# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22f029a4-d59d-5dd2-b1f0-cfcb8ed1863c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-11-25
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 25.11.2008 ZF 2008 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2008-27_2008-11-25.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

____________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 08./09.09. / 25.11.2008 Schriftlich mitgeteilt am:
ZF 08 27

(Die gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde des Be-
schwerdeführers ist mit Urteil vom 05. Juni 2009 gutgeheissen, diejenige der Be-
schwerdeführerin abgewiesen worden).

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Riesen-Bienz, Hubert, Zinsli und Michael Dürst
Aktuar ad hoc Walder

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der X., Beklagte, Widerklägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsan-
walt Dr.iur. Romano Kunz, Ottoplatz 19, Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/A. vom 13. Dezember 2007, mitgeteilt am 
10. März 2008, in Sachen des Y., Kläger, Widerbeklagter und Berufungsbeklagter, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. Peter Andri Vital, Chesa Planta, Zuoz, gegen 
die Berufungsklägerin,

mit Streitverkündung des Klägers an die C., sowie an D., 

betreffend Forderung,

hat sich ergeben:

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A. 1. Der pensionierte Bankfachmann Y. begann sich im Herbst 2002 um 
die finanziellen Angelegenheiten von X. zu kümmern. Diese war seit einiger Zeit 
vom Architekten X. geschieden und mit der Verwaltung ihres beachtlichen Immobi-
lien- und Wertschriftenvermögens offenbar überfordert. Sie bediente sich zwar ver-
schiedener Berater, nämlich des Bankkaufmanns G. bei der Bank H., des Steuer-
beraters I. sowie des Anwalts Dr. J., doch war ihr daran gelegen, in der Nähe eine 
zuverlässige Vertrauensperson zur Hand zu haben. In diesem Sinne beriet Y. X. als 
Allrounder ab dem erwähnten Zeitpunkt.

2. Am 16. April 2003 schloss Y. mit der C. in E. einen Kooperationsvertrag 
ab, nach welchem Y. seine Kunden in die C. einzubringen hatte, worauf diese von 
der C. und Y. gemeinsam, jedoch nach Vorgabe von Y. betreut werden sollten. Man 
setzte sich zum Ziel, Y. möglichst von administrativen Tätigkeiten in Verbindung mit 
der Kundenbetreuung frei zu halten; zu diesem Zwecke wurde ihm die Arbeitsplatt-
form der C. zur Verfügung gestellt. Alle Erträge aus von Y. eingebrachten Kunden-
beziehungen sollten zwischen den Parteien hälftig aufgeteilt werden, solange Y. die 
entsprechenden Kunden primär selbst betreute; bei Betreuung dieser Kunden durch 
die C. reduzierte sich sein Anteil auf 25 % der Erträge. - Dieser Vertrag wurde am 
26. Mai 2004 durch einen Partnervertrag ersetzt, der indessen inhaltlich mehr oder 
weniger dem Kooperationsvertrag entsprach.

3. Y. vermochte X. als Kundin für die C. zu gewinnen und machte sie vorerst 
mit dem Geschäftsführer D. bekannt. Am 8. August 2003 kam es zum Abschluss 
eines ersten Vertrages, durch den X. die C. beauftragte, gegen Bezahlung eines 
Honorars von 10'000 Franken eine Vermögensanalyse über die gesamten beweg-
lichen und unbeweglichen Vermögenswerte und laufenden Einnahmen zu erstellen. 
D. zog für die Erstellung dieser Arbeit den ihm aus gemeinsamer Gymnasialzeit im 
K. bekannten L. bei. Anlässlich der Präsentation der Vermögensanalyse am 3. No-
vember 2003 stellte Y.  Frau X. diesen Partner der C. vor, wobei D. darauf hinwies, 
dass es sich bei dieser Person um einen Finanz- und Steuerexperten handle. Da Y. 
der C. und X. zu verstehen gab, dass Steuern und Hypotheken nicht zu seinen Spe-
zialitäten gehörten, schien L. prädestiniert, diese Aufgabe für die Kundin X. zu über-
nehmen. Per 1. Oktober 2003 übertrug nun X. das sogenannte „Family Office“ auf 
die C.. Man kam überein, dass L. für die Bereiche Steuern und Hypotheken zustän-
dig sein sollte, während Y. die sozialen Kontakte zur Mandantin zu pflegen hatte. 
Am 4. Dezember 2003 unterzeichnete X. zudem einen Vermögensverwaltungsver-
trag, durch welchen sie ihr bei der Bank H. befindliches Portefeuille zur selbständi-
gen Verwaltung an die C. übertrug. Y. stimmte der Betreuung von X. durch L. zu; 

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dieser führte das Depot der Mandantin auf seinem Laptop, auf dem Zentralrechner 
der C. wurde dieses nicht nachgeführt.

4. Am 5. März 2004 trafen sich X., L. und Y. im Hause des letzteren in B.. Bei 
dieser Gelegenheit legte L. der Klientin eine Rechnung der M. AG über den Betrag 
von 364'000 Franken für „Gebühren, Kosten und Kommissionen für Ihre Hypothek 
bei der Bank H.“ vor. Nach dem vorgeschriebenen Text hatte sich X. einverstanden 
zu erklären, den oben genannten Betrag aus ihrem Konto bei der Bank H. auf das 
Konto von L. bei der N. zu überweisen. L. begründete diese Rechnung damit, dass 
diese für eine „Steueroptimierung“ diene, indem die Pro-Forma-Rechnung der M. 
als Aufwand steuerlich in Abzug gebracht werden könne und das Geld bis Ende Juli 
2004  in Form von Wertpapieren auf des Depot von X. bei der Bank H. zurückflies-
sen werde. X. erteilte L. zur Durchführung dieser Aktion Einzelvollmacht für ihr 
Konto bei der Bank H. AG, worauf G. die Überweisung nach Rückfrage bei der Kun-
din veranlasste. Y. äusserte sich nicht zu dem von L. vorgeschlagenen Geschäft. 
Bei der Zentrum für M. handelt es sich gemäss Handelsregisterauszug um eine Ge-
sellschaft mit dem Zweck, Dienstleistungen in den Bereichen Verwaltung von Lie-
genschaften sowie die Vermietung von eigenen und fremden Immobilien vorzuneh-
men. In einer Vereinbarung vom 26. Januar 2004 hatten die Aktionäre der Gesell-
schaft beschlossen, anlässlich einer ausserordentlichen Generalversammlung O. 
als Präsidenten sowie Y. und L. als Verwaltungsräte zu wählen. Es wurde sodann 
vorgesehen, das Aktienkapital um 200'000 Franken auf 300'000 Franken zu er-
höhen, und L. verpflichtete sich, das neue Kapital vollumfänglich zu zeichnen und 
zu liberieren. Die fragliche Generalversammlung fand am 11. März 2004 statt, und 
L. brachte die zur Kapitalerhöhung erforderlichen Mittel ein.

Als Ende Juli 2004 das von X. auf das Konto von L. überwiesene Geld in 
Form von Wertpapieren hätte zurückfliessen sollen, gab L. anlässlich einer Bespre-
chung in Gegenwart der Klientin, Y. und D. bei der C. vor, der grösste Teil des Gel-
des sei bereits in das Portfolio von X. geflossen, und es fehle noch der Betrag von 
120'000 Franken. Im August 2004 erläuterte L. Geschäftsführer D. die angebliche 
Steueroptimierung durch die fiktive Rechnung der M.. Er behauptete, er habe die 
von X. bezahlten 364'000 Franken auf das Konto der M. überwiesen; das Geld sei 
in den USA angelegt und werde via Doppelbesteuerungsabkommen USA / Schweiz 
steuerfrei in die Schweiz zurückfliessen. In der Folge bediente sich L. immer wieder 
neuer Ausflüchte. Mitte September 2004 stellte D. fest, dass L. ihm gegenüber fal-
sche Angaben über seine Person gemacht hatte. Der ihm vorgelegte Betreibungs-
auszug war manipuliert worden; L. hatte 2001/2002 einen Privatkonkurs über sich 
ergehen lassen müssen. Entgegen seinen Behauptungen hatte L. nie einen Ab-

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schluss an der HSG St. Gallen gemacht und er war auch nie Militärstaatsanwalt der 
Schweizer Armee gewesen. Als Y. im August/September 2004 auf der Suche nach 
den fehlenden 120'000 Franken gegenüber L. misstrauisch geworden war, soll D. 
noch gesagt haben, einen Partner kontrolliere man nicht.

5. X. und die C. kamen in der Folge überein, das Family-Office auf Ende 
September 2004 aufzulösen. Der Vermögensverwaltungsvertrag lief hingegen noch 
bis am 28. April 2005 weiter.

 Mit Schreiben vom 29. März 2005 anerkannte die C. gegenüber dem Rechts-
vertreter von X. eine Haftung für den Betrag von 364'000 Franken. Sie rechnete zu 
diesem Betrag 3'640 Franken Zinsen hinzu, zog eine eigene Honorarrechnung von 
Fr. 143'513.-- ab und überwies X. am 24. Mai 2005 den Betrag von Fr. 224'127.--.

Am 8. März 2005 machte die C. erstmals Y. für den von ihr im Zusammen-
hang mit der Schadloshaltung von X. erlittenen Schaden mitverantwortlich. Die C. 
und Y. konnten sich über die Verantwortlichkeit des letzteren für die Missetat von L. 
nicht einigen und lösten daher den Partnerschaftsvertrag per 31. März 2005 auf. 
Aus diesem Vertrag resultierte unbestrittenermassen ein Anspruch Y. auf anteils-
mässige Retros und Honorar in der Höhe von Fr. 60'715.--. Die C. warf Y. vor, im 
Zusammenhang mit der von X. auf das Privatkonto von L. getätigten Überweisung 
grobfahrlässig gehandelt zu haben und verrechnete den Anspruch mit dem von ihr 
an X. bezahlten Schadenersatz. Y. verklagte darauf die C. beim Fürstlichen Land-
gericht auf Bezahlung von Fr. 60'715.-- nebst 5 % Zins seit dem 1. Mai 2005. Mit 
Urteil vom 2. Juni 2006 wurde seine Klage gutgeheissen und die Gegenforderung 
der C. über Fr.  364'000.-- abgewiesen. Das Gericht stellte fest, Y. habe den Part-
ner-Vertrag mit der C. nicht verletzt; er sei weder für die Vermögensverwaltung noch 
für die Hypothekar- und Steuergeschäfte von X. zuständig gewesen, vielmehr seien 
diese Bereiche dem gleichberechtigten Partner L. zugewiesen worden, dem ge-
genüber Y. keine Kontrollpflichten gehabt habe. Die Machenschaften von L. vom 5. 
März 2004 seien so raffiniert eingefädelt worden, dass der in diesen Bereichen nicht 
versierte Y. nicht sofort habe Verdacht schöpfen müssen. Es könne ihm daher nicht 
der Vorwurf gemacht werden, X. nicht von der Überweisung abgeraten zu haben. 
Eine von der C. gegen dieses Urteil erhobene Berufung beim Fürstlichen Oberge-
richt wurde am 1. Februar 2007 abgewiesen.

6. Nachdem der Betrug von L. zum Nachteil von X. im Oktober 2004 aufge-
flogen und L. aus der C. ausgeschieden war, bemühte sich Y. darum, den von L. 
verursachten Schaden zu ermitteln und die von diesem hinterlassenen Pendenzen 

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einer Erledigung zuzuführen. Zu diesem Zwecke wurde unter anderem der Steuer-
berater I. beigezogen und das Anwaltsbüro P. eingeschaltet. Mit Schreiben vom 23. 
Mai 2005 gab Y. sein Mandat an X. zurück, und auf seine Mitteilung hin tat die 
Kanzlei P. das gleiche. Am 8. Juni 2005 stellte Y. seiner früheren Mandantin für 
seine Bemühungen vom 1. November 2002 bis zum 23. Mai 2005 Rechnung, diese 
lautete auf Fr. 124'863.50. X. schrieb Y. am 13. Juni 2005 aus Spanien, sie habe 
ihm zu keinem Zeitpunkt einen Auftrag erteilt. Er sei als Partner der C. für ihre An-
gelegenheiten zuständig gewesen, und da sie Opfer eine Straftat geworden sei, be-
streite sie die Rechnung vollumfänglich. Auf diesen Brief hin antwortete Y., er sehe 
sich angesichts dieser Umstände gezwungen, seine Schlussabrechnung insoweit 
anzupassen, als er anstelle des Kulanzstundenansatzes von 200 Franken einen 
solchen von 220 Franken zur Anwendung bringe, die für Telefonate und SMS auf-
gewendete Zeit und die entsprechenden Gebühren separat in Rechnung stelle und 
zudem auch die Mehrwertsteuer verrechnen müsse. Seine Schlussabrechnung für 
den ganzen Zeitraum seiner geschäftlichen Beziehungen zu X. belief sich mit diesen 
Änderungen auf Fr. 160'618.45.

Da X. den ihr in Rechnung gestellten Betrag schuldig blieb, wurde sie von Y. 
mit Zahlungsbefehl Nr. 20501680 des Betreibungsamtes A. vom 6. Oktober 2005 
für den fraglichen Betrag nebst 5 % Zins seit dem 16. September 2005 betrieben; 
die Schuldnerin erhob Rechtsvorschlag.

B. Am 8. November 2005 meldete Y. die Streitsache zur Vermittlung an. Nach 
erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 15. Dezember 2005 bezog er den Leit-
schein und prosequierte die Klage mit Prozesseingabe vom 8. Mai 2006 an das 
Bezirksgericht Prättigau/A.. Sein Rechtsbegehren lautete:

„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger den Betrag von Fr. 
160'618.45 nebst Zins zu 5 % seit dem 16. September 2005 zu zahlen.

2. In der Betreibung Nr. 20501680 vom 19. September 2005 sei Rechtsöff-
nung zu erteilen.

 3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädigungs-
folge, letztere zuzüglich 7,6 % MwSt.“

Die Beklagte reichte am 15. Juni 2006 ihre Prozessantwort ein und formu-
lierte das folgende Rechtsbegehren:

„1. Die Klage sei abzuweisen.

 2. Der Kläger sei widerklageweise zu verurteilen, der Beklagten Schadener-
satz im Betrage von Fr. 143'513.-- nebst Zins zu 5 % seit 1. August 2004 
zu bezahlen.

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 3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers und Widerbeklagten.“

In der Replik und Widerklageantwort vom 31. August 2006 bestätigte der Klä-
ger sein Rechtsbegehren und beantragte die Abweisung der Widerklage. Während 
die Klägerin in der Duplik und Widerklagereplik vom 10. November 2006 keine 
neuen Anträge stellte, reduzierte der Kläger in der Widerklageduplik vom 10. Januar 
2007 seine Klage auf Fr. 154'359.95 nebst 5 % Zins seit dem 16. September 2005.

C. Mit Urteil vom 13. Dezember 2007, mitgeteilt am 10. März 2008, erkannte 
das Bezirksgericht Prättigau/A.:

„1. Die Klage des Y. gegen X. wird teilweise gutgeheissen und X. wird ver-
pflichtet, Y. Fr. 108'067.60, zuzüglich 5 % Zins seit dem 6. Oktober 
2005, zu bezahlen.

 2. Die Widerklage der X. gegen Y. wird abgewiesen.

 3. In der Betreibung Nr. 20501680 des Betreibungsamtes A. wird der 
Rechtsvorschlag der X. vom 6. Oktober 2005 im Umfange von Fr. 
108'067.60, zuzüglich 5 % Zins seit dem 6. Oktober 2005, aufgehoben 
und es wird Y. in diesem Umfange definitive Rechtsöffnung erteilt.

 4. Die Kosten des Kreisamtes A. in Höhe von Fr. 200.00 sowie die Kosten 
des Bezirksgerichts Prättigau/A., bestehend aus:

     - einer Gerichtsgebühr von                                                  Fr.  12'000.00

     - einem Interessenwertzuschlag von                                   Fr.   3'000.00

     - Schreibgebühren von                                                        Fr.   2'350.00

     - Barauslagen von                                                               Fr.      200.00

     total somit von                                                                     Fr. 17'550.00
                                                                                                 ==========

        gehen zu 1/6 (= Fr. 2'925.00) zu Lasten des Y. und zu 5/6 (= Fr. 
14'625.00) zu Lasten der X.. Sie werden mit den geleisteten Kostenvor-
schüssen verrechnet.

 5. X. wird verpflichtet, Y. ausseramtlich mit Fr. 46'756.25 (inkl. Spesen, In-
teressenwertzuschlag und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

 6. Rechtsmittel …

 7. Mitteilung an …“

D. Gegen dieses Urteil liess X. am 26. März 2008 die Berufung an das Kan-
tonsgericht von Graubünden erklären mit dem Antrag, das angefochtene Urteil sei 
aufzuheben, die Klage abzuweisen und die Widerklage gutzuheissen. Es wurde so-
dann der Verfahrensantrag gestellt, es sei X. in Anwendung von Art. 201 ZPO zur 

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Beweisaussage anzuhalten und es wurden die Fragen formuliert, zu welchen die 
Berufungsklägerin Stellung nehmen sollte.

E. An der Berufungsverhandlung vor dem Kantonsgericht waren die Parteien 
persönlich in Begleitung ihrer Anwälte anwesend. Der Rechtsvertreter der Beru-
fungsklägerin begründete vorerst seinen Antrag auf Befragung seiner Mandantin. 
Nach Ablehnung dieses Begehrens durch das Kantonsgericht trugen die Rechts-
vertreter ihre Parteivorträge vor, wobei Rechtsanwalt Dr. Kunz auf seinen Beru-
fungsbegehren beharrte und Rechtsanwalt Dr. Vital deren Ablehnung  beantragte. 
Beide Parteivertreter gaben ihre Plädoyers schriftlich zu den Akten. Auf die in den 
Parteivorträgen gemachten Ausführungen wird, soweit erforderlich, in den Erwä-
gungen eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

I. Die Berufungsklägerin bestätigte anlässlich der Hauptverhandlung ih-
ren in der Berufungserklärung gestellten Antrag, sie sei zur Beweisaussage zuzu-
lassen. Sie wünschte sich dazu zu äussern, welche Rolle Y. anlässlich der Bespre-
chung vom 5. März 2004 gespielt, mit welchen Argumenten L. sie zur Anerkennung 
der Rechnung der Zentrum für M. und zur Unterzeichnung des auf dem Dokument 
enthaltenen Auftrags zur Überweisung des Betrags von 364'000 Franken auf sein 
eigenes Konto veranlasst hatte und ob Y. die Ausführungen von L. gehört und wie 
er allenfalls darauf reagiert und ob er jemals erklärt habe, er sei in Steuersachen 
und bezüglich Hypotheken nicht kompetent und lehne daher zu Vorgängen in die-
sem Bereich jegliche Verantwortung ab. – Das Kantonsgericht sieht keine Veran-
lassung, X. zur Beweisaussage anzuhalten. Auch der Rechtsvertreter der Beru-
fungsklägerin nannte als eine der für die Erhebung dieses Beweismittels erforderli-
chen Bedingungen, dass sich die Partei, welche zur Beweisaussage zugelassen 
werden wolle, in einem unverschuldeten Beweisnotstand befinden müsse. Können 
also Fragen, zu welchen eine Partei Aussagen machen möchte, auf andere Weise 
geklärt werden, bedarf es keiner Beweisaussage; dieses Beweismittel ist also nach 
der konstanten Praxis des Kantonsgerichts ganz klar subsidiär und soll folglich nur 
zur Anwendung gelangen, wenn keine anderen Beweismittel ersichtlich sind, wel-
che Klarheit in einen wesentlichen Streitpunkt bringen können (vgl. PKG 1988 Nr. 
15). Diese Situation liegt im zu beurteilenden Fall nicht vor. Abgesehen davon, dass 
Aussagen der Beklagten aus den im Fürstentum Liechtenstein durchgeführten Ver-
fahren vorliegen, und es unwahrscheinlich ist, dass X. im heutigen, also erheblich 
weiter vom fraglichen Geschehen entfernten Zeitpunkt genauere und zuverlässi-

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gere Aussagen machten könnte, ist das Gericht gar nicht darauf angewiesen, auf 
die Depositionen der einen oder der anderen Partei abstellen zu müssen; es sieht 
sich vielmehr in der Lage, die sich stellenden Fragen anhand der zur Verfügung 
stehenden Akten und von Aussagen Dritter zuverlässig aufgrund objektiver Fakten 
zu beantworten. Das Beweisergänzungsbegehren ist daher abzuweisen.

II. 1.a) Die Beziehungen zwischen den Parteien gehen auf den Herbst 
2002 zurück. Ab anfangs November dieses Jahres will der Kläger X. aufgrund eines 
Auftragsverhältnisses bei der Regelung ihrer finanziellen Angelegenheiten beige-
standen haben. Im Laufe des Jahres 2003 knüpfte Y. Kontakte zwischen der Be-
klagten und der C. an, mit welcher er seit April 2003 aufgrund eines Kooperations-
vertrages verbunden war. Am 8. August 2003 mündeten die Bemühungen des Klä-
gers in einen ersten Auftrag X. an die C., nach welchem diese gegen eine Pauschale 
von 10'000 Franken eine Vermögensanalyse erstellen sollte. Das Ergebnis dieser 
Arbeit wurde der Auftraggeberin anlässlich einer Besprechung vom 3. November 
2003 erläutert, wobei neben dem Kläger und C.-Geschäftsführer D. auch der inzwi-
schen ebenfalls bei dem Treuhandunternehmen eingetretene L. anwesend war und 
X. als Finanz- und Steuerexperte vorgestellt wurde. Bei dieser Zusammenkunft 
schloss X. mit der C. einen sogenannten Family-Office-Vertrag ab, mit welchem sie 
der Beauftragten gegen ein jährliches Honorar von 80'000 Franken, beginnend am 
1. Oktober 2003, die gesamtheitliche Betreuung ihrer finanziellen und steuerlichen 
Angelegenheiten übertrug. Am 4. Dezember 2003 unterzeichnete sie sodann einen 
Vermögensverwaltungsvertrag, durch welchen die C. zur selbständigen Verwaltung 
der bei der Bank H. befindlichen Guthaben und Vermögenswerte der Kundin beauf-
tragt wurde. In die Gültigkeitsdauer dieser beiden Verträge fällt die Besprechung 
vom 5. März 2004 zwischen X., L. und Y. im Hause des letzteren in B., welche im 
Zentrum des Interesses des vorliegenden Verfahrens steht. Nachdem sich die von 
L. bei dieser Gelegenheit inszenierte „Steueroptimierung“ als Betrug zum Nachteil 
von X. erwiesen hatte, löste die Geschädigte den Family-Office-Vertrag im Einver-
nehmen mit der C. auf Ende September 2004 und den Vermögensverwaltungsver-
trag auf den 28. April 2005 wieder auf. Y. beschäftigte sich indessen auch nach 
diesen beiden Kündigungen weiterhin um die Angelegenheiten von X., bis er ihr mit 
Schreiben vom 23. Mai 2005 mitteilte, er ziehe sich mit sofortiger Wirkung von jeg-
licher Vertretung ihrer Interessen zurück. Am 7. Juni 2005 stellte er der Beklagten 
eine Schlussabrechnung zu, welche er entsprechend dem oben geschilderten Ab-
lauf der Geschehnisse in vier Zeiträume aufteilte, nämlich in den Zeitraum vom 1. 
November 2002 bis 30. September 2003, 1. Oktober 2003 bis 30. September 2004, 
1. Oktober 2004 bis 31. Dezember 2004 und 1. Januar 2005 bis 23. Mai 2005. 

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Während er für den ersten, dritten und vierten Zeitraum nach Stunden und einem 
Ansatz von 200 Franken sowie einer Kilometerentschädigung von einem Franken 
abrechnete, stellte er für die zweite Periode, während welcher X. von der C. betreut 
worden war, nichts in Rechnung. In einer gesondert abgerechneten fünften Position 
machte er hingegen für einen Arbeitsbesuch in Marbella insgesamt Fr. 5'758.50 gel-
tend. Die gesamte Rechnung belief sich damit auf Fr. 124'863.50. Nachdem die 
Beklagte sich in ihrem Schreiben vom 13. Juni 2005 auf den Standpunkt gestellt 
hatte, die anfänglichen Bemühungen des Klägers hätten der Anbahnung einer Ge-
schäftsbeziehung gedient, Y. habe von ihr nie einen Auftrag erhalten und sie sei 
während der Zeit, als er als Partner der C. für ihre Angelegenheiten zuständig ge-
wesen sei, Opfer einer Straftat geworden, weshalb sie seine Rechnung vollumfäng-
lich bestreite, stellte ihr Y. am 29. August 2005 eine neue Rechnung zu. Er hielt 
dabei fest, er berechne nun anstelle des Kulanzansatzes von 200 Franken pro 
Stunde einen solchen von 220 Franken und berechne zusätzlich auch die für Tele-
fongespräche und SMS aufgewendete Zeit und die entsprechenden Barauslagen 
sowie die Mehrwertsteuer. Seine Rechnung belief sich damit auf einen Gesamtbe-
trag von Fr. 160'618.45.

b) Während der Kläger in seiner Prozesseingabe noch den ganzen zuletzt 
erwähnten Betrag geltend gemacht hatte, reduzierte er seine Forderung in der Wi-
derklageduplik um den auf den Arbeitsbesuch in Spanien entfallenden Betrag von 
Fr. 6'258.50 auf Fr. 154'359.95. Die Beklagte bestritt jeden Anspruch Y., indem sie 
geltend machte, in der Zeit vor dem Inkrafttreten des Family-Office sei von einem 
Mandat keine Rede gewesen und es sei nie von einer Honorierung gesprochen wor-
den. Im Rahmen des Family-Office sei der Kläger zu einem Drittel am Honorar der 
C.  beteiligt gewesen, und nach Auflösung des Vertragsverhältnisses mit dieser 
habe es sich beim Aufwand des Klägers um Folgekosten zur Schadensbegrenzung 
und -behebung gehandelt. Abgesehen davon sei der geltend gemachte Aufwand 
allein von der angeblichen Anzahl an Arbeitsstunden her nicht glaubwürdig. Die Vor-
instanz ging davon aus, dass tatsächlich ein Auftragsverhältnis zwischen Y. und X. 
bestanden habe. Anstelle des geltend gemachten Stundenansatzes von 220 Fran-
ken erachtete sie hingegen einen solchen von nur 180 Franken als angemessen 
und unterzog darauf die Rechnung Y.s aufgrund des von diesem eingelegten Auf-
wandjournals einer eingehenden Überprüfung. Dabei reduzierte sie die Forderung 
des Klägers für die erste Phase (bis 30. September 2003) von Fr. 20'920.15 (inkl. 
MwSt) auf Fr. 5'915.--, und jene für die Zeit vom 1. Oktober 2004 bis zum 23. Mai 
2005 von Fr. 132'964.13 (inkl. MwSt) auf Fr. 102'152.62, was zu einer teilweisen 
Gutheissung der Klage im Umfange von insgesamt Fr. 108'067.60 (ohne MwSt) 

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führte. Der Kläger fand sich mit der Herabsetzung seiner Forderung auf diesen Be-
trag ab, hingegen verlangt die Beklagte im Berufungsverfahren nach wie vor die 
vollständige Abweisung der Klage.

2.a) Anlässlich der Berufungsverhandlung haben sich beide Parteivertreter 
zu Beginn ihrer Ausführungen eingehend mit der vom Bezirksgericht abgewiesenen 
Widerklage befasst, und sie haben sich erst am Schluss ihrer Plädoyers kurz mit 
der teilweise gutgeheissenen Klage auseinandergesetzt. Dieses Vorgehen ist inso-
fern verständlich und gerechtfertigt, als der Anwalt der Berufungsklägerin zu Recht 
feststellt, dass Y. für den Fall, dass und soweit er für den von L. durch die betrüge-
rischen Handlungen im Zusammenhang mit der sogenannten „Steueroptimierung“ 
angerichteten Schaden mitverantwortlich sein sollte, kein Honorar fordern kann, 
sondern er den ihm in diesem Zusammenhang allenfalls entstandenen Aufwand als 
Wiederherstellungs-Bemühung selbst zu tragen hätte. Angesichts dieser Sachlage 
erscheint es als angebracht, sich im Berufungsverfahren zuerst der Frage zuzuwen-
den, in welcher Beziehung der Kläger zu X. stand und inwieweit dieser für die Folgen 
des Versagens und der kriminellen Machenschaften L.s einzustehen hat. Auch im 
Zusammenhang mit der Beantwortung dieser Frage ist indessen wie bei der Beur-
teilung der Klage vorweg abzuklären, ob zwischen den Parteien ein Auftragsverhält-
nis bestanden hat. Die Vorinstanz hat mit sehr ausführlicher Begründung, auf die 
unter Hinweis auf Art.  229 Abs. 3 ZPO weitgehend verwiesen werden kann, das 
Zustandekommen eines solchen Vertragsverhältnisses bejaht. Der Rechtsvertreter 
der Berufungsklägerin betrachtet die Bemühungen Y.s vor dem Entstehen einer 
Kundenbeziehung zwischen seiner Mandantin und der C. als reine Akquisitions-
tätigkeit, als Teil der schrittweisen Integration des Kundenbestandes des Klägers in 
die C.; für diese Tätigkeit, welche nicht aufgrund eines Vertragsverhältnisses aus-
geführt worden sei, stehe Y. kein Honorar zu. Die Bemühungen von Y. nach dem 
Bekanntwerden des strafbaren Verhaltens von L. stellten hingegen bloss Vorkehren 
zur Schadensbehebung dar. Was der Kläger also zur Wiederherstellung des L. 
Chaos (gemeint wohl eher zur Beseitigung der Folgen L. Handelns) unternommen 
habe, könne daher keine Honorarforderung begründen. Diese Betrachtungsweise 
greift in dieser vereinfachten Form zu kurz. Wie noch darzulegen sein wird, kann ihr 
zugestimmt werden, soweit Y. für das verbrecherische Verhalten von L. einzustehen 
hat. Wo dies hingegen nicht der Fall ist, wo er also Schadensbehebung bezüglich 
bloss unsorgfältiger Mandatserfüllung durch L. betrieb, ist sehr wohl zu untersu-
chen, ob er dies aufgrund eines ihm von X. übertragenen Auftrags tat; und soweit 
eine solche Situation vorliegen sollte, wäre er durchaus berechtigt, seine Bemühun-
gen in Rechnung zu stellen.

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b) Der Rechtsvertreter der Beklagten hat gegenüber seinen Ausführungen 
vor erster Instanz zur Frage, ob Y. für seine Tätigkeit für die Beklagte bis zum 30. 
September 2003 eine Vergütung zusteht, im Berufungsverfahren keine neuen Über-
legungen ins Feld geführt, die geeignet wären, die Argumentation des Bezirksge-
richts zu entkräften. Dieses hat dem Kläger von den 75,5 geltend gemachten Ar-
beitsstunden lediglich deren 27 anerkannt und hat bei dieser Regelung den beklag-
tischerseits vorgebrachten Einwänden weitgehend Rechnung getragen. So hat es 
insbesondere und berechtigterweise festgestellt, es wäre unbillig, wenn Y. für seine 
Bemühungen, X. als Kundin für die C. zu gewinnen, von der umworbenen Person 
eine Entschädigung verlangen könnte. Auf Grund dieser Überlegung fiel bereits ein 
wesentlicher Teil des vom Kläger geforderten Honorars weg. Die für Besprechun-
gen mit bestimmten Personen anerkannten Stunden hat die Vorinstanz überzeu-
gend begründet und dabei auch Abstriche vorgenommen, wo dies erforderlich 
schien; die von der Berufungsklägerin mit Bezug auf die Verhandlungen mit R. ge-
machten Einwände treffen daher ins Leere. Wenn für die Besprechungen mit der 
Beklagten ex aequo et bono pauschal zehn Stunden anerkannt wurden, so handelte 
das Bezirksgericht im Rahmen seines Ermessens. Auch wenn man lediglich auf die 
dem Kläger zugestandenen Stunden abstellt, so erscheint es durchaus angebracht, 
bereits für diese erste Phase vom Bestehen eines Auftragsverhältnisses auszuge-
hen. Die Beziehungen zwischen den Parteien waren von einer Intensität, dass man 
kaum sagen kann, es habe sich lediglich um eine gelegentliche Raterteilung gehan-
delt, wie sie in einem freundschaftlichen Verhältnis unentgeltlich zu erfolgen pflegt. 
Beim Kläger handelte es sich ja nicht um irgendwelche Zufallsbekanntschaft, die bei 
Gelegenheit beiläufig um Rat gefragt wurde. Es war der Beklagten vielmehr be-
kannt, dass Y. ein ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet war, auf dem sie Rat 
suchte, so dass sie nicht davon ausgehen durfte, er habe die zahlreichen berufs-
spezifischen Besprechungen mit ihr aus reinem Freundesdienst unentgeltlich ge-
führt. Für die gegenteilige Annahme wäre der vom Kläger geleistete Aufwand zu 
erheblich, was die Beklagte nach Treu und Glauben erkennen musste. Das Kan-
tonsgericht stimmt daher mit der Vorinstanz überein, dass bereits für diese erste 
Phase von einem stillschweigend zustande gekommenen Auftragsverhältnis auszu-
gehen ist, für welches dem Kläger grundsätzlich ein Honorar zusteht.

Mit Bezug auf die zweite Phase, für die der Kläger X. Rechnung für seine 
Bemühungen stellte, also die Zeit nach der auf Ende September 2004 erfolgten Auf-
lösung des Family-Vertrages bis zur Mandatsniederlegung durch den Kläger am 23. 
Mai 2005, bestreitet die Beklagte die klägerische Forderung nicht mit dem Fehlen 
eines Auftragsverhältnisses (wenn von der Mandatsniederlegung am Schluss die-

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ser Phase gesprochen wird, kann dies nichts anderes heissen, als dass auch X. 
davon ausgeht, dass ein solches bestanden hat), sondern mit dem Argument, es 
könne dem Kläger für seine Bemühungen in dieser Phase kein Honorar und kein 
Spesenersatz zustehen, weil es sich bei seinen Tätigkeiten um nichts anderes denn 
als Schadensbehebungsmassnahmen gehandelt habe. Das Kantonsgericht pflich-
tet dieser Auffassung bei, falls und soweit sich herausstellen sollte, dass Y. der Be-
klagten aus Vertrauenshaftung schadenersatzpflichtig geworden ist. Dabei ist je-
doch vorweg festzuhalten, dass eine solche Haftung nur für die Folgen der kriminel-
len Machenschaften von L. im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 5. März 2004 
in Frage kommen kann. Der Schaden, der X. durch die unsorgfältige Erfüllung des 
der C. übertragenen und von dieser durch ihren Partner L. ausgeübten Mandats 
entstanden ist, kann hingegen nicht dem Kläger angelastet werden; dafür hätte 
grundsätzlich die C. einzustehen. X. hat nun aber ganz offensichtlich Y. damit be-
auftragt, Ordnung in das von L. verursachte Chaos zu bringen. Wie sich aus dem 
Schreiben des Klägers an die C. vom 18. Oktober 2004 ergibt, hat er denn auch die 
Regelung der Angelegenheiten der Beklagten an die Hand genommen, was - wie 
dem Brief von X. aus ihrem Feriendomizil in Marbella zu entnehmen ist - zweifellos 
in deren Einverständnis geschah. Auch der in den folgenden Monaten von Y. ge-
führte Briefwechsel mit verschiedenen Adressaten, so unter anderem und insbe-
sondere auch im Zusammenhang mit dem Besitz der Beklagten in Spanien und in 
A., erfolgte offenkundig im Interesse und Auftrag von X., welche zahlreiche von Y. 
verfasste Briefe mit- und teilweise auch allein unterzeichnete. Eine deutliche Spra-
che spricht ein Memorandum von 4. Januar 2005  für eine Besprechung vom fol-
genden Tag, an welcher in Anwesenheit von X. über die Aufgabenverteilung zwi-
schen den verschiedenen Beratern der Beklagten diskutiert wurde. Rechtsanwalt 
Q. gab als Zeuge zu Protokoll, dass bei dieser Gelegenheit auch darüber gespro-
chen worden sei, dass Y. das Family Office übernehme, und zwar zum selben Preis, 
den die C. verlangt habe. Er bestätigte auch, dass man sich bereits anlässlich einer 
Besprechung vom 5. Oktober 2004 über die Aufgaben von Y. unterhalten habe; man 
sei übereingekommen, dass er für seine Arbeit zu entschädigen sei, wobei man 
aber über die Höhe noch nichts festgelegt habe. Angesichts dieser Aktenlage gibt 
es für das Kantonsgericht keine Zweifel, dass Y. für die Beklagte ab Oktober 2004 
aufgrund eines Mandates als Berater tätig war und dass er  für seine Arbeit An-
spruch auf ein Honorar hatte.

c) Steht nach dem Gesagten fest, dass die Vorinstanz zu Recht angenom-
men hat, dass ein Auftragsverhältnis zwischen X. und Y. bestanden hat und dass  
dieses entgeltlich war, so wird zu beurteilen sein, ob das Resultat der Überprüfung 

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der Rechnung des Klägers durch die Vorinstanz auch in quantitativer Hinsicht mit 
der Aktenlage im Einklang steht. Wie einleitend festgehalten, ist jedoch vorerst darü-
ber zu befinden, ob und allenfalls in welcher Höhe die Widerklage gutzuheissen ist. 
Die Beklagte begründet ihre Forderung mit vier Schadenersatzpositionen, nämlich 
mit der Differenz zwischen dem von L. veruntreuten Betrag von Fr. 364'000.-- ab-
züglich des ihr von der C. einschliesslich Zinsen zurückerstatteten Betrags von Fr. 
224'127.--, somit Fr. 139'873.-- nebst 5 % Zins seit dem 1. August 2004, mit dem 
ihr aus der nutzlosen Gründung und Weiterveräusserung der S. AG entstandenen 
Schaden von Fr. 15'318.15 sowie mit den Folgekosten wegen des von L. angerich-
teten Schadens und der mit der Schadensbehebung und Schadensbegrenzung ver-
bundenen Kosten, bestehend aus der Rechnung des Steuerberaters I. von Fr. 
16'503.75 und der Honorarforderung der Anwaltskanzlei P. von Fr. 163'399.85. Da-
bei geht die Beklagte selbst davon aus, dass ihre Widerklage im besten Fall nur im 
Umfange der eingeklagten Höhe von Fr. 143'513.-- gutgeheissen werden könnte.

aa) Die Beklagte wirft Y. vor, sich gegenüber ihr schadenersatzpflichtig ge-
macht zu haben, indem er als ihr bezahlter, professioneller Vermögensberater an 
der Arbeitssitzung vom 5. März 2004 in seinem Hause in B. in Anwesenheit des 
Mitberaters L. dem ihr vom letzteren präsentierten sogenannten „Steueroptimie-
rungsmodell“ zugestimmt beziehungsweise dazu keinen Einwand erhoben und ihr 
nicht dringend von der Zustimmung zu diesem Geschäft abgeraten habe, obschon 
die vorgeschlagene Steueroptimierung nichts anderes als ein offensichtlicher, mit 
Urkundenfälschung verbundener Steuerbetrug mit hohem Risiko für sie gewesen 
sei. X. ist der Auffassung, das zwischen ihr und dem Berufungsbeklagten beste-
hende Vertrauensverhältnis sei - wie sich  selbst der Gegenanwalt in einem Schrei-
ben an das Bezirksgericht ausgedrückt habe - so intensiv gewesen, dass es weit 
über das hinausgegangen sei, was bei einer gewöhnlichen Geschäftsanbahnung 
üblich sei. Mit ihrer Argumentation stützt die Berufungsklägerin ihre Forderung ge-
genüber Y. zu Recht nicht auf das Vertragsverhältnis, das sie mit der C. verband, 
stünde ihr doch für einen Anspruch aus diesem kein Klagerecht gegenüber dem 
Berufungsbeklagten zu, sondern sie beruft sich auf die Haftung aus erwecktem Ver-
trauen und macht geltend, der von ihr wegen der kriminellen Machenschaften L’s 
erlittene Schaden wäre nicht eingetreten, wenn sie durch Y. pflichtgemäss beraten 
worden wäre.

Die Rechtsfigur der sogenannten Vertrauenshaftung als eigenständiger Haf-
tungsgrundlage, zu der sich das Schweizerische Bundesgericht seit einiger Zeit be-
kennt (vgl. etwa BGE 128 III 327; BGE 133 III 451 f.), kommt zur Anwendung, wenn 
Schädiger und Geschädigter ausserhalb einer vertraglichen Bindung in einem be-

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sonderen Vertrauensverhältnis stehen, kraft welchem der Geschädigte sich als 
nachteilig erweisende Dispositionen trifft. Dieser Haftungsgrund setzt voraus, dass 
der Dritte zunächst schutzwürdiges Vertrauen weckt und dieses anschliessend treu-
widrig enttäuscht. Die Haftung bedingt das Bestehen einer rechtlichen Sonderver-
bindung zwischen den Beteiligten, welche aus bewusstem oder normativ zurechen-
barem Verhalten des in Anspruch Genommenen, nicht aber aus einem zufälligen 
oder ungewollten Zusammenprallen entsteht. Durch dieses Rechtsinstitut soll auch 
nicht etwa sorgloses oder gleichgültiges Verhalten des Geschädigten geschützt 
werden. Wer Opfer eigener Unvorsichtigkeit und Vertrauensseligkeit oder der Ver-
wirklichung allgemeiner Geschäftsrisiken wird, kann sich nicht auf die Vertrauens-
haftung berufen; dies ist nur möglich, wenn berechtigtes Vertrauen missbraucht 
oder enttäuscht wird. Zwischen X. und Y. haben sich ab Herbst 2002 intensive Be-
ziehungen entwickelt, welche dazu führten, dass anlässlich der Übernahme des Be-
ratungsmandats durch die C. nicht etwa nur der „Steuer- und Hypothekenspezialist“ 
L. mit der Betreuung der neuen Kundin betraut wurde, sondern dass man eben auch 
Y. speziell für die Pflege der Beziehungen zur Mandantin für zuständig erklärte. Da 
dieser sich selbst für die Bereiche Hypotheken und Steuern als nicht kompetent 
bezeichnete und ihm diesbezüglich also keine Hauptrolle zugedacht war, be-
zweckte diese Kompetenzaufteilung offensichtlich, das von X. gegenüber Y. beste-
hende Vertrauen zu nutzen und der Kundin das Gefühl zu geben, sie werde von 
diesem nach wie vor entsprechend ihrer bisherigen, seit längerer Zeit durch inten-
sive Kontakte geschaffenen freundschaftlichen Beziehungen betreut. Dass dem so 
war, durfte die Berufungsklägerin auch durchaus annehmen, war es doch allein ihr 
Vertrauen in Y., das sie bewogen hatte, die Verwaltung aller ihrer Vermögenswerte 
sowie die Beratung in steuerlichen Belangen in die Hände der C. zu legen. Es war 
auch nicht etwa der Wunsch von Y., sich als persönlicher Berater von X. zurückzu-
ziehen; es ging ihm darum, sich von administrativen Arbeiten zu entlasten, so dass 
es zur bekannten Arbeitsteilung innerhalb der C. kam, wobei dem Kläger ganz ein-
deutig die vertrauensvollste Stellung zukam, indem er nicht rein fachliche Aufgaben 
zu erfüllen, sondern angesichts seiner freundschaftlichen Beziehungen die persön-
lichen Kontakte zur Kundin zu pflegen hatte. Dass er im Verhältnis zu X. eine be-
sondere Position einnahm, ist auch daraus ersichtlich, dass die Besprechung vom 
5. März 2004 in seinem Privathaus in B. stattfand. Hätte es sich an diesem Tage 
darum gehandelt, eine routinemässige Steuerangelegenheit zu besprechen, hätte 
sich X. mit L. allein am Firmensitz der C. treffen können. Offenbar waren sich die 
beiden Partner aber bewusst, dass eine nicht alltägliche Entscheidung zu fällen war. 
Die Wahl des Sitzungsortes musste der Klientin das Gefühl vermitteln, sich in der 
vertrauten Umgebung ihres persönlichen Beraters zu befinden, was ihr anzuneh-

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men erlaubte, sie werde in den zu treffenden Entscheiden von diesem begleitet. X. 
durfte also darauf vertrauen, dass sie die ihr von L. unterbreiteten Vorschläge von 
ihrem engsten und persönlichen Berater als geprüft und in Ordnung befunden be-
trachten durfte und sie ihnen damit auch ihrerseits bedenkenlos zustimmen konnte. 
Angesichts dieser Umstände ist es abwegig, wenn Y. behauptet, er sei am 5. März 
2004 wohl anwesend gewesen, habe aber keine besondere Funktion gehabt; es sei 
um ein Geschäft gegangen, das von L. schon vorher eingefädelt worden sei, und er 
selbst sei vom Vorschlag L. genau so überrumpelt worden wie X.. Hätte es sich 
tatsächlich um eine reine Steuerangelegenheit gehandelt, welche ausschliesslich in 
die Kompetenz von L. gefallen wäre und hätte Y. am fraglichen Tag überhaupt nicht 
mit dem zur Diskussion stehenden Geschäft zu tun gehabt, so wäre nicht einzuse-
hen, wieso er X. und L. zur Besprechung dieser Angelegenheit hätte nach B. kom-
men lassen und weshalb er selbst für dieses ihn angeblich nichts angehende Ge-
spräch seine Zeit hätte zur Verfügung stellen sollen. Dass Y. keine Ahnung davon 
gehabt haben soll, was anlässlich der Besprechung bei ihm zur Diskussion stehen 
würde, erscheint nicht nachvollziehbar, ist aber nicht von Bedeutung. Wenn er das 
von L. der auf ihn vertrauenden X. vorgelegte Dokument zum ersten Mal zu Gesicht 
bekommen hätte, wäre es seine Pflicht gewesen, dieses aufmerksam zu studieren 
und dieses angesichts des offensichtlich in hohem Masse fragwürdigen Inhalts kri-
tisch zu hinterfragen. Es bedurfte nicht der Kenntnisse eines Steuerspezialisten um 
zu erkennen, dass an der von L. vorgelegten Konstruktion etwas faul war; diese war 
nach Auffassung des Kantonsgerichts von einem raffinierten Manöver so weit ent-
fernt, dass es auch für den Finanzfachmann Y. offensichtlich sein musste, dass et-
was nicht stimmen konnte. Wenn er in dieser Situation die Sache nicht hinterfragte 
und auf das Geschwätz von L. gerade etwa bezüglich des von diesem angegebenen 
Zahlungsmodus’ nicht mit kritischen Bemerkungen reagierte, verhielt er sich in einer 
Art und Weise passiv, dass von einer Verletzung der gegenüber der auf ihn vertrau-
enden X. bestehenden Sorgfaltspflichten gesprochen werden muss. Angesichts der 
Bedeutung des von L. vorgeschlagenen Geschäfts hätte der Kläger unbedingt in-
tervenieren und sich davon überzeugen müssen, ob die von ihm mitbetreute Klien-
tin, mit der ihn ein besonderes Vertrauensverhältnis verband, sich dessen bewusst 
war, was der von L. unterbreitete Vorschlag für Konsequenzen haben konnte. Sein 
Schweigen war in dieser Situation unverzeihlich; was L. vorschlug, war derart ab-
wegig, dass sich Y. nicht mit dem Hinweis, er habe seinen Partner nicht überwachen 
müssen, seiner Verantwortung gegenüber X., die ohne seine stillschweigende Ge-
nehmigung des Vorgehens von L. nach der Überzeugung des Gerichts niemals auf 
dieses Geschäft eingestiegen wäre, entziehen konnte. Es liegt daher ein klarer Fall 

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einer Vertrauenshaftung vor, welcher Y. für den von X. auf diesen Vorfall zurückzu-
führenden Schaden mitverantwortlich machen lässt.

Zusammenfassend gelangt das Kantonsgericht aufgrund dieser Überlegun-
gen damit zum Schluss, dass die Beziehungen zwischen den Parteien so intensiv 
und freundschaftlich waren, dass X. erwarten und darauf vertrauen durfte, dass Y. 
trotz der Aufgabenteilung im Rahmen des Vertrages mit der C. einen allgemeinen 
Überblick über ihre finanzielle Situation und ihr diesbezügliches Handeln im Auge 
behalten und sie vor unbedachten und gefährlichen Dispositionen warnen und sie 
von solchen abhalten würde. Das zweifellos vorhanden gewesene enge Vertrau-
ensverhältnis führt dazu, dass sich eine Mitverantwortung des Klägers für nicht ganz 
spezifische, in den ausschliesslichen Aufgabenbereich eines anderen Mitarbeiters 
der C. fallende Handlungen und vor allem für offensichtliches Fehlverhalten von 
Partnern nicht unter Hinweis auf die Urteile der Liechtensteiner Gerichte verneinen 
lässt. Zu Recht weist der Vertreter der Widerklägerin mit Vehemenz darauf hin, dass 
es in diesem Verfahren nicht darum geht, ob sich Y. in seiner Eigenschaft als Part-
ner und Mitarbeiter der C. Sorgfaltspflichtsverletzungen vorwerfen lassen muss, 
welche ihn im Verhältnis zur C. für einen von dieser für ein Fehlverhalten eines 
Mitarbeiters gegenüber der Kundin zu übernehmenden Schaden als mitverantwort-
lich erscheinen lassen könnte. In der Tat interessiert im vorliegenden Verfahren das 
Innenverhältnis unter den Schädigern, welches Gegenstand der Prozesse im Fürs-
tentum Liechtenstein war, überhaupt nicht; es geht vielmehr allein darum, ob Y. auf-
grund seiner direkten Beziehungen zur Beklagten im Aussenverhältnis für eigenes 
Fehlverhalten zur Verantwortung gezogen werden kann. Unter diesem Aspekt sind 
im Folgenden die mit der aufgrund des Gesagten grundsätzlich zuzulassenden Wi-
derklage erhobenen Forderungen zu überprüfen, wobei vorweg festzuhalten ist, 
dass Y. allein für Schadenersatzpositionen einzustehen hat, welche aufgrund sei-
nes speziellen Vertrauensverhältnisses auf sein schuldhaftes Verhalten anlässlich 
der Zusammenkunft vom 5. März 2004 zurückzuführen sind, während er in diesem 
Verfahren nicht für allfälliges Fehlverhalten in seiner Eigenschaft als Partner der C. 
belangt werden kann und auch für die Unfähigkeit von L. innerhalb der C. nicht ein-
zustehen hat.

bb) Die Widerklägerin macht in einer ersten Position den Schaden geltend, 
der ihr dadurch entstanden ist, dass sie L. den Betrag von Fr. 364'000.-- ausbezahlt 
und nicht mehr zurückerhalten hat. Die C. hat der Geschädigten am 24. Mai 2005 
Fr. 224'127.-- durch die Bank E. AG auf ihr Konto bei der UBS Zürich überweisen 
lassen, wobei sie zum Schadensbetrag Zinsen von Fr. 3'640.-- hinzu zählte und von 
der Summe eine eigene offene Honorarforderung gegenüber X.  in der Höhe von 

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Fr. 143'513.-- abzog. Es ist der letztere Betrag, den die Beklagte anlässlich der Süh-
neverhandlung vom 15. Dezember 2005 zum Gegenstand ihres Widerklagebegeh-
rens machte. In der Prozessantwort und Widerklagebegründung vom 15. Juni 2005 
bestätigte die Widerklägerin den Empfang von Fr. 224'127.--, doch stellte sie sich 
auf den Standpunkt, der C. stehe wegen nicht gehöriger Auftragserfüllung kein Ho-
norar mehr zu, weshalb diese ihr den unter diesem Titel abgezogene Betrag noch 
schulde. 

Die von der C. gegenüber der Schadenersatzforderung der Kundin zur Ver-
rechnung gebrachten Honoraransprüche bestehen nach der Abrechnung vom 20. 
Mai 2005 einerseits aus dem Vermögensverwaltungshonorar von 0,7 % p.a. pro 
Quartal vom durchschnittlich investierten Kapital abzüglich aller Investments in C.-
Fonds, was für das Jahr 2004 und die ersten beiden Quartale 2005 einen Betrag 
von Fr. 57'433.-- ergab, und dem Fixhonorar für das Family Office von 80'000 Fran-
ken pro Jahr, was für die vier Quartale von Oktober 2003 bis Ende September 2004 
einschliesslich Mehrwertsteuer Fr. 86'080.-- ausmachte. Man sucht nun in den Ak-
ten vergeblich nach einem Dokument, welches belegen würde, dass X. diese Ab-
rechnung je bestritten hätte, bevor es zum vorliegenden Prozess gekommen ist. 
Erst in der Prozessantwort wird diese Forderung erstmals in Frage gestellt, aber es 
wird auch an dieser Stelle nicht behauptet, dass die Rechnung zuvor jemals dem 
Grundsatz nach oder auch nur bezüglich der Höhe bestritten worden wäre. In der 
Duplik vom 16. November 2006  wird geltend gemacht, nach dem Mandatsentzug 
per 30. September 2004 habe die C. mit der Vermögensverwaltung nichts mehr zu 
tun gehabt, so dass es sich von selbst verstehe, dass sie für das vierte Quartal 2004 
und erst recht für das erste Semester 2005 kein Vermögensverwaltungshonorar 
mehr zu fordern gehabt habe. Die Beklagte übersieht bei dieser Argumentation, 
dass es nicht der Vermögensverwaltungsvertrag war, der auf Ende September 2004 
gekündigt worden war, sondern der Family-Office-Vertrag, während der Vermö-
gensverwaltungsvertrag erst am 28. April 2005 aufgelöst wurde. In dieser Bezie-
hung war die Rechnungsstellung der C. also durchaus korrekt. Hätte sie die Hono-
rarforderung der Treuhandfirma als ungerechtfertigt beanstanden wollen, hätte X. 
eine entsprechende Rüge innert angemessener Frist nach Eingang der Rechnung 
anbringen müssen, eine pauschale Bestreitung in einer mehr als ein Jahr später 
geschriebenen Rechtsschrift vermag selbstverständlich eine rechtzeitige Reklama-
tion nicht zu ersetzen. Die Rechnungsstellung an sich entspricht übrigens durchaus 
den getroffenen Abmachungen, weshalb X. offenbar selbst auch keine Veranlas-
sung sah, diese zu bestreiten. Es ist zwar durchaus einfühlbar, dass es der Beklag-
ten widerstrebt, der C. ein Honorar zu zahlen, nachdem sie von einem Mitarbeiter 

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dieser Firma um einen grossen Betrag betrogen worden ist. Andererseits hat die C. 
aber Dienstleistungen erbracht, für die ihr ein Honorar zusteht und die von X. weder 
detailliert noch allgemein innert nützlicher Frist beanstandet wurden, und letztlich 
hat sich die Beauftragte ja bereit erklärt, den von L. verursachten Verlust zu decken, 
und sie hat dies auch getan. Dass sie vom zurückzuerstattenden Betrag ihre zu 
diesem Zeitpunkt fällige Honorarforderung abzog ist verständlich, und es liegt auf 
der Hand, dass die Beklagte die fragliche Rechnung, die sie während mehr als ei-
nem Jahr nicht bestritten hat, nicht in diesem Verfahren als Schadenersatzforderung 
gegenüber Y. geltend machen kann. Der Widerklage kann daher in diesem Punkt 
kein Erfolg beschieden sein.

cc) Als weitere Schadenersatzposition fordert X. von Y. einen Betrag von Fr. 
15'318.15, welchen sie im Zusammenhang mit der Gründung und der anschliessen-
den Entsorgung der S. AG verloren habe. Diese Aktiengesellschaft war am 1. Sep-
tember 2004 mit einem Aktienkapital von 100'000 Franken gegründet worden, und 
es wurde der  Aktienmantel später für 92'000 Franken wieder verkauft, nachdem 
man zum Schluss gekommen war, dass man dieser Gesellschaft gar nicht bedurfte 
hätte und sie denn auch nie operativ tätig geworden war. Neben dem aus Gründung 
und Verkauf resultierenden Verlust von 8'000 Franken macht die Widerklägerin ge-
genüber dem Kläger auch das von Rechtsanwalt Dr. U. für anwaltliche Bemühungen 
im Zusammenhang mit dieser Firma geforderte Honorar einschliesslich Spesen von 
zusammen Fr. 7'318.15 geltend, welchen Betrag sie auch tatsächlich bezahlt hat. 
Es wurde nun oben klar festgehalten, dass es im vorliegenden Verfahren nicht 
darum geht, Schadenersatzforderungen zu beurteilen, welche X. allenfalls für feh-
lerhaftes Verhalten von Mitarbeitern der C. erheben kann, welches diese in Ausü-
bung ihrer vertraglichen Aufgaben für diese Firma möglicherweise an den Tag ge-
legt haben. Solche Ansprüche müssten gegen die C. erhoben werden, während es 
in diesem Verfahren nur darum gehen kann, ob Y. infolge des besonderen Vertrau-
ensverhältnisses, das ihn mit der Widerklägerin verband, für gewisse Fehlentschei-
dungen geradezustehen hat. Von einem solchen Fall kann nun mit Bezug auf die S. 
AG keine Rede sein. Die Idee zur Gründung dieser Gesellschaft kam auch nach der 
Darstellung der Beklagten von L.. Er tat dies aufgrund der ihm als Partner der C. 
übertragenen Aufgaben und auch der Widerbeklagte wirkte bei diesem Geschäft in 
dieser Eigenschaft mit. Die Widerklägerin selbst spricht in der Prozessantwort von 
einem Beispiel schlechter Beratung durch die Funktionäre der C.. Das kann nichts 
anderes heissen, als dass L. und Y. auch nach der Auffassung der Beklagten in 
ihrer Eigenschaft als Mitarbeiter des Treuhandunternehmens ihren Sorgfaltspflich-
ten nicht nachgekommen sind. Dies vermöchte nun allenfalls eine Schadenersatz-

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pflicht der C. zu begründen, kann jedoch zu keinem direkten Schadenersatzan-
spruch gegenüber Y. Anlass geben. Es handelt sich mit anderen Worten um eine 
klaren Schadenersatzforderung aus dem Vertragsverhältnis mit der C., und nicht 
um eine solche, die gestützt auf das Institut der Vertrauenshaftung gegen den Klä-
ger geltend gemacht werden kann.

dd) Am 4. November 2004 stellte der Steuerberater I. der Beklagten eine 
Rechnung über Fr. 16'503.75 zu, welche seine Bemühungen betraf, Ordnung in die 
sich nach seiner Darstellung in einem desolaten Zustand befindlichen Steuerakten 
zu bringen. X. bezahlte diese Rechnung am 9. November 2004. Sie machte in ihrer 
Widerklage geltend, die entsprechenden Arbeiten hätten im Rahmen des Family-
Office abgedeckt sein müssen; schlimmer als es geschehen sei, hätte die C. - und 
innerhalb derselben der Kläger und L. - nicht wirtschaften können. Mit dieser For-
mulierung stellt die Widerklägerin selbst zu Recht fest, dass die Unordnung in ihren 
Steuerangelegenheiten auf die liederliche Arbeitsweise der für diesen Bereich zu-
ständigen Mitarbeiter der C. zurückzuführen war; sie rügt mithin eine unsorgfältige 
Erledigung des der C. erteilten Auftrages, also mangelhafte Vertragserfüllung. Nun 
ist aber unbestritten, dass die Betreuung X.s in steuerlichen Belangen im Rahmen 
der Aufgabenverteilung alleinige Sache L.s war, welcher der Kundin als Spezialist 
in Steuersachen angepriesen worden war. Im Rahmen der ihm obliegenden Pflege 
der Kundenbeziehung hatte Y. keinerlei Aufsichtsfunktion, welche ihm die Pflicht 
auferlegt hätte, seinen ihm hierarchisch gleichgestellten Partner in rein steuerspe-
zifischen Belangen zu überwachen und dessen Arbeitsweise auf Zweckmässigkeit 
und Sorgfalt hin zu kontrollieren; die diesbezüglichen Arbeiten fielen in den alleini-
gen Kompetenzbereich von L.. Eine entsprechende Verpflichtung  zur Überwa-
chung von dessen Arbeitsweise lässt sich auch nicht aus dem besonderen Vertrau-
ensverhältnis ableiten, welches Y. nach dem oben Gesagten im Falle des betrüge-
rischen Vorgehens von L. am 5. März 2004 zum Einschreiten verpflichtet hätte. Es 
ist daher nicht ersichtlich, wie der Widerbeklagte in diesem Punkt für die Sorgfalts-
pflichtverletzungen L’s mitverantwortlich gemacht werden könnte.

ee) Nach dem mit L. erlebten Fiasko schaltete X. das Advokaturbüro Q. für 
ihre Interessenwahrung gegenüber L. ein; sie erteilte am 19. Oktober 2004 eine 
entsprechende Vollmacht. Das Büro P. war in der Folge in vielfältiger Weise für X. 
tätig: Als das Vertrauensverhältnis zwischen der Beklagten und Y. wohl aufgrund 
des Auftretens einer Drittperson gestört worden war und der Kläger sein Mandat mit 
Schreiben vom 23. Mai 2005 an X. zurückgegeben hatte, löste auch die Anwalts-
kanzlei P. ihr Auftragsverhältnis mit Schreiben vom 25. Mai 2005 auf und stellte für 
ihre Bemühungen Rechnung. Eine erste Honorarnote vom 26. Mai 2005 belief sich 

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einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer auf Fr. 140'549.55 und eine zweite 
Rechnung vom gleichen Tag auf Fr. 440.--; für Bemühungen nach dem 25. Mai 2005 
wurden sodann am 11. Oktober 2005 weitere Fr. 22'410.30 in Rechnung gestellt. 
Die Beklagte hat alle diese Honorarnoten bezahlt und macht den ausgelegten Be-
trag von zusammen Fr. 163'399.85 als auf den von L. angerichteten Schaden 
zurückzuführende Folgekosten mit ihrer Widerklage gegenüber Y. geltend. Dass 
sich  der Kläger wegen seines sorgfaltswidrigen Verhaltens anlässlich der Bespre-
chung vom 5. März 2004 entgegen der Auffassung der Vorinstanz grundsätzlich 
haftpflichtig gemacht und er folglich für den aus seinem Fehlverhalten der Beklagten 
entstandenen Schaden geradezustehen hat, wurde oben dargelegt. Fest steht aber 
auch, dass eine Haftung nur soweit bestehen kann, als der eingetretene Schaden 
dem Kläger nur insoweit angelastet werden kann, als dieser auf das fragliche 
Schlüsselereignis zurückzuführen ist. Soweit X. hingegen Schaden entstanden ist, 
weil L. durch schlechte (nicht kriminelle) Erfüllung des in seinen Aufgabenbereich 
fallenden Teils des der C. erteilten Auftrages einen Schaden verursacht hat, hat 
dafür allein die Treuhandunternehmung selbst einzustehen. Die Honorarnoten des 
Advokaturbüros P. sind daher im Folgenden daraufhin zu untersuchen, welche Po-
sitionen im Zusammenhang mit dem Betrugsfall und dem anlässlich dessen Bege-
hung durch L. von Y. an den Tag gelegten passiven Verhalten stehen. Nur was sich 
eindeutig diesem Ereignis zuordnen lässt, vermag eine Schadenersatzpflicht des 
Widerbeklagten zu begründen. Dabei gilt der vom Rechtsvertreter der Widerklägerin 
bezüglich der Rechnung des Klägers erhobene Einwand, wonach unpräzis formu-
lierte Positionen wie etwa eine Besprechung, die nicht offenkundig mit einer honor-
arberechtigten Verrichtung in Zusammenhang gebracht werden kann, als zu wenig 
substantiiert zu betrachten seien, selbstverständlich auch bei der Überprüfung der 
Rechnungen der Anwälte P.; es können also nur Rechnungspositionen zu Gunsten 
der Widerklägerin berücksichtigt werden, welche zweifelsfrei mit dem betrügeri-
schen Verhalten L’s im Zusammenhang stehen. Dabei ist bei Sammelpositionen 
allenfalls eine Aufteilung vorzunehmen, soweit nicht eine eindeutige Zuteilung ge-
macht werden kann. Dabei trägt die Widerklägerin das Risiko, dass möglicherweise 
nicht bezüglich sämtlicher einschlägiger Verrichtungen zu ihren Gunsten entschie-
den wird; um klare Verhältnisse zu schaffen, hätte sie von der Anwaltskanzlei P. 
eine differenzierte und detaillierte Rechnungsstellung verlangen müssen. Mit dem 
Strafverfahren gegen L. zwar im Zusammenhang stehend, jedoch zu keinem Scha-
denersatzanspruch gegenüber Y. führen können vier Rechnungspositionen vom 8. 
Dezember 2004 und vom 13. und 14. März 2005, welche mit der Bereinigung eines 
Interessenskonflikts begründet werden. Der dem Anwaltsbüro von Q. durch das in 
diesem Zusammenhang notwendig gewordene Verfahren vor der Anwaltskammer 

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des Kantons St. Gallen entstandene Aufwand hätte Rechtsanwalt Q. korrekterweise 
nicht seiner Mandantin in Rechnung stellen dürfen. Wenn X. die Honorarnote unbe-
anstandet liess und damit auch den auf diese Tätigkeiten zurückzuführenden Auf-
wand von Rechtsanwalt Q. unbesehen  bezahlte, vermochte dies keinen Schaden-
ersatzanspruch gegenüber Y. zu begründen.

Ausgehend von diesen Überlegungen können ab der am 19. Oktober 2004  
erfolgten Vollmachtserteilung an das Büro P. die untenstehenden Positionen als er-
wiesenermassen auf den Betrugsfall zurückzuführend anerkannt werden. Dabei 
wird bei den Spesen und beim Zeitaufwand nur dort nach Ermessen eine Korrektur 
vorgenommen, wo eine Position nach Auffassung des Gerichts auch nicht mit dem 
Straffall zusammenhängende Verrichtungen enthält; im Übrigen werden die in der 
Honorarnote enthaltenen Zahlen übernommen:

Datum Verrichtung Spesen Std. Min.

19.10.04 Schreiben an L. (IM), Kopien an C. , Y. (TK), X. 
(NSF) 

12.00 1

24.10.04 Studium Strafanzeige, E-Mail an Wolfgang D. (WS) 0.50 0 15

26.10.04 Telefonat mit Bernheim, StA St. Gallen, Redaktion 
Strafanzeige

6.00 2 30

27.10.04 Strafanzeige 364.00 8 30

27.10.04 Recherches juridiques concernant L. 2 30

02.11.04 Jur. Studium, S-Thürlemann (Verteidiger von L.) 17.00 2 15

08.11.04 Telefon UR Hangartner 40

O8.11.04 Telefon Y. betr. Strafanzeige 10

10.11.04 Telefon UR Hangartner 20

12.11.04 Telefon UR Frei 15

24.11.04 Telefon RA Thürlemann 40

25.11.04 Einvernahmen in St. Gallen, Besprechungen 10

06.01.05 Aktenstudium, Schreiben an UR Hangartner 34.20 1 10

03.02.05 Aktenstudium, Schreiben an UR Hangartner 13.40 35

08.02.05 Telefongespräch mit Hangartner, E-Mail an ThK, MM, 
DP

1.70 20

10.02.05 Telefongespräch mit Hangartner 0.30 05

Seite  22 — 34

17.02.05 Studium Aktenverzeichnis Strafverfahren L. 10

28.02.05 Analyse Schreiben von Hangartner u. Bernheim 0.50 20

28.02.05 Aktenstudium, Schreiben u. Tel. an Hangartner 9.90 1 45

17.03.05 Studium Strafakten 3 40

01.04.05 Aktenstudium Strafdossier, S + Telefon Hangartner 4.60 2 45

04.04.05 Telefon mit Hangartner, Studium Strafakten 20

05.04.05 Aktenstudium Strafdossier, Kopien 663.50 15

27.04.05 Telefon mit Hangartner, E-Mail 0.80 25

04.05.04 Div. Analysen Strafverfahren 5.50 2

18.05.05 Aktenablage, Aktennotiz re Strafverfahren, Schreiben 
an RA Hard

0.50 3 10

19.05.05 Aktenablage, Aktenstudium re Strafverfahren L., Me-
mos, Tel TK

2.50 3 50

24.05.05 Telefongespräch mit DP, Hangartner, Entwurf Schrei-
ben an NSF

2.70 40

Erstes Zwischentotal Honorar 50 35

26.05.05 Entwurf Schreiben an UR Hangartner 35

02.06.05 Aktenstudium, Entwurf Stellungnahme an Hangartner 3.00 4 30

02.06.05 Analyse Einvernahmen Strafsache 2 40

03.06.05 Entwurf Schreiben an Hangartner, Aktenstudium, ju-
ristisches Studium

1 50

03.06.05 Aktenstudium, Entwurf Schreiben an Hangartner, Te-
lefongespräch

0.30 1 40

05.06.05 Entwurf Stellungnahme Strafsache, juristisches Stu-
dium

27.50 4 50

O6.06.05 Aktenstudium, jur. Studium, Tel. DP + Hangartner, 
Entw. Stellungnahme

92.50 3 50

13.06.05 Stellungnahme an Hangartner 38.70 1 35

01.09.05 Telefongespräch mit UR Hangartner 3.80 10

21.09.05 Telefongespräch mit UR Hangartner 0.20 05

07.10.05 Analyse Anklageschrift, Tel. mit Hangartner 36.60 2 30

Zweites Zwischentotal Honorar 24 15

Barauslagen total 1'342.20

Seite  23 — 34

In der Honorarnote vom 26. Mai 2005 ist das Advokaturbüro P. von einem 
Stundenansatz von 350 Franken, in jener vom 11. Oktober 2005 von einem solchen 
von 425 Franken ausgegangen. Beide Rechnungen wurden von X. bezahlt, ohne 
dass die Höhe des Honorars bestritten worden wäre. Auch Y. stellt sich zwar auf 
den Standpunkt, die Widerklage sei als unbegründet abzuweisen, doch hat er sich 
in den Rechtsschriften zur Höhe der einzelnen Bestandteile nicht geäussert. Ange-
sichts dieser Sachlage sieht das Kantonsgericht keinen Anlass, von den Ansätzen 
in den Honorarrechnungen, welche so auch in die Widerklage übernommen wurden, 
abzuweichen. Ausgehend von obiger Zusammenstellung ergibt sich damit folgende 
Rechnung:

Honorarnote vom 26.05.2005: 50 h 35’ zu Fr. 350.-- Fr. 17’704.15  
Honorarnote vom 11.10.2005: 24 h 15’ zu Fr. 425.-- Fr. 10'306.25
Barauslagen Fr.   1'324.20
Subtotal Fr. 29’334.60
7,6 % MwSt auf Fr. 29'334.60 Fr.   2'229.45
Total Fr. 31’564.05

==========

Von den vier von X. mit der Widerklage geltend gemachten Schadenersatz-
positionen können somit allein die Honorarrechnungen des Advokaturbüros P. im 
oben errechneten Umfange anerkannt werden; die Beklagte und Widerklägerin ist 
damit mit ihrem Leitscheinbegehren, mit welchem sie Fr. 143'513.-- forderte, zu 22 
% durchgedrungen.

3. Nachdem feststeht, dass Y. wegen seiner Versäumnisse anlässlich der 
Besprechung vom 5. März 2004 gegenüber X. grundsätzlich schadenersatzpflichtig 
geworden ist und folglich für die von seiner Mandantin erlittenen Verluste einzuste-
hen hat, soweit diese auf das verbrecherische Gebaren von L. zurückzuführen sind, 
bleibt zu beurteilen, ob und allenfalls in welchem Umfange dem Kläger aus dem ihm 
von der Beklagten erteilten Mandat ein Honorar zusteht. Dabei ist - wie schon oben 
ausgeführt wurde - entsprechend dem Einwand der Beklagten von vornherein klar-
zustellen, dass Y. für Verrichtungen, welche der Begrenzung des von ihm wegen 
seiner mangelnden Intervention gegen die betrügerischen Handlungen L.s zu ver-
antwortenden Schadens dienten, kein Honorar beanspruchen kann. Dies muss bei 
den Rechnungen ab 1. Oktober 2004 zu einer massiven Reduktion des dem Kläger 
zustehenden Honorars führen, da eine grosse Zahl von Positionen offensichtlich der 
Schadensbegrenzung im Betrugsfall L. dienten. Im Folgenden ist die Honorarrech-

Seite  24 — 34

nung des Klägers entsprechend der von ihm vorgenommenen Unterteilung in ver-
schiedene Zeitabschnitte an Hand der eingelegten Aufwandjournale zu überprüfen. 

a) Mit Bezug auf den Zeitraum vom 1. November 2002 bis zum 30. Septem-
ber 2003 (Inkrafttreten des Family-Office-Vertrages) forderte der Kläger für 75,5 Ar-
beitsstunden zu einem Stundenansatz von 220 Franken ein Honorar von Fr. 
16'610.--, für mit dem Auto zurückgelegte 1560 km eine Entschädigung von Fr. 
1'560.--, für ihm für 182 Telefongespräche und SMS belastete Gebühren Fr. 62.52 
sowie für die für diese aufgewendeten 5,5 Stunden ein zusätzliches Honorar von Fr. 
1'210.--. Das Bezirksgericht hat die geltend gemachten Aufwendungen anhand von 
Zeugenaussagen einer eingehenden Überprüfung unterzogen. Es hat entspre-
chend dem Resultat dieser Abklärung die Arbeitszeit einschliesslich der Telefonate 
auf 29 Stunden reduziert und entsprechende Abstriche auch bei den Autospesen 
(auf Fr. 665.--) und den Fernmeldegebühren (auf Fr. 30.--) vorgenommen. Darüber 
hinaus hat es anstelle des geltend gemachten Stundenansatzes einen solchen von 
180 Franken zur Anwendung gebracht. Aufgrund dieser Vorgaben hat es dem Klä-
ger für diese erste Phase einen Betrag von Fr. 5'915.-- zugesprochen; dieser Ent-
scheid wurde von Y. akzeptiert. Die Berufungsklägerin stellt sich hingegen nach wie 
vor auf den Standpunkt, es habe sich bei diesem Zeitabschnitt um eine Phase des 
Kennenlernens gehandelt, in welcher Y. sich eine Übersicht über die Vermögens-
verhältnisse und Problematiken von X.  verschafft habe, an deren Ende schliesslich 
der Vertragsabschluss mit der C. gestanden habe; es sei damit also letztlich um 
Akquisition gegangen. Das Kantonsgericht kann sich dieser Auffassung nicht an-
schliessen, und es wurde denn auch schon oben dargelegt, dass auch aus seiner 
Sicht ein Auftragsverhältnis zwischen den Parteien entstanden ist. Die Zusammen-
arbeit begann denn auch schon Monate bevor Y. den Kooperationsvertrag mit der 
C. abschloss. Dass sich der Kläger vorerst einen Überblick über die vielfältigen Ver-
mögensverhältnisse seiner Mandantin verschaffen musste, liegt auf der Hand, und 
es ist nicht einzusehen, weshalb er diese Abklärungen unentgeltlich hätte vorneh-
men sollen. Der Einwand der Beklagten, wonach das blosse Auflegen der Leis-
tungserfassungen den Aufwand nicht genügend zu substantiieren vermöge, ist an 
sich durchaus berechtigt, hingegen ist auch das Kantonsgericht davon überzeugt, 
dass die aufgelisteten Besprechungen im konkreten Fall und soweit sie von der Vor-
instanz berücksichtigt wurden, keinem anderen Zweck als der Erfüllung der durch 
den Auftrag übernommenen Pflichten dienen konnten. Wenn die Bemühungen des 
Klägers schliesslich in eine Zusammenarbeit mit der C. mündeten, so steht dies der 
Annahme, dass die bis zu diesem Zeitpunkt erbrachten Leistungen zu vergüten 
sind, nicht entgegen. Der Kläger dürfte von einem gewissen Moment an erkannt 

Seite  25 — 34

haben, dass er zeitlich und in gewissen Belangen auch fachlich mit der umfassen-
den Betreuung seiner Mandantin überfordert war, so dass er diese bei der ihm kom-
petent erscheinenden Treuhandunternehmung einführte. Das Kantonsgericht sieht 
bei dieser Sachlage keinen Grund, von den ausführlichen Erwägungen der Vorin-
stanz, auf die gemäss Art. 229 Abs. 3 ZPO verwiesen werden kann, abzuweichen 
und erachtet den unter dieser Position zugesprochenen Betrag von Fr. 5'915.-- als 
ausgewiesen und angemessen.

b) Für die Zeit der Gültigkeitsdauer des Family Office hat der Kläger zu Recht 
keine Honorarforderung gestellt, wurde er in dieser Phase doch als Mitarbeiter der 
C. an den von der Beklagten diesem Unternehmen entrichteten Entschädigungen 
beteiligt. Seine Rechnungsstellung setzt wieder am 1. Oktober 2004 ein, also mit 
der Beendigung des Family-Office-Vertrages. Der Berufungsbeklagte unterteilt den 
Zeitraum von Oktober bis zur Niederlegung seines Mandats am 23. Mai 2005 in 
zwei Abschnitte, nämlich in die drei verbliebenen Monate des Jahres 2004 und in 
die Zeit vom 1. Januar bis 23. Mai 2005. Für die erste Phase machte Y. einen 
Zeitaufwand von 328,5 Stunden zu einem Ansatz von 220 Franken, also Fr. 72'270.-
- nebst einer Kilometerentschädigung von Fr. 3'930.--, für Telefonate und SMS ei-
nen zusätzlichen Zeitaufwand von 31 Stunden zu 220 Franken, also Fr. 6'820.-- 
sowie Barauslagen von Fr. 428.47 geltend. Für die zweite Phase forderte der Kläger 
für 158 Stunden Arbeitszeit Fr. 34'760.--, eine Kilometerentschädigung von Fr. 
1'215.--, Fernmeldegebühren von Fr. 189.15 und zusätzliche Fr. 3'960.-- für 18 
Stunden Zeitaufwand für Telefonate und SMS. Zum gesamten für den ganzen Zeit-
raum geforderten Betrag von Fr. 123'572.62 schlug er 7,6 % MwSt hinzu, was zu 
einer Honorarforderung von insgesamt Fr. 132'964.13 führte. Das Bezirksgericht hat 
auch für diese Phase den Stundenansatz von 220 Franken auf 180 Franken redu-
ziert und die Mehrwertsteuer nicht berücksichtigt; im Übrigen hat es an der Rech-
nung des Klägers keine Abstriche vorgenommen. Der Berufungsbeklagte liess 
diese beiden Korrekturen an seinen Honorarforderungen zu Recht unangefochten, 
so dass sich das Kantonsgericht damit nicht mehr zu befassen hat.

Im Gegensatz zur Auffassung des Bezirksgerichts stellt sich das Kantonsge-
richt nach dem weiter oben Gesagten auf den Standpunkt, der Kläger habe wegen 
des Vorliegens eines zur fraglichen Zeit zwischen ihm und X. bestandenen beson-
deren Vertrauensverhältnisses den durch die Missetaten L. entstandenen Schaden 
mitzuverantworten und folglich für seine Bemühungen zur Behebung und Minde-
rung des von seiner Mandantin erlittenen Verlustes keinen Honoraranspruch. Dies 

Seite  26 — 34

hat zur Folge, dass von den im Aufwandjournal aufgelisteten Positionen all jene zu 
streichen sind, welche in einem Zusammenhang mit dem Straffall L. zu stehen 
scheinen. 

Aufgrund dieser einleitenden Überlegungen sind die im Aufwandjournal für 
die Zeit vom 1. Oktober 2004 bis 23. Mai 2005 aufgelisteten Positionen zu überprü-
fen und der Honoraranspruch des Klägers auf jene Verrichtungen zu reduzieren, 
welche nach Auffassung des Kantonsgerichts mit der Schadensbegrenzung für die 
kriminellen Handlungen L.s nichts zu tun haben. Dabei hat sich der Kläger gefallen 
zu lassen, dass bei zweifelhaften Positionen zu seinem Nachteil entschieden wird, 
da es an ihm gelegen hätte, seine Forderungen beweismässig eindeutig zu sub-
stantiieren. Dies gilt insbesondere bei den zahlreichen Besprechungen im Oktober 
2004 mit D. bzw. bei der C., die mangels Spezifizierung wohl nur mit der Tätigkeit 
von L. in Zusammenhang gebracht werden können und für die teilweise nicht nach-
vollziehbare Zeitangaben gemacht werden (z.B. am 13. Oktober 2004 mit 14 Stun-
den!). Das Kantonsgericht ist davon überzeugt, dass in dieser unmittelbar an das 
Auffliegen der betrügerischen Machenschaften von L. anschliessenden Phase 
diese Treffen vor allem dazu dienten, nach geeigneten Massnahmen zur Schadens-
begrenzung und -minderung zu suchen; dies ergibt sich beispielsweise aus dem 
Schreiben der C. an L. vom 18. Oktober 2004. Wo solche Besprechungen am glei-
chen Tag mit anderen Tätigkeiten kombiniert sind, wird der anzuerkennende Auf-
wand nach richterlichem Ermessen auf die letzteren beschränkt, und es werden 
auch allfällige bei diesen Positionen ausgewiesene Spesen entsprechend gestri-
chen, soweit sie nicht eindeutig nicht mit der Straftat L’s im Zusammenhang ste-
hende Aktivitäten betreffen. In der untenstehenden Tabelle wird der den Gegen-
stand der einzelnen Verrichtungen umschreibende Text der Rechnungen des Klä-
gers übernommen, und es werden die nach Auffassung des Kantonsgerichts nicht 
honorarberechtigten Teile einer Position durch Kursivschrift und die entsprechen-
den Korrekturen in den Stundenzahlen mit  einem Stern (*) gekennzeichnet. Ein 
bedeutender Teil des vom Kläger aufgelisteten Aufwandes betrifft Aufgaben, welche 
während der Gültigkeitsdauer des Family-Office-Vertrages durch die C. und für 
diese - wenn auch in fragwürdiger und teilweise kundenschädigender Weise - von 
L. ausgeführt worden waren. Nachdem dieser Vertrag per Ende September 2004 
aufgelöst worden war, unternahm offenbar Y. im Einverständnis mit der Beklagten 
die entsprechenden Aufgaben. Dies ergibt sich etwa aus dem von Y. geschriebenen 
und von X. mitunterzeichneten Brief vom 1. November 2004 an Dr. J. und vor allem 
aus der Feststellung des Zeugen Flurin von Q., wonach an einer Sitzung vom 5. 
Januar 2005 erneut die Aufgabenverteilung besprochen worden sei und man dabei 

Seite  27 — 34

darüber gesprochen habe, dass Y. das Family-Office übernehme, und zwar zu dem-
selben Preis, wie dies die C. verlangt habe und dass Y. je nach Aufwand darüber 
hinaus entschädigt werde. Man mag diese Depositionen, wie es auch die Vorinstanz 
getan hat, mit einer gewissen Zurückhaltung würdigen, sie vermögen aber doch in-
sofern zu überzeugen, als die Beklagte die fraglichen Dienste des Klägers wider-
spruchslos in Anspruch genommen und seine Aktivitäten offenbar stillschweigend 
genehmigt hat. Das Kantonsgericht sieht daher keinen Grund, den in den Rechnun-
gen ausgewiesenen Aufwand für diese Verrichtungen - und dazu gehören beispiels-
weise auch die Arbeiten im Zusammenhang mit der S. AG, mit dem Steuerbera-
tungsbüro I., mit den Rechtsanwälten Flurin und Dominique von Q. (soweit nicht 
offenkundig mit dem Strafverfahren L. im Zusammenhang stehend) oder mit der 
Bank H. - nicht anzuerkennen. Y. hat alle diese Tätigkeiten bis zur Niederlegung 
des Mandats am 23. Mai 2005 offensichtlich im Einverständnis mit der Beklagten 
verrichtet, und es durfte diese angesichts des Umfanges der von Y. geleisteten Ar-
beit niemals annehmen, er würde dies unentgeltlich tun.

 Die folgenden im Aufwandsjournal aufgeführten Verrichtungen halten einer 
Überprüfung unter den erwähnten Gesichtspunkten stand und berechtigen den Klä-
ger nach Auffassung des Kantonsgerichts, von seiner Mandantin ein Honorar nebst 
Spesen zu fordern:

Datum Gegenstand Km  Stunden

01.10.2004 Besprechung mit D. in  E. + TFM w/Alamo   1.0*

02.10.2004 Besprechung mit NRS in Jylland + TFM w/Alamo 4.0

04.10.2004 TFM w/power of attorney für Alamo 2.0

05.10.2004 Zürich mit NRS: Spanisches Konsulat, G., P&P 310 11.0

13.10.2004 Besprechungen bei C. + TFM w/Alamo 1.0*

14.10.2004 Besprechung mit P&P, StB I. in Zürich + TFM w/ S. 300 15.0

15.10.2004 Besprechungen bei C. + TFM w/ M., S., H. 8.0*

16.10.2004 TFM w/ M.. ;L., Stiftungen 2.0*

17.10.2004 TFM w/M., L., S. 3.0*

19.10.2004 Audi zu Schawalder + Besprechungen bei C. + P&P, I. in Zürich 330 10*

20.10.2004 Besprechungen bei C. + TFM w/Alamo 1.0*

21.10.2004 Reparatur Garage Forestal + Fahrt nach Zürich (KFZ: NRS) + TFM 
w/Alamo

12.0

22.10.2004 TFM w/P&P (L., J., Bodef) + Alamo 5.0*

Seite  28 — 34

24.10.2004 Besprechung mit NRS in Jylland: Schreiben G. 4.0

25.10.2004 Bespr. mit NRS + TFM: P&P, G., L. / Javier+Suzanne / Valderrama 8.0

26.10.2004 Valderrama: Membership / P&P: Strafanzeige L. / Telefonate NRS 3.0*

27.10.2004 Guyan: Garage Forestal + TFM Valderrama / P&P Strafanzeige L., C. 2.5*

01.11.2004 P&P: Brief L. + Brief J. 2.5*

02.11.2004 Besprechung mit NRS in Forestal w/Brief J. 15 2.0

02.11.2004 TFM w/ Valderrama, Amherst, H. 4.0

03.11.2004 TFM w/ Valderrama, / Amherst / P&P: Strafanzeige L. 2.0*

06.11.2004 TFM NRS  + Suzanne Jeffery 2.0

08.11.2004 TFM: Amherst + C. 2.0

10.11.2004 TFM: Amherst 1.0

15.11.2004 TFM: Amherst + C. 3.0    

19.11.2004 Besprechung bei C. + TFM Valderrama 120 5.0    

21.11.2004 TFM: P&P / Briefe Stierli, Valderrama, Suzanne Jeffrey 5.0

22.11.2004 TFM: Valderrama, Amherst 2.0

01.12.2004 Besprechung bei UBS Buchs w/ S. mit NRS 140 4.0

03.12.2004 Besprechung mit StB I., Zürich 300 6.0

05.12.2004 TFM: Amherst + P&P 3.0

06.12.2004 Besprechung mit NRS in Jylland + Brief UR Hangartner + TFM Val-
derrama + P&P 

2.0*

09.12.2004 TFM: Amherst, Valderrama 2.0

14.12.2004 TFM: Amherst, Prosegur 1.0

16.12.2004 TFM: Amherst - Olu, Pool, Alarm 3.0

21.12.2004 TFM: Amherst Timber Building 1.0

22.12.2004 TFM: I. - Steuer 0.5

Zwischentotal  per 31. Dezember 2004 1515 145.5

03.01.2005 TFM: Banesto + staff quarters Alamo 1.0

04.01.2005 TFM: Vorbereitungen Treffen mit P&P + Verkauf S. 3.0

05.01.2005 Besprechung mit NRS bei P&P, Zürich 300 7.0   

06.012005 TFM: P&P w/ Verkauf S. + StB I. 1.5

07.01.2005 Besprechung mit NRS in Jylland: Verkauf S. AG 1.0

Seite  29 — 34

11.01.2005 TFM: Amherst Bankkonten + Valderrama 2.5

12.01.2005 Besprechung mit NRS bei StB I., Zürich 300 6.0

18.01.2005 Durchsicht Akten Bank H. (Jylland) + TFM: Amherst staff quarters + 
V.

6.0

19.01.2005 Besprechung mit Leonie Bruderer, Bank H. (Jylland) + Valderrama 4.0

20.01.2005 TFM: Vorbereitung/Verabredungen für Besuch NRS in Alamo 2.0

21.01.2005 TFM: Alamo + Valderrama 1.0

23.01.2005 TFM: Verkauf S. 0.5

31.01.2005 Besprechung mit NRS: Verkauf S. (Jylland), + TFN: P&P/I.: Nach-
steuern

2.5

01.02.2005 TFM: P&P w/ Verkauf S. + StB I. 0.5

02.02.2005 Besprechung mit NRS in Jylland 0.5

04.02..2005 Besprechung mit Frau Stahel w/Wohnung Forestal + TFM: Alamo 1.5

06.02.2005 Besprechung mit NRS in Jylland 0.5

11.02.2005 Besprechung mit D., E. + TFM: L. + Valderrama 3.0*

12.02.2005 TFM: Valderrama 0.5

14.02.2005 TFM: Valderrama 2.0

17.02.2005 TFM: Alamo Bankkonten 0.5

18.02.2005 TFM: Alamo staff quarters 1.5

21.02.2005 TFM: D. 1.0

22.02.2005 TFM: Valderrama 2.0

23.02.2005 TFM: Valderrama 1.5

24.02.2005 Besprechung mit NRS: div. Korrespondenz (Jylland) + TFM: Valder-
rama

2.5

25.02.2005 TFM: Alamo staff quarters + Valderrama 1.5

27.02.2005 TFM: Alamo + Valderrama 1.0

01.03.2005 Besprechung mit D. + Jörg Dorka, E., TFM: P&P 120 5.0   

02.03.2005 TFM: P&P + Memo an VR C./D. 6.0   

03.03.2005 TFM: D. w/Memo an VR C. 2.0   

04.03.2005  D. und P&P 3.5   

05.03.2005 Besprechung mit D. in Jylland 2.0   

06.03.2005 Besprechung mit P&P in Jylland 3.0   

Seite  30 — 34

07.03.2005 TFM: Jörg Dorka w/Entschädigung + Amherst Alamo 1.5

08.03.2005 Besprechungen mit 3xD., Schaan + C., E., TFM: P&P 140 7.0   

09.03.2005 TFM: P&P + Memo an D. 3.0   

10.03.2005 TFM: Alamo/Lini + Villodres 1.0

11.03.2005 TFM: Vorbereitung + Konferenzschaltung NRS/P&P w/C. 2.0   

14.03.2005 TFM: P&P w/ NRS Portfolio 1.0

16.03.2005 TFM: Vorbereitung Besprechung 18.03. in Balzers 1.5

17.03.2005 TFM: Stahel w/Wohnung Forestal 0.5

18.03.2005 Besprechung mit NRS und FvP, Christine Vogt, RA Wohlmacher in 
Balzers

95 4.0

21.03.2005 Frau Willi: Poste Forestal 15 1.0

23.03.2005 TFM: TFM: P&P w/Stiftungen 2.0

24.03.2005 TFM: P&P w/Entschädigung + Aufwand 1.5  

29.03.2005 TFM: P&P w/Forderungen + Alamo 0.5

30.03.2005 Besprechung mit NRS / Dr. Zehnder + TFM: TFM: Alamo 15 2.0

03.04.2005 Besprechung mit NRS in Jylland 0.5

05.04.2005 Besprechung mit Christine Vogt, Balzers + TFM: P&P w/Stiftungen 95 1.5

06.04.2005 TFM: P&P w/Stiftungen 1.0

07.04.2005 TFM: P&P w/Stiftungen 1.5

08.04.2005 TFM: P&P w/NRS Portfolio + Stiftungen 1.0

09.04.2005 TFM: P&P w/div. Forderungen NRS / C., H., etc.) 2.0

11.04.2005 TFM: P&P w/ TFM:NRS Portfolio 1.0

15.04.2005 TFM: P&P w/ Stiftungen 1.5

16.04.2005 TFM: P&P w/ Stiftungen 0.5

17.04.2005 TFM: NRS / P&P w/ Stiftungen TFM: n 1.0

18.04.2005 TFM: StB I. w/H. 0.5

19.04.2005 TFM: P&P w/ Stiftungen /NRS Portfolio + D. Zehnder w/ NRS Portfo-
lio

1.0

20.04.2005 Bespr. mit StB I. + Leoni Bruderer, Zürich + TFM: P&P w/Stiftungen 3.5

21.04.2005 TFM: P&P w/ Stiftungen 1.0

26.04.2005 TFM: P&P w/Wohlmacher 1.0

Seite  31 — 34

27.04.2005 Besprechung mit NRS in Jylland 0.5

28.04.2005 TFM: P&P w/NRS Portfolio + Stiftungen 2.0

02.05.2005 Frau Willi in Forestal 15 1.0

03.05.2005 Besprechung mit Christine Vogt, Balzers + TFM:  Alamo Bankkonten 0.5

06.05.2005 TFM: P&P / Wohlmacher w/Stiftungen + Forderungen 4.0

13.05.2005 TFM: P&P w/ C. / Stiftungen 0.5

18.05.2005 TFM: P&P w/ Stierli + Telefonat NRS Ascona 3.0

19.05.2005 TFM: P&P w/Stiftungen  etc., Telefonat NRS Ascona 4.0

20.05.2005 TFM: Dominik Zehnder w/Portfolio + Bank H. 0.5

21.05.2005 TFM: NRS + P&P 2.0

22.05.2005 TFM: NRS + P&P 4.0

Total 2730 294

Der Kläger hat in seiner ersten Rechnung vom 7. Juni 2005 für die verschie-
denen Phasen seines Engagements für X. nur den Zeitaufwand und die Autospesen 
aufgeführt. In der zweiten Rechnung vom  29. August 2005 ergänzte er seine Ho-
norarnote durch zusätzlichen Zeitaufwand für Telefonate und SMS mit den entspre-
chenden Gebühren. Wie oben ausgeführt wurde, hat die Vorinstanz für die erste 
Phase vom 1. November 2002 bis 30. September 2003 sowohl die Arbeitszeit und 
die Kilometerentschädigungen als auch den zusätzlichen Zeitaufwand für Telefon-
gespräche und den Versand von SMS gekürzt und für Fernmeldegebühren eine 
Pauschale angenommen. Der Kläger hat diese Regelung akzeptiert, und auch das 
Kantonsgericht hat sich der vorinstanzlichen Lösung angeschlossen. Bei der 
Schlussabrechnung für den Zeitraum vom 1. Oktober 2004 bis zum 23. Mai 2005 
hat das Bezirksgericht hingegen an der Rechnung des Klägers mit Ausnahme des 
auf 180 Franken reduzierten Stundenansatzes keine Änderungen vorgenommen, 
sondern nicht nur die eigentliche Arbeitszeit mit den Entschädigungen für die gefah-
renen Kilometer, sondern auch den zusätzlich in Rechnung gestellten Zeitaufwand 
für Telefongespräche und SMS mit den dazu gehörigen Gebühren übernommen. 
Das Kantonsgericht ist nun nicht nur zum Schluss gekommen, dass die Rechnung 
Y.s entsprechend der oben dargestellten Tabelle zu kürzen ist, es ist darüber hinaus 
der Auffassung, dass in der Phase ab 1.Oktober 2004 die separat in Rechnung ge-
stellten Telefonate, SMS etc. entgegen dem Vorgehen der Vorinstanz nicht zusätz-
lich zu vergüten sind. Im Gegensatz zur ersten Phase enthalten nämlich die Auf-

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wandsjournale bereits den Zeitaufwand für diese Verrichtungen unter der Bezeich-
nung TFM, was nach der im Aufwandjournal enthaltenen Fussnote für „Telefon, Fax, 
Mail“ steht. Es ist daher nicht einzusehen, weshalb der Kläger diese Bemühungen 
noch gesondert sollte in Rechnung stellen können. Daran ändert auch nichts, dass 
in der Zusammenstellung der Telefongespräche und SMS von ausgehenden Tele-
fonaten die Rede ist. Es darf aus diesem Umstand sicher nicht geschlossen werden, 
bei den in den Aufwandjournalen aufgeführten TFM-Positionen handle es sich nur 
um eingehende Gespräche, Fax und SMS. Abgesehen von der grossen Anzahl sol-
cher Positionen und dem sehr hohen dafür eingesetzten Zeitaufwand widerspräche 
es jeder Logik, im detaillierten Aufwandjournal lediglich die eingehenden Telefonate 
aufzuführen, die ausgehenden Gespräche und die darauf entfallenden Gebühren 
hingegen nicht unter den entsprechenden Daten separat auszuweisen, sondern sie 
lediglich in einer Sammelposition zusammenzufassen. Angesichts dieser Sachlage 
erachtet das Kantonsgericht den gesondert in Rechnung gestellten Aufwand für Te-
lefonate und SMS für nicht gerechtfertigt; er hat daher wie die dafür angeblich an-
gefallenen Gebühren, bei denen nicht ersichtlich ist, ob sie sich auf anerkannte 
Rechnungspositionen beziehen, unberücksichtigt zu bleiben.

Aufgrund des Gesagten hat der Kläger für seine Bemühungen im Interesse 
von X. folgenden Anspruch auf Honorar und Spesen:

Zeitraum 1. November 2002 bis 30. September 2003  Fr.   5'915.--
gemäss erstinstanzlichem Urteil

Zeitraum 1. Oktober 2004 bis 23. Mai 2005
Honorar: 294 Stunden zu 180 Fr. Fr. 52'920.--
Kilometerentschädigung: 2730 km zu 1 Fr. Fr.   2'730.--

Total Fr. 61'565.--
=========

Ausgehend von dem mit dem Leitscheinbegehren geltend gemachten Betrag von 
Fr. 160'618.45 ist der Kläger mit dem ihm der obigen Rechnung entsprechend zu-
gesprochenen Betrag von Fr. 61'565.-- mit seiner Klage im Umfange von 38,3 % 
durchgedrungen.

III. Nach der Bestimmung von Art. 122 Abs. 1 ZPO können die Kosten des 
Verfahrens verhältnismässig auf die Parteien verteilt werden, wenn keine von die-
sen vollständig obsiegt. Im vorliegenden Forderungsprozess ist Y. mit seiner Klage 

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zu knapp zwei Fünfteln, X. mit ihrer Widerklage mit einem guten Fünftel durchge-
drungen. Angesichts dieses Resultats erscheint es angemessen, die Verfahrens-
kosten beider Instanzen zu einem Drittel dem Kläger und zu zwei Dritteln der Wi-
derklägerin aufzuerlegen.

Nachdem beide Parteien mit ihren Begehren nur teilweise erfolgreich waren, 
haben sie beide einen wesentlichen Teil ihrer aussergerichtlichen Kosten selbst zu 
tragen und es ist lediglich die mehrheitlich unterlegene Beklagte und Widerklägerin 
verpflichtet, den Kläger und Widerbeklagten in reduziertem Umfange zu entschädi-
gen. Die Bemessung der Entschädigung kann nach der Bestimmung von Art. 122 
Abs. 2 ZPO nach den gleichen Grundsätzen erfolgen wie die Verteilung der gericht-
lichen Kosten. Von dieser Regel abzuweichen besteht im vorliegenden Verfahren 
kein Anlass, so dass X. zu verpflichten ist, Y. eine reduzierte Prozessentschädigung 
auszurichten. Das Bezirksgericht hat die notwendigen ausseramtlichen Kosten des 
Klägers unter Vornahme einer Korrektur am geltend gemachten Stundenansatz 
Rechtsanwalt Dr. Vitals auf Fr. 70'134.35 bemessen und dem Ausgang des erstin-
stanzlichen Verfahrens entsprechend die Beklagte zur Übernahme von zwei Dritteln 
dieser Kosten, also von Fr. 46'756.25, verpflichtet. Nachdem die Berufungsklägerin 
im Verfahren vor Kantonsgericht einen Teilerfolg verzeichnen kann, indem der Ho-
noraranspruch Y. nicht unwesentlich reduziert und die Widerklage in bescheidenem 
Masse gutgeheissen wurde, rechtfertigt es sich, X. lediglich zur Bezahlung eines 
Drittels der dem Kläger für das erstinstanzliche Verfahren entstandenen Kosten, 
also von Fr. 23'378.10, zu verpflichten. Dem Ausgang des Berufungsverfahrens ent-
sprechend und ausgehend von der von Rechtsanwalt Dr. Vital eingereichten Hono-
rarnote von Fr. 6'764.80 hat sie ferner Y. für das Verfahren vor Kantonsgericht an-
gemessen zu entschädigen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und das angefochtene Urteil wird 
aufgehoben.

2. Die Klage des Y. wird teilweise gutgeheissen und X. verpflichtet, dem Kläger 
Fr. 61'565.-- nebst 5 % Zins seit dem 6. Oktober 2005 zu bezahlen.

3. Die Widerklage der X. wird teilweise gutgeheissen und Y. verpflichtet, der 
Widerklägerin Fr. 31'564.05 nebst 5 % Zins seit dem 1. August 2004 zu be-
zahlen.

4. In der Betreibung Nr. 20501680 des Betreibungsamtes A. wird der Rechts-
vorschlag der X. vom 6. Oktober 2005 im Umfange von Fr. 61'565.--, zuzüg-
lich 5 % Zins seit dem 6. Oktober 2005, aufgehoben, und es wird Y. in diesem 
Umfange definitive Rechtsöffnung erteilt.

5. Die Kosten des Bezirksgerichts Prättigau/A. von Fr. 17'550.-- gehen zu einem 
Drittel zu Lasten von Y. und zu zwei Dritteln zu Lasten von X., welche Y. für 
das erstinstanzliche Verfahren aussergerichtlich mit Fr. 23'378.10 zu ent-
schädigen hat.

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr 
von Fr. 18'000.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 624.-- total somit Fr. 
18'624.--, gehen zu einem Drittel zu Lasten des Berufungsbeklagten und zu 
zwei Dritteln zu Lasten der Berufungsklägerin, welche den Berufungsbeklag-
ten aussergerichtlich mit Fr. 2'200.-- zu entschädigen hat.

7. Gegen vorliegende, einen Streitwert von mindestens 30'000 Franken betref-
fende Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG) Beschwerde an das Schweizerische Bundesgericht 
geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfah-
ren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG. 

8. Mitteilung an: