# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a531b107-a61c-58e9-a291-de3d37c50b23
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-02-12
**Language:** de
**Title:** keine erhebliche und keine zeitlich relevante Verbesserung des Hilfsbedarfs, keine Reduktion der Hilflosenentschädigung, Gutheissung
**Docket/Reference:** IV.2018.00397
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2018.00397.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2018.00397
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichterin Bänninger Schäppi
Gerichtsschreiberin Geiger
Urteil
vom
12. Februar 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch den Vater
Y.___
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
Die 1984 geborene
X.___
meldete sich am 8.
Juni 2009
(Eingangs
da
tu
m)
bei der Sozialversicherungsanstalt des
Kantons
Basel-Stadt, IV-Stelle, zum Leis
tungsbezug
(berufliche Massnahmen) an (Urk. 11/12), nachdem sie durch ihren V
ater
Y.___
bereits am 3.
März 2009 (Eingangsdatum) zur Früher
fassung gemeldet worden war (Urk. 11/3-6). Die IV-Stelle klärte die medizini
schen und erwerblichen Verhältnisse ab und liess die Versicherte durch die
Z.___
psychiatrisch begutachten (psychiatrisches Gutachten v
om 16. November 2009, Urk. 11/41
). Gestützt darauf stellte die IV-Stelle
X.___
mit Vorbescheid vom 18. Februar 2010 die
Zusprache
einer
halben Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Dezember 2009 in Aussicht (Urk. 11/44
), wogegen sie am 14. März 2010 Einwand erhob (Urk. 11/46).
Nachdem
X.___
vom 9. März bis 21.
Juli 2010 in der
A.___
und anschlies
send bis 29. November 2010 im
B.___
hospitalisiert war (Urk. 11/60 und Urk. 11/63), wurde gestützt auf die Beurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD, Urk. 11/68) eine erneute psychiatrische Begutachtung der Versicherten veranlasst (psychiatrisches Gutachten der
C.___
vom 2. November 2011, Urk. 11/78).
Mit Verfügung vom 13.
Dezember 2012 sprach die IV-Stelle
X.___
mit Wirkung ab 1. Dezember 2009 eine
Dreiviertelsrente
und mit Wirkung ab 1. Juni 2010 eine ganze Invalidenrente zu (Urk. 11/98-100).
1.2
Mit Schreiben vom 20.
Mai 2013 (Eingangsdatum: 3. Juni 2013, Urk. 11/113) be
an
tragte
X.___
bei der neu zuständigen IV-Stelle des Kantons Zürich (vgl. Urk. 11/107)
berufliche Massnahmen, da sich ihre gesundheitliche Situation stabilisiert habe.
Am
22. Oktober 2013 teilte die IV-Stelle der Versicherten
mit, dass zurzeit aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine beruflichen Massnahmen
möglich seien (vgl. Verlaufsprotokoll der Eingliederungsberatung vom 23.
Okto
ber
2013, Urk. 11/118).
1.3
Im Rahmen eines im Mai 2015 von Amtes wegen eingeleiteten Revisions
ver
fahrens (Urk. 11/119) aktualisierte die IV-Stelle die medizinischen
und erwerb
lichen Akten. Mit Mitteilung vom 8. Januar 2015 wurde der Anspruch auf eine unveränderte Invalidenrente bestätigt (Invaliditätsgrad: 100 %, Urk. 11/139).
1.4
Am 5. Februar 2015 ersuchte der Vater der Versicherten um Ausrichtung einer Hilf
losenentschädigung (Urk. 11/141). Die IV-Stelle liess daraufhin den Abklä
rungs
bericht für Hilflosenentschädigung für Erwachsene vom 16. April 2015 erstellen (Urk.
11/147). Mit Verfügung vom 29.
Mai 2015 sprach die IV-Stelle
X.___
mit Wirkung ab 1. Juli 2014 eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit zu (Urk. 11/150-151).
1.5
Am 19. Juli 2016
ersuchte
der Vater von
X.___
um eine Erhöhung der Hilflosenentschädigung, da sich ihr
Zustand betreffend selbständiges
Leben ver
schlechtert habe (Urk. 11/154 sowie E-Mail de
r behandelnden Psychiaterin Dr.
med. D.___
, Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 10. August 2016, Urk. 11/155). Nachdem der Abklärungsdienst am 9. September 2016 Stellung dazu genommen hatte (Urk. 11/156), wurde die Hilflosenent
schä
digung mit Wirkung ab dem 1. Juli 2016 auf eine Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit erhöht (Verfügung vom 21. Oktober 2016, Urk. 11/159-160).
1.6
Während sich
X.___
vom 31. Juli bis 25. Oktober 2017 in der
E.___
stationär aufhielt (vgl. E-Mail des Vaters vom 19. Januar 2018, Urk. 11/178)
,
ersucht
e
sie
erneut um berufliche Massnahmen (Eingangsdatum:
17. Oktober 2017, Urk. 11/168). In der Folge
leitete die IV-Stelle sogleich eine umfassende Rentenrevision ein (Urk. 11/171; vgl. Fragebogen: Revision der I
nva
li
denrente, Urk. 11/172) und veranlasste eine Abklärung vor Ort (Abklärungs
be
richt vom 2. Februar 2018, Urk. 11/180).
Mit Vorbescheid vom 5. Februar 2018 kündigte die IV-Stelle die Reduktion der Hilflosen
en
tschädigung auf eine Ent
schädigung wegen leichter Hilflosigkeit an (Urk. 11/181). Im Rahmen des
Ein
wand
ver
fahrens
(Urk. 11/183) holte die IV-Stelle weitere Ar
ztberichte ein (Urk. 11/185-186
)
, wozu sich wiederum der Abklärungsdienst äussern konnte (Urk. 11/188). Mit Verfügungen vom 10. April 2018 reduzierte die IV-Stelle die Hilflosenentschädigung der Versicherten mit Wirkung ab 1. Juni 2018 auf eine solche leichten Grades (Urk. 11/189 in Verbindung mit Urk. 11/191) und forderte
die erhaltenen Gelder
für die Monate August und September 2017, da sich die Versicherte während diesen vollen Kalendermonaten in einer Heilanstalt aufge
halten hatte, zurück (Urk. 11/190).
2.
Hiergegen erhob der Vater von
X.___
am 27.
April 2018 Beschwerde und
beantragte,
es sei weiterhin eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades auszurich
ten (Urk. 1
). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort
vom 3.
Juli 2018 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 10, unter Beilage ihrer Akten
, Urk. 11/1-195), was dem Vater der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 4.
Juli 2018 mitgeteilt wurde (Urk. 12).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird - soweit erforderlich - im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 42 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (
IVG
)
haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13
des Bun
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflosen
ent
schä
digung. Vorbehalten bleibt Artikel 42
bis
IVG. Als hilflos gilt eine Person, die we
gen einer Beeinträchtigung der Gesundheit für alltägliche Lebensver
rich
tungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG). Im Bereich der Invalidenversicherung gilt auch eine Person als hilflos, welche zu Hause lebt und wegen der gesundheitlichen Beeinträchtigung dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist (Art. 42 Abs. 3 Satz 1 IVG; Art. 38
der Verordnung über die Invalidenversicherung,
IVV). Praxisgemäss (BGE 121 V 88 E. 3a mit Hinweisen) sind die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrich
tungen massgebend (BGE 127 V 94 E. 3c, 125 V 297 E. 4a):
-
Ankleiden, Auskleiden;
-
Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
-
Essen;
-
Körperpflege;
-
Verrichtung der Notdurft;
-
Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.
1.2
Art. 37 IVV sieht drei Hilflosigkeitsgrade vor. Gemäss Abs. 3 dieser Bestimmung gilt die Hilflosigkeit als leicht, wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
li
cher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;
c.
einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf;
d.
wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Ge
brechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder
e.
dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV ange
wiesen ist.
1.3
Gemäss
Art. 37
Abs. 2
IVV
gilt die Hilflosigkeit als mittelschwer, wenn die ver
sicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln:
a.
in den meisten alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;
b.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
licher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf; oder
c.
in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheb
li
cher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV angewiesen ist.
Nach der Rechtsprechung setzt Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach Art. 37 Abs. 2
lit
. a IVV eine Hilfsbedürftigkeit in mindestens vier alltäglichen Lebens
verrichtungen voraus (BGE 121 V 88 E. 3b, 107 V 145 E. 2).
1.4
Nach Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung der Gesundheit:
a.
ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbständig wohnen kann;
b.
für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder
c.
ernsthaft gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren.
Ist lediglich die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit gleichzeitig ein Anspruch auf mindestens eine
Viertelsrente
bestehen (Art. 38 Abs. 2 IVV).
Zu berücksichtigen ist nur diejenige lebenspraktische Begleitung, die regelmässig und im Zusammenhang mit den in Absatz 1 erwähnten Situationen erforderlich ist. Nicht darunter fallen insbesondere Vertretungs- und Verwaltungstätigkeiten im Rahmen von Massnahmen des Erwachsenenschutzes nach den Artikeln 390-398 des Zivilgesetzbuches (Art. 38 Abs. 3 IVV).
Der Anspruch auf Berücksichtigung des Bedarfs an lebenspraktischer Begleitung ist nicht auf Menschen mit Beeinträchtigung der psychischen oder geistigen Ge
sundheit beschränkt. Es ist durchaus möglich, dass auch andere Behinderte einen Bedarf an lebenspraktischer Begleitung geltend machen können. Zu denken ist insbesondere an hirnverletzte Menschen (BGE 133 V 450 E. 2.2.3).
Unerheblich ist, in welcher Umgebung sich die versicherte Person – abgesehen
davon, dass sie ausserhalb des Heims wohnen muss – aufhält und ob sie auf die Hilfe
des Ehegatten, der Kinder oder der Eltern zählen kann (BGE 133 V 450 E.
2.2.3 und 5).
Als regelmässig im Sinne von Art. 38 Abs. 3 Satz 1 IVV gilt die lebenspraktische Begleitung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durch
schnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2).
Die lebenspraktische Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr ein zusätzliches und eigenständiges Institut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9).
Das Gesetz macht den Anspruch auf Hilflosenentschädigung nicht davon ab
hängig, ob die lebenspraktische Begleitung kostenlos erfolgt oder nicht (BGE 133 V 472 E. 5.3.2).
1.5
Gemäss Art. 37 Abs. 1 IVV gilt die Hilflosigkeit als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange
wiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Überwachung bedarf.
1.6
Die Revision einer Hilflosenentschädigung richtet sich nach Art. 17 Abs. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 IVV; das gesamte Rentenrevisionsrecht ist sinn
gemäss anwendbar (BGE 137 V 424 E. 2.2 mit Hinweisen; Urteile des Bundes
gerichts 9C_248/2017 vom 15. Februar 2018 E. 3.2 und 8C_30/2010 vom 8. April 2010 E. 2.2 mit Hinweis; Meyer/Reichmuth, Bundesgesetz über die Invaliden
ver
sicherung, 3. Auflage 2014,
Rn
139 zu Art. 30–31).
Nach Art. 17 Abs. 2 ATSG wird jede andere (als eine Invalidenrente) formell rechts
kräftig zugesprochene Dauerleistung von Amtes wegen oder auf Gesuch hin erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn sich der ihr zu Grunde liegende Sachverhalt nachträglich erheblich verändert hat. Gemäss Art. 35 Abs. 2 Satz 1 IVV finden die
Art. 87–88
bis
IVV
Anwendung, wenn sich in der Folge – nach Ent
stehung des
Hilflosenentschädigungsanspruchs
(Art. 35 Abs. 1 IVV; BGE
125
V 256 E. 3b) – der Grad der Hilflosigkeit in erheblicher Weise ändert.
Die Erhöhung, Herabsetzung oder Aufhebung einer Hilflosenentschädigung ge
stützt auf Art. 17 Abs. 2 ATSG setzt folglich einen Revisionsgrund voraus. Da
runter ist jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, unter
ande
rem Verbesserung oder Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder Ve
r
wen
dung neuer Hilfsmittel, zu
verstehen, die geeignet ist, den Grad der Hilf
losigkeit und damit den Umfang des Anspruchs zu beeinflussen (BGE 137 V 424 E. 3.1 mit Hinweis; vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3; vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_248/2017 vom 15. Februar 2018 E. 3.2). Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Leistungsanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung und Beweiswürdigung beruht (vgl. BGE
133 V 108; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_204/2014 vom 9. September 2014 E. 3.2 und E. 3.3).
Liegt in diesem Sinne ein Revisionsgrund vor, ist der Anspruch auf Hilflosen
entschädigung in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht umfassend («allseitig») zu prüfen, wobei keine Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E. 2.3 und E. 6.1; vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_72/2017 vom 23. Mai 2017 E. 1).
1.7
Gemäss Art. 69 Abs. 2 IVV kann die IV-Stelle zur Prüfung eines Leistungs
an
spruchs unter anderem Abklärungen an Ort und Stelle vornehmen (vgl. auch
Rz
8131 ff. des Kreisschreibens über Invalidität und Hilflosigkeit in der IV, KSIH, gültig ab 1. Januar 2015). Nach der Rechtsprechung hat ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (Art. 9 ATSG) oder des Pflegebedarfs folgen
den Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin oder Berichterstatter wirkt eine qualifizierte Person, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhält
nisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich erge
ben
den Beeinträchtigungen und
Hilfsbedürftigkeiten
hat. Bei Unklarheiten über phy
si
sche oder psychische Störungen und/oder deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die Angaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plausibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie der tatbestandsmässigen Erfordernisse der dauernden Pflege und der persönlichen Überwachung und der lebenspraktischen Begleitung sein. Schliesslich hat er in Übereinstimmung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben zu stehen. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermessen der die Abklärung täti
gen
den Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompetente Abklärungs
person näher am konkreten Sachverhalt ist als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (
BGE 133 V 450 E. 11.1.1, 130 V 61 E. 6.1 f.
). Diese Grundsätze gelten entsprechend auch für die Abklärung der
Hilflosigkeit unter dem Gesichtspunkt der lebenspraktischen Begleitung (BGE 133 V 450 E. 11.1.1; vgl. Urteil des Bun
desgerichts 8C_464/2015 vom 14. September 2015 E. 4) sowie unter dem Aspekt des Intensivpflegezuschlags (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_573/2018 vom 8. Januar 2019 E. 3.2).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete die Reduktion der Hilflosenentschädigung damit (Urk. 2), dass die Beschwerdeführerin in den allgemeinen Lebensver
rich
tungen wieder selbständig se
i. S
o seien die Bereiche der Körperpflege und der Fort
bewegung nicht mehr ausgewiesen. Zudem bestehe keine Überwachungs
be
dürftigkeit oder medizinische Pflegebedürftigkeit mehr, da die Beschwerde
füh
rerin seit Juli 2017 faktisch alleine lebe und sich ihr Gesundheitszustand seit Oktober 2017 verbessert habe. Da aber die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung weiterhin zu bejahen
sei
, da die Beschwerdeführerin weiterhin von den Eltern und der Psychiatrie-Spitex unterstützt und begleitet werde, sei eine leichte Hilflosenentschädigung auszurichten.
In der Beschwerdeantwort führte die Beschwerdegegnerin aus, dass zu gegebener Zeit abzuklären sein werde, ob seit Februar 2018 eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eingetreten sei, welche anspruchserhebliche Auswirkungen auf den Grad der Hilflosenentschädigung habe (Urk. 10).
2.2
Der
Vater der Beschwerdeführerin ist demgegenüber der Ansicht, dass sich die gesundheitliche Situation der Beschwerdeführerin zwar im Herbst 2017 kurzzeitig gebessert habe, dass sie aber dennoch an einer schweren psychischen Krankheit leide, weshalb sie sich erneut in einer Klinik befinde und wieder auf aufwändige, regelmässige Betreuung und Unterstützung durch die Angehörigen und die Psychiatrie-Spitex angewiesen sei (Urk. 1 und Urk. 3/1).
2.3
Streitig und zu prüfen ist der Grad der Hilflosigkeit.
3.
3.1
Der
Bericht der
C.___
vom 12. Ok
tober 2009 (Urk. 11/35 S. 8-10)
berichtete
über die vom 16. August bis 10. September 2009 dauernde 8.
Hospitalisation
d
er Be
schwer
de
führerin
. Darin
wurden folgende Diagnosen aufgeführt:
-
bipolare
affektive Störung, gegenwärtig manische Episode ohne
psychotische
Symptome (
ICD-10: F31.1)
-
Status nach mehreren Suizidversuchen
-
Schädlicher Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1)
-
Probleme in der Beziehung zum Ehepartner (ICD-10: Z63.0)
-
Persönlichkeitsakzentuierung mit
histronischen
Zügen (ICD-10: Z73.1)
Die Beschwerdeführerin sei per fürsorgerischer Unterbringung (vormals fürsor
gerische Freiheitsentziehung, FFE) zur 8.
Hospitalisation
mit bekannter bipolarer affektiver Störung eingewiesen worden, nachdem sie in manischem Zustandsbild in einer Bar auffällig geworden sei. Die Symptomremission unter Lithium sei gut, doch bestehe die Krankheitsuneinsichtigkeit bei einer Persönlichkeit mit histrio
nischen Zügen fort. Eine stationäre Behandlung auf der psychotherapeutischen
Abtei
lung habe die Beschwerdeführerin trotz ihrem Bedürfnis, unter anderem den bestehenden Paarkonflikt zu klären, abgelehnt.
3.2
Im ps
ychiatrischen Gutachten vom 16.
November 2009 (Urk. 11/41) wurde als
Diagnose
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
anamnestisch eine bipolare
Störung, derzeit remittiert während Klinikaufenthalt (ICD-10: F31.7) gestellt. Ohne
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben folgende Diagnosen:
-
Verdacht auf Persönlichkeitsakzentuierung mit histrionischen Zügen
(ICD-10: Z73.1)
-
Belastungsfaktoren: Probleme in der Beziehung zum Ehepartner
(ICD-10: Z63.0)
Die damals 25-Jährige verheiratete und kinderlose Beschwerdeführerin habe nach eigenen Angaben circa 2007 erstmals subjektiv unter Phasen von Desorien
tiert
heit, «Entgrenzung», sowie Körperempfindungsstörungen («Herz-Phantom
schmerz»)
und
Deprimiertheit
erlitten, die in zwei Suizidversuchen im Abstand von einem halben Jahr im Jahr 2007 gegipfelt hätten. Es hätten zahlreiche psy
chiatrische
Hospitalisationen
, häufig per fürsorgerischer Unterbringung und teil
weise mit der Notwendigkeit der Anwendung von Zwangsmassnahmen (Isolation,
Zwangsmedikation) bei Zuständen massiver Antriebssteigerung, Gereiztheit, Wahn
gedanken und sozialer Enthemmung gefolgt. Rasche Besserung hätte je
weils mit dem Einsatz von Lithium erreicht werden können. Eine nachhaltige beziehungsweise vertiefte Krankheitseinsicht sei bis anhin nicht erzielt worden. Di
e Beschwerdeführerin lebe
zurzeit mit ihrem
aus Afrika stammenden Ehemann in Basel zusammen und sei formell in Ausbildung zur Naturheilpraktikerin bei einer Gesundheitsfachschule in
F.___
, übe dieses Studium derzeit de facto aber nicht aus.
Aus rein psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin derzeit wegen der
anam
nestisch wiederholt hochdynamisch symptomatischen und aktuell im Klinik
rahmen remittierten bipolaren Störung mit wiederholt psychotischen Episoden zu 50 % arbeitsfähig. Zusätzliche Stressoren (Zeit-/Termindruck, anspruchsvolle Kun
denkontakte etc.) seien ebenso zu vermeiden wie Arbeit spätabends oder nachts und die Betreuung Schutzbefohlener. Die Einschränkung der Arbeits
fähig
keit ergebe sich aufgrund der erheblich reduzierten Stresstoleranz und emo
tio
nalen Belastbarkeit sowie des
erheblichen Rückfallrisiko
s
unter Stress. Jedoch müsse diese Frage als rein theoretisch klassifiziert werden, da die Beschwerde
führerin bisher keine Ausbildung abgeschlossen habe und keiner längerfristigen Erwerbstätigkeit nachgegangen sei.
Ein
Arbeitsassessment
oder -training bezieh
ungsweise eine Eingliederung im geschützten Rahmen sei aus psychiatrischer Sicht sinnvoll und zumutbar. Eine langfristige Prognose dieser jungen Be
schwer
deführerin könne nur mit sehr grosser Unsicherheit gestellt werden. Die Weiter
führung einer (Phasen-)prophylaktischen Medikation nach den beschriebenen schweren Krankheitsepisoden sei dringend zu empfehlen und auch zumutbar. Diese sollte mit einer multimodalen Psychotherapie kombiniert sein, was zu einer Stabilisierung und konsekutiven Besserung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerde
führerin beitragen könn
t
e. Ihr seien alle Tätigkeiten zumutbar, welche die zuvor
genannten zeitlichen und strukturellen Einschränkungen (Vermeidung von zu
sätz
lichen Stressoren)
berücksichtigen
sowie ihrem Ausbildungsniveau entsprä
chen, wobei mögliche somatische Limiten nicht berücksichtigt worden seien. Auf
grund der Aktenlage sei davon auszugehen, dass die aktuell konstatierte Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit mindestens seit November 2008 bestehe.
3.3
Im Austrittsbericht der
A.___
vom 13. August 2010 (
Urk. 11/60), w
o die Beschwerdeführerin vom 9. März bis 21.
Juli 2010 stationär behandelt wurde, wurden folgende psychiatrische Diagnosen genannt.
-
bipolare affektive Psychose, gegenwärtig schwere depressive Episode mit
psychotischen Symptomen (ICD-10: F31.5)
-
Verdacht auf gemischte dissoziative Störung (ICD-10: F44.7)
-
differentialdiagnostisch: Stupor bei schwerer depressiver Episode
Anamnese und Befunde sprächen für eine schwere depressive Episode im Rahmen einer seit Jahren bekannten bipolaren affektiven Störung (Bipolar I) mit bis anhin überwiegend manischen Phasen. Neben ausgeprägtem
Deprimiertsein
,
Anhedonie
und Antriebsstörung als Kernsymptomen der Depression fielen psychotische
Symp
tome in Form schweren Depersonalisations- und
Dere
alisationserlebens
sowie
stuporö
s-
mutistische
Verhaltensweisen inklusive intermittierenden Bewe
gungsstörungen auf. Diese Verhaltensweisen, welche in ihrer Ausprägung flu
k
tu
ierend gewesen seien und teilweise situativ-reaktiv imponierten, sei
en
am ehes
ten als Ausdruck einer begleitenden dissoziativen Störung zu interpretieren. Die Beschwerdeführerin habe von Beginn an eine ausgeprägte Ambivalenz bezüglich der stationären Behandlung im Allgemeinen und der verordneten
Psychophar
makatherapie
im Besonderen gezeigt. Es sei ihr oft schwer gefallen, sich in Krisen mit zeitweise drängenden Suizidgedanken rechtzeitig beim Behandlungsteam zu melden und über ihr Befinden Auskunft z
u geben. Aus den g
leichen Gründen sei auch die Anamneseerhebung nur eingeschränkt möglich gewesen, sodass im Hin
blick auf mögliche
psychosoziale B
elastungsfaktoren und allfällige
traumatisie
rende Erfahrun
gen ein Fragezeichen geblieben sei. Eine in Komorbiditä
t zur bipo
laren Störung (
Achse 1) vorliegende Persönlichkeitsstörung (Achse 2) könne bei im Vordergrund stehender Achse 1-Störung gegenwär
tig nicht diagnostiziert werden
, erscheine aber möglich. Pro
gnostisch falle der chronische V
erlauf eher ungünstig ins Gewicht.
Wenn die Beschwerdeführerin an die zuletzt erreichten Fortschritte mit leicht verbesserter Therapiemotivation und -adhärenz anknüpfen und sich im Verlauf der
weiteren Behandlung etwas mehr öffnen
könnte, sollte dies die Prognose günstig beeinflussen.
3.4
Mit Schreiben vom 1. September 2010 schätzte das
B.___
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ein (Urk. 11/63) und begründete die Notwendigkeit einer Neubeurteilung. So sei die Beschwerdeführerin seit dem 9. März 2010 bis aktuell durchgehend in psychiatrischen Kliniken hospitalisiert. Aus der
A.___
sei sie am 21. Juli 2010 in einem schwer de
pressiven Zustandsbild mit psychotischen
Symptomen
und Stupor zur Rehabili
tation zugewiesen worden. Eine Arbeitsfähigkeit von 50 % - wie bisher seitens der IV festgelegt - könne sich resultierend aus den langen
Hospitalisationszeite
n
nicht ergeben. Im Weiteren
sei d
arauf hinzuweisen, dass es sich bei der Be
schwerdeführerin um eine Patientin handle, die von ihrer psychischen Störung schwer betroffen sei. Im Verlauf der
Hospitalisation
sei es bereits nach der schwer depressiven Phase erneut zu einer submanischen Phase gekomme
n und sie habe zwischen den Phasen keine Remission der Störung gezeigt. Aus psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht bestehe auch mittelfristig keine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Nach dem Austritt werde sie in einer betreuten Wohn
ge
mein
schaft wohnen und es werde ein geschützter Arbeitsplatz avisiert. Ent
spre
chend sei es dringend notwendig, dass die Beschwerdeführerin in ihrer berufli
che
n
Rehabilitation durch die IV unterstützt werde.
3.5
Dr. me
d.
G.___
,
Facharzt
Psychiatrie und P
sychotherapie
FMH
,
welcher die Beschwerdeführerin seit dem 29. November 2010 wöchentlich behandelt, diag
nos
tizierte in sei
nem Bericht vom 15. Februar 2011
(Urk. 11/69) zuhanden der Be
schwerdegegnerin eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig remittiert (ICD-10
: F31.7) - differentialdiagnostisch: Mischpsychose -, welche sich auf die Arbeits
fähig
keit auswirke.
Die Beschwerdeführerin sei mindestens seit dem 29. Novem
ber 2010, wahrscheinlich aber seit Herbst 2007, zu 100 % arbeitsunfähig. In
Anbetracht
der relativ frühen (Präkursoren mit 14
Jahren
, Vollmanifestation mit
23 Jahren) und schwer
s
ten Symptomatik (gegen 20
Hospitalisationen
in 3.5
Jahren
, wobei die Zeit ausserhalb der
Klinik
deutlich länger sei als diejenige in der Klinik) müsse wahrscheinlich von einer lebenslangen invalidisierenden Krankheit ausgegangen werden. Beinahe beschwerdefreie Intervalle
seien
dabei typischerweise jäh in Episoden schwerer oder schwerster Symptomatik überge
gangen, was eine berufliche Integration im ersten
Arbeitsmarkt
praktisch verun
mögliche. Glücklicherweise verfüge die Beschwerdeführerin
auch über Ressourcen
im Sinne eines gewissen Gesundungspotentials. Zudem sei sie in der Therapie gut motiviert und wolle sich auch beruflich integrieren. Ob und inwieweit es ihr gelingen werde, die manischen und depressiven Phasen zu mildern oder gar eine Heilung zu erlangen, sei mehr als ungewiss und sei im besten Fall frühestens in circa 3 Jahren ersichtlich. Angesichts des
Längsschnittes der letzten 3.5
Jahre sei Langsamkeit und Vorsicht bei den Integrationsversuchen mehr als nur indiziert. Die Beschwerdeführerin habe vor, wenn möglich ihre berufliche Ausbildung zur Heilpraktikerin fortzusetzen. Insofern sei eine volle IV-Unterstützung gut inve
stiertes Geld, sei dies mit einer Rente und/oder berufliche Massnahmen. Eine Rentenrevision möge nach rund 3 Jahren feststellen, wie weit sich der Zustand der Beschwerdeführerin verbessert habe.
3.6
Im psychiatrischen
C.___
-Gutachten vom 2. November 2011 (Urk. 11/78) wurde folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt:
-
Schizoaffektive Störung, weitgehend remittiert (ICD-10: F25.8),
differentialdiagnostisch: Bipolare Störung (ICD-10: F31.7)
Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit verblieben Probleme in der Beziehung zum Partner (ICD-10: Z63.0).
Die verheiratete und kinderlose Beschwerdeführerin habe nach eig
e
nen Angaben während der Schulzeit eine Magersucht entwickelt, die
sich
erst nach einem Studienaufenthalt in der Familie eines
Naturheilers
in Usbe
kistan gelegt habe. Bereits damals in Usbekistan sei sie trotz der familiären Be
treuung a
n
ihre Grenzen gekommen und habe den Aufenthalt überstürzt abge
brochen, da ihr das Vertrauen in den
Naturheiler gefehlt habe. Mit 21 Jahren habe sie ihren jetzigen Ehemann kennengelernt, sei ungewollt schwanger geworden und habe auf Anraten ihrer Mutter eine Abtreibung vor
nehmen lassen. Ein Jahr später (
im Jahr 2006) habe sie ihren Mann geheiratet, um die Unsicherheit wegen seines Aufe
nthaltsstatus
zu beenden.
2007 sei es erstmals zu einer depressiven Episode sowie zu einem Suizidversuch mit Tabletten gekommen. Zu dieser Zeit hätten aus Sicht der Beschwerdeführerin neben einem schweren Ehekonfl
ikt die Belastung durch da
s Studium sowie die Notwendigkeit, neben dem Studium zu arbeiten, da ihre Eltern die finanzielle Unterstützung eingestellt hätten
, bestan
den
. Im Dezember 2008 sei die erste manische Episode mit psychotischen Symp
tomen aufgetreten, die zu einem mehrwöchigen stationären Aufenthalt geführt hätte. Danach seien im Abstand von nur wenigen Monaten überwiegende mani
sche Episoden mit psychotischen Symptomen aufgetreten, die häufig eine statio
näre Behandlung per Zwangseinweisung notwendig gemacht hätten. Es hätten meist Gereiztheit, Umtriebigkeit, ausgeprägte Wahngedanken und soziale Ent
hemm
ung im Vordergrund gestanden. Durch die medikamentöse Behandlung sei es zu einer raschen Besserung der Symptomatik gekommen. Erschweren
d
komme eine anfangs nicht vorhandene und aktuell nur vordergründig gegebene Krank
heitseinsicht hinzu, welche in der Vergangenheit dazu geführt habe, dass die
Beschwerdeführerin die Medikation häufig abgesetzt habe. Die Medikation erfolge
über den ambulant
behandelnden Psychiater. Für die Beschwerdeführerin st
ün
den
zurzeit ihre Kran
kheitsaufbereitung und mögliche andere
Ursachen für die Krankheitsentstehung im Vordergrund. Eine nachhaltige und schulmedizinisch-geprägte Sicht der Pathogenese sollte angestrebt werden
, wobei dies Priorität habe, sodass sich die Beschwerdeführerin daneben nur um elementare Dinge wie Wohnungssuche und Eigenversorgung kümmern könne. Die Beschwerdeführerin sehe diese Problematik und sei bemüht, sich dem «realen Leben» mit den alltäg
lichen Pflichten wieder anzunähern und Verantwortung für sich und ihr Leben zu übernehmen. Aus rein psychiatrischer Sicht
bestehe aufgrund der in den letzten 3 Jahren schwer verlaufenden schizoaffektiven Störung mit ausgeprägten formalen Denkstörungen, bei weitgehender Remission der a
ffektiven
Komponente eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
in jeglicher Tätigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt
von 100 %. Die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ergebe
sich aufgrund der formalen Den
kstörungen, der reduzierten Konzentrations
fähig
keit sowie der mangelnden Ausdauer.
Rehabilitationsmassnahmen im Sinne einer Eingliederung an einem angepassten geschützten Arbeitsplatz wären sinnvoll und zumutbar. Es müsse festgestellt werden, dass eine Verbesserung der Arbeits
fähig
keit nur im geschützten Rahmen realistisch sei, da die Beschwerdeführerin auf eine engmaschige Betreuung im psychosozialen Bereich
angewiesen sei.
Die aus rein psychiatrischer Sicht 100%ige Minderung der Arbeitsfähigkeit könne für die letzten Monate bereits angenommen werden. Da diesbezüglich keine weiteren Angaben vorlägen, habe die psychiatrisch-bedingte Arbeitsfähigkeit von 0 % ab dem Zeitpunkt der Begutachtung Gültigkeit.
3.7
Im E-Mail vom 10. August 2016 (Urk. 11/155) bestätigte die behandelnde Psy
chiaterin Dr.
D.___
zuhanden der Beschwerdegegnerin, dass die Beschwerde
führerin wegen ihrer schweren psychischen Störung eine 24-Stunden-Betreuung brauche,
die ihr Ehemann ihr biete. Er beg
leite sie zu allen Terminen, achte auf die regelmässige Medikame
nteneinnahme, koche, unterstütz
e sie bei der Körper
pf
lege, mache den Haushalt etc. Er
funktioniere also voll als Psychiatriepfleger. Die Beschwerdeführerin habe wenig Krankheitseinsicht und wehre sich gegen die Strukturierungsversuche ihres Ehemannes. Mit seinem Einsatz könne ein Klinik
aufenthalt vermieden werden. Eine psychiatrische Spitex oder anderweitige pro
fes
sionelle Unterstützung sei von der Beschwerdeführerin vehement abgelehnt worden. Nun sei es aber so, dass der
Ehemann
wegen der
Pflege
der Beschwerde
führerin
seiner ursprünglichen Einkommensquelle nicht mehr genügend nach
gehen könne und seine Ressourcen aufgebraucht seien. Ohne die intensive Be
treuung des Ehemannes und der Tagesstruktur, die er ihr gebe, sei zu befürchten, dass die Beschwerdeführerin zur stationären Langzeitpatientin werde. Verschie
dene Klinikaufenthalte und Medikamente hätte keine Besserung gebracht. Das Erhalten der jetzigen Struktur
sei das Maximum, was bei einem solchen schweren Krankheitsbild herauszuholen sei.
3.8
Am 15. Januar 2018 beantworte Dr.
D.___
die vom Vater der Beschwerde
füh
rerin gestellten Fragen im Zusammenhang mit der Notwendigkeit einer Meldung der derzeitig gebesserten gesundheitlichen Situation (Urk. 11/178). dabei hielt sie fest, dass zu früh sei, um von einer stabilen Besserung zu sprechen, da die Be
schwerdeführerin noch recht viel Unterstützung von der Spitex und der Familie brauche.
3.9
Im Bericht der
H.___
vom 9. März 2018
(Urk. 11/185), wo sich die Beschwerdeführerin seit dem 28. Februar 2018 stationär aufhielt, wurde bei
als verbessert angegebenen
Gesundheits
zu
stand der Beschwerdeführerin folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeits
fähigkeit gestellt:
-
Paranoide Schizophrenie
-
anamnestisch mehrere
katatone
Episoden bis 2015
-
Status nach Elektrokrampftherapie (EKT) von 2015 - 2016
-
Status nach mehreren Suizidversuchen, zuletzt 2015 (ICD-10:
F20.0)
Es bestehe kein Bedarf
an
Hilfe von Dritten zu
r
Erledigung der alltäglichen Lebensverrichtungen und es sei keine Hilfe bei der Alltagsstrukturierung nötig. Die Beschwerdeführerin zeige Interesse, wenn möglich eine Lehre als Floristin im geschützten Arbeitsmarkt zu machen. Aktuell bestehe eine Verminderung der Leistungsfähigkeit im Umfang von 100
%. Unter der antipsychotischen Medika
tion sei es zu einer Teilremission der psychotischen Symptomatik gekommen. Dies könne sich auf die Prognose günstig auswirken. Dennoch seien im Rahmen der Grunderkrankung erneute psychotische Schübe oder Zustandsverschlech
te
rungen nicht auszuschliessen. Durch intensive ambulante Psychotherapie und regelmässige psychopharmakologische Unterstützung könne die Arbeitsfähigkeit verbessert werden.
Eine Belastbarkeit für Massnahmen der Wiedereingliederung bestehe nicht. Der Partner sei als Faktor, welche die Krankheit aufrechterhalte, zu betrachten.
3.10
Im
Verlaufsbericht der
H.___
vom 28.
Mai 2018 (Urk. 11/194) zuhanden der Beschwerdegegnerin wurde der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin als stationär bezeichnet.
Darin wurde
als Diagnose mit Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit eine schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch, genannt.
Die
Fortfüh
rung einer stationären Behandlung
sei
weiterhin indiziert, um die Beschwerde
führerin bei folgenden Anliegen zu unterstützen: Optimierung der Medikation, Förderung der Medikamentenadhärenz, Verbesserung der Einschlaf- und Durch
schlaf
schwierigkeiten, Unterstützung bei der Alltagsbewältigung durch Spezial
the
rapien und Beratung durch den Sozialdienst (Aufgleisung Tagesstruktur). In gegenseitigem Einvernehmen sei eine Nachbehandlung in der
I.___
aufgegleist worden, wohin die Beschwerdeführerin am 17. Mai 2018 in psychisch leicht stabilerem Zustand entlassen worden sei. Diese Unterstützung bei der Alltagsstrukturierung sei mindestens seit erneuter Zustandsver
schlech
terung im Januar 2018 notwendig. Die Beschwerdeführerin
leide
an
einer
schwe
ren psychischen
Störung
. Die Behandlung
laufe
seit vielen Jahren, wobei eine klinisch zufriedenstellende, nachhaltige Besserung nicht habe erreicht werden können. Trotz leichter Stabilisierung des Zustandes nach aktueller
Hospitalisation
unterliege die
Beschwerdeführerin
weiterhin Schwankungen der psychischen Ver
fassung. In Anbetracht der Anamnese beziehungsweise des Krankheits
ver
laufes sowie aufgrund weiterhin bestehender sozialer Belastungen (Berufslage, Par
tnerschaft) bestehe ein hohes
Re
zidivpotential
.
4.
4.1
Am 20.
März 2015 fand die Abklärung der Hilflosigkeit bei der Beschwerde
füh
rerin zuhause im Beisein ihrer Eltern sowie ihres Ehemannes statt. Im ent
spre
chenden A
bklärungsbericht vom 16. April 2015 (Urk. 11/147) hielt die Abklä
rungsperson fest,
dass die Beschwerdeführerin aktuell eine schlechte Phase habe, weshalb nur 10 % aller Informationen von ihr kämen, da es ihr nicht gelungen sei, sich aktiv am Gespräch zu beteiligen. Der Tagesablauf sei so, dass sie gegen 10.00 Uhr aufstehe und ihre Medikamente einnehme. Die Beschwerdeführerin trinke und esse eine Kleinigkeit. Der Ehemann kümmere sich um den Haushalt und mache Einkäufe, da die Beschwerdeführerin wegen ihres psychischen Zu
standes nur in
besseren Phasen mithelfen könne
. Die warme Mahlzeit werde aktuell auch vom Ehemann gekocht, welche gemeinsam gegessen werde. Am Nach
mittag versuche er täglich
,
die Beschwerdeführerin auf einen kurzen Spa
ziergang zu motivieren. Die Mutter komme wöchentlich mindestens ein Mal und bleibe den halben Tag, um im Haushalt oder bei den Einkäufen zu helfen. Am Samstag und/oder Sonntag habe die Beschwerdeführerin nochmals telefonischen oder persönlichen Kontakt entweder mit ihrem Vater oder ihrer Mutter. Gegen 20.00 Uhr nehme die Beschwerdeführerin nochmals ihre Medikamente ein und gehe dann schlafen. Das Wartejahr sei mit dem Bezug der eigenen Wohnung per 1. Juli 2013 eröffnet worden.
Zu den sechs alltäglichen Lebensverrichtungen wie Ankleiden/Ausziehen, Auf
stehen/Absitzen/Abliegen, Essen, Körperpflege, Verrichtung der Notdurft und Fort
bewegung (im oder ausser Haus)/Kontaktaufnahme stellte die Abklärungs
person fest, dass die Beschwerdeführerin funktionell selbständig sei. Zudem be
stehe keine Überwachungsbedürftigkeit oder medizinische Pflegebedürftigkeit.
Die Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung könne hingegen bejaht werden.
Die Dauer, die Intensität und die Regelmässigkeit an Begleitung seien gege
ben. Es bestehe ein wöchentlicher Aufwand von mehr als 2 Stunden pro Woche. Ohne die regelmässige Unterstützung der Eltern der Beschwerdeführerin sowie ihres Ehemannes wäre die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, selbstän
dig zu wohnen. So sei es ihr aufgrund der schwankenden psychischen Verfassung nicht möglich, alleine einen Haushalt zu planen und zu strukturieren. Dafür müsse sie die Hilfe ihrer Eltern und ihres Ehemannes in Anspruch nehmen, welche zusammen die Woche und deren Aktivitäten planten.
Die Stimmung der Be
schwerdeführerin könne rasch kippen; sie werde unbeweglich, reduziere die Kommunikation mit dem Ehemann und ziehe sich zurück. Gelegentlich sei
sie wie handlungsunfähig und bräuchte einen Beistand, doch verweigere die Be
schwer
deführerin dies vehement, weshalb der Vater diese Aufgaben übernehmen müsse. Im Haushalt mache die Beschwerdeführerin in besseren Phasen Putz- und Reinigungsarbeiten
, wobei der
Ehemann
mithelfe
, den
Haushalt
in Ordnung zu
halten
. Dies gelinge zusammen aber nicht vollständig, weshalb die Mutter der
Beschwerdeführerin
bei ihren wöchentlichen Besuchen von jeweils rund 5 Stun
den mithelfen müsse. Von der Mutter
angeleitet
und motiviert, sei die Beschwer
deführerin produktiver. Die Beschwerdeführerin gehe dann auch mit ihrer Mutter auf Einkäufe, da sie alleine in schlechten Phasen komplett überfordert sei. Der Ehemann berichte, dass es je nach Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin mehr Wäsche gebe als
üblich. Mindestens
ein Mal
pro Woche werde die Schmutz
wäsche gewaschen. In einer besseren Phase mache die Beschwerdeführerin die Arbeitsschritte dazu selber; in einer schlechten Phase müsse der Ehemann alle Schritte übernehmen. Die Beschwerdef
ührerin könne im Grundsatz gut
kochen. Wegen ihres schwankenden psychischen Zustandes gelinge ihr dies jedoch nicht regelmässig, weshalb der Ehemann oder die Mutter mithelfen müssten. Obwohl die Beschwerdeführerin rein kognitiv Verständnis für administrative Fragen habe, gelinge ihr die zuverlässige Ausführung dieser Arbeiten nicht, weshalb ihre Post zum Vater umgeleitet werde, welche
r
sämtliche Rechnungen bezahle und das Bud
get erstelle. Der Vater habe zwei Konten für die Beschwerdeführerin eröffnet: ein Konto verwalte er gänzlich alleine, das andere Konto sei für den Lebensbedarf vorgesehen, worauf er regelmässig Geldmittel für di
e Einkäufe überweise.
Damit bedürfe die Beschwerdeführerin Hilfeleistungen, die das selbständige Wohnen ermöglich
t
en.
Hinsichtlich der Begleitung bei auss
erhäuslichen Verrichtungen und K
ontakten führte die Abklärungsperson aus, dass die Beschwerdeführerin in guten Phasen ihre Termine im Griff habe. In schlechten psychischen Phasen müsse sie jedoch zu sämtlichen ausserhäuslichen Terminen mit dem Auto beglei
tet werden. Die Beschwerdeführerin verlasse dann die Wohnung nur, wenn ihr Ehemann oder ihre Mutter dabei seien.
Sie habe ein Halbtax-Abo und könne in guten Phasen eine Wegstrecke alleine fahren. Bei Angstgefühlen und in psychisch belastenden Phasen helfe der Ehemann bei den Einkäufen und begleite die Be
schwerdeführerin in die Läden. Es gebe aber auch Tage, da die Beschwerde
füh
rerin trotz gutem Zureden des Ehemannes nicht aus dem Haus
gehe
und
sich
in der Wohnung
verkrieche
. Die Mutter müsse auch bei Einkäufen von Kleidern und Schuhen h
elfen, da sie überfordert sei. D
ie Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage, auf Dauer alleine mit ihren Geldmitteln umzugehen, weshalb der Vater die Verantwortung dafür übernommen habe. Zusammen mit dem Ehemann gelinge es aber, das speziell auf einem Konto separierte Haushaltsgeld bis Ende Monat einzuteilen.
Kontakte zu pflegen sei für die Beschwerdeführerin schwierig.
Im Grundsatz benötige die Beschwerdeführerin direkte Unterstützung und Motiva
tion Dritter, damit sie Kontakte pflege, wobei sie diese Hilfe von ihrem Ehemann und ihrer Mutter erhalte.
Zusammenfassend ergebe die Abklärung vor Ort, dass bei der Beschwerdeführerin
nur
die
Notwendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung zu bejahen sei
. Die Vor
aussetzung der Regelmässigkeit, der Dauer und der Intensität sei ab dem 1. Juli 2013 (Bezug einer eigenen Wohnung) ausgewiesen, weshalb nach dem Ablauf des Wartejahres ab dem 1. Juli 2014 Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung wegen einer leichten Hilflosigkeit bestehe (Urk. 11/147 S. 5).
4.2
Nachdem der Vater der Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 19. Juli 2016
(Urk. 11/156) um eine Erhöhung der Hilflosenentschädigung mit der Begründung, dass sich ihr
Zustand betreffend selbständiges
Leben verschlechtert habe, ersucht hatte (vgl.  Sacherhalt E. 1.5), nahm der Abklärungsdienst Stellung (Urk. 11/156) und würdigte den eingeholten Bericht von Dr.
D.___
vom 10. August 2016
(E. 3.7). Der Abklärungsdienst erwog, dass offensichtlich ein Pflegebedarf vorliege
, der überdurchschnittliche Ausmasse erreicht habe, sodass die Beschwerdeführerin eine
24-Stunden-Betreuung benötige. E
ntsprechend könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit neu ein Überwachungsbedarf und die medizinische Pflegebe
dürftigkeit bejaht werden. Ausserdem könne aus den Unterlagen hergeleitet wer
den, dass die Beschwerdeführerin in der Körperpflege nicht nur indirekte Hilfe, sondern auch direkte Unterstützung (durch den Ehemann) benötige, weshalb neu auch der Hilfsbedarf der Körperpflege angerechnet werden könne.
Da zudem auch der Hilfsbedarf in der Fortbewegung/Kontakte bei den alltäglichen Lebensver
richtungen angerechnet werden könne, sei der Aufwand gestiegen. Damit habe die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 37 Abs. 2
lit
. b IVV ab dem 1. Juli 2016
Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung für Hilflosigkeit mittleren Grades (Urk. 11/156 S. 2).
4.3
Im Rahmen der Rentenrevision von Oktober 2017 (vgl. Sachverhalt E. 1.6) erfolgte
am 18. Januar 2018 eine erneute Abklärung vor Ort (vgl. Abklärungsbericht vom 2. Februar 2018, Urk. 11/180). Da die Beschwerdeführerin zur vereinbarten Zeit nicht zuhause gewesen sei und auch telefonisch nicht habe erreicht werden können, habe die Abklärungsperson mit dem Vater telefoniert. Der Vater der Beschwerdeführerin habe berichtet, dass es ihr seit Oktober 2017 besser gehe. Sie können wieder selber aus dem Haus gehen, einen Spaziergang machen oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, was früher undenkbar gewesen wäre.
Die Beschwerdeführer mache im beschränkten Umfang auch Haushalts-Arbeiten. Die Beschwerdeführerin könne gemäss
Angaben des Vaters telefonisch nicht erreicht werden, weil ein Akku-Defekt des Natels vorliege und sie einen PIN-Code einzugeben habe, den sie nicht kenne, weshalb ihr geholfen werden müsse. Gemäss Angaben des Vaters seien die Medikamente angepasst worden und seither habe sich die Beschwerdeführerin leider in einen schizophrenen Gedankenkreis manövriert, indem sie der festen Meinung gewesen sei, dass sie von den Tabletten vergiftet werde, weshalb sie diese seit 10
Tagen abgesetzt habe, was nun negative Folgen zeige.
Gestützt auf die am Telefon gemachten Angaben des Vaters, hielt die Abklä
rungsperson fest, dass b
eim Lebensbereich Körperpflege die Beschwerdeführerin wieder funktionell selbständig
sei
. Seit Oktober 2017 habe sich ihr Gesund
heits
zustand verbessert. Nach aktuellen Angaben führe die Beschwerdeführerin die Körperpflege überwiegend selbständig durch, weshalb der Bereich nicht mehr aus
gewiesen sei. Auch im Lebensbereich Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte habe sich eine Verbesserung seit Oktober 2017 ergeben
. Dieser Bereich
könne
deshalb
bei d
en alltägl
ichen Lebensverrichtungen nicht mehr berücksich
tigt werden, da er neu wieder im Bereich der lebenspraktischen Begleitung ange
rechnet werde
.
So seien die Dauer, die Intensität und die Regelmässig
keit an Be
gleitung gegeben. Es b
estehe ein wöchentlicher Aufwand von mehr als 2 Stunden.
Ohne die regelmässige Unte
rstützung der Eltern sowie der P
sychiatrie-Spitex wäre
die Beschwerdeführerin nicht in der Lage, selbständig zu wohnen. Hilfelei
s
tungen
, die das selbständige W
ohne
n
ermöglichen
,
benötige die Beschwerdeführerin wei
ter
hin. Aufgrund ihrer schwankenden psychischen Verfassung sei sie nicht in
der La
ge, alleine einen Haushalt zu planen und zu
strukturieren. Dafür müsse sie vermehrt
Hilfe
ihrer Eltern in Anspruch nehmen
,
seit sich ihr Ehemann ab Juli 2017 in Nigeria aufhalte. Seit Oktober 2017 gehe es der Beschwerdeführerin besser und sie bemühe sich, mehr Haushalts-Arbeiten zu erledigen. Dennoch sei ihre Mutter für circa 5 Stunden pro Woche bei ihr
,
um ihr weiterhin zu helfen, sie zu motivieren und die Angelegenheit zu überblicken. Die psychische Belast
barkeit habe sich seit Oktober 2017 verbessert, sodass die Beschwerdeführerin wieder mehr Kompetenzen
habe erlangen können. Nach wie vor sei
ihre Ver
fassung fragil
. Dennoch habe sie einen
zwei
tägigen Schnuppereinsatz als Floristin in einem Blumengeschäft
tätigen
können. Der Vater der Beschwerdeführerin erledige weiterhin die Administration, da sie damit überfordert wäre.
Im Bereich Begleitung bei auss
erhäuslichen Verrichtungen und K
ontakten hielt die Abklä
rungsperson fest, dass es der Beschwerdeführerin seit Oktober 2017 besser gehe, weshalb sie sich getraue, selbe
r Einkäufe zu tätigen und nach d
raussen zu gehen. Auch das Selbstwertgefühl habe sich verbessert. Dennoch müsse die Beschwer
deführerin bei
Amtsterminen weiterhin durch einen Elternteil begleitet werden. Kontakte zu pflegen sei schwierig für sie, zumal der Ehemann aus der Schweiz ausgereist sei und seit Juli 2017 in Nigeria lebe.
Im Grundsatz benötige die Be
schwerdeführerin direkte Unterstützung und Motivation Dritter, damit sie Kon
takte pflege, wobei sie diese Hilfe
noch
von ihrer Mutter erhalte.
Die Beschwer
deführerin bedürfe auch keiner dauernden medizinisch-pflegerischen Hilfe, da sie die Medikamente grundsätzlich selber einnehmen könne, was sie seit Juli 2017 mache, da ihr Ehemann in Nigeria weile. Gemäss Angaben des Vaters, habe die Beschwerdeführerin die Tabletteneinnahme während 10 Tagen vergessen, weil sie einen Vergiftungswahn gehabt habe. Die Verwendung eines Wochen-
Dosets
wäre zumutbar und würde auch der Kontrolle der Einnahme dienen.
Auch die per
sönliche Überwachung sei nicht mehr nötig, da die Beschwerdeführerin seit Juli 2017 bei einem gebesserten Gesundheitszustand alleine zu Hause lebe.
Die erneute Abklärung habe somit ergeben, dass die Beschwerdeführerin in den allgemeinen Lebensverrichtungen selbständig sei. So seien die zwei Lebens
be
reiche Körperpflege und Fortbewe
gung/Pflege gesellschaftlicher K
ontakte nicht mehr ausgewiesen. Zudem bestehe keine Überwachungsbedürftigkeit oder medi
zi
nische Pflegebedürftigkeit, da die Beschwerdeführerin seit Jul
i
2017 faktisch alleine lebe und sich ihr Gesundheitszustand ab Oktober 2017 verbessert habe. Eine mittlere Hilflosigkeit sei somit nicht mehr ausgewiesen. Da aber die Not
wendigkeit einer lebenspraktischen Begleitung weiterhin
bejaht werden könne, berechtige dies die Beschwerdeführerin eine leichte Hilflosenentschädigung zu be
ziehen.
4.4
Im Rahmen des
Einwandverfahrens
(vgl. Sachverhalt E. 1.6) nahm der Abklä
rungsdienst am 6.
A
pril 2018 Stellung zur beantragten Weiterausrichtung einer mittleren Hilflosenentschädigung (Urk. 11/188).
Eine Überwachungsbedürftigkeit
könne dann bejaht werden, wenn nahezu eine 24-Stunden-Betreuung wegen Selbst
- oder Fremdgefährdung nötig sei, was früher der Fall gewesen sei. Zwischenzeitlich habe sich die private und gesundheitliche Situation verändert und der Ehemann verweile seit Juli 2017 in Nigeria. Danach sei e
in Klinik-Auf
enthalt bis am 25. O
ktober 2017 nötig geworden. Seither lebe die Beschwer
de
führerin alleine in ihrer Wohnung und sie werde von den Eltern unterstützt. Der Gesundheitszustand habe sich seit Oktober 2017 verbessert. Der Verlaufsbericht der
H.___
vom 9. März 2018 bestätige ebenso einen verbesserten Gesundheits
zu
stand. Die Kriterien für die Überwachungsbedürftigkeit seien klar nicht mehr ge
geben, weshalb nur noch eine lebenspraktische Begleitung bejaht werden könne. Die Hilflosenentschädigung müsse auf die Stufe leicht gekürzt werden.
5.
5.1
Vorliegend ist zu prüfen, ob sich seit der Verfügung vom 21. Oktober 2016 (Urk. 11/159-160) bis zur angefochtenen Verfügung vom 10. April 2018, womit die Hilflosenentschädigung auf eine Entschädigung wegen leichter Hilflosigkeit reduziert wurde, eine revisionsbegründende Tatsachenänderung
gemäss
Art. 17 Abs. 2 ATSG (in Verbindung mit Art. 35 Abs. 2 IVV) ergeben hat.
Dabei ist auch Art. 88a Abs. 1 IVV anwendbar, wonach eine Verbesserung des Betreuungsaufwandes oder des Hilfsbedarfs nur zu berücksichtigen ist, wenn angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbre
chung drei Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird.
Die Erhöhung der Hilflosenentschädigung mit Wirkung ab 1. Juli 2016 auf eine Entschädigung wegen mittlerer Hilflosigkeit erfolgte mit der Begründung, dass die Beschwerdeführerin nun in den beiden Lebensverrichtungen Körperpflege sowie Fortbewegung/Kontakte
regelmässig
in erheblicher Weise auf Hilfe Dritter an
gewiesen sei und überdies einer dauernden persönlichen respektive medizi
nischen Überwachung bedürfe (vgl. Verfügung vom 21. Oktober
2016, Urk. 11/159-160 sowie Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 9. September 2016, Urk. 11/156). Die Reduktion der Hilflosenentschädigung mit Wirkung ab 1. Juni 2018 auf eine solche leichten Grades wurde damit begründet, dass der Hilfsbedarf in den Bereichen der alltäglichen Lebensverrichtung Körperpflege und Fortbewegung/Kontaktaufnahme nicht mehr ausgewiesen sei und keine Überwa
chungsbedürftigkeit oder medizinische Pflegebedürftigkeit mehr bestehe, da die Beschwerdeführerin seit Juli 2017 faktisch alleine lebe und sich ihr Gesundheits
zustand seit Oktober 2017 verbessert habe.
Die Notwendigkeit
Lebenspraktische
r
Begleitung sei hingegen weiterhin ausgewiesen (Urk. 2).
Zu prüfen ist daher, ob es tatsächlich zu einer revisionsrelevanten Veränderung des Hilfsbedarfs der Beschwerdeführerin gekommen ist.
5.2
Aus den dargelegten Akten ergibt sich und ist unbestritten, dass die Beschwerde
führerin seit 2007 an einer schweren psychischen Störung leidet, weshalb sie seit dem 1. Dezember 2009 eine Invalidenrente (seit dem 1. Juni 2010 eine ganze Inva
lidenrente) erhält (vgl. Verfügung vom 13. Dezember 2012, Urk. 11/98-100). Fest steht ebenfalls, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der diagnostizierten schizoaffektiven Störung,
welche
phasisch
zwischen manischen und depressiven Episoden wechselt, unzählige Male - oftmals auch per fürsorgerischer Unter
brin
gung - stationär hospitalisiert werden musste.
5.3
D
er zeitlich
letzte Abklärungsbericht vom 2.
Februar 2018
, worauf sich die Beschwerdegegnerin im Wesentlich stützt,
hält
einer näheren Betrachtung nicht Stand, da die Abklärung vom 18. Januar 2018 durch die zuständige Abklärungs
person nicht an Ort und Stelle und nicht im Beisein der betroffenen Beschwer
de
führerin erfolgte (vgl. E. 4.3).
Somit konnte sie sich keine Kenntnis der
persön
lichen,
örtlichen und rä
umlichen Verhältnisse verschaffen und musste sich bei der Beurteilung auf
blosse
Schilderungen des die Beschwerdeführerin unter
stützenden Vaters stützen. Ohne die Beschwerdeführerin und deren Zuhause ge
sehen zu haben, konnte die Abklärungsperson
d
er Hilfebedarf in den
einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen sowie auch die
tatbestandsmässigen
Erforder
nisse d
er dauernden per
sönlichen
oder medizinischen
Überwachung
nicht erhe
ben. Es wäre ohne
Weiteres
möglich gewesen, die Abklärung zu verschieben, sodass die Teilnahme der Beschwerdeführerin gewährleistet gewesen wäre. Der Abklärungsbericht ist entsprechend nicht plausibel begründet, weshalb nicht darauf abzustellen ist (vgl. dazu E. 1.7).
Obwohl der Vater anlässlich des Telefonats darauf hinwies, dass die Beschwer
deführerin aufgrund eines Vergiftungswahns ihre Medikamente seit 10 Tagen abge
setzt habe und sich dies wiederum negativ auswirke, unterliess die Abklä
rungs
person eine detailliertere Prüfung der gesundheitlichen Situation sowie der Lebens
umstände der Beschwerdeführerin. Der Hinweis, dass der Beschwerde
füh
rerin die Verwendung eines Wochen-
Dosets
zumutbar wäre, um die Medika
mente regelmässig einzunehmen,
greift zu kurz
, da das Absetzen der Medika
mente auf
grund eines akut verschlechterten psychischen Gesundheitszustandes (Vergif
tungs
wahn) im Rahmen der diagnostizierten schizoaffe
ktiven Störung gerade
ein Indiz für den
konkreten Bedarf an dauernder medizinisch-pflegerischer Hilfe
dar
stellt
. Die weitere Einschätzung der Abklärungsperson, wonach die Beschwerde
füh
rerin keiner persönlichen Überwachung
mehr bedürfe, da sie seit Juli 2017 (seit dem Auszug des Ehemannes aus der gemeinsamen Wohnung) alleine lebe, stimmt nachweislich nicht. Sogar in der Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 6. April 2018 (vgl. E. 4.4) wurde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin nach der Ausreise ihres Ehemannes nach Nigeria im Juli 2017 bis zum 25. Okto
ber 2017 in einer Klinik st
ationär behandelt werden musste,
gerade
weil
sie nicht alleine und nicht ohne Überwachung leben kann.
Denn eine
Überwachungs
be
dürftigkeit darf angenommen werden, wenn die versicherte Person
ohne Über
wa
chung mit überwiegender Wahrschein
lichkeit sich selbst oder Dritt
personen ge
fährden würde
(
Rz
. 8035 des KSIH)
. Andernfalls wäre ja kein Klinikaufenthalt nöti
g gewesen.
Dass die Beschwerdeführerin seit ihrer
erneuten
Zustandsver
schlech
terung ab anfangs Januar 2018 nicht auch wieder in der Lebensver
rich
tung der Körperpflege Dritter bedarf, konnte die Abklärungsperson unter diesen Umstän
den gar nicht beurteilen.
Der Hilfsbedarf in
Fortbewegung/Pflege gesell
schaft
licher Kon
takte ist dagegen
weiterhin ausgewiesen, wenn er
nicht im Be
reich der lebens
praktischen Begleitung berücksichtigt wird (vgl. Urk
. 11/180 S. 4-5).
Entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin ergibt sich
auch
aus der auf
schlussreichen Krankengeschichte keine zeitlich relevante Verbesserung (vgl.
E. 5.1)
des psychischen Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin und da
durch auch keine Verbesserung des Betreuungsaufwandes oder des Hilfsbedarfs. Die Beschwerdeführerin, welche ansonsten in allen Belangen von ihrem Vater vertreten und unterstützt wird, ersuchte am 17. Oktober 2017 (Eingangsdatum) um berufliche Massnahmen, woraufhin die Beschwerdegegnerin eine Revision einleitete. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin das Gesuch eigenständig, das heisst ohne ihren Vater, und während eines stationären Klinikaufenthaltes in der
E.___
(hospitalisiert von Juli 2017 bis zum 25. Oktober 2017)
verfasste, wobei diese
Hospitalisation
notwendig war, da ihr Ehemann, welcher sie ansonsten zuhause betreute, im Juli 2017 nach Nigeria zurückkehrte und sie alleine in der Wohnung überfordert war. Während dieser Klinikzeit war sie offenkundig therapeutisch begleitet und medikamentös gut eingestellt, weshalb die Beschwerdeführerin zumindest in jenem Zeitpunkt sub
jektiv berufliche Massnahmen als möglich erachtete. Deshalb kann aus d
ies
em Gesuch um berufliche Massnahmen nicht direkt auf einen erheblich verbesserten Gesundheitszustand
respektive auf einen verringerten Hilfsbedarf
geschlossen werden. Im Bericht der
H.___
vom 9. März 2018 (vgl. E. 3.9) wurde zwar bei einem verbesserten Gesundheitszustand kein
Bedarf an
Hilfe von Dritten zu
r
Erledigung der alltäglichen Lebensverrichtungen
oder
bei der Alltagsstrukturierung festge
halten. Doch wurde angesichts der phasenweise verlaufenden Grunderkrankung auf mögliche erneute psychotische Schübe oder Zustandsverschlechterungen hin
gewiesen. Bereits die behandelnde Psychiaterin Dr.
D.___
führte am 15. Januar 2018 aus, dass es zu früh sein, um von einer stabilen Besserung zu sprechen, da die Beschwerdeführerin noch viel Unterstützung von der Spitex und der Familie brauche (vgl. E. 3.8). Und im Verlaufsbericht der
H.___
vom 28. Mai 2018 (vgl.
E. 3.10) wurde unter Hinweis auf einen seit Januar 2018 erneut verschlechterten psychischen Gesundheitszustand der zuvor verneinte Hilfsbedarf der
Beschwerde
führerin
bei der Alltagsstrukturierung
wiederum bejaht (vgl. Ziffer 1.4 von Urk. 11/194). Auch aus dem Abklärungsbericht vom 2. Februar 2018 ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Erhebung am 18. Januar 2018 bereits seit 10 Tagen bei einer abgesetzten Medikation in einer psychisch massiv verschlechterten Verfassung war (vgl. E. 4.3). Dass die Beschwerdegegnerin gege
benenfalls eine erneute anspruchserhebliche Verschlechterung ab
(erst)
Februar 2018 prüfen werde (vgl.  Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2018, Urk. 10), geht da
mit fehl.
Vielmehr
liegt keine zeitlich relevante Verbesserung
des Hilfsbedarfs
im Sinne von Art. 88a IVV vor, da dafür vorausgesetzt ist, dass diese drei Monate gedauert hat und voraussichtlich auch weiterhin andauern wird. Eine am 17. Oktober 2017 (Stellung des Gesuchs um berufliche Massnahmen im Rahmen des stationären Klinikaufenthaltes) gebesserte psychische Verfassung
mit Klinik-Entlassung am 25. Oktober 2017
und
ein
ab (Anfang) Januar 2018 wieder mass
geblich ver
schlech
terter Zustand, der erneut zu einer stationären
Hospitalisation
führte
(vgl. Urk. 1)
, erfüllt diese Voraussetzung nicht.
5.4
Nach dem Dargelegten hat sich der Grad der Hilflosigkeit der Beschwerdeführerin seit der
Zusprache
einer Hilflosenentschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades nicht erheblich und nicht zeitlich relevant verändert. Mangels Vorliegens eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 Abs. 2 ATSG erweist sich die Reduktion der Hilflosenentschädigung als unzulässig.
In
Gutheissung
der Beschwerde ist die angefochtene Verfügung vom 10.
April 2018
(Urk. 2) daher aufzuheben mit der Feststellung, dass die Beschwerdeführerin weiterhin Anspruch auf die Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung wegen Hilflosigkeit mittleren Grades hat.
6.
Die Gerichtskosten, die nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- zu bemessen sind (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG), sind auf Fr. 600.-- festzusetzen und der unterliegenden Beschwer
degegnerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 10. April 2018 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Beschwerdeführerin auch weiterhin Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mittleren Grades hat.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt.
Rechnung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstGeiger