# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19f31c21-7aff-5b82-9a40-d85975363325
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.05.2010 C-4249/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4249-2008_2010-05-10.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4249/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  M a i  2 0 1 0

Richterin Ruth Beutler (Vorsitz), Richter Bernard Vaudan, 
Richter Andreas Trommer, 
Gerichtsschreiberin Barbara Kradolfer.

A._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Einreisebewilligung in Bezug auf 
B._______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4249/2008

Sachverhalt:

A.
Am 28. August 1998 reiste B._______ (geb. 1976) in die Schweiz ein 
und reichte gleichentags ein Asylgesuch ein, welches das Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF, heute: BFM) mit Verfügung vom 20. Januar 2000 
ablehnte. B._______ wurde aufgefordert die Schweiz bis zum 31. Mai 
2000 zu verlassen. Von Juni 2000 an war er unbekannten Aufenthalts.

Am 12. August 2004 reiste B._______ wiederum in die Schweiz und 
ersuchte am darauffolgenden Tag, unter  Berufung auf  wirtschaftliche 
Gründe, erneut  um Asyl. Auf dieses Gesuch trat das BFF mit  Verfü-
gung  vom  23.  August  2004  nicht  ein.  Am  28.  August  2004  wurde 
B._______  aus  der  Schweiz  ausgeschafft,  und  es  wurde  gegen  ihn 
eine Einreisesperre gültig bis zum 27. August 2007 verhängt.

B.
Am 3. April  2008 beantragte B._______ (nachfolgend Gesuchsteller) 
bei  der Schweizerischen Vertretung in  Pristina/Kosovo ein Visum für 
einen einmonatigen Besuchsaufenthalt beim Beschwerdeführer. Nach 
formloser  Verweigerung  des  Visums  übermittelte  die  Auslandvertre-
tung das Gesuch zur Prüfung und zum Entscheid an die Vorinstanz.

C.
Nachdem  die  kantonale  Migrationsbehörde  bei  dem  als  Gastgeber 
fungierenden Beschwerdeführer weitere Informationen eingeholt hatte, 
wies  die  Vorinstanz  das  Einreisegesuch  mit  Verfügung  vom  5.  Juni 
2008 ab. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, die Wieder-
ausreise des Gesuchstellers könne aufgrund der wirtschaftlichen und 
soziokulturellen Situation im Herkunftsland sowie wegen der persön-
lichen Verhältnisse des Gesuchstellers nicht als gesichert angesehen 
werden.

D.
Mit  Rechtsmitteleingabe  vom 24.  Juni  2008  (Poststempel)  beantragt 
der Beschwerdeführer sinngemäss die Aufhebung der vorinstanzlichen 
Verfügung sowie die Erteilung der beantragten Einreisebewilligung an 
den Gesuchsteller. Da dieser verheiratet  und Vater  eines Kindes sei 
und die ganze Familie im Kosovo lebe, werde er nach dem dreimonati-
gen Aufenthalt wieder zu seiner Familie zurückkehren.

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E.
Mit  Vernehmlassung vom 18. August 2008 beantragte die Vorinstanz 
die Abweisung der Beschwerde.

F.
Von der dem Beschwerdeführer mit  Verfügung vom 21. August  2008 
eingeräumten  Möglichkeit,  zur  Vernehmlassung  der  Vorinstanz  Stel-
lung zu nehmen, machte dieser keinen Gebrauch.

G.
Am  26.  März  2010  zog  das  Bundesverwaltungsgericht  die  den 
Gesuchsteller  betreffenden  Akten  des  Kantons Zürich  und  die  Asyl-
akten bei.

H.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird,  soweit  entscheiderheblich,  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM betreffend Verweigerung der Einrei-
sebewilligung.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 83  Bst. c  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde  berechtigt.  Auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde ist einzutreten (Art. 50–52 VwVG).

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2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung  eines  Visums.  Die  Schweiz  ist  daher  –  wie  alle  anderen 
Staaten auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Aus-
ländern die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Ver-
pflichtungen  handelt  es  sich  dabei  um  einen  autonomen  Entscheid 
(vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über Ausländerinnen und Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 E. 1.1 mit Hinweisen).

4.
Verfahren, die bei Inkrafttreten der Verordnung vom 22. Oktober 2008 
über  die  Einreise  und  die  Visumerteilung  (VEV,  SR  142.204)  am 
12. Dezember 2008 (dem Datum auch des Inkrafttretens des Abkom-
mens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-
senschaft,  der  Europäischen  Union  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft über die Assoziierung dieses Staates bei der Umsetzung, An-
wendung  und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstands  [SAA,  SR 
0.360.268.1])  hängig sind,  werden gemäss Art. 57 VEV nach neuem 
Recht fortgeführt (und damit insbesondere nach dem übergeordneten 
Schengen-Recht).

5.
5.1 Zur  Einreise  in  den  Schengen-Raum  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten benötigen sogenannte Drittstaatsangehörige, 
d.h. Bürger  eines nicht  zu diesem Raum gehörigen Staates (vgl. zu 

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den Schengen-Assoziierungsabkommen Anhang 1  Ziffer  1  des  Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.2]), gültige Reisedokumente, die zum Grenz-
übertritt berechtigen, und ein Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. 
Art. 2 Abs. 1 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Bst. a und b der Verordnung [EG] 
Nr. 562/2006  des  Europäischen  Parlaments  und  des  Rates  vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen durch Personen [nachfolgend: Schengener  Grenzkodex 
bzw. SGK, ABl. L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]; vgl. auch Art. 5 Abs. 1 
Bst. a AuG). Im Weiteren müssen sie den Zweck und die Umstände ih-
res beabsichtigten Aufenthalts belegen und hierfür über ausreichende 
finanzielle  Mittel  verfügen (Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK; vgl. auch Art. 5 
Abs. 1 Bst. b AuG). Sie dürfen zudem nicht im Schengener Informati-
onssystem (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und 
keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öf-
fentliche Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mit-
gliedstaats darstellen (Art. 5 Abs. 1 Bst. d und e SGK; vgl. auch Art. 5 
Abs. 1 Bst. c AuG). 

5.2 Ist nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen, verlangt Art. 5 
Abs. 2 AuG, dass die Wiederausreise gesichert  ist. Damit wird keine 
zusätzliche,  lediglich  im  nationalen  Recht  verankerte  Einreisevo-
raussetzung aufgestellt. Vielmehr handelt  es sich dabei  um dieselbe 
Fragestellung wie bei der nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderlichen 
Überprüfung des Aufenthaltszwecks. Die  Angabe des vorübergehen-
den Aufenthaltszwecks stellt  nämlich zugleich eine Absichtserklärung 
dar,  nach  Erfüllung  dieses  Zwecks  wieder  auszureisen.  So  verlangt 
insbesondere die Gemeinsame Konsularische Instruktion an die diplo-
matischen  Missionen  und  die  konsularischen  Vertretungen,  die  von 
Berufskonsularbeamten  geleitet  werden  (GKI,  ABl.  C  326  vom 
22.12.2005,  S. 1–149),  im  Zusammenhang  mit  dem  Entscheid  über 
den Visumsantrag eine Einschätzung des Migrationsrisikos (vgl. ABl. 
C 326,  S. 10).  Im  Zusammenhang  mit  der  Überprüfung  des  Aufent-
haltszwecks kann daher an die bisherige Praxis und Rechtsprechung 
bezüglich  des Merkmals  der  gesicherten Wiederausreise  angeknüpft 
werden (vgl. BVGE 2009/27 E. 5.2 und E. 5.3).

6.
Das  Schengen-Recht  nimmt  eine  Differenzierung  in  Bezug  auf  die 
Visumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 

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21.03.2001, S. 1–7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Die junge, von der Schweiz anerkannte Republik Kosovo ist, 
im Gegensatz zu dem in Anhang I erwähnten Gebiet des Kosovo im 
Sinne der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats vom 10. Juni 1999 
(vgl.  Erwägungsgrund  4  und  Art.  1  Abs. 1  der  Verordnung  [EG]  Nr. 
1244/2009 des Rates vom 30. November 2009 zur Änderung der Ver-
ordnung  [EG]  Nr.  539/2001,  ABl.  L  336  vom  18.  Dezember  2009 
S. 1 - 3), weder in Anhang I noch in Anhang II  aufgeführt. Bewohner 
des Gebietes der Republik Kosovo sind somit, unabhängig von der Art 
ihres Reiseausweises, visumspflichtig.

7.
Die Vorinstanz verweigerte die Erteilung eines Visums an den Gesuch-
steller mit der Begründung, die fristgerechte Wiederausreise erscheine 
nicht gesichert. Dabei bezog sie sich, neben der schwierigen Situation 
im  Herkunftsstaat,  einerseits  auf  die  früheren  Aufenthalte  in  der 
Schweiz als Asylsuchender und andererseits auf Zweifel bezüglich des 
Aufenthaltszwecks.

7.1 Zur Prüfung des Kriteriums der gesicherten Wiederausreise muss 
das  Verhalten  des  Gesuchstellers  oder  der  Gesuchstellerin  im  Falle 
einer  Einreise  in  der  Schweiz  beurteilt  werden.  Da  es  sich  um  ein 
zukünftiges  Verhalten  handelt,  lassen  sich  dazu  in  der  Regel  keine 
gesicherten  Feststellungen,  sondern  lediglich  Voraussagen  machen. 
Dabei sind sämtliche Umstände des Einzelfalles zu würdigen.

7.2 Anhaltspunkte  zur  Beurteilung der  fristgerechten Wiederausreise 
können sich aus der allgemeinen Lage im Herkunftsland der Gesuch-
stellerin  oder des Gesuchstellers  ergeben. Dabei  rechtfertigt  es sich 
durchaus, Einreisegesuche von Bürgerinnen und Bürgern aus Staaten 
bzw. Regionen mit politisch oder wirtschaftlich vergleichsweise ungün-
stigen Verhältnissen von vornherein mit  Zurückhaltung zu begegnen, 
da die  persönliche Interessenlage in  solchen Fällen  häufig  nicht  mit 
dem Ziel  und  Zweck  einer  zeitlich  befristeten  Einreisebewilligung  in 
Einklang steht.

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7.2.1 Der Gesuchsteller  lebt  in  der  inzwischen unabhängigen und – 
wie bereits erwähnt – von der Schweiz als Staat anerkannten Republik 
Kosovo. Die Sicherheitslage in dieser Region konnte zwar im Verlaufe 
der letzten Jahre weitgehend stabilisiert werden und der Wiederaufbau 
von Administration und Infrastruktur ist unter Beteiligung internationa-
ler Organisationen und Staatengemeinschaften in Gang gekommen. In 
wirtschaftlicher  Hinsicht  ist  das  Land  jedoch  eines  der  ärmsten  in 
Europa; zwar zeigte sich in den letzten Jahren ein starkes Wachstum, 
die Arbeitslosigkeit bleibt jedoch hartnäckig hoch. So sind mehr als die 
Hälfte der Erwerbsfähigen ohne oder zumindest ohne regelmässiges 
Einkommen. Zudem stellt  die  Armut ein weit  verbreitetes Phänomen 
dar:  Der  Anteil  der  in  Armut  lebenden  Bevölkerung  liegt  bei  hohen 
rund 45 %, wobei 17 % der Einwohner gar von extremer Armut betrof-
fen sind (Quellen: Weltbank, www.worldbank.org > Countries > Kosovo 
> Overview > Country Brief 2010, Stand: April 2010; Deutsches Aus-
wärtiges Amt, www.auswaertiges-amt.de > Länder, Reisen und Sicher-
heit  >  Reisehinweise  >  Kosovo  >  Rubriken  Wirtschafts-  und  Innen-
politik, Stand April 2010; beide Seiten besucht am 30. April 2010). Vor 
diesem  Hintergrund  besteht  bei  vielen  Bürgern  des  Kosovo  der 
Wunsch, ins Ausland zu gelangen, um sich unter günstigeren Lebens-
bedingungen eine bessere Existenz zu schaffen. Der Trend zeigt sich 
erfahrungsgemäss  dort  besonders  stark,  wo  im  Ausland  durch  die 
Anwesenheit  von  Verwandten  oder  Freunden  bereits  ein  minimales 
soziales  Beziehungsnetz  besteht.  Im  Falle  der  Schweiz  führt  dies 
angesichts  der  restriktiven  ausländerrechtlichen  Zulassungsregelun-
gen nicht selten zur Umgehung ausländerrechtlicher Bestimmungen.

7.2.2 Angesichts der schwierigen Lage im Herkunftsland des Gesuch-
stellers ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das Risiko einer 
nicht fristgerechten Wiederausreise allgemein als hoch einschätzte.

7.3 Bei  der Risikoanalyse sind allerdings nicht  nur solch allgemeine 
Umstände und Erfahrungen, sondern auch sämtliche Gesichtspunkte 
des  konkreten Einzelfalles  zu  berücksichtigen. Obliegt  dem Gesuch-
steller oder der Gesuchstellerin beispielsweise eine besondere beruf-
liche,  gesellschaftliche oder  familiäre  Verantwortung,  so  kann dieser 
Umstand  durchaus  die  Prognose  für  eine  anstandslose  Wiederaus-
reise begünstigen. Umgekehrt muss bei Gesuchstellern und Gesuch-
stellerinnen,  die  in  ihrer  Heimat  keine  besonderen  Verpflichtungen 
haben, das Risiko, dass sie sich nach einer bewilligten Einreise nicht 
gemäss  den  fremdenpolizeilichen  Regeln  verhalten,  als  hoch  einge-

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schätzt werden. Zudem ist bei Gesuchstellern und Gesuchstellerinnen, 
die sich bereits früher in der Schweiz aufgehalten haben, das damals 
gezeigte Verhalten in die Beurteilung miteinzubeziehen.

7.3.1 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 34-jährigen verhei-
rateten Mann. Gemäss den bei der Schweizer Vertretung eingereichten 
Unterlagen lebt er mit seinen Eltern und seiner Ehefrau, mit der er seit 
20. Dezember  2006 verheiratet  ist,  in  Hausgemeinschaft. Er  arbeitet 
als Verkäufer in einem Produktions- und Handelsunternehmen, wo er 
ein monatliches Einkommen von Euro 250.-  erzielt.  Ferner  legte der 
Gesuchsteller bei der Schweizer Vertretung eine Bescheinigung seines 
Arbeitgebers vor, wonach er Anrecht auf 26 Ferientage habe und diese 
vom 20. März bis zum 20. April 2008 beziehen dürfe.

Aus diesen Angaben und Belegen sind durchaus familiäre und beruf-
liche Bindungen im Heimatland erkennbar. Allerdings hat der Gesuch-
steller insbesondere im zweiten Asylverfahren ausdrücklich gesagt, er 
sei aus wirtschaftlichen Gründen in die Schweiz gekommen. Die Situa-
tion im Kosovo hat sich in der Zwischenzeit nicht so sehr verbessert, 
dass man die damalige Motivation zum heutigen Zeitpunkt ausser Acht 
lassen  könnte.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  nach  wie  vor  gute 
Gründe  für  eine  Emigration  aus  wirtschaftlichen  Gründen  vorliegen, 
nicht zuletzt auch, seit der Gesuchsteller für Frau und – gemäss den 
Angaben des Beschwerdeführers – Kind zu sorgen hat.

7.3.2 Weitere  Zweifel  am  Aufenthaltszweck,  und  damit  an  der  frist-
gerechten  und  anstandslosen  Wiederausreise,  ergeben  sich  aus 
Widersprüchen zwischen den vom Gesuchsteller gegenüber der Bot-
schaft gemachten Angaben und denjenigen, die der Gastgeber gegen-
über der kantonalen Migrationsbehörde und auch in der Beschwerde-
schrift gemacht hat. So gab der Gesuchsteller die Dauer des geplan-
ten Aufenthaltes mit einem Monat an, der Beschwerdeführer ging von 
drei Monaten aus. Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers vom 
April  2008  ist  der  Gesuchsteller  als  "Bauarbeiter,  Landwirt"  tätig, 
wohingegen der Gesuchsteller einen Arbeitsvertrag vom 2. Juli  2007 
vorlegte, der belegt, dass er als Verkäufer arbeitet. Ein weiteres Ele-
ment,  das auffällt,  ist die Angabe des Beschwerdeführers, es handle 
sich  beim  Gesuchsteller  um  einen  "guten  Bekannten",  den  er  "bei 
einem  Gastbesuch  in  der  Schweiz"  im  Jahre  2002  kennen  gelernt 
habe. Weder aus den Akten noch aus dem System für die automati-
sierte Ausstellung der Visa (EVA) ist ein Aufenthalt des Gesuchstellers 

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im Jahre 2002 ersichtlich. Diese Ungereimtheiten verstärken die Zwei-
fel  an  der  Motivation  des  Gesuchstellers  für  eine  Einreise  in  die 
Schweiz.

7.3.3 Aufgrund  dieser  Erwägungen  und  unter  Berücksichtigung  von 
Erfahrungen in ähnlich gelagerten Fällen kann dem Gesuchsteller in 
Bezug auf die fristgerechte Wiederausreise keine günstige Prognose 
gestellt werden.

7.4 Vor  diesem  Hintergrund  durfte  die  Vorinstanz  davon  ausgehen, 
dass keine hinreichende Gewähr für  die  fristgerechte und anstands-
lose Wiederausreise des Gesuchstellers nach einem Besuchsaufent-
halt  besteht. Zwar lässt sich diese Einschätzung nicht zu einer gesi-
cherten Feststellung verdichten; sie reicht aber aus, um die Erteilung 
einer  Einreisebewilligung  –  auf  die,  wie  erwähnt,  ohnehin  kein  An-
spruch besteht – abzulehnen. An dieser Beurteilung vermag auch die 
vom  Beschwerdeführer  bezüglich  der  fristgerechten  Wiederausreise 
abgegebene  Zusicherung  nichts  zu  ändern.  Diese  ist  rechtlich  nicht 
verbindlich und wäre faktisch auch nicht durchsetzbar. Als Gastgeber 
kann  der  Beschwerdeführer  zwar  für  gewisse  finanzielle  Risiken  im 
Zusammenhang  mit  dem  Besuchsaufenthalt,  aus  naheliegenden 
Gründen  aber  nicht  für  ein  bestimmtes  Verhalten  seines  Gastes 
garantieren (vgl. BVGE 2009/27 E. 9).

8.
Aus  diesen  Erwägungen  folgt,  dass  die  angefochtene  Verfügung  im 
Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist 
daher abzuweisen.

9.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer kostenpflichtig (Art. 63 Abs. 1 VwVG, Art. 1 ff.  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-
gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv S. 10)

Seite 9

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kosten-
vorschuss gedeckt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] und [...] zurück)
- das  Migrationsamt  des  Kantons  Zürich  (Einschreiben;  Akten  [...] 

zurück)

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Barbara Kradolfer

Versand:

Seite 10