# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f2b6cd50-a0ba-5cdc-873d-7bcbde9c3030
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.12.2011 E-6751/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6751-2011_2011-12-20.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­6751/2011

U r t e i l   v om   2 0 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Kurt Gysi,
mit Zustimmung von Richterin Gabriela Freihofer;  
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

Parteien A._______,
Nigeria, 
(…),  
Beschwerdeführerin, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 2. Dezember 2011 / N (…).

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass die Beschwerdeführerin am 10. November 2011 in der Schweiz ein 
Asylgesuch stellte, auf welches das BFM gestützt auf Art. 34 Abs. 2 Bst. 
d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) mit Verfügung 
vom 2. Dezember 2011 nicht eintrat,

dass das Bundesamt der Beschwerdeführerin anlässlich der summarisch­
en  Befragung  vom  16.  November  2011  das  rechtliche Gehör  bezüglich 
der  Zuständigkeit  Italiens  für  das  vorliegende  Asylverfahren,  zum 
Nichteintretensentscheid und zu einer Wegweisung dorthin gewährte,

dass  die  Beschwerdeführerin  hierzu  im  Wesentlichen  vorbrachte,  sie 
habe in Italien keine Hilfe bekommen und wolle deshalb nicht nach Italien 
zurückkehren,

dass sie zudem vorbrachte, sie sei von einem Landsmann, mit dem sie in 
Italien einige Zeit zusammen gelebt habe, seit (…) Monaten schwanger,

dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  seiner  Verfügung  ausführte,  die 
Schweiz habe sich mit der Umsetzung des Abkommens vom 26. Oktober 
2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der 
Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in  einem 
Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­
Assoziierungsabkommen  [DAA],  SR  0.142.392.689)  verpflichtet,  die 
Dublin­II­Verordnung  (Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom 
18. Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur 
Bestimmung  des  Mitgliedstaates,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrages 
zuständig ist [Dublin­II­VO]) anzuwenden,

dass  ein  Abgleich  mit  der  europäischen  Fingerabdruck­Datenbank 
(Zentraleinheit Eurodac) ergeben habe, dass die Beschwerdeführerin am       
5.  Mai  2011  in  Italien  illegal  in  das  Hoheitsgebiet  der  Dublin­Staaten 
eingereist sei und am 12. Mai 2011 in Italien um Asyl ersucht habe,

dass  gestützt  darauf  das  BFM  am  11.  November  2011  an  Italien  ein 
Ersuchen um Übernahme der Beschwerdeführerin  im Sinne von Art.  16 
Abs.  1  Bst.  c  Dublin­II­VO  gestellt  habe  und  Italien  innerhalb  der 
festgelegten  Zeit  keine  Stellung  genommen  habe,  weshalb  die 
Zuständigkeit  gestützt  auf  Art.  20  Abs.  1  Bst.  c  Dublin­II­VO  an  Italien 
übergegangen sei,

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dass gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf ein Asylgesuch nicht einge­
treten werde, wenn Asylsuchende  in einen Drittstaat ausreisen könnten, 
der  für die Durchführung des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  staats­
vertraglich zuständig sei,

dass die Überstellung nach  Italien  ­  vorbehältlich einer  allfälligen Unter­
brechung  oder  Verlängerung  der  Überstellungsfrist  ­  bis  spätestens  am 
26. Mai 2012 zu erfolgen habe,

dass somit auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,

dass  die  Folge  eines  Nichteintretensentscheides  gemäss  Art.  44 
Abs. 1 AsylG in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz sei und die 
Beschwerdeführerin  in  einen Drittstaat  reisen  könne,  in  dem  sie Schutz 
vor  Rückschiebung  im  Sinne  von  Art.  5  Abs.  1  AsylG  finden  würde, 
weshalb  das  Non­Refoulement­Gebot  bezüglich  des  Heimat­  oder 
Herkunftsstaates nicht zu prüfen sei, und ferner keine Hinweise auf eine 
Verletzung  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum 
Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im 
Falle einer Rückkehr nach Italien bestehen würden,

dass  Italien  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom  27.  Januar  2003 
(sogenannte  Aufnahmerichtlinie),  welche  zahlreiche  Mindestnormen  für 
die  Aufnahme  und  Betreuung  von  Asylsuchenden,  unter  anderem  die 
medizinische  Grundversorgung,  ohne  Beanstandungen  von  Seiten  der 
Europäischen Kommission umgesetzt habe,

dass sich die Beschwerdeführerin an die zuständigen Behörden wenden 
könne, um allfällige Unterstützung zu erhalten und anzumerken sei, dass 
die  Beschwerdeführerin  mit  einem  Säugling  als  besonders  verletzliche 
Person  gelte  und  daher  von  den  italienischen  Behörden  bezüglich 
Unterbringung und Unterstützungsleistungen bevorzugt zu behandeln sei,

dass  es  demnach  keine  konkreten  Hinweise  darauf  gebe,  dass  die 
Beschwerdeführerin nach ihrer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle 
Notlage geraten würde und der Vollzug der Wegweisung somit zumutbar 
sei,

dass der Vollzug der Wegweisung auch technisch möglich und praktisch 
durchführbar sei,

dass der Beschwerdeführerin die Verfügung des BFM vom 2. Dezember 
2011 am 10. Dezember 2011 eröffnet wurde, 

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dass  die  Beschwerdeführerin  gegen  diese  Verfügung  mit  Eingabe  vom 
15.  Dezember  2011  (Postaufgabe)  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  erhebt  und  beantragt,  die  angefochtene  Verfügung  sei 
aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen,  ihr Recht zum Selbsteintritt 
auszuüben  und  sich  für  das  vorliegende  Asylgesuch  für  zuständig  zu 
erklären,

dass  im Sinne vorsorglicher Massnahmen der vorliegenden Beschwerde 
die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  sei  und  die  Vollzugsbehörden 
anzuweisen  seien,  von  einer  Überstellung  nach  Italien  abzusehen,  bis 
das  Bundesverwaltungsgericht  über  die  vorliegende  Beschwerde 
entschieden habe,

dass sie um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne von 
Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  der 
Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht,

dass  sie  zur  Begründung  im Wesentlichen  vorbringt,  ihr  als  verletzliche 
Person würde bei einer Wegweisung nach  Italien als Asylsuchende und 
Dublin­Rückkehrerin  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  die  notwendige 
Unterstützung  nicht  gewährt  werden,  weshalb  die  Wegweisung  als 
unzumutbar zu erachten sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  bezüglich  ihrer  Vorbringen  auf 
verschiedene  Berichte  Bezug  nimmt  und  zum  Schluss  kommt,  die 
Zustände  im  italienischen  Asylwesen  seien  derart  prekär,  dass  weder 
eine  adäquate  medizinische  Behandlung  noch  eine  Unterbringung 
gewährleistet  werden  könnten,  weshalb  von  einem  Rücktransfer  nach 
Italien gerade von verletzlichen Personen abgeraten werde sowie davon 
ausgegangen  werden  könne,  dass  ein  Vollzug  der  Wegweisung  der 
Beschwerdeführerin  nach  Italien  im Rahmen des Dublin­Verfahrens aus 
humanitären Gründen als unzumutbar zu werten sei,

dass  sie  mit  der  Beschwerde  eine  ärztliche  Bestätigung  vom  13. 
Dezember  2011  zu  den  Akten  reicht,  wonach  sie  sich  in  etwa  der  (…) 
Schwangerschaftswoche befinde,

dass  bezüglich  der  weiteren  Ausführungen  im  Einzelnen  auf  die 
Rechtsmitteleingabe  und,  soweit  entscheidrelevant,  auf  die 
nachfolgenden Erwägungen zu verweisen ist,

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dass  die  vollständigen  vorinstanzlichen  Akten  am  19.  Dezember  2011 
beim Bundesverwaltungsgericht eingingen,

und erwägt,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  im 
Regelfall  ­  so  auch  vorliegend  ­  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des BFM entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31­
33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG, 
SR 173.32] sowie Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom­
men  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren Aufhebung  beziehungsweise Änder­
ung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass die Beschwerde  frist­  und  formgerecht eingereicht wurde  (Art.  108 
Abs. 2 AsylG, Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten 
Richterin  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich 
vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb 
der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a 
Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften­
wechsel verzichtet wurde,

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über­
prüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerde­
instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt  ist, ob die Vorinstanz zu 
Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 

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Durchfüh­  rung  des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  das  BFM  am  11.  November  2011  an  Italien  ein  Ersuchen  um 
Übernahme der Beschwerdeführerin gestellt hat, 

dass der Aufenthalt der Beschwerdeführerin und das Ersuchen um Asyl 
in Italien vor deren Einreise in die Schweiz nicht bestritten ist,

dass  bei  dieser  Sachlage  ­  entsprechend  den  vom  BFM  angerufenen 
Bestimmungen  zum  Dublin­Verfahren  Italien  für  die  Prüfung  des 
Asylantrages der Beschwerdeführerin zuständig ist,

dass  somit  die  Grundlage  für  einen  Nichteintretensentscheid  in 
Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ohne Weiteres gegeben ist,

dass  Italien  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951  über  die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der  EMRK  und  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) ist,

dass  keine  Hinweise  dafür  bestehen,  Italien  würde  sich  nicht  an  die 
massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das 
Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten,

dass,  wie  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  festgestellt  wird, 
Italien  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom  27.  Januar  2003  zur 
Festlegung von Mindestnormen  für die Aufnahme von Asylbewerbern  in 
den  Mitgliedstaaten  (Amtsblatt  Nr.  L  031  vom  06/02/2003  S.  0018 – 
0025),  welche  zahlreiche  Mindestnormen  für  die  Aufnahme  und 
Betreuung  von  Asylsuchenden  beinhaltet,  ohne  Beanstandungen  von 
Seiten der Europäischen Kommission umgesetzt hat,

dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem 
Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten 
ausgesetzt  sein  können  und  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund 
der  jüngsten  Entwicklungen  im  nordafrikanischen  Raum  verbunden  mit 
einer  starken  Zunahme  von  Asylsuchenden  zwar  mit  erheblichen 
Kapazitätsproblemen konfrontiert sieht,

dass  hinsichtlich  verschiedener  Berichte  zu  den  Aufnahme­  und 
Lebensbedingungen  für  asylsuchende  respektive  bereits  als  Flüchtlinge 

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anerkannte  Personen  in  Italien  festzustellen  ist,  dass  die  italienischen 
Behörden seit geraumer Zeit mit einer grossen Anzahl von Einwanderern 
aus  nordafrikanischen  Staaten  konfrontiert  sind,  was  immer  wieder  zu 
Kapazitätsengpässen bei den Aufnahmezentren führt,

dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den 
Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen 
Aufenthalts­  und  Lebensbedingungen  ­  eine  Betreuung  durch  die 
italienischen Behörden oder durch die privaten karitativen Organisationen 
ist  nicht  in  jedem Fall  gewährleistet  ­  nicht  zum Schluss gelangt,  Italien 
verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  die  Richtlinie 
Nr. 2003/9/EG,

dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die 
Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Italien  an  die 
massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das 
Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  und 
der FoK, hält (BVGE 2010/45 E. 7.5. und 7.7.), 

dass  diese  Regelvermutung  umgestossen  werden  kann,  wenn  im 
konkreten  Einzelfall  ernsthafte  Indizien  dafür  vorliegen,  dass  die 
Behörden des betreffenden Signatarstaates Völkerrecht verletzen (BVGE 
2010/45 a.a.O.),

dass  vorliegend  die  Beschwerdeführerin  eine  einzelfallspezifische 
besondere  Verletzlichkeit  nicht  nachzuweisen  vermag,  aufgrund  derer 
geschlossen  werden  könnte,  ihr  und  ihrem  ungeborenen  Kind  drohe  in 
Italien eine unmenschliche Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK,

dass  für  den  Fall,  dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  der 
Aufenthaltsbedingungen  tatsächlich  nicht  in  der  Lage  sein  sollte,  mit 
ihrem Kind  in  Italien  ein menschenwürdiges  Leben  zu  führen,  es  an  ihr 
liegen wird,  ihre Rechte bei den  italienischen Behörden  respektive beim 
Europäischen Gerichtshof  oder  beim EGMR geltend  zu machen  (BVGE 
2010/45          E. 7.6.4),

dass  aber  nach  Kenntnis  des  Bundesverwaltungsgerichts  Dublin­Rück­
kehrende  und  ­  wie  vorliegend  die  Beschwerdeführerin  ­  verletzliche 
Personen  bezüglich  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden 
bevorzugt  behandelt werden  und  sich  neben den  staatlichen Strukturen 
auch  zahlreiche  private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von 
Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,

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dass  sich  aus  den  Akten  keinerlei  Anhaltspunkte  dafür  ergeben,  Italien 
halte sich nicht an das Übereinkommen vom 20. November 1989 über die 
Rechte des Kindes ([KRK, SR 0.107]; vgl. CHRISTIAN FILZWIESER / ANDREA 
SPRUNG,  Dublin­II­Verordnung,  3.  Aufl.,  Wien/Graz  2010,  Kommentar 
Nr. 8 zu Art. 6 Seite 90),

dass es Sache des BFM sein wird, die italienischen Behörden anlässlich 
der  Bekanntgabe  des  Datums  der  Überstellung  schriftlich  über  die 
Zugehörigkeit  der  schwangeren  Beschwerdeführerin  zu  einer 
verletzlichen Personengruppe zu informieren,

dass sich vor diesem Hintergrund der Vollzug der Wegweisung entgegen 
den  Beschwerdevorbringen  als  zulässig  erweist  (Art.  83  Abs.  3  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass des Weiteren die Beschwerdeführerin nichts vorbringt, das das BFM 
hätte veranlassen können, aus humanitären Gründen (Art. 29a Abs. 3 der 
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen  [AsylV 1, 
SR 142.311]) auf ihr Asylgesuch einzutreten,

dass  im Rahmen einer Gesamtabwägung aller  relevanten Umstände  im 
konkreten  Einzelfall  auch  sonst  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  eine 
Wegweisung  aus  humanitärer  Sicht  als  unangemessen  erscheinen 
lassen  (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E­7221/2009 vom 10. 
Mai 2011),

dass sich angesichts dieser Sachlage eine Auseinandersetzung mit den 
weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  erübrigt,  weil  diese  nicht 
geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu gelangen,

dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  einer  Überstellung  der 
Beschwerdeführerin  nach  Italien  weder  völkerrechtliche  Verpflichtungen 
der  Schweiz  noch  humanitäre  Gründe  entgegenstehen,  weshalb  die 
Souveränitätsklausel  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  nicht  zur  Anwendung 
gelangt und folglich das BFM zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 
Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 
Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch 
auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (BVGE  2009/50  E.  9.  S.  733), 

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weshalb  die  verfügte  Wegweisung  nach  Italien  im  Einklang  mit  den 
gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu 
Recht angeordnet wurde,

dass  in  Verfahren  nach  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  die  Frage  der 
Durchführbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  bereits  Voraussetzung  (und 
nicht erst Regelfolge) des Nichteintretensentscheides ist (BVGE 2010/45 
E. 10.2),

dass  deshalb  allfällige  völkerrechtliche  und  humanitäre 
Vollzugshindernisse vor der Prüfung des Nichteintretens im Rahmen der 
Anwendung der sogenannten Souveränitätsklausel (Art. 3 Abs. 2 Dublin­
II­VO)  oder  gegebenenfalls  ­  wenn  sich  Familienmitglieder  in 
verschiedenen  Dublin­Mitgliedstaaten  befinden  und  zusammengeführt 
werden  sollen  ­  bei  der  Ausübung  der  Humanitären  Klausel  (Art. 15 
Dublin­II­VO) zu prüfen sind, weshalb kein Raum für Ersatzmassnahmen 
im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 ­ 4 AuG besteht,

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg­
weisung zu bestätigen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  nicht  darzutun  vermag,  inwiefern  die 
angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist 
(Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

dass mit vorliegendem Urteil das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses hinfällig ist,

dass  mit  vorliegendem  Urteil  auch  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  gegenstandslos  ist  und 
demnach  auf  die  in  der  Beschwerde  in  diesem  Zusammenhang 
gemachten Ausführungen nicht weiter einzugehen ist,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  als 
aussichtslos  erweist,  weshalb  der  Antrag  auf  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  unbesehen  der 
allenfalls bestehenden prozessualen Bedürftigkeit abzuweisen ist,

dass  jedoch  aufgrund  der  aktuellen  besonderen  Situation  der 
Beschwerdeführerin die Verfahrenskosten zu erlassen sind (Art. 6 Bst. b 
des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 

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Seite 10

Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2]).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3. 
Die Verfahrenskosten werden erlassen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

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