# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fcd68050-943a-5024-8d1a-25a1308b33cc
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-01
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 01.12.2022 WKL.2022.9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WKL-2022-9_2022-12-01.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

 

WKL.2022.9 / ae / we 
  

Art. 128 

 

Urteil vom 1. Dezember 2022 
 

 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Brandner 

Verwaltungsrichter Dommann 

Gerichtsschreiberin i.V. Erny    

 

 
   

Kläger   Kanton Aargau,  

handelnd durch das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS), 

Generalsekretariat / Rechtsdienst, Bachstrasse 15, 5001 Aarau    

 

 
   

Beklagte   A._____ 

 

 
 

Gegenstand  Klageverfahren betreffend Teilnehmerbeitrag für Besuch Integrationskurs 

Grundkompetenzen 1 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

Am 6. Mai 2019 meldete sich die minderjährige Tochter von A., B., an der 

Kantonalen Schule für Berufsbildung (KSB) für ein Bildungsangebot im 

Integrationsbereich an. Als Rechnungsempfängerin wurde auf dem 

Anmeldeformular A. angegeben. 

 

2. 

Am 16. Oktober 2019 unterzeichneten B. und A. als deren gesetzliche 

Vertreterin den Lernvertrag "Integrationskurs Grundkompetenzen 1 

2019/2020 – Start August 2019". Unter Ziffer 3 dieses Vertrags ist 

aufgeführt, dass der Teilnehmerbeitrag Fr. 2'100.00 beträgt. 

 

3. 

Nachdem der Teilnehmerbeitrag trotz Mahnung nicht bezahlt wurde, ver-

einbarte A. mit dem Rechnungswesen des Departements Bildung, Kultur 

und Sport (BKS) am 12. Dezember 2019 einen Ratenplan (7 Raten à 

Fr. 300.00). 

 

4. 

Von diesen 7 Raten bezahlte A. trotz mehrfacher Mahnung nur deren zwei, 

weshalb am 7. Dezember 2021 für die restliche Forderung in Höhe von 

Fr. 1'500.00 die Betreibung eingeleitet wurde. Gegen den daraufhin 

ausgestellten Zahlungsbefehl erhob A. Rechtsvorschlag. 

 

B. 

Mit Eingabe vom 11. August 2022 reichte der Kanton Aargau, handelnd 

durch den Rechtsdienst des BKS, beim Verwaltungsgericht Klage gegen 

A. ein mit folgenden Anträgen: 

 

1. 
Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger folgende Beträge zu bezah-
len: 
 
Fr. 300.- nebst Zins zu 5 % seit 8. März 2020 
Fr. 300.- nebst Zins zu 5 % seit 7. April 2020 
Fr. 300.- nebst Zins zu 5 % seit 7. Mai 2020 
Fr. 300.- nebst Zins zu 5 % seit 6. Juni 2020 
Fr. 300.- nebst Zins zu 5 % seit 6. Juli 2020 
 
2. 
Es sei der in der Betreibung Nr. aaa des Regionalen Betreibungsamts X. 
gegen den Zahlungsbefehl vom 7. Dezember 2021 erhobene 
Rechtsvorschlag für die Beträge gemäss Ziffer 1 zu beseitigen und es sei 
festzustellen, dass die Betreibung Nr. aaa des Regionalen 
Betreibungsamts X. in diesem Umfang fortgesetzt werden kann. 
 

 - 3 - 

 

 

 

3. 
Die Beklage sei zu verpflichten, dem Kläger die Betreibungskosten in der 
Höhe von Fr. 73.30 (Rechnung Nr. aaa des Regionalen Betreibungsamts 
X. vom 7. Dezember 2021) zu bezahlen. 
 
4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten. 

 

C. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 1. Dezember 2022 beraten und 

entschieden. 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

1.1. 

Der Kläger stützt seine Forderung auf § 60 Abs. 1 lit. a und c des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 (Verwaltungs-

rechtspflegegesetz, VRPG; SAR 271.200). Das Verwaltungsgericht urteilt 

im Klageverfahren als einzige kantonale Instanz über Streitigkeiten aus ver-

waltungsrechtlichen Verträgen, wenn nicht das Spezialverwaltungsgericht 

zuständig ist, und über vermögensrechtliche Streitigkeiten (öffentlich-recht-

licher Natur), an denen der Kanton, eine Gemeinde oder eine öffentlich-

rechtliche Körperschaft oder Anstalt des kantonalen oder kommunalen 

Rechts beteiligt ist, wenn nicht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gege-

ben oder ein Zivil- oder das Spezialverwaltungsgericht zuständig ist. Das 

Verwaltungsgericht ist somit zur Beurteilung vorliegender Klage zuständig. 

 

2. 

Vor Einreichung der Klage soll der Kläger dem Beklagten seine Begehren 

schriftlich mitteilen und ihn um Stellungnahme innert angemessener Frist 

ersuchen (§ 61 Abs. 2 VRPG). Unterbleibt die Mitteilung oder Stellung-

nahme, kann darauf bei der Kostenauflage Rücksicht genommen werden 

(§ 61 Abs. 2 VRPG). Der Zweck des Vorverfahrens ist, dass der Kläger 

dem Beklagten seine Begehren mitteilt, überdies sind kurz die Gründe dar-

zulegen, auf die der Kläger sein Begehren stützt (MICHAEL MERKER, 

Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen 

Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege, Kommentar zu den §§ 38-72 

[a]VRPG, Zürich 1998, § 63 N 6). 

 

Vor der Klageerhebung teilte der Kläger der Beklagten mit, dass noch 

offene Forderungen in Höhe von Fr. 1'500.00 ausstehen, und ersuchte sie 

darzulegen, weshalb sie die ausstehenden Ratenzahlungen nicht geleistet 

hatte (vgl. Schreiben vom 3. Februar 2022 [Klagebeilage 10]). Damit hat 

der Kläger seinen Beitrag am Vorverfahren erfüllt. Die Beklagte hat das 

 - 4 - 

 

 

 

Schreiben am 5. Februar 2022 erhalten, die Möglichkeit zur Stellungnahme 

jedoch ungenutzt verstreichen lassen. Darauf ist bei der Kostenauflage 

Rücksicht zu nehmen, soweit die Beklagte nicht ohnehin sämtliche Verfah-

renskosten zu übernehmen hat (vgl. hinten Erw. III). 

 

3. 

Kraft des ausdrücklichen Verweises in § 63 VRPG sind im verwaltungsge-

richtlichen Klageverfahren die Bestimmungen des Zivilprozessrechts sinn-

gemäss anwendbar. Insofern gelangt daher die ZPO zur Anwendung. 

 

Anwendbar sind somit die Maximen des Zivilprozesses, insbesondere die 

Verhandlungsmaxime (Art. 55 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessord-

nung vom 19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]) und 

die Dispositionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO; vgl. MERKER, a.a.O., § 67 

N 24 ff.). Danach darf das Verwaltungsgericht einer Partei nicht mehr und 

nichts Anderes zusprechen, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Ge-

genpartei anerkannt hat (Dispositionsmaxime). Des Weiteren ist es Sache 

der Parteien, den Prozessstoff beizubringen und darzulegen (Verhand-

lungsmaxime). Der Kläger hat die Tatsachen, auf die er seinen Rechtsan-

spruch stützt, (form- und fristgerecht) zu behaupten und zum Beweis zu 

offerieren; der Beklagte hat diejenigen (rechtshindernden und rechtsauf-

hebenden) Tatsachen zu behaupten und zum Beweis anzubieten, mit 

denen er den gegnerischen Standpunkt widerlegen will. Der in § 17 Abs. 1 

VRPG statuierte Untersuchungsgrundsatz gilt im Klageverfahren grund-

sätzlich nicht. Der Richter kann im verwaltungsgerichtlichen Klageverfah-

ren nur berücksichtigen, was die Parteien behaupten und zum Beweis 

offerieren; übereinstimmende Parteierklärungen hat er ungeachtet ihres 

Wahrheitsgehalts dem Urteil zugrunde zu legen (MERKER, a.a.O., Vorbem. 

zu den §§ 60–67 N 9; zum Ganzen siehe THOMAS SUTTER-SOMM/CLAUDE 

SCHRANK und THOMAS SUTTER-SOMM/ BENEDIKT SEILER, in: THOMAS 

SUTTER SOMM/FRANZ HASENBÖHLER/ CHRISTOPH LEUENBERGER [Hrsg.], 

Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, 

Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 55 N 20, Art. 58 N 9; MYRIAM A. GEHRI, in: 

KARL SPÜHLER/LUCA TENCHIO/DOMINIK INFANGER [Hrsg.], Basler Kommen-

tar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 3. Auflage, 2017, Art. 55 N 2, 

Art. 58 N 5). 

 
II. 

1. 

1.1. 

Der Kläger beruft sich als Grundlage für seine Forderung darauf, dass 

zwischen der Beklagten und der KSB ein verwaltungsrechtlicher Vertrag 

abgeschlossen worden sei. 

 

 - 5 - 

 

 

 

1.2. 

Der verwaltungsrechtliche Vertrag (auch: öffentlich-rechtlicher Vertrag) 

charakterisiert sich durch eine übereinstimmende Willenserklärung zweier 

Vertragsparteien im Hinblick auf die Begründung, Änderung oder Aufhe-

bung eines Rechtsverhältnisses, das seine Grundlage im öffentlichen 

Recht hat. Als Vertragsparteien sind üblicherweise entweder zwei oder 

mehrere Träger von Verwaltungsaufgaben ("koordinationsrechtlicher Ver-

trag") oder ein oder mehrere derartige Träger und Private ("subordinations-

rechtlicher Vertrag") beteiligt. Für die Qualifikation als öffentlich-rechtlicher 

oder privatrechtlicher Vertrag ist massgebend, ob eine Partei Trägerin von 

Verwaltungsaufgaben ist und der Vertrag eine Materie betrifft, die dem 

öffentlichen Recht zuzuordnen ist (RENÉ WIEDERKEHR/PAUL RICHLI, Praxis 

des allgemeinen Verwaltungsrechts, Band I, Bern 2012, Rz. 2940 und 

2942). 

 

1.3. 

Die Verfassung des Kantons Aargau vom 25. Juni 1980 (KV; SAR 110.000) 

regelt im 3. Kapitel die öffentlichen Aufgaben (§§ 25 ff.). In § 30 KV werden 

die Aufgaben im Bereich der Mittelschulen sowie der Berufs- und Weiter-

bildung festgehalten; danach kann der Kanton unter anderem Berufs-

schulen führen (Abs. 2 Satz 2). Nach § 7 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Berufs- und Weiterbildung vom 6. März 2007 (GBW; SAR 422.200) führt 

der Kanton Brückenangebote für Jugendliche mit individuellen Bildungsde-

fiziten zur Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung. Die entsprechen-

den Ausführungsbestimmungen werden in der Verordnung über die Kanto-

nale Schule für Berufsbildung vom 7. November 2007 (SAR 422.221) ge-

regelt. 

 

Beim vorliegend angebotenen Integrationskurs Grundkompetenzen 1 han-

delt es sich somit um eine Verwaltungsaufgabe, welche ihre Grundlage im 

öffentlichen Recht hat und durch die KSB ausgeführt wird. 

 

1.4. 

Der Kläger hat mit der Tochter der Beklagten und der Beklagten selber als 

deren gesetzliche Vertretung am 16. Oktober 2019 einen als "Lernvertrag" 

bezeichneten Vertrag abgeschlossen (Klagebeilage 3). Die KSB bietet da-

bei im Rahmen des Integrationskurses Grundkompetenzen I eine 

schulische Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Deutsch als Zweit-

sprache, Alltagsmathematik, Informations- und Kommunikationstechno-

logien sowie Lerntechniken und Arbeitsverhalten an. Im Gegenzug ver-

pflichten sich die Kursteilnehmer, einen Teilnehmerbeitrag in Höhe von 

Fr. 2'100.00 zu bezahlen. Durch die Unterschrift hat die Beklagte den 

Willen bekundet, zugunsten ihrer Tochter das Angebot der KSB anzuneh-

men, und sich dieser (bzw. dem Kanton als Träger der Schule) gegenüber 

zur Bezahlung des Teilnehmerbeitrags verpflichtet. 

 

 - 6 - 

 

 

 

1.5. 

Zusammenfassend liegt mit dem als "Lernvertrag" bezeichneten Schrift-

stück ein rechtsgültiger verwaltungsrechtlicher Vertrag vor, in welchem sich 

die Beklagte zur Zahlung des vollständigen Teilnehmerbeitrags in Höhe 

von Fr. 2'100.00 verpflichtet hat. Dieser Vertrag bildet die Grundlage der 

vorliegenden Forderung. 

 

2. 

2.1. 

Der Kläger macht geltend, die KSB habe ihre aus dem Vertrag fliessende 

Leistungspflicht – das Durchführen des angebotenen Integrationskurses – 

vollständig erfüllt. Hingegen habe die Beklagte die vertraglich vereinbarte 

Gegenleistung – die Bezahlung des vollständigen Teilnehmerbeitrags in 

Höhe von Fr. 2'100.00 – nur teilweise erbracht, indem sie von den 7 ver-

einbarten Raten nur deren zwei geleistet habe. Die Beklagte schulde dem 

Kläger somit noch Fr. 1'500.00 aus dem eingegangenen Vertragsverhält-

nis. 

 

2.2. 

Das VRPG regelt einzig das Verfügungshandeln; auf verwaltungsrechtliche 

Verträge ist es hingegen nicht anwendbar. Aus diesem Grund finden auf 

verwaltungsrechtliche Verträge die Vorschriften des Bundesgesetzes be-

treffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter 

Teil: Obligationenrecht) vom 30. März 1911 (OR; SR 220) als subsidiäres 

öffentliches Recht analog Anwendung (zum Ganzen: WIEDERKEHR/RICHLI, 

a.a.O., Rz. 2941; ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allge-

meines Verwaltungsrecht, 8. Auflage, Zürich/St. Gallen 2020, Rz. 1342). 

 

2.3. 

Wie der Kursbestätigung vom 24. Januar 2020 (Klagebeilage 4) entnom-

men werden kann, hat die KSB ihren Teil aus dem vertraglichen Leistungs-

verhältnis vollständig erfüllt. Die Erfüllung der vertraglich vereinbarten 

Leistung durch die KSB wurde von der Beklagten zu keinem Zeitpunkt in 

Frage gestellt. Die Beklagte hingegen hat die dafür vereinbarte Gegen-

leistung – Bezahlung des Teilnehmerbeitrags – nur im Umfang von 

Fr. 600.00 (bzw. von zwei Ratenzahlungen à Fr. 300.00 gemäss der 

Ratenzahlungsvereinbarung vom 12. Dezember 2019 [Klagebeilage 7]) er-

bracht. Dem Kläger steht daher noch eine Forderung in Höhe von 

Fr. 1'500.00 zu. Sowohl das Bestehen der Forderung als auch deren Höhe 

werden von der Beklagten nicht bestritten. 

 

3. 

3.1. 

Zusammenfassend hat der Kläger seine Leistungspflicht erfüllt (und die Be-

klagte bzw. deren Tochter davon profitiert); der dafür vertraglich vereinbar-

ten Gegenleistung, nämlich der Bezahlung des Teilnehmerbeitrags in Höhe 

 - 7 - 

 

 

 

von Fr. 2'100.00, kam die Beklagte jedoch unbestrittenermassen nur teil-

weise nach. Im Umfang von Fr. 1'500.00 hat sie ihre vertragliche Leistungs-

pflicht nicht erfüllt, weshalb der Klägerin eine diesbezügliche Forderung zu-

steht. 

 

Auf fälligen öffentlich-rechtlichen Forderungen ist ein Verzugszins von 5 % 

pro Jahr zu bezahlen (§ 6 Abs. 1 VRPG). Die Beklagte hat mit dem Rech-

nungswesen des BKS am 12. Dezember 2019 einen Ratenzahlungsplan 

abgeschlossen (Klagebeilage 7). Gemäss dieser Vereinbarung gilt der 

Ratenplan als nicht eingehalten, wenn eine Ratenzahlung nicht terminge-

recht erfolgt. In diesem Fall wird der gesamte Restbetrag per sofort fällig. 

Die Beklagte bezahlte die beiden ersten Raten fristgerecht, die dritte Rate 

wäre nach unbestrittener Darstellung des Klägers per 7. März 2020 fällig 

gewesen. Nachdem die Beklagte die dritte Rate nicht termingerecht bezahlt 

hat, wurde aufgrund des Ratenzahlungsplans am 8. März 2020 die ge-

samte Restsumme von Fr. 1'500.00 fällig. Analog Art. 102 Abs. 2 OR ist 

der Verzug für die gesamte Forderung über Fr. 1'500.00 am 8. März 2020 

eingetreten. Es wäre dem Kläger demnach zugestanden, ab dem 8. März 

2020 Verzugszins von 5 % für die gesamte Forderung zu verlangen. 

 

Der Kläger beantragt mit seinem Begehren in Ziffer 1 betreffend den Zins 

weniger (nämlich 5 % ab dem Fälligkeitstermin der einzelnen Raten von 

Fr. 300.00), als ihm gesetzlich zustehen würde. Im Rahmen der Disposi-

tionsmaxime ist das Gericht an die Parteibegehren gebunden. Dem Kläger 

ist deshalb der von ihm beantragte Zins zuzusprechen. Zur Vereinfachung 

wird diesbezüglich auf den mittleren Verfalltag, d.h. den 7. Mai 2020, abge-

stellt.  

 

3.2. 

Entscheide auf Geldzahlung oder Sicherheitsleistung werden nach den 

Bestimmungen des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs 

vom 11. April 1889 (SchKG; SR 281.1) vollstreckt (§ 78 VRPG). Die kon-

kreten Vollstreckungsmassnahmen können durch das urteilende Gericht 

angeordnet werden (Art. 79 SchKG). Der Kläger hat einen entsprechenden 

Antrag gestellt, so dass der in der Betreibung Nr. aaa des Regionalen 

Betreibungsamts X. gegen den Zahlungsbefehl vom 7. Dezember 2021 

erhobene Rechtsvorschlag für die in Betreibung gesetzten Fr. 1‘500.00 

nebst Zins zu 5 % zu beseitigen ist. Mit diesem Urteil kann der Kläger die 

Fortsetzung der Betreibung im beantragten Umfang verlangen (Art. 79 

SchKG). Der entsprechende Hinweis wird in das Entscheiddispositiv 

aufgenommen, nachdem er ausdrücklich beantragt wurde.  

 

Was die Betreibungskosten in Höhe von Fr. 73.30 anbelangt, ist der Gläu-

biger gemäss Art. 68 Abs. 2 SchKG berechtigt, diese von den Zahlungen 

des Schuldners vorab zu erheben (vgl. auch Art. 85 Abs. 1 OR, wonach bei 

 - 8 - 

 

 

 

Teilzahlungen des Schuldners eine Anrechnung auf das Kapital nur inso-

weit erfolgt, als er nicht mit Zinsen oder Kosten im Rückstand ist). Aufgrund 

des ausdrücklichen Antrags des Klägers sowie der Klarheit halber rechtfer-

tigt es sich dennoch, die Beklagte ausdrücklich zu verpflichten, dem Kläger 

zusätzlich die Betreibungskosten von Fr. 73.30 zu bezahlen. 

 

III. 

1. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die verwaltungsgerichtlichen Ver-

fahrenskosten von der Beklagten zu tragen (§ 63 VRPG i.V.m. Art. 106 

ZPO). 

 

Die Staatsgebühr wird unter Berücksichtigung der Bedeutung der Sache 

und des Zeitaufwands auf Fr. 800.00 festgelegt (vgl. § 3 Abs. 1 i.V.m. § 22 

Abs. 1 lit. c des Dekrets über die Verfahrenskosten vom 24. November 

1987 [Verfahrenskostendekret, VKD; SAR 221.150]). Für die Kanzleige-

bühr und die Auslagen wird auf §§ 25 ff. VKD verwiesen. 

 

2. 

Mangels anwaltlicher Vertretung sind keine Parteikosten zu ersetzen (vgl. 

§ 63 VRPG i.V.m. Art. 95 Abs. 1 lit. b und Abs. 3 lit. b sowie Art. 106 Abs. 1 

ZPO). 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

1.1. 

In Gutheissung der Klage wird die Beklagte verpflichtet, dem Kläger 

Fr. 1'500.00 nebst Zins zu 5 % seit 7. Mai 2020 zu bezahlen. 

 

1.2. 

Der in der Betreibung Nr. aaa des Regionalen Betreibungsamts X. gegen 

den Zahlungsbefehl vom 7. Dezember 2021 erhobene Rechtsvorschlag 

wird im Umfang der Klagegutheissung gemäss Ziffer 1 hiervor beseitigt. Die 

Betreibung Nr. aaa des Regionalen Betreibungsamts X. kann in diesem 

Umfang fortgesetzt werden. 

 

1.3. 

Die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger die Betreibungskosten in der 

Höhe von Fr. 73.30 zu bezahlen. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 800.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 114.00, gesamthaft Fr. 914.00, sind von der Beklagten zu bezahlen. 

 - 9 - 

 

 

 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Kläger 

die Beklagte 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-recht-

lichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor 

bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und 

vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 1. Dezember 2022 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz:     Gerichtsschreiberin i.V.: 

 

 

 

Michel     Erny