# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 424cc660-0050-559d-a45d-efaf15fe51ce
**Source:** Nidwalden (NW)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-16
**Language:** de
**Title:** Nidwalden Gerichte 16.08.2021 25006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/NW_Gerichte/NW_OG_001_25006_2021-08-16.pdf

## Full Text

GERICHTE     VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch 

 

ST 20 2  

 

 

 

Entscheid vom 12. Oktober 2020 

Steuerabteilung 

 

 

Besetzung Vizepräsidentin Barbara Brodmann, Vorsitz, 

 Verwaltungsrichter Peter Fuhrer, 

 Verwaltungsrichter Hansruedi Schleiss, 

Gerichtsschreiberin Helene Reichmuth. 

 

 

Verfahrensbeteiligte A.__ und B.__, 

X.__, 

vertreten durch Dr. iur. LL.M. Thomas Meister,  

Walder Wyss AG, Seefeldstrasse 123, 

Postfach, 8034 Zürich, 

Beschwerdeführer, 

 

 

gegen 

 

 

Kantonales Steueramt Nidwalden, 

Bahnhofplatz 3, Postfach 1241, 6371 Stans, 

Beschwerdegegner, 

 

und 

 

Eidgenössische Steuerverwaltung, 

Abteilung Direkte Bundessteuer, 

Eigerstrasse 65, 3003 Bern, 

Beschwerdegegnerin, 

 

 

Gegenstand Geldwerter Vorteil bei Aktienübergang 

 

Beschwerde gegen den Einsprache-Entscheid des 

Gemeindesteueramtes X.__ vom 3. März 2020 betreffend 

Kantons- und Gemeindesteuer 2013 sowie direkte 

Bundessteuer 2013 (PID-Nr. __). 

2 

 

Sachverhalt: 

A. 

Zu Lasten der Beschwerdeführer wurden mit Datum vom 18. Februar 2019 – nach 

vorausgegangener Zustellung eines Veranlagungsvorschlages am 22. Januar 2018 und 

anschliessender Korrespondenz – Kantons- und Gemeindesteuern von Fr. 62'891.80 sowie 

direkte Bundessteuern von Fr. 41'804.– für die Steuerperiode 2013 festgesetzt. 

Gegen diese Verfügung richtet sich die Einsprache vom 20. März 2019, welche die 

Beschwerdeführer damit begründen, dass beim Übergang der Aktien der C.__ AG kein 

geldwerter Vorteil zugunsten der Beschwerdeführer entstanden sei, da die Aktienbewertung 

nach dem Substanzwert des Unternehmens zu erfolgen habe.  

Mit Einsprache-Entscheid vom 3. März 2020 hat das Gemeindesteueramt X.__ die Einsprache 

abgewiesen mit der Begründung, der geldwerte Vorteil der Aktien sei zutreffend und unter 

Zugrundelegung der vom Sitzkanton der C.__ AG ermittelten Aktienbewertung errechnet 

worden und demzufolge als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit aufzurechnen 

gewesen. 

 

B. 

Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhoben die Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

27. März 2020 beim Verwaltungsgericht Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren: 

«1. Der Einspracheentscheid des Gemeindesteueramtes X.__ betreffend die direkte  

Bundessteuer 2013 sowie die Kantons- und Gemeindesteuern 2013 vom 3. März 2020 sei 

aufzuheben. 

 2. Die Beschwerdeführer seien für die Steuerperiode 2013 mit einem steuerbaren Einkommen 

von CHF 402'681 statt CHF 511'300 für die Kantons- und Gemeindesteuern zu veranlagen. 

 3. Die Beschwerdeführer seien für die Steuerperiode 2013 mit einem steuerbaren Einkommen 

von CHF 320'181 statt CHF 428'800 für die direkte Bundessteuer zu veranlagen.» 

 

  

3 

 

C. 

Mit Schreiben vom 6. April 2020 bestätigte die Verfahrensleitung den Eingang der Beschwerde 

vom 27. März 2020 und forderte die Beschwerdeführer gleichzeitig zur Zahlung eines 

Gerichtskostenvorschusses im Betrag von Fr. 3'000. auf. 

Der Gerichtskostenvorschuss wurde innert Frist überwiesen. 

 

D. 

Das kantonale Steueramt beantragte mit Vernehmlassung vom 5. Juni 2020 innert erstreckter 

Frist die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde unter Kosten- und Entschädigungsfolge 

solidarisch zu Lasten der Beschwerdeführer. 

Die Eidg. Steuerverwaltung liess sich innert Frist nicht vernehmen.  

 

E. 

Mit Replik vom 30. Juni 2020 ergänzten (kursiv) die Beschwerdeführer ihr Rechtsbegehren wie 

folgt: 

«1. Der Einspracheentscheid des Gemeindesteueramtes X.__ betreffend die direkte  
Bundessteuer 2013 sowie die Kantons- und Gemeindesteuern 2013 vom 3. März 2020 sei 
aufzuheben. 

 2. Die Beschwerdeführer seien für die Steuerperiode 2013 mit einem steuerbaren Einkommen 
von CHF 402'681 statt CHF 511'300 für die Kantons- und Gemeindesteuern zu veranlagen. 
Eventualiter seien sie mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 463'332 für die Kantons- 
und Gemeindesteuern zu veranlagen. 

 3. Die Beschwerdeführer seien für die Steuerperiode 2013 mit einem steuerbaren Einkommen 
von CHF 320'181 statt CHF 428'800 für die direkte Bundessteuer zu veranlagen. Eventualiter 
seien sie mit einem steuerbaren Einkommen von CHF 380'832 für die direkte Bundessteuer 
zu veranlagen» 

 

Mit Duplik vom 15. Juli 2020 beantragte das kantonale Steueramt erneut die vollumfängliche 

Abweisung der Beschwerde inklusive der neu gestellten Eventualanträge unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge solidarisch zulasten der Beschwerdeführer.  

 

Damit war der Rechtsschriftenwechsel abgeschlossen.  

 

  

4 

 

F. 

Mit Schreiben vom 27. Juli 2020 reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdeführer seine 

Kostennote ein. Am 18. September 2020 übermittelte er zudem den Entscheid des 

Bundesgerichts 2C_1057/2018 vom 7. April 2020. 

 

G. 

Die Steuerabteilung des Verwaltungsgerichts Nidwalden hat die vorliegende 

Beschwerdesache an der Sitzung vom 12. Oktober 2020 abschliessend beraten und beurteilt. 

Auf die Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften wird – sofern erforderlich – in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen; die Relevanz aller übrigen Vorbringen wird vom 

Gericht verneint. 

 

 

Erwägungen: 

1. 

1.1 

Angefochten ist der Einsprache-Entscheid des Gemeindesteueramtes X.__ (nachfolgend 

Veranlagungsbehörde) vom 3. März 2020, mit welchem die Einsprache der Beschwerdeführer 

gegen die definitive Veranlagung vom 28. Februar 2019 betreffend Kantons- und 

Gemeindesteuer 2013 sowie direkte Bundessteuer 2013 abgewiesen wurde. 

 

1.2 

Als Rechtsmittel gegen einen Einsprache-Entscheid der Veranlagungsbehörde ist sowohl in 

Bezug auf die Kantons- und Gemeindesteuern als auch in Bezug auf die direkte Bundessteuer 

die Beschwerde an das Verwaltungsgericht gegeben (Art. 206 StG [NG 521.1] bzw. Art. 140 

und 145 DBG [SR 642.11]). Die Beschwerde muss einen Antrag und eine Begründung 

enthalten. Beschwerdelegitimiert ist die steuerpflichtige Person (Art. 206 Abs. 1 StG; 

Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 DBG). Die Beschwerdeführer sind durch den angefochtenen 

Entscheid offensichtlich berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen 

Aufhebung oder Änderung, sodass sie beschwerdelegitimiert sind. Da auch die übrigen 

Prozessvoraussetzungen gemäss Art. 54 VRG (NG 265.1) gegeben sind, ist ohne weiteres 

auf die Beschwerde einzutreten und in der Sache zu entscheiden. 

5 

 

1.3 

Gemäss Art. 206 Abs. 2 StG können mit der Beschwerde alle Mängel des angefochtenen 

Entscheids und des vorangegangenen Verfahrens gerügt werden. Damit werden die 

bundesrechtlichen Vorgaben umgesetzt, wonach im kantonalen Rekurs- und 

Beschwerdeverfahren betreffend die direkte Bundesssteuer gemäss Art. 140 Abs. 3 DBG in 

Verbindung mit Art. 145 Abs. 2 DBG alle Mängel des angefochtenen Entscheids und des 

vorangegangenen Verfahrens gerügt werden können. Somit kann das Verwaltungsgericht 

vorliegend auch die Angemessenheit des angefochtenen Entscheids überprüfen. Eine weitere 

Besonderheit findet sich in Art. 207 StG, wonach das Verwaltungsgericht bei Beschwerden in 

Steuersachen nicht an die Begehren der Parteien gebunden ist, sondern ihm die gleichen 

Befugnisse zustehen wie der Veranlagungsinstanz im Veranlagungsverfahren und nach 

Anhörung der steuerpflichtigen Person die Veranlagung auch zu ihrem Nachteil abändern 

kann.  

 

2. 

2.1 

Die Veranlagungsbehörde stellte sich im angefochtenen Einsprache-Entscheid vom 

3. März 2020 auf den Standpunkt, dass die übertragenen 5 Aktien der C.__ AG als 

Mitarbeiteraktien zu qualifizieren und deren Verkehrswert unter Anwendung des 

Kreisschreibens Nr. 27 der Schweizerischen Steuerkonferenz zu berechnen seien. Die 

Berechnung erfolge durch den Sitzkanton der zu bewertenden Gesellschaft und ergebe keinen 

Anlass zu Beanstandungen. Der geldwerte Vorteil sei im Zusammenhang mit der Übertragung 

der 5 Aktien der C.__ AG korrekt berechnet worden und sei in Anwendung von Art. 20 Abs. 1 

StG bzw. Art. 17 Abs. 1 DBG als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit zu 

besteuern. 

 

2.2 

Gegen diesen Einsprache-Entscheid tragen die Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, die 

ehemalige C.__ AG mit Sitz in Y.__, heutige D.__ AG mit Sitz in Y.__, sei eine kleine, im 

Treuhandgeschäft mit internationalen Klienten tätige Gesellschaft, welche stark 

personenbezogen sei. Das Aktionariat bestehe ausschliesslich aus den mandatsleitenden 

Partnern der D.__ AG. Alle Partner seien Aktionäre der Gesellschaft und umgekehrt. Die 

Beziehungen zwischen den Partnern und Aktionären seien in einem Aktionärbindungsvertrag 

(ABV) geregelt. Die Aufnahme weiterer Partner und Aktionäre bedürfe eines einstimmigen 

6 

 

Beschlusses. Entsprechend würden Aktienübertragungen grundsätzlich immer zwischen den 

Partnern und Aktionären und zu dem im ABV vordefinierten Wert (innerer Wert – 

Substanzwert) stattfinden. Aktienübertragungen unter den Partnern und Aktionären fänden an 

sich nur im Rahmen einer gestaffelten Unternehmensnachfolge von älteren zu jüngeren oder 

neu aufgenommenen Partnern statt. Dabei könne der Kaufpreis für den Erwerb der  

Aktien gegebenenfalls durch Bonuszahlungen an den erwerbenden Partner und Aktionär 

teilweise oder vollständig vorfinanziert werden. Der Beschwerdeführer habe 

unbestrittenermassen aufgrund seiner Funktion als junger Partner und Aktionär 5 Aktien der 

damaligen C.__ AG erworben. Der Erwerb dieser Aktien sei im Rahmen einer 

«wohlgeplanten» Unternehmensnachfolge und der Reduktion des Arbeitspensums von E.__ 

als Senior Partnerin erfolgt. Die 5 Aktien würden also von einer anderen Partnerin und 

Aktionärin und nicht von der Gesellschaft stammen. Alle jüngeren Partner hätten ihre Aktien 

von den sukzessiv ausscheidenden älteren Partnern erworben. Die Finanzierung eines Teils 

der auf diese Weise erworbenen Aktien sei durch die Gesellschaft über entsprechende 

Bonuszahlungen an die erwerbenden Partner vorfinanziert worden. Die Gesellschaft habe 

dabei eine reine Abwicklungsfunktion übernommen. Bei der AG würden keine 

Mitarbeiterbeteiligungspläne bestehen. Mitarbeiter mit überdurchschnittlichem Einsatz und 

Leistungen würden von der C.__ AG bzw. D.__ AG über Bonifikationen entschädigt. Aus 

diesem Grund sei im vorliegenden Fall das Vorliegen einer Mitarbeiterbeteiligung zu 

verneinen. Dies gelte umso mehr, als dass weder von der Gesellschaft noch von den Partnern 

und Aktionären dem Beschwerdeführer über den Verkauf irgendein geldwerter Vorteil gewährt 

worden sei. Die den Erwerb dieser 5 Namenaktien erleichternde Bonifikation sei im 

Lohnausweis 2013 entsprechend ausgewiesen und nicht strittig. Qualifiziere das Gericht die  

C.__-Aktien trotzdem als Mitarbeiteraktien, so sei zu berücksichtigen, dass für die Bewertung 

von stark personenbezogenen Unternehmen der innere Wert bzw. Substanzwert eine 

tauglichere und sachgerechtere Formel darstelle als der vom Sitzkanton gestützt auf das 

Kreisschreiben Nr. 28 der Schweizerischen Steuerkonferenz vom 28. August 2008 (KS Nr. 28 

der SSK) ermittelte Wert (Vermögenssteuerwert). Es sei zwischen dem Formelwert zwecks 

Abgabe/Rücknahme von Mitarbeiteraktien und dem Wert für die Zwecke der Vermögenssteuer 

zu unterscheiden. Vorliegend handle es sich um gesperrte und mit Vorhand- und 

Vorkaufsrechten zugunsten der anderen Aktionäre/Partner belasteten Aktien, die durch den 

jeweiligen Aktionär selbst nicht verpfändet oder anderswie belastet werden  

könnten. Es sei offensichtlich, dass der Wert solchermassen belasteter Aktien wesentlich 

geringer sei als der Vermögenssteuerwert, der solche Belastungen gerade nicht 

berücksichtige. Entsprechend sei im Kreisschreiben Nr. 37 zur Besteuerung von 

7 

 

Mitarbeiterbeteiligungen vom 22. Juli 2013 (KS Nr. 37 der ESTV) unter Ziff. 3.2.2 vorgesehen, 

dass der massgebliche Wert nach einer für den Arbeitgeber tauglichen und anerkannten 

Methode ermittelt werde (sog. Formelwert). Wirtschaftlich betrachtet seien die mit Vorhand– 

und Vorkaufsrechten belasteten Aktien mit einer vorübergehenden Nutzniessung vergleichbar. 

Dem erwerbenden Partner stehe nur das Dividenden- und Stimmrecht zu. Entsprechend 

fliesse beim Kauf zum Substanzwert dem Erwerber kein geldwerter Vorteil zu. Dies umso 

mehr, als er die erworbenen Aktien später wiederum zum Substanzwert an seine Partner bzw. 

den erweiterten Arbeitgeber zurückgeben müsse. Dieser Mechanismus sei im 

Aktionärbindungsvertrag (ABV) rechtlich und wirtschaftlich abgesichert. Zudem könnten neue 

Partner und Aktionäre nur einstimmig aufgenommen werden. Dieser ABV sei für die 

steuerliche Beurteilung einer Mitarbeiterbeteiligung heranzuziehen. Im Zusammenhang mit 

dem Kauf der 5 C.__-Aktien liege somit kein geldwerter Vorteil vor. Dass bei einer echten 

Dritttransaktion ein allfälliger Übergewinn (Differenz zwischen Verkaufspreis und 

Substanzwert) als geldwerter Vorteil zu besteuern wäre, sei unbestritten. Bisher sei das aber 

noch nie vorgekommen. Auch der Sitzkanton der C.__ AG bzw. D.__ AG und der Kanton Z.__ 

hätten im Zusammenhang mit dem Erwerb von C.__-Aktien (durch andere Partner) keinen 

geldwerten Vorteil gesehen und aufgerechnet. Eventualiter sei bei Vorliegen einer 

Mitarbeiterbeteiligung diese infolge einer zeitlich unbefristeten Sperrfrist nach Massgabe von 

Ziff. 3.3. des KS Nr. 37 der ESTV um 44.161 % auf Fr. 60'651.– (55.839 %) zu reduzieren 

(Maximalfrist von 10 Jahren).  

 

2.3 

Dem hält das kantonale Steueramt im Wesentlichen entgegen, dass die Bonuszahlung im 

Lohnausweis 2013 mit dem Nettobetrag von Fr. 78'670.– ausgewiesen sei. Indem die 

Bonuszahlung von der C.__ AG unstrittig zum Aktienerwerb des Beschwerdeführers erfolgt 

sei, seien ihm die Aktien vom Arbeitgeber aufgrund seines Arbeitsverhältnisses übertragen 

worden, so dass es sich im Sinne des KS Nr. 37 der ESTV um Mitarbeiteraktien handle. Selbst 

wenn der nach der definitiven Veranlagungsverfügung vom 18. Februar 2019 schriftlich fixierte 

Aktienkaufvertrag vom 11. März 2019 zwischen der Verkäuferin E.__ und dem 

Beschwerdeführer als Käufer zu berücksichtigen wäre, was bestritten werde, ergebe sich aus 

der Formulierung unter Ziffer 2.3 des KS Nr. 37 der ESTV, dass es sich dann zwar nicht um 

eine Mitarbeiterbeteiligung nach Art. 17a DBG im engeren Sinne handle, es sich aber 

rechtfertigen würde, für die Bemessung des geldwerten Vorteils die Bestimmungen für 

Mitarbeiterbeteiligungen sinngemäss anzuwenden. Grundlage für die Bewertung von 

Wertpapieren ohne Kurswert bilde die Wegleitung zur Bewertung von Wertpapieren ohne 

8 

 

Kurswert für die Vermögenssteuer (KS Nr. 28 der SSK). Danach sei gemäss den Allgemeinen 

Bestimmungen (A.) Ziff. 1 Abs. 4 der Wegleitung für die Vermögenssteuer der betreffenden 

Steuerperiode grundsätzlich der Verkehrswert des Wertpapiers per 31.12. dieser 

Steuerperiode massgebend. Die Berechnung des Verkehrswertes von nichtkotierten 

Wertpapieren erfolge nach Ziffer 3 der Allgemeinen Bestimmungen der Wegleitung in der 

Regel durch den Sitzkanton der zu bewertenden Gesellschaft. In Anwendung des KS Nr. 28 

der SSK und vor dem Hintergrund, dass bei nicht börsenkotierten Mitarbeiteraktien in der 

Regel kein Verkehrswert vorhanden sei, sei entsprechend der Darstellung der 

Beschwerdeführer die objektive Bewertungsmethode mit Berücksichtigung von Ertragswert 

und Substanzwert des Unternehmens – wie sie vom Sitzkanton W.__ der C.__ AG errechnet 

worden sei – zu übernehmen. Diese Praktikerlösung sei sachgerechter als die 

Berücksichtigung des reinen Substanzwertes, da der Ertragswert eines Unternehmens bei 

einer Nachfolgeregelung zwingend mit zu berücksichtigen sei. Für diese Berechnung spreche 

auch die im Entwurf des angepassten KS Nr. 37 der ESTV zur Besteuerung von 

Mitarbeiterbeteiligungen enthaltene Formulierung der Ziffer 3.2.2 zu nicht börsenkotierten 

Mitarbeiteraktien. Darin werde explizit festgehalten, dass die Berechnung des Verkehrswertes 

im Zeitpunkt der Zuteilung den Regelungen gemäss dem KS Nr. 28 der SSK folgen könne. Ein 

Abweichen vom Verkehrswert komme nur dann in Betracht, wenn der Arbeitgeber ein 

unbeschränktes Kaufrecht an den fraglichen Aktien habe. Diesen Voraussetzungen würde der 

ABV vom … 2012 nicht entsprechen. Weiter sei der Aktienwert im vorliegenden Fall über 

mehrere Jahre hinweg in etwa gleichmässig festgesetzt worden, so dass auch aus diesem 

Grund die Bewertung für die fragliche Steuerperiode 2013 nicht zu beanstanden sei. Der 

geldwerte Vorteil berechne sich sodann aus der Differenz zwischen dem Erwerbspreis der 

Aktien in Höhe von Fr. 83'381.–, welcher einen Vorzugspreis darstelle, und dem gemäss der 

Steuerverwaltung W.__ für die Steuerperiode 2013 berechneten Aktienwert von Fr. 38'400.– 

pro Aktie, also total Fr. 192'000.–. Die sich ergebende Differenz in Höhe von Fr. 108'619.– 

stelle den geldwerten Vorteil dar, der als Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit 

gemäss Art. 20b Abs. 1 StG bzw. Art. 17b Abs. 1 DBG steuerbar sei. Die hypothetischen 

Überlegungen im Falle eines Verkaufes/Rückgabe der Beteiligung des Beschwerdeführers 

seien nicht geeignet, den geldwerten Vorteil zu widerlegen. Für die Beurteilung eines 

geldwerten Vorteiles im Zeitpunkt eines Aktienerwerbs könnten weder mögliche in der Zukunft 

liegende ungewisse Steuerfolgen noch privatrechtliche Verträge wie zum Beispiel ein 

Aktionärbindungsvertrag (ABV) herangezogen werden. Des Weiteren bestehe gemäss ABV 

vom … 2012 (Ziff. III.13.) ausdrücklich die Möglichkeit eines Aktienverkaufs an Dritte, so dass 

die Voraussetzung des unbeschränkten Kaufrechtes des Arbeitgebers nicht erfüllt sei. Die 

9 

 

ABV der Jahre 2014 und 2018 seien für die hier zu beurteilende Steuerperiode 2013 ohnehin 

unbeachtlich. Der Einwand, es sei infolge unbeschränkt gesperrter Mitarbeiteraktien ein 

Einschlag von 44.16 % auf den Aktienwert vorzunehmen, sei nicht nachvollziehbar. Auch die 

Tatsache, dass bisher kein Drittverkauf stattgefunden habe, sei kein geeigneter Einwand 

gegen den geldwerten Vorteil. Überdies handle es sich vorliegend auch nicht um ein Start-up-

Unternehmen und die Besteuerung der im Kanton W.__ und Kanton Z.__ wohnhaften 

Aktionäre habe – abgesehen davon, dass entsprechende Beweise fehlen würden – auf die 

vorliegende Steuerveranlagung keine Bindungswirkung. Der Auffassung der 

Beschwerdeführer, wonach auf den im ABV vereinbarten «Formelwert» abzustellen sei, könne 

nicht gefolgt werden. Laut KS Nr. 28 der SSK dürfe ein ABV für die Bewertung von 

nichtkotierten Wertpapieren wie erwähnt nicht beachtet werden. Des Weiteren sei das KS 

Nr. 37 der ESTV rückwirkend auf den 1. Januar 2013 in Kraft getreten und der 

Beschwerdeführer habe als Angestellter eines Treuhandunternehmens bereits vor dessen 

Publikation über den Inhalt Kenntnis erlangen können. Zudem sei der Lohnausweis für das 

Jahr 2013 mit der darin enthaltenen Bonuszahlung für den Aktienerwerb erst im Januar 2014 

erstellt worden. Da es sich bei den streitgegenständlichen Aktien der C.__ AG nicht um 

gesperrte Aktien handle, seien schliesslich auch die Eventualanträge abzuweisen.      

 

3. 

Zu beurteilen ist, ob dem Beschwerdeführer aus dem Übergang von 5 C.__-Aktien ein 

geldwerter Vorteil zugekommen ist, der den Beschwerdeführern gemäss Art. 20b Abs. 1 StG 

und Art. 17b Abs. 1 DBG im Einkommen aufzurechnen ist.  

 

3.1 

Gemäss Art. 20b Abs. 1 StG bzw. Art. 17b Abs. 1 DBG (und Art. 7d StHG; in Kraft seit 

1.1.2013) sind geldwerte Vorteile aus echten Mitarbeiterbeteiligungen, mit Ausnahme von 

gesperrten oder nicht börsenkotierten Mitarbeiteroptionen, im Zeitpunkt des Erwerbs als 

Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit steuerbar. Besteuert wird die positive 

Differenz zwischen dem Verkehrswert der Mitarbeiterbeteiligungen und deren Abgabe- bzw. 

Erwerbspreis.  

 

3.2 

Als echte Mitarbeiterbeteiligungen gelten nach Art. 20a Abs. 1 Ziff. 1 StG bzw. Art.17a Abs.1 

lit. a DBG (und Art. 7c StHG) Aktien, Genussscheine, Partizipationsscheine, 

10 

 

Genossenschaftsanteile oder Beteiligungen anderer Art, die die Arbeitgeberin oder der 

Arbeitgeber, deren bzw. dessen Muttergesellschaft oder eine andere Konzerngesellschaft den 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgibt. Als unechte Mitarbeiterbeteiligung gelten gemäss 

Art. 20a Abs. 2 StG bzw. Art. 17a Abs. 2 DBG Anwartschaften auf blosse Bargeldabfindungen.  

 

3.3 

Die Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen richtet sich des Weiteren nach dem 

Kreisschreiben Nr. 37 der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 22. Juli 2013 (KS Nr. 37 

der ESTV; in Kraft seit 1. Januar 2013), das auf dem Bundesgesetz über die Besteuerung von 

Mitarbeiterbeteiligungen vom 17. Dezember 2010 (vgl. Sammlung der Eidg. Gesetze [AS] 

2011 3259) basiert. Gemäss Ziff. 2.3 des Kreisschreibens handelt es sich dann um 

Mitarbeiterbeteiligungen, wenn das Beteiligungsrecht auf das ehemalige, das aktuelle oder 

das künftige Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber zurückzuführen ist. Wird die Beteiligung 

dem Mitarbeitenden nicht durch den Arbeitgeber, sondern durch eine natürliche Person (z.B. 

aus dem Eigenbestand eines Aktionärs) abgegeben, handelt es sich zwar nicht um eine 

Mitarbeiterbeteiligung nach Art. 20a StG bzw. Art. 17a DBG im engeren Sinne. Es rechtfertigt 

sich aber, für die Bemessung des geldwerten Vorteils die Bestimmungen für 

Mitarbeiterbeteiligungen sinngemäss anzuwenden (KS Nr. 37 der ESTV, Ziff. 2.3). 

 

3.4 

Durch die Abgabe von Mitarbeiterbeteiligungsinstrumenten beabsichtigen Arbeitgeber 

regelmässig, Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden und so 

Arbeitsplatzwechseln vorzubeugen. Ausserdem setzen Arbeitgeber 

Mitarbeiterbeteiligungsinstrumente als finanzielle Anreize ein, um das unternehmerische 

Denken und die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Arbeitgeber zu fördern und um die 

Mitarbeiter zu besseren Arbeitsleistungen zu motivieren. Weil Arbeitgeber mit 

Mitarbeiterbeteiligungsinstrumenten das langfristige wirtschaftliche Gedeihen des 

Unternehmens fördern möchten, entschädigen Mitarbeiterbeteiligungsinstrumente die 

Mitarbeiter regelmässig für zukünftige Arbeitsleistungen, sodass diese das 

Mitarbeiterbeteiligungsinstrument nach der Zuteilung in der Regel noch während einer 

bestimmten zukünftigen Zeitspanne verdienen bzw. abverdienen müssen (VIRNA VALLUCCI, in 

Martin Zweifel/Michael Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, 3. A., Basel 2017, Art. 17a N. 13). 

  

11 

 

3.5 

Werden Aktien hingegen im Rahmen einer Nachfolgeregelung an eine Person veräussert, die 

bei der Gesellschaft angestellt ist oder sein wird, so ist es sachgerecht, diese Aktien nicht als 

Mitarbeiteraktien zu behandeln. In einem solchen Fall kann ein tiefer Verkaufspreis nämlich 

dadurch begründet sein, dass der ehemalige Aktionär dem Unternehmen und den Kunden des 

Unternehmens eine bestmögliche Weiterführung ermöglichen will (STEFAN 

OESTERHELT/MANUEL DUBACH, Mitarbeiterbeteiligungen bei nicht kotierten Unternehmen, StR 

76/2021, S. 2 ff., 6). Ob eine Nachfolgeregelung vorliegt, ist nicht immer klar. Für eine 

abschliessende und korrekte steuerliche Beurteilung ist der Sachverhalt im Einzelfall detailliert 

zu prüfen.  

 

3.6 

Ist von einer Nachfolgeregelung auszugehen, resultiert im Zeitpunkt des Erwerbs der 

Beteiligung kein Einkommen aus unselbständiger Erwerbstätigkeit. In der Praxis gilt jedoch 

eine fünfjährige Beobachtungsfrist ab Übergang von Nutzen und Gefahr der 

Beteiligungsrechte. Werden innerhalb dieser Frist Beteiligungsrechte veräussert, kommt es zu 

einer Besteuerung des Übergewinns (Mehrwert). Ein Übergewinn entsteht, wenn 

beispielsweise die Bewertungsmethodik während der Haltedauer verändert wird oder ein 

Wechsel vom Formel- zum Verkehrswertprinzip stattfindet. Der Umfang des steuerfreien 

Kapitalgewinns entspricht der Differenz zwischen dem Verkehrswert im Zeitpunkt des Erwerbs 

der Beteiligung und dem Verkehrswert im Zeitpunkt der Veräusserung bzw. der Differenz 

zwischen dem Formelwert im Zeitpunkt des Erwerbs und dem nach der gleichen 

Bewertungsmethode ermittelten Formelwert im Zeitpunkt der Veräusserung (vgl. Newsletter 

Steuern Luzern 3/2020, Steuer+Praxis vom 23. Januar 2020; St. Galler Steuerbuch, StB 30 

Nr. 2, Ziff. 5 S. 5). 

 

4. 

Als Erstes ist zu prüfen, ob eine Mitarbeiterbeteiligung im Sinne von Art. 20a StG bzw. Art. 17a 

DBG oder eine sogenannte «Nachfolgeregelung» vorliegt.  

 

12 

 

4.1 

4.1.1 

Dem Verwaltungsratsprotokoll der C.__ AG vom … 2013 ist unter Traktandum 1 Ziff. 2 zu 

entnehmen, dass eine Bonuszahlung der Gesellschaft an den Beschwerdeführer für das 

Geschäftsjahr 2012 stattgefunden hat, und zwar in Form von 5 Namenaktien mit einem 

Nennwert von je Fr. 1'000.– mit Dividendenberechtigung ab Fälligkeit 1. Januar 2013. Gemäss 

Verwaltungsratsprotokoll verkaufte E.__ die entsprechende Anzahl Aktien an die Gesellschaft. 

Der Verwaltungsrat hat die Übertragung der Aktien genehmigt und den Beschwerdeführer per 

30. März 2013 im Aktienbuch mit total 40 Namenaktien eingetragen (BG-Bel. 1, Blatt 57). Die 

Bonuszahlung von brutto Fr. 83'381.– wurde im Lohnausweis 2013 mit dem Nettobetrag von 

Fr. 78'670.– ausgewiesen (BG-Bel. 1, Blatt 51-52). 

 

4.1.2 

Über diese 5 Namenaktien der C.__ AG unterzeichneten E.__ (Verkäuferin) und der 

Beschwerdeführer (Käufer) nachträglich (nach der definitiven Veranlagung vom 28. Februar 

2019) am 11. März 2019 einen Aktienkaufvertrag. Diesem ist zu entnehmen, dass das 

Aktienkapital der C.__ AG Fr. 100'000.– betrug; eingeteilt in 100 voll liberierte Namenaktien 

im Nennwert von je Fr. 1'000.–. Die Verkäuferin war die frei verfügungsberechtigte 

Eigentümerin von 25 Namenaktien der Gesellschaft und somit von 25 % des Aktienkapitals. 

Davon verkaufte sie dem Beschwerdeführer die 5 Namenaktien zum Kaufpreis von insgesamt 

Fr. 78'670.– (5 Aktien à Fr. 15'734.–) mit Dividendenberechtigung ab Fälligkeit 1. Januar 2013. 

Der Kaufpreis wurde am 27. März 2013 bezahlt und der Kauf im Aktienbuch der Gesellschaft 

per 30. März 2013 eingetragen (BG-Bel. 1, Blatt 145-146). Der Aktienwert der C.__ AG wurde 

gemäss Schreiben der Beschwerdeführer vom 23. Oktober 2015 sodann wie folgt berechnet 

(BG-Bel. 1, Blatt 63; Zahlen per 31.12.2012): 

 

Aktienkapital Fr.    100'000.00 

Allgemeine Reserven Fr.      50'000.00 

Gewinnvortrag Fr.    554'597.57 

Jahresgewinn (vor Steuern und Boni-Rückstellungen) Fr.    868'802.43 

Total Fr. 1'573'400.00 

Pro Aktie (100) Fr.     15'734.00 

 

13 

 

4.1.3 

Bei den Akten befindet sich überdies ein Aktionärbindungsvertrag (ABV) vom … 2012 (BG-

Bel. 1, Blatt 58-62). Darin haben die Aktionäre der Gesellschaft ihre Rechte und Pflichten 

verbindlich geregelt mit dem Ziel, «die Prosperität der Gesellschaft langfristig zu sichern und 

die Nachfolge längerfristig zu regeln» (Präambel). Unter dem dritten Titel «Vorhandrecht, 

Vorkaufsrecht» räumten sich die Parteien bzw. ihren Rechtsnachfolgern gegenseitig ein 

Vorhandrecht/Vorkaufsrecht ein an allen Aktien der Gesellschaft, die ihnen heute gehören 

oder in Zukunft gehören werden (Ziff. III.7 ff.). Vorkaufspreis ist gemäss Ziff. III.8 der innere 

Wert der Gesellschaft, welcher sich aus dem Nettovermögen sowie den stillen Reserven der 

Gesellschaft zusammensetzt. Die Aufnahme weiterer Parteien in den ABV bedarf schliesslich 

eines einstimmigen Beschlusses der Parteien (Ziff. IX.; vgl. auch Ziff. II.6.4) und die 

Einräumung einer Nutzniessung an Aktien oder die Verpfändung von Aktien sind einer 

Vertragspartei ohne Einwilligung der übrigen Vertragsparteien nicht gestattet (Ziff. X.) (BG-Bel. 

1, Blatt 58-62). 

 

4.2 

4.2.1 

Aus all diesen Unterlagen geht hervor und ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer die 

fraglichen 5 Namenaktien aufgrund seiner Funktion als Partner und Aktionär der damaligen 

C.__ AG erworben hat. Gemäss ABV vom … 2012 verfügte der Beschwerdeführer im 

Zeitpunkt der hier zu beurteilenden Aktienübertragung denn auch bereits über 35 Aktien bzw. 

über eine Beteiligung an der Gesellschaft von 35 % (vgl. BG-Bel. 1, Blatt 58-62, Ziff. I.3). Die 

Übertragung der Aktien von E.__ auf den Beschwerdeführer wurde sodann zweifelsohne über 

die Arbeitgeberin abgewickelt, indem diese gemäss Verwaltungsratsprotokoll die Aktien von 

E.__ zurücknahm und mittels Bonifikation auf den Beschwerdeführer übertrug. Dieses eher 

unübliche Vorgehen, wonach die Transaktion vorerst über die Gesellschaft abgewickelt wurde, 

lässt für sich alleine jedoch nicht den Schluss zu, dass es sich vorliegend um Mitarbeiteraktien 

im Sinne von Art. 20a StG bzw. Art. 17a DBG handelt. Vielmehr spielen weitere wichtige 

Anhaltspunkte eine Rolle, welche es bei der Abgrenzung zur Nachfolgeregelung zu 

berücksichtigen gilt.  

 

14 

 

4.2.2 

Gemäss Art. 198 Abs. 1 Ziff. 5 StG bzw. Art. 129 Abs. 1 lit. d DBG müssen Arbeitgeberinnen 

und Arbeitgeber, die ihren Angestellten Mitarbeiterbeteiligungen einräumen, den 

Veranlagungsbehörden eine Bescheinigung über alle für deren Veranlagung notwendigen 

Angaben einreichen. Die Einzelheiten sind in der Mitarbeiterverordnung (MBV; SR 

642.115.325.1) geregelt (vgl. § 80a Steuerverordnung [StV; NG 521.11]). Vorliegend wird nicht 

behauptet und geht auch nicht aus den Akten hervor, dass die C.__ AG dem kantonalen 

Steueramt im Jahr 2013 eine entsprechende Bescheinigung eingereicht hat. Die C.__ AG 

verfügte im massgeblichen Zeitpunkt unstrittig über keinen Mitarbeiterbeteiligungsplan im 

Sinne der MBV. Es gibt keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass mehrere Mitarbeitende der C.__ 

AG regelmässig und wiederkehrend Aktien in kleinen Tranchen kaufen konnten. Das 

Aktionariat bestand im hier massgeblichen Zeitpunkt vielmehr ausschliesslich aus den 

mandatsleitenden Partnern. Alle Partner waren Aktionäre der Gesellschaft und umgekehrt und 

die Beziehungen zwischen den Partnern wurden wie erwähnt zum Zweck der langfristigen 

Prosperität der Gesellschaft und der langfristigen Nachfolgeregelung in einem ABV bestimmt 

(vgl. BG-Bel. 1, Blatt 58-62). Es ist überdies glaubhaft, dass die Geschäftsaktivitäten im 

vorliegenden Fall durch die persönlichen Beziehungen der mandatsführenden Partner, deren 

Netzwerk, Know-how und langjährige Erfahrung bestimmt sind. All dies darf als klares Indiz 

gewertet werden, dass die C.__ AG mit der Bonuszahlung an den Beschwerdeführer nicht 

eine Mitarbeiterbeteiligung im Sinne von Art. 20a StG bzw. Art. 17a DBG vollzog, sondern dem 

Partner und Aktionär tatsächlich nur den Aktienerwerb von E.__ «vorfinanzieren» bzw. den 

Kauf zwischen den beiden Partnern und Aktionären abwickeln wollte. E.__ verkaufte die 5 

Namenaktien zwar (zunächst) an die Gesellschaft. Die Aktien wurden jedoch sogleich mittels 

der notwendigen, einstimmigen Genehmigung des Verwaltungsrats und zu dem im ABV 

vordefinierten Wert (innerer Wert bzw. Substanzwert) an den Beschwerdeführer 

weiterübertragen. Dementsprechend wies die C.__ AG im Lohnausweis 2013 eine 

Bonuszahlung für das Geschäftsjahr 2012 in Form von 5 Namenaktien bzw. von brutto 

Fr. 83'381.– aus. Auf diesem Betrag zahlte der Beschwerdeführer Einkommenssteuern (BG-

Bel. 1, Blatt 51-52). 

 

15 

 

4.2.3 

Aus den Akten geht weiter hervor, dass der Beschwerdeführer als Partner und Aktionär in den 

Jahren 2006 bis 2014 sukzessive Namenaktien der C.__ AG von E.__ und F.__ erworben hat 

und bereits vor dem hier zu beurteilenden Kauf massgeblicher Teilhaber war. Nach dem Kauf 

der 5 Namenaktien im Jahr 2013 verfügte er insgesamt über deren 40 und mithin über eine 

Beteiligung an der Gesellschaft von 40 % (BF-Bel. 6). Nach dem Kauf eines weiteren grossen 

Aktienpakets im Jahr 2014 hielt er gar 65 % der Gesellschaftsanteile (vgl. auch BF-Bel. 7). 

Damit war der Beschwerdeführer als Aktionär und Partner für das Fortbestehen der 

Treuhandgesellschaft offensichtlich von grosser Bedeutung. Demgegenüber haben E.__ (und 

F.__) ihre Anteile nach und nach verkauft und die Aktien verteilten sich in der Folge mehr oder 

weniger zu gleichen Teilen auf die Partner (vgl. BG-Bel. 1, Blatt 56, BF-Bel. 7, BF-Bel. 8). Dies 

ist ein weiteres Indiz dafür, dass der Erwerb der 5 Namenaktien Teil einer geplanten 

Unternehmensnachfolge und nicht eine Mitarbeiterbeteiligung im Sinne von Art. 20a StG bzw. 

Art. 17a DBG war. 

 

4.2.4 

Die vom Beschwerdeführer erworbenen Beteiligungsrechte können zwar auf ein 

Arbeitsverhältnis zurückgeführt werden, wurden jedoch nicht vom Arbeitgeber als 

Mitarbeiterbeteiligungen im Sinne von Art. 20a StG bzw. Art. 17a DBG abgegeben, sondern 

effektiv vom Beschwerdeführer im Rahmen einer Nachfolgeregelung aus dem Bestand einer 

anderen Partnerin und Aktionärin erworben. Die C.__ AG hat die erworbenen Aktien wie 

erwähnt lediglich vorfinanziert bzw. kam ihr eine reine Abwicklungsfunktion zu. Diese Intention 

brachten die Vertragspartner zwar erst nachträglich (nach der definitiven Veranlagung vom 28. 

Februar 2019) mittels schriftlichem Aktienkaufvertrag vom 11. März 2019 ausdrücklich zu 

Papier. Im Rahmen der Beweiswürdigung kann das Verwaltungsgericht, welchem im 

Beschwerdeverfahren die gleichen Befugnisse zukommen wie der Veranlagungsbehörde im 

Veranlagungsverfahren, diesen Willen der Vertragsparteien aber dennoch mitberücksichtigen. 

 

4.2.5 

Ferner spricht im vorliegenden Fall auch eine wirtschaftliche Betrachtungsweise gegen eine 

Besteuerung als Mitarbeiteraktien. Dem Beschwerdeführer wurde durch den Verkauf der 

5 Namenaktien kein geldwerter Vorteil gewährt. Er hat die gemäss ABV vom … 2012 mit 

Vorhand- und Vorkaufsrechten belasteten Aktien zum inneren Wert (Substanzwert) erworben 

und muss diese bei einem späteren Verkauf an einen anderen Partner bzw. bei Rückgabe an 

16 

 

die Gesellschaft wiederum zum Substanzwert veräussern. Dieser Mechanismus ist im ABV 

rechtlich und wirtschaftlich abgesichert. Insofern ist mit den Beschwerdeführern einig zu 

gehen, dass die hier zu beurteilenden 5 Namenaktien wirtschaftlich betrachtet mit einer vor-

übergehenden Nutzniessung vergleichbar sind. Dem erwerbenden Partner steht nur das 

Dividenden- und Stimmrecht zu. Zudem können neue Partner und Aktionäre gemäss ABV nur 

einstimmig aufgenommen werden und die Aktien dürfen durch den jeweiligen Aktionär selbst 

nicht verpfändet oder anderswie belastet werden. Insofern handelt es sich vorliegend nicht um 

grundsätzlich frei handelbare Aktien. Dass hingegen bei einer echten Dritttransaktion ein 

allfälliger Übergewinn (Differenz zwischen Verkaufspreis und Substanzwert) als geldwerter 

Vorteil zu besteuern wäre, wird auch vom Beschwerdeführer nicht bestritten. 

 

4.3 

Aus all diesen Gründen ist im vorliegenden Fall nicht von einer Mitarbeiterbeteiligung im Sinne 

von Art. 20a StG bzw. Art. 17a DBG, sondern von einer Nachfolgeregelung auszugehen. Dem 

Beschwerdeführer ist weder von der C.__ AG noch von der Verkäuferin ein geldwerter Vorteil 

zugeflossen. Bei diesem Ergebnis erübrigen sich weitere Erwägungen hinsichtlich der 

sachgerechten Bewertung der Aktien sowie der Frage, ob die Bestimmungen für 

Mitarbeiterbeteiligungen allenfalls sinngemäss anwendbar sind. 

 

5. 

Im Ergebnis ist die Beschwerde vollumgänglich gutzuheissen, der Einsprache-Entscheid des 

Gemeindesteueramtes X.__ vom 3. März 2020 aufzuheben und die Sache zur 

Neuveranlagung im Sinne der Erwägungen an die Veranlagungsbehörde zurückzuweisen. 

 

6. 

Die Kosten des Verfahrens umfassen die amtlichen Kosten (Gebühren und Auslagen) sowie 

die Parteientschädigung. Sie gehen im Rechtsmittelverfahren zu Lasten der unterliegenden 

Partei und bemessen sich nach dem kantonalen Prozesskostengesetz (Art. 188 StG i.V.m. 

Art. 116 Abs. 3 und Art. 122 Abs. 1 VRG, Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 1 und 5 DBG, 

Art. 78 GerG [NG 261.1]).  

 

17 

 

6.1 

Die amtlichen Kosten für den vorliegenden Entscheid betragen nach Massgabe des Umfangs, 

der Bedeutung und der Schwierigkeit der Streitsache pauschal Fr. 3‘000.– (Art. 2 ff. und Art. 

17 PKoG [NG 261.2]) und gehen ausgangsgemäss zu Lasten des kantonalen Steueramtes.  

Die Gerichtsgebühr ist dem von den Beschwerdeführern geleisteten Gerichtskostenvorschuss 

über Fr. 3'000.– zu entnehmen und hat als bezahlt zu gelten. 

Das kantonale Steueramt ist anzuweisen, den Beschwerdeführern den Gerichtskosten-

vorschuss von Fr. 3'000.– intern und direkt zu erstatten. 

 

6.2 

Die ganz oder teilweise obsiegende Partei hat im Rechtsmittelverfahren Anspruch auf eine 

angemessene Parteientschädigung (Art. 123 Abs. 1 VRG). Im Beschwerdeverfahren vor dem 

Verwaltungsgericht als Kollegialgericht beträgt das ordentliche Honorar Fr. 400.‒ bis 

Fr. 6'000.‒ (Art. 47 Abs. 2 PKoG). 

Der Rechtsanwalt der Beschwerdeführer reichte mit Schreiben vom 27. Juli 2020 folgende 

Kostennoten ein:  

01.03.2020 bis 31.3.2020 Fr.   6'720.50 (Honorar Fr. 6'000.– [11.8 Std.], Auslagen Fr. 240.–, 7.7 % MWST Fr. 480.50) 

0.04.2020 bis 30.06.2020 Fr.   5'600.40 (Honorar Fr. 5'000.– [8.7 Std.], Auslagen Fr. 200.–, 7.7 % MWST Fr. 400.40)  

Total    Fr. 12'320.90 

 

Damit übersteigen die eingereichten Kostennoten insgesamt den gesetzlichen Rahmen und 

sind entsprechend zu kürzen. Nach Art. 34 Abs. 2 PKoG beträgt das Honorar je Stunde 

zwischen Fr. 220.– und Fr. 250.–. Der von Rechtsanwalt Dr. Thomas Meister ausgewiesene 

Arbeitsaufwand von total 20.5 Std. (11.8 Std. + 8.7 Std.) ist nicht zu beanstanden und somit 

zu genehmigen. Allerdings macht der Rechtsanwalt für seine Leistungen einen höheren 

Stundenansatz als der gerichtsübliche geltend. Daher ist der Stundenansatz an das kantonale 

Recht anzupassen. Aufgrund der Bedeutung und der Schwierigkeit der Streitsache wird vom 

maximalen Stundenansatz von Fr. 250.– ausgegangen. Gestützt darauf beträgt die 

Parteientschädigung für das vorliegende Gerichtsverfahren Fr. 5'993.50 (Honorar Fr. 5'125.– 

[20.5 Std. à Fr. 250.–], Auslagen 440.–, MWST Fr. 428.50 [7.7 % von Fr. 5'565.–]). Das 

kantonale Steueramt hat die Beschwerdeführer demzufolge mit Fr. 5'993.50 zu entschädigen. 

 

  

18 

 

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht: 

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Einsprache-Entscheid des 

Gemeindesteueramtes X.__ vom 3. März 2020 aufgehoben und die Sache zur 

Neuveranlagung im Sinne der Erwägungen an die Veranlagungsbehörde 

zurückgewiesen. 

 

2. Die Gerichtsgebühr beträgt pauschal Fr. 3'000. – und geht ausgangsgemäss zu Lasten 

des kantonalen Steueramts. 

Die Gerichtsgebühr wird dem von den Beschwerdeführern in gleicher Höhe geleisteten 

Gerichtskostenvorschuss entnommen und gilt als bezahlt. 

Das kantonale Steueramt hat den Beschwerdeführern den Gerichtskostenvorschuss von 

Fr. 3'000. – intern und direkt zu erstatten. 

 

3. Das kantonale Steueramt hat den Beschwerdeführern eine Parteientschädigung von 

Fr. 5'993.50 (Honorar Fr. 5'125.– [20.5 Std. à Fr. 250.–], Auslagen 440.–, MWST 

Fr. 428.50 [7.7 % von Fr. 5'565.–]) zu bezahlen. 

 

4. Zustellung dieses Entscheids an: 

‒ Rechtsanwalt Dr. Thomas Meister (zweifach; GU) 

‒ Kantonales Steueramt Nidwalden (Empfangsbescheinigung) 

‒ Eidgenössische Steuerverwaltung, Abteilung Direkte Bundessteuer (GU) 

‒ Gerichtskasse Nidwalden (Dispositiv) 

 

 

Stans, 12. Oktober 2020 

VERWALTUNGSGERICHT NIDWALDEN 

Steuerabteilung 

Die Vizepräsidentin 

 

 

 

lic. iur. Barbara Brodmann 

Die Gerichtsschreiberin 

 

 

 

19 

 

lic. iur. HSG Helene Reichmuth Versand: ____________________ 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten eingereicht werden (Art. 82 

ff. i. V. m. Art. 90 ff. BGG; SR 173.110). Die Beschwerde hat die Begehren, deren Begründung mit 

Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu 

enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angeführten Urkunden sind 

beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG). Für den Fristenlauf gelten die Art. 44 ff. 

BGG. 

 
 
 
 
  

 

 

GERICHTE     VERWALTUNGSGERICHT  Marktgasse 4, 6371 Stans, 041 618 79 70, www.nw.ch