# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 259436d5-301f-5774-8246-56c38db923d9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.11.2010 D-5969/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5969-2008_2010-11-17.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5969/2008
D-8420/2008/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Richter Daniel Schmid (Vorsitz),
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Gérald Bovier; 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, Geburtsdatum unbekannt,
D-5969/2008,
B._______, Geburtsdatum unbekannt,
D-8420/2008, Kolumbien,
c/o schweizerische Botschaft in Bogota, Kolumbien,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 29. März 2007 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5969/2008
D-8420/2008

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführenden  (A._______,  Personalausweis  Nr. [...]; 
B._______, Personalausweis Nr. [...]) ersuchten mit an die schweizeri-
sche Botschaft  in Bogota gerichteter Eingabe vom 14. Februar 2007 
(Eingang Botschaft: 15. Februar 2007) um Gewährung von Asyl. Im in 
spanischer  Sprache  gehaltenen  und  von  beiden  unterzeichneten 
Schreiben  machen  die  Beschwerdeführenden  im  Wesentlichen  gel-
tend, sie seien aufgrund ihrer sexuellen Orientierung (Homosexualität) 
von Jugendlichen attackiert worden. Sie seien auch von ihren Familien 
diskriminiert worden. Die kolumbianischen Behörden seien via E-Mails 
um Hilfe gebeten worden. Diese hätten aber nicht reagiert. 

Mit Schreiben vom 14. Februar 2007 überwies die schweizerische Bot-
schaft in Bogota das Asylgesuch dem BFM (Eingang BFM: 28. Februar 
2007). Unter anderem merkte sie an, dass im Zusammenhang mit die-
sem Gesuch  den  Beschwerdeführenden  kein  Fragebogen  zugestellt 
worden sei.

B.
Mit Verfügung vom 29. März 2007 wies das BFM das Einreisebewilli -
gungs-  und  Asylgesuch  ab. Im  Wesentlichen  stützte  es  seinen  Ent -
scheid auf eine fehlende, asylrechtlich relevante Gefährdung der Be-
schwerdeführenden hinsichtlich der erwähnten Übergriffe durch private 
Dritte  aufgrund  ihrer  sexuellen  Orientierung  (Vorhandensein  einer 
staatlich  funktionierenden  und  effizienten  Schutzinfrastruktur,  insbe-
sondere Polizeiapparat sowie Rechts- und Justizsystem; keine gesetz-
lichen  Bestimmungen hinsichtlich  eines  Verbots  der  Homosexualität; 
Recht für Homosexuelle, eine Form von registrierter Partnerschaft ein-
zugehen; Zumutbarkeit der persönlichen Anzeigeerstattung bei den ko-
lumbianischen  Behörden  gegen  die  erwähnten  Übergriffe  Dritter;  in-
nerstaatliche  Fluchtalternative).  Im  Übrigen  könne  das  Asylgesuch 
auch gestützt auf Art. 52 Abs. 2  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
(AsylG, SR 142.31)  abgelehnt werden (keine besondere Beziehungs-
nähe zur Schweiz; Zumutbarkeit um Aufnahmebemühungen u.a. in ei-
nem der Nachbarstaaten [Brasilien, Ecuador, Panama und Peru], die 
Vertragsparteien des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-
stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]  als auch des Zusatzproto-
kolls  vom  31.  Januar  1967  seien;  grössere  Bezugsnähe  zu  diesen 
Staaten aus geografischen, sprachlichen und kulturellen Gründen). Vor 

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diesem Hintergrund sei den Beschwerdeführenden die Einreise in die 
Schweiz nicht zu bewilligen und ihr Asylgesuch abzuweisen.

Diese Verfügung wurde den Beschwerdeführenden durch Vermittlung 
der schweizerischen Botschaft in Bogota eröffnet.

C.
Am 11. September 2008 übermittelte die schweizerische Botschaft in 
Bogota  dem  Bundesverwaltungsgericht  (Eingang:  23.  September 
2008)  eine  Kopie  des  Rekurses  der  Beschwerdeführenden  vom 
16. Mai  2007  betreffend  den  negativen  Asylentscheid  vom 29. März 
2007. Im  Überweisungsschreiben  wurde  ferner  ausgeführt,  der  Ent-
scheid des BFM sei seitens der Botschaft am 16. April 2007 versandt  
worden. Der Rekurs sei am 16. Mai 2007 eingetroffen. Im Dossier be-
finde sich lediglich eine Kopie der Beschwerde; leider wisse man nicht 
was mit dem Original passiert sei. Gemäss BFM sei keine Beschwerde 
erfasst worden. 

Die in spanischer Sprache verfasste Eingabe der Beschwerdeführen-
den vom 16. Mai 2007 wurde in der Folge als Beschwerde entgegen-
genommen  und  von  Amtes  wegen  übersetzt;  ebenfalls  wurde  eine 
Übersetzung des schriftlichen Asylgesuchs vom 14. Februar 2007 ver-
anlasst. Auf die Begründung der Beschwerde wird, soweit  entscheid-
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

D.
Am 11. Mai  2010 übermittelte  das BFM dem Bundesverwaltungsge-
richt das Original der Beschwerdeschrift vom 16. Mai 2007 und die da-
mit eingereichten Beweismittel (... [allesamt in Kopie]).

E.
Mit Instruktionsverfügung vom 14. Mai 2010 wurden die Beschwerde-
führenden  unter  Fristansetzung  aufgefordert,  ein  fortbestehendes 
Rechtsschutzinteresse darzutun, da sie bis zu diesem Zeitpunkt weder 
ergänzende  Rechtsschriften  hinsichtlich  des  von ihnen  eingeleiteten 
Beschwerdeverfahrens eingereicht noch sich jemals nach dem Verfah-
rensstand in ihrer Angelegenheit erkundigt hätten. Gleichzeitig wurde 
ihnen  die  Möglichkeit  eingeräumt,  im  Rahmen  einer  allfälligen  Be-
schwerdeergänzung  zwischenzeitliche  für  das  Beschwerdeverfahren 
entscheidwesentliche Vorkommnisse darzulegen. Für den Fall der Un-
terlassung wurde festgehalten,  dass  von einem Wegfall  des Rechts-

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schutzinteresses auszugehen und das Verfahren als  gegenstandslos 
abzuschreiben wäre.

F.
Am 13. Juli 2010 übermittelte die schweizerische Botschaft in Bogota 
dem Bundesverwaltungsgericht die einzig von  A._______ unterzeich-
nete Eingabe vom 22. Juli 2010 (recte: 22. Juni 2010). Nebst Wieder-
holungen  des  festgestellten  Sachverhalts  in  allgemeiner  Form  geht 
aus ihr unter anderem auch hervor, dass er (A._______) nunmehr mit 
einem anderen Lebenspartner (C._______,  Personalausweis Nr. [...]) 
zusammenlebt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. 
Dazu gehören Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz; das 
Bundesverwaltungsgericht entscheidet auf dem Gebiet des Asyls end-
gültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgeset-
zes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Gemäss ständiger Praxis 
erstreckt  sich  sodann  die  Zuständigkeit  der  Beschwerdeinstanz  auf-
grund des engen sachlichen Zusammenhangs auch auf die Verweige-
rung der Einreisebewilligung im Sinne von Art. 20 Abs. 2 AsylG (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2000 Nr. 12).

1.2 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs.  1 
AsylG).

1.3 Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes abge-
fasst. Aus prozessökonomischen Gründen und aufgrund der besonde-
ren Umstände (vgl. oben Sachverhalt Bst. C und D.) wurde die in spa-

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nischer Sprache verfasste Beschwerdeeingabe wie auch die übrigen in 
derselben  Sprache  eingereichten  Rechtsschriften  von  Amtes  wegen 
ins Deutsche übersetzt. Mithin kann ohne weiteres über das vorliegen-
de Verfahren befunden werden. 

1.4 Die Beschwerde ist – abgesehen vom vorgenannten sprachlichen 
Mangel – form- und fristgerecht eingereicht; die Beschwerdeführenden 
sind legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 und 50 
und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.

2.
2.1 Das schriftliche Asylgesuch sowie die Beschwerde wurden jeweils 
von beiden im Rubrum genannten Beschwerdeführenden unterzeich-
net. Aufgrund der inzwischen eingetretenen Sachlage (vgl. Bst. E und 
F hiervor) ist in Bezug auf B._______, Geburtsdatum unbekannt, Ko-
lumbien, von einem Wegfall  des Rechtsschutzinteresses auszugehen 
und die Beschwerde hinsichtlich seiner Person als gegenstandslos ge-
worden abzuschreiben.

2.2 Lediglich der Vollständigkeit halber ist  sodann festzuhalten, dass 
C._______ (siehe oben Bst. F.) von der hier angefochtenen Verfügung 
des BFM vom 29. März 2007 nicht berührt ist und ihm daher im vor lie-
genden Beschwerdeverfahren keine Parteistellung zukommt.

3.
Auf  die  Durchführung  eines  Schriftenwechsels  wird  verzichtet 
(Art. 111a Abs. 1 AsylG).

4.
4.1 In  formeller  Hinsicht  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  gemäss 
Art. 19  AsylG ein  Asylgesuch  im Ausland bei  einer  schweizerischen 
Vertretung gestellt werden kann, welche es mit einem Bericht an das 
Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Die schweizerische Ver-
tretung führt  mit  der asylsuchenden Person in der Regel eine Befra-
gung durch (Art. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 
über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, 
so wird die asylsuchende Person von der Vertretung aufgefordert, ihre 
Asylgründe schriftlich festzuhalten (Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das Bun-
desverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung dieser  Bestimmungen in  ei-
nem Entscheid  vom 27. November  2007 i.S. E-6148/2006 (publiziert 

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unter BVGE 2007/30) erkannt, dass sich die Unmöglichkeit einer Be-
fragung aus organisatorischen oder kapazitätsmässigen Gründen bei 
der jeweiligen Vertretung, aus faktischen Hindernissen im betreffenden 
Land oder aus bei der asylsuchenden Person liegenden persönlichen 
Gründen ergeben kann (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.2 und 5.3). Da die An-
hörung der Sachverhaltserstellung sowie der Gewährung des rechtli-
chen Gehörs dient (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.5), ist die asylsuchende Per-
son bei gegebener Unmöglichkeit einer Anhörung unter Hinweis auf ih-
re Mitwirkungspflicht in einem individualisierten Schreiben mittels kon-
kreter Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein 
standardisiertes Schreiben vermag diesen Anforderungen damit in al-
ler Regel nicht zu genügen (BVGE a.a.O. E. 5.4). Allerdings kann sich 
eine Befragung beziehungsweise eine schriftliche Sachverhaltsabklä-
rung erübrigen, wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereich-
ten Asylgesuchs als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden 
Person ist aber diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die 
Gelegenheit  zu  geben,  sich zu einem abzusehenden negativen Ent-
scheid  zumindest  schriftlich  zu  äussern  (BVGE  a.a.O.  E.  5.7). 
Schliesslich ist  das Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen 
von einer Befragung in der Verfügung über das Asylgesuch zu begrün-
den (BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7).

4.2
4.2.1 Im vorliegenden Fall wurde der Beschwerdeführer weder von der 
schweizerischen  Vertretung  in  Bogotá  zu  seinem  Asylgesuch  vom 
14. Februar 2007 befragt, noch wurde er mittels eines individualisier-
ten Schreibens zur weiteren Konkretisierung seiner Asylgründe aufge-
fordert (vgl. Bst. A hiervor). 

Angesichts der ausführlichen schriftlichen Begründung des Asylgesu-
ches in  der Eingabe des Beschwerdeführers vom 14. Februar  2007, 
aus welcher sich insgesamt alle entscheidrelevanten Informationen in 
Bezug auf  die  Urheber  und Aktualität  der  Verfolgung sowie  die  vom 
Beschwerdeführer  unternommenen  Schritte  zum  Erhalt  innerstaatli-
chen  Schutzes  ergeben,  erscheint  indessen  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt genügend abgeklärt, so dass sich eine Befragung bezie-
hungsweise eine schriftliche Aufforderung zu weiteren Konkretisierun-
gen der  Angaben  erübrigten; insoweit  hat  das  Bundesamt  demnach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  hinsichtlich  der  Sachverhaltsermitt-
lung Genüge getan.

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4.2.2 Nach der oben stehend zitierten Rechtsprechung des Bundes-
verwaltungsgerichts  hätte  das  BFM  indessen  einerseits  dem  Be-
schwerdeführer Gelegenheit geben müssen, sich zum abzusehenden 
negativen  Entscheid  zu  äussern,  und  andererseits  in  der  Verfügung 
vom 29. März 2007 den Verzicht auf eine Befragung begründen müs-
sen. Die Nichtbeachtung dieser Grundsätze stellt eine Verletzung des 
rechtlichen  Gehörs  dar,  welche  angesichts  dessen  formeller  Natur 
grundsätzlich zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung führen wür-
de (vgl. dazu EMARK 2004 Nr. 28 E. 7e S. 184 f.).

4.2.3 Es ist festzuhalten, dass die Schweizerische Asylrekurskommis-
sion (ARK) und seit dem 1. Januar 2007 auch das Bundesverwal tungs-
gericht als deren Nachfolgeorganisation die Praxis des Bundesamtes 
im Zusammenhang mit  der  Frage der  Anhörung  von asylsuchenden 
Personen, welche ihr Asylgesuch bei einer schweizerischen Vertretung 
im Ausland stellten, nie gerügt hat. Mit dem Urteil BVGE 2007/30 vom 
27. November 2007 ist das bisherige Vorgehen des Bundesamtes in-
dessen als nicht rechtskonform zu bezeichnen; die Vorinstanz ist auf-
grund der gesetzlichen Bestimmungen gehalten, das rechtliche Gehör 
zu gewähren. Die Aufhebung eines Entscheides des BFM, vor dessen 
Ausfällung  das Bundesamt  diesem Erfordernis  nicht  nachgekommen 
ist,  erscheint  allerdings  dennoch  nicht  in  jedem Fall  zwingend.  Na-
mentlich  in  Fällen,  in  welchen  das  BFM  den  erstinstanzlichen  Ent-
scheid betreffend die Fragen der Einreisebewilligung und des Asyls vor 
Ergehen des genannten Urteils des Bundesverwaltungsgerichts getrof-
fen hat, kann es angezeigt erscheinen, den Verfahrensmangel zu hei-
len (vgl. dazu EMARK 1999 Nr. 3 E. 3c S. 20 f.), sofern aufgrund der 
Akten davon ausgegangen werden kann, dass der asylsuchenden Per-
son in materieller Hinsicht kein Nachteil erwachsen ist; diese Voraus-
setzung ist gegeben, wenn der entscheidwesentliche Sachverhalt auf-
grund der  schriftlichen Begründung des Asylgesuches und allfälliger 
Beweismittel  als  hinreichend erstellt  zu  erachten ist  und der  asylsu-
chenden Person zumindest auf Beschwerdeebene die Möglichkeit of-
fenstand, sich nochmals einlässlich zu ihren Asylgründen zu äussern.

4.3 Im  vorliegenden  Fall  sind  die  Voraussetzungen  für  eine  Heilung 
der festgestellten Verletzung des rechtlichen Gehörs ohne weiteres er-
füllt; die Verfügung des BFM datiert vom 29. März 2007, mithin einem 
Zeitpunkt vor dem Entscheid BVGE 2007/30, und der rechtserhebliche 
Sachverhalt ist angesichts der Aktenlage – wie in E. 3.2.1 ausgeführt – 
als  erstellt  zu bezeichnen. Ferner  hatte der Beschwerdeführer  nebst 

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der Beschwerdeeingabe im Rahmen einer Beschwerdeergänzung (vgl. 
Bst. D und E hiervor) Gelegenheit, seine Asylgründe erneut ausführ-
lich darzulegen, wobei von der Möglichkeit der Beschwerdeergänzung 
einzig A._______ Gebrauch machte. Bei dieser Sachlage ist von einer 
Kassation der angefochtenen Verfügung abzusehen und in materieller 
Hinsicht zu prüfen, ob das BFM dem Beschwerdeführer zu Recht die 
Einreise  in  die  Schweiz  verwehrt  und  sein  Asylgesuch  abgewiesen 
hat.

5.
5.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Abklä-
rung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, im 
Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land 
auszureisen.

5.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die Möglichkeit  der  Schutzgewäh-
rung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen 
Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur an-
derweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- 
und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. die weiter-
hin zutreffende Praxis der ARK in EMARK 1997 Nr. 15, insbesondere 
S. 131 ff., welcher angesichts bloss redaktioneller Änderungen bei der 
letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes  nach  wie  vor  Gültigkeit  hat). 
Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  ist  dabei 
die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen Personen (vgl. EMARK 1997 
Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft  gemacht wird und ob der 
Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann.

6.
6.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zunächst zum Schluss, dass die Vorinstanz in der angefochtenen Ver-

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fügung zutreffend festgestellt hat, die Beschwerdeführenden respekti-
ve der (verbleibende) Beschwerdeführer hätte in seinem Gesuch keine 
besonders nahen Beziehungen zur Schweiz geltend gemacht. Im Wei-
teren hat das Bundesamt zu Recht erwogen, dass es dem Beschwer-
deführer  zuzumuten sei,  in  einem anderen Land um Asylgewährung 
nachzusuchen (vgl. Art. 52 Abs. 2 AsylG). So sind beispielsweise die 
Nachbarstaaten Brasilien, Ecuador und Peru Vertragsparteien sowohl 
des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 
1951 als auch des betreffenden Zusatzprotokolls vom 31. Januar 1967. 
Diese Länder verfügen über ein eigenes, gesetzlich geregeltes Verfah-
ren zur Anerkennung von Flüchtlingen. Zudem halten sie sich gemäss 
den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  grundsätzlich  an 
das Gebot des Non-Refoulements von Art. 33 FK. Für die praktische 
Möglichkeit  und  die  Zumutbarkeit  der  anderweitigen  Schutzsuche 
spricht  im  Weiteren  die  Möglichkeit  der  visumsfreien  Einreise  nach 
Brasilien, Ecuador und Peru sowie der Umstand, dass jährlich mehrere 
tausend  kolumbianische  Staatsangehörige  in  den  Nachbarländern  – 
namentlich in Ecuador – um Asyl nachsuchen und dort zu einem be-
trächtlichen Teil auch tatsächlich als Flüchtlinge anerkannt werden. In 
Bezug  auf  den  vorliegenden  Fall  ist  sodann  ergänzend  anzufügen, 
dass namentlich Brasilien gemäss öffentlich zugänglichen Quellen be-
züglich  der Gleichbehandlung von Homosexuellen im internationalen 
Vergleich als besonders fortschrittlich gilt. Insgesamt ergeben sich so-
dann keine Anhaltspunkte, die darauf schliessen liessen, es sei dem 
noch  an  der  Beschwerde  festhaltenden  Beschwerdeführer 
(A._______; vgl. auch E. 1.4) praktisch unmöglich oder objektiv unzu-
mutbar, sich in einen der oben erwähnten Nachbarstaat  zu begeben 
(vgl. EMARK 2004 Nr. 20 sowie 1997 Nr. 15, Erw. 2f, S. 132). Dies um-
so  mehr,  als  aus  den  Akten  ersichtlich  ist,  dass  es  sich  beim  Be-
schwerdeführer nicht um eine landesweit bekannte Persönlichkeit han-
delt, die aufgrund seiner besonders exponierten Stellung auch bei ei-
ner  Flucht  ins  nahe  Ausland  allenfalls  befürchten  müsste,  weiterhin 
verfolgt zu werden.

6.2 Festzuhalten ist sodann, dass in Kolumbien – wie die Vorinstanz 
zu Recht festhielt – homosexuelle Handlungen legal sind. Gestützt auf 
vorstehende Erwägungen kann sodann letztlich offen bleiben, ob sich 
der Beschwerdeführer  den geltend gemachten Benachteiligungen in-
folge  seiner  sexuellen  Orientierung (Homosexualität)  allenfalls  durch 
eine innerstaatliche Wohnsitzverlegung entziehen könnte.

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6.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer  aufgrund  der  Akten  namentlich  über  keine Bezie-
hungsnähe zur Schweiz verfügt, hingegen die Möglichkeit der ander-
weitigen Schutzsuche hat. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz 
dem Beschwerdeführer zu Recht die Erteilung der Einreisebewilligung 
verweigert  und das Asylgesuch abgewiesen. Auf die übrigen Vorbrin-
gen in der Beschwerde und der Beschwerdeergänzung braucht daher 
nicht mehr eingegangen zu werden.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art.  106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit sie nicht gegen-
standslos geworden ist (vgl. E. 1.4 hiervor).

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten (Ur-
teil  bezüglich  Abweisung  sowie  Abschreibungsentscheid  infolge  Ge-
genstandslosigkeit  der  Beschwerde)  an sich den Beschwerdeführen-
den  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG);  aus  verwaltungsökonomi-
schen Gründen ist indessen in Anwendung von Art. 6 Bst. b des Re-
glements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor dem Bundesverwaltungsgericht vom (VGKE, SR 173.320.2) auf die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird in Bezug auf  B._______ (D-8420/2008) als ge-
genstandslos geworden abgeschrieben.

2.
Die Beschwerde wird in Bezug auf A._______ (D-5969/2008) abgewie-
sen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Beschwerdeführenden  durch  Vermittlung  der  schweizerischen 
Botschaft in Bogota (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Botschaft  in Bogota (Ref. Nr. ...),  mit  der Bitte 
um Eröffnung  des  Urteils  respektive  Abschreibungsentscheids  an 
die  Beschwerdeführenden  und  um  Zustellung  der  beiliegenden 
Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht (per EDA-
Kurier; in Kopie) 

- das  BFM,  Abteilung  Asylverfahren,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N [...] 
(per Kurier; in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand: 

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