# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad378bf0-6552-5534-8a5a-02309427848a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-18
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 18.05.2015 100 2014 254
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2014-254_2015-05-18.pdf

## Full Text

100.2014.254U
DAM/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 18. Mai 2015

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum und Müller
Gerichtsschreiber Bischof

A.________ AG
handelnd durch die statutarischen Organe
Beschwerdeführerin

gegen

Einwohnergemeinde Unterseen
handelnd durch den Gemeinderat, Obere Gasse 2, Postfach 195, 3800 Unterseen
vertreten durch Fürsprecher …
Beschwerdegegnerin

und

Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli
Schloss 1, Postfach 276, 3800 Interlaken

betreffend Verkehrsmassnahme; Aufhebung Lastwagenfahrverbot Wydenstrasse, 
Teilstrecke Seestrasse-Verzweigung Eichzun (Entscheid des Regierungsstatthalter-
amts Interlaken-Oberhasli vom 25. August 2014; vbv 4/2014)

Sachverhalt:

A.

Seit dem Jahr 1995 gilt auf den Gemeindestrassen Wyden und Wydengässli der 
Einwohnergemeinde (EG) Unterseen ein Verbot für Lastwagen; gestattet ist die 
Anlieferung für Landwirtschaftsbetriebe. Das Wydengässli verbindet die Seestrasse als 
Nord-Süd-Achse mit der Weissenaustrasse. Die Wydenstrasse führt von der 
Weissenaustrasse Richtung Westen, kreuzt das Wydengässli und verläuft danach 
parallel zum Autobahnanschluss Interlaken West zum Gewerbegebiet Eichzun-
Lehnzun. Dort zweigt der Eichzun ab, der in die Seestrasse führt. Die Wydenstrasse 
verläuft weiter parallel zum Autobahnanschluss, führt dann in nördliche Richtung und 
mündet ebenfalls in die Seestrasse. Mit dem Eichzun ist sie über eine Querstrasse 
verbunden. Sie ist damit Teil der Erschliessung des dreieckförmigen Gewerbehauses 
auf der Parzelle Unterseen Gbbl. Nr. 1___, die im Perimeter der Überbauungsordnung 
(ÜO) «Eichzun-Lehnzun» vom 20. März 1995 liegt, bestehend aus dem 
Überbauungsplan und den Überbauungsvorschriften (ÜV). Die Wydenstrasse verläuft 
im Südwesten entlang dem Gewerbehaus, während im Osten und Norden 
(Querstrasse) der Eichzun um das Gebäude führt.

B.

Am 13. November 2013 verfügte die EG Unterseen folgende Verkehrsmassnahme, 
publiziert am 10. Februar 2014:

« Änderung
Die mit Zustimmungsverfügung […] vom 23. Dezember 1994 erlassene 
Verkehrsmassnahme, Verbot für Lastwagen, Anlieferung Landwirtschaftsbetriebe 
gestattet, Gemeindestrassen Wyden und Wydengässli, wird auf der Wydenstrasse, 
Teilstrecke ab Seestrasse bis zur Verzweigung Eichzun (Bereich Liegenschaft 
Eichzun 9), aufgehoben.»

Die EG Unterseen hatte für die erwähnte Teilstrecke am 28. Juni 2011 (Publikation am 
19.8.2011) zunächst ein Verbot für Lastwagen ohne den Zusatz «Anlieferung 
Landwirtschaftsbetriebe gestattet» angeordnet, diese Verfügung aber am 27. April 
2012 im anschliessenden Beschwerdeverfahren vor dem Regierungsstatthalteramt 
(RSA) Interlaken-Oberhasli wieder aufgehoben. Dieses Beschwerdeverfahren wurde 
am 2. Mai 2012 als erledigt abgeschrieben (Verfahren vbv 20-23/2011).

C.

Gegen die Verkehrsanordnung vom 13. November 2013 erhob am 16. Februar 2014 
neben einer anderen Nachbarin die A.________ AG, die am Eichzun 3___ einen 
Gewerbebetrieb führt, Beschwerde beim RSA Interlaken-Oberhasli. Mit Entscheid vom 
25. August 2014 wies das RSA das Rechtsmittel ab.

D.

Gegen den Entscheid des RSA Interlaken-Oberhasli hat die A.________ AG am 
13. September 2014 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben mit dem 
Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und das bestehende 
Lastwagenverbot sei auf der gesamten Wydenstrasse und dem Wydengässli 
beizubehalten. Die EG Unterseen hat mit Beschwerdeantwort vom 14. November 2014 
die Abweisung der Beschwerde beantragt. Den gleichen Antrag hat das RSA 
Interlaken-Oberhasli mit seiner Vernehmlassung vom 24. September 2014 gestellt.

Die A.________ AG hat sich in der Folge zur Beschwerdeantwort geäussert. Der 
Instruktionsrichter hat die Akten ergänzen und von der EG Unterseen Fragen zum 
Sanierungs- bzw. Ausbauprojekt Wydenstrasse beantworten lassen. Das Tiefbauamt 
des Kantons Bern (TBA), Oberingenieurkreis I, hat in diesem Zusammenhang am 
11. Februar 2015 einen Fachbericht erstattet. Die Verfahrensbeteiligten haben sich 
dazu geäussert, wobei sie an den gestellten Anträgen festgehalten haben.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale 
Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 
über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die 
Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den 
angefochtenen Entscheid besonders berührt und hat als im Gewerbegebiet Eichzun-
Lehnzun tätiger Betrieb ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 
Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 180 E. 2.4). Auf die form- und 
fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 VRPG). Verkehrsbeschränkungen der hier in Frage 
stehenden Art sind regelmässig mit komplexen Interessenabwägungen verbunden. 
Entsprechend der Natur der Sache liegt die Verantwortung für die Zweckmässigkeit 
und Wirksamkeit solcher Massnahmen in erster Linie bei den verfügenden Behörden. 
Die zuständigen Organe besitzen dabei einen erheblichen Gestaltungsspielraum (BGE 
139 II 145 E. 5, 136 II 539 E. 3.2). Ein Eingreifen des Gerichts ist erst gerechtfertigt, 
wenn die zuständigen Behörden von unhaltbaren tatsächlichen Annahmen ausgehen, 
bundesrechtswidrige Zielsetzungen verfolgen, bei der Ausgestaltung der Massnahme 
ungerechtfertigte Differenzierungen vornehmen oder notwendige Differenzierungen 
unterlassen oder sich von erkennbar grundrechtswidrigen Interessenabwägungen 
leiten lassen (BGer 2A.194/2006 vom 3.11.2006, in ZBGR 2008 S. 107 E. 3.2, 
1C_323/2010 vom 4.11.2010, E. 4.2). Auch auferlegt sich das Verwaltungsgericht eine 
gewisse Zurückhaltung, soweit die Beurteilung von der Würdigung der örtlichen 
Verhältnisse abhängt, welche die kantonalen und kommunalen Behörden besser 
kennen und überblicken (zum Ganzen VGE 2012/473 vom 23.1.2014, E. 1.4 mit 
weiteren Hinweisen; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 
1997, Art. 80 N. 3). Gleiches gilt, wenn für die Beurteilung besondere Sach- oder 
Fachkenntnisse erforderlich sind, über die es nicht gleichermassen verfügt wie die 
Verwaltungsbehörden mit ihren Fachleuten und -stellen (BVR 2014 S. 451 E. 1.3 mit 
Hinweisen; Merkli/Aeschlimann/Herzog, a.a.O., Art. 80 N. 9).

2.

2.1 Gegenstand des Verfahrens ist die Aufhebung des Lastwagenverbots auf der 
Wydenstrasse für die Teilstrecke ab Seestrasse bis zur Verzweigung Eichzun im 
Bereich der Liegenschaft Eichzun 9. Bei diesem Verbot handelt es sich um eine sog. 
funktionelle Verkehrsanordnung im Sinn von Art. 3 Abs. 4 des 
Strassenverkehrsgesetzes vom 19. Dezember 1958 (SVG; SR 741.01; vgl. BVR 2004 
S. 363 E. 1.1; VGE 2010/282/283/289 vom 13.7.2011, E. 3.2). Das bestehende 
Teilfahrverbot verbietet den Verkehr für Lastwagen (Signal 2.07) und gilt für alle 
schweren Motorwagen zum Sachentransport (Art. 19 Abs. 1 Bst. d der 
Signalisationsverordnung vom 5. September 1979 [SSV; SR 741.21] und Anhang 2 
Ziff. 2 Bst. a SSV). Als schwere Motorwagen gelten Motorfahrzeuge mit einem 
Gesamtgewicht ab 3'500 kg (Art. 1 Abs. 9 SSV i.V.m. Art. 10 der Verordnung vom 
19. Juni 1995 über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge [VTS; SR 
741.41]).

2.2 Gemäss Art. 3 Abs. 4 SVG können funktionelle Verkehrsanordnungen wie 
Verbote für Lastwagen erlassen werden, soweit der Schutz der Bewohnerinnen und 

Bewohner oder gleichermassen Betroffener vor Lärm und Luftverschmutzung, die 
Beseitigung von Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen, die Sicherheit, 
die Erleichterung oder die Regelung des Verkehrs, der Schutz der Strasse oder andere 
in den örtlichen Verhältnissen liegende Gründe dies erfordern. Dieser «Motivkatalog» 
wird praxisgemäss weit verstanden. Eine Verkehrsmassnahme bedarf im Wesentlichen 
eines (in den örtlichen Verhältnissen begründeten) öffentlichen Interesses und muss 
verhältnismässig sein (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung [BV; SR 101]; VGE 
2012/473 vom 23.1.2014, E. 3.1, 2012/213 vom 22.3.2013, E. 2.4, je mit weiteren 
Hinweisen). Ist auf einer bestimmten Strassenstrecke eine örtliche Verkehrsanordnung 
nötig, ist demzufolge die Massnahme zu wählen, die den Zweck mit den geringsten 
Einschränkungen erreicht. Ändern sich die Voraussetzungen, muss die Behörde die 
örtliche Verkehrsanordnung überprüfen und gegebenenfalls aufheben (Art. 107 Abs. 5 
SSV; vgl. z.B. BR 11.12.1989, in BVR 1990 S. 181 E. 5c betreffend Überprüfung einer 
Geschwindigkeitsbegrenzung).

2.3 Die Gemeinde hat das seit dem Jahr 1995 geltende Lastwagenverbot erlassen, 
weil die Wydenstrasse als Zufahrt zu den Betrieben in der Gewerbezone 
Weissenaustrasse benützt worden sei; mit dieser Route konnte ihrer Darstellung nach 
vermieden werden, dass Lastwagen eine enge Haarnadelkurve bei der Einfahrt in die 
Weissenaustrasse befahren. Zudem habe es Reklamationen wegen der hohen 
Geschwindigkeit der durchfahrenden Lastwagen gegeben. In der Folge wurde die ÜO 
«Eichzun-Lehnzun» erlassen und der Eichzun als neue Erschliessungsstrasse für das 
gleichnamige Gewerbegebiet erstellt. Die Abzweigung Seestrasse/
Wydenstrasse wurde – wie im Überbauungsplan der Sondernutzungsplanung 
vorgesehen – mit einer Schranke für den Verkehr gesperrt und steht seither nur noch 
für wenige Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer offen (Reit-, Fuss- und 
Veloverkehr). Zudem wurde die Signalisation des Lastwagenverbots von der 
erwähnten Abzweigung an den heutigen Standort im Bereich der Liegenschaft 
Eichzun 9 versetzt (Beschwerdeantwort, S. 4 f.; vgl. auch Plan «Lastwagen-Fahrverbot 
Wyden vom November 2013, Vorakten 4A3/10). Mit der teilweisen Aufhebung des 
Lastwagenverbots will die Gemeinde die Erschliessung des Gewerbegebiets Eichzun-
Lehnzun verbessern. Weiter soll damit die Verkehrssicherheit erhöht werden (Be-
schwerdeantwort, S. 7 und 9).

3.

3.1 Die Beschwerdeführerin bemängelt in erster Linie, die teilweise Aufhebung des 
Lastwagenverbots widerspreche der Erschliessung, wie sie in der ÜO «Eichzun-
Lehnzun» vorgesehen sei. Sie bezieht sich dabei auf das dreieckige Gewerbehaus auf 
der Parzelle Nr. 1___ (vorne Bst. A). Die Aufhebung der Verkehrsmassnahme schaffe 

Sachzwänge, die planerisch nicht gewollt seien. Eine Änderung der 
Erschliessungslösung erfordere vorgängig eine Anpassung der Planung. Weiter gehe 
es nicht an, die bestehenden Probleme im Zusammenhang mit der Warenanlieferung 
mit der Aufhebung des Lastwagenverbots zu Lasten der Nachbarschaft zu lösen; 
vielmehr seien die Bauvorschriften von der Gemeinde konsequent durchzusetzen. Der 
angefochtene Entscheid beruhe damit auf einer rechtswidrigen Interessenabwägung 
(Beschwerde, S. 4 f. und 7).

3.2 Nach Art. 3 ÜV wird im Überbauungsplan unter anderem die mögliche Lage der 
Zufahrten (Ein- und Ausfahrt) zu den einzelnen Grundstücken im Wirkungsbereich der 
ÜO «Eichzun-Lehnzun» verbindlich geregelt. In der Gewerbezone sind die Ein- und 
Ausfahrten für die Anlieferung gemäss Art. 19 Abs. 1 ÜV an den im Überbauungsplan 
bezeichneten Grundstücksseiten anzuordnen und in ihrer Breite auf ein Minimum zu 
beschränken; vorbehalten bleibt der Anschluss an die Staatsstrasse für die Tankstelle 
und den Garagebetrieb. Die Anlieferung (Abladeflächen, Andockstellen) hat auf dem 
Grundstück zu erfolgen (Art. 19 Abs. 2 ÜV). Der Überbauungsplan sieht im hier 
interessierenden Bereich der Parzelle Nr. 1___ drei Ein- und Ausfahrten auf der 
Nordseite vor, keine hingegen an den übrigen Seiten (Vorakten 4A3/3). Das damalige 
RSA Interlaken hat den Neubau des Gewerbehauses mit Gesamtentscheid vom 
3. Oktober 2008 bewilligt, obwohl das Gebäude auf allen drei Seiten über mehrere 
Zugänge mit Toren verfügt, welche für die Anlieferung von Waren benützt werden 
können. Dieser Entscheid blieb unangefochten und ist infolgedessen in Rechtskraft er-
wachsen.

3.3 Wie das Verwaltungsgericht bereits in seinem Urteil 2014/139 vom 14. Oktober 
2014 betreffend die Einrichtung einer Kleinbrauerei im Gewerbehaus festgehalten hat, 
widerspricht die Bewilligung dieser Baute mit Bezug auf die Erschliessung offenkundig 
der ÜO «Eichzun-Lehnzun» (E. 3.2). Dessen ungeachtet sind die Zugänge auf allen 
Seiten des Gebäudes – wenn auch teilweise zu Unrecht – als Ein- und Ausfahrten für 
die Warenanlieferung im Sinn von Art. 19 ÜV mit dem Gesamtentscheid vom 
3. Oktober 2008 rechtskräftig bewilligt worden (E. 3.3). Dieser Entscheid ist nicht mit 
derart schweren Fehlern behaftet, dass er als nichtig erachtet werden müsste (E. 3.4). 
Die Zugänge dürfen daher für die Warenanlieferungen benützt werden, sofern die 
weiteren Voraussetzungen für eine genügende strassenmässige Erschliessung erfüllt 
sind (E. 3.5). Die Beschwerdeführerin war am erwähnten Verfahren beteiligt, führte sie 
doch als Nachbarin Beschwerde gegen die projektierte Kleinbrauerei. Das Urteil vom 
14. Oktober 2014 ist ihr daher bekannt.

3.4 Bei dieser Ausgangslage sprechen die rechtswidrig bewilligten Zugänge auf der 
südwestlichen Gebäudeseite des Gewerbehauses nicht gegen die Aufhebung des 
Lastwagenverbots. Aufgrund der rechtskräftigen Bewilligung vom 3. Oktober 2008 darf 
die Wydenstrasse grundsätzlich für die Warenanlieferung benützt werden. Ob dafür 

schwere Motorwagen eingesetzt werden oder leichtere Fahrzeuge (vgl. vorne E. 2.1), 
ist insoweit unerheblich. Dass die Erschliessung des Gewerbehauses gegen die ÜO 
«Eichzun-Lehnzun» verstösst, trifft nach dem vorstehend Gesagten zwar zu; dies liegt 
aber nicht an der Fahrzeugkategorie, die für den Lieferverkehr eingesetzt wird bzw. 
einsetzbar ist, sondern an den allseitigen Zugängen zum Gebäude mit Toren für die 
Warenanlieferung. Es ist daher auch nicht erkennbar, inwiefern die Aufhebung des 
Lastwagenverbots der Planung über den bestehenden rechtswidrigen, jedoch 
rechtskräftig bewilligten Zustand hinaus widersprechen soll. Das gilt namentlich auch 
hinsichtlich des Erfordernisses, dass die Anlieferung auf dem Grundstück zu erfolgen 
hat (Art. 19 Abs. 2 ÜV; vgl. Beschwerde, S. 3). Auch dieser Problemkreis betrifft nicht 
in erster Linie die Fahrzeuge, die für die Warenanlieferung verwendet werden dürfen. 
Wohl ist nicht auszuschliessen, dass die Verkehrsbehinderungen auf dem hier 
interessierenden Teilstück der Wydenstrasse aufgrund der engen Platzverhältnisse 
zunehmen, wenn schwere Motorwagen und damit grössere Fahrzeuge zum Einsatz 
kommen. Wie es sich damit verhält, ist aber vorab unter dem Gesichtswinkel der 
Verkehrssicherheit zu prüfen (vgl. dazu E. 4 hiernach).

3.5 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin steht die ÜO «Eichzun-
Lehnzun» der Aufhebung des Lastwagenverbots somit nicht entgegen.

4.

4.1 Die Beschwerdeführerin kritisiert weiter, die umstrittene Massnahme sei aus 
Gründen der Verkehrssicherheit nicht zulässig. Sie bezieht sich dabei nicht nur auf die 
Wydenstrasse, sondern angesichts der Änderung des Verkehrsregimes auch auf die 
daran anschliessenden Strassen. Zudem sei fraglich, ob der Zustand der 
Wydenstrasse überhaupt ein Befahren mit Lastwagen erlaube (Beschwerde, S. 5 f. und 
8 f.).

4.2 Was den Zustand der Wydenstrasse angeht, hat sich die Gemeinde in den 
bisherigen Verfahren widersprüchlich geäussert: Im ersten Verfahren vor dem RSA 
Interlaken-Oberhasli betreffend Erlass eines Lastwagenverbots ohne Ausnahme 
betreffend Anlieferungen für landwirtschaftliche Betriebe (vorne Bst. B) hatte sie noch 
ausgeführt, bei der Wydenstrasse handle es sich um einen einfachen Weg ohne 
Unterkonstruktion. Die Strasse sei nicht «lastwagentauglich» (Vorakten 10A, pag. 20). 
Im vorliegenden Verfahren verweist die Gemeinde demgegenüber auf weitere Ab-
klärungen, die sie in der Zwischenzeit getroffen hat. Daraus ergebe sich, dass die 
Wydenstrasse im heutigen Zustand der Belastung durch Lastwagen standhalte. 
Mittelfristig sei zwar eine Instandstellung des Oberbaus notwendig. Die Sanierung sei 
aber nicht dringend und müsse nicht abgewartet werden, um das bestehende 

Lastwagenverbot aufzuheben (Beschwerdeantwort, S. 13). Auf Ersuchen des 
Instruktionsrichters hat die Gemeinde die vorgesehenen Sanierungsmassnahmen 
näher erläutert: Danach befindet sich die Kiesfundation in einem guten Zustand und 
muss nicht erneuert werden. Hingegen sind folgende Arbeiten vorgesehen (Vor-
projekt): Abbruch der gesamten Belagsfläche, Modellierung eines neuen Quergefälles, 
Erstellen neuer Randabschlüsse sowie Erneuerung der Tragschicht und des Belags. 
Sie sollen vorangetrieben werden, wenn geklärt ist, ob das Lastwagenverbot auf der 
Wydenstrasse überhaupt aufgehoben werden darf (Eingabe vom 18.12.2014; act. 11).

4.3 Aus dem Fachbericht des Oberingenieurkreises I vom 11. Februar 2015 
(nachfolgend: Fachbericht; act. 13) geht hervor, dass sich das hier interessierende 
Teilstück der Wydenstrasse optisch in einem schlechten Zustand befindet 
(Frostschäden, z.T. Beschädigungen des Banketts; vgl. auch Fotodokumentation, 
act. 11A/13 und 13A). Auch ohne die vorgesehene Sanierung sei die Strasse für 
Lastwagen aber gut befahrbar; wegen der guten Kiesfundation sei denn auch nur die 
Erneuerung des Oberbaus vorgesehen. Hinsichtlich der Verkehrssicherheit seien 
schadhafte Strassen nicht zwingend nachteilig (Fachbericht, S. 1). – Das 
Verwaltungsgericht hat keinen Grund, die Ausführungen der Fachbehörde in Zweifel zu 
ziehen (vgl. auch vorne E. 1.2), zumal die Beschwerdeführerin dem in ihren Schluss-
bemerkungen nichts entgegenhält. Der Zustand der Wydenstrasse steht der teilweisen 
Aufhebung des Lastwagenverbots somit nicht entgegen, wie auch bereits die 
Vorinstanz festgehalten hat (angefochtener Entscheid, E. 7 S. 8).

4.4 Heikler zu beurteilen ist die Frage, ob der streitbetroffene Abschnitt der 
Wydenstrasse unter dem Gesichtswinkel der Sichtverhältnisse und der 
Konfliktwahrscheinlichkeiten mit anderen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern 
mit Lastwagen befahren werden darf. Es ist unbestritten, dass die Strasse – selbst 
nach der vorgesehenen Sanierung – nicht breit genug ist, dass Lastwagen kreuzen 
können. Die Beschwerdeführerin verweist auf die fehlenden Ausweichmöglichkeiten 
und Behinderungen, die sich durch den Güterumschlag auf der Strasse ergeben 
(Kleinfahrzeuge, Umladegeräte usw.). Die Gemeinde hatte ursprünglich ebenfalls die 
Auffassung vertreten, der Warenumschlag auf der Strasse gefährde die übrigen 
Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, namentlich Personen, die mit dem 
Velo oder zu Fuss unterwegs seien (Vorakten 10A, pag. 20).

4.5 Der Fachbericht des Oberingenieurkreises I vom 11. Februar 2015 befasst sich 
auch einlässlich mit diesen Aspekten der Verkehrssicherheit. Wie die Fachbehörde 
ausführt, ist die bestehende Strassenbreite ohne Ausweichstellen für den 
Lastwagenverkehr akzeptabel aufgrund des geradlinigen, übersichtlichen 
Strassenverlaufs und der beschränkten Länge des betroffenen Abschnitts der 
Wydenstrasse. Andere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer könnten am Beginn 
oder Ende der Teilstrecke warten, bis die Strasse wieder frei sei. Weiter sei unter den 

gegebenen Umständen mit eher tiefen Geschwindigkeiten zu rechnen. Nur teilweise 
eingehalten seien die minimalen Sichtweiten gemäss den Schweizer Normen (SN) 640 
273a «Knoten; Sichtverhältnisse in Knoten in einer Ebene» des Schweizerischen 
Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS); wegen der angrenzenden Park-
plätze betrage sie bei den Hauszufahrten teilweise weniger als 10 m. Von den anderen 
Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern seien die Velofahrerinnen und -fahrer am 
meisten gefährdet. Immerhin seien die Hauszufahrten von der erhöhten Fahrerposition 
im Lastwagen aus gut einsehbar; solche Fahrzeuge würden von dort aus auch deutlich 
besser wahrgenommen als z.B. ein Velo. Nicht auszuschliessen seien sodann Behin-
derungen des übrigen Verkehrs während der Warenanlieferung. Die Anzahl dieser 
Behinderungen halte sich jedoch in Grenzen, da die Wydenstrasse im betroffenen 
Abschnitt nicht dem Durchgangsverkehr diene. Sie werde in erster Linie von Ziel- und 
Quellverkehr der Gewerbeliegenschaften benützt; hinzu komme Reit-, Fuss- und 
Veloverkehr. Der Fachbericht kommt zum Schluss, dass Lastwagen das 
Sicherheitsniveau auf dem fraglichen Abschnitt der Wydenstrasse nicht verschlechtern. 
Die Verkehrssicherheit lasse das Befahren der Strasse mit Lastwagen damit zu 
(Fachbericht, S. 2; Fotodokumentation, act. 13A).

4.6 Auch diese Ausführungen überzeugen. Dass die einschlägige technische Norm 
des VSS nur teilweise eingehalten ist, ändert daran nichts. Denn dabei handelt es sich 
nicht um Rechtsnormen, sondern lediglich um Richtlinien, deren Anwendung im 
Einzelfall vor den allgemeinen Rechtsgrundsätzen standhalten muss, insbesondere vor 
dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Sie dürfen daher nicht schematisch und 
unbesehen der konkreten Verhältnisse zur Anwendung gebracht werden (vgl. etwa 
BGer 1C_375/2011 vom 28.12.2011, E. 3.3.3; VGE 23460 vom 5.1.2010, E. 5.4.2, 
19960 vom 9.9.1997, E. 9e/aa; ferner auch BVR 1993 S. 314 E. 5a). Der 
Kreisoberingenieur hat in seinem Fachbericht in Kenntnis der örtlichen Verhältnisse 
plausibel begründet, weshalb die Verkehrssicherheit hier gewährleistet ist 
(übersichtliche Verhältnisse, tiefe Geschwindigkeit). Das Konfliktpotenzial mit 
Velofahrerinnen und -fahrern sollte in Zukunft zudem abnehmen, da nach dem neuen 
Sachplan Veloverkehr des Kantons Bern vom 3. Dezember 2014 keine Veloroute mehr 
über die Wydenstrasse führt (Plan einsehbar unter: <http://www.bve.be.ch>, Rubriken 
«Mobilität&Verkehr», «Langsamverkehr», «Veloverkehr»). Die entsprechende Signali-
sation an der Verzweigung Seestrasse wird demnächst entfernt (Fachbericht, S. 3; 
Fotodokumentation, act. 13A; vgl. auch angefochtener Entscheid, E. 10 S. 9). Die 
Reduktion der Anzahl Parkplätze, welche der Fachbericht empfiehlt (S. 2), ist daher 
nicht Voraussetzung für die Aufhebung des Lastwagenverbots. Es wird Sache der 
Gemeinde sein zu prüfen, inwiefern in diesem Zusammenhang weitere Massnahmen 
erforderlich sind. Weiter trifft der Vorwurf der Beschwerdeführerin nicht zu, die 
Behinderungen durch den Güterumschlag seien von der Fachbehörde unberücksichtigt 
geblieben (vgl. Eingabe vom 21.2.2015; act. 16). Dieser Aspekt ist durchaus in die 

Beurteilung eingeflossen, aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens aber stark zu 
relativieren.

4.7 Was schliesslich die Verkehrssicherheit bei der Warenanlieferung auf der 
Nordseite des Gewerbehauses angeht (Nrn. 4a, 4b und 4c), muss die Querstrasse 
zwischen dem Eichzun und der Wydenstrasse befahren werden (Übersichtsplan, 
Vorakten 4A2; vorne Bst. A). Erfolgt die Warenlieferung mit schweren Motorwagen, 
bewegt sich der Verkehr heute einseitig über den Eichzun; wegen des 
Lastwagenverbots auf der Wydenstrasse wird die Querstrasse für diese Fahrzeuge zu 
einer Stichstrasse. Dies führt nach Darstellung der Gemeinde und der Vorinstanz dazu, 
dass das Manöverieren unübersichtlich ist. Aufgrund der engen Platzverhältnisse 
kommt es offenbar regelmässig zu Rückwärtsbewegungen, um die Querstrasse 
Richtung Eichzun wieder verlassen zu können. Mit der teilweisen Aufhebung der 
streitbetroffenen Verkehrsmassnahme können die Lastwagen das Gewerbehaus 
hingegen über die Wydenstrasse umfahren (Wendeschleife; vgl. Übersichtsplan, 
Vorakten 4A2). Diese Überlegungen leuchten ein. Zwar weist die Beschwerdeführerin 
darauf hin, dass Rückwärtsfahrten nur beschränkt nötig seien, wenn die 
Warenanlieferung – wie in Art. 19 Abs. 2 ÜV vorgesehen – auf dem Grundstück 
Nr. 1___ erfolgt; die korrekte Abwicklung des Warenumschlags sei mit einer 
vollständigen Signalisation sicherzustellen («Wegweisung»; Beschwerde, S. 5). Ob 
diese Massnahme allerdings ausreichend wäre, um den Lieferverkehr in geordnetere 
Bahnen zu lenken, darf bezweifelt werden. Fest steht allemal, dass die teilweise 
Aufhebung des Lastwagenverbots eine wirksame Massnahme darstellt, um 
Rückwärtsmanöver zu verhindern und damit die Verkehrssicherheit zu verbessern, da 
die Querstrasse über die Wydenstrasse verlassen werden kann. Darauf wird auch im 
Fachbericht hingewiesen (S. 2). Weshalb durch die Wendeschleife eine zusätzliche, 
aus fachlicher Sicht nicht vertretbare Gefährdung der Verkehrssicherheit auf anderen 
Strassen entstehen soll, wie die Beschwerdeführerin geltend macht, ist nicht 
erkennbar.

4.8 Der Zustand der Wydenstrasse und die Verkehrssicherheit lassen somit die 
teilweise Aufhebung des Lastwagenverbots zu. Für diese Beurteilung kann sich das 
Verwaltungsgericht vorab auf die Meinung der Fachbehörde stützen. Davon 
abzuweichen besteht nach dem vorstehend Gesagten kein Grund (vgl. auch vorne 
E. 1.2).

5.

5.1 Die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin sind nicht geeignet, die teilweise 
Aufhebung des Lastwagenverbots in Frage zu stellen. Ob die Gewerbetreibenden im 

Gebiet Eichzun-Lehnzun das bestehende Lastwagenverbot mehrheitlich befürworten 
oder ablehnen (Beschwerde, S. 6 f.), hat für die Frage nach der rechtlichen 
Zulässigkeit der umstrittenen Massnahme keine Bedeutung. Das Gleiche gilt für den 
Einwand, die Gemeinde sei aus vertraglichen Gründen «befangen» und verfolge mit 
der Verkehrsanordnung eigene Interessen (Beschwerde, S. 2). Schliesslich ist nicht er-
kennbar, weshalb es unzulässig sein soll, das bestehende Lastwagenverbot nur 
teilweise aufzuheben (Beschwerde, S. 3). Die von der Gemeinde angeführten Gründe 
beziehen sich auf die Verkehrs- und Erschliessungssituation im Gewerbegebiet 
Eichzun-Lehnzun. Ein anderes Verkehrsregime für Lastwagen in diesem Gebiet hat 
deshalb nicht ohne weiteres zur Folge, dass das bestehende Verbot auf der ganzen 
Wydenstrasse neu zu beurteilen wäre (vgl. auch angefochtener Entscheid, E. 4 S. 6 f.).

5.2 Mit Blick auf den ihr zukommenden erheblichen Gestaltungsspielraum ist es 
somit nicht zu beanstanden, dass die Gemeinde die Voraussetzungen für das 
bestehende Lastwagenverbot auf der Wydenstrasse, Teilstrecke ab Seestrasse bis zur 
Verzweigung Eichzun (Bereich Liegenschaft Eichzun 9), nicht mehr als gegeben 
erachtet (vorne E. 1.2). Für die Erschliessung des Gewerbegebiets Eichzun-Lehnzun 
ist das bestehende Lastwagenverbot hinderlich. Der teilweisen Aufhebung des Verbots 
stehen weder die ÜO «Eichzun-Lehnzun» noch Aspekte der Verkehrssicherheit 
entgegen. Der angefochtene Entscheid hält somit der Rechtskontrolle stand. Die 
Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen.

6.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 104 VRPG). Insbesondere besteht kein Grund, der Gemeinde ausnahmsweise 
Parteikostenersatz zuzusprechen mit der Begründung, die Beschwerdeführerin habe 
aus sachfremden Motiven Beschwerde erhoben, sich widersprüchlich verhalten und 
unnötigen Aufwand verursacht (Beschwerdeantwort, S. 15). Die Beschwerdeführerin 
hat die Gemeinde mit ihrem Rechtsmittel nicht in eine Überforderungssituation 
gebracht, welche die Überwälzung der Kosten für die anwaltliche Vertretung 
rechtfertigen würde. Es bleibt deshalb dabei, dass die Gemeinde ihre Parteikosten 
selber zu tragen hat (Art. 104 Abs. 4 VRPG; VGE 2015/60 vom 30.4.2015, E. 7.3 [noch 
nicht rechtskräftig, zur Publ. bestimmt]).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Beschwerdegegnerin
- dem Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli
- dem Bundesamt für Strassen

und mitzuteilen:
- dem Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurkreis I, Schlossberg 20, 

Postfach, 3601 Thun 

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.