# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f8490106-330f-59a6-b530-701d3f6e91af
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-03-30
**Language:** de
**Title:** Neuanmeldung, Prüfung des Rentenanspruchs nach Eintreten auf das Neuanmeldungsgesuch, Abweisung der Beschwerde
**Docket/Reference:** IV.2018.00885
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00885.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00885
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Grieder-Martens
Gerichtsschreiber Sonderegger
Urteil
vom
30. März 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
Advokatur
Glavas
AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Der 1973 geborene, als Maurer erwerbstätig gewesene
X.___
hatte sich am 2
5.
April 2003 bei der Arbeit (V
ersetzen eines Kunststeins
) ein
Verhebetrauma
am unteren Rücken zugezogen, worauf die Schweizerische Unfallversiche
rungs
an
stalt (SUVA) die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld) erbrachte und diese dann – namentlich gestützt auf ein polydisziplinäres Gutachten des
Y.___
vom 3
1.
Okto
ber 2005 (
Urk.
7/20
/10-35
) -
per 1
2.
Dezember 2005 einstellte. Eine gegen den betreffenden
Einsprache
ent
scheid
(vom 2
4.
März 2006) am
7.
Juni 2006 eingereichte Beschwerde
wurde mit Urteil des Sozialversicherungsg
erichts vom 1
5.
Oktober
2007 abgewiesen (
Proz
.
Nr. UV.2006.00204
, Urk. 7/93/2
).
1.2
Die IV-Stelle der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich verneinte ihrer
seits mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung
vom 1
9.
Oktober 2006 (
Urk.
7/30
) den Anspruch auf eine Rente. Nach gewährter Kostengutsprache fü
r ein Arbeits
training (
Urk.
7/53
) konnte der Versicherte die im Zusammenhang mit der Arbeitsvermittlung getroffene Zielvereinb
arung nicht einhalten (
Urk.
7/57
) und verlangte unter Hinweis auf eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes die
erneute Rentenprüfung (
Urk.
7/61/1
), worauf die IV-
Stelle eine interdiszi
pli
näre Verlaufsbegutachtung im
Y.___
anordnete (Exper
tise vom
9.
Mai 2011;
Urk.
7
/70) und gestützt darauf den Rentenanspruch nach durchgeführtem
Vorbe
scheidverfahren
mit Ve
rfügung vom
4.
Juli 2011 (
Urk.
7/76
) abermals verneinte.
Diesen Entscheid schützte das Sozialversicherungsgericht mit Urteil
vom
1
8.
Septe
mber 2012 (
Urk.
7/93).
1.3
Am
6.
Mai 2015 meldete sich der Versicherte erneut bei der Invaliden
versi
che
rung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/96, 7/9
9). Nachdem er einen Bericht der
Z.___
,
A.___
, vom 1
7.
Juli 2015 eingereicht hatte, in
dem ausgeführt wurde, dass sich sein psychischer Zustand seit Oktober 2014 zunehmend verschlechtert habe und er nun am 2
3.
Juni 2015 zur ersten stationären Behandlung in die Klinik ein
getreten sei (
Urk.
7/106), trat die IV-Stelle auf das neue Leistungsgesuch ein. Sie holte diverse Arztberichte ein und erteilte Kostengutsprache zunächst für ein Belastbarkeits- und danach für
ein Aufbautraining (
Urk.
7/117, 7/118, 7/121
, 7/135, 7/149). Letzteres
wurde nach rund sieben
Monaten per 1
8.
Januar 2017
beendet (
Urk.
7/149, vgl. auch
Urk.
7/168/3,
7/181/31). Danach teilte die IV-Stelle dem Versicherten am
1.
Februar 2017
mit
, dass kein Anspruch auf berufliche Massnahmen best
eh
e und nun die Rentenfrage geprüft werde (
Urk.
7/182). In der Folge
holte
sie weitere Arztberichte
ein
(
Urk.
7/183, 7/185
, 7/187, 7/191)
und
liess den Versicherten
interdisziplinär durch das B.___
begutachten (Expertise vom
2
3
.
Oktober 2017,
Urk.
7/205). Gestützt da
rauf stellte sie mit Vorbescheid vom 2
1.
November 2017
die Abweisung des Ren
tenbegehrens in Aussicht (
Urk.
7/208). Dagegen erhob der Versicherte Einwand und reichte einen
Bericht
der
Z.___
,
C.___
, vom 2
2.
Februar 2018 und einen Bericht
der
Z.___
,
D.___
, vom 1
2.
Februar 2018 ein (
Urk.
7/211, 7/217, 7/218). Die IV-Stelle liess das
B.___
dazu Stellung nehmen (Stellungnahme vom 1
0.
April 2018,
Urk.
7/220)
,
worauf sich die
Z.___
,
D.___
,
mit Berichten vom 1
8.
April
2018 (
Urk.
7/222) und 2
5.
Juni
2018 (
Urk.
7/230) sowie
die
Z.___
,
C.___
,
mit Bericht vom 2
5.
April 2018 (
Urk.
7/223)
nochmals
verlauten liessen. Mit Ver
fügung vom 1
1.
September 2018 verneinte die IV-Stelle schliesslich einen An
spruch auf eine Invalidenrente (
Urk.
2).
2.
Dagegen erhob
X.___
mit Eingabe vom
9.
Oktober 2018
Beschwerde
und beantragte die Rückweisung der Sache zu weiteren (medizinischen) Abklärungen, eventualiter die Gewährung von beruflichen Massnahmen (
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle schloss mit Beschwerdea
ntwort vom 1
4.
November 2018
(Urk. 6)
auf Ab
weisung der Beschwerde, wovon dem Beschwerdeführer
Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
8).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird nach Art. 87 Abs. 3
der Verordnung über die Invalidenversicherung
(
IVV
)
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzungen gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung erfüllt sind. Danach ist im Revisionsgesuch glaubhaft zu machen, dass sich der Grad der Invalidität der versicherten Person in einer für den An
spruch erheblichen Weise geändert hat.
Ergibt die Prüfung durch die Verwaltung, dass
die Vorbringen
der versicherten Person nicht glaubhaft sind, so erledigt sie das Gesuch ohne weitere Abklärungen durch Nichteintreten. Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der ver
si
cherten Person glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades  auch tat
sächlich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi
sionsfall nach Art. 17 Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (
ATSG
)
vorzugehen (BGE 117 V 198 E. 3a, vgl. auch BGE 133 V 108 E. 5.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zunächst noch zu prüfen, ob die fest
ge
stellte Veränderung genügt, um nunmehr eine anspruchsbegründende Invalidi
tät zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a, 109 V 108 E. 2b).
1.2
Versicherungsträger und das Sozialversicherungsgericht haben den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Sie haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver
lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere dürfe
n sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge
ben, warum sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellen (BGE 125 V 351 E. 3a).
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob er für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a).
2.
2.1
Nachdem die Verwaltung auf die Neuanmeldu
ng eingetreten ist und das Leis
tungsbegehren des Beschwerdeführers
einer materiellen Prüfung unterzogen hat, ist zu beurteilen, ob seit der früheren rechtskräftigen Verneinung des Anspruchs auf eine Invalidenrente (
Verfügung vom
4.
Juli 2011
) bis zur neuerlichen Ren
tenableh
nung (Verfügung vom 1
1.
September 2018
) eine erhebliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen stattgefunden hat, welche
den Anspruch auf eine Invalidenr
ente begründet.
Der Beschwerdeführer beantragt im Hauptantrag die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz, da seines Erachtens der rechtserhebliche Sachverhalt, insbe
son
dere die Frage nach der Arbeitsfähigkeit
,
nur ungenügend abgeklärt
sei
. Dieser Antrag steht mithin im Zusammenhang mit dem Rentenanspruch. Soweit
d
er
Be
schwerdeführer
die Gewährung beruflicher Massnahmen b
eantragt, ist festzu
hal
ten
, dass dieser Leistungsanspruch nicht Gegenstand der hier streitigen Ver
fü
gung
vom 1
1.
September 2018 bildet.
Es fehlt somit an einem Anfechtungs
gegenstand und damit an einer Sachurteilsvorausset
zung (BGE 125 V 413 E. 1a; Bundes
ge
richtsurteil
8C_582/2015
vom
8.
Oktober 2015
E. 5.10)
2.2
Die Beschwerdegegnerin hält gestützt auf das Gutachten des
B.___
vom 3
0.
Oktober 2017 dafür, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit als Maurer nicht mehr möglich sei, jedoch in einer leidensangepassten Tätigkeit eine Arbeits
fähigkeit von 90
%
bestehe, woraus nach durchgeführtem Einkommensvergleich ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad res
ultiere (
Urk.
2).
Demgegenüber macht der Beschwerdeführer geltend, das Belastbarkeitstraining habe ergeben, dass bei einer Präsenzzeit von 50
%
lediglich ein Leistungsgrad von durchschnittlich 70
%
bestehe
(
Urk.
1 S. 3)
. Das
B.___
-Gutachten sei nicht be
weis
tauglich.
In somatischer Hinsicht sei zu bemängeln, dass die
B.___
-Gutachter bloss Röntgenbilder hätten erstellen lassen. Ein MRI vom 2
3.
September 2016 habe eine Diskushernie mit Kompression einer Nervenwurzel gezeigt, was von den Gutachtern nicht berücksichtigt worden sei. Ihr
e
Aussage, dass im Bereich der Lendenwirbelsäule
(LWS)
kein relevanter Befund vorliege, erweise sich daher als aktenwidrig (
Urk.
1 S. 4).
Sodann habe
dipl.
Psych.
E.___
überzeugend ausgeführt, dass der Beschwerdeführer an einer chronischen Insomnie mit auftre
tendem Schlafmangelsyndrom aufgrund hypochondrischer Stör
ung und beglei
tendem
Hyperarousa
l
, einer mittelgradigen depressiven Störung, Zwangsge
dan
ken oder
Grübelz
wang
sowie an Tagesschläfrigkeit
mit Einschlafattacken im Sinne von Sekundenschlaf leide. Deshalb sei aus psychiatrischer Sicht eine volle Arbeitsunfähigkeit postuliert worden. Der psychiatrische
B.___
-Gutachter habe die
Beurteilung ohne nachvollziehbare Begründung verworfen. Betreffend die Schla
f
störung fehle ihm auch das notwendige Fachwissen (
Urk.
1 S. 5 f.). Vor diesem Hintergrund könne auf das
B.___
-Gutachten nicht abgestellt werden. Die Vorin
stanz sei zu verpflichten, ein neues polydisziplinäres Gutachten in Auftrag zu geben, wobei der Fachbereich Schlafmedizin explizit mitumfasst sein müsse (
Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
Wie unter E. 2.1 erwähnt, ist zu prüfen, ob seit der Verfügung vom
4.
Juli 2011 eine rechtserhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten ist. Es rechtfertigt sich jedoch zum besseren Verständnis
, auch das
Y.___
-Gutachten
vom 3
1.
Oktober 2005, welches der ursprünglichen Rentenabweisung vom 1
9.
Okto
ber 2006 zu Grund lag, darzu
stell
en.
3.2
Im
Y.___
-Gutachten vom 3
1.
Oktober 2005 (
Urk.
7/20/10-35
) wurden unter dem Titel "Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit" degen
erative LWS-V
er
änderungen mit
Diskusprotrusion
/
Herniation
L4/5 und L5/S1 linksbetont sowie mit bewegungs- und belastungsabhängigem
lumbovertebralem
Beschwerde
syn
drom aufgeführt; "Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigke
it" wurden keine gestellt (Urk. 7/20/32
). In
ihrer gemeinsam erarbeiteten Beurteilung führten die betei
ligten Spezialärzte aus, der Beschwerdeführer lei
de Tag und Nacht unter gleich
bleibenden stechenden Schmerzen im Bereich der LWS. Bei Belastung (wie Bücken oder Heben v
on Lasten) sowie bei raschen Be
wegungen nähmen die Schmerzen zu. Gele
gentlich komme es zu Schmerzaus
strahlungen ins linke oder rechte Bein bis hinab zur g
rossen Zehe. Bei der rheumatologisch-ortho
pädischen Untersuc
hung seien mehrere positive
Waddell
-
Zeichen festgestel
lt worden. Der Gang sowie Zehen-
und Fersenstand seien ungestört möglich. Die Beweglichkeit der LWS für
Reklination
sei
endphasig schmerzhaft einge
schränkt, bei allerdings voller
Entfaltbarkeit
. Es bestehe eine
Druckdo
lenz
der unteren LWS mit Rüttel-
und Klopfschmerzen.
Neurologisch seien keine patho
logischen Befund
e zu ver
zeichnen. In den konventionellen Röntgenauf
nahmen werde das Alignement normal dargest
ellt, ebenso die
Intervertebral
räum
e
und Wirbelkörper. Auf den MRI-
Aufnahmen der LWS von 2004 und 2005 fänden sich ein
Anulusris
s
auf der Höhe L4/5 mit
mediolateraler
Dis
kushernie L4/5 links und möglichem Kontakt zur Nervenwurzel L5 links sowie
ein kleiner
Anulusriss
und
Bandscheiben
pro
trusione
n
auf der Höhe L5/S1 ohne Neurokompression. Für körperli
che Schwer
arbeit (insbesondere auf dem Bau) sei der Beschwerdeführer nicht mehr voll ein
setzbar. Für angepasste lei
chtere Tätigkeiten ohne die Notwen
digkeit zum dau
ernden Heben und Tragen von Lasten über 15 kg sowie ohne die Notwendigkeit zu dauerndem Stehen
an Ort oder ständigem Überkopf
arbeiten bestehe hingegen eine volle Arbeitsfähigkeit. Bei der psychiatrischen
Beurteilung habe -
w
ie schon im Jahr 2003 in der
F.___
- keine psy
chische Störung
erhoben werden können (Urk. 7/20/33-34
).
3.3
Im Gutachten vom
9.
Mai 2011 (
Urk.
7
/70) stellten die Fachärzte des
Y.___
fol
gende „Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit“:
Chronifizierte
belas
tungs
- und bewegungsabhängige
lumbovertebrale
Beschwerden mit/bei beginn
en
der 2-Etagen-Diskopathie L4-S1, MRI-dokumentierter Diskushernie L4/5,
Dis
kuspro
trusion
L5/S1 jedoch ohne
Kompro
mittierung
der Nervenwurzel sowie mit/bei deutlicher subjektiver Schmerzbetonung mit Inkonsistenzen und Dis
krepanzen im Sinne eines dysfunktionale
n Krankheitsverhaltens. Der Lac
tose-Intoleranz (anamnestisch) und dem positiven
Mantoux
-Test - ohne Hinweis auf eine aktive Tuberkulose - wurden ke
ine Auswirkungen auf die Arbeit
s
fähigke
it beigemessen (
S. 31)
. Laut den begutachtenden Spezi
alärzten gab der Versicherte im Vordergrund stehende anhal
tende belastungs- und positions
abhängige tief
lum
bale Rücken
beschwerden an, welche beim Hus
ten und Niesen ins linke Bein bis in die Grosszehe ausstrahlten. Weiter erwähnte er Nackenschmerzen mit
holokranieller
Ausstrahlung bis zu den Augen und mit Ausstrahlungen in beide Sc
hultern. Begleitend zu den Kopf
schmerzen bestehe ein
Schwankschwindel
. In psychischer Hinsicht fühle sich der Versicherte deprimiert, erachte sein Leben als seit dem Unfall „ruiniert“ und beurteile sich selbst als nicht mehr arbeitsfähig
(S.
34)
. Die im Rahmen der interdiszip
linären Begutachtung durchgeführte inter
nistische Untersuchung habe das Bild eines 37-jährigen, normalgewichtigen und a
thletischen Mannes in gutem Allgemein
zustand ergeben. Die klinischen Unter
suchungsbefunde seien altersent
sprechend normal ausgefallen und hätten keine Hinw
eise für eine Links-
oder Rechts
herzinsuffizienz oder für eine Lungener
kran
kung ergeben. Auch im Abdominal- und Neurostatus hätten keine pathologischen Befunde e
rhoben werden können (
S. 20 ff. und S. 34). Aus rheumatologischer Sicht seien als klinisch reproduzierbare Befunde eine geringe
Druckdolenz
L4/5
und L5/S1 interspinal (ohne Rüttelschmerz, ohne
Verschiebeschmerz, ohne
Weic
h
t
eildysbalancen
, ohne Hartspannbildung und
ohne
Triggerpunkte
) zu
verzeich
nen. Sämtliche anderen Untersuchungsbefunde am übrigen Achsenskelett und im Bereich der peripheren Gelenke seien unauffälli
g (S. 26). Es bestünden radio
logisch gut dokumentierte degenerative Veränderungen L5/S1 und L4/5 (mit im MRI dokumentierten
Disk
opathien
, betont L4/5, ohne
Kompromittierung
der Nerven
wurzel), welche eine Belastbarkeitsverminderung für körperlich schwere, wirbelsäulenbelastende Arb
eiten begründeten; für eine wir
belsäulenschonende leichte bis mittelschwere Tätigkeit sei hingegen eine Arbeitsfähigkeit von 100
%
ausgewiesen. Erwä
hnenswert seien multiple Diskre
panzen und Inkonsistenzen. Im Vergleich zum Vorgutachten aus dem Jahre 2005 hätten keine wesentlichen Änderungen der Befunde ausg
emacht werden können (
S. 27 und S. 35). Bei der psychiatrischen Exploration seien keine Einschränkungen der kognitiv-affektiven Flexibilität und auch kei
ne Gedächtnis- oder Konzen
trationsstörungen
oder eine Verlangsamung zu verzeichnen gewesen. Eine psy
chiatrisch bedingte
Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit lasse sich nicht begründen (S.
29 und S. 35). Zusam
menfassend und unter Berücksichtigung aller Befunde sei der Versicherte für die körp
erlich schwere Tätigkeit als Bau
hilfsarbeiter sowie für schwere, wirbelsäulen
belastende Arbeiten dauerhaft nicht mehr arbeitsfähig, h
ingegen bestehe für eine wirbel
säulenschonende leichte bis mittelschwere Tätigkeit aus interdi
sziplinärer Sicht volle Arbeitsfähigkeit (
S. 35 f.). Der Gesundheitszustand habe sich seit dem Jahre 2005 nicht verschlechtert
(S. 27, 35 und 38).
4.
4.1
Im
im
Zuge der Neuanmeldung
vom
6.
Mai 2015
eingereichten Bericht der
Z.___
,
A.___
, vom 1
7.
Juli
2015
wurde eine schwere depressive Episode ohne psychotische
Symptome (F32.3
der ICD-10) diagnostiziert. Der psychische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers habe sich seit Oktober 2014 zun
ehmend verschlechtert. Aufgrund seines Gesundheitszustandes sei er nun am 2
3.
Juni 2015 in die Klinik zur stationären Behandlung eingetreten (
Urk.
7/106)
.
Dem weiteren Bericht der Klinik vom
1.
September 2015 ist zu entnehmen, dass
der Beschwerdeführer unter
schweren Schlafstörungen leidet
. A
ufgrund der Schlafdiagnostik mittels
Embletta
bestünden aber
keine Hinweise für e
in Schlafapnoe-Syndrom
. Die Schlafdiag
nostik mittels
SenseWear
habe gezeigt, das
s die Liegedauer durchschnittlich 9
Stunden 19 Minuten pro Nacht betragen habe. Die effektive Schlafdauer sei bei 7 Stunden 22 Minuten gelegen, was einen Schlafeffizient von 79
%
ergebe. Sub
jektiv sei die Schlafdauer als deutlich geri
nger wahrgenommen worden (
Urk.
7
/183/1+3).
4.2
Im Bericht der
Z.___
,
C.___
, vom 1
3.
November 2015 wurde als Diagnose
unter anderem
eine mittelgradige depres
sive Episode mit schweren Schlafstörungen (F32.1 der ICD-10) festgehalten. Dazu wurde ausgeführt, nach der
im Herbst 2014 gestellten
Diagnose einer
Steatosis
hepa
tis
habe der Beschwerdeführer Ä
ngste, an Leberkrebs zu sterben, entwickelt. Damit einhergehend sei es zu schweren Schlafstörungen gekommen.
Nach einer
vorübergehenden Besserung unter medikamentöser Behandlung seien erneut schwere
Schlafstörungen aufgetreten. Daher sei der Beschwerdeführer freiwillig
in die
Z.___
eingetreten. Unter stationärer Behandlung und durch
Aufklärung in somatischer Hinsicht sei es zu einer Besserung der Symptomatik gekommen
. Zur Zeit liege die Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten bei 20
bis 30
%
(
Urk.
7/118).
4.3
Ab 1
9.
Januar 2016 absolvie
rte der Beschwerdeführer ein
dreimonatiges Belast
barkeitstraining
im G.___
(
Urk.
7/140
/1). Auf dieses folg
t
e ein siebenmonatiges Aufbautraining
im
G.___
im Bereich Montage. Im Schlussbericht vom 2
3.
Janua
r 2017 wurde
ausgeführt, bei stehenden Tätigkeiten habe der Beschwerdeführer einen Leistungsgrad von durchschnittlich 70
%
erzielt, gemessen an seiner Präsenzzeit von 50
%
. Bei sitzender Tätigkeit reduziere sich sein Leistungsgrad um 15
%
(
Urk.
7/168/3).
Der Beschwerdeführer habe zu Beginn des Trainings Mühe mit der Vorstellung be
kundet, dass sein
e
Präsenzzeit in Zukunft gesteigert und seine Leistung gemessen werden sollte. Bis Ende September 2016 habe er mit Schlafstörungen zu kämpfen gehabt. Zur Steigerung seiner Fitness habe ihm sein Hausarzt MTT-Therapie
stunden verordnet. Die zuständige MTT-Therapeutin habe schliesslich da
rüber informiert, dass wegen
Rückenschmerzen kein Kraftaufbau in den Beinen erfol
gen könne. Die vereinbarte Steigerung auf eine konstante Präsenzzeit von sechs Stunden pro Arbeitstag habe nicht realisiert werden können (
Urk.
7/168/3).
4.4
Im Bericht der
Z.___
,
C.___
, vom 27
.
Februar 2017
wurden eine generalisierte Angststörung (F41.1 der ICD-10), eine depressive Episode, aktuell noch leichtgradig (F32.0 der ICD-10)
,
und eine nichtorganische Insomnie (F51 d
er ICD-10) diagnostiziert. Dazu
wurde festge
hal
ten
, die Ängste hätten sich von der eigentlichen Phobie vor einer Leberer
kran
kung gelöst, aber
sie hätten
sich
auf andere somatische sowie soziale Probleme ausgeweitet und nur wenig abgenommen. Geblieben
sei eine mit den Ängsten verbundene Anspannung
,
die dazu führe, dass der Beschwerdeführer weiterhin unter chronischen Ein- und Durchschlafstörungen leide. Die depressive Sympto
matik, die noch leicht ausgeprägt sei, stehe damit nur noch im teilweisen Zusam
menhang. Bezugnehmend auf
das Belastungstraining im
G.___
wurde zur
Arbeits
fähigkeit ausgeführt, es habe sich gezeigt, dass bei einer Präsenz von vier bis fünf Stunden pro Tag eine Leistungsfähigkeit von 60
%
bestehe (
Urk.
7/187).
4.5
Im
B.___
-Gutachten
vom
2
3
.
Oktober 2017 (
Urk.
7/205)
wurden als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein chronisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links,
ein
chronisches
zervikospondylogenes
,
zervikozephales
Schmerzsyndrom sowie eine nichtorganische Insomnie (F51.0 der ICD-10) ge
stellt. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde
n dem chronischen
multilo
kulären
Schmerzsyndrom, den akzentuierten asthenischen Persönlichkeitszügen, der Benzodiazepin-Abhängigkeit,
den erhöhten Lebertransaminasen
und der
sonographisch
bekannten Lebersteatose, der an
a
m
n
estischen Laktoseintoleranz und den rez
i
divierenden
Hämatospermien
beigemessen (S. 3
2 f.
). Gegenüber den Gutachtern gab der Beschwerdeführer an, sei
ne
Ha
u
ptbeschwerden
seien die be
stehenden Rückenschmerzen und die Schlafstörungen. Er sei stets müde. Seit drei Jahren leide er an Ein- und Durchschlafstörungen (S. 11
, 21
, 28
).
Aus inter
nis
tische
r Sicht vermerkten die Gutachter
, dass sich im Labor leicht erhöhte Lebertrans
aminasen fänden. Deswegen sei der Beschwerdeführer
in den vergan
genen Jahren im
H.___
abgeklärt worden. Eine Ursache habe nicht eruiert werden können. Da der Beschwerdeführer diverse Medikamente einnehme, sei am ehesten eine medikamentös-toxische Ursache zu postulieren (S. 14).
In
der
rheumatologischen Beurteilung führten die Gutachter aus, das Röntgenbild der LWS vom 1
8.
August 2017 zeige degenerative Veränderungen vor allem im Segment L4/
5.
Sonstige relevante degenerative Veränderungen seien auf dem konventionellen Röntgen
bild nicht ersichtlich (S. 25
).
Grundsätzlich bestehe im Rahmen einer Flexionshaltung der LWS eine deutlich grössere Belastung auf die
Disci
als in neutraler Oberkörperposition. Da der Beschwerdeführer immer wieder angebe, dass er sich in maximaler Oberkörper
vorneigeposition und entspre
chen
der LWS-Flexion besser fühle, und mithin durch diese Position eine vermehrte Kompression der lumbalen
Disci
durchgeführt werde, sei aus klinischer Sicht eine relevante
Diskopathie
zu verneinen (S. 25). Im Rahmen der Statusprüfung hätten sich wiederholt Inkonsistenzen gezeigt. In
der Langs
itzposition se
i ein max
imaler Abstand
von Fingerspitz zur Fus
ssohle von 10 cm gemessen
worden. Werde dieser Abstand im Stehen geprüft, betrage er 30 cm. Bei der Kraftprüfung der gesamten
Rotatorenmanschettenmuskulatur
gebe der Beschwerdeführer jeweils sofort starke
Lumbalgien an, ohne dass die Wirbelsäule bewegt worden wäre. Gleiches gelte bei der Bewegungsprüfung der Ellbogen- und peripheren Fingergelenke (S. 22 f.). Insgesamt
könne festgestellt werden, dass unter Berücksichtigung der aktuellen konventionellen Röntgenbilder nur diskrete pathologische Befunde objektiviert werden könnten. Zervikal best
eh
e eine monosegmentale Pathologie
. Diese objek
tivierbaren Befunde am Bewegungsapparat seien in keiner Art und Weise geeig
net, die nun seit 14 Jahren anhaltende Schmerzsymptomatik zu erklären. Vom Bestehen der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Behinderungen
sei man nicht überzeugt
. Für eine körperlich leichte bis selten mittelschwere, wechsel
b
elastende berufliche Tätigkeit
bestehe aus rheumatologischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit (S. 26). Unter «Bemerkungen» wurde schliesslich festgehalten, dass der Referent im Nachgang zum Gutachten mit dem Hausarzt persönli
ch habe Kontakt aufnehmen und dadurch
das MRI vom 2
3.
September 2016 habe erhält
lich gemacht werden können.
Darin seien
multisegme
ntale degenerative Verän
derungen
, betont L3-S1 mit einer links par
amedian nach oben umgeschlagenen
Diskushernie L4/5 mit Kompression der deszendierenden Wurzel L5 links sowie eine
foraminale
Bedrängung der Wurzel L4
links beschrieben
worden
(S. 27 f.
;
vgl. auch
Urk.
7/205/38
). Indessen habe aktuell klinisch neurologisch und elek
tro
physiologisch keine
Radikulopathie
oder eine periphere Polyneuropathie festge
stellt werden können
(S. 28).
Aus neurologischer Sicht hielten die Gutachter fest, wegen der Schlafstörungen
sei der Beschwerdeführer mehrfach abgeklärt worden. Verschiedene Behand
lung
s
strategien medikamentös und verhaltenstherapeutisch hätten zu keiner wesentli
chen Besserung geführt. Eine somatische Ursache für die Schlafstörungen bestehe nicht. Somit stehe eine psychologische Ursache im Vordergrund (S. 31). Hin
sicht
lich der Rückenschmerzen wurde ausgeführt, im Rahmen der klinischen neuro
logischen Untersuchung hätten sich keine Hinweise auf ein
radikuläres
Reiz
syn
drom ergeben. Ebenfalls fehlten
Anhaltspunkte für eine klinisch relevante Parese (S. 31).
Aus neurologischer Sicht lasse sich keine Einschränkung
der Arbeits
fähig
keit begründen
(S. 32).
Im psychiatrischen Teil d
es Gutachtens wurde ausgeführt
, der Beschwerdeführer mache einen verschlafenen, müden Eindruck. Die Diagnose
einer nichtorga
ni
schen Insomnie, welche zu einer Übermüdung und einer Energielosigkeit
geführt habe
und einen erheblichen
Valiumkonsum
nach sich ziehe, sei klar zu stellen. Die Schlafstörung sei grundsätzlich behandelbar (S. 17). Trotz Übermüdung könne der Beschwerdeführer d
ie Konzentration in vermindertem
Masse während der ganzen Untersuchungsdauer aufrecht erhalten. Die willentliche Beeinflussung der Müdigkeit sei somit gegeben (S. 20). Des Weiteren sei das Auftreten des Be
schwerdeführers
auffällig, indem er sich kindlich flehentlich und hilflos präsen
tiere. Er scheine die Entscheidungen hinsichtlich seiner Zukunft an die Ärzte, Institutionen und seine Ehefrau abzugeben. Es könne deshalb von asthenischen Persönlichkeitszügen gesprochen werden. Hinweise auf depressive Merkmale oder Befunde im ängstlichen Bereich liessen sich nicht beobachten. Die Diagnose einer depressiven Störung könne aufgrund der gutachterlichen Untersuchung nicht ge
stützt werden. Die Ängste vor einer schweren Lebererkrankung seien nicht mehr nachweisbar. Auch sonst bestünden keine ubiquitären Ängste, die
die Diagnose einer
generalisierte
n
Angst
störung
rechtfertige
n würden
(S. 17 f.)
. Für eine einfache, angepasste Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an die Konzentration bestehe aufgrund der Schlafstörung eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 10
%
(S. 18).
Zusammenfassend wurde festgehalten, aufgrund des Unfallereignisses vom 2
5.
April
2003 bestehe in der angestammten Tätigkeit als Bauhilfsarbeiter eine volle Arbeits
un
fähigkeit. In einer körperlich leichten bis selten mittelschweren Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 90
%
(S. 34 f.).
4.6
Auf den Vorbescheid vom 2
1.
November 2017
hin
nahmen die Ärzte der
Z.___
,
C.___
, mit Bericht vom 2
2.
Februar 2018 Stellung. Im Wesentlichen führten sie aus, die 2015 aufgetretenen Ängste des Beschwerdeführers, an einem malignen Leberkarzinom zu sterben, hätten sich über Monate aufrecht erhalten. Erst nach Aufbau einer tragfähigen therapeu
tischen Beziehung und wiederholten Labor
kontrollen der Leberparameter hä
tten sie sich gebessert. Doch an den
Ängsten selber habe sich
nichts geändert. Sie hätten sich zunehmend auf die anfangs in leichterer Ausprägung bestehende Schlafstörung verschoben. Diese Ängste und die damit verbundene s
tarke An
spannung seien die Haupt
ursache dafür, dass sich in all der Zeit die schwere, invalidisierende Schlafproblematik kaum gebessert habe. Im Weiteren verwiesen
die Ärzte
auf
den Bericht der
Z.___
,
D.___
, wo sich der Beschwerdeführer vom 2
2.
Januar bis
2.
Februar 2018
zur
schlafme
dizinischen
, psychiatrische
n und psychotherapeutischen
Behan
dlung aufgehalten hatte
(
Urk.
7/217). Im entsprechenden Bericht vom 1
2.
Februar 2018
, verfasst von der Psychologin
dipl.
Psych.
E.___
,
wurden eine chronische In
somnie mit auftretende
m
Schlafmangelsyndrom (F F51.01 der ICD-10) aufgrund hypochondrischer Störung und begleitendem
Hyperarousal
(F45.2 der ICD-10), eine mittelgradige
depressive Störung (F32.1 der ICD-10) sei
t drei Jahren be
stehend in engem
Zusammenhang mit der hypochondrischen Störung und einer Angsthysterie (F41.08 der ICD-10), Zwangsgedanken oder
Grübelzwang
(F42.0 der ICD-10) sowie eine Tagesschläfrigkeit
mit Einschlafattacken im Sinne von Sekundenschlaf
diagnostizierte
. Aufgrund dessen wurde eine volle Arbeits
un
fähigkeit attestiert (
Urk.
7/218).
4.7
Die
B.___
-Ärzte erklärten
in der Stellungnahme vom 1
0.
April 2018
dazu,
im Rahmen der Begutachtung habe der Beschwerdeführer ein sehr auffälliges regres
sives und krankheitssuchendes Verhalten gezeigt. Sowohl in der rheumato
lo
gischen als auch in der psychiatrischen Untersuchung habe sich eine deutliche
Inadäquanz
zwischen den geklagten Schmerzen und den objektiven Befunden gezeigt. Die Parallelität in beiden Fachbereichen sei eindrücklich. Die im Bericht der
Z.___
vom 2
2.
Februar 2018 beschriebenen Symptome von
Antriebsmangel, häufigem Weinen, Hoffn
ungslosigkeit und Passivität seien
seinem
regressiven Verhalten zuzuordnen. Dieses sei mit der Diagnose einer asthenischen Persönlichkeit zum Ausdruck gebracht worden. Klinisches Leitbild sei die aus
ge
prägte Müdigkeit infolge von Insomnie
. Hinzuweisen sei sodann auf die seit Be
ginn der Symptomatik bestehende Krankheitsüberzeugung, was sich in einer fort
währenden Verschiebung des Leitsymptoms manifestiere: beginnend mit Rücken
schmerzen, dann verschoben auf die Ängste, durch eine Fettleber zu sterben, und schliesslich nun mit der Schla
fstörung. Ferner werde im Schrei
ben vom 1
2.
Februar 2018 die Diagnose einer hypochondrischen Störung mit begleitendem
Hypera
ro
usal
gestellt. Gleichzeitig werde ein Verdacht auf Wahn geäussert, was überhaupt nicht zusammenpasse. Was den geäusserten Verdacht auf
Microsleep
mit Einschlafattacken anbelange, sei darauf hinzuweisen, dass der Beschwerde
führer Auto fahre. Würde der Verdacht zutreffen, hätte er schon mehrere Unfälle verursacht (
Urk.
7/220).
4.8
Mit Schreiben vom 1
8.
April 2018 ersuchte
dipl.
Psych.
E.___
respektive
die
Z.___
,
D.___
,
die IV-Stelle
, dem Be
schwerdeführer seien
berufli
che
Wiedereingliederungsmassnahmen
zu gewähren
.
Zur Arbeitsfähigkeit erklärte sie, im Rahmen der weiterhin bestehenden ängst
lichen und
depressiven Symptomatik st
eh
e
sie einer schrittweisen Steigerung der Arbeitsfähigkeit mit Unterstützung eines beruflichen Integrationsprogramms positiv gegenüber (
Urk.
7/222).
4.9
Im in Hinblick auf das
Vorbescheidverfahren
verfassten Bericht vom 2
5.
Juni 218 erläuterte
dipl.
Psych.
E.___
ihre im Schrei
ben vom 1
2.
Februar 2018
gestellten Diagnosen
näher. In diesem Zusammenhang wies sie unter anderem darauf hin, dass der Beschwerdeführer kein Auto fahre (S. 2
f.
)
. Ansonsten kritisierte sie den psychiatrischen Teil des
B.___
-Gutachtens (
Urk.
3 =
Urk.
7/230).
5.
5.1
Das der Verfügung vom 2
2.
September 2018 zu Grund
e
liegende
B.___
-Gutachten vom 3
0.
Oktober 2017 wurde in Kenntnis der relevanten medizinischen
Vorakten
und unter Berücksichtigung der subjektiv geklagten Beschwerden abgegeben und umfasst allseitige internistische, rheumatologische, neurologische und psychia
trische Untersuchungen. Es leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusamm
enhänge ein
und
ist
in den Schlussfolgerungen begründet.
Es erfüllt daher
die praxisgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige medizinische Entscheidungsgrundlage (BGE 134 V 231 E. 5.1
, vgl. E. 1.2 hiervor
).
5.2.
Aus dem
B.___
-Gutachten
ergibt sich überzeugend, dass sich der Gesundheits
zu
stand in somatischer Hinsicht nicht wesentlich verändert hat.
Dies gilt insbe
sondere in Bezug auf die geklagten Rückenschmerzen. Soweit der Beschwerde
führer kritisiert
, dass im Gutachten das MRI der LWS vom 2
3.
September 2016 nicht berücksichtigt worden sei (
Urk.
1 S. 4)
,
scheint ein Missverständnis vor
zuliegen. Denn im
Nachgang zur Untersuchung wurde das MRI beigezogen. Es liegt bei den Akten und wird in der gutachterl
ichen Beurteilung besprochen
(Urk.
7/205 S. 27 f.)
. Gemäss MRI-Bericht findet sich eine Kompression der Ner
venwurzel L
5.
Dazu wird im Gutachten
ausgeführt, dass jedoch
klinisch kein
e
radikuläre
Symptomatik bestehe
(
Urk.
7/205 S. 28
u. 31).
Die Kompression wirkt sich daher nicht
weiter aus. Sie müsste sich insbesondere bei maximaler LWS-Flexion
, also in
starker
Vorneigeposition des Oberkörpers,
bemerkbar machen, was aber nicht der Fall ist (
Urk.
7/205 S.
25). Bereits wie früher die
Y.___
-Gut
achter
kommen die
B.___
-Gutachter daher
zum Schluss, dass dem Beschwerde
führer zwar keine körperlich schwere, wohl aber eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit voll zumutbar ist.
5.3
Seit 2014 leidet der Beschwerdeführer unter einer nichtorganischen Insomnie. Insofern hat sich der Gesundheitszustand verschlechtert.
Die
dadurch bedingte
chronische Übermüdung führt zu einer Energielosigkeit und wirkt sich auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Hinsichtlich der Frage, worauf die Schlafstörung genau zurückzuführen ist, gehen die ärztlichen Meinungen auseinander. Dazu ist festzuhalten, dass
eine
psychiatrische Exploration
von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen
kann
. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege
artis
vorgegangen ist (vgl. die Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begut
ach
tung psychischer Störungen, in:
SAeZ
2004 S. 1050 f.). Daher und unter Be
ach
tung der
Divergenz von medizinischem Behandlungs- und Abkl
ärungsauftrag (BGE 124 I 175 E. 4
) kann es nicht angehen, eine medizinische Administrativ- oder Gerichtsexpertise stets dann in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte nachher zu unterschied
lichen Einschätzungen gelangen oder an solchen vorgängig geäusserten abwei
chenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich hingegen, wenn die behandelnden Ärzte objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorbringen, welche im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben und die geeignet sind, zu einer abweichenden Beurteilung zu führen
(
Bundesgerichtsurteile 9C_78/2014 vom 1
8.
März 2014 E. 4, 8C_694/2008 vom
5.
März 2009 E. 5.1). Die Ärzte der
Z.___
,
C.___
, führ
t
en die Schlafstörung auf eine Angststörung zurück, während im Bericht der
Z.___
,
D.___
, die Insomnie mit einer
hypchondrischen
Störung und einem begleit
enden
Hypera
ro
usal
begründet
wurde
(
Urk.
7/217, 7/218
). Diese Einschätzungen waren den
B.___
-Gutachtern b
ekannt un
d wurden im Gutachten
diskutiert (
Urk.
7/205 S.
18). Sie enthalten folglich keine objektiv feststellbare
n
Gesichtspunkte, die im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung unerkannt geblieben
wären. Aufgrund der eigenen Untersuchungsbefunde
befan
den
die
B.___
-Gutachter, dass der Beschwerdeführer trotz Übermüdung
fähig ist,
die Konzentrat
ion aufrecht zu erhalten, und schlossen
auf eine Beeinflussbarkeit der Müdigkeit (
Urk.
7/
205 S.
20). Dafür spricht auch, dass der Beschwerdeführer offenbar gelegentlich Auto fährt. Zwar führte
dipl.
Psych.
E.___
in der Stel
lungnahme vom 2
5.
Juni 2018 aus, der Beschwerdeführer fahre kein Auto, er sei über die Eigenverantwortlichkeit des Führens eines Kraftfahrzeuges aufgeklärt worden (
Urk.
7/230/3). Gegenüber den
B.___
-Gutachtern gab der Beschwerdefü
hrer jedoch an, dass er
das Auto für kurze Strecken von 20 Minuten
benutze
(
Urk.
7/205 S.
16, 7/220).
5.4
Gestützt
auf das
B.___
-Gutachten ist
davon auszugehen, dass aus psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit und damit auch insgesamt
eine solche
von 10
%
besteht.
Der Beschwerdeführer kritisiert das
B.___
-Gutachten unter Berufung auf den Bericht von
dipl.
Psych.
E.___
vom 2
5.
Juni 2018 (
Urk.
1 S. 5 f.). Abgesehen davon, dass sie keine Gesichtspunkte vorbringt, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben wären, ist zu berücksic
htigen, dass sie Psychologin
und nicht Ärztin ist (vgl. Bundesgerichtsurteil 9C_209/2011 vom 2
7.
Mai 2011 E. 3.2 mit Hinweis). Die
von ihr
im Bericht vom 2
5.
Juni 2018 gestellte Diagnose einer mittelgradigen depressiven Störung wird im Übrigen selbst von den behandelnden Ärzten der
Z.___
,
D.___
, nicht geteilt
(
Urk.
7/222).
Soweit der
Beschwerdeführer dem psy
chiatrischen Teilgutachter des
B.___
vorwirft, er verfüge nicht
über
die notwendi
gen Fachkenntnisse für
Schlafstörungen (
Urk.
1 S. 6), ist er darauf hinzuweisen, dass
es
um eine nichtorganische I
nsomnie geht, also um ein
psychisches Ge
schehen.
Es besteht keinerlei Grund zur Annahme, dass der psychiatrische
B.___
-Gutachter nicht über die nötigen Kenntnisse seines Faches verfügen sollte. Der Beschwerdeführ
er begründet seine Behauptung
denn auch nicht näher. Schliess
lich vermag der Beschwerdeführer auch nichts zu
seinen
Gunsten aus dem Um
stand abzuleiten, dass
er
im Aufbautraining
im
G.___
bei einer Präsenzzeit von 50
%
einen Leistungsgrad von durchschnittlich 70
%
erzielt
e
(
Urk.
7
/168/
3). Denn die vom ihm
gezeigte Leistung entspricht, wie sich aus dem
B.___
-Gutachten ergibt, nicht seiner objektiven Leistungsfähigkeit.
5.5
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass in medizinischer Hinsicht das
B.___
-Gut
achten überzeugt. Gestützt darauf ist davon auszugehen, dass der Beschwer
de
führer in einer körperlich leichten bis selten mittelschweren Tätigkeit zu 90
%
arbeitsfähig ist. Von der beantragten Rückweisung an die Vorinstanz ist abzu
sehen.
6.
6.1
G
rundsätzlich
sind
sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen sind (BGE 143 V 418). Da
von kann dort aus Gründen der Verhältnismässigkeit abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeignet ist. Die Frage der Notwendigkeit in diesem Sinne beurteilt sich nach dem konkreten Beweisbedarf (BGE 1
43 V 418 E.
7). Selbst wenn im Falle des Beschwerdeführers
die aus psychiatrischer Sicht attestierte Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Sicht relevant ist, läge
sie nicht höher als 10
%
, da
eine grössere Arbeitsunfähigkeit als die gutachterlich atte
stierte aus einer
Indikatorenprüfung
nicht resultieren kann (Bundesgerichtsurteil 8C_629/2019 vom
8.
November 2019 E. 4.2.4).
Eine solche
kann daher vorliegend unterbleiben, weil so oder anders
, also auch ausgehend von einer Arbeitsfähigkeit von 90
%
,
kein rentenbegründender Invaliditätsgrad resultiert, wie sich aus dem Einkommensvergleich ergibt.
6.2
Im Rahmen
des Einkommensvergleichs stellte die IV-Stelle für die Bestimmung des
Valideneinkommens
unter Hinweis darauf, dass der Beschwerdeführer seit langer Zeit, nämlich seit 2004, nicht mehr als Maurer gearbeitet habe und auch nicht über eine abgeschlossene Ausbildung verfüge, auf die
- damals zum Zeit
punkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung vom 1
1.
September 2018 aktu
ellen -
Tabellenlöhne (LSE
2014
TA1,
Ziff.
41-43,
Männer,
Kompetenzniveau 2) ab
und kam so auf
Fr.
74'350.--
. Das Invalideneinkommen legte sie ebenfalls auf der Basis der Tabellenlöhne (LSE
2014
TA1, Total,
Männer,
Kompetenzniveau 1) fest, wobei sie auf die Vornahme eines leidensbedingten Abzugs verzichtete, da die leidensbedingten Einschränkungen bereits im Belastungsprofil und im Pen
sum berücksichtigt worden seien.
Dies ergab ein Invalideneinkommen von
Fr.
60'709.2
5.
Bei einer Einkommenseinbusse von
Fr.
13'640.75 resultierte ein Invaliditätsgrad von 18
%
(
Urk.
2, 7/206).
Dieses
Vorgehen ist
nicht zu bean
standen
. Der Beschwerdeführer erhebt dagegen denn auch keine Einwendungen.
Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Mark A.
Glavas
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der
angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubSonderegger