# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dd14417c-c952-5673-8ac5-5e992c68391d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-02-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 28.02.2022 RU220014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU220014_2022-02-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RU220014-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichterin lic. iur. A. 

Strähl sowie Gerichtsschreiberin MLaw M. Schnarwiler 

Beschluss vom 28. Februar 2022 

 

in Sachen 

 

A._____, lic. iur.,  
Beschwerdeführerin 

 

betreffend Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des Beklag-
ten im Schlichtungsverfahren B._____ / C._____ 
 
Beschwerde gegen ein Schreiben des Friedensrichteramtes D._____ vom 
21. Januar 2022 (Nr. 2017-04) 
 
  

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Erwägungen: 

1.1 Mit Eingabe vom 21. Februar 2017 machte B._____ (Kläger) gegen seinen 

Vater, C._____ (Beklagter), ein Schlichtungsverfahren betreffend Unterhalt beim 

Friedensrichteramt D._____ (fortan Friedensrichteramt) anhängig (act. 19). Mit 

Verfügung des Einzelgerichtes im summarischen Verfahren des Bezirksgerichtes 

Meilen vom 22. März 2017 wurde dem Beklagten für das Schlichtungsverfahren in 

der Person von Rechtsanwältin lic. iur. A._____ (fortan Beschwerdeführerin) eine 

unentgeltliche Rechtsbeiständin bestellt (act. 11 Blatt 3 ff. = act. 27/4).  

 Nachdem an der Schlichtungsverhandlung vom 20. März 2017 offenbar kei-

ne Einigung hatte erzielt werden können, wurde das Verfahren zwecks Führen 

von Vergleichsgesprächen für rund 4 ½ Jahre informell sistiert (act. 5 = act. 27/7, 

act. 8–9, act. 12, act. 14–15, act. 16 inkl. angehefteter Zettel; vgl. auch act. 24 

S. 3). Am 1. Dezember 2021 erteilte das Friedensrichteramt dem Kläger die Kla-

gebewilligung (act. 4 = act. 27/8). 

1.2 Bereits mit Schreiben vom 9. April 2021 war die Beschwerdeführerin an das 

Friedensrichteramt gelangt und hatte um eine Akontozahlung für ihre bis dahin 

entstandenen Aufwendungen von Fr. 5'282.65 ersucht (act. 11 = act. 27/6; vgl. 

auch act. 13 = act. 27/5). Am 28. April 2021 wurde dieser Betrag vom Friedens-

richteramt bzw. der Gemeinde D._____ beglichen (act. 2; act. 24 S. 5).  

 Mit Schreiben vom 19. Januar 2022 gelangte die Beschwerdeführerin erneut 

an das Friedensrichteramt und stellte für ihre Aufwendungen als unentgeltliche 

Rechtsvertreterin im Schlichtungsverfahren einen Betrag von total Fr. 7'182.80 in 

Rechnung, wovon abzüglich der geleisteten Akontozahlung noch Fr. 1'990.15 zu 

begleichen seien (act. 2 Blatt 3 ff. = act. 27/9a). 

1.3 Mit Schreiben vom 21. Januar 2022 teilte das Friedensrichteramt der Be-

schwerdeführerin mit, da es vor dem Friedensrichteramt zu keiner Einigung ge-

kommen sei, sei nun das Gericht für die Entschädigung zuständig, weshalb ihr die 

Rechnung zurückgesendet werde (act. 2). 

2.1 Gegen diesen abweisenden Bescheid gelangte die Beschwerdeführerin mit 

Beschwerde vom 1. Februar 2022 an die Kammer. Sie verlangt, das Friedensrich-

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teramt sei zu verpflichten, sie für den Restbetrag von Fr. 1'990.15 zu entschädi-

gen (act. 24).  

2.2 Der Eingang der Beschwerde wurde der Beschwerdeführerin angezeigt 

(act. 29). Die Akten des Friedensrichteramtes wurden beigezogen (act. 1–21).  

3.1 Mit Schreiben vom 3. Februar 2022 teilte die Beschwerdeführerin der Kam-

mer mit, das Friedensrichteramt werde den geforderten Betrag begleichen. Die in 

Aussicht gestellte Bezahlung komme einer Anerkennung der Beschwerde gleich. 

Sie beantragt, die Beschwerde sei als gegenstandlos geworden abzuschreiben, 

unter ausgangsgemässer Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen 

(act. 30). 

3.2 Mit Blick auf diese Mitteilung und das Schreiben des Friedensrichteramtes 

vom 1. Februar 2022 (act. 1 = act. 31), demgemäss dieses den geforderten Be-

trag in den nächsten Wochen begleichen werde, womit es den streitigen An-

spruch erfüllt, besteht kein Interesse mehr an der Beurteilung der vorliegenden 

Beschwerde. Das Beschwerdeverfahren ist somit gegenstandslos geworden und 

deshalb abzuschreiben (Art. 242 ZPO). 

4.1 Umständehalber ist auf das Erheben von Kosten für das Beschwerdeverfah-

ren zu verzichten.  

4.2.1 Da es sich bei Verfahren betreffend die unentgeltliche Rechtspflege um Ver-

fahren zwischen den Gesuchstellern und dem Staat handelt (vgl. BGer 

5A_381/2013 vom 19. August 2013, E. 3.2 m.w.H.; BGE 139 III 334, E. 4.2), kann 

der Beschwerdeführerin grundsätzlich zu Lasten des Staates bzw. hier des Frie-

densrichteramtes eine Parteientschädigung zugesprochen werden. Da die Ge-

genstandlosigkeit des vorliegenden Verfahrens durch das Verhalten des Frie-

densrichteramtes verursacht wurde, indem dieses den streitigen Anspruch nun er-

füllt (vgl. auch: KUKO ZPO-SCHMID/JENT-SØRENSEN, 3. Aufl. 2014, Art. 107 N 7 u. 

9), ist dieses zur Leistung einer Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin 

zu verpflichten. 

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4.2.2 Die Beschwerdeführerin verlangt eine Parteientschädigung in der Höhe von 

Fr. 1'000.– (act. 24 S. 5 Ziff. 5). Sie begründet diese mit dem ihr angefallenen 

Zeitaufwand von 240 Minuten zu einem Stundenansatz von Fr. 220.– sowie Spe-

sen von Fr. 14.70 (u. act. 27/12). Die Entschädigung im Zivilprozess richtet sich 

nach den Bestimmungen der Verordnung des Obergerichtes über die Anwaltsge-

bühren vom 8. September 2010 (AnwGebV), welche ein pauschalisiertes Bemes-

sungssystem unter Berücksichtigung der Verantwortung, des notwendigen Zeit-

aufwandes und der Schwierigkeit des Falles vorsieht, und eben gerade nicht eine 

reine Zeitaufwandsentschädigung. Ein solches pauschalisiertes Bemessungssys-

tem ist im Lichte von Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO zulässig und erlaubt es, von einer 

Beurteilung der einzelnen Positionen der eingereichten Honorarrechnung abzu-

sehen, ohne die Begründungspflicht gemäss Art. 29 Abs. 2 BV zu verletzen (BGE 

143 IV 453 E. 2.5.1; BGE 141 I 124 E. 3.2). Erst wenn die Pauschale auf die kon-

kreten Verhältnisse in keiner Weise Rücksicht nimmt und sie in keinem vernünfti-

gen Verhältnis zu dem vom Rechtsvertreter tatsächlich geleisteten Dienst steht, 

erweist sie sich als verfassungswidrig (vgl. BGE 143 IV 453 ff., E. 2.5.1; BGE 141 

I 124 ff., E. 4.3; vgl. auch BGer 5D_163/2019 vom 24. Februar 2020, E. 6.1.). 

4.2.3 Unter Berücksichtigung des Streitwertes von Fr. 1'990.15 und in Anwendung 

von § 4 Abs. 1 i.V.m. § 13 Abs. 1 AnwGebV ergibt sich vorliegend eine einfache 

Gebühr inkl. MwSt. in der Höhe von rund Fr. 500.–, ohne Berücksichtigung der 

Reduktion gemäss § 13 Abs. 2 AnwGebV. Dieser Betrag erscheint vorliegend un-

ter Nachachtung der gennannten Bemessungskriterien als angemessen. Insbe-

sondere sind keine Umstände ersichtlich oder dargelegt, welche eine Erhöhung 

oder Herabsetzung dieser Pauschalgebühr rechtfertigen würden. 

 Ein solcher Grund ergibt sich insbesondere nicht aus dem von der Be-

schwerdeführerin aufgeführten Zeitaufwand, mit welchem sie letztlich eine doppelt 

so hohe Gebühr als jene, welche sich aus der Gebührenverordnung ergibt, ver-

langt. Der von ihr geltend gemachte Zeitaufwand von vier Stunden ist übersetzt. 

So reichte die Beschwerdeführerin der Kammer lediglich eine Beschwerdeschrift 

und ein kurzes Schreiben ein. Die Beschwerdeschrift umfasst das Deckblatt mit 

dem Rubrum, die Rechtsbegehren und 3.5 Seiten Begründung. Indes befasst sich 

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eine Seite der Beschwerdeschrift lediglich mit der Angemessenheit des von der 

Beschwerdeführerin verlangten Honorars, was – wie die Beschwerdeführerin 

selbst erkennt – nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens war. Die entspre-

chenden Ausführungen stellen damit keinen notwendigen Zeitaufwand dar. Damit 

bleiben noch 2.5 Seiten Begründung, auf welchen sich die Beschwerdeführerin 

fast ausschliesslich zum Verfahrensgang vor dem Friedensrichteramt äussert. Da-

für erscheint der geltend gemachte Zeitaufwand von fast drei Stunden ohne weite-

res zu hoch – angemessen erschienen höchstens rund zwei Stunden. Soweit die 

Beschwerdeführerin sodann Aufwendungen für das "Schreiben an Friedensrich-

teramt" und das "Schreiben an BG Meilen" in Rechnung stellt, ist nicht ersichtlich 

und nicht dargetan, inwiefern diese bereits Aufwendung im Zusammenhang mit 

dem vorliegenden Beschwerdeverfahren darstellen und hier zu entschädigen 

sind. Die sodann aufgeführten 20 Minuten für "rechtliche Abklärungen" sind zu-

dem – es sei denn, es läge eine aussergewöhnliche Rechtsfrage vor, was nicht 

geltend gemacht ist – nicht entschädigungspflichtig, erst recht nicht, da die Be-

schwerdeschrift abgesehen von den formellen Voraussetzungen für das Be-

schwerdeverfahren keinerlei rechtliche Ausführungen enthält und bereits damit 

unklar ist, was überhaupt durch die Beschwerdeführerin abzuklären war. 

4.2.4 Mit Blick auf die relevanten Aufwendungen der Beschwerdeführerin im vor-

liegenden Beschwerdeverfahren sowie auf ihre Verantwortung und die Schwierig-

keit des Falles ist eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 500.– ohne weiteres 

angemessen, darin bereits inkludiert sind die geltend gemachten Spesenaufwen-

dungen sowie die Mehrwertsteuer. 

  

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Es wird beschlossen: 

1. Das Verfahren wird abgeschrieben. 

2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 

3. Das Friedensrichteramt D._____ wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin 

für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von 

Fr. 500.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu zahlen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin und an das Friedensrich-

teramt D._____, an das Friedensrichteramt unter Beilage von act. 24 und 

act. 30 sowie unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten, je gegen 

Empfangsschein. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 1'990.15. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

MLaw M. Schnarwiler 
 
 
versandt am: 
 
 

	Beschluss vom 28. Februar 2022
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Das Verfahren wird abgeschrieben.
	2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben.
	3. Das Friedensrichteramt D._____ wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin für das vorliegende Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von Fr. 500.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu zahlen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Beschwerdeführerin und an das Friedensrichteramt D._____, an das Friedensrichteramt unter Beilage von act. 24 und act. 30 sowie unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...