# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d36c477b-01d7-5bd6-8071-63c2c2f41d70
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-23
**Language:** de
**Title:** Rentenanspruch eines Profi-Torwarttrainers im Fussball; zusätzliche Abklärungen in medizinischer und in erwerblicher Hinsicht erforderlich; Rückweisung an IV-Stelle
**Docket/Reference:** IV.2016.01008
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2016.01008.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2016.01008
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Sozialversicherungsrichter Vogel
Gerichtsschreiber Brügger
Urteil vom 23. Januar 2018
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Fürsprecherin Astrid Meienberg
Rüegg Rechtsanwälte
St. Urbangasse 2, Postfach, 8024 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1.
X.___, geboren 1963, spielte seit Juli 1994 bei Y.___ als Torhüter der ersten Mannschaft (Urk. 7/12). Als Pro
fifussballer widerfuhren ihm in den achtziger und neunziger Jahren mehrmals Knieläsionen. Am 2. Juni 1999 erlitt er während eines Fussballspieles erneut ei
ne Verletzung des rechten Knies, wes
halb am 4. Juni 1999 eine Arthroskopie durchgeführt und eine schwere, chro
nisch-entzündliche Schädigung des rechten Kniegelenkes bei fast vollständiger Kompartiments
arthrose lateral gefunden wurde (Operationsbericht von Dr. med. Z.___, Spezialarzt für Chirurgie, vom 4. Juni 1999, Urk. 7/11/16-17). X.___ war in der Folge als Profi
fussballer, speziell als Torhüter voll arbeitsunfähig. Am 1. November 1999 übernahm er für den A.___ eine Tätigkeit als Assistenztrainer, anfänglich zu einem Pensum von 50 % (Urk. 7/14). Ab 1. Juli 2000 versah er diese Stelle zu 90 % und erzielte hierbei ein monatliches Ein
kommen von Fr. 6'975.-- (Urk. 7/25)
1.2.
Am 6. Januar 2000 (Eingangsstempel) meldete sich X.___ bei der In
vali
denversicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/6). Die Sozialversiche
rungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zog die Akten der mit dem Ereignis vom 2. Juni 1999 befassten Unfallversicherung, der Gerling Allgemeine Versi
cherungs-AG, (Urk. 7/11/1-28) sowie Auszüge aus den individuellen Konten des Versicherten (Urk. 7/8) bei, holte bei Y.___ sowie dem A.___ Aus
künfte über die berufliche Tätigkeit (Urk. 7/12, Urk. 7/14, Urk. 7/25) und beim behan
delnden Arzt Dr. med. Z.___ medizinische Auskünfte ein (Bericht vom 10. Mai 2000, Urk. 7/17). Schliesslich beauftragte sie die Berufsberaterin mit der Abklärung der beruflichen und erwerblichen Situation. Nach Einsicht in deren Bericht vom 4. Oktober 2000 (Urk. 7/27) teilte die IV-Stelle X.___ mit Schreiben vom 5. Oktober 2000 mit, dass - nachdem er zur Zeit auf be
rufliche Massnahmen verzichte - sein Begehren um solche "abgeschrieben" werde (Urk. 7/28). Mit Vorbescheid gleichen Datums stellte die IV-Stelle in Aus
sicht, dass sein Begehren um eine Invalidenrente abschlägig beschieden werde. Es werde davon ausgegangen, dass er seine Karriere als Profifussballer auch oh
ne Behin
derung zum heutigen Zeitpunkt hätte beenden müssen. Aufgrund der bisherigen schulischen/beruflichen Ausbildung würde er im kaufmännischen Bereich einsteigen können und hierbei ein Einkommen von Fr. 60'000.-- bis Fr. 80'000.
erzielen. Effektiv verdiene er als Assistenztrainer einen Lohn von Fr. 90'675.
, woraus keine Erwerbseinbusse resultiere (Urk. 9/3). Mit Stellung
nahme vom 15. Dezember 2000 (Urk. 9/2) wandte X.___ dagegen ein, er habe nie die Absicht gehabt, nach Ablauf des Vertrages mit Y.___ am 30. Juni 2000 seine Karriere als Profifussballer zu beenden. Unter anderem legte er zur Untermauerung seines Vorbringens eine Bestätigung von B.___ vom 5. Dezember 2000 vor, wonach der C.___ ihm einen bis 30. Juni 2001 lau
fenden Dreijahresvertrag offeriert hatte. Mit Verfügung vom 4. Januar 2001 hielt die IV-Stelle an der Abweisung seines Rentenbegehrens mit unver
änderter Begründung fest (Urk. 7/37). Die gegen diese Verfügung am 5. Februar 2001 erhobene Beschwerde (Urk. 7/38) hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil vom 11. Dezember 2002 in dem Sinne gut, dass die angefochtene Verfügung aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle zurückge
wiesen wurde, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über den Leistungsanspruch von X.___ neu verfüge (Urk. 7/44).
1.3
Die IV-Stelle holte den Arbeitgeberbericht der D.___ vom 16. Mai 2003 ein, bei welcher der Versicherte vom 1. Juli 2000 bis zum 30. Juni 2003 als Torhütertrainer eine Teilzeittätigkeit (rund 1,5 Tage pro Wo
che) ausübte (Urk. 7/47). Die zusätzlichen Anfragen bei Y.___ führ
ten zu keinem Resultat, da dieser wegen finanziellen Problemen Konkurs an
melden musste und die Nachfolgeorganisation nicht mehr über die entsprechenden Informationen verfügte (Urk. 7/50, Urk. 7/52). Mit Verfügung vom 9. Oktober 2003 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren er
neut ab (Urk. 7/56). Die gegen diese Verfügung am 12. November 2003 erhobe
ne Einsprache (Urk. 7/61) hiess die IV-Stelle in dem Sinne teilweise gut, als sie X.___ mit Entscheid vom 16. April 2004 für die Zeit vom 1. Juni 2000 bis zum 30. Juni 2001 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 63 % eine hal
be Invalidenrente zusprach (Urk. 7/75, Urk. 7/76, Urk. 7/78).
1.4
Ab dem 1. Juli 2008 arbeitete X.___ als Torhütertrainer beim C.___, bis zum 30. Juni 2010 zu einem Pensum von 60 % und ab dem 1. Juli 2010 zu 100 %. Ebenfalls ab dem 1. Juli 2008 arbeitete er ausserdem als Torhü
tertrainer beim A.___, bis zum 30. Juni 2010 zu 40 % und danach bis zum 30. Juni 2011 noch tageweise (Urk. 7/83/5-6). Am 17. Februar 2012 wurde dem Versicherten ein künstliches Hüft- und Kniegelenk eingesetzt. Am 18. Juli 2012 (Datum des Posteingangs) meldete sich X.___ erneut bei der Invali
denver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/83). Die IV-Stelle nahm Abklä
rungen zu den beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten vor (Urk. 7/89, Urk. 7/94). Am 24. Oktober 2012 teilte sie dem Versicherten mit, es seien zurzeit keine beruflichen Massnahmen möglich, da von seiner Seite her erst Bemühun
gen um eine Stelle erfolgen müssten (Urk. 7/93). Am 8. April 2013 teilte der Versicherte der IV-Stelle telefonisch mit, sein ursprünglicher Plan, das UEFA-Trainerdiplom zu erwerben und Haupttrainer einer Profimannschaft zu werden, lasse sich nicht umsetzen. Er könne seine aktuelle Tätigkeit als Trainer einer U18-Mannschaft wegen seiner Hüft- und Kniebeschwerden nicht länger aus
üben und er habe sich nun für eine Ausbildung im Sportmarketing angemeldet (Urk. 7/98). Mit Verfügung vom 27. März 2014 sprach die IV-Stelle X.___ die Übernahme der Kosten für die Umschulung zum Sportmarketing-Manager bei der E.___ mit Praktikum bei F.___ vom 1. April 2014 bis zum 30. September 2015 zu (Urk. 7/113). Am 25. August 2015 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, sie übernehme die Kosten für die Verlängerung der Umschulung vom 1. Oktober 2015 bis zum 31. Januar 2016, wobei das Praktikum seit dem 1. Juli 2015 bei der G.___ und nicht mehr bei der F.___ ausgeübt werde (Urk. 7/123). Mit Schreiben vom 3. Februar 2016 hielt die IV-Stelle fest, dass die Umschulung zum Sportmarketing-Manager erfolgreich abgeschlossen worden sei und sich der Versicherte aktuell auf Stellensuche befinde (Urk. 7/131). Mit Vorbescheid vom 17. März 2016 stellte die IV-Stelle X.___ basierend auf einem Invaliditätsgrad von 42 % die Zusprache einer Viertelsrente mit Wirkung ab dem 1. Februar 2016 in Aussicht (Urk. 7/140). Ge
gen diesen Vorbescheid erhob X.___ am 3. Mai 2016 durch Rechtsan
walt Dr. H.___ Einwand (Urk. 7/145). Die IV-Stelle hielt an ihrem Ent
scheid fest und sprach X.___ mit Verfügung vom 27. Juli 2016 basie
rend auf einem Invaliditätsgrad von 42 % mit Wirkung ab dem 1. Februar 2016 eine Viertelsrente zu (Urk. 2).
2.
Gegen diese Verfügung erhob X.___ durch Fürsprecherin Astrid Mei
enberg am 14. September 2016 Beschwerde mit folgenden Anträgen (Urk. 1     S. 2):
„1.
Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 22.07.2016 sei aufzuheben.
2.
Es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 01.02.2016 eine Dreiviertels-Rente der Eidgenössischen In
validenversicherung auszurichten.
Ausgangsgemäss seien die Verfahrenskosten der Beschwerdegegnerin aufzu
erlegen und der Beschwerdeführer sei angemessen prozessual zu ent
schädigen.“
Mit Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2016 stellte die Beschwerdegegnerin Antrag auf teilweise Gutheissung der Beschwerde in dem Sinne, dass die ange
fochtene Verfügung aufzuheben und die Sache an sie zur Vornahme weiterer Abklärungen zurückzuweisen sei (Urk. 6). Die Replik des Beschwerde
führers er
folgte am 16. Januar 2017 (Urk. 11), die Duplik der Beschwerde
gegnerin am 14. März 2017 (Urk. 15). Letztere wurde dem Kläger am 21. März 2017 zuge
stellt (Urk. 16).
Mit Beschluss vom 21. November 2017 machte das Gericht den Beschwerde
führer darauf aufmerksam, dass es in Erwägung ziehe, die Sache zwecks Vor
nahme weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, wo
mit es zu einer möglichen Schlechterstellung des Beschwerdeführers gegen
über der angefochtenen Verfügung kommen könne. Das Gericht räumte dem Be
schwerdeführer Frist zur Stellungnahme und Gelegenheit zum Rückzug der Be
schwerde ein (Urk. 17). Mit Eingabe vom 12. Dezember 2017 liess der Be
schwerdeführer mitteilen, dass er an seiner Beschwerde festhalte (Urk. 19). Die Beschwerdegegnerin wurde davon am 19. Dezember 2017 in Kenntnis gesetzt (Urk. 20).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit er
forderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [
ATSG
]
).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [
IVG
]
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursach
te und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze
o
der
teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
-
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Vier
telsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsren
te und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkom
men), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Einkom
mensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen Erwerbsein
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ein
ander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensver
gleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Der Beschwerdeführer lässt zur Begründung seiner Beschwerde geltend machen, nachdem seine Knie- und Hüftbeschwerden massiv zugenommen hätten, habe ihm im Laufe des Jahres 2012 ein künstliches Knie- und Hüftgelenk eingesetzt werden müssen. Es sei schnell klar geworden, dass er seine ursprüngliche Tätig
keit als Torwarttrainer nicht mehr ausüben könne. Mit Unterstützung der Be
schwerdegegnerin habe er sich deshalb zum Sportmarketing-Manager umschu
len lassen. Dabei habe es sich um eine berufsbegleitende Weiterbildung gehan
delt, mit welcher der Beschwerdeführer sich die Basis für eine Beschäftigung als Fachkraft im Bereich „Sport-Event-Management/Sport-Marketing“ gelegt habe. Eine Führungsausbildung habe der Lehrgang dagegen nicht beinhaltet und dementsprechend sei der Beschwerdeführer nun nicht in der Lage, eine solche im Bereich Sportmarketing zu bekleiden und es könne bei der Festlegung des Invalideneinkommens nicht von dieser Voraussetzung ausgegangen werden. Anhand der Tabellenlöhne ergebe sich vielmehr ein Invalideneinkommen von Fr. 73‘500.--, wogegen das von der Beschwerde
gegnerin auf Fr. 128‘922.-- fest
gesetzte Invalideneinkommen auf der unzu
lässigen Annahme basiere, dass der Beschwerdeführer eine qualifizierte Führungsposition einnehmen könne (Urk. 1).
Replicando liess der Beschwerdeführer bestreiten, dass weitere Abklärungen bezüglich des Valideneinkommens notwendig seien. Er habe ab dem 1. Juli 2010 beim C.___ einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit einem Pensum von 100 % als Torwarttrainer gehabt und sei deshalb beim A.___ im Jahre 2011 nur noch tageweise und ab 2012 gar nicht mehr tätig gewesen. Mit der 100%-Anstellung beim C.___ sei er aber finanziell nicht schlechter gestellt gewe
sen als zuvor mit den zwei Teilzeitstellen. Da sein Lohn teilweise erfolgs
abhängig gewesen sei, habe er Schwankungen aufgewiesen. Die Beschwerde
gegnerin habe deshalb zu Recht das Valideneinkommen aufgrund des Durch
schnitts der letzten fünf Jahre berechnet. Dieses habe er auch mit nur einer An
stellung generieren können. So habe er im Jahr 2011 alleine mit der Anstellung beim C.___ ein Einkommen von Fr. 218‘200.-- erzielt. Die medizinische Si
tuation habe sich seit dem Entscheid der Beschwerdegegnerin, dem Beschwerde
führer eine Umschulung zu finanzieren, nicht verändert. Der Beschwerdeführer bleibe aufgrund seiner Hüft- und Knieprothesen als Torwart
trainer zu 100 % arbeitsunfähig und sei in angepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig. Weitere Abklärungen seien nicht notwendig (Urk. 11).
Am 12. Dezember 2017 liess der Beschwerdeführer ausführen, er halte daran fest, dass das Valideneinkommen aufgrund des Durchschnittslohnes der letzten fünf Jahre von der Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung kor
rekt berechnet worden sei. Weitere Abklärungen seien dazu nicht notwendig. Ebenso habe er hinlänglich Ausführungen zum Invalideneinkommen gemacht. Neu sei allerdings, dass er seit seiner Umschulung zum Sportmarketing-Manager erfolglos auf Stellensuche sei. Damit dürfte noch einmal deutlich wer
den, dass er das von der Beschwerdegegnerin angenommen Invaliden
einkommen von Fr. 128‘922.-- nicht erzielen könne. Der Beschwerdeführer wäre ohne die Knie- und Hüftoperation auch ohne Weiteres in der Lage gewesen, die Tätigkeit als Torwarttrainer über das Alter von 60 hinaus auszuüben (Urk. 19).
2.2
Die Beschwerdegegnerin hielt in der angefochtenen Verfügung vom 27. Juli 2016 fest, dass dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als Torwarttrainer seit dem 17. Februar 2012 nicht mehr zumutbar sei. Sodann ging sie von einem Validen
einkommen von Fr. 220‘559.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 128‘922.-- aus, was einen Invaliditätsgrad von 42 % ergibt. Aufgrund der langjährigen Erfahrung und der Kontakte des Beschwerdeführers im Fussball
umfeld sei davon auszugehen, dass er eine Kaderfunktion bekleiden könne (Urk. 2). In der Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2016 stellte die Be
schwerdegegnerin in Frage, dass sie das Valideneinkommen korrekt ermittelt habe, da der Beschwerdeführer gemäss seinen eigenen Angaben beim C.___ lediglich ein befristetes Arbeitsverhältnis gehabt habe und somit nicht ohne Weiteres auf sein dort erzieltes Einkommen abgestellt werden könne. Ausserdem sei dem Beschwerdeführer auch das Einkommen beim A.___ angerechnet worden, obwohl dieses Arbeitsverhältnis im Zeitpunkt der Anmeldung bei der Invaliden
versicherung gar nicht mehr bestanden habe und unklar sei, aus welchen Grün
den er dieses verloren habe. Im Übrigen sei auch bezüglich der medi
zinischen Situation kein Arztbericht eingeholt worden (Urk. 6).
Duplicando hielt die Beschwerdegegnerin daran fest, dass das Validen
einkommen wegen der veränderten Situation nicht ohne Weiteres aufgrund des Durchschnittseinkommens der letzten fünf Jahre festgelegt werden könne. Der Beschwerdeführer habe mit der 100%-Anstellung beim C.___ einen Fixlohn von Fr. 12‘500.-- bzw. Fr. 150‘000.-- pro Jahr erzielt. Die Erfolgsprämien seien stark schwankend und könnten nicht als fester Lohnbestandteil betrachtet wer
den (Urk. 15).
3.
3.1
Laut dem Arztbericht von Dr. med. I.___, FMH Orthopädische Chirur
gie und Traumatologie, vom 18. April 2012 (Urk. 7/84/6) bestehen beim Be
schwerdeführer eine massive Gonarthrose und Coxarthrose. Es sei nun eine ope
rative Behandlung angesagt an den Kniegelenken und an den Hüften in den nächsten 1-2 Jahren. Die erste Operation betreffe das Kniegelenk bei massiver Arthrose mit Knie-Totalprothese. Die Arbeitsunfähigkeit bestehe nun mindes
tens seit dem 1. März 2012, der Beschwerdeführer sei völlig invalidisiert gewe
sen wegen der Beschwerden. Die Arbeitsunfähigkeit im angestammten Beruf be
stehe vorläufig auf unbestimmte Dauer.
3.2
Am 22. Oktober 2013 (Urk. 7/107) hielt pract. med. J.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwer
degegnerin fest, auf Grund der bestehenden gesundheitlichen Einschränkungen mit Gonarthrose und Coxarthrose und geplantem operativem Eingriff sei die bisherige Tätigkeit als Fussballtorwarttrainer plausibel nachvollziehbar nicht mehr möglich.
4.
Die
Beschwerdegegnerin
sprach dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom
27. Juli 2016 basierend auf einem Invaliditätsgrad von 42 % eine Viertelsrente der Invalidenversicherung ab dem 1. Februar 2016 zu (Urk. 2). Dabei ging sie davon aus, dass dem Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit als Torwarttrainer nicht mehr zumutbar sei, er aber zu 100 % als Sportmarketing-Manager arbei
ten könne. Wie sie selber in der Beschwerdeantwort vom 24. Oktober 2016 (Urk. 6 S. 2) und in der Duplik vom 14. März 2017 (Urk. 15 S. 2) ausgeführt hat, hat sie zur medizinischen Situation des Beschwerdeführers keinen Arztbericht eingeholt und es befindet sich insbesondere auch keine einigermassen zeitnahe Beurteilung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers im Moment der angefochtenen Verfügung vom 27. Juli 2016 bei den Akten. Es liegen einzig der erwähnte Bericht des behandelnden Arztes Dr. med. I.___, FMH Ortho
pädische Chirurgie und Traumatologie, an die Helsana Ver
sicherungen AG vom 18. April 2012 (Urk. 7/84/6, vgl. E. 3.1) sowie die Einschätzung von pract. med. J.___, Facharzt für Allgemeinmedizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der Beschwerdegegnerin vom 22. Oktober 2013 (Urk. 7/107, vgl.  E. 3.2) vor, was als ungenügend erscheint.
Nach dem Gesagten ist eine abschlies
sende Beurteilung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwer
-
deführers gestützt auf die aktuelle Aktenlage nicht möglich. Vielmehr bedarf es medizini
scher Abklärungen zur F
rage, ob und inwiefern sich
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers ergibt.
5.
In Bezug auf die erwerbliche Situation verhält es sich so, dass der Beschwerde
führer ausgeführt hat, der Beruf als Torwarttrainer sei ein körperlich belastender Beruf, da er auch Bälle aktiv mit dem Fuss schiessen müsse und auf diesem ho
hen Niveau nicht einfach werfen könne. Pro Woche würden 8-10 Trainings an
fallen und pro Training müsse er den Ball ca. 200 Mal auf das Tor schiessen (Urk. 7/89/2). Bezüglich der Karrieredauer gab der Beschwerdeführer sodann an, die Tätigkeit als Torwarttrainer sei sehr lange möglich, er kenne Trainer, die dies bis 60 machten. Man müsse fit sein, aber es sei möglich (Urk. 7/94/4). Es scheint somit unklar, wie lange der Beschwerdeführer die Tätigkeit als Torwarttrainer bei unbeeinträchtigtem Gesundheitszustand hätte ausüben können und ob er nicht in absehbarer Zeit ohnehin altersbedingt auf eine andere Tätigkeit hätte umstellen müssen. Zu beachten ist dabei, dass es sich bei der Tätigkeit als Tor
warttrainer nicht um eine beliebige körperliche Arbeit handelt, sondern um eine Tätigkeit, für welche auf dem vom Beschwerdeführer ausgeübten Niveau in der Schweiz nur sehr wenige Stellen vorhanden sind. Wenn der Beschwerde
führer sodann auch über einen unbefristeten Arbeitsvertrag verfügte, so ist es doch notorisch, dass Fussballvereine bzw. Aktiengesell
schaften im Profifussball ihre Trainer mit grosser Regelmässigkeit entlassen und dabei häufig nicht nur der Haupttrainer, sondern mit ihm der ganze Betreuerstab ausgewechselt wird. Bei
spielsweise erscheint fraglich, ob der unbefristete Arbeitsvertrag auch nach ei
nem Abstieg des Vereins in die Challenge League unverändert fortgeführt wor
den wäre. Unter diesen Aspekten erscheint die Ermittlung des Valideneinkom
mens gestützt auf das Durchschnittseinkommen der vergangenen fünf Jahre unmittelbar vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit nicht ohne weiteres als zielfüh
rend.
Sodann macht die Beschwerdegegnerin zu Recht geltend, dass bei der letzten Arbeitgeberin des Beschwerde
führers, der Betriebsgesell
schaft C.___, kein Ar
beitgeberbericht eingeholt worden ist und somit nur eine ungenügende Grund
lage für die Festsetzung des Valideneinkommens vorliegt. Diesbezüglich ist da
rauf hinzuweisen, dass entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin aus
weislich der Akten von einem Fixlohn von 12 x Fr. 11'500.--, das heisst von Fr. 138'000.-- auszugehen ist (Urk. 12/1). Bezüglich des Invalidenein
kommens würde schliesslich interessieren, welche konkreten Stellenangebote dem Be
schwerde
führer nach der erfolgreich absol
vierten Umschulung zum Sportmarke
ting-Manager zur Verfügung gestanden haben bzw. welchen Verdienst er allen
falls effektiv erzielt. Auch in dieser Hin
sicht sind weitere Abklärungen erforder
lich.
6.
Demnach ist die Verfügung vom 27. Juli 2016 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie, nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen, über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers neu verfüge.
In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen.
7.
7.1
Gestützt auf Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kanto
nalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Ver
fahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert unter Berücksichtigung des gesetzlichen Rahmens (Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.--) auf Fr. 800.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen.
7.2
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht (GSVGer) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der Partei
kosten. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3 GSVGer).
Nach ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung der Sache an die Verwal
tung zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung als vollständiges Obsiegen (BGE 137 V 57 E. 2.2), weshalb der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Pro
zessentschädigung hat, welche in Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsa
che und der Schwierigkeit des Prozesses mit Fr. 2‘600.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bemessen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung vom
27. Juli 2016
aufgehoben und die Sache an die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgten Abklärungen im Sinne der Erwägungen, neu
über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers
verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr. 800
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine Prozess
entschädigung von
Fr. 2‘600
.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Fürsprecherin Astrid Meienberg
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
HurstBrügger