# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebb00e62-d041-520d-828e-8728954a8b18
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 31.01.2024 VBE.2023.147
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-147_2024-01-31.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2023.147 / lf / sc 
Art. 11 

 

 

Urteil vom 31. Januar 2024 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin 

Oberrichterin Gössi 

Oberrichterin Fischer 

Gerichtsschreiberin Fricker 

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____ 

vertreten durch MLaw Stéphanie Baur, Rechtsanwältin, Bahn-

hofstrasse 55, 8600 Dübendorf 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG, 

Direktion Bern, Bundesgasse 35, 3001 Bern 

vertreten durch Barbara Künzi, Fürsprecherin, Thunstrasse 84, 

Postfach, 3074 Muri b. Bern 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1972 geborene Beschwerdeführerin war bei der Beschwerdegegnerin 

gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie als Velofahrerin am 

23. Januar 2014 mit der Bahn B._____ kollidierte und sich dabei verletzte. 

Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht und richtete für 

die Unfallfolgen die entsprechenden Versicherungsleistungen in Form von 

Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen aus. Die Beschwerdegegnerin 

traf medizinische und berufliche Abklärungen und zog das von der IV-Stelle 

Zürich in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten (Gutachten der 

Zentrum für Interdisziplinäre Medizinische Begutachtungen AG, Schwyz 

[ZIMB], vom 14. November 2016) bei. Gestützt darauf und auf die ergän-

zende Stellungnahme der ZIMB-Gutachter vom 26. Mai 2017 stellte sie die 

vorübergehenden Leistungen mit Verfügung vom 3. Juli 2017 per 31. Mai 

2017 ein, verneinte einen Anspruch auf eine Rente und sprach der Be-

schwerdeführerin eine Integritätsentschädigung von 5 % zu. Daran hielt sie 

mit Einspracheentscheid vom 27. März 2018 fest. Die dagegen erhobene 

Beschwerde wies das Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2018.329 vom 

1. März 2019 ab. 

 

1.2. 

Mit E-Mail-Nachricht vom 19. April 2022 reichte die Tochter der Beschwer-

deführerin ein zwischenzeitlich durch die IV-Stelle Zürich in Auftrag gege-

benes polydisziplinäres Gutachten (Gutachten der asim Begutachtung, Ba-

sel [asim], vom 30. November 2021) ein und beantragte, dass der Fall neu 

zu beurteilen sei, da sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 

verschlechtert habe. Mit Verfügung vom 22. August 2022 trat die Be-

schwerdegegnerin auf die Rückfallmeldung nicht ein, da der Nachweis ei-

ner nachträglichen Änderung der anspruchsrelevanten Verhältnisse nicht 

habe erbracht werden können. Die dagegen erhobene Einsprache wies die 

Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 ab, 

soweit sie darauf eintrat. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 erhob die Be-

schwerdeführerin mit Eingabe vom 17. März 2023 fristgerecht Beschwerde 

und stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"Die Verfügung vom 17. Februar 2023 sei aufzuheben und der Beschwer-
deführerin sei eine 60 % Rente zuzusprechen. 
 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7,7 % MWST) zu 
Lasten der Beschwerdegegnerin." 

 

 - 3 - 

 

 

In prozessualer Hinsicht stellte sie folgende Anträge: 

 

"Es seien die vollständigen Akten der Beschwerdegegnerin beizuziehen 
bzw. diejenigen der IV beizuziehen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 14. April 2023 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

 

2.3. 

Mit Eingabe vom 6. November 2023 reichte die Beschwerdeführerin einen 

medizinischen Bericht zu den Akten. 

 

2.4. 

Am 20. Dezember 2023 reichte die Beschwerdeführerin das Urteil des Bun-

desgerichts 8C_385/2023 vom 30. November 2023 – mit dem die Be-

schwerde im parallellaufenden IV-Verfahren teilweise gutgeheissen, das 

Urteil des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich IV.2022.00602 

vom 31. März 2023 sowie die Verfügung der IV-Stelle des Kantons Zürich 

vom 17. Oktober 2022 aufgehoben und die Sache zu neuer Verfügung an 

die IV-Stelle Zürich zurückgewiesen wurden – ein. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin mit Einspracheent-

scheid vom 17. Februar 2023 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 493) zu 

Recht nicht auf die Rückfallmeldung der Beschwerdeführerin eingetreten 

ist.  

 

1.2. 

Mit angefochtenem Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 (VB 493) 

wurde lediglich (negativ) über die Frage, ob die Voraussetzungen für ein 

Eintreten auf die Rückfallmeldung erfüllt seien, entschieden. Die materielle 

Anspruchsprüfung bildet dementsprechend nicht Gegenstand des vorlie-

genden Verfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164 f). Soweit die Be-

schwerdeführerin die Zusprache einer Rente beantragt (vgl. Rechtsbegeh-

ren Ziff. 2; Beschwerde S. 17), ist daher auf die Beschwerde nicht einzutre-

ten. 

 

2. 

Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch 

den obligatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung ei-

nes Anspruchs, der sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen 

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Umständen aus. Vielmehr steht ein solcher Entscheid unter dem Vorbehalt 

späterer Anpassung an geänderte unfallkausale Verhältnisse. Dieser in der 

Invalidenversicherung durch das Institut der Neuanmeldung (Art. 87 Abs. 3 

und 4 IVV in Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 ATSG) geregelte Grundsatz gilt 

auch im Unfallversicherungsrecht, indem es der versicherten Person jeder-

zeit frei steht, einen Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten 

Unfallereignisses geltend zu machen (vgl. Art. 11 UVV) und erneut Leistun-

gen der Unfallversicherung zu beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt 

es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten Krankheit, 

so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise sogar zu (weiterer) 

Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein scheinbar 

geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder auch psychi-

sche Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild 

führen können (BGE 144 V 245 E. 6.1 S. 254). Rückfälle und Spätfolgen 

schliessen sich somit begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis (Grund-

fall) an. Entsprechend können sie eine Leistungspflicht des (damaligen) 

Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend ge-

machten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlitte-

nen Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusam-

menhang besteht (Urteil des Bundesgerichts 8C_382/2018 vom 6. Novem-

ber 2018 E. 2.2; BGE 118 V 293 E. 2c S. 296). Die Anerkennung eines 

Rückfalls oder von Spätfolgen setzt eine nachträgliche Änderung der an-

spruchsrelevanten Verhältnisse voraus (BGE 144 V 245 E. 6.2; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_425/2011 vom 7. Februar 2012 E. 2). 

 

3. 

Vorab ist auf Nachfolgendes hinzuweisen: 

 

Die rechtskräftige Verneinung der Unfallkausalität eines Leidens führt ge-

mäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung – vorbehältlich der prozessua-

len Revision oder der Wiedererwägung – zur Ablehnung sämtlicher künfti-

ger Leistungsbegehren aufgrund dieses Leidens; dies gilt auch hinsichtlich 

geltend gemachter Rückfälle oder Spätfolgen und auch in Fällen, in denen 

lediglich die Adäquanz verneint wurde (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_288/2020 vom 15. September 2020 E. 4.2.3; 8C_382/2018 vom 6. No-

vember 2018 E. 6 je mit Hinweisen). 

 

Mit dem vom Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2018.329 vom 1. März 

2019 (VB 455) bestätigten Einspracheentscheid vom 27. März 2018 

(VB 387) wurden die vorübergehenden Versicherungsleistungen wegen 

Erreichens des medizinischen Endzustandes und einer vollen Arbeitsfähig-

keit in der angestammten Tätigkeit eingestellt, ein Anspruch auf eine Inva-

lidenrente verneint und eine Integritätsentschädigung von 5 % zugespro-

chen. Die damalige Leistungseinstellung erfolgte damit entgegen der Be-

schwerdegegnerin (vgl. Vernehmlassung S. 7) nicht wegen einer Kausali-

tätsverneinung, sondern mangels (weiterer) Behandlungsbedürftigkeit und 

 - 5 - 

 

 

Erwerbsunfähigkeit, wobei deshalb damals auch auf eine Adäquanzprü-

fung verzichtet worden ist (VB 441). Die Ablehnung sämtlicher künftiger 

Leistungsbegehren aufgrund einer rechtskräftigen Verneinung der Unfall-

kausalität fällt damit vorliegend ausser Betracht und es ist nachfolgend zu 

prüfen, ob Anhaltspunkte für eine Veränderung der (unfallkausalen) Ver-

hältnisse (vgl. E. 2. hiervor) vorhanden sind. 

 

4. 

4.1. 

Im Einspracheentscheid vom 27. März 2018 (VB 387) – der mit Urteil des 

Versicherungsgerichts VBE.2018.329 vom 1. März 2019 bestätigt wurde 

(VB 455) – stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht 

im Wesentlichen auf das orthopädisch-neurologisch-internistisch-psychiat-

risch-neuropsychologische ZIMB-Gutachten vom 14. November 2016 

(VB 283) sowie die ergänzende Stellungnahme der ZIMB-Gutachter vom 

26. Mai 2017 (VB 340). Im ZIMB-Gutachten wurden keine Diagnosen mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt und nachfolgende Diagnosen ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit festgehalten (VB 184, 202): 

 

"Beginnende lateral betonte posttraumatische Gonarthrose mit/bei 
(…) 
Status nach Schädel-Hirn-Trauma mit Commotio cerebri am 23.01.2014 
mit/bei: 
- MR-tomographischer Nachweis von minimen Blutungsresten thalamisch 

und im Corpus nuclei caudati rechts 
- residueller unspezifischer Schwindelsymptomatik, DD: okulärer Schwin-

del 
- geringsten organisch-kognitiven Störungen mit massiver nichtorgani-

scher Überlagerung. 
(…) 
Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10: 
F33.4). 
Kontaktanlässe mit Bezug auf die soziale Umgebung, Schwierigkeiten 
nach nicht gewollter Zuwanderung aus Deutschland (ICD-10: Z 60). 
Andere Kontaktanlässe mit Bezug auf den engeren Familienkreis, Prob-
leme in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10: Z 63)." 

 

Die ZIMB-Gutachter führten zudem aus, zusammenfassend und unter Be-

rücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde sei die Beschwerdefüh-

rerin zum Zeitpunkt der Begutachtung weder aus somatischer noch aus 

psychiatrischer Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Die von der 

Beschwerdeführerin subjektiv beschriebene Symptomatik könne als resi-

duelles post-commotionelles Syndrom nach leichtem Schädelhirntrauma 

interpretiert werden, wobei sich weder aus neurologischer noch neuropsy-

chologischer Sicht Einbussen nachweisen lassen würden, welche auf eine 

bleibende hirnorganische Schädigung hinweisen würden. Auch eine 

schwerwiegende psychiatrische Komorbidität lasse sich nicht nachweisen. 

Die aktuellen Befindlichkeitsstörungen der Beschwerdeführerin stünden 

am ehesten in Zusammenhang mit der psychosozialen Problematik und 

 - 6 - 

 

 

seien als IV-fremd zu beurteilen. Als Folge der Knieverletzung habe sich 

eine beginnende Kniearthrose rechts entwickelt, welche aber in der Tätig-

keit als medizinische Praxisassistentin zu keiner Einschränkung der Ar-

beitsfähigkeit führe. Sowohl in dieser Tätigkeit als auch in entsprechenden 

körperlich leichten bis intermittierend mittelschweren, wechselbelastenden 

Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin seit Februar 2015 uneingeschränkt 

zu 100 % arbeitsfähig (VB 181, 183, 188, 191).  

 

4.2. 

Dem zur Geltendmachung eines Rückfalls eingereichten asim-Gutachten 

vom 30. November 2021 sind die nachfolgenden Diagnosen mit Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen (VB 471 Nr. 5 S. 9): 

 

"1. Traumatische Hirnverletzung am 23.01.2014 mit strukturellen Residuen 
mit/bei: 
(…) 

2. Organisches Psychosyndrom nach Schädel-/Hirntrauma (ICD-10 
F07.2) 

3. Rezidivierende depressive Störung, derzeit leichte depressive Sympto-
matik unter Medikation (ICD-10 F33.0) 

4. Gemischte Angststörung, DD mit teilremittierter posttraumatischer Be-
lastungsstörung (ICD-10 F41.3/F43.1) 

5. Leichte bis mittelschwere neuropsychologische Störung mit/bei 
- Diagnosen 1-4 

6. Lateral betonte posttraumatische Gonarthrose rechts nach Unfall vom 
23.01.2014 mit/bei 
(…)" 

 

In der interdisziplinären Konsensbeurteilung hielten die asim-Gutachter 

fest, eine Arbeitsfähigkeit von 40 % in der angestammten Tätigkeit könne 

seit Wiederaufnahme der Tätigkeit im Juni 2014 angenommen werden. Aus 

heutiger Sicht sei es seit dem Vorgutachten von November 2016 zu einer 

weiteren Verschlechterung, insbesondere mit Zunahme der affektiven 

Symptome und damit einhergehend der kognitiven Befunde, gekommen. 

Dies bei zusätzlich kritischer Würdigung der psychiatrischen Beurteilung im 

Vorgutachten, in welcher die neurokognitiven Einschränkungen und das 

psychiatrische Krankheitsbild unterschätzt worden seien. Sie würden es für 

plausibel halten, dass die Beschwerdeführerin bereits im Juni 2014 mit dem 

geleisteten 40 %-Pensum an ihrem Limit gewesen sei. Es sei davon aus-

zugehen, dass im frühen Krankheitsverlauf die affektiven Beschwerden we-

niger im Vordergrund gestanden hätten und die Beschwerdeführerin initial 

stärker durch die somatischen Unfallfolgen eingeschränkt gewesen sei. 

Diese somatischen Befunde seien im Verlauf in den Hintergrund getreten, 

während die affektiven Befunde in den Vordergrund getreten seien. Insge-

samt könne ein schwankender Verlauf angenommen werden, was sich im 

unterschiedlichen Ausmass der neurokognitiven Funktionsstörungen wi-

derspiegeln würde. Damit einhergehend könne auch das Ausmass der Ar-

beitsfähigkeit schwankend gewesen sein, die retrospektive Herleitung ei-

nes exakten Verlaufs sei daher schwierig. Die Einschätzung einer 

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uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit im Rahmen des Vorgutachtens von 

November 2016 könnten sie aus heutiger Sicht jedoch nicht teilen, da trotz 

remittierter depressiver Symptomatik zum damaligen Zeitpunkt eine leichte 

kognitive Störung nachweisbar gewesen sei. Die Arbeitsfähigkeit in ange-

passter Tätigkeit könne etwas höher sein, weshalb diese konsensual auf 

50 % geschätzt werde (VB 471 Nr. 5 S. 11). 

 

4.3. 

Im parallellaufenden IV-Verfahren lehnte die IV-Stelle Zürich das erneute 

Rentenbegehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 17. Oktober 

2022 ab, da von keiner massgeblichen Veränderung seit der letzten rechts-

kräftigen Verfügung vom 22. Mai 2017, sondern lediglich von einer ande-

ren, vom ZIMB-Gutachten vom 14. November 2016 abweichenden Beur-

teilung des gleichen medizinischen Sachverhalts auszugehen sei (VB 490). 

Dies wurde vom Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich mit Urteil 

IV.2022.00602 vom 31. März 2023 bestätigt. In teilweiser Gutheissung der 

dagegen erhobenen Beschwerde hob das Bundesgericht mit Urteil 

8C_385/2023 vom 30. November 2023 die Verfügung vom 17. Oktober 

2022 sowie das Urteil IV.2022.00602 vom 31. März 2023 auf und wies die 

Sache zur neuen Verfügung an die IV-Stelle des Kantons Zürich zurück. 

Das Bundesgericht führte aus, (im IV-Verfahren) sei zwischen den Parteien 

unbestritten, dass die Beschwerdeführerin mit dem Neuanmeldungsge-

such vom 24. Februar 2020 eine anspruchserhebliche Änderung des In-

validitätsgrades zumindest glaubhaft gemacht habe (E. 5.1). Mangels 

konkreter Indizien, die gegen die Zuverlässigkeit des asim-Gutachtens 

sprechen würden, sei auf das beweiskräftige asim-Gutachten abzustellen. 

Daraus folge, dass sich im Vergleich zur Befundlage gemäss ZIMB-Gut-

achten gestützt auf die validen Befunde in der neuropsychologischen 

Testung unter Berücksichtigung der zusätzlich diagnostizierten psychi-

schen Störungen laut asim-Gutachten eine zwischenzeitlich eingetre-

tene anspruchserhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustan-

des mit entsprechender Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zeige 

(E. 7.4; eingereicht mit Stellungnahme vom 20. Dezember 2023). 

 

Zwar ist festzuhalten, dass die Invalidenversicherung als finale Versiche-

rung – anders als die Unfallversicherung – auch für Gesundheitsschäden 

einzustehen hat, die nicht auf einen Unfall zurückzuführen sind (vgl. etwa 

Urteil des Bundesgerichts 8C_19/2021 vom 27. April 2021 E. 6 mit Hinwei-

sen) und die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung gegenüber 

dem Unfallversicherer und umgekehrt keine Bindungswirkung entfaltet (vgl. 

BGE 133 V 549 E. 6 S. 553 ff.). Vorliegend bestehen jedoch gewisse An-

haltspunkte dafür, dass es sich bei der gutachterlichen Einschätzung der 

asim-Gutachter vom 30. November 2021 nicht bloss um eine andere Beur-

teilung des gleichen medizinischen Sachverhalts handelt (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_425/2011 vom 7. Februar 2012 E. 5.2.2; U 55/07 vom 

13. November 2007; vgl. ferner Urteil des Bundesgerichts 8C_619/2022 

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vom 22. Juni 2023 E. 5.1), sondern dass es auch zu einer in unfallversiche-

rungsrechtlicher Hinsicht anspruchsrelevanten Veränderung des Gesund-

heitszustandes gekommen sein könnte. Damit wäre die Beschwerdegeg-

nerin gehalten gewesen, auf die Rückfallmeldung der Beschwerdeführerin 

vom 19. April 2022 (VB 468) einzutreten und diese materiell zu prüfen (vgl. 

e contrario Urteil des Bundesgerichts 8C_263/2012 vom 31. August 2012 

E. 3.3). 

 

4.4. 

Zusammenfassend ist die Beschwerdegegnerin mit dem angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 (VB 492) zu Unrecht nicht auf 

die Rückfallmeldung der Beschwerdeführerin vom 19. April 2022 (VB 468) 

eingetreten. Die Sache ist dementsprechend an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, damit diese auf die Rückfallmeldung eintrete, das Leis-

tungsbegehren der Beschwerdeführerin materiell prüfe und anschliessend 

darüber verfüge. Bei diesem Ausgang des Verfahrens erübrigen sich Aus-

führungen zum Vorbringen der Beschwerdeführerin, dass die Beschwerde-

gegnerin der Aktenführungspflicht gemäss Art. 46 ATSG nicht hinreichend 

nachgekommen sei (vgl. Beschwerde S. 3 ff.). 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, 

in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 

17. Februar 2023 aufzuheben und die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen ist, damit diese auf die Rückfallmeldung vom 19. April 

2022 eintrete, diese materiell prüfe und danach über den Leistungsan-

spruch der Beschwerdeführerin verfüge. 

 

5.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

5.3. 

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz ihrer 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird, 

wird der Einspracheentscheid vom 17. Februar 2023 aufgehoben und die 

Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit diese auf die 

Rückfallmeldung vom 19. April 2022 eintrete und materiell darüber ent-

scheide. 

 

 - 9 - 

 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin die 

Parteikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 3'300.00 zu bezahlen. 

 

 
 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 31. Januar 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans Fricker