# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 467c6936-4e1b-5de1-b59b-3dbd51a5ccd7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-04-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 06.04.2017 110 2017 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-9_2017-04-06.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/9 Bern, 6. April 2017

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn A.________
Beschwerdeführer 1

Frau B.________
Beschwerdeführerin 2

und

C.________
Beschwerdegegnerin

sowie

Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, Poststrasse 25, 3071 Ostermundigen

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Fraubrunnen, Bauverwaltung, Dorfstrasse 10, 
3308 Grafenried

betreffend die Verfügung des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland vom 
19. Dezember 2016 (bbew 2016/387; Rückbau, Neubau vier Mehrfamilienhäuser)

I. Sachverhalt

1. Das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland bewilligte der D.________ AG / 

E.________ AG mit Gesamtbauentscheid vom 30. April 2015 den Rückbau des 

bestehenden Wohnhauses und aller Nebenbauten, das Verlegen der bestehenden 

RA Nr. 110/2017/9 2

Wasser- und Abwasserleitung sowie den Neubau von vier Mehrfamilienhäusern (Häuser A, 

B, C und D) mit Tiefgarage auf den Parzellen Fraubrunnen Grundbuchblatt 

Nrn. F.________ und G.________. Die Parzellen liegen in der Dorfkernzone DK2. Diese 

Baubewilligung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

In der Folge erwarb die Beschwerdegegnerin die Bauparzellen. Mit Baugesuch vom 

15. Juli 2016 beantragte sie die Bewilligung einer nachträglichen Projektänderung 

betreffend zwei oberirdische Motorfahrzeug-Abstellplätze, Neueinteilung der 

Dachflächenfenster, grössere Fensterflächen in der Ost- und Westfassade, Änderungen in 

den Wohnungsgrundrissen, Pelletheizung statt Erdsonden mit Wärmepumpen, Verzicht auf 

ein Untergeschoss bei Haus C und Neuanordnung der Räume in Erdgeschoss und 

Einstellhalle. Den Einsprechenden und Rechtsverwahrenden des ersten 

Baubewilligungsverfahrens, darunter die Beschwerdeführenden, wurde die 

Projektänderung mitgeteilt.1 Die Beschwerdeführenden erhoben gegen die 

Projektänderung Einsprache. Sie bemängelten insbesondere den Standort der 

Pelletheizung.

Das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland holte im Baubewilligungsverfahren einen 

Fachbericht des beco2 zum Thema Immissionsschutz ein, welcher insbesondere auch die 

Pelletheizung behandelt. Danach müssen die Emissionsbegrenzungen nach Ziff. 52 von 

Anhang 3 LRV3 eingehalten werden. Die im Bauprojekt vorgesehene Kaminhöhe von 1 m 

über First entspreche den einschlägigen Empfehlungen. Bei der Konstruktion der 

Feuerungsanlage müsse eine geeignete Stelle für Emissionsmessungen geschaffen 

werden. Die Einhaltung der Emissionsbegrenzungen müsse mit einer Abnahmemessung 

und anschliessend mit periodischen Messungen überprüft werden.4

Mit Gesamtbauentscheid vom 19. Dezember 2016 erteilte das Regierungsstatthalteramt 

Bern-Mittelland dem Projekt die Baubewilligung. Es erklärte u.a. den Fachbericht 

Immissionsschutz des beco zum Bestandteil der Gesamtbaubewilligung und verpflichtete 

die Beschwerdegegnerin zur Einhaltung der entsprechenden Nebenbestimmungen. Die 

1 Vorakten, pag. 41
2 Amt für Berner Wirtschaft, Kanton Bern
3 Luftreinhalte-Verordnung des Bundesrates vom 16. Dezember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1)
4 Vorakten, pag. 122

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Einsprache wies es als unbegründet ab; in Bezug auf die privatrechtlichen Aspekte verwies 

es die Beschwerdeführenden auf den Zivilweg.

2. Dagegen reichten die Beschwerdeführenden am 18. Januar 2017 Beschwerde bei 

der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragen 

sinngemäss die Ergänzung des Gesamtbauentscheides vom 19. Dezember 2016 mit 

Auflagen. Es sei anzuordnen, dass die geplante Heizung resp. der Kamin einen grösseren 

Abstand zu ihrem Grundstück einhalten müsse, bspw. durch Verlegung in das Haus C oder 

D. Eventuell sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, jegliche Geruchsbelästigung der 

Beschwerdeführenden zu vermeiden resp. den entsprechenden Nachweis zu erbringen.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet5, holte die 

Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Das Regierungsstatthalteramt 

verzichtete unter Verweis auf die Akten auf eine Stellungnahme. Auch die Gemeinde 

Fraubrunnen verzichtete auf Äusserungen zur Beschwerde.

II. Erwägungen

1. Sachurteilsvoraussetzungen

Angefochten ist ein Gesamtentscheid nach Art. 9 KoG6. Laut Art. 11 Abs. 1 KoG kann er – 

unabhängig von den geltend gemachten Einwänden – nur mit dem Rechtsmittel 

angefochten werden, das für das Leitverfahren massgeblich ist. Das Leitverfahren ist im 

vorliegenden Fall das Baubewilligungsverfahren (Art. 5 Abs. 1 KoG). Bauentscheide 

können nach Art. 40 Abs. 1 BauG7 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei 

der BVE angefochten werden. Die BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde gegen 

den Gesamtentscheid zuständig. Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen 

und Baugesuchsteller, die Einsprecherinnen und Einsprecher und die zuständige 

Gemeindebehörde (Art. 10 KoG i.V.m. Art. 40 Abs. 2 BauG). Die Beschwerdeführenden 

5 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
6 Koordinationsgesetz vom 21. März 1994 (KoG; BSG 724.1)
7 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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sind Eigentümer des an die Bauparzellen angrenzenden Grundstücks Nr. H.________. Da 

ihre Einsprache abgewiesen wurde, sind sie durch den vorinstanzlichen Gesamtentscheid 

formell und als Nachbarn auch materiell beschwert und daher zur Beschwerdeführung 

legitimiert. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Rechtliches Gehör

a) Die Beschwerdeführenden rügen, die Vorinstanz habe ihre wesentlichen 

Einsprachepunkte nicht berücksichtigt und zu ihren Argumenten, namentlich bezüglich die 

geltend gemachte Geruchsbelästigung, nicht Stellung genommen.

b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG8 gibt den Parteien das 

Recht, sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten 

zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 

wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu 

äussern.

Nach Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG muss eine Verfügung eine Begründung enthalten. Eine 

Begründung muss so abgefasst sein, dass die Betroffenen die Verfügung sachgerecht 

anfechten können. Es müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 

denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt. Die Behörde 

muss jedoch nicht auf jedes Argument der Parteien eingehen; es genügt, wenn sie sich mit 

den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.9

c) Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid ausführlich zum Vorbringen der 

Beschwerdeführenden, wonach die vorgesehene Pelletheizung zu unzulässigen 

Immissionen führe, geäussert. Auf Seite 7 oben des angefochtenen Entscheids erwähnte 

sie, wohl irrtümlich, die "Pelletheizung im Haus C". Aufgrund der Überschrift "B. 

Unzulässige Immissionen durch den Betrieb der Pelletheizung im Haus B" ging jedoch gut 

verständlich hervor, dass die Vorinstanz sich in den fraglichen Abschnitten mit dem 

Anliegen der Beschwerdeführenden, wonach die im Untergeschoss des Hauses B geplante 

Pelletheizung zu unzulässigen Immissionen führen könnte, auseinandersetzte. Die 

8 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
9 BVR 2013 S. 443 E. 3.1.1; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, Art. 52 N. 5

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Vorinstanz verwies auf die zustimmenden Fachberichte des beco betreffend 

Immissionsschutz und der Gemeinde bezüglich Brandschutz und führte aus, dass keine 

Gründe für ein Abweichen von diesen Fachberichten ersichtlich seien. Die 

Beschwerdeführenden müssten nicht mit Beeinträchtigungen rechnen, die mit den bau- 

und umweltrechtlichen Vorschriften im Konflikt stünden. Die Begründung des 

angefochtenen Entscheids ist im Hinblick auf den Schutz des rechtlichen Gehörs und die 

Begründungspflicht nicht zu beanstanden.

3. Emissionen aus der Pellet-Heizanlage

a) Die Beschwerdeführenden befürchten Geruchsimmissionen von der Pelletheizung, 

die gemäss Baugesuch in Haus B, nahe an der Liegenschaft der Beschwerdeführenden, 

erstellt werden soll. Auf dem Plan "Niveau 0" vom 15. Juli 201610 ist ersichtlich, dass in 

Haus B im Untergeschoss auf der Ostseite neue Räumlichkeiten für Schnitzellager und 

Technik vorgesehen sind. Von diesem Gebäudeteil führt gemäss dem Plan "Fassaden"11 

entlang der Ostfassade ein Kamin, der südlich des Firsts über das Dach hinausragt. Der 

Kamin befindet sich demnach über der Dachfläche, die der Liegenschaft der 

Beschwerdeführenden zugewandt ist. Das Haus B und das Wohngebäude der 

Beschwerdeführenden liegen jeweils wenige Meter von der gemeinsamen 

Grundstücksgrenze entfernt.

b) Die projektierten Wohnbauten sind in der Dorfkernzone DK2 zonenkonform (Art. 30 

GBR12). Die Beschwerdeführenden weisen darauf hin, dass ihre direkt an die 

Baugrundstücke angrenzende Parzelle in der Wohnzone W2 liegt. Gemäss Art. 24 Abs. 2 

BauG sei im Grenzbereich gegenüber Wohnzonen auf diese Rücksicht zu nehmen. Da es 

sich beim Bauprojekt um eine Gruppe von Wohngebäuden handelt und solche auch in der 

Wohnzone W2 zulässig sind13, lassen sich aus dem Vorliegen eines Zonengrenzbereichs 

jedoch hier keine Schlüsse ziehen. Die Beurteilung der Emissionen aus der Pelletheizung 

10 Vom Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland gestempelt am 19. Dezember 2016
11 Plan "Fassaden" vom 15. Juli 2016, vom Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland gestempelt am 
19. Dezember 2016
12 Baureglement der Einwohnergemeinde Fraubrunnen vom 15. Oktober 2009, vom Amt für Gemeinden und 
Raumordnung (AGR) genehmigt am 1. März 2010
13 Art. 29 GBR

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richtet sich nicht nach den Zonenvorschriften, sondern nach der 

Umweltschutzgesetzgebung des Bundes.14

c) Die Baute mit der Pelletheizung stellt eine ortsfeste Anlage im Sinne von Art. 7 Abs. 7 

USG15 und Art. 2 Abs. 1 LRV dar. Von solchen Anlagen ausgehende Emissionen wie 

namentlich Luftverunreinigungen und Geruchsstoffs-Emissionen sind gemäss Art. 11 

Abs. 2 USG im Rahmen des Vorsorgeprinzips zunächst unabhängig von der bestehenden 

Belastung soweit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und 

wirtschaftlich tragbar ist. Wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter 

Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden, sind die 

Emissionsbegrenzungen zu verschärfen (Art. 11 Abs. 3 USG).

Der Bundesrat hat gestützt auf Art. 13 und 14 USG in der Luftreinhalteverordnung und 

deren Anhängen Vorschriften zur vorsorglichen und verschärften Emissionsbegrenzung bei 

Luftverunreinigungen erlassen. Die Anforderungen an neu errichtete Feuerungsanlagen 

gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 LRV sind in Anhang 3 LRV definiert. Ziff. 52 des Anhangs 3 

LRV regelt die Anforderungen an Holzfeuerungen und legt in Ziff. 522 die diesbezüglichen 

Emissionsgrenzwerte für Schadstoffe fest. Die Emissionen sind möglichst nahe am Ort 

ihrer Entstehung möglichst vollständig zu erfassen und so abzuleiten, dass keine 

übermässigen Immissionen entstehen (Art. 6 Abs. 1 LRV). Immissionen sind übermässig, 

wenn sie die Immissionsgrenzwerte nach Anhang 7 LRV überschreiten.

Das beco hat in seinem Fachbericht darauf hingewiesen, dass die streitige Heizanlage die 

Emissionsbegrenzungen der LRV einhalten muss und dass dies mit einer 

Abnahmemessung und mit periodischen Messungen überprüft werden muss. Der 

angefochtene Entscheid erklärt diesen Fachbericht zum integrierenden Bestandteil. Damit 

wird die Beschwerdegegnerin zur Einhaltung der Emissionsvorschriften für Schadstoffe 

verpflichtet. Anzeichen dafür, dass diese mit der streitigen Heizung überschritten werden, 

bestehen nicht und werden auch von den Beschwerdeführenden nicht behauptet. Mit den 

vorgeschriebenen Messungen gemäss Fachbericht Immissionsschutz wird sichergestellt, 

dass eine allfällige Überschreitung im Betrieb der Heizung festgestellt würde und deren 

Beseitigung angeordnet werden könnte. Die Einhaltung der Emissionsvorschriften für 

Schadstoffe ist damit gewährleistet und erheischt keine zusätzlichen Anordnungen.

14 URP 1998 S. 162 E. 6
15 Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG; SR 814.01)

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d) Die Beschwerdeführenden weisen darauf hin, dass der streitige Kamin nicht über den 

First ihres Hauses hinausrage.

Die Emissionen müssen in der Regel durch Kamine oder Abluftkanäle über Dach ausge-

stossen werden (Art. 6 Abs. 2 LRV). Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat Empfehlungen 

über die "Mindesthöhe von Kaminen über Dach" (Kamin-Empfehlungen)16 herausgegeben. 

Die erforderliche Kaminhöhe richtet sich für die vorgesehene Pelletheizung mit einer 

Leistung von 100 kW17 nach den Bestimmungen von Ziff. 4.2 der Kamin-Empfehlungen. 

Danach muss der Kamin den höchsten Gebäudeteil (z.B. Dachfirst) um mindestens 1 m, 

die Gebäudehöhe um das 0,2-fache der Gebäudebreite, höchstens jedoch um 5 m oder 

das Immissionsniveau um 1 m überragen, wobei der höchste dieser Werte als Minimalwert 

gilt. Art. 89 Abs. 3 BauV18 erklärt diese Kamin-Empfehlungen als verbindlich.

Das beco hat in seinem Fachbericht festgehalten, die in den Baugesuchsunterlagen 

angegebene Kaminhöhe von 1 m über First entspreche den Vorgaben der Kamin-

Empfehlung. Gemeint ist der First des Bauprojekts. Nach der erwähnten Ziff. 4.2 der 

Kamin-Empfehlungen muss ein Kamin zudem das Immissionsniveau um 1 m überragen. 

Das Immissionsniveau bestimmt sich bei einer Holzfeuerungsanlage mit einer Leistung von 

100 kW innerhalb eines Kreises von 15 m Radius um die Kaminmündung.19 Nach den 

Plänen liegt das Gebäude der Beschwerdeführenden nicht innerhalb dieses Radius. 

Entsprechend kann dessen First nicht als Immissionsniveau gelten, d.h. es besteht keine 

Vorschrift, dass der Kamin den First des Gebäudes der Beschwerdeführenden überragen 

muss. Die Kaminhöhe gemäss Bauplänen entspricht den Vorschriften.

e) Die Beschwerdeführenden sind der Ansicht, dass jegliche Geruchsbelästigung 

ausgeschlossen werden müsse. Für Geruchsimmissionen bestehen keine Grenzwerte. 

Geruchsemissionen gelten als übermässig, wenn sie Menschen, Tiere, Pflanzen, ihre 

Lebensgemeinschaften oder ihre Lebensräume gefährden, wenn aufgrund einer Erhebung 

feststeht, dass sie einen wesentlichen Teil der Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden 

16 2013, publiziert auf www.bafu.admin.ch unter der Rubrik Publikationen/Luft
17 Vgl. Baugesuch, Formular 4.0 "Betreiben, Einrichten, Umgestalten von Betrieben und Anlagen", Vorakten, 
pag. 9
18 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 
19 Ziff. 6.1 und 6.2 Kamin-Empfehlungen

http://www.bafu.admin.ch

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erheblich stören, wenn sie Bauwerke beschädigen oder wenn sie die Fruchtbarkeit des 

Bodens, die Vegetation oder die Gewässer beeinträchtigen (Art. 2 Abs. 5 LRV).

Ein Anspruch der Nachbarn auf vollständige Abwesenheit von Immissionen ergibt sich 

daraus nicht. Nach der verwaltungs- und bundesgerichtlichen Praxis gilt nicht ein 

ungestörtes Wohnen oder das vollkommen geruchsfreie Funktionieren einer Anlage als 

Massstab. Verhindert werden sollen nur Störungen, die das Wohlbefinden erheblich 

beeinträchtigen, denn jedem Menschen wird zugemutet, dass er ein gewisses Mass an 

Immissionen aus üblicher Tätigkeit duldet.20 Die Beheizung von Wohnliegenschaften ist für 

deren bestimmungsgemässe Benützung unverzichtbar und stellt damit eine übliche 

Tätigkeit im Sinne dieser Praxis dar. In Anbetracht dessen, dass beim Betrieb der streitigen 

Heizanlage die Emissionsgrenzwerte für Schadstoffe eingehalten werden müssen und dies 

durch entsprechende Prüfmassnahmen sichergestellt wird, ist auch in Bezug auf die beim 

Betrieb freigesetzten Geruchsstoffe davon auszugehen, dass sie das übliche, zumutbare 

Mass nicht überschreiten.

f) Im Rahmen des Vorsorgeprinzips (Art. 11 Abs. 2 USG) sind Massnahmen zur 

Emissionsbegrenzung unabhängig von der Belastung anzuordnen, soweit solche technisch 

und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar sind. Vorliegend ist nicht ersichtlich, wie 

die Emissionen zusätzlich begrenzt werden könnten. Eine zeitliche Begrenzung21 ist bei 

einem Heizsystem nicht möglich. Eine Verlegung der Heizung bzw. des Kamins in ein 

anderes der vier geplanten Gebäude würde nicht dazu führen, dass die Emissionen 

verringert werden. Bewirkt würde lediglich, dass Immissionen an anderen Standorten bzw. 

bei anderen Betroffenen auftreten. Die Beschwerdegegnerin führt dazu aus, infolge der 

Hanglage der Bauparzellen sei der Standort des Kamins so gewählt worden, dass er sich 

möglichst am höchsten Punkt der Siedlung befinde. Dies kann anhand des Plans 

"Fassaden" nachvollzogen werden. Eine Verschiebung in ein anderes Haus würde daher 

bewirken, dass der Kamin an einem weniger hoch gelegenen Standort errichtet würde. Die 

Verschiebung würde daher zwar möglicherweise für die Beschwerdeführenden Vorteile 

bringen, dem Sinn und Zweck der Luftreinhaltevorschriften aber nicht dienen, sondern eher 

zuwiderlaufen. Auch aus dem Vorsorgeprinzip können die Beschwerdeführenden zudem 

20 VGE 2010/120 vom 8. März 2011 E. 4.3; Urteil des Bundesgerichts 1A.135/2006 vom 2. Mai 2007 E. 3.3 mit 
Hinweisen
21 Vgl. Entscheide der BVE RA Nr. 110/2015/48 vom 19. August 2015 sowie RA Nr. 110/2014/75 vom 26. März 
2015

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keinen Anspruch auf vollkommene Geruchsfreiheit ableiten, denn dies wäre beim Betrieb 

der Pelletheizung technisch und betrieblich nicht möglich. Die Verknüpfung einer 

Baubewilligung mit Auflagen kommt nur in Betracht, wenn ein Bauvorhaben je nach seiner 

Gestaltung oder Einrichtung oder je nach Art der Nutzung oder Betriebsführung 

gesetzeskonform oder gesetzeswidrig sein kann. Das streitige Vorhaben hält die 

gesetzlichen Vorgaben auch ohne die von den Beschwerdeführenden beantragten 

Auflagen ein. Die Baubewilligung ist daher ohne diese Auflagen zu erteilen.

4. Vorzeitiger Baubeginn

Die Beschwerdeführenden machen darauf aufmerksam, dass die Beschwerdegegnerin den 

Heizungsraum bereits erstellt habe. Die Beschwerdegegnerin bestreitet nicht, dass 

Bauarbeiten im Untergeschoss des Hauses B vorgenommen wurden. Soweit dies die im 

Plan "Niveau 0" als neu (rot) verzeichneten Räumlichkeiten betrifft, führt die 

Beschwerdegegnerin damit Arbeiten an einem Bauvorhaben aus, das noch nicht 

rechtskräftig bewilligt worden ist. Die Beschwerdegegnerin räumt ein, dass ihr kein 

vorzeitiger Baubeginn bewilligt worden ist. Im Beschwerdeverfahren hat das Rechtsamt mit 

Verfügung vom 24. Januar 2017 ausdrücklich auf die aufschiebende Wirkung der 

Beschwerde und die Unzulässigkeit der Ausführung des Bauvorhabens hingewiesen. 

Wenn ein Bauvorhaben ohne Baubewilligung oder in Überschreitung einer Baubewilligung 

ausgeführt wird, ist dagegen baupolizeilich vorzugehen (Art. 45 f. BauG). Dafür ist die 

Gemeinde zuständig.

5. Ergebnis und Kosten

Nach dem Gesagten erweisen sich die Rügen als unbegründet und die Beschwerde ist 

abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegen die Beschwerdeführenden. 

Sie haben die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden bestimmt 

auf eine Pauschalgebühr von Fr. 1'000.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG in Verbindung mit Art. 19 

Abs. 1 GebV22). Parteikosten sind nicht angefallen.

22 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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RA Nr. 110/2017/9 11

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Gesamtbauentscheid des 

Regierungsstatthalteramtes Bern-Mittelland vom 19. Dezember 2016 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 1'000.– werden den Beschwerdeführenden zur 

Bezahlung auferlegt. Die Beschwerdeführenden haften solidarisch für den gesamten 

Betrag. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- Frau B.________ und Herrn A.________, eingeschrieben

- C.________, eingeschrieben

- Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, A-Post

- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Fraubrunnen, Bauverwaltung, 

eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin