# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5f81302c-65c1-5ae0-a88a-481dd6267bc8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.06.2010 C-2217/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2217-2007_2010-06-07.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2217/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  7 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Ruth Beutler, Richter Antonio Imoberdorf, 
Gerichtsschreiber Julius Longauer.

A._______,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Dr. iur. Nicolas Roulet, Advokat, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Zustimmung und Wegweisung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2217/2007

Sachverhalt:

A.
Die Beschwerdeführerin, eine 1957 geborene tunesische Staatsange-
hörige,  gelangte  am 26. Juni  2003 in  die  Schweiz  und heiratete  am 
12. August  2003  den  in  Basel  wohnhaften  Schweizer  Bürger 
B._______ (geb. 1926). In der Folge erhielt sie von Kanton Basel-Stadt 
eine  Aufenthaltsbewilligung  zum Verbleib  beim  Ehegatten,  die  letzt-
mals  mit  Wirkung  bis  zum  11. August  2006  verlängert  wurde.  Am 
10. Juli 2005 verschied der Ehemann im Alter von 79 Jahren.

B.
Im Hinblick auf eine weitere Aufenthaltsregelung gelangte die zustän-
dige kantonale Migrationsbehörde am 8. Mai 2006 mit einem Fragen-
katalog an die Beschwerdeführerin. Gestützt auf die Informationen, die 
die Beschwerdeführerin in ihrem Antwortschreiben vom 20. Mai 2006 
ins Verfahren einbrachte, erklärte sich die kantonale Migrationsbehör-
de zur Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bereit  und stellte am 
29. Juni 2006 bei der Vorinstanz den Antrag auf Zustimmung.

C.
Am 15. September 2006 teilte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin 
mit, dass erwogen werde, die Zustimmung zur Verlängerung der kanto-
nalen Aufenthaltsbewilligung zu verweigern und die Wegweisung aus 
der  Schweiz  anzuordnen,  und  räumte  ihr  Gelegenheit  zur  Stellung-
nahme ein. Davon machte die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 
9. November 2006 Gebrauch.

D.
Mit  Verfügung vom 20. Februar 2007 verweigerte die Vorinstanz ihre 
Zustimmung zur  Verlängerung  der  kantonalen  Aufenthaltsbewilligung 
und  wies  die  Beschwerdeführerin  aus  der  Schweiz  weg.  Zur  Be-
gründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  der  ursprüngliche,  privi-
legierte Zulassungsgrund sei weggefallen und eine besondere Härte, 
die unter diesen Umständen eine Verlängerung der Aufenthaltsbewil-
ligung rechtfertigen würde, liege nicht vor.

E.
Mit  Beschwerde vom 29. März 2007 gelangt  die Beschwerdeführerin 
an das Bundesverwaltungsgericht und beantragt dem Sinne nach, die 

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vorgenannte Verfügung sei aufzuheben, und die Zustimmung zur Ver-
längerung der kantonalen Aufenthaltsbewilligung sei zu erteilen.

F.
Die Vorinstanz schliesst  in  ihrer  Vernehmlassung vom 20. Juni  2007 
auf Abweisung der Beschwerde.

G.
Mit  verfahrensleitender  Verfügung vom 5. Januar  2010 lud das Bun-
desverwaltungsgericht die Beschwerdeführerin ein, allfällige seit  dem 
letzten Schriftenwechsel eingetretene Sachverhaltsänderungen in das 
Verfahren einzubringen.

H.
Der Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts kam die Beschwer-
deführerin  mit  Eingabe  vom  5. Februar  2010  und  Nachtrag  vom 
19. Februar 2010 nach. 

I.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen  des  BFM  unterliegen  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Art. 31,  Art.  32  sowie  Art. 33  Bst. d  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach  dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember  1968  über  das  Ver-
waltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  Verwaltungs-
gerichtsgesetz nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

1.3 Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Verfügungsadressatin zur  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im übrigen frist-  
und formgerecht eingereichte Beschwerde ist  daher einzutreten (Art. 
49 ff. VwVG).

2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  kann die Ver-
letzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Miss-

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brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  soweit  nicht  eine 
kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unan-
gemessenheit  gerügt  werden  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesver-
waltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von 
Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG an  die  Be-
gründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die  Beschwerde 
auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen 
oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit -
punkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise 
publizierten Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003). Unter Vorbehalt 
des Verbots echter  Rückwirkung ist  in  gleicher  Weise das zum Zeit-
punkt  des Entscheids in  Kraft  stehende Recht  anzuwenden. Dessen 
Übergangsbestimmungen können freilich für gewisse Sachverhalte die 
Nachwirkung des alten Rechts vorsehen.

2.2 Am 1. Januar  2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) und seine Ausführungsverordnungen in Kraft – unter anderem 
die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und 
Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In  Verfahren,  die  vor  diesem 
Zeitpunkt  anhängig  gemacht  wurden,  wie  es  vorliegend  der  Fall  ist, 
bleibt nach der übergangsrechtlichen Ordnung des AuG das alte mate-
rielle  Recht  anwendbar. Dabei  ist  entgegen  dem zu engen  Wortlaut 
des Art. 126 Abs. 1 AuG ohne Belang, ob das Verfahren auf Gesuch 
hin oder von Amtes wegen eröffnet wurde (vgl. BVGE 2008/1 E. 2 mit 
Hinweisen). Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom 26. März  1931 
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121), 
die Vollziehungsverordnung  vom  1. März  1949  zum  Bundesgesetz 
über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  (ANAV,  AS  1949 
228),  die Verordnung vom 20. April  1983 über  das Zustimmungsver-
fahren im Ausländerrecht  (nachfolgend: Zustimmungsverordnung, AS 
1983  535)  und  die  Verordnung  vom  6. Oktober  1986  über  die  Be-
grenzung der Zahl der Ausländer (Begrenzungsverordnung, BVO, AS 
1986 1791). Das Verfahren selbst folgt grundsätzlich dem neuen Ver-
fahrens- und Organisationsrecht (Art. 126 Abs. 2 AuG).

3.
3.1 Der  Entscheid  über  die  Erteilung  und  Verlängerung  von Aufent-
haltsbewilligungen fällt grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone 
(Art. 15 Abs. 1 und 2 ANAG). Vorbehalten bleibt die Zustimmung des 

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BFM, wenn das Ausländerrecht eine solche für notwendig erklärt (Art. 
18 ANAG). Die Zustimmungsbedürftigkeit des kantonalen Entscheides 
ergibt sich im vorliegenden Fall aus Art. 1 Abs. 1 Bst. a Zustimmungs-
verordnung in Verbindung mit den Weisungen und Erläuterungen des 
BFM über  Einreise,  Aufenthalt  und  Arbeitsmarkt  (ANAG-Weisungen, 
3. Aufl.,  Bern, Mai 2006). Letztere sehen unter Ziff. 132.4 Bst. e vor, 
dass die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung einer ausländischen 
Person  nach  Scheidung  vom schweizerischen  Ehegatten  oder  nach 
dessen  Tod dem BFM zur  Zustimmung zu  unterbreiten  ist,  falls  die 
ausländische Person nicht aus einem Mitgliedstaat der EFTA oder der 
EG stammt. Gemäss  Art.  19  Abs. 5  ANAV darf  eine  entsprechende 
kantonale Bewilligung erst ausgestellt  werden, wenn die Zustimmung 
des BFM vorliegt; sie gilt ansonsten als ungültig.

3.2 Der  schweizerische  Ehegatte  der  Beschwerdeführerin  ist  ver-
storben, bevor dieser gestützt auf Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG ein zivil -
standsunabhängiger  Anspruch  auf  Verlängerung  ihrer  Aufenthalts-
bewilligung erwachsen konnte (vgl. BGE 130 II 49 E. 3.2.3 S. 54 f., 128 
II  145 E. 1.1.4  und 1.1.5  S. 149 f. mit  Hinweisen). Eine andere An-
spruchsgrundlage  des  Landes-  und  Völkerrechts  besteht  nicht.  Eine 
solche kann namentlich nicht in Art. 50 AuG erblickt werden, der zwar 
neue  Ansprüche  auf  Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nach 
Auflösung  der  Ehe  schafft,  auf  die  vorliegende  Streitsache  jedoch 
wegen  der  intertemporalen  Unterstellung  unter  das  alte  Recht  nicht 
anwendbar ist  (vgl. oben Ziff. 2.2,  ferner Urteile  des Bundesgerichts 
2C_245/2008  vom  27.  März  2008  E.  2.2.2  und  2C_451/2007  vom 
22. Januar  2008  E.  1.2).  Bei  dieser  Rechtslage  liegt  der  Entscheid 
über  die  Erteilung  oder  Verweigerung  der  Zustimmung  im  pflicht-
gemässen Ermessen  des BFM (Art.  4  ANAG). Eine  Bindung an die 
kantonale  Beurteilung  besteht  nicht.  Das  gilt  selbst  dann,  wenn  auf 
kantonaler  Ebene  ein  Gericht  auf  Erteilung  oder  Verlängerung  der 
Aufenthaltsbewilligung erkannt hat (vgl. grundlegend BGE 127 II 49 E. 
3  S. 51  ff;  ferner  Entscheid  des EJPD vom 15. April  2005 E. 12 in: 
Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 69.76). 

4.
Der Begriff  der  "pflichtgemässen Ermessensausübung"  impliziert  die 
Beachtung rechtlicher Schranken bei  der Ausfüllung der Ermessens-
spielräume. Vorliegend  steht  der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit 
von  Verwaltungsakten  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Gesichtspunkt 
der  Verhältnismässigkeit  ist  eine  wertende  Abwägung  vorzunehmen 

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zwischen  dem  öffentlichen  Interesse  an  der  Verweigerung  der  Zu-
stimmung einerseits und den durch die Verweigerung beeinträchtigten 
privaten Interessen des (oder der) Betroffenen andererseits (vgl. statt 
vieler  ULRICH HÄFELIN /  GEORG MÜLLER /  FELIX UHLMANN, Allgemeines Ver-
waltungsrecht, 5. Aufl., Zürich und St. Gallen 2006, S.127 f.).

4.1 Richtschnur  und  äusseren  Rahmen  der  Interessenabwägung 
bilden die Grundentscheidungen des Ausländerrechts, namentlich die 
in  Art. 1  BVO formulierten migrationspolitischen Ziele und die  damit 
zusammenhängende  restriktive  Einwanderungspolitik  gegenüber  er-
werbstätigen ausländischen Personen aus dem Nicht-EU/EFTA-Raum 
(in  der  Folge:  Drittstaatsangehörige).  Diese  Politik  findet  ihren  Aus-
druck unter anderem in den strengen Zulassungsbeschränkungen der 
Begrenzungsverordnung,  denen  erwerbstätige  Drittstaatsangehörige 
namentlich  in  Gestalt  hoher  Anforderungen  an  die  berufliche  Quali-
fikation (Art. 8 BVO) und der Höchstzahlen (Art. 12 BVO) unterworfen 
sind.  Das  erhebliche  Gewicht  des  öffentlichen  Interesses  an  der 
Durchsetzung  der  restriktiven  Einwanderungspolitik  gegenüber  Dritt-
staatsangehörigen zeigt  sich daran,  dass humanitäre Gründe in die-
sem rechtlichen Zusammenhang erst  Bedeutung erlangen, wenn die 
Betroffenheit  des  Einzelnen  die  Grenze  zum schwerwiegenden  per-
sönlichen Härtefall im Sinne von Art. 13 Bst. f BVO überschreitet. Nach 
der Auflösung der Ehe, die sie von restriktiven qualitativen und quanti-
tativen Zulassungsvoraussetzungen der Begrenzungsverordnung aus-
nehmen,  muss  die  ausländische Person dieses  öffentliche  Interesse 
grundsätzlich  wieder  gegen sich  gelten lassen,  auch wenn sie  nach 
Massgabe von Art. 12 Abs. 2 zweiter Satz BVO den Höchstzahlen der 
Begrenzungsverordnung nach wie vor nicht untersteht. Es ist deshalb 
ein  vergleichsweise  strenger  Massstab  angebracht,  wenn  es  zu  be-
urteilen  gilt,  ob  nach  Wegfall  des  Privilegierungsgrundes  private  In-
teressen bestehen, denen gegenüber das öffentliche Interesse an der 
Durchsetzung  der  restriktiven  Migrationspolitik  zurückzustehen  hat. 
Dementsprechend  geht  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  der  Vor-
instanz davon aus, dass die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
nach Auflösung der Ehe in erster Linie ein Instrument zur Vermeidung 
von  Härtefällen  darstellt  (vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichts C-4302/2007 vom 20. Dezember 2007 E. 4.1 mit Hinweisen; 
ferner Ziff. 654 ANAG-Weisungen).

4.2 Unter  dem Gesichtspunkt  der  Verhältnismässigkeit  ist  zu  prüfen, 
ob  die  Durchsetzung  der  restriktiven  Migrationspolitik  im  konkreten 

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Einzelfall  zu  unbilligen,  vom  öffentlichen  Interesse  an  der  Durch-
setzung einer restriktiven Einwandungspolitik nicht gedeckten Härten 
bei der betroffenen ausländischen Person führt. Entscheidend ist,  in-
wieweit  es der ausländischen Person in persönlicher, wirtschaftlicher 
und sozialer  Hinsicht  zugemutet  werden kann, den Aufenthalt  in der 
Schweiz  aufzugeben,  in  ihre  Heimat  zurückzukehren  und  dort  zu 
leben. Zu diesem Zweck ist ihre zukünftige Situation im Ausland den 
persönlichen Verhältnissen in  der  Schweiz gegenüberzustellen. Über 
die Zumutbarkeit ist nach Massgabe der gesamten Umstände des Ein-
zelfalles zu befinden. Dazu gehören allgemeine, von der Ehe unabhän-
gige Elemente,  wie  die  Dauer  des Aufenthaltes  in  der  Schweiz,  der 
Grad der sozialen und wirtschaftlichen Integration in die hiesigen Ver-
hältnisse,  das  Alter  und der  gesundheitliche Zustand,  soweit  Kinder 
vorhanden sind, deren Alter und schulische Integration, aber auch die 
Unterkunft und die Reintegrationsmöglichkeiten in der Heimat, ferner 
ehespezifische Elemente, wie die Dauer der Ehe und die Umstände, 
die zu deren Auflösung geführt haben. Steht fest, dass der ausländi-
schen Person eine Weiterführung der ehelichen Beziehung nicht län-
ger  zugemutet  werden  konnte,  namentlich  weil  sie  Opfer  von  Miss-
hand-lungen geworden war, so ist dies besonders zu berücksichtigen 
(vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-7331/2007 vom 9. Mai 
2008 E. 7.2 mit Hinweis; ferner Ziff. 654 ANAG-Weisungen). 

4.3 Welcher Grad an Betroffenheit in den persönlichen Verhältnissen 
notwendig ist, damit das öffentliche Interesse an der Durchsetzung der 
restriktiven  Migrationspolitik  gegenüber  Drittausländern  zurückzu-
stehen  hat,  ist  vorab  mit  Blick  auf  die  Regelung  des  Art.  7  Abs.  1 
ANAG zu beantworten, der ausländischen Ehegatten nach fünf Jahren 
Ehe auf schweizerischem Territorium einen vom weiteren Bestand der 
Ehe  unabhängigen  Anspruch  auf  Aufenthalt  vermittelt.  Vor  dem  Er-
reichen dieser  zeitlichen Grenze kommt es  entscheidend darauf  an, 
welche  Bedeutung  den  ehespezifischen  Elementen  im  jeweiligen 
Einzelfall zukommt, das heisst der Dauer der ehelichen Gemeinschaft 
auf  schweizerischem Territorium,  den  Umständen der  Auflösung der 
ehelichen  Gemeinschaft  und  –  im  letzteren  Zusammenhang  –  all -
fälligen Gewalterfahrungen in der Ehe sowie der Existenz gemeinsa-
mer Kinder. Je mehr diese Elemente ins Gewicht  fallen, um so eher 
wird  man  von  einer  hinreichend  schweren  Betroffenheit  ausgehen 
können. Umgekehrt  rechtfertigt  sich  ein  um so strengerer  Massstab, 
als sich die Härtesituation nicht gerade aus den oben genannten ehe-
spezifischen  Elementen  ableiten  lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesver-

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waltungsgerichts C-7331/2007 vom 9. Mai 2008 E. 7.3 mit Hinweisen; 
vgl. schliesslich die abgestufte Regelung in Art. 50 AuG). Dabei darf 
jedoch  nicht  ausser  Acht  gelassen  werden,  dass  der  Verordnungs-
geber in Art. 12 Abs. 2 zweiter Satz BVO unter anderem ausländische 
Ehegatten  von  Schweizer  Bürgern  von  den  Höchstzahlen  der  Be-
grenzungsverordnung auch für die Zeit nach Auflösung der Ehe aus-
nimmt und auf diese Weise ihrer besonderen Lage Rechnung trägt.

4.4 Die Ehe der  Beschwerdeführerin  dauerte  knapp zwei  Jahre und 
blieb  kinderlos.  Über  die  Beziehung  der  Ehegatten  vor  dem  Ehe-
schluss ist nichts bekannt, wenn davon abgesehen wird, dass die Be-
schwerdeführerin – nicht  weiter  konkretisiert  –  von einer  langen Be-
kanntschaft spricht. Als einzige Besonderheit, die im Sinne der oben-
stehenden Ausführungen geeignet wäre, die Anforderung an die Be-
troffenheit  in  den persönlichen Verhältnissen zu senken, fällt  nur die 
Tatsache  in  Betracht,  dass  die  Ehe  durch  den  Tod des  schweizeri-
schen Ehegatten aufgelöst wurde. Solchen Schicksalschlägen kommt 
nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts eine erheb-
liche  Bedeutung  zu  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-6527/2007 vom 16. Juni 2009 E. 7.4, C-567/2006 vom 22. Juli 2008 
E. 8.1,  C-7331/2007  vom  9. Mai  2008  E. 8.1;  ferner  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3754, die den Tod des Ehegatten als Beispiel für einen 
einen "wichtigen persönlichen Grund" nennt,  der einen Anspruch auf 
Verlängerung  der  Aufenthaltsbewilligung  nach  Art. 50  Abs. 1  Bst. b 
AuG begründen kann). Im vorliegenden Fall  allerdings gilt  es zu be-
rücksichtigen,  dass  der  Ehemann der  Beschwerdeführerin  zum Zeit-
punkt des Eheschlusses bereits 77 Jahre alt war. Dass er zwei Jahre 
später  verschied,  kommt vor diesem Hintergrund nicht  einem unvor-
hersehbaren, schicksalshaften Schlag gleich, der der Lebensplanung 
der Beschwerdeführerin ein abruptes und unerwartetes Ende setzte. 
Bei  dieser  Sachlage  rechtfertigt  sich  ein  strenger  Massstab  bei  der 
Gewichtung der privaten Interessen.

4.5 In  einer  Konstellation  wie  der  vorliegenden  hat  das  öffentliche 
Interesse  an  der  Durchsetzung  einer  restriktiven  Einwandungspolitik 
erst dann zurückzustehen, wenn die Auswirkungen des Verlustes der 
Aufenthaltsbewilligung ein Mass erreichen,  das sich  nicht  wesentlich 
von der schwerwiegenden persönlichen Notlage im Sinne der Recht-
sprechung zu Art.  13  Bst. f  BVO unterscheidet. Eine lang dauernde 
Anwesenheit,  eine fortgeschrittene soziale und berufliche Integration 

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sowie ein klagloses Verhalten reichen daher für sich alleine nicht, um 
das  öffentlichen  Interesse  an  der  Durchsetzung  der  restriktiven 
Migrationspolitik  in  Frage  zu  stellen.  Die  Verankerung  der  aus-
ländischen Person in  der  Schweiz muss vielmehr  so eng sein,  dass 
von ihr nicht verlangt werden kann, in einem anderen Land, insbeson-
dere  in  ihrem  Heimatstaat  bzw. Herkunftsland  zu  leben.  Berufliche, 
freundschaftliche  und  nachbarschaftliche  Beziehungen,  welche  wäh-
rend des Aufenthaltes in einem Land normalerweise geknüpft werden, 
genügen hierzu im Allgemeinen nicht (vgl. BVGE 2007/45 E. 4.2 und 
4.3  mit  Hinweisen). Immerhin  werden  bei  einer  sehr  langen  Aufent-
haltsdauer weniger hohe Anforderungen an das Vorliegen besonderer 
Umstände wie etwa eine überdurchschnittliche Integration oder andere 
Faktoren gestellt, welche die Rückkehr ins Heimatland als ausgespro-
chen schwierig erscheinen lassen (vgl. BGE 124 II 110 E. 3 S. 113, der 
bei asylsuchenden Personen in Anbetracht ihrer schwierigen Situation 
diese Grenze bei 10 Jahren Aufenthalt erblickt).

4.6 Auf dieser  Grundlage ist  durchaus anzuerkennen,  dass  sich  die 
Beschwerdeführerin  während  ihres  bald  7-jährigen  Aufenthaltes  in 
sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht gut in die hiesigen Verhältnisse 
integriert  hat.  Sie  ist  unbescholten,  kann  durch  regelmässiges  Er-
werbseinkommen  als  Raumpflegerin  ohne  Inanspruchnahme  der 
wirtschaftlichen  Sozialhilfe  ihren  Lebensunterhalt  bestreiten,  verfügt 
über ausreichende Deutschkenntnisse und pflegt  nach eigenen Aus-
sagen  freundschaftliche  Beziehungen  zu  hier  wohnhaften  Personen. 
Zu Gunsten der Beschwerdeführerin bleibt anzufügen, dass sie nach 
eigener Aussage eine in der Schweiz lebende Schwester hat, zu der 
sich ein enges Verhältnis unterhält, und dass sie gerade daran ist, eine 
Lebenspartnerschaft  mit  einem  hier  niedergelassenen  türkischen 
Staatsangehörigen  aufzubauen.  Auf  der  anderen  Seite  gilt  es  auch 
festzuhalten, dass die von der Beschwerdeführerin unter Beweis ge-
stellten  Integrationsbemühungen in  etwa dem entsprechen,  was von 
jeder ausländischen Person nach vergleichbarem Aufenthalt  erwartet 
werden kann. Die besonderen Beziehungen zur leiblichen Schwester 
und zum Freund können sodann – wenn auch mit Einschränkungen – 
auch vom Ausland gepflegt werden. Der angedeuteten Möglichkeit, mit 
dem Freund die  Ehe  einzugehen,  steht  die  angefochtene  Verfügung 
jedenfalls  nicht  entgegen. Auf  der  anderen Seite  verbrachte  die  Be-
schwerdeführerin den weitaus grössten Teil ihres bisherigen Lebens in 
Tunesien, wo sie  als Schneiderin tätig war. In ihrer Heimat leben nicht 
nur eine Reihe nächster Angehöriger, sondern es kann mit Fug davon 

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ausgegangen werden, dass sie dort  auf vielfache Art  sozial  vernetzt 
ist.  Auch  wenn  eine  Wiedereingliederung  der  heute  53  Jahre  alten 
Beschwerdeführerin  in  Tunesien  unbestreitbar  mit  Schwierigkeiten 
verbunden wäre, kann deshalb gleichwohl nicht von unüberwindlichen 
Hindernissen ausgegangen werden.

4.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin durch 
den Verlust des Aufenthaltsrechts in der Schweiz zwar empfindlich in 
ihren persönlichen Verhältnissen getroffen würde. Der Eingriff kann je -
doch nicht  als derart  schwer angesehen werden, dass dem privaten 
Interesse an der weiteren Regelung des Aufenthaltes gegenüber dem 
öffentlichen Interesse an der Durchsetzung der restriktiven Migrations-
politik  –  Personen  aus  dem  Nicht-EFTA/EU-Raum  betreffend  –  im 
Rahmen  einer  pflichtgemässen  Ermessensausübung  und  auf  der 
Grundlage  des  zur  Anwendung gelangenden  strengen  Beurteilungs-
massstabs Vorrang eingeräumt werden könnte. Die Verweigerung der 
Zustimmung durch die Vorinstanz ist daher nicht zu beanstanden.

5.
Aus  der  Rechtmässigkeit  der  Zustimmungsverweigerung  folgt  ohne 
weiteres die Rechtmässigkeit  der Wegweisung aus der Schweiz (vgl. 
Art. 12 Abs. 3 ANAG), und es bliebe zu prüfen, ob dem Wegweisungs-
vollzug  Hindernisse  im  Sinne  von  Art.  14a  ANAG  entgegenstehen. 
Nachdem jedoch solche weder geltend gemacht werden noch ersicht-
lich sind, ist die angefochtene Verfügung auch unter diesem Gesichts-
punkt zu Recht ergangen.

6.
Abschliessend ist  festzuhalten,  dass  die  angefochtene Verfügung  im 
Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist 
deshalb abzuweisen.

7.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Ver-
fahrenskosten sind auf Fr. 700.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst. b  des  Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

8.
Das vorliegende Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und Ziff. 4 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 
Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (...)
- die Vorinstanz (...)
- das Migrationsamt des Kantons Basel-Stadt (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Julius Longauer

Versand:

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