# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e7523f7-9fed-541e-b150-070ee7140240
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 16.08.2011 PS110143
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PS110143_2011-08-16.pdf

## Full Text

Art. 27 SchKG, Art. 68 ZPO. Die nichtberufsmässige Vertretung unterliegt 
keinen besonderen Beschränkungen, allerdings kann als Vertreter nur eine 

natürliche Person handeln. 

 

In einer betreibungsrechtlichen Beschwerde tritt die Q. GmbH für ihren 

Mitarbeiter X. als Vertreterin auf. 

 

(aus den Erwägungen des Obergerichts:) 

1. Einer prozessfähigen Partei steht es grundsätzlich frei, ihre Sache im 

Zwangsvollstreckungsverfahren und vor Gericht selbst zu führen oder eine von ihr 

bestimmte Vertretung damit zu beauftragen (Art. 27 SchKG und Art. 68 Abs. 1 

ZPO). Prozess- bzw. Handlungsunfähige natürliche Personen können in 

Prozessen regelmässig nur durch ihre gesetzlichen Vertreter handeln 

(LEUENBERGER/UFFER-TOBLER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, Bern 2010, 

S. 76 ff.). 

Bei der Q. GmbH handelt es sich um eine Gesellschaft mit beschränkter 

Haftung, die gemäss Handelsregisterauszug im Wesentlichen den Betrieb eines 

Zentrums für traditionelle chinesische Medizin bezweckt. Der Gesuchsteller ist 

offenbar ein (...) Angestellter der GmbH. Vor diesem Hintergrund kann nicht 

angenommen werden, dass die Q. GmbH regelmässig gegen Entgelt Personen 

vor den Betreibungsbehörden vertritt (BSK SchKG I-ROTH/WALTHER, Art. 27 N 7; 

KUKO SchKG-MUSTER, Art. 27 N 3). Es ist daher von nichtgewerbsmässiger 

Vertretung auszugehen. Derartige Vertreter müssen im Prinzip keine besonderen 

Voraussetzungen erfüllen; insbesondere besteht kein Anwaltsobligatorium 

(ungeachtet der Anwendbarkeit von Art. 27 SchKG auf 

Aufsichtsbeschwerdeverfahren in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen [vgl. 

dazu BSK SchKG I-ROTH/WALTHER, Art. 27 N 5; KUKO SchKG-MUSTER, Art. 27 

N 6], regeln doch weder Art. 27 SchKG noch Art. 68 ZPO die 

nichtgewerbsmässige Vertretung. Das SchKG schreibt zudem neben der 

gesetzlichen Vertretung in der Zwangsvollstreckung [Art. 68c SchKG] einzig vor, 

dass jeder am Betreibungsverfahren Beteiligte seine Rechte selbst wahren 

können muss [Art. 27 Abs. 3 SchKG; vgl. zum Ganzen BSK SchKG I-

ROTH/WALTHER, Art. 27 N 3; KUKO SchKG-MUSTER, Art. 27 N 4; STEPHANIE 

HRUBESCH, DIKE-Komm-ZPO, Art. 68 N 1 ff.]).  

Allerdings sind juristische Personen praxisgemäss zur Vertretung von 

anderen Personen in einem Prozess nicht befugt. Vielmehr wird aus den 

einschlägigen Bestimmungen gefolgert, dass diese einzig handlungsfähige 

natürliche Personen zur Vertretung zulassen (OGer ZH, PS110104-O vom 30. 

Juni 2011; OGer ZH, PD110004-O vom 19. Mai 2011; BSK-ZPO TENCHIO, Art. 68 

N 1; AFFENTRANGER, in: Stämpflis Handkommentar ZPO, Bern 2010, Art. 68 N 2; 

stillschweigend gleich STEPHANIE HRUBESCH, DIKE-Komm-ZPO, Art. 68 N 2). 

Nach dem Gesagten fehlt der Q. GmbH demnach die Befugnis zur Vertretung des 

Gesuchstellers und damit die sogenannte Postulationsfähigkeit. Eingaben und 

andere Vertretungshandlungen solcher Personen sind unwirksam. Sie sind in der 

Regel vom Gericht zurückzuweisen und der unwirksam vertretenen Partei eine 

kurze Nachfrist zur Behebung des Mangels - d.h. Genehmigung der bisherigen 

Handlungen - anzusetzen. Für die Zukunft bliebe der Partei dann die Wahl, sich 

selbst zu vertreten oder einen neuen, postulationsfähigen Vertreter zu bestimmen 

(ZK ZPO-STAEHELIN/SCHWEIZER, Art. 68 N 25 f.). 

 
Obergericht, II. Zivilkammer 

Beschluss vom 16. August 2011 
Geschäfts-Nr.: PS110143-O/U 

 
 

	1. Einer prozessfähigen Partei steht es grundsätzlich frei, ihre Sache im Zwangsvollstreckungsverfahren und vor Gericht selbst zu führen oder eine von ihr bestimmte Vertretung damit zu beauftragen (Art. 27 SchKG und Art. 68 Abs. 1 ZPO). Prozess- bzw. ...