# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 25b9f164-7146-5404-be29-4483e2accef4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-29
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 29.04.2024 SK 2023 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2023-40_2024-04-29.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 23 40

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 29. April 2024 

Besetzung Oberrichter Wuillemin (Präsident i.V.), Oberrichterin Weingart, 
Oberrichterin Schwendener
Gerichtsschreiberin Schürch

Verfahrensbeteiligte A.________
verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Anschlussberufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

Gegenstand Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Einzelgericht) vom 10. November 2022 (PEN 22 277)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil
Mit Urteil vom 10. November 2022 erklärte das Regionalgericht Bern-Mittelland 
(Einzelgericht, nachfolgend: Vorinstanz) A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) 
schuldig der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 28. Mai 2021 
um 21:09 Uhr in C.________ (Ortschaft), durch Überschreiten der signalisierten 
Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h und verurteilte ihn zu einer Übertretungsbusse 
von CHF 800.00, wobei die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung 
auf 8 Tage festgesetzt wurde, sowie zur Bezahlung der Verfahrenskosten, insge-
samt bestimmt auf CHF 2'100.00 (bzw. CHF 1'500.00 ohne schriftliche Urteilsbe-
gründung; pag. 100 ff.).

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland 
(nachfolgend: Staatsanwaltschaft) am 24. November 2022 form- und fristgerecht 
die Berufung an (pag. 107 und 108.1). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert 
vom 20. Januar 2023 (pag. 112 ff.) und wurde den Parteien mit Verfügung vom 
24. Januar 2023 zugestellt (pag. 131 f.). Mit ihrer form- und fristgerechten Beru-
fungserklärung vom 3. Februar 2023 focht die Generalstaatsanwaltschaft das vor-
instanzliche Urteil vollumfänglich an (pag. 138 f.). Gestützt auf die Verfügung vom 
7. Februar 2023 (pag. 140 f.) erhob Rechtsanwalt B.________ mit Eingabe vom 
28. Februar 2023 namens des Beschuldigten fristgerecht Anschlussberufung und 
focht das vorinstanzliche Urteil ebenfalls vollumfänglich an (pag. 143 f.). Die Gene-
ralstaatsanwaltschaft hat kein Nichteintreten auf die Anschlussberufung beantragt 
(pag. 149).

3. Schriftliches Verfahren

Mit Verfügung vom 1. März 2023 wurde die Durchführung des schriftlichen Verfah-
rens in Aussicht gestellt und den Parteien Gelegenheit eingeräumt, innert Frist mit-
zuteilen, ob sie mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens einverstanden 
sind (pag. 146 f.). Gestützt darauf erklärten sich die Generalstaatsanwaltschaft am 
3. März 2023 und der Beschuldigte, nach zweimalig gewährter Fristerstreckung 
(pag. 153 f. und pag. 157 f.), am 20. April 2023 mit der Durchführung des schriftli-
chen Verfahrens einverstanden (pag. 149 und pag. 159). Mit Verfügung vom 
24. April 2023 wurde in Anwendung von Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) die Durchführung des schriftlichen Verfah-
rens angeordnet und der Generalstaatsanwaltschaft eine Frist zur Einreichung der 
schriftlichen Berufungsbegründung angesetzt (pag. 161 f.). Am 5. Mai 2023 reichte 
die Generalstaatsanwaltschaft fristgerecht die Berufungsbegründung ein (pag. 167 
ff.). Mit Verfügung vom 5. Mai 2023 wurde von der Berufungsbegründung der Ge-
neralstaatsanwaltschaft Kenntnis genommen und gegeben und dem Beschuldigten 
eine Frist zur Stellungnahme und zur Einreichung der schriftlichen Begründung der 

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Anschlussberufung angesetzt (pag. 173 f.). Nach zweimalig gewährter Fristerstre-
ckung (pag. 178 f. und 182 f.) reichte Rechtsanwalt B.________ für den Beschul-
digten am 19. Juli 2023 eine Stellungnahme sowie die Begründung der Anschluss-
berufung ein (pag. 184 ff.). Mit Verfügung vom 21. Juli 2023 wurde von der Stel-
lungnahme und der Begründung der Anschlussberufung Kenntnis genommen und 
gegeben und der Generalstaatsanwaltschaft Gelegenheit eingeräumt, innert Frist 
eine Replik einzureichen (pag. 197 f.). Am 25. Juli 2023 teilte die Generalstaatsan-
waltschaft mit, dass sie auf eine Replik verzichte (pag. 200), worüber der Beschul-
digte mit Verfügung vom 3. August 2023 in Kenntnis gesetzt wurde. Mit gleicher 
Verfügung wurde der Schriftenwechsel für abgeschlossen erachtet und der schrift-
liche Entscheid in Aussicht gestellt. Zudem wurde die Zusammensetzung der 
Kammer bekannt gegeben (pag. 201 f.). Infolge Pensionierung des bisherigen Ver-
fahrensleiters wurde den Parteien mit Verfügung vom 4. April 2024 die neue Kam-
merzusammensetzung mitgeteilt (pag. 211 f.).

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Von Amtes wegen wurden in oberer Instanz ein aktueller Strafregisterauszug (da-
tierend vom 27. April 2023, pag. 163 f.) und ein ADMAS-Auszug (datierend vom 
27. April 2023, pag. 165) über den Beschuldigten eingeholt.

5. Anträge der Parteien

5.1 Anträge der Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte im oberinstanzlichen Verfahren folgende An-
träge (pag. 167; Hervorhebungen im Original):

1. A.________ sei wegen Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz durch grobe 
Verkehrsregelverletzung, begangen am 28. Mai 2021, in C.________ (Ortschaft), D.________ 
(Strasse), Höhe Unterführung mit Motorrad (Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit) schuldig 
zu erklären.

2. A.________ sei zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 140.00, ausmachend total 
CHF 5’600.00 zu verurteilen.

3. Die Kosten des erst- und oberinstanzlichen Verfahrens seien A.________ aufzuerlegen.

5.2 Anträge des Beschuldigten

Rechtsanwalt B.________ stellte im oberinstanzlichen Verfahren namens des Be-
schuldigten folgende Anträge (pag. 185; Hervorhebungen im Original):

1. Der Beschuldigte, A.________, sei freizusprechen vom Vorwurf der groben Verkehrsregelverlet-
zung, angeblich begangen am 28. Mai 2021 um 21:09 Uhr an der D.________(Strasse) in 
C.________ (Ortschaft). Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Kanton Bern aufzuer-
legen. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung für die Parteikosten in der Höhe der beim Re-
gionalgericht Bern-Mittelland eingereichten Honorarnote vom 9. November 2022 auszurichten. 
Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich vom Kanton Bern zu tragen. Dem 
Beschuldigten sei eine Entschädigung für die oberinstanzlichen Parteikosten in der Höhe der 
noch einzureichenden Kostennote zu bezahlen.

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2. Eventualiter sei der Beschuldigte wegen einfacher Verkehrsregelverletzung schuldig zu sprechen 
und in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmung zu einer Übertretungsbusse von 
CHF 600.00 zu verurteilen. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten 
aufzuerlegen. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vom Kanton Bern zu tragen. Dem 
Beschuldigten sei eine Entschädigung für die oberinstanzlichen Parteikosten in der Höhe der 
noch einzureichenden Kostennote zu bezahlen.

3. Subeventualiter sei der Beschuldigte wegen grober Verkehrsregelverletzung schuldig zu spre-
chen und in Anwendung der einschlägigen Gesetzesbestimmungen zu einer bedingten Geldstra-
fe von 20 Tagessätzen zu je CHF 130.00, ausmachend CHF 2'600.00, zu verurteilen. Der Vollzug 
der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren. Weiter sei er zu 
einer Verbindungsbusse gemäss Art. 106 StGB in der Höhe von CHF 520.00 zu verurteilen. Die 
erstinstanzlichen Verfahrenskosten seien dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die oberinstanzli-
chen Verfahrenskosten seien zur Hälfte dem Beschuldigten und zur Hälfte dem Kanton Bern auf-
zuerlegen. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung für die oberinstanzlichen Parteikosten in 
der Höhe der Hälfte der noch einzureichenden Kostennote zu bezahlen.

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. StPO). Die Berufung und Anschlussberufung erfolgten 
jeweils vollumfänglich. Die Kammer hat damit das gesamte erstinstanzliche Urteil 
zu überprüfen.

Gegenstand der Anklage bildet ein Vergehen (grobe Verkehrsregelverletzung 
gemäss Art. 90 Abs. 2 des Strassenverkehrsgesetzes [SVG, SR 741.01] i.V.m. Art. 
10 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches [StGB; SR 311.0]), sodass die 
Kammer das erstinstanzliche Urteil mit voller Kognition überprüft (Art. 398 Abs. 3 
und Abs. 4 StPO). Aufgrund der Berufung der Generalstaatsanwaltschaft darf ne-
ben dem Schuldpunkt insbesondere auch der Sanktionenpunkt zum Nachteil des 
Beschuldigten abgeändert werden. Die Kammer ist dabei nicht an die Anträge der 
Parteien gebunden (Art. 391 Abs. 1 Bst. b StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung kann auf die Ausführungen 
der Vorinstanz verwiesen werden (S. 5 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 116). Diese sind wie folgt zu ergänzen:

Bei der Würdigung von Aussagen ist nach Massgabe der modernen Aussagepsy-
chologie weniger die allgemeine Glaubwürdigkeit oder Wahrhaftigkeit der jeweili-
gen Aussageperson an sich, als vielmehr die spezielle Glaubhaftigkeit ihrer im Ein-
zelfall zu überprüfenden, konkreten Aussage von Bedeutung (vgl. BEN-
DER/HÄCKER/TREUER, Tatsachenfeststellung vor Gericht, Glaubwürdigkeits- und 
Beweislehre, Vernehmungslehre, 5. Aufl. 2021, Rz. 255 ff.; siehe auch Urteile des 
Bundesgerichts 6B_118/2022 vom 30. Mär 2023 E. 1.1.3 sowie 6B_1097/2021, 
6B_1098/2021 vom 26. Oktober 2022 E. 5.3.3). Diese sog. inhaltsorientierte 

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Glaubhaftigkeitsanalyse stellt die konkrete Aussage in den Mittelpunkt ihrer Unter-
suchung: Der Inhalt der Aussage wird anhand bestimmter Kriterien (Realitätskrite-
rien) analysiert, basierend auf der Annahme, dass sich Aussagen über tatsächlich 
selbst Erlebtes durch qualitative Merkmale von Aussagen über nicht selbst Erlebtes 
unterscheiden; diese Hypothese gilt in der Aussagepsychologie und Rechtspre-
chung als empirisch zureichend belegt (BENDER/HÄCKER/TREUER, a.a.O., 
Rz. 325 f., vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_118/2022 vom 30. März 2023 
E. 1.1.3 m.w.H.). Methodisch wird dabei im Rahmen eines hypothesengeleiteten 
Vorgehens durch Inhaltsanalyse und der Bewertung der Entstehungsgeschichte 
der Aussage sowie des Aussageverhaltens insgesamt das gewonnene Ergebnis 
auf Fehlerquellen überprüft und die persönliche Kompetenz der aussagenden Per-
son analysiert (BGE 129 I 49 E. 5; 128 I 81 E. 2).

8. Vorwurf gemäss Strafbefehl vom 2. Juli 2021

Dem Beschuldigten wird gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 2. Juli 
2021 – welcher vorliegend als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO) – vorge-
worfen, dass er am 28. Mai 2021 um 21:09 Uhr in C.________ (Ortschaft) 
(D.________(Strasse), auf der Höhe der Unterführung) mit einem Motorrad der 
Marke E.________ und dem Kennzeichen F.________ die allgemeine Höchstge-
schwindigkeit von 50 km/h innerorts nach Abzug der vom ASTRA festgelegten 
Geräte- und Messunsicherheit um 28 km/h überschritten und dadurch eine erhöht 
abstrakte Gefährdung für die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer geschaf-
fen habe. Dies habe der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen oder grobfahr-
lässig getan (pag. 8).

9. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt

Unbestritten ist, dass der Beschuldigte mit seinem Motorrad der Marke E.________ 
und dem Kennzeichen F.________ am 28. Mai 2021 um 21:09 Uhr in C.________ 
(Ortschaft) (D.________(Strasse), auf der Höhe der Unterführung) unterwegs war 
und von einem Radargerät erfasst wurde. Der Beschuldigte bestreitet dabei nicht, 
mit einer Geschwindigkeit von 81 km/h brutto bzw. 78 km/h netto gefahren zu sein. 
Die Sicht- und Strassenverhältnisse waren gut und es herrschte geringes Ver-
kehrsaufkommen. Unbestritten ist auch, dass es sich bei der besagten Strecke um 
eine Innerortsstrecke mit einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 km/h han-
delt. Der Anklagesachverhalt ist damit in objektiver Hinsicht erstellt.

Nach wie vor bestritten ist demgegenüber, ob dem Strassenabschnitt, an dem die 
Messung durchgeführt wurde, Innerortscharakter zukommt bzw. ob sich der Be-
schuldigte in einem Irrtum über die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der fragli-
chen Strecke befunden hat, indem er davon ausgegangen ist, diese betrage 70 
oder 80 km/h anstatt der tatsächlich zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 
50 km/h.

10. Beweismittel

Als Beweismittel liegen der Kammer der Anzeigerapport vom 29. Mai 2021 der 
Kantonspolizei Bern (pag. 1 f.), die Videoaufnahme der Geschwindigkeitsmessung 

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der Kantonspolizei Bern (pag. 37), eine Videoaufnahme der Fahrstrecke (einge-
reicht von der Verteidigung; pag. 47), das Eichzertifikat des Lasergeschwindig-
keitsmessgeräts Kustom ProLaser 4 (pag. 78), das Messprotokoll der Geschwin-
digkeitskontrolle (pag. 79), die Aussagen des Zeugen G.________ anlässlich der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 10. November 2022 (pag. 92 ff.) und die 
Aussagen des Beschuldigten anlässlich der Einvernahme bei der Staatsanwalt-
schaft vom 19. Januar 2022 (pag. 38 ff.) und im Rahmen der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung vom 10. November 2022 (pag. 88 ff.) vor. Die Vorinstanz hat die 
Beweismittel zutreffend zusammengefasst, darauf kann verwiesen werden (S. 6 ff. 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 117 ff.). Soweit sich ergänzende 
und/oder präzisierende Ausführungen zu den einzelnen Beweismitteln aufdrängen, 
erfolgen diese im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen der Kammer.

11. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte nach Würdigung sämtlicher Beweise zu folgendem Bewei-
sergebnis (S. 10 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 121):

Mit Blick auf die vorstehende Würdigung der zur Verfügung stehenden Beweismittel erachtet das Ge-
richt den Sachverhalt gemäss Strafbefehl bezüglich der gemessenen Geschwindigkeitsüberschreitung 
von 28 km/h als erstellt. Auch Tatzeit und Tatort geben zu keinen Diskussionen Anlass – all dies ist 
unbestritten. Zu berücksichtigen sind aber zusätzlich die vom Beschuldigten geltend gemachten Ge-
samtumstände sowie seine subjektive Wahrnehmung des Handlungsablaufs. Das heisst konkret: Der 
Beschuldigte befuhr am 28.05.2021 um 21:09 Uhr die D.________(Strasse) mit seinem Motorrad 
F.________ (E.________), wobei er aufgrund des vorherrschenden Ausserortscharakters vor sich 
kurz davon ausging, dass nach der Kreuzung eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gilt. Dement-
sprechend beschleunigte er nach dem Befahren der Kreuzung bzw. bei der Einfahrt in die Unter-
führung auf 75 km/h (1. Messung, Distanz 263m) und bis zum Scheitelpunkt der Unterführung auf die 
gemessene Höchstgeschwindigkeit von 81 km/h (2. Messung, Distanz 191.1m). Parallel zur Be-
schleunigung nahm er auf der in Richtung Autobahn abgehenden Fahrspur die dort signalisierte 
Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h wahr, wurde bzgl. der geltenden Höchstgeschwindigkeit unsicher, 
reagierte und bremste bis zum Erreichen der Fläche und noch ohne Erkennen der Polizeikontrolle 
und/oder des Lasergeräts bereits wieder auf 64 km/h (3. Messung, 121.2m) ab. Anschliessend folgte 
die Anhaltung.

Zur Frage des Innerortscharakters äusserte sich die Vorinstanz nicht eingehend, 
sprach aber in ihrem Beweisergebnis von einem «vorherrschenden Ausserortscha-
rakter» auf besagtem Streckenabschnitt.

12. Vorbringen der Parteien

12.1 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft führte in ihrer Berufungsbegründung aus, dass der 
Anklagesachverhalt unbestritten sei. So sei der Beschuldigte am 28. Mai 2021 mit 
seinem Motorrad auf der D.________(Strasse) in Richtung H.________ (Strasse) 
gefahren. Eine anlässlich einer Verkehrskontrolle durchgeführte Geschwindig-
keitsmessung auf der Höhe der Unterführung habe eine strafbare Geschwindig-
keitsüberschreitung von 28 km/h ergeben (pag. 168). Weiter führte die General-
staatsanwaltschaft in sachverhaltsmässiger Hinsicht aus, dass auch die Situation 

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unmittelbar bzw. einige Meter vor der Einfahrt in die Unterführung zu betrachten 
sei. Aufgrund der dortigen Gegebenheiten (Häuser, Geschäftslokale, Kurve, enge 
Strasse, drei Ampeln im Abstand von einigen Metern) habe der Beschuldigte nicht 
davon ausgehen dürfen, dass die Tempo-50-Zone aufgehoben worden sei. Viel-
mehr habe ihm klar sein müssen, dass er sich noch in einer Tempo-50-Zone befin-
de (pag. 170 f.).

12.2 Verteidigung

Die Verteidigung führte ihrerseits aus, dass der Beschuldigte aufgrund des vorherr-
schenden Ausserortscharakters – sie nennt diesbezüglich die Nähe zur Autobahn 
sowie das Fehlen von Trottoirs, Zebrastreifen, Wohnhäusern, Quartierstrassen und 
Radstreifen (pag. 189) – kurz davon ausgegangen sei, dass nach der Kreuzung 
(gemeint: Kreuzung D.________(Strasse)/I.________ (Strasse); nachfolgend 
Kreuzung) eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gelte. Dementsprechend habe 
er nach dem Befahren der Kreuzung bzw. bei der Einfahrt in die Unterführung auf 
75 km/h und bis zum Scheitelpunkt der Unterführung auf die gemessene Ge-
schwindigkeit von 81 km/h beschleunigt. Parallel zur kurzen Beschleunigung habe 
er auf der in Richtung Autobahn abgehenden Fahrspur die dort signalisierte 
Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h wahrgenommen, sei bezüglich der geltenden 
Höchstgeschwindigkeit unsicher geworden, habe sofort reagiert und bis zum Errei-
chen der Fläche und ohne Erkennen der Polizeikontrolle und/oder des Lasergeräts 
bereits wieder auf 64 km/h abgebremst. Anschliessend sei die Anhaltung durch die 
Polizei erfolgt (pag. 187).

13. Beweiswürdigung der Kammer

Bei seiner Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 19. Januar 2022 machte 
der Beschuldigte geltend, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass die Geschwindig-
keit auf 50 km/h beschränkt gewesen sei. Ihm sei die Örtlichkeit nicht bekannt ge-
wesen, er sei dort das erste Mal selber durchgefahren. Dass es sich bei der Stre-
cke um eine Innerortsstrecke gehandelt habe, sei für ihn nicht ersichtlich gewesen. 
Auch die Geschwindigkeitsbeschränkung sei dort nicht klar beschildert. Da er auf 
seinem Arbeitsweg ähnliche Schnellstrecken fahre, sei er davon ausgegangen, 
dass die gleiche Geschwindigkeitsbeschränkung gelte. Es gebe dort auch keine 
Trottoirs (pag. 39 Z. 38 ff.). Abweichend von seinen Angaben gegenüber der Poli-
zei anlässlich seiner Anhaltung (pag. 2), gab er nun an, dass er überhaupt keine Ei-
le gehabt habe (pag. 39 Z. 51). Es sei ihm im ersten Moment auch nicht klar gewe-
sen, weshalb er von der Polizei angehalten werde, er habe gedacht, es sei einfach 
eine Kontrolle (pag. 39 Z. 51 ff.). Töff fahre er zum «Entschleunigen», nicht zum 
«Schnellfahren» (pag. 40 Z. 62 f.).

Auch im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 10. November 2022 
gab der Beschuldigte an, dass er sich der Geschwindigkeitsüberschreitung nicht 
bewusst gewesen sei (pag. 89 Z. 13 f.). Zusätzlich führte er aus, dass er keine an-
deren Personen fahrlässig gefährdet habe. Es seien keine anderen Personen vor 
oder hinter ihm gewesen. Er habe auch nicht die Intention gehabt, andere zu ge-
fährden (pag. 89 Z. 15 ff.). Wie bereits bei der Staatsanwaltschaft gab der Beschul-
digte an, überhaupt nicht in Eile gewesen zu sein. Auf die Frage, weshalb er ge-

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genüber der Polizei anlässlich seiner Anhaltung angegeben hat, dass er in Eile ge-
wesen sei, machte der Beschuldigte lange Ausführungen, wobei er nochmals den 
fehlenden Innerortscharakter der Strecke betonte («weil es autobahnmässig aus-
gebaut wirkte» [pag. 89 Z. 44 f.]). Schliesslich gab er an, dass es schon sein kön-
ne, dass er «das in der Nervosität gesagt habe» (pag. 90 Z. 6 f.). Auch seine Schil-
derungen zur Frage, wie er das Verkehrsaufkommen in Erinnerung habe, schloss 
er mit «pressiert war ich überhaupt nicht» ab (pag. 90 Z. 19). Der Beschuldigte ver-
neinte an einem Ortsende vorbeigefahren zu sein («Offen gesagt absolut nicht, 
Nein» [pag. 90 Z. 23]) und führte aus, dass er die Strecke als Strecke mit einer Ge-
schwindigkeitsbeschränkung von 70 oder 80 km/h interpretiert habe. Sie sei auto-
bahnmässig ausgebaut und es habe keine Fussgängerstreifen. Er sei oft in 
C.________ (Ortschaft) unterwegs, aber diesen Bereich kenne er nicht (pag. 90 Z. 
23 ff.). Der Beschuldigte bestreitet somit konsequent, dass er den Innerortscharak-
ter der befahrenen Strasse hätte erkennen müssen. Dies obwohl es sich bei ihm – 
wie er weiter ausführte – um einen erfahrenen Motorradfahrer handelt (pag. 90 Z. 
11 und pag. 91 Z. 11 ff.). Zudem gab der Beschuldigte an, dass er im letzten Mo-
ment das «60er Schild rechts» (gemeint das Signal «Höchstgeschwindigkeit 60 
km/h» unterhalb des Signals «Autobahn» rechts der Fahrspur in Richtung 
J.________) gesehen habe und irritiert gewesen sei, dass er kein Schild auf seiner 
Fahrspur gefunden habe. Dann sei schon die Kontrolle gekommen (pag. 90 Z. 27 
ff.).

Die Aussagen des Beschuldigten wirken insgesamt beschönigend, insbesondere 
mit Blick auf die objektiven Gegebenheiten auf dem besagten Streckenabschnitt. 
Obwohl unklar ist, wann genau die von der Verteidigung eingereichte Videoauf-
nahme aufgenommen wurde, kann gemäss Ansicht der ortskundigen Kammer für 
den Tatzeitpunkt darauf abgestellt werden. Die Videoaufnahme zeigt, dass auf dem 
interessierenden Streckenabschnitt der D.________(Strasse) vor der Kreuzung 
vom Trottoir auf der rechten Strassenseite ein Fussgängerstreifen über die Fahr-
bahn führt. Die Strasse ist an dieser Stelle dreispurig, wobei für jede Spur oberhalb 
des Fussgängerstreifens eine Ampel und für die beiden äusseren Fahrspuren zu-
sätzlich je eine Ampel seitlich der Fahrbahn vorhanden sind. Zwischen der rechten 
und der mittleren Fahrspur besteht ein Radstreifen, welcher mit roter Farbe einge-
färbt ist. Direkt nach dem Fussgängerstreifen erstreckt sich der rot eingefärbte 
Radstreifen für einige Meter über die ganze Breite der mittleren Fahrspur, bevor er 
mit unterbrochener gelber Linie weiter rechts entlang der mittleren Fahrspur über 
die Kreuzung in Richtung K.________ führt. Auf der angesprochenen Kreuzung 
selber passiert die Fahrspur nach K.________ wiederum eine Ampelanlage (wie 
auch die zwei rechten Fahrspuren in Richtung der Autobahn). Unmittelbar bevor 
die Fahrspur in Richtung K.________ nach der Kreuzung doppelspurig wird, wird 
der Radstreifen auf die Fahrbahn geführt, wobei er für die ersten Meter durch eine 
ununterbrochene gelbe Linie und danach für einige Meter durch eine unterbroche-
ne gelbe Linie von der Fahrspur für Motorfahrzeuge abgegrenzt ist. Der Radweg 
verläuft auf der rechten Fahrbahn durch die Unterführung, wobei auf der Fahrbahn 
mehrmals das Fahrradsymbol in gelber Farbe markiert ist. Somit muss an dieser 
Stelle jederzeit mit Radfahrern, d.h. schwächeren Verkehrsteilnehmern, gerechnet 
werden. Zudem sind unmittelbar vor der Unterführung rechtsseitig der 

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D.________(Strasse), wenn auch nicht direkt an die Fahrspur in Richtung 
K.________ grenzend, ein Gehweg und ein grosses Gebäude (L.________) und im 
Hintergrund in Fahrtrichtung drei grosse Wohngebäude ersichtlich. Der Strecken-
abschnitt nach der Kreuzung bzw. im Bereich der Unterführung/Messstelle sowie 
die nähere Umgebung weisen somit innerortscharakteristische Merkmale auf, wes-
halb die Strecke optisch ohne weiteres als Innerortsstrecke erkennbar ist. Auch zu 
berücksichtigen ist, dass die D.________(Strasse) kurz vor der genannten Kreu-
zung linksseitig an einem Wohnquartier vorbeiführt, welches im Verhältnis zur 
Hauptstrasse etwas tiefer liegt, jedoch von der Hauptstrasse gut ersichtlich und 
teilweise durch Treppen mit dem höher liegenden Trottoir verbunden ist. Dazwi-
schen befindet sich kein Signal, welches das Ortsende bzw. das Ende des Be-
reichs «innerorts» (vgl. Art. 1 Abs. 4 SSV) signalisieren würde. So gab auch der 
Beschuldigte an, dass er kein solches wahrgenommen habe (pag. 90 Z. 23). Aus 
der Aussage des Beschuldigten, dass bei bzw. kurz vor der Messstelle kein Signal 
«Höchstgeschwindigkeit 50 generell» vorhanden sei, kann schliesslich auch nichts 
zu seinen Gunsten abgeleitet werden, zumal die Höchstgeschwindigkeit von 50 
km/h beim Signal «Höchstgeschwindigkeit 50 generell» beginnt und beim Signal 
«Ende der Höchstgeschwindigkeit 50 generell» endet (Art. 4a Abs. 2 Satz 1 VRV). 
Dass es allgemein an einer Signalisation gefehlt habe, macht der Beschuldigte hin-
gegen zu Recht nicht geltend. Aus seinen Aussagen, wonach ihm nicht bewusst 
gewesen sei, dass dort die Geschwindigkeit «noch» auf 50 km/h beschränkt sei 
(pag. 39 Z. 39 f.), kann denn auch geschlossen werden, dass er sich zuvor, d.h. auf 
dem Abschnitt der D.________(Strasse) zwischen dem M.________ und dem Be-
reich Kreuzung/Beginn der Unterführung, der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h 
bewusst war. Unerheblich für die Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts ist in 
diesem Zusammenhang schliesslich, dass gemäss den Aussagen des Beschuldig-
ten bei anderen ähnlichen Streckenabschnitten – der Beschuldigte erwähnte die 
Umfahrung N.________ – die zulässige Höchstgeschwindigkeit 70 km/h oder 80 
km/h betrage. Rückschlüsse auf den vorliegenden Sachverhalt sind damit offen-
sichtlich nicht möglich. Ebenso wenig lässt der Umstand einer doppelspurigen 
Strasse auf eine höhere Höchstgeschwindigkeit schliessen. Obschon es sich bei 
der gefahrenen Strecke folglich um eine Tempo-50-Zone mit Innerortscharakter 
handelt, fuhr der Beschuldigte die Strecke im Moment der Messung mit einer Ge-
schwindigkeit von brutto 81 km/h bzw. netto 78 km/h. 

Zu überzeugen vermögen die Aussagen des Beschuldigten auch insoweit nicht, als 
ihm die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h trotz der genannten Strassenumstände 
nicht bewusst gewesen sei. Der Beschuldigte gab diesbezüglich im Rahmen der 
erstinstanzlichen Hauptverhandlung an, er habe beim Reinfahren in die Unter-
führung ein Strassenschild gesucht. Er habe das mit der Schnellstrecke zwischen 
O.________-P.________ assoziiert. Er sei irritiert gewesen, weil er in seiner Fahr-
spur keines gefunden habe, habe abgebremst und sei dann schon in die Kontrolle 
gekommen. Im letzten Moment habe er das «60er Schild» rechts (gemeint das Si-
gnal «Höchstgeschwindigkeit 60 km/h» unterhalb des Signals «Autobahn» rechts 
der Fahrspur in Richtung J.________) gesehen. Dann sei schon die Kontrolle ge-
kommen (pag. 89 Z. 41 ff. und pag. 90 Z. 23 ff.). Damit will der Beschuldigte glau-
ben machen, er sei aufgrund der Gegebenheiten, die er mit anderen Strecken ver-

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glichen habe sowie aufgrund fehlender Geschwindigkeitsbeschränkung von einer 
Höchstgeschwindigkeit von 70 oder 80 km/h ausgegangen. Diese Aussagen über-
zeugen nicht. So sind die Verhältnisse mit verschiedenen Verzweigungen und Ein-
fahrten insgesamt und besonders für Ortsunkundige unübersichtlich, zudem ist der 
auf der D.________(Strasse) verlaufende Fahrradweg klar erkennbar. Sodann ent-
spricht es nicht der allgemeinen Lebenserfahrung und erscheint daher sehr un-
wahrscheinlich, dass ein «Vielfahrer» resp. geübter Lenker eine ihm nicht bekannte 
Situation – in der er gemäss seinen eigenen Aussagen ein «Strassenschild» suchte 
– mit «anderen Ecken» (pag. 90 Z. 26) vergleicht und deshalb annimmt, die erlaub-
te Geschwindigkeit sei gleich wie dort. Nicht nachvollziehbar ist auch die Aussage 
des Beschuldigten, wonach er ein Schild gesucht, aber keines gefunden und des-
halb abgebremst habe (pag. 89 Z. 45 f.). Wäre der Beschuldigte tatsächlich davon 
ausgegangen sich auf einem Strassenabschnitt mit einer Höchstgeschwindigkeit 
von 70 oder 80 km/h zu befinden, hätte er kaum ein Schild mit einer Geschwindig-
keitsanzeige gesucht. Ebenso wenig überzeugt die kurz darauf gemachte Aussage, 
wonach er das «60er Schild» auf der Fahrbahn rechts erst im letzten Moment ge-
sehen und dann abgebremst habe (pag. 90 Z. 28 f.). Das angesprochene Signal 
«Höchstgeschwindigkeit 60 km/h» unterhalb des Signals «Autobahn» steht nämlich 
vor der Stelle, an der es «hinunter» in die Unterführung geht. Zudem ist das Signal 
aus der Fahrtrichtung, aus welcher der Beschuldigte herkam, bereits weit vorher 
erkennbar, namentlich bereits kurz nach dem hiervor erwähnten Fussgängerstrei-
fen resp. kurz nach der ersten der hiervor beschriebenen zwei Ampelanlagen. Im 
Moment, in dem der Beschuldigte zuerst mit 75 km/h und später mit 81 km/h ge-
filmt wurde, hatte er das erwähnte Signal somit bereits seit ca. 200 bzw. 400 Meter 
passiert (vgl. die Meterangaben auf der Videoaufnahme der Kantonspolizei Bern). 
Schliesslich kann auch dem Argument der Verteidigung vor erster Instanz, wonach 
der Beschuldigte von einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h ausgegangen sei 
(vgl. pag. 96), nicht gefolgt werden. Der Beschuldigte gab nie an, gedacht zu ha-
ben, das Signal «Höchstgeschwindigkeit 60 km/h» rechts der Fahrspur in Richtung 
J.________ würde auch für seine Fahrspur gelten. Die verschiedenen Angaben 
des Beschuldigten zu seinen angeblichen Überlegungen kurz vor und im Moment 
der festgestellten Geschwindigkeitsüberschreitung erweisen sich vor diesem Hin-
tergrund als teilweise widersprüchlich, aktenwidrig und insgesamt unglaubhaft. Die 
Kammer geht diesbezüglich von Schutzbehauptungen des Beschuldigten aus und 
erachtet es als erstellt, dass es dem Beschuldigten durchaus bewusst war, dass er 
sich (noch immer) im Innerortsbereich mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 
km/h befand. 

Zu klären bleibt, ob der Beschuldigte beim zu beurteilenden Vorfall nicht auf die 
Geschwindigkeitsanzeige achtete, wie er dies direkt nach seiner Anhaltung ge-
genüber der Polizei angab (pag. 2). Der Umstand, dass der Beschuldigte im Wider-
spruch dazu bei seiner späteren Darstellung angab, er sei von einer Höchstge-
schwindigkeit von 70 oder 80 km/h ausgegangen und deshalb mit der gemessenen 
Geschwindigkeit gefahren, spricht eher gegen ein Nichtbeachten der gefahrenen 
Geschwindigkeit resp. der Geschwindigkeitsanzeige. Auf der anderen Seite erach-
tete die Kammer die Darstellung des Beschuldigten bezüglich der angenommenen 
Höchstgeschwindigkeit von 70 oder 80 km/h als unglaubhaft, weshalb daraus nicht 

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ohne Weiteres auf eine bewusste Wahrnehmung der gefahrenen Geschwindigkeit 
geschlossen werden darf. Gemäss dem Anzeigerapport gab der Beschuldige bei 
seiner Anhaltung an, etwas in Eile gewesen zu sein, weshalb er «wohl nicht so auf 
die Geschwindigkeitsanzeige geachtet» habe (pag. 2). Gemäss der Formulierung 
im Anzeigerapport dürfte es sich mithin beim zweiten Teil der Aussage eher um ei-
ne Mutmassung des Beschuldigten gehandelt haben. Da der Beschuldigte überdies 
im Verlaufe des späteren Verfahrens ausführte, er habe diese im Anzeigerapport 
enthaltenen Aussagen nicht so gemacht (pag. 89 Rz. 41) und darüber hinaus 
mehrfach betonte, überhaupt nicht in Eile oder pressiert gewesen zu sein (pag. 39 
Rz. 51, pag. 90 Rz. 6, 16), geht die Kammer nicht davon aus, dass sich der Be-
schuldigte der gefahrenen Geschwindigkeit nicht bewusst gewesen wäre. Dies er-
gibt sich implizit auch aus seinen Angaben zum Verkehrsaufkommen, das zwi-
schen O.________ bis zur Kreuzung hoch gewesen sei; die ganze Zeit sei «einer 
direkt hinter [dem Beschuldigten] nah aufgefahren», nachher habe «sich die Stras-
se geöffnet und da habe [er] gedacht», er wolle «ein bisschen Abstand gewinnen» 
(pag. 90 Z. 13 ff.). Daraus erhellt, dass der Beschuldigte nach der Kreuzung die 
Geschwindigkeit bewusst erhöhte, um den Abstand zwischen dem hinter ihm fah-
renden Verkehrsteilnehmer zu vergrössern, womit eine unbewusste Geschwindig-
keitserhöhung ausgeschlossen werden kann.

Zugunsten des Beschuldigten ist in sachverhaltsmässiger Hinsicht festzuhalten, 
dass die Geschwindigkeitsüberschreitung von netto 28 km/h nicht lange andauerte. 
Der Beschuldigte fuhr vor dem Scheitelpunkt der Unterführung ab Videobeginn ei-
nige Sekunden 75 km/h (ab Minute 00:06 der Videoaufnahme der Geschwindig-
keitsmessung der Kantonspolizei Bern, pag. 37), im Scheitelpunkt dann die ge-
messenen 81 km/h (Minute 00:09) und bei Minute 00:12 noch 64 km/h. Auf die 
Frage, weshalb er abgebremst habe, führte der Beschuldigte aus, dass dies ein ei-
gener Entschluss gewesen sei, weil er sich nicht sicher gewesen sei. Er habe den 
Radar erst nach dem Abbremsen realisiert. Er habe aus Eigeninitiative abgebremst 
(pag. 91 Z. 4 ff.). Der Zeuge G.________ gab an, dass er nicht wisse, ob der Be-
schuldigte abgebremst habe, nachdem er das Blinklicht, das Personal oder die Pis-
tole gesehen oder ob der Beschuldigte von sich aus abgebremst habe (pag. 93 
Z. 39). Es kann dem Beschuldigten folglich nicht nachgewiesen werden, dass er 
erst abbremste, nachdem er die Polizeikontrolle wahrgenommen hatte.

14. Beweisergebnis

Für die Kammer ergibt sich nach Würdigung sämtlicher Beweismittel ein Gesamt-
bild, das dem Sachverhalt gemäss Strafbefehl vom 2. Juli 2021 entspricht. Der Be-
schuldigte hat am 28. Mai 2021 um 21:09 Uhr in C.________ (Ortschaft) auf der 
D.________(Strasse) (Höhe Unterführung) mit seinem Motorrad (Kontrollschild-
nummer F.________) die signalisierte Innerortsgeschwindigkeit von 50 km/h nach 
Abzug der vom ASTRA festgelegten Geräte- und Messunsicherheit um 28 km/h 
überschritten. Es ist erstellt, dass der Strassenabschnitt innerortscharakteristische 
Merkmale aufweist, dem Beschuldigten die geltende Höchstgeschwindigkeit von 50 
km/h bewusst war und er beschleunigte, um den Abstand zu dem bis zur Kreuzung 
kurz vor der Unterführung hinter ihm fahrenden Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

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III. Rechtliche Würdigung

15. Gesetzliche und theoretische Grundlagen

Für die gesetzlichen und theoretischen Ausführungen kann vorab auf die zutreffen-
den Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 11 ff. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung, pag. 122 ff.). Folgende Ergänzungen resp. Wiederholungen er-
scheinen angezeigt:

Gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG macht sich strafbar, wer durch grobe Verletzung von 
Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in 
Kauf nimmt. Der Tatbestand ist objektiv erfüllt, wenn der Täter eine wichtige Ver-
kehrsvorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit 
ernstlich gefährdet. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist nicht erst 
bei einer konkreten, sondern bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung ge-
geben. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefahr 
ist die Nähe der Verwirklichung, wobei die allgemeine Möglichkeit der Verwirkli-
chung einer Gefahr nur zur Erfüllung des Tatbestands von Art. 90 Abs. 2 SVG 
genügt, wenn in Anbetracht der Umstände der Eintritt einer konkreten Gefährdung 
oder gar einer Verletzung naheliegt (BGE 131 IV 133 E. 3.2 mit weiteren Hinwei-
sen). Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind die objektiven Vor-
aussetzungen der groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG un-
geachtet der konkreten Umstände erfüllt, wenn die zulässige Höchstgeschwindig-
keit auf Autobahnen um 35 km/h oder mehr, auf nicht richtungsgetrennten Auto-
strassen sowie Autobahnausfahrten um 30 km/h oder mehr und innerorts um 
25 km/h oder mehr überschritten wird (BGE 132 II 234 E. 3.1; 124 II 259 E. 2b so-
wie Urteil des Bundesgerichts 6B_1477/2020 vom 1. November 2021 E. 2.1).

Subjektiv erfordert der Tatbestand ein rücksichtsloses oder sonst schwerwiegend 
verkehrsregelwidriges Verhalten, d.h. ein schweres Verschulden, bei fahrlässigem 
Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, wenn der Täter 
sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner Fahrweise bewusst ist. Grobe Fahrläs-
sigkeit kommt aber auch in Betracht, wenn der Täter die Gefährdung anderer Ver-
kehrsteilnehmer pflichtwidrig gar nicht in Betracht zieht. Die Annahme einer groben 
Verkehrsregelverletzung setzt in diesem Fall voraus, dass das Nichtbedenken der 
Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht. Rück-
sichtslos ist unter anderem ein bedenkenloses Verhalten gegenüber fremden 
Rechtsgütern. Dieses kann auch in einem blossen (momentanen) Nichtbedenken 
der Gefährdung fremder Interessen bestehen (BGE 131 IV 133 E. 3; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_510/2019 vom 8. August 2019 E. 3.2). Zwar darf nicht unbese-
hen von der objektiven auf die subjektiv schwere Verkehrsregelverletzung ge-
schlossen werden. Das Bundesgericht wertete jedoch die Mehrheit der beurteilten 
Fälle von Geschwindigkeitsüberschreitungen, welche den objektiven Tatbestand 
von Art. 90 Abs. 2 SVG erfüllten, auch in subjektiver Hinsicht als rücksichtslos, weil 
besondere Umstände fehlten, die die Geschwindigkeitsüberschreitung in einem 
milderen Licht erscheinen liessen. Solche nahm es etwa an bei einer Geschwindig-
keitsüberschreitung um 29 km/h, wobei die Geschwindigkeit zur kurzfristigen Ver-
kehrsberuhigung innerorts mit 60 km/h signalisiert war, die Strecke angesichts des 

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guten Ausbaus und der Übersichtlichkeit optisch als Ausserortsstrecke erschien, 
die Sicht- und Witterungsverhältnisse ideal waren sowie geringer Verkehr herrschte 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_661/2016 vom 23. Februar 2017 E. 1.2.1 mit Hin-
weisen). Die Kammer verneinte die Rücksichtslosigkeit im Urteil SK 17 81 vom 
18. Mai 2017. Dabei ging es um eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 25 km/h, 
welche innerorts kurz vor dem Ortsausgang vollzogen wurde, wobei die Signalisa-
tion, mit der die Geschwindigkeitsbeschränkung aufgehoben wurde, bereits sicht-
bar war. Zudem berücksichtigte die Kammer den einwandfreien automobilistischen 
Leumund, die Ortskenntnis des Beschuldigten und die Strassenverhältnisse (es be-
fand sich einzig ein Wohnhaus mit überblickbarer Ausfahrt und eine Sägerei an der 
Strasse). Der Umstand, dass eine Geschwindigkeitsüberschreitung in einem «aty-
pischen Innerortsbereich» stattfindet, erachtete das Bundesgericht nicht als entlas-
tend, da gerade in solchen Bereichen die Einhaltung der signalisierten Höchstge-
schwindigkeit unerlässlich sei (Urteil des Bundesgerichts 6B_1024/2016 vom 
24. Mai 2017 E. 3.3.1). Je schwerer die Verkehrsregelverletzung objektiv wiegt, 
desto eher wird Rücksichtslosigkeit subjektiv zu bejahen sein, sofern keine beson-
deren Gegenindizien vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 6B_904/2015 vom 
27. Mai 2016 E. 6.2.1 mit Hinweisen)

16. Würdigung der Vorinstanz

Die Vorinstanz erwog, dass durch die Geschwindigkeitsüberschreitung des Be-
schuldigten von 28 km/h innerorts keine konkrete Gefährdung anderer Verkehrs-
teilnehmer erfolgt sei, jedoch mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung 
eine erhöhte abstrakte Gefährdung vorliege und der objektive Tatbestand der gro-
ben Verkehrsregelverletzung somit erfüllt sei. In subjektiver Hinsicht führte die Vor-
instanz aus, dass beim Beschuldigten kein Gefährdungsvorsatz gegeben sei. Der 
Beschuldigte sei sich zwar grundsätzlich der Gefährlichkeit von Geschwindigkeits-
überschreitungen innerorts bewusst, im konkreten Fall habe er allerdings aufgrund 
einer Fehlinterpretation der Strassenverhältnisse und der Geschwindigkeiten nicht 
gewusst, dass er eine erhöhte Gefährlichkeit begründe. Da dem Beschuldigten 
aber die geltende Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h hätte bekannt sein müssen, 
zumal er vor der Messstelle eine längere Strecke innerorts unterwegs gewesen sei, 
müsse er sich vorwerfen lassen, die abstrakte Gefährdung anderer Verkehrsteil-
nehmer pflichtwidrig nicht in Betracht gezogen zu haben. Da der Beschuldigte nur 
für eine kurze Dauer beschleunigt und aus eigenem Antrieb wieder angebremst 
habe, gute Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse geherrscht hätten, richtungs-
trennende, erhöhte Randsteine vorhanden und keine anderen Verkehrsteilnehmer 
vor Ort gewesen seien, erscheine das kurzfristige Fehlverhalten des Beschuldigten 
aber in einem milderen Licht. Der Beschuldigte habe daher nicht rücksichtslos i.S.v. 
Art. 90 Abs. 2 SVG gehandelt, weshalb der subjektive Tatbestand von Art. 90 
Abs. 2 SVG nicht erfüllt sei. Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten infolgedes-
sen nicht wegen grober, sondern wegen einfacher Verkehrsregelverletzung nach 
Art. 90 Abs. 1 SVG schuldig.

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17. Vorbringen der Parteien

17.1 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft führte in ihrer Berufungsbegründung aus, dass auf 
der linken Strassenseite der D.________(Strasse) nach den letzten Wohnblöcken 
ein Restaurant, eine Schreinerei und eine Werbeagentur vorhanden seien, wobei 
die Strasse zwischen der Schreinerei und der Werbeagentur eine S-Kurve mache 
und sich stark verenge. Die Radstreifen würden beidseitig auf das Trottoir geführt. 
Es folge eine erste Ampel, danach teile sich die Strasse in mehrere Spuren auf und 
es würden zwei weitere Ampeln folgen. Bereits vor der letzten Ampel vor der Unter-
führung sei rechts auf der Auffahrtstrasse auf die Autobahn das Signal «Höchstge-
schwindigkeit 60 km/h» und auf der Fahrspur in Richtung K.________ das Signal 
«Hauptstrasse» ersichtlich. Der Beschuldigte habe erst beschleunigt, als er in die 
Unterführung gefahren sei und somit die Strassenschilder gesehen habe. Aufgrund 
der Gegebenheiten (Häuser, Geschäftslokale, Kurve, enge Strasse, drei Ampeln im 
Abstand von einigen Metern) habe er wissen müssen, dass er sich in einer Tempo-
50-Zone befinde. Der Beschuldigte habe beschleunigt, als sich die Strasse geöffnet 
habe, um ein wenig Abstand zum Fahrzeug hinter ihm zu gewinnen, welches nahe 
aufgefahren sei. Es würden keine Umstände vorliegen, welche das Verhalten des 
Beschuldigten in einem milderen Licht erscheinen liessen. Der Beschuldigte habe 
selbst gesagt, dass er nie an einer Tafel mit dem Ortsende vorbeigefahren sei. Der 
Irrtum sei für ihn vermeidbar gewesen. Somit habe der Beschuldigte zumindest 
grob fahrlässig gehandelt und er sei wegen grober Verkehrsregelverletzung schul-
dig zu sprechen (pag. 170 f.).

17.2 Verteidigung

Die Verteidigung führte aus, dass sich der Beschuldigte mangels erneuter Signali-
sation der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h bei gleichzeitiger Signalisierung der 
Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h am rechten Strassenrand (gemeint rechts der 
Fahrspur in Richtung J.________) sowie bei gleichzeitiger Fehlinterpretation des 
sich präsentierenden Strassenbildes mit Ausserortscharakter zur kurzfristigen Ge-
schwindigkeitsüberschreitung habe verleiten lassen. Aufgrund seiner grundsätzlich 
vorhandenen Aufmerksamkeit habe er dies sofort bemerkt und aus eigenem An-
trieb wieder abgebremst. Es hätten gute Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse 
geherrscht, es seien richtungstrennende erhöhte Randsteine vorhanden und keine 
anderen Verkehrsteilnehmer vor Ort gewesen. Damit erscheine das kurzfristige 
Fehlverhalten des Beschuldigten in einem milderen Licht und es fehle die Rück-
sichtlosigkeit i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizu-
sprechen, eventualiter wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 
90 Abs. 1 SVG schuldig zu sprechen (pag. 190 f.).

18. Würdigung der Kammer

Mit Blick auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung kann für den objektiven Tat-
bestand vorab vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 
verwiesen werden (S. 12 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, pag. 123 f.). 
Der Beschuldigte ist unbestritten in einer Tempo-50-Zone mit netto 78 km/h gefah-
ren. Er hat somit die signalisierte Höchstgeschwindigkeit um 28 km/h überschritten 

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und damit gegen Verkehrsregeln betreffend die zulässige Höchstgeschwindigkeit 
verstossen. Da Regeln betreffend die Höchstgeschwindigkeit grundsätzlich als 
elementar betrachtet werden und bei zulässigen 50 km/h gemäss ständiger bun-
desgerichtlicher Rechtsprechung eine grobe Verkehrsregelverletzung bei einer 
Überschreitung um 25 km/h oder mehr angenommen wird, ist auch vorliegend der 
objektive Tatbestand der groben Verkehrsregelverletzung erfüllt (BGE 132 II 234 E. 
3.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_571/2012 vom 8. April 2013 E. 3). Der Beschul-
digte schuf mit seinem Verhalten eine erhöht abstrakte Gefahr.

Indem sich der Beschuldigte sowohl der geltenden Höchstgeschwindigkeit von 50 
km/h als auch der nach der Kreuzung getätigten Beschleunigung resp. Geschwin-
digkeitserhöhung bewusst war, handelte er bezüglich der Geschwindigkeitsüber-
schreitung vorsätzlich. Als erfahrener Lenker musste dem Beschuldigten zudem 
bewusst sein, dass mit der beschriebenen Geschwindigkeitsüberschreitung inner-
orts das erhebliche Risiko eines Verkehrsunfalls verbunden war. Indem der Be-
schuldigte trotzdem zu schnell fuhr, handelte er hinsichtlich der Gefährdung min-
destens grob fahrlässig.

Entgegen der Auffassung der Vorinstanz ist von einem rücksichtslosen Verhalten 
des Beschuldigten auszugehen, da besondere Umstände fehlen, welche die Ge-
schwindigkeitsüberschreitung des Beschuldigten in einem milderen Licht erschei-
nen liessen. So weist die gefahrene Strecke gemäss Beweisergebnis zum einen 
innerortscharakteristische Merkmale auf. Zum anderen stellen übersichtliche und 
doppelspurige Strassenverhältnisse keine solch mildernden Umstände dar und das 
Fehlen von Fussgängern sowie ein geringes Verkehrsaufkommen entlasten den 
Beschuldigten ebenso wenig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_505/2020 vom 
13. Oktober 2020 E. 1.1.1 mit weiteren Hinweisen und E. 1.2.1). Nicht mildernd er-
scheint der Kammer auch der Umstand, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung 
in einer Unterführung erfolgte. Zwar bestanden auf der linken Seite der doppelspu-
rigen Fahrbahn richtungstrennende, erhöhte Randsteine und es konnten aufgrund 
der Betonmauer von der rechten Seite her keine anderen Verkehrsteilnehmer auf 
die vom Beschuldigten benutzte Fahrspur einbiegen, sodass keine erhöhte Gefahr 
für Seitenkollisionen bestand. Zu beachten ist aber, dass auf der Fahrspur, auf 
welcher der Beschuldigte fuhr, ein Radstreifen vorhanden ist und in einer Unter-
führung die Ausweichmöglichkeiten der Verkehrsteilnehmer naturgemäss be-
schränkt sind. Der Beschuldigte hatte daher auf der Fahrbahn mit Fahrradfahrern 
zu rechnen. Diese hingegen mussten nicht davon ausgehen, dass ein Motorrad mit 
solch übersetzter Geschwindigkeit herannaht. Hinzu kommt, dass in einer Unter-
führung aufgrund des Schattenwurfs auch die Licht- und Sichtverhältnisse einge-
schränkt sind, was auch auf der Videoaufnahme der Kantonspolizei Bern gut zu er-
kennen ist (insbesondere ab Minute 00:06). Darüber hinaus war der Beschuldigte 
nicht ortskundig und fuhr die Strecke das erste Mal. Zugunsten des Beschuldigten 
kann einzig genannt werden, dass die Geschwindigkeitsüberschreitung von netto 
28 km/h nur kurz andauerte, dies reicht jedoch alleine nicht, um sein Fehlverhalten 
in einem milderen Licht erscheinen zu lassen. Vielmehr muss die kurze Dauer et-
was relativiert werden, war doch der Beschuldigte bereits vor und auch nach der 
Höchstmessung von brutto 81 km/h ebenfalls mit deutlich überhöhter Geschwindig-
keit unterwegs. Was den Streckenabschnitt nach der Messstelle betrifft, ist absch-

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liessend – und obschon der Beschuldigte abbremste – festzuhalten, dass nur we-
nige Meter danach von der Autobahn her eine Strasse in die vom Beschuldigten 
befahrene Fahrspur führt. Von dieser nicht vortrittsberechtigen Fahrbahn sind auf 
der Höhe der Haifischzähne die von hinten auf der D.________(Strasse) heranfah-
renden Fahrzeuge aufgrund der baulichen Verhältnisse der Unterführung resp. de-
ren auslaufenden Mauer erst auf den letzten rund 50 Metern zu sehen, was bei 
überhöhten Geschwindigkeiten zu einer erhöhten Gefährdungslage führt. Insge-
samt hat der Beschuldigte mit der gefahrenen Geschwindigkeit von netto 78 km/h 
somit ein rücksichtsloses Verhalten gegenüber fremden Rechtsgütern an den Tag 
gelegt und hinsichtlich der Gefährdung grob fährlässig gehandelt.

Damit hat der Beschuldigte den objektiven und subjektiven Tatbestand von Art. 90 
Abs. 2 SVG erfüllt und ist wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln schuldig zu 
sprechen.

IV. Strafzumessung

19. Allgemeine Grundlagen der Strafzumessung

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen der Strafzumessung korrekt dar-
gelegt. Darauf wird verwiesen (S. 15 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung, 
pag. 126 f.).

20. Strafrahmen

Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer durch grobe 
Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer 
hervorruft oder in Kauf nimmt (Art. 90 Abs. 2 SVG). Der Strafrahmen reicht dem-
nach von drei Tagessätzen Geldstrafe (Art. 34 Abs. 1 StGB) bis zu drei Jahren 
Freiheitsstrafe.

21. Konkrete Strafzumessung

21.1 Strafart

Der Beschuldigte ist zwar einmal einschlägig vorbestraft, dennoch erweist sich un-
ter Berücksichtigung der Tatkomponenten (vgl. Ausführungen Ziff. IV.21.2 hier-
nach) einzig eine Geldstrafe als verhältnismässig.

21.2 Objektive und subjektive Tatschwere

Beim objektiven Tatverschulden ist zu berücksichtigen, welche Rechtsgüter in wel-
chem Ausmass beeinträchtigt wurden. Art. 90 SVG dient primär dem Schutz der 
Verkehrssicherheit, sekundär aber auch dem Schutz von Leib und Leben der übri-
gen Strassenbenützer, sowie deren Eigentum (FIOLKA, in: Basler Kommentar, 
Strassenverkehrsgesetz, 2014, N. 8 ff. zu Art. 90 SVG). Die Richtlinien des Ver-
bands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte 
(nachfolgend: VBRS-Richtlinien; Stand vom 1. Januar 2021) sehen für gewisse De-
liktskategorien Referenzstrafen vor. Die Kammer ist nicht an diese Richtlinien ge-
bunden, sie können jedoch als Orientierungspunkte dienen (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 6B_510/2019 vom 8. August 2019 E. 4.3.).

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Die VBRS-Richtlinien empfehlen grobe Verkehrsverletzungen durch Überschrei-
tung der Höchstgeschwindigkeit um 25 bis 29 km/h innerorts mit einer Strafe von 
25 Strafeinheiten zu sanktionieren (S. 22 der VBRS-Richtlinien). Der Beschuldigte 
hat die Geschwindigkeit von 50 km/h innerorts um netto 28 km/h überschritten, was 
im oberen Bereich dieser Bandbreite von 25 bis 29 km/h liegt. Der Beschuldigte 
schuf aber durch sein Handeln keine konkrete, sondern «bloss» eine erhöht abs-
trakte Gefahr. Zudem ist zugunsten des Beschuldigten zu berücksichtigen, dass 
sein Vorgehen nicht über das hinausgeht, was eine entsprechende Geschwindig-
keitsüberschreitung ausmacht und die pflichtwidrige Unvorsichtigkeit nur wenige 
Sekunden andauerte. In subjektiver Hinsicht ist zu beachten, dass der Beschuldigte 
nicht in Eile war und es keinen nachvollziehbaren Grund für die Geschwindigkeits-
überschreitung gab, auch wenn der Beschuldigte damit offenbar beabsichtigte, et-
was Abstand zu dem – allerdings nur bis zur vorangehenden Kreuzung – hinter ihm 
eher dicht auffahrenden Verkehrsteilnehmer zu schaffen. Die Tat wäre ohne weite-
res vermeidbar gewesen. Angesichts der genannten Umstände und des insgesamt 
leichten Tatverschuldens erscheint für die objektive und subjektive Tatschwere eine 
Strafe von 25 Strafeinheiten angemessen.

21.3 Täterkomponenten

Für das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse kann auf die zutreffenden Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (S. 17 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung, pag. 128). Der Beschuldigte hat eine einschlägige Vorstrafe, welche sich 
straferhöhend auswirkt. So wurde der Beschuldigte mit Strafbefehl der Staatsan-
waltschaft Bern-Mittelland vom 12. Juli 2018 wegen grober Verletzung der Ver-
kehrsregeln durch Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit schuldig erklärt und zu 
einer bedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je CHF 130.00 und einer Ver-
bindungsbusse von CHF 1'950.00 verurteilt (pag. 163 f.). Dem ADMAS-Auszug ist 
aufgrund dieser Verurteilung die entsprechende Administrativmassnahme zu ent-
nehmen. Weiter geht aus dem ADMAS-Auszug hervor, dass der Beschuldigte be-
reits im Oktober 2016 wegen Überschreitens der Höchstgeschwindigkeit (leichter 
Fall) verwarnt werden musste (pag. 165). Zwar ist der Verteidigung zuzustimmen, 
dass Vorstrafen umso weniger ins Gewicht fallen, je länger sie zurückliegen. Da die 
vorliegende Vorstrafe aber einschlägig ist, sich der hier zu beurteilende Vorfall we-
niger als drei Jahre nach dem Strafbefehl vom 12. Juli 2018 resp. rund drei Jahre 
nach der dem Strafbefehl zu Grunde liegende Tat vom Mai 2018 ereignete und es 
sich bereits um die dritte Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit durch den Be-
schuldigten handelt, ist die Vorstrafe der Vorinstanz folgend straferhöhend zu 
berücksichtigen. Im Übrigen weisen das Vorleben des Beschuldigten und seine 
persönlichen Verhältnisse keine strafrelevanten Besonderheiten auf, was sich neu-
tral auswirkt.

Der Beschuldigte hat sich im Verfahren korrekt verhalten. Dass er sich gegen die 
angeklagten Vorwürfe zur Wehr setzte und bis zum Schluss bestritt, eine (erhöht 
abstrakte) Gefahr geschaffen zu haben, ist sein Recht und kann ihm nicht angelas-
tet werden. Die damit einhergehende fehlende Einsicht und Reue sind neutral zu 
werten. Die Strafempfindlichkeit ist durchschnittlich, was ebenfalls neutral zu ge-
wichten ist.

18

Die Verteidigung machte geltend, dass dem Beschuldigten gemäss Verfügung des 
Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamtes des Kantons C.________ (Ortschaft) ein 
Führerausweisentzug von einem Jahr drohe, dies sei strafmindernd zu berücksich-
tigen (pag. 192). Ein Führerausweisentzug ist – wenn überhaupt – nur geringfügig 
strafmindernd zu berücksichtigen (MATHYS, Leitfaden Strafzumessung, 2. Aufl. 
2019, N. 381 ff.; BGE 120 IV 67 E. 2b.). Da dem Beschuldigten der Führerausweis 
vom 6. November 2018 bis am 5. Februar 2019 bereits einmal entzogen wurde und 
er sich von dieser Administrativmassnahme nicht beeindrucken liess, ist davon 
auszugehen, dass diese für ihn offensichtlich nicht derart einschneidend ist, dass 
sie bei der Strafzumessung ins Gewicht fallen müsste.

Die Täterkomponenten wirken sich aufgrund der einschlägigen Vorstrafe somit ins-
gesamt straferhöhend aus. Eine Erhöhung um 15 Strafeinheiten auf 40 Strafeinhei-
ten erscheint angemessen.

21.4 Konkretes Strafmass und Höhe des Tagessatzes

In Anbetracht der objektiven und subjektiven Tatschwere sowie unter Berücksichti-
gung der straferhöhenden Täterkomponenten erachtet die Kammer eine Strafe von 
40 Strafeinheiten als angemessen. Der Beschuldigte ist zwar einmal einschlägig 
vorbestraft, dennoch erweist sich unter Berücksichtigung der Tatkomponenten ein-
zig eine Geldstrafe als verhältnismässig.

Ein Tagessatz beträgt in der Regel mindestens CHF 30.00 und höchstens 
CHF 3‘000.00. Ausnahmsweise, wenn die persönlichen und wirtschaftlichen Ver-
hältnisse des Täters dies gebieten, kann der Tagessatz bis auf CHF 10.00 gesenkt 
werden. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen 
und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich 
nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unter-
stützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB).

Dem Beschuldigten steht monatlich ein Nettoeinkommen von CHF 5'500.00 zur 
Verfügung. Dabei handelt es sich gemäss seinen Aussagen um den monatlichen 
Nettolohn ohne Anteil des 13. Monatsgehalts (pag. 88 Z. 28). Das jährliche Netto-
einkommen des Beschuldigten (inkl. 13. Monatslohn) beträgt damit CHF 71'500.00 
und das monatliche Einkommen rund CHF 5'958.00. Entsprechend erachtet die 
Kammer eine Tagessatzhöhe von CHF 150.00 als angemessen (Einkommen von 
monatlich CHF 5'958.00, abzüglich Pauschalabzug von 20 %, dividiert durch 30, 
auf CHF 10.00 abgerundet). Das konkrete Strafmass beträgt folglich 40 Tagessät-
ze zu je CHF 150.00, ausmachend CHF 6’000.00, wobei ein Teil der Strafe als 
Verbindungsbusse auszufällen ist (vgl. Ziff. IV. 21.4 hiernach).

21.5 Bedingter Vollzug und Verbindungsbusse

Wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Be-
gehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten, so schiebt das Gericht 
den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf (Art. 42 Abs. 1 StGB). Eine bedingte 
Geldstrafe kann mit einer Busse verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Das 
Aussprechen einer Verbindungsbusse ist insbesondere angezeigt, um der Schnitt-
stellenproblematik zwischen der Busse und einer bedingten Gelstrafe zu begegnen 
und dem Verurteilten trotz bedingtem Strafvollzug einen spürbaren Denkzettel zu 

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verpassen. Aufgrund des akzessorischen Charakters der Verbindungsbusse, ist die 
Obergrenze des unbedingt auszusprechenden Teils der Strafe in der Regel bei 
20 % der Sanktion anzusetzen (BGE 135 IV 188 E. 3.4.4).

Der Beschuldigte ist wie bereits festgehalten einschlägig vorbestraft, wobei die 
Verurteilung zum Tatzeitpunkt etwas weniger als drei Jahre zurücklag. Unter die-
sen Umständen kann ihm der bedingte Strafvollzug – unter Berücksichtigung der 
hiernach darzulegenden längeren Probezeit und einer Verbindungsbusse – gerade 
noch gewährt werden. Mit Blick auf die Einschlägigkeit der Vorstrafe und ange-
sichts des Umstands, dass der Beschuldigte weniger als zwei Jahre vor dieser 
Vorstrafe (Oktober 2016) vom Strassenverkehrsamt bereits wegen einer Ge-
schwindigkeitsübertretung verwarnt wurde (pag. 165), erscheinen sowohl eine ma-
ximale Probezeit von fünf Jahren als auch das Aussprechen einer Verbindungs-
busse unerlässlich. Vorliegend ist es aufgrund der Schnittstellenproblematik sowie 
als Denkzettel angemessen, dem Beschuldigten eine Verbindungsbusse von einem 
Fünftel des konkreten Strafmasses aufzuerlegen. Im Ergebnis ist somit eine be-
dingte Geldstrafe von 32 Tagessätzen zu je CHF 150.00, ausmachendend total 
CHF 4'800.00 und eine Verbindungsbusse in Höhe von CHF 1’200.00 auszufällen. 
Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Verbindungsbusse 
wird auf 8 Tage festgesetzt.

V. Kosten und Entschädigung

22. Verfahrenskosten

22.1 Erstinstanzliches Verfahren

Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die erstinstanzlichen 
Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird.

Davon ausgehend werden die erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt 
CHF 2'100.00 dem Beschuldigten zur Bezahlung auferlegt. 

22.2 Oberinstanzliches Verfahren

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz 
einen neuen Entscheid, so befindet sie auch über die von der Vorinstanz getroffene 
Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO).

Die Generalstaatsanwaltschaft ist mit ihren Anträgen vor oberer Instanz nahezu 
vollständig durchgedrungen. Der Beschuldigte hingegen ist mit seinen Anträgen 
unterlegen, weshalb er die gesamten oberinstanzlichen Verfahrenskosten, be-
stimmt auf CHF 2'000.00, zu tragen hat. 

23. Entschädigung

Eine Parteientschädigung ist sowohl für das erst- als auch das oberinstanzliche 
Verfahren nicht auszurichten (Art. 429 Abs. 1 StPO e contrario).

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VI. Verfügungen

Das vorliegende Urteil wird dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kan-
tons C.________ (Ortschaft) zugestellt (Art. 123 Abs. 1 Bst. b VZV; pag. 48).

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VII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

der groben Verletzung der Verkehrsregeln, begangen am 28. Mai 2021 um 21:09 Uhr in 
C.________ (Ortschaft) durch Überschreiten der signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 
50 km/h

und in Anwendung der
Art. 27 Abs. 1, 32, 90 Abs. 2 SVG,
Art. 4a VRV,
Art. 22 Abs. 1, 108 SSV,
Art. 34, 42, 44, 47, 106 StGB,
Art. 426 Abs. 1, 428 Abs. 1 und 3 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 32 Tagessätzen zu CHF 150.00, ausmachend 
CHF 4’800.00.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 5 Jahre festge-
setzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 1’200.00.

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezahlung wird auf 8 Tage festgesetzt.

3. Zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 2'100.00.

4. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten, bestimmt auf eine Pau-
schalgebühr von CHF 2'000.00.

II.

Schriftlich zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Anschlussberufungsführer, vertreten durch Rechtsanwalt 

B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft/Berufungsführerin

Mitzuteilen:

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- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (nur Dispositiv, nach unbenutztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)
- dem Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons C.________ (Ortschaft) (Ur-

teil mit Begründung, innert 10 Tagen)

Bern, 29. April 2024 Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Wuillemin

Die Gerichtsschreiberin:

Schürch

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforde-
rungen von Art. 42 BGG entsprechen.