# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c635e96c-59a8-5bfd-a468-6a525272a46b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.04.2016 IV 2014/5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-5_2016-04-19.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/5

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.10.2019

Entscheiddatum: 19.04.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 19.04.2016
Art. 28 IVG und Art. 7 ATSG. Rentenprüfung nach Praxisänderung zu den 
somatoformen Schmerzstörungen (BGE 141 V 281). Aus einer leichten bis 
mittelschweren depressiven Episode resultiert eine Erwerbsunfähigkeit und 
daraus ein Anspruch auf eine Viertelsrente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. April 2016, IV 2014/5).

Besetzung

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Monika

Gehrer-Hug, Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Marilena Gnesa

Geschäftsnr.

IV 2014/5

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, Bellevuestrasse 1b, Postfach, 

9401 Rorschach,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich am 9. August 2011 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (berufliche Integration und Rente; Eingang AHV-Zweigstelle 

19. August 2011). Sie gab an, seit 23. April 2010 an starken Schmerzen am Rücken zu 

leiden (IV-act. 1, 9). Der Hausarzt Dr. med. B.___, Facharzt für Innere Medizin/

Rheumatologie FMH, bescheinigte am 11. August 2011 eine ab 23. April 2010 

bestehende Arbeitsunfähigkeit im wechselnden Umfang von 40-100 % (IV-act. 2, S. 2). 

Gemäss Bescheinigung der Arbeitgeberin, der C.___ AG, vom 7. Oktober 2011 war die 

Versicherte seit 1. Oktober 1990 als Produktionsmitarbeiterin Schneiderei mit einem 

Pensum von 40 Stunden pro Woche und einem Entgelt von monatlich Fr. 4‘459.65 

angestellt (IV-act. 16, S. 1-3; Kündigung durch die Arbeitgeberin per 31. Mai 2012, IV-

act. 29, S. 3; 30).

A.b Am 23. April 2010 hatte die Versicherte einen Unfall während der Arbeit erlitten und 

sich dabei eine Kontusion der rechten Hüfte zugezogen, ohne sichtbare Prellmarken,

ohne ossäre Läsionen bei regredientem Taubheitsgefühl im Bereich des lateralen 

Oberschenkels und sonst intakter Sensibilität (Suva-act. 8; vgl. auch Schadenmeldung 

UVG vom 26. April 2010, Suva-act. 5: Mehrfachverletzung/Quetschung) und ohne 

neurologische Ausfälle (Bericht Dr. D.___ vom 26. Oktober 2010, Suva-act. 19, und MRI 

der BWS vom 16. November 2010, Suva-act. 26). Offenbar hatte sie sich schliesslich 

vom 4. bis 24. Mai 2011 in der Rehaklinik Gais zur stationären Behandlung aufgehalten 

(IV-act. 53, S. 2; kein Bericht in den Akten).

A.c  Auf Anweisung von Dr. B.___ war die Versicherte am 20. Juni 2011 von Dr. E.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Chefarzt Klinik F.___, psychiatrisch 

untersucht worden. Dieser hatte eine Anpassungsstörung mit Angst und Depression 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gemischt (ICD-10: F43.22) diagnostiziert und ausgedehnte muskulo-skelettäre 

Schmerzen, vordergründig ein chronisches Cervical- und lumbales Schmerzsyndrom, 

erwähnt. Er habe mit der Versicherten eine vierwöchige ambulante psychosomatische 

Rehabilitation in der Klinik F.___ vereinbart, beginnend am 27. Juni 2011 (Bericht vom 

20. Juni 2011, IV-act. 21; ein Bericht über den stationären Aufenthalt ist nicht bei den 

Akten).

A.d Die Versicherte wurde sodann am 6. Dezember 2011 im Auftrag der zuständigen 

Taggeldversicherung (IV-act. 19; vgl. auch IV-act. 16, S. 3; 17, S. 1) psychiatrisch und 

orthopädisch untersucht. Dabei diagnostizierte Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1) sowie 

(ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) eine somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: 

F45.4). Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt von 30 

bis 70 %. Da die Versicherte gefährliche Maschinen bedienen müsse, die einiges an 

Konzentration verlangten, bestehe für die letztausgeübte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit 

von 0 %. Der Gutachter empfahl eine nochmalige vierwöchige psychosomatische 

Rehabilitation. Anschliessend sei davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten während eines Monats 50 % betrage, danach 100 %. Sollte diese 

Einschätzung nicht eintreffen, müsste von einem verfestigten Krankheitszustand 

ausgegangen werden, sodass der Fall von der IV-Stelle im Rahmen der 

Früherkennungsmassnahmen zu beurteilen wäre (Gutachten vom 6. Dezember 2011, 

IV-act. 26, S. 1-5). Die Gutachterin Dr. med. H.___, Fachärztin für Orthopädie und 

Traumatologie FMH, diagnostizierte redizivierende Beschwerden der Wirbelsäule bei 

Fehlstatik, Haltungsinsuffizienz, muskulärem Hartspann und verschmächtigter 

Rumpfmuskulatur; degenerative Veränderungen in Höhe Halswirbelkörper C6/7, auch 

mit Bandscheibenvorfall, Status nach Morbus Scheuermann thoraco-lumbal; kein 

nervenwurzelbezogenes neurologisches Defizit. Aus orthopädischer Sicht lasse sich die 

derzeit bestehende Arbeitsunfähigkeit für die körperlich leichte Arbeit als 

Produktionsmitarbeiterin nicht begründen. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit ergebe 

sich ab sofort ein vollschichtiges Arbeitsvermögen. Die Prognose sei langfristig als gut 

zu beurteilen, da die Versicherte keinen körperlichen Belastungen ausgesetzt sei und 

mit regelmässigen sportlichen Freizeitaktivitäten muskulären Schmerzen vorbeugen 

könne (Gutachten vom 6. Dezember 2011, IV-act. 26, S. 8-13).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.e  Vom 28. Februar bis 31. März 2012 befand sich die Versicherte erneut zur 

psychosomatischen Rehabilitation in der Klinik Gais. Die dortigen Ärzte diagnostizierten 

ein chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: 

F45.41) sowie Diskushernien C5/6 und C6/7. Die Arbeitsunfähigkeit betrug während 

des Rehabilitationsaufenthalts und bis 7. April 2012 100 % (Austrittsbericht vom 2. 

April 2012, IV-act. 36).

A.f Basierend auf den bis anhin stattgefundenen Abklärungen teilte die IV-Stelle der 

Versicherten am 17. April 2012 mit, berufliche Eingliederungsmassnahmen seien auf 

Grund ihres Gesundheitszustandes (vgl. IV-act. 30, S. 2: instabiler Gesundheitszustand) 

nicht möglich, so dass der Anspruch auf eine Rentenleistung geprüft werde (Verfügung 

vom 17. April 2012, IV-act. 31).

A.g In einem von der IV-Stelle eingeholten, undatierten Arztbericht (eingegangen am 

25. Juli 2012) stellte Dr. B.___ die bereits bekannten Diagnosen einer 

Anpassungsstörung mit Angst und Depression, ausgedehnte musculo-skelettäre 

Schmerzen, vor allem cervicales und lumbales Schmerzsyndrom nach Trauma sowie 

Diskushernien C5/6 und C6/7. Die Prognose sei nicht gut. Die Arbeitsunfähigkeit habe 

vom 27. Juni 2011 bis 31. Mai 2012 100 % betragen. Seit 1. Juni 2012 sei die Patientin 

im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms des Regionalen 

Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) zu 30 % arbeitstätig. In der bisherigen Tätigkeit sei 

sie nicht mehr arbeitsfähig; in einer behinderungsangepassten Tätigkeit sei sie seit 1. 

Juni 2012 während 2-3 Stunden/Tag arbeitsfähig (IV-act. 45; vgl. IV-act. 50).

A.h Dr. E.___ diagnostizierte am 21. September 2012 im Rahmen einer weiteren 

Untersuchung der Versicherten wie bereits im Jahr 2011 eine Anpassungsstörung mit 

Angst und Depression gemischt (ICD-10: F43.22) und (ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit) eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4). Eine 

sichere Prognose sei nicht möglich; empfehlenswert sei eine bidisziplinäre 

Begutachtung. Eine Aussage über die aktuelle Arbeitsunfähigkeit sei nicht möglich, da 

er die Beschwerdeführerin zuletzt am 3. Juli 2012 gesehen habe und keine neuen 

Termine vereinbart worden seien (Arztbericht vom 21. September 2012, IV-act. 53).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.i Die IV-Stelle ging von einer auf 100 % steigerbaren Arbeitsfähigkeit aus. Die 

Beschwerdeführerin habe Anspruch auf Arbeitsvermittlung (Triage-Protokoll vom 21. 

September 2012, IV-act. 50 und 52). In einem undatierten Arztbericht (bei der IV-Stelle 

am 26. Oktober 2012 eingegangen) diagnostizierte Dr. phil. I.___, Psychotherapie und 

psychotraumatologische Beratung, der die Beschwerdeführerin erstmals am 14. 

August 2012 gesehen hatte, eine schwere posttraumatische Belastungsstörung 

(ICD-10: F43.1), chronische posttraumatische Schmerzstörungen, sekundär depressive 

Episoden, hochgradig, mit somatischen Störungen (ICD-10: F32.21) seit dem Unfall 

vom 24. (richtig: 23.) April 2010. Die Beschwerden (Schmerzen, Depressionen, Panik) 

seien therapieresistent. Die Prognose sei chronifizierend bis leicht verbesserbar. Die 

Arbeitsunfähigkeit betrage 100 % seit 13. April 2010. Weder die bisherige noch eine an 

das Leiden angepasste Tätigkeit seien zumutbar; selbst die persönlichen Belange seien 

der Versicherten zu viel (IV-act. 55).

A.j Da der Arbeitsversuch im Beschäftigungsprogramm des RAV keine positive 

Entwicklung genommen hatte und die Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht möglich 

gewesen war, stellte die IV-Stelle fest, dass weitere berufliche Massnahmen nicht 

erfolgsversprechend seien und die Rentenprüfung zu erfolgen habe (Triage-Protokoll 

vom 6. Dezember 2012, IV-act. 57; Verlaufsprotokoll der 

Eingliederungsverantwortlichen vom 11. Dezember 2012, IV-act. 58). Einen Anspruch 

auf berufliche Massnahmen verneinte die IV-Stelle in der Folge (Verfügung vom 14. 

Januar 2013, IV-act. 60).

A.k  Dr. I.___ attestierte der Versicherten in einem undatierten Verlaufsbericht (Eingang 

IV-Stelle 4. Februar 2013) eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit bei stationärem 

Gesundheitszustand und gleichbleibenden Diagnosen (IV-act. 62).

A.l Im Verlaufsbericht vom 5. März 2013 hielt Dr. B.___ eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustands fest. In der bisherigen Tätigkeit könnte wieder eine 

Arbeitsfähigkeit möglich werden, bei der chronifizierten Depression sei dies aber sehr 

unwahrscheinlich (vgl. Ziff. 2.1 im Beiblatt zum Arztbericht in IV-act. 66, S. 2). Leichte, 

wechselbelastende Tätigkeiten seien bei verminderter Leistungsfähigkeit an sich 

zumutbar, jedoch habe die Versicherte ein Pensum von 20% im Rahmen eines 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Abklärungsprogramms des RAV nur knapp gemeistert. Aktuell sei keine 

erwerbswirksame Tätigkeit machbar (IV-act. 66).

A.m  Im Bericht vom 22. März 2013 hielt Dr. I.___ fest, die Patientin leide unter den 

chronifizierten Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung, die er seit ca. 

einem Jahr zu behandeln versuche. Die Traumabehandlung werde jedoch erschwert 

zum einen durch die Einnahme von Opioiden zur Kontrolle der inneren Unruhe 

(scheinbar mit einer Abhängigkeit; es sei vorgesehen, diese bei einem Aufenthalt in der 

Palliativstation im Spital J.___ abzubauen); zum anderen stehe die Patientin unter einer 

andauernden Existenzangst und unter durch die chronischen Schmerzen verursachtem 

Stress, was den Zugang zum traumatischen Geschehen erschwere. Auf dem ersten 

Arbeitsmarkt sei die Versicherte in absehbarer Zeit nicht einsatzfähig. Begrüssenswert 

wäre der Einsatz an einem geschützten Arbeitsplatz der IV mit einem Pensum von 

50 %. Er könne mit der Diagnose einer Anpassungsstörung mit Angst und 

Depressionen leben, wobei die Depressionen - mittelgradig bis schwer und chronisch - 

mit „somatischen Symptomen“ zu ergänzen seien (IV-act. 70).

A.n Im Auftrag der IV-Stelle begutachteten Dr. med. K.___, Fachärztin für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, und Dr. med. L.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH, St. Gallen, die Versicherte am 19. 

Juli 2013 (IV-act. 73-76). Dr. L.___ stellte folgende Diagnosen: Cervicovertebrogenes 

(ICD-10: M54.82) und cervicobrachiales (ICD-10: M53.1) Schmerzsyndrom beidseits, 

linksbetont, bei paramedianer Diskushernie C5/C6 links und mediolateraler 

intraforaminaler Diskushernie C6/C7 rechts (ICD-10: M50.2); lumbovertebrales 

Schmerzsyndrom (ICD-10: M54.5) bei degenerativen Veränderungen der unteren LWS 

(ICD-10: M47.86); Periarthropathia humero-scapularis beidseits (ICD-10: M75.0); 

Verdacht auf Fibromyalgie (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit; IV-act. 76, S. 22, 

25). Bezüglich der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung stellte Dr. L.___ eine Unklarheit 

betreffend Schwere der letztausgeübten Tätigkeit fest. So habe Dr. H.___ 

angenommen, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit leicht sei; die Explorandin habe ihm 

gegenüber jedoch angegeben, dass mitunter auch deutlich schwerere Lasten 

transportiert werden müssten. In der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in einer dem 

Leiden angepassten Tätigkeit bestehe zwischen der Beurteilung durch Dr. H.___ und 

seiner eigenen jedoch keine Divergenz. So sei auch er zum Schluss gekommen, dass 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

die Beschwerdeführerin in körperlich leichten bis gelegentlich mittelschweren 

Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg, ohne Zwangspositionen der 

Wirbelsäule, namentlich ohne häufige In- oder Reklinationsbewegungen und ohne 

Überkopfarbeiten, seit Anfang Dezember 2011 zu 100 % arbeitsfähig sei (IV-act. 76, S. 

22). Die psychiatrische Exploration durch Dr. K.___ ergab folgende Diagnosen: leichte 

bis mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.0 bis F32.1); Verdacht auf 

posttraumatische Belastungsstörung, leicht bis mittelgradig ausgeprägt (ICD-10: 

F43.1); sowie (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung (ICD-10: F45.4), differentialdiagnostisch chronische Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41). In der angestammten 

Tätigkeit als Maschinenführerin sei die Beschwerdeführerin ganztags (8 Stunden pro 

Tag) arbeitsfähig mit einer verminderten Leistungsfähigkeit von 40 % 

(Gesamtarbeitsfähigkeit von 60 %) spätestens ab Zeitpunkt der Begutachtung vom 19. 

Juli 2013. In Bezug auf die bisherige Tätigkeit bestehe eine Antriebsstörung sowie eine 

psychophysische Belastbarkeitsminderung mit vorzeitiger Erschöpfung und Minderung 

der konzentrativen Ausdauerbelastbarkeit. In adaptierter Tätigkeit bestehe seit 19. Juli 

2013 ebenfalls eine ganztägige Arbeitsfähigkeit (8 Stunden/Tag) mit einer 

Leistungsminderung von 40 % (Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit von 60 %). 

Zumutbar seien zeitlich flexible Tätigkeiten ohne permanenten Zeit- und Termindruck, 

ohne besondere Anforderungen an das Umstellungs- und Anpassungsvermögen in 

wohlwollender und konfliktarmer Arbeitsatmosphäre. Eine berufliche Eingliederung sei 

grundsätzlich ab sofort möglich. Ein begleiteter Wiedereinstieg sei empfehlenswert, 

allenfalls mit Integrationsmassnahmen (IV-act. 76, S. 36, 39 f., und zum 

polydisziplinären Konsens S. 43 ff.).

A.o Am 19. September 2013 stellte die IV-Stelle die Ablehnung des Rentengesuches in 

Aussicht (Vorbescheid vom 19. September 2013, IV-act. 80). Der damalige 

Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt lic. iur. Stephan Jau, St. Gallen, 

wendete ein, der behandelnde Psychologe Dr. I.___ attestiere keine mittelgradige, 

sondern eine hochgradige depressive Episode, die chronisch sei. Da das Gutachten 

von Dr. K.___ nicht davon ausgehe, dass die depressive Erkrankung als 

Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit aufzufassen sei, komme der depressiven 

Episode eine individualisierende (wohl: invalidisierende) Wirkung zu. Die 

posttraumatische Belastungsstörung sei gemäss Dr. I.___ mittelschwer und nicht bloss 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

eine Verdachtsdiagnose. Ob die somatoforme Schmerzstörung durch die Diskushernie 

erklärt werden könne, führten die Gutachter nicht aus, und sie setzten sich auch nicht 

mit der abweichenden Meinung anderer Ärzte auseinander (IV-act. 85).

A.p Mit Verfügung vom 19. November 2013 verneinte die IV-Stelle gemäss Vorbescheid 

einen Rentenanspruch der Versicherten (IV-act. 87). Begründet wurde dies damit, aus 

orthopädischer Sicht bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit. Der diagnostizierten leichten 

bis mittelschweren depressiven Episode komme kein invalidisierender Charakter zu. 

Die Beschwerden seien gut angehbar und überwindbar, ebenso wie die 

posttraumatische Belastungsstörung, die lediglich bei einem schweren, 

aussergewöhnlichen Ereignis einen invalidisierenden Charakter habe. Dies sei beim 

Ereignis vom 23. April 2010 zu verneinen.

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung richtet sich die vorliegende Beschwerde vom 6. Januar 

2014 (act. G 1). Der nunmehr mandatierte Rechtsanwalt lic. iur. Eliano Mussato, 

Rorschach, beantragt die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Zusprache 

einer ganzen Invalidenrente, eventualiter die Anordnung eines Gutachtens und 

subeventualiter die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. 

Ausserdem sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen, 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegnerin. 

Begründet wird die Beschwerde damit, von einer leichten bis mittelgradigen 

Depression könne keine Rede sein. Sowohl Dr. med. M.___, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie FMH, (Stellungnahme vom 4. Dezember 2013, act. G 1.2), als auch 

Dr. I.___ (Bericht vom 11. November 2013, act. G 1.3) beurteilten die Depression als 

schwer bzw. mittelschwer, dies sei an der latenten Suizidalität sowie an der 

wahnhaften Denkstörung erkennbar; ausserdem handle es sich nicht um eine Episode, 

sondern um ein chronisches Leiden. Im Weiteren sei es unzutreffend, die Diagnose 

einer posttraumatischen Belastungsstörung nur im Verdacht zu stellen, wie dies Dr. 

K.___ getan habe, da der Unfall für die Beschwerdeführerin „absolut lebensbedrohend“ 

gewesen sei. Die von Dr. K.___ zur Begründung vorgebrachten Punkte seien für die 

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht nötig. Im Weiteren sei die 

Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung zweifelhaft, da sie das Fehlen eines 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

somatischen Korrelats zu den Schmerzen und das Vorhandensein von psychisch 

belastenden und ungelösten Konflikten bedinge. Schliesslich sei es unzutreffend, dass 

die Beschwerden therapeutisch gut angehbar und unüberwindbar seien, wie dies für 

eine leichte depressive Episode, nicht aber für eine chronifizierte schwere Depression 

zutreffen möge. Die seit dem Unfall stattfindende psychotherapeutische Behandlung 

und die starke antidepressive Medikation vermöchten den Zustand kaum mehr positiv 

zu beeinflussen.

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 2014 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Sie begründet ihren Antrag damit, eine somatoforme 

Schmerzstörung oder ihre Folgen seien vermutungsweise überwindbar. Im Weiteren sei 

das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht ausgewiesen, sondern 

bloss als Verdachtsdiagnose gestellt. Bezogen auf den relativ harmlosen Unfallhergang 

könne eine solche Diagnose ohnehin ausgeschlossen werden und eine 

posttraumatische Belastungsstörung als Komorbidität könne verneint werden. Sie wäre 

sodann nur invalidisierend, wenn ihre Auswirkungen nicht mit zumutbarer 

Willensanstrengung überwindbar wären, was vorliegend nicht zutreffe. Bezüglich der 

Schmerzproblematik liege zwar ein mehrjähriger chronifizierter Krankheitsverlauf mit 

weitgehend unveränderter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung vor, doch 

sei dieser Verlauf bei Syndromleiden diagnosespezifisch und daher nicht 

ausschlaggebend. Ein primärer Krankheitsgewinn sei entgegen der Meinung von Dr. 

K.___ nicht gegeben, und bei einer relativ harmlosen psychiatrischen Diagnose, wie 

einer leichten bis mittelgradigen Depression, ohne irreversiblen schweren psychischen 

Leidenszustand, zu verneinen. Eine Komorbidität von erheblicher Schwere sei nicht 

vorhanden. Schliesslich hätten die Gutachter erhebliche Aggravations- und 

Simulationstendenzen festgestellt, welche die Leistungseinschränkung nicht als 

versicherte Gesundheitsschädigung erscheinen liessen (act. G 6).

B.c  Die Frist zur Einreichung einer allfälligen Replik liess die Beschwerdeführerin 

unbenützt verstreichen, worauf die Verfahrensleitung den Schriftenwechsel für 

abgeschlossen erklärte (act. G 17).

B.d Am 13. März 2014 wies die Verfahrensleitung das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege auf Grund von unvollständigen Unterlagen ab (act. G 12; vgl. auch act. G 

9).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Im vorliegend zu beurteilenden Verfahren ist zwischen den Parteien die Frage streitig 

und zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung hat.

1.1  Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten 

auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (art. 7 Abs. 1 ATSG). 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die 

Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch 

massgebenden Invalidität wird gemäss Art. 16 ATSG durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt, bei dem das Einkommen, das die versicherte Person 

nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der notwendigen und 

zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen 

könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt wird zum Einkommen, 

das die versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

1.2  Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person 

mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60 % invalid 

ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von mindestens 50 % vor, so besteht Anspruch auf eine 

halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auf eine Viertelsrente.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.3  Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 

demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Die Rechtsprechung hat es mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung 

aufzustellen (BGE 125 V 351 E. 3b). Das im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

eingeholte Gutachten von externen Spezialärzten, die auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, 

besitzt bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Das Gleiche gilt für Berichte und 

Gutachten versicherungsinterner Ärzte (BGE 125 V 351 E. 3b/bb und 3b/ee).

2.

Vorab ist die Frage zu beantworten, ob die medizinische Aktenlage eine 

rechtsgenügliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und damit schliesslich auch des 

geltend gemachten Rentenanspruchs erlaubt. Eine Einschränkung der 

Leistungsfähigkeit ist nur dann anspruchserheblich, wenn sie Folge einer 

Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist 

(BGE 141 V 281 E. 2.1).

2.1  In somatischer Hinsicht wird nichts vorgebracht, was eine Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin haben würde. So ging Dr. L.___ auf Grund der 

gestellten Diagnosen (IV-act. 76, S. 22) von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit in einer 

dem Leiden angepassten Tätigkeit aus (IV-act. 76, S. 24 f.), was seitens der 

Beschwerdeführerin unbestritten geblieben ist. Weitere Ausführungen dazu erübrigen 

sich deshalb.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.2  Die Beschwerdegegnerin stützt die Leistungsverweigerung in psychiatrischer 

Hinsicht grundsätzlich auf das von Dr. K.___ erstellte psychiatrische Teilgutachten vom 

25. August 2013 (IV-act. 76, S. 28 ff.) und die darin gestellten Diagnosen. Dr. K.___ 

diagnostizierte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte bis mittelgradige 

depressive Episode (ICD-10: F32.0 bis F32.1) und äusserte den Verdacht auf eine 

leichte bis mittelgradige posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). Ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellte sie die Diagnose einer anhaltenden 

somatoformen Schmerzstörung (ICD-10: 45.4), differentialdiagnostisch einer 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: 

45.41; IV-act. 76, S. 28 ff.). Zu ihrer Beurteilung kam sie nach eingehender 

Auseinandersetzung mit den ihr von der Beschwerdegegnerin zur Verfügung gestellten 

Akten sowie nach Exploration der Beschwerdeführerin. Es ist in der Folge zu prüfen, ob 

die anderslautenden medizinischen Einschätzungen, auf welche die 

Beschwerdeführerin ihren Rentenanspruch stützt, das Begutachtungsergebnis von Dr. 

K.___ in Frage zu stellen vermögen.

2.3  Die Beschwerdeführerin stellt in Abrede, dass der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

durch Dr. K.___ Beweiswert zukommt. Sie macht unter Hinweis auf die Berichte von Dr. 

M.___ (act. G 1.2) und Dr. I.___ (act. G 1.3) geltend, an einer Depression zu leiden, die 

entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin von schwerer bis mittelschwerer 

Ausprägung und von chronischer, nicht blosser episodischer Art sei. Dies sei erkennbar 

an der latenten Suizidalität sowie an der wahnhaften Denkstörung. Sie leide ausserdem 

an einer posttraumatischen Belastungsstörung, wobei es sich dabei nicht um eine 

blosse Verdachtsdiagnose handle; die von Dr. K.___ zur Begründung der 

Verdachtsdiagnose vorgebrachten Punkte (später Beginn der Symptome, Fehlen eines 

Vermeidungsverhaltens und von allein vom Ereignis geprägten Alpträumen) seien für 

die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht nötig. Fraglich sei 

sodann die Diagnose einer somatoformen Schmerzstörung. Unzutreffend sei 

schliesslich die Annahme, die Beschwerden seien therapeutisch gut angehbar und 

überwindbar (act. G 1, S. 2 f.).

2.4  In diesem Zusammenhang ist vorab darauf hinzuweisen, dass ein den 

Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 

351 E. 3a und b) nicht allein deshalb in Frage gestellt werden kann und Anlass zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

weiteren Abklärungen besteht, wenn und sobald die behandelnden medizinischen 

Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an 

vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich 

nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, die im Rahmen 

der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer anderen 

Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2008 E. 4.3 

mit Hinweisen). Ferner kann eine psychiatrische Exploration von der Natur der Sache 

her nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet der begutachtenden psychiatrischen 

Fachperson daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen 

verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu 

respektieren sind, sofern der Experte oder die Expertin lege artis vorgegangen ist (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_694/2008 vom 5. März 2009 E. 5.1.1).

2.5  Dr. M.___ stellte nach der am 28. November 2013 erfolgten Exploration folgende 

Diagnosen: Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Unfall vom 23. April 2010 

(ICD-10: F62.0), posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1), mittelgradiges 

bis schweres chronifiziertes depressives Zustandsbild mit psychotischen Symptomen 

und Suizidalität (ICD-10: F33.2) und chronische Schmerzen im Nacken seit dem Unfall 

vom 23. April 2010. Die Arbeitsunfähigkeit betrage auch in adaptierter Tätigkeit 100 %; 

die Prognose sei schlecht (act. G 1.2, S. 3).

2.5.1  Dr. M.___ begründet die Beurteilung der Schwere der Depression mit Hinweis auf 

die latente Suizidalität mit durchgeführtem Suizidversuch und auf eine wahnhafte 

Denkstörung (act. G 1.1, S. 3). Bezüglich Suizidalität hält der Austrittsbericht der Klinik 

Gais vom 2. April 2012 jedoch fest, die Patientin könne sich glaubhaft von 

selbstschädigendem und suizidalem Verhalten distanzieren (IV-act. 36, S. 2). Ebenso 

wenig lassen sich den Berichten von Dr. E.___ (der die Beschwerdeführerin vom 20. 

Juni 2011 bis 3. Juli 2012 ambulant behandelt hatte) Indizien für eine Suizidalität oder 

für Wahnvorstellungen entnehmen (Berichte von Dr. E.___ vom 20. Juni 2011, IV-act. 

21, und vom 21. September 2012, IV-act. 53, S. 3; Dr. G.___ hatte bereits im Dezember 

2011 eine Suizidalität verneint, IV-act. 26, S. 3). Anlässlich der Begutachtung durch Dr. 

K.___ am 19. Juli 2013 hat die Beschwerdeführerin eine Suizidalität gegenüber der 

Gutachterin verneint (IV-act. 76, S. 33). Ebenso verneint Dr. K.___ Hinweise auf 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

überwertige Ideen, Wahn oder konkrete Phobien und sie hält die Depression für leicht 

bis mittelgradig (IV-act. 76, S. 33). Diese Beurteilung überzeugt in jeder Hinsicht.

2.5.2  Dr. M.___ hält im Weiteren die Diagnose einer posttraumatischen 

Belastungsstörung für gegeben (act. G 1.2, S. 3). Eine posttraumatische 

Belastungsstörung entsteht als eine verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein 

belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit 

aussergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmass, die bei fast jedem 

Menschen eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Typische Merkmale sind das 

wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Flashbacks), 

Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von 

Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten (ICD-10: F43.1, vgl. <http://

www.icd-code-de/icd/code/F43.-.html>, abgerufen am 22. Februar 2016). Die für die 

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung wesentlichen Voraussetzungen, 

insbesondere die ausserordentliche Schwere des auslösenden Ereignisses, scheinen 

vorliegend nicht gegeben. Wie sich das Ereignis vom 23. April 2010 genau abgespielt 

hat, d.h. ob die Beschwerdeführerin durch eine Maschine bzw. einen Schrank oder 

einen Teil davon getroffen wurde oder ob sie einen Sturz erlitten hat, lässt sich anhand 

der Akten nicht eindeutig bestimmen (der Beschwerdeführerin sei ein schwerer 

Schrank über den Kopf gefallen, sie sei auf die linke Körperseite gestürzt und der 

Schrank sei ihr über den rechten Arm und das rechte Bein gefallen, IV-act. 21, S 2; ein 

schwerer Zusatzkasten einer Klebemaschine sei auf sie gestürzt, IV-act. 36, S. 1; eine 

Maschine bzw. ein Element einer 207 kg schweren Schneidemaschine sei auf die 

rechte Körperseite gefallen, IV-act. 26, S. 1, IV-act. 45, S. 2, IV-act. 27, S. 1, Suva-act. 

5, 8 und 27; eine 2 m hohe und 3 m lange Maschine sei auf sie gefallen, IV-act. 70, S. 

1; ein 150 kg schweres Gewicht sei auf sie gefallen, Suva-act. 17; sie habe einen Sturz 

von 2 m Höhe erlitten, act. G 6, S. 4, Suva-act. 30, S. 1). Wie es sich damit verhält, 

kann hingegen offen bleiben. Es erscheint als fraglich, dass das Ereignis die geforderte 

Schwere aufweist, um im Sinne des Gesagten zur Annahme einer posttraumatischen 

Belastungsstörung zu führen. Auch die unmittelbaren Folgen des Unfalls (Kontusion 

der rechten Hüfte, ohne sichtbare Prellmarken, ohne Auffälligkeiten und radiologisch 

ohne ossäre Läsionen, vgl. Bericht des Spitals N.___ vom 24. April 2010, Suva-act. 8, 

S. 1) sprechen eher gegen eine besondere Schwere und Eindrücklichkeit des 

Unfallgeschehens. Wenn Dr. K.___ die Diagnose einer posttraumatischen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Belastungsstörung bloss im Verdacht äussert, dann ist dies jedenfalls nachvollziehbar, 

zumal sie hierfür eine plausible Begründung liefert (IV-act. 76, S. 38).

2.5.3  Im Weiteren ist der Einwand von Dr. M.___, Dr. K.___ habe die Hauptdiagnose 

einer andauernden Persönlichkeitsänderung (nach Trauma; ICD-10: F62.0) vergessen 

(act. G 1.2, S. 3), nicht stichhaltig. Eine andauernde, wenigstens über zwei Jahre 

bestehende Persönlichkeitsänderung kann einer Belastung katastrophalen Ausmasses 

folgen. Die Belastung muss extrem sein, und die Vulnerabilität der betroffenen Person 

muss als Erklärung für die tief greifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht in 

Erwägung gezogen werden. Diese Störung kann sich etwa nach andauerndem 

Ausgesetztsein lebensbedrohlicher Situationen (z. B. als Opfer von Terrorismus), 

andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr, Folter oder Katastrophen 

ergeben (ICD-10: F62.0, vgl. <http://www.icd-code-de/icd/code/F62.-.html>, 

abgerufen am 22. Februar 2016). Derartige Umstände sind vorliegend nicht gegeben. 

Ausserdem ist darauf hinzuweisen, dass zwischen einer Persönlichkeitsänderung und 

der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit nicht zwingend eine Korrelation besteht 

(Urteil des Bundesgerichts 9C_456/2007 vom 17. März 2008 E. 4.1 mit Hinweis auf die 

medizinische Literatur). Vorliegend ist weder ersichtlich noch von Dr. M.___ dargetan, 

dass die von ihm diagnostizierte Persönlichkeitsänderung - im Vergleich zur (bis auf die 

Schwere) unbestrittenen depressiven Grundproblematik - zu zusätzlichen 

pathologischen Befunden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit geführt hätte. 

Vielmehr hat sich die von ihm beschriebene Persönlichkeitsänderung lediglich „nach 

Trauma“ entwickelt, und zwar mit denselben Symptomen einer Depression, aber auf 

der Persönlichkeitsebene, mit einer „noch tiefer“ greifenden Problematik.

2.5.4  Schliesslich bezweifelt Dr. M.___ die Korrektheit der Diagnose einer 

somatoformen Schmerzstörung. Dr. L.___ hat nachvollziehbar dargelegt, dass die 

geklagten Schmerzen bloss teilweise somatisch erklärbar sind (IV-act. 76, S. 26; vgl. 

auch die Ausführungen zur Fibromyalgie in IV-act. 76, S 23). Da diese Diagnose 

gemäss schlüssiger Einschätzung von Dr. K.___ zudem ohnehin keine Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit zeitigt (IV-act. 76, S. 43), erübrigt sich die nähere Prüfung dieser 

Rüge (act. G 1.2, S. 3).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.5.5  Zusammenfassend ist die Kritik von Dr. M.___ am psychiatrischen Gutachten von 

Dr. K.___ nicht geeignet, ihre Beurteilung in Frage zu stellen. Zusätzlich für die 

Massgeblichkeit ihrer Beurteilung sprechen die von ihr nach den veranlassten 

psychologischen Tests nachvollziehbar festgestellten starken Hinweise auf Aggravation 

bzw. Simulation. Ausserdem hat sie die Angaben der Beschwerdeführerin kritisch 

hinterfragt. Demgegenüber hat Dr. M.___ ungeprüft bzw. ohne eine erkennbare 

kritische Auseinandersetzung auf die Angaben der Beschwerdeführerin abgestellt. Im 

Weiteren hat er es im Gegensatz zu Dr. K.___ unterlassen, eine kritische 

Ressourcenprüfung zu tätigen (vgl. IV-act. 76, S. 38).

2.6  Dr. I.___ hat sich in seiner Stellungnahme vom 11. November 2013 weitgehend 

darauf beschränkt, die Ergebnisse der Begutachtung durch Dr. K.___ in Frage zu 

stellen (act. G 1.3). Er kritisiert zunächst die Verdachtsdiagnose einer leichten 

posttraumatischen Belastungsstörung. Zwar stimme es, dass ein 

Vermeidungsverhalten während der ersten Monate nach dem Ereignis nicht zu 

beobachten gewesen sei; dieses habe sich inzwischen aber eingestellt. Zudem habe 

die Patientin Nachhallerinnerungen und neige zu Drogenmissbrauch (Medikamente 

würden nicht nur zur Schmerzlinderung eingesetzt, sondern auch zur inneren 

Beruhigung). Sie habe die Lebensfreude verloren, leide unter Angstdruck und an 

Schlafstörungen. Im Weiteren habe sich das Verhalten der beteiligten Versicherungen 

und der Arbeitgeberin nach dem Unfall traumatisierend ausgewirkt.

2.6.1  Zu diesen Vorwürfen und zu den Vorbringen, es handle sich um eine 

mittelgradige bis schwere Depression und die Patientin sei suizidal, kann auf die 

obigen Ausführungen verwiesen werden (Erw. 2.5.1).

2.6.2  Dr. I.___ weicht bei seiner Kritik an Dr. K.___ teilweise von einer objektiven 

Betrachtungsweise ab und erhebt gegenüber Dr. K.___ nicht sachbezogene Vorwürfe 

(„Killergutachten“, d.h. dem Begutachteten derart nicht angemessen, dass sie nicht nur 

zu falschen IV-Entscheiden führen, sondern dem Patienten zusätzlich Schaden zufügen 

würden, es sei eine bei den Unfallversicherungen sowie bei der IV weitverbreitete 

Praxis, „…wie jeder Fachmann, der etwas von Psychotraumatologie versteht, weiss“; 

die Beschwerdeführerin werde es schwer haben, ein gerechtes Gutachten zu 

bekommen, da die Begutachtenden den Versicherungen etwas schuldig seien, vgl. act. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

G 1.3). Diese pauschalisierende Haltung ist mit einer unvoreingenommenen Beurteilung 

nicht zu vereinbaren. Dies wirft ein ungünstiges Licht auf die Einschätzung von Dr. 

I.___, zumal er übersieht, dass Dr. K.___ der Beschwerdeführerin für leidensangepasste 

Tätigkeiten immerhin eine 40 %ige Arbeitsunfähigkeit bzw. Leistungseinbusse 

bescheinigt hat. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass Dr. I.___ - wie Dr. M.___ - 

keine objektiven Gesichtspunkte benennt, die Dr. K.___ in ihrer Begutachtung ausser 

Acht gelassen habe.

2.7  Zusammenfassend ist dem Gutachten von Dr. K.___ unter Zugrundelegung der 

erwähnten Grundsätze zum Beweiswert von Gutachten und medizinischen Berichten 

(Erw. 2.4) volle Beweiskraft zuzuerkennen. Dr. K.___ hat die Vorakten umfassend 

gewürdigt und die gestellten Diagnosen nachvollziehbar begründet. Ihre Beurteilung ist 

umfassend und schlüssig. Die Dres. M.___ und I.___ begründen den Schweregrad der 

Depression bzw. die abweichenden Diagnosen nicht mit Hinweisen, welche Dr. K.___ 

ausser Acht gelassen hat, und es sind insbesondere keine objektiven Argumente 

ersichtlich, die von Dr. K.___ nicht erwähnt oder erkannt worden wären. Dass Dr. K.___ 

die von der Beschwerdeführerin geklagten Leiden und ihren biographischen 

Hintergrund umfassend berücksichtigte, geht im Übrigen aus dem Bericht von 

Dr. M.___ vom 4. Dezember 2013 hervor, worin dieser bei der Anamnese auf das 

Gutachten von Dr. K.___ verweist (act. G 1.2, S. 1). Ebenfalls ins Gewicht fällt, dass der 

RAD-Arzt Dr. O.___ die gutachterliche Beurteilung als einwandfrei beurteilte 

(Stellungnahme vom 10. September 2013, IV-act. 77). Der Sachverhalt ist spruchreif 

erstellt, weshalb kein Anlass besteht, ein Gerichtsgutachten zu veranlassen bzw. die 

Sache zu ergänzenden Abklärungen zurückzuweisen; den entsprechenden 

Eventualanträgen ist deshalb nicht zu entsprechen.

3.

3.1  Zu prüfen ist sodann, ob die aus der gutachterlich bescheinigten psychischen 

Störung (leichte bis mittelgradige depressive Episode) resultierende Beeinträchtigung 

des Gesundheitszustands zu einer Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit im Sinne von 

Art. 7 Abs. 1 und 2 ATSG führt.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.2  Die Beschwerdegegnerin bringt vor, die geklagten Beschwerden stellten ein 

pathogenetisch-ätiologisch unklares syndromales Beschwerdebild dar (act. G 6, III/

1-5). Ob diese Sichtweise zutrifft, nachdem im Gutachten vom 25. August 2013 die 

Diagnose einer leichten bis mittelgradigen posttraumatischen Belastungsstörung bloss 

im Verdacht gestellt und der Diagnose einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt wurde (vgl. IV-act. 

76, S. 43), erscheint fraglich, kann indessen offen bleiben. Denn selbst wenn ein 

entsprechendes Beschwerdebild bejaht würde, besteht angesichts der in BGE 141 V 

281 begründeten Praxisänderung kein Anlass, dem psychischen Leiden pauschal eine 

invalidisierende Wirkung abzusprechen. Die Ausführungen der Beschwerdegegnerin 

stützen sich hauptsächlich auf eine durch das bereits erwähnte Urteil des 

Bundesgerichts BGE 141 V 281 überholte Rechtsprechung. Darin führte das 

Bundesgericht aus, dass namentlich nicht mehr an der Betrachtungsweise des von der 

Beschwerdegegnerin u. a. referenzierten Urteils BGE 130 V 352 festgehalten werde. Es 

gelangte zur Auffassung, dass bei Zusammenfallen von Depression und Schmerz eine 

Gesamtbetrachtung stattzufinden habe. Eine allfällige Konnexität zwischen 

Schmerzleiden und Depression führt aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht 

(mehr) grundsätzlich zur Bedeutungslosigkeit der depressiven Erkrankung (BGE 141 V 

281 E. 4.3.1.1). Vor diesem Hintergrund erübrigt sich eine nähere Auseinandersetzung 

mit der Argumentation der Beschwerdegegnerin (zur intertemporalrechtlichen 

Problematik von im Zeitpunkt der Praxisänderung bereits bestehenden Gutachten vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 9C_195/2015 vom 24. November 2015 E. 3.2.3).

3.3  Vorliegend ist zunächst entscheidend, dass Dr. K.___ die quantitative 

Einschränkung der für die angestammte und für leidensangepasste Tätigkeiten 

bestehenden Arbeitsunfähigkeit einzig mit dem depressiven Leidensbild (leichte bis 

mittelgradige depressive Episode, IV-act. 76, S. 43) begründet. Die von ihr im Verdacht 

diagnostizierte posttraumatische Belastungsstörung steht bezüglich Arbeitsunfähigkeit 

wohl im Hintergrund, und die ebenfalls diagnostizierte anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung hat keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit und begründet 

dementsprechend keine quantitative Einschränkung (IV-act. 76, S. 38 und 43; vgl. auch 

orthopädisches Teilgutachten von Dr. L.___: das Problem der Beschwerdeführerin liegt 

in der gestörten Schmerzverarbeitung, die mit somatischen Massnahmen nicht 

angegangen werden kann; die geklagten Beschwerden liessen sich durch die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

objektiven Befunde nicht vollständig erklären, IV-act. 76, S. 26 und – mit Verweis auf 

das Gutachten von Dr. H.___ – S. 24). Folglich ist die Erheblichkeit der leichten bis 

mittelschweren depressiven Episode zu prüfen. Vorab ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdeführerin nach Lage der Akten entgegen der Bezeichnung „Episode“ 

gemäss Gutachten von Dr. K.___ seit längerer Zeit an einer depressiven Erkrankung 

leidet; von einem bloss vorübergehenden Geschehen kann somit nicht die Rede sein.

3.3.1  Grundsätzlich bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung für die 

Annahme eines invalidisierenden Gesundheitsschadens einer fachärztlichen, lege artis 

auf die Vorgaben eines Klassifikationssystems abgestützten Diagnose. Im Rahmen der 

freien Beweiswürdigung darf sich dabei die Verwaltung – und im Streitfall das Gericht – 

weder über die den beweisrechtlichen Anforderungen genügenden medizinischen 

Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen Einschätzungen und 

Schlussfolgerungen zur (Rest-)Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer konkreten 

sozialversicherungsrechtlichen Relevanz und Tragweite zu eigen machen. Die 

rechtsanwendenden Behörden haben mit besonderer Sorgfalt zu prüfen, ob die 

ärztliche Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit auch invaliditätsfremde Gesichtspunkte 

(insbesondere psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren) mitberücksichtigt, 

die vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind. Wo 

psychosoziale Einflüsse das Bild prägen, ist bei der Annahme einer 

rentenbegründenden Invalidität Zurückhaltung geboten (Urteil des Bundesgerichts 

9C_1041/2010 vom 30. März 2011 E. 5.1 mit Hinweisen). Nach der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung kann auch die Diagnose einer mittelschweren depressiven Episode 

eine Invalidität begründen (Urteile des Bundesgerichts 9C_1041/2010 vom 30. März 

2011 E. 5.2, und 9C_980/2010 E. 5.3).

3.3.2  Dr. K.___ hat in ihrem Gutachten vom 23. August 2013 festgehalten, die 

Explorandin wirke resigniert und verbittert – einerseits auf Grund der anhaltenden 

Schmerzsymptomatik, andererseits auf Grund der psychischen Problematik mit 

Ängsten, depressiven Symptomen und Flashbacks vom Unfall, wobei der späte Beginn 

ein Jahr nach dem Unfall, das fehlende Vermeidungsverhalten und die nicht explizit 

vom Unfall handelnden Alpträume untypisch seien. Betreffend die Schmerzproblematik 

klage die Explorandin über andauernde, schwere und quälende Schmerzen, die durch 

einen physiologischen Prozess oder eine körperliche Störung nicht vollständig zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erklären seien. Es lägen emotionale Konflikte und psychosoziale Belastungen vor, 

welche schwerwiegend genug seien, um als ursächliche Faktoren gelten zu können. 

Somit kann davon ausgegangen werden, dass psychosoziale Belastungsfaktoren einen 

wesentlichen Einfluss auf das depressive Krankheitsgeschehen haben, obwohl die 

Gutachterin nicht näher ausführt, um welche Belastungen es sich handelt. Wie 

konsequent die Depressionsbehandlung ist, lässt sich den Berichten des Dr. I.___ nicht 

entnehmen (vgl. aber die Angaben der Beschwerdeführerin gegenüber Dr. K.___, IV-

act. 76, S. 32). Die von Dr. K.___ erwähnten Aggravations- bzw. Simulationstendenzen 

hat diese bei der Bestimmung der Auswirkungen der depressiven Störung auf die 

Arbeitsfähigkeit berücksichtigt (vgl. IV-act. 76, S. 38: die Ergebnisse der Leistungstests 

und der klinischen Verfahren seien unter Berücksichtigung der deutlichen Hinweise auf 

Aggravations- und Simulationstendenzen zu interpretieren).

3.3.3  Ins Gewicht fällt schliesslich, dass der RAD-Arzt Dr. O.___ die gutachterliche 

Einschätzung ausdrücklich als umfassend, widerspruchsfrei und nachvollziehbar 

bezeichnet hat, worauf entscheidrelevant abzustellen sei (IV-act. 77, S. 2). Diese 

Einschätzung bestätigen die übrigen medizinischen Akten: Dr. G.___ bescheinigte im 

Jahr 2011 eine psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt von 30-50 % (IV-act. 26, S. 5); seitherige grosse, nicht bloss 

vorübergehende Verschlechterungen des Gesundheitszustandes aus psychiatrischer 

Sicht sind aus den Akten nicht ersichtlich. Im Ergebnis erscheint eine 

Arbeitsunfähigkeit von 40 % als plausibel.

4.

Es ist in der Folge im Rahmen eines Einkommensvergleichs basierend auf einer 

Arbeitsunfähigkeit von 40 % der Invaliditätsgrad zu bestimmen. Die Parteien haben 

sich dazu nicht geäussert.

4.1  Vorweg ist die Höhe des Valideneinkommens zu bestimmen.

4.1.1  Gemäss Art. 16 ATSG richtet sich das Valideneinkommen danach, was eine 

versicherte Person erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Massgebend 

für das Valideneinkommen ist, was die versicherte Person auf Grund ihrer beruflichen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns verdient 

hätte. Bei der Bestimmung dieses zuletzt erzielten Einkommens sind sämtliche 

Erwerbseinkommen (etwa auch Nebeneinkünfte) oder regelmässig geleistete 

Überstunden, für die eine AHV-Beitragspflicht besteht, zu berücksichtigen. Es kann bei 

der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens aber nur relevant sein, was 

grundsätzlich zum massgebenden Lohn gemäss Bundesgesetz über die Alters –und 

Hinterlassenenversicherung (AHVG; SR 831.10) zu zählen wäre (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_465/2009 vom 12. Februar 2010 E. 2.1).

4.1.2  Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf 

von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 

1 ATSG. Vorliegend ist die IV-Anmeldung am 19. August 2011 erfolgt (vgl. IV-act. 1), ein 

Rentenanspruch würde somit frühestens ab 1. Februar 2012 bestehen.

4.1.3  Für die Bestimmung des Valideneinkommens wird grundsätzlich am zuletzt 

erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 

angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne 

Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 125 V 58 E. 3.1; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_590/2014 vom 18. März 2015 E. 5.1; 8C_196/2013 vom 

21. August 2013 E. 3.1). Dies rechtfertigt sich auch hier, zumal das Einkommen des 

Jahres 2011 zuverlässig bekannt ist und davon auszugehen ist, dass die 

Beschwerdeführerin die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden weiterhin 

ausgeübt hätte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Die Beschwerdeführerin erzielte 

im Jahr 2011 ein Jahreseinkommen von Fr. 57‘975.45 (Fr. 4‘459.65 x 13; vgl. IV-act. 16, 

S. 2, und zum Beschäftigungsgrad IV-act. 1, S. 4). Aus den Angaben der Arbeitgeberin 

ergibt sich nicht, dass die Beschwerdeführerin regelmässig weitere Zulagen erhalten 

hat, die bei der Ermittlung des Valideneinkommens zu berücksichtigen sind (vgl. IV-act. 

16, S. 2; bei dem von der Beschwerdeführerin anlässlich der IV-Anmeldung 

angegebenen Monatslohn in Höhe von Fr. 3‘799.-- dürfte es sich um den Nettolohn 

handeln, vgl. IV-act. 1, S. 4). Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung 

(Bundesamt für Statistik, Lohnentwicklung 2011 und 2012, + 1 % Frauen) ergibt sich 

für das Jahr 2012 ein mutmassliches Jahreseinkommen von Fr. 58‘555.-- (Fr. 57‘975.45 

x 1.01).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.2  Für die Bestimmung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in der die versicherte Person konkret steht, sofern 

kumulativ besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass die versicherte Person die ihr verbleibende Leistungsfähigkeit in zumutbarer 

Weise voll ausschöpft und das Einkommen aus der Arbeitsleistung angemessen und 

nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen 

gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine an sich zumutbare neue 

Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so ist auf Erwerbstätigkeiten abzustellen, die der 

versicherten Person nach zumutbarer Behandlung und allfälliger Eingliederung 

angesichts ihrer Ausbildung und ihrer physischen sowie intellektuellen Eignung 

zugänglich wären. Rechtssprechungsgemäss werden hierzu die Tabellenlöhne gemäss 

der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebung 

(LSE) herangezogen (BGE 129 V 472 E. 4.2.1).

4.2.1  Die Beschwerdeführerin ist nicht mehr arbeitstätig. Damit schöpft sie die ihr 

zumutbare Leistungsfähigkeit von 60 % gemäss gutachterlicher Feststellung nicht aus, 

weshalb als Grundlage für die Bemessung des Invalideneinkommens auf den 

statistischen Hilfsarbeiterinnenlohn abzustellen ist. Dieser beträgt für das Jahr 2012 bei 

einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7 Stunden/Woche Fr. 51‘441.-- (Tabelle 

TA1, vgl. Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015).

4.2.2  Hinsichtlich der Höhe eines allfälligen Tabellenlohnabzugs äussern sich die 

Parteien nicht. Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem 

Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und 

beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalls ab (etwa leidensbedingte 

Einschränkung, Alter und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen 

gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25 % 

festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Tabellenlohnabzugs ist unzulässig 

(BGE 126 V 75 E. 5b; 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Vorliegend steht die 

Beschwerdeführerin noch nicht im fortgeschrittenen Alter und sie verfügt bis zum 

Erreichen des AHV-Rentenalters noch über eine lange Aktivzeit. Angesichts der nicht 

erheblichen qualitativen Einschränkungen an eine Verweistätigkeit (körperlich leichte 

bis gelegentlich mittelschwere Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten bis 10 kg 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ohne Zwangspositionen der Wirbelsäule, namentlich keine häufigen In- oder 

Reklinationsbewegungen und ohne Überkopfarbeiten, zeitlich flexible Tätigkeiten ohne 

permanenten Zeit- und Termindruck, ohne besondere Anforderungen an das 

Umstellungs- und Anpassungsvermögen in einer wohlwollenden und konfliktarmen 

Arbeitsatmosphäre, vgl. IV-act. 76, S. 45) erscheint ein Abzug nicht gerechtfertigt. Es 

resultieren somit ein Invalideneinkommen von Fr. 30‘865.-- (Fr. 51‘441.-- x 0.60), eine 

Erwerbseinbusse von Fr. 27‘690.-- (Fr. 58‘555 – Fr. 30‘865.--) und ein Invaliditätsgrad 

von abgerundet 47 % ([Fr. 27‘690.-- / Fr. 58‘555.--] x 100), womit die 

Beschwerdeführerin Anspruch auf eine Viertelsrente hat.

4.3  Seit dem Unfall am 23. April 2010 ist bis 12. Dezember 2010 eine ganze oder 

teilweise Arbeitsunfähigkeit dokumentiert, danach erst wieder ab 27. April 2011 (vgl. 

das Attest von Dr. B.___ vom 11. August 2011, IV-act. 2-2; die Anmeldung zum 

Krankentaggeldbezug erfolgte offenbar erst im Juni 2011, vgl. den Ausdruck aus dem 

elektronischen Fallführungssystem der Krankentaggeldversicherung, bei den 

Fremdakten, G 6.1). Die Behandlung der psychischen Beeinträchtigung begann erst 

nach diesem Datum (vgl. IV-act. 76-36). Das Wartejahr (vgl. Art. 28 Abs. 1 IVG) begann 

folglich erst am 27. April 2011 zu laufen und war am 26. April 2012 vollendet. Damit 

beginnt der Rentenanspruch am 1. April 2012 (vgl. Art. 29 Abs. 3 IVG).

5.

5.1  Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung als rechtswidrig und 

ist deshalb in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben. Der 

Beschwerdeführerin ist mit Wirkung ab 1. April 2012 eine Viertelsrente zuzusprechen. 

Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung ist die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

5.2  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die gemäss Art. 69 Abs. 1  IVG 

nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 

200.-- bis Fr. 1‘000.-- zu bestimmenden und in Fällen wie dem vorliegenden 

praxisgemäss auf Fr. 600.-- festzusetzenden Gerichtskosten sind vollumfänglich der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. betreffend Überklagung etwa das Urteil des 

Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen IV 2009/459 vom 19. Dezember 2011 E. 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/24

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.2 f.). Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 

600.-- ist ihr zurückzuerstatten.

5.3  Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1‘000.-- bis Fr. 12‘000.--. Der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote eingereicht. In 

Berücksichtigung seines mutmasslichen Aufwands für lediglich eine kurze 

Rechtsschrift ist die Parteientschädigung ermessensweise auf Fr. 2‘500.-- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 19. November 2013 

aufgehoben. Der Beschwerdeführerin wird mit Wirkung ab 1. April 2012 eine 

Viertelsrente zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird 

die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.-- zu bezahlen. 

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin 

zurückerstattet.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von Fr. 

2‘500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 19.04.2016
	Art. 28 IVG und Art. 7 ATSG. Rentenprüfung nach Praxisänderung zu den somatoformen Schmerzstörungen (BGE 141 V 281). Aus einer leichten bis mittelschweren depressiven Episode resultiert eine Erwerbsunfähigkeit und daraus ein Anspruch auf eine Viertelsrente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. April 2016, IV 2014/5).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T08:17:27+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen