# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe7a2982-d8ac-5786-aaee-1aaaa8d27b78
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 27.01.2021 KV 2020/9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_KV-2020-9_2021-01-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2020/9

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 07.09.2021

Entscheiddatum: 27.01.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 27.01.2021
Art. 25 KVG; Art. 17 KLV: Die Beschwerdegegnerin hat ihre Leistungspflicht 
für die in Frage stehenden zahnärztlichen Behandlungen zu Recht 
abgelehnt. Beschwerde abgewiesen (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 27. Januar 2021, KV 2020/9).

Entscheid vom 27. Januar 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin 

Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

KV 2020/9

Parteien

A.___

Beschwerdeführer,

vertreten durch D.___

gegen

SWICA Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Zahnpflege

Sachverhalt

A.  

Mit Schreiben vom 8. Dezember 2015 reichte A.___ (nachfolgend: Versicherter), 

der SWICA Krankenversicherung AG (nachfolgend: SWICA) eine Rechnung von Dr. 

med. dent. B.___ für zahnärztliche Behandlungen vom 20. August bis 30. Oktober 2015 

in der Höhe von insgesamt Fr. 6'276.60 ein (act. G 5.1.12. und 5.1.9; zu weiteren 

bereits vor diesem Zeitpunkt eingereichten Rechnungen betreffend frühere 

Zahnbehandlungen, die gemäss dem Versicherten bzw. dessen Ärzten in einem 

Zusammenhang zu einem Diabetes oder einer Malariaerkrankung gestanden hätten, 

vgl. Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. September 

2019, KV 2018/2; act. G 5.1.32; vgl. ferner act. G 5.1.1 ff.). Mit Schreiben vom 21. 

Dezember 2015 teilte die SWICA dem Versicherten mit, dass es sich bei der 

Grunderkrankung Diabetes nicht um eine Listendiagnose gemäss Krankenpflege-

Leistungsverordnung (KLV; SR 832.112.31) handle. Die Kosten der zahnärztlichen 

Behandlungen über Fr. 6'276.60 könnten damit nicht von der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung übernommen werden (act. G 5.1.13)

A.a. 

Mit Schreiben vom 15. August 2017 wandte sich D.___ für den Versicherten an die 

SWICA. Dieser habe sich einer umfassenden Zahnbehandlung unterziehen müssen, 

welche - wie von Dr. B.___ festgestellt - in einem kausalen Zusammenhang mit seiner 

Diabeteserkrankung stehe. Die SWICA habe daher deren Kosten zu übernehmen (act. 

G 5.1.14). Dem Schreiben beigelegt wurde die Rechnung über Fr. 6'276.60 betreffend 

die zahnärztlichen Behandlungen vom 20. August bis 30. Oktober 2015 sowie eine 

weitere Rechnung von Dr. B.___ über Fr. 10'165.45 für zahnärztliche Behandlungen 

vom 9. Januar bis 17. Februar 2017 (act. G 5.1.14).

A.b. 

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Nach einer weiteren formlosen Leistungsablehnung durch die SWICA (vgl.  act. G 

5.1.15) sowie einem Betreibungsversuch seitens des Versicherten (vgl.  act. G 5.1.16; 

vgl. ferner act. G 5.1.18 f. und 5.1.22) erliess die SWICA am 5. Oktober 2017 eine 

Verfügung, wonach sie an der Kostenablehnung für die Zahnbehandlungen festhalte, 

weil eine Diabeteserkrankung nicht in der KLV enthalten sei und somit nicht in den 

Leistungsbereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung falle (act. G 5.1.17). 

Eine von D.___ für den Versicherten gegen die Verfügung vom 5. Oktober 2017 

erhobene Einsprache (act. G 5.1.20 und 5.1.23) wies die SWICA mit 

Einspracheentscheid vom 31. Januar 2018 ab (act. G 5.1.24).

A.c. 

Mit Entscheid vom 2. September 2019 hob das Versicherungsgericht den 

Einspracheentscheid der SWICA vom 31. Januar 2018 in teilweiser Gutheissung der 

dagegen erhobenen Beschwerde auf und wies die Streitsache zu ergänzenden 

Abklärungen und anschliessend neuer Verfügung an die SWICA zurück. Während das 

Gericht eine Leistungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für die 

zahnärztlichen Behandlungen vom 20. August bis 30. Oktober 2015 und 9. Januar bis 

17. Februar 2017 gestützt auf die Diabeteserkrankung oder die Malariaerkrankung 

verneinte, konnte es eine Leistungspflicht aufgrund einer zahnärztlichen Behandlung 

einer schweren Erkrankung des Kausystems oder einer ärztlichen Abszessbehandlung 

nicht ausschliessen (vgl. act. G 5.1.32). Zur Begründung der Rückweisung hielt es 

namentlich fest, dass in den Akten im Zusammenhang der im Verfahren nicht streitigen 

Zahnbehandlungen ausgedehnte, eitrige Zahnbettinfekte (act. G 5.1.5), Eitersäcke (act. 

G 5.1.6) und Abszesse beschrieben seien (act. G 5.1.8). Dem Gericht sei eine 

abschliessende Würdigung des Sachverhalts bzw. die Beantwortung der Fragen, ob 

beim Versicherten extraodontoparodontale oder odontoparodontale Abszesse, d.h. 

Abszesse innerhalb oder ausserhalb des Kausystems, therapiert worden seien, welche 

Massnahmen konkret durchgeführt worden seien und welche Behandlungen - im Falle 

eines odontoparodontalen Abszesses - aufgrund des Krankheitswerts notwendig 

gewesen seien, gestützt auf die vorliegenden Akten nicht möglich (vgl. act. G 5.1.32).

A.d. 

Am 30. Oktober 2019 stellte die SWICA Dr. B.___ zur genaueren Abklärung der 

vom Gericht aufgeworfenen Fragen einen Fragebogen zu (act. G 5.1.33; vgl. ferner 

act. G 5.1.34). In einer Mail vom 6. Dezember 2019 teilte ein Zahnarzt der SWICA mit, 

dass er die Praxis von Dr. B.___ im April 2019 übernommen habe. Er verfüge daher 

A.e. 

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über keine Informationen, die in diesem Fall von Belang seien. Wie telefonisch 

besprochen, könne er den Fragebogen somit nicht ausfüllen (act. G 5.1.35). Allerdings 

wurde dem Versicherten eine Kopie der Krankengeschichte ausgehändigt, welche 

dieser auf entsprechende Nachfrage der SWICA durch D.___ am 25. Januar 2020 

weiterleiten liess (vgl. act. G 5.1.36/2 ff.).

Am 28. Januar 2020 unterbreitete die SWICA ihrem Vertrauensarzt Dr. med. dent. 

C.___, […], die erhaltene Kopie der Krankengeschichte des Versicherten mit den 

Fragen, welche Behandlungen im Zeitraum vom 20. August bis 30. Oktober 2015 und 

vom 9. Januar bis 17. Februar 2017 durchgeführt worden seien und welche Angaben in 

der Krankengeschichte für bzw. gegen das Vorliegen eines Abszesses sprächen (act. G 

5.1.38/1). In einer Stellungnahme vom 29. Januar 2020 hielt Dr. C.___ fest, dass das 

Studium der Handschrift in der Krankengeschichte leider sehr aufwändig und die 

Rechnungskopie kaum leserlich sei. Bisher habe er keine Hinweise auf eine 

Abszessbehandlung gefunden, die über die normale zahnärztliche Behandlung 

hinausgehe. Die Beurteilung würde aber massiv erleichtert, wenn ihm eine lesbare 

Rechnung sowie die Röntgenbilder vorliegen würden (act. G 5.1.38/2). Noch 

gleichentags forderte die SWICA die entsprechenden Röntgenbilder bei D.___ an 

(act. G 5.1.36/1), welche dieser am 11. Februar 2020 zustellte (act. G 5.1.37/1 ff.). Nach 

Erhalt der Röntgenbilder sowie besser lesbarer Rechnungskopien gab Dr. C.___ am 15. 

Februar 2020 eine erneute Beurteilung ab. Er hielt fest, dass die vor der Sanierung 

erstellten Röntgenbilder einen grossen Sanierungsaufwand zeigten. Lokale Infekte 

seien vorhanden. Die sichtbaren Befunde deuteten aber nicht auf die Notwendigkeit 

ärztlicher Massnahmen hin. Die Abrechnung zeige sodann, dass die gesamte 

aufwändige Sanierung im Rahmen einer zahnärztlichen Behandlung erfolgt sei. Die 

Infekte seien durch Extraktionen eliminiert worden. Sollten tatsächlich aufwändigere 

Abszessbehandlungen erfolgt sein, müssten weitere Rechnungen vorliegen. Die 

Krankengeschichte sei von ihm nicht vollständig entziffert worden, weil die Situation 

aufgrund der Rechnung und der Röntgenbilder keinen einzigen Hinweis auf 

medizinische Massnahmen liefere (act. G 5.1.38/2).

A.f. 

Mit Verfügung vom 27. Februar 2020 lehnte die SWICA die Kostenübernahme für 

die bereits durchgeführte, umfangreiche Zahnsanierung aus der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung ab. Es seien keine medizinischen Massnahmen 

A.g. 

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B.  

(Abszessbehandlung) im Sinne einer Pflichtleistung durchgeführt worden (act. G 

5.1.39).

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte am 18. März 2020 Einsprache. Er 

machte im Wesentlichen geltend, dass die SWICA trotz der seitens des Versicherungs­

gerichts verlangten Neubeurteilung die neuen Erkenntnisse nicht thematisiere. 

Ausserdem sei sie auf die ausführliche Umschreibung der Zusammenhänge der Malaria 

und seines Knochenbaus nicht eingegangen (act. G 5.1.40).

A.h. 

Mit Einspracheentscheid vom 30. April 2020 wies die SWICA die Einsprache des 

Versicherten ab (act. G 5.1.41).

A.i. 

Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer), vertreten durch D.___, am 28. Mai 2020 Beschwerde erheben. Er 

liess beantragen, der Einspracheentscheid der SWICA (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) vom 30. April 2020 sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin 

sei zu verpflichten, ihm Fr. 16'442.05 nebst Zins zu 5 % seit 20. August 2015 zu 

bezahlen; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

B.a. 

Mit Schreiben vom 3. Juni 2020 wies das Versicherungsgericht D.___ darauf hin, 

dass er, wie bereits im Verfahren KV 2018/2, ein Rechtsbegehren unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen auf dem Papier der Z.___ AG eingereicht habe, sodass es sich 

grundsätzlich um eine unzulässige berufsmässige Vertretung vor einem St. Galler 

Gericht handle. Sofern er die Vertretung auch im jetzigen Verfahren wahrnehmen wolle, 

habe er nochmals zu bestätigen, dass er dies im Sinne eines Freundschaftsdienstes 

und unentgeltlich tue. Ansonsten müsste der weitere Schriftenwechsel mit dem 

Beschwerdeführer direkt geführt werden (act. G 2). Mit Eingabe vom 9. Juni 2020 

bestätigte D.___, dass er auf den Entschädigungsantrag verzichte und die Beschwerde 

für den Beschwerdeführer aus freundschaftlichen Gründen eingereicht habe. An der 

bisherigen Vertretung solle festgehalten werden (act. G 3).

B.b. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 8. Juli 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

B.c. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und vorliegend zu prüfen ist mithin, ob die 

Beschwerdegegnerin im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für 

die Kosten von Fr. 6'276.60 bzw. Fr. 10'165.45 der vom 20. August bis 30. Oktober 

2015 sowie vom 9. Januar bis 17. Februar 2017 durchgeführten zahnärztlichen 

Behandlungen aufzukommen hat.

2.  

Der Beschwerdeführer verzichtete in der Folge auf die Einreichung einer Replik 

(act. G 6 f.).

B.d. 

Die Leistungen, deren Kosten von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

bei Krankheit zu übernehmen sind, werden in Art. 25 des Bundesgesetztes über die 

Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) in allgemeiner Weise umschrieben. Im 

Vordergrund stehen dabei die Leistungen der Ärzte und Ärztinnen, dann aber auch der 

Chiropraktoren und Chiropraktorinnen sowie der Personen, die im Auftrag von Ärzten 

und Ärztinnen Leistungen erbringen. Leistungen der Zahnärzte und Zahnärztinnen sind 

in der genannten Bestimmung nicht aufgeführt. Die Kosten dieser Leistungen sollen im 

Krankheitsfall der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nur in eingeschränktem 

Masse überbunden werden, nämlich wenn die zahnärztliche Behandlung durch eine 

schwere, nicht vermeidbare Erkrankung des Kausystems (Art. 31 Abs. 1 lit. a KVG) oder 

durch eine schwere Allgemeinerkrankung oder ihre Folgen bedingt (Art. 31 Abs. 1 lit. b 

KVG) oder zur Behandlung einer schweren Allgemeinerkrankung oder ihrer Folgen 

notwendig ist (Art. 31 Abs. 1 lit. c KVG).

2.1. 

Gestützt auf Art. 33 Abs. 2 und 5 KVG in Verbindung mit Art. 33 lit. d der 

Verordnung über die Krankenversicherung (KVV; SR 832.102) hat das Eidgenössische 

Departement des Innern (EDI) in der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV; SR 

832.112.31) zu jedem der Unterabsätze von Art. 31 Abs. 1 KVG einen eigenen Artikel 

erlassen, nämlich zu lit. a den Art. 17 KLV, zu lit. b den Art. 18 KLV und zu lit. c den Art. 

19 KLV. In Art. 17 KLV werden die schweren, nicht vermeidbaren Erkrankungen des 

Kausystems aufgezählt, bei denen daraus resultierende zahnärztliche Behandlungen 

von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu übernehmen sind. In Art. 18 

KLV werden die Allgemeinerkrankungen und ihre Folgen aufgelistet, die zu 

zahnärztlicher Behandlung führen können und deren Kosten von der obligatorischen 

2.2. 

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3.  

Krankenpflegeversicherung zu tragen sind. In Art. 19 KLV schliesslich hat das 

Departement die schweren Allgemeinerkrankungen aufgezählt, bei denen die 

zahnärztlichen Massnahmen notwendiger Bestandteil der Behandlung darstellen. Die in 

Art. 17-19 KLV aufgelisteten Erkrankungen, welche von der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung zu übernehmende zahnärztliche Behandlungen bedingen, 

sind als abschliessend zu verstehen (BGE 127 V 332 E. 3a und 342 E. 3b, 128 V 61 E. 

2).

Bei von Zahnärztinnen und Zahnärzten vorgenommenen Behandlungen in der 

Mundhöhle, die nicht zahnärztliche Behandlungen im engeren Sinne darstellen, 

bestimmt sich die Kostenübernahme durch die obligatorische 

Krankenpflegeversicherung nach Art. 25 KVG. Für die Abgrenzung solcher ärztlicher 

von zahnärztlichen Behandlungen im Sinne von Art. 31 Abs. 1 KVG i.V.m. Art. 17-19 

KLV sind in erster Linie der Ansatzpunkt und die therapeutische Zielsetzung der 

Vorkehr im konkreten Fall von Bedeutung. Vom Ansatzpunkt her betreffen zahnärztliche 

Behandlungen grundsätzlich das Kausystem. Die therapeutische Zielsetzung bestimmt 

sich danach, welcher Körperteil oder welche Funktion unmittelbar geheilt oder 

verbessert werden soll (BGE 128 V 135 und 143).

2.3. 

Eine Leistungspflicht aufgrund der seitens des Beschwerdeführers und dessen 

behandelnden Ärzten geltend gemachten Malaria- und Diabeteserkrankung hat das 

Versicherungsgericht unter Beachtung der in Frage kommenden Listendiagnosen nach 

Art. 18 KLV in seinem Entscheid vom 2. September 2019 bereits geprüft und verneint. 

Anhaltspunkte für eine Leistungspflicht gestützt auf Art. 19 KLV sind im Entscheid vom 

2. September 2019 nicht thematisiert worden und auch aktuell nicht ersichtlich 

(vgl. act. G 5.1.32).

3.1. 

Eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gestützt auf Art. 17 KLV oder eine 

aufgrund einer vom Zahnarzt erbrachten ärztlichen Leistung nach Art. 25 KVG hat das 

Gericht demgegenüber in seinem Entscheid vom 2. September 2019 nicht 

abschliessend beurteilt, sondern die Streitsache an die Beschwerdegegnerin zu 

weiteren Abklärungen zurückgewiesen. Denn das Gericht hat aufgrund der damaligen 

Aktenlage nicht eruieren können, welche zahnärztlichen bzw. ärztlichen Behandlungen 

in den Zeiträumen vom 20. August bis 30. Oktober 2015 und 9. Januar bis 17. Februar 

2017 durchgeführt worden sind, namentlich ob Abszessbehandlungen stattgefunden 

haben, die eine Leistungspflicht nach Art. 17 KLV oder Art. 25 KVG begründen könnten 

(vgl. act. G 5.1.32/15 ff.). Das Gericht hat den strittigen Rechnungen vom 4. November 

3.2. 

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4.  

5.  

2015 über Fr. 6'276.60 (act. G 5.1.12 und 5.1.9) und vom 22. Februar 2017 über 

Fr. 10'165.45 (act. G 5.1.14) zwar nicht explizit eine Position "Abszesseröffnung" 

entnehmen können, jedoch hat es in seinem Entscheid vom 2. September 2019 darauf 

hingewiesen, dass in den Akten im Zusammenhang mit den nicht streitigen 

Zahnbehandlungen ausgedehnte eitrige Zahnbettinfekte (act. G 5.1.5), Eitersäcke 

(act. G 5.1.6) und Abszesse (act. G 5.1.8) beschrieben worden seien (act. G 5.1.32/17). 

Nachdem die Beschwerdegegnerin weitere Abklärungen hinsichtlich allfälliger 

Abszessbehandlungen getätigt hat, ist die Leistungspflicht gestützt auf Art. 17 KLV 

oder Art. 25 KVG erneut zu prüfen.

In Art. 17 lit. a KLV werden Abszesse oder Zysten als Beispiele für einen erlangten 

Krankheitswert im Falle einer Verlagerung oder einer Überzahl von Zähnen und Zahn­

keimen aufgeführt. Selbst bei Vorliegen einer derartigen Zahnkonstellation ist die 

obligatorische Krankenversicherung für zahnärztliche Behandlungen jedoch nur dann 

leistungspflichtig, wenn die Erkrankung nicht vermeidbar gewesen ist. Auch wird die 

Behandlung nur so weit von der Versicherung übernommen, wie es der Krankheitswert 

des Leidens notwendig macht (vgl. Art. 17 KLV).

4.1. 

Die Behandlung eines Abszesses stellt im Allgemeinen jedoch ohnehin eine 

ärztliche Behandlung nach Art. 25 KVG dar, deren Kosten von der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung zu übernehmen sind. Die Behandlung eines Abszesses am 

Kausystem ist davon nicht ausgenommen. Die Frage, ob eine zahnärztliche oder eine 

ärztliche Behandlung einer Krankheit vorliegt, beurteilt sich grundsätzlich danach, ob 

die im Einzelfall angewandte therapeutische Methode der Odontologie oder aber einem 

anderen Gebiet der medizinischen Heilkunde zuzuordnen ist. Unerheblich sind die 

Ursache des Leidens und die Person des Leistungserbringers (RKUV 1986 Nr. K 684 S. 

288; BGE 120 V 195; Urteil des EVG vom 19. Dezember 2001, K 86/99, E. 4b und 5 f.; 

vgl. ferner E. 2.3). Anders als bei den zahnärztlichen Behandlungen wird für die 

Kostenübernahme ärztlicher Behandlungen von Erkrankungen am Kausystem auch 

nicht vorausgesetzt, dass die Erkrankung vermeidbar gewesen sein muss (vgl. Urteil 

des EVG vom 19. Dezember 2001, K 86/99, E. 6).

4.2. 

Dr. C.___ hat seine Beurteilung vom 15. Februar 2020 unter Berücksichtigung der 

zahnärztlichen Rechnungen, der vorhandenen Röntgenbilder sowie der für den 

einschlägigen Zeitraum vorhandenen Krankengeschichte abgegeben (vgl. act. G 

5.1.38). Weitere Informationen zu den in Frage stehenden zahnärztlichen Behandlungen 

5.1. 

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hat die Beschwerdegegnerin nicht in Erfahrung bringen können (vgl. act. G 5.1.33 ff.). 

Dr. C.___ hat seine Beurteilung somit in Kenntnis der vollständigen Aktenlage 

abgegeben. Er hat sodann nachvollziehbar ausgeführt, dass die sichtbaren Befunde in 

den Röntgenbildern, die vor der Zahnsanierung erstellt worden seien, nicht darauf 

hindeuteten, dass zur Problemlösung ärztliche Massnahmen notwendig gewesen 

seien. Zwar seien entsprechend den Röntgenbildern lokale Infekte vorhanden 

gewesen. Wie der Abrechnung entnommen werden könne, seien die Infekte jedoch 

durch Extraktionen eliminiert worden. Die Abrechnung zeige, dass die gesamte 

aufwändige Sanierung im Rahmen einer zahnärztlichen Behandlung erfolgt sei. Sollten 

tatsächlich aufwändigere Abszessbehandlungen erfolgt sein, müssten weitere 

Rechnungen vorliegen. Die Rechnung und die Röntgenbilder lieferten keinen einzigen 

Hinweis auf medizinische Massnahmen (act. G 5.1.38/2). Aufgrund der für Dr. C.___ 

klaren Situation verzichtete er auf eine vollständige Entzifferung der handschriftlich 

geschriebenen Krankengeschichte (vgl. act. G 5.1.38/2). Allerdings hatte er, wie seiner 

Beurteilung vom 29. Januar 2020 entnommen werden kann, auch bei deren Durchsicht 

keine Hinweise auf eine Abszessbehandlung gefunden, die über die normale 

zahnärztliche Behandlung hinausgehen würde (vgl. act. G 5.1.38). Gestützt auf die 

nachvollziehbare Beurteilung von Dr. C.___, der seine Einschätzung überdies mit 

grosser Sicherheit abgegeben hat, und mangels gegenteiliger Ausführungen anderer 

medizinischer Fachpersonen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

auszugehen, dass beim Beschwerdeführer im Zeitraum vom 20. August bis 30. 

Oktober 2015 und 9. Januar bis 17. Februar 2017 keine Abszessbehandlungen im 

Sinne von ärztlichen Massnahmen und generell keine ärztlichen, sondern "lediglich" 

zahnärztliche Behandlungen durchgeführt worden sind. Eine Kostenübernahme der 

obligatorischen Krankenpflegeversicherung für eine nicht zahnärztliche, sondern 

ärztliche Pflichtleistung nach Art. 25 KVG fällt damit ausser Betracht.

Angesichts dessen, dass Dr. C.___ ganz generell keine Hinweise für eine 

eigentliche Abszessbehandlung hat finden können und keine spezielle 

Zahnkonstellation erwähnt, ist auch kein Abszess infolge einer Verlagerung oder einer 

Überzahl von Zähnen und Zahnkeimen und damit keine Leistungspflicht gestützt auf 

Art. 17 lit. a Ziff. 2 KLV anzunehmen. Im Übrigen macht auch der Beschwerdeführer 

keine derartige Zahnkonstellation geltend. Inwiefern gestützt auf eine andere in Art. 17 

KLV aufgeführte Konstellation eine Leistungspflicht aus der obligatorischen 

Krankenversicherung bestehen könnte, ist sodann nicht ersichtlich. Zwar ist im 

Rahmen der streitigen Zahnbehandlungen eine Parodontitis behandelt worden 

(vgl. act. G 5.1.36/5), jedoch geben die Akten keine deutlichen Anzeichen dafür, dass 

diese infolge irreversibler Nebenwirkungen von Medikamenten aufgetreten ist 

5.2. 

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6.  

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Leistungsablehnung durch die 

Beschwerdegegnerin nicht zu beanstanden und die Beschwerde gegen den 

angefochtenen Einspracheentscheid vom 30. April 2020 somit abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] in der bis 31. 

Dezember 2020 gültigen, für das vorliegende Verfahren gemäss Art. 83 ATSG noch 

anwendbaren Fassung).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

(vgl. Art. 17 lit. b Ziff. 3 KLV). Vielmehr scheint der behandelnde Zahnarzt Dr. B.___ in 

erster Linie einen Zusammenhang zwischen der Diabeteserkrankung und der 

Parodontitis gesehen zu haben (vgl. act. G 5.1.36/5). Auch der Beschwerdeführer hat 

nicht vorgebracht, dass Medikamente zur Parodontitis geführt hätten. Er hat die 

Malaria- und Diabeteserkrankung als solche als Ursachen gesehen (vgl. namentlich 

act. G 5.1.26/7, unten). Dass eine Leistungsübernahme wegen präpubertärer 

Paradontitis (Art. 17 lit. b Ziff. 1 KLV) oder juveniler, progressiver Parodontitis (Art. 17 

lit. b Ziff. 2 KLV) aufgrund des Alters des Beschwerdeführers und mangels gegenteiliger 

Anhaltspunkte ausser Betracht fällt, hat das Versicherungsgericht bereits in seinem 

Entscheid vom 2. September 2019 festgehalten (act. G 5.1.32/15 f.).

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