# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b28ee5b5-2b2b-5f4d-8180-048fd153eb65
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-09-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.09.2008 UV 2008/4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-4_2008-09-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/4

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 05.05.2020

Entscheiddatum: 26.09.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 26.09.2008
Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im 
Nachgang zu einem HWS-Schleudertrauma. Prüfung der Rechtmässigkeit 
der Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 26. September 2008, UV 2008/4).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Marie Löhrer; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 26. September 2008

in Sachen

J.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. Leonhard-Strasse 20, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Oberer Graben 44, Postfach, 

9001 St. Gallen,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.         

A.a    Der 1953 geborene J.___ war bei der A.___ erwerbstätig und dadurch bei der 

Suva versichert, als er am 24. Februar 2006 einen Auffahrunfall erlitt (UV-act. 1). 

Gemäss Bericht der Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital St. Gallen 

ergab sich dadurch eine HWS-Distorsion. Eine Amnesie oder ein Commotio-Zeichen 

der HWS konnte nicht festgestellt werden. Auch wurde kein Hinweis auf eine frische 

knöcherne Verletzung oder eine Gefügestörung gefunden, hingegen deutliche 

degenerative Veränderungen an der HWS vermerkt (UV-act. 4). Die in der Folge im 

März 2006 vorgenommenen Arbeitsversuche gelangen nicht (UV-act. 6). Nach weiteren 

Behandlungen und Abklärungen gab die Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten 

mit Verfügung vom 12. Oktober 2006 bekannt, nach dem Ergebnis der ärztlichen 

Untersuchungen durch die Rehaklinik Bellikon sei der Versicherte ab 14. September 

2006 zu 50%, ab 1. Oktober 2006 zu 75% und ab 1. November 2006 zu 100% 

arbeitsfähig. Das Taggeld werde dementsprechend reduziert und ab 1. November 2006 

eingestellt. Eine weitere Behandlung durch den Arzt sei notwendig (UV-act. 55). Gegen 

diese Verfügung erhob der Rechtsvertreter des Versicherten Einsprache (UV-act. 63), 

worauf die Suva die Verfügung aufhob (UV-act. 73).

A.b   Nach Vornahme von weiteren ärztlichen Abklärungen eröffnete die Suva dem 

Rechtsvertreter des Versicherten mit Verfügung vom 11. Oktober 2007, aufgrund der 

Abklärungen seien die aktuell noch geklagten Beschwerden organisch nicht 

hinreichend nachweisbar. Die Adäquanz sei in Anwendung der Schleudertrauma-

Rechtsprechung zu verneinen, weshalb die Leistungen per 25. Oktober 2007 eingestellt 

würden. Mangels adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf weitere 

Geldleistungen der Suva in Form einer Invalidenrente und/oder 

Integritätsentschädigung (UV-act. 137). Die gegen diese Verfügung erhobene 

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Einsprache (UV-act. 140) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 3. Dezember 

2007 ab (UV-act. 147).

B.        

B.a   Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt lic. rer. publ. Michael B. Graf, St. 

Gallen, für den Versicherten mit Eingabe vom 14. Januar 2008 Beschwerde mit den 

Anträgen, der Entscheid sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien die 

gesetzlichen Leistungen, insbesondere Taggelder und Heilbehandlung, auch ab 25. 

Oktober 2007 auszurichten; dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter unter 

anderem aus, der Beschwerdeführer leide nach wie vor am typischen Beschwerdebild 

nach einer HWS-Distorsion bzw. einem Schädel-Hirn-Trauma. Die Beschwerden seien 

nach wie vor behandlungsbedürftig und der medizinische Endzustand sei nicht 

erreicht. Die Leistungseinstellung sei damit verfrüht erfolgt. Es sei in Verletzung der 

Beweisgrundsätze zu Unrecht kein fMRI (funcional magnetic resonance imaging) 

erhoben worden. Die Kriterien zur Bejahung der Adäquanz seien erfüllt, soweit eine 

Adäquanzbeurteilung aufgrund des zu frühen Fallabschlusses überhaupt möglich sei. 

Es sei nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen, dass jede kausale 

Bedeutung des Unfall dahingefallen sei. Die Beschwerdegegnerin habe mehrfach den 

Anspruch auf rechtliches Gehör des Beschwerdeführers und zudem den Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung verletzt. Dies müsse zu einer Aufhebung des angefochtenen 

Entscheids führen, da eine Heilung dieser gravierenden Verfahrensmängel nicht 

möglich sei. Der Beschwerdeführer habe demnach weiterhin Anspruch auf 

Heilbehandlung, wobei eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustandes zu 

erwarten sei. Anderseits bestehe Anspruch auf Taggeldleistungen, da er nach wie vor 

trotz mehreren Arbeitsversuchen die volle Arbeitsfähigkeit nicht habe erlangen können. 

- Auf die weiteren Ausführungen in der Beschwerdeschrift wird in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

B.b Am 15. Januar 2008 bewilligte der Gerichtspräsident die unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung des Beschwerdeführers durch Rechtsanwalt Graf für das 

kantonale Verfahren.

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B.c   In der Beschwerdeantwort vom 29. Februar 2008 beantragte Rechtsanwalt 

Dr. U. Glaus, St. Gallen, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung verwies er auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und nahm zu 

den einzelnen Einwänden des Beschwerdeführers (vgl. dazu nachstehende 

Erwägungen) Stellung. Er führte unter anderem aus, beim Beschwerdeführer lägen 

keine unfallbedingten Beschwerden organisch-struktureller Art vor. Der 

Medikamentenabusus und die psychischen Probleme seien offensichtlich keine Folge 

des Unfalls. Die Voraussetzungen für eine weitere Heilbehandlung seien nicht erfüllt. 

Auch wenn sich das Bundesgericht noch nicht grundsätzlich über den Wert von fMRI-

Untersuchungen ausgesprochen habe, wären solche im vorliegenden Fall offensichtlich 

nicht geeignet, eine Unfallkausalität zu belegen. Die Arbeitsunfähigkeit des 

Beschwerdeführers sei ausschliesslich psychisch bedingt (UV-act. 49-51, 23, 70, 105, 

109, 123). Die psychische Fehlentwicklung sei eindeutig. Dafür würden nicht nur die 

medizinischen Berichte sprechen, sondern auch das Vorliegen des entsprechenden 

Vorzustandes (UV-act. 70). Die Adäquanz-Kriterien seien nicht gegeben.

B.d Mit Replik vom 8. April 2008 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an 

seinen Anträgen und Ausführungen fest. Die Beurteilung der Streitsache nach 

Massgabe der präzisierten Adäquanzkriterien ergebe, dass die Adäquanz auch nach 

der Praxisänderung (publiziert in BGE 134 V 109) zu bejahen sei (act. G 9.

B.e In der Duplik vom 14. April 2008 bestätigte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdegegnerin seinen Standpunkt (act. G 11).

B.f    Mit Eingabe vom 6. August 2008 reichte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdegegnerin ein Gutachten der Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI), 

Basel, vom 28. April 2008 ein (act. G 14). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

nahm dazu im Schreiben vom 28. August 2008 Stellung (act. G 16).

Erwägungen:

1.         

1.1    Streitig ist, ob auch für die Zeit nach dem 25. Oktober 2007 Folgen des Unfalls 

vom 24. Februar 2006 vorliegen. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen 

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Entscheid die rechtlichen Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und 

adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen physischen und psychischen 

Gesundheitsschädigungen (einschliesslich Schleudertrauma der Halswirbelsäule und 

diesem äquivalenten Verletzungen) und einem Unfall (Erwägungen 1, 2, 4) grundsätzlich 

zutreffend dar. Zwischenzeitlich ergab sich nun allerdings eine Rechtsprechungs-

Anpassung insofern, als das Bundesgericht unter anderem den Katalog der bisherigen 

adäquanzrelevanten Kriterien bei Schleudertrauma-Verletzungen (BGE 117 V 359 Erw. 

6a, 369 Erw. 4b) wie folgt neu umschrieb: Besonders dramatische Begleitumstände 

oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, schwere oder besondere Art der erlittenen 

Verletzungen, fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung, erhebliche 

Beschwerden, ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert, schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen und 

erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 19. Februar 2008 i/S M. [U 394/06 = BGE 134 V 109], Erwägung 

10.3). Diese Präzisierung der Rechtsprechung ist auch für die hier streitige 

Angelegenheit anwendbar.

1.2    Dr. med. B.___, Spezialarzt FMH für Otorhinolaryngologie, Hals- und 

Gesichtschirurgie, hielt im Bericht vom 9. Mai 2006 fest, beim streitigen Unfall habe es 

sich um ein cervico-cephales Akzelerations-/Dezelerations-Trauma vom "head non 

contact"-Typ gehandelt. Als Diagnosen führte der Arzt ein posttraumatisches cervico-

encephales Syndrom, eine multimodale sensori-motorische Funktionsstörung innerhalb 

des Gleichgewichtssystems, eine posttraumatische Hyposmie und eine hochgradige 

Hochtonsenke (C5) beidseits an. Nach heutigem Stand der Kenntnisse könne man von 

einer milden traumatischen Hirnverletzung auch ohne Bewusstlosigkeit und ohne 

Amnesie sprechen. Zusätzlich schienen anhand der Symptomatik im Sinn von 

neuropsychologischen Defiziten, Hyposmie und Zeichen für 

Persönlichkeitsveränderung auch der Hypothalamus und das limbische emotiv-

assoziative System eine Dysfunktion aufzuweisen. Ergänzend sollte unbedingt das 

diagnostisch-therapeutische Verfahren nach Nikolai Bogduk durchgeführt werden. 

Zusätzlich sollte auch eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt werden. 

Zur Zeit habe der Patient zu viele Medikamente, und diese Polypragmasie könne im 

Verlauf zu unerwünschten negativen Effekten führen (UV-act. 12). Am 11. Mai 2006 gab 

der Beschwerdeführer zu Protokoll, er nehme schmerzbedingt täglich Dafalgan, Tillur 

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retard und Ergohydrant (UV-act. 14). Am 12. Mai 2006 berichteten die Ärzte des 

Kantonsspitals St. Gallen, Neurologie, unter anderem, klinisch neurologisch hätten sich 

keine eindeutigen Ausfälle gezeigt. Aufgrund des protrahierten Heilungsverlaufs mit 

Verdacht auf Entwicklung einer somatoformen Schmerzstörung werde eine 

schmerzdistanzierende Therapie empfohlen (UV-act. 23). Im Kurzbericht vom 13. 

September 2006 diagnostizierte die Rehaklinik Bellikon im Nachgang zu einem 

stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers ein cervicocephales Schmerzsyndrom 

sowie eine Tinea pedis beidseits (anbehandelt). Es bestünden anhaltende 

therapieresistente Nackenschmerzen, im Zusammenhang mit der Schmerzproblematik 

ein affektiver Hyperarousal und eine gewisse ängstliche und depressive Auslenkung bei 

multiplen psychosozialen Belastungsfaktoren sowie ein maladaptiver Umgang mit 

Beschwerden im Sinn einer Symptomausweitung. Infolge Selbstlimitierung und 

ungenügender Kooperation im Behandlungsprogramm hätten die zu erwartenden 

Verbesserungen bezüglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden können. 

Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse sich mit den 

wenig relevanten objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen 

Untersuchung und bildgebenden Abklärung sowie der Diagnose aus somatischer Sicht 

kaum erklären. Es liege keine psychische Störung mit Krankheitswert vor, welche eine 

arbeitsrelevante Leistungsminderung bewirken könnte. Zur Erleichterung des 

Wiedereinstiegs nach länger dauernder Arbeitsunfähigkeit betrage letztere ab 14. 

September 2006 50%, ab 1. Oktober 2006 25% und ab 1. November 2006 0% als 

Reinigungsmitarbeiter oder in einer anderen mittelschweren Arbeit (UV-act. 40). Diese 

Ergebnisse wurden im Austrittsbericht vom 4. Oktober 2006 bestätigt. Zusätzlich 

wurde festgehalten, aufgrund des neurologischen Konsiliums könne nicht vom 

Vorliegen einer leichten traumatischen Hirnverletzung ausgegangen werden. Aktuell 

bestünden keine wesentlichen objektivierbaren Folgen des Unfalls mehr. Für die 

Beschwerden des Patienten finde sich kein klinisches Korrelat. Man habe den Eindruck 

gewonnen, dass sein Verhalten neben gewissen Hinweisen auf Hilf- und 

Hoffnungslosigkeit durchaus bewusstseinsnahe Anteile habe. Von der Verschreibung 

von Medikamenten mit einem Gewöhnungspotential sollte abgesehen werden (UV-act. 

51).

Eine biomechanische Kurzbeurteilung vom 16. November 2006 ergab unter anderem, 

dass das Fahrzeug des Beschwerdeführers durch den Heckaufprall eine 

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Geschwindigkeitsänderung (delta-v) in Vorwärtsrichtung erfahren habe, die unterhalb 

oder innerhalb eines Bereichs von 10-15 km/h gelegen haben dürfte. Der 

Beschwerdeführer habe sich relativ zu seinem Fahrzeug nach hinten bewegt. Die 

technische Triage ergebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die resultierende 

Insassenbewegung zu einem Kopfanprall (zum Beispiel des Jochbeins) an harten 

Innenstrukturen geführt habe. An biomechanischen Besonderheiten seien die 

festgestellten degenerativen Veränderungen zu berücksichtigen; es liege hier somit 

eine Abweichung vom Normalfall vor. Aufgrund der technischen Triage und der 

medizinischen Unterlagen sei schwierig zu entscheiden, ob anschliessend an das 

Ereignis von der HWS ausgehende Beschwerden und Befunde durch die 

Kollisionseinwirkung im Normalfall erklärbar seien; durch die vorbestehenden 

Veränderungen an der HWS seien sie eher erklärbar. Eine technische Unfallanalyse und 

Informationen zu weiteren medizinischen Gegebenheiten könnten die Beurteilungslage 

verbessern. (UV-act. 68). Am 15. Dezember 2006 berichtete Dr. med. H.___, die 

"depressive Grundlage" beim Patienten sei bekannt. Es habe (1997) eine Behandlung 

bei Dr. med. C.___ stattgefunden (UV-act. 70). Der Beschwerdeführer erteilte seine 

Zustimmung zur Einforderung eines entsprechenden Berichts bei Dr. C.___ aber nicht 

(UV-act. 91). Eine MRI-Abklärung der HWS im Radiologischen Institut Weinfelden vom 

31. Januar 2007 ergab eine Osteochondrose C5/6 und C6/7 mit breitbasigen medianen 

Bandscheibenprotrusionen, mit einer leichten foraminalen Enge C5/6 rechts ohne 

Nachweis einer sicheren Nervenwurzelkompression sowie einer subkritischen spinalen 

Enge C6/7 (UV-act. 92). Dr. med. D.___, HNO-Klinik am Kantonsspital St. Gallen, 

berichtete am 27. März 2007, die Vestibulärabklärung habe keine Hinweise auf das 

Vorliegen einer peripher-vestibulären Störung ergeben. Alle Untersuchungen seien 

ohne pathologischen Befund gewesen. Zum heutigen Zeitpunkt sei die Arbeitsfähigkeit 

im bisher ausgeübten Beruf als Gebäudereiniger gegeben. Auch wenn sich kein 

pathologischer Befund nachweisen lasse, sollte bei subjektiven 

Schwindelbeschwerden die Arbeit auf Gerüsten und Leitern vermieden werden (UV-act. 

105). Im Bericht vom 16. Mai 2007 kam Kreisärztin Dr. med. E.___, Fachärztin für 

Orthopädische Chirurgie, zum Schluss, in allen neuen und alten Untersuchungen fehle 

sowohl radiologisch als auch von spezialärztlicher Seite ein Substrat für die 

angegebenen Beschwerden. Bei den subjektiven Schwindelbeschwerden sei die Arbeit 

auf Gerüsten und Leitern zu vermeiden. Aus orthopädischer Sicht sei der 

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Beschwerdeführer in diesem Rahmen vollschichtig arbeitsfähig (UV-act. 109). Dr. med. 

F.___, Fachärztin für Neurologie FMH, führte am 10. August 2007 aus, beim 

Beschwerdeführer lägen ein zervikales Schmerzsyndrom bei leichten degenerativen 

HWS-Veränderungen, Kopfschmerzen bei Medikamentenabusus (DD: Spannungstyp-

Kopfschmerzen) und ein Verdacht auf Hypertonie sowie Nikotinabusus vor. Aufgrund 

des zeitlichen Verlaufs der dokumentierten Beschwerden wie auch aufgrund der aktuell 

geschilderten Kopfschmerzsymptomatik ergebe sich kein ersichtlicher Zusammenhang 

mit dem HWS-Distorsionstrauma vom 24. Februar 2006; insbesondere fänden sich 

keine Argumente für posttraumatische Kopfschmerzen. Der Arzneimittelabusus sei 

sowohl für die Schmerzinduktion als auch für deren Persistenz verantwortlich. Die nicht 

systematischen, rein subjektiven Schwindelsensationen seien funktionell, zumal keine 

Zeichen für periphere oder zentralvestibuläre Störungen vorhanden seien. Die 

Nackenschmerzen hätten nicht im Vordergrund der aktuellen Untersuchung gestanden; 

es hätten sich auch klinisch weder eine manifeste Bewegungseinschränkung noch ein 

eventueller paravertebraler muskulärer Hartspann gezeigt. Aus neurologischer Sicht 

fänden sich keine Hinweise für organische Folgen der HWS-Distorsion (UV-act. 123). 

Dr. med. G.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt im Bericht vom 14. 

September 2007 fest, es sei vom Vorliegen einer Anpassungsstörung mit längerer 

depressiver Reaktion auszugehen. Aus rein psychiatrischer Sicht sei der 

Beschwerdeführer gegenwärtig mindestens zu 70% arbeitsfähig. Die ca. 30%ige 

Arbeitsunfähigkeit sei auf leichte Störungen der mnestischen Funktionen, leicht 

verlangsamtes Denken sowie leichte Antriebsstörungen zurückzuführen (UV-act. 130). 

Die ärztliche Abschlussuntersuchung durch Kreisärztin Dr. E.___ ergab gemäss Bericht 

vom 17. September 2007 eine Bestätigung des früheren Berichts vom 14. Mai 2007 

(UV-act. 131). Im ABI-Gutachten vom 28. April 2008 wurden als Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine leichte depressive Episode sowie ein 

cervicocephales Schmerzsyndrom bei Status nach HWS-Distorsionstrauma am 25. 

Februar 2006 (richtig 24. Februar 2006) angeführt. Aus polydisziplinärer Sicht 

bescheinigten die Gutachter eine volle Arbeitsunfähigkeit für Arbeiten mit der 

Notwendigkeit wiederholter Überkopfarbeiten oder der Einnahme lang dauernder 

Zwangshaltungen. Sämtliche anderen Tätigkeiten, einschliesslich die zuletzt ausgeübte 

Tätigkeit in der Gebäudereinigung, seien dem Beschwerdeführer ganztägig mit einer 

(psychisch bedingten) Leistungseinbusse von 20 % zumutbar, entsprechend einer 

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Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 80 %. Es bestehe eine erhebliche Diskrepanz 

zwischen der gutachterlichen Beurteilung und der Selbsteinschätzung des 

Beschwerdeführers. Die Hauptursache für diese Diskrepanz sei durch die 

Selbstlimitierung und die regressive Verhaltensweise des Beschwerdeführers zu 

erklären. Ferner seien bei der Anamneseerhebung und der Untersuchung deutliche 

Inkonsistenzen (im Gutachten beschrieben) aufgefallen (ABI-Gutachten S. 16f).

2.         

2.1    Aufgrund der geschilderten medizinischen Akten kann ein durch den streitigen 

Unfall bedingter, organischer Gesundheitsschaden an der HWS nicht als nachgewiesen 

gelten (vgl. UV-act. 23, 40, 51, 92, 109, 123; ABI-Gutachten). Wenn der Rechtsvertreter 

des Beschwerdeführers vorbringt, für die Begutachtung von HWS-Distorsionen seien 

Chirurgen und Orthopäden nicht geeignet, weshalb auf die Berichte von Suva-Ärztin 

Dr. E.___ nicht abgestellt werden könne (act. G 1 S. 11f), so ist entgegenzuhalten, dass 

die orthopädische Chirurgin Dr. E.___ sich sehr wohl aus der Sicht ihres Fachgebietes 

zum streitigen Gesundheitsschaden äussern und im weiteren - in ihrer Funktion als 

Kreisärztin - zu den bereits vorliegenden spezialärztlichen Berichten Stellung nehmen 

konnte (UV-act. 109). Hinsichtlich des Einwands des Beschwerdeführers, sein 

Beweisantrag betreffend Durchführung eines fMRI (functional magnetic resonance 

imaging; deutsch: funktionelle Magnetresonanztomographie [fMRT]) sei nicht 

abgenommen worden, womit das rechtliche Gehör verletzt worden sei (act. G 1 S. 14), 

ist festzustellen, dass fMRT-Untersuchungen jedenfalls nach dem heutigen Stand der 

medizinischen Wissenschaft kein geeignetes Beweismittel zur Beurteilung der 

Unfallkausalität von Beschwerden nach HWS-Traumen darstellen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. Mai 2008 i/S K. [8C_152/2007 = BGE 134 V 231] Erw. 5; vgl. 

auch BGE 134 V 109 Erw. 7.2 S. 119). Der Beschwerdegegnerin kann daher aus dem 

Umstand, dass sie keine fMRT veranlasste, kein Vorwurf gemacht werden.

Der Beschwerdeführer lässt sodann vorbringen, Dr. F.___ habe den Fehler begangen, 

seine Beschwerden einzeln zu beurteilen, obschon das typische Beschwerdebild 

gesamthaft zu beurteilen sei (act. 1 S. 14). Dazu ist festzuhalten, dass eine gesamthafte 

Würdigung eines Beschwerdebilds naturgemäss eine vorangehende Betrachtung der 

einzelnen Beschwerden und ihrer Entwicklung im Zeitverlauf voraussetzt. Dr. F.___ 

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nahm diese Betrachtung und die anschliessende Würdigung in überzeugender Weise 

vor und lieferte für ihre Schlussfolgerungen gut nachvollziehbare Begründungen.

2.2    In dem von Dr. med. I.___, Klinik für Orthopädische Chirurgie am Kantonsspital 

St. Gallen am 24. Februar 2006 ausgefüllten Dokumentationsbogen für Erstkonsultation 

nach cranio-cervicalem Beschleunigungstrauma wurde eine Bewusstlosigkeit oder eine 

andere Bewusstseinsstörung im Nachgang zum streitigen Unfall verneint. Es habe ein 

Kopfanprall an der Kopfstütze stattgefunden. Eine Stunde nach dem Unfall seien 

Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit aufgetreten. Andere Symptome - auch 

Kopfschmerzen - wurden verneint (UV-act. 2). In dem am 11. Mai 2006 ausgefüllten 

Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen gab der Beschwerdeführer 

demgegenüber an, es habe (glaublich an der B-Säule) ein Kopfanprall (Jochbein) sowie 

ein Anprall der Handgelenke stattgefunden. Nackenschmerzen, Schwindel und Übelkeit 

seien innert Stunden nach dem Unfall aufgetreten. Er fahre heute wieder Auto. 

Kopfschmerzen wurden auch hier nicht aufgeführt (UV-act. 13). Wenn unmittelbar nach 

dem Unfall ein Anschlagen des Kopfes an der (weichen) Kopfstütze (UV-act. 2) 

vermerkt, später jedoch vom Beschwerdeführer ein Kopfanprall an der (harten) B-Säule 

geltend gemacht wird (UV-act. 13, act. G 1 S. 3), so kann nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit von der späteren Darstellung ausgegangen werden. Dies umso 

weniger, als Dr. B.___ im Bericht vom 9. Mai 2006 - und damit noch vor der Darstellung 

des Beschwerdeführers vom 11. Mai 2006 (UV-act. 13) - von einem Trauma vom "head 

non contact"-Typ ausgegangen war (UV-act. 12 S. 1). Bei der geschilderten Aktenlage 

lässt sich dennoch, auch wenn die Angaben nicht durchwegs miteinander in Einklang 

stehen, ein für Schleudertrauma-Verletzungen typisches Beschwerdebild nicht in 

Abrede stellen, zumal der Zeitraum von 24 bis 72 Stunden nach dem Unfall 

ausschliesslich für die Nacken- und Halswirbelsäulenbeschwerden gilt und nicht auch 

für jene, die typischerweise im Rahmen eines Schleudertraumas auftreten können 

(Urteil des Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05], Erw. 5.3).

2.3    Zu den von Dr. B.___ festgestellten Befunden ist festzuhalten, dass es sich nach 

der Rechtsprechung bei der Posturographie um eine in Fachkreisen zwar nicht 

unbestrittene, jedoch weit verbreitete und auch in Universitätskliniken schon seit 

längerer Zeit verwendete Untersuchungsmethode handelt, deren Wissenschaftlichkeit 

nach dem heutigen Stand der Medizin kaum zu bestreiten ist. Die damit zu 

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gewinnenden Erkenntnisse sind indessen beschränkt. Die Posturographie liefert zwar 

zusätzliche Informationen, und es lassen sich damit sonst nicht fassbare 

Gleichgewichtsstörungen objektivieren. Sie vermag jedoch keine direkten Aussagen zur 

Ätiologie des Leidens und zu dessen allfälliger Unfallkausalität zu machen. Auch lässt 

sich daraus nicht unmittelbar auf eine bestimmte Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit 

schliessen. Sie bildet deshalb lediglich ein zusätzliches Element bei der Beurteilung 

vestibulärer Störungen. Daraus folgt, dass sich aus der Beurteilung des medizinischen 

Sachverhalts durch Dr. B.___ direkt verwertbare Aussagen zur Unfallkausalität nicht 

ableiten lassen (vgl. Urteil des EVG vom 29. März 2006 i/S J. [U 254/04] Erw. 2.3.2). 

Dies umso weniger, als die von ihm zugrunde gelegte Annahme einer milden 

traumatischen Hirnverletzung (MTBI) nicht als belegt gelten kann. Prof. Dr. med. K.___, 

Facharzt für Neurologie, begründete letzteres im neurologischen Konsilium der 

Rehaklinik Bellikon ausführlich und überzeugend (UV-act. 49; vgl. auch ABI-Gutachten 

vom 28. April 2008 S. 15 oben). In der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 16. 

November 2006 wurde sodann festgehalten, es erstaune schon sehr, wie Dr. B.___ 

ohne Kenntnisse des Kollisionshergangs auf eine derart dramatische 

Diagnoseausweitung (Diagnostizierung einer Hirnverletzung) kommen könne. Aufgrund 

der biomechanischen Triage sei die Entstehungsmöglichkeit einer "milden 

traumatischen Hirnverletzung" bei Fehlen eines relevanten Kopfanpralles an harte 

Strukturen (d.h. Kopfstütze ausgenommen) bei der hier geringen Körperbelastung aus 

biomechanischer Sicht nicht erklärbar. Ähnliche Beschwerden könnten auch durch 

Beeinträchtigungen des oberen HWS-Bereichs, Schmerzen und Medikamenteneinfluss 

ganz allgemein entstehen. Hier bestünde, bei ungünstigem Verlauf, noch zusätzlicher 

Abklärungsbedarf von neurologischer Seite (UV-act. 68). Aus neurologischer Sicht 

verneinte Dr. F.___ in der Folge Hinweise für organische Folgen der HWS-Distorsion 

(UV-act. 123; vgl. dazu auch ABI-Gutachten S. 17). Ihre Aufgabe war es, organisch-

neurologische Unfallfolgen abzuklären. Die von ihr erwähnten Zusatzuntersuchungen 

beinhalteten dementsprechend ausschliesslich neurologische Untersuchungen (UV-

act. 123 S. 4-6 und beigelegter EEG-Bericht). Aufgrund des Berichts von Dr. F.___ war 

klar, welche Zusatzuntersuchungen durchgeführt worden waren und welches Ergebnis 

sie erbrachten. Für die Vermutung des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, dass 

es sich bei den erwähnten Zusatzuntersuchungen auch um solche betreffend die 

Schwindelsensationen gehandelt habe (act. G 1 S. 14), finden sich im Bericht von Dr. 

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F.___ keine Anhaltspunkte. Solche Abklärungen wären auch nicht in den fachlichen 

Zuständigkeitsbereich von Dr. F.___ gefallen. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

(act. G 1 S. 14) ist in diesem Zusammenhang damit nicht ersichtlich. Soweit sich die 

Ärztin zur Schwindelproblematik äusserte, betraf dies grundsätzlich nicht ihr 

Fachgebiet. Dies vermag allerdings den Beweiswert ihres Berichts für sich allein nicht 

zu mindern. Dabei ist zu beachten, dass Dr. D.___ zuvor das Vorliegen einer peripher-

vestibulären Störung ausdrücklich verneint hatte (UV-act. 105). Aus diesem Bericht 

ergibt sich somit das Fehlen einer organischen Ursache der Schwindelbeschwerden. 

Für seine Behauptung, die HNO-Klinik am Kantonsspital St. Gallen verfüge nicht über 

die notwendigen apparativen und personellen Ressourcen für eine fundierte Abklärung 

(act. G 1 S. 15), lieferte der Beschwerdeführer keine Begründung; eine solche ist auch 

aus den Akten nicht ersichtlich. Es besteht kein Anlass, den Bericht von Dr. D.___ 

anzuzweifeln.

Die Schwindelanfälle bzw. die von Dr. B.___ festgestellte Symptomatik lassen sich 

unter den dargelegten Umständen und unter Beachtung des von Dr. F.___ in UV-act. 

123 vermerkten und auch aus weiteren Aktenstücken ersichtlichen Schmerz- und 

Schlafmittelkonsums (UV-act. 12 S. 8 [Bericht Dr. B.___] sowie UV-act. 14, 51 S. 1, 70 

S. 3) nicht überwiegend wahrscheinlich auf das Unfallereignis vom 24. Februar 2006 

zurückführen; ebenso wahrscheinlich ist eine vollständig unfallfremde Ursache.

2.4    Es gibt Fälle, in denen bei sonst unauffälligen Untersuchungsbefunden 

neuropsychologische Abklärungen Hirnleistungsstörungen aufzeigen können und der 

neuropsychologische Befund der einzig verlässliche Parameter ist (BGE 117 V 378 

Erw. 3d). Jedenfalls bei eindeutigem, nicht diffusem Befund kann der 

neuropsychologischen Diagnostik - im Rahmen einer neurologischen 

Gesamtwürdigung - nach der Rechtsprechung auch bei der Kausalitätsbeurteilung ein 

Aussagewert zukommen (BGE 119 V 343 Erw. 3c). Hingegen vermag es die 

Neuropsychologie nach derzeitigem Wissensstand nicht, selbständig die Beurteilung 

der Genese abschliessend vorzunehmen (RKUV 2000, 316 Erw. 3). Nach B.P. Radanov 

(Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei Patienten nach HWS-

Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind psychologische Probleme (und die 

eingenommenen Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen negativ zu 

beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. die Interrelation psychologischer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/17

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und kognitiver Funktionen könnten die reduzierte Leistungsfähigkeit miterklären (S. 

475). - Während die Rehaklinik Bellikon im Oktober 2006 das Vorliegen einer 

psychischen Störung mit Krankheitswert und Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

verneinte (UV-act. 40, 51), bestätigte Dr. G.___ rund ein Jahr später eine 

Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (UV-act. 130). Dr. G.___ 

bescheinigte eine ca. 30%ige Arbeitsunfähigkeit, wobei er diese im Wesentlichen mit 

Hinweis auf kognitive Auswirkungen (leichte Störung der mnestischen Funktionen, 

leicht verlangsamtes Denken) begründete. Somit ist davon auszugehen, dass kognitive 

Funktionen beim Beschwerdeführer durch einen psychischen Befund mit beeinflusst 

wurden. Damit können (eigenständige) neuropsychologische Unfall-Restfolgen nicht als 

nachgewiesen gelten. Nachdem ein Kopfanprall an harten Strukturen (Kopfstützen 

stellen keine solchen dar) wie dargelegt überwiegend wahrscheinlich auszuschliessen 

ist, können auch neuropsychologische Störungen, welche auf einem (hirn-)organischen 

Schaden beruhen, überwiegend wahrscheinlich verneint werden (vgl. dazu Ruben 

Echemendia, Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 78, S. 82ff). Neuropsychologische 

Einschränkungen können hingegen Teil des typischen Beschwerdebildes nach HWS-

Verletzung bilden. Ob dies konkret tatsächlich der Fall ist, kann offenbleiben, nachdem 

das typische Beschwerdebild unabhängig davon wie dargelegt zu bejahen ist.

3.         

3.1    Zu prüfen bleibt damit die Adäquanz-Frage. Dabei ist von Bedeutung, dass sich 

beim Beschwerdeführer nach Lage der medizinischen Akten nicht nur organisch, 

sondern auch klinisch keine eindeutigen Ausfälle an der HWS nachweisen liessen (vgl. 

UV-act. 23, 40, 51, 92, 109, 123). Damit wären bei der Adäquanz-Prüfung an sich die in 

BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten 

Grundsätze massgebend. Eine abschliessende Beantwortung dieser Frage kann 

jedoch unterbleiben, nachdem die Adäquanz auch bei Anwendung der Kriterien nach 

BGE 134 V 109 zu verneinen ist. Aus demselben Grund kann auch die Frage, ob - wie 

die Beschwerdegegnerin geltend macht (act. G 6) - ausschliesslich psychische 

Beschwerden vorliegen, offenbleiben.

3.2    Beim Ereignis vom 24. Februar 2006 ist von einem mittelschweren Unfall 

auszugehen. Ein leichtes Ereignis, wie es die Beschwerdegegnerin im angefochtenen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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Entscheid mit Hinweis auf die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung als 

gegeben erachtet, lässt sich angesichts der Unfallumstände nicht zureichend 

begründen (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2007 i/S G. [U 479/05] 

Erw. 7). Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände (vgl. die 

Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts 

zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 

58-64, sowie Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 

2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 23. November 2004 i/S B., 

Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]) können nicht als 

belegt gelten. Bei der erlittenen HWS-Distorsion als solche handelt es sich nicht um 

eine Verletzung, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert wäre (vgl. 

Urteil des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]), zumal nach der biomechanischen 

Beurteilung die anschliessend an das Ereignis beim Beschwerdeführer festgestellten 

Beschwerden und Befunde lediglich unter Berücksichtigung der vorbestehenden 

Veränderungen an der HWS als "eher erklärbar" erachtet wurden (UV-act. 68). Ein 

Kopfanprall an harten Strukturen hat, wie dargelegt, mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht stattgefunden.

Die Rehaklinik Bellikon vermerkte im Austrittsbericht vom 4. Oktober 2006, von 

weiteren therapeutischen Massnahmen sei derzeit keine Zustandsverbesserung zu 

erwarten. Dem Patienten wurde ein Heimprogramm instruiert (UV-act. 51). Die 

Behandlung bei Hausarzt Dr. H.___ bestand im Wesentlichen in der Verschreibung von 

Schmerzmitteln und Psychopharmaka (UV-act. 70). Dr. D.___ verneinte im Bericht vom 

27. März 2007 weitere Therapiemöglichkeiten (UV-act. 105). Dr. F.___ hielt am 10. 

August 2007 fest, die wirkungsvollste Prophylaxe von medikamenteninduziertem 

Kopfschmerz sei die totale oder zumindest weitgehende Arzneimittelabstinenz (UV-

act. 123). Die ABI-Gutachter vermerkten am 28. April 2008 hinsichtlich medizinischer 

Massnahmen unter anderem, aus psychiatrischer Sicht könnte der Beschwerdeführer 

von der Gabe eines sedierenden und antidepressiv wirkenden Medikamentes 

profitieren. Aus neurologischer Sicht sollte einerseits der kopfschmerzbedingte 

Analgetikaabusus sistiert werden und anderseits eine allgemeine Aktivierung, 

idealerweise im Rahmen einer beruflichen Wiedereingliederung, erfolgen (ABI-

Gutachten S. 17). Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige 

Behandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen für solange, als von ihrer Fortsetzung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 

Abs. 1 UVG e contrario). Vorliegend bestätigten mehrere Ärzte in der Zeit vor dem 

streitigen Einstellungszeitpunkt (25. Oktober 2007), dass weitere Therapien nicht 

erfolgversprechend seien. Auch die ABI-Gutachter befürworteten einzig die 

Verabreichung eines antidepressiv und sedierend wirkenden Medikaments. Der 

Standpunkt des Beschwerdeführers, die von Dr. F.___ empfohlene Absetzung von 

Medikamenten als solche stelle ebenfalls eine ärztliche Behandlung dar (act. G 1 S. 

12f), lässt sich insofern nicht begründen, als Dr. F.___ hinsichtlich des von ihr 

diagnostizierten medikamenteninduzierten Kopfschmerzes einen Zusammenhang mit 

dem streitigen HWS-Distorsionstrauma aufgrund des zeitlichen Verlaufs der 

Beschwerden verneinte (UV-act. 123 S. 7 und 8). Unter diesen Umständen kann auch 

die Absetzung von Medikamenten nicht unfallbedingt sein. Als Folge davon konnte die 

Beschwerdegegnerin auch keine Verfahrensgrundsätze (rechtliches Gehör) verletzen, 

wenn sie eine entsprechende Medikamentenabsetzung nicht veranlasste (vgl. act. G 1 

S. 13). Der Einwand des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, die 

Beschwerdegegnerin habe die Medikamentenabgabe im Rahmen der Heilbehandlung 

als Sachleistung erbracht und somit allfällige medikamenteninduzierte Kopfschmerzen 

selbst veranlasst (act. G 9 S. 5), vermag insofern keine Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin nach Art. 6 Abs. 3 UVG (Schädigungen bei der Heilbehandlung) 

zu begründen, als sich die Schädigung (Kopfschmerz) nach Lage der Akten bereits 

durch die Absetzung der Medikamente, und nicht durch weitere Therapien oder 

Leistungen, beheben oder vermindern liesse. Eine Behandlungsnotwendigkeit lässt 

sich entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 13) auch aus dem 

Bericht von Dr. G.___ (UV-act. 130) nicht ableiten. Nachdem sich daraus keine 

Therapienotwendigkeit ergibt, konnte die Beschwerdegegnerin diesbezüglich auch den 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung nicht verletzen (vgl. act. G 1 S. 13). Insgesamt 

ist somit im Einstellungszeitpunkt jedenfalls keine fortgesetzt spezifische, belastende 

ärztliche Behandlung mehr nachgewiesen. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

macht eine solche zwar geltend, ohne aber entsprechende Belege einzureichen oder 

den Namen des behandelnden Arztes zu nennen (act. G 9, S. 9). Bei der behaupteten 

psychotherapeutischen Behandlung dürfte es sich, soweit sie nachgewiesen wäre, 

überwiegend wahrscheinlich um sporadische ambulante Arztkonsultationen handeln, 

welchen nicht ein eigentlich belastender Charakter beigemessen werden kann. Das 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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Bundesgericht erachtete das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, belastenden 

ärztlichen Behandlung (BGE U 394/06 vom 19. Februar 2008, Erw. 10.2.3) in einem Fall 

nicht erfüllt, in welchem nach der ambulanten Erstbehandlung zwei Tage nach dem 

Unfall die Versicherte durch den Hausarzt medikamentös und in der Folge mit 

ambulanter und stationärer Physiotherapie behandelt wurde, die keine namhafte 

Besserung brachte. Das Gericht kam zum Schluss, auch wenn später erneut 

physiotherapeutische Massnahmen angeordnet worden seien, handle es sich nicht um 

eine fortgesetzt spezifische, die Versicherte belastende ärztliche Behandlung (BGE 17. 

April 2008 i/S H.B. [8C_181/2007]). Sodann lassen sich konkret für das Vorliegen eines 

schwierigen Heilverlaufs und von erheblichen Komplikationen den Akten keine 

Anhaltspunkte entnehmen. Auch von einer ärztlichen Fehlbehandlung kann nicht 

ausgegangen werden.

Der Hausarzt Dr. H.___ und dessen Praxisnachfolger Dr. med. L.___, Allgemeinarzt und 

FMH Chirurgie, bescheinigten seit dem Unfall durchwegs eine volle Arbeitsunfähigkeit 

(UV-act. 6, 48, 70, 82, 134). Demgegenüber erachteten die Ärzte der Rehaklinik 

Bellikon im Bericht vom 4. Oktober 2006 den Beschwerdeführer als 

Reinigungsmitarbeiter oder in einer anderen mittelschweren Arbeit ab 1. November 

2006 als voll arbeitsfähig und begründeten dies mit Hinweis auf die Befunde aus 

mehreren medizinischen Gebieten (UV-act. 51). Die von der Rehaklinik Bellikon 

erhobenen Befunde wurden in der Folgezeit im Ergebnis bestätigt (UV-act. 105, 109, 

123). Der Psychiater Dr. G.___ bescheinigte eine ca. 30%ige Arbeitsunfähigkeit aus 

psychischen Gründen bzw. mit Hinweis auf kognitive Einschränkungen (UV-act. 130). 

Dr. G.___ hatte soweit ersichtlich nie volle Akteneinsicht (vgl. UV-act. 141 Ziffer 3), 

wodurch die Aussagekraft seiner Einschätzung eingeschränkt wird. Die ABI-Gutachter 

bestätigten eine Leistungseinbusse von 20 % aus psychiatrischer Sicht, bezogen auf 

eine körperlich adaptierte, ganztägige Erwerbstätigkeit (ABI-Gutachten S. 16). Auch 

wenn von der Einschätzung von Dr. G.___ ausgegangen würde, könnte eine erhebliche 

Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen im Einstellungszeitpunkt nicht 

bejaht werden. Dass sich der Beschwerdeführer - abgesehen von Arbeitsversuchen im 

Nachgang zum Unfall (UV-act. 6, 42, 44) - um eine Wiedereingliederung ins 

Berufsleben bemühte, kann den Akten nicht entnommen werden. Vielmehr liess er 

ausführen, er fühle sich nicht in der Lage, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen; aus der 

Sicht der Arbeitslosenversicherung sei er damit nicht vermittlungsfähig (act. G S. 3). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Selbst wenn somit erhebliche Beschwerden zu bejahen wären, liesse sich nicht 

beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate Unfallkausalität der HWS-

Beschwerden für die Zeit ab 25. Oktober 2007 verneinte.

4.         

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 3. Dezember 2007 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Zufolge der am 15. Januar 2008 bewilligten 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung hat der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

Anspruch auf Entschädigung durch den Staat. Es rechtfertigt sich, die Entschädigung 

auf der Basis der vom Rechtsvertreter eingereichten Kostennote vom 22. April 2008, 

einschliesslich Ergänzung vom 25. September 2008, welcher ein bereits um 20% 

gekürzter Stundenansatz von Fr. 200.-- (anstelle von Fr. 250.--) zugrunde liegt (vgl. Art. 

31 Abs. 3 AnwG [sGS 963.70]), mit Fr. 4'458.25 (Fr. 4'055.40 + Fr. 402.85; 

einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen. Wenn die 

wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers es gestatten, kann er zur 

Nachzahlung der Gerichtskosten, der Auslagen für die Vertretung und der vom Staat 

entschädigten Parteikosten verpflichtet werden (Art. 288 Abs. 2 ZPO/SG i.V.m. Art. 99 

Abs. 2 VRP/SG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.        Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.        Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.        Der Staat hat den Rechtsbeistand des Beschwerdeführers mit Fr. 4'458.25 zu 

entschädigen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 26.09.2008
	Art. 6 UVG. Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im Nachgang zu einem HWS-Schleudertrauma. Prüfung der Rechtmässigkeit der Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. September 2008, UV 2008/4).

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		2025-07-19T15:23:00+0200
	"9001 St.Gallen"
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