# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac6af5d9-0a89-5d17-8f9c-336b63364e33
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-06-28
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008
**Docket/Reference:** DB.2012.61
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2012_61_rm.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2012.61 
1 ST.2012.70 

Entscheid 

28. Juni 2012 

Mitwirkend: 

Abteilungsvizepräsident Walter Balsiger, Steuerrichter Anton Tobler, Steuerrichter  
Michael Ochsner und Gerichtsschreiberin Nadja Obreschkow 

1.  A,    

2.  B,    

vertreten durch PROTIP AG,  
Hauptstrasse 36 A, 8546 Islikon,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Konsum,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2008 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2008 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A und B (nachfolgend die Pflichtigen) erwarben per 2004 mit einer Investiti-

on von EUR 376'300.- Anteile des "C" der D, in E. Hierbei handelt es sich nach angel-

sächsischem  Recht  um  ein  Versicherungsprodukt,  welches  hierorts  steuerlich  un-

bestrittenermassen als Anlagefonds qualifiziert.  

In der Steuererklärung 2007 hatten die Pflichtigen den Wert dieser Anteile per 

31. Dezember 2007 mit Fr. 604'623.- deklariert. Am 8. Januar 2008 verkauften sie die 

Anteile  für  EUR  441'378.36  (= Fr. 728'274.30).  Den  dergestalt  in  der  Steuerperiode 

2008 erzielten Wertzuwachs im Betrag von Fr. 124'696.- erfasste die Steuerkommissä-

rin nach vorgängigen Abklärungen der steueramtlichen Wertschriftenabteilung mit Ver-

anlagungsverfügung (direkte Bundessteuer) bzw. Einschätzungsentscheid (Staats- und 

Gemeindesteuern) vom 20. Januar 2011 als steuerbaren Wertschriftenertrag. Zur Be-

gründung verwies sie auf das Hilfsblatt der Wertschriftenabteilung betreffend Korrektu-

ren zum Wertschriftenverzeichnis der Pflichtigen. Diesem Hilfsblatt war zu entnehmen, 

es fehle am Nachweis, dass im vorerwähnten Wertzuwachs steuerfreie Kapitalgewinne 

enthalten seien.  

Mit dieser Aufrechnung resultierten für die Steuerperiode 2008 die folgenden 

Faktoren: 

    Staats- und Gemeindesteuer 

       Direkte Bundessteuer 

                          Fr. 

Steuerbares Einkommen 

Satzbestimmendes Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

283'000.- 

287'400.- 

434'000.- 

Satzbestimmendes Vermögen  

551'000.-. 

          Fr.  

280'000.- 

B. Die hiergegen am 17. Februar 2011 erhobenen Einsprachen, mit welchen 

sich  die  Pflichtigen  gegen  die  Aufrechnung  von  Wertschriftenertrag  gewandt  und  ins-

besondere  auch  eine  Gehörsverletzung  wegen  ungenügender  diesbezüglicher  Be-

gründung  gerügt  hatten,  wurden  vom  kantonalen  Steueramt  nach  Durchführung  von 

weiteren  Schriftenwechseln  und  einer  mündlichen  Parteianhörung  mit  Entscheiden 

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vom 16. Februar 2012 abgewiesen; im Wesentlichen nach wie vor mit der Begründung, 

dass der Nachweis eines steuerfreien Kapitalgewinns nicht erbracht worden sei.  

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 16. März 2012 liessen die Pflichtigen be-

antragen,  die  Besteuerung  der  Wertschriftenerträge  sei  nach  Massgabe  ihrer  Selbst-

deklaration vorzunehmen. Eventualiter sei im Fall der Besteuerung der streitigen Erträ-

ge  aus  dem  Anlagefonds  der  D  konsequenterweise  auch  der  per  2008  mit  einem 

weiteren  ausländischen  Anlagefonds  erzielte  Verlust  steuerlich  zu  berücksichtigen. 

Schliesslich  sei  auch  über  die  steuerliche  Behandlung  von  Währungsgewinnen  und  

-verlusten in einer Steuerperiode zu entscheiden.   

Das kantonale Steueramt schloss mit Vernehmlassung vom 12. April 2012 auf 

Abweisung  der  Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  liess  sich 

nicht vernehmen.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. a) Der Einkommenssteuer unterliegen allgemein alle wiederkehrenden und 

einmaligen  Einkünfte  mit  Ausnahme  der  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von 

Privatvermögen, welche steuerfrei sind (Art. 16 Abs. 1 und 3 des Bundesgesetzes über 

die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 [DBG] und § 16 Abs. 1 und 3 des 

Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 [StG]). Steuerbar im Sinn dieser Generalklausel sind 

insbesondere  auch  die  Erträge  aus  beweglichem  Vermögen  (Art.  20  DBG  und  §  20 

StG).  

b)  Nach  der  allgemeinen  Beweislastregel  haben  die  Steuerbehörden  den 

Nachweis  zu erbringen, dass  ein  Steuerpflichtiger  bestimmte Einkünfte erzielt  hat,  da 

es  sich  hierbei  um  einen steuerbegründenden  Umstand handelt.  Der  Nachweis  eines 

Vermögenszuflusses begründet sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuer-

bares Einkommen darstellt. Die Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet wer-

den, indem er den Gegenbeweis erbringt, dass die zugeflossenen Einkünfte kein steu-

erbares  Einkommen  darstellen  (wie  z.B.  Vorliegen  eines  steuerfreien  Kapitalgewinns 

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aus der Veräusserung beweglichen Privatvermögens). Das Risiko der Beweislosigkeit 

liegt  somit  hinsichtlich  jener  Tatsachen,  aus  denen  sich  die  Nichtsteuerbarkeit  einer 

Einkunft ergibt, beim Steuerpflichtigen. 

2. a) Unbestritten ist, dass es sich beim "C" der D steuerlich um einen auslän-

dischen Anlagefonds (= kollektive Kapitalanlage) handelt.  

aa)  Für  die  Belange  der  direkten  Steuern  werden  kollektive  Kapitalanlagen 

grundsätzlich  transparent  behandelt.  Dies  folgt  aus  der  in  der  Praxis  entwickelten  

so genannten Treuhandlösung und gilt, soweit die Fonds nicht über direkten Grundbe-

sitz verfügen. Diese Fonds sind demzufolge keine Steuersubjekte und entrichten daher 

für  ihren  ausgewiesenen  Gewinn  keine  Gewinnsteuer.  Vielmehr  werden  die  Erträge 

und das Vermögen solcher Anlagefonds den Anlegern zugerechnet.  Entscheidend für 

die  Qualifikation  als  Einkommen  aus  kollektiven  Kapitalanlagen  ist  dabei,  dass  die 

Fondsleitung  selbstständig  handelt;  den  Anlegern  also  kein Weisungsrecht  zukommt. 

Letzteres führt dazu, dass die Transaktionen dem Anleger nicht als gewerbsmässiger 

Wertschriftenhandel zugerechnet und nicht als zum Geschäftsvermögen gehörend be-

handelt werden. Die kollektiven Kapitalanlagen haben ihren Anlegern alle Verhältnisse 

zu  bescheinigen,  die  für  die  Besteuerung  massgebend  sind  (vgl.  Kapalle/Tarolli 

Schmidt  in:  Neue  Kreisschreiben  zu  den  direkten  Bundessteuern  –  Eine  Bewertung 

aus Sicht der Praxis, eine Trilogie; II. Teil = Steuerrevue 2009, 634 u. 637).  

 bb) Betreffend die Besteuerung von kollektiven Kapitalanlagen und ihrer An-

leger  hat  die  ESTV  nach  der  am  1.  Januar  2007  erfolgten  Inkraftsetzung  des  neuen 

Bundesgesetzes  über  die  kollektiven  Kapitalanlagen  (KAG)  am  5.  März  2009  das 

Kreisschreiben  Nr.  25  erlassen.  Diesem  gemäss  sind  ausländische  kollektive  Kapital-

anlagen – unter hier nicht in Frage stehenden Voraussetzungen – steuerlich schweize-

rischen kollektiven Kapitalanlagen gleichzustellen. In Ziff. 4.6.3 äussert sich das Kreis-

schreiben  mit  Bezug  auf  die  Anforderungen  an  das  Reporting  von  ausländischen 

kollektiven Kapitalanlagen wie folgt: 

Nimmt die ausländische kollektive Kapitalanlage Ausschüttungen vor, so qua-
lifiziert  sich  diese  für  Schweizer  Steuerzwecke  als  ausschüttende  kollektive 
Kapitalanlage; andernfalls als thesaurierende oder gemischte kollektive Kapi-
talanlage.  

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Für Schweizer Einkommenssteuerzwecke werden ausländische kollektive Ka-
pitalanlagen  (mit  Ausnahme  von  ausländischen  kollektiven  Kapitalanlagen, 
welche  wirtschaftlich  einer  schweizerischen  SICAF  gleichzustellen  sind)  als 
transparent betrachtet.  

Ausländische Abschlüsse, welche nach einem anerkannten GAAP erstellt und 
von einer externen Revisionsgesellschaft geprüft wurden, sind für schweizeri-
sche Einkommens- und Gewinnsteuerzwecke ausreichend.  

Folgendes Vorgehen ist für das Reporting notwendig:  

a.  Einholen des jeweils letzten verfügbaren Abschlusses der kollektiven Kapi-
talanlage,  welcher  nach  einem  anerkannten  GAAP  erstellt  und  von  einer 
externen Revisionsgesellschaft geprüft worden ist.  

b.  Die Ertragskonten (Dividenden-, Zins- und übrigen Erträge inklusive das Er-
tragsausgleichs-Konto)  nach  dem  entsprechenden  GAAP  werden  addiert 
und die Aufwendungen subtrahiert. […] 

c.  Dieser  Nettoertrag  ist  durch  die  Anzahl  ausstehender  Anteile im  Zeitpunkt 
des Abschlusses der Rechnungsperiode zu dividieren (Nettoertrag pro An-
teil).  Alternativ  kann  auch  das  betragsmässige  Verhältnis  (anteiliger  NAV 
des Anlegers/NAV der kollektiven Kapitalanlage) verwendet werden.  

d. Feststellung des steuerbaren Ertrags pro Anteil:  

- Thesaurierende  kollektive  Kapitalanlage:  Der  Nettoertrag  pro  Anteil  stellt 
bei  thesaurierenden  ausländischen  kollektiven  Kapitalanlagen  der  mass-
gebende steuerbare Ertrag für Schweizer Einkommenssteuerzwecke dar.  

- Ausschüttende  kollektive  Kapitalanlage:  Die  Qualifikation  der  Ausschüt-
tung  als  steuerbarer  Ertrag  respektive  als  steuerfreier  Kapitalgewinn  ist 
bei ausschüttenden ausländischen kollektiven Kapitalanlagen gemäss der 
Buchhaltung zu bestimmen.  

e.  Feststellung des Vermögenssteuerwertes: Für Vermögenssteuerzwecke ist 
der NAV per 31.12. des jeweiligen Kalenderjahres massgebend. Ist dieser 
nicht erhältlich, ist der letzte verfügbare NAV zu verwenden.  

f.   Die  steuerlich  relevanten  Informationen  sind  dem  Anleger  und  der  ESTV 

zugänglich zu machen.  

b)  Die  Pflichtigen  deklarierten  den  Wert  ihrer  Anteile  am  Anlagefonds  der  D 

per Ende 2007 mit Fr. 604'623.- (= EUR 365'188.72). Am 8. Januar 2008, d.h. gut eine 

Woche später, verkauften sie ihre Anteile für EUR 441'378.36. Sie erzielten damit den 

in  Streit 

liegenden  Wertzuwachsgewinn  von  EUR 76'189.64  bzw.  Fr. 124'696.- 

(vgl. Berechnung der Wertschriftenabteilung). 

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Zu beantworten ist die Frage, ob und inwieweit dieser Wertzuwachs als steu-

erbarer Vermögensertrag qualifiziert bzw. ob darin – wofür die Pflichtigen halten lassen 

– steuerfreier Kapitalgewinn auf Privatvermögen enthalten ist. 

c)  Zu  prüfen  ist  vorab,  ob  hier  eine  ausschüttende  oder  eine  thesaurierende 

kollektive Kapitalanlage vorliegt: 

aa)  Beschwerde-  und  rekursweise  wird  unter  Verweis  auf  beiliegende  Doku-

mente geltend gemacht, die D gebe jeweils zu Beginn des Jahres bekannt, um wie viel 

Prozent die Anteile am streitbetroffenen Anlagefonds an Wert zunehmen würden. Wer-

de  eine  höhere  Wertzunahme  erzielt,  werde  die  Differenz  zum  prognostizierten  Wert 

als  "Final  Bonus"  ausgewiesen.  Könne  der  angegebene  Wert  nicht  erzielt  werden, 

werde der Bonus reduziert. Nach Ablauf des Vertragsjahrs informiere die Gesellschaft 

detailliert über den Stand der Anlage.  

bb) Dem vorgelegten "Contract Schedule" ist zu entnehmen, dass die Pflichti-

gen am 24. März 2004 den Betrag von EUR 376'300.- einzahlten ("Initial Investement") 

und sie dafür den Anspruch auf den Kauf von Anteilen am "F (Capital Redemption Op-

tion)" im Betrag von EUR 385'708.- erworben haben. Der 2.5%-Aufschlag wird mit der 

Höhe des Investments erklärt ("Your allocation has been increased by: 2.5% due to the 

size of your payment"). Weiter sind die Gebühren festgelegt (Establishment Charges & 

Early Cash-in Charges). Sodann wird festgehalten, dass im Rahmen der "Capital Re-

demption Option" jährliche Rückzahlungen von EUR 5'800.- erfolgen. Schliesslich wird 

das  Anlageprodukt  als  Anleihe  ("Bond")  beschrieben,  welche  Anspruch  auf  einen  Er-

trag/Nutzen  ("Benefit")  am  Ende  der  Laufzeit  gebe,  sofern  sie  nicht  vorher  ("Early 

Cash-In") aufgelöst werde. 

cc)  Im  ebenfalls  eingereichten  Jahres-Rapport  der  D  vom  29.  März  2007  ist 

festgehalten,  dass  per  Stichtag  29.  März  2007  mit  einem  nicht  garantierten  "Annual 

Bonus"  von  3.5%  zu  rechnen  sei.  Angegeben  ist  weiter,  dass  die  Gesamtrendite 

("Overall  Yield")  seit  dem  Kauf  der  Anteile (24. März  2004)  8.5%  betrage.  Sodann  ist 

vermerkt,  dass  die  Pflichtigen  insgesamt  EUR  376'300.-  in  den  Fonds  einzahlten 

(= Anfangsinvestition)  und  dass  per  2005  und  2006  Rückzahlungen  von  jeweils  EUR 

5'800.- erfolgt sind. Ausschüttungen an die Anteilseigner sind in diesem Rapport nicht 

aufgeführt.  

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dd) Insgesamt ist damit davon auszugehen, dass sämtliche vom Anlagefonds 

erwirtschafteten  Erträge  bzw.  Wertsteigerungen  thesauriert  worden  sind,  mithin  eine 

thesaurierende kollektive Kapitalanlage vorliegt. 

d) Nach den oben erwähnten Vorgaben des Kreisschreibens stellt bei thesau-

rierenden  ausländischen  kollektiven  Kapitalanlagen  "der  Nettoertrag  pro  Anteil"  den 

massgebenden  steuerbaren  Ertrag  für  Schweizer  Einkommenssteuerzwecke  dar 

(Ziff. 4.6.3  lit.  d).  Dabei  ist  aber  grundsätzlich  möglich,  dass  im  thesaurierten  Ertrag 

bzw. Wertzuwachs auch steuerfreie Kapitalanteile enthalten sind; mit "Nettoertrag" sind 

damit  die  Erträge  ohne  solche  Kapitalgewinne  gemeint.  Dies  folgt  auch  aus  der  er-

wähnten  Gleichstellung  mit  den  inländischen  thesaurierenden  Anlagefonds,  denn  mit 

Bezug auf diese stellt das Kreisschreiben in Ziff. 4.1.1. fest:   

Die thesaurierenden kollektiven Kapitalanlagen haben den Anlegern für die di-
rekten Steuern die thesaurierten Erträge jährlich zu bescheinigen. Davon aus-
genommen sind  die wiederangelegten  Kapitalgewinne,  sofern sie in der Jah-
resrechnung separat ausgewiesen sind. 

Damit  steht  einstweilen  fest,  dass  die  Pflichtigen  gestützt  auf  die  eingangs 

erwähnte steuerliche Beweislast die thesaurierten Erträge bzw. die damit einhergehen-

de Wertsteigerung ihrer Anlage zu versteuern haben, soweit sie nicht mit entsprechen-

den detaillierten Abschlüssen bzw. Jahresrechnungen des ausländischen Anlagefonds 

nachzuweisen vermögen, dass darin steuerfreie Kapitalgewinne enthalten sind.  

e)  aa)  Die  Pflichtigen  lassen  im  beweisrechtlichen  Zusammenhang  einwen-

den,  dass  im  Rahmen  der  steuerbehördlichen Untersuchung immer  wieder  die  Bilanz 

und die Erfolgsrechnung der D verlangt worden seien. Das Einreichen dieser Unterla-

gen sei jedoch nicht möglich gewesen, weil diese nicht existierten. Auch wenn es eine 

Jahresrechnung gäbe, hätte diese den Ansprüchen der Steuerbehörde nicht genügen 

können.  Die  ausländische  Gesellschaft  erstelle  nämlich  ihre  Buchhaltung  nach  dem 

geltenden Recht des Sitzstaates und damit ohne die Aufteilung zwischen Vermögens-

ertrag  und  Wertzuwachs.  Der  von  der  Steuerverwaltung  verlangte  Nachweis  könne 

somit auch unter Vorlegung sämtlicher Unterlagen nicht erbracht werden, weil die aus-

ländischen  Vorschriften  der  Rechnungslegung  nicht  auf  die  Praxis  des  schweizeri-

schen Steuerrechts ausgerichtet seien. Unter solchen Umständen sei mit Blick auf die 

Beweislast zu bedenken, dass diese dort ihre Grenzen haben müsse, wo der Nachweis 

unmöglich  sei.  Wenn  die  Steuerbehörde  Jahresrechnungen  verlange,  welche  nicht 

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existierten,  sei  dies  deshalb  unverhältnismässig,  denn  steuermindernde  Tatsachen 

könnten  auch  anderweitig  nachgewiesen  werden.  Weil  die  D  bei  der  Deklaration  

der  Anteilswerte  keinen  Unterschied  zwischen  Ertrag  und  Gewinn  mache,  verlangten 

die  Pflichtigen  von  dieser  jeweils  eine  Berechnung  betreffend  Aufteilung  der  Wertzu-

nahme  der  Fondsanteile  in  Ertrag  und  Gewinn.  Die  entsprechende  Bestätigung  der  

D-Geschäftsleitung vom 5. März 2009 eigne sich zum glaubhaften Nachweis, dass es 

nicht realistisch sei, den gesamten Wertzuwachs als Einkommen zu erfassen.  

bb)  Dem  ist  zunächst  zu  entgegnen,  dass  ein  in  der  Schweiz  unbeschränkt 

Steuerpflichtiger, welcher oftmals gerade auch mit Blick auf Steuervorteile internationa-

le Investments tätigt, den hierorts geltenden steuerlichen Mitwirkungspflichten und Be-

weislastregeln  die  Besonderheiten  ausländischen  Rechts  nicht  entgegenhalten  kann. 

Ergeben  sich  dem  Steuerpflichtigen  in  letzterem  Zusammenhang  Probleme  bei  der 

Beweisführung, ist dies Ausfluss seines speziellen ausländischen Investments und hat 

dieser infolgedessen auch die hiesigen beweisrechtlichen Konsequenzen zu tragen.  

cc)  Zuzustimmen  ist  den  Pflichtigen  allerdings  darin,  dass  der  Nachweis  von 

steuermindernden Tatsachen auf verschiedene Weise erbracht werden kann. Denkbar 

ist dabei auch, dass beispielsweise ein Grundsachverhalt nachgewiesen ist, jedoch in 

quantitativer  Hinsicht  Fragezeichen  verbleiben  (Beispiel:  im  streitigen  Wertzuwachs 

sind  nachgewiesenermassen  Kapitalgewinne  enthalten,  welche  im  Quantitativen  je-

doch nicht bestimmbar sind), denn in solche Fällen können gegebenenfalls die steuer-

mindernden  Anteile nach pflichtgemässem  Ermessen geschätzt  werden (vgl.  Art.  130 

Abs. 2 DBG bzw. § 139 Abs. 2 StG).  

Die Möglichkeit einer solchen Schätzung scheidet hier jedoch aus: Vorgelegt 

haben die Pflichtigen als Beweismittel nämlich lediglich eine Bescheinigung der D vom 

5.  März  2009,  in  welcher  diese  ihre  "With  Profit  Fund  Returns"    per  2006,  2007  und 

2008 in GBP, EUR und USD auflistet. Dabei sind die "Returns", also die Renditen, un-

terteilt  in  Ertrag  ("Total  Income")  und  Kapitalgewinn  ("Capital  Gain").  Der  Bescheini-

gung ist aber zu entnehmen, dass die aufgeführten Kennzahlen nicht denjenigen ent-

sprechen,  welche  ein  individueller  Investor  erzielt  hat.  Zum  Nachweis,  dass  der 

streitbetroffene Wertzuwachs auf der Investition der Pflichtigen bei der D auch nur teil-

weise  auf  steuerfreie  Kapitalgewinne  zurückzuführen  ist,  eignet  sich  diese  Bescheini-

gung somit von vornherein nicht. Hinzu kommt, dass in der Bescheinigung die Kapital-

gewinne der eurobezogenen "With Profits Funds" wie folgt aufgeführt sind: 

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2006 

         2007 

         2008 

Total Income 

Capital Gain 

Total Return 

3.32% 

7.9% 

11.48% 

3.16% 

-2.6% 

0.47% 

3.91% 

-29.86% 

-27.04% 

Diese Zahlen zeigen auf, dass über diese dreijährige Berichtsperiode hinweg 

sogar ein Kapitalverlust eingetreten sein soll. Selbst für den Fall, dass den Kennzahlen 

Aussagekraft  für  die  individuelle  Anlage  der  Pflichtigen  zugesprochen  würde,  fehlte 

damit ein Nachweis von steuerfreiem Kapitalgewinn im streitbetroffenen Wertzuwachs.  

Beizufügen bleibt, dass die Pflichtigen im Einschätzungsverfahren 2007 noch 

angegeben hatten, dass vom Wertzuwachs 2007 lediglich 14,245% auf Kapitalerträge 

zurückzuführen seien (vgl. Beiblatt zur Steuererklärung 2007), was in Widerspruch mit 

den obenstehenden Zahlen des Berichtsjahrs 2007 steht. Die Tabelle zeigt im Übrigen 

auf, dass bei ausländischen Anlagefonds die Besteuerung des Nettoertrags (hier "Total 

Return") im Sinn des vorerwähnten Kreisschreibens dem Steuerpflichtigen zum Vorteil 

gereichen  könnte,  weil  bei  Fehlen  von  transparenten  Unterlagen  steuerbare  Vermö-

genserträge  mitunter  von  steuerlich  nicht  absetzbaren  Kapitalverlusten  verdeckt  wer-

den (vgl. die Zahlen 2007).  

dd)  Als  Zwischenergebnis  ist  damit  festzuhalten,  dass  die  thesaurierten  

"Returns" und damit letztlich der gesamte Wertzuwachs im Anlagefonds der D, in wel-

chen  die Pflichtigen  anfangs  2004  eine Investition  von  EUR  376'000.- getätigt  haben, 

als steuerbarer Vermögensertrag qualifiziert, denn der Nachweis von darin enthaltenen 

steuerfreien Kapitalgewinnen wurde nicht erbracht.  

3. a) Zu prüfen bleibt, ob anderweitige Gründe der Besteuerung des in Frage 

stehenden  Wertzuwachses  entgegenstehen  bzw.  ob  die  Steuerbehörde  diesen  in 

quantitativer Hinsicht korrekt ermittelt hat.  

b) Die Pflichtigen machen geltend, dass im streitbetroffenen Wertzuwachs von 

Fr. 124'696.- bereits versteuerte Erträge und zudem auch Währungsgewinne enthalten 

seien. Dies begründen sie mit einer in der Beschwerde- und Rekursschrift angestellten 

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Berechnung,  wonach  sie  die  Anteile  am  Anlagefonds  der  D  am  24.  März  2004  für 

Fr. 594'554.- zum Wert pro Anteil von EUR 1.07594 sowie zum EUR/CHF-Wechselkurs 

von 1.58 gekauft hätten und per 8. Januar 2008 für Fr. 722'382.- zum Wert pro Anteil 

von  EUR 1.22013  (zuzüglich  Final  Bonus  von  EUR 72'631.-;  abzüglich  Early  Cash-in 

Charge von EUR 14'475.-) sowie zum EUR/CHF-Wechselkurs von 1.6367 wieder ver-

kauft  hätten,  was  einen  Gesamtgewinn  von  Fr.  127'828.-  ergebe.  Dieser  Gesamtge-

winn entspreche in etwa dem nun von der Steuerbehörde pro 2008 erfassten Gewinn. 

Im  Gesamtgewinn  seien  aber  in  den  Vorjahren  bereits  versteuerte  Gewinne  sowie 

auch ein Währungsgewinn von 3.6% enthalten.  

c) Dem ist zunächst entgegenzuhalten, dass die Pflichtigen keine Schlussab-

rechnung der D vorgelegt haben, welche diese rudimentäre Eigenberechnung belegen 

würde.  Dass  die  Letztere  nicht  korrekt  bzw.  vollständig  sein  kann,  ergibt  sich  schon 

daraus, dass die jährlichen Rückzahlungen von EUR 5'800.- per 2005, 2006 und 2007 

unerwähnt geblieben sind.  

aa)  Auszugehen  ist  bei  der  Berechnung  des  per  2008  steuerbaren  Ertrags 

davon,  dass  die  Pflichtigen  ihre  gesamten  Anteile  am  Anlagefonds  der  D  per  Ende 

2007 mit Fr. 604'623.- deklariert hatten; dies nachdem die einzelnen Anteile per 2007 

eine Wertsteigerung von EUR 1.1834 auf EUR 1.2249 erfahren hatten. Die Wertsteige-

rung  insgesamt  belief  sich  damals  auf  EUR 12'372.-  bzw.  umgerechnet  Fr. 20'414.- 

und  wurde  entgegen  der  ursprünglichen  Deklaration  der  Pflichtigen  letztlich  einver-

nehmlich  ebenfalls  als  Wertschriftenertrag  besteuert  (Einschätzungsvorschläge  2007 

der  Steuerbehörde  und  Zustimmungserklärungen  der  Pflichtigen.  Daraus  folgt  zu-

nächst, dass die thesaurierten Erträge pro 2007, welche bis Ende 2007 zu einem Anla-

gewert von Fr. 604'623.- führten, bereits versteuert worden sind. Wenn nun die Anlage 

am  8.  Januar  2008  für  EUR  441'378.36  (= gemäss  Umrechnung  der  steueramtlichen 

Wertschriftenabteilung  Fr. 728'274.30)  verkauft  wurde,  so  hat  diese  eine  zusätzliche 

Wertsteigerung im Betrag von Fr. 123'651.- erfahren, welche bis anhin noch nicht ver-

steuert worden ist.  

Freilich  lässt  eine  solche  Wertsteigerung  von  rund  20%  innerhalb  von  einer 

Woche prima vista nicht an gewöhnlichen Wertschriftenertrag denken. Dass gleichwohl 

ein  solcher  vorliegen  kann,  erklärt  sich  jedoch  mit  dem  "Final  Bonus",  welchen  den 

Pflichtigen  bei  der  Rückgabe  ("Cash-in")  oder  bei  einer  allfälligen  Auszahlung  im  To-

desfall zugestanden hat (vgl. Bescheinigung der D vom 29. März 2007). Dieser Bonus 

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betrug  nach  den  Angaben  der  Pflichtigen  in  Beschwerde  bzw.  Rekurs  EUR  72'631.-, 

was  bei  einem  Eurokurs  per  8.  Januar  2008  von  1.636  (vgl. Kursliste)  Fr. 118'824.15 

entspricht.  Die  streitbetroffene  Wertsteigerung  ist  damit  nahezu  vollständig  auf  die 

Auszahlung  dieses  Schlussbonus  zurückzuführen  und  eine  diesbezügliche  Besteue-

rung  hat  in  der  Vergangenheit  eben  noch  nicht  stattgefunden.  Der  Final  Bonus  ist  in 

den  Vorjahren  wohl  mit  Blick  auf  die  Fälligkeit  per  Cash-In  (oder  im  Todesfall)  nie  in 

den deklarierten Vermögenswert der Anlage eingeflossen. Unter diesen Umständen ist 

insoweit auch nicht von einer zum Rentensatz zu besteuernden überjährigen Leistung 

auszugehen, was die Pflichtigen denn auch nicht vorbringen lassen.  

bb)  Dass  im  streitigen  Wertzuwachs  steuerfreie  Währungsgewinne  enthalten 

wären, ist ebenfalls nicht ersichtlich.  

Per Ende 2007 betrug der Anlagewert der Vermögensanlage EUR 365'188.72, 

so  dass  sich  bei  einem  Verkaufspreis  von  EUR  441'378.36  per  8.  Januar  2008  ein 

Wertzuwachs von EUR  76'189.64 ergibt. Diesen Gewinn in EUR rechnete die steuer-

amtliche  Wertschriftenabteilung  mit  dem  Wechselkurs  per  8.  Januar  2008  (=  Datum 

des Cash-in bzw. der Rückzahlung des Investments inkl. Schlussbonus)  von 1.63655 

in  einen  Gewinn  von  Fr.  124'696.-  um.  Mit  dieser  korrekten  Berechnungsweise  kann 

von vornherein kein Währungsgewinn erfasst worden sein. Im Übrigen entwickelte sich 

der EUR/CHF-Wechselkurs zwischen dem 1. und 8. Januar 2008 leicht rückläufig (von 

1.654  auf  1.636;  vgl.  Umrechnungstabelle),  so  dass  insoweit  kein  Währungsgewinn, 

sondern  nur  ein  Währungsverlust  möglich  war.  Währungsschwankungen  sind  jedoch 

ohne Bedeutung, wenn – wie vorliegend – der Wertzuwachs zunächst in der Währung 

des Investments bestimmt wird und alsdann die Umrechnung in CHF per Zuflussdatum 

erfolgt.  

cc)  Damit  steht  fest,  dass  die  Besteuerung  des  gesamten  Wertzuwachses 

2008  auf  der  Anlage  der  Pflichtigen  bei  der  D  im  Umfang  von  EUR  76'189.64  = 

Fr. 124'696.- auch in quantitativer Hinsicht nicht zu beanstanden ist.  

4.  a)  Die  Pflichtigen  lassen  eventualiter  geltend  machen,  dass  sie  den  Erlös 

aus dem Verkauf des Anlagefonds bei der  D in einen neuen (ähnlichen) Anlagefonds 

der  G  reinvestiert  hätten  und  mit  letzterem  per  2008  einen  Verlust  von  über 

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Fr. 200'000.- erlitten hätten. Werde der Gewinn aus dem Anlagefonds der D besteuert, 

müsse  konsequenterweise  auch  der  Verlust  aus  dem  Anlagefonds  der  G  steuermin-

dernd berücksichtigt werden.  

b)  Ein  Steuerpflichtiger,  welcher  Privatvermögen  in  einen  Anlagefonds  inver-

tiert, wird dadurch nicht zum Wertschriftenhändler (vgl. vorstehend Ziff. 2.a.aa). Soweit 

mit  solchen Fonds  ausgewiesene  Kapitalgewinne oder  -verluste erzielt  werden,  bleibt 

dies folglich einkommenssteuerrechtlich ohne Folgen. Damit kann eine steuermindern-

de  Berücksichtigung  von  Kapitalverlusten,  welche  die  Pflichtigen  per  2008  mit  ihrer 

Neuinvestition in den Anlagenfonds der G erlitten haben, von vornherein nicht in Frage 

kommen.  Fragen  liesse  sich  höchstens  wiederum,  ob  der  letztere  Anlagefonds  unab-

hängig  von  Kapitalverlusten  Erträge  erwirtschaftet  hat,  welche  von  den  Pflichtigen  zu 

versteuern wären. Dieser Frage ist die steueramtliche Dienstabteilung Recht im Veran-

lagungsverfahren  2008  bereits  nachgegangen,  wobei  sie  zum  Schluss  kam,  dass  bei 

diesem Anlagefonds per 2008 noch keine Besteuerung von Erträgen zu erfolgen habe 

(vgl. Memorandum vom 3. Januar 2011). Damit erübrigen sich weitere diesbezügliche 

Untersuchungen.   

5. Diese Erwägungen führen zur Abweisung von Beschwerde und Rekurs. Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Pflichtigen aufzuerlegen (Art. 144 

Abs. 1 DBG; § 151 Abs. 1 StG).  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen. 

[…] 

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