# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad1971d5-43bc-54e0-b322-1c8152645e96
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.09.2021 720 19 222/255
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-222-255_2021-09-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 16. September 2021 (720 19 222 / 255) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Anspruch auf eine Invalidenrente gestützt auf ein psychiatrisches Gerichtsgutachten be-

jaht, mit welchem ein aggravierendes Verhalten der versicherten Person verneint wurde. 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenweiler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Anouck Zehntner, Ad-
vokatin, Indemnis Rechtsanwälte, Spalenberg 20, Postfach 1460, 
4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 

A. Die 1994 geborene A.____ begann am 1. August 2011 ihre Lehre als Pflegeassistentin 
beim B.____ im C.____. Diese Lehre brach sie aus gesundheitlichen Gründen per 31. Dezember 
2011 ab. Am 12. Januar 2012 meldete sie sich unter Hinweis auf eine seit Beginn der Lehre 
anhaltende psychische Symptomatik erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung 

 

 
 
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(IV) zum Leistungsbezug (berufliche Massnahmen für Minderjährige) an. Während der Abklärun-
gen von beruflichen Massnahmen nahm die Versicherte per Mai 2012 für wenige Monate eine 
stundenweise Tätigkeit bei der Arbeitgeberin ihres Vaters, der D.____ GmbH, auf. Mit Verfügung 
vom 31. Oktober 2012 lehnte die IV-Stelle des Kantons Basel-Landschaft (IV-Stelle) einen An-
spruch auf berufliche Massnahmen ab. Zur Begründung führte sie an, dass die Versicherte inzwi-
schen die Durchführung von beruflichen Massnahmen ablehne, da sie ein gewisses Einkommen 
erwirtschaften müsse, damit ihr Verlobter im X.____ in die Schweiz kommen könne. 
 
B. Aufgrund einer depressiven Episode mit psychosomatischen Anteilen und einer Angst-
störung erfolgte am 5. März 2013 eine erneute Anmeldung bei der IV. Die IV-Stelle verneinte mit 
Verfügung vom 22. November 2013 abermals einen Anspruch auf berufliche Massnahmen. Die 
Versicherte könne nicht ohne Begleitung ihrer Mutter oder ihres Ehemannes aus dem Haus ge-
hen. Unter diesen Umständen sei sie nicht in der Lage, sich auf eine Therapie oder einen Aufent-
halt in der Tagesklinik einzulassen und somit an beruflichen Massnahmen teilzunehmen. 
 
C.  Ein weiteres Leistungsgesuch reichte die Versicherte am 7. Oktober 2014 ein, wobei sie 
einen beruflichen Wiedereinstieg im geschützten Rahmen (Belastbarkeitstraining) wünschte. Mit 
Verfügung vom 20. Februar 2015 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren erneut ab, weil die 
Versicherte zwischenzeitlich schwanger geworden und dadurch der Zeitpunkt für zielführende 
berufliche Eingliederungsmassnahmen ungünstig sei. 
 
D. Am 16. Juni 2015 meldete sich die Versicherte zum Bezug einer Invalidenrente an. Zur 
Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse holte die IV-Stelle ein psychiatrisches Gutachten 
bei Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, ein. In seinem Gutachten vom 
16. Februar 2016 kam der Gutachter zum Schluss, dass die Versicherte aufgrund ihrer schwer-
wiegenden psychischen Störungen in jeglicher Tätigkeit zu 100 % arbeitsunfähig sei. Aufgrund 
diverser Inkonsistenzen bezüglich des Verhaltens der Versicherten beauftragte die IV-Stelle ge-
stützt auf die Empfehlung von pract. med. F.____, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD), vom 8. Mai 2017 Dr. phil. G.____, Fachpsychologin für Neu-
ropsychologie und Psychotherapie, mit einem neuropsychologischen Fachgutachten. Dr. G.____ 
diagnostizierte in ihrem Gutachten vom 22. November 2017 eine hochwahrscheinliche Aggrava-
tion der kognitiven und psychischen Beschwerden bei Verdacht auf eine ängstlich-vermeidende 
Persönlichkeitsstörung. Leistungs- und Funktionseinbussen beständen keine. Diese Beurteilung 
unterbreitete die IV-Stelle Dr. E.____ zur Stellungnahme. Am 9. April 2018 revidierte er seine 
Beurteilung vom 16. Februar 2016 dahingehend, als er aufgrund der Beurteilung von Dr. G.____ 
zur Auffassung gelangte, es sei von einer massiven Aggravation der Versicherten auszugehen. 
Die Versicherte wäre in der Lage, einer Arbeit oder Ausbildung vollzeitlich nachzugehen. Gestützt 
auf diese psychiatrische und neuropsychologische Beurteilung lehnte die IV-Stelle mit Verfügung 
vom 20. Mai 2019 einen Anspruch auf eine Invalidenrente ab.  
 
E. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Advokatin Anouck  
Zehntner, mit Eingabe vom 24. Juni 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialver-
sicherungsgericht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei die IV-Stelle in Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung zu verpflichten, ihr eine ganze Invalidenrente auszurichten. Zudem sei ihr 

 

 
 
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die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen; unter o/e-Kostenfolge. In der Begründung bean-
standete sie im Wesentlichen die Beweistauglichkeit des neuropsychologischen Gutachtens von 
Dr. G.____ und der Stellungnahme von Dr. E.____.  
 
F. Mit Verfügung vom 27. Juni 2019 bewilligte das Kantonsgericht der Versicherten die un-
entgeltliche Prozessführung und die unentgeltliche Verbeiständung.  
 
G. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 11. September 2019 unter Verweis 
auf die Stellungnahme von pract. med. F.____ vom 9. Juli 2019 auf Abweisung der Beschwerde.  
 
H. Anlässlich der Urteilsberatung vom 7. November 2019 kam das Kantonsgericht zum 
Schluss, dass dem Gutachten von Dr. G.____ vom 22. November 2017 sowie der ergänzenden 
Stellungnahme von Dr. E.____ vom 9. April 2018 keine ausschlaggebende Beweiskraft zukämen. 
Da auch die übrigen bei den Akten liegenden medizinischen Berichte nicht genügend beweiskräf-
tig seien, sei eine abschliessende Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandene 
medizinische Aktenlage nicht möglich. Es stellte deshalb den Fall aus und ordnete ein psychiat-
risches Gutachten bei Dr. med. H.____ an. Das Gutachten von Dr. H.____ wurde am 30. Juni 
2020 erstattet.  
 
I. In ihrer Stellungnahme vom 3. August 2020 liess die Versicherte durch ihre Rechtsver-
treterin ausführen, dass die gutachterliche Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, wonach eine 40%ige 
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit bestehe, eine prognostische Einschätzung 
sei. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung reiche aber eine Prognose zur Festlegung der 
Arbeitsfähigkeit nicht aus. Es werde deshalb am Antrag auf Ausrichtung einer ganzen Invaliden-
rente festgehalten.  
 
J. Die IV-Stelle stellte in ihrer Eingabe vom 4. August 2020 mit Verweis auf die RAD-
Stellungnahme von pract. med. F.____ vom 13. Juli 2020 fest, dass dem Gutachten von Dr. 
H.____ kein Beweiswert zukomme, da es den wesentlichen Aspekt der Konsistenz und der Ag-
gravation bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nur kursorisch behandle und die diesbezügli-
chen fundierten Feststellungen von Dr. G.____ nicht berücksichtige.  
 
K. Das instruierende Präsidium des Kantonsgerichts forderte Dr. H.____ am 3. September 
2020 auf, sich mit der Frage der Aggravation und der Inkonsistenzen der Versicherten unter Be-
rücksichtigung der Ergebnisse aus den Testungen und der klinischen Untersuchung von  
Dr. G.____ vertieft auseinanderzusetzen und das Gerichtsgutachten entsprechend zu ergänzen. 
Die ergänzende Stellungnahme von Dr. H.____ datiert vom 1. Dezember 2020. 
 
L. In ihrer Stellungnahme vom 11. Januar 2021 stellte die Rechtsvertreterin im Namen der 
Versicherten den Antrag, es sei die IV-Stelle zu verpflichten, der Beschwerdeführerin berufliche 
Massnahmen zu gewähren, da diese auf eine adäquate Unterstützung durch die IV angewiesen 
sei, um ihre Ressourcen voll ausschöpfen zu können. Im Übrigen werde an den in der Be-
schwerde vom 24. Juni 2019 gestellten Anträgen festgehalten.  
 

 

 
 
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M. Mit Eingabe vom 3. Februar 2021 stellte sich die IV-Stelle weiterhin auf den Standpunkt, 
dass nicht auf das Gutachten von Dr. H.____ abgestellt werden könne. Sie verwies dabei auf die 
Stellungnahme ihres RAD-Arztes pract. med. F.____ vom 20. Januar 2021.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte – 
Beschwerde vom 24. Juni 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Die Versicherte beantragt die Zusprache einer ganzen Invalidenrente und die Gewäh-
rung beruflicher Massnahmen. Das prozessuale Verhältnis von Eingliederungsmassnahmen und 
Invalidenrenten unterliegt der Rechtsprechung zum Anfechtungs- und Streitgegenstand gemäss 
BGE 125 V 413. Danach sind im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren grundsätzlich 
nur Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die zuständige Verwaltungs-
behörde vorgängig verbindlich in Form einer Verfügung Stellung genommen hat. Insoweit be-
stimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umge-
kehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteils-voraussetzung, 
wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1 mit Hinweisen). Der 
Rentenanspruch einerseits und die einzelnen Eingliederungsmassnahmen andererseits sind als 
je unterscheidbare, streitgegenstandsfähige Rechtsverhältnisse zu begreifen (vgl. ULRICH 
MEYER/MARCO REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, Zürich/Basel/Genf 
2014, zu Art. 28 Rz. 18). Dabei ist stets als Erstes zu prüfen, worüber die IV-Stelle tatsächlich 
verfügt hat.  
 
2.2 Vorliegend befasste sich die IV-Stelle in der Verfügung vom 20. Mai 2019 einzig mit dem 
Anspruch auf eine Invalidenrente. Die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen wurde in 
dieser Verfügung nicht geprüft. Aus diesem Grund kann auf das Rechtsbegehren der Versicher-
ten, soweit sie damit die Beurteilung von beruflichen Massnahmen beantragt, im vorliegenden 
Verfahren nicht eingetreten werden. 
 
3.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine 
halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 
40 % invalid ist.  
 

 

 
 
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3.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsgerichts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die voraussichtlich bleibende oder län-
gere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von 
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist 
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 
 
3.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 2.1, 130 V 396 
E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit ist jedoch nicht 
ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Einzelfall muss eine 
Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diagnose und grund-
sätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt sein. Entschei-
dend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, ob es der 
versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (BGE 143 V 409 E. 4.2.1, 
141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG). 
In BGE 143 V 409 und 143 V 418 hat das Bundesgericht entschieden, dass grundsätzlich sämt-
liche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 zu 
unterziehen sind. Dieses für somatoforme Leiden entwickelte Vorgehen definiert systematisierte 
Indikatoren, die – unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren 
einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits – erlauben, das tat-
sächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4 - 3.6 und 
4.1). Entscheidend ist dabei, unabhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es 
gelingt, auf objektivierter Beurteilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- 
und Erwerbsunfähigkeit zu erbringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu 
tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung eines Rentenanspruchs bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen 
Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird auch die 
zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Satz 2). 
 
4.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung – und im Beschwerdefall das 
Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 

 

 
 
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eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch 
zugemutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
4.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 
nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 
 
5.1.1 Die vom Gericht beauftragte psychiatrische Gutachterin Dr. H.____ diagnostizierte in 
ihrem Gutachten vom 30. Juni 2020 mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende 
depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit Tendenz zur Chronifizierung (ICD-10 
F33.1) und sozialen Ängsten sowie eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-vermei-
denden und dependenten Anteilen (DMS V: F61.0). Die Bulimia nervosa mit aktiven Massnahmen 
zur Gewichtsreduktion beeinflussten die Arbeitsfähigkeit dagegen nicht. Anlässlich der Untersu-
chung habe sie bei der Versicherten mehrmals ein unsicheres, passives und unselbstständiges 
Verhalten festgestellt. Es hätten deutliche Insuffizienz-, Wertlosigkeits-, Scham- und Schuldge-
fühle bestanden. Die Versicherte habe über Grübeln, Gedankenkreisen um die Lebenssituation, 
soziales Unbehagen, Ängste mit körperlichen Reaktionen und Vermeidungsverhalten, phobische 
Ängste in öffentlichen Verkehrsmitteln und eine allgemeine  
Grundängstlichkeit berichtet. Die Berichterstattung habe teilweise kindlich, ungläubig und naiv 
gewirkt. Im fortgeschrittenen Verlauf des Gesprächs seien mnestische Störungen in Form von 
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen in leichter bis mässiger Ausprägung erkennbar 
gewesen. Formalgedanklich habe sich die Versicherte geordnet, aber leicht verlangsamt gezeigt. 
Psychomotorisch präsentiere sie sich verarmt, mit wenig Gestik und Mimik sowie monotoner, 
gedrückter, leiser Stimme. Die Freude sei sichtlich reduziert und es lägen ein sozialer Rückzug, 
ein Interessenverlust und eine Störung der Vitalgefühle vor. Der Antrieb sei fluktuierend leicht- 
bis mittelgradig vermindert. Es beständen täglich Heisshungerattacken mit gewichtsregulieren-
den Massnahmen, Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten sowie Todesgedanken ohne Hand-
lungsrelevanz. Die Versicherte benötige die Anwesenheit anderer, um sich zu beruhigen. Bezie-
hungen seien weniger von echter Emotionalität als von Abhängigkeit geleitet. Die Fähigkeit zur 
Selbst- und Objektwahrnehmung sei verringert. So sei es ihr nicht gelungen, ein Selbstbild mit 
eigenen Wünschen und eine erwachsene Identität zu entwickeln. Sie könne sich kaum behaupten 

 

 
 
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und für sich einstehen; es dominiere die Selbstabwertung. Aufgrund der überdauernden Nieder-
geschlagenheit ohne wesentliche Auslenkbarkeit der Stimmung, der Freudlosigkeit, der Schlaf-
störungen, des Selbstwertverlusts, der Todesgedanken, der Schuldgefühle und der Konzentrati-
onsstörungen sei von einer depressiven Störung auszugehen. Qualitativ und quantitativ entspre-
che die Symptomatik konsistent einer mittelgradigen depressiven Episode. Da die depressive 
Störung seit 2013 konstant bestehe, sei die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung 
mit Chronifizierungstendenz, aktuell mittelgradige Episode zu stellen.  
 
Nebst der depressiven Störung sei auch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-
vermeidenden und dependenten Zügen zu diagnostizieren. Die Versicherte zeige Passivität, feh-
lende Initiative und gebe die Verantwortung an andere ab. Sie habe Schwierigkeiten, Entschei-
dungen zu treffen und weise eine ausgeprägte Hilfsbedürftigkeit innerhalb von Beziehungen auf. 
Bereits in der Schulzeit habe ihr die Initiative, sich Wissen anzueignen, gefehlt. Sie habe Leistun-
gen von anderen übernommen und sei auch im Erwachsenenleben unselbstständig geblieben. 
Die Haushaltsführung habe sie von den Familienmitgliedern übernehmen lassen. Seit der Tren-
nung von ihrem Ehemann zeige sie eine regressive Bindung an die Herkunftsfamilie. Sie gebe 
die Verantwortung für sämtliche Entscheidungen an die Familie ab und habe grosse Ängste, al-
leine nicht bestehen zu können. Dabei handle es sich um abhängige Persönlichkeitsmuster. Dazu 
kämen ängstliche Unsicherheiten in sozialen Belangen, eine reduzierte Kritikfähigkeit sowie eine 
Angst, unzureichend zu sein, welche mit einer verminderten Bereitschaft und einer Vermeidung, 
sich Herausforderungen zu stellen, verbunden sei. Die sozial-ängstlichen Symptome würden 
durch die ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsmuster und deren Zusammenwirken mit der 
depressiven Störung vollständig erklärt. Die vorliegenden Arztberichte, die aktuellen fremdanam-
nestischen Angaben des behandelnden Psychologen und der Ärztin der I.____ würden die Diag-
nose einer Persönlichkeitsstörung stützen. Auch Dr. E.____ führe in seinem Gutachten vom 16. 
Februar 2016 die Diagnosen einer Persönlichkeitsstörung mit ängstlichen und unreifen Anteilen 
(ICD-10 F61) und einer depressiven Störung mittelschweren Ausmasses (ICD-10 F32.1) auf. 
Weshalb Dr. E.____ in seiner Stellungnahme vom 9. April 2018 die Diagnose einer Persönlich-
keitsstörung aufgrund des Gutachtens von Dr. G.____ vom 22. November 2017 mit Verdacht auf 
Simulation bzw. Aggravation in Frage stelle, könne nicht nachvollzogen werden. 
 
5.1.2 Weiter legte Dr. H.____ dar, dass die Versicherte gemäss der von ihr veranlassten La-
boruntersuchung die ihr verordneten Medikamente regelmässig einnehme. Der weitestgehend 
ausbleibende Behandlungserfolg sei mit der fehlenden Einsicht in die eigenen krankheitsfördern-
den Persönlichkeitsmuster zu erklären. Es seien keine Inkonsistenzen ersichtlich. Die subjektiven 
Angaben der Versicherten bildeten sich klinisch in der Untersuchung ab. Die Passivität, Selbstun-
sicherheit und Unselbstständigkeit hätten sich auch in der Exploration deutlich gezeigt. Der Lei-
densdruck der Versicherten sei deutlich spürbar und werde durch die zuverlässige Einnahme der 
Medikation untermauert. Es gebe keine Anhaltspunkte für Simulation und Aggravation. Das 
schlechte Ergebnis in der Konzentrationsprüfung sei nicht Ausdruck von Simulation, sondern auf 
die sichtbar starke, ängstliche Verunsicherung und die daraus resultierende Blockade zurückzu-
führen. Auch die behandelnde Ärzteschaft der E.____ habe die schlechten Ergebnisse der IQ-
Testung dem ängstlich-vermeidenden Verhalten zugeschrieben. Demgegenüber seien Zeichen 
einer Verdeutlichungstendenz vorhanden. So habe die Versicherte Bissspuren und vergrösserte 

 

 
 
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Parotiden als klinische Zeichen des regelmässigen Erbrechens im Rahmen der Bulimie präsen-
tiert. Dies sei Ausdruck ihres Bestrebens, ihr Leiden zu zeigen, und verzerre die Beurteilung nicht. 
Ein demonstrativ-appellatives und histrionisch anmutendes Verhalten sei bei der Untersuchung 
nicht festzustellen gewesen.  
 
5.1.3 Im Rahmen der Standardindikatorenprüfung gemäss BGE 141 V 281 gab Dr. H.____ 
unter anderem an, dass die Versicherte über Ressourcen verfüge, welche in ihrer Umgänglich-
keit, ihrer Anpassungsbereitschaft, ihrer normalen Intelligenz, ihrem vorhandenen Schulab-
schluss und ihrem jungen Alter lägen. Diese Ressourcen seien jedoch durch die depressive 
Komorbidität vermindert nutzbar. Leicht- bis mittelgradig eingeschränkt sei die Fähigkeit der Ver-
sicherten, sich Regeln und Routinen anzupassen. Mittelgradige Beeinträchtigungen seien in der 
Planung und Strukturierung von Aufgaben, der Flexibilität und der Umstellungsfähigkeit sowie in 
der Anwendung fachlicher Kompetenzen festzustellen. Desgleichen seien die Entscheidungs-, 
Urteils-, Durchhalte-, Kontakt- und die Wegefähigkeit mittelgradig eingeschränkt. Mittelgradig be-
einträchtigt seien auch die Fähigkeiten zur Selbstpflege und für familiäre bzw. intime Beziehun-
gen sowie die Spontanaktivitäten. Die Gruppenfähigkeit sei mittel- bis schwergradig und die 
Selbstbehauptungsfähigkeit schwergradig reduziert. Ungünstig seien die ängstlich-vermeidenden 
Anteile der Persönlichkeit, da diese eine Selbstlimitierung zur Folgen hätten. Die Versicherte 
schöpfe ihr vorhandenes Potential nicht aus. Sie weise auch kindlich unreife Züge auf, die nicht 
pathologisch seien und aus einer Überbehütung durch das soziale Umfeld resultierten.  
 
Die Persönlichkeitsstörung habe keinen direkten, aber einen indirekten Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit, da eine Symptomüberlappung mit der depressiv-ängstlichen Komorbidität vorliege. Die 
depressive und die Persönlichkeitsstörung verstärkten sich gegenseitig. So erschwere die Per-
sönlichkeitsstörung den Umgang mit den depressiven Symptomen und die Depression intensi-
viere die ängstlichen und abhängigen Muster ihrer Persönlichkeit. Dies betreffe insbesondere die 
fehlende Eigeninitiative, die Passivität und die Selbstunsicherheit. Eine ideale Tätigkeit beinhalte 
ein überschaubares Aufgabenfeld mit allenfalls mässigen kognitiven Anforderungen. Günstig sei 
eine Arbeit, bei welcher die Versicherte Pausen einlegen könne, sie wohlwollende klare Anleitun-
gen erhalte, wenig Anforderungen an Selbstständigkeit und Eigeninitiative gestellt werden, wel-
che in einem kleinen Team ausgeführt werde und wenig Kundenkontakte beinhalte. In einer sol-
chen Tätigkeit sei seit Anfang 2016 eine Arbeitsfähigkeit im Umfang von 40 % gegeben.  
 
5.2.1 In ihrer ergänzenden Stellungnahme vom 1. Dezember 2020 kam Dr. H.____ der ge-
richtlichen Aufforderung nach, sich mit den Ergebnissen des neuropsychologischen Gutachtens 
von Dr. G.____, namentlich mit der Frage der Aggravation, auseinanderzusetzen.  
Dr. G.____ führte aufgrund der Ergebnisse aus neuropsychologischen und klinischen Testver-
fahren die Diagnose einer hochwahrscheinlichen Aggravation kognitiver und psychischer Be-
schwerden bei Verdacht auf eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung (Differential-di-
agnose: unreife Persönlichkeit) auf. Die neuropsychologische Begutachtung zeige, dass weder 
auf die eigenanamnestischen Angaben noch auf den klinischen Eindruck und/oder das gezeigte 
Leistungsvermögen der Versicherten abgestellt werden könne. Denn die Versicherte erziele 
durchgängig mittel- bis schwergradige verminderte Resultate in allen eingesetzten Verfahren zu 

 

 
 
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verschiedenen Aspekten der Aufmerksamkeit, zum Arbeitsgedächtnis und zu den Exekutivfunk-
tionen. Die Performanzvalidierungstests belegten ebenfalls eine unzureichende Anstrengungs-
bereitschaft, selbst im Vergleich mit depressiven oder lernbehinderten Personen. Aus der Kom-
bination aller Kennwerte zur Validität ergebe sich eine Wahrscheinlichkeit für Aggravation kogni-
tiver Leistungseinbussen von über 99 %. Die Wahrscheinlichkeit für Aggravation hinsichtlich der 
Schilderung kognitiver, somatischer und emotionaler Symptome liege ebenfalls über 90 %. Eine 
Persönlichkeitsstörung könnte vorliegen, sie vermöge jedoch nicht eine vollständige Arbeitsunfä-
higkeit zu erklären. Die junge Versicherte habe es seit jeher verstanden, den an sie gestellten 
Anforderungen aus dem Weg zu gehen und von Dritten Hilfe zu holen, um sich selbst weniger 
anstrengen zu müssen. Aus neuropsychologischer Sicht könne aufgrund der ausgeprägten ne-
gativen Antwortverzerrung hinsichtlich somatischer, kognitiver und emotionaler Beschwerden 
keine Leistungs- und Funktionseinbussen positiv nachgewiesen werden. Bei fehlendem Nach-
weis gesundheitsbedingter Einschränkungen entfalle eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit. Da 
während der Untersuchung eine mentale Belastbarkeit von 4,5 Stunden gegeben gewesen sei, 
gelte diese Stundenanzahl als Untergrenze des Präsenzvermögens.  
 
5.2.2 Dr. H.____ führte zur Beurteilung von Dr. G.____ aus, dass sie – entgegen den Ausfüh-
rungen der Vorgutachterin – bei ihrer psychiatrischen Untersuchung keine Hinweise auf Simula-
tion oder Aggravation vorgefunden habe. Die von der Versicherten geschilderten Beeinträchti-
gungen seien klinisch objektiviert; das Leiden stelle sich glaubhaft und spürbar dar. Ihre Einschät-
zung sei konsistent mit der Beurteilung von Dr. E.____ vom 16. Februar 2016. Mit der von 
Dr. G.____ geltend gemachte Aggravation der kognitiven, somatischen und psychischen Be-
schwerden liege eine Inkonsistenz zwischen den psychiatrischen und der neuropsychologischen 
Einschätzungen vor. Gemäss den Leitlinien für die Begutachtung psychiatrischer Störungen 
seien neuropsychologische Befunde in die ärztliche Gesamtbeurteilung einzubeziehen. Im Ein-
zelfall sei eine konsensuelle Beurteilung sinnvoll. Ausschlaggebend für die Gesamtbeurteilung 
seien schliesslich die klinische psychiatrische Untersuchung und die Beurteilung von Konsistenz 
und Plausibilität. Denn diese bildeten Grundlage dafür, ob psychodiagnostisch gewonnene Er-
gebnisse plausibel seien.  
 
Die biographischen Angaben, die Dr. G.____ im Kontext zur Aggravation beschreibe, seien aus 
psychiatrischer Sicht im Rahmen der psychiatrischen Diagnosen schlüssig. Soweit Dr. G.____ 
die Beschwerdeschilderung als nicht authentisch beurteile, bestehe eine Inkonsistenz zur psychi-
atrischen Beurteilung. Inkonsistenzen könnten jedoch gemäss Leitlinien nicht mit fehlender Au-
thentizität gleichgesetzt werden. Dass die Versicherte seit jeher den an sie gestellten Anforde-
rungen aus dem Weg gehe und von Dritten Hilfe anfordere, um sich selber weniger anstrengen 
zu müssen, sei nicht als Konsistenz zur testpsychologisch festgestellten Aggravation, sondern 
als ängstliche Vermeidung und Suche nach Fürsorge zu interpretieren. Bei der Versicherten sei 
ein Muster im Erleben, Bewerten und Handeln ersichtlich, welches ein Gefühl verminderter 
Selbstwirksamkeit und einen Wunsch nach Fürsorge beinhalte. Dies führte zu einer reduzierten 
Anstrengungsbereitschaft und zu einer Selbstlimitierung. Dieses Verhalten sei in der Persönlich-
keit der Versicherten begründet und später durch die depressive Komorbidität verstärkt worden. 
Zudem sei darauf hinzuweisen, dass die von Dr. G.____ geltend gemachte Aggravation das Vor-
liegen einer psychiatrischen Krankheit nicht ausschliesse.  

 

 
 
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5.2.3 In einem letzten Punkt stellte Dr. H.____ klar, dass sich ihr Zumutbarkeitsprofil auf den 
ersten Arbeitsmarkt beziehe. So sei es der Versicherten zumutbar, beispielsweise Tätigkeiten in 
der Reinigungsbranche, im Bereich Lager/Logistik, Verpackung/Versand oder Auslieferung von 
Zeitungen/Prospekten auszuführen.  
 
6.1 Wie alle Beweismittel unterliegen Gerichtsgutachten der freien richterlichen Beweiswür-
digung. Kriterien der Beweiswürdigung bilden die Vollständigkeit, die Nachvollziehbarkeit und die 
Schlüssigkeit des Gutachtens. Das Gericht hat zu prüfen, ob das Gutachten alle Fragen beant-
wortet, sich auf den zutreffenden Sachverhalt stützt und den Befund ausreichend begründet. In 
Sachfragen weicht das Gericht jedoch "nicht ohne zwingende Gründe" von einer gerichtlichen 
Expertise ab. Aufgabe der medizinischen Expertin bzw. des medizinischen Experten ist es, ihre 
bzw. seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten 
Sachverhalt medizinisch erfassen zu können (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). Ein Grund zum Abwei-
chen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder wenn ein vom Gericht 
eingeholtes Obergutachten in überzeugender Weise zu anderen Schlussfolgerungen gelangt. 
Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungs-
äusserungen anderer Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit 
des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung durch einen Ober-
experten für angezeigt hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgut-
achtens abweichende Schlussfolgerungen zieht (BGE 118 V 286 E. 1b, 112 V 30 E. 1a mit Hin-
weisen).  
 
6.2 Nach Würdigung der vorliegenden medizinischen Aktenlage kommt das Gericht zum 
Schluss, dass dem Gerichtsgutachten von Dr. H.____ vom 30. Juni 2020 samt Ergänzung vom 
1. Dezember 2020 volle Beweiskraft zuzumessen ist. Das Gutachten von Dr. H.____ ist sorgfältig 
erstellt worden; es beruht nicht nur auf einer dreistündigen persönlichen Untersuchung und auf 
den medizinischen Vorakten, sondern zusätzlich auf einer aktuellen Laboruntersuchung zur Fest-
stellung der Medikamenteneinnahme und auf fremdanamnestischen Angaben von zwei behan-
delnden, medizinischen Fachpersonen der I.____. Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Die Anam-
nese zeigt auf, dass die Versicherte ausführlich befragt und einlässlich auf ihre Angaben einge-
gangen worden ist. Dadurch ergibt sich ein umfassendes Bild über die Persönlichkeit und die 
Krankheitsentwicklung der Versicherten. Zudem beruhen die psychiatrischen Diagnosen auf ei-
ner ausführlichen diagnostischen Diskussion. In ihrem Ergänzungsgutachten vom 1. Dezember 
2020 setzte sich die Gutachterin mit der abweichenden psychiatrischen Einschätzung von Dr. 
E.____ vom 9. April 2018 und der neuropsychologischen Beurteilung von Dr. G.____ vom 22. 
November 2017 substantiiert auseinander. Die massgebende psychiatrische Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit kann in der Gesamtschau der gutachterlichen Ausführungen von Dr. H.____ gut 
nachvollzogen werden. Ihre Begründung, weshalb die Versicherte in einer leidensangepassten 
Tätigkeit nur noch zu 40 % arbeitsfähig sei, leuchtet ein. Damit bildet das psychiatrische Gutach-
ten zusammen mit dem Ergänzungsgutachten eine rechtsgenügliche Grundlage, um den Ge-
sundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zuverlässig beurteilen zu können.  
 

 

 
 
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7.1.1 An der ausschlaggebenden Beweiskraft des psychiatrischen Gutachtens von Dr. H.____ 
vermögen die Einwände der IV-Stelle nichts zu ändern. Soweit pract. med. F.____ in seiner Stel-
lungnahme vom 13. Juli 2020 das Gutachten von Dr. H.____ beanstandet, weil sich die Gutach-
terin nicht mit der abweichenden Beurteilung von Dr. G.____ zur Konsistenz und Aggravation 
auseinandergesetzt habe, ist festzustellen, dass die Gutachterin ihre Beurteilung in dieser Hin-
sicht mit der ergänzenden Stellungnahme vom 1. Dezember 2020 vervollständigt hat. Dabei er-
klärte sie, weshalb sowohl den Schlussfolgerungen von Dr. E.____ in seiner Stellungnahme vom 
9. April 2018 als auch der Beurteilung von Dr. G.____ nicht gefolgt werden kann. In diesem Zu-
sammenhang machte sie auf die Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten 
der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) vom Februar 2012 
(überarbeitet und ergänzt am 16. Juni 2016) aufmerksam, welche gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung als Standard für eine sachgerechte und rechtsgleiche (versicherungs-)psychiat-
rische Begutachtung anerkannt sind hin (vgl. BGE 140 V 260 E. 3.2.2). Gemäss diesen Leitlinien 
sind testpsychologische Untersuchungen Zusatzbefunde, welchen kein eigenständiger gutachtli-
cher Charakter zukommt. Sie sind Im Rahmen der psychiatrisch-gutachtlichen Gesamtbeurtei-
lung zu würdigen (vgl. Qualitätsrichtlinien Ziffer 4.3.2.2). Zu Recht stellte Dr. H.____ fest, dass 
sich Dr. E.____ nicht an den Qualitätsleitlinien orientiert habe. So habe er bei seiner Untersu-
chung keine Hinweise für eine Simulation oder eine Aggravation finden können. Er hätte sich 
deshalb mit den neuropsychologischen Ergebnissen von Dr. G.____ und seinen eigenen gegen-
teiligen Befunden kritisch auseinandersetzen müssen. Ausserdem hätte sich hier – wie in den 
Qualitätsleitlinien empfohlen werde – eine Konsensbesprechung mit Dr. G.____ aufgedrängt, was 
er aber unterlassen habe. In diesem Sinne hat das Gericht auch in seiner Urteilsberatung vom 7. 
November 2019 festgestellt, dass auf die Neubeurteilung von Dr. E.____ insbesondere deshalb 
nicht abgestellt werden kann, weil es an einer psychiatrischen Auseinandersetzung mit dem neu-
ropsychologischen Gutachten von Dr. G.____ und der abweichenden Beurteilung in seinem Gut-
achten vom 16. Februar 2016 fehlt und er selbst eine Diagnoseunsicherheit bezüglich der Per-
sönlichkeitsstörung einräumt (vgl. Beschluss vom 7. November 2019). Die Kritik von Dr. H.____ 
an der Stellungnahme von Dr. E.____ vom 9. April 2018 ist schlüssig. 
 
7.1.2 In Bezug auf die Beurteilung von Dr. G.____ führte die Gutachterin zutreffend an, dass 
die psychiatrische Einordnung der neuropsychologischen Testergebnisse von Dr. G.____ letztlich 
von einer psychiatrischen und nicht von einer neuropsychologischen Fachperson vorzunehmen 
sei. Es liege nicht in der fachlichen psychiatrischen Kompetenz von Dr. G.____, die von Dr. 
E.____ in seinem Erstgutachten vom 16. Februar 2016 gestellten Diagnosen als nichtig zu erklä-
ren. Diesem Vorbringen ist beizupflichten. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann 
einem testmässigen Erfassen der Psychopathologien im Rahmen der psychiatrischen Explora-
tion generell nur ergänzende Funktion beigemessen werden, während die klinische Untersu-
chung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung ausschlagge-
bend ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 12. November 2019, 8C_465/2019, E. 5 und vom 
21. März 2019, 9C_728/2018, E. 3.3).  
 
7.1.3 Dr. H.____ verneinte das Vorliegen einer bewusstseinsnahen Aggravation oder einer 
Simulation, weil die Versicherte ihre Leistungsfähigkeit nicht bewusst geringer erscheinen lasse. 

 

 
 
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Dabei legte sie schlüssig dar, dass die teilweise sehr auffälligen Testergebnisse in direkter kau-
saler Verbindung zu den psychiatrischen Diagnosen einer depressiven Störung und einer ängst-
lich-vermeidenden Persönlichkeitsstörung der Versicherten ständen. Ihr dysfunktionales Verhal-
ten sei Ausdruck ihres Leidens und sei auf die abhängig-vermeidende Persönlichkeit und deren 
Suche nach Fürsorge zurückzuführen. Dieses Verhalten werde zudem durch die depressive 
Komorbidität verstärkt. Als illustrierendes Beispiel ist der Rückzähltest zu nennen, bei welchem 
die Versicherte von 100 rückwärts jeweils 7 subtrahieren musste. Dr. H.____ schilderte, dass die 
Versicherte bei diesem Test angespannt sowie verunsichert gewesen sei und bei jeder Antwort 
die Gutachterin gefragt habe, ob das Ergebnis richtig sei. Obwohl dieser Test den intellektuellen 
Fähigkeiten der Versicherten entsprechen würde, habe sie wenig Rechenschritte korrekt durch-
führen können. Dr. H.____ erläuterte hierbei sehr einleuchtend, dass dieses Verhalten der Versi-
cherten nicht auf eine Simulation zurückzuführen sei. Vielmehr weise die Versicherte aufgrund 
vermeintlicher mathematischer Schwächen eine derartige starke, ängstliche Verunsicherung auf, 
dass sie vor allem in Testsituationen blockiert sei und ihr Wissen nicht abrufen könne. Gleicher-
massen ist gemäss Dr. H.____ die auffällige Differenz zwischen den Testergebnissen der durch 
die I.____ durchgeführte IQ-Testung vom 7. Januar 2015 (vgl. Wechsler Intelligenztest für Er-
wachsene vom 7. Januar 2015) und der Leistungsbeurteilung des Schulpsychologischen Diens-
tes von 2008 (vgl. Bericht des Schulpsychologischen Dienstes Y.____vom 14. Juli 2008) nicht 
auf eine Simulation oder Aggravation, sondern auf das ausgeprägte ängstlich-vermeidende Ver-
halten der Versicherten zurückzuführen. Zum gleichen Schluss gelangte auch die behandelnde 
Ärzteschaft der I.____, welche dieses Verhalten nicht einer Aggravation oder einer Simulation, 
sondern primär dem deutlichen ängstlich-vermeidenden Verhalten der Versicherten zuordnete 
(vgl. Bericht der I.____ vom 25. August 2017). Mit der Thematik der Aggravation befassten sich 
die behandelnden Ärztinnen und Ärzte der I.____ sodann in ihrem Bericht vom 19. Oktober 2018. 
Darin bestätigten sie die von Dr. G.____ festgestellten kognitiven Fähigkeiten und "ein übertrie-
ben hilflos und hilfsbedürftig erscheinendes aggravierendes Verhalten" der Versicherten. Weiter 
stellten sie fest, dass sie dieses Verhalten vor allem gegenüber Autoritäten zeige, wenn diese sie 
mit Leistungsanforderungen konfrontierten. Werde in solchen Situationen zu viel Druck auf eine 
Verhaltensänderung aufgebaut, die sich die Versicherte nicht zutraue, dekompensiere sie mit 
vermehrter depressiver Symptomatik und sozialem Rückzug. Dieses Verhalten sei jedoch nicht 
als Aggravation zu deuten. Aggravierende Personen fielen im klinischen Alltag durch ein de-
monstratives, überdeutliches Verhalten auf; in Situationen, in welchen sie sich unbeobachtet fühl-
ten, wiesen sie aber intakte Sozialkompetenzen auf. Die Versicherte sei demgegenüber eher 
schamhaft, unsicher und nehme nur selten fremde Hilfe an. Zudem verhalte sie sich in unbeo-
bachteten Situationen kongruent. Ihr dysfunktionales Verhalten sei daher im Rahmen einer pa-
thologischen Ängstlichkeit zu verstehen. Es ist somit festzustellen, dass sowohl Dr. H.____ als 
auch die behandelnde Ärzteschaft der I.____ sich fundiert mit einer möglichen Aggravation aus-
einandergesetzt haben. Übereinstimmend kommen sie – in Kenntnis der neuropsychologischen 
Beurteilung von Dr. G.____ – zum überzeugenden Schluss, dass bei der Versicherten keine Ag-
gravation oder Simulation vorliege.  
 
7.2 In seiner Stellungnahme vom 20. Januar 2021 stellt sich pract. med. F.____ auf den 
Standpunkt, dass Dr. H.____ bei ihrer Einschätzung "anteilige motivationale Gründe" nicht be-
rücksichtigt habe. Aufgrund der deutlichen Hinweise auf eine bewusstseinsnahe motivationale 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Aggravation im gesamten Krankheitsverlauf und der auffälligen neuropsychologischen Tester-
gebnisse von Dr. G.____ wäre zu diskutieren gewesen, weshalb bei der Beurteilung der Arbeits-
fähigkeit die Aggravation keine Rolle spiele. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, 
dass die Gutachterin bei ihrer Beurteilung durchaus motivationale Gründe, wie z.B. eine vermin-
derte Anstrengungsbereitschaft, eine Selbstlimitierung sowie eine Verdeutlichungstendenz, fest-
stellte, welche nicht ausschliesslich auf die psychische Erkrankung zurückzuführen sind. In ihrer 
Stellungnahme vom 1. Dezember 2020 wies Dr. H.____ sodann ausdrücklich darauf hin, dass 
die Versicherte ihre Leistungskapazität nicht voll ausschöpfe. Dies ist auch der Grund, weshalb 
Dr. H.____ die Versicherte – entgegen deren subjektiven Annahme einer 100%igen Arbeitsunfä-
higkeit – nicht als vollständig arbeitsunfähig eingeschätzt hat. Aus dem gleichen Grund schloss 
sie sich auch nicht der von Dr. E.____ in seinem Erstgutachten vom 16. Februar 2016 vertretenen 
Einschätzungen an, wonach die Versicherte in jeglicher beruflichen Tätigkeit zu 100 % arbeits-
unfähig sei. So führte sie zur Begründung auf Seite 37 des Gutachtens aus, dass Dr. E.____ bei 
seiner Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sich zu stark an der von der Versicherten erbrachten Leis-
tung im Alltag orientiert habe. Dabei habe er das selbstlimitierende Verhalten der Versicherten 
und die Überwindbarkeit der psychischen Einschränkungen entsprechend der Ressourcen nicht 
beachtet.  
 
7.3.1 Die Vorbringen von pract. med. F.____ zur Validität der Befunde und der Angaben der 
Versicherten erweisen sich als nicht stichhaltig. Soweit der RAD-Arzt die Zurücknahme der IV-
Anmeldung und die Aufnahme einer Tätigkeit als Reinigungskraft bei der Arbeitgeberin ihres Va-
ters, um ihrem Ehemann die Einreise in die Schweiz zu ermöglichen, auf motivationale Gründe 
zurückführt, erscheint seine Auffassung doch sehr gewagt. Zwar geht aus dem Abschlussbericht 
der beruflichen Massnahmen vom 21. August 2012 hervor, dass die Versicherte damals aus dem 
vom RAD-Arzt angeführten Grund keine IV-Berufsberatung mehr gewollt habe. Es ist jedoch nicht 
ersichtlich, dass diese Abmeldung auf Initiative der Versicherten erfolgt ist. Aufgrund der Akten 
ist vielmehr davon auszugehen, dass die IV-Abmeldung durch ihre Familie veranlasst wurde. 
Denn gemäss den Ausführungen von Dr. H.____ ist die Versicherte nicht in der Lage, ein selbst-
ständiges Leben zu führen und eigene Entscheidungen zu treffen. Sie gibt die Verantwortung 
dafür an ihre Familie ab. Desgleichen stellte die behandelnde Ärzteschaft der I.____ fest, dass 
die Versicherte die meisten Lebensentscheidungen an ihre Familie delegiere (vgl. Bericht vom 
21. August 2015). Auch Dr. E.____ beschrieb die Versicherte als derart unselbstständig, dass sie 
bei normalen alltäglichen Verpflichtungen stets Hilfe benötige und begleitet werden müsse (vgl. 
Gutachten vom 16. Februar 2016, S. 6 f.).  
 
7.3.2 Weiter bringt pract. med. F.____ vor, dass die auffälligen neuropsychologischen Tester-
gebnisse sich gemäss Dr. G.____ nicht mit einer leicht- bis mittelgradigen depressiven Störung 
oder einer ängstlich-vermeidenden Persönlichkeit erklären liessen. Dazu ist festzuhalten, dass 
Dr. G.____ hierbei lediglich auf die internationale Literatur hinweist und ihre Aussage weiter nicht 
begründet. Ihre Aussage ist daher nicht nachvollziehbar. Damit erweist sich die Einschätzung von 
Dr. G.____ insgesamt als nicht geeignet, Zweifel an der ausschlaggebenden Beweiskraft der Be-
urteilung von Dr. H.____ zu erwecken.  
 

 

 
 
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7.3.3. Schliesslich macht der RAD-Arzt geltend, dass in Bezug auf den aktuellen Schweregrad 
der depressiven Störung unterschiedliche Aussagen beständen. So spreche der behandelnde 
Psychologe der I.____, J.____, von einem subklinisch depressiven Zustand (vgl. Fremdanam-
nese im Gutachten von Dr. H.____ vom 30. Juni 2020). Demgegenüber schätze sich die Versi-
cherte selbst als schwergradig depressiv ein. Die Gutachterin und die behandelnde Ärzteschaft 
der I.____ in ihrem Bericht vom 26. Mai 2020 gingen dagegen von einer mittelgradigen depressi-
ven Symptomatik aus. Diese drei unterschiedlichen Einschätzungen seien geeignet, an der Vali-
dität der gutachterlichen Befunde zu zweifeln. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Zur 
Selbsteinschätzung der Versicherten führte Dr. H.____ auf Seite 37 des Gutachtens nachvoll-
ziehbar aus, dass deren Angaben aufgrund des selbstlimitierenden Verhaltens nicht vollumfäng-
lich gefolgt werden könne. Was die fremdanamnestischen Angaben des behandelnden Psycho-
logen anbelangt, wies Dr. H.____ zu Recht darauf hin, dass dieser seine Einschätzung, wonach 
nur noch eine depressive Restsymptomatik vorliege, nachträglich korrigiert habe. So sei seinem 
zusammen mit Oberärztin der I.____, Dr. med. K.____, verfassten Bericht vom 26. Mai 2020 als 
Diagnose eine depressive Störung mit einer gegenwärtig mittelgradigen Episode zu entnehmen. 
Damit bestehen – entgegen der Ansicht des RAD-Arztes – keine relevanten Differenzen in Bezug 
auf den Schweregrad der depressiven Störung.  
 
7.4 Bezüglich der Auffassung der Versicherten, wonach es sich beim von Dr. H.____ formu-
lierten Arbeitsprofil um eine Tätigkeit im zweiten Arbeitsmarkt handle, ist auf deren Stellung-
nahme vom 1. Dezember 2020 zu verweisen. Darin stellte die Gutachterin klar, dass sich ihre 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit auf den ersten Arbeitsmarkt beziehe. In dieser Stellungnahme 
erklärte sie auch, weshalb es bei der von ihr festgelegten 40%igen Arbeitsfähigkeit – entgegen 
den Schlussfolgerungen der Versicherten – um keine prognostische Einschätzung handle. Dem-
zufolge kann die Versicherte aus ihrem Vorbringen nichts zu ihren Gunsten ableiten. 
 
7.5 Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist festzuhalten, dass das Gutachten von 
Dr. H.____ vom 30. Juni 2020 samt Ergänzung vom 1. Dezember 2020 eine zuverlässige und 
rechtsgenügliche Grundlage bildet, um den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Ver-
sicherten beurteilen zu können. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Versicherte in jegli-
cher leidensangepassten Tätigkeit seit Januar 2016 im Umfang von 40 % arbeitsfähig ist.  
 
8.1 Nach Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs 
Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs. Die Versicherte meldete sich im Juni 
2015 zum Leistungsbezug an, womit – nach Erfüllung der einjährigen Wartezeit – ein Rentenan-
spruch gestützt auf Art. 29 Abs. 3 IVG frühestens ab 1. Dezember 2015 entstehen kann. Die von 
Dr. H.____ festgelegte 40%ige Arbeitsfähigkeit gilt jedoch erst ab Anfang 2016. Für die Zeit davor 
konnte sie die Arbeitsfähigkeit nicht zuverlässig beurteilen. Denn damals sei die Einnahme der 
Medikation nicht gewährleistet gewesen, es hätten krankheitsfremde Faktoren, wie z.B. die 
Schwangerschaft, eine Rolle gespielt und die psychischen gesundheitlichen Störungen seien von 
Schwankungen gekennzeichnet gewesen. Der aktuelle stabile, chronifizierte Zustand lasse sich 
erst im Verlauf nach der Geburt des Sohnes im März 2015 belegen. Den medizinischen Akten ist 
zu entnehmen, dass die Versicherte im Sommer 2015 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben 
wurde (vgl. Bericht der I.____ vom 21. August 2015). Ob diese 100%ige Arbeitsfähigkeit bis Ende 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Dezember 2015 angedauert hat, ist nicht ganz klar. Da die IV-Stelle einen Rentenanspruch mit 
der Begründung, dass die Versicherte nicht an einer invalidisierenden Krankheit leide, abgelehnt 
hat, hat sie selbstredend den Rentenbeginn nicht festgelegt. Es wird deshalb Sache der IV-Stelle 
sein, den Rentenbeginn festzusetzen.  
 
8.2.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs 
(BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (BGE 114 
V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (BGE 128 V 29). 
 
8.2.2 Bei Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des 
Ehegatten oder der Ehegattin mitarbeiten, wird für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die Invalidität für diese 
Tätigkeit nach Absatz 2 festgelegt. In diesem Fall sind der Anteil der Erwerbstätigkeit oder der 
unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit 
im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen 
(Art. 28a Abs. 3 IVG). Dies ist die gemischte Methode der Invaliditätsbemessung (BGE 141 V 20 
E. 3.2 mit Hinweisen).  
 
8.3 Die IV-Stelle musste aufgrund ihrer Abklärungsergebnisse keinen Einkommensvergleich 
vornehmen. Es ist jedoch auch im Zusammenhang mit der Rentenhöhe nicht Aufgabe des Kan-
tonsgerichts, erstinstanzlich einen Einkommensvergleich vorzunehmen. Die Angelegenheit ist 
deshalb zu diesem Zwecke an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese wird das Validen- und das 
Invalideneinkommen zu ermitteln haben, wobei letzteres nach dem vorstehend Gesagten spä-
testens ab Januar 2016 auf der Basis einer 40%igen Arbeitsfähigkeit zu bemessen sein wird. 
Gestützt auf die erhobenen Zahlen wird die IV-Stelle anschliessend anhand eines Einkommens-
vergleichs den Invaliditätsgrad zu ermitteln und die Höhe des Rentenanspruchs festzusetzen so-
wie den Rentenbeginn festzulegen haben.  
 
8.4 Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass in Gutheissung der Beschwerde 
die angefochtene Verfügung der IV-Stelle vom 20. Mai 2019 aufzuheben und die Angelegenheit 
an die IV-Stelle zurückzuweisen ist. Diese wird die Höhe des Rentenanspruchs im Sinne der 
Erwägungen zu bemessen, den Rentenbeginn festzulegen und eine entsprechende Rentenver-
fügung zu erlassen haben. 
 
9.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz-
lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene 
Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen 
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht 

 

 
 
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die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende 
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2 sowie 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
9.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Gemäss 
§ 20 Abs. 3 VPO sind der IV-Stelle als unterliegende Partei die ordentlichen Kosten von Fr. 800.-
- aufzuerlegen. 
 
9.3  Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu über-
nehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so 
übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des Anspruchs 
unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Vorliegend 
war das Gericht anlässlich seiner ersten Urteilsberatung vom 7. November 2019 zum Ergebnis 
gelangt, dass ein Entscheid in der Angelegenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage 
nicht möglich sei. Das neuropsychologische Gutachten von Dr. G.____ vom 22. November 2017 
und die ergänzende Stellungnahme von Dr. E.____ vom 9. April 2018, auf welche sich die IV-
Stelle bei ihrer Ablehnung des Rentenanspruchs abstützte, erwiesen sich als nicht genügend 
beweiskräftig, um darauf abstellen zu können. Auch die übrigen bei den Akten liegenden medizi-
nischen Berichte bildeten keine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Demnach wies das Ver-
waltungsverfahren Untersuchungsmängel auf, welche die Einholung eines psychiatrischen Gut-
achtens notwendig machten. Wie sich anlässlich der heutigen Urteilsberatung gezeigt hat, war 
das Gutachten von Dr. H.____ für eine abschliessende Beurteilung des medizinischen Sachver-
halts unerlässlich. Es rechtfertigt sich deshalb, die Kosten, welche sich gemäss Rechnung vom 
30. Juni 2020 auf insgesamt Fr. 7'000.-- belaufen, der IV-Stelle zu überbinden.  
 
9.4 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Gericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den 
Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses be-
messen. Da die Versicherte vorliegend obsiegt hat, ist ihr eine Parteientschädigung zuzuspre-
chen. Ihre Rechtsvertreterin hat in ihrer Kostennote vom 11. Mai 2021 für das vorliegende Be-
schwerdeverfahren einen Zeitaufwand von 17 Stunden und 25 Minuten ausgewiesen, was in An-
betracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen nicht zu beanstanden ist. Die Be-
mühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche 
Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Ebenfalls 
nicht zu bemängeln sind die geltend gemachten Auslagen im Umfang von Fr. 90.--. Damit beläuft 
sich die geltend gemachte Parteientschädigung auf insgesamt Fr. 4'786.35 (17 Stunden und 
25 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 90.-- + 7,7 % Mehrwertsteuer).  
 

 

 
 
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10.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 
anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
10.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischenent-
scheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen An-
gelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vorausset-
zungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende Rechts-
mittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
10.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungsent-
scheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung – wie die Rückweisung im Hauptpunkt 
selbst – einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel keinen nicht 
wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit nicht 
selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit Be-
schwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache zu-
rückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, so 
kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb der 
Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde beim 
Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 645 E. 2.2, bestätigt im Urteil des Bundesge-
richts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2 - 4; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 
7. November 2014, 8C_692/2014, E. 2).    
 
  

 

 
 
Seite 18   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird, soweit darauf eingetreten werden kann, in dem 
Sinne gutgeheissen, als die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Ba-
sel-Landschaft vom 20. Mai 2019 aufgehoben und die Angelegenheit an 
die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen. Diese wird die Höhe 
des Rentenanspruchs im Sinne der Erwägungen zu bemessen, den 
Rentenbeginn festzulegen und eine entsprechende Rentenverfügung zu 
erlassen haben.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die Kosten für das gerichtliche Gutachten von Dr. H.____ in der Höhe 
von Fr. 7'000.-- werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 4'786.35 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.