# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53cc414d-6312-58cf-881c-b675b7093e5a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-04
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 04.06.2020 SK 2019 482
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2019-482_2020-06-04.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil 
SK 19 482

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 4. Juni 2020 

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.)
Obergerichtssuppleant Zbinden und Oberrichter Vicari
Gerichtsschreiberin Volknandt

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Gegenstand Gefährdung des Lebens, einfache Körperverletzung, versuchte 
Nötigung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Emmental-
Oberaargau (Kollegialgericht) vom 16. August 2019 (PEN 2019 
114)

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I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 16. August 2019 erklärte das Regionalgericht Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht) A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) schuldig der Gefähr-
dung des Lebens, mehrfach begangen am 29. September 2018 in C.________ 
(Ort) zum Nachteil von D.________, E.________, F.________ und G.________, 
der qualifizierten einfachen Körperverletzung mit Waffe, ebenfalls am 29. Septem-
ber 2018 in C.________(Ort) begangen zum Nachteil von D.________, der ver-
suchten Nötigung, wiederum begangen am 29. September 2018 in 
C.________(Ort) zum Nachteil von E.________, der Widerhandlungen gegen das 
Waffengesetz, mehrfach begangen in der Zeit vom ca. 1. Juli 2018 bis 29. Septem-
ber 2018 in H.________ (Ort), C.________(Ort) und anderswo durch Erwerb und 
Besitz einer Waffe ohne Waffenerwerbsschein und ohne Ausnahmebewilligung, 
Tragen einer Waffe ohne Waffentragebewilligung sowie Schiessen mit einer Feu-
erwaffe an einem öffentlichen Ort und der Widerhandlungen gegen das Gewässer-
schutzgesetz, begangen am 29. September 2018 in C.________(Ort). Das Regio-
nalgericht Emmental-Oberaargau verurteilte den Beschuldigten in Anwendung der 
einschlägigen Gesetzesbestimmungen in Anrechnung der Untersuchungshaft von 
164 Tagen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sieben Monaten. Zudem 
stellte es fest, dass die Strafe am 12. März 2019 vorzeitig angetreten wurde. Weiter 
verurteilte es den Beschuldigten zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 
CHF 30.00 und zu einer Übertretungsbusse von CHF 700.00. Den Vollzug der 
Geldstrafe schob das Regionalgericht Emmental-Oberaargau auf und legte die 
Probezeit auf zwei Jahre fest. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbezah-
lung der Übertretungsbusse wurde auf sieben Tage festgesetzt. Des Weiteren ver-
wies es den Beschuldigten unter Ausschreibung der Landesverweisung im Schen-
gener Informationssystem für zehn Jahre des Landes und auferlegte ihm die erst-
instanzlichen Verfahrenskosten (pag. 1222 f., Ziff. I des erstinstanzlichen Urteils). 

Im Zivilpunkt stellte das Regionalgericht Emmental-Oberaargau fest, dass der Be-
schuldigte anerkannt hat, D.________ eine Genugtuung von CHF 9‘000.00 zuzüg-
lich Zins von 5% seit dem 29. September 2018 zu schulden. Weiter hiess es die Zi-
vilklage betreffend Schadenersatz von D.________ soweit die mit der Körperverlet-
zung zusammenhängenden Kosten dem Grundsatze nach gut und wies die Forde-
rung für die vollständige Beurteilung auf den Zivilweg. Soweit weitergehend verwies 
es die Zivilklage betreffend Genugtuung und Schadenersatz auf den Zivilweg. Die 
Zivilklagen von E.________ und F.________ wies sie – soweit den Erwerbsausfall 
betreffend – auf den Zivilweg. Im Übrigen wies es ihre Zivilklagen ab (pag. 1224 f., 
Ziff. III des erstinstanzlichen Urteils). 

Schliesslich traf das Regionalgericht Emmental-Oberaargau die nötigen Verfügun-
gen. Es verfügte unter anderem die Rückkehr des Beschuldigten in den vorzeitigen 
Strafvollzug (pag. 1225 f., Ziff. IV. des erstinstanzlichen Urteils).  

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2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte, amtlich verteidigt durch Rechtsan-
wältin B.________, am 23. August 2019 fristgerecht Berufung an (pag. 1241). Nach 
Zustellung der schriftlichen Urteilsbegründung mit Verfügung vom 16. Dezember 
2019 (pag. 1366 f.) reichte der Beschuldigte am 7. Januar 2020 form- und fristge-
recht seine Berufungserklärung ein und teilte mit, dass er das Urteil nur in Teilen 
anfechte (pag. 1387 ff.). Die Berufung beschränkte er auf die Schuldsprüche we-
gen Gefährdung des Lebens und wegen versuchter Nötigung, auf die Verurteilung 
zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sieben Monaten sowie zu einer beding-
ten Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu CHF 30.00, auf die Verurteilung zu einer 
Landesverweisung von zehn Jahren sowie deren Ausschreibung im Schengener 
Informationssystem und sämtliche damit einhergehenden Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen (pag. 1387). Mit Verfügung vom 10. Januar 2020 wurde der General-
staatsanwaltschaft und den PrivatklägerInnen (E.________, D.________ und 
F.________) Gelegenheit eingeräumt, Anschlussberufung zu erklären oder be-
gründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen. Weiter stellte die Ver-
fahrensleitung fest, dass sich der Beschuldigte seit dem 12. März 2019 im vorzeiti-
gen Strafvollzug befindet (pag. 1391 f.). D.________, vertreten von Rechtsanwalt 
I.________, teilte mit Schreiben vom 10. Januar 2020 mit, dass ihr mit Urteil vom 
16. August 2019 dem Grundsatz nach eine Genugtuung zugesprochen worden sei 
und das Urteil in diesem Punkt nicht angefochten sei. Sie erkundigte sich danach, 
ob sie im Berufungsverfahren nach wie vor Partei mit Anspruch auf unentgeltliche 
Rechtspflege sei (pag. 1397). Die Generalstaatsanwaltschaft teilte mit Schreiben 
vom 13. Januar 2020 mit, dass sie weder Anschlussberufung erkläre noch ein 
Nichteintreten auf die Berufung des Beschuldigten beantrage (pag. 1399). Die an-
deren Parteien liessen sich nicht vernehmen. Mit Verfügung vom 12. Februar 2020 
stellte die Verfahrensleitung unter anderem fest, dass Ziffer. I.2, 4. und 5., Ziffer 
III.1. bis 5. und Ziffer IV.2. bis 5. unangefochten und damit rechtskräftig sind. Weiter 
hielt sie fest, dass bei dieser prozessualen Ausgangslage die drei PrivatklägerIn-
nen formell ihre Parteistellung behalten und weiterhin am Verfahren teilnehmen 
würden. Sie hätten aber auch die Möglichkeit, auf die Teilnahme am oberinstanzli-
chen Verfahren zu verzichten. Mit Bezug auf das Urteil des Bundesgerichts 
1B_310/2017 vom 26. Oktober wurde D.________ mitgeteilt, dass fraglich sei, ob 
weiterhin ein Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege bestehe. Die Privatkläge-
rInnen wurden aufgefordert mitzuteilen, ob sie am oberinstanzlichen Berufungsver-
fahren weiterhin als Partei teilnehmen wollen (pag. 1402). Am 13. Februar 2020 
teilte Rechtsanwalt I.________ namens seiner Klientin, D.________ mit, dass sich 
diese nicht weiter am Verfahren beteiligen wolle (pag. 1408). Die übrigen Privatklä-
gerInnen haben sich nicht vernehmen lassen. Ihnen wurde mit Verfügung vom 
26. Februar 2020 eine weitere Frist zur Mitteilung angesetzt, ob sie am oberin-
stanzlichen Berufungsverfahren weiterhin als Partei teilnehmen wollen. Sie wurden 
darauf hingewiesen, dass ohne Gegenbericht der Verzicht auf die weitere Teilnah-
me am oberinstanzlichen Verfahren angenommen werde (pag. 1412). Nachdem 
sich übrigen PrivatklägerInnen wiederum nicht vernehmen liessen, wurden sämtli-
che PrivatklägerInnen mit Beschluss vom 25. März 2020 aus dem Verfahren ent-
lassen (pag. 1424 ff.). 

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3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

Von Amtes wegen wurden ein aktueller Strafregisterauszug und ein ergänzender 
Führungsbericht eingeholt (pag. 1450 ff.). 

Des Weiteren wurde der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 
4. Juni 2020 ergänzend einvernommen (pag. 1465 ff.). 

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwältin B.________ verwies anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
auf ihre in der Berufungserklärung vom 7. Januar 2020 (pag. 1387 ff.) gestellten 
Anträge und hielt an diesen Anträgen fest: 

1. A.________ sei freizusprechen von den Anschuldigungen der:

a. Gefährdung des Lebens z.N. von D.________, E.________, F.________ und 
G.________, angeblich mehrfach begangen am 29.09.2018 in C.________(Ort);

b. versuchten Nötigung z.N. von E.________, angeblich begangen am 29.09.2018 in 
C.________(Ort). 

unter Auferlegung der darauf entfallenden erstinstanzlichen sowie der gesamten oberinstanzli-
chen Verfahrenskosten an den Kanton Bern

und unter Ausrichtung einer richterlich zu bestimmenden Entschädigung an A.________ für 
die erstinstanzlichen Verteidigungskosten sowie unter Ausrichtung der gesamten oberin-
stanzlichen Verteidigungskosten gemäss noch separat einzureichender Honorarnote und ei-
ner Genugtuung von CHF 200.00 pro ausgestandenem Hafttag. 

2. A.________ sei in Anwendung der einschlägigen Gesetzesartikel infolge der alsdann rechtskräf-
tigen Schuldsprüche zu verurteilen 

a. zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à CHF 10.00, ausmachend CHF 1‘800.00
unter Aufschub des Vollzugs der Geldstrafe bei Festsetzung einer Probezeit von 2 Jah-
ren;

b. zu einer Übertretungsbusse von CHF 700.00, die bei schuldhafter Nichtbezahlung mit ei-
ner Freiheitsstrafe von 7 Tagen zu ersetzen sei;

c. zu den auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten. 

3. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Rechtsanwältin B.________ im Berufungsverfahren sei gestützt auf die noch 
einzureichende Honorarnote festzusetzen. 

4. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte und begründete anlässlich der oberinstanzli-
chen Verhandlung ihrerseits die folgenden Anträge (pag. 1482 ff.): 

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Emmental-Oberaargau 
(Kollegialgericht in Dreierbesetzung) vom 16. August 2019 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich

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1. der Schuldsprüche wegen qualifizierter einfacher Körperverletzung mit Waffe, Widerhandlung 
gegen das Waffengesetz und Widerhandlung gegen das Wasserschutzgesetz;

2. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 700.00 (Ersatzfreiheitsstrafe von 7 Ta-
gen);

3. der weiteren Verfügungen betreffend Einziehung diverser beschlagnahmter Gegenstände zur 
Vernichtung bzw. der Rückgabe an D.________, J.________ und A.________. 

II.

A.________ sei zusätzlich schuldig zu erklären:

1. der Gefährdung des Lebens, mehrfach begangen am 29.09.2018 in C.________(Ort) z.N. von 
D.________, E.________, F.________ und G.________; 

2. der versuchten Nötigung, begangen am 29.09.2018 in C.________(Ort) z.N. von E.________. 

III.

A.________ sei in Anwendung von Art. 34, 36, 40, 42 Abs. 1, 44, 47, 49 Abs. 1, 41, 66a Abs. 1 lit. b, 
123 Ziff. 2 Abs. 2, 129 und 181 i.V.m. 22 Abs. 1 StGB; Art. 4 Abs. 1 lit. a, 7, 8, 12, 27, 33 Abs. 1 lit. a 
WG; Art. 12 und 48 WV; Art. 426 ff. StPO 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 4 Jahren und 7 Monaten, unter Anrechnung der ausgestandenen 
Untersuchungshaft von 164 Tagen und mit vorzeitigem Strafantritt am 12. März 2019;

2. zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend CHF 2‘400.00, unter Auf-
schub des Vollzugs der Geldstrafe mit einer Probezeit von 2 Jahren;

3. zu einer Landesverweisung von 10 Jahren mit Ausschreibung der Landesverweisung im 
Schengener Informationssystem;

4. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

IV.

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. A.________ sei zurück in den vorzeitigen Strafvollzug zu schicken. 

2. Das Honorar der amtlichen Verteidigerin sei gerichtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO). 

3. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr. .________) sei nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 abs. 4 i.V.m. Art. 17 Abs. 1 DNA-
ProfilG). 

4. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sei 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrisch erkennungsdienstlicher Daten). 

5. Das Urteil sei dem Migrationsamt des Kantons Solothurn (MISA) und dem Amt für Migration und 
Personenstand des Kantons Bern (MMIP) mitzuteilen (Art. 83 VZAE). 

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5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das erstinstanzliche Urteil ist insofern in Rechtskraft erwachsen, als dass der Be-
schuldigte der qualifizierten einfachen Körperverletzung mit Waffe, begangen am 
29. September 2018 in C.________(Ort) zum Nachteil von D.________, der Wi-
derhandlungen gegen das Waffengesetz, mehrfach begangen in der Zeit vom ca. 
1. Juli 2018 bis 29. September 2018 in H.________(Ort), C.________(Ort) und an-
derswo durch Erwerb und Besitz einer Waffe ohne Waffenerwerbsschein und ohne 
Ausnahmebewilligung, Tragen einer Waffe ohne Waffentragbewilligung sowie 
Schiessen mit einer Feuerwaffe an einem öffentlichen Ort und der Widerhandlun-
gen gegen das Gewässerschutzgesetz, begangen am 29. September 2018 in 
C.________(Ort), schuldig erklärt wurde. Schliesslich ist die Verurteilung zu einer 
Übertretungsbusse von CHF 700.00 inkl. der Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter 
Nichtbezahlung in Rechtskraft erwachsen. Weiter ist das Urteil hinsichtlich des Zi-
vilpunkts und der Verfügungen in Ziffer IV.2 bis 5 in Rechtskraft erwachsen. 

Im Übrigen hat die Kammer das erstinstanzliche Urteil zu überprüfen. Sie verfügt 
dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessord-
nung [StPO; SR 312.0]). Sie ist dabei aufgrund der alleinigen Berufung des Be-
schuldigten an das Verschlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius) 
gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO gebunden, d.h. sie darf das Urteil nicht zu Ungunsten 
der beschuldigten Person abändern. 

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Allgemeines und Vorbemerkungen

Für die theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung und der Aussagenanalyse 
kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 1269 ff., S. 7 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

7. Beweismittel 

Als Beweismittel liegen der Kammer neben dem Anzeigerapport vom 10. Januar 
2019 (pag. 175 ff.), der Rapport des Kriminaltechnischen Diensts (KTD) vom 3. Ja-
nuar 2019 (pag. 204 ff.), die Dokumentation des KTD vom 3. Januar 2019 
(pag. 221 ff.), der forensisch-toxikologische Abschlussbericht des Instituts für 
Rechtsmedizin (IRM) von K.________ vom 22. Oktober 2018 (pag. 279 ff.), das 
rechtsmedizinische Gutachten des IRM zur körperlichen Untersuchung von 
D.________ vom 18. Oktober 2018 (pag. 291 ff.) sowie weitere Arztberichte von 
D.________, die Aussagen des Beschuldigten (pag. 456 ff.; pag. 463 ff.; pag. 477 
ff.; pag. 498 ff.; pag. 1149 ff.), die Aussagen von E.________ (pag. 307 ff.; 
pag. 313 ff.; pag. 1135 ff.), die Aussagen von D.________ (pag. 361 ff.; pag. 368 
ff.; pag. 1142 ff.), die Aussagen von K.________ (pag. 432 ff.; pag. 437 ff.; pag. 
447 ff.), die Aussagen von G.________ (pag. 357 ff.; pag. 1129 ff.), die Aussagen 
von F.________ (pag. 338 ff.; pag. 341 ff.; pag. 1132 ff.) sowie die Aussagen von 
L.________ (pag. 379 ff; pag. 388 ff.). 

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Neu zieht die Kammer die Aussagen des Beschuldigten (pag. 1465 ff.), welcher 
oberinstanzlich erneut befragt wurde, in ihre Würdigung mit ein. 

8. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt 
Der Sachverhalt zum Vorwurf der Gefährdung des Lebens und der versuchten 
Nötigung wurde in der Anklageschrift vom 9. Mai 2019 detailliert und ausführlich 
wiedergegeben. Der angeklagte Sachverhalt wird nicht vollends bestritten. Daher 
wird zunächst der unbestrittene und bestrittene Sachverhalt dargelegt, so dass 
nachfolgend einzig der bestrittene Sachverhalt gemäss Anklageschrift aufgeführt 
wird (vgl. Ziff. 9 hiernach). 

Der Sachverhalt zum Vorwurf der Gefährdung des Lebens ist betreffend das Rah-
mengeschehen bis hin zum Telefonat zwischen dem Beschuldigten, E.________ 
und L.________ unbestritten. Sodann ist unbestritten, dass es zwischen dem Be-
schuldigten und E.________ im Anschluss an das mit L.________ geführte Tele-
fongespräch zu einer verbalen Auseinandersetzung bzw. einer Diskussion gekom-
men ist. Dabei soll der Beschuldigte E.________ gewarnt haben, zu einer Drohung 
– wie in der Anklageschrift ausgeführt – soll es aber nicht gekommen sein. Diese 
wird vollends bestritten. Nicht bestritten wird, dass der Beschuldigte im weiteren 
Verlauf die Pistole gezogen, geladen und entsichert hat. Indes wird der Zeitpunkt 
des Ziehens der Waffe bestritten und dass der Beschuldigte die Waffe auf 
E.________ gerichtet hat. Gleichermassen wird bestritten, dass der Beschuldigte 
die Waffe mit gestrecktem Arm auf Höhe des Kopfes oder des Oberkörpers von 
D.________ gerichtet hat. Weiter wird seitens des Beschuldigten geltend gemacht, 
dass unklar sei, wer von den Betroffenen wo gestanden haben soll. Vor diesem 
Hintergrund bestreitet der Beschuldigte die Gefährdung von E.________ und 
D.________. Hinsichtlich der abgegebenen Schüsse an die Hausfassade und in 
das Innere des Restaurants – welche nicht bestritten sind – wird die eingeschränk-
te Sicht in das Innere des Restaurants vom Beschuldigten bestritten, weshalb in 
der Folge auch eine Gefährdung von F.________ und G.________ bestritten wird. 

9. Vorwurf gemäss Anklageschrift 

Gegenstand der Berufung des Beschuldigten ist unter anderem der Schuldspruch 
wegen Gefährdung des Lebens zum Nachteil von D.________, E.________, 
F.________ und G.________. Mit Anklageschrift vom 9. Mai 2019 wird dem Be-
schuldigten hierzu Folgendes vorgeworfen (Ziff. I.1. der AKS, pag. 978 ff.; aus-
zugsweise Wiedergabe mit Schwerpunkt auf den bestrittenen Sachverhalt, 
vgl. Ziff. 8 hiervor): 

[unbestrittener Teil des Sachverhalts]

E.________ weigerte sich nach wie vor, A.________ Geld zu geben und es kam zu einer verbalen 
Auseinandersetzung zwischen den Beiden. Bei dieser Auseinandersetzung wurde A.________ ag-
gressiv und laut und er sagte zu E.________ „Ich bin vom O.________-Verein. Wenn du weiterleben 
möchtest, bezahlst du das Geld, sonst bring ich dich um“. E.________ antwortete „Ich kenne die Leu-
te vom O.________-Verein. Du musst mich nicht bedrohen. Geh jetzt.“. E.________ bat seine Le-
benspartnerin F.________, welche sich ebenfalls im Restaurant befand und mit ihm zuvor in der 
Küche Vorbereitungen für die Eröffnung traf, die Polizei zu rufen. Diese hörte das nicht, wurde jedoch 

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von D.________ dazu aufgefordert, die Polizei zu rufen. F.________ nahm das Telefon und begab 
sich von der Küche zum Kassenbereich hinter dem Buffet, von wo aus die die Polizei anrief. Plötzlich 
stand A.________ auf und zog die Pistole mit der rechten Hand aus seinem Gürtel (hinteren Hosen-
bund) lud und entsicherte sie und richtete sie auf E.________, Höhe Brust, evtl. noch mit dem Finger 
lang neben dem Abzug. Er schrie, dass er nicht für Nichts hergekommen sei und dass sie nur die Po-
lizei rufen sollen. K.________ sagte zu A.________, er soll das sein lassen und lief hinter einen gros-
sen Mercedes, welcher auf dem Parkplatz vor dem Restaurant stand, um sich hinter diesem zu ver-
stecken. E.________ sagte ebenfalls zu A.________ er solle nicht schiessen. In diesem Moment kam 
auch D.________, welche die Auseinandersetzung im Innern des Restaurants mitbekommen hatte, 
dazu und forderte A.________ auf, zu gehen, wobei sie noch nicht gesehen hat, dass er eine Pistole 
in den Händen hielt. Evtl. stiess sie ihn dabei an, was A.________ wütend machte. 

A.________ sagte dann zu ihr, sie solle weggehen, was sie allerdings nicht verstand und machte 
dann ein paar Schritte vom Tisch zum Parkplatz vor dem Hauseingang. Dann drehte er sich wieder 
um, schaute D.________ böse in die Augen und streckte den Arm mit der Pistole auf die Höhe ihres 
Kopfes oder Oberkörpers, wobei er den Finger evtl. immer noch lang neben dem Abzug hatte. Diese 
breitete die Arme aus, um ihn aufzuhalten, evtl. ist sie ihm dabei auch angekommen oder hat ihn 
leicht gestossen. A.________ fühlte sich durch das Verhalten von D.________ bedroht bzw. provo-
ziert, senkte den Arm wieder, trat einen Schritt auf D.________ zu, so dass er unmittelbar vor ihr 
stand, wobei die Waffe zu Boden zeigte und schoss dann dreimal neben ihren Füssen in den Pflas-
tersteinboden, wobei D.________ durch mehrere Geschossfragmente (Metall-Splitter) im rechten 
Fuss und an beiden Unterschenkeln verletzt wurde […]. D.________ hatte Angst, dass er sie nun er-
schiessen würde. E.________ befand sich zu diesem Zeitpunkt rechts der beiden, noch sitzend am 
Tisch. Er sagte zu A.________, dass er nicht schiessen solle, er werde ihm das Geld geben, doch 
heute sei Eröffnung. 

A.________ schob sich dann mit dem Oberkörper etwas nach rechts, hob die Waffe neben den Kopf 
von D.________, wobei sich seine Hand neben ihrem Kopf befand, und schoss neben ihr und 
E.________, welche sich mittlerweile links von D.________ (vom Parkplatz her geschaut) und ca. ei-
nen Schritt hinter ihr befand, zweimal durch das offene erste Fenster ins Restaurant hinein, wobei ein 
Schuss die Mauer links des unteren, geöffneten Teils des ersten Fensters streifte und ein Schuss den 
geschlossenen oberen Teil des ersten Fensters traf bzw. durchbrach, obwohl er von seinem Stand-
punkt aus keine uneingeschränkte Sicht in das zudem unbeleuchtete Restaurant hatte und obwohl er 
wusste, dass sich noch eine Person, nämlich F.________, Im Restaurant befand. Mit zwei weiteren 
Schüssen zielte er etwas höher und etwas mehr nach rechts, wobei der eine Schuss den geschlosse-
nen oberen Teil des Fensters 2 durchbrach und der andere an der Aussenwand des Restaurants, 
knapp oberhalb des zweiten Fensters abprallte, obwohl er wusste, dass sich auf der Terrasse des 
Nachbarlokals „M.________“ noch zwei (unbekannte) Personen an einem Tisch und eine 
(G.________) auf der Mauer zum Parkplatz befanden. Nach jedem Schuss bog er seinen Arm und 
streckte ihn vor dem nächsten Schuss wieder, wobei er bei jedem Schuss eine zuckende Bewegung 
machte. Während und nachdem er die Schüsse abgab, sagte er mehrfach, dass es sich dabei um ei-
ne Warnung handle. Zudem sagte er zu E.________ „Du hast jetzt eine Woche Zeit, das Geld zu be-
sorgen. Wenn du das Geld wieder nicht hast, bist du tot. Dann werde ich dich erschiessen. Ruf die 
Polizei, wir werden sehen, ob dich die Polizei beschützen kann“. Dann lief er zurück zum Auto, wel-
ches auf dem Parkplatz vor dem Restaurant stand, steckte unterwegs die Pistole wieder in den Gurt 
(hinteren Hosenbund), stieg ein und hiess K.________ wegzufahren. 

[subjektiver Tatbestand]. 

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Weiter bildet der Schuldspruch wegen versuchter Nötigung zum Nachteil von 
E.________ Gegenstand der Berufung des Beschuldigten. Mit Anklageschrift vom 
9. Mai 2019 wird dem Beschuldigten hierzu Folgendes vorgeworfen (pag. 982):

A.________ hatte von L.________ gehört, dass dieser (Anm. E.________) ihm noch rund CHF 
22'000.00 schulde und wurde von ihm ermächtigt, das Geld bei E.________ einzutreiben und für den 
gewünschten Nachzug seiner Ehefrau und seiner beiden Kinder in die Schweiz zu verwenden. Durch 
die Schussabgabe wollte A.________ E.________, welcher nicht gewillt war, ihm das Geld zu geben, 
wissentlich und willentlich und damit mit direktem Vorsatz warnen und in Angst und Schrecken ver-
setzten. Zudem sagte er zu ihm „Du hast jetzt eine Woche Zeit, das Geld zu besorgen. Wenn du das 
Geld wieder nicht hast, bist du tot. Dann werde ich dich erschiessen. Ruf die Polizei, wir werden se-
hen, ob dich die Polizei beschützen kann“, womit er ihm einen ernsten Nachteil androhte und damit 
dazu nötigen wollte, das Geld bereit zu machen, damit er es in einer Woche abholen kann. 
E.________ wurde durch diese Aussage, zusammen mit den abgegebenen Schüssen in Angst und 
Schrecken versetzt, was auch objektiv gut nachvollziehbar ist, und sagte zu, A.________ Geld zu ge-
ben. Zu einer Übergabe von Geld kam es nicht, weil A.________ kurz darauf verhaftet worden ist.

10. Beweisergebnis der Vorinstanz

Die Vorinstanz gelangte nach Würdigung der objektiven und subjektiven Beweis-
mittel betreffend den Vorwurf der mehrfachen Gefährdung des Lebens zu folgen-
dem Beweisergebnis (pag. 1300, S. 38 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Zusammenfassend erachtet das Gericht den Sachverhalt gemäss AS Ziff. I.1 grundsätzlich als erwie-
sen. Das Gericht geht in dubio pro reo davon aus, dass der Beschuldigte beim Bedrohen mit der Waf-
fe von E.________ und von D.________ den Finger jeweils lang neben dem Abzug hatte. Zudem er-
achtet es das Gericht als möglich, dass D.________ den Beschuldigten im dynamischen Geschehen 
zweimal leicht berührte. Es geht aber davon aus, dass D.________ den Beschuldigten nicht stiess 
bzw. anstiess. Weiter erachtet es das Gericht – anders als in der Anklageschrift ausgeführt – als er-
wiesen, dass zunächst zwei Schüsse fielen, wobei einer in den Pflastersteinboden und einer in die 
Luft abgegeben wurde, und dass E.________ während diesen ersten Schussabgaben des Beschul-
digten leicht rechts hinter D.________ stand. Zudem geht das Gericht – anders als in der Anklage-
schrift ausgeführt – davon aus, dass der Beschuldigte in der Folge nochmals fünf weitere Schüsse in 
die Fenster des Restaurants bzw. in das Restaurant und an dessen Fassade abgab.

Hinsichtlich des Vorwurfs der versuchten Nötigung gelangte die Vorinstanz zu fol-
gendem Beweisergebnis (pag. 1303, S. 41 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung):

Es wird vorweg auf die konkrete Beweiswürdigung zum Vorwurf der Gefährdung des Lebens verwie-
sen, soweit diese für den vorliegenden Vorwurf relevant ist (vgl. Ziff. II.4.3). Damit ist insbesondere 
erwiesen, dass der Beschuldigte E.________ mit den Schussabgaben in Angst und Schrecken ver-
setzen wollte und er ihm verbal mit dem Tod gedroht hat. 

Es bleibt an dieser Stelle somit einzig noch zu klären, ob E.________ tatsächlich in Angst und Schre-
cken versetzt wurde. E.________ selber hat an der Hauptverhandlung ausgesagt, dass er keine 
Angst gehabt habe. Er habe vor nichts Angst (p. 1138 Z. 37 ff.). Diese Aussage passt zum Eindruck, 
den das Gericht von E.________ als Macho und Patriarch erhalten hat (vgl. Ziff. II.3.4). Immerhin hat 
E.________ aber auch bejaht, dass er um die Familie Angst gehabt habe (p. 1138 Z. 44 f.). Es ist an-
zunehmen, dass es ihm schwer fällt, zuzugeben, dass er Angst hatte, weil das als Zeichen der 

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Schwäche gedeutet werden könnte. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass auch E.________ in 
Angst und Schrecken versetzt wurde, als die Waffe auf ihn gerichtet, neben ihm in den Boden, in die 
Luft sowie in das Restaurant geschossen und er verbal mit dem Tod bedroht wurde. Dafür spricht 
auch, dass er dem Beschuldigten nach anfänglichem Verneinen zusagte, dass er ihm das Geld gebe, 
damit er nicht schiesse (p. 315 Z. 86 f., p. 1139 Z. 6 f.).

Der Sachverhalt gemäss Anklageschrift Ziff. I.3 ist damit erstellt.

11. Beweiswürdigung der Kammer 

11.1 Vorbemerkungen 

Die Vorinstanz hat einleitend eine allgemeine Würdigung zu den befragten Perso-
nen und deren Aussagen vorgenommen (pag. 1272 ff., S. 10 ff. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Anschliessend hat sie den Kernsachverhalt näher be-
leuchtet und ist auf die einzelnen Abschnitte der Anklageschrift beweiswürdigend 
näher eingegangen (pag. 1277 ff., S. 15 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Darauf kann verwiesen werden. Die Kammer beurteilt nachfolgend den noch 
bestrittenen Sachverhalt und die sich daraus ergebenden Beweisfragen. 

11.2 Zum Grund des Treffens zwischen dem Beschuldigten und E.________ 

Der Beschuldigte machte wiederholt geltend, dass er bei E.________ habe Geld 
abholen wollen (pag. 22, Z. 60; pag. 457, Frage 5). Es habe sich um Geld gehan-
delt, welches E.________ einem Freund habe zurückzahlen müssen. Dieser 
Freund habe ihm [Anm. dem Beschuldigten] das Geld gegeben, weshalb er es ha-
be abholen wollen. Das Geld habe nun ihm [Anm. dem Beschuldigten] gehört 
(pag. 22, Z. 63 ff.; pag. 458, Frage 8; pag. 484, Z. 239 ff. u. Z. 251). Bei diesem 
Freund handle es sich um L.________ (pag. 23, Z. 108 ff.). Gemeinsam mit 
E.________ habe er mit L.________ am 29. September 2018 auf der Terrasse des 
Restaurants telefoniert (pag. 23, Z. 100 ff.; pag. 458, Frage 10; pag. 485 ff.). An-
lässlich der erstinstanzlichen und der oberinstanzlichen Verhandlung hat der Be-
schuldigte diese Aussagen bestätigt (pag. 1154; pag. 1467, Z. 39 ff.). 

Aus der Auswertung des Mobiltelefons von L.________ geht hervor, dass es be-
reits am 19. September 2018 zu einer Verbindung zum Beschuldigten gekommen 
ist (pag. 557). Derselben Auswertung kann schliesslich entnommen werden, dass 
am 29. September 2018 weitere Kontakte zwischen der Rufnummer des Beschul-
digten (.________) und der Rufnummer von L.________ (.________) belegt sind 
(pag. 557). 

L.________ dagegen bestreitet sämtliche Vorwürfe. Dieser bestreitet gar, den Be-
schuldigten gekannt (pag. 380, Z. 26; pag. 381, Z. 60; pag. 390, Z. 95) und mit die-
sem in Kontakt gestanden zu haben (pag. 381, Z. 78 f., Z. 87 f.; pag. 390, Z. 94 f.). 
Er gibt zu, dass er E.________ kenne, welcher ihm Geld schulde 
(ca. CHF 19‘000.00; pag. 381, Z. 102). Er führte sodann aus, dass er E.________ 
habe betreiben müssen (pag. 381 ff.). In seiner Einvernahme vom 13. Dezember 
2018 räumte er sodann ein, doch mit dem Beschuldigten telefoniert zu haben.
L.________ machte hierzu aber flüchtige und ausweichende Aussagen («Ich habe 
schon ein paar Mal mit ihm telefoniert» pag. 392, Z. 153; «Haben Sie 10 Tage vor 
der Schiesserei mit A.________ telefoniert? Nach der N.________ habe ich nie 

11

mehr mit ihm telefoniert» pag. 392, Z. 159 f.; «Wer hat ihrer Meinung nach den An-
ruf am 19.09.2018 mit ihrem Mobiltelefon entgegen genommen? Es könnte sein, 
dass ich es war» pag. 392, Z. 172). 

L.________ reichte sodann zahlreiche Unterlagen zu seiner gegen E.________ 
eingeleiteten Betreibung ein (pag. 400 ff.). Unter anderem liegt ein Urteil des Rich-
teramts Bucheggberg-Wasseramt vom 7. Juli 2011 vor, wonach für den Betrag von 
CHF 20‘000.00 nebst Zins von 5% seit dem 30. Juni 2007 sowie für die Kosten des 
Zahlungsbefehls und weitere Zustellkosten die provisorische Rechtsöffnung erteilt 
wurde (pag. 402 f.). Dem Rechtsöffnungsbegehren lässt sich schliesslich entneh-
men, dass es zwei Darlehen gegeben haben muss. So sei das Darlehen im Um-
fang von CHF 20‘000.00, welches der P.________ GmbH gewährt worden sei, 
vollständig bezahlt worden. Ein Darlehensvertrag zu diesem Darlehen an die 
P.________ GmbH ist in den Akten enthalten (pag. 415). Sodann findet sich ein 
weiterer Darlehensvertrag an die P.________ GmbH über CHF 40‘000.00 in den 
Akten (pag. 420). Aus dem Betreibungsregisterauszug von E.________ ergibt sich 
schliesslich die Betreibung Nr. .________ vom 10. Januar 2011 von L.________ 
über 20‘000.00 mit dem Stand «RV» (Rechtsvorschlag; pag 421). Ob die Schuld 
beglichen wurde oder zum Tatzeitpunkt noch offen war, kann diesen Unterlagen 
nicht entnommen werden. Aufgrund der Aussagen von L.________ ist jedoch da-
von auszugehen, dass diese Schuld noch nicht beglichen wurde. Zumindest kann 
festgehalten werden, dass L.________ E.________ Geld lieh und versuchte, die-
ses Geld durch die eingeleitete Betreibung wieder zurück zu erhalten. Ob er den 
Beschuldigten darüber hinaus zum Eintreiben dieses Geldes ermächtigte, muss of-
fenbleiben und ist schlussendlich auch nicht entscheidend. Fest steht, dass der 
Beschuldigte E.________ aufsuchte, um von diesem das Geld erhältlich zu ma-
chen. Dies wird von E.________ schliesslich auch bestätigt (pag. 300; pag. 315, Z. 
70 ff.; pag. 1136, Z. 5 ff.), obwohl er der Ansicht ist, L.________ kein Geld mehr zu 
schulden (pag. 300; pag. 315, Z. 72). 

11.2.1 Zur angeblichen Drohung 
Die verbale Auseinandersetzung zwischen dem Beschuldigten und E.________ ist 
unbestritten. Der Beschuldigte selbst sagte anlässlich seiner Hafteröffnung vom 30. 
September 2018 aus, dass er mit E.________ einen Streit gehabt habe, da ihm 
E.________ das Geld nicht habe zurückgeben wollen. Sie hätten zuerst normal 
miteinander gesprochen, dann habe E.________ aber gesagt, dass er das Geld 
nicht zurückzahlen wolle. Daraufhin habe er E.________ gewarnt. Er habe 
E.________ gesagt, dass er das Geld unbedingt von ihm holen wolle. Die Stimme 
von E.________ sei daraufhin aggressiv geworden (pag. 25, Z. 178-182).  

Diese Aussagen des Beschuldigten sind nicht glaubhaft. Die Kammer stellt nicht 
auf diese Aussagen ab – ergibt sich aus den übereinstimmenden Aussagen von 
E.________, D.________, G.________ und K.________ doch ein ganz anderes 
Bild, welches den Beschuldigten als aggressiv und aufgebracht darstellt. 

Bereits K.________, welcher nur zu Beginn auf der Terrasse anwesend war, er-
klärte, dass der Beschuldigte und E.________ zu streiten begonnen hätten, wor-
aufhin E.________ zu D.________ gesagt habe, sie solle die Polizei verständigen. 
Der Beschuldigte habe daraufhin die Waffe gezogen (pag. 159 f., Z. 111 ff.). Weiter 

12

schilderte K.________, dass der Beschuldigte aufgestanden sei und sie zu streiten 
begonnen hätten. Der Beschuldigte habe angefangen zu schreien und sich der 
Waffe behändigt, welche er hinten aus dem Hosenbund genommen habe (pag. 
160, Z. 141 ff.). Der Beschuldigte habe E.________ sehr aggressiv und laut ange-
schrien. Alle hätten hören können, wie der Beschuldigte geschrien habe (pag. 161, 
Z. 172). Nur der Beschuldigte sei aggressiv gewesen (pag. 162, Z. 197). 
D.________ stellte ebenfalls fest, dass «der mit dem Bart» [Anm. der Beschuldigte] 
irgendwann merkbar lauter gesprochen habe. Plötzlich habe sie bemerkt, wie der 
Beschuldigte gestanden sei und laut auf den sitzenden E.________ eingeredet ha-
be. E.________ habe sodann gesagt, dass er oder sie die Polizei rufen solle (pag. 
362, Z. 69 ff.; pag. 1143, Z. 27 ff.). Weiter erklärte auch D.________, dass sich 
«der Mann mit dem Bart» aggressiv verhalten habe (pag. 363, Z. 68), was sie an-
lässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte. So führte sie aus, dass 
sich der Beschuldigte aggressiv verhalten habe und geschrien habe. Als sie zurück 
in die Küche gegangen sei, habe sie laute Schreie und Aggressivität wahrgenom-
men (pag. 1143, Z. 30 ff.). Auch E.________ erklärte, dass der Beschuldigte ge-
schrien und gesagt habe «ich komme nicht hier für nix». Weiter führte er aus, dass 
der Beschuldigte aufgestanden sei und wiederum geschrien habe «ich komme 
nicht hier für nix» (pag. 315, Z. 81 ff.). E.________ bestätigte anlässlich der erstin-
stanzlichen Hauptverhandlung, dass der Beschuldigte geschrien habe (pag. 1137, 
Z. 9). G.________ vermochte ebenfalls einen Streit wahrzunehmen (pag. 358; 
pag. 1129, Z. 22). G.________ erklärte, dass der Aggressor [Anm. der Beschuldig-
te] den Finger gegen den Chef des Restaurants [E.________] erhoben habe. Es 
sei lautstark hin und her gegangen (pag. 358). F.________, welche sich im Restau-
rant befand, konnte hierzu keine Angaben machen. 

Gestützt auf diese übereinstimmenden Ausführungen schliesst sich die Kammer 
den Erwägungen der Vorinstanz an, wonach der Beschuldigte als Aggressor aufge-
treten ist. Dies ist auch insofern nachvollziehbar, als dass der Beschuldigte 
E.________ aufsuchte, um von diesem das von L.________ geliehene Geld einzu-
fordern. E.________ lehnte diese Forderung des Beschuldigten zunächst ab, was 
diesem offensichtlich missfiel. In dieses Gesamtbild fügt sich denn auch stimmig 
ein, dass der Beschuldigte die mitgeführte Waffe bereits auf dem Weg zum Re-
staurant zusammensetzte, lud und entsicherte. 

Die soeben aufgezeigten Begleitumstände deuten auf das Aussprechen von «Ich 
bin vom O.________-Verein. Wenn du weiterleben möchtest, bezahlst du das 
Geld, sonst bring ich dich um.» hin. Umso mehr, als dass der Beschuldigte 
E.________ gewarnt haben will. Die eigentliche Intention des Beschuldigten prägte 
und steuerte sodann sein ganzes Verhalten. E.________ wollte ihm das Geld vor-
erst nicht überreichen und teilte dem Beschuldigten mit, dass er L.________ nichts 
mehr schulde und dies eine Familienangelegenheit sei (pag. 300). Zu diesem Zeit-
punkt hatte der Beschuldigte noch keinen Gebrauch der Waffe gemacht (vgl. Ziff. 
11.2.2 hiernach). Dass der Beschuldigte hingegen anschliessend von der Waffe 
Gebrauch machen musste, um seinem eigentlichen Handlungsziel – dem Erhält-
lichmachen des Geldes – näher zu kommen, spricht ebenfalls dafür, dass er 
E.________ in erster Form gedroht hat. Erst als dies keine Wirkung zeigte, unter-
mauerte er seine verbale Forderung mit dem Einsatz der Waffe. Es handelt sich 

13

hierbei um die logische Steigerungsform der verbalen Androhung des Todes. Der 
Beschuldigte und E.________ schilderten sodann übereinstimmend, dass 
E.________ dem Beschuldigten schliesslich die Übergabe des Geldes doch noch 
zusicherte (pag. 315, Z. 86 ff.; pag. 486, Z. 320). Den Ausführungen der Verteidi-
gung, wonach E.________ die Drohung nur gegenüber der Polizei, nicht aber an-
lässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme, erwähnte und solche Todes-
drohungen – wären sie tatsächlich passiert – nochmals wiedergegeben worden 
wären, kann nicht gefolgt werden. Dass die vorab erfolgte verbale Drohung unter 
diesen Umständen – späterer Einsatz der Waffe mit anschliessender mehrfacher 
Schussabgabe in unmittelbarer Nähe in den Boden und gegen die Fenster sowie in 
das Innere des Restaurants und an die Fassade – in den Hintergrund rückt, er-
staunt nicht weiter. 

Die Vorinstanz vermochte sodann die von der Verteidigung vorgebrachten Wider-
sprüche in den Aussagen von E.________ zutreffend ausräumen. Darauf wird ver-
wiesen (pag. 1283, S. 21 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

Die von der Verteidigung geltend gemachten Widersprüchlichkeiten in den Aussagen von 
E.________ betreffend Kenntnis des Beschuldigten, Zeitpunkt der Ferienrückkehr von L.________, 
Zeitpunkt des Auftretens von D.________ und Zeitpunkt des Anrufs an die Polizei treffen zwar 
grundsätzlich zu. Diese betreffen aber zum einen nicht die vorliegend in Frage stehende Drohung und 
vermögen zum anderen die Glaubhaftigkeit seiner Aussagen nicht zu erschüttern, da in einem dyna-
mischen und emotionalen Geschehen wie vorliegend gewisse Widersprüche möglich sind. Ent-
scheidend ist letztlich, ob die Aussagen realitätsbasiert erscheinen; allfällige, teilweise unvermeidliche 
Widersprüche in einzelnen Punkten sind mithilfe der Aussagen der anderen Personen und der objek-
tiven Beweismittel soweit möglich beweiswürdigend auszuräumen. Ferner hat K.________ tatsächlich 
keine Drohungen erwähnt (vgl. p. 434 und 441). Er hat allerdings auch ausgeführt, dass sie teilweise 
kurdisch, teilweise türkisch miteinander gesprochen hätten und er kurdisch nicht verstehe (p. 434 Z. 
71). D.________ hat hingegen ausgesagt, dass E.________ nicht kurdisch könne (p. 362 Z. 54) und 
dieser hat erklärt, dass sie türkisch miteinander gesprochen hätten (p. 1141 Z. 3 f.). So oder anders 
lässt sich daraus nichts zu Gunsten des Beschuldigten ableiten. Entweder sprachen die Männer kur-
disch und K.________ hat es nicht verstanden oder er hat die Drohung schlicht nicht wahrgenom-
men, was möglich gewesen wäre. G.________ war zudem zu weit weg, um etwas Konkretes zu 
hören (vgl. p. 358 f., p. 1129 Z. 17 ff.), und D.________ befand sich zu jenem Zeitpunkt noch im Re-
staurant und achtete sich daher noch nicht besonders auf die Situation (p. 362 Z. 60 ff.). Aus deren 
Aussagen lässt sich ebenfalls nichts zu Gunsten des Beschuldigten ableiten.

Die Kammer gelangt aufgrund des Gesagten ebenfalls zum Schluss, dass der Be-
schuldigte gegenüber E.________ gesagt hat, dass er vom O.________-Verein sei 
und wenn er weiterleben wolle, er das Geld zu bezahlen habe, andernfalls er ihn 
umbringen werde. 

11.2.2 Zum Zeitpunkt des erstmaligen Ziehens der Waffe sowie zum Richten der 
Waffe auf E.________ 

Wie die Vorinstanz zutreffend festhielt, ist unbestritten, dass sich der Beschuldigte 
am 29. September 2018 von K.________ zum Restaurant «Q.________» in 
C.________(Ort) fahren liess, sie vor dem Restaurant parkten und sich gemeinsam 
zum Restaurant begaben. Der Beschuldigte setzte sodann das separat mitgeführte 

14

Magazin mit 13 Schuss in die Waffe ein und verstaute die Waffe sogleich wieder in 
seinem Gurt bzw. im hinteren Hosenbund, wo sie zunächst unter der Jacke verbor-
gen war. Alsdann setzten sie sich auf die Terrasse (pag. 24, Z. 141 ff.; pag. 25, Z. 
167 f.; pag. 460, Frage 25 f.; pag. 433, Z. 42 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung bestätigte der Beschuldigte seine bisher gemachten Aussagen 
und diesen Abschnitt der Anklageschrift (pag. 1154, Z. 11 ff.). Ob K.________ die 
Waffe bereits auf dem Weg ins Restaurant wahrgenommen hat oder erst beim ers-
ten Einsatz auf der Terrasse, betrifft einen Nebenpunkt und kann schliesslich of-
fengelassen werden. 

Weiter nicht bestritten wird, dass der Beschuldigte zu einem späteren Zeitpunkt die 
geladene Waffe behändigte, entsicherte und die Schüsse abfeuerte. Indes wird der 
genaue Zeitpunkt des Ziehens der Waffe ebenso wie das Richten der Waffe auf 
E.________ bestritten. Der Beschuldigte machte geltend, dass er die Waffe erst in 
die Hand genommen habe, als D.________ ihn habe behindern wollen und ihn 
weggestossen habe (pag. 26, Z. 217 f.). Sie habe ihn weggestossen und gleichzei-
tig habe E.________ ihm gesagt, dass er ihm das Geld nicht geben werde. Da ha-
be er die Waffe «gezeigt» (pag. 27, Z. 251 f.). Es stimme nicht, dass er die Waffe 
aus seinem Hosenbund genommen und auf E.________ gerichtet habe. Zu diesem 
Zeitpunkt habe er die Waffe noch nicht «gezeigt» gehabt. D.________ sei zu ihnen 
gekommen und habe ihn von hinten gestossen. Er sei aufgestanden und habe alles 
versucht. Sie habe ihn nochmals gestossen und sei nicht zurückgegangen. Darauf-
hin habe er die Waffe behändigt und diese «gerichtet», trotzdem habe sie nicht 
zurückgehen wollen (pag 1155, Z. 4 ff.). 

E.________ erklärte dagegen, dass der Beschuldigte die Waffe gezogen habe, 
nachdem er zu diesem gesagt habe «Ich kenne die Leute vom O.________-Verein. 
Du musst mich nicht bedrohen. Geh jetzt.». Die Pistole habe der Beschuldigte auf 
der rechten Seite unter seiner Jacke versteckt gehabt. Er habe die Pistole auf ihn 
gerichtet, dann sei D.________ dazugekommen (pag. 309). In der Einvernahme 
bei der Staatsanwaltschaft vom 6. Februar 2019 bestätigte E.________ seine Aus-
sagen und führte aus, dass er zum Beschuldigten gesagt habe, dass er verschwin-
den solle. Dieser habe dann unter seine Jacke gegriffen und die Pistole hervorge-
nommen. Er habe zum Beschuldigten gesagt, dass er ihm das Geld geben werde, 
aber heute sei Eröffnung. Er werde ihm das Geld aber zahlen. Der Beschuldigte 
habe dann auf den Boden geschossen. Er habe zum Beschuldigten nochmals ge-
sagt, dass er das nicht machen solle. Dieser habe nochmals geschossen, dann sei 
D.________ dazugekommen (pag. 315, Z. 85 ff.). Der Beschuldigte habe die Waffe 
auf ihn gerichtet gehabt. Als D.________ dazugekommen sei, habe er die Waffe 
auf sie gerichtet (pag. 321, Z, 297 f.). E.________ bestätigte seine bisherigen Aus-
sagen anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung (pag. 1136, Z. 19 ff.). Der 
Beschuldigte habe die Waffe gezogen und dann sei D.________ dazu gestossen 
(pag. 1137, Z. 12 f.). Weiter wiederholte er, dass der Beschuldigte die Waffe auf ihn 
gerichtet habe (pag. 1136, Z. 31). Der Beschuldigte habe die Waffe auf seinen 
Körper gerichtet gehabt und habe die Waffe immer noch auf gleicher Höhe gehal-
ten, als D.________ dazugekommen sei (pag. 1137, Z. 15 ff.). Die Verteidigung 
des Beschuldigten brachte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung vor, dass 
sich die Aussagen von E.________ und D.________ in diesem Punkt diametral wi-

15

dersprechen würden und E.________ die Geschehnisse jeweils anders geschildert 
habe (pag. 1481). Es trifft zu, dass sich die Erstaussagen von E.________ bei der 
Polizei und jene gegenüber der Staatsanwaltschaft chronologisch nicht vollständig 
decken. Noch vor Ort sagte er gegenüber der Polizei aus, dass es zuerst zum Tele-
fongespräch mit L.________ gekommen sei, danach sei die Drohung erfolgt und 
sodann habe der Beschuldigte die Pistole gezogen. Die Pistole habe er auf ihn 
[Anm. E.________] gerichtet gehabt. Dann sei D.________ dazu gekommen (pag. 
308 f.). Gegenüber der Staatsanwaltschaft schilderte er, dass wiederum zuerst das 
Gespräch mit L.________ stattgefunden habe. Die eingangs genannte Drohung 
erwähnte E.________ nicht mehr, vielmehr soll der Beschuldigte gesagt haben 
«Ich komme nicht hier für nix» (vgl. hierzu aber auch Ziff. 11.2.1 hiervor). Sodann 
habe der Beschuldigte unter die Jacke gegriffen und die Pistole hervorgeholt. Der 
Beschuldigte habe dann einmal auf den Boden geschossen. Er habe zum Beschul-
digten gesagt, dass er das nicht machen solle, worauf der Beschuldigte ein weite-
res Mal auf den Boden geschossen habe. Dann sei D.________ gekommen. Er 
wisse nicht genau, wann D.________ gekommen sei (pag. 315, Z. Z. 81 ff.). Später 
führte er aus, dass D.________ dazu gekommen sei. Der Beschuldigte habe wie-
der geschossen, mehrfach ins Fenster (pag. 316, Z. 92 ff.). 

Aus den Untersuchungen des KTD geht hervor, dass der Beschuldigte nur einmal 
in den Boden geschossen hat. Aufgrund der Aussagen von D.________ und deren 
Verletzungen ist erstellt, dass der Beschuldigte gegen den Boden geschossen hat, 
als diese bereits bei ihnen stand. Der Beschuldige kann demnach – entgegen den 
Aussagen von E.________ anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme – 
noch nicht geschossen haben, bevor D.________ dazugekommen ist. Im Rahmen 
der erstinstanzlichen Hauptverhandlung sagte E.________ sodann wieder aus, 
dass D.________ vor ihn gestanden sei. Als der Beschuldigte geschossen habe, 
habe sie sich hinten an den Beinen verletzt (pag. 1136, Z. 41). Diese sei dazwi-
schen gegangen, damit der Beschuldigte nicht schiesse (pag. 1136, Z. 43 f.). Wei-
ter sagte E.________ aus, dass der Beschuldigte die Pistole gezogen habe, dann 
sei D.________ dazwischen gegangen (pag. 1137, Z. 12 f.). Sodann erklärte 
E.________, dass der Beschuldigte auf den Boden geschossen habe, damit sie 
weggehe. D.________ sei dazwischen gestanden (pag. 1137, Z. 36 f.). 

Nicht zu vernachlässigen ist, dass es sich um ein dynamisches Geschehen handel-
te, welches sich innert kürzester Zeit abspielte und bei dem es zum Einsatz einer 
Schusswaffe kam. Auch wenn E.________ behauptete, keine Angst gehabt zu ha-
ben, dürfte diese Situation auch bei ihm Stress ausgelöst haben, wodurch sich die 
chronologisch nicht ganz stimmigen Aussagen erklären lassen. Zudem sind die 
Aussagen von E.________ nicht vollends widersprüchlich, gab er doch konstant zu 
Protokoll, dass D.________ erst dazugekommen sei, als der Beschuldigte die Waf-
fe bereits behändigt hatte.  

Nichts anderes ergibt sich aus den Aussagen von K.________. Dieser erklärte, 
dass es zum Telefongespräch mit L.________ gekommen sei und sie zu dritt – d.h 
gemeinsam mit dem Beschuldigten und E.________ – gesprochen hätten. Sie hät-
ten sich aufgrund des Geldes gestritten. Plötzlich sei der Beschuldigte aufgestan-
den und habe von hinten aus seiner Hose die Pistole hervorgeholt. Er habe dem 

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Beschuldigten gesagt, dass er dies nicht machen solle. Er sei dann zum Fahrzeug 
gelaufen und habe einen Schuss gehört (pag. 434, Z. 72 ff.). Bereits als der Be-
schuldigte die Waffe gezogen habe, sei er in Richtung des Fahrzeuges gelaufen 
und habe sich hinter dem Fahrzeug versteckt (pag. 434, Z. 81 f.). Diese Aussagen 
bestätigte K.________ im weiteren Verlauf des Verfahrens und führte detailliert 
aus, dass E.________ am Tisch gesessen sei. Er sei ebenfalls am Tisch gesessen. 
E.________ und der Beschuldigte hätten miteinander gesprochen und gestritten, 
worauf sie aufgestanden seien und der Beschuldigte die Pistole rausgenommen 
habe (pag. 449, Z. 70 ff.). Sie seien zu dritt gewesen. Danach habe er gesehen, 
dass eine junge Frau nach draussen gekommen sei. Dies sei vor dem ersten 
Schuss gewesen (pag. 450, Z. 82 ff.). 

D.________ sagte aus, dass sie die Waffe nicht gesehen habe, als sie nach draus-
sen gekommen sei (363, Z. 76; pag. 372, Z. 114 f.; pag. 1144, Z. 21 f.). Die Vorin-
stanz hielt in diesem Zusammenhang zutreffend fest, dass dies nachvollziehbar 
sei, da D.________ die Bedrohung als Ganzes wahrgenommen habe (pag. 1286, 
S. 24 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Sagte sie doch aus, dass sie ver-
sucht habe, als Frau hinzugehen und die Situation zu beruhigen (pag. 363, Z. 71 f.; 
pag. 371, Z. 100 f.). Ausserdem war K.________ schon nicht mehr vor Ort, als 
D.________ nach draussen trat. Erklärte sie doch, dass sie nicht wisse, wo der drit-
te Mann gewesen sei. Wahrscheinlich sei er schon im Auto gewesen (pag. 363, Z. 
72 f.). 

Aufgrund des Gesagten stellt die Kammer auf die in den Kernelementen überein-
stimmenden Aussagen von E.________, D.________ und K.________ ab, aus 
welchen sich ergibt, dass der Beschuldigte die Waffe bereits behändigte, bevor 
D.________ auf die Terrasse trat. Weiter geht die Kammer in Übereinstimmung mit 
der Vorinstanz davon aus, dass der Beschuldigte die Waffe – wie von E.________ 
geschildert – auf diesen richtete. Der Beschuldigte bezweckte damit, das Geld von 
E.________ einzufordern. Als sich dieser von den ausgesprochenen Worten nicht 
beeindrucken liess, behändigte der Beschuldigte die Waffe und richtete diese auf 
E.________, um seiner Forderung mehr Gewicht zu verleihen. Wie bereits unter 
Ziffer 11.2.1 festgehalten, handelt es sich hierbei um die logische Steigerungsform 
der verbalen Androhung des Todes. Diese war vorab gegen E.________ gerichtet, 
was durchaus nachvollziehbar ist, war E.________ doch primärer Adressat seiner 
Geldforderung (dem eigentlichen Handlungsziel seiner Aktion). Es kann zudem auf 
die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden, wonach sich 
E.________ von der vorgängigen verbalen Drohung nicht beeindrucken liess, wes-
halb davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte zunehmend frustriert war und 
sich aufregte. Deshalb zog er die Pistole und richtete sie auf E.________, um noch 
mehr Angst und Druck zu machen bzw. seiner Drohung mehr Nachdruck zu verlei-
hen (pag. 1285, S. 23 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Dieser Ablauf ist 
durchaus stimmig. 

In Anwendung des Grundsatzes «in dubio pro reo» ist schliesslich davon auszuge-
hen, dass der Beschuldigte den «Finger lang» am Abzug hatte. Unbestritten ist, 
dass der Beschuldigte die Pistole direkt beim Hervornehmen entsicherte (pag. 469 
Z. 227 f.) und lud (pag. 460 Frage 27), auch wenn er diese erst später hervorge-

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nommen haben will. Er hat selber ausgesagt, dass er den Finger lang hatte 
(pag. 470 Z. 236).

Insgesamt erachtet die Kammer als erstellt, dass der Beschuldigte die Waffe zog, 
als D.________ sich noch im Innern des Restaurants aufhielt und die entsicherte 
geladene Waffe auf E.________ richtete. Zu Gunsten des Beschuldigten ist davon 
auszugehen, dass er den Finger «lang» und nicht am Abzug hatte.

11.2.3 Zum Richten der Waffe auf D.________  
Nicht bestritten wird, dass der Beschuldigte zu D.________ sagte, dass sie weg-
gehen solle und als sie dies nicht getan habe, selber ein paar Schritte zurückge-
gangen sei (pag. 371, Z. 110 ff.; pag. 374, Z. 197; pag. 1143, Z. 137 ff.; pag. 478, 
Z. 25 f.; pag. 1155, Z. 7 ff.). Dagegen bestreitet der Beschuldigte, die Waffe auf 
D.________ gerichtet zu haben. Dies obwohl er eigens aussagte, dass er alles 
probiert habe, sie aber nicht zurückgegangen sei. Daraufhin habe er die Pistole 
genommen und «gerichtet». Trotzdem sei sie nicht zurückgegangen, weshalb er 
geschossen habe (pag. 1155, Z. 9 ff.). 

D.________ sagte über sämtliche Einvernahmen hinweg konstant und stimmig 
aus, dass der Beschuldigte die Waffe auf sie gerichtet habe. Er habe ihr in die Au-
gen gesehen und den Arm mit der Waffe gegen ihren Kopf oder Oberkörper ge-
streckt. Dann sei er ganz nah an sie herangekommen und habe dabei die Waffe 
neben ihr Bein gesenkt (pag. 363, Z. 77 ff.). Eindrücklich schilderte D.________ 
sodann, was sie in diesem Moment fühlte und was ihr durch den Kopf ging. Sie ha-
be gedacht «jetzt schiesst er» und sie habe die Augen geschlossen. Es sei ihr 
durch den Kopf gegangen «Jetzt bin ich weg». Sie habe dies bei jedem der Schüs-
se gedacht (pag. 364, Z. 156 f.). Weiter schilderte D.________ anschaulich, dass 
sie so ein Blitzdenken gehabt habe, als sie die Waffe beim Beschuldigten bemerkt 
habe. Dieser habe sich umgedreht und die Waffe habe auf sie gezeigt (pag. 372, 
Z. 117 f.). Diese Aussagen bestätigte sie schliesslich anlässlich der erstinstanzli-
chen Hauptverhandlung (pag. 1143, Z. 41). D.________ erzählte diesen Abschnitt 
der Geschehnisse stimmig und konstant. Sie schilderte die Ereignisse detailliert, 
lebhaft, logisch sowie stimmig. Ferner belastete sie den Beschuldigten nicht un-
nötig und gab differenziert wieder, dass der Beschuldigte die Waffe eher gegen ih-
ren Oberkörper gerichtet habe, da er kleiner sei als sie (pag. 1144, Z. 41 u. Z. 46 
f.). Ihre Aussagen wirken durchwegs selbsterlebt. 

Auch E.________ führte aus, dass der Beschuldigte die Waffe auf D.________ ge-
richtet habe (pag. 321, Z. 297; pag. 322, Z. 319), was er anlässlich der erstinstanz-
lichen Hauptverhandlung bestätigte (pag 1137, Z. 32). Die Kammer schliesst sich 
der Auffassung der Vorinstanz an, wonach es nachvollziehbar ist, dass 
E.________ dies nicht bereits gegenüber der Polizei nicht erwähnte (pag. 1288, S. 
26 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Im Vergleich zu den übrigen Aussa-
gen, welche viel ausführlicher ausfallen, ging es bei seinen Aussagen gegenüber 
der Polizei um eine erste Bestandesaufnahme. Dass E.________ zu diesem Zeit-
punkt schwerpunktmässig die ihn betreffenden Geschehnisse schilderte, erstaunt 
nicht weiter. Dies vermag die Aussagen von E.________ nicht weniger glaubhaft 
zu machen und der Beschuldigte kann daraus nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

18

Ferner sprechen auch die Aussagen von K.________ nicht für den Beschuldigten. 
Zwar führte K.________ aus, dass der Beschuldigte die Waffe auf niemanden ge-
richtet gehabt habe (pag. 451, Z. 136). Zugleich schilderte er aber, dass er gese-
hen habe, wie der Beschuldigte die Hand mit der Pistole hoch gehoben habe und 
dass er den Beschuldigten mit der Waffe in der Hand nach oben gestreckt gesehen 
habe (pag. 451, Z. 135 f. u. Z. 145). 

Die Kammer geht deshalb davon aus, dass der Beschuldigte die Waffe nicht nur 
gegen E.________ (vgl. Ziffer 11.2.2 hiervor), sondern die Pistole auch zwischen 
den Oberkörper und den Kopf von D.________ richtete. Daran vermag nichts zu 
ändern, ob D.________ den Beschuldigten berührt, gestossen oder gar provoziert 
hat, wovon im Übrigen nicht ausgegangen wird. Es kann hierzu auf die zutreffen-
den Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1286 f., S. 24 f. der erst-
instanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte hat ausgeführt, dass D.________ ihn (weg)gestossen habe (p. 460 F/A 22, p. 468 
Z. 184 und 192, p. 470 Z. 246 f., p. 487 Z. 345 und 361, p. 1155 Z. 6). Sie habe gegen ihn körperlich 
interveniert, ihn angegriffen (p. 478 Z. 16). Sie habe ihn geschlagen (p. 478 Z. 22 ff.). D.________ hat 
ausgesagt, dass sie den Beschuldigten nicht gestossen habe und ihm nicht angekommen sei (p. 373 
Z. 178 ff., p. 1143 Z. 43 ff.). Unbestrittenermassen hat sie dem Beschuldigten gesagt, dass er ver-
schwinden solle (p. 363 Z. 71 f., p. 371 Z. 104). E.________ hat die Frage ebenfalls verneint, ob 
D.________ dem Beschuldigten angekommen sei (p. 1137 Z. 1 f.). Auch K.________ hat das nicht so 
wahrgenommen. Er hat die Frage verneint, ob der Beschuldigte von jemandem in irgendeiner Form 
angegriffen worden sei, bevor er zur Waffe gegriffen habe. Er würde nicht sagen, dass D.________ 
gestossen habe. Sie habe sie eher auseinander nehmen wollen. Das habe er gesehen. Sie sei aus 
dem Restaurant rausgegangen und habe gesehen, dass der Beschuldigte schreie. Er würde sagen, 
sie habe sie beruhigen wollen (p. 442 Z. 184 ff.). 

Das Gericht geht davon aus, dass D.________ – wie alle Personen ausser dem Beschuldigten aus-
gesagt haben – zwischen die Männer trat, um die Situation zu schlichten. Es kann sein, dass sie in 
diesem dynamischen Geschehen den Beschuldigten leicht berührte. Sie stiess ihn aber jedenfalls 
nicht aktiv an. So hat insbesondere K.________ auch detailliert von einem Auseinandernehmen und 
Beruhigen und nicht von einem Stossen gesprochen. Er hat wie erwähnt keinen Grund, diesbezüglich 
etwas Falsches auszusagen. Vielmehr würde naheliegen, dass er als Begleiter des Beschuldigten zu 
dessen Gunsten aussagen würde, was er aber nicht getan hat und für die Glaubhaftigkeit seiner Aus-
sage spricht. Die Aussage des Beschuldigten ist hingegen als Schutzbehauptung zu werten. Diese In-
tervention von D.________ dürfte den Beschuldigten noch wütender gemacht und ihn aus seiner 
Sicht provoziert haben, weil ein unvorhergesehenes Element zwischen ihn und E.________ getreten 
war. Entsprechend hat sich auch der Beschuldigte geäussert, wonach D.________ ihn provoziert ha-
be (p. 478 Z. 14 f., p. 481 Z. 119).

Das Gericht erachtet auch diesen Sachverhaltsteil demnach insgesamt als erwiesen, wobei davon 
ausgegangen wird, dass D.________ den Beschuldigten möglicherweise leicht berührte, ihn aber 
nicht anstiess.

11.2.4 Zum Standort der einzelnen Beteiligten
Die Verteidigung des Beschuldigten brachte weiter vor, dass unklar sei, wer wo ge-
standen habe und sich eine konkrete Gefährdung der einzelnen anwesenden Per-

19

sonen deshalb nicht ausmachen lasse (pag. 1471). Dem kann aus den nachfol-
genden Gründen nicht gefolgt werden: 

D.________ führte aus, dass der Beschuldigte die Waffe gegen ihren Kopf oder 
den Oberkörper richtete. Anschliessend sei er ganz nah an sie herangetreten und 
habe die Waffe neben ihr Bein gesenkt. Die Waffe habe nun in Richtung Boden 
gezeigt. Er habe etwas Böses zu ihr gesagt und habe einen bösen Blick gehabt. 
E.________ sei in der Zwischenzeit an ihre rechte Seite getreten. Der Beschuldigte 
habe nach wie vor auf ihre Beine gezielt und unvermittelt geschossen. Sie habe ei-
ne Wärme in ihrem Fuss gespürt. Alsdann habe er die Waffe neben ihrem Kopf 
gehoben und sei etwas neben ihr gestanden. An ihrem Kopf vorbei habe der Be-
schuldigte schliesslich in die Fenster des Restaurants geschossen (pag. 363, Z. 77 
ff.). D.________ erzählte konstant und stimmig, wie sich der Vorfall aus ihrer Sicht 
abgespielt hat. Sie schilderte die Ereignisse bis zum ersten Schuss, durch welchen 
sie verletzt wurde, detailliert, lebhaft, logisch sowie stimmig und räumte Erinne-
rungslücken ein. In ihrer zweiten Einvernahme vermochte sich D.________ nicht 
mehr daran erinnern, ob E.________ rechts oder links von ihr gestanden sei. Sie 
sei aber bewusst vor dem Beschuldigten gestanden. Vielleicht sei sie auch mit 
ausgebreiteten Armen vor ihm gestanden (pag. 372, Z. 118 ff.). Sie bestätigte, 
dass ihr der Beschuldigte böse ins Gesicht geschaut habe und sei ca. zwei Schritte 
– einfach so viele Schritte, wie er von ihr entfernt gewesen sei – auf sie zugekom-
men. Erneut erklärte sie, dass der Beschuldigte etwas Böses zu ihr gesagt habe 
und mit der Waffe gegen den Boden gezeigt habe. Sie sei ganz nahe vor ihm ge-
standen, es seien Zentimeter gewesen. Dann habe er zu schiessen begonnen und 
sie habe die Wärme im Fuss gespürt (pag. 372, Z. 128 ff.). Schliesslich vermochte 
D.________ nachvollziehbar darlegen, weshalb E.________ rechts von ihr gestan-
den sei bzw. jedenfalls etwas hinter ihr. Sie erklärte, dass sie einen Schritt nach 
vorne gemacht habe, als sie die Waffe gesehen habe. Sie habe es so wahrge-
nommen, dass E.________ etwas rechts hinter ihr gestanden sei. Sie sei jedenfalls 
diejenige gewesen, die direkt vor dem Beschuldigten gestanden sei (pag. 373, Z. 
153 ff.). Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätige D.________ 
ebenfalls, dass E.________ auf ihrer rechten Seite gestanden sei. Sie sei dann 
einfach aus Reflex vor den Beschuldigten gestanden, sie könne sich dies auch 
nicht erklären (pag. 1143, Z. 41 ff.). Erneut schilderte sie eindrücklich und plastisch, 
dass der Beschuldigte einen Schritt auf sie zugemacht und etwas geschrien habe. 
Sie habe seine Augen gesehen (pag. 1143, Z. 1 ff.). D.________ bestätigte auch 
ihre Angaben zu ihrer sensorischen Wahrnehmung während des Vorfalls. Sie habe 
die Wärme in ihrem Fuss gespürt (pag. 1144, Z. 9). Sodann hielt D.________ im 
Anschluss an ihre Einvernahme vom 6. Februar 2019 bei der Staatsanwaltschaft 
die einzelnen Standorte auf einem Foto der Vorderseite des Restaurants fest (pag. 
377). Insgesamt schilderte D.________ den Ablauf sowie die einzelnen Positionen 
der Beteiligten stimmig und schlüssig. Ihre Darstellungen sind konstant und nach-
vollziehbar. Damit kann auf die glaubhaften Aussagen von D.________ abgestellt 
werden, aus welchen sich – entgegen den Ausführungen der Verteidigung – ein 
klares Bild der Geschehnisse vor Ort ergibt. Jedenfalls kann ihren Aussagen ent-
nommen werden, dass sie und E.________ sich auf engstem Raum mit dem Be-
schuldigten befunden haben. 

20

Nichts anderes ergibt sich aus den Aussagen von E.________. Zwar vermochte er 
nicht im gleichen Detaillierungsgrad wie D.________ die einzelnen Standpunkte 
aufzeigen, doch geht auch aus seinen Aussagen hervor, dass sie sich vor dem Re-
staurant auf engstem Raum aufhielten. So erklärte E.________, dass sich der Be-
schuldigte vor oder neben ihm befunden habe als D.________ dazwischen ge-
kommen sei (pag. 316, Z. 92). E.________ fertigte sodann eine Zeichnung an und 
trug die einzelnen Standorte ein (pag. 371; pag. 320, Z. 275 ff.). Demgemäss be-
fand sich der Beschuldigte in unmittelbarer Nähe von E.________. Weiter erklärte 
E.________, dass der Beschuldigte seine Position verändert habe und sich bewegt 
habe (pag. 321, Z. 289 ff.). Dies deckt sich mit den Aussagen von D.________, 
wonach sich der Beschuldigte zuerst entfernte und sodann ein paar Schritte auf sie 
zuging, bis er unmittelbar vor ihr stand. Dass E.________ nicht zu beschreiben 
vermochte, wie genau sich der Beschuldigte bewegt habe, ist durchaus nachvoll-
ziehbar. Fügte E.________ selbst hinzu, dass es damals, als der Schuss abgefeu-
ert worden sei, für ihn eine andere Welt gewesen sei (pag. 321, Z. 292 ff.). Jeden-
falls steht fest, dass der Beschuldigte aufgrund der Aussagen von E.________ 
nichts zu seinen Gunsten ableiten kann. 

Schliesslich trug auch der Beschuldigte die einzelnen Positionen auf einem Foto 
ein (pag. 496). Erklärend schilderte der Beschuldigte, wer wo gestanden habe. In 
Übereinstimmung mit den Ausführungen von D.________ führte der Beschuldigte 
aus, dass er aufgestanden und in Richtung Parkplatz gelaufen sei. Er sei erneut 
von D.________ gestossen worden, woraus deutlich hervorgeht, dass sich 
D.________ in unmittelbarer Nähe des Beschuldigten befunden haben muss, an-
dernfalls wären ein Stossen oder eine Berührung nicht möglich gewesen. Weiter 
erklärte der Beschuldigte, dass E.________ rechts und D.________ links von ihm 
gestanden seien, was wiederum mit den Aussagen von D.________ überein-
stimmt. Schliesslich erklärte der Beschuldigte, dass er zwischen den beiden durch 
geschossen habe (pag. 487, Z. 357 ff.). 

Weiter fertigte auch G.________ eine Zeichnung an, in welcher er seinen Standort 
einzeichnete (pag. 359). Er sass auf einer Steinmauer zum Parkplatz vor dem Im-
biss (pag. 358; pag. 1129, Z. 17 ff. u. Z. 30 ff.). F.________ befand sich im Restau-
rant am Buffet hinter der Kasse, von wo aus durch das Fenster auf die Terrasse zu 
sehen ist (pag. 339 f.; pag. 342 f., Z. 46 ff.; pag. 1132, Z. 26 f.).

Schliesslich hielt der KTD aufgrund der positiven Schmauchresultaten an den Klei-
dern von D.________ fest, dass es in ihrer unmittelbaren Nähe zur Schussabgabe 
gekommen ist. Weiter kam der KTD aufgrund des aufgefundenen und ausgewerte-
ten Spurenbildes zum Schluss, dass sich D.________ im Bereich der Schusslinien 
resp. der Einschussstelle am Boden beim Parkplatz befunden habe und dabei ver-
letzt worden sei (pag. 208).  

Mithin kann den Ausführungen der Verteidigung, wonach unklar sei, wer wo ge-
standen sei und sich deshalb eine Gefährdung der Anwesenden nicht ausmachen 
lasse, nicht gefolgt werden. Schlussendlich steht fest, dass sich die Beteiligten ge-
meinsam auf engstem Raum befunden haben. Der Beschuldigte, E.________ und 
D.________ hielten sich vor dem Restaurant auf der Terrasse auf, währendem 
F.________ im Innern des Restaurants war und G.________ auf der Mauer des 

21

Nachbarrestaurants sass. Die einzelnen Standpunkte der anwesenden Personen 
sind damit hinreichend festgelegt, um die umschriebenen Vorwürfe – und hier ins-
besondere die Gefährdung – beurteilen zu können. 

11.2.5 Anzahl Schüsse und Sicht ins Restaurant 

Was die Anzahl Schüsse betrifft, haben die involvierten Personen unterschiedliche 
Angaben gemacht. Der Beschuldigte selbst nannte einen Schuss in den Boden 
(pag. 460, Frage 21; pag. 26, Z. 199) bzw. einen Schuss in den Boden und einen in 
die Luft (pag. 22, Z. 256 f.; pag. 1156, Z. 22). Gemäss D.________ waren es drei 
Schüsse in den Boden (pag. 363, Z. 84 ff.) bzw. dann zwei oder drei Schüsse 
(pag. 372, Z. 132 f.; pag. 1144, Z. 8). E.________ sprach von zwei Schüssen in 
den Boden (pag. 309; pag. 315, Z. 89; pag. 321, Z. 299). K.________ zufolge war 
es ein Schuss (pag. 434, Z. 77; pag. 441, Z. 146 f.; pag. 442, Z. 173; pag. 449, Z. 
73); wobei er auch aussagte, dass er zuerst einen Schuss und dann mehrere 
Schüsse gehört habe (pag. 160, Z. 146 f.). Schliesslich führte er aus, dass der Be-
schuldigte einmal in den Boden geschossen habe. Anschliessend habe er weitere 
Schüsse gehört (pag. 449, Z. 74 f.). F.________ hat zwar keine Schussabgaben 
gesehen, da sie im Restaurant gestanden ist. Dennoch hat sie die Schüsse gehört. 
Sie führte konstant aus, dass sie zuerst zwei Schüsse gehört habe, danach habe 
es eine kurze Pause gegeben und schliesslich habe es nochmals vier bis fünf 
Schüsse gegeben (pag. 339; pag. 343, Z. 49 ff.; pag. 1632, Z. 23 ff.). Somit spre-
chen einzig der Beschuldigte und K.________ von einem Schuss in den Boden. 
Die anderen Beteiligten erwähnen jeweils mehrere Schüsse in den Boden. 

Der KTD ging anhand der insgesamt sieben aufgefundenen Hülsen von sieben 
Schussabgaben aus (pag. 208). Dabei hielt der KTD in seiner Fotodokumentation 
nur eine Einschussbeschädigung im Pflastersteinboden fest (pag. 232, Bst. a; 
pag. 233 f.). Es muss somit sicher ein Schuss in den Boden angefeuert worden 
sein, wobei aufgrund den Aussagen des Beschuldigten, von D.________ und 
E.________ davon auszugehen ist, dass es sich dabei um den ersten Schuss ge-
handelt hat. Weiter steht fest, dass dieser Schuss in den Pflastersteinboden die 
Verletzungen von D.________ verursacht hat. Dies wird nicht weiter bestritten und 
steht sowohl mit dem rechtsmedizinischen Gutachten (pag. 294) als auch mit dem 
Bericht des KTD (pag. 208) in Einklang. Die Kammer schliesst sich sodann den zu-
treffenden Ausführungen der Vorinstanz an, wonach aufgrund einer weiteren Hülse 
in unmittelbarer Nähe (pag. 232) von einem zweiten Schuss etwa vom selben Ort 
aus und im selben Zeitraum auszugehen ist. Mit Ausnahme von K.________ haben 
auch alle Personen von mehr als einer Schussabgabe in dieser ersten Phase ge-
sprochen. Dieser Schuss dürfte demnach mangels Aufprallstelle im Boden in die 
Luft abgefeuert worden sein, wie es der Beschuldigte geschildert hat. Für einen 
dritten und vierten Schuss in jenem Zeitpunkt bestehen keine Anhaltspunkte. Es 
wird somit davon ausgegangen, dass der Beschuldigte einmal in den Pflasterstein-
boden und einmal in die Luft schoss (pag. 1290, S. 28 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung).

Was die Anzahl der weiteren Schüsse an die Fassade, die Fenster des Restau-
rants bzw. in das Restaurant betrifft, hat der Beschuldigte zunächst von insgesamt 
fünf oder sechs Schüssen, zwei- oder dreimal in Richtung des Fensters, gespro-

22

chen (pag. 460, Frage 20 f.; pag. 469, Z. 199 f.). Anlässlich der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung nannte er schliesslich insgesamt sechs bis sieben Schüsse, 
zwei davon zu Beginn (pag. 1155, Z. 13 ff.). E.________ hat zuerst vier oder fünf 
Schüsse (pag. 309) und dann insgesamt acht bis zehn Schüsse erwähnt 
(pag. 1137, Z. 34). F.________ hat zunächst von insgesamt ca. zehn Schüssen, 
davon zwei zu Beginn (pag. 339), und dann von vier bis fünf Schüssen gesprochen 
(pag. 1132, Z. 24). D.________ hat drei bis vier Schüsse erwähnt (pag. 363, Z. 87 
f.). Gemäss K.________ waren es drei bis vier Schüsse (pag. 434, Z. 77 f.) bzw. 
vier bis fünf Schüsse (pag. 441, Z. 147 f.; pag. 442, Z. 173). Der KTD fand vor Ort 
insgesamt sieben Hülsen, weshalb er von sieben Schussabgaben ausging. Weiter 
stellte der KTD bei der Untersuchung der Schusswaffe fest, dass sich noch eine 
Patrone im Patronenlager und weitere fünf Patronen im Magazin befanden (pag. 
206). Der Beschuldigte sagte aus, dass insgesamt 13 Schüsse im Magazin waren 
(pag. 460, Frage 26). Daraus folgt, dass insgesamt sieben Schüsse abgefeuert 
wurden, wobei davon – wie beweismässig erstellt – zwei Schüsse zu Beginn in den 
Boden und in die Luft erfolgten. Die Kammer geht deshalb in Übereinstimmung mit 
der Vorinstanz davon aus, dass weitere fünf Schüsse in die Fenster bzw. in das 
Restaurant und an dessen Fassade abgegeben wurden. Dies lässt sich auch mit 
der Anordnung der Hülsen am Tatort in Einklang bringen, wonach fünf der Hülsen 
etwas weiter rechts angeordnet waren (pag. 232). Dies stimmt weiter mit den Aus-
sagen von E.________, des Beschuldigten und von D.________ überein, wonach 
sich der Beschuldigte bewegte (pag. 487, Z. 373 f.; pag. 363, Z. 86 ff.; pag. 372, 
Z. 138 ff.; pag. 1144, Z. 16 ff.). Dagegen ist davon auszugehen, dass sich 
D.________, F.________, G.________ und E.________ für den weiteren Verlauf 
an demselben Ort befanden und sich demnach nicht gross bewegten. 

Die Vorinstanz zeigte die weiteren Schussverläufe anhand der Dokumentation des 
KTD zutreffend und detailliert auf. Darauf kann verwiesen werden (pag. 1293 f., S. 
31 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung): 

Ein Schuss gelangte durch das offene Fenster in das Restaurant und prallte an einem Tischbein nur 
ein paar Meter entfernt von der Kasse ab, wobei ein Geschossfragment zu Boden fiel (p. 245 ff.). Ein 
weiterer Schuss durch das offene Fenster durchschlug zwei Stuhllehnen und ein Tischtuch und verur-
sachte eine Schussbeschädigung an der Wand der Theke, ebenfalls nur ein paar Meter entfernt von 
der Kasse, wobei ein Geschossfragment auf die Sitzfläche des Stuhls fiel (p. 248 ff.). E.________ und 
D.________ haben diesbezüglich bestätigt, dass dieses Fenster offen war, als die Schüsse fielen (p. 
322 Z. 328 ff., p. 374 Z. 204 ff.). An der Fassade links des offenen Fensters bzw. Fensterteils gab es 
eine Schussbeschädigung (p. 235 f.), welche von einem der beiden Schüsse durch das offene Fens-
ter resultiert haben muss. Durch einen weiteren Schuss, der mittig durch die Fensterscheibe unmittel-
bar oberhalb des offenen Fensters durchschlug, gab es eine Einschussbeschädigung an der seitli-
chen Wand, nur ein paar Meter von der Kasse entfernt (vgl. p. 237 ff.). Ein weiterer Schuss durch-
schlug die Fensterscheibe ganz oben in der Mitte, wobei ein Geschossfragment vom Vorhang aufge-
fangen wurde und unterhalb des Fensters zu Boden fiel (p. 244). Ein weiterer Schuss prallte an der 
Fassade unmittelbar oberhalb des Fensters in der Mitte ab, wo es ebenfalls eine Schussbeschädi-
gung gab (p. 242). 

Anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung bestätigte die Verteidigung ein weite-
res Mal, dass der Beschuldigte die eingeschränkte Sicht ins Innere des Restau-

23

rants nach wie vor bestreite (pag. 1472). Dem kann nicht gefolgt werden. Vorder-
hand ist festzuhalten, dass der KTD eine unveränderte Situation antraf. Einzig der 
Bereich des Parkplatzes vor dem Restaurant «Q.________» wurde von den 
erstausrückenden Polizeikräften weiträumig abgesperrt (pag. 205). Die seitens des 
KTD erstellte Fotodokumentation (pag. 221 ff.) stellt mithin die unveränderte ange-
troffene Situation dar. Unter anderem zeigen die aufgenommenen Fotos (pag. 225 
f.) das offene Fenster mit Sicht ins Innere des Restaurants. Auf einem dieser Fotos 
sind die Hülsen zu sehen, welche mit dem Standort des Beschuldigten bei der 
Schussabgabe an die Fenster, die Fassade und ins Innere des Restaurants korre-
spondieren. Auf diesen Fotoaufnahmen ist deutlich zu erkennen, dass das Innere 
des Restaurants im Dunkeln liegt. Die Kammer schliesst sich der Schlussfolgerung 
der Vorinstanz an, wonach der Beschuldigte nur einen beschränkten Einblick in das 
abgedunkelte, geschlossene Restaurant hatte, was der KTD ebenfalls bestätigte 
(pag. 208). D.________ führte aus, dass der Beschuldigte nicht habe sehen kön-
nen, ob sich jemand drinnen aufgehalten habe. Vom Hintereingang hätte jemand 
kommen können. So habe ein älterer Mann, der im Restaurant gelegentlich Musik 
auflege, tatsächlich ein paar Minuten später das Restaurant durch diesen Hinter-
eingang betreten (pag. 363, Z. 109 ff.). F.________ befand sich zum Zeitpunkt, als 
die Schüsse fielen, am Buffet hinter der Kasse, von wo aus durch das Fenster auf 
die Terrasse gesehen werden könne (pag. 339 f.; pag. 342, Z. 47 ff.; pag. 1132, Z. 
27). Der Beschuldigte hat selber auch eingeräumt, dass ihm nebst der Anwesen-
heit von D.________ und E.________ bewusst war, dass im Restaurant bzw. sogar 
konkret in der Küche jemand weiteres gewesen sei (pag. 471, Z. 272 ff.; pag. 480, 
Z. 92 f.; pag. 1157, Z. 11 ff.). Der Beschuldigte vermochte demnach aufgrund der 
eingeschränkten Sicht ins Innere des Restaurants und im Wissen darum, dass sich 
darin eine weitere Person aufhielt, nicht sehen, wo sich diese Person befand. Dem 
Beschuldigte musste denn auch bewusst gewesen sein, dass sich diese Person al-
lenfalls bewegte. Ebenso muss der Beschuldigte auch realisiert haben, dass sich 
weitere Personen – wie zum Beispiel G.________ – um die Mittagszeit in der Alt-
stadt von C.________(Ort) aufhielten. 

Zusammenfassend geht die Kammer aufgrund der aufgefundenen Hülsen und der 
aufgeführten Aussagen davon aus, dass der Beschuldigte weitere fünf Schüsse in 
die Fenster des Restaurants bzw. in das Restaurant und an dessen Fassade ab-
gab, obwohl er das Innere des Restaurants nur eingeschränkt einsehen konnte. 

III. Rechtliche Würdigung

12. Gefährdung des Lebens

12.1 Objektiver Tatbestand 

In Bezug auf den Tatbestand der Gefährdung des Lebens kann zunächst auf die 
zutreffenden allgemeinen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 1304 ff., S. 42 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Ergänzend zu den 
Ausführungen der Vorinstanz ist festzuhalten, dass den Tatbestand der Gefähr-
dung des Lebens nach Art. 129 StGB erfüllt, wer einen Menschen in skrupelloser 
Weise in unmittelbare Lebensgefahr bringt. In objektiver Hinsicht erfordert der Tat-

24

bestand den Eintritt einer konkreten unmittelbaren Lebensgefahr. Eine solche liegt 
vor, wenn sich aus dem Verhalten des Täters nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge direkt die Wahrscheinlichkeit oder nahe Möglichkeit der Todesfolge ergibt 
(BGE 133 IV 1 E. 5.1 S. 8 mit Hinweisen). Dies setzt indes nicht voraus, dass die 
Wahrscheinlichkeit des Todes grösser sein muss als jene seines Ausbleibens 
(BGE 121 IV 67 E. 2b/aa S. 70 mit Hinweis). Die Rechtsprechung bejahte im Zu-
sammenhang mit dem Einsatz von Schusswaffen eine unmittelbare Lebensgefahr 
im Sinne von Art. 129 StGB etwa bei der Bedrohung eines Menschen mit einer ge-
ladenen und entsicherten Pistole aus kürzester Distanz - dies unabhängig davon, 
ob der Täter den Finger am Abzug hat oder nicht. Die bundesgerichtliche Recht-
sprechung lässt damit das Ziehen einer Faustfeuerwaffe nicht mehr genügen, wenn 
die Schussbereitschaft erst noch durch eine Manipulation (Laden, Entsichern) er-
stellt werden muss (BGE 121 IV 67, in: Pra 85 Nr. 24). Richtet der Täter eine 
schussbereite Waffe auf einen Menschen, kann sich auch ohne weitere zielgerich-
tete Handlungen des Täters – etwa zufolge Aufregung, unvorhergesehener Reakti-
on des Opfers, Intervention Dritter oder Defekts der Waffe – jederzeit ungewollt ein 
Schuss lösen. Es hängt demnach nur vom Zufall ab, ob das Opfer durch einen 
Schuss getötet werden kann, so dass eine unmittelbare Lebensgefahr für den Be-
drohten beim Einsatz von schussbereiten Waffen stets gegeben ist (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_317/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 3.2 f.).  

Das Bundesgericht erachtet durch Bedrohung eines Menschen mit einer geladenen 
und entsicherten Pistole aus kürzester Distanz – wie gesagt unabhängig davon, ob 
der Täter den Finger am Abzug hat oder nicht – den Tatbestand der Gefährdung 
des Lebens als gegeben. Dies muss umso mehr gelten, wenn es zu einer gewoll-
ten Schussabgabe in unmittelbarer Nähe von Personen kommt. Indem der Be-
schuldigte die Waffe, selbst wenn er den Finger noch nicht am Abzug hatte, zuerst 
auf E.________ und alsdann auf D.________ richtete, schaffte er gestützt auf die 
zitierte Rechtsprechung des Bundesgerichts bereits eine konkrete Lebensgefahr. 
Die Vorinstanz hielt hierzu zutreffend fest, dass der Beschuldigte stark erregt ge-
wesen war und es sich um ein dynamisches Geschehen handelte, in welchem sich 
jederzeit unkontrolliert ein Schuss hätte lösen können (pag. 1307, S. 45 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). Sodann schoss der Beschuldigte einmal in unmit-
telbarer Nähe von D.________ und E.________ in den Boden und ein weiteres Mal 
in die Luft. Schliesslich gab der Beschuldigte weitere fünf Schüsse in Richtung des 
Restaurants ab, in welchem sich F.________ aufhielt. G.________ sass zu diesem 
Zeitpunkt auf der Mauer des benachbarten Restaurants und damit gegenüber der 
Fassade, auf welche der Beschuldigte die Schüsse abfeuerte. E.________ und 
D.________ befanden sich während dieser Schussabgaben nach wie vor in unmit-
telbarer Nähe des Beschuldigten, wobei dieser die Schüsse neben dem Kopf von 
D.________ bzw. zwischen ihr und E.________ hindurch abfeuerte. Der Beschul-
digte vermochte aufgrund des vorangegangenen aggressiven verbalen Streits und 
seines aufgebrachten emotionalen Zustands weder die Beschaffenheit der Auf-
prallstelle noch die Handlungen und Bewegungen der anwesenden Personen vor-
auszusehen bzw. zu kontrollieren oder zuverlässig einzuschätzen. Darüber hinaus 
erfolgten die Schussabgaben in der dicht bebauten Altstadt von C.________(Ort). 
Es mag sein, dass sich durch eine wissenschaftliche Analyse – in Form eines Gut-

25

achtens, wie dies von seitens der Verteidigung vorgebracht wurde – der Schuss-
winkel, der physikalischen Beschaffenheit der Aufprallstelle und der Analyse der 
einzelnen Projektile sowie deren Abpraller die logische Erkenntnis ergeben würde, 
dass keine tödliche Verletzung drohte. Ebenso steht allerdings auch fest, dass die 
aleatorischen Umstände weitgehend ausserhalb der Einflussmöglichkeit des Be-
schuldigten lagen. Es wäre durchaus möglich gewesen, dass sich eine der anwe-
senden Person unerwartet bewegt hätte und dadurch unverhofft in die Schusslinie 
geraten wäre oder der Beschuldigte selbst eine unerwartete Bewegung gemacht 
hätte, so dass sich der Schusswinkel verändert hätte. Die eingangs erwähnte 
Rechtsprechung zeigt auf, dass eine Schussabgabe in unmittelbarer Nähe von 
Personen missbilligt und als strafwürdig im Sinne von Art. 129 StGB angesehen 
wird. Wer – wie der Beschuldigte – nach einer erfolglosen heftigen verbalen Aus-
einandersetzung zur Waffe greift, diese lädt und entsichert, dann zuerst einen 
Schuss in den Boden und einen in die Luft sowie anschliessend fünf weitere 
Schüsse ins Innere eines Restaurants abgibt, schafft bei Betrachtung der gesam-
ten Umstände und der dargelegten Rechtsprechung ohne Weiteres eine (Lebens-
)Gefährdung im objektiven Sinne. Die Kammer schliesst sich den Ausführungen 
der Vorinstanz an, wonach D.________ und E.________ aufgrund der unmittelba-
ren Nähe direkt oder durch einen Abpraller/Querschläger hätten getroffen und töd-
lich verletzt werden können (pag. 1307 f., S. 45 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Dasselbe hat für F.________ zu gelten, welche sich im Innern des Re-
staurants aufhielt und auch für G.________, welcher auf der Mauer des benachbar-
ten Restaurants sass. Dies zeigt sich insbesondere auch dadurch, dass sowohl 
D.________ als auch G.________ verletzt wurden. Im Ergebnis ist somit von einer 
unmittelbaren Lebensgefahr auszugehen. 

Der objektive Tatbestand ist damit erfüllt. Daran vermag auch nichts zu ändern, 
dass der Beschuldigte ein geübter Schütze gewesen sein soll. Die Vorinstanz weist 
zu Recht darauf hin, dass ihm gerade als solcher bewusst gewesen sein muss, 
dass es bei Schüssen in einen Pflastersteinboden oder auf ein Gebäude Abpraller 
oder Querschläger geben kann (pag. 1308, S. 46 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). Hinzu kommt der aufgebrachte Zustand des Beschuldigten. Unter die-
sen Umständen war dem Beschuldigten ein genaues Zielen und eine kontrollierte 
Schussabgabe nicht möglich, was diesem als geübter Schütze umso mehr bewusst 
gewesen sein muss. 

12.2 Subjektiver Tatbestand 

Der subjektive Tatbestand verlangt in Bezug auf die unmittelbare Lebensgefahr di-
rekten Vorsatz, Eventualvorsatz genügt nicht. Weiter erfordert der Tatbestand ein 
skrupelloses Handeln. Skrupellos ist ein in schwerem Grad vorwerfbares, ein rück-
sichts- oder hemmungsloses Verhalten (BGE 133 IV 1 E. 5.1 S. 8 mit Hinweisen). 
Skrupellosigkeit liegt stets vor, wenn die Lebensgefahr aus nichtigem Grund ge-
schaffen wird oder deutlich unverhältnismässig erscheint, so dass sie von einer tie-
fen Geringschätzung des Lebens zeugt (Urteil des Bundesgerichts 6B_83/2016 
vom 15. Juni 2016 E. 2.3 mit Hinweis).

Der Beschuldigte wollte mit seinem Handeln und im Konkreten mit der Schussab-
gabe den anwesenden Personen Angst einjagen und seinem Anliegen – dem Ein-

26

fordern des Geldes – Nachdruck verleihen. Dem Beschuldigten kann nicht unter-
stellt werden, er habe jemanden lebensgefährlich verletzen wollen; vorliegend ist 
denn auch keine versuchte vorsätzliche Tötung angeklagt. Vorsatz im Sinne von 
Art. 129 StGB verlangt nicht die Inkaufnahme einer Todesfolge, sondern vielmehr 
das Wissen und der bewusste Wille, eine Lebensgefahr zu schaffen, auch wenn 
darauf vertraut wird, dass niemand ums Leben kommt. Der Beschuldigte gab quasi 
Warnschüsse ab, um seinem Anliegen das notwendige Gewicht zu verleihen. 
K.________ entfernte sich bereits von den Örtlichkeiten, als der Beschuldigte die 
Waffe hervornahm und damit noch vor der ersten Schussabgabe. Hätte dieser im 
Handeln des Beschuldigten keine Gefahr gesehen, hätte er sich auch nicht vom Ort 
des Geschehens entfernt. Der Beschuldigte wollte den Anwesenden Angst ma-
chen, sie damit bedrohen und seinem eigentlichen Handlungsziel – von 
E.________ Geld erhältlich zu machen – durch die Bedrohung mit der Schusswaffe 
und dem Abfeuern von sieben Schüssen Nachdruck zu verleihen. Das gesamte 
Verhalten des Beschuldigten in dieser Situation kann vor dem Hintergrund der zi-
tierten Rechtsprechung nicht anders ausgelegt werden, als dass er sich mit der 
unmittelbaren Lebensgefahr für die anwesenden als notwendige Folge seines 
Handelns abfand und entsprechend mit Gefährdungsvorsatz handelte. Die Vorge-
hensweise am Tatort dokumentiert die Erfüllung des Tatbestands der Gefährdung 
des Lebens auf eindrückliche Weise. Der Beschuldigte wusste um die Anwesenheit 
von D.________ und E.________, welche sich in seiner unmittelbaren Nähe auf-
hielten. Weiter wusste er, dass sich mindestens eine weitere Person im Innern des 
Restaurants aufhielt und sich weitere Personen auf der Terrasse des benachbarten 
Restaurants befanden. Er musste denn auch damit rechnen, dass sich weitere 
Personen in der unmittelbaren Umgebung aufhalten könnten, erfolgte die Schuss-
abgabe doch in der Altstadt von C.________(Ort). 

Für den Beschuldigten bestand nicht der geringste Anlass zur Pistole zu greifen 
und insgesamt sieben Schüsse abzugeben. Der Beschuldigte wollte sich auf diese 
völlig unverhältnismässige Art und Weise Gehör verschaffen und seiner Forderung 
gegenüber E.________ Nachdruck verleihen. Der Vorfall fand im öffentlichen 
Raum – der relativ engen Altstadt von C.________(Ort) – unmittelbar auf der Ter-
rasse eines Restaurants statt. Dabei hat er auch einen Besucher des benachbarten 
Restaurants – einen völlig Unbeteiligten – getroffen und verletzt. Es hätten durch-
aus weitere unbeteiligte Dritte getroffen werden können. Der Beschuldigte hat die 
illegal mitgeführte Schusswaffe auf einen verbalen Streit folgend eingesetzt und in 
unmittelbarer Nähe von Personen (2 Schüsse) sowie ins im Dunkeln liegende Inne-
re des Restaurants geschossen (5 Schüsse). Soweit der Beschuldigte vorbringt, er 
habe bewusst und gezielt dorthin geschossen, wo sich niemand aufgehalten habe, 
kann ihm bei vorliegender Sachlage nicht gefolgt werden. Schon die Schussverläu-
fe zeigen auf, dass die Schussabgaben unkontrolliert und nicht etwa gezielt erfolg-
ten. Das völlig unverhältnismässige Handeln des Beschuldigten war sehr gefähr-
lich.  Der Beschuldigte handelte damit auch skrupellos im Sinne von Art. 129 StGB, 
wodurch auch der subjektive Tatbestand von Art. 129 StGB erfüllt ist. 

27

12.3 Mehrfachbegehung sowie Rechtfertigungs- und Schuldausschliessungs-
gründe 

Die Vorinstanz nimmt eine mehrfach begangene Gefährdung des Lebens zum 
Nachteil der jeweils konkret gefährdeten Person an (pag. 1311, S. 49 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können mehrere Einzelhandlungen 
dann als Einheit angesehen werden, wenn sie auf einem einheitlichen Willensakt 
beruhen und wegen des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs bei ob-
jektiver Betrachtung noch als einheitliches zusammengehörendes Geschehen er-
scheinen (BGE 133 IV 266 mit weiteren Hinweisen). 

Anders als die Vorinstanz gelangt die Kammer zum Schluss, dass die einzelnen 
Schussabgaben nicht nur räumlich und zeitlich eng zusammenhängen, sondern 
letztlich auch auf dem gleichen Willensakt beruhen. Das Handeln des Beschuldig-
ten und konkret die Schussabgaben waren ausgerichtet auf dasselbe Handlungs-
ziel, nämlich auf das Eintreiben des Geldes, und davon geprägt, seinen mündlichen 
Forderungen mehr Gewicht zu verleihen. Dass durch die sieben Schüsse insge-
samt vier Personen unabhängig voneinander gefährdet wurden, vermag daran 
nichts zu ändern und wird im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigen sein. 
Die sieben Schüsse erfolgten am selben Tatort zeitlich unmittelbar aufeinander, 
weshalb sich diese – mit Blick auf das gemäss Willensentschluss verfolgte Hand-
lungsziel – zu einer einheitlichen Handlung zusammenfügen lassen, wodurch in 
rechtlicher Hinsicht keine Mehrfachbegehung vorliegt.

Schliesslich prüfte die Vorinstanz die vorgebrachten Rechtfertigungsgründe der 
Notwehr und des Notstands. Auf diese zutreffenden Ausführungen kann verwiesen 
werden (pag. 1311 f., S. 49 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Ergänzend 
ist festzuhalten, dass oberinstanzlich nicht mehr daran festgehalten wurde 
(pag. 1471). Die Kammer gelangt in Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum 
Schluss, dass weder Schuldausschliessungs- noch Rechtfertigungsgründe vorlie-
gen. 

Der Beschuldigte ist demnach der Gefährdung des Lebens im Sinne von Art. 129 
StGB, begangen am 29. September 2018 zum Nachteil von E.________, 
D.________, F.________ und G.________ schuldig zu erklären. 

13. Versuchte Nötigung

13.1 Objektiver und subjektiver Tatbestand

In Bezug auf den Tatbestand der Nötigung sowie hinsichtlich der Begehungsform 
des Versuchs kann zunächst auf die zutreffenden allgemeinen Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 1314 f., S. 52 f. der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung). 

13.2 Subsumtion 
Vorliegend schoss der Beschuldigte insgesamt sieben Mal, um E.________ zur 
Zahlung von rund CHF 22'000.00 zu bewegen. Weiter sagte er diesem gegenüber, 
dass er nun eine Woche Zeit habe, das Geld zu besorgen, andernfalls werde er ihn 

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erschiessen. Damit drohte der Beschuldigte E.________ ernstliche Nachteile an, 
welche er durch die sieben Schussabgaben untermauerte, so dass auch eine be-
sonnene Person in dieser Lage gefügig gemacht worden wäre. Der Beschuldigte 
handelte vorsätzlich, war doch sein eigentliches Handlungsziel, E.________ zur 
Bezahlung des geforderten Geldbetrages zu bewegen. Da dieser Erfolg schliess-
lich ausblieb, blieb es beim (vollendeten) Versuch. 

Unrechtmässig ist eine (versuchte) Nötigung, wenn das Mittel oder der Zweck un-
erlaubt ist, wenn das Mittel zum erstrebten Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht 
oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem 
erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist. Letzteres trifft insbe-
sondere zu, wenn zwischen dem Gegenstand der Drohung und demjenigen der 
Forderung kein sachlicher Zusammenhang besteht (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1037/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.3.3). Die Schussabgaben und die ausge-
sprochene Drohung stellen eine Straftat und damit ein unerlaubtes Nötigungsmittel 
dar. Rechtfertigungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich. 
Der Beschuldigte handelte damit auch rechtswidrig und schuldhaft. 

Der Beschuldigte ist folglich – wie in erster Instanz – auch wegen versuchter Nöti-
gung im Sinne von Art. 181 i.V. mit Art. 22 StGB, begangen am 29. September 
2018 schuldig zu erklären. 

IV. Strafzumessung

14. Allgemeine Grundsätze zur Strafzumessung, Strafrahmen und Strafart

Gemäss Art. 47 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des 
Täters zu. Bei der Strafzumessung ist zwischen Tat- und Täterkomponenten zu un-
terscheiden. Die Tatkomponenten umfassen das Ausmass des verschuldeten Er-
folges, die Art und Weise der Begehung der Tat, die Willensrichtung und die Be-
weggründe des Täters. Zu den Täterkomponenten sind die persönlichen Verhält-
nisse des Täters, das Vorleben und die Vorstrafen, das Verhalten nach der Tat und 
im Strafverfahren, die Strafempfindlichkeit sowie weitere strafmindernde und straf-
er-höhende Aspekte zu zählen. Nach Art. 50 aStGB hat das Gericht in der Urteils-
begründung die für die Zumessung der Strafe erheblichen Umstände und deren 
Gewichtung zu begründen. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte 
Strafe rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss plausibel erscheinen (BGE 134 IV 17 
E. 2.1).

Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen für meh-
rere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe der 
schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf jedoch das Höchstmass 
der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei ist es an das 
gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 49 Abs. 1 StGB). Die Voraus-
setzungen der Gleichartigkeit i.S.v. Art. 49 Abs. 1 StGB sind erfüllt, wenn das Ge-
richt im konkreten Fall für jeden einzelnen Normverstoss die gleiche Strafart aus-
fällt. Dass die anzuwendenden Strafbestimmungen abstrakt gleichartige Strafen 

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androhen, genügt dabei nicht. Geldstrafe und Freiheitsstrafe stellen keine gleichar-
tigen Strafen i.S.v. Art. 49 Abs. 1 StGB dar (BGE 144 IV 217).

Bei der Strafzumessung ist vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu be-
stimmen. Alsdann hat das Gericht die Einsatzstrafe für die schwerste Straftat in-
innerhalb des Strafrahmens festzusetzen, indem es alle diesbezüglichen straferhö-
henden und strafmindernden Umstände berücksichtigt. Bei der Festsetzung der 
Einsatzstrafe sind zunächst alle (objektiven und subjektiven) verschuldensrelevan-
ten Umstände zu beachten. In einem weiteren Schritt sind die übrigen Delikte zu 
beurteilen. Auch insoweit muss es den jeweiligen Umständen Rechnung tragen 
(BGE 144 IV 217, 142 IV 265, Urteil des Bundesgerichts 6B_559/2018 vom 26. Ok-
tober 2018). In weiteren Schritten hat die Strafzumessung auch für die übrigen De-
likte zu erfolgen. Liegt eine gleichartige Strafe vor, ist die Einsatzstrafe unter Ein-
bezug der anderen Straftaten angemessen zu erhöhen, wobei in Anwendung des 
Asperationsprinzips aufzuzeigen ist, in welchem Ausmass die Einsatzstrafe erhöht 
wird. Das Gericht hat sämtliche Einzelstrafen für die von ihm zu beurteilenden De-
likte festzusetzen und zu nennen, damit beurteilt werden kann, ob die einzelnen 
Strafen und deren Gewichtung bei der Strafschärfung bundesrechtskonform sind 
(BGE 142 IV 265 E. 2.4.3. S. 2701 f. mit Hinweisen, Urteil des Bundesgerichts 
6B_559/2018 vom 26. Oktober 2018). 

Erst nach der Festlegung der Gesamtstrafe für sämtliche Delikte sind endlich die 
allgemeinen Täterkomponenten zu berücksichtigen (Urteil 6B_466/2013 E. 2.3.2; 
Urteil 6B_42/2016 E. 5.1; Urteil 6B_236/2016 E. 4.2).

Der Beschuldigte hat sich der qualifizierten einfachen Körperverletzung mit Waffe, 
der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, begangen durch Erwerb und Be-
sitz einer Waffe ohne Waffenerwerbsschein und ohne Ausnahmebewilligung, Tra-
gen einer Waffe ohne Waffentragbewilligung sowie Schiessen mit einer Feuerwaffe 
an einem öffentlichen Ort, der Widerhandlung gegen das Gewässerschutzgesetz, 
der Gefährdung des Lebens sowie der versuchten Nötigung schuldig gemacht. 

Die Schuldsprüche wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz, begangen 
durch Schiessen mit einer Feuerwaffe an einem öffentlichen Ort und wegen Wider-
handlung gegen das Gewässerschutzgesetz sowie die hierfür ausgesprochene 
Übertretungsbusse von CHF 700.00 sind rechtskräftig. Weiter sind die Schuld-
sprüche wegen qualifizierter einfacher Körperverletzung mit Waffe, der übrigen Wi-
derhandlungen gegen das Waffengesetz rechtskräftig, nicht dagegen ihre Sanktion. 

Der ordentliche Strafrahmen für die Gefährdung des Lebens beträgt Freiheitsstrafe 
bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe (Art. 129 StGB). Die qualifizierte einfache Kör-
perverletzung, die Nötigung und die Widerhandlung gegen das Waffengesetz durch 
Erwerb und Besitz einer Waffe ohne Waffenerwerbsschein und ohne Ausnahme-
bewilligung sowie Tragen einer Waffe ohne Waffentragbewilligung werden mit Frei-
heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB, 
Art. 181 StGB, Art. 33 Abs. Bst. a WG). 

Vorab hält die Kammer in Übereinstimmung mit den vorinstanzlichen Erwägungen 
fest, dass aufgrund des Verschuldens sowie des engen zeitlichen und sachlichen 
Zusammenhangs für sämtliche Delikte – mit Ausnahme der Widerhandlungen ge-

30

gen das Waffengesetz – die Ausfällung einer Freiheitsstrafe sachgerecht und 
zweckmässig erscheint, namentlich auch für die qualifizierte einfache Körperverlet-
zung mit Waffe und der versuchten Nötigung. Der Beschuldigte beging sämtliche 
Delikte im Rahmen der Geltendmachung seiner Forderung gegenüber E.________ 
am 29. September 2018 in C.________(Ort), als er das Restaurant «Q.________» 
aufsuchte. Damit liegt die Gleichartigkeit der Strafen vor, weshalb die Einsatzstrafe 
für das schwerste Delikt zu bestimmen ist, welche anschliessend um die übrigen 
Strafen zu asperieren ist. 

Dagegen erachtet die Kammer für die Widerhandlungen gegen das Waffengesetz 
eine Geldstrafe für angemessen. 

15. Einsatzstrafe für die Gefährdung des Lebens 

15.1 Objektive Tatschwere

Das von Art. 129 StGB erfasste Rechtsgut ist das Leben (MAEDER, in: Basler 
Kommentar, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 4. Auflage 2019, N. 7 zu Art. 129).

Der Beschuldigte gefährdete einerseits E.________ und D.________, indem er 
seine Schusswaffe plötzlich und in aufgebrachtem Zustand auf den Oberkörper von 
E.________ und schliesslich zwischen Oberkörper und Kopf von D.________ rich-
tete. Alsdann hat der Beschuldigte zuerst einmal in den Boden und einmal in die 
Luft geschossen, bevor er schliesslich an E.________ und D.________ vorbei wei-
tere fünf Schüsse an die Fassade resp. ins Innere des Restaurants abfeuerte. Auf-
grund der örtlichen Gegebenheiten in der Altstadt von C.________(Ort) mit Pflas-
tersteinböden, Mauern und kleinräumigen Verhältnissen bestand eine erhöhte Ge-
fahr von Abprallern. E.________ und D.________ befanden sich während der 
Schussabgabe in unmittelbarer Nähe des Beschuldigten, was allein auf die Gefähr-
lichkeit hinweist. Dasselbe hat für die Schussabgaben an die Fassade bzw. ins im 
Dunkeln liegende Innere des Restaurants zu gelten. Während D.________ unmit-
telbar vor dem Beschuldigten und E.________ leicht hinter ihr stand, war der Be-
schuldigte darauf angewiesen, dass sich diese ruhig verhielten, damit er diese 
durch die Schüsse nicht direkt verletzte. Dies war für den Beschuldigten jedoch 
weder vorhersehbar noch irgendwie berechenbar. Dabei mussten E.________ und 
D.________, aber auch F.________, welche sich im Innern des Restaurants auf-
hielt und die Schüsse nur hörte, sowie G.________ unbeschreibliche Ängste 
durchstehen. G.________ hatte – wie K.________ – die Möglichkeit, sich nach 
dem ersten Schuss in Sicherheit zu bringen. Diese Möglichkeit blieb E.________ 
und D.________, welche sich auf der Terrasse in unmittelbarer Nähe des Beschul-
digten befanden, verwehrt. Sie waren dem ganzen Vorfall bis zuletzt ausgesetzt. 

Hinsichtlich der Art und Weise der Herbeiführung ist darauf hinzuweisen, dass der 
Beschuldigte geplant vorging. Er organisierte über seinen Mitbewohner 
K.________ ein Auto und liess sich von diesem zum Restaurant in 
C.________(Ort) fahren. Dabei trug er die Waffe mit sich, welche er noch vor Be-
treten des Restaurants zusammensetzte und damit gebrauchsbereit machte. Die 
Vorgehensweise des Beschuldigten – Richten der Waffe auf E.________ und 
D.________, anschliessende Abgabe von je einem Schuss in den Boden und in die 
Luft in unmittelbarer Nähe von D.________ sowie E.________ und schliesslich Ab-

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feuern weiterer fünf Schüsse an die Fassade und ins Innere des Restaurants – 
zeugt von grosser krimineller Energie. Der Beschuldigte ging skrupellos vor, was 
jedoch – da tatbestandsimmanent – nicht zusätzlich verschuldenserhöhend 
berücksichtigt werden darf (Doppelverwertungsverbot). 

Das objektive Tatverschulden ist im Verhältnis zum Strafrahmen im schweren Be-
reich anzusiedeln. 

15.2 Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich, was ebenfalls tatbetandsmimmanent 
ist. Der Beschuldigte wollte von E.________ das Geld einfordern, um seine Familie 
in die Schweiz holen zu können. Diese Forderung untermauerte er mit dem Einsatz 
der Schusswaffe. Er wollte den Anwesenden Angst machen und seine Machtpositi-
on demonstrieren, um seiner Forderung mehr Gewicht zu verleihen. Die Vorinstanz 
hielt zutreffend fest, dass es zwar nachvollziehbar erscheint, die eigene Kernfamilie 
bei sich haben zu wollen und deswegen verzweifelt zu sein. Dies alleine kann aber 
nicht zu einer Strafminderung führen (pag. 1328, S. 66 der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). Der Beschuldigte handelte aus rein egoistischen Motiven in völlig 
unverhältnismässiger Weise. Insgesamt wirken sich die subjektiven Tatkomponen-
ten neutral aus.

15.3 Fazit 

Das (Gesamt-)Tatverschulden des Beschuldigten ist – im Verhältnis zum Strafrah-
men, der bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe reicht – insgesamt als s