# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8cb886d-98eb-522a-be8f-656bbd5be3ef
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.03.2012 UV 2011/97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-97_2012-03-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/97

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.08.2019

Entscheiddatum: 28.03.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 28.03.2012
Art. 6 UVG. Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfall 
und Lumboischialgie bzw. Diskushernie bei degenerativem Vorzustand. 
Erreichen des Status quo sine/ante bei vorübergehender Verschlimmerung 
des degenerativen Vorzustandes (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 28. März 2012, UV 2011/97).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, a.o. 

Versicherungsrichter Christian Zingg; Gerichtsschreiberin Della Batliner

Entscheid vom 28. März 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Duri Poltera, Hadwigstrasse 6a, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ (nachfolgend Versicherte) war seit dem 5. Juli 2005 als Angestellte bei der 

B.___, berufstätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(nachfolgend SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als sie am 

18. März 2011 im Zug zwischen C.___ und D.___ bei einer Notbremsung mit dem 

Rücken gegen die Wand stiess und sich dabei eine Prellung am Rücken zuzog (Suva-

act. 1). Am darauffolgenden Tag konsultierte die Versicherte Dr. med. E.___, Allgemeine 

Medizin FMH, welche eine konservative Therapie mit Physiotherapie und bei Bedarf 

analgetische Medikamente sowie am 15. April 2011 und am 16. Mai 2011 eine PRT 

(periradikuläre Infiltrationstherapie) verordnete (Suva-act. 3, 2, 6, 10, 14, 11). In der 

Folge wurden mit der vertebro-spinalen Kernspintographie vom 11. April 2011, der 

konsiliarischen Untersuchung vom 27. Mai 2011 durch Dr. med. F.___, Facharzt FMH 

für Neurochirurgie, und der neurologischen Untersuchung vom 8. Juni 2011 im 

Kantonsspital G.___, weitere medizinische Abklärungen getroffen (Suva-act. 10, 

Anhänge). Mit Bericht vom 22. Juni 2011 diagnostizierte Dr. E.___ bei der Versicherten 

eine posttraumatische breitbasige subligamentäre Hernierung der Bandscheibe L4/5 

mit sowohl rezessaler als auch foraminaler neuraler Kompression L4 und L5 linksseitig 

und einen Status nach zweimaliger PRT (Suva-act. 10). Die SUVA erbrachte die 

gesetzlichen Leistungen.

A.b Mit kreisärztlichem Untersuchungsbericht vom 25. August 2011 (Suva-act. 19) 

stellte Dr. med. H.___, Facharzt für Chirurgie FMH, fest, dass lediglich die 

Rückenprellung vom 18. März 2011 unfallkausal sei. Weitere noch vorhandene 

Beschwerden, insbesondere die Lumboischialgie bei kleiner Bandscheibenhernie L4/5 

links mit foraminaler Kompression L5 und die Wirbelsäulenskoliose, seien 

ausschliesslich krankhafter Natur.

A.c Auf Grundlage dieser Beurteilung stellte die SUVA mit Verfügung vom 29. August 

2011 die Versicherungsleistungen per 25. August 2011 ein (Suva-act. 20). Die Swica 

Gesundheitsorganisation zog ihre am 6. September 2011 vorsorglich gegen diese 

Verfügung erhobene Einsprache am 12. September 2011 wieder zurück (Suva-act. 22, 

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24). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache vom 26. September 2011 der 

Versicherten, vertreten durch Dr. iur. Poltera, wurde mit Einspracheentscheid vom 

9. November 2011 abgewiesen (Suva-act. 27, 31; act. G 1.1).

B. 

B.a Gegen diesen Entscheid erhob die Versicherte mit Eingabe vom 6. Dezember 2011 

Beschwerde mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom 9. November 2011 sei 

aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, auch nach dem 25. August 

2011 UVG-Leistungen zu erbringen (Suva-act. G 1). Eventualiter sei eine neutrale 

Begutachtung anzuordnen. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur 

Begründung führte sie unter anderem an, alle Ärzte seien davon ausgegangen, dass 

die Hernierung der Bandscheibe L4/5 kausal auf das Unfallereignis vom 18. März 2011 

zurückzuführen sei. Auch wenn ein Vorzustand und der Unfall als zwei verschiedene 

Einflussfaktoren beide eine Rolle spielen dürften, sei eine Bandscheibenhernie (und 

nicht eine Rückenprellung) durch das Unfallereignis herbeigeführt worden. Der Bericht 

von Dr. H.___ erbringe keinen rechtsgenüglichen Beweis für den Wegfall der Kausalität 

oder das Erreichen des status quo sine resp. status quo ante. Es beständen zudem 

mehrere Unklarheiten und Widersprüche zwischen der Verfügung, dem Bericht des 

Kreisarztes und den Berichten der anderen Ärzte.

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 9. Januar 2012 schloss die Beschwerdegegnerin auf 

Abweisung der Beschwerde unter Bestätigung des Einspracheentscheids vom 

9. November 2011 (act. G 3). Zur Begründung legte sie im Wesentlichen dar, dass es 

sich beim Unfall vom 18. März 2011 keinesfalls um ein besonders schweres Ereignis 

handle, welches geeignet sei, eine Schädigung der Bandscheibe herbeizuführen. Die 

behandelnden Ärzte hätten nie ein vertebrales oder radikuläres Syndrom diagnostiziert 

und man habe es in casu auch nicht mit einer rein axialen Belastung der Wirbelsäule zu 

tun. Es könne keinesfalls von einer unfallkausalen Verursachung der Diskushernie L4/5 

ausgegangen werden, zumal die höchstrichterlichen Voraussetzungen klarerweise nicht 

erfüllt wären. Die Diskushernie L4/5 sei somit als vorbestandener, degenerativ 

bedingter und damit unfallfremder Gesundheitsschaden zu betrachten. Ebenso sei eine 

vorübergehende unfallkausale Verschlimmerung der vorbestandenen, degenerativ 

bedingten Diskushernie L4/5 zu verneinen. Die anderen Arztberichte hätten sich nicht 

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mit der Frage der Unfallkausalität auseinandergesetzt und sich vielmehr auf die 

beweisrechtlich untaugliche Formel "post hoc, ergo propter hoc" beschränkt.

B.c Nachdem die Frist zur Einreichung einer Replik unbenutzt ablief, wurde der 

Schriftenwechsel am 29. Februar 2012 abgeschlossen (act. G 5).

Erwägungen:

1.

Streitig ist vorliegend, ob die nach dem 25. August 2011 von der Beschwerdeführerin 

geklagten Rückenbeschwerden eine natürliche und adäquate Folge des Unfalls vom 

18. März 2011 bilden und demnach eine weitere Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin zur Folge haben. Unbestritten ist, dass die Beschwerdegegnerin 

das Ereignis vom 18. März 2011 als Unfall im Sinn des Art. 4 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) anerkannt und 

für dessen Folgen bis zum 25. August 2011 Leistungen erbracht hat.

2.

2.1  Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt gemäss Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) voraus, dass zwischen 

dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein 

natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Bei physischen Unfallfolgen spielt die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang 

sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine Rolle, indem die 

Unfallversicherung auch für seltenste, schwerwiegendste Komplikationen haftet, 

welche nach der unfallmedizinischen Erfahrung im allgemeinen gerade nicht 

einzutreten pflegen (BGE 118 V 286, E. 3a; vgl. BGE 117 V 365, E. d/bb, unten, mit 

Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung). Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist, beurteilt sich nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs 

genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177, E. 3.1 mit 

Hinweisen). Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 

muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

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Gesundheitsschadens mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Da es sich bei der Einstellung um eine anspruchsaufhebende 

Tatfrage handelt, liegt die Beweislast nicht beim Versicherten, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen; BGE 117 V 261 

E. 3b). Dieser muss jedoch nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen erbringen. 

Ebenso wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu 

verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte 

Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] U 285/00 vom 31. August 2001, E. 5a). Welche Ursachen ein nach wie 

vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren 

haben, also dahingefallen sind. Die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei einem 

durch den Unfall verschlimmerten oder überhaupt erst manifest gewordenen 

krankhaften Vorzustand entfällt erst, wenn entweder der (krankhafte) 

Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (status quo sine; vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 

S. 328f. E. 3b, mit Hinweisen; U 290/06 vom 11. Juni 2007). Im Rahmen der Prüfung 

des Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die 

Bejahung des fortbestehenden natürlichen Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für 

die fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss 

Art. 36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die 

Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die 

Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung 

beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein 

Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils 

unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des EVG 

U 287/02 vom 18. Februar 2003, E. 4.4).

2.2  Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

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sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit 

Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen 

Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den 

Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - 

abschliessen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).

3.

3.1  Die Beschwerdeführerin klagt seit dem Ereignis vom 18. März 2011 über 

persistierende lumbale Schmerzen, die über den lateralen Ober- und Unterschenkel in 

den Fussrücken ausstrahlen (Suva-act. 10). Die vertebro-spinale Kernspintomografie 

vom 11. April 2011 führte eine breitbasige subligamentäre Hernierung der Bandscheibe 

L4/5 unter linksseitiger Bevorzugung mit sowohl rezessaler als auch foraminaler 

neuraler Kompression (L4 und L5) linksseitig zutage. Des Weiteren wurden eine leichte 

Diskusprotrusion L3/4 mit Spondylarthrosen L3/4 und L4/5, aber auch L5/S1 mässigen 

Ausmasses sowie eine linkskonvexe Skoliosefehlhaltung bei normalen paravertebralen 

Weichteilen und soweit abgebildet bei normaler Darstellung der ossären Strukturen 

festgestellt (Suva-act. 10). Anlässlich der konsiliarischen Untersuchung vom 27. Mai 

2011 wurde das MRI vom 15. April 2011 durch Dr. F.___ dahingehend beurteilt, dass 

sich eine klare extraforaminale Diskushernie L4/L5 links mit Wurzelkompression L4 

links nach einem Sturz am 18. März 2011 zeige (Suva-act. 10). Bei den vorgenannten 

Gesundheitsschäden handelt es sich zweifelsohne um klare organische Substrate, die 

grundsätzlich als Ursache der geklagten lumbalen Schmerzen in Erwägung zu ziehen 

sind (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 

Patientenorientierte Diagnostik und Therapie des Bewegungsapparates, 4. vollständig 

neu bearbeitete Auflage, Bern 2005, S. 848 ff., S. 879 ff.). Im Fall der 

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Beschwerdeführerin wurde denn auch am 16. September 2011 operativ auf Höhe der 

Segmente links L4/5 eine mikrochirurgische Dekompression und eine 

Mikrodiskektomie vorgenommen (act. G 1.3). Zu prüfen ist demnach im Folgenden, 

inwieweit sie durch den Unfall bzw. die Kontusion vom 18. März 2011 verursacht 

wurden oder inwieweit der Unfall bzw. die Kontusion auf sie eingewirkt hat. In Frage 

kommt eine durch den Unfall verursachte organische Gesundheitsschädigung, eine 

richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands oder ein durch 

den Unfall lediglich ausgelöster (nicht verursachter) oder vorübergehend 

verschlimmerter degenerativer Vorzustand. Beim Unfall als Auslösefaktor interessiert im 

Weiteren die Frage, ob der Beschwerdeschub noch andauert bzw. bis zu welchem 

Zeitpunkt er angedauert hat (vgl. dazu RKUV 2000 Nr. U 378 S. 190, E. 3).

3.2 

3.2.1 Wie das Bundesgericht in ständiger Rechtsprechung festgehalten hat, entspricht 

es einer medizinischen Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, 

dass Diskushernien in aller Regel degenerative Erkrankungen darstellen. Ein 

Bandscheibenvorfall kann nur dann als weitgehend durch eine äussere Einwirkung 

entstanden betrachtet werden, wenn das Unfallereignis von besonderer Schwere und 

geeignet war, eine prätraumatisch vollständig unauffällige Bandscheibe zu zerreissen 

und die Symptome der Diskushernie (vertebrales oder radikuläres Syndrom) 

unverzüglich und mit sofortiger Arbeitsunfähigkeit aufgetreten sind. (Wolfgang Meier, 

Lumbale Diskushernie und Unfall, in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68, 

Dezember 1995, S. 14 ff.; RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 f. E. 2a mit Hinweisen; Urteile 

U 163/05 des EVG vom 3. Oktober 2005, E. 3.1, und U 459/00 des EVG vom 

18. Februar 2002, E. 3b). Den Akten zufolge hatte die Beschwerdeführerin ein Tablett in 

der Hand als der Zug eine Notbremsung ausführte. Dabei stiess sie mit dem Rücken 

flach gegen die Zugwand und mit dem Tablett gegen die Oberlippe. Ein Sturz auf das 

Gesäss oder auf den Boden wurde ausdrücklich verneint (Suva-act. 1, 10, 19, S. 2 f.). 

Wie in der Beschwerdeschrift vom 6. Dezember 2011 ausgeführt, erfolgte der Aufprall 

gemäss eigenen Angaben der Beschwerdeführerin zunächst auf Höhe der BWS. 

Hinsichtlich der Intensität der Einwirkung ist demzufolge nicht von einem besonders 

schweren Unfallereignis auszugehen. Zudem bestand durch die Kontusion bei der 

BWS keine direkte Einwirkung auf die LWS bzw. wurde die Wirkung der Kräfte auf die 

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LWS abgedämpft. Ferner ist den von der Beschwerdeführerin eingereichten Akten 

(bf.act. 3) unter anderem zu entnehmen, dass bereits bei der Röntgenuntersuchung der 

LWS vom 21. Januar 2001 eine leichte dorsale Osteochondrose der letzten 

Bandscheibe bestand. Die Röntgenuntersuchung der LWS vom 6. Dezember 2006 

zeigte sodann eine geringe linkskonvexe Fehlhaltung der LWS mit geringer 

Torsionskomponente und eine gering distal betonte Spondylarthrose. Im Bericht vom 

16. Januar 2007 wurde gemäss Angaben von Dr. E.___ vom 21. November 2011 

schliesslich ein Lumbovertebralsyndrom mit segmentaler Dysfunktion L5/S1 und ISG-

Dysfunktion links diagnostiziert, wobei sich die Beschwerdeführerin zu diesem 

Zeitpunkt bereits über mehrere Jahre über Schmerzen im Lumbalbereich beklagt habe. 

Die vertebro-spinale Kernspintomografie vom 11. April 2011 zeigte unter anderem eine 

leichte Diskusprotrusion L3/L4 mit Spondylarthrosen L3/L4 und L4/5, aber auch L5/S1 

mässigen Ausmasses sowie eine linkskonvexe Skoliosefehlhaltung (Suva-act. 10). Als 

Diskusprotrusion wird eine sich im Verlauf des degenerativen Prozesses entwickelnde 

Ausweitung des Faserrings und deren durch Druck des Nucleus pulposus nach hinten 

ausgelöste Vorwölbung bezeichnet, wobei dies die Vorstufe einer Hernie bildet 

(Debrunner, a.a.O., S. 879). Bei der Skoliose handelt es sich um eine fixierte seitliche 

Verkrümmung der Wirbelsäule, die entweder im Wachstumsalter entsteht, sympto­

matisch bedingt ist oder durch die Haltung hervorgerufen wird (Debrunner, a.a.O., 

S. 827 f.). Unter Spondylarthrose ist schliesslich eine degenerative Gelenkerkrankung 

der kleinen Wirbelgelenke zu verstehen, die eine Folgeerscheinung der Skoliose bilden, 

aber auch in verschiedenen Stadien einer Wirbelsäulendegeneration auftauchen kann 

(Debrunner, a.a.O., S. 852 ff.; Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 262., neu 

bearbeitete und erweiterte Auflage, Berlin/New York 2011, S. 1952). Zusammenfassend 

ist damit festzuhalten, dass bei der Beschwerdeführerin im Bereich der LWS von einer 

vorbestehenden degenerativen Problematik auszugehen ist und eine durch den 

Aufprall der BWS an die Zugwand verursachte neue, bleibende 

Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung ausgeschlossen 

werden kann.

3.2.2 Ebenfalls auszuschliessen ist im Fall der Beschwerdeführerin eine 

richtunggebende, mithin dauernde, unfallbedingte Verschlimmerung ihrer 

degenerativen Gesundheitsschäden im Bereich der Wirbelsäule. Es ist eine 

medizinische Erfahrungstatsache, dass eine solche Verschlimmerung nur dann als 

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erwiesen gelten kann, wenn die Radioskopie ein plötzliches Zusammensinken der 

Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von Randzacken nach einem Trauma 

aufzeigt (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46, E. 3a mit Hinweisen; Urteil des EVG U 107/04 

vom 25. November 2004; E. Morscher, Schäden des Stütz- und Bewegungsapparates 

nach Unfällen, in: Baur/Nigst [Hrsg.], Versicherungsmedizin, Bern 1972, S. 180). Die 

medizinischen Akten enthalten keine Hinweise darauf, dass sich der degenerative 

Zustand der LWS im Zeitpunkt des Unfalls vom 18. März 2011 massiv verändert hätte. 

Insbesondere erfolgte eine direkte Einwirkung gemäss eigenen Angaben der 

Beschwerdeführerin im Bereich der BWS und nicht der LWS. Eine allfällige 

richtunggebende Verschlimmerung muss röntgenologisch ausgewiesen sein und sich 

von der altersüblichen Progression abheben; bei einem Unfall ohne strukturelle Läsion 

am Achsenskelett ist die Chronifizierung der Beschwerden zunehmend auf andere 

(unfallfremde) Faktoren zurückzuführen (Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder 

Zerrung der Wirbelsäule, in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67, Dezember 

1994, S. 46). Allgemein kann eine Kontusion und/oder Zerrung der Wirbelsäule eine 

bisher stumme Wirbelsäulenerkrankung zwar symptomatisch machen, dabei handelt es 

sich aber meistens nur um eine vorübergehende Verschlimmerung (Debrunner/

Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 52). Es ist mithin mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass bei der 

Beschwerdeführerin nach dem Unfall einzig unveränderte degenerative Vorzustände 

radiologisch ausgewiesen waren.

3.2.3 Wird die Diskushernie durch den Unfall lediglich ausgelöst, nicht aber 

(weitgehend) verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das 

Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub, spätere Rezidive dagegen nur, wenn 

eindeutige Brückensymptome gegeben sind (statt vieler: Urteil des EVG U 379/00 vom 

20. September 2001, E. 6a; vgl. auch Debrunner/Ramseier, a.a.O., S. 56). Nach 

übereinstimmender ärztlicher Meinung kann das Unfallereignis als auslösender Faktor 

der Beschwerden angesehen werden (Suva-act. 10, 19), womit die Versicherung für 

den durch den Unfall ausgelösten Beschwerdeschub aufzukommen hat. Nicht darunter 

fallen die unmittelbar mit der Operation der Diskushernie verbundenen Kosten, da 

dieser Eingriff der Behebung der Ursache selbst diente (so auch Urteil U 379/00 vom 

20. September 2001, E. 6c). Laut Beurteilung von Dr. H.___ war die von der 

Beschwerdeführerin am 18. März 2011 erlittene Rückenkontusion spätestens am 

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24. August 2011 ausgeheilt und hatte keine Auswirkungen mehr auf ihre 

Arbeitsfähigkeit (Suva-act. 19). Der Untersuchungsbericht von Dr. H.___ vom 

25. August 2011 erfüllt die an den Beweiswert eines Arztberichts gestellten 

Voraussetzungen (vgl. dazu BGE 125 V 351, E. 3a mit Hinweis). Beim Kreisarzt handelt 

es sich um einen Facharzt der Chirurgie und damit um einen Arzt mit der im 

vorliegenden Fall erforderlichen Fachkompetenz. Im Bericht sind die Anamnese und die 

Angaben der Beschwerdeführerin ausführlich und lückenlos festgehalten und waren 

daher Dr. H.___ offensichtlich bekannt. Darüber hinaus wurde die Beschwerdeführerin 

von Dr. H.___ eingehend untersucht. Die darauf gründende Beurteilung und die 

Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar. Demgegenüber basiert die Annahme von 

Dr. E.___ auf der Maxime "post hoc ergo propter hoc, während Dr. F.___ von einer 

"traumatischen Diskushernie" nach Sturz am 18. März 2011 spricht. Dr. E.___ ging bei 

der Verordnung zur Physiotherapie am 23. März 2011 von einem Sturz auf das Gesäss 

aus, obwohl dies den weiteren medizinischen Berichten nicht zu entnehmen ist und die 

Beschwerdeführerin Dr. H.___ gegenüber einen Sturz auf das Gesäss oder auf den 

Boden explizit verneint hat (Suva-act. 3, 10, 19). Mit Bericht vom 22. Juni 2011 gab 

Dr. E.___ gegenüber der Beschwerdegegnerin an, die Beschwerdeführerin habe zuvor 

nie Beschwerden mit dem Rücken gehabt, nachdem sie im Bericht vom 21. November 

2011 ausgeführt hatte, dass die Beschwerdeführerin bereits vor dem Unfall vom 

18. März 2011 an Schmerzen im Lumbalbereich gelitten habe und dieser Umstand 

Anlass zu mehreren Untersuchungen bildete (bf.act. 3). Ohnehin ist zu beachten, dass 

eine gesundheitliche Schädigung nicht schon dann als durch den Unfall verursacht 

gelten kann, wenn sie zeitlich nach diesem aufgetreten ist (BGE 119 V 341 f.). Nach 

derzeitigem medizinischen Wissensstand kann das Erreichen des status quo sine bei 

posttraumatischen Lumbalgien und Lumboischialgien nach drei bis vier Monaten 

erwartet werden (unveröffentlichtes Urteil 8C_396/2011 des Bundesgerichts vom 

21. September 2011, E. 3.2; Urteil des EVG U 354/04 vom 11. April 2005, E. 2.2 mit 

Hinweisen auch auf die medizinische Literatur). Der Umstand, dass seit dem Unfall 

anhaltende, zu Beginn als unfallkausal taxierte Schmerzen und eine damit verbundene 

Arbeitsunfähigkeit bestehen, spricht nicht automatisch für das Vorliegen anhaltender 

Unfallrestfolgen bzw. eine andauernde unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit. Die 

Leistungseinstellung des Unfallversicherers bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. 

volle Arbeitsfähigkeit. Entscheidend ist allein, ob der durch den Unfall ausgelöste 

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Beschwerdeschub seine kausale Bedeutung verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 

E. 3b). Aufgrund der vorhandenen medizinischen Akten kann mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass spätestens seit der 

Leistungseinstellung am 24. August 2011 - also fünf Monate nach dem Unfallereignis - 

keine Unfallfolgen mehr gegeben waren. Vorliegend können anhaltende Beschwerden 

mit unfallfremden Befunden, insbesondere degenerativer Art und Kompression von 

Nerven, erklärt werden.

3.3  Dem Eventualantrag der Beschwerdeführerin, es sei eine neutrale Begutachtung 

durchzuführen, ist nicht stattzugeben. Da nicht anzunehmen ist, dass weitere 

medizinische Abklärungen für die Beurteilung des vorliegend relevanten Sachverhalts 

neue Erkenntnisse bringen, kann darauf verzichtet werden (antizipierte 

Beweiswürdigung; vgl. BGE 124 V 90, E. 4b; 136 I 229, E. 5.3).

4.

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 9. November 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 28.03.2012
	Art. 6 UVG. Wegfall des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und Lumboischialgie bzw. Diskushernie bei degenerativem Vorzustand. Erreichen des Status quo sine/ante bei vorübergehender Verschlimmerung des degenerativen Vorzustandes (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. März 2012, UV 2011/97).

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