# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c50a5bca-49d6-50b9-9699-b07543b34f84
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 11.06.2014 VB140004
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VB140004_2014-06-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission    

 
 

Geschäfts-Nr.: VB140004-O/U 

 

Mitwirkend: Der Obergerichtspräsident lic. iur. R. Naef, Vizepräsident 

lic. iur. M. Burger, Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Oberrichter 

lic. iur. P. Helm und Oberrichter lic. iur. Th. Meyer sowie die Ge-

richtsschreiberin lic. iur. A. Gürber 

 

Beschluss vom 11. Juni 2014 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschwerdegegner 

 

 

 

betreffend Aufsichtsbeschwerde 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Mit Eingabe vom 9. Februar 2014 richtete B._____ (nachfolgend: Anzeige-

erstatterin) eine Eingabe an das Obergericht des Kantons Zürich betreffend "Be-

schwerde". Einen ausdrücklichen Antrag enthält diese Beschwerde nicht, es kann 

den Ausführungen jedoch entnommen werden, dass die Anzeigeerstatterin im 

Wesentlichen das Verhalten von Bezirksrichter lic. iur. A._____ im Zusammen-

hang mit einer zwischen ihm und der Anzeigeerstatterin bestehenden erbrechtli-

chen Streitigkeiten beanstandet (act. 1).  

2. Mit Schreiben vom 28. Februar 2014 wurde der Anzeigeerstatterin der Ein-

gang ihrer Aufsichtsbeschwerde bestätigt und sie wurde darauf hingewiesen, 

dass ihr als Anzeigeerstatterin im aufsichtsrechtlichen Beschwerdeverfahren kei-

ne Verfahrensrechte zustehen, namentlich weder ein Anspruch auf Kenntnisnah-

me der Erledigung des Verfahrens noch ein Recht zur Ergreifung eines Rechts-

mittels bestehe (act. 3). 

3. Am 17. Februar 2014 richtete die Anzeigeerstatterin eine mit der vorliegen-

den Beschwerde weitgehend identische Eingabe an die Direktion der Justiz und 

des Innern des Kantons Zürich, welche Letztere mit Schreiben vom 27. Februar 

2014 zuständigkeitshalber an das Obergericht weiterleitete. Diese Eingabe wurde 

zu den Akten des vorliegenden Verfahrens genommen (act. 4). 

4. Nach § 83 Abs. 2 GOG stellt die Aufsichtsbehörde die Aufsichtsbeschwerde 

den Betroffenen zur schriftlichen Vernehmlassung zu, wenn sie sich nicht sofort 

als unbegründet erweist. Da dies - wie im Folgenden zu zeigen sein wird - der Fall 

ist, kann auf eine Vernehmlassung verzichtet werden. 

- 3 - 

II. 

Gemäss § 80 lit. b i.V.m. § 84 GOG i.V.m. § 18 lit. k der Verordnung über die Or-

ganisation des Obergerichts (LS 212.51) übt die Verwaltungskommission des 

Obergerichts des Kantons Zürich die Aufsicht über die dem Obergericht unterstell-

ten Gerichte und nach § 80 Abs. 2 GOG die mittelbare Aufsicht über die den Be-

zirksgerichten unterstellten Behörden aus (vgl. auch Hauser/Schweri/Lieber, 

GOG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2012, N 1 zu § 80 GOG und N 1 zu § 84 

GOG). Die Verwaltungskommission ist daher zur Behandlung der Beschwerde 

zuständig. 

III. 

1. Aufgabe der Aufsichtsbehörde ist es, durch Gebrauch ihrer Aufsichts- und 

Disziplinargewalt auf entsprechende Anzeige hin ein ordnungs- und rechtswidri-

ges Verhalten einer Justizperson zu ahnden (sog. administrative Beschwerde) 

oder eine tatsächlich oder vermeintlich unrechtmässige oder unzweckmässige 

Anordnung aufzuheben bzw. abzuändern (sog. sachliche Beschwerde). Mit der 

administrativen Aufsichtsbeschwerde wird die Aufsichtsbehörde veranlasst, von 

ihrer Aufsichts- und Disziplinargewalt Gebrauch zu machen. Ihrem Wesen nach 

stellt die administrative Aufsichtsbeschwerde nichts anderes als eine Verzeigung 

dar, mit der auf ein ordnungs- und rechtswidriges Verhalten einer Justizperson 

hingewiesen wird. Dieses kann eine Saumseligkeit (d.h. eine Unterlassung 

pflichtgemäss beförderlichen Handelns und somit ein schuldhafterweise zu gerin-

ger persönlicher Einsatz) oder ein ungehöriges (vorwiegend subjektiv betontes 

und somit zu weit gehendes persönlich bestimmtes) Handeln sein. Eine Auf-

sichtsanzeige verpflichtet die Aufsichtsbehörde nicht zum Eingreifen bzw. zur An-

handnahme eines Verfahrens, immerhin kann sich aber aus der Art der Vorwürfe 

die Pflicht der Aufsichtsbehörde ergeben, weitere Abklärungen zu treffen. Keine 

Anhandnahme eines Verfahrens erfolgt dann, wenn sich aus der Art der Vorwürfe 

ergibt, dass die Anzeige offensichtlich unbegründet ist (vgl. zum Ganzen Hauser/ 

Schweri/Lieber, a.a.O., N 43 f. zu § 82 GOG). 

- 4 - 

2. Eine Aufsichtsbeschwerde ist innert zehn Tagen seit Kenntnisnahme der 

Amtspflichtverletzung schriftlich einzureichen. Sie hat einen Antrag und eine Be-

gründung zu enthalten (§ 83 Abs. 1 GOG). Es erscheint bereits als fraglich, ob die 

Anzeigeerstatterin diese Frist für die Erhebung einer Beschwerde gewahrt hat. 

Zwar ist ihrer Beschwerde nicht zu entnehmen, wann sich die von der Anzeigeer-

statterin beanstandeten Vorfälle ereignet haben (vgl. act. 1), doch datiert das ihrer 

Beschwerde vom 9. Februar 2014 beigelegte Schreiben von Bezirksrichter lic. iur. 

A._____ vom 10. März 2012 (act. 2). Die Frage der Fristwahrung kann jedoch 

letztlich offengelassen werden, da - wie nachfolgend zu zeigen ist - ohnehin von 

der Anordnung von aufsichtsrechtlichen Massnahmen abzusehen ist. 

3. Die Anzeigeerstatterin legt zunächst die Geschehnisse vor dem Tod der 

Erblasserin C._____ am tt.mm.2011 dar (act. 1 S. 1 f.) und schildert hernach die 

Konflikte, welche zwischen ihr und Bezirksrichter lic. iur. A._____ entstanden sind. 

In diesem Zusammenhang wirft sie Bezirksrichter lic. iur. A._____ zusammenge-

fasst vor, dieser habe Auskünfte über Sachverhalte erhalten, welche er aufgrund 

des Bankgeheimnisses nicht hätte erhalten sollen. Zudem habe er absurde Be-

hauptungen aufgestellt, habe gedroht und sei selbst vor erpresserischen Machen-

schaften nicht zurückgeschreckt. Der Eindruck dränge sich auf, dass er seine 

Funktion als Richter für private Interessen genutzt habe bzw. als Richter und Prä-

sident eines Gerichts erheblichen Einfluss auf Verfahren und Menschen genom-

men habe mit dem Ziel, seine Interessen und Welten zu bedienen (act. 1 S. 2 und 

S. 3).  

4. Der vorliegenden Beschwerde liegt ein rein privater Konflikt zwischen der 

Anzeigeerstatterin und Bezirksrichter lic. iur. A._____ zugrunde, welcher nicht di-

rekt dessen Richtertätigkeit betrifft. Es handelt sich nicht um einen Rechtsstreit, 

der am Bezirksgericht D._____ pendent ist und in dem Bezirksrichter A._____ als 

Richter amtet, sondern um einen Erbstreit, in den die Anzeigeerstatterin und Be-

zirksrichter A._____ verwickelt sind. Beim Vorwurf, Bezirksrichter lic. iur. A._____ 

habe seine Funktion als Richter bzw. als Präsident des Bezirksgerichts D._____ 

zur Durchsetzung seiner privaten Interessen genutzt, handelt es sich um eine 

blosse Vermutung der Anzeigeerstatterin ("Der Eindruck drängt sich hier auf, dass 

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seine Funktion als Richter hier für private Interessen genutzt werden" bzw. "Die 

Vermutung drängt sich auf, dass hier ein Richter und Präsident eines Gerichtes 

erheblichen Einfluss auf Verfahren und Menschen nimmt, mit dem Ziel, seine Inte-

ressen und Welten zu bedienen", vgl. act. 1 S. 2 und S. 3), für welche keine kon-

kreten Anhaltspunkte bestehen. Insbesondere kann aufgrund des von der Anzei-

geerstatterin ins Recht gelegten Schreibens von Bezirksrichter lic. iur. A._____ 

nicht auf aufsichtsrechtlich relevante Amtspflichtverletzungen geschlossen wer-

den (vgl. act. 2). Damit sind keine Amtspflichtverletzungen von Bezirksrichter 

lic. iur. A._____ ersichtlich, welche in Ausübung des pflichtgemässen Ermessens 

ein Einschreiten der Aufsichtsbehörde erforderlich machen würden. Von auf-

sichtsrechtlichen Massnahmen ist daher abzusehen. 

IV. 

1. Im Verfahren betreffend administrative Aufsichtsbeschwerde sind gemäss 

gängiger Praxis des Obergerichts keine Kosten zu erheben, sofern diese nicht 

mutwillig erhoben wurde (§ 83 Abs. 3 GOG i.V.m. Art. 108 ZPO, § 20 GebV OG; 

Gschwend/Bornatico, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar 

Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2013, N 39 zu Art. 132 

ZPO). Entschädigungen sind keine zu entrichten. 

2. Hinzuweisen ist sodann auf das Rechtsmittel des Rekurses an die Rekurs-

kommission. 

Es wird beschlossen: 

1. Soweit auf die Aufsichtsbeschwerde einzutreten ist, werden keine aufsichts-

rechtlichen Massnahmen angeordnet. 

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

3. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen. 

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4. Schriftliche Mitteilung an Bezirksrichter lic. iur. A._____, unter Beilage einer 

Kopie von act. 1, gegen Empfangsschein. 

5. Rechtsmittel: 

Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-
lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurs-

kommission des Obergerichts, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht wer-

den. In der Rekursschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. All-

fällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

 

Zürich, 11. Juni 2014 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Verwaltungskommission 

Die Gerichtsschreiberin: 

 
 

lic. iur. A. Gürber 
 
versandt am:   

 

	Beschluss vom 11. Juni 2014
	 Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.

	Es wird beschlossen:
	1. Soweit auf die Aufsichtsbeschwerde einzutreten ist, werden keine aufsichtsrechtlichen Massnahmen angeordnet.
	2. Es werden keine Kosten erhoben.
	3. Es werden keine Prozessentschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an Bezirksrichter lic. iur. A._____, unter Beilage einer Kopie von act. 1, gegen Empfangsschein.
	5. Rechtsmittel: Ein Rekurs gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids bei der Rekurskommission des Obergerichts, Postfach 2401, 8021 Zürich, eingereicht werden. In der Rekursschrift...
	Zürich, 11. Juni 2014