# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 370fa389-1b1a-5e66-b386-4c08fdc14c1a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-06-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.06.2024 A-5793/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5793-2022_2024-06-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 07.03.2025 (9C_439/2024) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-5793/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  J u n i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richterin Iris Widmer, Richterin Annie Rochat Pauchard,    

Gerichtsschreiber Roger Gisclon. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

vertreten durch  

SwissVAT AG,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Mehrwertsteuer; Vermittlung im Finanzbereich  

(Steuerperioden 2015 bis 2019). 

 

 

 

A-5793/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die A._______ AG (nachfolgend: Steuerpflichtige) ist als Vermögensver-

walterin tätig und seit dem 1. Januar 2003 im Register der Mehrwertsteu-

erpflichtigen eingetragen. 

B.  

Im Rahmen einer Kontrolle im Oktober 2020 stellte die ESTV unter ande-

rem fest, dass die Steuerpflichtige Erlöse für über die Banken B._______ 

AG und C._______ AG (nachfolgend: Bank B und Bank C) abgewickelte 

Transaktionen als von der Steuer ausgenommen abrechnete. Die ESTV 

qualifizierte diese Umsätze indes als zum Normalsatz steuerbar und rech-

nete der Steuerpflichtigen diesbezüglich für die Jahre 2015 bis 2019 

CHF 31'310.- auf. Insgesamt belastete die ESTV der Steuerpflichtigen mit 

Einschätzungsmitteilung (EM) Nr. (…) vom 15. Januar 2021 CHF 32'076.- 

Mehrwertsteuer nach. 

C.  

Mit E-Mails vom 15. Dezember 2020 und 19. Januar 2021 wandte sich die 

Steuerpflichtige an die ESTV und hielt dafür, dass ihr Entgelt für Transak-

tionen am Kapitalmarkt von der Steuer ausgenommen sei. 

D.  

Mit Schreiben vom 28. September 2022 forderte die ESTV die Steuerpflich-

tige auf, diverse Vertragsunterlagen sowie je zwei kauf- und verkaufssei-

tige, an die Vermögensverwaltungskunden gerichtete Transaktionsbelege 

nachzureichen. Zudem erkundigte sich die ESTV, ob den Vermögensver-

waltungskunden der Steuerpflichtigen nebst den Transaktionsbelegen der 

Bank B (bzw. der Bank C) zusätzlich Rechnung gestellt werde. Für den 

Fall, dass dies zutreffe, bat sie die Steuerpflichtige, fünf Rechnungsbelege 

einzureichen. 

E.  

Mit Schreiben vom 25. Oktober 2022 reichte die Steuerpflichtige die be-

sagten Unterlagen ein und hielt fest, dass den Vermögensverwaltungskun-

den nebst dem Transaktionsbeleg der Bank nicht zusätzlich Rechnung ge-

stellt werde. 

F.  

Mit Verfügung vom 15. November 2022 bestätigte die ESTV die mit EM 

Nr. (…) vom 15. Januar 2021 vorgenommene Steuernachbelastung für die 

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Seite 3 

Steuerperioden 2015 bis 2019 und hielt fest, dass die Steuerpflichtige 

CHF 32'076.- Mehrwertsteuer zzgl. gesetzlich geschuldetem Verzugszins 

seit dem 30. Juni 2018 zu bezahlen habe. 

G.  

Mit Eingabe vom 9. Dezember 2022 erhebt die Steuerpflichtige (fortan: Be-

schwerdeführerin) Beschwerde (Sprungbeschwerde) gegen die Verfügung 

der ESTV vom 15. November 2022 und stellt die folgenden Anträge: 

1. In Anwendung von Art. 83 Abs. 4 des Mehrwertsteuergesetzes vom 

12. Juni 2009 (MWSTG, SR 641.20) sei die vorliegende Einsprache 

gegen die Verfügung der ESTV vom 15. November 2022 als Sprung-

beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht weiterzuleiten. 

2. Die Verfügung der ESTV vom 15. November 2022 sei im Umfang von 

CHF 31'310.- aufzuheben und die Steuerforderung für die Mehrwert-

steuerperioden 2015 bis 2019 auf CHF 766.- festzusetzen. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der ESTV. 

H.  

Mit Vernehmlassung vom 23. Januar 2023 beantragt die ESTV (nachfol-

gend auch: Vorinstanz), die Sprungbeschwerde vom 9. Dezember 2022 sei 

unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin abzuweisen und ihre 

Verfügung vom 15. November 2022 sei zu bestätigen. 

I.  

Auf die einzelnen Vorbringen in den Eingaben der Parteien sowie die Akten 

wird – soweit entscheidrelevant – in den nachfolgenden Erwägungen ein-

gegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt gemäss Art. 31 des Verwal-

tungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 

20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach 

Art. 32 VGG gegeben ist. Eine solche Ausnahme liegt hier nicht vor. Die 

Vorinstanz ist eine Behörde im Sinne von Art. 33 VGG. Das 

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Bundesverwaltungsgericht ist demnach für die Beurteilung der vorliegen-

den Beschwerde sachlich zuständig. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG oder das 

MWSTG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG, vgl. Art. 81 Abs. 1 

MWSTG). 

1.3 Vorliegend ist vorab im Rahmen der Eintretensfrage zu prüfen, ob die 

Voraussetzungen einer Sprungbeschwerde erfüllt sind. 

1.3.1 Verfügungen der ESTV müssen eine Rechtsmittelbelehrung sowie 

eine «angemessene» Begründung enthalten (Art. 82 Abs. 2 MWSTG). Ge-

mäss Art. 83 Abs. 1 MWSTG können solche Verfügungen innert 30 Tagen 

nach Eröffnung mit Einsprache angefochten werden. Richtet sich die Ein-

sprache hingegen gegen eine «einlässlich» begründete Verfügung der 

ESTV, ist sie auf Antrag oder mit Zustimmung des Einsprechers oder der 

Einsprecherin als Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht weiterzu-

leiten (sog. Sprungbeschwerde; Art. 83 Abs. 4 MWSTG; ausführlich: Urteile 

des BVGer A-2350/2020 vom 17. Januar 2022 E. 1.2.1, A-1912/2021 vom 

10. Juni 2021 E. 2.2 ff., A-427/2021 vom 15. März 2021 E. 2.1 ff.). 

1.3.2 Die Vorinstanz ist dem Antrag der Beschwerdeführerin, die vorlie-

gende Einsprache als Sprungbeschwerde ans Bundesverwaltungsgericht 

weiterzuleiten, nachgekommen (Art. 83 Abs. 4 MWSTG). 

Die angefochtene Verfügung der Vorinstanz ist im Sinne von Art. 83 Abs. 4 

MWSTG einlässlich begründet. Die Sprungbeschwerde vom 9. Dezember 

2022 ist damit als solche entgegenzunehmen. Das Bundesverwaltungsge-

richt ist somit auch funktional zuständig. 

1.4 Die Beschwerdeführerin ist zur Erhebung der Beschwerde berechtigt 

(Art. 48 Abs. 1 VwVG). Sie hat diese zudem form- und fristgerecht einge-

reicht (Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist demnach einzutreten. 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht kann den angefochtenen Entscheid in 

vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerdeführerin kann neben der Ver-

letzung von Bundesrecht und der unrichtigen oder unvollständigen Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts auch die Unangemessenheit 

rügen (Art. 49 Bst. a-c VwVG). 

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Seite 5 

2.  

Die vorliegend zu beurteilende Sache betrifft die Steuerperioden 2015 bis 

2019. Somit ist das am 1. Januar 2010 in Kraft getretene MWSTG (mitsamt 

der zugehörigen Mehrwertsteuerverordnung vom 27. November 2009 

[MWSTV, SR 641.201]) massgebend. Rechtsprechung, welche sich noch 

auf das alte Mehrwertsteuerrecht bezieht, wird zitiert, soweit sie auch für 

das neue Recht massgeblich ist. 

2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen u.a. die im Inland von steuerpflichtigen 

Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen, soweit das MWSTG keine 

Ausnahme vorsieht (Inlandsteuer; Art. 18 Abs. 1 MWSTG). 

2.2  

2.2.1 Vom Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer aufgrund des Vorlie-

gens eines Leistungsverhältnisses grundsätzlich erfasst, aber von der 

Mehrwertsteuer ausgenommen (und damit nicht steuerbar), sind u.a. be-

stimmte Umsätze im Bereich des Geld- oder Kapitalverkehrs (Art. 21 Abs. 2 

Ziff. 19 MWSTG). 

Dazu gehören namentlich die Umsätze (Kassa- und Termingeschäfte), ein-

schliesslich Vermittlung, von Wertpapieren, Wertrechten und Derivaten so-

wie von Anteilen an Gesellschaften und anderen Vereinigungen; steuerbar 

sind jedoch die Verwahrung und die Verwaltung von Wertpapieren, Wert-

rechten und Derivaten sowie von Anteilen (namentlich Depotgeschäft) ein-

schliesslich Treuhandanlagen (Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 Bst. e MWSTG). 

2.2.2 Die Vermittlung der vorangehend genannten Umsätze im Bereich des 

Kapitalverkehrs kann im Rahmen einer direkten oder indirekten Stellvertre-

tung erfolgen. Beim Entscheid darüber, ob eine von der Steuer ausgenom-

mene Vermittlung gemäss Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 Bst. a - e  MWSTG vor-

liegt, ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung massgebend, dass eine 

Person kausal auf den Abschluss eines Vertrages im Bereich des Geld- 

und Kapitalverkehrs zwischen zwei Parteien hinwirkt, ohne selber Partei 

des vermittelten Vertrages zu sein und ohne ein Eigeninteresse am Inhalt 

des Vertrages zu haben (BGE 145 II 270 E. 4.5.4; Urteile des BGer 

2C_562/2020 vom 21. Mai 2021 E. 10.3.2, 2C_996/2019 vom 30. Juni 

2020 E. 5.2, 2C_1096/2018 vom 19. September 2019 E. 5.3; Urteil des 

BVGer A-2585/2022 vom 29. Juni 2023 E. 2.3.2). 

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Seite 6 

2.2.3  

2.2.3.1 Gemäss der Praxis der ESTV versteht man unter Vermittlung im 

Sinne von Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 Bst. a - e MWSTG die Tätigkeit einer in 

dieser Funktion auftretenden Mittelsperson, die darin besteht, auf den 

Abschluss eines Vertrages im Bereich des Geld- und Kapitalverkehrs 

zwischen zwei Parteien hinzuwirken, ohne selber Partei des vermittelten 

Vertrages zu sein und ohne ein Eigeninteresse am Inhalt des Vertrages zu 

haben. Die Vermittlung ist als eigenständige Mittlertätigkeit auszuüben. Sie 

muss sich von den typischen vertraglichen Leistungen der Parteien des 

vermittelten Vertrages unterscheiden und sich auf einzelne 

Umsatzgeschäfte beziehen. Inhaltlich kann die Vermittlung u.a. darin 

bestehen, einer Vertragspartei die Gelegenheit zum Abschluss eines 

Vertrages nachzuweisen, mit der anderen Vertragspartei Kontakt 

aufzunehmen oder im Namen und für Rechnung des Kunden über die 

Einzelheiten der gegenseitigen Leistungen zu verhandeln. Ein 

tatsächlicher Vertragsabschluss ist nicht vorausgesetzt. Der Vermittler 

bringt also zwei Parteien zusammen und wirkt auf sie ein, damit sie einen 

Vertrag abschliessen, wobei sein Beitrag von einer gewissen Adäquanz ist. 

 

Bei finanziellen Zuwendungen, welche der Ablieferungspflicht nach 

Art. 400 Abs. 1 OR unterliegen (u.a. Retrozessionen), gilt ein 

Eigeninteresse nach der Praxis der ESTV als gegeben – unabhängig 

davon, ob und in welchem Umfang der Kunde seinerseits auf eine 

Weiterleitung verzichtet beziehungsweise ob eine solche Weiterleitung 

tatsächlich erfolgt (vgl. zum Ganzen: MWST-Branchen-Info 14 

Finanzbereich vom Januar 2010 [fortan: MBI 14], Ziff. 5.10.1 [publiziert am 

7. November 2013]). 

 

2.2.3.2 Liegt eine Vermittlertätigkeit im obigen Sinne vor, ist gemäss der 

Praxis der ESTV für deren steuerliche Behandlung gemäss Art. 21 Abs. 2 

Ziff. 19 Bst. a - e MWSTG nicht entscheidend, wie das Entgelt festgelegt 

wird. Massgebend ist vielmehr, ob das vermittelte Grundgeschäft dem 

steuerbaren oder dem von der Steuer ausgenommenen Bereich 

zuzuordnen ist. Entstammt das vermittelte Grundgeschäft dem von der 

Steuer ausgenommenen Bereich (z.B. Wertpapiertransaktion 

[Courtagen]), so ist das Entgelt für die Vermittlung von der Steuer 

ausgenommen (wie die betreffenden Umsätze selbst; MBI 14, Ziff. 5.10.3 

[publiziert am 23. Februar 2015], siehe auch Ziff. 6.1.6). 

2.2.3.3 Gemäss dem Beispiel 2 in Ziff. 5.10.3 der MBI 14 gilt Folgendes: 

Das Vermögensverwaltungsunternehmen X mit Sitz im Inland trifft auf der 

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Grundlage des mit dem inländischen Kunden K abgeschlossenen Vermö-

gensverwaltungsvertrages und der ihm erteilten Anlageinstruktionen die 

Anlageentscheide für den Kunden K und gibt die entsprechenden Wert-

schriftentransaktionen bei einem inländischen Finanzinstitut in Auftrag. Da 

die steuerbare Leistung die blosse Vermittlungsleistung überwiegt, handelt 

es sich nicht um eine eigenständige Mittlertätigkeit. Das gesamte Entgelt 

für die Tätigkeit unterliegt der Steuer. Dies gilt auch für eine allfälligerweise 

vom Finanzinstitut ausgerichtete Provision. 

2.3  

2.3.1 Im Mehrwertsteuerrecht stellt jede einzelne Leistung grundsätzlich 

ein selbständiges Steuerobjekt dar, das heisst voneinander unabhängige 

Leistungen werden selbständig behandelt (Art. 19 Abs. 1 MWSTG; FELIX 

GEIGER, in: Geiger/Schluckebier [Hrsg.], MWSTG Kommentar, Schweize-

risches Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer mit den Ausführungserlas-

sen sowie Erlasse zum Zollwesen, 2. Aufl. 2019 [nachfolgend: MWSTG 

Kommentar 2019], Art. 19 N. 1). 

Leistungen, die miteinander verbunden sind (sog. Leistungskomplexe), 

werden mehrwertsteuerlich jedoch dann als einheitlicher wirtschaftlicher 

Vorgang betrachtet, wenn sie wirtschaftlich derart eng zusammengehören 

und ineinander greifen, dass sie ein unteilbares Ganzes bilden. Dabei wird 

zwischen einer Gesamtleistung und einer Hauptleistung mit akzessori-

scher Nebenleistung unterschieden (Art. 19 Abs. 3 und 4 MWSTG; vgl. zum 

Ganzen: Urteil des BVGer A-4569/2020 vom 4. Juli 2022 E. 2.4.1). 

2.3.2 Eine Gesamtleistung, welche als einheitlicher wirtschaftlicher Vor-

gang behandelt wird, liegt vor, wenn mehrere Leistungen wirtschaftlich der-

art eng zusammen gehören und ineinander greifen, dass sie ein unteilba-

res Ganzes bilden (Art. 19 Abs. 3 MWSTG). Dabei müssen die einzelnen 

Leistungen gemäss konstanter Gerichts- und Verwaltungspraxis sachlich, 

zeitlich und vom wirtschaftlichen Gehalt her in einer derart engen Verbun-

denheit stehen, dass sie untrennbare Komponenten eines Vorgangs ver-

körpern, der das gesamte Handeln umfasst. Es kann nur dann von einem 

einheitlichen, wirtschaftlich unteilbaren Ganzen ausgegangen werden, 

wenn eine Gesamtleistung nicht in Einzelleistungen zerlegt werden kann, 

die für sich betrachtet einen wirtschaftlich sinnvollen Zweck erfüllen, oder 

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Seite 8 

die Gesamtleistung dadurch zerstört, beschädigt oder verändert würde 

(GEIGER, MWSTG Kommentar 2019, Art. 19 N. 22). 

Liegt eine Leistungseinheit vor, erfolgt die mehrwertsteuerliche Behand-

lung nach der für diese wesentlichen Eigenschaft, d.h. nach der Leistung, 

welche wirtschaftlich betrachtet im Vordergrund steht (Art. 19 Abs. 3 

MWSTG). Mit anderen Worten gelten für die einzelnen Leistungskompo-

nenten des Leistungskomplexes die gleichen Vorschriften bezüglich Ort 

der Besteuerung, Steuersatz oder Steuerbefreiung (Urteil des BVGer 

A-358/2017 vom 31. August 2017 E. 2.2.2). Die einheitliche Leistung ist 

somit entweder insgesamt als Lieferung oder als Dienstleistung zu qualifi-

zieren. So stehen etwa bei gastgewerblichen Leistungen die Dienstleis-

tungskomponenten im Vordergrund, während die Lieferungskomponenten 

(i.e. die Abgabe von Speisen und Getränken) dahinter zurücktreten (Urteil 

des BVGer A-4569/2020 vom 4. Juli 2022 E. 2.4.2; GEIGER, MWSTG Kom-

mentar 2019, Art. 19 N. 24). 

2.3.3 Leistungen sind steuerlich ebenfalls dann einheitlich zu beurteilen, 

wenn sie zueinander im Verhältnis von Haupt- und untergeordneter (ak-

zessorischer) Nebenleistung stehen (Art. 19 Abs. 4 MWSTG). Die An-

nahme einer solchen unselbständigen Nebenleistung, die das steuerliche 

Schicksal der Hauptleistung teilt, setzt gemäss ständiger bundesgerichtli-

cher Rechtsprechung voraus, dass sie im Vergleich zur Hauptsache ne-

bensächlich ist, mit der Hauptleistung wirtschaftlich eng zusammenhängt, 

die Hauptleistung wirtschaftlich ergänzt, verbessert oder abrundet und üb-

licherweise mit der Hauptleistung vorkommt. Die Hauptleistung stellt dabei 

den eigentlichen Kern des Leistungskomplexes dar. Nicht massgebend 

sind die Wertverhältnisse der einzelnen Leistungen. Eine Leistung ist ins-

besondere dann als Nebenleistung zu einer Hauptleistung anzusehen, 

wenn sie für die Kundschaft keinen eigenen Zweck, sondern das Mittel da-

für darstellt, um die Hauptleistung des Leistungserbringers unter optimalen 

Bedingungen in Anspruch zu nehmen (Urteile des BVGer A-2036/2022 

vom 6. Januar 2024 E. 2.5, A-4569/2020 vom 4. Juli 2022 E. 2.4.3; GEIGER, 

MWSTG Kommentar 2019, Art. 19 N. 27). 

2.3.4 Welche Konstellation – Gesamtleistung oder Haupt- mit Nebenleis-

tung – im konkreten Einzelfall anzunehmen ist, beurteilt sich in Anwendung 

der wirtschaftlichen Betrachtungsweise, welche der zivilrechtlichen Beur-

teilung vorgeht. Zudem ist diese Frage primär aus der Sicht des Verbrau-

chers, d.h. des Leistungsempfängers, zu beantworten. Massgeblich ist die 

allgemeine Verkehrsauffassung einer bestimmten Verbrauchergruppe. Der 

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subjektive Parteiwille ist sekundär (Urteile des BVGer A-4569/2020 vom 

4. Juli 2022 E. 2.4.4, A-3285/2017 vom 21. Juni 2018 E. 2.5.4). 

2.4 Zu den MWST-Branchen-Infos der ESTV ist Folgendes festzuhalten:  

2.4.1 In Anwendung von Art. 65 Abs. 3 MWSTG ist die ESTV gehalten, alle 

Praxisfestlegungen, die nicht ausschliesslich verwaltungsinternen Charak-

ter haben, ohne zeitlichen Verzug zu veröffentlichen. Die von den Verwal-

tungsbehörden veröffentlichten Broschüren, Kreisschreiben und Merkblät-

ter – einschliesslich der MWST-Branchen-Infos – stellen Verwaltungsver-

ordnungen dar, das heisst generelle Dienstanweisungen, die sich an nach-

geordnete Behörden oder steuerpflichtige Personen wenden und worin die 

Verwaltungen ihre Sichtweise der Gesetzesauslegung darlegen. Sie die-

nen der Sicherstellung einer einheitlichen, gleichmässigen und sachrichti-

gen Praxis des Gesetzesvollzugs (BVGE 2010/33 E. 3.3.1; Urteil des 

BVGer A-623/2021 vom 4. Februar 2022 E. 2.11.1; BEATRICE BLUM, 

MWSTG Kommentar 2019, Art. 65 N. 9 f.). Die Verwaltungsverordnungen 

bzw. Praxisfestlegungen sind für die als eigentliche Adressaten figurieren-

den Verwaltungsbehörden verbindlich, wenn sie nicht klarerweise einen 

verfassungs- oder gesetzeswidrigen Inhalt aufweisen (Urteile des BVGer 

A-2094/2022 vom 22. November 2022 E. 1.5.1, A-5601/2019 vom 6. Mai 

2020 E. 1.7.1). 

2.4.2 Nicht verbindlich sind Verwaltungsverordnungen dagegen für die 

Justizbehörden, deren Aufgabe es ist, die Einhaltung von Verfassung und 

Gesetz im Einzelfall zu überprüfen (vgl. BGE 145 II 2 E. 4.3; Urteil des 

BVGer A-623/2021 vom 4. Februar 2022 E. 2.11.2). Die Gerichtsbehörden 

sollen Verwaltungsverordnungen bei ihrer Entscheidung allerdings mitbe-

rücksichtigen, sofern diese eine dem Einzelfall angepasste und gerecht 

werdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen dar-

stellen. Dies gilt umso mehr, als es nicht Aufgabe der Gerichte ist, als 

Zweitinterpreten des der Verwaltungsverordnung zugrundeliegenden Er-

lasses eigene Zweckmässigkeitsüberlegungen an die Stelle des Vollzugs-

konzepts der zuständigen Behörde zu setzen (vgl. BGE 146 I 105 E. 4.1, 

146 II 359 E. 5.3, 141 V 139 E. 6.3.1; BVGE 2010/33 E. 3.3.1, 2007/41 

E. 3.3). Von selbst versteht sich angesichts der herausragenden Bedeu-

tung, welche dem Legalitätsprinzip im Schweizer Steuerrecht zukommt, 

dass eine Verwaltungsverordnung oder gar eine blosse nicht schriftlich 

festgehaltene Praxis unter keinen Umständen alleinige Grundlage für die 

wie auch immer ausgestaltete steuerliche Erfassung eines Sachverhalts 

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darstellen kann (vgl. BGE 131 II 1 E. 4.1; BVGE 2010/33 E. 3.3.1, 2007/41 

E. 4.1; Urteil des BVGer A-2094/2022 vom 22. November 2022 E. 1.5.2). 

2.4.3 Die Steuerpflichtigen gehen in der Regel davon aus, dass der Sach-

verhalt, den sie verwirklichen, von der ESTV so behandelt wird, wie es in 

den Praxisfestlegungen festgehalten ist. Wenn sich diese Erwartung nicht 

erfüllt, kann allenfalls das Vertrauensschutzprinzip verletzt sein (Art. 5 

Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 [BV, SR 101]; 

BLUM, MWSTG Kommentar 2019, Art. 65 N. 17; MARKUS REICH, Steuer-

recht, 2. Aufl. 2012, § 3 N. 37). Allerdings ist nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung eine Verletzung des Vertrauensschutzes in Zusammen-

hang mit Verwaltungsverordnungen bzw. Praxisfestlegungen nicht leichthin 

anzunehmen, da diese nicht individuell-konkret sind, sondern eine Vielzahl 

von Fällen betreffen. Weicht die zuständige Behörde in einem Einzelfall 

von einer generell-abstrakten Verwaltungsverordnung ab, kann dies nur 

dann treuwidrig und ein Anlass für Vertrauensschutz sein, wenn sie die An-

wendung der Verwaltungsverordnung individuell zugesichert oder bei der 

steuerpflichtigen Person anderweitig ein entsprechendes Vertrauen ge-

weckt hatte (BGE 146 I 105 E. 5.1.2; vgl. zum Ganzen: Urteil des BVGer 

A-2585/2022 vom 29. Juni 2023 E. 2.5.3). 

2.5 Der in Art. 8 BV verankerte Grundsatz der Rechtsgleichheit verlangt, 

dass Gleiches nach Massgabe seiner Gleichheit gleich und Ungleiches 

nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich behandelt wird. Ein Anspruch 

auf Gleichbehandlung im Unrecht wird nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung indes nur ausnahmsweise anerkannt. Hierzu bedarf es, 

dass die zu beurteilenden Fälle in den tatbestandserheblichen Sachver-

haltselementen übereinstimmen und dieselbe Behörde in ständiger Praxis 

vom Gesetz abweicht (zum Ganzen statt vieler: BGE 146 I 105 E. 5.3.1, 

139 II 49 E. 7.1, 136 I 65 E. 5.6; Urteile des BVGer A-5038/2020 vom 

23. November 2021 E. 4.5, A-22/2020 vom 17. Juli 2020 E. 2.6). 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin ist als Vermögensverwalterin tätig. Aus den für 

den vorliegenden Sachverhalt relevanten Verträgen geht im Wesentlichen 

Folgendes hervor: 

3.1.1 Gemäss dem Vermögensverwaltungsvertrag (nachfolgend: VV-Ver-

trag) erteilt der Vermögensverwaltungskunde der Beschwerdeführerin den 

Auftrag zur selbständigen Verwaltung (d.h. im Namen und auf Rechnung 

des Vermögensverwaltungskunden) der von ihm bezeichneten 

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Seite 11 

Vermögenswerte bei einem bestimmten Finanzinstitut und erteilt der Be-

schwerdeführerin alle für die Ausführung dieses Auftrags erforderlichen 

Vollmachten und Unterschriftsrechte über Konten und Depots, etc. (Ziff. 2 

des VV-Vertrags).  

Die Beschwerdeführerin erhält für ihre Vermögensverwaltungstätigkeit im 

Rahmen des VV-Vertrags vom Vermögensverwaltungskunden folgende 

Entschädigung(en): Der Vermögensverwaltungskunde bezahlt der Be-

schwerdeführerin Courtagen in Höhe von 1,2 % des Transaktionswertes, 

zzgl. Courtagen der Bank. Die Beschwerdeführerin erhält (darüber hinaus) 

eine monatliche Management Fee von 0,2 % des Kontobestandes per 

Ende eines Monats. Der Vermögensverwaltungskunde ermächtigt die De-

potbank, die Courtagen ohne Verzug bei der Auftragsausführung seinem 

Konto zu belasten (Ziff. 12.a des VV-Vertrags). In den vorerwähnten Ent-

schädigungen nicht eingeschlossen sind Depotgebühren, Stempelabga-

ben sowie alle anderen Gebühren, die von Dritten verrechnet und dem Ver-

mögensverwaltungskunden direkt bzw. separat belastet werden (Ziff. 12.c 

des VV-Vertrags). Der Vermögensverwaltungskunde ist sich bewusst und 

akzeptiert, dass die Beschwerdeführerin im Rahmen ihrer Vermögensver-

waltungstätigkeit oder bei Gelegenheit der Auftragserfüllung Leistungen 

(z.B. Retrozessionen, Kick-backs, Finder’s fees, etc.) von Dritten (Banken, 

Fondsgesellschaften, Emittenten, etc.) erhält oder erhalten könnte. Falls 

die Beschwerdeführerin solche Leistungen Dritter erhält, welche sie ge-

mäss jeweils anwendbarer Rechtsprechung oder gemäss jeweils anwend-

baren gesetzlichen Vorschriften dem Vermögensverwaltungskunden ablie-

fern müsste, so ist der Vermögensverwaltungskunde ausdrücklich damit 

einverstanden, dass die Beschwerdeführerin diese Leistungen als zusätz-

liche Entschädigung für ihre Vermögensverwaltungstätigkeit erhält. Der 

Vermögensverwaltungskunde erklärt durch Unterzeichnung dieses Ver-

trags ausdrücklich, auf die Herausgabe (Weiterleitung an den Vermögens-

verwaltungskunden) dieser Leistungen Dritter zu verzichten. Die von Drit-

ten erhaltenen Leistungen gehen aus jeder Bankabrechnung hervor. Die 

Beschwerdeführerin legt die Höhe der von Dritten erhaltenen, vorstehend 

erwähnten Leistungen auf Anfrage des Vermögensverwaltungskunden hin 

offen (Ziff. 13.b des VV-Vertrags). 

3.1.2 Mit der Bank B hat die Beschwerdeführerin zudem eine Vereinbarung 

betreffend Online Brokerage Dienstleistungen im Zusammenhang mit der 

Verwaltung der von der Beschwerdeführerin betreuten Kundenvermögen 

abgeschlossen (fortan: Brokerage-Vereinbarung). Demnach wird die Be-

schwerdeführerin alle oder einen Teil ihrer Vermögensverwaltungskunden 

A-5793/2022 

Seite 12 

an die Bank B gemäss Kundenwunsch vermitteln. Die Bank B wird – unter 

Vorbehalt von Art. 1.2 und der Kontoeröffnungsformalitäten (vgl. Art. 2.9 ff.) 

– mit diesen Vermögensverwaltungskunden ihre für Bankkunden üblichen 

Verträge über die Erbringung von Dienstleistungen als konto- und depot-

führende Bank sowie betreffend Online Brokerage Dienstleistungen ab-

schliessen. Die Parteien gehen davon aus, dass diese Vermögensverwal-

tungskunden die Beschwerdeführerin mit dem von der Bank B zur Verfü-

gung gestellten Formular bevollmächtigen werden, ihr Konto und Depot bei 

der Bank B zu verwalten. Die Parteien anerkennen aber die Freiheit der 

Vermögensverwaltungskunden, Vollmachten jederzeit erteilen, einschrän-

ken oder entziehen zu können (Art. 1.1 der Brokerage-Vereinbarung). Die 

Bank B erbringt für die Vermögensverwaltungskunden ihre üblichen 

Dienstleistungen, insbesondere den Online-Handel mit Wertpapieren und 

Wertrechten sowie die Konto- und Depotführung (Art. 1.3 der Brokerage-

Vereinbarung). Die Beschwerdeführerin erhält im Zusammenhang mit den 

auf den Konten der Vermögensverwaltungskunden verzeichneten Aktivitä-

ten Vergütungen. Die Höhe der Vergütungen ergibt sich aus dem «Vergü-

tungsmodell für vermittelte Kunden» (Beilage 6 der Brokerage-Vereinba-

rung, wonach der Beschwerdeführerin 1,2 % des Transaktionswertes des 

jeweiligen Produkts zustehen). Sämtliche Vergütungen verstehen sich in-

klusive gesetzliche Mehrwertsteuer (Art. 3.1 der Brokerage-Vereinbarung).  

Von dieser Vereinbarung unberührt bleiben die Ansprüche der Beschwer-

deführerin gegenüber den Vermögensverwaltungskunden auf Bezahlung 

von Vermögensverwaltungsgebühren u.dgl. nach Massgabe der abge-

schlossenen Vermögensverwaltungsverträge (Art. 3.3 der Brokerage-Ver-

einbarung). Die Bank B überweist der Beschwerdeführerin die fälligen Ver-

gütungen auf ein auf den Namen der Beschwerdeführerin lautendes, bei 

der Bank B zu führendes Konto (Art. 3.6 der Brokerage-Vereinbarung). Ge-

mäss Beilage 2 der Brokerage-Vereinbarung («Verwaltungsvollmacht für 

Dritte») ist eine Belastung des Kontos des Vermögensverwaltungskunden 

bei der Bank B für zwischen diesem und der Beschwerdeführerin verein-

barte Honorar- und Spesenbezüge zulässig, sofern eine entsprechende 

ausdrückliche Ermächtigung erteilt wurde. 

3.1.3 Die Transaktionsbelege der Bank B an den jeweiligen Bank- bzw. 

Vermögensverwaltungskunden weisen sodann ggf. Börsengebühren und 

sonstige Spesen, den Totalbetrag der Transaktion (Kauf oder Verkauf), 

eine Kommission der Bank B, externe Vermögensverwaltungsgebühren 

sowie Abgaben aus. Die externe Vermögensverwaltungsgebühr beträgt 

dabei jeweils 1,2 % des Totals. 

A-5793/2022 

Seite 13 

3.1.4 Mit der Bank C bestand in den vorliegend relevanten Steuerperioden 

ein weiteres Vertragsverhältnis betreffend die externe Vermögensverwal-

tung, welches dem Sinn und Zweck nach gleichgelagert ist wie die Bro-

kerage-Vereinbarung mit der Bank B, weshalb auf deren detaillierte Wie-

dergabe verzichtet wird. 

3.2 Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin als 

Vermögensverwalterin tätig ist. Unstrittig ist auch, dass die monatliche Ma-

nagement Fee von 0,2 % des Kontobestandes per Ende eines Monats ge-

mäss dem VV-Vertrag der Steuer zum Normalsatz unterliegt. Strittig ist hin-

gegen, ob es sich bei den im VV-Vertrag als Courtagen bzw. in der Bro-

kerage-Vereinbarung mit der Bank B (und den Transaktionsbelegen) als 

externe Vermögensverwaltungsgebühren bezeichneten Gebühren (fortan 

nur noch: Transaktionsgebühren) in Höhe von 1,2 % des Transaktionswer-

tes um ein Entgelt für eine von der Steuer ausgenommene Vermittlungs-

leistung oder eine steuerbare Vermögensverwaltungsleistung handelt. 

3.2.1 Im Rahmen der Verfügung vom 15. November 2022 begründete die 

ESTV ihre Rechtsauffassung, wonach die Transaktionsgebühr bzw. die 

dieser entgegenstehenden Leistung steuerbar sei, in erster Linie damit, 

dass vorliegend im Sinne der MBI 14, Ziff. 5.10.3, Beispiel 2 die steuerbare 

Vermögensverwaltung der Beschwerdeführerin im Vordergrund stehe, aus 

deren Erfüllung eine allfällige Vermittlungsleistung resultiere. Dabei (i.e. bei 

der allfälligen Vermittlungsleistung) handle es sich somit nicht um eine ei-

genständige Mittlertätigkeit. Vielmehr folgt diese bzw. deren steuerliche Be-

urteilung nach Ansicht der ESTV der steuerbaren Vermögensverwaltung. 

Des Weiteren stünde einer ausgenommenen Vermittlung entgegen, dass 

die finanziellen Zuwendungen (Retrozessionen usw.) nach den auftrags-

rechtlichen Vorschriften der Ablieferungspflicht unterliegen würden, wes-

halb ein Eigeninteresse gegeben sei. 

3.2.2  

3.2.2.1 Die Beschwerdeführerin vertritt die Auffassung, dass die Transakti-

onsgebühren von der Steuer ausgenommen seien. Sie begründet dies in 

erster Linie damit, dass die seitens der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung aufgeführten Voraussetzungen für eine ausgenommene Vermitt-

lungsleistung im Finanzbereich im vorliegenden Falle erfüllt seien (mit Ver-

weis auf BGE 145 II 270 E. 4.5.4). 

3.2.2.2 Weiter führt die Beschwerdeführerin aus, die ESTV halte in ihrer 

eigenen Praxismitteilung klar fest, dass Courtagen nicht steuerbar seien 

A-5793/2022 

Seite 14 

(mit Verweis auf Ziff. 6.1.6 der MBI 14). Vorliegend erbringe sie – die Be-

schwerdeführerin – eine Vermittlungsleistung im Sinne der erwähnten Ver-

waltungspraxis. Sie mache dementsprechend geltend, dass die genannte 

Verwaltungspraxis auch auf sie – die Beschwerdeführerin – anzuwenden 

sei. Die Nichtanwendung der Verwaltungspraxis in Bezug auf sie – die Be-

schwerdeführerin – verstosse gegen den verfassungsmässig garantierten 

Vertrauensschutz. 

3.2.2.3 Die Beschwerdeführerin macht überdies eine Verletzung des Ge-

bots der Rechtsgleichheit geltend. Vorliegend habe die ESTV im Bereich 

der Courtagen – wie oben festgehalten – eine klare Praxis publiziert und 

es bestünden zurzeit auch keine Mitteilungen der ESTV, dass diese Praxis 

geändert werden solle. Sie – die Beschwerdeführerin – mache deshalb hier 

geltend, dass im Sinne der rechtsgleichen Behandlung auch sie von dieser 

publizierten Praxis Gebrauch machen könne. Es sei aufgrund der Verfü-

gung der ESTV kein sachlicher Grund ersichtlich, weshalb die ESTV im 

vorliegenden Fall von der oben erwähnten Praxismitteilung abweichen 

sollte. 

3.2.2.4 Sodann führt die Beschwerdeführerin aus, es stelle sich die Frage, 

ob die von ihr in Rechnung gestellten Transaktionsgebühren für die Aus-

führung (Execution) der Anlagen (bzw. die entsprechenden Leistungen) 

Nebenleistungen zur Vermögensverwaltung im Sinn von Art. 19 Abs. 4 

MWSTG seien.  

Die ESTV führe selbst in ihrer Verwaltungspraxis in der MBI 14, Ziff. 6 die 

verschiedenen unabhängigen Leistungen im Finanzbereich auf. Sie – die 

ESTV – unterscheide selbst die Courtage (Vermittlung von Wertpapieren) 

in Ziff. 6.1.6 von der Vermögensverwaltung in Ziff. 6.1.5 (Beratung). Wenn 

die Courtage eine Nebenleistung ohne eigenes steuerliches Schicksal 

wäre, dann dürfte die Verwaltung sie nicht separat aufführen.  

Weiter sei darauf hinzuweisen, dass in der Praxis die Anlageberatung 

(Analyse des Portfolios und Empfehlungen) auch separat zur Execution 

angeboten werde (mit Verweis auf die klare Trennung von Vermögensver-

waltung, Anlageberatung und Execution Only Kunden gemäss Art. 3 Bst. c 

des Bundesgesetzes über die Finanzdienstleistungen vom 15. Juni 2018 

[Finanzdienstleistungsgesetz, FIDLEG, SR 950.1] sowie das Urteil des 

BGer 4A_519/2020 vom 15. Februar 2021). Sprich, der Anlageberater löse 

den Wertpapierkauf nicht aus. Vorliegend biete sie – die Beschwerdefüh-

rerin – indes als Vermögensverwalterin beide Leistungen an (sprich 

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Seite 15 

Anlageberatung und Execution) und erhalte für diese Leistungen auch se-

parate und vertraglich vereinbarte Vergütungen. Sie – die Beschwerdefüh-

rerin – analysiere die Anlagemöglichkeiten sowie das Portfolio des Kunden 

(Anlageberatung) und kaufe oder verkaufe dann im Namen und auf Rech-

nung des Kunden die Wertschriften (Execution). 

Es sei deshalb gesetzeswidrig (Verletzung von Art. 19 Abs. 1 MWSTG), die 

Courtage für die Execution vorliegend als Nebenleistung zur Vermögens-

verwaltung im Sinn von Art. 19 Abs. 4 MWSTG zu bezeichnen. Die Execu-

tion (Kauf und Verkauf von Wertpapieren durch den Vermögensverwalter 

aIs Zusatzleistung) sei unabhängig und könne nicht mit dem akzessori-

schen Warmwasserbezug bei einer Hotelübernachtung verglichen werden 

(mit Verweis auf das Urteil des BVGer A-7395/2018 vom 3. Juni 2020 

E. 2.4.1). 

Es wäre weiter denkbar – so die Beschwerdeführerin –, den Spiess umzu-

drehen und die Vermögensverwaltungsleistung als ausgenommene Ne-

benleistung zur Vermittlungsleistung anzusehen, wie das der EuGH ge-

macht habe (mit Verweis auf EuGH, C-453/05, 21.6.2007, Ludwig). Auch 

dies sei vorliegend aber nicht sachgerecht. Es seien in der Praxis unab-

hängige und separat in Rechnung gestellte Leistungen im Sinn von Art. 19 

Abs. 1 MWSTG, und zwar auch aus Sicht des Leistungsempfängers. 

3.2.3 Im Rahmen ihrer Vernehmlassung begründet die ESTV ihre Rechts-

auffassung, wonach die Transaktionsgebühren bzw. die diesen entgegen-

stehenden Leistungen steuerbar seien, vorab damit, dass es sich dabei 

nicht um von der Steuer ausgenommene Courtagen handle. Als Courtagen 

würden Gebühren im Wertschriftenhandel bezeichnet, die Banken, Online-

Trading-Plattformen und Börsenmakler für die Durchführung, Abwicklung 

und Vermittlung von Börsengeschäften erheben würden. 

Weiter begründet die ESTV ihre Rechtsauffassung damit, dass hinsichtlich 

der Wertschriftentransaktionen keine eigenständige Mittlertätigkeit vor-

liege. Vielmehr folge die steuerliche Behandlung der Execution, d.h. vorlie-

gend die Auftragserteilung zur Vornahme/Ausführung von Wertschriften-

transaktionen an das Bankinstitut, der Hauptleistung der Beschwerdefüh-

rerin, d.h. der steuerbaren Vermögensverwaltung. 

Überdies argumentiert die ESTV damit, dass die Transaktionsgebühren 

bzw. die diesen entgegenstehenden Leistungen auch deshalb nicht von 

der Steuer ausgenommen seien, da die finanziellen Zuwendungen der 

A-5793/2022 

Seite 16 

Bank nach den auftragsrechtlichen Vorschriften der Ablieferungspflicht un-

terliegen würden, weshalb ein Eigeninteresse als gegeben gelten würde. 

3.3  

3.3.1 Die Execution-Leistung der Beschwerdeführerin, i.e. im vorliegenden 

Falle ihre Auftragserteilung an das Bankinstitut zur Vornahme/Ausführung 

der Wertschriftentransaktionen, ist in casu lediglich akzessorisch zur 

Hauptleistung der Beschwerdeführerin, i.e. der Anlageberatung bzw. Ver-

mögensverwaltung. Dies gilt insbesondere deshalb, weil die Execution-

Leistung seitens der Beschwerdeführerin für sich alleine keinen Sinn 

ergäbe. Vielmehr stellt sie bloss das Mittel dafür dar, um die Hauptleistung 

der Beschwerdeführerin unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu neh-

men (i.e. die Anlagestrategie wird seitens der Beschwerdeführerin sogleich 

umgesetzt). Für die Kundschaft indes hat diese Art von Execution-Leistung 

keinen für sich selbst stehenden Zweck. Denn die Execution seitens der 

Beschwerdeführerin geschieht nur, weil sie seitens ihrer Kunden zur Ver-

mögensverwaltung beauftragt wurde und in diesem Rahmen – wie schon 

erwähnt – die mit den Kunden vereinbarte Anlagestrategie sogleich um-

setzt, indem sie die entsprechenden Transaktionen selbst veranlasst. 

Gäbe es die entsprechenden Vermögensverwaltungsmandate nicht, würde 

wohl kein Kunde die Execution-Leistungen der Beschwerdeführerin in An-

spruch nehmen, sondern immer direkt die Bank – welche für den Kunden 

ohnehin ein Wertschriftendepot führt – damit beauftragen. Andernfalls 

würde ohne jeglichen Mehrwert die Beschwerdeführerin zwischengeschal-

tet, die nicht Bank bzw. Wertpapierhaus ist und somit selbst keine Börsen-

geschäfte tätigen kann. Für eine Execution – ohne den Bestand eines Ver-

mögensverwaltungsmandats – würde die Beschwerdeführerin demzufolge 

lediglich den Auftrag des Kunden eins zu eins an die Bank – welche für den 

Kunden ein Wertschriftendepot führt – weiterleiten, was für die Kundschaft 

keinen eigenen Zweck erfüllt. 

3.3.2 Was die Beschwerdeführerin hiergegen vorbringt, vermag nicht zu 

überzeugen. 

Die Beschwerdeführerin bringt u.a. vor, wenn die Courtage eine Nebenleis-

tung ohne eigenes steuerliches Schicksal wäre, dann dürfte die Verwaltung 

sie nicht separat in der MBI 14 aufführen. Diesbezüglich verkennt die Be-

schwerdeführerin, dass unter Umständen dieselbe Leistung je nach Kon-

text anders zu beurteilen ist, d.h. mal als selbständige Leistung, in einem 

anderen Kontext aber als Nebenleistung. Ähnlich verhält es sich im vorlie-

genden Fall. Die von Banken bzw. Wertpapierhäusern vorgenommenen 

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Seite 17 

börslichen Wertschriftentransaktionen erfüllen für den Kunden – auch un-

abhängig von einem allfälligen Vermögensverwaltungsmandat – einen ei-

genen Zweck, zumal der Kunde ohne die betreffenden Leistungen keine 

börslichen Wertschriftentransaktionen vornehmen kann. Währenddessen 

erfüllt – wie in Erwägung 3.3.1 schon erläutert – die seitens der Beschwer-

deführerin durchgeführte Execution-Leistung (Nebenleistung) nur im Ver-

bund mit einem Vermögensverwaltungsmandat (Hauptleistung) einen 

Zweck. Für sich alleine ist sie hingegen sinnlos. 

Nach dem Gesagten vermag auch der Hinweis der Beschwerdeführerin, 

wonach in der Praxis die Anlageberatung auch separat zur Execution an-

geboten werde, nichts am oben gezogenen Schluss zu ändern. Denn wäh-

rend die Anlageberatung alleine sehr wohl einen eigenen Zweck erfüllt, ist 

dies bei der seitens der Beschwerdeführerin angebotenen Execution-Leis-

tung gerade nicht der Fall. 

3.3.3 Weiter bringt die Beschwerdeführerin vor, dass die in Ziff. 6.1.6 der 

MBI 14 publizierte Praxis (i.e. dass Courtagen nicht steuerbar seien) auch 

auf ihre Vermittlungsleistungen im Rahmen der Wertschriftentransaktionen 

anzuwenden sei, andernfalls der Vertrauensschutz verletzt sei. 

Diesbezüglich ist der Beschwerdeführerin vorab zu entgegnen, dass die 

gesamte Ziff. 6.1 der MBI 14 unter dem Titel «Allgemeine Bankdienstleis-

tungen» steht, woraus geschlossenen werden kann, dass sich diese spe-

zifisch auf Banken bzw. auf von Banken angebotene Dienstleistungen be-

zieht. Schon deshalb kann der Vertrauensschutz hier nicht greifen. Über-

dies wurde der Beschwerdeführerin die Anwendung der genannten Verwal-

tungsverordnung weder individuell zugesichert noch wurde bei der Be-

schwerdeführerin anderweitig ein entsprechendes Vertrauen geweckt 

(E. 2.4.3). Die Rüge hinsichtlich der Verletzung des Vertrauensschutzes 

greift somit ins Leere. 

3.3.4 Sodann beruft sich die Beschwerdeführerin auf das Gebot der Recht-

gleichheit. Wie schon aus den vorangegangenen Erwägungen hervorgeht 

(vgl. E. 3.3.1 ff.), ist der hier zu beurteilende Sachverhalt ein anderer als 

derjenige, der in Ziff. 6.1 der MBI 14 geregelt ist, womit das Gebot der 

Rechtsgleichheit vorliegend gewahrt ist (E. 2.5). 

3.3.5 Nach dem Gesagten handelt es sich bei der seitens der Beschwer-

deführerin im Rahmen ihrer Vermögensverwaltungsmandate durchgeführ-

ten Execution um eine Nebenleistung zur steuerbaren Anlageberatung 

A-5793/2022 

Seite 18 

bzw. Vermögensverwaltung. Ob die seitens der Beschwerdeführerin vor-

genommene Execution vom Vermittlungsbegriff in Art. 21 Abs. 2 Ziff. 19 

Bst. a - e MWSTG erfasst wäre oder ob seitens der Beschwerdeführerin 

ein Eigeninteresse gegeben ist – wie die ESTV argumentiert – kann dem-

nach offen bleiben. 

4.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die streitbetroffenen Leistungen 

steuerbar sind, weshalb die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen ist. 

5.  

Abschliessend bleibt über die Kosten- und Entschädigungsfolgen des Be-

schwerdeverfahrens zu befinden. 

5.1 Ausgangsgemäss sind die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 3’000.- 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und Art. 1 – 4 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) und dem 

geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu entnehmen. 

5.2 Die unterliegende Beschwerdeführerin hat keinen Anspruch auf eine 

Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 VGKE e 

contrario). 

Das Dispositiv befindet sich auf der nächsten Seite.  

  

A-5793/2022 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 3’000.- werden der Beschwerde-

führerin auferlegt. Der im gleichen Umfang einbezahlte Kostenvorschuss 

wird zur Begleichung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Jürg Steiger Roger Gisclon 

 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 

BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten 

Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der 

Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder 

konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die 

Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 

deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu 

A-5793/2022 

Seite 20 

enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 

sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 

 

  

A-5793/2022 

Seite 21 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde)