# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 35509c31-e116-5034-903f-37a2cb6993d9
**Source:** Freiburg/Fribourg (FR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-28
**Language:** de
**Title:** Freiburg Kantonsgericht Zivilappellationshöfe 28.07.2015 101 2015 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/FR_Gerichte/FR_TC_001_101-2015-73_2015-07-28.pdf

## Full Text

Tribunal cantonal TC
Kantonsgericht KG

Augustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg

T +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01
www.fr.ch/tc

—
Pouvoir Judiciaire PJ
Gerichtsbehörden GB

101 2015 73

Urteil vom 28. Juli 2015

I. Zivilappellationshof

Besetzung Präsident: Hubert Bugnon
Richter: Roland Henninger, Jérôme Delabays
Gerichtsschreiberin: Gina Gutzwiller

Parteien A.________, Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin, vertreten 
durch Rechtsanwalt Bruno Kaufmann

gegen

B.________, Gesuchsteller und Berufungsbeklagter

Gegenstand Abschreibung des Verfahrens auf Abänderung des Scheidungs-
urteils wegen Säumnis des Klägers

Berufung vom 22. April 2015 gegen den Entscheid des Präsidenten 
des Zivilgerichts des Seebezirks vom 24. Februar 2015

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Sachverhalt

A. Mit Entscheid vom 7. September 2010 sprach der Gerichtspräsident des Sensebezirks die 
Scheidung zwischen B.________, geboren 1951, und A.________, geboren 1972, aus. Die Obhut 
über die gemeinsame Tochter C.________, geboren 2005, wurde der Mutter übertragen und 
B.________ dazu verpflichtet, A.________ an den Unterhalt der Tochter monatliche Beiträge von 
Fr. 500.-, von Fr. 550.- ab dem vollendeten 12. Altersjahr sowie von Fr. 600.- ab dem vollendeten 
16. Altersjahr bis zum ordentlichen Abschluss einer Erstausbildung zu bezahlen.

Am 9. Oktober 2014 stellte B.________ beim Gerichtspräsidenten des Seebezirks (nachfolgend: 
der Gerichtspräsident) ein Gesuch auf Abänderung des Scheidungsurteils vom 7. September 2010 
in dem Sinne, dass der an den Unterhalt der Tochter C.________ zu leistende Beitrag neu zu 
überprüfen sei. Der Gerichtspräsident setzte auf den 7. Januar 2015 eine Einigungsverhandlung 
an, zu welcher jedoch B.________ nicht erschien. A.________ beantragte deshalb an der 
Verhandlung, das Verfahren sei wegen Säumnis von B.________ kostenfällig zu seinen Lasten 
abzuschreiben.

Mit Entscheid vom 24. Februar 2015 stellte der Gerichtspräsident das Scheitern der 
Einigungsverhandlung fest, wies den Antrag auf Abschreibung des Verfahrens ab, überwies die 
Angelegenheit zur Durchführung des Hauptverfahrens dem Zivilgericht und setzte den Parteien 
Frist, um ihre Anträge zu ergänzen und zu begründen. Die Eingaben der Parteien wurden der 
jeweils anderen Partei zur Kenntnis zugestellt. A.________ wurde für das Verfahren auf 
Abänderung des Scheidungsurteils die unentgeltliche Rechtspflege erteilt und Rechtsanwalt Bruno 
Kaufmann als ihr unentgeltlicher Rechtsbeistand ernannt. Die Kosten wurden vorbehalten.

B. Gegen diesen Entscheid reichte A.________ am 22. April 2015 Berufung ein mit den 
folgenden Rechtsbegehren:

„1. Die von A.________ am 22. April 2015 eingereichte Berufung wird gutgeheissen.

2. Der angefochtene Entscheid des Präsidenten des Zivilgerichtes des Seebezirkes vom 24. Februar 
2015 wird aufgehoben.

3. Das Verfahren um Abänderung des Scheidungsurteils wird kostenpflichtig abgeschrieben.

4. Subsidiär: Der Präsident des Zivilgerichtes des Seebezirkes wird gebeten, den Kläger zu einer 
zweiten Einigungsverhandlung vorzuladen, unter Androhung der Säumnisfolgen gemäss ordentlichem 
Verfahren.

5. Die Kosten für das Berufungsverfahren werden B.________ auferlegt, unter Vorbehalt der 
unentgeltlichen Rechtspflege.

6. Die Parteikosten von A.________ werden B.________ auferlegt, unter Vorbehalt der unentgeltlichen 
Rechtspflege.

7. A.________ wird eine angemessene Parteientschädigung zu Lasten der Invalidenversicherung 
zugesprochen.

8. Subsidiär: A.________ wird für das Berufungsverfahren die vollständige unentgeltliche Rechtspflege 
gewährt.

9. Bruno Kaufmann, Rechtsanwalt in Freiburg, wird zum unentgeltlichen Rechtsberater von A.________ 
bestimmt.“

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Mit Eingabe vom 28. April 2015 bestätigte die Berufungsklägerin ihr Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege.

Der Berufungsbeklagte nahm mit Eingabe vom 26. Juni 2015 zur Berufung Stellung und 
beantragte sinngemäss deren Abweisung.

Erwägungen

1. a) Gemäss Art. 308 Abs. 1 Bst. a ZPO sind erstinstanzliche Zwischenentscheide mit 
Berufung anfechtbar. Ein Zwischenentscheid liegt dann vor, wenn durch abweichende 
oberinstanzliche Beurteilung sofort ein Endentscheid herbeigeführt und so ein bedeutender Zeit- 
oder Kostenaufwand gespart werden kann (Art. 237 Abs. 1 ZPO).

Vorliegend hat der Gerichtspräsident der Berufungsklägerin die Abschreibung des Verfahrens auf 
Abänderung des Scheidungsurteils verweigert. Eine Gutheissung der Berufung hätte die 
Abschreibung des erstinstanzlichen Verfahrens zur Folge, womit sofort ein Endentscheid 
herbeigeführt würde. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich somit klarerweise um einen 
Zwischenentscheid, gegen welchen die Berufung offen steht.

b) In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Berufung nur zulässig, wenn der 
Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 10‘000 Franken beträgt 
(Art. 308 Abs. 2 ZPO). Der Streitwert wird durch die Rechtsbegehren bestimmt. Als Wert 
wiederkehrender Leistungen gilt der Kapitalwert und bei ungewisser oder unbestimmter Dauer gilt 
als Kapitalwert der zwanzigfache Betrag der einjährigen Leistung (Art. 91 Abs. 1 und Art. 92 ZPO).

Der Berufungsbeklagte verlangte vor erster Instanz die Aufhebung seiner Pflicht zur Bezahlung 
von Kindesunterhaltsbeiträgen von monatlich Fr. 500.-. Die Berufungsklägerin beantragte die 
Abweisung der Rechtsbegehren des Berufungsbeklagten. Strittig war mithin ein monatlicher Betrag 
von Fr. 500.- bzw. ein jährlicher Betrag von Fr. 6‘000.-, womit der Streitwert von Fr. 10‘000.- 
längstens erreicht ist. Im Übrigen ist auch der Streitwert nach Art. 51 und 74 BGG in Anbetracht 
der unbestimmten Dauer, für welche die Unterhaltsbeiträge geschuldet sind, erreicht, sodass 
gegen das vorliegende Urteil die Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht offen steht.

c) Die Berufungsfrist beträgt 30 Tage (Art. 311 Abs. 1 ZPO).

Der angefochtene Entscheid wurde der Berufungsklägerin am 23. März 2015 zugestellt, so dass 
die Berufungsfrist von 30 Tagen am 22. April 2015 ablief. Die am letzten Tag der Frist der Post 
übergebene Berufungsschrift wurde damit fristgerecht eingereicht.

d) Die Berufung ist schriftlich bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen und muss eine 
Begründung enthalten (Art. 311 Abs. 1 ZPO).

Die Berufungsschrift enthält Rechtsbegehren und ist begründet, weshalb darauf einzutreten ist.

e) Mit der Berufung kann sowohl die unrichtige Rechtsanwendung wie auch die unrichtige 
Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO).

f) Neue Tatsachen und Beweismittel werden im Berufungsverfahren nur noch 
berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht werden und trotz zumutbarer Sorgfalt nicht 
schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO).

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g) Gemäss Art. 316 Abs. 1 ZPO kann die Rechtsmittelinstanz eine Verhandlung 
durchführen oder aufgrund der Akten entscheiden. Vorliegend befinden sich die zur Entscheidung 
nötigen Informationen in den Akten, weshalb auf eine Verhandlung verzichtet wird.

2. a) Die Berufungsklägerin rügt eine Verletzung von Art. 278 ZPO. Der Berufungsbeklagte 
sei zum persönlichen Erscheinen an der Einigungsverhandlung mangels Dispensation verpflichtet 
gewesen. Wollte der Gerichtspräsident dem Antrag der Berufungsklägerin auf Abschreibung des 
Verfahrens infolge Säumnis nicht stattgeben, hätte er somit eine neue Verhandlung ansetzen 
sollen (Berufung Ziff. B.A.1-3). Weiter habe der Gerichtspräsident zu Unrecht Art. 147 ZPO 
angerufen und festgestellt, dass diese Bestimmung auf dem Prinzip von Treu und Glauben beruhe 
und die Säumnisfolgen konkret anzudrohen seien. Das Prinzip von Treu und Glauben könne nicht 
zur Anwendung kommen, wenn der Berufungsbeklagte offensichtlich und aus freiem Willen an 
keiner Verhandlung teilnehmen wolle und sein Nichterscheinen sogar schriftlich und im Voraus 
ankündige. Auch in sinngemässer Anwendung von Art. 278 ZPO wäre der Berufungsbeklagte 
verpflichtet gewesen, persönlich an der Einigungsverhandlung teilzunehmen (Berufung Ziff. B.B.1-
3). Schliesslich liege eine Verletzung von Art. 284 Abs. 2 und Art. 206 Abs. 1 ZPO vor, da der 
Gerichtspräsident zu Unrecht die Säumnisfolgen gemäss letzterer Bestimmung nicht habe 
eintreten lassen. Es gebe keinen Grund, den Berufungsbeklagten besser zu behandeln als den 
Kläger in einem ordentlichen Verfahren, der an einer Schlichtungsverhandlung nicht teilnehme. Im 
Abänderungsverfahren gälten nämlich die normalen Säumnisfolgen, da Art. 198 Bst. c ZPO nur 
das Scheidungsverfahren als Ausnahme zum obligatorischen Schlichtungsverfahren erwähne 
(Berufung Ziff. B.C.6 f. und 16 f.).

b) Der Gerichtspräsident hat seinen Entscheid damit begründet, dass die Parteien in der 
Vorladung vom 15. Oktober 2014 entgegen der Bestimmung von Art. 147 und 133 Bst. f ZPO nicht 
auf die Säumnisfolgen hingewiesen worden seien. Die Regelung nach Art. 147 Abs. 3 ZPO sei 
keine blosse Ordnungsvorschrift, sondern beruhe auf dem Prinzip von Treu und Glauben; die 
Säumnisfolgen seien konkret anzudrohen. Im Falle der Unterlassung des Hinweises auf die 
Säumnisfolgen können die Säumnis und ihre Rechtsfolgen nicht eintreten. Das Gericht habe im 
Falle der Nichtbeachtung eines Termins eine neue Vorladung auszustellen. Aufgrund der zu weit 
auseinanderliegenden Rechtsbegehren der Parteien scheine eine neue Einigungsverhandlung 
aber nicht zielgerichtet und würde einen prozessualen Leerlauf darstellen. Aus prozessöko-
nomischen Gründen scheine das Fortführen des Verfahrens ohne erneute Einigungsverhandlung 
deshalb sinnvoll (angefochtener Entscheid S. 2).

c) aa) Gemäss Art. 284 Abs. 3 ZPO gelten für streitige Verfahren auf Abänderung eines 
rechtskräftigen Scheidungsurteils die Vorschriften über die Scheidungsklage sinngemäss. Art. 291 
ZPO – jedoch nur soweit die Abklärung des Scheidungsgrundes betreffend – sowie Art. 292 und 
293 ZPO finden somit auf das Abänderungsverfahren keine Anwendung. Umgekehrt sind gewisse 
allgemeine Bestimmungen betreffend das Scheidungsverfahren analog anwendbar, insbesondere 
die Pflicht zum persönlichen Erscheinen nach Art. 278 ZPO (BK ZPO-SPYCHER, 2012, Art. 284 
N. 13; SUTTER-SOMM/SEILER, in Sutter-Somm und andere [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl. 2013, Art. 284 N. 32).

Art. 291 ZPO regelt die Einigungsverhandlung: Das Gericht lädt die Ehegatten zu einer 
Verhandlung vor und klärt ab, ob der Scheidungsgrund gegeben ist (Abs. 1). Steht der 
Scheidungsgrund fest, so versucht das Gericht zwischen den Ehegatten eine Einigung über die 
Scheidungsfolgen herbeizuführen (Abs. 2). Steht der Scheidungsgrund nicht fest oder kommt 
keine Einigung zustande, so setzt das Gericht der klagenden Partei Frist, eine schriftliche 
Klagebegründung nachzureichen. Bei Nichteinhalten der Frist wird die Klage als gegenstandslos 

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abgeschrieben (Abs. 3). Zuständig für die Durchführung der Einigungsverhandlung ist der 
Gerichtspräsident (Art. 51 Abs. 3 JG in fine).

Art. 278 ZPO sieht vor, dass die Parteien persönlich zu den Verhandlungen erscheinen müssen, 
sofern das Gericht sie nicht wegen Krankheit, Alter oder anderen wichtigen Gründen dispensiert. 
Die unberechtigte Abwesenheit einer Partei hindert das Gericht jedoch nicht, das Verfahren 
gestützt auf Art. 147 Abs. 2 ZPO weiterzuführen, wobei die Säumnisfolgen durch die weite Geltung 
der eingeschränkten Untersuchungsmaxime eine erhebliche Minderung erfahren (KOBEL, in Sutter-
Somm und andere [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl. 
2013, Art. 278 N. 5; TAPPY, in Bohnet und andere [Hrsg.], Code de procédure civile commenté, 
2011, Art. 278 N. 10).

Gemäss Art. 147 Abs. 2 ZPO wird das Verfahren ohne die versäumte Handlung weitergeführt, 
sofern das Gesetz nichts anderes bestimmt. Nach Art. 234 ZPO berücksichtigt das Gericht bei 
Säumnis einer Partei die Eingaben, die nach Massgabe dieses Gesetzes eingereicht worden sind. 
Im Übrigen kann es seinem Entscheid unter Vorbehalt von Art. 153 ZPO die Akten sowie die 
Vorbringen der anwesenden Partei zu Grunde legen (Abs. 1). Bei Säumnis beider Parteien wird 
das Verfahren als gegenstandslos abgeschrieben. Die Gerichtskosten werden den Parteien je zur 
Hälfte auferlegt (Abs. 2).

bb) Im streitigen Verfahren betreffend Abänderung des Scheidungsurteils wie auch im 
Scheidungsverfahren auf Klage findet kein Schlichtungsverfahren statt (Art. 284 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 198 Bst. c ZPO; TAPPY, Art. 284 N. 14), jedoch ist die Einigungsverhandlung obligatorisch 
(Urteil KG FR 101 2013 13 vom 15. Mai 2013 E. 2b/aa, in FZR 2013 155; vgl. auch BGE 138 III 
366 E. 3.1.5). Erscheint eine Partei oder beide Parteien unentschuldigt nicht zur Einigungs-
verhandlung, findet wie bereits ausgeführt Art. 147 Abs. 2 ZPO Anwendung. Das Verfahren ist 
ohne die versäumte Handlung fortzuführen, somit als ob keine Einigung zustande gekommen 
wäre, und der klagenden Partei Frist zur Nachreichung einer schriftlichen Klagebegründung 
anzusetzen (VAN DE GRAAF, in Oberhammer und andere [Hrsg.], Kurzkommentar ZPO, 2. Aufl. 
2014, Art. 278 N. 3; SPYCHER, Art. 291 N. 17).

Art. 234 ZPO findet in diesem Stadium des Verfahrens noch keine Anwendung, da die 
Einigungsverhandlung gerade keine Hauptverhandlung darstellt (VAN DE GRAAF, Art. 291 N. 3). 
Wird nach schriftlicher Klagebegründung und -antwort eine Hauptverhandlung durchgeführt, 
greifen hingegen die Säumnisfolgen von Art. 234 ZPO (VAN DE GRAAF, Art. 278 N. 3). Selbst wenn 
letztere auf die Einigungsverhandlung Anwendung fänden, hätte dies in casu nicht zu einer 
Verfahrensabschreibung geführt, da nur der Berufungsbeklagte abwesend war, nicht aber die 
Berufungsklägerin (Art. 234 Abs. 2 ZPO).

d) aa) Vorliegend wurden die Parteien mit Vorladung vom 15. Oktober 2014 für die 
Verhandlung vom 14. November 2014 aufgeboten, wobei der Hinweis auf die Säumnisfolgen 
jedoch unterblieb (act. 3 f.). In der Folge wurde die Verhandlung auf den 7. Januar 2015 
verschoben und den Parteien am 31. Oktober 2014 eine neue Vorladung zugestellt (act. 7 f.), 
welche mit dem Hinweis auf die Säumnisfolgen nach Art. 234 ZPO versehen war.

Die Vorladung vom 31. Oktober 2014 enthielt somit irrtümlicherweise die Säumnisfolgen für die 
Hauptverhandlung (Art. 234 ZPO) anstelle derjenigen für die Einigungsverhandlung (Art. 147 
Abs. 2 ZPO). Auch aus den nach Art. 234 ZPO angedrohten Säumnisfolgen geht jedoch die 
Konsequenz von Art. 147 Abs. 2 ZPO hervor; erstere konkretisieren letztere gerade, und zwar in 
einer auch für einen Laien verständlichen Weise. Der „falsche“ Hinweis schadet somit im hier 
interessierenden Fall nicht. Ohnehin dient der Hinweis auf die Säumnisfolgen dem Schutz der 

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säumigen und nicht der anwesenden Partei; der Berufungsbeklagte beanstandet aber den Irrtum 
bezüglich der Säumnisfolgen gerade nicht (vgl. STAEHELIN, in Sutter-Somm und andere [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 2. Aufl. 2013, Art. 147 N. 10).

Der Gerichtspräsident hat somit zu Recht auf eine Abschreibung des Verfahrens verzichtet und 
i.S.v. Art. 147 Abs. 2 ZPO das Verfahren weitergeführt, indem er den Parteien Frist setzte, um ihre 
Anträge zu ergänzen, und die Angelegenheit zur Durchführung des Hauptverfahrens dem 
Zivilgericht überwies.

bb) Im Übrigen ist nicht zu beanstanden, dass keine zweite Einigungsverhandlung 
angesetzt wurde.

Am 29. Dezember 2014 hat die Berufungsklägerin in ihrer Stellungnahme zur Abänderungsklage 
des Berufungsbeklagten die Abweisung der Klage verlangt und ihre Rechtsbegehren am 7. Januar 
2015 vor dem Gerichtspräsidenten bestätigt (act. 16 und 20 S. 2). Der Berufungsbeklagte 
seinerseits weigerte sich, zur Einigungsverhandlung zu erscheinen, sofern der Rechtsvertreter der 
Berufungsklägerin anwesend sei (act. 9).

Die Berufungsbeklagte macht geltend, die vorinstanzliche Begründung, wonach eine 
Neuansetzung der Einigungsverhandlung prozessökonomisch keinen Sinn mache, sei gerade 
deswegen nicht haltbar, da der Berufungsbeklagte dem Rechtsvertreter der Berufungsklägerin 
nicht begegnen wolle (Berufung Ziff. B.A.4). Diese Schlussfolgerung ist jedoch nicht nachvollzieh-
bar. Im Gegenteil ist unter den gegebenen Umständen offensichtlich, dass ein Einigungsversuch 
zwischen den Parteien zum Scheitern verurteilt gewesen wäre. Zudem würde sich das Verfahren 
unnötig verlängern, wenn eine zweite Einigungsverhandlung angesetzt würde, zu welcher der 
Berufungsbeklagte ohnehin nicht zu erscheinen beabsichtigt.

Der Gerichtspräsident hat somit zu Recht im Interesse der Prozessökonomie auf die Ansetzung 
einer zweiten Einigungsverhandlung verzichtet.

Die Berufung ist folglich abzuweisen.

3. a) Die Berufungsklägerin ist mit ihren Anträgen vollumfänglich unterlegen. Die 
Prozesskosten sind somit ihr aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO).

b) Die Gerichtskosten werden pauschal auf Fr. 1‘000.- festgelegt (Art. 96 ZPO i.V.m. 
Art. 19 JR).

c) Mangels entsprechenden Antrags des Berufungsbeklagten wird keine Parteientschä-
digung gesprochen.

(Dispositiv auf nachfolgender Seite)

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Der Hof erkennt:

I. Die Berufung wird abgewiesen.

II. Die Gerichtskosten von pauschal Fr. 1‘000.- werden A.________ auferlegt, unter Vorbehalt 
der ihr gewährten unentgeltlichen Rechtspflege.

III. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

IV. Zustellung.

Dieses Urteil kann innert 30 Tagen nach seiner Eröffnung mit Beschwerde in Zivilsachen beim 
Bundesgericht angefochten werden. Das Beschwerderecht und die übrigen Zulässigkeitsvoraus-
setzungen sind in den Art. 72–77 und 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 
17. Juni 2005 (BGG) geregelt. Die begründete Beschwerdeschrift ist beim Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, einzureichen.

Freiburg, 28. Juli 2015/ggu

Präsident Gerichtsschreiberin