# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 234de29e-9fc4-5a2d-8b8a-0a1d145ee729
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-03
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 03.03.2022 720 21 83/49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-83-49_2022-03-03.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 3. März 2022 (720 21 83 / 49) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Verwaltungsgutachten beweiskräftig und Entscheid der Ablehnung einer Rente bei ermit-
telter 100%iger Arbeitsfähigkeit nicht zu beanstanden. 
 
 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiber i.V. Egzon Rexhaj 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Serge Flury, Rechtsan-
walt, Kasinostrasse 38, 5000 Aarau 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. Die 1973 geborene A.____ hat seit dem 1. Januar 2006 als Raumpflegerin bei der 
B.____ AG in X.____ gearbeitet. Sie hat sich am 2. Februar 2017 unter Hinweis auf einen Auto-
unfall vom 9. Mai 2016 und daraus resultierendem Schwindel, Bluthochdruck und einem ge-
schwollenen rechten Bein bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbe-
zug angemeldet. Zusätzlich hat sie angegeben, dass sie an einer Versteifung des rechten Armes 
vom Kopf bis zu den Fingern leide. Zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hat die IV-Stelle Basel-

 
 
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Landschaft (IV-Stelle) im Rahmen der Rentenprüfung ein bidisziplinäres rheumatologisch-psychi-
atrisches Gutachten in Auftrag gegeben, wobei sowohl aus rheumatologischer als auch aus psy-
chiatrischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit festgestellt wurde. Nach Abklärung auch der er-
werblichen Verhältnisse hat die IV-Stelle mit Verfügung vom 28. Januar 2021 den Rentenan-
spruch der Versicherten unter Hinweis darauf, dass keine invalidisierende Diagnose und keine 
langandauernde Arbeitsunfähigkeit vorliegen würden, abgelehnt. 
 
B. Hiergegen erhob die A.____, vertreten durch Rechtsanwalt Serge Flury, am 1. März 
2021 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, die angefochtene Verfügung vom 28. Januar 2021 
sei aufzuheben, und es seien ihr die gesetzlichen Leistungen, insbesondere Rentenleistungen, 
zuzusprechen; unter o/e-Kostenfolge. 
 
C. Die IV-Stelle schloss mit Vernehmlassung vom 18. Mai 2021 auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 1. März 2021 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 
354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung 
über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 31. De-
zember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 23. Februar 
2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergegeben, 
zitiert und angewendet.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inva-
lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä-
higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-

 
 
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men wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne we-
sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und 
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2). 
 
3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 
sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe 
Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % 
invalid ist. 
 
3.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der IV-Grad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu 
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der In-
validität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 
könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen 
könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich 
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkom-
mensdifferenz lässt sich der IV-Grad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensver-
gleichs; BGE 128 V 30 E. 1). 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in 

 
 
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fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beur-
teilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus-
geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach 
ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch ver-
richtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät-
zung, in: Schaffhauser/Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, 
St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für 
den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeich-
nung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten 
(BGE 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 353 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Berichten versicherungsinterner medizini-
scher Fachpersonen und (Akten-)Berichten von Sachverständigen, die nicht im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholt werden, erkennt die Rechtsprechung ebenfalls Beweiswert zu. Es ist al-
lerdings zu betonen, dass ihnen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen 
oder einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag gegebenen 
Gutachten zukommt (BGE 135 V 469 ff. mit Hinweis). In Bezug auf Berichte von behandelnden 
Ärzten darf und soll das Gericht schliesslich der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese 
mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Guns-
ten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). 

 
 
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5. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine IV-Rente besitzt 
und in diesem Zusammenhang, wie hoch ihre Restarbeitsfähigkeit ausfällt. Die IV-Stelle stützte 
sich bei der Beantwortung dieser Frage im Wesentlichen auf das von ihr in Auftrag gegebene 
bidisziplinäre Gutachten von Dr. med. C.____, FMH Rheumatologie und Allgemeine Innere Me-
dizin, vom 7. September 2018, und von Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 6. September 2018.  
 
Der rheumatologische Gutachter Dr. C.____ diagnostizierte keine Diagnosen mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind folgende Diagnosen gestellt worden: 
  

 Cervicobrachiales Syndrom rechts 
 Periarthropathia humeroscapularis rechts 
 Adipositas 
 Arterielle Hypertonie 
 Status nach Hämorrhoiden-Operation Juli 2016 
 Status nach Hysteroskopie und fraktionierter Kürettage bei Hypermenorrhoe 
 Status nach Verkehrsunfall mit seitlicher Kollision von rechts am 9. Mai 2016 mit Schädel-

prellung, HWS-Distorsion, intermittierendem Tinnitus rechts 
 Solitäres Kelchkonkrement 
 Status nach Nephrolithiasis beidseits mit Status nach Lithotripsie 2006 

 
In der bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft attestiert Dr. C.____ der Versicherten eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit bezogen auf ein Ganztagespensum. Es würden keine Einschränkungen 
der Leistungsfähigkeit bestehen. Auf den MRI-Bildern hätten sich altersentsprechende Abnutzun-
gen mit Chondrosen auf Höhe C3 bis C5 mit kleinen Protrusionen gezeigt. Protrusionen seien als 
normal anzusehen, da diese in über 50 % der gesunden Normalbevölkerung vorkommen würden. 
Diskushernien bestünden keine. Bei der Prüfung der Kraft im Arm habe sich zunächst ein Weg-
knicken in alle Richtungen gezeigt. Auf Aufforderung hin, kräftig zuzudrücken, habe gleichwohl 
kurzzeitig eine normale Kraft für die Funktionen von Biceps, Triceps, Aussen- und Innenrotation 
der Schulter festgestellt werden können. Bezüglich der rechten Schulter hält Dr. C.____ fest, dass 
eine gut ausgebaute Supra- und Infraspinatus-Muskulatur gegen jegliche Schonung spreche. Es 
verhalte sich sogar so, dass die Muskulatur auf der rechten Seite besser ausgebildet sei. Weiter 
sei die Beurteilung des Radiologen, wonach eine tendinöse Partialruptur der Supraspinatussehne 
vorliege, relativiert worden. Es handle sich um tendinopathische Veränderungen. Diese seien in 
der betreffenden Altersgruppe als normal anzusehen. Während der Begutachtung hätten sich 
einige Diskrepanzen gezeigt. So habe die Versicherte grosse Schmerzen bei der Berührung der 
Finger III und IV an der rechten Hand angegeben. Die Versicherte hätte die Hand richtiggehend 
weggezogen. Bei der Testung des Fersen- und Zehenganges, wo ihre beiden Hände relativ kräf-
tig festgehalten worden seien, habe sie aber keinerlei Reaktion von Seiten der betroffenen Finger 
gezeigt. Auch bei der Begrüssung und der Verabschiedung sei es zu einem kräftigen Händedruck 
rechts ohne jegliche Schonung gekommen. Zudem habe die Versicherte während der Begutach-
tung trotz Nackenbeschwerden problemlos den Kopf nach links und rechts gedreht.  
 

 
 
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Dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. D.____ ist zu entnehmen, dass keine Diagnosen mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden konnten. Ohne Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit bestehe eine Schmerzverarbeitungsstörung (ICD-10 F54) und ein Status nach Anpas-
sungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21). Das Ausmass der geklagten 
Beschwerden und die subjektive Krankheitsüberzeugung, kaum mehr arbeiten zu können, hätten 
durch die somatischen Befunde nicht hinreichend objektiviert werden können, sodass eine psy-
chische Überlagerung angenommen werden müsse. Die Versicherte klage zwar über Schmer-
zen, gestalte den Alltag aber sehr aktiv. So sei sie im Haushalt bis auf schwere Arbeiten nicht 
eingeschränkt, unternehme Spaziergänge, pflege soziale Kontakt und reise regelmässig in den 
Kosovo sowie nach Italien. Dies lasse darauf schliessen, dass sie im Alltag nicht durch schwere 
und quälende Schmerzen beeinträchtigt sei. Demzufolge könne keine Schmerzstörung diagnos-
tiziert werden. Seit Juli 2017 sei sie in psychiatrischer Behandlung. Diese habe gemäss ihren 
Angaben zu einer Besserung geführt. Seither unternehme sie mehr und könne auch wieder Auto 
fahren und Lifte benützen. Die vom behandelnden Psychiater diagnostizierte mittelgradige de-
pressive Episode könne nicht bestätigt werden. Zwar habe die Versicherte im Mai 2017 vorüber-
gehend unter leichten depressiven Verstimmungen gelitten. Diese hätten sich aber vollständig 
zurückgebildet. So sei die Versicherte anlässlich der Untersuchung nicht deprimiert gewesen. Die 
Stimmung sei ausgeglichen gewesen, und sie habe mehrmals gelächelt sowie eine lebhafte Mi-
mik und Gestik gezeigt. Im Weiteren habe sie sich weder über Konzentrationsschwierigkeiten 
noch Müdigkeit beklagt. Auch sei das Selbstvertrauen intakt gewesen, und sie habe keine Schuld-
gefühle beklagt. Sie habe einzig davon berichtet, dass sie erschrecke, etwas zittere und einen 
höheren Puls habe, wenn ein Auto rasch vorbeifahre. Es bestünde zwar eine leicht erhöhte Ängst-
lichkeit beim Betreten enger Räume. Diese habe aber keinen Krankheitswert und könne auch 
keine psychiatrische Diagnose begründen. Dem Gutachten zufolge sei die Versicherte aus psy-
chiatrischer Sicht seit jeher im Umfang von 100 % arbeitsfähig gewesen, und es sei ihr ohne 
Einschränkungen auch weiterhin zuzumuten, achteinhalb Stunden am Tag ihrer bisherigen Tä-
tigkeit nachzugehen. 
 
5.1 Dem Notfallkonsultationsbericht des Spitals L.____ vom 10. Mai 2016 lässt sich entneh-
men, dass die Versicherte noch am Tag des Unfalls das Spital aufsuchte. Der Anamnese zufolge 
sei die Versicherte als Beifahrerin unterwegs gewesen, als im Kreisverkehr von rechts ein ande-
res Auto in sie hineingefahren sei. Dabei habe sie den Kopf an der rechten Scheibe angeschlagen 
und sich die rechte Schulter geprellt. Sie klage seitdem über rechtsseitige Nackenschmerzen, 
Schulterschmerzen und Schmerzen im Bereich der rechten Mittelhand. Es wurden ein Schleu-
dertrauma, eine Schulterprellung und ein Bluthochdruck diagnostiziert. Im Röntgen der Halswir-
belsäule seien beginnende degenerative Veränderungen sichtbar gewesen. 
 
5.2 Am 23. Juni 2016 erfolgte eine MRI-Untersuchung der Halswirbelregion. Im entspre-
chenden Bericht vom gleichen Tag hält Dr. med. E.____, FMH Radiologie, fest, dass kein Nach-
weis einer traumatischen Läsion habe gefunden werden können. Auf Höhe C3 bis C5 habe sich 
eine leichte Chondrose mit flachen, zirkulären Diskusprotusionen ohne Einengung der Neurofo-
ramina oder des Spinalkanals gezeigt. 
 

 
 
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5.3 Des Weiteren wurde auch die rechte Schulter am 11. November 2016 einer MRI-
Untersuchung unterzogen. Dr. med. F.____, Facharzt für Radiologie, hält im MRI-Bericht vom 
gleichen Tag fest, dass sich eine transtendinöse Partialruptur der Supraspinatussehne mit leich-
ter Retraktion einzelner Sehnenfasern ohne Sehnenstumpfbildung gezeigt habe. Zudem sei eine 
leichte Tendinopathie der Subscapularis- und Infraspinatussehne erkennbar gewesen. Auch die 
Bizepssehne sei intraartikulär von einer Tendinopathie betroffen gewesen. Die Trophik der Mus-
kulatur an der Rotatorenmanschette habe sich regelrecht dargestellt. 
 
5.4 Die Versicherte war seit dem 8. Mai 2017 bei Dr. med. G.____, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, in Behandlung. Dieser hat im Arztbericht vom 29. Januar 2018 eine mittelgradige 
depressive Episode ohne somatisches Syndrom (ICD F32.10) und eine spezifische Phobie (ICD-
10 F40.2) diagnostiziert. Diese beiden Diagnosen bestünden seit 2016. In seinem Arztbericht 
führt Dr. G.____ aus, dass die Versicherte seit ihrem unverschuldeten Autounfall am 9. Mai 2016 
an Schlafstörungen, Ängsten, Unsicherheit, Zittern, Herzrasen, sozialer Isolation und Zurückge-
zogenheit leide. Sie traue sich nicht mehr, Auto oder Lift zu fahren. Seit ihrem Unfall habe sie 
nicht mehr gearbeitet, zuvor sei sie aber viel als Reinigungskraft tätig gewesen. Die Behandlung 
mit dem Antidepressivum Duloxetin habe nicht viel gebracht. Der Wechsel auf Valdoxan habe im 
Verlauf der Behandlung eine gute Wirkung gezeigt, und die Ängste hätten sich reduziert. Die 
depressive Symptomatik sei aber weiterhin vorhanden, jedoch nicht mehr in dem Ausmass, wie 
noch zu Behandlungsbeginn. Der Schlaf sei nach wie vor immer wieder gestört, und die Schmer-
zen am rechten Arm bestünden immer noch. Prognostisch hält Dr. G.____ fest, dass man mit 
begleitenden psychotherapeutischen Gesprächen und medikamentöser antidepressiver Behand-
lung von einer günstigen Prognose ausgehen könne. Im zuletzt ausgeübten Beruf bestünde aus 
psychiatrischer Sicht seit dem 8. Mai 2017 bis auf Weiteres eine 70%ige Arbeitsunfähigkeit. Die 
Versicherte könne aus psychiatrischer Sicht zu 20 % als Reinigungskraft an einem ruhigen Ar-
beitsplatz ohne Drucksituationen arbeiten. Entgegen der zuvor genannten 70%igen Arbeitsunfä-
higkeit geht Dr. G.____ im gleichen Arztbericht aber letztlich von einer 80%igen Arbeitsunfähig-
keit aus. Aufgrund der depressiven Entwicklung sei die Leistungsfähigkeit bis zu 80 % einge-
schränkt, und der Versicherten könnten zwei Stunden täglich in einer behinderungsangepassten 
Tätigkeit als Reinigungskraft zugemutet werden. Die Einschränkungen würden sich mit medizini-
schen Massnahmen nicht vermindern lassen. 
 
5.5 Dem Verlaufsbericht von Dr. med. H.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 24. Mai 2018 lässt sich entnehmen, dass sich die 
Versicherte unter Physiotherapie, insbesondere Wassertherapie im Einzeltraining, recht gut ent-
wickelt habe. Die Nackenschmerzen und die Schmerzen an der Hand im Bereich der Finger III 
und IV seien geringer geworden. Im Bereich der Schulter seien noch massive Einschränkungen 
vorhanden, und die Kraft werde als subjektiv eingeschränkt empfunden. 
 
5.6 Auf Einwand der Versicherten hin, wonach die Beurteilung von Dr. G.____ und der Ver-
laufsbericht des Kantonsspitals vom 24. Mai 2018 zu Unrecht nicht in die gutachterliche Beurtei-
lung miteinbezogen worden seien, erfolgte am 8. Januar 2019 eine Beurteilung des Regionalen 
Ärztlichen Dienstes (RAD). Darin hält Dr. med. I.____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, fest, dass sowohl die Beurteilung von Dr. G.____ als 

 
 
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auch der Bericht des Kantonsspitals im bidisziplinären Gutachten sehr wohl gewürdigt worden 
seien. So führe Dr. D.____ zum einen den Behandlungsbericht vom 29. Januar 2018 umfassend 
auf. Zum anderen diskutiere Dr. D.____ auf Seite 22 ff. ausführlich den Bericht und die Behand-
lung bei Dr. G.____ und nehme dazu gutachterlich unter Einbezug der Standardindikatoren auch 
entsprechend Stellung. Im Weiteren sei auch der Bericht des Kantonsspitals vom 24. Mai 2018 
Dr. C.____ bekannt gewesen und in den Aktenauszügen auf Seite 14 aufgeführt. Die Beschwer-
den der Versicherten mit Ausstrahlungen in die rechte Schulter und in den rechten Arm seien von 
Dr. C.____ gutachterlich genügend reflektiert worden. Dabei hätten sich erhebliche Diskrepanzen 
zwischen den subjektiven Angaben und den objektiv erhebbaren Befunden gefunden. 
 
5.7 Im Verlaufsbericht vom 22. September 2020 führt Dr. G.____ unter den Diagnosen mit 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende depressive Störung, aktuell mittelgra-
dige Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F33.10), und spezifische isolierte Phobien 
(ICD-10 F 40.2) auf. Die depressive Störung sei seit 2020 neu als rezidivierend zu bezeichnen. 
Die Arbeitsunfähigkeit habe sich seit der letzten Stellungnahme vom 29. Januar 2018 nicht mehr 
verändert und betrage bis auf Weiteres 70 %. Die depressiven Symptome seien am Tag zwar 
nach wie vor vorhanden, seien jedoch nicht zunehmend schlechter geworden. In der Zwischen-
zeit hätte sich die Versicherte diversen Operationen an der Gebärmutter und am Blinddarm un-
terziehen müssen. Sie sei gedrückter Stimmung. Sie habe einen verminderten Antrieb, Ängste 
vor engen Orten, Ängste vor der Zukunft und ein gestörtes Selbstwertgefühl bei immer wieder 
vorhandenen Schuldgefühlen gegenüber ihrem Ehemann und ihren Kindern. Im Weiteren sei das 
Liftfahren mit Schwierigkeiten verbunden und das Autofahren seit dem Unfall vom 9. Mai 2016 
nach wie vor nicht mehr möglich. Vegetativ würden sich auch immer wieder Symptome wie Zit-
tern, Herzrasen, Schweissausbrüche und ein gestörter Schlaf zeigen. Der Gesundheitszustand 
der Versicherten sei stationär. 
 
5.8 Auf Einwand der Versicherten hin erfolgte am 15. Januar 2021 unter Einbezug der psy-
chiatrischen Expertise von Dr. med. J.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie und Allgemeine 
Innere Medizin, eine weitere RAD-Beurteilung von Dr. I.____. Darin wird festgehalten, dass bei 
genauer Betrachtung der subjektiven Beschwerden und der objektiven Befunde, wie sie Dr. 
G.____ im Verlauf dargestellt habe, sich im Vergleich zum Begutachtungszeitpunkt bei Dr. 
D.____ keine massgeblichen oder wegweisenden Änderungen feststellen liessen. Damals wie 
heute habe die Versicherte über Ängste und Beklemmungen in engen Räumen geklagt. Auch die 
somatisch imponierenden Beschwerden würden im Verlauf ohne signifikante Änderungen er-
scheinen. Die Angabe von Dr. G.____, dass die Versicherte seit dem Unfall im Mai 2016 kein 
Auto mehr fahren würde, erscheine diskrepant, weil die Versicherte bei der Begutachtung durch 
Dr. D.____ angegeben habe, dass sie auf Anraten ihres behandelnden Psychiaters, Dr. G.____, 
seit kurzem wieder mit dem Autofahren begonnen hätte. Im Gegensatz hierzu beschreibe Dr. 
G.____ zum Zeitpunkt des Gutachtens eine gedrückte Stimmung und einen verminderten Antrieb. 
Dennoch führe er aus, dass die depressiven Symptome tagsüber zwar vorhanden seien, sich 
aber nicht verschlechtert hätten. Damit lasse sich keine massgebliche Veränderung des Gesund-
heitszustandes auf psychiatrischem Gebiet begründen, denn im Gegensatz zu Dr. D.____ habe 
Dr. G.____ die Versicherte schon vor dem Gutachten als mittelgradig depressiv eingestuft, was 

 
 
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sich dann jedoch gutachterlich nicht habe nachvollziehen lassen. Auch das therapeutische Set-
ting mit ambulanter Psychotherapie und Medikation sei bereits vor dem Gutachten im Verlaufs-
bericht von Dr. G.____ vom 29. Januar 2018 erwähnt worden. Demzufolge lasse sich unter die-
sem Aspekt ebenfalls keine massgebliche Verschlechterung anführen. Dem Gesagten zufolge 
liege psychiatrisch ein unveränderter Gesundheitszustand im Vergleich zum Begutachtungszeit-
punkt vor. Bezüglich der aufgeführten neuen operativen Interventionen hält Dr. I.____ sodann 
fest, dass diese jeweils eine postoperativ behandlungsbedingte Arbeitsunfähigkeit begründen 
könnten, die jedoch im Regelfall die Dauer von drei Monaten nicht überschreiten würde. Ein aus-
sergewöhnlich komplizierter Behandlungsverlauf sei jedenfalls nicht dokumentiert. 
 
5.9 Auf Nachfrage des Rechtsvertreters der Versicherten verfasste Dr. G.____ am 
1. März 2021 eine Stellungnahme zum Gutachten von Dr. D.____. Darin hält der behandelnde 
Psychiater fest, dass Dr. D.____ die Versicherte in seiner Begutachtung als unauffällig und psy-
chisch gesund darstelle, was nicht der Realität entspreche. So seien weder die Ängste, die ge-
drückte Stimmung mit fehlendem Antrieb, die Zukunftsängste, das gestörte Selbstwertgefühl 
noch das fehlende Selbstvertrauen erwähnt worden. Auch die vegetativen Symptome wie Zittern, 
Herzrasen, Schweissausbrüche und der gestörte Schlaf seien im Gutachten unerwähnt geblie-
ben, obwohl die Versicherte dies immer berichtet habe und solche Symptome in den Gesprächen 
auch objektiviert worden seien. Zudem spreche Dr. D.____ auf Seite 22 von depressiven Ver-
stimmungen, die vollständig zurückgebildet seien, rede mit keinem Wort über vorhandene De-
pressionen, die jetzt einen rezidiven Charakter besitzen würden. Es stelle sich die Frage, wozu 
der Versicherten dann die antidepressive Medikation mit Valdoxan 25 mg (0-0-1) verordnet wor-
den sei. Zwischenzeitlich habe man die Dosis auch auf die maximal mögliche Dosierung von 50 
mg erhöht. Ebenfalls beschreibe Dr. D.____, dass die Versicherte sich im öffentlichen Raum frei 
bewegen und Lifte benützen könne sowie ohne Schwierigkeiten vom Kosovo in die Schweiz ge-
flogen sei. Dr. D.____ vergesse zu erwähnen, dass dieser Flug nur unter Einnahme von Temesta 
möglich gewesen sei, was er auf Seite 17 seines Gutachtens selbst beschreibe. Aus psychiatri-
scher Sicht sei die Versicherte weiterhin 70 % arbeitsunfähig. Die Arbeitsunfähigkeit sei aufgrund 
der rezidivierenden depressiven Störung vorhanden und werde mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit auch in Zukunft so bestehen. 
 
5.10 Im Nachgang zur Beschwerde an das Kantonsgericht hat Dr. J.____ am 12. Mai 2021 
zur Einschätzung von Dr. G.____ vom 1. März 2021 Stellung genommen. Er hält fest, dass 
Dr. D.____ in seiner Begutachtung aufgezeigt habe, dass sich die depressive Symptomatik all-
mählich gebessert hätte. Dies habe sich weniger in den subjektiven Schilderungen der Versicher-
ten gezeigt, sondern in den wiedergewonnenen Funktionsniveaus. So habe die Versicherte re-
gelmässig Spaziergänge unternommen, und sei oftmals mit ihren Freundinnen und Kindern un-
terwegs gewesen. Im Weiteren habe sie Einkäufe mit ihrer Familie erledigt und an den Wochen-
enden Besuch der Töchter empfangen oder diese regelmässig in M.____ und in N.____ besucht. 
Zudem habe sie regelmässig Kontakt mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern. Sie reise jeweils 
zwei bis drei Mal jährlich in den Kosovo und nach O.____ zu ihren Brüdern und zur Mutter. Diese 
Sachverhalte würden von Dr. G.____ kaum erwähnt werden, respektive mit Vorbehalten, wie 
beispielsweise unter Einnahme von Temesta. Dass die Versicherte all diesen, teils auch kognitiv 
anspruchsvollen Aktivitäten nachgehen könne, weise daraufhin, dass sowohl die depressiven als 

 
 
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auch die phobischen Symptome überwindbar seien und ein sozialer Rückzug in allen Lebensla-
gen in keiner Weise vorliege. Bezüglich der Prognose von Dr. G.____, wonach der Zustand mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit so bleiben werde, hält Dr. J.____ fest, dass es sich sowohl bei 
der depressiven Störung als auch bei der phobischen Symptomatik um grundsätzlich prognos-
tisch günstige und wirksam sowie zweckmässig behandelbare Störungen handle. 
 
5.11 Im Austrittsbericht des Kantonsspitals P.____ vom 12. August 2021 hat 
Dr. med. K.____, FMH Orthopädische Chirurugie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD 10, F45.41) 
diagnostiziert. Als weitere Diagnosen wurden im Wesentlichen ein metabolisches Syndrom, eine 
Adipositas, eine Hyperurikämie, eine Dyslipidämie, eine arterielle Hypertonie sowie ein Prädia-
betes festgehalten. 
 
5.12 In der RAD-Stellungnahme vom 29. September 2021 setzte sich Dr. J.____ schliesslich 
auch mit dem Bericht des Kantonsspitals P.____ vom 12. August 2021 auseinander. Er hält fest, 
dass die Schmerzsymptomatik bereits im Gutachten von Dr. C.____ und Dr. D.____ ausführlich 
untersucht und beschrieben worden sei. Zwar sei die Symptomatik im Austrittsbericht des Kan-
tonsspitals diagnostisch anders eingeordnet worden, doch handle es sich, wie der Vergleich der 
Beschwerden und der Befunde zeigen würde, um ein und dieselbe Gesundheitsstörung. Eine 
wesentliche Verschlechterung sei nicht erkennbar. Die übrigen Diagnosen seien kein hinreichen-
der Grund für eine dauerhafte und wesentliche Arbeitsunfähigkeit. Es handle sich um Diagnosen, 
welche wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich medizinisch behandelbar seien.  
 
6.1 Die Beschwerdeführerin kritisiert, dass der medizinische Sachverhalt nur ungenügend 
aufgearbeitet worden sei. So habe sich der psychiatrische Gutachter nicht mit dem Bericht des 
behandelnden Psychiaters Dr. G.____ vom 29. Januar 2018 befasst. Im Weiteren sei das Gut-
achten nur von einem Facharzt für Orthopädie geprüft worden. Entgegen der Behauptung der 
Beschwerdeführerin hat sich Dr. D.____ in seinem Gutachten aber sehr wohl mit diesem Bericht 
und den dort erhobenen Diagnosen auseinandergesetzt. Auf Seite 22 seines Gutachtens disku-
tiert er eingehend den genannten Bericht und die von Dr. G.____ erhobenen Diagnosen. Er er-
läutert dabei schlüssig, weshalb die Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode nicht 
gestellt werden könne. So sei die Versicherte bei der Untersuchung weder gedrückter Stimmung 
noch sei der Antrieb vermindert gewesen. Die Stimmung sei heiter gewesen und die Versicherte 
habe mehrmals gelächelt und eine lebhafte Mimik und Gestik gezeigt. Weiter sei das Selbstver-
trauen nicht herabgesetzt gewesen, und die Versicherte habe berichtet, dass sie wieder Auto 
fahren und alleine mit dem Bus reisen könne. Es bestünde zwar eine leicht erhöhte Ängstlichkeit 
vor dem Betreten enger Räume, aber diese erreiche keinen Krankheitswert. Dr. D.____ konnte 
damit nachvollziehbar erklären, dass die Versicherte zwar vorübergehend unter leichten depres-
siven Verstimmungen gelitten hat, welche sich aber mittlerweile wieder vollständig zurückgebildet 
haben. Auch bezüglich des Vorwurfs, dass nur ein orthopädischer Facharzt das Gutachten beur-
teilt habe, ist der Beschwerdeführerin zu widersprechen. Die RAD-Beurteilung vom 15. Ja-
nuar 2021 wurde zwar nur vom orthopädischen Facharzt Dr. I.____ unterschrieben. Aus dem 
Gesamtkontext geht jedoch klar hervor, dass der psychiatrische Facharzt Dr. J.____ bei der Be-
urteilung miteinbezogen worden ist. 

 
 
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6.2 Die Beschwerdeführerin wendet im Weiteren unter Hinweis auf den Verlaufsbericht vom 
22. September 2020 von Dr. G.____ ein, dass seit dem Begutachtungszeitpunkt eine verstärkte 
Schmerzproblematik bestehen würde, da diverse somatische Beschwerden hinzugekommen 
seien. So habe sie sich notfallmässig eine grosse Zyste in der Gebärmutter entfernen lassen 
müssen. Zudem sei sie am 2. September 2019 am Blinddarm operiert worden, und am 22. Sep-
tember 2020 sei erneut eine Operation angestanden. Es müsse im Weiteren abgeklärt werden, 
ob die Schmerzproblematik psychisch bedingt sei und wie sich diese auf die Arbeits- und Er-
werbsfähigkeit auswirke. Auch diesbezüglich ist der Einschätzung der RAD-Ärzte zu folgen. Die 
operativen Eingriffe vermögen postoperativ zwar eine behandlungsbedingte Arbeitsunfähigkeit 
zu begründen. Diese überschreiten aber in der Regel drei Monate nicht. Es finden sich weder im 
Verlaufsbericht von Dr. G.____ vom 22. September 2020 noch in den Akten allfällige Hinweise, 
wonach die genannten Eingriffe aussergewöhnliche oder komplikationsreiche Verläufe und somit 
eine längere Arbeitsunfähigkeit mit sich gebracht hätten. Bezüglich des Einwands, dass sich 
diese Eingriffe sicherlich nicht positiv auf die Psyche ausgewirkt hätten, kann schliesslich auf den 
Bericht von Dr. G.____ selbst verwiesen werden, wo der behandelnde Psychiater im Wissen um 
die operativen Eingriffe festhält, dass die depressiven Symptome tagsüber zwar nach wie vor 
vorhanden seien, jedoch nicht zugenommen hätten. Ebenso finden sich in diesem Bericht keine 
weiteren Hinweise, wonach die Schmerzproblematik überhaupt psychisch bedingt sein könnte. 
 
6.3 Schliesslich wendet die Beschwerdeführerin ein, dass sie seit dem Unfallereignis vom 9. 
Mai 2016 an verfestigten Schmerzen im Bereich der Nackenregion leide, die in den rechten Arm 
ausstrahlen und auch zu einem Anschwellen der Hand führen würden. Diesbezüglich ist auf die 
zahlreichen, von beiden Gutachtern festgestellten Diskrepanzen zwischen den subjektiven An-
gaben und den objektiv erhebbaren Befunden zu verweisen. So berichtet Dr. C.____ in seinem 
rheumatologischen Teilgutachten davon, dass die Versicherte bei der Begutachtung trotz ange-
gebener Nackenbeschwerden problemlos den Kopf nach links und rechts drehen konnte. Auch 
habe die Versicherte zunächst grosse Schmerzen bei der Berührung ihrer Finger der rechten 
Hand angegeben. Bei der Testung des Fersen- und Zehengangs, wo relativ kräftig ihre beiden 
Hände gehalten worden sind, hat sie aber keinerlei Reaktion von Seiten der betroffenen Finger 
gezeigt. Dr. C.____ stellte zudem fest, dass sich trotz der beklagten Schmerzen am rechten Ober- 
und Unterarm kein organisch nachweisbares Korrelat für die subjektiv beklagten Schmerzen fin-
den lasse. Insbesondere waren keine Schonungszeichen des rechten Arms vorhanden. Im Ge-
genteil war die Muskulatur auf der rechten Seite im Ober- und Unterarm kräftiger ausgebildet als 
links. Die Kraftentwicklung bei der Aussen- und Innenrotation der Schulter war regelrecht, und 
die gut ausgebildete Supra- und Infraspinatusmuskulatur sprach gegen jegliche Schonung der 
Schulter. Dieser Befund steht im Einklang mit der Erkenntnis von Dr. F.____, welcher der Versi-
cherten bei seiner Untersuchung ebenfalls eine regelrechte Rotatorenmanschetten-Muskulatur 
bescheinigte. Diese Kongruenz deckt sich wiederum mit den Berichten von Dr. D.____ in dessen 
psychiatrischen Fach-Gutachten, wonach die Versicherte den Alltag sehr aktiv gestalte. Eine der-
art aktive Gestaltung des Alltags steht im Widerspruch zur subjektiven Einschätzung, mit dem 
Erwerbsleben abgeschlossen zu haben. Damit ist in Übereinstimmung mit Dr. D.____ von einer 
Selbstlimitierungsüberzeugung auszugehen. 
 

 
 
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6.4 Daran vermag auch die mit der Beschwerde eingereichte Stellungnahme vom 
1. März 2021 von Dr. G.____ nichts zu ändern. Darin leitet er die Diagnose einer rezidivierenden 
depressiven Störung, aktuell mittelgradige Ausprägung, nicht schlüssig genug her. So begnügt 
er sich letztlich mit der Auflistung subjektiv geschilderter Symptome und geht auf die von 
Dr. J.____ erwähnten, zahlreichen Ressourcen nicht ein. Dr. J.____ weist in der RAD-
Stellungnahme vom 12. Mai 2021 zu Recht aber darauf hin, dass die Beschwerdeführerin unter 
der aktuellen Medikation zahlreiche, auch kognitiv anspruchsvolle Funktionalitäten wahrnehmen 
kann. Eine massgebliche Verschlechterung ist aus dem Bericht von Dr. G.____ unter diesen Um-
ständen jedenfalls nicht auszumachen. 
 
6.5 Bei dem im Austrittsbericht des Kantonsspitals P.____ vom 12. August 2021 beschrie-
benen Befund einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 
handelt es sich sodann um eine diagnostisch abweichende Einordnung der bereits im bidiszipli-
nären Gutachten der Dres. D.____ und C.____ berücksichtigten gesundheitlichen Einschränkun-
gen. Diesbezüglich ist eine wesentliche und dauerhafte Verschlechterung deshalb ebenfalls nicht 
erkennbar. Die im Übrigen aufgeführten Diagnosen sind wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich 
medizinisch behandelbar und können keine dauerhafte und massgebliche Arbeitsunfähigkeit be-
gründen. 
 
6.6 Festzustellen ist, dass das Gutachten von Dr. D.____ und von Dr. C.____ ein insgesamt 
schlüssiges und kongruentes Bild betreffend die gesundheitliche Verfassung der Beschwerde-
führerin ergibt. Es erfüllt alle rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges 
Verwaltungsgutachten. Wie oben ausgeführt (vgl. Erwägung 4.3), ist den im Rahmen des Ver-
waltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund 
eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht er-
statten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zu-
verlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor. Das fragliche Gutach-
ten von Dr. D.____ und Dr. C.____ ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird – für die strei-
tigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt alle geklagten 
Beschwerden und ist in Kenntnis aller relevanten Vorakten abgegeben worden. Ebenso leuchtet 
es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen 
Situation ein, setzt sich mit den übrigen ärztlichen Einschätzungen auseinander und ist letztlich 
auch in seinen Schlussfolgerungen überzeugend. Die Beschwerdegegnerin hat zurecht darauf 
abgestellt. 
 
7. Ausgehend von einer demnach nicht zu beanstandenden Arbeitsfähigkeit von 100 % 
kann eine invalidisierende Wirkung weder aus psychiatrischer noch aus rheumatologischer Sicht 
begründet werden. Der vorinstanzliche Entscheid der IV-Stelle ist damit nicht zu beanstanden. 
Die Beschwerde ist bei diesem Ergebnis abzuweisen. 
 
8. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 

 
 
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im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 
20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die Beschwerdeführerin unterliegende Partei, weshalb 
ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird 
keine Parteientschädigung ausgerichtet. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.