# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1803d35a-4858-5cd2-90fe-56dac72c20c1
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-22
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Strafabteilung 22.09.2023 S 2023 13
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_002_S-2023-13_2023-09-22.pdf

## Full Text

20230526_111351_ANOM.docx

Strafabteilung S 2023 13

Oberrichter A. Sidler, Abteilungspräsident
Oberrichter St. Dalcher
Oberrichter M. Siegwart 
Gerichtsschreiber F. Eller

Urteil vom 22. September 2023

in Sachen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug, 
vertreten durch die Leitende Staatsanwältin A.________, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte,

gegen

B.________, geb. tt.mm.2003 in C.________, kosovarischer Staatsangehöriger, wohnhaft in 
C.________,  
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt D.________,
Beschuldigter und Berufungskläger,

betreffend

qualifizierte Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz

(Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug, Einzelgericht, 
vom 4. Mai 2023; SE 2022 46)

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Prozessgeschichte 

1. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) warf B.________ 
(nachfolgend: Beschuldigter) in der Anklageschrift vom 15. Juni 2022 vor, zwischen dem 
20. August 2021 und dem 30. September 2021 insgesamt 50 Gramm Kokaingemisch zum 
gesamtpreis von CHF 3'850.00 gekauft und davon 28,4 Gramm an verschiedene Abnehmer 
in Portionen zu 0,4 Gramm zum Preis von CHF 50.00 oder zu 0,7 Gramm zum Preis von 
CHF 100.00 weiterverkauft und hierbei einen Gewinn von CHF 1'620.00 erzielt zu haben. Die 
restlichen 21,6 Gramm Kokaingemisch habe er an seiner Wohnadresse an der 
E.________strasse in C.________ gelagert. Das vom Beschuldigten zwecks Weiterverkauf 
an Dritte erworbene Kokaingemisch habe einen Reinheitsgrad von 70 % aufgewiesen, wes-
halb die verkaufte Rein-Menge mindestens 20 Gramm betrage und die gelagerte Rein-
Menge 16,5 Gramm (total 36,5 Gramm reines Kokain, vgl. SE GD 1). 

2. Der zuständige Einzelrichter am Strafgericht des Kantons Zug (nachfolgend: Vorinstanz) er-
gänzte die Akten, indem er das Dossier über den Beschuldigten des Amtes für Migration so-
wie die Akten des von der Staatsanwaltschaft geführten Verfahrens 4A 2019 147 gegen den 
Beschuldigten beizog. 

3. Am 4. Mai 2023 fand die Hauptverhandlung der Vorinstanz in Anwesenheit des Beschuldig-
ten, seines amtlichen Verteidigers und der zuständigen Leitenden Staatsanwältin statt. Der 
Einzelrichter befragte den Beschuldigten zur Person und zur Sache. Nach den Plädoyers der 
Parteien hielt der Beschuldigte ein Schlusswort. Das Urteil wurde den Parteien am 4. Mai 
2023 mündlich eröffnet und das Urteilsdispositiv ausgehändigt (SE GD 15). Mit Schreiben 
vom 8. Mai 2023 meldete der amtliche Verteidiger Berufung gegen das Urteil vom 4. Mai 
2023 an (SE GD 16). 

4. Das am 17. Mai 2023 versandte, schriftlich begründete Urteil der Vorinstanz wurde dem amt-
lichen Verteidiger des Beschuldigten am 22. Mai 2023 zugestellt (SE GD 17 S. 27; SE GD 
17/2). Der Urteilsspruch lautete wie folgt: 

"1. Der Beschuldigte B.________ wird schuldig gesprochen der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.

2. Er wird dafür bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft 

von zwei Tagen sowie unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von drei Jahren.

3. Der dem Beschuldigten mit Urteil der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 11. Dezember 2019 gewähr-

te bedingte Vollzug des Freiheitsentzugs von 58 Tagen wird nicht widerrufen, hingegen wird die Probezeit 

um ein Jahr verlängert.

4.1 Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB für die Dauer von fünf Jahren aus der Schweiz 

verwiesen.

4.2 Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem angeordnet.

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5. Mit Bezug auf die Gegenstände gemäss Beschlagnahmeverzeichnis der Staatsanwaltschaft (GD 1/1) wird 

auf den Zeitpunkt der Rechtskraft dieses Urteils hin Folgendes angeordnet und die Zuger Polizei mit dem 

Vollzug beauftragt:

5.1 Die folgenden als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden gestützt auf Art. 69 StGB eingezo-

gen und vernichtet: 21,6 Gramm Kokain, zwei Pack Minigrips, Plastiksack mit zwei Digitalwaagen und Quit-

tungen.

5.2 Die Beschlagnahme des Mobiltelefons iPhone 11 pro wird aufgehoben und dieses wird dem Beschuldigten 

herausgegeben. Falls dieser Gegenstand nicht innerhalb von 30 Tagen nach entsprechender Aufforderung 

abgeholt worden ist, kann er vernichtet werden.

6. Die Verfahrenskosten betragen 

CHF 2'465.60 Kosten des Vorverfahrens

CHF 2'000.00 Entscheidgebühr 

CHF 245.00 Auslagen

CHF 4'710.60 Total

und werden dem Beschuldigten auferlegt.

7.1 Der ehemalige amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Dr.iur. G.________, wird für seine Bemühungen mit 

CHF 710.80 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

7.2 Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic.iur. D.________, wird für seine Bemühungen mit CHF 3'681.00 

(inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

7.3 Der Beschuldigte hat dem Staat die Kosten seiner amtlichen Verteidigungen zurückzubezahlen, sobald es 

seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.

[Rechtsmittel]"

4. Mit Schreiben vom 12. Juni 2023 reichte der amtliche Verteidiger bei der Strafabteilung des 
Obergerichts des Kantons Zug (nachfolgend: Gericht) die Berufungserklärung für den Be-
schuldigten ein (OG GD 2). Der amtliche Verteidiger stellte folgende Anträge: 

"1. Ziff. 4.1 und Ziff. 4.2 des Urteilsspruchs des Strafgerichts Zug vom 4. Mai 2023 seien aufzuheben.

2. Auf die Ausfällung einer Landesverweisung sei zu verzichten. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz (für das Berufungsverfahren) bzw. nach Massga-

be des Obsiegens." 

5. Mit Präsidialverfügung vom 13. Juni 2023 übermittelte die Verfahrensleitung des Gerichts die 
Berufungserklärung des Beschuldigten an die Staatsanwaltschaft und setzte Fristen für An-
schlussberufung und Beweisanträge (OG GD 3). Mit Schreiben vom gleichen Tag zog die 
Verfahrensleitung Datenträger bei der Zuger Polizei bei und ersuchte um Erstellung eines 
kurzen Leumundsberichts über den Beschuldigten. Ebenfalls wurden Betreibungsregister-
auszüge des Beschuldigten beigezogen (OG GD 4, 5). 

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6. Mit Präsidialverfügung vom 19. Juli 2023 wurde nach Rücksprache mit den Parteien der 
Termin für die Berufungsverhandlung festgesetzt. Der Beschuldigte erschien auf Vorladung 
hin am 14. September 2023 in Begleitung seines amtlichen Verteidigers D.________ zur Be-
rufungsverhandlung. Die fallzuständige Leitende Staatsanwältin A.________ nahm ebenfalls 
an der Berufungsverhandlung teil. Die Parteien warfen keine Vorfragen auf und stellten keine 
Beweisanträge. Der Beschuldigte wurde zur Person und zur Sache befragt. Nach den Plä-
doyers der Parteien hielt der Beschuldigte ein Schlusswort (OG GD 14).  

7. Die Parteien erklärten sich mit der schriftlichen Eröffnung des Urteils einverstanden. 

Erwägungen

I. Formelles 

1. Die in Art. 399 StPO für die Einlegung der Berufung vorgesehenen zwei Parteihandlungen 
(Berufungsanmeldung innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils und Berufungserklärung 
innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils) erfolgten von der amtlichen Ver-
teidigung fristgerecht. Nichteintretensgründe wurden nicht geltend gemacht und sind auch 
nicht ersichtlich. Auf die Berufung des Beschuldigten ist einzutreten. 

2. Im Berufungsverfahren gilt die Dispositionsmaxime. Der Berufungskläger muss in seiner Be-
rufungserklärung angeben, ob er das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (Art. 399 
Abs. 3 lit. a StPO). Ficht er nur Teile des Urteils an, hat er in der Berufungserklärung verbind-
lich anzugeben, auf welche Teile (Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen, 
Bemessung der Strafe etc.) sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Das Beru-
fungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 
Abs. 1 StPO). Es kann zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte 
überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 
StPO). Soweit die Einschränkung der Berufung auf einzelne Punkte eindeutig und der Grund-
satz der Untrennbarkeit oder inneren Einheit nicht verletzt ist, muss die Einschränkung durch 
das Berufungsgericht respektiert werden. Die nicht angefochtenen Urteilspunkte werden, un-
ter dem Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO, rechtskräftig. Eine spätere Ausdehnung der Be-
rufung ist ausgeschlossen, nicht aber eine weitere Beschränkung (vgl. dazu umfassend Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 E. 1.3 m.H.).

3. Die Berufung der Beschuldigten richtet sich einzig gegen die Dispositivziffern 4.1 und 4.2, 
mithin gegen die Landesverweisung und die damit verbundene Ausschreibung im Schenge-
ner Informationssystem (SIS). Anschlussberufung wurde nicht erhoben. Der Prozessgegen-
stand ist folglich auf die Frage der Landesverweisung und die SIS-Ausschreibung begrenzt. 
Über die Kostenfolgen des erstinstanzlichen Urteils ist überdies von Amtes wegen zu ent-
scheiden (Art. 428 Abs. 3 StPO). Ansonsten gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 
Abs. 2 StPO). Entsprechend ist im Urteil deklaratorisch die Rechtskraft der nicht angefochte-
nen Punkte festzustellen. 

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4. Das Rechtsmittelverfahren beruht gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO auf den Beweisen, die im 
Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Von Amtes we-
gen oder auf Antrag einer Partei kann die Rechtsmittelinstanz die erforderlichen zusätzlichen 
Beweise erheben (Art. 389 Abs. 3 StPO). Notwendig ist dies aber nur dann, wenn die zusätz-
lich erhobenen Beweise den Ausgang des Verfahrens beeinflussen können (vgl. auch Urteil 
des Bundesgerichts 6B_288/2015 vom 12. Oktober 2015 E. 1.3.1 m.H.). Eine unmittelbare 
Beweisabnahme im Rechtsmittelverfahren hat gemäss Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 
StPO auch zu erfolgen, wenn eine solche im erstinstanzlichen Verfahren unterblieb oder un-
vollständig war und die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung not-
wendig erscheint. Weiter kann eine unmittelbare Beweisabnahme durch das Berufungsge-
richt in den Fällen von Art. 343 Abs. 3 StPO erforderlich sein, wenn dieses von den erstin-
stanzlichen Sachverhaltsfeststellungen abweichen will (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1). Die Par-
teien stellten im Berufungsverfahren keine Beweisanträge. Die Verfahrensleitung zog die am 
30. September 2021 sichergestellten Mobiltelefondaten des Beschuldigten von der Zuger Po-
lizei bei und liess von der Polizei einen Leumundsbericht über den Beschuldigten erstellen. 
Ferner erhob die Verfahrensleitung die Betreibungsregisterakten des Beschuldigten. Die von 
der Verfahrensleitung erhobenen Akten wurden den Parteien zugestellt und ihnen wurde die 
Möglichkeit offeriert, in die beigezogenen Daten Einsicht zu nehmen. An der Berufungsver-
handlung wurde der Beschuldigte überdies vom Gericht zur Sache und zur Person befragt. 

5. Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche Würdi-
gung des Anklagesachverhalts aus Gründen der Prozessökonomie auf die Begründung der 
Vorinstanz verweisen, wenn es dieser beipflichtet. Ein Verweis erscheint bei nicht streitigen 
Sachverhalten und abstrakten Rechtsausführungen sinnvoll, kommt hingegen bei strittigen 
Sachverhalten und Beweiswürdigungen sowie der rechtlichen Subsumtion des konkreten 
Falls nur dann in Frage, wenn den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) beigepflich-
tet wird (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3). Der schlichte Verweis auf die Begründung der Vorinstanz 
gemäss dieser Bestimmung ist indes unzulässig, wenn gerade diese Begründung als unzu-
treffend gerügt wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_183/2018 vom 31. Oktober 2018 E 1.). 
Falls das Gericht nachfolgend in diesem Sinne von der Verweisungsmöglichkeit Gebrauch 
macht, wird Art. 82 Abs. 4 StPO jeweils nicht mehr separat aufgeführt.

II. Landesverweisung 

1. Sachverhalt 

1.1 Der Beschuldigte wurde am tt.mm.2003 in C.________ geboren. Seine Eltern waren in den 
Jahren zuvor unter einem nicht aktenkundigen Einreise- oder Aufenthaltstitel aus der Bun-
desrepublik Jugoslawien in die Schweiz zugezogen. Der Beschuldigte ist in der Schweiz auf-
gewachsen und besuchte Kindergarten, Primarschule und anschliessend die Realschule im 
Schulhaus H.________ in C.________ (act. 10/4 S. 22 f. [4A 2019 147]).

1.2 Mit Strafbefehl vom 11. Dezember 2019 wurde der damals 16-jährige Beschuldigte vom Ju-
gendanwalt des Kantons Zug (1.) der mehrfachen, teilweise qualifizierten und teilweise ver-
suchten Erpressung gemäss Art. 156 Ziff. 1 und 2 StGB, (2.) der Drohung gemäss Art. 180 
Abs. 1 StGB, (3.) der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB sowie der mehrfachen Por-

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nographie gemäss Art. 197 Abs. 1 und 4 StGB schuldig gesprochen. Aus den Verfahrensak-
ten ergibt sich, dass der Beschuldigte damals ab Anfangs Januar 2019 bis am 2. März 2019 
bei seinen Mitschülern im Schulhaus H.________ zusammen mit anderen Personen Schutz-
gelder erpresste. Demnach hat der Beschuldigte in insgesamt drei Fällen andere Schüler an-
gesprochen und diese aufgefordert, ihm Geld zu zahlen, damit er sie beschütze. Vor diesem 
Kontext bedrängte der Beschuldigte seine Opfer und drohte, dass er sie zusammenschlagen 
oder umbringen würde. Im Dezember 2018 umzingelte der Beschuldigte zusammen mit sei-
nen Kollegen ein weiteres Opfer und drohte diesem aggressiv, er würde es kaputtschlagen, 
bis es tot sei. In einem weiteren Fall im Januar 2019 schlug der Beschuldigte einen anderen 
Schüler mit der Hand gegen den Kopf. Im Rahmen der Untersuchung konnte ferner festge-
stellt werden, dass der Beschuldigte verbotene Gewaltdarstellungen (konkret: [1.] Schwein 
wird mit einer Latte erschlagen; [2.] ein Huhn wird mit einer Steinschleuder getötet; [3.] 
Schlägereien mit eindringlicher Gewaltdarstellung; [4.] lebende Schweine werden angezün-
det; [5.] Frau wird mit Machete geköpft; [6.] Mann stürzt sich von Turm und schlägt am Boden 
auf) und verbotene Pornographie (konkret: [1.] Penetration von fünfjährigem Mädchen; [2.] 
Penetration von Frau durch Hund; [3.] Penetration von Esel durch Mann; [4.] Penetration von 
Mann durch Eber; [5.] Junge onaniert auf schlafenden Mann) auf seinem Mobiltelefon ge-
speichert hatte (SE GD 5/2). 

1.3 Im Rahmen des vom Jugendanwalt geführten Verfahrens gegen mehrere Realschüler des 
Schulhauses H.________ wegen Schutzgelderpressung wurde der Beschuldigte vom 
2. März 2019 bis am 2. April 2019 in Untersuchungshaft versetzt. Im Rahmen des Untersu-
chungsverfahrens wurde am 30. September 2019 ein forensisch-psychologisches Gutachten 
über den Beschuldigten erstellt. Dieses hielt fest, dass der Beschuldigte in wesentlichen Le-
bensbereichen wie Schule und Familie eine unauffällige Entwicklung gezeigt habe. Er sei 
leistungsbewusst, gut beziehungsfähig und habe eine angemessene Vorstellung über seine 
berufliche Entwicklung und Zukunft. Der Beschuldigte habe indessen ein verstärktes Gel-
tungsbedürfnis, wobei er in der Freizeit aggressive, dominante und gewaltaffine Einstellun-
gen an den Tag gelegt habe. Daraus lasse sich auf Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung 
schliessen. Es würden in der Persönlichkeitsstruktur des Beschuldigten Anzeichen von (1.) 
Geltungsstreben, (2.) aggressiver Reaktionsbereitschaft, (3.) punktueller Reizbarkeit, (4.) 
Mängeln im Emotionserleben, (5.) passiv-reaktiver Dissozialität und (6.) Gewaltaffinität als 
kriminogene Risikoeigenschaften vorliegen. Prosoziale Lebenskonzepte seien vorhanden, 
indessen ungenügend verankert; es bestehe eine gesteigerte passive Empfänglichkeit für de-
liktsrelevante Auslöser. Es sei sodann eine Gewaltaffinität erkennbar. Die psychische Ge-
sundheit des Beschuldigten sei indessen intakt. Beim Beschuldigten würde sodann die Ge-
fahr neuerlicher Straftaten bestehen, dies wegen des Reifedefizits und den vorliegenden Ri-
sikoeigenschaften. Die legalprognostischen Risiken für Erpressungen, Drohungen, Besitz 
von Gewaltdarstellungen und Tätlichkeiten seien moderat, das Risiko für den Besitz von ille-
galer Pornographie hingegen gering (act. 10/4 S. 48, 57-59 [4A 2019 147]).  

1.4 Aus dem Gutachten vom 30. September 2019 ergibt sich weiter, dass die Familie des Be-
schuldigten jeden Sommer im Kosovo ihre Ferien verbringen würde, wo seine Grossmutter 
und sein Onkel leben würden (act. 10/4 S. 22 [4A 2019 147]). Der Beschuldigte erläuterte 
dem Gutachter, dass er in seinen Sommerferien 2018 im Kosovo eine junge Frau kennenge-
lernt habe und sie zusammengekommen seien. Aufgrund des Widerstands der Familie und 

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der Distanz zwischen den beiden nach den Ferien sei die Beziehung dann aufgelöst worden 
(act. 10/4 S. 24 [4A 2019 147]). 

1.5 Der Beschuldigte wurde am 2. April 2019 aus der Untersuchungshaft entlassen und besuchte 
weiterhin die Realschule im Schulhaus H.________, wo er die Oberstufe abschloss. Im An-
schluss begann er am 15. August 2019 die Lehre als Automobilfachmann bei der 
I.________, welche er im Jahr 2022 abschloss. Zurzeit bildet sich der Beschuldigte als Au-
tomobilmechatroniker weiter (SE GD 15/3/3). 

1.6 Am 30. September 2021 wurde der Beschuldigte von der Zuger Polizei wegen Verdachts auf 
Drogenhandel verhaftet und nach zwei Tagen vorläufiger Festnahme am 1. Oktober 2021 
wieder aus der Haft entlassen (vgl. OG GD 1, Abschnitt Überblick über das Verfahren, S. 2). 
Mit Urteil vom 4. Mai 2023 wurde der Beschuldigte rechtskräftig von der Vorinstanz der quali-
fizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c und 
d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig gesprochen. 

1.7 Nach den rechtskräftigen Feststellungen der Vorinstanz kaufte der Beschuldigte im Restau-
rant Podium 41 in Zug zwischen dem 20. August 2021 und dem 30. September 2021 von ei-
ner nicht näher bestimmbaren Person total drei Lieferungen von 50 Gramm Kokaingemisch 
(reines Kokain: 36,5 Gramm) zum Gesamtpreis von CHF 3'850.00 zum alleinigen Zweck des 
Weiterverkaufs. Der Beschuldigte verkaufte im genannten Zeitraum 28,4 Gramm des Ko-
kaingemisches (reines Kokain: 20 Gramm) an verschiedene Abnehmer zum Preis von 
CHF 50.00 für 0,4 Gramm und CHF 100.00 für 0,7 Gramm. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung 
am 30. September 2021 besass der Beschuldigte überdies total 21,6 Gramm Kokaingemisch 
(reines Kokain: 16,5 Gramm) mit der Absicht des Weiterverkaufs (vgl. OG GD 1 E. II.3. 
Ziff. 3.1 ff. S. 10 f.). 

1.8 Gemäss Leumundsbericht der Zuger Polizei vom 28. Juni 2023 wurde der Beschuldigte vom 
16. Juni 2017 bis am 30. September 2021 14-mal in polizeilichen Berichten erwähnt, v.a. im 
Zusammenhang mit Ermittlungsverfahren und Personenkontrollen. Ferner wurde die Staats-
angehörigkeit der Familienmitglieder des Beschuldigten ermittelt (OG GD 8).  

1.9 Der Beschuldigte wurde von der Staatsanwaltschaft (act. 13/6), von der Vorinstanz (SE GD 
15/1) wie auch an der Berufungsverhandlung zum Antrag eines Landesverweises befragt 
(OG GD 14). An der Berufungsverhandlung sagte der Beschuldigte im Wesentlichen aus, 
dass er in seiner Jugend Schutzgelderpressungen begangen habe, was ihm sehr leid tue. 
Dass er danach innert der Probezeit als Kokainhändler aufgetreten sei, liege seiner Ansicht 
nach daran, dass die Jugendstrafe keinen Eindruck hinterlassen habe und er die Konse-
quenzen nicht erkannt habe. Das Kokain habe er im Restaurant Podium 41 gekauft, das sei 
ein "kleines Drogenloch" dort, wo man alles, was man wolle, kriege. Das Geld für den Ko-
kainkauf habe er erspart, bzw. sich teilweise geliehen, vom Dealer selber. Die Autoprüfung 
habe nichts mit dem Kokainhandel zu tun, die habe ihm der Betrieb (I.________) finanziert. 
Trotz Vorhalt, dass harte Drogen menschliche Existenzen zerstören können, teilte der Be-
schuldigte erneut mit, dass er es nicht für nötig finde, den Lieferanten der Drogen zu nennen. 
Er habe nicht lange mit Drogen handeln wollen, er habe von sich aus aufhören wollen, dann 
sei aber die Verhaftung gekommen. Das Geld aus dem Drogenhandel habe er für seinen Le-
bensunterhalt gebraucht, teilweise auch für den Ausgang. Er wohne zurzeit noch bei seinen 

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Eltern, weil er ein Familienmensch sei. Sein Kollegenkreis sei gemischt, seine stärkste Be-
zugsperson sei sein Vater. In der Moschee, die er besuche, sei es "multikulti". Der Beschul-
digte stamme aus F.________ in der Republik Kosovo und sein Onkel und seine Grossmut-
ter würden ebenfalls dort leben. Sein Onkel wolle zwar wegziehen, verfüge aber über keine 
Aufenthaltsbewilligung im Ausland. Der Rest seiner Verwandten wohne in Belgien oder in der 
Schweiz. Er sei in den Jahren 2022 und 2023 im Kosovo in den Ferien gewesen. Wenn sie in 
F.________ seien, würden sie bei entfernteren Verwandten wohnen. Diese verfügten über 
eine Wohnung, die im Sommer jeweils frei sei und die einmal ihrem Urgrossvater gehört ha-
be. Er achte die Schweizer Gesetze und die Schweizer Bundesverfassung, wisse aber nicht 
genau, was die Bundesverfassung sei. Er verdiene zurzeit CHF 2'750.00 pro Monat, den VW 
Golf habe er verkauft. Er mache zurzeit die Lehre als Mechatroniker bei der I.________ AG, 
wobei er nicht beurteilen könne, ob er sein fachliches Wissen im Kosovo auch einsetzen 
könnte (OG GD 14). 

2. Rechtliche Grundlagen 

2.1 Gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB verweist das Gericht den Ausländer, der wegen einer 
qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz schuldig gesprochen wurde, 
unabhängig von der Höhe der Strafe für die Zeitdauer von 5-15 Jahren aus der Schweiz. 
Nach Art. 66a Abs. 2 StGB kann vom Landesverweis nur ausnahmsweise abgesehen wer-
den, wenn er einen persönlichen schweren Härtefall bewirken würde und die öffentlichen In-
teressen an der Landesverweisung gegenüber den privaten Interessen des Ausländers am 
Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen. Dabei ist der besonderen Situation von Auslän-
dern Rechnung zu tragen, die in der Schweiz geboren oder aufgewachsen sind. 

2.2 Die sog. Härtefallklausel gemäss Art. 66a Abs. 2 StGB dient der Umsetzung des Verhältnis-
mässigkeitsprinzips und soll augenfällig stossende Ergebnisse abwenden. Sie ist restriktiv 
anzuwenden. Dabei ist anhand der gängigen Integrationskriterien eine Einzelfallprüfung vor-
zunehmen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung lässt sich zur Prüfung des Härte-
falls im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB der Kriterienkatalog der Bestimmung über den 
schwerwiegenden persönlichen Härtefall in Art. 31 Abs. 1 der Verordnung vom 24. Oktober 
2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE; SR 142.201) heranziehen. Zu 
berücksichtigen sind namentlich der Grad der persönlichen und wirtschaftlichen Integration, 
die Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, die Respektierung der Werte der 
Bundesverfassung, die Sprachkompetenzen, die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am 
Erwerb von Bildung. Ferner sind die familiären Bindungen des Ausländers in der Schweiz 
bzw. in der Heimat zu würdigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_75/2020 vom 19. Januar 
2021 E. 2.2, 6B_1474/2019 vom 23. März 2020 E. 1.2). 

3. Subsumption betreffend persönlicher schwerer Härtefall 

3.1 Der Beschuldigte wurde der Widerhandlung gegen Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG i.V.m. 
Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG und damit einer sog. Katalogstraftat nach Art. 66a Abs. 1 lit. o 
StGB schuldig gesprochen. 

3.2 Der Beschuldigte hat zum Zeitpunkt der Berufungsverhandlung sein 20. Altersjahr vollendet. 
Er wohnt zurzeit aus finanziellen Gründen noch bei seinen Eltern. Unter das Recht auf Ach-

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tung des Familienlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK fällt primär die sog. Kernfamilie, d.h. ei-
ne intakte und gelebte Gemeinschaft aus Ehegatten mit den minderjährigen Kindern. Darü-
ber hinaus könnte allenfalls ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis oder eine besondere 
emotionale Bindung gegenüber den Eltern oder Geschwistern einen Anspruch einer erwach-
senen Person nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK begründen (Urteil des Bundesgerichts 6B_300/2020 
vom 21. August 2020 E. 3.4.3; Urteil des Bundesgerichts 6B_1144/2021 vom 24. April 2023 
E. 1.4.3). Solche besonderen Verhältnisse werden nicht dargetan und sind auch nicht er-
sichtlich, zumal der Beschuldigte primär aus finanziellen Gründen noch bei seinen Eltern 
wohnt. Beim erwachsenen, kinderlosen und unverheirateten Beschuldigten liegen keine 
Gründe vor, welche ein Anwesenheitsrecht gestützt auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK rechtfertigen 
könnten. Der Beschuldigte kann sich vorliegend als Staatsangehöriger der Republik Kosovo 
mit einer Niederlassungsbewilligung in der Schweiz nicht auf ein völkerrechtlich verankertes 
Bleiberecht berufen (bspw. Art. 8 Ziff. 1 EMRK, Genfer Flüchtlingskonvention, Freizügigkeits-
abkommen [FZA], UN-Kinderrechtskonvention etc.). 

3.3 Gesamthaft gewürdigt muss einleitend festgehalten werden, dass dem Umstand, dass der 
Beschuldigte in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist, bei der Würdigung eines schwe-
ren persönlichen Härtefalls zwar eine hohe, nicht aber eine alleinentscheidende Bedeutung 
zukommt (BGE 146 IV 105 E. 3.4.4; Urteil des Bundesgerichts 6B_1123/2020 vom 2. März 
2021 E. 3.3.4). Bereits aus dem Gesetzeswortlaut von Art. 66a Abs. 2 StGB ergibt sich, dass 
nicht bei jeder Person, die in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist, automatisch ein 
schwerer persönlicher Härtefall anzunehmen wäre. 

3.3.1 Betreffend die wirtschaftliche Integration, die Teilnahme am Wirtschaftsleben oder am Er-
werb von Bildung kann dem Beschuldigten attestiert werden, dass sein Berufsleben bislang 
erfolgreich verläuft und er sich mit Abschluss einer Lehre als Automechaniker (Automobil-
fachmann) positiv entwickelte. Die Chancen für eine längerdauernde, erfolgreiche wirtschaft-
liche Integration sind beim Beschuldigten intakt, zumal er sich, soweit ersichtlich, für seine 
Arbeit interessiert und in der Lage ist, ausreichende Bemühungen zu unternehmen, um sein 
erwünschtes Ziel zu verfolgen. Dies ergibt sich auch ohne weiteres aus den Zeugnissen bzw. 
Schreiben, welche der amtliche Verteidiger an der Berufungsverhandlung einreichte (OG GD 
14/2; 14/2/1).

3.3.2 Auch die persönliche Integration und die Sprachkompetenzen des Beschuldigten sind 
grundsätzlich positiv zu werten. So spricht er Schweizerdeutsch und hat sich mit einem Ab-
schluss der Realschule schulisch integriert. Darüber hinaus ist indessen beim Beschuldigten 
keine herausragende Integration zu beobachten, zumal der Bekanntenkreis des Beschuldig-
ten soweit ersichtlich weitgehend aus Personen besteht, die ebenfalls aus dem Balkan 
stammen oder einen entsprechenden Migrationshintergrund haben (OG GD 8 S. 2 f.; OG GD 
14). Seine Familienangehörigen sind ebenfalls allesamt kosovarische Staatsangehörige (OG 
GD 8 S. 2). Der Beschuldigte, der seine Freizeit mit Training im Fitnesscenter, Thaiboxen 
und Moscheebesuchen verbringt, nimmt auch nicht aktiv oder passiv am Schweizer Vereins-
leben teil und zeigt auch kein erkennbares Interesse an der Schweizer Kultur, der Politik oder 
dem Brauchtum. Eine vertiefte Befragung des Beschuldigten an der Berufungsverhandlung 
zum Thema, inwiefern er die Werte der Bundesverfassung achtete, war nur erschwert mög-
lich, da er die Bundesverfassung nicht kannte. Verbindungen zur Kultur im Kosovo bestehen 
demgegenüber aufgrund seiner Herkunft, seiner Sprache, seiner Religion, seiner Kontakte 

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innerhalb der Familie, seines Freundeskreises sowie seiner Besuche in der Region. Sie sind 
indessen aufgrund seines in zeitlicher Hinsicht schwergewichtigen Aufenthalts in der Schweiz 
ebenfalls als nicht besonders stark zu werten. 

3.3.3 Bei der Gesetzesnachachtung und mithin beim Themenbereich Ordnung und Sicherheit hin-
terlässt der Beschuldigte offensichtlich ein negatives Bild. Kurz vor seinem 16. Geburtstag 
beging er eine qualifizierte Erpressung (mehrere Schutzgelderpressungen) zum Nachteil sei-
ner Mitschüler im Schulhaus H.________ und damit eine Straftat, welche gemäss Art. 66a 
Abs. 1 lit. c StGB als Katalogstraftat bei einem Erwachsenen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu 
einer Landesverweisung geführt hätte. Darüber hinaus beging der Beschuldigte weitere Ver-
gehen, wie der Besitz von illegalen Dateien mit Bild- oder Videodarstellungen der Enthaup-
tung einer Frau, dem Verbrennen von Schweinen, der Penetration eines Menschen durch ei-
nen Eber oder der Penetration eines ca. fünfjährigen Mädchens, welche nicht mehr leicht 
wiegen können. Dabei ist auch zu würdigen, dass der Beschuldigte vom Jugendanwalt für 32 
Tage in Untersuchungshaft versetzt und eine ambulante Massnahme nach Art. 14 JStG an-
geordnet werden musste. Die entsprechenden Massnahmen hinterliessen keine Wirkung, 
wurde der Beschuldigte doch erneut während seiner Freizeit – und zusätzlich während der 
laufenden Probezeit der bedingt ausgesprochenen Strafe des Jugendanwalts vom 11. De-
zember 2019 – straffällig. Diesbezüglich ist wesentlich, dass der Beschuldigte nicht nur mit 
einer qualifizierten Menge an Kokain handelte, sondern dass er sich überdies professionell 
einrichtete, um diese deliktische Tätigkeit für längere Zeit mit der Absicht einer regelmässi-
gen Erzielung von Einnahmen auszuüben. So verfügte der Beschuldigte über Lieferanten, 
Abnehmer, Waagen und Verpackungsmaterial und kommunizierte mittels Snapchat (d.h. eine 
Chat-Applikation, welche automatisiert Nachrichten löscht), um elektronische Spuren seiner 
Tätigkeit zu verwischen. Die Aussagen des Beschuldigten an der Berufungsverhandlung, 
dass er aus eigenem Antrieb mit dem Kokainhandel aufhören wollte, sind ferner unglaubhaft, 
zumal er in flagranti bei einer Kokainübergabe an J.________ verhaftet wurde. Einziges Mo-
tiv des Beschuldigten beim Kokainhandel war dabei sein Wunsch, möglichst viel Geld zur 
Bestreitung des eigenen Lebensunterhalts zu erlangen, zumal er nicht selber Betäubungsmit-
tel konsumierte. Mögliche Folgen seines Handelns für konkrete Individuen wie auch die 
Schweizer Gesellschaft interessierten ihn nicht. Entsprechend bestätigte der Beschuldigte 
mit seinen Drogenhandelsaktivitäten eine nicht unerhebliche Geltungssucht sowie eine Dis-
sozialität hinsichtlich der Bedürfnisse der Gesellschaft und anderer Menschen. Er unterstrich 
damit letztlich erneut mehrere bereits im Gutachten vom 30. September 2019 festgestellte 
Risikofaktoren. Die Beachtung von Sicherheit und Ordnung durch den Beschuldigten in sei-
ner Freizeit steht insgesamt in klarem Kontrast zu seiner guten beruflichen Integration am 
Arbeitsplatz. Diese Umstände sprechen mithin gegen einen persönlichen schweren Härtefall. 

3.3.4 An diesen Feststellungen ändert auch die Argumentation der amtlichen Verteidigung nichts. 
Es trifft zu, dass der Beschuldigte, bei dem insgesamt 16,5 Gramm reinen Kokains aufgefun-
den wurden, nach seiner Verhaftung den Verkauf von weiteren 20 Gramm reinen Kokains 
zugestand. Ob dieses Geständnis die akkurate Menge an verkauftem Kokain umfasste, steht 
nicht mit Sicherheit fest; mangels anderer Angaben stellte die Vorinstanz auf dieses Ge-
ständnis ab. Weitere Ermittlungen bei den Lieferanten des Kokains waren nicht möglich, da 
der Beschuldigte deren Namen nicht nannte. Die trotzdem erstellte, grundsätzliche Koopera-
tion des Beschuldigten wurde von der Vorinstanz auch korrekterweise im Umfang von einem 
Viertel der Einsatzstrafe strafsenkend gewürdigt. Dass nun der Beschuldigte wegen des Ge-

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ständnisses mit einem Landesverweis "bestraft" worden wäre und seine "Ehrlichkeit" gegen 
ihn verwendet würde, ist nicht zutreffend. Insbesondere die Annahme, dass dem Beschuldig-
ten die zu Beginn des Verfahrens zugestandenen Drogenhandelsaktivitäten ansonsten nicht 
nachgewiesen worden wären, ist spekulativ. Aufgrund der Sicherstellungen an der Haus-
durchsuchung konnte dem Beschuldigten bereits der Besitz von 16,5 Gramm reinen Kokains 
nachgewiesen werden. Dies liegt nur unweit von der 18-Gramm-Grenze gemäss der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung entfernt. Hätte der Beschuldigte nicht kooperiert, wäre Un-
tersuchungshaft wegen Kollusionsgefahr möglich geworden. Die Polizei hätte sich aufgrund 
des Drogenfunds zudem zu umfangreichen Ermittlungen bei den Abnehmern veranlasst ge-
sehen. Der Ausgang dieser Ermittlungen wäre offen gewesen. Entsprechende Hypothesen 
sind letztlich vorliegend nicht nötig. Es ist gesetzlich nicht vorgesehen, wegen eines Ge-
ständnisses von einer Landesverweisung abzusehen. Das Geständnis und die Kooperation 
sind im Rahmen der Härtefallprüfung bei der Legalprognose zu würdigen, wobei diesbezüg-
lich aber andere Faktoren, insbesondere die nicht unerhebliche Jugendstrafe und die Delin-
quenz während der Probezeit, als bedeutsamer erscheinen. 

3.3.5 Ebenfalls ist der amtlichen Verteidigung nicht zu folgen, wenn sie sich darauf beruft, dass die 
Vorinstanz dem Beschuldigten den bedingten Strafvollzug gewährte, was dafür spreche, 
dass der Beschuldigte nicht mehr straffällig werde. Denn dies basierte auf der gesetzlichen 
Konzeption von Art. 42 Abs. 1 StGB, wonach eine günstige Prognose vermutet wird (BGE 
134 IV 1). Bei der Prüfung einer Landesverweisung fällt es hingegen grundsätzlich nicht ins 
Gewicht, ob die Strafe bedingt oder unbedingt ausgesprochen wird (BGE 146 IV 105 
E. 3.4.1). Bei einer Härtefallprüfung hinsichtlich eines Landesverweises sind andere, strenge-
re Kriterien massgeblich als bei der Prüfung der Bewährungsaussichten (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_460/2021 vom 9. Juni 2021 E. 5.4; Urteil des Bundesgerichts 6B_736/2019 vom 
3. April 2020 E. 1.2.2). 

3.4 Ferner sind die familiären Bindungen des Ausländers in der Schweiz bzw. in der Heimat zu 
würdigen. Diesbezüglich trifft es zu, dass ein grosser Teil der Verwandtschaft des Beschul-
digten in der Schweiz wohnt, was recht stark zugunsten eines schweren persönlichen Härte-
falls zu gewichten ist. Allerdings wohnen zurzeit noch ein Onkel und eine Grossmutter in der 
Republik Kosovo. Ferner geht die Familie des Beschuldigten praktisch jeden Sommer in den 
Kosovo in die Ferien, wo sie in der Stadt F.________ über eine Unterkunft der Familie verfü-
gen kann. 

3.5 Gesamthaft gewürdigt kann dem Beschuldigten, insbesondere wegen seinen Bemühungen 
zu einer beruflichen Integration und seiner Geburt in der Schweiz, mit der Vorinstanz noch 
ein Härtefall im Sinne von Art. 66a Abs. 2 StGB attestiert werden. 

4. Interessenabwägung 

4.1 Bei einem schweren persönlichen Härtefall hat die Landesverweisung gemäss Art. 66a 
Abs. 2 StGB trotzdem zu erfolgen, wenn das öffentliche Interesse an einer Landesverwei-
sung die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem Verbleib in der Schweiz 
überwiegen. Gemäss Bundesgericht ist insbesondere bei Straftaten gegen das Betäubungs-
mittelgesetz ein hohes öffentliches Interesse an einer Landesverweisung zu sehen und im 

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Rahmen der Interessenabwägung rigoros vorzugehen (BGE 139 I 145 E. 2.5; Urteil des Bun-
desgerichts 6B_399/2021 vom 13. Juli 2022 E. 1.3.4 und Urteil des Bundesgerichts 
6B_1124/2021 vom 16. Dezember 2022 E. 3.2.1). Dies gilt umso mehr, wenn weitere Vor-
strafen vorliegen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1124/2021 vom 16. Dezember 2022 
E. 3.2.1; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 6B_513/2021 vom 31. März 2022 E. 1.5.3). 

4.2 Bei den privaten Interessen, welche der Beschuldigte gegen eine Landesverweisung vorbrin-
gen kann, ist vorab zu würdigen, dass er in der Schweiz geboren wurde und bis auf Ferien-
aufenthalte im Sommer in der Republik Kosovo sein Leben mehrheitlich in der Schweiz ver-
brachte. Auch ein grosser Teil seiner Verwandtschaft ist in der Schweiz. Diese Umstände 
sind naturgemäss gewichtig. Dies relativiert sich andererseits dadurch, dass der 20-jährige 
Beschuldigte ein vollumfänglich arbeitsfähiger, unverheirateter, ungebundener und erwach-
sener Mann ist, der weder von seiner Verwandtschaft abhängig ist, noch diese auf ihn ange-
wiesen ist. Der Beschuldigte will auch gar nicht von anderen Personen abhängig sein 
(SE GD 15/1 S. 4). Der Beschuldigte ist mithin in einem Alter, wo neue Bindungen leicht fal-
len, wobei es in einer globalisierten Welt auch nicht unüblich ist, dass eine langfristige Tren-
nung von Bekannten über Landesgrenzen hinweg erfolgt. Zwar mögen die familiären Bin-
dungen des Beschuldigten zu seiner Familie eng sein. Ein aussergewöhnlich enges Verhält-
nis ist aber nicht festzustellen. In rechtlicher Hinsicht reichen übliche familiäre und emotiona-
le Beziehungen eines erwachsenen Mannes zu Freunden und Verwandten nicht aus, um 
trotz einschlägiger Delinquenz einen Aufenthaltsanspruch zu begründen (Urteil des Bundes-
gerichts 6B_680/2018 vom 19. September 2018 E. 1.5). So ist es vorliegend ohne weiteres 
möglich, dass verwandtschaftliche Beziehungen weiterhin – zwar eingeschränkt, aber immer 
noch angemessen ausführbar – über soziale Medien, Internet und Besuche in der Republik 
Kosovo oder anderswo gepflegt werden können. Dabei kann auch gewürdigt werden, dass 
die Familienangehörigen des Beschuldigten kosovarische Staatsangehörige sind, welche das 
Land regelmässig besuchen und allenfalls auch wieder dorthin zurückkehren könnten. 

4.3 Weiter spricht für das private Interesse des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz, dass 
er bei der I.________ eine Lehre als Automobilfachmann abschloss und zurzeit eine Zu-
satzausbildung als Automobilmechatroniker absolviert. Der Verlust dieser selber erarbeiteten 
Zusatzausbildungsstelle ist gewichtig. Allerdings ist auch dies zu relativieren, da der Be-
schuldigte im Automobilbereich eine Schweizer Lehre absolviert und eine entsprechende 
Fachkunde erworben hat, welche in der Republik Kosovo von erheblichem Vorteil sein wird. 
Auch wenn den Beschuldigten der Verlust der Stelle privat zumindest kurzfristig hart trifft, 
wären aufgrund seiner absolvierten Ausbildung seine beruflichen Aussichten in einer Autoga-
rage oder -werkstatt in der Republik Kosovo keineswegs aussichtslos. So ist die Ausübung 
des Berufs als Automechanikers nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Zwar trifft es zu, 
dass in der Republik Kosovo zurzeit in ökonomischer Hinsicht nicht derart prosperierende 
Verhältnisse herrschen wie in der Schweiz. Solche Unterschiede bei den makroökonomi-
schen Verhältnissen bestehen jedoch zwischen der Schweiz und den meisten anderen 
Volkswirtschaften. Die Unterschiede sind dynamisch und verändern sich mittel- und langfris-
tig. Das unterschiedliche wirtschaftliche Niveau von der Schweiz zu Drittländern ist damit 
grundsätzlich unbeachtlich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_1024/2019 vom 29. Januar 
2020 E. 1.3.6; Urteil des Bundesgerichts 6B_1454/2021 vom 26. Mai 2023 E. 6.4.4). Sodann 
sind die Behauptungen des Beschuldigten, im Kosovo würden kriegsähnliche Zustände herr-
schen, nicht zu hören. Angesichts des Umstandes, dass der Beschuldigte dort praktisch je-

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des Jahr die Ferien verbringt, ist dieses Argument trölerisch, zumal der Kosovo migrations-
rechtlich seit langem als "safe country" gilt, wo weder Bürgerkrieg noch allgemeine Gewalt 
herrschen (vgl. bspw. Urteil des Bundesverwaltungsgericht E-910/2021 vom 4. Mai 2021 
E. 9.5). 

4.4 Ferner muss an dieser Stelle auch gewürdigt werden, dass seitens der Justiz durchaus auch 
die Erwartung aufgestellt werden darf, dass sich ein Einwohner der Schweiz im Rahmen sei-
ner Möglichkeiten für seinen Unterhalt selber aufkommt und auch entsprechende Weiterbil-
dungen absolviert, weswegen der positiven beruflichen Entwicklung des Beschuldigten keine 
alles andere überragende Gewichtung zukommen kann (Urteil des Bundesgerichts 
6B_513/2021 vom 31. März 2022 E. 1.4.2). 

4.5 Weitere erheblich zu gewichtende private Interessen (ausser den in Ziff. 4.2 und 4.3 genann-
ten), insbesondere kultureller Art oder betreffend besondere Bindungen zur Schweiz, beste-
hen beim Beschuldigten nicht. Vielmehr bestehen in dieser Hinsicht ausgeprägte Verbindun-
gen des Beschuldigten zur Republik Kosovo. So spricht der Beschuldigte den in der Republik 
Kosovo verbreiteten gegischen Dialekt der albanischen Sprache, stammt aus einer (kosovo-) 
albanischen Familie, kennt das Land von zahlreichen Ferienaufenthalten, praktiziert aktiv die 
Mehrheitsreligion des Landes und ist damit insgesamt mit der Kultur der Republik Kosovo 
bestens vertraut. Die Lage des Beschuldigten ist nicht ansatzweise vergleichbar mit der Lage 
einer Person aus einer im Heimatland marginalen und auch marginalisierten religiösen oder 
ethnischen Minderheit, welche sich in ihrem Heimatland kaum Hoffnungen auf ein prosperie-
rendes Leben machen kann (bspw. Hazara, Aramäer oder Jesiden). Darüber hinaus verfügt 
der Beschuldigte auch insbesondere mit seinem als Maler arbeitstätigen Onkel sowie der bei 
seiner entfernten Familie verfügbaren Unterkunft in F.________ über einen zumindest rudi-
mentären Empfangsraum in der Republik Kosovo (vgl. SE GD 15/1 S. 4), was im Rahmen 
der Abwägung regelmässig eher für eine Landesverweisung spricht (Urteil des Bundesge-
richts 6B_207/2022 vom 27. März 2023 E. 1.5.4). In diesem Zusammenhang hat der Be-
schuldigte bei der Vorinstanz betont, wie eng seine Familie zusammenhalte und sie sich ge-
genseitig helfen würden (SE GD 15/1 S. 2), weswegen zu erwarten ist, dass der entspre-
chende Empfangsraum zumindest für die initiale Umgewöhnungsphase ausreichend sein 
wird. So war der Beschuldigte letztlich auch bei seinem Aufenthalt in den Sommerferien im 
Kosovo im Jahr 2018 in der Lage, eine romantische Beziehung zu einer Einwohnerin der Re-
publik Kosovo einzugehen, was seine Vertrautheit mit und sein einfacher Zugang zur lokalen 
Bevölkerung untermauert. 

4.5 Beim öffentlichen Interesse gilt zu würdigen, dass der Handel mit sog. harten Drogen ein ge-
sellschaftliches Übel darstellt. 

4.5.1 Sofern die amtliche Verteidigung ausführt, Kokain sei eine sog. Yuppie-Droge, welche als 
Statusmerkmal der Reichen gelte, so widerspricht dies den Erfahrungen des Gerichts und 
auch den Akten. So war einer der Abnehmer des Beschuldigten ein junger Kroate, der als 
Logistiker soweit ersichtlich nicht als reiche Person bezeichnet werden kann (act. 1/2/2). Der 
andere Abnehmer war ein italienischer Detailhandelsassistent, der bei seinem Vater lebt und 
gemäss seinen finanziellen Auskünften auch nicht in die Kategorie einer besonders reichen 
Person fallen dürfte (act. 1/2/4). Ferner ist allgemein bekannt, dass Kokain – unabhängig 
vom finanziellen Status des Konsumenten – sehr schnell süchtig macht und sich eine physi-

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sche und psychische Abhängigkeit vom Stoff entwickelt, welche häufig eine Vielzahl von per-
sönlichen Problemen verursacht oder mitverursacht. Dass Kokain in der allgemeinen Wahr-
nehmung nicht wie bspw. Heroin mit offenem Suchtelend ("Platzspitz") assoziiert wird, ändert 
nichts an der hohen Gefährlichkeit von Kokain, welche in diversen Urteilen des Bundesge-
richts in den letzten Jahrzehnten bestätigt wurde (vgl. dazu BGE 109 IV 143 E. 3b.; BGE 120 
IV 334 E. 2a und BGE 145 IV 312 E. 2.1.3). 

4.5.2 Es mag sein, dass es neben Gelegenheitskonsumenten von Kokain auch Personen gibt, die 
trotz Drogensucht gesellschaftlich und beruflich zumindest eine gewisse Zeit lang funktional 
leben können. Es ist aber auch bekannt, dass der regelmässige Konsum von harten Drogen 
statistisch mit schweren (Gewalt-)Straftaten sehr stark korreliert und zwar auf der Täterseite 
wie auch auf der Opferseite (vgl. dazu Walser/Biberstein/Kilias, Alkohol und Gewalt, Studie 
für das Bundesamt für Gesundheit, 24.06.2014. S. 4 und S. 35 f. sowie S. 40 Ziff. 4 und 5; 
abrufbar unter: www.bag.admin.ch /bag/de/home/gesund-leben/sucht-und-
gesundheit/alkohol/soziale-folgen/gewalt.html; Dokument "Bericht Sekundäranalyse von Da-
ten aus Opfer- und Täterbefragungen"; besucht am: 14.09.2023). Ebenfalls ist allgemein be-
kannt, dass Suchtbetroffene (insb. bei Kokain und Opioiden) einen sozialen Zerfall erfahren, 
welcher sich negativ auf Erwerbsfähigkeit, Leistungsfähigkeit, stabile Wohnsituation und psy-
chische Gesundheit auswirkt (vgl. Labhart/Maffli/Notari, La situation sociale des personnes 
touchées par une problématique d’addiction, 2021, S. 47 [abrufbar unter 
www.bag.admin.ch]). Drogensucht ist mithin potentiell geeignet, Menschen in der Schweiz 
und anderswo zu ruinieren und ins Elend zu treiben. Von diesen negativen Effekten werden 
naturgemäss auch Freunde, Verwandte und Familie der betroffenen Personen tangiert. 
Darüber hinaus fördert auch der Drogenhandel auf der untersten Hierarchiestufe letztlich in-
direkt die organisierte Kriminalität. 

4.5.3 Der Bekämpfung des Drogenhandels kommt folglich eine wesentliche gesellschaftliche Be-
deutung zu, was auch in gesetzlicher Hinsicht in den vergleichsweise hohen Sanktionen des 
Betäubungsmittelgesetzes Niederschlag gefunden hat und zu einem erheblichen öffentlichen 
Wegweisungsinteresse führt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_143/2019 vom 6. März 2019 
E. 3.4.2: "En l'espèce, les intérêts présidant à l'expulsion du recourant sont importants, dès 
lors que celui-ci s'est livré à un trafic de stupéfiants. A cet égard, on rappellera que la Cour 
européenne des droits de l'Homme estime que, compte tenu des ravages de la drogue dans 
la population, les autorités sont fondées à faire preuve d'une grande fermeté à l'encontre de 
ceux qui contribuent à la propagation de ce fléau […]"). Ferner sollen Drogenhändler gemäss 
dem unzweideutigen Wortlaut von Art. 121 Abs. 3 lit. a der Bundesverfassung, welcher am 
28. November 2010 von der Mehrheit von Volk und Ständen beschlossen wurde, unabhängig 
von ihrem ausländerrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht in der Schweiz verlieren. Die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung, bei Fällen von schweren Verstössen gegen das Betäu-
bungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG das öffentliche Interesse an einer Landes-
verweisung erheblich zu gewichten, basiert auf einem breiten gesellschaftlichen Konsens 
(wobei sogar der Beschuldigte an der Berufungsverhandlung bestätige, dass er die Aus-
schaffung von Drogenhändlern richtig fände, vgl. OG GD 14 S. 14, Ziff. 73 f.) und ist insge-
samt nachvollziehbar und überzeugend. 

4.5.4 Im vorliegenden Fall hat der Beschuldigte ca. das Doppelte des Grenzwerts von 18 Gramm 
reinen Kokains gehandelt und/oder besessen. Diese Menge reinen Kokains liegt in einem 

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Bereich, wo Landesverweisungen jeweils ausgesprochen werden (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 6B_1070/2018 vom 14. August 2019 E. 1.2 und E. 6.5.2 mit ca. 31,9 Gramm reinem 
Kokain oder Urteil des Bundesgerichts 6B_513/2021 vom 31. März 2022 E. 1.4.1 mit ca. 33 
Gramm reines Kokain). Vergleichsweise handelt es sich dabei nicht um eine besonders 
grosse Menge. Die Menge reinen Kokains ist indessen nicht alleine ausschlaggebend. Der 
entsprechende Handel mit Kokain des Beschuldigten entstand nicht aus einer entschuldba-
ren Notlage heraus und hatte auch keinen Gelegenheitscharakter. Der Beschuldigte hatte ei-
nen Lehrlingslohn, konnte bei seinen Eltern wohnen und ihm wurde Fahrzeugprüfung und 
das erste Auto von den Eltern und dem Arbeitgeber finanziert. So sagte der Beschuldigte 
denn auch aus, dass er mit den Erlösen aus dem Drogenhandel seinen Lebensunterhalt, 
mitsamt dem Ausgang, finanzierte. Der Beschuldigte, der selber keine Drogen konsumiert, 
handelte mithin aus Profitgier und wohl letztlich aus Geltungssucht. Darüber hinaus ist eben-
falls wesentlich, dass die Betäubungsmitteldelinquenz des Beschuldigten nicht ein isoliertes, 
aus verminderter Schuldfähigkeit oder einer sonstigen Kurzschlussreaktion heraus entstan-
denes Ereignis darstellt, sondern die Tätigkeit war sowohl langandauernd wie auch organisa-
torisch vorbereitet und gezielt geplant. Das Mass der Freiheit des Beschuldigten, sich gegen 
die Betäubungsmitteldelinquenz zu entscheiden, war vorliegend während der gesamten De-
liktsdauer sehr hoch. Auf mitigierende Umstände, bspw. ein eigenes Suchtverhalten, eine 
eingeschränkte Schuldfähigkeit, eine schwere persönliche Notlage oder dergleichen, kann 
sich der Beschuldigte wie dargelegt nicht berufen. Die Art der Tatausführung untermauert 
mithin das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung weiter.

4.6 Beim Beschuldigten spricht qualifizierend für das öffentliche Interesse an einer Landesver-
weisung, dass er bereits mit 16 Jahren wegen einer fortgesetzten Erpressung und mithin we-
gen einer Katalogstraftat gemäss Art. 66a Abs. 1 lit. c StGB verurteilt wurde. 

4.6.1 Da der Beschuldigte in der Probezeit zu dieser Jugendstrafe erneut wegen qualifiziertem 
Betäubungsmittelhandel verurteilt wurde, kann ihm diese Jugendstrafe durchaus entgegen 
gehalten werden (Urteil des Bundesgerichts 2C_50/2017 vom 22. August 2018 E. 6.3). Der 
Beschuldigte machte entsprechend auch nicht geltend, dass er damals aufgrund seines ju-
gendlichen Alters nicht verstand, dass er mit seinen Handlungen ein Unrecht gegenüber sei-
nen Mitschülern ausübte, was angesichts der Todesdrohung im Zusammenhang mit den Er-
pressungen auch nur schwer vorstellbar wäre. 

4.6.2 Das damalige Verhalten des Beschuldigten bei den Schutzgelderpressungen im Schulhaus 
H.________ war wie bereits dargelegt von einer starken Geltungssucht (bzw. einem Wunsch, 
die anderen Mitschüler zu dominieren und zu seinen abhängigen Vasallen zu machen) und 
mithin einer hohen Asozialität gegenüber seinen Mitschülern geprägt. Auch die weiteren 
Straftaten, insbesondere die Todesdrohung, die Gewaltvideos (welche ihm teilweise von sei-
nem ebenfalls an der Berufungsverhandlung anwesenden Vater zugesendet wurden) und der 
Besitz eines Bildes, welches die Penetration eines ca. fünfjährigen Mädchens zeigt, unter-
mauern ein öffentliches Interesse an einer Landesverweisung weiter. Die entsprechenden 
Straftaten erfolgten direktvorsätzlich, fortgesetzt und konnten nicht mit einer Notlage oder 
sonstigen mitigierenden Umständen in ein besseres Licht gerückt werden. Die damalige De-
linquenz war polymorpher Natur und beinhaltete auch Drohungs- und Gewaltaspekte (bspw. 
Todesdrohung, Schlag ins Gesicht, etc.), was bei einer Interessenabwägung jeweils beson-
deres Gewicht findet (Urteil des Bundesgerichts 6B_1070/2018 vom 14. August 2019 

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E. 6.5.2). Obwohl es sich um eine Jugendstrafe handelte, wiegt sie mithin im Rahmen der In-
teressenabwägung nicht mehr leicht. Vor diesem Hintergrund ist weiter wesentlich, dass die 
Massnahmen der Jugendanwaltschaft, insbesondere auch die 32 Tage Untersuchungshaft, 
ergebnislos verliefen und beim Beschuldigten keine Kehrtwende herbeigeführt haben. 
Während die berufliche Integration des Beschuldigten wegen seines natürlichen Interesses 
an Autos und am Automechanikerberuf anstandslos verlief, führte erneut sein Freizeitverhal-
ten zu schwerer Delinquenz im Herbst 2021 während der laufenden Probezeit zur Freiheits-
strafe, welche der Jugendanwalt mit Strafbefehl vom 30. September 2019 verfügte. 

4.6.3 Eine "biografische Kehrtwende", an welche im Übrigen hohe Nachweisanforderungen zu stel-
len wären (Urteil des Bundesgerichts 2C_832/2018 vom 29. August 2019 E. 3.7), kann vor-
liegend nicht angenommen werden, zumal nicht das Arbeitsverhalten des Beschuldigten pro-
blematisch ist, sondern sein deliktisches Freizeitverhalten. Es gibt darüber hinaus aufgrund 
des Rückfalls des Beschuldigten keine valablen Anhaltspunkte, dass die im forensisch-
psychologischen Gutachten vom 30. September 2019 genannten, primär charakterlichen De-
fizite mit kriminogener Wirkung (d.h. insb. die Aspekte Geltungsstreben, Mängel im Emoti-
onserleben, passiv-reaktive Dissozialität) mittlerweile ausgeräumt sein könnten. So trifft es 
zwar zu, dass der Beschuldigte geständig war und Reue für seine Taten bekundete, aller-
dings war dies auch schon vorher bei den Schutzgelderpressungen der Fall (act. 2/36 Ziff. 28 
[4A 2019 147]). Dies hielt den Beschuldigten nicht davon ab, in der Probezeit zu diesen 
Straftaten erneut erheblich im Sinne einer Katalogstraftat deliktisch tätig zu werden. Die Be-
teuerungen des Beschuldigten betreffend Besserung seines Verhaltens sind nicht überzeu-
gend. 

4.7 Gesamthaft gewürdigt überwiegt das öffentliche Interesse an einer Landesverweisung vorlie-
gend die privaten Interessen des Beschuldigten an einem Verbleib in der Schweiz. Diese 
Abwägung wird dabei wie dargelegt wesentlich vom Gedanken geprägt, dass zwei Kata-
logstraftaten innert knapp drei Jahren – wobei es sich bei beiden Katalogstraftaten um mehr-
fache und gezielt geplante, direktvorsätzliche Tatausführungen handelte – nicht mehr den 
Ausnahmecharakter eines Absehens von einer Landesverweisung rechtfertigen können. An 
dieser Stelle muss in Erinnerung gerufen werden, dass die entsprechende Norm in Art. 66a 
Abs. 1 lit. o StGB von der vom Volk und Ständen am 28. November 2010 gutgeheissenen 
Ausschaffungsinitiative herrührte und der extensiven Beratung durch den National- und 
Ständerat unterlag (vgl. Art. 121 Abs. 3-6 BV, insb. Art. 121 Abs. 3 lit. a BV ["Sie verlieren 
unabhängig von ihrem ausländerrechtlichen Status ihr Aufenthaltsrecht […], wenn sie […] 
wegen […] Drogenhandels […] rechtskräftig verurteilt worden sind"). Der entsprechende Be-
schluss des National- und Ständerats wurde ferner zumindest indirekt zusätzlich durch die 
Ablehnung der sog. Durchsetzungsinitiative vom Schweizer Volk am 28. Februar 2016 in ei-
ner Abstimmung bestätigt. Die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere 
der Ausnahmecharakter des Absehens von einem Landesverweis, verfügen mithin über eine 
hohe demokratische Legitimation. Diese ist durch die Justizorgane eines demokratischen 
Rechtsstaats als Gesetzesanwender in besonderem Masse zu beachten.

4.8 Der Beschuldigte ist des Landes zu verwiesen. Es gilt bezüglich die Dauer der Landesver-
weisung das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO (vgl. Urteil des Bundes-
gerichts 6B_1031/2019 vom 1. September 2020 E. 3.7). Die Dauer der Landesverweisung 
von fünf Jahren ist somit zu bestätigen. 

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5. Ausschreibung im Schengen-Informationssystem

5.1 Der Beschuldigte hat in seiner Berufungserklärung zudem die Ausschreibung der Landes-
verweisung im Schengen-Informationssystem angefochten (OG GD 3/1).

5.2 Eine schengenweite Durchsetzung von Einreiseverboten kann nur dann wie völkerrechtlich 
vereinbart ihre Geltung entfalten, wenn sie sich mittels SIS-Ausschreibung auf den gesamten 
Schengen-Raum bezieht. Entsprechend ist die Schweiz als Folge des Grundsatzes der loya-
len Zusammenarbeit bei der Administration des sog. gemeinsamen "Raums der Freiheit, der 
Sicherheit und des Rechts" (vgl. Art. 67 Abs. 1 des Römer Vertrags über die Arbeitsweise 
der Europäischen Union vom 25. März 1957; AEUV), auf dem das Schengen-System beruht, 
zur getreuen Wahrung der Interessen der Gesamtheit der Schengen-Staaten verpflichtet 
(BVGE 2011/48, E. 6.1; vgl. bspw. auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts F-1007/2021 
vom 3. November 2021 E. 8.1). Eine Ausschreibung eines Landesverweises im SIS ist mithin 
zwingend zu veranlassen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen. 

5.3 Gemäss Art. 24 Abs. 1 und 2 der Verordnung der Europäischen Union 2018/1861 (SIS-II-
Verordnung) tragen die Schengen-Mitgliedsstaaten eine Landesverweisung im Schengen-
Informationssystem ein, wenn ein Mitgliedsstaat zum Schluss kommt, dass die Anwesenheit 
eines Drittstaatsangehörigen in seinem Hoheitsgebiet eine Gefahr für die öffentliche Ordnung 
oder Sicherheit darstellt. Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn der Drittstaatsangehöri-
ge wegen einer Straftat verurteilt worden ist, die mit einer Freiheitsstrafe von mindestens ei-
nem Jahr bedroht ist. Gemäss Art. 24 Abs. 2 lit. a SIS-II-Verordnung ist für die Ausschrei-
bung der Landesverweisung im SIS die abstrakte Strafrahmenhöhe relevant und nicht die 
konkret ausgefällte Strafe (BGE 146 IV 172 E 3.2.2).

5.4 Der Beschuldigte ist Staatsangehöriger der Republik Kosovo und mithin – aus der Perspekti-
ve der Mitgliedsstaaten des Schengen-Übereinkommens – eines Drittstaats. Die Strafandro-
hung für qualifizierte Betäubungsmitteldelinquenz beträgt gemäss Art. 19 Abs. 2 BetmG 
i.V.m. Art. 40 Abs. 2 StGB ein bis zwanzig Jahre Freiheitsstrafe. Der Beschuldigte hat ferner 
die öffentliche Ordnung in der Schweiz über längere Zeit erheblich gestört. Die Vorausset-
zungen einer Ausschreibung des Landesverweises im Schengen-Informationssystem sind 
mithin erfüllt. Die Massnahme erweist sich dabei auch als verhältnismässig nach Art. 36 
Abs. 3 der Bundesverfassung. So hat der Beschuldigte nach der Verweisung aus der 
Schweiz kein darüber hinausgehendes Niederlassungsrecht im Schengen-Raum und damit 
auch keine Berechtigung, sich dort über längere Zeit aufzuhalten. Die Massnahme trifft ihn 
damit nicht übermässig stark. Der Beschuldigte macht nicht geltend, dass er mit Verwandten 
im Schengen-Raum eine enge Beziehung pflegt, wobei eine SIS-Ausschreibung eine solche 
auch nicht ausschliesst, zumal Treffen in der Republik Kosovo oder Kontaktaufnahmen mit-
tels sozialen Medien davon nicht tangiert werden. Ferner gilt zu erwägen, dass die entspre-
chende Ausschreibung keine zwingende bindende Wirkung für die Schengen-
Mitgliedsstaaten hat. Sollte ein Schengen-Mitgliedsstaat dem Beschuldigten aus welchen 
Gründen auch immer die Einreise erlauben wollen, kann er dies nach seinem nationalen 
Recht tun (vgl. Art. 14 Abs. 1 und Art. 6 Abs. 5 lit. c Schengen-Grenzkodex [Verordnung 
2016/399 des europäischen Parlaments vom 9. März 2016]). Da keine besonders schwere 
Intensität des Eingriffs in die Freiheitsrechte des Beschuldigten mittels der Ausschreibung 

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der Landesverweisung im Schengen-Informationssystem gegeben ist, erweist sich die Mass-
nahme insgesamt als verhältnismässig und damit auch als verfassungskonform. 

III. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien grundsätzlich nach Massgabe ih-
res Obsiegens oder Unterliegens. Erwirkt eine Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen 
für sie günstigeren Entscheid, so können ihr die Verfahrenskosten trotzdem auferlegt wer-
den, wenn die Voraussetzungen für das Obsiegen erst im Rechtsmittelverfahren geschaffen 
worden sind oder der angefochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert wird (Art. 428 
Abs. 1 und 2 StPO). Ob eine Partei als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in 
welchem Ausmass ihre vor Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden. Er-
wirkt eine Partei, die ein Rechtsmittel ergriffen hat, einen für sie günstigeren Entscheid, so 
können ihr die Verfahrenskosten auferlegt werden, wenn der angefochtene Entscheid nur 
unwesentlich abgeändert wird (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO). Fällt die Rechtsmittelinstanz sel-
ber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der Vorinstanz getroffene 
Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO).

2. Die Vorinstanz legte die gesetzlichen Bestimmungen der Kosten- und Entschädigungsfolgen 
im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren sowie die Grundsätze der Ent-
schädigung der amtlichen Verteidigung korrekt dar. Darauf kann verwiesen werden (OG GD 
1 E. VIII Ziff. 1 und 2 S. 23 f.). Der Kostenspruch der Vorinstanz wurde von der Verteidigung 
nicht beanstandet und kann vollumfänglich bestätigt werden. Der Beschuldigte trägt mithin 
die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens. Da der Be-
schuldigte zurzeit als Lehrling CHF 2'750.00 pro Monat verdient und zudem die Kosten der 
Gerichtsverfahren tragen muss, ist er zurzeit wirtschaftlich zur Rückzahlung der Kosten der 
amtlichen Verteidigung nicht in der Lage. Er ist deswegen gestützt auf Art. 135 Abs. 4 StPO 
unter dem Vorbehalt von angemessenen wirtschaftlichen Verhältnisse zur Rückzahlung zu 
verpflichten. 

3. Der Beschuldigte unterliegt mit seiner Berufung vollumfänglich und trägt mithin die Kosten 
gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO des Berufungsverfahrens. Die Gerichtsgebühr ist in Anwen-
dung von §§ 24 Abs. 1 und 23 Abs. 1 lit. a der Verordnung über die Kosten in der Zivil- und 
Strafrechtspflege (KoV OG; BGS 161.7) aufgrund des begrenzten Umfangs des Verfahrens-
gegenstands auf CHF 1'000.00 festzulegen. 

4. Die amtliche Verteidigung reichte an der Berufungsverhandlung eine Honorarnote über 
CHF 3'152.25 ein und beantragte die Ausrichtung eines amtlichen Honorars in der genannten 
Höhe. Die Honorarnote ist nicht zu beanstanden und die amtliche Verteidigung kann an-
tragsgemäss mit CHF 3'152.25 entschädigt werden. 

5. Der Beschuldigte trägt die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren 
vollumfänglich. Wie dargelegt, wird er aufgrund seines Lehrlingslohns wirtschaftlich nicht in 
der Lage sein, die Kosten seiner amtlichen Verteidigung zusammen mit den Verfahrenskos-
ten etc. innert nützlicher Frist zu begleichen. Mithin ist er gestützt auf Art. 135 Abs. 4 StPO 
unter dem Vorbehalt von angemessenen wirtschaftlichen Verhältnissen zur Rückzahlung zur 
verpflichten. 

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Urteilsspruch

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug, Einzelgericht, vom 
4. Mai 2023 hinsichtlich folgender Dispositivziffern in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. Der Beschuldigte B.________ wird schuldig gesprochen der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäu-

bungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. c und d BetmG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG.

2. Er wird dafür bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 12 Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft 

von zwei Tagen sowie unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs bei einer Probezeit von drei Jahren.

3. Der dem Beschuldigten mit Urteil der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug vom 11. Dezember 2019 gewähr-

te bedingte Vollzug des Freiheitsentzugs von 58 Tagen wird nicht widerrufen, hingegen wird die Probezeit 

um ein Jahr verlängert.

[…]

5. Mit Bezug auf die Gegenstände gemäss Beschlagnahmeverzeichnis der Staatsanwaltschaft (GD 1/1) wird 

auf den Zeitpunkt der Rechtskraft dieses Urteils hin Folgendes angeordnet und die Zuger Polizei mit dem 

Vollzug beauftragt:

5.1 Die folgenden als Beweismittel beschlagnahmten Gegenstände werden gestützt auf Art. 69 StGB eingezo-

gen und vernichtet: 21,6 Gramm Kokain, zwei Pack Minigrips, Plastiksack mit zwei Digitalwaagen und Quit-

tungen.

5.2 Die Beschlagnahme des Mobiltelefons iPhone 11 pro wird aufgehoben und dieses wird dem Beschuldigten 

herausgegeben. Falls dieser Gegenstand nicht innerhalb von 30 Tagen nach entsprechender Aufforderung 

abgeholt worden ist, kann er vernichtet werden.

[…]

7.1 Der ehemalige amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Dr.iur. G.________, wird für seine Bemühungen mit CHF 

710.80 (inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

7.2 Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic.iur. D.________, wird für seine Bemühungen mit CHF 3'681.00 

(inkl. MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

[…]

2. Die Berufung des Beschuldigten wird abgewiesen. 

3.1 Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 66a Abs. 1 lit. o StGB für die Dauer von fünf Jahren 
aus der Schweiz verwiesen. 

3.2 Es wird die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem ange-
ordnet. 

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4.1 Die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Hauptverfahrens betragen 
CHF 4'710.60 und werden in Bestätigung des vorinstanzlichen Kostenspruchs dem Beschul-
digten auferlegt. 

4.2 Der Beschuldigte hat dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung im Vorverfahren und 
im erstinstanzlichen Hauptverfahren zurückzubezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-
hältnisse erlauben. 

5.1 Die Kosten des Berufungsverfahrens betragen

CHF 1'000.00Entscheidgebühr
CHF 60.00 Auslagen
CHF 1'060.00Total

und werden dem Beschuldigten auferlegt.

5.2 Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt D.________, wird für seine Bemühungen im Beru-
fungsverfahren mit CHF 3'152.25 (inkl. MWST und Spesen) entschädigt. 

5.3 Der Beschuldigte hat dem Staat die Kosten der amtlichen Verteidigung im Berufungsverfah-
ren zurückzubezahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

6.1 Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. Die Beschwerdegründe und die Beschwerdelegitimation richten sich nach den massge-
blichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes (BGG).

          Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, begründeten Ausferti-
gung an gerechnet, schriftlich, begründet und mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage 
des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

6.2 Der amtliche Verteidiger kann gegen die gerichtliche Festsetzung seiner Entschädigung 
gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b i.V.m. Art. 393 ff. StPO Beschwerde erheben. Eine solche ist in-
nert zehn Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich und begründet sowie unter Beila-
ge des Entscheids beim Bundesstrafgericht, Postfach 2720, 6501 Bellinzona, einzureichen.

7. Mitteilung an:
- Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, Leitende Staatsanwältin A.________ 
- amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt D.________ (zweifach, für sich und zuhanden des 

Beschuldigten) 
- vormalige amtliche Verteidigung, Rechtsanwalt G.________ (auszugweise, Dispositiv-

ziffer 1, Unterziffer 7.1) 
- Strafgericht des Kantons Zug, Einzelgericht (zur Kenntnis)
- Gerichtskasse des Kantons Zug (im Dispositiv) 
- Amt für Migration des Kantons Zug (zur Kenntnis gemäss Art. 82 VZAE)  

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sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälliger Rechtsmittel 
an:
- Amt für Migration des Kantons Zug (zum Vollzug der Landesverweisung [Dispositivzif-

fer 3.1] und SIS-Ausschreibung [Dispositivziffer 3.2] gemäss § 1 Abs. 3 JVV)
- Zuger Polizei (zur Kenntnis gemäss § 123 GOG)

Obergericht des Kantons Zug 
Strafabteilung

A. Sidler F. Eller
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: