezug auf 

das effektive Ergebnis keine Schätzung, sondern offeriere den vollen Beweis. Es 

-   25   - 

komme hinzu, dass die Beschwerdegegnerin weder die Berechnungen noch die 

Grundlagen für die Berechnung des effektiven Ergebnisses substantiiert bestritten 

habe. Somit habe das Handelsgericht davon ausgehen können, dass für die 

Schadensschätzung das von der Beschwerdeführerin über fast fünf Seiten darge-

stellte effektive Ergebnis richtig sei. In Verkennung dieser Aktenlage halte das 

Handelsgericht der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit dem effektiven 

Ergebnis trotzdem vor, es sei nicht Aufgabe des Gerichts anhand von eingereich-

ten Buchhaltungunterlagen eine Schadensberechnung vorzunehmen (KG act. 2 

S. 22 oben), denn die Schadensberechnung für den Bereich Microcomponents 

(MC) sei auf Seite 64 der Klageschrift in Tabellenform deutlich und detailliert be-

hauptet worden. Die Beschwerdeführerin fährt fort, zwar halte das Handelsgericht 

zutreffend fest, dass bei der Schadensberechnung "im Vordergrund Umsatz- und 

Gewinnvergleiche für die Zeit vor und nach dem schädigenden Ereignis" stünden 

(KG act. 2 S. 20 unten). Die unbestritten gebliebenen Ausführungen der Be-

schwerdeführerin zum Umsatz nehme das Handelsgericht jedoch nicht zur 

Kenntnis. Indem das Handelsgericht die Ausführungen der Beschwerdeführerin 

zum Umsatz nicht zur Kenntnis nehme und nicht in seine Würdigung des Sach-

verhalts einbeziehe, beruhe sein Urteil auf einer aktenwidrigen tatsächlichen An-

nahme und verletze es den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Ge-

hör (KG act. 1 S. 24 - 26, Rz 67 -74). 

Sodann begründet die Beschwerdeführerin die Darstellung der Berechnung des 

Gewinns bzw. Verlustes, also des effektiven Ergebnisses, in ihren Rechtsschriften 

und Beilagen. Die Darstellung im Text der Rechtsschriften sei aus Platzgründen 

und zur Vermeidung von Weitschweifigkeit zu Lasten der Übersichtlichkeit nur 

summarisch möglich. Eine tabellarische Darstellung sei bei Berechnungen viel 

übersichtlicher. Es habe im konkreten Fall für die Berechnung des von der Be-

schwerdeführerin geltend gemachten entgangenen Gewinns bloss einer Sparte 

(MC) unter Weglassung der anderen Sparte (HDI, High Densitiy Interconnects) 

basierend auf der Gesamtbuchhaltung zuerst eine Spartenrechnung erstellt wer-

den müssen. Diese basiere auf den existierenden Betriebsabrechnungsbogen 

(BAB). Auf Grund des grossen Umfangs der verwendeten Dateien eigneten sich 

diese nicht zum Ausdruck im A4-Format. Die Spartenrechnungen seien als Beila-

-   26   - 

gen 65 - 67 zur Klageschrift eingereicht worden. Durch die entsprechenden Erläu-

terungen habe die Beschwerdeführerin die in den Beilagen enthaltene Schadens-

berechnung in die Rechtsschrift integriert, und zwar nicht mit einer floskelhaften 

allgemeinen Erklärung, sondern einer detaillierten und nachvollziehbaren Begrün-

dung, welche das Handelsgericht in seiner Verfügung vom 2. November 2007 

noch nicht als Substantiierungsmangel beanstandet habe. Dies erst im Urteil zu 

rügen, verstosse gegen das Gebot des Verhaltens nach Treu und Glauben. In-

dem das Handelsgericht die von der Beschwerdeführerin gegebenen triftigen Be-

gründungen, weshalb die Details der Schadensberechnung, soweit sie das effek-

tive Ergebnis betrafen, nicht im Text der Rechtsschrift selber sondern in Beilagen 

dargestellt worden seien, nicht zur Kenntnis genommen habe und sich nicht damit 

auseinandersetze, verletze es den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtli-

ches Gehör und beruhe das angefochtene Urteil auf einer aktenwidrigen tatsäch-

lichen Annahme. Wenn dem Handelsgericht diese Erläuterungen nicht verständ-

lich gewesen seien, hätte es seine richterliche Fragepflicht ausüben müssen, was 

unterblieben sei. Statt auf die Begründung der Beschwerdeführerin einzugehen, 

führe das Handelsgericht einzig aus, es sei nicht Aufgabe des Gerichts anhand 

von eingereichten Buchhaltungsunterlagen eine Schadensberechnung vorzuneh-

men, und gemäss der massgeblichen zürcherischen Praxis genüge ein Hinweis 

auf die Beilagen nicht. Solche Urteils-Textbausteine hier zu verwenden, sei auf-

grund der explizit abgegebenen Begründung durch die Beschwerdeführerin unan-

gebracht. Die Beschwerdeführerin habe den hier angesprochenen Sachverhalt, 

die Schadensberechnung, bestimmt und vollständig im Sinne von § 113 ZPO ZH 

dargestellt. Das Handelsgericht wende § 113 ZPO ZH willkürlich eng an, stelle an 

die Rechtsschriften überspannte Anforderungen (überspitzer Formalismus) und 

verletze den Anspruch der Beschwerdeführerin auf gleiche und gerechte Behand-

lung gemäss Art. 29 Abs. 2 BV. Im Ergebnis beruhe die Würdigung des Handels-

gerichts auf einer aktenwidrigen tatsächlichen Annahme und verletze den An-

spruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör (KG act. 1 S. 26 - 30 Rz 75 

- 84). 

b) An der gerügten Stelle hält das Handelsgericht fest, es sei nicht Aufgabe des 

Gerichts anhand von eingereichten Buchhaltungsunterlagen eine Schadensbe-

-   27   - 

rechnung vorzunehmen; dies habe die Beschwerdeführerin selbst zu tun, und 

zwar in den Rechtsschriften. Die Beschwerdeführerin führe an wiederholter Stelle 

aus, dass bei der von ihr vorgenommenen Schadensberechnung die Versiche-

rungsleistungen bereits vollumfänglich berücksichtigt seien. Eine für das Gericht 

nachvollziehbare Berechnung fehle jedoch in den Rechtsschriften. In ihrer Tabelle 

in HG act. 1 S. 64 Rz 144 verwende die Beschwerdeführerin für die Darlegung 

des "effektiven" Ergebnisses - in welchem wohl die Versicherungsleistungen be-

rücksichtigt sein sollen - gerade mal eine Linie. Eine detaillierte Aufstellung wäre 

aber unabdingbar, wolle man den Gericht eine möglichst genaue Schadensschät-

zung aufgrund von Art. 42 Abs. 2 OR ermöglichen. Eine solche Aufstellung der 

Versicherungsleistungen wäre für die Beschwerdeführerin ohne weiteres zumut-

bar gewesen (KG act. 2 S. 21 oben Erw. III/2.3.3). 

Diese Ausführungen betreffen also in erster Linie die Versicherungsleistungen, zu 

denen die Beschwerdeführerin keine Aufstellung vorlegte. Die mit "Schadensbe-

rechnung MC" überschriebene Tabelle in Randziffer 144 der Klageschrift (HG act. 

1 S. 64), auf welche sowohl die Beschwerdeführerin wie das Handelsgericht Be-

zug nehmen, enthält eine detaillierte "Plan-Erfolgsrechnung MC" für die fünf Jahre 

2002 bis 2006, welche ihren Abschluss auf der fünfuntersten Zeile ("Unterneh-

menserfolg III" findet. Auf der vieruntersten Zeile ist das "effektive Ergebnis" für 

jedes der fünf Jahre eingetragen. Daraus ergibt sich auf der drittuntersten Zeile 

der "entgangene Gewinn MC". Wie sich das eingetragene "effektive Ergebnis" zu-

sammensetzt, kann dieser Tabelle nicht entnommen werden. Die Feststellung des 

Handelsgerichts, in ihrer Tabelle verwende die Beschwerdeführerin für die Darle-

gung des "effektiven" Ergebnisses gerade mal eine Linie, ist zutreffend.  

In der Klageschrift findet sich ein Kapitel "D. Schadensberechnung" (HG act. 1 S. 

55 - 136 Rz 124 - 345) mit je einem Unterkapitel "D.c. Versicherungsleistungen" 

(S. 58 Rz 134), "D.d. Schaden Microcomponents" (S. 59 - 64 Rz 135 - 144) und 

"D.e. Detailangaben zu Microcomponents (Precision Parts und Microparts)" (S. 65 

- 136 Rz 145 - 345).  

In Randziffer 134 (S. 58) unter dem Titel "Ausserordentlicher Aufwand/Ertrag 

Brandfall" findet sich eine Tabelle, in welcher der "A.o. Ertrag Brandfall" und der 

-   28   - 

"A.o. Aufwand Brandfall" für die Jahre 2002 bis 2004 eingetragen sind. Gemäss 

den Ausführungen zu dieser Tabelle, seien die dem effektiven Ergebnis gutge-

schriebenen Versicherungsleistungen und Liquidationserlöse bzw. die diesem be-

lasteten liquidationsbedingten Abschreibungen in den geprüften Jahresabschlüs-

sen der Beschwerdeführerin bzw. in den diesen zugrunde liegenden Konten ent-

halten. Zusammengefasst seien die in der genannten Tabelle angeführten aus-

serordentlichen Erträge bzw. Aufwände verbucht. Als Beweisofferte nennt die Be-

schwerdeführerin die Bilanzen und Erfolgsrechnungen 2000 bis 2003, die Liquida-

tions-Zwischenbilanzen per 31. Mai 2004 und per 31. Dezember 2004, eine "Li-

nien-Nummerierung Erfolgsrechnung per 31.12.2003" und zwei Tabellen "Spar-

tenrechnung MC und HDI" für die Jahre 2002 und 2003 (Klagebeilagen 59 - 67; 

HG act. 4/59 - 67). Wie sich der "A.o. Ertrag Brandfall" zusammensetzt, insbe-

sondere wie viel davon auf Versicherungsleistungen fallen, kann der Tabelle in 

Randziffer 134 der Klageschrift nicht entnommen werden. Auch aus den als Be-

weisofferten genannten Klagebeilagen 59 - 67 lässt sich dies nicht entnehmen.  

Die Ausführungen im Unterkapitel "D.d. Schaden Microcomponents" (S. 59 - 64 

Rz 135 - 144) enthalten keine konkreten und umfassenden Angaben, weder in 

Textform noch tabellarisch, wie sich das "effektive Ergebnis" gemäss der dieses 

Unterkapitel abschliessenden Tabelle in Rz 144 (S. 64) zusammensetzt. In Rand-

ziffer 138 findet sich eine Tabelle zu den effektiven Umsätzen 2000 bis 2004 (S. 

61). Wie die dort angeführten Zahlen in das "effektive Ergebnis" gemäss der Ta-

belle in Rz 144 eingeflossen sind, führt die Beschwerdeführerin nicht aus. Sie 

zeigt damit auch nicht auf, inwiefern das Handelsgericht die Ausführungen der 

Beschwerdeführerin zum Umsatz in die Würdigung des Sachverhalts hätte einbe-

ziehen sollen. Die diesbezüglichen Rügen der aktenwidrigen tatsächlichen An-

nahme und der Verweigerung des rechtlichen Gehörs sind unbegründet. 

Dass sich die Zusammensetzung des "effektiven Ergebnisses" gemäss der Tabel-

le in Rz 144 aus den Ausführungen im nachfolgenden rund 70 Seiten umfassen-

den Unterkapitel "D.e. Detailangaben zu Microcomponents (Precision Parts und 

Microparts)" (S. 65 - 136 Rz 145 - 345) ergeben soll, ist weder ersichtlich noch 

wird dies von der Beschwerdeführerin aufgezeigt. 

-   29   - 

Nachdem die Beschwerdeführerin es unterlassen hat, im einschlägigen Unterka-

pitel D.d. der Klageschrift klar und nachvollziehbar darzustellen, wie sich das "ef-

fektive Ergebnis", welches sie ihrer "Plan-Erfolgsrechnung MC" in der Tabelle in 

Rz 144 gegenüberstellt, zusammensetzt, und sie auch weder im genannten Un-

terkapitel der Klageschrift noch in der Nichtigkeitsbeschwerde aufzeigt, aus wel-

cher Klagebeilage sich dies ergeben soll, kann nicht geprüft und muss offen ge-

lassen werden, inwieweit das Handelsgericht auf Angaben in Klagebeilagen, wel-

che aus technischen oder darstellerischen Gründen nicht direkt in die Klageschrift 

aufgenommen werden konnten, hätte abstellen sollen. Die Beschwerdeführerin 

weist somit nicht nach, dass das Handelsgericht zu hohe Anforderungen im Sinn 

eines überspitzten Formalismus an die Behauptungslast gemäss § 113 ZPO ZH 

stellt.  

Da sich die Beschwerdeführerin in der Klageschrift zur Schadensberechnung im-

merhin über rund 80 Seiten mit vielen Details äusserte, hatte das Handelsgericht 

nicht von Unklarheit, Unvollständigkeit und Unbestimmtheit der Vorbringen aus-

zugehen und es bestand keine Veranlassung, die Beschwerdeführerin durch 

Ausübung der richterlichen Fragepflicht gemäss § 55 ZPO ZH bzw. durch Sub-

stantiierungshinweise zur Ergänzung ihrer ohnehin bereits umfangreichen Vor-

bringen zu veranlassen. Die entsprechende Rüge und die damit zusammenhän-

gende Rüge des Verhaltens des Handelsgerichts wider Treu und Glauben sind 

unbegründet. Es wäre Sache der Beschwerdeführerin gewesen, beim vorliegen-

den komplexen Sachverhalt die zahlreichen erfolgten Vorbringen so zu ordnen 

und zusammenzufassen, dass sich dem Gericht und der Gegenpartei ein auch 

summenmässig nachvollziehbares Gesamtbild präsentiert hätte.  

6. a) Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie habe als Basis für die Scha-

densschätzung des Gerichts ein Sachverständigengutachten verlangt. Dieses 

Begehren werde zwar in der zusammenfassenden Darstellung der Parteivorbrin-

gen durch das Handelsgericht korrekt wiedergegeben, in den Erwägungen aber 

übersehen. Das Handelsgericht unterlasse es, sich in seinen Erwägungen mit der 

Frage zu befassen, in welchem Umfang Tatsachen darzulegen seien, die von ei-

nem gerichtlich bestellten Sachverständigen zu begutachten seien bzw. inwiefern 

-   30   - 

die von der Beschwerdeführerin vorgetragenen Tatsachen für die Erstellung eines 

solchen Gutachtens nicht genügt hätten. Unter § 113 ZPO ZH könne dem Be-

weisführer nicht zugemutet werden, alle Einzelheiten hinsichtlich eines vom ge-

richtlichen Sachverständigen zu begutachtenden Sachverhalts substantiiert vor-

zubringen (Frank/Sträuli/Messmer, N 6a zu § 113 ZPO ZH). Die Beschwerdefüh-

rerin rügt in diesem Zusammenhang überspitzten Formalismus, indem das Han-

delsgericht überspannte Anforderungen an die Vorbringen der Beschwerdeführe-

rin stelle, eine Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Gehör und eine Verlet-

zung des Willkürverbots (KG act. 1 S. 30 f. Rz 85 - 90). 

Vorliegend geht es nicht darum, dass die Beschwerdeführerin einige Einzelheiten 

hinsichtlich des allenfalls durch einen Sachverständigen zu begutachtenden 

Sachverhalts nicht vorgetragen hätte, sondern dass sie in ihrer Klageschrift nicht 

in nachvollziehbarer Weise aufzeigte, wie sich das "effektive Ergebnis", welches 

sie in der Tabelle unter Rz 144 (HG act. 1 S. 64) dem Unternehmenserfolg ge-

mäss "Plan-Erfolgsrechnung MC" gegenüberstellte, zusammensetzt und insbe-

sondere nicht detailliert und vollständig aufführte, welche Versicherungsleistungen 

sie empfangen habe. Wenn das Handelsgericht im angefochtenen Urteil festhält, 

es sei insgesamt nicht ersichtlich und nachvollziehbar, worin der bis zum 30. April 

2004 entstandene und von der Versicherung noch nicht gedeckte Schaden be-

stehe, und es sei unter diesen Umständen eine Schadensschätzung durch das 

Gericht nicht möglich (KG act. 2 S. 22 unten), betrifft dies nicht Angaben, deren 

Relevanz zu erkennen es besonderer Sachkunde bedarf, weshalb von einer Par-

tei / einem Laien umfassendes und abschliessendes Vorbringen in den Rechts-

schriften nicht erwartet werden dürfe. Das Handelsgericht hatte deshalb keinen 

Anlass zu prüfen oder beim allenfalls in Aussicht genommenen Sachverständigen 

in Erfahrung zu bringen, welche zusätzlichen Angaben ein solcher zur Erstellung 

des Gutachtens benötigt. Die in diesem Zusammenhang erhobenen Rügen gehen 

somit fehl.  

b) Die Beschwerdeführerin rügt erneut, das Handelsgericht nehme mit seiner 

Feststellung, die Beschwerdeführerin habe für die Darlegung des "effektiven" Er-

gebnisses (in der Tabelle unter Rz 144 der Klageschrift, HG act. 1 S. 64) gerade 

-   31   - 

mal eine Linie verwendet, sämtliche Ausführungen der Beschwerdeführerin im 

Kapitel D.e. ("Detailangaben zu Microcomponents", HG act. 1 S. 65 - 133) nicht 

zur Kenntnis. Damit beruhe das angefochtene Urteil auf einer aktenwidrigen tat-

sächlichen Annahme und verletze das Handelsgericht den Anspruch der Be-

schwerdeführerin auf rechtliches Gehör (KG act. 1 S. 32 f. Rz 91 - 93). 

Da es sich hierbei um die Widerholung bereits vorgebrachter Rügen handelt und 

diese Rügen bereits geprüft wurden, erübrigt sich eine nochmalige Auseinander-

setzung und es kann auf die vorangegangenen Erwägungen dieses Beschlusses 

verwiesen werden. 

 

B. Microcomponents (MC), Zeitraum nach dem 30. April 2004 

7. a) Die Beschwerdegegnerin machte in der Klageantwort gelten, für die Zeit 

nach dem 30. April 2004 könne die Beschwerdeführerin keine Schadenersatzfor-

derungen mehr geltend machen, da die Einstellung des Betriebs per 30. April 

2004 mit dem Brand vom 1. August 2002 nichts zu tun habe und vom Brand nur 

der Geschäftsbereich MC betroffen worden sei (HG act. 11 S. 100 "Zu 132"). Das 

Handelsgericht gibt dieses Vorbringen im einleitenden Abschnitt von Erw. III/2.3.3 

(KG act. 2 S. 21) wieder und hält hierzu fest (S. 23), es sei zunächst zu bemer-

ken, dass die Beschwerdeführerin von der Mobiliar tatsächlich keine Entschädi-

gungszahlungen mehr erhalten habe für die Zeit nach dem Liquidationsbeschluss. 

Gemäss der Beschwerdeführerin sei dies so, weil eine Betriebsunterbruchsversi-

cherung nur zahle, wenn ein Betriebsunterbruch bestehe, also solange die Aus-

sicht bestehe, dass der Betrieb wieder aufgenommen werden könne. Diese Aus-

sicht werde naturgemäss mit dem Liquidationsbeschluss hinfällig (Replik HG act. 

26 S. 9 Rz 26). Unter diesen Umständen, so das Handelsgericht, verwundere es 

jedoch umso mehr, dass die Beschwerdeführerin die Einstellung ihres Betriebs 

bereits per 30. April 2004 beschlossen habe und nicht noch die Möglichkeit des 

Bezugs der ihr zustehenden Versicherungsleistungen bis zum 31. Juli 2004 aus-

geschöpft habe. Dieses Verhalten lasse sich demgemäss eher in Einklang brin-

gen mit der Bemerkung des von der Mobiliar anlässlich der Versicherungsabwick-

-   32   - 

lung beauftragten Sachverständigen AL in seinem Bericht vom 21. Juni 2005, wo-

nach die Entscheidung der Beschwerdeführerin, die betriebliche Tätigkeit am 30. 

April 2004 einzustellen, nicht auf den Brand vom 1. August 2002 zurückzuführen 

sei (HG act. 12/6 S. 2). Die Tatsache der freiwilligen Einstellung des Betriebs 

durch die Beschwerdeführerin und der damit einhergehende Verzicht auf weitere 

Versicherungsleistungen verunmögliche es dem Gericht, den von der Beschwer-

deführerin nach dem 30. April 2004 behaupteten entgangenen Gewinn als annä-

hernd sicher anzunehmen, was für eine Schadensschätzung nach Art. 42 Abs. 2 

OR nötig wäre. 

b) Die Beschwerdeführerin verweist auf ihre Klageschrift, in welcher sie festhielt, 

die Unmöglichkeit, neues Kapital zu beschaffen, die trotz der Überbrückungs-

Finanzierung knapp werdende Liquidität, der mit erheblichen Schwierigkeiten ver-

bundene Wiederaufbau von Teilen der ursprünglichen Geschäftstätigkeit sowie 

die klaren Signale insbesondere der Automobilkunden B und SV bezüglich der 

ungenügenden Stabilität hätten die Beschwerdeführerin brandbedingt dazu ge-

zwungen, weitere Notmassnahmen zu ergreifen. Dazu habe zunächst der Verkauf 

von Betriebsteilen an TXX (TXX Automotive) und schliesslich die Liquidation ge-

hört. Am 4. April 2004 sei mit TXX der Verkaufsvertrag unterzeichnet und am 30. 

April 2004 mittels Closing vollzogen worden. Mit allen übrigen Aktiven und Passi-

ven sei die Beschwerdeführerin auf den 1. Mai 2004 in Liquidation gegangen (HG 

act. 1 S. 54 Rz 120 f.). In der Replik habe die Beschwerdeführerin ausgeführt, sie 

habe nicht die Zeit gehabt, um mit ihren Vermögenswerten zu spekulieren und 

weit herum nach alternativen Käufern zu suchen. Nachdem sie zur Erkenntnis ge-

langt sei, dass die vorhandenen Mittel nicht ausreichten, um den Betrieb weiter zu 

führen und keine weitere Kapitalzufuhr mehr in Sicht gewesen sei, sei nur noch 

wenig Zeit verblieben, die Produktionsmittel intakt als funktionierenden Be-

triebsteil zu veräussern (HG act. 26 S. 55 Rz 184). Weiter habe die Beschwerde-

führerin ebenfalls in der Replik ausgeführt, Art. 725 OR schreibe vor, dass der 

Verwaltungsrat im Fall einer Unterbilanz Sanierungsmassnahmen durch die Ge-

neralversammlung in die Wege leiten und bei einer Überschuldung die Bilanz de-

ponieren müsse. Der von der Beschwerdeführerin eingeschlagene Weg, in die Li-

quidation zu gehen, sei vor diesem Hintergrund unausweichlich gewesen. Ab die-

-   33   - 

sem Zeitpunkt, an dem die Beschwerdeführerin habe erkennen können, dass sie 

aufgrund der Nachhaltigkeit der Schädigung nicht mehr ins Geschäft zurückfinden 

werde, sei sie verpflichtet gewesen, zum Gläubigerschutz Sanierungsmassnah-

men zu treffen und in Bezug auf die Schädigerin (die Beschwerdegegnerin) 

Schadensminderungsmassnahmen zu ergreifen. Dies habe sie dadurch getan, 

dass sie ihr im damaligen Zeitpunkt wichtigstes Geschäft, nämlich das Geschäft 

mit TXX, an diese verkauft habe, solange dieses noch intakt gewesen sei. Der Li-

quidationsbeschluss sei alsdann eine unausweichliche Konsequenz dieser gesell-

schaftsrechtlichen Vorschriften bzw. der Schadensminderungspflicht (HG act. 26 

S. 69 f. Rz 252). 

Die Beschwerdeführerin hält dafür, sie habe mit ihren Ausführungen vor Handels-

gericht klar dargelegt, dass der Liquidationsbeschluss als solcher nicht freiwillig 

erfolgt sei und auch der Zeitpunkt durch die brandbedingten Umstände bestimmt 

worden sei. Indem das Handelsgericht diese Ausführungen nicht zur Kenntnis ge-

nommen habe, beruhe das angefochtene Urteil auf einer aktenwidrigen tatsächli-

chen Annahme und verletze das Handelsgericht den Anspruch der Beschwerde-

führerin auf rechtliches Gehör. Das Handelsgericht bringe an mindestens drei 

Stellen der gerügten Erwägung zum Ausdruck, dass ihm die diesbezüglichen 

Vorbringen der Beschwerdeführerin unklar seien. Es hätte sich durch Ausübung 

der richterlichen Fragepflicht Klarheit verschaffen sollen (KG act. 1 S. 33 - 35 Rz 

96 - 100). 

Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, die oben wiedergegebenen zusammen-

fassenden Ausführungen seien durch das gesamte Kapitel C.d. der Klageschrift 

("Nachhaltigkeit der Schädigung", HG act. 1 S. 44 - 55 Rz 96 - 123) untermauert 

worden. Die Beschwerdeführerin habe darin acht Auswirkungen des Brandes auf-

gezeigt, die sich nachhaltig zum Nachteil der Beschwerdeführerin ausgewirkt hät-

ten: 

1) Verlust von Marktanteilen 

2) Verunsicherung von Kunden 

3) Lähmung im Prozess der Akquisition von neuen Kunden 

4) Verpassen kritischer Zeitfenster für die Einführung neuer Produkte 

-   34   - 

5) Reputationsverlust 

6) Anspruchsvolle Justierzyklen beim Hochfahren der neuen Produktionsan-

lagen 

7) Liquidationsengpass / Restrukturierung 

8) Verlust von Finanzierungszusagen. 

Wie der Titel "Nachhaltigkeit", unter dem diese Ausführungen vorgetragen worden 

seien, schon sage, zeigten diese auf, dass sich der Brand auf der Zeitachse lang-

fristig (nachhaltig) zum Nachteil der Beschwerdeführerin ausgewirkt habe und sie 

im Endeffekt gezwungen habe, in Liquidation zu gehen. All diese Ausführungen 

habe das Handelsgericht in seine Erwägungen nicht einbezogen. Zwar seien sie 

teilweise auf Seite 25 des Urteils im Zusammenhang mit den Erwägungen zum 

Schaden nach dem 31. Juli 2004 aufgenommen, dann aber vollkommen ignoriert 

worden. Insbesondere gebe das Handelsgericht keinerlei Hinweise, weshalb die-

se Darstellung des Sachverhalts durch die Beschwerdeführerin unerheblich sein 

sollte. Die Beschwerdeführerin rügt in diesem Zusammenhang wiederum, indem 

das Handelsgericht diese Ausführungen nicht zur Kenntnis genommen habe, be-

ruhe das angefochtene Urteil auf einer aktenwidrigen tatsächlichen Annahme und 

verletze das Handelsgericht den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtli-

ches Gehör. Sodann bringe das Handelsgericht an mindestens fünf Stellen der 

gerügten Erwägung zum Ausdruck, dass ihm die diesbezüglichen Vorbringen der 

Beschwerdeführerin unklar seien. Es hätte sich durch Ausübung der richterlichen 

Fragepflicht Klarheit verschaffen sollen (KG act. 1 S. 35 - 39 Rz 101 - 111). 

Zur Feststellung des Handelsgerichts, es verwundere, dass die Beschwerdeführe-

rin die Einstellung ihres Betriebs bereits per 30. April 2004 beschlossen und nicht 

noch die Möglichkeit des Bezugs der ihr zustehenden Versicherungsleistungen 

bis 31. Juli 2004 ausgeschöpft habe, rügt die Beschwerdeführerin, das Handels-

gericht treffe die willkürliche tatsächliche Annahme, dass der Beschwerdeführerin 

auch nach dem 30. April 2004 noch die Möglichkeit zum Bezug von Versiche-

rungsleistungen offen gestanden hätte. Die Beschwerdeführerin habe in der Rep-

lik (HG act. 26 S. 9 Rz 26) präzise geäussert, der Grund, weshalb die Haftungs-

zeit der Betriebsunterbruchsversicherung nachträglich bis zum 30. April 2004 be-

-   35   - 

schränkt worden sei, habe einzig und allein in der versicherungsrechtlichen Be-

grifflichkeit der Haftzeit gelegen. Eine Betriebsunterbruchversicherung zahle na-

turgemäss nur solange, als ein Betriebsunterbruch bestehe, das heisse, solange 

die Aussicht bestehe, dass der Betrieb wieder aufgenommen werden könne. Die-

se Aussicht werde naturgemäss mit dem Liquidationsbeschluss hinfällig (KG act. 

1 S. 39 f. Rz 112 - 115). 

c) Folgt man der zitierten Argumentation der Beschwerdeführerin, so war der da-

mals wichtigste Betriebsteil der Beschwerdeführerin am 30. April 2004 intakt, als 

sie diesen an die TXX veräusserte. Mit anderen Worten war er 21 Monate nach 

dem Brand vom 1. August 2002 intakt. Weshalb er dies nicht auch am 31. Juli 

2004 gewesen wäre, wenn die Beschwerdeführerin diesen Betriebsteil und damit 

ihr Unternehmen weitergeführt, also von einer Liquidation abgesehen hätte, ist 

nicht ohne weiteres ersichtlich. Zwar verweist die Beschwerdeführerin in Randzif-

fer 252 der Replik (HG act. 26S. 69 f.) auf Art. 725 OR, ohne aber an dieser Stelle 

aufzuzeigen, dass Sanierungsmassnahmen nicht mehr möglich und die rasche 

Liquidation des gesamten Unternehmens unter Veräusserung des wichtigsten, 

immerhin intakten Betriebsteils deshalb unumgänglich waren. Weiter verweist die 

Beschwerdeführerin zwar auf die knapp werdende Liquidität, den mit erheblichen 

Schwierigkeiten verbundenen Wiederaufbau von Teilen der ursprünglichen Ge-

schäftstätigkeit und den verschiedenen wichtigen Kunden und Geschäftspartnern 

nicht entgangenen Mangel an Stabilität, zeigt aber zumindest an den in der Be-

schwerdebegründung zitierten Stellen ihrer Rechtsschriften vor Handelsgericht 

wiederum nicht auf, dass diese Probleme eine Dimension erreicht haben, welche 

eine rasche Veräusserung intakter Betriebsteile und Liquidation des Gesamtun-

ternehmens erfordert habe. Die Beschwerdeführerin weist zwar auf ihre Ausfüh-

rungen in der Klageschrift zur "Nachhaltigkeit der Schädigung" hin und zählt in der 

Beschwerdeschrift acht entsprechende Stichworte, welche sie im genannten Kapi-

tel behandelte, auf. Sie zeigt aber nicht auf, dass sie in ihren Rechtsschriften vor 

Handelsgericht begründet habe, weshalb nicht eine mittel- oder längerfristige Wei-

terführung des Unternehmens zumindest in reduziertem Umfang im Rahmen der 

intakten Betriebsteile möglich gewesen wäre, also weshalb eine Liquidation des 

Gesamtunternehmens per 30. April 2004 unumgänglich gewesen sei. Unter die-

-   36   - 

sen Umständen beruht die gerügte Feststellung des Handelsgerichts, es verwun-

dere, dass die Beschwerdeführerin die Einstellung ihres Betriebs bereits per 30. 

April 2004 beschlossen habe und nicht noch die Möglichkeit des Bezugs der ihr 

zustehenden Versicherungsleistungen bis zum 31. Juli 2004 ausgeschöpft habe, 

nicht auf einer aktenwidrigen oder willkürlichen tatsächlichen Annahme und auf 

fehlende Kenntnisnahme von den Ausführungen der Beschwerdeführerin im Sin-

ne einer Gehörsverweigerung. 

Eine Frage der Rechtsanwendung und damit der Beschwerde an das Bundesge-

richt unterliegend und nicht im kantonalen Kassationsverfahren zu prüfen (Art. 95 

lit. a BGG, § 285 ZPO ZH) ist, ob und wie lange der Anspruch aus der Betriebsun-

terbruchsversicherung bestanden hätte, wenn die Liquidation bis zum 31. Juli 

2004 herausgezögert worden wäre, obwohl bereits im April 2004 offensichtlich 

gewesen sei, dass die vom Brand betroffenen Geschäftsbereiche den Betrieb 

nicht wieder aufnehmen würden.  

Nachdem die Beschwerdegegnerin in der Klageantwort gelten machte, für die Zeit 

nach dem 30. April 2004 könne die Beschwerdeführerin keine Schadenersatzfor-

derungen mehr geltend machen, da die Einstellung des Betriebs per 30. April 

2004 mit dem Brand vom 1. August 2002 nichts zu tun habe und vom Brand nur 

der Geschäftsbereich MC betroffen worden sei (HG act. 11 S. 100 "Zu 132"), 

wusste die Beschwerdeführerin, dass ein massgeblicher Zusammenhang zwi-

schen dem Brand im Betriebsteil MC und dem Entscheid zur Liquidation des ge-

samten Unternehmens (mit intakten, vom Brand nicht betroffenen Betriebsteilen) 

per 1. Mai 2004 bestritten ist und dass es diesbezüglich vertiefter Ausführungen 

auch tatsächlicher Art in der Replik bedurft hätte. Ein Substantiierungshinweis sei-

tens des Handelsgerichts erübrigte sich.  

8. a) Das Handelsgericht hält dafür, das Verhalten der Beschwerdeführerin, die 

Einstellung ihres Betriebs bereits per 30. April 2004 zu beschliessen und nicht 

noch die Möglichkeit des Bezugs der ihr zustehenden Versicherungsleistungen 

bis zum 31. Juli 2004 auszuschöpfen, lasse sich eher in Einklang bringen mit der 

Bemerkung des von der Mobiliar anlässlich der Versicherungsabwicklung beauf-

tragten Sachverständigen AL in seinem Bericht vom 21. Juni 2005, wonach die 

-   37   - 

Entscheidung der Beschwerdeführerin, die betriebliche Tätigkeit am 30. April 

2004 einzustellen, nicht auf den Brand vom 1. August 2002 zurückzuführen sei 

(HG act. 12/6 S. 2). Die Tatsache der freiwilligen Einstellung des Betriebs durch 

die Beschwerdeführerin und der damit einhergehende Verzicht auf weitere Versi-

cherungsleistungen verunmögliche es dem Gericht, den von der Beschwerdefüh-

rerin nach dem 30. April 2004 behaupteten entgangenen Gewinn als annähernd 

sicher anzunehmen, was für eine Schadensschätzung nach Art. 42 Abs. 2 OR nö-

tig wäre (KG act. 2 S. 23 Mitte). 

Die Beschwerdeführerin hält dafür, das Handelsgericht sei zwar in Bezug auf ihre 

Würdigung des Berichtes von AL vage, denn für eine Würdigung dieses Beweis-

mittels wäre es zu früh gewesen, aber die Schlussfolgerung sei eben doch sehr 

bestimmt, in dem das Handelsgericht feststelle, der damit einhergehende Verzicht 

verunmögliche es dem Gericht, den behaupteten Gewinn als annähernd sicher 

anzunehmen. Dies könne vor dem Beweisverfahren und dem Ergebnis des bean-

tragten Gutachtens kein Thema sein. Somit habe das Handelsgericht in Bezug 

auf den Bericht von AL eine Beweiswürdigung vor dem Beweisverfahren vorge-

nommen, was ohne Willkür nur im Rahmen einer mit zureichender Begründung 

versehenen antizipierten Beweiswürdigung zulässig gewesen wäre. Eine solche 

Begründung gebe das Handelsgericht nicht. Der Bemerkung von AL habe die Be-

schwerdeführerin aber in diesem Punkt (dass die Entscheidung, die betriebliche 

Tätigkeit einzustellen, nicht auf den Brand vom 1. August 2002 zurückzuführen 

sei) substantiiert widersprochen. Insbesondere in der Replik habe die Beschwer-

deführerin ausgeführt, die betreffende Feststellung von AL sei einzig und allein 

seine persönliche Auffassung, stehe vollkommen isoliert da, werde von diesem 

nicht begründet, diese Frage zu ergründen sei nicht Gegenstand des Experten-

verfahrens gewesen und die Aussage sei somit unnötig und schlicht unzutreffend 

(HG act. 26 S. 9 Rz 25). Dies ändere sich auch nicht mit der Erwägung des Han-

delsgerichts auf Seite 23 des angefochtenen Urteils, wonach durch die Bemer-

kung im Bericht der diesbezügliche Sachverhalt nicht erwiesen sei. Das Handels-

gericht sei in seiner Schlussfolgerung rigoros bestimmt, und somit stehe diese 

Erwägung der Unbewiesenheit im Einklang mit den substantiierten Einwänden der 

Beschwerdeführerin und hätte nicht zu den genau entgegengesetzt gezogenen 

-   38   - 

Schlüssen berechtigt. Indem das Handelsgericht in Bezug auf den Bericht von AL 

ohne Durchführung eines Beweisverfahrens eine Beweiswürdigung vorgenom-

men habe, sei diese offensichtlich unhaltbar, mit der tatsächlichen Situation in 

krassem und offensichtlichem Widerspruch stehend und somit willkürlich. Das Ur-

teil des Handelsgericht beruhe somit auf einer willkürlichen tatsächlichen Annah-

me. Indem das Handelsgericht die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum 

Bericht von AL nicht zur Kenntnis genommen und nicht in die Würdigung des 

Sachverhalts einbezogen habe, beruhe das Urteil auf einer aktenwidrigen tatsäch-

lichen Annahme und verletze das Handelsgericht den Anspruch der Beschwerde-

führerin auf rechtliches Gehör. 

Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, der Bericht von AL sei von der Be-

schwerdegegnerin bereits mit der Klageantwort in den Prozess eingeführt worden. 

Das Handelsgericht zeige sich zwar erstaunt darüber, weshalb ein Sachverstän-

diger zu einer solchen Bemerkung gekommen sein soll (KG act. 2 S. 23). Anstatt 

aber sich durch Befragung der Parteien Klärung zu verschaffen, habe es kurzer-

hand voreilige Schlüsse gezogen. Indem das Handelsgericht es unterlassen ha-

be, durch richterliche Befragung den Mangel des nach ihrer Auffassung unklar, 

unvollständig oder unbestimmt gebliebenen Vorbringens zu beheben, verletze es 

die richterliche Fragepflicht. Weiter erwäge das Handelsgericht gestützt auf diese 

aus ihrer Sicht ungeklärte Frage im Folgenden, dass die erwähnte Aussage im 

Bericht von AL im Zusammenhang mit der von der Beschwerdeführerin freiwillig 

beschlossenen Liquidation vor Ablauf der Versicherungsdeckung der Überzeu-

gung vom behaupteten Schadenseintritt jedenfalls nicht zuträglich sei (KG act. 2 

S. 23 f.). Insofern als das Handelsgericht die bestimmten und ausführlichen Be-

hauptungen der Beschwerdeführerin mit Bezug auf die mit dem Brand in einem 

ursächlichen Zusammenhang stehende Liquidation aufgrund "des vorgenannten 

Schreibens der Mobiliar Versicherung" als noch unvollständig oder unklar erachtet 

habe, hätte es die Beschwerdeführerin auch hier konkret darauf aufmerksam ma-

chen und ihr Gelegenheit zu einer Vervollständigung oder Klärung ihrer entspre-

chenden Behauptungen geben müssen. Indem es dies nicht getan habe, habe es 

die richterliche Fragepflicht verletzt (KG act. 1 S. 40 - 43 Rz 116 - 124). 

-   39   - 

b) AL hält in seinem Bericht vom 21. Juni 2005 an die Mobiliar fest (HG act. 12/6 

S. 2, "1. Allgemeine Feststellungen", 2. Absatz): 

"Die E AG hat ihre betrieblichen Tätigkeiten am 30.4.2004 eingestellt und 
wesentliche Betriebsaktiven an einen Kunden verkauft. Diese Entscheidung 
ist nicht auf den Brand vom 1.8.2002 zurückzuführen." 

Diesen Bericht reichte die Beschwerdegegnerin als Beilage zu ihrer Klageantwort 

ein. 

Das Handelsgericht gibt in der gerügten Erwägung die Vorbringen der Beschwer-

deführerin, es handle sich bei der Feststellung im Sachverständigenbericht einzig 

und allein um die persönliche Auffassung des Gutachters der Versicherung, wel-

che von der Beschwerdeführerin nicht mitgetragen werde, und diese Frage sei 

nicht Gegenstand des Expertenverfahrens gewesen, wieder. Es hat also vom 

betreffenden Abschnitt in der Replik Kenntnis genommen. Das Handelsgericht 

trifft nicht die Feststellung, die fragliche Meinungsäusserung von AL in dessen 

Expertenbericht sei zutreffend, sondern lediglich, das Verhalten der Beschwerde-

führerin lasse sich eher mit der fraglichen Bemerkung von AL in Einklang bringen. 

Gegenstand der Erwägung, in welcher die gerügte Feststellung erfolgt, bildet den 

Zeitpunkt des Liquidationsentscheids. Wie bereits oben ausgeführt, zeigt die Be-

schwerdeführerin nicht auf, dass sie in ihren Rechtsschriften vor Handelsgericht 

begründet habe, weshalb eine Liquidation des Gesamtunternehmens per 30. April 

2004 und nicht, wenn überhaupt, erst zu einem späteren Zeitpunkt unumgänglich 

gewesen sei. Damit zeigt die Beschwerdeführerin auch nicht auf, dass die gerügte 

Feststellung, das Verhalten der Beschwerdeführerin lasse sich mit der fraglichen 

Bemerkung von AL in Einklang bringen, unhaltbar und damit willkürlich sei. Da 

sich das Handelsgericht auf den Wortlaut des Berichtes von AL stützt und diesen 

nicht falsch wiedergibt, liegt keine Aktenwidrigkeit im Sinn eines blanken Irrtums 

(vgl. von Rechenberg, S. 27) vor. Der Bericht von AL liegt in den Akten. Die Be-

schwerdeführerin konnte sich im Rahmen der Replik zu diesem äussern und tat 

dies auch insbesondere im Hinblick auf die fragliche Meinungsäusserung des Ex-

perten. Er darf in die Erwägungen des angefochtenen Entscheids einbezogen 

werden und es bedarf nicht der vorgängigen Durchführung eines förmlichen Be-

weisverfahrens. Eine Verweigerung des rechtlichen Gehörs liegt nicht vor. 

-   40   - 

Die richterliche Fragepflicht kommt dann zum Zug, wenn das Vorbringen einer 

Partei unklar, unvollständig oder unbestimmt ist (§ 55 ZPO ZH). Die fragliche 

Äusserung erfolgte in einem Bericht von AL an die Mobiliar. Auch wenn dieser Be-

richt von der Beschwerdegegnerin als Beilage zur Klageantwort eingereicht wur-

de, bildet dieser nicht einen integrierenden Bestandteil einer Rechtsschrift oder 

eines Vortrags der Beschwerdegegnerin und handelt es sich bei der Äusserung 

von AL somit nicht um ein Vorbringen einer Partei im Sinne von § 55 ZPO ZH. Die 

Berufung der Beschwerdeführerin auf die richterliche Fragepflicht geht in diesem 

Zusammenhang fehl. 

Was die Rüge der Beschwerdeführerin angeht, insofern als das Handelsgericht 

die bestimmten und ausführlichen Behauptungen der Beschwerdeführerin mit Be-

zug auf die mit dem Brand in einem ursächlichen Zusammenhang stehende Li-

quidation aufgrund "des vorgenannten Schreibens der Mobiliar Versicherung" als 

noch unvollständig oder unklar erachtet habe, hätte es der Beschwerdeführerin 

Gelegenheit zu einer Vervollständigung oder Klärung ihrer entsprechenden Be-

hauptungen geben müssen, ist zunächst darauf hinzuweisen, dass weder in der 

gerügten Erwägung noch in den diesbezüglichen Vorbringen der Beschwerdefüh-

rerin ein bestimmtes Schreiben der Mobiliar genannt wird. Offenbar meint die Be-

schwerdeführerin wiederum den Bericht von AL an die Mobiliar. Auf dem Deck-

blatt der in den Akten liegenden Kopie ist eine Visitenkarte eines Schadeninspek-

tors der Mobiliar samt Firmenemblem derselben mitkopiert. Wie bereits oben aus-

geführt (Erw. II/7/c, letzter Absatz), wusste die Beschwerdeführerin, dass ein 

massgeblicher Zusammenhang zwischen dem Brand im Betriebsteil MC und dem 

Entscheid zur Liquidation des gesamten Unternehmens per 1. Mai 2004 bestritten 

ist, nachdem die Beschwerdegegnerin in der Klageantwort gelten machte, für die 

Zeit nach dem 30. April 2004 könne die Beschwerdeführerin keine Schadener-

satzforderungen mehr geltend machen, da die Einstellung des Betriebs per 30. 

April 2004 mit dem Brand vom 1. August 2002 nichts zu tun habe und vom Brand 

nur der Geschäftsbereich MC betroffen worden sei. Es wäre, wie auch bereits 

ausgeführt, Sache der Beschwerdeführerin gewesen, diesbezüglich vertiefte Aus-

führungen auch tatsächlicher Art in der Replik anzubringen. Ein Substantiierungs-

hinweis seitens des Handelsgerichts erübrigte sich. Insbesondere bedurfte es 

-   41   - 

keines besonderen Hinweises auf den Bericht von AL und die fragliche Mei-

nungsäusserung. Die richterliche Fragepflicht dient nicht dazu, einer Partei die 

Verantwortung für den Entscheid abzunehmen, wie detailliert sie auf Beilagen zu 

Rechtsschriften der Gegenpartei eingehen will. 

 

C. Microcomponents (MC), Zeitraum nach dem 31. Juli 2004 

9. a) Das Handelsgericht führt aus, bevor der Frage der Quantifizierung des Scha-

dens nachgegangen werden könne, wofür die Beschwerdeführerin eine richterli-

che Schätzung beantrage, müsse die Beschwerdeführerin dem Gericht, um die-

sem die Schätzung zu ermöglichen, darlegen, inwieweit der Brand in direktem 

Zusammenhang mit dem geltend gemachten entgangenen Gewinn stehe. Die 

Beschwerdeführerin sei hierzu vom Gericht ausdrücklich aufgefordert worden (HG 

Prot. S. 11: Substantiierungshinweise in der Verfügung vom 2. November 2007). 

Der Liquidationsbeschluss und damit der Beschluss, die Produktion der - gewinn-

bringenden - Produkte einzustellen, sei die unmittelbare Ursache dafür, dass die 

Beschwerdeführerin keinen, und zwar gar keinen, weiteren Gewinn mehr erwirt-

schaftet habe. Einen Betriebsgewinn könne nur erzielen, wer überhaupt Geschäf-

te betreibe (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 21. November 2002 [4P.325/2001] 

Erw. 2.3 und 2.6). Fraglich sei, ob darüber hinaus auch der Brand die unmittelba-

re Ursache für den Entschluss gewesen sei, die Firma zu liquidieren (KG act. 2 S. 

24 Erw. III/2.3.3). Das Handelsgericht setzt sich in der Folge mit den diesbezügli-

chen Vorbringen der Beschwerdeführerin auseinander und schliesst, die Über-

zeugung für den geltend gemachten Schadenseintritt könne aufgrund dieser 

Überlegung nicht gewonnen werden (S. 25 - 27). 

b/aa) Die Beschwerdeführerin hält dafür, mit der Feststellung, einen Betriebsge-

winn könne nur erzielen, wer überhaupt Geschäfte betreibe, habe sich das Han-

delsgericht zur aktenwidrigen tatsächlichen Annahme verleiten lassen, dass wenn 

die Beschwerdeführerin den Betrieb länger fortgeführt hätte, anstatt in Liquidation 

zu gehen, sie statt Verlusten eine Gewinn erzielt hätte. Das Handelsgericht impli-

ziere damit, dass die Beschwerdeführerin den Schaden selbst verursacht oder 

-   42   - 

zumindest vergrössert habe, indem sie keinen Gewinn mehr erwirtschaftet habe. 

Diese Auffassung sei mehr als gewagt. Bekanntlich erziele ein Unternehmen ei-

nen Gewinn nur dann, wenn die Gesamtheit der Erträge die Gesamtheit der Auf-

wände übersteige. Das Handelsgericht nehme willkürlich an, dass die Beschwer-

deführerin bei Fortführung der Geschäfte einen Gewinn erzielt hätte, was aber der 

Darstellung der Beschwerdeführerin widerspreche und durch nichts bewiesen sei. 

das Handelsgericht verwechsle wohl Umsatz mit Gewinn. 

Die Beschwerdeführerin verweist auf ihre Klageschrift, in welcher sie ausgeführt 

habe, dass Ergebnis der Anlaufschwierigkeiten sei, dass sich die Beschwerdefüh-

rerin in der Produktion in einer ersten Phase praktisch ausschliesslich auf die Be-

wältigung der Anlaufschwierigkeiten bei der Herstellung der Sensorscheiben für 

TXX habe konzentrieren müssen und daneben lediglich einfachere, aber damit 

auch weniger profitable einlagige Precision Parts hergestellt habe, anstelle der 

rentableren mehrlagigen Precision Parts und der Microparts. Die ursprünglich vor 

dem Brand in S* vorhandene (industrielle) Prozessfähigkeit habe nur in Schritten 

wieder erreicht und stabilisiert werden können. Damit sei ein über den rein tech-

nisch bemessenen Zeitraum für den Wiederaufbau der Anlage hinausgehender 

Zeitraum stark eingeschränkter Angebots- und Lieferfähigkeit entstanden (HG act. 

1 S. 59 f Rz 108). Weiter habe die Beschwerdeführerin in der Replik ausgeführt, 

die Anlage in Z* sei für die Entwicklung neuer Prozesse namentlich im Bereich 

der HDI-Technologie errichtet worden. Nach dem Brand sei sie notgedrungen für 

andere Zwecke eingesetzt worden, nämlich vor allem zur Herstellung der für TXX 

dringend benötigten Precisionparts (HG act. 26 S. 48 Rz 161). Sodann habe die 

Beschwerdeführerin in der Replik vorgebracht, aus dem Monthly Report per 31. 

Juli 2003 und der grafischen Darstellung der Cash Entwicklung des CFO sei er-

sichtlich, dass die Beschwerdeführerin auf einen Liquiditätsengpass zugesteuert 

sei, was unter anderem daran gelegen habe, dass auf der Notproduktion in Küss-

nacht bzw. der neuen Anlage in Z* wegen schlechter Ausbeute nicht genügend 

viele Microcomponents mit genügend hoher Qualität hätten hergestellt werden 

können (HG act. 26 S. 53 f. Rz 178).  

-   43   - 

Indem das Handelsgericht diese Ausführungen nicht zur Kenntnis genommen ha-

be, beruhe sein Urteil auf einer aktenwidrigen tatsächlichen Annahme und verlet-

ze es den Anspruch der Beschwerdeführerin auf rechtliches Gehör. Das Handels-

gericht bemängle, es werde nicht hinlänglich klar, weshalb der Betrieb der Be-

schwerdeführerin, auch nach dem Wiederaufbau der Produktionsanlagen in Z*, 

nicht mehr gewinnbringend hätte weitergeführt werden können. Dies hätte unwei-

gerlich bzw. zwingend nach richterlichen Fragen gestützt auf § 55 ZPO ZH geru-

fen. Dieses Thema sei allerdings vom Handelsgericht in der Verfügung vom 2. 

November 2007 nicht erwähnt worden.  

Weiter habe das Handelsgericht bei seinen Erwägungen, dass der Liquidations-

beschluss die einzige Ursache dafür gewesen sein soll, dass die Beschwerdefüh-

rerin keinen Gewinn mehr habe erzielen können, sämtliche Ausführungen der Be-

schwerdeführerin im Kapitel D.e. der Klageschrift (HG act. 1 S. 65 - 133, "Detail-

angaben zu Microcomponents") nicht zur Kenntnis genommen. Darin sei im We-

sentlichen das ganze Geschäft der Beschwerdeführerin im Bereich Microcompo-

nents für die Zeitperiode vom 1. August 2002 bis 30. April 2004 anhand der bear-

beiteten Projekte beschrieben und mit Beweisofferten unterlegt worden. Der aus 

diesen Projekten im Zeitraum zwischen 1. August 2002 und 30. April 2004 erzielte 

Umsatz sei detailliert in der Tabelle auf