# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07d52c20-1206-50cc-873b-268fba830eff
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 18.08.2020 S 2019 119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-119_2020-08-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 119

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuar Paganini

URTEIL

vom 18. August 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Karin Caviezel,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____ meldete sich erstmals im November 2004 unter Hinweis auf eine 

chronische Migräne, innere Unruhe, Antriebslosigkeit, Schlaf- und Konzen-

trationsstörungen sowie einem Schwächegefühl trotz Herzoperation bei der 

IV zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle holte verschiedene Berichte ein 

und veranlasste eine interdisziplinäre Abklärung durch die Psychiatrischen 

Dienste Graubünden (PDGR). In deren Gutachten vom 18. April 2006 hiel-

ten die zuständigen Ärzte fest, dass keine psychiatrische Diagnose vor-

läge, so dass die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht beein-

trächtigt sei. Bezüglich der Beurteilung, ob eine Migräne und/oder Span-

nungskopfschmerzen vorlägen, werde auf die Beurteilung durch Dr. med. 

B._____, Facharzt FMH für Neurologie, verwiesen. Dieser erachtete in sei-

nem Bericht vom 1. Mai 2006 eine typische Aura mit Migränekopfschmerz, 

eine Migräne ohne Aura sowie wahrscheinlich chronischer Kopfschmerz 

vom Spannungstyp als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. 

Nachdem RAD-Ärztin Dr. med. C._____ in ihrer Abschlussbeurteilung vom 

7. März 2007 eine therapieresistente Migräne ausgewiesen und die Ar-

beitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit auf 40 % im Mittel eingeschätzt hatte, 

sprach die IV-Stelle A._____ mit Verfügung vom 2. August 2007 gestützt 

auf einen Invaliditätsgrad von 59 % eine halbe Invalidenrente ab dem 17. 

Dezember 2004 zu.

2. Im Juni 2012 leitete die IV-Stelle ein Revisionsverfahren ein. Nachdem zwei 

anonyme Hinweise eingegangen waren, liess die IV-Stelle A._____ obser-

vieren. Dabei wurde u.a. beobachtet, wie er sich während mehreren Stun-

den in Arbeitskleidung in seiner Garage aufgehalten und wiederholt Unter-

nehmungen der Autobranche aufgesucht haben soll. RAD-Arzt med. pract. 

D._____ beurteilte die Observationsvideos und führte dazu aus, es gebe 

aufgrund des Tatsachenbeweises keine Hinweise für eine krankheitsbe-

dingte Beeinträchtigung des Arbeitsvermögens. In seiner Abschlussbeur-

teilung vom 5. September 2013 ging er sodann von einer deutlichen Ver-

besserung des Gesundheitszustands aus. Er habe keine Hinweise dafür, 

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dass die Migräne für die Arbeitsfähigkeit relevant sei. Spätestens seit dem 

Datum der ersten Observation könne aus medizinischer Sicht eine volle 

Arbeitsfähigkeit angenommen werden. Entsprechend hob die IV-Stelle mit 

Verfügung vom 11. März 2014 die Ausrichtung der halben Invalidenrente 

rückwirkend per 30. September 2012 auf. Die dagegen von A._____ beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erhobene Beschwerde wies 

dieses mit Urteil S 14 55 vom 2. Dezember 2014 ab. 

3. Vom 1. November 2014 bis 31. Oktober 2016 arbeitete A._____ als Me-

chaniker/Servicetechniker bei der E._____ AG. Wegen eines subakuten 

schweren Schmerzsyndroms im Nacken und im linken Arm mit Taubheit 

und Kraftminderung im linken Arm bzw. den Fingern II und IV wurde ihm 

ab Juli 2015 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert. Am 21. Septem-

ber 2015 erfolgte eine erste Operation an der HWS (Nervenwurzeldekom-

pressionen C6 und C7 sowie Spondylodesen C5/C6 und C6/C7), welche 

von Prof. Dr. med. F._____, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Trau-

matologie, durchgeführt wurde. Danach war A._____ gemäss Arztberich-

ten von Prof. Dr. med. F._____ vom 4. Februar 2016 und vom 18. August 

2016 praktisch schmerzfrei. Zudem hatte er nach der Operation seinen An-

gaben zufolge keine Migräne mehr. 

4. Am 8. Juli 2016 meldete sich A._____ erneut bei der IV zum Leistungsbe-

zug an. Da im Verlauf neue Schmerzen im Nacken, in der Schulter und am 

linken Oberarm aufgetreten waren und eine Diskushernie C4/C5 mit Ein-

engung des Neuroforamens C4/C5 links diagnostiziert wurde, führte Prof. 

Dr. med. F._____ am 16. Januar 2017 eine weitere Operation an der HWS 

(Implantation einer Diskusprothese C4/C5 und Nervenwurzeldekompres-

sion C5 links) durch. Danach stellte Hausärztin Dr. med. G._____ in ihrem 

Verlaufsbericht vom 21. März 2017 einen verbesserten Gesundheitszu-

stand fest. Dies wurde auch von Prof. Dr. med. F._____ bestätigt, wobei er 

A._____ weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigte. In sei-

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nem Bericht vom 17. Mai 2017 führte er zudem aus, das Ziel sei eine 

50%ige Arbeitsfähigkeit in einer leichten Tätigkeit, ohne Heben von schwe-

ren Lasten von mehr als 5 kg und ohne repetitives Beugen und Drehen des 

Oberkörpers bzw. des Kopfes.

5. Mit Mitteilung vom 24. Juli 2017 gewährte die IV-Stelle Beratung und Un-

terstützung bei der Stellensuche (Arbeitsvermittlung). Nachdem A._____ 

sich aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage gesehen hatte, eine 

Eingliederungsmassnahme anzutreten, wurde die Arbeitsvermittlung am 

25. Juli 217 wieder abgeschlossen. 

6. In seinem Arztbericht vom 21. Juli 2017 stellte Prof. Dr. med. F._____ den 

Verdacht auf eine L4 Nervenwurzelreizsymptomatik rechts, wobei sich im 

MRI eine Einengung des Neuroforamens L5/S1 rechts zeige. Eine Wieder-

eingliederung mit Unterstützung der IV in den 2. Arbeitsmarkt könne vor-

aussichtlich auf Anfang Oktober angesetzt werden. Daneben erachtete 

Prof. Dr. med. F._____ es als überwiegend wahrscheinlich, dass A._____ 

an erneut aufgetretenen schweren Nervenwurzelreizsymptomatiken C6 

und C7 links leide, weshalb er weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Nach-

dem Dr. med. H._____, Fachärztin für Neurologie, eine Radikulopathie C5 

festgestellt hatte, wurde am 9. Dezember 2017 eine dritte Operation (C5 

Nervenwurzeldekompression beidseits und C4/C5 dorsale Stabilisation 

und Spondylodese mittels Facettenschrauben und Stäben) durchgeführt. 

Danach bestand wiederum eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Ab Mitte Fe-

bruar 2018 erachtete Prof. Dr. med. F._____ eine Wiedereingliederung in 

den Arbeitsprozess im Umfang von 5 x 2 Stunden im 2. Arbeitsmarkt als 

möglich.

7. Mit Mitteilung vom 26. März 2018 gewährte die IV-Stelle ein Belastbarkeits-

training in der I._____ vom 1. März 2018 bis 31. Mai 2018, mit dem Ziel, 

die Leistungsfähigkeit kontinuierlich zu steigern. Nachdem das Pensum bis 

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auf 3.5 Stunden pro Tag erhöht werden konnte, wurde die Weiterführung 

der Integrationsmassnahme aufgrund der körperlichen Einschränkungen 

und des konstanten Schmerzniveaus im Genick- und Schulterbereich als 

wenig sinnvoll erachtet. Entsprechend wurde die Integrationsmassnahme 

mit Mitteilung vom 19. Juni 2018 beendet, weil A._____ sich nicht in der 

Lage fühle, an einer solchen teilzunehmen. Übergangsweise durfte 

A._____ bei der I._____ weiterarbeiten, um die Tagesstruktur aufrechtzu-

erhalten.

8. Im Arztbericht vom 29. Mai 2018 hielt Prof. Dr. med. F._____ fest, dass 

A._____ nach der letzten Operation zwar weniger, aber weiterhin Schmer-

zen am zervikothorakalen Übergang habe, die Feinmotorik in den Fingern 

noch nicht optimal sei und er weiterhin Taubheiten ulnar und radial im Vor-

derarm links verspüre.

9. Daraufhin holte die IV-Stelle bei der K._____ AG ein polydisziplinäres Gut-

achten (internistisch, Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit [EFL], 

neurochirurgisch, neurologisch, orthopädisch chirurgisch und traumatolo-

gisch sowie psychiatrisch und psychotherapeutisch) (nachfolgend MEDAS-

Gutachten) ein, das am 7. März 2019 erstattet wurde. In der Konsensbeur-

teilung stellten die Gutachter folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit: Cervikalsyndrom sowie suprascapuläres Schmerz-Syn-

drom links, sensibles Rest-Defizit C6 und C7 links, motorisches Rest-Syn-

drom distal Vorderarm und Hand C7 sowie C5 links. Unter den Diagnosen 

ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurde u.a. eine Spondylolisthesis 

L5/S1 mit Facettensyndrom L5/S1 links ohne radikuläre Symptomatik an-

geführt. Zur durchgeführten EFL wurde vermerkt, dass die Resultate der 

physischen Leistungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbar-

keit infolge erheblicher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkon-

sistenz nur teilweise verwertbar seien. Es müsse davon ausgegangen wer-

den, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung hätte erbracht werden 

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können. Diese entspreche einer mindestens leichten wechselbelastenden 

Tätigkeit. Mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit hielten die Gutachter fest, aus 

interdisziplinärer Sicht bestehe eine Arbeitsunfähigkeit in der angestamm-

ten Tätigkeit (als Mechaniker/Servicetechniker) von 100 % und in einer ad-

aptierten Tätigkeit von 25 % während sechs Monaten, in denen noch eine 

Therapie durchgeführt werden solle; danach könne in einer Verweistätig-

keit eine volle Arbeitsfähigkeit erreicht werden. 

10. In seiner Abschlussbeurteilung vom 14. März 2019 hielt RAD-Arzt Dr. med. 

D._____ fest, auf das Gutachten könne abgestellt werden. Während in der 

angestammten Tätigkeit keine Arbeitsfähigkeit mehr bestehe, sei diese in 

einem leidensangepassten Beruf sechs Monate nach der letzten cervicalen 

Operation, d.h. ab Juli 2017 (recte: 2018), nicht mehr eingeschränkt. 

11. Mit Vorbescheid vom 21. März 2019 stellte die IV-Stelle A._____ die Ab-

weisung des Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen liess dieser am 6. 

Mai 2019 Einwand erheben und reichte einen weiteren Arztbericht von Prof. 

Dr. med. F._____ vom 4. September 2016 nach, worin ein Verdacht auf 

eine Anschlusspathologie C7/Th1 mit entsprechender Kompression der ab-

gehenden Nervenwurzeln C8 beidseits im Sinne eines neuen medizini-

schen Problems festgehalten wurde. Dieser Bericht wurde RAD-Arzt Dr. 

med. D._____ vorgelegt, welcher in seiner ausführlichen Stellungnahme 

vom 17. Juni 2019 im Wesentlichen zum Schluss gelangte, Prof. Dr. med. 

F._____ nehme im Vergleich zum Gutachten eine "Andersbeurteilung" in 

Kenntnis der Rechtsfolgen vor; er äussere lediglich einen nicht erhärteten 

Verdacht auf eine zusätzliche Pathologie. 

12. Nachdem der Beginn des Wartejahres auf den 14. Juli 2015 festgelegt wor-

den war und der Rentenanspruch in Berücksichtigung der Anmeldung vom 

8. Juli 2016 folglich ab dem 1. Januar 2017 entstehen konnte, sprach die 

IV-Stelle A._____ mit Verfügung vom 9. September 2019 ab diesem Zeit-

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punkt (1. Januar 2017) befristet bis zum 30. September 2018 eine ganze 

Invalidenrente zu. Einen darüberhinausgehenden Anspruch wurde insbe-

sondere gestützt auf das MEDAS-Gutachten vom 7. März 2019 abgelehnt, 

das für schlüssig und nachvollziehbar befunden wurde und nicht durch den 

Bericht von Prof. Dr. med. F._____ erschüttert werden könne. Nachdem 

die Vornahme eines Leidensabzugs vereint worden war, resultierte aus 

dem Einkommensvergleich zwischen einem Valideneinkommen von Fr. 

69'234.25 und einem Invalideneinkommen von Fr. 68'418.40 (gestützt auf 

die LSE-Tabellenlöhne) ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von

1 %.

13. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 8. Oktober 

2019 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragte, die Verfügung vom 9. September 2019 sei insofern aufzuhe-

ben, als damit für die Zeit ab dem 1. Oktober 2018 die weitere Ausrichtung 

der Invalidenrente abgewiesen werde. Die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm 

über den 30. September 2018 hinaus unbefristet eine ganze Invaliden-

rente, mindestens aber eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventua-

liter sei ein neurochirurgisches Verlaufsgutachten einzuholen. Zur Begrün-

dung brachte er im Wesentlichen vor, das Gutachten sei weder wider-

spruchsfrei noch nachvollziehbar und somit nicht schlüssig. Insbesondere 

bestehe ein Widerspruch zwischen dem neurochirurgischen Teilgutachten, 

in welchem – nach einer Erholungszeit – eine Arbeitsfähigkeit während nur 

4 bis 6 Stunden pro Tag ausgewiesen werde, und der Konsensbeurteilung 

bzw. der EFL, die sechs Monate nach der letzten Operation von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit ausgingen. Ausserdem 

vermöge die von Prof. Dr. med. F._____ festgestellte neue Pathologie die 

anlässlich der EFL geäusserten Schmerzen und immer noch bestehenden 

Restdefizite zu erklären, weshalb eben gerade nicht von einer Sym-

ptomausweitung und verminderten Leistungsbereitschaft ausgegangen 

werden könne und dürfe. Es werde daher beantragt, eine Verlaufsbegut-

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achtung durch einen Neurochirurgen einzuholen. Schliesslich sei das Inva-

lideneinkommen gestützt auf die vom neurochirurgischen Teilgutachter 

ausgewiesene Arbeitsfähigkeit von 4 bis 6 Stunden pro Tag, was durch-

schnittlich einem 60%-Pensum entspreche, und unter Vornahme eines Lei-

densabzugs von 20 % zu bemessen, was zu einem Invaliditätsgrad von 

52.56 % führe. Damit bestehe zumindest ein Anspruch auf eine halbe In-

validenrente.

14. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in der Vernehm-

lassung vom 25. Oktober 2019 auf Abweisung der Beschwerde. Der Be-

schwerdeführer hielt in der Replik vom 20. November 2019 an seinen An-

trägen fest und legte einen weiteren Bericht von Prof. Dr. med. F._____ 

vom 8. November 2019 ins Recht, aus welchem hervorgeht, dass die ver-

mutete Anschlusspathologie namentlich mittels einer CT verifiziert worden 

sei. Die Beschwerdegegnerin legte diesen Bericht wiederum dem RAD vor 

und schloss am 28. November 2019 gestützt darauf, dass es sich dabei um 

eine andere Beurteilung eines im Wesentlichen unveränderten Gesund-

heitszustands handle. Der Beschwerdeführer liess sich dazu am 2. Dezem-

ber 2019 vernehmen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-Stelle 

des Kantons Graubünden vom 9. September 2019. Eine solche Anord-

nung, die laut Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsgericht 

am Ort der verfügenden IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden als das örtlich und sachlich zuständige Versiche-

rungsgericht angefochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes 

über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 

lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] 

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sowie Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozial-

versicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Als formeller und materieller Ver-

fügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der angefochtenen Verfü-

gung unmittelbar betroffen und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 

Aufhebung oder Änderung. Er ist somit zur Beschwerdeerhebung legiti-

miert (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die Beschwerde wurde zu-

dem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 

Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 lit. b ATSG), wes-

halb darauf eingetreten wird. 

2. Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch des Beschwerdeführers ab 1. 

Oktober 2018. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer mit Ablauf des 

Wartejahres vom 1. Januar 2017 bis zum 30. September 2018 Anspruch 

auf eine ganze Invalidenrente hat. Ebenfalls nicht streitig ist das Validen-

einkommen von Fr. 69'234.25.--. Uneins sind sich die Parteien zunächst 

hinsichtlich der (Rest-)Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit: Kri-

tisiert wird dabei die von der Beschwerdegegnerin gestützt auf das ME-

DAS-Gutachten angenommene Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter 

Tätigkeit ab Juni 2018, was ab 1. Oktober 2018 (d.h. nach 3-monatiger 

Wartefrist gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV) mangels rentenbegründendem In-

validitätsgrad zur Rentenaufhebung führt. Ferner ist die Bemessung des 

Invalideneinkommens, insbesondere die Vornahme eines Leidensabzugs, 

umstritten. 

3.1. Zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das MEDAS-Gut-

achten vom 7. März 2019 abgestellt hat oder ob konkrete Indizien gegen 

dessen Zuverlässigkeit sprechen bzw. dieses von den übrigen medizini-

schen Akten, insb. von den Berichten von Prof. Dr. med. F._____ derart in 

Zweifel gezogen wird, dass von der 100%igen Arbeitsfähigkeitseinschät-

zung in adaptierter Tätigkeit (d.h. in leichten bis mittelschweren Tätigkeiten) 

für den hier massgebenden Zeitraum ab Oktober 2018 abzuweichen wäre.

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3.2. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu wür-

digen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbe-

schwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Hin-

sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der Be-

richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-

gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begrün-

det sind (BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-

lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 

E.1c m.H.). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 

freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte 

Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Beweis-

würdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 

E.1a m.H.). Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gut-

achten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender Beob-

achtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (BGE 137 V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Be-

richte von Hausärzten darf und soll der Richter auch der Erfahrungstatsa-

che Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auf-

tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer 

Patienten aussagen (BGE 135 V 465 E.4.5; BGE 125 V 351 E.3b/cc). Ins-

besondere lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der 

therapeutisch tätigen (Fach-)Person einerseits und der Begutachtungsauf-

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trag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten (vgl. dazu BGE 124 

I 170 E.4) andererseits nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten 

stets in Frage zu stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu neh-

men, wenn die behandelnden Arztpersonen zu anderslautenden Einschät-

zungen gelangen. Vorbehalten bleiben immerhin diejenigen Fälle, in denen 

sich eine vom (amtlichen) Gutachten abweichende Beurteilung aufdrängt, 

weil die Berichte der behandelnden Ärzte wichtige – nicht rein der subjek-

tiven Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begut-

achtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile des Bundes-

gerichts 8C_317/2019 vom 30. September 2019 E.2.3, 8C_379/2019 vom 

21. August 2019 E.2.2, 8C_229/2019 vom 5. Juli 2019 E.5.1 und 

8C_835/2018 vom 23. April 2019 E.3).

3.3. Soweit der Beschwerdeführer vorbringt, das MEDAS-Gutachten sei weder 

schlüssig noch nachvollziehbar, weshalb ihm kein Beweiswert zukomme, 

verfängt sein Einwand nicht. Vielmehr ist der Beschwerdegegnerin bei-

zupflichten, dass die Gutachter sich in ihrer Beurteilung in Kenntnis der me-

dizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen 

des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerungen 

gestützt auf die eigenen Untersuchungen getroffen haben. Auch flossen die 

vom Beschwerdeführer gemachten Angaben zur Krankheitsentwicklung 

und zum jetzigen Leiden in die Gesamtbeurteilung zum Gesundheitszu-

stand und zur Arbeitsfähigkeitseinschätzung mit ein (vgl. z.B. Bg-act. 272/9 

ff. und speziell das neurochirurgische Teilgutachten [Bg-act. 272/106 und 

272/108]). In der Konsensbeurteilung wiesen die Gutachter folgende Dia-

gnosen mit Arbeitsfähigkeitsauswirkung aus: Cervikalsyndrom sowie su-

prascapuläres Schmerz-Syndrom links, sensibles Rest-Defizit C6 und C7 

links, motorisches Rest-Syndrom distal Vorderarm und Hand C7 sowie C5 

links. Ausserdem stellten sie eine Spondylolisthesis L5/S1 mit Facettensyn-

drom L5/S1 links ohne radikuläre Symptomatik fest, welche jedoch keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe (vgl. Bg-act. 272/11 f.). Zur durchge-

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führten EFL wurde festgehalten, dass die Resultate der physischen Leis-

tungstests für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit infolge erheb-

licher Symptomausweitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz nur teil-

weise verwertbar seien. Es müsse davon ausgegangen werden, dass bei 

gutem Effort eine bessere Leistung hätte erbracht werden können. Diese 

entspreche einer mindestens leichten wechselbelastenden Tätigkeit, wel-

che ganztags zumutbar sei (vgl. Bg-act. 272/12). Mit Blick auf die Arbeits-

fähigkeit führten die Gutachter aus, es bestehe aus interdisziplinärer Sicht 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit. Anders ver-

halte es sich mit Blick auf eine Verweistätigkeit: Diesbezüglich sei von einer 

Restarbeitsfähigkeit von 100 % auszugehen, welche – pragmatisch be-

trachtet – sechs Monate nach dem letzten operativen Eingriff bestehe (vgl. 

Bg-act. 272/14 f.). 

Wenn der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang einen Wider-

spruch zwischen dieser Arbeitsfähigkeitseinschätzung und jener im neuro-

chirurgischen Teilgutachten erblickt, vermag er nicht durchzudringen. Zwar 

trifft es zu, dass Prof. Dr. med. L._____ aus neurochirurgischer Sicht fest-

hielt, je nach Erholung der Defizite könne eine 4- bis 6-stündige Arbeits-

fähigkeit im angepassten Beruf möglich sein (vgl. Bg-act. 272/117). Wie die 

Beschwerdegegnerin indes in der Vernehmlassung zu Recht vorbringt, 

stellte der neurochirurgische Teilgutachter diese Arbeitsfähigkeitseinschät-

zung unter den Vorbehalt der Konsensbeurteilung. So merkte er ausdrück-

lich an, eine gesonderte fallspezifische Beurteilung des Verlaufs der Ar-

beits(un)fähigkeit sei der Gesamtbeurteilung nicht dienlich, weshalb diese 

wichtige Frage in Absprache mit allen Fachgutachtern im Rahmen der Kon-

sensbeurteilung zu beantworten sei (vgl. Bg-act. 272/117). Somit ist davon 

auszugehen, dass Prof. Dr. med. L._____ seine ursprüngliche (vorläufige) 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung anlässlich der Konsensbeurteilung, unter 

Würdigung der Gesamtsituation durch alle Fachrichtungen, einschliesslich 

der Ergebnisse der durchgeführten EFL, wiedererwog und sich der 

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100%igen Arbeitsfähigkeitseinschätzung (sechs Monate nach der letzten 

Operation) anschloss, was er denn auch so unterschriftlich bestätigte (vgl. 

Bg-act. 272/16 f.). Ein Widerspruch ist darin nicht zu erkennen. Gleiches 

gilt mit Blick auf die Ausführungen im Gutachten, wonach die angegebenen 

Schmerzen für alle involvierten Gutachter nachvollziehbar seien (vgl. Bg-

act. 272/14) und der Beschwerdeführer in der Nutzung seiner Arme stark 

eingeschränkt sei (Bg-act. 272/12). Vielmehr ist davon auszugehen, dass 

dieser Befund genauso wie die als nachvollziehbar bezeichneten Schmer-

zangaben in die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit eingeflossen sind und 

keine untervollschichtige Erwerbstätigkeit in optimal leidensadaptierter 

Tätigkeit zu begründen vermögen. Mit anderen Worten erfolgte die Beur-

teilung der Folgen der festgestellten Gesundheitseinschränkungen gestützt 

darauf und in Würdigung derselben. 

Dass die Gutachter im Rahmen der Konsensbesprechung die Ergebnisse 

der Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) in ihre Gesamt-

beurteilung miteinbezogen, ist nicht zu beanstanden. Denn die Therapeu-

ten für Ergonomie der Kliniken O._____, M._____ und N._____, zeigten in 

ihrem Bericht vom 18. Januar 2019 unter Hinweis auf mehrere Diskrepan-

zen nachvollziehbar auf, weshalb sie von einer erheblichen Symptomaus-

weitung, Selbstlimitierung und Inkonsistenz ausgingen. So stellten sie na-

mentlich eine Diskrepanz zwischen der angegebenen und demonstrierten, 

ausgeprägten Schonung des betroffenen linken Armes und der nur mini-

malen Muskelatrophie am linken Arm fest (vgl. Bg-act. 273/6]. Im neuro-

chirurgischen Teilgutachten wird im Übrigen eine reduzierte Trophik der 

Muskulatur der linken Hand und der linken Schulter beschrieben (vgl. Bg-

act. 272/112), was mit den Befunden der EFL im Einklang steht. Ausserdem 

sei am ersten Tag der EFL eine aktive Aussenrotation des linken Armes 

nur bis 15° möglich gewesen, während am zweiten Tag eine solche bis 55° 

habe erreicht werden können (vgl. Bg-act. 273/6). Eine weitere Diskrepanz 

orteten die Therapeuten im Rahmen des Testverhaltens: So sei der 3-

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minütige Stufentest nach 140 Sekunden abgebrochen worden während die 

Treppenbenutzung über 100 Stufen unter leichtem Einsatz des Handlaufes 

in 200 Sekunden habe durchgeführt werden können (vgl. Bg-act. 273/6). 

Des Weiteren würden sich die ermittelten (demonstrierten) niedrigen Werte 

der isometrischen Kraftmessung der Oberarmmuskulatur, insbesondere 

rechts (bis max. 2.5 kg), nicht in den erbrachten Leistungen dieser Musku-

latur bei den Tests widerspiegeln (Bg-act. 273/6). Schliesslich hätten sich 

auch die nicht betroffenen Bereiche nicht bis an eine beobachtbare funkti-

onelle Leistungsgrenze belasten lassen (Bg-act. 273/5). Dass die EFL-Ab-

klärung, wie vom Beschwerdeführer moniert, ohne ärztliche Supervision er-

folgt sei (vgl. Bg-act. 273/1), tut der Aussagekraft ihrer Ergebnisse keinen 

Abbruch. Denn abgesehen davon, dass diese Ergebnisse – wie bereits dar-

gelegt, wohl weil sie von den Gutachtern als nachvollziehbar erachtet wur-

den – in die Konsensbeurteilung miteingeflossen sind, sind für die Beurtei-

lung einer Symptomausweitung insbesondere psychiatrische Diagnosen 

von Belang (vgl. dazu ausdrücklicher Vermerk im EFL-Bericht [Bg-act. 

273/6]), welche vorliegend beim Beschwerdeführer jedoch keine relevan-

ten festgestellt werden konnten (vgl. psychiatrisches Teilgutachten von 

med. pract. P._____ [Bg-act. 272/168 f.], wonach insbesondere wegen der 

Schmerz-Symptomatik keine Diagnose aus dem depressiven oder soma-

toformen Spektrum habe gestellt werden können und die ehemals bestan-

dene Panikstörung weitgehend abgeklungen sei). Somit ist auch die vom 

Beschwerdeführer vorgebrachte Feststellung des neurochirurgischen Teil-

gutachters, wonach beim Beschwerdeführer eher eine Dissimulation von 

Beschwerden bestehe (vgl. Bg-act. 272/115), sowie die Tatsache, dass 

sich bei allen Teilgutachten kein Hinweis für eine Aggravation (oder Simu-

lation) zeigte, vor dem Hintergrund der plausiblen Schlussfolgerungen der 

EFL zu relativieren.

Im Weiteren kann dem Beschwerdeführer nicht gefolgt werden, soweit er 

die von Prof. Dr. med. F._____ festgestellte und mittels CT verifizierte An-

- 15 -

schlusspathologie im Bereich C7/Th1 mit entsprechender Kompression der 

abgehenden Nervenwurzeln C8 beidseits (vgl. Berichte vom 4. Juni 2019 

[Bg-act. 286] und vom 8. November 2019 [Bf-act. 2]) im Sinne einer neuen 

Beschwerdesymptomatik als Erklärung für die Schmerzen anführt, weshalb 

nicht von einer Symptomausweitung und einer verminderten Leistungsbe-

reitschaft ausgegangen werden dürfe. Beide erwähnten Berichte von Prof. 

Dr. med. F._____ wurden dem RAD-Arzt Dr. med. D._____ vorgelegt, wel-

cher dazu am 17. Juni 2019 (Bg-act. 290/36 ff.) und 28. November 2019 

(Bg-act. C1) ausführlich Stellung nahm. Dabei gelangte er zum Schluss, 

dass die als "neu" bezeichnete Pathologie bzw. die "MRI-Diagnose" rein 

klinisch bereits im Begutachtungszeitpunkt vorgelegen und die geklagte 

Symptomatik folglich vollumfänglich bereits im MEDAS-Gutachten berück-

sichtigt worden sei (vgl. Bg-act. 290/38 f. und C1). Dabei verweist er richti-

gerweise auf die Rechtsprechung des Bundesgerichts, wonach für die Be-

urteilung der invalidisierenden Wirkung eines Gesundheitsschadens nicht 

die konkrete diagnostische Einordnung, sondern vielmehr die funktionellen 

Beeinträchtigungen massgebend sind (vgl. BGE 140 V 193 E.3.1; Urteile 

des Bundesgerichts 9C_345/2019 vom 25. September 2019 E.4.2.1, 

9C_570/2018 vom 18. Februar 2019 E.3.2.1, 9C_851/2018 vom 23. Mai 

2019 E.4.1.4). Hierzu hielt er fest, dass den Gutachtern die allgemeine Be-

schwerdesymptomatik im Bereich des Nackens und der Schultern sowie 

die eingeschränkte Beweglichkeit der HWS bestens bekannt gewesen 

seien (vgl. hierzu Konsensbeurteilung [Bg-act. 272/9 ff.] und im Speziellen 

neurochirurgisches Teilgutachten [Bg-act. 272/106 und 272/108]). Dies ist 

denn auch insoweit nachvollziehbar, als vom Beschwerdeführer bereits 

früh und im Verlauf der Krankheitsentwicklung immer wieder, so zuletzt 

auch nach der letzten Operation, Schmerzen im zervikothorakalen Überg-

ang beklagt wurden, insbesondere – wie auch von Prof. Dr. med. F._____ 

in seinen Berichten ausgewiesen – bei Drehbewegungen des Kopfes, teil-

weise einhergehend mit einer Ausstrahlung zwischen und über die Schul-

terblätter oder in die Vorderarme und Finger (vgl. Arztbericht von Prof. Dr. 

- 16 -

med. F._____ vom 31. März 2016 [Bg-act. 168/3], vom 20. April 2017 [Bg-

act. 198/17], vom 10. September 2017 [Bg-act. 218], vom 29. November 

2017 [Bg-act. 221/2], vom 11. Dezember 2017 [Bg-act. 224/2] und vom 29. 

Mai 2018 [Bg-act. 254/2]). Diese Schmerzen im zervikothorakalen Überg-

ang waren den Gutachtern somit vorbefundlich bekannt (vgl. Aktenauszug 

MEDAS-Gutachten [Bg-act. 272/42, 272/53, 272/55, 272/59; ferner 

272/37]), weshalb die Anschlusspathologie im unteren Bereich der HWS im 

Übergang zur BWS (auch bei der nun mittels CT nachgewiesenen Arthrose 

der Facettengelenke C6 bis Th2 mit Osteophyten) und dessen funktionel-

len Auswirkungen entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers nicht 

als neu bezeichnet werden kann. In Übereinstimmung damit stellte denn 

auch der neurochirurgische Teilgutachter Restausfälle im Schulterbereich 

sowie im Arm und in der Hand links fest, welche auch nach der letzten 

Operation einer Behandlung bedürften (Bg-act. 272/115). Zudem wies 

RAD-Arzt Dr. med. D._____ plausibel darauf hin, dass Prof. Dr. med. 

L._____ mit seinem Untersuchungsbefund einer leicht reduzierten Trophik 

der Muskulatur in der linken Hand (vgl. Bg-act. 272/112) – entgegen der in 

der Triplik vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung – bereits eine 

neurologische Symptomatik C8 beschrieben habe, da die Nervenwurzel C8 

motorisch für die kleinen "Zwischenknochenmuskeln" der Hand verantwort-

lich sei (vgl. Stellungnahme vom 17. Juni 2019 [Bg-act. 290/37 f.]). Ferner 

erscheint es wenig überzeugend, wenn Prof. Dr. med. F._____ im Ver-

gleich zum MEDAS-Gutachten bei der Rotation der HWS (40° nach links 

und 30° nach rechts im Bericht vom 4. Juni 2019 [Bg-act. 286/2] bzw. 30° 

nach links und 50° nach rechts im Bericht vom 8. November 2019 [Bf-act. 

2] vs. 30° beidseits im MEDAS-Gutachten [Bg-act. 272/111]) und der Ante- 

bzw. Retroflexion des Kopfes (20° nach vorne und 10° nach hinten im Be-

richt vom 4. Juni 2019 [Bg-act. 286/2] bzw. etwa 20° nach vorne im Bericht 

vom 8. November 2019 [Bf-act. 2] vs. 10° nach vorne und hinten im ME-

DAS-Gutachten [Bg-act. 272/111]) bessere Befunde festhielt, zugleich aber 

auf eine vollständige Arbeitsunfähigkeit schloss. Insgesamt erscheint es 

- 17 -

daher nachvollziehbar, dass Prof. Dr. med. F._____ lediglich eine andere 

Beurteilung eines im wesentlichen unveränderten Gesundheitszustands 

vorgenommen hat, dessen funktionelle Auswirkungen bereits im Gutachten 

eingehend gewürdigt wurden. Nur weil ein behandelnder Arzt zu einer an-

deren Einschätzung gelangt, ist es rechtsprechungsgemäss nicht geboten, 

ein Administrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weite-

rer Abklärungen zu nehmen. Prof. Dr. med. F._____ brachte in seinen Stel-

lungnahmen denn auch nichts Wesentliches vor, was in der polydiszi-

plinären Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sein soll 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_379/2019 vom 21. August 2019 E.2.2).

Soweit der Beschwerdeführer schliesslich nebenbei anmerkt, er habe seine 

Anwesenheit anlässlich der Eingliederungsmassnahme bei der I._____ 

nicht über 3 ½ Stunden pro Tag steigern können, ist seine Aussage, dabei 

körperlich an seine Grenzen gekommen zu sein (vgl. z.B. Protokoll-Nr. 1 

zum Belastbarkeitstraining vom 16. März 2018 [Bg-act. 236/2] und Proto-

koll-Nr. 2 zum Belastbarkeitstraining vom 10. April 2018 [Bg-act. 241/1]), 

insoweit zu relativieren, als dass es ihm nach eigenen Angaben trotzdem 

möglich gewesen sein soll, seine Kollegen im Autoclub an den (freien) 

Nachmittagen bei verschiedenen Aufgaben (z.B. Reparaturen an Schwein-

werfern) zu unterstützen (Beobachtungsprotokoll, Eintrag vom 13. März 

2018 [Bg-act. 251/2]). 

Insgesamt ergibt sich somit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers 

und die von ihm beigebrachten medizinischen Stellungnahmen nicht geeig-

net sind, den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens mit seinen Feststellun-

gen zu dem hier massgebenden Zeitraum ab 1. Oktober 2018 zu schmä-

lern. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin auf 

die im Gutachten attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit sechs Monate nach 

der letzten Operation in einer angepassten Tätigkeit abstellte. Vor diesem 

Hintergrund kann auf die beantragte Einholung eines neurochirurgischen 

- 18 -

Verlaufsgutachtens verzichtet werden, zumal das streitberufene Gericht 

aufgrund der bereits abgenommenen Beweise seine Überzeugung gebildet 

hat und annehmen kann, dass diese Überzeugung durch weitere Bewei-

serhebungen nicht geändert würde (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3, 134 I 140 

E.5.3).

4. In Bezug auf das Invalideneinkommen macht der Beschwerdeführer gel-

tend, dieses sei gestützt auf die Arbeitsfähigkeitseinschätzung des neuro-

chirurgischen Teilgutachters von durchschnittlich 60 % anhand der LSE-

Tabellenlöhne zu bemessen, wobei aufgrund der lohnmässigen Benachtei-

ligung bei Teilzeittätigkeit, des Wechsels von schwerer zu leichter Arbeit 

und der Behinderung selbst in leichten Tätigkeiten ein Leidensabzug von 

20 % angemessen sei. Im Ergebnis resultiere daraus ein Invaliditätsgrad 

von 52.56 %, womit zumindest ein Anspruch auf eine halbe Invalidenrente 

bestehe.

4.1. Ein leidensbedingter Abzug kommt auch bei Heranziehen der LSE zur Be-

stimmung des Invalideneinkommens nicht generell und in jedem Fall zur 

Anwendung. Ein Abzug soll nicht automatisch, sondern dann erfolgen, 

wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Per-

son wegen eines oder mehrerer einkommensbeeinflussender Merkmale 

ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwer-

ten kann (BGE 126 V 75 E. 5a/bb und E. 5b/aa; bestätigt u.a. mit Urteilen 

9C_323/2019 vom 2. September 2019 E.4.2, 9C_549/2018 vom 20. Fe-

bruar 2019 E.4.1 m.H.). Praxisgemäss soll mit dem Abzug vom Tabellen-

lohn der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und be-

rufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, 

Dienstjahre, Nationalität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-

grad je nach Ausprägung Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben können 

(BGE 135 V 297 E.5.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_114/2017 vom 11. 

- 19 -

Juli 2017 E.3.1). Der Abzug ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall 

nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % 

nicht übersteigen (BGE 135 V 297 E.5.2; 134 V 322 E.5.2; 126 V 75 

E.5b/bb-cc; Urteil des Bundesgerichts 9C_447/2019 vom 8. Oktober 2019 

E.3.1).

Die Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug auf dem In-

valideneinkommen, wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen kör-

perlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in ihrer Leistungsfähigkeit einge-

schränkt ist (BGE 126 V 75 E.5a/bb). Zu beachten ist jedoch, dass allfällige 

bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene ge-

sundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des lei-

densbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung 

desselben Gesichtspunkts führen dürfen (Urteil 9C_846/2014 vom 22. Ja-

nuar 2015 E.4.1.1 m.H.). Praxisgemäss werden keine separat quantifizier-

ten Abzüge je für die massgeblichen Kriterien vorgenommen und addiert, 

sondern vielmehr wird der Abzug gesamthaft geschätzt (Urteil 

8C_536/2019 vom 26. September 2019 E.5.2.2 f.).

4.2. Im vorliegenden Fall wurde die verminderte Belastbarkeit des Stütz- und 

Bewegungsapparats zwar in qualitativer Hinsicht bei der Festlegung des 

Belastungsprofils der zu 100 % ausführbaren adaptierten Tätigkeit berück-

sichtigt. Wenn die Beschwerdegegnerin nun daraus schliesst, es sei kein 

Leidensabzug vorzunehmen, übersieht sie, dass der Beschwerdeführer 

auch über die Verrichtung körperlich leichter und einfacher Tätigkeiten 

(Kompetenzniveau 1) hinaus massgeblich in seiner Leistungsfähigkeit ein-

geschränkt ist. Dabei fällt insbesondere ins Gewicht, dass er aus neuro-

chirurgischer Sicht nur Arbeiten auf Oberkörper- und Kopfhöhe durch-

führen kann (vgl. Bg-act. 272/117). Hingegen führt die gesundheitlich be-

dingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeiten zu verrichten, 

rechtsprechungsgemäss nicht automatisch zu einer Verminderung des hy-

- 20 -

pothetischen Invalidenlohns (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_841/2017 

vom 14. Mai 2018 E.5.2.2.2). Dennoch erscheinen die funktionellen Ein-

schränkungen des Beschwerdeführers insgesamt nicht ohne Weiteres mit 

den gewöhnlichen betrieblichen Anforderungen vereinbar. Selbst wenn 

aber der vom Beschwerdeführer geforderte Leidensabzug von 20 % 

berücksichtigt würde – welcher angesichts des Vorgenannten zu hoch ver-

anschlagt ist –, würde dies im Ergebnis nichts ändern, da – wie oben aus-

geführt – das Invalideneinkommen entgegen der Auffassung des Be-

schwerdeführers gestützt auf eine Arbeitsfähigkeit von 100 % in adaptierter 

Tätigkeit zu bemessen ist. 

5. Insofern resultierte bei einem unbestritten gebliebenen Valideneinkommen 

von Fr. 69'234.25 und einem Invalideneinkommen von Fr. 54'734.70 

(gemäss LSE 2016, Tabelle TA 1, männlich, Arbeitsfähigkeit von 100 %, 

Leidensabzug von 20 %, umgerechnet auf die durchschnittliche wöchentli-

che Arbeitszeit von 41.7 Stunden, aufindexiert = Fr. 5'340.-- x 12 : 40 x 41.7 

x 1.003995 x 1.01 x 1.01 x 0.80) ein Invaliditätsgrad von gerundet 21 %, 

womit ein Anspruch auf eine Invalidenrente ab 1. Oktober 2018 entfällt.

6. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung 

von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver-

weigerung von Leistungen aus der Invalidenversicherung vor dem kanto-

nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 

200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 

ein durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten 

in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf Fr. 700.-- 

fest. Aufgrund des Verfahrensausganges gehen diese zulasten des Be-

schwerdeführers. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein An-

spruch auf Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

- 21 -

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kan-

tons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]