# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72256c74-2210-58c5-a2c7-b1023ea2518e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** DG250003-H3
**Docket/Reference:** DG250003-H3
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/DG250003-H3.pdf

## Full Text

Bezirksgericht Pfäffikon
Kollegialgericht 

Geschäfts-Nr.: DG250003-H / U2

Mitwirkend: Vizepräsident MLaw S. Zuber

Bezirksrichter MLaw T. Kazik

Bezirksrichter Dr. iur. A. Lüthi

Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Schoch

Urteil vom 27. Mai 2025
(begründete Ausfertigung)

in Sachen

Staatsanwaltschaft See/Oberland, 

Anklägerin

gegen

A._____, 

Beschuldigter

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt MLaw X1._____, 

betreffend qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln

- 2 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 5. März 2025 

(act. 17) ist diesem Urteil beigeheftet.

An der Hauptverhandlung anwesende Parteien:
(Prot. S. 5)

Staatsanwalt MLaw B._____ für die Anklägerin sowie der Beschuldigte in Beglei-

tung seines amtlichen Verteidigers Rechtsanwalt MLaw X1._____.

1.

der Anklägerin (act. 17):

Anträge:

" ♦

Schuldigsprechung von A._____ im Sinne der Anklageschrift

♦

♦

Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten unter Anrechnung 

der bisher erstandenen Haft

Vollzug der Freiheitstrafe

♦ Widerruf des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 

4. Oktober  2021  für  eine  Geldstrafe  von  30  Tagessätzen  zu  Fr. 30.00 

unter  Ansetzung  einer  Probezeit  von  2  Jahren  gewährten  bedingten 

Strafvollzuges

♦

♦

Anordnung einer Landesverweisung von 3 Jahren (Art. 66abis StGB)

Kostenauflage  (Kosten, 

inkl.  Gebühr 

für  das  Vorverfahren  von 

Fr. 5'078.20) "

2.

des Beschuldigten (act. 27):

" 1.

A._____ sei von Schuld und Strafe freizusprechen.

- 3 -

2.

Die Aufwände des amtlichen Verteidigers (zzgl. MwSt.) seien gemäss 

eingereichter Honorarnote aus der Staatskasse zu entschädigen und 

abzuschreiben.

3.

Unter Kostenfolge zulasten des Staates. "

Erwägungen:

I. Prozessuales

1.

Prozessverlauf 

1.1. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 5. März 2025 

(act. 17)  ging  am  11. März  2025  beim  hiesigen  Gericht  ein.  Mit  Verfügung  vom 

21. März 2025 wurde die Anklage zugelassen, zur Hauptverhandlung vorgeladen 

und Frist für die Einreichung von Beweisanträgen angesetzt (act. 21).

1.2. Die Parteien verzichteten in der Folge innert erstreckter Frist auf die Einrei-

chung von Beweisanträgen vor der Hauptverhandlung (act. 24).

1.3. Zur  Hauptverhandlung  vom  27. Mai  2025  erschienen  Staatsanwalt  MLaw 

B._____  sowie  der  Beschuldigte  in  Begleitung  seines  amtlichen  Verteidigers 

Rechtsanwalt X1._____ (Prot. S. 5). Nach durchgeführter Hauptverhandlung wurde 

das Urteil mündlich eröffnet und begründet sowie der Anklägerin und dem amtli-

chen Verteidiger schriftlich im Dispositiv in unbegründeter Form ausgehändigt. Der 

amtliche Verteidiger meldete im Anschluss für den Beschuldigten Berufung gegen 

das Urteil an (act. 30; Prot. S. 29).

2.

Strafantrag

Die vorgeworfene qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne 

von  Art. 90  Abs. 3  SVG  in  Verbindung  mit  Art. 90  Abs. 4  lit. c  SVG  und  Art. 4a 

Abs. 1 lit. b VRV ist ein Offizialdelikt, welches von Amtes wegen zu verfolgen ist. 

Es ist hierfür grundsätzlich kein Strafantrag notwendig.

- 4 -

3.

Notwendige Verteidigung

Es liegt ein Fall notwendiger Verteidigung im Sinne von Art. 130 lit. a-d StPO 

vor. Am 17. Dezember 2024 wurde Rechtsanwalt X1._____ mit Wirkung auf 10. De-

zember 2024 durch die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich dem Beschul-

digten als amtlicher Verteidiger bestellt (Rechtsanwalt X2._____ für die polizeiliche 

Befragung; act. 8/4).

4.

Verletzung des Anklageprinzips

4.1. Der Verteidiger beantragte anlässlich der Hauptverhandlung im Rahmen der 

Vorfragen und in seinem Plädoyer in der Hauptsache die Einstellung eventualiter 

Sistierung  des  Verfahrens  mit  der  Begründung,  dass  das  Anklageprinzip  verletzt 

worden sei. So bezeichne die Anklage das Datum der Tat nicht genau, indem sie 

sich  lediglich  damit  begnüge,  aufzuführen,  dass  die  Tat  zwischen  Frühling  2023 

und 4. September 2023 begangen worden sei bzw. heisse es in der Anklageschrift, 

mutmasslich habe sich die Tat an einem nicht genau bekannten Tag im Jahr 2023 

ereignet, spätestens am 4. September 2023. Damit erweitere sich der Tatzeitraum 

auf  über  8  Monate,  was  mit  dem  Anklagegrundsatz  unvereinbar  sei  (act. 27, 

Rz. 8 ff.). Im Vorverfahren sei stets von der Tatbegehung am 4. September 2023, 

um 18.21 Uhr, die Rede gewesen (act. 26, Ziff. 2). Weil der Beschuldigte mit einem 

Alibi habe belegen können, dass er zu diesem Zeitpunkt nicht habe der Fahrer sein 

können, habe die Staatsanwaltschaft den Tatzeitraum in der Anklage erweitert. Der 

Beschuldigte habe sich daher zufolge mangelnder zeitlicher Eingrenzung des Tat-

vorwurfs nicht gezielt und effektiv verteidigen können (act. 27 Rz. 15).

4.2. Die  Staatsanwaltschaft  führte  aus,  der  Beschuldigte  selber  habe  in  seiner 

Einvernahme erklärt, der 4. September 2023 stimme wohl. Der Beschuldige habe 

genau gewusst, was ihm vorgeworfen werde. Der Zeitraum sei für den Fall erweitert 

worden,  dass  das  Gericht  zum  Schluss  komme,  der  4. September  2023  komme 

aufgrund des Casinobesuchs nicht in Frage (Prot. S. 5 f.).

4.3. Die  Anklageschrift  bezeichnet  gemäss  Art. 325  Abs. 1  lit. f  StPO  möglichst 

kurz, aber genau die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschrei-

- 5 -

bung  von  Ort,  Datum,  Zeit,  Art  und  Folgen  der  Tatausführung.  Nach  dem  aus 

Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a und b EMRK 

abgeleiteten und auch in Art. 9 Abs. 1 und Art. 325 StPO festgeschriebenen Ankla-

gegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsverfahrens 

(Umgrenzungsfunktion).  Zugleich  bezweckt  das  Anklageprinzip  den  Schutz  der 

Verteidigungsrechte der angeschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf 

rechtliches  Gehör  (Informationsfunktion;  BGE 144 I  234 E. 5.6.1;  BGE 143  IV 63 

E. 2.2;  BGE 141  IV 132  E. 3.4.1;  je  mit  Hinweisen).  Das  Anklageprinzip  ist  unter 

anderem  dann  verletzt,  wenn  die  angeklagte  Person  für  Taten  verurteilt  wird, 

bezüglich welcher die Anklageschrift den inhaltlichen Anforderungen nicht genügt 

(BGer 6B_1263/2020 vom 5. Oktober 2022 E. 3.3.3, mit Hinweisen).

4.4. Die  vorgeworfene  Verhaltensweise  ist  soweit  wie  möglich  zu  spezifizieren. 

Wenn indes genaue Untersuchungsergebnisse fehlen, weil sich gewisse Umstände 

nicht rekonstruieren lassen, so müssen bzw. dürfen diese approximativ umschrie-

ben  werden  (BGE 140  IV 188  E. 1.4;  BGer  6B_576/2021  vom  21. Februar 2022 

E. 2.3.3;  je  mit  weiteren  Hinweisen;  BSK  StPO-HEIMGARTNER/NIGGLI,  Art. 325 

N 19). Grosszügigere Zeitangaben sind insoweit zulässig, als der Beschuldigte ge-

nau  weiss,  was  ihm  vorgeworfen  wird,  so  dass  er  sich  verteidigen  kann  (BGer 

6B.294/2008 vom 1. September 2008, E. 4.4). 

4.5. So lässt es beispielsweise das Bundesgericht genügen, wenn zwar ein län-

gerer Zeitraum angegeben, der Tatvorwurf aber in sachlicher und örtlicher Hinsicht 

so detailliert beschrieben ist, dass er sich genügend individualisieren lässt (BGer 

6B_432/2011 vom 26. Oktober 2011, E. 1 und E. 2.4).

4.6. Vorliegend grenzt die Anklageschrift den Tatzeitraum auf das Jahr 2023 bis 

spätestens 4. September 2023 ein. Tatsächlich ist das für ein einzelnes Delikt ein 

relativ langer Zeitraum, obschon die Anklägerin mutmasst, dass die Tat zwischen 

Frühling 2023 und 4. September 2023 stattgefunden habe. Die Untersuchungser-

gebnisse, abgesehen von den Aussagen des Beschuldigten (act. 4/2 F/A 42) und 

der Auskunftsperson C._____ (act. 5/1 F/A 30), liessen aber keine präzisere Um-

schreibung des Tatzeitpunktes zu. Klar war einzig, dass es sich aufgrund der im 

Instagram-Video  ersichtlichen  Vegetation  nicht  um  das  Winterhalbjahr  handeln 

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konnte. Dafür beschreibt die Anklage aber die Tathandlung in sachlicher und örtli-

cher Hinsicht genau, indem sie ausführt, die Tat sei mit einem Mercedes-Benz E63 

mit deutschem Kennzeichen begangen worden, die Geschwindigkeitsüberschrei-

tung habe netto ca. 94 km/h betragen und Begehungsort sei die D._____-strasse 

in E._____ ZH in Fahrtrichtung F._____ ZH bei der Verzweigung G._____-strasse 

gewesen. Damit wird der Tatvorwurf in sachlicher und örtlicher Hinsicht detailliert 

beschrieben, so dass er von andern möglichen Tatbegehungen genügend abge-

grenzt werden kann.

4.7.

Im Weiteren anzumerken ist, dass der Beschuldigte immer wusste, dass es 

sich bei der ihm vorgeworfenen Raserfahrt um diejenige handelte, welche gefilmt 

und auf Instagram gepostet wurde und wann diese Fahrt stattgefunden hatte. Der 

Beschuldigte selber konzentrierte sich bei seiner Verteidigung auch auf den 4. Sep-

tember 2023, indem er Beweise vorbrachte, die aufzeigen sollten, dass er an be-

sagtem Datum nicht an der inkriminierten Fahrt beteiligt gewesen sein konnte (vgl. 

act. 11/17/1-7).  Überdies  wäre  es  dem  Beschuldigten  jederzeit  offen  gestanden, 

dem Gericht weitere Beweise vorzulegen, welche aufgezeigt hätten, dass er im ge-

samten angeklagten Zeitraum (oder in einzelnen Zeitabschnitten davon) nicht als 

Fahrer in Frage kommen konnte. Solche Beweismittel wurden vom Beschuldigten 

jedoch nie vorgebracht. Stets konzentrierte er sich bei seinen Vorbringen auf dem 

4. September 2023.

4.8. Der Beschuldigte war sich also immer im Klaren, welche Tat ihm vorgeworfen 

wurde, seine Verteidigungsrechte konnte er damit jederzeit effektiv und zielgerich-

tet wahrnehmen. Es liegt keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vor.

1.

Anklagesachverhalt

II. Sachverhalt

Die Staatsanwaltschaft See/Oberland wirft dem Beschuldigten vor, zwischen 

mutmasslich Frühling 2023 und spätestens 4. September 2023, wahrscheinlich so-

gar an ebendiesem Tag, um ca. 18.21 Uhr, auf der D._____-strasse in E._____ ZH 

in Fahrtrichtung F._____ ZH, wo maximal 80 km/h zulässig sind, ein Fahrzeug mit 

- 7 -

einer Geschwindigkeit von netto 174 km/h gefahren zu haben. Dadurch habe der 

Beschuldigte  für  sich  und  die  anderen  Verkehrsteilnehmer  eine  deutlich  erhöhte 

abstrakte Unfallgefahr mit möglicher Verletzung und Todesfolge geschaffen. Der 

Beschuldigte sei wissentlich und willentlich so schnell gefahren und habe diese Ge-

fährdung zumindest billigend in Kauf genommen (act. 17).

2.

Standpunkt des Beschuldigten

Der Beschuldigte gestand am 11. Dezember 2024, im Rahmen der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme die Tat (act. 4/2 F/A 4) und beantragte die Durch-

führung des abgekürzten Verfahrens (act. 4/2 F/A 50). In der Folge übermittelte die 

Staatsanwaltschaft  dem  Beschuldigten  den  Urteilsvorschlag  (act. 11/5  und 

act. 11/7), worauf dieser durch seinen amtlichen Verteidiger ausrichten liess, er ak-

zeptiere  den  Urteilsvorschlag  nicht  und  ziehe  sämtliche  Aussagen  zurück 

(act. 11/8). Diese Haltung bestätigte er an der Schlusseinvernahme bei der Staats-

anwaltschaft (act. 4/3 F/A 3 ff.) und an der Hauptverhandlung (Prot. S. 13 ff.). Somit 

gilt es, den Anklagesachverhalt gemäss Anklageschrift zu erstellen.

3.

Beweiswürdigung - Grundlagen

3.1. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt zugrunde, den es nach 

seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Untersuchungsakten geschöpften 

Überzeugung als verwirklicht erachtet (Art. 10 Abs. 2 StPO). Das Gericht ist bei der 

Würdigung und Abwägung der verschiedenen Beweise grundsätzlich frei und nicht 

an  eine  Rangordnung  oder  einen  numerus  clausus  der  Beweismittel  gebunden. 

Verwertet werden können auch Indizien und Hilfsbeweise. Entscheidend ist, dass 

die Beweise beim Richter die Überzeugung für die von ihm zu ziehenden Schlüsse 

zu wecken vermögen (vgl. NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Schweizerische Straf-

prozessordnung, Praxiskommentar, 4. Auflage 2023, Art. 10 StPO N 6 ff.). 

3.2. Eine strafrechtliche Verurteilung kann nur erfolgen, wenn die Schuld des Be-

schuldigten mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Es darf namentlich kein ver-

nünftiger Zweifel darüber bestehen, dass sich der dem Beschuldigten in der Ankla-

geschrift vorgeworfene Sachverhalt tatsächlich verwirklicht hat. Bestehen hingegen 

- 8 -

unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 

angeklagten Tat, so hat ein Freispruch zu ergehen (vgl. Art. 10 Abs. 3 StPO). Wenn 

sich das Gericht nach Erschöpfung aller Erkenntnisquellen weder von der Existenz 

noch von der Nichtexistenz der beweisbedürftigen Tatsachen zu überzeugen ver-

mag, kommt der den Beschuldigten begünstigende Grundsatz "in dubio pro reo" 

zur Anwendung. Hat das Gericht also erhebliche und nicht zu unterdrückende Zwei-

fel  (d.h.  solche,  die  sich  nach  der  objektiven  Sachlage  aufdrängen),  so  muss  es 

den Beschuldigten freisprechen.

3.3. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese 

frei zu würdigen. Steht bei der Beweiswürdigung Aussage gegen Aussage, ist na-

mentlich anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und der Hauptver-

handlung ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend(er) ist, 

wobei bei der Abwägung von Aussagen insbesondere zwischen Glaubwürdigkeit 

einer  Person  und  Glaubhaftigkeit  ihrer  Aussagen  zu  unterscheiden  ist.  Während 

Erstere die Grundlage dafür liefert, ob einer Person grundsätzlich getraut werden 

kann, ist Letztere für die im Prozess massgebende Entscheidung bedeutsam, ob 

sich der behauptete Sachverhalt so zugetragen hat oder nicht. Bei der Prüfung der 

Glaubwürdigkeit darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaub-

würdigkeit  von  Aussagenden  abgestellt  werden.  Die  örtliche,  fachliche  und/oder 

persönliche Nähe bzw. Entfernung des Aussagenden zum Beweisthema oder das 

wirtschaftliche Interesse des Aussagenden am Prozessausgang ist für sich allein 

noch kein Grund, der Aussage zu misstrauen. Erst nach Hinzutreten weiterer, in 

dieselbe Richtung weisender Indizien - wie das Fehlen einer hinreichenden Anzahl 

von Realitätskriterien oder das Vorliegen von Phantasie- bzw. Lügensignalen - kön-

nen  solche  Aussagen  als  unzuverlässig  verworfen  werden.  Bei  der  Prüfung  der 

Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Angaben kommt es vorwie-

gend auf den inneren Gehalt der Aussagen an, verbunden mit der Art und Weise, 

wie die Angaben erfolgen. Die Aussagen sind einer kritischen Würdigung zu unter-

ziehen, wobei auf das Vorhandensein von sogenannten Realitätskriterien grosses 

Gewicht zu legen ist (vgl. BENDER, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung von 

Zeugenaussagen, in: SJZ 81 [1985], S. 53 ff.; DITTMANN, Zur Glaubhaftigkeit von 

Zeugenaussagen, Plädoyer 2/97 S. 28 ff., 33 ff.). Andererseits sind auch allfällige 

- 9 -

Phantasie- oder Lügensignale zu berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aussa-

gen gelten Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen, 

die  Zurücknahme  oder  erhebliche  Abschwächungen  in  den  ursprünglichen  An-

schuldigungen, Übersteigerungen in den Beschuldigungen im Verlauf von mehre-

ren Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende Antworten oder 

gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende Aussagen (vgl. zum Ganzen: ARNT-

ZEN/MICHAELIS-ARNTZEN, Psychologie der Zeugenaussagen, System der Glaubwür-

digkeitsmerkmale, 4. Aufl., München 2007).

4.

Vorliegende Beweismittel

Die folgenden Beweismittel sind für die Sachverhaltserstellung heranzuziehen:

















Die Aussagen des Beschuldigten in der polizeilichen Einvernahme vom 
9. Dezember 2024 (act. 4/1) und in den staatsanwaltschaftlichen Ein-
vernahmen vom 11. Dezember 2024 bzw. 14. Februar 2025 (act. 4/2 
und 4/3);

die Aussagen von C._____ (als Beschuldigter) in der polizeilichen Ein-
vernahme am 10. Dezember 2024 (act. 5/1) bzw. seiner Einvernahme 
als Zeuge am 14. Februar 2025 (act. 5/2);

das Instagram-Video, act. 3;

die Fotodokumentation des Instagram-Videos, des Facebook Profils 

des Beschuldigten und Vergleich von Kopfmerkmalen des Beschuldig-

ten (act. 6/2);

die rückwirkende Teilnehmeridentifikation (RTI, act. 6/1);

den USB-Stick mit Video von Fahrt BMW vom 4. September 2023 

(act. 11/17/2) mit Ausdruck der Meta-Daten (act. 11/17/3);

den Ausdruck "Stammdaten" A._____, H._____ Aktiengesellschaft 

(act. 11/17/4);

den Ausdruck "Stammdaten" A._____, H._____ Aktiengesellschaft 

(act. 11/17/5);

- 10 -



das ausgedruckte Selfie-Foto mit Datum 6. September 2023 

(act. 11/17/7).

5.

Verwertbarkeit der Beweismittel

5.1. Verwertbarkeit der Aussagen des Beschuldigten

Der Beschuldigte wurde in sämtlichen Einvernahmen umfassend über seine 

Rechte und Pflichten als beschuldigte Person aufgeklärt (act. 4/1, S. 1 ff., act. 4/2 

S. 1 f.,  act. 4/3,  S. 1).  Ebenfalls  wurden  die  Einvernahmen  immer  im  Beisein  der 

anwaltlichen  Vertretung  des  Beschuldigen  durchgeführt.  Die  Einvernahmen  sind 

damit grundsätzlich verwertbar.

5.2. Verwertbarkeit der Aussagen C._____

Nachdem C._____ am 10. Dezember 2024 zunächst selber als Beschuldigter 

einvernommen worden war, folgte am 14. Februar 2025 (in act. 5/2 irrtümlich mit 

Datum 14. Dezember 2025 ausgewiesen) seine Einvernahme als Zeuge, wo auch 

der Beschuldigte zugegen war (act. 5/2 S. 1). Hinsichtlich der Aussagen des Zeu-

gen  wurde  das  Konfrontationsrecht  des  Beschuldigten  in  der  staatsanwaltlichen 

Einvernahme vom 14. Februar 2025 damit gewahrt. Die Aussagen sind verwertbar. 

5.3. Verwertbarkeit Instagram-Video (act. 3); Fotodokumentation des Instagram-

Videos,  Fotos  Facebook  Profil  und  Fotos  Kopfmerkmale  (act. 6/2),  rückwirkende 

Teilnehmeridentifikation RTI (act. 6/1)

Die rückwirkende Teilnehmeridentifikation wurde durch das Obergericht des 

Kantons Zürich genehmigt (act. 6/7).

Im Allgemeinen kann zu den Beweismitteln gesagt werden, dass der Beschul-

digte sowohl mit den Aussagen des Zeugen als auch mit den sachlichen Beweis-

mitteln konfrontiert wurde und über seinen Verteidiger jederzeit vollständige Akten-

einsicht hatte.

- 11 -

6.

Glaubwürdigkeit

6.1. Vorab  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  der  Beschuldige  zuerst  geständig  war, 

sein  Geständnis  aber  dann  zurückzog.  Dazu  kann  gesagt  werden,  dass  ein 

Beschuldigter  sein  Geständnis 

jederzeit  widerrufen  kann,  solange  kein 

rechtskräftiges Urteil vorliegt. Einen Beschuldigten trifft keinerlei Pflicht, zu seiner 

Überführung  beizutragen.  Als  vom  Strafverfahren  direkt  Betroffener  hat  der  Be-

schuldigte vielmehr ein Interesse daran, die Geschehnisse in einem für ihn günsti-

gen  Licht  darzustellen.  Sowohl  das  ursprüngliche  Geständnis  als  auch  dessen 

Widerruf  unterliegen  jedoch  der  freien  richterlichen  Beweiswürdigung.  Es  ist  vor 

allem  der  materielle  Gehalt  der  Aussagen  des  Beschuldigten  und  damit  deren 

Glaubhaftigkeit ausschlaggebend.

6.2. Auch der Zeuge C._____ hat ein Interesse am Ausgang des Verfahrens, ist 

er doch ein Kindheitskollege des Beschuldigten (act. 5/2 F/A 5). Seine Aussagen 

sind vor diesem Hintergrund zu würdigen.

7.

Sachverhaltserstellung

7.1. Vorliegendes  Strafverfahren wurde durch ein Instagram-Video (act. 3) aus-

gelöst, welches der Stadtpolizei Wetzikon am 4. September 2023 per E-Mail zuge-

stellt  worden  war  (act. 1).  Gepostet  wurde  es  ursprünglich  auf  dem  Insta-Profil 

"I._____" und repostet auf dem Insta-Profil "J._____", versehen mit dem Kommen-

tar "nicht zu Hause nachmachen". Der erstgenannte Account konnte C._____, der 

zweite dem Beschuldigten zugeordnet werden (act. 1 S. 1 f.). Das Video wurde in 

einem fahrenden Auto vom rechten Rücksitz aus (in Fahrtrichtung gesehen) aufge-

nommen und zeigt den Fahrer seitlich von hinten, wie dieser das Fahrzeug auf einer 

Ausserorts-Strecke auf 184 km/h beschleunigt. Dieses Tempo ist ersichtlich, weil 

der Ersteller des Videos während dieser Fahrt auf den Tacho zoomt und dann nach 

rechts mit der Kamera wegschwenkt. Dabei läuft laute Musik im Auto. Das Video 

wurde so aufgenommen, dass der obere vordere rechte Teil des Kopfes des Fah-

rers im Rückspiegel und dessen rechte Schulter erkennbar sind. Foto 6 der Foto-

dokumentation (act. 6/2) vergleicht die Merkmale des Fahrers, die auf dem Video 

ersichtlich sind mit anderen Bildern des Beschuldigten, die auf seinem Insta-Profil 

- 12 -

gefunden  wurden  und  mit  einem  Bild  aus  dem  zentralen  Migrationsinformations-

system ZEMIS. Der Vergleich ergibt eine mögliche Übereinstimmung mit dem Be-

schuldigten (act. 1 S. 4, mit Verweis auf Foto 6 in act. 6/2). Die Fotos 4 und 5 zeigen 

einen modellähnlichen Mercedes auf dem Facebook Account des Beschuldigten. 

Die Auswertung der Mobilfunkdaten ergab, dass sich sowohl der Beschuldigte als 

auch C._____ am 4. September 2023 am Tatort aufgehalten haben könnten (act. 1 

S. 4).

7.2.

In der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme am 11. Dezember 2024, unge-

fähr ein Jahr nachdem der Polizei das Video zugespielt worden war, gab der Be-

schuldigte die Tat - wie er selber sagte - aus Reue zu. Seine diesbezüglichen Schil-

derungen sind detailliert und wirken authentisch. Spontan lieferte der Beschuldigte 

Informationen zu den weiteren Beteiligten an der inkriminierten Fahrt und er schil-

derte innere Vorgänge. Er gab jedoch auch an, wenn er sich an etwas nicht mehr 

erinnern konnte: So beschrieb er das Tatfahrzeug als Mercedes Benz E63 und gab 

an,  dass  dieses  wohl über 500 PS  oder  mehr  verfügte.  Auf die Frage,  wem  das 

Fahrzeug  gehöre,  antwortete  er,  es  sei  das  Fahrzeug  eines  Kollegen.  Dieser 

komme  aus  Deutschland  und  heisse  "K._____".  Er  sei  mit  diesem  Kollegen  am 

4. September 2023 in Deutschland gewesen und dann in die Schweiz gefahren, wo 

er das Fahrzeug selber gefahren habe. Zudem konnte er sich erinnern, dass sein 

Kollege C._____ und ein weiterer Kollege bei der fraglichen Fahrt ebenfalls im Auto 

gesessen  hätten.  Wo  der  deutsche  Kollege  zu  diesem  Zeitpunkt  war,  konnte  er 

nicht mehr sagen. Dieser wohne in Schweden, das Auto sei aber in Deutschland 

eingelöst. Sein Kollege C._____ habe wohl die Fahrt gefilmt. Er bestätigte, dass 

sein Instagram-Account "J._____" gelautet habe, dieser aber nicht mehr bestehe. 

Er habe das von C._____ erstellte Video repostet (F/A 35) und er - der Beschuldigte 

- habe wohl den Text "wer ish de nürnberger" angebracht. Er anerkenne die Höchst-

geschwindigkeit von 174 km/h und er sei sich der möglichen Gefahr der Verletzung 

von  Mitmenschen  bei  dieser  Geschwindigkeit  bewusst,  denn  die  Strassen  seien 

nicht  auf  solche  Geschwindigkeiten  ausgelegt  und  der  Bremsweg  werde  extrem 

länger. Dass diese Fahrt am 4. September 2023 stattgefunden habe, werde wohl 

stimmen (act. 4/2 F/A 4 ff.). 

- 13 -

7.3. Auch die Aussage von C._____ in der polizeilichen Einvernahme am 10. De-

zember 2024 wirkte authentisch und realitätsnah (act. 5/1 F/A 22 ff.): Er war derje-

nige, der auf dem Rücksitz des Fahrzeugs gesessen und das Video aufgenommen 

und gepostet hatte. Als ihm das Video vorgespielt wurde, konnte er sein Entsetzen 

nicht verbergen: So schlug er die Hände über dem Kopf zusammen und äusserte 

sich mit "Scheisse Mann" (PN zu F/A 22). Und weiter: Er müsse eigentlich nichts 

mehr dazu sagen. Man sehe ja alles auf dem Video. Im Weiteren enervierte er sich 

während der ganzen Befragung über die Person, die das Video der Polizei zuge-

spielt hatte und werweisste, wer das wohl gewesen sein könnte. Er gab auch un-

umwunden und sofort zu, dass er das Video aufgenommen hatte. Er mutmasste, 

dass es wohl vor L._____ aufgenommen worden sei und er das Video erstellt habe, 

weil es ein cooler Mercedes gewesen sei. Einzig in Bezug auf den Halter des Mer-

cedes gab er an, dass es sich wohl um ein Mietfahrzeug gehandelt habe, aber er 

wisse das nicht mehr genau. Wer der Lenker des Fahrzeugs, der im Video ersicht-

lich ist, sei, wollte er zuerst aus "moralischen Gründen" nicht sagen, bestätigte aber 

später in der gleichen Einvernahme auf Frage des Staatsanwaltes, dass es sich 

um den Beschuldigten handle. Man sehe es klar und deutlich, er erkenne ihn auf 

dem Video zu 100%. Was solle man da abstreiten.

7.4. Das  Aussageverhalten  des  Beschuldigten  in  der  Einvernahme  am  11. De-

zember 2024 sowie dasjenige von C._____ am 10. Dezember 2024 spricht insge-

samt jedenfalls für eine realitätsbegründende Schilderung der Geschehnisse, über-

dies  sagten  beide  widerspruchsfrei  aus.  Damit  sind  ihre  Aussagen  als  glaubhaft 

einzustufen.

7.5. Hingegen wirken die Aussagen sowohl des Beschuldigten als auch diejeni-

gen von C._____, nachdem ersterer mit Schreiben vom 3. Februar 2025 (act. 11/8) 

erklärt  hatte,  mit  dem  abgekürzten  Verfahren  nicht  mehr  einverstanden  zu  sein, 

alles Andere als glaubhaft:

7.5.1. In der Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft am 14. Februar 2025 verwei-

gerte der Beschuldigte im Wesentlichen nicht nur die Aussagen, sondern er lieferte 

ebensowenig spontan von sich aus eine Erklärung, warum er die Tat zuerst ohne 

Vorbehalt  gestanden  hatte  (act. 4/3).  Seine  Antworten  an  der  Hauptverhandlung 

- 14 -

zeigen ein ähnliches Bild. Sobald es um die Tat ging, wurde er wortkarg und gab 

lediglich an, er sei das Auto nicht gefahren, mehr könne er dazu nicht sagen (Prot. 

S. 13 f.). Sein ursprüngliches (und später) widerrufene Geständnis erklärt der Be-

schuldigte mit "kulturellem Druck". Er sei damals unter kulturellem Druck gestan-

den, weil er mit seiner jetzigen Verlobten nicht einmal ein ganzes Jahr zusammen 

gewesen sei und seine Schwiegereltern in solchen Dingen heikel seien. Er hätte 

alles zugegeben, um rauszukommen, denn er habe viele Sachen draussen zu er-

ledigen gehabt. Auf Nachfrage, warum er das Geständnis nicht unmittelbar nach 

der Einvernahme zurückgezogen habe, gab er an, seine Familie stehe an erster 

Stelle, seine Frau habe sich Sorgen gemacht, man denke nicht an solche Sachen 

in diesem Moment und er sei froh gewesen, draussen zu sein (Prot. S. 14 f.). Diese 

Erklärungen vermögen nicht zu überzeugen. Sie liefern keine plausible Erklärung, 

weshalb der Beschuldigte das Geständnis zurückgezogen hat, bzw. zurückziehen 

liess. Dem Beschuldigten wäre es nach dem 11. Dezember 2024 jederzeit sofort 

möglich gewesen, sein Geständnis zurückzuziehen. Insbesondere, wenn er unter 

"kulturellem Druck" gestanden wäre, hätte er dies sofort oder wenige Tage danach 

machen können. Der Staatsanwalt wäre für ihn jederzeit erreichbar gewesen. Der 

Beschuldigte  liess  sein  umfassendes  Geständnis  (act. 4/2  vom  11. Dezember 

2024) durch seinen Anwalt jedoch erst ca. 2 Monate später zurückziehen (act. 11/8 

vom 3. Februar 2025).

7.5.2. Als der Beschuldigte in der Hauptverhandlung auf die Aussage von C._____ 

angesprochen wurde, der in der ersten polizeilichen Einvernahme am 10. Dezem-

ber 2024 ausgesagt hatte, dass der Beschuldigte der Fahrer im Video gewesen sei, 

sagte der Beschuldigte zuerst, er wisse nicht, was C._____ ausgesagt habe, um 

auf Nachfrage doch auszuführen, er habe das Einvernahmeprotokoll von C._____ 

gelesen (Prot. S. 15). Zur Aussage von C._____, dass er (der Beschuldigte) das 

Fahrzeug im Video geführt habe, führte der Beschuldigte aus, dass C._____ viel 

sage, viel kiffe und darum auch viel vergesse und wohl einen Realitätsverlust habe. 

Er könne dessen Gedanken nicht erkennen. Diese Bemerkung erweckt den Ein-

druck, als ob sie mit C._____ abgesprochen sei. Dieser hatte in der staatsanwalt-

schaftlichen Befragung (act. 5/2) - nachdem der Beschuldigte sein Geständnis zu-

rückgezogen hatte - seine ursprüngliche Aussage (der Fahrer sei der Beschuldigte 

- 15 -

gewesen) relativiert, indem er auf die Frage, wer im Video am Steuer sitze, sagte, 

er sei nicht sicher, weil man es nicht genau sehe. Er konsumiere jeden Tag THC 

und das schlage aufs Gedächtnis. Auf Vorhalt seiner Aussagen bei der ersten po-

lizeilichen Einvernahme, antwortete C._____ ausweichend, dass das sein könne, 

es könne aber auch nicht sein (F/A 19 ff.).

7.5.3. Die Aussagen zum angeblichen THC-Konsum von C._____ wirken nicht nur 

abgesprochen, sie ergeben auch keinen Sinn: Wenn der angeblich tägliche THC-

Konsum von C._____ tatsächlich auf dessen Gedächtnis geschlagen hätte, ist nicht 

verständlich, warum er den Beschuldigten, seinen Kindheitskollegen, nicht in dem 

Video erkannt haben soll. Das Video wurde ihm in seiner ersten Einvernahme vor-

gespielt. Er erkannte darin den Beschuldigten am Steuer. Es ging nie darum, dass 

er aus seinem Gedächtnis abrufen musste, wer das Fahrzeug gefahren hatte, son-

dern es ging darum, ob er in dem Video, das ihm in der Einvernahme vorgespielt 

wurde, den Fahrer erkannte. Da es sich nach eigenen Aussagen um eine sehr gute 

und langjährige Freundschaft aus der Kindheit handelt, ist wohl davon auszugehen, 

dass C._____ den Beschuldigten von hinten erkannte, zumal er nicht vorbrachte, 

sein THC-Konsum sei derart stark gewesen, dass er den Beschuldigten nicht mal 

mehr erkenne, wenn dieser vor ihm stehe. Hätten der Beschuldigte und C._____ 

geltend gemacht, sie könnten sich nicht ans Datum der Fahrt erinnern, hätte dies 

im Zusammenhang mit einem starken Drogenkonsum eher eingeleuchtet. Vorlie-

gend ging aber insbesondere darum, ob C._____ den Fahrer im Video erkannte 

(was er dann auch tat).

7.5.4. Sowohl die Aussagen von C._____ am 14. Februar 2025 als auch diejenigen 

des Beschuldigten vom gleichen Tag wirken - im Gegensatz zu ihren ersten Aus-

sagen  am  11. Dezember  2024  bzw.  am  10. Dezember  2024  -  insgesamt  wenig 

reichhaltig und ausweichend. Die entscheidenden Fragen beantworteten beide mit 

Nichtwissen  oder  sie  gaben  an,  sie  seien  sich  nicht  sicher.  Ihre  Aussagen  vom 

14. Februar 2025 sind aufgrund der zahlreichen Lügensignale als unglaubhaft ein-

zustufen.

7.6. Der Beschuldigte hatte während des Untersuchungsverfahrens mit Eingabe 

vom 24. Februar 2025 diverse Beweismittel ins Recht gelegt (act. 11/17/2-7), wel-

- 16 -

che belegen sollen, dass er nicht der Fahrer gewesen sein konnte. Darunter befin-

det sich ein Selfie-Foto (act. 11/17/7). Dazu wurde vorgebracht, dass das Selfie-

Foto vom 6. September 2023 datiert und damit angeblich zwei Tage nach der inkri-

minierten  Fahrt  aufgenommen  worden  sei  (act. 11/17/7).  Es  sei  ersichtlich,  dass 

der Beschuldigte zu diesem Zeitpunkt längere Haare getragen habe und deshalb 

könne er nicht der Fahrer des Autos sein, welches im Video zu sehen sei (act. 27, 

Rz. 13,  24).  Der  Verteidiger  argumentiert  weiter,  die  Bilddokumentation  zur  Ähn-

lichkeit des Beschuldigten mit dem Fahrer im Instagram-Video sei äusserst vage, 

denn es seien keine identifizierenden Merkmale wie Tattoos oder Narben ersicht-

lich, sondern nur der Hinterkopf mit Kurzhaarschnitt (act. 27 Rz. 28). Zudem reichte 

der Beschuldigte ein kurzes Video ein (act. 11/17/2). Die Verteidigung stellt sich auf 

den  Standpunkt,  dass  dieses  den  Beschuldigten  zeige,  wie  er  am  4. September 

2023 um 18.18 Uhr einen BMW lenke. Das alles sei zusammen mit dem Ausdruck 

der zugehörigen Metadaten (act. 1/17/3), die mit dem 4. September 2023 um 18.18 

Uhr datiert sind, ein weiterer Beweis, dass der Beschuldigte nicht der Fahrer auf 

dem Instagram-Video sein könne. Im Weiteren reichte der Beschuldigte die Doku-

mente "Stammdaten" (act. 11/17/4 und 11/17/5) ein, welche den Einlass des Be-

schuldigten und von C._____ am 4. September 2023 um 20.11 Uhr bzw. 20.09 Uhr 

ins Casino M._____ zeigen. Der Beschuldigte liess dazu ausführen, aus zeitlichen 

Gründen sei es undenkbar, dass der Beschuldigte zwischen der Abfahrt in F._____ 

und der Ankunft in M._____ Zeit gehabt habe, das Fahrzeug zu wechseln und die 

ihm vorgeworfene Tat mit dem Mercedes zu begehen und nach der Tat wieder in 

den BMW zu wechseln. Ausserdem habe das Tatfahrzeug nie ermittelt und dem-

entsprechend hätte kein technisches Gutachten erstellt werden können, welches 

die im Video sichtbare Geschwindigkeit objektiv hätte verifizieren können (act. 27 

Rz. 25 f.).

7.6.1. Die  Argumentation  der  Verteidigung,  das  vom  Beschuldigten  eingereichte 

Selfie-Foto zeige zwei Tage nach der Raserfahrt viel längere Haare als im Insta-

gram Video, kann nicht nachvollzogen werden. Längere Haare sind jedenfalls nicht 

ersichtlich.  Ganz  im  Gegenteil  bestätigt  die  Aufnahme  die  Übereinstimmung  von 

Statur,  Kopfform,  Verlauf  des  Haaransatzes,  Haarfarbe  und  Haarschnitt  des  Be-

schuldigten mit dem Fahrer im Video. Die zugehörigen Metadaten, die Aufnahme-

- 17 -

zeitpunkt und Ort aufzeichnen (act. 11/17/3), haben keinen Beweiswert. Gerichts-

notorisch ist, dass diese Daten ohne besondere technische Kenntnisse von jedem 

Mobiltelefonbenutzer abgeändert, bzw. angepasst werden können.

7.6.2. Noch viel weniger sagt das kurze Video aus (act. 11/17/2). Es wurde offen-

sichtlich vom Fahrer aufgenommen. Es zeigt nur, wie der Fahrer an einem BMW-

Steuerrad dreht. Es ist aber nicht ersichtlich, wer am Steuerrad oder im Auto sitzt. 

Bezüglich Aufnahmezeitpunkt bzw. Metadaten ist auch hier auf die einfache Ver-

änderbarkeit hinzuweisen. Auch dieses Video hat keinerlei Beweiswert.

7.6.3. Weiter erhellt nicht, warum es nicht möglich sein soll, in 1h 30 min - wie mit-

tels "google maps" berechnet - von E._____ ZH bzw. L._____ nach M._____, Ös-

terreich ins Casino zu gelangen, zumal es durchaus im Bereich des Möglichen liegt, 

dass der Beschuldigte mit dem Mercedes und nicht - wie von ihm angegeben - mit 

dem 7er BMW dorthin gelangte.

7.7. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Anklagesachverhalt 

erstellt werden kann. Der Beschuldigte wurde bei allen Einvernahmen nicht nur von 

seinem Verteidiger (bzw. der Vertretung desselben) begleitet und wusste um seine 

Rechte. Wie aufgezeigt wurde, kann auf das Geständnis, welches der Beschuldigte 

in  der  staatsanwaltschaftlichen  Einvernahme  am  11. Dezember  2024  (act. 4/2, 

F/A 4 ff.) abgestellt werden: Der Beschuldigte konnte detailliert und widerspruchs-

frei beschreiben, um welches Fahrzeugmodell es sich handelte, wem es gehörte, 

wie er damit in die Schweiz gelangte und wer sonst noch zum fraglichen Zeitpunkt 

im Auto sass. Das Geständnis deckt sich auch mit der ersten Aussage C._____s, 

wonach der Beschuldigte der Fahrer gewesen sei. Diese beiden Aussagen werden 

zudem  durch  das  Instagram-Video  bestätigt,  welches  weder  vom  Beschuldigten 

noch von C._____ je in Frage gestellt wurde. Weitere Indizien, die eine Verbindung 

zwischen dem Beschuldigten und dem gefahrenen Fahrzeug herstellen, ergeben 

sich aus den Fotos des Facebook Profils, die einen modellähnlichen Mercedes zei-

gen.  Die  Aussagen  sowohl  von  C._____  als  auch  des  Beschuldigten  nach  dem 

Rückzug des Geständnisses wirken - wie bereits aufgezeigt - abgesprochen, de-

tailarm, und ergeben gemäss vorstehenden Erwägungen schlicht keinen Sinn. 

- 18 -

7.8. Damit  ist  in  objektiver  Hinsicht  erstellt,  dass  der  Fahrer  des  Fahrzeugs  im 

Instagram-Video  der  Beschuldigte  gewesen  ist  und  er  das  Fahrzeug  auf  der 

N._____-strasse von E._____ ZH Richtung F._____, kurz vor L._____, auf netto 

174 km/h beschleunigte und damit die zulässige Höchstgeschwindigkeit um netto 

94 km/h überschritt. 

7.9.

Im Video ist überdies ersichtlich, wie der Beschuldigte das Fahrzeug achtsam 

und  kontrolliert  und  damit  wissentlich  und  willentlich  an  die  Grenzen  dessen  be-

schleunigte, was auf dieser Strecke an Tempo möglich gewesen ist. Dazu gab der 

Beschuldigte an der Hauptverhandlung zu Protokoll, dass er sich mit Autos aus-

kenne  und  ein  Autofan  sei.  Bei  solchen  Geschwindigkeiten  müsse  man  an  den 

Bremsweg und an den Abstand denken. Es sei sicher nicht schön, bei solchen Ge-

schwindigkeiten  zu  kollidieren.  Er  habe  einmal  einen  Fuchs  erwischt,  das  habe 

schon ein Kribbeln gegeben (Prot. S. 21).

7.10. Beim vom Beschuldigten gelenkten Fahrzeug handelt es sich um einen Mer-

cedes-Benz  E63  mit  570  PS.  Das  Führen  solcher  stark  motorisierten  Fahrzeuge 

bedarf besonderer Sorgfalt, denn bereits kleinste Fahrfehler lassen das Fahrzeug 

ausser Kontrolle geraten. Nicht nur einem Autoliebhaber, wie der Beschuldigte ge-

mäss  eigener  Angabe  einer  ist,  muss  bekannt  sein,  dass  das  Fahrzeug  bei  den 

gefahrenen Geschwindigkeiten nur schwer kontrollierbar ist und kleinste Fahrfehler 

fatal sein können. Damit ist der Sachverhalt nicht nur in objektiver, sondern auch in 

subjektiver Hinsicht erstellt: Der Beschuldigte wusste um die Geschwindigkeitsbe-

grenzung auf 80 km/h auf der besagten Strasse und beschleunigte wissentlich und 

willentlich trotzdem das Fahrzeug auf netto 174 km/h. Dabei nahm er die Gefähr-

dung anderer Verkehrsteilnehmer in Kauf.

7.11. Es ist daher für die rechtliche Würdigung vom Sachverhalt gemäss Anklage-

schrift auszugehen (act. 17 S. 2).

III. Rechtliche Würdigung

1.

Die Staatsanwaltschaft See/Oberland würdigt das Verhalten des Beschuldig-

ten in rechtlicher Hinsicht als qualifizierte grobe Verletzung der Verkehrsregeln im 

- 19 -

Sinne  von  Art. 90  Abs. 3  SVG  in  Verbindung  mit  Art. 90  Abs. 4  Bst. c  SVG  und 

Art. 4a Abs. 1 Bst. b VRV.

2. Gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG wird mit Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jah-

ren  bestraft,  wer  durch  vorsätzliche  Verletzung  elementarer  Verkehrsregeln  das 

hohe Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesopfern eingeht, nament-

lich durch besonders krasse Missachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. 

Art. 90  Abs. 4  SVG  listet  Geschwindigkeitsübertretungen  auf,  bei  denen  Art. 90 

Abs. 3  SVG  in  jedem  Fall  erfüllt  ist.  Art. 4a  Abs. 1  lit. b  VRV  legt  die  Höchstge-

schwindigkeit auf Strassen ausserhalb von Ortschaften auf 80 km/h fest. Wer die 

zulässige Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h um mindestens 60 km/h überschrei-

tet, verletzt stets elementare Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 3 SVG (BGE 143 

IV 508 E. 1.1 S. 511). Eine solche Geschwindigkeitsüberschreitung schafft grund-

sätzlich auch ein hohes Risiko eines Unfalls mit Schwerverletzten oder Todesop-

fern im Sinne dieser Bestimmung. Wird eine krasse Verkehrsregelverletzung ge-

mäss Art. 90 Abs. 3 bzw. Abs. 4 SVG objektiv bejaht, folgt mithin daraus nahezu 

zwangsläufig, dass auch ein dadurch geschaffenes hohes Risiko von Unfällen mit 

Todesopfern  oder  Schwerverletzten  angenommen  werden  muss 

(BGer 

6B_1404/2019 vom 17. August 2020 E. 3.3 mit Hinweisen). 

3.

Die  rechtliche  Würdigung  der  Staatsanwaltschaft  trifft  zu.  Der  Beschuldigte 

wusste um die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und überschritt diese trotzdem 

wissentlich und willentlich auf der N._____-strasse kurz vor L._____ um netto 94 

km/h und damit um mehr als 60 km/h. Damit liegt eine besonders krasse Missach-

tung  der  zulässigen  Höchstgeschwindigkeit  vor  und  gleichzeitig  eine  Verletzung 

elementarer Verkehrsregeln. Durch die Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit 

um netto 94 km/h schuf der Beschuldigte das hohe Risiko eines Unfalls mit Schwer-

verletzten oder Todesopfern, weil das Fahrzeug bei dieser Geschwindigkeit bereits 

bei  kleinsten  Fehlern  nicht  mehr  kontrolliert  werden  kann  und  schwerste  Unfälle 

passieren können, zumal es sich beim 4. September 2023, 18.21 Uhr, um einen 

gewöhnlichen  Montagabend  handelt,  wo  noch  mit  Feierabendverkehr  gerechnet 

werden  musste.  Weitere  Ausführungen  können  unterbleiben,  zumal  die  amtliche 

Verteidigung gegen die rechtliche Würdigung nicht opponierte.

- 20 -

4.

Da  weder  Rechtfertigungs-  noch  Schuldausschlussgründe  vorliegen  ist  der 

Beschuldigte  somit  der  qualifizierten  groben  Verletzung  der  Verkehrsregeln  im 

Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 90 Abs. 4 lit. c SVG und Art. 4a 

Abs. 1 lit. b VRV schuldig zu sprechen und dafür zu bestrafen.

IV. Strafzumessung

1. Grundlagen zur Strafzumessung

Das Gericht misst die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu. Es berück-

sichtigt zudem das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung 

der Strafe auf das Leben des Täters (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird 

nach  der Schwere  der  Verletzung  oder  Gefährdung  des  betroffenen Rechtsguts, 

nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters 

sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Um-

ständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden (Art. 47 

Abs. 2 StGB). Für die Zumessung der Strafe ist zwischen der Tat- und der Täter-

komponente zu unterscheiden. Bei der Tatkomponente ist als Ausgangspunkt die 

objektive Schwere des Delikts festzulegen und zu bewerten. Dabei ist anhand des 

Ausmasses des Erfolgs sowie auf Grund der Art und Weise des Vorgehens zu be-

urteilen, wie stark das strafrechtlich geschützte Rechtsgut beeinträchtigt worden ist. 

Ebenfalls von Bedeutung sind die kriminelle Energie, der Tatbeitrag bei Tatausfüh-

rung durch mehrere Täter sowie ein allfälliger Versuch. Hinsichtlich des subjektiven 

Verschuldens sind insbesondere das Motiv, die Beweggründe, die Willensrichtung 

sowie das Mass an Entscheidungsfreiheit des Täters zu beurteilen. Die Täterkom-

ponente  umfasst  die  persönlichen  Verhältnisse,  das  Vorleben,  insbesondere  frü-

here Strafen oder Wohlverhalten, und das Verhalten nach der Tat und im Strafver-

fahren, insbesondere gezeigte Reue und Einsicht, oder ein abgelegtes Geständnis 

(WOHLERS,  Schweizerisches  Strafgesetzbuch,  Handkommentar,  5. A.,  2024, 

Art. 47, N 1 ff.).

- 21 -

2.

Konkrete Strafzumessung

2.1. Art. 90 Abs. 3 SVG sieht eine Freiheitsstrafe von einem bis zu vier Jahren 

vor

2.2. Objektive Tatschwere

2.2.1.  Im Instagram-Video ist ersichtlich, dass der Beschuldigte während ca. 1 Se-

kunde  statt  mit  der  maximal  zulässigen  Höchstgeschwindigkeit  von  80 km/h,  mit 

174 km/h fuhr. Während weiteren ca. 10 Sekunden fuhr er schneller als 140 km/h. 

Damit überschritt er die maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit während ca. ei-

ner Sekunde um ca. 94 km/h und für weitere ca. 10 Sekunden um ca. 60 km/h.

2.2.2.  Gemäss Art. 90 Abs. 4 lit. c SVG liegt in einer Zone mit höchstens 80 km/ h 

ab einer Überschreitung von mindestens 60 km/h eine besonders krasse Missach-

tung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vor. Der Beschuldigte fuhr aber nicht 

nur 60 km/h zu schnell, sondern während knapp einer Sekunde 94 km/h, also 34 

km/h mehr als für die Erfüllung dieses Tatbestandes vorgesehen ist. Der Rest der 

Raserfahrt bewegte sich deutlich über 140 km/h während über 10 Sekunden. Die 

Fahrzeiten im Sekundenbereich sind zugunsten des Beschuldigten zu werten. Hin-

gegen  kommt  erschwerend  hinzu,  dass  die  Raserfahrt  an  einem  gewöhnlichen 

Montagabend,  um  18.21  Uhr,  stattfand;  zu  einem  Zeitpunkt  also,  wo  wegen  des 

Feierabendverkehrs  mit  einem  erhöhten  Verkehrsaufkommen  gerechnet  werden 

musste. Die Strecke ist keineswegs gerade, sondern weist Kurven auf. Entlang der 

Strasse  stehen  Häuser.  Es  musste  also  jederzeit  damit  gerechnet  werden,  dass 

allenfalls Tiere oder Personen die Strasse queren oder Fahrzeuge in die Strasse 

einfahren.  Bezüglich  der  objektiven  Tatschwere  ist  somit  festzuhalten,  dass  das 

Verschulden im mittleren Bereich liegend als keinesfalls leicht einzustufen ist.

2.3. Subjektives Tatverschulden

Beim subjektiven Verschulden ist zu berücksichtigen, dass keinerlei Notwen-

digkeit  bestand,  so  schnell  zu  fahren.  Der  Beschuldigte  handelte  bezüglich  der 

Höhe der Geschwindigkeit vorsätzlich. Er wollte so schnell fahren. Die Gefährdung 

hat er in Kauf genommen. Es wäre ihm ohne weiteres möglich gewesen, die Ge-

- 22 -

schwindigkeit regelkonform einzuhalten. Er entschied sich jedoch, aus Spass und 

für den Adrenalinrausch mit massiv überhöhter Geschwindigkeit zu fahren. Der Be-

schuldige handelte damit aus Übermut und Leichtsinn. Das subjektive Tatverschul-

den vermag die objektive Tatschwere damit nicht zu relativieren und ist demnach 

als keinesfalls leicht zu qualifizieren. Aufgrund der Tatumstände erscheint eine am 

unteren Rand dieses Verschuldensgrades liegende Einsatzstrafe von 18 Monaten 

Freiheitsstrafe angemessen.

2.4.

Täterkomponente

2.4.1.  In Bezug auf die persönlichen Verhältnisse und das Vorleben des Beschul-

digten ist Folgendes bekannt: Der Beschuldigte wurde in Österreich geboren und 

kam in die Schweiz, als er ca. vier Jahre alt war. Der Beschuldigte hat zwei Schwes-

tern und lebt bei seinen Eltern. In F._____ hat der Beschuldigte die Schulen be-

sucht.  Eine  Berufslehre  oder  weiterführende  Schule  hat  er  nicht  abgeschlossen. 

Derzeit ist der Beschuldigte auf Arbeitssuche. Die letzte Stelle als Disponent hat er 

zufolge längerer Krankheit verloren. Der Beschuldigte ist verlobt und beabsichtigt, 

demnächst zu heiraten. Er hat keine Kinder (act. 4/2 F/A 45; Prot. S. 7 ff.).

2.4.2.  Der Beschuldigte weist eine einschlägige Vorstrafe auf. Mit Strafbefehl vom 

4. Oktober 2021 wurde er von der Staatsanwaltschaft See/Oberland zu einer Busse 

und einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu Fr. 30.–, wegen mehrfacher 

Verletzung  von  Verkehrsregeln  im  Sinne  von  Art. 90  Abs. 1  SVG  und  Fahren  in 

fahrunfähigem Zustand, verurteilt (C-2/2021/08270; act. 18).

2.4.3.  Bezüglich  des  Nachtatverhaltens  kann  gesagt  werden,  dass  der  Beschul-

digte in der Untersuchung weitgehend kooperierte und angemessen mitwirkte. Am 

11. Dezember 2024 legte er in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme ein um-

fassendes Geständnis ab, welches er danach jedoch widerrief.

2.4.4.  Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die persönlichen Verhältnisse 

keine besondere Strafempfindlichkeit erkennen lassen. Sie sind daher als strafzu-

messungsneutral zu werten. In Anbetracht dieser Vorstrafe, welche auch Einiges 

über die Rücksichtnahme des Beschuldigten gegenüber anderen Verkehrsteilneh-

- 23 -

mern  und  seine  offensichtliche  Unbelehrbarkeit  aussagt,  rechtfertigt  es  sich,  die 

Einsatzstrafe um 3 Monate zu erhöhen.

2.4.5.  Das anfängliche Geständnis ist sodann mit einem Abzug von 3 Monaten zu 

honorieren.

2.5.

Fazit Strafzumessung

2.5.1.  Aufgrund aller relevanten Strafzumessungsgründe erscheint in Würdigung 

der objektiven und subjektiven Tatkomponenten der Delinquenz sowie in Berück-

sichtigung der Täterkomponente eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten angemessen.

2.5.2.  Die durch Haft erstandenen 2 Tage (vom 10. Dezember 2024, 6.20 Uhr, bis 

11. Dezember 2024, 15.53, in Haft; act. 17) sind gemäss Art. 51 StGB an die Frei-

heitsstrafe anzurechnen.

3.

Vollzug

3.1. Das Gericht schiebt den Vollzug einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs 

Monaten und höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder  Vergehen  abzuhalten.  Bei  einer  Freiheitsstrafe  von  mindestens  einem  Jahr 

und  höchstens  drei  Jahren  kann  das  Gericht  den  Vollzug  teilweise  aufschieben, 

wenn dies notwendig ist, um dem Verschulden des Täters genügend Rechnung zu 

tragen (Art. 42 Abs. 1 und Art. 43 Abs. 1 StGB). Dabei darf der unbedingt vollzieh-

bare Teil die Hälfte der Strafe nicht übersteigen (Art. 43 Abs. 2 StGB). Schiebt das 

Gericht den Vollzug einer Strafe ganz oder teilweise auf, so bestimmt es dem Ver-

urteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB).

Materiell ist das Fehlen einer ungünstigen Prognose vorausgesetzt, das heisst in 

Anlehnung an die herrschende Praxis, dass auf das Fehlen von Anhaltspunkten für 

eine Wiederholungsgefahr abgestellt wird. Die Gewährung des teilbedingten Voll-

zugs  erscheint  in  denjenigen  Fällen  sinnvoll,  wo  die  Warnwirkung  des  Teilauf-

schubs angesichts des gleichzeitig angeordneten Teilvollzugs für die Zukunft eine 

- 24 -

weitaus  bessere  Prognose  erlaubt  (HEIMGARTNER,  OFK-StGB,  21. Aufl.,  Zü-

rich 2022, N 3 zu Art. 43 StGB).

3.2. Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte einmal einschlägig vorbestraft ist 

und die letzte Verurteilung durch die Staatsanwaltschaft See/Oberland bereits zu 

einer  Busse  sowie  einer  bedingten  Geldstrafe  von  30 Tagessätzen  geführt  hat 

(act. 12/1). Zugunsten des Beschuldigten muss angemerkt werden, dass die Vor-

strafe bereits 2 Jahre zurückliegt. Die Lebensumstände des Beschuldigten können 

bis auf die (noch) fehlende Arbeitsstelle zudem als stabil bezeichnet werden, was 

positiv gewertet werden kann. Aufgrund des erstmaligen Aussprechens einer Frei-

heitsstrafe ist davon auszugehen, dass mit einem zu vollziehenden Teil der Strafe 

eine erhebliche Warnwirkung auf ihn besteht. Es kann damit zu Gunsten des Be-

schuldigten angenommen werden, er werde aus diesem Verfahren und der auszu-

fällenden Freiheitsstrafe von 18 Monaten die nötigen Lehren ziehen und sich künftig 

wohl verhalten. Somit kann hier im Rahmen des Vollzugs im Sinne einer Gesamt-

würdigung das Fehlen einer eigentlichen Schlechtprognose bejaht werden.

Es  erscheint  angemessen,  die  auszufällende  Freiheitsstrafe  von  18 Monaten  im 

Umfang von 10 Monaten aufzuschieben und im Umfang von 8 Monaten - unter An-

rechnung  von  2 Tagen  bereits  erstandener  Haft  -  zu  vollziehen.  Dem  bedingt  zu 

vollziehenden Teil ist eingedenk der verbleibenden Bedenken mit einer erhöhten 

Probezeit von 4 Jahren Rechnung zu tragen.

V. Widerruf

1.

Schiebt  das  Gericht  den  Vollzug  einer  Strafe  ganz  oder  teilweise  auf,  so 

bestimmt es dem Verurteilten gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB eine Probezeit von zwei 

bis fünf Jahren. Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder 

Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten verüben wird, so 

widerruft das Gericht gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB die bedingte Strafe und ordnet 

deren nachträglichen Vollzug an. Massgebendes Kriterium für die Gewährung wie 

auch  für  den  Widerruf  des  bedingten  Strafvollzuges  ist  somit  die  Legalprognose 

(d.h. die Bewährungsaussichten) des Verurteilten (BSK StGB-SCHNEIDER/GARRÉ, 

- 25 -

4. Auflage, 2019, Art. 46 N 2). Von einem Widerruf kann abgesehen werden, wenn 

nicht zu erwarten ist, dass der Täter weitere Straftaten begeht. Bei erneuter Straf-

fälligkeit ist eine eigentliche Schlechtprognose zu stellen (OFK StGB a.a.O. Art. 46 

N 5).

2.

Da vorliegend die neu auszufällende Strafe eine Freiheitsstrafe, die zu wider-

rufende Strafe hingegen eine Geldstrafe ist, kommt demnach eine Gesamtstrafen-

bildung nach Art. 46 Abs. 1 Satz 2 StGB i.V.m. Art. 49 StGB nicht in Frage.

3.

Der Strafbefehl vom 4. Oktober 2021 erging wegen Verletzung von Verkehrs-

regeln (SVG) und Fahrens eines Motorfahrzeugs in fahrunfähigem Zustand (SVG). 

Ab 4. Oktober 2021 lief dem Beschuldigten eine Probezeit für 2 Jahre. Der Beschul-

digte  wusste  das  oder  musste  es  wissen.  Er  hatte  die  Busse  ja  bereits  bezahlt. 

Trotzdem unterliess es der Beschuldigte nicht, weiter im Strassenverkehr zu delin-

quieren.  Angesichts  dessen  ist  die  Legalprognose  unter  diesem  Titel  somit  als 

schlecht einzustufen. Aufgrund der erneuten Straffälligkeit (in der Probezeit) ist eine 

eigentliche Schlechtprognose zu stellen. Es ist daher der Widerruf der bedingten 

ausgefällten Sanktion vom 4. Oktober 2021 anzuordnen. Der Beschuldigte hat die 

Geldstrafe zu bezahlen.

VI. Landesverweisung

1.

Rechtliche Grundlage

1.1. Nach Art. 66abis StGB kann das Gericht einen Ausländer für 3-15 Jahre des 

Landes verweisen, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens, das nicht 

von  Art. 66a  StGB  erfasst  wird,  zu  einer  Strafe  verurteilt  oder  gegen  ihn  eine 

Massnahme nach den Art. 59-61 oder Art. 64 StGB angeordnet wird.

1.2. Wie  jeder  staatliche  Entscheid  hat  die  nicht  obligatorische  Landesver-

weisung  unter  Berücksichtigung  des  Verhältnismässigkeitsprinzips  (Art. 5  Abs. 2 

und  Art. 36  Abs. 2  und  3  BV)  zu  erfolgen.  Das  Gericht  hat  die  öffentlichen  In-

teressen an der Landesverweisung gegen die privaten Interessen des Ausländers 

am  Verbleib  in  der  Schweiz  abzuwägen.  Die  erforderliche  Interessenabwägung 

entspricht  den  Anforderungen  von  Art. 8  Ziff. 2  EMRK  an  einen  Eingriff  in  das 

- 26 -

Privat-  und  Familienleben  (BGer  6B_1123/2020  vom  2. März 2021  E. 3.3.1  mit 

Hinweisen).  Bei  der  Verhältnismässigkeitsprüfung  sind  namentlich  die  Art  und 

Schwere  des  Verschuldens,  die  seit  der  Tatbegehung  verstrichene  Zeit  und  das 

bisherige Verhalten der betreffenden Person, die Dauer des bisherigen Aufenthalts 

in  der  Schweiz  und  die  Intensität  ihrer  sozialen,  kulturellen  und  familiären 

Bindungen sowohl im Gastgeberstaat als auch im Heimatland zu berücksichtigen 

(BGE 139 I 145 E. 2.4 S. 149; 139 I 31 E. 2.3.3 S. 34 f.; 135 II 377 E. 4.3 S. 381 f.; 

BGer 6B_1178/2019 vom 10. März 2021 E. 3.2.5, nicht publ. in: BGE 147 IV 340; 

6B_342/2021  vom  27. Januar  2022  E. 1.1;  6B_1449/2021  vom  21. September 

2022 E. 3.2.2; je mit Hinweisen). Sodann ist dem Alter der Person im Zeitpunkt der 

Straftaten  sowie  den  weiteren  Umständen  beispielsweise  medizinischer  Natur 

Rechnung zu tragen (Urteile des EGMR E.V. gegen Schweiz vom 18. Mai 2021, 

Nr. 77220/16, §§ 35 f.; M.M. gegen Schweiz vom 8. Dezember 2020, Nr. 59006/18, 

§§ 50 f.).  Eine  Mindeststrafhöhe  setzt  die  Anordnung  einer  fakultativen  Landes-

verweisung  nicht  voraus  (BGer  6B_342/2021  vom  27. Januar 2022  E. 1.1; 

6B_140/2021  vom  24. Februar  2022  E. 6.2;  je  mit  Hinweisen).  Nach  dem  Willen 

des Gesetzgebers soll sie gerade in Fällen zur Anwendung gelangen, bei denen es 

um Gesetzesverstösse von geringerer Schwere, aber dafür um wiederholte Delin-

quenz  geht  (BGer  6B_224/2022  vom  16. Juni 2022  E. 2.2;  6B_1054/2020  vom 

30. November 2020 E. 1.1.2; je mit Hinweisen).

2.

Parteistandpunkte

2.1. Die Staatsanwaltschaft beantragte für den Beschuldigten die nicht obligato-

rische  Landesverweisung im  Sinne von Art. 66abis StGB. Anlass seien dieser er-

neute Vorfall, die Vorstrafen und das Verhalten, welches der Beschuldigte in seiner 

Jugend in der Schweiz gezeigt habe. Eine Landesverweisung in sein Heimatland 

Österreich stelle kein unüberwindbares Hindernis für den Beschuldigten dar. Er sei 

der deutschen Sprache mächtig und könne sich aufgrund seines jungen Alters und 

seiner guten gesundheitlichen Verfassung leicht in den dortigen Arbeitsmarkt inte-

grieren (act. 25 S. 6 f.)

2.2. Die Verteidigung wies darauf hin, dass die Vorstrafen aus den Jahren 2015 

und 2018 noch unter dem Jugendstrafgesetz ergangen seien. Einzig die Strafe aus 

- 27 -

dem  Jahr  2021  sei  noch  relevant.  Dabei  sei  es  aber  nur  um  einen  kleineren 

Selbstunfall im Zusammenhang mit einem gerade noch nachweisbaren THC-Kon-

sum gegangen. Der Beschuldigte sei hier in der Schweiz aufgewachsen und zur 

Schule gegangen. Vater, Mutter, Geschwister, Schwager, Nichte und Neffe wohn-

ten auch hier und er sei seit Anfang 2025 verlobt. In Österreich habe er keine Ver-

wandte  und  habe  dort  nur  bis  zu  seinem  5.  Altersjahr  gelebt.  Da  er  seine  Lehre 

abgebrochen habe, sei es für ihn schwierig, in Österreich Fuss zu fassen (act. 27 

Ziff. 41 f.).

3.

Interessenabwägung

3.1. Bei dem zu beurteilenden Delikt handelt es sich nicht um Katalogtaten im 

Sinne von Art. 66a Abs. 1 StGB, die grundsätzlich zu einer obligatorischen Landes-

verweisung führen. Deshalb ist eine fakultative Landesverweisung nach Art. 66abis 

StGB zu prüfen.

3.2. Der  Beschuldigte  hat  die  öffentliche  Sicherheit  durch  seine  massive  Ge-

schwindigkeitsüberschreitung gefährdet. Dies ergibt sich schon aus dem erfüllten 

Tatbestand der schweren Verkehrsregelverletzung. Das öffentliche Interesse an ei-

nem  Landesverweis  liegt  dementsprechend  auf  der  Hand.  Das  Verschulden  des 

Beschuldigten ist im mittleren Bereich anzusiedeln und er hat nicht zum ersten Mal 

Verkehrsregeln verletzt.

3.3.

Zu berücksichtigen ist hingegen, dass beim Beschuldigten zweifelsohne von 

einer langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz auszugehen ist. Der Beschuldigte ist 

zwar österreichischer Staatsangehöriger und verfügt in der Schweiz über den Auf-

enthaltsstatus B. Er ist - wie gesagt - hier aufgewachsen und hat die längste Zeit 

seines Lebens in der Schweiz verbracht.

3.4. Die  ganze  Familie  des  Beschuldigten  sowie  seine  Verlobte  leben  in  der 

Schweiz. Gemäss Äusserungen des Beschuldigten ist man gewillt zu heiraten und 

eine Familie zu gründen. Auffallend ist, dass neben der Verlobten, die Familie des 

Beschuldigten eine wichtige soziale Anlaufstelle darstellt. Er lebt noch bei seinen 

Eltern und seine Schwestern unterstützen ihn. Obwohl keine Kernfamilie im Sinne 

- 28 -

der Rechtsprechung vorliegt, fallen diese familiären Verhältnisse dennoch in den 

Schutzbereich von Art. 8 EMRK, sofern eine genügend nahe, echte und tatsächlich 

gelebte Beziehung besteht. Dies ist vorliegend der Fall. Aufgrund der Lebensum-

stände des Beschuldigten besteht beinahe täglich Kontakt zu den Eltern. Für den 

Beschuldigten ist aufgrund seiner familiären Verhältnisse von einer starken famili-

ären Verflechtung in der Schweiz auszugehen, während ein Beziehungsnetz zu An-

gehörigen oder Bekannten in Österreich nicht besteht.

3.5. Der Beschuldigte ist grundsätzlich bei guter Gesundheit, obschon er in der 

nahen Vergangenheit eine gewisse Burn-out-Problematik aufwies, was ihm nach 

längerem Arbeitsausfall die Kündigung bescherte. Er befindet sich momentan auf 

Arbeitssuche. Da er die Lehre abgebrochen hat, könnte es für den Beschuldigten 

schwierig werden, eine Arbeit im Heimatstaat zu finden. Seit der Tat hat sich der 

Beschuldigte - soweit ersichtlich - nichts mehr zu Schulden kommen lassen. 

3.6.

Für  den  Beschuldigten  wäre  der  Landesverweis  ein  abrupter  Einschnitt  in 

sein Leben. Obwohl keine sprachlichen Barrieren bestehen, wäre es für den Be-

schuldigten möglicherweise schwer, in Österreich Fuss zu fassen. In der Schweiz 

hat er seine Kernfamilie. Er ist mit Jahrgang 2002 noch sehr jung. Zudem hat er 

noch keine abgeschlossene Ausbildung und kann auch keine nennenswerte beruf-

liche  Erfahrung  vorweisen.  Seine  Familie  könnte  ihn  zwar  problemlos  besuchen, 

aber eine durchgehende Unterstützung - wie diese derzeit stattfinden kann - wäre 

wohl schwieriger zu organisieren. Ein Landesverweis erscheint für den Beschuldig-

ten angesichts seines jungen Alters und seiner Integration hier in der Schweiz un-

zumutbar und damit unverhältnismässig. Zudem besteht die Hoffnung, dass sich 

der Beschuldigte unter dem Eindruck der teilbedingten Strafe wohlverhält. In die-

sem Sinne überwiegen die privaten Interessen des Beschuldigten, denn mit einer 

Landesverweisung würde einer positiven Entwicklung die Grundlage entzogen. 

3.7. Eine Gesamtbetrachtung der Aspekte ergibt, dass es dem Beschuldigten un-

zumutbar ist, die Schweiz zu verlassen. Ausserdem überwiegt das private Interes-

sen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz das öffentliches Interesse 

an einer Landesverweisung, weswegen die Prüfung, ob das Freizügigkeitsabkom-

- 29 -

men allenfalls einen Hinderungsgrund für die Landesverweisung bildet, ausbleiben 

kann. Es ist von einer Landesverweisung im Sinne von Art. 66abis StGB abzusehen.

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen

1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 Satz 1 StPO hat die beschuldigte Person bei Verur-

teilung die Verfahrenskosten zu tragen. Diese Regel folgt der Annahme, dass bei 

strafrechtlichem Verschulden in der Regel ohne Weiteres darauf geschlossen wer-

den kann, dass die verurteilte beschuldigte Person auch die Verfahrenskosten ver-

schuldet hat. Wird die beschuldigte Person zu den Verfahrenskosten verurteilt, so 

ist sie, sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben, verpflichtet, dem Bund 

oder dem Kanton die Kosten der amtlichen Verteidigung zurückzuzahlen (Art. 135 

Abs. 4 StPO).

2.

In Berücksichtigung des Aufwandes für das gerichtliche Verfahren ist die Ge-

richtsgebühr auf Fr. 3'600.– festzusetzen, wobei über die weiteren Kosten die Ge-

richtskasse Rechnung stellt. Die Gebühr der Voruntersuchung beträgt Fr. 2'300.–. 

Hinzu kommen Fr. 2'100.– für Überwachungsmassnahmen (vgl. act. 16).

3.

Der  erste  amtliche  Verteidiger  des  Beschuldigten,  Rechtsanwalt  X2._____, 

machte  für  seine  Bemühungen  und  Barauslagen  einen  Aufwand  von  insgesamt 

Fr. 678.20  (Honorar:  Fr. 616.–,  Barauslagen:  Fr. 11.20,  Mehrwertsteuer  [8.1%]: 

Fr. 50.80)  geltend  (act. 8/5).  Infolge  Verteidigerwechsels  am  10. Dezember  2024 

übernahm Rechtsanwalt X1._____ das Mandat (act. 8/6). Dieser machte ein Hono-

rar inkl. Auslagen und MwSt von insgesamt Fr. 6'986.95 geltend (act. 28). Der Auf-

wand für die amtliche Verteidigung ist belegt und erscheint angemessen. Rechts-

anwalt X1._____ ist daher aus der Staatskasse mit Fr. 6'986.95 (inkl. Auslagen und 

8.1 %  MwSt.)  zu  entschädigen.  Rechtsanwalt  X2._____  wurde  bereits  mit 

Fr. 678.20 entschädigt.

4.

Die  Kosten  der  Untersuchung  und  des  gerichtlichen  Verfahrens,  mit  Aus-

nahme derjenigen der amtlichen Verteidigung sind ausgangsgemäss dem Beschul-

digten aufzuerlegen. Indes sind die Kosten der amtlichen Verteidigung einstweilen 

- 30 -

auf  die  Gerichtskasse  zu  nehmen,  unter  Vorbehalt  einer  Nachforderung  gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO.

Es wird erkannt:

1.

Der Beschuldigte A.______ ist schuldig der qualifizierten groben Verletzung 

der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Abs. 3 SVG in Verbindung mit Art. 90 

Abs. 4 lit. c SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV.

2.

Der Beschuldigte wird bestraft mit 18 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 2 Tage durch Haft erstanden sind.

3.

Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 10 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 4 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (8 Monate) wird die 

Freiheitsstrafe vollzogen.

4.

Der  mit  Strafbefehl  der  Staatsanwaltschaft  See  /  Oberland  vom  4. Oktober 

2021  für  eine  Geldstrafe  von  30  Tagessätzen  zu  Fr. 30.–,  entsprechend 

Fr. 900.–, unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren gewährte bedingte 

Vollzug wird widerrufen. Die Geldstrafe ist zu bezahlen.

5.

6.

Von einer Landesverweisung gemäss Art. 66abis StGB wird abgesehen.

Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

2'300.–   Gebühr für das Vorverfahren,

2'100.–   Überwachungsmassnahmen,

678.20

Entschädigung amtliche Verteidigung RA X2._____ (inkl. 
Barauslagen  und  MwSt;  bereits  mit  Verfügung  vom 
18. Dezember 2024 ausbezahlt) 

Fr.

6'986.95

Entschädigung amtliche Verteidigung RA X1._____ (inkl. 
Barauslagen und MwSt).

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.

- 31 -

Wird keine Begründung verlangt, wird die Entscheidgebühr auf zwei Drittel 

ermässigt.

7.

Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 6, ausgenommen diejenigen der amtli-

chen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 

Abs. 4 StPO.

8. Mündliche Eröffnung, Begründung und schriftliche Mitteilung an:







den amtlichen Verteidiger, im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten (übergeben);

die Staatsanwaltschaft See / Oberland (übergeben);

die Bezirksgerichtskasse Pfäffikon, 

und hernach als begründetes Urteil an





den amtlichen Verteidiger, im Doppel für sich und zuhanden des Be-
schuldigten;

die Staatsanwaltschaft See / Oberland

sowie nach Eintritt der Rechtskraft an













das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Bereich Administrativ-
massnahmen, Postfach, 8090 Zürich;

das Migrationsamt des Kantons Zürich mit Vermerk der Rechtskraft, 
Berninastrasse 45, Postfach, 8090 Zürich;

den Justizvollzug und Wiedereingliederung des Kantons Zürich, Be-
währungs- und Vollzugsdienste, mit Vermerk der Rechtskraft;

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A und B;

die Koordinationsstelle VOSTRA / DNA, mit Formular Löschung des 
DNA-Profils;

die Zentrale Inkassostelle der Gerichte.

9. Gegen dieses Urteil kann innert 10 Tagen von der Eröffnung an beim Bezirks-

gericht Pfäffikon, Kollegialgericht, Hörnlistrasse 55, 8330 Pfäffikon, mündlich 

oder schriftlich Berufung angemeldet werden.

- 32 -

Ein vollständig begründetes Urteil wird nur zugestellt, wenn dies ein Verfah-

rensbeteiligter binnen 10 Tagen seit Eröffnung des Urteils verlangt oder wenn 

ein Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt worden ist.

Mit  der  Berufung  kann  das  Urteil  in  allen  Punkten  umfassend  angefochten 

werden.  Mit  der  Berufung  können  gerügt  werden:  Rechtsverletzungen,  ein-

schliesslich  Überschreitung  des  Ermessens,  Rechtsverweigerung  und 

Rechtsverzögerung, die unvollständige und unrichtige Feststellung des Sach-

verhaltes oder Unangemessenheit.

Die Berufung erhebende Partei hat binnen 20 Tagen nach Zustellung des 

begründeten Entscheids dem Obergericht des Kantons Zürich, Strafkammer, 

Postfach, 8021 Zürich, eine schriftliche Berufungserklärung einzureichen. 

Sie hat darin anzugeben, ob sie das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen 

anficht, welche Abänderungen des erstinstanzlichen Urteils sie verlangt. 

Werden nur Teile des Urteils angefochten, ist verbindlich anzugeben, auf 

welche sich die Berufung beschränkt.

Bei offensichtlich verspäteten Berufungsanmeldungen oder Berufungserklä-

rungen wird auf die Berufung ohne Weiterungen nicht eingetreten.

BEZIRKSGERICHT PFÄFFIKON
Kollegialgericht

Der Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw S. Zuber

lic. iur. K. Schoch

Zur Beachtung:

- 33 -

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.