# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 688b1248-bb94-52a0-96fe-93755625b742
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.06.2015 100 2015 10
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2015-10_2015-06-05.pdf

## Full Text

100.2015.10U
HER/MAL/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Juni 2015

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichterin Arn De Rosa
Gerichtsschreiberin Marti  

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführerin

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Härtefallbewilligung und Wegweisung (Entscheid der Polizei- und Militärdirektion 
des Kantons Bern vom 11. Dezember 2014; BD 228/14)

Sachverhalt:

A.

A.________ (geb. ….1991), Staatsangehörige von Georgien, reiste am 30. September 2010 mit 
einem bis am 30. Dezember 2010 gültigen Visum zwecks Besuchsaufenthalts zu ihrer 
niederlassungsberechtigten Mutter in die Schweiz ein. Am 12. Dezember 2010 ersuchte ihre 
Mutter um «Visumsverlängerung» oder Erteilung einer «vorläufigen Aufenthaltsbewilligung». Das 
Amt für Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP), Migrationsdienst (MIDI), teilte am 
21. Dezember 2010 A.________ formlos mit, dass das Gesuch abgewiesen werden müsste und 
sie verpflichtet bleibe, die Schweiz mit Ablauf des Visums zu verlassen. A.________ reiste in der 
Folge nicht aus.

Mit Verfügung vom 16. September 2014 wies das MIP A.________ aus der Schweiz weg und 
setzte ihr eine Ausreisefrist auf den 31. Oktober 2014 an. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 16. Oktober 2014 Beschwerde bei der Polizei- und 
Militärdirektion des Kantons Bern (POM). Sie ersuchte darum, auf fremdenpolizeiliche 
Massnahmen zu verzichten, von einem Einreiseverbot abzusehen und ihr eine 
Aufenthaltsbewilligung aus humanitären Gründen (Härtefall) zu erteilen. Mit Entscheid vom 11. De-
zember 2014 trat die POM auf den Antrag der Beschwerdeführerin, es sei von einem 
Einreiseverbot abzusehen, nicht ein. Im Übrigen wies sie das Rechtsmittel ab. 

C.

Hiergegen hat A.________ am 9. Januar 2015 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie 
beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und ihr sei eine Aufenthaltsbewilligung aus 
humanitären Gründen (Härtefall) zu erteilen. Die POM beantragt mit Vernehmlassung vom 
11. Februar 2015 die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte kantonale Instanz 
gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am 
vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders 
berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 
VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf Rechtsverletzungen 
hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). Als Rechtsfehler bei der Ermessensausübung gelten die 
Ermessensüberschreitung und die -unterschreitung sowie der Ermessensmissbrauch. Solange die 
Vorinstanz ihr Ermessen in diesem Rahmen pflichtgemäss ausübt, ist es dem Verwaltungsgericht 
verwehrt, sein eigenes Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz zu setzen (vgl. dazu BVR 
2010 S. 481 E. 1.2, S. 1 E. 1.4; Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 
1997, Art. 66 N. 21).

2.

Gestützt auf die Akten ergibt sich sachverhaltlich was folgt: 

Die Mutter der Beschwerdeführerin, B.________ (geb. ….1965), gelangte durch die Heirat mit 
einem Schweizer Bürger am 18. Juli 2000 in die Schweiz und ist seit dem Jahr 2005 im Besitz 
einer Niederlassungsbewilligung (vgl. Akten MIDI pag. 11); ihr Ehemann ist in der Zwischenzeit 
verstorben (vgl. Ärztliches Zeugnis vom 15.10.2014, in Akten POM). Die beiden Zwillingstöchter 
von B.________ aus erster Ehe, A.________ (Beschwerdeführerin) und C.________ 
(geb. ….1991), wuchsen in Georgien bei ihrer Grossmutter und Tante auf (vgl. Akten MIDI 
pag. 63). Die Zwillinge besuchten vom 24. Juli bis zum 7. November 2008 ihre Mutter in der 
Schweiz und kehrten danach in ihre Heimat zurück (Akten MIDI pag. 9, 12, 15-17). Im Sommer 
2010 kam die damals 19-jährige C.________ bei einem Unfall ums Leben (vgl. Akten MIDI pag. 18 
und 28 f.). Die Beschwerdeführerin liess sich von der Universität in Tiflis, wo sie an der Fakultät für 
Business und Management studierte, beurlauben und reiste am 30. September 2010 mit einem 
dreimonatigen Besuchervisum zu ihrer Mutter in die Schweiz ein (Akten MIDI pag. 22 f.). Am 
12. Dezember 2010 ersuchte die Mutter «um Visumsverlängerung oder gegebenenfalls um eine 
vorläufige Aufenthaltsbewilligung» (Akten MIDI pag. 18). Der MIDI teilte der Beschwerdeführerin 
am 21. Dezember 2010 formlos mit, dass keine zwingenden Gründe vorliegen würden, welche die 
Verlängerung des Visums rechtfertigen würden, und wies sie darauf hin, dass sie verpflichtet 
bleibe, die Schweiz mit Ablauf des Visums am 30. Dezember 2010 zu verlassen. Es stehe ihr frei, 
nach erfolgter Ausreise auf der Schweizer Botschaft im Ausland einen Antrag auf Erteilung eines 
Schengen Visums für einen längeren Besuchsaufenthalt in der Schweiz einzureichen (Akten MIDI 

pag. 25 f.). Am 26. Dezember 2010 bestätigte der Schwiegervater von B.________ den Erhalt des 
Schreibens auch namens der Beschwerdeführerin und ihrer Mutter und liess den MIDI wissen, 
dass sie dessen «Empfehlung» so schnell wie möglich nachkommen werden (Akten MIDI pag. 27). 
Die Beschwerdeführerin blieb dennoch in der Schweiz und wohnte zunächst mit ihrer Mutter bei 
deren Schwiegereltern in D.________; im August 2011 bezogen Mutter und Tochter eine eigene 
Wohnung in E._______. Am 14. Februar 2014 meldete sich die Beschwerdeführerin rückwirkend 
per Dezember 2010 bei der Gemeindeverwaltung in E.________ an und gab an, dass sie die 
Schweiz seit ihrer Einreise im Jahr 2010 nicht verlassen habe (Akten MIDI pag. 53 ff. und 60). 
Hinsichtlich des von der Kantonspolizei zur Anzeige gebrachten rechtswidrigen Aufenthalts seit 
30. Dezember 2010 bis heute verfügte die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Bern-
Mittelland, am 24. November 2014 aufgrund der Umstände des Aufenthalts der 
Beschwerdeführerin (Geringfügigkeit von Schuld und Folgen der Tat) die Nichtanhandnahme des 
Verfahrens (Verfügung vom 24.11.2014 in Akten POM; Anzeige vom 12.6.2014 in Akten MIDI 
pag. 59 ff.).

3.

Strittig ist die Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung an die Beschwerdeführerin. 

3.1 Nach dem Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer 
(AuG; SR 142.20) besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Erteilung bzw. Verlängerung einer 
Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, die um eine Bewilligung ersuchende Person oder ihre in der 
Schweiz lebenden Angehörigen könnten sich auf eine besondere Norm des Bundesrechts (ein-
schliesslich Bundesverfassungsrecht) oder eines Staatsvertrags berufen (BGE 133 I 185 E. 2.3; 
BVR 2013 S. 73 E. 2.2). Fehlt ein entsprechender Rechtsanspruch, entscheidet die zuständige 
Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungserteilung bzw. -verlängerung (vgl. 
Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AuG). Es ist somit zu unterscheiden zwischen Bewilligungen, 
auf deren Erteilung ein Rechtsanspruch besteht (sog. Anspruchsbewilligung), und Bewilligungen, 
über welche die Behörde ermessensgeprägt entscheidet (sog. Ermessensbewilligung). 

3.2 Die Beschwerdeführerin macht keinen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung geltend. 
Sie beruft sich namentlich nicht auf den konventions- und verfassungsrechtlichen Schutz des 
Familienlebens, verweist aber auf die «Schicksalsgemeinschaft» zwischen ihr und ihrer in der 
Schweiz lebenden Mutter und darauf, dass diese ungewöhnlich stark von ihr (der 
Beschwerdeführerin) abhängig sei. – Die Vorinstanz bemerkt zu Recht, dass Art. 8 der 
Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; SR 0.101) und die materiell deckungsgleiche 
Bestimmung von Art. 13 der Bundesverfassung (BV; SR 101) in erster Linie die Kernfamilie, d.h. 
die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern, schützen. Das Verhältnis 
zwischen volljährigen Kindern und Eltern fällt nur dann unter das geschützte Familienleben, wenn 
eine besondere Abhängigkeit besteht, welche über die normalen affektiven Bindungen hinausgeht 
(vgl. BGE 139 II 393 E. 5.1, 137 I 154 E. 3.4.2 mit Hinweis; BGer 2C_192/2014 vom 4.12.2014, 
E. 2.1, 2C_546/2013 vom 5.12.2013, E. 4.1; VGE 2013/214 vom 29.4.2014, E. 5.4.2 [bestätigt 

durch BGer 2C_540/2014 vom 10.6.2014]). Die Abhängigkeit kann auch auf der Seite der 
anwesenheitsberechtigten Person vorliegen; denkbar ist dies etwa bei einem schwerwiegend 
erkrankten Elternteil, bei welchem die Betreuung durch ein hier lebendes erwachsenes Kind als 
unabdingbar erscheint (vgl. BGer 2C_198/2013 vom 22.7.2013, E. 2.5, 2C_253/2010 vom 
18.7.2011, E. 1.5; VGE 2012/105 vom 3.12.2012, E. 4.2). Die Vorinstanz ist von einer durch die 
erlittenen Schicksalsschläge intensivierten Beziehung zwischen Tochter und Mutter ausgegangen. 
Bei der Beschwerdeführerin sei jedoch keine untypische Abhängigkeit (namentlich Betreuungs- 
oder Pflegebedürfnisse wie etwa bei körperlichen oder geistigen Behinderungen und schwer-
wiegenden Krankheiten) erkennbar. Die bei der Mutter gestellten Diagnosen (posttraumatische 
Depression und wiederholte Panikattacken) liessen nicht auf eine krankheitsbedingte Betreuungs- 
und Pflegebedürftigkeit schliessen, welche nicht anders als mit einer permanenten Anwesenheit 
der Tochter begegnet werden könne (angefochtener Entscheid S. 5). Die Beschwerdeführerin 
bestreitet die vorinstanzliche Würdigung nicht substantiiert und bringt auch vor Verwaltungsgericht 
nichts vor, was auf eine aussergewöhnliche Abhängigkeit hindeuten könnte (vgl. dazu auch E. 4.4 
hinten). Es ist somit nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz aus Art. 8 EMRK bzw. Art. 13 BV 
keinen Anwesenheitsanspruch abgeleitet hat. 

4.

Zu prüfen bleibt, ob die Vorinstanz der Beschwerdeführerin die Erteilung einer Härtefallbewilligung 
zu Recht verweigert hat.  

4.1 Zur Praxis der bernischen Behörden bei Ermessensbewilligungen ist festzuhalten, dass 
diese in erster Linie das Vermeiden schwerwiegender persönlicher Härtefälle bezweckt (BVR 2013 
S. 73 E. 3.4 mit Hinweisen; VGE 2013/212 vom 5.12.2013, E. 3.1 [bestätigt durch 
BGer 2C_72/2014 vom 25.1.2014). Wegleitend ist mithin Art. 30 Abs. 1 Bst. b AuG, wonach von 
den Zulassungsvoraussetzungen abgewichen werden kann, um schwerwiegenden persönlichen 
Härtefällen oder wichtigen öffentlichen Interessen Rechnung zu tragen. Bei der Beurteilung sind 
insbesondere die Integration, die Respektierung der Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die 
finanziellen Verhältnisse sowie der Wille zur Teilhabe am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von 
Bildung, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszustand und die 
Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat zu berücksichtigen (Art. 31 Abs. 1 
Bst. a-g der Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit 
[VZAE; SR 142.201]). Die Annahme eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls setzt voraus, 
dass sich die betreffende ausländische Person in einer persönlichen Notlage befindet bzw. ihre 
Lebens- und Existenzbedingungen, gemessen am durchschnittlichen Schicksal von anderen 
ausländischen Personen in einer vergleichbaren Situation, in gesteigertem Mass in Frage gestellt 
sind und die Verweigerung einer Ausnahme für sie schwere Nachteile zur Folge hätte. Geprüft 
wird, ob es der ausländischen Person in persönlicher, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht 
zuzumuten ist, in ihre Heimat zurückzukehren und sich dort aufzuhalten. Zu diesem Zweck ist ihre 
zukünftige Situation im Ausland ihren persönlichen Verhältnissen in der Schweiz 
gegenüberzustellen (Weisungen des Staatssekretariats für Migration [SEM] vom 25. Oktober 2013, 

Stand 13.2.2015, Ausländerbereich [Weisungen AuG], Ziff. 5.6.1, einsehbar unter 
<https://www.sem.admin.ch>, Rubriken «Publikationen & Service», «Weisungen und 
Kreisschreiben», «I. Ausländerbereich»). Die Ausländerbehörden dürfen diese Voraussetzungen 
zur Anerkennung eines Härtefalls in Anbetracht des öffentlichen Interesses an einer restriktiven 
Einwanderungspolitik streng handhaben. Insbesondere begründen selbst eine langdauernde 
Anwesenheit und eine gute Integration sowie klagloses Verhalten für sich allein noch keinen 
Härtefall (vgl. BGE 137 II 1 E. 4.1, 130 II 30 E. 3 [Pra 93/2004 Nr. 140]; vgl. zum Ganzen 
BVR 2013 S. 73 E. 3.4; VGE 2013/407 vom 23.9.2014, E. 3.2). 

4.2 Bei der Härtefallbewilligung handelt es sich um eine Ermessensbewilligung. Der 
Bewilligungsbehörde kommt dabei ein grosser Spielraum zu, den sie pflichtgemäss, d.h. im 
Rahmen von Verfassung und Gesetz nach sachlichen Grundsätzen auszufüllen hat. Namentlich 
sind Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung und die dort angelegten öffentlichen Interessen, 
das Gebot der rechtsgleichen Behandlung, die Verhältnismässigkeit und das Willkürverbot zu 
beachten (BVR 2015 S. 105 E. 2.2, 2013 S. 73 E. 3.1, 2010 S. 481 E. 6.1). – Das 
Verwaltungsgericht beschränkt sich im Beschwerdefall nebst der Sachverhaltskontrolle auf die bei 
Ermessensentscheiden massgebliche Rechtskontrolle: Es überprüft die Ermessensausübung und 
die damit verbundene Interessenabwägung vorab unter methodischen Gesichtspunkten, d.h. es 
überprüft, ob die Vorinstanz die allgemeinen Rechtsprinzipien zur Ermessensausübung missachtet 
oder gegen materielle oder formelle Rechtsregeln verstossen hat. Dabei ist es namentlich 
aufgrund der grösseren Sachnähe in erster Linie an der beschwerdeführenden Person, im 
Einzelnen darzutun, inwiefern der angefochtene Entscheid ihrem konkreten Einzelfall in 
rechtsfehlerhafter Weise ungenügend Rechnung trägt (vgl. BVR 2015 S. 105 E. 2.2, 2013 S. 73 
E. 3.3, 2010 S. 481 E. 6.2).

4.3 Die bald 24-jährige Beschwerdeführerin reiste Ende September 2010 in die Schweiz ein. 
Auf den mittlerweile 4 ½-jährigen Aufenthalt entfallen allerdings über vier Jahre ohne gültigen 
Aufenthaltstitel. Es ist ständige Praxis, dass der Dauer des nicht rechtmässigen Aufenthalts kein 
besonderes Gewicht beigemessen werden kann (vgl. BGE 137 II 1 E. 4.3; BVR 2013 S. 543 
E. 5.1; vgl. auch BVGer C-3743/2012 vom 4.6.2012, E. 4.5). Im Übrigen hat die Vorinstanz die 
Aufenthaltsdauer zu Recht als nicht überdurchschnittlich lang bezeichnet (angefochtener 
Entscheid S. 6). Zur Begründung des Härtefalls bringt die Beschwerdeführerin zunächst vor, sie 
sei bestens in die hiesigen Verhältnisse integriert und habe während ihres Aufenthalts fliessend 
Deutsch gelernt, Kurse sowie Praktika besucht. Sie sei gewillt und fähig, eine Ausbildung zu 
machen und am wirtschaftlichen Leben teilzunehmen (Beschwerde S. 3 f.). Diese Bemühungen 
hat die Vorinstanz positiv gewertet, aber zu Recht festgehalten, dass sie durch den 
unrechtmässigen Aufenthalt erst ermöglicht wurden und daher zu relativieren sind (angefochtener 
Entscheid S. 6). Auch das Verwaltungsgericht anerkennt, dass die Beschwerdeführerin laufend 
Kurse besucht hat und mittlerweile über gute Deutschkenntnisse verfügt (vgl. Akten POM, 
Beilage 3). Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin in sozialer Hinsicht keine vertieften 
Beziehungen zu Schweizerinnen und Schweizern geltend. Dass sie die schweizerische 
Rechtsordnung respektiert und keine Schulden hat, darf erwartet werden und genügt für sich allein 

nicht für die Annahme eines schwerwiegenden und persönlichen Härtefalls (vgl. vorne E. 4.1; 
VGE 2011/368 vom 17.2.2012, E. 3.1 und 3.3; vgl. dazu auch BVR 2015 S. 105 E. 3.2.3). 

4.4 Die Beschwerdeführerin rügt, die Vorinstanz habe die tragische Situation bzw. den 
Gesundheitszustand der Mutter «zu Unrecht als unbegründet und unwichtig» angesehen. Sie habe 
zu ihrer Mutter, welche ihre nächste Verwandte sei, eine sehr enge emotionale Beziehung, welche 
durch die tragischen Ereignisse (Tod des Ehemannes der Mutter und Tod der Zwillingsschwester) 
zu einer Schicksalsgemeinschaft geworden sei. Die Trennung von ihrer Mutter würde deren 
instabilen psychischen Zustand verschlechtern, was mit unberechenbaren Konsequenzen 
verbunden sei; der Mutter drohe eine psychische Dekompensation mit möglichem Suizid 
(Beschwerde S. 4 ff.). – Laut dem ärztlichen Zeugnis des Hausarztes der Mutter hat diese durch 
die beiden Todesfälle schwer gelitten; die Diagnosen lauten auf posttraumatische Depression und 
wiederholte Panikattacken. Der Arzt bemerkt weiter, dass die Beschwerdeführerin und ihre Mutter 
auf kleinem Raum in bescheidensten Verhältnissen und dauernder Angst leben würden; die 
Wegweisung der Beschwerdeführerin sei aus humanitären Gründen eine unverhältnismässige 
Massnahme und widerspreche der ethischen Grundeinstellung der Schweiz (Arztzeugnis vom 
15.10.2014 in Akten POM). Nach zutreffender Auffassung der Vorinstanz führt das ärztliche 
Zeugnis nicht näher aus, auf welche sachlichen Grundlagen und Erkenntnisse sich die 
Einschätzung stützt, wonach die Mutter der Beschwerdeführerin durch einen 
Wegweisungsentscheid einem ernst zu nehmenden gesundheitlichen Risiko ausgesetzt würde 
(angefochtener Entscheid S. 6; vgl. auch vorne E. 3.2). Der Vorwurf, die Vorinstanz verkenne den 
wahren Sachverhalt, indem sie «nur» von einer «Intensivierung der Beziehungen» spreche, ist 
somit unbegründet. Die Beschwerdeführerin hat auch vor Verwaltungsgericht den 
Gesundheitszustand ihrer Mutter und Art und Weise einer daraus gegebenenfalls resultierenden 
Abhängigkeit nicht näher belegt – etwa durch das Zeugnis einer Fachärztin oder eines Facharztes 
für Psychiatrie – und das in Aussicht gestellte Arztzeugnis nicht eingereicht (vgl. Beschwerde S. 6). 
Das Verwaltungsgericht zieht nicht in Zweifel, dass die Beschwerdeführerin ihrer Mutter in den 
vergangenen Jahren unterstützend zur Seite stehen konnte. Allerdings liegen die zwei Todesfälle 
mittlerweile mehrere Jahre zurück und kann die Mutter bei Bedarf die hiesige gut ausgebaute 
medizinische Versorgung oder anderweitige Unterstützung durch geeignete Institutionen in 
Anspruch nehmen. Sodann dürfte die Mutter mit ihren in der Nähe lebenden Schwiegereltern über 
ein gewisses soziales Beziehungsnetz verfügen und wäre nicht völlig auf sich allein gestellt (vgl. 
dazu vorne E. 2; Akten MIDI pag. 27 und 64). Der Kontakt zwischen der Mutter und Tochter kann 
schliesslich abgesehen von den üblichen Kommunikationsmitteln durch gegenseitige Besuche 
aufrechterhalten werden, zumal der MIDI bereit ist, von der Beantragung eines Einreiseverbots 
abzusehen (vgl. angefochtener Entscheid S. 7; Vernehmlassung MIDI vom 12.11.2014 S. 3, in 
Akten POM). 

4.5 Hinsichtlich der sozialen und wirtschaftlichen Wiedereingliederung in Georgien erwog die 
Vorinstanz, dass der Beschwerdeführerin keine unüberwindbaren Hindernisse entgegenstehen, 
obschon sie fraglos mit einer anspruchsvollen Situation konfrontiert sein werde. Mit einer gewissen 
Anstrengung könne sie in Tiflis, Georgien, wieder Fuss fassen und etwa das begonnene Studium 
fortsetzen, wobei die in der Schweiz erworbenen Kenntnisse der deutschen Sprache und auf dem 

Gebiet der Finanzbuchhaltung von Nutzen sein könnten (angefochtener Entscheid S. 6 f.). Dem 
hält die Beschwerdeführerin ohne nähere Begründung entgegen, dass die Vorinstanz die Zustände 
in Georgien verkennen würde und sie als junge Frau ohne intaktes Beziehungsnetz absolut keine 
Chance habe (Beschwerde S. 6). Zu konkret zu erwartenden Schwierigkeiten äussert sie sich 
indes nicht und legt auch nicht dar, weshalb die mittlerweile 76-jährige Grossmutter und ihre (wohl 
deutlich jüngere) Tante, bei denen sie aufgewachsen ist (vgl. vorne E. 2), ihr nicht bei der 
Wiedereingliederung behilflich sein können. Mit Blick darauf, dass die Beschwerdeführerin mit 
19 Jahren in die Schweiz eingereist ist und das Verlassen ihres Heimatlands erst 4 ½ Jahre 
zurückliegt, ist davon auszugehen, dass sie mit den sprachlichen, kulturellen und 
gesellschaftlichen Gepflogenheiten nach wie vor bestens vertraut ist (vgl. BVR 2015 S. 105 
E. 3.2.3; VGE 2012/218 vom 11.2.2014, E. 3.6.2 [bestätigt durch BGer 2C_293/2014 vom 
29. September 2014, E. 5.3.3). Auch wenn zutreffen sollte, dass die dortige politische Situation 
sich durch das aggressive Verhalten Russlands verschlechtert hat, herrscht in Georgien keine 
Situation allgemeiner Gewalt und die Sicherheitslage hat sich seit dem Jahr 2008 weitgehend 
normalisiert; Spannungen verursachen weiterhin die Konflikte um Abchasien und Südossetien 
(Reisehinweise für Georgien, Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten 
[EDA], Stand 29.5.2015, einsehbar unter: <http://www.eda.admin.ch> Rubrik «Vertretungen und 
Reisehinweise»). Eigene gesundheitliche Beeinträchtigungen bringt die Beschwerdeführerin 
schliesslich nicht vor. In Georgien wurde die Gesundheitsversorgung in den letzten Jahren im 
Übrigen ausgebaut und ein Grossteil der Einrichtungen ist gut ausgerüstet (vgl. BVGer D-796/2009 
vom 18.1.2012, E. 4.4). Insbesondere können auch psychiatrische ambulante Leistungen in 
Anspruch genommen werden (vgl. International Organisation for Migration [IOM], 
Länderinformationsblatt, Georgien, Juni 2014, einsehbar unter <www.bamf.de>, Rubriken 
«Rückkehrförderung», «Länderinformationen», «Informationsblätter», «Georgien», S. 18 f.). Somit 
sind keine konkreten Anhaltspunkte ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin nach ihrer Rückkehr 
in Georgien in eine ernsthafte persönliche Notlage geraten würde. 

5.

Zusammenfassend sprechen die vorgebrachten Aspekte weder je für sich allein noch zusammen 
für die Annahme eines schwerwiegenden persönlichen Härtefalls. Zwar hat der tragische Unfalltod 
ihrer Schwester die Beschwerdeführerin dazu veranlasst, besuchsweise zu ihrer Mutter in die 
Schweiz zu reisen und in der Folge nicht auszureisen, um der durch den Tod ihres Ehemanns 
zusätzlich beeinträchtigten und gesundheitlich angeschlagenen Mutter beizustehen. Allerdings ist 
weder dargetan noch ersichtlich, dass der Gesundheitszustand der Mutter weiterhin die ständige 
Anwesenheit ihrer Tochter erfordert. Der bald 24-jährigen Beschwerdeführerin, die in Georgien 
geboren und aufgewachsen ist, ist die Rückkehr in ihre Heimat, wo sie zuvor ein Studium 
begonnen hat und über nahe Bezugspersonen verfügt, zuzumuten. Die Vorinstanz hat alle 
massgebenden Umstände und Interessen berücksichtigt, diese zutreffend gewichtet und bei ihrer 
Würdigung gegen keine Rechtsprinzipien verstossen (vgl. vorne E. 4.2). Es ist daher nicht zu 
beanstanden, dass die Vorinstanz einen schwerwiegenden Härtefall verneint hat. 

http://www.bamf.de/

6.

Der angefochtene Entscheid hält somit der Rechtskontrolle stand. Die Beschwerde erweist sich als 
offensichtlich unbegründet und ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Das Verwal-
tungsgericht beurteilt solche Fälle in Zweierbesetzung (Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 
2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; 
BSG 161.1]). 

Der Beschwerdeführerin ist praxisgemäss eine neue Ausreisefrist anzusetzen (Art. 64d Abs. 1 
AuG).

7.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Beschwerdeführerin kostenpflichtig 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 
VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführerin wird eine neue Ausreisefrist gesetzt  
auf den 21. Juli 2015.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine Pauschalgebühr von 
Fr. 1ʹ500.--, werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- der Beschwerdeführerin
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern 
- dem Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.