# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8935df0c-1ff5-53a8-9c97-61b802fb2524
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-10-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 22.10.2021 S 2021 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2021-62_2021-10-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 62

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterIn von Salis und Racioppi

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 22. Oktober 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Procap Schweiz,

Beschwerdeführer

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1997, wurde im September 2003 aufgrund eines 

kindlichen POS mit verschiedenen Störungen der Motorik, der 

Wahrnehmung und des Verhaltens bei überdurchschnittlicher Intelligenz 

bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden angemeldet. Letztere 

anerkannte diese Störung als Geburtsgebrechen Ziffer 404 und erteilte 

mehrere Kostengutsprachen für Ergotherapie, bevor die Leistungen 

eingestellt wurden, als bei A._____ eine Autismus-Spektrum-Störung, 

vereinbar mit dem Asperger-Syndrom, mit namentlich erheblichen 

Auffälligkeiten im sozialen Bereich, festgestellt wurde. Diese Störung 

wurde von der IV-Stelle wiederum als Geburtsgebrechen anerkannt und 

sie gewährte verschiedene Kostengutsprachen (neuropsychologische 

Abklärung, integrative Sonderschulung, Ergotherapie, ambulante 

Psychotherapie) sowie berufliche Massnahmen (Berufsberatung, 

erstmalige berufliche Ausbildung). Mit Verfügung vom 22. Februar 2008 

sprach die IV-Stelle A._____ erstmals eine Hilflosenentschädigung 

leichten Grades für Minderjährige zu, nachdem im Abklärungsbericht vom 

13. September/29. August 2007 in den alltäglichen Lebensverrichtungen 

"Ankleiden", "Körperpflege" und "Fortbewegung im Freien/Pflege 

gesellschaftlicher Kontakte" ein regelmässiger und erheblicher Bedarf an 

Dritthilfe festgestellt worden war. Der Anspruch wurde in der Folge 

mehrfach revisionsweise bestätigt (vgl. Mitteilungen vom 22. März 2010, 

13. Juli 2012 und 15. Januar 2016).

2. Am 1. Juli 2015 leitete die IV-Stelle erneut ein Revisionsverfahren ein, 

wobei sie A._____ aufgrund des bevorstehenden Erreichens der 

Volljährigkeit anzeigte, dass der Anspruch auf eine 

Hilflosenentschädigung für Erwachsene geprüft werde. Anlässlich der 

Abklärung vor Ort am 10. Dezember 2015 wurde eine Hilfsbedürftigkeit in 

den alltäglichen Lebensverrichtungen "Körperpflege" sowie 

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"Fortbewegung/Kontaktaufnahme" festgestellt (vgl. Abklärungsbericht 

vom 17. Dezember 2015). Daraufhin sprach die IV-Stelle A._____ mit 

Verfügung vom 22. Februar 2016 eine Entschädigung wegen leichter 

Hilflosigkeit ab 1. November 2015 zu.

3. Nachdem A._____ im Sommer 2016 die Maturität erlangt hatte, begann er 

ein Studium an der ETH Zürich, wofür zunächst ein Peer-Coaching und 

sodann ein professionelles Coaching aufgegleist wurde. Im Frühling 2018 

brach A._____ das ETH-Studium wegen Überforderung ab. Daraufhin 

begann er im Sommer 2018 eine zweijährige Lehre bei der B._____ GmbH 

in C._____, wofür die IV-Stelle eine Kostengutsprache für eine erstmalige 

berufliche Ausbildung erteilte. Wegen Überforderung wechselte A._____ 

nach einem Quartal in den vierjährigen Lehrgang, was von der IV-Stelle 

unterstützt wurde. Im Februar 2019 nahm er zudem ein Fernstudium an 

einer Fachhochschule auf, das er in seiner Freizeit absolvierte.

4. Am 1. Juli 2020 führte die IV-Stelle erneut eine Revision des Anspruchs 

auf Hilflosenentschädigung von Amtes wegen durch. Im entsprechenden 

Revisionsfragebogen gab A._____ an, in der alltäglichen 

Lebensverrichtung "Pflege gesellschaftlicher Kontakte" auf Unterstützung 

sowie auf lebenspraktische Begleitung angewiesen zu sein. Bei der 

Abklärung vor Ort am 6. November 2020 wurde festgestellt, dass A._____ 

in der alltäglichen Lebensverrichtung "Fortbewegung/Kontaktaufnahme" 

auf regelmässige und erhebliche Dritthilfe angewiesen ist; ein Bedarf an 

lebenspraktischer Begleitung wurde verneint (vgl. Abklärungsbericht vom 

11. November 2020).

5. Mit Vorbescheid vom 11. Dezember 2020 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Aufhebung der Hilflosenentschädigung in Aussicht. Während sie in der 

Lebensverrichtung "Fortbewegung/Kontaktaufnahme" das 

Angewiesensein auf regelmässige und erhebliche Hilfe bejahte, verneinte 

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sie das Vorliegen einer dauernden persönlichen Überwachung sowie einer 

lebenspraktischen Begleitung. Insgesamt schloss sie, die gesundheitliche 

Situation von A._____ habe sich geändert und die Voraussetzungen für 

eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit seien nicht mehr erfüllt. 

Dagegen liess A._____ durch seine Eltern am 19. Dezember 2020 

Einwand erheben. Mit Verfügung vom 28. April 2021 entschied die IV-

Stelle wie vorbeschieden und hob die Hilflosenentschädigung auf das 

Ende des auf die Verfügungsdatierung folgenden Monats auf.

6. Mit dagegen am 1. Juni 2021 beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erhobener Beschwerde beantragte A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) neben der Aufhebung der Verfügung vom 28. April 

2021, ihm sei weiterhin eine Hilflosenentschädigung auszurichten. 

Eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen an die IV-

Stelle zurückzuweisen. Zur Begründung machte er im Wesentlichen 

geltend, der Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung weise 

insbesondere hinsichtlich der indirekten Hilfe eine ungenügende 

Abklärungstiefe auf, weshalb der Untersuchungsgrundsatz verletzt 

worden sei. In der Lebensverrichtung "Körperpflege" liege eine 

Hilflosigkeit vor, zumal der Unterstützungsbedarf mit einer engen 

Begleitung, einer Interventionsbereitschaft und einem aktiven Tun über 

eine blosse Aufforderung hinausginge. Sodann liege auch ein relevanter 

Hilfebedarf in der Lebensverrichtung "An- und Auskleiden" vor, da er sich 

nicht witterungsentsprechend kleiden könne und verschmutzte Kleider 

nicht wechsle. Schliesslich sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein 

die Erheblichkeitsschwelle überschreitender Bedarf an lebenspraktischer 

Begleitung ausgewiesen, da er auf umfassende Hilfe in sämtlichen 

Bereichen, wie Haushaltsarbeiten, Einkäufe, Wäsche, Planung der 

Woche, administrative Aufgaben, Freizeitgestaltung, Kontakt zu Ärzten, 

Behörden und Amtsstellen etc. angewiesen sei.

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7. In ihrer Vernehmlassung vom 2. Juli 2021 schloss die IV-Stelle auf 

Abweisung der Beschwerde und verwies primär auf die in der 

angefochtenen Verfügung angeführte Begründung.

8. Mit Replik vom 17. August 2021 hielt der Beschwerdeführer an seinen 

Rechtsbegehren fest und vertiefte seine bisherige Argumentation. Zudem 

legte er insbesondere einen Arztbericht seines behandelnden Psychiaters 

dipl. med. D._____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 

6. August 2021 sowie einen solchen seines Hausarztes Dr. med. E._____, 

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 20. Juli 2021 ins Recht.

9. Die IV-Stelle duplizierte am 31. August 2021 (Eingang) bei unveränderten 

Anträgen und machte geltend, die beiden eingereichten Berichte würden 

im Wesentlichen lediglich die Selbsteinschätzung des Beschwerdeführers 

bzw. seiner Eltern wiedergeben und vermöchten den Abklärungsbericht 

sowie die Stellungnahme der Abklärungsexpertin nicht zu erschüttern.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, die angefochtene 

Verfügung sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in den nach-

stehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 28. April 2021, womit die Hilflosen-

entschädigung auf das Ende des auf die Verfügungsdatierung folgenden 

Monats aufgehoben wurde. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgeset-

zes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen 

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der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der 

IV-Stelle anfechtbar. Als kantonales Versicherungsgericht ist das Verwal-

tungsgericht des Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegen-

den Beschwerde sowohl örtlich als auch sachlich zuständig (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des So-

zialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] und Art. 49 Abs. 2 lit. a des Ge-

setzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Der Be-

schwerdeführer ist Adressat der angefochtenen Verfügung, weshalb er 

durch die angefochtene Verfügung unmittelbar betroffen ist und ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat. Er ist 

demnach zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 59 ATSG). Auf die im 

Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte Be-

schwerde ist somit einzutreten. 

2. Unstreitig ist, dass der Beschwerdeführer weder dauernd auf persönliche 

Überwachung noch regelmässig in erheblicher Weise auf Dritthilfe in den 

Lebensverrichtungen "Aufstehen, Absitzen, Abliegen", "Essen" und 

"Verrichten der Notdurft" angewiesen ist. Zudem anerkennt die IV-Stelle, 

dass der Beschwerdeführer in der Lebensverrichtung "Fortbewegung und 

Kontaktaufnahme" regelmässige und erhebliche Hilfe benötigt. 

Streitgegenstand bildet somit die Frage, ob auch über den 31. Mai 2021 

hinaus mindestens eine leichtgradige Hilflosigkeit vorliegt, indem der 

Beschwerdeführer in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen – 

d.h. in mindestens einer weiteren, zur "Fortbewegung und 

Kontaktaufnahme" hinzutretenden Lebensverrichtung – regelmässig und 

in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter oder aber dauernd auf 

lebenspraktische Begleitung angewiesen ist.

3.1.1. Gemäss Art. 42 Abs. 1 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und 

gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 

ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung. Als hilflos gilt eine 

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Person, die wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche 

Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen 

Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E.3a 

mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen 

massgebend (BGE 133 V 450 E.7.2, 127 V 94 E.3c, 125 V 297 E.4a): (1.) 

Ankleiden, Auskleiden; (2.) Aufstehen, Absitzen, Abliegen; (3.) Essen; (4.) 

Körperpflege; (5.) Verrichtung der Notdurft; (6.) Fortbewegung (im oder 

ausser Haus), Kontaktaufnahme.

3.1.2. Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, 

welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 

dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist. Ist nur die 

psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer 

Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch auf eine Viertelsrente gegeben sein. 

Ist eine Person lediglich dauernd auf lebenspraktische Begleitung 

angewiesen, so liegt immer eine leichte Hilflosigkeit vor (Art. 42 Abs. 3 

IVG; Art. 38 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; 

SR 831.201]). Nach Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an 

lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn 

eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und 

infolge Beeinträchtigung der Gesundheit: (lit. a) ohne Begleitung einer 

Drittperson nicht selbständig wohnen kann; (lit. b) für Verrichtungen und 

Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson 

angewiesen ist; oder (lit. c) ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der 

Aussenwelt zu isolieren. Zu berücksichtigen ist nur diejenige 

lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im Zusammenhang mit 

den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Als regelmässig im 

Sinne von Art. 38 Abs. 3 Satz 1 IVV gilt die lebenspraktische Begleitung, 

wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt 

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mindestens zwei Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 146 V 322 E.6.1, 

133 V 450 E.6.2).

3.2. Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser 

Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person 

trotz der Abgabe von Hilfsmitteln: (lit. a) in mindestens zwei alltäglichen 

Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter 

angewiesen ist; (lit. b) einer dauernden persönlichen Überwachung 

bedarf; (lit. c) einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und 

besonders aufwendigen Pflege bedarf; (lit. d) wegen einer schweren 

Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens nur 

dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter 

gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder (lit. e) dauernd auf 

lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.

Gemäss Art. 37 Abs. 2 IVV gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die 

versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln: (lit. a) in den meisten 

alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die 

Hilfe Dritter angewiesen ist; (lit. b) in mindestens zwei alltäglichen 

Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter 

angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung 

bedarf; oder (lit. c) in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen 

regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies 

dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Artikel 38 

angewiesen ist. Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit 

mittelschweren Grades nach Art. 36 (seit 1. Januar 2004: Art. 37) Abs. 2 

lit. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen 

Lebensverrichtungen voraus (BGE 121 V 88 E.3b, 107 V 145 E.2).

3.3. Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines 

Leistungsanspruches unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle 

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vornehmen. Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter 

dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs 

folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin wirkt eine 

qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen 

Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten 

Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeiten 

hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/oder 

deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen 

an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern 

notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu 

berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im 

Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext muss schliesslich plausibel, 

begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen 

Lebensverrichtungen sowie den tatbestandsmässigen Erfordernissen der 

dauernden Pflege, der persönlichen Überwachung und der 

lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung 

mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht 

greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im 

eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung 

tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen 

vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich 

kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist als das 

im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E.3.2.1; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_98/2020 vom 8. April 2020 E.2.3, 8C_573/2018 vom 

8. Januar 2019 E.3.2 und 8C_756/2011 vom 12. Juli 2012 E.3.2).

4. Da vorliegend die Hilflosenentschädigung revisionsweise aufgehoben 

worden ist, ist vorab zu prüfen, ob überhaupt ein Revisionsgrund vorliegt.

4.1. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 

Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

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Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 

aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Auch jede andere formell rechtskräftig 

zugesprochene Dauerleistung wird von Amtes wegen oder auf Gesuch hin 

erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde 

liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat (Art. 17 Abs. 2 

ATSG). Die bei der Revision von Renten entwickelten Grundsätze gelten 

bei der Anpassung von Dauerleistungen im Sinne von Art. 17 Abs. 2 

ATSG – wie hier bei der Hilflosenentschädigung – analog (vgl. BGE 137 V 

424 E.3.1 mit Hinweis). Die Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung 

einer Hilflosenentschädigung gestützt auf Art. 17 Abs. 2 ATSG setzt 

folglich einen Revisionsgrund voraus. Darunter ist jede wesentliche 

Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, unter anderem 

Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder 

Verwendung neuer Hilfsmittel, zu verstehen, die geeignet ist, den Grad der 

Hilflosigkeit und damit den Umfang des Anspruchs zu beeinflussen (BGE 

137 V 424 E.3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 141 V 9 E.2.3; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_248/2017 vom 15. Februar 2018 E.3.2). Zeitlicher 

Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung 

bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen 

Prüfung des Leistungsanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung beruht (vgl. BGE 133 V 108; 

vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2014 vom 9. September 2014 

E.3.2 und E.3.3). Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der 

Anspruch auf Hilflosenentschädigung in rechtlicher und tatsächlicher 

Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere 

Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E.2.3 und E.6.1; vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 9C_561/2018 und 9C_631/2018 vom 8. Februar 2019 

E.3, 8C_72/2017 vom 23. Mai 2017 E.1).

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4.2. Die bisherige Entschädigung wegen Hilflosigkeit leichten Grades wurde – 

nach vorgängiger materieller Anspruchsprüfung mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Beurteilung des Grades 

der Hilflosigkeit – letztmals am 22. Februar 2016 bestätigt (vgl. IV-

act. 185 ff.). In der Beschwerde räumt der Beschwerdeführer ein, dass 

sich im Vergleich zur Abklärung im Jahr 2015 hinsichtlich der Teilfunktion 

"Rasieren" eine Veränderung ergeben habe, was jedoch nicht bedeute, 

dass in der Lebensverrichtung "Körperpflege" kein Hilfebedarf mehr 

vorliege. Tatsächlich lässt sich dem der Verfügung vom 22. Februar 2016 

zugrundeliegenden Abklärungsbericht vom 17. Dezember 2015 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer regelmässig vom Vater habe zum 

Rasieren aufgefordert werden müssen, da er es nicht von sich aus 

gemacht habe. Zudem habe der Vater meistens noch nachbessern 

müssen (vgl. IV-act. 179 S. 5). Im Vergleich dazu wird im 

Abklärungsbericht vom 11. November 2020 festgehalten, der Vater müsse 

beim Rasieren nicht mehr nachbessern. Der Beschwerdeführer rasiere 

sich einmal in der Woche. Teilweise müsse er dazu aufgefordert werden, 

wenn er es vergesse; er komme dieser Aufforderung dann aber meist nach 

(vgl. IV-act. 257 S. 6). 

4.3. Da sich insofern eine Veränderung in einer alltäglichen Lebensverrichtung 

eingestellt hat, liegt ein Revisionsgrund vor. Mithin kann der Anspruch auf 

eine Hilflosenentschädigung umfassend überprüft werden (vgl. BGE 141 

V 9 E.2.3).

5. In materieller Hinsicht ist zunächst zu prüfen, ob in der alltäglichen 

Lebensverrichtung "Körperpflege" eine Hilflosigkeit besteht.

5.1.1. Die Körperpflege umfasst mehrere Teilfunktionen: das Waschen, 

Kämmen, Rasieren und Baden/Duschen (Urteil des Bundesgerichts 

9C_253/2013 vom 17. Juni 2013 E.1 mit Verweis auf Rz. 8020 des 

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Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der 

Invalidenversicherung [KSIH]). Die Hilfe ist gemäss Rechtsprechung erst 

dann regelmässig, wenn sie die versicherte Person täglich oder eventuell 

(nicht voraussehbar) täglich benötigt (Urteile des Bundesgerichts 

8C_533/2019 vom 11. Dezember 2019 E.3.2.3, 9C_562/2016 vom 

13. Januar 2017 E.5.3; Rz. 8025 KSIH). Von einer erheblichen Hilfe ist 

namentlich dann auszugehen, wenn die versicherte Person mindestens 

eine Teilfunktion einer einzelnen Lebensverrichtung (z.B. Waschen bei der 

Lebensverrichtung Körperpflege) nicht mehr, nur mit unzumutbarem 

Aufwand oder nur auf unübliche Art und Weise (BGE 107 V 136) selbst 

ausüben kann (Urteil des Bundesgerichts 8C_533/2019 vom 

11. Dezember 2019 E.3.2.3; Rz. 8026 KSIH).

5.1.2. Für die Annahme von Hilflosigkeit in einer mehrere Teilfunktionen 

umfassenden Lebensverrichtung genügt, wenn die versicherte Person in 

Bezug auf eine dieser Funktionen regelmässig in erheblicher Weise auf 

(direkte oder indirekte) Dritthilfe angewiesen ist (BGE 121 V 88 E.3c, 117 

V 146 E.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_30/2010 vom 8. April 2010 E.2.2; 

AHI-Praxis 1996 S. 170, H 164/92 E.3c). Eine blosse Erschwerung oder 

verlangsamte Vornahme von Lebensverrichtungen vermag nicht bereits 

eine Hilflosigkeit zu begründen (Urteile des Bundesgerichts 9C_373/2012 

vom 22. August 2012 E.4.2, 8C_912/2008 vom 5. März 2009 E.10.2 mit 

Hinweisen).

5.2. Während die IV-Stelle die Vorbringen des Beschwerdeführers im Einwand 

zum Duschen und zur Körperhygiene unter dem Aspekt der 

lebenspraktischen Begleitung prüfte (vgl. angefochtene Verfügung vom 

28. April 2021 [IV-act. 274 S. 2 ff.]), macht dieser beschwerdeweise 

geltend, er sei in der Lebensverrichtung "Körperpflege" auf regelmässige 

und erhebliche Hilfe angewiesen, welche über einfache Aufforderungen 

hinausgehe und ein Insistieren sowie weitere Handlungsanweisungen 

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Dritter erfordere. Insofern ist zwischen der (indirekten) Dritthilfe in einer 

der sechs alltäglichen Lebensverrichtungen und der lebenspraktischen 

Begleitung zu unterscheiden.

5.2.1. Die benötigte Hilfe in den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen kann 

nicht nur in direkter Dritthilfe, sondern auch anhand einer Überwachung 

bei der Vornahme relevanter Lebensverrichtungen bestehen, indem etwa 

die Drittperson die versicherte Person auffordert, eine Lebensverrichtung 

vorzunehmen, welche diese wegen ihres psychischen oder geistigen 

Zustandes ohne besondere Aufforderung nicht vornehmen würde 

(indirekte Dritthilfe; BGE 133 V 450 E.7.2 mit Hinweisen). Direkte oder 

indirekte Hilfestellungen Dritter, derer die versicherte Person bei mehreren 

Lebensverrichtungen bedarf, können grundsätzlich nur einmal 

berücksichtigt werden (Urteil des Bundesgerichts 9C_839/2009 vom 

4. Juni 2010 E.3.3 mit Hinweisen). Dies gilt auch bei Überschneidungen 

im Bedarf an lebenspraktischer Begleitung einerseits und der 

Hilfsbedürftigkeit in den alltäglichen Lebensverrichtungen andererseits 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_691/2014 vom 11. Dezember 2014 

E.4.2 mit Hinweisen). Bei der Zuordnung einer Hilfeleistung zu einer 

bestimmten Lebensverrichtung hat eine funktional gesamtheitliche 

Betrachtungsweise Platz zu greifen (Urteile des Bundesgerichts 

8C_184/2019 vom 22. Juli 2019 E.5.1 und 9C_839/2009 vom 4. Juni 2010 

E.3.3, je mit Hinweisen; zum Ganzen: Urteil des Bundesgerichts 

9C_381/2020 vom 15. Februar 2021 E.5.1).

5.2.2. Demgegenüber umfasst die lebenspraktische Begleitung weder die 

(direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den alltäglichen Lebensverrichtungen 

noch die dauernde Pflege oder persönliche Überwachung im Sinne von 

Art. 37 IVV. Vielmehr stellt sie ein zusätzliches und eigenständiges Institut 

dar (BGE 133 V 450 E.9). Die Notwendigkeit einer Dritthilfe ist objektiv 

nach dem Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen. 

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Abgesehen vom Aufenthalt in einem Heim ist die Umgebung, in welcher 

sie sich aufhält, grundsätzlich unerheblich. Bei der lebenspraktischen 

Begleitung darf keine Rolle spielen, ob die versicherte Person allein lebt, 

zusammen mit dem Lebenspartner, mit Familienmitgliedern oder in einer 

der heutzutage verbreiteten neuen Wohnformen. Massgebend ist einzig, 

ob die versicherte Person, wäre sie auf sich allein gestellt, erhebliche 

Dritthilfe in Form von Begleitung und Beratung benötigen würde. Von 

welcher Seite diese letztlich erbracht wird, ist ebenso bedeutungslos wie 

die Frage, ob sie kostenlos erfolgt oder nicht (zum Ganzen: Urteil des 

Bundesgerichts 9C_381/2020 vom 15. Februar 2021 E.5.2 mit 

Hinweisen). Die von der Rechtsprechung für grundsätzlich sachlich 

gerechtfertigt und damit gesetzes- und verordnungskonform befundene, in 

den Rz. 8050-8052 KSIH (gültig ab 1. Januar 2015, Stand 1. Januar 2021) 

vorgenommene Konkretisierung der Anwendungsfälle der 

lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E.9) bestimmt in Rz. 8050 

u.a. was folgt: "Die lebenspraktische Begleitung ist notwendig, damit der 

Alltag selbstständig bewältigt werden kann. Sie liegt vor, wenn die 

betroffene Person auf Hilfe bei mindestens einer der folgenden Tätigkeiten 

angewiesen ist: Hilfe bei der Tagesstrukturierung; Unterstützung bei der 

Bewältigung von Alltagssituationen (z. B. Fragen der Gesundheit, 

Ernährung und Hygiene, einfache administrative Tätigkeiten, etc.); 

Haushaltsführung." In Rz. 8051 KSIH wird zudem festgehalten: "Die 

lebenspraktische Begleitung ist notwendig, damit die versicherte Person 

in der Lage ist, das Haus für bestimmte notwendige Verrichtungen und 

Kontakte zu verlassen (Einkaufen, Freizeitaktivitäten, Kontakte mit 

Amtsstellen oder Medizinalpersonen, Coiffeurbesuch etc. […])."

5.3.1. Im Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 

wird ausgeführt, der Beschwerdeführer sei in der alltäglichen 

Lebensverrichtung "Körperpflege" seit Juli 2020 selbstständig. Bei der 

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letzten Abklärung sei die Lebensverrichtung ausgewiesen gewesen. Der 

Beschwerdeführer habe regelmässig aufgefordert werden müssen, sich zu 

rasieren, da er es von sich aus nicht gemacht habe, und der Vater habe 

jeweils noch nachbessern müssen. Aktuell gebe der Vater an, dass er 

nicht mehr nachbessern müsse. Der Beschwerdeführer rasiere sich 

einmal in der Woche. Er müsse teilweise dazu aufgefordert werden, wobei 

er der Verrichtung dann meist nachkomme. Eine Aufforderung zum 

Zähneputzen genüge. Dies bedinge keine regelmässige und erhebliche 

Hilfestellung (vgl. IV-act. 257 S. 5 f.). Zudem ist dem Abklärungsbericht 

unter dem Titel "lebenspraktische Begleitung" zu entnehmen, dass der 

Beschwerdeführer die Körperpflege zu vereinbarten Zeiten/Wochentagen 

selbstständig ausführe, wobei er gelegentlich dazu aufgefordert werden 

müsse. Mithilfe von Routinen komme er im normalen Alltag selbstständig 

zurecht. Er benötige die Hilfe seiner Schwester am Morgen, wenn er nicht 

gut geschlafen habe, weil sein Rhythmus dann gestört sei und er sich nicht 

zurechtfinde. Wie oft dies vorkomme, könne er nicht sagen (vgl. IV-

act. 257 S. 7 f.). Gleichermassen wurde an anderer Stelle im 

Abklärungsbericht ausgeführt, der Beschwerdeführer könne seine 

Morgenroutine alleine durchführen, wenn er gut geschlafen habe. 

Ansonsten benötige er die Hilfe seiner Schwester. Seine Morgenroutine 

beinhalte das Aufstehen und Ankleiden, das Frühstücken und eine 

"Katzenwäsche" (vgl. IV-act. 257 S. 2).

5.3.2. Aus dem soeben Gesagten erhellt, dass die Feststellungen im 

Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 unter 

dem Titel "lebenspraktische Begleitung" auch die Teilfunktion "Waschen" 

der alltäglichen Lebensverrichtung "Körperpflege" beschlagen. Entgegen 

diesem Bericht überzeugt es allerdings nicht, die morgendliche Hilfe der 

Schwester nach Nächten mit schlechtem Schlaf bei der lebenspraktischen 

Begleitung einzuordnen. Vielmehr sprechen die Ausführungen zu der von 

- 16 -

der Schwester geleisteten Unterstützung bei einer funktional 

gesamtheitlichen Betrachtungsweise für eine (direkte oder indirekte) 

Dritthilfe bei der Körperpflege (Teilfunktion "Waschen") bzw. dafür, dass 

die von der Schwester geleistete Unterstützung über eine einfache 

Aufforderung bzw. ein blosses Erinnern oder Motivieren im Sinne einer 

Hilfestellung bei der Tagesstrukturierung hinausgeht. In welcher Art und 

Weise bzw. in welchem Ausmass diese Hilfe bei der Morgenroutine von 

der Schwester erbracht wird, lässt sich dem Abklärungsbericht 

Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 nicht entnehmen. Dies 

rührt wohl daher, dass die Abklärung vor Ort in Abwesenheit der 

Schwester bei den Eltern des Beschwerdeführers in F._____ 

stattgefunden hat, wo sich der Beschwerdeführer nur noch am 

Wochenende aufhält. Unter der Woche lebt er zusammen mit seiner 

Schwester in G._____, was sich näher an seiner Ausbildungsstätte bei der 

B._____ GmbH in C._____ befindet (vgl. IV-act. 257 S. 1 ff.). Zudem 

scheint die Abklärungsperson übersehen zu haben, dass sich der 

Beschwerdeführer anlässlich der Abklärung vor Ort im November 2020 

nicht mehr in der stabilen psychischen, schulischen und familiären 

Situation befand, wie sie sich noch bei der letzten Abklärung im Dezember 

2015 präsentierte. Vielmehr führte die Doppelbelastung mit Lehre und 

Fernstudium vor allem in Vorbereitungs- und Prüfungszeiten, das 

angespannte Verhältnis zu seinem Ausbildner sowie der im Rahmen der 

Ausbildung zu absolvierende überbetriebliche Kurs zu vermehrten 

Spannungszuständen bzw. zu einer akuten Überforderungssituation mit 

suizidalen Gedanken (vgl. nachstehende Erwägung 6.2.2 zur alltäglichen 

Lebensverrichtung "An-/Auskleiden"; Bildungsbericht der B._____ zum 

5. Semester [IV-act. 269 S. 7] und Verlaufsprotokoll Berufsberatung, 

Eintrag vom 30. November 2020 [separate Bg-Beilage]). Dass sich eine 

solche Belastungssituation auch negativ auf den Schlaf des 

Beschwerdeführers auswirken kann, was wiederum zu einer erhöhten 

- 17 -

Beanspruchung seiner Schwester im Rahmen der Morgenroutine führt, 

liegt dabei nahe. Da konkrete Angaben der Schwester zu der von ihr 

geleisteten Hilfestellung im Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung 

vom 11. November 2020 fehlen, erweist sich die Abklärung der sich darauf 

abstützenden IV-Stelle bereits aus diesem Grund als unvollständig.

5.3.3. Dasselbe gilt mit Blick auf die der alltäglichen Lebensverrichtung 

"Körperpflege" zugehörige Teilfunktion "Baden/Duschen". Wie auch im 

Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 

festgehalten (vgl. IV-act. 257 S. 2), führten die Eltern des 

Beschwerdeführers im Einwandverfahren aus, der Beschwerdeführer 

verbringe eine Nacht pro Woche bei seiner Patentante, weil diese eine 

geräumigere und hellere Dusche habe als die düstere, mit winziger 

Badewanne und Duschvorhang versehene Dusche in der mit seiner 

Schwester gemeinsam bewohnten Wohnung in G._____. Beide Frauen 

würden bestätigen, dass der Beschwerdeführer nicht alleine leben könnte. 

Ohne Hilfe in diesem Bereich würde er verwahrlosen, da er seine 

Hygienebedürfnisse nicht selber erkennen könne. Da er sich aufgrund 

seiner autistischen Hypersensibilität vor nassen Badetüchern "ekle", 

würde ihn dieser Umstand ohne Hilfe davon abhalten, überhaupt zu 

duschen. Trotz Unterstützung durch Drittpersonen werde die Hygiene vom 

Lehrbetrieb beanstandet. Der Beschwerdeführer müsse immer dazu 

aufgefordert werden, sich zu duschen (vgl. Einwand vom 19. Dezember 

2020 [IV-act. 259 S. 1 f.]). 

Zwar weist die IV-Stelle in diesem Zusammenhang in der angefochtenen 

Verfügung zu Recht auf Rz. 8026.1 (vgl. auch Rz. 8029.1) KSIH hin, 

wonach die indirekte Dritthilfe eine gewisse Intensität aufweisen und über 

eine einfache Aufforderung hinausgehen muss. Einer versicherten Person 

mehrmals zu sagen, sie solle duschen, reicht beispielsweise nicht aus. 

Neben der Wiederholung der Aufforderung muss mindestens die 

- 18 -

Handlung während der Ausführung überwacht und im Bedarfsfall 

eingegriffen werden. Dass vorliegend eine solche Hilfestellung einer 

Drittperson krankheitsbedingt notwendig ist, erscheint indes nicht von 

vornherein ausgeschlossen. Vielmehr geht bereits aus dem 

Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 4./18. März 2010 hervor, 

dass der Beschwerdeführer keine Einsicht für den Sinn und Zweck der 

Körperpflege habe (vgl. IV-act. 105 S. 5). Desgleichen äusserten sich 

auch Dr. med. E._____ in seinem ärztlichen Bericht vom 20. Juli 2021 und 

dipl. med. D._____ mit Arztbericht vom 6. August 2021, indem sie 

ausführten, dem Beschwerdeführer fehle das Sensorium für die 

Notwendigkeit der Körperpflege bzw. er würde Hygienemassnahmen 

bereits nach kurzer Zeit sein lassen, da die Einsicht in deren Sinn nicht 

zwingend gegeben sei (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 3 f.). 

Insofern erstaunt es auch nicht weiter, dass der Beschwerdeführer im 

Revisionsfragebogen zur Hilflosenentschädigung vom 10. Juli 2020 ein 

Angewiesensein auf Unterstützung in der alltäglichen Lebensverrichtung 

"Körperpflege" verneinte (vgl. IV-act. 242 S. 2). Dass vor diesem 

Hintergrund eine intensivere und zeitlich ausgedehntere Hilfestellung 

erforderlich ist, als eine mehrmalige Aufforderung, sich zu duschen, im 

Sinne einer blossen lebenspraktischen Begleitung, erscheint durchaus 

möglich. Denn bereits aus den Arztberichten von Dr. med. H._____, 

Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, vom 15. Oktober 2003 und 

14. April 2004 geht hervor, dass sich der Beschwerdeführer 

krankheitsbedingt kaum zu etwas bewegen lasse, das ihm nicht sinnvoll 

erscheint bzw. dessen Sinn er nicht einsieht (vgl. IV-act. 7 S. 5 und IV-

act. 11 S. 3). Ausserdem stellte Dr. med. H._____ schon im Beiblatt zu 

seinem Arztbericht vom 22. September 2007 fest, dass der 

Beschwerdeführer wegen einer autistischen Hyperreagibilität eine 

Aversion gegen "nasse Dinge" hegt (vgl. IV-act. 74 S. 3). Insofern 

erscheint es durchaus möglich, dass er – wie im Einwand und in der 

- 19 -

Beschwerde vorgebracht – ohne enge Begleitung, einem aktiven Zutun 

und weiteren Handlungsanweisungen einer Drittperson nicht duschen 

würde, um sich so nicht dem "Problem mit dem nassen Badetuch" stellen 

zu müssen. Hinzu kommt, dass es dem Beschwerdeführer als 

Jugendlicher nicht möglich war, zu duschen (Abklärungsbericht 

Hilflosenentschädigung vom 4./18. März 2010 [IV-act. 105 S. 5]). Vielmehr 

wusch er sich beim Baden und spülte sich die Haare mit Badewasser aus 

(Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 6./12. Juni 2012 [IV-

act. 128 S. 5]). Dies behielt er auch noch als Volljähriger bei, da er die 

Duschbrause nicht benutzte, was dem Abklärungsbericht 

Hilflosenentschädigung vom 17. Dezember 2015 (vgl. IV-act. 179 S. 5) 

entnommen werden kann. Im aktuellen Abklärungsbericht 

Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 wird nun ohne weitere 

Ausführungen unter dem Titel der lebenspraktischen Begleitung 

festgehalten, der Beschwerdeführer könne die Körperpflege zu 

vereinbarten Zeiten/Wochentagen selbstständig ausführen, wobei er 

gelegentlich dazu aufgefordert werden müsse (vgl. IV-act. 257 S. 8). 

Soweit damit das Duschen gemeint ist, ist dies angesichts der genannten 

Vorgeschichte des Beschwerdeführers nicht nachvollziehbar und 

erscheint erklärungsbedürftig. Insofern durfte sich die Abklärungsperson 

nicht damit begnügen, im Rahmen der alltäglichen Lebensverrichtung 

"Körperpflege" nur auf das Rasieren und Zähneputzen einzugehen. 

Vielmehr hätte es einer eingehenden Auseinandersetzung zum Duschen 

unter Einholung der notwendigen Auskünfte bei der Schwester und der 

Patentante des Beschwerdeführers und in Würdigung der Ausmasses der 

getätigten Hilfestellungen bedurft. Insofern ist dem Beschwerdeführer 

darin beizupflichten, dass die von der IV-Stelle getätigten Abklärungen als 

ungenügend zurückzuweisen sind.

- 20 -

6. Der Beschwerdeführer macht sodann geltend, er sei auf regelmässige und 

erhebliche Hilfe beim "An- und Auskleiden" angewiesen. 

6.1. Eine Hilflosigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person ein 

unentbehrliches Kleidungsstück oder ein Hilfsmittel nicht selber an- oder 

ausziehen kann. Sie ist aber auch gegeben, wenn sich die versicherte 

Person zwar selber ankleiden, aufgrund kognitiver Probleme jedoch der 

Witterung nicht entsprechend kleiden kann oder wenn sie Vor- und 

Rückseite der Kleidungsstücke verwechselt (Rz. 8014 KSIH; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_381/2020 vom 15. Februar 2021 E.5.3.1).

6.2.1. Im Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 

wurde zur alltäglichen Lebensverrichtung "An- und Auskleiden" 

festgehalten, bei der letzten Abklärung habe der Beschwerdeführer nur 

gelegentlich daran erinnert werden müssen, die Socken zu wechseln. In 

den Frühlings- und Herbstferien seien die Sommer- bzw. Winterkleider in 

den Schrank eingeräumt worden. Der Beschwerdeführer habe sich die 

Kleider dann selbstständig ausgesucht. Verschmutzte Kleider habe er 

nicht erkannt, sie aber zu einem vereinbarten, fixen Zeitpunkt gewechselt. 

Aktuell würden im Revisionsformular Hilfestellungen beim An- und 

Auskleiden verneint. Der Beschwerdeführer gebe an, dass er sich nach 

dem Aussuchen der Sonntagskleidung eine Rückmeldung seiner Eltern 

einhole. Die Eltern äusserten, dass sich der Beschwerdeführer nach dem 

Kalender und nicht nach dem Wetter kleide. Es würden keine 

Veränderungen zur letzten Abklärung beschrieben (vgl. IV-act. 257 S. 5). 

Zudem merkte die Abklärungsperson unter dem Aspekt der 

lebenspraktischen Begleitung an, der Beschwerdeführer werde 

gelegentlich dazu aufgefordert, seine Kleider zu wechseln (vgl. IV-act. 257 

S. 8). Im Einwand vom 19. Dezember 2020 führten die Eltern des 

Beschwerdeführers an, er spüre nicht, ob er Sommer- oder Winterkleider 

anziehen solle, wenn es ihm niemand sage. Auch würde er die Wäsche 

- 21 -

nicht ohne Aufforderung wechseln (vgl. IV-act. 259). Dem hielt die 

Abklärungsperson in ihrer Stellungnahme vom 14. April 2021 entgegen, 

im Sinne der Schadenminderungspflicht sei es zumutbar, dass der 

Kleiderschrank entsprechend den Jahreszeiten eingeräumt werde. Des 

Weiteren sei die Hilfestellung nicht als regelmässig und erheblich zu 

betrachten, da sie nur bei den Übergängen der Jahreszeiten notwendig 

sei (vgl. IV-act. 275 S. 5 und angefochtene Verfügung [IV-act. 274 S. 4]). 

Dem hielt der Beschwerdeführer in der Beschwerde entgegen, er sei in 

der fraglichen Lebensverrichtung zwar funktional selbstständig, aber auf 

indirekte Hilfe angewiesen. Dass er sich nicht witterungsentsprechend 

kleiden könne, begründe bereits einen relevanten Hilfebedarf. Jeweils 

Sommer- oder Winterkleider verfügbar zu haben, genüge schlichtweg 

nicht, um sich adäquat anzuziehen, da sich das Wetter nicht nach dem 

Kalender richte. Zudem bemerke er verschmutzte Kleider nicht bzw. 

nehme von sich aus notwendige Kleiderwechsel nicht vor. So habe seine 

Lehrfirma sein Erscheinungsbild kritisiert. Zu beachten sei ferner, dass er 

sonntags nicht eine Rückmeldung seiner Eltern einholen würde, wenn er 

eine adäquate Kleiderwahl treffen könnte. Schliesslich führte sein 

Hausarzt Dr. med. E._____ mit Bericht vom 20. Juli 2021 aus, der 

Beschwerdeführer brauche täglich Hilfe auch bei der Auswahl der 

Bekleidung; nicht nur saisonal, sondern auch situativ für den betreffenden 

Tag könne er seine Garderobe nicht selbstständig wählen (vgl. Bf-act. 4).

6.2.2. Der IV-Stelle ist zwar darin beizupflichten, dass es zumutbar erscheint, 

den Kleiderschrank des Beschwerdeführers den Jahreszeiten 

entsprechend einzuräumen, was hinsichtlich der Kleiderwahl bis zu einem 

gewissen Mass Abhilfe zu verschaffen mag. Dies vermag aber nicht über 

die auch innerhalb der Jahreszeiten bestehende Unfähigkeit des 

Beschwerdeführers, sich ohne Hilfe situativ der Witterung angepasst zu 

kleiden, hinwegzutäuschen. Ein solches fehlendes Sensorium für eine 

- 22 -

witterungsentsprechende Kleidung erscheint nicht nur aufgrund der 

Aktenlage nachvollziehbar (vgl. hierzu Abklärungsberichte 

Hilflosenentschädigung vom 17. Dezember 2015 [IV-act. 179 S. 4], 

6./12. Juni 2012 [IV-act. 128 S. 4] und 4./18. März 2010 [IV-act. 105 S. 4]), 

sondern drängt sich auch aufgrund des Umstandes auf, dass der 

Beschwerdeführer nach wie vor am Sonntag, wenn er bei seinen Eltern 

wohnt, deren Rückmeldung zu seiner Kleiderwahl einholt (vgl. 

Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 [IV-

act. 257 S. 5]). Mit Blick auf die Hilfsbedürftigkeit verweist der 

Beschwerdeführer beschwerdeweise insofern zu Recht auf Rz. 8014 KSIH 

(vgl. vorstehende Erwägung 6.1). Hinzu kommt, dass der 

Beschwerdeführer verschmutzte Kleidungsstücke nicht bemerkt (vgl. so 

schon Abklärungsberichte Hilflosenentschädigung vom 17. Dezember 

2015 [IV-act. 179 S. 4], 6./12. Juni 2012 [IV-act. 128 S. 4] und 4./18. März 

2010 [IV-act. 105 S. 4]). Zwar kann dem – wie im Abklärungsbericht 

Hilflosenentschädigung vom 17. Dezember 2015 [IV-act. 179 S. 4] 

angemerkt – durch vorzunehmende Kleiderwechsel zu bestimmten, im 

Voraus abgemachten Zeiten entgegengewirkt werden. Dabei ist indes zu 

berücksichtigen, dass sich der Beschwerdeführer damals in einer 

psychisch stabilen Situation befand, noch zu Hause bei seinen Eltern 

wohnte und sich im Gymnasium wohl fühlte, da er gut in der Schule 

integriert war und seine speziellen Bedürfnisse berücksichtigt wurden (vgl. 

IV-act. 179 S. 1 f.). Dass unter solchen Umständen eine Abmachung zur 

Vornahme von regelmässigen Kleiderwechseln zu bestimmten Zeiten 

auch eingehalten wird und dem Beschwerdeführer hilft, sich im Alltag 

besser zurecht zu finden, erscheint nachvollziehbar. Demgegenüber 

präsentierte sich die Situation des Beschwerdeführers anlässlich der 

Abklärung vor Ort am 6. November 2020 weit weniger gut. Dem 

Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 ist zu 

entnehmen, dass der Beschwerdeführer nur noch an den Wochenenden 

- 23 -

bei seinen Eltern in F._____ wohnt; unter der Woche lebt er zusammen 

mit seiner Schwester in G._____, da er bei der B._____ GmbH in C._____ 

eine Lehre absolviert (vgl. IV-act. 211, 216, 220 f.) und daneben in seiner 

Freizeit einem Fernstudium an einer Fachhochschule nachgeht (vgl. IV-

act. 227 S. 3, 229 S. 5, 234 S. 5). Diese Doppelbelastung führte 

ausweislich der Akten vor allem in Vorbereitungs- und Prüfungszeiten zu 

viel Stress und wenig Erholung, was gemäss dem Ausbildungsbetrieb in 

vermehrten Spannungszuständen mündete (vgl. Bildungsberichte der 

B._____ zum 3. Semester [IV-act. 234 S. 5], zum 4. Semester [IV-act. 244 

S. 5] und zum 5. Semester [IV-act. 269 S. 7]). Neben einem schwierigen 

Verhältnis zu seinem Ausbildner (vgl. IV-act. 257 S. 1) führte zudem ein 

überbetrieblicher Kurs im Rahmen seiner Ausbildung zu einer akuten 

Überforderungssituation, in welcher der Beschwerdeführer sich 

unangemessen verhielt, Suizidgedanken äusserte und an mehreren 

Bildungsstätten eine Bombendrohung vermeldete (vgl. Bildungsbericht 

der B._____ zum 5. Semester [IV-act. 269 S. 7] und Verlaufsprotokoll 

Berufsberatung, Eintrag vom 30. November 2020 [separate Bg-Beilage]). 

Dass in solchen psychisch belastenden Situationen Abmachungen zu 

Kleiderwechseln an bestimmten Zeiten vernachlässigt werden, liegt nahe 

(vgl. hierzu auch ärztlicher Bericht von Dr. med. E._____ vom 

18. Dezember 2020 [IV-act. 262]). So ist denn auch den Bildungsberichten 

der B._____ zu entnehmen, dass hinsichtlich der äusseren Erscheinung 

des Beschwereführers Entwicklungspotenzial bestünde bzw. er in diesem 

Bereich Rückschritte gemacht habe (vgl. IV-act. 244 S. 2 und IV-act. 269 

S. 3). Ob aber der Beschwerdeführer hinsichtlich des Kleidungswechsels 

genauso wie bei der Wahl einer witterungsentsprechenden Kleidung 

derart regelmässig und in erheblicher Weise auf wesentliche 

Unterstützung Dritter angewiesen ist (vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 

9C_381/2020 vom 15. Februar 2021 E.5.3.1), so dass die 

dementsprechend notwendigen Vorkehren über das Ausmass einer 

- 24 -

blossen lebenspraktischen Begleitung hinausgehen und bei der 

alltäglichen Lebensverrichtung "An-/Auskleiden" zu berücksichtigen sind, 

kann letztlich mangels entsprechender Abklärungen bei der Schwester 

des Beschwerdeführers und dessen Eltern aufgrund der Akten nicht 

abschliessend beurteilt werden. Jedenfalls vermag der Hinweis im 

Abklärungsbericht vom 11. November 2020, wonach der 

Beschwerdeführer gelegentlich zum Kleiderwechsel aufgefordert werden 

müsse (vgl. IV-act. 257 S. 8), angesichts der vorerwähnten belastenden 

Entwicklungen, welche von der Abklärungsperson unberücksichtigt 

blieben, nicht zu überzeugen. Die Angelegenheit ist somit auch in diesem 

Punkt zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle zurückzuweisen.

7. Zu prüfen ist schliesslich, ob der Beschwerdeführer dauernd auf 

lebenspraktische Begleitung angewiesen ist.

7.1. Bei der lebenspraktischen Begleitung handelt es sich – wie bereits 

dargelegt – um ein zusätzliches und eigenständiges Institut der Hilfe für 

Personen, die ausserhalb eines Heimes leben. Ziel der lebenspraktischen 

Begleitung ist es, den Eintritt der versicherten Person in ein Heim nach 

Möglichkeit hinauszuschieben oder zu verhindern (BGE 146 V 322 E.6.2). 

Lebenspraktische Begleitung besteht mit anderen Worten nur dann, wenn 

eine Person unter Berücksichtigung der Mitwirkungs- und 

Schadenminderungspflicht nicht fähig ist, ihre Grundversorgung 

sicherzustellen, mithin ein Heimeintritt zwingendermassen die Folge wäre 

(vgl. Rz. 8040 und 8050.3 KSIH). Wie bereits erwähnt, gilt die 

lebenspraktische Begleitung als regelmässig im Sinne von Art. 38 Abs. 3 

Satz 1 IVV, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im 

Durchschnitt mindestens zwei Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 146 

V 322 E.6.1, 133 V 450 E.6.2).

- 25 -

7.2.1. Im Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 

wurde beim Bedarf des Beschwerdeführers an lebenspraktischer 

Begleitung insgesamt ein Zeitaufwand von 40 Minuten pro Woche 

festgehalten (vgl. IV-act. 257 S. 7 ff.). Diese Zeitangabe erscheint in 

Anbetracht der krankheitsbedingten Einschränkungen des 

Beschwerdeführers gesamtheitlich betrachtet bisweilen rigide, wobei eine 

solche für gewisse Bereiche sogar gänzlich fehlt. So benötigt der 

Beschwerdeführer aufgrund seiner Autismus-Spektrum-Störung 

nachweislich ein hohes Mass an Strukturierung im Alltag. Bereits Dr. med. 

J._____, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, führte mit Berichten 

vom 12./29. Juni 2006 aus, typisch sei, dass solche Kinder trotz guter bzw. 

hoher Intelligenz im Alltag grosse Mühe bekunden, weil sie oft verträumt 

seien resp. Aufträge vergessen und ganz klar strukturierte Tagesabläufe 

benötigten (vgl. IV-act. 26 S. 4 und IV-act. 147 S. 4). Dies bestätigte sich 

im Falle des Beschwerdeführers anlässlich der neuropsychologischen 

Abklärung im Oktober 2006, aufgrund welcher lic. phil. K._____, 

Fachpsychologe für Neuropsychologie, auch für den Alltag einen hohen 

Grad an räumlicher, zeitlicher und aufgabenmässiger Strukturierung 

empfahl (vgl. neuropsychologischer Untersuchungsbericht vom 

17. Oktober 2006 [IV-act. 40 S. 4 ff.]). Auch in der Folge bestätigte sich, 

dass der Beschwerdeführer mit einfachen alltäglichen Verrichtungen bzw. 

der Handlungsplanung Mühe hat und dabei auf Hilfe angewiesen ist (vgl. 

Beiblätter zum Arztbericht von Dr. med. H._____ vom 23. Juli 2012 [IV-

act. 137 S. 3] und vom 22. September 2007 [IV-act. 74 S. 3], Antrag des 

schulpsychologischen Dienstes auf Verlängerung der Sonderbeschulung 

vom 24. August 2007 [IV-act. 65]). Als eindrücklich erweist sich namentlich 

der Aufwand der Mutter, welcher zur Etablierung eines Coachings mit 

einem Netzwerk von Ansprech- und Helferpersonen sowie klaren Abläufen 

und Strukturen betrieben wurde, damit der Beschwerdeführer seinem 

Studium an der ETH Zürich nachgehen konnte (vgl. IV-act. 195, 201, 203, 

- 26 -

205, 207). Zwar ist – wie im Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung 

vom 11. November 2020 ausgeführt – davon auszugehen, dass das 

Einhalten von routinierten Abläufen bei der Bewältigung des normalen 

Alltags Abhilfe verschafft (vgl. IV-act. 257 S. 7 f.). Aber auch diese 

bedürfen bisweilen der Anpassung und Neustrukturierung durch Dritte, 

was sich gerade anlässlich der im Zeitraum der Abklärung vor Ort im 

November 2020 aufgetretenen psychischen Dekompensation des 

Beschwerdeführers aufgrund seiner Ausbildungssituation (Teilnahme an 

einem überbetrieblichen Kurs, angespanntes Verhältnis zum Ausbildner, 

Doppelbelastung durch Lehre und Fernstudium) gezeigt hat (vgl. dazu die 

Ausführungen in vorstehender Erwägung 6.2.2 sowie IV-act. 255 S. 1 

[Reduktion der im Fernstudium zu absolvierenden ECTS-Punkte pro 

Semester]). Insofern hätte es im Rahmen der Bedarfsabklärung an 

lebenspraktischer Begleitung bei der Hilfe bei der Tagesstrukturierung 

neben dem Hinweis auf die routinierten Abläufe einer vertieften Abklärung 

der tatsächlich geleisteten Strukturierungshilfe unter Einbezug der durch 

die Schwester unter der Woche geleisteten bedurft.

7.2.2. Dasselbe gilt mit Blick auf die Unterstützung bei der Bewältigung von 

Alltagssituationen. Neben dem bereits oben Ausgeführten zur alltäglichen 

Lebensverrichtung "Körperpflege" geht aus den Akten insbesondere 

hervor, dass die Kostengutsprache der IV-Stelle für die erstmalige 

berufliche Ausbildung bei der B._____ GmbH ohne Vergütung des 

Mittagessens erfolgte (vgl. IV-act. 250), da der Beschwerdeführer zwar in 

der Ausbildungsstätte esse, aufgrund seiner krankheitsbedingten 

Einschränkung auf gewisse Speisen (Teigwaren ohne Sauce) das Essen 

aber meist selber mitbringe (vgl. IV-act. 222). In Übereinstimmung mit dem 

Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020, 

wonach der Beschwerdeführer selbstständig Cervelats und Salzsachen im 

Laden kaufen könne (vgl. IV-act. 257 S. 8), führten die Eltern im Einwand 

- 27 -

vom 19. Dezember 2020 aus, der Beschwerdeführer würde sich selber 

überlassen nur genau dies essen. Gemüse esse er – wie viele Autisten – 

sowieso nicht, von Früchten nur Bananen und Äpfel, welche jeweils von 

Dritten gerüstet werden müssen, wobei darauf zu achten sei, dass die 

Schnitze keine andere Frucht berührten, ansonsten sie nicht von ihm 

verzehrt würden. Es brauche eine ständige Anstrengung von aussen, 

damit er sich beim Essen nicht auf die vertrauten Speisen (Cervelats und 

Party-Gebäck) zurückziehe (vgl. IV-act. 259 S. 2). Aufgrund dieser – 

nachweislich der Akten (vgl. auch IV-act. 271) – plausiblen Ausführungen 

zum Essverhalten des Beschwerdeführers liegt es nahe, dass er beim 

Thema (ausgewogene[re]) Ernährung auf Unterstützung angewiesen ist. 

Entsprechende Erhebungen zur Bewältigung von Alltagssituationen bzw. 

zur Vor- und Zubereitung von Mahlzeiten, insbesondere auch bei der 

Schwester, mit der er unter der Woche zusammenwohnt, fehlen indes im 

Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 (vgl. 

IV-act. 257 S. 8).

7.2.3. Bei der Haushaltsführung wurde im Abklärungsbericht 

Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 kein Zeitaufwand für 

Hilfestellungen Dritter veranschlagt (vgl. IV-act. 257 S. 8). Soweit die 

weitgehend fehlende Mitwirkung des Beschwerdeführers im Haushalt – 

wie im Abklärungsbericht angedeutet – auf einen freiwilligen Verzicht der 

Familie, ihn aufgrund seiner Ausbildungen einzubinden, zurückgeführt 

wird, vermag dies nicht restlos zu überzeugen. Abgesehen von seiner 

nachweislichen, autismusspezifischen Einengung auf Spezialinteressen 

(Mathematik, Informatik, PC-Spiele und Fernsehserien [vgl. etwa IV-

act. 257 S. 2 und 9, IV-act. 259 S. 3, IV-act. 201 S. 1 f., IV-act. 212 S. 7 

und 11]), deutet auch der im Abklärungsbericht beschriebene Umstand, 

dass der Beschwerdeführer das Aufräumen und Staubsaugen seines 

Zimmers in G._____ nur einmal alle zwei, drei Monate für notwendig hält 

- 28 -

(vgl. IV-act. 257 S. 8), auf eine gesundheitsbedingte Einschränkung in der 

Haushaltsführung hin (vgl. für das Kochen auch IV-act. 271). Diese 

Veranlagung ist denn auch geeignet, dass der Beschwerdeführer innert 

relativ kurzer Zeit ohne Hilfestellung Dritter verwahrlosen bzw. in ein Heim 

eingewiesen werden müsste (vgl. dazu auch Arztbericht von dipl. med. 

D._____ vom 6. August 2021 [Bf-act. 3]). Zwar ist der IV-Stelle darin 

beizupflichten, dass der Mitwirkungs- und Schadenminderungspflicht im 

Bereich der Haushaltsführung grosses Gewicht zukommt und von 

Angehörigen im gleichen Haushalt eine Hilfe verlangt werden kann, 

welche über das Mass hinausgeht, das im Gesundheitsfalle üblicherweise 

erwartet werden kann (vgl. BGE 141 V 642 E.4.3.2; Rz. 8050.3 KSIH). 

Angesichts der im Haushalt anfallenden Arbeiten, der Vorbereitung von 

Mahlzeiten und der Erledigung von Einkäufen (vgl. dazu auch 

nachfolgend) erscheint es fraglich, ob bzw. wie viel einer solchen Mithilfe 

insbesondere der Schwester, welche selber einem Studium nachgeht, 

noch zugemutet werden kann, so dass keine untragbare 

Belastungssituation entstünde. Derartige Abklärungen und entsprechende 

Zeitaufwanderfassungen fehlen im Abklärungsbericht 

Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020.

7.2.4. Für das Einkaufen wurde anlässlich der Abklärung vor Ort ein Zeitaufwand 

von fünf Minuten pro Woche ausgewiesen (vgl. IV-act. 257 S. 8). Dies 

erscheint sehr knapp bemessen, denn abgesehen vom Vorerwähnten wird 

ausweislich des Abklärungsberichts Hilflosenentschädigung vom 

11. November 2020 geübt, dass der Beschwerdeführer neben Cervelats 

und Party-Gebäck weitere Lebensmittel selbstständig einkaufen kann (vgl. 

IV-act. 257 S. 8), was mutmasslich bereits wegen des Motivierens, des 

Erstellens einer Einkaufsliste sowie einer allfälligen (anfänglichen) 

Begleitung mehr Aufwand als die veranschlagten fünf Minuten pro Woche 

generiert. Da sich der Beschwerdeführer gemäss Abklärungsbericht 

- 29 -

zudem am liebsten in seinem Zimmer aufhält und sich alleine beschäftigt 

(vgl. IV-act. 257 S. 9), erscheint es durchaus plausibel, dass er für 

ausserhäusliche Verrichtungen, wie Freizeitaktivitäten, Ferien etc., 

besonders motiviert werden muss (vgl. Einwand vom 19. Dezember 2020 

[IV-act. 259 S. 3]). Schliesslich wird im Abklärungsbericht 

Hilflosenentschädigung vom 11. November 2020 anerkannt, dass der 

Beschwerdeführer zu Arztterminen von seinen Eltern begleitet werden 

muss, da er sich alleine nicht zurecht finde an einem für ihn unbekannten 

Ort mit fremden Menschen. Da er jedoch seit Jahren nicht mehr zum Arzt 

müsse, wurde kein Zeitaufwand für Kontakte mit Medizinpersonen 

festgehalten (vgl. IV-act. 257 S. 9). Dabei wird indes ausser Acht 

gelassen, dass bereits im Zeitraum der Abklärung vor Ort im November 

2020 wegen der sich aufgrund der Ausbildungssituation verschlechterten 

psychischen Verfassung des Beschwerdeführers (vgl. hierzu 

insbesondere vorstehende Erwägung 6.2.2) eine psychiatrische 

Behandlung indiziert war (vgl. dazu Verlaufsprotokoll Berufsberatung, 

Einträge vom 20. November 2020, 30. November 2020, 4. Dezember 

2020 und 18. Dezember 2020 [separate Bg-Beilage]), welche dann auch 

bei dipl. med. D._____ im Januar 2021 aufgenommen wurde (vgl. 

Arztbericht vom 6. August 2021 [Bf-act. 3]).

7.3. Insgesamt hat die IV-Stelle demnach anhand einer funktional 

gesamtheitlichen Betrachtungsweise die Notwendigkeit einer 

lebenspraktischen Begleitung erneut abzuklären und dabei zu prüfen, ob 

deren Voraussetzungen hinsichtlich Regelmässigkeit, Intensität und 

Dauer erfüllt sind.

8. In Gesamtwürdigung der Umstände des konkreten Einzelfalls ist die IV-

Stelle ihrer Abklärungspflicht nach Art. 43 Abs. 1 ATSG somit nur 

ungenügend nachgekommen. Die Beschwerde ist aus diesem Grund im 

Eventualstandpunkt gutzuheissen, die Verfügung vom 28. April 2021 

- 30 -

aufzuheben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen und zu neuem Entscheid an die IV-Stelle zurückzuweisen.

9.1.1. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG ist das 

Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten über Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.-- bis CHF 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 

Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.-- 

fest.

9.1.2. Die Rückweisung zu weiteren Abklärungen gilt praxisgemäss als 

vollständiges Obsiegen der beschwerdeführenden Partei bezüglich der 

Verteilung der Gerichtskosten und der Zusprache einer 

Parteientschädigung (vgl. BGE 141 V 281 E.11.1, 137 V 210 E.7.1, 132 V 

215 E.6.2). Infolge des Ausgangs des Beschwerdeverfahrens sind die 

Gerichtskosten von CHF 700.-- demnach der IV-Stelle zu überbinden (vgl. 

Art. 73 Abs. 1 VRG).

9.2. Der Beschwerdeführer hat gestützt auf Art. 61 lit. g ATSG Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu Lasten der IV-Stelle. Die Bemessung der 

Entschädigung erfolgt ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, 

wobei der zeitliche Aufwand der Rechtsvertretung regelmässig durch die 

Schwierigkeit des Prozesses mitbestimmt wird. Im Übrigen wird die 

Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 Ingress ATSG nach 

dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

9C_714/2018 vom 18. Dezember 2018 E.9.2, 9C_321/2018 vom 

16. Oktober 2018 E.6.1, 9C_688/2009 vom 19. November 2009 E.3.1.1 

- 31 -

f.). Gemäss Art. 78 VRG i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die Bemessung 

des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach 

Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der 

Honorarnote geltend gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) 

Aufwand sowie (üblichen) Stundenansatz ausgeht. Die Rechtsvertreterin 

macht in ihrer Honorarnote vom 7. September 2021 ein Honorar von 

CHF 3'248.-- geltend (18.3 Stunden à CHF 160.-- zzgl. 3 % 

Spesenpauschale und 7.7 % MWST). Dies erscheint angemessen und 

berücksichtigt den praxisgemäss geltenden, reduzierten Stundenansatz 

für Hilfsorganisationen, zu denen auch die Procap Schweiz zu zählen ist 

(PVG 2010 Nr. 31 und Nr. 32).

- 32 -

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Verfügung vom 

28. April 2021 wird aufgehoben und die Sache zu weiteren Abklärungen 

im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die IV-Stelle des 

Kantons Graubünden zurückgewiesen.

2. Die Kosten von CHF 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ mit CHF 3'248.-- (inkl. 

Spesen und MWST) aussergerichtlich zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]