# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fceb2e6c-e6db-5ea8-ad74-59c1e950515f
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.10.2015 200 2014 663
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-663_2015-10-20.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten hat das Bundesgericht am 30. Juni 2016 abgewiesen 
(8C_860/2015).

200 14 663 UV
LOU/JAP/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Oktober 2015

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwalt D.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 11. Juni 2014 (6.16615.02.5; 
3.015222)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1951 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über seine Arbeitgeberin bei der SUVA obligatorisch unfallversichert, als er 
sich gemäss Unfallmeldung (Akten der SUVA [act. IIA], 1) am 19. Juli 2002 
bei einem Auffahrunfall ein Schleudertrauma sowie einen Tinnitus zugezo-
gen haben soll. Nachdem die SUVA im Zusammenhang mit diesem Ereig-
nis zunächst die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen in Form von 
Taggeld und Heilbehandlung erbracht hatte, stellte sie diese vorüberge-
henden Leistungen mit formloser Mitteilung (act. IIA 198) per 30. Septem-
ber 2008 ein und sprach ihm mit Verfügung vom 23. September 2008 (act. 
IIA 202) eine Integritätsentschädigung entsprechend einem Integritäts-
schaden von 15 % sowie ab 1. Oktober 2008 eine auf einem Invaliditäts-
grad von 58 % basierende Invalidenrente zu. Einen diese Verfügung 
bestätigenden Einspracheentscheid vom 2. November 2010 (act. IIB 253) 
hob das Verwaltungsgericht auf Beschwerde hin (act. IIB 255) mit Urteil 
vom 10. Juni 2011, UV/2010/1263 (act. IIB 260), auf und wies die Sache 
zur weiteren Abklärung an die SUVA zurück.

B.

In der Folge gewährte die SUVA dem Versicherten, gestützt auf eine poly-
disziplinäre Expertise des C.________ (MEDAS) vom 5. Februar 2013 
(act. IIB 295) samt Ergänzung vom 14. August 2013 (act. IIB 314), mit Ver-
fügung vom 18. Oktober 2013 (Akten der SUVA [act. IIC], 322) eine Inte-
gritätsentschädigung entsprechend einem Integritätsschaden von 40 % 
bzw. ab 1. Oktober 2008 eine auf einem Invaliditätsgrad von 20 % basie-
rende Invalidenrente. Eine hiergegen erhobene Einsprache (act. IIC 332) 
wies sie mit Entscheid vom 11. Juni 2014 (act. IIC 338) ab.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 3

C.

Mit Eingabe vom 8. Juli 2014 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt Dr. iur. E.________, Beschwerde und beantragte, der Ein-
spracheentscheid sei kostenfällig aufzuheben und ihm sei eine «ganze» 
Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung von mehr als 40 % zu-
zusprechen; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung an die SU-
VA zurückzuweisen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 19. September 2014 schloss die SUVA 
(Beschwerdegegnerin), vertreten durch Rechtsanwalt D.________, auf 
Abweisung der Beschwerde.

Nachdem der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers am 4. Dezember 
2014 die Mandatsniederlegung mitgeteilt hatte, notifizierte die B.________ 
dem Gericht am 16. Januar 2015, dass sie vom Beschwerdeführer mit der 
Interessenwahrung beauftragt worden sei.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist 

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(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 11. Juni 
2014 (act. IIC 338). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invali-
denrente sowie eine Integritätsentschädigung und dabei insbesondere, ob 
die Beschwerdegegnerin zu Recht keine höheren Leistungen als die auf 
einem Invaliditätsgrad von 20 % basierende Rente bzw. einem Integritäts-
schaden von 40 % entsprechende Integritätsentschädigung zugesprochen 
hat.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 

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nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
(«conditio sine qua non»; BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181, 119 V 335 E. 1 
S. 337; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4

2.4.1 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhanges zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 6

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.4.2 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für 
die Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf aus-
zugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzu-
beziehen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 
V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder-
traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schä-
del-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 
2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder-
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verlet-
zung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder 
ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 
S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwen-
dung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Be-
schwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren 
(SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun-
gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen 
indessen, dass die versicherte Person eine der soeben erwähnten Verlet-
zungen erlitten hat, muss beurteilt werden, ob die zum typischen Be-
schwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 
(diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtniss-
törungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Af-
fektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw.; BGE 119 V 335 E. 1 
S. 338, 117 V 359 E. 4b S. 360) zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur 
psychischen Problematik aber bereits unmittelbar nach dem Unfall ganz in 
den Hintergrund treten oder die physischen Beschwerden im Verlaufe der 
ganzen Entwicklung vom Unfall bis zum Beurteilungszeitpunkt gesamthaft 
nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt haben und damit ganz in den 
Hintergrund getreten sind (vgl. RKUV 2002 U 465 S. 438 E. 3a). Trifft dies 
zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 115 V 133 für 

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Unfälle mit psychischen Folgeschäden aufgestellten Grundsätze massge-
bend; andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz gemäss den in der 
Schleudertrauma-Praxis (BGE 134 V 109, 117 V 359) festgelegten Kriteri-
en, d.h. ohne Unterscheidung zwischen körperlichen und psychischen Be-
schwerden (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112, 127 V 102 E. 5b bb S. 103). Die 
Grundsätze gemäss BGE 115 V 133 sind auch anwendbar, wenn die im 
Anschluss an den Unfall auftretenden psychischen Störungen nicht zum 
typischen Beschwerdebild eines HWS-Traumas gehören. Erforderlichen-
falls ist vorgängig der Adäquanzbeurteilung zu prüfen, ob es sich bei den 
im Anschluss an den Unfall geklagten psychischen Beeinträchtigungen um 
blosse Symptome des erlittenen Traumas oder aber um eine selbstständi-
ge (sekundäre) Gesundheitsschädigung handelt, wobei für die Abgrenzung 
insbesondere Art und Pathogenese der Störung, das Vorliegen konkreter 
unfallfremder Faktoren oder der Zeitablauf von Bedeutung sind (SVR 2007 
UV Nr. 8 S. 28 E. 2.2).

2.4.3 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 
S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – 
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften (SVR 2013 UV Nr. 3 S. 8 E. 5.2) – eine Katalogisierung 
der Unfälle in leichte (banale), im mittleren Bereich liegende und schwere 
Unfälle vorzunehmen ist (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183). Die erlittenen Ver-
letzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall 
entwickelt haben, gestatten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2). Abhängig 
von der Unfallschwere sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung 
einzubeziehen. Diese werden unter Ausschluss psychischer Aspekte ge-
prüft (BGE 140 V 356 E. 5.1 S. 359).

Bei banalen Unfällen wie z.B. bei geringfügigem Anschlagen des Kopfes 
oder Übertreten des Fusses und bei leichten Unfällen wie z.B. einem ge-
wöhnlichen Sturz oder Ausrutschen kann der adäquate Kausalzusammen-

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hang zwischen Unfall und psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel 
ohne weiteres verneint werden, weil aufgrund der allgemeinen Lebenser-
fahrung, aber auch unter Einbezug unfallmedizinischer Erkenntnisse davon 
ausgegangen werden darf, dass ein solcher Unfall nicht geeignet ist, einen 
erheblichen Gesundheitsschaden zu verursachen (BGE 129 V 177 E. 4.1 
S. 183, 115 V 133 E. 6a S. 139).

Bei schweren Unfällen dagegen ist der adäquate Kausalzusammenhang 
zwischen Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit in der Regel 
zu bejahen. Denn nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der 
allgemeinen Lebenserfahrung sind solche Unfälle geeignet, invalidisierende 
psychische Gesundheitsschäden zu bewirken (BGE 129 V 177 E. 4.1 
S. 183, 115 V 133 E. 6b S. 140).

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausal-
zusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig be-
antworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv 
erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammen-
hang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien sind zu 
nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück-
lichkeit des Unfalles;

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verlet-
zungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische 
Fehlentwicklungen auszulösen;

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver-

schlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 
jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 
kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen-
falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es 
sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 9

ren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Un-
fall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch einem im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt nur dann 
im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die aktuelle 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfallbezoge-
nen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber diese in 
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 548 S. 232 
E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien 
in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein 
(SVR 2012 UV Nr. 2 S. 7 E. 3.5). Handelt es sich um einen mittelschweren 
Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Bejahung 
der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 102 
E. 4.5). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Krite-
rien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 V 359 
E. 6b S. 367, BGE 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 272 
S. 174 E. 4b).

2.5 Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Recht-
sprechung hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnah-
men der Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung 
und das Taggeld nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter 
Einstellung der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des 
Anspruchs auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen (BGE 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Was unter einer namhaften 
Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person zu verste-
hen ist, umschreibt das Gesetz nicht näher. Mit Blick darauf, dass die sozi-
ale Unfallversicherung ihrer Konzeption nach auf die erwerbstätigen Perso-
nen ausgerichtet ist, wird sich dies namentlich nach Massgabe der zu er-
wartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit 
unfallbedingt beeinträchtigt, bestimmen. Dabei verdeutlicht die Verwendung 
des Begriffes «namhaft» durch den Gesetzgeber, dass die durch weitere 
Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbe-
deutende Verbesserungen genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 10

2.6 Zur Klärung der Leistungspflicht des Unfallversicherers, insbeson-
dere der Frage der natürlichen Kausalität, ist die Verwaltung (und im Be-
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und gege-
benenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe 
des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.

3.1 Dass das in der Unfallmeldung (act. IIA 1) geschilderte Ereignis, 
wenngleich es weder mit den tatsächlich erlittenen Verletzungen (act. II 10) 
noch mit den Erkenntnissen der Unfallanalyse (act. IIA 13) übereinstimmt 
(VGE UV/2010/1263 E. 3.1 [act. IIB 260/10]), die kumulativen Anspruchs-
voraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.1 hie-
vor) erfüllt, ist zu Recht unbestritten. 

3.2 Was die medizinische Situation und insbesondere die natürliche 
Unfallkausalität anbelangt, stützte sich die Verfügung vom 18. Oktober 
2013 (act. IIC) bzw. der angefochtene Einspracheentscheid vom 11. Juni 
2014 (act. IIC 338) auf das im Nachgang zum besagten Rückweisungsent-
scheid erstellte polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 5. Februar 2013 
(act. IIB 295) sowie dessen Ergänzung vom 14. August 2013 (act. IIB 314).

In diagnostischer Hinsicht wurde in der Expertise das Nachstehende fest-
gehalten (act. IIB 295/66 f. Ziff. 5.4):

- Chronisches zervikozephales und zervikobrachiales, rechtsseiti-
ges myofasziales Schmerzsyndrom mit/bei:
- Status nach HWS-Dezelerationstrauma infolge Heck-/Sei-

tenkollision am 19. Juli 2002
- Status nach Diskektomie HWK 6/7, foraminaler Diskektomie 

C7 rechts und Interposition eines trikortikalen Beckenspans 
HWK 6/7 am 4. Februar 2003

- Status nach Diskektomie und DCI-Prothesen (Dynamisches 
Zervikales Implantat) HWK 4/5 und HWK 5/6 im September 
2011 bei 
- degenerativen Diskopathien
- residuellem sensiblem Ausfallsyndrom C7 und C8 

rechts, ohne motorische Ausfälle
- myofaszialem Schmerzsyndrom

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 11

- Unkovertebralarthrosen HWK 3/4 bis HWK 5/6
- Osteochondrose HWK 3/4

- Residuelle Einschränkung der Schulterbeweglichkeit rechts bei 
anamnestisch:
- Status nach Schulterarthroskopie, subakromialer Dekom-

pression, Entfernung der lateralen Klavikula-Osteophyten, 
Bizeps-Sternotomie, Mini-Eröffnung der Supraspinatussehne 
sowie des Bizeps im Sulkus bicipitalis am 28. November 
2008 wegen subakromialem Impingement sowie Unter-
flächenläsion der Supraspinatussehne mit Läsion der langen 
Bizepssehne intraartikulär

- Neurasthenie
- Differentialdiagnose: dissoziative Störung, gemischt (= Kon-

versionsstörung)
- Differentialdiagnose: Entwicklung körperlicher Symptome 

aus psychischen Gründen
- Narzisstisch-histrionisch akzentuierte Persönlichkeitszüge
- Anamnestisch verifizierte leichte Innenohrschwerhörigkeit 
- Verdacht auf psychogene mittel- bis hochgradige Schwerhörig-

keit und psychogenen Tinnitus (otoakustische Emissionen im 
Jahr 2004 im Spital F.________)

- Status nach Entfernung eines Lebertumors unklarer Genese im 
Jahr 1991
- Status nach Bauchwandplastik

Die Experten erklärten unter anderem, die degenerativen Veränderungen 
an der HWS und die Folgen der dort vorgenommenen operativen Eingriffe 
seien eindeutig nachweisbar. Die vom Exploranden geklagten Nacken-
schmerzen könnten zum grossen Teil in Korrelation mit diesen Befunden 
gebracht werden. Die Tinnitus-Messungen seien dagegen nur aufgrund 
erfragter subjektiver Angaben möglich, dasselbe gelte für die Festlegung 
der Hörschwellen. Die leichte Schwerhörigkeit sei im Jahr 2004 im Spital 
F.________ mit otoakustischen Emissionen verifiziert worden (act. IIB 
295/67 Ziff. 5.5). Bezüglich der vorbestandenen degenerativen Verände-
rungen der HWS müsse von einer durch den Unfall verursachten richtung-
gebenden Verschlimmerung ausgegangen werden. Auch der Tinnitus so-
wie die leichte Schwerhörigkeit stünden überwiegend wahrscheinlich in 
einem Zusammenhang mit dem Unfallereignis, vorbestehend sei dagegen 
die narzisstisch-akzentuierte Persönlichkeit mit ausgeprägter Leistungsbe-
reitschaft (act. IIB 295/68 f. Ziff. 5.5.2). Bei der diagnostizierten Neurasthe-
nie handle es sich um ein im Vordergrund stehendes eigenständiges psy-
chosomatisches Leiden, dass zwar durch den Unfall ausgelöst worden sei, 
aber nicht eine spezifische durch das HWS-Trauma verursachte Entität 
darstelle (act. IIB 295/73 Ziff. 5.7.2). In der bisherigen Tätigkeit habe unter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 12

Berücksichtigung der unfallbedingten organisch nachweisbaren Beschwer-
den ab September 2008 eine 30%ige, ab November 2010 eine 50%ige und 
ab 1. Juli 2011 für zirka drei Monate eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
bestanden. Seither bestehe eine Restarbeitsfähigkeit von 80 % (act. IIB 
295/75 Ziff. 5.8.1), wobei durch die unfallbedingten organisch nicht nach-
weisbaren Beschwerden von einer zusätzlichen 30%igen Arbeitsunfähigkeit 
und damit gesamthaft von einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen 
sei (act. IIB 295/76 Ziff. 5.8.2). Für eine leidensadaptierte Tätigkeit gälten 
dieselben Arbeitsunfähigkeitsgrade wie für die angestammte Beschäftigung 
(act. IIB 295/77 Ziff. 5.9.1 f.). Den Integritätsschaden schätzten die Gutach-
ter auf 40 % (act. IIB 295/78 Ziff. 5.10).

In einem Bericht der Abteilung Versicherungsmedizin der Beschwerdegeg-
nerin vom 3. Mai 2013 (act. IIB 301) äusserte Dr. med. G.________, Fach-
arzt für Neurologie, Kritik am Gutachten. Hierzu nahm das MEDAS am 
14. August 2013 aufforderungsgemäss Stellung und beantwortete Ergän-
zungsfragen des Beschwerdeführers (act. IIB 304), wobei es an seinen 
Schlussfolgerungen im Gutachten festhielt (act. IIB 314).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-
weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 13

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

3.4 Die gutachterliche Beurteilung der MEDAS-Experten erfüllt 
grundsätzlich die höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.3 hie-
vor) und erbringt damit vollen Beweis. Insbesondere basiert die umfassen-
de (act. IIB 295/2 Ziff. 1) Expertise auf der vollständigen Aktenlage (act. IIB 
295/3 ff. Ziff. 2) und den Erkenntnissen aus den klinischen Explorationen 
sowie den bildgebenden (act. IIB 295/31 Ziff. 4.2.3, 295/39 Ziff. 4.3.3, 
295/57 Ziff. 4.6.6), audiometrischen (act. IIB 295/48 f. Ziff. 4.5.3) und test-
psychologischen (act. IIB 295/58-61) Untersuchungen. Die differenzierten 
Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und überzeugend, zumal die von 
Dr. med. G.________ geäusserte Kritik (act. IIB 301) mit der eingehenden 
Stellungnahme vom 14. August 2013 (act. IIB 314) entkräftet wurde. 

3.4.1 Zwar erscheint die Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit vorder-
hand insoweit widersprüchlich, als die Gutachter einerseits erklärten, im 
September 2008 habe eine ähnliche Behinderung wie aktuell bestanden, 
sie andererseits jedoch angaben, die Einschränkung habe damals 30 % 
betragen, während sie aktuell bei 20 % liege (act. IIB 295/75 Ziff. 5.8.1). 
Aus den weiteren Ausführungen in diesem Zusammenhang erhellt aber 
ohne weiteres, dass es sich bei der vermerkten Arbeitsunfähigkeit von 
30 % um einen Verschrieb handelt und eigentlich eine solche von 20 % 
gemeint war: Das Zumutbarkeitsprofil vor der Exazerbation im November 
2010 war auf die chronischen Nackenbeschwerden ausgerichtet, die auch 
nach der Rekonvaleszenz im Zusammenhang mit dem zweiten operativen 
Eingriff vom 1. Juli 2011 bei unverändertem Zumutbarkeitsprofil zur 
20%igen Arbeitsunfähigkeit führten (act. IIB 295/76 f. Ziff. 5.8.1 und 5.9.1). 
Dies korreliert auch mit den Feststellungen der Gutachter gegenüber der 
Invalidenversicherung (act. IIB 295/83 Ziff. 7.13).

3.4.2 Des Weiteren scheinen sich die Gutachter bezüglich des natürli-
chen Kausalzusammenhangs unter Hinweis auf die asymptomatische Si-
tuation vor dem Unfallereignis teilweise auf die beweisrechtlich unmassge-
bliche Formel «post hoc, ergo propter hoc» (vgl. BGE 119 V 335 E. 2b bb 
S. 341; SVR 2008 UV Nr. 11 S. 36 E. 4.2.3) gestützt zu haben (act. IIB 
295/68 Ziff. 5.5.2, 295/72 Ziff. 5.6.1), gleichzeitig wiesen sie aber bezüglich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 14

der subjektiven Beschwerden auch auf die prämorbide Persönlichkeit hin 
und räumten ein, dass sie nicht abschliessend zu beurteilen vermögen, wie 
sich der hypothetische Verlauf ohne Einfluss des versicherten Ereignisses 
präsentiert hätte (act. IIB 295/71 Ziff. 5.6). Wie es sich damit verhält, ist hier 
letztlich unerheblich, denn zumindest die natürliche Kausalität der Nacken-
beschwerden im Sinne einer Aktivierung des degenerativen Vorzustandes 
wurde insbesondere aufgrund der komplizierenden Faktoren und der er-
folgten invasiven Therapien einleuchtend begründet (act. IIB 295/69 
Ziff. 5.5.3, 315/3 f.). Was dagegen die nicht organisch objektivierbaren Be-
schwerden anbelangt, fehlt es aus rechtlicher Sicht – wie nachfolgend auf-
gezeigt wird (vgl. E. 4.3 hienach) – ohnehin an der Adäquanz, womit dies-
bezüglich die Tatfrage der natürlichen Unfallkausalität offen bleiben kann. 

3.4.3 Schliesslich verfängt auch die beschwerdeweise erhobene Kritik 
am Administrativgutachten nicht. Unter anderem schliesst der Umstand, 
dass im Gutachten die gesamte Symptomatik organisch-, psychosoma-
tisch- und psychisch-bedingt als durch den Unfall ausgelöst qualifiziert 
wurde (act. IIB 295/72 Ziff. 5.6.2), nicht aus, dass sich danach ein ei-
genständiges psychosomatisches Leiden entwickelte (act. IIB 295/73 
Ziff. 5.7.2; Beschwerde S. 4 Ziff. III Art. 2), was die Frage beschlägt, nach 
welcher Praxis die Adäquanzbeurteilung vorzunehmen ist (vgl. E. 2.4.2 
hievor). Soweit der Beschwerdeführer sodann vorbringt (Beschwerde S. 5 
Ziff. III Art. 3), er habe jahrelang erfolgreich seine bisherige Tätigkeit aus-
üben können, kontrastiert dies nicht mit der gutachterlichen Feststellung, 
dass die narzisstisch-histrionisch akzentuierte Persönlichkeitsstruktur vor-
bestanden habe, denn die Gutachter wiesen darauf hin, dass dies in der 
Vergangenheit offenbar nie zu einer Dekompensation mit psychischem 
Leiden geführt habe (act. IIB 295/74 Ziff. 5.7.4). Unmassgeblich ist in die-
sem Zusammenhang im Übrigen, dass der Explorand vom psychiatrischen 
Gutachter als «narzisstisch» bezeichnet (act. IIB 295/55 Ziff. 4.6.5) und im 
Rahmen der konsensualen interdisziplinären Beurteilung als «sehr narziss-
tisch» beschrieben wurde (act. IIB 295/71 Ziff. 5.6); diese scheinbare mar-
ginale Differenz ist nicht geeignet, den Beweiswert des schlüssigen Gut-
achtens zu erschüttern (Beschwerde S. 5 Ziff. III Art. 3). Das Argument, 
wonach ein «objektiver Tinnitus» vorliege, weil er messtechnisch habe 
nachgewiesen werden können (Beschwerde S. 7 Ziff. III Art. 5), findet in 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 15

den medizinischen Akten keinen Rückhalt. Im Gutachten wurde darauf hin-
gewiesen, dass die Tinnitus-Messungen nur aufgrund erfragter subjektiver 
Angaben möglich seien (act. IIB 295/67 Ziff. 5.5; vgl. auch BGE 138 V 248 
E. 5.9.1 S. 257). Es besteht rechtsprechungsgemäss keine gesicherte 
Grundlage, um einen Tinnitus als körperliches Leiden zu betrachten oder 
ihn einer organischen Ursache zuzuordnen (BGE 138 V 248 E. 5.10 
S. 258). Der Beschwerdeführer führt nicht näher aus, inwiefern bei ihm 
dennoch von einer Objektivierbarkeit auszugehen bzw. eine Organizität 
erstellt wäre. Im Übrigen sprachen die Resultate der im Jahr 2004 im Spital 
F.________ vorgenommenen otoakustischen Emissionsmessung für ein 
normales oder praktisch normales peripheres Gehör und es wurde lediglich 
eine (hier unmassgebliche) knapp leichtgradige Schwerhörigkeit in Betracht 
gezogen (act. IIA 66; vgl. auch act. IIA 116); der Beschwerdeführer klagt 
hingegen über eine mittel- bis hochgradige Schwerhörigkeit.

3.5 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass sich die Beschwerde-
gegnerin in tatsächlicher Hinsicht zu Recht auf das Administrativgutachten 
vom 5. Februar 2013 (act. IIB 295) stützte. Zu prüfen gilt es im Weiteren, 
ob sie den zugesprochenen Leistungen zulässigerweise hauptsächlich die 
Folgen der objektivierbaren Beeinträchtigungen an der HWS zugrunde leg-
te und aus rechtlicher Sicht die adäquate Unfallkausalität der organisch 
nicht nachweisbaren, psychisch bedingten Beschwerden verneinte. Da der 
medizinische Endzustand per 30. September 2008 erreicht war und per 
dato der Fallabschluss im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG erfolgte (act. IIA 
198), steht der Adäquanzprüfung nichts im Weg (vgl. E. 2.5 hievor; BGE 
134 V 109 E. 3.2 S. 113).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 16

4.

4.1 Der Beschwerdeführer erlitt gemäss der beweiskräftigen diagnos-
tischen Beurteilung (act. IIB 295/66 Ziff. 5.4) anlässlich des Unfallereignis-
ses vom 19. Juli 2002 ein HWS-Dezelerationstrauma. Die objektivierbaren 
bleibenden Beschwerden sind im Wesentlichen die Nackenbeschwerden 
sowie eine leichte Schwerhörigkeit (act. IIB 295/67 Ziff. 5.5). Diese Be-
schwerden traten aber zu der Vielzahl der ebenfalls durch den Unfall aus-
gelösten und zwar klinisch feststellbaren, aber nicht objektivierbaren Be-
schwerden (act. IIB 295/70 Ziff. 5.6) zunehmend in den Hintergrund. Die 
aus dem Schleudertrauma resultierenden Beeinträchtigungen spielten im 
Verlauf gesamthaft nur eine untergeordnete Rolle bzw. es entwickelte sich 
eine im Vordergrund stehende eigenständige psychische Problematik 
(act. IIB 295/73 f. Ziff. 5.7.2 und Ziff. 5.7.5), weshalb sich die Adäquanz – 
entgegen der Argumentation in der Beschwerde (S. 4 f. Ziff. III Art. 2 f.) – 
nach der sog. Psycho-Praxis beurteilt (vgl. E. 2.4.2 hievor).

4.2 Der Unfall ist in den Akten dokumentiert. Insbesondere liegen ein 
Polizeirapport (act. IIA 7), eine Unfallanalyse (act. IIA 13) sowie eine bio-
mechanische Kurzbeurteilung (act. IIA 18) vor. Es ergibt sich im Wesentli-
chen folgender Hergang: Der Beschwerdeführer war am 19. Juli 2002 um 
zirka 12.20 Uhr mit einem Personenwagen auf einer trockenen und mit 
einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h signalisierten mehrspurigen 
Hauptstrasse unterwegs. Er und der ihm folgende Lieferwagen fuhren mit 
einer Geschwindigkeit von zirka 50 km/h. Vor einer Lichtsignalanlage, die 
vom Grün- auf Gelb- respektive Rotlicht wechselte, hielt der Beschwerde-
führer an. Der nachfolgende Lenker des Lieferwagens bemerkte das Anhal-
temanöver zu spät und prallte – trotz Ausweichens auf die linke Fahrspur 
und Vollbremsung – gegen das linke Heck des Personenwagens (act. IIA 
7/3 f.). Beim Personenwagen wurde der Stossfänger, die Heckleuchte, der 
linke Kotflügel und das Seitenteil, die Seitenscheibe und das Rad hinten 
links beschädigt; der Lieferwagen erlitt Schäden am Stossfänger, an der 
Motorhaube, am Scheinwerfer, Kotflügel, Kühler und am Luftfilter (act. IIA 
13/2 Ziff. 5). Die kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung (∆-V) des 
Personenwagens soll zwischen 4.5 km/h und 11 km/h betragen haben, 
wobei der überwiegend wahrscheinliche Wert an der unteren Grenze liegen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 17

soll (act. II 13/4 Ziff. 6.3 lit. a bzw. b, 13/5 Ziff. 10). Nach eigenen Angaben 
trug der Beschwerdeführer den Sicherheitsgurt, sass leicht geduckt mit 
Blick nach rechts oben auf die Lichtsignalanlage im Fahrzeug und war auf 
den Aufprall gefasst (act. IIA 4/2, 7/9). 

4.3 Die Beschwerdegegnerin kategorisierte diesen Verkehrsunfall als 
leichten Unfall (act. IIC 338/7 E. 6b), da das ∆-V nicht einmal klar innerhalb 
der Harmlosigkeitsgrenze liege. Hierzu ist zu bemerken, dass das Bundes-
gericht die Einführung der in der Lehre teilweise postulierten Grenzwerte 
verworfen hat (BGE 134 V 109 E. 8.3 S. 121) und hier aufgrund der biome-
chanischen Besonderheiten (Lebensalter, degenerativer Vorzustand, Kör-
perhaltung [act. II 18/2]) kein klassischer Fall vorliegt. Ob tatsächlich ein 
banaler oder leichter Unfall vorliegt, ist auch mit Blick auf die Kasuistik frag-
lich (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 
4. Aufl. 2012, S. 62), kann aber letztlich offen bleiben, denn nach den zu-
treffenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin (act. IIC 338/7 ff. E. 6c) 
– die unbestritten geblieben sind und auf die verwiesen werden kann – wä-
re die Adäquanz selbst unter Annahme eines mittelschweren Unfalls im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen zu verneinen.

4.4 Nach dem Gesagten zog die Beschwerdegegnerin die organisch 
nicht nachweisbaren, psychisch bedingten Beschwerden mangels eines 
adäquaten Kausalzusammenhangs zum Unfallereignis vom 19. Juli 2002 
richtigerweise nicht in die Beurteilung des Rentenanspruchs bzw. der Inva-
liditätsentschädigung mit ein. Damit erübrigen sich auch Weiterungen zur 
Frage der Invalidisierung dieser unklaren Beschwerden im Sinne von 
BGE 141 V 281 (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 5. Sep-
tember 2015, 8C_10/2015, E. 5.2 [zur Publikation vorgesehen]).

5.

5.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 
Abs. 1 UVG). Der Bundesrat regelt die Bemessung des Invaliditätsgrades 
in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abweichen (Art. 18 
Abs. 2 UVG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 18

5.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass 
die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus 
der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die 
fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden 
können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 
schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-
gleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 
E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

Wird eine Schätzung vorgenommen, so muss diese nicht unbedingt in einer 
ziffernmässigen Festlegung von Annäherungswerten bestehen. Vielmehr 
kann auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen. Das 
ohne Invalidität erzielbare hypothetische Einkommen ist alsdann mit 100 % 
zu bewerten, während das Invalideneinkommen auf einen entsprechend 
kleineren Prozentsatz veranschlagt wird, so dass sich aus der Prozentdiffe-
renz der Invaliditätsgrad ergibt (sog. Prozentvergleich; BGE 114 V 310 
E. 3a S. 313, 107 V 17 E. 2d S. 22, 104 V 135 E. 2b S. 137).

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 19

Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung entweder 
Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) periodisch 
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder Lohnangaben aus 
der Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) der SUVA herangezogen 
werden (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593).

5.3 Das bisherige Arbeitsverhältnis wurde aus medizinischen Gründen 
aufgelöst (act. IIA 46) und würde im hypothetischen Gesundheitsfall über-
wiegend wahrscheinlich weiter bestehen. Für die Situation mit Gesund-
heitsschaden ist allein auf die bescheinigte 20%ige Arbeitsunfähigkeit seit 
September 2008 abzustellen (act. IIB 295/75 Ziff. 5.8.1, 295/77 Ziff. 5.9.1), 
da die mit 30 % veranschlagten psychosomatischen Anteile (act. IIB 
295/76 f. Ziff. 5.8.2 und 5.9.2) auszuklammern sind.

Im parallelen Invalidenversicherungsverfahren ermittelte die IV-Stelle den 
Invaliditätsgrad anhand der ordentlichen Einkommensvergleichsmethode 
(vgl. das heute ergangene Urteil des Verwaltungsgerichts, IV/2014/547, 
E. 5.2.2), während im Unfallversicherungsverfahren die Beschwerdegegne-
rin einen Prozentvergleich vornahm. Weil trotz bestehendem Gesundheits-
schaden ein beachtliches Rendement von 80 % zumutbar bleibt, ist plausi-
bel, dass der Beschwerdeführer in seiner bisherigen Funktion entweder bei 
seiner letzten Arbeitgeberin oder an einem anderen Arbeitsplatz durch die 
nach wie vor zumutbare hoch qualifizierte Tätigkeit ein (proportional) ver-
gleichbares Lohnniveau erzielen könnte. Bei dieser Ausgangslage verzich-
tete die Beschwerdegegnerin zulässigerweise auf die Durchführung eines 
Einkommensvergleichs und ist der vorgenommene Prozentvergleich nicht 
zu beanstanden (vgl. Entscheid des BGer vom 6. Oktober 2009, 
9C_734/2009, E. 2.2). Damit besteht ab 1. Oktober 2008 (Art. 19 Abs. 1 
UVG; act. IIA 198/1) ein auf einem Invaliditätsgrad von 20 % basierender 
Rentenanspruch. Der spätere erneute Heilbehandlungsbedarf ändert nichts 
an diesem Rentenbeginn, da sich der medizinische Endzustand prospektiv 
beurteilt (Entscheid des BGer vom 14. Dezember 2012, 8C_453/2012, 
E. 3.1) und überdies die formlose Terminierung der vorübergehenden Leis-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 20

tungen nach Ablauf der einjährigen Prüfungs- und Überlegungsfrist gleich-
sam rechtsbeständig wurde (BGE 134 V 145). 

Die nach dem Fallabschlusses im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG eingetre-
tene Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit der damit einherge-
henden höheren Arbeitsunfähigkeit zwischen November 2010 und Sep-
tember 2011 ist als Rückfall bzw. Spätfolge (vgl. Art. 11 der Verordnung 
vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]; 
BGE 118 V 293 E. 2c S. 296; RKUV 2003 U 487 S. 341 E. 2) zu qualifizie-
ren und gibt nicht Anlass zur Rentenerhöhung. Eine Anpassung der Invali-
denrente könnte erst nach Abschluss der (erneuten) Heilbehandlung vor-
genommen werden (vgl. BGE 140 V 65 E. 4.2 S. 69 f.), welche hier per 
Ende September 2011 (dreimonatige Rekonvaleszenz nach dem Eingriff 
vom 1. Juli 2011 [act. IIB 295/75 Ziff. 5.8.1]) erfolgt sein dürfte; per dato 
bestand jedoch wiederum eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit und auch ein 
gleicher Invaliditätsgrad wie vorher. Ob der Beschwerdeführer während 
dieser Zeit einen Anspruch auf ein Taggeld hat und gegebenenfalls in wel-
cher Höhe (vgl. Art. 21 Abs. 3 Satz 2 UVG), liegt ausserhalb des Streitge-
genstandes und ist deshalb hier nicht zu entscheiden. Die mit Verfügung 
vom 18. Oktober 2013 (act. IIC 322) zugesprochene und mit dem hier an-
gefochtenen Einspracheentscheid vom 11. Juni 2014 (act. IIC 338) 
bestätigte Invalidenrente ist damit nicht zu beanstanden. Nachzugehen 
bleibt dem Anspruch auf eine Integritätsentschädigung.

6.

6.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 21

6.1.1 Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung 
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 UVV Gebrauch 
gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritätsschaden als 
dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindes-
tens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, 
geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, 
augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 gelten für die 
Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des Anhangs 3. 
Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, nicht absch-
liessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden prozentual 
gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht aufgeführte 
Integritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der Schwere 
vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 116 V 156 
E. 3a S. 157). In diesem Zusammenhang hat die SUVA in Weiterentwick-
lung der bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabella-
rischer Form (sog. Feinraster; abrufbar unter <www. suva.ch>) erarbeitet. 
Diese Tabellen sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit denen 
die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, mit dem 
Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32).

6.1.2 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der 
Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizini-
schen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsscha-
den für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen 
(BGE 124 V 29 E. 3c S. 35). Psychogene Störungen nach Unfällen geben 
Anspruch auf Integritätsentschädigung, wenn medizinisch-psychiatrisch 
eine eindeutige individuelle Langzeitprognose gestellt werden kann, welche 
für das ganze Leben eine Änderung durch Heilung oder Besserung des 
Schadens praktisch ausschliesst. Für die Beurteilung der Dauerhaftigkeit 
psychogener Unfallfolgen ist an das Unfallereignis anzuknüpfen und von 
der Praxis auszugehen, wie sie für die Beurteilung der Adäquanz psychi-
scher Unfallfolgen Geltung hat (BGE 124 V 29 E. 5b cc und E. 5c bb S. 44).

6.2 Im beweiskräftigen Gutachten vom 5. Februar 2013 (act. IIB 295) 
wurde die dauerhafte und erhebliche Beeinträchtigung der körperlichen 
Integrität anhand der SUVA -Tabelle 7 (Integritätsschaden bei Wirbelsäule-

http://www.suva.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 22

naffektionen), unter Berücksichtigung des Status nach Spondylodese und 
Diskektomie mit persistierenden sensiblen Ausfällen und Dauerschmerzen 
auch nachts und in Ruhe, auf 40 % geschätzt (act. IIB 295/78 Ziff. 5.10). 
Dass sich die Verwaltung auf diese medizinische Beurteilung stützte, wird 
seitens des Beschwerdeführers nicht gerügt; indes vertritt er die Ansicht, 
dass im Zusammenhang mit dem diagnostizierten Tinnitus sowie den Er-
kenntnissen der neuropsychologischen Untersuchung zusätzlich die SUVA 
-Tabelle 13 (Integritätsschaden bei Tinnitus) hätte berücksichtigt werden 
müssen (Beschwerde S. 7 Ziff. III Art. 6). Wie vorstehend ausgeführt (vgl. 
E. 3.4.3 bzw. 4.4 hievor) und auch von der Beschwerdegegnerin zutreffend 
dargelegt (act. IIC 338/12 E. 9 f.; Beschwerdeantwort S. 6 Ziff. V 
Ziff. 12.7 f.), fehlt es bezüglich der organisch nicht objektiv ausgewiesenen 
Beschwerden – worunter auch der subjektive Tinnitus fällt – an einer 
adäquaten Unfallkausalität. Es besteht somit von vornherein keine Grund-
lage für eine diesbezügliche Integritätsentschädigung. 

Weil der Einspracheentscheid vom 11. Juni 2014 (act. IIC 338) auch in die-
ser Hinsicht nicht zu beanstanden ist, erweist sich die dagegen erhobene 
Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.

7.

7.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. a ATSG 
sind keine Verfahrenskosten zu erheben.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist dem Beschwerdeführer 
keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Okt. 2015, UV/14/663, Seite 23

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch eine Parteientschä-
digung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ AG z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwalt D.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit 

mitzuteilen (R):
- IV-Stelle Bern, Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern

(zur Kenntnisnahme ad IV/2014/547)
- Stiftung …

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.