# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e10d3f5d-72c4-53b2-a1fb-e762f737a1a4
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.04.2024 IV 2023/114
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2023-114_2024-04-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/114

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.07.2024

Entscheiddatum: 15.04.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 15.04.2024
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG; Art. 28 IVG. Auf das polydisziplinäre 
Gutachten und die darin attestierte Arbeitsfähigkeit von 70 % ist abzustellen. 
Prozentvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Galen vom 15. April 2024, IV 2023/114).

Entscheid vom 15. April 2024

Besetzung

Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), 

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Tanja Petrik-Haltiner; 

Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2023/114

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Filiz-Félice Aydemir Séquin, Magnihalden 7, 

Postfach 14, 9004 St. Gallen,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) erhielt als Minderjähriger medizinische 

Leistungen aufgrund einer […] (IV-act. 3 ff.). Der Dipl. Betriebswirtschafter HF (IV-

act. 60-2) arbeitete ab 1. Mai 2018 bei der B.___ AG als Kundenberater Contact Center 

(Angaben Arbeitgeberin vom 10. Juli 2020) und meldete sich am 12. Juni 2020 bei der 

Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Als Gründe gab er eine verminderte 

psychophysische Belastbarkeit sowie Konzentrations- und Gedächtnisprobleme an (IV-

act. 57). Der Versicherte war ab dem 16. September 2019 im Wesentlichen zu 50 % 

und ab 6. Februar 2020 zu 35 % bis 50 % krank geschrieben (vgl. IV-act. 6-5 ff.).

A.a. 

Die IV-Stelle sprach dem Versicherten Massnahmen zum Arbeitsplatzerhalt 

(Mitteilung vom 25. September 2020, IV-act. 80), ein Jobcoaching als 

Frühinterventionsmassnahme (Mitteilung vom 14. Oktober 2020, IV-act. 87) sowie 

Support am Arbeitsplatz durch Coaching (Mitteilung vom 26. Januar 2021, IV-act. 112) 

zu.

A.b. 

Parallel und im Anschluss zur beruflichen Eingliederung wurde der Versicherte 

verschiedentlich medizinisch abgeklärt und therapiert (Bericht Dr. med. C.___, Facharzt 

für Innere Medizin, vom 27. Januar 2021, IV-act. 114; Berichte Klinik für Neurologie des 

Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 6. Januar 2020 betr. neuropsychologische 

Untersuchung, IV-act. 69-8 ff., vom 24. Februar 2021 betr. Therapie mit Biofeedback, 

IV-act. 145-6 ff., Verlaufsbericht vom 21. Juni 2021, IV-act. 133-1 ff., Bericht vom 

8. Juli 2021 betr. neurologisch-psychosomatische Sprechstunde vom 5. Mai 2021, IV-

act. 137; Bericht vom 25. August 2021 betr. neurologisch-psychosomatische 

A.c. 

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Verlaufsuntersuchung, IV-act. 145-17 ff.; Verlaufsbericht Dr. C.___ vom 30. September 

2021, IV-act. 145-1 f.). Neuropsychologisch konnten leichte mnestische, exekutive und 

attentionale kognitive Funktionsstörungen festgestellt werden (Bericht Klinik für 

Neurologie des KSSG vom 6. Januar 2020, betr. neuropsychologische Untersuchung, 

IV-act. 69), bzw. wurde eine unspezifische, leichtgradige neuropsychologische Störung 

erhoben (Neurologie des KSSG, Bericht neurologisch-psychosomatische 

Sprechstunde vom 5. Mai 2021, IV-act. 137).

Der Versicherte arbeitete ab dem 11. November 2021 stundenweise (ca. 8 bis 

10 Std. / Monat) bei der D.___ AG als Zusteller (vgl. act. G 1 S. 4 und act. G 1.1.4).

A.d. 

Der RAD nahm am 7. Dezember 2021 Stellung, aufgrund der bisherigen 

medizinischen Beurteilungen und des Verlaufes sei eher nicht davon ausgehen, dass 

eine namhafte Steigerung der Arbeitsfähigkeit innert nützlicher Frist erreichbar sei (IV-

act. 148). Gestützt darauf wies die IV-Stelle das Begehren um (weitere) berufliche 

Massnahmen ab (Mitteilung vom 14. Dezember 2021, IV-act. 152).

A.e. 

Ab 27. Juni 2022 arbeitete der Versicherte in einem Pensum von 30 % und ab 

1. August von 50 % bei der D.___ AG als Sachbearbeiter Qualitätsmanagement 

(Anstellungsvertrag vom 16. Juni 2022, act. G 1.1.5). Dieses Arbeitsverhältnis wurde 

dem Versicherten nach eigenen Angaben auf den 31. Dezember 2022 gekündigt 

(act. G 1 S. 11).

A.f. 

Im Verlaufsbericht vom 20. Januar 2023 führte Dr. C.___ aus, der Verlauf sei seit 

September 2021 konstant. Der Versicherte leide weiterhin an rascher Ermüdung und 

Konzentrationsstörung nach der Verrichtung von Arbeiten (IV-act. 156).

A.g. 

Die IV-Stelle liess den Versicherten daraufhin polydisziplinär (Allgemeine Innere 

Medizin, orthopädische Chirurgie, Neuropsychologie, Neurologie und Psychiatrie) 

begutachten (Gutachten GA eins AG vom 2. April 2021, IV-act. 184). Die Gutachter 

diagnostizierten bzw. bestätigten eine […] mit leichter neuropsychologischer 

Funktionsstörung (verkürzte Wiedergabe; IV-act. 184-8) und hielten dazu fest, durch 

die erhöhte mentale Ermüdbarkeit mit der Folge von erhöhtem Pausenbedarf 

respektive langsamerem Arbeitstempo sei die Leistungsfähigkeit um 30 % 

eingeschränkt. Diese Einschränkung könne sowohl zeitlich (zumutbare tägliche 

A.h. 

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Arbeitszeit) als auch leistungsmässig (Arbeitsleistung pro Zeit) sein (IV-act. 184-9). Die 

Arbeitsfähigkeit von 70 % attestierten sie sowohl für die bisherige bzw. zuletzt 

ausgeübte Tätigkeit als auch für eine angepasste Verweistätigkeit, da die zuletzt 

ausgeübten Tätigkeiten bereits adaptiert seien (IV-act. 184-10). Die weiteren 

Diagnosen, unter anderem eine leichte depressive Episode (ICD-10: F32:00) sowie 

chronisch intermittierende Beschwerden im Bereich des rechten Unterschenkels, 

beurteilten sie als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 184-8).

Der RAD befand, auf das Gutachten könne abgestellt werden. Es sei ausführlich, 

schlüssig und nachvollziehbar (Stellungnahme vom 17. April 2023, IV-act. 186).

A.i. 

Mit Vorbescheid vom 17. April 2023 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten das 

rechtliche Gehör zur vorgesehenen Abweisung des Leistungsbegehrens bei einem 

Invaliditätsgrad von 30 %; sie ging dabei für beide Vergleichseinkommen vom zuletzt 

erzielten und auf ein Vollpensum hochgerechneten Einkommen aus (IV-act. 189).

A.j. 

Der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Filiz-Félice Aydemir Séquin, liess 

mit Einwand vom 17. Mai 2023 im Wesentlichen vorbringen, die IV-Stelle habe 

fälschlicherweise die ab 2018 ausgeübte Tätigkeit beim B.___ auch für die Berechnung 

des Invalideneinkommens herangezogen. Dieses sei entweder aufgrund seines 

Verdienstes als Briefzusteller und späterer Mitarbeiter im Qualitätsmanagement bei der 

D.___ AG oder aber aufgrund von Tabellenlöhnen zu ermitteln. Aufgrund von den 

Gutachtern nicht berücksichtigter Einschränkungen sei ein Tabellenlohnabzug von 

15 % bis 25 % vorzunehmen, so dass ein Invaliditätsgrad von mindestens 46 % 

resultiere (IV-act. 194).

A.k. 

Die IV-Stelle verfügte am 31. Mai 2023 gemäss Vorbescheid und führte 

insbesondere aus, als Adaptionskriterium ergebe sich im Konsens eine reduzierte 

Leistungsfähigkeit bei erhöhtem Pausenbedarf und reduziertem Rendement. Dies sei in 

der Konsensbeurteilung berücksichtigt. Es werde demnach eine 70%ige 

Arbeitsfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten attestiert. Durch die erhöhte mentale 

Ermüdbarkeit mit der Folge von erhöhtem Pausenbedarf respektive langsamerem 

Arbeitstempo sei die Leistungsfähigkeit um 30 % eingeschränkt. Ob es sich dabei um 

die angestammte Tätigkeit in der Kundenberatung oder eine angepasste Tätigkeit 

A.l. 

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B.  

handle, sei für den Leistungsentscheid nicht erheblich. Die bisherige Tätigkeit gelte als 

angepasst. Es sei weiterhin auf das bisherige festgelegte Einkommen mit Invalidität 

abzustellen. Ein Leidensabzug sei nicht begründet (IV-act. 195).

Gegen die Verfügung vom 31. Mai 2023 lässt der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), nach wie vor vertreten durch Rechtsanwältin Aydemir, am 3. Juli 

2023 Beschwerde erheben. Er beantragt, die angefochtene Verfügung sei unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen vollumfänglich aufzuheben. Es sei ihm ein 

Rentenanspruch von mindestens 27,5 % (Invaliditätsgrad 41 %) bis 63,6 % 

(Invaliditätsgrad 63,6 %) zuzusprechen und auszubezahlen. Das Invalideneinkommen 

sei anhand des in der ausgeübten Verweistätigkeit zuletzt erzielten Einkommens 

konkret zu ermitteln und festzulegen. Eventualiter sei es in Anwendung der 

statistischen Tabellenlöhne zu berechnen und ein Tabellenlohnabzug von mindestens 

15 % bis 25 % vorzunehmen. Eventualiter sei bei der Gutachterstelle ein 

Ergänzungsgutachten zum Anforderungsprofil und zur Arbeitsfähigkeit in einer 

angestammten (B.___) und einer adaptierten Tätigkeit (D.___ AG) einzuholen. 

Subeventualiter sei die Angelegenheit zur weiteren Abklärung des Sachverhalts an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Zur Begründung macht er geltend, die 

Gutachterstelle habe zu den Tätigkeiten bei der D.___ AG keine Abklärungen getroffen. 

Es sei damit nicht klar, welche Tätigkeiten die Gutachter vergleichen würden. Das 

neuropsychologische Gutachten könne nicht als ausführlich, schlüssig oder 

nachvollziehbar beurteilt werden, solange es sich nicht mit den Anforderungen einer 

angestammten / adaptierten Tätigkeit auseinandersetze. Die Sachverhaltsabklärung 

der Beschwerdegegnerin sei diesbezüglich zu ergänzen. Bei der B.___ AG seien vor 

und nach Eintritt der gesundheitlichen Einschränkung am 3. Juli 2019 unterschiedliche 

Anforderungen gestellt worden. Ob diese zuvor bei der Bank E.___ noch höher 

gewesen seien, sei nicht evaluiert worden. Die Vorinstanz habe durch ungenügende 

Sachverhaltsermittlungen fälschlicherweise den Schluss gezogen, dass die 

angestammte Tätigkeit des Beschwerdeführers beim B.___ in Glattbrugg einer 

Verweistätigkeit entspreche. Die Teilzeitstelle bei der D.___ AG als Zusteller sei als 

adaptiert zu betrachten, da die Anforderungen nicht so hoch seien wie in der 

Kundenberatung beim B.___. Selbst wenn für die Bemessung des 

B.a. 

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Invalideneinkommens auf Tabellenlöhne abgestellt würde, ergäbe sich ein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad. Da für die Bestimmung des Invalideneinkommens 

die arbeitsmarktlichen Folgen auch der Diagnosen ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit zu berücksichtigen seien, sei ein Tabellenlohnabzug von 15 % bis 25 

% vorzunehmen (act. G 1).

Mit Beschwerdeantwort vom 14. September 2023 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Eventualiter sei die 

Angelegenheit zur Auferlegung von Schadensminderungsmassnahmen an sie 

zurückzuweisen. Sie bringt vor, die durch die neuropsychologische Gutachterin 

attestierte Arbeitsunfähigkeit von 30 % sei nicht Folge einer fachärztlich einwandfrei 

diagnostizierten Gesundheitsschädigung. Die neuropsychologische Einschränkung 

hänge nicht mit der bekannten […] zusammen, sondern sei durch die leichte 

depressive Episode bedingt, die gemäss dem psychiatrischen Gutachter keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Somit bestehe kein 

invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden. Sollte das Gericht 

zum Schluss kommen, dass ein rentenbegründender Invaliditätsgrad vorliege, wäre 

zunächst die Auflage von schadensmindernden Behandlungsmassnahmen zu prüfen, 

was sich bis anhin mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades erübrigt habe 

(act. G 6).

B.b. 

Mit Replik vom 3. Januar 2024 bringt der Beschwerdeführer vor, die aus 

neuropsychologischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit habe als Auswirkung der […] 

erklärt werden können. Die Ansicht der Beschwerdegegnerin, es handle sich nicht um 

einen invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden, sei 

unzutreffend. Vom 25. September 2023 bis 31. Oktober 2023 habe der Versicherte eine 

unbefristete Einsatztätigkeit als Postmitarbeiter auf Stundenbasis ausgeübt. Dies sei 

eine mittelschwere Tätigkeit, bei der er ein Jahreseinkommen von Fr. 48'312.-- und 

nicht ein solches, wie von der Vorinstanz angenommen, von Fr. 83'385.70, erziele. Die 

Stelle sei ihm jedoch bereits während der Probezeit mangels Leistungs- bzw. 

Konzentrationsfähigkeit gekündigt worden (act. G 12 S. 4; act. G 12.1.1 ff.). Hierzu 

beantragt der Beschwerdeführer die Befragung des zuständigen Branch Managers des 

Stellenvermittlungsunternehmens G.___ AG. Er lässt weiter ausführen, die 

gescheiterten Arbeitsversuche zeigten, dass er seine verbliebene Arbeitsfähigkeit auf 

B.c. 

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Erwägungen

1.

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der dazugehörigen Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. Die vorliegend angefochtene 

Verfügung datiert vom 31. Mai 2023. In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen 

Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben (BGE 144 V 213 E. 4.3.1; vgl. auch 

Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101). 

Die Gutachter gingen davon aus, dass die aktuelle Arbeitsunfähigkeit seit Juli 2019 

bestehe (IV-act. 184-10). Die Anmeldung erfolgte am 19. Juni 2020 (IV-act. 57). Somit 

waren am 1. Dezember 2020 sowohl das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG als 

auch die sechsmonatige Frist gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG erfüllt. Demnach sind im 

vorliegenden Fall die bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen materiellen 

Bestimmungen anwendbar und werden nachfolgend in dieser Fassung zitiert.

2.  

dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten 

könne. Somit rechtfertige sich ein Tabellenlohnabzug, sofern auf einen Tabellenlohn 

abgestellt werde. Einen weiteren Tabellenlohnabzug begründeten die Absenzen für 

empfohlene Therapien während der regulären Arbeitszeiten. Er habe alle 

Frühinterventions- und Arbeitsplatzerhaltungsmassnahmen in Anspruch genommen 

und zahlreiche Arbeitsversuche gestartet – leider erfolglos. Dadurch sei er seiner 

Schadenminderungspflicht vollständig nachgekommen (act. G 12).

Die Beschwerdegegnerin verzichtet am 17. Januar 2024 auf eine Duplik 

(act. G 14).

B.d. 

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

2.1. 

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allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

gemäss Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -

ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 

E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

2.2. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).

2.3. 

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3.

Medizinische Grundlage der angefochtenen Verfügung bildet das Gutachten der 

GA eins AG vom 2. April 2023 (IV-act. 184).

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

2.4. 

Die Gutachter erhoben Anamnese (IV-act. 184-32 ff.; IV-act. 184-38 ff.; IV-

act. 184-48 ff.; IV-act. 184-66) und Befunde (IV-act. 184-34; IV-act. 184-42 f.; IV-

act. 184-50 ff.; IV-act. 184-59; IV-act. 184-68 ff.) umfassend. Sie berücksichtigten die 

relevanten Akten (IV-act. 184-36; IV-act. 184-43 f., 45; IV-act. 184-53; IV-act. 184-60; 

IV-act. 184-71). Die Diagnosestellungen und deren Herleitungen (IV-act. 184-35 f.; IV-

act. 184-44 f.; IV-act. 184-54; IV-act. 184-57 ff.; IV-act. 184-60 f.; IV-act. 184-70 ff.) 

sind nachvollziehbar.

3.1. 

Die Beweistauglichkeit des Gutachtens wurde vom RAD bestätigt (Stellungnahme 

vom 17. April 2023, IV-act. 186) und ist grundsätzlich unbestritten. Im Vordergrund 

stehen beim Beschwerdeführer eine psychophysische Erschöpfung und kognitive 

Einschränkungen. Die Beschwerdegegnerin trägt in der Beschwerdeantwort vor, die 

von der neuropsychologischen Gutachterin erhobenen Befunde stellten keine 

invalidenversicherungsrechtlich relevante Gesundheitsbeeinträchtigung dar (act. G 6 

S. 3 f.).

3.2. 

Aus juristischer Sicht kann eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nur dann 

anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die im 

Sinne eines schlüssig festgestellten medizinischen Substrats fachärztlich einwandfrei 

diagnostiziert worden ist (Urteile des Bundesgerichts vom 3. März 2021, 8C_407/2020, 

E. 4.1. und 4.2, sowie vom 10. November 2021, 8C_526/2021, E. 4.2.1 mit Verweisen). 

Massgebend ist die Gesamtheit der objektivierten funktionellen Auswirkungen des 

Gesundheitsschadens bzw. der Schweregrad der Befunde sowie die konkreten 

Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 19. Juli 

2020, 8C_737/2019, E. 5.1.2; und vom 23. November 2020, 9C_524/2020, E. 5.1 mit 

weiteren Verweisen). Weiter stellt die neuropsychologische Abklärung lediglich – aber 

immerhin – eine Zusatzuntersuchung dar. Es ist grundsätzlich Aufgabe des 

psychiatrischen Facharztes, die Arbeitsfähigkeit unter Berücksichtigung 

3.2.1. 

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neuropsychologischer Defizite einzuschätzen (Urteil des Bundesgerichts vom 16. April 

2021, 8C_11/2021, E. 4.2 mit weiteren Hinweisen).

Die neuropsychologische Gutachterin bestätigte aufgrund objektivierter leichter 

neuropsychologischer Funktionsstörungen beim verbal-auditiven Lernen, im 

Frischgedächtnis und im Aufmerksamkeitsbereich für die angestammte Tätigkeit im 

kaufmännischen Bereich und in leidensangepassten Tätigkeiten mit vergleichbarem 

kognitivem Anforderungsprofil eine Arbeitsfähigkeit von 70 %. Sie hielt fest, 

aetiopathogenetisch seien die neuropsychologischen Befunde im Rahmen der […] 

einzuordnen (IV-act. 184-72). Im Konsens führten die Gutachter aus, im Zentrum der 

Beurteilung stünden die neuropsychologischen Einschränkungen. Sie ordneten diese 

der Diagnose der […] zu und hielten fest, dadurch sei die Leistungsfähigkeit generell 

um 30 % eingeschränkt, wobei sie sowohl die tägliche Arbeitszeit als auch die 

Arbeitsleistung pro Zeit betreffen könne (IV-act. 184-8 f.).

3.2.2. 

Weder der psychiatrische noch der neurologische Gutachter attestierte dem 

Beschwerdeführer aus Sicht seines Fachgebiets eine Arbeitsunfähigkeit (IV-

act. 184-46; IV-act. 184-61 f.). Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte jedoch eine 

leichte depressive Episode (ICD-10: F32:00), zu der auch die festgestellte 

neuropsychologische Störung passe (IV-act. 184-44). Der neurologische Gutachter 

stellte die Diagnosen einer […] sowie (neben dieser) einer unspezifischen 

neuropsychologischen Störung (IV-act. 184-61). Er hielt fest, die im Jahr 2019 abrupt 

eingetretene Verschlechterung der kognitiven Leistungsfähigkeit könne mit der 

vorliegenden […] alleine nicht erklärt werden (IV-act. 184-61). Die Einschätzung der 

neuropsychologischen Gutachterin samt Zuordnung der von ihr festgestellten 

Einschränkung zur Diagnose […] (vgl. IV-act. 184-72) und der von ihr attestierten 

Arbeitsunfähigkeit von 30 % wurde indes durch die fachärztlichen Gutachter in die 

Konsensbeurteilung übernommen (IV-act. 184-8). Von einer fehlenden fachärztlichen 

Anerkennung der Einschränkung oder von einem Widerspruch zwischen den 

Teilgutachten einerseits und der Konsensbeurteilung andererseits kann mithin nicht 

ausgegangen werden. Die neuropsychologischen Befunde wurden validiert (IV-

act. 184-69) und deren Konsistenz war gegeben (IV-act. 184-71). Weiter bestätigten die 

Testresultate im Wesentlichen die frühere Beurteilung vom 6. Januar 2020, wo unter 

anderem eine leichte verbale Kern- und Gedächtnisstörung, ein Problem der 

Aufmerksamkeitsaktivierung und der Aufmerksamkeitsbereitschaft festgestellt wurden 

(IV-act. 184-71; IV-act. 69). Die neuropsychologische Beurteilung erweist sich demnach 

als nachvollziehbar. Auch der RAD hielt fest, die Arbeitsfähigkeit sei aus rein 

neuropsychologischer Sicht eingeschränkt; es bestehe eine erhöhte mentale 

3.2.3. 

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4.

Zu prüfen bleibt der Einkommensvergleich. Die Beschwerdegegnerin ging vom 

gutachterlichen Konsens aus, wonach in der bisherigen sowie auch in einer anderen 

adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bestehe, und setzte den 

Invaliditätsgrad mit der Einschränkung von 30 % gleich, wogegen der 

Beschwerdeführer zusammenfassend vorbringt, die vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens ausgeübte Tätigkeit sei ihm aufgrund ihrer komplexen 

Anforderungen nicht mehr möglich.

Ermüdbarkeit, ein erhöhter Pausenbedarf sowie ein langsameres Arbeitstempo. 

Demnach ist von der gutachterlich attestierten und im Übrigen unbestrittenen 

Arbeitsfähigkeit von 70 % auszugehen und es kann von der (eventualiter) beantragten 

Einholung eines Ergänzungsgutachtens abgesehen werden.

 4.1. 

Der Beschwerdeführer arbeitete während Jahren bei der Bank E.___, nach 

eigenen Angaben zuletzt als Assistent Finanzierung (Kreditsicherung, Schadentätigkeit, 

Anlageberatung, als "Springer"). Nebenberuflich absolvierte er die Ausbildung zum 

Betriebswirtschafter HF. Nach 14-15 Jahren habe er Lust auf etwas Neues gehabt, so 

dass er zu einer Firma für Anlagefonds gewechselt habe. Dort habe ihm aber der 

Kundenkontakt gefehlt. So habe er ca. 2016 während einem Jahr bei der Bank F.___ 

gearbeitet, wo er die Anstellung auf ein 90%-Pensum habe reduzieren wollen, was von 

der Bank aus aber nicht möglich gewesen sei. Grund für die gewünschte 

Pensumsreduktion sei auch die Erkrankung seines Vaters gewesen. So habe er diese 

Stelle aufgegeben und sei danach arbeitslos gewesen. Nach einem halben Jahr (per 

1. Mai 2018, IV-act. 68-2) habe er bei der B.___ AG eine Anstellung erhalten in der 

Telefonkundenbetreuung, wo er im ersten Jahr mit komplexeren, dreisprachigen 

Beratungen betraut worden sei und sich sehr wohl gefühlt habe. Im Herbst 2019 sei es 

dann aber zu Problemen mit der Konzentration gekommen (IV-act. 184-40). Er habe nur 

noch deutschsprachige Kunden betreut, sei aber nicht mehr für Überzüge, 

Kundenberatungen, Firmenkunden und Kunden des gehobenen Segments zuständig 

gewesen (vgl. E-Mail vom 11. Januar 2021, IV-act. 100). Er sei von der B.___ 

unterstützt worden mit seinen Einschränkungen, habe dann aber die Kündigung 

erhalten, da es nicht besser geworden sei. Er habe kaum mehr über 50% arbeiten 

können (IV-act. 184-40). Der Beschwerdeführer war ab 3. Juli 2019 fast durchgängig zu 

50 % und später zu 35 % krank geschrieben (IV-act. 69-3 ff.). Das Arbeitsverhältnis 

4.1.1. 

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wurde seitens der B.___ AG aufgrund des Gesundheitszustands des 

Beschwerdeführers auf den 31. Juli 2021 gekündigt (IV-act. 130 f.). Es ist deshalb 

anzunehmen, dass er diese Arbeitsstelle im Gesundheitsfall weiterhin innegehabt hätte. 

Die B.___ AG gab im Fragebogen für Arbeitgebende am 10. Juli 2020 an, die Tätigkeit 

des Beschwerdeführers als Kundenberater umfasse häufig telefonische 

Kundenberatung verschiedener Portfolios sowie manchmal administrative Tätigkeiten 

und interne Schulungen. Sie sei unverändert zu jener vor Eintritt des 

Gesundheitsschadens (IV-act. 68-2 ff.). Der Beschwerdeführer musste auch keine 

Lohneinbusse in Kauf nehmen; vielmehr erhielt er per Juni 2019 eine Lohnerhöhung 

von Fr. 120.-- / Monat (IV-act. 68-11). Eine Soziallohnkomponente verneinte die 

Arbeitgeberin (IV-act. 68-5). Somit ist die Beschwerdegegnerin für die Bestimmung des 

Valideneinkommens zu Recht vom Verdienst in diesem Arbeitsverhältnis ausgegangen 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 11. April 2023, 8C_592/2022, E. 4.2.1).

In dieser Tätigkeit arbeitete der Beschwerdeführer in einem Pensum von 80 % 

(33,6 Std./Woche bei einer betriebsüblichen Arbeitszeit von 42 Std./Woche; IV-

act. 68-3) ohne einen zusätzlichen invalidenversicherungsrechtlich relevanten 

Aufgabenbereich. Das reduzierte Pensum begründete er hauptsächlich mit dem weiten 

Arbeitsweg (IV-act. 69-9) und weiter mit der Erkrankung seines Vaters (IV-act. 184-40). 

Er arbeitete demnach nicht teilzeitlich, um mehr Freizeit zur Verfügung zu haben (vgl. 

dazu BGE 142 V 290 E. 7; Urteil des Bundesgerichts vom 1. Juni 2022, 8C_804/2021, 

E. 2.3), weshalb die Beschwerdegegnerin für den Einkommensvergleich zu Recht von 

einer zu 100 % ausgeübten Erwerbstätigkeit ausging und dementsprechend das 

Einkommen korrekterweise auf ein 100 %-Pensum aufrechnete, wobei das von der 

Beschwerdegegnerin aus dem IK-Eintrag errechnete Valideneinkommen von 

Fr. 83'385.-- nicht nachvollziehbar ist. Im Jahr 2019 belief sich das im Auszug aus dem 

individuellen Konto verzeichnete Einkommen auf Fr. 61'014.-- (IV-act. 68-11). Dieses ist 

nach dem Gesagten auf ein Vollzeitpensum hochzurechnen; unter Berücksichtigung 

der Nominallohnentwicklung (Indices Männer gemäss T 39 des Bundesamtes für 

Statistik [BFS] Männer: 2019: 2279; 2020: 2298) ergibt sich ein Bruttojahreslohn von 

Fr. 76'902.--. Dieser entspricht dem Valideneinkommen.

4.1.2. 

 4.2. 

Umstritten ist, welche Tätigkeit der Bemessung des Invalideneinkommens 

zugrunde zu legen ist. Die Gutachter gingen von der Tätigkeit als Kundenberater bei 

der B.___ AG als "letzte relevante Tätigkeit" aus (IV-act. 184-7). In der interdisziplinären 

Zusammenfassung hielten sie fest, die Arbeitsfähigkeit sei "generell" um 30 % 

4.2.1. 

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eingeschränkt (IV-act. 184-8). Die "zuletzt ausgeübten Tätigkeiten" seien bereits als 

adaptiert zu beurteilen, weshalb die Diskussion über eine Verweistätigkeit entfalle (IV-

act. 184-10). Die neuropsychologische Gutachterin bestätigte eine Arbeitsunfähigkeit 

von 30 % für die angestammte Tätigkeit "im KV-Bereich" sowie für leidensangepasste 

"Tätigkeiten mit vergleichbarem Anforderungsprofil" (IV-act. 184-72). Die 

Beschwerdegegnerin legte in der angefochtenen Verfügung dar, es bestehe demnach 

für sämtliche Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit von 70 % (IV-act. 195). Der 

Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, aus dem Gutachten ergebe sich das 

Anforderungsprofil einer angepassten Tätigkeit nicht zuverlässig; das 

Invalideneinkommen dürfe nicht ausgehend von der selben Basis wie das 

Valideneinkommen berechnet werden.

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung 

primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei 

der – kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen 

ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, 

und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und 

nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als 

Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, 

namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine 

oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, 

so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 

Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 

werden (BGE 129 V 472, E. 4.2.1, mit weiteren Verweisen; Urteil vom 25. November 

2016, 9C_532/2016, E. 4.1.1).

4.2.2. 

Der Beschwerdeführer arbeitete von November 2021 bis Juni 2022 als Zusteller 

bei der D.___ AG (Pensum zuletzt bis etwa 10 Stunden pro Monat; act. G 1.1.4). Ab 

27. Juni 2022 war er bei diesem Unternehmen als Mitarbeiter (Sachbearbeiter) 

Qualitätsmanagement tätig, zunächst im Pensum von 30 % und ab 1. August 2022 zu 

50 %. Der Bruttolohn betrug 13 x Fr. 5'000.-- (100%-Pensum; act. G 1 S. 6; 

act. G 1.1.5). Diese Stelle habe, so der Beschwerdeführer, der Arbeitgeber aufgrund 

seiner Schwierigkeiten mit der Konzentration und der Leistungsfähigkeit rasch wieder 

gekündigt (act. G 1.1.7). Am 25. September 2023 trat der Beschwerdeführer eine 

weitere Stelle als Postzusteller, vermittelt durch die G.___ AG an, welche von der 

Arbeitgeberin noch während der Probezeit auf den 31. Oktober 2023 aufgelöst wurde 

(act. G 12 S. 4). Für diese Zeitspanne lag der Bruttolohn bei ca. Fr. 4'500.-- 

4.2.3. 

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(act. G 12.1.9). Mithin waren die Arbeitsverhältnisse bei der D.___ und der G.___ AG 

nicht stabil und die Löhne lagen unter dem Durchschnittseinkommen gemäss LSE des 

BFS gemäss TA1, Total Kompetenzniveau Männer 2022 von Fr. 5'261.--. Zudem 

schöpfte der Beschwerdeführer das attestierte Pensum von 70 % rein quantitativ und 

zudem auch qualitativ in Anbetracht seiner Fach- sowie Sprachkenntnisse nicht aus, 

weshalb das Invalideneinkommen aufgrund eines Tabellenlohnes zu bestimmen ist. Bei 

dieser Sachlage erübrigt sich die in diesem Zusammenhang beantragte Befragung des 

zuständigen Branch Managers des Stellenvermittlungsunternehmens G.___ AG bzw. 

kann in antizipierter Beweiswürdigung darauf verzichtet werden.

Gemäss LSE TA1_tirage_skill_level 2020 beträgt der monatliche Bruttolohn im 

Sektor Finanzdienstleistungen (Ziff. 64-66) im Kompetenzniveau (KN) 2 Männer 

Fr. 8'406.--. Hochgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit (BFS, T 

03.02.03.01.04.01) von 41,6 Std. und auf 12 Monate beträgt das Jahreseinkommen 

Fr. 104'909.-- (KN 2). Auf dieses Einkommen ist nicht abzustellen, da es deutlich über 

dem Valideneinkommen liegt. Im KN 1 im Bereich Finanzdienstleistungen beträgt das 

Monatseinkommen brutto Fr. 6'808.-- bzw. hochgerechnet auf 41,6 Wochenstunden 

und 12 Monate Fr. 84'964.-- (KN 1). Das Total über alle Tätigkeiten für Hilfsarbeiten im 

KN 1 Männer beträgt Fr. 5'261.-- und das Jahreseinkommen bei einer betriebsüblichen 

Arbeitszeit von 41,7 Std. Fr. 65'815.--.

4.2.4. 

Zwar erscheint aus der Optik eines medizinischen Laien nicht vollumfänglich 

einleuchtend, dass der Beschwerdeführer in Anbetracht seiner neuropsychologischen 

Einschränkung an einem anderen Arbeitsplatz in der Lage wäre, die hohen kognitiven 

Anforderungen seiner bisherigen Tätigkeit bei der B.___ AG in einem Pensum bzw. mit 

einer Leistung von 70 % auszuüben. Wie es sich damit verhält, kann indessen 

offengelassen werden. Denn die gutachterliche Einschätzung ist insoweit plausibel, als 

dem Beschwerdeführer mindestens zuzumuten ist, einfachere kaufmännische 

Tätigkeiten im Finanzsektor mit einer Arbeitsfähigkeit von 70 % zu bewältigen. Dabei 

ist ihm wohl namentlich kein Kundenkontakt zumutbar, aber der Beschwerdeführer 

verfügt über Kompetenzen (Fremdsprachen) und Berufserfahrung, die ihm auch eine 

anspruchsvollere adaptierte Tätigkeit (im Backoffice) ermöglichen. Weiter ist er 

aufgrund der Schadenminderungspflicht gehalten, seine verbleibende 

Restarbeitsfähigkeit auszuschöpfen. Er kann sich daher nicht darauf berufen, das 

Invalideneinkommen sei aufgrund des Durchschnittseinkommens des KN 1 von 

Fr. 65'815.--, also auf Hilfsarbeiter- bzw. einem Niveau für ungelernte Arbeitskräfte 

festzusetzen. Dies wäre auch in Anbetracht seiner fundierten Ausbildung im KV-

Bereich, seiner langjährigen Erfahrung, seiner abgeschlossenen höheren Ausbildung 

4.2.5. 

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und nicht zuletzt aufgrund seiner Fremdsprachenkenntnisse nicht angemessen. Vor 

dem Hintergrund des Gesagten ist deshalb für das Invalideneinkommen zwar nicht von 

einem Jahreseinkommen gemäss KN 1 im Bereich Finanzdienstleistungen von 

Fr. 84'964.-- auszugehen und ebenso wenig von jenem eines Hilfsarbeiters, sondern es 

ist im Bereich des vorstehend ermittelten Valideneinkommens anzusiedeln. Da für das 

Validen- und Invalideneinkommen somit der gleiche Ansatz gilt, erweist sich ein 

Prozentvergleich als adäquat (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 18. Februar 

2014, 9C_22/2014, E. 3.1 mit Hinweisen). Damit entspricht der Invaliditätsgrad dem 

Umfang der Einschränkung von 30 %.

Der Beschwerdeführer macht einen Tabellenlohnabzug von 15 % bis 25 % 

geltend.

4.3. 

Nach der Rechtsprechung können die statistischen Löhne um bis zu 25 % 

gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass versicherte Personen mit 

einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der Regel das durchschnittliche Lohnniveau 

nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit 

auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit einem unterdurchschnittlichen erwerblichen 

Erfolg zu verwerten in der Lage sind. Dabei handelt es sich um einen allgemeinen 

behinderungsbedingten Abzug (BGE 146 V 16 E. 4.1). Bestehen über das ärztlich 

beschriebene Beschäftigungspensum hinaus zusätzliche Einschränkungen, wie 

beispielsweise ein vermindertes Rendement pro Zeiteinheit wegen verlangsamter 

Arbeitsweise oder ein Bedarf nach ausserordentlichen Pausen oder ist die funktionelle 

Einschränkung ihrer besonderen Natur nach nicht ohne weiteres mit den 

Anforderungen vereinbar, wie sie sich aus den gewöhnlichen betrieblichen Abläufen 

ergeben, kann dies bei der Bemessung des leidensbedingten Abzugs vom statistischen 

Tabellenlohn berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Januar 2018, 

8C_552/2017, E. 5.3.1).

4.3.1. 

Der Beschwerdeführer begründet dies mit zusätzlichen Einschränkungen, die 

von den Gutachtern nur als Nebendiagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

aufgeführt wurden, deren arbeitsmarktliche Folgen jedoch zu berücksichtigen seien 

(act. G 1 S. 13). Dieser Argumentation kann indes nicht gefolgt werden. Bewirkt ein 

Gesundheitsschaden keine quantitativen oder qualitativen Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit, so begründen diese für sich alleine grundsätzlich auch keinen 

Tabellenlohnabzug, da in der medizinischen Gesamteinschätzung die Nebendiagnosen 

ohne Einfluss auf die quantitative Arbeitsfähigkeit bereits mitberücksichtigt sind. Dies 

betrifft die leichte depressive Episode sowie die Ablenkbarkeit und die 

4.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 16/17

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5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der in 

gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird angerechnet.

Leistungseinbrüche. Die Gutachter haben auch berücksichtigt, dass die 

Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers nach einer gewissen Arbeitszeit abnimmt 

und dass die Arbeitsfähigkeit von 70 % nicht lediglich im ausgeruhten Zustand und 

während einer beschränkten Zeitdauer vorliegt. Denn sie begründeten die 

Einschränkung mit einer erhöhten mentalen Ermüdbarkeit mit folglich erhöhtem 

Pausenbedarf respektive langsamerem Arbeitstempo. Der Beschwerdeführer macht 

sodann spontane, nicht planbare Arbeitsausfälle geltend (act. G 1 S. 14). Er verweist 

dazu auf eine E-Mail des Jobcoaches, wonach er insbesondere nach schlafgestörten 

Nächten die attestierte Leistung nicht erbringen könne (IV-act. 184-23). Auch dies 

dürften die Gutachter bereits ausreichend berücksichtigt haben. Selbst wenn dem nicht 

so wäre, rechtfertigte dies höchstens einen Tabellenlohnabzug von 10 %. Damit 

ergäbe sich maximal ein nicht Renten begründender Invaliditätsgrad von 37 % (1 - 0,9 

x 70 %). Die angefochtene Verfügung erweist sich somit im Ergebnis als korrekt.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ergebnis ist nicht 

weiter auf den seitens der Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort gestellten 

Eventualantrag betreffend schadenmindernde Behandlungsmassnahmen einzugehen.

5.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten vollumfänglich aufzuerlegen. 

Mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete 

Gerichtsgebühr getilgt. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer 

keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

5.2. 

bis

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3.

Der Beschwerdeführer hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.04.2024
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 16 ATSG; Art. 28 IVG. Auf das polydisziplinäre Gutachten und die darin attestierte Arbeitsfähigkeit von 70 % ist abzustellen. Prozentvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Galen vom 15. April 2024, IV 2023/114).

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