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**Case Identifier:** 9c02b3c4-166c-5dff-82cd-cb2570889b04
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-06-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 19.06.2009 ZK2 2009 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2009-19_2009-06-19.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 19. Juni 2009 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 09 19

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Hubert
RichterInnen Schlenker und Michael Dürst
Redaktion Aktuarin ad hoc Fischer

In der zivilrechtlichen Beschwerde

der A., Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 
iur. Philip Stolkin, Schaffhauserstrasse 345, 8050 Zürich,

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichtspräsidiums Albula vom 11. Dezember 2008, mit-
geteilt am 5. März 2009, in Sachen der Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin,

betreffend unentgeltliche Rechtspflege,

hat sich ergeben:

A. In der Zivilrechtsstreitigkeit vor Bezirksgericht Albula zwischen A. (Klägerin) 
einerseits und den B. (Beklagte 1), der C. (Beklagte 2) sowie der D. (Eingerufene) 

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andererseits (Proz.-Nr. 1_) wurde ein doppelter Schriftenwechsel durchgeführt. 
Nachdem die Dupliken beim Bezirksgericht eingegangen waren, stellte es diese mit 
Schreiben vom 27. Juni 2008 der Klägerin zur Kenntnisnahme zu und erklärte den 
Schriftenwechsel als abgeschlossen. Zudem gewährte es der Klägerin Frist bis 15. 
Juli 2008 zur Einreichung einer Stellungnahme. Dabei wies das Bezirksgerichtsprä-
sidium ausdrücklich auf Art. 87 Abs. 2 ZPO hin, indem es den Wortlaut dieser Be-
stimmung zitierte und zudem anfügte, eine allfällige Stellungnahme habe sich auf 
die in Art. 87 Abs. 2 ZPO aufgeführten Themata zu beschränken. Weder seien neue 
Tatsachenbehauptungen, rechtliche Erörterungen, neue Beweisanträge und der-
gleichen zulässig. Der Stellungnahme im Sinne von Art. 87 Abs. 2 ZPO komme nicht 
die Bedeutung eines weiteren Schriftenwechsels zu. Eingaben, die das in Art. 87 
Abs. 2 ZPO eingeschränkte Thema überschreiten würden, blieben unbeachtlich 
(act. II.V.87).

B. Obwohl gemäss dem vorerwähnten Schreiben der Schriftenwechsel ge-
schlossen worden war und einzig noch eine Stellungnahme im Sinne von Art. 87 
Abs. 2 ZPO als zulässig erklärt wurde, reichte die Klägerin am 10. Juli 2008 eine elf 
Seiten umfassende Stellungnahme zur Duplik der Beklagten 1 ein (act. II.V.89). Am 
11. Juli 2008 stellte sie zudem ein Gesuch um Fristerstreckung für die Stellung-
nahme im Sinne von Art. 87 Abs. 2 ZPO (act. II.V.90), dem das Bezirksgericht mit 
Verfügung vom 14. Juli 2008 entsprach (act. II.V.91). Die entsprechende Stellung-
nahme vom 16. August 2008 ging alsdann am 20. August 2008 beim Bezirksgericht 
ein (act. II.I.19). In der Stellungnahme vom 10. Juli 2008 zur Duplik der Beklagten 1 
führt die Klägerin einleitend aus, soweit Behauptungen aufgestellt würden, die in 
den vorgehenden Rechtsschriften nicht genannt worden seien, gebiete der An-
spruch auf rechtliches Gehör, dass der Rechtsvertreter der Klägerin sich ebenfalls 
zu diesen Behauptungen abschliessend äussern könne. In der Duplik zumindest 
der Beklagten 1 werde die Behauptung aufgestellt, der Schräglift sei im Eigentum 
der Stiftung, weshalb er nicht als Baustelleninstallation „durchgehen“ (!) könne. 
Diese Behauptung sei neu, sei so noch nicht aufgestellt worden, woraus der An-
spruch entstehe, sich dazu äussern zu können, was nachstehend getan werde.

C. Am 10. September 2008 erliess das Bezirksgerichtspräsidium eine prozess-
leitende Verfügung, mit der es die klägerische Stellungnahme vom 10./11. Juli 2008 
aus dem Recht wies und die klägerische Stellungnahme im Sinne von Art. 87 Abs. 
2 ZPO vom 16. August 2008 den Gegenparteien zur Kenntnisnahme zustellte (act. 
I 3b). 

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Gegen diese Verfügung erhob die Klägerin am 4. Oktober 2008 Beschwerde an das 
Bezirksgericht wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs. Hierbei stellte sie das 
Rechtsbegehren (1.), es sei die prozessleitende Verfügung des Bezirkgerichtsprä-
sidiums vom 17. September (recte: vom 10. September 2008, mitgeteilt am 17. Sep-
tember 2008), eingetroffen am 18. September, aufzuheben und die Stellungnahme 
der Beschwerdeführerin vom 10. Juli 2008 zu den Akten zu nehmen und als beacht-
lich zu erklären. Zudem stellte sie den Verfahrensantrag (2.), der Beschwerdefüh-
rerin sei für das Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren 
unter Beiordnung des untenstehenden Anwalts als unentgeltlicher Prozessvertreter 
(act. I 3a).

D. Mit Entscheid vom 11. Dezember 2008, mitgeteilt am 5. März 2009, wies das 
Bezirksgerichtspräsidium das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und Ver-
beiständung von A. im Verfahren Nr. 1_ wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit 
der Beschwerde ab und überband der Gesuchstellerin die Verfahrenskosten (act. I 
2).

Ebenfalls am 11. Dezember 2008, mitgeteilt am 5. März 2009, erliess der Bezirks-
gerichtsausschuss ein Beiurteil, mit dem er die Beschwerde gegen die prozesslei-
tende Verfügung vom 10. September 2008 abwies (act. I 2).

E. Am 30. März 2009 legte A. gegen das Beiurteil des Bezirksgerichtsausschus-
ses Beschwerde beim Kantonsgericht von Graubünden ein (act. 01). In derselben 
Eingabe focht sie zudem den prozessleitenden Entscheid des Bezirksgerichtspräsi-
diums an, indem sie folgenden Antrag (2.) stellte:

„Es sei der prozessleitende Entscheid hinsichtlich der unentgeltlichen 
Rechtspflege aufzuheben und die Vorinstanzen anzuweisen, der Beschwer-
deführerin die unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung des unterzeich-
nenden Rechtsanwaltes als unentgeltlichen Rechtsbeistand beizuordnen.“

Die II. Zivilkammer des Kantonsgerichts hat nach Beizug der Akten aus Händen der 
Vorinstanz auf ein Vernehmlassungsverfahren verzichtet.

Auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung und die Ausführungen in der 
Beschwerdeschrift wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
eingegangen.

Die II. Zivilkammer zieht in Erwägung:

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1. Gemäss Art. 47a ZPO können Entscheide über die unentgeltliche Rechts-
pflege, die Bestellung eines Rechtsvertreters und die Festlegung seiner Entschädi-
gung mit zivilrechtlicher Beschwerde gemäss Art. 232 ZPO angefochten werden. 
Auch Art. 232 Ziff. 8 ZPO nennt explizit die Beschwerde an das Kantonsgericht als 
zulässiges Rechtsmittel gegen Entscheide betreffend die unentgeltliche Rechts-
pflege im Sinne von Art. 47a. Unter diesem Gesichtspunkt ist somit gegen die vor-
liegende Beschwerde nichts einzuwenden. Hingegen kann man sich fragen, ob 
diese insofern an einem (formellen) Mangel leidet, als dass mit ihr nicht nur der 
Präsidialentscheid betreffend die unentgeltliche Rechtspflege angefochten wurde, 
sondern zugleich in derselben Beschwerde auch das Beiurteil des Bezirksgerichts-
ausschusses. Wie es sich damit letztlich verhält, kann indes offen bleiben, zumal 
das Rechtsbegehren und die dazu angeführte Begründung hinreichend klar sind. 
Da mit der Beschwerde jedoch zwei von verschiedenen Spruchkörpern des Bezirks-
gerichts gefällte Entscheide angefochten werden und sich zudem hinsichtlich Zuläs-
sigkeit dieses Rechtsmittels unterschiedliche Rechtsfragen stellen, ist darüber se-
parat zu befinden. Dementsprechend hat das Kantonsgericht, soweit die Be-
schwerde die vorinstanzliche Präsidialverfügung betreffend unentgeltliche Rechts-
pflege zum Gegenstand hat, ein Verfahren unter der Fall-Nummer ZK2 09 19 eröff-
net, während es das in der Beschwerde angefochtene Beiurteil unter der Fall-Num-
mer ZK2 09 18 erfasst hat. Auf letzteres ist somit im vorliegenden, unter der Fall-
Nummer ZK2 09 19 eröffneten Verfahren nicht weiter einzugehen. Da im Übrigen 
die Beschwerde fristgerecht eingereicht und auch die weiteren Sachurteilsvoraus-
setzungen gegeben sind, ist auf sie einzutreten. 

2.a) Das Bezirksgerichtspräsidium erwog, gemäss Art. 87 Abs. 2 ZPO habe der 
Kläger das Recht, gegen Zeugen und Expertisen, die in der letzten Rechtsschrift 
beantragt würden, innert 20 Tagen Einreden zu erheben und zum neuen Fra-
gethema an Zeugen und Sachverständige Stellung zu nehmen, Gegen Urkunden, 
die erst mit der Duplik eingelegt würden, stehe dem Kläger das Recht zu, Beweis-
anträge betreffend deren Unechtheit zu stellen. Dem Wortlaut dieser Bestimmung 
könne entnommen werden, dass es sich bei der Stellungnahme nach Art. 87 Abs. 2 
ZPO um eine Eingabe handle, welche nach Abschluss des Schriftenwechsels dem 
Kläger die Möglichkeit eröffne, zu den bisher unbekannten Beweismitteln der Ge-
genpartei Stellung zu nehmen. Nach Abschluss des Schriftenwechsels dürften aber 
auch in der Stellungnahme nach Art. 87 Abs. 2 ZPO aufgrund der Eventualmaxime 
keine neuen Tatsachenbehauptungen vorgebracht werden. Im Rechtsschriften-
wechsel seien sodann gemäss Art. 82 Abs. 3 ZPO Hinweise auf die anzuwenden-
den Gesetzesartikel zulässig. Allerdings bestehe ein Verbot von rechtlichen Erörte-

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rungen. In der Rechtsschrift der Gesuchstellerin vom 10./11. Juli 2008 würden ei-
nige Tatsachenbehauptungen vorgebracht und sodann vor allem rechtliche Aus-
führungen gemacht. Die Gesuchstellerin sei mit Verfügung vom 27. Juni 2008 dar-
auf hingewiesen worden, das in besagtem Verfahren der Rechtsschriftenwechsel 
abgeschlossen sei und der zulässige Inhalt einer Stellungnahme im Sinne von Art. 
87 Abs. 2 ZPO beschränkt sei, weshalb Eingaben, die das eingeschränkte Thema 
überschreiten würden, unbeachtlich blieben. Wenn nun der klägerische Rechtsver-
treter trotz entsprechenden Hinweisen des Bezirksgerichtspräsidiums in der Verfü-
gung vom 27. Juni 2008 diese Gesetzesbestimmungen nicht beachte, indem er die 
Rechtsschrift vom 10./11. Juli 2008 in eben jener Form einreiche, so seien unter 
diesen Umständen die Aussichten, dass die Rechtsschrift  vom 10./11. Juli 2008 als 
beachtlich erklärt werde, verschwindend klein. Der Bezirksgerichtsvizepräsident Al-
bula weise daher das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für 
das Beschwerdeverfahren vor Bezirksgerichtsausschuss wegen offensichtlicher 
Aussichtslosigkeit ab.

b) Die Beschwerdeführerin stellt nicht in Abrede, dass gemäss der bündneri-
schen Zivilprozessordnung nach abgeschlossenem Schriftenwechsel nur noch Ein-
reden und Stellungnahmen im Sinne von Art. 87 Abs. 2 ZPO zulässig sind und dem-
zufolge eine weitere, darüber hinaus gehende Rechtsschrift nicht mehr eingebracht 
werden kann. Ebenso bestreitet sie nicht, dass gemäss Art. 82 Abs. 1 Ziff. 3 ZPO in 
Rechtsschriften keine rechtlichen Erwägungen aufzunehmen sind, sondern dass sie 
sich auf die Darstellung der Tatsachen und allenfalls auf Hinweise betreffend die 
anzuwendenden Gesetzesbestimmungen zu beschränken habe. Hingegen vertritt 
die Beschwerdeführerin die Auffassung, die Vorinstanz habe ihr mit der Verweige-
rung, die Stellungnahme entgegenzunehmen, das rechtliche Gehör verletzt. Dazu 
beruft sie sich auf die Praxis des EGMR zu Art. 6 Ziff. 1 EMRK sowie auf diverse 
jüngere Entscheide des Bundesgerichts. Des Weiteren bringt sie vor, das Konven-
tionsrecht nach Art. 5 Abs. 4 BV stehe als Teil des Verfassungsrechts über den 
kantonalen bündnerischen Gesetzesbestimmungen, weshalb schon der derogatori-
schen Kraft des Bundesrechts wegen die Stellungnahme zuzulassen sei. Mit der 
Abweisung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege habe das Bezirksgerichts-
präsidium überspitzt formalistisch argumentiert. Führe man sich die strenge Even-
tualmaxime des Kantons Graubünden vor Augen, die Bedeutung der Darlegungen 
und Entgegnungen vor dem Beweisverfahren, so müsse dem Anspruch auf Wah-
rung des rechtlichen Gehörs, auf die Möglichkeit, eine Stellungnahme einzureichen, 
ein weitaus höherer Stellenwert eingeräumt werden, als dass dies die Vorinstanz 
tue; die Beschwerde habe daher Aussicht auf Erfolg gehabt.

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3. Als aussichtslos sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung Pro-
zessbegehren anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten beträchtlich geringer 
sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden 
können. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaus-
sichten und Verlustgefahren in etwa die Waage halten oder jene nur wenig geringer 
sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen finanziellen Mit-
tel verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen würde 
(BGE 125 II 265 E. 4b S. 275, mit Hinweisen). Ob im Einzelfall genügende Erfolgs-
aussichten bestehen, beurteilt sich nach den Verhältnissen zur Zeit, in der das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege gestellt wird (BGE 124 I 304 E. 2c S. 307). 
Nicht massgebend ist demzufolge das Beiurteil vom 11. Dezember 2008, mit dem 
die Beschwerde gegen die prozessleitende Verfügung vom 10. September 2008, 
welche die klägerische Stellungnahme vom 10. Juli 2008 aus dem Recht wies, ab-
gewiesen wurde. Zu prüfen ist vorliegend somit, ob das Bezirksgerichtspräsidium 
davon ausgehen durfte, dass die Beschwerde gegen die prozessleitende Verfügung 
vom 10. September 2008 an den Bezirksgerichtsausschuss offensichtlich aus-
sichtslos ist und es demzufolge das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu 
Recht abgewiesen hat.

a) Die Beschwerdeführerin hält zu den von ihr in der Beschwerdeschrift ange-
führten Fällen E., F., G. und H. zutreffend fest, dass bei diesen in dem Sinne eine 
andere Ausgangslage bestand, als dem Beschwerdeführer jeweils die Vernehmlas-
sung zugestellt worden sei. Gleich verhält es sich auch bei den von ihr angeführten 
Urteilen des Bundesgerichts, bei denen es um das Replikrecht nach zugestellter 
Vernehmlassung ging. Demgegenüber ist vorliegend strittig, ob diese Rechtspre-
chung auch nach erfolgter Duplik Geltung hat, dass heisst, ob der Gegenpartei auch 
nach Erhalt der Duplik noch Gelegenheit zu einer Stellungnahme einzuräumen ist. 
Die Beschwerdeführerin leitet ein solches Recht aus der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung ab. Sei es danach dem Gericht verwehrt, die verfahrensbetroffene 
Partei vom Aktenzuwachs zu informieren, ohne eine Stellungnahme zuzulassen, so 
habe man eine schriftliche Äusserungsmöglichkeit zu jeder Rechtsschrift zu ge-
währen, in der Auslassungen zum Prozessthema vorgenommen würden, unbese-
hen, ob es sich um eine Replik im eigentlichen Sinne handle oder eine Antwort auf 
die Duplik.

Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, ergibt sich ein derartiger Schluss je-
doch weder aus Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK noch aus der bundesge-
richtlichen Rechtsprechung dazu.

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b) Das Bundesgericht hielt im Urteil 1A.276/2004 vom 12. Juli 2005 fest, in der 
Tat habe der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in mehreren Entschei-
den gegen die Schweiz entschieden, dass eine Verfahrenspartei Gelegenheit erhal-
ten müsse, sich zu den eingereichten Vernehmlassungen zu äussern. Bei den von 
ihm hierbei angeführten Entscheiden handelt es sich exakt um jene, welche die Be-
schwerdeführerin zur Begründung ihrer Auffassung anführt (vgl. E. 3.1 Abs. 3 und 
Beschwerdeschrift Ziff. 13 S. 6 ff.). Das Bundesgericht fährt alsdann im erwähnten 
Urteil weiter, wie es bereits im Fall 1A.43/2004 vom 19. August 2004 entschieden 
habe, könnten die genannten EMRK-Urteile nicht so verstanden werden, dass ein 
unbedingter Anspruch darauf bestünde, sich in jedem Fall zu den Vorbringen einer 
Gegenpartei zu äussern. Ein solcher Anspruch hätte nämlich zur Folge, dass ein 
Schriftenwechsel nur im Einverständnis aller Beteiligten geschlossen werden 
könnte: Zu jeder Eingabe müsste die Gegenpartei wieder Gelegenheit erhalten, 
Stellung zu nehmen, worauf wiederum die andere Partei Anspruch hätte, sich zur 
erneuten Eingabe vernehmen zu lassen. Dies stünde im klaren Widerspruch zu an-
erkannten Prozessgrundsätzen, welche der prozessleitenden Behörde das Recht 
einräume, den Schriftenwechsel abzuschliessen, wenn die Sache entscheidungs-
reif sei, aber auch zu dem konventions- und verfassungsrechtlich garantierten An-
spruch auf eine Beurteilung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 
1 EMRK). Ein Anspruch, sich zu den Eingaben einer Gegenpartei zu äussern, könne 
deshalb nur dann bestehen, wenn diese Eingaben nach pflichtgemässer Beurtei-
lung der verfahrensleitenden Instanz bzw. nach der vertretbaren Einschätzung der 
Partei neue rechtserhebliche Vorbringen enthalte (E. 3.1 Abs. 5).

Aus diesem Urteil des Bundesgerichts geht somit klar hervor, dass auch gestützt 
auf die ergangenen EMRK-Urteile kein Anspruch besteht, zu jeder Eingabe der Ge-
genpartei wiederum eine Stellungnahme abgeben zu können. Insbesondere wird 
darin nicht gesagt, einer Partei müsse selbst dann, wenn sie – wie vorliegend – eine 
Replik zur Vernehmlassung einreichen konnte, auch noch das Recht auf eine Stel-
lungnahme zur Duplik eingeräumt werden. Nichts anderes ergibt sich aus den 
späteren Urteilen des Bundesgerichts. So ging es sowohl in BGE 132 I 42 ff. als 
auch in BGE 133 I 98 ff. allein um die Frage des Replikrechts, das heisst um das 
Recht einer Partei, sich zur Vernehmlassung äussern zu können. In diesem Kontext 
stehen denn auch die jeweiligen Erwägungen des Bundesgerichts bezüglich Recht 
auf Stellungnahme zu den Eingaben der Gegenpartei. Unter den von ihm verwen-
deten Begriff „Eingaben“ fallen offenkundig Vernehmlassungen bzw. Beschwerde-
antworten, nicht aber Dupliken. Mit der Verweigerung auf eine Stellungnahme zur 
Duplik wird denn auch das rechtliche Gehör in keiner Weise verletzt. So werden 

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gemäss Art. 86 Abs. 2 ZPO Replik und Duplik nur angeordnet, wenn der Gerichts-
präsident es für nötig erachtet. Damit wird den Parteien Gelegenheit geboten, sich 
zur Ersteingabe der jeweiligen Gegenpartei nochmals zu äussern. Ein noch weiter-
gehender Schriftenwechsel würde das zivilprozessuale Verfahren in nicht mehr zu 
vertretendem Masse verlängern und damit den anerkannten Prozessgrundsätzen 
klar zuwider laufen. Daran ändert sich selbst dann nichts, wenn in der Duplik neue 
tatsächliche und/oder rechtliche Behauptungen vorgebracht werden. Rechtliche Be-
hauptungen oder Erörterungen sind nach der bündnerischen Zivilprozessprozess-
ordnung in den Rechtsschriften ohnehin ausgeschlossen (Art. 82 ZPO; Nay, Zivil-
prozessordnung und Gerichtsver-fassungsgesetz des Kantons Graubünden, Chur 
1986, Bemerkungen zu Art. 82 Abs. 3 StPO, S. 64). Dazu dient vielmehr die münd-
liche Hauptverhandlung vor Gericht. Insoweit wird den Parteien somit dort das recht-
liche Gehör gewährt. Soweit in der Duplik neue Behauptungen tatsächlicher Natur 
vorgebracht und damit zugleich neue Beweise beantragt oder ins Recht gelegt wer-
den, stehen der Gegenpartei die Rechte gemäss Art. 87 Abs. 2 ZPO zu. Sodann 
kann sie sich auch noch anlässlich der mündlichen Hauptverhandlung zu den neuen 
Tatsachenvorbringen der Gegenpartei in der Duplik äussern. Auch durch die Un-
zulässigkeit einer Stellungnahme zur Duplik bleibt das rechtliche Gehör demnach 
durchaus gewahrt.

c) Aus dem Gesagten ergibt sich somit, dass mit der prozessleitenden Verfü-
gung vom 10. September 2008 das rechtliche Gehör der Klägerin nicht verletzt wor-
den ist. Das Bezirksgerichtspräsidium ist daher zu Recht zum Schluss gelangt, dass 
die Gewinnaussichten der gegen diese Verfügung erhobenen Beschwerde be-
trächtlich geringer einzustufen sind als die Verlustgefahren und das eingelegte 
Rechtsmittel demzufolge als aussichtslos zu betrachten ist. Folglich hat es auch zu 
Recht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren 
gestützt auf Art. 42 Abs. 2 ZPO abgewiesen.

4.a) Obwohl sich der Bezirksgerichtspräsident in der prozessleitenden Verfügung 
vom 10. September 2008 nicht dazu äussert, ob die in der Stellungnahme der Klä-
gerin vom 10. Juli 2008 vorgebrachte Behauptung, mit der sie ihren Anspruch auf 
eben diese Stellungnahme zur Duplik begründet, auch tatsächlich zutrifft, drängen 
sich dazu einige Bemerkungen auf.

b) Die Klägerin machte in der vorerwähnten Stellungnahme geltend, in der Du-
plik zumindest der Beklagten 1 werde die Behauptung aufgestellt, der Schräglift sei 
im Eigentum der Stiftung, weshalb er nicht als Baustelleninstallation durchgehen 
könne. Diese Behauptung sei neu, sei so noch nicht aufgestellt worden. Daraus 

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entstehe der Anspruch, sich dazu äussern zu können, was nachstehend getan 
werde.

Wie sich aus den Akten ergibt und nachstehend aufgezeigt wird, ist diese Begrün-
dung, mit der die Klägerin zwecks Wahrung des rechtlichen Gehörs einen Anspruch 
auf eine Stellungnahme ableitet, offensichtlich unhaltbar. So ist die von der Beklag-
ten 1 in der Duplik aufgestellte Behauptung mitnichten neu.

b/1) Davon, dass der Schräglift im Eigentum der Stiftung I. steht, ist die Klägerin 
selbst schon in ihrer Klage vom 5. Juli 2007 an das Bezirksgericht Albula ausge-
gangen. Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass sie für ihre Ansprüche gegenü-
ber der Stiftung die Werkeigentümerhaftung anrief (vgl. act. II.I.1 Ziff. 20/21 S. 8). 
Die Beklagte 2 hielt in ihrer Prozessantwort vom 31. Oktober 2007 fest, Eigentüme-
rin des von der Kantonsstrasse zur Burgruine I. hinaufführenden Warentransportlif-
tes sei die Bauherrin Stiftung J. I. (vgl. act. II.I.4). Aber auch die Beklagte 1 machte 
in ihrer Prozessantwort vom 31. Oktober 2007 die Aussage, dass der Lift im Eigen-
tum der Bauherrschaft steht (act. II.I.5 Ziff. 9 S. 9).

Damit steht zunächst einmal fest, dass die Behauptung in der Duplik der Beklagten 
1, der Schräglift stehe im Eigentum der Stiftung, entgegen den Ausführungen der 
Klägerin nicht neu ist.

b/2) Sollte die Klägerin mit ihrer damals vorgebrachten Begründung gemeint ha-
ben, nicht die Behauptung betreffend das Eigentum am Schräglift sei neu, sondern 
der daraus gezogene Schluss, dass dieser daher nicht als Baustelleninstallation in 
Betracht falle, so erweist sich dies ebenfalls als offenkundig unhaltbar.

In der Stellungnahme der Klägerin vom 3. März 2008 führte diese aus, aus der Ak-
tennotiz 34 vom 28. März 2003 erhelle sich, dass der fragliche Transportlift als Bau-
stelleninstallation zu betrachten sei (vgl. act. II.I.10 Ziff. 7 S. 3). In sämtlichen vor-
herigen Rechtsschriften wurde der Begriff „Baustelleninstallation“ im Zusammen-
hang mit dem Transportlift nicht – jedenfalls nie explizit - verwendet. Es war also die 
Klägerin, welche in der vorerwähnten Stellungnahme erstmals die Behauptung auf-
stellte, beim Transportlift handle es sich um eine Baustelleninstallation. In der Replik 
vom 2. April 2008 stellte sich die Klägerin wiederum auf den Standpunkt, entgegen 
der beklagtischen (gemeint Beklagte 1) Auffassung sei der Transportlift Baustellen-
installation (vgl. act. II I 14 Ziff. 88 S. 32 und Ziff. 171 S. 56). Damit hat sie klar zum 
Ausdruck gebracht, dass sich die Beklagte 1 in ihrer Prozessantwort – wenn auch 
nicht explizit – auf den Standpunkt gestellt hat, beim Transportlift handle es sich 
nicht um eine Baustelleninstallation. Auf die Replik der Klägerin antwortete die Be-

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klagte 1 in ihrer Duplik alsdann wiederum dahingehend, dass von einer Baustellen-
installation keine Rede sein könne. Vorliegend hätten wir es mit einem selbständi-
gen im Eigentum der Stiftung I. befindliches, auf lange Funktionsdauer ausgerich-
tetes und voll funktionsfähiges Werk zu tun (vgl. act. II.I.18 Ziff. 5 S. 5).

c) Diese vorstehend aufgezeigten Aktenstellen belegen mit aller Deutlichkeit, 
dass keine Rede davon sein kann, die Beklagte 1 habe erstmals in ihrer Duplik die 
Behauptung aufgestellt, der Schräglift sei im Eigentum der Stiftung, weshalb er nicht 
als Baustelleninstallation gelten könne. Die Behauptung, mit der die Klägerin unter 
Berufung auf das rechtliche Gehör eine Stellungnahme zur Duplik einreichte, steht 
demnach in offensichtlichem Widerspruch zu den Akten und kann nicht anders als 
mutwillig bezeichnet werden. Die Stellungnahme der Klägerin zur Duplik hätte daher 
zusätzlich auch noch aus diesem Grund aus dem Recht gewiesen werden können.

6. Die Beschwerde ist somit aus den dargelegten Gründen abzuweisen.

Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Lasten der 
Beschwerdeführerin, wobei Art. 5 lit. b des Kostentarifs im Zivilverfahren (BR 
320.075) zur Anwendung gelangt, der einen Rahmen von Fr. 100.00 bis 
Fr. 5'000.00 vorsieht (zur Kostenüberbindung siehe auch: Brunner, Die unentgeltli-
che Rechtspflege nach bündnerischer Zivilprozessordnung, ZGRG 04/03, Ziff. 8 lit. 
f S. 165).

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Demnach erkennt die II. Zivilkammer:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 800.00 gehen zu Lasten der 
Beschwerdeführerin. 

3. Gegen diese, einen Streitwert von weniger als 30'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 2 lit. a des Bundesgerichts-
gesetzes (BGG) Beschwerde in Zivilsachen an das Schweizerische Bundes-
gericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden, wenn sich eine Rechtsfrage von 
grundsätzlicher Bedeutung stellt. Andernfalls ist die subsidiäre Verfassungs-
beschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fällen ist das 
Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung 
der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. 
BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Be-
schwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der 
Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

4. Mitteilung an: