# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4a6f3e04-97aa-5cc8-aff8-cb026cebf256
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-06
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 06.01.2022 725 21 189 / 05
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-21-189---05_2022-01-06.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 6. Januar 2022 (725 21 189 / 05)  

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung  

 

 

Die Versicherung hat ihre Leistungen für die noch bestehenden psychischen Probleme 

des Versicherten zu Recht eingestellt. Die psychischen Beschwerden des Versicherten 

sind 13,5 Monate nach dem Vorfall nicht mehr adäquat unfallkausal. Prüfung der Adä-

quanz nach der allgemeinen Adäquanzformel bei sog. Schreckereignissen. 

 

 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Beat Hersberger, 

Kantonsrichter Daniel Noll, Gerichtsschreiberin Katja Wagner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Andri Obrist, Rechtsan-
walt, nigon Rechtsanwälte, Marktplatz 18, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Suva, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen  
 
 
 
A. Der 1959 geborene A.____ war bei der B.____ GmbH als angestellter Taxifahrer tätig 
und in dieser Eigenschaft bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligato-
risch gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. Am 15. Februar 2020 
kam dem Versicherten während einer nächtlichen Einsatzfahrt eine Person entgegen, welche 

 

 
 
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ihn mit entsprechender Geste dazu bewog, anzuhalten. Da der Versicherte davon ausging, 
dass die Person ein Taxi benötige, öffnete er das Fenster der Fahrertür. Die Person trat an die 
Tür heran und forderte den Versicherten unter Vorhalt einer Faustfeuerwaffe auf, Geld heraus-
zugeben. Nach der Behändigung des Serviceportemonnaies flüchtete der Täter. Der Versicher-
te blieb unverletzt. Der erstbehandelnde Arzt diagnostizierte eine psychische Ausnahmesituati-
on und attestierte ab 16. Februar 2020 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Die Suva anerkann-
te dieses Ereignis als Unfall. Mit Verfügung vom 25. März 2021 sprach sie dem Versicherten bis 
zum 28. März 2021 die gesetzlichen Leistungen (Taggelder und Heilungskosten) zu. Gleichzei-
tig verneinte sie einen Leistungsanspruch über diesen Zeitpunkt hinaus mit der Begründung, 
dass die anhaltend geklagten psychischen Beschwerden ab diesem Zeitpunkt nicht mehr adä-
quat kausal durch das Unfallereignis vom 15. Februar 2020 verursacht würden. Daran hielt sie 
auch auf Einsprache des Versicherten hin mit Einspracheentscheid vom 20. Mai 2021 fest.  
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob der Versicherte, vertreten durch Andri Obrist, Advokat, 
mit Eingabe vom 18. Juni 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, der Einspracheentscheid vom 
20. Mai 2021 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihm über den 
28. März 2021 hinaus die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten. Eventualiter sei 
der Einspracheentscheid aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung des rechtserhebli-
chen Sachverhalts und zum Erlasse einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zu-
rückzuweisen; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, dass die 
versicherungsinterne Beurteilung, auf welche sich die Leistungseinstellung stütze, keine ver-
lässliche medizinische Entscheidungsgrundlage darstelle. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Juli 2021 schloss die Suva auf Abweisung der Be-
schwerde.  
 
Auf die Vorbringen der Parteien ist − soweit notwendig − in den nachfolgenden Erwägungen 
einzugehen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat 
(Abs. 1). Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person oder des Beschwerde führenden 
Dritten im Ausland, so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig, in dem sich 
ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber 
Wohnsitz hat; lässt sich keiner dieser Orte ermitteln, so ist das Versicherungsgericht desjenigen 

 

 
 
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Kantons zuständig, in dem das Durchführungsorgan seinen Sitz hat (Abs. 2). Der Beschwerde-
führer wohnt in Deutschland, womit bei der örtlichen Zuständigkeit der Wohnsitz des letzten 
schweizerischen Arbeitgebers massgeblich ist. Der Versicherte arbeitete zuletzt bei der 
B.____ GmbH in X.____, BL. Die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft 
ist somit zu bejahen. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwal-
tungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versi-
cherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einsprache-
entscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Be-
handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 18. Juni 2021 ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin ihre Versiche-
rungsleistungen zu Recht per 28. März 2021 eingestellt hat. 
 
3.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren.  
 
3.2 Als Unfall gilt gemäss Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-
alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die plötzliche, nicht beabsichtigte schädi-
gende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat 
(BGE 134 V 72 E. 2.3). 
 
3.3 Rechtsprechung und Lehre haben schreckbedingte plötzliche Einflüsse auf die Psyche 
seit jeher als Einwirkung auf den menschlichen Körper (im Sinne des geltenden Unfallbegriffes) 
anerkannt und für ihre unfallversicherungsrechtliche Behandlung besondere Regeln entwickelt. 
Danach setzt die Annahme eines Unfalles voraus, dass es sich um ein aussergewöhnliches 
Schreckereignis, verbunden mit einem entsprechenden psychischen Schock, handelt; die seeli-
sche Einwirkung muss durch einen gewaltsamen, in der unmittelbaren Gegenwart der versi-
cherten Person sich abspielenden Vorfall ausgelöst werden und in ihrer überraschenden Heftig-
keit geeignet sein, auch bei einem gesunden Menschen durch Störung des seelischen Gleich-
gewichts typische Angst- und Schreckwirkungen hervorzurufen. In jüngerer Zeit wurde diese 
Rechtsprechung bestätigt und dahingehend präzisiert, dass auch bei Schreckereignissen nicht 
nur die Reaktion eines (psychisch) gesunden Menschen als Vergleichsgrösse dienen kann, 
sondern in diesem Zusammenhang ebenfalls auf eine "weite Bandbreite" von Versicherten ab-
zustellen ist. Zugleich hat das Gericht dabei relativierend, unter Bezugnahme auf den massge-
blichen Unfallbegriff, betont, dass sich das Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit definitions-
gemäss nicht auf die Wirkung des äusseren Faktors, sondern nur auf diesen selber bezieht, 
weshalb nicht von Belang sein könne, wenn der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, un-
erwartete Folgen nach sich zog (BGE 129 V 177; vgl. zum Ganzen auch Urteil des Bundesge-
richts vom 5. Dezember 2018, 8C_609/2018, E. 2.2).  
 

 

 
 
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4. Zwischen den Parteien nicht streitig ist, dass es sich beim Raubüberfall vom 15. Feb-
ruar 2020 um ein Schreckereignis im Sinne der vorstehend zitierten Rechtsprechung und damit 
um einen grundsätzlich Versicherungsleistungen nach UVG auslösenden Unfall ge-
mäss Art. 4 ATSG handelt. Streitig und zu prüfen ist hingegen, ob aufgrund des Überfalls vom 
15. Februar 2020 über den 28. März 2021 hinaus eine Leistungspflicht der Beschwerdegegne-
rin für die vom Beschwerdeführer anhaltend geklagten psychischen Beschwerden besteht. Dies 
setzt voraus, dass die noch vorhandenen psychischen Leiden in einem natürlichen und adäqua-
ten Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 15. Februar 2020 stehen.  
 
5.1  Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 
Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Um-
schreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 
ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 
dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geis-
tige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht 
weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer 
gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, wo-
rüber die rechtsanwendende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rah-
men der ihr obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit ei-
nes Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
5.2 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Das Gericht hat die 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) − wie alle anderen Beweismittel − frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 
Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem 
sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es 
bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 
ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge-

 

 
 
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reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit 
der Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach 
ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Be-
richten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie 
sind aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer 
Schlussfolgerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 
 
6.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in ihrer leistungseinstel-
lenden Verfügung vom 25. März 2021 bzw. im angefochtenen Einspracheentscheid vom 
20. Mai 2021 auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 19. Januar 2021. Dieser führte darin aus, den vorliegenden Unterla-
gen sei zu entnehmen, dass die Bedrohungssituation anlässlich des Ereignisses vom 15. Feb-
ruar 2020 von kurzer Dauer gewesen sei. Ferner sei kein strukturell objektivierbarer Schaden 
entstanden und der Versicherte auch nicht verletzt worden. Aus dem Bericht des Hausarztes 
vom 30. November 2020 lasse sich eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel-
gradig, und eine posttraumatische Belastungsstörung entnehmen. Das Ereignis selbst erkläre 
die vorliegende Symptomatik nunmehr fast ein Jahr nach dem Ereignis nicht. Es wäre zu erwar-
ten, dass sich die gesundheitliche Situation längstens stabilisiert habe.  
 
6.2 Der Beschwerdeführer beanstandet die versicherungsinterne Beurteilung als zu knapp 
und rudimentär. Dabei macht er insbesondere geltend, dass es an einer Auseinandersetzung 
mit den Ausführungen seines behandelnden Psychiaters Dr. med. D.____, Facharzt für Psychi-
atrie und Psychotherapie (D), mangle. 
 
7.1 Es trifft zwar zu, dass die Beurteilung von Dr. C.____ nicht allzu ausführlich ausfiel, 
gleichwohl erging seine Kausalitätsbeurteilung in Kenntnis der gesamten Aktenlage sowie unter 
Bezugnahme auf die Ausführungen des behandelnden Arztes des Versicherten. Demgegen-
über sind den vom Beschwerdeführer angerufenen Berichten keinerlei Äusserungen bezüglich 
einer möglichen (fortdauernden) Kausalität der geklagten psychischen Beschwerden zu ent-
nehmen. Dr. D.____ begnügte sich sowohl in seiner Beurteilung vom 30. November 2020 als 
auch in jener vom 26. April 2021 im Wesentlichen mit der Aussage, wonach sich der Versicher-
te aufgrund der Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung sowie einer posttraumati-
schen Belastungsstörung in seiner ambulanten Behandlung befinde. Ferner fehlt es den Berich-
ten von Dr. D.____ auch an Ausführungen zum in Abweichung zu den aktuellen Diagnosen im 
Anschluss an das Unfallereignis diagnostizierten psychischen Ausnahmezustand. Wie es sich 

 

 
 
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mit der Frage nach der natürlichen Kausalität dieser Beschwerden im Detail verhält, braucht 
vorliegend – wie die Beschwerdegegnerin zutreffend erkannte – nicht abschliessend beantwor-
tet zu werden. Nach der Rechtsprechung kann die Frage nach dem natürlichen Kausalzusam-
menhang bei psychischen Beschwerden in jenen Fällen offen gelassen werden, in welchen der 
für die Bejahung einer Leistungspflicht erforderliche adäquate Kausalzusammenhang ohnehin 
verneint werden muss, was vorliegend – wie sogleich aufzuzeigen ist – der Fall ist (SVR 1995 
U 23 S. 68 E. 3c; ebenso: Urteil des Bundesgerichts vom 2. Juli 2010, 8C_182/2010, E. 3.2). 
 
7.2.1  Die Adäquanz des Kausalzusammenhangs zwischen einem Schreckereignis und den 
nachfolgend aufgetretenen psychischen Störungen beurteilt sich nach der allgemeinen Formel 
(gewöhnlicher Lauf der Dinge und allgemeine Lebenserfahrung; BGE 129 V 177 E. 4.2). Diese 
Rechtsprechung trägt der Tatsache Rechnung, dass bei Schreckereignissen – anders als im 
Rahmen üblicher Unfälle – die psychische Stresssituation im Vordergrund steht, wogegen dem 
somatischen Geschehen keine (entscheidende) Bedeutung beigemessen werden kann. Dabei 
ist gemäss Rechtsprechung nicht allein auf psychisch gesunde Versicherte, sondern auf eine 
weite Bandbreite von versicherten Personen abzustellen (vgl. auch E. 3.3 hiervor). In diesem 
Rahmen bilden auch solche Versicherte Bezugspersonen für die Adäquanzbeurteilung, welche 
im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung eines Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem 
Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht "optimal" rea-
gieren (Urteile des Bundesgerichts vom 9. April 2021, 8C_53/2021, E. 2.3 und vom 
27. September 2018, 8C_847/2017, E. 2.2, jeweils mit Hinweis auf BGE 129 V 177). Daraus 
ergibt sich, dass für die Beurteilung der Frage, ob ein konkretes Unfallereignis als alleinige Ur-
sache oder als Teilursache nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Le-
benserfahrung geeignet ist, zu einer bestimmten psychischen Schädigung zu führen, kein allzu 
strenger, sondern im dargelegten Sinne ein realitätsgerechter Massstab angelegt werden muss 
(Urteil des Bundesgerichts vom 27. September 2018, 8C_847/2017, E. 2.2; vgl. dazu auch 
PETRA FLEISCHANDERL, Schreckereignis, in: Schweizerische Zeitschrift für Sozialversicherung 
und berufliche Vorsorge [SZS] 2019, S. 290 ff.).  
 
7.2.2 An den – aufgrund der allgemeinen Adäquanzformel zu prüfenden – Kausalzusam-
menhang zwischen psychischen Beschwerden und den sogenannten Schreckereignissen im 
Speziellen werden jedoch hohe Anforderungen gestellt. Dabei stehen insbesondere der Beweis 
der Tatsachen, die das Schreckereignis ausgelöst haben, und die Aussergewöhnlichkeit des 
fraglichen Ereignisses sowie der entsprechende psychische Schock im Vordergrund (SVR 2019 
UV Nr. 19 S. 67; Urteile des Bundesgerichts vom 9. April 2021, 8C_53/2021, E. 2.3 und vom 
27. September 2018, 8C_847/2017, E. 2.3 mit Hinweisen) Nach der Rechtsprechung besteht 
die übliche und einigermassen typische Reaktion auf solche Ereignisse erfahrungsgemäss da-
rin, dass zwar eine Traumatisierung stattfindet, diese aber vom Opfer in aller Regel innerhalb 
einiger Wochen oder Monate überwunden wird (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Mai 2016, 
8C_167/2016, E. 4.2.1 mit Hinweis auf BGE 129 V 177).  
 
7.3 Die Überfallsituation hat sich gemäss übereinstimmender Aktenlage folgendermassen 
zugetragen: Während einer nächtlichen Einsatzfahrt mit dem Taxi kam dem Versicherten eine 
Person entgegen, welche ihn mit entsprechender Geste dazu bewog, anzuhalten. Da der Versi-

 

 
 
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cherte davon ausging, dass die Person ein Taxi benötige, öffnete er das Fenster der Fahrertür. 
Die Person trat an die Tür heran und forderte den Versicherten unter Vorhalt einer Faustfeuer-
waffe auf, Geld herauszugeben. Nach Aushändigung des Serviceportemonnaies entfernte sich 
der Täter.  
 
7.4 In Bezug auf die Adäquanzprüfung bei Schreckereignissen gibt es eine umfangreiche 
Rechtsprechung des Bundesgerichts. Diese lässt sich unterteilen in Entscheide, in denen die 
Adäquanz in zeitlicher Hinsicht unbegrenzt bejaht wurde, und Entscheide, in denen die Adä-
quanz für eine beschränkte Dauer bestätigt wurde. Auf unbeschränkte Dauer bejahte das Bun-
desgericht die Adäquanz ausschliesslich in Fällen, in denen für die versicherte Person eine un-
mittelbare reale Todesgefahr bestand oder ein schwerwiegender Eingriff in die körperliche In-
tegrität erfolgte. So ging es in diesen Fällen um eine Vergewaltigung (Urteil des Bundesgerichts 
vom 5. November 2015, 8C_412/2015), um einen sexuellen Übergriff (Urteil des EVG vom 
20. Oktober 2006, U 193/06), um einen Angriff mit einer Kettensäge und erheblichen Verletzun-
gen (Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2014, 8C_480/2013), um einen Brandanschlag mit 
Todesopfern (Urteil des Bundesgerichts vom 3. März 2015, 8C_857/2014), um einen Verkehrs-
unfall mit verschuldeter Todesfolge für die Ehefrau des Versicherten (Urteil des Bundesgerichts 
vom 11. Dezember 2013, 8C_593/2013) sowie um einen Überlebenden des Tsunamis vom 
26. Dezember 2004 (SVR 2008 U Nr. 7 S. 22). Dem zu beurteilenden Überfall vom 15. Februar 
2020 ist eine gewisse Eindrücklichkeit nicht abzusprechen. Gleichwohl kann er nicht mit den 
vorgenannten Präjudizien verglichen werden. Das Geschehen vom 15. Februar 2020 erscheint 
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung nicht geeignet, 
eine in zeitlicher Hinsicht unbegrenzte psychische Störung mit andauernder Arbeitsunfähigkeit 
auszulösen.  
 
7.5 Die geschilderte Überfallsituation ist vielmehr mit Fällen vergleichbar, welche nach Auf-
fassung des Bundesgerichts nicht geeignet waren, langjährige psychische Störungen mit an-
dauernder Arbeitsunfähigkeit auszulösen. Die Beschwerdegegnerin hat die Adäquanz während 
rund 13,5 Monaten als gegeben erachtet. In vergleichbaren Urteilen, in welchen von einer zeitli-
chen Begrenzung der Adäquanz ausgegangen wurde, hat das Bundesgericht Kriterien heraus-
geschält, die sich eher verlängernd, und solche, die sich eher verkürzend auf die Adäquanz-
dauer auswirken. So wirken sich einerseits die Dauer des Schreckereignisses und andererseits 
die Schwere der erlittenen Verletzungen auf die Dauer der Adäquanz aus. Je länger die Dauer 
des Schreckereignisses und je schwerer die dabei erlittene Verletzung ist, desto länger ist eine 
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit adäquat kausal (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 
2013, 8C_266/2013, E. 2). Überdies sprechen auch folgende Elemente gemäss bundesgericht-
licher Praxis eher für eine Verlängerung der Adäquanzdauer: Wenn der Überfall am Arbeitsort 
stattfindet, an welchem sich das Opfer geschützt fühlen darf; wenn sich das Opfer einer Mehr-
heit von Tätern gegenübersieht; wenn der Täter eine Schusswaffe oder eine andere gefährliche 
Waffe einsetzt; wenn die Täterschaft maskiert ist; wenn die Täterschaft sexuelle Gewalt anwen-
det oder androht; wenn die Täterschaft das Opfer fesselt oder auf eine andere Art wehrlos 
macht; wenn das Opfer eingesperrt wird oder wenn beim Opfer ein beeinträchtigter psychischer 
Vorzustand besteht (vgl. zum Ganzen: Urteile des Bundesgerichts vom 1. September 2008, 

 

 
 
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8C_522/2007, E. 4.3.4, vom 29. Februar 2016, 8C_2/2016, E. 4.2 und vom 23. Mai 2016, 
8C_167/2016, E. 4.2.3). 
 
7.6 Ein Blick auf die im Zusammenhang mit deliktischen Handlungen wie Raub, Drohung 
oder Erpressung ergangenen vergleichbaren Fälle zeigt, dass die Adäquanz jeweils für eine 
Zeitspanne zwischen acht Monaten und fünfeinhalb Jahren bestätigt wurde. So wurde bei einer 
Kioskverkäuferin, die hinter dem Verkaufstresen von zwei maskierten Männern bedroht wurde, 
wobei einer der Täter sie an der Schulter festhielt und eine Pistole mit einem Abstand von etwa 
sieben bis zehn Zentimetern gegen ihre Stirn richtete, die Adäquanz nach drei Jahren und drei 
Monaten verneint (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Juni 2013, 8C_266/2013, E. 3.2.1). Bei 
einem Tankstellenwart, der mit einer Pistole bedroht wurde und mit der Faust bzw. mit der Pis-
tole Schläge gegen den Kopf erhielt, fiel die Adäquanz nach fünfeinhalb Jahren weg (Urteil des 
Bundesgerichts vom 19. Mai 2015, 8C_44/2015, E. 3). Beim Barkeeper, der bei Aufräumarbei-
ten nach Betriebsschluss von zwei maskierten Männern mit Schusswaffen bedroht sowie mit 
Faustschlägen ins Gesicht und Fusstritten in den Bauch traktiert wurde und danach im Büro des 
Betriebs eingeschlossen wurde, wurde die Adäquanz nach einem Jahr und sieben Monaten 
verneint (Urteil des Bundesgerichts vom 14. April 2008, U 593/06, E. 3 und 4). Ferner verneinte 
das Bundesgericht die Angemessenheit einer länger als vier Jahre dauernden psychischen Ge-
sundheitsschädigung nach einem Überfall in einem Tankstellen-Shop, anlässlich welchem ein 
mit einer Sturmhaube maskierter Täter die Angestellte mit einer Soft-Air-Waffe bedroht, ihr die-
se in den Rücken gerammt und Geld verlangt hatte, wobei der Täter dann im Shop überwältigt 
werden konnte (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Februar 2016, 8C_2/2016). Schliesslich 
wurde die Adäquanz im Fall der Betreiberin einer Bar, gegen deren Lebenspartner und dessen 
Ex-Frau seitens des Täters Drohungen ausgestossen wurden und dabei ein Schuss aus einer 
Pistole gezielt in die Luft abgegeben wurde, nach acht Monaten als nicht mehr gegeben erach-
tet (Urteil des Bundesgerichts vom 23. April 2018, 8C_904/2017). 
 
7.7 Aus dem sich in den Akten befindlichen Polizeirapport wird ersichtlich, dass der Vorfall 
vom 15. Februar 2020 gemäss eigenen Angaben des Versicherten lediglich eine Minute gedau-
ert hat, womit die Bedrohungssituation von sehr kurzer Dauer war. Nach Behändigung des Gel-
des hat sich der Täter umgehend entfernt. Sodann hat der Versicherte keinerlei physische Ver-
letzungen erlitten. Es ist bei dem in Frage stehenden Ereignis weder zu körperlicher Gewalt, 
noch zu Fesselungen, Misshandlungen oder zum Einsperren gekommen. Die Dauer des Schre-
ckereignisses und die Schwere der Verletzungen wirken sich demnach nicht verlängernd auf 
die Adäquanz aus. Für eine Verlängerung der Adäquanzdauer spricht vorliegend einzig das 
Element, dass der Täter eine Schusswaffe eingesetzt hat. Dabei gilt es wiederum relativierend 
zu berücksichtigen, dass diese dem Versicherten kurz vors Gesicht gehalten wurde, ohne den 
Versicherten dabei zu verletzen, und der Täter nicht maskiert war.  
 
7.8 Unter Berücksichtigung aller Umstände sowie im Quervergleich mit den vorstehend 
dargelegten Präjudizien erweist sich die Ausrichtung von Versicherungsleistungen während 
13,5 Monaten als angemessen. Diese steht auch im Einklang mit der Tatsache, dass sich der 
vorliegenden Aktenlage keine Hinweise auf einen beeinträchtigten psychischen Vorzustand des 

 

 
 
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Versicherten entnehmen lassen (vgl. E. 7.5 hiervor). Die adäquate Kausalität der über die Leis-
tungseinstellung per 28. März 2021 hinaus geklagten Beschwerden ist somit zu verneinen.  
 
8. Nach dem Gesagten können die vom Beschwerdeführer anhaltend geklagten psychi-
schen Beschwerden sowie die über den 28. März 2021 hinausgehende Erwerbsunfähigkeit mit 
der Beschwerdegegnerin nicht mehr als angemessene und typische Reaktion auf den im Feb-
ruar 2020 erlittenen Raubüberfall bezeichnet werden. Im Ergebnis ist der angefochtene Ein-
spracheentscheid vom 20. Mai 2021 nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Be-
schwerde daher abzuweisen.  
 
9. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei 
Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen 
ist. Da das UVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind für das vorliegende Verfahren 
keine Kosten zu erheben. Eine Parteientschädigung wird dem Ausgang des Verfahrens ent-
sprechend nicht ausgerichtet.  
 
  

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet.  
 

 

 

 
 
 
 
 
 
Gegen diesen Entscheid wurde am 2. Mai 2022 Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahren-
Nr. 8C_255/2022) erhoben.   
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht