# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1e3cff2-0561-5b6b-b6af-ef16faf0a870
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 04.08.2023 SK1 2022 40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2022-40_2023-08-04.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 4. August 2023

Referenz SK1 22 40

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Cavegn und Michael Dürst
Bernhard, Aktuarin

Parteien A._____
Beschuldigter
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Kim Mauerhofer
Marktgasse 35, 3011 Bern 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Rohanstrasse 5, 7001 Chur

B._____
Privatklägerin
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Patrik Schmid
Brändli Rechtsanwälte AG, Aquasanastrasse 8, 7000 Chur 

Gegenstand fahrlässige Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 07.06.2022, mitgeteilt am 
06.07.2022 (Proz. Nr. 515-2021-36)

Mitteilung 23. Oktober 2023

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Sachverhalt

A. Das Regionalgericht Plessur sprach A._____ (im Folgenden: Beschuldigter) 
am 7. Juni 2022 der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB 
schuldig. Es bestrafte ihn mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 
CHF 120.00 und einer Busse von CHF 400.00. Der Vollzug der Geldstrafe wurde 
unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben. Die Ersatzfrei-
heitsstrafe für die Busse betrug vier Tage. Die Verfahrenskosten wurden dem Be-
schuldigten auferlegt. Zudem wurde der Beschuldigte verpflichtet, B._____ (im 
Folgenden: Privatklägerin) im Sinne von Art. 433 Abs. 1 StPO mit CHF 5'000.00 
zu entschädigen. Im Übrigen wurde die Entschädigungsforderung abgewiesen. 
Gegen dieses Urteil erhob der Beschuldigte Berufung.

B. Die Berufungsverhandlung fand am 3. August 2023 in Anwesenheit des 
Beschuldigten und seiner Verteidigung statt. Anlässlich der Verhandlung beantrag-
te der Beschuldigte, Dispositiv-Ziffern 1, 2, 3 und 4 des angefochtenen Urteils sei-
en vollumfänglich aufzuheben und der Beschuldigte sei vom Vorwurf der fahrläs-
sigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB freizusprechen. Die Ent-
schädigungsforderung der Strafklägerin sei vollumfänglich abzuweisen. Die Ver-
fahrenskosten vor erster und zweiter Instanz seien auf die Staatskasse zu neh-
men; eventualiter (teilweise) der Strafklägerin aufzuerlegen. Der Beschuldigte sei 
für die Kosten der privaten Verteidigung gemäss der eingereichten Honorarnote 
aus der Staatskasse zu entschädigen und die Strafklägerin habe ihre Parteikosten 
selbst zu tragen.

C. Die Staatsanwaltschaft verzichtete auf die Teilnahme an der Hauptverhand-
lung. Die Privatklägerin liess sich am Tag vor der Verhandlung aufgrund Krankheit 
dispensieren. Ihr Rechtsvertreter verzichtete ebenfalls auf eine persönliche Teil-
nahme. Mit entsprechender Eingabe vom 2. August 2023 beantragte die Privat-
klägerin die vollumfängliche Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils und die voll-
umfängliche Abweisung der Berufung. Der Rechtsvertreter überliess dem Gericht 
zudem seine Honorarnote zwecks Festsetzung der Parteientschädigung.

D. Das Urteil wurde im Anschluss an die Verhandlung und am Folgetag bera-
ten und den Parteien schriftlich im Dispositiv mitgeteilt.

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Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

Die Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die 
Berufung ist einzutreten.

2. Sachverhalt gemäss Strafbefehl vom 4. März 2021

Die Staatsanwaltschaft geht im Strafbefehl vom 4. März 2021 (StA act. 1.13; die-
ser gilt als Anklageschrift [Art. 356 Abs. 1 StPO]) von folgendem Sachverhalt aus:

"Am 17. Januar 2020 fuhr B._____ mit den Skiern über die Skipiste Nummer 15 in 
C._____ (Gemeindegebiet C._____). Sie beabsichtigte, von der Mittelstation zum 
Schlepplift "D._____" zu gelangen. A._____ fuhr zu diesem Zeitpunkt mit dem 
Snowboard auch auf dieser Skipiste, aber hinter B._____ (bzw. weiter oben am 
Hang). Er beabsichtigte ebenfalls, zum Schlepplift "D._____" zu gelangen. Um ca. 
13:10 Uhr fuhr A._____ auf dieser Skipiste von hinten bzw. seitlich-hinten kom-
mend in B._____ hinein. B._____ hatte den sich von hinten bzw. seitlich-hinten 
nähernden A._____ lediglich in einer Linkskurve kurz vor der Kollision aus dem 
Augenwinkel schräg hinter ihr gesehen. A._____ prallte bei der Kollision insbe-
sondere in die rechte Schulter von B._____, welche stürzte und sich dabei die lin-
ke Schulter bzw. den linken Oberarm brach. Ebenfalls erlitt sie eine Kontusion der 
rechten Schulter und Kontusionen im Gesicht. Die prognostizierte Heilungsdauer 
betrug mehrere Wochen. Gemäss FIS-Regel Nr. 1 darf ein Schneesportler nie-
manden gefährden oder schädigen. Die FIS-Regel Nr. 2 besagt, dass auf Sicht 
gefahren sowie die Fahrweise und die Geschwindigkeit dem Können und den 
Verhältnissen angepasst werden muss. FIS-Regel Nr. 3 lautet: 'Fahrspur der vor-
deren Skifahrer und Snowboarder respektieren'. Überholt werden darf nur mit 
'genügend Abstand' (FIS-Regel Nr. 4). Bei pflichtgemässer Aufmerksamkeit hätte 
der Beschuldigte die FIS-Regeln beachtet und rechtzeitig bremsen bzw. auswei-
chen oder zumindest mit genügend Abstand überholen können, was die Verlet-
zungen verhindert hätte. Am 16. April 2020 stellte B._____ Strafantrag wegen 
fahrlässiger Körperverletzung.“

3. Rechtliches

Gestützt auf Art. 125 Abs. 1 StGB wird – auf Antrag – mit Freiheitsstrafe bis zu 
drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer fahrlässig einen Menschen am Körper 
oder an der Gesundheit schädigt. Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhal-
tens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht 

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nimmt (Art. 12 Abs. 3 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrlässiger Körperverlet-
zung setzt somit voraus, dass der Täter den Erfolg durch Verletzung einer Sorg-
faltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist ein Verhalten, wenn der Täter zum 
Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkei-
ten die damit bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen 
können und müssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos 
überschritten hat. Grundvoraussetzung für das Bestehen einer Sorgfaltspflichtver-
letzung und mithin für eine Fahrlässigkeitshaftung bildet neben der Vermeidbarkeit 
die Vorhersehbarkeit des Erfolgs (BGE 145 IV 154 E. 2.1 m.w.H.; BGer 
6B_656/2020 v. 23.6.2021 E. 4.2 m.w.H; vgl. auch Urteil Vorinstanz, act. E.1 E. 4). 
Wo besondere, der Unfallverhütung und der Sicherheit dienende Normen ein be-
stimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der zu beachtenden Sorg-
falt in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 143 IV 138 E. 2.1). Im Bereich 
des Skisports kann auf die Verhaltensregeln des internationalen Skiverbandes 
(FIS-Regeln) zurückgegriffen werden (vgl. BGE 122 IV 17; Hans Kaspar Stiffler, 
Schweizerisches Schneesportrecht, 3. Aufl., Bern 2002, N 17 ff.; KGer GR SK2 21 
21 v. 30.8.2021 E. 6.1 ff.; vgl. Urteil Vorinstanz, act. E.1 E. 4.1).

4. Verfahren

4.1. Die Vorinstanz erachtete den angeklagten Sachverhalt als erstellt. Dazu 
würdigte sie insbesondere die Aussagen des Zeugen F._____, glich diese mit 
denjenigen der Privatklägerin ab und kam zum Schluss, die übereinstimmenden 
Aussagen der Privatklägerin und des Zeugen seien glaubhaft, die Aussagen des 
Beschuldigten hingegen seien als Schutzbehauptungen zu werten (act. E.1 
E. 3.5 ff.).

4.2. Die Verteidigung bringt dagegen im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe 
die Aussagen des Beschuldigten nicht richtig gewürdigt und habe damit das recht-
liche Gehör und die Begründungspflicht verletzt (act. H.1 Rz. 30 ff.). Die Vor-
instanz habe bei ihrer Sachverhaltserstellung den Grundsatz "in dubio pro reo" 
verletzt, indem sie (sämtliche) Aussagen zu Lasten des Beschuldigten ausgelegt 
habe (act. H.1 Rz. 38). Die Aussagen des Beschuldigten seien entgegen der An-
sicht der Vorinstanz glaubhaft (act. H.1 Rz. 42). Demgegenüber seien bei der 
Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin und des Zeugen F._____ Zweifel 
angebracht; einerseits aufgrund der persönlichen Verbindung zwischen Zeuge und 
Privatklägerin, andererseits, weil die Aussagen Widersprüche enthielten (act. H.1 
Rz. 46 ff.). Insgesamt zeigte die Verteidigerin detailliert auf, warum der angeklagte 
Sachverhalt nicht klar erstellbar sei, sondern dass dieser auf Mutmassungen fusse 

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und dass alternative Geschehensabläufe mindestens gleich wahrscheinlich seien 
(act. H.1).

5. Allgemeines zur Beweiswürdigung

Ziel des Strafprozesses ist die Ermittlung des wahren Sachverhaltes (BGE 147 IV 
409 E. 5.3.1; Art. 6 StPO). Der Grundsatz "im Zweifel für den Angeklagten" betrifft 
sowohl die Verteilung der Beweislast als auch die Würdigung der Beweise 
(vgl. BGE 120 Ia 31 E. 2). Eine Verurteilung ist nur dann zulässig, wenn das Ge-
richt überzeugt ist, dass sich der Sachverhalt so wie angeklagt zugetragen hat. Zu 
dieser Überzeugung gelangt es, indem es die vorhandenen Beweise frei würdigt 
(vgl. Art. 10 Abs. 2 StPO; vgl. statt vieler BGE 144 IV 345 E. 2.2 m.w.H.). Als Be-
weiswürdigungsregel ist der Grundsatz von "in dubio pro reo" in Art. 10 Abs. 3 
StPO kodifiziert. Demnach hat das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage auszugehen, wenn unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung 
der tatsächlichen Voraussetzungen der angeklagten Tat bestehen (Art. 10 Abs. 3 
StPO; Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK). Dieser Grundsatz verlangt indes 
nicht, dass bei sich widersprechenden Beweismitteln unbesehen auf den für den 
Angeklagten günstigeren Beweis abzustellen ist. Die Entscheidregel kommt nur 
zur Anwendung, wenn nach erfolgter Beweiswürdigung im Ganzen relevante 
Zweifel verbleiben (vgl. BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.2; 145 IV 154 E. 1.1).

6.1. Unbestrittener Sachverhalt

Erstellt ist, dass die Privatklägerin am 17. Januar 2020, ca. 13.10 Uhr, auf der Ski-
piste 15, Zufahrt D._____-Tal, im Skigebiet C._____ beim Skifahren einen Unfall 
hatte und sich den linken Oberarm gebrochen hat. Erstellt ist auch, dass der Be-
schuldigte zum gleichen Zeitpunkt auf derselben Piste mit seinem Snowboard 
fuhr. Nicht bestritten ist, dass es zwischen der Privatklägerin und dem Beschuldig-
ten zu einer Berührung kam (die Verteidigung selbst sprach vor Vorinstanz noch 
von einem Zusammenprall; vgl. RG act. 64 Ziff. 7). Unklar ist, wie diese Berührung 
tatsächlich stattfand: Gemäss Aussagen der Privatklägerin und des Zeugen 
F._____ hat der Beschuldigte die Privatklägerin mit seinem Oberkörper an ihrer 
rechten Schulter heftig touchiert, gemäss Aussage des Beschuldigten hat er ledig-
lich eine Berührung an der Hinterkante seines Snowboards festgestellt. Ebenso 
umstritten, ist, ob der Beschuldigte tatsächlich von hinten bzw. seitlich-hinten kam 
und wer in wen hineingefahren ist.

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6.2. Erstellung des Sachverhalts

6.2.1. Allgemeines

Die Vorinstanz stellte zur Erstellung des Sachverhalts auf die Aussagen des Zeu-
gen F._____ und die übereinstimmenden Aussagen der Privatklägerin ab. 

Die Privatklägerin selbst äusserte sich gegenüber dem Zeugen F._____ am 
18. Januar 2020, also am Tag nach dem Unfall, per WhatsApp: Sie frage sich, ob 
es ein selbst- oder fremdverschuldeter Unfall gewesen sei (RG act. 35). Das zeigt, 
dass sie sich selbst den Unfallhergang dannzumal nicht erklären konnte. Der Zeu-
ge bestätigte, dass die Privatklägerin total unter Schock gestanden habe (RG 
act. 35 Antwort auf Frage 17). Die chronologisch erste Schilderung des Unfallher-
gangs ist die E-Mail des Zeugen an die Privatklägerin. Die Schilderungen der Pri-
vatklägerin sind erst erfolgt, nachdem diese die E-Mail des Zeugen zur Kenntnis 
genommen hatte. Ob sie tatsächlich eigene Erinnerungen an den Unfall hat oder 
ob diese sich mit denjenigen des Zeugen decken, weil sie seine übernommen hat, 
lässt sich nicht mehr sagen. Ihre ersten Aussagen machte die Privatklägerin an-
lässlich der Einvernahme durch die Polizei in E._____ am 11. Januar 2021 (StA 
act. 5.11), also rund ein Jahr nach dem Unfallereignis. Die Übereinstimmung der 
Aussagen des Zeugen und der Privatklägerin kann unter diesen Umständen nicht 
ohne Weiteres als Kriterium für deren Glaubhaftigkeit dienen.

Der Unfall ereignete sich am 17. Januar 2020. Es wurde ein Unfallprotokoll durch 
den Rettungsdienst erstellt (StA act. 4.4). Am 16. April 2020 stellte die Privatkläge-
rin Strafantrag (StA act. 4.1). Die Staatsanwaltschaft tätigte Ermittlungen und er-
liess am 4. März 2021 einen Strafbefehl gegen den Beschuldigten (StA act. 1.13). 
Am 15. Juli 2021 (nach erfolgter Einsprache des Beschuldigten) beantragte die 
Privatklägerin die Einvernahme von F._____ als Zeugen (StA act. 4.7). Die 
Staatsanwaltschaft lehnte den Beweisantrag ab mit der Begründung, es erscheine 
nicht nachvollziehbar, dass nach so langer Zeit plötzlich ein Zeuge präsentiert 
werde (StA act. 4.9). Erst am 31. August 2021, als das Verfahren beim Regional-
gericht Plessur pendent war, reichte die Privatklägerin eine E-Mail von F._____ 
vom 19. Januar 2020 ein (RG act. 21). In der Tat ist es nicht nachvollziehbar, war-
um der Zeuge der Privatklägerin, der den Vorfall aus nächster Nähe beobachtet 
haben soll, erst so spät ins Verfahren eingebracht wurde. Dies gilt insbesondere 
für die E-Mail dieses Zeugen an die Privatklägerin, die bereits einen Tag nach 
dem Ereignis an sie versandt wurde. Dieser Verlauf ist bei der Beweiswürdigung 
zu berücksichtigen. Auch darf – entgegen der Vorinstanz – nicht gänzlich ausser 
Acht gelassen werden, dass es sich beim Zeugen nicht um eine komplett unbetei-

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ligte Drittperson handelte, sondern um ein Mitglied der Skischulgruppe, der auch 
die Privatklägerin angehörte (act. E.1 E. 3.5 unten; dazu Andreas Donatsch, in: 
Donatsch/Lieber/Summers/Wohlers [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung StPO, 3. Aufl., Zürich 2020, N 19 zu Art. 177 StPO).

Der Beschuldigte hat zwar ein Interesse daran, vom Vorwurf der fahrlässigen Kör-
perverletzung freigesprochen zu werden. Anders als die Vorinstanz anzunehmen 
scheint, kann aber auch ein eigenes, finanzielles Interesse der Privatklägerin am 
Ausgang des Verfahrens nicht gänzlich ausgeschlossen werden (vgl. act. E.1 
E. 3.5 unten).

Es lässt sich nicht ausschliessen, dass der Zeuge aufgrund der Heftigkeit des 
Sturzes der Privatklägerin – darüber, dass sie heftig stürzte, sind sich die Beteilig-
ten einig – darauf schloss, dass auch eine heftige Kollision hatte stattfinden müs-
sen (sogenannte Kausalattribution).

Wie nachstehend aufgezeigt wird, sind die Aussagen des Zeugen F._____ denn 
auch nicht widerspruchsfrei. 

6.2.2. Der Sturz

Der Sturz der Privatklägerin wird von allen Befragten ziemlich eindrücklich ge-
schildert: Die Privatklägerin sei nach Lösung der Bindung ca. 2 m weiter ge-
schleudert worden (Zeuge in E-Mail; RG act. 21). In einem gewissen Widerspruch 
dazu steht die spätere Aussage des Zeugen, sie (die Privatklägerin) sei unmittel-
bar durch die Kollision zu Fall gekommen, weder getaumelt, noch gefahren; sie sei 
direkt zu Boden gegangen (RG act. 35 Antwort auf Frage 15). Die Privatklägerin 
schilderte, es habe sie etwas aus den Skiern geholt/gehoben (StA act. 5.11 Ant-
wort auf Frage 1; RG act. 59 Antwort auf Frage 5.1). Der Beschuldigte äusserte, er 
habe an der Hinterkante seines Snowboards eine Berührung gespürt und als er 
zurückgeblickt habe, habe er gesehen, dass eine Skifahrerin hinter ihm durchge-
fahren sei und nach ein paar Metern zu Fall gekommen sei (StA act. 5.8 Antwor-
ten auf Fragen 11 und 40; StA act. 5.13 Antwort auf Ergänzungsfrage 2). Die Pri-
vatklägerin habe sich mehrmals überschlagen (StA act. 5.13 Antwort auf Ergän-
zungsfrage 2). Vor Regionalgericht erklärte der Beschuldigte, er habe eine feine 
Streifung an der Kante seines Bretts gespürt, habe nach unten geschaut und habe 
gesehen, dass eine Frau im Zuge gewesen sei, umzufallen. Sie habe sich einmal 
– bei der letzten Einvernahme sprach er noch von "mehrmals" – überschlagen und 
sei noch etwas auf dem Bauch gerutscht (RG act. 58 Antwort auf Frage 4.1). 

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Der Zeuge spricht also von "geschleudert", die Privatklägerin von "aus der Bin-
dung geholt/gehoben" und der Beschuldigte von "überschlagen". Damit sind die 
Aussagen in Bezug auf den Sturz ziemlich deckungsgleich.

6.2.3. Das Zustandekommen der Berührung

Das Zustandekommen der Berührung lässt sich anhand der Aussagen nicht ein-
deutig rekonstruieren. Privatklägerin und Beschuldigter wollten zum Schlepplift 
D._____-Tal. Einig sind sich die Befragten, dass der Beschuldigte (in Blickrichtung 
Tal) von rechts kam, "im 90-Grad-Winkel zu ihrer Laufrichtung" (Aussage des 
Zeugen; RG act. 35 Antwort auf Frage 4). Gemäss Zeuge sei der Beschuldigte 
von weiter oben am Hang gekommen, sei aber quer über die Piste gefahren, was 
einen gewissen Widerspruch beinhaltet (RG act. 35 Antwort auf Frage 22). Die 
Privatklägerin schilderte, sie habe während der Linkskurve im Augenwinkel etwas 
wahrgenommen. Die Aussagen lassen nicht eindeutig den Schluss zu, dass der 
Beschuldigte von weiter oben bzw. hinten kam. Die Aussagen des Zeugen deuten 
eher darauf hin, dass der Beschuldigte aus Sicht der Privatklägerin von der Seite 
kam. Beide Parteien, Privatklägerin und Beschuldigter, äusserten, sie seien im 
bzw. kurz vor der Kollision eine Linkskurve gefahren. Wenn die Privatklägerin in 
einer Linkskurve etwas im Augenwinkel wahrgenommen haben möchte, ist es 
nicht ausgeschlossen, dass der Beschuldigte sich unterhalb der Privatklägerin be-
fand.

Dem Beschuldigten wird von der Vorinstanz vorgeworfen, er habe die Privatkläge-
rin sowie die übrigen Personen der Skigruppe nicht gesehen (act. E.1 E. 3.5). 
Derselbe Vorwurf kann indes auch dem Zeugen und der Privatklägerin gemacht 
werden: Die Privatklägerin sagte zwar, sie habe "etwas" in ihrem Augenwinkel 
wahrgenommen (StA act. 5.11 Antwort auf Frage 1), für den Zeugen ist der Be-
schuldigte jedoch "wie aus dem Nichts aufgetaucht" (RG act. 35 Antwort auf Fra-
ge 4). Er habe den Beschuldigten Bruchteile vor der Kollision wahrgenommen (RG 
act. 35 Antwort auf Frage 25). Davon ausgehend, dass die Skifahrer "in kleinen 
Bögen" "talabwärts" fuhren, hätten sie die bessere Übersicht gehabt (RG act. 21). 
Zu berücksichtigen ist auch, dass der Beschuldigte die Sonne gegen sich hatte, 
was eine Blendung nicht ausschliesst (Foto RG act. 35). Jedenfalls kann ihm das 
Nicht-Sehen der Privatklägerin nicht allein zum Vorwurf gemacht werden. 

6.2.4. Die Kollision

Die Aussagen des Beschuldigten und diejenigen des Zeugen und der Privatkläge-
rin zum Zusammenprall gehen stark auseinander.

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Folgt man den Schilderungen der Privatklägerin und des Zeugen, kam der Be-
schuldigte von rechts, fuhr der Privatklägerin hinten über die Skier und hat sie mit 
seinem Oberkörper, dem Brustkörper, berührt. Wenn der Beschuldigte als Snow-
boardfahrer in "goofy"-Stellung (das heisst, mit dem rechten Fuss vorne; vgl. StA 
act. 5.13 Antwort auf Ergänzungsfrage 2; RG act. 58 Antwort auf Frage 4.4) von 
rechts herkommend, im 90-Grad Winkel zu ihrer Laufrichtung, der Privatklägerin 
hinten über die Skier gefahren sein soll, erscheint es unwahrscheinlich, dass er 
auch noch mit seinem Brustkörper an die Schulter der Privatklägerin kollidiert sein 
soll. Er müsste quasi um die Privatklägerin herumgefahren sein. Ein solches 
Manöver erscheint doch eher lebensfremd.

Gemäss Schilderung sowohl des Zeugen als auch der Privatklägerin hat ein hefti-
ger Zusammenprall des Beschuldigten mit der rechten Schulter der Privatklägerin 
zu deren Sturz geführt.

Die Privatklägerin und der Zeuge schliessen darauf, dass die Heftigkeit des Zu-
sammenpralls zur Kontusion an der rechten Schulter der Privatklägerin geführt 
habe (StA act. 5.11 Antwort auf Frage 5; RG act. 35 Antwort auf Frage 14). Dem 
schliesst sich das Regionalgericht an (act. E.1 E. 3.5 oben). Der Verteidigung 
kann beigepflichtet werden, als es sich hierbei um eine reine Mutmassung handelt, 
die nicht bewiesen ist (act. H.1 Rz. 50 ff.).

Wenn jedoch tatsächlich der Zusammenprall zu einer Kontusion an der rechten 
Schulter geführt haben soll, ist es umso unwahrscheinlicher, dass der Beschuldig-
te nicht stürzte. Der Zeuge äusserte sich diesbezüglich widersprüchlich: Zunächst 
sagte er, der Beschuldigte habe direkt im Anschluss (an den Unfall) wieder auf-
stehen können (RG act. 35 Antwort auf Frage 7), um danach zu Protokoll zuge-
ben, er könne nicht mehr wirklich sagen, ob er (der Beschuldigte) umgefallen sei 
(RG act. 35 Antwort auf Frage 14). Der Beschuldigte sagte demgegenüber kon-
stant aus, er sei nicht gestürzt, er habe ausgleichen können (StA act. 5.8 Antwort 
auf Frage 11; RG act. 58 Antwort auf Fragen 4.2, 4.3 und 4.8). Dies erscheint 
glaubhaft; zumindest lässt sich das Gegenteil nicht erstellen. Davon, dass der Be-
schuldigte nicht stürzte, geht im Übrigen auch die Vorinstanz aus (act. E.1 E. 3.6).

Dass eine lediglich leichte Kantenberührung einen Fall der Privatklägerin ausge-
schlossen hätte, muss nicht sein, kann doch ein Überkreuzen der Skier oder ein 
Verkanten durchaus zu einem Sturz führen (act. E.1 E. 3.5). Wie die Verteidigung 
zutreffend erwähnte, handelte es sich bei der Privatklägerin um eine Skischülerin 
(act. H.1 Rz. 55 ff.).

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7. Ergebnis

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sich anhand der vorhandenen 
Aussagen nicht klar erstellen lässt, dass der Beschuldigte – wie angeklagt – von 
hinten bzw. seitlich hinten kommend in die Privatklägerin hineinfuhr und in ihre 
Schulter prallte. Nach Würdigung der vorhandenen Beweismittel verbleiben unü-
berwindbare Zweifel, dass sich der Sachverhalt so wie angeklagt tatsächlich er-
eignet hat. Dementsprechend kann dem Beschuldigten auch kein pflichtwidriges 
Verhalten nachgewiesen werden und er ist in Anwendung des Grundsatzes "in 
dubio pro reo" vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 
Abs. 1 StGB zum Nachteil der Privatklägerin freizusprechen.

8. Kosten

8.1. Erste Instanz

8.1.1. Verfahrenskosten

Die Verfahrenskosten setzen sich aus den Gebühren zur Deckung des Aufwands 
und den Auslagen im konkreten Straffall zusammen (Art. 422 Abs. 1 StPO). Fällt 
die Rechtsmittelinstanz, wie vorliegend, selbst einen Entscheid, so befindet sie 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Wird der Beschuldigte freigesprochen, gehen die Kosten grundsätzlich zu-
lasten des Staates (Art. 426 Abs. 1 StPO e contrario i.V.m. Art. 423 StPO). Es be-
steht vorliegend kein Anlass, von dieser Grundregel abzuweichen. Die Untersu-
chungskosten von CHF 2'505.00 und die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens 
von CHF 5'000.00 sind entsprechend vom Kanton Graubünden (Staatsanwalt-
schaft bzw. Regionalgericht Plessur) zu tragen.

8.1.2. Entschädigung

Die beschuldigte Person, die freigesprochen wird, hat Anspruch auf Entschädi-
gung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte 
(Art. 429 Abs. 1 lit a StPO). Obsiegt die beschuldigte Person bei Antragsdelikten 
im Schuldpunkt, so kann die Privatklägerschaft zum Ersatz dieser Kosten ver-
pflichtet werden (Art. 432 Abs. 2 StPO).

Das Gericht geht bei der Festsetzung der Entschädigung grundsätzlich vom Be-
trag aus, welcher von der entschädigungsberechtigten Partei für die anwaltliche 
Vertretung in Rechnung gestellt wird, soweit namentlich die Aufwendungen ange-
messen sind und ein üblicher Stundenansatz vereinbart worden ist (Art. 2 Abs. 2 

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Honorarverordnung [HV; BR 310.250]). Dabei gilt ein Stundenansatz zwischen 
CHF 210.00 und CHF 270.00 als üblich (Art. 3 Abs. 1 HV). Sofern keine Honorar-
vereinbarung nachgewiesen wird, ist die Entschädigung praxisgemäss auf Basis 
des mittleren Stundenansatzes von CHF 240.00 zu berechnen (vgl. KGer GR SK1 
16 21 v. 2.11.2016 E. 6.b und SK1 14 18 v. 12.11.2014 E. 20b m.w.H.). Die 
Bemühungen des Anwaltes müssen im Umfang den Verhältnissen entsprechen, 
d.h. sachbezogen und angemessen sein. Die Verteidigungskosten müssen mithin 
in einem vernünftigen Verhältnis zur Komplexität bzw. Schwierigkeit des Falles 
und zur Wichtigkeit der Sache stehen. Unnötige und übersetzte Kosten sind nicht 
zu entschädigen, wobei auf die Verhältnisse im Zeitpunkt des Verteidigerbeizugs 
abgestellt werden muss (Stefan Wehrenberg/Frank Friedrich, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar Schweizerische Strafprozessord-
nung/Jugendstrafprozessordnung, 2. Auflage, Basel 2014, N 15 zu Art. 429 StPO; 
Yvona Griesser, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweize-
rischen Strafprozessordnung [StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N 4 zu Art. 429 StPO; 
Franz Riklin [Hrsg.], StPO-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2014, N 3 zu Art. 429 
StPO; KGer GR SK1 19 26 v. 19.8.2021 E. 6.1; SK1 18 12 v. 15.10.2018 E. 3.2).

Rechtsanwältin Mauerhofer hat für ihre Bemühungen im vorinstanzlichen Verfah-
ren insgesamt 56,66 Stunden zu einem Stundenansatz von CHF 280.00 in Rech-
nung gestellt (zzgl. Spesen von CHF 294.20 und 7,7 % Mehrwertsteuer; RG 
act. 61).

An der Honorarnote von Rechtsanwältin Mauerhofer fällt auf, dass diese insge-
samt 345 Minuten für Telefonate bzw. SMS mit ihrem Klienten geltend macht. Die-
ser Aufwand erscheint übermässig und ist auf insgesamt 120 Minuten zu kürzen. 
Weiter entfielen gemäss Honorarnote insgesamt 665 Minuten Aufwand auf Akten-
studium. In Anbetracht des überschaubaren Umfangs der Akten erscheint auch 
dies übermässig und der zu entschädigende Aufwand für Aktenstudium im vor-
instanzlichen Verfahren ist auf 360 Minuten zu kürzen. Für die Ausarbeitung des 
Plädoyers hat Rechtsanwältin Mauerhofer zusätzlich zum separat erfassten Ak-
tenstudium 720 Minuten ausgewiesen; 480 Minuten sind jedoch im Hinblick auf die 
Komplexität des Falles angemessen. Der geschätzte Stundenaufwand für die 
Hauptverhandlung vor Regionalgericht ist auf die effektive Zeit um 45 Minuten zu 
kürzen. Zuletzt ist die Position vom 3. August 2021 (30 Minuten für "ZK Überwei-
sung STA an das Gericht inkl. Akten") auf dafür genügende 10 Minuten zu kürzen. 
Insgesamt ist der gesamte aufgeschriebene Aufwand gemäss Honorarnote vom 
7. Juni 2022 um 835 Minuten zu kürzen. Es verbleibt ein für das erstinstanzliche 
Verfahren angemessen erscheinender Verteidigungsaufwand von 42 Stunden. 

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Der Stundenansatz ist nach oben genannter Praxis des Kantonsgerichts auf 
CHF 240.00 zu kürzen, da keine Honorarvereinbarung vorgelegt wurde. Insge-
samt ist der Beschuldigte somit für das erstinstanzliche Verfahren vor Regionalge-
richt Plessur mit CHF 11'366.85 (42 Stunden à CHF 240.00 zzgl. Spesen 
CHF 294.20 und Mehrwertsteuer 7,7%) zu Lasten des Kantons Graubünden zu 
entschädigen.

8.2. Berufungsverfahren

8.2.1. Kosten

Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Durch die Beteiligung am 
Verfahren, namentlich durch das Stellen von Anträgen, übernimmt die Privatklä-
gerschaft ein Kostenrisiko (vgl. BGE 138 IV 248 E. 5.3). Bei Antragsdelikten kön-
nen die Verfahrenskosten der Privatklägerschaft auferlegt werden, wenn die be-
schuldigte Person freigesprochen wird und soweit sie nicht nach Art. 426 Abs. 2 
StPO kostenpflichtig ist (Art. 427 Abs. 2 StPO).

Der Beschuldigte obsiegt mit seiner Berufung vollumfänglich. Ihm sind keine Kos-
ten aufzuerlegen. Die Privatklägerin hat mit Eingabe vom 2. August 2023 den An-
trag gestellt, das erstinstanzliche Urteil sei zu bestätigen und die Berufung sei ab-
zuweisen (act. A.4). Mit Gutheissung der Berufung und Freispruch des Beschul-
digten unterliegt die Privatklägerin mit ihren Anträgen. Gestützt auf Art. 428 Abs. 1 
StPO und Art. 427 Abs. 2 StPO sind vorliegend die Kosten des Berufungsverfah-
rens – welche auf CHF 4'000.00 festgesetzt werden (Art. 7 Abs. 1 VGS 
[BR 350.210]) – der Privatklägerin zur Hälfte aufzuerlegen.

8.2.2. Entschädigung

Im Bereich der Antragsdelikte kann die Privatklägerschaft verpflichtet werden, der 
beschuldigten Person die Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer 
Verfahrensrechte zu ersetzen, wenn die beschuldigte Person im Schuldpunkt ob-
siegt (Art. 432 Abs. 2 StPO). Diese Bestimmung gilt auch für die entsprechende 
Entschädigung im Rechtsmittelverfahren (Art. 436 Abs. 1 StPO). Sie ist dispositi-
ver Natur ("kann"). Da die Privatklägerin ihren Wohnsitz im Ausland hat, könnte es 
für den Beschuldigten mit Schwierigkeiten verbunden sein, seinen Entschädi-
gungsanspruch erhältlich zu machen. Die Entschädigung für die Verteidigungskos-
ten des Beschuldigten im Berufungsverfahren ist deshalb dem Kanton Graubün-
den (Kantonsgericht) aufzuerlegen.

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Wie oben erwähnt sieht das Gesetz eine Entschädigung ausdrücklich nur für die 
angemessene Ausübung der Verfahrensrechte vor (E. 8.1.2).

Die private Verteidigerin, Rechtsanwältin Mauerhofer, weist mit ihrer Honorarnote 
vom 3. August 2023 einen Zeitaufwand von 24,58 Stunden für das Berufungsver-
fahren aus (act. G.2). Davon entfallen insgesamt 735 Minuten auf die Arbeiten am 
Plädoyer. In Anbetracht der Schwierigkeit des Falles und der Tatsache, dass die 
Verteidigerin bereits vor Erstinstanz mandatiert war, erscheinen 480 Minuten für 
die Ausarbeitung des zweitinstanzlichen Plädoyers als angemessen. Der ge-
schätzte Zeitaufwand für die Hauptverhandlung (240 Minuten) ist auf die effektive 
Dauer von 90 Minuten, mithin um 150 Minuten, zu kürzen. Die Position vom 
28. Juni 2022 für das Studium Urteilsdispositiv, Sprachnachrichten und SMS mit 
Klient erscheint mit 45 Minuten übermässig und wird um 25 Minuten gekürzt. 
Ebenso wird die Position vom 26. Juli 2022 (10 Minuten für SMS mit Klient) gestri-
chen. Insgesamt beträgt der für das Berufungsverfahren angemessen erscheinen-
de und effektiv zu entschädigende Zeitaufwand 17,25 Stunden (1035 Minuten). 
Dieser Zeitaufwand multipliziert mit einem Stundenansatz von CHF 240.00 ergibt 
einen Honoraranspruch von CHF 4'140.00. Hinzu kommen Spesen von 
CHF 134.60 und die Mehrwertsteuer von 7,7 %. Das ergibt eine Parteientschädi-
gung zu Gunsten des Beschuldigten im Umfang von CHF 4'603.75. 

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Demnach wird erkannt:

1. A._____ wird vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung gemäss 
Art. 125 Abs. 1 StGB freigesprochen.

2. Die Untersuchungskosten von CHF 2'505.00 gehen zulasten des Kantons 
Graubünden (Staatsanwaltschaft).

3. Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens von CHF 5'000.00 gehen zu-
lasten des Kantons Graubünden (Regionalgericht Plessur).

4. A._____ wird für das erstinstanzliche Verfahren zulasten des Kantons 
Graubünden (Regionalgericht Plessur) mit CHF 11'366.85 (inkl. Spesen und 
MwSt.) entschädigt.

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von CHF 4'000.00 gehen je zur Hälfte 
zulasten von B._____ und des Kantons Graubünden (Kantonsgericht).

6. A._____ wird für das Berufungsverfahren zulasten des Kantons Graubün-
den (Kantonsgericht) mit CHF 4'603.75 (inkl. Spesen und MwSt.) entschä-
digt.

7. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

8. Mitteilung an: