# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce0a08a3-f09a-5aec-a670-90254f929191
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-12-18
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2012 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012
**Docket/Reference:** DB.2015.148
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2015_148_wp.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2015.148 
1 ST.2015.187 

Entscheid 

18. Dezember 2015 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

In Sachen 

A ,    

vertreten durch bcs steuerexperten ag,  
Sonnenstrasse 5, Postfach, 9004 St. Gallen,  

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2012 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2012 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  und  B  waren  zu  Beginn  der  Steuerperiode 

2012 je zur Hälfte Eigentümer der Z AG, Zürich. Dieses  Unternehmen bezweckt Mie-

te/Vermietung, Kauf/Verkauf, Verwaltung, Vermittlung, Wartung und Unterhalt von Lie-

genschaften  und verfügt  über  ein Aktienkapital  von  Fr.  100'000.-,  welches  in 100 Na-

menaktien im Nennwert von je Fr. 1'000.- eingeteilt ist. Sie hielt zu dieser Zeit 50% der 

S AG, welche ihrerseits Inhaberin der T AG und der I AG ist.  

Am 20. Juni 2012 verkauften die beiden Aktionäre ihre Aktien an die C AG, mit 

Wirkung  ab  1.  Januar  2012.  Der  Kaufpreis  wurde  auf  Fr.  5  Mio.  festgesetzt.  Hiervon 

waren  Fr.  3,4  Mio.  per  Vertragsunterzeichnung  zu  bezahlen;  der  Restbetrag  war  in 

zwei  Teilzahlungen  von  je  Fr.  800'000.-  per  20.  Dezember  2015  und  20.  Dezember 

2016 zu leisten. Die beiden Verkäufer sollten hiervon jeweils immer die Hälfte erhalten. 

Der Vertrag enthielt u.a. ein auf drei Jahre befristetes Konkurrenzverbot. Zugleich wur-

den  neue  Arbeitsverträge  über  die  Weiterbeschäftigung  der  beiden  Verkäufer  abge-

schlossen.  Über  die  Transaktion  war  am  31.  Mai  2012  ein  Ruling  beim  kantonalen 

Steueramt  eingeholt  worden.  Dementsprechend deklarierte  der  Pflichtige  in der  Steu-

ererklärung 2012 keine Einkünfte aus dem Verkauf.  

Mit Auflagen vom 30. Juli und 27. Oktober 2014 führte der Steuerkommissär 

eine Untersuchung darüber durch, ob im Kaufpreis eine Abgeltung für das Konkurrenz-

verbot  bzw.  eine  Karenzentschädigung  enthalten  war.  Hierzu  verlangte  er  u.a.  eine 

substanziierte Sachdarstellung bezüglich der Kaufpreisfestsetzung und allfällige weite-

re  sachdienliche  Unterlagen.  Der  Pflichtige  liess  am  28.  November  2014  antworten. 

Dabei  wandte  er  sich gegen  die  vom  kantonalen  Steueramt  vertretene Betrachtungs-

weise.  Dieses  mahnte  am  12.  Dezember  2014  die  Auflage,  worauf  der  Pflichtige  am 

5. Januar 2015 reagierte. Letzterer bezeichnete den Standpunkt des kantonalen Steu-

eramts  als  nicht  nachvollziehbar  und  beantragte  eine  Besprechung.  Diese  fand  am 

6. Februar 2015 statt.  

Am  3.  März  2015  schätzte  das  kantonale  Steueramt  den  Pflichtigen  für  die 

direkte  Bundessteuer  2012  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  874'100.-  und 

für die Staats- und Gemeindesteuern 2012 mit einem steuerbaren und satzbestimmen-

den  Einkommen  von  Fr.  873'200.-  sowie  einem  steuerbaren  Vermögen  von 

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Fr. 5'224'000.- (satzbestimmend Fr. 5'752'000.-) ein. Dabei rechnete es Einkünfte von 

Fr. 800'000.- auf mit der Begründung, der Veräusserungserlös für die Z AG habe eine 

steuerbare  Karenzentschädigung  enthalten;  diese  werde  nach  pflichtgemässem  Er-

messen auf Fr. 800'000.- geschätzt. Das Ruling sei aus näher dargelegten Gründen in 

Bezug auf diese Frage nicht bindend.  

B.  Hiergegen  erhob  der  Pflichtige  am  2.  April  2015  Einsprache  mit  dem  An-

trag, auf die Aufrechnung von Fr. 800'000.- sei zu verzichten.  

Das kantonale Steueramt wies die Einsprachen am 22. Juni 2015 ab.  

C. Mit Beschwerde bzw. Rekurs vom 23. Juli 2015 wiederholte der Pflichtige 

Einspracheantrag und -begründung. Mit Ergänzung vom 27. Juli 2015 stellte er zudem 

den Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung.  

Das  kantonale  Steueramt  schloss  am  21.  August  2015  auf  Abweisung  der 

Rechtsmittel.  Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  liess  sich  nicht  verneh-

men.  

Mit  Verfügung  vom  26. Oktober  2015  verlangte das  Steuerrekursgericht vom 

Pflichtigen  die  Jahresrechnungen  2011  der  Gruppengesellschaften.  Dieser  kam  dem 

am 29. Oktober bzw. 2. November 2015 nach. Am 11. November 2015 reichte er zu-

dem eine Replik ein, in welcher er an seinen Anträgen festhielt. Das kantonale Steuer-

amt verzichtete am 18. November 2015 auf erneute Stellungnahme.  

Die Kammer zieht in Erwägung: 

1.  a)  aa)  Gemäss  Art.  16  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bun-

dessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 

8. Juni  1997  (StG)  unterliegen  der  Einkommenssteuer  alle  wiederkehrenden  und  ein-

maligen  Einkünfte  mit  Ausnahme  der  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von  Pri-

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vatvermögen. Steuerbar sind nach Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 17 Abs. 1 StG insbeson-

dere  alle  Einkünfte  aus  privatrechtlichen  oder  öffentlich-rechtlichen  Arbeitsverhält-

nissen mit Einschluss der Nebeneinkünfte wie Entschädigungen für Sonderleistungen, 

Provisionen,  Zulagen,  Dienstalters-  und  Jubiläumsgeschenke,  Gratifikationen,  Trink-

gelder, Tantiemen und andere geldwerte Vorteile. Leistungen, welche der Steuerpflich-

tige nicht vom Arbeitgeber, sondern von Dritten erhält, sind ebenfalls dem Arbeitsein-

kommen  zuzurechnen,  wenn  sie  ihm  im  Zusammenhang  mit  dem  Arbeitsverhältnis 

ausgerichtet worden sind (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 

2. A., 2009, Art. 17 N 37 DBG, und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, 

§ 17 N 37 StG). Steuerbar sind nach Art. 23 lit. c DBG bzw. § 23 lit. c StG ferner Ent-

schädigungen für Konkurrenzverbote (Zigerlig/Jud, in: Kommentar zu Schweizerischen 

Steuerrecht, Band I/2 a, 2. A., 2008, Art. 23 N 15a DBG).  

Steuerfrei  sind  die  Kapitalgewinne  aus  der  Veräusserung  von  beweglichem 

Privatvermögen (Art. 16 Abs. 3 DBG; § 16 Abs. 3 StG). Solche ergeben sich dadurch, 

dass der Mehrwert eines obligatorischen oder dinglichen Vermögensrechts beim Aus-

scheiden aus dem Vermögen der bisher berechtigten Person durch Umwandlung in ein 

(auch  wirtschaftlich  betrachtet)  anderes  Vermögensrecht  realisiert  wird  (Richner/Frei/ 

Kaufmann/Meuter, Art. 16 N 152 DBG und § 16 N 113 StG).  

bb) Beim Verkauf von personenbezogenen Aktiengesellschaften kann sich die 

Frage  der  Abgrenzung  zwischen  Kaufpreis  und  Entschädigungen  für  weitere  Leistun-

gen stellen, wenn sich der Verkäufer gleichzeitig verpflichtet, weiterhin für die verkaufte 

Gesellschaft tätig zu sein. Enthält die anlässlich des Aktienverkaufs ausgerichtete Leis-

tung eine Entschädigung hierfür, wäre diese nicht mehr als Kapitalgewinn, sondern als 

Einkunft zu betrachten und entsprechend zu besteuern.  

Bei dieser Abgrenzung ist nicht allein auf den Wortlaut der getroffenen Verträ-

ge abzustellen, sondern sind alle Umstände in Betracht zu ziehen. Im Entscheid BGr, 

16. Juni 2005, 2P.69/2005 bzw. 2P.269/2003 beurteilte deshalb das Bundesgericht es 

nicht  als  willkürlich,  eine  solche  Entschädigungskomponente  für  die  Weiterbeschäfti-

gung  aus  dem  Kaufpreis  in  einem  Fall  auszuscheiden,  in  welchem  eine  Ungleichbe-

handlung der verkaufenden Anteilsinhaber bezüglich des Kaufpreises festgestellt wur-

de,  welche  der  bevorzugte,  als  einziger  weiterhin  für  das  Verkaufsobjekt  tätige 

Steuerpflichtige  nicht  erklären  konnte.  Eine  solche  Entschädigung  wurde  ebenfalls  in 

einem Fall angenommen, bei welchem sämtliche Aktien einer Gesellschaft am selben 

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Datum  übertragen  wurden,  die letzte Kaufpreistranche  von  20%  aber  erst  zwei  Jahre 

nach  Zustandekommen  des  Vertrages  fällig  wurde  und  unter  der  Bedingung  stand, 

dass die ausgeschiedenen Aktionäre ein Konkurrenzverbot einhielten (StRG, 4. Febru-

ar 2011, 1 DB.2010.235 + 1 ST.2010.330, www.strgzh.ch). Die Verletzung des Konkur-

renzverbots  hätte  demnach  die  Käuferin  von  der  Bezahlung  der  letzten  Tranche  des 

Kaufpreises befreit, während der Verkauf der Aktien gleichwohl als vollzogen gegolten 

hätte.  Folglich  war  diese  letzte  Tranche  des  Kaufpreises  im  Ergebnis  nicht  als  Kauf-

preiszahlung,  sondern  als  Entschädigung  für  die  Einhaltung  eines  vertraglichen  Kon-

kurrenzverbots zu qualifizieren und unterlag damit der Einkommenssteuer.  

Demnach gilt  es  in solchen  Fällen  zu prüfen,  ob sich aus  den  Verträgen  An-

haltspunkte  dafür  ergeben,  dass  mit  dem  Kaufpreis  auch  eine  zukünftige  Arbeitsleis-

tung oder ein sonstiges Verhalten entschädigt wird. Auf einen solchen Sachverhalt ist 

zu schliessen, wenn die Verträge Klauseln enthalten, welche das vereinbarte Verhalten 

des  Verkäufers  garantieren  bzw.  die  Käuferin  bei  Verletzung  schadlos  halten  sollen, 

und diese mit dem Verkaufspreis verknüpft sind. Dies kann geschehen durch positive 

(wie  Ratenzahlung  des  Kaufpreises  bei  Wohlverhalten)  oder  negative  Anreize  (wie 

Konventionalstrafen, bedingte Preisrückleistungsverpflichtungen).  

b)  Nach  der  allgemeinen  Beweislastregel  haben  die  Steuerbehörden  den 

Nachweis  zu erbringen, dass  ein  Steuerpflichtiger  bestimmte Einkünfte erzielt  hat,  da 

es  sich hierbei  um  einen steuerbegründenden Umstand handelt.  Der  Nachweis  eines 

Vermögenszuflusses begründet sodann die natürliche Vermutung, dass dieser steuer-

bares Einkommen darstellt. Die Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet wer-

den,  indem  er  den  Gegenbeweis  erbringt,  dass  nämlich  die  zugeflossenen  Einkünfte 

kein steuerbares Einkommen darstellen (wie z.B. Vorliegen eines steuerfreien Kapital-

gewinns  aus  der  Veräusserung  beweglichen  Privatvermögens).  Liegt  ein  Kaufvertrag 

unter  Dritten  vor  und  ist  der  Kaufpreis  bedingungslos  geschuldet,  begründet  dies  die 

tatsächliche  Vermutung,  dass  der  verurkundete  Kaufpreis  auch  ein  solcher  ist.  Der 

allgemeinen  Beweislastregel  folgend,  obliegt  daraufhin  den  Steuerbehörden  die  Be-

weislast  dafür,  dass  der  Gegenleistung  ganz  oder  teilweise  keine  Kaufpreisqualität 

zukommt.  

c) In Ziff. 3.1 des Aktienkaufvertrags vom 20. Juni 2012 wird der gesamte Be-

trag  von  Fr.  5  Mio.  als  Kaufpreis  bezeichnet.  Die  Vertragsparteien  sind  voneinander 

unabhängig.  Damit  hat  der  Pflichtige  den  Nachweis  einer  Kaufpreisleistung  erbracht, 

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und obliegt dem kantonalen Steueramt die Beweislast für seine Behauptung, dass dar-

in  auch  als  Einkünfte  zu  besteuernde  Arbeitsentgelte  enthalten  sind.  Die  Vorinstanz 

begründet  ihre  Auffassung  im  Wesentlichen  mit  der  erheblichen  Differenz  zwischen 

Kaufpreis und dem von ihr ermittelten viel tieferen Verkehrswert. Zudem würden zwei 

Raten des Kaufpreises von je 16% erst nach Ablauf der Karenzfristen des Konkurrenz- 

bzw.  Abwerbeverbots  zur  Auszahlung  gelangen.  Weiter  seien  neue  Arbeitsverträge 

abgeschlossen worden mit einem erheblich tieferen Bruttolohn.  

d)  aa)  Der  Aktienkaufvertrag  enthält  in  Ziff.  10  ein  auf  drei  Jahre  befristetes 

Konkurrenz- und Abwerbeverbot. Bei jeder Verletzung hat der zuwider handelnde Ver-

käufer  eine  Konventionalstrafe  von  Fr.  100'000.-  zu  bezahlen.  Die  Leistung  der  Kon-

ventionalstrafe befreit ihn nicht von der Pflicht zur Einhaltung der vertraglichen Pflich-

ten.  Indessen  besteht  keinerlei  rechtliche  Verknüpfung  zwischen  der  Einhaltung  des 

Konkurrenz- bzw. Abwerbeverbots einerseits und den Auszahlungen der beiden Kauf-

preisraten  andrerseits.  Nach  dem  Aktienkaufvertrag  haben  diese  vielmehr  vorausset-

zungslos nach Ablauf der festgesetzten Zeitdauer zu erfolgen (Ziff. 3.2 lit. b des Akti-

enkaufvertrags).  Zudem  gehören  weder  die  Weiterarbeit  des  Pflichtigen  noch  die 

Einhaltung  des  Konkurrenz-  oder  Abwerbeverbots  zu den  von  den  Verkäufern  zu  ge-

währleistenden Pflichten nach Ziff. 6 des Aktienkaufvertrags. Der Pflichtige könnte so-

mit  selbst  bei  frühestmöglicher  Kündigung  des  Arbeitsverhältnisses  und  Aufnahme 

einer konkurrenzierenden Tätigkeit den vollen Kaufpreis einfordern.  

bb)  Fragen könnte sich einzig,  ob  die  befristete Auszahlung  der  Kaufpreisra-

ten nicht auch der Sicherung der Einhaltung des Konkurrenzverbotes dient, indem bei 

Verletzung des Konkurrenzverbots die Konventionalstrafe mit den ausstehenden Raten 

verrechnet  werden kann.  Damit  wäre  die  Auszahlung  im  Ergebnis  nicht mehr  nur  be-

fristet erfolgt, sondern wäre zusätzlich unter der Bedingung der Einhaltung des Konkur-

renzverbots  gestanden.  Bei  einer  solchen  Betrachtung  stellt  sich  indessen  die  Frage 

nach  der  zeitlichen  Realisation:  Nach  ständiger  Rechtsprechung  werden  einer  be-

stimmten Steuerbemessungsperiode alle steuerbaren Einkünfte zugerechnet, die dem 

Steuerpflichtigen in dieser Zeitspanne mit der Wirkung zugegangen sind, dass sie sei-

ne  wirtschaftliche  Leistungsfähigkeit  gesteigert  haben  (RB  1981  Nr.  56  =  ZBl  1982, 

314, auch zum Folgenden). Einkünfte sind zugeflossen, sobald der Rechtserwerb voll-

endet  ist,  der  Steuerpflichtige also einen  festen Rechtsanspruch auf  das  Vermögens-

recht  erworben hat,  dessen  Erfüllung  nicht  besonders  unsicher  ist (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  Art.  210  N  22  DBG  und  §  50  N  21  StG).  Bei  aufschiebend  (supensiv) 

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bedingten  Rechtsgeschäften  bleibt  der  Erwerb  von  Einkommen  bis  zum  Eintritt  eines 

künftigen  Ereignisses  in  der  Schwebe,  so  dass  der  Einkommenszufluss  erst  in  dem 

Zeitpunkt  erfolgt,  in  welchem  der  Schwebezustand  wegfällt  und  feststeht,  dass  der 

Empfänger  das  fragliche  Einkommen  ohne  weitere  Gegenleistung  behalten  kann.  Er 

erhält mit  Abschluss des  aufschiebend  bedingten  Vertrags  erst  eine  Anwartschaft  auf 

die  ihm  zugedachten  Rechte  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art.  210  N  29  ff.  DBG 

und § 50 N 26 ff. StG).  

Wäre demnach vorliegend die Auszahlung der Kaufpreisraten auf die erwähn-

te  Weise  mit  der  Konventionalstrafe  verknüpft,  wäre  vor  Ablauf  der  Zahlungsfristen 

bzw. der Dauer des Konkurrenzverbots noch gar nicht bekannt, ob die Bedingung  für 

die Leistung der Kaufpreisraten eingehalten wurde. Damit wäre aber über die Steuer-

barkeit des betreffenden Zuflusses – wenn überhaupt – erst im Zeitpunkt der Auszah-

lung der Teilraten zu entscheiden, welche erst Ende 2015 bzw. 2016 erfolgen und da-

mit jedenfalls in der Steuerperiode 2012 keine Aufrechnung zu rechtfertigen vermögen.  

cc) Eine Verbindung zwischen dem Aktienkaufvertrag und der Weiterbeschäf-

tigung des Pflichtigen liegt indessen vor, indem Ziff. 8.3 den Abschluss von neuen Ar-

beitsverträgen  zur  Voraussetzung  macht.  Dies  alleine  reicht  aber  nicht  aus,  um  ent-

sprechende Lohnbestandteile im Kaufpreis zu vermuten. Vielmehr kann in diesem Fall 

ausgeschlossen  werden,  dass  die  in  zwei  Raten  erfolgte  Auszahlung  der  Restkauf-

preissumme als Lohn für die Weiterarbeit hätte dienen sollen. Hierzu wäre der Käufer 

nämlich nur dann bereit gewesen, wenn er Sicherheit gehabt hätte, dass die entspre-

chende Arbeitszeit auch abgeleistet wird bzw. dass andernfalls der Restkaufpreis nicht 

ausbezahlt werden muss bzw. zurückbezahlt wird. An einer solchen Absicherung fehlt 

es hier. Der am 20. Juni 2012 unterzeichnete Arbeitsvertrag enthält keinerlei Sanktio-

nen in Form von Lohnrückleistungspflichten bei einer allfälligen frühzeitigen Auflösung. 

Vielmehr hatte der Pflichtige eine jederzeit ausübbare sechsmonatige Kündigungsfrist. 

Zudem schied er sogar 2014 aus der Unternehmung aus, ohne dass dies seinen An-

spruch auf die beiden Restkaufpreisraten beeinträchtigt hätte.  

Es  bestehen  weiter  keinerlei  Anhaltspunkte,  dass  die  vorgelegten  Verträge 

unvollständig  und  weitere,  nicht  offen  gelegte  Vereinbarungen  vorhanden  wären.  Die 

im Aktienkaufvertrag erwähnten Beilagen liegen alle bei den Akten. 

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dd) Damit unterscheidet sich der vorliegende Fall wesentlich von allen Präju-

dizien,  wo  eine  klare  rechtliche  oder  tatsächliche  Verknüpfung  zwischen  der  Auszah-

lung der letzten Rate und der Weiterarbeit bzw. der Einhaltung eines Konkurrenzverbo-

tes bestanden hat.  

e) Als weiteres Argument verweist die Vorinstanz auf die Höhe des Kaufprei-

ses,  welcher  sich  nach  ihrer  Ansicht  mit  dem  Wert  der  verkauften  Gesellschaft  nicht 

erklären liesse.  

aa)  Das  kantonale  Steueramt  schätzte  den  Verkehrswert  nach  zwei  Metho-

den: Zunächst ging es von einem EBIT von (konsolidiert) Fr. 339'000.- aus und wandte 

darauf  einen  durchschnittlichen  Branchenmultiplikator  (6,3  bzw.  5,2)  an,  was  einen 

Ertragswert von Fr. 2,15 Mio. bzw. Fr. 1,75 Mio. ergab. Den Branchenmultiplikator ent-

nahm es einer Tabelle, welcher von einer Wirtschaftspublikation auf dem Internet ver-

öffentlicht wurde (Ziff. 25 des Einspracheentscheids sowie Anhang) und einer Internet-

seite  der  ESTV  (KMU-Portal  –  Multiplikatorverfahren).  Da  mit  Bezug  auf  die 

einschlägige Tätigkeit keine Erfahrungszahlen vorhanden waren, wandte es bei beiden 

Methoden  jeweils  den  Durchschnitt  aller  Branchen  an.  Den  Substanzwert  errechnete 

es  mit  Fr. 2,535  Mio.  Gemäss  Bewertung  nach  den  Richtlinien  der  Schweizerischen 

Steuerkonferenz (SSK) ermittelte es sogar nur einen Steuerwert von Fr. 840'000.-. Der 

Verkaufspreis von Fr. 5 Mio. sei damit unerklärbar zu hoch.  

Der Pflichtige begründet die Höhe des Kaufpreises ebenfalls mit einem Bran-

chenmultiplikator, allerdings gestützt auf den jährlichen Umsatz. Die Bewertung auf der 

Basis  des  jährlich  wiederkehrenden  Bewirtschaftungsertrags  sei  in  der  einschlägigen 

Branche üblich. Das Verhältnis zwischen Umsatz und Verkaufspreis entspreche in et-

wa  demjenigen  bei  Kauf  der  Tochtergesellschaften  in  den  Jahren  2000,  2004  und 

2005.  Zur  Branchenüblichkeit  legte  er  zwei  Bestätigungen  von  Dritten  zu  den  Akten. 

Konkret hätten dem Verkaufspreis folgende Elemente zugrunde gelegen:  

Jährlich wiederkehrende Bewirtschaftungshonorare  

Buchmässiges Eigenkapital 

Arbeitgeberbeitragsreserven 

./. Kaufpreisoption 50% Aktien der S AG  

Zwischentotal  

gerundet  

TCHF 

4'530 

2'539 

   400 

– 1'950 

5'519 

5'000. 

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Zudem stellte er eine weitere Berechnung an, wobei er statt vom buchmässi-

gen  Eigenkapital  von  den  konsolidierten  Substanzwerten  ausging,  was  einen  Unter-

nehmenswert von Fr. 5,455 Mio. ergab.  

bb)  Die  von  den  Parteien  primär  verwendete  Bewertungsmethode  entspricht 

im Wesentlichen der in der Schätzungspraxis bekannten Bewertung zum Multiplikato-

rensatz (Loderer/Wälchli, Handbuch der Bewertung, Band II, 5. A., 2010, S. 37 ff.). Das 

Ziel  dieses  Ansatzes  ist  die  Bewertung  von  Unternehmen  oder  deren  Eigenkapital, 

ohne eine umständliche Prognose von Cash Flows und ohne eine komplizierte Schät-

zung  von  Diskontsätzen  durchführen  zu  müssen.  Die  Methode  besteht  darin,  ver-

gleichbare  Unternehmen  (oder  Transaktionen)  zu  finden,  für  diese  die  Multiplikatoren 

von  spezifischen  einfach  zu beobachtenden  Variablen  zu  berechnen und diese  Multi-

plikatoren auf das zu bewertende Unternehmen anzuwenden. Variablen sind zum Bei-

spiel der Umsatz, EBIT (Ertrag vor Zinsen und Steuern) oder EBITDA (Ertrag vor Zin-

sen,  Steuern  und  Abschreibungen).  Der  Umsatz  kommt  vor  allem  zur  Anwendung, 

wenn der Unternehmenswert von diesem abhängt (Loderer/Wälchli, S. 42). Die Ansät-

ze sind je nach Branche verschieden. Die Methode dient zur Ermittlung des Werts des 

operativen  Geschäfts;  überschüssige  flüssige  Mittel  werden  in  einem  ersten  Schritt 

ausgeschieden  und  am  Ende  wieder  zum  Ergebnis  hinzugezählt  (Loderer/Wälchli, 

S. 39, 40 und 43).  

Die Bewertung  des  Steuerkommissärs  ist  demnach unvollständig,  weil  er  die 

für  das  operative  Geschäft  nicht  notwendigen  flüssigen  Mittel  nicht  entsprechend  be-

rücksichtigt  hat.  Was  genau  operativ  nicht  nötig  ist,  lässt  sich  aufgrund  der  Bilanzen 

nur annäherungsweise und sehr grob erkennen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die 

verkaufte Gesellschaft und die von dieser gehaltenen Unternehmen nach der Sachdar-

stellung  des  Pflichtigen  in  einem  spezifischen  Bereich  tätig  sind;  mithin  verfügen  sie 

deswegen über keine Warenvorräte und Halbfertigprodukte, sondern besteht das Um-

laufvermögen  nahezu  vollständig  aus  Forderungen.  Bei  diesen  Verhältnissen  ist  aber 

demnach  von  operativ  nicht  notwendigen  Mitteln  auszugehen,  soweit  das  Umlaufver-

mögen  das  Fremdkapital  überschreitet.  Aus  den  Bilanzen  ergibt  sich  per  

31. Dezember 2011 bei der Z AG ein solcher Überschuss von Fr. 0,765 Mio.), bei der S 

AG von rund 1,032 Mio., bei der I AG von rund Fr. 0,385 Mio. und bei der T AG von  

Fr.  0,148  Mio.  Die  Mittel  der  drei  Tochtergesellschaften  sind  der  Z  AG  entsprechend 

deren Beteiligungsanteil zur Hälfte, somit im Umfang von Fr. 0,783 Mio. zuzurechnen. 

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Weiter zu erwähnen sind in den Bilanzen nicht aufgeführte, in den Anhängen aber er-

wähnte  Arbeitgeberbeitragsreserven  von  total  rund  Fr.  0,4  Mio.  bzw.  Fr.  0,3  Mio.  bei 

nur  hälftiger  Berücksichtigung  derjenigen  der  Tochtergesellschaften.  Diese  stellen 

ebenfalls  nicht  operativ  genutzte  Mittel  dar,  welche  der  Gesellschaft  zustehen.  Die 

Schätzung des Ertragswerts des Steueramts (Fr. 2,15 Mio. bzw. Fr. 1,75 Mio.) ist des-

halb um  rund  Fr.  1,548 Mio.  flüssige  Mittel  und Fr. 0,3  Mio.  Arbeitgeberbeitragsreser-

ven  zu  erhöhen,  was  einen  Ertragswert  von  rund  Fr.  3,998  Mio.  bzw.  Fr.  3,598  Mio. 

ergibt.  

Die  Berechnung  des  Pflichtigen  beruht  auf  der  Annahme,  dass  ein  mit  dem 

Aktionärsbindungsvertrag  vom  29.  September  2000  vereinbartes  Kaufrecht  auf  die 

restlichen  50%  der  Aktien  der  S  AG  ausgeübt  werde  (Beschwerde/Rekurs  S.  8).  Ge-

mäss  Ziff.  V  dieses  Vertrags  erhielt  die  Z  AG  das  Recht,  diese  Beteiligung  zu  einem 

Preis  von  Fr.  1,75  Mio.,  indexiert  zum  Stand  vom  1.  Mai  2000,  zu  übernehmen.  Die 

Schätzung auf dieser Grundannahme erscheint als sachlich gerechtfertigt, wurde doch 

2013 das Kaufrecht auch tatsächlich ausgeübt. Damit ist auf die Zahlen der gesamten 

Gruppe  abzustellen.  Die  diesbezügliche  Berechnung  des  Pflichtigen  weist  indessen 

den Mangel auf, dass er das Eigenkapital addierte statt die operativ nicht notwendigen 

flüssigen  Mittel,  und  sie  damit  nicht  den  Vorgaben  der  Multiplikatorenmethode  ent-

spricht.  Der  Betrag  der  jährlich  wiederkehrenden  Bewirtschaftungshonorare  (Umsatz) 

der  gesamten  Gruppe  beziffert  der  Pflichtige  2011  auf  Fr.  4,530  Mio.  (Beschwer-

de/Rekurs S. 25; vgl. demgegenüber den Bruttoumsatz der gesamten Gruppe von rund 

Fr.  6,48  Mio.).  Stellt  man  auf  den  von  ihm  vertretenen  Multiplikationssatz  von  1  (d.h. 

Umsatz = Wert des operativen Geschäfts) ab, so ergibt sich zusammen mit den Arbeit-

geberbeitragsreserven von Fr. 0,4 Mio., den erwähnten flüssigen Mitteln der gesamten 

Gruppe von rund Fr. 2,327 Mio. und abzüglich des Verkaufspreises für die Kaufoption 

(gemäss  dem  Pflichtigen  nunmehr  Fr. 1,95  Mio.)  ein  Unternehmenswert  von  rund  Fr. 

5,304 Mio. Gestützt auf den vom Steuerkommissär ermittelten durchschnittlichen Um-

satz-Multiplikator (0,74) beträgt der solcherart berechnete Wert des operativen Teils Fr. 

3,35 Mio. und der Gesamtwert Fr. 4,127 Mio.  

cc) Soweit der Steuerkommissär auf die Bewertung nach der Wegleitung der 

SSK zur Bewertung von Wertpapieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer (Kreis-

schreiben Nr. 28 vom 28. August 2008; www.steuerkonferenz.ch,) verweist, ist darauf 

nicht weiter einzugehen. Zum einen hat er diese Bewertung nicht weiter detailliert dar-

gelegt. Zum anderen ist bei dem von ihm errechneten Substanzwert von Fr. 2,535 Mio. 

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auszuschliessen,  dass  ein  Verkäufer  die  Gesellschaft  zum  Steuerwert  gemäss  Kreis-

schreiben von Fr. 840'000.- veräussern würde.  

dd)  Die  Höhe  des  Kaufpreises  ist  letztlich  das  Resultat  von  Verhandlungen, 

wobei Ausgangspunkt jeder Partei der von ihr dem Kaufobjekt zugemessene Wert ist. 

Dabei  können  sich  die  Grundannahmen  beider  Vertragsparteien  für  die  Bewertung 

erheblich unterscheiden. Ebenso wichtig für die Preisgestaltung sind aber auch weitere 

Faktoren,  wie  etwa  Verhandlungsmacht  und  -geschick.  Vor  diesem  Hintergrund  lässt 

sich aus der Differenz zwischen Kaufpreis und objektiver Bewertung nur mit Zurückhal-

tung  auf  allfällige,  im  vereinbarten  Kaufpreis  versteckte  weitere  Leistungsentgelte 

schliessen.  

Die  vorstehenden  korrigierten  Berechnungen  der  Parteien  zeigen  auf,  dass 

der  Verkaufspreis  von  Fr.  5  Mio.  zwar  tatsächlich  über  den  daraus  resultierenden 

Schätzungen liegt, allerdings nicht in dem Ausmass, wie es die Vorinstanz angenom-

men hat. Hinzu kommt, dass die dabei verwendeten Zahlen mit sehr grossen Unklar-

heiten  behaftet  sind.  So  fällt  der  vom  Pflichtigen  vertretene  Umsatzmultiplikator  nicht 

aus dem oberen Rahmen der vom Steuerkommissär herangezogenen Werte. Die vom 

Pflichtigen  angeführten  früheren  Transaktionen  sowie  die  Bestätigungen  von  Dritten 

untermauern  seinen  Standpunkt  zusätzlich.  Wird  auf  die  von  den  Dritten  benützten 

Werte abgestellt, wird der Verkaufspreis durch ihre Schätzung gedeckt.  

Hinzu  kommt,  dass  es  vorliegend  nicht  darum  geht,  den  effektiven  Wert  der 

Gesellschaft  im  Zeitpunkt  des  Verkaufs  zu  bestimmen,  sondern  darum,  ob  mit  dem 

Verkaufspreis  weitere  Leistungen  als  nur  das  Verkaufsobjekt  hätten  abgegolten  wer-

den  können.  Wenn  der  Pflichtige  den  Verkaufspreis  mit  fehlerhaften  methodischen 

Annahmen  begründet, führt  dies  nicht  automatisch dazu,  dass  sein  Standpunkt  damit 

widerlegt wäre. Seine Herleitung muss nur unter den damaligen Umständen plausibel 

sein. Vor diesem Hintergrund lässt sich seine Begründung des Preises nicht eindeutig 

widerlegen.  

Insgesamt ist deshalb festzuhalten, dass gestützt auf solche überschlagsmäs-

sige  Schätzungen  zwar  nicht  ausgeschlossen  werden  kann,  dass  mit  dem  Verkaufs-

preis  weitere  Leistungen  abgegolten  wurden,  dies  für  sich  allein  aber  nicht  ausreicht, 

um eine solche Vermutung zu begründen.  

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f) Das Steueramt verweist weiter darauf, dass die Löhne der beiden weiterhin 

bei der Z AG angestellten Altaktionäre nach der Veräusserung der Gesellschaft erheb-

lich  gesunken  seien.  Inklusive  des  nicht  mehr  ausbezahlten  Verwaltungsratshonorars 

habe  die  Einbusse  des  Pflichtigen  innerhalb  der  Karenzfrist  von  fünf  Jahren  knapp  

Fr. 660'000.- betragen.  

aa) Gemäss Arbeitsvertrag vom 20. Juni 2012 wurde der Pflichtige (Jahrgang 

1949) rückwirkend per 1. Januar 2012 als Geschäftsleiter angestellt. Sein Salär betrug 

Fr. 197'000.- brutto pro Jahr, hinzu kamen Fr. 12'000.- Pauschalspesen, Handykosten, 

ein unentgeltliches Geschäftsfahrzeug sowie Fr. 250.- pro Monat für das private Büro. 

Sein  Ferienanspruch  belief  sich  auf  50  Tage  pro  Jahr,  die  Kündigungsfrist  auf  sechs 

Monate.  Gemäss  Lohnausweis  bezog  er  in  der  Folge  2012  einen  Bruttolohn  von  Fr. 

147'000.- sowie eine Verwaltungsratsentschädigung von Fr. 50'000.-.  

Der Pflichtige hat über seine Lohnentwicklung folgende Übersicht eingereicht: 

2004  

2005  

2006  

2007  

2008  

2009  

2010  

2011  

2012  

Jahressalär  
total  

Jahressalär  
total  

Jahressalär  
total  

Jahressalär  
total  

Jahressalär  
Bonus 
total  

Jahressalär  
Bonus 
total  

Jahressalär  
Bonus 
total  

Jahressalär  
Bonus 
total  

Jahressalär  
total  

Fr.  

180'000.-  
180'000.- 

138'100.-  
138'100.- 

206'000.-  
206'000.- 

206'000.-  
206'000.- 

255'100.-  
50'000.- 
305'100.- 

289'000.-  
50'000.- 
339'000.- 

289'000.-  
50'000.- 
339'000.- 

289'000.-  
50'000.- 
339'000.- 

197'000.-  
197'000.-. 

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Er  begründet  die  Lohnabnahme  per  2012  damit,  dass  seine  Arbeitszeit  und 

seine Verantwortlichkeiten abgenommen hätten. Neu hätten ihm 50 statt 25 Ferientage 

zugestanden.  Nach  dem  Verkauf  sei  er  zudem  nur  noch  für  Marketing  und  Verkauf 

zuständig gewesen.  Ab 1.  Juli  2012  sei  ein  Nachfolger für  ihn  aufgebaut  worden,  per  

1. Juli 2013 habe er sein Arbeitspensum auf 50% reduziert und per 1. April 2014 sei er 

pensioniert worden. Der zweite Altaktionär habe einen Teil seiner Verantwortung an die 

neu  bestellte  Geschäftsleitung  abgegeben.  Beide  hätten  ihre  Tätigkeiten  für  die  Fir-

mengruppe reduziert und sich mehr ihrer Freizeit gewidmet. Der neue Inhaber sei nicht 

gewillt gewesen, die Zusatzlohnkosten aufgrund der Erweiterung der Geschäftsleitung 

selber zu tragen, und habe deswegen eine Reduktion der Saläre der beiden Altaktionä-

re  gewollt.  Würde  man  den  Lohn  um  den  Ferienanspruch  proportional  hochrechnen, 

resultiere  ein Lohn  von Fr.  220'000.-,  was dem  langjährigen  Durchschnitt  entspreche. 

2008  bis  2011  hätten  aufgrund eines  ausserordentlich guten  Ergebnisses  der  Gesell-

schaft höhere Grundsaläre und Bonuszahlungen geleistet werden können. Zudem sei 

die Festsetzung der Lohnbezüge bis Ende 2011 im Ermessen der beiden Altaktionäre 

gestanden; seit dem Verkauf werde der Lohn vom neuen Inhaber bestimmt.  

bb) Die vorinstanzliche Argumentation läuft darauf hinaus, dass der Pflichtige 

nur gegen entsprechende Entschädigung ein dreijähriges Konkurrenzverbot akzeptiert 

hätte, und die eingetretene Lohnreduktion deshalb einen Hinweis darauf darstelle, dass 

diese Entschädigung auf andere Weise, nämlich in Form des Kaufpreises erfolgt sei.  

Diese Schlussfolgerung vereinfacht indessen die Sachlage zu sehr. Sie hängt 

wesentlich vom Umfang des beruflichen Engagements des Pflichtigen ab. Würde von 

einer  gleichbleibenden  Erwerbstätigkeit  ausgegangen,  erschiene  sie  als  nachvollzieh-

bar, nicht aber, wenn der Pflichtige nach Verkauf der Gesellschaft sein berufliches En-

gagement sowohl zeitlich als auch mit Bezug auf seine Verantwortlichkeiten reduzierte. 

Hinweise  für  Letzteres  liegen  aber  vor.  Ins  Gewicht  fällt  die  Erhöhung  des  Ferienan-

spruchs  auf  50  Tage,  was  für  Personen  in  Leitungspositionen  als  aussergewöhnlich 

hoch erscheint und auf einen teilweisen Rückzug aus der Erwerbstätigkeit hindeutet. In 

der Folge hat der Pflichtige seine Arbeitszeit nach einem Jahr auf die Hälfte reduziert 

und dann sogar ganz aufgegeben. Gemäss Handelsregister bestand die Führung der  

Z AG zudem ursprünglich nur aus dem Verwaltungsrat mit den beiden Aktionären; im 

Februar 2013 wurde dieser um ein weiteres Mitglied erweitert und eine aus drei Perso-

nen  bestehende  Geschäftsleitung  eingerichtet.  Ähnlich  präsentierte  sich  das  Bild  bei 

der grössten Gesellschaft der Gruppe, der S AG. Gemäss Handelsregisterauszug um-

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fasste  der  Verwaltungsrat  ursprünglich  die  drei  Aktionäre,  während  die  Geschäftslei-

tung von einer weiteren Person wahrgenommen wurde, welche im Oktober 2010 aus-

schied. Im Februar 2013 wurde der Verwaltungsrat durch eine weitere Person ergänzt 

und eine Geschäftsleitung mit drei weiteren Personen eingerichtet. Überdies ist allge-

mein  festzuhalten,  dass  eine  Lohneinbusse  der  Altaktionäre  nach  dem  Verkauf  wohl 

zum  Teil  auch  in  der  Natur  der  Verhältnisse  begründet  ist.  Vor  dem  Verkauf  konnten 

die  Altaktionäre  ihren  eigenen  Lohn  frei  festsetzen.  Es  erscheint  als  nachvollziehbar, 

dass  dabei  auch Gewinnanteile  auf  diesem Weg  ausbezahlt  wurden,  welche  sich der 

Erwerber nach dem Verkauf selber zuhalten wollte.  

Insgesamt  gilt  damit  dasselbe,  was  auch  bei  der  Frage  des  Verkaufspreises 

zutage  trat.  Es  kann  aufgrund  der  Aktenlage  nicht  ausgeschlossen  werden,  dass  die 

Lohnreduktion  dem  Konkurrenzverbot  nicht  Rechnung  trug;  für  sich  allein  reichen  die 

Hinweise in den Akten aber nicht aus, um eine solche Vermutung  hinreichend zu be-

gründen. 

g)  Bei  dieser  Aktenlage  ist  zusammenfassend  nicht  von  der  Abgeltung  des 

Konkurrenzverbots  in  Form  eines  Teils  des  Kaufpreises  auszugehen.  Ausschlagge-

bend ist, dass keine unmittelbare rechtliche Verknüpfung zwischen den Restzahlungen 

und der Einhaltung des Verkaufsvertrags durch den Pflichtigen ersichtlich ist. Die Un-

klarheiten  mit  Bezug  auf  die  Höhe  des  Verkaufspreises  und  die  Lohnhöhe  allein  ver-

mögen diesen Schluss nicht umzustossen und sind für sich betrachtet nicht eindeutig 

genug, um eine solche Annahme zu rechtfertigen.  

h) Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, auf die Frage der Verbindlichkeit des 

Rulings sowie die Zulässigkeit der Einschätzung nach pflichtgemässem Ermessen wei-

ter einzugehen.  

2.  Zentrales  Indiz  für  die  Richtigkeit  der  Sachdarstellung  des  Pflichtigen  wird 

der  Umstand  sein,  dass  die  noch  ausstehenden  Verkaufspreistranchen auch tatsäch-

lich  vereinbarungsgemäss  überwiesen  werden,  obwohl  der  Pflichtige  relativ  früh,  im 

Jahr  2014,  aus  der  Unternehmung  ausschied.  Der  Steuerkommissär  wird  hiermit  auf-

gefordert, in den nachfolgenden Steuerperioden hierauf ein besonderes Augenmerk zu 

richten  und  eine  entsprechende  Untersuchung  durchzuführen.  Sollte  sich  herausstel-

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len,  dass  die  Parteien  sich  nicht  an  die  vertraglichen  Abmachungen  halten,  so  wäre 

betreffend die Steuerperiode 2012 ein Nach- und Strafsteuerverfahren zu eröffnen. 

3. Gestützt auf diese Erwägungen sind die Beschwerde bzw. der Rekurs gut-

zuheissen. Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens der Beschwerdegegnerin 

bzw.  dem  Rekursgegner  aufzuerlegen  (Art.  144  Abs.  1  DBG  und  §  151  Abs.  1  StG). 

Dem  Pflichtigen  ist  eine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art.  144  Abs.  4  DBG 

i.V.m.  Art.  64  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  

20. Dezember 1968 bzw. § 152 StG i. V. m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflege-

gesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). Dem Umstand, dass der Fall inhaltlich dem 

Parallelfall  1  DB.2015.149/ST.2015.188  entspricht,  wird  durch  eine  leichte  Reduktion 

der Verfahrenskosten und den Parteientschädigungen Rechnung getragen.  

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die  direkte 

Bundessteuer,  Steuerperiode  2012,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 74'100.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 214 Abs. 1 DBG; Alleinstehendentarif). 

2.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Der Rekurrent wird für die Staats- und Gemeinde-

steuern, Steuerperiode 2012, mit einem steuerbaren bzw. satzbestimmenden Ein-

kommen  von  Fr.  73'200.-  und  einem  steuerbaren  Vermögen  von  Fr.  5'224'000.- 

(satzbestimmend  Fr. 5'752'000.-)  eingeschätzt  (Tarif  gemäss  §  35  Abs.  1  bzw.  

§ 47 Abs. 1 StG; Grundtarif). 

[…] 

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