# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d41bfb21-50a1-594a-b007-7a07720e725f
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-06-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.06.2018 F-6703/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6703-2017_2018-06-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6703/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  J u n i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 

Richter Philippe Weissenberger,  

Richterin Jenny de Coulon Scuntaro,    

Gerichtsschreiber Daniel Grimm. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______,    

2. B._______,  

Beschwerdeführende,  

 
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Schengen-Visum zu Besuchszwecken für C.______. 

 

 

 

F-6703/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Am 9. bzw. 13. September 2017 beantragte die aus Guinea stammende 

C._______ (geb. […], nachfolgend: Gesuchstellerin bzw. Eingeladene) bei 

der Schweizerischen Botschaft in Abidjan (Elfenbeinküste) ein Schengen-

Visum für die Dauer von drei Monaten. Als Reisezweck gab sie an, ihren 

im Kanton Bern ansässigen Neffen B._______ und dessen Schweizer Ehe-

frau A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführende bzw. Gastgeber) be-

suchen zu wollen (Akten der Vorinstanz [SEM act.] 2, pag. 28 - 31). Die 

Gastgeber hatten zuvor ein Einladungsschreiben eingereicht. Darin erklär-

ten sie, beim Gast handle es sich um die Tante von B._______. Sie würde 

gerne die jüngste Tochter ihres Neffen kennenlernen (SEM act. 2, pag. 22). 

B.  

Mittels Formular-Verfügung vom 15. September 2017 (eröffnet am 20. Sep-

tember 2017) lehnte die Schweizerische Botschaft den Visumsantrag mit 

der Begründung ab, dass die Absicht der Gesuchstellerin, vor Ablauf des 

Visums aus dem Hoheitsgebiet der Schengen-Mitgliedstaaten auszurei-

sen, als nicht hinreichend gesichert erachtet werden könne (SEM act. 5, 

pag. 39 - 41). Dagegen erhoben die Gastgeber am 23. September 2017 

Einsprache (SEM act. 1, pag. 7). In der Folge wurden die Gesuchsunterla-

gen zwecks Inlandabklärung an die Einwohner- und Spezialdienste der 

Stadt Biel übermittelt (SEM act. 6, pag. 43/44).  

C.  

Am 17. November 2017 wies die Vorinstanz die Einsprache ab. Zur Be-

gründung führte sie im Wesentlichen aus, dass das Risiko einer nicht frist-

gerechten Wiederausreise von Besucherinnen und Besuchern aus Guinea 

angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation in diesem Land all-

gemein als hoch einzuschätzen sei; dies gelte insbesondere, wenn durch 

die Anwesenheit von Bekannten oder Verwandten bereits ein minimales 

soziales Beziehungsnetz zur Schweiz bestehe. Von dieser generellen Ein-

schätzung könnte nur abgewichen werden, wenn der Gesuchstellerin in ih-

rer Heimat besondere, über das übliche Mass hinausgehende Verpflichtun-

gen oblägen. Die eingeladene Person sei 28 Jahre alt, verheiratet und kin-

derlos. Bezogen auf ihr persönliches und familiäres Umfeld bestünden kei-

ne Verpflichtungen oder Abhängigkeiten, welche besondere Gewähr für 

eine Rückkehr nach Guinea böten. Ebenso wenig könne aufgrund der Ak-

ten von gefestigten beruflichen und damit wirtschaftlichen Verhältnissen 

ausgegangen werden, die sie nachhaltig von einer allfälligen Emigration 

F-6703/2017 

Seite 3 

abzuhalten vermöchten. Die gegenteiligen Zusicherungen der Gastgeber 

änderten daran nichts. Wohl könnten sie für gewisse finanzielle Risiken im 

Zusammenhang mit dem Besuchsaufenthalt garantieren, nicht aber für ein 

bestimmtes Verhalten ihres Gastes. Die Voraussetzungen für die Erteilung 

des beantragten Visums seien somit nicht erfüllt (SEM act. 7). 

D.  

Mit in französischer Sprache verfasster Rechtsmitteleingabe vom 27. No-

vember 2017 an das Bundesverwaltungsgericht beantragen die Beschwer-

deführenden, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und das Besucher-

visum zu erteilen. Dazu bringen sie vor, die volle Verantwortung für die 

rechtzeitige Rückkehr des Gastes zu übernehmen. Die eingeladene Per-

son habe in Guinea einen Ehemann, eine Arbeit und eine Familie. Als Gast-

geber wollten sie nicht ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen, um dadurch 

künftig niemanden mehr einladen zu können. 

Der Beschwerdeschrift lag eine ausführlichere Stellungnahme in Deutsch 

bei. Diese hatten die Gastgeber am 3. November 2017 zu Handen der Vor-

instanz bei den Einwohner- und Spezialdiensten der Stadt Biel eingereicht. 

Am 30. November 2017 wurden die Beschwerdeführenden vom Bundes-

verwaltungsgericht darüber informiert, dass das Rechtsmittelverfahren ge-

mäss Art. 33a Abs. 2 VwVG in deutscher Sprache geführt werde. 

E.  

Das SEM schliesst in seiner Vernehmlassung vom 5. Januar 2018 auf Ab-

weisung der Beschwerde. 

Mit Schreiben vom 11. Januar 2018 stellte das Bundesverwaltungsgericht 

den Beschwerdeführenden ein Doppel der Vernehmlassung zur Kenntnis 

zu. 

F.  

Auf den weiteren Akteninhalt wird, soweit rechtserheblich, in den Erwägun-

gen eingegangen. 

 

 

 

 

F-6703/2017 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 

Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen 

Verfügungen nach Art. 5 VwVG, welche von einer in Art. 33 VGG aufge-

führten Behörde erlassen wurden. Darunter fallen u.a. Verfügungen des 

SEM, die im Einspracheverfahren gegen die Verweigerung eines Schen-

gen-Visums ergehen. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden sind als Verfügungsadressaten zur Be-

schwerde legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht 

eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in der vorliegenden Ange-

legenheit endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). 

2.  

Gemäss Art. 33a Abs. 1 VwVG werden Verfahren in einer der vier Amts-

sprachen geführt, in der Regel in der Sprache, in welcher die Parteien ihre 

Begehren gestellt haben oder stellen würden. Im Beschwerdeverfahren ist 

die Sprache des angefochtenen Entscheids massgebend (Art. 33a Abs. 2 

Satz 1 VwVG). Verwenden die Parteien eine andere Amtssprache, so kann 

das Verfahren in dieser Sprache geführt werden (Art. 33a Abs. 2 Satz 2 

VwVG). Der vorliegend angefochtene Entscheid wurde in deutscher Spra-

che redigiert, während das dagegen erhobene Rechtsmittel französisch 

abgefasst ist. Da die Beschwerdeführenden nicht dartun, einen deutsch-

sprachigen Entscheid nicht verstehen zu können und sie im vorinstanzli-

chen Verfahren auch Eingaben in deutscher Sprache eingereicht hatten 

(beispielsweise die Einsprache vom 23. September 2017 oder die Stellung-

nahme vom 3. November 2017), besteht kein Anlass, von der Regel von 

Art. 33a Abs. 2 Satz 1 VwVG abzuweichen. 

3.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhaltes sowie – falls nicht eine kantonale Behörde als Be-

schwerdeinstanz verfügt hat – die Unangemessenheit gerügt werden 

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Seite 5 

(Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Bundesrecht 

von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begrün-

dung der Begehren nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus 

anderen als den geltend gemachten Gründen gutheissen oder abweisen. 

Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Ent-

scheides (vgl. BVGE 2014/1 E. 2 m.H.). 

4.  

Der angefochtenen Verfügung liegt das Gesuch einer Staatsangehörigen 

aus Guinea um Erteilung eines Visums für einen dreimonatigen Besuchs-

aufenthalt in der Schweiz zugrunde. Da die Gesuchstellerin sich nicht auf 

die EU/EFTA-Personenfreizügigkeitsabkommen berufen kann und die be-

absichtigte Aufenthaltsdauer 90 Tage nicht überschreitet, fällt die vorlie-

gende Streitsache in den persönlichen und sachlichen Anwendungsbe-

reich der Schengen-Assoziierungsabkommen, mit denen die Schweiz den 

Schengen-Besitzstand und die dazugehörigen gemeinschaftsrechtlichen 

Rechtsakte übernommen hat. Das Ausländergesetz (AuG, SR 142.20) und 

seine Ausführungsbestimmungen gelangen nur soweit zur Anwendung, als 

die Schengen-Assoziierungsabkommen keine abweichenden Bestimmun-

gen enthalten (vgl. Art. 2 Abs. 2 - 5 AuG). 

5.  

Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums präsentieren sich im 

Anwendungsbereich der vorerwähnten Rechtsgrundlagen wie folgt: 

5.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise, noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Er-

teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern die Einreise 

zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es 

sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Bundesge-

setz über Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März 2002, BBl 2002 

3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 m.H.). Das Schengen-Recht schränkt die natio-

nalstaatlichen Befugnisse insoweit ein, als es einheitliche Voraussetzun-

gen für Einreise und Visum aufstellt und die Mitgliedstaaten verpflichtet, die 

Einreise bzw. das Visum zu verweigern, wenn die Voraussetzungen nicht 

erfüllt sind. Einen Anspruch auf Einreise bzw. Visum vermittelt auch das 

Schengen-Recht nicht (vgl. BVGE 2014/1 E. 4.1.5; a.M. PHILIPP EGLI / 

TOBIAS D. MEYER, in: Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über 

die Ausländerinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 5 N. 3 f.). 

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Seite 6 

5.2 Drittstaatsangehörige dürfen über die Aussengrenzen des Schengen-

Raums für einen Aufenthalt von höchstens 90 Tagen innerhalb eines Zeit-

raums von 180 Tagen einreisen, wenn sie im Besitz gültiger Reisedoku-

mente sind, die zum Grenzübertritt berechtigen. Ferner benötigen sie ein 

Visum, falls ein solches nach Massgabe der Verordnung (EG) Nr. 539/2001 

des Rates vom 15. März 2001 zur Aufstellung der Liste der Drittländer, de-

ren Staatsangehörige beim Überschreiten der Aussengrenzen im Besitz ei-

nes Visums sein müssen, sowie der Liste der Drittländer, deren Staatsan-

gehörige von dieser Visumpflicht befreit sind, erforderlich ist. Kein Visum 

benötigen Drittstaatsangehörige, die Inhaber eines gültigen Aufenthaltsti-

tels sind oder über ein gültiges Visum für den längerfristigen Aufenthalt ver-

fügen (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a AuG, Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 

22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 

142.204, Fassung gemäss Änderung vom 5. April 2017, AS 2017 2549] 

i.V.m. Art. 6 Abs. 1 und 2 der Verordnung [EU] Nr. 2016/399 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über einen Gemein-

schaftskodex für das Überschreiten der Grenzen durch Personen [nachfol-

gend: Schengener Grenzkodex, SGK, ABl. L 77 vom 23.03.2016; kodifi-

zierter Text], Art. 4 Abs. 1 VEV). 

5.3 Im Weiteren müssen Drittstaatsangehörige den Zweck und die Um-

stände ihres beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausrei-

chende finanzielle Mittel verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. b AuG, Art. 2 Abs. 1 

VEV, Art. 6 Abs. 1 Bst. c und Abs. 4 SGK sowie Art. 14 Abs. 1 Bst. a–c der 

Verordnung [EG] Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft [nachfol-

gend: Visakodex]). Namentlich haben sie in diesem Zusammenhang zu 

belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf des bewilligungsfreien 

Aufenthaltes verlassen, bzw. ausreichende Gewähr für eine fristgerechte 

Wiederausreise zu bieten (Art. 14 Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visako-

dex sowie Art. 5 Abs. 2 AuG; vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O. Art. 5 N. 33). 

Ausserdem dürfen Drittstaatsangehörige nicht im Schengener Informa- 

tionssystem (SIS) zur Einreiseverweigerung ausgeschrieben sein und kei-

ne Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche 

Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats dar-

stellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c AuG, Art. 6 Abs. 1 Bst. d und e SGK). 

5.4 Eine Gefahr für die öffentliche Ordnung im Sinne von Art. 6 Abs. 1 

Bst. e SGK ist auch dann anzunehmen, wenn die drittstaatsangehörige 

Person nicht bereit ist, das Hoheitsgebiet des Schengen-Raums fristge-

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Seite 7 

recht wieder zu verlassen (vgl. dazu EGLI / MEYER, a.a.O., Art. 5 N. 33; fer-

ner Urteil des deutschen Bundesverwaltungsgerichts 1 C. 1.10 vom 11. Ja-

nuar 2011 Rz. 29). Die Behörden haben daher zu prüfen und drittstaatsan-

gehörige Personen zu belegen, dass die Gefahr einer rechtswidrigen Ein-

wanderung oder einer nicht fristgerechten Ausreise nicht besteht (Art. 14 

Abs. 1 Bst. d und Art. 21 Abs. 1 Visakodex). Die Gewähr für eine gesicherte 

Wiederausreise, wie sie Art. 5 Abs. 2 AuG verlangt, wenn nur ein vorüber-

gehender Aufenthalt vorgesehen ist, steht mit dieser Regelung im Einklang 

(vgl. BVGE 2009/27 E. 5 mit Hervorhebung des Zusammenhangs zum Ein-

reiseerfordernis des belegten Aufenthaltszwecks nach Art. 6 Abs. 1 Bst. c 

SGK). 

5.5 Sind die vorerwähnten Einreisevoraussetzungen (Visum ausgenom-

men) nicht erfüllt, darf ein für den gesamten Schengen-Raum geltendes 

"einheitliches Visum" (Art. 2 Ziff. 3 Visakodex) nicht erteilt werden (Art. 12 

VEV, Art. 36 SGK). Hält es jedoch ein Mitgliedstaat aus humanitären Grün-

den, aus Gründen des nationalen Interesses oder aufgrund internationaler 

Verpflichtungen für erforderlich, so ist er berechtigt, der drittstaatsangehö-

rigen Person, welche die ordentlichen Einreisevoraussetzungen nicht er-

füllt, ausnahmsweise ein "Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit" zu 

erteilen (Art. 2 Ziff. 4 Visakodex). Dieses Visum ist grundsätzlich nur für 

das Hoheitsgebiet des ausstellenden Staates gültig (Art. 32 i.V.m. Art. 25 

Abs. 1 Bst. a Visakodex; unter denselben Voraussetzungen kann einer 

drittstaatsangehörigen Person die Einreise an den Aussengrenzen gestat-

tet werden, vgl. Art. 6 Abs. 5 Bst. c SGK). 

6.  

6.1 Aufgrund ihrer Staatszugehörigkeit unterliegt die Gesuchstellerin der 

Visumspflicht (vgl. Anhang I der oben in E. 5.2 erstzitierten Verordnung). 

Bei der Prüfung der Einreisevoraussetzungen nach Art. 6 Abs. 1 SGK ist 

die Frage der gesicherten Wiederausreise zentral. Eine solche erachtet die 

Vorinstanz aufgrund der allgemeinen Situation im Heimatland sowie der 

persönlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin als nicht genügend gewähr-

leistet. Zur Einschätzung entsprechender Risiken sind sämtliche Umstände 

des konkreten Einzelfalles zu würdigen. 

6.2 Anhaltspunkte zur Beurteilung einer Gewähr für die fristgerechte und 

anstandslose Wiederausreise können sich aus der allgemeinen Situation 

im Herkunftsland der Besucherin oder des Besuchers ergeben. Einreise-

gesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten bzw. Regionen mit po-

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Seite 8 

litisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen kön-

nen ein Indiz dafür sein, dass die persönliche Interessenlage nicht mit dem 

Ziel und Zweck einer zeitlich befristeten Einreisebewilligung in Einklang 

steht. 

6.3 Guinea gehört trotz grosser natürlicher Ressourcen (grösste Bauxitvor-

kommen der Welt, reiche Vorkommen an Eisenerz, Nickel, Gold, Diaman-

ten und Wasserkraft, erhebliches landwirtschaftliches Anbaupotenzial) zu 

den ärmsten Ländern der Welt. Seit 2010 geht die Politik unter der Regie-

rung von Präsident Alpha Condé den Weg einer verstärkten Investition in 

die Infrastruktur und der Suche nach internationalen Partnern. Das Werben 

um ausländische Investoren wird, vor allem im Bergbaubereich, durch sin-

kende bzw. verfallende Rohstoffpreise und die schlechte verkehrsmässige 

Erschliessung gebremst. Defizite des Rechtsstaates, schwache staatliche 

Strukturen sowie unzureichende Ausbildungssysteme erschweren die In-

vestitionsbedingungen zusätzlich. Hinzu kam in den Jahren 2014 und 2015 

die im Lande ausgebrochene Ebola-Epidemie, die einen breiten wirtschaft-

lichen Aufschwung behinderte. Trotz aller Anstrengungen der Regierung 

wird das Wirtschaftsleben nach wie vor von schlechter Regierungsführung, 

Vetternwirtschaft und unvermindert hoher Korruption geprägt, was ein 

schwieriges Investitionsklima und mangelhafte Rahmenbedingungen zur 

Folge hat. Wohl hat sich in den Jahren 2016 und 2017 eine gewisse Erho-

lung eingestellt, im Transparency Interational Corruption Perception Index 

2017 nimmt Guinea von 180 Staaten indes lediglich den 148. Platz ein; im 

Doing-Business-Ranking 2017 der Weltbank figuriert das Land unter 190 

Staaten auf dem 153. Rang. Darüber hinaus führen Arbeitskämpfe und po-

litische Konflikte immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. 

Eine rasche Verschlechterung der Sicherheitslage erscheint denn jederzeit 

möglich (vgl. Deutsches Auswärtiges Amt, < http://www.auswaertiges-

amt.de > Aussen- und Europapolitik > Länderinformationen > Guinea > 

Wirtschaft [Stand: Februar 2018]; www.eda.admin.ch > Vertretungen und 

Reisehinweise > Guinea > Reisehinweise, Stand: 26. Februar 2018, beide 

Webseiten besucht Ende Mai 2018).     

6.4 Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung, dass die Bereit-

schaft, das Heimatland zu verlassen, erfahrungsgemäss dort begünstigt 

wird, wo bereits Verwandte im Ausland leben, ist nicht zu beanstanden, 

dass die Vorinstanz das Risiko einer nicht fristgerechten Wiederausreise in 

Bezug auf das Land als solches als grundsätzlich hoch einschätzte. Aller-

dings wäre es zu schematisch und nicht haltbar, generell und ohne spezi-

fische Anhaltspunkte ausschliesslich aufgrund der allgemeinen Lage in der 

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Seite 9 

Herkunftsregion auf eine nicht hinreichend gesicherte Wiederausreise zu 

schliessen. Es gilt vielmehr, über die Situation im Herkunftsland hinaus, 

ebenfalls die weiteren Umstände zu würdigen. Namentlich familiäre, ge-

sellschaftliche oder berufliche Verpflichtungen können die Prognose für 

eine anstandslose Wiederausreise in dem Sinne begünstigen. 

7.  

7.1 Die angefochtene Verfügung betrifft nicht die Kernfamilie. Bei der Ge-

suchstellerin handelt es sich um eine mittlerweile 28 ½-jährige, verheiratete 

und kinderlose Frau. Hinsichtlich ihrer persönlichen Lebensumstände im 

Heimatland ist lediglich bekannt, dass sie mit ihrem Mann in der Hauptstadt 

Conakry wohnt. Laut Angaben des Beschwerdeführers ist die eingeladene 

Person seine Tante. Daneben gebe es einzig einen Bruder, der ebenfalls 

in Guinea lebe (siehe Einsprache [SEM act. 1, pag. 7] oder Stellungnahme 

vom 3. November 2017 [Beschwerdebeilage bzw. Sachverhalt Bst. D vor-

stehend]). Irgendwelche Indizien für das Bestehen eines besonderen Be-

treuungsbedarfs, der nur durch die Gesuchstellerin selbst abgedeckt wer-

den könnte, sind insoweit keine erkennbar. Es kann also davon ausgegan-

gen werden, dass im persönlichen und familiären Umfeld der Eingeladenen 

keine über das Übliche hinausgehende Verpflichtungen oder gar Abhän-

gigkeiten vorhanden sind, die besondere Gewähr für eine Rückkehr ins 

Heimatland bieten könnten; dies umso weniger, wenn man mit in Betracht 

zieht, dass gleich ein dreimonatiger Besuchsaufenthalt angestrebt wird, 

was von einiger Ungebundenheit zeugt. Im dargelegten Kontext lässt ihre 

eheliche Beziehung das Risiko einer nicht anstandslosen Wiederausreise 

nicht per se entfallen. Zu Recht gibt das SEM in diesem Zusammenhang 

zu bedenken, dass zurückbleibende nahe Angehörige im Ausland eingela-

dene Personen häufig nicht daran hindern, den Entschluss zur Emigration 

zu fassen; dies etwa in der Hoffnung, den oder die Zurückgebliebenen aus 

dem Ausland wirtschaftlich effizienter zu unterstützen oder später nachzie-

hen zu können. Angesichts dessen erscheint die Gefahr einer nicht fristge-

rechten Rückkehr derzeit nicht in hinreichendem Masse gebannt. 

7.2 Was die wirtschaftlichen Verhältnisse anbelangt, steht aufgrund der Ak-

ten sodann fest, dass es auf Seiten der eingeladenen Person in beruflicher 

Hinsicht an starken Bindungen fehlt. Gemäss der eingereichten Arbeitsbe-

stätigung der „Direction Nationale de l’Enfance“ hat sie als Praktikantin für 

Sozialarbeit gearbeitet (SEM act. 2, pag. 13). Die mit einem unleserlichen 

Stempel versehene Arbeitsbestätigung ist weder datiert, noch vermittelt 

dieses Beweismittel Auskunft darüber, ab wann und wie lange sie besagte 

Tätigkeit ausübte (SEM act. 2, pag. 13); der Gesuchstellerin zufolge war 

F-6703/2017 

Seite 10 

dies ab 2014 der Fall (siehe „Questions additionnelles pour la demande de 

visa de visite“ vom 13. September 2017, unter SEM act. 2, pag. 26/27). In 

den bereits erwähnten Erläuterungen vom 3. November 2017 ist diesbe-

züglich einzig davon die Rede, dass die Gesuchstellerin eine entspre-

chende Arbeitsstelle innehabe und auf sie dort nach dem Besuchsaufent-

halt eine Praktikumsstelle warte. Eine entsprechende Bestätigung fehlt. In 

den Akten findet sich ausserdem eine Bestätigung von „Terres des hom-

mes“ über eine vom 28. bis 30. Oktober 2015 in Conakry besuchte Ausbil-

dungsveranstaltung (SEM act. 2, pag. 12). Nach wie vor nichts bekannt ist 

hingegen über die mit der Erwerbstätigkeit erzielten Einkünfte. Auch aus 

dem Bankauszug vom 7. September 2017 (SEM act. 2, pag. 10/11) geht 

nicht hervor, wieviel die Gesuchstellerin als Praktikantin verdiente. Wohl 

weist das fragliche Konto einen Saldo von umgerechnet Fr. 5‘600.- aus. 

Zuvor hatte sich der Kontostand allerdings auf deutlich tieferem Niveau be-

wegt (bis zum 7. August 2017 auf weniger als einem Drittel jenes Betra-

ges). Woher die zeitnah zur Einreichung des Gesuches um Erteilung eines 

Schengen-Visums eingegangenen Gutschriften stammen und was der 

Grund für die Überweisungen war, wird nicht erkennbar. Wie angetönt, 

scheint die ausgeübte Tätigkeit überdies problemlos eine mehrmonatige 

Landesabwesenheit zuzulassen. Auch die Einkommenssituation präsen-

tiert sich mithin nicht dergestalt, dass sie das Risiko einer nicht anstands-

losen Wiederausreise zu mildern vermöchte. 

7.3 Soweit die Gastgeberin in der Einsprache und ihren Erläuterungen vom 

3. November 2017 einwendet, als Schweizer Bürgerin habe sie das Recht, 

ihre Familie einzuladen, gilt es nochmals hervorzuheben, dass bei auslän-

dischen Besucherinnen und Besuchern weder die einschlägigen nationa-

len noch die internationalen Normen einen solchen Anspruch vermitteln 

(vgl. E. 4.1 - 4.5 hiervor). Bei der Gesuchsprüfung in Visumsverfahren ist 

es vielmehr zulässig, Aspekte wie die Nationalität von Gesuchstellenden 

und deren familiäre, soziale und wirtschaftliche Situation miteinzubezie-

hen. Nicht ersichtlich wird schliesslich, inwiefern die Existenz eines Rück-

übernahme- bzw. Migrationsabkommens der Schweiz mit Guinea eine frist-

gerechte Wiederausreise des Gastes begünstigten sollte. 

7.4 Insgesamt ergibt sich kein umfassendes Bild der persönlichen, berufli-

chen und wirtschaftlichen Situation der Gesuchstellerin in Guinea. Nebst 

den erläuterten Vorbehalten nicht ausser Acht zu lassen gilt es überdies 

die von der Schweizer Botschaft in Abidjan geäusserten Zweifel, denen in 

Verfahren wie dem vorliegenden erhebliches Gewicht zukommt, ist die Ver-

tretung vor Ort doch am besten mit den lokalen Gegebenheiten vertraut. 

F-6703/2017 

Seite 11 

7.5 Vor dem dargelegten allgemeinen und persönlichen Hintergrund durfte 

die Vorinstanz davon ausgehen, dass keine hinreichende Gewähr für eine 

fristgerechte und anstandslose Wiederausreise der Gesuchstellerin nach 

einem Besuchsaufenthalt besteht. An den guten Absichten und der Integri-

tät der Beschwerdeführenden ist hierbei sicherlich nicht zu zweifeln. Zu-

gleich gilt es zu bedenken, dass sie in ihrer Eigenschaft als Gastgeber zwar 

für gewisse finanzielle Risiken (Lebenshaltungskosten während des Be-

suchsaufenthalts, allfällige nicht von einer Versicherung gedeckte Kosten 

für Unfall und Krankheit sowie Repatriierung) Garantie leisten können, 

nicht aber – mangels rechtlicher und faktischer Durchsetzbarkeit – für ein 

bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. BVGE 2014/1 E. 6.3.7 und BVGE 

2009/27 E. 9 je m.H.). 

7.6 Aufgrund des Gesagten kann ein Visum für den gesamten Schengen-

Raum nicht erteilt werden. Der an sich verständliche Wunsch der Gesuch-

stellerin, ihren Neffen und dessen Ehefrau in der Schweiz zu besuchen und 

bei dieser Gelegenheit auch ihre Grossnichte kennenzulernen, hat dem-

nach – einstweilen – in den Hintergrund zu treten. Aufgrund der vorgenom-

menen Beurteilung bleibt es den Betroffenen unbenommen und zumutbar, 

sich vorderhand im Ausland zu treffen. Die Beschwerdeführenden machen 

sodann keine – z.B. humanitären – Gründe für die Erteilung eines Visums 

mit räumlich beschränkter Gültigkeit geltend; solche Gründe sind auch aus 

den Akten nicht ersichtlich (vgl. E. 5.5). 

8.  

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist da-

her abzuweisen.  

9.  

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Be-

schwerdeführenden aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1 ff. 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

Dispositiv Seite 12 

 

 

F-6703/2017 

Seite 12 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 900.- werden den Beschwerdeführenden auf-

erlegt. Sie sind durch den am 18. Dezember 2017 in gleicher Höhe geleis-

teten Kostenvorschuss gedeckt. 

3.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführenden (Einschreiben) 

– die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. […] retour)  

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Antonio Imoberdorf Daniel Grimm 

 

 

 

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