# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7daf0ce7-a40d-538f-a0cd-576946d4647e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-19
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 19.03.2024 S 2023 132
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2023-132_2024-03-19.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 23 132

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

Richterinnen von Salis und Brun

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 19. März 2024 

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Berufsbeistandschaft Region Plessur, 

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, geboren am B._____, ist gelernter Automobilmechatroniker und 

meldete sich am 5. Oktober 2021 unter Hinweis auf verschiedene 

gesundheitliche Beeinträchtigungen bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum Leistungsbezug (Berufliche 

Integration/Rente) an. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich in freiwilliger 

stationärer Behandlung auf der Suchtstation der C._____ der D._____). 

Im Rahmen dieses stationären psychiatrischen Aufenthalts wurde als 

Hauptdiagnose eine psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, 

Abhängigkeitssyndrom, gestellt.

2. Nachdem die zweimonatige stationäre Entwöhnungstherapie am 

18. November 2021 abgeschlossen worden war, beurteilte der Regionale 

Ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz am 13. Dezember 2021 die damals 

vorliegenden ärztlichen Berichte und empfahl eine Abstinenzauflage. 

Daraufhin forderte die IV-Stelle A._____ mit Schreiben vom 15. Dezember 

2021 zwecks Verbesserung des Eingliederungserfolgs zur 

Suchtmittelabstinenz auf, welche mit regelmässigen Blut- und Urinproben 

nachzuweisen sei. Falls der Aufforderung nicht nachgekommen werde, 

müsse er in Kauf nehmen, dass die Bemühungen bezüglich der 

beruflichen Eingliederung beendet würden und über seinen 

Rentenanspruch so entschieden werde, als hätte er die Massnahme 

durchgeführt. Es würde ihm dann eine prognostizierte Erwerbsfähigkeit 

angerechnet und die Leistungen würden ganz oder teilweise eingestellt.

3. Da A._____ in der Folge der Auflage der Suchtmittelabstinenz nicht 

nachkam, wurde ein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen 

mit Mitteilung der IV-Stelle vom 25. Januar 2022 verneint.

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4. Am 16. Februar 2022 teilte die IV-Stelle A._____ mit, dass eine 

medizinische Abklärung beim RAD notwendig sei, um seine 

Leistungsansprüche prüfen zu können. Nachdem A._____ zur Abklärung 

vom 17. Mai 2022 nicht erschienen war, wurde er am 23. Mai 2022 über 

einen neuen Termin am 6. September 2022 informiert. Mit Schreiben vom 

selben Tag forderte die IV-Stelle A._____ zudem auf, pünktlich zu diesem 

Termin zu erscheinen. Andernfalls werde über den Leistungsanspruch 

entweder aufgrund der Akten entschieden, wobei ihm die prognostizierte 

Erwerbsfähigkeit angerechnet werde, oder die Erhebungen würden 

eingestellt und auf das Gesuch werde nicht eingetreten. A._____ blieb 

auch der Abklärung vom 6. September 2022 fern. 

5. Bereits zuvor war A._____ vom 21. Mai 2022 bis zum 23. Mai 2022 

aufgrund einer akuten Alkoholintoxikation sowie einer retrograden 

Amnesie von mehreren Tagen im E._____ hospitalisiert. Unmittelbar 

anschliessend befand er sich aufgrund einer angeordneten 

fürsorgerischen Unterbringung bis zum 13. Juni 2022 in stationärer 

Behandlung in der F._____ der D._____.

6. Am 17. Juni 2022 erfolgte im Auftrag der IV-Stelle eine 

neuropsychologische Abklärung durch lic. phil. G._____. Im 

entsprechenden Gutachten vom 20. Juni 2022 wurde eine leichte bis 

mittelschwere neuropsychologische Funktionsschwäche mit 

Beeinträchtigungen attentionaler, mnestischer, perzeptiver und exekutiver 

Funktionen ausgewiesen. 

7. Nachdem A._____ vom 22. Juli 2022 bis zum 12. August 2022 erneut 

freiwillig in stationärer Behandlung auf der Suchtstation der C._____ der 

D._____ gewesen war, hielt er sich vom 6. September 2022 bis zum 

9. September 2022 aufgrund einer Synkope nach selbstständigem 

Alkoholentzug im E._____ auf. 

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8. Nach Einholung der RAD-Abschlussbeurteilung stellte die IV-Stelle 

A._____ mit Vorbescheid vom 3. Oktober 2022 in Aussicht, sein 

Leistungsbegehren abzuweisen. Letzterer sei den Abklärungsterminen 

vom 17. Mai 2022 und 6. September 2022 unentschuldigt ferngeblieben. 

Auf die Konsequenzen bei einem Nichterscheinen sei er aufmerksam 

gemacht worden. Unter diesen Umständen sei eine Beurteilung seiner 

Arbeitsfähigkeit nicht möglich, weshalb nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit kein invalidisierender 

Gesundheitsschaden bestehe.

9. Nachdem A._____ dagegen unter Hinweis auf die notfallmässige 

Hospitalisation vom 6. September 2022 Einwand erheben lassen und er 

sich vom 14. November 2022 bis zum 2. März 2023 aufgrund einer 

angeordneten fürsorgerischen Unterbringung und später freiwillig 

abermals in stationärer Behandlung in der F._____ der D._____ befunden 

hatte, wurde er am 11. Mai 2023 über die bevorstehende RAD-Abklärung 

vom 25. Juli 2023 informiert. Mit Schreiben vom selben Tag forderte die 

IV-Stelle A._____ zudem auf, diesen Termin fristgerecht wahrzunehmen. 

Bei unentschuldigtem Fernbleiben nehme er in Kauf, dass aufgrund der 

vorhandenen Akten entschieden oder auf das Gesuch nicht eingetreten 

werde. In der Folge wurde A._____ im Rahmen weiterer Aufenthalte im 

E._____ behandelt.

10. Mit Verfügung vom 3. November 2023 entschied die IV-Stelle wie 

vorbeschieden und wies das Leistungsbegehren von A._____ ab. Dazu 

führte sie im Wesentlichen aus, dass Letzterer dem Abklärungstermin vom 

25. Juli 2023 unentschuldigt ferngeblieben sei. Auf die Konsequenzen bei 

einem Nichterscheinen sei er erneut hingewiesen worden.

11. Dagegen liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

7. Dezember 2023 durch seine Beiständin mit als Einsprache 

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bezeichneter Eingabe Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erheben und beantragen, es sei die angefochtene Verfügung 

vom 3. November 2023 aufzuheben und das Leistungsbegehren weiter zu 

behandeln bis zu einem Entscheid hinsichtlich beruflicher Massnahmen 

und/oder Rente. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, 

dass der Beschwerdeführer im Zeitraum des RAD-Abklärungstermins vom 

Juli 2023 mehrmals im E._____ hospitalisiert gewesen sei. Letzterer sei 

nach den Spitalaufenthalten jeweils in die Obdachlosigkeit entlassen 

worden. Daraus könne geschlossen werden, dass es ihm auch zum 

Zeitpunkt der Entlassung gesundheitlich nicht gut gegangen sei. Die 

fehlende Mitwirkung sei Ausdruck seines Krankheitsbildes. Der 

Beschwerdeführer sei aufgrund seiner aktuellen gesundheitlichen 

Verfassung nicht in der Lage, Termine ohne die Unterstützung von 

Drittpersonen wahrzunehmen. Zudem erziele er bereits Fortschritte und 

halte sich zurzeit freiwillig in der F._____ der D._____ auf. Ein Entzug auf 

der Suchtstation in H._____ sei geplant. Er sei also durchaus bereit 

mitzuwirken, aber krankheitsbedingt nur beschränkt in der Lage. Es sei 

daher nicht rechtens, wenn sich die IV-Stelle auf die unentschuldbare 

Verletzung der Mitwirkungspflicht berufe. 

12. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Januar 2024 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung hielt sie zusammenfassend fest, der Beschwerdeführer 

vermöge nicht plausibel zu begründen, weshalb am 25. Juli 2023 eine 

Reiseunfähigkeit bestanden haben solle. Er sei zu diesem Zeitpunkt nicht 

hospitalisiert gewesen und es sei ihm auch keine strikte Bettruhe 

verordnet worden. Zur Mitwirkungspflicht des Beschwerdeführers gehöre 

auch, trotz allenfalls gewissen gesundheitlichen Beschwerden zur RAD-

Untersuchung anzureisen. Anders zu entscheiden liefe darauf hinaus, 

dass die Beschwerdegegnerin ihrem gesetzlichen Auftrag nicht mehr 

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nachkommen könnte. Ohnehin verhalte sich der Beschwerdeführer (und 

auch seine Beiständin) treuwidrig, wenn er trotz Aufforderung der 

Beschwerdegegnerin den Termin vom 25. Juli 2023 nicht wahrnehme, 

diesen nicht absage und sich auch nachträglich nicht melde, sondern erst 

nach Erlass der ablehnenden Verfügung eine Beschwerde erhebe, 

ärztliche Berichte einreiche und vorbringe, er habe den Termin 

gesundheitsbedingt nicht wahrnehmen können. Ein solches Verhalten 

verdiene keinen Rechtsschutz.

13. Der Beschwerdeführer liess sich trotz der ihm erstreckten Frist zur 

Einreichung einer Replik nicht mehr vernehmen.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 3. November 2023 (vgl. 

beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 2 und beschwerdegegnerische 

Akten [Bg-act.] 69). Eine solche Anordnung, die laut Bundesrecht der 

Beschwerde an das Versicherungsgericht am Ort der verfügenden IV-

Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

als dem örtlich und sachlich zuständigen Versicherungsgericht 

angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] 

sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und 

materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der 

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angefochtenen Verfügung unmittelbar betroffen und er hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung. Er ist somit 

zur Beschwerdeerhebung legitimiert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 59 ATSG).

1.2. Bezüglich der Postulationsfähigkeit der Beiständin des 

Beschwerdeführers ist darauf hinzuweisen, dass die bei den Akten 

liegende Ernennungsurkunde vom 30. Oktober 2023 keine Vertretung 

betreffend Prozessführung vorsieht (vgl. Bf-act. 1). Allerdings hat der 

Beschwerdeführer seiner Beiständin die Zustimmung zur Prozessführung 

im Sinne von Art. 416 Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches 

(ZGB; SR 210) erteilt (vgl. Schreiben des Beschwerdeführers vom 

12. Dezember 2023; siehe hierzu auch BIDERBOST/HENKEL, in: 

GEISER/FOUNTOULAKIS [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 

6. Aufl., Basel 2018, Art. 394 Rz. 20a). Somit ist die Beiständin zur 

Prozessführung für den Beschwerdeführer berechtigt, wobei sie in diesem 

Umfang gesetzliche Vertreterin ist und mit Wirkung für Letzteren handeln 

kann (vgl. BIDERBOST/HENKEL, a.a.O., Art. 394 Rz. 1 und 18). Dies wird von 

der Beschwerdegegnerin denn auch nicht bestritten. Auf die im Übrigen 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 38 f. sowie Art. 61 lit. b ATSG) ist 

demnach einzutreten.

2. Streitgegenstand bildet die Frage, ob die Beschwerdegegnerin einen 

Leistungsanspruch des Beschwerdeführers zu Recht wegen einer 

unentschuldbaren Verletzung der Mitwirkungspflicht verneint hat. 

3. In Bezug auf das anwendbare Recht ist festzuhalten, dass seit dem 

1. Januar 2022 die revidierten Bestimmungen des IVG (sowie des ATSG) 

und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in 

Kraft sind (Weiterentwicklung der IV). In zeitlicher Hinsicht sind – 

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vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen – 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei Erfüllung des 

rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 

Geltung haben (vgl. BGE 146 V 364 E.7.1 und 144 V 210 E.4.3.1, je mit 

Hinweisen). Da die Entstehung eines allfälligen Rentenanspruchs 

vorliegend nach dem 1. Januar 2022 in Betracht fällt (d.h. frühestens 

sechs Monate nach der Anmeldung im Oktober 2021 gemäss Art. 29 

Abs. 1 IVG), sind die ab diesem Zeitpunkt geltenden Rechtsvorschriften 

anwendbar.

4. Nach Art. 43 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die 

notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die 

erforderlichen Auskünfte ein (Abs. 1 Satz 1). Der Versicherungsträger 

bestimmt die Art und den Umfang der notwendigen Abklärungen 

(Abs. 1bis). Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die 

Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person 

diesen zu unterziehen (Abs. 2). Kommen die versicherte Person oder 

andere Personen, die Leistungen beanspruchen, den Auskunfts- oder 

Mitwirkungspflichten in unentschuldbarer Weise nicht nach, so kann der 

Versicherungsträger aufgrund der Akten verfügen oder die Erhebungen 

einstellen und Nichteintreten beschliessen. Er muss diese Personen 

vorher schriftlich mahnen und auf die Rechtsfolgen hinweisen; ihnen ist 

eine angemessene Bedenkzeit einzuräumen (Abs. 3). Nach dem Wortlaut 

von Art. 43 Abs. 1, Abs. 1bis und Abs. 2 ATSG muss die angeordnete 

Untersuchung somit notwendig und zumutbar sein. Fehlt eine dieser 

Voraussetzungen, ist die Weigerung, sich der Begutachtung zu 

unterziehen, grundsätzlich entschuldbar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_283/2020 vom 4. August 2020 E.3.1 mit Hinweis). 

5. Die Beschwerdegegnerin hat zwecks Prüfung des 

beschwerdeführerischen Leistungsanspruchs die Notwendigkeit einer 

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medizinischen RAD-Abklärung bejaht (vgl. Bg-act. 36 S. 1, 67 S. 1 und 70 

S. 5). Dem schliesst sich im Grundsatz auch der Beschwerdeführer an, 

indem er die Weiterbehandlung seines Leistungsgesuchs beantragt und 

ausführt, die Beschwerdegegnerin werde mit Blick auf die sich aus seinem 

Krankheitsbild ergebenden Bedürfnisse gebeten, Wege zu finden, um die 

gewünschte Abklärung durchzuführen (vgl. Beschwerde des 

Beschwerdeführers vom 7. Dezember 2023 S. 2). Vor dem Hintergrund, 

dass auch bei – nachvollziehbar diagnostizierten – 

Abhängigkeitssyndromen kein direkter Zusammenhang zwischen 

Diagnose und Arbeits(un)fähigkeit bzw. Invalidität besteht, sondern die 

Auswirkungen des bestehenden Gesundheitsschadens auf die 

funktionelle Leistungsfähigkeit vielmehr im Einzelfall für die 

Rechtsanwendenden nachvollziehbar ärztlich festzustellen sind (vgl. BGE 

145 V 215 E.6 und 6.1 mit Hinweisen), ist ein medizinischer 

Abklärungsbedarf bzw. eine Notwendigkeit für eine psychiatrische RAD-

Abklärung zwecks Klärung des Leistungsanspruchs des 

Beschwerdeführers zu bejahen (vgl. Bg-act. 70 S. 13 f.).

6. Allerdings ist der Beschwerdeführer der Auffassung, dass die von der 

Beschwerdegegnerin angeordnete RAD-Abklärung vom 25. Juli 2023 mit 

Blick auf seine damalige gesundheitliche Situation nicht zumutbar 

gewesen sei. Folglich könne ihm auch keine unentschuldbare Verletzung 

der Mitwirkungspflicht vorgeworfen werden. 

6.1.1. Zumutbar ist die Mitwirkung, wenn der verfolgte Zweck in einem 

vernünftigen Verhältnis zur Beeinträchtigung des Pflichtigen steht. Für 

diese Beurteilung sind sowohl die objektiven als auch die subjektiven 

Umstände zu berücksichtigen. Dabei ist die Frage der subjektiven 

Zumutbarkeit ebenfalls objektiv zu klären: Es geht mithin nicht etwa 

darum, ob die betreffende Person aus ihrer eigenen, subjektiven 

Wahrnehmung heraus die Untersuchung als zumutbar erachtet, sondern 

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darum, dass die subjektiven Umstände, etwa Alter, Gesundheitszustand, 

bisherige Erfahrungen mit Abklärungen, in einer objektiven Betrachtung 

dahingehend gewürdigt werden, ob diese Umstände die Untersuchung 

zulassen oder nicht. Die objektive Zumutbarkeit hängt unter anderem 

damit zusammen, dass eine medizinische Untersuchung oder gar eine 

Begutachtung die persönliche Freiheit einer versicherten Person tangieren 

kann, wobei lediglich leichte Eingriffe in die Grundrechte der persönlichen 

Freiheit von den Versicherten in Kauf genommen werden müssen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_283/2020 vom 4. August 2020 E.4.2.1 mit 

Hinweisen auf weitere Bundesgerichtsurteile und Lehre).

6.1.2. Eine Verletzung der Mitwirkungspflicht liegt nur vor, wenn sie in 

unentschuldbarer Weise erfolgt. Es muss sich mithin jedenfalls um eine 

schuldhafte Verletzung handeln. Eine solche Verletzung kann 

angenommen werden, wenn das Verhalten der Person nicht mehr 

nachvollziehbar ist, was etwa dann gegeben ist, wenn ein 

Rechtfertigungsgrund nicht einmal ansatzweise erkennbar ist oder wenn 

das Verhalten schlechthin unverständlich ist (vgl. KIESER, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 43 Rz. 103). Indessen 

ist die Verletzung der Mitwirkungspflicht entschuldbar, wenn die 

versicherte Person krankheitshalber oder aus anderen Gründen nicht in 

der Lage war, ihren Pflichten nachzukommen (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 9C_370/2013 vom 22. November 2013 E.4.1, 

8C_733/2010 vom 10. Dezember 2010 E.5.3, 9C_994/2009 vom 22. März 

2010 E.5.2). 

6.2.1. Der seit vielen Jahren an einem ausgeprägten Alkoholkonsum leidende 

Beschwerdeführer war vom 16. August 2021 bis zum 19. August 2021 

aufgrund eines möglichen Entzugskrampfanfalls und einer 

Alkoholintoxikation (3.6 Promille) im E._____ hospitalisiert, bevor er 

unmittelbar danach bis zum 18. November 2021 zwecks Alkoholentzugs 

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und psychischer Stabilisierung freiwillig in die Suchtstation der C._____ 

der D._____ zur stationären Behandlung eintrat (vgl. Austrittsbericht der 

D._____ vom 24. November 2021 [Bf-act. 12 S. 1 ff.]; Arztbericht vom 

21. Oktober 2021 [Bg-act. 22 S. 2]; Bericht betreffend Eintrittsstatus vom 

19. August 2021 [Bg-act. 7 S. 1]). Im Bericht der D._____ vom 21. Oktober 

2021 wurden neben der Hauptdiagnose einer psychischen und 

Verhaltensstörung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom (ICD-10 F10.2), 

verschiedene Nebendiagnosen, namentlich eine mittelgradige depressive 

Episode, eine kombinierte und andere Persönlichkeitsstörung sowie ein 

Status nach einer Wernicke-Enzephalopathie (09/2020), mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (vgl. Bg-act. 22 S. 3; siehe 

auch Austrittsbericht der D._____ vom 24. November 2021 [Bf-act. 12 

S. 1] und Bericht betreffend Eintrittsstatus vom 19. August 2021 [Bg-act. 7 

S. 2 f.]). Ausserdem wurde im Bericht betreffend Eintrittsstatus vom 

19. August 2021 und im Austrittsbericht vom 24. November 2021 

hinsichtlich des psychopathologischen Befundes bei Eintritt insbesondere 

was folgt ausgeführt: "Konzentration im Gespräch reduziert. Mnestik 

reduziert. Formalgedanklich verlangsamt" (vgl. Bg-act. 7 S. 2 und Bf-act. 

12 S. 2). Auch wurde bei Eintritt ein reduzierter Allgemein- und 

Ernährungszustand festgestellt sowie ein aktueller Substanzkonsum von 

einer Flasche Wodka pro Tag angegeben (vgl. Bericht betreffend 

Eintrittsstatus vom 19. August 2021 [Bg-act. 7 S. 2]). Während des 

stationären Aufenthalts wurde der Beschwerdeführer medikamentös 

therapiert und er nahm an kognitiven Verhaltenstherapien im Einzel- sowie 

Gruppensetting teil (vgl. Austrittsbericht der D._____ vom 24. November 

2021 [Bf-act. 12 S. 2 f.]; Arztbericht vom 21. Oktober 2021 [Bg-act. 22 

S. 3]; Bericht betreffend Eintrittsstatus vom 19. August 2021 [Bg-act. 7 

S. 3]). Betreffend Verlauf ergibt sich aus dem Austrittsbericht vom 

24. November 2021, dass der Alkoholentzug mit Unterstützung von 

Valium über einen langen Zeitraum erfolgt sei. Der Abbau habe eine starke 

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Anspannung und Ängste ausgelöst. Initial habe sich der 

Beschwerdeführer affektlabil, gereizt sowie misstrauisch gegenüber dem 

Behandlungsteam gezeigt. Nach stetiger Verbesserung der körperlichen 

Beschwerden hätten kognitiv initial noch Defizite 

(Aufmerksamkeitsstörung, mnestische Lücken) bestanden. 

Milieutherapeutisch habe der Beschwerdeführer von der festen 

Tagestruktur auf der Station profitieren können. Er habe stets aktiv und mit 

vorbildlicher Motivation am Therapieprogramm teilgenommen. In den 

Therapien habe er sich gewissenhaft, geduldig, hilfsbereit und mit guter 

Konzentration gezeigt. In den Einzeltherapien seien auslösende 

Situationen erörtert worden, in welchen der Alkoholkonsum bisher 

aufgetreten sei. Im Rahmen von Belastungsproben sei es insbesondere 

zu Beginn der Therapie mehrmals zu Rückfällen gekommen, welche 

aufgrund der starken Abstinenzmotivation des Beschwerdeführers mittels 

ausführlicher Analyse hätten thematisiert werden können. In den 

Therapiegesprächen seien die Themen Identität, das Wahrnehmen der 

eigenen Gefühle und das Benennen eigener Wünsche und Ziele im 

Vordergrund gestanden. Dabei sei immer wieder die belastende 

Familiensituation in den Vordergrund getreten, weshalb eine ausführliche 

Biographiearbeit und Stammbaum-Aufzeichnung erfolgt seien, wobei der 

Beschwerdeführer affektiv gut spürbar gewesen sei und motiviert 

mitgearbeitet habe. Einerseits habe er von viel Struktur und Führung in der 

Therapie profitiert, anderseits habe er sich bei zu starker Einengung 

zurückgezogen. Anlässlich der am 16. November 2021 erfolgten 

Fallvorstellung sei eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-

instabilen, selbstunsicher-vermeidenden und narzisstischen Anteilen 

diagnostiziert worden. Im Verlauf sei es zu einem sozialen Rückzug 

gekommen, wobei der Beschwerdeführer von starker innerer Leere, 

Anhedonie, Antriebsminderung und Schlafstörungen berichtet habe. Es 

sei eine mittelgradige Depression diagnostiziert und medikamentös mit 

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Mirtazapin behandelt worden. In der Fremdbeobachtung hätten sich im 

Verlauf eine stabile Stimmungslage sowie ein verbesserter Schlaf und 

Antrieb gezeigt, weshalb die Medikation unverändert weitergeführt worden 

sei. Sozialpsychiatrisch hätten erste Gespräche mit dem Jobcoaching 

betreffend Eingliederung in das Berufsleben stattgefunden und der 

Beschwerdeführer habe sich für eine freiwillige Beistandschaft für die 

Bereiche Finanzen und Wohnen entschieden. Eine Anbindung an die 

Tagesklinik nach Austritt habe er abgelehnt. Bei differenzierter 

Behandlungseinsicht und -motivation habe eine gute körperliche 

Genesung und psychische Stabilisierung erfolgen können. Bei 

Wahrnehmung der sozialpsychiatrischen Unterstützung sei von einer 

guten Prognose auszugehen. Am 18. November 2021 trat der 

Beschwerdeführer aus der Klinik aus, wobei geplant war, zunächst einige 

Tage bei der Mutter zu verbringen und anschliessend zur Grossmutter 

nach I._____ zu ziehen, bis er eine eigene Wohnung zur Verfügung hat 

(vgl. Bf-act. 12 S. 3 f.). Zudem wurde bezüglich des psychopathologischen 

Befundes bei Austritt insbesondere festgehalten, dass die Konzentration 

im Gespräch und die Mnestik unauffällig seien und der Beschwerdeführer 

formalgedanklich kohärent gewesen sei (vgl. Austrittsbericht der D._____ 

vom 24. November 2021 [Bf-act. 12 S. 2]). 

6.2.2. Während dieses stationären psychiatrischen Aufenthalts in der C._____ 

meldete sich der Beschwerdeführer bei der Beschwerdegegnerin zum 

Leistungsbezug an (vgl. Bg-act. 2). Ausserdem nahm er am 

Evaluationsgespräch vom 5. November 2021 teil. Im Rahmen dessen 

führte er insbesondere aus, dass er sich gefestigt fühle und alles dafür tun 

wolle, wieder arbeiten zu können. Er wolle nicht wieder in die gewohnten 

Muster zurückfallen. Auch der zuständige Eingliederungsberater erachtete 

den Beschwerdeführer als motiviert und seine Bereitschaft, sich aktiv für 

seine berufliche Zukunft einzusetzen, als äusserst glaubhaft (vgl. Protokoll 

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zum Eingliederungsgespräch vom 9. November 2021 [Bg-act. 23 S. 1 und 

S. 5]). 

6.2.3. In der Folge wurde nach einer Beschäftigungsmöglichkeit für die Zeit 

während der Stellensuche gesucht, wobei ein Gespräch mit einer Security-

Firma am 9. Dezember 2021 vereinbart wurde. Da der Beschwerdeführer 

am Tag des Termins der Beschwerdegegnerin mitteilte, dass er krank sei 

und mit einer Grippe im Bett liege, wurde der Termin auf den 4. Januar 

2022 verschoben. Zu diesem Termin ist der Beschwerdeführer allerdings 

unentschuldigt nicht erschienen und telefonische Kontaktaufnahmen von 

Seiten der Beschwerdegegnerin und der Beiständin blieben erfolglos (vgl. 

Verlaufsprotokoll Eingliederung [Bg-act. 31 S. 2 f. und S. 5]). Mit E-Mail 

vom 17. Januar 2022 teilte die damalige Beiständin der 

Beschwerdegegnerin mit, dass es dem Beschwerdeführer psychisch nicht 

gut gehe, weshalb er nicht in der Lage sei, die Mitte Dezember 2021 

angeordnete Auflage der Suchtmittelabstinenz einzuhalten (vgl. Bg-act. 30 

S. 1; siehe auch Verlaufsprotokoll Eingliederung [Bg-act. 31 S. 3 und S. 5] 

und Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 15. Dezember 2021 [Bg-act. 

28]). Auch der Beschwerdeführer selbst äusserte sich dahingehend, dass 

er nach kurzer Abstinenz an Silvester 2021/2022 wieder mit dem 

Alkoholkonsum begonnen habe (vgl. Bericht betreffend Eintrittsstatus vom 

22. Juli 2022 [Bg-act. 56 S. 1]). Mit Mitteilung vom 25. Januar 2022 

verneinte die Beschwerdegegnerin einen Anspruch des 

Beschwerdeführers auf berufliche Eingliederungsmassnahmen (vgl. Bg-

act. 33 S. 1). 

6.2.4. Nachdem der Beschwerdeführer daraufhin der von der 

Beschwerdegegnerin angeordneten psychiatrischen RAD-Abklärung vom 

17. Mai 2022 keine Folge geleistet hatte (vgl. Bg-act. 36, 39 und 70 S. 5), 

war er vom 21. Mai 2022 bis zum 23. Mai 2022 aufgrund einer akuten 

Alkoholintoxikation und einer unklaren retrograden Amnesie von mehreren 

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Tagen sowie von frontalen Kopfschmerzen (am ehesten im Rahmen eines 

Alkoholabusus; DD erneuter Krampfanfall bei Alkoholentzug) im E._____ 

hospitalisiert. Im entsprechenden Austrittsbericht vom 23. Mai 2022 wurde 

betreffend Epikrise festgehalten, es sei eine notfallmässige Vorstellung 

des Beschwerdeführers in Begleitung der Mutter nach fast fünftägigem 

Verschwinden mit Amnesie erfolgt. Im Rahmen der Blutalkoholanalyse 

hätten 4.3 Promille nachgewiesen werden können. Im durchgeführten CT 

des Schädels hätten keine Traumafolgen festgestellt werden können. Es 

sei bereits in den letzten Monaten zu rezidivierenden Episoden von 

tagelangem Verschwinden mit anschliessender Amnesie gekommen. Aus 

medizinischer Sicht sei bei eindeutiger Eigengefährdung – auch in 

Rücksprache mit der Beiständin und der Mutter des Beschwerdeführers – 

eine fürsorgerische Unterbringung in die psychiatrische Klinik als dringend 

notwendig erachtet worden (vgl. Bf-act. 11 S. 1 f.). 

6.2.5. Gleichentags trat der Beschwerdeführer in Begleitung des 

Rettungsdienstes per fürsorgerischer Unterbringung in die F._____ der 

D._____ zur stationären Behandlung ein. Die Behandler stellten folgende 

Hauptdiagnosen: Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: 

Abhängigkeitssyndrom (Blutalkohol von 4.3 Promille am 21. Mai 2022) 

und psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: 

Entzugssyndrom. Als Nebendiagnosen wurden insbesondere eine unklare 

retrograde Amnesie von mehreren Tagen (DD im Rahmen eines 

Alkoholabusus), ein Verdacht auf rezidivierende akut symptomatische 

epileptische Ereignisse (Ätiologie im Rahmen des Alkoholentzugs) sowie 

eine kombinierte und andere Persönlichkeitsstörung ausgewiesen. Im 

Rahmen dieses stationären Aufenthalts wurden folgende Therapien 

durchgeführt: 1. Aufnahme in der geschlossen geführten Notfallstation, 

Psychopharmakotherapie; 2. Psychoedukative Gespräche und Aufklärung 

über Medikation durch Ärzteschaft und Pflegepersonal, Arbeit im 

- 16 -

Bezugspersonensystem sowie Einzelgespräche; 3. Aktivierungstherapie 

und Teilnahme am Stationsprogramm. Im Austrittsbericht der D._____ 

vom 15. Juni 2022 wurde betreffend Verlauf festgehalten, dass der 

Beschwerdeführer nach einem Streit mit dem Vater für mehrere Tage 

untergetaucht und Alkohol sowie unterschiedliche Substanzen konsumiert 

habe. Während des Eintrittsgesprächs habe sich der Beschwerdeführer 

entzügig (Tremor, Schwitzen, Übelkeit) und mit Suchtdruck präsentiert, so 

dass eine Aufnahme in den geschlossenen Teil der Notfallstation erfolgt 

sei. Bei Verdacht auf eine Abhängigkeitsstörung mit Alkohol sei eine Fix-/ 

Bedarfsmedikation nach C._____-Schema angewandt worden, welche 

vom Beschwerdeführer gut vertragen worden sei. Es habe sich eine 

rasche Besserung der Symptome eingestellt, so dass im Verlauf die 

Verlegung auf den offen geführten Teil der Notfallstation habe erfolgen 

können. Eigenanamnestisch sei in Erfahrung gebracht worden, dass der 

Beschwerdeführer ein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater habe, 

welcher Substanzen konsumiere und ihn durch sein Verhalten triggere. 

Aufgrund von ausufernden Streitigkeiten mit seinem Vater falle der 

Beschwerdeführer immer wieder in die Drogen bzw. den Alkohol zurück. 

Er sehe ein, dass dieses Schema auf Dauer nicht gut für ihn sei und zeige 

sich motiviert sowie gewillt, sein Leben zu verändern. Der 

Beschwerdeführer sei auch offen für eine therapeutische Unterstützung. 

Es hätten sich in den Gesprächen vermehrt Ressourcen 

herauskristallisiert, z.B. den Traum, die Garage des Vaters in Zukunft zu 

übernehmen und aufblühen zu lassen, gute Bezugspersonen und ein 

starker Wille, sein Leben anzupacken. Bei fehlender Eigen- und 

Fremdgefährdung habe die fürsorgerische Unterbringung am 31. Mai 

2022 aufgehoben werden können. Während des stationären Aufenthalts 

habe sich der Beschwerdeführer angepasst, absprachefähig, stets 

freundlich, kooperativ und schwingungsfähig gezeigt. Letzterer habe am 

13. Juni 2022 ins häusliche Umfeld (BEWO [Begleitetes Wohnen] 

- 17 -

J._____) entlassen werden können (vgl. Austrittsbericht der D._____ vom 

15. Juni 2022 [Bf-act. 10 S. 1 ff.]). 

6.2.6. Nachdem Herr K._____ vom Verein Überlebenshilfe J._____ die 

Beschwerdegegnerin Ende Mai 2022 über den stationären 

psychiatrischen Aufenthalt des Beschwerdeführers informiert hatte, wurde 

der auf den 3. Juni 2022 angesetzte Abklärungstermin bei lic. phil. 

G._____, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP, auf den 17. Juni 

2022 verschoben (vgl. Bg-act. 52, 53 und 54 S. 1 f.). Letzterer führte an 

diesem Tag eine neuropsychologische Abklärung durch. Im 

entsprechenden Gutachten vom 20. Juni 2022 stellte lic. phil. G._____ 

nebst einer normvarianten Intelligenz (Gesamt-IQ von 99) eine leichte bis 

mittelschwere neuropsychologische Funktionsschwäche mit 

Beeinträchtigungen attentionaler, mnestischer, perzeptiver und exekutiver 

Funktionen fest. Bezüglich der Darstellung der Funktionseinschränkungen 

führte er insbesondere aus, in Bezug auf die mentalen Funktionen 

"Aufmerksamkeit" (Dauer- und geteilte Aufmerksamkeit), "Gedächtnis" 

(nonverbale Informationen betreffend Informationsaufnahme, Arbeits- und 

Kurzzeitgedächtnis, Abruf aus dem Langzeitgedächtnis), "Wahrnehmung" 

(Visuo-räumliche Wahrnehmung), "Denkfunktionen" (Denktempo, 

kognitive Belastbarkeit) sowie "Höhere kognitive Funktionen" 

(Wortfluency, nonverbale Abstraktionsfähigkeit, Antizipationsfähigkeit, 

kognitive Flexibilität und Umstellungsfähigkeit) ergebe sich eine leichte bis 

mittelschwere Hirnfunktionsstörung. Hinsichtlich der mentalen Funktion 

"Emotionale Funktionen" (sozial-kognitive Funktionen 

[Introspektionsfähigkeit, Fähigkeit zur Perspektivenübernahme]) liege eine 

mittelschwere Hirnfunktionsstörung vor. Ausserdem wies lic. phil. G._____ 

gewisse vorhandene Ressourcen in den Bereichen 

Aufmerksamkeit/Konzentration, Mnestik, Sprachfunktionen, Perzeption 

und Exekutivfunktionen aus. Auch führte er aus, dass sich der 

- 18 -

Beschwerdeführer im Testverhalten bemüht, kooperativ und angepasst 

gezeigt habe. Betreffend Ätiologie wurde sodann insbesondere 

festgehalten, im MRI vom 10. September 2020 sei eine generalisierte 

frontalbetonte Hirnvolumenminderung mit mikroangiopathischer 

Leukenzephalopathie gefunden worden. In der aktuellen 

neuropsychologischen Untersuchung hätten sich vor dem Hintergrund 

eines normvarianten Intelligenzniveaus leichte bis mittelschwere 

Beeinträchtigungen auf grundlegender neurokognitiver Ebene gezeigt. 

Funktionell-hirnlokalisatorisch beträfen diese – in Übereinstimmung mit 

den MRI-Befunden – überwiegend frontale Hirnstrukturen. 

Neuropsychologische Minderleistungen aufgrund von chronischem 

Alkoholkonsum seien in der Literatur mehrfach dokumentiert. Beschrieben 

seien unter anderen deutliche Dysfunktionalitäten in der sozialen 

Kognition sowie neben mnestischen Beeinträchtigungen auch Defizite in 

exekutiven Funktionen wie in Problemlösefähigkeiten und Abstraktion, 

beim Entscheidungen treffen, Planen und Organisieren, aber auch 

Beeinträchtigung der Handlungskontrolle und Inhibierung. Gemäss 

Angaben des Beschwerdeführers sei seine psychische Verfassung zum 

Zeitpunkt der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung gut; er fühle 

sich ausgeglichen und stabil. Die in der Untersuchung gezeigten 

Minderleistungen seien im Zusammenhang mit der langjährigen 

Suchtproblematik und deren sekundären Folgen (Epilepsie mit Stürzen, 

Wernicke-Enzephalopathie etc.) zu interpretieren. Schliesslich wies lic. 

phil. G._____ darauf hin, dass nach langjährigem intensivem 

Alkoholkonsum regionsspezifische hirnstrukturelle Schäden mit 

entsprechenden Auswirkungen im neurokognitiven Bereich auch bei 

Abstinenz persistieren könnten (vgl. Gutachten von lic. phil. G._____ vom 

20. Juni 2022 [Bg-act. 54 S. 16 ff.]). 

- 19 -

6.2.7. In der Folge erlitt der Beschwerdeführer einen erneuten Rückfall, weshalb 

er sich vom 22. Juli 2022 bis zum 12. August 2022 abermals zur 

Entzugsbehandlung und psychischen Stabilisierung freiwillig auf der 

Suchtstation der C._____ der D._____ befand. Im Rahmen dieses 

stationären Aufenthalts wurden folgende Therapien durchgeführt: 

Qualifizierte stationäre Entzugsbehandlung (gegebenenfalls mit 

medikamentöser Unterstützung), Beziehungsarbeit im 

Bezugspersonensystem, Einzelgespräche, wöchentliche 

Gruppengespräche, Psychoedukation, Entspannungsverfahren in der 

Gruppe, Ohrakupunktur nach dem NADA Protokoll, Ausdruckstherapie, 

kreative Arbeiten in den Therapieateliers, Sozial- und Milieutherapie unter 

Einbezug des bestehenden sozialen Netzes sowie Sport- und 

Fitnessgruppe. Betreffend Verlauf hielten die Behandler im Austrittsbericht 

vom 25. August 2022 fest, dass der Beschwerdeführer eine 

medikamentöse Unterstützung beim Alkoholentzug gewünscht habe. 

Dieser sei valiumgestützt durchgeführt worden. Zur 

Krampfanfallprophylaxe habe der Beschwerdeführer Timonil erhalten. 

Zum Rückfall sei es wegen stark konsumierender Freunde gekommen. 

Ansonsten habe sich der Beschwerdeführer gut gefühlt und vor allem gut 

informiert; er wisse auch, was zu tun sei und habe sich gewünscht, alsbald 

in das betreute Wohnen zurückzukehren. Dort gefalle es ihm sehr gut. 

Eine psychiatrische Unterstützung habe er nicht gewünscht. Vielmehr sei 

er bei seiner Bezugsperson, Herrn K._____ vom betreuten Wohnen, sehr 

gut aufgehoben. Es fänden wöchentliche Gespräche statt. Zu einer 

vertieften Auseinandersetzung der Abhängigkeitsproblematik sei es leider 

nicht gekommen (vgl. Austrittsbericht der D._____ vom 25. August 2022 

[Bf-act. 9 S. 1 ff.]; siehe auch Bericht betreffend Eintrittsstatus vom 22. Juli 

2022 [Bg-act. 56]).

- 20 -

6.2.8. Daraufhin erfolgte am 6. September 2022 aufgrund einer Synkope nach 

selbstständigem Alkoholentzug (ohne Alkohol seit dem 27. August 2022), 

einer allgemeinen Schwäche sowie krampfartigen Bauchschmerzen eine 

notfallmässige Zuweisung des Beschwerdeführers per Rettungsdienst ins 

E._____, wo er bis zum 9. September 2022 behandelt wurde. Im 

entsprechenden Austrittsbericht vom 9. September 2022 wurden 

namentlich folgende Diagnosen gestellt: eine Polytoxikomanie (aktuell 

September 2022: eigenständiger Alkoholentzug seit dem 27. August 2022, 

DD unbeobachteter Alkoholentzugskrampf), eine äthyltoxische, akute 

Pankreatitis (ED 6. September 2022), ein akutes Nierenversagen bei 

Dehydratation (ED 6. September 2022), eine Bizytopenie (ED August 

2021) sowie eine chronische nutritiv-toxische Hepatopathie (ED August 

2021). Zur Epikrise wurde festgehalten, bei Eintritt habe sich der 

Beschwerdeführer in einem deutlich reduzierten Allgemeinzustand 

befunden. In der klinischen Untersuchung seien ein Haltetremor beider 

Hände sowie eine deutliche Druckdolenz im gesamten Abdomen mit 

Abwehrspannung aufgefallen, so dass die vom Beschwerdeführer 

geäusserten Bauchschmerzen und allgemeine Schwäche als 

Alkoholentzugssyndrom nach Stopp der Alkoholzufuhr sowie als Energie- 

und Eiweissmangelernährung interpretiert worden seien. Als 

Folgeerscheinungen des seit langer Zeit bestehenden Konsums seien 

eine Thrombozytopenie sowie eine Leberwerterhöhung festgestellt 

worden. Eine Substratsubstitution mit Vitamin B und Thiamin sei 

eingeleitet worden. Als Prophylaxe für allfällige Entzugskrämpfe habe der 

Beschwerdeführer Benzodiazepine erhalten. Möglicherweise sei es auch 

bei diesem unbeobachteten Sturzereignis erneut zu einem 

Alkoholentzugskrampf gekommen. Computertomographisch sei eine 

Hirnblutung ausgeschlossen und radiologisch sei kein Nachweis einer 

Fraktur zusammenhängend mit dem Sturzereignis festgestellt worden. Bei 

langjährig bestehendem Alkoholkonsum und einer ausgeprägten 

- 21 -

epigastrischen Druckdolenz sei die deutlich erhöhte Lipase als 

äthyltoxische, akute Pankreatitis interpretiert worden. Die begonnene 

Volumentherapie und Analgesie hätten zu einer klinischen und 

laborchemischen Besserung geführt. Laborchemisch sei zudem ein 

akutes Nierenversagen aufgefallen. Mittels Volumensubstitution sei es zu 

einer raschen Verbesserung der Laborparameter gekommen. Nach 

Rücksprache mit Herrn K._____ vom Verein Überlebenshilfe Graubünden 

werde der Beschwerdeführer bis Ende September 2022 weiterhin ein Bett 

in der Notschlafstelle haben. Die Behandler empfahlen dem 

Beschwerdeführer, dringendst auf den schädlichen Alkohol- und 

Substanz-Abusus zu verzichten (vgl. Austrittsbericht des E._____ vom 

9. September 2022 [Bf-act. 8 S. 1 ff. und Bg-act. 63 S. 1 ff.]). 

6.2.9. In der Folge erliess die Beschwerdegegnerin am 3. Oktober 2022 einen 

Vorbescheid, worin sie vorsah, das Leistungsbegehren des 

Beschwerdeführers abzuweisen, zumal er auch dem zweiten RAD-

Abklärungstermin vom 6. September 2022 unentschuldigt ferngeblieben 

sei (vgl. Bg-act. 57 S. 1 f.). Der daraufhin von der damaligen Beiständin 

des Beschwerdeführers erhobene Einwand unter Hinweis auf die 

notfallmässige Hospitalisation vom 6. September 2022 und Beilage eines 

entsprechenden Arztzeugnisses erachtete die Beschwerdegegnerin als 

begründet (vgl. Bg-act. 58, 61 und 70 S. 15 f.).

6.2.10. Vom 14. November 2022 bis zum 2. März 2023 befand sich der 

Beschwerdeführer abermals in stationärer Behandlung in der F._____ der 

D._____, wobei der Eintritt bei psychischer Dekompensation und einer mit 

seiner Abhängigkeitserkrankung einhergehenden starken Verwahrlosung 

mit Selbstgefährdung erneut per fürsorgerischer Unterbringung erfolgte. 

Am 16. November 2022 wurde ein CDT-Wert von 3.8 % ermittelt. 

Bezüglich des psychopathologischen Befundes bei Eintritt wurde im 

Austrittsbericht der D._____ vom 3. März 2023 insbesondere ausgeführt, 

- 22 -

dass die Konzentrationsleistung reduziert sei, ebenso die 

Gedächtnisleistung. Die verlangsamte Denkgeschwindigkeit sei am 

ehesten mit dem Entzug zu erklären. Der Beschwerdeführer gebe an, 

nächtliche Halluzinationen zu haben, wobei ihm bewusst sei, dass seine 

Wahrnehmungen nicht der Realität entsprächen. In der Stimmung sei der 

Beschwerdeführer gedrückt, bei vorhandener Schwingungsfähigkeit. Im 

Antrieb sei er vermindert. Psychomotorisch sei er unruhig; es sei ein 

starker Tremor und ein Zittern am ganzen Körper feststellbar. Beim 

Beschwerdeführer liege zudem ein verminderter Appetit vor; er habe seit 

mehreren Tagen keine feste Nahrung mehr zu sich genommen. Im 

Rahmen des stationären Aufenthalts wurden folgende Therapien 

durchgeführt: 1. Aufnahme auf der geschützten Notfallstation; 

2. Etablierung einer suffizienten psychopharmakologischen Therapie mit 

Valium und sanfte Steigerung der Ausgangsregelung in Abhängigkeit der 

psychischen Verfassung (1:1 Ausgang, Gruppenausgang, alleiniger 

Ausgang); 3. Psychoedukation bezüglich Erkrankung und 

Psychopharmaka mit Gesprächen im gesamten Behandlungsteam. 

Hinsichtlich des Verlaufs wurde im besagten Austrittsbericht insbesondere 

ausgeführt, dass beim Beschwerdeführer eine schwere 

Alkoholabhängigkeit bestehe. Offenbar habe er einen selbstständigen 

Entzug in der Wohnung seiner Grossmutter versucht. Dabei sei es zur 

Nahrungskarenz und potenziell lebensbedrohlichen 

Entzugserscheinungen gekommen, die sich nach Eintritt und trotz 

medikamentöser Unterstützung bis zum Entzugsdelir gesteigert hätten. Es 

liessen sich bereits im jungen Alter des Beschwerdeführers Folgeschäden 

des Überkonsums erkennen (Leber- und Hirnveränderungen) und es sei 

in der Vergangenheit auch bereits zu Krampfanfällen im Entzug und unter 

Alkoholkonsum gekommen. Aufgrund der schweren Folgen des Konsums 

sei der Beschwerdeführer während des Aufenthalts nicht in der Lage 

gewesen, sich vertieft mit der Abhängigkeitsproblematik 

- 23 -

auseinanderzusetzen. Er sei wiederholt darauf hingewiesen worden, dass 

sich sein Umfeld grosse Sorgen mache, und es sei die Einschätzung 

vermittelt worden, dass eine Wohnstruktur ohne entsprechende 

professionelle Begleitung zu erneutem Konsum von Alkohol mit evtl. 

schweren Folgen führen würde. Die Behandler hätten ebenfalls daran 

erinnert, dass der Beschwerdeführ körperlich bereits schwer geschädigt 

sei (Leber- und Hirnschäden mit vergleichbaren Labor- und MRI-

Befunden). Der Beschwerdeführer habe meist mit Ausweichen, 

Bagatellisierung, Herabspielen und abwehrenden Aussagen reagiert. Es 

habe kaum Einsicht hinschlich des Ausmasses der Krankheit bestanden; 

die Behandlungsbereitschaft habe sich zunächst vor allem auf den 

Wunsch nach Versorgung beschränkt. Im Laufe des Aufenthalts habe sich 

der Beschwerdeführer zunehmend für den Besuch der Therapieangebote 

motivieren können und habe besonderes Interesse an sportlichen 

Aktivitäten gezeigt. Vereinzelte Rückfälle (zweimaliger Alkoholkonsum im 

stationären Setting) seien die Ausnahme gewesen, würden jedoch die 

potenzielle Rückfallgefahr ohne entsprechende Kontrolle und Betreuung 

zeigen. Nach wenigen Wochen und sanfter Reduktion habe die Therapie 

mit Diazepam gestoppt werden können. In der Folge seien weder 

Suchtdruck noch Entzugserscheinungen erkennbar gewesen. Im Rahmen 

eines Standortgesprächs mit der Beiständin habe als Ziel eine 

tagesklinische Struktur und ein betreutes Wohnen festgelegt werden 

können. Zur weiteren Therapie sei der Beschwerdeführer schliesslich 

Ende Januar 2023 in die Rehabilitationsstation L._____ verlegt worden. 

Im offenen Setting habe er zur Therapie motiviert werden können. Es sei 

ein Platz in einer betreuten Wohnform organisiert worden. Am 20. Februar 

2023 sei der Beschwerdeführer aus der fürsorgerischen Unterbringung 

entlassen worden, da nach mehrmaliger Visitation keine Anhaltspunkte 

mehr für eine unmittelbare Selbst- oder Fremdgefährdung bestanden 

hätten. Er habe sich im offenen Setting mitwirkungsorientiert und 

- 24 -

absprachefähig gezeigt. Zudem sei er gedanklich geordnet gewesen, 

habe klare Ziele formulieren können und habe sich zukunftsgewandt 

gezeigt. Während des Aufenthalts sei die Grossmutter des 

Beschwerdeführers verstorben, zu der er engen Kontakt gehabt habe. Er 

habe dies gut akzeptieren können, ohne Alkohol zu konsumieren. 

Insgesamt hielten die Behandler in ihrer Beurteilung fest, dass beim 

Beschwerdeführer eine schwere Alkoholabhängigkeit bestehe und er 

hinsichtlich einer Reduktion des Konsums aktuell motiviert sei. Aus 

medizinisch-psychiatrischer Sicht wurde eine ambulante psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung empfohlen. Nach Austritt aus der 

F._____ trat der Beschwerdeführer zunächst eine Haftstrafe an, bevor ein 

Eintritt in ein betreutes Wohnen geplant war (vgl. Austrittsbericht der 

D._____ vom 3. März 2023 [Bf-act. 7 S. 1 ff. und Bg-act. 65 S. 1 ff.]). 

6.3. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Beschwerdeführer seit mehreren 

Jahren an einer schweren Alkoholabhängigkeit und den mit dieser 

Erkrankung einhergehenden Folgen – unter anderem Leber- und 

Hirnveränderungen – leidet. Dabei wechselten sich Lebensphasen, in 

denen er in psychischer Hinsicht (vorübergehend) stabil war und sich 

seine körperlichen Beschwerden verbesserten, und solche, in denen er 

Rückfälle erlitt und in schlechter psychischer und körperlicher Verfassung 

war, ab. Insbesondere ist festzuhalten, dass anlässlich der erwähnten 

mehrwöchigen bzw. mehrmonatigen stationären Aufenthalte in den 

Kliniken der D._____, in dessen Rahmen der Beschwerdeführer sowohl 

psychopharmakologisch wie auch verhaltenstherapeutisch in Einzel- 

sowie Gruppensettings behandelt wurde, zumindest für eine gewisse Zeit 

eine psychische Stabilisierung mit Alkoholabstinenz erreicht werden 

konnte (vgl. vorstehend E.6.2.1, E.6.2.5 und E.6.2.10). Dies ist mitunter 

auch auf die sich im Verlauf der stationären psychiatrischen Aufenthalte 

entwickelte Motivation des Beschwerdeführers betreffend 

- 25 -

Therapieangebot bzw. Abstinenz und auf seine vorhandenen Ressourcen 

zurückzuführen, obschon in den ärztlichen Berichten auch von einer 

insbesondere anfänglich kaum vorhandenen Einsicht betreffend Ausmass 

der Krankheit die Rede war (vgl. vorstehend E.6.2.1, E.6.2.5 und E.6.2.10; 

siehe auch E.6.2.7). Während des ersten stationären Aufenthalts auf der 

Suchtstation der C._____ war es dem Beschwerdeführer möglich, (mit 

Unterstützung Dritter) sich bei der Beschwerdegegnerin zum 

Leistungsbezug anzumelden, mit Letzterer telefonisch zu kommunizieren 

sowie am Evaluationsgespräch teilzunehmen (vgl. vorstehend E.6.2.1 f. 

und Bg-act. 31 S. 2). Auch informierte der Beschwerdeführer die 

Beschwerdegegnerin drei Wochen nach Klinikaustritt darüber, dass er den 

vereinbarten Termin vom 9. Dezember 2021 aufgrund Krankheit (Grippe) 

nicht wahrnehmen könne, woraufhin dieser verschoben wurde (vgl. 

vorstehend E.6.2.3). Ausserdem war der Beschwerdeführer in der Lage, 

wenige Tage nach Austritt aus dem zweiten stationären Aufenthalt in der 

F._____ an der neuropsychologischen Abklärung bei lic. phil. G._____ 

teilzunehmen (vgl. vorstehend E.6.2.5 f.). Demgegenüber ist den Akten zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer rund eineinhalb Monate nach 

seinem ersten stationären psychiatrischen Aufenthalt aufgrund eines 

Rückfalls in schlechter psychischer Verfassung war, woraufhin er zum 

besagten Verschiebungstermin vom 4. Januar 2022 unentschuldigt nicht 

erschienen ist und auch telefonisch nicht mehr erreicht werden konnte 

(vgl. vorstehend E.6.2.1 und E.6.2.3). Des Weiteren nahm der 

Beschwerdeführer an der angeordneten psychiatrischen RAD-Abklärung 

vom 17. Mai 2022 nicht teil, wobei darauf hinzuweisen ist, dass nach 

mehrtägigem Verschwinden des Beschwerdeführers am 21. Mai 2022 

eine akute Alkoholintoxikation (4.3 Promille) und eine unklare retrograde 

Amnesie von mehreren Tagen sowie frontale Kopfschmerzen, am ehesten 

im Rahmen eines Alkoholabusus zu erklären, festgestellt wurden (vgl. 

vorstehend E.6.2.4). Auch blieb der Beschwerdeführer dem 

- 26 -

psychiatrischen RAD-Abklärungstermin vom 6. September 2022 fern, da 

er an diesem Tag nach einem selbstständigen Alkoholentzug in deutlich 

reduziertem Allgemeinzustand notfallmässig ins E._____ eingewiesen 

wurde (vgl. vorstehend E.6.2.8). Insofern erscheint es nachvollziehbar und 

plausibel, wenn der Beschwerdeführer (sinngemäss) ausführt, dass die 

(teilweise) fehlende Mitwirkung Ausdruck seines Krankheitsbildes sei und 

er in Lebensphasen, in denen er sich gesundheitlich in schlechter 

Verfassung befinde, nicht in der Lage sei, Termine selbstständig 

wahrzunehmen. Das Gesagte gilt ebenso in Bezug auf den vorliegend 

fraglichen Zeitraum der psychiatrischen RAD-Abklärung vom 25. Juli 

2023, auf den im Folgenden näher einzugehen ist.

6.4.1. Nachdem der Beschwerdeführer am 11. Mai 2023 von der 

Beschwerdegegnerin erneut aufgefordert worden war, zwecks Prüfung 

seines Leistungsanspruchs am 25. Juli 2023 an einer psychiatrischen 

RAD-Abklärung teilzunehmen (vgl. Bg-act. 66 f.), war er vom 15. Juli 2023 

bis zum 18. Juli 2023 abermals im E._____ hospitalisiert. Im 

entsprechenden Austrittsbericht vom 28. Juli 2023 wurden neben der 

bereits festgestellten Polytoxikomanie eine Kieferköpfchenfraktur 

beidseits mit Einstrahlung in den rechten Gehörgang mit 

Gehörganglazeration und ein Status nach unbeobachtetem Sturz am 

15. Juli 2023 bei klinischem Verdacht auf eine Rippenfraktur links und 

einer Rissquetschwunde am Kinn diagnostiziert. In anamnestischer 

Hinsicht wurde ausgeführt, dass eine notfallmässige rettungsdienstliche 

Zuweisung bei Ohrblutung rechts und multiplen kranio-facialen Wunden 

nach unbeobachtetem Sturz unter C2-Einfluss erfolgt sei. Die letztmalige 

Vorstellung habe am Vortag aufgrund von rezidivierenden Synkopen 

stattgefunden. Es sei berichtet worden, dass der Beschwerdeführer von 

Passanten in der Innenstadt am Boden liegend aufgefunden worden sei; 

mutmasslich nach Sturz unter C2-Einfluss (Atemalkoholwert von 4.32 

- 27 -

Promille). Der Beschwerdeführer habe diesbezüglich keine Angaben 

machen können. Bei ihm sei eine Epilepsie bekannt, wobei er die 

entsprechenden Medikamente abgesetzt habe. Der Rettungsdienst habe 

über eine aktive Blutung aus dem rechten Ohr sowie über multiple offene 

Wunden im Gesichts- und Schädelbereich berichtet. In befundlicher 

Hinsicht wurde insbesondere Folgendes festgehalten: "GCS 15. Diverse 

oberflächliche Schürfwunden im Gesicht. Blut aus Ohr rechts. Ca. 5 cm 

lange RQW Kinn. Oberflächliche Schürfwunden Knie beidseits, Spina 

iliaca beidseits. Druckdolenz linker Hemithorax. Schmerzen rechter 

Oberarm, Beckenschaufel beidseits". Sodann wurde betreffend Verlauf 

ausgeführt, in Bezug auf die beidseitige Kieferköpfchenfraktur sei ein 

konservatives Vorgehen empfohlen worden. Zur regelrechten Führung 

des Kiefergelenkes seien eine Schienung und eine intermaxilläre 

Fixierung im Operationssaal erfolgt. Der Eingriff habe am 16. Juli 2023 

ohne intraoperative Komplikationen durchgeführt werden können. 

Postoperativ habe sich der Beschwerdeführer analgetisch gut kompensiert 

gezeigt mit regelrechtem Kostaufbau. Bei Ausstrahlung des Bruches auf 

der rechten Seite in den Gehörgang sei eine antibiotische Prophylaxe 

erfolgt. Aufgrund des ausgeprägten Gehörganghämatoms sei der 

Platzhalter regelmässig gewechselt worden. Bei chronischem 

Alkoholkonsum und Risiko eines Alkoholentzugsdelirs sei die 

Delirprohylaxe mit Vitamin-Komplexen, Temesta und Catapresan erfolgt. 

Die behandelnden Ärzte attestierten dem Beschwerdeführer vom 17. Juli 

2023 bis zum 30. Juli 2023 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Schliesslich 

wurde dem Beschwerdeführer bezüglich des C2-Abusus eine ärztliche 

Betreuung angeboten, welche er allerdings dezidiert ablehnte, ebenso 

eine zeitnahe klinische Verlaufskontrolle im E._____ (vgl. Austrittsbericht 

des E._____ vom 28. Juli 2023 [Bf-act. 6 S. 1 ff.]). 

- 28 -

6.4.2. Vom 18. August 2023 bis zum 24. August 2023 befand sich der 

Beschwerdeführer abermals in stationärer Behandlung im E._____. Im 

entsprechenden Austrittsbericht vom 24. August 2023 wurde neben der 

Polytoxikomanie mit Nachweis von Alkohol sowie THC im Urin (18. August 

2023) ein Polytrauma mit Schädelhirntrauma nach Sturz am 18. August 

2023 diagnostiziert. Betreffend Anamnese sowie Befund wurde 

festgehalten, dass eine notfallmässige Zuweisung durch den 

Rettungsdienst nach Schädel-Hirn-Trauma und Verdacht auf einen 

Krampfanfall erfolgt sei. Der Beschwerdeführer sei am 18. August 2023 

am Morgen beobachtet worden, wie er aus dem Stand umgekippt und mit 

dem Kopf auf den Boden aufgeprallt sei. Bei Eintreffen des 

Rettungsdienstes sei der Beschwerdeführer verlangsamt gewesen mit 

einem initialen Glasgow Coma Score (GCS) von 11. Im Verlauf sei er 

spontan aufgeklart. Beim Eintreffen auf der Notfallstation habe sich ein 

kardiopulmonal kompensierter Beschwerdeführer mit einem GCS von 15 

präsentiert. Auf der Notfallstation sei es zu einem erneuten beobachteten 

generalisierten Krampfereignis mit in Folge bestehendem GCS von 5 bis 

6 gekommen. Nach Verabreichen von 2 mg Lorazepam intravenös und 0.5 

mg Midazolam habe das Krampfereignis durchbrochen werden können 

und der Beschwerdeführer sei bis zu einem GCS von 11 aufgeklart. Das 

CT des Schädels habe ein frisches Subduralhämatom 

frontotemporoparietal links sowie konfluierende geringe parenchymale 

und subarachnoidale Hämorrhagien links temporal im Rahmen einer 

Coup-Contrecoup-Verletzung bei zusätzlich kleinvolumigem 

Galeahämatom rechts parietal gezeigt. Der Beschwerdeführer sei zur 

neurologischen Überwachung auf die Intensivstation aufgenommen 

worden. Bezüglich des Verlaufs wurde ausgeführt, auf der Intensivstation 

sei eine komplikationslose Überwachung erfolgt. Es sei eine 

antikonvulsive Therapie mit Levetiracetam gestartet worden. In der 

computertomographischen Verlaufskontrolle nach sechs Stunden habe 

- 29 -

sich ein stationärer Befund gezeigt. Im Rahmen eines Secondary-Survey 

hätten sich mehrere ältere Hämatome oder Hautablederungen gefunden, 

wobei der Beschwerdeführer einzig über dem linken Handwurzelknochen 

eine Druckdolenz angegeben habe. Konventionell radiologisch habe sich 

kein Hinweis auf eine Fraktur ergeben. Bei grampositiven Kokken in der 

Blutkultur, welche wahrscheinlich auf Aspirationen im Rahmen der 

Epilepsie-Anfälle zurückzuführen seien, sei eine Therapie mit Co-

Amoxicillin begonnen worden. Aufgrund der chronischen 

Alkoholabhängigkeit sei eine Substitution mit B-Vitaminen gestartet 

worden. Am 19. August 2023 habe der Beschwerdeführer auf die 

Normalstation verlegt werden können. Im Rahmen des am 20. August 

2023 erneut durchgeführten Schädel-CTs sei eine progrediente 

postkontusionelle Demarkation links temporal festgestellt worden, bei 

stationärem Subduralhämatom links temporal. Laborchemisch hätten sich 

stationäre Entzündungswerte gezeigt. Am 22. August 2023 sei der 

Wechsel der antibiotischen Therapie auf Ceftriaxon aufgrund der besseren 

Blut-Hirnschranken-Passage bei positiven Blutkulturen mit 

Pneumokokken erfolgt. Der Beschwerdeführer sei auf der Normalstation 

zunehmend entzügig geworden, weshalb eine Therapie mit Temesta 

gestartet worden sei. Diese habe vor Austritt ausgeschlichen werden 

können. Zudem seien keine weiteren Epilepsieanfälle aufgetreten und die 

Mobilisation mithilfe von Physiotherapie sei problemlos verlaufen (vgl. 

Austrittsbericht des E._____ vom 24. August 2023 [Bf-act. 5 S. 1 ff.)]

6.4.3. Eine Woche nach Austritt, am 31. August 2023, wurde der 

Beschwerdeführer aufgrund einer akuten Alkoholintoxikation (Blutalkohol 

von 5.3 Promille) erneut im E._____ behandelt. Im entsprechenden 

Austrittsbericht vom 1. September 2023 wurde zum klinischen Bild 

Folgendes festgehalten: "Verlangsamung, Desorientierung, kein 

Zungenbiss, leichte Ataxie, kein Urinabgang". Ausserdem wurde 

- 30 -

betreffend Epikrise ausgeführt, dass der Beschwerdeführer nach 

Ausschluss einer Blutung im CT stationär aufgenommen und hydriert 

worden sei. Die Überwachung auf der normalen Station habe sich 

unauffällig gezeigt. Auf der Visite am nächsten Morgen sei der 

Beschwerdeführer nicht mehr auffindbar gewesen. Bezüglich des 

Procederes wurde schliesslich festgehalten, dass der Austritt gegen 

ärztlichen Rat erfolgt sei (vgl. Austrittsbericht des E._____ vom 

1. September 2023 [Bf-act. 4 S. 1 ff.]).

6.4.4. Ab dem 27. Oktober 2023 war der Beschwerdeführer abermals für rund 

zwei Wochen im E._____ hospitalisiert. Hinsichtlich des Eintrittsgrundes 

wurde im entsprechenden Austrittsbericht vom 8. November 2023 

ausgeführt, es sei eine notfallmässige Zuweisung mit dem Rettungsdienst 

erfolgt, nachdem der Beschwerdeführer von der Polizei auf einer Parkbank 

liegend aufgefunden worden sei und Schmerzen geäussert habe. Die 

behandelnden Fachpersonen diagnostizierten unter anderem eine 

Polytoxikomanie bei einem aktuell (Oktober 2023) valiumgestützten 

Alkoholentzug und einem Blutalkoholspiegel von 3.2 Promille am 

27. Oktober 2023, eine Bakteriämie bei Pneumokokkenpneumonie (ED 

27. Oktober 2023) bei klinisch festgestelltem Husten und Dyspnoe sowie 

eine Elektrolytstörung (ED 27. Oktober 2023) (vgl. Austrittsbericht des 

E._____ vom 8. November 2023 [Bf-act. 3 S. 1 f.]). 

6.5. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass auch im Zeitraum der per 25. Juli 

2023 angeordneten psychiatrischen RAD-Abklärung eine 

Alkoholabhängigkeit akuten bzw. schweren Ausmasses des 

Beschwerdeführers bestand, welche neben epileptischen Krampfanfällen 

zu Stürzen bzw. Bewusstseinsverlusten und in der Folge zu 

verschiedenen körperlichen Verletzungen mit mehrtägigen Aufenthalten 

im E._____ führte (vgl. vorstehend E.6.4.1 f.). Zwar konnte der somatische 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers während den 

- 31 -

Hospitalisationen aufgrund der durchgeführten Behandlungen jeweils 

verbessert werden (vgl. vorstehend E.6.4.1 f.). Allerdings wurde 

hinsichtlich des chronischen Alkoholkonsums wegen des damit 

einhergehenden Entzugsrisikos und den aufgetretenen provozierten 

Krampfanfällen lediglich eine Delirprophylaxe durchgeführt und der 

Beschwerdeführer wurde unbestrittenermassen jeweils in die 

Obdachlosigkeit entlassen (vgl. insb. Austrittsbericht des E._____ vom 

28. Juli 2023 [Bf-act. 6 S. 3]). Beachtlich ist des Weiteren, dass im 

fraglichen Zeitraum keine psychotherapeutische Behandlung des 

Beschwerdeführers stattfand. In verschiedenen früheren Berichten der 

D._____ ist zwar die Rede von einer Teilnahme an den Angeboten der 

Tagesklinik bzw. einer tagesklinischen Struktur als Ziel resp. von 

Eintrittsgesprächen betreffend die Tagesklinik (vgl. Austrittsberichte der 

D._____ vom 15. Juni 2022 [Bf-act. 10 S. 2 f.], vom 25. August 2022 [Bf-

act. 9 S. 3] und vom 3. März 2023 [Bf-act. 7 S. 3 f. und Bg-act. 65 S. 3 f.]). 

Konkrete Anhaltspunkte für eine tagesklinische psychiatrische 

Behandlung des Beschwerdeführers im fraglichen Zeitraum ergeben sich 

jedoch nicht aus den Akten. Im Übrigen haben die behandelnden 

Fachpersonen der D._____ in ihren Berichten die Wichtigkeit bzw. 

Notwendigkeit einer festen Tagesstruktur bzw. Führung sowie einer 

professionellen Begleitung in psychotherapeutischer Hinsicht wiederholt 

betont (vgl. vorstehend E.6.2.1 und E.6.2.10; siehe auch vorstehend 

E.6.2.7, wonach es die Behandler der D._____ bedauerten, dass es im 

Rahmen des stationären Aufenthalts nicht zu einer vertieften 

Auseinandersetzung der Abhängigkeitsproblematik gekommen sei). Auch 

die behandelnden Ärzte des E._____ erachteten bezüglich des 

Alkoholabusus des Beschwerdeführers eine ärztliche Betreuung als 

geboten (vgl. vorstehend E.6.4.1). Ausserdem wurde dem 

Beschwerdeführer bei Zuhilfenahme von psychiatrischer Unterstützung 

eine gute Prognose attestiert (vgl. vorstehend E.6.2.1). 

- 32 -

Angesichts der psychischen und körperlichen Verfassung des 

Beschwerdeführers mit einer akuten Phase schwerer 

Alkoholabhängigkeit, den wiederholten Hospitalisationen und der 

fehlenden psychotherapeutischen Behandlung im fraglichen Zeitraum, der 

Obdachlosigkeit zu diesem Zeitpunkt sowie der ausgewiesenen leichten 

bis mittelschweren neuropsychologischen Funktionsschwäche mit 

Minderleistungen im attentionalen, mnestischen, perzeptiven und 

exekutiven Bereich (vgl. vorstehend E.6.2.6) erscheint es nachvollziehbar, 

wenn der Beschwerdeführer ausführt, er sei aufgrund seiner 

gesundheitlichen Verfassung nicht in der Lage gewesen, den RAD-

Abklärungstermin am 25. Juli 2023 wahrzunehmen. Denn die damaligen 

Umstände und insbesondere der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers liessen bei objektiver Betrachtungsweise die besagte 

Abklärung nicht zu. Das Verhalten des Beschwerdeführers – 

Nichterscheinen zum Termin ohne Abmeldung – erscheint nach dem 

Gesagten nicht als schlechthin unverständlich. Insofern kann dem 

Beschwerdeführer – und genauso wenig wie seiner Beiständin – entgegen 

der Ansicht der Beschwerdegegnerin angesichts der krankheitsbedingten 

und persönlichen Gründe für das Fernbleiben kein Verstoss gegen Treu 

und Glauben vorgeworfen werden. Vielmehr wird auch von Seiten der 

Beschwerdegegnerin anerkannt, dass in den Akten erhebliche 

gesundheitliche Einschränkungen in Zusammenhang mit der 

Alkoholabhängigkeit geschildert werden und sich eine solche notorisch 

auch auf das Sozialverhalten auswirken kann (vgl. Vernehmlassung der 

Beschwerdegegnerin vom 25. Januar 2024 S. 5). Insofern kann dem 

Beschwerdeführer entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin 

keine schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht vorgeworfen werden. 

Was die Beschwerdegegnerin im Übrigen vorbringt, vermag daran nichts 

zu ändern.

- 33 -

6.6.1. Soweit die Beschwerdegegnerin auf den Gutachtenstermin bei lic. phil. 

G._____ vom 17. Juni 2022 hinweist, ist ihr zwar darin beizupflichten, dass 

der Beschwerdeführer damals in der Lage war, diesen Termin 

wahrzunehmen. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass sich der 

Beschwerdeführer kurz zuvor für drei Wochen in der F._____ der D._____ 

befunden hatte, wo er sowohl psychopharmakologisch wie auch 

verhaltenstherapeutisch behandelt wurde. Im Verlauf dieses stationären 

Aufenthalts zeigte sich der Beschwerdeführer insbesondere angepasst, 

absprachefähig und kooperativ. Ausserdem konnte er am 13. Juni 2022 

ins häusliche Umfeld und damit ins betreute Wohnen entlassen werden 

(vgl. vorstehend E.6.2.5; siehe auch vorstehend E.6.2.6, wonach sich der 

Beschwerdeführer im Testverhalten bemüht, kooperativ und angepasst 

gezeigt und angegeben habe, dass seine psychische Verfassung gut sei 

und er sich ausgeglichen sowie stabil fühle). Danach ging er tagsüber in 

die Tagesklinik der D._____ (vgl. Gutachten von lic. phil. G._____ vom 

20. Juni 2022 [Bg-act. 54 S. 6 f.] und Austrittsbericht vom 15. Juni 2022 

[Bf-act. 10 S. 3]). Vor diesem Hintergrund kann die damalige persönliche 

und gesundheitliche Situation des Beschwerdeführers nicht mit jener, wie 

sie sich im Sommer 2023 präsentierte, verglichen werden. Wie bereits 

dargelegt, war der Beschwerdeführer damals gesundheitlich instabil sowie 

obdachlos und es fand keine psychotherapeutische Behandlung statt. 

Insofern kann die Beschwerdegegnerin aus ihrem Einwand nichts zu ihren 

Gunsten ableiten. 

6.6.2. Ausserdem ist die von der Beschwerdegegnerin insbesondere unter 

Verweis auf die neuropsychologische Abklärung angeführte nicht 

vollständig eingeschränkte Erwerbsfähigkeit des Beschwerdeführers 

vorliegend nicht massgebend. Vielmehr geht es im konkreten Fall – wie 

ausgeführt – um die Frage, ob subjektive Umstände (z.B. Alter, 

Gesundheitszustand, bisherige Erfahrungen mit Abklärungen) in einer 

- 34 -

objektiven Betrachtung dahingehend gewürdigt werden können, ob diese 

Umstände die Untersuchung zulassen (vgl. vorstehende E.6.1.1), was 

vorliegend zu verneinen ist (vgl. insbesondere die Würdigung in E.6.5). 

Zwar ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass in keinem 

Arztbericht explizit festgehalten wurde, dass es dem Beschwerdeführer 

aus Krankheitsgründen grundsätzlich unmöglich wäre, einen (einzelnen) 

Abklärungstermin wahrzunehmen. Allerdings ist in Berücksichtigung der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung – wie dargelegt – aufgrund einer 

gesamthaften Betrachtungsweise der objektiven Umstände im 

vorliegenden Fall auf die Unzumutbarkeit der Teilnahme an der 

psychiatrischen RAD-Abklärung vom Juli 2023 und damit auf eine in 

entschuldbarer Weise erfolgte Verletzung der Mitwirkungspflicht zu 

schliessen. Damit liegt auch kein mit dem Urteil des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Graubünden im Verfahren S 16 85 vom 13. September 2016 

vergleichbarer Fall vor (vgl. dortige E.2f). Der Vollständigkeit halber ist 

immerhin darauf hinzuweisen, dass im Austrittsbericht des E._____ vom 

28. Juli 2023 eine allgemeine Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers 

vom 17. Juli 2023 bis zum 30. Juli 2023 ausgewiesen wurde (vgl. Bf-act. 

6 S. 5; siehe ferner Gutachten von lic. phil. G._____ vom 20. Juni 2022, 

welcher in der angestammten Tätigkeit aufgrund der neurokognitiven 

Minderleistungen von einer verminderten Leistungsfähigkeit von 50 % 

ausging [Bg-act. 54 S. 21]). 

6.6.3. Sodann bringt die Beschwerdegegnerin vor, der Beschwerdeführer sei am 

25. Juli 2023 weder hospitalisiert gewesen noch sei ihm eine strikte 

Bettruhe verordnet worden, weshalb er reisefähig gewesen sei. Dem ist 

indes was folgt zu entgegnen: Nachdem der Beschwerdeführer zur RAD-

Abklärung vom 17. Mai 2022 ohne sich abzumelden nicht erschienen war, 

führte die Beschwerdegegnerin kein Vorbescheidverfahren durch, 

sondern ordnete eine erneute RAD-Abklärung an (vgl. Bg-act. 36, 39, 41 

- 35 -

und 70 S. 5 f.). Zum Zeitpunkt der erstgenannten Abklärung war der 

Beschwerdeführer unstreitig ebenfalls nicht hospitalisiert und es war ihm 

auch keine strikte Bettruhe verordnet worden. Insofern verhält sich die 

Beschwerdegegnerin widersprüchlich, wenn sie diese Argumente nun 

bezüglich des RAD-Abklärungstermins vom 25. Juli 2023 vorbringt und 

geltend machen will, dass der Beschwerdeführer die Mitwirkung in 

unentschuldbarer Weise verweigert habe. Vielmehr kann auf das in 

Erwägung 6.5 f. vorstehend Gesagte verwiesen werden, woraus 

ersichtlich ist, dass der Beschwerdeführer insbesondere krankheitshalber 

nicht in der Lage war, den RAD-Abklärungstermin wahrzunehmen. 

6.6.4. Soweit die Beschwerdegegnerin schliesslich das Verhalten der Beiständin 

des Beschwerdeführers kritisiert, ist ihr neben dem bereits Ausgeführten 

(vgl. E.6.5 hiervor) entgegenzuhalten, dass Letztere die angeordnete 

Beistandschaft erst per 30. Oktober 2023 – d.h. lange nach dem 25. Juli 

2023 – übernommen hat (vgl. Bf-act. 1). Im Übrigen hat die 

Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung vom 3. November 

2023 erlassen ohne vorher erneut ein Vorbescheidverfahren 

durchzuführen, weshalb der Beiständin nicht zum Vorwurf gereichen kann, 

die im vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereichten Arztberichte zum 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht bereits früher 

beigebracht zu haben.

7. Insgesamt erweist sich die Beschwerde somit als begründet und ist in 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 3. November 2023 

gutzuheissen. Die Sache ist zur Weiterbehandlung des Leistungsgesuchs 

des Beschwerdeführers an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Für 

den Fall einer erneuten Anordnung einer psychiatrischen RAD-Abklärung 

von Seiten der Beschwerdegegnerin ist die Beiständin mit Blick auf ihre 

Ausführungen in der Beschwerde gehalten, den Beschwerdeführer zu 

diesem Termin zu begleiten bzw. – bei einer allfälligen 

- 36 -

Zustandsverschlechterung des Beschwerdeführers unter Beibringung 

entsprechender Arztberichte – frühzeitig um eine Terminverschiebung 

bemüht zu sein. Diesbezüglich ergibt sich denn auch aus der im Recht 

liegenden Ernennungsurkunde vom 30. Oktober 2023, dass Letztere stets 

für eine ausreichende und geeignete Leistungssituation zu sorgen hat, 

insbesondere betreffend Sozialversicherungen (vgl. Bf-act. 1). Bei diesem 

Ausgang des Verfahren erübrigen sich Weiterungen zum Mahn- und 

Bedenkzeitverfahren sowie zu den Folgen einer 

Mitwirkungspflichtverletzung.

8.1. Laut Art. 61 lit. fbis ATSG i. V. m. Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest. Gemäss ständiger Rechtsprechung gilt die Rückweisung einer Sache 

zu weiteren Abklärungen und zu neuem Entscheid für die Frage der 

Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als 

vollständiges Obsiegen (vgl. BGE 141 V 281 E.11.1, 137 V 210 E.7.1 und 

132 V 215 E.6.1). Infolge des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind 

die Gerichtskosten somit der Beschwerdegegnerin zu überbinden (vgl. 

Art. 73 Abs. 1 VRG). 

8.2. Nach Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Dem nicht anwaltlich vertretenen 

Beschwerdeführer ist praxisgemäss allerdings keine Parteientschädigung 

zuzusprechen; eine solche hat er denn auch nicht anbegehrt.

- 37 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung der 

IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 3. November 2023 aufgehoben. 

Die Angelegenheit wird zur weiteren Behandlung im Sinne der 

Erwägungen an die IV-Stelle des Kantons Graubünden zurückgewiesen. 

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]