# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5792c23-8576-5771-ba4a-dedba60867c8
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-22
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 22.10.2025 SST.2024.285
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2024-285_2025-10-22.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2024.285 
(ST.2024.48; STA.2023.1543) 

 

 

Urteil vom 22. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Cotti  

Oberrichterin Möckli  

Gerichtsschreiber Gasser        

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, 

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

Privatklägerin 1  A._____, 

[…] 

 

Privatkläger 2  B._____, 

[…]  

 

    
    

Beschuldigte   C._____,  

geboren am tt.mm.1981, von Zürich, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Johannes Glenck,  

[…]   

  

 
 

Gegenstand  Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten verurteilte die Beschuldigte mit 

Strafbefehl vom 12. Juni 2024 wegen Gewalt und Drohung gegen 

Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 StGB) zu einer bedingten Geldstrafe 

von 90 Tagessätzen à Fr. 120.00 und einer Busse von Fr. 2'000.00 (Ersatz-

freiheitsstrafe 17 Tage). Der Beschuldigten wird folgender Sachverhalt 

vorgehalten: 

 

"Ort:  […] 
Zeit:  Sonntag, 19. Februar 2023, 19.35 Uhr 
Strafkläger: - B._____, […] 
   Strafantrag wurde fristgerecht gestellt. 
   - A._____, […]. 
   Strafantrag wurde fristgerecht gestellt. 
 
Zur vorgenannten Zeit rückte die Kantonspolizei Aargau infolge einer 
Meldung bezüglich einer Drohung mit einer Schusswaffe an den Wohnort 
der Beschuldigten an den T-Weg in U._____ aus. Die Beschuldigte wurde 
durch die beiden Polizeifunktionäre B._____ und A._____ (beide 
Strafkläger) aufgefordert, sich zum Patrouillenfahrzeug zu begeben, da sie 
sich fortwährend laut mit ihrem Ehemann stritt. Dieser Aufforderung 
widersetzte sich die Beschuldigte, weshalb sie durch die Polizei mittels 
Eskortgriff zum Patrouillenfahrzeug begleitet werden musste. Die 
Beschuldigte leistete dabei aktiven Widerstand, indem sie versuchte, sich 
von den Polizisten loszureissen. Zudem bedrohte die Beschuldigte die 
beiden Strafkläger B._____ und A._____ mit den Worten "ich mache euch 
kaputt, ihr werdet schon sehen". Weiter sagte die Beschuldigte zu den 
beiden Strafklägern, dass sie sie fertig machen werde und drohte ihnen 
mit den Worten "heute in zwei Monaten ist eure Zeit abgelaufen. 

 

1.2. 

Gegen diesen Strafbefehl erhob die Beschuldigte mit Eingabe vom 24. Juni 

2024 Einsprache, worauf die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten den 

Strafbefehl am 26. Juni 2024 als Anklageschrift zur Durchführung des 

Hauptverfahrens an das Bezirksgericht Bremgarten überwies.  

 

2. 

2.1. 

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 5. September 2024 wurde die Be-

schuldigte befragt.  

 

2.2. 

Der Präsident des Bezirksgerichts Bremgarten erkannte gleichentags das 

Folgende: 

 

 

 

 - 3 - 

 

 

"1. 
Die Beschuldigte wird freigesprochen von der Anklage der Gewalt oder 
Drohung gegen Behörden oder Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB. 
 
2. 
Der Beschuldigten wird keine Genugtuung zugesprochen. 
 
3. 
Die Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse genommen. 
 
4. 
Dem Verteidiger der Beschuldigten wird eine Entschädigung von 
Fr. 6'128.70 (inkl. MWST und Auslagen) zu Lasten der Staatskasse 
zugesprochen. 
 
5. 
Die Beschuldigte trägt ihre Kosten im Übrigen selber." 

 

2.3. 

Mit Eingabe vom 18. September 2024 meldete die Staatsanwaltschaft Muri-

Bremgarten Berufung gegen das ihr am 13. September 2024 im Dispositiv 

zugestellte Urteil an. Das begründete Urteil wurde ihr am 6. Dezember 

2024 eröffnet. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 17. Dezember 2024 beantragte die 

Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten das Folgende: 

 

"1. 
In Gutheissung der Berufung seien die Ziffern 1 bis 5 des vorinstanzlichen 
Urteils aufzuheben und durch nachfolgende Bestimmungen zu ersetzen: 
 

1. 
Die Beschuldigte wird schuldig gesprochen, der Gewalt oder Drohung 
gegen Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB. 
 
2. 
Die Beschuldigte wird in Anwendung der in Ziffer 1 erwähnten 
Bestimmung sowie gestützt auf Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 StGB, Art. 
42 Abs. 4 StGB i.V.m. Art. 106 StGB, Art. 44 StGB, Art. 47 StGB zu 
einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je CHF 120.00 bedingt 
aufgeschoben bei einer Probezeit von 2 Jahren und zu einer Busse von 
CHF 2'000.00 verurteilt. 
 
3. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, wird gemäss Art. 106 Abs. 
2 StGB eine Ersatzfreiheitsstrafe von 17 Tagen vollzogen. 
 
4. 
Die Verfahrenskosten inkl. Kosten der Untersuchung werden der 
Beschuldigten auferlegt. 
 
 

 - 4 - 

 

 

5. 
Der Beschuldigten wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 
6. 
Das Urteil wird im Strafregister eingetragen. 

 
2. 
Die Kosten des Berufungsverfahren seien der Beschuldigten 
aufzuerlegen." 
 

3.2. 

Die beiden Privatkläger teilten je mit Eingabe vom 7. Januar 2025 mit, dass 

sie als Partei am Berufungsverfahren teilnehmen. 

 

3.3. 

Weder die Beschuldigte noch die beiden Privatkläger haben innert Frist 

einen Nichteintretensantrag gestellt oder Anschlussberufung erhoben. 

 

3.4. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten erstattete am 9. Januar 2025 die 

Berufungsbegründung. 

 

3.5. 

Die Beschuldigte teilte mit Eingabe vom 14. Februar 2025 mit, dass sie 

unter Verweis auf die vorinstanzlichen Erwägungen auf die Einreichung 

einer vorgängigen Berufungsantwort verzichte. 

 

3.6. 

Am 22. Oktober 2025 fand die Berufungsverhandlung mit Befragung der 

Beschuldigten statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft richtet sich gegen den vorinstanz-

lichen Freispruch, womit das vorinstanzliche Urteil, mit Ausnahme der 

Abweisung der Genugtuungsforderung der Beschuldigten, vollumfänglich 

zu überprüfen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz ging von einer Verletzung des Anklagegrundsatzes aus und 

sprach die Beschuldigte deshalb frei.  

 

Zur Begründung führte die Vorinstanz im Wesentlichen aus, dass be-

treffend Gewalt gegen Beamte der Beschuldigten in der Anklageschrift 

vorgeworfen werde, sie habe aktiven Widerstand geleistet, indem sie 

 - 5 - 

 

 

versucht habe, sich loszureissen. Die Anklageschrift erwähne keine Ein-

wirkung auf die beiden Privatkläger und beschreibe zum Versuch, sich von 

den Polizisten loszureissen, keine Umstände, die eine Erheblichkeit be-

gründen könnten. Im Übrigen ergebe sich aus der Anklageschrift nicht, in-

wiefern oder nur schon dass die beiden Privatkläger durch das Verhalten 

der Beschuldigten an einer Handlung gehindert oder zu einer Amtshand-

lung genötigt worden seien. 

 

Betreffend Drohung werde in der Anklageschrift festgehalten, dass die 

Beschuldigte gesagt habe, dass sie die beiden Privatkläger fertig machen 

werde und mit den Worten "ich mache euch kaputt, ihr werdet schon sehen" 

und "heute in zwei Monaten ist eure Zeit abgelaufen" gedroht haben soll. 

Damit äussere sich die Anklageschrift mit keinem Wort dazu, welcher 

ernstliche Nachteil die Beschuldigte konkret angedroht haben soll, welcher 

einen besonnenen Beamten in der Lage der beiden Privatkläger hätte 

gefügig machen können.  

 

Im Übrigen könne der Anklageschrift auch nichts zum subjektiven Tatbe-

stand der vorgeworfenen Delikte entnommen werden. 

 

2.2. 

2.2.1. 

Die Anklageschrift bezeichnet unter anderem möglichst kurz, aber genau, 

die der beschuldigten Person vorgeworfenen Taten mit Beschreibung von 

Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausführung (Art. 325 Abs. 1 lit. f 

StPO). Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den 

Gegenstand des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und 

Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 und 3 lit. a 

und b EMRK). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last 

gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die 

Vorwürfe in objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. 

Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte 

der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches 

Gehör (Informationsfunktion: BGE 147 IV 439 E. 7.2; BGE 144 I 234 

E. 5.6.1; BGE 143 IV 63 E. 2.2; je mit Hinweisen). Die beschuldigte Person 

muss unter dem Gesichtspunkt der Informationsfunktion aus der Anklage 

ersehen können, wessen sie angeklagt ist. Das bedingt eine zureichende 

Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass der Betroffene genau weiss, 

welcher konkreter Handlungen er beschuldigt und wie sein Verhalten 

rechtlich qualifiziert wird, damit er sich in seiner Verteidigung richtig vor-

bereiten kann. Er darf nicht Gefahr laufen, erst an der Gerichtsverhandlung 

mit neuen Anschuldigungen konfrontiert zu werden (BGE 143 IV 63 E. 2.2 

S. 65 mit Hinweisen). Die nähere Begründung der Anklage erfolgt an 

Schranken; es ist Sache des Gerichts, den Sachverhalt verbindlich fest-

zustellen. Dieses ist an den in der Anklage umschriebenen Sachverhalt, 

 - 6 - 

 

 

nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden 

(Art. 350 Abs. 1 StPO; BGE 145 IV 407 E. 3.3.2 S. 421 mit Hinweisen). 

 

2.2.2. 

Im Strafbefehl, der als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO), wird zu-

nächst dargelegt, zu welchem Zeitpunkt, an welchen Örtlichkeiten und zu 

wessen Nachteil die Beschuldigte die ihr vorgeworfene Straftat, Gewalt und 

Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB, be-

gangen haben soll.  

 

Der Beschuldigten wird in der Anklageschrift im Weiteren vorgehalten, dass 

sie sich der Aufforderung von zwei Polizeifunktionären, sich zum Pa-

trouillenfahrzeug zu begeben, widersetzt habe, sie sei deshalb mittels 

Eskortgriff zum Polizeifahrzeug geführt worden, dabei habe sie aktiven 

Widerstand geleistet, indem sie versucht habe, sich von den Polizisten 

loszureissen. Damit ist die der Beschuldigten zur Last gelegte Tathandlung, 

nämlich ein aktiver Widerstand durch Losreissen gegen ihre zwangsweise 

Wegführung zum Polizeifahrzeug, hinreichend umschrieben. Aus dem 

Kontext ergibt sich denn auch ohne weiteres, dass mit "den Polizisten", von 

welchen sich die Beschuldigte gemäss Anklageschrift loszureissen ver-

sucht haben soll, die beiden Privatkläger gemeint sind. Ebenso wird in der 

Anklageschrift ausgeführt, dass die Beschuldigte gegenüber den Privat-

klägern Drohungen ausgesprochen haben soll, wobei diese im Wortlaut 

wiedergegeben werden. Es ist dabei ersichtlich, dass entsprechende 

Drohungen im Verlauf der Anhaltung der Beschuldigten durch die Polizei 

und des Einsatzes des Eskortgriffs ausgesprochen worden sein sollen. 

Unter dem Gesichtspunkt der Informationsfunktion des Anklageprinzips ist 

massgebend, dass die beschuldigte Person genau weiss, was ihr an-

gelastet wird, damit sie ihre Verteidigungsrechte angemessen ausüben 

kann. Vorliegend ergeben sich aus der Anklageschrift grundsätzlich alle 

tatsächlichen Umstände, aus denen sich die Pflichtwidrigkeit des vorge-

worfenen Handelns (möglicherweise) ergeben könnten. Indem in der 

Anklageschrift festgehalten wird, dass sich die Beschuldigte durch die ihr 

vorgeworfene Handlung des Losreissens und durch die inkriminierten Aus-

sagen der Gewalt und Drohung gegen Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 

StGB schuldig gemacht haben soll, wird auch impliziert, dass sie mit 

Wissen und Willen gehandelt hat. Nach dem Dargelegten ist eine Ver-

letzung des Anklageprinzips nicht erkennbar. 

 

3. 

3.1. 

In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten, dass die beiden Privatkläger 

(nebst weiteren Polizeibeamten) am 19. Februar 2023 aufgrund einer Mel-

dung von I._____ wegen einer Drohung mit einer Schusswaffe an den 

Wohnort der Beschuldigten ausgerückt sind (act. 17). In der Folge stellte 

sich heraus, dass es sich im Wesentlichen um eine Auseinandersetzung 

 - 7 - 

 

 

zwischen der Beschuldigten und ihrem Ehemann gehandelt hat, wobei 

entgegen der ursprünglichen Meldung keine Waffe im Spiel war (act. 53 

Frage 13; act. 80.04 f. Fragen 8 ff.; act. 80.13 Fragen 8 ff.). Die Beschul-

digte wurde nach der Auseinandersetzung zwischen ihr und ihrem Ehe-

mann durch die Privatklägerin A._____ und den Privatkläger B._____ 

zwecks Verhinderung einer weiteren Eskalation und Beruhigung der 

Situation aufgefordert, sich gemeinsam mit ihnen zum Patrouillenfahrzeug 

zu begeben (act. 38; act. 55, Frage 15; act. 80.04 f., Frage 8; act. 80.14, 

Frage 10; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 4). Dieser Aufforderung 

ist die Beschuldigte nicht freiwillig nachgekommen (act. 55, Fragen 15 und 

16; act. 80.05, Frage 8; act. 80.15, Frage 21; Protokoll der Berufungsver-

handlung, S. 4).  

 

3.2. 

3.2.1. 

Hinsichtlich des weiteren Ablaufs hielt die Beschuldigte fest, dass die 

Polizeifunktionäre sie alsdann von beiden Seiten gehalten und gewollt 

hätten, dass sie mit ihnen "Schritte" mache. Sie habe gesagt, dass sie keine 

Schritte mache. Dann sei sie so gestanden und sie hätten mit Kräften ver-

sucht, sie zu heben (act. 123). Sie sei stehen geblieben und habe gesagt, 

sie sei ein Stein (act. 124; Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 5).  

 

3.2.2. 

Die beiden in Anwesenheit der Beschuldigten (und deren Verteidiger) als 

Auskunftspersonen befragten Polizeibeamten bestätigen die obigen Aus-

sagen der Beschuldigten sinngemäss. Weiter hielt der Privatkläger 

B._____ fest, dass die Privatklägerin A._____ versucht habe, die 

Beschuldigte zu beruhigen und sie mehrmals gebeten habe, sich zum 

Fahrzeug zu begeben. Sie hätten sie dann – er links, Privatklägerin 

A._____ rechts – in den Eskortgriff genommen, wobei sie sich gewehrt 

habe, sie habe sich gesperrt und sich verspannt. Während der 

Verschiebung habe sie ihnen zudem mehrfach gedroht ("ich mache euch 

kaputt, ihr werdet schon sehen" und "in zwei Monaten läuft eure Zeit ab"). 

Als Grund für die Verbringung der Beschuldigten ins Fahrzeug gab er an, 

dass eine Eskalation des verbalen Streits wie auch der Beginn einer 

körperlichen Auseinandersetzung verhindert werden sollten. Die 

Privatklägerin A._____ hielt fest, dass sie und Privatkläger B._____ die 

Beschuldigte – nach mehrmaliger wiederholter Aufforderung, sich zum 

Fahrzeug zu begeben – mittels Eskortgriff zum Fahrzeug hätten führen 

wollen. Sie habe sich geweigert, habe versucht, sich auf den Boden zu 

setzen. Sie habe sich loszureissen versucht, weshalb sie in Handschellen 

gelegt worden sei. Auf dem Weg zum Fahrzeug habe sie Drohungen 

ausgesprochen (act. 80.04, Fragen 8 ff.; act. 80.14, Fragen 10 ff.).  

 

 - 8 - 

 

 

3.2.3. 

Gestützt auf die Aussagen der Beschuldigten und der Privatkläger steht 

fest, dass sich die Beschuldigte gegen die angeordnete Verschiebung zum 

Fahrzeug und den Eskortgriff gewehrt hat, indem sie sich gesperrt und ver-

spannt hat; die Beschuldigte gab zu Protokoll, sie sei gestanden und man 

habe versucht, sie mit Kräften zu heben und man habe sie gezwungen, 

Schritte zu machen. Sie sei ein "Stein" gewesen. Damit besteht aber auch 

kein Widerspruch zu den Aussagen der Privatklägerin A._____ und den 

damit übereinstimmenden Ausführungen im Polizeirapport vom 30. März 

2023, gemäss welchen die Beschuldigte sich gegen die Wegführung 

gewehrt und während der Wegführung durch die beiden Privatkläger 

versucht hat, sich auf den Boden zu setzen und sich aus dem Eskortgriff 

loszureissen. Die Beschuldigte war angewiesen worden, den 

Polizeibeamten zu folgen, was diese durch Stehenbleiben, keine Schritte 

machen und Verharren "wie ein Stein" verweigert hat. Einem kraftvollen 

Heben seitens der Polizei (act. 123) konnte sie sich demnach nur durch 

Gegenhalten und damit dem Versuch, sich loszureissen, entgegenwirken. 

Nicht glaubhaft ist, dass die Beschuldigte in der Folge freiwillig 

mitgegangen sein soll, mussten ihr in der Folge doch Handfesseln angelegt 

werden, was unbestritten ist.  

 

4. 

4.1. 

Gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB wird bestraft, wer eine Behörde, ein Mitglied 

einer Behörde oder einen Beamten durch Gewalt oder Drohung an einer 

Handlung, die innerhalb ihrer Amtsbefugnisse liegt, hindert, zu einer 

Amtshandlung nötigt oder während einer Amtshandlung tätlich angreift. Die 

Androhung muss geeignet sein, einen besonnen Beamten in der Lage des 

Betroffenen gefügig zu machen. Zu beachten ist, dass exponierte Amts-

träge wie Polizeibeamte, Billettkontrolleure, Betreibungsbeamte etc. be-

sonders geschult sind im Umgang mit renitenten Personen. Demgemäss 

sind auch die Anforderungen hinsichtlich der Intensität der Drohung relativ 

hoch. Bei dieser Kategorie von Beamten ist entsprechend ein gewichtiger 

Nachteil vorausgesetzt, der eine Willensbeeinflussung des Beamten als 

verständlich erscheinen liesse. Dies ist etwa der Fall, wenn ein Betriebener 

gegenüber einem Betreibungsbeamten die Worte "Lieben Sie Ihr Leben?" 

ausspricht und gleichzeitig ein Küchenmesser hervornimmt oder einem 

Polizisten das Anhetzen eines deutschen Schäferhunds in Aussicht gestellt 

wird (BSK StGB-Heimgartner, Art. 285 N 11 m.w.H.).     

 

4.2. 

Die Tatbestandsvariante der Hinderung einer Amtshandlung durch Gewalt 

gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB ist nicht angeklagt (vgl. auch Berufungsbe-

gründung, S. 6 Ziff. 6), ebenso wenig die Tatbestandsvariante des tätlichen 

Angriffs.  

 

 - 9 - 

 

 

Was die Tatbestandsvariante der Nötigung zu einer Amtshandlung durch 

Gewalt oder Drohung gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB anbelangt, wobei die 

Staatsanwaltschaft in ihrer Berufungsbegründung – soweit nachvollziehbar 

– den Eskortgriff und den Handschelleneinsatz als Amtshandlung be-

zeichnet, zu welchem die Beschuldigte die Privatkläger genötigt haben soll 

(Berufungsbegründung S. 4 f.), ist festzuhalten, dass der Handschellenein-

satz nicht angeklagt ist. Bei dieser Tatbestandsvariante der sog. Beamten-

nötigung muss der Täter im Übrigen die Amtsperson zur Vornahme einer 

Amtshandlung zwingen, d. h. er muss diese durch den Amtsträger gegen 

dessen Willen bewirken (BSK StGB-Heimgartner, Art. 285 N 12), was im 

konkreten Fall, auch hinsichtlich des Eskortgriffes, von Vornherein zu ver-

neinen ist. 

 

Folglich bleibt die Tatbestandsvariante der Hinderung einer Amtshandlung 

durch Drohung. Ob die in der Anklageschrift umschriebenen Drohungen 

durch die Beschuldigte ausgesprochen worden sind, kann vorliegend offen-

bleiben. Denn selbst wenn dem so sein sollte, erreichen die inkriminierten 

Äusserungen die für die Tatbestandsmässigkeit erforderliche Intensität 

nicht. So handelt es sich bei den beiden Privatklägern um geschulte Polizei-

beamte, welche im Rahmen eines familiären Streits intervenierten und 

dabei die aufgebrachte Beschuldigte gegen deren Willen zu einem Polizei-

fahrzeug verbrachten, wobei diese ihrem Ärger über die Situation freien 

Lauf liess. Die hohen Anforderungen hinsichtlich der Intensität der Drohung 

werden in Würdigung dieser Gesamtumstände durch die inkriminierten 

Aussagen noch nicht erfüllt, womit auch die Tatbestandsvariante der 

Drohung und damit letztlich eine Verurteilung nach Art. 285 Abs. 1 StGB 

ausser Betracht fällt. 

 

4.3. 

Gemäss Art. 350 Abs. 1 StPO ist das Gericht nur an den in der Anklage 

umschriebenen Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene 

rechtliche Würdigung gebunden. Zu prüfen ist deshalb, wie bereits mit der 

Vorladung vom 24. Juli 2025 angekündigt, ob die Beschuldigte den Tatbe-

stand der Hinderung einer Amtshandlung gemäss Art. 286 StGB erfüllt hat. 

 

5. 

5.1. 

Der Täter hindert im Sinne von Art. 286 StGB, wenn er eine Amtshandlung 

ohne Gewalt beeinträchtigt, so dass diese nicht reibungslos durchgeführt 

werden kann. Dabei ist nicht erforderlich, dass er die Handlung einer Amts-

person gänzlich verhindert. Vielmehr genügt, dass er deren Ausführung 

erschwert, verzögert oder behindert (Urteil des Bundesgerichts 

6B_779/2020 vom 16. September 2020, E. 3.3 m.w.H.). Die bundesgericht-

liche Rechtsprechung hebt hervor, dass der Tatbestand eine Widersetz-

lichkeit erfordert, die sich in gewissem Umfang in einem aktiven Tun aus-

drückt. Der blosse Ungehorsam scheidet aus. Wer sich darauf beschränkt, 

 - 10 - 

 

 

einer amtlichen Aufforderung nicht Folge zu leisten oder am Ort der Aus-

führung gegen die Art der Amtshandlung Einsprache zu erheben, ohne in 

dieselbe einzugreifen, wird nicht nach Art. 286 StGB bestraft (BGE 127 

IV 15 E. 2; BGE 124 IV 127 E. 3a; BGE 120 IV 136 E. 2a). Der passive 

Widerstand muss dazu führen, dass die Amtshandlung nicht reibungslos 

durchgeführt werden kann. Dies setzt somit auch beim passiven Wider-

stand ein aktives Störverhalten mit einer gewissen Intensität voraus (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_132/2008 vom 13. Mai 2008 E. 3.3 mit Hinweis). 

 

Der subjektive Tatbestand verlangt Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt 

(BGE 107 IV 113 E. 4). 

 

5.2. 

Amtshandlung ist jede Betätigung in der Funktion als Beamter. Der Schutz 

erstreckt sich auf alle Teilakte der Amtstätigkeit und umfasst auch Vorbe-

reitungs- und Begleithandlungen. Bei Begleithandlungen ist entscheidend, 

dass diese amtlichen Charakter haben, d.h. in Zusammenhang mit der 

Erfüllung einer öffentlich-rechtlichen Funktion stehen, was der Fall ist, wenn 

die Handlung für die Amtsausübung notwendig ist. Der Tatbestand der 

Hinderung der Amtshandlung ist ein Erfolgsdelikt. Dabei ist nicht erforder-

lich, dass der Täter die Handlung einer Amtsperson überhaupt verun-

möglicht; es genügt, dass er deren Ausführung erschwert, verzögert oder 

behindert (Urteil des Bundesgerichts 6B_20/2018 vom 10. April 2018 

E. 3.3, mit weiteren Verweisen). Sofern die Amtshandlung offensichtlich 

rechtswidrig ist und die Rechtsmittel keinen wirksamen Schutz erwarten 

lassen, sind tatbestandsmässige Handlungen nicht strafbar, wenn der 

Widerstand auf die Bewahrung oder Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands gerichtet ist. Es genügt für die Annahme eines die Strafbarkeit 

ausschliessenden berechtigten Widerstands jedoch nicht, dass die Voraus-

setzungen für die Amtshandlung nicht erfüllt sind; es ist darüber hinaus 

nötig, dass die Behörde oder der Beamte einen Amtsmissbrauch begeht, 

das heisst, dass er seine Zwangsbefugnisse mit Blick auf seine Funktionen 

zweckentfremdet oder auf offensichtlich unverhältnismässige Weise aus-

übt. Diese Rechtslage gilt für jede Art polizeilicher Eingriffe (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_551/2020 vom 24. September 2020 E. 3.3.1, mit 

weiteren Verweisen).  

 

5.3. 

5.3.1. 

Zunächst ist festzuhalten, dass es sich bei den beiden Privatklägern als 

Angehörige der Polizei unbestrittenermassen um Beamte handelt.  

 

5.3.2. 

Die sicherheitspolizeiliche Anhaltung und die polizeiliche Anweisung an die 

Beschuldigte, sich zwecks Beruhigung bzw. Deeskalation der Situation 

zum Polizeifahrzeug zu begeben, stellten gestützt auf die polizeiliche 

 - 11 - 

 

 

Generalklausel (§§ 2 und 25 Abs. 2 PolG) rechtmässige Amtshandlungen 

innerhalb der Amtsbefugnisse der Privatkläger dar. Dasselbe gilt für das 

anschliessende Wegführen der Beschuldigten im Eskortgriff (nach deren 

Weigerung, der Anweisung Folge zu leisten). Die Amtshandlungen waren 

unter Berücksichtigung der Situation vor Ort – entgegen den Vorbringen 

der Beschuldigten (Plädoyer vor Vorinstanz, N 7) – auch verhältnismässig. 

So herrschte beim Eintreffen der Polizei unter den Beteiligten eine "auf-

geheizte" Stimmung, wobei im Notruf zunächst noch vom Einsatz einer 

Waffe die Rede war (act. 9; act. 17). Nachdem es vor Ort wieder zu einem 

lautstarken Streit zwischen der Beschuldigten und ihrem Ehemann ge-

kommen war, waren die Privatkläger gehalten, zur Wiederherstellung und 

Gewährleistung der Sicherheit und Ordnung und Verhinderung einer neuen 

Eskalation die Beschuldigte anzuhalten und wegzuführen und – aufgrund 

der Weigerung der Beschuldigten, den Ort zu verlassen –  die entsprech-

ende Weisung anschliessend auch zwangsweise mittels des Eskortgriffs 

durchzusetzen (zur nicht angeklagten Fesselung vgl. § 45 Abs. 1 lit. a 

PolG). Mildere Mittel sind denn auch nicht ersichtlich. 

 

5.3.3. 

Die Tatbestandsmässigkeit der Hinderung einer Amtshandlung i.S.v.  

Art. 286 StGB ist zu bejahen. Um die Situation vor Ort zu beruhigen und 

eine weitere Eskalation zu verhindern, musste die Beschuldigte – nachdem 

sie entsprechende polizeiliche Anweisungen trotz mehrmaliger Abmahn-

ung (act. 38) nicht befolgt hatte – unter Zwang im Eskortgriff zum Polizei-

fahrzeug geführt werden. Bei der Wegführung zum Polizeifahrzeug leistete 

die Beschuldigte Widerstand, indem sie sich sperrte, sich wie ein "Stein" 

verhielt und keinen Schritt weitermachte, und entsprechend versuchte, sich 

loszureissen. Die Wegführung der Beschuldigten zum Polizeifahrzeug 

wurde dadurch behindert und erschwert, weshalb der objektive Tatbestand 

gemäss Art. 286 StGB erfüllt ist. Ob die Handlung der Beschuldigten als 

aktiver oder passiver Widerstand eingestuft wird, spielt vorliegend keine 

Rolle. Die Beschuldigte erkannte zudem offensichtlich, dass es sich bei den 

beiden Privatklägern um Polizisten handelte (Protokoll der Berufungsver-

handlung, S. 4) und hat durch ihr renitentes Verhalten mindestens in Kauf 

genommen, die Verbringung zum Polizeifahrzeug zu behindern, womit 

auch der subjektive Tatbestand erfüllt ist. 

 

Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe sind keine ersichtlich, 

weshalb die Beschuldigte wegen Hinderung einer Amtshandlung gemäss 

Art. 286 StGB schuldig zu sprechen ist. Hinsichtlich des Vorwurfs der 

Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 StGB) 

hat kein formeller Freispruch zu erfolgen (vgl. BGE 142 IV 378 E. 1.3).  

 

 - 12 - 

 

 

6. 

6.1. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze zur Strafzumessung wiederholt dar-

gelegt. Darauf kann verwiesen werden (BGE 147 IV 241; 144 IV 313, 144 

IV 217 E. 3; 141 IV 61 E. 6.1; 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen).  

 

6.2. 

Die Hinderung einer Amtshandlung wird nach Art. 286 StGB mit Geldstrafe 

bis zu 30 Tagessätzen bestraft. Das Gericht misst die Strafe innerhalb 

dieses Rahmens nach dem Verschulden des Täters zu. Es berücksichtigt 

das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der 

Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden wird nach der Schwere 

der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Ver-

werflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des Täters sowie 

danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusseren Um-

ständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden 

(Art. 47 StGB). 

 

6.3. 

Im konkreten Fall bestand die Tathandlung der Beschuldigten darin, dass 

sie sich gegen ihre Wegführung zum Polizeifahrzeug wehrte, indem sie sich 

sperrte und versuchte, sich aus dem Eskortgriff loszureissen. Sie behin-

derte und verzögerte die Amtshandlung dabei zwar relativ kurz. Dass ihre 

Gegenwehr aber dazu führte, dass sie mit Handfesseln fixiert werden 

musste, spricht doch für eine gewisse Intensität der Gegenwehr. Insgesamt 

ist von einem mittleren Tatverschulden auszugehen. Eine Geldstrafe von 

20 Tagessätzen erscheint – unter Berücksichtigung der noch auszu-

fällenden Verbindungsbusse (dazu unten) – dem Tatverschulden ange-

messen.  

 

Die Beschuldigte ist nicht vorbestraft und weist einen unbescholtenen Leu-

mund auf. Ein entsprechendes Wohlverhalten darf jedoch erwartet werden 

und wirkt sich deshalb neutral aus. Damit bleibt die Täterkomponente ohne 

Auswirkungen auf die Strafzumessung. Es bleibt bei einer Geldstrafe von 

20 Tagessätzen. 

 

6.4. 

Gemäss den Angaben der Beschuldigten erzielt sie ein monatliches Ein-

kommen von Fr. 8'000.00 bis Fr. 9'000.00, womit von einem Nettoeinkom-

men von Fr. 7'200.00 pro Monat auszugehen ist. Weiter verfügt sie über 

monatliche Mieteinnahmen in der Höhe von Fr. 8'000.00, wovon der Lie-

genschaftsaufwand von monatlich rund Fr. 5'033.00 in Abzug zu bringen 

ist (pro Quartal: Fr. 7'800.00 [Hypothek], Fr. 7'300.00 [Nebenkosten]). Da-

raus resultieren Mieterträge von rund Fr.  2'967.00 pro Monat. Unter Be-

rücksichtigung der Rückstellungen und der Beteiligung des Ehemannes an 

den Mieteinnahmen ist der Beschuldigten ein monatliches Einkommen aus 

 - 13 - 

 

 

Miete in der Höhe von Fr. 800.00 anzurechnen, womit insgesamt ein 

monatliches Nettoeinkommen von Fr. 8'000.00 resultiert. Der Beschuldig-

ten ist ein Pauschalabzug von 20 % für Krankenkasse und Steuern sowie 

einen Unterstützungsabzug von 7.5 % für ein Kind (act. 56, Frage 26; zum 

Ganzen: Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 3 und 7) zu gewähren, 

womit der Tagessatz auf (abgerundet) Fr. 190.00 festzusetzen ist (Art. 34 

Abs. 2 StGB). 

 

6.5. 

Die Beschuldigte hat keine Vorstrafen. Ihr ist eine gute Prognose auszu-

stellen, so dass der bedingte Vollzug der Geldstrafe zu gewähren ist. 

 

6.6. 

Vorliegend ist die Verbindung der bedingt ausgesprochenen Geldstrafe mit 

einer Busse gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB angezeigt, um der Beschuldigten 

die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen ihres Handelns 

deutlich vor Augen zu führen (vgl. BGE 134 IV 1 E. 4.5.1). Diese ist auf 

Fr. 900.00 (ersatzweise 5 Tage Freiheitsstrafe) festzusetzen. 

 

6.7. 

Zusammengefasst ist die Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe von 

20 Tagessätzen à Fr. 190.00, d.h. Fr. 3'800.00, sowie einer Busse von 

Fr. 900.00 zu verurteilen. Die Geldstrafe ist aufzuschieben bei einer Probe-

zeit von 2 Jahren.  

 

7. 

7.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Berufungsverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens bzw. Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschul-

digte unterliegt im Berufungsverfahren hinsichtlich des Schuldpunkts. Dass 

das Obergericht den Anklagesachverhalt in rechtlicher Hinsicht abweich-

end von der Staatsanwaltschaft gewürdigt hat, ändert nichts daran, dass 

die Beschuldigte gemäss Anklage schuldig gesprochen wird. Hinsichtlich 

des Strafpunkts obsiegt sie teilweise, weshalb sie die Kosten vor Ober-

gericht zur Hälfte zu tragen hat (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO).  

 

7.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 

IV 47). Entsprechend hat die Beschuldigte ihre Parteikosten für das Beru-

fungsverfahren zur Hälfte zu tragen, der Rest geht zulasten der Staatkasse. 

Die anlässlich der Berufungsverhandlung mit Honorarnote vom 22. Oktober 

2025 geltend gemachte Entschädigung ist auf einen Stundenansatz von 

Fr. 240.00 zu reduzieren (§ 8 Abs. 2bis AnwT), sie erweist sich aber im 

Übrigen als angemessen. Hinzu kommt die Entschädigung für die Beru-

fungsverhandlung (Dauer: 2 ½ Stunden), welche unter Berücksichtigung 

des Zeitaufwands für den Weg und einer kurzen Nachbesprechung mit der 

 - 14 - 

 

 

Beschuldigten auf 4 ½ Stunden festzusetzen ist. Im Ergebnis resultiert ein 

Honorar von Fr. 5'237.55 (Fr. 4'704.00 [19.6 Std. à Fr. 240.00], Auslagen-

pauschale von 3 % [Fr. 141.10], MWST von 8.1 % [Fr. 392.45]), womit 

Rechtsanwalt Johannes Glenck durch die Obergerichtskasse mit 

Fr. 2'618.80 zu entschädigen ist. 

 

8. 

8.1. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO).  

 

8.2. 

Die Beschuldigte wird schuldig gesprochen und hat damit die Kosten des 

erstinstanzlichen Verfahrens zu tragen (Art. 426 Abs. 1 StPO). Zufolge des 

Schuldspruchs hat die Beschuldigte auch ihre Parteikosten für das erst-

instanzliche Verfahren selber zu tragen (Art. 429 Abs 1 lit. a StPO e 

contrario).  

 

9. 

Den beiden Privatklägern ist kein entschädigungspflichtiger Aufwand ent-

standen, wobei sie auch keine Entschädigung geltend gemacht haben. 

 

10. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO).  

 

 
   

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschuldigte ist schuldig der Hinderung einer Amtshandlung gemäss 

Art. 286 StGB. 

 

2. 

Die Beschuldigte wird gestützt auf die in Ziff. 1 erwähnte Bestimmung sowie 

Art. 34 StGB und Art. 47 StGB zu 20 Tagessätzen à Fr. 190.00, d.h. 

Fr. 3'800.00, sowie einer Verbindungsbusse von Fr. 900.00, ersatzweise 

5 Tage Freiheitsstrafe, verurteilt. 

 

3. 

Der Vollzug der Geldstrafe wird gestützt auf Art. 42 StGB aufgeschoben. 

Die Probezeit wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB auf 2 Jahre festgesetzt. 

 

 - 15 - 

 

 

4. (in Rechtskraft erwachsen) 

Der Beschuldigten wird keine Genugtuung zugesprochen. 

 

5. 

5.1. 

Die Beschuldigte hat die erstinstanzlichen Verfahrenskosten in Höhe von 

Fr. 2'020.00 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 1'000.00) zu tragen. 

 

5.2. 

Die Beschuldigte trägt ihre Kosten vor Vorinstanz selber. 

 

6. 

6.1. 

Die Kosten für das Berufungsverfahren, bestehend aus einer Gerichts-

gebühr von Fr. 3'000.00 und den Auslagen von Fr. 172.00, zusammen 

Fr. 3'172.00, werden der Beschuldigten zur Hälfte in der Höhe von 

Fr. 1'586.00 auferlegt. Der Rest geht zulasten der Staatskasse 

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, Rechtsanwalt Johannes Glenck, 

8001 Zürich, eine Entschädigung in der Höhe von Fr. 2'618.80 auszu-

richten. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

Mitteilung an: 

[…] 

 

Mitteilung nach Rechtskraft an: 

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht bezahlen 

bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit 

aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten 

verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB). 

 
 
 

 - 16 - 

 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
 

 

 

  

Aarau, 22. Oktober 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

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