# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e80f7cc6-fa9a-51fc-b57b-d943d1e4b59a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-11-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.11.2011 D-5392/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5392-2011_2011-11-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­5392/2011 / sps

U r t e i l   v om   2 1 .   No v embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Hans Schürch,
mit Zustimmung von Richter Markus König;
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller Leibundgut.

Parteien A._______, geboren am _______,
Eritrea,
vertreten durch lic. iur. LL.M. Susanne Sadri,
Asylhilfe Bern, _______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Familienzusammenführung;
Verfügung des BFM vom 26. August 2011 / N _______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 16. Oktober 2006 mit 
Verfügung des BFM vom 20. März 2008 gutgeheissen und ihm demnach 
die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt und Asyl gewährt wurde,

dass  er  seit  dem  20.  März  2008  über  eine  Aufenthaltsbewilligung  B 
verfügt,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe an das BFM vom 9. August 2011 
ein  "Gesuch  um  Familienzusammenführung"  zugunsten  seiner  Ehefrau 
B._______, geb. _______, stellte,

dass  dem Gesuch  die Heiratsurkunde,  die Geburtsurkunde  der Ehefrau 
sowie der Identitätsausweis der Ehefrau (alles in Kopie) beilagen,

dass  das  BFM  das  Gesuch  um  Familienzusammenführung  und 
Einreisebewilligung mit Verfügung vom 26. August 2011 – eröffnet am 30. 
August  2011  –  ablehnte  und  der  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  die 
Einreise in die Schweiz verweigerte,

dass die Vorinstanz zur Begründung im Wesentlichen ausführte, aufgrund 
der  Aktenlage  bestünden  keine  hinreichenden  Hinweise  auf  einen 
gemeinsamen Wohnsitz  und eine  gelebte Familiengemeinschaft  vor  der 
Flucht,

dass  es  somit  durch  die  Flucht  des  Beschwerdeführers  nicht  zu  einer 
Trennung der Familiengemeinschaft gekommen sei,

dass  das  Gesuch  um  Familienzusammenführung  demnach  den 
Voraussetzungen  von  Art.  51  Abs.  1  und  4  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  entspreche  und  deshalb 
abzulehnen sei,

dass es dem Beschwerdeführer als  Inhaber einer Aufenthaltsbewilligung 
offen  stehe,  bei  der  zuständigen  kantonalen  Behörde  zugunsten  seiner 
Ehefrau  ein  Gesuch  um  Familiennachzug  im  Sinne  von  Art.  44  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und 
Ausländer (AuG, SR 142.20) einzureichen,

dass  der  Beschwerdeführer  diese  Verfügung  mit  Beschwerde  vom 
28. September  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  anfechten  und 

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dabei  beantragen  liess,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben, 
seiner Ehefrau sei die Einreise in die Schweiz zu bewilligen und sie sei in 
seine Flüchtlingseigenschaft einzuschliessen,

dass  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) 
sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ersucht 
wurde,

dass  der  Beschwerde  u.a.  ein  persönliches  Schreiben  des 
Beschwerdeführers  (Kopie;  inkl.  Übersetzung),  die  Geburtsurkunde  der 
Ehefrau  (Kopie),  die  Heiratsurkunde  sowie  eine  Bestätigung  der 
Fürsorgeabhängigkeit vom 19. September 2011 beilagen,

dass  auf  den  Inhalt  der  Beschwerde  –  soweit  entscheidwesentlich  –  in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen wird,

dass  der  Instruktionsrichter  die  Gesuche  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses mit Zwischenverfügung vom 5. Oktober 2011 abwies 
und den Beschwerdeführer aufforderte, bis zum 20. Oktober 2011 einen 
Kostenvorschuss von Fr. 600.­ zu leisten, andernfalls auf die Beschwerde 
nicht eingetreten werde,

dass  der  verlangte  Kostenvorschuss  am  14.  Oktober  2011  einbezahlt 
wurde,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

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dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 
6 AsylG), 

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist 
(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  Ehegatten,  eingetragene  Partnerinnen  oder  Partner  von 
Flüchtlingen  und  ihre  minderjährigen  Kinder  als  Flüchtlinge  anerkannt 
werden  und Asyl  erhalten,  wenn  keine  besonderen Umstände  dagegen 
sprechen (Art. 51 Abs. 1 AsylG),

dass dabei  die  bereits  vor  der Flucht  bestandene Familiengemeinschaft 
zentrale  Bedingung  für  den  Einbezug  in  die  Flüchtlingseigenschaft  ist 
(vgl.  dazu  die  zutreffenden  und  nach  wie  vor  gültigen  Ausführungen  in 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 24 E. 3 S. 191),

dass  Art.  51  Abs.  4  AsylG  in  diesem  Sinn  bestimmt,  dass  jenen 
Personen,  welche  aufgrund  ihrer  persönlichen  Beziehungen  (im  Sinne 
von  Art.  51  Abs.  1  AsylG)  einen  Anspruch  auf  Einbezug  in  die 

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Flüchtlingseigenschaft  und die Gewährung von Asyl  haben, auf Gesuch 
hin die Einreise  in die Schweiz zu bewilligen  ist, wenn sie sich noch  im 
Ausland befinden und durch die Flucht getrennt wurden,

dass Zweck der Bestimmung von Art. 51 Abs. 4 AsylG somit alleine die 
Wiedervereinigung von vorbestandenen Familiengemeinschaften ist,

dass im vorliegenden Fall den Akten zufolge indessen vor der Flucht des 
Beschwerdeführers in die Schweiz keine Familiengemeinschaft mit seiner 
Ehefrau bestanden hat,

dass  der  Beschwerdeführer  nämlich  nie  mit  seiner  Ehefrau,  welche  er 
angeblich im Jahr 2005 geheiratet hat, zusammengelebt hat, was seitens 
des  Beschwerdeführers  auch  nicht  bestritten  wird  (vgl.  dazu  die 
Ausführungen in der Beschwerde bzw. das dieser beiliegende Schreiben 
des Beschwerdeführers),

dass  die  Voraussetzungen  für  eine  Familienzusammenführung  und 
Einreisebewilligung  gemäss Art.  51 Abs.  1  und  4 AsylG  demnach  nicht 
erfüllt sind,

dass  die  Vorbringen  in  der  Beschwerde  sowie  die  damit  eingereichten 
Beweismittel  an  dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern  vermögen, 
weshalb darauf nicht mehr näher einzugehen ist,

dass  die  Vorinstanz  das  Gesuch  um  Familienzusammenführung 
demnach zu Recht abgelehnt hat,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelungen  ist  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des Verfahrens  dessen Kosten  von  Fr. 600.­ 
(Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 
VwVG) und mit  dem am 14. Oktober  2011  in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  geleisteten Kostenvorschuss  gedeckt  und 
werden mit diesem verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller Leibundgut

Versand: