# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 946e1357-0c00-5e74-99b3-eccec3026c03
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 03.04.2024 SB230305
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230305_2024-04-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230305-O/U/sm

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller, Präsidentin, Oberrichter Dr. iur. 

Bezgovsek und Oberrichter lic. iur. Hoffmann sowie Gerichtsschrei-

berin MLaw Gitz

Urteil vom 3. April 2024

in Sachen

A._____,
Beschuldigter, Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter

verteidigt durch Rechtsanwältin MLaw X._____

gegen

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
vertreten durch Leitender Staatsanwalt lic. iur. Kloiber, 

Anklägerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungsklägerin

betreffend einfache Körperverletzung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 
4. Abteilung - Einzelgericht, vom 9. Februar 2023 (GG220133)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 21. April 2022 ist die-

sem Urteil beigeheftet (Urk. 28).

Urteil der Vorinstanz:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der

• der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 2 StGB in Verbindung mit Art. 22 StGB

• der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 2 StGB

• der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im 

Sinne von Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 und Abs. 2 StGB

• des Landfriedensbruchs im Sinne von Art. 260 Abs. 1 StGB sowie

• des Verstosses gegen das Vermummungsverbot im Sinne von 

§ 10 des Straf- und Justizvollzugsgesetzes des Kantons Zürich

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 8.5 Monaten 

(wovon ein Tag durch Haft erstanden ist) sowie mit einer Busse von 

Fr. 500.–. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. Die Busse ist zu bezahlen.

4. Bezahlt der Beschuldigte die Busse nicht, so tritt an deren Stelle eine Er-

satzfreiheitsstrafe von 5 Tagen.

5. Es wird die Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im 

Sinne von Art. 5 des DNA-Profil-Gesetzes angeordnet.

Das Forensische Institut Zürich (FOR) wird mit dem Vollzug beauftragt und 

der Beschuldigte wird verpflichtet, innert 30 Tagen ab Eintritt der Rechtskraft 

des Urteils beim Erkennungsdienst des Forensischen Instituts Zürich, Poli-

zei- und Justizzentrum (PJZ), Güterstrasse 33, 8004 Zürich, Telefon 058 

649 80 50, zur erkennungsdienstlichen Behandlung mit Wangenschleim-

hautabnahme zu erscheinen.

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Kommt er dieser Verpflichtung unentschuldigt nicht nach, wird die Kantons-

polizei Zürich hiermit verpflichtet, auf entsprechende Mitteilung des Forensi-

schen Instituts Zürich hin, den Beschuldigten zwangsweise vorzuführen. Die 

beschuldigte Person wird auf Art. 205, 207 und 417 StPO aufmerksam ge-

macht.

6. Der Privatkläger B._____ wird mit seinem Genugtuungsbegehren auf den Zi-

vilweg verwiesen.

7. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 3'000.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 1'300.–   Gebühr Strafuntersuchung
Fr. 95.10   ausserkant. UKO

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

8. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt.

Berufungsanträge:

a) Der Verteidigung des Beschuldigten:

(Urk. 69 S. 1)

1. a) Der Beschuldigte sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

b) Eventualiter sei der Beschuldigte des Landfriedensbruchs und des 

Verstosses gegen das Vermummungsverbot schuldig zu sprechen 

und mit einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen in der Höhe 

von Fr. 30.– und einer angemessenen Busse zu bestrafen.

2. a) Dem Beschuldigten sei für das gesamte Strafverfahren eine Ent-

schädigung in der Höhe der Verteidigungskosten gemäss den einge-

reichten Honorarnoten auszurichten.

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b) Eventualiter sei dem Beschuldigten eine Entschädigung in der Höhe 

von ¾ der Verteidigungskosten gemäss den eingereichten Honorar-

noten auszurichten.

3. a) Die Kosten des Vorverfahrens, des erstinstanzlichen Gerichtsverfah-

rens und des Berufungsverfahrens seien auf die Staatskasse zu 

nehmen.

b) Eventualiter seien ¾ der Kosten des Vorverfahrens, des erstinstanz-

lichen Gerichtsverfahrens und des Berufungsverfahrens auf die 

Staatskasse zu nehmen und ¼ dem Beschuldigten aufzuerlegen.

b) Des Vertreters der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl: 

(Urk. 71 S. 1)

1. Bestätigung der vorinstanzlichen Schuldsprüche (Dispositiv-Ziffer 1);

2. Bestrafung des Beschuldigten mit einer Freiheitsstrafe von 10 Monaten 

und einer Busse von Fr. 500.– (Dispositiv-Ziffer 2);

3. Aufschub des Vollzugs der Freiheitsstrafe, unter Ansetzung einer Pro-

bezeit von 2 Jahren; Bezahlung der Busse (Dispositiv-Ziffer 3);

4. Bei schuldhafter Nichtbezahlung der Busse Anordnung einer Ersatzfrei-

heitsstrafe von 5 Tagen (Dispositiv-Ziffer 3);

5. Im Übrigen Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Dispositiv-Zif-

fern 6 ff.);

6. Unter Kostenauflage für das zweitinstanzliche Verfahren zulasten des 

Beschuldigten.

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Erwägungen:

I.   Verfahrensgang

1. Das eingangs erwähnte Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

Einzelgericht, vom 9. Februar 2023 wurde gleichentags mündlich eröffnet und den 

Parteien im Dispositiv übergeben (Prot. I S. 13).

2. Der Beschuldigte meldete innert Frist Berufung an (Urk. 52) und liess die 

Berufungserklärung mit Eingabe vom 6. Juni 2023 ebenfalls innert Frist einreichen 

(Urk. 58). 

3. Nach anschliessender Fristansetzung an die Staatsanwaltschaft Zürich-

Sihl (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) und den Privatkläger (Urk. 59) liess sich 

der Privatkläger nicht vernehmen, während die Staatsanwaltschaft mit Eingabe 

vom 16. Juni 2023 Anschlussberufung erhob und die Berufung auf die Bemes-

sung der Strafe und den Vollzug bzw. den bedingten Vollzug der Strafe be-

schränkte (Urk. 61). Dem Beschuldigten sowie dem Privatkläger wurde mit Präsi-

dialverfügung vom 17. Juni 2023 eine Kopie der Anschlussberufungserklärung der 

Staatsanwaltschaft zugestellt (Urk. 62).

4. Die Parteien wurden am 1. September 2023 zur Berufungsverhandlung 

auf den 3. April 2024 vorgeladen (Urk. 64), zu welcher der Beschuldigte persön-

lich in Begleitung seiner erbetenen Verteidigerin Rechtsanwältin MLaw X._____ 

und Staatsanwalt MLaw Aepli erschienen (Prot. II S. 4). 

II.   Formelles und Prozessuales

1. Formelles

1.1. Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung auf-

schiebende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils dement-

sprechend gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche 

Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Auch wenn das 

Berufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), worin es jedoch anzugeben hat, welche 

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Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (Urteile des Bundesgerichts 

6B_761/2017 vom 17. Januar 2018 E. 4; 6B_254/2015 vom 27. August 2015 

E. 3.2; 6B_482/2012 vom 3. April 2013 E. 5.3; 6B_99/2012 vom 14. November 

2012 E. 5.3 je mit Hinweisen).

1.2. Der Beschuldigte beantragt im Berufungsverfahren einen vollumfängli-

chen Freispruch. Gestützt auf die Anträge der Verteidigung ist keine der Disposi-

tivziffern des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 9. Februar 

2023 (Urk. 56) in Rechtskraft erwachsen.

2. Verjährung

2.1. Art. 109 StGB sieht vor, dass die Verfolgungs- und Vollstreckungsverjäh-

rung bei Übertretungstatbeständen nach drei Jahren eintritt. Übertretungen sind 

Taten, die mit Busse bedroht sind (Art. 103 StGB). Gemäss Art. 104 StGB i.V.m. 

Art. 98 lit. a StGB beginnt die Verfolgungsverjährung mit dem Tag, an dem der 

Täter die strafbare Tätigkeit ausführt. Gemäss § 2 Abs. 1 des Straf- und Justiz-

vollzugsgesetzes des Kantons Zürich (StJVG) gelten diese allgemeinen Bestim-

mungen des Strafgesetzbuches auch für alle nach kantonalem Recht strafbaren 

Handlungen.

2.2. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, am tt.mm.2019 seinen Kopf mit ei-

ner schwarzen Baseball-Kappe sowie Mund und Nase mit einem schwarzen Tuch 

bedeckt und sich damit des Verstosses gegen das Vermummungsverbot im Sinne 

von § 10 StJVG schuldig gemacht zu haben.

2.3. Der vorgenannte Tatbestand verjährt als Übertretung im Sinne von 

Art. 103 StGB gemäss Art. 109 StGB innert drei Jahren. Folglich war das ange-

klagte Delikt bereits im Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils verjährt. Da diesbe-

züglich ein Prozesshindernis vorliegt, ist das Verfahren in Bezug auf den Verstoss 

gegen das Vermummungsverbot in Anwendung von Art. 329 Abs. 4 i.V.m. Abs. 5 

StPO einzustellen.

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III.   Sachverhalt

1. Dossier 3

1.1. Anklagevorwurf

1.1.1. Am tt.mm.2020 seien anlässlich einer unbewilligten Demonstration unter 

dem Namen "Demo C._____" sowie der daraufhin erfolgten Einkesselung der De-

monstrierenden durch die bis zu ca. 120 anwesenden Personen leere, halbvolle 

und volle PET-Flaschen gegen Einsatzkräfte der Polizei geworfen worden. Da-

durch seien mehrere Polizistinnen und Polizisten verletzt worden, unter anderem 

D._____, welche durch eine der geworfenen Flaschen eine Hirnprellung und ein 

Schleudertrauma erlitten habe. Auch beim Herausholen und Kontrollieren der De-

monstranten aus der Menge hätten sich diese widersetzt und dabei um sich ge-

schlagen und getreten, wodurch Polizistinnen und Polizisten getroffen und teil-

weise auch verletzt worden seien.

1.1.2. Der Beschuldigte habe sich während ca. 15:50 Uhr bis 18:30 Uhr unter 

den Demonstrierenden aufgehalten, auch nachdem diese mehrfach dazu aufge-

fordert worden seien, sich zu entfernen, und sie mehrfach vor einer Einkesselung 

und Kontrolle gewarnt worden seien. Während dieser Zeit hätten die Demonstrie-

renden in für den Beschuldigten erkennbarer Weise Einsatzkräfte der Polizei an-

gegriffen, indem sie Flaschen und andere Gegenstände in die Richtung der Ord-

nungskräfte geworfen und diesen bei den Kontrollen Tritte und Schläge versetzt 

hätten. Der Beschuldigte habe sich nicht von dieser Gruppe entfernt und es auch 

nicht versucht, solange es ihm möglich gewesen sei. Dabei sei dem Beschuldig-

ten bewusst gewesen, dass es sich bei den uniformierten Ordnungskräften um 

Beamte gehandelt habe und diese anwesend gewesen seien, um im Rahmen ih-

rer Zuständigkeiten die ihnen übertragenen Aufgaben zu verrichten.

1.2. Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte machte während des gesamten Verfahrens von seinem Aussa-

geverweigerungsrecht Gebrauch. Die Verteidigung bringt vor, entgegen den Er-

wägungen der Vorinstanz seien auf den Videoaufnahmen keine Tritte und 

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Schläge seitens der Demonstrierenden zu erkennen (Urk. 69 S. 3). Ausserdem 

seien abgesehen von einer Flasche, welche einen Polizisten am Helm getroffen 

zu haben scheint, keine weiteren Flaschenwürfe gegen die Polizei ersichtlich. Der 

Beschuldigte habe den Kopf abgewendet und davon nichts mitbekommen. Die 

eingekesselte Gruppe habe sich zusammengetan, um passiven Widerstand ge-

gen die Kontrolle zu leisten. Man habe sich so formiert, dass die äusserste Reihe 

ineinander verschränkt gestanden und alle Augen gegen aussen gerichtet gewe-

sen seien. Die Polizei habe die zurückweichende Menschenkette auseinanderge-

rissen, um ausgewählte Personen mitzunehmen. Es seien keine Gewalttätigkei-

ten, keine drohende Eskalation und keine gefährlichen Gegenstände zu erken-

nen. Der Beschuldigte sei Teil der eingekesselten Gruppe gewesen, bis er aus 

der Gruppe geholt worden sei, wobei er den Polizisten ohne Widerstand gefolgt 

sei (Urk. 69 S. 4 f.). 

1.3. Würdigung

1.3.1. Im Rahmen der Personenkontrolle vom tt.mm.2020 anlässlich der De-

monstration im Zusammenhang mit dem C._____ wurde ein Foto des Beschuldig-

ten erstellt, auf welchem er sich mittels Identitätskarte ausweist und er einen 

grauen Pullover mit der Aufschrift "E._____", eine schwarze Baseball-Kappe der 

Marke Nike, eine schwarze Umhängetasche, einen gelben Turnbeutel sowie eine 

weisse Gesichtsmaske trägt (Urk. D3/8/5).

1.3.2. Auf den Aufnahmen der Kantonspolizei Basel Stadt vom tt.mm.2020 ist zu 

sehen, wie sich die Demonstranten an der F._____-strasse … in G._____ zu ei-

nem Pulk formieren und die Arme ineinander verhaken, wobei die Einsatzkräfte 

der Polizei die Demonstranten einkesseln. Der Beschuldigte mit grauem Pullover, 

schwarzer Baseball-Kappe, gelbem Turnbeutel und weisser Gesichtsmaske befin-

det sich bis zu seinem Abgreifen durch die Polizei stets in diesem Pulk, zuerst auf 

der linken Seite in der zweiten/dritten Reihe und später im hinteren Bereich in der 

Mitte des Pulks, wobei er immer wieder durch aggressiv anmutende Gestikulatio-

nen mit den Armen gegen die Polizei auffällt (Urk. D3/8/1 H._____ C0022, C0023, 

C0024, C0025 00:00:25, C0030 00:01:14, C0031). 

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1.3.3. Auf diversen Videoaufzeichnungen ist sodann zu hören, wie die eingekes-

selten Personen Parolen gegen die Ordnungskräfte skandieren, unter anderem 

"tout le monde deteste la police", "haued ab", "ich bin nichts, ich kann nichts, gebt 

mir eine Uniform", "Wixxer", "richtige Wixxer sinder Alte", "Arschlöcher", "ihr sind 

alli scheiss Nazis" oder "Faschisten" (Urk. D3/8/1 H._____ C0022 ab 00:01:30, 

C0023, C0024, C0026, C0029, C0031, C0032, C0034).

1.3.4. Weiter ist den Aufnahmen zu entnehmen, wie seitens der Personen hinter 

dem Absperrband Flaschen in Richtung des Pulks und die diesen umgebenden 

Einsatzkräfte der Polizei geworfen werden. Dabei ist zu erkennen, dass die Per-

sonen hinter der Absperrung von einer Frau mit Bündner Dialekt und mit weissem 

Oberteil, langen dunkelbraunen Haaren und mit violetter Fahne in der Hand 

(I._____; Urk. D3/1 S. 7 und 9), die sich im Pulk befindet, dazu aufgefordert wer-

den, die Polizisten mit den teils gefüllten PET-Flaschen zu bewerfen. Sodann ist 

zu sehen, wie PET-Flaschen aus der rechten Bildseite in Richtung des Pulks und 

die davor stehenden Einsatzkräfte der Polizei geworfen werden (Urk. D3/8/1 

H._____ C0026 ab 00:00:08 und C0032 ab 00:02:14). Als die Einsatzkräfte der 

Polizei abermals Personen aus dem Kessel abgreifen, werfen andere Teilnehmer 

des Pulks Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte (Urk. D3/8/1 H._____ C0026 ab 

00:00:08, C0071 ab 00:00:13). Auch wird eine Polizeiperson von einer aus Rich-

tung der Absperrung geworfenen Wasserflasche am Fuss getroffen (Urk. D3/8/1 

C0034 H._____ ab 00:00:50). Auch in der Aufnahme von J._____ ist zu sehen, 

dass seitens der Personen, welche sich hinter der Absperrung befinden, Flaschen 

und andere Gegenstände in Richtung des Pulks sowie der davorstehenden Poli-

zistinnen und Polizisten geworfen werden (Urk. D3/8/1 J._____).

1.3.5. Als die Einsatzkräfte der Polizei versuchen, die Frau mit der violetten 

Fahne (I._____) aus dem Pulk abzugreifen, wehren die Demonstrierenden die Po-

lizisten mit den Ellbogen ab, rempeln diese an und widersetzen sich, indem sie 

die Füsse in den Boden stemmen (Urk. D3/8/1 C0035 H._____ ab 00:00:30). 

I._____ wehrt sich, indem sie mit den Füssen gegen die Einsatzkräfte tritt. 

Schliesslich muss sie von vier Einsatzkräften weggetragen werden (Urk. D3/8/1 

C0035 H._____ ab 00:00:36). 

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1.3.6. Weiter ist zu sehen, wie der Beschuldigte – immer noch mit grauem 

Pullover, schwarzer Baselball-Kappe, gelbem Turnbeutel und weisser Gesichts-

maske – schliesslich aus dem Kessel gebeten wird und dieser Bitte ohne Wider-

stand Folge leistet (Urk. D3/8/1 H._____ C0045 ab 00:00:10). 

1.3.7. In der Aufnahme C0065 ist schliesslich am linken unteren Bildrand zu se-

hen, wie ein schwarz gekleideter Mann mit blauer Gesichtsmaske und grauer Ba-

seball-Kappe mit einem Polizisten zu Boden geht und diesem beim Aufstehen ei-

nen Tritt zu versetzen versucht (Urk. D3/8/1 C0065 H._____ ab 00:00:10). 

Wiederum wird eine Flasche in Richtung des Pulks geworfen, als die Polizisten 

eine Person aus dem Kessel herauszulösen versuchen (Urk. D3/8/1 H._____ 

C0071 ab 00:00:13).

1.3.8. Zusammenfassend ist aufgrund der Videoaufnahmen festzuhalten, dass 

aus dem Pulk und von der Menge hinter dem Absperrband immer wieder Parolen 

mit aggressiver Grundstimmung sowie Schreie zu hören sind. Weiter ist zu erken-

nen, dass die Demonstrierenden grundsätzlich widerstandslos von der Polizei aus 

dem Kessel entfernt werden können und nur vereinzelte Personen mit gewissem 

Kraftaufwand aus dem Pulk entfernt werden müssen, danach jedoch bei der Per-

sonenkontrolle keinen Widerstand mehr leisten. Einzig als die Frau mit der violet-

ten Fahne (I._____) aus dem Pulk gezogen wird, regt sich grösserer Widerstand 

aus dem Pulk, welcher sich darin äussert, dass die Demonstranten die Arme fes-

ter verhaken und sich den Einsatzkräften der Polizei entgegenstemmen und diese 

mit den Ellbogen abwehren. Die Frau mit der violetten Fahne widersetzt sich dem 

Abgreifen durch die Einsatzkräfte und tritt dabei gegen diese. Insoweit decken 

sich die Videoaufnahmen mit dem Polizeirapport der Kantonspolizei Basel Stadt 

(Urk. D3/1). Weiter ist anhand diverser Aufnahmen erstellt, dass (teilweise) ge-

füllte PET-Flaschen in Richtung des Pulks sowie der Einsatzkräfte der Polizei ge-

worfen werden. Schliesslich ist erstellt, dass sich der Beschuldigte während den 

aggressiven Parolen und den Flaschenwürfen im Pulk befand und sich durch ag-

gressiv anmutende Gestikulationen mit den Armen gegen die Polizei solidarisch 

mit den sich widersetzenden und flaschenwerfenden Mitdemonstranten zeigte, 

ohne jedoch selbst Gewalt auszuüben. 

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1.3.9. Allein gestützt auf die Videoaufnahmen kann hingegen der Anklagesach-

verhalt betreffend die Schläge, welche die Demonstrierenden gegenüber den Ein-

satzkräften der Polizei verübt haben sollen, nicht erstellt werden. Zwar schildern 

mehrere Auskunftspersonen – alles Einsatzkräfte der Polizei, welche am 

tt.mm.2020 im Einsatz waren – in ihren Einvernahmen Schläge bzw. Tritte der 

Demonstranten, jedoch wurde der Beschuldigte nicht mit diesen Aussagen kon-

frontiert. Die Verwertbarkeit der Einvernahmen der Auskunftspersonen und damit 

das Ausüben von Schlägen der Demonstranten gegenüber den Ordnungskräften 

der Polizei sowie die Verletzungen der Polizisten können jedoch im Hinblick auf 

die rechtliche Würdigung, insbesondere auf das Anwenden von Gewalt gegen-

über den Beamten, offenbleiben (siehe nachfolgend E. IV.4.).

1.3.10. Gestützt auf die Videoaufnahmen lässt sich der Anklagesachverhalt be-

treffend Dossier 3 somit mit Ausnahme der Schläge der Demonstrierenden ge-

genüber den Einsatzkräften der Polizei und der Verletzungen der Polizisten zwei-

felsfrei erstellen.

2. Dossier 1 und 2

2.1. Anklagevorwurf

2.1.1. In der Anklage (Urk. 28) wird dem Beschuldigten vorgeworfen, am 

tt.mm.2019 sei die bewilligte Demonstration "K._____" durch eine unbewilligte 

Gegendemonstration von rund 400 bis 500 Gegnern massiv gestört worden, in-

dem am L._____-Platz Barrikaden errichtet, Container angezündet, Ordnungs-

dienste sowie deren Fahrzeuge mit Gegenständen beworfen worden seien und 

der M._____-platz von Gegendemonstranten besetzt worden sei. Beim M._____-

platz hätten die gewalttätigen Gegendemonstranten versucht, ein Tanklöschfahr-

zeug von Schutz und Rettung Zürich, welches ausgerückt war, um die brennen-

den Container beim L._____-Platz zu löschen, an der Weiterfahrt zu hindern. Das 

Fahrzeug sei von rund 20 bis 30 Personen umzingelt worden, welche versucht 

hätten, die Fahrzeugtüren aufzureissen. Da dies nicht gelungen sei, hätten die ge-

walttätigen Gegendemonstranten mit Fäusten und allerlei Gegenständen auf das 

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Tanklöschfahrzeug eingeschlagen, wobei ein Sachschaden von rund Fr. 4'500.– 

zum Nachteil von Schutz und Rettung Zürich entstanden sei.

2.1.2. Der Beschuldigte habe gemeinsam mit weiteren rund 10 bis 15 teilweise 

unbekannten Täterinnen und Tätern diverse Gegenstände, unter anderem 3dl-

Glasflaschen und Steine, in Richtung einer Gruppe von Stadtpolizistinnen und 

Stadtpolizisten geworfen, unter denen sich die Geschädigten B._____ und 

N._____ befunden hätten. Der Geschädigte N._____ sei durch eine der Glasfla-

schen am Kopf getroffen worden und habe dadurch eine starke Prellung an der 

linken Kopfseite erlitten. Der Geschädigte B._____ sei an der linken Hand getrof-

fen worden und habe eine strake Prellung sowie einen kleinen Schnitt erlitten. Der 

Beschuldigte habe gewusst, dass er durch das Werfen von Gegenständen wie 

Steinen und Glasflaschen jederzeit einen der Ordnungskräfte hätte treffen können 

und habe durch sein Handeln Verletzungen der anwesenden Personen mindes-

tens in Kauf genommen.

2.1.3. Die Geschädigten N._____ und B._____ seien als Teil eines Teams der 

Stadtpolizei Zürich unterwegs gewesen, um Beweise zu sichern. Der Beschul-

digte habe während seines soeben beschriebenen Handelns erkannt, dass es 

sich bei den Geschädigten um Polizisten und damit um Beamte gehandelt habe 

und diese anwesend waren, um im Rahmen ihrer Zuständigkeiten die ihnen über-

tragenen Aufgaben zu verrichten.

2.1.4. Der Beschuldigte habe sich mindestens in der Zeit zwischen ca. 

14:40 Uhr und ca. 15:50 Uhr in der Gegendemonstration aufgehalten. Während 

dieser Zeit hätten diese gewalttätigen Gegendemonstrierenden in für den Be-

schuldigten erkennbarer Weise Schabeschädigungen verübt, Sicherheitskräfte 

angegriffen, indem sie Flaschen, Steine und andere Gegenstände in die Richtung 

der Ordnungskräfte geworfen und auf der Strasse Gegenstände in Brand gesteckt 

hätten. Der Beschuldigte habe sich nicht von dieser Gruppe entfernt und es auch 

nicht versucht, obwohl es ihm möglich gewesen wäre und habe selber viermal ei-

nen Gegenstand gegen die anwesenden Polizisten der Stadtpolizei Zürich gewor-

fen. Dabei sei dem Beschuldigten bewusst gewesen, dass es sich bei den unifor-

mierten Ordnungskräften um Beamte gehandelt habe und diese anwesend gewe-

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sen seien, um im Rahmen ihrer Zuständigkeiten die ihnen übertragenen Aufgaben 

zu verrichten.

2.1.5. Weiter wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe um ca. 14:45 Uhr 

einen Abfallcontainer mit Hilfe von Papier und Karton in Brand gesetzt und diesen 

mit weiteren, teilweise unbekannten Tätern als Strassensperre benutzt, wobei er 

zumindest in Kauf genommen habe, dass der Container dadurch beschädigt 

werde.

2.2. Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte machte während des gesamten Verfahrens von seinem Aussa-

geverweigerungsrecht Gebrauch. Die Verteidigung macht hinsichtlich Dossier 1 

und 2 sowohl im vorinstanzlichen als auch im Berufungsverfahren zusammenge-

fasst geltend, die Akten seien verfassungs- und EMRK-widrig erhoben worden. Es 

könne nicht überprüft werden, ob die Beweismittel Mängel aufweisen. Auch sei 

nicht ersichtlich, wer die Bilder und Videos aufgenommen habe, wie diese zu den 

Akten gekommen seien, wer diese bearbeitet habe und wie der Beschuldigte als 

Täter Nr. 14 habe identifiziert werden können. Der Wahrnehmungsbericht von Po-

lizist N._____ vom tt.mm.2019 sowie das Video "19mmtt_001_K.______Anwoh-

ner_Kreis.mp4" seien nicht verwertbar, da der Beschuldigte nicht auf seine Teil-

nahme- und Konfrontationsrechte verzichtet habe bzw. das Video von der Polizei 

aus einer privaten Wohnung nicht hätte selber erstellt werden können und es sich 

bei der aufgenommenen Tat nicht um eine schwere Straftat gehandelt habe 

(Urk. 48 S. 6 ff.; Urk. 69 S. 8 ff.; Prot. II S. 7 f.).

2.3. Verwertbarkeit der Beweismittel und Würdigung

2.3.1. Gemäss Rapport der Stadtpolizei Zürich vom 21. Oktober 2019 konnten 

die Polizisten betreffend die Anklagevorwürfe gemäss Dossier 1 und 2 Videoauf-

nahmen der vermummten Täterschaft und ab dem Video Standbilder erstellen 

(Urk. D1/1 S. 2). Aus dem genannten Rapport geht jedoch nicht hervor, ob sämtli-

che sich in den Akten befindlichen Videoaufnahmen durch die Polizei erstellt wur-

den. Wie die Verteidigung zutreffend festhält (Prot. II S. 7 f.), wurde zumindest 

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das Video "19mmtt_001_K._____2019_Anwohner_Kreis.mp4" von einer Privat-

wohnung aus aufgenommen. Auch die Beschriftung der Aufnahme deutet darauf 

hin, dass sie von einem Anwohner – und nicht von der Polizei – erstellt und an-

schliessend der Polizei zugestellt wurde.

2.3.2. Bei Videomaterial von Privatpersonen ist in drei Schritten zu prüfen, ob 

solche Aufzeichnungen strafprozessual verwertbar sind: In einem ersten Schritt ist 

zu klären, ob sich der Private bei der Erstellung der Aufzeichnung rechtmässig 

oder rechtswidrig verhalten hat, indem er zum Beispiel die Grundsätze des Daten-

schutzrechts oder die Persönlichkeitsrechte Dritter missachtet hat. Nur im letzte-

ren Fall ist die Verwertbarkeit des Materials problematisch. In diesem Fall ist in ei-

nem zweiten Schritt zu prüfen, ob die Strafbehörden die Aufzeichnung selber 

rechtmässig hätten erlangen können. Ist dies zu bejahen, ist in einem dritten 

Schritt zu prüfen, ob die für die Verwertung sprechenden Gründe diejenigen 

Gründe überwiegen, die gegen die Verwertung sprechen. Bei dieser Interessen-

abwägung ist das Interesse an der Wahrheitsfindung gegen das Interesse des 

Betroffenen an der Integrität seiner grundrechtlich geschützten Positionen abzu-

wägen. Dabei stellt das Bundesgericht in seiner Praxis auf die Wertungen gemäss 

Art. 141 Abs. 2 StPO ab: Die Verwertung von Beweisen, welche durch Private 

rechtswidrig erlangt wurden, kommt nur bei "schweren Straftaten" im Sinne von 

Art. 141 Abs. 2 StPO in Betracht, es kommt somit derselbe Massstab wie bei 

staatlich erhobenen Beweisen zur Anwendung (BGE 147 IV 9 E. 1.3.1; vgl. zum 

Ganzen WOHLERS, Die Verwertbarkeit staatlich erstellter Videoaufzeichnungen im 

Strafprozess, ZStrR 140/2022, S. 51 ff.). Das Bundesgericht hält fest, dass der 

Gesetzgeber darauf verzichtet hat, die Tatbestände, welche als "schwere Strafta-

ten" im Sinne von Art. 141 Abs. 2 StPO zu gelten haben, zu definieren; das Sach-

gericht müsse den konkreten Umständen Rechnung tragen können, wobei die 

Schwere der konkreten Tat entscheidend sei. Es könne auf Kriterien wie das ge-

schützte Rechtsgut, das Ausmass dessen Gefährdung bzw. Verletzung, die Vor-

gehensweise und kriminelle Energie des Täters oder das Tatmotiv abgestellt wer-

den (BGE 147 IV 9 E. 1.4.2).

- 15 -

2.3.3. Ob die von einem Anwohner erstellte Videoaufnahme vorliegend gegen 

das Datenschutzgesetz (DSG; SR 235.1) verstösst und somit rechtswidrig erlangt 

wurde, kann offenbleiben, hätten die Strafbehörden die Aufnahmen doch selber 

rechtmässig erstellen können, zumal im Kanton Zürich eine gesetzliche Grund-

lage für die polizeiliche Überwachung von Grossveranstaltungen wie Kundgebun-

gen mittels Audio- und Videogeräten besteht (§ 32c PolG ZH). Darüber hinaus 

hielt das Bundesgericht mit Bezug auf den Tatbestand des Landfriedensbruchs 

fest, Landfriedensbruch als kollektive Gewalttätigkeit verletze die bestehende, öf-

fentliche Friedensordnung und das Vertrauen in deren Bestand. Das öffentliche 

Interesse an der Wahrheitsfindung und der Verwertbarkeit von Beweismitteln 

wiege bezogen auf diesen Tatbestand grundsätzlich schwer, insbesondere weil 

es im Rahmen eines Landfriedensbruchs zu schwerwiegenden Gewalttätigkeiten 

gegen Menschen oder Sachen kommen könne. Für die Beurteilung seien nicht 

nur das individuelle Verhalten der beschuldigten Person, sondern die Umstände 

der Demonstration als Ganzes einzubeziehen (BGE 147 IV 9 E. 1.4.3 und 1.4.4). 

Dasselbe hat in Bezug auf die Sachbeschädigung aus Anlass einer öffentlichen 

Zusammenrottung im Sinne von Art. 144 Abs. 2 StGB zu gelten. Auch der Tatbe-

stand der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte betrifft ein Rechts-

gut von hohem öffentlichem Interesse, ist es doch für die Wahrung der öffentli-

chen Ordnung unerlässlich, dass Behörden und Beamte ihre Aufgaben im öffentli-

chen Interesse ungehindert ausführen können. Die konkreten Umstände des vor-

liegenden Falles sind offensichtlich nicht als Bagatellen einzustufen: Teilneh-

mende der unbewilligten Gegendemonstration gegen den "K._____" zündeten 

Container an und warfen diverse Gegenstände, unter anderem Glasflaschen, in 

Richtung einer Gruppe von Stadtpolizistinnen und -polizisten. Durch dieses Vor-

gehen wurde die öffentliche Friedensordnung und Sicherheit massiv beeinträch-

tigt. Das Interesse der Öffentlichkeit an der Wahrheitsfindung und damit an der 

Verwertbarkeit der erhobenen Beweismittel ist entsprechend hoch. Die vorliegend 

angeklagten Straftaten sind als schwere Straftaten im Sinne von Art. 141 Abs. 2 

StPO einzustufen. Damit liegt eine grundsätzliche Verwertbarkeit des Bildmateri-

als vor, selbst wenn das Videomaterial nicht rechtmässig erlangt worden wäre. 

- 16 -

2.3.4. Betreffend die von der Stadtpolizei Zürich erstellten Videoaufnahmen be-

stehen keine Anhaltspunkte für deren Unverwertbarkeit.

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass das vorliegende Videomaterial als 

verwertbar einzustufen ist. 

2.3.5. Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, stützt sich der Anklagevorwurf be-

treffend Dossier 1 auch auf den telefonisch übermittelten Wahrnehmungsbericht 

von N._____ vom tt.mm.2019 (Urk. D1/5). Gemäss Art. 145 StPO kann die Straf-

behörde eine einzuvernehmende Person einladen, an Stelle einer Einvernahme 

oder zu ihrer Ergänzung einen schriftlichen Bericht abzugeben. 

N._____ hat jedoch nicht einen schriftlichen Bericht im Sinne von Art. 145 StPO 

abgegeben, sondern seine Wahrnehmungen betreffend die Flaschenwürfe gegen 

Polizeifunktionäre am tt.mm.2019 telefonisch an Wm mba O._____ mitgeteilt, wel-

cher die Schilderungen im Wahrnehmungsbericht vom tt.mm.2019 festhielt 

(Urk. D1/5). Der Wahrnehmungsbericht wurde von N._____ nicht unterzeichnet, 

weshalb nicht authentifiziert werden kann, ob die im Wahrnehmungsbericht wie-

dergegebenen Aussagen tatsächlich seinen Wahrnehmungen entsprechen bzw. 

seine Schilderungen korrekt protokolliert wurden. Es fand auch nie eine Befra-

gung von N._____ oder eine Konfrontation mit dem Beschuldigten statt. Aufgrund 

der genannten Mängel kommt dem telefonisch übermittelten Wahrnehmungsbe-

richt keine Beweiskraft zu und die darin enthaltenen Aussagen von N._____ kön-

nen im Rahmen der Sachverhaltserstellung weder zugunsten noch zulasten des 

Beschuldigten verwendet werden.

2.3.6. Zu prüfen ist schliesslich, ob es sich bei dem von der Stadtpolizei Zürich 

am tt.mm.2019 fotografierten jungen Mann auf der P._____-wiese, welcher ein 

dunkelblaues Polo-Shirt mit orangem Innenkragen, hellblaue Jeans, eine schwa-

rze Baseball-Kappe der Marke Nike, schwarze Schuhe sowie eine schwarze Um-

hängetasche trägt (Urk. D1/6 Fotos 2 bis 7), um den Beschuldigten handelt. Beim 

Abgleich mit dem anlässlich der Personenkontrolle der Kantonspolizei Basel Stadt 

vom tt.mm.2020 aufgenommenen Foto des Beschuldigten, auf welchem sich die-

ser mittels Identitätskarte ausweist (Urk. D3/8/5), sowie dem Verhaftsrapport vom 

- 17 -

6. Februar 2020 (Urk. D1/2/2), lässt sich die unvermummte Person auf der 

P._____-wiese jedoch nicht zweifellos als der Beschuldigte identifizieren. Auch 

aufgrund des persönlichen Eindrucks des Beschuldigten anlässlich der Beru-

fungsverhandlung lässt sich nicht ohne erhebliche Zweifel feststellen, dass es 

sich bei der unvermummten Person auf der P._____-wiese um den Beschuldigten 

handelt. Umso grössere Zweifel bestehen daran, dass es sich bei der in den Vi-

deoaufnahmen rot eingekreisten vermummten Person bzw. einer der 

vermummten Personen um den Beschuldigten handelt. Wie die Verteidigung zu-

treffend vorbrachte, ist aus den Akten nicht nachvollziehbar, wie die Polizei die rot 

eingekreiste Person als den Beschuldigten identifizieren konnte. Die Polizeibeam-

ten, welche die vermummte Person auf der P._____-wiese als diejenige Person 

erkannten, die den Container angezündet hatte (Urk. D2/4), wurden diesbezüglich 

nicht befragt, obwohl sie gemäss ihren Aussagen in der Videoaufnahme über die 

Identifikation dieser vermummten Person hätten Auskunft geben können. Ebenso 

wurde es unterlassen, die weiteren Personen, welche gemäss N._____ Angaben 

zum Vorfall hätten machen können (vgl. Urk. D1/5 S. 2), zu befragen. Der Sach-

verhalt betreffend Dossier 1 und 2 lässt sich somit anhand der vorhandenen Be-

weismittel nicht erstellen. Bei diesem Ergebnis der Beweiswürdigung erübrigt sich 

die Einholung eines von der Verteidigung beantragten morphologischen Identi-

tätsgutachtens.

2.3.7. Der Beschuldigte ist somit von den Anklagevorwürfen betreffend Dossier 1 

und 2 freizusprechen.

IV.   Rechtliche Würdigung

1. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten betreffend Dossier 3 der Gewalt 

und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 

StGB schuldig (Urk. 56 S. 27 ff.). Sie erwog zusammenfassend, der Beschuldigte 

erscheine durch seine Anwesenheit objektiv als Bestandteil der Zusammenrot-

tung. Spätestens ab dem Zeitpunkt der Einkesselung, in welcher sich auch der 

Beschuldigte befunden habe, seien feindselige Kommentare und Beschimpfungen 

gegen die einkesselnden Polizeibeamten ertönt, es seien Tritte und Ellbogen ge-

gen die Polizei erfolgt und die Eingekesselten hätten sich der Kontrolle ihrer Per-

- 18 -

sonalien widersetzt. Dabei seien die aus der Einkesselung herausgetretenen Per-

sonen, welche danach PET-Flaschen in Richtung der Polizei geworfen und poli-

zeilich angebrachte Absperrbänder missachtet und damit die Handlungen der Ein-

gekesselten unterstützt hätten, weiter zu dieser Gemeinschaft dazuzuzählen. Fla-

schenwürfe, Ellbogenschläge und Tritte seien infolge physischen Einwirkens auf 

die Ordnungskräfte klarerweise als tätliche Angriffe gegen die Polizei zu qualifizie-

ren. Der Beschuldigte sei inmitten der eingekesselten Masse gestanden und Teil 

des zusammengerotteten Haufens gewesen, weshalb er als passiv Beteiligter den 

objektiven Tatbestand von Art. 285 Ziff. 2 Abs.1 StGB erfülle. Der Beschuldigte 

sei willentlich in der Masse stehen geblieben und habe zumindest in Kauf genom-

men, bis zum Zeitpunkt, als ihn die Polizei persönlich zum Verlassen des Kessels 

aufgefordert habe, zum zusammengerotteten Haufen zu gehören (Urk. 56 S. 28 

f.). 

2. Die Verteidigung bringt diesbezüglich zusammengefasst vor, es fehle an 

der erforderlichen Intensität. Der Flaschenwurf sei eine individuelle Handlung, 

welche sicherlich in einem eigenen Verfahren beurteilt worden sei. Selbst wenn 

das Verhalten einzelner Personen in dieser Gruppe als Gewalt und Drohung ge-

gen Behörden und Beamte zu qualifizieren sei, habe sich der Beschuldigte nicht 

schuldig gemacht, da ihm persönlich keine Tätlichkeiten nachgewiesen werden 

könnten. Ausserdem sei die Gruppe von Menschen, die sich zu einer kleinen De-

monstration versammelt habe, sofort von der Polizei eingekesselt und dann ein-

zeln und teilweise unter Widerstand kontrolliert worden, was keine Zusammenrot-

tung sei. Ein blosses Gerangel, Herumfuchteln oder Um-sich-Schlagen bei der 

Festnahme würden die Schwelle der erforderlichen Intensität nicht erreichen, son-

dern würden allenfalls unter Art. 286 StGB fallen. Beim Tatbestand der Hinderung 

einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 StGB gebe es das zusätzliche Tatbe-

standsmerkmal des zusammengerotteten Haufens nicht. Der Beschuldigte könne 

daher nicht für die hindernden Handlungen anderer Personen in diesem Kessel 

zur Verantwortung gezogen werden (Urk. 69 S. 5 f.).

3. Gemäss der zum Tatzeitpunkt geltenden Fassung (Stand 1. Juli 2020) 

macht sich nach Art. 285 Ziff. 1 aStGB strafbar, wer einen Beamten durch Gewalt 

- 19 -

oder Drohung an einer Handlung, die innerhalb seiner Amtsbefugnisse liegt, hin-

dert. Als Beamte gelten gemäss Art. 110 Abs. 3 StGB die Beamten und Angestell-

ten einer öffentlichen Verwaltung und der Rechtspflege sowie die Personen, die 

provisorisch ein Amt bekleiden oder provisorisch bei einer öffentlichen Verwaltung 

oder der Rechtspflege angestellt sind oder vorübergehend amtliche Funktionen 

ausüben. Eine Amtshandlung hindert, wer den Amtsträger in der Weise behindert, 

dass die Amtshandlung unterbleibt oder ihre Durchführung in nicht unerheblicher 

Weise verzögert oder erschwert wird (Urteile des Bundesgerichts 6B_1262/2021 

vom 23. März 2022 E. 2; 6B_361/2017 vom 2. November 2017 E. 2.3.1 mit Hin-

weisen). Das Tatmittel der Gewalt besteht in der physischen Einwirkung auf den 

Amtsträger, wobei diese eine gewisse Schwere aufweisen muss (Urteile des Bun-

desgerichts 6B_1262/2021 vom 23. März 2022 E. 2; 6B_659/2013 vom 4. Novem-

ber 2013 E. 1.1 mit Hinweisen). 

Wird die Tat von einem zusammengerotteten Haufen begangen, so wird jeder, 

der an der Zusammenrottung teilnimmt, bestraft (Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 aStGB). 

Eine öffentliche Zusammenrottung ist eine einer beliebigen Anzahl von Personen 

zugängliche Ansammlung einer mehr oder weniger grossen Anzahl von Men-

schen, die nach aussen als vereinigte Menge erscheint und von einer die Frie-

densordnung bedrohenden Grundhaltung getragen wird (Urteile des Bundesge-

richts 6B_630/2018 vom 8. März 2018 E. 1.2.2; 6B_863/2013 vom 10. Juni 2014 

E. 5.4; BGE 124 IV 270 E. 2b = Pra 88 [1999] Nr. 38; 108 IV 176; 108 IV 34; 103 

IV 245). Unter das Tatbestandsmerkmal der Teilnahme fällt jeder, der freiwillig in 

der Menge der Zusammenrottung steht, bei der mit vereinten Kräften Gewalttätig-

keiten begangen werden, auch wenn er solche nicht selber verübt (Urteil des Bun-

desgerichts 6B_863/2013 vom 10. Juni 2014 E. 5.4). Es genügt, dass bloss ein 

einzelner Teilnehmer der Zusammenrottung Gewalttätigkeiten verübt, welche für 

die Grundhaltung der Gruppe charakteristisch sind (Urteil des Bundesgerichts 

6B_630/2018 vom 8. März 2019 E. 1.2.2). Bei einer passiven Teilnahme im Sinne 

von Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 aStGB muss sich der Täter nach der Parallelwertung in 

der Laiensphäre bewusst sein, dass er sich in einer Zusammenrottung aufhält und 

dies auch wollen bzw. in Kauf nehmen. Dies liegt vor, wenn er weiss, dass die 

Stimmung der Menschenmenge derart aufgeheizt ist, dass es zu Krawallen kom-

- 20 -

men kann. Entwickelt sich eine zunächst friedlich verlaufende Demonstration zu 

einer Zusammenrottung und sind unbeteiligte Zuschauer, friedliche Demonstran-

ten oder Passanten aufgrund der Einkesselung der Polizei nicht in der Lage, sich 

aus einer solchen zu entfernen, mangelt es am entsprechenden Vorsatz. Bei ille-

galen Demonstrationen, an welchen notorisch Gewalttätigkeiten verübt werden 

oder ein entsprechender Aufruf vorgängig erfolgt ist, nehmen i.d.R. auch Mitläufer 

das Entstehen einer Zusammenrottung in Kauf (HEIMGARTNER, in: Niggli/Wipräch-

tiger [Hrsg.], Basler Kommentar Strafrecht, 4. Auflage 2019, N 24 zu Art. 285).

Die Anwendung von Gewalt oder Drohung unterscheidet Art. 285 StGB von 

Art. 286 StGB (Urteil des Bundesgerichts 6B_659/2013 vom 4. November 2013 

E. 1.1; BGE 120 IV 136 E. 2a).

4. Durch Tritte und das Werfen von teilweise gefüllten PET-Flaschen gegen 

die Ordnungskräfte der Polizei wirkten die Demonstrierenden physisch auf diese 

ein und wendeten somit Gewalt im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 aStGB an, wodurch 

die Tätigkeit der Polizei erschwert wurde. Damit tritt der von der Verteidigung vor-

gebrachte Tatbestand der Hinderung einer Amtshandlung im Sinne von Art. 286 

StGB hinter Art. 285 StGB zurück.

Der Beschuldigte nahm an einer unbewilligten Demonstration teil und war gemäss 

erstelltem Sachverhalt von Beginn der Einkesselung an bis zu seinem Abgreifen 

Teil der nach aussen als vereinigte Menge erscheinenden grossen Anzahl von 

Personen, welche angesichts der feindseligen Kommentare und Beschimpfungen 

gegen die einkesselnden Polizeibeamten offensichtlich von einer feindlichen 

Grundstimmung getragen wurde. Im Sinne dieser feindseligen Stimmung wurden 

gemäss erstelltem Sachverhalt sowohl von den Demonstranten hinter der Absper-

rung als auch von denjenigen im Kessel PET-Flaschen gegen die Einsatzkräfte 

der Polizei geworfen und diese getreten, als sich Demonstrantinnen und Demons-

tranten beim Herausholen aus der Menge und Kontrollieren widersetzten. Dem 

Beschuldigten war es sowohl vor als auch während der Einkesselung jederzeit 

möglich, diese freiwillig zu verlassen. Er verblieb jedoch bis zum Abgreifen freiwil-

lig – mithin wissentlich und willentlich – in der Menge und zeigte sich – auch wäh-

rend die Einsatzkräfte der Polizei von den Mitdemonstrierenden mit teilweise ge-

- 21 -

füllten PET-Flaschen beworfen wurden – durch aggressiv anmutende Gestikulati-

onen mit den Armen gegen die Polizei solidarisch mit den sich widersetzenden 

und Gewalttätigkeiten ausübenden Mitdemonstranten, ohne jedoch selbst Gewalt 

auszuüben. Entgegen den Ausführungen der Verteidigung (Prot. II S. 21) war sich 

der Beschuldigte bei dieser aggressiven Grundstimmung der Demonstrierenden 

und seinen aggressiv anmutenden Gestikulationen nach der Parallelwertung in 

der Laiensphäre bewusst, dass er Teil einer grossen Anzahl von Menschen war, 

die nach aussen als vereinigte Menge erscheint und von einer die Friedensord-

nung bedrohenden Grundstimmung getragen wird. Der Beschuldigte gehörte da-

mit wissentlich und willentlich einer gewaltbereiten Zusammenrottung an, welche 

teilweise gefüllte PET-Flaschen gegen die Ordnungskräfte der Polizei warf und 

diese mit Füssen trat. Da bereits die passive Beteiligung an einer Zusammenrot-

tung nach Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 StGB strafbar ist, ist es entgegen den Ausführun-

gen der Verteidigung unerheblich, ob die Flaschenwürfe individuelle Handlungen 

darstellen, welche in separaten Verfahren beurteilt werden (vgl. Urk. 69 S. 5). Da 

die Gewaltbereitschaft bereits erstellt ist, kann vorliegend offenbleiben, ob die Ell-

bogenschläge einzelner Demonstranten bei deren Festnahme dem Beschuldigten 

im Sinne des Straftatbestandes anzurechnen sind.

4.1. Der Beschuldigte ist somit betreffend Dossier 3 der Gewalt und Drohung 

gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 

aStGB schuldig zu sprechen.

V.   Sanktion

1. Anwendbares Recht

Was das betreffend die Strafe anwendbare Recht anbelangt, so ist festzuhalten, 

dass per 1. Juli 2023 im Rahmen einer erneuten Revision des Strafgesetzbuches 

eine Harmonisierung der Strafrahmen innerhalb des Sanktionenrechts erfolgte 

(vgl. BBl 2018 S. 2728). In diesem Zusammenhang ist im revidierten Art. 285 

Ziff. 2 Abs. 1 StGB eine Bestrafung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren und in 

leichten Fällen eine Geldstrafe vorgesehen. Der Beschuldigte hat die zu beurtei-

lende Tat vor Inkrafttreten der revidierten Bestimmung im Sinne von Art. 285 

- 22 -

Ziff. 2 Abs. 1 StGB, mithin unter der Geltung des alten Rechts, begangen. Ge-

mäss Art. 2 Abs. 2 StGB gelangt bei dieser Konstellation das neue Recht nur zur 

Anwendung, wenn es sich als das mildere erweist. Die gleichzeitige Anwendung 

von altem und neuem Recht auf ein und dieselbe Tat ist ausgeschlossen 

(BGE 134 IV 121 E. 3.3.3 mit Hinweisen). Nach dem im Tatzeitpunkt geltenden 

Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 aStGB kann das Gericht eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jah-

ren oder eine Geldstrafe ausfällen. Da diese Möglichkeit zur Ausfällung einer 

Geldstrafe in Art. 285 Ziff. 2 Abs. 1 StGB nur noch in leichten Fällen vorgesehen 

ist, erweist sich das neue Recht nicht als milder und ist auf die Tat vom 

tt.mm.2020 das damals geltende Recht anzuwenden.

2. Grundsätze

2.1. Bezüglich der allgemeinen Strafzumessungsregeln nach Art. 47 ff. StGB 

kann auf die korrekten Erwägungen der Vorinstanz (Urk. 56 S. 33 ff.) verwiesen 

werden. Im Übrigen hat das Bundesgericht die Grundsätze der Strafzumessung 

wiederholt dargelegt (BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff. mit Hinweisen).

2.2. Vorliegend ist von einem Strafrahmen von Geldstrafe von bis zu 180 Ta-

gessätzen oder von Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren auszugehen (Art. 285 Ziff. 1 

i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 aStGB; Art. 34 Abs. 1 StGB).

3. Konkrete Strafzumessung

3.1. Tatkomponente

3.1.1. Betreffend die objektive Tatschwere ist festzuhalten, dass der Beschul-

digte an einer unbewilligten Demonstration in G._____ teilnahm, bei welcher an-

lässlich der erfolgten Einkesselung teilweise volle PET-Flaschen gegen die Ein-

satzkräfte der Polizei geworfen wurden und dabei eine Polizistin eine Hirnprellung 

und ein Schleudertrauma erlitt sowie Polizisten durch Tritte sich widersetzender 

Demonstranten getroffen wurden. Zu berücksichtigen ist, dass sich der Beschul-

digte bei der Einkesselung – abgesehen von einigen aggressiven Gesten gegen-

über den Einsatzkräften der Polizei – passiv verhielt, ihm keine gewalttätigen 

Handlungen zuzuschreiben sind und er sich von der Polizei widerstandslos aus 

- 23 -

dem Pulk herausholen liess. Das Verschulden des Beschuldigten ist angesichts 

seines Tatbeitrags als leicht zu qualifizieren.

3.1.2. In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte direktvorsätzlich, hat er 

doch gewusst, dass er Teil des zusammengerotteten Haufens war. Dies ist straf-

zumessungsneutral zu werten. Ferner rechnete er bereits aufgrund seiner Ausrüs-

tung und angesichts der aufgeheizten Stimmung offenkundig mit einer Zuspitzung 

der Situation. Schliesslich ist sein verwerfliches Motiv in die Waagschale zu wer-

fen, da er sich offenkundig gegen die Polizei als Schutzmacht eines freiheitlich 

demokratischen Staatswesens wandte. Die subjektive Tatschwere relativiert das 

objektive Tatverschulden nicht.

3.1.3. Unter dem Gesichtspunkt der Tatschwere resp. des Verschuldens und da 

der Beschuldigte bis anhin strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten ist, er-

scheint unter Berücksichtigung des Verhältnismässigkeitsprinzips (Primat der 

Geldstrafe) sowie der Zweckmässigkeit der Strafe eine Geldstrafe dem Verschul-

den angemessen. Der Beschuldigte ist daher mit einer Geldstrafe von 60 Tages-

sätzen zu bestrafen.

3.2.  Täterkomponente

3.2.1. Betreffend das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschul-

digten ist nichts bekannt. Aus den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 

lassen sich daher keine strafzumessungsrelevanten Faktoren ableiten.

3.2.2. Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (Urk. 68) und zeigt sich nicht 

geständig, was neutral zu werten ist.

3.3. Beschleunigungsgebot

3.3.1. Gemäss Art. 5 Abs. 1 StPO nehmen die Strafbehörden die Strafverfahren 

unverzüglich an die Hand und bringen sie ohne unbegründete Verzögerung zum 

Abschluss. Das Beschleunigungsgebot (vgl. auch Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 

Ziff. 1 EMRK) gilt in sämtlichen Verfahrensstadien und verpflichtet die Strafbehör-

den, Verfahren voranzutreiben, um die beschuldigte Person nicht unnötig über die 

- 24 -

gegen sie erhobenen Vorwürfe im Ungewissen zu lassen (BGE 143 IV 49 

E. 1.8.2; 133 IV 158 E. 8; Urteil des Bundesgerichts 7B_149/2023 vom 13. Juli 

2023 E. 2). Ob die Pflicht zur beförderlichen Behandlung verletzt worden ist, ent-

zieht sich starren Regeln und hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls 

ab, die in ihrer Gesamtheit zu würdigen sind. Kriterien für die Angemessenheit der 

Verfahrensdauer sind etwa die Schwere des Tatvorwurfs, die Komplexität des 

Sachverhalts, die gebotenen Untersuchungshandlungen, die Schwierigkeit und 

Dringlichkeit der Sache, das Verhalten der Behörden und dasjenige der beschul-

digten Person sowie die Zumutbarkeit für diese (BGE 143 IV 373 E. 1.3.1; 130 I 

269 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_260/2020 vom 2. Juli 2020 E. 2.3.4). Ei-

ner Verletzung des Beschleunigungsgebots kann mit einer Strafreduktion, einer 

Strafbefreiung bei gleichzeitiger Schuldigsprechung oder in extremen Fällen – als 

ultima ratio – mit einer Verfahrenseinstellung Rechnung getragen werden 

(BGE 143 IV 49 E. 1.8.2; 133 IV 158 E. 8; Urteil des Bundesgerichts 6B_260/2020 

vom 2. Juli 2020 E. 2.3.4). Bei der Frage nach der sachgerechten Folge ist zu be-

rücksichtigen, wie schwer die beschuldigte Person durch die Verfahrensverzöge-

rung getroffen wird, wie gravierend die ihr vorgeworfenen Taten sind und welche 

Strafe ausgesprochen werden müsste, wenn das Beschleunigungsgebot nicht 

verletzt worden wäre. Rechnung zu tragen ist auch den Interessen der Geschä-

digten und der Komplexität des Falls. Schliesslich ist in Betracht zu ziehen, wer 

die Verfahrensverzögerung zu vertreten hat (BGE 143 IV 373 E. 1.4.1; Urteil des 

Bundesgerichts 7B_149/2023 vom 13. Juli 2023 E. 2 mit Hinweisen).

3.3.2. Die Staatsanwaltschaft hat die lange Verfahrensdauer als strafmindernd 

erachtet (Urk. 71 S. 3). Vorliegend geht es um eine am tt.mm.2020 begangene 

Straftat. Die Polizei kontrollierte den Beschuldigten gleichentags (Urk. D3/1 

S. 18). Im August und September 2020 wurden diverse Auskunftspersonen be-

fragt (Urk. D3/7/1-5) und am 17. Dezember 2020 erfolgte seitens der Staatsan-

waltschaft des Kantons Basel-Stadt eine Gerichtsstandsanfrage an die Staatsan-

waltschaft Zürich-Sihl (Urk. D1/23/2). Mit Verfügung vom 4. Januar 2021 über-

nahm die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl die Strafuntersuchung betreffend Dos-

sier 3 (Urk. D1/23/3). Das erstinstanzliche Urteil erging am 9. Februar 2023 

(Urk. 56). Die Dauer von beinahe vier Jahren bis zum heutigen Urteil erscheint für 

- 25 -

das vorliegende Verfahren im Hinblick auf die Komplexität des Sachverhalts nicht 

gerechtfertigt. Es erscheint mithin in Beachtung des Beschleunigungsgebots an-

gemessen, die Geldstrafe um 10 Tagessätze auf 50 Tagessätze zu reduzieren. 

3.4. Tagessatzhöhe

3.4.1. Nach Art. 34 Abs. 2 StGB beträgt ein Tagessatz in der Regel mindestens 

Fr. 30.– und höchstens Fr. 3'000.–. Ausnahmsweise, wenn die persönlichen und 

wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters dies gebieten, kann der Tagessatz bis 

auf Fr. 10.– gesenkt werden. Die Höhe des Tagessatzes bestimmt sich nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Ur-

teils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Fa-

milien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 

Abs. 2 StGB; BGE 134 IV 60 E. 3a und E. 6.1). Grundsätzlich ist auch bei schwa-

chen finanziellen Verhältnissen ein Tagessatz von mindestens Fr. 30.– ange-

bracht (DOLGE, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], a.a.O., N 44b zu Art. 34 StGB). 

Eine Tagessatzhöhe von Fr. 10.– stellt eine absolute Ausnahme dar und gelangt 

beispielsweise bei nicht sozialhilfeberechtigten Personen, insbesondere bei abge-

wiesenen Asylbewerbern, bei welchen auf die kantonale Nothilfe als Einkommen 

abzustellen ist, zur Anwendung. Dies wird damit begründet, dass kaum von einer 

ernsthaften Strafe gesprochen werden kann, wenn eine Geldstrafe für ein Verge-

hen deutlich unter den Ordnungsbussen für geringfügige Übertretungen liegen 

würde (DOLGE, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], a.a.O., N 80 zu Art. 34 StGB 

m.w.H.).

3.4.2. Da der Beschuldigte während des gesamten Verfahrens von seinem Aus-

sageverweigerungsrecht Gebrauch machte, sind seine aktuellen finanziellen Ver-

hältnisse nicht bekannt. Gemäss Auszug aus dem Steuerregister erzielte der Be-

schuldigte im Jahr 2017 ein Einkommen in Höhe von Fr. 17'500.– und im Jahr 

2018 ein solches von Fr. 31'700.– (Urk. D1/22/9). Die Tagessatzhöhe ist daher 

auf Fr. 30.– festzusetzen. 

- 26 -

3.5. Anrechnung der erstandenen Haft

3.5.1. Gemäss Art. 51 StGB rechnet das Gericht die vom Beschuldigten wäh-

rend diesem oder einem anderen Verfahren ausgestandene Untersuchungshaft, 

wozu grundsätzlich alle freiheitentziehenden Massnahmen zu zählen sind, auf die 

Strafe an. Ein angebrochener Hafttag ist prinzipiell als ein Hafttag anzurechnen 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_1074/2020 vom 3. Februar 2021 E. 4.2; METT-

LER/SPICHTIN in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], a.a.O., N 35 zu Art. 51; TRECH-

SEL/THOMMEN, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetzbuch, Pra-

xiskommentar, 4. Auflage 2021, N 9 zu Art. 51 StGB). Besteht die Sanktion aus 

verschiedenen Strafarten, erfolgt die Anrechnung der Untersuchungshaft zu-

nächst an die (bedingte oder unbedingte) Freiheitsstrafe, an die (bedingte oder 

unbedingte) Geldstrafe und zuletzt an eine allfällige Busse (BGE 141 IV 236 

E. 3.3).

3.5.2. Der Beschuldigte befand sich am 6. Februar 2020 von 07:30 Uhr bis 

14:30 Uhr in Haft (Urk. D1/21/2). Die ausgestandene Haft von einem Tag ist dem 

Beschuldigten im Sinne von Art. 51 StGB anzurechnen.

3.6. Fazit

In Würdigung aller massgeblichen Strafzumessungsgründe erweist sich eine Be-

strafung des Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu Fr. 30.–, 

wovon ein Tag als durch Haft erstanden ist, als der Tat und dem Täter angemes-

sen. 

VI.   Vollzug

Dem Beschuldigten ist unter Hinweis auf die zutreffenden Erwägungen der

Vorinstanz (Urk. 56 S. 41 f.) der bedingte Strafvollzug zu gewähren. Die 

Vorinstanz hat die theoretischen rechtlichen Grundlagen zum Vollzug dargetan. 

Weiter hat sie zutreffend erwogen, dass der Beschuldigte Ersttäter ist und keine 

Vorstrafen aufweist, womit eine günstige Prognose zu vermuten ist. Zudem dürfte 

ihn das vorliegende Strafverfahren und die Bestrafung mit einer bedingten Gelds-

- 27 -

trafe genügend beeindrucken, um sich in Zukunft zu bewähren. Die Probezeit ist 

auf das gesetzliche Minimum von zwei Jahren festzusetzen.

VII.   Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils

1. Zur Aufklärung eines Verbrechens oder Vergehens kann von der beschul-

digten Person eine Probe genommen und ein DNA-Profil erstellt werden (Art. 255 

Abs. 1 lit. a StPO). Ein solches Vorgehen ist nicht nur möglich zur Aufklärung be-

reits begangener und den Strafverfolgungsbehörden bekannter Delikte, deren die 

beschuldigte Person verdächtigt wird. Wie aus Art. 259 StPO in Verbindung mit 

Art. 1 Abs. 2 lit. a DNA-Profil-Gesetz vom 20. Juni 2003 klarer hervorgeht, soll die 

Erstellung eines DNA-Profils vielmehr auch erlauben, Täter von Delikten zu identi-

fizieren, die den Strafverfolgungsbehörden noch unbekannt sind. Dabei kann es 

sich um vergangene oder künftige Delikte handeln (BGE 147 I 372 E. 2.1). Da der 

Beschuldigte unbestrittenermassen an der unbewilligten Demonstration vom 

tt.mm.2020 in G._____ teilgenommen hat und eine DNA-Profilerstellung nicht zur 

Aufklärung der laufenden Strafuntersuchung beitragen kann, ist deren Zulässig-

keit in Bezug auf allfällige weitere Delikte zu prüfen.

2. Erkennungsdienstliche Massnahmen und die Aufbewahrung der Daten 

können das Recht auf persönliche Freiheit bzw. körperliche Integrität (Art. 10 

Abs. 2 BV) und auf informationelle Selbstbestimmung berühren (Art. 13 Abs. 2 

BV; BGE 147 I 372 E. 2.2). Einschränkungen von Grundrechten bedürfen einer 

gesetzlichen Grundlage und müssen durch ein öffentliches Interesse gerechtfer-

tigt und verhältnismässig sein (Art. 36 BV). Dies wird in Art. 197 Abs. 1 StPO prä-

zisiert. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt mit Art. 255 Abs. 1 lit. a 

StPO eine gesetzliche Grundlage für die Erstellung eines DNA-Profils im Hinblick 

auf allfällige künftige Delikte von gewisser Schwere vor (BGE 147 I 372 E. 4.1; 

145 IV 263 E. 3.3). Es ist unbestritten, dass die Aufklärung vergangener und die 

Verhinderung zukünftiger Straftaten mittels erkennungsdienstlicher Massnahmen 

im öffentlichen Interesse liegen. Die DNA-Profilerstellung ist zudem grundsätzlich 

geeignet, zur Aufklärung von bereits begangenen oder künftigen Delikten beizu-

tragen, sofern DNA-Spuren sichergestellt werden können, anhand welcher der 

Täter identifiziert werden könnte. Das Verhältnismässigkeitsprinzip verlangt je-

- 28 -

doch weiter, dass eine behördliche Massnahme für das Erreichen des im öffentli-

chen oder im privaten Interesse liegenden Zieles nicht nur geeignet, sondern 

auch erforderlich ist und sich für die Betroffenen in Anbetracht der Schwere der 

Grundrechtseinschränkung als zumutbar erweist. Es muss eine vernünftige 

Zweck-Mittel-Relation vorliegen (BGE 147 I 372 E. 4.2; 146 I 70 E 6.4 mit Hinwei-

sen). Überdies ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Erstellung 

eines DNA-Profils, das, wie vorliegend, nicht der Aufklärung der Anlass dazu ge-

benden Straftaten eines laufenden Strafverfahrens dient, nur dann verhältnismäs-

sig, wenn erhebliche und konkrete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Be-

schuldigte in andere – auch künftige – Delikte verwickelt sein könnte. Dabei muss 

es sich um Delikte von einer gewissen Schwere handeln (BGE 147 I 372 E. 4.2; 

145 IV 263 E. 3.4 mit Hinweisen).

3. Die vom Beschuldigten begangene Gewalt und Drohung gegen Behörden 

und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 aStGB stellt gemäss 

abstrakter Strafandrohung ein Vergehen dar (Art. 10 Abs. 3 StGB). Zur Beurtei-

lung der Schwere kann jedoch nicht einzig auf die abstrakte Strafdrohung abge-

stellt werden. Stattdessen ist insbesondere auch das betroffene Rechtsgut und 

der konkrete Kontext in diese Beurteilung miteinzubeziehen (BGE 147 I 372 

E. 4.3.1). Vorliegend geht es um ein Delikt gegen die öffentliche Gewalt und die 

körperliche Integrität öffentlicher Funktionäre bei der Verrichtung amtlicher Aufga-

ben. Bei der unbewilligten Demonstration vom tt.mm.2020 und der in diesem Zu-

sammenhang begangenen Gewalt gegen Beamte kann angesichts der passiven 

Beteiligung des Beschuldigten nicht von einer ernsthaften Gefahr für die öffentli-

che Gewalt und die körperliche Integrität öffentlicher Funktionäre ausgegangen 

werden. Sodann ist der Beschuldigte nicht vorbestraft und es bestehen keinerlei 

Anhaltspunkte dafür, dass allfällige künftige bzw. bereits begangene Delikte die 

erforderliche Deliktschwere erreichen könnten. Somit liegen keine erheblichen 

und konkreten Anhaltspunkte vor, aufgrund welcher die Abnahme einer DNA-

Probe und die Erstellung eines DNA-Profils erforderlich wären, um das im öffentli-

chen Interesse liegende Ziel der Aufklärung bzw. Verhinderung von künftigen 

Straftaten einer gewissen Schwere zu erreichen.

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4. Von der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im 

Sinne von Art. 257 StPO ist daher abzusehen.

VIII.   Zivilansprüche

1. Der Privatkläger B._____ beantragte, der Beschuldigte sei zu verpflichten, 

ihm eine Genugtuung von Fr. 100.– zu bezahlen. Schadenersatz forderte er nicht 

(Urk. D1/8/5). 

2. Die Vorinstanz verwies die Zivilklage aufgrund nicht hinreichender Be-

gründung in Anwendung von Art. 126 Abs. 2 StPO auf den Zivilweg (Urk. 56 

S. 43). 

3. Da mit dem vorliegenden Freispruch betreffend Dossier 1 und 2 nicht be-

reits gesagt ist, dass damit auch jede zivilrechtliche Haftungsgrundlage entfallen 

würde, ist das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ auf den Weg 

des Zivilprozesses zu verweisen.

IX.   Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Kostenfolgen

1.1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt 

wird (Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen 

die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 

Satz 1 StPO). 

Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so können ihr die Verfahrenskosten 

ganz oder teilweise nur dann auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuld-

haft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert 

hat (Art. 426 Abs. 2 StPO), das heisst, wenn sie in zivilrechtlich vorwerfbarer 

Weise gegen eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm, die sich 

aus der Gesamtheit der schweizerischen Rechtsordnung ergeben kann, klar ver-

stossen und dadurch die Einleitung des Strafverfahrens veranlasst oder dessen 

Durchführung erschwert hat. In tatsächlicher Hinsicht darf sich die Kostenauflage 

nur auf unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene Umstände stützen (BGE 

- 30 -

116 Ia 162 E. 2; Urteile des Bundesgerichts 6B_1211/2013 vom 2. Oktober 2014 

E. 2.2. und 2.3; 6B_734/2012 vom 15. Juli 2013 E. 2 je mit Hinweisen). Unterliegt 

die Staatsanwaltschaft, trägt jedoch der verfahrensführende Kanton die Kosten 

(SCHMID/Jositsch, Praxiskommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 

4. Auflage 2024, N 3 zu Art. 428).

1.2. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Dispositivziffer 7) wurde nicht be-

stritten und ist folglich vollumfänglich zu bestätigen.

1.3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist in Anwendung von 

Art. 424 Abs. 1 StPO i. V. m. § 16 Abs. 1 sowie § 14 Abs. 1 lit. a GebV OG unter 

Berücksichtigung der Bedeutung und Schwierigkeit des Falles sowie des Zeitauf-

wands des Gerichts für dieses Verfahren auf Fr. 3'600.– festzusetzen.

1.4. Der Beschuldigte obsiegt hinsichtlich seiner Berufung betreffend Dos-

sier 1 und 2, unterliegt jedoch betreffend den Anklagevorwurf in Dossier 3. So-

dann obsiegt er bezüglich des Strafpunktes (Strafmass) und hinsichtlich der Ab-

nahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils. Angesichts dieser 

Sachlage rechtfertigt es sich, die Kosten der Untersuchung und der gerichtlichen 

Verfahren beider Instanzen zu einem Viertel dem Beschuldigten aufzuerlegen und 

zu drei Vierteln auf die Gerichtskasse zu nehmen.

2. Entschädigungsfolgen

2.1. Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich Ansprüche auf Entschädigung 

und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren nach den Artikeln 429 bis 434 StPO. 

Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, hat sie unter 

anderem Anspruch auf eine nach dem Anwaltstarif festgelegte Entschädigung ih-

rer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte, wobei 

beim Anwaltstarif nicht unterschieden wird zwischen der zugesprochenen Ent-

schädigung und den Honoraren für die private Verteidigung (Art. 429 Abs. 1 lit. a 

StPO). Dabei gilt es zu beachten, dass der Kostenentscheid die Entschädigungs-

frage dahin präjudiziert, dass bei Auferlegung der Kosten keine Entschädigung 

- 31 -

oder Genugtuung auszurichten ist (BGE 147 IV 47 E. 4.1; 144 IV 207 E. 1.8.2; je 

mit Hinweisen).

2.2. Die Verteidigung macht für die gerichtlichen Verfahren beider Instanzen 

Aufwendungen in der Höhe von insgesamt Fr. 17'381.65 (Urk. 44; Urk. 70) gel-

tend. Dies erweist sich als vor dem Hintergrund der Ansätze gemäss Anwaltsge-

bührenverordnung (AnwGebV) im Rahmen und erscheint angemessen. Da die 

Entschädigung der Kostenauflage folgt, ist dem Beschuldigten der Aufwand sei-

ner erbetenen Verteidigung für beide gerichtlichen Verfahren im Umfang von drei 

Vierteln zu entschädigen. Mithin ist dem Beschuldigten für beide gerichtlichen 

Verfahren eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 13'000.– für die erbe-

tene Verteidigung aus der Gerichtskasse zuzusprechen. Das Verrechnungsrecht 

des Staates ist jedoch vorzubehalten.

Es wird beschlossen:

1. Das Verfahren wird bezüglich des Vorwurfs des Verstosses gegen das Ver-

mummungsverbot im Sinne von § 10 des Straf- und Justizvollzugsgesetzes 

des Kantons Zürich eingestellt.

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

3. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

- 32 -

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Gewalt und Drohung gegen Be-
hörden und Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 1 aStGB 

(Dossier 3).

2. Von den übrigen Anklagevorwürfen (Dossier 1 und 2) wird der Beschuldigte 

freigesprochen.

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu 

Fr. 30.– (wovon 1 Tag durch Untersuchungshaft erstanden ist).

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

5. Von der Abnahme einer DNA-Probe und Erstellung eines DNA-Profils im 

Sinne von Art. 257 StPO wird abgesehen. 

6. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen.

7. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 7) wird bestätigt.

8. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–. 

9. Die Kosten der Untersuchung und der gerichtlichen Verfahren beider Instan-

zen werden dem Beschuldigten zu einem Viertel auferlegt und zu drei Vier-

teln auf die Gerichtskasse genommen.

10. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von 

Fr. 13'000.– für anwaltliche Verteidigung für beide gerichtlichen Verfahren 

aus der Gerichtskasse zugesprochen.

Das Verrechnungsrecht des Staates bleibt vorbehalten.

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

- 33 -

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
(übergeben)

 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (übergeben)
 den Privatkläger B._____

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 

dem Privatkläger nur zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach 

Erhalt des Dispositivs verlangt.)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
 den Privatkläger B._____ (sofern verlangt)
 das Bundesamt für Polizei, Bundeskriminalpolizei, 3003 Bern

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A
 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl betr. Unt.-Nr. 1/2020/10022687
 die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG).

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-
chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-
gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

- 34 -

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 3. April 2024

Die Präsidentin:

Oberrichterin lic. iur. Wasser-Keller

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw Gitz