# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 050a2570-ded0-58a6-bb2f-c47bf3688c2c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.02.2025 B-5393/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5393-2024_2025-02-12.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-5393/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 2 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Christian Winiger (Vorsitz), 

Richter Marc Steiner, Richterin Kathrin Dietrich,    

Gerichtsschreiber Reto Finger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______ AG,  

vertreten durch die Rechtsanwältinnen 

Julia Bhend und/oder Alexandra Williams-Winter,  

Probst Partner AG,  

Bahnhofplatz 18, 8401 Winterthur,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
Gegen 

 
 

Schweizerische Bundesbahnen SBB,  

Informatik,  

Hilfikerstrasse 3, 3000 Bern 65 SBB,   

vertreten durch die Rechtsanwälte 

Prof. Dr. iur. Hans Rudolf Trüeb  

und/oder Lena Götzinger 

Walder Wyss AG,  

Seefeldstrasse 123, Postfach, 8034 Zürich,  

Vergabestelle,  

 

1. B._______ AG,  

2. C._______ GmbH,  

Beschwerdegegnerinnen. 

  
 

 
 

Gegenstand 
 Öffentliches Beschaffungswesen;  

Zuschlag betr. das Projekt "Automatisches Ticketing";  

SIMAP-Projekt-ID: 274529;  

SIMAP-Meldungsnummer: 1990-01. 

 

 

 

B-5393/2024 

Seite 3 

Sachverhalt: 

A.  

Am 14. Februar 2024 schrieben die Schweizerischen Bundesbahnen SBB 

(nachfolgend: Vergabestelle) einen Dienstleistungsauftrag mit dem Pro-

jekttitel "Automatisches Ticketing" im selektiven Verfahren aus (SIMAP-

Meldungsnummer 1396555, Projekt-ID 274529). 

Das automatische Ticketing ermöglicht Kunden mit dem öffentlichen Ver-

kehr zu reisen, ohne vorher ein Billett zu kaufen. Stattdessen werden an-

hand der erfassten Reisen die Preise nachträglich berechnet und dem Kun-

den in Rechnung gestellt. Die Vergabestelle hat das automatische Ticke-

ting in der SBB Mobile App unter dem Namen "EasyRide" eingeführt. Für 

die Nutzung wird das Zusammenspiel verschiedener Module und Systeme 

benötigt (Reiseerfassung, Reiseverarbeitung, Preisberechnung, Abrech-

nung, SAV und Missbrauchserkennung). Im vorliegenden Fall sollen nun 

die Module "Reiseerfassung" und "Missbrauchserkennung beschafft wer-

den […].  

B.  

In der Folge gingen fünf Anträge auf Teilnahme am Verfahren ein. Dabei 

erfüllten sämtliche Antragstellerinnen die formellen Anforderungen und die 

binären Eignungskriterien. Mit Selektionsentscheid vom 3. April 2024 liess 

die Vergabestelle die drei gemäss den qualitativen Eignungskriterien 

(Mehreignung) bestqualifizierten Antragstellerinnen zur Angebotsphase zu.  

C.  

Am 9. August 2024 erteilte die Vergabestelle den Zuschlag auf die Erbrin-

gung des Leistungspaketes 1 sowie die Option auf Erbringung der Leis-

tungspakete 2 bis 4 an die B._______ AG (nachfolgend: Beschwerdegeg-

nerin 1). Der zweitplatzierten C._______ GmbH (nachfolgend: Beschwer-

degegnerin 2) und der drittplatzierten A._______ AG (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) wurden in der Reihenfolge ihrer Platzierung je eine Op-

tion auf Erbringung der Leistungspakte 1 bis 4 zugeschlagen (SIMAP Mel-

dungsnummer 1990-01), falls sich die Vergabestelle entscheiden sollte, 

den Vertrag innerhalb von 24 Monaten wegen Nichterbringung des Leis-

tungspaktes 1 zu kündigen (Ziff. 2.10 der Ausschreibung). 

D.  

Gegen diese Zuschlagsverfügung erhob die Beschwerdeführerin am 

29. August 2024 Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht mit fol-

genden Rechtsbegehren: 

B-5393/2024 

Seite 4 

Rechtsbegehren 

1. Die Verfügung vom 8. August 2024 (publiziert auf SIMAP am 9. Au-

gust 2024), mit welcher im Projekt "Automatisches Ticketing (SIMAP 

Projekt Nr. 274529) der Zuschlag erteilt worden ist, sei aufzuheben. 

2. Die Mitbeteiligten 1 und 2 seien vom Verfahren auszuschliessen.  

3. Der Zuschlag auf die Erbringung des Leistungspakets 1 und die Op-

tion zur Erbringung des Leistungspakets 2 bis 4 seien der Beschwer-

deführerin als erstplatzierte Zuschlagsempfängerin zu erteilen.  

Eventualiter sei der Zuschlag auf die Option zur Erbringung der Leis-

tungspakete 1 bis 4 der Beschwerdeführerin als zweitplatzierte Zu-

schlagsempfängerin zu erteilen.  

Subeventualiter sei die Sache zur neuen Entscheidung an die Verga-

bestelle zurückzuweisen.  

Subsubeventualiter sei die Rechtswidrigkeit der Zuschlagsverfügung 

festzustellen und der Beschwerdeführerin Schadenersatz in der Höhe 

von mindestens CHF 205'352.00 zuzusprechen. 

Anträge 

4. Der Beschwerde sei – zunächst superprovisorisch – die aufschie-

bende Wirkung zu erteilen und der Vergabestelle seien Abschluss und 

Vollzug des Vertrages mit den Mitbeteiligten 1 und 2 im Projekt "Auto-

matisches Ticketing" (SIMAP-Projekt Nr. 274529) einstweilen zu un-

tersagen.  

5. Für den Fall, dass die Vergabestelle oder die Mitbeteiligten 1 und bzw. 

oder 2 eine Stellungnahme zur Beschwerde einreichen, sei der Be-

schwerdeführerin noch vor dem Entscheid über die aufschiebende 

Wirkung Gelegenheit zur Stellungnahme einzuräumen.  

6. Der Beschwerdeführerin sei vor einem allfälligen Entscheid über die 

aufschiebende Wirkung Einsicht in die Vergabeakten zu gewähren 

und Gelegenheit einzuräumen, sich dazu zu äussern.  

7. Für den Fall, dass sich eine oder beide Mitbeteiligten am Verfahren 

beteiligen, sei ihnen keine Einsicht in die als "vertraulich" bezeichne-

ten Beilagen der Beschwerdeführerin und in die Vergabeakten mit ver-

traulichen Angaben aus dem Angebot der Beschwerdeführerin zu ge-

währen.  

Eventualiter sei den Mitbeteiligten Einsicht in Auszüge aus diesen Do-

kumenten zu gewähren, nachdem der Beschwerdeführerin 

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Gelegenheit gegeben wurde, diejenigen Stellen, die Geschäftsge-

heimnisse enthalten, genau zu bezeichnen und diese zu schwärzen. 

8. Der Beschwerdeführerin sei im Verlaufe des Beschwerdeverfahrens 

Gelegenheit zur genauen Bezifferung der Schadenersatzforderung 

einzuräumen.  

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) zulasten 

der Vergabestelle.  

Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin im Wesentlichen aus, die 

Beschwerdegegnerinnen würden die binären Komponenten der Eignungs-

kriterien "Marktpräsenz" und "Referenzen" nicht erfüllen und hätten zwin-

gend ausgeschlossen werden müssen (Beschwerde Rz. 32). Das Subkri-

terium "Marktpräsenz" (EK 2.1) verlange unter anderem den Nachweis, 

dass das vorgesehene Produkt in Form einer funktionsbezogenen Stan-

dardlösung für automatisches Ticketing seit mindestens 2019 im Markt ver-

trieben und produktiv eingesetzt werde. Weder die erstplatzierte Beschwer-

degegnerin 1 noch die zweitplatzierte Beschwerdegegnerin 2 hätten je-

doch im Jahr 2019 über solche Standardlösungen verfügt (Beschwerde Rz. 

33 ff., 47 ff., 56 ff.). Das Subkriterium "Referenzen" (EK 2.2) habe sodann 

nach einem Referenzprojekt im Bereich Reiseerfassung verlangt, welches 

über ein grosses Volumen verfüge (ca. 80'000 Fahrten pro Tag), zur daten-

basierten Missbrauchserkennung eingesetzt worden sei und auch spätes-

tens am 31. Dezember 2019 seinen Betrieb aufgenommen habe (Be-

schwerde Rz. 60 ff.). Auch diese Anforderungen hätten die Beschwerde-

gegnerinnen nicht erfüllt (Beschwerde Rz. 67 ff., 72 ff.). Die Angebote der 

Beschwerdegegnerin seien deshalb mangels Eignung auszuschliessen 

und der Zuschlag sei der Beschwerdeführerin zu erteilen (Beschwerde Rz. 

77 ff.). 

E.  

Mit Instruktionsverfügung vom 30. August 2024 erteilte das Bundesverwal-

tungsgericht unter anderem der Beschwerde superprovisorisch die auf-

schiebende Wirkung. 

F.  

Die Beschwerdegegnerinnen erhielten mit Zwischenverfügung vom 4. Sep-

tember 2024 Gelegenheit, mitzuteilen, ob sie im vorliegenden Verfahren 

aktiv Parteirechte ausüben wollen, sowie eine allfällige Beschwerdeantwort 

zur Hauptsache und den prozessualen Anträgen einzureichen. Die Be-

schwerdegegnerinnen reichten innert Frist keine Stellungnahme ein. 

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Seite 6 

G.  

Am 25. September 2024 reichte die Vergabestelle ihre Vernehmlassung 

mit nachfolgenden Rechtsbegehren ein: 

Die Beschwerde sei abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann. 

Prozessuale Anträge:   

1. Der Beschwerde sei keine aufschiebende Wirkung zu erteilen.  

2. Der Beschwerdeführerin sei nur insoweit Einsicht in die Verfahrensak-

ten zu gewähren, als die Verfahrensakten mit Blick auf deren Rechts-

begehren und Rügen relevant sind und überwiegende öffentliche oder 

private Interessen nicht entgegenstehen, während Geschäftsgeheim-

nisse oder andere schützenswerte Daten Dritter von der Einsicht aus-

zunehmen seien. 

3. Für den Fall, dass der Beschwerdeführerin Gelegenheit gegeben wird, 

ihre Beschwerde zu ergänzen und anzupassen oder anderweitig Stel-

lung zu nehmen, ist der Vergabestelle eine angemessene Frist zur 

Ergänzung dieser Stellungnahme einzuräumen.  

4. Für den Fall, dass über den Subsubeventualantrag der Beschwerde-

führerin entschieden wird, sei der Vergabestelle zuvor Einsicht in Bei-

lage 28 zur Beschwerde (Aufstellung Aufwendungen Beschwerdefüh-

rerin für Vergabeverfahren) zu gewähren und eine angemessene Frist 

zur Ergänzung ihrer Stellungnahme zu setzen.  

Alles unter Kostenfolge zulasten der Beschwerdeführerin.   

Die Vergabestelle begründete ihre Rechtsbegehren im Wesentlichen da-

mit, die Beschwerdegegnerinnen hätten die binären Eignungskriterien er-

füllt. Die Beschwerdeführerin lege die Kriterien bewusst enger aus, als es 

der Wortlaut zulässt, damit nur sie als Zuschlagsempfängerin in Frage 

komme. So bedeute das Attribut im Markt vertrieben, dass es sich bei den 

Kunden des Anbieters um Dritte handeln müsse (Vernehmlassung Rz. 57). 

Die Beschwerdeführerin führe hierzu unzutreffend aus, dass das Angebot 

allen interessierten Unternehmen ab Stange aktiv angeboten werden 

müsse (Vernehmlassung Rz 58). Der produktive Betrieb bedeute, dass 

eine getestete Software mit definiertem Anwendungszweck produktiv ein-

gesetzt werde (Vernehmlassung Rz. 60). Keine Voraussetzung sei jedoch, 

dass für jeden Nutzer im entsprechenden Gebiet das Produkt örtlich, zeit-

lich und persönlich uneingeschränkt verfügbar sei (Vernehmlassung Rz. 

61). Betreffend das vergleichbare Volumen gehe es nicht um die Anzahl 

Kunden oder Tickets, sondern um die qualitative Vergleichbarkeit der 

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Projekte (Vernehmlassung Rz. 65 ff.). Beide Beschwerdegegnerinnen wür-

den bei richtiger Auslegung die binären Komponenten der Zuschlagskrite-

rien erfüllen (Vernehmlassung Rz. 74, 80, 104, 111, 118, 125). Hinzu 

komme, dass die eigenwillige und zu enge Interpretation der Eignungskri-

terien der Beschwerdeführerin den Wettbewerb zu stark beschränken 

würde (Vernehmlassung Rz. 133). Die Beschwerde sei deshalb unbegrün-

det, soweit darauf überhaupt einzutreten sei (Vernehmlassung Rz. 91 f., 93 

ff.). 

H.  

Am 4. November 2024 reichte die Beschwerdeführerin ihre Replik ein, in 

der sie vollständig an ihren bisherigen Rechtsbegehren festhielt. In Ergän-

zung ihrer bisherigen Ausführungen machte sie zusätzlich geltend, die 

Vergabestelle habe das Zuschlagskriterium ZK1.3 ("IT-Security") bei ihrem 

Angebot falsch bewertet. Sie erfülle diese Anforderungen vollständig, wes-

halb die Punkteabzüge für die Beantwortung der sechs Fragen willkürlich 

erfolgt seien (Replik Rz. 108 ff.).  

I.  

Dem hielt die Vergabestelle mit Duplik vom 26. November 2024 unter an-

derem entgegen, die Vergabestelle habe sich bei der Beurteilung im Rah-

men ihres Ermessens bewegt. Die Antworten auf die Fragen seien unge-

nügend oder unvollständig beantwortet worden (Duplik Rz. 91 ff.). Im Übri-

gen sei diese Rüge auch deshalb nicht zu hören, weil es an der Rangierung 

der Angebote nichts ändern würde, auch wenn man vom Punktemaximum 

ZK 1.3 für die Beschwerdeführerin ausgehe (Duplik Rz. 118). 

J.  

Mit unaufgeforderter Stellungnahme vom 6. Dezember 2024 hielt die Be-

schwerdeführerin weiterhin an ihren Ausführungen hinsichtlich der Nicht-

eignung der Beschwerdegegnerinnen und der fehlerhaften Bewertung des 

Zuschlagskriteriums ZK 3.1 fest.  

K.  

Die Vergabestelle verzichtete am 12. Dezember 2024 auf eine erneute 

Stellungnahme.  

 

Auf die weiteren Ausführungen der Verfahrensbeteiligten und die einge-

reichten Akten wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen Be-

zug genommen.  

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und entsprechend auf die 

Beschwerde einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Am-

tes wegen und mit freier Kognition (vgl. BVGE 2007/6 E. 1 m.w.H.). 

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Beurteilung von 

Beschwerden gegen die Erteilung eines Zuschlags, der in den Anwen-

dungsbereich des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswe-

sen vom 21. Juni 2019 (BöB, SR 172.056.1) fällt (vgl. Art. 52 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 53 Abs. 1 Bst. e BöB). 

1.3 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht bestimmt sich nach 

dem Verwaltungsverfahrensgesetz vom 20. Dezember 1968 (VwVG, 

SR 172.021), soweit das BöB und das Verwaltungsgerichtsgesetz vom 

17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) nichts anderes bestimmen (vgl. Art. 55 

BöB und Art. 37 VGG). Gemäss Art. 56 Abs. 3 BöB kann die Unangemes-

senheit vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht gerügt werden. 

2.  

2.1 Das BöB erfasst die Vergabe öffentlicher Aufträge durch unterstellte 

Auftraggeberinnen innerhalb und ausserhalb des Staatsvertragsbereichs 

(Art. 1 BöB). Es ist anwendbar, wenn die Auftraggeberin dem Gesetz un-

tersteht (Art. 4 BöB), wenn der Beschaffungsgegenstand sachlich erfasst 

ist (Art. 8 BöB), der geschätzte Wert des zu vergebenden öffentlichen Auf-

trages den entsprechenden Schwellenwert von Art. 8 Abs. 4 BöB i.V.m. 

Art. 16 BöB i.V.m. Anhang 4 zum BöB erreicht und keiner der Ausnahme-

tatbestände von Art. 10 BöB gegeben ist.  

2.2 Mit dem Inkrafttreten des bilateralen Abkommens vom 21. Juni 1999 

zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 

Gemeinschaft über bestimmte Aspekte des öffentlichen Beschaffungswe-

sens (BAöB, SR 0.172.052.68) auf den 1. Juni 2002 wurden die Anbieter 

von Dienstleistungen des Schienenverkehrs den Regeln über das öffentli-

che Beschaffungswesen unterstellt (vgl. Art. 3 Abs. 2 Bst. d und Abs. 3 

BAöB sowie dessen Anhang II B). Im Sektorenbereich Eisenbahnen (Be-

reitstellen oder Betreiben von Eisenbahnen) sind die Schweizerischen 

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Bundesbahnen (SBB AG) dem BöB unterstellt (Art. 4 Abs. 2 Bst. f BöB), 

mit Ausnahme von Tätigkeiten, die mit dem Bahnbetrieb nicht unmittelbar 

zusammenhängen (Art. 4 Abs. 3 BöB). Dabei genügt es, wenn die Leistun-

gen dem Bahnbetrieb funktionell dienen; das Wort "unmittelbar" ist nicht zu 

eng, sondern im Lichte des übergeordneten Staatsvertragsrechts auszule-

gen (vgl. zum Ganzen den Zwischenentscheid des BVGer B-4019/2021 

vom 25. November 2021 E. 3.2.1 «Produkte zur Aussenreinigung III»). 

Die das vorliegende Beschaffungsobjekt umfassenden Leistungen dienen 

unbestrittenermassen dem Bahnbetrieb. Entsprechend fällt die zu beurtei-

lende Vergabe unter diesem Gesichtspunkt in den Anwendungsbereich 

des BöB (Art. 4 Abs. 2 Bst. f BöB i.V.m. Art. 4 Abs. 3 BöB) 

2.3 Die Vergabestelle geht in Ziff. 1.8 der SIMAP-Ausschreibung vom 

12. Juni 2023 von einem "Dienstleistungsauftrag" aus. Art. 8 Abs. 4 BöB 

sieht vor, dass im Staatsvertragsbereich die Leistungen nach Massgabe 

der Anhänge 1-3 zum BöB dem BöB unterstehen, soweit sie den Schwel-

lenwert nach Anhang 4 Ziff. 1 zum BöB erreichen. Anders als für Bauleis-

tungen und Lieferungen, die in sachlicher Hinsicht grundsätzlich allesamt 

dem staatsvertraglichen Vergaberecht und damit auch dem BöB unterstellt 

sind, gilt für Dienstleistungen sowohl nach GPA (vgl. Anhang 1, Annex 4) 

als auch nach BAöB (vgl. Anhang VI) eine sogenannte Positivliste (An-

hang 3 zum BöB). Die für die Geltung der Staatsverträge in sachlicher Hin-

sicht massgebliche Dienstleistungs-Positivliste verweist auf einzelne Zif-

fern der prov. CPC-Klassifikation (Provisional Central Product Classifica-

tion; vgl. zum Ganzen BVGE 2011/17 E. 5.2.1 ff. "Personalverleih"; Urteile 

des BVGer B-3580/2021 vom 9. Mai 2022 E. 1.2.4 "Identity and Access 

Management"; B-4958/2013 vom 30. April 2014 E. 1.5.2 "Projektcontrol-

lingsystem AlpTransit"). In Ziff. 2.5 der Ausschreibung wies die Vergabe-

stelle die vorliegende Beschaffung der CPV (Common Procurement Voca-

bulary)-Kategorie "72000000 – IT-Dienste: Beratung, Software-Entwick-

lung, Internet und Hilfestellung" zu. Den Gegenstand und Umfang des Auf-

trags hält die Ausschreibung wie folgt fest (vgl. Ziff. 2.6 der SIMAP-Aus-

schreibung): 

"Das Automatische Ticketing (AT) ermöglicht Kunden mit dem öV zu reisen, 

ohne vorher ein Billett zu kaufen. Stattdessen werden anhand der erfassten 

Reisen die Preise nachträglich berechnet und dem Kunden in Rechnung ge-

stellt. 

 

Die SBB hat 2019 das Automatische Ticketing in der SBB Mobile App unter 

dem Namen "EasyRide" eingeführt. Seither handelt es sich um den Kanal mit 

dem grössten Absatzwachstum. 

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Die SBB hat sich zum Ziel gesetzt, "EasyRide" weiterhin zu fördern und erwar-

tet hohe Wachstumszahlen. Im Jahr 2022 hat sich die Anzahl Fahrten gegen-

über dem Vorjahr verdoppelt. Zum heutigen Zeitpunkt werden ca. 80'000 Fahr-

ten pro Tag und ca. 380'000 Kunden pro Monat über diesen Kanal abgewi-

ckelt. Die SBB geht davon aus, dass sich der Absatz bis 2030 mindestens 

noch einmal verdoppeln wird." 

 

Die Einstufung in die erwähnten Kategorien erscheint unter Berücksichti-

gung des Beschaffungsgegenstands des im vorliegenden Verfahren ange-

fochtenen Zuschlags als zutreffend und wird im Übrigen von der Beschwer-

deführerin nicht bestritten. Bei der vorliegenden Beschaffung handelt es 

sich demnach um einen Dienstleistungsauftrag im Sinne von Art. 8 Abs. 2 

Bst. c und Abs. 4 BöB i.V.m. Ziff. 13 von Anhang 3 zum BöB. 

2.4 Angesichts der Preisspanne der eingegangenen Angebote von 

Fr. 18’764’965.88 bis 51’226’727.20 (ohne MWST) übersteigt der Auftrags-

wert den für Dienstleistungen geltenden Schwellenwert von Fr. 640'000.– 

(Art. 8 Abs. 4 BöB i.V.m. Anhang 4 Ziff. 1.2 zum BöB). 

2.5 Da auch kein Ausnahmetatbestand im Sinne von Art. 10 BöB vorliegt, 

fällt die vorliegend angefochtene Beschaffung in den Anwendungsbereich 

des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen. 

2.6 Das Bundesverwaltungsgericht ist somit für die Beurteilung der vorlie-

genden Streitsache zuständig. 

3.  

3.1 Das BöB enthält keine spezielle submissionsrechtliche Regelung zur 

Beschwerdelegitimation, weshalb diese grundsätzlich nach dem allgemei-

nen Verfahrensrecht des Bundes zu beurteilen ist (vgl. Urteil des BVGer 

B-5266/2020 vom 25. August 2021 E. 4.1 "2TG Bauabwasserbehand-

lungsanlage Nord"). Danach ist zur Beschwerde berechtigt, wer vor der 

Vergabestelle am Verfahren teilgenommen hat oder keine Möglichkeit zur 

Teilnahme erhalten hat (Art. 48 Abs. 1 Bst. a VwVG), durch die angefoch-

tene Verfügung besonders berührt ist (Art. 48 Abs. 1 Bst. b VwVG) und ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat (Art. 48 

Abs. 1 Bst. c VwVG). 

3.2 Die Beschwerdeführerin hat als Anbieterin am Verfahren vor der Verga-

bestelle teilgenommen. Ihr Angebot wurde im dritten Platz rangiert und sie 

erhielt zusätzlich eine Option auf Leistungserbringung, falls die 

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Seite 11 

Vergabestelle den Vertrag mit der Beschwerdegegnerin 1 oder 2 kündigen 

sollte. Die Beschwerdeführerin ist damit besonders berührt und formell be-

schwert. 

3.3 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung genügt der Umstand, 

dass jemand am Offertverfahren teilgenommen hat und nicht berücksich-

tigt worden ist, nicht, um die Legitimation zu bejahen. Die unterlegene An-

bieterin ist zur Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht nur legiti-

miert, wenn sie eine reelle Chance besitzt, den Zuschlag selber zu erhalten 

(vgl. BGE 141 II 14 E. 4 ff. "Monte Ceneri"). Diese Frage ist aufgrund der 

von der Beschwerdeführerin gestellten Anträge und vorgebrachten Rügen 

zu beantworten. Ob die entsprechenden Rügen begründet sind, ist insofern 

sowohl Gegenstand der materiellen Beurteilung als auch bereits vorfrage-

weise von Bedeutung für das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen 

(vgl. BGE 141 II 14 E. 5.1 "Monte Ceneri"). Für derartige doppelrelevante 

Sachverhalte gilt, dass es im Stadium der Prüfung der Eintretensvoraus-

setzungen genügt, wenn die Beschwerdeführerin glaubhaft macht, dass 

ihre Aussichten, nach einer Aufhebung der angefochtenen Verfügung den 

Zuschlag zu erhalten, intakt sind (vgl. BGE 141 II 14 E. 5.1 "Monte Ceneri" 

m.w.H.; Zwischenentscheide des BVGer B-3374/2019 vom 2. September 

2019 E. 4.6 "Produkte zur Innenreinigung III" und B-3196/2016 vom 

31. August 2016 E. 5.5 "Unterhaltsreinigung Zollverwaltung"). 

3.4 Die Beschwerdeführerin beantragt unter anderem, die Angebote der 

Beschwerdegegnerinnen seien mangels Eignung auszuschliessen und der 

Zuschlag sei ihr zu erteilen. Sie macht im Wesentlichen geltend, dass die 

Angebote der Beschwerdegegnerinnen die binären Zuschlagskriterien 

"Marktpräsenz" und "Referenzen" nicht erfüllen würden.  

Würde das Gericht dieser Argumentation folgen, so hätte die Beschwerde-

führerin, deren Angebot von der Vergabestelle nicht ausgeschlossen 

wurde, auch als drittplatzierte Anbieterin eine reelle Chance, den Zuschlag 

auf die feste Erbringung der Leistungspakete 1 bis 4 zu erhalten. Die Be-

schwerdeführerin hat daher ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung, weshalb sie zur Beschwerde legiti-

miert ist (vgl. BGE 141 II 14 E. 4.4 und 4.6 "Monte Ceneri" m.w.H.; Urteil 

des BVGer B-4637/2016 vom 17. März 2017 E. 1.2 "Tunnelreinigung Gott-

hard-Basistunnel").  

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Seite 12 

3.5 Bei der angefochtenen Verfügung handelt es sich um die Erteilung des 

Zuschlages und damit grundsätzlich um ein zulässiges Anfechtungsobjekt 

gemäss Art. 53 Abs. 1 Bst. d BöB. 

3.5.1 Die Vergabestelle merkt hierzu an, die Beschwerdeführerin habe den 

Präqualifikationsentscheid, in dem über die Eignung der Beschwerdegeg-

nerinnen entschieden worden sei, trotz Kenntnisnahme nicht angefochten. 

Der Präqualifikationsentscheid sei damit in formelle Rechtskraft erwach-

sen, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten sei (Vernehmlassung 

Rz. 91). Wenn ihr die Namen der Mitkonkurrenten wichtig gewesen wären, 

hätte sie bei der Vergabestelle nachfragen können (Replik Rz. 19). 

3.5.2 Der Präqualifikationsentscheid wurde den betroffenen Antragsstelle-

rinnen individuell mit Schreiben vom 3. April 2024 mitgeteilt (Beschwerde-

beilage 8). Das Schreiben enthielt unter anderem den Hinweis, dass fünf 

von fünf Antragsstellerinnen die formellen Anforderungen und die festge-

legten binären Eignungskriterien erfüllt hätten und dass sich die Vergabe-

stelle angesichts dieses Ergebnisses entschieden habe, von der vorbehal-

tenen Möglichkeit einer Begrenzung der Anzahl Anbieterinnen Gebrauch 

zu machen und nur die drei bestqualifizierten Antragstellerinnen zur Erstel-

lung eines Angebotes zuzulassen bzw. einzuladen. Die Namen der für die 

Angebotsphase qualifizierten Anbieterinnen nannte sie nicht.  

3.5.3 Dem Transparenzgebot folgend wären grundsätzlich auch Präquali-

fikationsentscheide zu publizieren. In gewissen Fallkonstellationen kann 

sich eine Publikation der zugelassenen Anbieterinnen jedoch als proble-

matisch erweisen, beispielsweise weil dadurch Abreden gefördert werden 

könnten (PASCAL BIERI, in: Hans Rudolf Trüeb [Hrsg.], Handkommentar 

zum öffentlichen Beschaffungswesen, 2020, Rz. 12 zu Art. 51).  

3.5.4 Die Vergabestelle hat darauf verzichtet, den Präqualifikationsent-

scheid zu publizieren. Die individuell eröffnete Entscheidung mit Schreiben 

vom 3. April 2024 ist nicht rechtsgenüglich erfolgt, es fehlte insbesondere 

eine entsprechende Rechtsmittelbelehrung, aber auch eine aussagekräf-

tige und damit hinreichende Begründung hinsichtlich der Erfüllung der Eig-

nungskriterien durch die drei bestqualifizierten Antragstellerinnen (vgl. 

GALLI/MOSER/LANG/STEINER, Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 

3. Aufl. 2013, Rz. 1271, FN 2851). Der Präqualifikationsentscheid ist des-

halb nicht in formelle Rechtskraft erwachsen und gilt mit der Beschwerde 

gegen den Zuschlag als mitangefochten (vgl. Urteil des BVGer 

B-1112/2022 vom 27. September 2022 E. 4.3). 

B-5393/2024 

Seite 13 

3.5.5 Die Frage, ob nach einer rechtsgenüglichen Eröffnung des Präquali-

fikationsentscheides in einer solchen Konstellation von der Beschwerde-

führerin zu verlangen wäre, sie müsse sich aktiv bei der Vergabestelle nach 

den von ihr nicht bekannt gegeben Mitanbieterinnen erkundigen, ansons-

ten die Rüge der fehlenden Eignung der Mitanbieterinnen verwirkt sei, kann 

somit offengelassen werden. 

3.6 Die Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin haben sich ausserdem 

rechtsgenüglich durch schriftliche Vollmacht ausgewiesen (Art. 11 VwVG). 

Eingabefrist sowie Anforderungen an Form und Inhalt der Beschwerde-

schrift sind gewahrt (Art. 30 BöB und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der Kosten-

vorschuss wurde fristgerecht bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die übri-

gen Sachurteilsvoraussetzungen sind erfüllt (Art. 44 ff. VwVG).  

3.7 Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 

4.  

4.1 Die Vergabestelle führt mehrfach aus, dass sie bei der Festsetzung der 

Eignungskriterien insbesondere auch am Förderungsziel des wirksamen, 

fairen Wettbewerbs unter den Anbieterinnen orientiert habe (Vernehmlas-

sung Rz. 134 f.). Mit ihrer sehr restriktiven Auslegung der Eignungskriterien 

verhindere die Beschwerdeführerin nun aber einen wirksamen Wettbe-

werb, was keinen Rechtsschutz verdiene (Vernehmlassung Rz. 3, 58, 100, 

135, Duplik Rz. 30).  

4.2 Dazu ist vor der eigentlichen Prüfung der Eignungskriterien anzumer-

ken, dass das Bundesverwaltungsgericht den relevanten Markt in verschie-

denen Zusammenhängen berücksichtigt, wenn es darum geht, die Rechts-

konformität einer Vergabe zu beurteilen (Zwischenentscheid des BVGer 

B-4703/2021 vom 19. April 2022 E. 6.2.3, mit Hinweisen "2TG Materialbe-

wirtschaftung und -logistik"). So hat es beispielsweise entschieden, falls 

aufgrund der Ausschreibungsunterlagen keine vollständige Klarheit in Be-

zug auf die Interpretation einer technischen Spezifikation besteht, der 

Vergabestelle kein Vorwurf gemacht werden kann, wenn sie mit Blick auf 

die Wettbewerbszielsetzung des Vergaberechts die Vorgabe so interpre-

tiert hat, dass ein ohnehin schon beschränkter Markt nicht noch enger wird 

(BVGE 2017 IV/3 E. 4.7.3 "Mobile Warnanlagen"; Zwischenentscheid des 

BVGer B-3374/2023 vom 28. August 2023 E. 7.4.3). 

4.3 Die von der Vergabestelle vorgenommene Marktanalyse hat ergeben, 

dass es weltweit verschiedene Anbieterinnen von Smartphone-basierten 

B-5393/2024 

Seite 14 

Reiseerfassungssystemen gibt, welche für die ausgeschriebene Dienst-

leistung in Frage kommen. Im vorliegenden Verfahren haben zwölf Anbie-

terinnen an einem Request for Information (RfI) teilgenommen, sieben da-

von auch an den darauffolgenden Feldtests zur Reiseerfassung und im-

merhin noch fünf stellten in der Folge einen Antrag auf die Teilnahme am 

Ausschreibungsverfahren (Beilage 37 S. 3). Auf dem relevanten Markt für 

Smartphone-basierte Reiseerfassungssysteme gibt es somit mehrere An-

bieterinnen. Die Vergabestelle hat sich denn auch entschieden, die Anzahl 

der Anbieterinnen durch einen Präqualifikationsentscheid, in dem sie die 

Mehreignung der fünf Anbieterinnen bewertet hat, zu reduzieren, ohne da-

bei den wirksamen Wettbewerb zu gefährden (Art. 19 Abs. 3 BöB).  

4.4 Wenn die Beschwerdeführerin nach der Zuschlagserteilung die Über-

prüfung der Eignung der Beschwerdegegnerinnen nun einer richterlichen 

Überprüfung zuführt, ist darin keine Gefährdung des vergaberechtlichen 

Förderungsziels des wirksamen und fairen Wettbewerbs zu erkennen (Art. 

2 Bst. d BöB). Auch wird der Entscheid, von einer in den Ausschreibungs-

unterlagen bekannt gegebenen Möglichkeit der Reduktion der Anbieterin-

nen aufgrund der Mehreignung Gebrauch zu machen (vgl. Art. 19 Abs. 3 

BöB), für sich alleine kaum zu einem beschränkten Markt führen, in dem 

dann die Eignungskriterien wiederum grosszügig auszulegen sind, um das 

Wettbewerbsziel überhaupt noch erreichen zu können. 

4.5 Würde man allerdings sämtliche Anträge der Beschwerdeführerin gut-

heissen, könnte als Folge davon unter gewissen Umständen auch das För-

derungsziel der Wirtschaftlichkeit (Art. 2 Bst. a BöB) gefährdet sein, worauf 

die Vergabestelle ebenfalls hinweist. Die Beschwerdeführerin verlangt als 

Drittplatzierte von insgesamt drei Anbieterinnen, dass die anderen beiden 

mangels Eignung ausgeschlossen werden, so dass der Zuschlag nur noch 

an sie als einzig übrig gebliebene ergehen kann. Sollte unter diesen Um-

ständen keine wirtschaftliche Beschaffung mehr möglich sein oder der Kos-

tenrahmen deutlich überschritten werden, wäre unter Umständen auch ein 

Abbruch des Verfahrens denkbar (Art. 43 Abs. 1 Bst. d BöB; GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 820; THOMAS LOCHER, in: Handkommentar 

BöB, a.a.O., Rz. 15 zu Art. 43). 

5.  

5.1 Im vorliegenden Verfahren ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin-

nen die (binären Komponenten der) Eignungskriterien EK 2.1 

B-5393/2024 

Seite 15 

"Marktpräsenz" und EK 2.2 "Referenzen" erfüllen. Diese sind in den 

Präqualifikationsunterlagen "Erfüllung Eignungskriterien" erwähnt.  

5.1.1 Das Eignungskriterium EK 2.1 "Marktpräsenz" lautet wie folgt (Bei-

lage 29, S. 3):  

"Der Antragsteller weist nach, dass das vorgesehene Produkt in Form einer 

funktionsbezogenen Standardlösung für automatisches Ticketing (gemäss 

Definition in den PQU) seit mindestens 2019 auf dem Markt vertrieben und 

produktiv eingesetzt wird." 

Für den Nachweis der Marktpräsenz verweist der Anhang "Erfüllung Eig-

nungskriterien" auf den Anhang "Nachweise" (Unterlagen 2.1 der Vorakten, 

Hervorhebungen durch die Vergabestelle):  

Ziff. 2.1.1.1 Seit wann wird das vorgesehene Produkt in Form einer funktions-

bezogenen Standardlösung für die Reiseerfassung auf dem Markt vertrieben 

und produktiv eingesetzt?  

Ziff. 2.1.1.2 Welche Funktionen deckt das vorgesehene Produkt für die Rei-

serfassung ab?  

Ziff. 2.1.1.3 Seit wann wird das vorgesehene Produkt in Form einer funktions-

bezogenen Standardlösung für die Missbrauchserkennung auf dem Markt 

vertrieben und produktiv eingesetzt? 

Ziff. 2.1.1.4 Welche Funktionen deckt das vorgesehene Produkt für die Miss-

brauchserkennung ab? 

5.1.2 Das Eignungskriterium EK 2.2 "Referenzen" ist ebenfalls in der Bei-

lage 29, S. 4 f. erwähnt:  

"Der Antragsteller weist nach, dass das vorgesehene Produkt in Form einer 

funktionsbezogenen Standardlösung zur Reiserfassung und Missbrauchser-

kennung produktiv eingesetzt wird. 

Der Antragsteller weist dies mit folgenden Referenzen nach:  

a) Abgabe von einem (1) Referenzprojekt (Inbetriebnahme ab 31.12.2019), 

welches der Antragsteller im Bereich Reiseerfassung abgewickelt hat. Das 

Referenzprojekt muss betreffend Volumen mit dem Anforderungsprofil ge-

mäss PQU vergleichbar sein. 

b) Angabe von einem (1) Referenzprojekt (Inbetriebnahme ab 31.12.2019), 

für das der Antragsteller ein Projekt im Bereich datenbasierte Miss-

brauchserkennung abgewickelt hat.  

B-5393/2024 

Seite 16 

Der Antragsteller hat die Wahl, ob er für die Punkte a) und b) zwei (2) separate 

Referenzprojekte angeben möchte oder ein (1) Referenzprojekt angeben 

möchte, welches beide Punkte a) und b) erfüllt.  

Referenzprojekte innerhalb des gleichen Konzerns des Antragstellers sind 

nicht zugelassen (Tochter/Schwestergesellschaften). Der Referenzkunde 

SBB ist zugelassen. Es sind nur Referenzkunden mit laufenden Verträgen zu-

gelassen. 

Verlangt die SBB eine Referenzauskunft per Telefon, ist diese zur Prüfung 

durch den verantwortlichen Account Manager innert 2 Tagen zu organisieren. 

Ein Austausch der Referenz ist nicht möglich.  

SBB akzeptiert keine anonymisierten Nachweise von Referenzprojekten; d.h. 

die Referenzprojekte resp. – kunden sind namentlich zu benennen." 

5.2 Unter den Verfahrensbeteiligten ist umstritten, wie die in den Eignungs-

kriterien verwendeten Begriffe "funktionsbezogene Standardlösung" (E. 

5.4 hiernach), "produktiv eingesetzt" (E. 5.5 hiernach), "auf dem Markt ver-

trieben" (E. 5.6 hiernach), "vergleichbares Volumen" (E. 5.7 hiernach) und 

"keine Referenzprojekte des Konzerns" (E. 5.8 hiernach) auszulegen sind. 

Weil die Begriffe teilweise in beiden Eignungskriterien "Marktpräsenz" und 

"Referenzen" und für beide Beschwerdegegnerinnen Verwendung finden, 

rechtfertigt es sich, die Auslegung der entsprechenden Begriffe vorab vor-

zunehmen. 

5.3  

5.3.1 Die im Rahmen der Ausschreibung formulierten Eignungskriterien 

sind so auszulegen und anzuwenden, wie sie von den Anbieterinnen in gu-

ten Treuen verstanden werden konnten und mussten. Auf den subjektiven 

Willen der Vergabestelle bzw. der dort tätigen Personen kommt es nicht an 

(vgl. BGE 141 II 14 E. 7.1 "Monte Ceneri"; Urteil des BGer 2C_1101/2012 

vom 24. Januar 2013 E. 2.4.1 "Leitsystem und Netzwerk A9"; Urteile des 

BVGer B-3126/2023 vom 22. November 2023 E. 6.1, B-1606/2020 vom 

11. Februar 2022 E. 7.5.3.2 "Mediamonitoring ETH-Bereich II"; GALLI/MO-

SER/LANG/STEINER, a.a.O., Rz. 566 ff.). Bei technisch geprägten Begriffen 

ist zudem dem Verständnis Rechnung zu tragen, wie es in der Fachwelt 

verbreitet ist oder im Zusammenhang mit dem konkreten Projekt von den 

Beteiligten verstanden worden ist (vgl. BGE 141 II 14 E. 7.1 "Monte Ce-

neri"; Urteile des BVGer B-6506/2020 vom 6. April 2021 E. 3.5.2 "A1 / 

Weiningen" und B-3875/2016 vom 12. Oktober 2016 E. 3.2 "Umnutzung 

Bundesarchiv"; siehe zum Ganzen Zwischenentscheid des BVGer 

B-4703/2021 vom 19. April 2022 E. 6.2.1 und E. 6.2.2 "2TG 

B-5393/2024 

Seite 17 

Materialbewirtschaftung und -logistik"). Vergleichbare Leistungen oder Ar-

beiten müssen zwar nicht mit der ausgeschriebenen Leistung identisch, 

aber dieser doch ähnlich sein und nahekommen (vgl. Urteile des BVGer 

B-4941/2020 vom 6. April 2021 E. 3.8 "2TG Bauherrenvermesser" und 

B-4637/2016 vom 17. März 2017 E. 3.10.1 "Tunnelreinigung Gotthard-Ba-

sistunnel" und Zwischenentscheide des BVGer B-6332/2016 vom 21. No-

vember 2016 E. 5.7.1 "Erneuerung Videoanlage II" und B-82/2017 vom 

24. April 2017 E. 11.6.6 "Bahnstromversorgungsanlagen"). 

5.3.2 Die Vergabestelle verfügt allerdings nicht nur bei der Formulierung, 

sondern auch bei der Anwendung der Eignungskriterien über einen gros-

sen Ermessens- oder Beurteilungsspielraum, den die Beschwerdeinstan-

zen – im Rahmen der Sachverhalts- und Rechtskontrolle – nicht unter dem 

Titel der Auslegung überspielen dürfen (vgl. BGE 141 II 14 E. 7.1 "Monte 

Ceneri"; Urteil des BGer 2D_52/2011 vom 10. Februar 2012 E. 3.2 "Réha-

bilitations des bains"; Urteile des BVGer B-3126/2023 vom 22. November 

2023 E. 6.1, B-1112/2022 vom 27. September 2022 E. 5.3.1, B-3875/2016 

E. 3.2 "Umnutzung Bundesarchiv"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., 

Rz. 557 und 564 f.). Von mehreren möglichen Auslegungen hat die gericht-

liche Beschwerdeinstanz nicht die ihr zweckmässig scheinende auszuwäh-

len, sondern die Grenzen des rechtlich Zulässigen abzustecken (vgl. BGE 

141 II 14 E. 7.1 "Monte Ceneri"; Urteile des BVGer B-6506/2020 E. 3.5.2 

"A1 / Weiningen" und B-3875/2016 E. 3.2 "Umnutzung Bundesarchiv"). 

Das Bundesverwaltungsgericht greift nur ein, wenn ein qualifizierter Er-

messensfehler vorliegt. Dies gilt insbesondere in Bezug auf den Entscheid 

der Vergabestelle, welche als Referenz ausgewählte Arbeiten sie mit der 

ausgeschriebenen Leistung als vergleichbar erachtet. Namentlich umfasst 

das Ermessen der Vergabestelle die Beurteilung, ob eine Referenz ausrei-

chend belege, dass eine Unternehmung den ausgeschriebenen Auftrag zu 

erfüllen in der Lage sei (vgl. Urteile des BVGer B-6506/2020 E. 2.3 "A1 / 

Weiningen", B-3875/2016 E. 3.2 u. 3.7 "Umnutzung Bundesarchiv"; Zwi-

schenentscheid des BVGer B-82/2017 vom 24. April 2017 E. 11.6.5 

"Bahnstromversorgungsanlagen"; GALLI/MOSER/LANG/STEINER, a.a.O., 

Rz. 565, je m.H.). 

 

5.4  

5.4.1 Die Beschwerdeführerin legt mehrfach und mit ausführlicher Begrün-

dung dar, dass es sich bei der funktionsbezogenen Standardlösung um 

B-5393/2024 

Seite 18 

eine Software handeln müsse, welche auch in ein automatisches Ticketing 

eingebunden gewesen sei (Beschwerde Rz. 34, 41, 47, 56, 63, Replik Rz. 

12, 39, 53, 61, 67). Die Module "Reiseerfassung" und "Missbrauchserken-

nung" hätten einen wesentlichen Einfluss auf die Module "Preisberech-

nung" und "Abrechnung". Würde das Modul "Reiseerfassung" jedoch nur 

zur Verbesserung der Nutzererfahrung oder zur Bereitstellung von Zusatz-

angeboten genutzt, seien die Anforderungen an die Genauigkeit der Rei-

serfassung wesentlich geringer (Replik 14 ff.). Die Vergabestelle sei sich 

dessen bewusst gewesen und habe die Ausschreibung entsprechend for-

muliert. Das werde insbesondere im bereits erwähnten Anhang "Erfüllung 

Eignungskriterien" (Beilage 29 S. 3, vgl. E. 5.1.1 hiervor) sowie in den 

Präqualifikationsunterlagen deutlich (Beilage 17, S. 4 und 5):  

"Automatisches Ticketing: System zur automatischen Nutzungserfassung und 

nachträglichen Preisberechnung von öV-Reisen (Reiseerfassung), sowie die 

Missbrauchserkennung (Beilage 17, S. 4)." 

"In der ersten Phase (Präqualifikation) wird ein Serviceprovider gesucht, der 

über eine eigene Standard-Software/Module für automatisches Ticketing ver-

fügt und über nachweisbare Kompetenzen und Erfahrung im automatischen 

Ticketing verfügt (Beilage 17, S. 5)." 

5.4.2 Die Ausschreibungsunterlagen im vorliegenden Verfahren sind um-

fangreich. In den Präqualifikationsunterlagen wird mehrfach in Wort und 

Bild umschrieben, was beschafft werden soll. Um "Easy Ride" weiterhin 

fördern und den erwarteten Wachstumszahlen gerecht zu werden, sollen 

die beiden Module "Reiseerfassung" und "Missbrauchserkennung" als 

Software as a Service (SaaS), inkl. Betrieb, Wartung und Support, neu be-

schafft werden. Dabei soll es sich um eine Standard-Software handeln, die 

in Zukunft gemäss den Markanforderungen weiterentwickelt wird. Für den 

heutigen Betrieb von "Easy Ride" ist das Zusammenspiel verschiedener 

Module notwendig. Der Leistungs-/Lieferumfang im vorliegenden Verfah-

ren umfasst die "Reiseerfassung" und die "Missbrauchserkennung" (Bei-

lage 17 S. 5 und 6, Abbildung 1). Nicht von der vorliegenden Ausschreibung 

umfasst sind die Module "Reiseverarbeitung", "Preisberechnung", "Abrech-

nung", "SAV", was auch die Beschwerdeführerin selbst anerkennt (Be-

schwerde Rz. 16). 

5.4.3 Der bereits genannte Anhang "Erfüllung Eignungskriterien" (Beilage 

29) verweist für die Auflistung und Erläuterung der einzelnen binären Eig-

nungskriterien auf den Anhang "Nachweise" (Unterlagen 2.1 der Vorakten). 

Aus diesem geht hervor, dass die Standardsoftware der Anbieterinnen nur 

der Reiseerfassung und der Missbrauchserkennung gedient haben 

B-5393/2024 

Seite 19 

müssen. Eine weitere Bedingung, wonach die Standardsoftwares auch 

noch in Verbindung mit einer Preisberechnung hätten stehen müssen, 

kann dem klaren Wortlaut nicht entnommen werden. Auch die von der Vo-

rinstanz vorgenommenen Hervorhebungen machen nochmals deutlich, 

dass es einzig um die Reiseerfassung und die Missbrauchserkennung, 

nicht aber um die Preisberechnung geht (Unterlagen 2.1 der Vorkaten): 

"Ziff. 2.1.1.1 Seit wann wird das vorgesehene Produkt in Form einer funktions-

bezogenen Standardlösung für die Reiseerfassung auf dem Markt vertrieben 

und produktiv eingesetzt?  

Ziff. 2.1.1.2 Welche Funktionen deckt das vorgesehene Produkt für die Rei-

serfassung ab?  

Ziff. 2.1.1.3 Seit wann wird das vorgesehene Produkt in Form einer funktions-

bezogenen Standardlösung für die Missbrauchserkennung auf dem Markt 

vertrieben und produktiv eingesetzt? 

Ziff. 2.1.1.4 Welche Funktionen deckt das vorgesehene Produkt für die Miss-

brauchserkennung ab?" 

5.4.4 Weiter wird beim Eignungskriterium "Referenzen" im Anhang "Erfül-

lung Eignungskriterien" bezüglich der erforderlichen Standardsoftware 

ebenfalls ausschliesslich die Reiseerfassung und Missbrauchserkennung 

verlangt (Beilage 29, S. 4):  

"Der Antragsteller weist nach, dass das vorgesehene Produkt in Form einer 

funktionsbezogenen Standardlösung zur Reiserfassung und Missbrauchser-

kennung produktiv eingesetzt wird." 

5.4.5 Die Beschwerdeführerin führt denn auch selbst aus, dass sich die 

Daten der Reiseerfassungen, welche für das Ticketing genutzt werden kön-

nen, von anderen Daten der Reiseerfassung einzig durch einen viel höhe-

ren Genauigkeitsgrad unterscheiden würden (Replik Rz. 14). Das ist nach-

vollziehbar, muss doch die Reiseerfassung Daten liefern, welche beispiels-

weise auch Fuss- oder Velowege entlang von öV-Routen, unterirdische 

Haltestellen, Zwischenhalte oder Missbrauchsversuche durch zu frühes 

Auschecken, erkennen lassen (vgl. Beschwerde Rz. 37 ff., Vernehmlas-

sung Rz. 22 ff., Beilage 37 Ziff. 5.3). Allerdings handelt es sich bei einer 

Reiseerfassung mit einem höheren Genauigkeitsgrad noch immer um eine 

Leistung innerhalb des Moduls "Reiserfassung" und hat per se noch nichts 

damit zu tun, ob die in diesem Modul erhobenen Daten zusätzlich (in einem 

anderen Modul) auch noch für die Preisberechnung verwertet werden.  

B-5393/2024 

Seite 20 

5.4.6 In diesem Zusammenhang ist denn auch darauf hinzuweisen, dass 

die Branchenorganisation Allianz Swiss Pass zusätzlich umfangreiche 

Feldtests durchführte, um sicherzustellen, dass die Standardsoftware für 

die Reiseerfassung Daten in der geforderten Qualität liefern. Dabei wurden 

ungefähr 5000 Fahrten mit der jeweiligen Software digital erfasst und im 

Anschluss mit den effektiv gefahrenen Fahrten verglichen (Beilage 37 Ziff. 

1, 5.3). Dabei ergab sich einerseits, dass es mehrere Unternehmen auf 

dem Markt gibt, welche geeignete Reiseerfassungssysteme anbieten (zur 

eigentlichen Prüfung der Eignungskriterien der Beschwerdegegnerinnen 

vgl. E. 6 hiernach). Andererseits wurde auch festgestellt, dass keines der 

getesteten Systeme bereits heute alle Teststrecken erfolgreich wiederge-

ben konnte (Beilage 37, S. 15) und in jedem Fall Weiterentwicklungen nötig 

sein werden. 

5.4.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass die funktionsbezogenen Stan-

dardlösungen der Anbieterinnen zur Reiseerfassung im Rahmen der Prü-

fung der Eignungskriterien EK 2.1 (Marktpräsenz) und EK 2.2 (Referenzen) 

nicht zwingend auch noch für das automatische Ticketing eingesetzt sein 

mussten. Die drei missverständlichen Formulierungen in den sehr umfang-

reichen Ausschreibungsunterlagen vermögen daran nichts zu ändern (vgl. 

E. 5.4.1 hiervor). 

5.5  

5.5.1 Die Beschwerdeführerin macht weiter geltend, die ebenfalls in beiden 

Eignungskriterien "Marktpräsenz" und "Referenzen" verwendete Formulie-

rung produktiv eingesetzt sei so auszulegen, dass die Standardsoftware 

regulär und dauerhaft in Betrieb gewesen sei. Das Produkt müsse für jeden 

Nutzer im entsprechenden öV-Gebiet verfügbar sein, ohne Beschränkung 

der Nutzerzahlen. Dies im Gegensatz zu einem Probe- oder Testbetrieb, 

welcher zeitlich, örtlich oder persönlich eingeschränkt sei. Dies entspreche 

auch der Definition bzw. der Verwendung des Begriffs in anderen Aus-

schreibungen, wie sie das Bundesverwaltungsgericht in der Vergangenheit 

beurteilt habe (Beschwerde Rz. 45 f., mit Verweis auf Urteil des BVGer-

3126/2023 vom 22. November 2023 E. 6.2). Demnach sei der "produktive 

Betrieb eines IT-Systems" der "Betrieb eines IT-Systems, nachdem der 

Auftraggeber/Kunde das IT-System final abgenommen habe, im Gegen-

satz zum Betrieb des IT-Systems in vorgelagerten Testphasen, Integrati-

onsstufen oder Pilotphasen" (Beschwerde Rz. 45). Der produktive Einsatz 

setze eine App voraus, die Nutzern zum Download bereitstehe, was typi-

scherweise die Präsenz der App in einem App-Store voraussetze (Replik 

B-5393/2024 

Seite 21 

Rz. 50). Beide Seiten der Plattform (Transportunternehmen und Endnut-

zer) müssten für den produktiven Betrieb eingebunden sein (Stellung-

nahme 6. Dezember 2024 Rz. 5). 

5.5.2 Die Vergabestelle hält dem entgegen, der Begriff "produktiv einge-

setzt" werde in den Ausschreibungsunterlagen nicht weiter definiert und 

müsse sich deshalb aus dem Kontext der Ausschreibung erschliessen 

(Vernehmlassung, Rz. 56). Die Beschwerdeführerin versuche den Begriff 

derart restriktiv auszulegen, dass der normale Sinngehalt verloren gehe 

(Vernehmlassung, Rz. 59). Produktiver Betrieb meine im allgemeinen 

Sprachgebrauch und nach dem massgebenden Vertrauensprinzip, dass 

eine getestete Software mit definiertem Anwendungszweck produktiv ein-

gesetzt werde (Vernehmlassung Rz. 60). Die finale Abnahme finde hinge-

gen regelmässig erst einige Monate nach der Aufnahme des produktiven 

Betriebs statt, da erst dann geprüft werden könne, ob die Spezifikationen 

unter realen Lastbedingungen erfüllt würden. Voraussetzung für den pro-

duktiven Einsatz sei auch nicht, dass die Software für jeden Nutzer im ent-

sprechenden öV-Gebiet zeitlich, örtlich und persönlich uneingeschränkt zur 

Verfügung stehe. Damit würden neue Voraussetzungen eingeführt, die im 

Begriff "produktiv eingesetzt" nicht enthalten seien (Vernehmlassung Rz. 

61). Auch eine Verfügbarkeit der Standardlösung als App in einem App-

Store sei niemals als Eignungskriterium definiert worden (Duplik Rz. 39). 

Die Beschwerdeführerin gehe fälschlicherweise von einem Direktvertrieb 

der Standardlösung an den Endkunden (Fahrgast) aus. Es sei jedoch sehr 

wohl möglich, dass ein System beim Transportunternehmen bereits pro-

duktiv eingesetzt werde, ohne dass gleichzeitig eine App für den Endkun-

den zur Verfügung stehe (Duplik Rz. 42). 

5.5.3 Der Begriff "produktiv eingesetzt" wird in den Präqualifikationsunter-

lagen verwendet, ohne in einem separaten Glossar oder an anderer Stelle 

zusätzlich definiert zu werden. Die Ausschreibung nennt im gleichen Zu-

sammenhang unter EK 2.2 einzig, dass die Inbetriebnahme spätestens bis 

zum 31. Dezember 2019 zu erfolgen hatte (Beilage 29 S. 4, Beilage 30). 

Der Verweis auf das Urteil des BVGer B-3126/2023 vom 22. November 

2023 E. 6.2 ist insofern unbehilflich, als in den dortigen Ausschreibungsun-

terlagen einerseits zwischen "Betrieb eines IT-Systems" und "produktiver 

Betrieb eines IT-Systems" unterschieden wurde und die Begriffe in dem 

dortigen Glossar zusätzlich definiert und präzisiert wurden. Das ist in der 

vorliegenden Ausschreibung nicht geschehen. In Übereinstimmung mit den 

Ausführungen der Vergabestelle ist für die Auslegung der Begriffe "produk-

tiv eingesetzt" und "Inbetriebnahme" der vorliegenden Ausschreibung das 

B-5393/2024 

Seite 22 

Vertrauensprinzip massgebend. Dabei ist festzustellen, dass die Aus-

schreibung in zeitlicher Hinsicht keine Unterscheidung zwischen dem pro-

duktiven Einsatz der Standardlösung bis spätestens Ende 2019 und der 

Inbetriebnahme der Standardlösung bis spätestens Ende 2019 macht. 

Nach dem allgemeinen Sprachgebrauch darf bei einer Software, welche 

bis spätestens am 31. Dezember 2019 in Betrieb zu nehmen war bzw. pro-

duktiv eingesetzt werden musste, davon ausgegangen werden, dass sie 

regulär und dauerhaft zu dem definierten Zweck vom Transportunterneh-

men eingesetzt wurde. Dass die Eignung aber nur dann erfüllt sein soll, 

wenn die Software auch Dritten in Form einer App zur Verfügung steht oder 

wenn die finale Abnahme nachweislich vorher stattgefunden hat, wären zu-

sätzliche Bedingungen, die den vorliegenden Ausschreibungsunterlagen 

so nicht entnommen werden können (vgl. E. 5.1.1 und 5.1.2 hiervor). 

5.6  

5.6.1 Die Beschwerdeführerin erwähnt zusätzlich, im Eignungskriterium ZK 

2.1 "Marktpräsenz" (vgl. E. 5.1.1 hiervor) werde eine funktionsbezogene 

Standardlösung verlangt, welche auf dem Markt vertrieben werde. Das 

könne nur bedeuten, dass die Standardlösung allen interessierten Unter-

nehmen im Bereich des öffentlichen Verkehrs "ab Stange" aktiv angeboten 

werden könne (und nicht bloss marktfähig sei). Dies setze voraus, dass für 

den produktiven Betrieb des Standardprodukts keine wesentlichen Anpas-

sungen oder Entwicklungen und keine vorgängigen Test- oder Pilotbetriebe 

mehr notwendig seien (Beschwerde Rz. 43). Es müsse sich um ein grund-

sätzlich frei auf dem Markt verfügbares Standardprodukt handeln und nicht 

um eine individuell für einen bestimmten Kunden entwickelte Lösung (Rep-

lik Rz. 46). Auch deshalb müsse das Produkt als reine Softwarelösung in 

einem App-Store zur Verfügung stehen (Replik Rz. 47). 

5.6.2 Die Vergabestelle stellt sich auf den Standpunkt, aus einem systema-

tischen Vergleich mit dem Eignungskriterium "Referenzen" werde deutlich, 

was mit dem Attribut "auf dem Markt vertrieben" gemeint sei. Es gehe da-

rum, dass es sich bei dem oder den Kunden der Anbieterin um einen Drit-

ten handeln müsse (Vernehmlassung Rz. 57). Demgegenüber erschliesse 

sich der Vergabestelle nicht, weshalb die Beschwerdeführerin meine, ein 

Vertrieb im Markt setze voraus, dass das angebotene Produkt "ab Stange" 

aktiv angeboten werde. Die Beschwerdeführerin lege einmal mehr die An-

forderungen enger aus, als es der Wortlaut zulasse. Ebenfalls enthalte das 

Eignungskriterium keine Einschränkungen, wonach ein Einsatz im Rah-

men eines Pilotbetriebes unzulässig wäre (Vernehmlassung Rz. 58). "Auf 

B-5393/2024 

Seite 23 

dem Markt vertreiben" werde von der Beschwerdeführerin so verstanden, 

dass die Endkunden (Fahrgäste) den relevanten Markt bildeten. Das sei 

aber nicht der Fall. Kundin sei die Vergabestelle. Anbieterinnen von Stan-

dardlösungen würden diese an Transportunternehmen vertreiben. Die Be-

schwerdeführerin bilde hier eine Ausnahme, weil sie zusätzlich zur Stan-

dardlösung auch noch über eine eigene App verfüge, mit der sie direkt auf 

dem Endkundenmarkt auftrete, was aber in den Ausschreibungsunterlagen 

nicht verlangt gewesen sei (Duplik Rz. 41 f.). 

5.6.3 Auch der Begriff "auf dem Markt vertrieben" wird in den Ausschrei-

bungsunterlagen nicht zusätzlich definiert. In Übereinstimmung mit den 

Ausführungen der Vergabestelle ist nach dem allgemeinen Sprachge-

brauch davon auszugehen, dass die Anbieterin einer Standardlösung für 

"Reiseerfassung" und "Missbrauchserkennung" diese auf dem dafür rele-

vanten Markt an Transportunternehmen und somit an Dritte vertreiben 

muss. Eine Mindestzahl von Kunden, ein Verbot von geschlossenen Nut-

zergruppen und Pilotphasen (als erster Betrieb seiner Art unter realen Be-

dingungen) oder eine feste Vorgabe bezüglich der Vertriebswege kann den 

Ausschreibungsunterlagen so nicht entnommen werden und bedürfte einer 

zusätzlichen Erwähnung. 

5.7  

5.7.1 Die Beschwerdeführerin rügt darüber hinaus, das Eignungskriterium 

EK 2.2 "Referenzen" verlange von der Standardlösung ein mit dem Anfor-

derungsprofil der Präqualifikationsunterlagen vergleichbares Volumen. 

Zum heutigen Zeitpunkt würden ca. 80'000 Fahrten pro Tag und ca. 

380'000 Kunden pro Monat über "Easy Ride" abgewickelt. Weitere Volu-

menangaben würden die Präqualifikationsunterlagen nicht enthalten, wes-

halb von diesen Zahlen auszugehen sei (Beschwerde Rz. 65). Dass die 

Vergabestelle für die Beurteilung der Vergleichbarkeit nun auch noch an-

dere Faktoren hinzugezogen habe, wie beispielsweise die Funktionalität 

oder den geographischen Anwendungsbereich, ergebe sich nicht aus den 

Ausschreibungsunterlagen (Replik Rz. 76 ff.). Die Fähigkeit einer Software, 

eine hohe Anzahl an Fahrten innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu ver-

arbeiten, sei keineswegs selbstverständlich und würde massgeblich von 

der Software-Architektur abhängen. Diese müsse von Anfang an auf eine 

Skalierbarkeit ausgelegt sein (Replik Rz. 81 f.). 

5.7.2 Die Vergabestelle widerspricht diesen Ausführungen. Bei der Ver-

gleichbarkeit des Volumens komme es auf die qualitative Vergleichbarkeit 

B-5393/2024 

Seite 24 

an. Für die Komplexität der Reiseerfassung sei insbesondere das geogra-

phische Anwendungsgebiet von Bedeutung und nicht allein die Anzahl der 

Reisenden oder die Anzahl Tickets (Vernehmlassung Rz. 65). "Volumen" 

bedeute in diesem Kontext daher nicht "Anzahl Kunden" oder "Anzahl 

Fahrten", sondern Umfang ("Scope") und Funktionalität der Anwendung 

(Vernehmlassung Rz. 67). Entscheidend für die Eignung der Anbieterinnen 

sei, dass sie Erfahrungen mit vergleichbar komplexen Projekten nachwei-

sen könnten. Neben dem geographischen Anwendungsgebiet trage insbe-

sondere die Anzahl und Vielfalt der Verkehrsmittel zur Komplexität der Rei-

seerfassung bei. Die Notwendigkeit der korrekten Zuordnung der verschie-

denen Verkehrsmittel sowie die Anzahl der Haltestellen und Fahrten inner-

halb einer Reise seien – im Unterschied zur Anzahl Fahrten und Nutzer – 

als qualitative Faktoren im Leistungsbeschrieb der Präqualifikation aus-

drücklich vorgesehen (Duplik Rz. 50). Hätte die Vergabestelle eine explizite 

Mindestzahl von Nutzern vorgeben wollen, so wären entsprechende Zah-

len auch festgehalten worden. Darauf habe die Vergabestelle aber verzich-

tet (Duplik Rz. 51). 

5.7.3 Auch hier ist festzuhalten, dass die Ausschreibungsunterlagen den 

Volumenbegriff nicht zusätzlich definieren und die Vergabestelle insbeson-

dere darauf verzichtet hat, exakte Vorgaben zu machen. Es geht vorliegend 

nicht um Mindestanforderungen, sondern darum, dass "das Referenzpro-

jekt betreffend Volumen mit dem Anforderungsprofil gemäss PQU ver-

gleichbar sein muss" (vgl. E. 5.1.2 hiervor). In den Präqualifikationsunter-

lagen ist unter Ziff. 1.2 die Rede davon, dass zum heutigen Zeitpunkt ca. 

80'000 Fahrten pro Tag und 380'000 Kunden pro Monat über "Easy Ride" 

abgewickelt werden. Ebenfalls umschrieben sind unter Ziff. 2.1 die techni-

schen Anforderungen der "Reiseerfassung" und Missbrauchserkennung". 

Die Verfahrensbeteiligten stimmen überein, dass mit dem Volumenver-

gleich sichergestellt werden soll, dass die Software-Architektur von Anfang 

an über eine gewisse Grösse und Komplexität verfügt und die Skalierbar-

keit miteinbezogen wurde. Ob hierfür ausschliesslich auf die Fahrten und 

Kunden abzustellen ist oder ob für die Vergleichbarkeit des Volumens auch 

eine komplexe Umgebung mitberücksichtigt werden darf, kann offengelas-

sen werden, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird (vgl. E. 6.3.2 hier-

nach). 

5.8  

5.8.1 Zum Schluss weist die Beschwerdeführerin darauf hin, dass die Aus-

schreibung keine Referenzprojekte von verbundenen Unternehmen 

B-5393/2024 

Seite 25 

akzeptiert. Sie gehe davon aus, dass insbesondere die Beschwerdegeg-

nerin 2 diese Voraussetzung nicht erfülle, weil sie sich als Tochter auf die 

Referenz ihrer […] Muttergesellschaft berufen habe (Beschwerde Rz. 66, 

Replik Rz. 83).  

5.8.2 Das Eignungskriterium EK 2.2 (vgl. E. 5.1.2 hiervor) hält unter ande-

rem fest: "Referenzprojekte innerhalb des gleichen Konzerns des Antrags-

stellers sind nicht zugelassen (Tochter/Schwestergesellschaften)". In Über-

einstimmung mit den Ausführungen der Beschwerdeführerin könnte das 

isoliert betrachtet auch so verstanden werden, dass die sogenannte Eig-

nungsleihe ausgeschlossen sei und deshalb eine Eignung nicht auch durch 

die Einbindung einer Muttergesellschaft erbracht werden könnte (vgl. Zwi-

schenentscheid des BVGer B-1600/2014 vom 2. Juni 2014 E. 4.4.3 "ERP 

alcosuisse"; MARTIN BEYELER, Der Geltungsanspruch des Vergaberechts, 

2012, Rz. 1374). Der Aussagegehalt der Ausschreibungsunterlagen ist 

aber nicht durch die Interpretation einzelner Sätze, sondern durch die sys-

tematische Auslegung der gesamten Ausschreibungsunterlagen zu ermit-

teln (Zwischenentscheid des BVGer B-5341/2024 vom 19. Dezember 2024 

E. 5.4.10.5). Die direkt nachfolgenden Sätze im gleichen Abschnitt von EK 

2.2 (vgl. E. 5.1.2 hiervor) lauten wie folgt: "Der Referenzkunde SBB ist zu-

gelassen. Es sind nur Referenzprojekte mit laufenden Verträgen zugelas-

sen." Der gesamte Abschnitt macht deutlich, wie die Anforderungen an die 

Referenzprojekte gemäss den Ausschreibungsunterlagen auszulegen 

sind: Es ging darum, unabhängige und damit aussagekräftige Referenzen 

von Kundinnen der Anbieterinnen zu erhalten. In Übereinstimmung mit den 

Ausführungen der Vergabestelle kann dem EK 2.2 somit kein Verbot der 

Eignungsleihe entnommen werden (vgl. auch Vernehmlassung Rz. 72, 

Duplik Rz. 84). 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin rügt, die Beschwerdegegnerinnen würden die 

Eignungskriterien EK 2.1 ("Marktpräsenz) und EK 2.2 (Referenzen") nicht 

erfüllen und müssten deshalb ausgeschlossen werden. 

6.2 Bei der Beschwerdegegnerin 1 handelt es sich um ein Unternehmen, 

welches eine globale Mobilitäts-Plattform betreibt und unter anderem Ver-

haltensmuster von öV-Nutzern erkennt und aufzeichnet […]. 

6.2.1 Die D._______ AG kaufte am 31. Dezember 2019 eine Lizenz der 

Standardlösung der Beschwerdegegnerin 1 für 2'000'000 Fahrten mit einer 

B-5393/2024 

Seite 26 

Laufzeit vom 24. Dezember 2019 bis 23. Dezember 2021 für die "Reiseer-

fassung" (Beilage 31). Ein Vertragsverhältnis zwischen den Parteien be-

steht auch heute noch (Beilage 32). Die Plattform wurde in der Folge in 

mehreren mit "Easy Ride" vergleichbaren Apps integriert wie die […] App 

(Mai 2020), die […] App (2021), […] App (2022) und […] App (2022). Die 

Apps verfügen wie "Easy Ride" über verschiedene Module und werden für 

das automatische Ticketing genutzt, was auch Massnahmen zur "Miss-

brauchserkennung" voraussetzt. Daraus lässt sich schliessen, dass die Be-

schwerdegegnerin 1 im Dezember 2019 über eine funktionsbezogene 

Standardlösung verfügte (vgl. E. 5.4.7) und diese auch mit dem Verkauf 

einer Lizenz an die D._______ AG im Dezember 2019 auf dem Markt ver-

trieb (vgl. E. 5.6.3 hiervor).  

Die Verfahrensbeteiligten führen übereinstimmend aus, dass keine der ge-

nannten Apps bereits am 31. Dezember 2019 in einem App-Store verfüg-

bar war (Beschwerde Rz. 55 ff., Vernehmlassung Rz. 77). Die […] App kam 

erst im Mai 2020 in den Store (Beschwerdebeilage 21). Hieraus aber den 

Rückschluss zu ziehen, dass die Software im Jahr 2019 noch nicht produk-

tiv eingesetzt bzw. in Betrieb genommen worden sei, greift zu kurz und 

würde einer sehr formalistischen Betrachtungsweise entsprechen. Aus der 

Tatsache, dass die D._______ AG eine Lizenz zur "Smart Mobility Plattform 

für Fahrtenerkennung" für 2'000'000 Fahrten mit einer Laufzeit ab dem 24. 

Dezember 2019 erwarb, durfte die Vergabestelle zu Recht schliessen, dass 

die Plattform der Beschwerdegegnerin 1 dem Transportunternehmen ab 

diesem Zeitpunkt zur Verfügung stand und spätestens Ende 2019 produk-

tiv eingesetzt wurde, ansonsten der Laufzeitbeginn wenig Sinn gemacht 

hätte (vgl. E. 5.5.3 hiervor). Die Vergabestelle ging deshalb zu Recht davon 

aus, dass die Beschwerdegegnerin 1 das Eignungskriterium EK 2.1. 

"Marktpräsenz" erfüllte. 

6.2.2 Die Beschwerdeführerin 1 gibt als Referenz unter anderem die 

D._______ AG an. Für den produktiven Einsatz der funktionsbezogenen 

Standardlösung zur Reiseerfassung und Missbrauchserkennung und ihren 

Vertrieb auf dem Markt vor dem 31. Dezember 2019 kann auf die Ausfüh-

rungen in Erwägung E. 6.2.1 verwiesen werden. Mit den in Lizenz erwor-

benen 2'000'000 Fahrten innerhalb von zwei Jahren ist auch ein vergleich-

bares Volumen, welches die Softwarearchitektur zu bewältigen hatte, ge-

nügend dokumentiert (vgl. E. 5.7.3 hiervor). Die Beschwerdegegnerin 1 er-

füllt somit auch das Eignungskriterium EK 2.2 "Referenzen". 

B-5393/2024 

Seite 27 

6.3 Die Beschwerdegegnerin 2 ist ein Unternehmen mit einer […] Mutter-

gesellschaft. Sie entwickelt seit 40 Jahren flexible Ticketing-Lösungen. Ihre 

Referenzgeberin bestätigte am 8. September 2023, dass das CiBo-Produkt 

[Check-In/Be-out] als Pilot im produktiven Umfeld mit einer Close User 

Group ab 2018 eingesetzt worden sei. Dabei sei das System ab 2019 kon-

tinuierlich weiterentwickelt worden, erst als Stand Alone App, welche dann 

2023 in die bereits bestehende App der Referenzgeberin integriert worden 

sei. Das System sei grundsätzlich für mindestens 100'000 Fahrten je Tag 

ausgelegt gewesen, wobei sich die Nutzerzahlen aufgrund von Corona und 

der Einführung [verbilligter Tickets] nicht wie gehofft entwickelt hätten. Das 

CiBo-System finde sich weiterhin in produktiver Nutzung und sei auch für 

die entsprechende Last ausgelegt (Beilage 33). 

6.3.1 Für das Eignungskriterium EK 2.1 "Marktpräsenz" lässt sich daraus 

schliessen, dass die Beschwerdegegnerin 2 über eine funktionsbezo-

gene Standardlösung "Reiseerkennung" verfügte, welche seit 2019 im 

Markt vertrieben und produktiv eingesetzt wurde (vgl. E. 5.4.7, 5.5.3 und 

5.6.3 hiervor). Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, es habe sich 

lediglich um ein Pilotprojekt mit einer beschränkten Nutzerzahl gehandelt 

(Replik Rz. 65), schliesst das einen ausreichenden Vertrieb nicht aus. Der 

produktive Einsatz wurde zusätzlich durch das Referenzscheiben bestätigt 

(Beilage 33).  

Die Beschwerdeführerin bestreitet, dass die von der Beschwerdegegnerin 

genannte Standardlösung ab 2019 auch zur "Missbrauchserkennung" ein-

gesetzt wurde. In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Beschwer-

deführerin scheint das eingesetzte Produkt im Jahr 2019 nicht für das au-

tomatische Ticketing eingesetzt worden zu sein, weshalb Massnahmen ge-

gen die "Missbrauchserkennung" nicht per se vorausgesetzt werden kön-

nen. Die Vergabestelle hat sich für die "Missbrauchserkennung" auf die 

Selbstdeklaration der Beschwerdegegnerin 2 gestützt (Beilage 11 und 12, 

vertraulich). Dort beschreibt die Beschwerdegegnerin 2 insgesamt vier 

Massnahmenkomplexe, welche zur Erkennung von Missbrauchsfällen im 

Zusammenhang mit der Geolokalisierung umgesetzt waren und welche 

Massnahmen im Vergleich mit dem derzeitigen Angebot der Vergabestelle 

mit "Easy Ride" ihrer Ansicht nach noch fehlen würden (Beilage 12, S. 8, 

vertraulich). Konkrete Hinweise, dass die Beschwerdegegnerin 2 ihren ver-

traglichen Pflichten nicht nachkommen will und die Angaben nicht der 

Wahrheit entsprechen, gab es keine, weshalb die Vergabestelle nach der 

erfolgter Plausibilitätsprüfung bis zu einem gewissen Grad darauf ver-

trauen durfte (BGE 141 II 14 E. 10.3, Urteil des BVGer B-1714/2022 vom 

B-5393/2024 

Seite 28 

19. September 2023 E. 11.5 und 11.16). Es kann vernünftigerweise nicht 

verlangt werden, dass die Selbstdeklaration in den Offerten in jedem De-

tailpunkt durch aussenstehende Experten verifiziert werden, insbesondere 

dann nicht, wenn es sich um eine Deklaration handelt, die sich auf die Ei-

genschaften des Produktes bezieht (Urteil des BGer 2C_346/2013 vom 20. 

Januar 2014 E. 1.3.3). Das trifft auf das vorliegende Verfahren zu. Im Rah-

men der Eignungsprüfung waren Angaben zum Entwicklungsstand der 

Standardlösung im Jahr 2019 und damit zum Produkt zu treffen. Die Verga-

bestelle hat zu Recht auf diese Angaben vertraut, dies umso mehr, als die 

Beschwerdegegnerin 2 auch die Grenzen ihrer umgesetzten Massnahmen 

zur Missbrauchserkennung erwähnt hat und es auch keine anderen kon-

kreten Hinweise darauf gab, die getätigten Angaben in Zweifel ziehen zu 

müssen (BGE 141 II 14 E. 10.3; Urteil des BVGer B-1714/22 vom 19. Sep-

tember 2023 E. 11.5 und 11.16).  

Dem weiteren Einwand, die Beschwerdegegnerin 2 sei auszuschliessen, 

weil es sich bei ihrem Standardprodukt um eine CiBo-Lösung handle, wel-

che nicht allein als SaaS-Lösung funktioniere, sondern zusätzlich auf Hard-

ware angewiesen sei (Replik Rz. 68), kann ebenfalls nicht gefolgt werden. 

Durch die Check-in-Funktion war die Software offensichtlich in der Lage, 

eine Reise ab ihrem Start auch allein mit den Sensordaten des Mobiltele-

fons zu tracken (vgl. auch Duplik Rz. 74). Die Funktion Be-Out (ohne Inter-

aktion der Reisenden) mit Hilfe von Signalen zusätzlicher Beacons an Hal-

testellen (welche die Reiseerfassung in anspruchsvollen Umgebungen zu-

sätzlich optimieren, beispielswiese an unteririschen Verkehrsknotenpunk-

ten, an welchen keine GPS-Signale empfangen werden können) ändert 

daran nichts und scheint im Übrigen auch bei der Weiterentwicklung von 

"Easy-Ride" eine Rolle zu spielen (vgl. Beilage 37 S. 3). Ein Ausschluss 

der Beschwerdegegnerin 2 aufgrund der 2019 fehlenden Check-Out Funk-

tion, welche die reisende Person erneut – und wie beim Check-In auch – 

selbst zu veranlassen hätte, rechtfertigt sich jedenfalls nicht. Die Vergabe-

stelle ist deshalb zuzustimmen, wenn sie davon ausgeht, dass die Be-

schwerdegegnerin 2 das Eignungskriterium EK 2.1 "Marktpräsenz" erfüllt 

hat. 

6.3.2 Die Beschwerdegegnerin 2 führt unter dem Eignungskriterium EK 2.2 

als Referenz das bereits unter E. 6.3.1 geprüfte Projekt an. Für den pro-

duktiven Einsatz und den Vertrieb einer funktionsbezogenen Standardlö-

sung zur "Reiseerfassung" und "Missbrauchserkennung" vor dem 31. De-

zember 2019 kann auf die Ausführungen in Erwägung E. 6.3.1 verwiesen 

werden. Bezüglich der volumenmässigen Vergleichbarkeit gehen die 

B-5393/2024 

Seite 29 

Verfahrensbeteiligten übereinstimmend davon aus, dass die Nutzerzahlen 

des Referenzprojektes deutlich geringer waren, als ursprünglich geplant 

(Beschwerde Rz. 72, Beschwerdeantwort Rz. 83, Replik Rz. 94, Duplik Rz. 

83). Die Referenzgeberin bestätigte aber, dass das System grundsätzlich 

für 100'000 Fahrten pro Tag ausgelegt war und die "Reiseerfassung" und 

"Missbrauchserkennung" in einer Grossstadt und damit in einem an-

spruchsvollen Umfeld erfolgte. Entsprechend hatte sich die Software von 

Anfang an mit einem komplexen Umfeld und der Skalierbarkeit der Nutzer-

zahlen auseinanderzusetzen. Laut der Referenzgeberin hingen die niedri-

geren Zahlen mit der Corona-Pandemie und der Einführung [verbilligter Ti-

ckets] und nicht mit einer Dysfunktion der Standardlösung zusammen. Die 

Vergabestelle ging unter diesen Umständen im Rahmen ihres Ermessens 

zu Recht von einem vergleichbaren Volumen aus.  

Soweit schliesslich die Zulässigkeit der gültigen Referenz der Muttergesell-

schaft der Beschwerdegegnerin 2 noch bestritten werden sollte (vgl. Stel-

lungnahme vom 6. Dezember 2024), ist auf E. 5.8.2 zu verweisen. Auch 

die Beschwerdegegnerin 2 erfüllt somit das Eignungskriterium EK 2.2 "Re-

ferenzen".  

6.4 Als Zwischenfazit kann deshalb festgehalten werden, dass die 

Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 die Eignungskriterien EK 2.1 und 2.2 

erfüllen. Die entsprechenden Rügen der Beschwerdeführerin erweisen 

sich als unbegründet. 

7.  

7.1  

Mit Replik vom 4. November 2024 rügt die Beschwerdeführerin erstmals, 

die Bewertung ihres Angebotes sei betreffend Zuschlagskriterium ZK 1.3 

("IT-Security") vergaberechtswidrig erfolgt. Sie habe die Fragen zum Rek-

rutierungsprozess von Mitarbeitenden (Z1), zum Datenschutz (Z2 bis Z5) 

sowie zum Schutz der Infrastruktur (Z6) vollständig und anforderungsge-

mäss beantwortet, weshalb keine Punkteabzüge zulässig gewesen seien 

(Replik Rz. 108 ff.).  

7.2 Die Vergabestelle macht dagegen geltend, die Angaben seien teilweise 

unvollständig gewesen oder hätten nicht den Anforderungen entsprochen. 

Immerhin habe die Beschwerdeführerin zwei Drittel der möglichen Punkte 

erreicht und damit besser abgeschlossen als die Beschwerdegegnerinnen. 

Von einer willkürlichen oder diskriminierenden Bewertung könne nicht ge-

sprochen werden (Duplik Rz. 117). Im Übrigen seien die Rügen nicht 

B-5393/2024 

Seite 30 

geeignet, der Beschwerdeführerin in einem entscheidenden Umfang 

Punkte zu verschaffen. Selbst wenn man ihr unter ZK 1.3 die volle Punkt-

zahl zubillige, habe das keinen Einfluss auf die Reihenfolge der Angebote 

(Duplik Rz. 118). 

7.3 In Übereinstimmung mit den Ausführungen der Vergabestelle hat die 

Rüge der willkürlichen Bewertung des Zuschlagskriteriums ZK 1.3 "IT-

Security" der Beschwerdeführerin keinen Einfluss auf den Verfahrensaus-

gang, wie zwei Bewertungssimulationen der Vergabestelle deutlich ge-

macht haben (Beilagen 39 und 40): Selbst wenn die Beschwerdeführerin 

für ZK 1.3 die volle Punktzahl erhalten würde, läge sie noch immer in der 

Gesamtbewertung hinter den Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 (Duplik, 

Rz. 118, Beilage 39). Die Rügen haben damit keinen Einfluss auf den Ver-

fahrensausgang, weshalb nicht näher darauf eingegangen werden muss 

(Zwischenentscheid des BVGer B-5341/2024 vom 19. Dezember 2024 E. 

9.3.2 i.V.m. E. 9.14).  

8.  

8.1 Die Beschwerdeführerin beantragt, dass ihr, soweit aufgrund der Ge-

schäftsgeheimnisse der Beschwerdegegnerin möglich, vollumfänglich Ein-

sicht in die Akten zu gewähren sei (Beschwerde Rz. 91), insbesondere in 

die Nachweise und Referenzen, welche belegen würden, dass die Stan-

dardlösungen der Beschwerdegegnerinnen 1 und 2 seit 2019 auf dem 

Markt vertrieben und produktiv eingesetzt würden (Replik Rz. 173 f.). 

8.2 Für das Vergabeverfahren gilt hinsichtlich der Angaben der Anbieterin-

nen der Grundsatz der Vertraulichkeit (Art. 11 Bst. e BöB; Zwischenent-

scheid B-2675/2012 vom 23. Juli 2012 E. 3, GALLI/MOSER/LANG/STEINER, 

a.a.O., Rz. 1182). Der Beschwerdeführerin ist auf Gesuch hin jedoch Ein-

sicht in die Bewertung ihres Angebots und in weitere entscheidrelevante 

Verfahrensakten zu gewähren, soweit nicht überwiegende öffentliche oder 

private Interessen entgegenstehen (Art. 57 Abs. 2 BöB). Das in anderen 

Bereichen des Verwaltungsrechts allgemein übliche Akteneinsichtsrecht 

muss bei Submissionsverfahren gegenüber dem Interesse der Anbieter an 

der vertraulichen Behandlung ihrer Geschäftsgeheimnisse sowie des in 

den Offertunterlagen zum Ausdruck kommenden unternehmerischen 

Know-hows zurücktreten. Insbesondere besteht kein allgemeiner Anspruch 

auf Einsichtnahme in Konkurrenzofferten und die Vergabestelle hat den 

vertraulichen Charakter der Angaben der Anbieterinnen zu wahren (vgl. 

Art. 51 Abs. 4 Bst. b und Art. 11 Bst. e BöB; Urteile des BVGer 

B-5393/2024 

Seite 31 

B-1929/2022 vom 19. Dezember 2022 E. 12.1.2 "Sanierung Waffenplatz 

Wangen a.A." und B-4704/2021 vom 18. Mai 2022 E. 7.1 "Einstöckige 

S-Bahn-Triebzüge" je m.w.H.). Wo einer Partei indessen keine Aktenein-

sicht erteilt wird, hat das Gericht sich von Amtes wegen zu vergewissern, 

dass die abgedeckten oder nicht herausgegebenen Dokumente keine Hin-

weise auf rechtsungleiche oder andere rechtsfehlerhafte Bewertungen 

durch die Vergabestelle verbergen (Zwischenentscheid des BVGer 

B-3302/2019 vom 24. September 2019 E. 11.2 "Stahlwasserbauten Ri-

tomsee").  

8.3 Dem Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin wurde im Ver-

lauf des Beschwerdeverfahrens teilweise entsprochen. Sie erhielt unter an-

derem Einsicht in den Bericht Präqualifikation (teilweise geschwärzt), die 

Bewertung der Zuschlagskriterien (teilweise geschwärzt) sowie weitere 

Nachweise hinsichtlich der Eignung der Beschwerdegegnerinnen (Beila-

gen 21,27, 31 bis 33). Soweit die Beschwerdeführerin darüber hinaus Ein-

sicht in die Teilnahmeanträge und die weiteren Beschreibungen der jewei-

ligen Standardlösungen verlangt (Replik Rz. 52 ff., 63 ff.), handelt es sich 

hierbei um schützenswerte Geschäftsgeheimnisse. Im Übrigen hat das Ge-

richt gestützt auf die auch der Beschwerdeführerin zugänglichen Doku-

mente dargelegt, warum die Vergabestelle zu Recht von der Eignung der 

Beschwerdegegnerinnen ausgehen durfte.  

8.4 Das Akteneinsichtsbegehren der Beschwerdeführerin ist deshalb, so-

weit es durch die bis anhin gewährte Akteneinsicht nicht ohnehin gegen-

standslos geworden ist, abzuweisen. 

9.  

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstan-

den, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. Mit Erlass des vorliegenden 

Urteils wird das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung der auf-

schiebenden Wirkung gegenstandslos.  

 

10.  

10.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin als 

unterliegende Partei die Verfahrenskosten zu tragen (vgl. Art. 63 Abs. 1 

VwVG; Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

B-5393/2024 

Seite 32 

10.2 Die Gerichtsgebühr bestimmt sich nach Umfang und Schwierigkeit 

der Streitsache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien 

(Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 VGKE). Für Streitigkeiten mit Vermö-

gensinteresse legt Art. 4 VGKE den Gebührenrahmen aufgrund des Streit-

wertes fest. Die Verfahrenskosten werden daher im vorliegenden Fall auf 

Fr. 30’000.– festgesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt. Der einbe-

zahlte Kostenvorschuss wird nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 

Urteils zur Bezahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

10.3 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf 

eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE). Die 

Vergabestelle ist als verfügende Bundesbehörde im Sinne von Art. 7 Abs. 3 

VGKE nicht entschädigungsberechtigt und die Beschwerdegegnerinnen 

haben keine Parteirechte ausgeübt. Entsprechend ist auch der Vergabe-

stelle und den Beschwerdegegnerinnen keine Parteientschädigung zuzu-

sprechen. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 30'000.− werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Dieser Betrag wird dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher 

Höhe entnommen.  

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, die Vergabestelle und die 

Beschwerdegegnerinnen 1 und 2. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

B-5393/2024 

Seite 33 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Christian Winiger Reto Finger 

 

 

  

B-5393/2024 

Seite 34 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in 

einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung 

mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der ange-

fochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerde-

führende Partei in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 14. Februar 2025 

 

  

B-5393/2024 

Seite 35 

Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; vorab per E-Mail) 

– die Beschwerdegegnerinnen (Gerichtsurkunde, vorab per E-Mail) 

– die Vergabestelle (Ref-Nr. SIMAP-Projekt_ID 274529;  

Gerichtsurkunde, vorab per E-Mail)