# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b363b9e0-217b-53fa-ac91-5089d1664695
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-04
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 04.03.2022 LE210023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE210023_2022-03-04.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LE210023-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin  

Dr. L. Hunziker Schnider und Oberrichter lic. iur. M. Spahn  

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. R. Blesi Keller 

Beschluss und Urteil vom 4. März 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsgegner und Berufungskläger 

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Meilen vom 22. März 2021 (EE200054-G) 
 
  

- 2 - 

Rechtsbegehren: 

Es wird auf die Seiten 2 ff. des Urteils der Vorinstanz vom 22. März 2021 verwie-
sen. 
 

Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren  
am Bezirksgericht Meilen vom 22. März 2021 (Urk. 98 S. 70 ff.): 

1. Hinsichtlich der Auskunfts- und Editionsbegehren gemäss Antrag Nr. 1 der 

Gesuchstellerin wird das Verfahren als zufolge Gegenstandslosigkeit (Steu-

ererklärung 2019) bzw. Rückzugs des Gesuchs (übrige Auskunfts- und Edi-

tionsbegehren) erledigt abgeschrieben. 

2. Hinsichtlich des prozessualen Antrags Nr. 3 der Gesuchstellerin sowie hin-

sichtlich des prozessualen Antrags Nr. 1 des Gesuchsgegners betreffend 

vorsorgliche Regelung des Besuchsrechts wird das Verfahren als zufolge 

Gegenstandslosigkeit erledigt abgeschrieben. 

3. Die prozessualen Anträge Nrn. 2 und 3 des Gesuchsgegners betreffend Edi-

tion der Migrationsakten von C._____ werden abgewiesen. 

4. Die Anträge Nrn. 1 und 2 des Gesuchsgegners betreffend Erteilung einer 

Weisung zur Pflichtmediation und Sistierung werden abgewiesen. 

5. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt. 

6. Hinsichtlich des Antrags Nr. 9 der Gesuchstellerin sowie hinsichtlich der 

(Eventual-)Anträge Nrn. 5 und 6 des Gesuchsgegners betreffend Zuteilung 

der ehelichen Wohnung und des Hausrats wird das Verfahren als durch 

Vergleich erledigt abgeschrieben. 

7. Die Anträge Nrn. 10 - 12 der Gesuchstellerin betreffend Räumung der eheli-

chen Wohnung, Berechtigung zur gutscheinenden Verwendung sowie Auf-

hebung der Verpflichtung zur Untervermietung der Garage werden abgewie-

sen. 

- 3 - 

8. Die gemeinsamen Kinder der Parteien, D._____, geboren am tt.mm.2014, 

und E._____, geboren am tt.mm.2018, werden unter die alleinige Obhut der 

Gesuchstellerin gestellt. Die elterliche Sorge verbleibt bei beiden Parteien. 

9. Der Gesuchsgegner wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die gemein-

samen Kinder der Parteien wie folgt – auf eigene Kosten – zu betreuen: 

a) Bis 30. April 2021: 

- Betreuung von E._____ jeweils samstags und sonntags von 15.00 Uhr 

bis 18.00 Uhr; 

- Betreuung von D._____ jeweils samstags von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr 

sowie sonntags von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr. 

b) Ab 1. Mai 2021 bis 31. Mai 2021 ändert sich die Betreuung von 

D._____ folgendermassen: 

- samstags und sonntags von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr. 

c) Ab 1. Juni 2021 ändert sich die Betreuung für beide Töchter folgen-

dermassen: 

- freitags und samstags von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr. 

d) Sobald der Gesuchsgegner über eine eigene Wohnung verfügt, frühes-

tens jedoch ab 1. Juni 2021: 

- für D._____: Freitags ab 15.00 Uhr bis samstags 18.00 Uhr. 

 Bis zum Bezug einer eigenen Wohnung bleibt es bei der vorherigen 

Betreuungsregelung.  

e) Ab 23. August 2021 ändert sich die Betreuung von D._____ folgen-

dermassen: 

- zusätzlich während vier Wochen Ferien im Jahr; 

- in geraden Kalenderjahren von Ostersamstag bis und mit Ostermontag 

sowie jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und 

Neujahr und in ungeraden Kalenderjahren jeweils am ersten Tag der 

Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr sowie von Pfingstsamstag 

- 4 - 

bis und mit Pfingstmontag (im Jahr 2021 ohne Übernachtung, täglich 

von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr). 

f) Ab 25. Dezember 2021 ändert sich die Betreuung von E._____ folgen-

dermassen: 

- in geraden Kalenderjahren jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage 

Weihnachten und Neujahr und in ungeraden Kalenderjahren jeweils am 

ersten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr. 

Die Parteien haben sich über die Aufteilung der Ferien jeweils rechtzeitig, 

spätestens aber bis Ende November des jeweiligen Vorjahres, abzuspre-

chen. Können sie sich nicht einigen, so kommt dem Gesuchsgegner in ge-

raden Kalenderjahren das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der 

Ferien für das kommende (ungerade) Jahr zu; in ungeraden Kalenderjahren 

der Gesuchstellerin. Das Entscheidungsrecht ist bis spätestens Ende Januar 

des jeweiligen Jahres auszuüben. 

Weitergehende oder von vorstehenden Anordnungen abweichende Betreu-

ungsregelungen nach gegenseitiger Absprache der Parteien und unter Ein-

bezug der Wünsche und Bedürfnisse der gemeinsamen Kinder bleiben vor-

behalten.  

10. Der Gesuchsgegner wird für die weitere Dauer des Getrenntlebens verpflich-

tet, der Gesuchstellerin an den Unterhalt der gemeinsamen Kinder monatli-

che Unterhaltsbeiträge wie folgt zu bezahlen, erstmals rückwirkend auf den 

1. Oktober 2020: 

- für D._____: CHF 2'982.– zuzüglich Familienzulagen 

   (davon CHF 1'270.– Barunterhalt, CHF 1'712.– Überschuss-

anteil und CHF 0.– Betreuungsunterhalt) 

- für E._____: CHF 6'069.– zuzüglich Familienzulagen 

   (davon CHF 1'276.– Barunterhalt, CHF 3'081.– Betreuungs-

unterhalt und CHF 1'712.– Überschussanteil) 

- 5 - 

Die Unterhaltsbeiträge sind – soweit nicht rückwirkend geschuldet – jeweils 

im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats an die Gesuchstellerin zahl-

bar. 

11. Der Gesuchsgegner wird für die weitere Dauer des Getrenntlebens verpflich-

tet, der Gesuchstellerin monatliche Ehegattenunterhaltsbeiträge von 

CHF 4'774.– zu bezahlen, erstmals rückwirkend auf den 1. Oktober 2020. 

12. Es wird festgestellt, dass der Gesuchsgegner in Anrechnung an seine Un-

terhaltspflicht seit 1. Dezember 2020 Zahlungen in der Höhe von 

CHF 30'400.– geleistet hat (entsprechend CHF 7'200.– zuzüglich Familien-

zulagen für die Monate Dezember 2020 sowie Januar bis März 2021). Die 

noch offene Unterhaltspflicht inkl. Familienzulagen für die genannte Zeit-

spanne beträgt CHF 26'500.–. 

13. Die Parteien werden verpflichtet, ausserordentliche Kinderkosten (mehr als 

CHF 200.– pro Ausgabeposition, z.B. Zahnarztkosten, ungedeckte Gesund-

heitskosten, Kosten für schulische Förderungsmassnahmen, etc.) je zur 

Hälfte zu übernehmen. Voraussetzung für die hälftige Kostentragung ist, 

dass sich die Parteien vorgängig über die ausserordentliche Ausgabe geei-

nigt haben. Kommt keine Einigung zustande, so trägt die veranlassende 

Partei die entsprechende Ausgabe einstweilen allein; die gerichtliche Gel-

tendmachung der Kostenbeteiligung bleibt vorbehalten. 

14. Diesem Entscheid liegen folgende finanziellen Verhältnisse der Parteien zu 

Grunde: 
 

Einkommen: 

- Gesuchsgegner: CHF 23'936.– netto pro Monat 

- Gesuchstellerin: CHF 0.– 

- D._____:   CHF 200.– (Familienzulage) 

- E._____:   CHF 200.– (Familienzulage) 
 

Familienrechtlicher Bedarf: 

- Gesuchsgegner: CHF 5'696.– 

- 6 - 

- Gesuchstellerin: CHF 4'431.– (davon Lebenshaltungskosten: 

CHF 3'081.–) 

 

- D._____:   CHF 1'470.– 

- E._____:   CHF 1'476.– 

15. Der (Eventual-)Antrag Nr. 8 des Gesuchsgegners betreffend Verwendung 

der Kinderunterhaltsbeiträge wird abgewiesen. 

16. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin jeweils unaufge-

fordert eine Kopie des jährlichen Steuereinschätzungsentscheids zuzustel-

len. Allfällige Rückvergütungen aus zu viel abgezogener Quellensteuer hat 

er innert 30 Tagen nach Erhalt zu zwei Dritteln an die Gesuchstellerin zu be-

zahlen. 

17. Der (Eventual-)Antrag Nr. 10 des Gesuchsgegners betreffend Anordnung 

der Gütertrennung wird abgewiesen. 

18. Der prozessuale Antrag Nr. 1 der Gesuchstellerin betreffend Verpflichtung 

des Gesuchsgegners zur Leistung eines Prozesskostenbeitrags wird abge-

wiesen. 

19. Der prozessuale Antrag Nr. 2 der Gesuchstellerin betreffend Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege sowie Bestellung einer unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung wird abgewiesen. 

20. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

CHF 6'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 795.–  Übersetzungskosten 

CHF 6'795.–  Kosten total. 

21. Die Gerichtskosten werden zu 5/8 dem Gesuchsgegner und zu 3/8 der Ge-

suchstellerin auferlegt. 

- 7 - 

22. Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine auf einen 

Viertel reduzierte Parteientschädigung von CHF 2'000.– zuzüglich 7.7 % 

Mehrwertsteuer zu bezahlen. 

23. (Mitteilungssatz) 

24. (Rechtsmittelbelehrung) 

 
 
 

Berufungsanträge: 

des Gesuchsgegners und Berufungsklägers: 
 
in der Berufungsbegründung (Urk. 97 S. 2): 
 

"1. Es seien die Dispositivziffern 8 (Obhut), 9 (Betreuungsregelung), 
10 (Kinderunterhalt), 11 (Ehegattenunterhalt), 12 (Feststellung 
bereits geleisteter Unterhaltsbeiträge), 14 (Festhalten der Bemes-
sungsfaktoren des Entscheides), 21 (Auferlegung der Gerichts-
kosten) und 22 (Parteientschädigung) des Urteils des Bezirksge-
richts Meilen vom 22. März 2021 aufzuheben und es sei im Sinne 
der nachfolgenden Anträge zu entscheiden.  

1.1. Es sei Dispositivziffer 8 (Obhut) des Urteils vom 22. März 2021 
aufzuheben und durch folgende Regelung zu ersetzen: 

 Die gemeinsamen Kinder der Parteien, D._____, geboren am 
tt.mm.2014, und E._____, geboren tt.mm.2018, seien bis Ende 
August 2022 unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stel-
len und spätestens ab dem 1. September 2022 unter die alternie-
rende Obhut beider Parteien. 

1.2. Es sei Dispositivziffer 9 (Betreuungsregelung) des Urteils vom 
22. März 2021 aufzuheben und im Hinblick auf eine zukünftige al-
ternierende Betreuung durch folgende Regelung zu ersetzen: 

 Der Gesuchsgegner sei für berechtigt und verpflichtet zu erklären, 
die gemeinsamen Kinder der Parteien, D._____, geb. tt.mm.2014, 
und E._____, geb. tt.mm.2018, wie folgt zu betreuen: 

 a) Bis 30. April 2021: Jeden Samstag von 15.00 Uhr bis 18.00 
Uhr und jeden Sonntag von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr; 

 b) Ab 1. Mai bis 31. Mai 2021: Jeden Samstag von 12.00 Uhr 
bis 18.00 Uhr und jeden Sonntag von 12.00 Uhr bis 18.00 
Uhr; 

- 8 - 

 c) Ab 1. Juni 2021: Jeden Freitag ab 15.00 Uhr bis Samstag, 
18.00 Uhr; 

 d) Ab 1. September 2021: 
 - Jede Woche von Donnerstagsabend, 18.00 Uhr bis Freitag-

abend, 18.00 Uhr; 
 - Jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr bis 

Sonntagabend, 18.00 Uhr.  
 
 e) Ab 23. August 2021: 
 - zusätzlich während vier Wochen Ferien pro Jahr; 
 - in geraden Kalenderjahren von Gründonnerstag, 18.00 Uhr 

bis und mit Ostermontag, 18.00 Uhr sowie jeweils am zwei-
ten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr 
(26.12 / 2.1) und in ungeraden Kalenderjahren jeweils am 
ersten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Sylves-
ter/Neujahr (25.12 / 31.12 - 1.1) sowie an Pfingsten von Frei-
tagabend, 18.00 Uhr bis Montagabend, 18.00 Uhr. 

 f) Spätestens ab 1. September 2022: 
 - Jede Woche von Mittwoch, nach Kindergarten- bzw. Schul-

schluss bis Freitagabend, 18.00 Uhr; 
 - Jedes zweite Wochenende von Freitagabend, 18.00 Uhr bis 

Sonntagabend, 18.00 Uhr. 
 Es seien die Parteien zu verpflichten, sich über die Aufteilung der 

Ferien jeweils rechtzeitig, spätestens aber bis Ende November 
des jeweiligen Vorjahres, abzusprechen. Können sie sich nicht 
einigen, so sei dem Gesuchsgegner in geraden Kalenderjahren 
das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien für 
das kommende (ungerade) Jahr zuzusprechen; in den ungeraden 
Kalenderjahren der Gesuchstellerin. Das Entscheidungsrecht sei 
bis spätestens Ende Januar des jeweiligen Jahres auszuüben. 

 Es seien weitergehende oder von vorstehenden Anordnungen 
abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger Abspra-
che der Parteien und unter Einbezug der Wünsche und Bedürf-
nisse der gemeinsamen Kinder vorbehalten. 

1.3. Es sei die Betreuungsregelung gemäss vorstehender Ziffer vor-
sorglich zu erlassen. 

1.4. Es sei Dispositivziffer 10 (Kinderunterhalt) des Urteils vom 
22. März 2021 aufzuheben und durch folgende Regelung zu er-
setzen: 

 Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin an 
den Unterhalt der gemeinsamen Kinder monatliche Unterhaltsbei-
träge, zuzüglich Familienzulagen, zahlbar jeweils im Voraus auf 
den Ersten eines jeden Monats, wie folgt zu bezahlen: 

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 ab 1. Oktober 2020 bis 31. August 2021: 
 - Für D._____: CHF 1'545 (davon CHF 912 Barunterhalt, 

CHF 434 Überschussanteil und CHF 0 Betreu-
ungsunterhalt) 

 - Für E._____: CHF 4'116 (davon CHF 918 Barunterhalt, 
CHF 434 Überschussanteil und CHF 2'764 Be-
treuungsunterhalt) 

 
 ab 1. September 2021 bis 31. August 2022: 
 - Für D._____: CHF 1'843 (davon CHF 912 Barunterhalt, 

CHF 731 Überschussanteil und CHF 0 Betreu-
ungsunterhalt) 

 - Für E._____: CHF 2'628 (davon CHF 918 Barunterhalt, 
CHF 731 Überschussanteil und CHF 979 Betreu-
ungsunterhalt) 

 ab 1. September 2022 und für die weitere Dauer des Getrenntle-
bens: 

 - Für D._____: CHF 2'287 (davon CHF 912 Barunterhalt, 
CHF 1'176 Überschussanteil und CHF 0 Betreu-
ungsunterhalt) 

 - Für E._____: CHF 2'293 (davon CHF 918 Barunterhalt,  
CHF 1'176 Überschussanteil und CHF 0 Betreu-
ungsunterhalt) 

1.5. Es sei Dispositivziffer 11 (Ehegattenunterhalt) des Urteils vom 
22. März 2021 aufzuheben und durch folgende Regelung zu er-
setzen: 

 Der Gesuchsgegner sei zu verpflichten, der Gesuchstellerin  
monatliche Ehegattenunterhaltsbeiträge von CHF 1'567, zahlbar 
jeweils im Voraus auf den Ersten eines jedes Monates, rückwir-
kend ab 1. Oktober 2020 und bis 31. August 2022, zu bezahlen.  

1.6. Es sei Dispositivziffer 12 (Anrechnung bereits geleisteter Unter-
haltszahlungen) aufzuheben und durch folgende Regelung zu er-
setzen: 

 Es sei festzustellen, dass der Gesuchsgegner in Anrechnung an 
seine Unterhaltspflicht seit 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021 
Zahlungen in der Höhe von CHF 40'647 geleistet hat (entspre-
chend CHF 7'200 zuzüglich Familienzulagen für die Monate De-
zember 2020 sowie Januar bis März 2021, plus CHF 10'247 für 
die Monate Oktober und November 2020 [Miete und Krankenkas-
se sowie diverse weitere Direktzahlungen]). Die noch offene Un-
terhaltspflicht inkl. Familienzulagen für die Zeitspanne Oktober 
2020 bis März 2021 beträgt CHF 6'327.  

- 10 - 

1.7. Es seien die ab April 2021 geleisteten monatlichen Unterhaltsbei-
träge des Berufungsklägers von CHF 5'800 monatlich von den 
rückwirkend ab April 2021 festzusetzenden Unterhaltsbeiträgen in 
Abzug zu bringen. 

1.8. Es sei Dispositivziffer 21 (Auferlegung der Gerichtskosten) des 
Urteils vom 21. März 2021 aufzuheben und es seien die Gerichts-
kosten den Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. 

1.9. Es sei Dispositivziffer 22 (Parteientschädigung) des Urteils vom 
21. März 2021 aufzuheben und es seien keine Parteientschädi-
gungen zuzusprechen.  

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 7,7% MwSt.) zu 
Lasten der Berufungsbeklagten." 

 
 
in der Noveneingabe vom 10. August 2021 (Urk. 132 S. 1 f.): 
 

"1. Es seien die gemeinsamen Kinder der Parteien, D._____, gebo-
ren am tt.mm.2014, und E._____, geboren am tt.mm.2018, unter 
die alleinige Obhut des Berufungsklägers zu stellen. 

2. Es sei festzustellen, dass die Kinder ihren Wohnsitz beim Beru-
fungskläger haben. 

3. Es sei die Festlegung und Organisation des Besuchsrechts der 
Berufungsbeklagten der Parteiabsprache zu überlassen und für 
den Fall, dass keine Einigung gefunden werden könne, ein an-
gemessenes, gerichtsübliches Besuchsrecht festzusetzen.  

4. Es sei vorzumerken, dass der Berufungskläger sämtliche in sei-
nem Haushalt anfallenden Kinderkosten übernimmt und er auf 
Kinderunterhaltsbeiträge und persönliche Unterhaltsbeiträge der 
Berufungsbeklagten verzichtet.  

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten 
der Berufungsbeklagten." 

 
in der Eingabe vom 28. September 2021, neu (Urk. 140 S. 2): 
 

"(…) 
7. Es sei für die Kinder D._____ und E._____ so rasch als möglich 

eine Beistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und Abs. 2 ZGB zu 
errichten und es seien der Beistandsperson folgende Aufgaben 
zu übertragen: 

 - Die Eltern darin zu unterstützen, auch in ihrer Situation als 
getrenntlebende Eltern gemeinsam für das Wohl ihrer Kinder 
D._____ und E._____ zu sorgen; 

 - Die Umsetzung und Einhaltung der vereinbarten / gerichtlich 
festgesetzten Betreuungsregelung zu überwachen und den 

- 11 - 

Eltern bei diesbezüglichen Konflikten beratend und vermit-
telnd beizustehen; 

 - Antrag an die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutz-
behörde zu stellen, falls die Anordnungen veränderten Le-
bensumständen anzupassen sind.  

 Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten 
der Berufungsbeklagten." 

 
 
 
 
 
 
 
 
der Gesuchstellerin und Berufungsbeklagten: 
 
in der Berufungsantwort (Urk. 104 S. 2 ff.): 
 

"1. Es sei Dispositivziffer 9 des Urteils des Bezirksgerichts Meilen 
vom 22. März 2021 (Geschäfts-Nr. EE200054) aufzuheben und 
es sei der Berufungskläger zu berechtigen und zu verpflichten, 
die Töchter D._____, geb. tt.mm.2014, und E._____, geb. 
tt.mm.2018 auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch 
zu nehmen. 

 Phase I: 
 Ab Wiederaufnahme der Besuche durch den Berufungskläger 

während drei Monaten die Tochter E._____ jeweils samstags und 
sonntags von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr, und die Tochter D._____ 
jeweils samstags von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr, und sonntags von 
12.00 Uhr bis 18:00 Uhr.  

 Phase II: 
 Nach Abschluss von Phase I während drei Monaten die Tochter 

E._____ jeweils samstags und sonntags von 15:00 Uhr bis 18:00 
Uhr, und die Tochter D._____ jeweils samstags und sonntags von 
12:00 Uhr bis 18:00 Uhr. 

 Phase III: 
 Nach Abschluss von Phase II während drei Monaten beide Töch-

ter E._____ und D._____ jeweils freitags und samstags von 15.00 
Uhr bis 18:00 Uhr. 

 Phase IV: 
 Nach Abschluss von Phase III, frühestens jedoch ab dem Bezug 

des Berufungsklägers einer eigenen, kindsgerechten Wohnung, 
während drei Monaten die Tochter D._____ von freitags, 15.00 

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Uhr, bis samstags, 18:00 Uhr, die Tochter E._____ jeweils frei-
tags und samstags von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr. 

 Phase V: 
 Nach Abschluss von Phase IV für die weitere Dauer des Ge-

trenntlebens die Tochter D._____: von freitags, 15:00 Uhr, bis 
samstags, 18:00 Uhr, in geraden Kalenderjahren an Ostern von 
Ostersamstag, 10:00 Uhr, bis Ostermontag, 18:00 Uhr, sowie je-
weils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neu-
jahr, in ungeraden Kalenderjahren an Pfingsten von Pfingstsams-
tag, 10:00 Uhr, bis Pfingstmontag, 18:00 Uhr, am ersten Tag der 
Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr sowie während vier 
Wochen Ferien pro Jahr während den Schulferien.  

 Die Parteien sollen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils 
rechtzeitig, spätestens aber bis Ende November des jeweiligen 
Vorjahres, absprechen. Können sie sich nicht einigen, so kommt 
dem Berufungskläger in geraden Kalenderjahren das Entschei-
dungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien für das kommen-
de (ungerade) Jahr zu; in ungeraden Kalenderjahren der Beru-
fungsbeklagten. Das Entscheidungsrecht sei bis spätestens Ende 
Januar des jeweiligen Jahres auszuüben. 

 Nach Abschluss von Phase IV für die weitere Dauer des Ge-
trenntlebens die Tochter E._____ jeweils freitags und samstags 
von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr sowie in geraden Kalenderjahren je-
weils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neu-
jahr und in ungeraden Kalenderjahren jeweils am ersten Tag der 
Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr.  

 Weitergehende oder von vorstehenden Anordnungen abweichen-
de Betreuungsregelungen nach gegenseitiger Absprache der Par-
teien und unter Einbezug der Wünsche und Bedürfnisse der ge-
meinsamen Kinder sollen vorbehalten bleiben. 

2. Es sei festzustellen, dass der Berufungskläger in Anrechnung an 
seine Unterhaltspflicht von 1. Dezember 2020 bis 31. Mai 2021 
Zahlungen in der Höhe von CHF 40'370.00, inklusive Familienzu-
lagen, geleistet hat. Die noch offene Unterhaltspflicht von 1. Ok-
tober 2020 bis 31. Mai 2021 beträgt CHF 73'430.00, inklusive 
Familienzulagen. 

3. Im Übrigen sei die Berufung abzuweisen.  
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zzgl. 7.7% Mehrwert-

steuer, zulasten des Berufungsklägers." 

 
in der Eingabe vom 30. August 2021, neu (Urk. 135 S. 2 ff.): 
 

"1. Es seien die mit Eingabe vom 10. August 2021 gestellten Anträge 
des Berufungsklägers vollumfänglich abzuweisen. 

 (…)". 

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in der Eingabe vom 14. Oktober 2021, sinngemäss (Urk. 142 S. 2): 
 

Der Antrag des Gesuchsgegners auf Errichtung einer Beistandschaft für die 
gemeinsamen Töchter sei gutzuheissen.  

Erwägungen: 

I. 

 1.1. Die Parteien sind seit 2006 verheiratet. Aus der Ehe sind zwei Kinder 

hervorgegangen, D._____, geboren am tt.mm.2014, sowie E._____, geboren am 

tt.mm.2018. Zur Zeit der Geburt von D._____ lebten und arbeiteten die Parteien in 

England. Im Oktober 2016 zog der Gesuchsgegner und Berufungskläger (fortan 

Gesuchsgegner) in die Schweiz, wo er seine heutige Arbeitsstelle bei der F._____ 

GmbH antrat. Die Gesuchstellerin und Berufungsbeklagte (fortan Gesuchstellerin) 

blieb derweil in England, wo sie zunächst eine 80 %-Anstellung in einer Londoner 

G._____ und später ein 75 %-Pensum bei der H._____ innehatte; gleichzeitig 

sorgte sie mit Unterstützung ihrer Mutter für die Betreuung von D._____. Nach der 

Geburt von E._____ nahm die Gesuchstellerin ihre Erwerbstätigkeit bei der 

H._____ wieder auf. Am 8. Juni 2019 gab die Gesuchstellerin ihre Anstellung auf 

und zog mit den beiden Töchtern zum Gesuchsgegner in die Schweiz, wo sie 

seither keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht. Seit März 2020 lebt auch die Mut-

ter der Gesuchstellerin in der (vormals) ehelichen Wohnung in I._____.  

 1.2. Mit Gesuch vom 21. August 2020, bei der Vorinstanz eingegangen am 

24. August 2020, machte die Gesuchstellerin das vorliegende Eheschutzverfah-

ren anhängig (Urk. 1). Anlässlich der Hauptverhandlung vom 7. Dezember 2020 

schlossen die Parteien eine Teiltrennungsvereinbarung, gestützt auf welche mit-

unter die Kinder für die Dauer des Verfahrens unter die Obhut der Gesuchstellerin 

gestellt wurden und das Besuchsrecht des Gesuchsgegners vorsorglich geregelt 

wurde (vgl. Urk. 50; Urk. 53). Der weitere Verlauf des erstinstanzlichen Verfah-

rens ist dem angefochtenen Entscheid zu entnehmen (Urk. 98 S. 7 ff.). Am 22. 

März 2021 erging das eingangs angeführte Urteil. 

- 14 - 

 2. Gegen dieses Urteil hat der Gesuchsgegner mit Eingabe vom 6. April 

2021 (gleichentags zur Post gegeben) Berufung erhoben (Urk. 97). Die vo-

rinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-96). Der Gesuchsgegner hat ei-

nen Kostenvorschuss von Fr. 5'500.– geleistet (Urk. 101; Urk. 102). Mit Beschluss 

der Kammer vom 16. April 2021 wurde auf das Gesuch des Gesuchsgegners um 

vorsorgliche Regelung des Besuchsrechts nicht eingetreten (Urk. 103 S. 3, Dis-

positiv-Ziffer 1). Die Berufungsantwort datiert vom 3. Mai 2021 (Urk. 104). Mit Ver-

fügung vom 6. Mai 2021 wurde dem Gesuchsgegner Frist angesetzt, um zu den 

von der Gesuchstellerin in der Berufungsantwort neu aufgestellten Behauptungen 

und neu eingereichten Unterlagen sowie zum Antrag auf Prozesskostenbeitrag 

Stellung zu nehmen (Urk. 108 S. 2, Dispositiv-Ziffer 2). Die Verfügung wurde der 

Rechtsvertreterin des Gesuchsgegners am 18. Mai 2021 zugestellt (Urk. 108, An-

hang Empfangsschein). Mit Verfügung vom 20. Mai 2021, welche gleichentags 

versandt wurde, wurde verfügt, dass der Gesuchsgegner innert der ihm noch lau-

fenden Frist auch zur von der Gesuchstellerin am 17. Mai 2021 neu eingereichten 

Eingabe vom 14. Mai 2021 (vgl. Urk. 109 und Urk. 110) Stellung zu nehmen habe. 

Diese Verfügung wurde mit dem Vermerk "nicht abgeholt" retourniert (Urk. 115). 

Die Stellungnahme des  

Gesuchsgegners zu den Noven in der Berufungsantwort datiert vom 28. Mai 2021 

(Urk. 112). Mit Verfügung vom 28. Juni 2021 wurde das Gesuch des Gesuchs-

gegners um Erteilung der aufschiebenden Wirkung mit Bezug auf die Dispositiv-

ziffern 10, 11, 12 und 22 des angefochtenen Urteils abgewiesen (Urk. 124 S. 6, 

Dispositiv-Ziffer 1). Sodann wurde mit Beschluss der Kammer vom 1. Oktober 

2021 das Begehren des Gesuchsgegners um Errichtung einer Beistandschaft für 

D._____ und  

E._____ für die Dauer des Berufungsverfahrens abgewiesen (Urk. 141 S. 4, Dis-

positiv-Ziffer 1). Die nachfolgenden Stellungnahmen und Eingaben der Parteien 

(samt Beilagen) wurden je der Gegenpartei zur Kenntnis gebracht (Urk. 117; Urk. 

119; Urk. 122; Urk. 125; Urk. 129; Urk. 132; Urk. 135; Urk. 140). Mit Verfügung 

vom 4. November 2021 erfolgte in teilweiser Gutheissung des Gesuchs der Ge-

suchstellerin vom 2. November 2021 um Erlass von superprovisorischen Mass-

nahmen eine Schuldneranweisung an die Arbeitgeberin des Gesuchsgegners be-

treffend die Löhne November- und Dezember 2021 (Urk. 149 S. 2 und Urk. 152 

- 15 - 

S. 4, Dispositiv-Ziffer 2). Unter dem 15. November 2021 nahm der Gesuchsgeg-

ner zum Antrag der Gesuchstellerin auf Schuldneranweisung Stellung (Urk. 154). 

Diese Stellungnahme sowie die Eingabe der Gesuchstellerin vom 29. November 

2021 wurden je der Gegenseite zur Kenntnis gebracht (vgl. Urk. 156). Mit Be-

schluss vom 4. Januar 2022 wurde für die Dauer des Berufungsverfahrens eine 

Schuldneranweisung an die Arbeitgeberin des Gesuchsgegners installiert (Urk. 

163 S. 5, Dispositiv-Ziffer 1). Mit Eingabe vom 21. Dezember 2021 ersuchte der 

Gesuchsgegner erneut darum, es sei für D._____ und E._____ bereits für die 

Dauer des Berufungsverfahrens eine Beistandschaft zu errichten (Urk. 161). Die 

Stellungnahme der Gesuchstellerin vom 19. Januar 2022 wurde dem Gesuchs-

gegner zur Kenntnis gebracht (Urk. 165; Urk. 166). Mit Eingabe vom 21. Februar 

2022 verzichtete die Gesuchstellerin auf eine Stellungnahme zur Eingabe des 

Gesuchsgegners vom 18. Februar 2022 (Urk. 167; Urk. 168/1; Urk. 169). Das 

Verfahren erweist sich als spruchreif.  

 3.1. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine un-

richtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). 

Die Berufungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und 

Rechtsfragen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung. Abgese-

hen von offensichtlichen Mängeln hat sich das Berufungsgericht grundsätzlich auf 

die Beurteilung der in der Berufung und Berufungsantwort gegen das erstinstanz-

liche Urteil erhobenen Beanstandungen zu beschränken. Die Rügen der Parteien 

geben mithin das Prüfungsprogramm der Berufungsinstanz vor; der angefochtene 

Entscheid ist grundsätzlich nur auf die gerügten Punkte hin zu überprüfen. Der 

Berufungskläger hat mittels klarer Verweisungen auf die Ausführungen vor der 

Vorinstanz zu zeigen, wo er die massgebenden Behauptungen, Erklärungen, Be-

streitungen und Einreden erhoben hat. Die Parteien haben die von ihnen kritisier-

ten Erwägungen des angefochtenen Entscheids wie auch die Aktenstücke, auf die 

sie ihre Kritik stützen, genau zu bezeichnen (BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 

4A_580/2015 vom 11.04.2016, E. 2.2 [nicht publiziert in BGE 142 III 271]). Was 

nicht in einer den gesetzlichen Begründungsanforderungen genügenden Weise 

beanstandet wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden. 

Es ist nämlich nicht Sache der Rechtsmittelinstanz, die Akten und die Rechts-

- 16 - 

schriften der Vorinstanz zu durchforsten, um festzustellen, was welche Partei wo 

ausgeführt hat. In rechtlicher Hinsicht ist das Berufungsgericht, in Anwendung des 

Grundsatzes iura novit curia, bei dieser Prüfung jedoch weder an die Erwägungen 

der ersten Instanz noch an die mit den Rügen vorgetragenen Argumente der Par-

teien gebunden. In tatsächlicher Hinsicht ist es nicht an die Feststellungen des 

erstinstanzlichen Gerichts gebunden, auch wenn mangels entsprechender Sach-

verhaltsrügen der Parteien im Berufungsverfahren der erstinstanzliche Entscheid 

nach dem Gesagten in der Regel als Grundlage des Rechtsmittelverfahrens dient 

(vgl. zum Ganzen BGE 144 III 394 E. 4.1.4 m.H.). Das Berufungsgericht kann die 

Rügen der Parteien folglich auch mit abweichenden Erwägungen gutheissen oder 

abweisen (sog. Motivsubstitution; BGer 2C_124/2013 vom 25.11.2013, E. 2.2.2; 

für das Verfahren vor Bundesgericht: BGE 138 III 537 E. 2.2 und BGE 137 III 385 

E. 3). Die Anforderungen an die Berufung gelten sinngemäss auch für die Beru-

fungsantwort (BGer 4A_496/2016 vom 08.12.2016, E. 2.2.2 m.H.). In diesem 

Rahmen ist auf die Parteivorbringen einzugehen, soweit dies für die Entscheidfin-

dung erforderlich ist (BGE 141 III 28 E. 3.2.4 m.w.H.). 

 3.2. Im Berufungsverfahren sind neue Tatsachenvorbringen und Beweismit-

tel nur zulässig, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz 

vorgebracht werden konnten (und ohne Verzug vorgebracht werden; Art. 317 Abs. 

1 ZPO). Dies gilt hingegen nicht für Verfahren, welche - wie vorliegend - der um-

fassenden Untersuchungsmaxime unterstehen. Hier können die Parteien Noven 

vorbringen, selbst wenn die Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht er-

füllt sind (BGE 144 III 351 E. 4.2.1).  

 4. Der Gesuchsgegner ist durch den Endentscheid der Vorinstanz be-

schwert. Es handelt sich um eine berufungsfähige Streitigkeit (Art. 308 Abs. 1 lit. a 

i.V.m. Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die Berufung wurde form- und fristgerecht erhoben 

(Art. 311 Abs. 1 ZPO; Urk. 96/2; Urk. 97) und der einverlangte Kostenvorschuss 

ging rechtzeitig ein (Urk. 101; Urk. 102). Auf die Berufung ist unter dem Vorbehalt 

rechtsgenügender Begründung einzutreten.  

- 17 - 

 5. Mit der Berufung nicht angefochten werden die Dispositiv-Ziffern 1 bis 7, 8 

(insoweit die elterliche Sorge bei beiden Parteien verbleibt), 13 und 15 bis 19. Die 

Rechtskraft dieser Ziffern ist vorzumerken.  

  

- 18 - 

II. 

 A) Obhut  

 1.1. Umstritten ist die Zuteilung der Obhut. Der Gesuchsgegner beantragte 

vor Vorinstanz die Anordnung einer alternierenden Obhut (Urk. 45 S. 3, Antrag 1). 

Die Gesuchstellerin beanspruchte die alleinige Obhut über die beiden Töchter für 

sich (Urk. 48 S. 2, Antrag 3; Urk. 75 S. 2, Antrag 2).  

 1.2. Die Vorinstanz stellte die Töchter unter die alleinige Obhut der Gesuch-

stellerin (vgl. Urk. 98 S. 20 ff. und S. 71, Dispositiv-Ziffer 8). Sie erwog im Wesent-

lichen, seit der Etablierung der vorsorglichen Obhuts- und Besuchsregelung im 

Dezember 2020 seien betreffend die elterliche Kooperation und Kommunikation 

zumindest Ansätze einer Stabilisierung bzw. Beruhigung erkennbar. Für eine al-

ternierende Obhut erscheine die Elternbeziehung der Parteien derzeit aber noch 

bei Weitem nicht genügend gefestigt. Die Vorinstanz verwies in diesem Zusam-

menhang auf ihre Ausführungen zur Pflichtmediation und zur elterlichen Sorge 

(vgl. Urk. 98 S. 16 ff. und S. 19). Sachliche Diskussionen über Kinderbelange 

würden nach wie vor vom Paarkonflikt, welcher sich hauptsächlich an finanziellen 

Fragen sowie an der Rolle der Mutter der Gesuchstellerin im Familiengefüge ent-

zünde, überlagert und zeitweise gar verunmöglicht. Gemäss dem von der Vo-

rinstanz gewonnenen Eindruck seien die Kommunikationsschwierigkeiten längst 

nicht nur der Gesuchstellerin, dem durch sie erwirkten Kontaktverbot oder der 

Mutter der Gesuchstellerin anzulasten (Urk. 98 S. 28).  

 Für die Vorinstanz sprach sodann das Kriterium der Stabilität bzw. Kontinui-

tät der Betreuungsverhältnisse im Zeitpunkt der Urteilsfällung klar gegen eine al-

ternierende Obhut. So sei die Gesuchstellerin seit dem Umzug der Familie in die 

Schweiz im Sommer 2019 allein für die Betreuung der Kinder zuständig gewesen. 

Seit März 2020 habe sie dabei Unterstützung durch ihre Mutter, welche sie vor al-

lem durch Haushaltsarbeiten entlaste, erhalten. Der Gesuchsgegner arbeite seit 

dem Lockdown im Frühjahr 2020 zu 100 % im Homeoffice und sei seither – bzw. 

war bis zur Trennung der Parteien im Herbst 2020 – im Leben der Kinder deutlich 

präsenter als zuvor. Seine Form der Betreuung habe sich bis anhin aber im We-

sentlichen auf gelegentliche Freizeitunternehmungen, kurze …-Lehreinheiten und 

- 19 - 

dergleichen beschränkt, während er in die tägliche Pflege und Erziehung (z.B. 

Ins-Bett-Bringen, Hilfe bei Hausaufgaben etc.) nicht oder nur marginal involviert 

gewesen sei. Aus Sicht der Kontinuität der Betreuungsverhältnisse als nicht mas-

sgebend sah die  

Vorinstanz eine allfällige Vereinbarung der Parteien über die Aufnahme einer Er-

werbstätigkeit durch die Gesuchstellerin sechs Monate nach dem Umzug in die 

Schweiz an. Auch eine Anknüpfung an die bis zum Sommer 2019 gelebten Ver-

hältnisse, als die Gesuchstellerin zu 75 % erwerbstätig gewesen sei und die Kin-

der hauptsächlich von der Mutter der Gesuchstellerin (fremd-)betreut worden sei-

en, fällt gemäss Vorinstanz unter dem Aspekt der Kontinuität ausser Betracht. 

Dass der Gesuchsgegner, welcher dazumal bereits in der Schweiz gelebt habe, 

weitergehende Betreuungsleistungen erbracht hätte, mache er nicht geltend und 

sei auch nicht ersichtlich. Die beantragte alternierende Obhut käme damit gemäss  

Vorinstanz einer grundlegenden Abkehr vom bisher während knapp zwei Jahren 

gelebten, den Kindern vertrauten Betreuungskonzept gleich. Würde der Gesuchs-

gegner nunmehr substantielle Betreuungsanteile übernehmen, wäre dies für die 

Kinder, welche ihren Vater aktuell nur während einiger Stunden pro Woche besu-

chen würden, mit einer erheblichen und sehr abrupten Umstellung verbunden. 

Dies gelte vor allem auch für Übernachtungen, welche insbesondere für Kleinkin-

der wie E._____ eine ungewohnte und potentiell überfordernde Situation darstel-

len würden. Eine solche Zäsur lasse sich mit dem Kindeswohl nicht vereinbaren 

(Urk. 98 S. 28 f.).  

 Die Vorinstanz ging gestützt auf die vom Gesuchsgegner anlässlich der 

Hauptverhandlung gemachten Aussagen davon aus, dass für ihn nicht die Be-

dürfnisse der Kinder, sondern die Gleichbehandlung mit der Gesuchstellerin so-

wie  

finanzielle Aspekte im Zentrum stehen würden. Der Umstand, dass der Gesuchs-

gegner es bislang – aus finanziellen Gründen und trotz entsprechenden Spiel-

raums bzw. geeigneter Wohnungsangebote – vorziehe, ein Airbnb jenseits der 

Schweizer Grenze sowie ein einzelnes Zimmer in einer … Wohnung [in I._____] 

zu bewohnen, deute darauf hin, dass er nicht dazu bereit sei, zeitnah geeignete 

Rahmenbedingungen für eine alternierende Obhutsregelung zu schaffen. Dies 

- 20 - 

wecke Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Beteuerungen, im Leben seiner Kin-

der präsent sein zu wollen. Auch das vom Gesuchsgegner präsentierte Betreu-

ungskonzept mute nur oberflächlich durchdacht an. Seine Vorstellung, die Kinder 

neben seiner Vollzeitbeschäftigung regelmässig während mehrerer Tage pro Wo-

che betreuen zu können, bezeichnet die Vorinstanz als unrealistisch, selbst wenn 

man die zusätzliche Flexibilität im Homeoffice berücksichtige. Dass die Arbeitstä-

tigkeit im Homeoffice nicht mit der (anspruchsvollen) aktiven Betreuung zweier 

Kinder gleichgesetzt werden könne, bedürfe dabei keiner Erläuterung. Zu berück-

sichtigen sei ferner, dass der Gesuchsgegner die Kinder bislang nie während 

mehr als ein paar Stunden allein betreut habe. Des Weiteren habe der Gesuchs-

gegner einen gutbezahlten Job als Manager bei einer internationalen Grossunter-

nehmung inne. Dass eine solche Tätigkeit mit einer erhöhten geschäftlichen Ver-

antwortung sowie einer erschwerten Planbarkeit einhergehe und den Berufstäti-

gen insbesondere auch zu Randzeiten stark beanspruchen könne, dürfe als noto-

risch vorausgesetzt werden. Die zeitliche Verfügbarkeit des Gesuchsgegners er-

scheine damit nicht in einem Ausmass gewährleistet, wie dies eine alternierende 

Obhutsregelung erfordern würde (Urk. 98 S. 28 ff.). 

 2. Mit Eingabe vom 10. August 2021 beantragt der Gesuchsgegner beru-

fungsweise die Zuteilung der alleinigen Obhut über die Kinder (Urk. 132 S. 1, An-

trag 1).  

 3. Für die Zuteilung der Obhut an einen Elternteil gelten grundsätzlich die 

gleichen Kriterien wie im Scheidungsfall. Nach der Rechtsprechung sind bei der 

vorzunehmenden Beurteilung primär das Kindeswohl und alle dafür wichtigen 

Umstände massgebend. Die Interessen der Eltern sind dabei von sekundärer Be-

deutung. Im Einzelfall ist es schwierig festzustellen, was das Kindeswohl erfor-

dert, denn das Kind hätte es zumeist nötig, zu beiden Elternteilen intensiv und 

konstant die Beziehung aufrechterhalten zu können. Das Bundesgericht hat im 

Übrigen versucht, eine gewisse Hierarchie in die Zuteilungskriterien zu bringen. 

Demnach muss vorab die Erziehungsfähigkeit der Eltern geklärt werden. Ist diese 

bei beiden Elternteilen gegeben, sind vor allem Kleinkinder und grundschulpflich-

tige Kinder demjenigen Elternteil zuzuteilen, der die Möglichkeit hat und dazu be-

reit ist, sie persönlich zu betreuen. Erfüllen beide Elternteile diese Voraussetzung 

- 21 - 

ungefähr in gleicher Weise, kann die Stabilität der örtlichen und familiären Ver-

hältnisse ausschlaggebend sein. Unter Umständen kann die Möglichkeit der per-

sönlichen Betreuung auch dahinter zurücktreten. Schliesslich ist – je nach Alter 

der Kinder – ihrem eindeutigen Wunsch Rechnung zu tragen. Diesen Kriterien 

lassen sich die weiteren Gesichtspunkte zuordnen, namentlich die Bereitschaft 

eines Elternteils, mit dem anderen in Kinderbelangen zusammenzuarbeiten, oder 

die Forderung, dass eine Zuteilung der Obhut von einer persönlichen Bindung 

und echter Zuneigung getragen sein sollte. Bei der Beurteilung der für die Ob-

hutszuteilung massgebenden Kriterien verfügt das Gericht über einen grossen 

Ermessensspielraum (vgl. BGE 142 III 617 E. 3.2.5). 

 4. Zuteilungskriterien  

 4.1. Erziehungsfähigkeit der Parteien 

 4.1.1. Die Vorinstanz ging von der Erziehungsfähigkeit beider Parteien aus. 

Auch die Gesuchstellerin und der Gesuchsgegner haben im erstinstanzlichen Ver-

fahren die Erziehungsfähigkeit der jeweils anderen Partei nicht grundlegend in 

Zweifel gezogen (vgl. Urk. 98 S. 16 ff.).  

 4.1.2. Die Gesuchstellerin führt in der Berufung zwar an, es erschliesse sich 

nicht, wie der Gesuchsgegner eine alternierende Obhut oder schon nur ein aus-

gedehntes Besuchsrecht wahrnehmen wolle, wenn er dabei jeweils auf die Unter-

stützung einer Drittperson angewiesen sei (Urk. 119 S. 6). Der Gesuchsgegner 

zeige Schwierigkeiten in der persönlichen Betreuung der Kinder, weshalb in sei-

nem Untermietvertrag eine Kinderbetreuung inkludiert sei und er zudem auch 

noch eine "Deutschlehrerin" engagiert habe, obwohl er die Kinder aktuell nur am 

Wochenende einige Stunden betreuen solle (vgl. Urk. 104 S. 21). Allein aus der 

Tatsache, dass der Gesuchsgegner Hilfe bei der Erfüllung seiner Erziehungsauf-

gaben in Anspruch nimmt, lässt sich hingegen nicht schliessen, dass er nicht fä-

hig wäre, D._____ und E._____ körperlich altersgerecht zu versorgen und zu 

selbstverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten heranzubilden. 

Sodann befremdet es zwar bzw. deutet auf ein eingeschränktes Einfühlungsver-

mögen des Gesuchsgegners gegenüber seinen Kindern hin, wenn er - was nicht 

konkret bestritten wurde (vgl.  

- 22 - 

Urk. 154) - vor diesen die Gesuchstellerin auf eine angebliche Schwangerschaft 

anspricht (vgl. Urk. 149 S. 5 und Urk. 151/2). Doch vermag auch dies die Erzie-

hungsfähigkeit des Gesuchsgegners nicht grundlegend in Frage zu stellen, zumal 

es diesem offensichtlich noch immer schwer fällt, zwischen Paar- und Elternebe-

ne zu unterscheiden. Der ebenfalls unbestrittene Vorfall, bei welchem der Ge-

suchsgegner D._____, weil er wütend auf sie geworden war, so fest kniff, dass es 

D._____ schmerzte (Urk. 149 S. 4 und Urk. 154; sodann Urk. 151/1), ist als ein-

malige Entgleisung anzusehen. Zutreffend hat die Vorinstanz darauf hingewiesen, 

dass die Parteien sich in der Pflege und Erziehung der Kinder in vielerlei Hinsicht 

uneinig sind (vgl. Urk. 98 S. 16; z.B. betreffend Anzahl Spielsachen). Da jedoch 

beide Erziehungsvorstellungen der Parteien vertretbar sind, haben sie keinen Ein-

fluss auf die Beurteilung der Erziehungsfähigkeit.  

 4.1.3.1. Der Gesuchsgegner macht im Berufungsverfahren neu geltend, die 

Kinder könnten sich unter der Obhut der Gesuchstellerin nicht gesund entwickeln, 

weil die Erziehungsmethode der Mutter der Gesuchstellerin und deshalb auch die 

Erziehungsmethode der Gesuchstellerin den Kindern Unsicherheiten antrainiere, 

sie von ihren Bezugspersonen abhängig mache und keine Bindungen zu anderen 

Bezugspersonen, wie ihm, zulasse. Aufgrund der vermittelten Unsicherheiten und 

der geschaffenen Abhängigkeit zur Gesuchstellerin und zu ihrer Grossmutter 

müsse beispielsweise D._____ eine Psychotherapie beanspruchen. Der Gesuch-

stellerin selbst sei ihr eigener Erziehungsstil höchstwahrscheinlich nicht bewusst, 

da sie selbst unter der Erziehung ihrer Mutter zu einer unsicheren, von ihrer Mut-

ter abhängigen Person geworden sei. Der Umstand, dass die Gesuchstellerin 

nicht ohne ihre Mutter leben könne und mit allen Mitteln dafür kämpfe, dass so-

wohl sie selbst als auch ihre Mutter von ihm, dem Gesuchsgegner, finanziert wür-

den, sollte hierfür Beweis genug sein. Die gesunde Entwicklung der gemeinsa-

men Kinder sei dadurch gefährdet (Urk. 154 S. 1 f.). Ihm sei die fehlende Bin-

dungstoleranz und Einschränkung der Erziehungsfähigkeit der Gesuchstellerin 

erst nach und nach, im Verlauf des Berufungsverfahrens bewusst worden. Ent-

sprechend stellt der Gesuchsgegner den Antrag, es sei ein Erziehungsfähigkeits-

gutachten zu erstellen (vgl. Urk. 161 S. 2). Weiter sei eine Expertise von lic. phil. 

J._____, der Therapeutin von D._____, einzuholen (vgl. Urk. 161 S. 3).   

- 23 - 

 4.1.3.2. Der Gesuchsgegner leitet die angebliche Einschränkung der Erzie-

hungsfähigkeit der Gesuchstellerin insbesondere aus einer fehlenden Bindungsto-

leranz ab. Er wirft der Gesuchstellerin vor, sie verweigere ihm das vorinstanzlich 

zuerkannte Besuchsrecht, namentlich Übernachtungen von D._____, bzw. unter-

laufe das Besuchsrecht durch negative Beeinflussung der Kinder (vgl. Urk. 132 

S. 2; Urk. 140 S. 3 ff.; Urk. 154; Urk. 161). 

 Am 12. Dezember 2020 wurden die Besuche gemäss der Teiltrennungsver-

einbarung aufgenommen (Urk. 104 S. 10). Ab dem 17. April 2021 fanden keine 

Besuche mehr statt (Urk. 104 S. 16). Vom 14. Juni 2021 an nahm der Gesuchs-

gegner die Töchter wieder regelmässig am Samstag und Sonntag von 15.00 bis 

18.00 Uhr mit sich auf Besuch (Urk. 125 S. 1; Urk. 135 S. 5). Ab dem 12. Sep-

tember 2021 kam es nur noch zu kurzen Besuchen im Garten der Gesuchstellerin  

(Urk. 149 S. 4 f.). Nach dem 30. Oktober 2021 brach der Kontakt der Töchter zum 

Gesuchsgegner erneut ganz ab (Urk. 156 S. 4). Seit dem 24. Dezember 2021 be-

sucht der Gesuchsgegner D._____ und E._____ wieder jeweils samstags und 

sonntags bei der Gesuchstellerin zu Hause (Urk. 165 S. 5).  

 Die Ursachen für die Kontaktunterbrüche sind umstritten. Die Besuche ab 

Dezember 2020 fanden zuerst - zumindest teilweise - bei der Gesuchstellerin 

statt. Hierbei kam es zu Unstimmigkeiten, weil der Gesuchsgegner während oder 

nach den Besuchen in den oberen Stock wollte, um mit der Mutter der Gesuch-

stellerin zu sprechen. Nachdem die Gesuchstellerin am 13. Februar 2021 die Po-

lizei beigezogen hatte, fanden die Besuche nur noch ausserhalb der vormals ehe-

lichen Wohnung statt. Weiter hielt der Gesuchsgegner die Besuchszeiten nicht 

immer ein (vgl. Urk. 104 S. 10 ff.; Urk. 112 S. 4 f. mit Verweis auf Urk. 90 S. 5 ff.). 

Gemäss der Gesuchstellerin bekundeten die Kinder aufgrund der Irregularitäten in 

den Besuchszeiten sowie des despektierlichen Verhaltens des Gesuchsgegners 

ihr gegenüber zunehmend Mühe, sich auf die Besuche einzulassen. Sie habe den 

Mädchen jeweils gut zureden und sie emotional positiv auf die Besuche vorberei-

ten müssen, damit sie überhaupt mitgegangen seien. Immer wieder hätten sie 

geäussert, nicht zum Vater zu wollen. Bei der Verabschiedung hätten die Mäd-

chen sich an sie geklammert und geweint (Urk. 104 S. 13 f.). Dies wird vom Ge-

suchsgegner bezweifelt. E._____ habe nie geweint und sich an die Gesuchstelle-

- 24 - 

rin geklammert, nur D._____ habe teilweise Schwierigkeiten bei der Verabschie-

dung von der Mutter gezeigt. Wenn er jedoch eine Drittperson zur Übergabe mit-

gebracht habe, habe sich auch D._____ ohne Schwierigkeiten lösen können. Der 

Gesuchsgegner geht davon aus, dass D._____ nur dann zögerte, wenn die Ge-

suchstellerin und deren Mutter sie vor den Besuchen verunsichert hätten (Urk. 

112 S. 5 f.).  

 Am 17. April 2021 eskalierte die Situation. An diesem Tag war E._____ 

krank. Es erscheint glaubhaft, dass die Kinder nicht mit dem Gesuchsgegner mit-

gehen wollten. Auf Geheiss des Gesuchsgegners hin stellte die Gesuchstellerin 

E._____ zwei Mal vor die Wohnungstüre. E._____ kehrte jedoch beide Male wie-

der zurück in die Wohnung. Als E._____ zum Gesuchsgegner sagte, die Vögel 

hätten Angst vor Papa, beschuldigte dieser vor den Kindern die Mutter der Ge-

suchstellerin als dafür verantwortlich, dass die Kinder Angst vor ihm hätten (vgl. 

Urk. 107/5 und Urk. 114/13). Sodann fügte er an, dass basierend auf dem, was 

derzeit vorgehe, sie alle wieder zurück in London enden würden (vgl. Urk. 

121/10). Nach diesem Vorfall fanden keine Besuche mehr statt. Der Gesuchs-

gegner erklärte sich nur bereit, die Besuche wieder aufzunehmen, wenn die Kin-

der ihn anrufen und ihn um einen Besuch bitten würden. Entgegen der Darstel-

lung des Gesuchsgegners scheint dieses Ansinnen, zumindest im direkten An-

schluss an den Vorfall, nicht vom Bedürfnis getragen worden zu sein, die Kinder 

keinem Loyalitätskonflikt auszusetzen. So ist den E-Mails der Parteien vom 17. 

April 2021 zu entnehmen, wie die Gesuchstellerin dem Gesuchsgegner schildert, 

dass die Vorkommnisse die beiden Kinder gestresst hätten und es lange ge-

braucht habe, sie zu beruhigen. Sie bittet den Gesuchsgegner, um der Kinder wil-

len, den Schaden zu beheben und den Tag positiv zu beenden. Der Gesuchs-

gegner äussert im weiteren Verlauf der E-Mail-Korrespondenz klar seine Ansicht, 

dass die Initiative zu Kontakten nunmehr von den Kindern aus kommen müsse. 

Sie sollen ihn anrufen und ihm sagen, dass sie ihn sehen wollen (vgl. Urk. 107/5). 

Am Sonntag dem 18. April 2021 forderte die Gesuchstellerin den Gesuchsgegner 

erneut auf, die Kinder zu besuchen. Der Gesuchsgegner beharrte jedoch darauf, 

dass D._____ ihn anrufen solle; dies selbst, nachdem die Gesuchstellerin offen-

sichtlich mit D._____ über das Ansinnen des Gesuchsgegners gesprochen und 

- 25 - 

diese geäussert hatte, dass sie nicht mit dem Gesuchsgegner telefonieren wolle 

(Urk. 107/6). Zutreffend ist, dass der Gesuchsgegner sich dann anfangs Mai 2021 

gegenüber der Gesuchstellerin dahingehend äusserte, er wolle, dass sie den Kin-

dern dabei behilflich sei, ihn anzurufen, damit diese das Gefühl hätten, es sei in 

Ordnung, nach ihm zu fragen (vgl. Urk. 114/13). Es ginge jedoch zu weit, allein 

hieraus ableiten zu wollen, dass er den Besuchsunterbruch von rund zwei Mona-

ten (die Kontakte wurden im Juni wieder an jedem Samstag und Sonntag von 

15:00 Uhr bis 18:00 Uhr aufgenommen; Urk. 135 S. 5) nur deshalb vornahm, um 

die Kinder vor einem angeblichen Loyalitätskonflikt, welchem sie seiner Meinung 

nach von Seiten der Gesuchstellerin und deren Mutter ausgesetzt sind (Urk. 112 

S. 7), zu schützen.  

 Am 12. September 2021 kam es gemäss der Gesuchstellerin zu einem neu-

erlichen Vorfall, aufgrund dessen das Vertrauen der Kinder in den Vater erschüt-

tert wurde. Unwidersprochen blieben in diesem Zusammenhang die Behauptun-

gen der Gesuchstellerin, D._____ sei während dieses Besuches weinend zu ihr 

gekommen und habe ihr geschildert, dass der Gesuchsgegner auf sie, D._____, 

wütend geworden sei und sie derart gekniffen habe, dass es ihr weh getan habe 

(vgl. Urk. 149 S. 4 f.; Urk. 151/1; Urk. 154). Seit diesem Vorfall wollten die Kinder 

wiederum nicht mehr mit dem Gesuchsgegner mitgehen. Der Gesuchsgegner 

spielte fortan mit den Kindern im Garten der vormals ehelichen Wohnung (Urk. 

149 S. 5; Urk. 154). Am  

30. Oktober 2021 brach der Gesuchsgegner den Kontakt zu den Kindern erneut, 

dieses Mal bis zum 24. Dezember 2021, ganz ab. Veranlassung hierfür war offen-

sichtlich, dass die Gesuchstellerin in einem gegen den Gesuchsgegner eingeleite-

ten Betreibungsverfahren das Fortsetzungsbegehren gestellt hatte. So führte der 

Gesuchsgegner in der E-Mail vom 6. November 2021 an, dass sie, die Gesuch-

stellerin, ihn nicht als Vater schätze, ausser für seine Rolle als Einkommensquelle 

(vgl. Urk. 158/4).  

 Gestützt auf das Gesagte ist eine Bindungsintoleranz der Gesuchstellerin 

nicht glaubhaft. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Gesuchstellerin dem 

Gesuchsgegner D._____ und E._____ vorenthalten will. Sie spricht sich denn 

auch vorbehaltlos für die Errichtung einer Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 

- 26 - 

2 ZGB aus (vgl. nachfolgend E. II.C.). Vielmehr scheint der Gesuchsgegner 

konsterniert über das Verhalten seiner Töchter zu sein und Schwierigkeiten damit 

zu haben, ein Vertrauensverhältnis zu D._____ und E._____ aufzubauen. Es sei 

hier nochmals in Erinnerung gerufen, dass die Gesuchstellerin mit D._____ und 

E._____ erst im Juni 2019 in die Schweiz zog. Zuvor lebten die Gesuchstellerin 

und die Kinder - überwiegend - getrennt vom Gesuchsgegner in England. Auch 

nach dem Umzug in die Schweiz blieb die Gesuchstellerin die Hauptbezugsper-

son der Kindern. Es erscheint glaubhaft, dass die namentlich auf das Verhalten 

des Gesuchsgegners zurückzuführenden mehrmonatigen Kontaktunterbrüche 

D._____ und E._____ zusehends verunsichern. Sie sind dem Aufbau eines Ver-

trauensverhältnisses zwischen den Töchtern und ihrem Vater nicht dienlich und 

lassen es nachvollziehbar erscheinen, dass es D._____ und E._____ je länger je 

schwerer fällt, sich auf die Besuche mit dem Gesuchsgegner einzulassen.  

 4.1.3.3. Anzeichen dafür, dass die Erziehungsmethoden der Gesuchstellerin 

und deren Mutter die Kinder von ihnen abhängig machen und ihnen dadurch Un-

sicherheiten antrainiert würden, sind ebenso wenig ersichtlich, wie für eine unan-

gemessene Abhängigkeit der Gesuchstellerin von ihrer Mutter. So hat sich die 

Mutter der Gesuchstellerin bereits in England um die Kinder der Parteien geküm-

mert  

(Urk. 1 S. 7 f.; Urk. 75 S. 15). Diese Betreuung hat D._____ und E._____ auch 

nach Ansicht des Gesuchsgegners dazumal nicht geschadet. Sodann muss, wie 

sich aus den nachfolgenden Erwägungen zu den Unterhaltsbeiträgen ergibt (vgl. 

E. II.D.), der Gesuchsgegner nicht für den finanziellen Aufwand der Mutter der 

Gesuchstellerin aufkommen. Konkrete dahingehende Behauptungen, inwieweit 

die Mutter der Gesuchstellerin den Gesuchsgegner bei den Töchtern schlecht 

machen würde, bringt dieser - abgesehen vom bereits geschilderten Vorfall mit 

den Vögeln - nicht vor. Allein gestützt auf diesen Vorfall auf eine schwerwiegende 

Beeinflussung der Kinder durch die Mutter der Gesuchstellerin schliessen zu wol-

len, geht nicht an. Die Tatsache, dass die Gesuchstellerin auf ihr Recht auf finan-

zielle Unterstützung für sich und die Töchter pocht, schränkt ihre Erziehungsfä-

higkeit sodann nicht ein, im Gegenteil. Zur Versorgung der Kinder gehört es auch, 

- 27 - 

darum besorgt zu sein, dass genügend finanzielle Mittel zur Bestreitung des Le-

bensunterhalts vorhanden sind.  

 Weiter blieb unwidersprochen, dass D._____ ein eher ruhiges, introvertiertes 

Kind ist. Die Parteien haben daher für D._____, zusammen mit deren Lehrerin, 

eine Spieltherapie aufgegleist, um sie in "der zweifellos herausfordernden Tren-

nungssituation zusätzlich zu unterstützen und zu stärken" (vgl. Urk. 156 S. 3 und 

Urk. 161; Urk. 158/3). Auch den Ausführungen der Gesuchstellerin, dass es 

D._____ gemäss ihrer Klassenlehrerin in der Schule ganz toll mache, seit der 1. 

Klasse sichtliche Fortschritte erzielt habe und insbesondere ihr Selbstvertrauen 

stetig zunehme, widersprach der Gesuchsgegner nicht (Urk. 156 S. 4; Urk. 161). 

Offensichtlich entwickelt sich D._____ trotz den zwischen den Parteien bestehen-

den Schwierigkeiten und den unregelmässigen Kontakten zum Gesuchsgegner 

gut. Die Gesuchstellerin nimmt die fachliche Hilfe, welche D._____ für eine ge-

sunde und altersgerechte Entwicklung benötigt, in Anspruch. Diese Tatsache 

spricht gegen ein ungesundes Abhängigkeitsverhältnis zwischen Mutter und 

Tochter. Wie bereits erwähnt, widersetzt sich die Gesuchstellerin denn auch der 

Errichtung einer Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB nicht. Betreffend 

E._____ sind keine Auffälligkeiten bekannt. Offenbar entwickeln sich derzeit beide 

Kinder sowohl körperlich als auch emotional gut (vgl. Urk. 165 S. 3). Es erscheint 

nicht angezeigt, im Rahmen des Eheschutzverfahrens eine "Expertise" von lic. 

phil. J._____ einzuholen (vgl. Urk. 161 S. 3).  

 4.1.3.4. Aufgrund des Gesagten bestehen keine Zweifel an der Erziehungs-

fähigkeit der Gesuchstellerin. Im Eheschutzverfahren geht es in erster Linie da-

rum, möglichst rasch eine optimale Situation für die Kinder zu schaffen. Langwie-

rige Abklärungen durch Gutachten sollten auch im Streitfall nicht die Regel sein, 

sondern nur angeordnet werden, wenn besondere Umstände (z.B. sexueller 

Missbrauch von Kindern, Gewalttätigkeiten gegenüber Kindern u.Ä.) vorliegen 

(vgl. OG ZH LE200070 vom 20.05.2021, S. 24, E. 4.2. m.H. auf die einschlägige 

Rechtsprechung). Der Antrag des Gesuchsgegners auf Einholung eines Erzie-

hungsfähigkeitsgutachtens ist abzuweisen (vgl. Urk. 161 S. 2, prozessualer An-

trag). 

- 28 - 

 4.2. Betreuungsverhältnisse 

 D._____ und E._____ lebten während längerer Zeit mit der Gesuchstellerin 

und deren Mutter - ohne den bereits in der Schweiz arbeitenden Gesuchsgegner - 

in England. Nachdem sich die ganze Familie in der Schweiz niedergelassen hatte, 

kümmerte sich hauptsächlich die nicht erwerbstätige Gesuchstellerin um die Kin-

der. Nach der Trennung der Parteien haben die Kinder den Gesuchsgegner, wie 

aufgezeigt, nur in einem eingeschränkten Rahmen gesehen. Zweimal brach der 

Kontakt zwischen dem Vater und den Töchtern über mehrere Monate vollständig 

ab. D._____ und E._____ müssen zum Gesuchsgegner zuerst ein Vertrauens-

verhältnis aufbauen. Sodann blieb unangefochten, dass der Gesuchsgegner sei-

ne Töchter bislang nie während mehr als ein paar Stunden allein betreut hat (vgl. 

Urk. 98 S. 31). Er muss in die Aufgaben als Erziehender erst einmal hineinwach-

sen. Es spricht hingegen nichts Grundlegendes dagegen, dass ihm dies nicht ge-

lingen sollte. Es erscheint jedoch glaubhaft, dass die Kinder derzeit eine engere 

Bindung zur Gesuchstellerin als zum Gesuchsgegner haben. Zudem zeigt der 

Gesuchsgegner auch im Berufungsverfahren kein durchdachtes Betreuungskon-

zept auf. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die in seiner Position flexibel 

einteilbare Arbeitszeit (vgl. Urk. 97 S. 28). Weiter macht er geltend, für die Be-

treuungszeiten, welche er nicht selbst abdecken könne, eine professionelle Nanny 

zu engagieren (Urk. 132 S. 3). Zwar arbeitet der Gesuchsgegner noch immer zu 

100 % im Homeoffice und es ist davon auszugehen, dass er derzeit kaum reisen 

muss. Dies wird sich hingegen nach dem Ende der Pandemie zwangsläufig wie-

der ändern. Mit der Vorinstanz ist, was nicht konkret angefochten wurde, davon 

auszugehen, dass es als notorisch angesehen werden darf, dass der gutbezahlte 

Job des Gesuchsgegners als Manager bei einer internationalen Grossunterneh-

mung mit einer erschwerten Planbarkeit einhergeht und den Berufstätigen insbe-

sondere auch zu Randzeiten stark beanspruchen kann (vgl. Urk. 98 S. 31), zumal 

sich der Gesuchsgegner neben seiner 100 %-igen Tätigkeit für die F._____ 

GmbH auch noch bei "K._____" engagiert (vgl. nachfolgend E. II.D.4.2.3.). Damit 

kann er eine planbare, überwiegend eigene Betreuung - im Gegensatz zur Ge-

suchstellerin - nicht gewährleisten. Mit Bezug auf die derzeitige Homeofficepflicht 

verkennt der Gesuchsgegner sodann, dass die Kinder nicht nur seine physische 

- 29 - 

Anwesenheit brauchen, sondern er auch psychisch anwesend sein muss. Home-

office allein ist kein Betreuungskonzept.  

  

  

- 30 - 

 4.3. Wohnsituation 

 Der Gesuchsgegner wohnt seit dem 16. Juni 2021 in einer 4 ½-

Zimmerwohnung in L._____ (Urk. 123/22). Der Vermieter beabsichtigt, die Lie-

genschaft zu sanieren bzw. umzubauen. Der Mietvertrag ist bis zum Beginn der 

Sanierungs-/Umbauarbeiten befristet (Urk. 123/22 S. 3, Ziffer 14). Gemäss Ge-

suchsgegner beginnen die Renovationsarbeiten voraussichtlich im Jahr 2022 (vgl. 

Urk. 130/1). Damit erscheint glaubhaft, dass sich die Wohnverhältnisse des Ge-

suchsgegners noch in diesem Jahr erneut verändern werden. D._____ ist bereits 

in I._____ eingeschult. E._____ wird (voraussichtlich) ab August 2022 den Kin-

dergarten besuchen. Für die Entwicklung der Kinder sind stabile örtliche Verhält-

nisse wichtig. Diese Stabilität kann der Gesuchsgegner derzeit aufgrund der ge-

schilderten Wohnverhältnisse weniger gewährleisten als die Gesuchstellerin.  

 5. Gestützt auf das Gesagte wird mit der Zuteilung der alleinigen Obhut an 

die Gesuchstellerin dem Kindeswohl nach wie vor am besten Rechnung getragen. 

Gegen eine alternierende Obhut spricht derzeit namentlich, dass der Gesuchs-

gegner D._____ und E._____ aufgrund des fehlenden Vertrauensverhältnisses 

innert absehbarer Zeit nicht in einem für eine solche Regelung genügenden Aus-

mass wird betreuen können. Sodann ist aufgrund der derzeitigen Wohnsituation 

des Gesuchsgegners ungewiss, ob die für die Ausübung einer alternierenden Ob-

hut notwendige geografische Nähe der Parteien über eine längere Zeitdauer ge-

geben ist. Zudem scheint der Gesuchsgegner mehr und mehr davon überzeugt zu 

sein, die Gesuchstellerin und deren Mutter würden die Kinder als Pfand dafür be-

nutzen, um möglichst viel Geld aus ihm herauszupressen. Er hat die Unterhalts-

zahlungen an die Gesuchstellerin vollständig eingestellt. Selbst die Tatsache, 

dass die Gefahr bestand, dass die Kinder und die Gesuchstellerin die vormals 

eheliche Wohnung aufgeben müssten, weil sie den Mietzins nicht mehr bezahlen 

konnten, hat den Gesuchsgegner nicht zu einem Umdenken bewegt (vgl. Urk. 

149). Vielmehr straft er die Kinder ab, indem er sie nicht mehr besucht, weil die 

Gesuchstellerin eine gegen ihn eingeleitete Betreibung fortgesetzt hat (vgl. vorne 

E. II.A.4.1.3.2.). Eine normale Kommunikation zwischen den Parteien findet der-

zeit offensichtlich nicht statt. Vor diesem Hintergrund kann nicht davon ausgegan-

gen werden, dass die Parteien dazu fähig wären, in den Belangen von D._____ 

- 31 - 

und E._____ laufend miteinander zu kommunizieren, mithin friedlich miteinander 

die täglich anfallenden Probleme bei der Kindererziehung zu besprechen und im 

Hinblick auf die für eine alternierende Obhut notwendigen organisatorischen Vor-

kehrungen zu kooperieren. In Übereinstimmung mit dem vorinstanzlichen Ent-

scheid sind D._____ und E._____ für die Dauer des Getrenntlebens der Parteien 

unter die alleinige Obhut der Gesuchstellerin zu stellen.  

 

 B) Besuchsrecht  

 1.1. Die Vorinstanz räumte dem Gesuchsgegner ein auf der Teiltrennungs-

vereinbarung vom 7. Dezember 2020 basierendes, stufenweise aufbauendes Be-

suchsrecht ein. Die Besuchszeiten der beiden Töchter wurden dabei unterschied-

lich geregelt. So wurde der Gesuchsgegner u.a. für berechtigt erklärt, E._____ ab 

Juni 2021 (dritte und letzte Phase) jeweils am Freitag- und Samstagnachmittag 

von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu betreuen. Nicht vorgesehen sind während der 

Dauer des Getrenntlebens Übernachtungen von E._____ beim Gesuchsgegner 

sowie gemeinsame Ferien. D._____ hingegen sollte, sofern dem Gesuchsgegner 

bis zu diesem Zeitpunkt eine eigene Wohnung zur Verfügung stehe, ab Juni 2021 

von freitags ab 15.00 Uhr bis samstags um 18.00 Uhr und ab August 2021 zudem 

während vier Wochen Ferien vom Gesuchsgegner betreut werden. Weiter wurde 

für beide Töchter das Feiertagsbesuchsrecht geregelt (Urk. 98 S. 71 ff. Dispositiv-

Ziffer 9).  

 1.2. Für die Vorinstanz erschien im Interesse der Kinder eine etappenweise 

Ausdehnung der Betreuungszeiten durch den Gesuchsgegner geboten. Sie sah 

keine Veranlassung, von der in der Teiltrennungsvereinbarung getroffenen, diffe-

renzierten Besuchsregelung abzuweichen. Namentlich würden weder die gele-

gentlichen Verspätungen des Gesuchsgegners bei der bisherigen Besuchs-

rechtsausübung noch die fortbestehenden Kommunikationsdefizite der Parteien 

einen Grund für eine "Plafonierung" der Besuchszeiten darstellen. Eine Verein-

heitlichung der Besuchszeiten der beiden Töchter sah die Vorinstanz aufgrund 

des Altersunterschiedes von D._____ und E._____ von vier Jahren und der sich 

daraus ergebenden unterschiedlichen Bedürfnisse der beiden Mädchen nicht als 

angezeigt an. In der Praxis habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass für Klein-

- 32 - 

kinder wie E._____ vor allem häufige und kurze Besuchsintervalle ohne Über-

nachtungen ideal seien. Im Gegensatz dazu lasse sich der physische Kontakt zur 

Hauptbetreuungsperson bei älteren Kindern wie D._____ hinreichend durch ande-

re Kommunikationskanäle substituieren; auch verfügten ältere Kinder über ein dif-

ferenzierteres Zeitempfinden bzw. ein ausgeprägteres Erinnerungsvermögen, 

weshalb längere Besuchskontakte mit Übernachtungen ins Auge gefasst werden 

könnten. Insofern stütze sich die in der Teiltrennungsvereinbarung getroffene Be-

suchsregelung auf sachliche Gründe und erscheine es unter Kindeswohlaspekten 

angezeigt, dass bei E._____ die Ausdehnung der Betreuungszeiten beim Vater 

weniger schnell voranschreiten würden als bei D._____. Dass D._____ derzeit 

noch Mühe habe, alleine Zeit mit dem Gesuchsgegner zu verbringen, dürfte ge-

mäss Vorinstanz vor allem auf den Umstand zurückzuführen sein, dass sie sich 

noch nicht an die neue Betreuungssituation gewöhnt habe. Für ein sechsjähriges 

Kind sei dies zwar durchaus verständlich, allerdings werde es im Leben von 

D._____ zunehmend (Alltags-)Situationen geben, bei denen sie ohne ihre 

Schwester oder ihre Mutter zurechtkommen müsse. Es sei Aufgabe der Parteien, 

die Selbständigkeit von D._____ – welche auch bereits erkennbare Fortschritte 

gemacht habe – konstruktiv zu fördern und ihr die entsprechende Sicherheit zu 

vermitteln, damit hinsichtlich der Besuche beim Gesuchsgegner bald eine neue, 

familiäre Routine einkehren könne. Die Vorinstanz schob die Übernachtungen von 

D._____ beim Gesuchsgegner für so lange auf, bis dieser über eine eigene Woh-

nung verfüge. Unter dieser Voraussetzung sprach die Vorinstanz dem Gesuchs-

gegner für D._____ sodann ein Ferien- und ein Feiertagsbesuchsrecht zu. Da für 

E._____ keine Übernachtungen und kürzere Betreuungszeiten vorgesehen seien, 

sah die Vorinstanz von der Festlegung eines Ferienbesuchsrechts ab. Hingegen 

sprach sie dem Gesuchsgegner eintägige Besuchsrechte an den Feiertagen zu 

(Urk. 98 S. 31 ff.). 

 2.1. Die Gesuchstellerin beantragt mit der Berufung eine Neuregelung des 

Besuchsrechts. Da die Kontakte unterbrochen worden seien, müssten sie wieder 

schrittweise auf- und ausgebaut werden. Es müsse mit dem von der Vorinstanz 

aufgestellten Phasensystem wieder von vorne begonnen werden. Dabei seien die 

einzelnen Phasen in Abänderung des vorinstanzlichen Entscheids von einem auf 

- 33 - 

drei Monate auszudehnen. D._____ und E._____ würden etwas länger brauchen, 

um sich an neue Verhältnisse zu gewöhnen, weshalb ihnen jeweils mehr Zeit ein-

zuräumen sei, bevor von einem Betreuungssetting in das nächste gewechselt 

werde. Dies bringe mehr Ruhe und Verlässlichkeit in das System. Zudem werde 

der Gesuchsgegner nach dem Kontaktabbruch erst einmal einen Extraeffort leis-

ten müssen, um das Vertrauen der Kinder wieder zu gewinnen (vgl. Urk. 104 S. 2 

f., Antrag 1, und S. 20).  

 2.2. Der Gesuchsgegner beantragt einen stufenweisen Ausbau des Be-

suchsrechts hin zu einer annähernd hälftigen Betreuung (vgl. Urk. 97 S. 2 f., An-

trag 1.2.). Dabei seien die Betreuungszeiten für D._____ und E._____ einheitlich 

festzusetzen und auch für E._____ Übernachtungen vorzusehen.  

 3. Gemäss Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die Obhut nicht zu-

steht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen per-

sönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, das in 

erster Linie dem Interesse des Kindes dient. Oberste Richtschnur für die Ausge-

staltung des persönlichen Verkehrs ist das Kindeswohl. Entsprechend hat sich 

das Gericht in erster Linie an den Bedürfnissen des Kindes zu orientieren; die In-

teressen der Eltern haben hinter dem vorrangig massgebenden Kindeswohl zu-

rückzustehen. In diesem Sinn hat auch der persönliche Verkehr zum Zweck, die 

positive Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und zu fördern. In der Entwick-

lung des Kindes sind seine Beziehungen zu beiden Elternteilen wichtig, da sie bei 

seiner Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen können (vgl. BGer 

5A_530/2018 vom 20.02.2019, E. 4.1 m.H.). 

 Bei der Ausgestaltung des Besuchsrechts kommt dem Alter des Kindes eine 

entscheidende Bedeutung zu. Ein Kleinkind hat diesbezüglich andere Bedürfnisse 

als ein Jugendlicher. Insbesondere ist das Zeitgefühl bei einem Kleinkind anders. 

Längere Zeitabstände zwischen den Besuchen können bei Kleinkindern zur Un-

gewissheit führen, ob sie den entsprechenden Elternteil je wieder sehen. Deshalb 

geht es nicht um einen Kontakt von einigen Stunden alle zwei Wochen, sondern 

um Kontakte von einigen Stunden innerhalb zweier Wochen. Zudem ist die Bin-

dung an einen Elternteil und die Intensität der Beziehung zum Besuchsberechtig-

- 34 - 

ten bei Kleinkindern zentral. Wichtig ist auch die vor der Trennung der Eltern ge-

lebte Betreuung. Die Ausgestaltung hängt auch von der Lebensgestaltung der El-

tern und des Kindes, den räumlichen Gegebenheiten und zeitlichen Verfügbarkei-

ten der Eltern ab. Für die Umsetzung und namentlich auch den Detaillierungsgrad 

der Regelung ist das Verhältnis zwischen den Eltern wichtig (vgl. BGer 

5A_290/2020 vom 08.12.2020, E. 2.3).  

 Mit der Schulpflicht wird ein wesentlicher Teil der Kinderbetreuung während 

des Tages durch Dritte, nämlich die Schule übernommen, was den Tagesablauf 

des Kindes vollständig verändert. Zudem verändert sich auch das Zeitgefühl des 

Kindes und die Notwendigkeit von kurzen Besuchsintervallen, um die Kontinuität 

in der Beziehung zu gewährleisten. Gleichzeitig wirken sich aber auch Tren-

nungszeiten mit zunehmendem Alter anders aus. Insofern sind Abstufungen des 

Besuchsrechts sinnvoll. Sie sind aber nicht Selbstzweck. Vielmehr müssen objek-

tive oder psychologische Gründe dargetan werden, warum mit einem bestimmten 

Alter oder ab einem bestimmten Zeitpunkt eine Änderung angebracht ist. So kann 

eine Abstufung insbesondere auch dem Aufbau einer Vater-Kind-Beziehung und 

dem Eingewöhnen an Besuche dienen (vgl. zum Ganzen BGer 5A_290/2020 vom 

08.12.2020, E. 3.3.4).   

 4.1. Wie dargelegt (vgl. vorne E. II.A.4.1.3.2.), verlief das Besuchsrecht bis 

anhin nicht reibungslos. Der Gesuchsgegner hat D._____ und E._____ mehrfach 

über Monate gar nicht besucht. Ansonsten fanden Besuche von jeweils wenigen 

Stunden an Samstagen und Sonntagen statt. Bei diesen Besuchen nahm der Ge-

suchsgegner die Töchter teilweise mit sich, mehrheitlich fanden sie jedoch in der 

vormals ehelichen Wohnung bzw. im Garten der Wohnung statt. Der Gesuchs-

gegner war schon vor der Trennung der Parteien nur beschränkt im Leben seiner 

Töchter präsent. Die Kinder, E._____ von Geburt an, haben während längerer 

Zeit getrennt vom Gesuchsgegner in England gelebt. Während des Zusammenle-

bens in der Schweiz ab Juni 2019 bis zur Trennung im Oktober 2020 teilten sich 

die Parteien die Betreuung der Kinder nicht. Der Gesuchsgegner setzt sich mit 

den diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz (vgl. Urk. 98 S. 28, E. 4.3.2.) 

nicht auseinander (vgl. Urk. 97 S. 6 ff.), weshalb sie Bestand haben (vgl. vorne E. 

I.3.2.). Es erscheint daher glaubhaft, dass zwischen dem Gesuchsgegner und den 

- 35 - 

Töchtern zuerst ein Vertrauens- und Beziehungsaufbau stattfinden muss (vgl. 

hierzu vorne E. II.A.4.2.). Dabei erscheint der von der Vorinstanz gewählte Weg, 

dass dem Gesuchsgegner vorerst an jedem Wochenende am Samstag und Sonn-

tag ein Besuchsrecht für einige Stunden eingeräumt wird und nach einer gewis-

sen Eingewöhnungszeit zu einem Wochenendbesuchsrecht alle zwei Wochen 

gewechselt wird, im Grundsatz als angemessen. Offensichtlich leben die Parteien 

denn derzeit auch wieder ein Besuchsrecht sowohl am Samstag wie am Sonntag 

für wenige Stunden (vgl. Urk. 165 S. 5). Trotz des Altersunterschiedes von 

D._____ und E._____ von vier Jahren erscheint es hingegen als angezeigt, ein-

heitliche Besuchszeiten festzusetzen. Die Schwestern leben im gleichen Haus-

halt. Soweit bekannt haben sie eine gute Beziehung zueinander. Es blieb unbe-

stritten, dass sich D._____ bis anhin weigerte, alleine mit dem Gesuchsgegner 

mitzugehen (Urk. 97 S. 9; Urk. 104 S. 9 ff.). Es ist davon auszugehen, dass sich 

die beiden Mädchen beim Aufbau der Beziehung zum Gesuchsgegner und im 

Umgang mit den anstehenden Änderungen, welche der stufenweise Ausbau des 

Besuchsrechts mit sich bringen wird, gegenseitig unterstützen und Halt geben. 

Der Anordnung von Übernachtungen steht, nachdem eine Vertrauensbasis zum 

Gesuchsgegner aufgebaut werden konnte, sowohl für D._____ als auch für 

E._____ nichts entgegen. D._____ wird zunehmend selbständiger und gewinnt an 

Selbstvertrauen (vgl. vorne E. II.A.4.1.3.3.). Sie befindet sich in Therapie und 

kann bei der Bewältigung der anstehenden Veränderungen auf fachliche Unter-

stützung zählen. E._____ wird im Sommer 2022 (voraussichtlich) in den Kinder-

garten kommen. Sie ist dann vier Jahre alt. Eine Loslösung von der Mutter findet 

immer mehr statt und sie hat sich an für sie zuerst fremden Orten einzuleben. Es 

wird nicht geltend gemacht, dass E._____ dies nicht könnte. Die Erziehungsfähig-

keit des Gesuchsgegners ist gegeben (vgl. vorne E. II.A.4.1.2.). Damit ist nicht er-

sichtlich, wieso E._____ nicht - nachdem sie die Möglichkeit hatte, eine vertrau-

ensvolle Beziehung zum Gesuchsgegner aufzubauen - zusammen mit ihrer 

Schwester bei ihrem Vater übernachten sollte. Das Bundesgericht sieht es denn 

auch als massgeblich für die Entwicklung der Vater-Kind-Beziehung an, dass 

auch bei Kleinkindern möglichst schnell Übernachtungen eingeschlossen werden 

(vgl. BGer 5A_290/2020 vom 08.12.2020, E. 3.4.1). Der Gesuchsgegner lebt der-

zeit in einer Wohnung, welche die Ausübung eines Wochenend- sowie Ferienbe-

- 36 - 

suchsrechts zulässt. Es ist davon auszugehen, dass er auch inskünftig darum 

bemüht ist, Wohnverhältnisse zu schaffen, welche dies ermöglichen.  

 Nicht ausser Acht gelassen werden darf jedoch, dass D._____ und E._____ 

mit dem Gesuchsgegner, insbesondere durch den mehrfachen, vollständigen 

Kontaktunterbruch, ein Wechselbad der Gefühle erlebt haben. Kommt hinzu, dass 

ein Beziehungsaufbau zum Gesuchsgegner zufolge der örtlichen Trennung von 

diesem in ihrer frühen Kindheit wohl in einem wesentlich beschränkteren Umfang 

als üblich stattfand. Es erscheint daher glaubhaft, dass D._____ und E._____, wie 

von der Gesuchstellerin angeführt, etwas mehr Zeit brauchen, um wieder oder 

erstmals Vertrauen zum Gesuchsgegner aufzubauen bzw. sich auf eine Bezie-

hung mit ihm einzulassen. Entsprechend ist den Kindern eine längere Phase als 

üblich zuzugestehen, bis das Besuchsrecht ausgedehnt wird. Der Gesuchsgegner 

sieht die Kinder von Beginn an jedes Wochenende sowohl am Samstag als auch 

am Sonntag. Wie dargelegt, wird dieses Besuchsrecht seit dem 24. Dezember 

2021 bereits wieder gelebt, wobei der Gesuchsgegner die Kinder bei der Gesuch-

stellerin zu Hause besucht. Es darf davon ausgegangen werden, dass, wenn jetzt 

damit begonnen wird, dass der Gesuchsgegner die Kinder wieder zu sich zu Be-

such nimmt, sich diese nach rund zwei Monaten derart an den Vater und dessen 

Wohnverhältnisse gewöhnt haben, dass mit ersten Übernachtungen begonnen 

werden kann. Was derzeit aufgrund des in der Vergangenheit Geschehenen und 

der noch schwachen Bindung zwischen Vater und Töchtern nicht angezeigt er-

scheint, ist, dem Gesuchsgegner zusätzlich die Betreuung an einem Tag unter 

der Woche zuzusprechen. Im Rahmen des Eheschutzverfahrens und damit des 

weiteren Getrenntlebens der Parteien muss das Ziel sein, dass die Kinder eine 

stabile Beziehung und Vertrauen zum Gesuchsgegner aufbauen können. Dem 

scheint ein zu häufiges hin und her nicht förderlich zu sein. Sodann müssen die 

Kinder darauf vertrauen können, dass der Gesuchsgegner die Besuchszeiten in 

der Zukunft auch effektiv und regelmässig wahrnimmt. Der Gesuchsgegner hat 

eine Top Management Position inne. In Zeiten ohne Pandemie reist er viel. Ge-

mäss Gesuchstellerin ist er teils über Wochen unterwegs (vgl. Prot. Vi S. 15). Es 

ist nicht ersichtlich, wie er einen zusätzlichen Betreuungstag unter der Woche 

bewältigen will. Hingegen soll die Besuchszeit, nachdem Wochenendbesuche mit 

- 37 - 

zwei Übernachtungen installiert sind, am Freitag bereits um 12.30 Uhr bzw. nach 

Schulschluss beginnen. Es ist davon auszugehen, dass es sich der Gesuchsgeg-

ner auch nach dem Ende der Pandemie und der Rückkehr zu einer gewissen be-

ruflichen Normalität, einrichten kann, alle zwei Wochen am Freitagnachmittag frei 

zu machen.  

 4.2. Gestützt auf das Gesagte erscheint es angemessen, dem Gesuchsgeg-

ner ab sofort ein Besuchsrecht für D._____ und E._____ an jedem Samstag und 

Sonntag von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr einzuräumen. Per 1. Mai 2022 sind die Be-

suchszeiten von drei Stunden pro Tag auf fünf Stunden auszudehnen. D._____ 

und E._____ sollen sich, bevor es zu Übernachtungen kommt, beim Gesuchs-

gegner einleben. Es ist daher den Kindern und dem Vater die Möglichkeit zu ge-

ben, gemeinsam Zeit in der Wohnung des Gesuchsgegners zu verbringen und 

namentlich einmal eine Mahlzeit gemeinsam einzunehmen. Hierfür wird mehr Zeit 

als drei Stunden benötigt. Sodann sollte die Ausdehnung der Besuchszeiten auch 

zu einer Entspannung bezüglich der Einhaltung der Besuchszeiten führen, da 

mehr Zeit für Aktivitäten zur Verfügung steht. Entsprechend ist der Gesuchsgeg-

ner für berechtigt zu erklären, die Kinder ab dem 1. Mai 2022 bis zum 31. Mai 

2022 an jedem Samstag und Sonntag von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr mit sich oder 

zu sich auf Besuch zu nehmen. Ab dem 1. Juni 2022 steht einem Wochenendbe-

suchsrecht nichts mehr entgegen. Um den Kinder die Eingewöhnungszeit zu er-

leichtern, ist für zwei Monate nur eine Übernachtung vorzusehen. Entsprechend 

ist der Gesuchsgegner für berechtigt zu erklären, D._____ und E._____ bis zum 

31. Juli 2022 an jedem zweiten Wochenende von Samstagmorgen, 10.00 Uhr, bis 

Sonntagabend 18.00 Uhr mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. Ab dem 

1. August 2022 kann er D._____ und E._____ an jedem zweiten Wochenende 

von Freitag, 12.30 Uhr bzw. nach Schulschluss, bis Sonntagabend 18.00 Uhr auf 

Besuch nehmen.  

 Sodann ist ein angemessenes Feiertags- und Ferienbesuchsrecht einzurich-

ten. Es erscheint angemessen, dass der Gesuchsgegner die Kinder in den gera-

den Kalenderjahren über die ganzen Osterfeiertage (von Donnerstagabend, 17.00 

Uhr, bis Montagabend 19.00 Uhr), am 26. Dezember von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr 

und vom 1. Januar ab 9.00 Uhr bis am 2. Januar um 19.00 Uhr zu sich auch Be-

- 38 - 

such nehmen kann. In den ungeraden Kalenderjahren über die ganzen Pfingstfei-

ertage (von Freitagabend, 17.00 Uhr, bis Montagabend 19.00 Uhr), vom 

24. Dezember ab 9.00 Uhr bis am 25. Dezember um 19.00 Uhr und an Silvester 

ab 9.00 Uhr bis am 1. Januar um 19.00 Uhr. Von dieser Regelung noch ausge-

nommen sind die Oster- und Pfingstfeiertage im Jahre 2022. Gestützt auf die 

(zumindest mit Bezug auf D._____) übereinstimmenden Anträge (vgl. Urk. 97 S. 

3, Antrag 1.2.e, und Urk. 104 S. 3, Antrag 1 Phase V) ist der Gesuchsgegner so-

dann für berechtigt zu erklären, D._____ und E._____ ab 2023 während vier Wo-

chen Ferien pro Jahr in den Schulferien mit sich auf Besuch zu nehmen. Die El-

tern sprechen sich über die Aufteilung der Ferien jeweils bis Ende des laufenden 

Jahres ab; im Konfliktfall kommt in Jahren mit gerader Jahreszahl der Gesuchstel-

lerin, in Jahren mit ungerader Jahreszahl dem Gesuchsgegner das Entschei-

dungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu. Weitergehende oder abwei-

chende Besuchsrechtsregelungen nach gegenseitiger Absprache bleiben vorbe-

halten. 

 

 C. Beistandschaft 

 1. Erfordern es die Verhältnisse, ist dem Kind ein Beistand zu ernennen, der 

die Eltern in ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt. Dem Beistand 

können besondere Befugnisse, namentlich die Überwachung des persönlichen 

Verkehrs übertragen werden (vgl. Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB).  

 2. Die Parteien sind sich in der Pflege und Erziehung der Kinder in vielerlei 

Hinsicht uneinig (vgl. Urk. 98 S. 16, E. 2.4.). Es ist nicht erkennbar, dass sich die 

Situation seit Fällung des erstinstanzlichen Urteils verbessert hätte. Sachliche 

Diskussionen über die Kinderbelange werden nach wie vor vom Paarkonflikt, wel-

cher sich hauptsächlich an finanziellen Fragen sowie an der Rolle der Mutter der 

Gesuchstellerin im Familiengefüge entzündet, überlagert und zeitweise gar ver-

unmöglicht (vgl. Urk. 98 S. 28, E. 4.3.1.). Unangefochten blieb (vgl. Urk. 98 S. 28 

E. 4.3.1.) und dies ergibt sich auch aus den Berufungsakten, dass die Kommuni-

kationsschwierigkeiten längst nicht nur der Gesuchstellerin, dem durch sie erwirk-

ten Kontaktverbot und der Mutter der Gesuchstellerin anzulasten sind.  

- 39 - 

 Unter den gegebenen Umständen erscheint es angezeigt, wie von beiden 

Parteien beantragt (vgl. Urk. 140 S. 2, Antrag 7; Urk. 142 S. 1; Urk. 161 S. 1, An-

trag 1; Urk. 165 S. 4), für E._____ und D._____ eine Beistandschaft im Sinne von 

Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB zu errichten. Dem Beistand sind die folgenden Aufga-

ben zu erteilen: 

- die Eltern in ihrer Sorge um die Kinder mit Rat und Tat zu unterstützen, 

- die weitere Erziehung, Entwicklung und Ausbildung der Kinder zu fördern und zu 

überwachen, 

- das angeordnete Besuchsrecht als neutrale Drittperson sicherzustellen, zu 

überwachen und im Fall von Konflikten zwischen den Eltern zu vermitteln,  

- nötigenfalls mit den Parteien Anpassungen des Besuchsrechts zu vereinbaren, 

eine neue einvernehmliche Besuchsregelung zu treffen oder bei der zuständigen 

Behörde entsprechend Antrag zu stellen, 

- die Parteien in ihren Bemühungen zur Förderung der Vertrauensbildung, zur 

Verbesserung ihrer Kommunikationsfähigkeit in Bezug auf die Kinderbelange so-

wie beim Informationsaustausch untereinander zu unterstützen. 

 4. Da mit dem vorliegenden Endentscheid eine Beistandschaft für D._____ 

und E._____ errichtet wird, fällt das rechtlich geschützte Interesse des Gesuchs-

gegners an der Beurteilung seines Begehrens um Errichtung einer Beistandschaft 

für die Dauer des Berufungsverfahrens nunmehr dahin (vgl. Urk. 161 S. 1, Antrag 

1). Der Antrag ist abzuschreiben (vgl. Art. 242 ZPO).  

 

 D. Unterhalt 

 1.1. Weiter ist die Höhe der vom Gesuchsgegner zu zahlenden Unterhalts-

beiträge umstritten. Die Vorinstanz hat sowohl die Kindesunterhaltsbeiträge als 

auch den persönlichen Unterhalt der Gesuchstellerin korrekterweise nach der 

zweistufigen Methode mit Überschussverteilung berechnet (vgl. Urk. 98 S. 37).  

- 40 - 

 Der Gesuchstellerin rechnete die Vorinstanz keine Einkünfte an (Urk. 98 

S. 37 ff.). Das Einkommen des Gesuchsgegners setzte sie auf Fr. 23'936.– netto 

pro Monat fest (Urk. 98 S. 41 ff.). Die Familienzulagen für D._____ und E._____ 

betragen je Fr. 200.– pro Monat (Urk. 98 S. 49). Sie werden vom Gesuchsgegner 

bezogen. Es resultierte ein Familieneinkommen von Fr. 24'396.– netto pro Monat. 

Die Vorinstanz ging von einem familienrechtlichen Bedarf der Gesuchstellerin von 

Fr. 4'431.–, des Gesuchsgegners von Fr. 5'696.–, von D._____ von Fr. 1'470.– 

und von E._____ von Fr. 1'476.– aus. Die Lebenshaltungskosten der Gesuchstel-

lerin setzte sie auf Fr. 3'081.– fest (Urk. 98 S. 51 ff.). Nach Deckung des gesam-

ten familienrechtlichen Bedarfs ergab sich gemäss Vorinstanz ein Überschuss 

von Fr. 11'263.– pro Monat (Urk. 98 S. 58). Die Vorinstanz erkannte auf eine um 

die trennungsbedingten Mehrkosten bereinigte Sparquote von Fr. 990.– pro Mo-

nat (Urk. 98 S. 58 ff.), womit sich der zu verteilende Überschuss auf Fr. 10'273.– 

reduzierte. Hiervon sprach sie den Parteien je einen Drittel und D._____ und 

E._____ je einen Sechstel zu (Urk. 98 S. 60 f.). Es ergaben sich die folgenden 

Unterhaltsbeiträge, zahlbar rückwirkend ab dem 1. Oktober 2020 (Urk. 98 S. 61): 

D._____: Fr. 2'982.– zuzüglich Familienzulagen (davon Fr. 1'270.– Barunter-

halt, Fr. 1'712.– Überschussanteil und Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) 

E._____: Fr. 6'069.– zuzüglich Familienzulagen (davon Fr. 1'276.– Barunter-

halt, Fr. 3'081.– Betreuungsunterhalt und Fr. 1'712.– Überschussan-

teil) 

Gesuchstellerin: Fr. 4'774.– (Fr. 1'350.– + Fr. 3'424.– Überschussanteil). 

 1.2. Der Gesuchsgegner beantragt mit der Berufung die Herabsetzung der 

Kindesunterhaltsbeiträge wie folgt (vgl. Urk. 97 S. 3 f. Antrag 1.4.): 

ab 1. Oktober 2020 bis 31. August 2021: 

D._____: Fr. 1'545.– zuzüglich Familienzulagen (davon Fr. 912.– Barunterhalt, 

Fr. 434.– Überschussanteil und Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) 

E._____: Fr. 4'116.– zuzüglich Familienzulagen (davon Fr. 918.– Barunterhalt, 

Fr. 434.– Überschussanteil und Fr. 2'764.– Betreuungsunterhalt) 

  

- 41 - 

ab 1. September 2021 bis 31. August 2022: 

D._____: Fr. 1'843.– (davon Fr. 912.– Barunterhalt, Fr. 731.– Überschussanteil 

und Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) 

E._____: Fr. 2'628.– (davon Fr. 918.– Barunterhalt, Fr. 731.– Überschussanteil 

und Fr. 979.– Betreuungsunterhalt) 

ab 1. September 2022 und für die weitere Dauer des Getrenntlebens: 

D._____: Fr. 2'287.– (davon Fr. 912.-- Barunterhalt, Fr. 1'176.– Überschussan-

teil und Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) 

E._____: Fr. 2'293.– (davon Fr. 918.– Barunterhalt, Fr. 1'176.– Überschussan-

teil und Fr. 0.– Betreuungsunterhalt) 

 Sodann sei er zu verpflichten, der Gesuchstellerin vom 1. Oktober 2020 und 

bis zum 31. August 2022 persönlichen Unterhalt in der Höhe von Fr. 1'567.– zu 

bezahlen (Urk. 97 S. 4, Antrag 1.5.). 

 2. Einkommen 

 2.1. Einkommen der Gesuchstellerin  

 2.1.1. Die Gesuchstellerin besitzt einen Bachelor der Yale University und ei-

nen LLM der rechtswissenschaftlichen Fakultät der University of Cambridge. Sie 

arbeitete unter anderem in einer international tätigen Anwaltskanzlei und war vor 

dem Umzug in die Schweiz in einem 75 %-Pensum bei der H._____ tätig. In der 

Schweiz ging die Gesuchstellerin keiner Erwerbstätigkeit nach. Die Vorinstanz 

rechnete ihr kein hypothetisches Einkommen an. Sie begründete dies namentlich 

mit den Betreuungsaufgaben der Gesuchstellerin gegenüber der im  

Urteilszeitpunkt zwei Jahre alten E._____ (vgl. Urk. 98 S. 37 ff.).  

 2.1.2. Da der Gesuchsgegner die Kinder ab September 2021 nicht von Don-

nerstag- bis Freitagabend betreut hat, konnte die Gesuchstellerin ab diesem Zeit-

punkt nicht in einem 20 %-Pensum arbeitstätig sein (vgl. Urk. 97 S. 11). Rückwir-

kend ist ihr kein Erwerbseinkommen anzurechnen.  

- 42 - 

 2.1.3.1. Weiter moniert der Gesuchsgegner, ab Eintritt von E._____ in den 

Kindergarten im August 2022 sei es der Gesuchstellerin gemäss dem Schulstu-

fenmodell zumutbar, einer 50 %-igen Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Vo-

rinstanz verletze Bundesrecht, indem sie der Gesuchstellerin ab September 2022 

kein hypothetisches Einkommen für ein 50 %-Pensum anrechne. Ausgehend vom 

vor Vorinstanz geltend gemachten Einkommen könne die Gesuchstellerin dann-

zumal ein Einkommen von netto Fr. 4'450.– pro Monat erzielen (Urk. 97 S. 12).  

 2.1.3.2. Nach der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung hat die 

Gesuchstellerin - entgegen ihrer Ansicht - keinen Anspruch auf Schutz der bishe-

rigen Rollenverteilung für die gesamte Dauer der Trennungszeit (vgl. Urk. 104 S. 

23 f.). Vielmehr hat das Eheschutzgericht in Fällen, in denen - wie vorliegend - er-

stellt ist, dass mit einer Wiederaufnahme des gemeinsamen Haushalts nicht mehr 

ernsthaft gerechnet werden kann, im Rahmen von Art. 163 ZGB die für den nach-

ehelichen Unterhalt geltenden Kriterien, namentlich den Vorrang der Eigenversor-

gung, miteinzubeziehen und aufgrund der neuen Lebensverhältnisse zu prüfen, 

ob und in welchem Umfang vom Ehegatten, der bisher den gemeinsamen Haus-

halt geführt hat, davon aber nach dessen Aufhebung entlastet ist, erwartet werden 

kann, dass er seine Arbeitskraft anderweitig einsetzt und eine Erwerbstätigkeit 

aufnimmt oder ausdehnt (vgl. BGer 5A_42/2020 vom 30.03.2020, E. 5.4 und 5.5. 

m.H.).   

 2.1.3.3. E.____ wird am tt.mm.2022 vier Jahre alt. Dann wird sie schulpflich-

tig (vgl. § 3 Abs. 2 Volksschulgesetz). Gemäss Gesuchstellerin kann aktuell keine 

Prognose darüber gestellt werden, ob E._____ im August 2022 effektiv einge-

schult werde. Die Vorinstanz habe korrekt festgestellt, das E._____ derzeit noch 

nicht bereit sei für eine Fremdbetreuung (Urk. 104 S. 22 f.). Die Frage kann offen-

bleiben. Denn wie bereits erwähnt, wohnt die Mutter der Gesuchstellerin bei ihr 

und den Kindern. Anzeichen dafür, dass sich diese Gegebenheit in Zukunft än-

dern würde, sind nicht ersichtlich und werden nicht geltend gemacht. Die Gross-

mutter mütterlicherseits hat D._____ und E._____ von klein auf betreut, so auch 

in England. Soweit bekannt, hat die Grossmutter ein inniges Verhältnis zu ihren 

Enkelinnen. Einer Erwerbstätigkeit geht sie nicht nach. Sie kann demnach die Be-

treuung von E._____ bei einer beruflichen Abwesenheit der Gesuchstellerin über-

- 43 - 

nehmen. Für eine derartige "Fremdbetreuung" ist E._____ zweifelsohne bereit. 

Weitere Gründe, welche die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit als unzumutbar er-

scheinen liessen, bringt die Gesuchstellerin nicht vor und solche sind auch nicht 

ersichtlich. Der Gesuchstellerin ist damit die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit per 

1. September 2022 - unabhängig von der Frage der Einschulung von E._____ - 

zumutbar.  

 2.1.3.4. Die Gesuchstellerin macht nicht geltend, dass sie keine Anstellung 

finden würde. Sie wendet jedoch ein, bei einem 50 %-Pensum bestenfalls ein 

Einkommen von Fr. 3'000.– pro Monat erzielen zu können (vgl. Urk. 104 S. 24 f.). 

Die Gesuchstellerin ist gut ausgebildet. Sie wird im Frühling 39 Jahre alt und hat 

bis im Jahre 2019 (Umzug in die Schweiz) - nur unterbrochen durch Mutter-

schaftsurlaube - immer in hohem Pensum bei einer Anwaltskanzlei oder Bank ge-

arbeitet. Die Gesuchstellerin verfügt über Berufserfahrung. Ihre sicherlich noch 

nicht perfekten Deutschkenntnisse benachteiligen sie nicht bei der Stellensuche, 

da sie über ausgezeichnete Englischkenntnisse verfügt. Gemäss unbestritten ge-

bliebener Berechnung nach Salarium kann die Gesuchstellerin als Juristin im un-

teren Kader einen Nettolohn von rund Fr. 10'500.– brutto bzw. Fr. 8'925.– netto 

pro Monat erzielen (vgl. Urk. 45 S. 17; Urk. 46/13; Urk. 48 S. 23). Notorisch ist 

hingegen, dass gerade bei Banken und in Anwaltskanzleien die Arbeitsbelastun-

gen hoch sind und sich nicht so leicht 50 %-Anstellungen finden lassen. Es er-

scheint daher glaubhaft, dass die Gesuchstellerin allenfalls auf eine weniger gut 

bezahlte Tätigkeit, namentlich ohne Führungsaufgaben, wird ausweichen müs-

sen. Es ist von einem erzielbaren Einkommen mit einem 50 %-Pensum von netto 

Fr. 3'500.– pro Monat auszugehen. Dieses Einkommen ist der Gesuchstellerin ab 

dem 1. September 2022 anzurechnen. 

 2.2. Einkommen Gesuchsgegner 

 2.1.1. Die Vorinstanz ging von einem durchschnittlichen Einkommen des 

Gesuchsgegners von Fr. 33'609.– brutto pro Monat aus (Fr. 16'550.– Fixlohn, 

Fr. 11'122.– Mitarbeiterbeteiligungen und Fr. 5'937.– Bonus). Nach Abzug der 

Sozialabgaben von 6.4 % (entsprechend 5.3 % AHV/IV/EO sowie 1.1 % ALV) so-

- 44 - 

wie der Quellensteuer von 23.91 % resultierte ein Einkommen von Fr. 23'936.– 

netto pro Monat (vgl. Urk. 98 S. 45 ff.). 

 2.1.2. Der Gesuchsgegner moniert die Anrechnung der Mitarbeiterbeteili-

gungen als Einkommen (Urk. 97 S. 12). 

 Die Vorinstanz hat in ihrem Entscheid ausführlich dargelegt, weshalb sie die 

vom Gesuchsgegner anlässlich seiner Befragung in der Hauptverhandlung ge-

machte Äusserung, dass betreffend der Mitarbeiterbeteiligungen eine vierjährige 

Sperrfrist bestehe (Prot. Vi S. 25), gestützt auf die im Recht liegenden Urkunden 

und das Verhalten des Gesuchsgegners nicht als glaubhaft erachtet (Urk. 97 

S. 46). Die Rüge des Gesuchsgegners, er habe "wiederholt glaubhaft ausgeführt", 

dass die Mitarbeiterbeteiligungen nie für den Familienunterhalt verwendet worden 

seien, weil sie nicht garantiert und jeweils für vier Jahre nach der Zuteilung ge-

sperrt gewesen seien, womit sich die Vorinstanz nicht auseinander setze, sondern 

ihre Argumentation lediglich darauf stütze, dass der Nachweis der vierjährigen 

Sperrfrist nicht gelungen sei, geht daher an der Sache vorbei. Das Vorgehen der 

Vorinstanz ist nicht zu beanstanden. Da der Gesuchsgegner im Weiteren weder 

die Höhe der Sozialversicherungsabzüge von 6.4 % noch den Satz für die Quel-

lensteuer von 23.91 % anficht, ist von einem monatlichen Nettoeinkommen des 

Gesuchsgegners von Fr. 23'936.– auszugehen. Auf die Frage, ob die Mitarbeiter-

beteiligungen eine Sparquote darstellen (vgl. Urk. 97 S. 12), wird noch zurückzu-

kommen sein (vgl. nachfolgend E. II.D.4.2.3.).  

 2.1.3. Unbestritten blieb, dass sich der Lohn des Gesuchsgegners im Juni 

2021 um Fr. 1'000.– pro Monat erhöht hat (vgl. Urk. 135 S. 11 und Urk. 140 S. 6). 

Hingegen ist dies nicht weiter zu berücksichtigen, da beim ehelichen Unterhalt die 

bisherige Lebensführung den Ausgangspunkt für die Bestimmung des gebühren-

den Unterhalts beider Ehegatten bildet (vgl. BGer 5A_891/2018 vom 02.02.2021, 

E. 4.4.). Die Kosten der Gesuchstellerin zur Beibehaltung der bisherigen Lebens-

führung werden auch ohne die Berücksichtigung der Lohnerhöhung gedeckt. Mit 

Bezug auf die Töchter erscheint eine Erhöhung der Kosten gegenüber den Ver-

hältnissen vor der Trennung aufgrund der ausgewiesenen Überschüsse nicht als 

angezeigt (vgl. nachfolgend E. II.D.4.3.).  

- 45 - 

  

- 46 - 

 2.3. Einkommen Töchter 

 Bei D._____ und E._____ sind die Familienzulagen von je Fr. 200.– pro Mo-

nat zu berücksichtigen.  

 3. Bedarfe 

 3.1. Bedarf Gesuchstellerin  

 3.1.1. Die Vorinstanz hat das familienrechtliche Existenzminimum der Ge-

suchstellerin auf Fr. 4'431.– (davon Fr. 3'081.– Lebenshaltungskosten) festgesetzt 

(vgl. Urk. 98 S. 51 f.). 

 3.1.2. Umstritten war vor Vorinstanz, ob bei der Gesuchstellerin, welche im 

gleichen Haushalt mit ihrer Mutter und den Kindern lebt, der Grundbetrag von 

Fr. 1'350.– für alleinerziehende Personen oder der tiefere Betrag von Fr. 1'100.– 

für alleinerziehende Personen in Haushaltsgemeinschaft mit Erwachsenen einzu-

setzen ist (Richtlinien für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzmi-

nimums gemäss dem Kreisschreiben der Verwaltungskommission des Oberge-

richts des Kantons Zürich vom 16. September 2009). Die Vorinstanz setzte Fr. 

1'350.– ein (Urk. 98 S. 52), was der Gesuchsgegner rügt (Urk. 97 S. 13).  

 Gemäss der aktuellen bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist das Exis-

tenzminimum basierend auf den "Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und 

Konkursbeamten der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen 

Existenzminimums" (fortan Richtlinien) zu berechnen (vgl. BGE 147 III 265 E. 

7.2). Die Richtlinien unterscheiden nicht danach, ob ein alleinerziehender Schuld-

ner mit Kindern in einer kostensenkenden Wohn- oder Lebensgemeinschaft 

wohnt oder nicht. Der Grundbetrag beträgt in beiden Fällen Fr. 1'350.– (vgl. Richt-

linien I. Monatlicher Grundbetrag). Entsprechend ist das Vorgehen der Vorinstanz 

nicht zu beanstanden.  

 3.1.3. Die Gesuchstellerin und die Kinder wohnen zusammen mit der Mutter 

der Gesuchstellerin in der vormals ehelichen Wohnung. Der Mietzins beträgt 

Fr. 3'400.– (inklusive Nebenkosten) pro Monat zuzüglich Fr. 300.– für die Garage 

(Urk. 3/19; Urk. 3/20). Die Vorinstanz teilte die Kosten praxisgemäss zur Hälfte  

- 47 - 

auf die Gesuchstellerin (Fr. 1'850.–) und je zu einem Viertel auf D._____ und 

E._____ (Fr. 925.–) auf (Urk. 98 S. 52 f.).  

 Die Höhe der Kosten blieb unangefochten. Hingegen rügt der Gesuchsgeg-

ner, gemäss Teiltrennungsvereinbarung sei die Gesuchstellerin verpflichtet wor-

den, die Garage zu vermieten. Ihr Antrag auf Aufhebung dieser Verpflichtung sei 

von der Vorinstanz abgewiesen worden. Entsprechend könnten ihr keine Kosten 

für die Miete der Garage angerechnet werden (Urk. 97 S. 14).  

 Gemäss Trennungsvereinbarung verpflichtete sich der Gesuchsgegner zu 

Akontozahlungen von Fr. 7'200.– pro Monat zuzüglich Familienzulagen. Die Ge-

suchstellerin verpflichtete sich, die Garage so rasch als möglich unter zu vermie-

ten (vgl. Urk. 50 S. 2, Ziffer 3 Akontobeiträge). Zweck dieser Regelung war wohl, 

dass ab dem Zeitpunkt der Untervermietung die Mieteinnahmen als zusätzliche 

Akontozahlungen zu veranschlagen gewesen wären. Eine konkrete Unterhaltsbe-

rechnung wurde denn auch nicht vorgenommen. Glaubhaft erscheint, dass es der 

Gesuchstellerin in der Folge nicht möglich war, die Garage unter zu vermieten, 

weil der Gesuchsgegner noch eigene Gegenstände darin lagerte und sich gegen 

eine Vermietung stellte, weil D._____ und E._____ dadurch in Kontakt mit frem-

den Drittpersonen kommen könnten (vgl. Urk. 104 S. 26 f.; Urk. 77/4-7). Der Ge-

suchsgegner erklärt im Berufungsverfahren weder sein nunmehriges Einver-

ständnis zur Vermietung der Garage an eine Drittperson noch, dass er die Garage 

zeitnah räumen würde (vgl. Urk. 112 S. 9). Entsprechend erscheint es als ange-

messen, im Rahmen des Eheschutzverfahrens Fr. 300.– Miete für die Garage im 

Bedarf der Gesuchstellerin zu berücksichtigen.  

 Weiter beruft sich der Gesuchsgegner darauf, die Mietkosten seien nach 

grossen und kleinen Köpfen auf die Gesuchstellerin, deren Mutter und die Kinder 

zu verteilen (Urk. 97 S. 13). Die Vorinstanz hat zutreffend erwogen, dass die 

Wohnkosten im derzeitigen Umfang bereits vor dem Einzug der Mutter der Ge-

suchstellerin angefallen sind und somit zum ehelichen Standard gehörten (vgl. 

Urk 97 S. 53). Die Berechnung der Vorinstanz ist nicht zu beanstanden.  

 3.1.4. Neu zu berechnen ist der Steueranteil der Gesuchstellerin, da - ent-

gegen den Ausführungen der Vorinstanz (vgl. Urk. 97 S. 56 f.) - nach der aktuel-

- 48 - 

len Rechtsprechung des Bundesgerichts in den Bedarfen der Kinder ein Steuer-

anteil festzusetzen ist (vgl. BGE 147 III 457 E. 4.2.3.).  

 Vom 1. Oktober 2020 bis zum 31. August 2022 hat der Gesuchsgegner Kin-

des- sowie persönlichen Unterhalt in der Höhe von (inkl. Familienzulagen) appro-

ximativ jährlich Fr. 151'200.– (12 x Fr. 12'600.–) an die Gesuchstellerin zu bezah-

len. In Abzug zu bringen sind die Versicherungsprämien von Fr. 5'200.– und die 

Kinderabzüge von Fr. 18'000.– (2 x Fr. 9'000.–), womit ein steuerbares Einkom-

men in der Grössenordnung von Fr. 128'000.– resultiert. Die Gesuchstellerin hat - 

soweit bekannt - kein Vermögen. Basierend auf dem Steuerrechner des Kantons 

Zürich (getrennt, Verh.- Einelterntarif, konfessionslos, Steuerjahr 2021, I._____) 

ergeben sich Gemeinde- und Staatssteuern von Fr. 12'725.50. Bei den direkten 

Bundessteuern ist von einem relevanten Einkommen in der Grössenordnung von 

Fr. 135'000.– auszugehen (Versicherungsprämien Fr. 3'000.– und Kinderabzüge 

Fr. 13'000.–). Es ergibt sich eine Steuerbelastung von Fr. 3'876.– (Verh.- Einel-

terntarif, 2 Kinder, Steuerjahr 2021), womit gesamthaft (gerundet) Fr. 1'380.– pro 

Monat resultieren ([Fr. 12'725.50 + Fr. 3'876.–] : 12). Hiervon sind die Steuerantei-

le von D._____ und E._____ auszuscheiden. Sie belaufen sich auf je Fr. 385.– 

(vgl. nachfolgend E. II.D.3.2.3.). Damit sind bei der Gesuchstellerin Fr. 610.– zu 

berücksichtigen.  

 3.1.5. Zufolge der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit sind im Existenzmini-

mum der Gesuchstellerin ab dem 1. September 2022 erhöhte Fahrkosten zu be-

rücksichtigen. Da sich die Stellensuche der Gesuchstellerin wohl vor allem auf die 

Stadt Zürich konzentrieren wird, erscheint es angemessen, von den Kosten für ein 

Monatsabonnement der 2. Klasse für drei Zonen des Zürcher Verkehrsverbundes 

auszugehen. Es sind Fr. 125.– einzusetzen (vgl. https://www.zvv.ch/zvv/de/abos-

und-tickets/abos/netzpass.html, besucht am 07.02.2022). Die Kosten zählen, da 

sie zufolge der Aufnahme der Erwerbstätigkeit anfallen, zu den Lebenshaltungs-

kosten (vgl. Urk. 97 S. 54).  

 Nicht zu berücksichtigen sind Kosten für auswärtige Verpflegung. Die Ge-

suchstellerin wird mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Stelle in einem Dienstleis-

- 49 - 

tungsbetrieb annehmen. Diese Betriebe verfügen regelmässig über eine Kantine 

oder bezahlen ihren Mitarbeitern eine Essensentschädigung.  

 Weiter verändert sich per 1. September 2022 die Steuerbelastung der Ge-

suchstellerin. Neu ist von einem Nettoerwerbseinkommen der Gesuchstellerin von 

Fr. 42'000.– (12 x Fr. 3'500.–) auszugehen. Die vom Gesuchsgegner zu zahlen-

den Unterhaltsbeiträge belaufen sich auf (inkl. Familienzulagen) approximativ 

Fr. 134'400.– (12 x Fr. 11'200.–). Es ergibt sich ein steuerbares Nettoeinkommen 

von Fr. 176'400.–. In Abzug zu bringen sind die Versicherungsprämien von 

Fr. 5'200.–, die Berufsauslagen von (geschätzten) Fr. 2'500.–, die Fremdbetreu-

ungskosten von Fr. 18'000.– ([12 x Fr. 750.– x 2], vgl. nachfolgend E. II.D.3.2.3.) 

und die Kinderabzüge von Fr. 18'000.– (2 x Fr. 9'000.–), womit ein steuerbares 

Einkommen in der Grössenordnung von Fr. 132'700.– resultiert. Es ergeben sich 

Gemeinde- und Staatssteuern von Fr. 13'246.25 (Steuerjahr 2022). Bei den direk-

ten Bundessteuern ist von einem relevanten Einkommen in der Grössenordnung 

von Fr. 147'800.– auszugehen (Versicherungsprämien Fr. 3'000.–, Berufsausla-

gen Fr. 2'500.–, Kinderabzüge Fr. 13'000.– und Fremdbetreuungskosten Fr. 

10'100.–). Es ergibt sich eine Steuerbelastung von Fr. 5'274.– (Steuerjahr 2022), 

womit gesamthaft (gerundet) Fr. 1'540.– pro Monat ([Fr. 13'246.25 + Fr. 5'274.–] : 

12) resultieren. Hiervon sind die Steueranteile von D._____ und E._____ auszu-

scheiden. Sie belaufen sich auf Fr. 550.– für D._____ und Fr. 520.– für E._____ 

(vgl. nachfolgend E. II.D.3.2.3.). Bei der Gesuchstellerin sind Fr. 4