# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cdd3c202-4f00-5151-9352-c2bbdc4c3a3b
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 22.09.2011 BRGE IV Nr. 0140/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRGE-IV-Nr--0140-201_2011-09-22.pdf

## Full Text

BRGE IV Nr. 0140/2012 vom 22. September 2011 in BEZ 2012 Nr. 46 
(Entscheid des Einzelrichters) 

(Bestätigt mit VB.2011.00678 vom 5. März 2012.) 

3.1 Mit dem angefochtenen Entscheid verweigerte die Vorinstanz die 
Vergütung des am 26. Februar 2010 entstandenen Schadens am Gebäude des 
Rekurrenten. Sie macht geltend, dass es sich beim Schaden einzig um 
gerissene Aufzugsbänder an zwei Lamellenstoren handle. Ein solcher Schaden 
sei auf Abnützung zurückzuführen. Zudem habe zum Zeitpunkt des 
Schadeneintritts in X kein Sturmwind im Sinne von § 19 Ziff. 1 GebVG 
geherrscht. Von einem Sturmschaden könne folglich nicht gesprochen werden. 
(…) 

3.2 Im Abschnitt «Versicherte Schäden» erklärt § 19 GebVG mit dem 
Randtitel «Elementarschäden» in Ziffer 1 Gebäude als gegen Schäden 
versichert, die durch Sturmwind entstanden sind. Keine Elementarschäden sind 
nach § 20 GebVG Schäden, die nicht durch plötzliche Einwirkung von 
Naturgewalten entstanden sind, wie Feuchtigkeitseinwirkungen, 
Bodensenkungen, Frostschäden (Ziffer 1), Schäden, die verursacht wurden 
durch Stauseen oder sonstige künstliche Wasseranlagen, wie Rückstau aus 
Kanalisationen (Ziffer 2) sowie solche Schäden, die voraussehbar waren und 
deren Entstehung durch zumutbare Massnahmen hätte verhindert werden 
können, wie Schäden zufolge schlechten Baugrundes, unfachgemässer oder 
unsolider Ausführung oder Abdichtung oder mangelhaften Gebäudeunterhalts 
(Ziffer 3). 

Beim Begriff der «Elementarschäden» gemäss der Marginalie zu § 19 
GebVG sowie dessen negativer Erläuterung durch den Ausschluss von 
Schäden, die «nicht durch plötzliche Einwirkung von Naturgewalten entstanden 
sind», handelt es sich um auslegungsbedürftige Rechtsbegriffe.  

Gemäss der zu § 19 GebVG entwickelten Lehre und Rechtsprechung 
gelten als Sturmwinde regelmässig nur Winde, die eine bestimmte Stärke 
aufweisen. Diese wird nach der Geschwindigkeit gemessen, mit welcher sich 
der Wind fortbewegt. Allerdings können Windgeschwindigkeiten örtlich 
verschieden sein, so dass Windmessungen in der Regel nur im Sinne von 
Indizien Aufschluss darüber geben können, welche Windstärke an einem 

bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt geherrscht hat. Dem Umstand, 
dass ein direkter Beweis regelmässig nicht möglich ist, trägt bei Sturmschäden 
im Gebäudeversicherungsrecht das Erfordernis der sogenannten 
Kollektivschäden Rechnung. Von solchen spricht man, wenn gleichzeitig 
mehrere Gebäude vom selben Sturmereignis, allenfalls an verschiedenen 
Orten, betroffen werden (vgl. A. Kleiner, Die versicherte Gefahr in der 
öffentlichen Gebäudeversicherung, Mitteilungen der Vereinigung kantonaler 
Feuerversicherungen 57/1978 Nr. 2, S. 40).  

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Im Einklang mit diesen Grundsätzen – und entsprechend der 
versicherungsrechtlichen Sturmdefinition des Interkantonalen Rückver-
sicherungsverbandes (siehe dazu www.kgvonline.ch → Tipps für 
Hauseigentümer → Sturm, ebenso zum Folgenden) – ist für die Beurteilung der 
Frage, ob ein «Sturmwind» im Sinne von § 19 Ziff. 1 GebVG vorliegt, zunächst 
auf das Bestehen eines Kollektivschadenbildes abzustellen. Von einem solchen 
ist auszugehen, wenn in der Umgebung des versicherten Objekts an einer 
Mehrzahl von ordnungsgemäss erstellten und unterhaltenen Gebäuden 
insbesondere Dächer ganz oder zum Teil abgedeckt wurden oder gesunde 
Bäume erheblich geschädigt wurden. Ist hingegen ein solches 
Kollektivschadenbild nicht gegeben, kann die Rekursgegnerin den Schaden 
vergüten, wenn bezüglich des versicherten Objekts eine Windgeschwindigkeit 
von mindestens 63 km/h im 10-Minuten-Mittel erreicht wurde oder wenn 
mehrere Böenspitzen von mindestens 100 km/h gemessen wurden. Gemäss 
der Sturmschadendefinition des Interkantonalen Rückversicherungsverbandes 

kann die Gebäudeversicherung Sturmschäden auch dann vergüten, wenn zwar 
kein Kollektivschadenbild vorliegt, aber dennoch aufgrund des Schadenbildes 
am versicherten Objekt davon ausgegangen werden muss, dass die erwähnten 
Windgeschwindigkeiten erreicht worden sind (vgl. VGr, 17. September 2008, 
VB.2008.00099, E. 2, www.vgrzh.ch).  

3.3 Nach der allgemeinen Regel von Art. 8 des Zivilgesetzbuchs (ZGB) hat 
derjenige, der ein Recht behauptet, die Sachumstände zu beweisen, die nach 
dem massgebenden Rechtssatz diese Rechtsfolge erzeugen. In diesem Sinne 
hat im Versicherungsrecht der Versicherungsnehmer den Eintritt des 
Versicherungsfalls zu beweisen. Hingegen obliegt der Beweis einer Tatsache, 
welche die Leistungspflicht ausschliesst oder herabsetzt, dem Versicherer. 
Diese Grundsätze der Beweislastverteilung gelten auch im öffentlichen 
Gebäudeversicherungsrecht (vgl. RB 1983 Nr. 117).  

In Bezug auf den Beweisgrad gilt Folgendes: Grundsätzlich darf eine 
Verwaltungsbehörde bzw. ein Gericht Tatsachen erst als bewiesen annehmen, 
wenn der volle Beweis erbracht ist. Da absolute Gewissheit häufig nicht erlangt 
werden kann, ist dies bereits dann der Fall, wenn die entscheidende Behörde 
vom Vorhandensein der zu beweisenden Tatsache derart überzeugt ist, dass 
das Gegenteil als unwahrscheinlich erscheint. Unter Umständen reicht sogar 
bereits der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (A. Kölz/J. 
Bosshart/M. Röhl, Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des 
Kantons Zürich, 2. A., 1999, § 7 Rz. 7; A. Kölz/I. Häner, Verwaltungsverfahren 
und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. A., 1998, Rz. 289; R. Rhinow/B. 
Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, 
1990, Nr. 88 B I).  

3.4 Vorliegend ist umstritten, ob der entstandene Schaden am Haus des 
Rekurrenten auf das versicherte Elementarereignis «Sturmwind» im Sinne von 
§ 19 Ziff. 1 GebVG zurückzuführen ist.  

Zunächst ist festzustellen, dass ein Kollektivschadenbild, auf dessen 
Bestehen bei Elementarschäden primär abzustellen ist, vorliegend nicht 
vorhanden ist. Es wurde jedenfalls weder substantiiert vorgebracht noch ist es 

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offenkundig, dass am 26. Februar 2010 in der Umgebung des rekurrentischen 
Gebäudes in X durch Winde Dächer ganz oder teilweise abgedeckt oder 
gesunde Bäume erheblich geschädigt wurden. So wurde denn selbst vom 
Rekurrenten nur ein ebenfalls beschädigter Storen des Nachbarn behauptet. 
Ein solches Schadenbild genügt jedoch bei Weitem nicht, um von einem 
Kollektivschadenbild zu sprechen. 

Während sich sodann die Vorinstanz auf den Standpunkt stellt, dass in der 
näheren Umgebung des rekurrentischen Gebäudes keine derart starken Winde 
aufgetreten seien, die auf ein Sturmschaden schliessen lassen und dass der 
Schaden vielmehr durch Abnützung entstanden sei, ist der Rekurrent der 
Ansicht, dass am Tag des Schadenereignisses in der näheren Umgebung 
Windgeschwindigkeiten von mindestens 63 km/h (10-Minuten-Mittel) und 
mehrere Böenspitzen von mindestens 100 km/h geherrscht hätten. 

Dies zu beweisen oder zumindest glaubhaft darzulegen, vermag der 
Rekurrent indessen nicht. So legt er weder Windmessprotokolle vom 26. 
Februar 2010 aus X, noch solche vom Üetliberg oder aus Y ins Recht, sondern 
einzig Messdaten vom 23. Januar 2009 und vom 10. Februar 2009, aus denen 
sich aber hinsichtlich der Windgeschwindigkeiten am Tag des 
Schadenereignisses, nämlich am 26. Februar 2010, nichts ableiten lässt. 
Dagegen hat die Rekursgegnerin unter Einreichung der auf den Ereignistag 
bezogenen Windprotokolle der dem Ereignisort nächstgelegenen amtlichen 
Messstationen der MeteoSchweiz, nämlich Zürich-Fluntern und Zürich-Affoltern, 
glaubhaft dargelegt, dass in der Umgebung des Schadenobjekts am 26. 
Februar 2010 weder eine Windgeschwindigkeit von mindestens 63 km/h im 10-
Minuten-Mittel erreicht wurde noch mehrere Böenspitzen von mindestens 100 
km/h gemessen wurden. Im Übrigen ist dem Rekurrenten entgegen zu halten, 
dass die amtliche Messstation der MeteoSchweiz auf dem exponierten 
Üetlibergturm erst seit dem 6. Juni 2011 offizielle Daten liefert, auf welche im 
vorliegenden Verfahren abgestützt werden könnte. Eine amtliche Messstation 
der MeteoSchweiz in X wiederum ist dem Gericht ebenso wenig bekannt wie 
eine solche in Y. Schliesslich obliegt es nicht der Rekursinstanz, für eine Partei 
nach weiteren, nicht offerierten Beweisen zu suchen. 

Zusammenfassend lässt sich somit festhalten, dass die objektive 
Beurteilung der vorliegenden Tatsachen nicht die Schlussfolgerung zulässt, es 
habe sich am 26. Februar 2010 in X ein Sturm von der Intensität eines 
gebäudeversicherungsrechtlichen Elementarereignisses zugetragen. Der 
Rekurrent vermag sodann den dies entkräftenden Nachweis nicht zu erbringen, 
dass ein «Sturmwind» im Sinne von § 19 Ziff. 1 GebVG seine Storen 
beschädigt hat. Der Nachweis eines Elementarereignisses ist aber stets 

notwendige Voraussetzung für die Vergütung eines Elementarschadens durch 
die Gebäudeversicherung. Da vorliegend der Rekurrent die Folgen der 
Beweislosigkeit zu tragen hat, ist sein Rekurs abzuweisen und kann offen 
bleiben, ob die Abnützung der Aufzugbänder, nicht Sturmstärke erreichender 
Wind oder eine Kombination von beidem für den Schaden an den 
Lamellenstoren ursächlich war.