# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8fbb33ad-a1fd-58c5-9c34-d5c7af257c09
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-15
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 15.02.2012 P1 11 38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_P1-11-38_2012-02-15.pdf

## Full Text

P1 11 38 

 

 

URTEIL VOM 15. FEBRUAR 2012 
 

Kantonsgericht Wallis 
I. Strafrechtliche abteilung 

 

Es wirken mit: Kantonsrichter Dr. Lionel Seeberger, Präsident, Hermann Murmann, 
Ersatzrichter Dr. Philipp Näpfli und Gerichtsschreiber Dr. Rochus Jossen. 

 

in Sachen 
 

Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Amt der Region Oberwallis, vertreten durch 
Oberstaatsanwalt A___________ 

 

gegen 
 

X___________, Beschuldigter und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt 
B___________ 

 

und 
 

Y___________, Beschuldigter und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwältin 
C___________ 

 

und 
 

Z___________, Beschuldigter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt 
D___________ 

(Verletzung der Regeln der Baukunde (Art. 229 StGB) 

- 2 - 

Verfahren  
 

A. Zwei Bauarbeiter zogen sich am Nachmittag des 17. April 2007 im Treppenhaus Ost 
des Bahnhofsneubaus in E___________ Verletzungen zu. Nach ersten polizeilichen 
Ermittlungen ernannte das Untersuchungsrichteramt Oberwallis am 24. April 2007 zur 
Klärung der Ursachen einen Mitarbeiter der F___________ zum Sachverständigen. 
Gestützt auf den Polizeibericht vom 18. Juni 2007 sowie das Gutachten vom 
17. August 2007 eröffnete das Untersuchungsrichteramt am 22. April 2008 gegen 
X___________ und G___________ ex officio eine Strafuntersuchung wegen 
fahrlässiger Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde. Nach 
Durchführung untersuchungsrichterlicher Einvernahmen wurde am 11. August 2009 
das Verfahren zusätzlich gegen Y___________ und Z___________ eröffnet. Am 
29. September 2009 erliess die Untersuchungsrichterin die Anschuldigungsverfügung. 
Das Verfahren gegen G___________ wurde nach Beweisergänzungen am 9. Juni 
2010 eingestellt. 

B. Das Untersuchungsrichteramt schloss die Untersuchung am 13. Juli 2010 ab und 
leitete die Akten an die Regionale Staatsanwaltschaft Oberwallis (nunmehr 
Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis, Amt der Region Oberwallis) weiter. Diese 
erhob am 20. August 2010 Anklage gegen X___________, Y___________ sowie 
Z___________ und überwies die Akten an das Bezirksgericht E___________. 

C. Mit Verfügung vom 26. August 2010 setzte das Bezirksgericht den Parteien Frist, 
um Beweise anzugeben, die an der Hauptverhandlung erhoben werden sollten. 
Y___________ sowie X___________ beantragten die Einvernahme der drei 
Beschuldigten. Das Bezirksgericht hiess diese Anträge am 27./29. Oktober 2010 gut. 

D. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht fand am 14. April 2011 statt. Die 
beantragten Beweismittel wurden abgenommen. Die Parteien stellten folgende 
Schlussanträge: 

Oberstaatsanwalt: 
1. X___________, Y___________ und Z___________ sind der fahrlässigen Gefährdung durch 

Verletzung der Regeln der Baukunde im Sinne von Art. 229 Abs. 1 und 2 StGB und Art. 11 und 12 

Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen. 

2. X___________, Y___________ und Z___________ sind zu einer Geldstrafe von je 60 Tagessätzen 

zu etwa CHF 185.-- für X___________ und CHF 155.-- für Y___________ und CHF 135.-- für 

Z___________ zu verurteilen, nach Ermessen des Gerichtes. 

3. X___________, Y___________ und Z___________ ist der Vollzug der Geldstrafe bedingt 

aufzuschieben, verbunden mit einer Probezeit von zwei Jahren. 

4. X___________, Y___________ und Z___________ sind die Kosten von Verfahren und Urteil zu 

einem Drittel aufzuerlegen unter solidarischer Haftung. 

 
X___________: 

1. Der Angeklagte ist von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Die Kosten des Verfahrens trägt der Fiskus. 

- 3 - 

3. Der Fiskus bezahlt dem Angeklagten eine angemessene Parteientschädigung. 

 

Y___________: 
1. Herr Y___________ sei vom Vorwurf der vorsätzlichen &/oder fahrlässigen Gefährdung durch 

Verletzung der Regeln der Baukunde freizusprechen (Art. 229 Abs. 2 StGB) 

2. Die Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten des Staates. 

3. Es sei Herrn Y___________ eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. 

 

Z___________: 
1. Z___________ wird von der Anklage der vorsätzlichen und/oder fahrlässigen Gefährdung durch 

Verletzung der Regeln der Baukunde gemäss Art. 229 StGB freigesprochen. 

2. Z___________ wird vom Staat Wallis eine angemessene Parteientschädigung entrichtet. 

3. Die Kosten von Verfahren und Urteil gehen zu Lasten des Staates Wallis. 

 
E. Am 13. Mai 2011 fällte das Bezirksgericht folgendes Urteil, das es den Parteien am 
16. Mai 2011 in begründeter Form zustellte: 

1. X___________ wird von der Anklage der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der 

Baukunde (Art. 229 Abs. 1 und 2 i.V. mit Art. 11 und Art. 12 Abs. 3 StGB) freigesprochen. 

2. Y___________ wird von der Anklage der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der 

Baukunde (Art. 229 Abs. 1 und 2 i.V. mit Art. 11 und Art. 12 Abs. 3 StGB) freigesprochen. 

3. Z___________ wird der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde (Art. 229 

Abs. 1 und 2 i.V. mit Art. 11 und Art. 12 Abs. 3 StGB) für schuldig erkannt. 

4. Z___________ wird als Zusatzstrafe zu den Urteilen des Untersuchungsrichteramts H___________ 

vom 9. Juli 2007 sowie des Untersuchungsrichteramts I___________ vom 16. November 2007 

verurteilt: 

a) zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 210.--; der Vollzug wird aufgeschoben mit einer 

Probezeit von 4 Jahren. 

b) zu einer Busse von Fr. 1'000.--; die Busse ist bei schuldhafter Nichtbezahlung in eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen umzuwandeln. 

5. Die Gerichtskosten in Höhe von insgesamt Fr. 105'000.-- (Auslagen Staatsanwaltschaft Fr. 102'076.75, 

Gebühren Staatsanwaltschaft Fr. 1'600.--; Gebühren Bezirksgericht Fr. 1'323.25) werden 

Z___________ zu 1/3 (Fr. 35'000.--) auferlegt. 

Die restlichen Gerichtskosten in Höhe von Fr. 70'000.-- gehen zu Lasten des Staates Wallis. 

6. Der Staat Wallis bezahlt X___________ eine Parteientschädigung von Fr. 5'500.-- (Honorar 

Fr. 5'000.--, Auslagen Fr. 500.--). 

7. Der Staat Wallis bezahlt Y___________ eine Parteientschädigung von Fr. 5'500.-- (Honorar 

Fr. 5'000.--, Auslagen Fr. 500.--). 

 
F. Gegen dieses Urteil meldeten der Oberstaatsanwalt sowie Z___________ am 
27. Mai 2011 Berufung an. Das Bezirksgericht leitete die Akten am 30. Mai 2011 an 
das Kantonsgericht weiter. Am 6. Juni 2011 reichten sowohl die Staatsanwaltschaft als 
auch Z___________ die jeweilige Berufungserklärung mit den nachstehenden 
Rechtsbegehren ein: 

- 4 - 

Oberstaatsanwalt: 
1. Das Urteil des Bezirksgerichtes E___________ vom 13.05.2011 ist in Bezug auf die Freisprüche von 

X___________ und Y___________ und die Regelung der Kosten und Entschädigungen aufzuheben. 

2. X___________ und Y___________ sind der Verletzung der Regeln der Baukunde im Sinne von Art. 

229 Abs. 1 und 2 StGB und Art. 11 und 12 Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen. 

3. X___________ und Y___________ sind zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je etwa 

Fr. 185.-- für X___________ und Fr. 155.-- für Y___________ zu verurteilen, nach Ermessen des 

Gerichtes. 

4. X___________ und Y___________ ist der Vollzug der Geldstrafe bedingt aufzuschieben verbunden 

mit einer Probezeit von 2 Jahren. 

5. X___________ und Y___________ sind die Kosten des Untersuchungsverfahrens und des 

Verfahrens und Urteils vor erster Instanz und des Berufungsverfahrens aufzuerlegen unter 

solidarischer Haftung. 

6. Im Falle der Bestätigung des Freispruches von X___________ und Y___________ sind die Kosten 

zur Hauptsache Z___________ aufzuerlegen und höchstens 2/6 zu Lasten des Staates. 

Z___________: 
1. Die Berufung sei gutzuheissen. 

2. Primär: 

a. Der Berufungskläger sei von der Anklage der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der 

Regeln der Baukunde im Sinne von Art. 229 Abs. 1 und 2 i.V. mit Art. 11 und 12 Abs. 3 StGB frei 

zu sprechen. 

b. Dem Berufungskläger sei für das Untersuchungsverfahren und für das Verfahren vor erster 

Instanz eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.  

Subsidiär: 

a. Die Probezeit von 4 Jahren im Zusammenhang mit dem Strafaufschub für die Geldstrafe sei 

angemessen zu reduzieren. Dabei sei der Berufungskläger vorab vom Gericht anzufragen, ob er - 

gegebenenfalls - bereit ist, ersatzweise bedingt gemeinnützige Arbeit zu leisten. Bejahendenfalls 

sei diese anzuordnen (Art. 107 Abs. 1 StGB). 

b. Die Z___________ auferlegten Gerichtskosten von CHF 35'000.-- seien zu reduzieren. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Fiskus auferlegt.  

4. Dem Berufungskläger wird für das Berufungsverfahren zu Lasten des Fiskus eine angemessene 

Parteientschädigung zugesprochen. 
 

G. Am 19. September 2011 wurden die Parteien auf den 2. Dezember 2011 zur 
Berufungsverhandlung vorgeladen. Auf Antrag der Beschuldigten wurde die 
Verhandlung am 26. Oktober 2011 auf den 27. Januar 2012 verschoben. 

H. Anlässlich der Berufungsverhandlung hinterlegten die Parteien folgende 
Schlussanträge: 

Oberstaatsanwalt: 
1. Das Urteil des Bezirksgerichtes E___________ vom 13.05.2011 ist in Bezug auf die Freisprüche von 

X___________ und Y___________ und die Regelung der Kosten und Entschädigungen aufzuheben. 

2. Z___________, X___________ und Y___________ sind der Verletzung der Regeln der Baukunde 

im Sinne von Art. 229 Abs. 1 und 2 StGB und Art. 11 und 12 Abs. 3 StGB schuldig zu sprechen. 

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3. Z___________ wird als Zusatzstrafe zu den Urteilen des Untersuchungsrichteramts H___________ 

vom 09. Juli 2007 sowie des Untersuchungsrichteramts I___________ vom 16. November 2007 

verurteilt: 

a. zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 210.--; der Vollzug wird aufgeschoben mit einer 

Probezeit von 4 Jahren. 

b.  zu einer Busse von Fr. 1'000.--, die Busse ist bei schuldhafter Nichtbezahlung in eine 

Ersatzfreiheitsstrafe von 4 Tagen umzuwandeln. 

4. X___________ und Y___________ sind zu einer Geldstrafe von je 60 Tagessätzen zu je etwa 

Fr. 185.-- für X___________ und Fr. 155.-- für Y___________ zu verurteilen, nach Ermessen des 

Gerichtes. 

5. X___________ und Y___________ ist der Vollzug der Geldstrafe bedingt aufzuschieben verbunden 

mit einer Probezeit von 2 Jahren. 

6. Z___________, X___________ und Y___________ sind die Kosten des Untersuchungsverfahrens 

und des Verfahrens und Urteils vor erster Instanz und des Berufungsverfahrens aufzuerlegen unter 

solidarischer Haftung. 

7. Im Falle der Bestätigung des Freispruches von X___________ und Y___________ sind die Kosten 

zur Hauptsache Z___________ aufzuerlegen und höchstens zu dem 2/6 Staat aufzuerlegen. 

 

X___________:  
1. Das Dispositiv des Urteils des Bezirksgerichts E___________ vom 13. Mai 2011, S. 30, Ziff. 1, ist zu 

bestätigen und Herr X___________ ist von Schuld und Strafe freizusprechen. 

2. Die Kosten des Verfahrens trägt der Staat Wallis. 

3. Der Staat Wallis bezahlt dem Angeklagten Herr X___________ eine angemessene 

Parteientschädigung. 
 
Y___________:  

1. Die Berufungsanträge Ziff. 1 bis und mit 6 des Staatsanwalts A___________ sind in Bezug auf Herrn 

Y___________ vollumfänglich abzuweisen. 

2. Das Urteil des Bezirksgerichts E___________ vom 13.05.2011 ist in Bezug auf den Freispruch von 

Y___________ betreffend der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde 

(Art. 229 Abs. 1 und 2 i.V. mit Art. 12 Abs. 3 StGB) und in Bezug auf die Regelung der Kosten und 

Entschädigungen zu bestätigen. 

3. Die Kosten von Verfahren und Entscheid gehen zu Lasten des Staates 

4. Es sei Herrn Y___________ eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. 

 
Z___________: 

1. Die Berufung sei gutzuheissen. 

2. Primär: 

a. Der Berufungskläger sei von der Anklage der vorsätzlichen und fahrlässigen Gefährdung durch 

Verletzung der Regeln der Baukunde im Sinne von Art. 229 Abs. 1 und 2 i.V. mit Art. 11 und 12 

Abs. 3 StGB frei zu sprechen. 

b. Dem Berufungskläger sei für das Untersuchungsverfahren und für das Verfahren vor erster Instanz 

eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.  

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Subsidiär: 

a. Die Probezeit von 4 Jahren im Zusammenhang mit dem Strafaufschub für die Geldstrafe sei 

angemessen zu reduzieren.  

b. Die Z___________ auferlegten Gerichtskosten von CHF 35'000.-- seien zu reduzieren. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Fiskus auferlegt.  

4. Dem Berufungskläger wird für das Berufungsverfahren zu Lasten des Fiskus eine angemessene 

Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 

Das Kantonsgericht 
stellt fest und zieht in Erwägung 

 

1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichts wurde am 13. Mai 2011 und somit nach 
Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 311.0) am 1. Januar 
2011 ausgefällt. Nach Art. 454 Abs. 1 StPO gilt für Rechtsmittel gegen erstinstanzliche 
Entscheide, die nach Inkrafttreten der StPO gefällt wurden, neues Recht. Demzufolge 
gelangt im vorliegenden Verfahren die Schweizerische Strafprozessordnung zur 
Anwendung. 

2. a) Gemäss Art. 398 StPO ist die Berufung gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte 
zulässig, mit denen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist. Das 
Berufungsgericht kann das Urteil in allen angefochtenen Punkten umfassend 
überprüfen. Mit der Berufung können im Regelfall Rechtsverletzungen, 
Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung, die unvollständige oder unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts sowie Unangemessenheit gerügt werden. Beschränkt 
sich die Berufung auf den Zivilpunkt, so wird das erstinstanzliche Urteil nur so weit 
überprüft, als es das am Gerichtsstand anwendbare Zivilprozessrecht vorsehen würde. 

Die Einlegung der Berufung erfolgt in zwei Schritten. Zuerst ist die Berufung beim 
erstinstanzlichen Gericht anzumelden. Nach Zustellung des begründeten Urteils hat 
der Berufungskläger alsdann eine Berufungserklärung einzureichen. Die 
Rechtsmittelfrist beginnt mit der Zustellung (oder Aushändigung) des schriftlichen 
Urteilsdispositivs zu laufen (Art. 384 lit. a StPO i.V.m. Art. 84 Abs. 1 und 2 StPO). Das 
Gericht hat im Urteilsdispositiv deutlich über das Rechtsmittel und die fristgerechte 
Berufungsanmeldung zu belehren. Die Zustellung erfolgt dabei nach den allgemeinen 
Bestimmungen gemäss Art. 85 StPO. Nachdem die Berufungsanmeldung beim 
erstinstanzlichen Gericht eingegangen ist, hat dieses das Urteil in den Fristen gemäss 
Art. 84 Abs. 4 StPO zu begründen. Anschliessend übermittelt es die Akten samt der 
Anmeldung dem Berufungsgericht (Art. 399 Abs. 2 StPO). Die Partei, die Berufung 
angemeldet hat, hat indes nach der Urteilszustellung innert zwanzig Tagen eine 
schriftliche Berufungserklärung einzureichen. Sie hat darin gemäss Art. 399 Abs. 3 und 
4 StPO anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht, welche 
Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt und welche Beweisanträge sie 
stellt. Wer nur Teile des Urteils anficht, hat in der Berufungserklärung verbindlich 
anzugeben, auf welche der folgenden Teile sich die Berufung beschränkt: den 

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Schuldpunkt (allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen); die Bemessung der Strafe; 
die Anordnung von Massnahmen; den Zivilanspruch oder einzelne Zivilansprüche; die 
Nebenfolgen des Urteils; die Kosten-, Entschädigungs- und Genugtuungsfolgen sowie 
die nachträglichen richterlichen Entscheidungen. 

Im zu beurteilenden Fall erfolgten sowohl die Anmeldung als auch die Erklärung der 
Berufung der Staatsanwaltschaft sowie von Z___________ frist- und formgerecht. 
Anschlussberufungen erfolgten keine. 

b) Die Oberstaatsanwaltschaft will mit ihrer Berufung die Verurteilung der drei 
Beschuldigten erreichen. Eventualiter beantragt sie im Falle der Bestätigung der 
beiden erstinstanzlichen Freisprüche, die Kosten seien zur Hauptsache Z___________ 
bzw. höchstens im Umfange von 2/6 dem Staat aufzuerlegen. Der Beschuldigte 
Z___________ ficht die Verurteilung wegen Verletzung der Regeln der Baukunde an. 
Bei einem Schuldspruch begehrt er eventualiter die Herabsetzung der Probezeit, die 
Verurteilung zu einer bedingt ausgesprochenen gemeinnützigen Arbeit sowie eine 
Reduktion der ihm auferlegten Verfahrenskosten. Mithin ist das erstinstanzliche Urteil 
vollumfänglich zu überprüfen.  

3. a) Die Schweizerischen Bundesbahnen SBB sowie die Munizipalgemeinde 
E___________ errichteten im Zusammenhang mit J___________ als Bauherren ein 
neues Bahnhofsgebäude in E___________. Die K___________ Generalunternehmung 
war als Generalunternehmerin für die Bauausführung verantwortlich. Deren 
Projektleiter war L___________. Die Arbeitsgemeinschaft Neugestaltung Bahnhof 
E___________ führte die Baumeisterarbeiten aus. Die K___________ mit Projektleiter 
X___________ und die M___________ mit Projektleiter G___________ bildeten diese 
ARGE. Y___________ war der Bauführer. Bei der Erstellung der beiden 
Treppenhäuser Ost und West der Baute waren die Arbeiter der K___________ im 
Einsatz. Dabei handelte es sich um den Polier Z___________, den Maurer 
N___________ sowie die Hilfsarbeiter O___________ und vereinzelt P___________. 

b) Hinsichtlich der Treppenhäuser wurde im Submissionsprojekt vom 28. Oktober 2005 
unter Ziffer 2.1 betreffend die Beschreibung der Tragkonstruktion festgehalten: "Die 
Treppenläufe und die Podeste werden vorfabriziert und auf Stahlkonsolen, die an den 
Betonwänden vorgängig befestigt werden, versetzt. Zwischen Podest und Stahlkonsole 
wird ein Elastomer-Auflager eingelegt. … Für die nachträgliche Befestigung der 
Treppengeländer werden Stahlplatten (mit angeschweissten Armierungseisen) in die 
Treppenelemente versetzt." Zudem wurde auf die Bestimmungen der SIA-Normen, 
insbesondere SIA 260, SIA 261, SIA 261/1, SIA 262, SIA 262/1, SIA 263, SIA 263/1, 
SIA 267 und SIA 267/1, verwiesen. Die Treppenpodeste sollten auf Auflagerkonsolen 
vom Typ CRET 960 V aufgelagert werden. Dies hätte millimetergenaues Versetzen 
verlangt. Die ARGE musste anlässlich der Arbeitsvorbereitungen feststellen, dass die 
von der Generalunternehmung vorgegebene Versetzungsart der 
Treppenpodestelemente mit dem Cret-Auflagersystem nicht ausführbar war, weshalb 
sie sich am 22. September 2006 schriftlich vom ausgeschriebenen Versetzen der 
Treppenelemente distanzierte. Sie brachte vor, die vorhandenen Toleranzen des 
Elements und des Versetzens könnten in keiner Weise aufgenommen werden.  

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c) Die Auflagerkonstruktion wurde in der Folge geändert. Am 27. September 2006 
wurde festgehalten, die Podest- und Treppenelemente gemäss neuen Plänen zu 
versetzen und die Treppenhauselemente stockwerkweise mit dem Rohbau der 
Schachtmauern gleichzeitig einzubauen. In den Deckenstirnen und 
Treppenhauswänden sollten Auflagernischen ausgespart werden, nämlich je 3 Stück 
pro südlicher und nördlicher Podestseite. Die Podestelemente sollten dann auf 
Traggerüst versetzt werden, anschliessend die Auflagedorne durch die vorbereiteten 
Aussparungen in die in den Podesten werkseitig einbetonierten Hülsen eingeschoben 
und schliesslich die Dorne in den im Ortbeton ausgesparten Auflagernischen 
vergossen werden. Die Generalunternehmung bestellte bei der Q___________ die 
Treppenhauselemente (Treppen und Podeste). Diese Elemente wurden zwar 
rechtzeitig geliefert, wurden jedoch wegen optischer Mängel zurückgewiesen und 
mussten noch einmal hergestellt werden. Deshalb war die Versetzung der 
Treppenhauselemente erst in der Woche 15/07 möglich. Zu diesem Zeitpunkt war der 
Rohbau indes zu weit fortgeschritten. Dies verunmöglichte die vorgesehene 
stockwerksweise Montage, so dass eine Möglichkeit für den nachträglichen Einbau der 
Treppenelemente gesucht werden musste. Der entsprechende Vorschlag kam vom 
Polier Z___________. Er besprach diese abgeänderte Vorgehensweise, die er bereits 
auf einer Baustelle in Neuenburg angewandt hatte, mit dem Bauführer Y___________. 
Dieser wiederum orientierte X___________. 

d) Mit dem Bau des Treppenhauses Ost wurde am 11. April 2007 begonnen. Mit einem 
Kran wurden die Treppenelemente in den Schacht herabgelassen und auf ein Podest 
gesetzt. Unter dem Podest waren je zwei Sattelhölzer montiert. Diese wurden mit zwei 
Verschwenkleisten (links und rechts) ausgesteift und mit je vier Deckenstützen (Typ 
EuroProp 20/400D) im 1. Drittel und zwei Zurrgurten gesichert. Im 2. und 3. Drittel 
wurden jeweils noch drei Deckenstützen verwendet. Sämtliche Podeste wurden, 
nachdem sie gesichert worden waren, noch mit drei Cretdornen je Seite gesichert. 
Nach Versetzen der Cretdorne sollten die Aussparungen zugeschalt und 
anschliessend ausgegossen werden. Als Vergussmörtel wurde Sika Grout 314 
verwendet, der nach 24 Stunden eine Druckfestigkeit von 70 N/mm2 aufweist. Nach 
Montage der ersten vier Podeste gossen N___________ und O___________ die 
entsprechenden Cretdorne am Freitag, 13. April 2007 ein.  

Die beiden Arbeiter waren zwei Arbeitstage später, am 17. April 2007, im Treppenhaus 
Ost damit beschäftigt, das Podest 12 zu verlegen. Bei den Podesten, die am Vortag 
sowie am Unfalltag montiert worden waren, wurden die Dorne wegen Schwierigkeiten 
beim Ausrichten der Podeste nur bei den Podesten P6 und P7 eingeschoben, nicht 
dagegen bei den Podesten P5 sowie P8 bis P12. Die Podeste P6 und P7 wurden auch 
nicht eingemörtelt. Um ca. 13.30 Uhr brach der gesamte bisher montierte 
Treppenaufgang plötzlich zusammen. Die beiden Arbeiter wurden in die Tiefe gerissen. 
O___________ erlitt dabei eine Gehirnerschütterung, eine Rippenfraktur rechts mit 
Rippenprellungen, eine Unterschenkelfraktur links, einen Kniescheibenbruch links, eine 
Rissquetschwunde am mittleren rechten Oberschenkel, multiple Fremdkörper im Auge 
sowie diverse Prellungen am ganzen Körper. N___________ zog sich einen 
Kieferbruch, einen Jochbeinbruch, eine Fraktur oberhalb der Augenhöhle, einen 
Sprunggelenkbruch links, eine verschlossene Arterie am rechten Oberarm sowie einen 

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gequetschten Medianusnerv am rechten Arm zu. Es entstand zudem beträchtlicher 
Sachschaden. 

e) Die Sachverständigen R___________, dipl. Bauingenieur ETH, und S___________, 
dipl. Bauingenieur HTL, kamen in ihrem Gutachten vom 17. August 2007 zum Schluss, 
der Einsturz der vorfabrizierten Treppenelemente während der Montage sei auf das 
Zusammenwirken zweier sich gegenseitig ungünstig beeinflussenden Umstände 
zurückzuführen. Nämlich das Zusammenspiel des Fertigstellens der Auflagerkonsolen, 
mit denen die Podeste an den Deckenstirnen bzw. den Treppenhauswänden 
aufgelagert wurden, und der erforderlichen Traglast der Deckenstützen für das 
provisorische Traggerüst, auf denen die Podeste versetzt wurden. Entweder hätten die 
Auflagerkonsolen jeweils vor Weitermontage stockwerkweise fertig gestellt werden 
oder die zulässige Traglast der für das provisorische Traggerüst verwendeten 
Deckenstützen hätte für die effektiven Montagezustände mit mehrstöckiger Belastung 
ausgelegt werden müssen. Diesfalls hätten teilweise Deckenstützen mit erheblich 
höherer zulässiger Traglast bzw. überhaupt zusätzliche Deckenstützen eingebaut 
werden müssen. Weil die Auflagerdorne jeweils vor Weitermontage nicht 
stockwerkweise kraftschlüssig fertig gestellt worden seien, hätten sich die 
Spriesslasten mit fortschreitendem Montageablauf bis zum Einsturz in Folge 
Überlastung der für das provisorische Traggerüst verwendeten Deckenstützen in der 
treppenlaufseitigen Spriessreihe zwischen Podest P4 und P6 beziehungsweise P6 und 
P8 summiert.  

Die Sachverständigen schlussfolgerten, der zeitliche Verlauf der Fertigstellung der 
Auflagerkonsolen zwischen Podest und Treppenhauswänden bzw. Deckenstirnen im 
Zusammenhang mit dem erstellten Traggerüst verstosse gegen anerkannte Regeln der 
Baukunde. Demnach seien solche Gerüste fachgerecht zu projektieren und statisch zu 
bemessen. Dabei sei zu beachten, dass für die Dimensionierung mehrstöckiger 
Traggerüste für die Lastabtragung vorfabrizierter und versetzter Elemente eingehende 
statische Kenntnisse erforderlich seien. Der Unternehmer sei aus technischer Sicht für 
die detaillierte Planung des Montageablaufs und somit auch für das Traggerüst samt 
Spriessung und Stabilisierungsmassnahmen während der Montage verantwortlich. Der 
durchschnittliche Unternehmer verfüge nicht über fundierte Kenntnisse für die 
Bemessung der effektiv auftretenden Spriesslasten bei mehrstöckigem Traggerüst. 
Weil Traggerüste inklusive Spriessungen etc. mit fachtechnischen Kenntnissen den 
Regeln der Baukunde entsprechend zu bemessen und zu dimensionieren seien, treffe 
den Unternehmer die Verantwortung, dies nicht korrekt veranlasst und erbracht zu 
haben. Der Sachverständige R___________ sagte anlässlich seiner Einvernahme aus, 
der projektierende Ingenieur gebe in der Regel den Montageablauf aufgrund der 
Bauzustände, die er untersucht habe, vor, oder in einfachen Fällen sei dies der mit 
dem Versetzen der Elemente beauftragte Unternehmer. Im vorliegenden Fall sei das 
Versetzen der Elemente zwischen Polier und Bauführer abgesprochen worden. Einen 
solchen Ablauf, wie ihn der Polier Z___________ vorgeschlagen habe - 
stockwerkweises Versetzen der Elemente mit Einschub, Ausgiessen und Ausmörteln 
der Dorne - könne der durchschnittliche Polier durchaus selber konzipieren. Allerdings 
überfordere die vor Ort tatsächlich ausgeführte davon abweichende Montageart mit 

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kontinuierlichem Versetzen der Elemente ohne stockwerkweises Einlegen der Dorne 
und Ausgiessen die statischen Kenntnisse des Poliers. 

4. Gemäss Art. 229 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
Geldstrafe bestraft, wer vorsätzlich bei der Leitung oder Ausführung eines Bauwerkes 
oder eines Abbruches die anerkannten Regeln der Baukunde ausser Acht lässt und 
dadurch wissentlich Leib und Leben von Mitmenschen gefährdet. Mit der 
Freiheitsstrafe ist eine Geldstrafe zu verbinden. Lässt der Täter die anerkannten 
Regeln der Baukunde fahrlässig ausser Acht, so ist die Strafe nach Abs. 2 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Die Tathandlung besteht in der 
Nichtbeachtung von anerkannten Regeln der Baukunde bei der Leitung oder 
Ausführung eines Bauwerkes. Der Tatbestand kann sowohl durch aktives 
unsachgemässes Handeln als auch durch Unterlassen gebotener Schutzmassnahmen 
erfüllt werden. Art. 229 StGB statuiert im Ergebnis eine Garantenstellung des Täters, 
indem er Personen, die im Rahmen der Leitung oder Ausführung von Bauwerken 
Gefahren schaffen, anhält, für ihren Verantwortungsbereich die Sicherheitsregeln 
einzuhalten (Roelli/Fleischanderl, Basler Kommentar, N. 7 zu Art. 229 StGB; Riklin, 
Zum Straftatbestand des Art. 229 StGB, Baurecht 1985, S. 45). Die Bestimmung von 
Art. 229 StGB beschränkt dabei aufgrund ihrer Konzeption als echtes Sonderdelikt die 
Strafbarkeit von vornherein auf Personen, bei denen eine Garantenstellung aus 
Ingerenz zu bejahen ist (Bundesgerichtsurteil 6P.58/2003 vom 3. August 2004 E. 5.2, 
in: Pra 2005 Nr. 29 S. 214). Die mit der Leitung oder Ausführung eines Bauwerks 
betrauten Personen können nicht für sämtliche Missachtungen von Vorschriften auf 
einer Baustelle strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, sondern es ist in 
jedem Einzelfall abzuklären, wie weit der Aufgabenkreis und somit der 
Verantwortungsbereich der Beteiligten reichen (BGE 109 IV 15 E. 2a). Dies bestimmt 
sich auf Grund gesetzlicher Vorschriften, vertraglicher Abmachungen oder der 
ausgeübten Funktionen sowie nach den konkreten Umständen (Roelli/Fleischanderl, 
a.a.O., N. 18 zu Art. 229 StGB; Riklin, a.a.O., S. 46). Wenn der Bauleiter gemäss 
Vertrag zusammen mit dem Subunternehmer für die Einhaltung der 
Sicherheitsbestimmungen verantwortlich ist, darf die Bauleitung nicht blind darauf 
vertrauen, dass der Unternehmer die vorgeschriebenen Vorsichtsmassnahmen 
getroffen hat, sondern muss ebenfalls darum besorgt sein (Bundesgerichtsurteil 
6S.181/2002 vom 30. Januar 2003 E. 3.2.1; BGE 104 IV 96 E. 4). Nach der 
Rechtsprechung kann die Verantwortung für die Verhütung von Unfällen in gewissen 
Grenzen delegiert werden, wenn für die nötige Instruktion und Überwachung gesorgt 
wird (BGE 104 IV 96 E. 5). Die Unterscheidung verschiedener 
Verantwortlichkeitsbereiche ist eine Folge der beim Bau unumgänglichen 
Arbeitsteilung, wobei sich die einzelnen Tätigkeiten häufig nicht scharf voneinander 
abgrenzen lassen, so dass bei einer festgestellten Verletzung von Regeln der 
Baukunde die strafrechtliche Verantwortung nach Art. 229 StGB oft mehrere Personen 
gleichzeitig trifft (Bundesgerichtsurteil 6B_516/2009 vom 3. November 2009 E. 3 mit 
weiteren Hinweisen). Eine Entlastung mit dem Hinweis auf die gleichartige Untätigkeit 
eines andern ist nicht möglich (vgl. hierzu Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht, 
Allgemeiner Teil I: Die Straftat, 3. A., Bern 2005, S. 476).  

- 11 - 

Ein Verhalten ist sorgfaltswidrig und damit fahrlässig, wenn der Täter im Zeitpunkt der 
Tat aufgrund der Umstände sowie seiner Kenntnisse und Fähigkeiten die damit 
bewirkte Gefährdung der Rechtsgüter des Opfers hätte erkennen können und müssen, 
und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos überschritten hat. Wo 
besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der 
dabei zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften (vgl. BGE 130 
IV 7 E. 3.3; 127 IV 34 E. 2). Bei der Bestimmung des im Einzelfall anzuwendenden 
Massstabes sorgfaltsgemässen Verhaltens kann auf die Bestimmungen 
zurückgegriffen werden, die der Unfallverhütung und der Sicherheit dienen. So indiziert 
etwa die Nichteinhaltung der gestützt auf Art. 83 UVG erlassenen Vorschriften über 
technische Massnahmen zur Verhütung von Berufsunfällen in aller Regel eine 
Sorgfaltswidrigkeit (BGE 114 IV 173 E. 2a). Wurde die nach den Umständen geforderte 
Sorgfalt nicht aufgewendet, ist anhand der persönlichen Verhältnisse zu überprüfen, ob 
neben der objektiven auch die subjektive Sorgfaltspflicht verletzt wurde. Es wird 
danach gefragt, was ein gewissenhafter und besonnener Mensch mit der Ausbildung 
und den individuellen Fähigkeiten der beschuldigten Person in der fraglichen Situation 
getan oder unterlassen hätte. Es kommt mithin auf die individuelle Voraussehbarkeit 
des Erfolgs an. Voraussetzung der Strafbarkeit ist ferner die Vermeidbarkeit des 
Erfolgs. Beherrschbar ist ein Geschehensablauf nur, wenn der Täter die Fähigkeit hat, 
das mit seinem Verhalten verbundene Risiko auszuschalten, sei es durch 
entsprechende Vorsichtsmassnahmen, sei es auch, wo dies nicht möglich ist, durch 
Unterlassen der riskanten Handlung. Auch hier kommt es auf die individuellen 
Fähigkeiten des Täters an (vgl. Bundesgerichtsurteil 6B_516/2009 vom 3. November 
2009 E. 3.3.2). 

5. Nachstehend sind die Aufgaben- und Zuständigkeitsbereiche der drei Beschuldigten 
darzulegen sowie deren jeweilige strafrechtliche Verantwortung zu prüfen. 

a) Der Beschuldigte X___________ war als Projektleiter am Bau beteiligt. 

aa) Die Bauleitung wird in den Art. 33 ff. SIA-Norm 118 geregelt. Der Unternehmer trifft 
bis zur Abnahme zum Schutze von Personen und deren Gesundheit sowie von 
Eigentum des Bauherrn und Dritter die gesetzlich vorgeschriebenen und 
erfahrungsgemäss gebotenen Vorkehren. Dabei sind der Unternehmer und die 
Bauleitung bei der Erfüllung ihrer Aufgaben verpflichtet, die Sicherheit der am Bauwerk 
Beschäftigten zu gewährleisten. Schon bei der Projektierung, dann bei der Festlegung 
des Bauvorgangs, unter anderem der Reihenfolge der Arbeitsabläufe, und bei der 
Ausführung der Arbeiten ist auf die Sicherheit Rücksicht zu nehmen. Der Unternehmer 
hat die notwendigen Schutzmassnahmen zur Unfallverhütung und 
Gesundheitsvorsorge zu treffen und wird dabei von der Bauleitung unterstützt (Art. 104 
SIA-Norm 118). Der Bauherr bzw. die von ihm beauftragten Projektierungsfachleute 
haben bei der Vorbereitung der Ausführung insbesondere folgende Aufgaben: 
Abklären der örtlichen Verhältnisse, Erstellen der bautechnischen Unterlagen wie 
statische und geotechnische Berechnungen, Pläne und Materiallisten sowie Angaben 
zu den vorausgesetzten und vorgeschriebenen Baustoffeigenschaften, Erstellen des 
Kontrollplans, Überprüfen der Bau- und Montagevorgänge auf die Verträglichkeit mit 
dem Projekt und Genehmigung dieser Vorgänge (Art. 1.3.2.2 SIA-Norm 118/262). Der 

- 12 - 

Unternehmer hat sodann folgende Aufgaben: Bezeichnen des Baustellenchefs, der die 
Bauausführung leitet, Erstellen des Bauprogramms, Projektieren der 
Baustelleneinrichtung, der Bau- und Montagevorgänge sowie der Lehr-, Schutz- und 
Arbeitsgerüste, Erarbeiten eines Plans für die Arbeitssicherheit, angepasst an das 
Objekt und entsprechend den Richtlinien der Schweizerischen 
Unfallversicherungsanstalt, Beschaffen der notwendigen Bewilligungen für die 
Baustelleneinrichtung, Beschaffen der erforderlichen Genehmigungen im 
Zusammenhang mit der Ausführung und Erarbeiten der Weisungen für Umweltstörfälle 
(Art. 1.3.2.3 SIA-Norm 118/262). Bei der Ausführung der Arbeiten hat der Bauherr 
insbesondere die Pflichten: Vergleichen der Richtigkeit der im Voraus erarbeiteten 
Grundlagen und der getroffenen Annahmen während der Ausführung, Erstellen der 
Protokolle von Bausitzungen und Führen eines Baujournals sowie Überprüfen der 
Zweckmässigkeit der Baustelleneinrichtung und des Bauprogramms (Art. 1.3.3.1 SIA-
Norm 118/262). Der Unternehmer hat eine dem Bauvorhaben entsprechende 
Baustellenorganisation einzusetzen, die Ausführung zu überwachen, die Qualität mit 
Arbeitsanweisungen zu lenken, Baumaterialien und Einbauteile fachgerecht zur 
Baustelle bzw. auf der Baustelle zu transportieren und zu lagern sowie die 
Tagesrapporte zu erstellen (Art. 1.3.3.2 SIA-Norm 118/262). 

bb) X___________ war als Projektleiter und Vertreter der Unternehmung 
K___________ verpflichtet, die in den Art. 1.3.2.3 und Art. 1.3.3.2 SIA-Norm 118/262 
statuierten Aufgaben einzuhalten. Dabei gehört die Führung und Betreuung der 
Mitarbeiter zu den wichtigsten Aufgaben des Projektleiters (vgl. auch 
Stellenbeschreibung der QHB K___________ Gruppe vom 1. Januar 2008). Er trug so 
unter anderem die Verantwortung für die Führung des Baustellenkaders, die 
Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz und die Einhaltung der Regeln der 
Baukunde und führte die wichtigen Verhandlungen mit Auftraggeber, Bauleitung, 
Behörden und Subunternehmern. Der Beschuldigte war Vorgesetzter von 
Y___________, dieser wiederum der Vorgesetzte von Z___________. X___________ 
war bei der Ausarbeitung des Angebots beteiligt. Aufgrund optischer Mängel der 
gelieferten Treppenelemente konnte die am 27. September 2006 beschlossene 
abgeänderte Variante mit dem Versetzen der Treppenelemente und Podeste 
stockwerkweise mit dem Rohbau nicht mehr ausgeführt werden, weil der Bau bei der 
zweiten Lieferung bereits zu weit fortgeschritten war. Deshalb suchten der Bauführer 
Y___________ und der Polier Z___________ eine andere Montageart. Letzterer 
erwähnte die von ihm bereits in einem Treppenhaus in Neuenburg ausgeführte 
ähnliche Variante (S. 147). X___________ war beim technischen Ablauf der Montage 
der Treppenelemente nicht beteiligt, wurde indes von Y___________ über die 
gewählte Variante mündlich informiert. X___________ sagte aus, er sei dabei weder 
involviert gewesen, noch habe er diesbezüglich Anweisungen erteilt. Anlässlich eines 
wöchentlichen Orientierungsgesprächs habe Y___________ ihm gesagt, dass er mit 
Z___________ über die Montageart, die Versetzart und das stockwerkweise Versetzen 
der Elemente der Treppe im Treppenhaus Ost gesprochen habe. Der anzuwendende 
Vergussmörtel habe eine spezielle Funktion und eine kurze Verhärtungszeit gehabt, 
damit keine Gefahr bestanden habe, wenn zu schnell versetzt werde, wobei es nicht 
die Absicht gewesen sei, zu schnell zu versetzen (S. 292 f.). Eine andere Versetzart 

- 13 - 

habe er nie gebilligt und auch nie davon Kenntnis gehabt (S. 294, vgl. dazu auch 
Y___________, Protokoll der erstinstanzlichen Hauptverhandlung, S. 44). Er gab des 
Weiteren zu Protokoll, der Montageablauf sei durch den Bauführer und den Polier 
konzipiert und angeschaut worden. Die Prüfung sei durch den Bauführer erfolgt. Er 
habe gewusst, dass die Montage nach Rohbauende eine anspruchsvolle Montageart 
sei. Weil sie der Polier aber schon angewandt hätte, habe er gewusst, dass diese 
abgeklärt und SUVA-konform sei. Er führe regelmässig die Baustellenprotokolle und 
interne Brainstormings mit dem verantwortlichen Bauführer durch. Für die Sicherheit 
der Bauarbeiter vor Ort sei der Bauführer verantwortlich. Seine persönliche Präsenz sei 
auf der Baustelle am Anfang gross, dann nehme sie kontinuierlich ab. Er habe über ein 
sehr erfahrenes Team auf der Baustelle verfügt. Zum Zeitpunkt des Unfalls sei er in 
etwa alle 3-4 Wochen auf der Baustelle gewesen. X___________ kam wie der 
Gutachter zum Schluss, für die dann effektiv ausgeführte Variante hätte man einen 
Statiker beiziehen müssen. Zu den Sicherheitsvorkehrungen vor Ort konnte 
X___________ keine Angaben machen, weil dafür der Bauführer verantwortlich sei.  

cc) X___________, der seit 1984 bei der Firma K___________ tätig ist und bereits seit 
Jahren grössere Baustellen im Hochbau leitet (S. 256), wusste bis zum Unfallereignis 
nichts davon, dass für das Versetzen der Treppenelemente im Treppenhaus Ost zum 
Teil eine andere Variante ausgeführt wurde als die vom Bauführer und Polier 
besprochene Montagevariante mit stockwerkweisem Versetzen mit Einschub sowie 
Eingiessen der Dorne. Wie der Experte anlässlich seiner Einvernahme vom 13. April 
2010 aussagte (S. 278 f.), gebe zwar üblicherweise der projektierende Ingenieur den 
Montageablauf aufgrund der Bauzustände vor oder der mit dem Versetzen der 
Elemente beauftragte Unternehmer gebe in einfachen Fällen den Ablauf des 
Versetzens der Elemente vor. Im zu beurteilenden Fall sei es indes so, dass der Polier 
mit dem Bauführer das Versetzen der Elemente abgesprochen habe und der Polier 
einen Vorgang gewählt habe, bei dem die Elemente stockwerkweise versetzt und die 
Dorne stockwerkweise eingeschoben, ausgegossen und ausgemörtelt werden sollten. 
Einen solchen Ablauf könne der durchschnittliche Polier durchaus selber konzipieren. 
Die allerdings vor Ort alsdann tatsächlich teilweise ausgeführte, davon abweichende 
Montageart mit kontinuierlichem Versetzen der Elemente ohne stockwerkweises 
Einlegen der Dorne und Ausgiessen überfordere die statischen Kenntnisse des 
durchschnittlichen Poliers. Tatsache ist, dass der Experte überdies ausführte, wenn die 
Montage so gemacht worden wäre, wie zwischen Y___________ und dem Polier 
besprochen und X___________ mitgeteilt, so wäre sie richtig gemacht worden und es 
hätte kein Unfall stattgefunden. Der Experte beurteilte insgesamt betrachtet die 
zwischen dem Bauführer und dem Polier besprochene Montageart mit 
stockwerkweisem Einschieben und Ausgiessen der Dorne als den Regeln der 
Baukunde entsprechend. Wobei er anfügte, ihm sei (beweismässig) nicht bekannt, ob 
diese Variante tatsächlich so zwischen Polier und Bauführer abgesprochen worden sei. 

Mithin kann es aufgrund der gewählten bzw. vereinbarten verhältnismässig einfachen 
Vorgehensweise - die gemäss dem Experten den Regeln der Baukunde entsprach - 
X___________ nicht vorgeworfen werden, er hätte wegen des Traggerüsts eine 
Planskizze oder Unterlagen über dessen Berechnung erstellen, verlangen oder 
diesbezüglich Anweisungen erteilen müssen. Aufgrund seines Aufgabenbereichs war 

- 14 - 

er überdies nicht für den technischen Ablauf der eigentlichen Montagearbeiten 
verantwortlich. Hierfür zeichneten sich der Bauführer und der Polier zuständig, die sich 
an X___________ als Projektleiter gewandt hätten, wären sie bei der besprochenen 
Vorgehensweise nicht weitergekommen. Dabei ist zu erwähnen, dass es sich bei 
Y___________ und Z___________ um langjährige, erfahrene und gut ausgebildete 
Mitarbeiter der K___________ handelte. Eine besondere Anweisung war auch deshalb 
- im vorliegenden Fall - nicht angezeigt, weil eine ähnliche Treppenmontagenart von 
Z___________ auf einer früheren Baustelle in Neuenburg ausgeführt und von der 
Suva genehmigt worden war. Mithin war es auch keine unübliche Bauweise. 
Weitergehende Sicherheitsvorschriften waren nicht notwendig. Eine schriftliche 
Anweisung, wie sie der Staatsanwaltschaft in seinem Plädoyer forderte, war ebenfalls 
nicht notwendig und wäre denn auch nicht nützlich. Ebenso wenig drängte sich bei 
diesem Arbeitsablauf der Beizug eines Ingenieurs für die geplante Variante des 
stockwerkweisen Versetzens mit Einschub und Eingiessen der Dorne auf. Der 
Sachverständige hielt denn auch ausdrücklich fest, dass, wenn die Montage so 
gemacht worden wäre, wie zwischen Y___________ und Z___________ besprochen 
und X___________ mitgeteilt, diese richtig gemacht worden und kein Unfall vorgefallen 
wäre. Weiter führte der Gutachter aus, dass der mit dem Versetzen der Elemente 
beauftragte Unternehmer in einfachen Fällen den Ablauf des Versetzens der Elemente 
vorgebe. Vorliegend hätten der Polier und der Bauführer dies abgesprochen und der 
Polier einen Vorgang gewählt, den der durchschnittliche Polier durchaus selber 
konzipieren könne. Dagegen überfordere die tatsächliche (teilweise) davon 
abweichende Montageart mit kontinuierlichem Versetzen der Elemente ohne 
stockwerkweises Einlegen und Ausgiessen der Dorne die statischen Kenntnisse des 
durchschnittlichen Poliers. Mithin konnte sich X___________ aufgrund der 
Informationen, die er vom Bauführer Y___________ erhielt, und den durchgeführten 
Baustellensitzungen ohne zusätzliche sicherheitstechnische Anweisungen oder 
statische Berechnungen für die Treppenmontage auf diese Ausführungsweise 
vorliegend zu Recht verlassen. Dass vor Ort allerdings schlussendlich eine andere als 
mit ihm abgesprochene und genehmigte Vorgehensweise ausgeführt wurde, kann ihm 
nicht vorgeworfen werden.  

Zusammenfassend ist demnach festzuhalten, dass sich der Polier Z___________ und 
der Bauführer Y___________, nachdem sich die geplante Variante aufgrund des 
Baufortschritts nicht mehr realisieren liess, auf eine einfache Vergehensweise 
verständigt haben, welche keinerlei statischen Berechnungen oder Pläne erforderte 
und den Regeln der Baukunde entsprach. Y___________ hat diese neue 
Vorgehensweise dem Bauleiter X___________ erläutert, welcher diese ohne weitere 
Vorkehren absegnen konnte und keinen Grund für ein Einschreiten hatte. Vielmehr 
durfte der Bauleiter X___________ ohne neuerliche Rückmeldung der örtlichen 
Bauführung darauf vertrauen, dass das Versetzen der Treppe nunmehr wie 
besprochen vorgenommen und keine Schwierigkeiten bieten würde. Die Überwachung 
der Arbeiten oblag nicht ihm. Somit ist der Beschuldigte X___________ vom Vorwurf 
der Gefährdung durch Verletzung der Regeln der Baukunde freizusprechen. 

b) Y___________ wirkte als Bauführer am Bahnhofneubau mit. 

- 15 - 

aa) Y___________ war als Bauführer der K___________ tätig. Ihm obliegen die in den 
Art. 1.3.2.3 und Art. 1.3.3.2 SIA-Norm 118/262 sowie die aus der Stellenbeschreibung 
der QHB K___________ Gruppe vom 1. Januar 2008 sich ergebenden Pflichten. 
Mithin führt er als Bauführer die ihm übertragenen Baustellen oder Bauabschnitte und 
ist der Vertreter der Firma auf diesen Baustellen. Dass der Polier rechtzeitig über die 
notwendigen und richtigen Ausführungsunterlagen sowie Mittel verfügt, dafür hat der 
Bauführer zu sorgen. Die Detailprogramme erstellt er in Zusammenarbeit mit dem 
Polier. Er überprüft jede Arbeit immer wieder kritisch und sucht nach Verbesserungen, 
wobei er risikoträchtige Arbeitsabläufe vermeidet. Weiter überwacht er die Einhaltung 
der Arbeitssicherheitsvorschriften. 

bb) Gemäss den Aussagen von Y___________ sprach Z___________ den von 
diesem vorgeschlagenen Montagevorgang vorher mit ihm ab. Als Bauführer habe er 
die Montage vor Ort eingeleitet. Ihm oblägen die Aufsicht über den Polier, die 
administrativen Aufgaben wie Abrechnung, Verrechnungen, Kalkulation und 
Zeitmanagement. Er hielt weiter fest, er sei nicht täglich auf der Baustelle gewesen, 
sondern 2-3 Mal pro Woche, was vom Polier bestätigt wurde. Aus den Aussagen von 
Z___________ ergibt sich, dass wöchentliche Bausitzungen mit Y___________ 
stattfanden, die der Besprechung von Detailproblemen dienten. Auf Platz habe 
Y___________ unmittelbar direkt keine Aufgaben gehabt. Gestützt auf die Aussagen 
des Poliers ergibt sich, dass Y___________ die Ausarbeitung der Detailprogramme, 
die Erstellung der notwendigen Ausführungspläne, die Bereitstellung der erforderlichen 
Mittel und Maschinen, die Einhaltung der Arbeitssicherheitsvorschriften und die 
Aufsicht über den Polier oblagen. Mit den Arbeitern N___________, O___________ 
und P___________ hatte er direkt nichts zu tun. Er erteilte ihnen keine Anordnungen 
(vgl. N___________, S. 175). 

Zur geplanten und vereinbarten Montagevariante führte Z___________ aus, der 
Entscheid, die Treppenelemente so zu versetzen, sei an einer Bausitzung wohl durch 
Y___________ und X___________ gefallen. Ein Konzept sei aber nicht ausgearbeitet 
worden. Man habe gewusst, dass die Elemente von oben herabgelassen und montiert 
werden müssten. Die notwendige Bewilligung für Personentransporte von der Suva 
habe man erhalten. Für die Montage der Treppenelemente sei er verantwortlich 
gewesen. Dazu habe die Überwachung und Kontrolle gehört. Die Konzeption habe er 
grob mit Y___________ besprochen, die Detailausführung sei durch ihn 
(Z___________) erfolgt. Die Abstützungs- und Aussteifungsmassnahmen habe er 
getroffen. Diese glaubwürdigen Aussagen stimmen mit jenen von Y___________ 
überein. 

cc) Fraglich erscheint, ob Y___________ die tatsächlich teilweise im weiteren Verlauf 
angewandte - gefährliche - Versetzungsart, wonach nur teilweise die Dorne eingesetzt 
bzw. eingegossen wurden, zu verantworten hat. 

Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 30. Juni 2009 erklärte 
Y___________, die Variante mit den Deckenstützen, wie sie schlussendlich ausgeführt 
worden sei, hätte er nie genehmigt. Z___________ und er hätten die geplante 
Methode "überschlagen". Einen statischen Nachweis habe er nicht erbracht. Er hätte 

- 16 - 

aber sowohl die geplante als auch die dann ausgeführte Variante berechnen können. 
Die Fähigkeit von Y___________, eine solche statische Berechnung vorzunehmen, 
wurde vom Experten R___________ nach der schematischen Erläuterung der 
Berechnung durch diesen bestätigt. Weiter führte Y___________ aus, er sei auf der 
Baustelle gewesen, als die ersten zwei Podeste montiert worden seien und habe das 
kontrolliert. Die Podeste seien bei der Kontrolle auf Platz fertig montiert und 
eingegossen gewesen. Es hätten 2 bis 3 Podeste in einem Arbeitsgang montiert 
werden können, sofern die Dorne versetzt und eingegossen worden wären und mit der 
Weitermontage zugewartet worden wäre, bis der Mörtel kraftschlüssig erhärtet 
gewesen wäre. Wie ausgeführt, erwähnte der Sachverständige dazu, dass diese von 
Y___________ und Z___________ in Absprache mit X___________ vereinbarte 
Variante, wenn sie so ausgeführt worden wäre, richtig gemacht worden wäre und es 
nicht zum Unfall gekommen wäre. Bereits das Einlegen der Dorne hätte nämlich 
verhindert, dass die Spriessung nachgelassen und die Elemente eingestützt wären. 
Glaubhaft antwortete Y___________ zudem an der Einvernahme vom 13. April 2010 
auf die Frage, ob er mit Z___________ besprochen habe, dass nach dem Versetzen 
der Elemente die Dorne eingelegt, vergossen und eingemörtelt werden müssten, das 
System bringe es schon mit sich, dass die Dorne eingeschoben und vergossen werden 
müssten. Das gehöre bei dieser Montageart automatisch dazu. Das sei auch so 
besprochen worden. Die entsprechenden Anweisungen erhielt N___________ von 
Z___________. Gemäss Aussage von N___________ wurden sie von Z___________ 
angewiesen, die Dorne unmittelbar nach dem Podestversetzen einzulegen. Am Anfang 
hätten sie diese Anweisung befolgt, dann aber nicht mehr, weil es Probleme mit dem 
Versetzen gegeben habe. Die Aussparungen hätten nicht bei allen Podesten mit der 
Höhe der Querkraftdorne übereingestimmt. Zudem hätten sie manche Dorne wieder 
herausnehmen müssen, was nicht einfach so gehe. Deshalb hätten sie die Dorne nicht 
mehr direkt eingesetzt. Direkte Anweisungen an O___________ sind nicht erfolgt. 
Dieser führte bei seiner Einvernahme vom 10. September 2009 aus, Z___________ 
habe mehr mit N___________ als Gruppenführer geredet. Er selbst führe die Arbeiten 
aus und fertig. Dass die Sicherungen unmittelbar nach dem Podestversetzen 
einzulegen seien, habe er nicht aus Erfahrung gewusst, das würden der Gruppenführer 
und Z___________ sagen. P___________, Kranführer, der von Zeit zu Zeit bei der 
Montage der Treppenelemente mithalf und insbesondere im ersten und zweiten Stock 
die Dorne einmörtelte, bestätigte bei seiner untersuchungsrichterlichen Befragung, 
dass die Anweisungen vor Ort durch Z___________ erfolgt seien. Letzterer sei sehr 
präsent auf der Baustelle gewesen. Die Namen X___________ und Y___________ 
würden ihm nichts sagen. In den unteren Etagen habe er die Querkraftdorne genau 
unmittelbar nach dem Podestversetzen eingelegt. Unmittelbar nach der Ausführung 
seien die Arbeiten von Z___________ oder dem anderen der Gruppe (N___________) 
kontrolliert worden. Die entsprechende Anweisung habe Z___________ gemacht, und 
dessen Anweisungen habe er immer befolgt. Einmal hätten sie ein Problem gehabt, 
nachdem diese Querkraftdorne montiert worden seien, und die Masse der Höhe oder 
der Breite der Treppen nicht zusammen gestimmt hätten. Sie hätten die 
Querkraftdorne wieder herausnehmen müssen auf Anordnung von N___________. 
Danach seien diese Querkraftdorne wieder eingesetzt worden (HD S. 180 ff.). Diese 
Aussage wird durch die Erkenntnisse des Experten gestützt, der feststellte, dass die 

- 17 - 

Podeste P1 bis P4 eingemörtelt und die Podeste P6 und P7 eingeschoben waren (HD 
S. 68; Plan BO 1 B. 7). 

Wie oben dargelegt, entsprach die von Y___________ X___________ unterbreitete 
Montagevariante, die von Letzterem genehmigt wurde, mit stockwerkweisem 
Versetzen mit Einschub sowie Eingiessen der Dorne den Regeln der Baukunde. Wären 
die Arbeiter der gewählten Variante sowie den Anweisungen von Z___________ bis 
zum Schluss gefolgt, wäre es auch zu keinem Unfall gekommen. Diese Bauweise kann 
als üblich bezeichnet werden und ist mit keinen besonderen Risiken verbunden bzw. 
das Gefahrenpotenzial war durch die notwendigen zweckmässigen Massnahmen 
hinlänglich eingedämmt worden. Für die Instruktion der Arbeiter war Y___________ 
nicht direkt zuständig. Diese Instruktion der beiden erfahrenen Arbeiter nahm der 
erfahrene und kompetente Polier vor. Der Beschuldigte Y___________ kam seiner 
Überwachungspflicht nach. Er kontrollierte die Arbeiten zu Beginn genau und konnte 
sich davon überzeugen, dass die ersten Podeste von den Arbeitern - genau wie mit 
Z___________ besprochen - installiert worden waren. Die Querkraftdorne waren 
eingeschoben und eingemörtelt. Der Experte bestätigt denn auch ausdrücklich, dass 
die Dorne bei P1 bis P4 versetzt und eingemörtelt waren (BO I, Beilage 7 der 
Expertise). Alsdann war Y___________ bis zum Unfalltag nicht mehr auf dieser 
Baustelle und er hätte sie sich kurz darauf gemäss eigener Aussage wahrscheinlich 
wieder angesehen. Diese Kontrollen waren vorliegend angemessen. 

Wie die Vorinstanz zutreffend darlegte, durfte sich Y___________ darauf verlassen, 
dass die erfahrenen und entsprechend instruierten Arbeiter unter der Aufsicht von 
Z___________ das Treppenhaus so fertig erstellen würden, wie sie es entsprechend 
der konkreten Abmachung begonnen hatten. So arbeitete O___________ seit ca. 14 
Jahren im Baugewerbe und montierte gemäss seiner Aussage bei fast jedem Bau eine 
solche Treppe. Auch N___________ führte solche Montagen von Treppenelementen 
öfters durch; unter anderem versetzte er in Neuenburg drei Schächte auf die gleiche 
Art, wobei das Montagesystem anders war. Hinzuweisen ist darauf, dass ein Gerüst 
(über mehrere Etagen) bei der vereinbarten Vorgehensweise nicht notwendig war und 
mithin sich auch keine entsprechenden statischen Berechnungen aufdrängten. 
Y___________ hatte im Weiteren keine Kenntnis von den Problemen wegen der 
divergierenden Höhe zwischen den Aussparungslöchern an den Seitenwänden und 
den Querkraftdornen sowie dem Entscheid von Z___________, die Spriessung dort zu 
belassen, bis die notwendigen Spitzarbeiten durchgeführt worden seien. 
Y___________ wurde darüber nicht informiert; nachdem die ersten Podeste korrekt 
eingebaut worden waren, was er kontrolliert hatte, musste er nicht mit nachfolgenden 
Schwierigkeiten und einem Abweichen von der vereinbarten fachgerechten Versetzart 
rechnen. Es gab für Y___________ somit keine Veranlassung, eine andere 
Ausführungsart zu bestimmen oder neue weitergehende Sicherheitsmassnahmen zu 
treffen oder sonstwie einzugreifen. Mithin kann Y___________ keine Pflichtwidrigkeit 
oder pflichtwidrige Unvorsichtigkeit vorgeworfen werden.  

Zusammenfassend hat sich der Bauführer Y___________, dem weitere Baustellen 
übertragen waren, bezüglich der Versetzart der Treppenelemente beim Bauleiter 
abgesichert, er hat einer einfachen Montagevariante zugestimmt, welche nach seiner 

- 18 - 

zutreffenden fachlichen Beurteilung keiner statischen Berechnungen oder Pläne 
bedurfte und die mit keinen besonderen Schwierigkeiten verbunden war, und er hat 
beim Einbau der ersten beiden Podesten persönlich kontrolliert, dass diese fertig 
montiert und eingegossen worden waren. Aufgrund des besprochenen Vorgehens und 
seiner Feststellung anlässlich der besagten Kontrolle, dass die ersten Podeste 
problemlos ordnungsgemässs und wie vereinbart eingebaut worden waren, durfte er 
darauf vertrauen, dass die weiteren Versetzarbeiten fachgerecht weitergeführt würden. 
Mangels einer Rückmeldung über bauliche Schwierigkeiten hatte er keinen Grund für 
zusätzliche bzw. aussserordentliche Kontrollen. Somit ist auch der Beschuldigte 
Y___________ vom Vorwurf der Gefährdung durch Verletzung der Regeln der 
Baukunde freizusprechen.  

c) Z___________ betreute die Baustelle als Polier. 

aa) In seiner Funktion als Polier trafen Z___________ einerseits die Pflichten von 
Art. 1.3.2.3 und Art. 1.3.3.2 SIA-Norm 118/262 sowie andererseits die Pflichten 
gemäss der Stellenbeschreibung der QHB K___________ Gruppe vom 1. Januar 
2008. Demnach ist der Polier möglichst immer auf der Baustelle, wobei er 
verantwortlich ist für die fachgerechte und handwerklich saubere Ausführung der ihm 
übertragenen Arbeiten. Weiter hat er seine Mitarbeiter zu führen sowie zu betreuen, ist 
verantwortlich für die Einhaltung der Arbeitssicherheitsvorschriften und vermeidet 
risikoträchtige Arbeitsabläufe. Er überwacht die fachgerechte Verarbeitung nach den 
Regeln der Baukunde und den arbeitstechnisch richtigen Ablauf der Ausführung. Der 
Polier erstellt Detailprogramme in Zusammenarbeit mit dem Bauführer, koordiniert die 
Einsätze der Arbeitsgruppen und erteilt die notwendigen Anweisungen. Der Polier und 
der Bauführer bilden ein eingespieltes Team, sie unterstützen und ergänzen sich 
gegenseitig. Der Polier informiert seine Vorgesetzten. Z___________ ist gemäss 
seiner eigenen Aussage der Hauptverantwortliche für die Einhaltung der 
Sicherheitsvorschriften. Nach ihm hätten sie die Planunterlagen als Weisung gehabt, 
andere besondere Auflagen oder Zusatzweisungen hätten nicht bestanden. Vor Ort sei 
er verantwortlich; Y___________ habe keinen Einfluss. Er sei für die Montage der 
Treppenelemente verantwortlich gewesen. Dazu gehöre die Überwachung und 
Kontrolle. Die Konzeption habe er grob mit dem Bauführer besprochen, die 
Detailausführung sei durch ihn erfolgt. Die Abstützungs- und 
Aussteifungsmassnahmen habe er getroffen. Er gehe etwa zwei bis drei Mal pro Tag 
bei der Arbeitsgruppe vorbei.  

bb) Wie bereits oben ausgeführt, wies der Sachverständige darauf hin, dass der Unfall 
nicht geschehen wäre, wenn die Dorne bloss eingelegt und noch nicht eingemörtelt 
gewesen wären. N___________ bestätigte, Anweisungen von Z___________ erhalten 
zu haben. Er habe den Auftrag erhalten, die Querkraftdorne unmittelbar nach dem 
Podestversetzen einzulegen. Diese Anweisung hätten sie am Anfang befolgt, dann 
aber nicht mehr und zwar aufgrund von Problemen beim Versetzen. Die Dorne seien 
deshalb nicht mehr direkt eingesetzt worden. Das habe Z___________ gewusst. 
Letzterer habe immer wieder gesagt, dass sie die Dorne einsetzen sollten, wenn sie 
Zeit hätten. Das hätten sie unterlassen. Es sei kein direkter Befehl gewesen, sie 
müssten das sofort machen. Er habe gesagt, wenn ihr Zeit habt, dann macht das. Am 

- 19 - 

Unfalltag habe er Z___________ gefragt, ob das halte. Es sei schon viel Gewicht auf 
den Stützen gewesen. Der Polier habe ihm vor dem Unfalltag einmal erklärt, wie er das 
berechnet habe. Er habe aber nachgefragt. Mit diesen Aussagen konfrontiert führte 
Z___________ aus, es treffe zu, dass sie an einem der unteren Podeste Probleme 
gehabt hätten. Die Höhe habe nicht gestimmt und es hätte nachgespitzt werden 
müssen. Diese "larifari"-Anweisungen, wie sie N___________ erwähnt habe, habe er 
so nicht gegeben. Er habe nicht gesagt, sie sollten die Dorne versetzen, wenn sie Zeit 
hätten, sondern klar gesagt, die Dorne seien unmittelbar einzulegen. So sei das Podest 
gesichert. Der Beschuldigte stellte weiter fest, er nehme an, dass sich N___________ 
bewusst gewesen sei, dass er einen Fehler gemacht habe. Er habe das vielleicht 
vertuschen wollen und deshalb nicht die Wahrheit gesagt. Y___________ führte aus, 
Z___________ gebe keine "larifari"-Anweisungen, sondern knallharte Anweisungen. 
Zumindest für die unteren Podeste, bei denen P___________ mithalf, widerspricht die 
Aussage von N___________ auch jener von P___________. Dieser erklärte, in den 
tieferen Etagen habe er die Querkraftdorne unmittelbar nach dem Versetzen des 
Podests eingelegt. Z___________ habe diese Anweisung gemacht. Er ging zudem 
davon aus, die Querkraftdorne seien wieder eingesetzt worden, nachdem das Problem 
behoben worden sei. Dies war indes bekanntlich nicht der Fall. P___________ konnte 
dies nicht wissen, weil er nach den Podesten P1-P4 weder weitere Schalungen 
anbrachte noch die Querkraftdorne einmörtelte. N___________ war sich offensichtlich 
nicht bewusst, welche Auswirkungen das Nichteinschieben der Querkraftdorne haben 
würde. Gemäss seiner Aussage war auf der Baustelle in E___________ zwar die 
Versetzungsart gleich, das System (mit Dornen, die von der Seite eingeschoben 
werden) jedoch anders als auf der Baustelle in Neuenburg, was Z___________ 
bestätigte.  

Beim Podest P5 trat erstmals das von N___________ beschriebene Problem wegen 
der divergierenden Höhe zwischen Aussparungsloch und Querkraftdornen an den 
Treppenpodesten auf, so dass der Dorn auf Anordnung von Z___________ nochmals 
herausgenommen werden musste und Spitzarbeiten notwendig wurden. 
Z___________ äusserte sich dazu erstmals anlässlich seiner 
untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 13. April 2010. Er führte aus, er wisse, 
dass es im unteren Bereich des Treppenhauses ein Problem wegen der falschen Höhe 
der Aussparung in der Wand gegeben habe und deshalb hätte nachgespitzt werden 
müssen, so dass der Dorn habe eingesetzt werden können. Es sei nicht zuunterst, 
sondern möglicherweise zwischen dem EG und 1. Obergeschoss gewesen (S. 283, 
286).  

Z___________ sagte anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 
30. Juni 2009 aus, seine Anweisung, wonach alle Querkraftdornen unmittelbar nach 
dem Versetzen des Podests einzulegen seien, sei befolgt worden, als er sie kontrolliert 
habe (S. 140 f.). Dass diese Anweisung nicht erfüllt worden sei, habe er damals nicht 
festgestellt. Er gehe pro Tag etwa zwei bis drei Mal bei der Gruppe vorbei. Dies sei in 
etwa die Zeitdauer, in der die Dorne hätten eingelegt werden müssen. Die beiden 
verletzten Arbeiter hätten dies nicht befolgt. Der Chef der Gruppe vor Ort sei 
N___________ gewesen. Diesem habe er ausdrücklich gesagt was folgt: "Ihr müsst 
die Dornen einlegen, das ist eure Lebensversicherung." 

- 20 - 

Anlässlich der Konfrontationseinvernahme führte Z___________ aus, auf dem Bau 
laufe nichts nach Plan. Vorliegend habe eine Aussparung nachgespitzt werden 
müssen, weil sie nicht gepasst habe. Man habe dann nach einer Lösung gesucht, wie 
man trotzdem weiterfahren könne. Die Spriessreihe habe man dann dringelassen 
(S. 296). Stellt man wörtlich auf diese Aussage ab, so heisst dies, dass im 
Einverständnis mit Z___________ die Spriessreihe dringelassen wurde, um mit dem 
Podestversetzen fortfahren zu können, obwohl die Querkraftdorne noch nicht hatten 
eingeschoben werden können. Insoweit wäre die Montageart letztlich abgeändert und 
angepasst worden. Eine Nachfrage, ob somit beim Podest 5 mit seiner Zustimmung 
vorderhand auf das Einsetzen der Querkraftdorne verzichtet worden sei, unterblieb 
jedoch. In jedem Fall kann aus der Konfrontationsaussage von Z___________ nicht 
abgeleitet werden, dass er damit einverstanden gewesen wäre, dass fortan 
durchgehend auf das Einlegen der Dorne verzichtet werden könne. Vielmehr sprechen 
die verschiedenen Aussagen der übrigen Beteiligten - mit Ausnahme jener von 
N___________, der jedoch ein offensichtliches Interesse hatte, seinen Tatbeitrag in 
einem möglichst günstigen Licht darzustellen, weshalb seine Aussage mit Vorsicht zu 
würdigen ist - sowie der Umstand, dass bei den Podesten 6 und 7 die Querkraftdorne 
wiederum gesetzt wurden, dafür, dass Z___________ - allenfalls mit Ausnahme des 
Problempodestes 5 - unmissverständlich die Weisung erteilt hatte, wenigstens die 
Dorne jeweils zu setzen. An der Berufungsverhandlung schränkte er ein, vor der 
Lösung des Problems beim Podest 5, also ohne Sicherung, hätte nur die Treppe 
versetzt werden können. Seine Anweisung sei klar gewesen, man habe weiterfahren 
dürfen, sobald man die Elemente gesichert gehabt habe, d.h. wenn man die 
Querkraftdorne gesichert gehabt habe. Das Fehlen des Betoneingiessens sei 
vorübergehend unproblematisch (S. 182). Dies entspricht dem Ergebnis der Expertise, 
wonach das blosse Einschieben der Dorne den Einsturz bereits verhindert hätte; auch 
ist davon auszugehen, dass es beim Belassen der Spriessung bzw. Traggerüste selbst 
dann nicht zum Einsturz gekommen wäre, wenn ausschliesslich beim Problempodest 5 
auf das Einlegen der Dorne verzichtet worden wäre. 

Werden die obgenannten Aussagen weiter gewürdigt, steht für das urteilende 
Kantonsgericht gestützt auf die tatnähere Aussage von Z___________ ausser Zweifel, 
dass er wusste, dass die Querkraftdorne bei der von ihm persönlich vorgeschlagenen 
Versetzart die Lebensversicherung der eingesetzten Arbeiter (sowie weiterer sich im 
Treppenhaus befindenden Personen) vor Ort war. Er unterliess es indes nach ersten 
Problemen mit dem Einlegen der Querkraftdorne, zu kontrollieren, dass seiner 
Anweisung, wonach die Querkraftdorne unmittelbar nach dem Versetzen einzusetzen 
seien, tatsächlich nachgelebt wurde. Dabei ist zu bemerken, dass gemäss 
übereinstimmenden Aussagen aller Beteiligten keinerlei Zeitdruck auf der Baustelle 
herrschte. Der Unfall wäre nicht passiert, wenn Z___________ das Einlegen und 
Einmörteln der Querkraftdorne - jedenfalls das Erstere - regelmässig, zumindest einmal 
am Tag (morgens oder abends), kontrolliert hätte. Gemäss seiner Aussage vom 
14. April 2011 kontrollierte er am Montag und Dienstag (Unfalltag) einzig die 
Sichtarbeiten, die Spriessarbeiten und die Verkeilung von innen. Ob die Dorne 
eingeschoben und eingemörtelt worden waren, überprüfte er hingegen nicht bzw. 
ungenügend. Dies obwohl die entsprechenden Aussparungen in den Aussenwänden 

- 21 - 

sogar ohne Weiteres hätten eingesehen werden können und er so hätte feststellen 
können, dass die Dorne nicht eingemörtelt waren (vgl. Fotodossier BO 1 B. 3/5 f.). 
Indem Z___________ dies pflichtwidrig unterliess, verletzte er seine 
Überwachungspflichten und damit die Regeln der Baukunde (Art. 3 Abs. 1 und 3 sowie 
Art. 6 VUV; Art. 103 und Art. 104 SIA-Norm 118). 

Zusammengefasst muss sich Z___________ vorhalten lassen, dass er als Polier der 
direkte Vorgesetzte der beim Treppenbau beschäftigten Arbeiter und in seiner Funktion 
für die Sicherheit vor Ort verantwortlich war. Dabei war er sich bewusst, dass das 
Einlegen der Querkraftdorne für die Sicherung der Bauelemente sowie für Sicherheit, 
Leib und Leben der Bauarbeiter von existenzieller Bedeutung war. Er war über die 
eingetretenen Schwierigkeiten informiert, in die Suche nach einer Lösung involviert und 
mit dem Belassen der Spriessung einverstanden, damit mit dem Versetzen der 
Podeste fortgefahren werden konnte. Dabei ist ihm zugute zu halten, dass er die 
Arbeiter angewiesen hatte, grundsätzlich immer die Dorne einzusetzen. Den 
vorläufigen Verzicht auf das Eingiessen erachtete er demgegenüber für vertretbar, 
hierauf hat er offensichtlich nicht bestanden. Bereits im Wissen um die zentrale 
Bedeutung der Dorne für die Sicherheit von Bau und Bauarbeitern hätte er als hierfür 
auf der Baustelle verantwortliche Person deren korrektes Setzen konsequent und 
regelmässig überprüfen müssen. Die blosse Überprüfung der untersten Podeste 
genügte nicht. Nach eigenen Angaben schaute er täglich zwei- bis dreimal nach den 
Arbeiten im Treppenhaus; dabei hätte er ohne grossen Aufwand das korrekte 
Anbringen der Dorne prüfen können und - da es sich hierbei nach seiner zutreffenden 
Einschätzung um die „Lebensversicherung“ der Arbeiter handelte - müssen. Dabei 
hätte er die Unterlassungen der mit der Arbeitsausführung betrauten Arbeiter ohne 
weiteres feststellen können, einschreiten müssen und so den Unfall verhindern 
müssen. Eine stete Überprüfung drängte sich vorliegend umso mehr auf, als dass sich 
bei der Arbeitsausführung beim Podest 5 Schwierigkeiten ergaben, wovon er wusste. 
Es wäre seine Pflicht gewesen sicherzustellen, dass eine fachgerechte Lösung des 
Problems gefunden und umgesetzt wird. Dafür bedurfte es seiner Kontrolle. Ab Podest 
5 wurde offenbar im Einverständnis mit Z___________, aber ohne Rücksprache mit 
der Bauführung und der Bauleitung, vorderhand auf das Eingiessen der Dorne 
verzichtet. Nachdem er ein Abweichen vom seitens der Bauleitung und -führung 
abgesegneten Vorgehen ohne Rückmeldung an seine Vorgesetzten zugelassen hatte, 
stand Z___________ als Sicherheitsverantwortlicher vor Ort noch vermehrt in der 
Pflicht; entsprechend hätte er minutiös darauf bedacht sein müssen, was er nur durch 
geeignete Kontrollen garantieren konnte, dass wenigstens die Dorne konsequent 
gesetzt werden. Schliesslich hätte ihn auch der schnelle Baufortschritt, der mit 
konsequentem Setzen der Dorne so nicht möglich gewesen wäre, hellhörig machen 
müssen. Mithin hat Z___________ seine Sorgfalts- bzw. Kontrollpflichten in Bezug auf 
den Einbau der Podest- und Treppenelemente in mehrfacher Hinsicht verletzt. Der ihm 
vorgeworfene Straftatbestand ist demnach sowohl objektiv als auch subjektiv erfüllt 
und Z___________ machte sich der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der 
Regeln der Baukunde schuldig. 

6. Zu überprüfen ist die Strafzumessung betreffend Z___________. Anzumerken ist, 
dass das Kantonsgericht in Berufungsfällen nicht ohne triftige Gründe vom 

- 22 - 

erstinstanzlich ausgefällten Strafmass abweicht, wenn es die Schuldsprüche im 
Wesentlichen bestätigt, weil der erstinstanzliche Richter bei der Strafzumessung über 
ein gewisses Ermessen verfügt (ZWR 1984 S. 176).  

a) Hat das Gericht eine Tat zu beurteilen, die der Täter begangen hat, bevor er wegen 
einer anderen Tat verurteilt worden ist, so bestimmt es die Zusatzstrafe in der Weise, 
dass der Täter nicht schwerer bestraft wird, als wenn die strafbaren Handlungen 
gleichzeitig beurteilt worden wären (Art. 49 Abs. 2 StGB). Mithin ist der Täter so zu 
stellen, wie wenn über alle Taten - auch über die bereits abgeurteilten - gleichzeitig 
entschieden würde. Der Richter, der die Zusatzstrafe bestimmt, kann selbständig 
darüber entscheiden, welche Strafe er anstelle des ersten Richters ausgesprochen 
hätte, wenn ihm alle Delikte bekannt gewesen wären (Bundesgerichtsurteil 
6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.3). Es muss somit eine hypothetische 
Gesamtstrafe aller zeitlich vor dem früheren Urteil begangenen Straftaten gebildet 
werden (Bundesgerichtsurteil 6B_28/2008 vom 10. April 2008 E. 3.3; BGE 132 IV 102, 
127 IV 106), wobei grundsätzlich die persönlichen Verhältnisse im Zeitpunkt der 
Ausfällung der Zusatzstrafe massgebend sind (BGE 121 IV 103). Der Richter hat in 
einem ersten Schritt den Strafrahmen für die schwerste Straftat zu bestimmen und 
alsdann die Einsatzstrafe für diese Tat, unter Einbezug aller straferhöhenden und 
strafmindernden Umstände, innerhalb dieses Strafrahmens festzusetzen. In einem 
zweiten Schritt hat er diese Einsatzstrafe unter Einbezug der anderen Straftaten zu 
einer Gesamtstrafe zu erhöhen, wobei er ebenfalls den jeweiligen Umständen 
Rechnung zu tragen hat (Bundesgerichtsurteil 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 
3.3.4 mit Hinweisen). Die Bildung einer Gesamtstrafe im Sinne von Art. 49 Abs. 1 StGB 
ist bei nicht gleichartigen Strafen nicht möglich. Diese sind kumulativ zu verhängen, da 
das Asperationsprinzip nur greift, wenn mehrere gleichartige Strafen ausgesprochen 
werden. Das gilt auch für die Bildung einer Zusatzstrafe bei retrospektiver Konkurrenz 
nach Art. 49 Abs. 2 StGB. So ist es ausgeschlossen, eine Freiheitsstrafe als 
Zusatzstrafe zu einer Geldstrafe als Grundstrafe auszusprechen (BGE 137 IV 57 E. 4.3 
= Bundesgerichtsurteil 6B_460/2010 vom 4. Februar 2011). 

Vorliegend ist eine Zusatzstrafe auszufällen, denn Z___________ machte sich am 
2. Juni 2007 der Sachbeschädigung, der Hinderung einer Amtshandlung sowie der 
Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte schuldig und wurde deswegen am 
9. Juli 2007 rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 160.-- mit 
einer Probezeit von 4 Jahren sowie einer Busse in Höhe von Fr. 300.-- verurteilt. 
Überdies machte er sich am 17. Juni 2007 der groben Verletzung von Verkehrsregeln 
schuldig und wurde am 16. November 2007 als Zusatzstrafe zum Urteil vom 9. Juli 
2007 zu einer Geldstrafe von 7 Tagessätzen zu Fr. 100.-- mit einer Probezeit von 2 
Jahren sowie einer Busse von Fr. 800.-- verurteilt. 

b) Der Verstoss gegen Art. 229 Abs. 2 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
oder Geldstrafe geahndet. Innerhalb des vorgegebenen Strafrahmens misst das 
Gericht die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Er berücksichtigt dabei die 
Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 
Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der 
Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der 

- 23 - 

Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach 
bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage 
war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Dem 
Sachrichter ist also einerseits vorgeschrieben, welche massgeblichen Gesichtspunkte 
er für die Zumessung der Strafe zu berücksichtigen hat. Andererseits steht ihm 
innerhalb des Strafrahmens bei der Gewichtung der einzelnen zu beachtenden 
Komponenten von der Natur der Sache her ein erheblicher Ermessensspielraum zu. 

Die Vorinstanz hat in Berücksichtigung dieser allgemeinen Grundsätze der 
Strafzumessung das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigten 
Z___________ korrekt dargelegt, worauf verwiesen werden kann. Das Verschulden 
gewichtet sie insgesamt zu Recht als eher leicht. Allerdings gilt es festzuhalten, dass in 
casu ein Fall retrospektiver Konkurrenz vorliegt und sich mithin die rechtskräftigen 
Verurteilungen, mit Ausnahme der durch das Untersuchungsrichteramt H___________ 
am 25. Mai 2005 ausgesprochenen Gefängnisstrafe, nicht straferhöhend auswirken, 
sondern eine Zusatzstrafe auszusprechen ist. Hinsichtlich der vom Berufungskläger 
vorgebrachten Verletzung des Beschleunigungsgebots ist festzuhalten (Art. 5 StPO; 
vgl. u.a. Bundesgerichtsurteil 6B_415/2010 vom 1. September 2010), dass die 
gesamte Verfahrensdauer angemessen erscheint. Das vom Berufungskläger gerügte 
Untätigsein des Untersuchungsricheramts (Plädoyernotizen, S. 15) stellt vorliegend in 
Anbetracht der Komplexität des vorliegenden Verfahrens gerade noch keine 
Verletzung des Beschleunigungsgebots dar. 

Mittlerweile liegt die Zustimmung des Beschuldigten zur Leistung von gemeinnütziger 
Arbeit vor. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das 
Zustimmungserfordernis nicht die Bedeutung, dass dem Verurteilten ein Wahlrecht 
bezüglich der strafrechtlichen Sanktion zustünde. Denn die Wahl der Sanktionsart 
erfolgt allein durch das Gericht. Als massgebendes Kriterium gilt die Zweckmässigkeit 
einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld 
sowie ihre präventive Effizienz (vgl. BGE 134 IV 97 E. 6.3.3.3; zur Wahl der 
Sanktionsart vgl. auch Bundesgerichtsurteil 6B_67/2009 vom 30. April 2009). 
Vorliegend ist es aufgrund von Zweckmässigkeitsgründen - der Beschuldigte wurde 
bereits zwei Mal zu einer Geldstrafe verurteilt und es ist eine Zusatzstrafe dazu 
auszusprechen - an der Sanktionsart der Geldstrafe festzuhalten. Auch unter 
Berücksichtigung des Umstands, dass der Beschuldigte entgegen den Ausführungen 
der Vorinstanz einzig eine Vorstrafe aufweist (es ist allerdings wie dargelegt eine 
Zusatzstrafe zu bilden), ist die von der Vorinstanz ausgesprochene Geldstrafe von 45 
Tagessätzen zu je Fr. 210.-- zu bestätigen. Auf die zutreffenden Ausführungen der 
Vorinstanz, auch hinsichtlich des bedingten Strafvollzugs und der auszusprechenden 
Busse, kann verwiesen werden. 

c) Die Vorinstanz auferlegte dem Verurteilten eine Probezeit von 4 Jahren, was von 
der Verteidigung beanstandet wird. Sie beantragt die Auferlegung der Minimaldauer 
von 2 Jahren. 

aa) Schiebt das Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so bestimmt 
es dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB). Die 

- 24 - 

Bemessung der Probezeit richtet sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens nach den 
Umständen des Einzelfalls, insbesondere nach der Persönlichkeit und dem Charakter 
des Verurteilten sowie der Rückfallgefahr. Je grösser diese Gefahr, desto länger muss 
die Probezeit sein, damit der Verurteilte von weiteren Delikten abgehalten wird. Ihre 
Dauer muss mit anderen Worten so festgelegt werden, dass sie die grösste 
Wahrscheinlichkeit zur Verhinderung eines Rückfalls bietet. Die Behörden verfügen in 
diesem Zusammenhang über einen weiten Ermessensspielraum (Bundesgerichtsurteil 
6B_140/2011 vom 17. Mai 2011 E. 7 mit Hinweisen).  

bb) Der Berufungskläger ist, wie dargelegt, im Strafregister verzeichnet. Die erste 
Verurteilung stammt aus dem Jahre 2005. Danach erfolgten zwei Verurteilungen im 
Jahre 2007, zu denen eine Zusatzstrafe auszusprechen ist. Das Ereignis, das zum 
vorliegenden Strafverfahren führte, geht auf den April 2007 zurück. Die letzten 
Straftaten, die der Beschuldigte sich zuschulden kommen liess, stammen somit aus 
dem Jahre 2007. Seither sind keine neuen Verurteilungen erfolgt. Gestützt auf diese 
Tatsache sowie unter Berücksichtigung der persönlichen Situation und der geordneten 
Lebensumstände des Beschuldigten erachtet das Kantonsgericht die Rückfallgefahr 
als nicht erhöht, weshalb die obligatorische Probezeit auf das gesetzliche Minimum von 
2 Jahren festzusetzen ist. 

7. Grundsätzlich zieht die Verurteilung zu einer Strafe auch die Verurteilung zu den 
Gerichtskosten nach sich (Art. 426 Abs. 1 StPO). Vorliegend wurde der Beschuldigte 
Z___________ sowohl in erster als auch in zweiter Instanz verurteilt. Mit seiner 
Berufung dringt er bloss teilweise durch, nämlich bezüglich der Probezeit und der 
Kosten (vgl. dazu nachstehende Ausführungen). Bei diesem Ausgang trägt der 
Verurteilte die (anteilsmässigen) Kosten von Verfahren und Entscheid bis zum 
bezirksgerichtlichen Urteil. Weil auch der Staatsanwalt hinsichtlich der zwei 
Freigesprochenen Berufung einlegte und damit nicht durchdringt, sind die 
Berufungskosten zu 5/6 dem Staat Wallis und zu 1/6 dem Verurteilten Z___________ 
aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

a) Für das Verfahren vor dem Bezirksgericht wurden die Gerichtskosten von der ersten 
Instanz auf insgesamt Fr. 105'000.-- festgesetzt. Dabei betrugen die Auslagen 
Fr. 102'076.75 (Gutachten F___________ Fr. 100'878.75, Arzt Fr. 126.--, Zentralinstitut 
Fr. 440.--, Zeugengeld Fr. 632.--) und die Gerichtsgebühr für das Verfahren vor dem 
damaligen Untersuchungsrichteramt Fr. 1'600.-- - das Bezirksgericht verkannte, dass 
die Strafuntersuchung gerade nicht durch die Staatsanwaltschaft, sondern durch das 
damalige, den Gerichtsbehörden zugeordnete sowie administrativ und finanziell dem 
Kantonsgericht unterstellte Untersuchungsrichteramt (vgl. Art. 2 Abs. 1 und 10 Abs. 1 
aGGB) vorgenommen worden war, so dass der Staatsanwalt dafür keinerlei Gebühr 
zusteht - sowie für jenes vor dem Bezirksgericht Fr. 1'323.25. Aufgrund der zwei 
erfolgten Freisprüche wurden 2/3 der Verfahrenskosten (ausmachend Fr. 70'000.--) 
dem Staat Wallis und dem Verurteilten 1/3 der Kosten (somit Fr. 35'000.--) auferlegt. 
Zu Recht auferlegte die Vorinstanz den Freigesprochenen keine Verfahrenskosten. Es 
kann auf die zutreffenden Ausführungen in E. 5 verwiesen werden. 

aa) Die Verteidigung von Z___________ beantragte eine Kostenreduktion. 

- 25 - 

Sachverständige Personen werden gemäss Art. 182 ff. StPO von Staatsanwaltschaft 
und Gerichten beigezogen, wenn diese nicht über die besonderen Kenntnisse und 
Fähigkeiten verfügen, die zur Feststellung oder Beurteilung eines Sachverhalts 
erforderlich sind. Als Sachverständige werden natürliche Personen ernannt, die auf 
dem betreffenden Fachgebiet die erforderlichen besonderen Kenntnisse und 
Fähigkeiten besitzen. Die Verfahrensleitung ernennt die sachverständige Person und 
erteilt ihr einen schriftlichen Auftrag. Sie gibt den Parteien vorgängig Gelegenheit, sich 
zur sachverständigen Person und zu den Fragen zu äussern und dazu eigene Anträge 
zu stellen. Die Verfahrensleitung übergibt der sachverständigen Person zusammen mit 
dem Auftrag die zur Erstellung des Gutachtens notwendigen Akten und Gegenstände. 
Sie kann einen Auftrag jederzeit widerrufen und neue Sachverständige ernennen, 
wenn es im Interesse der Strafsache liegt, wobei sie vor der Erteilung des Auftrags 
einen Kostenvoranschlag verlangen kann (Art. 184 Abs. 6 StPO). Für die Ausarbeitung 
des Gutachtens ist die sachverständige Person persönlich verantwortlich. Die 
Verfahrensleitung kann die sachverständige Person zu Verfahrenshandlungen 
beiziehen und sie ermächtigen, den einzuvernehmenden Personen Fragen zu stellen 
(Art. 185 Abs. 1 und 2 StPO). Gemäss Art. 190 StPO hat die sachverständige Person 
Anspruch auf eine angemessene Entschädigung. Der Anspruch auf Vergütung der 
Tätigkeit besteht gegenüber dem Staat (Heer, Basler Kommentar, StPO, N. 35 zu Art. 
184 StPO). 

bb) Im zu beurteilenden Fall war der Beizug eines Sachverständigen notwendig, was 
auch von den Parteien nicht beanstandet wird. Einen Kostenvoranschlag im Sinne von 
Art. 184 Abs. 6 StPO verlangte die zuständige Staatsanwältin bzw. damalige 
Untersuchungsrichterin jedoch nicht ein. Aus dem Ruder laufende Kosten von 
Gutachten sind indes ein bekanntes Phänomen, weshalb sich ein striktes 
Kostenmanagement, das Einholen von Kostenvoranschlägen sowie das Absprechen 
eines Kostendaches dringend empfehlen (Schmid, Schweizerische 
Strafprozessordnung, Praxiskommentar, N. 18 zu Art. 184 StGB; Heer, a.a.O., N. 35 zu 
Art. 184 StGB). Zu beachten ist überdies, dass vorliegend auch kein Fall vorlag, in dem 
ein akuter Mangel an qualifizierten Fachkräften vorlag, weshalb nur unter grossen 
Schwierigkeiten überhaupt ein Experte hätte gefunden werden können (vgl. dazu Heer, 
a.a.O., N. 35 zu Art. 184 StGB). Die Gutachterkosten der F___________ in der Höhe 
von insgesamt Fr. 100'878.75 erachtet das urteilende Kantonsgericht unter 
Berücksichtigung der für das Strafverfahren zu klärenden Fragen als stark übersetzt 
und insoweit insgesamt betrachtet als für den vorliegenden Fall unverhältnismässig. 
Der Gutachteraufwand hat in einem vernünftigen Verhältnis zu den zu klärenden 
Fragen zu stehen; in casu betrafen die strafrechtlich interessierenden Fragen vorab die 
angewandte Methode und die Nichteinhaltung der Regeln der Baukunde, welche 
letztlich evident war. Dabei gilt es etwa zu bemerken, dass die Anwesenheit des 
Experten während der Einvernahmen des Vorverfahrens allenfalls zu Beginn angezeigt 
war, jedoch im weiteren Verfahren, falls überhaupt notwendig, schriftliche Ergänzungen 
des Sachverständigen genügt hätten. Für die Ermittlung des strafrechtlich relevanten 
Sachverhalts erscheinen Expertisekosten von insgesamt Fr. 30'000.-- als noch 
angemessen; soweit sie diese Grenze überschreiten, sind sie entweder für den 

- 26 - 

Ausgang des Verfahrens unnötig oder auf das mangelhafte Kostenmanagement durch 
die Untersuchungsbehörde zurückzuführen, und vom Staat zu tragen. 

Zwar trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. Sie 
trägt diese jedoch nicht, wenn der Kanton durch unnötige oder fehlerhafte 
Verfahrenshandlungen diese (oder Teile davon) verursacht hat (Art. 426 Abs. 1 und 3 
lit. a StPO). Diese Bestimmung und der Grundsatz des fairen Verfahrens gemäss Art. 3 
Abs. 2 lit. c StPO verhindern vorliegend, dem Verurteilten mehr als die anteilsmässigen 
Expertisekosten am Betrag von Fr. 30'000.-- zu überbinden (vgl. auch Griesser, in 
Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 
N. 18 zu Art. 426 StPO). Die bei der ausgangsgemässen Verteilung der Kosten zu 
berücksichtigenden Auslagen des erstinstanzlichen Verfahrens betragen demnach 
Fr. 31'198.-- (angemessene Gutachterkosten Fr. 30'000.--, Arzt Fr. 126.--, 
Zentralinstitut Fr. 440.--, Zeugengeld Fr. 632.--). Für das urteilende Kantonsgericht 
besteht kein Anlass, die Gerichtsgebühr für das Verfahren vor dem damaligen 
Untersuchungsrichteramt von Fr. 1'600.-- sowie für jenes vor dem Bezirksgericht von 
Fr. 1'323.25 zu ändern. Aufgrund der zwei erfolgten Freisprüche sind 2/3 der so 
berechneten Verfahrenskosten (ausmachend Fr. 22'747.50) dem Staat Wallis und 1/3 
dem Verurteilten (somit gerundet Fr. 11'373.75) aufzuerlegen. An sich zutreffend ist, 
dass einem Verurteilten bei Freispruch der Mitangeklagten mehr als „sein Anteil“ der 
Kosten auferlegt werden darf. Allerdings setzt dies voraus, dass die Kosten im 
Zusammenhang mit den ihm anzulastenden strafbaren Handlungen stehen. So wäre 
bei einer blossen Anklage gegen Z___________ nicht ein Gerichtsgutachten im 
gleichen Umfange erforderlich gewesen; die hier berücksichtigten Expertisekosten von 
Fr. 30'000.-- stehen gerade auch in Zusammenhang mit der Überprüfung von 
Aufgaben und Stellung der Mitangeklagten und entstanden zur Klärung deren 
strafrechtlichen Verantwortlichkeit, weshalb sie insoweit nicht einfach dem Verurteilten 
auferlegt werden dürfen. Ausserdem wurde von der Verteidigung zu Recht darauf 
hingewiesen, dass das Strafverfahren gegen G___________ ohne 
Kostenausscheidung eingestellt wurde (S. 300 ff.). Schliesslich sind bei der 
Auferlegung der Verfahrenskosten die wirtschaftlichen Verhältnisse der 
kostenpflichtigen Partei mitzuberücksichtigen (vgl. Art. 425 StPO betreffend Stundung 
und Erlass der Kosten). Es ist daher in casu auch mit Rücksicht auf die Tatschwere 
nicht angezeigt, dem Verurteilten mehr als 1/3 der erstinstanzlichen Kosten zu 
überbinden. Die Restkosten der Expertise in Höhe von Fr. 70'878.75 (Fr. 100'878.75 - 
Fr. 30'000.--) gehen ebenfalls zu Lasten des Staates Wallis. Eine (weitergehende) 
Kostenreduktion ist vorliegend, wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (vgl. E. 5.2 
unter Hinweis auf BGE 133 IV 187 E. 6.3), nicht gerechtfertigt. 

b) Die Gerichtskosten für das Berufungsverfahren umfassen die Auslagen der Behörde 
(Abs. 2) und die Gerichtsgebühr (Abs. 3), wie dies Art. 3 des Gesetzes betreffend den 
Tarif der Kosten und Entschädigungen vor Gerichts- oder Verwaltungsbehörden vom 
11. Februar 2009 (GTar/2009) – in Kraft seit dem 1. Januar 2011 und anwendbar auf 
Verfahren, die bei seinem Inkrafttreten hängig sind – vorsieht (Art. 46 Abs. 2 
GTar/2009). Die Auslagen des Kantonsgerichts betragen Fr. 25.-- (Weibel). Die 
Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist grundsätzlich auf einen Betrag 
zwischen Fr. 380.-- bis Fr. 5'000.-- festzusetzen (Art. 22 lit. f GTar/2009). Besondere 

- 27 - 

Umstände, eine Gerichtsgebühr ausserhalb dieses Rahmens zu erheben (Art. 13 Abs. 
3 GTar/2009), sind vorliegend nicht gegeben. Die Akten sind verhältnismässig 
umfangreich und es waren mehrere Rechtsfragen zu klären, weshalb es sich 
rechtfertigt, die Gerichtsgebühr auf Fr. 2'675.-- festzulegen. Die Gerichtskosten des 
Berufungsverfahrens betragen damit insgesamt Fr. 2'700.--; davon entfallen Fr. 450.-- 
auf Z___________, der mit seinen Anträgen nur teilweise durchdrang, und Fr. 2250.-- 
auf den Fiskus, weil einerseits die beiden Freisprüche bestätigt wurden und 
Z___________ mit seinen Begehren teilweise obsiegte. 

c) Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird das 
Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer 
Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte, Entschädigung 
ihrer wirtschaftlichen Einbussen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am 
Strafverfahren entstanden sind und Genugtuung für besonders schwere Verletzungen 
ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 
StPO). Die Entschädigung oder Genugtuung kann herabgesetzt oder verweigert 
werden, wenn die beschuldigte Person rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des 
Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat oder die Aufwendungen 
der beschuldigten Person geringfügig sind (Art. 430 Abs. 1 lit. a und c StPO).  

d) Gemäss Art. 2 Abs. 1 GTar wird die Parteientschädigung global festgesetzt und 
umfasst die Entschädigung an die berechtigte Partei und ihre Anwaltskosten. Für das 
Verfahren vor dem Kantonsgericht als Berufungsinstanz beträgt der gesetzliche 
Rahmen Fr. 1'100.-- bis Fr. 8'800.-- (Art. 36 GTar). Der Richter hat in diesem Rahmen 
die Natur und die Bedeutung des Falles, die Schwierigkeit, den Umfang und die vom 
Anwalt nützlich aufgewendete Zeit und die finanzielle Situation der Parteien zu 
berücksichtigen (Art. 27 Abs. 1 GTar). Hinsichtlich der erstinstanzlichen 
Parteientschädigungen für die beiden Freigesprochenen sieht das Kantonsgericht 
keinen Anlass, von der Beurteilung der Vorinstanz abzuweichen. Unter 
Berücksichtigung der genannten Kriterien, insbesondere der Vorbereitung und der 
Teilnahme an der Berufungsverhandlung ist eine Parteientschädigung für die beiden 
auch zweitinstanzlich Freigesprochenen von je Fr. 1'500.-- (Auslagen inkl.) 
angemessen. Vorliegend ist mangels besonders schwerer Eingriffe in die persönlichen 
Verhältnisse der Freigesprochenen die Zusprechung einer Genugtuung an dieselben 
nicht angezeigt (Art. 429 Abs. 1 lit. c StPO). Die verhältnismässig geringfügigen 
Aufwendungen der Freigesprochenen rechtfertigen auch keine Entschädigung nach lit. 
b dieser Bestimmung. Dem Verfahrensausgang entsprechend hat der Staat Wallis dem 
Berufungskläger eine reduzierte Parteientschädigung für das Berufungsverfahren von 
Fr. 750.-- (inkl. Auslagen) zu bezahlen. 

 

Demnach wird erkannt 

 

1. X___________ wird von der Anklage der Gefährdung durch Verletzung der 
Regeln der Baukunde (Art. 229 StGB) freigesprochen. 

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2. Y___________ wird von der Anklage der Gefährdung durch Verletzung der 
Regeln der Baukunde (Art. 229 StGB) freigesprochen. 

3. Z___________ wird der fahrlässigen Gefährdung durch Verletzung der Regeln der 
Baukunde (Art. 229 Abs. 2 StGB) schuldig erkannt. 

4. Z___________ wird als Zusatzstrafe zu den Urteilen des 
Untersuchungsrichteramts H___________ vom 9. Juli 2007 sowie des 
Untersuchungsrichteramts I___________ vom 16. November 2007 verurteilt: 

a) zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je Fr. 210.--; 
der Vollzug wird aufgeschoben mit einer Probezeit von 2 Jahren. 

b) zu einer Busse von Fr. 1'000.--; 
die Busse ist bei schuldhafter Nichtbezahlung in eine Ersatzfreiheitsstrafe von 
4 Tagen umzuwandeln. 

5. a) Die Gerichtskosten des erstinstanzlichen Verfahrens in Höhe von insgesamt 
Fr. 105'000.-- (Auslagen Untersuchungsrichteramt Fr. 102'076.75, Gebühren 
Untersuchungsrichteramt Fr. 1'600.--; Gebühren Bezirksgericht Fr. 1'323.25) 
werden Z___________ in Höhe von Fr. 11'373.75 und dem Staat Wallis in 
Höhe von Fr. 93'626.25 auferlegt. 

 b)  Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'700.-- werden Z___________ 
zu Fr. 450.-- und dem Staat Wallis zu Fr. 2’250.-- auferlegt.  

6. Der Staat Wallis bezahlt X___________ eine Parteientschädigung von Fr. 5'500.-- 
(Honorar Fr. 5'000.--, Auslagen Fr. 500.--) für das erstinstanzliche und eine 
Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- für das Berufungsverfahren. 

7. Der Staat Wallis bezahlt Y___________ eine Parteientschädigung von Fr. 5'500.-- 
(Honorar Fr. 5'000.--, Auslagen Fr. 500.--) für das erstinstanzliche und eine 
Parteientschädigung von Fr. 1'500.-- für das Berufungsverfahren. 

8. Der Staat Wallis bezahlt Z___________ eine reduzierte Parteientschädigung von 
Fr. 750.-- (inkl. Auslagen) für das Berufungsverfahren. 

 

Sitten, 15. Februar 2012 

	urteil vom 15. februar 2012
	Kantonsgericht Wallis I. Strafrechtliche abteilung