# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff984fd2-acca-5cc4-b3a8-b9d09789d181
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-31
**Language:** de
**Title:** Rückenbeschwerden nach chirurgischem Eingriff; Leistungsverweigerung rechtens, da nach Rekonditionierung aus physischer Sicht wieder volle Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit und kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter psychischer Gesundheitsschaden.
**Docket/Reference:** IV.2015.00456
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00456.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00456
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Annaheim
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Fischer
Urteil
vom
31. März 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
Advokatur
Glavas
AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
Der 1960 geborene
X.___
meldete sich am 16. Januar 2013 – unter Hin
weis auf Rückenbeschwerden – zum Bezug von Leistungen (berufliche Integra
tion, Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (Urk. 7/2). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, traf daraufhin berufli
che, erwerbliche sowie medizinische Abklärungen und zog
– wiederholt –
die Akten einerseits der zuständigen Berufsvorsorgeeinrichtung (Urk. 7/12
, Urk. 7/33, Urk. 7/42
) und andererseits des Krankentaggeldversicherers (Urk. 7/16
, Urk. 7/32
) bei. Am 12. Juni 2013 teilte sie dem Versicherten mit, dass sie ihm Frühinterventionsmassnahmen in Form einer Beratung und Unter
stützung durch einen Job Coach im Hinblick auf den Erhalt des derzeitigen Arb
eitsplatzes gewähre (Urk. 7/23); am 3. September 2013 schloss sie diese Massnahmen ab (Urk. 7/29). Nachdem si
e
den Versicherten am 19. Juni 2014 von Dr. med.
Y.___
, MBA, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, hatte untersuchen lassen (vgl. Gutachten vom 29. Juli 2014, Urk. 7/61), verfügte sie am 1. April 2015 – in Bestätigung ihres Vorbescheids vom 3. September 2014 (Urk. 7/65) – die Abweisung des
Rentenbegehrens (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung (Urk. 2) liess
X.___
am 28. April 2015 mit fol
gen
den Anträgen Beschwerde erheben (Urk. 1 S. 2):
„1.
Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem Versicherten sei mindestens eine halbe Rente zu gewähren.
2.
Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und es sei eine neue polydisziplinäre Abklärung in Auftrag zu geben, worauf neu zu entscheiden sei.
3.
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 8 % Mehrwert
steuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin.“
Die IV-Stelle schloss am 4. Juni 2015 auf Abweisung der Beschwerde (vgl. Beschwerdeantwort, Urk. 6), was dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 8. Juni 2015 (Urk. 8) zur Kenntnis gebracht wurde.
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen ist, soweit für die Entscheidfindung erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen ein
zugehen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer Gesundheitsschaden führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hinweisen).
1.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.4
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog
enanntes
Invalidenein
kommen
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie ni
cht in
valid geworden wäre (sogenanntes
Valideneinkom
men
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypothetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der
Einkom
mensdifferenz
der Invali
ditätsgrad bestimmen lässt (sogenannte
allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2.
2.1
Die IV-Stelle begründete die Rentenverweigerung d
amit, dass der Beschwerde
führer, der
keine dauerhafte
psychisch
bedingte Einschränkung des
Leistungs
vermögen
s aufweise
, in einer
seinen somatischen Leiden
angepassten Tätigkeit
zu 75 % arbeitsfähig und damit in der Lage sei, ein 32
% unter
dem
Validenein
kommen
liegendes Salär zu erzielen (Urk. 2 S. 2 f.
).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, er sei
wie auch die erfolglos verlaufenen Wiedereingliederungs
versuche in die angestammte, optimal behinderungsangepasste Tätigkeit gezeigt hätten
aus
serstande
, ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen.
Die vorhandenen medizinischen Akten bildeten keine taugliche Grundlage
für eine zuverlässige Beurteilung seines
physischen und auch psychischen Gesundheitszustand
s
beziehungsweise seine
r
Arbeitsfähigkeit
, habe es die IV
Stelle doch unterlassen,
eine interdisziplinäre Abklärung zu veranlassen
. Das Gericht werde daher ersucht, eine entsprechende Expertise in Auftrag zu geben (Urk. 1 S. 2 ff.). Da sich die Beschwerdegegnerin geweigert habe, die geforderten beruflichen Mass
nahmen durchzuführen, sei die Sache an sie zurückzuweisen, dam
it sie ein
schlägige
Abklärungen treffe und hernach über
d
en Leistungsanspruch neu befinde (S. 6).
3.
3.1
Am 28. September 2012 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag seiner
Berufs
vorsorgeeinrichtung
von Dr. med.
Z.___
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin, vertrauensärztlich untersucht. In ihrem Gutachten vom 2. Oktober 2012 (Urk. 7/12 S. 5 ff.) stellte diese folgende Diagnosen (S. 14):
-
Chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts mit/bei
-
Status nach mikrochirurgischer
Foraminotomie
und Diskektomie L1/2 rechts am 3. Februar 2012 bei
-
Bandscheibenextrusion auf Niveau L1/2 mit konsekutiver mässiger
bis ausgeprägter Spinalkanalstenose mit Verlagerung der
Cauda
equina
nach dorsal
-
MRI der Brust- (BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS) vom 1. Mai 2012: kein Hinweis für Myelopathie; bei L5/S1 links vorbekannte unveränderte
,
flache, wenig tiefe Diskushernie oberhalb des S1
Rezessuseingangs
-
muskulärer
Dekonditionierung
/
Dysbalance
mit Haltungsinsuffizienz
-
muskulärem Hartspann paravertebral lumbal, rechtsbetont
-
Zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts bei
-
muskulärem Hartspann und muskulärer
Dekonditionierung
-
Sta
t
us nach Kniedistorsion links am 18. Juli 2012 mit
-
Thrombose der
Vena
fibularis
und
Vena
gastrocnemius
Unterschenkel links am 20. Juli 2012
-
Verdacht auf depressive Reaktion mit
Schmerzchronifizierung
/
Schmer
zausweitung
Das vom Beschwerdeführer geklagte Ausmass der Beschwerden lasse sich mit den erhobenen Befunden somatisch nicht hinreichen
d
erklären; es sei daher von einer
Schmerzchronifizierung
beziehungsweise –
ausweitung
auszugehen. Aktu
ell bestehe in der angestammten Tätigkeit – mit eingeschränkter Belastbarkeit (Heben Boden-Taille höchstens 20 kg bis 30 Minuten pro Tag,
H
eben Taille zu Kopfhöhe höchstens 12,5 kg bis 30 Minuten pro Tag,
H
eben horizontal höchstens 15 kg bis 30 Minuten pro Tag, Tragen einhändig rechts höchstens 10 kg und links 12,5 kg bis 30 Minuten pro Tag, Rotation im Stehen und Sitzen höchstens 3 Stunden pro Tag
) – eine 50%ige Arbeitsfähigkeit, die sich unter konsequent durchgeführter Therapie
voraussichtlich
in den nächsten drei bis vier Monaten wieder auf 100 % steigern lassen werde. Anhaltspunkte für eine Berufsunfähigkeit fänden sich keine (S. 16).
3.
2
Nachdem sie den Beschwerdeführer am 4. April 2013 erneut im Auftrag seiner Berufsvorsorgeeinrichtung vertrauensärztlich untersucht hatte, stellte die
All
gemeinmedizinerin
Dr.
Z.___
in ihrem gleichentags verfassten Gutachten (Urk. 7/33) folgende Diagnosen (S. 9):
-
Chronisches Schmerzsyndrom rechtsseitig mit/bei
-
zerviko
-/
lumbospondylogenem
Schmerzsyndrom rechts
-
S
tatus nach mikrochirurgischer
Foraminotomie
und Diskektomie L1/2 rechts am 3. Februar 2012
-
muskulärer
Dekonditionierung
/
Dysbalance
mit Haltungsinsuffizienz
-
muskulärem Hartspann paravertebral lumbal
/
gluteal
und im Bereich der Schulter-/Nackenmuskulatur rechtsseitig
-
MRI der Halswirbelsäule (HWS), BWS und LWS vom 26. November 2012: mässige multisegmentale degenerative Veränderungen zervikal, thorakal und lumbal ohne Hinweise für eine Nervenwurzelaffektion beziehungsweise eine
radikuläre
Symptomatik
-
Status nach chronisch rezidivierendem
lumboradikulärem
Syn
drom S1 rechts
-
Verdacht auf Schmerzverarbeitungsstörung mit
Schmerzausweitung
und depressiver Reaktion
Das vom Beschwerdeführer geklagte Ausmass der Beschwerden lasse sich auf
grund der erhobenen Befunde somatisch nicht hinreichend erklären; insofern sei differentialdiagnostisch von einer Schmerzverarbeitungsstörung mit
Schmerz
chronifizierung
beziehungsweise –
ausweitung
auszugehen. Die bildgebende Untersuchung der Wirbelsäule vom November 2012 habe keine Hinweise für eine Neurokompression respektive
eine
radikuläre
Problematik ergeben. Es bestünden weiterhin eine generalisierte muskuläre
Dekonditionierung
, eine
Dys
balance
mit Haltungsinsuffizienz und ein muskulärer Hartspann. Unter konse
quenter Durchführung eines Muskel-/
Kraft
aufbautrainings
sei mit einer mus
kulären
Rekonditionierung
und Stabilisierung innert drei bis sechs Monaten zu rechnen.
Werde die – aktuell nicht adäquate –
Schmerzmedikation
, die für
den dringend notwendigen Muskel- und Kraftaufbau unabdingbar
sei, optimiert,
sei mit einem Rückgang der Beschwerden zu rechnen (S. 11). Aus somatischer Sicht bestehe derzeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit; diese lasse sich
prognostisch bis August 2013 wieder schrittweise auf 100 % steigern (S. 12). Zu beachten sei dabei eine Belastungseinschränkung in Form der Unzumutbarkeit des
Han
tieren
s
mit Lasten über 20 kg (S. 13).
3.3
Vom 18. Mai bis 7. Juni 2013 liess sich der Beschwerdeführer stationär von den Ärzten der
A.___
, Rehabilitationszentrum, behandeln. Im Austrittsbericht vom 18. Juni 2013 stellten diese nachstehende Diagnosen (Urk. 7/36 S. 7):
-
Chronisches
lumbo
- und
thorakospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
-
Fehlhaltung, Haltungsinsuffizienz, diffusen
Myogelosen
, muskulärer
Dysbalance
-
Status nach mikrochirurgischer
Foraminotomie
und Diskektomie am 3. Februar 2012
-
MRI der HWS und BWS vom 29. April 2013: geringe
Protrusionen
bei C6/7, L1/2 und L5/S1; Tangierung der Nervenwurzel C7 links; keine Spinalkanalstenose; insgesamt leichte degenerative Veränderungen der HWS und LWS
-
z
entralem
Schmerz-
Windup
; Differentialdiagnose:
somatoforme
Schmerzstörung
-
Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt
-
hoher Score im HADS-Test
-
Kniedistorsion links am 18. Juli 2012
-
Thrombose der
Vena
fibularis
und
Vena
gastrocnemius
Unterschenkel links am 20. Juli 2012
Im Rahmen der stationären Rehabilitation habe der Beschwerdeführer am „Davo
ser interdisziplinären Schmerzprogramm (DISP)“ teilgenommen (S. 7). Der Klinikaustritt sei in leicht gebessertem Allgemeinzustand und mit nur geringfü
gig verbesserter Schmerzsymptomatik erfolgt (S. 8).
Ein Wiedereinsti
eg in die bisherige Tätigkeit mit
sukzessive
r Steigerung des
Pensum
s
erscheine – auch aus therapeutischen Gründen – als sinnvoll (S. 9).
3.4
Gestützt auf die Ergebnisse des im Sommer 2012 durchgeführten
Arbeitsassess
ments
, die psychiatrische Abklärung vom 16. August 2012 und die seither durchgeführten Untersuchungen stellten die Ärzte des
B.___
, Rheumaklinik, Physiotherapie/Ergotherapie, in ihrem Bericht
vom 13. Sep
tember 2013 (Urk. 7/
35 S. 1-6) nachstehende arbeitsrelevante Diagnosen (S. 2):
-
Lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts (ICD-10 M54.4)
-
nicht
dermatombezogene
Schmerzen und Hypästhesie am rechten Bein, Motorik und MER intakt
-
Status nach chronisch rezidivierendem
lumboradikulärem
Syndrom S1 rechts
-
Status nach mikrochirurgischer
Foraminotomie
und Diskektomie
am 3. Februar 2012 bei
Diskusprotrusion
L1/2 mit mässiger bis
ausgeprägter Spinalkanalstenose mit Verlagerung der
Cauda
equina
nach
dorsal (MRI der LWS vom Januar 2012)
-
MRI der BWS/LWS vom 27. April 2012 (Vergleich mit MRI-Untersu
chung vom 17. Januar 2012):
residuell
unbedeutender Rest der vor
maligen inzwischen operierten Diskushernie Höhe L1/L2; aktuell auf dieser Höhe nur geringe nicht relevante spinale Einengung; kein Hinweis für Myelopathie; bei L5/S1 links vorbekannte flache
Dis
kushernie
oberhalb S-
Rezessuseingang
, tendenziell ohne
Wurzelrei
zung
, zur Vorkontrolle unverändert
-
im Verlauf Schmerzausweitun
g,
Chronifizierung
,
Vermeidungs
v
er
hal
ten
, depressive Entwicklung
Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit hätten folgende Diagnosen:
-
Chronisches
zervikospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts
-
Kniedistorsion links (18. Juli 2012)
Das arbeitsbezogene Problem (ICF) bestehe in einer verminderten
Belastungs
tole
ranz
der LWS und in einem Armkraftdefizit. Der Beschwerde
führer habe bei den Tests eine mässige Leistungsbereitschaft gezeigt; es seien sechs
Selbst
li
mitierungen
festgestellt und neun
Inkonsistenzpunkte
beobachtet worden. Der Beschwerdeführer sei der Überzeugung, dass er zuerst ganz gesund werden müsse und die Schmerzen vollständig abklingen müssten, bevor er wieder ver
nünftig arbeiten könne; Konzepte für ein Leben und Arbeiten mit Schmerzen seien bei ihm nicht vorhanden. Als Ressource sei zu erwähnen, dass er bereits 24 Jahre an derselben Arbeitsstelle im Transportdienst des
B.___
tätig sei und dort über gute Unterstützung durch Kollegen und Vor
ge
setzte verfüge (S. 2). Infolge Selbstl
imitierung und Inkonsistenz sei
en die Resultate der ergonomischen Tests für die Beurteilung der Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Es sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei gutem
Effort
eine bessere Leistung erbringen könnte als er in den Tests gezeigt habe. Die demonstrierte funktionelle Leistungsfähigkeit liege deutlich unter den Belastungsanforderungen der bisherigen Arbeit. In der angestammten Tätigkeit bestehe im Rahmen eines Vollzeitpensums – aufgrund verschiedener
Belas
tungsreduktionen
– aktuell eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. Durch rehabilitative Massnahmen zur Muskelkräftigung und durch eine allgemeine
Rekondi
ti
onierung
lass
e
sich aus rein somatisch-rheumatologischer Sicht mittelfristig voraussichtlich wieder eine volle Arbeitsfähigkeit erlangen, wobei noch offen sei, ob gewisse Leistungseinbussen persistieren würden. Angesichts der lange dauernden Arbeitsunfähigkeit sei ein schrittweiser Wiedereinstieg mit einer
Pensumssteigerung
von 50 auf 100 % innert dreier Monate zu empfehlen. Aus psychischen Gründen sei die Arbeitsfähigkeit aktuell nicht eingeschränkt (S. 3 f.). Eine leidensangepasste Tätigkeit (mittelschwer, mit Rotation im Stehen und Sitzen, Treppensteigen und Stehen während maximal drei Stunden pro Tag) sei dem Beschwerdeführer ganztags zumutbar, wobei angesichts der erwähnten Einschränkungen der Belastbarkeit von einer mindestens 75%igen
Restarbeits
fähigkeit
auszugehen sei, welche sich voraussichtlich wieder auf 100 % steigern lassen werde (S. 4).
3.5
Dr. med.
C.___
, Fachärztin FMH für Allgemeine Innere Medizin und für Rheuma
tologie, stellte am 18. September 2013 folgende Diagnosen mit Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/37 S. 6):
-
Chronisches
lumbo
- und
thorakospondylogenes
Schmerzsyndrom mit/bei
-
Fehlhaltung, Haltungsinsuffizienz, diffusen
Myogelosen
, muskulärer
Dysbalance
-
Status nach mikrochirurgischer
Foraminotomie
und Diskektomie am 3. Februar 2012
-
MRI der HWS und BWS vom 29. April 2013: geringe
Protrusionen
bei C6/7, L1/2 und L5/S1; Tangierung der Nervenwurzel C7 links; keine Spinalkanalstenose; insgesamt leichte degenerative Veränderung der HWS und LWS
-
zentralem Schmerz-Wind
-
up
; Differentialdiagnose:
somatoforme
Schmerzstörung
-
Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt
-
hoher Score im HADS-Test
Keinen Einfluss auf das Leistungsvermögen hätten folgende Diagnosen:
-
Kniedistorsion links
-
Status nach Thrombose der
Vena
fibularis
und
Vena
gastrocnemius
Unter
schenkel links
Der Beschwerdeführer leide an einem chronischen
lumbo
- und
thorako
spondy
lo
genen
Schmerzsyndrom; aus rheumatologischer Sicht sei die Prognose dies
be
züglich an sich gut. Es bestehe indes
der
Verdacht auf eine
Schmerz
ver
arbei
tungsstörung
sowie eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression gemischt. Im Verlauf habe sich eine zunehmende subjektive Ver
schlechterung der Symptomatik bei unverändertem klinische
m
Befund gezeigt; fünf von fünf
Waddel
-Zeichen seien positiv. Der Beschwerdeführer wiederhole bei jeder Kon
sultation, dass er wegen der Schmerzen kaum seinen Haushalt besorgen und nicht mehr als zehn Minuten gehen oder stehen könne. Trotz mehrmaliger langer
– in seiner
Muttersprache
geführter –
Gespräche über die Krankheit, deren Prognose sowie die Therapiemöglichkeiten beziehungsweise das Erlernen
von
Schmerzcoping
-Strategien, einer Anpassung der medikamen
tösen Therapie und einer stationären Rehabilitation habe bis anhin keine
Ver
besserung des Schmerzzustand
s erreicht werden können (S. 7). Aus rheumatolo
gischer Sich
t
müsste
dem Beschwerdeführer
die bisherige Tätigkeit
– mit Ein
schränkungen (kein Heben und
T
ragen von Lasten über 15 kg, kein mehr als eine Stunde dauerndes Sitzen oder Stehen) –
eigentlich
möglich sein. Die bishe
rigen Ver
su
che im Pensum von 50 % seien aber erfolglos verlaufen. Der Beschwerde
führer habe jeweils nur einige Minuten
gearbeitet
und sei dann wegen
einer
Schmerz
zunahme
wieder nach Hause gegangen. Seit dem 14. September 2013 und bis auf Weiteres bestehe eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 8).
3.6
Nachdem der Beschwerdeführer am 6. Mai und 26. August 2013 im Auftrag seiner Berufsvorsorgeeinrichtung von Dr. med.
D.___
, Facharzt FMH für Psychi
atrie und Psychotherapie, untersucht worden war, stellte diese
r
in seinem Gut
achten vom 24. September 2013
folgende Diagnosen (Urk. 7/42 S
. 29
):
-
Depressive Episode (ICD-10 F32.0) im Sinne einer chronischen Depres
sion mit leichter, allenfalls leicht bis mittelgradiger Ausprägung in den letzten
Monaten, allenfalls aktuell etwas akzentuiert nach Tod der Mut
ter im Juli 2013
-
Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41)
Was die Arbeitsfähigkeit i
n der bisherigen und jeder anderen
leidensangepass
ten
Tätigkeit
anbelange, sei es
dem Beschwerdeführer zumutbar, die Arbeit wieder aufzunehmen und dabei
a
ngesichts der allgemeinen
Dekondi
tionierung
mit einem Pensum von 50 % einzusteigen und dieses dann innert eines Jahres auf 80 % zu steigern.
Insofern könne dauerhaft von einer Berufs
unfä
higkeit von 20 %
ausgegangen werden (S. 29).
Es seien die Krankheit auf
rechterhaltende psychosoziale Belastungen vorhanden; das Krankheitsbild habe sich indes ver
selbständigt.
Die Angaben des
Beschwerdeführer
s, dass er nicht mehr laufen und – auch körperlich leichteste – Tätigkeiten nicht mehr ausüben könne und bei der
Arbeit (spitalinternes Transportieren von Medi
kamen
ten, Kehricht, Spe
zialabfall schmutziger Wäsche sowie Essen mit einem Elektromobil
[vgl. Urk. 7/5 S. 2]
) selbst
bei
m Fahren über
Unebenheiten und
beim
Bremsen Schmerzen
zu verspüren
, seien – auch unter Berücksichtigung der
in den Unter
suchungen
beobachtbaren Inkonsistenzen und
des theatra
lischen
Beschwerde
vortrags
–
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit einer Aggravation zuzu
schreiben
und nur zu einem kleinen Teil mit der
Grund
erkrankung
mit Depres
sion und Angst, einer Schmerstörung und einer daraus entstandenen Vermei
dungsangst bei Schmerzen zu erklären (S. 28
und S. 30
).
3.
7
Dr. med.
E.___
, Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnostizierte am
27. September
2013 eine mittelgradige depressive Episode
(ICD-10 F32.1)
und attestierte dem Beschwerdeführer
vom
24. Juni
bis 7. Juli
2013 eine 100%ige
und
ab dem
9. Juli 2013
noch
eine
50%
ige
Arbeitsunfähigkeit
(Urk. 7/36 S. 2 f.)
.
Es sei mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf bis auf 80 % innert zwei bis vier Monaten zu rechnen (S. 3).
3.8
In seiner gestützt auf die Akten verfassten Stellungnahme vom 23. Oktober 2013 gelangte Dr. med.
F.___
, Facharzt FMH für Anästhesiologie, Zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, Arzt des Regionalärztlichen Diensts (RAD) der IV, zum Schluss, dass in somatischer Hinsicht – vor allem gestützt auf die Beurtei
lung der Ärzte des
B.___
, Rheumatologie, vom 13. Sep
tem
ber 2013 (Urk. 7/35 S. 1-6) von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der bisheri
gen und von einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in einer
behinderungs
angepassten
Tätigkeit auszugehen sei. Betreffend den psychischen Gesundheits
zustand sei eine Begutachtung indiziert (Urk. 7/64 S. 6 f.).
3.
9
Am 19. Juni 2014 wurde der Beschwerdeführer im Auftrag der IV-Stelle vom Psychiater Dr.
Y.___
untersucht. Dieser diagnostizierte in seinem
Gutachten vom 29. Juli 2014
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psy
chischen Faktoren, ICD-10 F45.41 (Urk. 7/61 S. 17 und S. 25). Die Störung sei sehr leicht ausgeprägt und bedinge keine relevante Einschränkung der Arbeits
fähigkeit (S. 25, S. 27).
3.10
Nach Kenntnisnahme der Expertise von Dr.
Y.___
vom 29. Juli 2014 (Urk. 7/61) hielt RAD-Arzt Dr.
F.___
am 4. August 2014 fest, es lägen keine psy
chi
atrischen
Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor (Urk. 7/64 S. 6 f.).
3.11
Auf entsprechende Nachfrage
gab
RAD-Arzt Dr.
F.___
am 26. August 2014
an
,
dass
gestützt auf das Gutachten von Dr.
Y.___
vom 29. Juli 2014 (Urk. 7/61) von keiner nebst den körperlichen Einschränkungen bestehenden psychisch bedingten Leistungseinbusse auszugehen sei. In somatischer Hinsicht sei auf
grund der Beurteilung der Ärzte des
B.___
, Rheumatologie, vom 13. September 2013 (Urk. 7/
35 S. 1-6
) – spätestens ab 22. August 2012 – von
einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der angestammten und einer 75%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit auszugehen. Die Einschränkung des Leistungsvermögens sei durch die
Minderbelastbarkeit der Wirbelsäule
bedingt
(Urk. 7/64 S. 8).
4.
4.1
Nach Lage der Akten
leidet
der Beschwerdeführer – bei Status nach
mikro
chirur
gischer
Foraminotomie
und Diskektomie L1/2 – an
Rückenbe
schwerden
und
weist
im Bereich der Wirbelsäule auf verschiedenen Etagen
mässige
dege
nerative Veränderungen auf
(vgl. insbesondere Urk. 7/12 S. 14, Urk. 7/36 S. 7, Urk. 7/35 S. 2, Urk. 7/37 S. 6 und S. 17 f.)
. Zudem bes
teht eine psychische Symptomatik
(vgl. insbesondere
Urk. 7/36 S. 2,
Urk. 7/
42 S. 29, Urk. 7/61 S. 17)
.
4.2
4.2.1
Was die Auswirkungen der physischen Beschwerden auf das Leistungsvermögen anbelangt
,
steht aufgrund der zitierten Arztberichte fest, dass
die Belastbarkeit der Wirbelsäule eingeschränkt ist
. Dem
Beschwerdeführer
ist deshalb
nament
lich
das Heben und Tragen von beziehungsweise das Hantieren mit Lasten nur noch in – quantitativ und zeitlich – limitiertem Umfang zumutbar (
Urk. 7/12 S. 16, Urk. 7/33 S. 13,
Urk. 7/35 S. 4, Urk. 7/37 S. 8, Urk.
7/64 S. 8
).
Aufgrund der bildgebend nachgewiesenen und der klinischen Befunde gingen die Ärzte einhellig davon aus, d
ass de
r Beschwerdeführer – nach einer kurzzeitigen Peri
ode gänzlicher
Arbeitsunfähigkeit
im Anschluss an den
komplikationslos ver
laufenen
operativen Eingriff vom 3. Februar 2012
und nach einer
Wiederein
stiegs
- beziehungsweise
Rekonditionierungs
phase
–
in
einer leidensangepassten
(und damit allenfalls gar
in
der angestammten)
Tätigkeit
schon bald wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit erlangen werde (vgl. Gutachten Dr.
Z.___
vom 2. Oktober 2012 [Urk. 7/12 S. 16] und vom 4. April 2013 [Urk. 7/33 S. 12],
Bericht
G.___
, Rheumaklinik, vom 13. September 2013 [Urk. 7/35 S. 4], Bericht Dr.
C.___
vom 18. September 2013 [Urk. 7/37 S. 8]; vgl. auch Austrittsbericht
A.___
vom 18. Juni 2013 [Urk. 7/36 S. 9]
)
.
Tatsächlich steigerte der Beschwerdeführer das Pensum
nach der
50%igen
Wiederaufnahme der Arbeit
indes n
icht – wie erwartet –
innert weniger Monate
sukzessive
auf 100 %
, sondern
zeigte
–
trotz unauffälligen Heil
ungs
verlaufs beziehungsweise
ohne dass eine
V
erschlechterung eingetreten wäre, trotz Unterstützung durch einen Job Coach und trotz Rücksichtnahme sowohl durch seine Vorgesetzten als auch durch seine Arbeitskollegen (vgl. Verlaufsprotokoll Job-Coaching, Urk. 7/27)
–
eine
zunehmende
massive
Leistungs
einschränkung
, wobei er
schliesslich die Arbeit jeweils
gar
nach weni
gen Minuten wegen Schmerzen wieder abbrach und
den Arbeitsplatz verliess
(Ur
k. 7/37 S. 8).
Angesichts der wenig gravierenden Befunde an der Wirbelsäule ist ohne Wei
teres nachvollziehbar, dass
die Ärzte, die im Rahmen der Untersu
chungen und des
Arbeitsassessments
eine erhebliche Selbstlimitierung und diverse Inkonsistenzen festgestellt hatten,
die
demonstrierte Leistungseibusse
vor dem Hintergrund
einer
psychischen Störung (
Schmerzverarbeitungsstörung
[
Urk. 7/33 S. 11
]
)
respektive einer
somatoformen
Schmerzstörung
[
Urk. 7/36 S. 7, Urk. 7/37 S. 6
]
, eines
zentralen Schmerz-Wind-
up
[
Urk. 7/36 S. 7
]
, einer
Schmerz
chronifizierung
beziehungsweise –
ausweitung
[
Urk. 7/12 S. 16
, Urk. 7/33 S. 9, Urk. 7/35 S. 2
]
),
einer Sel
bstlimit
ierung (Urk. 7/35 S. 3) beziehungsweise
die Eingliederung behindernde
r
negative
r
Krankheitsüb
erzeu
gungen
(Urk. 7/35 S. 4)
sahen
. Insofern ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer
aus somatischer Sicht
–
wenn nicht gar in der angestammten, so
jedenfalls in einer seinem Rückenleiden optimal angepassten – Tätigkeit schon bald nach dem operativen Eingriff vom 3. Februar 2012 (und
damit noch vor Ablauf des Wartejahrs) wieder zu 100 % arbeitsfähig war.
4.2.
2
Hinsichtlich der psychischen Beschwerden
gelangte der Psychiater Dr.
Y.___
gestützt einerseits auf die Akten und andererseits auf die Ergebnisse seiner unter Beizug eines Dolmetschers durchgeführten fundierten (auch
testpsycholo
gischen
) Untersuchung vom 19. Juni 2014
mit überzeugender Begründung zum Schluss, dass der Beschwerdeführer an einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen
und psychischen Faktoren
(ICD-10 F
45.41)
leide. Angesichts der nur sehr leichten Ausprägung der
sich im Alltag kaum einschränkend auswirkenden (vgl. Urk. 7/61
S. 22
;
u
.a. erhaltene bzw. wiedergewonnene Fähigkeit, alltägliche Verrichtungen ausüben zu können, soziale Kontakte zu pflegen, regelmässig in die
H.___
zu reisen
)
Störung
vermag
auch ohne Wei
teres
einzuleuchten
, dass Dr.
Y.___
dem fraglichen Leiden keine Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit zumass (vgl. Gutachten vom
29. Juli 2014, Urk. 7/61 S. 22).
Damit ist die Frage, ob die festgestellte Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) - welcher Diagnose es an einem Bezug zum Schweregrad fehlt (zur Publikation bestimmtes Bundesgerichtsurteil 8C_478/2015 vom 1
2.
Februar 2016 E. 4.2) - vorliegend überhaupt eine invali
disierende Bedeutung hat, mit Blick auf die rechtserheblichen Indikatoren (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.1.3), namentlich die Kategorie „Konsistenz“ (E. 4.4), auch aus rechtlicher Sicht zu verneinen.
Auf eine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Störung lassen auch die weiteren Arztberichte nicht schliessen.
So verneinte Dr.
Y.___
eine leichte beziehungsweise mittelgradige depressive Episode, wie sie der behan
delnde Psychiater Dr.
E.___
und der Gutachter Dr.
D.___
diagnostizierten, mit durchaus nachvollziehbarer Begründung.
Die fraglichen Diagnosen wären im Übrigen gegebenenfalls jedenfalls nicht anspruchsrelevant, weil
leicht- bis mit
telgradige Episoden einer Depression und selbst mittelgradige depressive Episo
den
nach der Rechtsprechung
regelmässig nicht als von depressiven
Ver
stim
mungs
zuständen
klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet
werden
, die es der betroffe
nen Person verunmöglicht, die Folgen der bestehenden
Schmerzproble
matik
zu überwinden (Urteil
e
des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2
; sodann Urteil 9C_125/2015 vom 1
8.
November 2015 E. 7.2.1 und Urteil 9C_863/2015 vom
7.
Januar 2016 E. 1, wonach BGE 141 V 281 an der
bundes
gerichtlichen
Praxis nichts geändert hat
).
Auf die
Arbeitsfähigkeits
ein
schätzung
von Dr.
D.___
kann zudem
schon deshalb nicht abgestellt werden, weil dieser in seiner
psychiatrischen
Expertise vom 24. September 2013 (Urk. 7/42) nicht schlüssig darlegte, aufgrund welcher fun
k
tioneller – psychi
scher – Defizite
er den
Beschwerdeführer
als
dau
erhaft zu 20 % berufsunfähig einschätzte
.
4.2.3
Nach dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer in einer seinem Rückenleiden angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig
ist.
Dass die IV-Stelle
– gestützt auf die Stellungnahme des RAD-Arztes Dr.
F.___
vom 26. August 2012 (Urk. 7/64 S. 8) –
von einer lediglich 75%igen Arbeitsfähigkeit in einer Verweistätigkeit ausging
(Urk. 2), ist damit zu erklären, dass Dr.
F.___
auf die von den Rheumatologen des
B.___
während
der
Rekondi
tionierungsphase
attestierte 25%ige Leistungseinbusse (erhöhter Pausenbedarf im Rahmen eines
Vollzeitpensums
[Urk. 7/35 S. 5
und S. 4
]
) abstellte.
Ein durch eine
Dekonditionierung
bedingtes und an sich mittels entsprechenden Trainings innert Kürze behebbares Leistungsdefizit vermag indes keine dauerhafte
invali
denversicherungsrechtlich
bedeutsame
Arbeitsunfähigkeit zu begründen.
4.
3
Bei der Ermittlung des Invaliditätsgrads ging die IV-Stelle gestützt auf den im IK-Auszug für das Jahr 2011 verzeichneten Lohn von Fr. 67‘144.
-- (Urk. 7/14 S. 5)
und unter Berücksichtigung der bis 2013 eingetretenen
Nominallohnent
wicklung
von einem
Valideneinkommen
von Fr. 68‘222.60 aus. Bei der Berech
nung des Invalideneinkommens stellte sie auf den Tabellenwert für
Hilfsarbei
tertätigkeiten
ab. Da selbst unter Annahme einer lediglich 75- statt einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ein
(rentenausschliessender)
Invaliditätsgrad von rund 32 % resultiert (Urk. 7/63, Urk. 2 S. 2)
, ist die
Abweisung des
Rentenge
suchs
jedenfalls nicht zu beanstanden.
4.
4
Betreffend die beantragte Rückweisung der Sache an die IV-Stelle zur Prüfung des Anspruchs auf b
erufliche Massnahmen
(Urk. 1 S. 6)
schliesslich
ist darauf hinzuweisen, dass
die
ab Juni 2013
gewährten
Wiedereingliederungsm
ass
nahmen
(Urk. 7/23)
am 3. September 2013
im Einvernehmen mit dem Beschwerdeführer
abgeschlossen wurden
(Urk. 7/29)
, weil d
ieser
in der
bisheri
ge
n
– grundsätzlich
leidensangepasst
en
und ihm
damals gemäss den Ärzten
(zumindest)
wieder
zu 50 % zumutbare
n
–
Tätigkeit
, wenn er überhaupt (für wenige Stunden täglich) zur Arbeit erschienen war, kaum eine beziehungsweise gar keine verwertbare Leistung erbracht hatte (vgl. Verlaufsprotokoll Job
-
Coach
ing
[Urk. 7/27]; vgl. auch Urk. 7/37 S. 8
).
Angesichts de
s
Umstands
, dass sich der Beschwerdeführer
aktenkundig
für gänzlich arbeitsunfähig
hält, waren
weitere berufl
iche Massnahmen
, wie sie der Beschwerdeführer im Einwand vom 7. Oktober 2014 beantragte (Urk. 7/73 S. 1)
, nicht erfolgversprechend
.
Da die
Verweigerung (erneuter) entsprechender
Leistung
en (Urk. 2)
keine Sank
tionierung einer Verl
etzung von Pflichten nach
Art. 7 IVG oder nach Art. 43 Abs. 2 ATSG
darstellte, bestand kein Anlass zur
Durchführung des Mahn- und
Bedenkzeitverfahrens
(
vgl. Art. 7b IVG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 4 ATSG;
Urk. 1 S. 6
, Urk. 7/73 S. 1
)
.
Dem Beschwerdeführer bleibt es unbenommen, bei entsprechender Motivation und Leistungsbereitschaft zu gegebener Zeit e
rneut ein
Gesuch um berufliche Massnahmen
zu stellen
, worauf die
Beschwerdegeg
nerin
verfügungsweise auch hingewiesen hat
(vgl.
hiezu
Urk. 2 S.
2
)
.
4.5
Nach dem Gesagten erweist sich
die
Leistungsverweigerung
in allen Teilen
als rechtens. Von weiteren
medizinischen Abklärungen (Urk. 1 S. 2)
beziehungs
weise dem Beizug der Personalakten des letzten Arbeitgebers und
/oder
(weite
rer) Akten der früheren Berufsvorsorgeeinrichtung (Urk. 1 S. 4)
ist kein anderes Ergebnis zu erwarten, weshalb davon abgesehen werden kann (antizipierte Beweiswürdigung; vgl. BGE 122 V 157 E. 1d mit Hinweisen)
.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
5.
Gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen abweichend von Art. 61 lit. a ATSG vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streit
wert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 800.-- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
Kreso
Glavas
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubFischer