# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6c269c23-dd90-5241-8c8c-9acdd5bd5bbf
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-08
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 08.02.2022 SST.2021.39
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2021-39_2022-02-08.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

 

SST.2021.39 

(ST.2019.75; StA.2019.2212) 

 

 

Urteil vom 8. Februar 2022 
 
 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Fedier  

Oberrichter Cotti  

Gerichtsschreiberin Zahnd        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, 

Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg 1  

 

    
    

Beschuldigte   A._____,  

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Lukas Fischer,  

[…]   

 

  

 
 

Gegenstand  Fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erliess gegen die Beschuldigte am 

28. Mai 2019 folgenden Strafbefehl: 

 

Sachverhalt: 
 
Fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst 
(Art. 222 Abs. 1 StGB) 
 
Die Beschuldigte hat fahrlässig, d.h. aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, zum Schaden 
eines andern oder unter Herbeiführung einer Gemeingefahr eine Feuersbrunst verursacht. 
 
Begangen: 
Ort:   Q., Y.gasse […] 
Zeit:  Montag, 21.01.2019, 12.00 bis 12.15 Uhr 
Zivilklägerin: B.  
Sachschaden: CHF 21'900.00 
 
Vorgehen: 
Die Beschuldigte stellte eine Herdplatte beim Verlassen der Wohnung nicht ab. Die 
dadurch entstandene Hitzeentwicklung entzündete das angrenzende Holz der 
Küchenkombination. Die ausgerückte Feuerwehr konnte den Brand löschen. Die Küche 
musste aufgrund möglicher Brandherde teilweise herausgerissen werden. Durch den 
Brand entstand am ein Sachschaden in der Höhe von CHF 21'900.00. 
 
Jedermann hat im Umgang mit Wärme, Licht und anderen Energiearten die notwenige 
Vorsicht walten zu lassen, um Brände zu verhindern (§ 2 Abs. 1 BSG und § 1 Abs. 1 lit. a 
BSV). Die Brandschutzrichtlinie 12-15 der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen 
(VKF) sieht unter Ziff. 2 Abs. 1 vor, dass mit Feuer und offenen Flammen, Wärme, 
Elektrizität und anderen Energiearten, feuer- oder explosionsartigen Stoffen sowie mit Ma-
schinen, Apparaten usw. so umzugehen ist, dass keine Brände oder Explosionen 
verursacht werden oder entstehen können. Gemäss Ziff. 3.2 Abs. 13 der erwähnten 
Richtlinie müssen elektrische Energieverbraucher aller Art, wie Wärmeapparate, Motoren, 
Leuchten, Küchengeräte usw. so aufgestellt, eingebaut, betrieben und unterhalten werden, 
dass für brennbare Gebäudeteile oder andere Gegenstände keine Entzündungsgefahr 
besteht. 
 
Der Beschuldigten muss aufgrund der gesamten Umstände der Vorwurf gemacht werden, 
dass sie die Herdplatte nicht abstellte. Es ist allgemein bekannt, dass eine nicht abgestellte 
Herdplatte durch die entstehende Hitze ein Feuer entfachen kann. Für die Beschuldigte 
war deshalb voraussehbar, dass sich mittels der Hitzeentwicklung der Herdplatte ein Feuer 
entfachen und auf umliegende Gegenstände übergreifen kann. Die Beschuldigte kam der 
Sorgfaltspflicht nicht nach, dass eine Herdplatte nach Gebrauch abzustellen ist. Das Feuer 
wäre deshalb bei pflichtgemässer Vorsicht durch die Beschuldigte vermeidbar gewesen, 
indem sie die Herdplatte nach Gebrauch abgestellt hätte. 
 
Dieses Verhalten ist strafbar gemäss: 
 
Dem vorgenannten Gesetzartikel sowie Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 42 Abs. 4 
StGB i.V.m. Art. 106 StGB, Art. 44 StGB und Art. 47 StGB 
 
 

 - 3 - 

 

 

 

Die Beschuldigte wird verurteilt zu: 
 
1. Einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je CHF 30.00, bedingt aufgeschoben bei einer 

Probezeit von 2 Jahren.  
 
2. Einer Busse von   CHF  300.00. 
 Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine 
 Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.  
 
3. Den Kosten 
 - Strafbefehlsgebühr  CHF  900.00 
  

Rechnungsbetrag  CHF      1'200.00 
 

Über Auslagen, die nach Erlass des vorliegenden Strafbefehls eingehen, wird separat 
verfügt.  

 
4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  
 
5. Das Urteil wird im Strafregister eingetragen.  
 
6. Die Schadenersatzforderung in der Höhe von CHF 6'042.50 folgender Zivilpartei wird 

auf den Zivilweg verwiesen: 
-  B. 

 

1.2. 

Gegen diesen ihr am 6. Juni 2019 zugestellten Strafbefehl erhob die 

Beschuldigte am 7. Juni 2019 Einsprache. Die Staatsanwaltschaft hielt in 

der Folge am Strafbefehl fest und überwies diesen samt den Akten zur 

Durchführung des Hauptverfahrens an das Bezirksgericht Lenzburg.  

 

2. 

2.1. 

Am 9. März 2020 fand die Hauptverhandlung vor dem Präsidenten des 

Bezirksgerichts Lenzburg statt. Gleichentags erkannte der Gerichtspräsi-

dent: 

 

1. 
Die Beschuldigte ist schuldig des fahrlässigen Verursachens einer Feuersbrunst gemäss 
Art. 222 Abs. 1 StGB. 
 
2. 
2.1 
Gestützt auf Art. 54 StGB wird von einer Bestrafung abgesehen. 
 
2.2. 
Die Verurteilung wegen fahrlässigen Verursachens einer Feuersbrunst gemäss Art. 222 
Abs. 1 StGB wird zufolge Strafbefreiung im Strafregister nicht eingetragen (Art. 366 Abs. 2 
lit. a StGB). 
 
3. 
Die Forderung der Zivilklägerin, B., wird zufolge Rückzug der Adhäsionsklage von der 
Kontrolle abgeschrieben. 
 

 - 4 - 

 

 

 

4. 
Die Beschuldigte hat die Verfahrenskosten, bestehend aus einer Staatsgebühr von 
CHF 1'200.00 sowie den Auslagen von CHF 47.70 insgesamt CHF 1'247.70, zu bezahlen. 
 
5. 
Die Beschuldigte hat die Anklagegebühr von CHF 900.00 zu bezahlen. 
 
6. 
Die Gerichtskasse Lenzburg wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger der 
Beschuldigten MLaw Lukas Fischer, […] die richterlich auf CHF 3'888.85 (inkl. MwSt. von 
CHF 278.05) festgesetzte Entschädigung auszurichten. 
 
Die dem amtlichen Verteidiger ausgerichtete Entschädigung kann zu einem späteren 
Zeitpunkt von der kostenfälligen Beschuldigten zurückgefordert werden, sofern es ihre 
wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 

2.2. 

Gegen dieses ihr am 25. März 2020 im Dispositiv zugestellte Urteil meldete 

die Beschuldigte am 6. April 2020 Berufung an. Das begründete Urteil 

wurde ihr am 19. Januar 2021 zugestellt.  

 

3. 

3.1. 

Am 8. Februar 2021 reichte die Beschuldigte die Berufungserklärung mit 

folgenden Anträgen ein: 

 

1. 
Das Urteil des Bezirksgerichts Lenzburg, Präsidium des Strafgerichts, vom 09.03.2020 sei 
in den Ziffern 1 bis 6 aufzuheben und es sie wie folgt neu zu entscheiden: 
 
 1. 
 Der [recte: die] Beschuldigte wird von Schuld und Strafe freigesprochen.  
  
 2. 

Die Forderung der Zivilklägerin, B., wird zufolge Rückzug der Adhäsionsklage von der 
Kontrolle abgeschrieben.  
 
3. 
Die Verfahrenskosten gehen vollumfänglich auf die Staatskasse. 
 
4. 
Die Gerichtskasse Lenzburg wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger der 
Beschuldigten eine Entschädigung in der Höhe von CHF 3'888.85 (inkl. MwSt. von 
CHF 278.05) zu bezahlen.  

 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten des Staates.  

 

 

3.2. 

Die Beschuldigte reichte am 31. März 2021 die Berufungsbegründung ein.  

 

 - 5 - 

 

 

 

3.3. 

Mit Berufungsantwort vom 15. April 2021 beantragte die Staatsanwaltschaft 

unter Verweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen die vollumfängliche 

Abweisung der Berufung der Beschuldigten.  

 

3.4. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 21. Januar 2022 wurden die 

Beschuldigte und der Kommandant der Feuerwehr Q., C., als Zeuge 

befragt. Im Anschluss an die Berufungsverhandlung beschloss das 

Obergericht, das Beweisverfahren wieder zu eröffnen und einen 

zusätzlichen Zeugen einzuvernehmen.  

 

3.5. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 8. Februar 2022 wurde D., 

Mitglied der Feuerwehr Q., als weiterer Zeuge befragt.  

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschuldigte hat mit Berufung den Schuldspruch wegen fahrlässiger 

Verursachung einer Feuersbrunst gemäss Art. 221 Abs. 1 StGB sowie 

damit einhergehend die Kosten- und Entschädigungsfolgen angefochten. 

Nicht angefochten sind die Abschreibung der Zivilforderung der B. zufolge 

Rückzugs der Zivilklage sowie die Höhe der dem amtlichen Verteidiger 

zugesprochenen Entschädigung. Diese Punkte sind in Rechtskraft 

erwachsen und mithin nicht erneut zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO).  

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz hat die Beschuldigte wegen fahrlässiger Verursachung 

einer Feuersbrunst gemäss Art. 222 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen, in 

Anwendung von Art. 54 StGB indessen von einer Bestrafung Umgang 

genommen. Die Beschuldigte beantragt einen Freispruch.  

 

2.2. 

2.2.1. 

Die Beschuldigte rügt zunächst eine Verletzung des Anklagegrundsatzes. 

Es werde ihr in der Anklage vorgeworfen, die Herdplatte nach Gebrauch 

nicht abgestellt zu haben. Es werde indessen angegeben, dass die 

Verfehlung am 21. Januar 2019, um 12:00 bis 12:15 Uhr stattgefunden 

habe, was gar nicht sein könne, da sie in diesem Zeitpunkt gar nicht zu 

Hause gewesen sei. Sie habe die Herdplatte am Abend des 20. Januar 

2019 das letzte Mal eingeschaltet und gemäss unangefochtener 

Feststellung der Vorinstanz auch ausgeschaltet. Vom Anklagevorwurf, 

dass sie die Herdplatte am Abend des 20. Januar 2019 nicht ausgeschaltet 

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haben soll, sei sie entsprechend ausgegangen. Die Vorinstanz habe 

indessen ausgeführt, dass sich vielmehr die Frage stelle, ob sie den Herd 

am Morgen «unbewusst, etwa mit dem Gesäss» bestätigt habe. Eine 

solche Sorgfaltspflichtverletzung sei weder angeklagt, noch ergebe sich 

dies aus den Akten. Indem die Vorinstanz zeitlich als auch in Bezug auf die 

Art der Tathandlung vom Anklagesachverhalt abweiche, verletze sie den 

Immutabilitätsgrundsatz.  

 

2.3. 

Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 

und 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und nunmehr in Art. 9 Abs. 1 StPO 

festgeschriebenen Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den 

Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion). Die Anklage 

hat die der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem 

Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in objektiver 

und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich bezweckt 

das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der angeschuldig-

ten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Infor-

mationsfunktion). Die Anklageschrift bezeichnet u.a. möglichst kurz, aber 

genau, die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit 

Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung 

(Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_748/2017 vom 

30. Mai 2018 E. 2.2 mit Hinweisen). Solange für die beschuldigte Person 

klar ist, welcher Sachverhalt ihr vorgeworfen wird, kann auch eine 

fehlerhafte und unpräzise Anklage nicht dazu führen, dass es zu keinem 

Schuldspruch kommen darf. Die nähere Begründung der Anklage erfolgt 

an Schranken; es ist Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich 

festzustellen. Das Gericht ist an den in der Anklage umschriebenen 

Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung 

gebunden (Art. 350 Abs. 1 StPO; Urteil des Bundesgerichts 6B_941/2018 

vom 6. März 2019 E. 1.2.1 mit Hinweisen).   

 

2.3.1. 

Gemäss Anklage soll die Beschuldigte am 21. Januar 2019 die Herdplatte 

beim Verlassen ihrer Wohnung an der Y.gasse […] in Q. nicht abgestellt 

haben, worauf sich durch die daraus entstandene Hitzeentwicklung das 

angrenzende Holz der Küchenkombination entzündet habe. Die 

ausgerückte Feuerwehr habe den Brand löschen können, wobei die Küche 

aufgrund möglicher Brandherde habe herausgerissen werden müssen. Es 

sei dabei ein Sachschaden von Fr. 21'900.00 entstanden. Es sei allgemein 

bekannt, dass eine nicht abgestellte Herdplatte durch die entstehende 

Hitze ein Feuer entfachen könne. Für die Beschuldigte sei deshalb 

voraussehbar gewesen, dass sich mittels der Hitzeentwicklung der 

Herdplatte ein Feuer entfachen und auf umliegende Gegenstände 

übergreifen könne. Die Beschuldigte sei ihrer Sorgfaltspflicht, dass eine 

Herdplatte nach Gebrauch abzustellen sei, nicht nachgekommen. Das 

 - 7 - 

 

 

 

Feuer sei deshalb bei pflichtgemässer Vorsicht durch die Beschuldigte 

vermeidbar gewesen, indem sie die Herdplatte nach Gebrauch abgestellt 

hätte.  

 

2.3.2. 

Entgegen der Darstellung der Beschuldigten erscheint der Anklage-

grundsatz vorliegend nicht verletzt. Gestützt auf die Anklage musste die 

Beschuldigte wissen, was ihr vorgeworfen wird, zumal die ihr vorgeworfene 

Sorgfaltspflichtverletzung – das Nichtabstellen ihrer Herdplatte vor dem 

Verlassen ihrer Wohnung am 21. Januar 2019 – räumlich und zeitlich klar 

eingeordnet wird. Daran ändert auch nichts, dass in der Anklage als Tatzeit 

die Feststellung des Brandes um ca. 12:00 Uhr und nicht der Zeitpunkt des 

Verlassens der Wohnung durch die Beschuldigte genannt wird. Der 

Beschuldigten ist beizupflichten, dass die Anklage ihr vorwirft, die 

Herdplatte «nach Gebrauch» nicht abgestellt zu haben. Entgegen ihrer 

Darstellung lässt sich der Anklage indessen nicht entnehmen, dass der 

letzte Gebrauch der Herdplatte am Abend des 20. Januar 2019 

stattgefunden haben soll. Dabei handelt es sich um eine Feststellung der 

Vorinstanz (siehe vorinstanzliches Urteil, E. 6.6). Gleiches gilt für die 

Schlussfolgerung der Vorinstanz, wonach davon auszugehen sei, dass die 

Beschuldigte den Herd am Morgen des 21. Januar 2019 wohl unabsichtlich 

mit dem Gesäss eingeschaltet habe (vorinstanzliches Urteil, E. 6.6). Soweit 

die Beschuldigte die durch die Vorinstanz getroffene Sachverhalts-

feststellungen beanstandet, ist im Rahmen der obergerichtlichen Sach-

verhaltserstellung zu überprüfen, ob sich die Schlussfolgerungen der 

Vorinstanz aufrechterhalten lassen. Der Anklagegrundsatz ist hiervon nicht 

berührt.  

 

2.3.3. 

Gestützt auf den in der Anklage definierten Vorwurf ist somit zu prüfen, ob 

sich die Beschuldigte einer fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst 

im Sinne von Art. 222 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat, indem sie die 

Herdplatte am 21. Januar 2019 vor dem Verlassen ihrer Wohnung nicht 

abgestellt hat.  

 

3. 

3.1. 

Wer fahrlässig zum Schaden eines andern oder unter Herbeiführung einer 

Gemeingefahr eine Feuersbrunst verursacht, wird gemäss Art. 222 Abs. 1 

StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Die 

Rechtsprechung versteht unter dem Begriff der Feuersbrunst einen Brand, 

der vom Urheber nicht mehr selber bezwungen werden kann und 

deswegen eine gewisse Erheblichkeit aufweist, wobei jeweils der konkreten 

Situation, den allgemeinen Kenntnissen und den verfügbaren Mitteln des 

Verursachers Rechnung zu tragen ist. Eine offene Flamme wird hingegen 

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nicht vorausgesetzt (ROELLI, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 

2019, N. 7 f. zu Art. 221 StGB). 

 

Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines 

Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf 

nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter 

die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen 

persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein 

Schuldspruch wegen fahrlässiger Tatbegehung setzt somit voraus, dass 

der Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. 

Sorgfaltswidrig ist ein Verhalten, wenn der Täter zum Zeitpunkt der Tat 

aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit 

bewirkte Gefährdung hätte erkennen können und müssen und wenn er 

zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Das Mass 

der im Einzelfall zu beachtenden Sorgfalt richtet sich, wo besondere, der 

Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein bestimmtes 

Verhalten gebieten, in erster Linie nach diesen Vorschriften. Fehlen solche, 

kann auf analoge Regeln privater oder halbprivater Vereinigungen 

abgestellt werden, sofern diese allgemein anerkannt sind. Dies schliesst 

nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrlässigkeit auch auf allgemeine 

Rechtsgrundsätze, wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz, gestützt 

werden kann (Urteil des Bundesgerichts 6B_1163/2016 vom 21. April 2017 

E. 5.2; BGE 143 IV 138 E. 2.1; 135 IV 56 E. 2.1).  

 

3.2. 

3.2.1. 

Die Beschuldigte hat stets bestritten, den Herd am Morgen des 21. Januar 

2019 benutzt zu haben. Sie machte geltend, am Vorabend Spaghetti 

gekocht und den Herd danach ausgeschaltet zu haben. Am Morgen des 

21. Januar 2019 habe sie vor dem Verlassen der Wohnung lediglich noch 

den Rest der kalten Spaghetti aus der Pfanne gekratzt und gegessen (act. 

23 f. Fragen 32 f. und 36 f.; act. 82; Protokoll Berufungsverhandlung vom 

21. Januar 2022, S. 5 f.). Die Aussagen der Beschuldigten sind in dieser 

Hinsicht grundsätzlich konstant ausgefallen. Sie lassen sich mit dem 

übrigen Beweisergebnis indessen nicht in Übereinstimmung bringen.  

 

Am 21. Januar 2019 um 12:19 Uhr meldete E., Eigentümer der 

Liegenschaft an der Y.gasse […] in Q., dass Rauch aus einer Wohnung im 

3. oder 4. Stock kommen würde. Die Feuerwehr wurde unmittelbar 

aufgeboten, welche bei Eintreffen der Polizei bereits mit den Löscharbeiten 

beschäftigt war (act. 15 f.). Als Ursache des Brandes konnte eine nicht 

abgestellte Herdplatte in der Wohnung der Beschuldigten eruiert werden. 

Gemäss dem Fachbericht der Kantonspolizei Aargau vom 18. Februar 

2019 konnte von den erstintervenierten Feuerwehrkräften in Erfahrung 

gebracht werden, dass der linke Drehschalter des Herds eingeschaltet 

gewesen sei. Die Unterseite der vorderen Kochplatte wies überdies ein 

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auffälliges Spurenbild auf. Im näheren Umfeld der Platte waren die 

Metallteile braun gefärbt und hoben sich dadurch deutlich von der Farbe 

der hinteren Platte ab. Zudem waren Anlauffarben zu erkennen, welche 

durch starke thermische Belastung entstanden waren. Auf der rechten 

Seite wies die Trennwand des Unterschrankes im Bereich der vorderen 

Herdplatte einen markanten Ausbrand auf. Von der Brandherdzone 

ausgehend waren die Brandschäden zur rechten Seite hin abnehmend 

(act. 28 f.). Als Brandursache wurde folglich eruiert, dass die eingeschaltete 

Herdplatte die Pressspanplatte und die aus Holz bestehenden Unterbauten 

in Brand gesetzt hatte. Die Kochplatte sei über längere Zeit eingeschaltet 

gewesen und die entstehende Hitze habe aufgrund der Konstruktion nicht 

abgeführt werden können. Die Hitze habe sich unter der Küchenabdeckung 

gestaut und in der Folge dürfte sich die Zwischenwand im oberen 

Stirnbereich entzündet haben, was zu deren Ausbrand geführt habe 

(act. 29).  

 

Soweit die Beschuldigte das Ergebnis des Brandermittlungsberichts in 

Frage stellt, vermag dies nicht zu überzeugen. Die im Fachbericht 

wiedergegebenen Aussagen der Feuerwehrkräfte, wonach die Herdplatte 

eingeschaltet gewesen sei, konnten im Rahmen des Berufungsverfahrens 

verifiziert werden. Der als Zeuge befragte Feuerwehrmann D. bestätigte im 

Zuge der Berufungsverhandlung vom 8. Februar 2022, dass die Herdplatte 

in der Wohnung der Beschuldigten eingeschaltet gewesen sei. Die Türe zur 

Wohnung sei verschlossen gewesen, weshalb sie diese hätten aufbrechen 

müssen. Es habe in der Wohnung dichter Rauch gehabt, weshalb er ein 

Fenster eingeschlagen habe, damit der Rauch abziehen und er sich Sicht 

habe verschaffen können. Schliesslich habe er den Herd, welcher 

eingeschaltet gewesen sei, ausgeschaltet. Dies habe er über Funk dem 

Einsatzleiter mitgeteilt. Später habe er auch den Brandermittler 

dahingehend informiert, dass er die Position des Herdschalters verändert 

habe. Er sei sich zu 100 % sicher, dass der Herdschalter an gewesen sei. 

Auf welcher Stufe genau, könne er indessen nicht mehr sagen. Ebenso 

wenig könne er sich noch daran erinnern, ob eine Pfanne auf dem Herd 

gestanden habe (Protokoll Berufungsverhandlung vom 8. Februar 2022, 

S. 2 ff.). Die Aussagen des Zeugen D. sind klar und differenziert 

ausgefallen. Sie werden überdies durch die Aussagen des ebenfalls als 

Zeugen befragten Kommandanten der Feuerwehr Q., C., gestützt, welcher 

bestätigte, dass D. ihm mitgeteilt habe, dass er die Herdplatte 

ausgeschaltet habe (Protokoll Berufungsverhandlung vom 21. Januar 

2022, S. 3 f.). Gründe, weshalb der Zeuge D. unwahre Angaben zu Lasten 

der Beschuldigten machen würde, sich keine ersichtlich, steht er zu dieser 

doch in keinerlei Beziehung (Protokoll Berufungsverhandlung vom 

8. Februar 2022, S. 2). Entsprechend ist auf seine Aussagen abzustellen 

und kann damit als erstellt erachtet werden, dass die Herdplatte in der 

Wohnung der Beschuldigten eingeschaltet gewesen ist. Damit ist auch 

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nicht zu beanstanden, dass sich der Brandermittlungsbericht auf diese 

Tatsache stützt.  

 

Entgegen der Darstellung der Beschuldigten lassen sich dem Fachbericht 

auch keine widersprüchlichen Angaben entnehmen. Denn entgegen ihrer 

Annahme wird der Begriff «Einsatzkräfte» für die aufgebotenen Einsatz-

kräfte der Polizei verwendet und ist damit nicht die erstintervenierende 

Feuerwehr gemeint. Dass somit nicht von Seiten der Feuerwehr, sondern 

vielmehr von Seiten der Polizei zunächst gemutmasst wurde, dass Asche 

im Abfalleimer als Brandursache in Frage käme, findet auch Stütze in den 

Aussagen des Zeugen D.. Denn dieser gab an, mit dem Brandermittler nur 

über den Herdschalter gesprochen zu haben. Asche im Abfalleimer sei kein 

Thema gewesen. Er wisse auch nicht, wer diese Aussagen gegenüber dem 

Brandermittler gemacht haben könnte (Protokoll der Berufungs-

verhandlung vom 8. Februar 2022, S. 4). Dass Asche im Abfalleimer 

Ursache des Brandes gewesen sein könnte, konnte in Anbetracht des 

intakten Abfalleimers auch klar wiederlegt werden. Die Tatsache, dass die 

Herdplatte nicht ausgeschaltet wurde, stimmt sodann auch mit dem übrigen 

Beweisergebnis, insbesondere den Brandspuren (Verfärbung der 

betroffenen Herdplatte, Anlauffarben), überein. Der Brandermittler stützte 

seine Schlussfolgerungen hinsichtlich der Brandursache entsprechend 

nicht einzig auf die Aussagen der Feuerwehr, sondern führte aus, dass 

«das angetroffene Spurenbild, die Aussagen der intervenierenden 

Feuerwehr sowie die durchgeführte Untersuchung» aufgezeigt habe, dass 

eine eingeschaltete Herdplatte zum Brand geführt habe (act. 29). Es 

bestehen sodann keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass ein technischer 

Defekt zum Brand geführt haben könnte. Entsprechend erweist sich der 

Brandermittlungsbericht hinsichtlich der Brandursache als klar und 

überzeugend, weshalb auf diesen abzustellen ist.  

 

3.2.2. 

Die Vorinstanz hat gestützt auf die Aussagen der Beschuldigten, wonach 

sie den Herd am Morgen des 21. Januar 2019 nicht benutzt haben will, 

darauf geschlossen, dass diese den Herd am besagten Morgen wohl 

unabsichtlich mit dem Gesäss betätigt hat (vorinstanzliches Urteil, E. 6.6). 

Die Beschuldigte rügt diese vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung zu 

recht, befinden sich für diese Tatvariante doch keine genügenden Hinweise 

in den Akten, zumal die Beschuldigte anlässlich der Befragung im Rahmen 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung betont hat, dass die Drehknöpfe 

des Herds schwer zu bedienen seien und diese Möglichkeit deshalb 

kategorisch ausgeschlossen hat (act. 82). Soweit sich die Vorinstanz aber 

dennoch auf diese Variante festlegt, legt sie der Sachverhaltsfeststellung 

ihre eigenen Vermutungen zu Grunde, welche sich beweismässig nicht 

stützen lassen.  

 

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3.2.3. 

Dies führt indessen nicht dazu, dass die Beschuldigte vorliegend 

freizusprechen wäre. Gemäss den verbindlichen Feststellungen des 

Fachberichts führte eine nicht abgestellte Herdplatte zum Brand. Die 

Beschuldigte hat im Rahmen der Strafuntersuchung bestätigt, am Morgen 

des 21. Januar 2019 als letzte Person die Wohnung verlassen und die Türe 

hinter sich verschlossen zu haben. Zudem machte sie geltend, über ihre 

beiden Wohnungsschlüssel verfügt zu haben. Einen habe sie an besagtem 

Tag auf sich getragen, der andere habe sich in der Wohnung befunden 

(act. 21 Fragen 12 ff.; act. 82; Protokoll Berufungsverhandlung vom 

21. Januar 2022, S. 5). Dass eine andere Person als die Beschuldigte die 

Herdplatte angelassen haben könnte, erscheint mithin ausgeschlossen. 

Entsprechendes wird von der Beschuldigten auch gar nicht behauptet.  

 

Sofern die Beschuldigte mithin geltend macht, sie habe die Herdplatte am 

Morgen des 21. Januar 2019 nicht eingeschaltet, steht dies im Widerspruch 

zum durch den Brandermittlungsbericht erstellten Beweisergebnis und ist 

mithin als Schutzbehauptung zu werten. Die Beschuldigte zeigte sich 

anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung zwar überzeugt, den 

Herd am Morgen des 21. Januar 2019 nicht verwendet zu haben. 

Anlässlich der Strafuntersuchung hatte sie in dieser Hinsicht hingegen noch 

Unsicherheiten gezeigt, zumal sie auf den Vorhalt, wonach der Verdacht 

bestehe, dass sie vergessen habe, die Herdplatte abzustellen, Folgendes 

geantwortet hatte: «Unmöglich. Weil ich die am Morgen gar nicht 

einschaltete. Es sei denn…. Nein. Ne. Ne.»; act. 24 Frage 39). Darüber 

hinaus hat sie im Zuge des Berufungsverfahrens Angaben gemacht, 

welche im Widerspruch zu den Untersuchungsakten stehen. So machte sie 

anlässlich der Berufungsverhandlung vom 21. Januar 2022 erstmals 

geltend, die kalten Spaghetti am Morgen des 21. Januar 2019 neben ihrem 

Schlafplatz gegessen zu haben. Sie habe am Abend des 20. Januar 2019 

eigentlich zwei Mal gegessen. Zunächst habe sie die Spaghetti in einen 

Teller gemacht und diese dann am Boden neben ihrem Schlafplatz 

gegessen. Danach habe sie die bereits abgekühlte Pfanne geholt und dann 

direkt daraus nochmals ein wenig Spaghetti gegessen. Am Morgen habe 

sie dann direkt von ihrem Schlafplatz aus die Resten herausgekratzt. Es 

könne daher nicht sein, dass sie den Herdschalter am 21. Januar 2019 

unabsichtlich mit dem Gesäss betätigt habe, da sie sich an diesem Morgen 

gar nicht in der Nähe des Herds aufgehalten habe (Protokoll Berufungs-

verhandlung vom 21. Januar 2022, S. 6 f.).  

 

Auf den sich in den Akten befindlichen Fotos ist jedoch ersichtlich, dass 

sich die schwarze Pfanne, welche die Beschuldigte gemäss eigenen 

Angaben zum Kochen der Spaghetti verwendet hat (act. 24 Frage 36), im 

Zeitpunkt des Brandes unmittelbar neben dem Kochfeld befand (act. 34). 

Wird den Angaben der Beschuldigten gefolgt, wonach sie am Morgen vor 

dem Verlassen der Wohnung noch die Resten der Spaghetti gegessen hat, 

 - 12 - 

 

 

 

muss sie sich also zwingend zum Kochfeld begeben haben, um die Pfanne 

dort abzustellen. Somit kann ihre anlässlich der Berufungsverhandlung 

vom 21. Januar 2022 gemachte Aussage, dass sie sich am Morgen gar 

nicht in der Nähe des Herds aufgehalten habe, nicht zutreffen. Ihr 

Aussagen sind demnach als Schutzbehauptungen zu werten.   

 

In einer Gesamtbetrachtung muss folglich darauf geschlossen werden, 

dass die Beschuldigte die Herdplatte am Morgen des 21. Januar 2019 wie 

in der Anklage wiedergegeben beim Verlassen der Wohnung nicht 

ordnungsgemäss ausgeschaltet hat, was folglich zum Brand führte. Dass 

mangels Angaben der Beschuldigten – welche die Tat bestreitet – nicht 

mehr genau eruiert werden kann, aus welchen Gründen sie die Herdplatte 

eingeschaltet hat, ändert an dieser Schlussfolgerung nichts. Dass sich eine 

andere Person als die Beschuldigte für den Brand verantwortlich zeichnen 

könnte, erscheint gestützt auf die Ergebnisse des Fachberichts und ihre 

eigenen Angaben, wonach sie als letzte die Wohnung verlassen und die 

Türe hinter sich verschlossen habe, als ausgeschlossen.   

 

3.3. 

Der vorinstanzliche Schuldspruch ist unter den gegebenen Umständen 

damit nicht zu beanstanden.  

 

Nach Abs. 2 Ziff. 1 der VKF Brandschutzrichtlinie, Brandverhütung und 

obligatorisches Brandschutz, 12-15 de, hat jeder mit Feuer und offenen 

Flammen, Wärme, Elektrizität und anderen Energiearten, feuer- oder 

explosionsgefährlichen Stoffen sowie mit Maschinen, Apparaten usw. so 

umzugehen, dass keine Brände oder Explosionen verursacht werden oder 

entstehen können. Dieser Sorgfaltspflicht ist die Beschuldigte nicht 

nachgekommen, indem sie ihren Herd beim Verlassen ihrer Wohnung nicht 

abgestellt hat, was schlussendlich zum Brand führte. Mithin ist eine 

Sorgfaltspflichtverletzung ihrerseits zu bejahen.  

 

Die Folgen der Sorgfaltspflichtverletzung waren für sie denn auch 

erkennbar wie auch vermeidbar. So entspricht es der allgemeinen 

Lebenserfahrung, dass das Anlassen einer Herdplatte zu einer grossen 

Hitzeentwicklung führt, welche insbesondere bei einer alten Küchen-

konstruktion wie der vorliegenden zu einem Brand führen kann. Die 

Beschuldigte war sich der Risiken mit Blick auf das Alter ihrer Küche zudem 

bewusst, zumal sie geltend machte, aus Vorsicht für gewöhnlich eigentlich 

auf zwei anderen Herdplatten zu kochen. Sie hatte im Laufe der 

Strafuntersuchung auch ausgeführt, bereits einmal ihren Vermieter 

gebeten zu haben, zu überprüfen, ob der Herd wirklich ausgeschaltet sei, 

nachdem sie einmal auf den originalen Herdplatten gekocht habe (vgl. 

act. 23 Fragen 33 f.). Der Brand wäre sodann ohne weiteres vermeidbar 

gewesen, wenn die Beschuldigte die Herdplatte bei Verlassen ihrer 

Wohnung pflichtgemäss ausgeschaltet hätte. Entsprechend ist auch nicht 

 - 13 - 

 

 

 

von Bedeutung, dass das Alter und die Beschaffenheit den Brand gemäss 

dem Brandermittlungsbericht den Brand zusätzlich begünstigt haben 

könnten (act. 30). Die Adäquanz ist nur zu verneinen, wenn ganz 

aussergewöhnliche Umstände, wie das Mitverschulden des Opfers 

beziehungsweise eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als 

Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden 

musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und 

unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen 

mitverursachenden Faktoren – namentlich das Verhalten des Angeschul-

digten – in den Hintergrund drängen (BGE 135 IV 56 E. 2.1 mit Hinweisen). 

Dies ist vorliegend nicht der Fall, zumal es ohne die Sorgfalts-

pflichtverletzung der Beschuldigten gar nicht erst zu einer relevanten 

Hitzeentwicklung gekommen wäre, welche in der Folge zum Brand führte.  

 

Durch die Hitze der angelassenen Herdplatte entwickelte sich ein Brand, 

welcher den Einsatz der Feuerwehr notwendig machte. Auch wenn es 

ausweislich der Akten zu keinen grossen offenen Flammen kam, zeugt das 

Schadbild von einem nicht unerheblichen Ausmass des Brandes (act. 32 

ff.). Aufgrund von vorhandenen Brandnestern mussten durch die 

Feuerwehr sodann einzelne Elemente der Küchenkombination heraus-

gerissen werden (act. 16). Gestützt auf diese Umstände muss somit darauf 

geschlossen werden, dass der Brand von der Beschuldigten selber nicht 

hätte bezwungen werden können. Das Vorliegen einer Feuersbrunst ist 

mithin zu bejahen. Aufgrund des Brandes entstand an der Mietwohnung, 

welche sich im Eigentum von E. befindet, ein Sachschaden von 

Fr. 21'900.00 (act. 12). Damit ist die Voraussetzung der Schadenszufügung 

zu Lasten eines Dritten ebenfalls erfüllt.  

 

Der vorinstanzliche Schuldspruch ist nach dem Gesagten zu bestätigen.  

 

4. 

4.1. 

Die Vorinstanz hat im Rahmen der Strafzumessung Art. 54 StGB 

angewandt und von einer Strafe Umgang genommen.  

 

Gemäss Art. 54 StGB sieht das Gericht von einer Bestrafung ab, wenn der 

Täter durch die unmittelbaren Folgen seiner Tat so schwer betroffen ist, 

dass eine Strafe unangemessen wäre. Ob dies der Fall ist, ist unter dem 

Aspekt sämtlicher Strafzwecke zu entscheiden. Unmittelbare Betroffenheit 

kann auch bei einem Vermögensschaden vorliegen, z.B. beim Abrennen 

des eigenen Heims bei ungenügender Versicherung (TRECHSEL/KELLER, in: 

Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2021, N. 2 f. 

zu Art. 54 StGB).  

 

Die Beschuldigte hat durch den Brand gemäss eigenen Angaben beinahe 

ihren gesamten Besitz verloren. Sie habe gewisse Bücher noch retten 

 - 14 - 

 

 

 

können, die meisten der restlichen Sachen, so z.B. ihre Kleider, habe sie 

aber nicht mehr gebrauchen können, diese seien verfärbt bzw. verbrannt 

gewesen (act. 84). Die Beschuldigte verfügt zudem über keine 

Hausratsversicherung (act. 84). Sie erscheint mithin in persönlicher wie 

auch finanzieller Hinsicht – insbesondere auch aufgrund ihrer angespann-

ten finanziellen Lage (vgl. act. 22 Fragen 22 ff.; act. 80) – durch die Tat 

schwer betroffen. Demgegenüber erscheint ihr Verschulden noch als leicht. 

Die Vorinstanz hat damit Art. 54 StGB zu Recht angewandt, was 

entsprechend zu bestätigen ist.  

 

4.2. 

Aufgrund der Anwendung von Art. 54 StGB erfolgt keine Eintragung im 

Strafregister (Art. 366 Abs. 2 lit. a StGB e contrario).  

 

5. 

5.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Berufung der 

Beschuldigten ist abzuweisen, weshalb sie die Kosten des obergericht-

lichen Verfahrens zu tragen hat. Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 2'000.00 

(§ 18 Abs. 1 VKD; exkl. Auslagen) festzusetzen.  

 

5.2. 

Der amtliche Verteidiger der Beschuldigten ist aus der Staatskasse zu 

entschädigen (Art. 135 Abs. 1 und 2 StPO i.V.m. § 9 AnwT). Er machte mit 

Kostennoten vom 21. Januar 2022 und 8. Februar 2022 einen Aufwand von 

gesamthaft 18.5 Stunden à Fr. 200.00 sowie Auslagen von Fr. 199.50 und 

die gesetzliche Mehrwertsteuer, gesamthaft somit Fr. 4'199.80 geltend. 

Dies erweist sich grundsätzlich als angemessen. Einzig der von ihm für die 

Berufungsverhandlung vom 21. Januar 2022 auf 3.5 Stunden geschätzte 

Aufwand ist auf die effektive Dauer der Verhandlung von 2.25 Stunden 

(1.5 Stunden zzgl. 45 Min. Reisezeit für Hin- und Rückweg) zu korrigieren. 

Der zu entschädigende Aufwand beträgt damit 17.25 Stunden. Die 

Obergerichtskasse ist demnach anzuweisen, ihm eine Entschädigung von 

gerundet Fr. 3'900.00 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung ist von der Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO).  

 

Die Beschuldigte hat zudem dem amtlichen Verteidiger die Differenz 

zwischen der amtlichen Entschädigung (Stundenansatz Fr. 200.00) und 

dem vollen Honorar (Stundenansatz Fr. 220.00), zuzüglich der auf dieser 

Differenz geschuldeten Mehrwertsteuer, zu erstatten, d.h. gerundet insge-

samt Fr. 375.00 (inkl. Mehrwertsteuer), sobald es ihre wirtschaftlichen 

Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO). 

 

 - 15 - 

 

 

 

6. 

6.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Die Beschuldigte wird verurteilt und hat mithin die Kosten 

des erstinstanzlichen Verfahrens zu tragen (Art. 426 Abs. 1 StPO), womit 

die vorinstanzliche Kostenauferlegung zu bestätigen ist.  

 

6.2. 

Die dem amtlichen Verteidiger der Beschuldigten für das erstinstanzliche 

Verfahren zugesprochene Entschädigung von Fr. 3'888.85 ist im 

Berufungsverfahren unangefochten geblieben und somit keiner Über-

prüfung zugänglich (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 

28. Januar 2019 E. 2).  

 

Die Entschädigung ist von der Beschuldigten zurückzufordern, sobald es 

ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 

 

Die Beschuldigte hat zudem dem amtlichen Verteidiger die Differenz 

zwischen der amtlichen Entschädigung (Stundenansatz Fr. 200.00) und 

dem vollen Honorar (Stundenansatz Fr. 220.00), zuzüglich der auf dieser 

Differenz geschuldeten Mehrwertsteuer, zu erstatten, d.h. gerundet 

insgesamt Fr. 350.00 (inkl. Mehrwertsteuer), sobald es ihre wirtschaftlichen 

Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 lit. b StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschuldigte ist der fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst 

gemäss Art. 222 Abs. 1 StGB schuldig. 

 

2. 

2.1. 

Gestützt auf Art. 54 StGB wird von einer Bestrafung abgesehen.  

 

2.2. 

Die Verurteilung wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst 

gemäss Art. 222 Abs. 1 StGB wird zufolge der Strafbefreiung nicht im 

Strafregister eingetragen. 

 

3. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die Forderung der Zivilklägerin, B., wird zufolge Rückzugs der 

Adhäsionsklage von der Kontrolle abgeschrieben.  

 

 - 16 - 

 

 

 

4. 

4.1. 

Die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens von Fr. 2'186.00, bestehend 

aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'000.00 und den Auslagen von 

Fr. 186.00, werden der Beschuldigten auferlegt.  

 

4.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger der 

Beschuldigten eine Entschädigung von Fr. 3'900.00 auszurichten.  

 

Diese wird von der Beschuldigten zurückgefordert, sobald es ihre 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

Die Beschuldigte hat zudem dem amtlichen Verteidiger die Differenz 

zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu 

erstatten, d.h. gerundet insgesamt Fr. 375.00, sobald es ihre wirtschaft-

lichen Verhältnisse zulassen. 

 

5. 

5.1. 

Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens (inkl. Anklagegebühr) von 

Fr. 2'147.70, bestehend aus einer Anklagegebühr von Fr. 900.00, der 

Gerichtsgebühr von Fr. 1'200.00 sowie den Auslagen von Fr. 47.70, werden 

der Beschuldigten auferlegt.  

 

5.2. 

Die Gerichtskasse Lenzburg wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger 

der Beschuldigten eine Entschädigung von Fr. 3'888.85 auszurichten.  

 

Diese wird von der Beschuldigten zurückgefordert, sobald es ihre 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

 

Die Beschuldigte hat zudem dem amtlichen Verteidiger die Differenz 

zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar zu 

erstatten, d.h. gerundet insgesamt Fr. 350.00, sobald es ihre wirtschaft-

lichen Verhältnisse zulassen. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

 - 17 - 

 

 

 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 
   

Aarau, 8. Februar 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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