# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 749e8a6f-fd00-5eed-b023-4324cf420853
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-02-05
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 05.02.2020 BB.2020.1
**Docket/Reference:** BB.2020.1
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2020-1_2020-02-05

## Full Text

Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).

Verfügung vom 5. Februar 2020 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichterin  
Cornelia Cova, als Einzelrichterin, 
Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 
Parteien 

  
Rechtsanwalt A.,  

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
   

OBERGERICHT DES KANTONS AARGAU, Straf-
gericht, 1. Kammer,  

Beschwerdegegner 
 
 

Gegenstand  Entschädigung der amtlichen Verteidigung 
(Art. 135 Abs. 3 StPO) 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2020.1 
 
 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 
 

A. Rechtsanwalt A. war der amtliche Verteidiger von B. Die Staatsanwaltschaft 
Zofingen-Kulm warf B. vor, zwischen dem 22. November 2013 und dem 
15. November 2017 insgesamt zwölf Einbruchdiebstähle begangen zu ha-
ben, mit einem Deliktsbetrag von rund Fr. 94'500.-- und einem Sachschaden 
von rund Fr. 40'600.--. Das Bezirksgericht Zofingen verurteilte B. am 11. April 
2019 wegen gewerbsmässigen Diebstahls, mehrfacher Sachbeschädigung 
sowie mehrfachen Hausfriedensbruchs und bestrafte ihn, teilweise als Zu-
satzstrafe, mit einer Freiheitsstrafe von 5 ½ Jahren (Urteil von 39 Seiten). 
Auf den Antrag, ihn auch des Landes zu verweisen, trat das Bezirksgericht 
nicht ein.  
 
 

B. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm erklärte am 15. August 2019 Beru-
fung gegen das Urteil des Bezirksgerichts an das Obergericht des Kantons 
Aargau, Strafgericht, 1. Kammer (nachfolgend "Strafkammer"). Sie bean-
tragte, B. sei für 15 Jahre des Landes zu verweisen und die Landesverwei-
sung sei im Schengener Informationssystem (SIS) einzutragen. Der Vertei-
diger verzichtete darauf, Berufung zu erklären. Am 20. September 2019 
reichte die Staatsanwaltschaft die schriftliche Berufungsbegründung ein. Der 
Verteidiger verzichtete am 7. Oktober 2019 auf eine "vorgängige" schriftliche 
Berufungsantwort. Die Strafkammer erliess am 26. November und 13. De-
zember 2019 Verfügungen, womit sie dem Verteidiger unklare fremdspra-
chige Eingaben von B. weiterleitete (Urk. 45–49). Diese finden sich nicht in 
den Akten. Gemäss dem Verteidiger seien es umfangreiche Eingaben ge-
wesen (act. 1 S. 5). Am 18. Dezember 2019 fand die Berufungsverhandlung 
statt. Rechtsanwalt A. überbrachte dabei seine Honorarnote über insgesamt 
Fr. 3'741.55 (13.83h Aufwand). Mit Urteil vom gleichen Tag verwies die Straf-
kammer B. für 15 Jahre des Landes, mit Wirkung für den ganzen Schengen-
raum und daher mit Eintrag im SIS. Sie entschädigte den amtlichen Vertei-
diger für das Berufungsverfahren mit Fr. 2'250.-- (SST.2019.191 Ziffer 6.2, 
1. Absatz, des Urteilsdispositivs). Dies entspricht einer Reduktion um 
rund 40%.  
 
 

C. Rechtsanwalt A. gelangte am 30. Dezember 2019 mit Honorarbeschwerde 
an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts. Er sei als amtlicher 
Verteidiger für das Verfahren vor der Strafkammer im Umfang von 
Fr. 3'666.35 zu entschädigen (act. 1).  
 

- 3 - 

 

 

Die Strafkammer beantragt am 9. Januar 2020, die Beschwerde sei abzu-
weisen (act. 3). Das Gericht brachte diese Eingabe Rechtsanwalt A. am 
13. Januar 2020 zur Kenntnis (act. 4).  
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 
erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-
men.  
 
 
 
Die Einzelrichterin zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Gegen den Entschädigungsentscheid durch eine kantonale Berufungs- oder 

Beschwerdeinstanz kann die amtliche Verteidigung bei der Beschwerdekam-
mer des Bundesstrafgerichts Beschwerde nach den Vorschriften der 
Art. 393 ff. StPO erheben (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO i.V.m. Art. 35 Abs. 1 
und Art. 37 Abs. 1 StBOG; BGE 143 IV 40 E. 3.2.2; 141 IV 187 E. 1.2). Die 
amtliche Verteidigung zählt nicht zu den Verfahrensparteien (Art. 104 Abs. 1 
StPO). Ihre Rechtsmittellegitimation ergibt sich aus Art. 135 Abs. 3 StPO. 
Sie muss in eigenem Namen Beschwerde führen (BGE 140 IV 213 E. 1.4; 
139 IV 199 E. 5.6 S. 204). Die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich 
eröffnete Entscheide ist innert zehn Tagen schriftlich und begründet einzu-
reichen (Art. 396 Abs. 1 StPO). Die Frist für die Beschwerde beginnt mit der 
Eröffnung des schriftlich begründeten Entscheids (BGE 143 IV 40 E. 3.4.4).  

Mit der Beschwerde können gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO Rechtsverletzun-
gen gerügt werden, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Er-
messens, Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung (lit. a), die unvoll-
ständige oder unrichtige Feststellung des Sachverhalts (lit. b) sowie die Un-
angemessenheit (lit. c).  
 

1.2 Der Beschwerdeführer erhielt von der Vorinstanz als amtlicher Verteidiger 
eine tiefere Entschädigung zugesprochen, als er beantragt hatte. Er ist zur 
vorliegenden Beschwerde legitimiert. Auf die auch frist- und formgerecht ein-
gereichte Beschwerde ist einzutreten.  
 
 

2.  
2.1 Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht, so beurteilt deren Verfah-

rensleitung die Beschwerde allein, wenn diese die wirtschaftlichen Neben-
folgen eines Entscheides bei einem strittigen Betrag von nicht mehr als 

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Fr. 5'000.-- zum Gegenstand hat (Art. 395 lit. b StPO). Zu den wirtschaftli-
chen Nebenfolgen im Sinne dieser Bestimmung zählt auch die Entschädi-
gung der amtlichen Verteidigung (SCHMID/JOSITSCH, Handbuch des schwei-
zerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl. 2017, N. 1521).  
 

2.2 Der Streitwert des vorliegenden Verfahrens besteht in der Differenz zwi-
schen der im Urteil Strafkammer vom 18. Dezember 2019 zugesprochenen 
Entschädigung von Fr. 2'250.-- und der in der Beschwerde beantragten von 
Fr. 3'666.35. Er beträgt somit Fr. 1'416.35. Bleibt der Streitwert so unter der 
gesetzlichen Grenze von Fr. 5'000.--, ist die Beschwerde durch die Einzel-
richterin zu beurteilen (vgl. die Verfügung BB.2018.183 vom 9. November 
2018 mit weiteren Verweisen).  

 
 
3.  
3.1 Die Entschädigung der amtlichen Verteidigung richtet sich unabhängig vom 

Ausgang des Verfahrens nach dem notwendigen Aufwand und wird im Ein-
zelnen bestimmt durch den Anwaltstarif des Bundes oder des Kantons, in 
dem das Strafverfahren durchgeführt wurde (Art. 135 Abs. 1 StPO). Für den 
Kanton Aargau gilt das Dekret des Grossen Rates über die Entschädigung 
der Anwälte (Anwaltstarif) vom 10. November 1987 (AnwT/AG; 
SAR 291.150). Gemäss § 9 Abs. 1 AnwT/AG bemisst sich die Entschädigung 
nach dem angemessenen Zeitaufwand des Anwaltes. Die Entschädigung 
des amtlichen Verteidigers wird auf Grund einer Rechnung des Anwaltes 
festgesetzt (§ 12 Abs. 2 AnwT/AG). Bei der amtlichen Verteidigung beträgt 
der Stundenansatz in der Regel Fr. 200.– und kann in einfachen Fällen bis 
auf Fr. 180.– reduziert werden (§ 9 Abs. 3bis AnwT/AG). Neben der Entschä-
digung sind dem Anwalt sämtliche notwendigen Auslagen (Gerichts- und Be-
treibungskosten, Vorschüsse, Reisespesen, Porti, Telefon-, Telex- und Te-
lefaxgebühren, Kopien usw.) zu ersetzen. Die Entscheidbehörde kann für 
den Auslagenersatz eine Pauschale festsetzen (§ 13 Abs. 1 AnwT/AG).  

Nach der verfassungsrechtlichen Minimalgarantie von Art. 29 Abs. 3 BV um-
fasst der Anspruch auf unentgeltlichen Rechtsbeistand nicht alles, was für 
die Wahrnehmung der Interessen des Mandanten von Bedeutung ist. Ein 
verfassungsrechtlicher Anspruch besteht gemäss Art. 29 Abs. 3 BV vielmehr 
einzig, soweit es zur Wahrung der Rechte notwendig ist. Der Begriff der Not-
wendigkeit bestimmt nicht nur den qualitativen Anspruch (die Bestellung 
eines Rechtsbeistands), sondern auch den quantitativen (sprich den Umfang 
der Vergütung). Entschädigungspflichtig sind jene Aufwendungen, die in 
einem kausalen Zusammenhang mit der Wahrung der Rechte im Verfahren 
stehen und notwendig und verhältnismässig sind. Nur in diesem Umfang 

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lässt es sich rechtfertigen, die Kosten der Staatskasse und qua Rückzah-
lungsverpflichtung der beschuldigten Person aufzuerlegen. Allerdings muss 
das Honorar so festgesetzt werden, dass der unentgeltlichen Rechtsvertre-
tung ein Handlungsspielraum verbleibt und das Mandat wirksam ausgeübt 
werden kann (vgl. BGE 141 I 124 E. 3.1; Urteile des Bundesgerichts 
1B_96/2011 vom 6. Juni 2011 E. 2.2; 6B_856/2009 vom 9. November 2009 
E. 4.2; 6B_130/2007 vom 11. Oktober 2007 E. 3.2.5).  

Wird eine detaillierte Honorarnote eingereicht und steht der geltend ge-
machte Zeitaufwand zum Umfang und zur Schwierigkeit des Falles in einem 
offensichtlichen Missverhältnis, dann darf nach der bundesgerichtlichen 
Rechtsprechung in Strafsachen die Entschädigung pauschal bemessen wer-
den (Urteil des Bundesgerichts 6B_224/2013 vom 27. Januar 2014 E. 2.5 f. 
betreffend den Kanton Zürich). Gewisse Kantone sehen Pauschalen nach 
Rahmentarifen vor, so z.B. der Kanton Zürich (aber nur für das gerichtliche 
Verfahren; BGE 143 IV 453 E. 2.5.1 und Urteil des Bundesgerichts 
6B_224/2013 vom 27. Januar 2014 E. 2.5) oder der Kanton St. Gallen (für 
den ganzen Strafprozess; BGE 141 I 124 E. 4.4 und Urteil des Bundesge-
richts 6B_618/2015 vom 16. Dezember 2015 E. 2.6.1). Bei einer Honorarbe-
messung nach Pauschalbeträgen werden alle prozessualen Bemühungen 
zusammen als einheitliches Ganzes aufgefasst und der effektive Zeitauf-
wand lediglich im Rahmen des Tarifansatzes berücksichtigt. Pauschalen 
nach Rahmentarifen erweisen sich aber als verfassungswidrig, wenn sie auf 
die konkreten Verhältnisse in keiner Weise Rücksicht nehmen und im Ein-
zelfall ausserhalb jedes vernünftigen Verhältnisses zu den vom Rechtsan-
walt geleisteten Diensten stehen (BGE 141 I 124 E. 4.3 S. 128). Ausgangs-
punkt ist eine Gesamtbetrachtung des Honorars unter Berücksichtigung des 
konkreten Falles. Das Bundesgericht unterstrich, dass eine Vorinstanz, in-
dem sie das Anwaltshonorar nach dem massgebenden Tarif als Pauschal-
betrag ausgerichtet hatte, zutreffend von einer Beurteilung der einzelnen Po-
sitionen der eingereichten Honorarrechnung absehen konnte (BGE 143 IV 
453 E. 2.5.1; 141 I 124 E. 4.5 S. 129). 
 

3.2 Die Honorarnote von Rechtsanwalt A. vom 18. Dezember 2019 rechnet im 
Wesentlichen jede Tätigkeit einzeln ab (act. 1.2). Hauptpositionen sind die 
Vorbereitung des Plädoyers (4h), die Besprechung mit dem Beschuldigten 
in der Justizvollzugsanstalt (JVA; 2 ½ h inkl. Weg), die Berufungsverhand-
lung (2h 50min) sowie die geschätzte Dauer der Nachbesprechung in der 
JVA (2 ½ h inkl. Weg). In der Honorarforderung enthalten sind zwei Rech-
nungen der Dolmetscherin (13.09.2019 Fr. 261.--; 9.12.2019 Fr. 241.80). 
Rechtsanwalt A. verrechnete Fr. 2'766.-- für 13.83 Stunden Aufwand, zuzüg-
lich Auslagen von Fr. 203.80 (inkl. MwSt.) und Dolmetscherkosten von 

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Fr. 558.80 ergebe dies Fr. 3'741.55. Prozessual ging es darum, die Einga-
ben der Staatanwaltschaft zu verarbeiten, dem Verteidiger vom Obergericht 
zugeleitete Korrespondenz des Beschuldigten zu bearbeiten sowie das Plä-
doyer der Hauptverhandlung vorzubereiten. Der Verteidiger brachte auch 
mittels Spitaldokumentation den Gesundheitszustand des Beschuldigten 
ein. Grobthematisch machte der Verteidiger Ausführungen zur Zulässigkeit 
einer Landesverweisung und eventualiter zu deren Dauer. 

Die Strafkammer kürzt in ihrem Urteil vom 18. Dezember 2019 den geltend 
gemachten Aufwand im Wesentlichen mit der Begründung (act. 1.1 S. 8 
Ziff. 3.2), das Berufungsverfahren habe sich auf den Teilaspekt der Landes-
verweisung beschränkt. Die sich in diesem Zusammenhang stellenden Fra-
gen seien weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht besonders kom-
plex. Rechtsanwalt A. sei mit den tatsächlichen und rechtlichen Fragen be-
reits aus dem erstinstanzlichen Verfahren bestens vertraut, wo er für 
82.08 Stunden mit Fr. 20'614.85 entschädigt worden sei. Andernorts schätzt 
die Strafkammer diesen Betrag als sehr hoch ein, worauf mangels Anfech-
tung indes nicht mehr zurückzukommen sei (S. 9 Ziff. 4.2, 1. Absatz). Im Be-
rufungsverfahren könne die Strafkammer nicht unbesehen auf die insgesamt 
klar überhöhte Kostennote abstellen. Angemessen sei (soweit nicht bereits 
von der erstinstanzlichen Entschädigung abgegolten) vielmehr ein Aufwand 
von rund 9 Stunden (anstelle von 13.83h): 1 Stunde für notwendige Bespre-
chungen/Kontakte mit dem Beschuldigten; 3 ½ Stunden für die Vorbereitung 
der Berufungsverhandlung samt Plädoyer; 4 Stunden für die Teilnahme an 
der Berufungsverhandlung inkl. Reisezeit sowie kurze Nachbesprechung mit 
amtlichem Dolmetscher; ½ Stunde für die übrigen Aufwendungen mit verfah-
rensleitenden Verfügungen. Die Auslagen wurden gestützt auf 
§ 13 AnwT/AG auf 3% veranlagt und Rechtsanwalt A. zusammen mit der 
Mehrwertsteuer und teilweise entschädigten Dolmetscherkosten von 
Fr. 241.80 gerundet eine Entschädigung von Fr. 2'250.-- zugesprochen.  

 
3.3  
3.3.1 Rechtsanwalt A. stellt in seiner Beschwerde zwar nicht seinen Aufwand je 

Aufwandskategorie zusammen (z.B. Besprechungen/Kontakte; Vorberei-
tung der Berufungsverhandlung samt Plädoyer; etc.), begründet aber über-
sichtlich die einzelnen Aufwendungen (act. 1 S. 9–11). Die Strafkammer 
habe sein Honorar festgelegt, ohne auf seine ausgewiesenen und erforder-
lichen Aufwendungen einzugehen. Dies verletze sein rechtliches Gehör. Der 
zeitliche Aufwand für die Besprechungen sei insbesondere wegen der 
Fremdsprachigkeit (Serbisch) des Beschuldigten etwas höher als in ver-
gleichbaren Fällen. Die Strafkammer habe zudem mit Verfügungen vom 
26. November und 13. Dezember 2019 (act. 1.4, 1.5) umfangreiche serbisch-
sprachige Eingaben dem Verteidiger weitergeleitet, da dem Gericht nicht klar 

- 7 - 

 

 

gewesen sei, um was es darin gehe. Auch dies habe ihm Aufwand verur-
sacht. Es liege auch hinsichtlich der Landesverweisung kein Standardfall 
vor, da die Frage der Rückwirkung bzw. des Übergangsrechts bei Kollektiv-
delikten mit Bezug auf die zum 1. Oktober 2016 eingeführte Landesverwei-
sung nicht abschliessend beantwortet sei. 

Angesichts seiner detaillierten Aufstellung sei die pauschale Entschädigung 
seiner Auslagen unzulässig. Sie decke Auslagen wie die Fahrtkosten in die 
JVA Lenzburg und zur Berufungsverhandlung kaum nur je in eine Richtung 
ab, geschweige denn die übrigen Auslagen wie Parkgebühren, Postgebüh-
ren, Papier, Telefon etc. Er beharre auf den ausgewiesenen Fr. 189.20 plus 
Dolmetscherkosten. Er verzichte auf die offene Nachforderung von Fr. 75.20 
für Dolmetscher-Kosten aus dem erstinstanzlichen Verfahren. Damit weise 
er eine Honorarforderung von insgesamt noch Fr. 3'666.35 aus. 

3.3.2 Die Strafkammer ergänzt am 9. Januar 2020, sie habe im Urteil die entschä-
digungspflichtigen Positionen aufgelistet und den dafür angemessenen Zeit-
aufwand genannt. Das Bundesgericht habe dieses Vorgehen im Urteil 
6B_1115/2019 vom 3. Dezember 2019 geschützt und die Verletzung des 
rechtlichen Gehörs verneint. Die Entschädigung sei zurecht pauschal be-
messen worden. 

Die Berufung habe sich auf wenige Punkte der Landesverweisung be-
schränkt. Es sei, neben der Dauer und ihrer Eintragung im SIS, darum ge-
gangen, ob sie angeordnet werden könne. Ein Teil der Einbruchdiebstähle 
sei vor Inkrafttreten der Bestimmungen zur Landesverweisung verübt wor-
den. Kein Thema sei die Härtefallklausel gewesen. Die Landesverweisung 
sei bereits vor Bezirksgericht ein Thema gewesen. Der Verteidiger sei für 
das dortige Verfahren mit Fr. 20'614.85 entschädigt worden. Es sei davon 
auszugehen, dass ein Teil dieser Entschädigung auch den notwendigen und 
angemessenen Aufwand hinsichtlich der Frage der Landesverweisung ab-
gedeckt habe, inkl. dem damit einhergehenden Besprechungsaufwand. Der 
Verteidiger habe ohne Weiteres auf den bereits erfolgten und entschädigten 
Aufwand im erstinstanzlichen Verfahren zurückgreifen bzw. nahtlos daran 
anschliessen können. Die Landesverweisung habe keine besonderen 
Schwierigkeiten geboten. Es sei auch nicht ersichtlich, wieso im Berufungs-
verfahren nochmals zwei Besprechungen in der JVA von je 1 ½ Stunden plus 
Weg notwendig und angemessen sein sollen; dies sei in der Beschwerde 
auch nicht dargetan worden. Eine Besprechung hätte direkt im Anschluss an 
die Berufungsverhandlung am Gericht erfolgen können. Die Strafkammer 
weist abschliessend darauf hin, dass nur ein Honorar ausserhalb jedes ver-
nünftigen Verhältnisses zu den geleisteten Diensten nicht statthaft sei. 

- 8 - 

 

 

3.4 Ein Entscheid muss, um dem verfassungsmässigen Gehörsanspruch 
(Art. 29 Abs. 2 BV) Genüge zu tun, dergestalt abgefasst sein, dass sich der 
Betroffene über seine Tragweite Rechenschaft geben und ihn in voller 
Kenntnis der Tatsache an die höhere Instanz weiterziehen kann (zum Gan-
zen BGE 139 IV 179 E. 2.2 S. 183; 138 I 232 E. 5.1 S. 237). Gegenteiliges, 
das heisst ein Rechtsmittelverfahren ohne Kenntnis der Entscheidgründe, ist 
den Parteien und der Rechtsmittelinstanz grundsätzlich nicht zuzumuten 
(vgl. zur Berufung im Zivilprozess REETZ/THEILER, in: Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], Sutter-Somm und andere 
[Hrsg.], 3. Aufl. 2016, N. 16 zu Art. 311 ZPO; zum Ganzen BGE 143 IV 40 
E. 3.4.3). 

Eine Begründungspflicht besteht, wenn der unentgeltliche Rechtsbeistand 
eine Kostennote einreicht und das Gericht die Entschädigung abweichend 
davon auf einen bestimmten, nicht der Praxis entsprechenden Betrag fest-
setzt (Urteil des Bundesgerichts 8C_465/2012 vom 20. Dezember 2012 
E. 2.1 und 5.1.1). Akzeptiert das Gericht einzelne Posten aus der Kosten-
note, setzt es aber andere herab, hat es zu jeder Reduktion zumindest kurz 
auszuführen, aus welchem konkreten Grund die Aufwendungen oder Ausla-
gen als unnötig betrachtet werden (SVR 2013 IV Nr. 26 S. 75; Urteile des 
Bundesgerichts 6B_121/2010 vom 22. Februar 2011 E. 3.1.4; 8C_54/2013 
vom 8. Mai 2013 E. 4.1; zum Ganzen BGE 141 I 70 E. 5.2). 
 

3.5 Die Strafkammer geht gestützt auf die folgenden Elemente in einem ersten 
Schritt von einer überhöhten Honorarnote des amtlichen Verteidigers aus:  

• Vertrautheit des Verteidigers mit den tatsächlichen und rechtlichen 
Fragen aus dem erstinstanzlichen Verfahren; 

• Verweis auf die Entschädigung im erstinstanzlichen Verfahren; 
• Die Berufung betreffe nur den Teilaspekt der Landesverweisung und 

betreffe weder in tatsächlicher noch rechtlicher Hinsicht besonders 
komplexe Fragen. 

 
Die ersten beiden Begründungselemente (Vertrautheit, vorinstanzliche Ent-
schädigung) liegen vor, wann immer ein amtlicher Verteidiger ein Urteil wei-
terzieht. Sie sind wenig geeignet zu klären, ob eine konkrete Honorarnote 
überhöht sei. Es werden weiter das Thema und die Komplexität der Berufung 
genannt. Diese beeinflussen zwar den Aufwand, zeigen aber nicht die kon-
kreten Entscheidungskriterien auf. Unklar bleibt, was an den rund 4 Stunden 
für die Vorbereitung der Hauptverhandlung überhöht sein soll, wenn es doch 
auch darum ging, ob eine Landesverweisung überhaupt möglich sei. Die Be-
gründung bleibt abstrakt und substanzarm, mithin generisch. Es ist kein of-
fensichtliches Missverhältnis zwischen beantragter und angemessener Ent-

- 9 - 

 

 

schädigung dargetan, welches im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung (vgl. obige Erwägung 3.1) eine pauschale Honorarfestsetzung er-
laubte.  
 

3.6 Da die Honorarnote überhöht sei, setzt die Strafkammer in einem zweiten 
Schritt den angemessenen Aufwand pauschal fest, also ohne sich konkret 
mit dem Aufwand der Verteidigung auseinanderzusetzen. Gemäss dem Ur-
teil der Strafkammer seien rund 9 Stunden (anstelle von 13.83h) angemes-
sen: 1 Stunde für notwendige Besprechungen/Kontakte mit dem Beschuldig-
ten; 3 ½ Stunden für die Vorbereitung der Berufungsverhandlung samt Plä-
doyer; 4 Stunden für die Teilnahme an der Berufungsverhandlung inkl. Rei-
sezeit sowie kurze Nachbesprechung mit amtlichem Dolmetscher; ½ Stunde 
für die übrigen Aufwendungen mit verfahrensleitenden Verfügungen. 

Massgeblich für die Entschädigung der amtlichen Verteidigung durch die 
Strafkammer ist, ob die konkreten Rechts- und Tatfragen den Aufwand im 
Berufungsverfahren selbst rechtfertigen. Die Strafkammer bemisst die Pau-
schale nur ungenügend nach den konkreten Verhältnissen. Es wird nicht 
klar, welcher Aufwand sachfremd oder übertrieben sei, was die Verteidigung 
hätte tun oder unterlassen sollen. Die Bemessung der Pauschale kann von 
der Beschwerdekammer anhand der Begründung nicht zuverlässig überprüft 
werden. In der Vernehmlassung verneint die Strafkammer immerhin, dass 
die Nachbesprechung in der JVA nötig gewesen sei. Der Verteidiger brachte 
dazu indes vor, er habe im Gericht nach der Hauptverhandlung keinen Be-
sprechungsraum benutzen können, sondern hätte in der öffentlichen Ein-
gangshalle in Anwesenheit zweier Kantonspolizisten das soeben gefällte 
und schriftlich nicht vorliegende Urteil mit dem Mandanten besprechen müs-
sen (act. 1 S. 7, 11 Beschwerde). Das ist nachvollziehbar; die Strafkammer 
äussert sich dazu nicht. Sollten die drei Begründungspunkte zur überhöhten 
Honorarnote (vgl. vorstehende Erwägungen 3.5, 3.2) auch in die Bemessung 
der Pauschale eingeflossen sein, so wäre dies zumindest teilweise nicht 
sachgerecht: Die Verteidigung vor der Vorinstanz erspart zwar eine Einar-
beitung in die tatsächlichen und rechtlichen Fragen der Strafsache. Die Ent-
schädigung im Verfahren vor Bezirksgericht entschädigt aber nicht auch Auf-
wand der Verteidigung im Verfahren vor Obergericht. Dem Rechtsmittelsys-
tem der "double instance" ist zudem inhärent, dass vor der oberen Instanz 
auch gleiche Rechtsfragen nochmals aufgeworfen werden dürfen (resp. für 
einen Weiterzug ans Bundesgericht, müssen). Die Verteidigung muss sich 
mit der Begründung der unteren Instanz sowie den Vorbringen der Staats-
anwaltschaft (vorliegend Berufungserklärung inkl. schriftliche Berufungsbe-
gründung) auseinandersetzen. Die Strafkammer leitete dem Verteidiger 
überdies umfangreiche fremdsprachige Eingaben weiter und sie verlangte 
oder wünschte vom Verteidiger zusätzlich eine schriftliche Begründung der 

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Berufung. Der Verteidiger hatte darzutun, dass die StPO eine solche nicht 
vorsehe, was deren Aufwand ersparte. Schliesslich kann eine prozentuale 
Entschädigung von Auslagen bei eher geringem Honorar dazu führen, dass 
unabdingbarer Aufwand nicht abgegolten wird. 
 

3.7 Weder die Voraussetzungen für eine pauschale Entschädigung der amtli-
chen Verteidigung noch für deren Bemessung sind genügend nachvollzieh-
bar. Die Verteidigung hat ihren Aufwand für die Mandatsführung in allen Ein-
zelheiten ausgewiesen, weshalb die Vorinstanz unter dem Gesichtspunkt 
von Art. 29 Abs. 2 BV verpflichtet gewesen wäre, sich damit auseinanderzu-
setzen und in Bezug auf die konkreten, geltend gemachten Aufwendungen 
der Verteidigung nachvollziehbar darzulegen, aus welchem Grund es diese 
als sachfremden oder übertriebenen Aufwand nicht entschädigt. Die Be-
schwerdekammer hat nicht von sich aus ein mögliches offensichtliches Miss-
verhältnis zwischen beantragter und angemessener Entschädigung aus den 
Strafakten zu eruieren. Dazu hätte sie sich ähnlich einem Sachgericht in den 
Fall einzuarbeiten.  

Die Strafkammer verweist in der Vernehmlassung auf das Urteil 
6B_1115/2019 vom 3. Dezember 2019, worin das Bundesgericht ausdrück-
lich anerkannt habe, dass bei einer Begründung wie der vorliegenden keine 
Verletzung der Begründungspflicht bzw. des Anspruches auf rechtliches Ge-
hör vorliege. Diese Argumentation geht fehl. Honorare sind nach der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung unter Berücksichtigung des konkreten Fal-
les festzusetzen (vgl. obige Erwägung 3.1); das zitierte Urteil des Bundesge-
richts erging zu einer (vom Obergericht nochmals gekürzten) Entschädigung 
des Bezirksgerichts Aarau in einem anderen Verfahren. Es handelt sich beim 
zitierten Urteil auch nicht um einen Leitentscheid mit Erwägungen, die über 
den konkreten Fall hinausgehen. Im Gegenteil war in jenem Verfahren mass-
geblich, dass der Verteidiger nur pauschale Kritik übte.  
 

3.8 Die Beschwerdekammer hatte jüngst mehrfach Anlass, sich mit Fällen von 
Pauschalentschädigungen durch das Obergericht des Kantons Aargau zu 
befassen (vgl. die Entscheide vom heutigen Datum BB.2020.5; 
BB.2019.280; BB.2019.269; BB.2019.256; BB.2019.209; BB.2019.203; 
BB.2019.118; BB.2019.77). Entschädigt die Strafkammer wie vorliegend 
pauschal – ohne dass eine pauschale Festsetzung nach Rahmentarif vorge-
sehen ist – so belässt sie amtliche Verteidiger im Dunkeln, ob und wie ihr 
Aufwand honoriert wird. Dabei handelt es sich um eine bedeutsame Frage – 
nicht nur wegen der Anzahl betroffener Verteidiger, der Akzeptierbarkeit und 
der finanziellen Bedeutung (vgl. zu den vorstehenden Kriterien SCHINDLER, 
Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014, 
Art. 5 N. 32 ff.; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 

- 11 - 

 

 

7. Aufl. 2016, S. 80–85). Es tangiert auch den Individualanspruch des Be-
schuldigten auf wirksame Verteidigung. Die Kantone Zürich und St. Gallen 
umschreiben die Pauschalen auf Verordnungsstufe. Ein generell-abstrakter 
und genügend bestimmter Rechtssatz stellt sicher, dass die Entschädigung 
für die amtlichen Verteidiger vorhersehbar ist und sie rechtsgleich behandelt 
werden. 

Das Dekret des Grossen Rates des Kantons Aargau über die Entschädigung 
der Anwälte (Anwaltstarif) sieht zwar Pauschalen in Zivil- und Verwaltungs-
sachen vor (§ 3, 8, 8a AnwT AG), basierend auf dem Streitwert (§ 4 AnwT 
AG). Demgegenüber bemisst sich in Strafsachen die Entschädigung gemäss 
§ 9 Abs. 1 AnwT/AG nach dem angemessenen Zeitaufwand alleine. Ent-
sprechend sieht § 12 Abs. 2 AnwT/AG vor, dass die Entschädigung des amt-
lichen Verteidigers auf Grund einer Rechnung des Anwaltes festgesetzt wird. 
Die Pauschalentschädigungen der Strafkammer stützen sich offensichtlich 
nicht auf den (vom Parlament erlassenen) kantonalen Anwaltstarif ab. Es 
bestehen auch keine Hinweise, dass das Bundesgericht mit seiner Praxis zu 
Entschädigungspauschalen bei einem offensichtlichen Missverhältnis 
(vgl. obige Erwägung 3.1) kantonales Recht derogieren wollte. Im Gegenteil 
führte das Bundesgericht in einem Zivilverfahren aus, die analoge Anwen-
dung seiner Rechtsprechung zur Entschädigung der amtlichen Verteidigung 
(welche auf die anwendbaren Anwaltstarife verweist) ohne Prüfung des in 
der Sache anwendbaren Tarifrechts verletze das Willkürverbot (BGE 140 III 
167 E. 2.3). 

Für eine pauschale Entschädigungspraxis fehlt im Kanton Aargau eine 
Grundlage in dem vom Parlament erlassenen Rechtssatz. Liegt nur in Ein-
zelfällen ein offensichtliches Missverhältnis vor, so können die bundesge-
richtliche Rechtsprechung (vgl. obige Erwägung 3.1) und die aus dem recht-
lichen Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV) fliessenden Mitwirkungsrechte eine vorher-
sehbare, rechtsgleiche und nach § 9 Abs. 1 AnwT/AG angemessene Ent-
schädigung von amtlichen Verteidigern gewährleisten.  
 

3.9 Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, anderseits stellt 
es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Ent-
scheides dar, welcher in die Rechtsstellung des Einzelnen eingreift. Dazu 
gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich vor Erlass eines sol-
chen Entscheids zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen 
und Einsicht in die Akten zu nehmen. Der Anspruch auf rechtliches Gehör 
umfasst als Mitwirkungsrecht somit alle Befugnisse, die einer Partei einzu-
räumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur 
Geltung bringen kann (BGE 140 I 99 E. 3.4 S. 102 f.; 135 II 286 E. 5.1 
S. 293). Voraussetzung des Äusserungsrechts sind genügende Kenntnisse 

- 12 - 

 

 

über den Verfahrensverlauf, was auf das Recht hinausläuft, in geeigneter 
Weise über die entscheidwesentlichen Vorgänge und Grundlagen vorweg 
orientiert zu werden (BGE 141 I 60 E. 3.3 S. 64; 140 I 99 E. 3.4 S. 102 f.). 
Wie weit dieses Recht geht, lässt sich nicht generell, sondern nur unter Wür-
digung der konkreten Umstände beurteilen (BGE 111 Ia 273 E. 2b S. 274; 
Urteil des Bundesgerichts 8C_158/2009 vom 2. September 2009 E. 5.2, 
nicht publ. in: BGE 136 I 39). Entscheidend ist, ob dem Betroffenen ermög-
licht wurde, seinen Standpunkt wirksam zur Geltung zu bringen (BGE 136 I 
265 E. 3.2 S. 272; 135 II 286 E. 5.1 S. 293; 132 II 485 E. 3.2 S. 494; Urteil 
des Bundesgerichts 2C_807/2015 vom 18. Oktober 2016 E. 2.2.1; zum Gan-
zen BGE 144 I 11 E. 5.3; vgl. auch BGE 144 II 427 E. 3.1). 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zur Parteientschädigung, die 
auch auf die Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistands Anwen-
dung findet (Urteile des Bundesgerichts 5D_4/2011 vom 20. April 2011 
E. 4.2.2; 5D_45/2009 vom 26. Juni 2009 E. 3.1), muss der Entscheid über 
die Höhe des anwaltlichen Honorars in der Regel nicht begründet werden, 
was zumindest dann gilt, wenn ein Tarif oder eine gesetzliche Regelung der 
Ober- und Untergrenze der Entschädigung besteht und das Gericht diesen 
Tarif beziehungsweise diese Bandbreite einhält und von der Partei keine 
aussergewöhnlichen Umstände vorgebracht werden (BGE 111 Ia 1 E. 2a 
S. 1 f.; 93 I 116 E. 2 S. 120 f.). Eine Begründungspflicht wird namentlich dann 
angenommen, wenn das Gericht die Entschädigung abweichend von der 
Kostennote der Rechtsanwältin auf einen bestimmten, nicht der üblichen, 
praxisgemäss gewährten Entschädigung entsprechenden Betrag festsetzt. 
In einem solchen Fall kann nicht mehr davon gesprochen werden, die An-
wältin vermöge die Überlegungen, die das Gericht zu einem solchen Ent-
schädigungsentscheid führten, auch ohne Begründung zu erkennen (Urteile 
des Bundesgerichts 4A_275/2010 vom 11. August 2010 E. 8.2; 
2C_832/2008 vom 4. Mai 2009 E. 6.3, in: StR 64/2009 S. 668; Entscheid des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 308/1998 vom 28. Juli 1999 E. 3b, 
in: Pra 2000 Nr. 109 S. 635). Akzeptiert das Gericht in einem solchen Fall 
einzelne Posten der Kostennote, setzt es aber andere herab, hat es zu jeder 
Reduktion zumindest kurz auszuführen, aus welchem Grund die Aufwendun-
gen als unnötig betrachtet werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_991/2008 
vom 18. Mai 2009 E. 3.1.2, in: SZZP 2009 S. 391; zum Ganzen Urteil des 
Bundesgerichts 5D_15/2012 vom 28. März 2012 E. 4.2.2). 
 

3.10 Das Recht auf Anhörung und die Begründungspflicht stärken die Vorherseh-
barkeit und damit die Akzeptanz von Entscheiden, was bei Pauschalentschä-
digungen der Strafkammer besonders bedeutsam ist (vgl. Erwägungen 3.8 f. 

- 13 - 

 

 

vorstehend). Eine konsequente Publikation der Entscheide würde deren Vor-
hersehbarkeit stärken und über die entscheidwesentlichen Vorgänge und 
Grundlagen orientieren.  

Eine pauschale Entschädigung ist nachvollziehbar zu begründen. Die kon-
kreten Begründungselemente sollen ohne Studium der Strafakten erkennbar 
sein. Ein konkretes, offensichtliches Missverhältnis spränge ins Auge und 
bedarf nicht vieler Worte. Allgemein hat sich die Begründungsdichte dem 
konkreten Fall anzupassen. Bei Entschädigungsentscheiden die – z.B. durch 
grosse Kürzungen – besonders stark in die Rechtsstellung eingreifen, ist 
grundsätzlich eine eingehendere Auseinandersetzung erforderlich 
(vgl. STEINMANN, Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kom-
mentar, 3. Aufl. 2014, Art. 29 N. 49; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 
S. 233 N. 1072; BGE 145 IV 99 E. 3.1). Dies hat freilich zwei Seiten. So kann 
nur geprüft und begründet werden, was auch genügend, ohne dabei in über-
spitzten Formalismus zu verfallen, in Honorarnoten ausgewiesen ist. Ver-
schiedene Aktivitäten zusammen in einer Zeiteinheit abgerechnet – statt ein-
zeln – verringert die Transparenz von Honorarnoten. Sollen Honorarnoten 
ihre Überprüfung erleichtern, so sind auch Übersichten zu den Aufwandpo-
sitionen (z.B. Anzahl/Dauer Kontakte mit Beschuldigten, Aufwand per Ver-
fahrensschritt) dienlich und zumutbar. Zumindest in Honorarbeschwerdever-
fahren vor der Beschwerdekammer machen dies Verteidiger. Spezifische 
Anforderungen wären der amtlichen Verteidigung mit Vorteil bereits bei Be-
ginn des Berufungsverfahrens mitzuteilen. 
 
 

4.  
4.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist formeller Natur. Seine Verletzung 

führt ungeachtet der materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gut-
heissung der Beschwerde und zur Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheids (BGE 144 I 11 E. 5.3 S. 17; 137 I 195 E. 2.2 S. 197).  

Nach der Rechtsprechung kann eine – nicht besonders schwerwiegende – 
Verletzung des rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten, wenn 
die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwer-
deinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei 
überprüfen kann (BGE 127 V 431 E. 3d/aa S. 437). Von einer Rückweisung 
der Sache ist selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des rechtlichen 
Gehörs dann abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem for-
malistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, 
die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurtei-
lung der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 133 I 201 E. 2.2; 132 V 

- 14 - 

 

 

387 E. 5.1 S. 390). Allerdings kommt eine nachträgliche Heilung nur aus-
nahmsweise in Frage. Die erstinstanzliche Behörde darf nicht darauf ver-
trauen, dass von ihr missachtete Verfahrensrechte systematisch nachträg-
lich geheilt werden, ansonsten die gerade für das erstinstanzliche Verfahren 
vorgesehenen prozessualen Garantien ihren Sinn verlieren (BGE 137 I 195 
E. 2.7; 126 II 111 E. 6b/aa S. 123 f.). 
 

4.2 Die Gehörsverletzung kann vorliegend von der Beschwerdekammer nicht 
geheilt werden. Die strukturell fehlende Begründung erlaubt nicht, ein Hono-
rar selbst festzusetzen. Die Gehörsverletzungen betreffen überdies zu viele 
Fälle, als dass eine Heilung angezeigt wäre (vgl. die Entscheide vom heuti-
gen Datum BB.2020.5; BB.2019.280; BB.2019.269; BB.2019.256; 
BB.2019.209; BB.2019.203; BB.2019.118; BB.2019.77; so schon Be-
schlüsse des Bundesstrafgerichts BB.2016.365 vom 1. Juni 2017 E. 4.5; 
BB.2016.285 vom 26. August 2016 E. 4.3; BB.2016.252 vom 31. August 
2016 E. 4.3; BB.2016.93 vom 8. September 2016 E. 3.5). Erlaubt das ange-
fochtene Urteil keinen reformatorischen Entscheid und ist eine Kassation an-
gezeigt, so obsiegt der amtliche Verteidiger vollumfänglich (vgl. nur BGE 137 
V 210 E. 7.1). Die Beschwerde ist dementsprechend gutzuheissen und Dis-
positiv Ziffer 6.2 (1. Absatz) des angefochtenen Urteils ist antragsgemäss 
aufzuheben. Das Verfahren ist an das Obergericht des Kantons Aargau, 
Strafkammer, zu neuem Entscheid über die Entschädigung der amtlichen 
Verteidigung zurückzuweisen. 
 
 

5.   
5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten zu erheben. 

 
5.2 Der obsiegende amtliche Verteidiger hat Anspruch auf eine Prozessentschä-

digung (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Rechtsanwalt A. 
macht in seiner Beschwerde pauschal einen Aufwand von "mindestens ca. 
6 Stunden" geltend. Dies erscheint als angemessen (vgl. Art. 10 und 12 
Abs. 2 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über 
die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren; 
BStKR, SR 173.713.162). Entsprechend ist das Obergericht des Kantons 
Aargau zu verpflichten, Rechtsanwalt A. für das Honorarbeschwerdeverfah-
ren antragsgemäss eine Prozessentschädigung von gerundet Fr. 1'500.-- 
(inkl. Barauslagen und MwSt.) zu bezahlen.  

- 15 - 

 

 

Demnach erkennt die Einzelrichterin: 
 
1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Dispositiv Ziffer 6.2 (1. Absatz) des Urteils 

vom 18. Dezember 2019 des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafkammer, 
wird aufgehoben. 

 
2. Die Sache wird an das Obergericht des Kantons Aargau, Strafkammer, zu-

rückgewiesen, damit es über das Honorar des amtlichen Verteidigers im Be-
rufungsverfahren SST.2019.191 neu entscheide. 
 

3. Es wird keine Gerichtsgebühr erhoben. 
 

4. Das Obergericht des Kantons Aargau wird verpflichtet, Rechtsanwalt A. eine 
Prozessentschädigung von Fr. 1'500.-- zu bezahlen. 

 
 

Bellinzona, 6. Februar 2020 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Die Vizepräsidentin: Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt A. 
- Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer 
 
 
Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Beschluss ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben (Art. 79 BGG; SR 173.110).