# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a20a2d0-360a-55f4-a863-ef5e55d4ecfb
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 17.06.2014 S 2011 105
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2011-105_2014-06-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 11 105

2. Kammer als Versicherungsgericht

bestehend aus

Verwaltungsrichterin Moser als Vorsitzende, Verwaltungsrichter 

Stecher und Audétat, Aktuar Simmen

URTEIL
vom 17. Juni 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf, 

Beschwerdeführerin

gegen 

B._____ AG,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ war seit dem 1. September 2008 als Mitarbeiterin Verkauf bei 

der C._____ AG angestellt und dabei bei der B._____ AG obligatorisch 

gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Mit 

einer undatierten Schadenmeldung UVG teilte die C._____ AG der 

B._____ AG mit, A._____ sei am 8. Januar 2009 auf dem Bodenteppich 

ausgerutscht und auf die rechte Schulter gefallen. Anlässlich der 

Erstbehandlung am Folgetag im Krankenhaus O.1._____ wurde eine 

Schulterkontusion rechts bei Tendinitis calcarea rechts sowie radiologisch 

eine Tendinitis calcarea mit mehreren Kalkdepots an typischer Stelle, 

aber keine frischen ossären Läsionen diagnostiziert. Unter konservativer 

Behandlung trat keine Besserung der reaktiven Schmerzsymptomatik ein, 

weswegen am 26. Januar 2009 ein Eintritt ins Krankenhaus O.1._____ 

erfolgte, wo am 27. Januar 2009 eine operative Behandlung durchgeführt 

wurde (präoperativ Plexusanästhesie, anschliessend Ausräumung 

Kalkdepot Infraspinatussehne rechts, Akromioplastik rechts und 

Narkosemobilisation rechtes Schultergelenk). Gemäss Austrittsbericht 

des Krankenhauses vom 4. Februar 2009 wurde postoperativ nach 

Entfernung des Anästhesie-Katheters eine persistierende 

Bizepsschwäche sowie eine Hypästhesie des Raums superficialis N. 

radialis und des C6-Innervationsgebietes festgestellt. Am 30. Januar 2009 

konnte A._____ bei reizlosen Wundverhältnissen in eine gemeinsame 

ambulante Weiterbehandlung (Krankenhaus O.1._____, Hausarzt) 

entlassen werden. Aufgrund der erlittenen Verletzungen war A._____ ab 

dem 9. Januar 2009 bis zum 2. Mai 2009 zu 100 % arbeitsunfähig, bevor 

ab dem 3. Mai 2009 wieder eine vollständige Arbeitsfähigkeit (100 %) 

gegeben war. Für die 100%ige Arbeitsunfähigkeit erbrachte die B._____ 

AG Taggeldleistungen bis am 30. April 2009 und übernahm die 

Heilbehandlungskosten. 

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2. Wegen persistierender Schmerzen im rechten Unterarm erfolgten nach 

dem Austritt aus dem Krankenhaus O.1._____ auf den 30. Januar 2009 

diverse medizinische Behandlungen und Konsultationen. Das 

Krankenhaus hielt mit ärztlichem Bericht vom 30. Juni 2009 dazu fest, 

dass im Verlaufe dieser Betreuung - welche unter anderem auch im 

Krankenhaus bis zum 20. April 2009 stattgefunden hatte - die 

Schmerzsymptomatik gemäss Auskunft der Patientin deutlich besser 

geworden sei und auch die Beweglichkeit im Schultergelenk deutlich 

zugenommen habe; mit Ausnahme der Abduktion, welche immer noch 

etwas eingeschränkt und schmerzhaft gewesen sei. Objektiv habe eine 

Hypästhesie im Unterarm radial und im rechten Daumen imponiert. Zur 

Abklärung der Ursachen der Hypästhesien veranlasste der Hausarzt von 

A._____, Dr. med. D._____, am 27. August 2009 ein MRI der 

Halswirbelsäule (HWS) und am 28. September 2009 ein MRI des Plexus 

brachialis. Wegen anhaltender Hypästhesien überwies Dr. med. D._____ 

A._____ zur weiteren Abklärung der möglichen Ursachen der 

Beschwerden an Dr. med. E._____, wo am 14. Dezember 2009 eine 

neurologische und elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt 

wurde. Es folgten diverse weitere Konsultationen, Untersuchungen und 

Abklärungen bei Dr. med. D._____ (Hausarzt), Dr. med. F._____ und 

Dr. med. G._____ (beratende Ärzte der B._____ AG) und Dr. med. 

E._____. 

3. Schliesslich teilte die B._____ AG A._____ mit Verfügung vom 

10. Dezember 2010 mit, dass der Status quo sine für die 

Schulterverletzung rechts per 30. Juni 2009 mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erreicht worden sei. Auf eine Rückforderung der 

bereits erbrachten Leistungen ab Juli 2009 verzichte sie. Die heute 

vorliegenden Beschwerden am Vorderarm und an der Hand rechts 

stünden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in kausalem 

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Zusammenhang zum Unfall vom 9. Januar 2009 beziehungsweise zur 

Operation vom 27. Januar 2009. Die von der H._____ AG vorsorglich 

dagegen erhobene Einsprache vom 15. Dezember 2010 zog diese am 

13. Januar 2011 wieder zurück. Die von A._____ gegen die erwähnte 

Verfügung vom 10. Dezember 2010 erhobene Einsprache vom 27. Januar 

2011 wurde mit Einspracheentscheid vom 1. Juli 2011 abgewiesen. 

4. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 

8. September 2011 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden mit folgenden Rechtsbegehren:

„1. Der Einspracheentscheid vom 01. Juli 2011 und die damit bestätigte Verfügung 
der B._____ AG vom 10. Dez. 2010 (UVGON 1.445.053/897) seien 
vollumfänglich aufzuheben.

2.1 Die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen und 
Wahrung des rechtlichen Gehörs der Versicherten zurückzuweisen. 

2.2 Eventualiter seien der Versicherten sämtliche gesetzlichen 
Versicherungsleistungen (Pflegeleistungen und Kostenvergütungen, 
Taggelder/Rente, Integritätsentschädigung etc.) auch über den 30. April 2009 zu 
gewähren. 

3. Die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, die von Dr. med. D._____ in 
Zusammenhang mit dem Bericht vom 20. Juli 2010 fakturierten Kosten in der 
Höhe von Fr. 359.45, zuzüglich 5 % Zins seit 29. September 2010, zu erstatten. 

4. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge, zuzüglich 8 % 
Mehrwertsteuer zulasten der Beschwerdegegnerin.“

Dabei machte die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihres rechtlichen 

Gehörs geltend, indem ihr vorgängig des Einspracheentscheids keine 

Einsicht in die von der B._____ AG eingeholten Arztberichte gewährt 

worden sei. Sodann stütze sich der angefochtene Entscheid zu Unrecht 

auf die reine Aktenbeurteilung des in einem Mandatsverhältnis zur 

B._____ AG stehenden beratenden Arztes Dr. med. G._____, zumal 

dessen Beurteilung auf einen nicht ausreichend abgeklärten Sachverhalt 

abstütze und einer näheren Prüfung nicht standhalte. Bezüglich des 

Vorzustands der Beschwerdeführerin sei nicht gesichert, ob damals eine 

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Tendinitis calcarea der Supraspinatussehne bestanden habe. Die 

Beschwerdesymptomatik habe sich postoperativ nach dem Eingriff vom 

27. Januar 2009 völlig verändert. Dr. med. E._____ habe im Rahmen 

einer differentialdiagnostischen Beurteilung mehrfach eine 

Arm/Plexusläsion, aufgetreten im Rahmen der Plexusanästhesie vom 

27. Januar 2009, als wahrscheinlich bezeichnet und dies auch 

nachvollziehbar begründet. Gerade wegen des komplexen 

Beschwerdebildes und des dafür mutmasslich verantwortlichen 

multifaktoriellen Geschehens sei eine vertiefte medizinische Abklärung in 

Form einer umfassenden Begutachtung unumgänglich. Wenn das 

beantragte Gutachten verweigert und gleichzeitig auf der Grundlage einer 

gänzlich unzutreffenden Beweislastverteilung Beweislosigkeit zu 

Ungunsten der Beschwerdeführerin angenommen werde, stelle dies eine 

Rechtsverweigerung dar. Damit verletze die B._____ AG die 

sozialversicherungsrechtliche Untersuchungsmaxime, die 

Abklärungsverpflichtung und den beschwerdeführerischen 

Gehörsanspruch, mit wesentlichen Beweisanträgen gehört zu werden. 

Soweit sich das Risiko einer Plexusläsion im Rahmen der unfallbedingten 

Operation realisiert haben sollte, müsste die B._____ AG dafür auch 

einstehen, zumal die Operation unfallbedingt indiziert gewesen sei und 

die B._____ AG ihre diesbezügliche Leistungspflicht anerkannt habe. 

Entgegen der Darstellung im Einspracheentscheid handle es sich bei der 

Ablehnung in der Verfügung nicht um das Resultat der erstmaligen 

Leistungsprüfung, sodass es Sache der B._____ AG sei, nachzuweisen, 

dass die eigentlichen Unfallfolgen mit dem Datum der verfügten 

Leistungseinstellung nicht mehr gegeben seien. Sollte eine 

Vorschädigung des Schultergelenks mitursächlich für die durchgeführte 

Operation gewesen sein, ändere dies nichts an der Leistungsverpflichtung 

der B._____ AG. Selbst wenn die Operation nicht auf den Unfall 

zurückgeführt werden könnte, wäre die B._____ AG zur Prüfung 

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verpflichtet, ob ein qualifizierter Behandlungsfehler im Zuge der 

durchgeführten Plexusanästhesie erfolgt sei und damit das 

Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors bei 

medizinischen Eingriffen im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt sei. Schliesslich 

hätte der von der Beschwerdeführerin eingeholte Bericht von Dr. med. 

D._____ vom 20. Juli 2010 zu weitergehenden Abklärungen 

beziehungsweise zu einer vertieften Überprüfung des Falls und zum 

erneuten Beizug von Dr. med. G._____ durch die B._____ AG geführt. 

Die Einholung dieses Berichts sei somit gerechtfertigt gewesen, weshalb 

die B._____ AG den entsprechenden Rechnungsbetrag zu übernehmen 

habe. 

5. Die B._____ AG (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer 

Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2011 die Abweisung der 

Beschwerde. Zur Begründung brachte die Beschwerdegegnerin 

zusammenfassend vor, es handle sich bei der Plexusläsion als 

behauptete Ursache für die Beschwerden um eine Möglichkeit, welche 

lediglich durch die beweisrechtlich unzulässige Schlussfolgerung im Sinne 

von „post hoc ergo propter hoc“ begründet werde. Ein Verdacht oder die 

Möglichkeit genügten indes nicht. Dr. med. G._____ habe anhand der 

Befunde der neurologischen Untersuchung überzeugend festgestellt, 

dass eine Schädigung des Plexus nie habe dokumentiert werden können. 

Überdies liessen sich die Beschwerden durch die radikuläre Komponente 

sowie ein Karpaltunnelsyndrom restlos erklären. Folglich sei bezüglich der 

Schulterbeschwerden als Folge des Unfalls vom 8. Januar 2009 der 

Status quo sine per 30. Juni 2009 erreicht. Die darüber hinaus geklagten 

Beschwerden stünden nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in 

natürlichem Kausalzusammenhang mit dem Ereignis vom 8. Januar 2009. 

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6. Mit Schreiben vom 14. Oktober 2011 wurde den Parteien mitgeteilt, dass 

bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) die IV-

Akten der Beschwerdeführerin einverlangt worden seien. 

7. Mit Schreiben vom 28. Dezember 2011 stellte die Beschwerdegegnerin 

dem Gericht zwei Verfügungen der IV-Stelle vom 19. beziehungsweise 

vom 20. Dezember 2011 zu, mit welchen diese sowohl den 

beschwerdeführerischen Anspruch auf eine Invalidenrente als auch jenen 

auf berufliche Massnahmen verneinte. Erläuternd führte die 

Beschwerdegegnerin aus, die Ansicht der IV-Stelle decke sich insofern 

mit der ihrigen, als gesagt werden könne, dass in Bezug auf die 

Schulterbeschwerden als Folge des Unfalls vom 8. Januar 2009 der 

Status quo sine per 30. Juni 2009 erreicht worden sei. Darüber hinaus 

geklagte Beschwerden stünden nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit in natürlichem Kausalzusammenhang mit dem 

Ereignis vom 8. Januar 2009, weshalb die Beschwerde abzuweisen sei. 

8. In einem zweiten Schriftenwechsel hielten die Parteien an ihren 

Rechtsbegehren fest und ergänzten und vertieften ihre Standpunkte. 

9. Mit Schreiben vom 24. April 2012 teilte die Beschwerdeführerin dem 

Gericht mit, dass am 29. Februar 2012 bei der Staatsanwaltschaft 

Graubünden Strafanzeige wegen schwerer, fahrlässiger Körperverletzung 

zum Nachteil der Beschwerdeführerin erstattet worden sei. Der 

zuständige Staatsanwalt beabsichtige, ein Gutachten in Auftrag zu geben 

zur Klärung der Frage, ob und inwieweit eine Plexusläsion ein bekanntes 

Risiko [der am 27. Januar 2009 durchgeführten Operation] darstelle und 

ob diese Operation lege artis durchgeführt worden sei. Die Ergebnisse 

dieses Gutachtens sollten abgewartet werden. Allenfalls könne die 

staatsanwaltschaftliche Begutachtung mit der von der 

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Beschwerdeführerin beantragten polydisziplinären Begutachtung 

kombiniert durchgeführt werden. 

In ihrer Stellungnahme vom 9. Mai 2012 führte die Beschwerdegegnerin 

aus, das von der Staatsanwaltschaft Graubünden in Auftrag gegebene 

Gutachten müsse weder abgewartet noch mit der von der 

Beschwerdeführerin beantragten polydisziplinären Begutachtung 

kombiniert werden, da diese auch kein anderes Resultat liefern werde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 11. Mai 2012 teilte die 

Instruktionsrichterin den Parteien mit, dass das beschwerdeführerische 

Sistierungsgesuch vom 24. April 2012 abgewiesen werde. 

10. Am 22. Oktober 2012 verlangte die Instruktionsrichterin bei Dr. med. 

I._____ die neurologischen Abklärungsberichte beziehungsweise die 

Unterlagen betreffend A._____ zur Edition. Dazu liessen sich die 

Beschwerdegegnerin sowie die Beschwerdeführerin am 5. Dezember 

2012 beziehungsweise am 31. Januar 2013 vernehmen. Dabei 

beantragte die Beschwerdeführerin wiederum eine Sistierung des 

vorliegenden Verwaltungsgerichtsverfahrens bis zum Vorliegen des von 

der Staatsanwaltschaft Graubünden in Auftrag gegebenen Gutachtens. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 14. Februar 2013 

wiederum die Abweisung des beschwerdeführerischen Sistierungsantrags 

beantragte, teilte die Instruktionsrichterin den Parteien mit 

prozessleitender Verfügung vom 15. Februar 2013, dass dem erneuten 

Sistierungsgesuch der Beschwerdeführerin nicht stattgegeben werde. 

11. Mit Schreiben vom 19. Februar 2013 führte die Beschwerdeführerin 

zuhanden des Gerichts aus, dass die Plexusläsion keineswegs zu den 

bekannten Risiken der durchgeführten Anästhesie gehöre. Gegenstand 

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der medizinischen Abklärung sei auch die Thematik, ob die Anästhesie 

und die anschliessende Operation lege artis durchgeführt worden seien. 

Diese Risiken trage der Unfallversicherer. Das von der 

Instruktionsrichterin gewählte Vorgehen, mithin die Ablehnung des 

Sistierungsgesuchs, verletze den Gehörsanspruch der 

Beschwerdeführerin. 

12. Am 14. April 2013 beschloss die II. Kammer des Verwaltungsgerichts 

anlässlich einer ersten Beratung, das Beschwerdeverfahren S 11 105 bis 

zum Vorliegen des von der Staatsanwaltschaft Graubünden in Auftrag 

gegebenen Gutachtens zu sistieren. 

13. Am 11. September 2013 liess die Staatsanwaltschaft Graubünden dem 

Gericht eine Kopie des interdisziplinären Gutachtens der Klinik für 

Neurologie des Kantonsspitals O.4._____ vom 28. August 2013 

zukommen. Mit Schreiben vom 1. Oktober 2013 wurde den Parteien 

Gelegenheit eingeräumt, zum Gutachten Stellung zu nehmen. 

In ihrer Stellungnahme zum Gutachten des Kantonsspitals O.4._____ 

vom 15. November 2013 führte die Beschwerdeführerin unter Beilage 

ihres Schreibens an die Staatsanwaltschaft Graubünden − ebenfalls vom 

15. November 2013 − im Wesentlichen aus, dass es aufgrund der 

Ergebnisse des Gutachtens und der Strafuntersuchung beweismässig 

erhärtet sei, dass zwischen 1998 und dem Sturzereignis vom 8. Januar 

2009 Schmerzfreiheit bestanden habe und folglich die Indikation zur 

Schulteroperation eindeutig unfallkausal gewesen sei. Aufgrund der 

multifaktoriellen Genese der Beschwerden sei der Kausalzusammenhang 

zwischen Unfallereignis, Operationsindikation und anschliessender 

Beschwerdesymptomatik zumindest im Sinne einer Teilursache 

einwandfrei nachgewiesen. 

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Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer Stellungnahme vom 

21. November 2013 unter Beilage einer Stellungnahme von Dr. med. 

K._____ zusammenfassend aus, dass aus dem Gutachten zweifelsfrei 

hervorgehe, dass die von der Beschwerdeführerin geklagten Schulter-

Arm-Beschwerden rechts nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf 

den Unfall vom 8. Januar 2009 zurückgeführt werden könnten. 

Am 15. Januar beziehungsweise am 18. Februar 2014 liessen sich die 

Beschwerdegegnerin und die Beschwerdeführerin zur jeweiligen 

Stellungnahme der Gegenpartei nochmals vernehmen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften 

sowie auf den angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 i.V.m. Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) 

kann gegen Einspracheentscheide Beschwerde beim 

Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben werden, in dem die 

versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. 

Vorliegend hat die Beschwerdeführerin Wohnsitz in O.2._____/GR, 

weshalb die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes des Kantons 

Graubünden gegeben ist. Die sachliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichtes ergibt sich aus Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Der 

Einspracheentscheid vom 1. Juli 2011, mit welchem die 

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Beschwerdegegnerin die Einsprache der heutigen Beschwerdeführerin 

abgewiesen hat, stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein 

Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dar. Als Adressatin des 

angefochtenen Einspracheentscheids ist die Beschwerdeführerin berührt 

und weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung auf (Art. 59 

ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

somit einzutreten. 

2. a) Nachfolgend ist in beweisrechtlicher Hinsicht zunächst auf die 

beschwerdeführerischen Beweisanträge (nachfolgend E.2) sowie auf die 

formellen Rügen (nachfolgend E.3 - 6) einzugehen, bevor alsdann die 

materiellen Rügen und Einwände der Beschwerdeführerin zu prüfen sind. 

b) In ihrer Beschwerde vom 8. September 2011 beziehungsweise in ihrer 

Replik vom 23. Februar 2012 beantragt die Beschwerdeführerin unter 

anderem die Edition der verwaltungsgerichtlichen Verfahrensakten 

S 12 22 und 23, der Akten betreffend Kostentragung allfälliger 

Behandlungen der rechten Schulter in den zehn Jahren vor dem 

8. Januar 2011 aus den Händen der H._____ AG sowie die 

neurologischen Abklärungsberichte/Unterlagen aus den Händen von 

Dr. med. D._____, Allgemeine Medizin FMH. Weiter wird die 

Zeugeneinvernahme von Dr. med. D._____, Dr. med. L._____, 

Allgemeine Innere Medizin FMH, und M._____ sowie die Einholung einer 

schriftlichen Auskunft bei Dr. med. N._____ (Chefarzt-Stv. Chirurgie) des 

Krankenhauses O.1._____ beantragt. 

c) Im Verwaltungsbeschwerdeverfahren bestimmt in erster Linie die 

zuständige Verwaltungsbehörde beziehungsweise im 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren das angerufene Gericht, 

welche Beweismittel zur Ermittlung oder Bestätigung des Sachverhalts 

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heranzuziehen und welche Beweismittel zu verwerfen sind. Als Ausfluss 

des Anspruchs auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) 

besitzen Verfahrensbeteiligte das Recht, an der Sachverhaltsabklärung 

mitzuwirken und besonders neue Beweisanträge zu stellen. Allerdings 

sind Beweise im Rahmen des verfassungsmässigen Anspruchs auf 

rechtliches Gehör nur über jene Tatsachen abzunehmen, die für die 

Entscheidung der Streitsache erheblich sind und somit zur Erhärtung der 

behaupteten Tatsache beitragen. Ein Beweismittel ist namentlich dann 

erheblich, wenn es den Entscheid der Behörde zu beeinflussen vermag. 

Auf die Einholung weiterer Beweismittel darf dann verzichtet werden, 

wenn der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, nicht 

rechtserheblich ist, wenn bereits Feststehendes bewiesen werden soll, 

wenn zum Voraus gewiss ist, dass der offerierte Beweis keine 

wesentliche Aufklärung herbeizuführen vermag,oder falls die verfügende 

Behörde den Sachverhalt aufgrund eigener Sachkunde ausreichend 

würdigen kann (sog. antizipierte Beweiswürdigung: vgl. dazu Praxis 

6/2003 Nr. 113 E.2.2; BGE 134 I 140 E.5.3, 127 I 54 E.2b, 124 I 241 E.2, 

124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d). 

d) Vorliegend sind die vorerwähnten beschwerdeführerischen 

Beweisanträge aus den nachfolgend darzulegenden Gründen 

abzuweisen. Einerseits kann auf die Edition der verwaltungsgerichtlichen 

Verfahrensakten S 12 22 und 23 mit Hinweis auf das mittlerweile in 

Rechtskraft erwachsene Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons 

Graubünden S 12 22 und 23 vom 25. Oktober 2013 verzichtet werden. 

Von der Edition der Akten betreffend Kostentragung allfälliger 

Behandlungen der rechten Schulter in den zehn Jahren vor dem 

8. Januar 2011 aus den Händen der H._____ AG kann sodann aufgrund 

der Tatsache, dass der medizinische Vorzustand aus den Akten ohne 

- 13 -

Weiteres ersichtlich ist, abgesehen werden. Ebenfalls nicht erforderlich ist 

die Edition der neurologischen Abklärungsberichte/Unterlagen aus den 

Händen des Hausarztes der Beschwerdeführerin, Dr. med. D._____, da 

einerseits seine Arztberichte bereits bei den Akten liegen und die 

Beschwerdeführerin anderseits nicht genau bezeichnet, welche 

Unterlagen von Dr. med. D._____ noch fehlen sollten. Aus denselben 

Überlegungen kann auch von dessen Einvernahme als Zeuge abgesehen 

werden. Insbesondere ist nicht ersichtlich, welche neuen Erkenntnisse 

mittels eines Zeugnisses von Dr. med. D._____ noch erlangt werden 

könnten. Was die beantragte Zeugeneinvernahme von Dr. med. L._____ 

− welcher den Ausführungen in der Einsprache vom 27. Januar 2011 

(S. 9) zufolge Praxisstellvertreter von Dr. med. D._____ ist − betrifft, legt 

die Beschwerdeführerin in keiner Weise dar, was dieser genau bestätigen 

könnte. Auch vor dem Hintergrund, dass sich den Akten keine 

Anhaltspunkte entnehmen lassen, wonach Dr. med. L._____ die 

Beschwerdeführerin jemals persönlich behandelt hat, erübrigt sich dessen 

Einvernahme als Zeuge. Ebenfalls kann angesichts der medizinischen 

Aktenlage auch von der Einvernahme des damals verantwortlichen 

Physiotherapeuten des Krankenhauses O.1._____, M._____, als Zeuge 

abgesehen werden. Schliesslich ist angesichts der vorliegenden 

medizinischen Aktenlage auch von der Einholung eines Berichtes zur 

Frage der Traumakausalität des operativen Eingriffs an der rechten 

Schulter und der Einholung einer schriftlichen Auskunft hinsichtlich der 

Hintergründe der Indikation für den operativen Eingriff sowie der 

unfallbedingten Auswirkungen des Sturzereignisses auf die rechte 

Schulter/Wirbelsäule jeweils bei Dr. med. N._____ des Krankenhauses 

O.1._____ abzusehen; dies auch deshalb, weil Dr. med. N._____ in das 

Strafverfahren betreffend fahrlässige Körperverletzung zum Nachteil der 

Beschwerdeführerin verwickelt ist und deshalb davon ausgegangen 

werden muss, dass keine objektiven Auskünfte zu erwarten wären 

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beziehungsweise dieser nicht unbefangen Auskunft erteilten könnte. Vor 

diesem Hintergrund sind die erwähnten beschwerdeführerischen 

Beweisanträge in Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung 

abzuweisen. Demgegenüber wurde der beschwerdeführerische 

Beweisantrag auf Edition der neurologischen 

Abklärungsberichte/Unterlagen aus den Händen von Dr. med. I._____, 

Neurologe FMH, vom angerufenen Gericht gutgeheissen, verlangte die 

Instruktionsrichterin doch am 22. Oktober 2012 die erwähnten 

Abklärungsberichte beziehungsweise die Unterlagen bei Dr. med. I._____ 

zur Edition.

e) Auf die von der Beschwerdeführerin beantragte Einvernahme der Zeugen 

P._____, Q._____ und R._____ und S._____ ist weiter hinten einzugehen 

(vgl. E.14b). 

3. a) In formeller Hinsicht rügt die Beschwerdeführerin vorab eine Verletzung 

ihres verfassungsmässigen Anspruchs auf rechtliches Gehör nach Art. 29 

Abs. 2 BV beziehungsweise Art. 42 ATSG, indem sie was folgt ausführt:

 Vorgängig des Einspracheentscheids sei ihr keine Einsicht in den 
Bericht über die Sonografie der Schultern beidseits vom 4. Dezember 
1995 (beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] M28), den Bericht des 
Radiologieinstituts O.3._____ vom 20. Januar 1997 (Bg-act. M28), die 
Stellungnahme des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin 
Dr. med. G._____, Facharzt für Neurologie, vom 1. Juni 2011 (Bg-
act. M27) sowie in den Verlaufsbericht von Dr. med. D._____ vom 
20. Juni 2011 (Bg-act. M29) gewährt worden, obwohl diese Berichte 
und Stellungnahmen entscheidrelevant gewesen seien. Sodann stütze 
sich der angefochtene Entscheid wesentlich auf die Beurteilungen des 
in einem Mandatsverhältnis zur Beschwerdegegnerin stehenden 
beratenden Arztes Dr. med. G._____ ab. Dies obwohl ihr im Hinblick 
auf den neuerlichen Beizug von Dr. med. G._____ vom 1. Juli 2011 
(recte: 1. Juni 2011) die Möglichkeit verwehrt wurde, eigene 
Fragestellungen an den beratenden Arzt zu unterbreiten. Folglich 
seien die Verfahrenskosten der Beschwerdegegnerin zu überbinden, 

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welche überdies unabhängig vom Verfahrensausgang eine 
Parteientschädigung zu entrichten habe.

Demgegenüber negiert die Beschwerdegegnerin eine Verletzung des 

beschwerdeführerischen Akteneinsichtsrechts unter Verweis auf die 

ausführliche Sachverhaltsdarstellung in ihrer Beschwerdeantwort. 

b) Damit ist in Bezug auf den Vorwurf einer Verletzung des rechtlichen 

Gehörs einerseits der Frage nachzugehen, ob die Beschwerdegegnerin 

der Beschwerdeführerin vor Erlass des angefochtenen 

Einspracheentscheids vom 1. Juli 2011 nochmals Gelegenheit zur 

Stellungnahme zu den im Einspracheverfahren eingeholten ärztlichen 

Berichten hätte geben müssen (vgl. nachstehend E.4 f.). Anderseits ist zu 

prüfen, ob die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die 

Möglichkeit hätte einräumen müssen, im Hinblick auf den neuerlichen 

Beizug des beratenden Arztes Dr. med. G._____ vom 1. Juni 2011 eigene 

Fragestellungen zu unterbreiten (vgl. nachstehend E.6). Auf die 

beschwerdeführerischen Ausführungen bezüglich der Verfahrenskosten 

sowie der Parteientschädigung ist sodann am Ende der materiellen 

Prüfung einzugehen (vgl. nachstehend E.17c). 

4. a) Gemäss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, 

anderseits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim 

Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person 

eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht, sich vor Erlass des in ihre 

Rechtstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche 

Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen 

Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher 

Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis 

- 16 -

zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen 

(BGE 132 V 368 E.3 mit weiteren Hinweisen). 

b) Aus Inhalt und Funktion des Akteneinsichtsrechts als Teil des Anspruchs 

auf rechtliches Gehör folgt nach der Rechtsprechung, dass grundsätzlich 

sämtliche beweiserheblichen Akten den Beteiligten gezeigt werden 

müssen, sofern in der sie unmittelbar betreffenden Verfügung darauf 

abgestellt wird. Denn es gehört zum Kerngehalt des rechtlichen Gehörs, 

dass die Verfügungsadressatin vor Erlass eines für sie nachteiligen 

Verwaltungsaktes zum Beweisergebnis Stellung nehmen kann. Das 

Akteneinsichtsrecht ist somit eng mit dem Äusserungsrecht verbunden, 

gleichsam dessen Vorbedingung. Die Versicherte kann sich nur dann 

wirksam zur Sache äussern und geeignete Beweise führen oder 

bezeichnen, wenn ihr die Möglichkeit eingeräumt wird, die Unterlagen 

einzusehen, auf welche sich die Behörde bei ihrer Verfügung gestützt hat. 

Das rechtliche Gehör dient in diesem Sinne einerseits der Sachaufklärung 

und stellt anderseits ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht im 

Verfahren dar. Daraus ergibt sich, dass der Versicherer, welcher neue 

Akten beizieht, auf die er sich in seiner Verfügung zu stützen gedenkt, 

grundsätzlich verpflichtet ist, die Beteiligten über den Aktenbeizug zu 

informieren (BGE 132 V 387 E.3.1, 115 V 302 E.2e; KIESER, ATSG-

Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 42 Rz. 14). 

c) Das Akteneinsichtsrecht bezieht sich auf sämtliche verfahrensbezogenen 

Akten, die geeignet sind, Grundlage des Entscheids zu bilden. Die 

Akteneinsicht ist demnach auch zu gewähren, wenn die Ausübung des 

Akteneinsichtsrechts den Entscheid in der Sache nicht zu beeinflussen 

vermag. Die Einsicht in die Akten, die für ein bestimmtes Verfahren 

erstellt oder beigezogen wurden, kann demnach nicht mit der Begründung 

verweigert werden, die fraglichen Akten seien für den Verfahrensausgang 

- 17 -

belanglos. Es muss vielmehr der Betroffenen selber überlassen sein, die 

Relevanz der Akten zu beurteilen (BGE 132 V 387 E.3.2 mit Hinweis auf 

das Urteil des Bundesgerichtes 2A.444/1995 vom 13. August 1996). 

d) Nach Art. 42 ATSG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. 

Sie müssen nicht angehört werden vor Verfügungen, die durch 

Einsprache anfechtbar sind. Spätestens im Einspracheverfahren hat die 

Verwaltung jedoch die allgemeinen Grundsätze des rechtlichen Gehörs 

zu wahren und folglich der versicherten Person oder ihrem Vertreter 

Einsicht in die Akten zu gewähren, auf deren Grundlage sie den 

Einspracheentscheid abstützt (vgl. RKUV 1992 Nr. U 152 S. 200 E.3b). 

Wird nach Erhebung einer Einsprache festgestellt, dass die 

Entscheidungsgrundlagen unvollständig sind, so ist der Sachverhalt unter 

Wahrung der Parteirechte zu vervollständigen und das 

Verwaltungsverfahren mit dem Einspracheentscheid abzuschliessen 

(BGE 132 V 387 E.4.1, 131 V 431 E.2.1.2.2). 

e) Das Recht auf Akteneinsicht ist wie das Recht, angehört zu werden, 

formeller Natur. Die Verletzung des Rechts auf Akteneinsicht führt 

ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Vorbehalten bleiben 

praxisgemäss Fälle, in denen die Verletzung des Akteneinsichtsrechts 

nicht besonders schwer wiegt und dadurch geheilt wird, dass die Partei, 

deren rechtliches Gehör verletzt wurde, sich vor einer Instanz äussern 

kann, welche sowohl die Tat- als auch die Rechtsfragen uneingeschränkt 

überprüft. Von einer Rückweisung der Sache zur Gewährung des 

rechtlichen Gehörs an die Verwaltung ist im Sinne einer Heilung des 

Mangels selbst bei schwer wiegenden Verletzungen des rechtlichen 

Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem 

formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen 

- 18 -

würde, die mit dem (der Anhörung gleichgestellten) Interesse der 

betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 

vereinbaren wären (BGE 137 I 195 E.2.3.2, 136 V 117 E.4.2.2.2, 

133 I 201 E.2.2, 132 V 387 E.5.1; Urteil des Bundesgerichtes 

4D_111/2010 vom 19. Januar 2011 E.3.1).

5. Dass der Sonographiebericht der Schultern beidseits vom 4. Dezember 

1995 (Bg-act. M28), der Bericht des Radiologieinstituts O.3._____ vom 

20. Januar 1997 (Bg-act. M28), die Stellungnahme des beratenden Arztes 

Dr. med. G._____ vom 1. Juni 2011 (Bg-act. M27) sowie der 

Verlaufsbericht von Dr. med. D._____ vom 20. Juni 2011 (Bg-act. M29) 

Eingang in den angefochtenen Einspracheentscheid vom 1. Juli 2011 

gefunden haben, kann − nachdem im Einspracheentscheid explizit auf 

diese Dokumente Bezug genommen wird − nicht zweifelhaft sein. 

Unzweifelhaft ist des Weiteren, dass diesen Dokumenten eine gewisse 

Entscheidrelevanz zukommt (vgl. E.3.1.1, 3.1.2, 3.1.18, 3.3.2, 3.3.4, 3.3.6 

des angefochtenen Einspracheentscheids vom 1. Juli 2011). Aus diesem 

Umstand kann indessen noch nicht gefolgert werden, die Nichtzustellung 

dieser Berichte an die Beschwerdeführerin vor Erlass des 

Einspracheentscheids stelle eine schwere, keiner Heilung zugängliche 

Verletzung des rechtlichen Gehörs dar. Einerseits wurde der 

Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin bereits vor Erlass der 

angefochtenen Verfügung vom 10. Dezember 2010 jederzeit 

Akteneinsicht gewährt (vgl. Ziff. II 1.3 - 1.5 der Beschwerdeantwort vom 

13. Oktober 2011). Anderseits bestätigen sowohl der Sonographiebericht 

der Schultern beidseits vom 4. Dezember 1995 (Bg-act. M28) als auch 

der Bericht des Radiologieinstituts O.3._____ vom 20. Januar 1997 (Bg-

act. M28) sowie auch die Stellungnahme des beratenden Arztes Dr. med. 

G._____ vom 1. Juni 2011 (Bg-act. M27) im Wesentlichen lediglich den 

medizinischen Vorzustand, wie er bereits in den übrigen medizinischen 

- 19 -

Akten erwähnt ist, so unter anderem auch im Bericht von Dr. med. 

D._____ an den beschwerdeführerischen Rechtsanwalt vom 20. Juli 2010 

(Bg-act. M24). Selbst wenn mit Blick auf die gerügte Verletzung des 

Akteneinsichtsrechts indes eine allfällige Verletzung des rechtlichen 

Gehörs zu bejahen wäre, wäre der Mangel als nachträglich geheilt zu 

qualifizieren, weil es sich aufgrund des eben geschilderten um keine 

schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt und sich die 

Beschwerdeführerin im Rahmen eines doppelten Schriftenwechsels vor 

dem Verwaltungsgericht, das sowohl den Sachverhalt wie auch die 

Rechtslage frei überprüfen kann (volle Kognition), ausführlich zu allen 

Fragen äussern konnte. Überdies würde eine Rückweisung der Sache zur 

Gewährung des rechtlichen Gehörs an die Beschwerdegegnerin zu einem 

formalistischen Leerlauf sowie zu unnötiger Verzögerungen führen. 

Folglich sprechen vorliegend auch verfahrensökonomische Gründe gegen 

eine Rückweisung. 

6. a) Es bleibt in formeller Hinsicht zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin die Möglichkeit hätte einräumen müssen, im Hinblick 

auf den neuerlichen Beizug des beratenden Arztes Dr. med. G._____ 

vom 1. Juni 2011, diesem eigene Fragestellungen zu unterbreiten. Wie 

vorstehend bereits erläutert gebietet es der Gehörsanspruch, in 

verschiedener Weise an der Sachverhaltsabklärung mitwirken zu können. 

So muss die Partei beispielsweise Gelegenheit erhalten, sich bei der 

Gutachtenerstellung zur vorgesehenen sachverständigen Person äussern 

zu können; ferner hat sie Anspruch darauf, Ergänzungsfragen zu stellen 

(vgl. BGE 120 V 357 E.2b). Der Anspruch darauf, Ergänzungsfragen zu 

stellen, kann sich sodann auch bei Stellungnahmen von 

versicherungsinternen sachverständigen Personen ergeben, soweit deren 

Berichte massgebend berücksichtigt werden sollen (KIESER, a.a.O., 

Art. 42 Rz. 17). 

- 20 -

b) Hinsichtlich des von der Beschwerdeführerin erwähnten Arztberichtes von 

Dr. med. G._____ vom 1. Juni 2011 (Bg-act. M27) gilt es festzuhalten, 

dass diesem hinsichtlich der Frage der richtunggebenden oder 

vorübergehenden Verschlimmerung der Diskushernie C5/6 neben allen 

anderen bei den Akten liegenden medizinischen Berichten und 

Stellungnahmen keine Entscheidrelevanz hinsichtlich des 

Einspracheentscheids zukommt. Dies zumal Dr. med. G._____ darin 

lediglich seine Ausführungen zur Diskushernie in den Berichten vom 

1. Juli 2010 (Bg-act. M21) beziehungsweise vom 30. November 2010 (Bg-

act. M25), welche bereits im Zeitpunkt der Verfügung vom 10. Dezember 

2010 vorlagen, bestätigte. Da der erwähnte Bericht von Dr. med. G._____ 

vom 1. Juni 2011 somit gegenüber den bereits bei den Akten liegenden 

medizinischen Berichten keine neuen entscheidrelevanten 

Gesichtspunkte enthält und folglich für den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 1. Juli 2011 nicht von entscheidender 

Bedeutung ist, kann aber auch keine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

vorliegen, wenn die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die 

Möglichkeit verwehrte, im Hinblick auf den Beizug des beratenden Arztes 

eigene Fragen zu unterbreiten. 

c) Zusammenfassend ist damit mit Blick auf die gerügte Verletzung des 

Akteneinsichtsrechts festzuhalten, dass die von der Beschwerdegegnerin 

nicht gewährte Gelegenheit zur Stellungnahme zu den im 

Einspracheverfahren eingeholten ärztlichen Berichten zwar einen Mangel 

im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV beziehungsweise Art. 42 ATSG darstellt, 

welcher aber noch nicht zu einer Verletzung des rechtlichen Gehörs 

beziehungsweise zu einer Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids führt. Denn der Beschwerdeführerin wurde bereits 

vor Erlass der Verfügung vom 10. Dezember 2010 das 

- 21 -

Akteneinsichtsrecht gewährt und die der Beschwerdeführerin nicht zur 

Stellungnahme zugestellten Arztberichte bestätigen lediglich den 

medizinischen Vorzustand, wie er bereits in den übrigen medizinischen 

Akten erwähnt ist. Selbst wenn man diesbezüglich aber von einer leichten 

Gehörsverletzung ausgehen sollte, wäre diese durch das vorliegende 

Beschwerdeverfahren geheilt worden. Ebenfalls keine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs ist in der Tatsache zu sehen, dass die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin die Möglichkeit verwehrt 

hat, im Hinblick auf den neuerlichen Beizug des beratenden Arztes 

Dr. med. G._____ vom 1. Juni 2011 eigene Fragestellungen zu 

unterbreiten. Denn auch der Arztbericht von Dr. med. G._____ vom 

1. Juni 2011 enthält gegenüber den bei den Akten liegenden 

medizinischen Berichten keine neuen entscheidrelevanten 

Gesichtspunkte. 

7. a) Nachdem keine formellen Gründe für eine Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids vom 1. Juli 2011 ausgewiesen sind, ist materiell zu 

prüfen, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen für das Unfallereignis 

vom 8. Januar 2009 infolge Erreichens des Status quo sine zu Recht per 

30. Juni 2009 eingestellt hat und die persistierenden Beschwerden 

(Schmerzen Vorderarm, Hand und Sensibilitätsstörungen) mangels 

natürlichem Kausalzusammenhang verneint hat. 

b) Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 

(UVG; SR 832.20) werden, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, 

die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten gewährt. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die 

plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

- 22 -

Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und 

der gesundheitlichen Schädigung ein natürlicher oder adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 177 E.3). 

c) Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht 

zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 

dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt 

hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 

129 V 177 E.3.1 mit Hinweisen, 126 V 353 E.6b). Ursachen im Sinne des 

adäquaten Kausalzusammenhangs sind Ereignisse, die nach dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung 

an sich geeignet sind, einen Gesundheitsschaden von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Gesundheitsschadens 

also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 

129 V 177 E.3.2). Im Bereich organisch objektiv ausgewiesener 

körperlicher Beeinträchtigungen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich 

hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 

134 V 109 E. 2.1).

- 23 -

8. a) Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 

überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des 

Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr die natürliche und 

adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also 

Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen 

beruht. Dies trifft dann zu, wenn der (krankhafte) Gesundheitszustand 

erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo 

ante), oder wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 

krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt 

hätte (status quo sine; Urteil des Bundesgerichtes 8C_84/2010 vom 

1. Juni 2010 E.2.1 mit Hinweisen).

b) Der Beweis des Wegfalls des natürlichen Kausalzusammenhangs muss 

nicht durch den Nachweis unfallfremder Ursachen erbracht werden. 

Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen 

Beweis zu verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder 

die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei. Entscheidend ist 

allein, ob unfallbedingte Ursachen des Gesundheitsschadens ihre kausale 

Bedeutung verloren haben, also dahingefallen sind (Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_79/2011 vom 9. März 2011 E.2.2 mit Hinweisen). 

Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht 

allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 

ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 

um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast nicht 

bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_79/2011 vom 9. März 2011 E.2.2 mit Hinweisen). 

Dabei ist zu beachten, dass die Parteien im Sozialversicherungsprozess 

eine Beweislast nur insofern tragen, als im Falle der Beweislosigkeit der 

- 24 -

Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen 

gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte (BGE 117 V 261 E.3b). 

Bevor sich aber überhaupt die Frage der Beweislast stellt, ist der 

Sachverhalt im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes richtig und 

vollständig zu klären (Urteil des Bundesgerichtes 8C_354/2007 vom 

4. August 2008 E.2.2).

c) Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale 

Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht 

dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs 

erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben 

erhebliche Zweifel an der Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher 

getroffenen Tatsachenfeststellungen, ist weiter zu ermitteln, soweit von 

zusätzlichen Abklärungsmassnahmen noch neue wesentliche 

Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bundesgerichtes 8C_616/2013 

vom 28. Januar 2014 E.2.1).

9. Zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 

Sozialversicherungsträger und Sozialversicherungsrichter auf Unterlagen 

angewiesen, die ihnen vorab von Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist dabei entscheidend, 

ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, 

in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 

Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 

der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a mit 

- 25 -

Hinweis). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). 

Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen 

medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die 

Beweiswürdigung aufzustellen. In Bezug auf Berichte von Hausärzten 

darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass 

Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen. Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner 

Ärzte kommt sodann Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, 

nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass 

der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger 

steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit 

schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das 

Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet 

erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 

Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die 

Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab 

anzulegen (vgl. zum Ganzen BGE 125 V 351 E.3b, 122 V 157 E.1c mit 

Hinweisen).

10. Unbestritten und durch die Akten ausgewiesen ist vorliegend, dass die 

Beschwerdeführerin am 8. Januar 2009 auf dem Bodenteppich 

ausrutschte und auf die rechte Schulter fiel. Anlässlich der 

Erstbehandlung am Folgetag im Krankenhaus O.1._____ wurde eine 

Schulterkontusion rechts bei Tendinitis calcarea rechts sowie radiologisch 

- 26 -

eine Tendinitis calcarea mit mehreren Kalkdepots an typischer Stelle, 

aber keine frischen ossären Läsionen diagnostiziert (vgl. Unfallmeldung 

UVG [Bg-act. 1], Arztbericht des Krankenhauses O.1._____ vom 13. Mai 

2009 [Bg-act. M1]). Aufgrund der erlittenen Verletzungen war die 

Beschwerdeführerin ab dem 9. Januar 2009 bis zum 2. Mai 2009 zu 

100 % arbeitsunfähig, bevor ab dem 3. Mai 2009 wieder eine vollständige 

Arbeitsfähigkeit (100 %) gegeben war (vgl. Arztbericht des 

Krankenhauses O.1._____ vom 13. Mai 2009 [Bg-act. M1]). Für die 

100%ige Arbeitsunfähigkeit erbrachte die Beschwerdegegnerin 

Taggeldleistungen bis am 30. April 2009 und übernahm die 

Heilbehandlungskosten bis am 30. Juni 2009. Streitig und zu prüfen ist 

nun die Frage, ob die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen für das 

Unfallereignis vom 8. Januar 2009 zu Recht per 30. Juni 2009 eingestellt 

hat und die Unfallkausalität der nach dem operativen Eingriff vom 27. 

Januar 2009 (vgl. vorne Sachverhalt Ziff. 1) geklagten  Beschwerden 

(Schmerzen Vorderarm, Hand und Sensibilitätsstörungen) zu Recht 

verneint hat. Dabei ist insbesondere umstritten, ob der operative Eingriff 

vom 27. Januar 2009 unfallbedingt erfolgt ist.

11. a) In Bezug auf den krankhaften Vorzustand führt die Beschwerdeführerin 

aus, dass es keineswegs gesichert sei, ob damals eine Tendinitis 

calcarea der Supraspinatussehne bestanden habe. Entscheidend sei 

diesbezüglich, dass sie bis zum Sturz am 8. Januar 2009 über zehn Jahre 

im Schulterbereich beschwerdefrei und uneingeschränkt arbeitsfähig 

gewesen sei. Damit habe sich der von der Beschwerdegegnerin 

behauptete krankhafte Vorzustand gesundheitlich bis zum 8. Januar 2009 

nie ausgewirkt. Die Indikation zur Operation vom 27. Januar 2009 sei 

ausschliesslich vor dem Hintergrund des unfallbedingt ausgelösten 

Beschwerdebildes entstanden, wobei ein allfälliger krankhafter 

Vorzustand vor dem Hintergrund von Art. 36 UVG für die Leistungspflicht 

- 27 -

der Beschwerdegegnerin ohne Relevanz wäre. Die Unfallkausalität des 

operativen Eingriffs vom 27. Januar 2009 und der Folgebeschwerden sei 

zu bejahen. Letztlich habe auch die Beschwerdegegnerin den operativen 

Eingriff finanziert und damit die Unfallkausalität des operativen Eingriffs 

anerkannt. 

Die Beschwerdegegnerin ist demgegenüber der Ansicht, dass sich aus 

den medizinischen Unterlagen ein Nachweis eines Vorzustands ableiten 

lasse. Sollte eine Aktivierung erst wieder durch das Unfallereignis vom 

8. Januar 2009 erfolgt sein, so sei diese lediglich vorübergehend erfolgt. 

Im Übrigen habe sie die Kosten für die Operation vom 27. Januar 2009 

übernommen und diesbezüglich gezeigt, dass von einer 

vorübergehenden Verschlimmerung auszugehen sei. Damit sei aber nicht 

belegt, dass das Unfallereignis die einzige Ursache für die Operation 

dargestellt habe. Hinsichtlich der Degeneration einer 

Rotatorenmanschette sei zudem zu beachten, dass diese in hohem 

Masse der Degeneration unterliege, was zusätzlich für einen 

degenerativen Vorzustand spreche. 

b) Wie die Beschwerdegegnerin − bereits im angefochtenen 

Einspracheentscheid − zu Recht ausführte, kann eine Kontusion der 

Schulter eine bisher schmerzfreie degenerative Veränderung zwar 

symptomatisch machen. Im Fall einer Aktivierung hat die 

Unfallversicherung aber nur Leistungen für das unmittelbar im 

Zusammenhang mit dem Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. 

Vorliegend vermögen die medizinischen Akten − entgegen den 

beschwerdeführerischen Ausführungen − ohne Weiteres zu belegen, dass 

bereits vor dem Unfallereignis vom 8. Januar 2009 ein krankhafter 

Vorzustand, und zwar eine Tendinitis calcarea, bestanden hat, welche 

bereits in den Jahren 1995 und 1997 zu massiven therapieresistenten 

- 28 -

Schulterschmerzen rechts geführt hat (vgl. Sonographiebericht vom 

4. Dezember 1995 und MRI-Bericht der rechten Schulter vom 20. Januar 

1997 [Bg-act. M28]). Auch im Operationsbericht vom 27. Januar 2009 

(Bg-act. M2) wurde eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung nach 

vorgängig gleichartiger Erkrankung erwähnt, nachdem bereits anlässlich 

der Erstbehandlung im Krankenhaus O.1._____ vom 9. Januar 2009, 

mithin bloss einen Tag nach dem Unfallereignis, eine Tendinitis calcarea 

mit mehreren Kalkdepots an typischer Stelle festgestellt wurde, aber 

keine frischen ossären Läsionen (vgl. Arztbericht des Krankenhauses 

O.1._____ vom 13. Mai 2009 [Bg-act. M1]). Schliesslich führte auch der 

Hausarzt der Beschwerdeführerin, Dr. med. D._____, in seinem 

Arztbericht vom 20. Juli 2010 (beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 8, 

Bg-act. M24) aus, die Beschwerdeführerin sei bereits in den Jahren 1995 

und 1997 wegen den Schulterbeschwerden rechts bei ihm in Behandlung 

gewesen, wobei er dabei eine Kalkbildung im Bereiche der Gelenkkapsel 

der rechten Schulter festgestellt habe. Anlässlich des operativen Eingriffs 

vom 27. Januar 2009 wurden sodann − wie gesehen − die Kalkdepots 

ausgeräumt und eine Acromioplastik rechts vorgenommen. Eine 

Behandlung unfallbedingter Verletzungen ist demgegenüber nicht 

dokumentiert (vgl. Operationsbericht vom 27. Januar 2009 [Bg-act. M2]). 

Vor diesem Hintergrund erscheint die Beurteilung des 

beschwerdegegnerischen Vertrauensarztes Dr. med. G._____ vom 

30. November 2010 (Bg-act. M25 S. 4 Ad. 3), wonach sämtliche 

strukturellen Veränderungen (Kalkeinlagerungen) rein degenerativ 

bedingt seien und keinen Zusammenhang zum Unfallereignis vom 

8. Januar 2009 hätten, richtig und nachvollziehbar. Dass durch das 

Unfallereignis die diagnostizierten degenerativen Veränderungen 

vorübergehend aktiviert worden sind, wird von der Beschwerdegegnerin 

sodann zu Recht nicht in Frage gestellt, wurde doch eine solche 

vorübergehende Aktivierung des Vorzustandes sowohl von Dr. med. 

- 29 -

D._____ (vgl. sein Arztbericht vom 20. Juli 2010 S. 2 Ziff. 3 [Bf-act. 8, Bg-

act. M24]) und Dr. med. G._____ (vgl. seine Stellungnahme vom 

30. November 2010 [Bg-act. M25]) als auch von Dr. med. F._____ (vgl. 

seine Stellungnahme vom 26. Januar 2010 [Bg-act. M11]) bestätigt. Im 

ärztlichen Bericht des Krankenhauses O.1._____ vom 30. Juni 2009 (Bg-

act. M3) führte Dr. med. N._____ sodann aus, dass die 

Beschwerdeführerin in Bezug auf die Schulterkontusion im Verlauf der 

Betreuung über deutlich weniger Schmerzsymptomatik berichtet und sich 

auch die Beweglichkeit im Schultergelenk deutlich gebessert habe. Vor 

diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, wenn der 

beschwerdegegnerische Vertrauensarzt Dr. med. F._____ in seiner 

Stellungnahme vom 26. Januar 2010 (Bg-act. M11) zum Schluss kam, 

dass der Status quo sine bezüglich der Schulterbeschwerden drei Monate 

nach dem Sturz erreicht gewesen sei und die Beschwerdegegnerin 

daraufhin hinsichtlich der Schulterbeschwerden per 30. Juni 2009 

ebenfalls vom Status quo sine ausgegangen ist. Dies zumal in den Akten 

keine Befunde dokumentiert sind, welche auf eine strukturelle Schädigung 

der Schulter beziehungsweise eine bleibende traumakausale Schädigung 

der Schulter durch das Unfallereignis vom 8. Januar 2009 hindeuten 

würden. Folglich ist die Beschwerdegegnerin aber zu Recht davon 

ausgegangen, dass die strukturellen Veränderungen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit rein degenerativ bedingt sind und keinen 

Zusammenhang zum Unfallereignis vom 8. Januar 2009 haben. 

c) An diesem Ergebnis vermögen weder das Argument, wonach die 

Beschwerdeführerin im Schulterbereich bis zum Unfallereignis vom 

8. Januar 2009 über zehn Jahre beschwerdefrei und uneingeschränkt 

arbeitsfähig gewesen sei noch die Rüge, wonach es sich bei den 

Beurteilungen der beschwerdegegnerischen Vertrauensärzte Dres. med. 

F._____ und G._____ um blosse Aktenbeurteilungen handle, auf welche 

- 30 -

nicht abgestützt werden könne, etwas zu ändern. Einerseits ist nicht 

ersichtlich, was die Beschwerdeführerin aus dem Argument, sie sei bis 

zum Unfallereignis vom 8. Januar 2009 während über zehn Jahren 

beschwerdefrei und uneingeschränkt arbeitsfähig gewesen, für sich 

ableiten möchte. Vielmehr widerlegen die erwähnten medizinischen 

Berichte die beschwerdeführerische Aussage, wonach sich der 

gesundheitliche Vorzustand bis zum 8. Januar 2009 nie ausgewirkt habe. 

Anderseits ist auch die Rüge, wonach auf die Aktenbeurteilungen der 

beschwerdegegnerischen Vertrauensärzte nicht abgestellt werden könne, 

unbegründet, sind doch Aktengutachten nach der Rechtsprechung ohne 

Weiteres zulässig, wenn genügend Unterlagen von persönlichen 

Untersuchungen vorliegen (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 371). Dies ist dann 

der Fall, wenn die Akten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf 

und gegenwärtigen Status ergeben, so dass sich der Experte gesamthaft 

ein lückenloses Bild machen kann (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichtes U 330/02 vom 5. Dezember 2003 E.2.3 mit 

weiteren Hinweisen; vgl. dazu auch vorstehend E.9). Den 

beschwerdegegnerischen Vertrauensärzten lagen vorliegend 

umfangreiche medizinische Berichte von persönlichen Untersuchungen 

vor, weshalb sie ohne Weiteres in der Lage waren, die sich stellenden 

(Kausalitäts-)Fragen zuverlässig und nachvollziehbar zu beantworten. 

Folglich kommt aber ihren Stellungnahmen und Beurteilungen durchaus 

Beweiswert zu. 

12. a) In Bezug auf die Frage, ob hinsichtlich der Diskushernie C4/5 und C5/6 

durch das Unfallereignis vom 8. Januar 2009 eine vorübergehende 

Verschlechterung oder eine traumatisch bleibende Verschlimmerung 

stattgefunden hat, ist zunächst zu beachten, dass es im Bereich des 

Unfallversicherungsrechts einer medizinischen Erfahrungstatsache 

entspricht, dass praktisch alle Diskushernien bei Vorliegen degenerativer 

- 31 -

Bandscheibenveränderungen entstehen und ein Unfallereignis nur 

ausnahmsweise, unter besonderen Voraussetzungen, als eigentliche 

Ursache in Betracht fällt. Als weitgehend unfallbedingt kann eine 

Diskushernie betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer 

Schwere und geeignet war, eine Schädigung der Bandscheibe 

herbeizuführen, und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder 

radikuläres Syndrom) unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit 

auftreten. In solchen Fällen hat die Unfallversicherung praxisgemäss auch 

für Rezidive und allfällige Operationen aufzukommen. Ist indessen die 

Diskushernie bei degenerativem Vorzustand durch den Unfall nur 

aktiviert, nicht aber verursacht worden, so hat die Unfallversicherung nur 

Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem Unfall 

stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Solange der Status quo sine vel 

ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer diesfalls 

gestützt auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern 

auch Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter 

auch die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen. Demnach hat 

die versicherte Person auch Anspruch auf eine − operative Eingriffe mit 

einschliessende − zweckmässige Behandlung. Nach derzeitigem 

medizinischen Wissensstand kann das Erreichen des Status quo sine bei 

posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier 

Monaten erwartet werden, wogegen eine allfällige richtunggebende 

Verschlimmerung röntgenologisch ausgewiesen sein und sich von der 

altersüblichen Progression abheben muss; eine traumatische 

Verschlimmerung eines klinisch stummen degenerativen Vorzustands an 

der Wirbelsäule ist in der Regel nach sechs bis neun Monaten, 

spätestens aber nach einem Jahr, als abgeschlossen zu betrachten 

(Urteile des Bundesgerichtes 8C_412/2008 vom 3. November 2008 

E.5.1.1 - 5.1.3, 8C_326/2008 vom 24. Juni 2008 E.3.1 - 3.3 jeweils mit 

weiteren Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes 

- 32 -

U 354/04 vom 11. April 2005 E.2.2 mit weiteren Hinweisen auf die 

medizinische Literatur; RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich 2012, Art. 6 S. 55 f.). 

b) Vorliegend sind sich die Parteien darin einig, dass der Unfall die 

vorbestehende Bandscheibenproblematik aktiviert beziehungsweise zu 

einer vorübergehenden Verschlimmerung derselben geführt hat. 

Dementsprechend hat die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht 

während rund sechs Monaten bis am 30. Juni 2009 anerkannt. Nicht einig 

sind sich die Parteien in der Frage, ob das Unfallereignis zu einer 

richtunggebenden Verschlimmerung geführt hat. 

c) Aufgrund der medizinischen Aktenlage und dem Unfallereignis vom 

8. Januar 2009 an sich steht vorliegend fest, dass die im Rahmen der 

Abklärungen der Ursachen der Hypästhesien diagnostizierten 

Diskushernien C4/5 und C5/6 von diesem höchstens ausgelöst, nicht aber 

verursacht wurden. Denn einerseits belegen sowohl der Arztbericht von 

Dr. med. D._____ vom 20. Juli 2010 (Bf-act. 8, Bg-act. M24) als auch die 

Stellungnahme des beschwerdegegnerischen Vertrauensarztes Dr. med. 

G._____ vom 1. Juni 2011 (Bg-act. M27) bereits vor dem Unfallereignis 

vom 8. Januar 2009 vorbestehende Diskushernien C4/5 und C5/6. 

Anderseits wurde eine richtunggebende Verschlimmerung dieses 

Vorzustands durch Dr. med. G._____ mit Stellungnahme vom 1. Juni 

2011 (Bg-act. M27) ausdrücklich und nachvollziehbar ausgeschlossen. 

Darin führte er aus, dass sich bei einem Vergleich der HWS-MRI-Bilder 

vom 23. November 2005 und vom 27. August 2009 in beiden Bildern eine 

unveränderte medio-lateral rechtsbetonte Diskushernie C4/5 gezeigt 

hätte. Nach Sichtung der Bilder könne nur eine vorübergehende 

Verschlimmerung nachvollzogen werden. Eine richtunggebende 

- 33 -

Verschlimmerung der Diskushernien sei dagegen radiologisch nicht 

ausgewiesen. Sodann lägen im Befund vom 27. August 2009 auch 

keinerlei Hinweise vor, wonach traumatisch eine Verschlimmerung 

stattgefunden hätte (vgl. Stellungnahmen des beschwerdegegnerischen 

Vertrauensarztes vom 3. November 2010 [Bg-act. M25] und vom 1. Juni 

2011 [Bg-act. M27]). Folglich ist aber mit der Beschwerdegegnerin und 

Dr. med. G._____ eine richtunggebende Verschlimmerung der 

vorbestehenden Diskushernien durch das Unfallereignis vom 8. Januar 

2009 − da eine solche röntgenologisch nicht ausgewiesen ist − zu 

verneinen. Eine vorübergehende Verschlechterung der Diskushernien 

durch das Unfallereignis ist zwar möglich, nicht aber überwiegend 

wahrscheinlich. Dem hat die Beschwerdegegnerin insofern Rechnung 

getragen, als sie ihre Leistungspflicht für die unmittelbar im 

Zusammenhang mit dem Unfallereignis stehenden Beschwerden während 

rund sechs Monaten beziehungsweise bis am 30. Juni 2009 anerkannt 

hat, was vor dem Hintergrund der vorstehend dargestellten 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung in keiner Weise zu beanstanden ist. 

Gestützt wird dieses Ergebnis im Übrigen auch durch das Gutachten der 

Klinik für Neurologie des Kantonsspitals O.4._____ vom 28. August 2013, 

in welchem explizit ausgeführt wird, dass die kernspintomographisch 

2009 und 2013 fehlenden posttraumatischen Veränderungen zusammen 

mit der fehlenden Zunahme der Nackenbeschwerden zum Zeitpunkt des 

Sturzes ein weiteres Argument gegen eine durch den Sturz 

hervorgerufene Progression der HWS-Veränderung seien (Gutachten 

S. 34). Ein weiterer Abklärungsbedarf hinsichtlich der Diskushernien ist 

vor diesem Hintergrund nicht angezeigt. 

13. a) Nach dem operativen Eingriff vom 27. Januar 2009 an der rechten 

Schulter traten bei der Beschwerdeführerin Beschwerden im Sinne von 

Sensibilitätsstörungen und Schmerzen im rechten Arm und an der rechten 

- 34 -

Hand auf. Diesbezüglich ist nachfolgend zu prüfen, ob diese postoperativ 

aufgetretenen Beschwerden noch auf das Unfallereignis vom 8. Januar 

2009 als deren natürliche Ursache zurückzuführen sind. Dabei ist 

insbesondere auch die Frage zu beantworten, ob die am 27. Januar 2009 

durchgeführte Operation unfallbedingt erfolgte oder lediglich 

krankheitsbedingt war. Sollte die Operation unfallbedingt erfolgt sein − 

wobei Teilursächlichkeit nach Art. 36 UVG genügt − wäre die 

Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die persistierenden 

Beschwerden zu bejahen, sofern die Beschwerden tatsächlich auf eine 

konsekutive Plexusläsion des Truncus superior zurückzuführen wären. Ist 

die Operation dagegen nicht unfallkausal, sondern degenerativ 

beziehungsweise krankheitsbedingt erfolgt, gilt folgendes: Im Rahmen 

einer Krankheitsbehandlung, für welche der Unfallversicherer nicht 

leistungspflichtig ist, kann ein Behandlungsfehler ausnahmsweise den 

Unfallbegriff erfüllen, nämlich dann, wenn es sich um grobe und 

ausserordentliche Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar 

um absichtliche Schädigungen handelt, mit denen niemand rechnet noch 

zu rechnen braucht. Ob dabei ein Unfall im Sinne des UVG vorliegt, 

beurteilt sich unabhängig davon, ob der beteiligte Mediziner 

haftpflichtrechtlich eine Sorgfaltspflichtverletzung begangen hat. Ebenso 

wenig besteht eine Bindung an eine allfällige strafrechtliche Beurteilung 

des ärztlichen Verhaltens (SVR 2014 UV Nr. 5 E.4.2, 2013 UV Nr. 7 

E.5.1, 2012 UV Nr. 11 E.6.1 jeweils mit weiteren Hinweisen; RUMO-

JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 31 ff.; zum Ganzen: LARGIER, 

Schädigende medizinische Behandlung als Unfall, Diss., Basel/Genf 

2002). Zur Beantwortung der sich stellenden Fragen bezüglich der 

natürlichen Kausalität stehen neben den bereits erwähnten Arztberichten 

insbesondere auch das interdisziplinäre Gutachten der Klinik für 

Neurologie des Kantonsspitals O.4._____ vom 28. August 2013 

zuhanden der Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden (nachfolgend 

- 35 -

Gutachten) zur Verfügung, welches auf ambulant-neurologischen, 

orthopädischen, elektrophysiologischen, ambulant-anästhesiologischen 

sowie kernspintomographischen Untersuchungen beruht. 

b) Die Beschwerdeführerin führt hinsichtlich der Frage, ob die Operation 

vom 27. Januar 2009 unfallbedingt erfolgte sowie bezüglich der 

nachfolgend zu prüfenden natürlichen Kausalität was folgt aus:

 Die Operation vom 27. Januar 2009 − einschliesslich präoperativer 
Plexusanästhesie − sei ausschliesslich vor dem Hintergrund der 
unfallbedingten Beschwerden erfolgt. Die Beschwerdegegnerin habe 
den operativen Eingriff finanziert und damit die Unfallkausalität des 
Eingriffs anerkannt. Postoperativ habe sich die 
Beschwerdesymptomatik nach dem Eingriff vom 27. Januar 2009 
völlig verändert. Dr. med. E._____ habe im Rahmen einer 
differenzialdiagnostischen Beurteilung mehrfach eine im Rahmen der 
Plexusanästhesie aufgetretene Arm/Plexusläsion als wahrscheinlich 
bezeichnet und dies auch nachvollziehbar begründet. Diese 
Auffassung werde auch von Dr. med. D._____ und Dr. med. I._____ 
geteilt. Und selbst der beschwerdegegnerische Vertrauensarzt 
Dr. med. F._____ habe sich dieser Beurteilung angeschlossen. 
Sodann spreche auch die zeitliche Konnexität des Beschwerdebildes 
zur durchgeführten Operation für die differenzialdiagnostische 
Beurteilung einer Plexusläsion. 

 Soweit sich das Risiko einer Plexusbrachialschädigung im Rahmen 
der Operation realisiert haben sollte, müsse die Beschwerdegegnerin 
dafür auch einstehen. Teilursächlichkeit des Unfallereignisses sei 
ausreichend.

 Bei der Ablehnung in der Verfügung handle es sich nicht um das 
Resultat der erstmaligen Leistungsprüfung, weshalb es Sache der 
Beschwerdegegnerin sei, nachzuweisen, dass die eigentlichen 
Unfallfolgen mit dem Datum der verfügten Leistungseinstellung nicht 
mehr gegeben seien. Dabei müsse das Dahinfallen jeder kausalen 
Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 
mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die 
entsprechende Beweislast liege bei der Beschwerdegegnerin, da es 
sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatsache handle.

- 36 -

 Selbst wenn die Operation aber nicht auf den Unfall zurückgeführt 
werden könnte, wäre die Beschwerdegegnerin zur Prüfung 
verpflichtet, ob ein qualifizierter Behandlungsfehler im Zuge der 
durchgeführten Plexusanästhesie erfolgt sei und damit das 
Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors bei 
medizinischen Eingriffen im Sinne von Art. 4 ATSG erfüllt sei.

 Wegen des komplexen Beschwerdebildes und des dafür mutmasslich 
verantwortlichen multifaktoriellen Geschehens sei eine umfassende 
polydisziplinäre Begutachtung erforderlich. 

Diesen Ausführungen hält die Beschwerdegegnerin im Wesentlichen was 

folgt entgegen:

 Die Operation vom 27. Januar 2009 sei nicht unfallbedingt erfolgt. 
Sodann handle es sich bei der fraglichen Plexusläsion um ein neues 
Beschwerdebild, welches von der Beschwerdegegnerin nie anerkannt 
worden sei. Es lägen keine Hinweise für eine Plexusläsion anlässlich 
der nicht unfallbedingten Operation vom 27. Januar 2009 vor. Eine 
Plexusläsion habe denn auch nie dokumentiert worden können. 
Vielmehr sei das Vorliegen einer Plexusschädigung alleine aufgrund 
der zeitlichen Koinzidenz als Differenzialdiagnose postuliert worden. 
Alle neurologischen Befunde sprächen gegen eine entsprechende 
Schädigung und es hätten sich auch später, als die Plexusschädigung 
dann als wahrscheinlich betrachtet worden sei, keine entsprechenden 
Hinweise gezeigt. Auch Dr. med. I._____ habe eine Plexusläsion zwar 
als möglich erachtet, jedoch nicht als überwiegend wahrscheinlich. 
Der blosse Verdacht oder die blosse Möglichkeit des Vorliegens einer 
Plexusläsion genüge aber dem im Sozialversicherungsrecht geltenden 
Beweisgrundsatz der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht. Da es 
sich bei einer allfälligen Plexusläsion um ein bekanntes Risiko handle 
und eine Nervenverletzung in einem solchen Fall gemäss geltender 
Rechtsprechung nicht als aussergewöhnlicher Faktor gewertet werde 
(BGE 121 V 35), liege auch kein neues Unfallereignis im Sinne von 
Art. 4 ATSG vor. 

c) Gemäss vorerwähntem Gutachten liegen verschiedene Ursachen vor, 

welche für die chronischen belastungsabhängigen Schulter-Arm-

Schmerzen verantwortlich sein könnten. Entsprechend gehen die 

Gutachter denn auch von einer multifaktoriellen Genese der Beschwerden 

aus, wobei das Impingement-Syndrom der rechten Schulter, was die 

- 37 -

Belastungsabhängigkeit der Beschwerden erklären könne, im 

Vordergrund stehe. Eine Schädigung von Teilen des Truncus superior 

des Plexus zervikobrachialis rechts als weitere Schmerzursache und auch 

als Ursache des Taubheitsgefühls im Bereich von Oberarm, Unterarm 

und Daumen sei möglich. Ein zervikoradikuläres Schmerz- und sensibles 

Ausfallsyndrom C6 rechts sowie ein elektrophysiologisch verifiziertes 

Karpaltunnelsyndrom rechts seien weitere Komponenten der 

multifaktoriellen Genese der Beschwerden. 

Nachfolgend ist gestützt auf die vorhandene medizinische Aktenlage die 

Unfallkausalität für jedes einzelne der soeben erwähnten 

Beschwerdebilder gesondert zu prüfen. 

aa) Subacromiales Impingement-Syndrom der rechten Schulter

Gemäss Gutachten stehe hinsichtlich der Schmerzursache das 

subacromiale Impingement-Syndrom im Vordergrund, welches 

typischerweise in den lateralen Arm ausstrahlende Schmerzen 

verursachen könne (vgl. Gutachten S. 33). Wie vorstehend aber bereits 

ausgeführt kann das subacromiale Impingement-Syndrom nicht auf das 

Unfallereignis vom 8. Januar 2009 zurückgeführt werden. Zwar hat das 

Unfallereignis zu einer vorübergehenden Verschlechterung des 

Vorzustands geführt, wobei der Status quo sine nach drei, spätestens 

aber im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nach rund sechs Monaten am 

30. Juni 2009 eingetreten war (vgl. vorstehend E.11b). Dies wird im 

Übrigen auch von Dr. med. K._____, Facharzt FMH für Chirurgie, 

bestätigt, welcher in seiner Stellungnahme vom 19. November 2013 

davon ausgeht, dass die rein kontusionsbedingte Schmerzsymptomatik 

ohne nachweisbare strukturelle Schädigung nach der allgemeinen 

Erfahrung nach spätestens drei Monaten ausgeheilt gewesen sei. Weiter 

hielt er fest, dass anlässlich des operativen Eingriffs vom 27. Januar 2009 

- 38 -

keine Schädigungen behandelt worden seien, die in einem kausalen 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 8. Januar 2009 stünden. Die 

anlässlich des operativen Eingriffs durchgeführten Massnahmen würden 

sich vollumfänglich auf den gesicherten Vorzustand beziehen. Dafür 

spricht im Übrigen auch der Operationsbericht vom 27. Januar 2009 (Bg-

act. M2), wo unter Operationsdiagnose ein „Rezidivierendes 

subacromiales Impingement bei Tendinitis calcarea vor allem der 

Infraspinatus-Sehne, frozen shoulder“ angegeben wurde. Vor diesem 

Hintergrund ist vorliegend davon auszugehen, dass das Unfallereignis 

zwar zu einer vorübergehenden Verschlechterung des Vorzustands 

geführt hat, der Status quo sine aber nach drei Monaten, spätestens aber 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung per 30. Juni 2009, eingetreten war. 

Diese Zeitspanne hat die Beschwerdeführerin vorliegend aber nicht 

abgewartet, sondern am 27. Januar 2009 interkurrent einen operativen 

Eingriff durchführen lassen, wobei anlässlich dieses Eingriffs 

ausschliesslich vorbestehende Befunde behandelt wurden. Folglich ist 

aber das subacromiale Impingement-Syndrom nicht auf das Unfallereignis 

vom 8. Januar 2009 zurückzuführen. Daran vermögen auch die 

anderslautenden Ausführungen der Beschwerdeführerin − insbesondere 

in deren Stellungnahme vom 15. November 2013 − nichts zu ändern. 

bb) Läsion von Teilen des Truncus superior des Plexus zervikobrachialis 

rechts

Erstmals erwähnt wurde die Plexusläsion im Arztbericht von Dr. med. 

I._____ vom 27. September 2009, wo dieser ausführte, dass aufgrund der 

Anamnese mit initialer, über einen Monat persistierenden Anästhesie des 

rechten Arms und teilweiser Rückbildung sowie des klinischen Befundes 

mit (reiner) Sensibilitätsstörung und positivem 

Schultergürtelprovokationsmanöver mit hoher Wahrscheinlichkeit eine 

residuelle, rein sensible Läsion des Plexus brachialis vorliegen dürfte. 

- 39 -

Diesen Befund liess Dr. med. I._____ mittels MRI genauer abklären, 

weshalb er die Beschwerdeführerin an Dr. med. T._____, Radiologie 

FMH, überwies. Dieser konnte jedoch im MRI des Plexus brachialis keine 

Anzeichen einer entsprechenden Läsion nachweisen (vgl. MRI-Bericht 

des Plexus brachialis vom 29. September 2009 [Bg-act. M6]). Auch 

anlässlich der neurologischen und elektrophysiologischen Untersuchung 

vom 14. Dezember 2009 durch Dr. med. E._____, Oberarzt in Neurologie, 

fanden sich sodann keine Hinweise auf eine Plexusläsion. Lediglich 

aufgrund der zeitlichen Korrelation wurde eine mögliche Plexusläsion 

diskutiert (vgl. Arztbericht von Dr. med. E._____ vom 14. Dezember 2009 

[Bg-act. M9 S. 4]). In weiteren Berichten wurde diese Differenzialdiagnose 

sodann teilweise übernommen, so auch vom beschwerdegegnerischen 

Vertrauensarzt Dr. med. F._____, der in seiner Stellungnahme vom 

25. Mai 2010 (Bg-act. M15) ausführte, es hätten sich seit der Operation 

neue Beschwerden eingestellt, die wahrscheinlich auf den operativen 

Eingriff oder die angewandte Plexusanästhesie zurückzuführen seien. 

Eine medizinische Begründung hierfür ist dem Bericht von Dr. med. 

F._____ indes nicht zu entnehmen. Nachdem die Nackenschmerzen mit 

der selektiven Wurzelinfiltration C5 und C6 sowie die 

Einschlafsensationen der rechten Hand mit Ausnahme des Daumens mit 

der lokalen Steroidinfiltration in den Karpalkanal gelindert werden 

konnten, führte Dr. med. E._____ im Verlaufsbericht vom 8. April 2010 

(Bg-act. M19) aus, dass die unveränderten Schmerzen in der Schulter mit 

Ausstrahlung in den Daumen wahrscheinlich auf eine Plexusläsion 

zurückzuführen seien, welche im Rahmen der Plexus-Anästhesie am 

27. Januar 2009 aufgetreten sei. Auch diesem Bericht ist keine 

eingehendere medizinische Begründung zu entnehmen. 

Demgegenüber führte Dr. med. G._____ in seinen Berichten vom 1. Juli 

2010 (Bg-act. M21) sowie vom 30. November 2010 (Bg-act. M25) aus, 

- 40 -

dass eine Schädigung des Plexus nie habe dokumentiert werden können; 

insbesondere hätten sich unauffällige nadelmyographische 

Kurzexplorationen ohne jegliche Denervationszeichen in den 

untersuchten Muskeln gezeigt, welche allesamt von einzelnen, durch den 

Plexus brachialis rechts verlaufenden Nerven versorgt würden, und auch 

die F-Wellen seien unauffällig gewesen, wobei hier die Nervenabschnitte 

vom Plexusbereich ebenfalls benötigt würden. Schliesslich hätten sich 

völlig unauffällig somato-sensorisch evozierte Potentiale bei Reizung des 

N. medianus gezeigt, welche bei einer Schädigung im Plexusbereich 

pathologisch hätten ausfallen müssen. Eine Plexusläsion müsse zur 

Erklärung der Beschwerden aber auch nicht angenommen werden; 

vielmehr liessen sich diese durch die radikulären Beschwerden C5 und 

C6 sowie ein Karpaltunnelsyndrom restlos erklären. 

Schliesslich erachten auch die Gutachter des Kantonsspitals O.4._____ 

eine postoperativ hinzugekommene Läsion von Teilen des Truncus 

superior des Plexus zervikobrachialis rechts lediglich als möglich, da 

unmittelbar postoperativ nach einer Operation in Plexusanästhesie, 

welche eine Schädigung des Plexus zervikobrachialis in 1 bis 3.3 % zur 

Folge haben könne, ein Taubheitsgefühl im rechten Arm aufgetreten sei, 

welches bei Lokalisation im Daumen, radialem Unterarm und 

streckseitigem Oberarm Teilen des Truncus superior zugeordnet werden 

könne. Bei fehlenden elektrophysiologischen sowie bildmorphologischen 

Korrelaten würden sich indes keine Hinweise auf eine relevante axonale 

Läsion ergeben, wobei eine solche Läsion auch nicht gänzlich 

ausgeschlossen werden könne (vgl. Gutachten S. 33 f.).

Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass keiner der Ärzte die 

Ursache der nach Plexusanästhesie am 27. Januar 2009 verbleibenden 

Sensibilitätsstörungen mit Sicherheit angeben konnte. Vielmehr hielten 

- 41 -

Dr. med. I._____, Dr. med. F._____ sowie auch Dr. med. E._____ 

lediglich fest, dass die unveränderten Schmerzen in der Schulter mit 

Ausstrahlung in den Daumen wahrscheinlich beziehungsweise mit hoher 

Wahrscheinlichkeit auf eine Plexusläsion zurückzuführen sein dürften, 

welche im Rahmen der Plexus-Anästhesie am 27. Januar 2009 

aufgetreten sei. Folglich ist eine postoperative Läsion des Plexus 

brachialis zwar möglich; sie kann aber nicht mit dem im Bereich des 

Sozialversicherungsrechts notwendigen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit bewiesen werden. Vor diesem Hintergrund ist es denn 

auch nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin das Vorliegen 

einer Plexusläsion nie anerkannt hat. Somit hat aber die 

Beschwerdeführerin die Folgen einer Beweislosigkeit der von ihr 

behaupteten Unfallkausalität dieses Beschwerdebildes zu tragen.

Bei dieser Sachlage erübrigt sich sowohl die von der Beschwerdeführerin 

und Dr. med. E._____ beantragte Einholung eines ausführlichen 

polydisziplinären Gutachtens für eine detaillierte Abklärung und 

Differenzierung der Beschwerden (vgl. Arztbericht vom 4. Mai 2010 [Bg-

act. M23]) als auch die von Dr. med. D._____ beantragte erneute 

neurologische Beurteilung der Frage der möglichen residuellen 

Beschwerden als Folge einer Plexusverletzung durch die 

Plexusanästhesie (vgl. Arztbericht vom 20. Juli 2010 [Bf-act. 8; Bg-

act. M24]). Denn einerseits sind sich sämtliche Ärzte dahingehend einig, 

als eine postoperative Läsion des Plexus höchstens möglich ist, diese 

aber nicht mit dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit bewiesen werden kann. Daran dürfte auch die 

Einholung einer weiteren Expertenmeinung nichts ändern. Anderseits liegt 

mit dem Gutachten der Klinik für Neurologie des Kantonsspitals 

O.4._____ vom 28. August 2013 bereits ein interdisziplinäres Gutachten 

bei den Akten, welchem voller Beweiswert zuzuerkennen ist, selbst wenn 

- 42 -

im Fokus der Exploration nicht eine Kausalitätsbeurteilung stand, sondern 

mit dem Gutachten eine Beurteilungsgrundlage für das Strafverfahren 

geschaffen werden sollte. Dies vermag jedoch nichts an der Tatsache zu 

ändern, dass das Gutachten für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen (ambulant-neurologischen, orthopädischen, ambulant-

anästhesiologischen sowie elektrophysiologischen und bildgebenden) 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurde und überdies in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und nachvollziehbar 

ist. Des Weiteren ist auch zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin, 

nachdem Dr. med. D._____ im Bericht vom 20. Juli 2010 ausführte, dass 

die Frage der möglichen residuellen Beschwerden als Folge einer 

Plexusläsion durch die Plexusanästhesie eventuell von einem Neurologen 

zu beantworten sei, die Akten erneut ihrem Vertrauensarzt Dr. med. 

G._____ − und damit einem Neurologen − zur Beurteilung dieser Frage 

vorlegte und dieser in der Folge die gestellte Frage abschliessend und 

ausführlich beantwortete. In der entsprechenden Stellungnahme führte 

Dr. med. G._____ unter anderem auch aus, dass eine erneute 

neurologische Untersuchung den Verdacht auf eine Plexusschädigung 

wohl vollkommen beseitigen könnte. Notwendig für eine weitere Therapie 

sei eine erneute neurologische Untersuchung indes nicht (vgl. 

Stellungnahme von Dr. med. G._____ vom 30. November 2010 [Bg-

act. M25]). 

Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, eine Plexusläsion sei 

gemäss Gutachten gar nicht erforderlich, da eine Nervenschädigung auch 

durch die Verwendung von Lokalanästhetika erfolgen könne. Vorliegend 

sei dokumentiert, dass anlässlich der Operation das Medikament 

Adrenalin zwecks Hinderung einer Ausdehnung des Lokalanästhetikums 

in die gesamte Blutbahn eingesetzt worden sei. Da dieser Aspekt 

- 43 -

bezüglich der Ursachen und der Kausalitätsproblematik von der 

Gutachterin nicht weiter behandelt worden sei, seien weitere 

diesbezügliche Abklärungen erforderlich. Im mehrfach erwähnten 

Gutachten wird bezüglich einer allfälligen Nervenschädigung durch die 

Verwendung von Lokalanästhetika was folgt ausgeführt (vgl. Gutachten S. 

44): „Eine Möglichkeit für eine Nervenschädigung durch eine 

interskalenäre Plexusanästhesie ist die Verwendung von 

Lokalanästhetika, denen vasokonstringierende (=gefässverengende) 

Medikamente zugesetzt werden. Im Fall [der Beschwerdeführerin] wurde 

mit dem Medikament Adrenalin ein solches Mittel zugesetzt. Durch die 

Gefässverengung wird das Lokalanästhetikum daran gehindert, sich in 

der gesamten Blutbahn auszubreiten, was einerseits die Wirksamkeit der 

Nervenblockade steigert, andererseits aber auch die Nebenwirkungen 

des Lokalanästhetikums reduziert. Allerdings wird durch Adrenalin auch 

die Durchblutung des betreffenden Nerven reduziert, was wiederum zu 

einer Minderversorgung des Nerven mit Blut und Sauerstoff - und damit 

zu einer Funktionseinschränkung - führen kann. Dies wird in der Literatur 

in einigen wenigen Einzelfällen als ursächlich für eine 

Funktionseinschränkung nach Plexusanästhesien vermutet. Der Zusatz 

von solchen vasokonstringierenden Medikamenten gilt jedoch als lege 

artis für die Plexusanästhesie und wird dementsprechend in vielen 

Zentren so durchgeführt.“ Somit trifft es zwar zu, dass der 

Beschwerdeführerin anlässlich der Operation vom 27. Januar 2009 zur 

Verhinderung der Ausbreitung des Lokalanästhetikums in der gesamten 

Blutbahn das Medikament Adrenalin zugesetzt wurde. Dies kann gemäss 

Gutachten zu einer Minderversorgung des Nerven mit Blut und Sauerstoff 

- und damit zu einer Funktionseinschränkung - führen. Zumindest werde 

dies − so die Gutachter − in der Literatur in einigen wenigen Einzelfällen 

als ursächlich für eine Funktionseinschränkung nach Plexusanästhesien 

vermutet. Im konkreten Fall liegen allerdings keinerlei Anhaltspunkte vor, 

- 44 -

wonach die Verabreichung des Medikaments Adrenalin tatsächlich 

ursächlich für die − offensichtlich höchst selten auftretenden − 

Funktionseinschränkung sein sollte. Vielmehr stellt dies lediglich eine 

weitere − höchst unwahrscheinliche − Möglichkeit dar. Folglich sind aber 

die postoperativ aufgetretenen Funktionsstörungen auch nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit auf die lege artis vorgenommene 

Verabreichung des Medikaments Adrenalin zurückzuführen. Vor dem 

Hintergrund, dass der Zusatz von solchen vasokonstringierenden 

Medikamenten als lege artis für die Plexusanästhesie gilt und 

dementsprechend häufig durchgeführt wird, erübrigen sich weitere 

diesbezügliche Abklärungen. 

cc) Zervikoradikuläres Schmerz- und sensibles Ausfallsyndrom C6 rechts

Als weitere Ursache wird im Gutachten ein zervikoradikuläres Schmerz- 

und sensibles Ausfallsyndrom C6 rechts genannt. Wie vorstehend bereits 

dargestellt sind diese Beschwerden indes nicht unfallkausal (vgl. E.12c). 

Einerseits führte der beschwerdegegnerische Vertrauensarzt Dr. med. 

G._____ in der Stellungnahme vom 1. Juni 2011 (Bg-act. M27) 

diesbezüglich aus, er habe die MRI-Bilder vom 27. August 2009 mit 

denjenigen vom 21. November 2005 verglichen und dabei keine 

Veränderung des degenerativen Vorzustands auf Höhe C5/6 feststellen 

können. Anderseits geht aus dem Gutachten hervor, dass das 

zervikoradikuläre Schmerz- und sensible Ausfallsyndrom C6 rechts auch 

erst im Verlauf ab Anfang 2010 klinisch relevant geworden sei. Die 

kernspintomographisch 2009 und 2013 fehlenden posttraumatischen 

Veränderungen zusammen mit der fehlenden Zunahme der 

Nackenbeschwerden zum Zeitpunkt des Sturzes seien ein weiteres 

Argument gegen eine durch den Sturz hervorgerufene Progression der 

HWS-Veränderung. Folglich handelt es sich aber auch beim 

- 45 -

zervikoradikulären Schmerz- und sensiblen Ausfallsyndrom C6 rechts 

nicht um unfallkausale Beschwerden.

dd) Karpaltunnelsyndrom rechts

Hinsichtlich des im Gutachten erwähnten Karpaltunnelsyndroms rechts, 

welches die Schulter-Armbeschwerden sowie ein Taubheitsgefühl im 

Daumen rechts erklären könnte, führte bereits der 

beschwerdegegnerische Vertrauensarzt Dr. med. G._____ in der 

Stellungnahme vom 1. Juli 2010 (Bg-act. M21), aus, dass das 

Unfallereignis vom 8. Januar 2009 bezüglich des Karpaltunnelsyndroms 

auf Dauer irrelevant sei. Dieses Ergebnis wird sodann auch durch die 

Gutachter des Kantonsspitals O.4._____ gestützt, welche diesbezüglich 

ausführten, dass der fehlende Nachweis in der Untersuchung vom 

21. September 2009 [durch Dr. med. I._____] annehmen lasse, dass 

diese Pathologie erst im Verlauf, d.h. einige Monate nach dem 

Unfallereignis und der Operation einen Beitrag zu den Beschwerden 

geleistet habe (Gutachten S. 35). Da die übrigen medizinischen Akten 

keine gegenteiligen Anhaltspunkte enthalten, ist davon auszugehen, dass 

es sich auch beim Karpaltunnelsyndrom rechts nicht um unfallkausale 

Beschwerden handelt. 

ee) Postoperativer neuropathischer Narbenschmerz

Schliesslich wird im Gutachten noch ausgeführt, dass der Beginn des 

Taubheitsgefühls im Narbenbereich am rechten Oberarm und die 

Allodynie der Narbe annehmen lasse, dass im Verlauf ein postoperativer 

neuropathischer Narbenschmerz hinzugekommen sei, dessen zeitlicher 

Beginn schwierig festzulegen sei (Gutachten S. 34). Dass dieser 

Narbenschmerz in keinerlei Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 

27. Januar 2009 steht, bedarf keiner weiteren Ausführungen. 

- 46 -

d) Somit können aber die von der Beschwerdeführerin postoperativ 

geklagten Schulter-Arm-Beschwerden rechts trotz multifaktorieller 

Genese nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das 

Unfallereignis vom 8. Januar 2009 zurückgeführt werden. Sodann ist auch 

die Operation einschliesslich der Anästhesie nicht Kernursache der 

postoperativ aufgetretenen Beschwerdesymptomatik. Hauptverantwortlich 

hierfür ist − wie aus dem Gutachten des Kantonsspitals O.4._____ 

deutlich hervorgeht − vielmehr das Impingement-Syndrom der rechten 

Schulter, welches aber − wie gesehen − nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 8. Januar 2009 

zurückzuführen ist (vgl. vorstehend E.13c/aa). Eine anlässlich des 

operativen Eingriffs vom 27. Januar 2009 erfolgte Schädigung von Teilen 

des Truncus superior des Plexus zervikobrachialis rechts als Grund für 

die Schulterbeschwerden erachten die Gutachter des Kantonsspitals 

O.4._____ − wie auch die übrigen involvierten Ärzte − bestenfalls als 

möglich, was jedoch nicht ausreicht, um mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine unfallkausale Genese dieses 

Befundes herzuleiten.

Die nach dem Unfallereignis vom 8. Januar 2009 aufgetretene reaktive 

Schmerzsymptomatik  an der rechten Schulter (ohne nachweisbare 

strukturelle Schädigung) stellte denn auch keine Indikation für den 

operativen Eingriff vom 27. Januar 2009 dar. Als Operationsdiagnose 

wurde damals ein rezidivierendes subacromiales Impingement bei 

Tendinitis calcarea vor allem der Infraspinatussehne und eine frozen 

shoulder genannt (vgl. Operationsbericht vom 27. Januar 2009 [Bg-

act. M2]). Aus dieser Diagnose kann kein unfallkausaler Befund 

entnommen werden. Der operative Eingriff vom 27. Januar 2009 wurde 

somit einzig aufgrund unfallfremder Befunde vorgenommen, womit 

gleichzeitig auch gesagt ist, dass die Operation nicht unfallbedingt erfolgt 

- 47 -

ist. Wohl führte das Unfallereignis zu einer vorübergehenden Aktivierung 

der vorbestehenden degenerativen Veränderungen an der rechten 

Schulter. Dies vermag aber nichts an der Tatsache zu ändern, dass 

anlässlich des operativen Eingriffs vom 27. Januar 2009 einzig die 

Kalkdepots ausgeräumt und eine Acromioplastik vorgenommen wurde, 

während eine Behandlung unfallbedingter Verletzungen nicht 

dokumentiert ist und somit die Operation allein der Behebung 

krankheitsbedingter Beschwerden diente. Dafür, dass die Operation vom 

27. Januar 2009 nicht unfallbedingt erfolgt ist, spricht im Übrigen auch die 

Tatsache, dass es die Beschwerdeführerin war, welche sich für den 

operativen Eingriff entschieden hat, da unter konservativer Behandlung 

keine Besserung der reaktiven Schmerzsymptomatik erreicht werden 

konnte. Eine Weiterführung der konservativen Behandlung kam für die 

Beschwerdeführerin hingegen nicht mehr in Frage (vgl. Austrittsbericht 

des Krankenhauses O.1._____ vom 4. Februar 2009 [Bg-act. M2/B1]).

e) Damit bleibt die Frage zu klären, ob im Zuge des durchgeführten 

operativen Eingriffs vom 27. Januar 2009 ein Behandlungsfehler 

vorgefallen ist, welcher das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des 

äusseren Faktors bei medizinischen Eingriffen im Sinne von Art. 4 ATSG 

erfüllt und damit eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu 

begründen vermag. Wie vorstehend bereits erläutert (vgl. E.13a) kann im 

Rahmen einer Krankheitsbehandlung, für welche der Unfallversicherer 

nicht leistungspflichtig ist, ein Behandlungsfehler nur ausnahmsweise den 

Unfallbegriff erfüllen, nämlich dann, wenn es sich um grobe und 

ausserordentliche Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten oder sogar 

um absichtliche Schädigungen handelt, mit denen niemand rechnet noch 

zu rechnen braucht (RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., Art. 6 S. 32). Im 

konkreten Fall liegen allerdings keinerlei Anhaltspunkte vor, welche auf 

grobe und ausserordentliche Verwechslungen und Ungeschicklichkeiten 

- 48 -

oder sogar absichtliche Schädigungen beziehungsweise auf einen 

ungewöhnlichen äusseren Faktor im Sinne von Art. 4 ATSG hindeuten 

würden. Einerseits wird im Gutachten explizit bestätigt, dass sowohl die 

Operation als auch die Plexusanästhesie vom 27. Januar 2009 lege artis 

durchgeführt wurden (Gutachten S. 43 f.). Anderseits stellt die 

Plexusläsion gemäss Gutachten ein bekanntes Operations-/Narkoserisiko 

dar, wobei die Operation selbst, die Lagerung, die Anästhesie, 

vorbestehende Grunderkrankungen der Patientin, Minderdurchblutungen 

des Gewebes sowie weitere Faktoren ursächlich dafür in Betracht kämen 

(Gutachten S. 47). Folglich kann aber weder in der Operation noch in der 

Anästhesie vom 27. Januar 2009 ein Unfall im Sinne von Art. 4 ATSG 

erblickt werden, da sowohl die Operation als auch die Anästhesie lege 

artis durchgeführt wurden. Zudem wurde die Beschwerdegegnerin − wie 

dem Gutachten weiter zu entnehmen ist (Gutachten S. 39 ff.) − auch über 

die Risiken der Operation und der Anästhesie ausreichend aufgeklärt. 

Weitere diesbezügliche medizinische Abklärungen − insbesondere die 

von der Beschwerdeführerin beantragte Einholung eines polydisziplinären 

Gutachtens − sind vor diesem Hintergrund nicht angezeigt (vgl. dazu auch 

die vorstehenden Ausführungen hinsichtlich der beantragten Einholung 

eines polydisziplinären Gutachtens unter E.13c/bb). 

14. a) Des Weiteren beantragt die Beschwerdeführerin − selbst im Falle der 

Beschwerdeabweisung − die Erbringung weiterer 

Versicherungsleistungen (Erwerbsausfall, Behandlungskosten etc.) für die 

Periode Mai bis Juni 2009. Wie den bei den Akten liegenden 

Leistungsabrechnungen zu entnehmen ist, erbrachte die 

Beschwerdegegnerin für die 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

Taggeldleistungen bis am 30. April 2009 und übernahm darüber hinaus 

noch Heilbehandlungskosten bis am 30. Juni 2009. Aktenkundig ist des 

Weiteren, dass die damalige Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin 

- 49 -

(C._____ AG) das Arbeitsverhältnis am 27. März 2009 per 30. April 2009 

− der Beschwerdeführerin zufolge unfallbedingt − gekündigt hat (vgl. 

Kündigung des Anstellungsverhältnisses [Bf-act. 10]) und die 

Beschwerdeführerin in der Folge beträchtliche Einkommenseinbussen in 

Kauf nehmen musste, bevor sie per 1. Oktober 2010 eine neue 

Festanstellung als Pflegerin eines betagten Ehepaars antreten konnte 

(vgl. Arbeitsvertrag vom 1. Oktober 2010 [Bf-act. 30]). 

b) Gemäss Art. 16 UVG hat die Versicherte Anspruch auf ein Taggeld, wenn 

sie infolge des Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig ist (Abs. 1). Der 

Anspruch auf Taggeld entsteht am dritten Tag nach dem Unfalltag. Er 

erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem 

Beginn einer Rente oder mit dem Tod der Versicherten (Abs. 2). Gemäss 

Art. 25 Abs. 1 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 

832.202) wird das Taggeld für alle Tage, einschliesslich der Sonn- und 

Feiertage ausgerichtet. Wenn die Beschwerdeführerin nun − selbst im 

Falle der Beschwerdeabweisung − die Erbringung weiterer 

Versicherungsleistungen (Erwerbsausfall, Behandlungskosten etc.) für die 

Periode Mai und Juni 2009 beantragt, erweist sich dieses Begehren 

hinsichtlich der Heilungskosten als unbegründet, wurden diese doch 

erwiesenermassen bis Ende Juni 2009 erbracht. Darüber hinaus besteht 

− wie vorstehend erläutert − kein Anspruch auf die Übernahme weiterer 

Heilungskosten durch die Beschwerdegegnerin. Demgegenüber erweist 

sich das beschwerdeführerische Begehren bezüglich Taggelder − 

zumindest teilweise − als begründet. Denn obwohl vorliegend eine 

Arbeitsunfähigkeit bis am 2. Mai 2009 ausgewiesen ist (vgl. Arztbericht 

UVG des Krankenhauses O.1._____ vom 13. Mai 2009 [Bg-act. M1]), 

erbrachte die Beschwerdegegnerin − wie sie in ihrer Beschwerdeantwort 

vom 13. Oktober 2011 selber bestätigte (S. 6 Ziff. 2.2) − 

Taggeldleistungen nur bis am 30. April 2009. Da der Anspruch auf 

- 50 -

Taggeldleistungen aber gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG so lange besteht, wie 

die Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist, hat die Beschwerdeführerin bis 

am 2. Mai 2009 Anspruch auf Taggelder. Folglich hat aber die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin noch für zwei Tage (1. und 

2. Mai 2009) Taggeldleistungen nachzubezahlen. An diesem Ergebnis 

vermag die Tatsache, dass die C._____ AG das Arbeitsverhältnis mit der 

Beschwerdeführerin am 27. März 2009 per 30. April 2009 gekündigt hat, 

nichts zu ändern, da in Art. 16 Abs. 2 Satz 2 UVG nicht vorgesehen ist, 

dass ein einmal entstandener Anspruch auf Taggeldleistungen mit 

Dahinfallen des nachgewiesenen Verdienstausfalls (hier infolge 

Kündigung) enden soll. Vielmehr besteht der Taggeldanspruch so lange, 

als die Beschwerdeführerin die volle Arbeitsfähigkeit nicht wiedererlangt 

hat (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 8C_538/2008 vom 22. Oktober 2008 

E.2.3). Insofern erweist sich die Beschwerde als begründet, was zur 

teilweisen Gutheissung derselben führt. Einen über den 2. Mai 2009 

hinausgehenden Anspruch auf Taggeldleistungen steht der 

Beschwerdegegnerin hingegen nicht zu, und zwar unabhängig davon, ob 

die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch die C._____ AG 

unfallbedingt erfolgt ist oder nicht. Denn ab dem 3. Mai 2009 war die 

Beschwerdeführerin erwiesenermassen wieder voll arbeitsfähig (vgl. 

Arztbericht UVG des Krankenhauses O.1._____ vom 13. Mai 2009 [Bg-

act. M1]). Folglich kann aber sowohl auf die beschwerdeführerischerseits 

beantragte Zeugenbefragung von P._____ (c/o C._____ AG) als auch auf 

die Einvernahme der Zeugen Q._____, R._____ und S._____ verzichtet 

werden. Da vorliegend kein Anspruch der Beschwerdeführerin auf 

Versicherungsleistungen über den 30. Juni 2009 hinaus besteht, sind im 

Übrigen auch keine weiteren Abklärungen bezüglich der 

Einkommenssituation der Beschwerdeführerin erforderlich. Dies zumal bei 

der Beschwerdeführerin auch aus IV-rechtlicher Sicht, wo neben den 

Unfallfolgen auch die krankhaften Beschwerden mitberücksichtigt wurden, 

- 51 -

bereits ab Mai 2009 wieder eine volle Arbeitsfähigkeit mit einer 

Leistungseinschränkung von maximal 20 % aus Schmerzgründen mit 

verlangsamtem Arbeitstempo vorgelegen hat (vgl. dazu das rechtskräftige 

Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons Graubünden S 12 22 und 23 

vom 25. Oktober 2013). 

15. Darüber hinaus beantragt die Beschwerdeführerin, dass ihr die Kosten im 

Zusammenhang mit dem Arztbericht von Dr. med. D._____ vom 20. Juli 

2010 in der Höhe von Fr. 359.45 zuzüglich Zins von 5 % seit dem 

29. September 2010 erstattet werden. Wie die Beschwerdegegnerin 

bereits in ihrem Einspracheentscheid vom 1. Juli 2011 unter Ziff. 3.5 zu 

Recht erläutert hat, erweist sich dieses Begehren als unbegründet. 

Gemäss Art. 45 Abs. 1 ATSG übernimmt der Versicherungsträger die 

Kosten der Abklärung, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er 

keine Massnahmen angeordnet, so übernimmt er deren Kosten dennoch, 

wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs unerlässlich 

waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden 

(vgl. Urteile des Bundesgerichtes 9C_237/2014 vom 13. Juni 2014 E.4, 

8C_1005/2012 vom 4. Februar 2013 E.5; Urteil des Verwaltungsgerichtes 

des Kantons Graubünden S 12 128 vom 12. Dezember 2013 E.7). Was 

den erwähnten Arztbericht von Dr. med. D._____ vom 20. Juli 2010 

angeht, so wurde dieser einerseits nicht von der Beschwerdegegnerin 

angeordnet. Anderseits war aber der Arztbericht für die Beurteilung des 

beschwerdeführerischen Anspruchs weder unerlässlich noch bildet er 

Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen. Vielmehr hält 

Dr. med. D._____ im erwähnten Arztbericht im Wesentlichen lediglich den 

medizinischen Verlauf fest und empfiehlt, zur Abklärung der Symptomatik 

ein funktionelles MRI der HWS erstellen zu lassen sowie eine erneute 

neurologische Untersuchung vorzunehmen. Da es sich beim erwähnten 

Arztbericht von Dr. med. D._____ somit nicht um einen für die Beurteilung 

- 52 -

unerlässlichen eigentlichen Verlaufsbericht des behandelnden Arztes 

handelt, kann die Beschwerdegegnerin auch nicht zur Übernahme der 

Kosten verpflichtet werden. Somit erweist sich der beschwerdeführerische 

Antrag auf Erstattung der Kosten dieses Arztberichtes als unbegründet. 

16. a) Schliesslich bringt die Beschwerdeführerin vor, der Verzicht auf das 

beantragte polydisziplinäre Gutachten unter gleichzeitiger Annahme von 

Beweislosigkeit zu Ungunsten der Beschwerdeführerin durch die 

Beschwerdegegnerin stelle eine Rechtsverweigerung dar. Damit habe die 

Beschwerdegegnerin die sozialversicherungsrechtliche 

Untersuchungsmaxime und die Abklärungsverpflichtung gemäss Art. 43 

und 44 ATSG sowie den beschwerdeführerischen Gehörsanspruch, mit 

wesentlichen Beweisanträgen gehört zu werden, verletzt. 

Demgegenüber negiert die Beschwerdegegnerin eine Verletzung von 

Art. 43 ATSG. Sie habe von Amtes wegen alle notwendigen Abklärungen 

getroffen, um die medizinische Sachlage zuverlässig beurteilen zu 

können. Von einer weiteren Begutachtung wären keine zusätzlichen 

Erkenntnisse in Bezug auf die Unfallkausalität zu erwarten gewesen. 

b) Führen die von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen die 

Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur 

Überzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als überwiegend 

wahrscheinlich zu betrachten und es könnten weitere 

Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr 

ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten 

(antizipierte Beweiswürdigung). Ein solches Vorgehen verstösst weder 

gegen den Anspruch auf rechtliches Gehör des Art. 29 Abs. 2 BV noch 

gegen die Abklärungspflicht gemäss Art. 43 ATSG, wonach der 

Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen 

- 53 -

vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen hat (vgl. nicht 

publ. E.4.2.1 des Urteils BGE 129 V 11, veröffentlicht in SVR 2003 AHV 

Nr. 4 S. 9 [H26/02], 2001 IV Nr. 10 S. 27 E.4b [I 362/99]; Urteil des 

Bundesgerichtes 8C_57/2008 vom 16. Mai 2008 E.5.3; Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichtes U 101/04 vom 16. August 2004 

E.2.3).

c) Nach dem Gesagten ist es nicht zu beanstanden, wenn die 

Beschwerdegegnerin − noch vor dem Vorliegen des Gutachtens der 

neurologischen Klinik des Kantonsspitals O