# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 302e0e04-e7c5-54c2-bc52-7e96960da575
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-07
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 07.04.2022 IV 2020/216
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2020-216_2022-04-07.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/216

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 01.09.2022

Entscheiddatum: 07.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2022
Art. 28 IVG. Beweiswürdigung bei divergierenden gutachterlichen 
Beurteilungen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist von einer 80%igen 
Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen, die zu keinem 
rentenbegründenden Invaliditätsgrad führt (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. April 2022, IV 
2020/216).

Entscheid vom 7. April 2022

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Corinne Schambeck (Vorsitz), Karin Huber-Studerus und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiber Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

IV 2020/216

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsagent Fabian Bigger, RGB Consulting, Sonnenbühlstrasse 3, 

9200 Gossau SG,

gegen

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IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

IV-Leistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend Versicherte) meldete sich am 4. Mai 2016 wegen psychischer 

Belastung bei der IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen an (IV-

act. 1). Bereits zuvor, am 17. März 2016, hatte sie (auf Selbstzuweisung hin) eine zweite 

stationäre Behandlung in der Psychiatrischen Klinik B.___ begonnen, die bis 30. Juni 

2016 dauerte (eine erste Hospitalisation war vom 17. Oktober bis 7. Dezember 2015 

aufgrund einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode 

ohne psychotische Symptome [ICD-10: F33.2] erfolgt, IV-act. 13-1; zur damals 

durchgeführten testpsychologischen Untersuchung siehe den Bericht vom 

1. Dezember 2015, IV-act. 27-12 ff.). Die dort behandelnden medizinischen 

Fachpersonen diagnostizierten: eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit 

narzisstischer, emotional instabiler und histrioner Akzentuierung (ICD-10: F61.0), eine 

mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11), einen 

Verdacht auf Probleme bei sexuellem Missbrauch in der Kindheit durch eine Person 

innerhalb der engeren Familie (ICD-10: Z61.4) und einen Verdacht auf eine akute 

Belastungsreaktion, aufgrund einer Gruppenvergewaltigung (ICD-10: F43.0). Sie fügten 

an, dass die Versicherte zur Pseudologia phantastica als Coping-Strategie tendiere. 

Zum Entlassungsgrund gaben sie an, bei Absprachen habe die Versicherte immer 

wieder die Unwahrheit gesagt, weshalb ein Vertrauensverhältnis für die 

Zusammenarbeit nicht mehr gegeben gewesen sei (Austrittsbericht vom 11. Juli 2016, 

IV-act. 13). Die seit 7. Juli 2016 behandelnde Dr. med. C.___, Fachärztin für Psychiatrie 

und Psychotherapie, berichtete am 14. September 2016, aktuell sei die Prognose 

bezüglich des psychischen Leidens noch etwas unsicher. Bei weiterhin motivierter 

A.a. 

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Teilnahme an der Psychotherapie sei die Prognose durchaus günstig. Die Versicherte 

habe viele Ressourcen. Für die Zeit ab 17. März 2016 schrieb Dr. C.___ die Versicherte 

zu 100 % arbeitsunfähig. Sie empfahl, nach erfolgter Stabilisierung der Versicherten 

eine Wiedereingliederung ins Berufsleben zu versuchen (IV-act. 27).

Auf der Grundlage eines am 7. Februar 2017 vereinbarten Eingliederungsplans (IV-

act. 31) erteilte die IV-Stelle am 13. Februar 2017 eine Kostengutsprache für ein 

Aufbautraining in der Stiftung D.___ vom 13. Februar bis 14. Mai 2017 (IV-act. 33), 

welche am 19. Juni 2017 bis zum 19. November 2017 verlängert wurde (IV-act. 60; 

siehe zum zuvor vereinbarten Eingliederungsplan vom 10. Mai 2017 IV-act. 56). 

Dr. C.___ berichtete am 9. November 2017, das psychische Leiden der Versicherten sei 

bis auf weiteres nicht mit einer Arbeitstätigkeit im freien Arbeitsmarkt zu vereinbaren 

(IV-act. 92). Im Zwischen-/Schlussbericht über die Integrationsmassnahme vom 

17. November 2017 führte die Abklärungsperson der Stiftung D.___ aus, die 

Versicherte habe während der Massnahme eine enorme Entwicklung vollzogen. Nach 

anfänglichen Schwierigkeiten habe sie sich erfreulich positiv entwickelt. Seien 

Umweltfaktoren jedoch in Frage gestellt, sei im Krisenfall keine Option vorhanden. Die 

Versicherte drifte dann in das biografisch hinterlegte regressive Verhalten ab und stelle 

sich existenziell in Frage. In solchen Situationen sei sie enorm auf Hilfeangebote von 

professioneller Begleitung angewiesen, um ihre Handlungsfähigkeit wiederherzustellen 

(IV-act. 95).

A.b. 

Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte während knapp eineinhalb Stunden 

von Dr. med. E.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet. Diese 

diagnostizierte als Leiden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine kombinierte 

Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61) mit emotional-instabilen, histrionischen, 

narzisstischen und zwanghaften Persönlichkeitsanteilen. Keine Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit hätten die ebenfalls diagnostizierte rezidivierende depressive 

Erkrankung, gegenwärtig leicht (ICD-10: F33.0), und posttraumatische 

Belastungsstörung (ICD-10: F43.1). Eine Pseudologia phantastica habe nicht 

festgestellt werden können. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Servicekraft 

bescheinigte Dr. E.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit. Bezogen auf eine 

leidensangepasste Tätigkeit gab sie an, dass es sich hierbei um einen geschützten 

Arbeitsplatz handeln müsse und dass die Versicherte diesbezüglich über eine 70%ige 

A.c. 

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Arbeitsfähigkeit verfüge. Die Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt liege seit 

Antragstellung bei 0 % (Gutachten vom 27. Februar 2018, IV-act. 101). Der RAD-Arzt 

Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bemängelte an der 

gutachterlichen Beurteilung, dass Dr. E.___ zu wenig auf die Diagnose einer 

Pseudologie phantastica eingegangen und die Angaben der Versicherten weder durch 

vertieftes Nachfragen noch durch Drittauskünfte verifiziert habe. Sofern die 

anamnestischen Angaben der Versicherten bezüglich sexueller Missbräuche durch die 

Behörden nicht bestätigt werden könnten und die von den medizinischen 

Fachpersonen der Psychiatrischen Klinik B.___ als Verdachtsdiagnose geäusserte 

Pseudologia phantastica bestätigt werde, müsse festgestellt werden, dass Dr. E.___ 

ihren Auftrag grob nachlässig erledigt habe und das Gutachten unbrauchbar sei 

(Stellungnahme vom 9. März 2018, IV-act. 102). In der Folge nahm die IV-Stelle bei den 

Strafverfolgungsbehörden Abklärungen vor. Die von der Versicherten geäusserten 

Angaben (Anzeigen wegen Vergewaltigung und Gruppenvergewaltigung) liessen sich 

nicht bestätigen (IV-act. 103 ff.; siehe insbesondere auch die Gesprächsnotizen vom 

22. März 2018, IV-act. 107 f.). Auf Rückfrage der IV-Stelle vom 23. März 2018 (IV-

act. 109) hin gab Dr. E.___ an, dass sie am 8. Februar 2018 mit dem RAD-Arzt Dr. F.___ 

telefoniert habe und er ihr mitgeteilt habe, aus seiner Sicht müsse sie keine Auskünfte 

bei den Strafverfolgungsbehörden einholen. Es sei ihm klar, dass daher keine 

belastbare gutachterliche Stellung zu dieser Frage erfolgen könne. Dr. F.___ habe sie 

gebeten, auf der Grundlage der vorliegenden Informationen die Versicherte mit der 

Fragestellung zu konfrontieren. Sie führte u.a. aus, ihre diagnostische Einschätzung sei 

durch die Information, dass die von der Versicherten angegebenen Straftaten nie 

stattgefunden hätten, vor allen Dingen in Bezug auf die histrionische und narzisstische 

Persönlichkeitsstörung zu revidieren. Durch die Kenntnis der Tatsache, dass die von 

der Versicherten angegebenen Straftaten nicht stattgefunden hätten, würde sie 

(Dr. E.___) davon ausgehen, dass die Persönlichkeitsstörung wesentlich schwerer 

ausgeprägt sei, als sie dies im Gutachten ausgeführt habe. Wenn die Versicherte 

aufgrund der narzisstischen und histrionischen Persönlichkeitsstörungen derart 

ausgestaltete traumatische Erlebnisse erfinde und auch vertraute Menschen, wie z.B. 

die behandelnde Psychiaterin, mit diesen Geschichten konfrontiere, zeige dies, wie 

sehr der Wunsch der Versicherten nach Aufmerksamkeit und einer Sonderstellung 

ausgeprägt sei. Hierbei zeige sich in besonderem Mass, dass die dysfunktionellen 

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Coping- und Bewältigungsstrategien besonders chronifiziert und maladaptiv seien, 

wenn sie noch nicht einmal im geschützten Rahmen einer psychotherapeutischen 

Behandlung Zugang zu ihren erfundenen traumatischen Erlebnissen habe. Die 

Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung wäre unter Berücksichtigung der 

neuen Information nicht zu stellen. An ihrer bisherigen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung hielt 

Dr. E.___ unverändert fest (Antwort vom 23. April 2018, IV-act. 114). Der RAD-Arzt 

Dr. F.___ bezeichnete am 4. Mai 2018 die Stellungnahme von Dr. E.___ aus 

medizinischer Sicht als einwandfrei nachvollziehbar. Anhand der nun vollständigen 

Aktenlage, erweitert durch die sauber dargestellten Untersuchungsbefunde, werde eine 

schwere Störung dargestellt, die ohne Zweifel auch die biografischen und 

arbeitsbiografischen Auffälligkeiten im pathologischen Bild der Persönlichkeitsstörung 

integriere. Daraus folge, dass die Versicherte auf dem freien Arbeitsmarkt nicht 

arbeitsfähig sei. Aus medizinischer Sicht würden die anfänglich als Inkonsistenzen 

festgehaltenen Sachverhalte im klinischen Bild einer schwerwiegenden Diagnose 

aufgehen, die – gestützt auf die umfangreichen Akten – Auswirkungen auf die 

Lebensgestaltung und die meisten Lebensbereiche habe (IV-act. 115).

Am 8. Mai 2018 wies die IV-Stelle das Gesuch der Versicherten um berufliche 

Massnahmen ab (IV-act. 118).

A.d. 

Die IV-Stelle führte mit der Versicherten am 8. August 2018 ein Standortgespräch 

durch. Im Rahmen dessen räumte sie ein, dass sich die von ihr geschilderten 

Vorkommnisse (sexueller Missbrauch und Gruppenvergewaltigung) so nie ereignet 

hätten. Sie wisse nicht, weshalb sie solche Vorkommnisse erfinde. Die behandelnde 

Psychiaterin wisse nicht, dass diese Vorkommnisse erfunden seien (IV-act. 122; siehe 

auch die Aktennotiz vom 9. August 2018 über die Aussagen und das Verhalten 

anlässlich des protokollierten Standortgesprächs vom 8. August 2018, IV-act. 124).

A.e. 

Dr. C.___ berichtete der IV-Stelle am 24. August 2018, eine Arbeitsfähigkeit im 

ersten Arbeitsmarkt sei bei der Versicherten nicht vorhanden. Diese sei mehrfach 

traumatisiert worden, sei sehr instabil und deutlich reduziert belastbar. Aufgrund der 

traumatischen Vorerfahrung gerate sie in massive zwischenmenschliche Konflikte, 

welche die Stimmung belasten und sie weiter destabilisieren würden. Ziel der Therapie 

sei weiterhin das Aufarbeiten ihrer traumatischen Vergangenheit. Die letzte 

A.f. 

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Konsultation habe im Juli 2018 stattgefunden (IV-act. 127). Nach einer weiteren 

Würdigung der ergänzten Aktenlage gelangte der RAD-Arzt Dr. F.___ am 26. Oktober 

2018 zur Auffassung, aus versicherungspsychiatrischer Sicht stelle sich der Fall der 

Versicherten inzwischen anders dar, als er von Dr. E.___ beurteilt werde. Weder sei die 

Versicherte am Standortgespräch «von dem Stattfinden der an ihr begangenen 

Verbrechen» überzeugt gewesen, noch bestehe ein diesbezüglicher Leidensdruck. 

Vielmehr sei von ihr zu Protokoll gegeben worden, dass sie über den Umstand 

erleichtert sei, «dass nun alles am Tisch» sei. Aufgrund dieser Tatsache könne die von 

Dr. E.___ unterstellte enge Verwebung mit der Persönlichkeitsstruktur nicht anerkannt 

werden, sondern es müsse davon ausgegangen werden, dass die Versicherte ein 

Lügengebäude entwickelt habe, das ihr Vorteile verschaffe. Eine eigenständige 

Persönlichkeitsstörung könne auch die langjährige Therapeutin nicht zu Protokoll 

geben. Zusammenfassend müsse in Abwesenheit eines nachvollziehbaren 

Gesundheitsschadens und angesichts der deutlichen Ressourcen davon ausgegangen 

werden, dass die Versicherte sicherlich in der Lage sei, ein existenzsicherndes 

Einkommen zu generieren. Dabei sei zu beachten, dass selbst der Aufenthalt in der 

Klinik B.___ nicht als krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit anerkannt werden könne, 

weil weder das als Eintrittsgrund geltend gemachte Ereignis stattgefunden habe noch 

während des Aufenthalts von den Behandlern eine schwere Psychopathologie oder 

Auffälligkeit habe festgestellt werden können – mit Ausnahme des damals 

aufgetretenen Verdachts der Unwahrheit (IV-act. 135).

Gestützt auf die Einschätzung des RAD-Arztes vom 26. Oktober 2018 zeigte die 

IV-Stelle der Versicherten mit Vorbescheid vom 14. Dezember 2018 an, das 

Rentengesuch abzuweisen (IV-act. 136). Nachdem die Frist für einen Einwand 

unbenutzt abgelaufen war, wies die IV-Stelle das Rentengesuch mit Verfügung vom 

14. Februar 2019 ab (IV-act. 138). Dr. C.___ schrieb am 12. März 2019 dem RAD-Arzt 

Dr. F.___, dass er sie missverstanden oder falsch zitiert habe. Die neuen Tatsachen 

würden für sie keine grundlegende Änderung darstellen. Es habe auch kein enger 

Zusammenhang mit der Behandlung bestanden. Sie sei auch nach wie vor der 

Meinung, dass wohl tiefgreifende pathologische Strukturprobleme bestehen würden 

(IV-act. 144). Am 15. März 2019 erhob die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter 

Beschwerde gegen die Verfügung vom 14. Februar 2019 (IV-act. 147-2 ff.; zur 

A.g. 

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B.  

ergänzenden Begründung vom 3. Juni 2019 samt u.a. Stellungnahme von Dr. C.___ 

vom 29. Mai 2019 siehe IV-act. 147-9 ff. und IV-act. 149-2). Dadurch sah sich die IV-

Stelle veranlasst, weitere Abklärungen vorzunehmen und die angefochtene Verfügung 

zu widerrufen (Widerrufsverfügung vom 16. August 2019, IV-act. 153; siehe auch den 

Abschreibungsbeschluss des Versicherungsgerichts vom 10. September 2019, 

IV 2019/64, IV-act. 160).

Im Auftrag der IV-Stelle wurde die Versicherte am Vor- und Nachmittag des 

26. Februar 2020 während siebeneinhalb Stunden (IV-act. 173-2 und -44) von Dr. med. 

G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachtet. Dieser 

diagnostizierte: eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und unreifen 

Zügen (ICD-10: F61.0); ein pathologisches Lügen (ICD-10: F68.1); eine Dermatillomanie 

(ICD-10: F63.8), daneben eine Onychophagie, eine undifferenzierte 

Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.1) und einen Status nach Anpassungsstörung mit 

längerer depressiver Reaktion (ICD-10: F43.21). Sowohl bezogen auf 

leidensangepasste Tätigkeiten als auch bezogen auf die seit Februar 2019 im 

Teilzeitpensum ausgeübte Verkaufstätigkeit (25%iger Beschäftigungsgrad; siehe die 

von Dr. G.___ eingeholten Auskünfte des Vorgesetzten der Versicherten in IV-

act. 173-31) bescheinigte Dr. G.___ der Versicherten eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

(Gutachten vom 11. Mai 2020, IV-act. 173). Dr. H.___ hielt in der Stellungnahme vom 

3. Juni 2020 dafür, dass aus versicherungsmedizinischer Sicht auf die Beurteilung von 

Dr. G.___ vollumfänglich abgestellt werden könne (IV-act. 175).

A.h. 

Die IV-Stelle ermittelte auf der Grundlage der Arbeitsfähigkeitsschätzung von 

Dr. G.___ einen 20%igen Invaliditätsgrad und beschied der Versicherten am 3. Juli 

2020 die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 177). Diese erhob am 1. September 

2020 durch ihren Rechtsvertreter Einwand und beantragte weitere medizinische 

Abklärungen (IV-act. 180; zur miteingereichten Stellungnahme von Dr. C.___ vom 

7. August 2020 siehe IV-act. 180-6 ff.). Am 16. September 2020 verfügte die IV-Stelle 

wie angekündigt die Abweisung des Rentengesuchs (IV-act. 181).

A.i. 

Gegen die Verfügung vom 16. September 2020 richtet sich die vorliegende 

Beschwerde vom 5. Oktober 2020. Die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

B.a. 

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Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die 

Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen 

eingegangen.

beantragt darin durch ihren Rechtsvertreter deren Aufhebung und die Rückweisung der 

Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zwecks weiterer 

Abklärungen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem ersucht sie um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Zur Begründung bringt sie im 

Wesentlichen vor, die Beurteilung von Dr. G.___ leide an verschiedenen Mängeln, 

weshalb sie nicht beweiskräftig sei (act. G 1; zur ergänzenden Eingabe zum Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege vom 16. November 2020 siehe act. G 4).

Die Beschwerdegegnerin beantragt in der Beschwerdeantwort vom 25. November 

2020 die Abweisung der Beschwerde. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass die 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. G.___ beweiskräftig und gestützt darauf das 

Rentengesuch zu Recht abgewiesen worden sei (act. G 5).

B.b. 

Am 30. November 2020 wird dem Gesuch der Beschwerdeführerin um Bewilligung 

der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung 

der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor Versicherungsgericht 

entsprochen (act. G 6).

B.c. 

In der Replik vom 29. Dezember 2020 hält die Beschwerdeführerin unverändert an 

ihren Beschwerdeanträgen fest (act. G 8) und sie reicht eine weitere Stellungnahme 

von Dr. C.___ vom 23. Dezember 2020 ein (act. G 8.1).

B.d. 

Die Beschwerdegegnerin hält ihrerseits an der beantragten Beschwerdeabweisung 

in der Duplik vom 5. Februar 2021 fest (act. G 10).

B.e. 

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Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist der Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin.

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) und der dazugehörigen Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in Kraft getreten. In zeitlicher Hinsicht sind 

grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu 

Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben. Da vorliegend ein vor dem 1. 

Januar 2022 beginnender Rentenanspruch im Streit liegt, finden die neuen 

Bestimmungen auf das hier zu beurteilende Rentengesuch keine Anwendung (siehe 

auch Kreisschreiben des Bundesamts für Sozialversicherungen über Invalidität und 

Rente in der Invalidenversicherung, gültig ab 1. Januar 2022, Rz 9100 f.). Nachfolgend 

werden sie daher in der alten Fassung zitiert.

1.1. 

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können (lit. a); während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu 

mindestens 40 % im Sinn von Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) invalid sind (lit. c).

1.2. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

1.3. 

Nach aArt. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

1.4. 

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2.

Zunächst ist die zwischen den Parteien umstrittene Frage zu prüfen, ob der 

Sachverhalt in medizinischer Hinsicht spruchreif abgeklärt worden ist. Die 

Beschwerdegegnerin stützt ihre Verfügung auf das Gutachten von Dr. G.___ vom 

11. Mai 2020, das die Beschwerdeführerin aus verschiedenen Gründen für mangelhaft 

hält.

wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe der 

medizinischen Fachpersonen ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines medizinischen Berichts ist entscheidend, ob er für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der 

Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind 

(BGE 125 V 352 E. 3a).

1.5. 

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 

ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Dieser legt fest, dass für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 

erzielen könnte (Invalideneinkommen) in Beziehung gesetzt wird zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen).

1.6. 

Von allgemeiner Bedeutung ist bei der Würdigung der vorliegenden medizinischen 

Akten, dass bei psychischen oder psychosomatischen Krankheitsbildern das 

Beweisproblem im Vordergrund steht, da sich die Beurteilung dieser 

Gesundheitsschäden und der dadurch bedingten Arbeitsunfähigkeiten – mangels 

zuverlässiger bzw. bewährter Messmethodik – zwangsläufig zunächst auf die Angaben 

der versicherten Person und deren Leidenspräsentation stützen und es an einer 

2.1. 

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eigentlichen davon unabhängigen, direkten Objektivierbarkeit fehlt. Deshalb ist die 

umfassende Prüfung der Konsistenz und der Plausibilität der Leidensschilderung sowie 

-präsentation für die möglichst objektive bzw. medizinisch-wirklichkeitsgetreue 

Beurteilung der gesundheitlichen Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit von zentraler 

Bedeutung (siehe etwa BGE 141 V 281). Um eine möglichst objektive, von der 

Selbsteinschätzung der versicherten Person unabhängige, der tatsächlichen 

Funktionsfähigkeit entsprechende Arbeitsfähigkeitsbeurteilung im Sinn von Art. 7 

Abs. 1 und 2 ATSG zu gewährleisten (vgl. hierzu bzw. zur Massgeblichkeit des 

tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens etwa das Urteil des Bundesgerichts vom 

11. Mai 2020, 9C_765/2019, E. 4.2), haben die medizinischen Fachpersonen nebst den 

Erkenntnissen der eigenen Untersuchung deshalb nach Möglichkeit bei ihrer Expertise 

sämtliche Lebensaspekte zu würdigen, bei denen Beeinträchtigungen und Ressourcen 

einer versicherten Person in Erscheinung treten. Dabei sich zeigende Umstände wie 

etwa Inkonsistenzen, die auf krankheitsfremde Faktoren deuten oder ernsthafte Zweifel 

am objektiven Umfang der geklagten gesundheitlichen Beeinträchtigung begründen, 

sind zu benennen. Geltend gemachte Beeinträchtigungen, die auf solchen 

krankheitsfremden bzw. nicht krankheitswertigen Faktoren beruhen oder zweifelhaft 

erscheinen, sind bei der Beurteilung des Gesundheitsschadens sowie der 

Arbeitsfähigkeit auszuklammern. Denn massgebend für die Ermittlung der 

Erwerbsunfähigkeit bzw. Invalidität sind nur gesundheitliche Beeinträchtigungen, deren 

Vorhandensein aus objektiver Sicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit bejaht werden kann. Aus diesen Gründen sehen die 

Qualitätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten der Schweizerischen 

Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP, 3. vollständig überarbeitete 

und ergänzte Auflage, 16. Juni 2016) denn auch vor, dass eine Stellungnahme zur 

Authentizität von Beschwerden, von präsentierten Symptomen und von 

Leistungseinschränkungen obligatorischer Bestandteil eines 

versicherungspsychiatrischen Gutachtens zu sein hat. Das beinhaltet eine 

Stellungnahme zur Frage, ob die berichteten Beschwerden und präsentierten 

Symptome in sich konsistent sind oder ob Diskrepanzen, allenfalls sogar Widersprüche 

bestehen. Dies gelingt am ehesten durch eine Gegenüberstellung der erhobenen 

Informationen mit Hilfe der verschiedensten methodischen Zugänge. Diesbezüglich 

sind Hinweise aus der Verhaltensbeobachtung und dem Anamneseverlauf relevant 

(Qualitätsleitlinien, S. 29). Eine besondere Bedeutung bei der Exploration kommt der 

detaillierten Beschreibung eines üblichen Tagesablaufs durch die versicherte Person 

zu, da sich hieraus häufig Hinweise auf Interessen, Aktivitäten, Alltagsgewohnheiten 

und damit Potential und Ressourcen, jedoch auch Diskrepanzen zu anderen Angaben 

oder zum Verhalten in der Untersuchung ergeben (Qualitätsleitlinien, S. 16; siehe zum 

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Ganzen den Entscheid des Versicherungsgerichts vom 5. Juni 2020, IV 2018/124, 

E. 3.1).

Bei ihrem unter Verweis auf BGE 135 V 467 ff. E. 4 erfolgten Vorbringen (act. G 8, 

Rz 3), es genügten bereits geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

ärztlichen Feststellungen, um im vorliegenden Fall weitere medizinische Abklärungen 

(in Form einer versicherungsexternen bzw. einer vom Gericht anzuordnenden 

Begutachtung) für notwendig erscheinen zu lassen, übersieht die Beschwerdeführerin, 

dass es sich beim Gutachten von Dr. G.___ um ein versicherungsexternes 

Administrativgutachten handelt. Damit findet die von ihr zitierte Rechtsprechung und 

die darin ausschliesslich hinsichtlich versicherungsinterner medizinischer Beurteilungen 

formulierten strengeren Anforderungen an die Beweiswürdigung (BGE 135 V 470 E. 4.4 

am Schluss) keine Anwendung auf das Gutachten von Dr. G.___ (zu den für die 

Beweiswürdigung massgebenden Gesichtspunkten siehe vorstehende E. 1.5).

2.2. 

Gegen die Beweiskraft der Einschätzung von Dr. G.___ bringt die Beschwerde­

führerin die davon abweichende Beurteilung der Behandlerin Dr. C.___ vor (act. G 1, 

III. Rz 4 und Rz 11 ff., sowie act. G 8, Rz 2).

2.3. 

Vorweg ist zu bemerken, dass sich die Aussage von Dr. C.___, Dr. G.___ habe 

die tatsächlich ausgeübte Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin «als Beweis für die 

weitgehend volle Arbeitsfähigkeit» angesehen (IV-act. 180-7), insoweit als aktenwidrig 

und tendenziös erweist, als der Gutachter ihr immerhin eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigte und diese Einschätzung auf einer umfassenden, multiperspektivischen 

Würdigung beruht (siehe hierzu nachstehende E. 2.7).

2.3.1. 

Was die von Dr. C.___ in den Stellungnahmen vom 7. August 2020 (IV-

act. 180-6 ff.) und vom 23. Dezember 2020 (act. G 8.1) enthaltenen Äusserungen 

anbelangt, so gehen diese im Wesentlichen in einer anderen Würdigung einzelner 

Aspekte (Lügenverhalten und affektive Authentizität und Traumata) auf. Ein den 

Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes medizinisches Gutachten (BGE 125 V 

351 f. E. 3a und b) – wie das vorliegende Gutachten von Dr. G.___ (siehe hierzu 

nachstehende E. 2.7) – kann jedoch nicht in Frage gestellt werden und es besteht kein 

Anlass zu weiteren Abklärungen, wenn und sobald die behandelnden medizinischen 

Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen Beurteilung gelangen oder an 

vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen festhalten. Anders verhält es sich 

nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht werden, welche im 

Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet sind, zu einer 

anderen Beurteilung zu führen (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Februar 2021, 

2.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/19

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8C_783/2020, E. 5.2). Zudem kann eine psychiatrische Exploration von der Natur der 

Sache her auch nicht ermessensfrei erfolgen. Sie eröffnet einer psychiatrischen 

Fachperson – sei sie nun in therapeutischer oder in begutachtender Funktion tätig – 

daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene 

medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, 

sofern die Beurteilung des Experten oder der Expertin die Beweisanforderungen erfüllt 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 30. November 2021, 9C_288/2021, E. 4.2.3.3). 

Objektiv relevante Gesichtspunkte, welche Dr. G.___ zu Unrecht ausser Acht gelassen 

hätte, gehen aus den Stellungnahmen von Dr. C.___ jedenfalls nicht hervor.

Die Beurteilung von Dr. C.___, welche die Beschwerdeführerin bezogen auf eine 

Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt für vollständig arbeitsunfähig erachtet (IV-act. 127-2 

und IV-act. 149-2), enthält keine erkennbare objektive Konsistenz- und 

Ressourcenprüfung. Insbesondere steht ihre Arbeitsfähigkeitsschätzung in klarem 

Widerspruch zur tatsächlich von der Beschwerdeführerin seit Februar 2019 (IV-

act. 173-31) ausgeübten Teilzeittätigkeit und den Angaben des dortigen Vorgesetzten. 

Anzufügen bleibt, dass die Beschwerdeführerin offenbar erheblich mehr als ein 

25%igen Teilzeitpensum zu erbringen vermag, wie sich aus den mit dem Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege eingereichten Lohnabrechnungen ergibt (siehe etwa die 

Lohnabrechnungen von Juli und September 2020, worin 85.15 und 75.77 Stunden 

ausgewiesen sind, act. G 4). Ferner wurde der Beschwerdeführerin durch einen 

ehemaligen Arbeitgeber bescheinigt, sehr intelligent zu sein sowie sehr gut, freundlich 

und speditiv arbeiten zu können (IV-act. 9), was von Dr. C.___ ebenfalls 

unberücksichtigt blieb. Deren abweichende Beurteilung bzw. Kritik am Gutachten von 

Dr. G.___ lässt sich denn auch auf eine unkritische Übernahme der Leidensdarstellung 

und -präsentation der Beschwerdeführerin zurückführen, wie etwa aus der von ihr allein 

aus den Angaben der Beschwerdeführerin gewonnenen und ansonsten durch nichts 

belegten Behauptung einer erlittenen «massiven emotionalen Verwahrlosung» (IV-

act. 180-7) hervorgeht. Zudem ist unter diesen Umständen mit der 

Beschwerdegegnerin (siehe act. G 5, III. Rz 4 f.) der vom Bundesgericht erkannten 

«Erfahrungstatsache» Rechnung zu tragen, dass behandelnde medizinische 

Fachpersonen im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer Patientinnen und Patienten 

aussagen (siehe etwa das Urteil vom 21. April 2020, 8C_23/2020, E. 5.1 mit Hinweis 

auf BGE 135 V 470 E. 4.5).

2.3.3. 

Mit den Akten nicht vereinbaren lässt sich die erstmals von Dr. C.___ in der 

Stellungnahme vom 23. Dezember 2020 geäusserte Ansicht, dass sich die 

Beschwerdeführerin generell gegenüber männlichen Gesprächspartnern anders 

2.3.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/19

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verhalte und bedroht fühle, weshalb sie in diesem Zusammenhang zum Selbstschutz 

Unwahrheiten äussere (Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit; act. G 8.1). So verfügt 

die Beschwerdeführerin in ihrem Umfeld denn auch einerseits zumindest über zwei 

männliche Vertrauenspersonen (siehe etwa IV-act. 122-3 unten und IV-act. 173-13 f.) 

und auch gegenüber ihrem männlichen Vorgesetzten scheint sie kein erhöhtes, zu 

Ohnmachtsgefühlen führendes Bedürfnis nach Selbstschutz zu haben. Andererseits 

weist die Beschwerdegegnerin zutreffend darauf hin, dass sie gerade auch weibliche 

Personen – wie die Dres. C.___ und E.___ – anlog (act. G 10, Rz 2), womit ein 

geschlechtsabhängiger Kontext zu verneinen ist. Ohnehin bleibt unklar, was Dr. C.___ 

von einem geschlechtsbedingten Zusammenhang auf ein Krankheitsbild bzw. auf eine 

Arbeitsfähigkeit ableiten möchte, bescheinigte sie der Beschwerdeführerin doch 

generell eine vollständige Arbeitsunfähigkeit und nicht bloss in Bezug auf Arbeitsplätze, 

mit denen die Beschwerdeführerin regelmässigen Kontakt mit Männern hätte.

Die von der Beschwerdeführerin gegenüber Dr. G.___ gemachte Falschaussage 

bezüglich der von ihr bei Dr. C.___ in Anspruch genommenen Therapie (act. G 1, 

III. Rz 7) ist nicht geeignet, den Beweiswert des Gutachtens von Dr. G.___ zu 

erschüttern. Gegenüber dem Gutachter äusserte die Beschwerdeführerin, sie würde 

grundsätzlich gerne wieder zu Dr. C.___ gehen, doch würde die Krankenkasse die 

Rechnungen nicht mehr übernehmen. Ausserdem müsse sie sich vorgängig wieder bei 

ihrem Hausarzt melden, damit dieser die entsprechende Konsultation vermitteln würde, 

zumal man sie ohne ihr Wissen im Rahmen eines HMO-Modells versichert habe, was 

sie eine «ziemliche Frechheit» finde (IV-act. 173-26). Vielmehr passt diese Aussage ins 

von Dr. G.___ gezeichnete Bild, scheint es doch die Beschwerdeführerin damit 

anzulegen, sich erneut als Opfer – dieses Mal gegenüber der Krankenkasse – zu 

inszenieren (siehe hierzu nachstehende E. 2.5.2 am Schluss und IV-act. 173-42). Von 

Bedeutung für die Beweiswürdigung ist aber ohnehin, dass diese Ausführung der 

Beschwerdeführerin zur aktuellen Psychotherapie keine wesentliche Grundlage der 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von Dr. G.___ darstellt. Im Rahmen der eingehenden 

Konsistenz- und Ressourcenprüfung (IV-act. 173-43 f.) fand denn auch die unwahre 

Aussage zur aktuellen Therapie keine erkennbare Beachtung. Lediglich bei der 

Beurteilung von medizinischen Massnahmen fand sie einen Niederschlag (IV-

act. 173-47).

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/19

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An der Beurteilung von Dr. G.___ rügt die Beschwerdeführerin ausserdem, dass er 

in den notorischen Lügen ein Gewinnstreben erblicke (act. G 1, III. Rz 8, und act. G 8, 

Rz 1).

2.5. 

Dr. G.___ vertrat die Ansicht, das eigentlich manipulative Element habe bei der 

Beschwerdeführerin zweifellos in ihren pathologischen Lügengeschichten bestanden, 

die einerseits Züge der Pseudologia phantastica tragen würden, die andererseits aber 

doch auch handfeste Ziele wie materielle Unterstützung verfolgt haben und nicht nur 

darauf angelegt gewesen seien, als interessante Person Aufmerksamkeit auf sich zu 

ziehen (IV-act. 173-49). Das pathologische Lügen der Beschwerdeführerin habe 

einerseits eine Funktionalität, indem sie Helfer und Hilfsmittel mobilisiere (indem zum 

Beispiel Therapeut und Gutachter manipuliert würden); andererseits berge diese Art der 

Überlebensstrategie auch immer wieder die Gefahr, dass bestehende 

Vertrauensbeziehungen zerstört und Arbeitsverhältnisse unmöglich gemacht würden. 

Im Fall der Beschwerdeführerin könne diese Lügentendenz als stark bezeichnet 

werden, doch habe die Erfahrung gezeigt, dass sich dieses Fehlverhalten nicht in allen 

Kontexten gleichermassen störend manifestiere. Gerade die aktuelle Arbeitssituation 

habe offenbar während eines Jahres nicht darunter gelitten (IV-act. 173-51; siehe auch 

die Überlegungen von Dr. G.___ in IV-act. 173-32 und -36 f.).

2.5.1. 

Die von Dr. G.___ mit plausibler Begründung gezogenen Schlüsse lassen sich mit 

den Akten vereinbaren. So geht bereits aus einer unbestritten gebliebenen 

Stellungnahme eines ehemaligen Arbeitgebers hervor, dass die Beschwerdeführerin 

allein um sozioökonomische Vorteile zu gewinnen, eine Opferrolle erdichtet hatte 

(Vergewaltigung durch den Stiefvater, weswegen ihr vom Arbeitgeber Zeit gegeben 

worden sei, um jeweils in Therapie zu gehen. Diese Termine habe die 

Beschwerdeführerin aber nie wahrgenommen.). Zudem warf ihr der ehemalige 

Arbeitgeber vor, Stundenrapporte gefälscht zu haben (IV-act. 7 und IV-act. 9). Insoweit 

erweist sich die Aussage der Beschwerdeführerin, nie zum Erreichen finanzieller 

Vorteile gelogen zu haben (IV-act. 173-25), als aktenwidrige Schutzbehauptung. Auch 

die in der Psychiatrischen Klinik B.___ stationär behandelnden medizinischen 

Fachpersonen erkannten in den Lügen der Beschwerdeführerin eine Coping-Strategie 

und damit ein zielgerichtetes Vorgehen (IV-act. 13-3 Mitte). Die dort von der 

Beschwerdeführerin gesuchte Unterstützung und Aufmerksamkeit begründete sie im 

Rahmen einer wahrheitswidrigen Darstellung als Opfer sexueller Gewalt (IV-

act. 13-1 f.). Ausserdem räumte die Beschwerdeführerin selbst ein, dass sie sich früher 

oft mit «Pseudokrankheiten» (Magen- und Kopfbeschwerden, Schwindel etc.) habe 

krankschreiben lassen (IV-act. 173-11 unten) und mit dem Lügen doch nur Hilfe habe 

2.5.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/19

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erlangen wollen; Hilfe, die sie sonst nicht bekommen hätte (IV-act. 173-25 Mitte). 

Dr. E.___ vermutete ebenfalls ein zielgerichtetes Lügen, um Aufmerksamkeit zu erhalten 

(IV-act. 114-3), was die Beschwerdeführerin im Rahmen des Standortgesprächs denn 

auch bestätigte («[…] ich möchte auch jemand sein»; IV-act. 122-13). Insgesamt 

leuchtet daher die Sichtweise von Dr. G.___ ein, dass das Lügen bei der 

Beschwerdeführerin auch auf «materiellen Gewinn» (IV-act. 173-36) bzw. auf 

sozioökonomische Vorteile abzielte und dass sie sich hierzu u.a. als tragisches Opfer 

dargestellt habe, um Hilfe materieller und immaterieller Art mobilisieren zu können (IV-

act. 173-42; siehe auch IV-act. 173-51).

Des Weiteren macht die Beschwerdeführerin geltend, Dr. G.___ sei sich seiner 

Sache eindeutig alles andere als sicher gewesen. Die von ihm gewählten 

Formulierungen würden unmissverständlich aufzeigen, dass er ganz offensichtlich 

unschlüssig ist, wie er das Verhalten mit regelmässigen Lügen zu beurteilen habe (act. 

G 1, III. Rz 9; vgl. auch act. G 8, Rz 3). Diesem Vorbringen ist nicht zu folgen. Dass der 

Gerichtsgutachter seine Einschätzung nicht in einer vorbehaltlosen Ausdrucksweise 

vornahm, sondern sorgfältig dafür- und dagegensprechende Argumente abwog, 

vermag daran keine Zweifel zu begründen. Vielmehr ist es die Aufgabe der 

Sachverständigen aufzuzeigen, mit welcher Bestimmtheit eine Aussage gemacht 

werden kann, wo Unsicherheiten bestehen und an welchen Stellen allenfalls mit 

Hypothesen und Bandbreiten gearbeitet werden muss. Daher ist es gerade ein 

Qualitätsmerkmal, wenn eine psychiatrische Fachperson im Bereich diagnostisch nicht 

eindeutiger und demzufolge einen Interpretationsspielraum eröffnender 

Beschwerdebilder darauf verzichtet, eine Sicherheit vorzutäuschen, die es in solchen 

Belangen von der Natur der Sache her nicht geben kann (Urteil des Bundesgerichts 

vom 19. November 2007, I 961/06, E. 3.1 mit Hinweisen). Der Vollständigkeit halber ist 

darauf hinzuweisen, dass in der sozialversicherungsrechtlichen Leistungsprüfung der 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 138 V 221 E. 6) und gerade 

nicht derjenige der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit massgebend ist.

2.5.3. 

Soweit die Beschwerdeführerin auf die gutachterliche Beurteilung von Dr. E.___ 

verweist (act. G 1, III. Rz 3 und Rz 10), vermag sie daraus nichts zu ihren Gunsten 

abzuleiten. Zwar handelt es sich bei der Expertise von Dr. E.___ wie bei derjenigen von 

Dr. G.___ ebenfalls um ein versicherungsexternes psychiatrisches 

Administrativgutachten, womit sich zwei formal gleichwertige Beweismittel 

gegenüberstehen. Bei der Würdigung der beiden Gutachten fällt zugunsten der 

Einschätzung von Dr. G.___ ins Gewicht, dass sie eine umfassende Konsistenz- und 

Ressourcenprüfung enthält und sie die sich aus der von der Beschwerdeführerin – im 

2.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/19

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Zeitpunkt der Begutachtung durch Dr. E.___ noch gar nicht ausgeübten – 

Erwerbstätigkeit als Verkäuferin ergebenden Erkenntnisse berücksichtigt. Jedenfalls 

wurde mit der späteren erfolgreich ausgeübten Teilzeittätigkeit die Einschätzung von 

Dr. E.___ widerlegt, dass die Beschwerdeführerin «vor allem auch einen geschützten 

Arbeitsplatz benötige» (IV-act. 114-4). Zudem beschränkt sich die Konsistenzprüfung 

von Dr. E.___ im Wesentlichen auf die als authentisch wahrgenommenen 

Leidensangaben und -darstellung der Beschwerdeführerin (IV-act. 101-25). Im Übrigen 

leuchtet es aus der Sicht eines medizinischen Laien nicht ein, weshalb die von ihr mit 

knapper Begründung dargestellten Ressourcen («zahlreiche Ressourcen», «viel 

Fachkompetenz und Wissen im Bereich der Textilverarbeitung», «gewissenhaft und 

zuverlässig»; IV-act. 101-26) nicht wenigstens teilweise auf dem ersten Arbeitsmarkt 

verwertbar sein sollen, zumal die Arbeitsleistung der Beschwerdeführerin von einem 

früheren Arbeitgeber an sich als «sehr gut» bezeichnet worden war (IV-act. 9). 

Zugunsten der Beurteilung von Dr. G.___ spricht des Weiteren, dass er auch 

Fremdauskünfte, u.a. vom aktuellen Vorgesetzten einholte und berücksichtigte (IV-

act. 173-31 f). Schliesslich darf auch nicht ausser Acht gelassen werden, dass 

Dr. E.___ nicht über die vollständigen relevanten Akten, insbesondere die Auskünfte der 

Strafverfolgungsbehörden, verfügte und ihre Einschätzung damit zwangsläufig 

zunächst unvollständig blieb. Dies zeigt sich anschaulich etwa an ihrer Aussage, «in der 

Begutachtung konnte aber keine Tendenz zu Unwahrheiten oder Halbwahrheiten oder 

das Ausschmücken der Realität festgestellt werden» (IV-act. 101-23). Erst in der 

ergänzenden Stellungnahme nahm Dr. E.___ vom Fehlen der geklagten schweren 

Traumatisierungen Kenntnis. Dabei ist ihre nachträgliche Deutung auf eine noch 

«wesentlich schwerer» ausgeprägte Persönlichkeitsstörung (IV-act. 114-3) nicht 

überzeugend, zumal sie sich nicht mit motivationalen bzw. zweckgerichteten Absichten 

auseinandersetzt. Ergänzend ist auf die schlüssige Kritik von Dr. F.___ hinzuweisen (IV-

act. 135). Demgegenüber beschrieb Dr. G.___ plausibel eine intrinsische Motivation des 

Lügens bzw. dessen zielgerichteten Charakter (siehe vorstehende E. 2.5.1 f.). Lediglich 

der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass selbst die rechtskundig 

vertretene Beschwerdeführerin den medizinischen Sachverhalt mit der Beurteilung von 

Dr. E.___ für noch nicht spruchreif abgeklärt hielt (Beschwerde vom 15. März 2019, IV-

act. 147, Rechtsbegehren Ziff. 1).

Bei der Würdigung der Einschätzung von Dr. G.___ ist ausserdem von Bedeutung, 

dass sie auf einer eingehenden siebeneinhalb Stunden dauernden persönlichen Unter­

suchung beruht, eine umfassende Konsistenz- und Ressourcenprüfung enthält, Fremd­

auskünfte eingeholt wurden und die Charakterisierung des Lügenverhaltens der 

Beschwerdeführerin und die Beurteilung von dessen Auswirkungen sorgfältig 

2.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/19

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3.

Auf der Grundlage einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit verbleibt die Ermittlung des 

Invaliditätsgrads. Weder aus den Akten (siehe etwa die Angaben zur Ausbildung in IV-

act. 1-5, den IK-Auszug in IV-act. 8 und das Assessment- und Verlaufsprotokoll in IV-

act. 94) noch den Ausführungen der Beschwerdeführerin ergeben sich Hinweise, dass 

sie im Gesundheitsfall über eine Erwerbsfähigkeit verfügen würde, die ein über dem 

Medianlohn für Hilfsarbeiterinnen gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung 

liegendes Einkommen ermöglicht hätte (siehe hierzu Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-

Gesetzesausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2022). Da sowohl für die 

Bestimmung des Validen- als auch des Invalideneinkommens auf den LSE-

Hilfsarbeiterinnenlohn abzustellen ist, kann auf eine konkrete Ermittlung der 

Vergleichseinkommen nach Art. 16 ATSG verzichtet und ein Prozentvergleich 

vorgenommen werden (siehe zum Prozentvergleich etwa das Urteil des Bundesgerichts 

vom 6. April 2016, 8C_628/2015, E. 5.3.1 mit Hinweisen). Die leidensbedingten 

Einschränkungen der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin wurden bereits im 

Rahmen der Arbeitsfähigkeitsschätzung umfassend berücksichtigt. Diese steht auch 

nicht im fortgeschrittenen Alter. Andere Aspekte, die einen Tabellenlohnabzug 

rechtfertigen würden, liegen jedenfalls nicht in ausgeprägter Weise vor. Selbst wenn 

zugunsten der Beschwerdeführerin – wenn überhaupt – ein höchstens 10%iger 

Tabellenlohnabzug gewährt werden würde, resultierte ein nicht rentenbegründender 

Invaliditätsgrad von 28 % (20 % + [80 % x 10 %]).

4.  

abwägend vorgenommen wurde. Ergänzend kann auf die überzeugende Würdigung 

von Dr. H.___ vom 3. Juni 2020 verwiesen werden (IV-act. 175). Gestützt auf das 

beweiskräftige Gutachten von Dr. G.___ ist deshalb mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin sowohl für eine 

Verkaufstätigkeit sowie für andere leidensangepasste Tätigkeiten über eine 80%ige 

Arbeitsfähigkeit verfügt. Ein Anlass für weitere medizinische Abklärungen besteht 

demnach entgegen dem Antrag der Beschwerdeführerin nicht.

Gemäss vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.4.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der 

4.2. 

bis

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe 

von Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3. Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

unterliegenden Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- 

aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu 

befreien.

Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Partei­

entschädigung. Der Staat bezahlt zufolge der gewährten unentgeltlichen Rechtsver­

beiständung (act. G 6) die Kosten ihrer Rechtsvertretung. Die Parteientschädigung wird 

vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; 

sGS 963.75), die auch auf die Entschädigung von Rechtsagentinnen und 

Rechtsagenten Anwendung findet (Art. 1 Abs. 2 HonO), pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin reichte keine Kostennote 

ein. Der Bedeutung und dem Aufwand der Streitsache angemessen erscheint eine 

Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer). Diese ist auch im Fall der Vertretung durch eine Rechtsagentin oder 

einen Rechtsagenten um einen Fünftel zu kürzen (Art. 1 Abs. 1 und Abs. 2 i.V.m. Art. 31 

Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Somit hat der Staat den Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin pauschal mit Fr. 3'200.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

4.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

4.4. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 07.04.2022
	Art. 28 IVG. Beweiswürdigung bei divergierenden gutachterlichen Beurteilungen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ist von einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin auszugehen, die zu keinem rentenbegründenden Invaliditätsgrad führt (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 7. April 2022, IV 2020/216).

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