# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55f289ed-716d-58b7-b013-08b611e175f9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.11.2025 F-8857/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-8857-2025_2025-11-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-8857/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richter Basil Cupa;  

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (…), 

Eritrea, 

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 7. November 2025. 

 

 

 

F-8857/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 29. September 2025 in der Schweiz 

um Asyl (Akten der Vorinstanz [SEM-act.] 4/2). Ein Abgleich mit der euro-

päischen Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit EURODAC) ergab, 

dass er zuvor am 15. April 2025 in Polen ein Asylgesuch gestellt hatte 

(SEM-act. 3/1). 

B.  

Am 13. Oktober 2025 gewährte die Vorinstanz dem Beschwerdeführer 

(SEM-act. 15/3) im Rahmen des persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO), 

das rechtliche Gehör zur Zuständigkeit Polens für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens, zu dem beabsichtigten Nichteintreten-

sentscheid, zur Wegweisung in diesen Dublin-Mitgliedstaat sowie zu sei-

nem Gesundheitszustand (nachfolgend: Dublin-Gespräch). 

C.  

Dem Wiederaufnahmeersuchen der Vorinstanz vom 4. November 2025 

(SEM-act. 18/5) stimmten die polnischen Behörden am 5. November 2025 

gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. c Dublin-III-VO zu (SEM-act. 21/1). 

D.  

Mit Verfügung vom 7. November 2025 – eröffnet am 11. November 2025 – 

trat die Vorinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b Asylgesetz 

(AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, 

ordnete seine Wegweisung nach Polen an und forderte ihn auf, die 

Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. 

Gleichzeitig wies sie auf die einer allfälligen Beschwerde fehlende auf-

schiebende Wirkung hin und beauftragte den Kanton B._______ mit dem 

Vollzug der Wegweisung (SEM-act. 23/14). 

E.  

Mit Beschwerde vom 18. November 2025 gelangte der Beschwerdeführer 

gegen die Verfügung vom 7. November 2025 an das Bundesverwaltungs-

gericht und beantragte deren Aufhebung. Die Vorinstanz sei anzuweisen, 

ihr Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für vorliegendes 

F-8857/2025 

Seite 3 

Asylverfahren für zuständig zu erklären. Eventualiter sei der Entscheid der 

Vorinstanz aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Sachverhalts-

abklärungen an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er, im Sinne vorsorglicher 

Massnahmen sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen 

und die Vollzugsbehörden seien anzuweisen, von einer Überstellung nach 

Polen abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über die vorliegende 

Beschwerde entschieden habe. Auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses sei zu verzichten und ihm sei die unentgeltliche Prozessführung zu ge-

währen (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-act.] 1). 

F.  

Am 19. November 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovi-

sorischen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an (BVGer-act. 2). 

G.  

Am 24. November 2025 erhielt das Bundesverwaltungsgericht von der Vo-

rinstanz die Information, dass der Beschwerdeführer seit dem 14. Novem-

ber 2025 verschwunden sei (BVGer-act. 6). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. 

VGG) und die Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt, so dass auf die Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 VwVG, Art. 108 Abs. 3 AsylG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG). Das Gericht entscheidet über diese endgültig 

(Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet, weshalb 

sie im Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines 

zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e 

AsylG), ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summari-

scher Begründung (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG) zu behandeln ist. 

2.  

2.1 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung vom 7. November 

2025 korrekt erwogen, dass gemäss den Bestimmungen der Dublin-III-VO 

grundsätzlich Polen für die Behandlung des Asylgesuchs des 

F-8857/2025 

Seite 4 

Beschwerdeführers zuständig ist. In diesem Zusammenhang hat sie zutref-

fend erwogen, dass das polnische Asylsystem rechtsprechungsgemäss 

keine systemischen Mängel aufweist, aufgrund derer die Zuständigkeit ge-

mäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf die Schweiz überginge, und dass der 

vom Beschwerdeführer angesprochene ältere Bruder nicht als Familienan-

gehöriger im Sinne von Art. 2 Bst. g (und den darauf Bezug nehmenden 

Art. 9 ff.) Dublin-III-VO gilt. Weiter hat sie richtig erkannt, dass sich weder 

aus den Akten noch den Angaben des Beschwerdeführers im Dublin-Ge-

spräch am 13. Oktober 2025 Hinweise auf ein besonderes Abhängigkeits-

verhältnis (im Sinne von Art. 16 Dublin-III-VO bzw. der diesbezüglich rele-

vanten Rechtsprechung zu Art. 8 EMRK) zwischen ihm und seinem in der 

Schweiz lebenden älteren Bruder ergeben. Darüber hinaus hat die Vor-

instanz zutreffend festgehalten, dass vorliegend keine völkerrechtlichen 

Vollzugshindernisse ersichtlich sind, welche die Schweiz zu einem Selbst-

eintritt nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO verpflichten würden, und hat in 

rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und 

Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, 

SR 142.311) zukommenden Ermessens auch von einem freiwilligen 

Selbsteintritt der Schweiz abgesehen. Dabei hat sie berücksichtigt, dass 

der Beschwerdeführer im Rahmen seines Dublin-Gesprächs angab, in Kro-

atien geschlagen worden zu sein und fünf Monate in Haft verbracht zu ha-

ben. Weiter hat sie auch gewürdigt, dass er bei seinem Dublin-Gespräch 

angab, bis auf Rückenschmerzen keine gesundheitlichen Probleme zu ha-

ben. Die Vorinstanz ist somit zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

und hat in Anwendung von Art. 44 AsylG seine Wegweisung nach Polen 

angeordnet. Zur näheren Begründung wird auf die korrekten vorinstanzli-

chen Erwägungen verwiesen. 

2.2 Was der Beschwerdeführer auf Rechtsmittelebene vorbringt, vermag 

an der Richtigkeit der vorinstanzlichen Verfügung nichts zu ändern. In der 

Beschwerdebegründung vom 18. November 2025 wiederholt er im We-

sentlichen seine Vorbringen aus dem Dublin-Gespräch vom 13. Oktober 

2025 und macht geltend, er sei in Polen Opfer staatlicher Gewalt geworden 

und fünf Monate unrechtmässig inhaftiert worden. Bei einer Rückkehr nach 

Polen befürchte er, erneut inhaftiert zu werden. Darüber hinaus gewähre 

Polen Asylsuchenden wie ihm keinen Zugang zu einem rechtsstaatlichen 

Asylverfahren, so dass das polnische Asylsystem systemische Mängel auf-

weise. Er sei in die Schweiz gekommen, um bei seinem hierzulande leben-

den Bruder Sicherheit zu finden. Diese Aspekte wurden von der Vorinstanz 

bereits in der angefochtenen Verfügung berücksichtigt und korrekt 

F-8857/2025 

Seite 5 

abgehandelt. Soweit der Beschwerdeführer in der Beschwerdebegründung 

nunmehr erstmals vorbringt, aufgrund der Inhaftierung in Polen traumati-

siert zu sein und bei einer Rückkehr nach Polen eine weitere Verschlech-

terung seines psychischen Gesundheitszustandes zu befürchten, ist fest-

zuhalten, dass eine Überstellung von Personen mit gesundheitlichen Prob-

lemen nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen 

kann (vgl. dazu Urteil des EGMR Paposhvili gegen Belgien vom 13. De-

zember 2016, Grosse Kammer, Nr. 41738/10, §§ 180-193, bestätigt durch 

Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 7. Dezember 2021, Grosse 

Kammer, Nr. 57467/15, §§ 121 ff.). Die geltend gemachte Traumatisierung 

wird vom Beschwerdeführer weder substantiiert dargelegt noch belegt. 

Seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind nicht derart gravierend, 

dass gestützt auf Art. 3 EMRK von einer Überstellung nach Polen abgese-

hen werden müsste. Eine allfällig erforderliche psychologische und/oder 

medizinische Behandlung kann auch in Polen durchgeführt werden. Die 

persönliche Präferenz des Beschwerdeführers für einen Verbleib in der 

Schweiz ist rechtlich unerheblich (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). 

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 7. November 

2025 nicht zu beanstanden und die Beschwerde ist abzuweisen. 

4.  

Mit vorliegendem Urteil wird der Antrag auf Gewährung der aufschieben-

den Wirkung gegenstandslos und der am 19. November 2025 angeordnete 

Vollzugsstopp fällt dahin. 

5.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist abzu-

weisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen 

ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies auch im Gesuchs-

zeitpunkt waren. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite)   

F-8857/2025 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird  

abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer  

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen nach Versand des vorliegenden 

Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die  

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt 

 

 

 

Versand: