# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c557ac87-2ca4-5d47-b1ec-7c5157a23ce0
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.09.2016 IV 2014/20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-20_2016-09-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/20

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.10.2019

Entscheiddatum: 27.09.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 27.09.2016
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Gutachten beweistauglich. Invalidisierende 
Wirkung der diagnostizierten Neurasthenie gestützt auf das Gutachten und 
die RAD-Beurteilung bejaht. Einkommensvergleich mittels Prozentvergleich 
aufgrund vergleichbarer Tätigkeit und mangels aussagekräftiger konkreter 
Einkommenszahlen. Anspruch auf halbe Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. September 2016, IV 
2014/20).

Besetzung

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichter Joachim Huber und Ralph Jöhl; 

Gerichtsschreiber Daniel Furrer

Geschäftsnr.  

IV 2014/20

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eugen Koller, LL.M., St. Jakob Strasse 37,

9000 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 19. Januar 2005 aufgrund von multiplen undifferenzierten 

Gelenkbeschwerden/Arthralgien wegen chronischer Borreliose Stadium III zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen an 

(IV-act. 1). Der Versicherte war als Tierarzt mit einer eigenen Praxis seit 1988 als 

Selbstständigerwerbender tätig (IV-act. 30).

A.b  Im von der IV-Stelle in Auftrag gegebenen Gutachten vom 19. Juni 2006 der 

Medizinischen Abklärungsstelle Ostschweiz (MEDAS), welches gestützt auf 

Untersuchungen vom 3. und 4. April 2006 sowie 2. Mai 2006 erfolgte, diagnostizierten 

die Experten ein polysymptomatisches, medizinisch unspezifisches Beschwerdebild 

(ICD-10: A69.2) sowie eine mögliche Borreliose im Herbst 2000. Aus neurologischer 

und psychiatrischer Sicht bestehe keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit als Tierarzt. Aus internistischer und rheuma-orthopädischer Sicht 

sei diese Frage schwieriger zu beantworten. Es gehe letztlich um subjektiv geklagte, 

vorwiegend belastungsabhängige Gelenkbeschwerden mit phasenweiser 

Einschränkung der Belastbarkeit, für deren Erklärung kein somatisches Korrelat habe 

gefunden werden können, was deren mögliche subjektiv empfundene Existenz aber 

nicht absolut ausschliesse. Unter Berücksichtigung der erwähnten 

Funktionsuntersuchungen des Bewegungsapparates, der Palpationsbefunde und der 

Röntgenbilder der Hände bestehe somit auch aus rheuma-orthopädischer Sicht keine 

nachweisbare Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der Tätigkeit als Tierarzt (IV-act. 

53).

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A.c  Mit Verfügung vom 28. November 2006 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren des 

Versicherten ab. Es bestehe nach wie vor eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (IV-

act. 73).

A.d  Mit Entscheid IV 2007/28 vom 11. Dezember 2007 hiess das Versicherungsgericht 

des Kantons St. Gallen die Beschwerde gegen die obgenannte Verfügung gut und wies 

die Sache zur Einholung eines Ergänzungsgutachtens bei einem unabhängigen 

ausgewiesenen Borreliose-Spezialisten an die IV-Stelle zurück (IV-act. 89).

A.e  Mit Schreiben vom 8. April 2008 liess der Versicherte der IV-Stelle ein Gutachten 

von Dr. med. B.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, zukommen (IV-act. 98). In 

diesem Gutachten vom 18. März 2008 hatte Dr. B.___ ein Postlyme-Syndrom 

diagnostiziert bei Status nach durchgemachter Lyme-Borreliose II des 

Bewegungsapparates mit Myotendinosen, Arthralgien/Periarthralgien und 

neurofunktionellen Defiziten. Es bestehe unverändert eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit 

sowohl in der Gross- als auch der Kleintierpraxis. Dem Versicherten sei es höchstens 

eine Stunde pro Woche möglich zu operieren, weil dann Schmerzen und 

Verkrampfungen in Händen und Armen beginnen würden. Auch trete rasch eine 

Ermüdung im Rücken und an den unteren Extremitäten auf, so dass das Stehen nicht 

mehr möglich sei. Auch fielen die Konzentration und die Reaktionsbereitschaft rasch 

ab, so dass die Kontrolle über die manuelle Geschicklichkeit verloren gehe und 

Fehlmanipulationen vorkommen könnten (IV-act. 99).

A.f  Im Gutachten des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 28. Oktober 2010 

diagnostizierten die Experten eine Neurasthenie, eine Vitamin D-Hypovitaminose, ein 

intermittierendes lumbospondylogenes Syndrom links und eine Rhizarthrose links. Aus 

rheumatologischer Perspektive ergebe sich keine Diagnose. Die Neurasthenie wirke 

sich erheblich auf die berufliche Leistungsfähigkeit aus, so dass die Einschränkung 

insgesamt 50-60% betrage. Eingliederungsmassnahmen in einen anderen Beruf oder 

eine andere Tätigkeit würden die Arbeitsfähigkeit des Versicherten nicht erheblich 

verbessern. Zurzeit erscheine der Versicherte in seiner Tätigkeit als Tierarzt, 

Fleischschauer und Berater optimal eingegliedert. Eine weitere Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit werde sich im Verlauf der nächsten Jahre möglicherweise einstellen 

(IV-act. 138).

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A.g  Mit Schreiben vom 16. Mai 2011 teilte der Versicherte mit, dass er die Tätigkeit als 

Fleischschauer auf einen halben Tag die Woche habe ausdehnen können, dafür sei 

jedoch die „Marktaufsicht“ in der Gemeinde weggefallen. Ende 2008 habe er seine 

Tierarztpraxis verkaufen müssen, da es ihm nicht mehr möglich gewesen sei, diese 

Tätigkeit auszuüben. Per 1. Januar 2009 habe er die Z.___ gegründet. Mit der Tätigkeit 

als Fleischschauer sei er nun zu rund 40% erwerbstätig (IV-act. 150).

A.h  Mit Vorbescheid vom 5. Oktober 2012 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Die im Gutachten des KSSG 

diagnostizierte Neurasthenie stelle ein syndromales Leiden dar und sei demnach für 

sich allein betrachtet grundsätzlich nicht invalidisierend. Zudem sei nicht mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erwiesen, dass der Versicherte an 

einer Borreliose leide. Die Arbeitsfähigkeit sei ausschliesslich medizinisch-theoretisch 

zu bestimmen. Es sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit auch in der Tätigkeit als Tierarzt 

auszugehen (IV-act. 169).

A.i In der Stellungnahme vom 23. November 2012 führte der Versicherte aus, es sei 

nicht nachvollziehbar, weshalb die durch die KSSG-Gutachter attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von 50-60% nicht zutreffen solle. Das Gutachten sei schlüssig und 

nachvollziehbar; es könne darauf abgestellt werden. Die Behauptung, es sei nicht mit 

dem notwendigen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erwiesen, dass 

ein Borrelioseinfekt vorliege, treffe nicht zu. In Verbindung mit der Borreliose sei die 

Neurasthenie durchaus invalidisierend. Zudem liege eine psychische Komorbidität vor. 

Gemäss Dr. med. C.___, Facharzt für Innere Medizin, sei der Versicherte wegen einer 

Depression seit August 2012 vollständig arbeitsunfähig (IV-act. 175).

A.j Im Bericht vom 22. Februar 2013 hielt med. pract. D.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, fest, der Versicherte habe insgesamt eine depressive 

Episode, die jedoch auf den ersten Blick nicht so erkennbar sei, weil der Patient die 

depressiven Symptome auch teilweise überspiele. Es zeige sich dabei auch, dass der 

Schweregrad der Depression als mittelgradig bis schwergradig zu beurteilen sei. Als 

Tierarzt sei der Versicherte zu ca. 80% eingeschränkt. In einer psychisch weniger 

anspruchsvollen Tätigkeit liege eine Einschränkung von ca. 50% vor (IV-act. 180).

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A.k  Im Auftrag des Krankentaggeldversicherers begutachtete Dr. med. E.___, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, den Versicherten. In der psychiatrischen Second 

opinion vom 27. Februar 2013 diagnostizierte er eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige bis schwergradige Episode, bestehend seit etwa 

Juli 2012. Dr. E.___ attestierte dem Versicherten in der bisherigen Tätigkeit als Tierarzt 

eine Arbeitsfähigkeit von 20% und in einer adaptierten Tätigkeit von 50% (Fremdakten).

A.l RAD-Arzt Dr. med. F.___, Facharzt für Arbeitsmedizin, hielt in der Stellungnahme 

vom 20. November 2013 fest, dass sich der Gesundheitszustand spätestens seit Juli 

2012 wesentlich und anhaltend verschlechtert habe. Die Ausführungen des Gutachters 

(gemeint wohl: Dr. E.___) seien uneingeschränkt nachvollziehbar (IV-act. 186).

A.m Mit Verfügung vom 27. November 2013 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren 

des Versicherten ab. Es gebe keine Hinweise, dass die in den Berichten von med. 

pract. D.___ und Dr. E.___ diagnostizierte mittel- bis schwergradige depressive Episode 

eine eigenständige psychische Erkrankung darstelle, die nicht im Zusammenhang mit 

der Neurasthenie und der schwierigen psychosozialen Situation stehe. Demnach sei 

die genannte psychiatrische Diagnose nicht invalidisierend. Das Fehlen einer 

antidepressiven Medikation spreche ebenfalls gegen eine invalidisierende Depression 

(IV-act. 188).

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegend zu beurteilende Beschwerde 

vom 13. Januar 2014. Der Beschwerdeführer beantragt unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge die Aufhebung der Verfügung vom 27. November 2013 und die 

Zusprache einer ganzen Invalidenrente spätestens ab 1. Januar 2004. Das Gutachten 

von Dr. B.___ vom 18. März 2008 erfülle sämtliche Kriterien, welche von der 

Rechtsprechung an ein Gutachten gestellt würden. Dr. B.___ habe den 

Beschwerdeführer bereits im Jahr 2001 behandelt und habe die Entwicklung der 

Krankheit beobachten können. Allen anderen Gutachtern sei es aufgrund der Tatsache, 

dass deren Abklärungen nach mehr als 10 Jahren erfolgt seien, gar nicht mehr möglich 

gewesen, zur Diagnose eines Postlyme-Syndroms Stellung zu nehmen. Es sei kein 

Grund ersichtlich, vom Gutachten von Dr. B.___ und den darin gemachten 

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Feststellungen bezüglich der Arbeitsfähigkeit abzuweichen. Die Beurteilung der 

Beschwerdegegnerin, dass der Invaliditätsgrad unter 40% liege, widerspreche 

praktisch allen medizinischen Beurteilungen. Es sei auch kein Grund ersichtlich, 

weshalb nicht auf den EFL-Test (vgl. Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit 

EFL vom 27. Januar 2010; IV-act. 138-34 ff.), in welchem die „Leistungsbereitschaft“ 

als zuverlässig beurteilt und die „Konsistenz“ als gut bezeichnet worden seien, 

abgestellt werden könne. Zudem sei in keiner Weise berücksichtigt worden, dass der 

Beschwerdeführer seit längerer Zeit an einer schwergradigen depressiven Episode 

bzw. an einer rezidivierenden depressiven Störung leide. Auch in einer adaptierten 

Tätigkeit sei von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, da sich auf dem 

freien Arbeitsmarkt aufgrund der Einschränkungen keine Anstellung finden lasse (act. G 

1).

B.b  Mit Beschwerdeergänzung vom 5. Februar 2014 reichte der Beschwerdeführer 

einen Verlaufsbericht von med. pract. D.___ vom 24. Januar 2014 ein (act. G 4 und 4.1).

B.c  Mit Beschwerdeantwort vom 21. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Die gezeigte Leistung bei der EFL sei für die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht relevant, da es nicht möglich sei, den Anteil allfälliger 

Motivationsmängel vom willentlich nicht steuerbaren Unvermögen, eine volle Leistung 

zu erbringen, auszuscheiden. Bei Schmerzpatienten wie dem Beschwerdeführer mache 

eine EFL von vornherein keinen Sinn. Der Beschwerdeführer habe bei der EFL denn 

auch Inkonsistenzen gezeigt. Auch neuropsychologische Testungen seien von 

vornherein nicht zielführend, weil Schmerzpatienten naturgemäss ihre Beschwerden 

dramatisierten, woraus voraussehbar schlechte Testresultate resultieren würden. Auf 

das Gutachten von Dr. B.___ könne nicht abgestellt werden, da dieser als 

behandelnder Arzt als Gutachter von vornherein ausscheide. Auch die Parteinahme von 

Dr. B.___ zugunsten des Beschwerdeführers vertrage sich nicht mit der von der 

Rechtsprechung geforderten Unabhängigkeit und Unparteilichkeit eines Gutachters. 

Entgegen Dr. B.___ liege beim Beschwerdeführer keine durch medizinische Befunde 

abgestützte Borreliose vor. Es gebe keine Hinweise dafür, dass die dem 

Beschwerdeführer von med. pract. D.___ und Dr. E.___ diagnostizierte mittel- bis 

schwergradige depressive Episode eine eigenständige psychische Erkrankung 

darstelle, die nicht im Zusammenhang mit der Schmerzstörung und der schwierigen 

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psychosozialen Situation des Beschwerdeführers stehe. Demnach sei die 

diagnostizierte Depression nicht invalidisierend. Angesichts der harmlosen körperlichen 

Befundlage sei der Beschwerdeführer in jeder Tätigkeit, also auch als Tierarzt, voll 

arbeitsfähig (act. G 6).

B.d  Mit Replik vom 19. Mai 2014 hält der Beschwerdeführer unverändert an der 

Beschwerde fest (act. G 12). Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer 

Duplik verzichtet (vgl. act. G 14).

Erwägungen

1. 

1.1  Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist ein allfälliger 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

1.2  Am 1. Januar 2008 sind die im Zuge der 5. IV-Revision revidierten Bestimmungen 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20), der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) und des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) und am 1. Januar 

2012 die Bestimmungen der IV-Revision 6a in Kraft getreten. In materiellrechtlicher 

Hinsicht gilt der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene 

Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids 

bzw. im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen 

führende Sachverhalt verwirklicht hat (vgl. BGE 127 V 467 E. 1, 126 V 136 E. 4b, je mit 

Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am 27. November 2013 ergangen (IV-act. 

188), wobei ein Sachverhalt zu beurteilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten 

Bestimmungen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 begonnen hat (Anmeldung oder 

Eintritt der Arbeitsunfähigkeit [Eintritt Arbeitsunfähigkeit im Oktober 2003, IV-act. 

142-3]). Daher ist entsprechend den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln für 

die Zeit bis 31. Dezember 2007 auf die damals geltenden Bestimmungen und ab. 1. 

Januar 2008 auf die neuen Normen der 5. IV-Revision abzustellen (vgl. zur 4. IV-

Revision: BGE 130 V 445 ff.; Urteil des Bundesgerichts 7. Juni 2006, I 428/04, E. 1) 

bzw. auf die ab 1. Januar 2012 geltenden Normen der IV-Revision 6a. Nachfolgend 

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werden die seit 1. Januar 2012 gültigen Bestimmungen des ATSG und IVG 

wiedergegeben, soweit nicht ausdrücklich auf die altrechtlichen Bestimmungen 

verwiesen wird.

1.3  Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die: a. ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

können; b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40% arbeitsunfähig gewesen sind; und c. nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40% invalid sind. Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind 

ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. 

Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.4  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40% auf eine Viertelsrente.

1.5  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden 

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können (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

1.6  Die Rechtsprechung hat es mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als 

vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das 

im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholte Gutachten von externen 

Spezialärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 

125 V 351 E. 3b/bb).

2. 

2.1  Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erlaubt.

2.2  Im KSSG-Gutachten vom 28. Oktober 2010 diagnostizierten die Experten eine 

Neurasthenie, eine Vitamin D-Hypovitaminose, ein intermittierendes 

lumbospondylogenes Syndrom links und eine Rhizarthrose links (IV-act. 138-25 f.). Die 

Neurasthenie wirke sich erheblich auf die berufliche Leistungsfähigkeit aus, so dass die 

Arbeitsfähigkeit infolge verminderter Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt sei. Die 

Einschränkung betrage insgesamt 50-60%. Der Beschwerdeführer habe neben seiner 

reduzierten Tätigkeit als Tierarzt und Fleischschauer durch Weiterbildung einen 

anderen Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich Y.___ gefunden. Er arbeite in dieser 

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Tätigkeit zu 40%. Aktuell erscheine der Beschwerdeführer in seiner gemischten 

Tätigkeit als Tierarzt, Fleischschauer und Berater bei Y.___ optimal eingegliedert (IV-

act. 138-31 f.).

2.3  Der Beschwerdeführer erachtete das KSSG-Gutachten zunächst als schlüssig und 

nachvollziehbar. Es liege kein Grund vor, weshalb nicht darauf abgestellt werden könne 

(IV-act. 175-1). Im Beschwerdeverfahren führte der Beschwerdeführer aus, dass auf 

das Gutachten von Dr. B.___ vom 18. März 2008 abzustellen sei (act. G 1). In diesem 

Gutachten diagnostizierte Dr. B.___ ein Postlyme-Syndrom bei Status nach 

durchgemachter Lyme-Borreliose II des Bewegungsapparates mit Myotendinosen, 

Arthralgien/Periarthralgien und neurofunktionellen Defiziten. Seit einem 

Beschwerdeschub Ende 2003 sei der Beschwerdeführer anhaltend zu 70% 

arbeitsunfähig für die Arbeit in der Gross- und Kleintierpraxis (IV-act. 99-3 ff.).

2.4  Der RAD-Arzt Dr. F.___ hält in seiner Stellungnahme vom 4. März 2011 fest, dass 

sich das Gutachten des KSSG ausführlich mit der Thematik der Borreliose im 

Allgemeinen und im Speziellen mit dem vorliegenden Krankheitsverlauf befasse, die 

Beschwerden des Beschwerdeführers in angemessener Weise berücksichtige und 

ausdrücklich Bezug auf die umfangreiche Aktenlage nehme. Aus rheumatologischer 

Sicht sei es aufgrund der vorliegenden Laborbefunde unbestritten, dass der 

Beschwerdeführer eine Infektion mit Borrelien durchgemacht habe. Der Zeitpunkt der 

Infektion sei unbekannt und könne im Nachhinein nicht eruiert werden. Ob die 

angegebenen Beschwerden durch diese Borrelieninfektion verursacht worden seien, 

könne abschliessend zwar nicht hieb- und stichfest bewiesen werden, der Verlauf der 

Beschwerden seit nun 10 Jahren, die (vorübergehende) Besserung unter Antibiotika-

Therapie und das Fehlen einer anderen rheumatologischen Erkrankung würden es 

überwiegend wahrscheinlich machen, dass die Beschwerden durch diese Infektion 

verursacht worden seien. Eine rheumatologische Diagnose könne bei den 

unspezifischen Beschwerden nicht gestellt werden. Weiter führt Dr. F.___ aus, dass aus 

versicherungsrechtlicher Sicht nicht in erster Linie die Diagnose, sondern der 

Funktionsausfall massgeblich sei. Eine Neurasthenie – je nach Ausprägung – könne 

sehr wohl eine Arbeitsunfähigkeit in relevantem Ausmass verursachen, allerdings sei 

jeder Fall im Einzelnen für sich detailliert zu bewerten. Aus medizinischer Sicht sei hier 

zusammenfassend davon auszugehen, dass die Funktionsausfälle in diesem Fall mit 

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überwiegender Wahrscheinlichkeit vorliegen würden und im oben genannten Ausmass 

eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit bewirken würden. Demnach sei davon auszugehen, 

dass seit Oktober 2003 in einer angepassten Tätigkeit lediglich eine 40-50%ige 

Arbeitsfähigkeit bestanden habe (IV-act. 142-2 f.).

2.5  Zusammenfassend bestehen keine erheblichen Zweifel an dem auf umfassenden 

Untersuchungen beruhenden, in Kenntnis der vollständigen Aktenlage und in 

Berücksichtigung des gesamten Leidensbildes ergangenen, nachvollziehbaren 

Gutachten des KSSG. Die Vorbringen des Beschwerdeführers, dass das Gutachten die 

Gelenkschwellungen und die hörbare Krepitation im Knie nicht berücksichtigt habe, ist 

nicht nachvollziehbar. Die Gutachter setzen sich mit den im Verlauf beobachteten 

Gelenkschwellungen auseinander (vgl. IV-act. 138-26 ff.), kommen jedoch zum 

Schluss, dass die Arthralgien in den verschiedenen Gelenken sistiert seien und auch 

die intermittierenden Kniegelenksschwellungen nicht mehr aufgetreten seien. 

Berücksichtigt wurde jedoch, dass die belastungsabhängigen Schmerzen in den 

Gelenken die Erholungszeit nach wie vor beeinflussen würden (vgl. IV-act. 138-29). Das 

Vorbringen des Beschwerdeführers vermag die Beweistauglichkeit des Gutachtens 

nicht in Frage zu stellen. Somit kann grundsätzlich auf das Gutachten des KSSG 

abgestellt werden.

2.6  Aus dem Gutachten von Dr. B.___ vom 18. März 2008 geht keine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung für eine adaptierte Tätigkeit hervor. Zu diesem Zeitpunkt 

hatte der Beschwerdeführer seine neue Tätigkeit auch noch nicht etabliert. Zudem 

wurden die körperlichen Beschwerden und auch die neurofunktionellen Defizite (vgl. IV-

act. 99-5) im Gutachten des KSSG berücksichtigt. Die Einschätzungen von Dr. B.___ 

stehen den Ergebnissen des Gutachtens somit nicht entgegen. Auch in der 

psychiatrischen Second Opinion von Dr. E.___ wird von einer Arbeitsfähigkeit von 50% 

ausgegangen (vgl. Fremdakten). Dies entspricht in etwa der Einschätzung der vom 

KSSG im Rahmen des Gutachtens eingeholten zusätzlichen psychiatrischen 

Evaluation, in welcher eine Arbeitsfähigkeit von 40-50% festgehalten wurde (vgl. IV-act. 

136-5). Med. pract. D.___ hält bei seiner Einschätzung fest, dass in einer Tätigkeit, die 

psychisch weniger belastend sei als diejenige eines Tierarztes, eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit vorliege. Seine aktuelle Tätigkeit im G.___ entspreche einer solchen 

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Tätigkeit (IV-act. 180-18 f.). Somit ist auch mit diesem Arztbericht keine 

Verschlechterung ausgewiesen.

2.7  Die Beschwerdegegnerin bringt weiter vor, dass die Arbeitsfähigkeit 

ausschliesslich medizinisch-theoretisch zu bestimmen sei. Die gezeigte Leistung bei 

einer EFL sei daher für die Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht relevant. Es sei nämlich 

nicht möglich, den Anteil allfälliger Motivationsmängel vom willentlich nicht steuerbaren 

Unvermögen, eine volle Leistung zu erbringen, auszuscheiden. Bei Schmerzpatienten 

wie dem Beschwerdeführer mache eine EFL von vornherein keinen Sinn. Der 

Beschwerdeführer habe bei der EFL denn auch Inkonsistenzen gezeigt. Zudem sei die 

anlässlich der EFL postulierte Wirbelsäuleninstabilität von den Gutachtern nicht 

bestätigt worden. Die lumbale Problematik sei auf eine muskuläre 

Wirbelsäuleninsuffizienz zurückzuführen und eine Dekonditionierung gelte nach der 

Rechtsprechung als nicht invalidisierend (act. G 6, S. 3).

2.7.1  Für eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und Zumutbarkeit ist in manchen Fällen 

neben den medizinischen Befunden und Diagnosen auch eine arbeitsorientierte 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) wünschbar oder sogar erforderlich 

(Urteil des Bundesgerichts vom 16. Januar 2009, 8C_547/2008, E. 4.2.1). Die Ansicht, 

die Ergebnisse einer EFL seien stets mit Zurückhaltung zu würdigen, da sie 

massgeblich auf die subjektive Leistungsbereitschaft der versicherten Person abstelle, 

greift nach der Rechtsprechung zu kurz. Bei Beurteilungen mit möglichen Rentenfolgen 

wird im Gegenteil, um zusätzlichen Aspekten Rechnung zu tragen, die Kombination 

einer EFL mit einem rheumatologisch-orthopädischen, gegebenenfalls auch 

psychiatrischen Gutachten befürwortet (Urteil des Bundesgerichts vom 16. Januar 

2009, 8C_547/2008, E. 4.2.1 und 4.2.2.1), es sei denn schwere Aggravation oder gar 

Simulation liege vor.

2.7.2  Vorliegend liefern weder die EFL noch das Gutachten bzw. die RAD-Berichte 

oder die übrigen Akten Hinweise darauf, dass eine schwere Aggravation oder gar eine 

Simulation vorliegen könnte. Zwar wurde in der EFL festgehalten, dass Diskrepanzen 

zwischen dem Ausmass der angegebenen Einschränkungen im Fragebogen zur 

Selbsteinschätzung der Leistungsfähigkeit und den beobachteten funktionellen 

Fähigkeiten bestehen würden, sowie dass die Angaben von starken Schmerzen nicht 

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dem kaum leidenden Eindruck, den der Beschwerdeführer während Aktivitäten 

vermittelt habe, entsprechen würden (IV-act. 138-40). Dennoch wurde insgesamt die 

Leistungsbereitschaft als zuverlässig und die Konsistenz bei den Tests als gut beurteilt 

(IV-act. 138-35). Symptomausweitungen seien keine festgestellt worden (IV-act.

138-41).

2.7.3  In der EFL wurde unter anderem festgehalten, dass langanhaltende, statische 

Belastungen nicht bewältigt werden könnten. Grund dafür scheine eine funktionelle, 

lumbale Wirbelsäuleninstabilität zu sein. Unter den Befunden wurde jedoch auch eine 

starke BWS-Kyphose und LWS-Lordose festgehalten (IV-act. 138-35). Im Gutachten 

wird sodann festgehalten, dass sich bezüglich des Bewegungsapparats funktionelle 

Störungen mit Myogelosen bei Fehlhaltung im Rahmen der Hyperkyphosierung 

hochthorakal und der LWS-Lordose zeigen würden. Diese Befunde gingen mit der 

radiologisch-konventionellen Bildgebung einher. Zusammenfassend bestehe ein 

intermittierendes lumbovertebrales Schmerzsyndrom links. In der EFL sei eine 

Wirbelsäuleninstabilität postuliert worden, hierfür fänden sich aber klinisch keine 

Anzeichen. Der Beschwerdeführer könne zwar beim Globaltest die Ausgangsstellung 

nicht einnehmen, aber dies weise nicht auf eine Instabilität, sondern eher auf eine 

muskuläre Wirbelsäuleninsuffizienz lumbal hin (IV-act. 138-30). Das Vorliegen einer 

Dekonditionierung, welche nicht durch die somatischen Beschwerden bedingt ist, geht 

jedoch aus den Akten nicht hervor. Im Gutachten wird von einer muskulären 

Wirbelsäuleninsuffizienz lumbal gesprochen, welcher aufgrund der vorliegenden 

somatischen lumbalen Befunde nicht ohne Weiteres eine invalidisierende Wirkung 

abgesprochen werden kann.

3. 

3.1  In der angefochtenen Verfügung vom 27. November 2013 führt die 

Beschwerdegegnerin aus, die im Gutachten diagnostizierte Neurasthenie stelle ein 

syndromales Leiden dar und sei für sich allein betrachtet, grundsätzlich nicht 

invalidisierend. Eine psychische Komorbidität liege ebenfalls nicht vor. Ebenso wenig 

würden andere Faktoren (Foersterkriterien) vorliegen, welche die ansonsten zumutbare 

Willensanstrengung für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit behindern könnten. 

Bezüglich einer Borreliose werde im Gutachten lediglich ein Zustand nach einem 

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möglichen Borrelieninfekt diagnostiziert. Demnach sei nicht mit dem notwendigen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erwiesen, dass der 

Beschwerdeführer an einer Borreliose leide. Bezüglich des Bewegungsapparates 

hätten sich beim Beschwerdeführer lediglich funktionelle Störungen gezeigt. Der 

Rheumatologe habe die anlässlich der EFL postulierte Wirbelsäuleninstabilität nicht 

bestätigen können. Die geltend gemachte lumbale Problematik sei auf eine muskuläre 

Wirbelsäuleninsuffizienz zurückzuführen. Eine Dekonditionierung gelte jedoch als nicht 

invalidisierend (IV-act. 188-2).

3.2  Ob die diagnostizierte Neurasthenie als invalidisierend zu berücksichtigen ist, ist 

nach der neuen Rechtsprechung des Bundesgerichts gemäss BGE 141 V 281 zu 

beurteilen. Mit diesem Entscheid hat das Bundesgericht das bisherige Regel-/

Ausnahmemodell durch ein strukturiertes, normatives Prüfungsraster ersetzt. Anhand 

eines Kataloges von Indikatoren erfolgt nunmehr eine ergebnisoffene symmetrische 

Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer 

Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) 

andererseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens (E. 3.6). Die geänderte 

Rechtsprechung bedeutet indes nicht, dass während der Geltungsdauer der 

Rechtsprechung von BGE 130 V 352 eingeholte Gutachten ihren Beweiswert per se 

verlieren würden. Vielmehr ist im Rahmen einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls 

mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den erhobenen Rügen entscheidend, ob 

das abschliessende Abstellen auf die vorhandenen Beweisgrundlagen im 

angefochtenen Entscheid vor Bundesrecht standhält (Entscheid des Bundesgerichts 

vom 30. November 2015, 9C_739/2014, E. 2.2 mit Hinweis auf BGE 137 V 210 E. 6).

3.3  Die gutachterliche Diagnose einer Neurasthenie wurde sorgfältig und 

nachvollziehbar erhoben. Der Gutachter führt auch überzeugend aus, dass sich diese 

Erkrankung im vorliegenden Fall erheblich auf die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers auswirke und diese infolge verminderter Leistungsfähigkeit 

erheblich eingeschränkt sei (vgl. IV-act. 136-4 f.). Zudem fallen die Ausführungen des 

RAD-Arztes Dr. F.___ ins Gewicht, wonach aus versicherungsrechtlicher Sicht in erster 

Linie nicht die Diagnose, sondern der Funktionsausfall massgeblich sei. Eine 

Neurasthenie – je nach Ausprägung – könne sehr wohl eine Arbeitsunfähigkeit in 

relevantem Ausmass verursachen, allerdings sei jeder Fall im Einzelnen für sich 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/18

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detailliert zu bewerten. Aus medizinischer Sicht sei zusammenfassend davon 

auszugehen, dass die Funktionsausfälle in diesem Fall mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit vorliegen und eine Reduktion der Arbeitsfähigkeit bewirken würden. 

Es sei davon auszugehen, dass seit Oktober 2003 in einer angepassten Tätigkeit 

lediglich eine 40-50%ige Arbeitsfähigkeit bestanden habe (IV-act. 142-3).

3.4  Aus den Akten geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer sehr um eine 

Verwertung seiner Restarbeitsfähigkeit bemüht hat. Zunächst hat er offensichtlich 

weiter in seiner Tierarztpraxis gearbeitet, soweit ihm dies möglich war. Durch seine 

neue Ausrichtung und die entsprechenden Weiterbildungen ist es dem 

Beschwerdeführer gelungen, mit seiner Z.___ ein Tätigkeitsfeld zu finden, welches 

seinen zur Verfügung stehenden Ressourcen entspricht (vgl. dazu IV-act. 180-19 und 

142-3). Es ist nicht ersichtlich, dass beim Beschwerdeführer noch unausgeschöpftes 

Potential vorhanden wäre. Dies wird von der Beschwerdegegnerin denn auch nicht 

behauptet bzw. begründet dargelegt.

3.5  Zusammenfassend besteht kein Anlass, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

von der beweiskräftigen medizinischen Einschätzung des KSSG-Gutachtens 

abzuweichen, zumal diese auch vom RAD bestätigt wurde. Es kann davon 

ausgegangen werden, dass die Neurasthenie vorliegend invalidisierend ist.

3.6  Insgesamt ist somit gestützt auf das Gutachten in der bisherigen Tätigkeit als 

Tierarzt, Fleischschauer und Berater Y.___, bei welcher es sich um eine adaptierte 

Tätigkeit handelt, von einer Arbeitsfähigkeit von 40-50% seit Oktober 2003 auszugehen 

(IV-act. 138-32 und 142-3). Rechtsprechungsgemäss ist folglich auf den Mittelwert und 

somit auf eine Arbeitsfähigkeit von 45% abzustellen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

vom 20. August 2009, 9C_193/2009, E. 1.3.1 mit Hinweisen). Dass dem 

Beschwerdeführer eine andere Tätigkeit bzw. die Aufgabe seiner angepassten 

Tätigkeiten zumutbar wäre, macht die Beschwerdegegnerin zu Recht nicht geltend.

4. 

4.1  Ausgehend von einer 45%igen Restarbeitsfähigkeit ist der Invaliditätsgrad zu 

bestimmen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/18

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4.2  Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im Zeitpunkt des (allfälligen) Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde hätte verdienen können. Dabei wird – 

primär aus Beweisgründen – in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der 

realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer 

Erfahrung entsprich, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt 

worden wäre (Urteil des Bundesgerichts vom 22. September 2009, 8C_143/2009, E. 

2.2.1 mit Hinweisen). Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der 

beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret 

steht. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich 

weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder 

jedenfalls keine an sich zumutbare Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf 

Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der versicherten Person angesichts ihrer 

Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung zugänglich wären. 

Rechtsprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss den vom 

Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) 

herangezogen (BGE 129 V 475 f. E. 4.2.1).

4.3  Das Valideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin aus dem 

Durchschnittsverdienst der Jahre 1995 bis 1999 aus der selbstständigen Tätigkeit 

sowie der Nebenerwerbe des Beschwerdeführers berechnet und teuerungsbedingt auf 

das Jahr 2011 aufgerechnet (vgl. IV-act. 164-13 und 188-3). Das Invalideneinkommen 

der vom Beschwerdeführer ab 2008 ausgeführten leidensadaptierten selbstständigen 

Tätigkeit wurde nicht bestimmt. Mit einem Reingewinn in den Jahren 2009 bis 2011 

von Fr. 23‘923.-- bis Fr. 58‘532.-- liegen unbeständige von vielen gesundheitsfremden 

Aspekten beeinflusste Werte vor, die eine Bestimmung des Invalideneinkommens nicht 

zulassen. Die leidensadaptierte selbstständige Tätigkeit besteht im Führen der Z.___. 

Die Haupttätigkeiten umfassen nach Angabe des Beschwerdeführers X.___ (vgl. IV-act. 

164-3). Der Beschwerdeführer bringt vor, dass er für seine Beratungen rund Fr. 200.-- 

bis Fr. 300.-- verlange. Eindeutig handelt es sich bei der Tätigkeit um eine qualifizierte. 

Weiter bringt er vor, dass er auch als Tierarzt seine Tätigkeit in der X.___ ausgebaut 

hätte (vgl. IV-act. 164-9 und 164-13). Daraus lässt sich ableiten, dass die 

selbstständige Tätigkeit in der Invalidenkarriere zu einem gewissen Teil auch in der 

Validenkarriere ausgeübt worden wären. Es kann deshalb davon ausgegangen werden, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/18

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dass das Einkommensniveau in der neuen Tätigkeit in etwa mit der selbständigen 

Tätigkeit als Tierarzt vergleichbar sein dürfte. Dass das Einkommen in den ersten 

Jahren seiner neuen Tätigkeit tatsächlich tiefer ausgefallen war, dürfte auch darin 

begründet liegen, dass der Beschwerdeführer einige Ressourcen für Weiterbildungen 

und den Aufbau seines neuen Lebens und seiner Tätigkeit im G.___ aufgewendet 

haben dürfte (vgl. IV-act. 180-5). Angesichts dieser Ausführungen und  in Ermangelung 

präziser und verlässlicher Zahlen für die Bestimmung des Invaliden-, aber auch des 

Valideneinkommens, erscheint vorliegend die Durchführung eines Prozentvergleichs 

der Situation am besten angemessen.

4.4  Mittels Prozentvergleichs resultiert damit bei einer 45%igen Restarbeitsfähigkeit 

ein Invaliditätsgrad von 55%. Vorliegend gibt es keine Anhaltspunkte, die einen 

rentenrelevanten Abzug (vgl. BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hinweisen) rechtfertigen 

würden. Der Beschwerdeführer hat somit Anspruch auf eine halbe Invalidenrente.

4.5  Spätestens seit Oktober 2003 ist ein Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit ausgewiesen (vgl. IV-act. 142-3). Die einjährige Wartefrist gemäss aArt. 

29 Abs. 1 IVG lief damit am 1. Oktober 2004 ab. Der Beschwerdeführer meldete sich 

erst am 19. Januar 2005 zum Bezug von IV-Leistungen an. Aufgrund der Nachzahlung 

von Leistungen gemäss aArt. 48 Abs. 2 IVG ist der Rentenbeginn auf den 1. Oktober 

2004 festzusetzen.

5. 

5.1  Nach dem Gesagten ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die Verfügung 

vom 27. November 2013 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. 

Oktober 2004 eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Zur Festsetzung der 

Rentenhöhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des 

Verfahrens entsprechend ist sie vollumfänglich der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/18

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(vgl. betreffend Überklagung Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 

vom 19. Dezember 2011, IV 2009/459, E. 5.2 f.). Der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

5.3  Gemäss Art. 61 lit g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Im hier zu 

beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3‘500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 27. November 2013 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Oktober 2004 eine halbe 

Rente zugesprochen. Die Sache wird zur Festsetzung und Ausrichtung der Rente an 

die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung von Fr. 

3‘500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 27.09.2016
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Gutachten beweistauglich. Invalidisierende Wirkung der diagnostizierten Neurasthenie gestützt auf das Gutachten und die RAD-Beurteilung bejaht. Einkommensvergleich mittels Prozentvergleich aufgrund vergleichbarer Tätigkeit und mangels aussagekräftiger konkreter Einkommenszahlen. Anspruch auf halbe Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. September 2016, IV 2014/20).

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	"9001 St.Gallen"
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