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**Case Identifier:** d10185f2-9f77-50b4-820b-d0465dea57db
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-26
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 26.08.2021 S1 21 69
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_S1-21-69_2021-08-26.pdf

## Full Text

S1 21 69 

 

 

URTEIL VOM 26. AUGUST 2021 

 

Kantonsgericht Wallis 

Sozialversicherungsrechtliche Abteilung 

 

Besetzung: Dr. Thierry Schnyder, Präsident; Eve-Marie Dayer-Schmid und Thomas 

Brunner, Kantonsrichter; Petra Stoffel, Gerichtsschreiberin 

 

in Sachen 

 

X _________, Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

KANTONALE IV-STELLE, 1950 Sitten, Beschwerdegegnerin  

 

(IVG / Hilfslosenentschädigung) 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 1. März 2021 

  

- 2 - 

Sachverhalt 

 

A.  Die Beschwerdeführerin, Jahrgang xxx, wurde erstmals am 29. Mai 2012 im Rahmen 

ihrer Tätigkeit als Bürokraft durch ihren Lohnausfallversicherer bei der IV-Stelle Wallis 

zum Leistungsbezug angemeldet (S. 3 ff.). Die an einer rezidivierenden depressiven Stö-

rung Leidende war seit Februar 2012 arbeitsunfähig (S. 88 f.). Die IV-Stelle holte die 

medizinischen Akten (S. 61 ff.) und Arbeitgeberberichte (S. 59 f.) ein. Im Rahmen der 

Frühintervention wurde die Beschwerdeführerin beim Aufbau einer selbstständigen Tä-

tigkeit durch die IV-Stelle unterstützt (S. 102). Im Mai 2013 (S. 117 f.) konnten die Mas-

snahmen abgeschlossen werden. Mit Schlussbericht des RAD vom 20. August 2013 (S. 

126 ff.) wurde ein stabiler Gesundheitszustand ohne Einschränkungen festgestellt, wes-

halb mit Verfügung vom 6. November 2013 (S. 131) der Anspruch auf eine Rente abge-

wiesen wurde. 

B.  Am 14. Juli 2019 (S. 133 ff.) meldete sich die Beschwerdeführerin aufgrund einer seit 

dem 19. November 2018 anhaltenden Arbeitsunfähigkeit - bedingt durch ein Lumbover-

tebralsyndrom - erneut bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen. Die eingeholten 

medizinischen Berichte (S. 153 ff, S. 187 ff.) ergaben, dass die Beschwerdeführerin 

mehrfach am Rücken operiert worden war (S. 192 ff.), letztmals im Januar 2019 (S. 187, 

S. 192). Diese leide an einem schweren Lumbovertebralsyndrom mit spondylogenen 

Ausstrahlungen beidseits, sei in der Beweglichkeit eingeschränkt und seit dem 19. No-

vember 2018 zu 100% arbeitsunfähig (S. 187). Gemäss Bericht des behandelnden 

Hausarztes vom 17. September 2019 (S. 190) war die Beschwerdeführerin im Haushalt 

(Haushaltsführung, Ernährung, Einkäufe, Wäsche usw.) auf die Hilfe der Familie ange-

wiesen. Vom 13. November bis zum 10. Dezember 2019 (S. 232 ff.) weilte diese in der 

SUVA-Klinik. Die Ärzte hielten bei Austritt folgende Einschränkungen für gegeben: kein 

wiederholtes Tragen von Gewichten über 5-10 kg, keine anhaltende stehende bzw. sit-

zende Position oder in Rumpfhaltung (S. 238). Nachdem die Akten der RAD-Ärztin über-

wiesen wurden, schlussfolgerte diese am 17. Februar 2020 (S. 251 ff.), die Beschwer-

deführerin sei vom 21. Januar 2019 (Operation) bis Januar 2020 in einer angepassten 

Tätigkeit zu 100% arbeitsunfähig gewesen. Als Verkäuferin und Coiffeuse sei eine voll-

ständige Arbeitsunfähigkeit seit dem 8./19. November 2018 begründet. Eine ange-

passte, rückenschonende Tätigkeit sei ab Januar 2020 wieder zumutbar. Die letzte Tä-

tigkeit als Verkäuferin im D _________ sei klar weiterhin unangepasst, diejenige als Coif-

feuse grundsätzlich zu 50%. Als funktionelle Einschränkungen nannte sie: wechselnde 

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Arbeitsposition, kein Heben von Gewichten; Maximum 5-10 kg, keine schweren Arbei-

ten, keine langen Gehstrecken in unebenem Gelände, nicht wiederholt Treppen, ver-

schiedene Einflüsse wie Schlechtwetter, Feuchtigkeit, Kälte, nicht länger kniend/kau-

ernd/vornübergeneigt/repetitive Rumpfrotation (S. 253). Zur Frage der Arbeitsunfähigkeit 

für Tätigkeiten im Haushalt äusserte sie sich nicht. 

Mit Vorentscheiden vom 20. Februar 2020 zeigte die IV-Stelle der Beschwerdeführerin 

die Abweisung des Umschulungsanspruchs (S. 257 ff.) und den bis zum 1. April 2020 

begrenzten ganzen Rentenanspruch an (S. 262 ff.), womit sich die Versicherte mit Ein-

wand vom 24. Februar 2020 (S. 268) nicht einverstanden erklärte. Sie sei wegen der 

starken Schmerzen (somatischer und psychischer Art) immer noch in ärztlicher Behand-

lung. 

Mit Bericht vom 9. März 2020 (S. 271 ff.) legte der behandelnde Facharzt für physikali-

sche Medizin und Rehabilitation dar, das Resultat sei trotz intensiver Behandlung frust-

rierend. Die konservativen Massnahmen seien ausgeschöpft. Eine Belastbarkeit sei 

nicht gegeben und aus seiner Sicht, sei die Patientin zu 100% arbeitsunfähig, auch in 

einer leichten bis mittleren Belastung. Es scheine, dass insbesondere das rechte ISG 

ausserordentlich stark irritiert werde, so dass schlussendlich die Frage einer Sklerosie-

rung oder gar chirurgischen Stabilisation an den Facharzt für Orthopädie und Traumato-

logie des Bewegungsapparates/Wirbelsäulenchirurgie des Spital Wallis gestellt worden 

sei (S. 281 ff.). Bei der bildgebenden (u.a. MRI des Beckens und der LWS, S. 281 ff.) 

und klinischen Untersuchung durch Letzteren zeigte sich: „Im Stand diskreter Beckentiefstand 

rechts, beim Vorneigen deutliches Ausweichen nach rechts mit diskretem Lendenbuckel. Zehenspitzen- und 

Hackenstand demonstrierbar, Einbeinstand demonstrierbar, kein Vorlaufphänomen. Im Sitzen negativer 

Slump. Im Liegen keine klassischen Wurzelreizzeichen. Sensomotorisch erscheint L5/S1 auf der rechten 

Seite abgeschwächt, 4/5 gegenüber links. Motorik erscheint seitengleich, Hüftgelenke seitengleich normal 

beweglich, diskrete Pfannenrandprovokationszeichen, rechts stärker als links… » (S. 286). Mit Bericht 

vom 26. März 2020 (S. 291 f.) riet besagter Arzt zu einer periradikulären Therapie L5 

und einer Infiltration des ISG rechts. Am 27. April 2020 (S. 303 f.) führte er eine ALIF 

L5/S1/14/M gefüllt mit Beckenkamm Spongiosa bei Modic 1 Läsion L5/S1 bzw. eine ero-

sive Osteochondrose mit fast vollständigem Höhenverlust durch. Die Beschwerdeführe-

rin wurde vom 27. April bis zum 8. Juni 2020 zu 100% arbeitsunfähig geschrieben. Am 

27. Mai 2020 (S. 312) erfolgte ein weiterer operativer Eingriff (Ausbau Stenofix, Dekom-

pression L5/S1 beidseits) mit anschliessendem Rehaaufenthalt (S. 376 ff.). Am 6. Juli 

2020 (S. 316) überwies der Orthopäde aufgrund eines ausgeprägten neuropathischen 

Schmerzsyndroms die Beschwerdeführerin in die Schmerztherapie. 

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Am 17. August 2020 (S. 319 ff.) ergänzte der behandelnde Hausarzt, es bestehe trotz 

Rehaaufenthalt ein konstanter Dauerschmerz. Die Beschwerdeführerin könne nur an 

zwei Stöcken laufen, die Gehstrecke betrage einige 100 Meter. Die Prognose sei 

schlecht. Es sei höchstens mit einer Teilerwerbsfähigkeit zu rechnen. Aktuell und ver-

mutlich auch in Zukunft werde die Patientin im offenen Markt nicht mehr Fuss fassen 

können. Gemäss dem beigelegten Bericht der Oberärztin der Schmerzklinik vom 26. Juli 

2020 (S. 320 ff.) lagen aus psychischer Sicht Angst, Depression, Fatigue Syndrom, Kon-

zentrations- und Essstörungen vor. Gemäss Angaben der Patientin habe die Revisi-

onsoperation im Mai 2020 keine Schmerzlinderung erbracht. Gegenwärtig sei es dieser 

mit Hilfe von Nordic-Walking-Stöcken und Pausen möglich, draussen ca. 1 km zu laufen. 

Im Raum benötige die Versicherte keine Stöcke (S. 328). Kleinere Haushaltstätigkeiten 

würde diese selber erledigen. Die Schwester sei im Haushalt und bei der Versorgung 

der Hunde behilflich. Eine Schmerzverstärkung trete im Sitzen, bei längerem Stehen und 

durch Kälte auf. Spazierengehen, Lesen, Schreiben und Malen würden demgegenüber 

zu einer Schmerzlinderung führen. Gemäss Untersuchungsbefund wirkte der Gang eher 

starr, Zehengang und Fersengang waren erschwert. Das Vorbeugen war kaum möglich, 

das Seitenneigen, Drehung und Reklination aber schon. Schulter-, Ellenbogen-, Hand- 

und Fingergelenke waren allesamt frei beweglich. Schürzen- und Nackengriff waren 

problemlos vorführbar. Die unteren Extremitäten waren frei beweglich. Mit reduzierter 

Tiefensensibilität fand sich in den Beinen Hinweise auf eine beginnende Polyneuropa-

thie. Insgesamt fanden sich muskuläre Dysbalancen. Die Beschwerdeführerin empfinde 

keine Lebensqualität mehr. Die keinem Nervenwurzelverlauf zuzuordnenden Hypästhe-

sien am rechten Unterschenkel und die reduzierten Temperaturempfindungen am linken 

Unterschenkel führte die Ärztin auf eine zentrale Schmerzverarbeitungsstörung zurück. 

Sie riet zur Implantation eines Schmerzmodulators. 

Am 26. August 2020 (S. 351 f.) schlug der Orthopäde des Spitals Wallis bei flüssigem 

Gangbild, Zehenspitzen/Fersengang möglich, eine Infiltration/Punktion der rechten Hüfte 

vor und mit Bericht vom 5. Oktober 2020 (S. 360) schilderte der behandelnde Hausarzt 

einen unveränderten Schmerzverlauf. Am 24. September 2020 (S. 364 ff.) bestätigte der 

Schmerzpsychologe die ambulante Behandlung der Beschwerdeführerin bei Energie-, 

Interesse-, Lust- und Freudlosigkeit, Dünnhäutigkeit, niedriger Stresstoleranz, Weiner-

lichkeit, teilweise sozialer Rückzug, Gedankenkreisen, Schlafschwierigkeiten und Appe-

titlosigkeit. Die Beschwerdeführerin plane einen Umzug nach E _________. Sie habe 

ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Geschwistern. Am 5. November 2020 (S. 369) wurde 

seitens der Schmerzklinik eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 31. Dezember 2020 attestiert, 

nachdem es am 2. November 2020 zur SCS-Implantation gekommen war.  

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C.  Mit Formular vom 7. Dezember 2020 (S. 383 ff.) meldete sich die Beschwerdeführerin 

zum Bezug von Hilflosenentschädigungen an. Darin brachte sie vor, im März und Mai 

2020 für je 3 Wochen sowie seit März 2020 jede Woche Hilfe von ihrer Schwester erhal-

ten zu haben. Diese helfe seit März 2020 jede Woche 2-3 Mal im Haushalt (S. 386 und 

389) beim Einkaufen, Putzen und Waschen. Unter der Rubrik Essen nannte sie das Ko-

chen, bei der Körperpflege das Duschen, Anziehen. Dauernde medizinisch-pflegerische 

Hilfe sei nach den Operationen ebenfalls notwendig gewesen. Zum Laufen benötige sie 

Stöcke. Unter Rubrik 7 des Formulars hielt die Oberärztin der Schmerzklinik fest (S. 381 

ff.), kürzere Gehstrecken seien jetzt auch ohne Gehilfe möglich. Längere Strecken je-

doch nur mit Gehilfen. Die ausstrahlenden Schmerzen ins rechte Bein seien beeinträch-

tigend. Haushaltstätigkeiten und Einkäufe seien aufgrund der schmerzbedingten Bewe-

gungseinschränkungen nur mit fremder Hilfe möglich. Hinsichtlich der psychischen Ein-

schränkungen verwies sie auf die Diagnoseliste und ergänzte: “Beeinträchtigungen im Alltag, 

sodass Pat. wdh. Unterstützung der Geschwister benötigt“. Aufgrund eines zeitweisen Einklemmen 

des linken Knies beim Laufen, xxx nahm der Orthopäde des Spitals Wallis am 29. De-

zember 2020 eine weitere Punktion vor (S. 397), nachdem eine erste anfangs Dezember 

2020 erfolgt war. 

Mit Fragebogen zur Festlegung der Hilflosigkeit vom 30. Dezember 2020 (S. 399) legte 

der behandelnde Hausarzt dar, die Selbstständigkeit sei aufgrund der Rückenschmer-

zen seit 2019 im mittleren Umfang eingeschränkt. Die Einschränkungen hinsichtlich der 

Schmerzempfindung, der Wirbelsäule, der Fortbewegung im Freien sowie der Mobilität 

(Körperpositionen ändern, frei Sitzen oder frei Stehen) seien schwer, hinsichtlich der 

Fortbewegung zu Hause mittel. Die Prognose sei schlecht. 

Mit Vorentscheid vom 18. Januar 2021 (S. 401 f.) zeigte die IV-Stelle der Beschwerde-

führerin die Abweisung des Leistungsgesuchs um Hilflosenentschädigung an. Aus der 

Anmeldung gehe hervor, dass die Beschwerdeführerin lediglich vorübergehend für ei-

nige Wochen in mehreren alltäglichen Lebensverrichtungen hilflos gewesen sei. Die Vo-

raussetzungen für die Ausrichtung einer Hilflosenentschädigung seien nicht erfüllt, weil 

die Hilflosigkeit weniger als 1 Jahr gedauert habe. Zudem seien die Anspruchsvoraus-

setzungen für eine lebenspraktische Begleitung nicht gegeben.  

Mit ärztlichen Zeugnis vom 15. Januar 2021 (S. 406) wurde eine 100%ige Arbeitsunfä-

higkeit bis zum 31. März 2021 attestiert. Am 4. Februar 2021 (S. 409) erfolgte eine Knie-

arthroskopie mit Knorpeldébridement. 

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Am 1. März 2021 (S. 412 ff.) erliess die IV-Stelle die dem Vorentscheid entsprechende 

Verfügung. 

D.  Mit Beschwerde vom 12. März 2021 bestritt die Beschwerdeführerin die Verfügung 

vom 1. März 2021. Sie legte dar, sie leide seit Jahren an täglichen Schmerzen insbeson-

dere der rechten Seite. Sitzen und stehen seien unmöglich, ebenfalls das Laufen von 

mehr als 10 Metern. Sie nehme täglich mehrere Medikamente und könne den Haushalt 

nicht mehr selber erledigen. Ihre Schwester sei wegen ihr nach E _________ gezogen. 

Diese mache ihr jeden Tag den Einkauf und den Haushalt. Auch die letzten 2 Jahre sei 

diese 3-4 mal pro Woche zur Unterstützung nach F _________ gekommen. Ihr Bruder 

habe ihr bei den schweren Sachen geholfen und die Wäsche verrichtet. Dies alles seit 

den letzten 2 Jahren. Es sei ein weiterer operativer Eingriff in den nächsten Wochen 

geplant, wobei der Facharzt für Orthopädie weitere Auskünfte erteilen könne. Sie bean-

tragte die Zusprache einer IV-Rente sowie das Ergreifen von Massnahmen. 

Mit Bericht des Facharztes für Orthopädie vom 29. März 2021 (S. 421 ff.) wurde bezüg-

lich des Kniegelenks ein postoperativer guter Verlauf verzeichnet und eine normale Be-

lastbarkeit nach ca. 3 Monaten prognostiziert. Eine angepasste Tätigkeit solle dann zu 

100% zumutbar sein. Der Operationsbericht (S. 432) sowie weitere medizinische Akten 

lagen dem Bericht bei (S. 426 ff.).  

In ihrer Vernehmlassung vom 20. April 2021 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 

Beschwerde, insofern darauf überhaupt einzutreten sei. Die von der Beschwerdeführerin 

behaupteten Einschränkungen bei der Führung des Haushalts würden lediglich im Zu-

sammenhang mit einem allfälligen Rentenanspruch stehen und hätten mit der Hilflo-

senentschädigung nichts zu tun. Das Rentenverfahren sei noch offen. 

Replizierend liess die Beschwerdeführerin am 20. April 2021 die Berichte der 

Dres. A _________ und B _________ vom 20. April 2021 und 28. Juli 2020 sowie von 

C _________ vom 24. September 2020 einreichen. 

Am 6. Juli 2021 duplizierte die IV-Stelle. Den hinterlegten Berichten könnten keinerlei 

massgeblichen Rückschlüsse auf eine seit mehr als 12 Monaten durchgehend beste-

hende regelmässige Hilfsbedürftigkeit in mindestens 2 alltäglichen Lebensverrichtungen 

entnommen werden. Massgeblich und zu beurteilen sei im Übrigen der Anspruch bis und 

mit Verfügungszeitpunkt am 1. März 2021. Dass „längere Gehstrecken nur mit Gehhilfen 

möglich“ und „Haushaltstätigkeiten und Einkäufe aufgrund der schmerzbedingten Bewe-

gungseinschränkungen nur mit fremder Hilfe möglich“ seien, spreche mitnichten für eine 

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seit spätestens März 2020 in mindestens 2 alltäglichen Lebensverrichtung durchge-

hende bestehende Hilflosigkeit. Damit erweise sich die am 1. März 2021 verfügte Ab-

weisung des Leistungsgesuches als mit den eigenen Angaben der Beschwerdeführerin 

übereinstimmend und korrekt. 

Auf weitere Sachverhaltsdarstellungen, Parteibehauptungen und Begründungen wird, 

soweit rechtlich von Bedeutung, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Erwägungen 

 

1.  Das Kantonsgericht hat die Prozessvoraussetzungen wie die Partei- und die Prozess-

fähigkeit, die Zulässigkeit des Rechtswegs, die Zuständigkeit der angerufenen Instanz, 

das Rechtsschutzinteresse sowie die formrichtige und rechtzeitige Rechtsvorkehr von 

Amtes wegen zu prüfen (BGE 131 V 202 E. 1, 130 V 514 E. 1, 126 V 30). In Abweichung 

von Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen di-

rekt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar (Art. 69 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG]). In casu ist 

dies die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Kantonsgerichts (Art. 7 Abs. 2 des 

Gesetzes über die Rechtspflege vom 11. Februar 2009 [RPflG] i.V.m. Art. 1 Abs. 2 des 

Verfahrensreglements vom 2. Oktober 2001 [RVG] und Art. 81a des Gesetzes über das 

Verwaltungsverfahren und die Verwaltungsrechtspflege vom 6. Oktober 1976 [VVRG]), 

die als kantonales Versicherungsgericht für die Behandlung von Beschwerden auf dem 

Gebiet des Sozialversicherungsrechts zuständig ist (vgl. BGE 127 V 176 E. 2). Die Be-

schwerdeführerin ist als Verfügungsadressatin von der Verfügung der Beschwerdegeg-

nerin berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

(Art. 59 ATSG). Sie ist somit zur Beschwerde legitimiert. Auf die form- (Art. 61 lit. b 

ATSG) und fristgerecht (Art. 60 ATSG) eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

2.  Streitig und zu prüfen ist, ob die Invalidenversicherung die Voraussetzungen der Hilf-

losenentschädigung bzw. der lebenspraktischen Begleitung zu Recht verneint hat. 

Wie die Beschwerdegegnerin richtig festgestellt hat, ist vorliegend der Anspruch auf eine 

Rentenleistung nicht Gegenstand des Verfahrens, weshalb allfällige Einwände diesbe-

züglich unberücksichtigt bleiben und auf entsprechende Anträge nicht eingetreten wer-

den kann. 

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3.   

3.1  Gemäss Art. 9 ATSG gilt eine Person als hilflos, die wegen der Beeinträchtigung der 

Gesundheit für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der per-

sönlichen Überwachung bedarf. 

3.1.1  Nach Art. 42 IVG haben Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt 

(Art. 13 ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, Anspruch auf eine Hilflo-

senentschädigung. Vorbehalten bleibt Art. 42bis IVG (Abs. 1). Es ist zu unterscheiden 

zwischen schwerer, mittelschwerer und leichter Hilflosigkeit (Abs. 2). Als hilflos gilt eben-

falls eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit 

dauernd auf lebenspraktische Begleitung angewiesen ist. Ist nur die psychische Gesund-

heit beeinträchtigt, so muss für die Annahme einer Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch 

auf eine Viertelsrente gegeben sein. Ist eine Person lediglich dauernd auf lebensprakti-

sche Begleitung angewiesen, so liegt immer eine leichte Hilflosigkeit vor. Vorbehalten 

bleibt Art. 42bis Abs. 5 IVG (Abs. 3), wonach Minderjährige keinen Anspruch auf Hilflo-

senentschädigung haben, wenn sie lediglich auf lebenspraktische Begleitung angewie-

sen sind. 

3.1.2  Art. 37 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV) 

regelt die Bemessung der Hilflosigkeit. Gemäss Art. 37 Abs. 1 IVV gilt die Hilflosigkeit 

als schwer, wenn die versicherte Person vollständig hilflos ist. Dies ist der Fall, wenn sie 

in allen alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe 

Dritter angewiesen ist und überdies der dauernden Pflege oder der persönlichen Über-

wachung bedarf. Gemäss Art. 37 Abs. 2 IVV ist der Grad der Hilflosigkeit mittelschwer, 

wenn die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln: in den meisten alltägli-

chen Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter ange-

wiesen ist (lit. a); in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 

erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist und überdies einer dauernden per-

sönlichen Überwachung bedarf (lit. b); oder in mindestens zwei alltäglichen Lebensver-

richtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter und überdies dauernd 

auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVG angewiesen ist (lit. c). Eine 

Hilflosigkeit mittelschweren Grades nach lit. a liegt praxisgemäss vor, wenn die versi-

cherte Person trotz Abgabe von Hilfsmitteln für mindestens vier Lebensverrichtungen 

regelmässig in erheblicher Weise der Hilfe Dritter bedarf (Kreisschreiben des BSV über 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung (KSIH), in der ab 1. Januar 2015 

gültigen Fassung, Stand 1. Januar 2021, Rz. 8009). Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn 

die versicherte Person trotz der Abgabe von Hilfsmitteln: in mindestens zwei alltäglichen 

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Lebensverrichtungen regelmässig in erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen 

ist (lit. a); einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf (lit. b); einer durch das 

Gebrechen bedingten ständigen und besonders aufwendigen Pflege bedarf (lit. c); we-

gen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körperlichen Gebrechens 

nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleistungen Dritter gesellschaftliche Kon-

takte pflegen kann (lit. d); oder dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von 

Art. 38 IVG angewiesen ist (lit. e).  

3.1.3  Praxisgemäss sind bei der Eruierung der Hilflosigkeit die folgenden sechs alltägli-

chen Lebensverrichtungen massgebend (siehe BGE 121 V 88 E. 3a): 1) Ankleiden, Aus-

kleiden; 2) Aufstehen, Absitzen, Abliegen; 3) Essen; 4) Körperpflege; 5) Verrichtung der 

Notdurft; 6) Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme. 

Der Begriff der dauernden persönlichen Überwachung bezieht sich nicht auf die alltägli-

chen Lebensverrichtungen. Hilfeleistungen, die bereits als direkte oder indirekte Hilfe in 

einem Bereich der alltäglichen Lebensverrichtung Berücksichtigung gefunden haben, 

können bei der Beurteilung der Überwachungsbedürftigkeit nicht nochmals ins Gewicht 

fallen. Vielmehr ist darunter eine Hilfeleistung zu verstehen, welche infolge des physi-

schen, psychischen und/oder geistigen Gesundheitszustandes der versicherten Person 

notwendig ist. Eine solche persönliche Überwachung ist bspw. dann erforderlich, wenn 

eine versicherte Person wegen geistiger Absenzen nicht während des ganzen Tages 

allein gelassen werden kann (ZAK 1986 S. 486 E. 1a mit Hinweisen) oder wenn eine 

Drittperson mit kleineren Unterbrüchen bei der versicherten Person anwesend sein 

muss, da sie nicht allein gelassen werden kann (ZAK 1989 S. 174 E. 3.b, 1980 S. 68 

E. 4.b; vgl. KSIH Rz. 8020). Um als anspruchsrelevant zu gelten, muss die persönliche 

Überwachung ein gewisses Mass an Intensität aufweisen. Dazu genügt es nicht, dass 

die versicherte Person in einer speziellen Institution untergebracht ist und unter derer 

generellen Aufsicht steht. Ob dauernde Hilfe oder persönliche Überwachung nötig sind, 

ist objektiv, nach dem Zustand der versicherten Person zu beurteilen (Bundesgerichts-

urteil 9C_608/2007 vom 31. Januar 2008). Grundsätzlich unerheblich ist die Umgebung, 

in welcher sich die versicherte Person aufhält. Es darf für die Bemessung der Hilflosigkeit 

keinen Unterschied machen, ob die versicherte Person in der Familie, privat oder in ei-

nem Pflegeheim lebt (zum Ganzen KSIH Rz. 8035). 

3.1.4  Nach der Rechtsprechung können gelegentliche Zwischenfälle der Hilfsbedürftig-

keit nicht zur Annahme einer Notwendigkeit regelmässiger Dritthilfe führen (Bundesge-

richtsurteile 9C_562/2016 vom 13. Januar 2017 und 9C_809/2015 vom 10. August 2016 

E. 5.1.1 mit Hinweisen). Die Hilfe ist erst dann regelmässig, wenn sie die versicherte 

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Person täglich oder eventuell (nicht voraussehbar) täglich benötigt (ZAK 1986 S. 490 E. 

3c). Die Hilfe ist schliesslich erheblich, wenn die versicherte Person mindestens eine 

Teilfunktion einer einzelnen Lebensverrichtung (z. B. „Waschen“ bei der Lebensverrich-

tung „Körperpflege“ [BGE 107 V 136]) – nicht mehr, nur mit unzumutbarem Aufwand 

oder nur auf unübliche Art und Weise (BGE 106 V 153) selbst ausüben kann oder wegen 

ihres psychischen Zustandes ohne besondere Aufforderung nicht vornehmen würde. 

 

3.2   

3.2.1  Nach Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer Begleitung im Sinne 

von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige versicherte Person ausserhalb eines 

Heimes lebt und infolge Beeinträchtigungen der Gesundheit: a. ohne Begleitung einer 

Drittperson nicht selbständig wohnen kann; b. für Verrichtungen und Kontakte aus-

serhalb der Wohnung auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist; oder c. ernsthaft 

gefährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren. 

Als regelmässig im Sinne von Art. 38 Abs. 3 Satz 1 IVV gilt die lebenspraktische Beglei-

tung, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im Durchschnitt mindes-

tens 2 Stunden pro Woche benötigt wird (BGE 133 V 450 E. 6.2). Die lebenspraktische 

Begleitung beinhaltet weder die (direkte oder indirekte) Dritthilfe bei den sechs alltägli-

chen Lebensverrichtungen noch die Pflege noch die Überwachung. Sie stellt vielmehr 

ein zusätzliches und eigenständiges Institut der Hilfe dar (BGE 133 V 450 E. 9). 

3.2.2  Hilfestellungen Dritter, derer die versicherte Person bei mehreren Lebensverrich-

tungen bedarf, können grundsätzlich nur einmal berücksichtigt werden. Dies gilt auch 

bei Überschneidungen im Bedarf an lebenspraktischer Begleitung einerseits und der 

Hilfsbedürftigkeit in den alltäglichen Lebensverrichtungen andererseits. Bei der Zuord-

nung einer Hilfeleistung zu einer bestimmten Lebensverrichtung hat also eine funktional 

gesamtheitliche Betrachtungsweise Platz zu greifen (Bundesgerichtsurteil 9C_98/2020 

vom 8. April 2020 E. 2.2 mit Hinweisen). 

3.2.3  Eine lebenspraktische Begleitung kommt jenen Versicherten zu, welche aus ge-

sundheitlichen Gründen nur mit einer Begleitung durch eine Drittperson selbständig 

Wohnen können (Bundesgerichtsurteil 9C_28/2008 vom 21. Juli 2008). Dabei muss die 

Schadenminderungspflicht berücksichtigt werden. Es ist insbesondere auch die Mithilfe 

der Familienangehörigen zu berücksichtigen, vor allem bei der Haushaltführung. Dabei 

stellt sich die Frage, wie sich eine vernünftige Familiengemeinschaft einstellen würde, 

wenn keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 133 V 504). Diese Mithilfe 

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geht weiter als die ohne Gesundheitsschaden üblicherweise zu erwartende Unterstüt-

zung. Lebt die versicherte Person mit Angehörigen im gleichen Haushalt, kann von die-

sen Hilfe im Haushalt verlangt werden. 

3.3   

3.3.1  Der Sozialversicherungsrichter fällt seine Entscheidung, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrschein-

lichkeit. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisan-

forderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die 

es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 

126 V 360 E. 5b; 125 V 195 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 130 III 324 E. 3.2 und 

3.3). Es gibt also keinen sozialversicherungsrechtlichen Grundsatz, dass die Verwaltung 

oder das Gericht im Zweifel zu Gunsten des Versicherten entscheiden muss (BGE 126 

V 322 E. 5a). 

Bei der Bearbeitung der Grundlagen für die Bemessung der Hilflosigkeit, muss die Be-

hörde über Informationen von Ärzten und anderem Fachpersonal verfügen und es ist 

eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Behörden erforder-

lich. Der Arzt hat anzugeben, inwiefern die versicherte Person in ihren körperlichen bzw. 

geistigen Funktionen durch das Leiden eingeschränkt ist. Der Versicherungsträger kann 

an Ort und Stelle weitere Abklärungen vornehmen (AHI-Praxis Nr. 6, 2000, S. 317; Kan-

tonsgerichtsurteil Freiburg 608 2018 44 vom 24. Juli 2019 E. 2.5). 

Es sind die gesamten Umstände des Einzelfalles zu beachten, wobei der Versicherungs-

träger nach dem Gesagten bezüglich des Gesundheitszustandes der versicherten Per-

son auch die Stellungnahmen der Ärzte zu berücksichtigen hat (Bundesgerichtsurteil I 

54/00 vom 7. Mai 2001 E. 2). 

Nach dem Prinzip der freien Beweiswürdigung bewertet die Verwaltung oder das Gericht 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, und hat sie umfassend 

und pflichtgemäss zu würdigen. 

Folglich muss das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, 

objektiv prüfen und danach entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverläs-

sige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei 

einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 

das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 

eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 

- 12 - 

eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange um-

fassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Be-

urteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Aus-

schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Be-

weismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stel-

lungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a, 134 V 231 E. 5.1). In 

Bezug auf Berichte von Hausärzten darf und soll der Richter der Erfahrungstatsache 

Rechnung tragen, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-

trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 

351 E. 3b/cc mit weiteren Hinweisen). 

3.3.2  Art. 69 Abs. 2 IVV sieht als Ermittlungsmassnahme die Möglichkeit vor, dass die 

Behörde einen Hausbesuch durchführt. Eine Abklärung an Ort und Stelle ist immer 

durchzuführen 1) bei erstmaligen Anmeldungen um eine Hilflosenentschädigung, bei 

Minderjährigen allenfalls mit Intensivpflegezuschlag; 2) bei einer Erhöhung der Hilflo-

senentschädigung infolge Verschlimmerung der Hilflosigkeit und bei Gesuchen um zu-

sätzliche Gewährung eines Intensivpflegezuschlags oder um Erhöhung eines solchen 

infolge eines erhöhten Betreuungsaufwandes; und 3) bei Revisionen von Amtes wegen, 

wenn sich der Grad der Hilflosigkeit oder die Höhe des Betreuungsaufwandes ändern 

(KSIH Rz 8131 i.V.m. Rz 8130). Die Angaben der versicherten Person, der Eltern oder 

der gesetzlichen Vertreter sind kritisch zu würdigen. Der Beginn der Hilflosigkeit und 

allenfalls des zusätzlichen Betreuungsaufwandes wird so genau wie möglich festgelegt. 

Bei wesentlichen Abweichungen zwischen den Angaben des behandelnden Arztes und 

dem Abklärungsbericht hat die IV-Stelle durch gezielte Rückfragen und unter Einbezug 

des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) eine Klärung herbeizuführen (KSIH Rz. 8130 

ff.). Nach der Rechtsprechung ist solch eine Abklärung an Ort und Stelle die geeignete 

Vorkehr für die Ermittlung des Betreuungsaufwandes. Seine Beweiskraft wird in Analo-

gie zu den Kriterien gemessen, die für Arztberichte gelten. Es ist wesentlich, dass als 

Berichterstatter eine qualifizierte Person wirkt, welche Kenntnis der örtlichen und räum-

lichen Verhältnisse sowie der aus den seitens der Mediziner gestellten Diagnosen sich 

ergebenden Beeinträchtigungen und Behinderungen der pflegebedürftigen Person hat. 

Weiter sind die Angaben der die Pflege Leistenden zu berücksichtigen, wobei divergie-

rende Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliess-

lich muss bezüglich der einzelnen, konkret in Frage stehenden Massnahmen der Be-

- 13 - 

handlungs- und Grundpflege plausibel, begründet und detailliert sein und in Übereinstim-

mung mit den an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der 

Abklärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift, sofern der Bericht eine zuver-

lässige Entscheidungsgrundlage im eben umschriebenen Sinne darstellt, in das Ermes-

sen der die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinschät-

zungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die fachlich kompe-

tente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist, als das im Beschwerdefall 

zuständige Gericht (BGE 128 V 93 E. 4, 133 V 450 E. 11.1.1; Bundesgerichtsurteil 

9C_234/2020 vom 27. Mai 2020 E. 2). 

Ein Abklärungsbericht unter dem Aspekt der Hilflosigkeit (vgl. Art. 69 Abs. 2 IVV) hat 

folgenden Anforderungen zu genügen: Als Berichterstatterin wirkt eine qualifizierte Per-

son, welche Kenntnis der örtlichen und räumlichen Verhältnisse sowie der aus den sei-

tens der Mediziner gestellten Diagnosen sich ergebenden Beeinträchtigungen und Hilfs-

bedürftigkeiten hat. Bei Unklarheiten über physische oder psychische Störungen und/o-

der deren Auswirkungen auf alltägliche Lebensverrichtungen sind Rückfragen an die 

medizinischen Fachpersonen nicht nur zulässig, sondern notwendig. Weiter sind die An-

gaben der Hilfe leistenden Personen zu berücksichtigen, wobei divergierende Meinun-

gen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext schliesslich muss plau-

sibel, begründet und detailliert bezüglich der einzelnen alltäglichen Lebensverrichtungen 

sowie der weiteren tatbestandsmässigen Erfordernisse (Art. 37 IVV) und der lebensprak-

tischen Begleitung (Art. 38 IVV) sein.  

3.4 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts richtet sich der zeitliche Beginn des An-

spruchs auf Hilflosenentschädigung nach Vollendung des ersten Lebensjahres entgegen 

dem wörtlich verstandenen Verweis in Art. 42 Abs. 4 IVG nicht nach Art. 29 Abs. 1 IVG. 

Vielmehr gelangt sinngemäss Art. 28 Abs. 1 IVG zu den Anspruchsvoraussetzungen für 

eine Rente zur Anwendung. Der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung entsteht 

demnach grundsätzlich nach dem Ablauf eines Wartejahres in sinngemässer Anwen-

dung von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG (BGE 144 V 361 E. 6.2). 

Macht eine versicherte Person ihren Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung mehr als 

zwölf Monate nach dessen Entstehung geltend, so wird die Leistung in Abweichung von 

Artikel 24 Absatz 1 ATSG nur für die zwölf Monate nachgezahlt, die der Geltendmachung 

vorangehen. Die Leistung wird für einen längeren Zeitraum nachgezahlt, wenn die ver-

sicherte Person den anspruchsbegründenden Sachverhalt nicht kennen konnte und den 

- 14 - 

Anspruch spätestens zwölf Monate, nachdem sie davon Kenntnis erhalten hat, geltend 

macht (Art. 48 IVG). 

4. 

4.1  Die Vorinstanz erwog, dass die Beschwerdeführerin zwar in mehreren alltäglichen 

Lebensverrichtungen hilflos gewesen sei, dies jedoch nur vorübergehend für einige Wo-

chen. Die Hilflosigkeit habe weniger als 1 Jahr gedauert. Zudem seien die Anspruchs-

voraussetzungen für eine lebenspraktische Begleitung nicht erfüllt. In ihrer Begründung, 

die im Übrigen nicht einmal die Lebensverrichtungen nennt, in denen eine vorüberge-

hende Hilflosigkeit für eine vorübergehende Dauer anerkannt worden war, stützt sich die 

Vorinstanz einzig auf die Angaben der Beschwerdeführerin im Anmeldeformular.  

Die Beschwerdeführerin nannte betreffend die Hilfeleistungen im März und Mai 2020 je 

eine Dauer von 3 Wochen und ergänzte explizit, dass seit März 2020 ihre Schwester 2-

3 mal pro Woche komme, beim «Einkauf, Putzen, Waschen», «Haushalt» und «Kochen» 

helfe. Beschwerdeweise führte sie aus, sie könne nicht mehr 10 Meter laufen, sitzen und 

stehen gingen gar nicht mehr. Die Schwester sei wegen ihr nach E _________ gezügelt, 

damit diese täglich den Einkauf und Haushalt erledigen könne. Ihr Bruder helfe bei 

schweren Sachen wie der Wäsche. Dies alles gelte seit den letzten 2 Jahren. 

4.2  Aufgrund der medizinischen Akten ist ausgewiesen, dass die Beschwerdeführerin 

in der Fortbewegung sowie in der Mobilität (freies Stehen, Sitzen, Körperpositionen än-

dern) seit Jahren schwer eingeschränkt ist. Dies bestätigte der behandelnde Arzt erneut 

mit Formular vom 21. Dezember 2020 (S. 399 f.). Gemäss Erstbericht vom September 

2019 (S. 190) war die Beschwerdeführerin seit November 2018 im Haushalt auf die Hilfe 

der Familie angewiesen. Am 17. Februar 2020 schlussfolgerte die RAD-Ärztin, die Be-

schwerdeführerin sei vom 21. Januar 2019 bis Januar 2020 100% erwerbsunfähig ge-

wesen. Mithin war eine angepasste, rückenschonende Tätigkeit nicht zumutbar. Der 

Facharzt für physikalische Medizin und Rehabilitation ergänzte am 9. März 2020, eine 

Belastbarkeit sei nicht gegeben, und der Facharzt für Orthopädie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates attestierte vom 27. April bis zum 8. Juni 2020 eine 100%ige Ar-

beitsunfähigkeit. Gemäss Untersuchungsbefund der Oberärztin der Schmerzklinik (S. 

320) wirkte der Gang am 26. Juli 2020 eher starr, das Vorbeugen war kaum möglich und 

lagen Essstörungen vor. Sie führte im Formular betreffend die Hilflosigkeit aus, Haus-

haltstätigkeiten und Einkäufe seien mit fremder Hilfe möglich, wobei sich ihre Angaben 

auf den Behandlungsbeginn ab Juli 2020 bezogen. Nähere Angaben zu den täglichen 

Lebensverrichtungen fehlen, mehrfach beziehen sich die Ausführungen der Ärzte auf 

- 15 - 

den Begriff «Haushalt» ohne diesen jedoch zu konkretisieren. Es bleibt mithin ungeklärt, 

inwiefern die Beschwerdeführerin seit November 2018 in den Bereichen «An-/Ausklei-

den», «Essen», «Aufstehen/Absitzen/Abliegen», «Essen» oder «Fortbewegung/Kon-

taktaufnahme» tatsächlich regelmässig Hilfe Dritter bedurfte. 

Da diesbezüglich keine zuverlässigen Angaben der Beschwerdeführerin und der behan-

delnden Ärzte noch eines RAD-Arztes vorhanden sind, jedoch konkrete Hinweise auf 

dauernde Einschränkungen für den hier massgebenden Zeitraum von erheblichem Aus-

mass vorhanden sind, hätte die IV-Stelle nicht ohne weitere Abklärungen darauf schlies-

sen dürfen, dass Wartejahr sei vorliegen nicht erfüllt. Dies auch im Hinblick darauf, dass 

eine Abklärung an Ort und Stelle - im Gegensatz zur Unfallversicherung - in der Invali-

denversicherung in Art. 69 Abs. 2 IVV explizit für die Abklärung des Pflege- bzw. Hilfbe-

darfs vorgeschrieben ist. Dies schliesst zweifelsfrei auch den Beginn des Anspruchs mit 

ein. Entgegen den Darlegungen der IV-Stelle geht aus den in den Akten liegenden Stel-

lungnahmen nämlich hervor, dass die Versicherte ab November 2018 bzw. spätestens 

ab September 2019 von ihren Geschwistern unterstützt wurde. Die Versicherte stand 

ausserdem durchgehend in (teils stationärer) Behandlung und wurde fortlaufend durch 

diverse Fachärzte betreut. Ausgehend von der erfolgten Hilfeleistung durch die Angehö-

rigen sowie der durchgehenden medizinischen Behandlungen, welche eine negative Ge-

sundheitssituation der Beschwerdeführerin über längere Zeit überwiegend wahrschein-

lich erscheinen lassen, ist vielmehr davon auszugehen, dass die Versicherte im Septem-

ber 2020 während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch hilflos war und diese 

auch weiterhin bestand. Wie es sich damit aber tatsächlich verhält, lässt sich nur mittels 

zusätzlichen Abklärungen definitiv entscheiden. Nach dem Gesagten steht jedenfalls 

fest, dass die Beschwerdegegnerin eine Hilfsbedürftigkeit nicht mit der Begründung des 

fehlenden Wartejahres ohne nähere Abklärungen hätte abweisen dürfen. 

Nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag die IV-Stelle, wenn sie darlegt, die Be-

schwerdeführerin bringe lediglich Einwände hinsichtlich der Rentenberechnung und in 

diesem Sinne zum Aufgabenbereich Haushalt vor, zumal gemäss Verwaltungsweisung 

KSIH Rz 8131 (zur Bedeutung dieser: BGE 140 V 543 E. 3.2.2.1 mit Hinweisen) eine 

Abklärung an Ort und Stelle im Rahmen des ersten Gesuchs um Hilflosenentschädigung 

ausdrücklich statuiert wird. Solche Verwaltungsweisungen sind für die Durchführungsor-

gane verbindlich (BGE 118 V206 E. 4c). Im Weiteren liess die IV-Stelle, die für die Me-

thodenwahl (Einkommensvergleich, gemischte Methode, Betätigungsvergleich) ent-

scheidende Statusfrage, nämlich ob eine versicherte Person als ganztätig oder zeitweilig 

- 16 - 

erwerbstätig oder als nichterwerbstätig einzustufen ist, ebenfalls offen. Die Beantwor-

tung der Statusfrage im Rentenverfahren mit der hypothetischen Annahme einer Voll-

zeitbeschäftigen hätte jedenfalls zur Folge, dass der Aufgabenbereich Haushalt gänzlich 

unberücksichtigt und damit die Einwände der Beschwerdeführerin ungeprüft blieben. 

Zwar trifft es zu, dass nicht zu den alltäglichen Lebensverrichtungen die mit der Berufs-

ausübung oder mit dem Aufgabenbereich verbundenen Tätigkeiten gehören, jedoch 

geht es nicht an, dass einer allfälligen Behinderung im Haushalt mit Verweis auf den 

Rentenfall schliesslich in keiner Art und Weise Rechnung getragen wird. 

4.3  Zu guter Letzt rechtfertigt sich die Durchführung einer Abklärung an Ort und Stelle 

in casu umso mehr, als mit der strittigen Verfügung nicht nur die Voraussetzung der 

Hilflosenentschädigung verneint, sondern auch die Anspruchsvoraussetzung der le-

benspraktischen Begleitung abgewiesen wurden, wobei diese, wie oben dargelegt, 

schon erfüllt sein kann, wenn sie über eine Periode von drei Monaten gerechnet im 

Durchschnitt mindestens 2 Stunden pro Woche benötigt wird. Sie stellt neben den all-

täglichen Lebensverrichtungen ein eigenständiges Institut der Hilfe dar, worunter auch 

das Zubereiten von Essen (mithin Kochen, Auffordern zu Essen; vgl. dazu Bundesge-

richtsurteil H 128/03 vom 4. Februar 2004 E. 3.2), der Fortbewegung (Mithilfe bei Arzt-

besuchen, Einkauf usw.) oder Körperpflege (wie die Hilfe beim Ein-/Aussteigen aus der 

Badewanne, Hilfe bei der Haarwäsche usw.) fallen kann, damit ein selbstständiges Woh-

nen möglich ist. Die vorhandenen Akten enthalten diesbezüglich keine schlüssigen An-

haltspunkte, sodass sich die Sache auch insofern nicht als spruchreif erweist. Praxisge-

mäss ermittelt diesbezüglich die Abklärungsperson den zeitlichen Aufwand, den Ange-

hörige erbringen. Der Bedarf an lebenspraktischer Begleitung ist dabei auch unter Be-

rücksichtigung der Schadenminderungspflicht zu prüfen: Die Auswirkungen des Ge-

sundheitsschadens sind durch geeignete organisatorische Massnahmen und die Mithilfe 

der Familienangehörigen - denen dadurch keine unverhältnismässige Belastung entste-

hen darf - möglichst zu mildern. Diese Mithilfe geht weiter als die ohne Gesundheits-

schaden üblicherweise zu erwartende Unterstützung. Geht es um die Mitarbeit von Fa-

milienangehörigen, ist stets danach zu fragen, wie sich eine vernünftige Familiengemein-

schaft einrichten würde, sofern keine Versicherungsleistungen zu erwarten wären (BGE 

141 V 642 E. 4.3.2). Die nicht im selben Haushalt lebende Schwester / Bruder trifft aller-

dings klarerweise nicht dieselbe Schadenminderungspflicht, wie dies im Falle der Kinder 

oder Ehegatte wäre. 

- 17 - 

4.4  Nach dem Gesagten erweist sich der Sachverhalt hinsichtlich der Auswirkungen der 

Beeinträchtigungen und Hilfsbedürftigkeit auf die einzelnen alltäglichen Lebensverrich-

tungen im Haushalt der Beschwerdeführerin sowie hinsichtlich der lebenspraktischen 

Begleitung nicht als rechtsgenüglich abgeklärt. 

Die Beschwerde ist folglich in dem Sinne gutzuheissen, dass die angefochtene Verfü-

gung aufgehoben und die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird, da-

mit sie eine Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt der Beschwerdeführerin veranlasst 

und anschliessend über den Anspruch der Beschwerdeführerin neu verfüge. Bei der Ab-

klärung sind die verschiedenen örtlichen Situationen (z. B. zu Hause, an der Arbeit, an-

derswo ausser Hause) separat zu beurteilen (Bundesgerichtsurteil 9C_839/2009 vom 

04. Juni 2010). Bei wesentlichen Abweichungen zwischen den Angaben des behandeln-

den Arztes und dem Abklärungsbericht müsste zudem die IV-Stelle durch gezielte Rück-

fragen und unter Einbezug des RAD vorgängig eine Klärung herbeiführen (KSIH RZ 

8130 ff.).  

5.   

5.1  Die Rückweisung der Sache an die Verwaltung zu erneuter Abklärung (mit noch 

offenem Ausgang) gilt für die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der 

Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen, unabhängig davon, ob sie beantragt 

oder das entsprechende Begehren im Haupt- oder Eventualantrag gestellt wird 

(BGE 132 V 215 E. 6.1). 

5.2  Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwerdegeg-

nerin zu überbinden und mit CHF 500 festzusetzen. Der von der Beschwerdeführerin 

geleistete Kostenvorschuss von CHF 500 wird dieser zurückerstattet. Parteientschädi-

gungen sind, mangels anwaltlicher Vertretung bzw. Obsiegens, keine geschuldet. 

 

 

 

 

 

 

 

- 18 - 

Das Kantonsgericht erkennt 

 

1. Der Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen gutgeheissen. 

2. Die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 500 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt. Der in diesem Umfang geleistete Kostenvorschuss wird der Beschwerdefüh-

rerin zurückerstattet. 

3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

 

Sitten, 26. August 2021