# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ffb5928-155a-568e-84cf-bc1c9be0b9db
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-03
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 03.09.2020 LB200017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB200017_2020-09-03.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LB200017-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichterin  

Dr. L. Hunziker Schnider und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie 

Gerichtsschreiber MLaw M. Wild 

Beschluss vom 3. September 2020 

in Sachen 

 

A._____, 
Beklagter und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Kläger und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____, 

 

betreffend Forderung 
 
Berufung gegen einen Beschluss des Bezirksgerichtes Meilen im ordentli-
chen Verfahren vom 30. März 2020 (CG170027-G) 

Rechtsbegehren: 

des Klägers in der Klageschrift vom 15. Juni 2015 (Urk. 3/2): 

" 1. Die beklagte Partei sei zu verpflichten, der klagenden Partei zur 
Geltendmachung und Bezifferung ihrer Rückforderungsklage aus 
ungerechtfertigter Bereicherung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 OR 
folgende Unterlagen bzw. Urkunden herauszugeben: 

- 2 - 

  - sämtliche Unterlagen der am tt.mm.2016 verstorbenen 
C._____, sel., im Zusammenhang mit den zwischen ihr und 
dem Kläger gegenseitig gewährten Darlehen im Zeitraum von 
2009 - 2014, namentlich: 
o allfällige Quittungen über die vom Kläger C._____ zurückbe-

zahlten Darlehen; 
o allfällige Belege über die Verrechnung der dem Kläger ge-

währten Darlehen mit seinen Arbeitsleistungen an den Im-
mobilien von C._____; 

o die Wertschriften- und Guthabenverzeichnisse der Steuerer-
klärungen von C._____ für die Steuerjahre 2009 - 2014 

 2. Ev. seien die Firmen D._____ AG (Handelsregister-Nr. 1), 
E._____-Strasse …, F._____ sowie die G._____ AG (Handelsre-
gister-Nr. 2), H._____-Weg …, I._____, zu verpflichten, sämtliche 
für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit verfügbaren 
Unterlagen des Nachlasses bzw. der jeweiligen Steuererklärun-
gen von Frau C._____ dem Bezirksgericht zuhanden des Klägers 
zu edieren, namentlich: 
o allfällige Quittungen über die vom Kläger C._____ zurückbe-

zahlten Darlehen; 
o allfällige Belege über die Verrechnung der dem Kläger ge-

währten Darlehen mit seinen Arbeitsleistungen an den Im-
mobilien von C._____; 

o die Wertschriften- und Guthabenverzeichnisse der Steuerer-
klärungen von C._____ für die Steuerjahre 2009 - 2014 

 3. Es sei dem Kläger - nach erfolgter Edition der von der beklagten 
Partei bzw. von Dritten zu edierenden Unterlagen gemäss Ziff. 1 
und 2 hiervor, bzw. nach Abschluss des Beweisverfahrens - Frist 
zur Bezifferung und Substantiierung seiner Rückforderungsklage 
anzusetzen. 

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Beklag-
ten." 

des Klägers in der Replik vom 20. April 2018 (Urk. 3/22): 
 Anträge 
" 1. Es sei der Beklagte dazu zu verpflichten, dem Kläger 

CHF 61'000.– zuzüglich 5 % Zins seit dem 1. Oktober 2016 zu 
bezahlen, 

 2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich der gesetzli-
chen Mehrwertsteuer auf der Parteientschädigung zu Lasten des 
Beklagten." 

  Formelle Anträge 

- 3 - 

" 3. Es seien die Firmen D._____ AG (Handelsregister-Nr. 1), 
E._____-Strasse …, F._____ sowie die G._____ AG (Handelsre-
gister-Nr. 2), H._____-Weg …, I._____, zu verpflichten, sämtliche 
für die Beurteilung der vorliegenden Angelegenheit verfügbaren 
Unterlagen des Nachlasses bzw. der jeweiligen Steuererklärun-
gen von Frau C._____ dem Bezirksgericht zuhanden des Klägers 
zu edieren, namentlich: 
o allfällige Quittungen über die vom Kläger C._____ zurückbe-

zahlten Darlehen; 
o allfällige Belege über die Verrechnung der dem Kläger ge-

währten Darlehen mit seinen Arbeitsleistungen an den Im-
mobilien von C._____; 

o die Wertschriften- und Guthabenverzeichnisse der Steuerer-
klärungen von C._____ für die Steuerjahre 2009 - 2014 

 4. Ev. sei das Steueramt F._____ anzuweisen, die Steuererklärun-
gen von C._____ für die Steuerjahre 2009 - 2016, namentlich die 
Wertschriften- und Guthabenverzeichnisse der Steuererklärung 
zu edieren." 

 
 

Zirkulationsbeschluss des Bezirksgerichtes Meilen vom 30. März 2020: 

1. Auf die Klage wird eingetreten. 

2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden mit dem Endentscheid gere-

gelt. 

3. (Schriftliche Mitteilung) 

4. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage) 

Berufungsanträge: 

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 1 S. 2): 
 
"1. Der Zirkulationsbeschluss des Bezirksgerichts Meilen vom 30. März 2020, 

Geschäfts-Nr. CG170027, sei aufzuheben; 
 2. Auf die Klage des Klägers und Berufungsbeklagten sei nicht einzutreten; 
 3. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MWST zu Lasten des Klägers 

und Berufungsbeklagten." 
 

- 4 - 

 
des Klägers und Berufungsbeklagten (Urk. 7 S. 2): 
 
"Die Berufung sei - soweit darauf einzutreten ist - unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen zu Lasten des Beklagten, zzgl. ges. MwSt auf der beantragten Par-
teientschädigung abzuweisen." 
 
 

Erwägungen: 

I. 

1. Der Kläger und Berufungsbeklagte (fortan Kläger) und Frau C._____ (fortan 

Erblasserin) unterhielten eine langjährige Beziehung, welche anfangs 2016 ihr 

Ende nahm. Am tt.mm.2016 verstarb die Erblasserin. Der Beklagte und Beru-

fungskläger (fortan Beklagte) ist der Sohn der Erblasserin und nebst zwei anderen 

Nachkommen ihr gesetzlicher Erbe. Der Kläger macht geltend, ihm stehe ein 

Rückforderungsanspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung gegen den Nach-

lass der Erblasserin und somit gegen deren Erben zu, wobei er sich aufgrund de-

ren solidarischer Haftbarkeit an den Beklagten halte. 

2. Mit Eingabe vom 15. Juni 2017 sowie unter Beilage der Klagebewilligung 

vom 16. März 2017 machte der Kläger vorliegende Klage mit dem eingangs wie-

dergegebenen Rechtsbegehren anhängig (Urk. 3/1-2). Er ersuchte mit seinen Be-

gehren um Edition diverser Unterlagen durch den Beklagten und durch Dritte zur 

Geltendmachung und Bezifferung seiner Rückforderungsklage und darum, ihm 

nach erfolgter Edition bzw. nach Abschluss des Beweisverfahrens Frist zur Bezif-

ferung und Substantiierung seiner Rückforderungsklage anzusetzen. Den Streit-

wert bezifferte er auf Fr. 30'000.– übersteigend (Urk. 3/2 S. 2 f.). Die Klageantwort 

datiert vom 20. September 2017 (Urk. 3/12). Mit Verfügung vom 26. Januar 2018 

wurde dem Kläger - wie anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 18. Januar 

2018 in Aussicht gestellt (Prot. I S. 5) - Frist angesetzt, um seine Forderung zu 

beziffern (Urk. 3/17). Mit Eingabe vom 31. Januar 2018 kam er dieser Aufforde-

rung nach und bezifferte seine Forderung auf Fr. 61'000.– (Urk. 3/19). Alsdann 

wurde ein zweiter Schriftenwechsel durchgeführt. Mit der Replik vom 20. April 

- 5 - 

2018 beantragte der Kläger, den Beklagten zur Bezahlung von Fr. 61'000.– zu 

verpflichten (Urk. 3/22). Mit der Duplik vom 28. Mai 2018 beantragte der Beklagte, 

auf die Klage sei nicht einzutreten (Urk. 3/26 S. 2). Am 30. März 2020 erliess die 

Vorinstanz den eingangs zitierten Zirkulationsbeschluss, womit sie auf die Klage 

eintrat. Gegen diesen Beschluss erhob der Beklagte am 24. April 2020 Berufung 

mit den eingangs widergegebenen Anträgen (Urk. 1). Den ihm mit Verfügung vom 

6. Mai 2020 auferlegten Kostenvorschuss leistete er innert Frist (Urk. 4 und 5). 

Die Berufungsantwort vom 15. Juni 2020 ging in elektronischer Form fristgerecht 

am 30. Juni 2020 ein (Urk. 7 und 7A). Sie wurde dem Beklagten mit Verfügung 

vom 3. Juli 2020 zur Kenntnisnahme zugestellt. Weitere Eingaben der Parteien 

sind nicht erfolgt. 

II. 

1. Die Vorinstanz erwog, ehe die Klage in der Sache behandelt werde bzw. ein 

Beweisverfahren durchzuführen sei, habe zur Klärung der Nichteintretensfrage 

ein anfechtbarer Zwischenentscheid im Sinne von Art. 237 ZPO zu ergehen. Als 

solcher sei dieser mit dem Rechtsmittel der Berufung anfechtbar (Urk. 2 S. 5 und 

S. 16 sowie Disp-Ziff. 4). Innert der belehrten 30-tägigen Berufungsfrist hat der 

Beklagte Berufung erhoben.  

1.1 Der Kläger bestreitet die Rechtzeitigkeit des eingelegten Rechtsmittels. 

Beim angefochtenen Zirkulationsbeschluss vom 30. März 2020 handle es sich 

nicht um einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 237 ZPO, sondern um eine 

"prozessleitende Verfügung" bzw. einen gewöhnlichen prozessleitenden Ent-

scheid im Sinne von Art. 124 Abs. 1 ZPO i.V.m. Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO. Gegen 

solche sei die Beschwerde innert 10 Tagen möglich (Art. 321 Abs. 2 ZPO). Das 

vorliegend als "Berufung" am 24. April 2020 eingelegte Rechtsmittel gelte damit 

als verspätet, weshalb darauf nicht einzutreten sei (Urk. 7 Rz 2-5). Erschwerend 

komme hinzu, dass prozessleitende Verfügungen nur dann mit Beschwerde ange-

fochten werden könnten, wenn durch sie ein "nicht leicht wiedergutzumachender 

Nachteil droht". Einen solchen habe der Beklagte weder behauptet, geschweige 

denn glaubhaft gemacht. Auf die Beschwerde wäre daher - selbst wenn das 

- 6 - 

Obergericht die fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung der Vorinstanz zugunsten des 

anwaltlich vertretenen Beklagten auslegen würde - nicht einzutreten (Urk. 7 Rz 6). 

1.2 Gemäss Art. 237 Abs. 1 ZPO kann das Gericht einen Zwischenentscheid 

treffen, wenn durch abweichende oberinstanzliche Beurteilung sofort ein Endent-

scheid herbeigeführt und so ein bedeutender Zeit- oder Kostenaufwand gespart 

werden kann. Das ist vorliegend der Fall. Sollte die Rechtsmittelinstanz der Auf-

fassung des Beklagten betreffend die Prozessvoraussetzung der Bestimmtheit 

des Rechtsbegehrens bzw. die Anwendung von Art. 132 Abs. 2 ZPO folgen, wäre 

auf die vorliegende Klage nicht einzutreten, und es könnte somit sofort ein End-

entscheid herbeigeführt werden. Dass dadurch bedeutender Zeit- und Kostenauf-

wand gespart werden kann, zumal vor Vorinstanz eine Hauptverhandlung und ein 

Beweisverfahren durchgeführt werden müssten (vgl. zum weiteren Vorgehen der 

Vorinstanz Urk. 2 S. 16), liegt auf der Hand. Soweit der Kläger eine Zeit- und Kos-

tenersparnis mit der bisherigen langen Verfahrensdauer bestreiten will (Urk. 7 

Rz 31), kann ihm nicht gefolgt werden, ist diese doch hauptsächlich der Prozess-

führung der Vorinstanz geschuldet (Eingang Duplik 29. Mai 2018, Zwischenent-

scheid 30. März 2020; vgl. Urk. 3/26 und 3/30) und sagt diese auch nichts über 

den noch zu erwartenden Aufwand aus. Damit ist auch die Frage des Klägers be-

antwortet (Urk. 7 Rz 9), weshalb die Vorinstanz nach Stellung des Nichteintre-

tensantrages in der Duplikschrift einen anfechtbaren Zwischenentscheid erlassen 

hat. 

 Der Zwischenentscheid ist selbständig anzufechten (Art. 237 Abs. 2 ZPO). 

Gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 ZPO sind erstinstanzliche Zwischenent-

scheide mit Berufung anfechtbar, wenn das Streitwerterfordernis erfüllt ist. Das ist 

vorliegend der Fall. Die Berufungsfrist ist eingehalten (Urk. 1 i.V.m. Urk. 3/31/1). 

Auf die Berufung ist daher einzutreten. Nur der Vollständigkeit halber festgehalten 

werden kann, dass selbst eine 10-tägige Beschwerdefrist unter Berücksichtigung 

der Verordnung über den Stillstand der Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren 

zur Aufrechterhaltung der Justiz im Zusammenhang mit dem Coronavirus (CO-

VID-19; SR 173.110.4: Stillstand der Fristen ab 21. März 2020 bis 19. April 2020) 

eingehalten wäre. 

- 7 - 

2.1 Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung. In der schriftlichen 

Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwie-

fern der erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft 

zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Das setzt (im Sinne 

einer von Amtes wegen zu prüfenden Eintretensvoraussetzung) voraus, dass der 

Berufungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnet, die er anficht, sich 

argumentativ mit diesen auseinandersetzt und mittels genügend präziser Verwei-

sungen auf die Akten aufzeigt, wo die massgebenden Behauptungen, Erklärun-

gen, Bestreitungen und Einreden erhoben wurden bzw. aus welchen Aktenstellen 

sich der geltend gemachte Berufungsgrund ergeben soll. Die pauschale Verwei-

sung auf frühere Vorbringen oder deren blosse Wiederholung genügen nicht (vgl. 

BGE 138 III 374 E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15.10.2013, E. 3.2; BGer 

5A_751/2014 vom 28.05.2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzli-

chen Begründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet wird, 

braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich  

– abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der 

Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formge-

recht gegen den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGE 142 III 

413 E. 2.2.4 m.w.Hinw.; BGer 5A_111/2016 vom 6.09.2016, E. 5.3). Insofern er-

fährt der Grundsatz "iura novit curia" (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfahren eine 

Relativierung (BK ZPO-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, 

Art. 57 N 22). 

2.2 Die Berufungsantwort hat die gleichen Begründungsanforderungen zu erfül-

len wie die Berufung. Der Berufungsbeklagte, der in erster Instanz obsiegt hat und 

eine Gutheissung der Berufung befürchten muss, ist daher gehalten, eine allfällige 

unrichtige Rechtsanwendung sowie ihm nachteilige Sachverhaltsfeststellungen zu 

rügen (vgl. BGer 4A_496/2016 vom 8.12.2016, E. 2.2.2 m.Hinw.).  

- 8 - 

 Soweit der Kläger geltend machen wollte, er sei - entgegen der Beurteilung 

der Vorinstanz (Urk. 2 S. 8 f.) - zur Stufenklage berechtigt, weil ihm ein materiell-

rechtlicher Auskunftsanspruch aus dem Recht der einfachen Gesellschaft zustehe 

(Urk. 7 Rz 17 f. und Rz 23), kommt er den dargelegten Begründungsanforderun-

gen nicht nach. Mit dem Argument der Vorinstanz, der Kläger mache nicht gel-

tend, dass ein Auskunftsanspruch aus dem Recht der einfachen Gesellschaft be-

stehe, die der Kläger im Rahmen seiner Lebensgemeinschaft mit der Erblasserin 

gebildet habe, und dies ohnehin abzulehnen wäre, weil die vorliegende Rückfor-

derungsklage nicht das gemeinsame Zusammenleben in einer Hausgemeinschaft 

betreffe, sondern Darlehensschulden, die einen Zusammenhang mit der Erwerbs-

tätigkeit des Klägers aufwiesen (Urk. 2 S. 9), setzt er sich nicht auseinander. Er 

zeigt auch nicht auf, wo vor Vorinstanz er entsprechende Behauptungen aufge-

stellt hätte. Darauf ist daher nicht weiter einzugehen. 

3. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO können im Berufungsverfahren neue Tatsa-

chen und Beweismittel (Noven) nur noch berücksichtigt werden, wenn sie kumula-

tiv ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht 

schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (lit. b). Dabei hat, wer sich 

auf Noven beruft, deren Zulässigkeit darzutun (vgl. BGer 5A_330/2013 vom 

24.09.2013, E. 3.5.1; BGer 5A_266/2015 vom 24.06.2015, E. 3.2.2). 

4. Auf die Parteivorbringen ist nur insoweit einzugehen, als sie entscheidrele-

vant sind. 

  

- 9 - 

III. 

1. Die Vorinstanz behandelte vorab die Voraussetzungen der unbezifferten 

Forderungsklage gemäss Art. 85 Abs. 1 ZPO (Urk. 2 S. 6 ff.). Alsdann prüfte sie 

das Vorliegen einer Stufenklage und kam zum Schluss, da insgesamt keine mate-

riell-rechtliche Anspruchsgrundlage gegeben sei, sei der Kläger zur Stufenklage, 

wie er seine Vorgehensweise bezeichne, nicht berechtigt. Die Ziff. 3 und 4 seines 

Rechtsbegehrens gemäss Replik vom 20. April 2018 (Urk. 22) seien als prozess-

rechtliche Beweisanträge aufzufassen und wären im Hinblick auf das Beweisver-

fahren zu beurteilen (Urk. 2 S. 8 f.). Überdies prüfte die Vorinstanz das Vorliegen 

einer unbezifferten Forderungsklage im engeren Sinn (Urk. 2 S. 9 ff.). Sie erwog, 

entgegen den Vorbringen des Beklagten wäre ein Nichteintreten auf die Klage mit 

dem Argument, es habe bei Klageeinreichung an einem ausformulierten (wenn 

auch unbezifferten) Rechtsbegehren gefehlt, nicht statthaft (Urk. 2 S. 10 f.). Zwar 

sei davon auszugehen, dass der Kläger zur Erhebung einer unbezifferten Forde-

rungsklage bei Prozessbeginn nicht befugt gewesen sei. Es habe bei Einreichung 

der Klageschrift am 15. Juni 2017 sowohl an der Unmöglichkeit als auch an der 

Unzumutbarkeit der Bezifferung gefehlt (Urk. 2 S. 11 f.). Im heutigen Zeitpunkt 

liege jedoch keine unbezifferte Forderungsklage mehr vor. Mit der Replik vom 

20. August 2018 habe der Kläger seine Klage auf gerichtliche Aufforderung hin 

beziffert und sein Rechtsbegehren als herkömmliches, beziffertes Leistungsbe-

gehren formuliert. In der Lehre herrsche keine Einigkeit, wie bei einer zu Unrecht 

nicht bezifferten Forderungsklage zu verfahren sei. Eine Minderheitsmeinung in 

der Lehre halte jedoch dafür, dass die Bezifferung der Klage in Anwendung von 

Art. 132 Abs. 2 ZPO innert einer bestimmten Frist nachzuholen sei, wenn die Vo-

raussetzungen für die Erhebung schon zu Beginn nicht erfüllt seien. Dies ergebe 

sich aus der in Art. 52 ZPO statuierten Pflicht zum Handeln nach Treu und Glau-

ben; behebbare Mängel sollten nicht sofort, sondern erst dann zu einem Prozess-

urteil führen, wenn ihre Behebung unterbleibe. Die in diesem Verfahren vorge-

nommene Aufforderung zur Bezifferung sei in Anwendung von Art. 132 Abs. 2 

ZPO erfolgt. Korrigierbare Mängel rechtfertigten erst dann einen direkten Pro-

zessentscheid, wenn die betreffende Partei sich auch nach Aufforderung zur Kor-

rektur uneinsichtig zeige. Ein Nichteintreten wegen heilbarer Mängel führe nur zu 

- 10 - 

einer neuerlichen "Runde", sodass die Parteien sich wieder vor der Schlichtungs-

behörde einfänden. Eine solche Folge sehe der Gesetzgeber denn auch bei an-

deren heilbaren Mängeln nicht vor, wie bspw. bei der Klage am örtlich unzustän-

digen Gericht oder der Klage im falschen Verfahren, für welche Art. 63 Abs. 1 und 

2 ZPO eine ausgewogene, die Interessen beider Seiten wahrende Lösung biete. 

Es sei nicht ersichtlich, weshalb der Grundsatz, dass heilbare Mängel nach ihrer 

Beseitigung nicht mehr Anlass für einen Prozessentscheid sein sollten, nicht auch 

für die unbezifferte Forderungsklage gelten sollte. Der Beklagte habe zum jetzi-

gen Zeitpunkt keinen Nachteil mehr aus der ursprünglich unterlassenen Beziffe-

rung. Der Lebenssachverhalt sei letztlich auch immer noch der gleiche, was eine 

Abschätzung seiner Risiken und Chancen weiterhin zulasse. Auch erlaube die Zi-

vilprozessordnung bei ziffernmässig bestimmten Leistungsklagen einseitige Kla-

geänderungen, sofern ein sachlicher Zusammenhang bestehe, was ebenfalls 

noch mit dem Bestimmtheitsprinzip vereinbar betrachtet werde. Schliesslich stehe 

die gerichtliche Aufforderung zur Bezifferung auch nicht im Widerspruch zur Dis-

positionsmaxime. Indem die Prozessleitung aufzeige, worin sie einen Mangel er-

kannt habe, und indem sie die Möglichkeit zur Verbesserung einräume, komme 

sie dem Verbot des überspitzten Formalismus, der schonenden Rechtsausübung 

und der Prozessökonomie nach. Mit der Dispositionsmaxime nicht vereinbar wä-

ren Fälle, in welchen das Gericht einer Partei ungebührlich in der Sache helfen 

würde. Wo es aber darum gehe, zwischen den Parteien einen Interessensaus-

gleich zu treffen, liege keine einseitige Bevorzugung vor. Es bleibe somit dabei, 

dass die gerichtliche Aufforderung zur Bezifferung in Anwendung von Art. 132 

Abs. 2 ZPO nicht zu beanstanden sei (Urk. 2 S. 12 ff.). 

2. Der Beklagte beanstandet, dass die Vorinstanz in Bezug auf die Anwendung 

von Art. 132 Abs. 2 ZPO von der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche 

auch vom Handelsgericht und der herrschenden Lehre geteilt werde, abweiche. 

Er hält die herrschende Lehre und Rechtsprechung für korrekt und stört sich an 

der gerichtlichen Hilfe, welche der anwaltlich vertretene Kläger mehrmals erfahren 

habe (Urk. 1 Rz 2). Aufgrund einer grammatikalischen, systematischen, histori-

schen, geltungszeitlichen und teleologischen Auslegung von Art. 132 Abs. 2 ZPO 

sei mit der herrschenden Lehre und mit dem Bundesgericht festzustellen, dass 

- 11 - 

Art. 132 Abs. 2 ZPO die Vorinstanz nicht ermächtigt habe, den Kläger zur Beziffe-

rung seiner Forderung aufzufordern und vielmehr auf eine unbezifferte Klage nicht 

einzutreten sei (Urk. 1 Rz 11 ff., insb. Rz 30). 

3. Gemäss Art. 59 Abs. 1 ZPO tritt das Gericht auf eine Klage nicht ein, sofern 

die Prozessvoraussetzungen nicht erfüllt sind. Eine richtige oder gehörige Klage-

einleitung stellt gemäss herrschender Lehre eine Prozessvoraussetzung dar (BK 

ZPO-Zingg, Art. 59 N 159 m.w.H.; Müller, DIKE-Komm-ZPO, Art. 59 N 81; BSK 

ZPO-Gehri, Art. 60 N 6). Dazu gehört das Stellen eines inhaltlich bestimmten 

Rechtsbegehrens (Art. 221, 244 bzw. 290 ZPO). Bei einer auf Geld gerichteten 

Forderungsklage ist ein beziffertes Rechtsbegehren erforderlich (Art. 84 Abs. 2 

ZPO; BK ZPO-Zingg, Art. 59 N 160; Pahud, DIKE-Komm-ZPO, Art. 227 N 7). Die 

Prozessvoraussetzungen müssen als Sachurteilsvoraussetzungen spätestens im 

Zeitpunkt der Urteilsfällung vorliegen (BGE 140 III 159 E. 4.2.4; 133 III 539 E. 4.3; 

127 III 41 E. 2 und 4). Mängel, die behebbar sind, sollen nur dann zu einem Pro-

zessurteil führen, wenn sie im spezifischen Fall nicht behoben werden können 

(BSK ZPO-Gehri, Art. 60 N 6 und 8; BK ZPO-Zingg, Art. 59 N 22; ZK ZPO-

Zürcher, Art. 60 N 17). Gemäss Art. 60 ZPO prüft das Gericht von Amtes wegen, 

ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. 

4. Art. 132 Abs. 1 und 2 ZPO sehen die Möglichkeit einer gerichtlichen Nach-

frist zur Verbesserung mangelhafter Eingaben vor. Die Ansetzung einer Nachfrist 

setzt voraus, dass der zu behebende Mangel bzw. Fehler verbesserlich ist. Dies 

ist nicht der Fall, wenn es sich nicht um eine versehentliche, sondern um eine ab-

sichtliche Unterlassung handelt und somit kein schutzwürdiges Interesse eine 

Milderung der prozessualen Formstrenge rechtfertigt (BSK ZPO-Gschwend, 

Art. 132 N 6 m.H.; Kramer/Erk, DIKE-Komm-ZPO, Art. 132 N 2 m.w.H.; BK ZPO-

Frei, Art. 132 N 5; ZK ZPO-Stähelin, Art. 132 N 3 a.E.). Nach ständiger Recht-

sprechung des Bundesgerichts stellt die fehlende Bezifferung des Rechtsbegeh-

rens keinen verbesserlichen Mangel im Sinne von Art. 132 ZPO dar (BGE 137 III 

617 E. 6.4; 140 III 409 E. 4.3.2; BGer 4A_258/2015 vom 21.10.2015, E. 2.4.1 

m.w.H.; 4A_375/2015 vom 26.01.2016, E. 7.2; 4A_618/2017 vom 11.01.2018, 

- 12 - 

E. 4.4). Es ist nicht Sache des Gerichts, prozessuale Nachlässigkeiten der Partei-

en auszugleichen (BGer 5A_855/2012 vom 13.02.2013, E. 5.4 m.w.H.).  

5. Vorliegend hat die Vorinstanz dem Kläger - nach eigenen Angaben gestützt 

auf Art. 132 Abs. 2 ZPO, was allerdings aus der entsprechenden Verfügung 

(Urk. 3/17) nicht hervorgeht, hätte die angedrohte Säumnisfolge diesfalls doch 

dahingehend zu lauten, dass die Eingabe als nicht erfolgt gelte - eine Frist zur 

Verbesserung des Mangels angesetzt. Das war nach dem vorstehend Gesagten 

(oben E. III./4.) unzulässig. Der Kläger hat sich bewusst des Instruments der un-

bezifferten Forderungsklage (Stufenklage) bedient, in der Auffassung, deren Vo-

raussetzungen lägen vor. Die fehlende Bezifferung stellt daher keinen verbesser-

lichen Mangel dar.  

 Soweit sich die Vorinstanz für ihr Vorgehen gestützt auf eine Minderheits-

meinung in der Lehre auf eine Pflicht zum Handeln nach Treu und Glauben ge-

mäss Art. 52 OR beruft, kann ihr nicht gefolgt werden. Zwar ergibt sich aus dem 

Verbot des überspitzten Formalismus die Pflicht des Gerichts, den Parteien für 

verbesserliche Fehler eine Frist zur Behebung des Mangels anzusetzen (BK 

ZPO-Hurni, Art. 52 N 67 ff.; BSK ZPO-Gehri, Art. 52 N 20). Wie erwogen (oben 

E. III./4.), rechtfertigt hingegen bei absichtlichen Unterlassungen kein schutzwür-

diges Interesse eine Milderung der prozessualen Strenge und sind solche Mängel 

nicht verbesserlich. Ebenso wenig muss sich der Beklagte selber ein Handeln wi-

der Treu und Glauben im Sinne von Art. 52 ZPO entgegenhalten lassen, weil er 

sich widersprüchlich verhalte, wie der Kläger geltend macht (Urk. 7 Rz 31). Ent-

gegen den Ausführungen des Klägers hat sich der Beklagte nicht erst im Beru-

fungsverfahren auf die prozessuale Mangelhaftigkeit der Klage berufen (vgl. 

Urk. 2 S. 6). Dass er nicht schon in der Klageantwort, sondern erst in der Duplik-

schrift einen Nichteintretensantrag gestellt hat (Urk. 26 Rz 4 ff.), stellt kein treu-

widriges Verhalten dar, zumal die Prozessvoraussetzungen von Amtes wegen zu 

prüfen sind. Zudem hatte der Rechtsvertreter des Beklagten die Vorinstanz schon 

kurz nach der Instruktionsverhandlung am 24. Januar 2018 telefonisch gebeten, 

die Rechtsbegehren des Klägers noch einmal eingehend zu prüfen (Prot. I S. 6). 

Die lange Prozessdauer ist, wie bereits erwogen (oben E. II./1.2), nicht dem Ver-

- 13 - 

halten des Beklagten, sondern der Prozessführung der Vorinstanz geschuldet, 

welche zwischen der Stellung des Nichteintretensantrages und dem Entscheid 

darüber fast zwei Jahre hat verstreichen lassen. Selbst wenn als erstellt gelten 

müsste, dass der Beklagte im Anschluss an die Instruktionsverhandlung vom 18. 

Januar 2018 geäussert habe, dass es ihm nichts ausmache, wenn er für einen 

Prozessgewinn mehrere Millionen Franken ausgeben müsse (Urk. 7 Rz 33), 

könnte nach dem Gesagten daraus nicht der Schluss gezogen werden, dass es 

dem Beklagten einzig darum gehe, den Prozess mit allen Mitteln in die Länge zu 

ziehen. Dass sich der Beklagte vorbehaltslos auf den Prozess eingelassen habe 

(Urk. 7 Rz 31), kann ihm schliesslich nicht entgegengehalten werden - er hatte 

keine Wahl.  

 Entgegen der Ansicht der Vorinstanz nichts zu ändern vermag weiter, dass 

ein Nichteintreten nur zu einer neuerlichen "Runde" führe, sodass die Parteien 

sich wieder vor der Schlichtungsbehörde einfänden. Es ist nicht relevant, ob ein 

erneuter Verweis ins Schlichtungsverfahren letztlich einen "nutzlosen Leerlauf" 

darstellt oder nicht. Fehlt es an einer Prozessvoraussetzung, hat das Gericht un-

besehen von prozessökonomischen Aspekten einen Nichteintretensentscheid zu 

fällen, zumal - wie der Kläger geltend macht (Urk. 1 Rz 28) - auch andere Mög-

lichkeiten des Fortgangs der Streitigkeit bestehen. Auch dass der Gesetzgeber für 

andere Mängel wie der Klage am örtlich unzuständigen Gericht oder der Klage im 

falschen Verfahren ein anderes Korrektiv bietet (Art. 63 Abs. 1 und 2 ZPO; vgl. BK 

ZPO-Berger-Steiner, Art. 63 N 6), stellt keinen Grund dar, die fehlende Beziffe-

rung als verbesserlichen Mangel einzuschätzen. Wie der Kläger zutreffend dartut 

(Urk. 1 Rz 19), sieht auch Art. 63 ZPO explizit ein Nichteintreten vor. Dass ge-

mäss dieser Bestimmung keine erneute Schlichtungsverhandlung stattzufinden 

hat, ändert am Nichteintretensentscheid nichts.  

 Unerheblich erscheint, ob der Beklagte zum jetzigen Zeitpunkt noch einen 

Nachteil aus der ursprünglich unterlassenen Bezifferung hat, was die Vorinstanz 

verneint, der Beklagte hingegen bejaht (Urk. 1 Rz 29). Formvorschriften dienen 

einem geordneten Ablauf des Verfahrens. Die beklagte Partei muss zwecks Wah-

rung ihres rechtlichen Gehörs von Anfang an wissen, was von ihr verlangt wird, 

- 14 - 

um erschöpfend antworten und sich verteidigen zu können. Ausnahmen von die-

sem Grundsatz sind nur in den engen Grenzen von Art. 85 Abs. 1 ZPO zulässig, 

d.h. wenn es der klagenden Partei unmöglich oder unzumutbar ist, ihre Forderung 

bereits zu Beginn des Prozesses zu beziffern. Dies ist vorliegend nicht der Fall. 

Nicht stichhaltig ist ferner das Argument, dass die Zivilprozessordnung bei zif-

fernmässig bestimmten Leistungsklagen einseitige Klageänderungen zulässt, so-

fern ein sachlicher Zusammenhang besteht, was noch mit dem Bestimmtheits-

prinzip vereinbar betrachtet werde. Eine zulässige Klageänderung verletzt das 

Bestimmtheitsprinzip nicht, eine unbezifferte Forderungsklage hingegen schon. 

 Weiter steht die gerichtliche Aufforderung zur Bezifferung entgegen dem Da-

fürhalten der Vorinstanz im Widerspruch zur Dispositionsmaxime (so auch der 

Beklagte, Urk. 1 Rz 20). Gemäss Art. 58 Abs. 1 ZPO darf das Gericht einer Partei 

nicht mehr und nichts anderes zusprechen, als sie verlangt. Aus der Bindung des 

Gerichts lässt sich das Gebot der Bestimmtheit des Rechtsbegehrens ableiten. Es 

gilt der Grundsatz, dass die Rechtsbegehren so bestimmt sein müssen, dass sie 

bei Gutheissung zum Dispositiv erhoben werden können. Der Bestimmtheits-

grundsatz ist insoweit abgemildert, als die Rechtsbegehren vom Gericht nach 

Treu und Glauben auszulegen und bei Unklarheit bzw. offensichtlicher Unvoll-

ständigkeit durch Ausübung der richterlichen Fragepflicht (Art. 56 ZPO) zu ergän-

zen sind (BK ZPO-Hurni, Art. 58 N 36 und 38 i.V.m. 18; a.A. Glasl, DIKE-Komm-

ZPO, Art. 56 N 20). Zu prüfen wäre mithin, ob der Kläger in Ausübung der gericht-

lichen Fragepflicht (Art. 56 ZPO) zur Bezifferung des Rechtsbegehrens aufgefor-

dert werden durfte. Unbesehen davon, dass fraglich erscheint, ob bei einem un-

bezifferten Rechtsbegehren, bei dem eine Bezifferung möglich und zumutbar ge-

wesen wäre, ein unklares Vorbringen bzw. ein unbestimmt gebliebenes Rechts-

begehren im Sinne von Art. 56 ZPO vorliegt (so der Kläger, Urk. 7 Rz 8), verblieb 

vorliegend kein Raum für eine Ausübung der gerichtlichen Fragepflicht. Insbeson-

dere dient auch die gerichtliche Fragepflicht nicht dazu, prozessuale Nachlässig-

keiten der Parteien auszugleichen. Wie weit das Gericht eingreifen soll, hängt von 

den Umständen des Einzelfalls ab, namentlich der Unbeholfenheit der betroffenen 

Partei (BGer 4A_78/2014 vom 23.09.2014, E. 3.3.3 m.H.). Bei anwaltlich vertrete-

nen Parteien hat die richterliche Fragepflicht nur eine sehr eingeschränkte Trag-

- 15 - 

weite (BGer 4A_398/2018 vom 25.02.2019, E. 10.7; 4A_375/2015 vom 

26.01.2016, E. 7.1, nicht publ. in: BGE 142 III 102, welcher Entscheid entgegen 

dem Dafürhalten des Klägers [Urk. 7 Rz 20] durchaus einschlägig 

ist; 4A_336/2014 vom 18.12.2014 E. 7.6; 4A_336/2014 vom 18.12.2014, E. 7.6; 

vgl. auch die Argumentation des Beklagten in Urk. 1 Rz 17). Der Kläger ist anwalt-

lich vertreten und war von sich aus zur Bezifferung seiner Klage gehalten. Ange-

sichts der anwaltlichen Vertretung beider Parteien und mangels Indizien für eine 

Unbeholfenheit seitens des Klägers käme eine Aufforderung zur Bezifferung 

durch das Gericht einer einseitigen Bevorzugung des Klägers gleich (vgl. dazu 

BGer 4A_57/2014 vom 8.5.2014, E. 1.3.2; 4D_57/2013 vom 2.12.2013, E. 3.2) 

und wäre unzulässig. Der Kläger hat sich bewusst des Instruments der unbeziffer-

ten Forderungsklage (Stufenklage) bedient, in der Auffassung, deren Vorausset-

zungen lägen vor. Es geht im Rahmen der Dispositionsmaxime nicht an, ihn zu 

einem anderen Vorgehen aufzufordern. Auch das Verbot des überspitzten Forma-

lismus und der Grundsatz der schonenden Rechtsausübung (Art. 29 Abs. 1 BV, 

Art. 52 ZPO) vermögen dies nicht zu rechtfertigen. 

6. Zusammenfassend erweist sich die Rüge des Beklagten als begründet. Da 

es der Klage vorliegend an einem bezifferten Rechtsbegehren fehlt und die 

Fristansetzung zur Verbesserung dieses Mangels unzulässig war, ist auf die Kla-

ge nicht einzutreten. 

IV. 

Trifft die Rechtsmittelinstanz einen neuen Entscheid, so entscheidet sie auch über 

die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO). Bei 

diesem Ausgang des Verfahrens wird der Kläger für beide Instanzen kosten- und 

entschädigungspflichtig. Dabei ist zu berücksichtigen, dass lediglich ein Zwi-

schenentscheid zu beurteilen ist. Ausgehend von einem Streitwert von 

Fr. 61'000.– ist die Entscheidgebühr für das erstinstanzliche Verfahren auf 

Fr. 2'400.– und für das zweitinstanzliche Verfahren auf Fr. 1'600.– festzusetzen 

(§ 4 Abs. 1, § 9 Abs. 2, § 10 Abs. 1 und § 12 Abs. 1 und 2 GebV OG). Die Partei-

entschädigung für das erstinstanzliche Verfahren ist auf Fr. 5'300.– und jene für 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=4A_336%2F2014+E.+7.6&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-III-102%3Ade&number_of_ranks=0#page102

- 16 - 

das zweitinstanzliche Verfahren auf Fr. 2'700.– (je zuzüglich 7,7 % MwSt.) festzu-

setzen (§ 4 Abs. 1, 10 Abs. 1 lit. a und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV). Für das erst-

instanzliche Verfahren hat der Kläger einen Kostenvorschuss in der Höhe von 

Fr. 6'400.– geleistet (Urk. 7 und 8). Daraus sind die Entscheidgebühren für beide 

Instanzen (Fr. 2'400.– und Fr. 1'600.–) zu beziehen, so dass der vom Beklagten 

im obergerichtlichen Verfahren geleistete Vorschuss in Höhe von Fr. 4'800.– 

(Urk. 4 und 5) nicht zur Deckung der Verfahrenskosten heranzuziehen ist.  

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Klage wird nicht eingetreten. 

2. Die erstinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'400.– festgesetzt. 

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'600.– festgesetzt. 

4. Die Kosten beider Instanzen werden dem Kläger auferlegt und aus dem von 

ihm im erstinstanzlichen Verfahren geleisteten Kostenvorschuss bezogen. 

5. Der Kläger wird verpflichtet, dem Beklagten für beide Verfahren eine Partei-

entschädigung von Fr. 8'616.– zu bezahlen. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 
  

- 17 - 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 61'000.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.  

 
Zürich, 3. September 2020 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

MLaw M. Wild 
 
 
versandt am: 
lb 

	Beschluss vom 3. September 2020
	Rechtsbegehren:
	des Klägers in der Klageschrift vom 15. Juni 2015 (Urk. 3/2):
	Zirkulationsbeschluss des Bezirksgerichtes Meilen vom 30. März 2020:
	1. Auf die Klage wird eingetreten.
	2. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen werden mit dem Endentscheid geregelt.
	3. (Schriftliche Mitteilung)
	4. (Rechtsmittelbelehrung: Berufung, Frist 30 Tage)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	1.2 Gemäss Art. 237 Abs. 1 ZPO kann das Gericht einen Zwischenentscheid treffen, wenn durch abweichende oberinstanzliche Beurteilung sofort ein Endentscheid herbeigeführt und so ein bedeutender Zeit- oder Kostenaufwand gespart werden kann. Das ist v...
	3. Gemäss Art. 317 Abs. 1 ZPO können im Berufungsverfahren neue Tatsachen und Beweismittel (Noven) nur noch berücksichtigt werden, wenn sie kumulativ ohne Verzug vorgebracht werden (lit. a) und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht schon vor erster Instanz ...

	III.
	IV.
	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Klage wird nicht eingetreten.
	2. Die erstinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 2'400.– festgesetzt.
	3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 1'600.– festgesetzt.
	4. Die Kosten beider Instanzen werden dem Kläger auferlegt und aus dem von ihm im erstinstanzlichen Verfahren geleisteten Kostenvorschuss bezogen.
	5. Der Kläger wird verpflichtet, dem Beklagten für beide Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 8'616.– zu bezahlen.
	6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie an die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein.
	7. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...