# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27e61678-3d31-580b-9441-15256060d3dd
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.09.2014 200 2014 195
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-195_2014-09-09.pdf

## Full Text

200 14 195 IV
GRD/RUM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. September 2014

Verwaltungsrichter Grütter, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiber Rüfenacht

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. Januar 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1961 geborene A.________ (fortan Versicherte bzw. Beschwerdeführe-
rin) meldete sich am 11. Januar 1996 bei der Invalidenversicherung unter 
Angabe von Asthma, einer Migräne, Rücken- und Hautproblemen, einer Al-
lergie und eines Herzklappenfehlers zum Bezug von IV-Leistungen in Form 
beruflicher Massnahmen und einer Rente an (Dossier der IV-Stelle Bern, 
Vorakten Nr. 29). Nach Durchführung einer beruflichen Abklärung in der 
C.________ ab 7. April 1997, welche am 18. April 1997 vorzeitig abgebro-
chen wurde (Vorakten Nrn. 19 u. 20), und Einholung eines psychiatrischen 
Gutachtens vom 17. Dezember 1997 (Vorakten Nr. 6) wurde der Versicher-
ten mit Verfügungen vom 15. Mai 1998 bei einem Invaliditätsgrad von 81 % 
rückwirkend ab 1. September 1996 eine ganze Rente zugesprochen (Vor-
akten Nrn. 31 u. 32).

B.

Mit Verfügungen vom 31. August 2000, 18. September 2003 und 11. Janu-
ar 2008 bestätigte die IV-Stelle Bern (fortan IVB bzw. Beschwerdegegnerin) 
einen unveränderten Rentenanspruch (Dossier IVB, Antwortbeilagen [AB] 
4, 14 u. 20). Im Rahmen einer weiteren, 2011 von Amtes wegen eingeleite-
ten Rentenüberprüfung (vgl. AB 25) holte die IVB nebst den üblichen er-
werblichen und medizinischen Unterlagen zusätzlich ein interdisziplinäres 
Gutachten der D.________ (fortan MEDAS) vom 16. September 2013 ein 
(AB 47.1/2 ff.). Gestützt darauf stellte die IVB der Versicherten mit Vorbe-
scheid vom 29. November 2013 bei einem Invaliditätsgrad von 15 % die 
Rentenaufhebung auf das Ende des der Verfügungszustellung folgenden 
Monats in Aussicht (AB 50). Dagegen erhob die Versicherte am 9. Dezem-
ber 2013 Einwand (AB 52). Nach Einholung einer Stellungnahme des Re-
gionalen Ärztlichen Dienstes der IV-Stellen vom 24. Januar 2014 (AB 56) 
hob die IVB mit Verfügung vom 29. Januar 2014 die bisherige ganze Ren-
te, wie angekündigt, auf (AB 57).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 3

C.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, mit Eingabe vom 26. Februar 2014 Beschwerde. Sie bean-
tragt, es sei die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 29. Januar 2014 aufzu-
heben und der Beschwerdeführerin eine ganze IV-Rente zuzusprechen. 
Eventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 29. Januar 2014 zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In der Begründung wird 
im Wesentlichen eine unvollständige Feststellung bzw. unrichtige Würdi-
gung des rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts gerügt und die 
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit in Frage gestellt.

Gleichzeitig liess die Versicherte ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspfle-
ge und Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ für das Beschwerde-
verfahren stellen.

Mit Beschwerdeantwort vom 31. März 2014 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin unter Verweis auf eine interdisziplinäre Stellungnahme des Regiona-
len Ärztlichen Dienstes der IV-Stellen (RAD) vom 20. März 2014 die Abwei-
sung der Beschwerde. Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin ver-
zichtete auf eine weitere Eingabe.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über den 
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 29. Januar 2014 (AB 57). Strei-
tig ist der Rentenanspruch und dabei insbesondere die revisionsweise Auf-
hebung der laufenden Rente auf das Ende des der Zustellung der Verfü-
gung folgenden Monats.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).

Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geisti-
gen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Be-
handlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

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Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit invali-
denversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2007 IV 
Nr. 47 S. 154 E. 2.4). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicher-
ten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeits-
fähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. 
Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 
136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). Der Beweiswert eines ärztlichen Be-

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richts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfol-
gerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 
grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Be-
zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 
Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 
S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das So-
zialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unabhän-
gig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

2.5 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invali-
denrente ist deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerb-
lichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im übli-
chen Aufgabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustan-
des erheblich verändert haben. Ein Revisionsgrund ist ferner unter Umstän-
den auch dann gegeben, wenn eine andere Art der Bemessung der Invali-
dität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des Aufgabenbereichs 
eingetreten ist (BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 349, 117 V 198 E. 3b S. 199; Ent-

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scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 25. Juli 2013, 8C_441/2012, 
E. 3.1.1).

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde 
die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche Ver-
gleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern eine 
materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattgefunden 
hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine 
Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für eine Änderung 
in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands bestanden – 
ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 
S. 114; BGer 8C_441/2012, E. 3.1.2).

3.

3.1 Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung der anspruchserheblichen 
Änderung (vgl. E. 2.5 hiervor) sind die unangefochten in Rechtskraft er-
wachsenen Verfügungen vom 15. Mai 1998, mit welchen der Beschwerde-
führerin eine ganze Rente zugesprochen worden war (Vorakten Nr. 31). Im 
Rahmen der folgenden Rentenüberprüfungen in den Jahren 2000 (AB 4), 
2003 (AB 14) sowie 2008 (AB 20) wurde der Rentenanspruch jeweils ohne 
revisionsrechtlich relevante Prüfung allein gestützt auf ärztliche Verlaufsbe-
richte bestätigt. Massgebender Vergleichs- und Beurteilungszeitraum ist 
damit die Zeit vom Mai 1998 bis zum Erlass der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 29. Januar 2014.

3.2

3.2.1 Im psychiatrischen Gutachten der Klinik E.________ vom 17. De-
zember 1997 wurde als Diagnose eine langanhaltende mittelgradige de-
pressive Episode (ICD-10 F32.1) bei multiplen psychosozialen Belastungs-
faktoren aufgeführt. Psychopathologisch im Vordergrund stehe eine ausge-

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prägte depressive Verstimmung mit Hoffnungs- und Perspektivenlosigkeit 
sowie dem Gefühl des Ausgeliefertseins, was einer durchaus adäquaten 
Wahrnehmung der äusserst schwierigen Lebensbedingungen entspreche. 
Die depressive Stimmung werde begleitet von einer starken Verminderung 
des Antriebs und der Vitalität, anamnestisch zudem auch erhebliche Ein- 
und Durchschlafstörungen. Allein aufgrund der Depression, auch ohne 
Berücksichtigung körperlicher Einschränkungen, sei die Beschwerdeführe-
rin nicht in der Lage, eine wirtschaftlich verwertbare Arbeitsleistung zu er-
bringen. Entsprechend könnten ihr ausserhäusliche Tätigkeiten derzeit 
nicht zugemutet werden, nachdem selbst die mit Haushaltsführung und 
Betreuung der Familie verbundenen Aufgaben bereits eine Überforderung 
darstellten (Vorakten Nr. 6).

Gestützt auf diese psychiatrische Einschätzung sowie aufgrund der zuvor 
durchgeführten beruflichen Abklärung, die vorzeitig abgebrochen werden 
musste (Vorakten Nrn. 19 u. 20), sprach die IV der Beschwerdeführerin mit 
Verfügungen vom 15. Mai 1998 bei einem Invaliditätsgrad von 81 % eine 
ganze Rente zu (Vorakten Nrn. 31 u. 32).

3.2.2 Im MEDAS-Gutachten vom 16. September 2013 werden aus psych-
iatrischer Sicht keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
mehr aufgeführt bzw. allein eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) jedoch ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Nach eingehender anamnestischer Befra-
gung hätten sich für die letzten Jahre keine depressiven Äquivalente her-
ausarbeiten lassen. Auch aktuell zeige die Beschwerdeführerin keine de-
pressive Auslenkung. Sie sei emotional gut moduliert, wirke insgesamt leb-
haft und differenziert. Als einzige psychische Symptomatik würden nächtli-
che unspezifische Angstanfälle, am ehesten einer Panikstörung entspre-
chend, beschrieben. Ansonsten bestünden bis auf eine Höhen- und Flug-
angst, die ebenso wie die Panikstörung keinen Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit hätten, keine störungsspezifischen psychischen Beschwerden 
mehr. Der psychische Befund zeige sich in allen Qualitäten unauffällig. Die 
vorgängig erhobene Diagnose einer mittelgradig depressiven Episode im 
Jahr 1997 könne nicht mehr bestätigt werden (AB 47.1/16 f.).

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3.2.3 Gemäss den Ausführungen im psychiatrischen Gutachten von 1997 
entstand und entwickelte sich die damals erhobene mittelgradige depressi-
ve Episode unter dem Eindruck einer chronischen Überforderung durch ei-
ne Mehrfachbelastung (Berufstätigkeit, Kindererziehung, Haushaltführung, 
Betreuung des erkrankten Ehemanns [Vorakten Nr. 6]), mithin ausschliess-
lich auf der Basis versicherungsrechtlich grundsätzlich nicht relevanter psy-
chosozialer Umstände (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2008 IV Nr. 62 
S. 204 E. 4.2). Es ist deshalb – zumindest aus heutiger Sicht – fraglich, ob 
damals die Verwaltung gestützt auf die im Vordergrund gestandene de-
pressive Problematik im Rahmen einer psychosozialen Belastungssituation 
zu Recht eine invalidisierende Einschränkung in der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit angenommen hatte. Wie es sich damit im Einzelnen verhält, 
kann jedoch offenbleiben. Denn unabhängig von der Pathogenese und der 
versicherungsrechtlichen Bedeutung der 1997 diagnostizierten mittelgradi-
gen depressiven Episode hatte die psychiatrische Untersuchung damals 
(noch) entsprechende klinisch feststellbare Befunde ergeben, die anlässlich 
der MEDAS-Untersuchung im Jahr 2013 nicht mehr erhoben werden konn-
ten. Im MEDAS-Gutachten vom 16. September 2013 wird aus psychiatri-
scher Sicht einzig eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) ohne Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit aufgeführt, die aufgrund der Akten erstmals im Jahr 
2005 in Erscheinung getreten war (AB 33/13). 

Damit liegen im hier massgebenden Vergleichszeitraum (vgl. E. 3.1 hiervor) 
hinsichtlich der psychiatrischen Befundlage wesentliche Veränderungen 
vor, die grundsätzlich geeignet sind, den Invaliditätsgrad zu beeinflussen. 
Die Beschwerdegegnerin hat demnach zu Recht einen Revisionsgrund be-
jaht und den Invaliditätsgrad einer freien Prüfung unterzogen (BGE 117 V 
198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.3 Für die Verlaufsbeurteilung ergibt sich aus den Akten im Wesentli-
chen das Folgende:

3.3.1 Im Arztbericht vom 21. August 2000 verwies Dr. med. F.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, bezüglich der Diagnosen auf 
die medizinischen Akten zur Zeit der Rentenzusprechung. Die Beschwer-

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deführerin sei erschöpft, depressiv, leide unter Muskelschmerzen und habe 
häufig Asthmaanfälle. Eine leichte Arbeit während zwei Stunden pro Tag 
sei möglich, die Bewältigung des Haushaltes sei knapp möglich. Die Situa-
tion sei wahrscheinlich derart chronifiziert, dass keine Erwerbstätigkeit 
mehr aufgenommen werde. Es würden keine Therapiemöglichkeiten gese-
hen (AB 3).

Im Verlaufsbericht vom 9. September 2003 hielt Dr. med. F.________ ei-
nen stationären Gesundheitszustand bei unveränderten Diagnosen fest. 
Die Beschwerdeführerin sei stabil, eine Änderung der Invalidität sei nicht 
festzustellen. Es erfolgten keine therapeutischen Massnahmen, die Pro-
gnose bezüglich Arbeit sei schlecht (AB 13).

3.3.2 Im Arztbericht vom 19. Dezember 2007 gab Dr. med. G.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, keine Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit an. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit hielt er einen Verdacht auf ein Asthma bronchiale, eine 
Psoriasis, generalisierte Schmerzen und anamnestisch Panikattacken fest. 
Die Beschwerdeführerin beziehe bereits eine Rente, deren Begründung 
jedoch nicht klar ersichtlich sei (AB 19/1).

3.3.3 Im Arztbericht vom 28. April 2012 führte Dr. med. H.________, 
Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, als Diagnosen eine Pa-
nikstörung und ein Asthma bronchiale auf. Der Gesundheitszustand sei 
stationär. Es bestünden rezidivierende Asthmaexazerbationen, vor allem 
bei Panikattacken, diese würden als zunehmend beschrieben. Die Be-
schwerdeführerin verwehre sich jedoch einer konsequenten Psychothera-
pie. In den letzten zwei Jahren sei sie zweimal notfallmässig wegen Panik-
attacken behandelt worden. Es bestehe eine gesundheitlich bedingte 
100 %ige Arbeitsunfähigkeit in der Tätigkeit als … seit 1998 bis heute. Es 
bestünden eine verminderte Konzentration, Zittern und Angst. Unter 
adäquater medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung wäre 
eine Arbeit in einem geschützten Rahmen, ohne körperliche Belastung und 
bei reduziertem Arbeitstempo zumutbar (AB 33/1 ff.).

3.3.4 Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 16. September 2013 
wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chroni-

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sches zervikozephales und zervikospondylogenes Schmerzsyndrom beid-
seits, ein Asthma bronchiale, anamnestisch seit Kindheit, sowie als Diagno-
sen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Panikstörung (ICD-10 
F41.0), ein chronisches multilokuläres Schmerzsyndrom, ein Verdacht auf 
ein Karpaltunnelsyndrom beidseits, eine Migräne, aktuell eine Attacke alle 
zwei bis drei Monate, ein Status nach Morbus Basedow im Jahr 2006 und 
anamnestisch eine Psoriasis vulgaris, eine Mitralklappeninsuffizienz sowie 
eine Innenohrschwerhörigkeit beidseits festgehalten. Das von der Be-
schwerdeführerin jahrelang geklagte, nicht nur zervikal und zervikobrachial 
lokalisierte, sondern generalisierte Schmerzsyndrom lasse sich aufgrund 
der aktuellen klinisch-rheumatologischen Erhebungen in keiner Art und 
Weise adäquat erklären, was auf eine deutliche zusätzliche psychosoziale 
Überlagerung schliessen lasse. Aufgrund der objektivierbaren Veränderun-
gen am Bewegungsapparat bestehe aus rheumatologischer Sicht für jegli-
che leichte bis mittelschwere, wechselbelastende berufliche Tätigkeit eine 
normale Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Im Rahmen der neurologischen 
Evaluation habe das Zervikalsyndrom mit den pseudoradikulären Ausstrah-
lungen auch bestätigt werden können. Aus klinisch-neurologischer Sicht 
seien körperlich leichte, abwechslungsreiche Arbeiten sowie organisatori-
sche und administrative Tätigkeiten ganztags möglich, mit einem leicht er-
höhten Pausenbedarf von 10 %. Die pneumologische Evaluation habe die 
Diagnose eines seit Kindheit bekannten Asthmas bronchiale bestätigt. Auf-
grund der lungenfunktionellen Abklärungen mit einer theoretischen Atemin-
validität von bis zu einem Drittel und der übrigen Untersuchungsergebnisse 
bestehe für körperlich leicht belastende Tätigkeiten bei Vermeidung einer 
Exposition gegenüber Staub, Kälte und Nässe eine normale Arbeitsfähig-
keit. Der psychische Befund sei in allen Qualitäten unauffällig gewesen. Ei-
ne psychiatrische Morbidität könne bis auf die beschriebene Panikstörung 
nicht diagnostiziert werden. Die früher erhobene Diagnose einer mittelgra-
digen depressiven Episode aus dem Jahr 1997 könne nicht mehr bestätigt 
werden. Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine 100%-ige Arbeitsfähigkeit. 
Die aus allgemeininternistischer Sicht erhobenen Diagnosen hätten keinen 
Einfluss auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit.

Aus interdisziplinärer Sicht bestehe für jegliche mittel bis schwer belasten-
de berufliche Tätigkeiten eine bleibende Arbeitsunfähigkeit. In einer körper-

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lich leichten, wechselbelastenden beruflichen Tätigkeit bestehe eine ganz-
tags verwertbare Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 90 % (AB 47.1/28 ff.).

3.3.5 Im Bericht vom 15. Januar 2014 hielt Dr. med. I.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin FMH, fest, seit dem 28. Juni 2012 seien re-
gelmässig schwere Panikattacken aufgetreten mit entsprechenden somati-
schen Beschwerden wie Tachykardien, teils mit Angina pectoris ähnlichen 
Schmerzen, und gehäuft schwere Dyspnoe durch ein exazerbiertes Asthma 
bronchiale mit/bei einem leichten Emphysem auch infolge Nikotinabusus. 
Daneben bestünden ein chronisches Lumbovertebralsyndrom mit bzw. bei 
Fibromyalgie, eine leichte Psoriasis, ein chronisches Pansinusitisproblem, 
Hinweise für eine pathologische Atemstörung im Sinne einer noch nicht 
signifikanten Schlafapnoe-Symptomatik, jedoch mit sehr gestörter Nachtru-
he und verminderter Erholung, eine leichte Refluxsymptomatik und eine 
Allergie auf Acetylsalicylsäure und Voltaren (AB 54/1).

Am 3. Februar 2014 verwies Dr. med. I.________ im selben Bericht zusätz-
lich auf einen Densitometriebefund der Klinik für Osteoporose des 
I._______, wonach bei der Beschwerdeführerin eine Osteopenie grenzwer-
tig zur Osteoporose vorliege (AB 58/1, 58/3)

3.3.6 Der interdisziplinären Stellungnahme des RAD vom 20. März 2014 
ist schliesslich zu entnehmen, dass sowohl aus somatischer wie auch aus 
psychiatrischer Sicht weiterhin auf das MEDAS-Gutachten vom 16. Sep-
tember 2013 abgestellt werden könne (AB 66/1 ff., 66/6).

3.4

3.4.1 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 16. September 2013 
(AB 47.1) ist umfassend, beruht auf einlässlichen anamnestischen Erhe-
bungen sowie eigenen, in den Fachbereichen der Allgemeinen Inneren Me-
dizin, der Rheumatologie, Neurologie, Pneumologie und Psychiatrie durch-
geführten Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden und 
wurde in Kenntnis sowie unter Würdigung der Vorakten erstellt. Das in der 
Darlegung der Befunde, der Diagnosen und der Einschätzung der Arbeits- 
und Leistungsfähigkeit widerspruchsfrei und nachvollziehbar begründete 
Gutachten erfüllt die vom Bundesgericht an den Beweiswert eines solchen 

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gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.4 hiervor) und ist damit voll beweiskräf-
tig.

In Anbetracht des multifaktoriellen Beschwerdebildes (AB 34/2 ff.) hat die 
Beschwerdegegnerin zu Recht nicht allein auf die Berichte der behandeln-
den Ärzte abgestellt, sondern eine interdisziplinäre Begutachtung bei einer 
Gutachterstelle im Sinne von Art. 72bis Abs. 1 der Verordnung über die In-
validenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201) angeordnet. 
Im Rahmen der Begutachtung haben die beteiligten Experten die gesamt-
haft geklagten Beschwerden nicht nur unter dem Gesichtspunkt ihrer jewei-
ligen Fachbereiche untersucht und evaluiert, sondern insbesondere auch 
eine interdisziplinäre Gesamtbeurteilung erarbeitet (vgl. AB 47.1/29). Ent-
gegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung liegt damit keine „un-
angebrachte Auseinanderhaltung von Einzeldiagnosen“ vor (S. 6).

Im Einzelnen ist Folgendes festzuhalten:

3.4.2 Das von der Beschwerdeführerin seit Jahren geklagte Schmerzsyn-
drom liess sich im Rahmen der MEDAS-Begutachtung sowohl in rheumato-
logischer als auch in neurologischer Hinsicht nur teilweise objektivieren 
(AB 47.1/21 f., 47.1/24 f., 47.1/29 f.). Im Rahmen der sozialversicherungs-
rechtlichen Leistungsprüfung wird jedoch in Anbetracht der sich mit Bezug 
auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Beweisschwierigkeiten verlangt, 
dass subjektive Schmerzangaben durch damit korrelierende, fachärztlich 
schlüssig feststellbare Befunde hinreichend erklärbar sind (BGE 136 V 279 
E. 3.2.1 S. 281). Soweit deshalb die Gutachter ihre einlässliche und nach-
vollziehbare Einschätzung des Zumutbarkeitsprofils und der Restarbeits-
fähigkeit (AB 47.1/22, 47.1/25, 47.1/29 f) einzig auf der Basis der im Rah-
men der klinischen und bildgebenden Untersuchungen nachweisbaren 
Veränderungen am Bewegungsapparat vorgenommen haben, ist dies aus 
versicherungsrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden.

Das 2006 im Spital J.________ und 2011 im Spital K.________ diskutierte, 
hinsichtlich der Befunde vergleichbare (vgl. AB 33/6) Asthma bronchiale 
(AB 19/7 ff., 33/5 ff.) wurde von den Gutachtern bestätigt. Bei nur leicht er-
höhten bronchialen Widerständen sowie verminderten mittleren Atemfluss-
werten konnten die Gutachter jedoch für körperlich leichte Arbeiten ohne 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 14

Staub-, Kälte- und Nässeexposition nachvollziehbar keine eingeschränkte 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit postulieren (AB 47.1/27). Den spezialärztli-
chen Berichten des Spitals I.________ und des Spitals K.________ kann 
nichts anderes entnommen werden.

Weitere somatische Befunde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit konn-
ten die Gutachter nicht feststellen, namentlich auch nicht in allgemein-inter-
nistischer Hinsicht, was insoweit mit den früheren Angaben von Dr. med. 
G.________ (AB 19/1) sowie Dr. med. H.________ (AB 33/2, 33/4) über-
einstimmt. Nicht abgestellt werden kann dagegen auf die Berichte von Dr. 
med. F.________ vom 21. August 2000 (AB 3) und 9. September 2003 
(AB 13), welcher darin ohne weitere Begründung lediglich auf die ärztlichen 
Angaben zur Zeit der rentenzusprechenden Verfügung im Jahr 1998 ver-
wiesen hatte. Im Übrigen ist festzuhalten, dass trotz anamnestisch beste-
hender Mitralklappeninsuffizienz, die sich gutachterlich nicht eindeutig 
bestätigen liess (AB 47.1/28), seit vielen Jahren keine kardiologische Ab-
klärungen notwendig waren, die bekannte Psoriasis anders als früher nicht 
mehr den ganzen Körper betrifft, bezüglich der 2006 festgestellten Schild-
drüsenüberfunktion (Morbus Basedow; AB 19/5) seit längerem wieder eine 
euthyreote (normale) Stoffwechsellage vorliegt (AB 19/3) und trotz 2011 
diagnostizierter Innenohrschwerhörigkeit bis zum Gutachtenszeitpunkt kei-
ne Hörgeräteversorgung erfolgt ist (AB 33/12; zum Ganzen AB 47.1/10).

3.4.3 Die im psychiatrischen Gutachten vom 17. Dezember 1997 (Vorak-
ten Nr. 6) noch beschriebene langanhaltende mittelgradige depressive Epi-
sode bei multiplen psychosozialen Belastungsfaktoren konnte von den Gut-
achtern – wie erwähnt – nicht mehr bestätigt werden (AB 47.1/16). Aus den 
Akten ergibt sich nichts Gegenteiliges; seit dem Bericht des Internisten Dr. 
med. F.________ vom 21. August 2000 (AB 3/3) finden sich keine Hinwei-
se auf ein allfälliges depressives Geschehen mehr, auch nicht im Bericht 
der Klinik E.________ vom 4. Oktober 2011 (AB 33/13 f.).

Die geklagten, nach Angaben der Beschwerdeführerin hauptsächlich nächt-
lichen (AB 47.1/13), Angstzustände bzw. Panikattacken treten gemäss den 
Akten seit dem Jahr 2005 auf (AB 33/13). Beschrieben wurden sie erstmals 
im Bericht des Spitals I.________ vom 31. Mai 2006 (AB 19/7). Indes fin-
den sich weder dort noch in den späteren Unterlagen – mit Ausnahme des 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 15

Berichts von Dr. med. H.________ (dazu sogleich) – Anhaltspunkte auf 
eine allfällige im Zusammenhang mit den Panikattacken stehende (dauer-
hafte) Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (vgl. namentlich den Bericht der 
Klink E.________ vom 4. Oktober 2011; AB 33/14). Zu beachten ist weiter, 
dass die Beschwerdeführerin eine adäquate Pharmakotherapie entschie-
den ablehnt (AB 33/14, 47.1/14), obwohl sich aus den Akten ergibt, dass 
die Panikattacken medikamentös erfolgreich behandelt werden könnten 
(AB 33/9, 33/14). Ebenso lehnt die Beschwerdeführerin die Aufnahme einer 
von den Ärzten empfohlenen Psychotherapie ab (AB 33/1, 33/9, 33/14). 
Vor diesem Hintergrund sowie gestützt auf die nachvollziehbaren und 
schlüssigen Ausführungen im MEDAS-Gutachten vom 16. September 2013 
(AB 47.1/16 f.) ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass die 
Panikstörung in Form von nächtlichen und unspezifischen Angstanfällen 
die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht tangiert. 
Daran vermag der Bericht vom 28. April 2012 des Allgemeinmediziners Dr. 
med. H.________, welcher ausserhalb seines Fachbereichs allein mit Ver-
weis auf die Panikattacken nur eine Arbeitstätigkeit im geschützten Rah-
men als zumutbar betrachtet (AB 33/2-4), nichts zu ändern.

3.4.4 Die gutachterlichen Schlussfolgerungen halten schliesslich auch vor 
dem Bericht des Hausarztes Dr. med. I.________ vom 15. Januar bzw. 
3. Februar 2014 (AB 54) stand. Der Bericht beschränkt sich auf eine Auflis-
tung gesundheitlicher Störungen ohne aber die jeweiligen Befunde, die 
diagnostische Einordnung sowie die Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu dis-
kutieren. Zudem betrifft er mehrheitlich die bekannten Störungen, welche 
anlässlich der MEDAS-Begutachtung oder bereits zuvor evaluiert worden 
sind (Panikattacken: AB 47.1/16 f.; Schmerzsyndrom: AB 47.1/20 ff., 
19/1 ff.; Psoriasis: AB 47.1/12 f.; Pansinusitis: AB 33/5 f.; Atemstörung: 
AB 47.1/27, 33/5 f., 19/1 ff., 19/7 ff.; Refluxsymptomatik: AB 19/8; Allergie 
auf Acetylsalicylate und Voltaren: AB 33/6, 19/8) und die abgesehen von 
den nachweisbaren Veränderungen am Bewegungsapparat weder im Gut-
achten noch in den Vorberichten als die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
einschränkend beurteilt worden sind. Weiter finden sich im MEDAS-Gut-
achten wie auch in den übrigen Akten keinerlei Hinweise auf die von Dr. 
med. I.________ im Zusammenhang mit dem Schmerzsyndrom geltend 
gemachte Fibromyalgie, sodass auf weitere diesbezügliche Abklärungen zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 16

verzichten ist. Gleiches gilt hinsichtlich der von Dr. med. I.________ am 
3. Februar 2014 mit Verweis auf eine Untersuchung im Spital J.________ 
erwähnte Osteopenie (AB 58/1, 58/3), die ausserdem in der Stellungnahme 
des RAD vom 20. März 2014 (AB 66/2 ff.) als behandelbar und somit als 
nicht IV-relevant beurteilt wurde. Insgesamt hat der RAD in dieser Stellung-
nahme nach interdisziplinärer und einlässlicher Prüfung der Angaben von 
Dr. med. I.________ nachvollziehbar bestätigt, dass auf die gutachterlichen 
Schlussfolgerungen weiterhin abgestellt werden kann, womit es aus be-
weisrechtlicher Sicht sein Bewenden hat.

3.4.5 Zusammenfassend ist auf der Basis des MEDAS-Gutachtens vom 
16. September 2013 mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-
lichkeit erstellt, dass die Beschwerdeführerin aus interdisziplinärer Sicht für 
körperlich leichte, wechselbelastende Erwerbstätigkeiten unter Berücksich-
tigung einer 10 %igen Leistungseinschränkung zufolge erhöhten Pausen-
bedarfs ganztags arbeitsfähig ist (AB 47.1/30). Hinsichtlich des Arbeitsplat-
zes ist die Beschwerdeführerin darauf angewiesen, dass sie die Arbeitspo-
sition regelmässig wechseln kann und dass weder Arbeiten in anhaltender 
Oberkörpervorneigeposition noch repetitive Überkopfarbeiten durchgeführt 
werden müssen (AB 47.1/22).

4.

Auf dieser Grundlage ist im Folgenden die Invaliditätsbemessung zu prüfen 
(vgl. E. 2.3 hiervor).

4.1

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne ge-
sundheitliche Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 17

genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte gemäss Tabel-
lenlohn abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemes-
sung nur unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall ge-
gebenenfalls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt 
werden (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30; Entscheid des Eidgenössischen Ver-
sicherungsgerichts [EVG] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1). Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass 
gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten Hilfsarbei-
tertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen und ent-
sprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind und 
deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen 
müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rech-
nung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 
Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalls ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nati-
onalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämtli-
cher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Er-
messen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1).

4.2 Für den Einkommensvergleich ist auf den Zeitpunkt der Rentenrevi-
sion (Entscheid des EVG vom 3. Juli 2006, I 86/06, E. 4), mithin auf das 
Jahr der hier angefochtenen Verfügung abzustellen. Massgebend sind so-
mit die Verhältnisse des Jahres 2014.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 18

4.3 Vor dem Rentenbezug war die – ursprünglich in … zur … ausgebil-
dete – Beschwerdeführerin bei diversen Arbeitgebern im Bereich der Klei-
der-, Uhren- sowie Maschinenindustrie als … tätig, zeitweise war sie auch 
arbeitslos (Vorakten Nrn. 21, 26 u. 29). Seit der letzten aktenkundigen 
Tätigkeit im Rahmen eines Temporäreinsatzes vom Februar bis Dezember 
1994 als … in der … war die Beschwerdeführerin nicht mehr erwerbstätig 
(AB 47.1/11). Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf die der Beschwer-
deführerin noch zumutbaren Hilfsarbeiten in verschiedenen Wirtschafts-
zweigen (vgl. E. 3.4.5 hiervor) hat die Beschwerdegegnerin zur Bestim-
mung sowohl des Validen- als auch des Invalideneinkommens zu Recht auf 
den statistischen Durchschnittswert der Schweizerischen Lohnstrukturerhe-
bung (LSE) für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4) 
über sämtliche Wirtschaftsabteilungen (Totalwert) abgestellt. Sind somit 
Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom selben Tabellenlohn zu 
berechnen, erübrigt sich deren genaue Ermittlung. Diesfalls entspricht der 
Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung 
des Abzugs vom Tabellenlohn (Entscheid des EVG vom 15. April 2003, 
I 1/03, E. 5.2).

In der Beschwerde wird festgehalten, es stelle sich mit Blick auf das im 
Gutachten der MEDAS formulierte Zumutbarkeitsprofil die Frage, ob eine 
solche Tätigkeit nicht nahezu illusorisch bzw. auf dem realen Arbeitsmarkt 
zu finden sei. Die 53-jährige Beschwerdeführerin ohne angestammte beruf-
liche Tätigkeit, praktisch ohne Berufserfahrung und mit nur ungenügenden 
Kenntnissen der Landessprachen habe keine reale Chance auf eine solche 
massgeschneiderte Stelle, falls es sie überhaupt gebe (S. 8). Die Be-
schwerdeführerin scheint mit dieser Argumentation zu verkennen, dass für 
die Invaliditätsbemessung nicht die konkrete Arbeitsmarktsituation, sondern 
allein der nach Art. 16 ATSG hypothetisch ausgeglichene Arbeitsmarkt 
massgebend ist. Dieser umfasst nicht nur ein gewisses Gleichgewicht zwi-
schen Angebot und Nachfrage, sondern hält auch einen Fächer verschie-
denartiger Stellen offen, und zwar bezüglich der dafür verlangten berufli-
chen und intellektuellen Voraussetzungen sowie auch bezüglich des kör-
perlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b S. 276; SVR 2008 IV Nr. 62 
S. 205 E. 5.1). Umstände, die den Zugang der Beschwerdeführerin zum als 
ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt ausschliessen oder erheblich er-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 19

schweren würden, sind nicht ersichtlich. Insbesondere unterliegen die ihr 
vorab offen stehenden (zumutbaren) Hilfsarbeiten keinen besonderen Qua-
lifikationen und werden ausserdem altersunabhängig nachgefragt (Ent-
scheid des BGer vom 28. Mai 2009, 9C_918/2008, E. 4.2.2). Gleichzeitig 
sind die invaliditätsbedingten Einschränkungen vorliegend nicht derart aus-
geprägt (vgl. E. 3.4.5 hiervor), dass die verbleibende volle Arbeitsfähigkeit 
unter Vorbehalt einer 10 %igen Leistungseinschränkung zufolge Pausenbe-
darfs auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr 
nachgefragt würde. Von einer fehlenden Verwertbarkeit kann unter diesen 
Umständen nicht gesprochen werden.

Nicht zu beanstanden ist weiter der von der Beschwerdegegnerin aufgrund 
der objektivierbaren leidensbedingten Einschränkungen gewährte Tabellen-
lohnabzug von 5 % (AB 57/1). Ein höherer Abzug rechtfertigt sich nach 
dem soeben Dargelegten weder aufgrund des Alters noch mit Blick auf das 
zumutbare volle Arbeitspensum, zumal dem erhöhten Pausenbedarf bereits 
im Rahmen des Zumutbarkeitsprofils mit der 10 %igen Leistungseinschrän-
kung Rechnung getragen wird. Nicht massgebend sind weiter die fehlende 
Berufspraxis sowie die angeblich (vgl. aber AB 47.1/15 f. unten) fehlenden 
Sprachkenntnisse, weil sich diese sowohl validen- als auch invalidenein-
kommensseitig gleichermassen auswirken würden.

4.4 Der Invaliditätsgrad beträgt somit gerundet 15 % (10 %+4.5 % [5 % 
von 90 %]; zur Rundung vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) und 
liegt damit unterhalb der rentenerheblichen Schwelle von 40 %, womit die 
bisherige Rente grundsätzlich aufzuheben ist.

5.

5.1 Die Rechtsprechung geht vom Regelfall aus, dass eine medizinisch 
attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit grundsätzlich auf dem Weg 
der Selbsteingliederung verwertbar ist; praktisch bedeutet dies, dass aus 
einer medizinisch attestierten Verbesserung der Arbeitsfähigkeit unmittel-
bar auf eine Verbesserung der Erwerbsfähigkeit geschlossen und damit ein 
entsprechender Einkommensvergleich (mit dem Ergebnis eines tieferen In-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 20

validitätsgrades) vorgenommen werden kann, und zwar auch bei langjähri-
gem Rentenbezug (SVR 2011 IV Nr. 30 S. 88 E. 4.2.2).

Dennoch hat die Rechtsprechung in ganz besonderen Ausnahmefällen 
nach langjährigem Rentenbezug trotz medizinisch (wieder) ausgewiesener 
Leistungsfähigkeit vorderhand weiterhin eine Rente zugesprochen, bis mit 
Hilfe medizinisch-rehabilitativer und/oder beruflich-erwerblicher Massnah-
men das theoretische Leistungspotential ausgeschöpft werden kann, weil in 
jedem Einzelfall feststehen muss, dass die (wiedergewonnene) Erwerbs-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (erneut) verwertbar ist (Art. 
7 Abs. 1 i.V.m. Art. 16 ATSG). Eine unmittelbare Anrechenbarkeit des Inva-
lideneinkommens ist dann zu verneinen, wenn Eingliederungsmassnahmen 
entweder aus medizinischer oder aus beruflich-erwerblicher Sicht unab-
dingbare Voraussetzung für eine Umsetzung eines (potentiellen) funktionel-
len Leistungsvermögens sind. Aus medizinischer Sicht fällt der Schluss der 
(vorläufigen) Nichtanrechenbarkeit eines auf der medizinisch-theoretischen 
Arbeitsfähigkeit beruhenden Invalideneinkommens in Betracht, wenn das 
grundsätzlich attestierte Leistungsvermögen in der ärztlichen Beurteilung 
unter den ausdrücklichen Vorbehalt der Durchführung befähigender Mass-
nahmen gestellt wird. Aus beruflich-erwerblicher Sicht können im Einzelfall 
Erfordernisse des Arbeitsmarktes der Anrechnung einer medizinisch vor-
handenen Leistungsfähigkeit und medizinisch möglichen Leistungsentfal-
tung entgegenstehen, wenn aus den Akten einwandfrei hervorgeht, dass 
die Verwertung eines bestimmten Leistungspotentials ohne vorgängige 
Durchführung befähigender Massnahmen allein vermittels Eigenanstren-
gung der versicherten Person nicht möglich ist (SVR 2011 IV Nr. 30 S. 88 
E. 4.2.2; Entscheid des BGer vom 10. September 2010, 9C_768/2009, 
E. 4.1). 

Der Ausnahmetatbestand, wonach die Verwaltung die Notwendigkeit (vor-
gängiger) befähigender beruflicher Massnahmen trotz wiedergewonnener 
Arbeitsfähigkeit abzuklären hat, ist grundsätzlich auf Sachverhalte zu be-
schränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabset-
zung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, 
die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren 
bezogen hat (SVR 2011 IV Nr. 73 S. 222 E. 3.3).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 21

5.2 Dem Gutachten der MEDAS vom 16. September 2013 ist zu ent-
nehmen, die Beschwerdeführerin habe anlässlich der Untersuchung klar 
festgehalten, dass sie sich primär wegen der somatischen Beschwerden 
nicht in der Lage sehe, einer regelmässigen beruflichen Tätigkeit nachzu-
gehen. Unter Berücksichtigung sämtlicher somatischer Evaluationen liege 
aber eine kaum eingeschränkte Arbeitsfähigkeit vor. Dementsprechend be-
stehe zwischen der subjektiven (Selbst-)Einschätzung und den objektivier-
baren Befunden eine klare Diskrepanz. Es sei diesbezüglich von einer er-
heblichen subjektiven Krankheits- und Behindertenüberzeugung sowie kla-
ren Selbstlimitierung auszugehen, die sich zum Teil auch in den relativ dra-
matisierenden Schilderungen der Schmerzsymptomatik geäussert habe. 
Aufgrund dessen bestehe keine Indikation zur Durchführung beruflicher 
Massnahmen. Es sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin mit 
der Erwerbstätigkeit definitiv abgeschlossen habe (AB 47.1/30 f. Ziff. 6.5 u. 
Ziff. 6.8).

Damit ist festzuhalten, dass die MEDAS-Gutachter das der Beschwerde-
führerin medizinisch-theoretisch attestierte Arbeits- und Leistungsvermögen 
nicht unter den Vorbehalt befähigender Massnahmen stellen. Vielmehr er-
achten sie die Durchführung beruflicher Massnahmen mit Blick auf den feh-
lenden Eingliederungswillen zufolge einer stark ausgeprägten Krankheits- 
und Behindertenüberzeugung nachvollziehbar und zu Recht als zum Vorn-
herein aussichtslos. Ausserdem unterliegen die der Beschwerdeführerin 
zumutbaren Hilfsarbeiten keinen besonderen Qualifikationen, womit auch 
unter diesem Gesichtspunkt keine befähigenden Massnahmen erforderlich 
sind, zumal der Beschwerdeführerin durchaus gute durchschnittliche intel-
lektuelle Fähigkeiten attestiert werden (AB 47.1/16).

Zusammenfassend bestehen somit weder aus medizinischer noch aus be-
ruflicher-erwerblicher Sicht Gründe für eine ausnahmsweise (bzw. vorläufi-
ge) Nichtanrechenbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Daran ändert namentlich 
auch die Tatsache nichts, dass die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des 
Verfügungserlasses bereits seit 18 Jahren eine Rente bezogen hat. Dieser 
Umstand verpflichtet die Verwaltung zwar zur Abklärung der Notwendigkeit 
(vorgängiger) befähigender beruflicher Massnahmen trotz wiedergewonne-
ner Arbeitsfähigkeit (vgl. E. 5.1 hiervor [am Schluss]). Dies führt jedoch – 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 22

entgegen der in der Beschwerde (S. 10) vertretenen Auffassung – für sich 
allein nicht zum Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen vor der Renten-
aufhebung. Im Übrigen liegt kein Fall von lit. a der am 1. Januar 2012 in 
Kraft getretenen Schlussbestimmungen der Änderung des IVG vom 
18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket) vor, da die Ren-
tenzusprechung im Jahr 1998 aufgrund einer langanhaltenden mittelgradi-
gen depressiven Episode und nicht aufgrund eines pathogenetisch-ätiolo-
gisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes erfolgt war; abgesehen da-
von ist vorliegend ohnehin ein Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 ATSG 
gegeben (vgl. E. 3 hiervor).

5.3 Nach dem Gesagten hat die Beschwerdegegnerin in der angefoch-
tenen Verfügung die bisherige Rente unter Berücksichtigung von Art. 88bis 
Abs. 2 lit. a IVV zu Recht auf das Ende des der Verfügung folgenden Mo-
nats aufgehoben. Die Beschwerde erweist sich damit als unbegründet und 
ist abzuweisen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. Die unterliegende Beschwerdeführe-
rin hat damit grundsätzlich die Verfahrenskosten zu bezahlen, die gericht-
lich auf Fr. 700.-- festgesetzt werden.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

6.3

6.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 23

gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1). Ob und unter welchen Vor-
aussetzungen ein Anspruch auf unentgeltliche Verbeiständung besteht, be-
urteilt sich nach Bundesrecht; die Bemessung der Entschädigung der amtli-
chen Anwältin bzw. des amtlichen Anwalts richtet sich nach kantonalem 
Recht (BGE 110 V 360 E. 1b S. 362).

6.3.2 Die Prozessarmut der Beschwerdeführerin ist gestützt auf die von 
ihr eingereichten Unterlagen erstellt (vgl. Gesuchsbeilagen; BGE 128 I 225 
E. 2.5.1 S. 232). Da weiter das Beschwerdeverfahren nicht als von vorn-
herein aussichtslos zu betrachten ist und sich die Verbeiständung durch 
einen Anwalt als geboten erweist, ist das am 26. Februar 2014 gestellte 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor dem Verwal-
tungsgericht gutzuheissen und der Beschwerdeführerin Rechtsanwältin 
B.________ als amtliche Anwältin beizuordnen.

6.3.3 Die Beschwerdeführerin ist damit – unter Vorbehalt der Nachzah-
lungspflicht gemäss Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272), d.h. sobald 
sie innert zehn Jahren nach Abschluss des Verfahrens zur Nachzahlung in 
der Lage ist – vorläufig von der Bezahlung der Verfahrenskosten zu befrei-
en.

6.3.4 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung über die Entschädigung der amtlichen Anwältinnen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 24

und Anwälte vom 20. Oktober 2010 (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Die Honorarnote vom 9. April 2014 von Rechtsanwältin B.________ ist 
nicht zu beanstanden. Entsprechend dem geltend gemachten Aufwand von 
8.92 Stunden (Fr. 2‘485.50 inkl. Auslagen und MWSt.) wird das amtliche 
Honorar auf Fr. 1‘783.35 (8.92 Std. x Fr. 200.--), zuzüglich Fr. 72.20 Ausla-
gen und Fr. 148.45 MWSt. (8 %), somit auf total Fr. 2‘004.-- festgesetzt. 
Die Beschwerdeführerin hat dem Kanton Bern diese Kosten gemäss den 
Voraussetzungen von Art. 123 ZPO (vgl. E. 6.3.3 hiervor) nachzubezahlen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechtspflege wird 
die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht ge-
mäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz der amtlichen Anwältin wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 2‘485.50 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Davon wird Rechtsanwältin B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 2‘004.-- 
festgesetzte Entschädigung (inkl. Auslagen und MWSt.) vergütet. Vor-
behalten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, IV/14/195, Seite 25

6. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.