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**Case Identifier:** b98d320d-3733-5616-a759-19260fd09c03
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 21.06.2023 WBE.2022.262
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2022-262_2023-06-21.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

 

WBE.2022.262 / sr / we 
(2022-000658)  

Art. 66 

 

Urteil vom 21. Juni 2023 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Winkler, Vorsitz 

Verwaltungsrichterin Lang 

Verwaltungsrichterin Schöb-Talerico 

Gerichtsschreiberin Ruchti   

 

 
   

Beschwerde-

führer 1.1 

 A._____ 

 

Beschwerde-

führerin 1.2 

 B._____ 

 

gegen 

 

  Regierungsrat des Kantons Aargau, Regierungsgebäude, 5000 Aarau 

handelnd durch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt, 

Rechtsabteilung, Entfelderstrasse 22, 5001 Aarau    

 
   

Beigeladene  Einwohnergemeinde Q._____ 

handelnd durch den Gemeinderat  

 

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Strassenbauprojekt (Stadt T._____, 

Gemeinden S._____ und Q._____ IO; K aaa/K bbb S-Strasse-/Q-Strasse-/ 

R-Strasse; Teilprojekt 4, R-Strasse, Q._____) 

 

- Einwendungsentscheid des Regierungsrats vom 25. Mai 2022  

  (Nr. 2022-000658) 

- Genehmigungsentscheid des Regierungsrats vom 25. Mai 2022 

  (Nr. 2022-000664) 

  

 - 2 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

Das kantonale Strassenbauprojekt Gemeinde Q. IO K aaa R-Strasse, 

Neugestaltung Kantonsstrasse (TP4) des Departements Bau, Verkehr und 

Umwelt (BVU), Abteilung Tiefbau, lag vom 17. August 2020 bis 15. Sep-

tember 2020 auf der Gemeindeverwaltung Q. öffentlich auf. Dagegen er-

hoben A. und B. als Eigentümer der Parzelle Nr. ccc Q. am 11. September 

2020 Einwendung.  

 

An der Sitzung vom 8. Dezember 2020 bewilligte der Grosse Rat den Ver-

pflichtungskredit für das aus vier Teilprojekten bestehende Gesamtprojekt 

T., S. und Q. IO; K aaa/K bbb S-Strasse-/Q-Strasse-/R-Strasse 

(Geschäfts-Nr. aaaaaa). 

 

Am 2. Juni 2021 nahm das BVU, Abteilung Tiefbau, zur Einwendung von 

A. und B. Stellung. 

 

Vom 10. Dezember 2021 bis 10. Januar 2022 wurde eine Projektänderung 

des obgenannten Teilstrassenbauprojekts auf der Gemeindeverwaltung Q. 

öffentlich aufgelegt, welche jedoch nicht die Einwendung von A. und B. 

betraf. 

 

2. 

2.1. 

Der Regierungsrat entschied über die Einwendung von A. und B. an der 

Sitzung vom 25. Mai 2022 wie folgt (RRB Nr. 2022-000658): 

 

1. 
Die Einwendung wird abgewiesen. 
 
2. 
Verfahrenskosten werden keine erhoben. 
 
3. 
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 
 
4. 
Die Staatskanzlei wird beauftragt, den Parteien diesen Einwendungsent-
scheid zusammen mit dem Entscheid über das Projekt zuzustellen. 

 

2.2. 

Gleichentags entschied der Regierungsrat auch über die Genehmigung 

des Strassenbauprojekts (RRB Nr. 2022-000664): 

 

 

 - 3 - 

 

 

 

1. 
1.1 
Die Zusicherungen gemäss der Planskizze im Schreiben des Departe-
ments Bau, Verkehr und Umwelt (Abteilung Tiefbau) vom 28. April 2021 
sind Bestandteil des Projekts. Sie betreffen Folgendes: 
 
Die neue Sockelmauer wird entlang des Gehwegs bis zur geplanten Ein-
fahrt geführt und nicht abgeschrägt. Der Randabschluss der Zufahrt ver-
läuft neu vom Mauerende gerade bis zum Containerplatz. 
 
1.2 
Die Projektänderungen gemäss Stellungnahmen des Departements Bau, 
Verkehr und Umwelt (Abteilung Tiefbau) vom 9. Februar 2022, 1. März 
2022 und 2. März 2022 zu der Projektänderung sind Bestandteil des Pro-
jekts. Sie betreffen Folgendes: 
 
Auf den Fussgängerstreifen mit Fussgängerinsel bei der röm.-kath. Kirche 
Q. gemäss ursprünglichem Projekt vom 20. Juli 2020 wird verzichtet und 
er wird verschoben. 
 
2. 
Das Projekt "Stadt T., Gemeinden S. und Q. IO; K aaa/K bbb S-Strasse-
/Q-Strasse-/R-Strasse; Teilprojekt 4, R-Strasse, Q." wird gutgeheissen. 
 
3. 
Das genehmigte Strassenbauprojekt in der Fassung vom 20. Juli 2020, mit 
Änderungen vom 28. April 2021, 12. November 2021, 1. März 2022, 
2. März 2022 und 18. März 2022 gilt als Enteignungstitel (§ 132 Abs. 1 
lit. b Gesetz über Raumentwicklung und Bauwesen [Baugesetz, BauG]). 
 
4. 
Die Staatskanzlei wird beauftragt, den Parteien diesen Entscheid über das 
Projekt zusammen mit den Einwendungsentscheiden zuzustellen. 

 

B. 

1. 

Gegen die am 2. Juni 2022 versandten und am Folgetag (3. Juni 2022) zu-

gestellten Entscheide des Regierungsrats erhoben A. und B. am 23. Juni 

2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht, mit den Anträgen: 

 

1. 
Der angefochtene Regierungsratsbeschluss Nr. 2022-000658 vom 
25. Mai 2022 betreffend Ausbau der R-Strasse, Teilprojekt 4, Q., sei 
aufzuheben. 
 
2. 
Das Strassenbauprojekt sei nach Massgabe der Einwendungen der Be-
schwerdeführer gemäss Schreiben vom 11. September 2020 und nach 
Massgabe der vorliegenden Beschwerde zu überarbeiten und abzuän-
dern. 
 
3. 
Eventuell sei mit den Beschwerdeführern durch Kanton Aargau und Ge-
meinde Q. Vergleichsverhandlungen aufzunehmen. 
 

 - 4 - 

 

 

 

4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

2. 

Mit Verfügung des instruierenden Verwaltungsrichters vom 6. Juli 2022 

wurde die Einwohnergemeinde Q. zum Verfahren beigeladen. 

 

3. 

Mit Beschwerdeantworten vom 19. August 2022 und 19. September 2022 

beantragten das BVU, Rechtsabteilung, und der Gemeinderat Q. die 

(kostenfällige) Abweisung der Beschwerde. 

 

4. 

Im zweiten Schriftenwechsel (Replik vom 20. Oktober 2022; Duplik vom 

7. November 2022) hielten die Beschwerdeführer und das BVU, Rechts-

abteilung, an ihren Anträgen (in der Sache) fest. In prozessualer Hinsicht 

beantragten die Beschwerdeführer die Sistierung des vorliegenden Verfah-

rens bis zum Ergebnis bzw. Abschluss der kantonalen Vorprüfung eines 

Gestaltungs-/Erschliessungsplans zur Parzelle Nr. eee sowie die Durch-

führung einer Verhandlung mit Augenschein und Parteibefragung. Der Ge-

meinderat Q. verzichtete mit Eingabe vom 11. November 2022 auf eine 

erneute Stellungnahme. 

 

C. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall auf dem Zirkularweg entschieden (§ 7 

des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 6. Dezember 2011 

[SAR 155.200]). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Gemäss § 95 Abs. 4 Satz 3 des Gesetzes über Raumentwicklung und Bau-

wesen vom 19. Januar 1993 (Baugesetz, BauG; SAR 713.100) ist gegen 

Entscheide des Regierungsrats über die Einwendungen und die bereinig-

ten Bauprojekte für Kantonsstrassen die Beschwerde an das Verwaltungs-

gericht zulässig. Das Verwaltungsgericht ist somit für die Beurteilung der 

vorliegenden Beschwerde zuständig. 

 

2. 

2.1. 

Die Beschwerdebefugnis nach § 42 lit. a des Gesetzes über die Verwal-

tungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 (Verwaltungsrechtspflegege-

setz, VRPG; SAR 271.200) ist deckungsgleich mit derjenigen nach Art. 89 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 

 - 5 - 

 

 

 

(Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) (Botschaft des Regierungsrats 

des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 14. Februar 2007 zum Ge-

setz über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG], 07.27., S. 55). Dadurch 

wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die Beschwerde ans Verwal-

tungsgericht im gleichen Umfang gewährleistet sein muss wie die Be-

schwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht 

(vgl. Art. 111 Abs. 1 BGG). Somit gilt es bei der Auslegung von § 42 lit. a 

VRPG die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Beschwerdebefugnis 

nach Art. 89 Abs. 1 BGG zu beachten. 

 

Als Gesamteigentümer der Parzelle Nr. ccc, die unmittelbar an den vom 

hier streitigen Strassenbauprojekt betroffenen Streckenabschnitt der R-

Strasse angrenzt, weisen die Beschwerdeführer zweifellos die nach Art. 89 

Abs. 1 lit. b BGG erforderliche Beziehungsnähe zum Streitgegenstand auf. 

Gemäss konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird diese Bezie-

hungsnähe, die bei "Drittbeschwerden" für die notwendige Abgrenzung zur 

Popularbeschwerde sorgt (vgl. BERNHARD WALDMANN, in: Basler Kommen-

tar Bundesgerichtsgesetz, 3. Auflage, Basel 2018, Art. 89 N 12), bei Bau-

projekten regelmässig dann angenommen, wenn sich die Liegenschaften 

der beschwerdeführenden Nachbarn in einem Umkreis von bis zu rund 

100 m zum Bauprojekt befinden, was hier der Fall ist. Nur bei grösseren 

Entfernungen muss eine Beeinträchtigung (durch Immissionen wie Lärm, 

Staub, Erschütterungen, Licht oder andere Einwirkungen) glaubhaft ge-

macht und gestützt auf eine Gesamtwürdigung der konkreten Verhältnisse 

beurteilt werden (vgl. statt vieler BGE 140 II 214, Erw. 2.3 mit Hinweisen). 

Dabei muss der Beeinträchtigung ein gewisses Gewicht zukommen, um 

eine Betroffenheit zu begründen, die grösser ist als diejenige der Allge-

meinheit (Urteile des Bundesgerichts 1C_547/2019 vom 16. April 2020, 

Erw. 3.2 f. mit weiteren Hinweisen, und 1C_475/2019 vom 29. Januar 

2020, Erw. 3.3.2). 

 

Über die beschriebene räumliche Beziehungsnähe zum Streitgegenstand 

hinaus ist für die Beschwerdelegitimation allerdings zusätzlich ein schutz-

würdiges Interesse an der Aufhebung oder Änderung eines Entscheids im 

Sinne von Art. 89 Abs. 1 lit. c BGG erforderlich. Das schutzwürdige Interes-

se deckt sich zwar weitgehend mit dem Erfordernis des besonderen Be-

rührtseins gemäss Art. 89 Abs. 1 lit. b BGG (durch die erforderliche Bezie-

hungsnähe zum Streitgegenstand bei Drittbeschwerden), wird aber nicht 

immer schon dann anerkannt, wenn jemand mehr als jedermann betroffen 

ist, namentlich dann nicht, wenn er auf anderem Weg zu seinem Recht 

kommen könnte (HANSJÖRG SEILER, in: Bundesgerichtsgesetz [BGG], 

2. Auflage, Bern 2015, Art. 89 N 64). Als schutzwürdig gelten Beschwerden 

nur dann, wenn die verlangte Aufhebung oder Änderung des angefochte-

nen Akts der Wahrung der Interessen des Beschwerdeführers dient. Legi-

timiert ist mit anderen Worten nur, wer die Beschwerde im eigenen Inte-

resse führt. Auf Beschwerden, die im Interesse der Allgemeinheit oder der 

 - 6 - 

 

 

 

richtigen Gesetzesanwendung geführt werden, ist hingegen nicht einzutre-

ten. Das erforderliche, eigene Interesse besteht dabei im praktischen 

Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde dem Beschwerdeführer eintra-

gen würde; dieser kann rechtlicher oder tatsächlicher Natur sein, sei es, 

dass durch den Ausgang des Verfahrens die rechtliche Situation des Be-

schwerdeführers beeinflusst werden kann oder dass sich damit ein wirt-

schaftlicher, ideeller oder materieller Nachteil, den der angefochtene Ent-

scheid für ihn zur Folge hätte, abwenden lässt (WALDMANN, a.a.O., Art. 89 

N 14 ff.). Der vorausgesetzte praktische Nutzen ergibt sich somit, wenn mit 

der Gutheissung der Beschwerde ein materieller oder ideeller Nachteil ab-

gewendet werden kann, den der angefochtene Entscheid, würde er bestä-

tigt, für den Beschwerdeführer mit sich brächte (BGE 141 II 50, Erw. 2.1; 

138 III 537, Erw. 1.2.2; 135 II 172, Erw. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 

1C_392/2020 vom 20. Mai 2021, Erw. 4.2). 

 

2.2. 

Hier fällt auf, dass die Beschwerdeführer überwiegend Nachteile des streit-

gegenständlichen Strassenbauprojekts beklagen, welche nicht sie persön-

lich (als Eigentümer der Parzelle Nr. ccc) betreffen, sondern andere 

Strassenanstösser, insbesondere Gewerbetreibende, die wegen projektbe-

dingter Landabtretungen erhebliche Nutzungseinschränkungen, nament-

lich durch den Verlust von Parkplätzen im Unterabstand zur Kantonsstras-

se erleiden. Die Beschwerdeführer selber müssen hingegen kein Land für 

die Zwecke des Strassenausbaus abtreten, sondern lediglich während der 

Bauphase eine vorübergehende Beanspruchung auf einem kleinen Stück 

Land an der Nordwestecke ihres Grundstücks mit einer Fläche von 6 m2 

erdulden, welches zudem ausserhalb der Lärmschutzwand liegt, die ihr 

Grundstück von der R-Strasse abschirmt (vgl. Situationsplan 1:500 

Landerwerb [Vorakten, act. 27, Projektmappe, Beilage 11] sowie die Luft-

bildaufnahmen auf dem Geoportal des Aargauischen Geographischen In-

formationssystems [AGIS]). Zu den mit diesem vorübergehenden Eingriff 

allenfalls verbundenen Nachteilen äussern sich die Beschwerdeführer je-

doch mit keinem Wort, ebenso wenig wie zu allfälligen Nachteilen, die ihnen 

durch Immissionen jedweder Art auf ihre Liegenschaft entstehen könnten, 

sei es im Rahmen der projektbezogenen Bauarbeiten oder von Einwirkun-

gen, welche die Bauphase überdauern, beispielsweise im Falle einer pro-

jektbedingten Änderung von Verkehrsflüssen oder des Verkehrsaufkom-

mens. Auch im Zusammenhang mit solchen Einwirkungen ist die Lärm-

schutzwand, welche die Liegenschaft der Beschwerdeführer von der R-

Strasse abschirmt, von Relevanz. Nicht zuletzt aufgrund des durch diese 

Wand gebotenen Schall- und Sichtschutzes dürften nämlich die projektier-

ten Strassenbaumassnahmen nicht zu einer erheblichen Zunahme von Im-

missionen auf ihrer Liegenschaft führen. Dergleichen machen sie zumin-

dest nicht geltend.  

 

 - 7 - 

 

 

 

Der einzige von ihnen dargelegte und ihnen durch das Strassenbauprojekt 

persönlich verursachte Nachteil soll sich aus der befürchteten Verschlech-

terung der Erschliessungssituation auf ihrer Parzelle Nr. ccc ergeben. So 

soll die Einmündung der Parzelle Nr. ddd (ZZ-Strasse) in die R-Strasse, 

über welche die Parzelle Nr. ccc gegenwärtig strassenmässig erschlossen 

ist, künftig erschwert sein bzw. später sogar ganz geschlossen werden, 

was dazu führe, dass die Parzelle Nr. ccc stattdessen über die Parzelle 

Nr. eee erschlossen werden müsse. Für eine solche Erschliessung 

scheinen nach den Angaben der Beschwerdeführer auch schon Pläne (im 

Rahmen einer geplanten Überbauung der Parzelle Nr. eee) samt dinglicher 

Absicherung eines Fuss- und Fahrwegrechts zu Gunsten der Parzelle 

Nr. ccc zu bestehen. Die Beschwerdeführer hegen nun aber offenbar 

Zweifel daran, dass für eine entsprechende Überbauung der Parzelle 

Nr. eee eine Baubewilligung erteilt werden kann und die Erschliessung 

ihres Grundstücks über diese Parzelle zustande kommt; sie verlangen dies-

bezüglich Zusicherungen des Gemeinderats Q. und des Kantons (vgl. zum 

Ganzen die Ausführungen auf S. 3 der Beschwerde).  

 

Den Beschwerdeführern ist insoweit entgegenzuhalten, dass ein Zusam-

menhang zwischen den im vorliegenden Verfahren zu beurteilenden Aus-

baumassnahmen an der R-Strasse und einer allfälligen Verschlechterung 

der Erschliessungssituation auf der Parzelle Nr. ccc schlicht nicht 

erkennbar ist. Schon die Vorinstanz wies im angefochtenen Entscheid zu-

treffend darauf hin, dass die Erschliessung der Parzelle Nr. ccc, die inner-

halb eines im kommunalen Bauzonenplan ausgeschiedenen Perimeters 

mit Erschliessungsplanpflicht liegt, eine Gemeindeaufgabe darstellt und 

nicht dem Kanton obliegt; es besteht auch keine Koordinationspflicht zwi-

schen dem Strassenbauprojekt und der kommunalen Erschliessungspla-

nung. Ferner werden die Erschliessungsplanung bzw. die strassenmässige 

Anbindung des Erschliessungsplanpflichtgebiets an das übergeordnete 

Strassennetz durch das streitgegenständliche kantonale Strassenbaupro-

jekt in keiner Weise negativ präjudiziert (angefochtener Entscheid, 

Erw. 3.4 f). Schliesslich fehlen auch jegliche Anhaltspunkte dafür, dass das 

streitgegenständliche Strassenbauprojekt die bereits bestehende Er-

schliessung der Parzelle Nr. ccc über die ZZ-Strasse negativ beeinflussen 

würde. Die (von den Beschwerdeführern kritisierten) Massnahmen des 

Strassenbauprojekts stehen einer derartigen Erschliessung jedenfalls nicht 

entgegen. Es kann weiterhin problemlos von der ZZ-Strasse auf die R-

Strasse ausgefahren und umgekehrt von der R-Strasse in die ZZ-Strasse 

hineingefahren werden. Sollte sich die Erschliessungssituation der Parzelle 

Nr. ccc dereinst durch spätere (kommunale) bauliche oder regulatorische 

Massnahmen verschlechtern, ist dieser Umstand auf jeden Fall nicht auf 

die Ausbaumassnahmen an der R-Strasse zurückzuführen, die für die 

Befahrbarkeit der ZZ-Strasse keine Einschränkungen vorsehen und 

bewirken.  

 

 - 8 - 

 

 

 

Daneben führen die Beschwerdeführer einzig und allein Nachteile des 

streitgegenständlichen Strassenbauprojekts ins Feld, die nicht ihnen per-

sönlich, sondern anderen Strassenanstössern entstehen. Das betrifft die 

von ihnen ohnehin nicht näher spezifizierten Beeinträchtigungen bezüglich 

Grenzverhältnisse, Ausfahrten, Immissionen usw. (Beschwerde, S. 4, 

erster Absatz), den Verlust von seit vielen Jahren bestehenden und be-

triebsnotwendigen Kundenparkplätzen von Geschäftsliegenschaften im 

Umfeld der Einmündung der S-Strasse in die R-Strasse, namentlich 

genannt werden in diesem Zusammenhang die Parzellen Nrn. fff und lll 

(Beschwerde, S. 4, zweiter und dritter Absatz, S. 5, erster und zweiter 

Absatz) wie auch die angebliche Überdimensionierung der Kreuzung R-

Strasse/S-Strasse/ZZ-Strasse samt Vergrösserung des Ein-

mündungsbereichs der S-Strasse in die R-Strasse und Verbreiterung 

derselben mit Landenteignung ab der Parzelle Nr. fff (Beschwerde, S. 5, 

vierter Absatz, S. 6, zweiter und dritter Absatz), für welche Ausbau-

massnahmen die Beschwerdeführer kein eigenes Land ab ihrer Parzelle 

Nr. ccc hergeben müssen. 

 

Weil sich nach dem oben Gesagten durch das streitgegenständliche Stras-

senbauprojekt weder die Erschliessungssituation auf der Parzelle Nr. ccc 

im Eigentum der Beschwerdeführer verschlechtert, noch die Beschwerde-

führer durch die Ausbaumassnahmen an der R-Strasse sonstige von ihnen 

(genügend) aufgezeigte oder ohne weiteres erkennbare Nachteile für sich, 

respektive ihr Grundstück erleiden, ist der praktische Nutzen ihrer Be-

schwerdeführung und damit ihre Beschwerdelegitimation ernsthaft in Frage 

gestellt. Sie persönlich stünden mit oder ohne die von ihnen angefochtenen 

Ausbaumassnahmen – soweit aus den Akten ersichtlich – genau gleich da 

und scheinen sich mit Blick auf die Begründung ihrer Beschwerde vor allem 

für andere Strassenanstösser zu wehren. Auf eine Verbesserung oder 

Nichtverschlechterung ihrer Erschliessungssituation müssten sie dagegen 

im Verfahren der Erschliessungsplanung und/oder im Baubewilligungsver-

fahren betreffend die auf der Nachbarparzelle Nr. eee geplante Überbau-

ung hinwirken. Über die Beschwerdelegitimation der Beschwerdeführer 

braucht jedoch nicht abschliessend entschieden zu werden, weil die Be-

schwerde in der Sache ohnehin unbegründet ist, wie nachfolgend noch zu 

zeigen sein wird. 

 

3. 

Nicht eingetreten werden kann auf die vorliegende Beschwerde auf jeden 

Fall insoweit, als die Beschwerdeführer mit Antrag 2 der Beschwerde eine 

dahingehende Abänderung des Strassenbauprojekts verlangen, dass darin 

die fehlende Erschliessung der Parzellen Nrn. eee, ggg, hhh, iii (richtig 

wohl: jjj) und kkk aufzuzeigen sei. Wie bereits dargelegt (siehe Erw. 2.2), 

bildet die Erschliessung der erwähnten Grundstücke (auf dem Weg der Er-

schliessungsplanung) eine kommunale, nicht eine kantonale Aufgabe. 

Konsequenterweise bildet diese Erschliessung nicht Bestandteil des hier 

 - 9 - 

 

 

 

angefochtenen Strassenbauprojekts, das auch nicht entsprechend erwei-

tert werden darf, und liegt somit klar ausserhalb des Streitgegenstands des 

vorliegenden Verfahrens. Ausserhalb dieses Streitgegenstands liegt auch 

die Forderung der Beschwerdeführer, die ZZ-Strasse (Parzelle Nr. ddd) 

dürfe keine Erschliessungsstrasse für die obgenannten Parzellen werden. 

Die Frage, ob die betreffenden Grundstücke über die ZZ-Strasse oder 

anderweitig zu erschliessen sind, wird im Rahmen der kommunalen 

Erschliessungsplanung und/oder in den Baubewilligungsverfahren 

betreffend die Überbauung der Grundstücke zu klären sein. 

 

4. 

Ebenfalls nicht einzutreten ist auf das Eventualbegehren in Antrag 3 der 

Beschwerde, mit welchem der Kanton und die Gemeinde Q. verpflichtet 

werden sollen, mit den Beschwerdeführern Vergleichsverhandlungen (be-

treffend Anpassung des streitigen Strassenbauprojekts) aufzunehmen. Als 

Rechtsmittelinstanz ist das Verwaltungsgericht lediglich befugt, die ange-

fochtenen Entscheide aufzuheben oder abzuändern, ersteres allenfalls ver-

bunden mit einer Rückweisung der Sache zu neuem Entscheid an die 

Vorinstanz (vgl. § 49 VRPG). Hingegen liegt es ausserhalb seiner Kompe-

tenzen, die Parteien zu Vergleichsverhandlungen verpflichten. Es könnte 

höchstens, wenn es ihm opportun erschiene, selber Vergleichsverhandlun-

gen mit den Parteien führen, falls davon eine Einigung zu erwarten wäre, 

was allerdings aufgrund der vorhandenen Differenzen kein realistisches 

Szenario darstellt. 

 

5. 

Die weiteren Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen 

Anlass. Die vorliegende Beschwerde wurde frist- und formgerecht einge-

reicht. 

 

6. 

In der Replik stellen die Beschwerdeführer Antrag auf Sistierung des vor-

liegenden Verfahrens bis zum Ergebnis bzw. Abschluss der kantonalen 

Vorprüfung eines Gestaltungs-/Erschliessungsplans zur Parzelle Nr. eee. 

Sie begründen diesen Sistierungsantrag damit, dass dieser Gestaltungs-

/Erschliessungsplan erhebliche Auswirkungen auch auf die (neue) Er-

schliessung ihrer Parzelle Nr. ccc habe. 

 

Für eine Sistierung können vor allem verfahrensökonomische Gründe spre-

chen; sie kann sich namentlich dann aufdrängen, wenn der Entscheid vom 

Ergebnis eines anderen hängigen Verfahrens abhängt. Gegen eine Sistie-

rung lässt sich regelmässig die damit verbundene Verlängerung der Ver-

fahrensdauer anführen, die privaten oder öffentlichen Interessen zuwider-

laufen kann (vgl. Aargauische Gerichts- und Verwaltungsentscheide 

[AGVE] 1999, S. 145 f. mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen Entscheid des Ver-

waltungsgerichts WBE.2020.236 vom 9. Dezember 2020, Erw. I/2.3). 

 - 10 - 

 

 

 

Nachdem zwischen dem vorliegenden Strassenbauprojekt und der Er-

schliessung der Parzellen Nrn. eee und ccc (wohl über eine neue, auf der 

Parzelle Nr. eee geplante Erschliessungsstrasse) kein Sachzusam-

menhang ersichtlich ist, die Beurteilung der streitgegenständlichen Aus-

baumassnahmen an der R-Strasse mithin nicht von der Art und Weise der 

Erschliessung der erwähnten Parzellen abhängt und die beiden Planungen 

entsprechend auch nicht zu koordinieren und inhaltlich aufeinander 

abzustimmen sind (vgl. dazu auch schon die Ausführungen in Erw. 2.2 

vorne), besteht kein Anlass, das vorliegende Verfahren zu sistieren. Der 

Sistierungsantrag ist dementsprechend abzuweisen. 

 

7. 

Mit der Beschwerde können die unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des Sachverhalts sowie Rechtsverletzung geltend gemacht werden, ein-

schliesslich Ermessensmissbrauch und -überschreitung (vgl. § 55 Abs. 1 

VRPG). Nach § 55 Abs. 3 lit. f VRPG ist die Rüge der Unangemessenheit 

namentlich dann zulässig, wenn dies nach Bundesrecht vorgeschrieben ist. 

Das trifft hier zu: Wenn der Regierungsrat Projektgenehmigungsbehörde 

ist, kann die von Art. 33 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes vom 22. Juni 

1979 über die Raumplanung (RPG; SR 700) geforderte unabhängige Be-

schwerdeinstanz mit voller Überprüfungsbefugnis nur das Verwaltungsge-

richt sein, weshalb es den angefochtenen Entscheid mit umfassender Kog-

nition zu überprüfen hat. Volle Überprüfung bedeutet dabei auch die Beur-

teilung der Frage, ob das Planungsermessen richtig und zweckmässig aus-

geübt worden ist. Die Rüge der Unangemessenheit des zu beurteilenden 

Strassenbauprojekts ist also zu hören und in diesem Zusammenhang auch 

zu prüfen, ob die gewählte Planvariante zweckmässig ist.  

 

Freilich ist eine gewisse Zurückhaltung insoweit angebracht, als es um lo-

kale Angelegenheiten geht; die Beschwerdebehörde ist Rechtsmittel- und 

nicht Planungsinstanz. Ein Planungsentscheid ist zu schützen, wenn er 

sich als zweckmässig erweist, unabhängig davon, ob sich weitere, ebenso 

zweckmässige Lösungen erkennen lassen (AGVE 2004, S. 183 ff.; statt 

vieler: Entscheide des Verwaltungsgerichts WBE.2019.425 vom 24. Au-

gust 2020, Erw. I/3, WBE.2017.54 vom 1. November 2017, Erw. I/3, und 

WBE.2005.21 vom 25. April 2006, Erw. I/1.2). 

 

II. 

1. 

Das Strassenbauprojekt Gemeinde Q. IO K aaa R-Strasse, Neugestaltung 

Kantonsstrasse (TP4) bildet Teil eines Gesamtstrassenbauprojekts zu 

gestalterischen und betrieblichen Optimierungen entlang der Kan-

tonsstrasse K aaa mit Aufwertung der Strassenräume, Förderung des 

strassengebundenen öffentlichen Verkehrs, Verbesserungen für den Lang-

samverkehr und betrieblichen Optimierungen für den motorisierten Indivi-

 - 11 - 

 

 

 

dualverkehr. Es beinhaltet Massnahmen für den Ausbau der Kantonsstras-

se K aaa im Abschnitt U. – X-Weg auf einer Länge von 473 m, zwischen R-

Strasse 43 und 68 (Technischer Bericht [Vorakten, act. 27, Projektmappe, 

Beilage 1], S. 5 und 8). Die K aaa ist als Hauptverkehrsstrasse (HVS) 

klassiert, ihre Funktion ist verkehrsorientiert (Technischer Bericht, S. 8). 

Der durchschnittliche Tagesverkehr lag im Jahr 2018 bei ca. 12'000 

Fahrzeugen mit einem Lastwagenanteil von 5% (Technischer Bericht, 

S. 13). 

 

Der bestehende Belagsaufbau wird vollständig abgebrochen und neu er-

stellt (Technischer Bericht, S. 9). Die Strassen und Knotenanlagen werden 

für den Begegnungsfall Lastwagen/Lastwagen bei einer Geschwindigkeit 

von 50 km/h ausgelegt. Bei den Fussgängerübergängen ist eine Strassen-

breite von total 13 m geplant (Mittelinsel von 2 m Breite, Fahrspuren von je 

3,5 m Breite und Gehwege von je 2 m Breite), auf den übrigen Streckenab-

schnitten eine solche von 12 m (Kernfahrbahn von 5,5 m Breite, Radstrei-

fen von je 1,25 m Breite und Gehwege von je 2 m Breite) (Technischer 

Bericht, S. 11). Im Bereich der Fussgängerschutzinseln und Bushaltestel-

len werden die Radfahrer mit dem Strassenverkehr geführt. Auf der Ost-

seite wird die K aaa vom Y-Weg bis zum Z-Weg neu mit einem Gehweg 

von 2 m Mindestbreite ergänzt. Bei m 205 und m 414 werden 

Fussgängerstreifen projektiert, bei m 275 (exakt m 274,95) eine geschützte 

Fussgängerquerung ohne Fussgängerstreifen. Alle Querungen werden mit 

einer 2 m breiten Fussgängerschutzinsel ausgeführt. Die bestehenden 

Gemeindestrassen, Zufahrten und Vorplätze werden an den neuen 

Strassen- und Gehwegrand angepasst. Das Verkehrsregime gegenüber 

der R-Strasse bleibt bestehen. Parkplätze, die unter sicherheitsrelevanten 

Aspekten ein Risiko bedeuten (Standplatz bei Fussgängerquerungen oder 

in Sichtzonenbereichen), müssen aufgehoben werden. Aufzuhebende 

Parkplätze befinden sich namentlich auf der Parzelle Nr. fff (Technischer 

Bericht, S. 12). 

 

Im Bereich der Einmündung der S-Strasse in die R-Strasse, wo die Radien 

geringfügig erweitert werden, ist in der Mitte der Fahrbahn ein 

Mehrzweckstreifen von 2 m Breite mit zwei Fussgängerüberquerungen an 

den Enden je mit Mittelinsel vorgesehen. Für die Einfahrt in die R-Strasse 

wird eine Sichtzone mit einer Knotensichtweite von 60 m festgelegt. Auf der 

Grundstücksausfahrt der Parzelle Nr. fff auf die R-Strasse soll eine 

Sichtzone mit einer Knotensichtweite vom 15 m mittels an den Gehweg 

angrenzenden Grünflächen auf den Parzellen Nrn. fff und mmm abgesi-

chert werden. An den Bushaltestellen C (in beide Fahrtrichtungen T. und 

Q.) werden zwecks behindertengerechten Einstiegs die Haltekanten auf 22 

cm erhöht; die Bushaltestelle Fahrrichtung T. wird als Teilbucht, diejenige 

Fahrtrichtung Q. als Fahrbahnhaltestelle ausgestaltet (Technischer Bericht, 

S. 11 und 13 sowie Anhang A; Situationsplan 1:500 Signalisation und 

Markierungen [Vorakten, act. 27, Projektmappe, Beilage 10]; Botschaft des 

 - 12 - 

 

 

 

Regierungsrats des Kantons Aargau an den Grossen Rat vom 14. Oktober 

2020 zum Verpflichtungskredit für das Gesamtstrassenbauprojekt Stadt T., 

Gemeinden S. und Q. IO; K aaa/K bbb S-Strasse-/Q-Strasse-/R-Strasse, 

aaaaaa, S. 13). 

 

2. 

Die Beschwerdeführer wehren sich gegen die Ausbaumassnahmen im Be-

reich der Kreuzung R-Strasse/S-Strasse/ZZ-Strasse und verlangen die 

Redimensionierung der Einmündung der S-Strasse in die R-Strasse (wohl 

auf die bestehenden Masse), den Verzicht auf zusätzliche Massnahmen für 

den Veloverkehr (wohl Mehrzweckstreifen und Querungshilfen) und die 

Erhaltung der Parkplätze vor den bestehenden Gewebeliegenschafen an 

der R-Strasse im Einmündungsbereich der S-Strasse zwecks Sicherung 

des Standorts für die dortigen Gewerbetreibenden. 

 

Zur Begründung führen sie im Wesentlichen an, dass beim Bau von Kan-

tonsstrassen gemäss § 109 Abs. 1 BauG Rücksicht auf die Interessen der 

Anstösser zu nehmen sei. Dazu müssten die konkreten Interessen des 

Kantons am Strassenbau und die Interessen der Anstösser am Verzicht auf 

Ausbaumassnahmen gegeneinander abgewogen werden. Eine solche In-

teressenabwägung fehle im vorinstanzlichen Entscheid. Der Kanton nehme 

keinerlei Rücksicht auf die Anstösser auf beiden Strassenseiten, sowohl 

bei der Parzelle Nr. fff als auch bei anderen Parzellen (z.B. Nr. lll), wo seit 

Langem Gewerbebetriebe bestünden, die auf Kundenparkplätze ange-

wiesen seien, welche den geplanten Ausbaumassnahmen weichen 

müssten. Dass der Verlust dieser Parkplätze die Gewerbetreibenden in 

grössere Schwierigkeiten bringen könnte, werde gar nicht in Erwägung ge-

zogen. Die bisherige langjährige und problemlose Nutzung der Kunden-

parkplätze sei bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit des Eingriffs in die 

Eigentumsrechte von Strassenanstössern zu berücksichtigen. Verkehrs-

unfälle oder gravierende Ereignisse, die gegen eine Nutzung der Park-

plätze sprächen, seien den Beschwerdeführern nicht bekannt. Eine allfäl-

lige geringfügige Störung des Verkehrsflusses durch die Nutzung der Park-

plätze sei von der politischen Zielsetzung der Ausbaumassnahmen abge-

deckt. Der Geschäftsbetrieb von Gewerbeliegenschaften dürfe nicht über 

Gebühr beeinträchtigt werden. Die Einmündung der S-Strasse in die R-

Strasse bei der Parzelle Nr. fff sei eindeutig überdimensioniert und auf das 

Wesentliche zu beschränken, so dass von einer Landenteignung ab der 

Parzelle Nr. fff abgesehen werden könne. Die S-Strasse sei keine 

Ortsverbindungsstrasse zwischen S. und Q. mehr, werde daher künftig 

weniger Autoverkehr aufweisen, und fungiere auch nicht als Schulweg. 

Auch die Verbreiterung der R-Strasse führe zu einem überdimensionierten 

Strassenraum. Für Fussgänger und Radfahrer biete der Strassenraum im 

gegenwärtigen Ausbauzustand genügend Platz. Die Verbreiterung fördere 

lediglich unerwünschte schnelle Autofahrten. 

 

 - 13 - 

 

 

 

Ganz nebenbei rügen die Beschwerdeführer auch noch, dass die Ausbau-

massnahmen die Ausfahrt von der Parzelle Nr. ddd (ZZ-Strasse) auf die R-

Strasse erschweren oder verunmöglichen könnten. Dieser Annahme ist 

jedoch mit Blick auf die bei den Akten liegenden Projektpläne, die keinerlei 

Hindernisse oder Erschwernisse für die betreffende Ausfahrt oder auch 

umgekehrt für die Einfahrt von der R-Strasse in die ZZ-Strasse erkennen 

lassen, von vornherein die Grundlage entzogen (siehe dazu auch schon 

die Ausführungen in Erw. I/2.2 vorne). 

 

3. 

3.1. 

Strassen, Wege und Plätze sind ihrer Zweckbestimmung entsprechend 

möglichst flächensparend zu erstellen, zu ändern und zu erneuern. Dabei 

sind insbesondere die Auswirkungen auf Anwohner, Natur, Landschaft und 

Ortsbild sowie wirtschaftliche Gesichtspunkte zu berücksichtigen (§ 92 

Abs. 1 BauG). Da die zulasten von einigen wenigen an die R-Strasse 

angrenzenden Grundstücken, unter anderem der Parzelle Nr. fff verfügte 

Landabtretung für die betroffenen Grundeigentümer eine öffentlich-rechtli-

che Eigentumsbeschränkung darstellt, sind auch die Art. 26 und Art. 36 der 

Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 (BV; SR 101) und § 21 der Verfassung des Kantons Aargau vom 

25. Juni 1980 (KV SAR 110.000) zu beachten. Ein Eingriff in die durch die 

verfassungsmässige Eigentumsgarantie geschützten Rechte ist mit der da-

rin enthaltenen Bestandesgarantie nur vereinbar, wenn er auf einer gesetz-

lichen Grundlage beruht, im öffentlichen Interesse liegt und verhältnismäs-

sig ist (vgl. Art. 36 BV; § 8 Abs. 1, § 21 Abs. 2 KV; vgl. auch ULRICH 

HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

8. Auflage, Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 2344 ff.; PIERRE TSCHANNEN/ 

MARKUS MÜLLER/MARKUS KERN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufla-

ge, Bern 2022, § 63 N 1784 ff.). Die für die Beurteilung der Verhältnismäs-

sigkeit eines Eingriffs erforderliche Abwägung zwischen divergierenden In-

teressen fordert auch § 92 Abs. 1 BauG. 

 

3.2. 

Das Erfordernis einer genügenden gesetzlichen Grundlage für das vorlie-

gende Strassenbauprojekt mit vereinzelten Landabtretungen ab Grundstü-

cken, welche an die Kantonsstrasse K aaa angrenzen, ist gegeben (§ 92 

BauG; vgl. auch §§ 130 ff. BauG, namentlich § 132 Abs. 1 lit. b BauG) und 

wird von den Beschwerdeführern auch nicht bestritten. § 95 Abs. 1 BauG 

bildet die gesetzliche Grundlage für die im Rahmen des Strassenbaupro-

jekts festgelegten Sichtzonen sowie Zu- und Wegfahrtsbeschränkungen. 

 

3.3. 

Inwieweit die Beschwerdeführer ein öffentliches Interesse an den projek-

tierten Strassenbaumassnahmen bestreiten, ist ihrem Vortrag nicht hinrei-

chend deutlich zu entnehmen. Sie stellen jedenfalls nicht in Abrede, dass 

 - 14 - 

 

 

 

es sich beim Interesse der Verkehrssicherheit, dem die hier umstrittenen 

Massnahmen in erster Linie dienen (durch einen Mehrzweckstreifen in der 

Mitte der Fahrbahn, der Abbiegemanöver für alle Verkehrsteilnehmenden 

erleichtert, durch Querungshilfen in Form von Mittel- oder Schutzinseln an 

dessen Enden, die ein sicheres Überqueren der Fahrbahn für Fussgänger 

ermöglichen und Überholmanöver in kritischen Einmündungsbereichen un-

terbinden sowie durch die Erweiterung der Einmündungsradien der S-

Strasse und die Festlegung von Sichtzonen bei der Ausfahrt in die R-

Strasse, welche die Übersichtlichkeit an der Kreuzung R-Strasse/S-

Strasse/ZZ-Strasse verbessern), grundsätzlich um ein gewichtiges 

öffentliches Interesse handelt. Sie scheinen einzig in Zweifel zu ziehen, 

dass sich die geplanten Massnahmen unter den gegebenen Umständen 

zur Herstellung bzw. Erhöhung der Verkehrssicherheit eignen und dafür er-

forderlich sind. Überdies kritisieren sie eine unvollständige Interessenab-

wägung durch die fehlende Berücksichtigung oder ungenügende Gewich-

tung des in ihren Augen höherwertigen Interesses an der Beibehaltung von 

betriebsnotwendigen Parkplätzen auf angrenzenden Gewerbeliegenschaf-

ten. Diese Interessenabwägung mit Beantwortung der aufgeworfenen 

Fragen nach geeigneteren oder gleich geeigneten, milderen und den von 

Landenteignungen betroffenen Grundeigentümern zumutbareren Ersatzlö-

sungen bildet allerdings Gegenstand der nachfolgenden Verhältnismässig-

keitsbeurteilung. Ein öffentliches Interesse an den beschriebenen ver-

kehrssichernden Massnahmen besteht allemal. Die Senkung des Ver-

kehrsflusses stand dagegen bei den streitgegenständlichen Ausbaumass-

nahmen nie im Fokus, was das BVU in der Beschwerdeantwort (S. 3) noch 

einmal bekräftigte. 

 

3.4. 

3.4.1. 

Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit verlangt, dass eine Massnahme 

zur Erreichung des angestrebten Ziels geeignet und erforderlich ist und das 

verfolgte Ziel in einem vernünftigen Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln 

steht (vgl. statt vieler: BGE 140 I 2, Erw. 9.2.2; 136 I 87, Erw. 3.2; HÄFELIN/ 

MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 514, 521 ff., 2352 ff.; TSCHANNEN/MÜLLER/ 

KERN, a.a.O., § 21 N 453 ff., § 63 N 1787 f.). 

 

3.4.2. 

Das Element der Geeignetheit dient der Prüfung der Präzision staatlichen 

Handelns. Ungeeignet ist eine Massnahme dann, wenn sie am Ziel vorbei-

schiesst, d.h. keinerlei Wirkungen im Hinblick auf den angestrebten Zweck 

entfaltet oder die Erreichung dieses Zwecks gar erschwert oder verhindert. 

Zu prüfen ist somit die Zwecktauglichkeit einer Massnahme 

(BGE 144 I 126, Erw. 8.1; 138 I 256, Erw. 6.2 f.; HÄFELIN/MÜLLER/ 

UHLMANN, a.a.O., Rz. 522; TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, a.a.O., § 21 N 456). 

 

 - 15 - 

 

 

 

Es ist in Übereinstimmung mit der Vorinstanz darauf abzustellen, dass bei 

der Errichtung von Kernfahrbahnen kritischen Knotenpunkten für die Ge-

währleistung der Verkehrssicherheit aller Beteiligten eine erhöhte Aufmerk-

samkeit zu schenken ist (angefochtener Entscheid, Erw. 4.7). Das bedeutet 

konkret, dass hinsichtlich der Einlenkradien im Einmündungsbereich der S-

Strasse, handle es sich dabei nun um eine sog. Quartiersammelstrasse 

oder lediglich um eine Quartiererschliessungsstrasse (ohne Schul-

wegfunktion), Anpassungsbedarf besteht; einerseits zur Anbindung der S-

Strasse an die R-Strasse mit dem abzudeckenden Grundbegegnungsfall 

Lastwagen/Lastwagen oder auch nur Lastwagen/Personenwagen, 

andererseits zur Gewährleistung der nach § 42 Abs. 1 der Bauverordnung 

vom 25. Mai 2011 (BauV; SAR 713.121) und dem darauf verwiesenen 

"Merkblatt Sicht im Strassenraum" des BVU vom 1. Februar 2021 bemes-

senen Sichtzone mit einer Knotensichtweite von 60 m bei der Ausfahrt aus 

der S-Strasse. Dadurch wird der Einmündungsbereich der S-Strasse, wo 

sich schon jetzt ein Fussgängerstreifen mit Mittelinsel befindet, 

verkehrssicherer gestaltet, indem die Vergrösserung der Einlenkradien und 

die damit einhergehende Verschiebung der Gehwege in östliche Richtung 

und Aufhebung der neun Querparkplätze auf der Parzelle Nr. fff für die 

Freihaltung der Sichtzone sorgen. Mehr Übersichtlichkeit bei Abbiegema-

növern von der und auf die S-Strasse erlaubt insbesondere eine tendenziell 

weniger gefährliche Fussgängerquerung im Einmündungsbereich der S-

Strasse. Des Weiteren leuchtet ein, dass die neu geplante Schutzinsel bei 

m 274,95 (gegenüber der Parzelle Nr. fff) auch in jenem Bereich eine 

sicherere Fussgängerquerung als bislang ermöglicht, indem Fussgänger 

die viel befahrene R-Strasse zeitlich gestaffelt queren können, daher 

tendenziell weniger lange warten und dabei nicht beide Fahrtrichtungen auf 

einmal im Auge behalten müssen. Die Gefährdung der an dieser Stelle die 

R-Strasse überquerenden Fussgänger durch rückwärts von den 

Querparkplätzen auf der Parzelle Nr. fff wegfahrenden Fahrzeugen fällt 

durch die Aufhebung dieser Parkplätze zudem weg. Zu bedenken gilt es 

sodann, dass von der ZZ-Strasse herkommende Radfahrer, welche die R-

Strasse überqueren wollen, um in die S-Strasse zu gelangen, dies aufgrund 

der neuen Schutzinsel bei m 274,95 und des vorgelagerten 

Mehrzweckstreifens einfacher und sicherer als in der heutigen Situation tun 

können. Ferner ist nicht zu vernachlässigen, dass durch die erwähnten 

verkehrsgestaltenden Massnahmen der motorisierte Individualverkehr 

besser gelenkt wird und tendenziell gefährliche Überholmanöver verhindert 

werden. 

 

Die Beschwerdeführer bringen hingegen letztlich nichts vor, was an der Ge-

eignetheit der geplanten Ausbaumassnahmen zur Erhöhung der Verkehrs-

sicherheit zweifeln liesse. Nicht zugestimmt werden kann der Sichtweise 

der Beschwerdeführer, die Verbreiterung der R-Strasse im Einmün-

dungsbereich der S-Strasse verleite zu einer unvorsichtigeren Fahrweise. 

Dem wirken gerade die Massnahmen entgegen, die zur Verbreiterung des 

 - 16 - 

 

 

 

Strassenraums beitragen, mithin grössere Einlenkradien und Freihaltung 

der Sichtzone durch Verschiebung des Gehwegs, Mehrzweckstreifen und 

Schutzinseln. 

 

3.4.3. 

Eine Strassenbaumassnahme hat zu unterbleiben, wenn eine (mindestens) 

gleich geeignete, aber mildere, d.h. den davon in seinen Eigentumsrechten 

Betroffenen weniger belastende Massnahme für den angestrebten Erfolg 

ausreichen würde. Das Element der Erforderlichkeit dient der Prüfung der 

Intensität staatlichen Handelns. Das Gebot der Erforderlichkeit wird auch 

als Prinzip der "Notwendigkeit", des "geringstmöglichen Eingriffs", der 

"Zweckangemessenheit" oder als "Übermassverbot" bezeichnet (vgl. 

HÄFELIN/MÜLLER/ UHLMANN, a.a.O., Rz. 527 f.; TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, 

a.a.O., § 21 N 458). Mildere Massnahmen finden sich mit etwas Fantasie 

fast immer. Entscheidend ist der Eignungsnachweis der Massnahmenalter-

native. Eine mildere Massnahme fällt als ungeeignet ausser Betracht, wenn 

sie eine geringere Zwecktauglichkeit als die ursprüngliche ins Auge gefass-

te Vorkehrung aufweist. Gleiches gilt, wenn die mildere Massnahme zwar 

zwecktauglich wäre, das Gemeinwesen dafür aber einen grossen Mehrauf-

wand in Kauf zu nehmen hätte (TSCHANNEN/MÜLLER/KERN, a.a.O., § 21 

N 459). 

 

Die Beschwerdeführer halten die von ihnen abgelehnten Ausbaumassnah-

men für nicht notwendig, mit Rücksicht darauf, dass die Verkehrssicherheit 

im aktuellen Ausbauzustand hinreichend gewährleistet sei, was sich daran 

zeige, dass die Kreuzung R-Strasse/S-Strasse/ZZ-Strasse nicht 

unfallträchtig sei. Ob und wie viele Unfälle sich an dieser Stelle schon 

ereignet haben, ist allerdings nicht allein ausschlaggebend. Es geht bei 

Strassenbauprojekten, die der Erhöhung der Verkehrssicherheit dienen, 

immer auch darum, kritische Situationen, die bislang zu keinen oder nur 

vergleichsweise wenigen Unfällen geführt haben – die Zahl von Beinahe-

Unfällen bleibt dabei regelmässig im Dunkeln –, nach Möglichkeit zu ent-

schärfen.  

 

Um dem Bedürfnis nach mehr Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilneh-

menden in erhöhtem Masse Rechnung zu tragen und die gleichen Effekte 

zu erzielen, lassen sich keine milderen Massnahmen als die im Einmün-

dungsbereich der S-Strasse geplanten Ausbaumassnahmen denken. Die 

dortige Ausweitung der Einlenkradien verbunden mit der Verschiebung des 

Gehwegs in östliche Richtung und Aufhebung der Querparkplätze auf der 

Parzelle Nr. fff hat einerseits den positiven Effekt, dass sich die Sichtzone 

mit einer Knotensichtweite von 60 m bei der Ausfahrt aus der S-Strasse 

freihalten lässt, was die Gefahr von Fahrzeugkollisionen auf der Kreuzung 

R-Strasse/S-Strasse/ZZ-Strasse sowie von Kollisionen zwischen in die S-

Strasse abbiegenden Fahrzeugen und Fussgängern auf der Querungshilfe 

im Einmündungsbereich verringert. Andererseits lassen sich durch die 

 - 17 - 

 

 

 

oben beschriebenen Mutationen im Einmündungsbereich in der Mitte der 

Fahrbahn der R-Strasse ein Mehrzweckstreifen und die neue Schutzinsel 

bei m 274,95 realisieren, welche das Queren der R-Strasse für Radfahrer 

und Fussgänger gefahrloser machen. Diese positiven Effekte blieben bei 

der Beibehaltung des Status Quo vollständig aus. Alternative 

Massnahmen, welche sich vergleichbar positiv auf die Verkehrssicherheit 

auswirken würden, werden von den Beschwerdeführern nicht in Spiel 

gebracht. Diese möchten vielmehr ganz einfach am Status Quo festhalten, 

was allerdings keine echte Option darstellt, wenn man die Nutzung der 

Kreuzung R-Strasse/S-Strasse/ZZ-Strasse sicherer gestalten und zu einer 

reibungsloseren Abwicklung der Verkehrsflüsse auf dieser Kreuzung finden 

möchte.  

 

Dementsprechend ist die Erforderlichkeit aller umstrittenen Ausbaumass-

nahmen ausgewiesen. 

 

3.4.4. 

Zumutbar ist eine Strassenbaumassnahme, wenn sie ein vernünftiges Ver-

hältnis zwischen dem angestrebten Ziel und dem Eingriff (in die Eigentums-

rechte), den sie für den von einer dafür notwendigen Landabtretung Betrof-

fenen bewirkt, wahrt. Verlangt ist eine angemessene Zweck-Mittel-Rela-

tion. Es ist deshalb eine wertende Abwägung vorzunehmen, welche im kon-

kreten Fall das öffentliche Interesse an einer Massnahme und die durch 

ihre Wirkungen beeinträchtigten privaten Interessen miteinander vergleicht. 

Die Massnahme muss durch ein das private Interesse überwiegendes öf-

fentliches Interesse gerechtfertigt sein. Nur in diesem Fall ist sie dem Be-

troffenen zumutbar. Für die Interessenabwägung massgeblich ist also ei-

nerseits die Bedeutung der verfolgten öffentlichen Interessen und anderer-

seits das Gewicht der betroffenen privaten Interessen. Eine Massnahme, 

an der nur ein geringes öffentliches Interesse besteht, die aber tiefgreifende 

Auswirkungen auf die Rechtsstellung des betroffenen Privaten hat, soll un-

terbleiben. Die Bedeutung bzw. das Gewicht der involvierten öffentlichen 

und privaten Interessen kann dabei nicht in abstrakter Weise bestimmt wer-

den, sondern ist anhand der konkreten Umstände im Einzelfall zu beleuch-

ten (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 556 ff.; vgl. auch TSCHANNEN/ 

MÜLLER/KERN, a.a.O., § 21 N 468). 

 

Die Vorinstanz hat in Erw. 4.5 des angefochtenen Entscheids hinreichend 

dargelegt, weshalb sie dem hohen öffentlichen Interesse an Verkehrssi-

cherheit auch für schwächere Verkehrsteilnehmende wie Fussgänger und 

Radfahrer ein höheres Gewicht einräumt als dem privaten Interesse der 

Eigentümer der Parzelle Nr. fff an der Beibehaltung der neun Querpark-

plätze entlang der R-Strasse, welche ihrerseits zur Gefährdung der Ver-

kehrssicherheit beitragen (durch Parkierungsbewegungen, die mit den 

Fussgängerquerungen der R-Strasse bei m 274,95 in Konflikt geraten 

könnten) und auf deren Bestand kein Anspruch besteht (indem sie weder 

 - 18 - 

 

 

 

bewilligt noch vorbehaltlos geduldet wurden, sondern immer unter dem 

Vorbehalt der Beseitigung zu Zwecken des Strassenausbaus standen). 

Auch wenn der Verlust an Parkplätzen die Eigentümer der Parzelle Nr. fff 

empfindlich treffen dürfte und letztlich höher ist, als die Vorinstanz annimmt, 

die von einer Einbusse von fünf anstelle von sieben Parkplätzen spricht 

(zwei Schrägparkplätze bestehen im Bereich der drei entlang der Grenze 

zur Parzelle Nr. mmm vorgesehenen Querparkplätze allerdings heute 

schon; vgl. dazu den Situationsplan 1:500 Signalisation und Markierung 

[Vorakten, act. 27, Projektmappe, Beilage 10, sowie die Luftbildaufnahmen 

auf dem Geoportal des AGIS), ist die vorinstanzliche Interessenabwägung 

deswegen nicht fehlerhaft. Es ist anhand der vorinstanzlichen Erwägungen 

erkennbar und auch nachvollziehbar, weshalb der Verlust der Parkplätze 

den Eigentümern der Parzelle Nr. fff als zumutbar erachtet wird. Den Vor-

wurf einer unvollständigen Interessenabwägung braucht sich die Vorin-

stanz nicht gefallen zu lassen; dies umso weniger, als sich die Beschwer-

deführer für die Interessen von Dritten, nicht für eigene Interessen einset-

zen, was eine tiefere Begründungsdichte allemal rechtfertigen würde, so-

weit die Beschwerdeführer überhaupt legitimiert sind, Rechtsverletzungen 

gegenüber Dritten zu rügen.  

 

Auf die Situation weiterer Gewerbetreibenden entlang der R-Strasse 

braucht an dieser Stelle nicht eingegangen zu werden, zumal auch nicht 

bekannt ist, wie stark sie vom projektierten Strassenausbau nachteilig be-

troffen sind. Die Eigentümerin der Parzelle Nr. lll muss jedenfalls kein Land 

für die Zwecke des Strassenbaus abtreten und kann ihre Parkplätze 

behalten. Derweil müssen auf der Parzelle Nr. nnn wegen einer Sichtzone 

vier Längsparkplätze entlang der R-Strasse aufgehoben oder verschoben 

werden (vgl. Situationsplan 1:500 Landerwerb [Vorakten, act. 27, Pro-

jektmappe, Beilage 11]). Ansonsten befinden sich innerhalb des vorliegen-

den Teilstrassenbauprojekts (Gemeinde Q. IO K aaa R-Strasse, Neu-

gestaltung Kantonsstrasse [TP4]) ausweislich der Luftbildaufnahmen auf 

dem Geoportal des AGIS kaum markierte Parkplätze im Unterabstand zur 

Kantonsstrasse, die den geplanten Strassenbaumassnahmen weichen 

müssten. 

 

Die Zumutbarkeit der geplanten Ausbaumassnahmen an der R-Strasse 

(einschliesslich den Einmündungsbereichen der daran anschliessenden 

Strassen) ist somit für alle davon betroffenen Eigentümer, von denen nur 

sehr wenige Land für die Zwecke des Strassenbaus abtreten müssen und 

spürbare Nutzungseinschränkungen erleiden, gegeben. Daraus wiederum 

ist zu schliessen, dass der mit dem streitgegenständlichen Strassenbau-

projekt verbundene Eingriff in die Eigentums- und Nutzungsrechte von 

Strassenanstössern, namentlich der Eigentümer der Parzelle Nr. fff, nicht 

nur auf einer gesetzlichen Grundlage beruht und im öffentlichen Interesse 

liegt, sondern auch vor dem Verhältnismässigkeitsprinzip standhält. 

 

 - 19 - 

 

 

 

4. 

Andere Gründe, aus denen sich das vorliegend zu beurteilende Strassen-

bauprojekt als unrechtmässig oder unzweckmässig erweisen könnte, sind 

für das Verwaltungsgericht nicht ersichtlich und werden von den Beschwer-

deführern auch nicht (hinreichend) dargetan. Das gilt namentlich für die 

ebenfalls als unverhältnismässig gerügten Zu- und Wegfahrtsbeschränkun-

gen (wohl auf der Parzelle Nr. fff; Einbahnsystem mit Zufahrt von der S-

Strasse und Wegfahrt über die K aaa; vgl. dazu die Beschwerdeantwort 

des BVU im Parallelverfahren WBE.2022.267, S. 3), die für sich genommen 

keinen erkennbaren Einfluss auf die Nutzung der Liegenschaft und die 

dortige Parkplatzsituation haben, der über die Einschränkung infolge 

Aufhebung der bisherigen neun Querparkplätze entlang der R-Strasse 

hinausginge. Nicht näher erläutert wird von den Beschwerdeführern, 

weshalb der Strassenraum im Einmündungsbereich der S-Strasse 

"überrissen" oder überdimensioniert sein soll, brauchen doch die vorgese-

henen, im Interesse der Verkehrssicherheit liegenden und verhältnismäs-

sigen Ausbaumassnahmen diesen Raum ganz offensichtlich. Andere 

ebenso zweckmässige Ausbauvarianten, die weniger Raum beanspruchen 

würden, sind nicht erkennbar. 

 

5. 

Zusammenfassend ist das Strassenbauprojekt Gemeinde Q. IO K aaa R-

Strasse, Neugestaltung Kantonsstrasse (TP4) als recht- und zweckmässig 

zu beurteilen. Das führt zur Abweisung der vorliegenden Beschwerde, 

soweit darauf einzutreten ist. Auf die Durchführung des von den Be-

schwerdeführern beantragten Augenscheins darf in zulässiger antizipierter 

Beweiswürdigung verzichtet werden, weil sich die zu beurteilende Situation 

hinreichend aus den Akten ergibt und anhand der bei den Akten liegenden 

Projektpläne und öffentlich zugänglichen Luftbildaufnahmen des Geo-

portals AGIS ausreichend dokumentiert ist. Von einem Augenschein vor 

Ort mit oder ohne Parteibefragung verspricht sich das Verwaltungsgericht 

keinen relevanten Erkenntnisgewinn (zur Zulässigkeit der antizipierten Be-

weiswürdigung vgl. statt vieler BGE 141 I 60, Erw. 3.3; 136 I 229, Erw. 5.3; 

Urteil des Bundesgerichts 1C_290/2021 vom 15. September 2022, 

Erw. 4.2). 

 

III. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Beschwerdeführer nach 

Massgabe der §§ 31 Abs. 2 und 32 Abs. 2 VRPG (Unterliegerprinzip) kos-

tenpflichtig und haben keinen Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten für 

die anwaltliche Vertretung vor Verwaltungsgericht. Für die verwaltungsge-

richtlichen Verfahrenskosten haften die Beschwerdeführer in Anwendung 

von § 33 Abs. 3 VRPG solidarisch. Der obsiegenden Vorinstanz und dem 

beigeladenen Gemeinderat Q. stehen mangels anwaltlicher Vertretung vor 

Verwaltungsgericht keine Parteientschädigungen zu (§ 29 VRPG). 

 

 - 20 - 

 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde (samt Sistierungsantrag) wird abgewiesen, soweit darauf 

eingetreten wird. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 4'000.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 347.00, gesamthaft Fr. 4'347.00, sind von den Beschwerdeführern 

zu bezahlen. Sie haften dafür solidarisch. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführer 
 

den Regierungsrat 

die Beigeladene (Gemeinderat) 

 

Mitteilung an: 

das BVU, Rechtsabteilung 

das BVU, Abteilung Tiefbau 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor 

bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und 

vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
 

 - 21 - 

 

 

 

   

Aarau, 21. Juni 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

Winkler Ruchti