# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f4e4a7c-87eb-5022-adc1-837906260278
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-24
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 24.03.2025 715 2024 196 (715 24 196)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_715-2024-196_2025-03-24.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 24. März 2025 (715 24 196) 
 
____________________________________________________________________ 
 
 
Arbeitslosenversicherung 
 
 
Insolvenzentschädigung: Keine Auflösung des Arbeitsverhältnisses von Gesetzes wegen 
oder durch Kündigung vor Eintritt der Insolvenz, Anspruch auf Insolvenzentschädigung 
jedoch zufolge konkludenter Freistellung verneint, da die versicherte Person vermitt-
lungsfähig und in der Lage war, die Kontrollvorschriften zu erfüllen. 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 

 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Unia Aargau-
Nordwestschweiz, Regionalsekretariat, Rebgasse 1, Postfach, 
4005 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Öffentliche Arbeitslosenkasse Baselland, Bahnhofstrasse 32, 
4133 Pratteln, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Insolvenzentschädigung  
 
 
 

A. Die 1993 geborene A.____ war seit dem 1. Juni 2021 in einem Pensum von 70% bis 
100% zu einem vertraglich vereinbarten Stundenlohn von Fr. 20.-- zuzüglich Ferien- und Feier-
tagsentschädigung sowie einem Anteil an den 13. Monatslohn bei der Einzelunternehmung 

 

 
 
Seite 2   

B.____ in der Unterhaltsreinigung angestellt. Der Einzelunternehmer C.____ verstarb am 
23. März 2023, während die Versicherte krankgeschrieben war. Vom 27. Mai 2023 bis 
1. September 2023 bezog die Versicherte Mutterschaftsentschädigung. Am 16. November 2023 
wurde über der Einzelunternehmung der Konkurs eröffnet. A.____ stellte am 16. Januar 2024 
bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse Baselland (Arbeitslosenkasse) Antrag auf Insolvenzent-
schädigung für die Zeit vom 16. Juli 2023 bis 16. November 2023. Mit Verfügung Nr. XXX/XXXX 
vom 4. April 2024 lehnte die Arbeitslosenkasse einen Anspruch auf Insolvenzentschädigung 
mangels Glaubhaftmachung der Lohnforderung ab. Eine dagegen erhobene Einsprache wurde 
mit Entscheid vom 12. Juni 2024 abgewiesen. Darin wurde zusätzlich ausgeführt, dass das Ar-
beitsverhältnis zwischen der Versicherten und der Einzelunternehmung B.____ mit dem Tod 
des Einzelunternehmers auch ohne Kündigung aufgelöst worden sei. Danach habe die Versi-
cherte Mutterschaftsentschädigung bezogen. Es liege kein Lohnausfall und kein Insolvenzer-
eignis vor. Selbst unter der Annahme, dass das Arbeitsverhältnis mangels expliziter Kündigung 
nicht geendet habe, könne die Versicherte nicht glaubhaft darlegen, dass sie ihre Arbeitskraft 
angeboten habe.  
 
B. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A.____, vertreten durch Lucie Jakob, Fach-
spezialistin Recht, Unia Aargau-Nordwestschweiz, am 3. Juli 2024 Beschwerde ans Kantonsge-
richt, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die Be-
schwerdegegnerin in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 12. Juni 2024 zu verpflichten, 
ihr die gesetzlichen Leistungen bzw. die beantragte Insolvenzentschädigung in der Höhe von 
Fr. 12'734.60 nebst Zins zu 5% seit dem 16. Januar 2024 auszurichten, abzüglich der bereits 
geleisteten Mutterschaftsentschädigung für den Zeitraum vom 27. Mai 2023 bis 1. September 
2023; unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen 
aus, dass ihr nie formell gekündigt worden sei. Sie sei nie über den Zustand des Unternehmens 
informiert worden. Die wiederholten Kontakte mit der Lebenspartnerin des Verstorbenen und 
Zeichnungsberechtigten des Unternehmens seien als Arbeitsangebot zu werten.  
 
C. Die Beschwerdegegnerin schloss in ihrer Vernehmlassung vom 23. September 2024 
auf Abweisung der Beschwerde. Mit dem Tod des Einzelunternehmers sei das Unternehmen 
mitsamt sämtlicher Arbeitsverträge untergegangen. Die Beschwerdeführerin habe Kenntnis 
über den Tod des Firmeninhabers und darüber, dass die Arbeitsverhältnisse deswegen nicht 
fortgeführt werden würden, gehabt. Ungeachtet einer – ohnehin nicht notwendigen – expliziten 
Kündigung habe der Beschwerdeführerin aufgrund des reservierten, untätigen und ablehnen-
den Verhaltens der mitzeichnungsberechtigten Lebenspartnerin des Einzelunternehmers klar 
sein müssen, dass auf eine weitere Zusammenarbeit per sofort verzichtet werde. Die Be-
schwerdeführerin habe während der Zeit der Krankschreibung und des Mutterschaftsurlaubs 
keinen Lohnausfall erlitten. Sodann sei in rechtlicher Hinsicht nicht erstellt, dass die Versicherte 
in der Zeit danach ihre Arbeitskraft genügend angeboten habe.  
 
D. Mit Verfügung vom 8. Oktober 2024 wurde der vorliegende Fall dem Präsidium des 
Kantonsgerichts zur Beurteilung überwiesen. 
 
 

 

 
 
Seite 3   

Der Präsident zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss den Art. 56 und 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-
alversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 kann gegen Einspracheentscheide der 
Versicherungsträger Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht erhoben werden. Ört-
lich zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Gericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte 
Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Laut Art. 100 Abs. 3 des Bundesgeset-
zes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIG) 
vom 25. Juni 1982 kann der Bundesrat die örtliche Zuständigkeit des kantonalen Versiche-
rungsgerichts für den Bereich der Arbeitslosenversicherung in Abweichung von Art. 58 ATSG 
regeln. Auf der Grundlage dieser Delegationsnorm hat der Bundesrat Art. 128 der Verordnung 
über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung (AVIV) vom 
31. August 1983 erlassen, wonach sich die Zuständigkeit des kantonalen Versicherungsgerichts 
sinngemäss nach Art. 77 AVIV richtet. Gemäss Art. 77 AVIV i.V.m. Art. 53 Abs. 1 AVIG be-
stimmt sich die örtliche Zuständigkeit für den Bereich der Insolvenzentschädigung in der Regel 
nach dem Ort des zuständigen Betreibungs- und Konkursamtes. Vorliegend war für das Kon-
kursverfahren über die B.____ das Konkursamt Basel-Landschaft zuständig, weshalb die örtli-
che Zuständigkeit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a 
des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezem-
ber 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz 
des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 
56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 
Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 
3. Juli 2024 ist demnach einzutreten.  
 
2. Streitig und zu prüfen ist, ob die Kasse den Anspruch der Beschwerdeführerin auf In-
solvenzentschädigung für entgangene Lohnzahlungen zu Recht abgelehnt hat. 
 
3.1 Laut Art. 51 Abs. 1 AVIG haben beitragspflichtige Arbeitnehmende von Arbeitgeberin-
nen und Arbeitgebern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der 
Schweiz Arbeitnehmende beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn gegen 
ihre Arbeitgeber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zu-
stehen (lit. a) oder der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offensichtli-
cher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger bereit findet, die Kosten vorzuschiessen 
(lit. b), oder sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfändungsbegehren gestellt 
haben (lit. c). Der gesetzliche Zweck der Insolvenzentschädigung besteht im Schutz der Lohn-
guthaben der Arbeitnehmenden und soll diesen im Konkursfall ihres Arbeitgebers den Lebens-
unterhalt garantieren. Damit soll vermieden werden, dass die betroffenen Arbeitnehmenden 
durch den Verlust ihrer Lohnforderungen in ihrer Existenz bedroht werden (BGE 114 V 56 
E. 3c).  
 
3.2 Nach Art. 52 Abs. 1 AVIG deckt die Insolvenzentschädigung für das gleiche Arbeits-
verhältnis Lohnforderungen für höchstens die letzten vier Monate des Arbeitsverhältnisses vor 
der Konkurseröffnung des Arbeitgebers, für jeden Monat jedoch nur bis zum Höchstbetrag nach 

 

 
 
Seite 4   

Art. 3 Abs. 2 AVIG. Als Lohn gelten auch die geschuldeten Zulagen. Wird über den Arbeitgeber 
der Konkurs eröffnet, so müssen die Arbeitnehmenden ihren Entschädigungsanspruch gemäss 
Art. 53 Abs. 1 AVIG spätestens 60 Tage nach Veröffentlichung des Konkurses im Schweizeri-
schen Handelsamtsblatt bei der Öffentlichen Arbeitslosenkasse stellen, die am Ort des Kon-
kursamts zuständig ist. 
 
3.3 Nach der Rechtsprechung deckt die Insolvenzentschädigung nur Lohnforderungen, die 
sich auf geleistete Arbeit beziehen. Der rechtliche Bestand eines Arbeitsverhältnisses allein ist 
kein taugliches Kriterium für die Beantwortung der Frage, ob Ansprüche für geleistete Arbeit im 
Sinne von Art. 51 ff. AVIG geschuldet sind. Massgebend für die Abgrenzung des Anspruchs auf 
Insolvenzentschädigung von demjenigen auf Arbeitslosenentschädigung ist, ob die versicherte 
Person in der fraglichen Zeit vermittlungsfähig war (Art. 15 Abs. 1 AVIG) und die Kontrollvor-
schriften (Art. 17 AVIG) erfüllen konnte. Ist dies zu bejahen, so besteht kein Anspruch auf Insol-
venzentschädigung (Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2005, C 217/2004, E. 3.1 mit zahl-
reichen Hinweisen; BGE 111 V 269 E. 1a).  
 
3.4 Dem Tatbestand der Lohnansprüche für geleistete Arbeit im Sinne von Art. 51 ff. AVIG 
hat die Rechtsprechung diejenigen Fälle gleichgestellt, in denen der Arbeitnehmer nur wegen 
Annahmeverzugs des Arbeitgebers im Sinne von Art. 324 Abs. 1 OR keine Arbeit mehr leisten 
konnte (Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2005, C 217/2004, E. 3.2; vgl. BGE 111 V 269; 
SVR 1996 ALV Nr. 59 S. 181: vgl. auch BGE 125 V 495 E. 3b; THOMAS NUSSBAUMER, Arbeits-
losenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 
3. Auflage, Basel 2016, Rz 620). Dies ist namentlich zu bejahen, wenn sich die arbeitnehmende 
Peron in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis befindet und sich beim Arbeitgeber um Ar-
beitszuweisung bemüht, von diesem jedoch hingehalten wird. In diesen Fällen ist die versicher-
te Person nicht arbeitslos und nicht vermittlungsfähig, weshalb ein Anspruch auf Insolvenzent-
schädigung bejaht werden kann (BGE 111 V 269 E. 2; vgl. auch: Weisung AVIG IE [AVIG-
Praxis IE] www.arbeit.swiss/secoalv, vorliegend anwendbar in der ab 1. Juli 2024 geltenden 
Fassung, Ziff. A 5).  
 
4. Streitig und zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob zwischen der Beschwerdeführerin 
und dem Arbeitgeber im Zeitpunkt der Insolvenz (noch) ein Arbeitsverhältnis bestand.  
 
4.1 Die Beschwerdegegnerin geht davon aus, dass das Einzelunternehmen mitsamt sämt-
licher Arbeitsverträge mit dem Tod des Unternehmers untergegangen ist. Die Verselbstständi-
gung des Einzelunternehmens ist in der Schweizerischen Rechtsordnung bloss ansatzweise 
erkennbar (ARTHUR MEIER-HAYOZ/PETER FORSTMOSER/ROLF SETHE, Schweizerisches Gesell-
schaftsrecht, 12. Auflage, Bern 2018, § 26 Rz. 20). So sind die Rechte und Pflichten des Unter-
nehmens grundsätzlich nicht von denjenigen des Einzelunternehmers abgrenzbar. Stirbt der 
Einzelunternehmer, sind die Erben gemäss Art. 39 Abs. 2 der Handelsregisterverordnung 
(HRegV) vom 17. Oktober 2007 zwar verpflichtet, die Löschung im Handelsregister anzumel-
den. Eine Vererbung des Einzelunternehmens ist nicht möglich und eine allfällige Übertragung 
auf die Erben erfolgt auf dem Weg der Löschung und Neubegründung (FLORIAN S. JÖRG, in: 
Kunz/Arter/Jörg [Hrsg.], Entwicklungen im Gesellschaftsrecht VII, Bern 2012, S. 101). Die mit 

 

 
 
Seite 5   

dem Unternehmen verbundenen Rechte und Pflichten gehen indessen mit dem Tod des Ein-
zelunternehmers nicht unter, sondern auf die Erbengemeinschaft über (JÖRG, a.a.O., S. 105). 
Dies gilt – abgesehen von vorliegend nicht einschlägigen Ausnahmen – auch für die mit dem 
Unternehmen verbundenen Arbeitsverträge (Art. 338a Abs. 1 i.V.m. Art. 333 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [Fünfter Teil: 
Obligationenrecht] vom 30. März 1911 [OR]). Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegne-
rin wurde das Arbeitsverhältnis der Beschwerdeführerin mit ihrem Arbeitgeber nicht bereits 
durch den Tod des Einzelunternehmers aufgelöst. Vielmehr bestand es als Teil des Nachlasses 
fort.  
 
4.2 Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass die Erben des Einzelunternehmers 
das Erbe ausgeschlagen haben. Gemäss Art. 573 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbu-
ches vom 10. Dezember 1907 (ZGB) gelangt die Erbschaft zur Liquidation an das Konkursamt 
(vgl. auch Art. 193 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) vom 
11. April 1889). Es ist davon auszugehen, dass das Arbeitsverhältnis als Teil der Liquidations-
masse weiterbesteht und das Kündigungsrecht nunmehr beim Konkursamt liegt (vgl. ROLAND 
BACHMANN, Das Arbeitsverhältnis im Konkurs des Arbeitgebers, Bern 2005, S. 3 und 106 ff.). 
Indessen liegt im vorliegenden Verfahren auch keine Kündigung durch das Konkursamt vor.  
 
4.3 Nach dem Ausgeführten steht fest, dass das Arbeitsverhältnis zwischen der Be-
schwerdeführerin und dem Einzelunternehmen B.____ nicht von Gesetzes wegen untergegan-
gen ist. Ebenso wenig liegt eine explizite Kündigung vor. In diesem Zusammenhang ist darauf 
hinzuweisen, dass sich die Beschwerdeführerin vom 27. Februar 2023 bis 1. September 2023 
ohnehin im Kündigungsschutz befand, weshalb eine in dieser Zeit ausgesprochene Kündigung 
nichtig gewesen wäre (Art. 336c Abs. 1 und 2 OR). Doch auch in der Zeit danach kann nicht 
von einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgegangen werden. Sofern die Beschwerde-
gegnerin annimmt, dass die Beendigung des Arbeitsverhältnisses der Beschwerdeführerin auf-
grund des ablehnenden Verhaltens der Lebenspartnerin und im Einzelunternehmen Zeich-
nungsberechtigte im Sommer 2023 hätte deutlich werden müssen, kann ihr nicht gefolgt wer-
den. Zwar bedarf die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses von Gesetzes wegen keiner Form. 
Es kann jedoch – wie hier (vgl. Arbeitsvertrag vom 5. Januar 2022) –Schriftlichkeit vorgesehen 
sein. Wurde für die Kündigung Schriftlichkeit vereinbart, so stellt diese vermutungsweise ein Gültig-
keitserfordernis und nicht bloss eine Beweisvorschrift dar (MANFRED REHBINDER, in: Berner Kom-

mentar Band VI Obligationenrecht, 2. Auflage, Bern 2014, Art. 335 N 6 mit Hinweisen; BGE 128 III 

212 E. 2). Überdies ist aufgrund des Erbgangs mit Erbausschlagung unklar, ob die mitzeichnungs-

berechtigte Lebenspartnerin im massgeblichen Zeitpunkt überhaupt berechtigt gewesen ist, die 

Kündigung (konkludent oder schriftlich) auszusprechen.  

 

4.4 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist damit festzustellen, dass sich die Beschwerdefüh-

rerin im Zeitpunkt der Konkurseröffnung in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis mit dem Einzelun-

ternehmen B.____ befand.  

 

5. Voraussetzung für den Anspruch auf Insolvenzentschädigung ist ferner, dass die versicher-

te Person offene Lohnforderungen gegenüber dem konkursiten Arbeitgeber hat.  

 

 
 
Seite 6   

 

5.1 Die Beschwerdeführerin macht für die Zeit vom 16. Juli 2023 bis 16. November 2023 offene 

Lohnforderungen geltend. Den Akten ist indessen zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin vom 

27. Mai 2023 bis 30. August 2023 Mutterschaftsentschädigung bezogen hat. Wie die Beschwerde-

gegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 23. September 2024 zu Recht ausführt, ist der Versicherten 

aufgrund des Erwerbsersatzeinkommens in der Zeit vom 16. Juli 2023 bis 30. August 2023 kein 

Lohn entgangen, zumal der Arbeitsvertrag vom 5. Januar 2022 keinen weitergehenden Lohnan-

spruch zur Mutterschaftsentschädigung vorsieht.  

 

5.2 Für die Zeit vom 1. September 2023 bis 16. November 2023 ist unter den Parteien umstrit-

ten, ob der Versicherten für geleistete Arbeit Lohnforderungen zustehen (vgl. E. 3.3 hiervor) 
bzw., ob sie dem Arbeitgeber ihre Arbeitskraft rechtsgenüglich angeboten hat, was der geleiste-
ten Arbeit gleichzustellen wäre (E. 3.4 hiervor). Tatsächlich ist aufgrund der vorliegenden Akten 
und namentlich der von der Beschwerdeführerin eingereichten Kontakte mit der mitzeichnungs-
berechtigten Lebenspartnerin fraglich, ob die Beschwerdeführerin ihre Arbeitskraft genügend 
angeboten hat. Die Beschwerdegegnerin bringt grundsätzlich zu Recht vor, dass die belegten 
Kontakte sich augenscheinlich hauptsächlich auf die Auszahlung von Lohn bzw. wohl Lohner-
satz beziehen. Es wäre von der Arbeitslosenkasse jedoch zu erwarten gewesen, im Rahmen 
ihrer Untersuchungspflicht diesbezüglich weitere Abklärungen, namentlich eine Rückfrage bei 
der Lebenspartnerin, zu tätigen (vgl. BGE 146 V 240 E. 8.1 mit zahlreichen Hinweisen). Indes-
sen stellt sich aufgrund der vorliegenden Konstellation mit dem Tod des Einzelunternehmers 
und der unklaren Erbsituation auch die Frage, wem die Arbeitsleistung der Versicherten über-
haupt hätte angeboten werden müssen. Die Frage kann indessen offengelassen werden, wie 
sich nachfolgend zeigt. 
 
5.3 Wie in Erwägung 3.3 hiervor ausgeführt, ist für den Anspruch auf Insolvenzentschädi-
gung massgeblich, dass die versicherte Person im massgeblichen Zeitraum nicht vermittlungs-
fähig gewesen ist. Verzichtet der Arbeitgeber – wie bei einer Freistellung – auf die Arbeitsleis-
tung der arbeitnehmenden Person, muss diese ihre Arbeitskraft nicht mehr anbieten (BGE 
118 II 140 E. 1a). In diesen Fällen ist sie nach der Rechtsprechung aus arbeitslosenversiche-
rungsrechtlicher Sicht grundsätzlich vermittlungsfähig und hat sich den Kontrollvorschriften zu 
unterziehen (BGE 132 V 82 E. 3.2; Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 2005, C 217/04, 
E. 5.2 mit Hinweisen). Ein solcher Fall ist vorliegend anzunehmen, zumal die Voraussetzungen 
für eine Freistellung weniger streng zu beurteilen sind als diejenigen für eine Kündigung. Nach 
dem Tod des Einzelunternehmers wurde sämtlichen Arbeitnehmerinnen mit Ausnahme der Be-
schwerdeführerin gekündigt und der Geschäftsbetrieb wurde eingestellt. Obschon die Be-
schwerdeführerin darüber nicht persönlich vom Arbeitgeber informiert wurde, hatte sie – wie sie 
selbst ausführt – doch Kenntnis von den Umständen. Aufgrund des Verhaltens der Lebenspart-
nerin und Zeichnungsberechtigten während des Mutterschaftsurlaubs hätte ihr klar sein müs-
sen, dass sie beim Arbeitgeber keine weiteren Einsätze zu erwarten hat und somit – trotz lau-
fendem Arbeitsverhältnis – von der Erbringung von Arbeitsleistung freigestellt war. Davon 
scheint auch die Beschwerdeführerin selbst auszugehen, wenn sie in ihrer Beschwerde aus-
führt, dass die Zurückweisung des Kontakts und die Auskunftsverweigerung durch die Zeich-
nungsberechtigte und durch den Treuhänder als Ablehnung des Arbeitsangebots zu werten 

 

 
 
Seite 7   

seien. Wird jedoch von einer Freistellung bzw. einem Verzicht des Arbeitgebers auf die Arbeits-
leistung der Beschwerdeführerin ausgegangen, so war sie in der Zeit nach dem Mutterschafts-
urlaub ab 1. September 2023 nach der zitierten Rechtsprechung vermittlungsfähig. Diesfalls 
besteht kein Anspruch auf Insolvenzentschädigung (vgl. auch: NUSSBAUMER, a.a.O., Rz 621 mit 
Hinweisen). Zu prüfen wäre vielmehr, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf Arbeitslo-
senentschädigung hätte, da sie vermittlungsfähig und in der Lage war, die Kontrollvorschriften 
zu erfüllen. Dies bildet indes nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens (vgl. UELI KIESER, 
Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, Rz. 188), weshalb eine Be-
urteilung der Arbeitslosenkasse zu überlassen ist. 
 
5.4 Nach dem Ausgeführten ist zusammenfassend festzustellen, dass die Beschwerdefüh-
rerin keinen Anspruch auf Insolvenzentschädigung hat. Die Beschwerde erweist sich insofern 
als unbegründet und ist abzuweisen. 
 
6. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kos-
tenpflichtig, wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Sieht das Einzelgesetz keine 
Kostenpflicht vor, kann das Gericht einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, Ge-
richtskosten auferlegen. Da das AVIG keine Kostenpflicht vorsieht und sich die Parteien weder 
mutwillig noch leichtsinnig verhalten haben, sind für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. Eine Parteientschädigung wird nicht ausgerichtet. 
 
 
  

 

 
 
Seite 8   

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.