# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 33da3c7a-4498-55b9-bd3e-6e60d0810828
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-02
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 02.04.2025 501 2024 56
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_006_501-2024-56_2025-04-02.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 630, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00

www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

501 2024 56
501 2024 57

Urteil vom 2. April 2025

Strafappellationshof

Besetzung Vizepräsident: Markus Ducret
Richterin: Catherine Overney
Ersatzrichter: Armin Sahli
Gerichtsschreiberin-
Berichterstatterin: Frédérique Jungo

Parteien STAATSANWALTSCHAFT, Berufungsführerin

gegen

A.________, Beschuldigter 1 und Berufungsgegner 1, vertreten 
durch Rechtsanwältin Eveline Roos, Wahlverteidigerin

und

B.________, Beschuldigter 2 und Berufungsgegner 2, vertreten 
durch Rechtsanwalt Thomas Fürst, Wahlverteidiger

Weitere Verfahrensbeteiligte:

C.________, Privatklägerin 1,

D.________, Privatklägerin 2,

E.________, Privatkläger 3,

F.________, Privatklägerin 4,

G.________, Privatklägerin 5,

H.________, Privatklägerin 6,

I.________, Privatklägerin 7,

J.________, Privatkläger 8,

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alle vertreten durch Rechtsanwältin Anna Scheidegger, 
Wahlverteidigerin

Gegenstand Fahrlässige Tötung (Art. 117 StGB)

Berufungen vom 18. April 2024 gegen das Urteil des Polizeirichters 
des Seebezirks vom 14. Dezember 2023

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Sachverhalt

A. Am 26. September 2018 zwischen 16.15 Uhr und 17.00 Uhr ereignete sich auf dem Areal der 
Firma K.________ AG, ein tödlicher Arbeitsunfall. L.________ (nachfolgend: das Opfer/der 
Geschädigte) war dabei, mithilfe von zwei Arbeitskollegen ein Stahl-Chassis eines 
Lastkraftwagenanhängers mit einem Kran hochzuheben und umzudrehen, als dieses herabstürzte 
und ihn tödlich verletzte.

B. Mit Anklageschrift vom 5. Juni 2023 überwies die Staatsanwaltschaft A.________, 
B.________ und M.________ wegen fahrlässiger Tötung (Art. 117 StGB) dem Polizeirichter des 
Seebezirks (act. 10000).

C. Der Polizeirichter des Seebezirks (nachfolgend: der Polizeirichter) sprach A.________, 
B.________ und M.________ vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung, angeblich begangen in 
N.________ am 26. September 2018, frei. Er verwies die Zivilforderungen auf den Zivilweg. Die 
beschlagnahmten Gegenstände (zwei Teile des Gurtes) wurden eingezogen und deren Vernichtung 
angeordnet. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Staat Freiburg auferlegt und den drei 
Beschuldigten je eine Parteientschädigung für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte 
ausgerichtet.

D. Gegen dieses Urteil meldete die Staatsanwaltschaft am 22. Dezember 2023 (act. 
13213) Berufung an. Das begründete Urteil wurde ihr am 12. April 2024 zugestellt.

Mit Berufungserklärung vom 18. April 2024 focht die Staatsanwaltschaft (nachfolgend: die 
Staatsanwaltschaft oder Berufungsführerin) die Freisprüche von A.________ und B.________ an 
und beantragt, sie seien wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe von 
180 Tagessätzen mit einer Probezeit von 2 Jahren zu verurteilen. Der Tagessatz sei aufgrund der 
aktuellen finanziellen Verhältnisse der Beschudligten festzusetzen. Die zwei Teile des Hebegurtes 
der Marke ZurrFix seien einzuziehen und zu vernichten und A.________ und B.________ eine 
Parteientschädigung zu verweigern. Schliesslich seien die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens 
den Beschuldigten zu je 1/3 sowie die des Berufungsverfahrens den Beschuldigten zu je 
1/2  aufzuerlegen.

Am 22. Mai 2024 teilten die Privatkläger mit, dass weder Nichteintreten beantragt, noch 
Anschlussberufung erklärt wird. Mit Eingabe vom 23. Mai 2024 teilte die Vertreterin von A.________ 
(nachfolgend: der Beschuldigte 1 oder Berufungsgegner 1) mit, keine Anschlussberufung zu 
erklären und darauf zu verzichten, sich zu den von Amtes wegen zu prüfenden 
Eintretensvoraussetzungen hinsichtlich der von der Staatsanwaltschaft eingerecihten Berufung zu 
äussern. Gleiches teilte gleichentags auch der Vertreter von B.________ (nachfolgend: der 
Beschuldigte 2 oder Berufungsgegner 2) mit.

E. Von Amtes wegen wurde über die Beschuldigten ein aktueller Strafregisterauszug, datierend 
vom 10. März 2025, eingeholt.

F. Anlässlich der Verhandlung vom 2. April 2025 erschienen die Vertreterin der Staats-
anwaltschaft sowie die Berufungsgegner, begleitet von ihren Verteidigern, und die Vertreterin der 
Privatkläger. Nach der Einvernahme der Berufungsgegner hielten die Vertreterin der Staats-
anwaltschaft, die Vertreterin der Privatkläger und die Verteidiger ihre Parteivorträge. Ein 
Berufungsgegner machte von der Möglichkeit, ein Schlusswort abzugeben, Gebrauch.

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Erwägungen

1.

1.1. Gemäss Art. 398 Abs. 1 stopp ist die Berufung zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher 
Gerichte, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Die Staats-
anwaltschaft ist gemäss Art. 381 stopp berechtigt, zugunsten oder zuungunsten der beschuldigten 
Person ein Rechtsmittel zu ergreifen und somit zur Berufung legitimiert. Die Berufungen richten sich 
gegen die rechtliche Würdigung/Schuldpunkt und folglich die Bemessung der Strafe und die Kosten- 
und Entschädigungsfolgen; die entsprechenden Rechtsbegehren sind präzise formuliert. Die 
Berufungserklärungen entsprechen mithin den gesetzlichen Anforderungen. Auf die rechtzeitig 
eingereichten Berufungen ist somit einzutreten. 

Da die Berufungen den gleichen Sachverhalt und die gleichen Rechtsfragen betreffen und sich 
gegen das gleiche vorinstanzliche Urteil richten, sind die Verfahren zu vereinigen und nur ein Urteil 
zu erlassen.

1.2. Im Rahmen einer Berufung überprüft der Strafappellationshof den vorinstanzlichen 
Entscheid frei bezüglich sämtlicher Tat-, Rechts- und Ermessensfragen (Art. 398 Abs. 2 und 3 
StPO). Er ist in seinem Entscheid weder an die Begründung der Parteien noch an deren Anträge 
gebunden, ausser wenn er Zivilklagen beurteilt. Er darf Entscheide nicht zum Nachteil der ver-
urteilten Person abändern, wenn das Rechtsmittel nur zu deren Gunsten ergriffen worden ist (Art. 
391 Abs. 1 und 2 StPO). Der Strafappellationshof verfügt somit grundsätzlich über eine umfassende 
Überprüfungsbefugnis. Er überprüft das erstinstanzliche Urteil allerdings nur in den angefochtenen 
Punkten, kann aber zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte über-
prüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheide zu verhindern (Art. 404 StPO).

Die Staatsanwaltschaft ficht das erstinstanzliche Urteil nur in Teilen an (Art. 399 Abs. 4 StPO). Die 
Berufung beschränkt sich auf die Freisprüche von A.________ und B.________ vom Vorwurf der 
fahrlässigen Tötung (Ziff. 1), die Kosten (Ziff. 4) sowie die Parteientschädigungen (Ziff. 5, 6 und 7). 
Das erstinstanzliche Urteil ist in diesen Punkten zu überprüfen. Die Kosten- und 
Entschädigungsfolgen wurden einzig als Konsequenz der beantragten Schuldsprüche angefochten; 
sie sind daher lediglich zu überprüfen, wenn der Gerichtshof im Schuldpunkt zu einem anderen 
Ergebnis gelangen sollte. Unter diesen Vorgaben ist festzuhalten, dass die Ziffer 1 betreffend 
M.________, 2 und 3 des erstinstanzlichen Urteils mangels Anfechtung somit in Rechtskraft 
erwachsen sind.

1.3. Das Verfahren wird grundsätzlich mündlich geführt (Art. 405 StPO). Es beruht auf den 
Beweisen, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 
389 Abs. 1 StPO). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die 
erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO). 

Vorliegend erscheint es nicht erforderlich, über die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen 
Hauptverfahren erhobenen Beweise hinauszugehen. Die Beschuldigten wurden lediglich aufge-
fordert, Unterlagen zu ihrer aktuellen finanziellen Situation einzureichen, was der Berufungsgegner 
2 mit Eingabe vom 28. Februar 2025 machte. Da der Berufungsgegner 1 mangels Mitwirkungspflicht 
und in Anbetracht der beantragten Abweisung der Berufung und damit der Bestätigung des 
erstinstanzlich ergangenen Freispruchs darauf verzichtete, Unterlagen zu seiner finanziellen 

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Situation einzureichen, wurde die letzte Steuerveranlagung von Amtes wegen eingeholt. Der Straf-
appellationshof kann sich folglich auf die Einvernahme der Berufungsgegner sowie den Beizug der 
Akten beschränken.

2.

Vorab machen die Berufungsgegner geltend, die Beweise, welche unter dem früheren Staatsanwalt 
Julmy erhoben worden sind, seien mangels Wiederholung aus den Akten zu weisen oder lediglich 
zu ihren Gunsten zu verwerten.

Gemäss Art. 60 Abs. 1 StPO sind Amtshandlungen, an denen eine zum Ausstand verpflichtete Per-
son mitgewirkt hat, aufzuheben und zu wiederholen, sofern dies eine Partei innert fünf Tagen ver-
langt, nachdem sie vom Entscheid über den Ausstand Kenntnis erhalten hat. Von den anfänglich 
drei Beschuldigten hat lediglich der rechtskräftig freigesprochene M.________ am 21. Januar 2021 
verlangt, dass sämtliche Amtshandlungen, an denen Staatsanwalt Julmy mitwirkte, vollumfänglich 
aufzuheben und zu wiederholen seien (act. 9054). Die beiden Berufungsgegner haben dies nicht 
verlangt, was sich damit erklärt, dass sie das Schreiben, welches Anlass zum Ausstandsgesuch 
gegen Staatsanwalt Julmy gegeben hatte, nicht erhalten hatten. Dennoch hielt die Vorinstanz 
hinsichtlich aller drei Beschuldigten fest, dass die durch Markus Julmy durchgeführten Einvernah-
men, sofern relevant, nur zugunsten der Beschuldigten berücksichtigt werden (angefochtenes Urteil 
E. II. C. 26., S. 6).

Zu berücksichtigen ist aber, dass nur die Verfahrenshandlungen wiederholt werden müssen, bei 
deren Vornahme der Ausstandsgrund bestand. Ist ein Ausstandsgrund erst während des Verfahrens 
eingetreten, beschränkt sich die Wiederholung somit auf die nachfolgenden Verfahrenshandlungen 
(BOOG, in Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, Art. 60 N. 1 mit Hinweis auf BGE 141 IV 178 E. 
3.7). Das Schreiben von Staatsanwalt Julmy und damit das im Ausstandsgesuch beanstandete Vor-
gehen datiert vom 10. November 2020. Es konnte somit nur die Aufhebung und Wiederholung jener 
Verfahrenshandlungen verlangt werden, welche Staatsanwalt Julmy ab diesem Zeitpunkt und bis 
zum Entscheid über seinen Ausstand vom 5. Januar 2021 vorgenommen hat. Die vorher von ihm 
vorgenommenen Verfahrenshandlungen sind ohne Einschränkung verwertbar.

3.

Weiter rügen die Berufungsgegner eine Verletzung des Anklagegrundsatzes. Sie beanstanden, die 
Anklageschrift beinhalte viele ausschweifende und unnötige Ausführungen, äussere sich aber nicht 
zum Kausalzusammenhang und der Garantenstellung und lege insbesondere nicht dar, was sie 
konkret hätten anders machen müssen.

3.1. Die Anklageschrift bezeichnet unter anderem möglichst kurz, aber genau, die der beschul-
digten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit sowie Art und Folgen 
der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklage-
schrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und 325 StPO; Art. 29 
Abs. 2 sowie Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b EMRK). Die Anklage hat die der 
beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, 
dass die Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Zugleich be-
zweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und ga-
rantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Informationsfunktion). Die beschuldigte Person muss 
aus der Anklage ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende Umschrei-
bung der Tat. Entscheidend ist, dass die betroffene Person genau weiss, welcher konkreter Hand-

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lungen sie beschuldigt und wie ihr Verhalten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich in ihrer Vertei-
digung richtig vorbereiten kann. Sie darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung mit 
neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (BGE 143 IV 63 E. 2.2 S. 65 mit Hinweisen). Solange 
klar ist, welcher Sachverhalt der beschuldigten Person vorgeworfen wird, kann auch eine fehlerhafte 
und unpräzise Anklage nicht dazu führen, dass es zu keinem Schuldspruch kommen darf. Die nä-
here Begründung der Anklage erfolgt an Schranken; es ist Sache des Gerichts, den Sachverhalt 
verbindlich festzustellen. Dieses ist an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt, nicht aber 
an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden (BGE 149 IV 128 E. 1.2 mit Hinweisen). 
Die Anforderungen an die Umschreibung des subjektiven Tatbestands sind nicht hoch (BGE 143 IV 
63 E. 2.3).

3.2. Den Berufungsgegnern war vor dem Polizeirichter bekannt, welcher konkreter Handlungen 
bzw. Unterlassungen sie beschuldigt werden und dass ihr Verhalten rechtlich als fahrlässige Tötung 
qualifiziert werden kann. So führt die Anklageschrift unter anderem aus: «Alle Mitarbeiter waren 
offenbar nicht darin geschult, […] (Ziff. 2.3.2), «Es wurde nicht geprüft, ob und wie die neuen Mitar-
beiter von den erfahrenen Mitarbeitern die nötige Sicherheitsausbildung erhielten und darüber wurde 
auch kein Protokoll geführt, respektive es wurde nirgends dokumentiert, wer, wann, von wem und 
worüber instruiert wurde. Schulungen betreffend die Anhebung von Lasten fanden keine statt und 
Schulungen betreffend die Verwendung von Kantenschützen auch nicht. Auch wurden die Mitarbei-
ter vor dem Unfall nicht darüber geschult, welche Hebebänder und Rundschlingen sie zu verwenden 
haben. Weder die Checkliste der SUVA betreffend Hebezeuge noch das Dokument «Umgang mit 
Hebebändern und Rundschlingen» war den Mitarbeitern bekannt. Nach dem Unfall wurde sodann 
mit Schulungen begonnen und wurde ein Merkblatt «Umgang mit Hebebändern und Rundschlingen» 
entworfen» (Ziff. 2.3.4), «Der Unfallgurt hätte in diesem Zustand nicht mehr benutzt werden dürfen. 
[…] «Überprüfung von einer sachkundigen Person oder Hersteller min. 1 x jährlich» […] Die Instand-
haltung ist zu dokumentieren. Die K.________ AG hätte dafür sorgen müssen, dass die Gurte einmal 
jährlich kontrolliert werden und über die Kontrolle eine Dokumentation führen müssen.» (Ziff. 2.4), 
«dass grundlegende Sicherheitsmängel über zwei Jahre hinweg nicht behoben wurden, obwohl die 
K.________ AG von der SUVA auf die Mängel hingewiesen wurde.» (Ziff. 2.4 in fine), «Gemäss dem 
Pflichtenheft von A.________ muss B.________ zusammen mit ersterem das betriebliche 
Sicherheitskonzept planen und bearbeiten und dieses auch regelmässig Überprüfen und Aktualisie-
ren und sich vom Sicherheitsbeauftragten in der betriebsinternen Kommunikation bezüglich Sicher-
heit und Gesundheitsschutz unterstützen lassen. Als Geschäftsleiter ist er dazu verpflichtet, zu prü-
fen, ob und wie der Sicherheitsbeauftragte seinen Pflichten nachkommt.» (Ziff. 3.2 in fine).

Vorliegend bestehen keine Zweifel darüber, welches Verhalten den Berufungsgegnern zur Last ge-
legt wird. Durch die konkrete Beschreibung der gebotenen Handlungen sowie der begangenen Un-
terlassungen ist e contrario auch bekannt, was sie hätten anders machen müssen. Unter diesen 
Umständen hatten die rechtlich vertretenen und verbeiständeten Berufungsgegner ausreichend Ge-
legenheit, vor dem Polizeirichter ihre Verteidigungsrechte angemessen auszuüben. Inwiefern auf-
grund der klaren Formulierung der Unterlassungen in der Anklageschrift eine wirksame Verteidigung 
erschwert oder gar verunmöglicht worden sein soll, ist nicht ersichtlich. Was die von der Verteidigung 
gerügten Ausschweifungen angeht, ist festzustellen, dass die ausführlichen Erläuterungen in der 
Anklageschrift für die Einbettung des Sachverhalts im gesamten Kontext nützlich sind.

Die Anklageschrift genügt den gesetzlichen Anforderungen und die Rüge, die Anklageschrift ver-
letzte den Anklagegrundsatz, ist unbegründet.

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4.

Die Staatsanwaltschaft beanstandet die rechtliche Würdigung der Vorinstanz und damit den jeweili-
gen Freispruch der beiden Berufungsgegner vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung i.S.v. Art. 117 
StGB. Die vom Polizeirichter vorgenommene Würdigung sei willkürlich. In Bezug auf den Berufungs-
gegner 1 sei festzuhalten, dass er einen Grossteil seiner Pflichten aus dem Pflichtenheft als Sicher-
heitsbeauftragter nicht wahrgenommen habe. So sei eine Ausbildung on-the-job mit learning-by-
doing, wie dies im Betrieb praktiziert werde, nicht per se ausgeschlossen, es hätten aber diesbezüg-
lich Vorgaben gemacht und Kontrollen durchgeführt werden müssen. Auch seien Publikationen nicht 
kommuniziert und Dokumentationen, wer wann von wem über was ausgebildet worden sei, nicht 
erstellt worden. Die bestehenden Mängel seien dem Berufungsgegner 1 beim Besuch der Standorte 
nicht aufgefallen. Indem er seine Aufgaben nicht oder nur in eingeschränktem Umfang nachgekom-
men sei, habe er seine Sorgfaltspflicht verletzt und diese Unterlassungen seien kausal für den töd-
lichen Arbeitsunfall gewesen. Der Berufungsgegner 2 sei in der Kaskade in der obersten Führungs-
stufe gestanden, in welcher er für die Definition von Sicherheitszielen verantwortlich gewesen sei. 
Dabei habe er u.a. geeignetes Personal anstellen und die Erfüllung des Pflichtenhefts kontrollieren 
müssen. Die Kontrolle der Erfüllung des Pflichtenhefts sei nicht oder nur ungenügend erfolgt. So 
habe er beispielsweise keinen Rapport erhalten und auch zugelassen, dass keine Dokumentation 
vorhanden sei über die Ausbildung und den Ausbildungsstand der Mitarbeiter. Diese Unterlassung 
durch die nicht genügende Wahrnehmung seiner Pflichten sei ebenfalls kausal gewesen für den 
tödlichen Arbeitsunfall. Es möge zutreffen, dass das tödlich verunglückte Opfer Fehler begangen 
habe, diese seien aber als Folgen der Verletzungen der Sorgfaltspflicht der beiden Berufungsgegner 
einzustufen. Der adäquate Kausalzusammenhang sei damit keineswegs unterbrochen worden.

Demgegenüber bringt der Berufungsgegner 1 vor, das Opfer sei ein langjähriger und erfahrener 
bzw. der erfahrenste Mitarbeiter gewesen, welcher als Sicherheitsreferenz galt und die Regeln sehr 
gut kannte. Nur dessen Verhalten an diesem Tag, die Fehleinschätzung und die dadurch begange-
nen Fehler, seien kausal gewesen für den Unfall. Der Berufungsgegner 1 habe keine leitende Funk-
tion innegehabt, sondern lediglich eine beratende und sei in dieser Funktion nicht zuständig gewe-
sen für die Überwachung der Mitarbeiter. Eine Garantenstellung hinsichtlich des Opfers, welches im 
Betrieb in N.________ gearbeitet habe, bestehe in seiner Funktion als Sicherheitsbeauftragter nicht. 
Er sei nicht operativ für die Sicherheit zuständig gewesen. Lediglich die fehlende Dokumentation 
könne ihm vorgeworfen werden, aber dies sei nicht kausal und hätte den Unfall nicht verhindert. 
Dass das Opfer keinen Kantenschutz verwende und sich zudem im Gefahrenbereich aufhalte, wäre 
überdies nicht voraussehbar gewesen.

Der Berufungsgegner 2 wendet ein, ihm könne kein strafrechtlich relevantes Verhalten vorgeworfen 
werden. Eine Garantenstellung gelte nur jeweils im Tätigkeitsbereich der Mitarbeiter. Er habe jeweils 
stufengerechte Kontrollen vorgenommen und insbesondere die externen Kontrollen der SUVA auf-
gearbeitet und die sicherheitsrelevanten Umsetzungen kontrolliert. Die in den SUVA-Kontrollen de-
finierten Massnahmen hätten mit dem Unfall und den Ursachen nichts zu tun, da keinerlei Beanstan-
dungen in Bezug auf den Hebekran oder die Schulung der Mitarbeiter für das Anheben von Lasten 
gemacht worden seien. Der tödliche Arbeitsunfall sei nicht vorhersehbar gewesen und eine Sorg-
faltspflichtverletzung liege nicht vor. Es habe sich um einen langjährigen und sehr erfahrenen Mitar-
beiter gehandelt, welcher an diesem Tag das, was er gewusst habe, aus nicht nachvollziehbaren 
Gründen aber nicht so umgesetzt habe.

4.1. Gemäss Art. 117 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, 
wer fahrlässig den Tod eines Menschen verursacht. Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Ver-

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haltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflicht-
widrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Um-
ständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB).

Die fahrlässige Tötung kann auch durch pflichtwidriges Unterlassen (vgl. Art. 11 StGB) begangen 
werden. Voraussetzung ist in diesem Fall eine Rechtspflicht zur Vornahme der unterlassenen Hand-
lung (Garantenstellung) sowie die Möglichkeit, diese Handlung vorzunehmen. Ein sog. unechtes 
Unterlassungsdelikt liegt vor, wenn im Gesetz wenigstens die Herbeiführung des Erfolgs durch Tun 
ausdrücklich mit Strafe bedroht wird, der Beschuldigte durch sein Tun den Erfolg tatsächlich hätte 
abwenden können (Vermeidbarkeit des Erfolgseintritts) und infolge seiner Garantenstellung dazu 
auch verpflichtet war, so dass die Unterlassung der Erfolgsherbeiführung durch aktives Tun als 
gleichwertig erscheint. Für die Annahme einer Garantenstellung genügt nicht jede, sondern nur eine 
qualifizierte Rechtspflicht (BGE 148 IV 39 E. 2.3.2 mit Hinweis). Rechtsprechung und Lehre unter-
scheiden zwischen Obhutspflichten, d.h. Garantenstellungen zum Schutz eines bestimmten Rechts-
gutes gegen alle ihm drohenden Gefahren, und Überwachungspflichten, d.h. Garantenstellungen 
zur Überwachung bestimmter Gefahrenquellen zum Schutze unbestimmt vieler Rechtsgüter. Eine 
Garantenstellung kann sich aus Gesetz, Vertrag, einer freiwillig eingegangenen Gefahrengemein-
schaft oder aus der Schaffung einer Gefahr ergeben (BGE 141 IV 249 E. 1.1 in fine).

Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung setzt voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verlet-
zung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Dies ist der Fall, wenn der Täter im Zeitpunkt der Tat auf 
Grund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die Gefährdung der Rechtsgüter des 
Opfers hätte erkennen können und müssen, und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risi-
kos überschritten hat. Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das 
Mass der zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 148 IV 39 E. 2.3.3 
mit Hinweisen). Dies gilt insbesondere, wenn diese Vorschriften der Unfallverhütung und der Sicher-
heit dienen (BGE 143 IV 138 E. 2.1). Fehlen solche, kann sich der Vorwurf der Fahrlässigkeit auf 
allgemein anerkannte Verhaltensregeln privater oder halbprivater Vereinigungen oder auf allge-
meine Rechtsgrundsätze wie den allgemeinen Gefahrensatz stützen. Denn einerseits begründet 
nicht jeder Verstoss gegen eine gesetzliche oder für bestimmte Tätigkeiten allgemein anerkannte 
Verhaltensnorm den Vorwurf der Fahrlässigkeit, und andererseits kann ein Verhalten sorgfaltswidrig 
sein, auch wenn nicht gegen eine bestimmte Verhaltensnorm verstossen wurde. Die Vorsicht, zu 
der ein Täter verpflichtet ist, wird letztlich durch die konkreten Umstände und seine persönlichen 
Verhältnisse bestimmt, weil naturgemäss nicht alle tatsächlichen Gegebenheiten in Vorschriften ge-
fasst werden können (BGE 148 IV 39 E. 2.3.3 mit Hinweisen).

4.2. Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtverletzung bildet die Vorherseh-
barkeit des Erfolgs. Die zum Erfolg führenden Geschehensabläufe müssen für den konkreten Täter 
mindestens in ihren wesentlichen Zügen voraussehbar sein. Für die Beantwortung dieser Frage gilt 
der Massstab der Adäquanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem gewöhnlichen 
Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizu-
führen oder mindestens wesentlich zu begünstigen. Die Adäquanz ist zu verneinen, wenn ganz aus-
sergewöhnliche Umstände wie das Mitverschulden des Opfers bzw. eines Dritten oder Material- oder 
Konstruktionsfehler als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden 
musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache 
des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten 
der beschuldigten Person - in den Hintergrund drängen (Urteil BGer 7B_290/2022 vom 22. Juli 2024 
E. 2.1 mit Hinweisen).

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4.3. Weitere Voraussetzung der Fahrlässigkeitshaftung ist, dass der Erfolg vermeidbar war. Steht 
eine Sorgfaltspflichtverletzung durch Unterlassen zur Diskussion, ist anhand eines hypothetischen 
Kausalverlaufs zu prüfen, ob bei Vornahme der gebotenen Handlung der Erfolg nach dem gewöhn-
lichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit 
ausgeblieben wäre (Urteil BGer 7B_290/2022 vom 22. Juli 2024 E. 2.1 mit Hinweisen).

4.4. Die Pflichten zum Schutz der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz bzw. zur Unfallverhütung erge-
ben sich unter anderem aus Art. 328 Abs. 2 OR, Art. 82 des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 
über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung vom 19. Dezember 1983 über 
die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 832.30). Darüber hinaus sind die ge-
stützt auf Art. 83 UVG erlassenen Ausführungsvorschriften des Bundesrates und die übrigen Richt-
linien zu beachten, welche die Pflicht des Arbeitgebers konkretisieren und für einzelne Arbeitsberei-
che mit erhöhtem Gefahrenpotenzial zum Teil besonders umschreiben. Wird gegen eine solche Vor-
schrift verstossen, liegt darin zugleich ein Indiz für die Missachtung der Sorgfaltspflicht im Sinne 
von Art. 12 Abs. 3 StGB (Urteil BGer 6B_1058/2022 vom 29. Januar 2024 E. 3.4 mit Hinweisen).

Nach Art. 328 Abs. 2 OR hat der Arbeitgeber zum Schutz von Leben, Gesundheit und persönlicher 
Integrität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Massnahmen zu treffen, die nach der Erfah-
rung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen des Betriebes oder 
Haushaltes angemessen sind, soweit es mit Rücksicht auf das einzelne Arbeitsverhältnis und die 
Natur der Arbeitsleistung ihm billigerweise zugemutet werden kann. Hierzu gehört auch, dass er 
vom Arbeitnehmer die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften verlangt und dies in angemessener 
Weise kontrolliert und notfalls durchsetzt (vgl. Art. 6 Abs. 3 VUV; Urteil BGer 6B_1058/2022 E. 3.4 
mit Hinweisen).

Art. 82 Abs. 1 UVG verpflichtet den Arbeitgeber, zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrank-
heiten alle Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik 
anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind.

Von Gesetzes wegen steht folglich die oberste Unternehmensleitung, der Arbeitgeber, in der Pflicht. 
Bei einem Arbeitsunfall muss die Strafuntersuchung das Verhalten aller Stufen in Sicherheitsbelan-
gen auf Vollständigkeit und Zweckmässigkeit überprüfen. Dabei kann bei einem grösseren Betrieb 
von folgender Kaskadenordnung ausgegangen werden: Die oberste Führungsstufe (Unternehmens-
leitung) hat die unternehmenspolitischen Grundentscheidungen zu treffen, das heisst die Sicher-
heitsgrundsätze und Sicherheitsziele zu definieren und im Rahmen einer zweckmässigen Organisa-
tion die Mittel bereitzustellen, die zu deren Realisierung erforderlich sind (geeignetes Personal, Zeile 
B. Anstellung eines Sicherheitsbeauftragten; Sachmittel; Ausbildung; Information und Kontrolle des 
mittleren Kaders). Das mittlere Kader konkretisiert die Sicherheitsgrundsätze für die einzelnen Fach-
bereiche, instruiert das untere Kader, erteilt die nötigen Kompetenzen, überwacht dessen Tätigkeit 
und rapportiert an die Geschäftsleitung. Schliesslich instruiert das untere Kader die Arbeitnehmer, 
führt die Aufsicht an den Arbeitsstätten, greift konsequent ein und informiert die Vorgesetzten, wo 
nötig direkt die Geschäftsleitung, oder zieht den Sicherheitsbeauftragten bei (SUVAPRO, «Die straf-
rechtliche Verantwortung bei Arbeitsunfällen im System der Arbeitssicherheit», S. 6). Neben der 
Verantwortung der Führungskräfte darf die Eigenverantwortung der Arbeitnehmer nicht bagatellisiert 
werden. Es sei aber davor gewarnt, bei einem Unfall vorschnell auf eine individuelle Fehlleistung als 
einzige Unfallursache zu schliessen. Davon kann richtigerweise nur die Rede sein, wenn sich der 
Verunfallte über einen korrekt instruierten Sicherheitsstandard, dessen Missachtung von den Vor-
gesetzten nicht toleriert wird, bewusst hinweggesetzt hat (SUVAPRO, «Die strafrechtliche Verant-
wortung bei Arbeitsunfällen im System der Arbeitssicherheit», S. 7). Die aus der Führung eines Be-

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triebs resultierende Garantenstellung verlangt, durch notwendige Aufsichtsmassnahmen (Verant-
wortlichkeitsordnung, Stellvertretungen, Kontrollen, Informationsfluss) dafür zu sorgen, dass die ein-
schlägigen Vorschriften in der Firma beachtet werden und es nicht zu Verstössen kommt. Wenn die 
Grösse des Betriebes keine persönlichen Kontrollen des Chefs vor Ort zulässt, hat sich der Betriebs-
inhaber durch ein regelmässiges Reporting Kenntnis über das tatsächliche Geschehen zu verschaf-
fen. Wem die Missachtung von Sicherheitsvorschriften oder -anordnungen – insbesondere nach Un-
fällen oder Vorfällen – zur Kenntnis gelangt, muss die notwendigen Weisungen erlassen oder kon-
sequent darauf drängen, dass bestehende Weisungen strikte zu befolgen sind (SUVAPRO, «Die 
strafrechtliche Verantwortung bei Arbeitsunfällen im System der Arbeitssicherheit, S. 19). Eine stu-
fengerechte Delegation von Sicherheitsaufgaben ist rechtlich zulässig, entlastet die Geschäftslei-
tung (bzw. das jeweils höhere Kader bei Übertragung von Aufgaben an das untere Kader) von der 
Verantwortung für den operativen Bereich, aber nur in dem Umfang, als die Aufgaben klar umschrie-
ben und mit den dafür notwendigen Weisungskompetenzen versehen sind. In diesem Umfang hat 
das Kader – gleich wie sein Arbeitgeber – eine strafrechtlich exponierte Garantenstellung hinsichtlich 
Unfallverhütung und Gesundheitsschutz (SUVAPRO, «Die strafrechtliche Verantwortung bei Ar-
beitsunfällen im System der Arbeitssicherheit, S. 21). Als «Sicherheitsverantwortliche» im eigentli-
chen Sinn gelten die Geschäftsleitung und das Kader als strafrechtlich relevante Garanten der be-
trieblichen Sicherheit. In der Praxis gibt es parallel dazu Funktionen, die (nur) indirekt mit der Ver-
wirklichung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Abreitnehmenden zu tun haben. Es handelt 
sich um ausgewählte, speziell ausgebildete Mitarbeitende (oder entsprechende externe Fachleute), 
die im Auftrag der Geschäftsleitung gemäss Pflichtenheft die Sicherheitsverantwortlichen in Sicher-
heits- und Gesundheitsbelangen beraten und unterstützen. Zusammenfassend können diese Bera-
ter aller Art – unter welcher Bezeichnung sie auch auftreten mögen – unter den Begriff des «Sicher-
heitsbeauftragten» subsumiert werden. Im konkreten Fall ist es unabdingbar zu klären, welche Funk-
tion (Garant oder Berater?) die mittelbar Beteiligten ausgeübt haben. Im Unterschied zum Sicher-
heitsverantwortlichen steht der Sicherheitsbeauftragte bei Unfällen, die einen Zusammenhang mit 
seiner Beratungstätigkeit haben könnten, nicht in der direkten Verantwortung. Der Sicherheitsbeauf-
tragte selber ist gut beraten, sich in Ausübung dieser Funktion strikte an die Arbeitsteilung Stab/Linie 
zu halten. Andernfalls läuft er Gefahr, wegen eines sogenannten Übernahmeverschuldens straf-
rechtlich wie ein Sicherheitsverantwortlicher (Garant) behandelt zu werden. Seine bloss beratende 
Rolle soll im Betrieb jederzeit und für jedermann klar erkennbar sein. Wenn er Handlungsbedarf 
erkennt, ist von direkter Einflussnahme abzusehen und die Linie zu informieren (SUVAPRO, «Die 
strafrechtliche Verantwortung bei Arbeitsunfällen im System der Arbeitssicherheit, S. 22). 

Nach Art. 3 Abs. 1 VUV muss der Arbeitgeber zur Wahrung und Verbesserung der Arbeitssicherheit 
alle Anordnungen erteilen und alle Schutzmassnahmen treffen, die den Vorschriften dieser Verord-
nung und den für seinen Betrieb zusätzlich geltenden Vorschriften über die Arbeitssicherheit sowie 
im Übrigen den anerkannten sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln entsprechen. 
Er muss dafür sorgen, dass die Schutzmassnahmen und Schutzeinrichtungen in ihrer Wirksamkeit 
nicht beeinträchtigt werden und hat dies in angemessenen Zeitabständen zu überprüfen (Art. 3 Abs. 
2 VUV). Gemäss Art. 6 Abs. 1 VUV muss der Arbeitgeber dafür sorgen, dass alle in seinem Betrieb 
beschäftigten Arbeitnehmer, einschliesslich der dort tätigen Arbeitnehmer eines anderen Betriebs, 
ausreichend und angemessen informiert und angeleitet werden über die bei ihren Tätigkeiten auf-
tretenden Gefahren sowie über die Massnahmen der Arbeitssicherheit. Diese Informationen und 
Anleitungen haben zum Zeitpunkt des Stellenantritts sowie bei jeder wesentlichen Änderung der 
Arbeitsbedingungen zu erfolgen und sind nötigenfalls zu wiederholen. Die Arbeitnehmer sind über 
die Aufgaben und die Funktion der in ihrem Betrieb tätigen Spezialisten der Arbeitssicherheit zu 
informieren (Abs. 2) und der Arbeitgeber sorgt dafür, dass die Arbeitnehmer die Massnahmen der 

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Arbeitssicherheit einhalten (Abs. 3). Art. 7 VUV bestimmt sodann, dass der Arbeitgeber einen Ar-
beitnehmer mit bestimmten Aufgaben der Arbeitssicherheit betrauen kann, wobei ihn dies nicht von 
seinen Verpflichtungen zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit entbindet. Schliesslich darf der Ar-
beitgeber Arbeiten mit besonderen Gefahren nur Arbeitnehmern übertragen, die dafür entsprechend 
ausgebildet sind. Wird eine gefährliche Arbeit von einem Arbeitnehmer allein ausgeführt, so muss 
ihn der Arbeitgeber überwachen lassen (Art. 8 Abs. 1 VUV).

Auch für den Arbeitnehmer sieht die Verordnung Pflichten vor. So muss der Arbeitnehmer die Wei-
sungen des Arbeitgebers in Bezug auf die Arbeitssicherheit befolgen und die allgemein anerkannten 
Sicherheitsregeln berücksichtigen. Er muss insbesondere die persönlichen Schutzausrüstungen be-
nützen und darf die Wirksamkeit der Schutzeinrichtungen nicht beeinträchtigen (Art. 11 Abs. 1 VUV). 
Stellt er Mängel fest, welche die Arbeitssicherheit beeinträchtigen, so muss er sie sogleich beseiti-
gen. Ist er dazu nicht befugt oder nicht in der Lage, so muss er den Mangel unverzüglich dem Ar-
beitgeber melden (Abs. 2).

Nach Art. 24 Abs. 1 VUV dürfen in den Betrieben dieser Verordnung nur Arbeitsmittel eingesetzt 
werden, die bei ihrer bestimmungsgemässen Verwendung und bei Beachtung der gebotenen Sorg-
falt die Sicherheit und die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht gefährden. Sie sind gemäss den An-
gaben des Herstellers fachgerecht in Stand zu halten. Dabei ist dem jeweiligen Einsatzzweck und 
Einsatzort Rechnung zu tragen. Die Instandhaltung ist zu dokumentieren (Art. 32b Abs. 1 VUV).

Schliesslich müssen Gegenstände und Materialien so transportiert und gelagert werden, dass sie 
nicht in gefahrbringender Weise umstürzen, herabstürzen oder abrutschen können (Art. 41 Abs. 1 
VUV). Zum Heben, Tragen und Bewegen schwerer oder unhandlicher Lasten sind geeignete Ar-
beitsmittel zur Verfügung zu stellen und zu benützen, um eine sichere und gesundheitsschonende 
Handhabung zu ermöglichen (Abs. 2). Nach Abs. 2bis dieser Bestimmung muss der Arbeitgeber die 
Arbeitnehmer darüber informieren, welche Gefahren bei der Handhabung schwerer und unhandli-
cher Lasten bestehen, und sie anleiten, wie solche Lasten richtig gehoben, getragen und bewegt 
werden können.

4.5. Aufgrund von Art. 82 Abs. 1 UVG steht bei einem Arbeitsunfall von Gesetzes wegen die 
oberste Unternehmensleitung in der Pflicht. Das Verhalten der Führungspersonen aller Stufen in 
Sicherheitsbelangen ist auf Vollständigkeit und Zweckmässigkeit zu überprüfen (Die strafrechtliche 
Verantwortung bei Arbeitsunfällen im System der Arbeitssicherheit, SUVA, S. 6). Neben der Verant-
wortung der Führungskräfte darf die Eigenverantwortung der Arbeitnehmer nicht bagatellisiert wer-
den. Es sei aber davor gewarnt, bei einem Unfall vorschnell auf eine individuelle Fehlleistung als 
einzige Unfallursache zu schliessen. Davon kann richtigerweise nur die Rede sein, wenn sich der 
Verunfallte über einen korrekt instruierten Sicherheitsstandard, dessen Missachtung von den Vor-
gesetzten nicht toleriert wird, bewusst hinweg gesetzt hat (Die strafrechtliche Verantwortung bei Ar-
beitsunfällen im System der Arbeitssicherheit, SUVA, S. 7).

Das Fehlen von Sicherheitskonzepten respektive die fehlende Umsetzung bestehender Sicherheits-
konzepte in einem Betrieb und das Fehlen einer Sicherheitskultur können eine Sorgfaltspflichtver-
letzung der Arbeitgeberin darstellen. […] Auch bei erfahrenen Mitarbeitern ist ein Minimum an Über-
wachung nötig (Urteil BGer 6B_1334/2019 vom 27. März 2020 E. 2.5.2 mit Hinweis).

5.

Aus dem Unfallrapport der SUVA vom 15. Mai 2019 (act. 8041 ff., 8043) gehen folgende Unfallursa-
chen hervor: Absturz des Chassis auf das Opfer, welches sich in unmittelbarer Nähe des sich be-

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wegendenden Elements befand («chute du châssis sur la victime qui se trouvait proche de l’élément 
en mouvement»), Riss des Gurtes aufgrund eines Schnittes an einer scharfen Kante («rupture de 
l’élingue due à la coupure sur une arête vive du châssis suite au glissement de celui-ci»), Verwen-
dung eines nicht geschützten textilen Hebegurtes zum Heben eines Stücks mit scharfen Kanten 
(«utilisation d’une sangle textile, non protégée, pour le levage d’une pièce présentant des arêtes 
vives»), Heben nur an einem Punkt, was zu einer Bewegung führte, die wiederum das Durchtrennen 
des Hebegurtes an der scharfen Kante führte («levage effectué que par un point ce qui a engendré 
un mouvement et de ce fait le sectionnement de l’élingue sur l’arête vive»).

6.

6.1. Die Anklage wirft den Beschuldigten vor, Aufsichts- und Kontrollpflichten unterlassen zu ha-
ben und durch die Verletzung ihrer Sorgfaltspflichten den tödlichen Arbeitsunfall kausal verursacht 
zu haben.

A.________ als Sicherheitsbeauftragter habe seine Pflichten gemäss Pflichtenheft in mehrfacher 
Hinsicht nicht erfüllt. So habe er beispielsweise nicht dokumentiert, wer, wann, von wem und wo-
rüber instruiert worden sei. Des Weiteren sei die Ausbildung der Betriebsangehörigen zum Thema 
Sicherheit und zum Arbeiten mit besonderen Gefahren nicht durchgeführt, sondern diese seien für 
ihre Ausbildung lediglich den älteren Mitarbeitern überlassen worden, ohne auch nur zu überprüfen, 
ob eine entsprechende Schulung stattgefunden habe. Ebenfalls sei die Qualität dieser Ausbil-
dung/Schulung durch die älteren Mitarbeiter nicht kontrolliert worden. Auch habe er es entgegen 
dem Pflichtenheft unterlassen, Informationen und Publikationen zum Thema «Sicherheit und Ge-
sundheitsschutz» zu beschaffen und an die Betriebsangehörigen weiterzuleiten. Das Opfer und 
auch die weiteren Mitarbeiter seien über die Sicherheitsstandards nicht korrekt instruiert worden. 
Dies zeige sich daran, dass O.________ überhaupt nicht gewusst habe, welche die richtigen Sicher-
heitsstandards seien. Auch wird ihm fehlende Kommunikation vorgeworfen, weil beispielsweise der 
Produktionsleiter in N.________ gar nicht gewusst habe, dass es einen Sicherheitsbeauftragten 
gebe. Die Sicherheitsinspektion, welche er gemäss Pflichtenheft habe planen und vornehmen 
sollen, habe er gemäss seinen Aussagen getätigt, indem er mit «offenen Augen» durch die 
Standorte gegangen sei und, wenn ihm etwas bezüglich Sicherheit aufgefallen sei, dies mit dem 
Betriebsleiter besprochen habe. Schlussendlich habe er die Helmtragepflicht weder kontrolliert noch 
durchgesetzt und keine Sorge dafür getragen, dass die Hebemittel korrekt verwendet worden seien 
(act. 10009 f.).

B.________ könnten als Geschäftsführer die erheblichen Mängel in seinem Unternehmen in punkto 
Sicherheit und Kommunikation vorgeworfen werden. So seien die Mitarbeiter – nicht einmal die 
Produktionsleiter – nicht darüber informiert worden, dass es einen Sicherheitsbeauftragten gebe und 
welche Aufgaben er wahrnehme. Da er einen Sicherheitsbeauftragten angestellt habe, sei er zwar 
nicht mehr primär für Fragen der Arbeitssicherheit verantwortlich. Er sei aber dafür verantwortlich, 
dass der von ihm eingestellte Sicherheitsbeauftragte auch über die nötige Ausbildung und Kom-
petenzen verfüge und sei dafür verantwortlich diesen entsprechend anzuweisen und zu kontrollie-
ren, was vorliegend nicht genügend geschehen sei. Es sei zwar ein Sicherheitsbeauftragter ange-
stellt worden, dieser habe aber nicht eine genügende Ausbildung um seinem Pflichtenheft nachzu-
kommen. Das mittlere Kader sei zu wenig informiert geworden und vor allem sei die Kontrolle, ob 
und wie der Sicherheitsbeauftragte seine Aufgaben wahrgenommen habe, ungenügend gewesen. 
Weitere fehle es im Unternehmen an klarer Kompetenzzuweisung (act. 10010).

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6.2. Was die Aussagen der Beschuldigten sowie der weiteren Mitarbeiter der K.________ AG an-
geht, kann auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (angefochtenes Urteil E. D und E, 
S. 11-17; Art. 82 Abs. 4 StPO). Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass das Opfer und 
die weiteren Mitarbeiter über die grundlegenden Sicherheitsvorschriften nicht aufgeklärt waren. Das 
Opfer galt innerhalb des Unternehmens als sehr erfahren, ja gar als erfahrenster Mitarbeiter, im 
Zusammenhang mit den vorgenommenen Arbeiten und die anderen Mitarbeiter wurden von ihm 
angelernt und instruiert. Allgemein lernten die Mitarbeiter on-the-job und nach dem Prinzip learning-
by-doing. Externe Sicherheitsschulungen fanden vor dem Unfall nicht statt und grundlegende Infor-
mationen und Merkblätter wurden nicht abgegeben. Das Arbeitsmaterial erfüllte teilweise Sicher-
heitsstandards nicht und wurde nicht gemäss den Herstellervorschriften geprüft und gewartet. Auch 
kontrollierte niemand, ob die Mitarbeiter die ihnen aufgetragenen Arbeiten in Einhaltung der Sicher-
heitsvorschriften erledigten.

6.3. Im Zeitpunkt des Arbeitsunfalls, bei dem das Opfer sein Leben lassen musste, bestanden 
konkrete, der Unfallverhütung und Sicherheit dienende Verordnungen und Richtlinien (Art. 328 Abs. 
2 OR, Art. 82 UVG, VUV sowie gestützt auf Art. 83 UVG erlassenen Ausführungsvorschriften des 
Bundesrates und übrige Richtlinien) sowie eine Instruktionshilfe der SUVA betreffend lebenswichtige 
Regeln für das Anschlagen von Lasten. Das Anschlagen von Lasten an Kranen, die der Kranverord-
nung unterstehen, gilt als Arbeit mit besonderen Gefahren gemäss Art. 8 VUV (Factsheet SUVA 
Ausbildung für das Anschlagen von Lasten an Kranen). Folglich beurteilt sich das Mass der von den 
Beschuldigten zu beachtenden Sorgfalt grundsätzlich nach diesen Vorschriften und es ist zu berück-
sichtigen, dass die Sorgfaltspflicht durch das Anheben einer Last mit einem Kran erhöht war.

6.4. A.________

Die SUVA hat in den Jahren 2013/2014 eine umfassende Kontrolle der Sicherheit innerhalb des 
Betriebs der K.________ AG durchgeführt. Was die Dokumentation und Instruktion betrifft, wurde 
als Verbesserungsmassnahme festgehalten, «die Bedürfnisse sind zu dokumentieren und die 
durchgeführten Ausbildungen zu archivieren». Als Termin für die Ausführung der 
Verbesserungsmassnahmen wurde der Juni 2014 festgehalten. Was neu eintretende Mitarbeiter 
betrifft, wurde als Verbesserungsmassnahme „die durchgeführten Instruktionen und Ausbildungen 
des Personals sind zu dokumentieren und zu archivieren» definiert. Auch hier wurde als Termin für 
die Ausführung der Verbesserungsmassnahmen der Juni 2014 festgehalten (act. 8083). Was die 
allgemeinen Sicherheitsanweisungen betrifft, wurde festgestellt, dass diese oft mündlich und 
wiederholt anlässlich der Anwesenheit des Sicherheitsbeauftragten in den Produktionshallen 
abgegeben werden. Als Verbesserungsmassnahme wurde eine fortlaufende Formalisierung und 
Archivierung der Sicherheitsanweisungen vorgesehen (act. 8084). Zum Zeitpunkt des Unfalles 
konnten keine Unterlagen über die Ausbildung, die Instruktion sowie die Information der 
Mitarbeitenden in Sicherheitsfragen vorgefunden werden. Die von der SUVA verlangten 
Verbesserungsmassnahmen sind offensichtlich nicht umgesetzt worden.

Der Beschuldigte 1 ist am 1. Januar 2011 in der Funktion Unterhalt Anlagen und Fahrzeuge als 
Lastwagenmechaniker in die K.________ AG eingetreten, hat am 15. Januar 2017 die Funktion des 
Sicherheitsbeauftragten innerhalb der K.________ AG übernommen und war im Zeitpunkt des 
Unfalls als Sicherheitsbeauftragter des Betriebs tätig. In dieser Funktion hatte der Beschuldigte 1 
gewisse Pflichten, die in seinem Pflichtenheft aufgeführt sind (vgl. act. 3050 ff.). Seine Aufgabe 
bestand insbesondere darin, die Arbeitgeberin in Sicherheitsfragen zu beraten. Auch wenn dem 
Beschuldigten im betrieblichen Alltag keine operative Weisungsbefugnis oder direkte 
Überwachungsfunktion an den jeweiligen Betriebsstandorte zukam, war er ausdrücklich in einer 

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beratenden und unterstützenden Funktion mit der Aufgabe betraut, die Betriebsleiter bei der 
regelmässigen Instruktion der Mitarbeitenden bezüglich Sicherheit und Gesundheitsschutz und der 
Einführung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beraten und unterstützen. Ebenso war er 
verpflichtet, die Ausbildungen bezüglich «Arbeiten mit besonderen Gefahren» der 
Betriebsangehörigen in Zusammenarbeit mit den Betriebsleitern zu planen und zu koordinieren. Zu 
seinem Aufgabenbereich gehörte weiter, zu dokumentieren, wer, wann, von wem, worüber instruiert 
bzw. ausgebildet worden ist. Auch hatte er Informationen und Publikationen zum Thema «Sicherheit 
und Gesundheitsschutz» zu beschaffen und an die Betriebsangehörigen weiterzuleiten. Schliesslich 
oblag es ihm auch, die Betriebsleiter beim Integrieren von Sicherheit und Gesundheitsschutz in 
Arbeitsanweisungen an Betriebsangehörige zu beraten, zusammen mit den Betriebsleitern die 
Instandhaltung der Arbeitsmittel zu planen und die Betriebsleiter bei den Kontrollen bezüglich 
bestimmungsgemässer Verwendung der Arbeitsmittel, der Arbeiten mit besonderen Gefahren 
(Ausführung nur durch Mitarbeitende mit entsprechender Ausbildung) sowie des Einhaltens der 
Sicherheitsbestimmungen bei allen Arbeiten zu beraten. Damit geht seine zwar als 
«Sicherheitsbeauftragter» bezeichnete Rolle im Betrieb aber über eine reine Beraterfunktion hinaus 
und ihm wurden Kompetenzen delegiert, so dass er konkrete Anordnungen direkt treffen konnte, 
ohne Anweisung der ihm übergeordneten Geschäftsleitung. Der Beschuldigte 1 hatte im Bereich der 
betrieblichen Sicherheit somit eine qualifizierte Stellung inne, aus der sich seine Garantenstellung 
ableiten lässt.

Der Beschuldigte 1 hat seine Funktion als Sicherheitsbeauftragter nicht in dem erforderlichen Masse 
wahrgenommen. Er hat die ihm obliegenden Pflichten gemäss Pflichtenheft nicht erfüllt. Obwohl er 
bei der Übernahme der Funktion als Sicherheitsbeauftragter feststellen musste, dass die von der 
SUVA geforderten Verbesserungsmassnahmen nicht umgesetzt worden sind und die allgemeinen 
Sicherheitsanweisungen der SUVA innerhalb des Betriebs der K.________ AG nicht eingehalten 
wurden, hat er keine Massnahmen ergriffen. Gemäss Pflichtenheft hätte er die Arbeitgeberin auf die 
mangelhafte Sicherheitsorganisation an den einzelnen Standorten hinweisen müssen. Indem er nur 
mit «offenen Augen» durch den Betrieb gegangen ist, ist er seinen Verpflichtungen nicht nachge-
kommen. Er hatte Kenntnis davon, dass die Instruktion der Mitarbeitenden entgegen den Anweisun-
gen der SUVA bis zum Unfall praktisch ausschliesslich und mit Ausnahme obligatorischer Kurse aus 
learning-by-doing on-the-job durch die dienstälteren Mitarbeitenden stattfand. Als Konsequenz dar-
aus hat der Beschuldigte 1 es unterlassen, die geforderte Dokumentation betreffend die sicherheits-
relevanten Instruktionen und Ausbildungen der Mitarbeitenden zu führen. Ob eine Beratung und 
Unterstützung der Betriebsleiter bei der regelmässigen Instruktion der Mitarbeitenden bezüglich Si-
cherheit und Gesundheitsschutz stattgefunden hat, ist damit mehr als fraglich. Die fehlende Doku-
mentation stellt somit ein starkes Indiz dar, dass die Instruktionen nicht erfolgt sind. Der Beschuldigte 
1 hätte darauf beharren müssen, dass die Ausbildung, Instruktion und Information der Mitarbeiten-
den effektiv durchgeführt und auch für jeden einzelnen Mitarbeitenden dokumentiert wird. Nur so 
kann sichergestellt werden, dass alle Mitarbeitenden Kenntnis der Sicherheitsanweisungen der 
SUVA haben und diese auch einhalten können. Er hat zudem auf erkennbare Sicherheitsmängel 
nicht angemessen hingewiesen und den Betriebsangehörigen notwendige Informationen und Publi-
kationen nicht weitergeleitet. Es wurden schlichtweg keine Sicherheitsvorschriften vorgegeben bzw. 
deren Einhaltung nicht kontrolliert. So steht aufgrund verschiedener Aussagen von Mitarbeitenden 
unterschiedlicher Hierarchiestufen fest, dass man die Mitarbeiter dabei gewähren liess, ohne Helm 
und Sicherheitsausrüstung zu arbeiten, obwohl dies eigentlich als Pflicht angegeben wurde. Die Be-
nützung der persönlichen Schutzausrüstung setzt denn auch voraus, dass die Mitarbeiter entspre-
chend informiert und ausgebildet wurden. Das Opfer wurde überdies für die ausgeführten Arbeiten 
nicht ausreichend informiert und ausgebildet. Die Begründung, es handle sich um den bei diesen 

Kantonsgericht KG
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Arbeiten erfahrensten Mitarbeiter, welcher wisse, was er tue und die anderen Mitarbeiter eingeführt 
und angelehrt habe, reicht nicht aus. Es bestand offenbar die Anweisung, dass für die vorgenom-
menen Arbeiten bzw. das Anheben einer solchen Last eine Kette verwendet werden muss. Gemäss 
den Aussagen der anderen Mitarbeiter wurde diese klare Weisung aber nicht eingehalten. Es muss 
folglich festgestellt werden, dass diese Anweisung, sofern sie den Mitarbeitern überhaupt mitgeteilt 
worden war, offensichtlich nicht kontrolliert, überwacht und durchgesetzt wurde. Weiter wird ange-
geben, dass bei der Verwendung des Gurtes, welcher für das anzuhebende Chassis eben gerade 
nicht geeignet und vorgesehen war, zumindest ein Kantenschutz hätte verwendet werden müssen. 
Solche professionelle Kantenschütze waren aber gar nicht vorhanden gewesen. Schliesslich wies 
der verwendete Gurt und auch andere Gurte Mängel auf, wobei nicht untersucht wurde, ob der Gurt 
mit einem Kantenschutz ebenfalls gerissen wäre. 

Dadurch verstiess der Beschuldigte 1 gegen die objektiv gebotene Sorgfalt und die Anforderungen, 
die in seiner Funktion zu erwarten gewesen wären. Als Sicherheitsbeauftragter tolerierte er die Miss-
achtung von grundlegenden Sicherheitsmassnahmen, obwohl er davon Kenntnis hatte. Es wurde 
keine konsequente Sicherheitskultur vorgelebt und durchgesetzt, obwohl der Beschuldigte 1 alles in 
seiner Macht Stehende hätte unternehmen müssen, um Gefahren abzuwenden und die Sicherheit 
der Mitarbeitenden zu garantieren. Angesichts der gravierenden Sicherheitsmängel, die anlässlich 
des Unfalles festgestellt wurden, hätte der Beschuldigte 1 der Geschäftsleitung der K.________ AG 
sogar frühzeitig nahelegen müssen, einen Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA) beizuziehen (Ziff. 
2 des Pflichtenheftes), damit die Sicherheitsanforderungen an den einzelnen Arbeitsplätzen wie 
demjenigen des Opfers in der Sandstrahlerei umgesetzt werden können. Hätten die Mitarbeitenden 
der K.________ AG in N.________ Kenntnis der besonderen Sicherheitsanforderungen der SUVA 
beim Anschlagen von Lasten an Kranen Kenntnis gehabt, hätte der tödliche Unfall vermieden 
werden können. Dieses pflichtwidrige Unterlassen ist als Sorgfaltspflichtverletzung zu qualifizieren 
und insofern war das pflichtwidrige Verhalten des Beschuldigten 1 in seiner Funktion als 
Sicherheitsbeauftragter für den tödlichen Unfall kausal. 

6.5. B.________

Der Beschuldigte 2 als Geschäftsführer trug die oberste Verantwortung für die Einhaltung der ge-
setzlichen Vorschriften im Bereich Arbeitssicherheit. Es oblag ihm, die Sicherheitsgrundsätze und 
Sicherheitsziele zu definieren und die Mittel bereitzustellen, die zu deren Realisierung erforderlich 
sind. Er kann sich nicht darauf berufen, operative Zuständigkeiten im Bereich Arbeitssicherheit de-
legiert zu haben, da er selbst bei Delegation gewisser Aufgaben für die Auswahl, Instruktion und 
Kontrolle des Beauftragten verantwortlich bleibt. Insbesondere hätte es im vorliegenden Fall eine 
ständige Kontrolle bzw. eines Reportings gebraucht, um zu prüfen, ob die delegierten Aufgaben 
tatsächlich sachgerecht und vollständig wahrgenommen wurden. Eine solche Kontrolle ist nicht er-
sichtlich und wird auch nicht vorgebracht. Der Beschuldigte 2 wusste nicht, ob der Sicherheitsbeauf-
tragte die grundlegenden Sicherheitsregeln kannte bzw. die Betriebsleiter in der Umsetzung unter-
stützte und beriet und er erkannte die in seinem Unternehmen vorherrschenden Mängel hinsichtlich 
Sicherheit nicht. So wurde weder die regelmässigen Instruktionen der Mitarbeitenden sichergestellt 
noch fand eine angemessene Kontrolle statt. Die Sicherheitsorganisation im Betreib war über Jahre 
unzureichend und die Wirksamkeit der Regeln bzw. deren Einhaltung wurde nicht überprüft.

Auch wenn die Umsetzung der Sicherheitsvorschriften im Betrieb von der Staatsanwaltschaft nicht 
näher untersucht wurde, muss diese aufgrund der unterschiedlichen Aussagen, auch derjenigen des 
Sicherheitsbeauftragten, als offensichtlich ungenügend eingestuft werden. Vor dem Unfall gab es 
kein schriftliches Sicherheitskonzept und eine Sicherheitskultur im Betrieb fehlte fast gänzlich. Erst 

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nach diesem schrecklichen Ereignis wurde reagiert und Schulungen, Materialkontrollen etc. organi-
siert, so wie dies bereits vorher Pflicht gewesen wäre. Indem man das Opfer wie auch die übrigen 
Mitarbeiter aber vor dem Unfall ungesichert und in Missachtung von grundlegenden Sicherheitsvor-
schriften arbeiten liess, wurde die Einhaltung bedeutender Sicherheitsmassnahmen von Seiten der 
Arbeitgeberin nicht durchgesetzt. 

Der Beschuldigte 2 kann sich nicht darauf berufen, sich insbesondere auf die Aufarbeitung der ex-
ternen SUVA-Kontrollen beschränkt zu haben. Bereits 2013/2014 wurden anlässlich einer System-
kontrolle Massnahmen im Interesse der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt, 
welche bis zum 30. Juni 2014 umgesetzt werden sollten (act. 8078). So wurde nebst einer Vielzahl 
anderer Massnahmen z.B. als Verbesserungsmassnahme in Bezug auf die Ausbildung, Instruktion 
und Information von Neueintretenden festgelegt, dass die durchgeführten Instruktionen und Ausbil-
dungen des Personals zu dokumentieren und zu archivieren seien (act. 8083). Anlässlich der Be-
triebskontrolle 2017 wurden verschiedene Feststellungen gemacht und entsprechende Massnah-
men vereinbart (act. 8061 ff.), so beispielsweise in Bezug auf asbesthaltige Materialien, die 
Mischstation, die Belüftung der Halle, die Beseitigung von Abfällen und anderen nicht verwendeten 
Produkten, die Schutzmassnahmen gegen Absturz – Lagerung auf der Mezzanine etc. Die anläss-
lich der Kontrolle 2019 gemachten Feststellungen und die vereinbarten Massnahmen (act. 8048 ff.) 
zeigen, dass diese in verschiedenen Punkten deckungsgleich waren mit den Feststellungen und 
Massnahmen 2017. Zwischen den Kontrollen wurden somit keine Massnahmen getroffen, um die 
festgestellten Missstände zu beheben, dies obwohl zwischen den Kontrollen der vorliegend zu be-
urteilende Arbeitsunfall geschah. Inwiefern sich der Beschuldigte 2 damit auf die Aufarbeitung der 
SUVA-Kontrollen konzentriert hat, ist jedenfalls nicht ersichtlich, denn viele Massnahmen wurden 
schlicht nicht umgesetzt. Ob die im Nachgang an diesen Unfall definierten Massnahmen (act. 8056: 
prévoir le remplacement du système de commande du pont-roulant, système radiocommandé en 
lieu et place d’une commande câblée, prévoir un cours de formation à l’élingage, prévoir un contrôle 
général de tous les accessoires de levage) vollständig umgesetzt oder ob nur das Merkblatt «Um-
gang mit Hebebändern und Rundschlingen » erstellt und die Gurten kontrolliert wurden, ist nicht klar. 
Die gemachten Feststellungen, die teils über Jahre hinweg bestanden, zeigen, dass der Sicherheits-
kultur im Betrieb generell zu wenig Gewicht beigemessen wurde, trotz den von der SUVA vorge-
schlagenen Massnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit. 

Durch dieses pflichtwidrige Unterlassen verletzte der Beschuldigte 2 seine Garantenstellung. Auch 
sein Verhalten ist kausal für den eingetretenen tödlichen Arbeitsunfall, da bei pflichtgemässer Wahr-
nehmung seiner Verantwortung der Unfall mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte verhindert werden 
können.

6.6. Verhalten des Opfers

6.6.1. Die Berufungsgegner machen eine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs geltend. Sie 
bringen vor, dass das Fehlverhalten des Opfers nicht vorhersehbar war und dessen Fehleinschät-
zungen und -entscheidungen die unmittelbarste Ursache des Unfalls waren.

6.6.2. Das Opfer als erfahrener Mitarbeiter hat sich ohne Schutzausrüstung in den Gefahrenbereich 
begeben und zusätzlich einen für diese Last nicht geeigneten und überdies mangelhaften Gurt ver-
wendet. Es ist folglich festzustellen, dass das Opfer sicherheitsrelevante Fehler begangen hat, wel-
che Mitursache für das Unfallgeschehen bildeten. Es hielt sich nicht an grundlegende Sicherheits-
vorkehrungen und führte die Arbeit in einer Weise aus, die objektiv ein grosses Gefahrenpotential in 
sich barg. Es mag zutreffen, dass sich nach gesundem Menschenverstand niemand freiwillig in den 

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Gefahrenbereich begeben würde. Dieses Fehlverhalten wurde aber durch die mangelnde Instruktion 
und das jahrelange falsche Ausführen der Arbeiten begünstigt. Dass tägliche Arbeiten zu Automa-
tismen führen, bei denen der gesunde Menschenverstand teils ausgeschalten wird, ist bekannt. Es 
ist also gerade nicht so, dass sich das Opfer über einen korrekt instruierten Sicherheitsstandard, 
dessen Missachtung von seinen Vorgesetzten nicht toleriert wurde, bewusst hinweggesetzt hat, da 
es eben gerade keinen korrekt instruierten Sicherheitsstandard gab.

Indes vermag das Fehlverhalten des Opfers den Kausalzusammenhang entgegen der Auffassung 
der Beschuldigten und der Auffassung der Vorinstanz nicht zu unterbrechen. Vorliegend war das 
Fehlverhalten des Opfers nicht derart aussergewöhnlich, dass damit schlechthin nicht gerechnet 
werden musste. Es war vielmehr nicht nur voraussehbar, sondern entsprach der im Betrieb gängigen 
Praxis. Gerade weil dieses Verhalten im Betrieb immer so zutage kam, wäre es Aufgabe der Be-
schuldigten gewesen, durch klare Weisungen, Schulungen und Instruktionen sowie eine konse-
quente Kontrolle eine Änderung dieser Verhaltensweise herbeizuführen. Dass dies unterblieb, stellt 
keine Entlastung der Beschuldigten dar und die begangenen Pflichtwidrigkeiten werden nicht voll-
ständig in den Hintergrund gedrängt. Letzen Endes trugen die Beschuldigten die Verantwortung für 
die Sicherheit ihrer Mitarbeiter. Das fehlerhafte Verhalten des Opfers stellt vor dem Hintergrund der 
Sicherheitskultur im Betrieb bis zum Tag des Unfalls kein ungewöhnliches Verhalten dar, welches 
den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den Sorgfaltspflichtverletzungen der beiden Be-
schuldigten und dem Tod des Opfers zu unterbrechen vermöchte. Erst nachträglich und nach dem 
Unfall wurde das Merkblatt «Umgang mit Hebebändern und Rundschlingen» (act. 8010 ff.) erarbeitet 
(act. 3046, Z. 191) und die Gurten regelmässig kontrolliert.

6.7. Die Unterlassung der Aufsichts- und Kontrollpflichten ist geeignet, den Erfolg in Form des 
hier eingetretenen zu bewirken. Der konkrete Arbeitsunfall liegt vom Geschehensablauf her nicht 
ausserhalb des Vorhersehbaren, sondern musste ganz im Gegenteil aufgrund des fehlenden und 
nicht durchgesetzten Sicherheitsstandards und des alltäglichen Verhaltens der Mitarbeitenden frü-
her oder später erwartet werden.

Die Vermeidbarkeit muss ebenfalls bejaht werden. Es ist offensichtlich, dass die Verletzungen, wel-
che das Opfer durch den Unfall erlitt und die zu seinem Tod führten, mit grosser Wahrscheinlichkeit 
nicht eingetreten oder jedenfalls weniger schwer ausgefallen wären, wenn die Beschuldigten ihren 
Aufsichts- und Kontrollpflichten nachgekommen und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zum 
Schutze ihrer Mitarbeiter konsequent durchgesetzt hätten.

Die Berufungen der Staatsanwaltschaft sind folglich gutzuheissen und die beiden Beschuldigten der 
fahrlässigen Tötung schuldig zu sprechen.

7. Strafzumessung

7.1. Die Staatsanwaltschaft beantragt die Verurteilung der beiden Beschuldigten zu einer Geld-
strafe von 180 Tagessätzen mit einer Probezeit von zwei Jahren. Die Höhe des Tagessatzes sei 
aufgrund der aktuellen finanziellen Verhältnisse festzusetzen.

7.2. Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters 
zu. Es berücksichtigt das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf 
das Leben des Täters. Die Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 Abs. 2 StGB dahingehend 
präzisiert, dass dieses nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechts-
guts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie da-
nach bestimmt wird, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, 

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die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Nach Art. 50 StGB hat das Gericht die für die Zu-
messung der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung festzuhalten.

Ausgehend von der objektiven Tatschwere hat der Richter das Verschulden zu bewerten. Er hat im 
Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und welche verschuldenserhöhenden Gründe im 
konkreten Fall gegeben sind, um so zu einer Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen 
(vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.5). Weiter zu berücksichtigen sind das Ausmass des verschuldeten Erfol-
ges, die Art und Weise der Herbeiführung dieses Erfolges (Deliktsbetrag, Gefährdung/Risiko, Sach-
schaden etc.), die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, das Mass an Entscheidungsfrei-
heit beim Täter sowie die sogenannte Intensität des deliktischen Willens. Neben den objektiven und 
subjektiven Tatumständen (Tatkomponente), wobei dem subjektiven Tatverschulden eine entschei-
dende Rolle zukommt (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.4), sind auch täterbezogene Umstände (Täterkom-
ponente) zu berücksichtigen, die mit der konkreten Straftat nicht im unmittelbaren Tatzusammen-
hang stehen (vgl. Urteil BGer 6B_1211/2015 vom 10. November 2016 E. 1.3.3). Im Rahmen der 
Täterkomponente sind das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten sowie die Be-
weggründe und Ziele des Täters zu berücksichtigen. Zum Vorleben gehören die Lebensgeschichte 
des Täters zur Tatzeit, seine Herkunft, die Familienverhältnisse, die Erziehung, die Ausbildung und 
seine Haltung gegenüber Gesetzen.

7.3. Ist ein Urteil zu begründen, so hält das Gericht in der Begründung auch die für die Zumessung 
der Strafe erheblichen Umstände und deren Gewichtung fest (Art. 50 StGB). Der Richter muss die 
Überlegungen, die er bei der Bemessung der Strafe vorgenommen hat, in den Grundzügen wieder-
geben, sodass die Strafzumessung nachvollziehbar ist (vgl. BGE 141 IV 244 E. 1.2.2). Besonders 
hohe Anforderungen an die Begründung der Strafzumessung werden unter anderem gestellt, wenn 
die ausgesprochene Strafe ungewöhnlich hoch oder auffallend milde ist (vgl. BGE 134 IV 17 E. 2.1).

7.4. Die Beschuldigten werden der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Der Strafrahmen 
von Art. 117 StGB reicht von drei Tagessätzen Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe.

Geschütztes Rechtsgut ist das Leben des Menschen. Sekundär wird auch das Allgemeininteresse 
am Fremdtötungstabu geschützt (SCHWARZENEGGER/STÖSSEL, in BSK Strafrecht I, 4. Aufl. 2019, vor 
Art. 111 N. 1).

7.5. A.________

7.5.1. Bei der objektiven Schwere der Tat, der Schwere der Gefährdung bzw. der Verletzung des 
geschützten Rechtsgutes ist festzuhalten, dass das Opfer an den Verletzungen, die ihm durch den 
Arbeitsunfall zugefügt wurden, starb. Die Missachtung des geschützten Rechtsguts und die schlim-
men Folgen einer fahrlässigen Tötung sind allerdings tatbestandsimmanent. Zu bewerten ist mithin 
das Ausmass der Sorgfaltspflichtverletzung. Angesichts der im Betrieb bis zum Zeitpunkt des Ar-
beitsunfalls vorherrschenden Zustände, insbesondere der quasi inexistenten Sicherheitskultur, wiegt 
die Sorgfaltspflichtverletzung nicht mehr leicht. Der Beschuldigte 1 kam seinen Aufgaben als Sicher-
heitsbeauftragter nicht im nötigen Umfang nach und tolerierte die Nichteinhaltung von elementaren 
Sicherheitsvorschriften durch die Mitarbeitenden. Auf das Verhalten des Opfers hatte der Beschul-
digte 1 im Zeitpunkt des Unfalls nicht direkten Einfluss, aber durch eine korrekte Schulung und Prü-
fung der Einhaltung von grundlegenden Bestimmungen hinsichtlich Sicherheit am Arbeitsplatz hätte 
die Tat wohl vermieden werden können. Das objektive und subjektive Verschulden wiegt vor diesem 
Hintergrund nicht mehr leicht.

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7.5.2. Bezüglich der Täterkomponenten ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 1 nicht im Schwei-
zerischen Strafregister verzeichnet ist. Dies wirkt sich allerdings neutral aus. Zum Vorleben und den 
persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten 1 ist nicht viel bekannt. Er ist verheiratet und hat zwei 
schulpflichtige Kinder. Der Beschuldigte 1 arbeitet weiterhin in der gleichen Funktion bei der 
K.________ AG. Es sind jedoch keine aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich, welche auf eine 
erhöhte Strafempfindlichkeit schliessen lassen würden. Insgesamt sind die Täterkomponenten 
ebenfalls neutral zu werten.

7.5.3. Unter Berücksichtigung aller Strafzumessungsgründe erscheint eine Strafe von 180 Tagen 
als tat- und schuldangemessen.

7.5.4. Bei der Wahl der Sanktionsart ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als wichtiges 
Kriterium die Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und 
sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz zu berücksichtigen. Nach dem Prinzip der Ver-
hältnismässigkeit soll bei alternativ zur Verfügung stehenden Sanktionen im Regelfall diejenige ge-
wählt werden, die weniger stark in die persönliche Freiheit des Betroffenen eingreift bzw. die ihn am 
wenigsten hart trifft (BGE 138 IV 120 E. 5.2).

Der Beschuldigte 1 ist nicht vorbestraft. Auch seine persönlichen Verhältnisse geben keinen Anlass, 
auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen. Demnach ist eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen auszufällen.

Gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB beträgt ein Tagessatz in der Regel mindestens 30 und höchstens 
3000 Franken. […] Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach den persönlichen und 
wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und 
Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Exis-
tenzminimum.

Nachdem der Beschuldigte 1 die Einreichung von Unterlagen zu seinen wirtschaftlichen Verhältnis-
sen verweigert, musste der Strafappellationshof in Anwendung von Art. 34 Abs. 3 StGB die erfor-
derlichen Auskünfte für die Bestimmung des Tagessatzes bei der Kantonalen Steuerverwaltung ein-
holen. Gemäss der Steuerveranlagung 2023 betrug das Einkommen des Beschuldigten 1 
CHF 86'372.-. Seine Ehefrau hatte Einkünfte von total CHF 53'265.-. Anlässlich der Einvernahme 
gab er an, dass sein Einkommen gleichgeblieben und das seiner Ehefrau gesunken sei, wobei er 
die Höhe nicht angeben konnte. Unter Berücksichtigung seines Einkommens von rund CHF 86'000.- 
und eines Einkommens seiner Ehefrau von geschätzt CHF 35'000.- und des zu berücksichtigenden 
Abzuges, bestehend aus dem Pauschalabzug von 30%, einem Abzug von 15% fürs erste und 12.5% 
fürs zweite Kind, ist ein Tagessatz von CHF 170.- den Verhältnissen des Beschuldigten 1 
angemessen.

7.6. B.________

7.6.1. Hinsichtlich der objektiven Schwere der Tat kann auf die obenstehenden Ausführungen ver-
wiesen werden. Der unnötige Tod des Opfers wurde durch einen Arbeitsunfall herbeigeführt, der 
unter Beachtung der Sorgfaltspflicht mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte verhindert werden können. 
Der Beschuldigte 2 hat in seiner Funktion als Geschäftsführer nicht dafür gesorgt, dass bis zum Tag 
des Unfalls in seiner Firma eine Sicherheitskultur etabliert und durchgesetzt wurde. Er hat die dafür 
zuständige Person nicht überwacht, was in seiner Verantwortung steht. Auch hinsichtlich des Be-
schuldigten 2 wiegen das objektive und subjektive Verschulden nicht mehr leicht.

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7.6.2. Der Beschuldigte 2 ist im Schweizerischen Strafregister ebenfalls nicht eingetragen, was sich 
auch bei ihm neutral auswirkt. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, welche sich im 
Studium befinden und für welche er aufkommt. Mit Ausnahme eines Verwaltungsratsmandates ar-
beitet der Beschuldigte 2 momentan nicht. Auch seine Ehefrau ist nicht erwerbstätig. Weiteres zu 
seinem Vorleben und zu seinen persönlichen Verhältnissen ist nicht bekannt. Seine Strafempfind-
lichkeit scheint durchschnittlich zu sein, jedenfalls ist nichts anderes ersichtlich. Die Täterkomponen-
ten sind insgesamt neutral zu gewichten.

7.6.3. Eine Strafe von 180 Tagen scheint unter Berücksichtigung aller Strafzumessungsgründe als 
tat- und schuldangemessen.

7.6.4. Für den nunmehr beurteilten Vorfall kommt eine Geldstrafe als angemessene bzw. verhält-
nismässige Sanktion für den nicht vorbestraften Beschuldigten 2 in Frage. Es ist eine Geldstrafe von 
180 Tagessätzen auszufällen.

Gemäss der vom Beschuldigten 2 eingereichten letzten definitiven Steuerveranlagung aus dem Jahr 
2021 betrug sein Einkommen CHF 219'192.-. Seine Ehefrau hatte Einkünfte aus Sozial- und ande-
ren Versicherungen von CHF 65'000.-. Hinzu kam ein Wertschriftenertrag in Höhe von 
CHF 200'051.-. Er gab an, aktuell mit Ausnahme des Verwaltungsratsmandates bei der 
K.________ AG nicht zu arbeiten. Das Verwaltungsratshonorar betrage CHF 25'000.-. Hinzukämen 
vom Geschäftsgang abhängige Dividenden, welche 2024 CHF 40'000.- betragen hätten. Seine 
Ehefrau sei nicht erwerbstätig. Die Vermögenssituation habe sich nicht verändert. Unter 
Berücksichtigung eines Einkommens von CHF 25'000.-, Einkünften der Ehefrau in Höhe von rund 
CHF 65'000.- sowie eines Wertschriftenertrags von CHF 200'000.- und des zu berücksichtigenden 
Abzuges, bestehend aus dem Pauschalabzug von 30%, einem Abzug von 15% fürs erste und 12.5% 
fürs zweite Kind, ist ein Tagessatz von CHF 410.- den Verhältnissen des Beschuldigten 2 
angemessen.

8.

8.1. Art. 42 Abs. 1 StGB sieht vor, dass das Gericht den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Frei-
heitsstrafe von höchstens zwei Jahren in der Regel aufschiebt, wenn eine unbedingte Strafe nicht 
notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhal-
ten. In subjektiver Hinsicht hat das Gericht für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges eine 
Prognose über das zukünftige Verhalten des Täters zu stellen. Bei der Prüfung, ob der Verurteilte 
für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet, ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Um-
stände vorzunehmen. In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das 
Vorleben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter 
des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos 
ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche 
Vorbelastung, Sozialisationsbiographie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, 
Hinweise auf Suchtgefährdungen usw. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt 
des Entscheides mit einzubeziehen. Es ist unzulässig, einzelnen Umständen eine vorrangige Be-
deutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht zu lassen. Wie 
bei der Strafzumessung (Art. 50 StGB) müssen die Gründe im Urteil so wiedergegeben werden, 
dass sich die richtige Anwendung des Bundesrechts überprüfen lässt (vgl. BGE 134 IV 1 E. 4.2.1). 
Die Gewährung des Strafaufschubes setzt nicht die positive Erwartung voraus, der Täter werde sich 
bewähren, sondern es genügt die Abwesenheit der Befürchtung, dass er es nicht tun werde. Der 
Strafaufschub ist deshalb die Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose abgewi-

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chen werden darf. Er hat im breiten Mittelfeld der Ungewissheit den Vorrang (vgl. BGE 134 IV 1 E. 
4.2.2).

8.2. Die beiden Beschuldigten sind wie erwähnt nicht vorbestraft. Auch scheinen sie sich seit dem 
hier zu beurteilenden Vorfall wohl verhalten zu haben. Es ist zu bedauern, dass zuerst eine solche 
Tragödie passieren musste, bevor Materialkontrollen durch die Hersteller, Schulungen der Mitarbei-
ter etc. organisiert wurden. Dies zeigt aber auch, dass die Beschuldigten die Konsequenzen des 
Vorfalls und ihre Verantwortung seither ernster nehmen. Eine unbedingte Strafe erscheint vorliegend 
für beide Beschuldigten nicht notwendig, so dass ihnen der bedingte Vollzug der Geldstrafe zu ge-
währen ist. Eine Probezeit von zwei Jahren scheint angemessen.

9. Kosten

9.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn sie 
verurteilt wird. Für das Berufungsverfahren gilt, dass die Parteien die Verfahrenskosten nach Mass-
gabe ihres Obsiegens oder Unterliegens zu tragen haben (Art. 428 StPO). Die Verfahrenskosten 
umfassen die Gerichtsgebühren und die Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 StPO i.V.m. Art. 
33 ff. des Justizreglements vom 30. November 2010 [JR; SGF 130.11]).

Die Staatsanwaltschaft ist im Berufungsverfahren durchgedrungen. Aufgrund der Verurteilung der 
beiden Beschuldigten sind auch die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens neu zu verteilen. Die 
Kosten des Verfahrens in Höhe von CHF 10'800.- (Gerichtsgebühr CHF 1'800.-; Auslagen: 
CHF 9'000.-) sind zu je einem Drittel von den beiden Beschuldigten und zu einem Drittel vom Staat 
Freiburg zu tragen.

Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren werden auf global CHF 5’300.- festgesetzt (Gebüh-
ren: CHF 5'000.-; Auslagen: CHF 300.-) und den unterliegenden Beschuldigten je zur Hälfte aufer-
legt.

9.2. Angesichts des Ausgangs des Verfahrens und dem Umstand, dass die Beschuldigten verur-
teilt werden, besteht im vor- und oberinstanzlichen Verfahren kein Anspruch auf Entschädigung oder 
Genugtuung (vgl. Art. 429 StPO) und ihre diesbezüglichen Anträge sind abzuweisen.

9.3. Die Privatklägerschaft hat gegenüber der beschuldigten Person Anspruch auf angemes-
sene Entschädigung für notwendige Aufwendungen im Verfahren, wenn sie obsiegt (Art. 433 Abs. 1 
Bst. a StPO) oder die beschuldigte Person nach Art. 426 Abs. 2 kostenpflichtig ist (Art. 433 Abs. 1 
Bst. b StPO). Sie hat ihre Entschädigungsforderung bei der Strafbehörde zu beantragen, zu beziffern 
und zu belegen (Abs. 2). Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren 
richten sich nach den Art. 429-434 StPO (Art. 436 Abs. 1 StPO).

Die als Parteientschädigung geschuldeten Anwaltshonorare und Anwaltsauslagen werden nach ei-
nem Stundentarif von CHF 250.- festgesetzt. In Fällen, die eine besondere Komplexität aufweisen 
oder besondere Fachkenntnisse erfordern, kann der Stundenansatz jedoch bis auf CHF 350.- an-
gehoben werden (Art. 75a Abs. 2 JR).

Vorliegend haben die Privatkläger im Strafpunkt obsiegt, weshalb sie gegenüber dem Berufungs-
führer Anspruch auf angemessene Entschädigung für die notwendigen Aufwendungen haben.

Vor der Vorinstanz beantragten die Privatkläger gemäss der mit der Zivilklage eingereichten Kos-
tennote, es sei ihnen für die Zeit vom 6. November 2019 bis 1. Dezember 2023 zulasten der Be-
schuldigten eine Parteientschädigung von CHF 20'590.30 (Honorar: CHF 17'877.50, Barauslagen: 

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CHF 1'240.70, Mehrwertsteuer 7.7%: 1'472.10) auszurichten (act. 13082 ff.). Dies entspricht einem 
Arbeitsaufwand von rund 71.5 Stunden. Für die Gerichtssitzung, welche effektiv sieben Stunden 
gedauert hat, wurde ein Aufwand von vier Stunden geschätzt. Mit den Zivilbegehren sind die Privat-
kläger insofern nicht durchgedrungen, als diese auf den Zivilweg verwiesen wurden, weshalb ihnen 
vorliegend der auf den Strafpunkt entfallene Aufwand durch die Beschuldigten zu ersetzen ist. Da 
der grösste Teil des Arbeitsaufwands auf den Strafpunkt entfallen ist, scheint der Arbeitsaufwand 
angemessen und die Parteientschädigung wird auf CHF 20'590.30, inklusive CHF 1'472.10 Mehr-
wertsteuer, festgesetzt.

Rechtsanwältin Scheidegger macht für das Berufungsverfahren vor dem Kantonsgericht einen Zeit-
aufwand von insgesamt 22.49 Stunden (inkl. des geschätzten Aufwands für die Berufungsverhand-
lung [3 Stunden] und Nachbearbeitung [2 Stunden]) geltend. Sie hatte die Berufungserklärung zu 
studieren, das Plädoyer vorzubereiten sowie der Berufungsverhandlung beizuwohnen. Sie wird auch 
das vorliegende Urteil studieren und mit ihren Klienten kurz besprechen müssen. Unter Berücksich-
tigung sämtlicher Umstände erscheint ein Arbeitsaufwand von total 14 Stunden, ausmachend 
CHF 3'500.-, als angemessen. Die Entschädigung für die Auslagen wird auf 5% der 
Grundentschädigung, d.h. auf CHF 175.-, festgesetzt. Zusätzlich ist Rechtsanwältin Scheidegger 
eine Reiseentschädigung von CHF 82.50 (33 Kilometer à CHF 2.50) auszurichten. Folglich ist den 
Privatklägern für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von CHF 4'061.85, inklusive 
CHF 304.35 Mehrwertsteuer, zuzusprechen. A.________ und B.________ haben diese 
Entschädigung solidarisch zu tragen.

Der Hof erkennt:

I. Die Verfahren 501 2024 56 und 501 2024 57 werden vereinigt.

II. Die Berufungen der Staatsanwaltschaft werden gutgeheissen.

Das Urteil des Polizeirichters des Seebezirks vom 17. Januar 2024 wird in Ziff. 1, 4, 6 und 7 
abgeändert. Es lautet neu wie folgt:

1.

1.1. […] wird vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung, angeblich begangen in N.________ am 
26. September 2018, freigesprochen. 

1.2. A.________ wird verurteilt wegen fahrlässiger Tötung (Art. 117 StGB), begangen 
in N.________ am 26. September 2018.

A.________ wird zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 170.- 
verurteilt. Der bedingte Strafvollzug wird gewährt mit einer Probezeit von zwei 
Jahren (Art. 34, 42, 44, 47 StGB).

1.3. B.________ wird verurteilt wegen fahrlässiger Tötung (Art. 117 StGB), begangen 
in N.________ am 26. September 2018.

Kantonsgericht KG
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B.________ wird zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je CHF 410.- 
verurteilt. Der bedingte Strafvollzug wird gewährt mit einer Probezeit von zwei 
Jahren (Art. 34, 42, 44, 47 StGB).

2. Die Zivilforderungen werden auf den Zivilweg verwiesen.

3. Die beschlagnahmten Gegenstände (zwei Teile des Gurtes) werden eingezogen und 
vernichtet (Art. 69 StGB).

4. Die Kosten des Verfahrens werden zu einem Drittel dem Staat Freiburg, zu einem 
Drittel A.________ und zu einem Drittel B.________ auferlegt (Art. 426 StPO). Die 
Gerichtsgebühr beträgt CHF 1’800.00 und die Auslagen CHF 9’000.00. 

5. […]

6. A.________ wird keine Entschädigung gemäss Art. 429 StPO zugesprochen.

7. B.________ wird keine Entschädigung gemäss Art. 429 StPO zugesprochen.

III. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf CHF 5'300.- (Gerichtsgebühr: CHF 5'000.-; 
Auslagen: CHF 300.-) festgesetzt und A.________ und B.________ je zur Hälfte auferlegt.

IV. Für das Berufungsverfahren wird A.________ und B.________ keine Entschädigung gemäss 
Art. 429 StPO zugesprochen.

V. A.________ und B.________ werden solidarisch verpflichtet, den Straf- und Zivilklägern für 
die notwendigen Aufwendungen im erstinstanzlichen Verfahren eine Entschädigung von 
CHF 20'590.30, inklusive MwSt. 7.7% von CHF 1'472.10, und im oberinstanzlichen Verfahren 
von CHF 4'061.85, inklusive 8.1% MwSt. von CHF 304.35, zu bezahlen (Art. 433 StPO).

VI. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Strafsachen beim Bun-
desgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraussetzun-
gen sind in den Art. 78–81 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 
2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 
14, einzureichen.

Freiburg, 2. April 2025/fju

Der Vizepräsident Die Gerichtsschreiberin-Berichterstatterin