# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3931f7c7-4478-5a2e-a19c-7b907196165d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2007-03-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.03.2007 D-5957/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5957-2006_2007-03-19.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5957/2006
spn/wer
{T 0/2}

Urteil vom 19. März 2007

Mitwirkung: Richterin Spälti Giannakitsas, Richter Schmid, Richter Schürch
                   Gerichtsschreiber Weber

X._______, geboren _______, Kamerun, 
vertreten durch _______,

Beschwerdeführerin

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,

Vorinstanz

betreffend

Verfügung vom 3. Mai 2006 i.S. Asyl und Wegweisung / _______

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest:

A. Die Beschwerdeführerin verliess ihren Heimatstaat nach eigenen Angaben am 27. 
Februar 2006 auf dem Seeweg und gelangte am 1. April 2006 nach Marseille. Von 
Frankreich her kommend reiste sie am 7.  April  2006 in die Schweiz ein, wo sie 
gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 13. April 2006 wurde sie im Empfangs-und 
Verfahrenszentrum  _______  summarisch  befragt.  Am  28.  April  2006  führte  die 
Vorinstanz _______ eine direkte Bundesanhörung durch. 

B. Anlässlich  der  Befragungen  machte  die  Beschwerdeführerin  -  eine  ethnische 
Douala  aus  der  gleichnamigen  Stadt  mit  letztem  Wohnsitz  in  _______  -  im 
Wesentlichen  geltend,  seit  2003  als  Pflegehilfe  im Medizinalzentrum des Roten 
Kreuzes  von  _______  tätig  gewesen  zu  sein.  Am  6.  Januar  2006  habe  eine 
hilfsbedürftige  Patientin  zwecks  Abgabe  von  Medikamenten  vorgesprochen.  Sie 
habe  ausgesagt,  von  ihrem  Ehemann  geschlagen  worden  zu  sein.  Ihr  Zustand 
habe  sich  plötzlich  dramatisch  verschlechtert.  Im  Rahmen  des  veranlassten 
Transportes zum nächsten Spital sei sie gestorben. Ihr Ehemann - ein Oberst der 
Armee - habe die Beschwerdeführerin unter Todesdrohungen für den Tod seiner 
Gattin  verantwortlich  gemacht.  An  anderer  Stelle  führte  die  Beschwerdeführerin 
aus,  vom  Ehemann  der  Verstorbenen  bedroht  zu  werden,  weil  sie  von  den 
Misshandlungen  erfahren  habe.  Am  10.  Januar  2006  sei  er  gewaltsam  in  die 
Wohnung  der  Beschwerdeführerin  eingedrungen.  Sie  selbst  sei  ausser  Haus 
gewesen.  Er  habe  gemäss  Aussagen  von  Nachbarn  erneut  gedroht,  sie  bei 
nächster Gelegenheit zu töten, und ihre in der Wohnung befindlichen Dokumente 
verbrannt.  Die  Beschwerdeführerin  habe  daraufhin  am  11.  Januar  2006  den 
Präsidenten  des  Roten  Kreuzes  in  _______  aufgesucht.  Dieser  habe  erfolglos 
versucht,  den  Obersten  von  seinem  geplanten  Vorhaben  abzubringen.  In 
Anbetracht dieser Sachlage habe besagter Präsident die Beschwerdeführerin am 
15. Januar 2006 zu einem befreundeten Priester in Douala gebracht. Wegen der 
geschilderten Situation sei sie von dort aus am 27. Februar 2006 ausser Landes 
geflohen. 

C. Mit  Verfügung vom 3.  Mai  2006 - gleichentags  eröffnet  -  stellte  das Bundesamt 
fest,  die  Beschwerdeführerin  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte 
das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte es die Wegweisung der Beschwerdefüh-
rerin aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung an. Es begründe-
te seinen ablehnenden Entscheid damit, dass die Handlungen des Armeeobersten 
als private Verfolgung nicht dem Staat angelastet werden könnten. Die Beschwer-
deführerin habe gemäss ihren Aussagen auf eine Anzeige bei den Behörden ver-
zichtet,  weshalb  diese ihre  Schutzfähigkeit  und  Schutzwilligkeit  gar  nicht  hätten 
unter Beweis stellen können. Ausserdem habe die Beschwerdeführerin die letzten 
sechs Wochen vor der Ausreise ohne Behelligungen in Douala verbracht.  Allfäl-
ligen weiteren Übergriffen hätte sie mithin  durch eine geeignete Wohnsitznahme 
bereits im Heimatland entgehen können. Den Vollzug der Wegweisung erachtete 
die Vorinstanz für zulässig, zumutbar und möglich. 

D. Mit Beschwerde vom 2. Juni 2006 (Postaufgabe) beantragte die Beschwerdeführe-

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rin bei der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) durch ihre Vertretung die 
Aufhebung des angefochtenen Entscheids.  Es sei  die Flüchtlingseigenschaft  der 
Beschwerdeführerin  festzustellen und ihr  Asyl  zu gewähren.  Eventualiter  sei  die 
Unzulässigkeit  respektive  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
festzustellen und die vorläufige Aufnahme anzuordnen.  Es sei  die unentgeltliche 
Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  zu  gewähren.  Zur  Begründung  wurde 
vorgebracht, dass die Beschwerdeführerin in Kamerun in Anbetracht der Situation 
vor  Ort  nicht  auf  wirksamen  staatlichen  Schutz  vor  den  Nachstellungen  des 
Obersten hätte vertrauen können.  Aufgrund der Macht  des Obersten und der  in 
Kamerun  grassierenden  Korruption  sei  seine  Verfolgung  respektive  Bestrafung 
illusorisch.  Entgegen  der  vorinstanzlichen  Einschätzung  sei  sie  auch  in  Douala 
gefährdet.  Schliesslich  würde ein allfälliger  Wegweisungsvollzug gegen die rele-
vanten  gesetzlichen  Bestimmungen  verstossen.  Der  Eingabe  lag  ein  Fax-
Schreiben des Präsidenten des Roten Kreuzes aus _______ vom 30.  Mai  2006 
bei. 

E. Mit Zwischenverfügung vom 13. Juni 2006 verzichtete die ARK auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses. Das Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wurde 
gutgeheissen. Die Beschwerdeführerin wurde aufgefordert,  innert  Frist das Origi-
nal des Dokuments vom 30. Mai 2006 nachzureichen. 

F. Mit Vernehmlassung vom 17. August 2006 hielt das Bundesamt an seiner Verfü-
gung vollumfänglich fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Das ein-
gereichte  Beweismittel  belege  im  Falle  seiner  Echtheit  einen  nicht  bestrittenen 
Sachverhalt. 

G. Am 17.  August  2006 reichte die Beschwerdeführerin  die unter  Bst.  E. erwähnte 
Bestätigung im Original nach. 

H. Die der Beschwerdeführerin am 21. August 2006 eingeräumte Replikfrist verstrich 
ungenutzt. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss Art.  31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 
173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen 
nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 vorliegt. Als 
Vorinstanzen gelten die in Art. 33 und 34 VGG genannten Behörden. Dazu gehö-
ren Verfügungen des BFM gestützt auf das Asylgesetz vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31); das Bundesverwaltungsgericht entscheidet in diesem Bereich endgül-
tig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 
2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht übernimmt, sofern es zuständig ist, die Beurteilung 

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der am 1. Januar 2007 bei der ARK hängigen Rechtsmittel. Das neue Verfahrens-
recht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG). 

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder unvoll-
ständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die Unangemessen-
heit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. Die Beschwerde ist form- und fristgerecht eingereicht; die Beschwerdeführerin ist 
legitimiert  (Art.  6 AsylG i.V.m. Art. 48 und 50 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist 
mithin einzutreten.

3.

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz grundsätzlich Flüchtlingen Asyl. 
Als Flüchtling wird eine ausländische Person anerkannt, wenn sie in ihrem Heimat-
staat oder im Land, wo sie zuletzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-
tät,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  poli-
tischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gel-
ten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Freiheit sowie Massnahmen, 
die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen oder zumin-
dest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht,  wenn die Behörde ihr Vor-
handensein mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  für gegeben hält.  Unglaubhaft 
sind insbesondere  Vorbringen,  die in  wesentlichen Punkten zu wenig  begründet 
oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

4.

4.1 Die Beschwerdeführerin rügt, das Bundesamt gehe zu Unrecht von der fehlenden 
Asylrelevanz der Vorbringen aus und verkenne die prekäre Situation in ihrem Hei-
matland. 

4.2 Dieser Einschätzung kann nicht gefolgt werden. Bei einer Durchsicht der Protokol-
le fällt vorab auf, dass die Beschwerdeführerin die angeblichen Vorkommnisse in 
keiner Weise substantiiert,  sehr stereotyp und teilweise ungereimt schilderte; sie 
vermochte dadurch nur sehr bedingt den Eindruck von tatsächlich Erlebtem bezie-
hungsweise  Befürchtetem  in  der  geltend  gemachten  Form  zu  vermitteln.  Nicht 
recht einleuchten will auch der Umstand, dass der Ehemann der Verstorbenen nur 
gegen  die  Beschwerdeführerin,  die  als  Hilfskraft  in  besagtem  Medizinalzentrum 
angestellt war, vorgegangen sein soll und nicht gegen die dort ebenfalls beschäf-
tigte diplomierte Krankenschwester. Dabei weist das auf Beschwerdeebene einge-
reichte Bestätigungsschreiben des Roten Kreuzes vom 30. Mai 2006 als allfälliges 
Gefälligkeitsschreiben kaum erhöhten Beweiswert auf. Unbesehen dieser Sachla-
ge hat die Vorinstanz die Asylrelevanz der Bedrohung durch den Armeeobersten 
vorliegend zu Recht verneint.  Aus den Wahlen vom 11. Oktober 2004 in Kamerun 
ging der seit 1982 als Präsident amtierende Paul Biya erneut als Sieger hervor. Im 
Vorfeld dieser Wahlen unternahm die kamerunische Regierung gewisse Anstren-
gungen,  die  Menschenrechtslage  zu verbessern,  die  Demokratisierung  voranzu-

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treiben und die Korruption einzudämmen. Diese Bemühungen wurden nach dem 
Sieg Biyas, welcher auf weitere sieben Jahre gewählt  worden war, vorerst kaum 
weitergeführt  beziehungsweise zeitigten im Sinne der diesbezüglich zutreffenden 
Beschwerdevorbringen  keine  offenkundigen  Erfolge.  Die  Polizei  und  die 
Sicherheitskräfte werden nach wie vor für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen 
verantwortlich  gemacht.  Entsprechende  Vorfälle  werden  nur  bedingt  durch 
staatliche  Stellen  untersucht.  Gewisse  Anstrengungen,  die  Schuldigen  zu 
bestrafen,  sind  aber  erkennbar.  Im  Weiteren  sind  vor  Ort  zahlreiche 
Menschenrechtsorganisationen  aktiv.  Deren  Unabhängigkeit  und  Effizienz  wird 
unterschiedlich eingeschätzt (vgl. UK home office, Kamerun, update Oktober 2006; 
Jahresbericht ai  2006). Insgesamt kann mithin entgegen den wenig stichhaltigen 
Beschwerdevorbringen davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin 
in Kamerun Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung hätte finden können und es ihr 
überdies zuzumuten gewesen wäre, beispielsweise mit Unterstützung des von ihr 
erwähnten  Präsidenten  des  Roten  Kreuzes  oder  dem  mit  ihm  befreundeten 
Priester  in  Douala  entsprechende  Stellen  anzugehen,  um  dem  Treiben  des 
Obersten  Einhalt  zu  gebieten  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  18).  Schliesslich 
machte  die  Beschwerdeführerin  für  den  Zeitraum  des  Aufenthalts  in  Douala 
keinerlei Behelligungen geltend; demnach ist entgegen den Beschwerdevorbringen 
fraglich,  ob  sie  wie  geltend  gemacht  tatsächlich  landesweit  mit  (privater) 
Verfolgung hätte rechnen müssen (A 7/6, Antworten 24 und 32). Ein landesweites 
Verfolgungsinteresse  des  Ehemannes  der  Verstorbenen  erscheint  denn  auch 
bereits  aufgrund  der  geltend  gemachten  Ereignisse  kaum  nachvollziehbar.  Die 
Asylrelevanz der Vorbringen ist mithin zu verneinen.

4.3 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die weiteren Ausfüh-
rungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, weil sie am Ergebnis nichts 
ändern  können.  Unter  Berücksichtigung der  gesamten Umstände folgt,  dass  die 
Beschwerdeführerin  keine Gründe nach Art.  3 AsylG nachweisen oder glaubhaft 
machen konnte. Das Bundesamt hat ihr Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

5.

5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 
es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; da-
bei  ist  der Grundsatz der Einheit  der Familie  zu berücksichtigen (Art.  44 Abs.  1 
AsylG). Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zu-
mutbar,  so regelt  das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis  nach den gesetz-
lichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 
2 AsylG; Art. 14a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt 
und Niederlassung der Ausländer [ANAG, SR 142.20]). 

5.2 Der Vollzug ist nicht möglich, wenn der Ausländer weder in den Herkunfts- oder in 
den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht werden kann. Er ist nicht zuläs-
sig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Aus-
länders in seinen Heimat-,  Herkunfts-  oder einen Drittstaat  entgegenstehen.  Der 
Vollzug kann insbesondere nicht zumutbar sein, wenn er für den Ausländer eine 
konkrete Gefährdung darstellt (Art. 14a Abs. 2 - 4 ANAG).

5.3 Niemand darf in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwungen werden, in 

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dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG gefährdet sind oder in dem die Gefahr besteht, dass er zur Ausreise in ein 
solches Land gezwungen wird (Art. 5 Abs. 1 AsylG).

5.4 Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossen-
schaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-
zember  1984 gegen Folter  und andere  grausame,  unmenschliche oder  erniedri-
gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Kon-
vention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 
1950 (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder ernied-
rigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine fremdenpolizeiliche Aufenthalts-
bewilligung  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung 
wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

7.

7.1 Das BFM wies in  der  angefochtenen Verfügung zutreffend darauf  hin,  dass der 
Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  gemäss  Art.  5  Abs.  1  AsylG  nur  Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Die Beschwerdeführerin erfüllt die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht,  weshalb das in Art.  5 AsylG verankerte Prinzip des 
flüchtlingsrechtlichen Non-refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwen-
dung findet. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin nach Kamerun wäre demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus 
den Aussagen der Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, 
dass  sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  nach  Kamerun  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 
Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 
Menschenrechte sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste sie eine kon-
krete Gefahr nachweisen oder zumindest glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer 
Rückschiebung Folter  oder unmenschliche Behandlung droht  (vgl.  EMARK 2001 
Nr. 16 S. 122, Nr. 17 S. 130 f., 1996 Nr. 18 S. 182 ff., jeweils mit weiteren Hinwei-
sen).  Das ist  jedoch vorliegend nicht  der Fall,  zumal  die Beschwerdeführerin  im 
Bedarfsfall entsprechende Stellen um Schutz ersuchen kann. Nach dem Gesagten 
ist  der  Vollzug der Wegweisung sowohl  im Sinne der  asyl-  als auch der  völker-
rechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.2 Aus humanitären Gründen, nicht in Erfüllung einer völkerrechtlichen Verpflichtung 
der  Schweiz,  wird  auf  den  Vollzug  der  Wegweisung  auch  verzichtet,  wenn  die 
Rückkehr in den Heimatstaat für den Betroffenen eine konkrete Gefährdung dar-
stellt.  Eine solche Gefährdung kann angesichts der im Heimatland herrschenden 
allgemeinen politischen Lage, die sich durch Krieg, Bürgerkrieg oder durch eine Si-
tuation  allgemeiner  Gewalt  kennzeichnet,  oder  aufgrund  anderer  Gefahrenmo-
mente  wie  beispielsweise  einer  notwendigen  medizinischen  Behandlung,  die  im 
Heimatstaat nicht durchgeführt werden kann, angenommen werden (vgl. Botschaft 
zum  Bundesbeschluss  über  das  Asylverfahren  vom  22. Juni  1990,  BBl  1990  II 
668). 

7.2.1 Eine  Situation,  welche  die  Beschwerdeführerin  als  Gewalt-  oder  de-facto-
Flüchtling  qualifizieren  würde,  lässt  sich  aufgrund  der  heutigen  Situation  in 

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Kamerun  nicht  bejahen.  Ohne  die  sozialen,  politischen  und  wirtschaftlichen 
Defizite  vor  Ort  zu  verkennen,  kann bezüglich  Kamerun  -  und  insbesondere 
betreffend Douala, wo sich die Beschwerdeführerin vor der Ausreise aufgehalten 
hat  -   aber  nicht  von  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  von  einer  Situation  allgemeiner 
Gewalt,  welche für die Beschwerdeführerin bei ihrer Rückkehr in die Heimat eine 
konkrete Gefahr darstellen würde, gesprochen werden. 

7.2.2 Individuelle  Unzumutbarkeitsaspekte,  welche  gegen  einen  Vollzug  der 
Wegweisung der Beschwerdeführerin in ihr Heimatland sprechen würden, sind vor-
liegend  ebenfalls  nicht  ersichtlich.  Im  Heimatland  dürfte  ein  gewisses  soziales 
Netz bestehen. Die Beschwerdeführerin erwähnte in diesem Zusammenhang zwei 
Brüder  und  eine  Schwester  (A  1/9,  S.  3).  Ausserdem  wurde  sie  durch  einen 
Vertreter des Roten Kreuzes und einen Priester unterstützt. In beruflicher Hinsicht 
verfügt  sie  über  Pflegeerfahrung  in  einem  Ambulatorium  (A  1/9,  S.  2).  In 
Berücksichtigung  sämtlicher  für  das  vorliegende  Verfahren  relevanter  Umstände 
erachtet  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Vollzug  der  Wegweisung  durch 
Rückschaffung der Beschwerdeführerin nach Kamerun daher als zumutbar. 

7.3 Schliesslich obliegt  es  der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständigen Vertre-
tung ihres Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reisedokumente zu 
beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 
möglich zu bezeichnen ist.

7.4 Der von der Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug steht daher in Übereinstim-
mung mit  den zu beachtenden Bestimmungen und ist  zu bestätigen.  Nach dem 
Gesagten fällt eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 14a 
Abs. 1 - 4 ANAG).

8. Aus diesen Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundes-
recht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig fest-
stellt  und angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde  ist  nach  dem Ge-
sagten abzuweisen.

9. Bei  diesem Ausgang  des Verfahrens  wären  die  Kosten  der  Beschwerdeführerin 
aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG)  und auf  insgesamt  Fr.  600.--  festzusetzen 
(Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 des Reglements über die Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  vom  20.  April  2006 
[VGKE]). Nachdem ihr Gesuch im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG mit Zwischen-
verfügung vom 13. Juni 2006 gutgeheissen wurde, ist von der Kostenauflage abzu-
sehen. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3. Dieses Urteil geht an:

- die  Beschwerdeführerin  durch  Vermittlung  ihrer  Vertretung,  2  Expl.  (einge-
schrieben)

- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den  Akten 
(Kopie; Ref.-Nr. _______)

- _______ (Kopie; Ref.-Nr. _______)

Die Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

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