# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a8a82914-dad7-59e2-a063-aa7ddca37a2b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 19.12.2022 LY220042
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LY220042_2022-12-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LY220042-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. M. Stammbach und Oberrichter Dr. E. Pahud 

sowie Gerichtsschreiberin lic. iur. D. Tolic Hamming 

Beschluss und Urteil vom 19. Dezember 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte und Berufungsklägerin 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Kläger und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Y._____ 

 

betreffend Ehescheidung (vorsorgliche Massnahmen)  
 
Berufung gegen eine Verfügung (begründet) des Einzelgerichtes des Be-
zirksgerichtes Bülach vom 20. Juli 2022; Proz. FE210351 
 
  

- 2 - 

Abänderungs-Anträge des Klägers im Massnahmeverfahren: 
(act. 7/1 S. 6) 

 1.-3. […] 
"4. Es sei in Abänderung von Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksge-

richts Bülach vom 31. Oktober 2019 (Geschäfts-Nr. EE190092) die Ob-
hut für den Sohn, C._____, geboren tt.mm.2019, beiden Parteien mit 
wechselnder Betreuung zu übertragen. Der Wohnsitz des Sohnes soll 
beim Vater sein. 

 5. Es sei der Kläger in Abänderung von Ziffer 2.3 der mit Dispositivziffer 1 
des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2019 (Ge-
schäfts-Nr. EE190092) genehmigten Parteivereinbarung vom 31. Okto-
ber 2019 zu berechtigen, den Sohn ab sofort für die weitere Dauer des 
Verfahrens auf eigene Kosten wie folgt zu betreuen: 

 - in den geraden Kalenderwochen von Mittwoch, 09:00 Uhr, bis 
Freitag, 19:00 Uhr; 

 - in den ungeraden Kalenderwochen von Mittwoch, 09:00 Uhr, bis 
Sonntag, 19:00 Uhr; 

 - in den geraden Jahren an den Weihnachtsfeiertagen (25. und 
26. Dezember)." 

 6.-10. […] 

Abänderungs-Anträge der Beklagten im Massnahmeverfahren: 
(act. 7/29 S. 1) 

"1. Es seien die vom Kläger beantragten vorsorglichen Massnahmen voll-
umfänglich abzuweisen." 

 2.-5. […] 

Verfügung des Einzelgerichtes des 
Bezirksgerichtes Bülach: 

1.-3. […] 

"4. In teilweiser Gutheissung des klägerischen vorsorglichen Massnahmebegehrens 

Ziff. 5 (Besuchsrecht) wird der Kläger in Abänderung von Ziffer 2.3. der mit Disposi-

tivziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2019 (Geschäfts-

Nr. EE190092) genehmigten Parteivereinbarung vom 31. Oktober 2019 ab sofort 

bis zum Kindergarteneintritt des Sohnes, C._____, geboren tt.mm.2019, berechtigt, 

diesen wie folgt auf eigene Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen: 

 

- 3 - 

f) im Juli bis September 2022: 

− jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Samstag, 

9:30 Uhr (verpflegt), bis Sonntag, 12:00 Uhr (unverpflegt), 

− sowie jeden Samstag der ungeraden Kalenderwochen ab 9:30 Uhr bis 

18:30 Uhr, 

− sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr. 

g) im Oktober und November 2022: 

− jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Samstag, 

9:30 Uhr, bis Sonntag, 18:30 Uhr, 

− sowie den ersten ungeraden Samstag im Monat, 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr, 

− sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr. 

h) ab Dezember 2022: 

− jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Freitag, 

18:00 Uhr, bis Sonntag, 18:30 Uhr, 

− sowie den ersten ungeraden Samstag im Monat, 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr, 

− sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr. 

i) ab Februar 2023: 

− jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Freitag, 

18:00 Uhr, bis Sonntag, 18:30 Uhr, 

− sowie jeden Samstag der ungeraden Kalenderwochen ab 9:30 Uhr bis 18:30 

Uhr, 

− sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr. 

j) Ein weitergehendes Besuchsrecht des Klägers nach gegenseitiger Absprache 

bleibt vorbehalten. 

b) Die Parteien sind ab März 2023 bis zum Kindergarteneintritt des Sohnes be-

rechtigt, mit dem Sohn jährlich während jeweils insgesamt sieben Wochen bis 

zu maximal einer Woche am Stück (Kläger) bzw. maximal vier Wochen am 

Stück (Beklagte) in die Ferien zu fahren. 

- 4 - 

Das Ferienbesuchsrecht ist mindestens drei Monate im Voraus anzukündi-

gen. 

Ein weitergehendes Besuchsrecht des Klägers nach gegenseitiger Absprache 

bleibt vorbehalten. 

Können die Parteien keine Einigung erzielen, so kommt der Beklagten in ge-

raden Jahren das Entscheidrecht betreffend die Aufteilung des Ferienrechts 

zu, dem Kläger in ungeraden Jahren." 

5.-12.  […] 

13. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt. Allfällige weitere Auslagen 

bleiben vorbehalten. 

[…] 

 14. Die Gerichtskosten im Zusammenhang mit dieser Verfügung werden zu 70% dem 

Kläger und zu 30% der Beklagten auferlegt, der Anteil der Beklagten jedoch zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Die Beklagte wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hin-

gewiesen. 

 15. Der Kläger wird verpflichtet, der Rechtsvertreterin der Beklagten eine reduzierte 

Parteientschädigungen von Fr. 1'600.– zu bezahlen.  

 16./17. [Mitteilung / Rechtsmittelbelehrung] 

Berufungsanträge: 

der Beklagten und Berufungsklägerin (act. 2 S. 2-4): 

"1. Es sei Dispositiv Ziffer 4 der Verfügung des Bezirksgerichts Bülach vom 
20. Juli 2022 aufzuheben und es sei der Kläger und Berufungsbeklagte 
in Abänderung von Ziffer 2.3. der mit Dispositivziffer 1 des Urteils des 
Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2019 (Geschäft EE190092) 
genehmigten Parteivereinbarung vom 31. Oktober 2019 ab sofort bis 
zum Kindergarteneintritt des Sohnes C._____, geboren am tt.mm.2019, 
berechtigt zu erklären, diesen wie folgt auf eigene Kosten mit sich oder 
zu sich auf Besuch zu nehmen:  
- jeden Samstag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr  

- jeden Mittwoch von 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr  

- 5 - 

 Sodann soll der Kläger und Berufungsbeklagte berechtigt sein, den 
Sohn C._____ am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten, Os-
tern, und Pfingsten von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu sich oder mit sich auf 
Besuch zu nehmen.  

 Ab dem vierten Geburtstag von C._____ soll der Kläger und Berufungs-
beklagte berechtigt sein, den Sohn wie folgt auf eigene Kosten mit sich 
oder zu sich auf Besuch zu nehmen:  
- an jedem geraden Wochenende von Samstag 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr  

und Sonntag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr (ohne Übernachtungen)  

- sowie jeweils am Mittwoch vom 13.30 Uhr bis 18.30 Uhr 

 Ab Eintritt von C._____ in den Kindergarten soll der Kläger und Beru-
fungsbeklagte berechtigt sein, den Sohn wie folgt auf eigene Kosten mit 
sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen:  
- an jedem geraden Wochenende von Samstag 9.00 Uhr bis Sonntag 

18.00 Uhr  

- in jeder ungeraden Woche an einem Wochentag von 12.00 Uhr bis 
18.00 Uhr.  

 Sodann soll der Kläger und Berufungsbeklagte berechtigt sein, den 
Sohn C._____ am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten, Os-
tern, und Pfingsten jeweils mit einer Übernachtung zu sich oder mit sich 
auf Besuch zu nehmen.  

 Überdies soll der Kläger und Berufungsbeklagte berechtigt sein, den 
Sohn C._____ ab dem Kindergartenalter für drei Wochen Ferien wäh-
rend der Schulferien zu sich oder mit sich zu nehmen, wobei in den ers-
ten zwei Jahren max. eine Woche am Stück zu beziehen ist. Das Feri-
enbesuchsrecht ist mind. drei Monate im Voraus mit der Berufungsklä-
gerin abzusprechen. Kommt keine Einigung zustande, so steht der Be-
rufungsklägerin in ungeraden Jahren und dem Berufungsbeklagten in 
geraden Jahren das Recht zu, die eigenen Ferien mit C._____ zu be-
stimmen.  

 Ein weitergehendes Besuchsrecht nach gegenseitiger Absprache soll 
vorbehalten bleiben. 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich gesetzlicher Mehr-
wertsteuer von 7,7 % zu Lasten des Klägers und Berufungsbeklagten." 

Prozessuale Anträge: 

"1. Es sei der Kläger und Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Beklagten 
und Berufungsklägerin einen Prozesskostenbeitrag von einstweilen 
Fr. 8'000.00 für das Rechtsmittelverfahren vor dem Obergericht des 
Kantons Zürich zu bezahlen. 

- 6 - 

 2. Eventualiter sei der Beklagten und Berufungsklägerin die unentgeltliche 
Prozessführung zu gewähren und ihr in der Person von Rechtsanwältin 
X._____ eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen. 

 
 3. Der Berufung sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Vollstre-

ckung der vorsorglichen Massnahmen aufzuschieben." 
 
 
des Klägers und Berufungsbeklagten (act. 10 S. 2): 

"1. Es seien die Anträge der Berufungsklägerin vollumfänglich abzuweisen. 
 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zulasten der Beru-

fungsklägerin." 
 

Prozessuale Anträge: 
 

"1. Es sei der prozessuale Antrag der Berufungsklägerin auf Aufschub der Voll-
streckung von Dispositiv-Ziffer 4 (Besuchs- und Ferienregelung) der Verfü-
gung des Bezirksgerichtes Bülach vom 20. Juli 2022 abzuweisen. 

 2.1 Es seien die prozessualen Gesuche der Berufungsklägerin vollumfänglich ab-
zuweisen. 

 2.2 Eventualiter sei das prozessuale Gesuch der Berufungsklägerin auf Leistung 
eines Prozesskostenvorschusses durch den Berufungsbeklagten abzuweisen 
und der Berufungsklägerin die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren". 

 

Erwägungen: 

I. 

 1.1 A._____ (Beklagte und Berufungsklägerin, fortan Beklagte) und 

B._____ (Kläger und Berufungsbeklagter, fortan Kläger) haben am tt. Januar 

2014 geheiratet und sind Eltern des gemeinsamen Sohnes C._____, geb. 

tt.mm.2019 (vgl. act. 7/4). Die getrennt lebenden Parteien stehen sich seit De-

zember 2021 in einem Scheidungsverfahren vor dem Einzelgericht des Bezirks-

gerichtes Bülach (fortan Vor-instanz) gegenüber (vgl. act. 7/1). Gegenstand des 

vorliegenden Berufungsverfahrens bildet die strittige Abänderung einer bestehen-

den eheschutzrechtlichen Regelung zum Besuchsrecht des Klägers. 

 1.2 Mit Entscheid des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Be-

zirksgerichtes Bülach vom 31. Oktober 2019 (Geschäfts-Nr. EE190092-C) wurde 

das Getrenntleben der Parteien seit 1. Mai 2019 vorgemerkt, die Obhut über 

- 7 - 

C._____ der Beklagten zugeteilt und die Trennungsvereinbarung der Parteien 

vom 31. Oktober 2019 in Bezug auf die übrigen Kinderbelange genehmigt, so ins-

besondere hinsichtlich des Besuchsrechts des Klägers, welches – soweit für den 

vorliegenden Fall relevant – wie folgt lautet (act. 7/37/18 S. 4): 

"2.3. Besuchsrecht 
Der Ehemann soll berechtigt sein, den Sohn jedes Wochenende am 
Sonntag von 16:00 bis 18:00 zu besuchen. […] 
[…]." 

 1.3 Mit Eingabe vom 20. Dezember 2021 machte der Kläger vor Vorinstanz 

das Scheidungsverfahren anhängig. Zugleich ersuchte er im Sinne vorsorglicher 

Massnahmen um Abänderung des Eheschutzentscheids vom 31. Oktober 2019 

und beantragte u.a. die geteilte Obhut über C._____ mit wechselnder Betreuung 

(act. 7/1). Die Beklagte schloss auf Abweisung dieser Anträge (act. 7/29). Im 

Rahmen der Einigungsverhandlung und Verhandlung über vorsorgliche Mass-

nahmen schlossen die Parteien vor Vorinstanz am 4. April 2022 eine Vereinba-

rung betreffend Besuchs- und Ferienregelung, beantragten die Errichtung einer 

Besuchsbeistandschaft und zogen ihre übrigen Massnahmebegehren (ausge-

nommen Prozesskostenbeitrag) zurück (act. 7/35; Prot. VI S. 44). Die Vereinba-

rung mit Widerrufsvorbehalt wurde am 7. April 2022 von der neuen Rechtsvertre-

terin der Beklagten, Rechtsanwältin lic. iur. X._____, widerrufen (act. 7/40). Mit 

Verfügung vom 20. Juli 2022 (zunächst unbegründet [act. 7/49] und hernach auf 

Ersuchen des Klägers begründet [act. 7/61 = act. 6]) wies die Vorinstanz im Rah-

men vorsorglicher Massnahmen u.a. das Begehren des Klägers um geteilte Ob-

hut ab und regelte das Besuchsrecht im vorstehend wiedergegebenen Sinne (vgl. 

act. 6 Dispositiv-Ziff. 4). Für C._____ wurde eine Besuchrechtsbeistandschaft 

gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB errichtet (act. 6 Dispositiv-Ziff. 8). Alle weiteren Mas-

snahmebegehren der Parteien wurden abgewiesen, soweit sie nicht zurückgezo-

gen wurden (act. 6 Dispositiv-Ziff. 2, 3, 5-7). 

 2.1 Dagegen liess die Beklagte mit Eingabe vom 29. August 2022 fristge-

recht Berufung erheben (act. 2 inkl. Beilagen act. 4/1-6; zur Rechtzeitigkeit vgl. 

act. 5/2 und act. 7/62) und die eingangs wiedergegebenen Anträge stellen (act. 2 

- 8 - 

S. 2 f.). Die Berufung richtet sich ausschliesslich gegen die Besuchs- und Ferien-

regelung (act. 6 Dispositiv-Ziff. 4).  

 2.2 Dem prozessualen Antrag der Beklagten auf Aufschub der Vollstreck-

barkeit von Dispositiv-Ziff. 4 des angefochtenen Entscheids (Besuchs- und Feri-

enregelung) wurde mit Verfügung der Kammer vom 6. September 2022 superpro-

visorisch entsprochen und dem Kläger Frist zur freigestellten Stellungnahme hie-

zu angesetzt. Mit selbiger Verfügung wurde ihm Frist angesetzt, um sich zum ver-

langten Prozesskostenbeitrag zu äussern und die Berufung zu beantworten. Des 

Weiteren wurde die Prozessleitung delegiert (act. 8). Mit rechtzeitiger Berufungs-

antwort vom 19. September 2022 (Poststempel) stellte der Kläger die vorstehend 

wiedergegebenen Anträge (act. 10 S. 2 f. und Beilagen act. 12/1-17). Die Eingabe 

wurde der Beklagten samt Beilagen zugestellt (act. 13 f.). Die von beiden Parteien 

in Aussicht gestellten Polizeirapporte wurden mit Nachtrag vom 6. Oktober 2022 

vom Kläger eingereicht (act. 15 und act. 16) und der Beklagten zur Kenntnis ge-

bracht (act. 20). Die Beklagte äusserte sich im Rahmen des allgemeinen Replik-

rechts mit Schriftsatz vom 14. Oktober 2022 und reichte weitere Beilagen ein 

(act. 17 und act. 18/1-24). Diese Eingabe (inkl. Beilagen) wurde dem Kläger mit 

Verfügung vom 10. November 2022 zugestellt, mit dem Hinweis, dass das Verfah-

ren spruchreif erscheine und in die Phase der Urteilsberatung übergehe (act. 22). 

Weitere Eingaben erfolgten nicht. 

 3. Die vorinstanzlichen Akten wurden von Amtes wegen beigezogen 

(act. 7/1-70). Die Sache ist spruchreif.  

II. 

 Es liegt ein berufungsfähiger Entscheid über vorsorgliche Massnahmen nicht 

vermögensrechtlicher Natur vor (Art. 308 Abs. 1 lit. b ZPO; vgl. act. 6 S. 24). Mit 

der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige Feststel-

lung des Sachverhaltes geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Ebenfalls gerügt 

werden kann die (blosse) Unangemessenheit des vorinstanzlichen Entscheids. 

Unangemessenheit liegt vor, wenn ein Entscheid zwar innerhalb des gerichtlichen 

- 9 - 

Ermessensspielraumes liegt, auf sachlichen Kriterien beruht und auch nicht un-

verständlich ist, jedoch unter Berücksichtigung sämtlicher Gegebenheiten des 

konkreten Falles als unzweckmässig erscheint (vgl. ZK ZPO-Reetz/Theiler, 3. A. 

2016, Art. 310 N 6 und 36). Strittig im vorliegenden Berufungsverfahrens ist das 

Besuchs- und Ferienrecht des Klägers. Bei Kinderbelangen in familienrechtlichen 

Angelegenheiten gilt der Offizial- und uneingeschränkte Untersuchungsgrundsatz 

(Art. 296 Abs. 1 ZPO). Das Gericht entscheidet ohne Bindung an die Parteianträ-

ge (Art. 296 Abs. 3 ZPO). Die Novenschranke von Art. 317 ZPO gilt nicht (vgl. 

BGer 5A_770/2018 vom 6. März 2019, E. 3.2; BGE 144 III 349, E. 4.2.1). 

III. 

 1. Bereits vor Rechtshängigkeit des Scheidungsverfahrens angeordnete 

Eheschutzmassnahmen, zu welchen auch das Besuchsrecht zählt, dauern auch 

nach Erhebung der Scheidungsklage weiter (Art. 276 Abs. 2 Satz 1 ZPO). Wie be-

reits die Vorinstanz zutreffend darlegte (act. 6 S. 14), ist deren Abänderung für die 

Dauer des Scheidungsverfahrens möglich, setzt allerdings ein Rechtsschutzinte-

resse voraus, welches insbesondere dann vorliegt, wenn sich die Verhältnisse 

seit Erlass der Eheschutzmassnahme wesentlich und dauerhaft verändert haben 

(Art. 276 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 179 Abs. 1 ZGB; BGE 141 III 376 E. 3.3.1). 

 2. Die Vorinstanz hielt eine Abänderung der Besuchsrechtsregelung ge-

mäss Eheschutzentscheid für zulässig und deren Erweiterung auf Übernachtun-

gen für angezeigt. Zur Begründung wurde ausgeführt, die Parteien hätten über-

einstimmend eine Anpassung der eheschutzrechtlichen Besuchsrechtsregelung 

für angemessen gehalten, weshalb der Kläger C._____ nicht mehr nur zwei Stun-

den pro Wochenende, sondern seit Juni 2021 jeweils donnerstagnachmittags und 

sonntags betreue. Allein daraus ergebe sich, dass sich die Verhältnisse seit dem 

Eheschutzurteil wesentlich und dauerhaft verändert hätten. Da C._____ nun drei 

Jahre alt sei und bereits jetzt beim Kläger schlafe, wenn auch nur in Form eines 

Mittagsschlafs, sei nicht ersichtlich, weshalb das praktizierte Besuchsrecht nach 

rund einem Jahr nicht auf eine Übernachtung ausgedehnt werden könne, handle 

es sich hierbei doch gerade um eine schrittweise Ausdehnung, wie es die Beklag-

- 10 - 

te wünsche. Der Kläger zeige sein Interesse und seine Bereitschaft, C._____ ein 

guter Vater zu sein. Dem und dem Umstand, dass C._____ heute als Dreijähriger 

andere Bedürfnisse habe als damals mit acht Monaten, sei umgehend Rechnung 

zu tragen. Kinder hätten das Bedürfnis, regelmässigen Kontakt zu beiden Eltern 

zu pflegen. Für C._____s Entwicklung und die Vater-Kind-Beziehung sei es wich-

tig, das Besuchsrecht weiter auszudehnen. Gründe, welche dagegen sprechen 

würden, seien nicht ersichtlich (act. 6 S. 17 und 19). Entsprechend verfügte die 

Vorinstanz in Abänderung des Eheschutzentscheids ab sofort ein Besuchsrecht 

mit Übernachtungen jedes zweite Wochenende, unterteilt in vier Phasen (ab Pha-

se 3 dreitägig). Dabei wurde das bisherige Besuchsrecht im Grundsatz beibehal-

ten, jedoch dem Wunsch der Beklagten entsprechend von Donnerstag- auf Mitt-

wochnachmittag und von Sonntag auf Samstag verlegt, wobei die Samstagsbe-

suche in den Wochen ohne Übernachtungen in der Häufigkeit je nach Phase vari-

ieren. Diese Besuchs- und die Ferienregelung im einleitend wiedergegebenen 

Sinne wurden bis zum Kindergarteneintritt von C._____ befristet (act. 6 S. 20 f.). 

 3. Im Zeitpunkt der eheschutzrechtlichen Trennungsvereinbarung vom 

31. Oktober 2019 war C._____ acht Monate alt. Das Besuchsrecht des Klägers 

wurde auf zwei Stunden jeden Sonntag festgelegt. Dass eine Abstufung bei so 

kleinen Kindern unterbleibt, ist nicht aussergewöhnlich, wenn auch – wie die Be-

klagte geltend macht – das Älterwerden von C._____ voraussehbar war (act. 2 

S. 9 f.). Gemäss übereinstimmender Darstellung der Parteien praktizieren sie seit 

Juni 2021 und damit seit über einem Jahr eine vom Eheschutzentscheid abwei-

chende bzw. ausgedehntere Besuchsrechtsregelung, indem der Kläger C._____ 

jeden Donnerstag von 14:00 Uhr bis 19:00 Uhr und jeden Sonntag von 10:00 Uhr 

bis 19:00 Uhr betreut (act. 10 S. 8; Prot. VI S. 31; act. 2 S. 10; act. 7/29 S. 16). Es 

ist daher entgegen der Beklagten (act. 2 S. 9) mit der Vorinstanz davon auszuge-

hen, dass sich durch diese seit über einem Jahr gelebte Besuchsrechtsregelung 

die Verhältnisse seit dem Eheschutzurteil wesentlich und dauerhaft verändert ha-

ben. Damit ist eine Neubeurteilung des Besuchsrechts bzw. vorsorgliche Anpas-

sung der eheschutzrechtlichen Besuchsrechtsregelung grundsätzlich gerechtfer-

tigt.  

- 11 - 

 4. Mit der Berufung macht die Beklagte im Kern geltend, der Kläger habe 

vor Vorinstanz nicht dargetan, weshalb das gelebte Besuchsrecht nicht weiterhin 

angemessen sei (act. 2 S. 10). Das auf vier Phasen zersplitterte Besuchsrecht mit 

zahlreichen unregelmässigen Aufenthaltstagen beim Kläger sei für Eltern und 

Kind belastend. Sie hält grundsätzlich am bisher praktizierten Besuchsrecht von 

einem halben und einem ganzen Tag fest (mit einem Wechsel von Donnerstag- 

auf Mittwochnachmittag und von Samstag auf Sonntag) und beantragt ab dem 

vierten Geburtstag von C._____ (tt.mm.2023) eine Ausdehnung auf zweitägige 

Wochenendbesuche (jede zweite Woche) ohne Übernachtungen beim Kläger 

(act. 2 S. 2 und 19 f.). Übernachtungen seien vor dem Eintritt von C._____ in den 

Kindergarten im Sommer 2023 nicht mit dem Kindeswohl vereinbar (act. 2 S.11, 

15, 20; act. 17 S. 10). 

 4.1.1    Die Beklagte wirft der Vorinstanz vor, den Sachverhalt, in welchem 

C._____ seit seiner Geburt lebe, nicht genügend erforscht zu haben. Erstmals im 

Berufungsverfahren lässt sie ausführen, die Parteien hätten nach der Trennung 

im Mai 2019 bis April 2020 weiterhin unter einem Dach gelebt, jedoch räumlich 

voneinander getrennt. Sie seien sich bis zur Eheschutzverhandlung im Oktober 

2019 aus dem Weg gegangen und sie (die Beklagte) habe sich allein um C._____ 

gekümmert. Von Dezember 2019 bis Januar 2021 (recte 2020) sei der Kläger in 

Peru gewesen, sie mit C._____ in der Zeit von März bis Juni 2020 ebenfalls 

(act. 2 S. 5, 8-10; act. 17 S. 3). Erst hernach, als C._____ bereits eineinhalb Jahre 

alt gewesen sei, habe das eheschutzrechtlich verfügte Besuchsrecht ausgeübt 

werden können. Ein Urvertrauen habe C._____ zum Kläger nicht aufbauen kön-

nen. (act. 2 S. 15 f.).  

 4.1.2    Die Parteien haben sich kurz nach der Geburt von C._____ getrennt 

und der Kläger hatte ein dem Alter des Kindes entsprechend eingeschränktes Be-

suchsrecht. Dass er dieses gemäss Darstellung der Beklagten erst ab Juni 2020 

hat ausüben können, weil beide Parteien davor je für mehrere Monate in Peru 

gewesen seien, fällt insofern nicht ins Gewicht, als nicht behauptet wird, der Klä-

ger habe hernach das Besuchsrecht nicht zuverlässig und korrekt wahrgenom-

men. Andernfalls wäre wohl auch dessen Ausdehnung im gegenseitigen Einver-

- 12 - 

nehmen nicht erfolgt. Vor diesem Hintergrund sind im vorliegenden Kontext die 

divergierenden Darstellungen der Parteien zu den gelebten Verhältnissen im 

Trennungszeitpunkt (act. 2 S. 9; act. 10 S. 3 f., 9) wie auch die Umstände rund 

um den verlängerten Aufenthalt der Beklagten mit C._____ in Peru von März bis 

Juni 2020 (geschlossene Grenzen aufgrund der Pandemie gemäss der Beklagten 

[act. 2 S. 9] / Verweigerung der Rückreise trotz organisierter Flüge gemäss dem 

Kläger [act. 10 S. 6 f., 9]) nicht entscheidend. Dass die Vorinstanz ihren Entscheid 

auf die seit Juni 2021 gelebten Betreuungsverhältnisse stützte, ist nicht zu bean-

standen und eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes nicht gegeben. 

 4.2 Weiter lässt die Beklagte ausführen, die auf ihre Initiative und mit Zu-

stimmung des Klägers erfolgte sukzessive Ausdehnung der Besuchszeiten, seit 

Juni 2021 auf wöchentlich einen Ganztages- und einen Nachmittagsbesuch, solle 

einen angemessenen Beziehungsaufbau zum Kläger fördern, damit C._____ ab 

dem Kindergarten im Sommer 2023 in der Lage sei, beim Kläger zu übernachten 

bzw. jedes zweite Wochenende bei ihm zu verbringen (act. 2 S. 11 f., 15, 18; 

act. 17 S. 6 f.). Wie bereits vor Vorinstanz (act. 7/29 S. 16 ff., Prot. VI S. 36 ff.) 

macht sie geltend, die derzeitige Besuchsregelung sei noch nicht genügend etab-

liert und habe zu Verhaltens- und Schlafstörungen bei C._____ geführt, welcher 

Mühe mit den unterschiedlichen Erziehungsstilen der Eltern habe. Nach den Be-

suchen beim Kläger habe C._____ berichtet, dass er sie (die Beklagte) sehr ver-

misst habe und er beim Kläger viel habe weinen müssen. Er sei in den folgenden 

Monaten oft verwirrt gewesen und in der Nacht weinend aufgewacht und habe 

plötzlich nicht mehr allein in der Spielgruppe bleiben wollen (act. 2 S. 11-13, 19 f.; 

act. 17 S. 7 f., 10). Hinzu komme, dass der Kläger C._____ eine ständig spürbare 

Ablehnung ihr (der Beklagten) gegenüber vorlebe; diesbezüglich zählt die Beklag-

te zahlreiche Anschuldigungen und Beleidigungen auf, welche der Kläger geäus-

sert und C._____ in der Folge nach der Rückkehr vom Kläger wiederholt haben 

soll (act. 2 S. 12 f., 19). Der Kläger wolle auch nicht, dass sie C._____ zu ihm 

bringe und wieder abhole, damit C._____ verstehe, dass sie immer zurückkom-

men werde. Auch wolle er nicht, das sie ihm C._____s Sachen mitgebe, wie z.B. 

sein Lieblingsschaf, mit welchem er schlafe. Er nehme die Bedürfnisse von 

C._____ zu wenig wahr (act. 2 S. 13; act. 17 S. 8). Entgegen der Vorinstanz treffe 

- 13 - 

es nicht zu, dass C._____ beim Kläger Mittagschlaf halte. Wenn er während Aus-

flügen mit dem Kläger im Auto einschlafe, sei das nicht mit Mittagsschlaf gleich-

zusetzen. In einem Bett sei er beim Kläger noch nie eingeschlafen. Seit ca. April 

2022 mache C._____ keinen Mittagsschlaf mehr. Er sei bis vor kurzem noch ge-

stillt worden, habe noch nie eine Nacht getrennt von seiner Mutter verbracht und 

suche insbesondere in der Nacht ihre Nähe. All das zeige auf, dass die von der 

Vorinstanz verfügte Ausdehnung des Besuchsrechts zu rasch erfolgt sei und nicht 

den Verhältnissen entspreche (act. 2 S. 14, 18, 20; act. 17 S. 10.). Dass C._____ 

noch mit der Umstellung zu kämpfen habe, belege auch der Bericht der Psycho-

therapeutin D._____ (act. 2 S. 18 f.; act. 17 S. 10, act. 7/30). Auch heute noch 

vermisse C._____ sie (die Beklagte) während den Besuchstagen und weine dann 

oft. Die Phase, bei welcher die Verlustängste von C._____ abgebaut werden und 

er das Vertrauen zu beiden Eltern festigen könne, solle daher weiterdauern und 

erst im Kindergartenalter auf Wochenendbesuche mit Übernachtungen ausge-

dehnt werden (act. 2 S. 15). Die Vorinstanz anerkenne zwar das besonders 

schutzwürdige Interesse am persönlichen Verkehr zwischen Vater und Kind, fo-

kussiere dann aber einzig auf den Kläger und lasse ausser Acht, dass die persön-

liche Situation von C._____ einen behutsamen Beziehungsaufbau erfordere und 

seine Interessen im Vordergrund stehen sollten (act. 2 S. 19).  

 5. Der Kläger bestreitet, dass das von der Beklagten geschilderte Verhal-

ten C._____s auf die Ausdehnung des Besuchsrechts zurückzuführen sei. 

C._____ und er hätten eine innige, herzliche und gefestigte Vater-Sohn-

Beziehung. Es sei unglaubwürdig, dass die gelebte Betreuung so lange Zeit prak-

tiziert worden wäre, wenn die Behauptungen der Beklagten zutreffen würden 

(act. 10 S. 11, 14 f., 19). Dass die derzeitige Betreuung noch nicht gefestigt sei, 

sei absurd (act. 10 S. 11). Die Abnabelung von C._____ falle der Beklagten 

schwer. So habe sie C._____ auch noch mit drei Jahren gestillt. Durch ihr eigenes 

Nicht-Loslassen-Können verliere sie C._____ und seine Bedürfnisse aus dem Fo-

kus (act. 10 S. 13). Dass er schlecht über die Beklagte spreche, sei nicht zutref-

fend. Im Gegenteil habe er im 2021 und dieses Jahr zusammen mit C._____ ein 

aufwendiges Muttertagsgeschenk für die Beklagte gebastelt (act. 10 S. 12, 17, 

act. 11/10). C._____ habe bei ihm ein voll ausgestattetes Kinderzimmer. Dass er 

- 14 - 

bei ihm Mittagsschlaf gehalten habe, habe er der Beklagten mit ihr zugesandten 

Bildern im Juni/Juli 2021 belegt. Ihre gegenteiligen Behauptungen seien verwerf-

lich (act. 10 S. 13 und 16). Er habe seit der Geburt von C._____ regelmässigen 

Kontakt zu ihm gepflegt und sich seit dessen Rückkehr aus Peru auch regelmäs-

sig um ihn gekümmert, seit über einem Jahr jeden Donnerstagnachmittag und je-

den Sonntag. Eine sofortige Ausdehnung des Besuchsrechts auf Übernachtungen 

sei für die persönliche Entwicklung und das Wohl von C._____ angezeigt (act. 10 

S. 15). Die Beklagte vermöge nicht objektiv zu begründen, weshalb sie diesbe-

züglich auf den Eintritt von C._____ in den Kindergarten fokussiert sei (act. 10 

S. 19).  

 6.1 Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht zusteht, und das 

minderjährige Kind haben gegenseitig Anspruch auf angemessenen persönlichen 

Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB). Die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen 

ist sehr wichtig und kann bei dessen Identitätsfindung eine entscheidende Rolle 

spielen. Die Festlegung des Besuchsrechts muss sich stets am Einzelfall orientie-

ren, wobei als oberste Richtschnur für dessen Ausgestaltung das Kindeswohl gilt 

(vgl. statt vieler FamKomm Scheidung/Büchler, 4. A. 2022, N 25 zu Art. 273 

m.w.H. und BGer 5A_290/2020 vom 8. Dezember 2020, E. 2.2).  

 6.2 Für die Entwicklung einer nahen Beziehung zwischen dem Kind und 

dem nicht obhutsberechtigten Elternteil sind auch Übernachtungen miteinzu-

schliessen. Übernachtungen als Bestandteil des Besuchsrechts sind für das Kind 

wichtig, weil die Rituale des Zubettgehens und Wiederaufstehens ihm in besonde-

rem Mass das Gefühl vermitteln, auch beim anderen Elternteil zu Hause zu sein. 

Es gibt keine fixe Altersgrenze für Übernachtungen. Diese können auch bei Klein-

kindern angeordnet werden, namentlich, wenn sie mit dem Aufenthaltsort schon 

vertraut sind und sowohl bereits ein regelmässiger Kontakt zum Besuchrechtsbe-

rechtigten als auch eine gute Beziehungsqualität bestehen (vgl. FamKomm 

Scheidung/Büchler, N 28 zu Art. 273; KGer SG KES.2016.2 vom 12. Juli 2016, E. 

7 f. m.w.H.).  

 7.1 Gemäss Darstellung der Beklagten sollte die Ausdehnung der Be-

suchszeiten den Beziehungsaufbau von C._____ zum Vater fördern (act. 7/29 

- 15 - 

S. 16, act. 2 S. 11) und erfolgte somit mit Blick auf das Kindeswohl. Diese Haltung 

und die Erweiterung des Besuchsrechts, zu welcher beide Parteien Hand boten, 

ganz unabhängig davon, von wem die Initiative ausging, verdienen Respekt. Auch 

räumten beide Parteien anlässlich der Instruktionsverhandlung ein, dass es 

C._____ beim jeweilig anderen Elternteil gut geht (vgl. Prot. VI S. 32 und 39). Wie 

bereits vor Vorinstanz lehnt die Beklagte eine Erweiterung des Besuchsrechts auf 

Übernachtungen bis zum Eintritt von C._____ in den Kindergarten (voraussichtlich 

im Sommer 2023, act. 2 S. 15) ab, weil sie sich um dessen Wohlbefinden sorgt.  

 7.2 C._____ wird in Kürze (tt.mm.2023) vier Jahre alt. Er ist jetzt schon in 

einem Alter, in welchem Übernachtungen beim nicht hauptbetreuenden Elternteil 

durchaus in Betracht gezogen werden können. Sodann wird C._____ vom Kläger 

seit Juni 2021 und damit seit über einem Jahr wöchentlich jeweils am Donners-

tagnachmittag und Sonntag bei sich zu Hause betreut. In dieser für ein Kleinkind 

relativ langen Zeitspanne konnte er sich an die regelmässigen Besuche beim Klä-

ger gewöhnen. Der Wohnort des Klägers ist ihm bekannt. Er hat beim Kläger ein 

eingerichtetes Kinderzimmer, in welchem er auch schon Mittagsschlaf gehalten 

hat, wie der Kläger mit Fotos belegt (vgl. act. 12/9 und 12/12). Die diesbezügli-

chen Behauptungen der Beklagten (Ziff. III.4.2) zielen an der Sache vorbei. Ent-

scheidend ist ohnehin nicht, ob C._____ im Bett oder an einem anderen Ort (So-

fa, Auto) einschläft, sondern vielmehr, dass er sich beim Kläger entspannen und 

einschlafen kann. Der Kläger zeigt Interesse am Sohn. Er konnte sich mit seinem 

100%-Arbeitspensum so einrichten, dass er C._____ unter der Woche einen hal-

ben Tag betreuen kann. Der Umstand, dass die Parteien seit Juni 2021 ein aus-

gedehntes Besuchsrechts praktizieren, zeugt vom Interesse des Klägers, mehr 

Zeit mit C._____ verbringen zu wollen, unabhängig davon, von wem die Initiative 

hiezu ausging. Dies vermag die Beklagte, welche dem Kläger vorwirft, vor Einlei-

tung des Scheidungsverfahrens nie um die Ausdehnung des Besuchsrechts be-

müht gewesen zu sein (act. 2 S. 10 f.), nicht in Frage zu stellen. Dass der Kläger 

das Besuchsrecht bis anhin nicht zuverlässig ausgeübt und C._____ nicht alters-

gerecht betreut hätte, wird nicht geltend gemacht. Die Befürchtung der Beklagten, 

C._____ habe sich noch nicht an das Besuchsrecht beim Kläger gewöhnt und die 

- 16 - 

Beziehung zum Vater sei für eine weitere Ausdehnung noch nicht hinreichend ge-

festigt, scheint nach dem Gesagten nicht realitätsnah. 

 7.3.1    Die Beklagte wirft der Vorinstanz vor, die von ihr gegen die Auswei-

tung des Besuchsrechts vorgebrachten Gründe nicht berücksichtigt zu haben. 

Dabei bezieht sie sich auf den Bericht der Psychotherapeutin D._____ und die 

verschiedenen Erziehungsstile der Parteien (act. 2 S. 19 f.). Die Vorinstanz hat ih-

re Argumente wiedergegeben (act. 6 S. 16), ist jedoch implizit davon ausgegan-

gen, dass diese einer Besuchsrechtserweiterung auf Übernachtungen nicht ent-

gegenstehen. 

 7.3.2    Der von der Beklagten vor Vorinstanz eingereichte Bericht der Psy-

chotherapeutin D._____ vom 28. März 2022 basiert auf drei Beratungsterminen 

mit der Beklagten, zwei im Beisein von C._____, in der Zeit von Januar bis März 

2022. Der Bericht hält die von der Beklagten berichteten Sachdarstellungen fest 

und kommt zum Schluss, dass die wahrscheinliche Ursache für C._____s Tren-

nungsängste das belastete Verhältnis zwischen den Eltern und die damit verbun-

denen Übergaben sei, im Rahmen welcher C._____ zu wenig Halt bekomme. 

Zwecks deren Überwindung wird empfohlen, die bisherige Betreuung bis zum 

Kindergarteneintritt im gleichen Umfang bestehen zu lassen (act. 7/30).  

 Einerseits beruht dieser Bericht allein auf Sachdarstellungen der Beklagten, 

weshalb der Kläger zu Recht einwendet, dass ihm beschränkte Aussagekraft zu-

kommt. Anderseits kommt darin zum Ausdruck, dass C._____s Trennungsängste 

wahrscheinliche Folge des elterlichen Konflikts sind. Dieser Konflikt zeigt sich ins-

besondere auch daran, dass die Parteien hauptsächlich schriftlich miteinander 

kommunizieren, nach Ansicht des Klägers u.a. zwecks Deeskalation, und anläss-

lich der Übergaben von C._____ kein Austausch zwischen den Eltern stattfindet. 

Sie begrüssen einander auch nicht (Prot. VI S. 33, 37, 39; act. 2 S. 13, act. 10 

S. 12). Der Kläger mutmasst, die Beklagte habe Mühe mit dem Loslassen von 

C._____. Sie wirft ihm vor, vor C._____ schlecht über sie zu sprechen und unge-

nügendes Interesse an seinem Wohl zu zeigen (er wolle nicht, dass sie ihm Sa-

chen von C._____ mitgebe oder anrufe, wenn C._____ bei ihm sei oder die Über-

gaben am klägerischen Wohnort stattfinde, vgl. act. 2 S. 12 f; Ziff. III.4.2). Dass 

- 17 - 

der Kläger sich jedoch nicht fürsorglich um C._____ kümmern würde, wenn er bei 

ihm ist, behauptet die Beklagte nicht. 

 Chronischer elterlicher Konflikt gilt erwiesenermassen als erheblicher Risiko-

faktor für die kindliche Entwicklung (FamKomm Scheidung Band II/Schreiner, 

4. A. 2022, Anh. Psych N 168). Ein Kind hat Vater und Mutter gern. Wenn diese 

gemäss übereinstimmender Darstellung der Parteien bei der Übergabe von 

C._____ selbst eine Begrüssung unterlassen, bringt das ein Kind in seinem Alter 

zwangsläufig in einen Gefühlskonflikt. Kinder erleben den Wechsel von einem 

zum anderen Elternteil oft als anstrengend und das Weggehen bzw. Loslassen 

fällt ihnen schwer (Büchler/Simoni, Kinder und Scheidung, S. 269 ff. 279 ff.); unter 

den vorstehend geschilderten Bedingungen gilt das umso mehr. Die Vorinstanz 

hat zutreffend darauf hingewiesen, dass diese Situation C._____ schadet (act. 6 

S. 18). Die Parteien müssen sich bewusst sein, dass sie damit das Wohl von 

C._____ missachten und ihn in einen Loyalitätskonflikt gegenüber beiden Eltern 

bringen. Daran ändert nichts, dass sie ansonsten je einzeln engagiert und um das 

Wohl von C._____ bemüht sind. Damit C._____ eine konfliktbefreite Beziehung 

zu beiden Elternteilen haben kann, ist er auch anlässlich der Übergänge von ei-

nem Elternteil zum anderen auf deren Unterstützung angewiesen.  

 Vor dem Hintergrund des vorstehend Gesagten (vgl. auch Ziff. III.7.2) 

scheint es unwahrscheinlich, dass die Erweiterung der Besuche als solche Ursa-

che der von der Beklagten geschilderten Probleme (insb. Trennungsängste) 

C._____s ist. Von massgeblicher Bedeutung dürfte eher die angespannte Situati-

on sein, in welche C._____ insbesondere auch bei den Übergaben gebracht wird. 

Die Trennungsangst im Rahmen der Drittbetreuung (insb. Spielgruppe) und der 

elterliche Konflikt sind vorliegend jedoch keine Gründe, die einer Ausdehnung des 

Besuchsrechts auf Übernachtungen entgegen stehen, solange damit nicht eine 

Beeinträchtigung von C._____s Wohl einhergeht. Eine solche ist vorliegend nicht 

zu sehen (s. dazu E. III. 7.6.1). In diesem Zusammenhang ist sodann festzuhal-

ten, dass die von der Beklagten ab Februar 2023 beantragte Ausdehnung des 

Besuchsrechts auf ein ganzes Wochenende ohne Übernachtung ein viermaliges 

- 18 - 

Hin und Her innert zwei Tagen darstellen würde. Dies würde für C._____ Unruhe 

und Stress bedeuten und läge nicht in seinem Interesse. 

 7.4  Entgegen der Beklagten (act. 2 S. 10) kam die Vorinstanz hinsichtlich 

der vom Kläger beantragten alternierenden Obhut mit hälftiger Betreuung nicht 

zum Schluss, dass die Veränderung an sich eine Kindeswohlgefährdung darstel-

len würde, sondern dass das konfliktbehaftete Verhältnis der Parteien mit man-

gelnder Kommunikationsfähigkeit und Bereitschaft im einem Wechselmodell zu 

leben, einer solchen Regelung entgegenstünde (vgl. act. 6 S. 18 f.). Tatsächlich 

stellt eine geteilte Obhut mit alternierender Betreuung noch höhere Anforderun-

gen an die elterliche Kommunikation und funktionierende Absprachefähigkeit, 

welchen die Parteien gemäss Vorinstanz aktuell nicht zu genügen vermögen.  

 7.5 Die Ausführungen der Beklagten zum Arbeitspensum des Klägers 

(act. 2 S. 16 f.) sind für das vorliegende Verfahren – in welchem die geteilte Obhut 

mit hälftiger Betreuung nicht (mehr) Thema ist – irrelevant, macht doch die Be-

klagte nicht geltend, am Besuchshalbtag unter der Woche betreue der Kläger 

C._____ nicht persönlich. Sodann ist unbestritten, dass er an den Wochenenden 

nicht arbeitet. Nicht einzugehen ist sodann auf die behaupteten (act. 2 5, 20) und 

bestrittenen (act. 10 S. 4, 18) häuslichen Gewalttätigkeiten des Klägers gegen-

über der Beklagten, welche diese in der Stellungnahme vom 14. Oktober 2022 

noch als verbale Aggressionen bezeichnet (act. 17 S. 4), da sie weder durch die 

eingereichten Polizeirapporte erhärtet wurden (act. 16) noch entsprechendes 

Verhalten gegenüber C._____ behauptet wurde. 

 7.6.1    Gegen Übernachtungen beim Kläger spräche, wenn die Aufenthalte 

beim Vater für C._____ besonders belastend wären. Das ist aufgrund der seit ei-

nem Jahr praktizierten Betreuungsregelung, während welcher Zeit C._____ viel 

Zeit mit dem Vater hat verbringen und zweifelsohne eine gefestigte Vertrauens-

beziehung zu diesem hat aufbauen können, nicht anzunehmen (vgl. auch vorste-

hend Ziff. III.7.2). Eine Trennung von der Mutter als Hauptbezugsperson sollte im 

Alter von C._____, welcher im Februar 2023 vier Jahre alt und seit über einem 

Jahr regelmässig vom Vater bei sich zu Hause betreut wird, möglich sein. Dass 

C._____ die Mutter als Hauptbezugsperson auch heute noch vermisst, wenn er 

- 19 - 

beim Kläger ist (act. 2 S. 15), ist altersadäquat und kein Argument gegen ein Be-

suchsrecht mit Übernachtungen beim Vater. Ebenso wenig der Umstand, dass die 

Eltern verschiedene Erziehungsstile haben, zumal keine objektiven Gründe aus-

zumachen sind, die auf eine Gefährdung des Kindeswohls schliessen liessen. 

Auch ist das Interesse des Klägers, die Vater-Kind-Beziehung mit Übernachtun-

gen weiter zu festigen, nicht ausser Acht zu lassen. Dass der Kläger die Besuche 

bisher nicht verlässlich und fürsorglich wahrgenommen und C._____ die Besuche 

beim Vater nicht genossen hätte, behauptet auch die Beklagte nicht. Zwar macht 

sie wie gesagt geltend, der Kläger nehme die Bedürfnisse von C._____ nicht hin-

reichend war, bezieht sich dabei aber nicht auf die von C._____ mit dem Kläger 

verbrachte Zeit, sondern vielmehr auf die ihrer Ansicht nach mangelnde Koopera-

tionsbereitschaft des Klägers auf der Elternebene (vgl. Ziff. III.7.3.2). Dass eine 

Besuchsrechtsregelung mit Übernachtungen beim Kläger nicht im Wohl von 

C._____ wäre, ist nach dem Gesagten nicht ersichtlich.  

 7.6.2    Der Vorinstanz ist somit beizupflichten, dass das Besuchsrecht neu 

auch Übernachtungen beim Vater beinhalten soll. Die Bedenken der Beklagten 

aufgrund des Umstands, dass C._____ noch nie eine Nacht getrennt von ihr ver-

bracht habe und insbesondere in der Nacht ihre Nähe suche (act. 2 S. 14, 20), 

sind nachvollziehbar. Aufgrund der bisherigen Besuchrechtsausübung gibt es in-

des keine Gründe zur Annahme, dass der Kläger C._____ während den Über-

nachtungen nicht liebevoll umsorgen würde. Die erste Übernachtung beim Kläger 

wird sodann, unabhängig vom Zeitpunkt, ein grosses Ereignis sein, welches eine 

Umstellung mit sich bringen wird. Es ist am Kläger, sich hinreichend mit der Be-

klagten über die abendlichen Einschlafgewohnheiten von C._____ auszutau-

schen, liegt es doch auch in seinem Interesse, dass C._____ die Übernachtungen 

bei ihm positiv erlebt. Von Bedeutung kann dabei sein, dass er seine "Giraffe" 

mitbringen kann, dem sich der Kläger denn auch nicht verschliesst (act. 10 S. 12). 

Wenn auch C._____ beim Kläger zweifelsohne und anhand der Einrichtung des 

Kinderzimmers ersichtlich über genügend Spielsachen verfügt, haben Kinder oft 

das eine spezielle Plüschtier, welches sie zum Einschlafen (wo auch immer) 

brauchen, ganz unabhängig davon, von wem sie dieses erhalten haben.  

- 20 - 

 7.6.3    Gründe, weshalb mit den Übernachtungen bis zum Eintritt von 

C._____ in den Kindergarten (voraussichtlich Sommer 2023) zuzuwarten ist, sind 

nicht ersichtlich. Bei dem von der Beklagten erwähnten Besuchsrecht mit Über-

nachtungen ab dem Kindergartenalter, wie sie von Bekannten wisse, handelt es 

sich nicht um eine allgemeingültige Praxis. Vielmehr ist immer auf den konkreten 

Einzelfall abzustellen. Dass die Ausweitung des Besuchsrechts auf Übernachtun-

gen im vorliegenden Fall gerade nicht mit dem Eintritt von C._____ in den Kinder-

garten zusammenfallen sollte, liegt auf der Hand. So wurde und wird C._____ 

hauptsächlich von der Beklagten betreut. Die Trennung von der Hauptbezugsper-

son und Betreuung durch Drittpersonen im Rahmen der Spielgruppenbesuche 

scheint ihm noch Mühe zu bereiten, wie die Beklagte geltend macht. Mit dem Ein-

tritt in den Kindergarten wird C._____ an fünf Tagen die Woche jeweils den gan-

zen Vormittag im Kindergarten sein. Ein wesentlicher Teil der Betreuung während 

des Tages wird somit durch die Schule übernommen, was für C._____ eine gros-

se Umstellung mit sich bringen wird. Daher scheint es angebracht und spricht 

nichts dagegen, das Besuchsrecht beim Vater nicht erst bzw. gleichzeitig mit dem 

Kindergarteneintritt, sondern umgehend auf Übernachtungen auszudehnen, wie 

es auch die Vorinstanz für angemessen gehalten hat. 

 7.6.4    Das von der Vorinstanz angeordnete Besuchsrecht mit Beibehaltung 

der Samstagsbesuche in den Wochen ohne Übernachtungen, deren Ausgestal-

tung aber je nach Phase variiert, wird von der Beklagten zu Recht als belastend 

empfunden, müssen sich die Eltern und C._____ doch immer wieder nach relativ 

kurzer Zeit neu orientieren. Es drängt sich eine vereinfachte und konsistentere 

Regelung auf. In Anlehnung an den angefochtenen Entscheid ist das Besuchs-

recht des Klägers an jedem zweiten Wochenende auf Übernachtungen auszu-

dehnen, jedoch unter konstanter Beibehaltung der bisherigen Regelung von ei-

nem halben Wochentag und einem ganzen Wochenendtag in den Wochen ohne 

Übernachtung (wie von der Beklagten vor Vorinstanz beantragt, vom Kläger nicht 

abgelehnt und von der Vorinstanz verfügt: neu am Mittwoch- statt am Donners-

tagnachmittag und am Samstag statt am Sonntag) und wie folgt abzustufen: Ab 

1. Januar bis 31. März 2023 von Samstag 09:30 Uhr bis Sonntag 12:00 Uhr und 

ab 1. April 2023 bis zum Kindergarteneintritt C._____s von Samstag 09:30 Uhr bis 

- 21 - 

Sonntag 18:30 Uhr. Gegen diese von der Vorinstanz verfügten Übergabezeiten 

wandten die Parteien nichts Konkretes ein. Damit C._____ hinreichend Zeit hat, 

sich an diese Ausweitung zu gewöhnen, ist von einer weiteren Ausdehnung der 

Übernachtungen im Rahmen des Massnahmeverfahren abzusehen. Die vorste-

hende Besuchsrechtsreglung ist – mit der Vorinstanz – bis zum Kindergartenein-

tritt von C._____ zu beschränken. Zwar trifft es zu, dass C._____ bei dieser Re-

gelung kein ganzes Wochenende bei der Klägerin verbringt. Dies entspricht je-

doch den bereits seit über einem Jahr gelebten Verhältnissen, betreute doch der 

Kläger C._____ seit Sommer 2021 immer sonntags. Da die Beklagte nicht berufs-

tätig ist und C._____ an den übrigen Tagen, mit Ausnahme der beiden Spielgrup-

penhalbtage (Prot. VI S. 42), betreut, steht dieser Einwand der vorstehenden Re-

gelung nicht entgegen. Ausführliche Betreuungsregelungen für die Zeit nach dem 

Kindergarteneintritt sind in Anlehnung an den vorinstanzlichen Entscheid dem 

Hauptsachenprozess vorzubehalten. Das vorliegende Verfahren zielt nicht auf die 

endgültige Regelung der Verhältnisse ab. 

 7.6.5    Die Beklagte beantragt im Berufungsverfahren ein Ferienbesuchs-

recht des Klägers erst ab dem Kindergartenalter. Der Kläger schliesst auf Abwei-

sung ihrer Anträge. In Anbetracht des im Berufungsverfahren festzusetzenden 

Besuchsrechts mit Übernachtungen ab Januar 2023, welches sich erst noch etab-

lieren und zur Gewohnheit werden muss, ist die von der Vorinstanz verfügte Feri-

enregelung für wenige Monate, d.h. ab März 2023 bis zum Kindergarteneintritt 

(voraussichtlich Sommer 2023) von je sieben Wochen (Kläger max. eine Woche 

am Stück und Beklagte max. vier Wochen Stück) aufzuheben und diesbezüglich 

von einer Abänderung/Anpassung des Eheschutzentscheids abzusehen. Die Re-

gelung des Ferienbesuchsrechts ist ebenfalls dem Hauptverfahren vor Vorinstanz 

vorzubehalten. 

 7.6.6    In Anbetracht der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage ist der Kläger 

für berechtigt zu erklären, C._____ am zweiten Weihnachtstag bzw. am Montag, 

26. Dezember 2022, von 09:30 Uhr bis 18:30 Uhr zu sich oder mit sich auf Be-

such zu nehmen. Die Regelung der weiteren Doppelfeiertage Ostern und Pfings-

ten 2023 ist insofern obsolet, als C._____ am Osterwochenende (gerade Kalen-

- 22 - 

derwoche) beim Kläger übernachtet und am zweiten Doppelfeiertag bzw. dem Os-

termontag bei der Beklagten sowie am Pfingstwochenende (ungerade Kalender-

woche) am Samstag beim Kläger und hernach bei der Mutter ist.  

 7.6.7    Zur Übergabe von C._____ stellen die Parteien keine Anträge. Falls 

nötig entfällt eine entsprechende Regelungskompetenz auf die Beiständin 

(vgl. act. 6 S. 29). Es seien die Parteien an dieser Stelle daran erinnert, dass die 

Art und Weise der Übergabe des Kindes an den jeweils anderen Elternteil mitent-

scheidend dafür ist, wie das Kind diese Situation erlebt. Mit einer Regelung, ge-

mäss welcher die Beklagte C._____ zu den Besuchstagen beim Kläger bringt und 

er C._____ nach der Besuchszeit wieder an seinen Wohnort zurück bringt – oder 

umgekehrt –, könnten sie C._____ zeigen, dass sie die Besuchsrechtsregelung 

mittragen. 

 8. Im Ergebnis ist die Berufung teilweise gutzuheissen, Dispositiv-Ziff. 4 

des angefochtenen Entscheids aufzuheben und das Besuchsrecht des Klägers im 

Sinne der vorstehenden Erwägungen wie folgt neu zu regeln: 

a) ab 1. Januar bis 31. März 2023: 

 - jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Samstag, 

09:30 Uhr (verpflegt), bis Sonntag, 12:00 Uhr (unverpflegt), 

 - sowie jeden Samstag der ungeraden Kalenderwochen ab 09:30 Uhr bis 

18:30 Uhr, 

 - sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr, 

b) ab 1. April 2023 bis zum Kindergarteneintritt von C._____: 

 - jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Samstag, 

09:30 Uhr, bis Sonntag, 18:30 Uhr, 

 - sowie jeden Samstag der ungeraden Kalenderwochen ab 09:30 Uhr bis 

18:30 Uhr, 

 - sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr. 

- 23 - 

c) Der Kläger ist berechtigt, C._____ am zweiten Weihnachtstag d.h. am 

26. Dezember 2022 von 09:30 Uhr bis 18:30 Uhr zu sich oder mit sich auf 

Besuch zu nehmen." 

Im übrigen Umfang ist die Berufung abzuweisen. 

 9. Abschliessend ist anzumerken, dass es von grosser Bedeutung ist, 

dass die Beklagte C._____ mit dem nötigen Vertrauen auf die Wochenendbesu-

che beim Vater mit Übernachtung vorbereitet und wohlwollend einstimmt, denn 

die Gemütslage und Haltung der Eltern ist mitentscheidend dafür, wie Kinder die 

neuen Erfahrungen verknüpfen. Fehlt es an dieser Kooperationsbereitschaft, 

überträgt sich die ablehnende Haltung auf das Kind, was bei diesem – unabhän-

gig vom Alter – zu einer Belastung und Überforderung führen kann. Umgekehrt ist 

das Risiko von Irritationen und Stress auch bei einem noch kleinen Kind in der 

Regel gering, wenn beide Eltern das Besuchsrecht unterstützen. Das Funktionie-

ren einer konfliktfreien Kontaktregelung hängt somit zu weiten Teilen vom Verhal-

ten der Eltern ab (vgl. KGer GR ZK1 15 152 vom 16. Februar 2016, E. II.4.b). 

Diesem Aspekt sollten die Parteien gerade im vorliegenden Fall stets Rechnung 

tragen. 

 10. Mit vorliegendem Urteil wird der Entscheid hinsichtlich der Aufrechter-

haltung der aufschiebenden Wirkung obsolet. 

IV. 

 1. Die Vorinstanz hat die Kinderbelange mit 40% der Kosten gewichtet 

und die Kosten der Kinderbelange den Parteien je hälftig auferlegt. Da der Kläger 

lediglich betreffend – dem vorliegend nicht zu beurteilenden – Editionsbegehren 

obsiegte, wurde dem Kläger die Entscheidgebühr zu 70% und der Beklagten zu 

30% auferlegt und der Kläger wurde verpflichtet, der Beklagten eine reduzierte 

Parteientschädigung von Fr. 1'600.– zu bezahlen (act. 6 S. 24). Die vorinstanzli-

che Kostenteilung bzw. -regelung ist zu bestätigen, zumal das Berufungsverfah-

ren auf das Thema des Besuchsrechts beschränkt war. 

- 24 - 

 2.1 Die Beklagte stellte im vorliegenden Fall ein Gesuch um Leistung eines 

Prozesskostenbeitrags und beantragte eventualiter die Gewährung der unentgelt-

lichen Rechtspflege und Bestellung ihrer Rechtsvertreterin als unentgeltliche 

Rechtsbeiständin (act. 2 S. 22). Dies ist folgerichtig, da die unentgeltliche Rechts-

pflege in Verfahren, die den gemeinsamen ehelichen Bereich beschlagen, erst 

dann zu gewähren ist, wenn eine Partei über keine eigenen Mittel verfügt und 

auch kein Prozesskostenbeitrag vom Ehegatten erhältlich zu machen ist. Für die 

Bestimmung der Bedürftigkeit der gesuchstellenden Partei (Beklagte) sind also ih-

re Mittel sowie diejenigen der ihr gegenüber unterstützungsverpflichteten Person 

massgeblich. 

 2.2 Die Vorinstanz errechnete einen monatlichen Überschuss des Klägers 

von Fr. 687.05 und kam zum Schluss, damit könne er die mutmasslichen Pro-

zesskosten innert 24 Monaten zwar abbezahlen, mit diesem Überschuss und dem 

verbleibenden Vermögen von rund Fr. 5'000.– sei er jedoch finanziell nicht in der 

Lage, einen Prozesskostenbeitrag an die Beklagte zu leisten (act. 6 S. 9-13). 

Dass sich die Verhältnisse seither bedeutend verändert hätten, ist nicht ersichtlich 

(vgl. act. 2 S. 23-27). Der Antrag der Beklagten auf Leistung eines Prozesskos-

tenbeitrags durch den Kläger in Höhe von Fr. 7'000.– bzw. Fr. 8'000.– (vgl. act. 2 

S. 4 und 22) ist somit abzuweisen. 

 2.3.1    Eine Person hat Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie 

nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aus-

sichtslos erscheint (Art. 117 ZPO). Da die Rechtsmittelinstanz den Antrag nur für 

das Berufungsverfahren prüft, kann die ausführliche Darlegung der beklagtischen 

Rechtsvertreterin rund um den von der Beklagten veranlassten Anwaltswechsel 

vor Vorinstanz – die Entlassung ihrer vormaligen unentgeltlichen Rechtsvertrete-

rin und Abweisung des beklagtischen Gesuchs um deren Auswechslung (vgl. 

auch act. 7/59) – unberücksichtigt bleiben.  

 2.3.2    Die unentgeltliche Rechtspflege einschliesslich unentgeltliche Vertre-

tung wurde der Beklagten von der Vorinstanz bewilligt (act. 6 S. 29). Die nicht be-

rufstätige Beklagte verfügt über kein Einkommen und lebt von den im Eheschutz 

verfügten Unterhaltsbeiträgen von total Fr. 4'480.– (inkl. Kinderzulage, vgl. auch 

- 25 - 

act. 6 S. 12). Diesem Einkommen steht ein monatlicher Bedarf von Fr. 4'625.– 

gegenüber. Dieser setzt sich wie folgt zusammen (vgl. act. 2 S. 21 f.): Grundbe-

trag Beklagte Fr. 1'350.– und C._____ Fr. 400.–, Wohnkosten 2/3 Beklagte Fr. 

1'153.– und 1/3 C._____ Fr. 577.– (act. 7/22/9 und /11), Krankenkasse Beklagte 

Fr. 377.75 und C._____ Fr. 86.75 (act. 7/22/7), Hausrat und Haftpflicht Beklagte 

Fr. 17.50 (act. 7/22/15), Kommunikation Beklagte Fr. 150.– (act. 7/22/16) und Se-

rafe Beklagte Fr. 39.– (act. 7/22/17), Spielgruppe C._____ Fr. 174.– (act. 7/22/14 

und act. 7/31/30) und Steuern Beklagte Fr. 300.– (act. 7/22/11). Es resultiert ein 

Fehlbetrag von Fr. 145.– (act. 2 S. 21 f.). Es ist augenscheinlich, dass die Beklag-

te nicht in der Lage ist, mit den Unterhaltsbeiträgen auch die Prozesskosten zu fi-

nanzieren. Zwar hat sie ihre Vermögenssituation nicht belegt, wie der Kläger mo-

niert. Hinweise, dass sie bei den vorliegenden finanziellen Verhältnissen bedeu-

tende, den Notgroschen übersteigende Ersparnisse hätte äufnen können, liegen 

jedoch nicht vor und werden auch nicht behauptet. Die Rechtsbegehren im Beru-

fungsverfahren waren im Übrigen nicht aussichtslos und der Beizug anwaltlicher 

Vertretung für die Wahrung der Rechte angezeigt. Daher ist der Beklagten die 

unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und in der Person ihrer Rechtsvertrete-

rin eine unentgeltliche Rechtsbeiständin zu bestellen. Die Beklagte ist darauf hin-

zuweisen, dass sie zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage 

ist (vgl. Art. 123 ZPO). Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreterin 

ist in einem separaten Beschluss unter Berücksichtigung der Aufwandübersicht 

festzusetzen (vgl. § 23 Abs. 2 AnwGebV). 

 3. Es rechtfertigt sich, über die Kosten- und Entschädigungsfolgen für das 

Berufungsverfahren bereits im vorliegenden Entscheid zu befinden und nicht bis 

zum Endentscheid zuzuwarten (vgl. Art. 104 Abs. 3 ZPO). In Anwendung von 

§ 12 Abs. 1 und 2 i.V.m. § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 und Abs. 2 lit. b sowie § 8 Abs. 1 

GebV OG ist die zweitinstanzliche Entscheidgebühr auf Fr. 1'200.– festzusetzen. 

Die Kosten werden in der Regel nach Obsiegen und Unterliegen verteilt, hingegen 

kann davon in familienrechtlichen Verfahren abgewichen werden (vgl. Art. 107 

Abs. 1 lit. c ZPO). Beide Eltern haben ihre Standpunkte in guten Treuen mit dem 

Interesse des Kindes begründet. Die Berufung wird zudem teilweise gutgeheis-

sen. Es rechtfertigt sich daher die Prozesskosten des Berufungsverfahrens den 

- 26 - 

Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Der Anteil der Beklagten ist infolge der Ge-

währung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu 

nehmen, wobei die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO vorzubehalten ist. 

Parteientschädigungen sind aufgrund der hälftigen Teilung der Prozesskosten kei-

ne zuzusprechen.  

Es wird beschlossen: 

1. Das Gesuch der Beklagten um Leistung eines Prozesskostenbeitrags für 

das Rechtsmittelverfahren wird abgewiesen. 

2. Der Beklagten wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechts-

pflege bewilligt. 

3. Der Beklagten wird für das Berufungsverfahren in der Person von Rechts-

anwältin lic. iur. X._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. 

4. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung gemäss nachfolgendem 

Erkenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird Dispositiv-Ziffer 4 des Urteils 

des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach vom 20. Juli 2022 aufge-

hoben und durch folgende Fassung ersetzt: 

 "Der Kläger wird in Abänderung von Ziffer 2.3. der mit Dispositivziffer 1 des 

Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2019 (Geschäfts-Nr. 

EE190092) genehmigten Parteivereinbarung vom 31. Oktober 2019 ab Ja-

nuar 2023 bis zum Kindergarteneintritt des Sohnes, C._____, geboren 

tt.mm.2019, berechtigt, diesen wie folgt auf eigene Kosten mit sich oder zu 

sich auf Besuch zu nehmen: 

  

- 27 - 

a) ab 1. Januar bis 31. März 2023: 

 - jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Sam- 

tag, 9:30 Uhr (verpflegt), bis Sonntag, 12:00 Uhr (unverpflegt), 

 - sowie jeden Samstag der ungeraden Kalenderwochen ab 9:30 Uhr 

bis 18:30 Uhr, 

 - sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr 

b) ab 1. April 2023 bis zum Kindergarteneintritt von C._____: 

 - jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Sam- 

tag, 9:30 Uhr, bis Sonntag, 18:30 Uhr, 

 - sowie jeden Samstag der ungeraden Kalenderwochen ab 9:30 Uhr 

bis 18:30 Uhr, 

 - sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr. 

c) Der Kläger ist berechtigt, C._____ am zweiten Weihnachtstag d.h. am 

26. Dezember 2022 von 09:30 Uhr bis 18:30 Uhr zu sich oder mit sich 

auf Besuch zu nehmen". 

2. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen. 

3. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen wird 

bestätigt. 

4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt und 

den Parteien je zur Hälfte auferlegt. 

Der Anteil der Beklagten wird infolge der Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten 

bleibt die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO. 

5. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

- 28 - 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an das Einzelgericht des Bezirksge-

richtes Bülach sowie an die KESB Bülach Nord, je gegen Empfangsschein 

sowie an die Obergerichtskasse. 

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 

Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. D. Tolic Hamming 
 
 
 
versandt am:  

	Beschluss und Urteil vom 19. Dezember 2022
	Abänderungs-Anträge des Klägers im Massnahmeverfahren: (act. 7/1 S. 6)
	Abänderungs-Anträge der Beklagten im Massnahmeverfahren: (act. 7/29 S. 1)
	Verfügung des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach:
	1.-3. […]
	"4. In teilweiser Gutheissung des klägerischen vorsorglichen Massnahmebegehrens Ziff. 5 (Besuchsrecht) wird der Kläger in Abänderung von Ziffer 2.3. der mit Dispositivziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2019 (Geschäfts-Nr. ...
	f) im Juli bis September 2022:
	 jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Samstag, 9:30 Uhr (verpflegt), bis Sonntag, 12:00 Uhr (unverpflegt),
	 sowie jeden Samstag der ungeraden Kalenderwochen ab 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr,
	 sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr.

	g) im Oktober und November 2022:
	 jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Samstag, 9:30 Uhr, bis Sonntag, 18:30 Uhr,
	 sowie den ersten ungeraden Samstag im Monat, 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr,
	 sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr.

	h) ab Dezember 2022:
	 jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Freitag, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 18:30 Uhr,
	 sowie den ersten ungeraden Samstag im Monat, 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr,
	 sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr.

	i) ab Februar 2023:
	 jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Freitag, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 18:30 Uhr,
	 sowie jeden Samstag der ungeraden Kalenderwochen ab 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr,
	 sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr.

	j) Ein weitergehendes Besuchsrecht des Klägers nach gegenseitiger Absprache bleibt vorbehalten.
	b) Die Parteien sind ab März 2023 bis zum Kindergarteneintritt des Sohnes berechtigt, mit dem Sohn jährlich während jeweils insgesamt sieben Wochen bis zu maximal einer Woche am Stück (Kläger) bzw. maximal vier Wochen am Stück (Beklagte) in die Ferien...
	Das Ferienbesuchsrecht ist mindestens drei Monate im Voraus anzukündigen.
	Ein weitergehendes Besuchsrecht des Klägers nach gegenseitiger Absprache bleibt vorbehalten.
	Können die Parteien keine Einigung erzielen, so kommt der Beklagten in geraden Jahren das Entscheidrecht betreffend die Aufteilung des Ferienrechts zu, dem Kläger in ungeraden Jahren."

	5.-12.  […]
	13. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt. Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	14. Die Gerichtskosten im Zusammenhang mit dieser Verfügung werden zu 70% dem Kläger und zu 30% der Beklagten auferlegt, der Anteil der Beklagten jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Di...
	15. Der Kläger wird verpflichtet, der Rechtsvertreterin der Beklagten eine reduzierte Parteientschädigungen von Fr. 1'600.– zu bezahlen.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.
	Es wird beschlossen:
	1. Das Gesuch der Beklagten um Leistung eines Prozesskostenbeitrags für das Rechtsmittelverfahren wird abgewiesen.
	2. Der Beklagten wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt.
	3. Der Beklagten wird für das Berufungsverfahren in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.
	4. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung gemäss nachfolgendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. In teilweiser Gutheissung der Berufung wird Dispositiv-Ziffer 4 des Urteils des Einzelgerichtes des Bezirksgerichtes Bülach vom 20. Juli 2022 aufgehoben und durch folgende Fassung ersetzt:
	"Der Kläger wird in Abänderung von Ziffer 2.3. der mit Dispositivziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Oktober 2019 (Geschäfts-Nr. EE190092) genehmigten Parteivereinbarung vom 31. Oktober 2019 ab Januar 2023 bis zum Kindergarteneint...
	a) ab 1. Januar bis 31. März 2023:
	- jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Sam- tag, 9:30 Uhr (verpflegt), bis Sonntag, 12:00 Uhr (unverpflegt),
	- sowie jeden Samstag der ungeraden Kalenderwochen ab 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr,
	- sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr
	b) ab 1. April 2023 bis zum Kindergarteneintritt von C._____:
	- jedes Wochenende der geraden Kalenderwochen jeweils ab Sam- tag, 9:30 Uhr, bis Sonntag, 18:30 Uhr,
	- sowie jeden Samstag der ungeraden Kalenderwochen ab 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr,
	- sowie jeden Mittwoch, 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr.
	c) Der Kläger ist berechtigt, C._____ am zweiten Weihnachtstag d.h. am 26. Dezember 2022 von 09:30 Uhr bis 18:30 Uhr zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen".
	2. Im Übrigen wird die Berufung abgewiesen.
	3. Die erstinstanzliche Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt und den Parteien je zur Hälfte auferlegt.
	Der Anteil der Beklagten wird infolge der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO.
	5. Für das Berufungsverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an das Einzelgericht des Bezirksgerichtes Bülach sowie an die KESB Bülach Nord, je gegen Empfangsschein sowie an die Obergerichtskasse.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...