# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83093375-7e66-5d87-83a4-e9b2671d8be6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2014 E-4459/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4459-2014_2014-08-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
  
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-4459/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Daniel Willisegger (Vorsitz), 

Richter Bendicht Tellenbach, Richter Walter Stöckli,  

Gerichtsschreiber Alain Degoumois. 

   Parteien 
 

A._______, 

Syrien,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,  

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Visum aus humanitären Gründen (Asyl); 

Verfügung des BFM vom 11. Juli 2014. 

 

 

 

E-4459/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit offiziellem Formular, datiert vom 3. November 2013, informierte der 

Beschwerdeführer die Schweizerische Botschaft im Libanon darüber, 

dass er B._______ zu einem Besuchsaufenthalt in die Schweiz eingela-

den habe. 

B.  

Am 2. Dezember 2013 ersuchten B._______, C._______, D._______, 

E._______ sowie F._______ (nachfolgend: Gesuchsteller) das Schweize-

rische Generalkonsulat in Istanbul um Ausstellung von Schengen-Visa 

aus humanitären Gründen. 

C.  

Das Schweizerische Generalkonsulat wies die Visaanträge am 20. Feb-

ruar 2014 ab. Es begründete die Entscheide damit, dass die vorgelegten 

Informationen über den Zweck und die Bedingungen des beabsichtigten 

Aufenthalts nicht glaubhaft gewesen seien. 

D.  

Der Beschwerdeführer erhob beim BFM am 4. März 2014 Einsprache ge-

gen die Verweigerung von humanitären Visa. Die Einsprache begründete 

er damit, dass die vorgelegten Informationen über den Zweck und die 

Bedingungen des beabsichtigten Aufenthalts sehr glaubhaft gewesen 

seien. Die Gesuchsteller hätten die verlangten Unterlagen vollständig 

eingereicht. Er sei mit Hilfe von Verwandten, Bekannten und Freunden im 

Stande, für die Kosten seiner Gäste aufzukommen und diese unterbrin-

gen zu lassen. Zudem könne er die anstandslose und fristgerechte Aus-

reise seiner Gäste zusichern. Diese seien in der Türkei sehr schwierigen 

Bedingungen ausgesetzt und könnten nicht in das Kriegsgebiet Syrien 

zurückkehren. 

E.  

Mit Entscheid vom 11. Juli 2014 (eröffnet am 15. Juli 2014) wies das BFM 

die Einsprache vom 4. März 2014 ab und auferlegte dem Beschwerdefüh-

rer die Verfahrenskosten von Fr. 150.–. 

F.  

Mit Eingabe an das Bundesverwaltungsgericht vom 11. August 2014 (Da-

tum Poststempel) beantragte der Beschwerdeführer, der Entscheid des 

BFM vom 11. Juli 2014 sei aufzuheben, die Visagesuche seien gutzu-

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heissen und die Einreise sei zu bewilligen. In prozessualer Hinsicht bean-

tragte er den Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sowie 

die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung. Der Eingabe lagen 

mehrere Beweismittel bei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig. Dar-

unter fallen unter anderem Verfügungen beziehungsweise Einsprache-

entscheide des BFM, mit denen die Erteilung eines Visums verweigert 

wird. In dieser Materie entscheidet das Bundesverwaltungsgericht end-

gültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist als Gastgeber 

der Gesuchsteller zur Beschwerdeführung legitimiert (vgl. statt vieler Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts C-4524/2012 vom 11. März 2014 

E. 1.3.2). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit 

einzutreten (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Verletzung von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Miss-

brauch des Ermessens, unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Be-

hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat – Unangemessenheit hin 

(Art. 49 VwVG). 

3.  

3.1 Das schweizerische Ausländerrecht kennt weder ein allgemeines 

Recht auf Einreise, noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf Er-

teilung eines Visums. Die Schweiz ist daher – wie andere Staaten auch – 

grundsätzlich nicht verpflichtet, ausländischen Personen die Einreise zu 

gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtungen handelt es sich 

dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Botschaft zum Ausländerge-

setz (AuG, SR 142.20) vom 8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 135 II 1 

E. 1.1). 

3.2 Der angefochtenen Verfügung liegen die Gesuche von syrischen 

Staatsangehörigen um Erteilung von humanitären Visa zugrunde. Die im 

AuG und seinen Ausführungsbestimmungen enthaltenen Regelungen 

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über das Visumsverfahren und über die Ein- und Ausreise gelangen nur 

soweit zur Anwendung, als die Schengen-Assoziierungsabkommen keine 

abweichenden Bestimmungen enthalten (Art. 2 Abs. 2 bis 5 AuG). 

3.3 Angehörige von Staaten, die nicht Teil des Schengen-Raumes sind 

(sog. Drittstaaten), benötigen zur Einreise in die Schweiz beziehungswei-

se den Schengen-Raum für einen Aufenthalt von höchstens drei Monaten 

gültige Reisedokumente, die zum Grenzübertritt berechtigen, und ein Vi-

sum, sofern dieses erforderlich ist. Im Weiteren müssen Drittstaatsange-

hörige den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts be-

legen und hierfür über ausreichende finanzielle Mittel verfügen. Nament-

lich haben sie zu belegen, dass sie den Schengen-Raum vor Ablauf der 

Gültigkeitsdauer des beantragten Visums verlassen beziehungsweise 

Gewähr für ihre fristgerechte Wiederausreise bieten. Ferner dürfen Dritt-

staatsangehörige nicht im Schengener Informationssystem (SIS) zur Ein-

reiseverweigerung ausgeschrieben sein und keine Gefahr für die öffentli-

che Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentliche Gesundheit oder die 

internationalen Beziehungen eines Mitgliedstaats darstellen (vgl. zum 

Ganzen: Art. 5 Abs. 1 und Abs. 2 AuG; Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom 

22. Oktober 2008 über die Einreise und die Visumserteilung [VEV, 

SR 142.204] i.V.m. Art. 5 Abs. 1 Schengener Grenzkodex [SGK], ABl. 

L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32 [geändert durch Art. 2 der Verordnung 

{EU} Nr. 265/2010 vom 25. März 2010, ABl. L 85 vom 31.03.2010, S. 1-4]; 

Art. 14 Abs. 1 Bst. a-c und Art. 21 Abs. 1 Visakodex, ABl. L 243 vom 

15.09.2009, S. 1-58). 

3.4 Sind die Voraussetzungen für die Ausstellung eines für den gesamten 

Schengen-Raum geltenden Visums nicht erfüllt, kann in Ausnahmefällen 

ein Visum mit räumlich beschränkter Gültigkeit erteilt werden. Unter ande-

rem kann der betreffende Mitgliedstaat von dieser Möglichkeit Gebrauch 

machen, wenn er es aus humanitären Gründen, aus Gründen des natio-

nalen Interesses oder aufgrund internationaler Verpflichtungen für erfor-

derlich hält (Art. 2 Abs. 4 und Art. 12 Abs. 4 VEV, Art. 25 Abs. 1 Bst. a Vi-

sakodex; ebenso Art. 5 Abs. 4 Bst. c SGK). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz begründet ihren Einspracheentscheid damit, dass der 

Beschwerdeführer als Gastgeber nicht über eine ordnungsgemässe Auf-

enthaltsbewilligung in der Schweiz verfüge, so wie es die Weisung des 

BFM vom 4. September 2013 vorgesehen habe. Aufgrund dieser Tatsa-

che komme die Erteilung eines Visums nach dieser Weisung des BFM 

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nicht infrage. Weiter sei nach Art. 32 Visakodex in Verbindung mit Art. 12 

VEV die Ausstellung eines Visums insbesondere zu verweigern, wenn der 

Aufenthaltszweck und die Umstände des Aufenthalts für einen vorüber-

gehenden, höchstens drei Monate dauernden Aufenthalt in der Schweiz 

und im Schengen-Raum nicht genügend belegt worden seien und die ge-

suchstellende Peron nicht hinreichend Gewähr für eine fristgerechte Aus-

reise zu bieten vermöge. Der Antragsteller müsse die Behörden davon 

überzeugen, dass die Rückreise in das Herkunftsland gewährleistet sei. 

Die Gesuchsteller stammten aus einer Region, aus welcher als Folge der 

dort insbesondere in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht herrschen-

den Verhältnisse der Zuwanderungsdruck stark sei. Wie die Erfahrung 

gezeigt habe, versuchten sich viele Personen aufgrund dieser prekären 

Situation ins Ausland zu begeben. Deshalb müsse das Risiko einer nicht 

fristgerechten und anstandslosen Rückkehr als grundsätzlich hoch einge-

stuft werden. Dass die Gesuchsteller trotz der in Syrien herrschenden 

Krise besondere persönliche Gründe hätten, die eine fristgerechte Rück-

reise sicherstellen könne, sei nicht hinreichend dargelegt worden. Eine 

Einreise im Rahmen eines Visums aus humanitären Gründen könne nur 

bewilligt werden, wenn bei einer Person aufgrund des konkreten Einzel-

falls offensichtlich davon ausgegangen werden müsse, sie sei im Heimat- 

oder Herkunftsstaat an Leib und Leben gefährdet. Sie müsse sich in einer 

besonderen Notsituation befinden, die ein behördliches Eingreifen zwin-

gend erforderlich mache und die Erteilung eines Einreisevisums rechtfer-

tige. Befinde sich eine Person bereits in einem Drittstaat, sei in der Regel 

davon auszugehen, dass keine Gefährdung mehr bestehe. Eine solche 

Gefährdung bestehe vorliegend nicht. Die Gesuchsteller hielten sich in 

einem sicheren Drittstaat auf. Eine zwangsweise Rückführung in ihren 

Heimatstaat stehe nicht bevor. Auch gebe es keine Hinweise, dass die 

Gesuchsteller im Aufenthaltsstaat wegen der Herkunft von Verfolgung 

oder Schikanen betroffen wären. Es lägen somit keine besonderen, hu-

manitären Gründe vor, die eine Einreise in die Schweiz trotzdem als 

zwingend erscheinen liessen. Die Ausstellung der beantragten Visa sei zu 

Recht verweigert worden und die Einsprache sei abzuweisen. 

4.2 Der Beschwerdeführer bringt dagegen im Wesentlichen vor, die 

Gründe für die Visa seien glaubhaft und plausibel dargelegt worden. Er 

habe nach der Weisung des BFM vom 4. September 2013 gehandelt. Die 

Umsetzung der genannten Weisung sei fehlerhaft und rechtswidrig, da 

ihm mehrere Beispiele von anderen Personen bekannt seien, die trotz ei-

nes nur vorläufigen Aufenthalts des Gastgebers ein Visum erhalten hät-

ten. Wegen der illegalen Einreise in die Türkei hätten es die Gesuchstel-

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ler sehr schwer; hinzu komme eine mangelnde medizinische Versorgung. 

Deshalb würden viele Flüchtlinge eine Rückkehr nach Syrien wagen. Zu-

dem würden die syrischen Flüchtlinge in der Türkei ausgenutzt. Die 

Stimmung gegen die syrischen Flüchtlinge in der Türkei sei sehr aufge-

heizt und deren Lage sei kritisch. Es bestehe dringender Handlungsbe-

darf und eine Entspannung der Lage sei nicht in Sicht. Ohne Aufenthalts-

berechtigung würden die Flüchtlinge in der Türkei nicht medizinisch be-

treut. Die Situation sei allgemein kritisch. Sein Bruder (Gesuchsteller) ha-

be grosse gesundheitliche Probleme. Er leide an Rückenproblemen und 

brauche medikamentöse und begleitende Physiotherapie, welche dort 

nicht verfügbar sei. Auch sei er dringend auf eine Operation angewiesen. 

Die benötigten Medikamente müsse er ihm in die Türkei senden, was auf 

Dauer jedoch keine Lösung sei. Er habe für eine Unterkunft und die Un-

terstützung der Gesuchsteller garantiert. Diese beabsichtigten nicht, bis 

zu ihrem Tod in der Schweiz zu bleiben. Schliesslich seien auch viele 

Schweizer bereit, syrische Flüchtling bei sich aufzunehmen. 

5.  

Die Gesuchsteller unterliegen als syrische Staatsangehörige gemäss 

Art. 1 Abs. 1 VO Nr. 539/2001 in Verbindung mit Anhang I einer Visums-

pflicht für den Schengen-Raum. Im Beschwerdeverfahren wird vorge-

bracht, die bereits in der angefochtenen Verfügung geprüften Vorausset-

zungen für die Erteilung eines solchen Schengen-Visums würden erfüllt, 

insbesondere sichere der Beschwerdeführer eine fristgerechte Wieder-

ausreise der Gesuchsteller zu. Aufgrund der gesamten Umstände kann 

jedoch in Übereinstimmung mit der Vorinstanz nicht darauf geschlossen 

werden, dass die Gesuchsteller nach Ablauf der Visa fristgerecht aus dem 

Schengen-Raum ausreisen würden. Diesbezüglich kann ohne Weiteres 

auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden. Dem Beschwer-

deführer gelingt es nicht, in substanziierter und überzeugender Weise ei-

ne Ausreise der Gesuchsteller nach Ablauf des Schengen-Visums zuzusi-

chern. Die Erteilung eines Visums mit Gültigkeit für den gesamten 

Schengen-Raum fällt daher nicht in Betracht. Im Folgenden ist daher ein-

zig zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht die Erteilung eines Einreisevi-

sums in die Schweiz aus humanitären Gründen abgelehnt hat. 

6.  

6.1 Mit der dringlichen Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 

2012 (AS 2012 5359), die am 29. September 2012 in Kraft trat, wurden 

unter anderem die Bestimmungen betreffend die Stellung von Asylge-

suchen aus dem Ausland aufgehoben. Da im Einzelfall jedoch nicht aus-

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geschlossen werden kann, dass Personen, die Schutz vor asylrechtlicher 

Verfolgung suchen, bei den Schweizerischen Vertretungen vorsprechen 

und um die Einreise in die Schweiz ersuchen, wurde die Möglichkeit ge-

schaffen, aus humanitären Gründen und mit Zustimmung des BFM ein 

Einreisevisum zu erteilen (Art. 2 Abs. 4 VEV [in Kraft getreten am 

1. Oktober 2012]). Sobald sich der Inhaber eines Visums aus humanitä-

ren Gründen in der Schweiz befindet, muss er ein Asylgesuch einreichen. 

Falls er das unterlässt, hat er die Schweiz nach drei Monaten zu verlas-

sen. 

6.2 Ein Visum aus humanitären Gründen kann erteilt werden, wenn bei ei-

ner Person aufgrund des konkreten Einzelfalles offensichtlich davon aus-

gegangen werden muss, dass sie im Heimat- oder Herkunftsstaat unmit-

telbar, ernsthaft und konkret an Leib und Leben gefährdet ist. Die betrof-

fene Person muss sich in einer besonderen Notsituation befinden, die ein 

behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht und die Erteilung ei-

nes Einreisevisums rechtfertigt. Dies kann etwa bei akuten kriegerischen 

Ereignissen oder bei einer aufgrund der konkreten Situation unmittelba-

ren individuellen Gefährdung gegeben sein. Das Gesuch ist unter Berück-

sichtigung der aktuellen Gefährdung, der persönlichen Umstände der be-

troffenen Person und der Lage im Heimat- oder Herkunftsland sorgfältig 

zu prüfen. Befindet sich die Person bereits in einem Drittstaat, ist in der 

Regel davon auszugehen, dass keine Gefährdung mehr besteht. Die Ein-

reisevoraussetzungen sind somit beim Visumsverfahren noch restriktiver 

als bei den Auslandgesuchen, bei denen Einreisebewilligungen nur sehr 

zurückhaltend erteilt wurden (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 26. Mai 

2010 zur Änderung des Asylgesetzes, BBl 2010 4455, insbesondere 

4467 f., 4471 f. und 4490 f.; Weisung des BFM vom 28. September 2012 

betreffend Visumsantrag aus humanitären Gründen [zu finden auf der In-

ternetseite des BFM]; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts D-3372/2013 

vom 30. September 2013 E. 4.3). 

7.  

7.1 Vorderhand ist festzuhalten, dass die Gesuchsteller als syrische 

Staatsangehörige gemäss Art. 1 Abs. 1 VO Nr. 539/2001 in Verbindung 

mit Anhang I einer Visumspflicht für den Schengen-Raum unterliegen. 

Bezüglich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Anwendbarkeit 

der Weisung des BFM vom 4. September 2014 ist Folgendes auszufüh-

ren: 

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Die Gesuchsteller haben ihre Anträge für humanitäre Visa am 2. Dezem-

ber 2013 auf dem Schweizerischen Generalkonsulat in Istanbul einge-

reicht, mithin zu einem Zeitpunkt, als das BFM die Weisung vom 4. Sep-

tember 2013 mit sofortiger Wirkung ab dem 29. November 2013 bereits 

aufgehoben hatte. Entscheidend zur Bestimmung der Anwendbarkeit der 

Weisung vom 4. September 2013 ist jedoch, wann die Gesuchseinrei-

chung, d.h. die Vorsprachen (Anmeldungen für Termine bei den Service-

zentren) erfolgten (vgl. Weisung des BFM vom 29. November 2013 Ziff. 1 

[zu finden auf der Internetseite des BFM]). Den Akten kann nicht ent-

nommen werden, wann sich die Gesuchsteller für einen Termin zum Vi-

sumsantrag anmeldeten. Dies kann jedoch offenbleiben, da die Vorin-

stanz richtigerweise vorbrachte, die mit Weisung vom 4. September 2013 

erteilten Visumserleichterungen gälten nur für Angehörige von syrischen 

Staatsangehörigen in der Schweiz, die über eine B- oder C-Bewilligung 

verfügten oder in der Schweiz eingebürgert worden seien (Ziff. I.a.). Beim 

Beschwerdeführer handelt es sich unbestrittenermassen um einen in der 

Schweiz vorläufig aufgenommenen Flüchtling, weshalb die Weisung des 

BFM vom 4. September 2013 nicht auf die Visagesuche der Gesuchstel-

ler anzuwenden ist. Daran ändern auch die Vorbringen des Beschwerde-

führers nichts, in anderen ihm bekannten Fällen seien trotz des Status ei-

nes vorläufig aufgenommenen Flüchtlings die beantragten humanitären 

Visa erteilt worden. Die Nichtanwendbarkeit der Weisung vom 4. Sep-

tember 2013 bedeutet nämlich noch nicht, dass die Visagesuche ohne 

Weiteres abzuweisen sind, sondern es erfolgt eine einzelfallgerechte Prü-

fung des Vorliegens humanitärer Gründe, jedoch ohne Anwendung der 

erwähnten Visaerleichterungen. Insofern ist der vom Beschwerdeführer 

herangezogene Vergleich mit anderen Verfahren unbehelflich. Mangels 

Anwendbarkeit der Visaerleichterungen ist in einem weiteren Schritt das 

Vorhandensein humanitärer Gründe für die Erteilung der beantragten Visa 

zu prüfen. 

7.2 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz steht nach Prüfung der Akten 

fest, dass vorliegend die Voraussetzungen für die Erteilung eines humani-

tären Visums nicht erfüllt sind. Um Wiederholungen zu vermeiden, kann 

auf die zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung ver-

wiesen werden. Die Vorinstanz geht zu Recht davon aus, dass die Ge-

suchsteller in der Türkei Schutz vor Verfolgung gefunden haben, da sie 

dort nicht mit Verfolgung zu rechnen haben. Es bestehen auch keine An-

zeichen dafür, dass sie eine Ausschaffung nach Syrien zu befürchten hät-

te. Sie sind somit in der Türkei nicht ernsthaft an Leib und Leben bedroht 

und befinden sich im Hinblick auf die allgemeine Lage, mit der sich die 

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Seite 9 

syrischen Flüchtlinge in der Türkei konfrontiert sehen, nicht in einer be-

sonderen Notsituation, die ein behördliches Eingreifen zwingend erforder-

lich machen würde, selbst wenn bekannt ist, dass die Situation für syri-

sche Flüchtlinge in der Türkei schwierig ist. Beim Vorbringen in der Be-

schwerde, sein Bruder habe ernsthafte medizinische Probleme, die einer 

dringenden Therapie und Medikation bedürften, welche in der Türkei nicht 

verfügbar seien, handelt es sich um eine nicht belegte Parteibehauptung, 

die nicht genügt, eine Bundesrechtsverletzung der Vorinstanz aufzuzei-

gen. Hinzu kommt, dass ein solches medizinisches Problem eines der 

Gesuchsteller in der Einsprache vom 4. März 2014 nicht erwähnt wurde. 

Auch die Beschwerdevorbringen beziehungsweise die Ausführungen in 

den mit der Beschwerdeschrift eingereichten Beweismitteln (Reportage 

des TV-Senders Alarabiya, Artikel Deutsche Welle [DW], Artikel Spiegel 

Online vom 2. August 2014, undatierter Artikel St. Galler Tagblatt online) 

sind nicht geeignet, eine Änderung der vorinstanzlichen Einschätzung zu 

bewirken, zumal darin nicht dargetan wird, dass die Gesuchsteller in der 

Türkei an Leib und Leben bedroht sind. 

7.3 Nach dem Gesagten wurden den Gesuchstellern zu Recht keine hu-

manitären Visa ausgestellt. 

8.  

Aus vorstehenden Erwägungen folgt, dass die angefochtene Verfügung 

im Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

9.  

In Ablehnung des Gesuchs um unentgeltliche Prozessführung wegen 

Aussichtslosigkeit der Begehren (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) sind die 

Kosten des vorliegenden Verfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerle-

gen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt Fr. 600.– festzuset-

zen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]). Der Antrag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvor-

schusses wird mit dem vorliegenden Direktentscheid gegenstandslos. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das Schweizerische Gene-

ralkonsulat in Istanbul, das BFM und die kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Willisegger Alain Degoumois 

 

 

Versand: