# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 51ee9f06-c48c-5102-8a48-4e1bf0a957de
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-09-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.09.2021 C-2862/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2862-2021_2021-09-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-2862/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 . S e p t e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Einzelrichter Christoph Rohrer, 

Gerichtsschreiber Milan Lazic. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Schweiz) 

vertreten durch Dr. iur. Orlando Vanoli, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Schweizerische Ausgleichskasse SAK,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100,  

1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Alters- und Hinterlassenenversicherung,  

Eintretensvoraussetzungen im Verfahren betreffend 

unentgeltliche Rechtspflege im Verwaltungsverfahren  

(Verfügung vom 19. Mai 2021). 

 

 

 

C-2862/2021 

Seite 2 

Sachverhalt:  

A.  

A.a Nachdem B._______ sel. am (…) 1975 bei einem Unfall tödlich verun-

glückt war, wurde der am (…) 1946 geborenen kosovarischen Staatsange-

hörigen A._______ (im Folgenden: Versicherte) auf deren Witwenrenten-

gesuch vom 22. Dezember 1977 hin mit Wirkung ab dem 1. Januar 1976 

eine Witwenrente samt den dazugehörigen Kinderrenten zugesprochen. 

Im Jahr 2017 leitete die für die Rentenzahlungen zuständige Schweizeri-

sche Ausgleichskasse (SAK) Untersuchungen wegen Verdachts auf Versi-

cherungsmissbrauch aufgrund einer nicht gemeldeten Wiederverheiratung 

der Versicherten ein und sistierte ab November 2017 die weiteren Renten-

zahlungen. Nach Durchführung von Abklärungen bei diversen Behörden im 

In- und Ausland gewährte sie der Versicherten nach Vorliegen der Ergeb-

nisse zunächst das rechtliche Gehör; schliesslich stellte die SAK mit Ver-

fügung vom 25. Januar 2018 fest, dass der Anspruch der Versicherten auf 

die seit 1. Januar 1976 ausgerichtete Witwenrente aufgrund Wiederverhei-

ratung vom (…) August 2001 am 31. August 2001 geendet habe und im 

Zeitraum von September 2001 bis Oktober 2017 ein Rentenbetrag von ins-

gesamt Fr. 168'316.- zu Unrecht ausbezahlt worden sei. Mit gleicher Ver-

fügung verfügte die SAK die Rückerstattung des gesamten in diesem Zeit-

raum bezogenen Betrages im Umfang von Fr. 168'316.- (vgl. Akten der Vo-

rinstanz [im Folgenden: Dok.] 153). Am 9. Februar 2018 liess die Versi-

cherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Orlando Vanoli, dagegen Ein-

sprache erheben sowie um Akteneinsicht und um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege für das Einspracheverfahren ersuchen (Dok. 166). 

Ohne vorgängig das Akteneinsichtsgesuch und das Gesuch um unentgelt-

liche Rechtspflege zu behandeln wies die SAK die Einsprache mit Ent-

scheid vom 15. Mai 2018 vollumfänglich ab (Dok. 175). 

A.b Eine dagegen am 15. Juni 2018 von der Versicherten, vertreten durch 

Rechtsanwalt Dr. iur. Orlando Vanoli, eingereichte Beschwerde hat das 

Bundesverwaltungsgericht, nachdem es einleitend seine örtliche Zustän-

digkeit im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung aufgrund der sich aus den 

damals zur Verfügung stehenden Akten ergebenden Indizien bejaht hatte, 

mit Urteil C-3518/2018 vom 13. Mai 2020 insofern gutgeheissen, als es den 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. Mai 2018 aufgehoben und 

die Sache zur weiteren Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts im 

Sinne der Erwägungen sowie zum anschliessenden Erlass einer neuen 

Verfügung an die SAK zurückgewiesen hat. Im Urteil C-3518/2018 hat das 

Bundesverwaltungsgericht ausgeführt, die SAK habe zwar zutreffend fest-

C-2862/2021 

Seite 3 

gestellt, dass der Anspruch der Versicherten auf die bisher bezogene Wit-

wenrente aufgrund der vom zuständigen Zivilstandsamt mittels Eheur-

kunde vom 1. Februar 2018 bestätigten Wiederverheiratung vom (…) Au-

gust 2001 nach Art. 23 Abs. 4 Bst. a AHVG erloschen sei und folglich die 

ab September 2001 infolge Wiederverheiratung unrechtmässig bezogenen 

Witwenrentenleistungen unabhängig von einer Meldepflichtverletzung 

grundsätzlich zurückzuerstatten seien. Jedoch habe die SAK die Frage der 

von Amtes wegen zu berücksichtigenden Verwirkungsfristen, insbesondere 

diejenige der absoluten Verwirkungsfrist, gänzlich unbeachtet gelassen. 

Aufgrund von nur unvollständig eingereichten vorinstanzlichen Akten (vgl. 

dazu den Hinweis im Schreiben der SAK vom 19. Mai 2021 [Dok. 229]) 

konnte das Bundesverwaltungsgericht hierzu kein abschliessendes Urteil 

fällen, weshalb es die Sache zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung 

samt Vervollständigung der Akten und neuer Verfügung an die SAK zurück-

gewiesen hat. Im Weiteren hat es die SAK angewiesen, das mit Einsprache 

vom 9. Februar 2018 gestellte, indes bislang nicht behandelte Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege der Versicherten an die Hand zu nehmen (zum 

Ganzen vgl. Urteil C-3518/2018 vom 13. Mai 2020 [Dok. 197]). Dieses Ur-

teil erwuchs unangefochten in Rechtskraft (vgl. Dok. 201). 

B.  

In der Folge liess die Versicherte, nach wie vor vertreten durch Rechtsan-

walt Dr. iur. Orlando Vanoli, mit Eingabe vom 25. September 2020 bei der 

Vorinstanz um Anhandnahme des Gesuchs um unentgeltliche Rechts-

pflege ersuchen (vgl. Dok. 203). Nachdem die SAK dieses Schreiben un-

beantwortet gelassen hatte, liess die Versicherte mit Eingabe vom 30. No-

vember 2020 ein weiteres Mal um umgehende Behandlung des Gesuchs 

um unentgeltliche Rechtspflege ersuchen (vgl. Dok. 215). Mit Verfügung 

vom 19. Mai 2021 wies die SAK schliesslich das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege vom 9. Februar 2018 wegen Aussichtslosigkeit ab. Zur Be-

gründung führte die SAK aus, das Bundesverwaltungsgericht habe mit Ur-

teil C-3518/2018 vom 13. Mai 2018 erkannt, der Anspruch der Versicherten 

auf eine Witwenrente sei mit ihrer Wiederverheiratung vom (…) August 

2001 erloschen und die Witwenrenten seien in der Folge im Zeitraum von 

September 2001 bis Oktober 2017 zu Unrecht ausgerichtet worden. Die 

weiteren Voraussetzungen der Bedürftigkeit und der Erforderlichkeit der 

anwaltlichen Verbeiständung im Verwaltungsverfahren prüfte die SAK da-

her nicht (vgl. Dok. 230). 

 

 

C-2862/2021 

Seite 4 

C.  

C.a Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Rechts-

anwalt Dr. iur. Orlando Vanoli, mit Eingabe vom 18. Juni 2021 beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde und beantragte die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung sowie die Gewährung der unentgeltlichen Prozess-

führung und unentgeltlichen Verbeiständung in der Person von Rechtsan-

walt Dr. iur. Orlando Vanoli für das vorinstanzliche Verwaltungsverfahren. 

Gleichzeitig ersuchte sie auch um unentgeltliche Rechtspflege für das Be-

schwerdeverfahren (vgl. Akten im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: 

Beschwerde-act.]1). 

C.b Mit Instruktionsverfügung vom 24. Juni 2021 wurde der Eingang der 

Beschwerde vom 18. Juni 2021 bestätigt und die SAK aufgefordert, bis 

zum 26. Juli 2021 eine Vernehmlassung sowie die gesamten vorinstanzli-

chen Akten einzureichen (Beschwerde-act. 2). Mit separater Instruktions-

verfügung vom gleichen Tag wurde die Versicherte unter Hinweis auf die 

Säumnisfolgen aufgefordert, bis zum 26. Juli 2021 das dieser Verfügung 

beigelegte Formular «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» ausgefüllt 

und mit den nötigen Beweismitteln einzureichen (Beschwerde-act. 3). 

C.c Mit Eingabe vom 23. Juli 2021 liess die Versicherte das teilweise aus-

gefüllte Formular «Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege» vom 23. Juli 

2021 sowie eine Sozialhilfebestätigung für die Versicherte der Sozialbera-

tung der Stadt C._______ vom 28. Mai 2021 samt Budgetberechnung der-

selben Behörde vom 2. März 2021 einreichen und im Weiteren betreffend 

Mittellosigkeit auf das seinerzeit bewilligte Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege im Verfahren C-3518/2018 verweisen (vgl. Bescherde-

act. 4). 

C.d Am 6. September 2021 reichte die Vorinstanz die vorinstanzlichen Ak-

ten in elektronischer Form ein (Beschwerde-act. 5). Am 7. September 2021 

ging die Vernehmlassung der Vorinstanz vom 6. September 2021 beim 

Bundesverwaltungsgericht ein (Beschwerde-act. 6). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG (SR172.01), soweit das VGG (SR 173.32) nichts anderes be-

stimmt (vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozial-

versicherungsrechtlichen Verfahren die besonderen Bestimmungen des 

C-2862/2021 

Seite 5 

Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 1 

Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die im ersten Teil ge-

regelte Alters- und Hinterlassenenversicherung anwendbar, soweit das 

AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei fin-

den nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln diejenigen Ver-

fahrensvorschriften Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebe-

urteilung in Kraft stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.2. Gemäss Art. 31 VGG in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und 

Art. 85bis Abs. 1 AHVG (SR 831.10) beurteilt das Bundesverwaltungsge-

richt Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen im Sinne 

von Art. 5 VwVG der Schweizerischen Ausgleichskasse (SAK), sofern 

keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. 

2.  

2.1. Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier 

Kognition, ob die Prozessvoraussetzungen, zu welchen auch die örtliche 

Zuständigkeit gehört, erfüllt sind und ob auf eine Beschwerde einzutreten 

ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 

Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]; BVGE 2016/15 E. 1; 2014/4 

E. 1.2; vgl. auch Urteil des BVGer C-3291/2017, C-3304/2017 vom 18. Ok-

tober 2017 E. 2). 

2.2. Laut Art. 58 Abs. 1 ATSG ist das Versicherungsgericht desjenigen Kan-

tons örtlich zur Beurteilung von Beschwerden im Bereiche der AHV zustän-

dig, in dem die versicherte Person – im Zeitpunkt der Beschwerdeerhe-

bung – ihren Wohnsitz hat. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten 

Person im Ausland, so ist das Versicherungsgericht desjenigen Kantons 

zuständig, in dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz befand oder in 

dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 2 

Satz 1 ATSG). Von dieser Bestimmung weicht jedoch der vorliegend an-

wendbare Art. 85bis Abs. 1 AHVG ab. Danach entscheidet das Bundesver-

waltungsgericht über Beschwerden von «Personen im Ausland», wobei 

hiermit die – im Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung – im Ausland wohnen-

den Personen gemeint sind (vgl. dazu Urteil des EVG [heute: Sozialrecht-

liche Abteilungen des Bundesgerichts] I 232/02 vom 22. Januar 2004 

E. 2.2 mit Hinweisen). Da es sich bei der Versicherten um eine Person im 

Rentenalter handelt, fällt vorliegend die Ausnahmeregelung für die in der 

Schweiz (unselbständig) Erwerbstätigen mit Wohnsitz im Ausland gemäss 

Art. 200 AHVV (SR 831.101) von vornherein ausser Betracht.  

C-2862/2021 

Seite 6 

3.  

Gestützt auf das soeben Dargelegte hängt die örtliche Zuständigkeit des 

Bundesverwaltungsgerichts im vorliegenden Verfahren grundsätzlich da-

von ab, dass die Versicherte ihren Wohnsitz im Ausland hat. Im Folgenden 

ist daher zu prüfen, ob die Versicherte im Zeitpunkt der Beschwerdeerhe-

bung vom 18. Juni 2021 nach wie vor ihren Wohnsitz im Ausland hatte und 

sich somit die in der angefochtenen Verfügung vom 19. Mai 2021 aufge-

führte Rechtsmittelbelehrung als korrekt erweist. 

3.1.  

3.1.1. Der Begriff des Wohnsitzes bestimmt sich gemäss Art. 13 Abs. 1 

ATSG (SR 830.1) nach den Art. 23 bis 26 des Zivilgesetzbuches (ZGB, SR 

210; vgl. auch Art. 20 Abs. 1 Bst. a des Bundesgesetzes vom 18. Dezember 

1987 über das Internationale Privatrecht [IPRG, SR 291], der den Wohn-

sitzbegriff gleich umschreibt [vgl. BGE 119 II 167 E. 2]). Ihren gewöhnlichen 

Aufenthalt hat eine Person an dem Ort, an dem sie während längerer Zeit 

lebt, selbst wenn diese Zeit zum Vornherein befristet ist (Art. 13 Abs. 2 

ATSG). 

3.1.2. Der zivilrechtliche Wohnsitz einer Person befindet sich nach Art. 23 

Abs. 1 ZGB an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens 

aufhält (Art. 23 Abs. 1 ZGB) und den sie sich zum Mittelpunkt ihrer Lebens-

interessen gemacht hat. Für die Begründung des Wohnsitzes müssen so-

mit zwei Merkmale erfüllt sein: ein objektives äusseres, der Aufenthalt, so-

wie ein subjektives inneres, die Absicht dauernden Verbleibens. Nach der 

Rechtsprechung kommt es nicht auf den inneren Willen, sondern darauf 

an, auf welche Absicht die erkennbaren Umstände objektiv schliessen las-

sen (BGE 127 V 237 E. 1, 125 V 76 E. 2a je mit weiteren Hinweisen). Bei 

ausländischen Staatsangehörigen, welche eine Aufenthaltsbewilligung "B" 

besitzen, wird der Wohnsitz in der Schweiz zwar vermutet (vgl. Urteil des 

BGer 9C_747/2015 vom 12. Mai 2016 E. 5.1). Indessen sind fremdenpoli-

zeiliche Entscheide über Niederlassungs- und Aufenthaltsbewilligungen al-

lein aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht für das Vorliegen oder Nicht-

vorliegen des Wohnsitzes in der Schweiz nicht massgebend (vgl. BGE 138 

V 533 E. 4.3 ff.). 

3.1.3. Der einmal begründete Wohnsitz bleibt an diesem Ort bestehen, so-

lange nicht anderswo ein neuer begründet wird (Art. 24 Abs. 1 ZGB). Ist 

ein früher begründeter Wohnsitz nicht nachweisbar oder ist ein im Ausland 

begründeter Wohnsitz aufgegeben und in der Schweiz kein neuer begrün-

det worden, so gilt der Aufenthaltsort als Wohnsitz (Abs. 2). Im Rahmen 

C-2862/2021 

Seite 7 

von Art. 24 Abs. 2 ZGB richtet sich die Frage, wann eine Person ihren aus-

ländischen Wohnsitz aufgegeben hat, nach Art. 20 Abs. 1 Bst. a IPRG (SR 

291). Dies ist der Fall, wenn die Person den Ort des bisherigen Lebensmit-

telpunktes definitiv verlassen hat, wobei unerheblich ist, ob nach dem aus-

ländischen Recht der ausländische Wohnsitz noch weiterbesteht. Die Auf-

gabe des einmal begründeten Wohnsitzes ist im internationalen Verhältnis 

wesentlich einfacher als im innerstaatlichen. Sie ist auch dann anzuneh-

men, wenn die Person zwar weiterhin einen ausländischen Wohnsitz hat, 

die Beziehungen dazu jedoch stark gelockert erscheinen (SVR 2006 KV 

Nr. 12 S. 38, K 34/04 E. 3 mit zahlreichen Hinweisen; DANIEL STAEHELIN, 

in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, Bd. I, 6. Aufl. 2018, N 8 zu Art. 24 

ZGB). 

3.2. Bereits im Verfahren C-3518/2018 musste das Bundesverwaltungsge-

richt seine örtliche Zuständigkeit eingehender prüfen. Im Rahmen der Prü-

fung der örtlichen Zuständigkeit kam das Bundesverwaltungsgericht da-

mals aufgrund der zur Verfügung stehenden Akten zum Schluss, dass sich 

der Lebensmittelpunkt der Versicherten im Zeitpunkt der damaligen Be-

schwerdeerhebung vom 15. Juni 2018 aufgrund sämtlicher objektiver Um-

stände nach wie vor im Kosovo befunden hat. Das Bundesverwaltungsge-

richt führte im damaligen Verfahren aus, dass die Beschwerdeführerin zwar 

seit 2013 eine Aufenthaltsbewilligung "B" besitze, dabei jedoch lediglich 

unter einer c/o-Adresse bei ihrer Tochter gemeldet sei. Letztere habe je-

doch am 20. November 2017 und am 7. Februar 2018 telefonisch mitge-

teilt, dass die Versicherte jeweils ein halbes Jahr im Kosovo wohne und ein 

halbes Jahr bei der Tochter in der Schweiz weile, jedoch nie mitgeteilt habe, 

den Wohnsitz in die Schweiz zu verlegen respektive eine Wohnsitzverle-

gung in die Schweiz zu beabsichtigen. Im Weiteren seien sämtliche jährli-

chen Aufforderungen zur Einreichung einer Lebens- und Zivilstandsbe-

scheinigung von der SAK an die ihr bekannte Adresse im Kosovo gesandt 

worden, ohne dass die Beschwerdeführerin grundsätzlich dagegen Ein-

wände erhoben habe; ebenso seien all diese Bescheinigungen mit einer 

Ausnahme (vgl. die Bescheinigung des Personenmeldeamts der Stadt 

E._______ vom 7. Dezember 2017) jeweils von der zuständigen Wohnsitz-

behörde im Kosovo ausgestellt worden. Schliesslich sei die SAK im No-

vember 2017 von der Versicherten auch ersucht worden, die Renten auf 

das Bankkonto im Kosovo zu überweisen. Aufgrund all dieser äusseren 

objektiven Umstände hatte das Bundesverwaltungsgericht erkannt, dass 

sich der der Lebensmittelpunkt der Beschwerdeführerin damals im Kosovo 

befunden habe. 

 

C-2862/2021 

Seite 8 

3.3.  

3.3.1. Nun zeigt sich, dass die Versicherte ihren Lebensmittelpunkt inzwi-

schen offensichtlich in die Schweiz verschoben hat. Zwar wird im Rubrum 

der Beschwerdeschrift vom 18. Juni 2021 als Anschrift nach wie vor die 

c/o-Adresse bei der Tochter angegeben, welche bereits im Beschwerde-

verfahren C-3518/2018 angegeben worden war, so dass auf den ersten 

Blick bezüglich des Wohnsitzes von einem unveränderten Sachverhalt 

auszugehen wäre. Allerdings zeigt bereits ein Blick in die der Beschwerde-

schrift vom 18. Juni 2021 beigelegte Sozialhilfebestätigung für die Versi-

cherte der Sozialberatung der Stadt C._______ vom 28. Mai 2021 sowie in 

die ebenfalls beigelegte Budgetberechnung der Sozialberatung der Stadt 

C._______ betreffend Sozialhilfeleistungen ab 1. April 2021, dass die in der 

Beschwerdeschrift weiterhin angegebene Anschrift offensichtlich nicht 

mehr aktuell ist. Der genannten Sozialhilfebestätigung kann vielmehr ent-

nommen werden, dass die Versicherte nicht mehr bei ihrer Tochter unter 

einer c/o-Adresse gemeldet ist, sondern nunmehr an der Adresse 

«D._______strasse (…) in C._______ im Kanton X._______» eine eigene 

Wohnung bewohnt (vgl. Beschwerde-act. 1 Beilagen 9 sowie 10). Auch im 

mit Eingabe vom 23. Juli 2021 eingereichten Formular «Gesuch um unent-

geltliche Rechtspflege», welchem erneut die Sozialhilfebestätigung vom 

28. Mai 2021 samt Budgetberechnung derselben Behörde beigelegt 

wurde, gibt die Versicherte an, unter der eigenen Anschrift an der 

D._______strasse (…) in C._______ zu wohnen (vgl. Beschwerde-act. 4). 

Bereits der Umstand, dass die Versicherte in der Schweiz von der Sozial-

beratung der Stadt C._______ Sozialhilfeleistungen bezieht, ist ein klares 

Indiz dafür, dass die Versicherte ihren Wohnsitz respektive ihren Lebens-

mittelpunkt mittlerweile in die Schweiz verlegt hat (demgegenüber bezog 

sie im Jahr 2018, als das Beschwerdeverfahren C-3518/2018 anhängig ge-

macht wurde und sie noch unter einer c/o-Adresse bei der Tochter gemel-

det war, noch keine Sozialhilfe in der Schweiz, sondern wurde jeweils wäh-

rend den sechs Monaten, während welchen sie bei der Tochter weilte, von 

dieser finanziell unterstützt; vgl. dazu die auf Seite 3 aufgeführten Doku-

mente der das Gesuch um unentgeltlichen Rechtspflege gutheissenden 

Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 30. November 

2018 im Verfahren C-3518/2018 [Beschwerde-act. 1 Beilage 3]).  

3.3.2. Dass die Versicherte ihren Lebensmittelpunkt mit der Absicht des 

dauernden Verbleibens zwischenzeitlich in die Schweiz verlegt hat, bele-

gen auch die folgenden Dokumente, welche den am 6. September 2021 in 

elektronischer Form beim Bundesverwaltungsgericht eingegangen Akten 

entnommen werden können:  

C-2862/2021 

Seite 9 

So findet sich in den Akten insbesondere eine aktuelle Meldebestätigung 

der Einwohnerkontrolle der Stadt C._______ vom 25. Februar 2021, wel-

che eindeutig bestätigt, dass die Versicherte seit dem 1. März 2021, somit 

noch vor Beschwerdeerhebung vom 18. Juni 2021, in C._______ wohnhaft 

sowie im Einwohnerregister dieser Gemeinde eingetragen ist (vgl. 

Dok. 241). Diese Information wurde der SAK im Übrigen bereits am 

26. März 2021 via Online-Formular «Eine Leistung aus dem Ausland erhal-

ten» zugetragen (vgl. Dok. 224; Formular, welches in der Schweiz wohn-

hafte Personen auszufüllen haben, wenn sie – wie vorliegend – u.a. im 

Kosovo Versicherungszeiten aufweisen und deshalb Altersleistungen die-

ses Staates beantragen möchten). Im Weiteren reichte die Stadt 

C._______ im Zusammenhang mit der von ihr gewährten Sozialhilfe am 

25. März 2021 bei der SAK mittels Formular vom 2. Respektive vom 

4. März 2021 ein Gesuch um Drittauszahlung zwecks Verrechnung ein. 

Auch in diesem Formular wird die neue Anschrift der Versicherten angege-

ben. Ausserdem kann dem Formular entnommen werden, dass ihre Toch-

ter nach wie vor an der Adresse wohnhaft ist, bei welcher die Versicherte 

zuvor unter einer c/o-Adresse gemeldet war (vgl. Dok.225). Dass die Ver-

sicherte nicht mehr bei ihrer Tochter lebt, sondern eine eigene Wohnung 

bewohnt, zeigt auch die neue an ihre Tochter ausgestellte Vollmacht vom 

22. Februar 2021. Dieser kann ebenfalls sowohl die neue Anschrift der Ver-

sicherten als auch die bereits aktenkundige Adresse der Tochter entnom-

men werden (vgl. Dok. 238). Schliesslich zeigt auch das mit Eingabe vom 

14. April 2021 eingereichte Formular betreffend Gesuch um eine Alters-

rente der Schweizerischen Alters- und Hinterlassenenversicherung vom 

14. April 2021, dass die Versicherte inzwischen ihren Lebensmittelpunkt 

offensichtlich in die Schweiz verlegt hat, beantragt sie doch die Auszahlung 

der Altersrente auf das Schweizer Konto bei der Postfinance (vgl. 

Dok. 239). Dabei handelt es sich um dasselbe Konto, auf welches die So-

zialhilfeleistungen der Stadt C._______ überwiesen werden (vgl. die Kon-

toangaben auf der Budgetberechnung [Beschwerde-act. 1 Beilage 10]). 

Schliesslich deutet in den Akten nichts darauf hin, wonach sich der Lebens-

mittelpunkt der Versicherten nach wie vor im Kosovo befinden würde. 

3.3.3. Bleibt vorliegend noch festzuhalten, dass in casu die Beantwortung 

der reinen Verfahrensfrage der örtlichen Zuständigkeit nicht zugleich auf 

die Beurteilung der strittigen materiellen Hauptfrage hinausläuft. In solchen 

Konstellationen (doppelrelevante Tatsachen) wäre nämlich gemäss 

höchstrichterlicher Rechtsprechung diejenige Rekursbehörde (Bundesver-

waltungsgericht oder kantonales Gericht) als zuständig zu erachten, die 

der materiellen Streitfrage sachlich und örtlich am nächsten steht (vgl. BGE 

102 V 241 E. 3a). Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der (geltend 

C-2862/2021 

Seite 10 

gemachte) Leistungsanspruch der versicherten Person hauptsächlich oder 

ausschliesslich davon abhängt, ob sie ihren Wohnsitz in der Schweiz hat 

oder nicht (vgl. Urteil des EVG H 331/03 vom 11. Mai 2004 = AHI-Praxis 

2004, S. 219 ff., mit Hinweisen). Eine solche Fallkonstellation liegt in casu 

offensichtlich und nachweislich nicht vor, weshalb vorliegend einzig der 

Wohnsitz für die Beantwortung der Zuständigkeitsfrage ausschlaggebend 

ist. 

3.4. Somit steht aufgrund des insgesamt Ausgeführten fest, dass nicht das 

Bundesverwaltungsgericht, sondern das Sozialversicherungsgericht des 

Kantons X._______ zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache örtlich 

zuständig ist. Auf die Beschwerde vom 18. Juni 2021 ist daher mangels 

Zuständigkeit im einzelrichterlichen Verfahren nicht einzutreten (Art. 85bis 

Abs. 3 AHVG und Art. 23 Abs. 1 Bst. b VGG) und die Sache ist in Anwen-

dung von Art. 8 Abs. 1 VwVG zuständigkeitshalber an das Sozialversiche-

rungsgericht des Kantons X._______ zu überweisen. 

4.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung. 

4.1. Da das Verfahren für die Parteien kostenlos ist, werden keine Verfah-

renskosten erhoben (Art. 85bis Abs. 2 AHVG). 

4.2. Weder der Versicherten noch der SAK ist eine Parteientschädigung 

zuzusprechen (vgl. Art. 64Abs. 1 VwVG e contrario in Verbindung mit Art. 

7 Abs. 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

 

 

 

 

(Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite) 

 

C-2862/2021 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

2.  

Die Sache wird zur weiteren Behandlung zuständigkeitshalber an das  

Sozialversicherungsgericht des Kantons X._______ überwiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

– das Sozialversicherungsgericht des Kantons X._______ (Einschrei-

ben; Beilagen: Originalakten des bundesverwaltungsgerichtlichen Ver-

fahrens C-2862/2021 samt den ausgedruckten Vorakten der SAK) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christoph Rohrer Milan Lazic 

 

  

C-2862/2021 

Seite 12 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: