# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f69a368-7f01-5671-94c8-423bc6b055c7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 15.09.2023 PQ230035
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ230035_2023-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PQ230035-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, Oberrichter 

lic. iur. et phil. D. Glur und Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller sowie 

Gerichtsschreiber Dr. M. Tanner 

Beschluss und Urteil vom 15. September 2023 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Beschwerdegegnerin 

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y._____  

 

sowie 

 

C._____,  
Verfahrensbeteiligte 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____,  

 

betreffend Obhut / Betreuung  
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Pfäffikon vom 26. Mai 2023; 
VO.2021.16 (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Pfäffikon) 
  

- 2 - 

 
Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien sind die Eltern der am tt.mm.2019 geborenen C._____. Sie 

sind nicht verheiratet und leben getrennt. C._____ wohnt bei der Mutter und steht 

unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Parteien.  

2. Nach einem Verfahren, in dessen Rahmen eine Intensivabklärung durchge-

führt und ein Erziehungsfähigkeitsgutachten über beide Eltern eingeholt worden 

war, teilte die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Bezirk Pfäffikon (KESB) 

mit Entscheid vom 30. August 2021 die Obhut über C._____ der Mutter zu und 

gewährte dem Vater ein begleitetes Besuchsrecht, abwechselnd an einem Diens-

tag oder an einem Samstag oder Sonntag, von 9 Uhr bis 14 Uhr, in den geraden 

Kalenderwochen. Ausserdem erteilte sie den Eltern Weisungen zum gegenseiti-

gen Umgang und errichtete eine Besuchs- und eine Erziehungsbeistandschaft. 

Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wirkung entzogen (KESB 

act. 191). 

3. Auf eine Beschwerde des Vaters änderte der Bezirksrat Pfäffikon zunächst 

mit Beschluss vom 10. Januar 2022 als vorsorgliche Massnahme das begleitete 

Besuchsrecht auf einen halben Tag von 9 Uhr bis 11.30 Uhr jede Woche und wies 

gleichzeitig einen Antrag auf Wiedererteilung der aufschiebenden Wirkung ab (BR 

act. 44). Nach eigenen Abklärungen, zahlreichen schriftlichen Stellungnahmen 

und einer Anhörung der Verfahrensbeteiligten, die am 21. November 2022 statt-

fand, bestätigte der Bezirksrat mit Urteil vom 26. Mai 2023 die Zuteilung der Ob-

hut an die Mutter, hob Ziff. 3 des Entscheids der KESB betreffend das Besuchs-

recht des Vaters auf und regelte dieses  wie folgt (act. 7 S. 63 f. Disp.-Ziff. II): 

a) Der Vater, A._____, wird ab 1. Juni 2023 für berechtigt erklärt, 
seine Tochter C._____, gestützt auf Art. 273 Abs. 1 ZGB unbe-
gleitet wöchentlich am Dienstag von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr mit 
sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. 

b) Bei gutem Verlauf des Besuchsrechts gemäss lit. a, wird der Va-
ter A._____, ab dem Kindergarteneintritt oder nach drei Monaten 
für berechtigt erklärt, seine Tochter C._____, gestützt auf Art. 273 

- 3 - 

Abs. 1 ZGB unbegleitet in den geraden Wochen von Samstag, 
09.00 Uhr bis Sonntag, 17.00 Uhr mit sich oder zu sich auf Be-
such zu nehmen. 

c) Bei gutem Verlauf des Besuchsrechts gemäss lit. b wird der Vater 
A._____, ab dem siebten Monat für berechtigt erklärt, seine Toch-
ter C._____, gestützt auf Art. 273 Abs. 1 ZGB unbegleitet in den 
geraden Wochen von Freitag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 17.00 Uhr 
mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. 

d) Bei einem Besuchsrecht gemäss lit. b oder c wird der Vater 
A._____ für berechtigt erklärt, seine Tochter C._____, gestützt 
auf Art. 273 Abs. 1 ZGB in geraden Jahren vom 25. Dezember, 
10.00 Uhr bis 26. Dezember, 10.00 Uhr sowie vom 31. Dezem-
ber, 10.00 Uhr bis 1. Januar, 10.00 Uhr und in ungeraden Jahren 
vom 24. Dezember, 10.00 Uhr bis 25. Dezember, 10.00 sowie 
vom 1.  Januar, 10.00 Uhr bis 2. Januar, 10.00 Uhr und in gera-
den Jahren an Pfingsten von Freitag um 17.00 Uhr bis Pfingst-
montag um 18.00 Uhr und in ungeraden Jahren an Ostern von 
Gründonnerstag von 13.00 Uhr bis Ostermontag um 18.00 Uhr 
mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen. 

e) Bei einem Besuchsrecht gemäss lit. b oder c wird der Vater 
A._____ für ab 2024 berechtigt erklärt, seine Tochter C._____, 
gestützt auf Art. 273 Abs. 1 ZGB während vier Wochen pro Jahr 
mit sich oder zu sich in die Ferien zu nehmen, höchstens zwei 
Wochen am Stück. 

f) Die Eltern teilen sich die Feriendaten jeweils mindestens drei Mo-
nate im Voraus mit. Im Konfliktfall betreffend die Feriendaten hat 
in den geraden Kalenderjahren A._____, in ungeraden Kalender-
jahren B._____ das Entscheidungsrecht. 

g) Derjenige Elternteil, bei dem sich C._____ nicht aufhält, holt 
C._____ jeweils beim andern Elternteil oder wenn die Übergaben 
derart nicht klappen an einem vom Beistand zu bezeichnenden 
neutralen Ort ab. 

h) Die Übergaben während der Phase gemäss lit. a sind zwingend 
zu begleiten. Danach sind die Übergaben nur noch bei Bedarf zu 
begleiten. Die Begleitungen können auch durch nahestehende 
Personen durchgeführt werden. 

Betreffend lit. a dieser Regelung wurde einem allfälligen Rechtsmittel die auf-

schiebende Wirkung entzogen (act. 7 S. 66 Disp.-Ziff. XI a.E.). Im Übrigen er-

gänzte der Bezirksrat die Aufträge der Beistandspersonen. 

- 4 - 

4. Mit Eingabe vom 29. Juni 2023 erhob der Vater bei der Kammer Beschwer-

de gegen das Urteil des Bezirksrats vom 26. Mai 2023 und stellte folgende Anträ-

ge (act. 2 S. 2 f.): 

1. Es sei Dispositiv Ziff. V. des Urteils des Bezirksrats Pfäffikon vom 
26. Mai 2023 aufzuheben und es sei die Tochter C._____, geb. 
tt.mm.2019, unter die alternierende Obhut der Eltern zu stellen.  

2. Es sei Dispositiv Ziff. II. des Urteils des Bezirksrats Pfäffikon vom 
26. Mai 2023 aufzuheben und es sei folgende Betreuung der 
Tochter C._____ durch den Vater anzuordnen (Wochen alternie-
rend): 

 Woche 1: 
MI Mittag (ab Kiga/Schule) bis DO Morgen (Bringen Kiga/Schule) 
FR Mittag (ab Kiga/Schule) bis MO Morgen (Bringen Kiga/Schule) 

 Woche 2: 
MI Mittag (ab Kiga/Schule) bis FR Mittag. 
Sofern die Kindsmutter am Wochenende arbeitet, sei die Tochter 
auch am Wochenende der Woche 2 durch den Vater zu betreuen 
(Zeiten analog Woche 1) 

 Schulferien: 
Während der jeweils ersten Hälfte der Schulferien. 

 Feiertage: 
In geraden Jahren vom 25.12. bis 26.12. (je 10 Uhr) sowie vom 
31.12. bis 01.01. (je 10 Uhr) und in ungeraden Jahren vom 24.12. 
bis 25.12. (je 10 Uhr) sowie vom 01.01. bis 02.01. (je 10 Uhr) und 
in geraden Jahren an Pfingsten von FR 17 Uhr bis Pfingstmontag 
18 Uhr und in ungeraden Jahren an Ostern von Gründonnerstag 
13 Uhr bis Ostermontag 18 Uhr.  

 Geburtstag C._____: 
In geraden Jahren vom tt.mm.12 Uhr bzw. Abholen Schule / Kiga 
bis tt.mm. bringen Kiga/Schule bzw. (falls schulfrei) 12 Uhr. 

 Jokertage: 
Von den zwei Jokertagen pro Schuljahr darf jeder Elternteil einen 
Jokertag beziehen. 

 Übrige Zeit: 
In der übrigen Zeit wird die Tochter durch die Kindsmutter betreut. 

3. Es sei Dispositiv Ziff. IV. des Urteils des Bezirksrats Pfäffikon vom 
26. Mai 2023 aufzuheben und der Aufgabenkatalog des Bei-
stands sei wie folgt zu ergänzen: 

 f) ein Elterncoaching zu organisieren, dieses zu begleiten und 
zu überwachen und für dessen Finanzierung besorgt zu sein. 

- 5 - 

4. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung 
zu bewilligen und in der Person der Unterzeichnenden eine un-
entgeltliche Rechtsvertreterin beizugeben. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWST) zu Las-
ten der Beschwerdegegnerin. 

5. Mit Eingabe vom 3. Juli 2023 präzisierte bzw. verdeutlichte der Vater seine 

Anträge wie folgt (act. 5 S. 1 ff., Ergänzungen zu den ursprünglichen Anträgen 

kursiv): 

1. Es sei Dispositiv Ziff. V des Urteils des Bezirksrats Pfäffikon vom 
26. Mai 2023 aufzuheben und es sei die Tochter C._____, geb. 
tt.mm.2019, unter die alternierende Obhut der Eltern zu stellen.  

2. Es sei Dispositiv Ziff. II. des Urteils des Bezirksrats Pfäffikon vom 
26. Mai 2023 insofern aufzuheben als bei gutem Verlauf des Be-
suchsrechts gemäss lit. c nach drei Monaten im Sinne einer wei-
teren Phase folgende Betreuung der Tochter C._____ durch den 
Vater anzuordnen sei (Wochen alternierend): 

 Woche 1: 
MI Mittag (ab Kiga/Schule) bis DO Morgen (Bringen Kiga/Schule) 
FR Mittag (ab Kiga/Schule) bis MO Morgen (Bringen Kiga/Schule) 

 Woche 2: 
MI Mittag (ab Kiga/Schule) bis FR Mittag. 
Sofern die Kindsmutter am Wochenende arbeitet, sei die Tochter 
auch am Wochenende der Woche 2 durch den Vater zu betreuen 
(Zeiten analog Woche 1) 

 Schulferien: 
Während der jeweils ersten Hälfte der Schulferien. 

 Feiertage: 
In geraden Jahren vom 25.12. bis 26.12. (je 10 Uhr) sowie vom 
31.12. bis 01.01. (je 10 Uhr) und in ungeraden Jahren vom 24.12. 
bis 25.12. (je 10 Uhr) sowie vom 01.01. bis 02.01. (je 10 Uhr) und 
in geraden Jahren an Pfingsten von FR 17 Uhr bis Pfingstmontag 
18 Uhr und in ungeraden Jahren an Ostern von Gründonnerstag 
13 Uhr bis Ostermontag 18 Uhr.  

 Geburtstag C._____: 
In geraden Jahren vom tt.mm.12 Uhr bzw. Abholen Schule / Kiga 
bis tt.mm. bringen Kiga / Schule bzw. (falls schulfrei) 12 Uhr. 

 Jokertage: 
Von den zwei Jokertagen pro Schuljahr darf jeder Elternteil einen 
Jokertag beziehen. 

 Übrige Zeit: 
In der übrigen Zeit wird die Tochter durch die Kindsmutter betreut. 

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Die übrigen Anordnungen von Dispositiv Ziff. II des Urteils des 
Bezirksrats Pfäffikon, d.h. lit. a, lit. b, lit. c, lit. d, lit. e, lit. f, lit. g, lit. 
h werden nicht angefochten. 

3. Es sei Dispositiv Ziff. IV. des Urteils des Bezirksrats Pfäffikon vom 
26. Mai 2023 aufzuheben und der Aufgabenkatalog des Bei-
stands sei wie folgt zu ergänzen: 

 f) ein Elterncoaching zu organisieren, dieses zu begleiten und 
zu überwachen und für dessen Finanzierung besorgt zu sein. 

4. Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung 
zu bewilligen und in der Person der Unterzeichnenden eine un-
entgeltliche Rechtsvertreterin beizugeben. 

5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzügl. MWST) zu Las-
ten der Beschwerdegegnerin. 

Zur Erläuterung führte der Vater aus, er sei fälschlicherweise davon ausgegan-

gen, dass die Vorinstanz der Beschwerde mit Bezug auf das gesamte Besuchs-

recht die aufschiebende Wirkung entzogen habe. Da dem aber nicht so sei (die 

Vorinstanz entzog die aufschiebende Wirkung nur mit Bezug auf lit. a; vgl. act. 7 

S. 66 Disp.-Ziff. XI a.E.), wolle er verdeutlichen, dass er die schrittweise Ausdeh-

nung seines Besuchsrechts wie auch die übrigen durch die Vorinstanz mit dem 

Besuchsrecht angeordneten Modalitäten nicht angefochten habe. Er möchte viel-

mehr, dass sein Betreuungsrecht weiter ausgedehnt werde, nachdem die Phasen 

gemäss der vorinstanzlichen Anordnungen durchlaufen seien (act. 5 S. 3 f.). 

6. Mit Schreiben vom 5. Juli 2023 teilte der Bezirksrat mit, im vorliegenden Ver-

fahren stelle sich offensichtlich die Frage, was nun gelte, und reichte Aktennotizen 

über nachträgliche telefonische Anfragen der Parteien und E-Mailkorrespondenz 

mit dem Besuchsbeistand nach (act. 9, act. 10/202 und 205-207). Gestützt auf die 

Offizialmaxime entzog die Kammer daraufhin mit Verfügung vom 19. Juli 2023 der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung für die ganze Dispositiv-Ziffer II des Ur-

teils des Bezirksrats und setzte den Parteien eine Frist, um Einwendungen zu er-

heben (act. 11), worauf die Kindesvertreterin ihre Zustimmung erklärte (act. 13) 

und die Parteivertreter sich nicht äusserten. Mit Entscheid vom 29. August 2023 

entliess die KESB D._____, kjz Pfäffikon ZH, und E._____, kjz Kloten, als Be-

suchs- bzw. Erziehungsbeistand und setzte F._____, kiz Affoltern, als neuen Bei-

stand für C._____ mit den Aufgaben beider bisherigen Beistände ein (act. 19).  

- 7 - 

7. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (KESB act. 1-217 = act. 

8/22/1-217; BR act. 1-192 = act. 8/1-192). Nachgereichte neue Akten der  

Vorinstanz wurden jeweils den Parteien zugestellt. Die Einholung einer Be-

schwerdeantwort war nicht nötig (§ 66 Abs. 1 EG KESR). Das Verfahren ist 

spruchreif. 

II. 

1. Gegen kindesschutzrechtliche Entscheide der KESB kann im Kanton Zürich 

in erster Instanz Beschwerde an den Bezirksrat und in zweiter Instanz an das 

Obergericht erhoben werden. Die Kammer ist demnach in zweiter Instanz zustän-

dig für Beschwerden bezüglich den Entscheid der KESB vom 30. August 2021 

nach dem erstinstanzlichen Beschwerdeentscheid des Bezirksrats vom 26. Mai 

2023. Zur Beschwerde befugt sind die am Verfahren beteiligten Personen, zu  

denen der Beschwerdeführer gehört. Die Beschwerdeschrift vom 29. Juni 2023 

(act. 2) enthält Anträge und eine Begründung und sie wurde rechtzeitig innert der 

30tägigen Beschwerdefrist eingereicht. Folglich ist darauf einzutreten. 

2. Gegenstand des Beschwerdeverfahrens ist die Regelung der Obhut. Der 

Vater möchte die alternierende Obhut und eine entsprechende Regelung der Be-

treuung. Mit seinen Beschwerdeanträgen verlangt er einerseits die Anordnung ei-

ner alternierenden Obhut und andererseits eine zukünftige Ausweitung des per-

sönlichen Kontakts auf einen Umfang, der einer alternierenden Obhut entspricht. 

Auch wenn es sich dabei um selbständige Anträge handelt, über die unterschied-

lich entschieden werden könnte, stehen sie inhaltlich in engem Zusammenhang 

und hängen von den gleichen Voraussetzungen ab, so dass es sich rechtfertigt, 

sie gemeinsam zu behandeln. 

3. Die KESB erwog im Entscheid vom 30. August 2021, die Abklärungsergeb-

nisse, insbesondere das von ihr eingeholte Erziehungsfähigkeitsgutachten vom 

25. Juli 2021, zeigten klar, dass die Obhutszuteilung an einen Elternteil angezeigt 

sei, um die Situation zu entlasten und insbesondere C._____s Entwicklung zu 

fördern.  

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Der Vater sei wegen seiner psychischen Verfassung und seiner reduzierten Be-

lastbarkeit momentan nicht in der Lage, sich längere Zeit um C._____ zu küm-

mern. Eine Obhutszuteilung an den Vater oder eine alternierende Obhut komme 

daher nicht in Frage. Der Vater sei auf eine mehrjährige psychotherapeutische 

Behandlung angewiesen, damit er eine verlässliche, vertrauensvolle und verfüg-

bare Bindung zu C._____ aufbauen könne. Ob er die Betreuung und Erziehung 

von C._____ mittel- und längerfristig übernehmen könne, sei nach Verbesserung 

und Stabilisierung seines psychischen Zustandes erneut zu beurteilen (KESB act. 

190 S. 7 f.).  

Die Erziehungsfähigkeit der Mutter sei gemäss Gutachten zum Teil eingeschränkt 

und sie sei auf externe Unterstützung angewiesen. Durch die externe Unterstüt-

zung könne sie C._____ die zur Wahrung ihres Wohls notwendige Stabilität ge-

ben. Durch die Zuteilung der Obhut an die Mutter könne C._____ in ihrem jetzigen 

Umfeld bleiben, was Stabilität und Ruhe bedeute. Zudem sei davon auszugehen, 

dass die Mutter einen regelmässigen Kontakt zum Vater zulasse (KESB act. 190 

S. 8 f.). 

Mit Bezug auf den persönlichen Verkehr stellte die KESB im Entscheid vom 30. 

August 2021 fest, der Vater sei im Kontakt mit C._____ liebevoll und bemüht und 

für C._____ sei der Vater wichtig. Aber dadurch dass die konfliktbehaftete Bezie-

hung zur Mutter beim Vater in schwierigen Situationen derart viel Raum einneh-

me, dass selbst ein adäquates Verhalten in Anwesenheit von C._____ nicht mehr 

möglich sei, sei C._____ in ihrem Wohl gefährdet. Solange der Vater keine Ein-

sicht betreffend die Stabilisierung seines Zustandes zeige, sei er nicht genügend 

in der Lage, C._____s Wohl in den Vordergrund zu stellen. Daher sei es zwin-

gend, die Kontakte des Vaters zu C._____ vorläufig nur im Rahmen eines beglei-

teten Besuchstreffs oder einer professionellen Begleitung durchzuführen. Wegen 

der konflikthaften Beziehung zwischen den Eltern sei darauf zu achten, dass es 

zwischen ihnen möglichst keine persönlichen Kontakte gebe, insbesondere nicht 

in Anwesenheit von C._____ (KESB act. 190 S. 9 f.).  

Weiter hielt die KESB fest, Ziel sei es, dass die Kontakte zwischen dem Vater und 

C._____ schrittweise erweitert werden könnten. Dafür brauche es aber die Mitwir-

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kung des Vaters, der sich einer eingehenden psychiatrischen Abklärung unterzie-

hen und die sich daraus ergebenden Empfehlungen umsetzen sollte. Sollte sich 

seine Situation stabilisieren und er sich seiner Verantwortung gegenüber C._____ 

in Stresssituationen bewusst sein und sie demzufolge nicht seinen impulsiven 

Ausbrüchen aussetzen, könne die Dauer der Kontakte erweitert werden. Der Be-

suchsbeistand wurde angewiesen, diesbezüglich Bericht zu erstatten und allen-

falls Antrag zu stellen (KESB act. 190 S. 10). 

4. In seinem umfangreichen Urteil vom 26. Mai 2023 fasste der Bezirksrat zu-

nächst auf etwa vierzig Seiten den Inhalt der Akten zusammen und kam danach 

auf gut drei Seiten zum Schluss, eine geteilte Obhut oder ein erweitertes Be-

suchsrecht, wie vom Beschwerdeführer beantragt, komme offensichtlich nicht in 

Frage. Eine solche Regelung bedinge grundsätzlich eine gute Kommunikationsfä-

higkeit der Eltern, da sie sich über zahlreiche Kinderbelange auszutauschen hät-

ten. Zudem lägen auch die Wohnorte G._____ und H._____ derart auseinander, 

dass mit Eintritt in den Kindergarten ein erweitertes Besuchsrecht unter der Wo-

che nicht realistisch und nicht im Kindswohl sei (act. 7 S. 61).  

Da das Hauptproblem der Elternkonflikt sei, erscheine es allenfalls sinnvoll, für 

beide Eltern ein Einzelelterncoaching einzusetzen, damit die Eltern weiter an ihrer 

Kommunikationsfähigkeit und an ihren Fähigkeiten als Eltern arbeiten könnten. 

Der Bezirksrat ergänzte daher die Erziehungsbeistandschaft um den Auftrag, "bei 

Bedarf ein solches zu organisieren, zu überwachen und für die Finanzierung be-

sorgt zu sein" (act. 7 S. 61). 

Den Akten entnahm der Bezirksrat, dass der Vater grundsätzlich einen sehr gu-

ten, kindsgerechten und empathischen Umgang mit C._____ pflege, und dass 

auch der Mutter ein guter Umgang mit C._____ attestiert werde. Probleme seien 

"generell auf der Elternebene erkannt" worden. Die Trennungssituation (in der die 

Mutter den Vater mit seiner Exfreundin verliess, mit der sie heute verheiratet ist) 

sei emotional sicherlich schwierig gewesen. Der Vater bestreite nicht, dass es 

sich dabei um einen emotionalen Ausnahmezustand gehandelt habe. Die zahlrei-

chen involvierten Fachpersonen von KESB über Gutachter, Besuchsbegleiter, 

Beistandsperson, Kindesvertreterin etc. beschrieben den Vater als jemanden, der 

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sehr impulsiv und emotional reagiere, wenn es um die schwierigen Themen der 

Elternebene und um die Mutter gehe. Anlässlich der Anhörung habe der Bezirks-

rat den Vater als sehr emotional erlebt. Das Gutachten enthalte zahlreiche Hin-

weise, welche diesen Eindruck bestätigten. Ob die im Gutachten gestellten Diag-

nosen zuträfen, könne offen bleiben. Der psychiatrische oder psychologische Be-

handlungsbedarf des Vaters sei jedoch offensichtlich. Es sei sehr positiv zu wer-

ten, dass sich der Vater nun in entsprechender Behandlung befinde (act. 7 S. 59 

f.).  

Zum persönlichen Kontakt hielt der Bezirksrat fest, der Vater sehe C._____ seit 

bald zwei Jahren nur sehr eingeschränkt und mit Begleitung. Die Besuchsberichte 

seien durchwegs positiv, was den Umgang mit C._____ anbelange. Aufgrund der 

Erfahrungen seit der Einführung der begleiteten Besuche spreche nichts gegen 

eine Ausdehnung der Besuchszeiten und dass die Besuche zukünftig unbegleitet 

stattfinden könnten. Der Vater habe mehr als genug bewiesen, dass er mit 

C._____ kindgerecht umgehe. Die einzigen Sorgen beträfen unvorhergesehene 

Situationen und wenn die Eltern aufeinanderträfen oder entsprechende Konflikte 

aufflammten. Durch die Begleitung der Übergaben, welche vorerst zwingend und 

danach bei Bedarf anzuordnen sei, sei sichergestellt, dass beim Aufeinandertref-

fen der Eltern eine weitere Person anwesend sei (act. 7 S. 60).  

Befristet bis zum Eintritt von C._____ in den Kindergarten nach den Sommerferi-

en (oder für drei Monate, sollte C._____ nicht in den Kindergarten kommen) ord-

nete der Bezirksrat daher die Ausweitung des Besuchsrechts auf einen Tag an. In 

dieser Zeit werde sich zeigen, wie der Beschwerdeführerin einen ganzen Tag un-

begleitet mit C._____ umzugehen vermöge. Verlaufe diese Phase gut, sei das 

Besuchsrecht weiter aufzubauen, was eine Erweiterung um eine Übernachtung 

und aufgrund des Kindergarteneintritts die Verlegung auf jedes zweite Wochen-

ende bedeute. Verlaufe auch diese Phase gut, sei nach sechs Monaten das Be-

suchsrecht auf ein sogenannt gerichtsübliches Besuchsrecht von Freitag bis 

Sonntag alle zwei Wochen auszudehnen (act. 7 S. 61).  

5. Zur Ausgangslage hielt der Vater in seiner Beschwerde fest, aufgrund der 

langen Dauer des (bezirksrätlichen) Verfahrens lebe C._____ inzwischen bereits 

- 11 - 

seit über zwei Jahren bei der Mutter. Bis zum Entscheid der Vorinstanz sei das 

Kontaktrecht eingeschränkt gewesen. Die Frage des gegenüber dem Vater sei-

nerzeit angeordneten Obhutsentzugs sei durch die faktischen Verhältnisse obso-

let geworden. Vielmehr stelle sich die Frage der Obhutszuteilung (act. 2 S. 6 Ziff. 

10).  

Der Vater räumt ein, die Trennung von der Mutter sei für ihn sehr schwierig gewe-

sen. Es sei ihm damals psychisch nicht gut gegangen und er sei in einem Aus-

nahmezustand gewesen. Die im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren vom Be-

zirksrat eingeholten Berichte von diversen Fachpersonen zeigten aber, dass sich 

dieser Zustand schon im Lauf des Jahres 2021 und weiter im Lauf des Jahres 

2022 stark stabilisiert habe. Habe sich der Besuchsbeistand im Bericht vom 

1.  November 2021 punkto Ausdehnung der Betreuung des Vaters noch skeptisch 

gezeigt, habe er im März 2022 eine solche befürwortet und geltend gemacht, we-

niger die individuelle psychische Verfassung der Eltern sei ein Problem, sondern 

der Elternkonflikt, der bearbeitet werde könne (act. 2 S. 7). 

Als Erläuterung für seine von der Vorinstanz thematisierte Impulsivität verweist er 

auf die Begleitung der Besuche. Das sei eine einschneidende Massnahme, die 

gemäss Bundesgericht zur Verbitterung des Besuchsberechtigten führen könne, 

und meint, seine Frustration sei unter diesen Umständen verständlich, und äus-

sert die Erwartung, dieses Konfliktfeld werde durch eine Lockerung der Auflagen 

und eine Normalisierung des Kontakts zwischen Vater und Tochter verschwinden 

(act. 2 S. 8 Ziff. 14). 

Die KESB habe seine Erziehungsfähigkeit aufgrund seines damaligen Zustandes 

bzw. des psychologischen Gutachtens vom 25. Juli 2021 angezweifelt. Auf dieses 

Gutachten könne nicht abgestellt werden, denn es führe wiederholt aus, im ge-

genwärtigen Zustand sei die Erziehungsfähigkeit eingeschränkt, nach einer Ver-

besserung müsse die Frage erneut beurteilt werden. Überdies seien die Gutach-

ter keine Ärzte geschweige denn Fachärzte für Psychiatrie und daher nicht an-

satzweise qualifiziert, psychiatrische Diagnosen zu stellen (act. 2 S. 8 f.). 

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Der Vater erklärt sich bereit, mit der Mutter zu kommunizieren und kooperieren. 

Im Zusammenhang mit einer Ohrenoperation von C._____ anfangs 2023 hätten 

die Eltern gut kommuniziert und kooperiert und seien auch gleichzeitig zusammen 

im Spital gewesen (act. 2 S. 10 Ziff. 20).  

Das von der Vorinstanz erwähnte Elterncoaching begrüsst der Vater. Bei einer al-

ternierenden Obhut wie auch bei einer Ausdehnung der Betreuung durch den Va-

ter mache es indes Sinn, dieses nicht erst bei Bedarf zu organisieren, sondern 

schon jetzt verbindlich anzuordnen, und der Auftrag des Beistandes sei insofern 

abzuändern (act. 2 S. 11 Ziff. 21).  

Im Zusammenhang mit der räumlichen Entfernung der Wohnorte der Eltern sei 

der Vater bereit, C._____ mit dem Auto in den Kindergarten zu bringen und dort 

wieder abzuholen, damit die alternierende Obhut trotz einer gewissen Distanz der 

Wohnorte umgesetzt werden könne. Er erwähnt in diesem Zusammenhang, 

C._____ sei in den vergangenen Jahren einen Tag in der Woche von der Gross-

mutter väterlicherseits betreut worden, die in I._____ wohne und damit ungefähr 

gleich weit weg wie der Vater, ohne dass je vorgebracht worden sei, das sei für 

C._____ eine Überforderung. Sollte sich herausstellen, dass der Weg für C._____ 

ein Problem sei, wäre er aber bereit, in die Nähe der Mutter umzuziehen. Aus fi-

nanziellen Gründen werde er das allerdings erst tun, wenn er wisse, dass er 

C._____ alternierend betreue und dass sie unter der Distanz leide (act. 2 S. 12 f.).  

Die Begründung des Bezirksrats für die schrittweise Ausdehnung des Besuchs-

rechts und die Aufhebung der Begleitung bezeichnet der Vater als zutreffend, und 

er stellt keine abweichenden Anträge, da erfahrungsgemäss die einzelnen Pha-

sen schon durchlaufen seien, wenn über die Beschwerde entschieden werde, 

sondern er beantragt im Anschluss einen weiteren Ausbau im Sinne einer alter-

nierenden Wochenbetreuung, bei der C._____ zwar mehr im Haushalt der Mutter 

lebe, aber dennoch einen nennenswerten Teil der Woche beim Vater verbringe. 

Als Vorteil der beantragten Regelung bezeichnet er, dass er C._____ jeweils vom 

Kindergarten abhole und auch wieder dorthin bringe, so dass Übergaben und di-

rekte Kontakte zwischen den Eltern vermieden werden könnten (act. 2 S. 16 f.).  

- 13 - 

6. Gemäss Art. 298 Abs. 2ter ZGB prüft das Gericht bei gemeinsamer elterlicher 

Sorge im Sinne des Kindeswohls die Möglichkeit einer alternierenden Obhut, 

wenn ein Elternteil oder das Kind das verlangt. Damit signalisiert der Gesetzge-

ber, dass er der alternierenden Obhut den Vorzug gibt, ohne dieses Modell jedoch 

vorzuschreiben. Wie der Umstand zeigt, dass die alternierende Obhut auf Antrag 

eines Elternteils oder des Kindes zu prüfen ist, ist die Zustimmung des anderen 

Elternteils nicht erforderlich und bildet dessen Widerstand demnach keinen abso-

luten Ausschlussgrund.  

Leitlinie ist das Kindeswohl, neben dem die Interessen und Wünsche der Eltern in 

den Hintergrund treten. Ausser der grundsätzlichen Erziehungsfähigkeit beider El-

tern setzt die alternierende Obhut voraus, dass beide Eltern bereit sind, in Kinder-

belangen laufend miteinander zu kommunizieren und im Hinblick auf die notwen-

digen organisatorischen Vorkehrungen, die namentlich mit dem Eintritt in die 

Schule zunehmen, zu kooperieren. Mit der geografischen Entfernung zwischen 

den Wohnorten wächst der Organisationsaufwand und erhöhen sich die Anforde-

rungen an die Kooperationsfähigkeit. 

Trotz ihren Vorzügen eignet sich die alternierende Obhut nicht für jeden Fall, son-

dern stellt hohe Anforderungen an Eltern und Kinder und kann nur erfolgreich 

umgesetzt werden, wenn sich beide Eltern dafür einsetzen. Die alternierende Ob-

hut kommt nur in Frage, wenn erwartet werden kann, dass sich die Eltern auch 

längerfristig über Alltagsfragen einigen können. Eine bloss minimale Kooperation 

spricht daher gegen eine alternierende Obhut.  

Allein aus dem Umstand, dass ein Elternteil sich einer alternierenden Betreuungs-

regelung widersetzt kann nicht ohne Weiteres auf eine fehlende Kooperationsfä-

higkeit der Eltern geschlossen werden, die einer alternierenden Obhut im Wege 

steht. Sind die Eltern jedoch heftig zerstritten, ist von der Errichtung einer alternie-

renden Obhut abzusehen. Um die Verweigerung der alternierenden Obhut zu 

rechtfertigen, muss der Elternkonflikt einen gewissen Schweregrad erreichen, so 

dass die Eltern aufgrund der zwischen ihnen bestehenden Feindseligkeiten auch 

hinsichtlich anderer Kinderbelange nicht zusammenarbeiten können, mit der Fol-

ge dass sie ihr Kind im Szenario einer alternierenden Obhut dem gravierenden El-

- 14 - 

ternkonflikt in einer Weise aussetzen würden, die seinen Interessen offensichtlich 

zuwiderläuft (Schwenzer / Cottier, BSK-ZGB I Art. 298 N 6; FamKomm Scheidung 

Büchler / Clausen, Art. 298 ZGB N 6 ff.; BGE 142 III 612 E. 4.3). 

7. Es ist daran zu erinnern, dass die KESB mit Entscheid vom 29. April 2021 

eine Intensivabklärung anordnete und für deren Dauer auf die Festsetzung von 

Kontakten zwischen dem Vater und C._____ verzichtete und ausserhalb von Kon-

takten im Rahmen der Intensivabklärung ein Kontaktverbot des Vaters gegenüber 

C._____ und ihrer Mutter aussprach. Der Grund dafür waren seine starke Stim-

mungsschwankungen und die stark konflikthafte Beziehung zur Mutter. Auf die 

Trennung reagierte er mit massiven Drohungen und Vorwürfen, teilweise auch in 

Gegenwart von C._____, und schien nicht in der Lage zu sein, sein Verhalten 

derart anzupassen, dass der Kindswohlgefährdung anders Abhilfe geschaffen 

werden könne (KESB act. 69).  

Mit dem vorsorglichen Massnahmeentscheid vom 11. Juni 2021 (KESB act. 96) 

und dem Endentscheid vom 30. August 2021 (KESB act. 190) liess die KESB 

zwischen dem Vater und C._____ lediglich begleitete Kontakte wieder zu. Die Ab-

klärungsergebnisse - Bericht über die Intensivabklärung vom 7. Juli 2021 (KESB 

act. 133) und Erziehungsfähigkeitsgutachten vom 25. Juli 2021 (KESB act. 187) - 

zeigten klar, dass der Vater nach wie vor nicht in der Lage sei, sein Verhalten 

derart anzupassen, dass der Gefährdung von C._____s Wohl anders begegnet 

werden könne. Die Kontakte mit C._____ seien für ihn äusserst herausfordernd. 

Er scheine gefangen in seinen Konflikten mit der Mutter. C._____ sei den impulsi-

ven Durchbrüchen ihres Vaters ausgesetzt, sobald ein für ihn belastendes Thema 

aufkomme. Diese mangelnde Impulskontrolle sei für C._____ ein hohes Risiko 

(KESB act. 190 S. 7 f.). 

Der Bezirksrat weicht nicht grundlegend von dieser Einschätzung ab. Aufgrund 

der Beschreibung verschiedener Fachpersonen in den Akten und des persönli-

chen Eindrucks an der Anhörung schätzt der Bezirksrat den Vater ebenfalls als 

impulsiv und sehr emotional ein und hält es für offensichtlich, dass er einen psy-

chiatrisch-psychologischen Behandlungsbedarf aufweise, um seine Stabilität zu 

gewährleisten. Dennoch meint der Bezirksrat unter Verweis auf die durchwegs 

- 15 - 

positiven Besuchsberichte, nachdem der Vater C._____ während bald zwei Jah-

ren nur sehr eingeschränkt und begleitet gesehen habe, habe er mehr als genug 

bewiesen, dass er mit C._____ kindgerecht umgehe, und kommt zum Schluss, 

aufgrund dieser Erfahrungen spreche nichts gegen eine Ausdehnung der Be-

suchszeiten und könnten die Besuche zukünftig unbegleitet stattfinden (act. 7 S. 

59 f.).  

8. Der Vater betont, er habe sich während der Abklärungen der KESB in einem 

Ausnahmezustand befunden. Das sei heute ganz anders. Nicht nur aus diesem 

Grund könne auf das Gutachten nicht abgestellt werden (act. 2 S. 8 f.). Dass sich 

der Vater heute offenbar in Behandlung befindet und laut seinem behandelnden 

Psychiater keine psychotische Störung, keine Persönlichkeitsstörung oder eine 

andere schwere psychische Störung zeige (act. 2 S. 9 f.), widerspricht dem vo-

rinstanzlichen Befund grundsätzlich nicht. 

Die Charakterisierung des Vaters als impulsiv geht nicht nur auf eine einmalige 

Auseinandersetzung mit einem Besuchsbegleiter zurück, die der Vater mit seiner 

Frustration über die Begleitung der Besuche zu erklären versucht (act. 2 S. 8). Die 

Vorinstanz, welche an einer Anhörung einen persönlichen Eindruck vom Vater er-

hielt, der diese Beschreibung anscheinend bestätigte, verweist zustimmend auf 

die Kindesvertreterin, die meinte, der Vater bewege sich auf dünnem Eis, wenn er 

sich kritisiert oder in seiner Rolle als Vater eingeschränkt fühle (act. 7 S. 59 f.; vgl. 

BR act. 130 S. 1 Ziff. 1 und S. 3 Ziff. 12).  

Diese Beobachtungen wecken grundsätzliche Zweifel an seiner Kooperationsfä-

higkeit nicht nur mit der Mutter, sondern auch mit Fachpersonen, die besonders 

wichtig ist, wenn die direkte Kommunikation nur eingeschränkt funktioniert und die 

Parteien auf deren Unterstützung angewiesen sind, wie der Vater einräumt (vgl. 

act. 2 S. 11 Ziff. 21). Die Erwartung des Vaters, dieses Konfliktfeld werde ver-

schwinden (act. 2 S. 8), scheint daher unrealistisch.  

Der Umstand, dass die Parteien zur Kommunikation und Kooperation auf die Hilfe 

von Beistandspersonen angewiesen sind, schliesst eine alternierende Obhut nicht 

von vornherein aus, und dass der Vater diesen Unterstützungsbedarf anerkennt, 

- 16 - 

ist grundsätzlich positiv zu werten. Dass bereits der Ausbau des persönlichen 

Verkehrs auf ein gerichtsübliches Wochenendbesuchsrechts solche Massnahmen 

erfordert, spricht jedoch nicht für, sondern gegen eine alternierende Obhut. 

9. Letztlich ist es nicht der psychische Zustand des Vaters oder seine Impulsi-

vität, was eine alternierende Obhut ausschliesst. Was der Vater gegen das Erzie-

hungsfähigkeitsgutachten vorbringt - dass es ihm heute wesentlich besser gehe 

und dass die Gutachter nicht qualifiziert seien, psychiatrische Diagnosen zu stel-

len (act. 2 S. 8 f.) - vermag daher nichts an diesem Ergebnis zu ändern, so dass 

sich weitere Ausführungen dazu erübrigen.  

Die geographische Entfernung zwischen den Wohnorten der Eltern in H._____ 

und G._____ spricht gegen eine alternierende Obhut. Gemäss Angaben des Va-

ters beträgt der Weg zwischen den aktuellen Wohnorten der Parteien bei günsti-

gen Verkehrsverhältnissen rund 35-40 Minuten (act. 2 S. 12). Dadurch würden 

spontane Kontakte von C._____ zu gleichaltrigen Kindern, welche mit zunehmen-

dem Alter für die soziale Integration des Kindes eine wichtige Rolle spielen, er-

heblich erschwert. Da eine alternierende Obhut aus anderen Gründen (vgl. dazu 

sogleich) ohnehin nicht in Frage kommt, erübrigen sich Ausführungen zu seiner 

Bereitschaft, seinen Wohnsitz in die Nähe der Mutter zu verlegen.  

Dass dem Vater von Fachpersonen ein kindgerechter Umgang mit C._____ attes-

tiert wird, war wichtig für den vom Bezirksrat vorgesehenen Ausbau des persönli-

chen Kontakts aber spielt für den Entscheid über die alternierende Obhut nur eine 

untergeordnete Rolle. Im Vordergrund steht das Verhältnis zwischen den Eltern. 

Für dieses zeigen die Akten eine bloss minimale Kommunikation und Kooperati-

on, teilweise über Fachpersonen, die eine mit dem Kindeswohl vereinbare Um-

setzung der alternierenden Obhut nicht erlauben. Der Umstand, dass es den El-

tern laut der Darstellung des Vaters gelang, im Zusammenhang mit einer Ohren-

operation zusammenzuarbeiten und dass sie gemeinsam im Spital waren (act. 2 

S. 10 f. Ziff. 20), ist zwar erfreulich, aber genügt nicht, um diesen negativen Ge-

samteindruck zu korrigieren. 

- 17 - 

Die Schlussfolgerung des Bezirksrats, eine geteilte Obhut oder ein erweitertes 

Besuchsrecht komme vorliegend offensichtlich nicht in Frage (act. 7 S. 61), mag 

sehr knapp und deutlich ausgefallen sein, ist aber im Ergebnis zutreffend. Wie nur 

schon die Verfahrensdauer zeigt, machte es sich der Bezirksrat nicht leicht und 

beschränkte sich nicht darauf, den Entscheid der KESB zu bestätigen, sondern 

ergänzte diese mit einem Ausbau des persönlichen Kontakts.  

Diesen Ausbau stellte der Bezirksrat unter den Vorbehalt, dass er (weiterhin) gut 

verläuft, was unterstreicht, dass diese Entwicklung nicht als selbstverständlich 

angesehen wurde und es verfrüht wäre, schon jetzt über einen weiteren Ausbau 

zu entscheiden, umso mehr als es sich dabei nicht um einen graduellen Ausbau, 

sondern einen grundlegenden Wechsel von einem Wochenendbesuchsrecht zu 

einer alternierenden Betreuung handelt. 

10. Eine Bedingung, die einen schrittweisen Kontaktaufbau vorsieht und die wei-

tere Entwicklung vom "guten Verlauf" abhängig macht, ist im Hinblick auf eine all-

fällige Vollstreckung problematisch und gehört eigentlich nicht in eine Regelung 

für den Konfliktfall, weil Streitigkeiten über den Eintritt der Bedingung vorpro-

grammiert sind und zudem je nach Art der Bedingung die Gefahr besteht, dass 

die Parteien den Eintritt der Bedingung zu beeinflussen versuchen. 

Indem der Entscheid über den Ausbau in die Zukunft verschoben wird, können 

neue Erkenntnisse berücksichtigt werden, was die Entscheidgrundlage verbes-

sert. Ungünstig ist hingegen, dass der Entscheid über den Eintritt der Bedingung 

bei Uneinigkeit der Parteien an eine Beistandsperson delegiert wird, die damit 

zum Schiedsrichter zwischen den Parteien wird, was die Gefahr mit sich bringt, 

dass sie nicht mehr als neutrale Ansprechperson wahrgenommen wird. 

Das mag angehen im Rahmen einer Vereinbarung und bei einem graduellen 

Ausbau, bei dem über das Ziel grundsätzlich Einigkeit besteht und nur der Zeit-

plan unklar ist, aber nicht für die Wahl zwischen zwei grundlegend verschiedenen 

Betreuungsmodellen wie hier.  

- 18 - 

11. Im Verhältnis zum bezirksrätlichen Entscheid wäre das, was der Vater mit 

seinem Antrag zur Betreuungsregelung will, kein weiterer Ausbauschritt, sondern 

ein Systemwechsel von einem Wochenendbesuchsrecht zu einer alternierenden 

Betreuung (vgl. act. 5 S. 4). Wie gezeigt wurde, sind die Voraussetzungen dafür 

gegenwärtig nicht erfüllt. Dem widerspricht der Vater nicht grundsätzlich und stellt 

die bezirksrätliche Betreuungsregelung für den Moment nicht in Frage, sondern 

verlangt lediglich ihren zukünftigen Ausbau. 

Den Konflikt zwischen der gegenwärtigen Situation und diesem Ziel versucht der 

Vater aufzulösen, indem er den Entscheid in die Zukunft verschiebt und eine posi-

tive Veränderung unterstellt. Wie ausgeführt, kann dieser Entscheid jedoch nicht 

offen gelassen werden und von einer Bedingung abhängig gemacht werden, de-

ren Eintritt sich nicht objektiv feststellen lässt, weil sie auf die subjektive Wahr-

nehmung verweist: was ist ein "guter Verlauf"?. 

Auf den Antrag, die Betreuung soll bei gutem Verlauf in der Zukunft auf ein alter-

nierendes Betreuungsmodell ausgebaut werden, ist daher nicht einzutreten, da 

die Voraussetzungen dafür gegenwärtig nicht erfüllt sind und ein derartiger Antrag 

nicht an eine solche Bedingung geknüpft werden kann. Der Vater ist auf die Mög-

lichkeit zu verweisen, ein Abänderungsbegehren zu stellen, wenn er die Voraus-

setzungen für gegeben hält. 

12. Ausser gegen die Regelung der Obhut und des persönlichen Kontakts wen-

det sich der Vater auch gegen die vom Bezirksrat ergänzend eingefügte Aufgabe 

des Beistandes, bei Bedarf ein Elterncoaching anzuordnen. Dabei wendet er sich 

nicht gegen ein Elterncoaching, sondern möchte, dass dieses nicht bei Bedarf, 

sondern verbindlich angeordnet wird. Bei einer alternierenden Obhut wie auch bei 

einer Ausdehnung der Betreuung durch den Vater, mache eine solche Anordnung 

schon jetzt Sinn (act. 2 S. 11 Ziff. 21).  

Da von der Anordnung einer alternierenden Obhut und einem weiteren Ausbau 

der Betreuung abgesehen wird, ist diese Argumentation hinfällig. Es erscheint 

sinnvoll, diese Möglichkeit vorzusehen für den Fall, dass sich die Verhältnisse 

entsprechend entwickeln, wie es der Bezirksrat getan hat. Zum gegenwärtigen 

- 19 - 

Zeitpunkt wäre eine solche Anordnung hingegen nicht verhältnismässig. Auch 

dieser Antrag ist daher abzuweisen. 

III. 

1. Der Beschwerdeführer beantragt die Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und verweist auf den entsprechenden Entscheid der Vorinstanz. An 

seiner finanziellen Situation habe sich nichts geändert. Er lebe nach wie vor von 

Sozialhilfe und habe kein Vermögen. Zum Beleg reicht er eine Unterstützungsbe-

stätigung der Gemeinde und eine Vermögensübersicht der Postfinance ein (act. 2 

S. 18 Ziff. 46 m.H. auf act. 3/3 und 3/4).  

Die Mittellosigkeit des Beschwerdeführers ist damit ausgewiesen. Ausgehend 

vom Massstab des Verhaltens einer solventen und vernünftigen Partei ist Aus-

sichtslosigkeit im Familienrecht nur zurückhaltend anzunehmen. Diese Schwelle 

ist hier nicht erreicht. Da auch die Gegenseite anwaltlich vertreten ist und die 

KESB sogar eine prozessuale Verbeiständung des Beschwerdeführers nach Art. 

449a ZGB prüfte (vgl. BR act. 51 S. 5 f.), ist eine Rechtsverbeiständung auf jeden 

Fall geboten. 

Dem Beschwerdeführer ist daher wie beantragt die unentgeltliche Rechtspflege 

zu bewilligen. 

2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens (Abweisung der Beschwerde) sind die 

Kosten dem Beschwerdeführer zu auferlegen, jedoch zufolge Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

Der Beschwerdeführer ist darauf hinzuweisen, dass er (vorbehältlich der Verjäh-

rung, die zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens eintritt) zur Nachzahlung 

verpflichtet ist, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 123 ZPO).  

3. Da ihr keine wesentlichen Aufwendungen entstanden sind, hat die Be-

schwerdegegnerin trotz des für sie günstigen Ausgangs des Verfahrens keinen 

Anspruch auf eine Parteientschädigung. 

- 20 - 

Es wird beschlossen: 

1. Dem Beschwerdeführer wird für das obergerichtliche Beschwerdeverfahren 

die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und in der Person von Rechtsan-

wältin lic. iur. X._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt. 

2. Schriftliche Mitteilung mit dem nachfolgenden Erkenntnis. 

 

und erkannt:  

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und das 

Urteil des Bezirksrats Pfäffikon vom 26. Mai 2023 wird bestätigt.  

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt. 

3. Die Kosten des obergerichtlichen Beschwerdeverfahrens werden dem Be-

schwerdeführer auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachzah-

lungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

4. Für das obergerichtliche Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschä-

digungen zugesprochen.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und die Kindesvertreterin, an die Be-

schwerdegegnerin und die Kindesvertreterin unter Beilage je eines Doppels 

von act. 2, an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Pfäffikon, an den 

Beistand F._____, kjz Affoltern, sowie an den Bezirksrat Pfäffikon, je gegen 

Empfangsschein. 

Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die beigezogenen Ak-

ten an den Bezirksrat zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

- 21 - 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 
 

Dr. M. Tanner 
 
 
versandt am: 
 
 
 

	Beschluss und Urteil vom 15. September 2023
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.

	1. Dem Beschwerdeführer wird für das obergerichtliche Beschwerdeverfahren die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und in der Person von Rechtsanwältin lic. iur. X._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt.
	2. Schriftliche Mitteilung mit dem nachfolgenden Erkenntnis.
	und erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird, und das Urteil des Bezirksrats Pfäffikon vom 26. Mai 2023 wird bestätigt.
	2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'200.– festgesetzt.
	3. Die Kosten des obergerichtlichen Beschwerdeverfahrens werden dem Beschwerdeführer auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vo...
	4. Für das obergerichtliche Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und die Kindesvertreterin, an die Beschwerdegegnerin und die Kindesvertreterin unter Beilage je eines Doppels von act. 2, an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Pfäffikon, an den Beistand F._____, kjz Af...
	Nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die beigezogenen Akten an den Bezirksrat zurück.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...