# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1ee17f5-9e97-5dff-a570-c53a8d0c942d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.07.2021 200 2021 21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-21_2021-07-22.pdf

## Full Text

200 21 21 IV
LOU/COC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Juli 2021

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichterin Mauerhofer
Gerichtsschreiberin Collatz

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 26. November 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1975 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
meldete sich im Juli 2016 unter Hinweis auf eine Colitis ulcerosa bei der 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwort-
beilage [AB] 2). Daraufhin führte die IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerde-
gegnerin) medizinische und erwerbliche Erhebungen durch. Dabei liess sie 
den Versicherten auf Anraten des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; 
AB 43 und 56) durch die Fachärzte der C.________ (MEDAS) bidisziplinär 
(psychiatrisch und internistisch) begutachten (Expertise vom 7. Februar 
2018 [AB 78.1]; vgl. auch Stellungnahme vom 20. April 2018 [AB 83]). Mit 
Vorbescheid vom 24. Mai 2018 (AB 84) stellte die IVB dem Versicherten 
bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 43% die Zusprache einer befriste-
ten Viertelsrente vom 1. Januar 2017 bis 31. Juli 2018 in Aussicht. Dage-
gen verneinte sie einen Rentenanspruch für die Zeit ab dem 1. August 
2018 bei einem IV-Grad von 31%. Damit zeigte sich der Versicherte nicht 
einverstanden (AB 85 und 91). Nach Rücksprache mit dem RAD (AB 92 
und 94) wurde der Versicherte am 13. November 2018 aufgefordert, sofort 
eine adäquate schulmedizinische bzw. evidenzbasierte Behandlung durch 
eine gastroenterologische Stelle durchzuführen. Gleichzeitig wurde er auf 
die Rechtsfolgen bei Nichtbefolgen der Aufforderung hingewiesen (AB 95). 
Da der Versicherte eine entsprechende Behandlung nicht aufgenommen 
resp. weitergeführt hatte, stellte die IVB ihm mit Vorbescheid vom 7. August 
2019 (AB 107) bei einem IV-Grad von 43% die Zusprache einer befristeten 
Viertelsrente vom 1. Januar 2017 bis 31. Januar 2019 in Aussicht. Dage-
gen verneinte sie einen Rentenanspruch für die Zeit ab dem 1. Februar 
2019 bei einem IV-Grad von 31%. Hiergegen erhob der Versicherte Ein-
wand (AB 110). Nach Einholung weiterer Stellungnahmen des RAD 
(AB 113 und 116) verfügte die IVB am 26. November 2020 wie im Vorbe-
scheid angekündigt und sprach dem Versicherten eine vom 1. Januar 2017 
bis am 31. Januar 2019 befristete Viertelsrente zu (AB 125).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 3

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 7. Januar 2021 Beschwerde und beantragte die Aufhe-
bung der angefochtenen Verfügung sowie die Zusprache einer unbefriste-
ten halben Invalidenrente (inkl. Kinderrenten) ab dem 1. Januar 2017.

Mit Beschwerdeantwort vom 10. Februar 2021 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 4

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 26. November 2020 
(AB 125). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerde-
führers.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2

2.2.1 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). 

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 5

die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429). Die Anerkennung eines rentenbegründenden IV-Grades 
ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch fest-
gestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der 
Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) über-
wiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die 
Folgen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Per-
son zu tragen (BGE 141 V 281 E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad von 
mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente. 

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 6

urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1).

2.6

2.6.1 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung (IVV; SR 831.201) festzusetzende Zeitpunkt der An-
spruchsänderung die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 
263 E. 6.1 S. 263; SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 2).

2.6.2 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 
deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszu-
standes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Aus-
wirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufga-
benbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-
lich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 
aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein 
Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 
S. 105, 141 V 9 E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 7

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand resp. zur Arbeitsfähigkeit lässt sich den 
Akten im Wesentlichen Folgendes entnehmen:

3.1.1 Dr. med. D.________, praktische Ärztin und Fachärztin für Psychia-
trie und Psychotherapie, diagnostizierte im Bericht vom 24. Oktober 2016 
(AB 24) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Colitis ulcerosa (ICD-
10 K51). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte sie eine Anpas-
sungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-10 F43.21) bei einer so-
matischen Grunderkrankung und Belastung im Versicherungsumfeld, sowie 
eigenanamnestisch eine schizophrene Erkrankung/paranoide Schizophre-
nie an (S. 3 Ziff. 1.1). Die psychische bzw. psychiatrische Symptomatik im 
Sinne einer längeren Anpassungsstörung sei als tendenziell leichtgradig zu 
bezeichnen und schränke die Arbeitsfähigkeit nicht wesentlich ein (maximal 
20% bis 30%; S. 4 Ziff. 1.4). Aufgrund der konservativen Erstbehandlung 
der Colitis im 2010 mit massiv erlebten Nebenwirkungen verweigere der 
Beschwerdeführer eine weitere Behandlung auf diesem Weg. Er habe gute 
Erfahrungen mit alternativmedizinischen Behandlungen gemacht, weshalb 
er diese Art vorziehe. Der drängende mehrmalige Stuhlgang, der tiefe 
Energiehaushalt und die Angst vor sozialer Ausgrenzung schränkten den 
Beschwerdeführer bei den alltäglichen Arbeiten und im Beruf ein. Aufgrund 
der noch ungenügend behandelbaren Colitis sei die Arbeitsfähigkeit dies-
bezüglich noch nicht beurteilbar. Psychiatrisch gesehen sei die bisherige 
Tätigkeit zumutbar. Die Arbeitsfähigkeit sollte innerhalb der nächsten sechs 
Monate zu 80% bis 100% wiederherstellbar sein (S. 5 Ziff. 1.7). 

3.1.2 Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, dia-
gnostizierte im Bericht vom 13. Dezember 2016 (AB 33) mit Einfluss auf die 
Arbeitsfähigkeit eine Colitis ulcerosa, eine paranoide Schizophrenie und 
eine chronische Pfortaderthrombose unklarer Genese (S. 2 Ziff. 3). Der 
Beschwerdeführer leide an 12 bis 20 explosiven Stuhlentleerungen pro Tag 
mit Blutabgang (Ziff. 4). Die Colitis habe sich leicht gebessert (Stuhlfre-
quenz). Die Schizophrenie könne immer wieder exazerbieren (S. 3 Ziff. 9). 
Als … habe vom 27. Januar bis 30. November 2016 eine 100%-ige Ar-
beitsunfähigkeit bestanden. Seit dem 1. Dezember 2016 bestehe eine Ar-
beitsunfähigkeit von 70% (Ziff. 11). Der Beschwerdeführer könne „so nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 8

auf … arbeiten". Es bestehe eine soziale Beeinträchtigung durch Geruchs-
immissionen (Pampers; Ziff. 12). 

3.1.3 Dr. med. F.________ diagnostizierte im Bericht vom 2. Februar 
2017 (AB 36) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Morbus Crohn 
und eine Colitis ulcerosa. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit führte 
sie Lebensmittelunverträglichkeiten (Lactose, Weizen) an (S. 2 Ziff. 1.1). Es 
erfolge eine homöopathische Therapie, eine Behandlung mit Vitamin-
Präparaten und eine Ernährungsumstellung (S. 3 Ziff. 1.5). Als diplomierter 
… bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 70% vom 1. Dezember 2016 bis 
jetzt (S. 4 Ziff. 1.6). Als Einschränkungen bestünden bis zu 16 Mal Stuhl-
gang täglich und dadurch eine starke Schwäche und Gewichtsverlust, 
Bauchschmerzen, Flatulenz, Ödeme. Diese Einschränkungen wirkten sich 
insofern auf die Arbeitsfähigkeit aus, als der Beschwerdeführer an einer 
Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Schwindel und an Stress, die 
Toilette aufzusuchen, leide. Die bisherige Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar 
(Ziff. 1.7). 

3.1.4 Im bidisziplinären Gutachten der MEDAS vom 7. Februar 2018 
(AB 78.1) wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Colitis ulcero-
sa (ICD-10 K51) diagnostiziert. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
wurden eine katatone Schizophrenie, vollständige Remission (ICD-10 
F20.25), und eine Anpassungsstörung, längere depressive Reaktion (ICD-
10 F33.21), aufgeführt (S. 15 Ziff. 5). 

Aus internistischer Sicht wurde ausgeführt, der Beschwerdeführer leide seit 
1998 an Darmbeschwerden und habe immer wieder Entzündungsschübe. 
Er nehme vorwiegend homöopathische Medikamente. Mit Cortison habe er 
schlechte Erfahrungen gemacht. Bei der klinischen allgemeininternistischen 
Untersuchung seien unauffällige Befunde erhoben worden. Das Abdomen 
sei leicht druckdolent gewesen. Die Laborwerte hätten mit leicht erhöhtem 
CRP und BSR eine entzündliche Reaktion gezeigt. Die vom Beschwerde-
führer angegebene Häufigkeit der Durchfälle (17- bis 18-mal pro Tag) sei 
mit den klinischen und labormässigen Befunden nicht erklärbar. Eine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit durch vermehrten Toilettenbesuch sei aber 
zu bestätigen. Es bestehe eine Leistungsfähigkeit von 75% bei einem 
ganztägigen Pensum durch vermehrte Pausen wegen Durchfällen. Eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 9

Tätigkeit als … sei kaum möglich. Eine Toilette sollte bei der Arbeit jeder-
zeit rasch verfügbar sein (S. 8 Ziff. 3.4). Dieses Zumutbarkeitsprofil gelte 
sei anfangs 2016 (Ziff. 3.5). Mit einer schulmedizinisch begründeten medi-
kamentösen Behandlung, insbesondere Cortisonstösse bei akuten Schü-
ben, könne die Entzündungsaktivität verbessert werden. Damit sollte sich 
auch die Arbeitsfähigkeit verbessern. Im Allgemeinen könne bei einem üb-
lichen Krankheitsverlauf und adäquater Therapie eine Arbeitsfähigkeit von 
mindestens 90% erreicht werden (Ziff. 3.8). 

Aus psychiatrischer Sicht wurde ausgeführt, es hätten keine Denk- und 
Affektstörungen festgestellt werden können. Der Beschwerdeführer sei 
während der Untersuchung etwas angetrieben, nervös, innerlich unsicher 
und leichtgradig depressiv gewesen (S. 12 Ziff. 4.3). Die schizophrene 
Störung sei vollständig remittiert. Aufgrund der depressiven Anpassungs-
störung sei der Beschwerdeführer im Lebensalltag leichtgradig beeinträch-
tigt (Ziff. 4.4). In der bisherigen und in einer angepassten Tätigkeit bestehe 
aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 100% (Ziff. 4.5).

Aus bidisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass der Be-
schwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit, bei welcher eine Toilette 
jederzeit rasch erreichbar sei, zu 75% arbeits- und leistungsfähig sei, in 
einem ganztägigen Pensum mit vermehrten Pausen, wobei die Arbeits-
fähigkeit mit den vorgeschlagenen medizinischen Massnahmen verbessert 
werden könne. Die angestammte Tätigkeit als ... sei ungünstig (S. 15 
Ziff. 6). 

Auf Nachfrage der Beschwerdegegnerin führten die Gutachter der MEDAS 
in der Stellungnahme vom 20. April 2018 (AB 83) ergänzend aus, dass 
beim Beschwerdeführer eine Verbesserung durch eine adäquate schulme-
dizinische Behandlung innert Tagen bis sehr wenigen Wochen auftreten 
sollte.

3.1.5 Dr. med. G.________, praktischer Arzt, führte im Bericht vom 
13. Juni 2018 (AB 85 S. 3) aus, der Beschwerdeführer leide seit vielen Jah-
ren an einer schweren chronischen Darmentzündung, Colitis ulcerosa. Die 
vorgeschlagene schulmedizinisch begründete medikamentöse Behandlung, 
die die Arbeitsfähigkeit verbessern solle, sei bereits in der Vergangenheit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 10

erfolglos praktiziert worden. Deshalb habe sich der Beschwerdeführer ent-
schlossen, sich in naturheilkundliche und homöopathische Behandlung zu 
begeben. Die Arbeitsfähigkeit von 75% für eine angepasste Tätigkeit er-
scheine unrealistisch: Die Problematik der Krankheit sei nicht auf den häu-
figen Toilettengang begrenzt. Vielmehr werde der gesamte Tagesablauf 
durch die krankheitsbedingten ausgeprägten Beschwerden (plötzliche aku-
te Durchfälle, Schmerzen, Blutungen, Schwächezustände etc.) und resul-
tierenden Einschränkungen bestimmt. Die Leistungsfähigkeit sei deshalb in 
erheblich höherem Masse reduziert.

3.1.6 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, praktischer Arzt und Facharzt 
für Psychiatrie und Psychotherapie, nahm am 4. September 2018 Stellung 
(AB 92 S. 2). Im Gutachten der MEDAS vom 7. Februar 2018 sei die gas-
trointestinale Symptomatik im Zusammenhang mit einer chronisch-
entzündlichen Darmerkrankung (Colitis ulcerosa) eingehend und umfas-
send beurteilt worden. Dabei sei neuerlich auf die Möglichkeit von thera-
peutischen Massnahmen, insbesondere einer medikamentösen Behand-
lung mit Corticosteroiden, hingewiesen worden, bei deren Umsetzung eine 
Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erwarten sei. Dem Bericht 
von Dr. med. G.________ vom 13. Juni 2018 seien keine neuen medizini-
schen Tatsachen zu entnehmen, welche eine Änderung der gutachterlichen 
Beurteilung bedingten. Es könne weiterhin auf das Gutachten der MEDAS 
abgestellt werden. 

In den Berichten vom 6. November 2018 (AB 94 S. 3) und vom 22. Oktober 
2019 (AB 113 S. 6) sowie in der Aktennotiz vom 27. Januar 2020 (AB 116) 
hielt der RAD-Arzt Dr. med. H.________ an seiner bisherigen Beurteilung 
fest. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 11

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 
E. 1.3.4 S. 227, 135 V 465 E. 4.4 S. 470, 125 V 351 E. 3b bb S. 353; SVR 
2019 IV Nr. 40 S. 128 E. 3, 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 26. November 2020 (AB 125) massgeblich auf das bidisziplinäre Gut-
achten der MEDAS vom 7. Februar 2018 (AB 78.1) samt Stellungnahme 
vom 20. April 2018 (AB 83) gestützt.

Die Gutachter haben sich in ihren ärztlichen Beurteilungen in Kenntnis der 
medizinischen Vorakten sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkun-
gen des Beschwerdeführers auseinandergesetzt und ihre Schlussfolgerun-
gen insbesondere gestützt auf ihre eigenen Untersuchungen getroffen. Die 
Ausführungen in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind 
einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-
stand nachvollziehbar begründet. Somit erfüllt das Gutachten vom 7. Fe-
bruar 2018 (AB 78.1) die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 12

den Beweiswert eines medizinischen Gutachtens gestellten Anforderungen 
(vgl. E. 3.2 hiervor), weshalb ihm volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 
V 351 E. 3b/bb S. 353). Die Gutachter haben ausführlich begründet, dass 
der Beschwerdeführer (mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit) an einer 
Colitis ulcerosa und darüber hinaus (ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit) an einer vollständig remittierten katatonen Schizophrenie und einer 
Anpassungsstörung leidet (S. 15 Ziff. 5). Weiter haben die Gutachter nach-
vollziehbar dargelegt, dass dem Beschwerdeführer die angestammte Tätig-
keit als … nicht mehr zumutbar ist. Dagegen attestierten sie in einer ange-
passten Tätigkeit, bei welcher eine Toilette jederzeit rasch erreichbar ist, 
seit anfangs 2016 eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 75% im ganztä-
gigen Pensum. Dabei wurde die Leistungsminderung plausibel mit den 
vermehrten Pausen wegen der Durchfälle erklärt (S. 8 Ziff. 3.4 f., S. 15 
Ziff. 6). Darüber hinaus haben die Gutachter schlüssig begründet, dass die 
Arbeitsfähigkeit mit einer schulmedizinisch begründeten Behandlung, ins-
besondere mit Cortisonstössen bei akuten Schüben, auf 90% gesteigert 
werden kann, wobei die Verbesserung innert Tagen bis sehr wenigen Wo-
chen nach Aufnahme dieser Therapie eintreten werde (S. 8 Ziff. 3.8, S. 15 
Ziff. 6; AB 83). Diese Einschätzung überzeugt und findet ihren Rückhalt in 
den vorliegenden Akten. Darauf ist abzustellen. Dass sich der Gesund-
heitszustand seit der Begutachtung verändert haben sollte, geht im Übrigen 
aus den Akten nicht hervor und wird auch nicht geltend gemacht. Vielmehr 
hat der RAD-Arzt Dr. med. H.________ die Beurteilung der Gutachter in 
den Berichten vom 4. September 2018 (AB 92 S. 2), vom 6. November 
2018 (AB 94 S. 3) und vom 22. Oktober 2019 (AB 113 S. 6) sowie in der 
Aktennotiz vom 27. Januar 2020 (AB 116) ausdrücklich bestätigt.

An der Beurteilung der Gutachter ändert nichts, dass Dr. med. G.________ 
im Bericht vom 13. Juni 2018 (AB 85 S. 3) die in einer angepassten Tätig-
keit attestierte Arbeitsfähigkeit von 75% als unrealistisch bezeichnete. 
Denn eine substantiierte Begründung dafür fehlt in diesem Bericht. Diesbe-
züglich ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass der internistische Gut-
achter gestützt auf die klinischen und labormässigen Befunde dargelegt 
hat, dass die seitens des Beschwerdeführers angegebene Häufigkeit der 
Durchfälle (17- bis 18-mal pro Tag) nicht erklärbar ist (AB 78.1 S. 8 
Ziff. 3.4). Damit sind auch die von Dr. med. G.________ aufgeführten Aus-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 13

wirkungen der Durchfälle, so insbesondere die Schmerzen, Blutungen und 
Schwächezustände, nicht im von ihm geltend gemachten Mass ausgewie-
sen. Darüber hinaus hat der RAD-Arzt Dr. med. H.________ im Bericht 
vom 4. September 2018 (AB 92 S. 2) zu Recht darauf hingewiesen, dass 
dem besagten Bericht von Dr. med. G.________ keine neuen, vom inter-
nistischen Gutachtern nicht berücksichtigten medizinischen Tatsachen zu 
entnehmen sind, weshalb dieser das bidisziplinäre Gutachten nicht in Fra-
ge zu stellen vermag (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Juli 
2019, 8C_229/2019, E. 5.1).

Schliesslich bleibt festzuhalten, dass im Zusammenhang mit dem erhobe-
nen psychischen Gesundheitsschaden resp. der diagnostizierten vollstän-
dig remittierten katatonen Schizophrenie und der Anpassungsstörung 
(AB 78.1 S. 15 Ziff. 5.2) sowie der daraus abzuleitenden Auswirkungen auf 
die Arbeits- und Leistungsfähigkeit ein gesondertes strukturiertes Beweis-
verfahren (vgl. E. 2.2.2 hiervor) durch das Gericht nicht nötig ist. Ein sol-
ches bleibt entbehrlich, wenn – wie hier – im Rahmen beweiswertiger 
fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in nachvollziehbar begründe-
ter Weise verneint wird (AB 78.1 S. 12 Ziff. 4.5) und allfälligen gegenteili-
gen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen 
Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 409 
E. 4.5.3 S. 417).

3.4 Zusammenfassend ist die angestammte Tätigkeit als … seit an-
fangs 2016 nicht mehr zumutbar. In einer angepassten Tätigkeit ist dage-
gen von einer 75%-igen Arbeits- und Leistungsfähigkeit resp. wenige Tage 
resp. Wochen nach Aufnahme einer adäquaten Therapie von einer 90%-
igen Arbeitsfähigkeit auszugehen.

4.

4.1 Nachfolgend ist der IV-Grad mittels Einkommensvergleichs zu er-
mitteln.

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 14

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

Lässt sich aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse das ohne gesundheitli-
che Beeinträchtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau 
beziffern, ist auf statistische Werte wie die Lohnstrukturerhebungen (LSE) 
abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur 
unter Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenen-
falls relevanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden 
(BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 2019 UV Nr. 40 S. 153 E. 6.2.3).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 143 V 295 
E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Es gilt zu berücksichti-
gen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst bei leichten 
Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leistungsfähigen 
und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt 
sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen Lohnansätzen 
rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn 
Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 
S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzu-
setzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umstän-
den des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, 
Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). 
Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 
134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 15

ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähig-
keit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die 
Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer dop-
pelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 
16 E. 4.1 S. 20).

4.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Vorliegend ist in der bisherigen Tätigkeit als … seit 
anfangs 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und in einer angepass-
ten Tätigkeit eine 75%-ige resp. ab Januar 2019 (vgl. E. 4.4 hiernach) eine 
90%-ige Arbeits- und Leistungsfähigkeit ausgewiesen (vgl. E. 3.3 f. hier-
vor). Der frühest mögliche Rentenbeginn ist deshalb unter Berücksichti-
gung des Wartejahres und der Anmeldung im Juli 2016 (AB 2) in Anwen-
dung von Art. 28 Abs. 1 i.V.m. Art. 29 Abs. 1 IVG auf 1. Januar 2017 fest-
zusetzen. Auf diesen Zeitpunkt hin ist ein Einkommensvergleich durchzu-
führen.

4.3

4.3.1 Es ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer bei guter Gesund-
heit weiterhin seinen angestammten Beruf als … ausüben würde. Entgegen 
der Auffassung der Parteien kann das Valideneinkommen jedoch nicht oh-
ne weiteres anhand des zuletzt bei der I.________ AG erzielten Einkom-
mens ermittelt werden. Denn der Beschwerdeführer hat diese Stelle nicht 
(oder zumindest nicht primär) gesundheitsbedingt gekündigt, sondern weil 
er nach seiner Genesung "eine neue Herausforderung antreten werde" 
(Kündigung vom 8. Februar 2016; AB 16 S. 11). Zudem geht aus der nur 
wenige Tage vor der Kündigung erfolgten Abmahnung vom 25. Januar 
2016 (AB 16 S. 12 f.) hervor, dass die Arbeitgeberin das Verhalten des 
Beschwerdeführers während der Arbeit (unerlaubtes Fernbleiben vom Ar-
beitsplatz, Nutzung des Geschäftsautos an Wochenenden und nach Feier-
abend, private Nutzung des Internets während der Arbeit etc.) nicht mehr 
tolerierte, weshalb zumindest fraglich ist, ob das Arbeitsverhältnis auch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 16

ohne Kündigung seitens des Beschwerdeführers weitergeführt worden wä-
re. Schliesslich hat die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf hingewiesen 
(Beschwerdeantwort S. 3 Ziff. 8), dass die I.________ AG im Juni 2016 
reorganisiert bzw. liquidiert worden ist (vgl. die entsprechenden Angaben 
unter www.zefix.ch). Wie sich dies auf die Arbeitsverhältnisse der Arbeit-
nehmer der besagten Gesellschaft auswirkte, ist nicht ersichtlich. Damit 
rechtfertigt es sich vorliegend, das Valideneinkommen gestützt auf die Ta-
bellenlöhne (LSE 2016; BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297; Entscheid des BGer 
vom 18. Juni 2020, 8C_132/2020, E. 4.1) zu ermitteln (vgl. E. 4.1.1 hier-
vor). Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdeführer drei Aus- resp. 
Weiterbildungen im Baugewerbe abgeschlossen hat (..., …, ...; AB 2 S. 5 
Ziff. 5.3, 5 S. 2 - 5) und er damit über breite Kenntnisse in dieser Branche 
verfügt, sowie seiner langjährigen Berufserfahrung im Baugewerbe insbe-
sondere als …, ist dabei auf das Kompetenzniveau 4 der Ziff. 41 - 43 (Bau-
gewerbe) der TA1 abzustellen. Der massgebliche monatliche Bruttolohn für 
Männer beträgt Fr. 8'781.--. An die betriebsübliche Wochenarbeitszeit von 
41.4 Stunden (Bundesamt für Statistik [BFS], Betriebsübliche Wochenar-
beitszeit nach Wirtschaftsabteilungen [BUA], lit. F Ziff. 41 - 43 [Baugewer-
be/Bau]) angepasst und auf das Jahr 2017 aufgerechnet, resultiert daraus 
ein jährliches Valideneinkommen von Fr. 109'385.90 (Fr. 8'781.-- : 40 x 
41.4 x 12 : 100.4 x 100.7; BFS, Nominallohnindex Männer 2016 - 2020, 
Tabelle T1.1.15, lit. F Ziff. 41 - 43 [Baugewerbe/Bau]).

Selbst wenn das Valideneinkommen – entsprechend dem Vorgehen der 
Beschwerdegegnerin und zu Gunsten des Beschwerdeführers – anhand 
des zuletzt bei der I.________ AG erzielten Einkommens festgelegt würde, 
würde sich dies – wie nachfolgend dargelegt wird – nicht rentenrelevant 
auswirken. Dabei resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 111'713.-- 
(Fr. 111'280.-- [für das Jahr 2014; AB 16 S. 3 Ziff. 2.10] : 102.8 x 103.2; 
BFS, Nominallohnindex Männer 2011 - 2020, Tabelle T1.1.10, lit. F 
Ziff. 41 - 43 [Baugewerbe/Bau]). 

4.3.2 Da der Beschwerdeführer seine zumutbare medizinisch-
theoretische Arbeitsfähigkeit nicht verwertet, ist das Invalideneinkommen 
gestützt auf die Tabellenlöhne (LSE 2016) zu ermitteln (vgl. E. 4.1.2 hier-
vor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 17

Die Beschwerdegegnerin hat das Invalideneinkommen gestützt auf das 
Total, TA1, Kompetenzniveau 3, festgelegt (AB 107 S. 4, 128 S. 15). Mit 
Blick auf die drei abgeschlossenen Ausbildungen, allesamt in der Baubran-
che (…, …, …; AB 2 S. 5 Ziff. 5.3, 5 S. 2 - 5), ist dies nicht zu beanstanden, 
zumal dem Beschwerdeführer verschiedene Verweistätigkeiten in diversen 
Tätigkeitsgebieten und dabei namentlich in der Braubranche offen stehen. 
Die Beschwerdegegnerin wies dabei zu Recht auf planerische und organi-
satorische/administrative Tätigkeiten oder aber auch auf Tätigkeiten mit 
beratender Funktion hin (Beschwerdeantwort S. 2 Ziff. 5). Dass dabei auf 
den Durchschnittswert (inkl. Frauen) und nicht auf den höheren spezifi-
schen Totalwert für Männer abgestellt wurde, erscheint als wohlwollend, ist 
aber vertretbar. 

Dieses Vorgehen und dabei namentlich die Heranziehung des Kompetenz-
niveaus 3 wird in der Beschwerde (S. 4 Ziff. 3.3) beanstandet. Zwar ist dem 
Beschwerdeführer zuzustimmen (Beschwerde S. 4 Ziff. 3.3.1), dass weder 
die bisherige Tätigkeit als … noch diejenige als … als angepasste Tätigkeit 
zu betrachten ist, da in solchen Tätigkeiten kaum jederzeit eine Toilette 
aufgesucht werden kann. Die angestammte Tätigkeit als … stellt jedoch 
ohne weiteres eine angepasste Tätigkeit dar. Damit kann der Beschwerde-
führer auf einen angestammten Beruf zurückgreifen. Entgegen der Auffas-
sung in der Beschwerde (S. 5 Ziff. 3.3.4) ist im Übrigen ein Zusammenhang 
zwischen seinen drei Ausbildungen (…, .., …) evident, gehören doch alle 
drei Aus- resp. Weiterbildungen in die Baubranche. Somit kann er auch als 
… trotz fehlender Berufserfahrung (Beschwerde S. 6 Ziff. 3.3.4) zweifellos 
von der praktischen Erfahrung als … und noch mehr als … profitieren, um-
fasst doch Letztere nicht alleine manuell-praktische Tätigkeiten, sondern 
auch Führungsaufgaben, AVOR (Arbeitsvorbereitung), Arbeitszuteilung, 
Planung auf … und vieles mehr, welche Kompetenzen durchaus 
Berührungspunkte zur Tätigkeit als … ergeben und in diese … einfliessen 
können. Damit ist erstellt, dass der Beschwerdeführer in seiner ange-
stammten Tätigkeit als … wie auch in einer anderen angepassten Tätigkeit 
insbesondere im Baugewerbe auf seine umfassende Berufs- und Bran-
chenerfahrung zurückgreifen kann. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 18

Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerde-
gegnerin das Valideneinkommen gestützt auf das Total des Kompetenz-
niveaus 3 der Tabelle TA1 ermittelt hat. Der massgebliche monatliche 
Bruttolohn (Durchschnittswert) beträgt dabei Fr. 6'772.--. An die betriebsüb-
liche Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden (BFS, BUA, Total) angepasst, 
auf das Jahr 2017 aufgerechnet und unter Berücksichtigung der 75%-igen 
Leistungsfähigkeit resultiert daraus ein jährliches Invalideneinkommen von 
Fr. 63'790.95 (Fr. 6'772.-- : 40 x 41.7 x 12 : 100.6 x 101.0 [BFS, Nominal-
lohnindex Männer 2016 - 2020, Tabelle T1.1.15, Total] x 0.75).

Ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn ist hier – entgegen der Auffas-
sung des Beschwerdeführers (Beschwerde S. 6 Ziff. 3.3.4) – nicht gerecht-
fertigt und wurde von der Beschwerdegegnerin auch nicht vorgenommen 
(AB 107 S. 4, 128 S. 16). Insbesondere sind die behinderungsbedingten 
Einschränkungen bereits im Rahmen der eingeschränkten Leistungsfähig-
keit berücksichtigt (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Dass der Beschwerdeführer im 
gelernten Beruf als … über keine Berufserfahrung verfügt und sich die 
tatsächlichen Verhältnisse und die technischen Gegebenheiten in diesem 
Beruf seit seinem Abschuss im Juli 1996 massgebend verändert haben 
(Beschwerde S. 6 Ziff. 3.3.4), stellt keinen Grund für einen Abzug unter 
dem Kriterium "Dienstjahre" dar. Denn er kann – wie bereits aufgezeigt 
wurde – in einer angepassten Tätigkeit im Baugewerbe sein durch seine 
drei Ausbildungen und die jahrelange Berufserfahrung angeeignetes Be-
rufs- und Branchenwissen einbringen (Entscheide des BGer vom 28. Au-
gust 2019, 9C_407/2019, E. 4.4.3, und vom 2. September 2015, 
9C_874/2014, E. 3.3.2). Weitere invaliditätsfremde Abzüge (Alter, Nationa-
lität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) sind hier nicht zu begrün-
den (vgl. E. 4.1.2 hiervor).

Selbst wenn ein Abzug von maximal 10% infolge der technischen Forts-
chritte (vgl. E. 4.1.2 hiervor) berücksichtigt würde (Beschwerde S. 6 
Ziff. 3.3.4), würde sich dies nicht rentenrelevant auswirken. 

4.3.3 Bei einem Valideneinkommen von maximal Fr. 111'713.-- und ei-
nem Invalideneinkommen von Fr. 63'790.95 resp. Fr. 57'411.85 
(Fr. 63'790.95 x 0.9) resultiert ein IV-Grad von gerundet 43% resp. 49% 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 19

(zur Rundung: BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123). Es besteht folglich 
ab Januar 2017 ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Auch bei einem Valideneinkommen von Fr. 109'385.90 und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 63'790.95 resp. Fr. 57'411.85 besteht bei einem IV-
Grad von gerundet 42% resp. 48% ab Januar 2017 ein Anspruch auf eine 
Viertelsrente.

4.4 Die Beschwerdegegnerin hat die zu erreichende Verbesserung der 
Arbeitsfähigkeit auf 90% durch die von den Gutachtern der MEDAS vorge-
schlagene schulmedizinische Behandlung (vgl. E. 3.3 f. hiervor) auf Januar 
2019 festgesetzt (AB 107 S. 4, 128 S. 16). Dies ist nicht zu beanstanden, 
zumal der Beschwerdeführer am 13. November 2018 zur Aufnahme der 
besagten Behandlung aufgefordert worden war (AB 95). Er hatte damit 
genügend Zeit, eine entsprechende Behandlung zu etablieren. Dies hat er 
jedoch nicht getan, vielmehr hat er die im Dezember 2018 aufgenommene 
Therapie nach drei Sprechstunden abgebrochen und eine weiterführende 
Behandlung ausgeschlossen (AB 106). Da die Aufnahme der Behandlung 
gemäss Gutachter innert Tagen resp. sehr wenigen Wochen zu einer an-
dauernden Verbesserung der Arbeitsfähigkeit geführt hätte (AB 83), hat die 
Beschwerdegegnerin diese Verbesserung des Gesundheitszustandes, wel-
che einen Revisionsgrund darstellt (vgl. E. 2.6.2 hiervor), infolge Verletzung 
der Schadenminderungspflicht zu Recht ab Januar 2019 (d.h. unter 
Berücksichtigung des Art. 88a Abs. 1 IVV; vgl. E. 2.6.1 hiervor) berücksich-
tigt. Dies wird denn auch nicht bestritten. Ab diesem Zeitpunkt ist ein weite-
rer Einkommensvergleich durchzuführen.

4.4.1 Das Valideneinkommen ist per Januar 2019 auf Fr. 110'447.25 
(Fr. 8'827.-- [LSE 2018, TA1, Kompetenzniveau 4, Ziff. 41 - 43 {Baugewer-
be}] : 40 x 41.3 [BFS, BUA, lit. F Ziff. 41 - 43 {Baugewerbe/Bau}] x 12 : 
101.2 x 102.2 [BFS, Nominallohnindex Männer 2016 - 2020, Tabelle 
T1.1.15, lit. F Ziff. 41 - 43 [Baugewerbe/Bau]) resp. auf Fr. 113'445.-- 
(Fr. 111'280.-- [AB 16 S. 3 Ziff. 2.10] : 102.8 x 104.8; BFS, Nominallohnin-
dex Männer 2011 - 2020, Tabelle T1.1.10, lit. F Ziff. 41 - 43 [Baugewer-
be/Bau]) festzulegen (vgl. E. 4.3.1 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 20

4.4.2 Das Invalideneinkommen ist mangels Aufnahme einer Verweistätig-
keit im zumutbaren Rahmen weiterhin gestützt auf die Tabellenlöhne (LSE 
2018, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 3, Total [Durchschnittswert]) zu er-
mitteln (vgl. E. 4.3.2 hiervor). Dies ergibt an die betriebsübliche Wochenar-
beitszeit von 41.7 Stunden (BFS, BUA, Total) angepasst, auf das massge-
bende Jahr 2019 aufgerechnet und unter Berücksichtigung der 90%-igen 
Leistungsfähigkeit ein Invalideneinkommen von Fr. 76'592.60 (Fr. 6'743.-- : 
40 x 41.7 x 12 : 101.5 x 102.4 [BFS, Nominallöhne Männer 2016 – 2018, 
Tabelle T1.1.15, Total] x 0.9) im Jahr.

Ein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn ist weiterhin nicht gerechtfertigt 
(vgl. E. 4.3.2 hiervor). Auch die Berücksichtigung eines Abzuges von 10% 
ändert am Ergebnis nichts (vgl. E. 4.4.3 hiernach).

4.4.3 Bei einem Valideneinkommen von maximal Fr. 113'445.-- und ei-
nem Invalideneinkommen von Fr. 76'592.60 resp. Fr. 68'933.35 
(Fr. 76'592.60 x 0.9) resultiert ein IV-Grad von gerundet 32% bzw. 39%. 
Folglich besteht im Januar 2019 kein Anspruch mehr auf eine IV-Rente 
(vgl. E. 2.2 und 4.4 hiervor), weshalb der Rentenanspruch auf 31. Januar 
2019 zu befristen ist.

Am Ergebnis würde nichts ändern, wenn das Valideneinkommen auf 
Fr. 110'447.25 festgelegt wird. Auch dann bestände bei einem IV-Grad von 
gerundet 31% bzw. 38% kein Anspruch mehr auf eine IV-Rente.

4.5 Nach dem Dargelegten ist nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin dem Beschwerdeführer eine vom 1. Januar 2017 bis am 
31. Januar 2019 befristete Viertelsrente zugesprochen hat. Die gegen die 
angefochtene Verfügung erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 21

hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem doppelt geleiste-
ten Kostenvorschuss von insgesamt Fr. 1‘600.-- entnommen. Der vom Be-
schwerdeführer zu viel geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist ihm 
zurückzuerstatten.

5.2 Vorliegend besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung 
(Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem (doppelt) geleisteten Kostenvor-
schuss von insgesamt Fr. 1'600.-- entnommen. Der Differenzbetrag 
von Fr. 800.-- wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, IV/21/21, Seite 22

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.