# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 66e5fdb1-c025-5baf-84d7-c5ae9a39d111
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.09.2021 LE210002
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LE210002_2021-09-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LE210002-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. D. Scherrer, Vorsitzende, Oberrichter  

lic. iur. M. Spahn und Oberrichter lic. iur. A. Huizinga sowie  

Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Notz 

Beschluss und Urteil vom 8. September 2021 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchstellerin und Berufungsklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,  

 

betreffend Eheschutz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren 
am Bezirksgericht Bülach vom 14. September 2020 (EE190114-C) 
 

 

Rechtsbegehren: 
(Urk. 1 S. 2 und Prot. S. 5 f., sinngemäss) 

1. Es sei den Parteien das Getrenntleben zu bewilligen.  

- 2 - 

2. Es sei die eheliche Wohnung an der C._____-strasse …, D._____, 
samt Hausrat der Gesuchstellerin und den gemeinsamen Kinder 
zur alleinigen Benutzung zuzuweisen und es sei dem Gesuchgeg-
ner eine angemessene, aber kurze Auszugsfrist anzusetzen. 

3. Die Obhut über die Kinder  
− E._____, geb. tt.mm.2009 
− F._____, geb. tt.mm.2016 
sei der Gesuchstellerin zuzuweisen. 

4. Es sei dem Gesuchsgegner ein angemessenes Besuchsrecht ein-
zuräumen. 

5. Es sei der Gesuchgegner zu verpflichten, der Gesuchstellerin für 
die Dauer des Getrenntlebens an die Kosten des Unterhalts und 
der Erziehung der Kinder E._____ und F._____ angemessene Un-
terhaltsbeiträge zu bezahlen, zahlbar jeweils auf den Ersten eines 
jeden Monats im Voraus. 

6. Auf die Zusprechung ehelicher Unterhaltsbeiträge sei gegenseitig 
zu verzichten. 

7. Es sei für die Kinder E._____, geb. tt.mm.2009, und F._____, geb. 
tt.mm.2016, eine Beistandschaft zu errichten. 

 Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Ge-
suchgegners.  

Rechtsbegehren des Gesuchsgegners: 
(Urk. 16, sinngemäss)  

1. Den Parteien sei das Getrenntleben zu bewilligen; 
2.1 Die Kinder 
 - E._____, geb. tt.mm.2009, und 
 - F._____, geb. tt.mm.2016 
 seien unter die alleinige Obhut des Gesuchsgegners zu stellen; 
2.2. der Gesuchstellerin sei ein angemessenes Besuchs- und Ferien-

recht einzuräumen; 
2.3. die Gesuchstellerin sei zu verpflichten, dem Gesuchsgegner an-

gemessene monatliche Kinderunterhaltsbeiträge für die beiden 
Kinder zu leisten, zahlbar jeweils im Voraus auf den ersten des 
Monats; 

3. auf die Zusprechung von Ehegattenunterhaltsbeiträgen sei gegen-
seitig zu verzichten; 

4. die eheliche Wohnung an der C._____-strasse …, D._____, sei 
dem Gesuchsgegner samt Hausrat zur alleinigen Benutzung zuzu-

- 3 - 

weisen und der Gesuchstellerin sei eine Auszugsfrist bis längstens 
Ende Februar 2020 anzusetzen; 

5. im Übrigen seien sämtliche anders lautenden Anträge der Gesuch-
stellerin abzuweisen; 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7% Mwst. zu 
Lasten der Gesuchstellerin. 

Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Bülach  
vom 14. September 2020 

1. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt. 

2. Die Obhut für die Kinder E._____, geboren am tt.mm.2009, und F._____, 

geboren am tt.mm.2016, wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Ge-

suchsgegner zugeteilt. 

3. Die Gesuchstellerin ist berechtigt, die Kinder E._____, geboren am  

tt.mm.2009, und F._____, geboren am tt.mm.2016, am ersten und dritten 

Wochenende jedes Monats jeweils ab Freitagabend, 19:00 Uhr, bis Sonn-

tagabend, 19:00 Uhr, sowie in geraden Jahren an Ostern, in ungeraden Jah-

ren an Pfingsten und in jedem Jahr am zweiten Weihnachtstag auf eigene 

Kosten mit sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen und sie ausserdem für 

drei Wochen jährlich während der Schulferien auf eigene Kosten mit sich 

oder zu sich in die Ferien zu nehmen. 

Das Ferienbesuchsrecht ist mindestens drei Monate im Voraus anzukündi-

gen. 

Ein weitergehendes Besuchsrecht der Gesuchstellerin nach gegenseitiger 

Absprache bleibt vorbehalten. 

4. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner an den Unterhalt 

und die Erziehung der Kinder E._____, geboren am tt.mm.2009, und 

F._____, geboren am tt.mm.2016, wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge zu 

bezahlen: 

für E._____: 

- 4 - 

− Fr. 360.–  ab Rechtskraft des Eheschutzurteils  

                            (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt) 

− zuzüglich allfällige von ihr bezogene gesetzliche oder vertragliche 

Familienzulagen 

für F._____: 

− Fr. 360.–  ab Rechtskraft des Eheschutzurteils  

                            (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt) 

− zuzüglich allfällige von ihr bezogene gesetzliche oder vertragliche 

Familienzulagen 

Die Unterhaltsbeiträge und Familienzulagen sind jeweils auf den Ersten ei-

nes Monats im Voraus an den Gesuchsgegner zu bezahlen, solange die 

Kinder in dessen Haushalt leben, keine selbstständigen Ansprüche gestützt 

auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen die Gesuchstellerin stellen und keine andere 

Zahlstelle bezeichnen.  

Es wird festgestellt, dass der Barunterhalt der Kinder mit den vereinbarten 

Unterhaltsbeiträgen nicht gedeckt ist. Für den Barunterhalt von E._____, 

geboren am tt.mm.2009, fehlt monatlich ein Betrag von Fr. 1'484.−. Für den 

Barunterhalt von F._____, geboren am tt.mm.2016, fehlt monatlich ein Be-

trag von Fr. 807.–. 

Aufgrund des vorläufigen Charakters der Eheschutzmassnahmen werden 

die Unterhaltsbeiträge nicht indexiert.  

5. Es werden keine ehelichen Unterhaltsbeiträge zugesprochen.  

6. Bei der Festsetzung der Kinderunterhaltsbeiträge wurde von folgenden fi-

nanziellen Verhältnissen der Parteien ausgegangen: 

Einkommen: 

− Gesuchstellerin*: Fr. 4'000.– 
− Gesuchsgegner**: Fr. 5'000.− 
− Kinder: Je die Familienzulagen von derzeit Fr. 200.–  

- 5 - 

*  Hypothetisches Nettoeinkommen pro Monat bei einem 100%-Pensum 
(inkl. 13. Monatslohn und Bonus, ohne Familienzulagen) 

** Nettoeinkommen pro Monat bei einem Pensum von 100%  
(inkl. 13. Monatslohn und Bonus, ohne Familienzulagen) 

Vermögen: 
− Gesuchstellerin: Fr. 0.– 
− Gesuchsgegner: Fr. 0.– 
− E._____: Fr. 0.–  
− F._____: Fr. 0.– 

Bedarfsberechnung 
 

 Gesuchstellerin Gesuchsgegner E._____: F._____: 

Grundbetrag: Fr. 1'200.– Fr. 1'350.– Fr. 600.– Fr. 400.– 

Wohnkosten inklusive 
Nebenkosten (jedoch 
ohne Stromkosten und 
exkl. Pauschale für 
Radio/TV): 

 
 
 
 
Fr. 1'300.– 

 
 
 
 
Fr. 822.– 

 
 
 
 
Fr. 411.– 

 
 
 
 
Fr. 411.– 

Garage / Fr. 135.– / / 

Krankenkasse  
(KVG und VVG): 

 
Fr. 380.−  

 
Fr. 290.– 
(inkl. IPV) 

 
Fr. 33.– 
(inkl. IPV) 

 
Fr. 26.– 
(inkl. IPV) 

Gesundheitskosten / Fr. 100.− / / 

Haftpflicht-
/Mobiliarversicherung: 

 
Fr. 30.– 

 
Fr. 30.– 

 
/ 

 
/ 

Kommunikation und 
Mediennutzung: 

 
Fr. 150.– 

 
Fr. 150.– 

 
/ 

 
/ 

Arbeitsweg: / Fr. 250.– / / 

Auswärtige  
Verpflegung: 

 
Fr. 220.– 

 
Fr. 220.– 

 
/ 

 
/ 

Fremdbetreuung: / / 1'000.− Fr. 530.– 

Total: Fr. 3'280.– Fr. 3'347.– Fr. 2'044.– Fr. 1'367.– 

7. Die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse ... in D._____ samt Mobi-

liar und Hausrat wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner 

zur alleinigen Benützung zugewiesen. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, 

die eheliche Wohnung bis spätestens Ende Oktober 2020 zu verlassen. 

8. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Errichtung einer Beistandschaft wird ab-

gewiesen. 

- 6 - 

9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 622.50   Dolmetscherkosten 

Fr. 3'622.50    
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

10. Die Gerichtskosten werden der Gesuchstellerin auferlegt, jedoch zufolge 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Gesuchstellerin wird auf die Nachzahlungspflicht ge-

mäss Art. 123 ZPO hingewiesen.  

11. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner eine Parteient-

schädigung von Fr. 6'156.80 (inklusive 7.7% MwSt.) zu bezahlen. Diese 

Entschädigung wird dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Gesuchsgeg-

ners, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, direkt aus der Gerichtskasse ausgerich-

tet. Der Anspruch auf die Parteientschädigung geht mit der Zahlung vollum-

fänglich auf die Gerichtskasse über (Art. 122 Abs. 2 ZPO). 

12. (Schriftliche Mitteilung) 

13. (Berufung)  

Berufungsanträge: 

der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (Urk. 59): 
 
"1. 
Es sei Ziffer 2 des Entscheids des Bezirksgerichts Bülach vom 14. September 
2020 (EE190114-C/U1) aufzuheben. 
 
2. 
Es sei Ziffer 2 durch eine neue Regelung zu ersetzen. 
 
Die Obhut [über] die Kinder E._____, geb. tt.mm.2009, und F._____, geb. 
tt.mm.2016, wird für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin und Beru-
fungsklägerin zugeteilt. 
 
3. 

- 7 - 

Es sei Ziffer 3 des Entscheids des Bezirksgerichts Bülach vom 14. September 
2020 (EE190114-C/U1) aufzuheben. 
 
4. 
Es sei Ziffer 3 durch eine neue Regelung zu ersetzen. 
 
Der Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter ist berechtigt, die Kinder E._____, 
geboren am tt.mm.2009, und F._____, geboren am tt.mm.2016, am ersten und 
dritten Wochenende jedes Monats jeweils ab Freitagabend, 19:00 Uhr, bis Sonn-
tagabend, 19:00 Uhr, sowie in geraden Jahren an Ostern, in ungeraden Jahren an 
Pfingsten und in jedem Jahr am zweiten Weihnachtstag [auf eigene Kosten mit 
sich oder zu sich auf Besuch zu nehmen] und sie ausserdem für drei Wochen 
jährlich während der Schulferien auf einigen [recte eigene] Kosten mit sich oder 
zu sich in die Ferien zu nehmen.   
 
Das Ferienbesuch[srecht] ist mindestens drei Monate im Voraus anzukündigen. 
 
Ein weitergehendes Besuchsrecht des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagters 
nach gegenseitiger Absprache bleibt vorbehalten. 
 
5. 
Es [sei] Ziffer 4 des Entscheids des Bezirksgerichts Bülach vom 14. September 
2020 (EE190114-C/U1) aufzuheben. 
 
6.  
Es sei Ziffer 4 durch eine neue Regelung zu ersetzen. 
 
Der Gesuchsgegner und Berufungsbeklagter wird verpflichtet, der Gesuchstellerin 
und Berufungsklägerin an den Unterhalt und die Erziehung der Kinder E._____, 
geb. tt.mm.2009, und F._____, geb. tt.mm.2016, wie folgt monatliche Unterhalts-
beiträge zu bezahlen: 
 
Für E._____ 
 - CHF 1'190.–  ab Rechtskraft des Eheschutzurteils 
           (davon CHF 146.35 als Betreuungsunterhalt) 
 
Für F._____ 
 - CHF 1'190.–  ab Rechtskraft des Eheschutzurteils 
    (davon CHF 346.– als Betreuungsunterhalt) 
  
 - Zuzüglich allfällige von ihm bezogene gesetzliche oder vertragliche  
           Familienzulagen 
 
Die Unterhaltsbeiträge und Familienzulagen sind jeweils auf den Ersten eines 
Monats im Voraus an die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin zu bezahlen, so-
lange die Kinder in dessen [recte deren] Haushalt leben, keine selbstständigen 
Ansprüche gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen den Gesuchsgegner und Be-
rufungsbeklagter stellen und keine [andere] Zahlstelle bezeichnen. Es wird fest-

- 8 - 

gestellt, dass der Barunterhalt der Kinder mit den vereinbarten Unterhaltsbeiträ-
gen gedeckt ist. 
 
Aufgrund des vorläufigen Charakters der Eheschutzmassnahmen werden die Un-
terhaltsbeiträge nicht indexiert. 
 
7. 
Eventualiter 
Es sei die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin auf die Verpflichtung zur Bezah-
lung von Kinderunterhaltsbeiträgen zu verzichten, weil diese wirtschaftlich nicht 
leistungsfähig ist.  
 
8.  
Es [sei] Ziffer 7 des Entscheids des Bezirksgerichts Bülach vom 14. September 
2020 (EE190114-C/U1) aufzuheben. 
 
8. 
Es sei Ziffer 7 durch eine neue Regelung zu ersetzen.  
 
Die eheliche Wohnung an der C._____-strasse … in D._____ samt Mobiliar und 
Hausrat wird für die Dauer des Getrenntlebens der Gesuchstellerin und Beru-
fungsklägerin zur alleinigen Benützung zugewiesen. Der Gesuchsgegner und Be-
rufungsbeklagter wird verpflichtet, die eheliche Wohnung bis spätestens Ende 
März 2021 zu verlassen. 
 
9. 
Eventualiter 
Die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin wird verpflichtet, die eheliche Woh-
nung bis spätestens Ende März 2021 zu verlassen. 
  

- 9 - 

10. 
Es [sei] Ziffer 11 des Entscheids des Bezirksgerichts Bülach vom 14. September 
2020 (EE190114-C/U1) aufzuheben. 
 
11. 
Es sei Ziffer 11 durch eine neue Regelung zu ersetzen. 
 
Der Gesuchsgegner wird verpflichtet, der Gesuchstellerin eine Parteientschädi-
gung von CHF 4'769.10 zu bezahlen. Diese Entschädigung wir[d] der unentgeltli-
chen Rechtsvertreterin der Gesuchstellerin, Advogada X._____, direkt aus der 
Gerichtskasse ausgerichtet. Der Anspruch auf die Parteientschädigung geht mit 
der Zahlung vollumfänglich auf die Gerichtskasse über (Art. 122 Abs. 2 ZPO). 
 
12. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsbeklagten. 
 
13. 
Es sei der Gesuchstellerin und Berufungsklägerin für das Berufungsverfahren die 
unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren." 
 
 
des Gesuchsgegners und Berufungsbeklagten (Urk. 69): 
 
"Die Berufung der Berufungsklägerin vom 31.12.2020 sei vollumfänglich abzuwei-
sen und das Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 14.09.2020 (EE190114) sei in 
allen Punkten zu bestätigen; 
 
unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7 % Mwst. zu Lasten der 
Berufungsklägerin, eventualiter des Staates." 
 
Prozessuales Begehren 
 
"Es sei die Berufungsklägerin zur Leistung eines angemessenen Prozesskosten-
beitrages an den Berufungsbeklagten in der Höhe von mindestens CHF 3'200.00 
zu verpflichten; 
 
eventualiter sei dem Berufungsbeklagten für das Berufungsverfahren die unent-
geltliche Prozessführung zu bewilligen und ihm in der Person des Unterzeichners 
einen unentgeltlichen Rechtsvertreter zu bestellen." 
 

- 10 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Die Parteien sind seit dem tt.mm.2009 verheiratet und haben zwei gemein-

same Kinder, E._____, geboren am tt.mm.2009, und F._____, geboren am 

tt.mm.2016. Am 12. November 2019 stellte die Gesuchstellerin bei der Vorinstanz 

ein Eheschutzbegehren (Urk. 1). Der weitere Prozessverlauf kann dem erstin-

stanzlichen Urteil entnommen werden (Urk. 60 S. 3 ff.). Am 14. September 2020 

erliess die Vorinstanz den eingangs wiedergegebenen Entscheid, zuerst in unbe-

gründeter (Urk. 40) und hernach in begründeter Form (Urk. 56 = Urk. 60). 

2. Die Gesuchstellerin und Berufungsklägerin (fortan Gesuchstellerin) erhob 

am 31. Dezember 2020 fristgerecht Berufung mit den erwähnten Anträgen (Urk. 

59). Mit Verfügung vom 25. Januar 2021 wurde dem Gesuchsgegner und Beru-

fungsbeklagten (fortan Gesuchsgegner) Frist zur Beantwortung der Berufung an-

gesetzt (Urk. 65). Am 1. Februar 2021 reichte die Gesuchstellerin eine Novenein-

gabe ein (Urk. 66). Die Berufungsantwort datiert vom 8. Februar 2021 (Urk. 69). 

Mit Verfügung vom 15. Februar 2021 wurde der Gesuchstellerin Frist angesetzt, 

um zum prozessualen Begehren des Gesuchsgegners Stellung zu nehmen, und 

dem Gesuchsgegner die gegnerische Noveneingabe zur Kenntnis gebracht (Urk. 

71). Der Gesuchsgegner äusserte sich am 18. Februar 2021 zur Noveneingabe 

(Urk. 72), die Gesuchstellerin am 23. Februar 2021 zum beantragten Prozesskos-

tenvorschuss (Urk. 74), was der jeweiligen Gegenpartei mit Verfügung vom 4. 

März 2021 zur Kenntnisnahme zugestellt wurde (Urk. 75). Am 4. Mai 2021 reichte 

die Gesuchstellerin erneut eine Noveneingabe ein (Urk. 76), zu der der Gesuchs-

gegner mit Eingabe vom 17. Mai 2021 Stellung nahm (Urk. 80). Mit Beschluss 

vom 22. Juni 2021 ordnete die Kammer die Anhörung der Tochter an (Urk. 83). 

Am 23. Juni 2021 leitete die KESB Bülach Süd eine Verfügung der Kantonspolizei 

vom 10. Juni 2021 weiter (Urk. 84). Am 29. Juni 2021 liess der Gesuchsgegner 

mitteilen, dass ihm die Arbeitsstelle gekündigt worden sei (Urk. 88). Das rechtli-

che Gehör wurde gewährt (Urk. 90). Zum Protokoll der Kinderanhörung äusserten 

sich die Parteien mit Eingaben vom 12. bzw. 15. Juli 2021 (Urk. 93 und 94). Mit 

- 11 - 

Präsidialverfügung vom 3. August 2021 wurde den Parteien angezeigt, dass sich 

das Verfahren in der Phase der Urteilsberatung befindet (Urk. 96).    

3. Auf die Parteivorbringen ist nachfolgend nur insoweit einzugehen, als diese 

entscheidrelevant sind. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. 

II. 

1. Das Berufungsverfahren stellt keine Fortsetzung des erstinstanzlichen Ver-

fahrens dar, sondern ist nach der gesetzlichen Konzeption als eigenständiges 

Verfahren ausgestaltet (BGE 142 III 413 E. 2.2.1). Mit der Berufung kann eine un-

richtige Rechtsanwendung und eine unrichtige Feststellung des Sachverhalts gel-

tend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Berufungsinstanz verfügt über unbe-

schränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfragen, einschliesslich der Frage 

richtiger Ermessensausübung (Angemessenheitsprüfung; BGer 5A_184/2013 

vom 26. April 2013, E. 3.1).  

2. Neue Tatsachen und Beweismittel können bei Verfahren betreffend Kinder-

belange im Berufungsverfahren auch dann vorgebracht werden, wenn die Vo-

raussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 144 III 349 

E. 4.2.1). 

3. Die Berufung hemmt die Rechtskraft nur im Umfang der Anträge (Art. 315 

Abs. 1 ZPO). Nicht angefochten wurden die Dispositiv-Ziffern 1 (Getrenntleben), 5 

(Ehegattenunterhalt), 8 (Beistandschaft). Sie sind daher rechtskräftig, was vorzu-

merken ist. Nicht angefochten wurde zudem die Dispositiv-Ziffer 6 betreffend die 

Angaben gemäss Art. 301a ZPO. Da diese Ziffer in untrennbarem Zusammen-

hang zum strittigen Unterhaltsbeitrag steht, ist sie nicht als rechtskräftig vorzu-

merken. Hinsichtlich der nur teilweise angefochtenen Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens (Dispositiv-Ziffern 9 bis 11) erfolgt 

ohnehin keine Vormerknahme der (Teil-) Rechtskraft (vgl. Art. 318 Abs. 3 ZPO).   

4. Obhut 

- 12 - 

4.1 Die Vorinstanz stellte die gemeinsamen Kinder nach Abwägung der Vorbrin-

gen der Parteien und Prüfung der einzelnen Zuteilungskriterien unter die Obhut 

des Gesuchsgegners. Sie erwog, E._____ habe im Rahmen der Kinderanhörung 

ausgeführt, dass sowohl der Gesuchsgegner als auch die Gesuchstellerin für sie 

da seien. Sie könne mit beiden Elternteilen über ihre Sorgen sprechen. Wenn die 

Richterin jemanden der Elternteile ermahnen müsste, müsste sie sowohl die Ge-

suchstellerin als auch den Gesuchsgegner ermahnen. Sie fände es sodann am 

besten, wenn sie und ihr Bruder abwechslungsweise eine Woche bei der Ge-

suchstellerin und eine Woche beim Gesuchsgegner wohnen könnten. Die Vo-

rinstanz argumentierte, dass die Obhut im Eheschutzverfahren nicht beiden El-

ternteilen belassen werden könne und dass anzunehmen sei, dass beide Eltern-

teile erziehungsfähig seien. E._____ habe sich in gleicher Weise für beide Eltern-

teile ausgesprochen. Es sei davon auszugehen, dass für sie sowohl eine Obhuts-

zuteilung an die Gesuchstellerin wie an den Gesuchsgegner in Frage kommen 

würde. Sodann seien beide Parteien in etwa im gleichen Umfang berufstätig. Dar-

über hinaus sei zu einem gewissen Grad bereits ein Fremdbetreuungsmodell 

etabliert worden, welches die Kinderbetreuung sicherstelle. Die Möglichkeit der 

persönlichen Betreuung spreche daher weder für die Obhutszuteilung an die Ge-

suchstellerin noch an den Gesuchsgegner. Es sei jedoch hervorzuheben, dass 

der Gesuchsgegner in der Vergangenheit trotz der vollen Erwerbstätigkeit einen 

Grossteil der Kinderbetreuung übernommen habe. Schliesslich werde als zentral 

angesehen, dass der Gesuchsgegner im alltäglichen Leben der Familie die 

Hauptansprechperson darzustellen scheine. So sei er unter anderem besser in 

der Lage, die Kinder in schulischen Angelegenheiten zu unterstützen und den 

Umgang mit Behörden und Lehrern zu pflegen, was für die Gesuchstellerin infolge 

mangelnder Sprachkenntnisse nicht oder zumindest nicht im gleichen Umfang 

möglich zu sein scheine. Es sei daher davon auszugehen, dass der Gesuchsgeg-

ner die beiden Kinder in ihrer Entwicklung im Alltag derzeit besser unterstützen 

könne. Daher sei die alleinige Obhut für die beiden Kinder für die Dauer des Ge-

trenntlebens dem Gesuchsgegner zuzuteilen (Urk. 60 S. 9).  

4.2 Die Gesuchstellerin rügt die Schlussfolgerung bezüglich des Anteils der Kin-

derbetreuung durch den Gesuchsgegner (Urk. 59 S. 8). Die Vorinstanz habe nicht 

- 13 - 

berücksichtigt, dass der Gesuchsgegner 100 % in Schichtarbeit tätig gewesen sei, 

weshalb es gar nicht möglich gewesen sei, einen grossen Anteil der Betreuung zu 

übernehmen. Die Ausführungen des Gesuchsgegners, dass sich die Gesuchstel-

lerin während dieser Zeit wenig bis nicht um die Kinder und den Haushalt ge-

kümmert habe, seien nicht glaubhaft. So habe der Gesuchsgegner vor Vorinstanz 

selber eingeräumt, dass sie ihre Aufgaben als Mutter und Erzieherin gut gemacht 

habe (Urk. 59 S. 9). Es sei unbestritten, dass die Gesuchstellerin gelegentlich in 

Spätschichten sowie am Wochenende am G._____ arbeite. Aus diesem Grund 

sei die Familie auf die Fremdbetreuung angewiesen. Weiter arbeite die Gesuch-

stellerin seit Monaten in Kurzarbeit, weniger als 60 %, seit März 2020 betreue sie 

vorwiegend die Kinder und kümmere sich um den Haushalt. Vom 15. Juli bis 1. 

August 2020 habe sich die Gesuchstellerin mit den Kindern in Portugal aufgehal-

ten, vom 1. August bis 14. August 2020 seien die Kinder mit dem Gesuchsgegner 

in Portugal geblieben. Am 17. August 2020 sei F._____ in den Kindergarten ein-

getreten, er gehe seither nicht mehr in die Krippe und werde von der Gesuchstel-

lerin betreut. Die Arbeitssituation der Gesuchstellerin sei unsicher. Gemäss ihrem 

Arbeitsplan für Januar 2020 (recte 2021) sei sie für keinen Tag eingetragen wor-

den, d.h. sie werde den ganzen Monat zu Hause bleiben. Aufgrund der aktuellen 

Arbeitsbedingungen, welche wegen der unsicheren Arbeitslage (Corona Pande-

mie / Flugverkehr) im G._____ mit grosser Wahrscheinlichkeit noch lange dauern 

würden, sei die Gesuchstellerin in der Lage, die Kinder persönlich zu betreuen, 

was am besten dem Wohl der Kinder entsprechen werde (Urk. 59  

S. 10). 

Die Gesuchstellerin macht sodann geltend, der Gesuchsgegner setze seine 

Deutschkenntnisse nicht immer zum Wohl der Kinder ein, sondern um ein 

schlechtes Bild von ihr als Mutter gegenüber den Behörden zu geben. So habe er 

bei einer Einladung zu einem Standortgespräch im Kindergarten gesagt, die Ge-

suchstellerin könne zu Hause bleiben, es sei kein wichtiges Gespräch. Am Ge-

spräch selbst habe er der Kindergärtnerin erklärt, dass sich die Mutter nicht inte-

ressiere, oft feiere, keine feste Wohnung habe und Horrorfilme mit F._____ 

schaue. Es treffe auch nicht zu, dass der Gesuchsgegner zu Hause mit F._____ 

Deutsch spreche, es werde zuhause Portugiesisch gesprochen (Urk. 59 S. 11 f.). 

- 14 - 

Schliesslich wirft die Gesuchstellerin dem Gesuchsgegner vor, er sei am 27. De-

zember 2020 trotz der Corona-Pandemie nach Brasilien geflogen. Sie und 

F._____ würden unter Bronchitis leiden. Die Lage in Brasilien sei sehr unsicher. 

Der Gesuchsgegner zeige sich gegenüber seiner Familie rücksichtslos. Mit sei-

nem Egoismus riskiere er das Wohlergehen der ganzen Familie (Urk. 59 S. 12). In 

einer Noveneingabe vom Mai 2021 machte die Gesuchstellerin geltend, dass sie 

und F._____ positiv auf COVID-19 getestet worden seien, der Gesuchsgegner je-

doch nicht die Betreuung der Kinder und den Haushalt übernommen habe (Urk. 

76 S. 2).  

4.3 Der Gesuchsgegner entgegnet in der Berufungsantwort vom 8. Februar 

2021, es sei nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt falsch 

resp. gar willkürlich ermittelt haben sollte. Die Gesuchstellerin argumentiere sinn-

gemäss, dass aufgrund der Corona-Pandemie die Annahmen der Vorinstanz nicht 

eingetreten seien. Es sei jedoch davon auszugehen, dass sich die Lage innerhalb 

des nächsten halben Jahres stabilisieren und normalisieren werde. Daher stelle 

die Pandemie per se keinen Grund dar, die vorinstanzlichen wohl überlegten Er-

kenntnisse umzustossen. Tatsache sei, dass der Gesuchsgegner einen massge-

benden resp. gar überwiegenden Teil der Kinderbetreuung wahrgenommen habe. 

Die vorinstanzliche Feststellung, wonach der Gesuchsgegner bei der persönli-

chen Betreuung der Kinder eine tragende Rolle einnehmen würde, sei somit zu-

treffend (Urk. 69 S. 4 ff.). Zwar treffe es zu, dass die Gesuchstellerin pandemie-

bedingt seit März 2020 in Kurzarbeit sei und sich daher massgeblich um die bei-

den Kinder und den Haushalt kümmern würde. Richtig sei auch, dass die beiden 

Kinder aktuell die Krippe nicht besuchen würden. Trotz dieser pandemiebedingten 

Umstände kümmere sich die Gesuchstellerin nicht mehr um die Kinder als vor 

dem Pandemieausbruch. Fakt sei auch, dass die Gesuchstellerin nicht willens 

resp. in der Lage sei, die beiden Kinder in ihrer Freizeit altersgerecht zu beschäf-

tigen. Die Kinder würden oft vor dem Fernseher sitzen oder "gamen" mit dem Mo-

bilitelefon resp. iPad (Urk. 69 S. 6).  

Was den Vorwurf betreffend die Deutschkenntnisse angeht, führt der Gesuchs-

gegner aus, dass die Gesuchstellerin mittelfristig nicht in der Lage sein werde, 

- 15 - 

sich auf Deutsch zu verständigen. Daher werde sie die beiden Kinder im Gegen-

satz zu ihm auch nicht in schulischen Angelegenheiten unterstützen können. Auf 

die Teilnahme am Standortgespräch habe sie freiwillig verzichtet. Die von ihm 

gemachten Angaben hätten aus seiner Warte den Tatsachen entsprochen. Es 

werde jedenfalls bestritten, dass der Gesuchsgegner mit faktenwidrigen Behaup-

tungen gegen die Gesuchstellerin arbeiten würde (Urk. 69 S. 7). Ebenso bestreitet 

der Gesuchsgegner, dass er sich mit der Reise nach Brasilien gegenüber der 

Familie rücksichtslos verhalten hätte. Der Aufenthalt habe kein Sicherheitsrisiko 

für die Familie dargestellt (Urk. 69 S. 8). Was die Covid-Erkrankung der Gesuch-

stellerin betrifft, macht der Gesuchsgegner geltend, trotz Pandemie habe die Ge-

suchstellerin regelmässig mit Freunden gefeiert und sich an einem Fest mit dem 

Virus infisziert und alsdann F._____ angesteckt. Er, der Gesuchsgegner, habe 

sich fürsorglich sowohl um die Gesuchstellerin als auch um die Kinder und den 

Haushalt gekümmert. Im Übrigen erhebt (auch) er den Vorwurf, die Gesuchstelle-

rin würde sich nicht um die Kinder und den Haushalt kümmern (Urk. 80 S. 1 f.).  

4.4 Die Vorbringen der Parteien zeigen deutlich, dass sich die Parteien gegen-

seitig Schuldzuweisungen und Vorwürfe machen, welche hauptsächlich auf die 

Erziehungsfähigkeit zielen. Die jeweiligen Ereignisse liegen wenige Monate zu-

rück und fallen in die Zeit der Corona-Pandemie, welche mit ihren starken Ein-

schränkungen des öffentlichen Lebens auch erheblichen Einfluss auf den Bezie-

hungsalltag und die Psyche hatte und hat. Dazu kommt die Eigenheit des vorlie-

genden Falls. Die Gesuchstellerin stellte das Eheschutzbegehren im November 

2019. Auch rund elf Monate nach Eröffnung des vorinstanzlichen unbegründeten 

Entscheids am 21./23. September 2020 (Urk. 41) leben die Parteien immer noch 

zusammen. Dies, obwohl die Gesuchstellerin im angefochtenen Urteil verpflichtet 

wurde, die eheliche Wohnung bis spätestens Ende Oktober 2020 zu verlassen. 

Dass diese Situation Auseinandersetzungen begünstigen kann, liegt auf der 

Hand. Die Streitereien wurden auch bereits an der Hauptverhandlung vom 2. Juli 

2020 thematisiert (vgl. Prot. I S. 36) und scheinen sich fortzusetzen. Auch 

E._____ äusserte den Wunsch, dass die Eltern weniger streiten würden (Prot. II  

S. 12).  Andererseits sind die von den Parteien gegenseitig genannten Unzuläng-

lichkeiten in Bezug auf die kritisierte Betreuung (Kinder sich selbst überlassen, zu 

- 16 - 

viel "gamen": Urk. 69 S. 6; zu oft auf dem Tablet spielen: Urk. 76 S. 2) nicht ge-

eignet, die Erziehungsfähigkeit der jeweiligen Gegenseite grundsätzlich in Frage 

zu stellen. Der von beiden Seiten behauptete Alkoholkonsum der jeweils anderen 

Partei hatte bei der Frage der Obhutszuteilung durch die Vorinstanz keinerlei Re-

levanz gehabt, weshalb auf die Rüge der Gesuchstellerin, die Vorinstanz habe 

diesbezüglich den Sachverhalt falsch festgestellt, nicht einzugehen ist. Auch im 

Berufungsverfahren wird aus dem gegenseitig vorgeworfenen (übermässigen) Al-

koholkonsum (Urk. 76 S. 2, Urk. 93) keine konkrete Kindswohlgefährdung abge-

leitet. Mit der Vorinstanz ist daher festzuhalten, dass beide Parteien grundsätzlich 

fähig und willens sind, die Kinder in einer dem Kindswohl entsprechenden Weise 

zu erziehen und sich um sie zu kümmern unter Beanspruchung der bereits etab-

lierten Fremdbetreuung. Gleichwohl ist der Gesuchsgegner mit Nachdruck daran 

zu erinnern, weder gegenüber den Kindern noch gegenüber Dritten wie Lehrper-

sonen die Gesuchstellerin schlecht zu reden, wie das die Sprachnachrichten (Urk. 

67/1) und die Äusserungen beim Standortgespräch (Urk. 63/17) nahelegen. Auch 

geht es nicht an, die Tochter in den Konflikt einzubeziehen, wie das vorgefallen ist 

(Prot. I S. 21). Die Eltern haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles zu unter-

nehmen, was zur gedeihlichen Entwicklung des Kindes erforderlich ist. Daraus 

folgt,  dass sie sich zu bemühen haben, zwischen der konfliktbehafteten Eltern-

ebene einerseits sowie dem Eltern-Kind-Verhältnis andererseits zu unterscheiden 

und das Kind aus dem elterlichen Konflikt herauszuhalten. Sodann haben beide 

Elternteile ein kooperatives Verhalten an den Tag zu legen und die zumutbaren 

Anstrengungen bei der gegenseitigen Kommunikation zu unternehmen, ohne die 

die elterlichen Pflichten nicht in effektiver Weise und zum Vorteil des Kindes aus-

geübt werden können. Beide Elternteile haben mit Blick auf das Wohl des Kindes 

die Pflicht, eine gute Beziehung zum jeweils anderen Elternteil zu fördern; ihre 

Beachtung ist für eine tragfähige und kindeswohlorientierte Pflege und Erziehung 

wichtig. In diesem Zusammenhang spricht die Rechtsprechung von Bindungstole-

ranz (Urteil 5A_351/2018 vom 23. Oktober 2018 E. 5.2 mit Hinweisen). Sie ist ein 

Teilaspekt der Erziehungsfähigkeit des betreffenden Elternteils (vgl. BGer 

5A_616/2020 vom 23. November 2020, E. 2.1.1. mit Hinweisen).  

- 17 - 

4.5 Die Parteien lebten keine klassische Rollenteilung. Nach der Geburt von 

F._____ im April 2016 war die Gesuchstellerin nach Angaben des Gesuchsgeg-

ners bis zum zweiten Lebensjahr zu Hause gewesen, nahm dann zuerst eine 

Temporär- und alsdann eine Festanstellung am G._____ auf (Prot. I S. 19). Ge-

mäss Arbeitsvertrag vom Oktober 2018 war die Gesuchstellerin bis zum Ausbruch 

der Pandemie zumindest zu 60 % (vgl. Urk. 3/5), eigenen Angaben zufolge sogar 

zu 80 % oder gar 100 % als Reinigungskraft tätig (vgl. Urk. 60 S. 21). Die Krippe 

in der H._____ besuchte F._____ erst ab Februar 2020, offenbar mit dem Ziel, 

seine Deutschkenntnisse zu verbessern (Urk. 31/16, Urk. 63/17). Der Gesuchs-

gegner arbeitete bis zur Freistellung per 28. Juni 2021 Vollzeit bei H._____ 

Schweiz als Metallbauer (Urk. 16 S. 8), und zwar ursprünglich in einem Drei-

Schichten-Modus (Prot. I S. 24). Den Drei-Schichten-Modus musste er krank-

heitsbedingt aufgeben (Prot. I S. 23, Urk. 17/13). Zwar hat sich die Gesuchstelle-

rin - pandemiebedingt - in den letzten Monaten mehr um die Kinder gekümmert, 

jedoch hat auch der Gesuchsgegner eine starke emotionale Beziehung und Bin-

dung zu beiden Kindern. Es wurde seitens der Gesuchstellerin bestätigt, dass der 

Gesuchsgegner im Haushalt und der Kinderbetreuung mitgeholfen hat (Prot. I S. 

13). Dass der Gesuchsgegner gar einen überwiegenden Teil wahrgenommen ha-

ben soll, wie von ihm behauptet (Urk. 69 S. 5), erscheint dagegen angesichts der 

vollen Erwerbstätigkeit wenig glaubhaft. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, 

dass beide Parteien Hauptbetreuungspersonen sind. 

4.6 Nicht bestritten ist, dass der Gesuchsgegner die administrativen Angelegen-

heiten der Familie geregelt hat und Ansprechperson für die Schulbehörden, Ämter 

etc. war und ist. Ebenfalls nicht substantiiert bestritten ist, dass der Gesuchsgeg-

ner derjenige ist, der den Kindern (bzw. bis anhin E._____) in schulischen Belan-

gen helfen kann und dies in der Vergangenheit auch tat (Prot. I S. 51), auch wenn 

E._____ im Herbst 2020 Nachhilfe in Mathematik nehmen musste (Urk. 61/14). 

Es ist zu begrüssen, dass die Gesuchstellerin einen Deutschkurs besucht (Urk. 

63/20). Dies ändert jedoch nichts an der Einschätzung der Vorinstanz, wonach 

nach den gesamten Umständen der Gesuchsgegner besser Gewähr dafür bietet, 

dass er die Kinder in schulischen Angelegenheiten unterstützt.  

- 18 - 

4.7  Die Gesuchstellerin macht in der Berufungsschrift geltend, der Gesuchsgeg-

ner solle weiterhin im Schichtbetrieb arbeiten, um den Unterhalt der Familie zu si-

chern. Mit dem angefochtenen Entscheid werde die Familie ohne Grund finanziell 

weiter belastet, indem sich das sichere Einkommen des Gesuchsgegners reduzie-

re und unnötig teure Betreuungskosten entstehen würden (Urk. 59 S. 10). In ihrer 

Stellungnahme zur Kündigung trägt die Gesuchstellerin vor, es handle sich um ei-

nen selbst verschuldeten Verlust der Arbeitsstelle, weshalb dieser nicht zu be-

rücksichtigen sei (Urk. 94 S. 2).  

F._____ besucht seit rund einem Jahr den Kindergarten. Die obligatorische 

Schulpflicht des jüngsten Kindes verpflichtet die Gesuchstellerin ohnehin, zumin-

dest 50 % zu arbeiten (BGE 144 III 481 E. 4.7.6). Unter dem Aspekt des Kontinui-

tätsprinzips muss sie sich gar behaften lassen, weiterhin zumindest 60 % zu ar-

beiten (vgl. BGE 144 III 481 E. 4.5 und E. 4.7). Selbst bei einer Obhutszuteilung  

an die Gesuchstellerin wäre dieser ein Erwerbseinkommen anzurechnen und es 

würden Fremdbetreuungskosten anfallen. Die Gesuchstellerin argumentiert wie-

derholt mit der unsicheren Joblage. Es sei allgemein bekannt, dass die Raum-

pflegerinnen seit anfangs der Pandemie entweder ihre Stelle verloren hätten oder 

ihr Arbeitspensum reduziert worden sei (Urk. 59 S. 10). Die Gesuchstellerin arbei-

tet seit März 2020 in Kurzarbeit. Der primäre Zweck von Kurzarbeit ist, die Entlas-

sung der Mitarbeitenden zu vermeiden. Gemäss den Lohnabrechnungen des Ar-

beitgebers erhielt die Gesuchstellerin in den Monaten Oktober und November 

2020 die vertraglich vereinbarten 60 % (vgl. Urk. 3/6) und mit dem Dezemberlohn 

zusätzlich den 13. Monatslohn ausbezahlt (Urk. 63/10-63/12). Gemäss Eingabe 

vom 15. Juli 2021 arbeitet die Gesuchstellerin weiterhin Kurzarbeit (Urk. 94 S. 1). 

Die Vorbringen der Gesuchstellerin, dass der Gesuchsgegner leistungsfähiger 

sei, sind kein entscheidendes Kriterium für die Zuteilung.  

5.1 E._____ antwortete auf die Frage der Vorderrichterin nach der künftigen 

Wohnsituation, dass sie es am besten fände, wenn sie und ihr Bruder abwechs-

lungsweise eine Woche bei der Gesuchstellerin und eine Woche beim Gesuchs-

gegner wohnen könnten. Beide Parteien haben sich in der Stellungnahme zur 

Kindesanhörung gegen die alternierende Obhut ausgesprochen. Der Gesuchs-

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=Rihar&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-III-481%3Ade&number_of_ranks=0#page481

- 19 - 

gegner meinte, dass die tatsächliche Umsetzung des Wechselmodells an-

spruchsvoll sei und auch die verschiedenen Voraussetzungen wie Wohnsituation, 

Planbarkeit in Bezug auf die Betreuung gegeben sein müssten (Urk. 25 S. 2). Die 

Gesuchstellerin führte aus, dass "eine gute Interaktion der Eltern" nicht vorliegen 

würde (Urk. 26 S. 2), und meinte damit wohl, dass es an der Kooperationsfähig-

keit fehlen würde. Zu bemerken ist jedoch, dass der Gesuchsgegner in der per-
sönlichen Befragung ausführte, dass er die geteilte Obhut wünsche (Prot. I S. 23). 

In der Anhörung durch eine Delegation der Kammer erklärte E._____, dass ihr 

Wunsch geändert habe, sie bei der Mutter wohnen möchte und sich vorstellen 

könnte, von Freitag bis Sonntag beim Vater zu wohnen (Prot. II S. 10 f.).  

5.2 Die vorinstanzliche Rechtsauffassung, dass die Obhut nur einem Elternteil 

zugesprochen werden kann (Urk. 60 S. 8 f.), ist überholt. Gemäss dem seit 1. Ja-

nuar 2017 in Kraft stehenden Art. 298 Abs. 2ter ZGB prüft das Gericht im Sinne 

des Kindeswohls die Möglichkeit einer alternierenden Obhut, wenn ein Elternteil 

oder das Kind dies verlangt. Beim Entscheid über die Obhut oder die Betreuungs-

anteile ist das Recht des Kindes zu berücksichtigen, regelmässige persönliche 

Beziehungen zu beiden Elternteilen zu pflegen (Art. 298 Abs. 2 bis ZGB). Die al-

ternierende Obhut kommt grundsätzlich nur in Frage, wenn beide Eltern erzie-

hungsfähig sind. Weiter ist dieses Betreuungsmodell nur praktisch umsetzbar, 

wenn die Eltern fähig und bereit sind, in Kinderbelangen miteinander zu kommu-

nizieren und im Hinblick auf die notwendigen organisatorischen Vorkehrungen zu 

kooperieren. Ferner sind beim Entscheid die geografische Situation, namentlich 

die Distanz zwischen den Wohnungen der Eltern, und die Stabilität, welche die 

Weiterführung der bisherigen Regelung für das Kind allenfalls mit sich bringt, zu 

berücksichtigen. Spricht die Abwägung der skizzierten Kriterien im Ergebnis für 

die alternierende Obhut, kann diese auch gegen den Willen eines Elternteils an-

geordnet werden (BGE 142 III 612 E. 4.).  

Weil zum heutigen Zeitpunkt einerseits weder die Parteien noch deren Kinder ei-

ne alternierende Obhut beantragen und andererseits die Parteien immer noch 

gemeinsam in der ehelichen Wohnung leben, was eine Prüfung der geografischen 

Situation verunmöglicht, fehlt es bereits an den äusseren Rahmenbedingungen 

- 20 - 

für eine alternierende Obhut, weshalb die weiteren Voraussetzungen gar nicht zu 

prüfen sind.  

5.3 Wünsche älterer Kinder und Jugendlicher sind nach Massgabe von Art. 133 

Abs. 2 ZGB materiellrechtlich relevant (anstatt vieler: BGE 122 III 401 E 3b). Ge-

stützt auf den Umstand, dass die Parteien seit rund 1 ½ Jahren in einem Ehe-

schutzverfahren stehen, häufig Streitigkeiten austragen und immer noch in der 

gemeinsamen Wohnung leben, ist es offenkundig, dass E._____ zwar in einem 

grossen Loyalitätskonflikt steht, jedoch zu beiden Elternteilen Kontakt pflegen 

möchte. Aufgrund der konkreten Situation können die von E._____ geäusserten 

Wünsche für die materiell-rechtliche Frage der Obhutszuteilung nicht ausschlag-

gebend sein. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird der Kinder-

wunsch nicht vorrangig berücksichtigt (BGE 146 III 203 E. 3.3.3).  

5.4 Das Eheschutzgericht soll für die Dauer des Getrenntlebens die notwendi-

gen Massnahmen erlassen. Der vorinstanzliche Entscheid war mit seiner Ausfäl-

lung vollstreckbar, weshalb grundsätzlich eine Regelung vorliegt. Eine definitive 

und dauerhafte Lösung steht nicht im Vordergrund. Aufgrund der erwähnten Ei-

genheit ist vielmehr erforderlich, dass im Leben der Familie Ruhe einkehren kann 

und die Kinder nicht länger den stetigen Konflikten zwischen den Parteien ausge-

setzt sind. Dem Sachgericht steht bei der Zuteilung der Obhut ein grosses Er-

messen zu. Die angefochtene Regelung ist aufgrund der gegebenen Verhältnisse 

zu treffen. Tatsache ist, dass die Gesuchstellerin bei ihrem Arbeitgeber, Stand 

heute, Spätschicht (ab 16 Uhr bis 20 Uhr bzw. 21 Uhr) arbeitet, wie aus dem Ar-

beitsplan hervorgeht (Urk. 95/1). Es ist daher fraglich, wie die Betreuung für die 

12-jährige Tochter und den 5-jährigen Sohn am Abend erfolgen kann, zumal viele 

Fremdbetreuungsangebote wie Hort, Kita etc. abends geschlossen sind. Die Ge-

suchstellerin machte zwar geltend, dass sie bei ihrem Arbeitgeber ein Gesuch 

stellen werde, um nur Frühdienst zu leisten, und dass eine Drittperson bei ihr 

übernachten werde, wenn sie Spätschicht habe (Urk. 94 S. 1). Dies sind Ab-

sichtserklärungen. Konkrete Anfragen gegenüber dem Arbeitgeber liegen nicht 

vor. Und die Drittperson ging gemäss deren eigenen Erklärung von nur vier bis 

fünf Abenden pro Monat aus (Urk. 63/19). Demgegenüber ist davon auszugehen, 

- 21 - 

dass der Gesuchsgegner, der sich in der Zeit der Freistellung zwar um eine neue 

Arbeitsstelle wird bemühen müssen, mit deren Antritt jedenfalls auf Fremdbetreu-

ungsangebote wie Hort und Mittagstisch wird abstützen können, zumal er wegen 

seiner Erkrankung keine Tätigkeit in Schichtarbeit mehr annehmen kann (vgl. Urk. 

86). Mit anderen Worten spricht das gegenwärtige Arbeitszeitmodell der Gesuch-

stellerin und dessen Konsequenzen für die Betreuungsfähigkeit für eine Bestäti-

gung der Zuteilung durch die Vorinstanz. Auch wenn E._____ als Teenager eine 

gewisse Selbständigkeit nicht abzusprechen ist, so ist der 5-jährige F._____ auf 

eine vollumfängliche Betreuung am Abend angewiesen. Ohnehin zu verneinen ist 

unter dem Aspekt des Kindswohls eine Trennung der Geschwister. Wenn es da-

bei bleibt, dass die Obhut über die Kinder dem Gesuchsgegner zuzuteilen ist, 

dann nicht deshalb, weil die Gesuchstellerin per se der weniger geeignetere El-

ternteil wäre, um das Kindswohl zu wahren. Wie unter Erw. 4.4 ausgeführt, sind 

beim Gesuchsgegner zumindest leise Zweifel betreffend seine Bindungstoleranz 

angebracht.  

5.5 Zusammenfassend ist die Obhutszuteilung an den Gesuchsgegner zu bestä-

tigen.  

6. Bei diesem Ergebnis ist auch Dispositiv-Ziffer 3 betreffend das Betreuungs-

recht der Gesuchstellerin grundsätzlich zu bestätigen, wobei es im Kindswohl er-

scheint, die Betreuungsregelung um den zweiten Doppelfeiertag Neujahr sowie 

um eine vierte Ferienwoche zu ergänzen. Selbstredend können die Parteien nach 

Gelegenheit und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller zusätzliche Kontak-

te mit der Gesuchstellerin vereinbaren.  

7. Kinderunterhalt 

7.1 Einkommen und Bedarf Kinder 

E._____ ist inzwischen zwölf Jahre alt. Ihre Kinderzulage beläuft sich daher neu 

auf Fr. 250.–, jene von F._____ nach wie vor auf Fr. 200.– pro Monat (vgl. Urk. 60  

S. 18).  

- 22 - 

Die Vorinstanz setzte den Bedarf für E._____ auf Fr. 2'044.–, davon Fr. 1'000.– 

für die Fremdbetreuung, und für F._____ auf Fr. 1'367.–, davon Fr. 530.– für die 

Fremdbetreuung fest (Urk. 60 S. 19). Die Gesuchstellerin erachtet die Fremdbe-

treuungskosten für nicht erforderlich, da sie die Kinder persönlich betreuen könne 

(Urk. 59 S. 12). Da es bei der vorinstanzlichen Obhutszuteilung bleibt, sind die 

Fremdbetreuungskosten im Grundsatz zu bestätigen. Substantiierte Rügen gegen 

deren Höhe werden nicht vorgebracht. Allerdings ist der Gesuchsgegner bis Ende 

Oktober 2021 freigestellt, weshalb er die Kinder bis dahin persönlich betreuen 

kann. Die Fremdbetreuungskosten sind daher erst ab November 2021 anzurech-

nen.  

Für E._____ beläuft sich der Bedarf bis Ende Oktober 2021 auf Fr. 1'044.–, für 

F._____ auf Fr. 837.–; ab November 2021 ist der Bedarf gemäss Vorinstanz mit 

 Fr. 2'044.– und Fr. 1'367.– zu bestätigen.  

7.2 Bedarf Gesuchstellerin 

Die Gesuchstellerin macht für sich einen Bedarf von Fr. 2'842.– geltend (Urk. 59 

S. 13). Sie rechnet dabei mit Wohnkosten von Fr. 822.–, jedoch unter der Prämis-

se eines Wohnkostenanteils der Kinder. Da dies nicht der Fall ist, ist der Bedarf 

gemäss Vorinstanz in der Höhe von Fr. 3'280.– zu bestätigen (Urk. 60  

S. 22 f.).  

7.3 Bedarf Gesuchsgegner 

Der Bedarf des Gesuchsgegners im Betrag von Fr. 3'347.– (Urk. 60 S. 25) ist 

ebenfalls zu bestätigen.  

 

7.4 Einkommen Gesuchstellerin 

Die Vorinstanz rechnete der Gesuchstellerin ein hypothetisches Einkommen von 

Fr. 4'000.– an. Sie stellte dabei auf die Lohnabrechnungen von August 2019 bis 

Oktober 2019 ab und ermittelte ein Durchschnittsgehalt von Fr. 3'303.–. Die ein-

gereichten Lohnabrechnungen der Monate April 2020 bis Juni 2020 erachtete sie 

wegen der Corona-Pandemie nicht als aussagekräftig. Zum Betrag von  

- 23 - 

Fr. 3'303.– zählte die Vorinstanz den Anteil 13. Monatslohn sowie einen Bonusan-

teil von jährlich Fr. 1'000.– hinzu und veranschlagte das massgebliche monatliche 

Nettoeinkommen auf Fr. 3'600.–. Ausgehend von diesem Betrag setzte sie das 

Einkommen für eine 100 %-Tätigkeit ermessensweise auf Fr. 4'000.– fest (Urk. 60 

S. 20 ff.).  

Die Gesuchstellerin hält diesen Betrag für willkürlich und unrealistisch, der aktuel-

le Arbeitsmarkt sei nicht gewürdigt worden. Sie macht geltend, dass ihr der Arzt 

wegen chronischen Atemwegserkrankungen aufgrund der Pandemie empfohlen 

habe, nicht mehr als 60 % zu arbeiten (Urk. 59 S. 14 f.). Das Arztzeugnis datiert 

von September 2020 und der Arzt attestierte der Gesuchstellerin, dass sie "zurzeit 

nicht in der Lage" sei, ein Arbeitspensum von mehr als 60 % zu leisten (Urk. 

63/16). In der Zwischenzeit hatten impfwillige Erwachsene die Möglichkeit, sich 

gegen Corona zu impfen. Ein aktuelles Zeugnis reichte die Gesuchstellerin nicht 

ein. Es ist daher davon auszugehen, dass sie heute in der Lage ist, grundsätzlich 

wieder mehr zu arbeiten, wie sie das auch vor Ausbruch der Pandemie getan hat. 

Zu bedenken ist allerdings, dass ihr Arbeitgeber, der G._____, weiterhin unter den 

Auswirkungen der Pandemie zu leiden hat und sich die weitere Entwicklung des 

Fluggeschäfts, und mitunter auch die Tätigkeit der Gesuchstellerin, kaum voraus-

sehen lässt. Ermessensweise erscheint es daher billig, der Gesuchstellerin bis 

Oktober 2021 ein 60 %-Pensum, ab November 2021 bis März 2022 ein 80 %-

Pensum und ab April 2022 ein 100 %-Pensum anzurechnen. Stellt man auf die 

Lohnabrechnungen für Oktober und November 2020 mit einem Nettolohn von Fr. 

2'201.– ab, sind der Gesuchstellerin unter Einrechnung des 13. Monatslohnes bis 

Oktober 2021 Fr. 2'400.– netto, ab November 2021 Fr. 3'200.– netto und ab April 

2022 von Fr. 4'000.– netto anzurechnen.  

 

7.5 Leistungsfähigkeit Gesuchstellerin 

Bei einem Bedarf von Fr. 3'280.– ist die Gesuchstellerin bis März 2022 nicht leis-

tungsfähig. Ab April 2022 resultiert ein Überschuss von Fr. 720.– und es ist der 

Unterhaltsbeitrag von je Fr. 360.– pro Kind gemäss angefochtenem Urteil zu be-

stätigen.  

- 24 - 

Dispositiv-Ziffer 4 ist daher aufzuheben und entsprechend neu abzufassen. Das-

selbe gilt für den Fehlbetrag betreffend Kinderunterhalt.  

8. Einkommen Gesuchsgegner  

8.1 Die Vorinstanz veranschlagte das Einkommen des Gesuchsgegners auf  

Fr. 5'000.–, inklusive 13. Monatslohn und Bonusanteil. Als Basis stellte sie auf 

den Bruttolohn ohne Schichtzulagen von Fr. 5'520.– brutto ab, der einem Netto-

lohn von Fr. 4'400.– entspricht (Urk. 60 S. 24). Die Gesuchstellerin hält dafür, es 

seien dem Gesuchsgegner Fr. 6'176.– anzurechnen (Urk. 59 S. 15). Sie verkennt 

dabei, dass der Brutto- und nicht der Nettolohn Fr. 5'520.– beträgt (Urk. 3/9, 

3/10). Die Rüge der Gesuchstellerin ist deshalb unbegründet.  

8.2 Der Gesuchsgegner macht im Zusammenhang mit dem Stellenverlust gel-

tend, dass sein Einkommen ab August 2021 bis Oktober 2021 maximal 

Fr. 4'500.– betragen werde (Fr. 5'000.– abzüglich wegfallende Schichtpauschale 

von Fr. 520.–; Urk. 88 S. 2). Der Gesuchsgegner übersieht, dass die Vorinstanz 

bei ihrer Berechnung die Schichtzulagen bereits ausser Acht liess. Wie erwähnt, 

beträgt der Monatslohn ohne die Schichtzulagen Fr. 5'520.– brutto (vgl. Urk. 3/9, 

3/10, 3/11). Die Vorinstanz hat die Schichtzulagen gar nicht erst eingerechnet, 

weshalb es im Rahmen des Summarverfahrens beim Einkommen von Fr. 5'000.– 

bleibt.  

9. Dispositiv-Ziffer 6: Angaben gemäss Art. 301a lit. a und b ZPO 

Die finanziellen Verhältnisse der Parteien sind dem neu zu fällenden Entscheid 

anzupassen. Die Bestimmung von Art. 301a ZPO verlangt nicht zwingend, dass 

die Angaben zum Bedarf im Dispositiv festgehalten werden. Von der Wiedergabe 

der Bedarfszahlen (vgl. Dispositiv-Ziffer 6 des vorinstanzlichen Urteils) im Urteils-

dispositiv kann daher abgesehen werden.   

 

 

  

- 25 - 

10. Wohnungszuteilung 

Bei diesem Ergebnis ist auch die Wohnungszuteilung an den Gesuchsgegner zu 

bestätigen. Soweit die Gesuchstellerin geltend macht, dass sie keine neue Woh-

nung wird finden können (Urk. 59 S. 15), ist der Gesuchsgegner an die eheliche 

Solidarität zu erinnern, die ihn verpflichtet, die Gesuchstellerin bei der Wohnungs-

suche bestmöglich zu unterstützen. Die Gesuchstellerin ist zu verpflichten, die 

eheliche Wohnung bis spätestens Ende Oktober 2021 zu verlassen. 

11. Kosten- und Entschädigungsfolgen  

Die Höhe der erstinstanzlichen Entscheidgebühr (Dispositiv-Ziffer 9) wurde von 

keiner Partei angefochten und ist zu bestätigen. 

Die Kosten- und Entschädigungsfolgen sind ebenfalls zu bestätigen (Dispositiv-

Ziffern 10 und 11); die Anpassung der Unterhaltsbeiträge durch die erkennende 

Kammer vermag eine andere Verteilung der Prozesskosten im Sinne von Art. 318 

Abs. 3 ZPO nicht zu rechtfertigen. Die Gesuchstellerin ficht die Parteientschädi-

gung ohnehin für den Fall an, dass die Berufungsinstanz den Entscheid revidiere 

(Urk. 59 S. 9), was in der Hauptsache betreffend Obhutszuteilung nicht zutrifft. 

III. 

1. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens sind auf Fr. 3'500.– festzule-

gen (§ 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b, § 12 Abs. 1 und 2 GebV). Die volle Parteient-

schädigung ist auf Fr. 3'200.– zuzüglich 7.7 % MwSt. festzulegen (vgl. § 5 Abs. 1, 

§ 6 Abs. 1 und 3, § 11 Abs. 1-3 und § 13 Abs. 1 und 2 AnwGebV). 

2. Sofern beide Parteien unter dem Aspekt des Kindesinteresses gute Gründe 

für ihre jeweiligen Anträge haben, sind die Prozesskosten in den nicht vermö-

gensrechtlichen Kinderbelangen den Parteien praxisgemäss je zur Hälfte aufzuer-

legen. Dies trifft vorliegend für die Berufung der Gesuchstellerin betreffend Ob-

hut/Besuchsrecht zu. Dagegen unterliegt die Gesuchstellerin mit ihrem Antrag 

zum Kindesunterhalt und zur Wohnungszuteilung. Insgesamt rechtfertigt es sich, 

die Kosten der Gesuchstellerin zu drei Vierteln und dem Gesuchsgegner zu ei-

- 26 - 

nem Viertel aufzuerlegen. Folglich ist die Gesuchstellerin zu verpflichten, dem 

Gesuchsgegner eine auf die Hälfte reduzierte Parteientschädigung zuzüglich 

Mehrwertsteuer zu bezahlen. 

3. Die Vorinstanz gewährte beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege 

(Urk. 60 S. 38). Im Berufungsverfahren erneuern sie ihre Gesuche bzw. stellt der 

Gesuchsgegner vorab ein Gesuch für einen Prozesskostenbeitrag (Urk. 59 S. 4, 

Urk. 69 S. 2).   

3.1 Ein Prozesskostenvorschuss bzw. -beitrag ist unter denselben Voraus-

setzungen wie die dazu subsidiäre unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 

Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, 

wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechtsbegehren 

nicht aussichtslos erscheint (lit. b). Als bedürftig gilt, wer für die Kosten eines Pro-

zesses nicht aufkommen kann, ohne die Mittel anzugreifen, derer er zur Deckung 

des notwendigen Lebensunterhalts für sich und seine Familie bedarf. 

3.2 Wie die Vorinstanz erwogen hat, ist es offensichtlich, dass sowohl die Ge-

suchstellerin wie der Gesuchsgegner finanziell nicht in der Lage sind, für Ge-

richts- und Anwaltskosten aufzukommen (Urk. 60 S. 36 f.) Nach dem unter Erw. II 

Ausgeführten hat die Gesuchstellerin als prozessual mittellos und in Bezug auf 

den gegnerischen Prozesskostenbeitrag als nicht leistungsfähig zu gelten. Der 

Antrag ist daher abzuweisen.  

3.3 Da auch die übrigen Voraussetzungen von Art. 117 ZPO erfüllt sind, ist bei-

den Parteien die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und in der Person ihrer 

Rechtsvertretung je eine unentgeltliche Rechtsbeiständin bzw. ein unentgeltlicher 

Rechtsbeistand zu bestellen. 

3.4 Entsprechend sind die Kostenanteile einstweilen auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. Die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten. 

3.5 Da die hälftige Parteientschädigung voraussichtlich uneinbringlich ist, ist der 

unentgeltliche Rechtsbeistand des Gesuchsgegners diesbezüglich vom Kanton 

angemessen zu entschädigen (Art. 122 Abs. 2 ZPO). Der Anspruch des Ge-

- 27 - 

suchsgegners auf Parteientschädigung geht mit der Zahlung der Entschädigung 

an den Kanton über (Art. 122 Abs. 2 ZPO).  

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird vorgemerkt, dass das Urteil des Einzelgerichts im summarischen 

Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 14. September 2020 betreffend die 

Dispositiv-Ziffern 1, 5 und 8 in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Der Gesuchstellerin wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt und Rechtsanwältin X._____ als unentgeltliche 

Rechtsvertreterin bestellt.  

3. Dem Gesuchsgegner wird für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt und Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ als unentgeltlicher 

Rechtsvertreter bestellt.  

4. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Er-

kenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Die Obhut über die Kinder E._____, geboren am tt.mm.2009, und F._____, 

geboren am tt.mm.2016, wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Ge-

suchsgegner zugeteilt. 

2. Die Gesuchstellerin wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Kinder 

E._____, geboren am tt.mm.2009, und F._____, geboren am 

tt.mm.2016, wie folgt auf eigene Kosten zu betreuen: 

- am ersten und dritten Wochenende jedes Monats jeweils ab Freitag- 

        abend, 19:00 Uhr, bis Sonntagabend, 19:00 Uhr,  

- jeweils am zweiten Tag der Doppelfeiertage Weihnachten und Neujahr, 

- in geraden Jahren an Ostern, in ungeraden Jahren an Pfingsten, 

-  während vier Wochen Schulferien pro Jahr.  

- 28 - 

Das Ferienbesuchsrecht ist mindestens drei Monate im Voraus anzukündi-

gen. 

Ein weitergehendes Besuchsrecht der Gesuchstellerin nach gegenseitiger 

Absprache bleibt vorbehalten. 

3. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner an den Unterhalt 

und die Erziehung der Kinder E._____, geboren am tt.mm.2009, und 

F._____, geboren am tt.mm.2016, wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge zu 

bezahlen hat: 

3.1 ab 1. April 2022 für die weitere Dauer des Getrenntlebens: 

Fr. 360.– an E._____ (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt) 

Fr. 360.– an F._____ (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt) 

 je zuzüglich allfällige von ihr bezogene gesetzliche oder vertragliche 
         Familienzulagen. 
         
3.2 Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositiv-Ziffer 3.1 und Familienzulagen 

sind jeweils auf den Ersten eines Monats im Voraus an den Gesuchsgegner 

zu bezahlen. 

3.3 Für den Zeitraum ab Rechtskraft des Eheschutzurteils bis 31. März 2022 

wird aufgrund fehlender Leistungsfähigkeit der Gesuchstellerin von der Fest-

setzung von Kinderunterhaltsbeiträgen an den Unterhalt und die Erziehung 

von E._____ und F._____ abgesehen. 

3.4 Es wird festgestellt, dass der Barunterhalt der Kinder mit den errechneten 

Unterhaltsbeiträgen nicht gedeckt ist. Zur Deckung des gebührenden Unter-

halts fehlen monatlich die folgenden Beträge: 

 Ab Rechtskraft bis Ende Oktober 2021    E._____ Fr. 794.–  

     F._____ Fr. 637.–   

 Ab November 2021 bis März 2022  E._____ Fr. 1'794.– 

      F._____ Fr. 1'167.– 

- 29 - 

 ab April 2022      E._____ Fr. 1'434.–  

        F._____ Fr. 807.– 

4. Diesem Entscheid liegen folgende finanziellen Verhältnisse der Parteien zu 

Grunde: 

Einkommen netto pro Monat, Familienzulagen separat: 
 
Gesuchstellerin:  ab Rechtskraft bis 31.10.2021   Fr. 2'400.– (60 %) 
 vom 1.11.2021 - 31.03.2022  Fr. 3'200.– (80 %) *  
 ab 01.04.2022   Fr. 4'000.– (100 %) * 
 * hypothetisch 
 
Gesuchsgegner  Fr. 5'000.–  (100 %); ab 1.11.2021 * 
E._____  Fr. 250.– 
F._____  Fr. 200.– 
 
Vermögen 
 
Gesuchstellerin: Fr. 0.– 
Gesuchsgegner: Fr. 0.– 

 E._____: Fr. 0.–  
 F._____: Fr. 0.– 

5. Die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse … in D._____ samt Mobi-

liar und Hausrat wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner 

zur alleinigen Benützung zugewiesen. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, 

die eheliche Wohnung bis spätestens Ende Oktober 2021 zu verlassen. 

6.  Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziffern 9 - 11) 

wird bestätigt.  

7. Das Gesuch des Gesuchsgegners um Zusprechung eines Prozesskosten-

beitrags für das Berufungsverfahren wird abgewiesen.  

8. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'500.– festgesetzt. 

9. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuch-

stellerin zu 3/4 und dem Gesuchsgegner zu 1/4 auferlegt. Die Kostenanteile 

werden zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf 

die Gerichtskasse genommen. Art. 123 ZPO bleibt vorbehalten.   

- 30 - 

10. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner eine auf die Hälf-

te reduzierte Parteientschädigung von Fr. 1'723.20 zu bezahlen. Der unent-

geltliche Rechtsbeistand des Gesuchsgegners, Rechtsanwalt lic. iur. 

Y._____, wird mit Fr. 1'723.20 aus der Gerichtskasse entschädigt. Der An-

spruch des Gesuchsgegners auf Parteientschädigung geht mit Zahlung der 

Entschädigung an den Kanton über. 

11. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an das Migrationsamt, an die Vor- 

instanz sowie an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erstinstanzlichen 

Akten an die Vorinstanz zurück. 

12. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über vorsorgli-
che Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG.  

In der Hauptsache handelt es sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 

Zürich, 8. September 2021 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. S. Notz 
 
 

- 31 - 

versandt am: 
lee 

	Beschluss und Urteil vom 8. September 2021
	Rechtsbegehren: (Urk. 1 S. 2 und Prot. S. 5 f., sinngemäss)
	 E._____, geb. tt.mm.2009
	 F._____, geb. tt.mm.2016
	sei der Gesuchstellerin zuzuweisen.

	Rechtsbegehren des Gesuchsgegners: (Urk. 16, sinngemäss)
	Urteil des Einzelgerichts am Bezirksgericht Bülach  vom 14. September 2020
	1. Den Parteien wird das Getrenntleben bewilligt.
	2. Die Obhut für die Kinder E._____, geboren am tt.mm.2009, und F._____, geboren am tt.mm.2016, wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zugeteilt.
	3. Die Gesuchstellerin ist berechtigt, die Kinder E._____, geboren am  tt.mm.2009, und F._____, geboren am tt.mm.2016, am ersten und dritten Wochenende jedes Monats jeweils ab Freitagabend, 19:00 Uhr, bis Sonntagabend, 19:00 Uhr, sowie in geraden Jahr...
	Das Ferienbesuchsrecht ist mindestens drei Monate im Voraus anzukündigen.
	Ein weitergehendes Besuchsrecht der Gesuchstellerin nach gegenseitiger Absprache bleibt vorbehalten.
	4. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner an den Unterhalt und die Erziehung der Kinder E._____, geboren am tt.mm.2009, und F._____, geboren am tt.mm.2016, wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen:
	für E._____:
	 Fr. 360.–  ab Rechtskraft des Eheschutzurteils                              (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)
	 zuzüglich allfällige von ihr bezogene gesetzliche oder vertragliche Familienzulagen
	für F._____:
	 Fr. 360.–  ab Rechtskraft des Eheschutzurteils                              (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)
	 zuzüglich allfällige von ihr bezogene gesetzliche oder vertragliche Familienzulagen
	Die Unterhaltsbeiträge und Familienzulagen sind jeweils auf den Ersten eines Monats im Voraus an den Gesuchsgegner zu bezahlen, solange die Kinder in dessen Haushalt leben, keine selbstständigen Ansprüche gestützt auf Art. 277 Abs. 2 ZGB gegen die Ges...
	Es wird festgestellt, dass der Barunterhalt der Kinder mit den vereinbarten Unterhaltsbeiträgen nicht gedeckt ist. Für den Barunterhalt von E._____, geboren am tt.mm.2009, fehlt monatlich ein Betrag von Fr. 1'484.(. Für den Barunterhalt von F._____, g...
	Aufgrund des vorläufigen Charakters der Eheschutzmassnahmen werden die Unterhaltsbeiträge nicht indexiert.
	5. Es werden keine ehelichen Unterhaltsbeiträge zugesprochen.
	6. Bei der Festsetzung der Kinderunterhaltsbeiträge wurde von folgenden finanziellen Verhältnissen der Parteien ausgegangen:
	 Gesuchstellerin: Fr. 0.–
	 Gesuchsgegner: Fr. 0.–
	 E._____:  Fr. 0.–
	 F._____: Fr. 0.–

	7. Die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse ... in D._____ samt Mobiliar und Hausrat wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zugewiesen. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, die eheliche Wohnung bis s...
	8. Der Antrag der Gesuchstellerin auf Errichtung einer Beistandschaft wird abgewiesen.
	9. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	10. Die Gerichtskosten werden der Gesuchstellerin auferlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Gesuchstellerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen.
	11. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner eine Parteientschädigung von Fr. 6'156.80 (inklusive 7.7% MwSt.) zu bezahlen. Diese Entschädigung wird dem unentgeltlichen Rechtsvertreter des Gesuchsgegners, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____,...
	12. (Schriftliche Mitteilung)
	13. (Berufung)
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	1. Die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahrens sind auf Fr. 3'500.– festzulegen (§ 5 Abs. 1, § 6 Abs. 2 lit. b, § 12 Abs. 1 und 2 GebV). Die volle Parteientschädigung ist auf Fr. 3'200.– zuzüglich 7.7 % MwSt. festzulegen (vgl. § 5 Abs. 1, § 6 Abs. 1 ...
	3. Die Vorinstanz gewährte beiden Parteien die unentgeltliche Rechtspflege (Urk. 60 S. 38). Im Berufungsverfahren erneuern sie ihre Gesuche bzw. stellt der Gesuchsgegner vorab ein Gesuch für einen Prozesskostenbeitrag (Urk. 59 S. 4, Urk. 69 S. 2).
	3.1 Ein Prozesskostenvorschuss bzw. -beitrag ist unter denselben Voraussetzungen wie die dazu subsidiäre unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Gemäss Art. 117 ZPO hat eine Person Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege, wenn sie nicht über die er...

	1. Es wird vorgemerkt, dass das Urteil des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am Bezirksgericht Bülach vom 14. September 2020 betreffend die Dispositiv-Ziffern 1, 5 und 8 in Rechtskraft erwachsen ist.
	4. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Erkenntnis.
	Es wird erkannt:
	1. Die Obhut über die Kinder E._____, geboren am tt.mm.2009, und F._____, geboren am tt.mm.2016, wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zugeteilt.
	2. Die Gesuchstellerin wird für berechtigt und verpflichtet erklärt, die Kinder E._____, geboren am tt.mm.2009, und F._____, geboren am tt.mm.2016, wie folgt auf eigene Kosten zu betreuen: - am ersten und dritten Wochenende jedes Monats jeweils ab Fre...
	Das Ferienbesuchsrecht ist mindestens drei Monate im Voraus anzukündigen.
	Ein weitergehendes Besuchsrecht der Gesuchstellerin nach gegenseitiger Absprache bleibt vorbehalten.
	3. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner an den Unterhalt und die Erziehung der Kinder E._____, geboren am tt.mm.2009, und F._____, geboren am tt.mm.2016, wie folgt monatliche Unterhaltsbeiträge zu bezahlen hat:
	3.1 ab 1. April 2022 für die weitere Dauer des Getrenntlebens: Fr. 360.– an E._____ (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt) Fr. 360.– an F._____ (davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt)
	3.4 Es wird festgestellt, dass der Barunterhalt der Kinder mit den errechneten Unterhaltsbeiträgen nicht gedeckt ist. Zur Deckung des gebührenden Unterhalts fehlen monatlich die folgenden Beträge:
	Ab Rechtskraft bis Ende Oktober 2021    E._____ Fr. 794.–       F._____ Fr. 637.–
	Ab November 2021 bis März 2022  E._____ Fr. 1'794.–       F._____ Fr. 1'167.–
	ab April 2022       E._____ Fr. 1'434.–           F._____ Fr. 807.–
	4. Diesem Entscheid liegen folgende finanziellen Verhältnisse der Parteien zu Grunde:
	5. Die eheliche Liegenschaft an der C._____-strasse … in D._____ samt Mobiliar und Hausrat wird für die Dauer des Getrenntlebens dem Gesuchsgegner zur alleinigen Benützung zugewiesen. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, die eheliche Wohnung bis spä...
	6.  Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziffern 9 - 11) wird bestätigt.
	7. Das Gesuch des Gesuchsgegners um Zusprechung eines Prozesskostenbeitrags für das Berufungsverfahren wird abgewiesen.
	8. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 3'500.– festgesetzt.
	9. Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden der Gesuchstellerin zu 3/4 und dem Gesuchsgegner zu 1/4 auferlegt. Die Kostenanteile werden zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse genommen....
	10. Die Gesuchstellerin wird verpflichtet, dem Gesuchsgegner eine auf die Hälfte reduzierte Parteientschädigung von Fr. 1'723.20 zu bezahlen. Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Gesuchsgegners, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, wird mit Fr. 1'723.20 a...
	11. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an das Migrationsamt, an die Vor- instanz sowie an die Obergerichtskasse, je gegen Empfangsschein.
	12. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. ...