# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70588e6e-0741-58ba-9cac-01966f14a729
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.09.2010 D-6445/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6445-2010_2010-09-17.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6445/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Martin Zoller,
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Daniel Widmer.

A.________ geboren (...),
Kolumbien,
c/o schweizerische Vertretung in Bogotá,

Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 13. August 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6445/2010

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer  suchte  mit  einem  spanischsprachigen 
Schreiben vom 9. Januar 2009 an die Schweizer Botschaft in Bogotá 
sinngemäss um Asyl nach.

Mit  Schreiben  vom 9. Februar  2009  setzte  die  Schweizer  Botschaft 
dem Beschwerdeführer eine 30-tägige Frist zur Beantwortung von acht 
Fragen. Das vom 16. Februar 2009 datierende Antwortschreiben des 
Beschwerdeführers samt diversen Beilagen traf am selben Tag bei der 
Schweizer Botschaft ein.

Zur  Begründung  führte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  aus, 
am  (...)  seien  (...)  und  (...),  mit  welchem  er  unternehmerisch  tätig 
gewesen sei,  von Mitgliedern  der  Fuerzas Armadas Revolucionarias 
de Colombia (FARC) in B.__________ ((...)) getötet worden, weil (...) 
sich geweigert habe, sein Anwesen zu verkaufen. Er selbst habe von 
den  FARC  zwei  Schreiben  erhalten.  Im  ersten  sei  von  ihm  die 
Bezahlung eines Geldbetrags verlangt worden. Daraufhin sei er nach 
C._______  geflohen.  Aufgrund  der  verweigerten  Zusammenarbeit 
hätten ihm die FARC in einem zweiten Schreiben mit dem Tod gedroht. 
In  der  Folge  habe  er  bei  der  Fiscalia  Anzeige  sowie  bei  anderen 
kolumbianischen Behörden und weiteren Organisationen Bericht über 
seine  Situation  erstattet.  Ebenfalls  sei  er  Opfer  eines 
Attentatsversuchs  geworden,  den  er  nur  mit  Glück  überlebt  habe. 
Aufgrund der anhaltenden Verfolgung seiner Person sei er mehrmals 
umgezogen  und  zuletzt  in  D._________ wohnhaft  gewesen. Weil  er 
den Schutz der kolumbianischen Behörden als ungenügend erachte, 
habe er bei der Schweizer Botschaft in Bogotá um Asyl nachgesucht.

B.
Die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten  Eingaben  samt  Beilagen 
wurden von der Schweizer Botschaft mit Schreiben vom 12. März 2009 
an das BFM weitergeleitet; diese führte dabei aus, dass eine persön-
liche Befragung des Beschwerdeführers aus Kapazitätsgründen nicht 
möglich sei.

Drei  weitere  Schreiben  des  Beschwerdeführers  vom  3.  September 
2009,  22. September  2009  und 12. Februar  2010  an die  Schweizer 

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Botschaft wurden von dieser am 14. September 2009, 25. September 
2009 und 15. Februar 2010 ebenfalls an das BFM weitergeleitet.

C.
Mit  Zwischenverfügung vom 10. Mai  2010 (Versand am selben  Tag) 
teilte  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  durch  Vermittlung  der 
Schweizer Botschaft mit, dass es aufgrund der Akten, namentlich der 
schriftlichen Begründung des Asylgesuchs sowie der beigelegten aus-
führlichen  Dokumentation,  den  entscheidrelevanten  Sachverhalt  als 
erstellt  erachte  und sich  daher  eine Anhörung auf  der  Botschaft  als 
nicht  notwendig  erweise.  Unter  Berücksichtigung  namentlich  der 
fehlenden  Beziehungsnähe  der  asylsuchenden  Person  zur  Schweiz, 
deren  mangelnden  Assimilationsmöglichkeiten  in  der  Schweiz,  der 
aktuell nicht vorhandenen Gefährdung im Heimatstaat, der Möglichkeit 
der  Schutzsuche  in  einem  anderen  Staat  und  des  öffentlichen 
Interesses der Schweiz erwäge das BFM, das Asylgesuch abzulehnen 
und die  Einreisebewilligung zu verweigern. Insbesondere erachte  es 
die  Möglichkeit  anderweitiger  Schutzsuche  als  gegeben. Zu  diesen 
Ausführungen wurde dem Beschwerdeführer eine Frist  von 30 Tagen 
zur Stellungnahme gesetzt.

D.
Mit Schreiben vom 5. Juni 2010 reichte der Beschwerdeführer bei der 
Schweizer  Botschaft  seine  Stellungnahme  ein.  Darin  führte  er  im 
Wesentlichen aus, dass sich an seiner Situation nichts geändert habe.

E.
Mit am 23. August 2010 über die Schweizer Botschaft versandter Ver-
fügung vom 13. August 2010 verweigerte das BFM dem Beschwerde-
führer die Einreise in die Schweiz und lehnte dessen Asylgesuch ab.

Zur Begründung führte das BFM im Wesentlichen aus, grundsätzlich 
verfüge  der  kolumbianische  Staat  über  eine  funktionierende  und 
effiziente Schutzinfrastruktur und bekämpfe die Aktivitäten der Guerilla 
im Rahmen des Möglichen,  wobei  es  keinem Staat  gelinge,  die  ab-
solute  Sicherheit  aller  seiner  Bürger  jederzeit  und  überall  zu 
garantieren.  Beim  Beschwerdeführer  handle  es  sich  nicht  um  eine 
landesweit bekannte Persönlichkeit, weshalb nicht davon auszugehen 
sei, dass er von den Verfolgern auf nationaler Ebene gesucht würde. 
Deshalb sei auf das Bestehen einer innerstaatlichen Fluchtalternative 
– beispielweise im Norden des Landes,  wo die FARC weniger  stark 

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präsent  seien  –  zu  schliessen.  Mithin  sei  er  keiner  unmittelbaren 
Gefahr  im  Sinne  des  Asylgesetzes  ausgesetzt  und  bedürfe 
dementsprechend  nicht  des  Schutzes  der  Schweizer  Behörden. 
Zudem mache er  keine besonders  nahen Beziehungen zur  Schweiz 
geltend.  Unter  diesen  Umständen  sei  es  ihm  zuzumuten,  in  einem 
anderen  Land  als  der  Schweiz  um  Schutz  nachzusuchen, 
beispielsweise  in  einem  der  Nachbarstaaten  Kolumbiens,  welche 
sowohl das Abkommen vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der 
Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30)  als  auch  das  entsprechende 
Zusatzprotokoll vom 31. Juli 1967 ratifiziert hätten.

F.
Mit Eingabe vom 26. August 2010 an die Schweizer Botschaft, welche 
mit Schreiben vom 31. August 2010 an das Bundesverwaltungsgericht 
weitergeleitet  wurde,  beantragte  der  Beschwerdeführer  sinngemäss, 
es sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und ihm die Einreise in 
die  Schweiz  zu  bewilligen  beziehungsweise  Asyl  zu  gewähren. 
Gleichzeitig reichte er ein Schreiben der FARC vom (...) in Kopie ein.  
Zudem  war  dem  Schreiben  vom  31.  August  2010  die  E-Mail-
Korrespondenz  des  Beschwerdeführers  mit  der  Visa-Abteilung  der 
Schweizer Botschaft vom (...) beigelegt.

Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor,  dass sich an seiner 
Situation nichts geändert habe. In ganz Kolumbien gäbe es kein Ge-
biet, wo die FARC nicht präsent seien. Wo sie nicht bewaffnet seien, 
hätten  sie  Informanten,  um  Personen,  welche  sie  –  wie  den  Be-
schwerdeführer  – zum militärischen  Ziel  erklärt  hätten,  ausfindig  zu 
machen. So habe er am (...) an seinem Domizil einen dritten Drohbrief 
erhalten,  worin  die  FARC  ausführten,  dass  ihre  Arme  sehr  weit 
reichten,  sie  ihn  ausfindig  machten  und  ihm  eine  letzte  Frist  von 
fünfzehn  Tagen  zur  Bezahlung  der  mit  dem  ersten  Schreiben  ge-
forderten  10  Millionen  Pesos  einräumten,  ansonsten  ihn  dasselbe 
Schicksal  wie  (...)  und  (...)  ereilen  würde.  Was  –  so  der 
Beschwerdeführer  –  einen  allfälligen  Wegzug  in  ein  anderes  süd-
amerikanisches Land anbelange, sei ein solcher möglich, indes wäre 
es im Gegensatz zur Schweiz äusserst schwierig, im Alter von mehr 
als  (...)  Jahren  eine  Arbeit  zu  finden.  Zudem  teilte  er  seine  neue 
Adresse in D.________ mit.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als 
Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG genannten  Behörden. Dazu 
gehören  Verfügungen  des  BFM  auf  dem  Gebiet  des  Asyls;  das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art.  105  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]; 
Art. 83 Bst. c Ziff. 1 und Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Das  Verfahren  richtet  sich  nach 
dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG,  soweit  das  AsylG  nichts 
anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG).

1.2 Amtssprachen des Bundes sind das Deutsche, Französische und 
Italienische (Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Die Beschwerde 
ist nicht in einer Amtssprache abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist 
zur Beschwerdeverbesserung kann indessen verzichtet werden, da der 
in  Spanisch  verfassten  Beschwerdeeingabe  genügend  klare,  sinn-
gemässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen sind 
und ohne Weiteres darüber befunden werden kann.

1.3 Die Beschwerde ist nicht eigenhändig unterzeichnet. Indes enthält 
sie neben dem maschinengeschriebenen Haupttext, welcher mit dem 
Namen, der Nummer der Identitätskarte und der Telefonnummer des 
Beschwerdeführers  –  beide  aus  dem  erstinstanzlichen  Verfahren 
bekannt – schliesst,  zwei handschriftliche Ergänzungen, mit  welchen 
unter anderem die postalische und die elektronischen Adressen des 
Beschwerdeführers mitgeteilt werden. Unter diesen Umständen ist die 
Eingabe unzweifelhaft dem Beschwerdeführer zuzuordnen.

1.4 Die angefochtene Verfügung wurde gemäss der der Beschwerde 
beigelegten elektronischen Sendungsverfolgung am 24. August  2010 
eröffnet. Die Beschwerde traf gemäss Schreiben vom 31. August 2010 
und Eingangsstempel der Schweizer Botschaft am 30. August 2010 bei 
dieser ein und ist mithin rechtzeitig erfolgt.

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1.5 Der  Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz teil-
genommen, ist  durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung und ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die – abgesehen von den unter 
E. 1.2  und  1.3  festgestellten  Mängeln  –  frist-  und  formgerecht  ein-
gereichte Beschwerde ist somit einzutreten.

1.6 Zwar läuft die Rechtsmittelfrist noch bis zum 23. September 2010, 
jedoch  kann  das  Urteil  vor  Ablauf  derselben  ergehen,  da  die  vor-
liegende  Beschwerde  aufgrund  der  Aktenlage  als  abschliessend  zu 
verstehen  und  der  Sachverhalt  vollständig  festgestellt  ist  (vgl.  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 1997 Nr. 13 E. 1 S. 95 ff.).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 
AsylG wurde auf die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG im Ausland bei einer 
schweizerischen Vertretung gestellt  werden, die es mit einem Bericht 
an das Bundesamt überweist (Art. 20 Abs. 1 AsylG). Hinsichtlich des 
Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im  Ausland  sieht 
Art. 10  der  Asylverordnung 1  vom 11. August  1999  über  Verfahrens-
fragen (AsylV 1, SR 142.311)  vor, dass diese mit der asylsuchenden 
Person  in  der  Regel  eine  Befragung  durchführt  (Art.  10  Abs. 1 
AsylV 1). Ist dies nicht möglich, so wird die asylsuchende Person von 
der  Vertretung  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten 
(Art. 10 Abs. 2 AsylV 1). Das Bundesverwaltungsgericht  hat  in  Aus-

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legung dieser Bestimmungen in BVGE 2007/30 erkannt, dass sich die 
Unmöglichkeit  einer  Befragung  aus  organisatorischen  oder  kapazi-
tätsmässigen  Gründen  bei  der  jeweiligen  Vertretung,  aus  faktischen 
Hindernissen im betreffenden Land oder  aus bei  der asylsuchenden 
Person  liegenden  persönlichen  Gründen  ergeben  kann  (vgl.  BVGE 
a.a.O. E. 5.2  und  5.3).  Da  die  Anhörung  der  Sachverhaltserstellung 
sowie der Gewährung des rechtlichen Gehörs dient (vgl. BVGE a.a.O. 
E.  5.5),  ist  die  asylsuchende  Person  bei  gegebener  Unmöglichkeit 
einer  Anhörung  unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem 
individualisierten  Schreiben  mittels  konkreter  Fragen  aufzufordern, 
ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten; ein standardisiertes Schreiben 
vermag diesen Anforderungen damit in aller Regel nicht zu genügen 
(vgl.  BVGE a.a.O. E.  5.4).  Allerdings  kann  sich  eine  Befragung  be-
ziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  erübrigen, 
wenn der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs 
als entscheidreif erstellt erscheint; der asylsuchenden Person ist aber 
diesfalls immerhin im Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu 
geben, sich zu einem abzusehenden negativen Entscheid zumindest 
schriftlich  zu äussern  (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich  ist  das 
Bundesamt in jedem Fall gehalten, das Absehen von einer Befragung 
in der Verfügung über das Asylgesuch zu begründen (vgl. BVGE a.a.O. 
E. 5.6 sowie 5.7).

4.2 Im  vorliegenden  Fall  wurde  der  Beschwerdeführer  von  der 
schweizerischen Vertretung in Bogotá zu seinem am 9. Januar 2009 
eingegangenen Asylgesuch nicht  befragt,  da  die Botschaft  dazu ge-
mäss  Überweisungsschreiben  vom  12.  März 2009  aus  Kapazitäts-
gründen  nicht  in  der  Lage  war;  der  Beschwerdeführer  wurde  indes 
mittels  Schreiben vom 9. Februar 2009 zur weiteren Konkretisierung 
seiner Asylgründe aufgefordert. Die in diesem Schreiben enthaltenen 
Fragestellungen  decken  sämtliche  für  die  Beurteilung  des  Asyl-
gesuches aus dem Ausland notwendigen Aspekte ab (vgl. dazu nach-
folgende  E.  5.2),  namentlich  die  genauen  Personalien  der  asyl -
suchenden  Person,  deren  verwandtschaftliche  Beziehungen  ausser-
halb  des  Heimatstaates,  die  Asylvorbringen,  die  unternommenen 
Massnahmen zur Schutzsuche, die Möglichkeit einer innerstaatlichen 
Fluchtalternative  sowie  die  Möglichkeit  der  Schutzsuche  in  anderen 
latein- und südamerikanischen Staaten. Der  Beschwerdeführer hat die 
ihm gestellten Fragen mit Eingabe vom 16. Februar 2009 (Eingangs-
stempel)  ausführlich  beantwortet  und  seine  Angaben aufforderungs-
gemäss mit entsprechenden Beweismitteln unterlegt. Bei dieser Sach-

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lage  ist  festzuhalten,  dass  im  erstinstanzlichen  Verfahren  dem  An-
spruch des Beschwerdeführers  auf  Gewährung des rechtlichen Ge-
hörs grundsätzlich Rechnung getragen und der entscheidwesentliche 
Sachverhalt  in  genüglicher  Weise  und  umfassend  abgeklärt  wurde, 
zumal  der  Beschwerdeführer  seine  Asylgründe  bereits  im  Rahmen 
seine schriftlichen Asylgesuchs vom 9. Januar 2009 ausführlich dar-
gelegt hatte.

Die  Vorinstanz  hat  schliesslich  in  der  angefochtenen  Verfügung  zur 
Begründung des Verzichts auf eine persönliche Anhörung auf ihr ent -
sprechendes Schreiben vom 10. Mai 2010 an den Beschwerdeführer 
verwiesen.  Damit  ist  sie  ihrer  diesbezüglichen  Begründungspflicht 
nachgekommen.

5.
5.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können  oder  ihnen  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet 
werden kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Gemäss Art. 20 
Abs. 2 AsylG bewilligt  das BFM Asylsuchenden die Einreise zur Ab-
klärung des Sachverhaltes, wenn ihnen nicht zugemutet werden kann, 
im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes 
Land auszureisen.

5.2 Bei  diesem  Entscheid  sind  die  Voraussetzungen  zur  Erteilung 
einer  Einreisebewilligung  grundsätzlich  restriktiv  zu  umschreiben, 
wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt. Neben 
der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind nament -
lich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutz-
gewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu 
anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbar-
keit  zur  anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Ein-
gliederungs-  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen 
(vgl.  die  weiterhin  zutreffende  Praxis  gemäss  EMARK  1997  Nr. 15, 
insbesondere  S.  131  ff.,  welche  angesichts  bloss  redaktioneller 
Änderungen bei  der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie 
vor  Gültigkeit  hat).  Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreise-
bewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Personen 
(vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, 
ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird 

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und  ob  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der 
Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann.

6.
6.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zunächst zum Schluss, dass die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat,  
der Beschwerdeführer habe in seinem Gesuch keine besonders nahen 
Beziehungen  zur  Schweiz  geltend  gemacht.  Gemäss  der  am 
16. Februar  2009  erfolgten  Beantwortung  des  Fragebogens  der 
Schweizer Botschaft durch den Beschwerdeführer verfügt dieser in der 
Schweiz weder über Verwandte noch Bekannte.  Im Weiteren hat das 
Bundesamt  zu  Recht  erwogen,  dass  es  dem Beschwerdeführer  zu-
zumuten  sei,  in  einem  anderen  Land  um  Asylgewährung  nachzu-
suchen (Art.  52 Abs. 2  AsylG). So sind beispielsweise die  Nachbar-
staaten Brasilien, Ecuador, Panama und Peru Vertragsparteien sowohl 
der  FK  als  auch  des  betreffenden  Zusatzprotokolls  vom  31. Januar 
1967; Venezuela wiederum hat zwar das Abkommen selbst nicht rati -
fiziert, wohl aber das Protokoll. Diese Länder verfügen mit Ausnahme 
Venezuelas über ein eigenes, gesetzlich geregeltes Verfahren zur An-
erkennung von Flüchtlingen. Zudem halten sie  sich gemäss den Er-
kenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  grundsätzlich  an  das 
Gebot  des  Non-Refoulements  von  Art.  33  FK,  auch  wenn  als  Ein-
schränkung festgestellt werden muss, dass es in den Grenzgebieten – 
insbesondere denjenigen zu Panama und Venezuela – in den letzten 
Jahren zu unkontrollierten Rückschiebungen durch die Grenzbehörden 
gekommen ist. Für die praktische Möglichkeit und die Zumutbarkeit der 
anderweitigen  Schutzsuche  spricht  im  Weiteren  die  Möglichkeit  der 
visumsfreien  Einreise  nach  Brasilien,  Ecuador  und  Peru  sowie  der 
Umstand,  dass  jährlich  mehrere  tausend  kolumbianische  Staats-
angehörige in den Nachbarländern – namentlich in Ecuador – um Asyl 
nachsuchen und dort zu einem beträchtlichen Teil auch tatsächlich als 
Flüchtlinge  anerkannt  werden.  Insgesamt  ergeben  sich  keine  An-
haltspunkte, die darauf schliessen liessen, es sei dem  Beschwerde-
führer  praktisch  unmöglich  oder  objektiv  unzumutbar,  sich  in  einen 
anderen Staat,  insbesondere einen der  Nachbarstaaten Kolumbiens, 
zu  begeben  (vgl.  EMARK 2004  Nr. 20  sowie  1997  Nr. 15,  Erw. 2f, 
S. 132). Dies gilt umso mehr, als aus den Akten ersichtlich ist, dass es 
sich  beim  Beschwerdeführer  nicht  um  eine  landesweit  bekannte 
Persönlichkeit  handelt,  die  aufgrund  ihrer  besonders  exponierten 
Stellung auch bei einer Flucht ins nahe Ausland allenfalls befürchten 
müsste,  weiterhin  verfolgt  zu  werden.  Schliesslich  wird  auch  in  der 

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Beschwerde  vom  26.  August  2010  eingeräumt,  dass  dem 
Beschwerdeführer  ein  Wegzug  in  ein  anderes  südamerikanisches 
Land  grundsätzlich  möglich  wäre.  Daran  vermag  der  gleichzeitig 
erhobene  Einwand  betreffend  allfällige  Schwierigkeiten  auf  dem 
Arbeitsmarkt  nichts  zu  ändern,  zumal  solche  für  den 
Beschwerdeführer  –  nicht  zuletzt  mangels  entsprechender 
Sprachkenntnisse – auch in der Schweiz nicht auszuschliessen wären.

6.2 Bei dieser Sachlage kann letztlich offen bleiben, ob sich der Be-
schwerdeführer  den  Bedrohungen  durch  die  FARC  allenfalls  durch 
eine innerstaatliche Wohnsitzverlegung entziehen könnte. 

6.3 Nach dem Gesagten ist zusammenfassend festzuhalten, dass der 
Beschwerdeführer aufgrund der Akten über keine Beziehungsnähe zur 
Schweiz verfügt, hingegen die Möglichkeit der anderweitigen Schutz-
suche  hat.  Unter  diesen  Umständen  hat  die  Vorinstanz  dem  Be-
schwerdeführer  zu  Recht  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  ver-
weigert und das Asylgesuch abgelehnt.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  und  in  Anwendung  von  Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  3  Bst.  b  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht,  VGKE,  SR  173.320.2)  ist  indes  auf  die  Er-
hebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung der schweizerischen Ver-
tretung in (...) (per EDA-Kurier)

- die schweizerische Vertretung in (...) (Ref-Nr.(...)), mit der Bitte um 
Eröffnung des Urteils an den Beschwerdeführer und um Zustellung 
der  beiliegenden  Empfangsbestätigung  an  das 
Bundesverwaltungsgericht (per EDA-Kurier, in Kopie)

- das BFM, (...)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Martin Zoller Daniel Widmer

Versand: 

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