# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1bbd0378-d0e7-5c50-b0f4-6a4c5285efdc
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-18
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 18.12.2012 IV 2011/13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2011-13_2012-12-18.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2011/13

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.06.2020

Entscheiddatum: 18.12.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 18.12.2012
Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Würdigung medizinisches Gutachten. 
Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Bemessung des 
Invalideneinkommens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 18. Dezember 2012, IV 2011/13).

Entscheid Versicherungsgericht, 18.12.2012

Präsidentin Lisbeth Mattle Frei, a.o. Versicherungsrichterin Gertrud Condamin-Voney,

a.o. Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiber Marc Giger

Entscheid vom 18. Dezember 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Kreso Glavas, Haus zur alten Dorfbank, 

9313 Muolen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   A.___ war als angelernter Metallarbeiter bei der B.___ AG tätig, als er am 1. 

August 2003 als Lenker eines Motorrads mit einem Fahrradfahrer kollidierte (act. G 

4.2 / 1). Dr. med. C.___, FMH für Chirurgie, diagnostizierte am 4. August 2003 eine 

Meniskusläsion, offene Wunden am Oberschenkel, Fuss und Vorderarm sowie 

Frakturen der Rippen 5 und 6 (act. G 4.2 / 4). Eine Kernspintomographie des rechten 

Knies vom 7. August 2003 ergab einen medialen Meniskusriss, eine 

Fibulaköpfchenfraktur, eine osteochondrale Läsion der Patella sowie Mikrofrakturen 

(act. G 4.2 / 3). Am 16. September 2003 erfolgte in der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie, Kantonsspital Z.___, eine Arthroskopie und Teilmeniskektomie am rechten 

Knie bei einer diagnostizierten ausgeprägten Femoropatellararthrose und medialen 

Meniskusläsion am Hinterhorn rechts (act. G 4.2 / 7). Im postoperativen Verlauf kam es 

zu einer rezidivierenden Ergussbildung im rechten Kniegelenk (act. G 4.2 / 12). Am 15. 

Dezember 2003 wurde in der Klinik Y.___ eine weitere Arthroskopie am rechten Knie 

mit medialer Restmeniskektomie sowie Chondroplastik des lateralen Femurcondyls 

durchgeführt (act. G 4.2 / 19). Ab 19. Januar 2004 nahm der Versicherte die Arbeit bei 

der B.___ AG in einem 50% und ab 9. Februar 2004 in einem vollen Pensum wieder auf 

(act. G 4.2 / 27,28). Eine ambulante Untersuchung in der Klinik für Orthopädische 

Chirurgie im Kantonsspital Z.___ vom 29. April 2004 ergab die Diagnose einer 

Skaphoidpseudarthrose bei Zustand nach Motorradunfall August 2003 mit akuten 

Handgelenksschmerzen (act. G 4.2 / 29). Am 21. Juli 2004 wurde eine 

Handgelenksarthroskopie mit Skaphoidresektion und Mediokarpalarthrodese sowie 

Neurotomie des Nervus interosseus posterior rechts durchgeführt (act. G 4.2 / 36,37). 

Nach dem operativen Eingriff bestand eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (act. G 4.2 / 

36). Ab 1. Dezember 2004 wurde die Arbeitsfähigkeit des Versicherten für eine 

angepasste Tätigkeit auf 25% - bei einer Präsenzzeit von 50% - festgelegt (act. G 4.2 

69, 71). Kreisarzt Dr. med. D.___ hielt am 15. Februar 2005 (act. G 4.2 / 84) fest, dass 

bezüglich der rechten Hand eine leichte körperliche Arbeit bei voller Präsenz unter 

bestimmten Einschränkungen zumutbar sei. Beim aktuell günstigen Kniebefund rechts 

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bestünden praktisch keine Einschränkungen. Eine Fortsetzung der ärztlichen 

Behandlung bringe zurzeit keine wesentliche Verbesserung. Der dauernde und 

erhebliche Integritätsschaden bezüglich der rechten Hand wurde von Dr. D.___ auf 

10% festgelegt (act. G 4.2 / 85). Der Befund bezüglich des rechten Knies rechtfertige 

keine Integritätsentschädigung. Allfällige HWS- und ORL-Probleme (Oto-Rhino-

Laryngologie) seien nicht unfallkausal (zum Ganzen vgl. Fremdakten act. G 4.2 bzw. 

Urteil des Versicherungsgerichts vom 25. März 2008, UV 2007/77 E. A.a).

A.b   Mit Verfügung vom 24. Juni 2005 eröffnete die Suva dem Versicherten, für die 

verbliebene Beeinträchtigung aus dem Unfall vom 1. August 2003 stehe ihm ab 1. Juni 

2005 eine Invalidenrente aufgrund eines IV-Grads von 18 % und eine 

Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 10 % zu. Die gegen diese 

Verfügung erhobene Einsprache wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 22. Mai 

2007 (act G 4.2 / 154) ab. Eine gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde des 

Versicherten wurde vom Kantonalen Versicherungsgericht mit Urteil vom 25. März 2008 

abgewiesen (Verfahren UV 2007/77). Dieses Urteil ist unangefochten in Rechtskraft 

erwachsen.

B.     

B.a   Die B.___ AG löste das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten per Ende Januar 

2005 auf (IV-act. 15). Der Versicherte meldete sich am 21. Februar 2005 zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung an (IV-act. 1; eine weitere Anmeldung 

erfolgte offenbar irrtümlich am 26. September 2007 [IV-act. 35 f.]). Dr. C.___ stellte in 

seinem Arztbericht vom 4. März 2005 zuhanden der kantonalen IV-Stelle folgende 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: St. n. mediokarpaler Arthrodese 

Handgelenk rechts; Femoro-patellär Arthrose und St. n. medialer Teilmeniskektomie 

Knie rechts. Als Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nannte er eine 

arterielle Hypertonie. Bezüglich der zuletzt ausgeübten Tätigkeit habe vom 21. Juli bis 

30. November 2004 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden; seit 1. Dezember 

2004 bis auf weiteres eine solche von 75 % (IV-act. 10). Am 2. Mai 2007 wurde der 

Versicherte im Auftrag des Krankenversicherers in der Klinik X.___ untersucht. Der 

Bericht vom 29. Mai 2007 führt als Diagnosen auf: Hochgradiger Verdacht auf 

manifeste koronare Herzerkrankung mit z.T. typischer retrosternaler Angina pectoris 

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CCS II bei kardiovaskulärem Risikoprofil; ausgeprägte Bauchaortensklerose; 

mittelgradige Depression (Dr. I.___); ausgeprägte linkskonvexe Skoliose der unteren 

BWS mit osteochondrotischen Veränderungen mit ausgeprägten Myogelosen, vor 

allem paravertebral rechts, mit konsekutiven Hals- und Kopfschmerzen? und 

Unfallfolgen. Die bisherige Tätigkeit sei dem Versicherten nicht mehr zumutbar. 

Inwiefern eine leidensangepasste Tätigkeit zumutbar sei, sei noch nicht ausreichend 

geklärt (IV-act. 32).

B.b   Die IV-Stelle veranlasste im Dezember 2007 eine interdisziplinäre Abklärung durch 

die MEDAS (IV-act. 41). Der Versicherte wurde vom 19. bis 20. Februar 2008 sowie am 

4. März 2008 begutachtet. Es wurde ein rheumatologisches Konsilium durch Dr. med. 

E.___, Rheumatologie FMH, ein kardiologisches Konsilium durch Dr. med. F.___, 

Kardiologie FMH, sowie ein psychiatrisches Konsilium durch Dr. med. G.___, 

Spezialarzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, durchgeführt. Das Gutachten vom 

16. Mai 2008 hält fest, sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als angelernter 

Metallarbeiter als auch in der früher ausgeübten als angelernter Bauspengler betrage 

die Arbeitsfähigkeit 0 %. In einer der verminderten Belastbarkeit der rechten Hand und 

des rechten Knies angepassten Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt 

(IV-act. 49-39).

B.c   Mit Vorbescheiden vom 26. Juni 2008 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er 

habe weder Anspruch auf eine Rente noch auf berufliche Massnahmen (IV-act. 54ff.). 

Dagegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Josef Jacober, am 

27. August bzw. 26. September 2008 Einwand. Er beantragte berufliche Massnahmen, 

eventuell ergänzende medizinische Abklärungen. Er machte geltend, das MEDAS-

Gutachten habe ausdrücklich berufliche Massnahmen empfohlen. Ausserdem hätten 

sich seine Kniebeschwerden seither verschlimmert (IV-act. 61 und 65). Die IV-Stelle 

veranlasste am 14. November 2008 gemäss einer Empfehlung des Regionalen Ärzt­

lichen Dienstes (in der Folge: RAD) die Einholung eines Verlaufsberichts von Dr. H.___. 

In dem Verlaufsbericht vom 18. Dezember 2008 attestiert Dr. H.___ dem Versicherten 

eine Verschlechterung des Gesundheitszustands. Eine Tätigkeit, welche vorwiegend 

sitzend ausgeübt werde, könnte dem Patienten zugemutet werden. Bei einer 

vorwiegend sitzenden Tätigkeit bestünde keine verminderte Leistungsfähigkeit. Wohl 

kaum mehr möglich sei eine körperlich belastende Tätigkeit, welche längeres Stehen 

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bzw. Gehen erfordere und gegebenenfalls mit dem Tragen von Lasten verbunden wäre 

(IV-act. 68-3 ff.). Der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 5. Januar 2009 fest, 

aufgrund des Verlaufsberichts sei festzuhalten, dass in einer adaptierten Tätigkeit keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit bestehe (IV-act. 70). Die IV-Stelle verfügte am 12. 

November 2009 gemäss den Vorbescheiden (IV-act. 76 ff.). Der Versicherte, vertreten 

durch Rechtsanwalt Jacober, erhob am 11. Dezember 2009 Beschwerde betreffend die 

Invalidenrente und legte dieser einen Arztbericht von Dr. I.___ bei. Der Bericht erwähnt 

die Diagnosen mittel- bis schwergradige depressive Störung mit Beziehungsideen; 

Anpassungsstörung mit gemischter Störung von Gefühlen und Sozialverhalten nach 

einem Motorradunfall mit Schädel-Hirn-Trauma und körperlichen Verletzungen sowie 

einem danach folgenden postcomotionellen Syndrom; chronifiziertes Schmerzsyndrom 

(IV-act. 80, 81). Der RAD empfahl am 4. Januar 2010 die Einholung eines 

Verlaufsgutachtens (IV-act. 88). Die IV-Stelle widerrief am 5. Januar 2010 die Verfügung 

vom 12. November 2009 (IV-act. 86). Das kantonale Versicherungsgericht schrieb das 

eingeleitete Beschwerdeverfahren am 14. Januar 2010 als gegenstandslos ab (IV-act. 

98).

B.d   Die IV-Stelle gab am 8. Januar 2010 bei der MEDAS ein Verlaufsgutachten in 

Auftrag (IV-act. 96). Der Versicherte wurde am 28. und 30. Juni 2010 begutachtet. Es 

wurde ein rheumatologisches Konsilium durch Dr. med. J.___, Facharzt FMH 

Rheumatologie, und ein psychiatrisches Konsilium durch Dr. med. K.___, FMH 

Psychiatrie Psychotherapie, durchgeführt. Das Gutachten vom 15. September 2009 

hält fest, in der seit dem letzten MEDAS-Gutachten aufgenommenen selbständig 

erwerbenden Tätigkeit als Chauffeur für Personal- und Materialtransporte sei aufgrund 

der rheumatologischen Befunde eine medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 

60 % gegeben. Eine körperlich leichte, vorwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeit unter 

Entlastung der rechten Hand sei dem Versicherten ganztags ohne Leistungseinbusse 

entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 100 % zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in welcher Tätigkeit auch immer gegeben. 

Berufliche Massnahmen seien nicht angezeigt. Der Versicherte sei in der Zwischenzeit 

selbstständig Erwerbender und gehe mit seinen Ressourcen optimal um. Dabei könne 

er seine berufliche Aktivität jederzeit selber steigern (IV-act. 104-21).

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B.e   Die IV-Stelle stellte dem Versicherten am 20. Oktober 2010 die Abweisung des 

Leistungsbegehrens in Aussicht (IV-act. 108). Dagegen erhob der Versicherte, vertreten 

durch Rechtsanwalt Kreso Glavas, am 24. November 2010 Einwand. Er machte 

geltend, aus dem Verlaufsgutachten sei ersichtlich, dass sich die medizinische 

Situation mindestens bezüglich Progredienz des Knieleidens verschlimmert habe. Es 

sei ihm eine halbe Rente zuzusprechen (IV-act. 110).

B.f    Die IV-Stelle verfügte am 26. November 2010 im Sinn des Vorbescheids (IV-act. 

111).

C.     

C.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich vorliegende Beschwerde des Versicherten, 

vertreten durch Rechtsanwalt Glavas, vom 10. Januar 2011. Unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge beantragt er, es sei die Verfügung vom 26. November 2010 

aufzuheben und es sei ihm eine halbe Rente zuzusprechen. Eventualiter sei der 

angefochtene Entscheid aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine 

neue Begutachtung samt Abklärung der Erwerbssituation in Auftrag zu geben. Zur 

Begründung lässt der Versicherte ausführen, das dem Entscheid zugrunde liegende 

Verlaufsgutachten sei nicht schlüssig und ungenügend. So würden sich die Begriffe 

leichte, vorwiegend im Sitzen ausgeübte Tätigkeit unter Entlastung der rechten 

dominanten Extremität (die für jede Tätigkeit von entscheidender Bedeutung sei), nicht 

mit der Schlussfolgerung vertragen, dass die Tätigkeit vollumfänglich und ohne 

Leistungseinbusse zu 100 % zumutbar sei. Auch könne die "Restarbeitsfähigkeit" nie 

100 % betragen. Erst recht erweise sich das Gutachten als widersprüchlich, weil 

einerseits festgehalten werde, dass die Limitierung betreffend Progredienz des 

Knieleidens sich hauptsächlich in der selbständig ausübenden Resterwerbstätigkeit als 

Chauffeur niederschlage (S. 19), es aber dann auf S. 21 heisse, dass der 

Beschwerdeführer sich in der Zwischenzeit als selbständigerwerbender Chauffeur 

optimal eingegliedert habe. Entweder wirkten sich die Limitationen in seinem Beruf als 

Chauffeur limitierend aus oder habe er sich optimal eingegliedert. Beides könne nicht 

stimmen. Unverständlich sei weiter, dass nicht weniger als 18 Beschwerdearten ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit sein sollen. Die Mediziner hätten sich nicht 

genügend mit der medizinischen Problematik auseinandergesetzt. In Bezug auf das 

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Valideneinkommen sei nicht nachvollziehbar, dass dieses Fr. 57'881.-- betragen soll, 

nachdem für die Jahre 2000 und 2001 ein Verdienst von Fr. 57'925.-- bzw. Fr. 

57'783.-- ausgewiesen sei. Es sei hier die Teuerung nicht einberechnet worden. Auch 

sei zu beachten, dass er im Jahr 2004 eine Lohnerhöhung von Fr. 40.-- gehabt habe. 

Es sei die Arbeitgeberin anzufragen, welchen Lohn er heute verdienen würde, wenn er 

gesund geblieben wäre. Vorsorglich sei das Valideneinkommen auf mindestens Fr. 

60'000.-- festzusetzen. Sollte er tatsächlich so wenig verdient haben, würde sich auch 

die Frage der Parallelisierung von Validen- und Invalideneinkommen stellen. Ebenfalls 

werde die Berechnung des Invalideneinkommens bestritten. Der Invaliditätsgrad könne 

nicht identisch sein mit jenem, welcher der Rente von der Unfallversicherung zugrunde 

liege, da zusätzliche und unfallfremde Beschwerden mitzuberücksichtigen seien. 

Ausserdem hätte ein Leidensabzug vorgenommen werden müssen aufgrund des 

erhöhten Pausenbedarfs sowie der medizinischen Behandlungen, die weiterhin 

erforderlich seien. Im Übrigen sollte auch für den Fall, dass das Gutachten zum vollen 

Wert genommen würde, das aktuelle Einkommen als Selbständigerwerbender 

anerkannt werden. Es seien hier die aktuellen Buchhaltungs- und Steuerzahlen 

heranzuziehen (act. G 1).

C.b   Am 10. Februar 2011 reichte die Beschwerdegegnerin ihre Beschwerdeantwort 

ein. Darin beantragt sie, die Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung führt sie 

aus, die beiden MEDAS-Gutachten seien ausführlich abgefasst und deren 

Schlussfolgerungen zusammen mit der Arbeitsfähigkeitsschätzung erschienen als 

begründet. Die objektivierbaren somatischen Leiden des Beschwerdeführers seien bei 

der Arbeitsfähigkeitsschätzung ausreichend berücksichtigt worden. Unzutreffend sei, 

dass die MEDAS behaupte, der Beschwerdeführer sei in seiner aktuellen Tätigkeit als 

Chauffeur optimal eingegliedert. Vielmehr werde im 2. MEDAS-Gutachten (S. 21) einzig 

ausgeführt, der Beschwerdeführer gehe mit seinen Ressourcen optimal um. Er könne 

seine berufliche Aktivität jederzeit selber steigern. Damit wolle die MEDAS offenbar 

zum Ausdruck bringen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der selbständigen 

Erwerbstätigkeit als Chauffeur es selbst in der Hand habe, sein Arbeitspensum zu 

bestimmen. Der Beschwerdeführer zeige nicht auf, inwiefern die von der MEDAS 

vorgenommene Arbeitsfähigkeitsschätzung rechtsfehlerhaft sein soll. Es sei somit in 

einer adaptierten Tätigkeit von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. In Bezug auf 

die Berechnung des Valideneinkommens sei auf das im Jahr 2002 erzielte 

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Erwerbseinkommen abzustellen. Dieses habe Fr. 57'733.-- betragen. Bei der 

Festlegung des Invalideneinkommens sei zu beachten, dass der Beschwerdeführer mit 

seiner Tätigkeit als Chauffeur keine zumutbare Erwerbstätigkeit im Sinn von Art. 16 

ATSG ausübe. Dieses Einkommen könne somit nicht massgebend sein, sondern es 

seien die LSE-Tabellen des Bundesamts für Statistik heranzuziehen. Als Hilfsarbeiter 

stünden dem Beschwerdeführer eine Vielzahl von Stellen im Produktions- und 

Dienstleistungssektor offen. Gemäss der einschlägigen LSE-Tabelle errechne sich für 

das Jahr 2002 ein Betrag von Fr. 57'008.--. Es rechtfertige sich ausserdem ein 

Leidensabzug von 15 %. Das Invalideneinkommen betrage somit Fr. 48'457.--, woraus 

ein Invaliditätsgrad von 16 % resultiere. Demzufolge sei der Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente zu Recht verneint worden (act. G 4).

C.c   Mit Replik vom 16. Februar 2011 weist der Beschwerdeführer erneut darauf hin, 

es sei nicht schlüssig, dass ein Mensch, der keine höhergradige Ausbildung genossen 

habe, und bei dem die obere rechte und dominante Extremität betroffen sei, in der 

Lage sein soll, eine Tätigkeit ohne Leistungseinbusse durchzuführen, denn selbst die 

Sortiertätigkeiten, welche die Beschwerdegegnerin für zumutbar erkläre, benötigten 

den Einsatz beider Hände. Dies gelte erst recht mit Blick darauf, dass nur leichte, im 

Sitzen zu verrichtende Arbeit möglich sei. Die Einschätzung der Gutachter über die 

vielen Diagnosen, die als solche ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit beurteilt 

würden, könne nicht zutreffen, weil es sich dabei um keine Bagatellleiden handle. So 

seien Nacken- und Rückenbeschwerden in aller Regel erwerbsfähigkeitsmindernd, 

insbesondere bei Sortier- oder Kontrolltätigkeiten. Hinzu komme, dass nicht einmal alle 

Beschwerden aufgezählt seien, wie z.B. die Hochtonschwerhörigkeit. Gesamthaft sei 

ein Leidensabzug von 15 % zu gering und nicht angemessen; es sei ein Abzug von 25 

% zu gewähren. Des Weiteren werde der Widerspruch betreffend optimaler Einsatz als 

Chauffeur durch das Schönreden der Beschwerdegegnerin nicht aus der Welt 

geschaffen. Wenn die Beschwerdegegnerin im Übrigen der Ansicht sei, er sei 

ungenügend eingegliedert, müsste sie ihn diesbezüglich unterstützen. In diesem Sinn 

würden berufliche Massnahmen beantragt. Er biete dafür die volle Mitwirkung an (act. 

G 7).

C.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 10).

Erwägungen:

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1.      

1.1    Zwischen den Parteien ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers streitig.

1.2    Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 E. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

der streitigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt abzustellen ist (BGE 121 V 366 E. 

1b), sind für den bis 31. Dezember 2007 verwirklichten Sachverhalt die altrechtlichen, 

danach die bis 31. Dezember 2011 geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden. 

Die am 1. Januar 2012 in Kraft getretene IV-Revision 6A ist für dieses Verfahren nicht 

von Bedeutung.

1.3    Nach aArt. 28 Abs. 1 IVG (heute Art. 28 Abs. 2 IVG) besteht der Anspruch auf eine 

ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf 

eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Nach aArt. 29 Abs. 1 entsteht der Rentenanspruch frühestens in dem Zeitpunkt, in dem 

die versicherte Person mindestens zu 40 % bleibend erwerbsunfähig geworden ist (lit. 

a) oder während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens zu 40 % arbeitsunfähig gewesen war (lit. b). Nach der ab 1. Januar 2008 

geltenden Regelung entsteht ein Anspruch nur noch nach der zweiten Variante (Art. 28 

Abs. 1 IVG). Zusätzlich muss eine Karenzzeit von sechs Monaten seit Anmeldung 

bestanden werden (Art. 29 Abs. 1 IVG).

1.4    Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von 

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Amtes wegen festzustellen und demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel 

eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für 

die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2.      

2.1    Das rheumatologisch-psychiatrisch-kardiologische Gutachten vom 16. Mai 2008 

führt folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf: Schmerzhafte 

Funktionseinbusse der rechten Hand; leichtgradige Gonarthrose und 

Femoropatellararthrose rechts. Bei den Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert, sind genannt: Verarbeitungsstörung nach 

Unfall im August 2003 (ICD-10: F54); kardiovaskuläre Risikofaktoren; Kopfschmerzen 

vom Spannungstyp; funktionelle extrakardiale Thoraxschmerzen; Tinnitus beidseits; 

Hochtonsenke C5 beidseits wahrscheinlich lärmbedingt; rezidivierende "Drop-attacks" 

mit Schwindel und vegetativer Symptomatik (MRI Schädel unauffällig 31.01.2008); 

Gastritis im Antrum und distalem Corpus ventriculi (Endoskopie 20.07.2007); 

Blepharitis beidseits unklarer Genese. Sowohl in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

angelernter Metallarbeiter als auch in der früher ausgeübten als angelernter 

Bauspengler betrage die Arbeitsfähigkeit 0 %. In einer anderen Tätigkeit bestehe 

aufgrund der verminderten Belastbarkeit der rechten Hand folgendes 

Zumutbarkeitsprofil: Leichte körperliche Arbeit, keine Schläge, keine Vibrationen, kein 

Heben und Tragen schwerer Gewichte von über 8-10 kg über grössere Strecken, keine 

kraftaufwändigen Drehbewegungen gegen Widerstand über längere Zeit; Feinarbeiten 

seien praktisch unbeschränkt möglich. Belastungsprofil bezüglich des rechten Knies: 

Arbeiten ohne längeres Kauern und Knien, ohne regelmässiges Besteigen von Leitern 

und Treppen. Unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen sei eine Tätigkeit zeitlich 

uneingeschränkt und ohne zusätzliche Leistungseinschränkung zumutbar (IV-act. 

49-38f.). Das am 15. September 2010 erstattete Verlaufsgutachten nennt als Diagnosen 

mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit: Chronische, 

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schmerzhafte Funktionseinbusse der rechten Hand; progrediente, aktuell aktivierte 

Trikompartimentgonarthrose rechts; Status nach Arthroskopie und Restmeniskektomie 

medial am 15.12.2003. Unter den Diagnosen ohne wesentliche Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit, aber mit Krankheitswert sind aufgelistet: Unspezifische Nacken- und 

Rückenschmerzen; Fersenschmerzen rechtsbetont ohne adäquates klinisches Korrelat; 

chronisches Schmerzsyndrom mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F 

45.41); leichte depressive Episode (ICD-10: F 33.0); chronische 

Spannungskopfschmerzen; Tinnitus beidseits; Hochtonsenke C5 beidseits; arterielle 

Hypertonie; Hypercholesterinanämie und Triglyzeridämie; viszerale Adipositas BMI 

34.0; koronare Atheromatose; pathologische Blutzuckerwerte möglich; Hyperurikämie; 

Bloating-syndrome; Helikobakter-Gastritis (11.06.2010); deutliche Divertikulitis 

(Ileokoloskopie 16.06.2010); Unverträglichkeit von Nikotinsäure anamnestisch; 

obstruktives Schlafapnoesyndrom möglich. Zusammenfassend sei es zu einer 

Verschlechterung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit aufgrund der 

Progredienz des Knieleidens rechts gekommen. Dies schlage sich vorwiegend in der 

aktuell ausgeübten Tätigkeit als selbständig erwerbender Chauffeur nieder. In einer 

adaptierten, körperlich leichten Tätigkeit sei von einer quantitativ unveränderten vollen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen, allerdings neu mit der qualitativen Einschränkung, dass 

es sich nun um eine vorwiegend sitzende Tätigkeit handeln sollte. In der bisherigen 

Tätigkeit als Metallarbeiter und Bauspengler betrage die Arbeitsfähigkeit unverändert 0 

%. Die Tätigkeit als Chauffeur werde auf 60 % geschätzt. Diese Arbeit sei dem 

Beschwerdeführer ganztags zumutbar, mit einer um ca. 30 % verminderten 

Leistungsfähigkeit bei ausschliesslichem Personentransport aufgrund des Hebens, 

Stossens und Ziehens von Koffern und der auch teilweise rückenbelastenden 

Arbeitspositionen bei Ent- und Beladen und verminderter Leistungsfähigkeit von ca. 50 

% bei ausschliesslichem Warentransport infolge vermehrtem Hebeanteil. Eine 

körperlich leichte, vorwiegend sitzend ausgeübte Tätigkeit unter Entlastung der rechten 

Hand sei ganztags ohne Leistungseinbusse entsprechend einer Arbeitsfähigkeit von 

100 % zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für 

Tätigkeiten jeglicher Art gegeben (IV-act. 104-19ff.).

2.2     Die Beschwerdegegnerin stützt ihren ablehnenden Entscheid letztlich auf das 

Verlaufsgutachten vom 15. September 2010. Das Gutachten beruht auf eigenständigen 

Abklärungen und ist für die streitigen Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten 

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wurden verwertet und die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden 

berücksichtigt und gewürdigt. Gemäss der Rechtsprechung kommt dem Gutachten 

somit voller Beweiswert zu. Es darf mithin davon ausgegangen werden, dass der 

Beschwerdeführer trotz der erwähnten Einschränkungen in der Lage ist, eine seinem 

Leiden angepasste Tätigkeit zu einem 100%-Pensum auszuüben. Die Vorbringen des 

Beschwerdeführers gegen die Schlüssigkeit dieser Beurteilung sind nicht stichhaltig. Es 

besteht auch kein Anlass an der Einschätzung der Gutachter zu zweifeln, welche 

Diagnosen mit und welche ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sind. Ebenso wenig ist 

von Bedeutung, dass die 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 

den Gutachtern als "Restarbeitsfähigkeit" bezeichnet wurde. Das stimmt überein mit 

der rheumatologischen Beurteilung der aktuell ausgeübten Chauffeurtätigkeit. In einer 

Chauffeurtätigkeit mit Personen- und Warentransport wird der Beschwerdeführer 

insgesamt lediglich zu 60% als arbeitsfähig erachtet, wie namentlich aus dem 

rheumatologischen Teilgutachten hervorgeht (IV-act. 104-31 f.) und im polydisziplinären 

Hauptgutachten auch festgehalten wird (IV-act. 104-21). Insoweit kann die adaptierte 

Tätigkeit durchaus als "Restarbeitsfähigkeit" bezeichnet werden. Im Übrigen ist auch 

die Behauptung unzutreffend, die von der Suva attestierte Hochtonschwerhörigkeit sei 

ohne Berücksichtigung geblieben; das Gutachten erwähnt die Diagnose 

"Hochtonsenke C5 beidseits, wahrscheinlich lärmbedingt". Ohnehin ist diese ohne 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Im Ergebnis kann somit zur Beurteilung des 

Rentenanspruchs auf das Verlaufsgutachten abgestellt werden.

2.3    Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, es sei für ihn nicht möglich 

einen Arbeitgeber zu finden, der bereit und gewillt sei, ihn mit all seinen Gebrechen mit 

der Gewährung des vollen Invalideneinkommens zu beschäftigen. Die gutachterlich 

attestierte medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit sei mithin nicht verwertbar. 

Referenzpunkt für die Verwertung der Restarbeitsfähigkeit ist der hypothetische 

ausgeglichene Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Nach der Rechtsprechung handelt es 

sich dabei um einen theoretischen und abstrakten Begriff, der dazu dient, den 

Leistungsbereich der Invalidenversicherung von demjenigen der 

Arbeitslosenversicherung abzugrenzen. Der Begriff umschliesst einerseits ein 

bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach 

Stellen; anderseits bezeichnet er einen Arbeitsmarkt, der von seiner Struktur her einen 

Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält und zwar sowohl bezüglich der dafür 

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verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des 

körperlichen Einsatzes. Nach diesen Gesichtspunkten bestimmt sich im Einzelfall, ob 

die invalide Person die Möglichkeit hat, ihre restliche Erwerbsfähigkeit zu verwerten 

und ob sie ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen vermag oder nicht (BGE 

110 V 276 E. 4b; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Daraus folgt, dass für die 

Invaliditätsbemessung nicht darauf abzustellen ist, ob eine invalide Person unter den 

konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob 

sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die 

verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 

1998 S. 291). Für den Beschwerdeführer stehen - trotz seiner gesundheitlichen 

Einschränkungen - auf diesem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend 

leichte Hilfs-, Kontroll- und Überwachungstätigkeiten offen. Wie aus den Gutachten 

hervorgeht, ist die Belastbarkeit der dominanten rechten Hand zwar eingeschränkt. 

Indessen sind dem Beschwerdeführer gemäss gutachterlicher Beurteilung Feinarbeiten 

mit der rechten Hand praktisch uneingeschränkt möglich (IV-act. 49-39). In dieser 

Hinsicht hat sich keine Verschlechterung eingestellt. Diese wird im Verlaufsgutachten 

allein auf die Beschwerden am rechten Knie bezogen (vgl. IV-act. 104-22). Feinarbeiten 

in vorwiegend sitzender Tätigkeit sind dem Beschwerdeführer weiterhin möglich und 

zumutbar. Die zumutbare Tätigkeit ist damit nicht nur in so eingeschränkter Form 

möglich, dass sie der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder nur unter 

nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers ausgeübt 

werden kann (ZAK 1989 S. 322 E. 4a). Die Ausführungen des Beschwerdeführers 

verkennen den grundsätzlich rein hypothetischen Charakter des ausgeglichenen 

Arbeitsmarktes, an dem festzuhalten ist, weil nur so die Risiken Arbeitslosigkeit und 

Invalidität voneinander abgegrenzt werden können. So geht es beim als ausgeglichen 

unterstellten Arbeitsmarkt nicht um reale, geschweige denn offene Stellen, sondern um 

(gesundheitlich zumutbare) Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von 

seiner Struktur her, jedoch abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst 

(nicht veröffentlichtes EVG-Urteil vom 16. Juli 2003 i/S C. [I 758/02]). Anzumerken 

bleibt, dass sich der Beschwerdeführer bei Schwierigkeiten mit der Stellensuche an die 

IV-Stelle wenden kann, welche ihn bei der Eingliederung unterstützen wird (z.B. in Form 

von Arbeitsvermittlung).

3.      

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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Zu prüfen bleibt, ob die Verwaltung den Invaliditätsgrad korrekt bestimmt hat. Gemäss 

Art. 16 ATSG ist zur Bemessung des Invaliditätsgrads das Einkommen, das die ver­

sicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Die 

Beschwerdegegnerin hat jenen Einkommensvergleich übernommen, den die Suva 

ihrem Rentenentscheid zugrunde gelegt hatte (IV-act. 109). Gestützt auf die 

Lohnangaben der B.___ AG und die Lohnangaben gemäss der Dokumentation von 

Arbeitsplätzen DAP hatte die Suva das Valideneinkommen auf Fr. 57'836.-- und das 

Invalideneinkommen auf Fr. 47'541.-- festgesetzt und einen Invaliditätsgrad von 18 % 

ermittelt, bei einem Rentenbeginn am 1. Juni 2005 (Einspracheentscheid vom 22. Mai 

2007 (vgl. act. G 4.2 / 154, S. 8). Da für den Beschwerdeführer aufgrund des 

progredienten Knieleidens laut aktuellem MEDAS-Gutachten seit dem 18. Dezember 

2008 nur noch sitzende Tätigkeiten in Betracht kommen, kann zumindest ab diesem 

Zeitpunkt der Einkommensvergleich der Suva nicht ohne weiteres übernommen 

werden. Denn das Invalideneinkommen wurde von dieser anhand von in der DAP 

dokumentierten Tätigkeiten berechnet, die nicht nur vorwiegend sitzend verrichtet 

werden können (act. G 4.2 / 110). Davon abgesehen besteht rechtsprechungsgemäss 

keine Bindungswirkung der Invaliditätsschätzung der Unfallversicherung für die 

Invalidenversicherung (Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2012 E 4.1, 

8C_360/2011, mit Hinweis auf BGE 133 V 549). Hinzu kommt, dass vorliegend nicht 

nur Unfallfolgen zu beurteilen sind.

3.1    Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte 

Person im massgebenden Zeitpunkt nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde. Die 

Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen. Es ist in der Regel vom 

letzten Lohn, welchen die versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung 

erzielt hat, auszugehen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. 

Januar 2007: Sozialversicherungsrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 16. 

Mai 2001, I 42/01, mit Hinweisen). Diese Praxis wird mit der empirischen Feststellung 

begründet, dass die bisherige Tätigkeit im Gesundheitsfall in der Regel weitergeführt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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worden wäre (Urteil des EVG vom 29. August 2002, I 97/00). Wie aus dem IK-Auszug 

hervorgeht, verdiente der Beschwerdeführer an seiner letzten Arbeitsstelle vor dem 

Unfall im Jahr 2002 Fr. 57'733.-- (IV-act. 22). Davon ist vorliegend auszugehen, zumal 

es sich dabei um den letzten Jahreslohn bei uneingeschränkter Gesundheit handelt. 

Unter Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung im Wirtschaftszweig 27-28 von 

111.1 auf 120.6 Indexpunkte (Bundesamt für Statistik, Schweizerischer Lohnindex, 

Tabelle T1.93_I) ergibt sich für 2009 ein Jahreseinkommen bzw. Valideneinkommen 

von rund Fr. 62'670.--.

3.2   

3.2.1           Der Beschwerdeführer erzielte in seiner Tätigkeit als Chauffeur im Jahr 

2009 ein jährliches Einkommen von Fr. 20'000.-- (vgl. IV-act. 117, 118a). Wie die 

Beschwerdegegnerin zu Recht feststellte, übt er damit keine Erwerbstätigkeit im 

zumutbaren Ausmass im Sinn von Art. 16 ATSG aus. Gemäss der Rechtsprechung ist 

deshalb auf die Lohnstrukturerhebungen (LSE) des Bundesamts für Statistik 

abzustellen (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). Auf die dem Beschwerdeführer 

noch zumutbaren körperlich leichten, vorwiegend sitzend ausgeübten Tätigkeiten unter 

Entlastung der rechten Hand findet die LSE-Tabelle TA1, Privater Sektor, Total 

Anforderungsniveau 4, Anwendung. Im Jahr 2008 lag der Durchschnittslohn für einen 

Mann bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden bei Fr. 4'806.--. Unter 

Berücksichtigung der im Jahr 2009 betriebsüblichen Arbeitszeit von 41.6 

Wochenstunden und der Änderung des Nominallohnindexes von 2092 auf 2136 Punkte 

ergibt sich für 2009 ein Jahreseinkommen von Fr. 61'240.--.

3.2.2           Zu prüfen ist sodann, ob das auf diese Weise bestimmte Jahreseinkommen 

allenfalls zu kürzen ist. Mit Abzügen von diesem Ausgangswert soll der Tatsache 

Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche Merkmale einer 

versicherten Person, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, 

Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad (vgl. LSE 94 S. 51) 

Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können (BGE 124 V 323 E. 3b/aa). Der Abzug 

hat nicht automatisch, sondern dann zu erfolgen, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte 

dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder mehrerer dieser 

Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Bei 

der Bestimmung der Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ist nicht in der Weise 

vorzugehen, dass für jedes in Betracht fallende Merkmal separat eine Reduktion 

vorgenommen wird, weil damit Wechselwirkungen ausgeblendet würden. Vielmehr ist 

der Einfluss aller Merkmale auf das Invalideneinkommen (leidensbedingte 

Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität, Aufenthaltskategorie und 

Beschäftigungsgrad) unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen. Dabei ist der Abzug auf 

insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (BGE 126 V 79 f. E. 5b/aa-cc). Vorliegend ist 

aufgrund der erheblichen Einschränkungen in Bezug auf eine adaptierte Tätigkeit 

unbestrittenermassen ein Leidensabzug vorzunehmen. Ob mit einem Abzug von 15 % 

den Einschränkungen ausreichend Rechnung getragen wird, wie die 

Beschwerdegegnerin annimmt, mag zweifelhaft sein, kann aber letztlich offen gelassen 

werden, da auch bei Berücksichtigung eines Abzugs von 25 % kein Rentenanspruch 

resultiert, wie nachfolgende Rechnung zeigt.

3.3    Bei einem maximal möglichen Abzug von 25 % würde sich für das Jahr 2009 ein 

Invalideneinkommen von Fr. 45'930.-- (Fr. 61'240.-- x 0,75) ergeben. Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 62'670.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 45'930.-- 

würde ein Erwerbsausfall von Fr. 16'740.-- (Fr. 62'670.-- abzüglich 45'930.--) und ein 

Invaliditätsgrad von aufgerundet 27 % ([Fr. 16'740.-- / Fr. 62'670.--] x 100) resultieren. 

Es besteht demzufolge wie erwähnt kein Rentenanspruch. Ebenso ist festzuhalten, 

dass vor der Verschlechterung des Gesundheitszustands im Dezember 2008 ein 

25%iger Abzug noch nicht gerechtfertigt war; folglich muss für den Zeitraum zwischen 

Juli 2005 und November 2008 von einem tieferen Invaliditätsgrad als 27 % 

ausgegangen werden.

4.      

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Das Beschwerdeverfahren ist 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit als angemessen. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist sie 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Der von ihm geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist daran anzurechnen. Ausgangsgemäss hat der 

Beschwerdeführer keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer bezahlt eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.--. Der von ihm

    geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird angerechnet.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 18.12.2012
	Art. 16 ATSG. Art. 28 IVG. Würdigung medizinisches Gutachten. Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit. Bemessung des Invalideneinkommens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 18. Dezember 2012, IV 2011/13).

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