# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce03695c-da95-5b96-ab33-43f007101173
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.10.2008 D-4518/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4518-2006_2008-10-31.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-4518/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  O k t o b e r  2 0 0 8

Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richterin Emilia Antonioni,
Richterin Nina Spälti Giannakitsas;
Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni.

A._______, geboren _______, und Sohn _______, 
geboren _______, Senegal,
beide vertreten durch Astrid Geistert,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
vormals Bundesamt für Flüchtlinge (BFF),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM
vom 21. Januar 2005 / _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-4518/2006

Sachverhalt:

A.
A.a Die  Beschwerdeführerin  suchte  am  1.  September  2004  in  der 
Schweiz um Asyl nach. Am 3. September 2004 wurde sie in der Emp-
fangsstelle (heute: Empfangs- und Verfahrenszentrum) _______ sum-
marisch befragt. Für den Aufenthalt während der Dauer des Asylver-
fahrens wurde sie dem Kanton _______ zugewiesen.  Die zuständige 
kantonale Behörde hörte sie am 8. Oktober 2004 zu ihren Asylgründen 
an.  Das  Bundesamt  verzichtete  auf  eine  zusätzliche  Befragung  der 
Beschwerdeführerin. 

A.b Anlässlich  der  Befragungen  machte  die  Beschwerdeführerin  im 
Wesentlichen geltend, sie stamme aus Dakar, gehöre der Ethnie der 
Wolof  an  und  sei  muslimischen  Glaubens.  Nach  der  Primarschule 
habe sie einen Informatikkurs besucht und in einem Coiffeursalon ge-
arbeitet. Ende des Jahres 2002 habe ihre Mutter ihr eröffnet, dass man 
sie mit einem älteren Mann, der bereits eine Ehefrau habe, verheiraten 
werde. Sie - die Beschwerdeführerin - habe sich diesem Ansinnen je-
doch widersetzt und sei daraufhin von ihrer Mutter schlecht behandelt 
worden. So habe diese ihr auch kein Geld für eine dringende medizini-
sche Behandlung im Spital  gegeben. Sie -  die Beschwerdeführerin  - 
habe sich daher an einen traditionellen Heiler  wenden müssen,  wel-
cher ihr gesagt habe, sie sei wahrscheinlich vergiftet worden. Sie sei 
dann aus dem Haus ihrer Mutter, wo auch zahlreiche weitere Verwand-
te wohnten, ausgezogen und zu ihrer Freundin _______ nach _______ 
gegangen. Während ihres Aufenthaltes in _______ sei sie wiederholt 
von  ihrer  Familie  aufgefordert  worden,  zurückzukehren  und  sich 
verheiraten  zu  lassen.  In  der  Folge  habe  ihre  Freundin  ihr  einen 
gefälschten, mit einem Visum für Frankreich versehenen Pass besorgt 
und sei ihr bei der der Organisation der Ausreise behilflich gewesen.

Im Januar 2004 habe sie Senegal über den Flughafen von Dakar ver-
lassen und sei auf dem Luftweg nach Paris gereist. Dort sei sie von ei-
nem  afrikanischen  Mann  aus  _______,  den  sie  vorher  per  E-mail 
kennengelernt habe, abgeholt und nach _______ gebracht worden. Da 
ihre Mutter Verwandte habe, welche in Frankreich lebten, habe sie sich 
dort  auch  nicht  sicher  gefühlt  und  sei  deshalb  im  Februar  2004  in 
einem  Personenwagen  unter  Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  die 
Schweiz eingereist. Sie habe dann bei einem belgischen Staatsange-
hörigen im Kanton _______ gewohnt. Dieser Mann habe ihr die Ehe 

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versprochen,  weshalb  sie  sich  durch  ihre  Freundin  _______  aus 
Senegal  eine  Geburtsurkunde sowie  einen Strafregisterauszug  habe 
schicken lassen. Als der Mann erfahren habe, dass sie schwanger sei, 
habe  er  sie  zur  Polizei  gebracht,  wo  sie  aus  Angst  vor  einer 
Rückschaffung  eine  falsche  Identität  (_______,  geboren  _______, 
Mauretanien)  angegeben  habe;  er  habe  sie  dann  weggeschickt  und 
sich auch geweigert, die Vaterschaft des Kindes anzuerkennen. Da sie 
- nunmehr schwanger mit dem Kind eines Weissen - nicht nach Hause 
zurückkehren könne, habe sie am 1. September 2004 in der Schweiz 
um Asyl nachgesucht. 

Für den weiteren Inhalt der Aussagen wird auf die Protokolle bei den 
Akten verwiesen. Soweit für den Entscheid wesentlich, wird darauf in 
den Erwägungen eingegangen. 

A.c Die Beschwerdeführerin reichte im Verlaufe des vorinstanzlichen 
Verfahrens Kopien der Geburtsurkunde und des Strafregisterauszuges 
zu den Akten. Die Originale der fraglichen Dokumente habe sie irgend-
wo zwischen Lausanne und Yverdon verloren. 

A.d Am  _______  brachte  die  Beschwerdeführerin  in  _______  ihren 
Sohn _______ zur Welt.

B.
Mit Verfügung vom 21. Januar 2005 - eröffnet am 24. Januar 2005 - 
lehnte das BFM das Asylgesuch mit der Begründung ab, die Vorbrin-
gen der Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an die Glaub-
haftigkeit nicht stand. Gleichzeitig ordnete es die Wegweisung aus der 
Schweiz  an  und  stellte  fest,  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Be-
schwerdeführerin und ihres Sohnes sei zulässig, zumutbar und mög-
lich. 

C.
Die Beschwerdeführerin beantragte durch ihre Vertreterin bei der da-
mals  zuständigen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  mit 
Eingabe vom 22. Februar 2005 - unter Aufhebung der vorinstanzlichen 
Verfügung -  die  Gewährung des Asyls;  eventualiter  ersuchte  sie  um 
vorläufige  Aufnahme  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvoll-

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zugs. In prozessrechtlicher Hinsicht sei ihr die unentgeltliche Prozess-
führung zu bewilligen. 

Zur Stützung dieser Anträge -  für deren Begründung, soweit  für den 
Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen 
wird - wurden ein an die Beschwerdeführerin adressiertes Schreiben 
der  Vormundschaftsbehörde der  Gemeinde _______  vom 3. Februar 
2005 betreffend die  Frage der  Vaterschaft  des  Kindes _______ und 
eine am 22. Februar 2005 von der Vertreterin der Beschwerdeführerin 
verfasste, an die Amtsvormundin der Gemeinde _______ gerichtete E-
mail,  wonach  die  Beschwerdeführerin  mit  dem  angegebenen 
Kindsvater noch keinen Kontakt habe herstellen können, zu den Akten 
gegeben. 

Die in der Beschwerdeschrift in Aussicht gestellte Fürsorgeabhängig-
keitsbestätigung ging am 2. März 2005 bei der ARK ein.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 4. März 2005 verzichtete die ARK auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig wurde der Beschwer-
deführerin beziehungsweise deren Vertreterin mitgeteilt, über das wei-
tere Begehren um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  werde zu einem 
späteren Zeitpunkt befunden. 

E.
Gemäss  Bericht  der  Polizei  _______  vom  4. November  2005 
unternahm  die  Beschwerdeführerin  am 1. November  2005  eine  ver-
suchte Selbsttötung durch Aufschneiden der Pulsadern und wurde in 
der  Folge  zur  ambulanten  Behandlung  ins  Kantonsspital  _______ 
überführt. Am 2. November 2005 sei sie "auf freiwilliger Basis" in die 
Akutstation  der  Kantonalen  Psychiatrischen  Klinik  in  _______ 
eingetreten,  während  das  Kind  _______  im  Kinderheim  _______  in 
_______ untergebracht worden sei. 

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F.
F.a Das  nunmehr  zuständige  Bundesverwaltungsgericht  forderte  die 
Vertreterin  der  Beschwerdeführerin  mit  Zwischenverfügung  vom 
6. Februar 2008 auf, bis zum 7. März 2008 ein detailliertes, die aktuel-
len Krankheitssymptome sowie die derzeitige und noch zu erfolgende 
Behandlung  beschreibendes  ärztliches  Zeugnis  einzureichen  und 
gleichzeitig auch zu dem aus den Akten zu entnehmenden Umstand, 
dass  die  Beschwerdeführerin  im  Sommer  2007  Vorbereitungen  zur 
Eheschliessung in der Schweiz getätigt habe, Stellung zu nehmen. 

F.b Die  Beschwerdeführerin  liess  sich  durch  ihre  Vertreterin  am 
6. März 2008 vernehmen. Diese teilte mit, das erwähnte Heiratsverfah-
ren werde im Moment nicht weitergeführt, und gab sodann - jeweils in 
Kopie - mehrere von der Beschwerdeführerin und der Vormundschafts-
behörde  der  Gemeinde  _______  verfasste,  die  Aufhebung  der 
Prozessbeistandschaft  und  die  Wiederaufnahme  der  Vaterschaftsab-
klärungen betreffende Briefe sowie einen am 2. März 2008 erstellten 
ärztlichen Bericht zu den Akten. Gemäss dem ärztlichen Bericht befin-
det  sich die Beschwerdeführerin  seit  dem 4. Dezember  2007 wegen 
Depressionen  und  Schlafstörungen  bei  Dr.  M.H.  In  _______  in 
Behandlung.  Die  Behandlung  bestehe  aus  der  Verabreichung  von 
Antidepressiva sowie monatlich stattfindenden Gesprächen. 

G.
G.a Das BFM beantragte mit Vernehmlassung vom 19. März 2008 die 
Abweisung der Beschwerde, da diese keine neuen erheblichen Tatsa-
chen oder Beweismittel enthalte, welche eine Änderung seines Stand-
punktes rechtfertigen könnten. Nachdem die Vorbringen der Beschwer-
deführerin (Zwangsverheiratung und die daraus erwachsenen Proble-
me mit den Eltern) nicht glaubhaft seien, sei davon auszugehen, dass 
jene  sich  in  der  Heimat  auf  ein  intaktes  Beziehungsnetz  abstützen 
könne, zumal sie über eine gewisse Schulbildung und über Berufser-
fahrung verfüge. Im Übrigen gebe es in Senegal und insbesondere in 
der Hauptstadt Dakar viele Ehen zwischen Weissen und Schwarzafri-
kanern, weshalb auch die Behauptung, ein Kind aus einer solchen Be-
ziehung würde dort diskriminiert, haltlos sei. Schliesslich wurde festge-
halten, einerseits liessen die im ärztlichen Bericht erwähnten psychi-
schen Probleme noch nicht auf eine erhebliche Gefährdung von Leib 
und Leben schliessen, andererseits bestehe in Senegal, namentlich in 

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der  Hauptstadt  Dakar,  die  Möglichkeit  der  Behandlung  von  psychi-
schen Beschwerden. 

G.b Am  7.  April  2008  liess  sich  die  Beschwerdeführerin  durch  ihre 
Vertreterin - unter Beilage eines am 4. April 2008 von der Beschwerde-
führerin  verfassten  beziehungsweise  unterschriebenen  Briefes  -  zu 
den in der Vernehmlassung enthaltenen Ausführungen vernehmen und 
wies dabei insbesondere darauf hin, bei einer Rückkehr in die Heimat 
würden die Chancen enorm sinken, "dass der Sohn jemals in Kontakt 
zu seinem Vater treten" könnte; die Nachforschungen nach dem Vater 
müssten intensiviert werden, denn "allein schon die geschuldeten Ali-
mente" könnten eine "recht hohe Summe ergeben, welche für die Zu-
kunft des Sohnes eingesetzt werden könnten". Da die Beschwerdefüh-
rerin Angst vor einer Rückkehr habe, würde sich ihr psychischer Zu-
stand dort "sicherlich nicht verbessern, sondern verschlimmern". 

G.c Die Vertreterin der Beschwerdeführerin liess dem Bundesverwal-
tungsgericht  am 28. Juli  2008 zwei von der Beschwerdeführerin  ver-
fasste Schreiben sowie einen angeblich vom mutmasslichen Grossva-
ter des Kindes Abdoulaye Selle verfassten - jedoch nicht unterzeichne-
ten  -  Brief  zukommen  und  teilte  weiter  mit,  die  Beschwerdeführerin 
möchte  zu  ihrem  Partner  nach  _______  ziehen,  wo  sie  ein 
Heiratsverfahren eingeleitet  habe,  und stelle  daher  beim BFM einen 
Antrag um Kantonswechsel.

Am 31. Juli 2008 ging beim Bundesverwaltungsgericht ein Schreiben 
des Verlobten der Beschwerdeführerin, in welcher dieser - unter Hin-
weis auf beigelegte Unterlagen betreffend die beabsichtigte Eheschlie-
ssung und eine beabsichtigte Anstellung in _______ - um Umteilung in 
den Kanton _______ ersucht, ein.

H.
Die  Vertreterin  der  Beschwerdeführerin  reichte  dem  Bundesverwal-
tungsgericht  am  24.  September  2008  die  Kopie  eines  an  die  Zivil-
standsbehörden  Brüssel  _______  gerichteten  Schreibens  der 
Vormundschaftsbehörde _______ vom 30. Juni 2008 sowie einen am 
22.  September  2008  von  einer  Assistenzärztin  der  Kantonalen  Psy-
chiatrischen  Klinik  in  _______  verfassten  ärztlichen  Bericht  ein. 
Gemäss dem ärztlichen Bericht  suchte die Beschwerdeführerin  nach 
einer  verbalen  Auseinandersetzung  mit  ihrem  Verlobten  ein 

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Frauenhaus  auf,  wo  sie  in  einem  Zustand  der  Verzweiflung  einen 
"Suizidversuch  mit  Fluctine-Tabletten"  unternommen  habe;  seit  dem 
30. Juli 2008 befinde sie sich in stationärer Behandlung, wobei diese 
"noch für einige Wochen indiziert" sein dürfte. 

I.
Mit Zwischenverfügung vom 26. September 2008 lehnte das BFM das 
Gesuch um Umteilung der Beschwerdeführerin vom Kanton _______ 
in den Kanton _______ ab.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5  VwVG. Das Bun-
desamt für Migration (BFM) gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG 
und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine 
das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführer  sind durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise  Änderung.  Die  Beschwerdeführer  sind  daher  zur  Einreichung 
der Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 52 
VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

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2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.  
4.1 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung vorab darauf 
hin, die Beschwerdeführerin habe in Bezug auf ihren Wohnort  sowie 
auf  denjenigen  ihrer  Freundin  und  des  Heilers,  den  sie  aufgesucht 
habe,  widersprüchliche,  tatsachenwidrige  und  auch  unsubstanziierte 
Angaben gemacht.

In der Tat erklärte die Beschwerdeführerin  anlässlich der kantonalen 
Anhörung, ihr Elternhaus befinde sich im Quartier _______ in Dakar; 

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anders als in der Schweiz gebe es dort  weder Strassennamen noch 
Hausnummern (vgl. A14, S. 3). Auf dem von der Beschwerdeführerin 
eingereichten Strafregisterauszug aus Dakar wird als Wohnadresse je-
doch die Avenue _______, Hausnummer 19, genannt. Auf diese Unge-
reimtheit  hingewiesen,  erklärte  die  Beschwerdeführerin  lediglich,  sie 
könne sich die Nummer nie merken (vgl. A14, S. 3 unten).

Im Weiteren vermochte die Beschwerdeführerin - obwohl sie gemäss 
eigenen Angaben bis kurz vor ihrer Ausreise in dieser Stadt gelebt und 
dort auch die Schule besucht hat - nicht anzugeben, in welchem Quar-
tier der Heiler, den sie in Dakar aufgesucht habe, gelebt habe, obwohl 
es ganz in der Nähe ihres Quartiers gewesen sei (vgl. A14, S. 9).

Sodann erklärte die Beschwerdeführerin  auf  die Frage hin,  wie man 
von Dakar nach _______, wo sie nach dem Auszug aus dem Eltern-
haus  während  mehrerer  Monate  bei  ihrer  Freundin  _______  gelebt 
haben will, gelange, man nehme den Zug und komme durch _______ 
(vgl. A14, S. 13). Wie das BFM indessen zutreffend feststellte, liegt Ké-
bèmer zwischen Dakar und _______, so dass man auf dem Weg von 
der senegalesischen Hauptstadt nach _______ nicht durch die - ganz 
im Norden des Landes, unweit der Grenze zu Mauretanien gelegene - 
Stadt _______ fährt.

Angesichts  dieser  Unstimmigkeiten  entstehen  erste  Zweifel  an  der 
Glaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführerin.

4.2 Diese Zweifel werden dadurch erhärtet, dass die Beschwerdefüh-
rerin  -  wie  in  der  angefochtenen  Verfügung  ebenfalls  zutreffend  be-
merkt  wurde - anlässlich der Befragungen auf sehr viele Fragen nur 
ausweichend antwortete oder angab, etwas nicht oder nicht mehr zu 
wissen. Insbesondere die geltend gemachte Zwangsverheiratung wur-
de derart stereotyp, rudimentär und ohne konkreten Handlungsablauf 
geschildert  (vgl. A14,  S. 8-14),  dass nicht der Eindruck entsteht,  die 
Beschwerdeführerin habe das Berichtete tatsächlich selber erlebt. 

4.3 Schliesslich kann auch der Auffassung der Vorinstanz, die Vorbrin-
gen der Beschwerdeführerin seien auch in wesentlichen Punkten wi-
dersprüchlich ausgefallen, gefolgt werden. 

So erklärte sie etwa anlässlich der Erstbefragung, im "Sommer 2003" 
zu ihrer Freundin nach _______ gezogen zu sein (vgl. A1, S. 1). Diese 
Behauptung steht indessen in klarem Widerspruch zu ihrer anlässlich 

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der kantonalen Anhörung gemachten Aussage, gegen Ende 2002 von 
der geplanten Zwangsverheiratung erfahren zu haben (vgl. A14, S. 10) 
und knapp drei Monate später - mithin etwa im Februar 2003 - zu ihrer 
Freundin gezogen zu sein (vgl. A14, S. 12). Nachdem die Beschwerde-
führerin  noch in  der  kantonalen Anhörung präzisierte,  mit  "Sommer" 
Juni  zu  meinen,  kann  auch  ausgeschlossen  werden,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  mit  "Sommer"  die  Monate  Februar  oder  März  ge-
meint haben könnte. 

Des Weiteren gab die Beschwerdeführerin  anlässlich der kantonalen 
Anhörung zu Protokoll, nichts über den Mann zu wissen, mit dem sie 
hätte verheiratet werden sollen; ihre Mutter habe ihr den Namen nicht 
nennen wollen (vgl. A14,  S. 10 f.). Demgegenüber behauptete sie in 
der Erstbefragung noch, der Name des Mannes sei _______ gewesen 
(vgl.  A1,  S.  5).  Noch  in  der  kantonalen  Anhörung  auf  diese  Unge-
reimtheit  hingewiesen,  die  Beschwerdeführerin,  sie  wisse  nicht,  ob 
_______ der wirkliche Name des Mannes gewesen sei (vgl. A14    S. 
16), welche Erklärung indessen nicht zu überzeugen vermag.

Auch bezüglich der Anzahl und des Zeitpunkts der während des Auf-
enthaltes  in  _______  erhaltenen  Anrufe  und  Drohungen  verstrickte 
sich die Beschwerdeführerin in Widersprüche. So ist nicht klar, ob die 
Mutter  beziehungsweise  deren  Geschwister  nur  einmal,  mehrmals 
oder gar täglich bei der Freundin in _______ angerufen hätten und ob 
diese Anrufe gleich nach der Ankunft bei der Freundin oder erst einige 
Wochen  später  begonnen  und  die  Beschwerdeführer  umgehend  zur 
Ausreise veranlasst hätten (vgl. A1, S. 5; A14, S. 8-10).

4.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorbringen der Beschwer-
deführerin, sie habe sich dem Ansinnen ihrer Familie, sie mit einem äl-
teren, ihr unbekannten Mann zu verheiraten, widersetzt und sei zu ih-
rer  Freundin nach _______ geflohen,  wo sie von ihren Angehörigen 
weiter  bedroht  worden  sei,  nicht  geglaubt  werden  können. Es  kann 
darauf verzichtet werden, auf die übrigen Erwägungen der Vorinstanz 
und auf die äusserst knappen, lediglich auf die anlässlich der Befra-
gungen  gemachten  Aussagen  verweisenden  Darlegungen  in  der 
Rechtsmitteleingabe  näher  einzugehen. Das  Asylgesuch  wurde  vom 
Bundesamt zu Recht abgelehnt. 

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5.  
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 
so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ord-
net den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweize-
rischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

6.2.1 So darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein 
Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit 
aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem 
sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu wer-
den (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens 
vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-

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heiten (EMRK, SR 0.101)  darf  niemand der  Folter  oder unmenschli-
cher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen ist,  eine  asylrechtlich  er-
hebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft  zu machen, kann 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin und ihres Sohnes nach Sene-
gal ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

6.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwer-
deführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie oder ihr 
Sohn für  den Fall  einer  Ausschaffung in  den  Heimatstaat/Herkunfts-
staat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK 
oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. 
Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte 
(EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müssten die Be-
schwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder 
glaubhaft machen, dass ihnen im Fall einer Rückschiebung Folter oder 
unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 
S. 122, mit weiteren Hinweisen; EGMR, Bensaid gegen Grossbritanni-
en, Urteil vom 6. Februar 2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, 
S. 327 ff.). Indem in der Rechtsmitteleingabe darauf hingewiesen wird, 
die Beschwerdeführerin werde von ihrer Familie bedroht, wird den er-
wähnten Anforderungen nicht Genüge getan, zumal - wie oben unter 
Ziff. 4 der Erwägungen eingehend dargelegt wurde - die geltend ge-
machte Verfolgungssituation nicht  glaubhaft  erscheint. Auch der Um-
stand, dass der Vater des Sohnes Abdoulaye Selle ein Weisser  - und 
das Kind somit ein "Mischlingsbaby" (vgl. Beschwerde S. 4) - sei, lässt 
den Vollzug der  Wegweisung  nach  Senegal  nicht  als  unzulässig  er-
scheinen.

6.2.4 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 
Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

6.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 

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Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete Gefährdung festgestellt, ist - unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 
7  AuG -  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3818).

6.3.1 Senegal  wurde  vom  Bundesrat  bereits  mit  Beschluss  vom 
4. Oktober  1993  als  sogenannter  verfolgungssicherer  Staat  ("safe 
country")  bezeichnet.  Diese  Qualifizierung  ist  nach  wie  vor  in  Kraft. 
Auch in der im Süden des Landes liegenden, während Jahren von An-
schlägen seitens verschiedener nach Unabhängigkeit  strebender Or-
ganisationen  (insbesondere  des  Mouvement  des  Forces  Démocra-
tiques de la Casamance [MFDC]) und von gewalttätigen Auseinander-
setzungen zwischen Rebellen und der senegalesischen Armee heim-
gesuchten Region Casamance ist seit der Unterzeichnung eines Frie-
densvertrages am 30. Dezember 2004 in Ziguinchor weitgehend Ruhe 
eingekehrt. Im jetzigen Zeitpunkt kann in keinem Teil des Staatsgebie-
tes von Senegal mehr von Krieg, Bürgerkrieg oder von einer Situation 
allgemeiner Gewalt, welche für die Beschwerdeführer bei ihrer Rück-
kehr in die Heimat eine konkrete Gefahr darstellen würde, gesprochen 
werden. 

6.3.2 Es ist im Folgenden zu prüfen, ob allenfalls medizinische Grün-
de gegen den Vollzug der  Wegweisung der  Beschwerdeführerin  und 
ihres mittlerweile knapp vierjährigen Sohnes sprechen könnten.

Gemäss  Bericht  der  Polizei  _______  versuchte  die  Beschwer-
deführerin  am  1.  November  2005  in  Anwesenheit  der  Leiterin  des 
Wohnheims  für  Asylbewerber  in  _______  sowie  des  Asylbewerber-
Betreuers, sich mit den Scherben eines zerbrochenen Trinkglases die 
Pulsadern  ihres  linken  Unterarms  längs  aufzuschneiden.  Nach  der 
ambulanten medizinischen Versorgung im Kantonsspital _______ trat 
die  Beschwerdeführerin  am  darauf  folgenden  Tag  in  die  Kantonale 
Psychiatrische Klinik _______ ein. Wie lange sie sich dort zur stationä-
ren Behandlung aufhielt, kann den Akten nicht entnommen werden. Es 
ist  jedoch  ersichtlich,  dass  die  Beschwerdeführerin  später  wieder  in 
die Westschweiz zurückkehrte und ab dem 4. Dezember 2007 von Dr. 
M.H., einem Facharzt für Innere Medizin, betreut und mit Antidepressi-
va behandelt wurde.

Laut einem am 22. September 2008 von einer Assistenzärztin der Kan-
tonalen Psychiatrischen Klinik in _______ erstellten Bericht  soll  sich 

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die  Beschwerdeführerin  nach  einem  Streit  mit  ihrem  Verlobten  im 
Kanton  _______  in  ein  Frauenhaus  begeben  haben,  wo  sie  einen 
"Suizidversuch  mit  Fluctine-Tabletten",  welche  ihr  von  Dr.  M.H. 
verabreicht  worden  seien,  unternommen  haben.  Die  Ärztin 
diagnostizierte  bei  der  Beschwerdeführerin  eine  Posttraumatische 
Belastungsstörung  (ICD-10:  F43.1),  eine  "emotional  instabile 
Persönlichkeitsstörung  vom  Boderline-Typ"  und  "rezidivierende 
depressive Episoden mit somatischem Syndrom". 

Vorab  fällt  auf,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  der  Kantonalen 
Psychiatrischen  Klinik  in  _______  eine  ganz  andere  Anamnese 
präsentierte  als  den  Schweizer  Asylbehörden.  So  gab  sie  der  sie 
behandelnden Assistenzärztin an, sie sei die uneheliche Tochter eines 
offenbar  in  Kamerun tätigen Deutschlehrers. Für ihre Mutter,  welche 
einer streng muslimischen Glaubensgemeinschaft angehöre, habe die 
Geburt  eines  unehelichen  Kindes  eine  Schande  bedeutet  und  in 
Ablehnung  sowie  Gewalt  gegenüber  der  Tochter  resultiert.  Sie  -  die 
Beschwerdeführerin  -  habe  daher  seit  dem  2.  Lebensjahr 
hauptsächlich  bei  den  Verwandten  väterlicherseits  gewohnt.  Als  die 
Mutter sie im Alter von 16 Jahren,  mithin etwa im Jahre 1992, habe 
verheiraten  wollen,  sei  sie  zunächst  zu  ihrem  Vater  nach  Kamerun 
geflüchtet,  wo  es  zu  traumatischen  Erlebnissen  (die  Assistenzärztin 
zieht  sexuellen  Missbrauch  durch  den Vater  in  Betracht)  gekommen 
sei;  später  sei  sie  dann  nach  Senegal  zurückgekehrt.  Die 
Beschwerdeführerin könne nicht in der Region _______ Fuss fassen, 
weil  sie die deutsche Sprache ablehne, was damit  zusammenhänge, 
dass ihr Vater, von dem sie Schlimmes habe erleiden müssen, diese 
Sprache  beherrsche.  Anlässlich  der  Befragungen  in  der 
Empfangsstelle  und vor der kantonalen Behörde behauptete die Be-
schwerdeführerin aber, ihr Vater sei bereits im Jahre 1986 verstorben 
(vgl. A1, S. 1 und 3). Sie - die Beschwerdeführerin - habe bis zum Jah-
re 2003, als sie hätte verheiratet werden sollen, mit ihrer Mutter, ihrer 
Schwester  und weiteren Verwandten in einem Haus in Dakar gelebt; 
bis zu ihrer Ausreise ab dem Flughafen Dakar sei sie noch nie im Aus-
land gewesen (A14, S. 6; A1, S. 7). 

Im Verlaufe des vorinstanzlichen Verfahrens machte die Beschwerde-
führerin noch keinerlei gesundheitliche Probleme geltend, und es kön-
nen  den  anlässlich  der  -  im  Übrigen  stets  nur  in  Anwesenheit  von 
Frauen durchgeführten - Befragungen erstellten Protokollen auch kei-
nerlei Hinweise entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin vor 

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ihrer Einreise in die Schweiz unter psychischen Störungen gelitten ha-
ben könnte. Es soll zwar nicht bestritten werden, dass die Beschwer-
deführerin  seit  rund  drei  Jahren  unter  psychischen  Störungen  wie 
Schlaflosigkeit,  Angstzuständen,  starken  Stimmungsschwankungen 
und Interesselosigkeit  leidet. Aus den Akten - und insbesondere aus 
dem Rapport  der  Polizei  _______  vom 4. November  2005  und  den 
beiden ärztlichen Berichten vom 2. März 2008 und vom              22. 
September 2008 - geht indessen klar hervor, dass die genannten psy-
chischen Probleme der Beschwerdeführerin in erster Linie in ihrer per-
sönlichen Situation in der Schweiz begründet sind. So werden insbe-
sondere das hängige Asylverfahren, die offene Vaterschaft des Kindes 
_______, die Zuweisung in einen Deutschschweizer _______ statt in 
einen Westschweizer _______ Kanton sowie Beziehungsprobleme mit 
ihrem Schweizer Verlobten als Ursache für die depressiven Störungen 
und  auch  für  die  Selbstverletzungen,  welche  einen  Eintritt  in  die 
Kantonale Psychiatrische Klinik in _______ erforderten, genannt. 

Gemäss  Bericht  der  Kantonalen  Psychiatrischen  Klinik  in  _______ 
vom  22.  September  2008  besteht  die  Behandlung  der 
Beschwerdeführerin  derzeit  aus  "Milieutherapie,  Tagesstrukturierung, 
Gesprächstherapie sowie antidepressiver Medikation"; eine stationäre 
Behandlung  in  der   Klinik  dürfte  "noch  für  einige  Wochen  indiziert 
sein". Seither sind mehrere Wochen vergangen, ohne dass ein neuer 
ärztlicher  Bericht  zu  den Akten gegeben worden wäre. Es  ist  daher 
davon  auszugehen,  dass  sich  der  psychische  Zustand  der 
Beschwerdeführerin  seither  nicht  verschlechtert  hat  und  sie 
mittlerweile  bereits  aus  der  Klinik  entlassen  worden  ist  oder  dass 
zumindest mit einer baldigen Entlassung gerechnet werden kann. 

Im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten verfügt Senegal über 
ein  relativ  gut  ausgebautes  Gesundheitssystem,  wobei  die  medizini-
sche Versorgung auf dem Land (wo noch heute überwiegend traditio-
nelle  Heilmethoden zur  Anwendung gelangen)  bedeutend schlechter 
ist als in grösseren Städten. Die Behandlung psychischer Erkrankun-
gen  hat  zwar  gegenüber  der  Behandlung  von  Infektionskrankheiten 
(insbesondere Tuberkulose, Malaria, Gelbfieber und Aids) eine geringe 
Priorität, und nur ein kleiner Teil des staatlichen Gesundheitsbudgets 
wird für Leistungen im Bericht der psychischen Gesundheitspflege auf-
gewendet,  was jedoch wesentlich auch damit  zusammenhängt,  dass 
sich  psychisch  Kranke  und  deren  Angehörige  auch  in  den  Städten 
meist lieber an traditionelle Heiler oder Heilerinnen wenden als an im 

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westlichen  Sinne  ausgebildete  medizinische  Fachpersonen. Wie  das 
BFM in seiner Vernehmlassung vom 19. März 2008 indessen zutref-
fend bemerkte, besteht in der Hauptstadt Dakar - wo die Beschwerde-
führerin  gemäss ihren Angaben  herkommt -  die  Möglichkeit  der  Be-
handlung psychischer Krankheiten. Das "Hôpital psychiatrique de Thia-
roye" und die "Clinique Moussa DIOP" am "Centre Hospitalier Univer-
sitaire de Fann" verfügen über stationäre psychiatrische Abteilungen; 
möglich  sind  auch  ambulante  psychologische  beziehungsweise 
psychiatrische Privatbehandlungen. Sodann sind auch die meisten Me-
dikamente zur  Behandlung psychischer  Erkrankungen (insbesondere 
Antidepressiva und Schlafmittel) in Senegal erhältlich, wobei die finan-
ziellen Möglichkeiten der Patienten beziehungsweise deren Angehöri-
gen faktisch über die Zugänglichkeit zu denselben entscheidet. 

Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die Beschwerdefüh-
rerin - sofern die in der Schweiz aufgetretenen psychischen Störungen 
in der Heimat überhaupt noch vorhanden wären - auch in Senegal die 
erforderliche  Behandlung  erhalten  würde  Die  nach  Beendigung  des 
stationären  Aufenthaltes  in  der  Kantonalen  Psychiatrischen  Klinik  in 
_______ zu erfolgende Rückkehr der Beschwerdeführerin und ihres - 
soweit  aktenkundig  gesunden  -  vierjährigen  Sohnes  erscheint  nach 
sorgfältiger  Abwägung  aller  Fakten  auch  unter  medizinischen 
Gesichtspunkten zumutbar. 

6.3.3 Sodann ist  auch der  Umstand,  dass es sich beim vierjährigen 
Sohn der Beschwerdeführerin um ein "Mischlingskind" (vgl. Beschwer-
de  vom 22.  Februar  2005)  handelt,  nicht  geeignet,  den  Vollzug  der 
Wegweisung der Beschwerdeführer nach Senegal als unzumutbar er-
scheinen zu lassen. Die Hauptstadt Dakar, wo die Beschwerdeführerin 
gemäss ihren Angaben herkommt, hat weit über 2 Millionen Einwoh-
ner, darunter auch mehrere Zehntausend Weisse. Wie das BFM in sei-
ner Vernehmlassung vom 19. März 2008 zutreffend bemerkte, gibt es 
dort  auch viele Mischehen. Zwar kann nicht ausgeschlossen werden, 
dass die Beschwerdeführerin als alleinerziehende Mutter eines "halb-
weissen" Kindes nicht auf die Unterstützung sämtlicher Familienange-
höriger  in  Senegal  zählen kann. Die  Beschwerdeführerin  hat  jedoch 
gemäss  eigenen  Angaben  während  mehrerer  Jahre  die  Schule  be-
sucht und eine sechsmonatige Ausbildung in Informatik absolviert; zu-
dem hat sie in einem Coiffeursalon gearbeitet (vgl. A1, S.2; A14, S. 7). 
Unter  diesen Voraussetzungen ist  nicht  zu  befürchten,  dass  die Be-

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schwerdeführerin  und  ihr  Sohn bei  ihrer  Rückkehr  in  eine  konkrete, 
ihre Existenz bedrohenden Situation geraten könnten.

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass sich im Zusammenhang mit 
den angeblich wieder aufgenommenen und zu intensivierenden Nach-
forschungen  nach  dem  leiblichen  Vater  des  Sohnes  _______  (vgl. 
insbesondere  Eingabe  vom  7.  April  2008)  zahlreiche  Auffälligkeiten 
ergeben.  So  will  die  Beschwerdeführerin  -  nachdem  die  zur  Fest-
stellung der  Vaterschaft  und  zur  Regelung des Unterhalts  durch die 
Vormundschaftsbehörde  der  Gemeinde  _______  errichtete  Pro-
zessbeistandschaft am 25. September 2007 aufgehoben worden war - 
den angeblichen, in der Schweiz wohnhaften Grossvater ihres Sohnes 
ausfindig gemacht haben. Dieser Grossvater, ein belgischer Staatsan-
gehöriger  namens  _______,  sei  in  _______  (Kanton  _______) 
wohnhaft  und  "ebenfalls  sehr  daran  interessiert",  den  Aufenthaltsort 
seines Sohnes ausfindig zu machen (vgl. Eingaben vom      28. Juli 
2008  und  vom 24.  September  2008).  Als  Beleg  für  die  angeblichen 
Bemühungen des Grossvaters wurde seitens der Vertreterin  der Be-
schwerdeführerin  am  28.  Juli  2008  ein  an  das  Bundesverwaltungs-
gericht adressiertes und auf den 26. Juli 2008 datiertes Schreiben zu 
den Akten gegeben. Es fällt jedoch auf, dass dieses Schreiben einer-
seits  nicht  unterzeichnet  ist,  anderseits  aber  exakt  dieselbe Darstel-
lung und dasselbe Schriftbild aufweist wie verschiedene Briefe, welche 
von der Beschwerdeführerin selber (unter der Adresse _______) und 
deren Schweizer Verlobten (_______) verfasst worden waren; auf dem 
Brief  von  _______  wurde  zudem  als  Ort  der  Ausstellung  des 
Schreibens  _______  -  der  Wohnort  des  Verlobten  -  statt  _______ 
genannt. Daraus ergeben sich gewichtige Zweifel an der Authentizität 
des  Dokumentes.  Dessen  ungeachtet  ist  festzuhalten,  dass  der 
Umstand,  wonach  sich  ein  mutmasslicher  Grossvater  um  die 
Feststellung  der  Vaterschaft  eines  Kindes  bemühen  könnte,  nicht 
geeignet  wäre,  den  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Senegal  als 
unzumutbar  erscheinen  zu  lassen,  zumal  die  Abklärung  der 
Vaterschaft  und die Zahlung von Alimenten grundsätzlich auch nach 
einer Rückkehr des Kindes in seine Heimat möglich wäre.

6.3.4 Angesichts der gesamten Umstände kann der Vollzug der Weg-
weisung mithin auch als zumutbar bezeichnet werden. 

6.4 Die bisherigen Bestimmungen betreffend vorläufige Aufnahme in-
folge einer schwerwiegenden persönlichen Notlage (Art. 14a Abs. 4bis 

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des  bis  zum  31.  Dezember  2007  gültigen  Bundesgesetzes  vom 
26. März  1931  über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer 
[ANAG, SR 142.20] i.V.m. Art. 44 Abs. 3-5 AsylG) wurden mit der Än-
derung  des  Asylgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  aufgehoben. 
Gleichzeitig mit der Aufhebung der Bestimmungen über die vorläufige 
Aufnahme im Falle einer schwerwiegenden persönlichen Notlage trat 
auf den 1. Januar 2007 eine neue Härtefallregelung in Kraft. Gemäss 
Art. 14 Abs. 2 AsylG haben neu die Kantone die Möglichkeit, bei "Vor-
liegen  eines  schwerwiegenden  persönlichen  Härtefalles"  unter  be-
stimmten weiteren Voraussetzungen eine Aufenthaltsbewilligung zu er-
teilen. Im vorliegenden Fall wären indes bereits die zeitlichen Anforde-
rungen für  die Anwendung von Art. 14 Abs. 2 AsylG nicht  gegeben, 
hält  sich  die  Beschwerdeführerin  doch  erst  seit  dem  Jahre  2004, 
mithin seit weniger als den nunmehr erforderlichen fünf Jahren, in der 
Schweiz auf.  

6.5 Schliesslich ist der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführe-
rin  und ihres Sohnes auch als möglich im Sinne von Art. 83 Abs. 2 
AuG zu bezeichnen, da keine praktischen Vollzugshindernisse erkenn-
bar sind, die einer Rückkehr nach Senegal entgegenstehen könnten, 
und die Beschwerdeführerin verpflichtet ist, sich bei den heimatlichen 
Behörden die notwendigen Reisepapiere zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 
AsylG).

6.6 Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung  zu 
bestätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach dem Gesagten fällt  eine  Anord-
nung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art.  83  Abs.  1-4 
AuG).

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist daher abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer-

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deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insge-
samt Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Mit  Zwischenverfügung  vom 
4. März 2005 verzichtete die ARK auf die Erhebung eines Kostenvor-
schusses und verwies den Entscheid über die Gewährung der unent-
geltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG auf einen 
späteren  Zeitpunkt.  Da  die  Begehren  der  Beschwerdeführerin  nicht 
aussichtslos  erschienen und zurzeit  weiterhin  von ihrer  Bedürftigkeit 
auszugehen ist,  ist  dem erwähnten Gesuch zu entsprechen und auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite) 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
In  Gutheissung  des  Gesuchs  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Prozessführung  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  ist  auf  die  Auferlegung  der 
Verfahrenskosten zu verzichten. 

3.
Dieses Urteil geht an:

- die Vertreterin der Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die  Vorinstanz,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit 

den Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie) 
- das Amt für Migration des Kantons _______ ad _______ (in Kopie) 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Kathrin Mangold Horni

Versand: 

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