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**Case Identifier:** 680abc9c-5417-5c44-821f-c3c89e4be2ff
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.03.2022 200 2021 380
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-380_2022-03-23.pdf

## Full Text

200 21 380 IV
SCI/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. März 2022

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Jakob
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 21. April 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, IV/21/380, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1977 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich erstmals im Dezember 2007 unter Hinweis auf Rücken-
schmerzen, Depressionen und Migräne bei der Eidgenössischen Invaliden-
versicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern [IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB tätigte in der 
Folge erwerbliche und medizinische Abklärungen und gewährte berufliche 
Massnahmen (AB 18, 41), welche mit Verfügung vom 17. Juni 2009 
(AB 52) infolge rentenausschliessender Eingliederung abgeschlossen wur-
den. Mit Verfügung vom 2. September 2009 (AB 56) verneinte die IVB bei 
einem Invaliditätsgrad von 17 % einen Rentenanspruch.

Im Oktober 2017 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf einen am 
13. April 2017 erlittenen Unfall (Kreuzbandriss, gebrochenes Schienbein) 
sowie seit 1995 bestehende mittelschwere Depressionen und seit 15 Jah-
ren bestehende Rückenbeschwerden (Bandscheiben-Operation 2013) er-
neut zum Leistungsbezug an (AB 64). Die IVB nahm daraufhin wiederum 
erwerbliche und medizinische Abklärungen vor. Mit Verfügung vom 30. Au-
gust 2018 (AB 78) hielt die IVB fest, der Beschwerdeführer habe keinen 
Anspruch auf Leistungen der IV.

Nachdem sich der Versicherte unter Hinweis auf einen Rückfall resp. eine 
neuerliche Operation im Januar 2019 zum Leistungsbezug angemeldet 
(AB 79; vgl. auch AB 88) und die IVB Abklärungen getätigt hatte, verfügte 
die IVB am 4. Mai 2020 bei einem Invaliditätsgrad von 19 % abermals die 
Abweisung des Rentenbegehrens (AB 116).

B.

Am 21. Juli 2020 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf zwei 
Bandscheibenvorfälle 2011 (mit Operation), Depressionen (in Behandlung 
seit 2003), einen am 13. April 2017 erlittenen Arbeitsunfall am rechten Knie 

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sowie weitere Leiden (Migräne, Spiel- und Alkoholsucht, Hormonstörung 
[Behandlung seit Mai 2020] sowie eine Schilddrüsen-Operation 2005) wie-
derum bei der IVB zum Leistungsbezug an (AB 117). Die IVB tätigte dar-
aufhin erwerbliche und medizinische Abklärungen. Abschliessend holte sie 
eine Stellungnahme bei med. pract. C.________, Fachärztin für Arbeitsme-
dizin, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) ein (versicherungsmedizini-
sche Beurteilung vom 18. Februar 2021 [AB 144]). Nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (AB 145) verneinte die IVB mit Verfügung vom 
21. April 2021 (AB 146) bei einem Invaliditätsgrad von 6 % einen Renten-
anspruch.

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 20. Mai 2021 Beschwerde beim Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei die angefochtene Verfügung vom 21. April 2021 aufzuheben und 
die vorliegende Streitsache zu weiteren Abklärungen (insbesondere ei-
ner polydisziplinären Begutachtung) an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7 % Mehrwert-
steuer zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 17. Juni 
2021 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

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(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 21. April 2021 
(AB 146). Der Beschwerdeführer beantragt die Rückweisung der Streitsa-
che zur weiteren Abklärung (Beschwerde S. 2 Ziff. I Rechtsbegehren 1). 
Die Frage der hinreichenden Abklärung ist eine Vorfrage der materiellen 
Beurteilung des Leistungsanspruchs, d.h. im vorliegenden Fall der Rente. 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine 
Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV) und weiterer Erlasse (insbesondere des ATSG) 
in Kraft getreten (AS 2021 705). Weil in zeitlicher Hinsicht – vorbehältlich 
besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – grundsätzlich diejenigen 
Rechtssätze massgeblich sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ord-

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nenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben 
(BGE 146 V 364 E. 7.1 S. 370, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 213) und die ange-
fochtene Verfügung vor dem Inkrafttreten der Gesetzesänderungen vom 
19. Juni 2020 datiert, ist der Rentenanspruch nach den bis 31. Dezember 
2021 geltenden Normen (fortan aArt.) zu prüfen.

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeein-
trächtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 
145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist 
noch nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob 
dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem 
Einfluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und 
Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen 
des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu 
arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter 
ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

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2.4 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG (in der bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Fassung) besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, wenn 
die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsren-
te, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von 
mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Wurde eine Rente bereits einmal wegen 
eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue Anmel-
dung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 87 
Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversiche-
rung [IVV; SR 831.201], vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351).

2.5.1 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 
117 V 198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 

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ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.5.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 
ATSG – durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten 
materiellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.5.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2021 IV Nr. 36 S. 110 E. 3.1).

2.6 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2021 IV 
Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Juli 2020 
(AB 117) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft. 
Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht zu be-

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urteilen (BGE 109 V 108 E. 2b. S. 114). Indes ist durch einen Vergleich des 
Sachverhalts im Zeitpunkt der Verfügung vom 4. Mai 2020 (AB 116) – als 
letztmals eine allseitige Überprüfung der Leistungsvoraussetzungen erfolg-
te (vgl. E. 2.5.3 hiervor) – mit demjenigen bei Erlass der hier angefochte-
nen Verfügung vom 21. April 2021 (AB 146) zu prüfen, ob in den tatsächli-
chen Verhältnissen eine wesentliche Änderung eingetreten ist, die geeignet 
ist, den Invaliditätsgrad in anspruchsbegründender Weise zu beeinflussen 
(vgl. E. 2.5.2 hiervor).

3.2 Nachdem sich der Beschwerdeführer unter Verweis auf eine neuer-
liche Knie-Operation (RE-Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes mit 
Quadricepssehne, Nachdébriement der Knochenkanäle und Neuanlage 
des Kreuzbandes am 9. Januar 2019 [AB 85.18]; vgl. auch AB 85.19) bei 
der Beschwerdegegnerin zum Leistungsbezug angemeldet hatte (AB 79, 
88), stützte sich die Beschwerdegegnerin bei Erlass der Verfügung vom 
4. Mai 2020 (AB 116) im Wesentlichen auf den Bericht des Spitals 
D.________ vom 23. Januar 2020 (AB 104). Darin wurde unter Verweis auf 
die Behandlungsberichte (vgl. AB 104 S. 10 ff.) ausgeführt, dem Be-
schwerdeführer sei eine leidensangepasste Tätigkeit im Umfang von 100 % 
zumutbar (S. 7 Ziff. 4.2).

3.3 Seit der Verfügung vom 4. Mai 2020 (AB 116) präsentiert sich die 
medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie folgt:

3.3.1 Im Austrittsbericht des Spitals E.________ über die Hospitalisation 
vom 24. bis 28. Juni 2020 (AB 121 S. 3) wurden eine Diskushernie L5/S1 
links sowie eine Adipositas, BMI 31 diagnostiziert. Am 26. Juni 2020 sei die 
CT-gesteuerte epidurale Infiltration L5/S1 links erfolgt. Danach und unter 
der ausgebauten Schmerztherapie sowie Physiotherapie seien die 
Schmerzen rasch regredient und der Beschwerdeführer zunehmend mobil 
gewesen. Es bestehe momentan keine OP-Indikation.

3.3.2 PD Dr. med. F.________, gemäss eigenen Angaben Facharzt für 
Neurochirurgie, im Medizinalberuferegister jedoch ohne Facharzttitel ver-
zeichnet (vgl. www.medregom.admin.ch), hielt im Bericht vom 18. August 
2020 (AB 131 S. 2) unter Hinweis auf den Austrittsbericht über die Hospita-

http://www.medregom.admin.ch

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lisation vom 24. bis 28. Juni 2020 (AB 121 S. 3) fest, die Rezidivdiskusher-
nie habe mit Hilfe einer Infiltration erfolgreich behandelt werden können.

3.3.3 Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, führ-
te im Bericht vom 28. August 2020 (AB 134) als Diagnose mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit chronische Kniebeschwerden rechts bei Status 
nach vorderer Kreuzbandplastik (Januar 2019) bei Status nach einer 
Kreuzbandreste-Konstruktion (Februar 2017) auf. Psychiatrische Diagno-
sen seien beim Beschwerdeführer nicht aktuell (S. 4 Ziff. 2.5). Ohne Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit hielt der Hausarzt als Diagnosen eine Dis-
kushernie L5/S1 links sowie einen normogonadotropen Hypogonadismus 
unklarer Ätiologie (Erstdiagnose Mai 2020) unter Substitution fest (Ziff. 2.6). 
Für die Zeit vom 8. bis 17. Juli 2020 attestierte er eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit wegen Diskushernienbeschwerden (S. 2 Ziff. 1.3). Betreffend die 
Prognose zur Arbeitsfähigkeit führte er aus, da ihm das Ausmass der Knie-
beschwerden und allenfalls der psychiatrischen Einschränkungen nicht 
bekannt sei, könne er diesbezüglich keine Aussage machen (S. 4 Ziff. 2.7).

3.3.4 Die RAD-Ärztin med. pract. C.________ diagnostizierte in der versi-
cherungsmedizinischen Beurteilung vom 18. Februar 2021 (AB 144) eine 
Diskushernie L5/S1 links (…) sowie chronische Kniebeschwerden rechts 
bei Status nach vorderer Kreuzband-Plastik im Januar 2019, bei Status 
nach Reruptur einer Kreuzbandreste-Konstruktion im Februar 2017. Auf-
grund einer Minderbelastbarkeit der Wirbelsäule und des rechten Beines 
lasse sich folgendes Zumutbarkeitsprofil formulieren: Zumutbar seien kör-
perlich leichte bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten in wechselbelas-
tender oder allenfalls überwiegend sitzender Position mit einer Gewichtsbe-
lastung von maximal zehn bis fünfzehn Kilogramm ganztags über achtein-
halb Stunden ohne weitere Leistungsminderung. Zu vermeiden seien an-
haltende Zwangshaltungen des Oberkörpers wie z.B. längeres Verharren in 
vornüber geneigter Haltung, Arbeiten mit repetitiven Rotationsbewegungen 
des Oberkörpers, Rotation des Oberkörpers im Sitzen/Stehen unter Ge-
wichtsbelastung, das Heben von Lasten körperfern, repetitives Heben von 
Lasten über Brusthöhe, unerwartete, asymmetrische Lasteinwirkungen, 
überwiegendes Stehen und Gehen, Arbeiten in gebückter Haltung, Hocken 
und Knien, Gehen auf unebenem Gelände, längeres Abwärtsgehen, Hinun-

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terspringen, Steigen auf Leitern und Gerüste sowie häufiges Treppenstei-
gen. Dieses Zumutbarkeitsprofil gelte spätestens seit der kreisärztlichen 
Untersuchung der H.________ vom 26. Februar 2020 (vgl. hierzu 
AB 112.11). Vom 24. Juni bis 17. Juli 2020 habe eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit für sämtliche Tätigkeiten bestanden. Seit dem 18. Juli 2020 be-
stehe wieder eine 100%ige Arbeitsfähigkeit gemäss Zumutbarkeitsprofil.

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; Entscheid des Bundes-
gerichts [BGer] vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 2.3). Trotz dieser 
grundsätzlichen Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinter-
ner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft 

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zu wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Ver-
sicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. 

Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens ent-
schieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen 
zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 
Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der 
versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und 
Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der 
versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Be-
richt eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pau-
schale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 
E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das 
Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; BGer 
8C_672/2020, E. 2.3).

3.5

3.5.1 Die versicherungsmedizinische Beurteilung von 
med. pract. C.________ erfüllt die von der höchstrichterlichen 
Rechtsprechung gestellten Anforderungen an medizinische Berichte (vgl. 
E. 3.4 hiervor) und ist damit beweiskräftig. Auch wenn die Einschätzung der 
RAD-Ärztin insgesamt eher kurz ist, wurde sie in Kenntnis und in 
Würdigung sämtlicher Akten verfasst. Aus den medizinischen Akten lässt 
sich entnehmen, dass selbst die behandelnden Ärzte vor wie nach der hier 
relevanten Neuanmeldung nachvollziehbar und überzeugend jeweils nur 
vorübergehend eine Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
attestierten, so auch zuletzt der behandelnde Hausarzt (vgl. AB 134 S. 2 
Ziff. 1.3). Zwischen den Parteien ist unbestritten, dass die ursprüngliche 
Tätigkeit in einer ... seit Jahren nicht mehr zumutbar ist (vgl. AB 56). 
Gestützt auf die nachvollziehbare und überzeugende 
versicherungsmedizinische Beurteilung von med. pract. C.________ ist 
erstellt, dass der Beschwerdeführer in einer körperlich leichten bis 

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gelegentlich mittelschweren Tätigkeit in wechselbelastender oder allenfalls 
überwiegend sitzender Position mit einer Gewichtsbelastung von maximal 
zehn bis fünfzehn Kilogramm ganztags ohne weitere Leistungsminderung 
arbeitsfähig ist (AB 144 S. 5). 

3.5.2 An der Massgeblichkeit der Einschätzung der RAD-Ärztin vermögen 
auch die vom Beschwerdeführer in der Neuanmeldung (AB 117 S. 6 
Ziff. 6.1) geltend gemachten psychischen Beschwerden nichts zu ändern. 
Solche wurden bereits bei der ersten Anmeldung 2007 vorgebracht (AB 1 
S. 5 Ziff. 7.2). Eine aktuelle psychiatrische Behandlung ist nicht 
aktenkundig. Gemäss eigenen Angaben sei der Beschwerdeführer 
weiterhin bei Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, in Behandlung, seit Sommer 2020 habe er jedoch keinen 
Termin mehr wahrgenommen; er nehme weiterhin seine Medikamente 
(AB 141). Entgegen dieser Aussage wurde in den Berichten des Spitals 
D.________ jedoch keine psychopharmakologisch-medikamentöse 
Behandlung aufgeführt (vgl. AB 121 S. 3) und gemäss Abklärung der 
Beschwerdegegnerin war bzw. blieb die Praxis von Dr. med. I.________ 
nach dessen Ausfall und der damit verbundenen Aufforderung an seine 
Patienten, einen anderen Psychiater zu suchen, geschlossen (vgl. AB 138, 
142). Nichtsdestotrotz erachtete der Beschwerdeführer es offensichtlich 
nicht als notwendig, einen neuen Psychiater aufzusuchen, was bei einer 
tatsächlichen Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes – 
übereinstimmend mit der Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort S. 4 
lit. C Ziff. 15) – jedoch zu erwarten gewesen wäre. Zudem schilderte keiner 
der behandelnden Ärzte, insbesondere auch nicht der Hausarzt (vgl. 
AB 134), nur ansatzweise entsprechende Beschwerden. Sie haben 
offensichtlich keine Hinweise für das Bestehen einer psychischen 
Erkrankung erhoben. Zusammenfassend bestehen keinerlei Anzeichen für 
eine tatsächliche manifeste (neue) psychische Störung. 

Was die Hormonstörung (AB 117 S. 6 Ziff. 6.1) in Form eines 
normogonadotropen Hypogonadismus betrifft, ist diese gestützt auf die 
Einschätzung sowohl des Hausarztes als auch der RAD-Ärztin nicht von 
versicherungsmedizinischer Relevanz (vgl. AB 134 S. 4 Ziff. 2.6, 144 S. 4).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, IV/21/380, Seite 13

Soweit der Beschwerdeführer abschliessend vorbringt, es bestünden arge 
Zweifel an der Beurteilung von med. pract. C.________ (Beschwerde S. 5 
Ziff. III Ziff. 7), trifft dies nach den vorangehenden Ausführungen aufgrund 
der medizinischen Aktenlage nicht zu. Es liegen keine medizinischen 
Berichte vor, die Zweifel an der Einschätzung der RAD-Ärztin wecken 
könnten. Weder werden in den Berichten der behandelnden Ärzte wichtige 
Aspekte benannt, die im Rahmen der Beurteilung durch 
med. pract. C.________ unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 
2021 IV Nr. 10 S. 29 E. 5.7, 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 3), noch werden sol-
che vom Beschwerdeführer näher bezeichnet und belegt. Schliesslich 
attestierte der Hausarzt, Dr. med. G.________, denn auch einzig vom 8. 
bis 17. Juli 2020 eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Diskushernie 
(AB 134 S. 2 Ziff. 1.3) und hielt diesbezüglich fest, aktuell bestehe eine 
Besserung und eine Arbeitsfähigkeit seit Anfang Juli (S. 3 Ziff. 2.2). Damit 
übereinstimmend gab auch die J.________ auf der Basis ihres 
Austausches mit dem Beschwerdeführer eine 100%ige 
Vermittlungsfähigkeit an (vgl. AB 133 S. 2 Ziff. 8). 

3.5.3 Ob mit der kurzen und raschen Behandlung des 
Diskushernienrezidivs (vgl. AB 131 S. 2 f.) tatsächlich eine hinreichende 
Veränderung des gesundheitlichen Zustands vorliegt, damit überhaupt eine 
umfassende Beurteilung zu erfolgen hätte, kann letztlich offen bleiben. 
Denn im Ergebnis ändert sich selbst unter der Prämisse einer wesentlichen 
Veränderung im Gesundheitszustand und in der Folge einer diesfalls 
allseitigen Prüfung (vgl. E. 2.5.4 hiervor) nichts (vgl. E. 4 hiernach). 

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, IV/21/380, Seite 14

4.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft. Die Ermittlung des Valideneinkommens hat 
so konkret wie möglich zu erfolgen (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 
322 E. 4.1 S. 325; SVR 2021 UV Nr. 26 S. 125 E. 6.1).

4.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik (BfS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herange-
zogen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2021 Nr. 51 S. 168 
E. 3.2). Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte 
Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im 
Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren 
Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des 
konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Er-messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 
ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen 
Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht 
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, IV/21/380, Seite 15

so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

4.4 Der frühestmögliche Rentenbeginn wäre vorliegend unter 
Berücksichtigung der Neuanmeldung vom Juli 2020 (AB 117) und der 
sechsmonatigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG der 1. Januar 2021, 
weshalb auf diesen Zeitpunkt hin ein Einkommensvergleich durchzuführen 
ist.

4.5 Zur Bestimmung des Valideneinkommens ist auf das vor der ersten, 
2006 eingetretenen (vgl. hierzu AB 17 S. 4) gesundheitlichen 
Beeinträchtigung erzielte Einkommen abzustellen, ist doch davon 
auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei guter Gesundheit weiterhin 
als ... tätig wäre (vgl. E. 4.2 hiervor). Gemäss IK-Auszug verdiente er 2004 
in der K.________ mit Fr. 64‘741.-- den höchsten – jemals erzielten – Lohn 
(AB 128 S. 3). Im Jahr 2005 sank der Lohn laut IK-Auszug, wobei gemäss 
der Aufstellung der damaligen Arbeitgeberin (AB 17 S. 4) der 
Beschwerdeführer offenbar krankheits- und unfallbedingt längere Zeit 
ausgefallen war. Es ist davon auszugehen, dass Kranken- und 
Unfalltaggelder ausbezahlt wurden, was aus dem IK-Auszug allerdings 
nicht ersichtlich ist, da solche darin keinen Niederschlag finden, weil sie 
kein beitragspflichtiges Erwerbseinkommen darstellen (Art. 6 Abs. 2 lit. b 
der Verordnung vom 31. Oktober 1947 über die Alters- und Hinterlasse-
nenversicherung [AHVV; SR 831.101]). Nachdem ab August 2006 erste 
vertiefte Abklärungen erfolgten (vgl. AB 15) und ab Oktober 2006 ansch-
liessend an unfallbedingte umfangreiche krankheitsbedingte Abwesenhei-
ten ausgewiesen waren (vgl. AB 17 S. 4), führte der Hausarzt am 19. No-
vember 2007 aus, der Beschwerdeführer sei ab 2. Dezember 2007 wieder-
um arbeitsfähig, allerdings seien ihm schwere körperliche Tätigkeiten trotz 
gebessertem Allgemeinzustand über längere Zeit nicht zuzumuten (AB 25 
S. 6). Mithin ist auf das in der – nach wie vor bestehenden – K.________ 
zuletzt erzielte Einkommen abzustellen. Indexiert auf das Jahr 2020 (man-
gels verfügbarer Werte für das Jahr 2021; gemäss Tabelle T1.1.93 des BfS 
[Nominallohnindex, Männer, 1993-2010, lit. D {verarbeitendes Gewerbe; 
Industrie; 2004: 112.6, 2010: 122.1}] und gemäss Tabelle T1.1.10 [Männer, 
Nominallohnindex, 2011-2020, lit. C {verarbeitendes Gewerbe / Herstellung 

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von Waren; 2010: 100, 2020: 106.7}]) resultiert ein Valideneinkommen von 
Fr. 74'906.75 ([Fr. 64'741.-- / 112.6 x 122.1] / 100 x 106.7).

4.6 Was das Invalideneinkommen betrifft, nahm der Beschwerdeführer 
keine zumutbare angepasste Tätigkeit (mehr) auf, er verwertet mithin seine 
Restarbeitsfähigkeit nicht. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin zur Bestimmung des Invalideneinkommens auf den 
praxisgemäss anwendbaren Totalwert der allgemeinen LSE-Tabelle TA1 
2018, Männer, Kompetenzniveau 1, abstellte (vgl. E. 4.3 hiervor), wird doch 
damit eine grosse Breite an möglichen Stellen abgebildet. Angepasst an 
die betriebsübliche Arbeitszeit (vgl. Tabelle „Betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche“ des BfS, To-
tal) und indexiert pro 2020 (gemäss Tabelle T1.1.15, Nominallohnindex, 
Männer, 2016-2020, Total, 2016: 100.6, 2020: 103.2) resultiert ein Betrag 
von Fr. 69'518.10 (Fr. 5'417.-- x 12 Monate / 40 x 41.7 / 100.6 x 103.2). Die 
Abweichung zu dem durch die Beschwerdegegnerin errechneten Einkom-
men (Fr. 69'231.--; vgl. AB 146) ist marginal und wohl auf die seitens der 
Beschwerdegegnerin nicht näher dargelegte Art der Indexierung zurückzu-
führen. Der durch die Beschwerdegegnerin gewährte leidensbedingte Ab-
zug von 15 % (vgl. AB 146) ist mit Blick auf das Zumutbarkeitsprofil und 
alle weiteren Umstände grosszügig. Angesichts des Ergebnisses besteht 
jedoch kein Anlass, in das Ermessen der Verwaltung einzugreifen, umso 
weniger als das Invalideneinkommen im Allgemeinen und der leidensbe-
dingte Abzug im Besonderen unbestritten blieben (vgl. Entscheid des BGer 
vom 6. August 2020, 9C_303/2020, E. 4.2). Folglich beläuft sich das Invali-
deneinkommen auf (mindestens) Fr. 59'090.40 (Fr. 69'518.10 x 0.85).

4.7 Aus der Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen resultiert 
eine Erwerbseinbusse von Fr. 16'164.60 (Fr. 74'906.75 - Fr. 59'090.40) und 
damit ein Invaliditätsgrad von gerundet (zur Rundung: vgl. BGE 130 V 121 
E. 3.2 S. 123) 21 % ([Fr. 74'906.75 - Fr. 59'090.40] x 100 / Fr. 74'906.75). 
Demnach besteht kein Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. E. 2.4 hier-
vor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, IV/21/380, Seite 17

5.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 21. April 2021 
(AB 146) nicht zu beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde 
abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Es besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, IV/21/380, Seite 18

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2022, IV/21/380, Seite 19

Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.