# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5cb5a02f-1846-5ecc-a5b3-a84b811902e9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-04-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 23.04.2021 UV 2020/15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_UV-2020-15_2021-04-23.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 1/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2020/15

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 29.10.2021

Entscheiddatum: 23.04.2021

Entscheid Versicherungsgericht, 23.04.2021
Art. 6 UVG: Verneinung neuer unfallkausaler struktureller 
Gesundheitsschäden und einer richtungsgebenden Verschlimmerung 
degenerativer Vorzustände. Verneinung des überwiegend wahrscheinlichen 
Dahinfallens des natürlichen Kausalzusammenhangs per 
Leistungseinstellungsdatum. Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur 
Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen im Sinne der Erwägungen 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. April 
2021, UV 2020/15).

Entscheid vom 23. April 2021

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Markus 

Lorenzi

Geschäftsnr.

UV 2020/15

Parteien

Concordia Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung AG, Bundesplatz 15, 

Postfach, 6002 Luzern,

Beschwerdeführerin,

gegen

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 2/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Vaudoise Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft AG, Place de Milan, Case postale 

120, 1001 Lausanne,

Beschwerdegegnerin,

am Verfahren beteiligt

A.___,

Beigeladener,

Gegenstand

Versicherungsleistungen (i.S. A.___)

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war seit 21. Januar 2019 als Chauffeur bei der 

B.___ AG angestellt und dadurch bei der Vaudoise Allgemeine Versicherungs-

Gesellschaft AG (nachfolgend: Vaudoise) gegen die Folgen von Unfällen versichert (act. 

G 3.2.1).

A.a. 

Mit Schreiben vom 15. April 2019 kündigte die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis 

mit dem Versicherten auf den 22. April 2019 (act. G 3.2.4-1, G 3.2.10).

A.b. 

Am 29. April 2019 meldete die Arbeitgeberin der Vaudoise einen Unfall des 

Versicherten vom 14. April 2019. Dieser sei auf einer Lieferwagenrampe ausgerutscht, 

da nasses, kaltes Wetter gewesen sei. In der Schadenmeldung wurden ein 

Muskelfaserriss am rechten Oberschenkel und eine Prellung der linken 

Rückenmuskulatur als Verletzungen und eine Arbeitsunfähigkeit ab dem 16. April 2019 

angegeben (act. G 3.2.1). Die Erstbehandlung hatte am 18. April 2019 bei Dr. med. 

C.___, Ärztin für Allgemeine Medizin FMH, stattgefunden, die nach einem 

röntgenologischen Ausschluss einer Fraktur im Bereich der LWS eine LWS-Kontusion 

A.c. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 3/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sowie eine Adduktorenzerrung rechts diagnostiziert und die in der Schadenmeldung 

angeführte (vollständige) Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (act. G 3.2.5, G 3.2.8).

Mit Schreiben vom 30. April 2019 anerkannte die Vaudoise ihre Leistungspflicht für 

das Unfallereignis vom 14. April 2019 und sicherte dem Versicherten die Ausrichtung 

von Heilbehandlungsleistungen und Taggeldern zu (act. G 3.2.2).

A.d. 

Am 11. Juni 2019 wurde beim Versicherten auf Zuweisung von Dr. med. D.___, 

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, im Netzwerk Radiologie, Klinik für Radiologie 

und Nuklearmedizin E.___, durch Dr. med. F.___, Oberarzt mbF, eine MRI-

Untersuchung der Wirbelsäule (BWK12 - SWK3) und des Beckens durchgeführt. Die 

Bildgebung zeigte geringe Bandscheibenhernien LWK4-SWK1 ohne Kompression 

nervaler Strukturen, einen abgeflachten Übergang Femurkopf/Femurhals beidseits (DD: 

Femoroazetabuläres Impingement) und keine Fraktur oder Muskelläsion (act. G 

3.2.19-3).

A.e. 

Am 26. Juni 2019 erstellte Dr. D.___ zu Fragen der Vaudoise einen Bericht, dem 

insbesondere die durch ihn und Dr. C.___ anlässlich verschiedener klinischer 

Untersuchungen erhobenen Befunde zu entnehmen sind (act. G 3.2.19-1 f.; vgl. act. G 

3.2.13).

A.f. 

Mit Schreiben vom 10. Juli 2019 teilte die Vaudoise dem Versicherten mit, dass sie 

im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 14. April 2019 bis 30. Juni 2019 Taggelder 

abgerechnet habe. Zur Überprüfung eines Anspruchs auf weitere Taggelder seien 

umfassende medizinische Abklärungen notwendig. Sobald der Bericht über die laut Dr. 

D.___ bei Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Rheumatologie und Innere Medizin, 

eingeleitete konsiliarische Abklärung vorliege, erfolge eine Beurteilung durch ihren 

medizinischen Beratungsdienst (act. G 3.2.21).

A.g. 

Dem Versicherten wurde von Dr. C.___ und Dr. D.___ insgesamt bis 13. August 

2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt (act. G 3.2.5 f., G 3.2.12, G 3.2.14 f., 

G 3.2.17 f.).

A.h. 

Dr. G.___ untersuchte den Versicherten am 13. August 2019 und stellte folgende 

Diagnosen: Klinik: Chronisches seitenalternierendes lumbosakrales Syndrom beidseits 

A.i. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 4/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

mit/bei: DD facettogen, myofaszial, diskale Mitkomponente; chronische 

Belastungsschmerzen inguinal/Adduktoren rechts mit/bei: DD coxogen, 

femoroacetabuläres Impingement, myofaszial, reffered pain; Bildgebungen: Röntgen 

LWS a.p./lateral 18. April 2019; MRI LWS und Becken 11. Juni 2019: Wirbelsäule: 

Geringe Diskushernien L4/5 und L5/S1 ohne Neurokompression, mässige 

Spondylarthrose L4-S1 beidseits; Becken: Normale Muskulatur ohne Nachweis einer 

Adduktorenläsion, normale Symphyse, abgeflachter Übergang Femurkopf/Femurhals 

beidseits (DD: femoroacetabuläres Impingement); Röntgen Becken und Hüftgelenk 

rechts Lauenstein 13. August 2019: leichte Offsetstörung Femurhals rechts; Arthro-MRI 

Hüftgelenk rechts noch ausstehend (act. G 3.2.24). Dr. G.___ verlängerte die 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit bis zum 22. August 2019 (act. G 3.2.23).

In der Folge wurde der Schadenfall von der Vaudoise ihrem beratenden Arzt Dr. 

med. H.___, zertifizierter Gutachter SIM, Facharzt Chirurgie FMH, Spez. 

Allgemeinchirurgie und Traumatologie FMH, vorgelegt. Dr. H.___ stellte in seiner 

Beurteilung vom 21. August 2019 folgende Diagnosen: Kontusion Becken, Rücken und 

Ellbogen mit Aktivierung von chronischem, seitenalternierendem lumbosakralen 

Syndrom beidseits mit/bei: DD facettogen, myofaszial, diskale Mitkomponente und 

chronischen Belastungsschmerzen inguinal/Adduktoren rechts mit/bei: DD coxogen, 

femoroacetabuläres Impingement, myofaszial, reffered pain. Mit den chronischen 

Diagnosen würden unfallfremde Faktoren vorliegen. Sie seien entscheidend für die 

anhaltenden Beschwerden und die andauernde Arbeitsunfähigkeit. Initial hätten die 

Beschwerden im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 14. April 2019 gestanden. Der 

Status quo sine sei jedoch nach sechs bis acht Wochen wieder erreicht gewesen. In 

den radiologischen Abklärungen hätten sich keine strukturellen Veränderungen gezeigt, 

die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 14. April 2019 

zurückgeführt werden könnten. Die Muskelzerrung der Adduktoren habe nicht verifiziert 

werden können. Die Veränderungen des Hüftgelenks seien unfallfremd (act. G 3.2.25).

A.j. 

Am 28. August 2019 attestierte Dr. G.___ dem Versicherten vom 23. August bis 1. 

September 2019 eine 100%ige und vom 2. bis 15. September 2019 eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit (act. G 3.2.26-2 f.). Ebenfalls am 28. August 2019 berichtete Dr. 

G.___ nochmals über die Konsultation vom 13. August 2019 und stellte nach einer am 

16. August 2019 im Spital I.___ durchgeführten Arthro-MRI-Untersuchung des rechten 

A.k. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 5/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

B.  

Hüftgelenks des Versicherten die zusätzlichen Diagnosen Taillierungsstörung am 

Übergang des Femurkopfs zum Hals rechts (Cam-Impingement), Einriss des Labrum 

acetabulare am postero-superioren Aspekt, minime Bursitis trochanterica mit 

Ansatztendinose der Glutealmuskulatur, keine signifikante Koxarthrose oder Bursitis 

iliopectinea sowie normales Signal der Adduktoren. Hinsichtlich Arbeitsfähigkeit hielt 

Dr. G.___ fest, dass nach dem 15. September 2019 unter Umständen keine 

Arbeitsunfähigkeit mehr bestehe. Aktuell sei bei ihm keine weitere Verlaufskontrolle 

vorgesehen (act. G 3.2.28).

Gestützt auf die Beurteilung von Dr. H.___ eröffnete die Vaudoise dem Versicherten 

mit Verfügung vom 3. September 2019, dass die aktuellen Rückenbeschwerden nicht 

mehr mit dem gesetzlich erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit auf das Ereignis vom 14. April 2019 zurückgeführt werden könnten 

und es ihr als Unfallversicherung nicht möglich sei, nach dem 9. Juni 2019 Leistungen 

zu erbringen (act. G 3.2.27).

A.l. 

Gegen die Verfügung vom 3. September 2019 erhob der Versicherte, vertreten 

durch die Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft AG, Adliswil (nachfolgend: 

Fortuna), mit Eingabe vom 16. September 2019 vorsorglich Einsprache (act. G 3.2.31). 

Mit Eingabe vom 17. September 2019 erhob auch die Concordia als 

Krankenversicherung des Versicherten Einsprache gegen die Verfügung vom 3. 

September 2019 (act. G 3.2.34). Nachdem die Fortuna der Vaudoise mit E-Mail vom 

28. Oktober 2019 mitgeteilt hatte, dass sie ihre Vertretungsvollmacht im Schadenfall 

des Versicherten zurückziehe (act. G 3.2.37), gelangte die Vaudoise mit Schreiben vom 

29. Oktober 2019 an den Versicherten und ersuchte ihn um Mitteilung, ob er an der 

vorsorglichen Einsprache festhalten wolle. Gegebenenfalls verlangte sie von ihm eine 

Einsprachebegründung (act. G 3.2.38). Der Versicherte liess sich nicht innert Frist 

vernehmen.

B.a. 

Mit Schreiben vom 27. November 2019 (act. G 3.2.40) gelangte die Vaudoise mit 

Fragen an Dr. D.___, welche dieser am 30. Dezember 2019 beantwortete (act. G 

3.2.42).

B.b. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 6/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.  

Nachdem die Vaudoise den Schadenfall aufgrund der Einsprache der Condordia 

neuerlich Dr. H.___ vorgelegt und dieser am 8. Januar 2020 eine Beurteilung 

eingereicht hatte (act. G 3.2.43), wies die Vaudoise die Einsprache der Concordia mit 

Einspracheentscheid vom 21. Januar 2020 ab (act. G 3.2.44).

B.c. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 21. Januar 2020 erhob die Condordia 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 19. Februar 2020 beim 

Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen Beschwerde mit dem Antrag, der 

angefochtene Einspracheentscheid der Vaudoise (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) 

sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, über den 9. Juni 2019 

hinaus vollumfänglich die gesetzlichen Leistungen zu erbringen, unter gesetzlicher 

Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1). 

Zusammen mit der Beschwerde reichte die Condordia Stellungnahmen ihres 

Vertrauensarztes Dr. med. J.___, Facharzt für orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie, vom 11. September 2019 und 6. Februar 2020 ein (act. G 1.1.10, G 

1.1.13).

C.a. 

Mit Schreiben vom 20. Februar 2020 leitete das Verwaltungsgericht des Kantons 

St. Gallen die Beschwerde zuständigkeitshalber an das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen weiter (act. G 0).

C.b. 

Mit Beschwerdeantwort vom 3. April 2020 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung des Einspracheentscheids vom 21. 

Januar 2020 (act. G 3) und reichte eine weitere Stellungnahme von Dr. H.___ vom 22. 

März 2020 zu den Äusserungen von Dr. J.___ und zur Beschwerde vom 19. Februar 

2020 ein (act. G 3.1).

C.c. 

Mit Replik vom 22. Juni 2020 bestätige die Concordia ihren Antrag in der 

Beschwerde (act. G 8) und reichte eine Stellungnahme von Dr. J.___ vom 3. Juni 2020 

ein (act. G 8.1).

C.d. 

Mit Duplik vom 14. August 2020 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem 

Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (act. G 10).

C.e. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 7/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien umstritten und nachfolgend zu prüfen ist die Rechtmässigkeit 

der Leistungseinstellung der Beschwerdegegnerin per 9. Juni 2019. Als 

Krankenversicherer des beigeladenen Versicherten ist die Beschwerdegegnerin ohne 

Zweifel zur Beschwerdeerhebung aktivlegitimiert (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. 

Aufl. 2020, N 56, 68 zu Art. 59). 

2.  

Am 9. März 2021 wurde der Versicherte zum Verfahren beigeladen. Es wurde ihm 

die Gelegenheit eingeräumt, zur Beschwerde und dem erfolgten Schriftenwechsel 

Stellung zu nehmen, doch liess er die ihm dazu eingeräumte Frist unbenutzt 

verstreichen (act. G 12).

C.f. 

Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen 

Rechtsschriften und medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

C.g. 

Der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung setzt zunächst einen Unfall im 

Sinne von Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) voraus. Als solcher gilt eine plötzliche, 

nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors 

auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. Ist die versicherte Person infolge des 

Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein 

Taggeld (Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 

832.20]). Sie hat zudem Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen 

(Art. 10 UVG). Angesichts dieser gesetzlichen Bestimmungen bildet die Unfallkausalität 

Anspruchsvoraussetzung für Heilkosten- und Taggeldleistungen der 

Unfallversicherung. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht demnach nur 

für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f. mit Hinweisen; André 

Nabold, N 48 ff. zu Art. 6, in: Marc Hürzeler/Ueli Kieser [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung, Kommentar zum schweizerischen Sozialversicherungsrecht, 2018 

[nachfolgend zitiert: KOSS UVG]; Irene Hofer, N 63 ff. zu Art. 6, in: Ghislaine Frésard-

2.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 8/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fellay/Susanne Leuzinger/Kurt Pärli [Hrsg.], Unfallversicherungsgesetz, Basler 

Kommentar, 2019 [nachfolgend zitiert: BSK UVG]; Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre 

Holzer, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, in: Erwin Murer/Hans-Ulrich Stauffer 

[Hrsg.], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 4. Aufl. 

2012, S. 53 ff.). Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVG werden Pflegeleistungen und 

Kostenvergütungen sowie die Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, 

wenn die Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht in der Regel auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (BGE 129 V 181 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 

vom 1. September 2008, 8C_522/2007, E. 4.3.2; KOSS UVG-Nabold, N 53, 59 zu Art. 

6; BSK UVG-Hofer, N 66, 74 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 58). Im 

Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinne von nachweisbaren 

strukturellen Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des 

Unfallversicherers praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der 

natürlichen deckt (vgl. BGE 134 V 111 E. 2, 127 V 103 E. 5b/bb, 117 V 365 mit 

Hinweisen; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45; BSK UVG-Hofer, N 80 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S.58 f.).

Ist die Unfallkausalität im Grundfall einmal mit der erforderlichen 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

erst dann, wenn der Unfall nicht mehr eine natürliche und adäquate Ursache der 

weiterhin geklagten Beschwerden darstellt, d.h. wenn die Beschwerden nur noch und 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruhen. Dies trifft dann zu, wenn 

entweder der unmittelbar vor dem Unfall bestandene (allenfalls krankhafte) 

Gesundheitszustand (Status quo ante), oder aber derjenige Gesundheitszustand, wie er 

sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften oder andersartig 

geschädigten Vorzustands auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt hätte 

(Status quo sine) erreicht ist (vgl. zum Ganzen RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 8C_101/2008, E. 2.2.; 

KOSS UVG-Nabold, N 54 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6, Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 54). Trifft ein Unfall auf einen vorgeschädigten Körper und steht 

medizinisch fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder 

erreicht werden können, spricht die Rechtsprechung von einer richtungsgebenden 

2.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 9/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Verschlimmerung (BSK UVG-Hofer, N 71 zu Art. 6; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54; 

Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2007, 8C_467/2007, E. 3.1).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines 

Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein; die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt nicht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. August 2008, 

8C_101/2008, E. 2.2; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4; Thomas Locher/Thomas 

Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. 2014, § 70 N 58 f.).

2.3. 

Der Beweis des Dahinfallens jeder kausalen Bedeutung kann durchaus unter 

Bezugnahme auf statistische Grundlagen und medizinische Erfahrungswerte geführt 

werden, sofern sie der herrschenden Lehrmeinung entsprechen (BGE 126 V 189 E. 4c; 

Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG] vom 18. September 2002, U 

60/02, E. 2.2). Dies hat insbesondere für den Nachweis des Status quo sine zu gelten, 

bei dem es sich um einen hypothetischen Zustand handelt, der sich häufig nur mit 

Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des EVG vom 18. September 2002, U 60/02, 

E. 2.2).

2.4. 

Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin begründet sind. 

Ausschlaggebend für den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich 

weder die Herkunft noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 E. 3a). Auch Berichte und 

Gutachten, welche die Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren 

eigenen bzw. beratenden Ärzten und Ärztinnen einholen, können beweistauglich sein. 

An die Beweiswürdigung der Beurteilungen dieser Ärzte und Ärztinnen sind indes 

strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an deren 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 10/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

135 V 469 f. E. 4.4. mit Hinweis; bestätigt in Urteil des Bundesgerichts vom 23. 

November 2012, 8C_592/2012, E. 5.3). Die Rechtsprechung erachtet sodann reine 

Aktengutachten als beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden 

medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund rückt (Urteil des Bundesgerichts vom 18. Juni 

2014, 9C_196/2014, E. 5.1.1). Angesichts der obigen Darlegungen sprechen keine 

formellrechtlichen Gründe gegen den Einbezug der Aktenbeurteilungen von Dr. H.___ 

vom 21. August 2019 (act. G 3.2.25), 8. Januar 2020 (act. G 3.2.43) und 22. März 2020 

(act. G 3.1). Auch bei den Beurteilungen von Dr. J.___ vom 11. September 2019 (act. G 

1.1.10), 6. Februar 2020 (act. G 1.1.13) und 3. Juni 2020 (act. G 8.1) handelt es sich im 

Übrigen um Aktenbeurteilungen eines Vertrauensarztes einer Versicherung, hier des 

beschwerdeführenden Krankenversicherers.

Die Beschwerdegegnerin hat unbestrittenermassen anerkannt, dass der 

Versicherte am 14. April 2019 einen Unfall im Sinne des Gesetzes mit einer 

schädigenden Einwirkung auf den Körper erlitten hat und hat ihm mit Schreiben vom 

30. April 2019 Heilkosten- und Taggeldleistungen zugesichert (act. G 3.2.2-1 f.). Mit 

Einspracheentscheid vom 21. Januar 2020 (act. G 3.2.44) bzw. mit der diesem 

zugrundeliegenden Verfügung vom 3. September 2019 (act. G 3.2.27) hat die 

Beschwerdegegnerin ihre Versicherungsleistungen per 9. Juni 2019 eingestellt. Der 

Versicherte litt jedoch über das genannte Datum hinaus an lumbosakralen Schmerzen 

beidseits, nachts beim Drehen und morgens beim Aufstehen vor allem tieflumbal, 

tagsüber mehr lumbosakral/gluteal, sowie an Belastungsschmerzen inguinal medial 

rechts bzw. am medialen Oberschenkel ganz proximal (act. G 3.2.24, act. G 1.1.3).

3.1. 

Für die Annahme unfallkausaler struktureller Restfolgen werden grundsätzlich eine 

unfallkausale strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als 

objektivierbares Korrelat verlangt. Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die 

reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des 

Patienten bzw. der Patientin unabhängig sind. Folglich kann von objektiv 

ausgewiesenen organisch-strukturellen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, 

wenn die erhobenen Befunde mit - wissenschaftlich anerkannten - apparativen/

bildgebenden Abklärungen (wie Röntgen, MRI, CT, Arthroskopie) bestätigt werden 

(BGE 138 V 248 E. 5.1, 134 V 232 E. 51 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 

28. Oktober 2009, 8C_216/2009, E. 2 mit Hinweisen; BSK UVG-Hofer, N 81 zu Art. 6).

3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 11/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

 3.3. 

Eine erste radiologische Untersuchung der LWS des Versicherten wurde 

anlässlich der Erstbehandlung am 18. April 2019 durch Dr. C.___ durchgeführt, wobei 

sich auf dem Röntgenbild eine Fraktur ausschliessen liess. Dr. C.___ diagnostizierte 

allerdings aufgrund der von ihm erhobenen klinischen Befunde - links hinkendes 

Gangbild, Klopfdolenz über unterer LWS, periphere Sensomotorik intakt, Hüfte rechts 

passiv gut beweglich, Abduktion des rechten Oberschenkels massiv schmerzhaft, 

Druckdolenz über dem Ansatz der Adduktoren - eine LWS-Kontusion und eine 

Adduktorenzerrung rechts (act. G 3.2.8). Die am 11. Juni 2019 durch Dr. F.___ von der 

Wirbelsäule und dem Becken mittels MRI erstellten Bilder zeigten eine geringe 

Bandscheibenhernie LWK4-SWK1 ohne Kompression nervaler Strukturen und einen 

abgeflachten Übergang Femurkopf/Femurhals beidseits (DD: Femoroazetabuläres 

Impingement). Wie bereits röntgenologisch konnten auch im MRI keine Frakturen 

nachgewiesen werden. Eine Muskelläsion der Adduktoren konnte nicht verifiziert 

werden (act. G 3.2.19-3). Eine MRI-Untersuchung am 16. August 2019 im Spital I.___ 

brachte sodann laut Bericht von Dr. G.___ vom 28. August 2019 ebenfalls eine 

Taillierungsstörung am Übergang vom Femurkopf zum Hals rechts (Cam-Impingement) 

zur Darstellung und zeigte zudem einen Einriss des Labrums acetabulare am postero-

superioren Aspekt (act. G 3.2.28).

3.3.1. 

Wie von Dr. H.___ in seinen Beurteilungen vom 21. August 2019 (act. G 3.2.25) 

und 8. Januar 2020 (act. G 3.2.43) überzeugend festgestellt, steht ausser Frage, dass 

die in Erwägung 3.3.1 genannten Befunde aus den MRI-Untersuchungen - auch wenn 

es sich dabei um organische Substrate handelt - unfallfremd sind (zur unfallbedingten 

Diskushernie sowie zur richtungsgebenden Verschlimmerung einer Diskushernie durch 

Trauma vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2020, 8C_552/2020, E. 3.2, 

3. September 2020, 8C_319/2020, 8C_346/2020, E. 6.6, und 26. August 2019, 

8C_408/2019, E. 3.3; zur Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall vgl. auch act. G 3.2.4-1). 

Auch Dr. J.___ hält in seiner Stellungnahme vom 3. Juni 2020 (act. G 8.1) fest, dass ein 

Unfallereignis mit einem Vorschaden bestehe. Es gebe keine Hinweise, dass dieser 

Vorschaden strukturell verändert worden sei, und er erklärt sich mit Dr. H.___ bzw. 

dessen Beurteilung der Diskushernie und des Impingements (Diskrepanz zwischen 

Hüftpfanne und Hüftkopf) rechts als Vorzustände einverstanden. Dr. G.___ hält zwar in 

seinem Bericht vom 28. August 2019 in Bezug auf den Einriss des Labrum acetabulare 

am postero-superioren Aspekt ein traumatisches Auftreten im Rahmen des 

Arbeitsunfalls vom 14. April 2019 fest (act. G 3.2.28-1 f.), jedoch nur als 

Differentialdiagose. Als solche bezeichnet man eine Diagnose, die alternativ als 

3.3.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Erklärung für die erhobenen medizinischen Befunde oder Symptome 

(Krankheitszeichen) in Betracht zu ziehen ist, die aber nicht eindeutig feststeht. Zudem 

thematisieren weder Dr. H.___ (act. G 3.2.25, G 3.1) noch Dr. J.___ (vgl. insbesondere 

act. G 8.1) in ihren Beurteilungen einen traumatisch bedingten Labrumriss.

In seiner Stellungnahme vom 3. Juni 2020 (act. G 8.1) erklärt Dr. J.___ sodann, 

dass nicht alle Schäden am Bewegungsapparat bildgebend nachweisbar seien. 

Bildgebend nicht nachweisbar seien Fehlfunktionen des Iliosakralgelenks und der 

Facettengelenke bzw. ein blockiertes Iliosakralgelenk und Facettengelenksblockaden. 

Er führt die Beschwerden des Versicherten auf solche Schäden zurück. Auch Dr. G.___ 

hält in seinem Bericht vom 13. August 2019 fest, dass hartnäckige 

Facettengelenksblockaden zu den Gesamtschmerzen beitragen könnten (act. G 

3.2.28). Wenn auch nur differentialdiagnostisch hat auch Dr. H.___ in seinen 

Beurteilungen vom 21. August 2019 (act. G 3.2.25), 8. Januar 2020 (act. G 3.2.43) und 

22. März 2020 (act. G 3.1) die Diagnose eines chronischen, seitenalternierenden 

lumbosakralen Syndroms beidseits mit/bei facettogen, myofaszial, diskaler 

Mitkomponente gestellt. Was eine Facettengelenksblockade angeht, erklärt sich jedoch 

Dr. J.___ mit Dr. H.___ einverstanden, dass eine solche eine funktionelle oder leichte 

degenerative Veränderung und damit ebenfalls ein Vorzustand sei (act. G 8.1). In Bezug 

auf das Iliosakralgelenk kommt es zwar für Dr. H.___ in Frage, dass die Beschwerden 

möglicherweise auf eine diesbezügliche Blockierung zurückzuführen seien, doch 

verweist er auf die Befunde von Dr. G.___ im Untersuchungsbericht vom 13. August 

2019 (act. G 3.2.28), welche bezüglich einer Iliosakralgelenksblockade nicht konklusiv 

beurteilbar gewesen seien (act. G 3.1). In seiner Stellungnahme vom 3. Juni 2020 

spricht denn auch Dr. J.___ die Iliosakralgelenksblockade nicht mehr an (act. G 8.1).

3.4. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Versicherte mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den Unfall vom 14. April 2019 keine neuen, 

bleibenden Gesundheitsschädigungen im Sinn struktureller Veränderungen erlitten hat, 

welche fortdauernde LWS-, Hüft- und inguinale Schmerzen bzw. Schmerzen im 

Bereich der Adduktoren und am medialen Oberschenkel bewirken könnten. Bildgebend 

objektiviert sind jedoch (degenerative) Vorzustände wie eine Diskushernie und eine 

Taillierungsstörung am Übergang vom Femurkopf zum Hals. Nach dem in Erwägung 

3.4 Gesagten ist sodann davon auszugehen, dass beim Versicherten - wenn auch 

bildgebend nicht nachgewiesen - vorbestehend auch eine Facettengelenksblockade 

vorliegt.

3.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Ist es durch den Unfall zu keinen neuen unfallbedingten strukturellen Schäden 

gekommen, trifft er aber auf einen vorgeschädigten Körper, kommt eine unfallkausale 

Gesundheitsschädigung höchstens als vorübergehende oder richtungsgebende 

Verschlimmerung des Vorzustandes in Betracht. Letztere wird von den Ärzten im 

vorliegenden Fall offensichtlich ebenfalls ausgeschlossen (vgl. Erwägung 3.3.2). Die 

lediglich vorübergehende unfallbedingte Verschlimmerung eines Vorzustandes basiert 

auf dem Wissen, dass es im Unfallversicherungsrecht Fälle gibt, bei denen die 

Unfallfolgen bzw. deren Anteil an einer Gesundheitsschädigung im Rahmen des 

posttraumatischen Verlaufs nie konkret beschrieben bzw. radiologisch als strukturelle 

Verletzung der Gelenke oder Knochen sichtbar gemacht werden können. Dennoch wird 

bei einem geeigneten bzw. adäquaten Ereignis in einer ersten Phase von einer 

schädigenden Wirkung des Ereignisses (Unfall) auf den Körper ausgegangen und die in 

der Folge aufgetretenen bzw. ausgelösten Beschwerden werden nach einem 

bestimmten Zeitraum - trotz ihres möglichen Fortdauerns - aufgrund einer 

medizinischen Erfahrungstatsache nicht mehr dem Unfall angelastet. Die 

Unfallversicherung übernimmt in diesen Fällen nur den durch das Unfallereignis 

ausgelösten Beschwerdeschub, d.h. sie hat bis zum Erreichen des Status quo sine vel 

ante (vgl. Erwägung 2.2) Leistungen für das unmittelbar im Zusammenhang mit dem 

Unfall stehende Schmerzsyndrom zu erbringen. Als Beispiel dafür gelten insbesondere 

Kontusionen. Durch eine Kontusion kann ein zuvor stummer degenerativer Vorzustand 

aktiviert werden (vgl. zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts vom 26. Februar 2013, 

8C_423/2012, E. 5.3, 9. Januar 2012, 8C_601/2011, E. 3.2.2, und 24. Juni 2008, 

8C_326/2008, E. 3.2 und 4; Urteil des EVG vom 14. März 2000, U 266/99, E. 1; vgl. 

auch KOSS UVG-Nabold, N 57 zu Art. 6; BSK UVG-Hofer, N 72 zu Art. 6; Rumo-Jungo/

Holzer, a.a.O., S. 55; SVR 2010 UV Nr. 31 S. 125). Bei einer Kontusionsverletzung, die 

nicht von einer strukturellen Läsion begleitet ist, kann es sich zudem um eine 

Weichteilverletzung handeln, die anhand klinischer Befunde - wie Hämatome, 

Schwellungen, Druckdolenzen, Bewegungseinschränkungen, Muskelverhärtungen - 

objektiviert wird (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 

S. 412; Roche Lexikon, Medizin, 5. Aufl. 2003, S. 441). Der Unfallversicherer übernimmt 

die Leistungen bis zur Heilung dieser spezifischen Kontusionsfolgen, d.h. bis zum 

Status quo ante (Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54).

4.1. 

Wie von Dr. C.___ anlässlich der Erstbehandlung vom 18. April 2019 (act. G 3.2.8) 

und von Dr. H.___ in seiner Beurteilung vom 21. August 2019 (act. G 3.2.25) 

diagnostiziert, hat der Versicherte beim Unfall vom 14. April 2019 eine 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kontusionsverletzung des Rückens bzw. der LWS und laut Dr. H.___ eine Kontusion 

des Beckens erlitten. Damit übereinstimmend schreibt Dr. J.___ in seiner 

Stellungnahme vom 11. September 2019 (act. G 1.1.10) von einem direkten Trauma der 

unteren Wirbelsäule und des Gesässes und von einem kombinierten Becken-

Wirbelsäulentrauma. Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin bezüglich 

dieser Unfallverletzungen ihre Versicherungsleistungen zu Recht per 9. Juni 2019 

eingestellt hat.

Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass im Allgemeinen 

Prellungen, Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle Läsionen 

in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach einem Jahr, abheilen 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 16. Dezember 2020, 8C_552/2020, E. 3.2, 3. 

September 2020, 8C_319/2020, 8C_346/2020, E. 6.6, und 26. August 2019, 

8C_408/2019, E. 3.3; vgl. dazu auch BSK UVG-Hofer, N 72 zu Art. 6; KOSS UVG-

Nabold, N 57 zu Art. 6). Insofern geht eine vorübergehende Verschlimmerung eines 

Vorzustands im Bereich der Wirbelsäule im Regelfall mit einer stetigen Besserung des 

unfallkausalen Beschwerdeanteils einher.

4.3. 

Dr. H.___ geht in seinen Beurteilungen vom 21. August 2019 (act. G 3.2.25) und

8. Januar 2020 (act. G 3.2.43) im vorliegenden Fall von einem überwiegend 

wahrscheinlichen Status quo sine sechs bis acht Wochen nach dem Unfall vom 14. 

April 2019 aus. Basierend auf dieser Heilungsdauer legte die Beschwerdegegnerin den 

Leistungseinstellungszeitpunkt auf den 9. Juni 2019. Die Beschwerdeführerin erhebt in 

der Beschwerde vom 19. Februar 2020 (act. G 1) Zweifel an der von Dr. H.___ 

festgelegten Heilungsdauer. In Übereinstimmung mit Dr. J.___ sei davon auszugehen, 

dass sich die unfallkausalen Beschwerden bzw. die Arbeitsfähigkeit erst im September 

2019, und damit rund fünf Monate nach dem Unfallereignis, verbessert hätten.

4.4. 

 4.5. 

Zunächst ist nochmals darauf hinzuweisen, dass der bundesgerichtliche 

Zeitrahmen den Regelfall betrifft (vgl. Erwägung 4.3). Eine Ausnahme von der Regel ist 

grundsätzlich nicht ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. 

Insofern sind die Besonderheiten des Einzelfalls zu berücksichtigen. Zu der von Dr. 

H.___ angenommenen Heilungsdauer von sechs bis acht Wochen ist zu sagen, dass 

sie sich ausserhalb des Zeitrahmens des Regelfalls von sechs bis neun Monaten 

befindet. Dr. H.___ geht damit offensichtlich von einem Ausnahmefall aus, womit es 

nachfolgend zu prüfen gilt, ob den Akten Hinweise für einen solchen im Sinne einer 

kürzeren Heilungsdauer zu entnehmen sind.

4.5.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Dr. H.___ legt in seiner Beurteilung vom 8. Januar 2020 dar, dass gemäss den 

medizinischen Akten initial bzw. anlässlich der Erstbehandlung durch Dr. C.___ vom 18. 

April 2019 die lumbalen Schmerzen und die Schmerzen in der rechten Leiste im 

Vordergrund gestanden hätten. Eine Woche nach dieser Konsultation, d.h. am 25. April 

2019, habe sich Dr. C.___ über der LWS keine Klopfdolenz mehr und auch keine 

Hämatomentwicklung gezeigt. Zehen- und Fersengang seien gut möglich gewesen. 

Neurologische Ausfälle hätten nicht bestanden. Gemäss Bericht von Dr. D.___ vom 13. 

Mai 2019 hätten die Beschwerden sowohl im Rücken, wie auch im Bein zugenommen. 

Wegen zusätzlicher psychischer Probleme bei schwieriger Arbeitsplatzsituation sei eine 

MRI-Untersuchung veranlasst worden. In dieser Untersuchung seien geringe 

degenerative Veränderungen der Wirbelsäule diagnostiziert und ein 

femoroacetabuläres Impingement festgestellt worden. Hinweise für eine traumatische 

strukturelle Läsion fänden sich nicht (keine Fraktur und keine Muskelläsionen). Somit 

könne man nicht von einem erheblichen degenerativen Vorzustand sprechen, der durch 

die Kontusion aktiviert worden sei und eine Ausheilungszeit von vier bis sechs Monate 

bedinge. Letzteres könnte akzeptiert werden, wenn sich ein erhebliches 

Distorsionstrauma (richtig wohl: Kontusionstrauma) ereignet hätte, welches auf einen 

erheblichen, strukturellen Vorschaden gewirkt hätte. Erschwerend für den gesamten 

Heilungsverlauf sei sicher die belastende psychosoziale Gesamtsituation mit 

Kündigung der Arbeitsstelle ab Mai 2019 hinzugekommen. Ob der Status quo sine nun 

nach zwei oder drei Monaten in einer solchen Situation erreicht werde, sei eher eine 

Ermessenssache und nicht medizinisch harte Evidenz. Eine Zeitdauer von bis zu sechs 

Monaten sei aber eindeutig zu lang (act. G 3.2.43).

4.5.2. 

Die von Dr. H.___ angeführten Gründe für eine Heilungsdauer unterhalb des 

bundesgerichtlich bzw. nach medizinischem Wissensstand im Regelfall geltenden 

Zeitrahmens vermögen nicht ohne Weiteres zu überzeugen. Zum Beschwerdeverlauf ist 

zwar zu sagen, dass sich Dr. C.___ am 25. April 2019 über der LWS keine Klopfdolenz 

mehr und auch keine Hämatomentwicklung gezeigt haben und offenbar auch der 

Zehen- und der Fersengang gut möglich gewesen sind. Allerdings klagte der 

Versicherte in Übereinstimmung mit den Befunden anlässlich der Erstbehandlung vom 

18. April 2019 immer noch über persistierende Schmerzen und ein Gefühl, als habe 

sich lumbal etwas verschoben. Zudem erhob Dr. C.___ die klinischen Befunde eines 

hinkenden Gangbildes, massiver Schmerzen bei Adduktion am proximalen Ansatz der 

Adduktoren medial des rechten Oberschenkels und eine dortige Druckdolenz (act. G 

3.2.19). Auch am 13. Mai 2019 zeigten sich Dr. D.___ in der klinischen Untersuchung - 

wenn auch der Bewegungsumfang der BWS, LWS und der Hüften beidseits 

4.5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

uneingeschränkt war - weiterhin linkslumbale Rückenschmerzen ausziehend ins Bein, 

Schmerzen an den Adduktoren, eine paravertebrale Druckddolenz L4/5 links und eine 

schmerzhafte Beinadduktion rechts (act. G 3.2.19). Am 13. August 2019 wurde der 

Versicherte sodann durch Dr. G.___ untersucht, der eine beidseits schmerzhafte 

Lateralflexion der Wirbelsäulengelenke, einen positiven Quadrantentest tieflumbal 

beidseits, Irritationszonen L5/S1 beidseits, eine Flexion mit verminderter segmentaler 

Entfaltung sowie eine deutliche Einschränkung des rechten Hüftgelenks in der 

Innenrotation mit endphasig Discomfort bis Schmerzprovokation inguinal sowie eine 

Druckdolenz der proximalen Adduktoren feststellte (act. G 3.2.24). Die anlässlich der 

verschiedenen Untersuchungen erhobenen Befunde sind, wenn auch nicht gänzlich 

deckungsgleich, so doch mehrheitlich im unteren LWS-, Hüft-, Leisten- bzw. 

Adduktorenbereich lokalisiert und damit kongruent oder zumindest miteinander 

vereinbar. Die von Dr. H.___ in seiner Beurteilung vom 8. Januar 2020 (act. G 3.2.43) 

angenommene Verbesserung der Beschwerdesituation eine Woche nach der 

Erstkonsultation erscheint jedenfalls insgesamt betrachtet nicht überzeugend. Auch 

kann nicht - wie von Dr. H.___ in seiner Stellungnahme vom 22. März 2020 festgestellt 

(act. G 3.1) - von einem augenscheinlich zunehmenden Beschwerdebild gesprochen 

werden.

Dass der Versicherte beim Unfall vom 14. April 2019 keine strukturellen 

Verletzungen erlitten hat, ist - wie in Erwägung 3 dargelegt - mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt. Im Falle einer vorübergehenden 

Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustandes kommt jedoch diesem Umstand 

keine Bedeutung zu. Insofern vermag der entsprechende Hinweis von Dr. H.___ 

ebenfalls keinen Ausnahmefall mit einer kürzeren Heilungsdauer zu begründen und 

auch seine Feststellung in seiner Stellungnahme vom 22. März 2020 (act. G 3.1), bei 

einer strukturellen unfallbedingten Verletzung hätten wohl kaum eine uneingeschränkte 

Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Hüfte beidseits vorgelegen, nicht zu 

überzeugen.

4.5.4. 

Eine kürzere Heilungsdauer als sechs bis neun Monate sieht Dr. H.___ sodann im 

Fehlen eines erheblichen strukturellen Vorzustandes begründet. Im gegenteiligen Fall 

könnte er eine Ausheilungszeit von vier bis sechs Monaten akzeptieren. Der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann jedoch nicht entnommen werden, dass die 

im Regelfall geltende Heilungsdauer nur im Zusammenhang mit einem erheblichen 

Vorzustand gesehen wird. Im Erfahrungssatz wird allgemein auf eine vorübergehende 

Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands der Wirbelsäule durch eine 

Prellung, Verstauchung oder Zerrung Bezug genommen. Zwar ist anzunehmen, dass 

4.5.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

der Erheblichkeit der Degeneration für die Heilungsdauer eine Bedeutung zukommen 

kann. Doch wird dafür gerade eben - immer noch im Sinne eines Regelfalls - ein 

Zeitrahmen von sechs Monaten ("nach sechs bis neun Monaten, spätestens aber nach 

einem Jahr") als allgemein gültig bzw. medizinisch wissenschaftlich begründet 

betrachtet. In Bezug auf den konkreten Fall ist immerhin zu sagen, dass sich beim 

Versicherten in der MRI-Untersuchung der Wirbelsäule vom 11. Juni 2019 durch Dr. 

F.___ geringe Bandscheibenhernien LWK4/5 und LWK5/SWK1 ohne Kompression 

nervaler Strukturen, mässige Spondylarthrosen LWK4-LWK1 beidseits und ein 

abgeflachter Femurkopf/Femurhals mit der Differentialdiagnose eines 

femoroazetabulären Impingements gezeigt haben (act. G 3.2.19). Ein weiterer 

Vorschaden besteht sodann laut Dr. J.___ (act. G 1.1.13, G 8.1) in den bildgebend nicht 

nachweisbaren Facettengelenksblockaden (vgl. Erwägung 3.4 f.), was von Dr. H.___ 

unwidersprochen geblieben ist. Von hartnäckigen Facettengelenksblockaden geht 

auch Dr. G.___ in seinem Bericht vom 13. August 2019 aus (act. G 3.2.28).

Dr. J.___ bringt in seiner Stellungnahme vom 3. Juni 2020 (act. G 8.1) eine 

schlüssige und nachvollziehbare Begründung vor, weshalb er von einer Genesungszeit 

von mindestens vier, eher von sechs Monaten ausgeht. Die vorliegenden 

traumatisierten Vorschäden - Diskushernien, Facettengelenksblockaden und ein 

Impingement (Diskrepanz zwischen Hüftpfanne und Hüftkopf) - würden oft zu einer 

Verschlimmerung des Schmerzbildes führen, weil dann noch die Fehlfunktion der 

Muskulatur dazukomme. Ein traumatisiertes Impingement sei einer erheblichen 

Arthrose gleichzusetzen. Dr. J.___ leitet aus den Vorzuständen des Versicherten eine 

über den Leistungseinstellungszeitpunkt hinaus dauernde Unfallkausalität der 

fortdauernden Beschwerden ab. Wenn man aufs Gesäss und den Rücken stürze, 

erleide man nebst den Kontusionen auch eine Stauchung der Gelenke. Bei den 

vorliegenden Vorschäden würden die Gelenke nicht frei nachgeben. Sie seien 

bewegungseingeschränkt und würden deshalb eine stark unphysiologische 

Beanspruchung erleiden, die schmerzhaft sei, an der Wirbelsäule und an der Hüfte. Der 

Einwand der Beschwerdegegnerin in der Duplik vom 14. August 2020 (act. G 10), die 

Ausführungen von Dr. J.___ seien hauptsächlich abstrakt, ohne konkrete Anwendung 

auf den vorliegenden Fall, überzeugt nicht. Die Ausführungen stimmen mit der 

medizinischen Erfahrung überein, dass ein degenerativer Vorzustand durch einen Unfall 

ausgelöst oder vorübergehend verschlimmert werden kann (vgl. Erwägung 4.3), und 

erheben insofern nicht den Anspruch, auf den konkreten Einzelfall Bezug nehmen zu 

wollen oder zu können. Auch Dr. G.___ schliesst in seinem Bericht vom 13. August 

2019 (act. G 3.2.28) übereinstimmend mit Dr. J.___, dass aufgrund der klinischen 

4.5.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Untersuchung die Beeinträchtigungen des Versicherten im Alltag nachvollziehbar seien 

und nebst den hartnäckigen Facettengelenksblockaden und myofaszialen Befunden 

die eher leichtgradigen Diskushernien zu den Gesamtschmerzen beitragen könnten. Im 

Weiteren hält Dr. J.___ fest, dass die hartnäckigen Blockaden in den Facettengelenken 

- auch wenn sie bildgebend nicht nachweisbar seien - bei der vorliegenden 

Unfallanamnese und den vorhandenen Brückensymptomen noch zeitgerecht im Verlauf 

seien. Diese Beurteilung wird durch seinen weiteren Hinweis untermauert, dass die 

testweise Manipulation eine Besserung der Rückenbeschwerden ergeben habe, was 

bestätige, dass die bisherige Behandlung noch im Fluss und der Endzustand noch 

nicht erreicht gewesen sei (vgl. dazu die Untersuchungsberichte von Dr. G.___ vom 13. 

und 28. August 2019 [act. G 3.2.28-1 ff.]). Anzufügen ist schliesslich, dass Dr. H.___ in 

seinen Beurteilungen vom 21. August 2019 (act. G 3.2.25) und 8. Januar 2020 (act. G 

3.2.43) im Zusammenhang mit der LWS-Beschwerdeproblematik - wenn auch 

differentialdiagnostisch und unfallfremd - immerhin auch eine facettogene und 

myofasziale Komponente nennt.

Laut Beurteilung von Dr. J.___ vom 11. September 2019 (act. G 1.1.10) mögen 

die von Dr. H.___ angenommenen sechs bis acht Wochen bei einem einfachen 

Prelltrauma gelten, nicht aber bei einem kombinierten Becken-Wirbelsäulentrauma, wie 

es der Versicherte erlitten habe. Beim ursprünglichen Geschehen einer 

Kontusionsverletzung ist zwar eine zeitlich exakte Unterscheidung zwischen (noch) 

wirkenden traumatischen Unfallfolgen und verbleibendem rein degenerativen Zustand 

kaum möglich und der Stand der Heilung ist hier naturgemäss fliessend. Dr. H.___ 

vermag allerdings keine überzeugende Begründung für eine gegenüber der vom 

Bundesgericht für den Regelfall anerkannten Heilungsdauer von sechs bis neun 

Monaten kürzere Heilungsdauer von sechs bis acht Wochen zu nennen. Eher 

überzeugen die Schlussfolgerungen von Dr. J.___ mit seiner für den konkreten Fall 

angeführten medizinischen Erklärung, welche zusätzlich in der Erfahrungsmedizin eine 

Stütze finden. Die Feststellung von Dr. H.___, ob der Status quo sine nun nach zwei bis 

drei Monaten in einer solchen Situation erreicht werde, sei eher eine Ermessenssache 

und nicht medizinisch harte Evidenz, macht seine Beurteilung - auch wenn die Heilung, 

wie gesagt, naturgemäss fliessend ist - nicht verständlicher. An dieser Beurteilung 

ändern auch die von Dr. H.___ in seiner Stellungnahme vom 22. März 2020 (act. G 3.1) 

geäusserten Zweifel an einem kausalen Zusammenhang zwischen den Beschwerden 

und dem Unfall nichts. Dr. H.___ legt dar, es sei nach nur einer manualtherapeutischen 

Intervention der BWS und LWS vier Monate nach dem Ereignis durch Dr. G.___ zu 

einer Besserung gekommen. Anlässlich der folgenden Konsultation vom 28. August 

4.5.7. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2019 bei Dr. G.___ und nach zwei Physiotherapiesitzungen, ohne Infiltration, sei der 

Leidensdruck ohne körperliche Belastung nicht mehr gross gewesen und die 

Beschwerden seien nur noch unter stärkeren Belastungen aufgetreten. Die Behandlung 

bei Dr. G.___ sei ohne weitere Massnahmen beendet und eine rasche Wiederaufnahme 

der Arbeit mit Steigerung der Arbeitsfähigkeit veranlasst worden. Dieser Verlauf nach 

vier Monaten, mit zuvor starken Beschwerden, langer Leidenszeit und ohne 

wesentliche Änderung der bisherig durchgeführten Therapie, sei für ihn auffällig und 

werde nicht hinreichend bezüglich Unfallfolgen erklärt. Zwar hielt Dr. G.___ in seinem 

Bericht vom 13. August 2019 (act. G 3.2.28-4) fest "Bisher keine Physiotherapie" und 

"Beginn einer Physiotherapie bei K.___ für ….". Andererseits lassen die Einträge zu den 

Konsulationen vom 25. April und 13. Mai 2019 bei Dr. C.___ und Dr. D.___ ("Start 

Physiotherapie K.___") bzw. "unverändert trotz Physio") annehmen, dass bereits früher 

eine Physiotherapie stattgefunden hat (vgl. Bericht von Dr. D.___ vom 26. Juni 2019, 

act. G 3.2.19-1). Zudem hatte Dr. G.___ am 13. August 2019 die Schmerzmedikation 

ausgebaut, worauf bis am 28. August 2019 eine Schmerzlinderung erzielt wurde, und 

er empfahl bei Bedarf eine Weiterführung der Physiotherapie (act. G 3.2.28-2). Die 

Feststellung bezüglich der Manualtherapie vom 13. August 2019 stimmt zwar 

grundsätzlich, doch hielt Dr. G.___ im Bericht auch gleichzeitig fest, dass das weitere 

Ansprechen abgewartet werden müsse (act. G 3.2.28-4). Die Manualtherapie wird 

zudem als rasch wirkende Therapie beschrieben (vgl. beispielsweise https://

www.minimed.at/medizinische-themen/bewegungsapparat/manuelle-therapie, 

abgerufen am 23. April 2021). Schliesslich vermag auch der Hinweis von Dr. H.___, Dr. 

D.___ sei in seinem Bericht vom 26. Juni 2019 (act. G 3.2.19-2) von einer 

Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 0-40 % ausgegangen, was auch 

seiner Beurteilung entsprechen würde, keine kürzere Heilungsdauer zu begründen. 

Zum damaligen Zeitpunkt basierte der Taggeldanspruch des Versicherten zweifelsohne 

noch auf der angestammten Tätigkeit, für welche Dr. D.___ von einer 100%igen 

Arbeitsunfähigkeit ausging. Auch Dr. G.___ attestierte dem Versicherten bis zum 1. 

September 2019 noch eine 100%ige und ab dem 2. September 2019 für zwei Wochen 

bis zum 15. September 2019 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Danach sah er "unter 

Umständen" eine 0%ige Arbeitsunfähigkeit als gegeben (act. G 3.2.28-2).

 4.6. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass angesichts der vorstehenden 

Erwägungen gewisse Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung von Dr. H.___ 

hinsichtlich Status quo sine bestehen. Die frühe Leistungseinstellung per 9. Juni 2019, 

und damit bereits acht Wochen nach dem Unfallereignis vom 14. April 2019, überzeugt 

4.6.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

Entscheid

nicht. Der Nachweis für das Dahinfallen der Kausalität zwischen dem vorgenannten 

Unfallereignis und den Beschwerden im Bereich der LWS und der Adduktoren bzw. 

inguinal per vorgenanntem Leistungseinstellungsdatum ist nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit dargetan und es ist davon auszugehen, dass auch die darüber 

hinaus fortdauernden Beschwerden unfallkausal waren. Die Beschwerdegegnerin hat 

somit ihre Leistungen zu Unrecht bereits per 9. Juni 2019 eingestellt.

Als letzter Untersuchungsbericht liegt derjenige von Dr. G.___ vom 28. August 

2019 bei den Akten. Bei ihm war damals keine weitere Verlaufskontrolle mehr 

vorgesehen. Der Leidensdruck des Versicherten war damals ohne körperliche 

Belastung nicht mehr gross; die Beschwerden traten vor allem noch bei stärkeren 

Belastungen auf. Wie bereits erwähnt, attestierte er jedoch dem Versicherten sicher 

noch bis zum 15. September 2019 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit. Er erwartete 

danach aber keine Arbeitsunfähigkeit mehr. Entsprechend weist auch die 

Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 19. Februar 2020 (act. G 1) darauf hin, 

dass sich die Beschwerden bzw. die Arbeitsfähigkeit des Versicherten im September 

2019 und damit rund fünf Monate nach dem Unfallereignis vom 14. April 2019 

verbessert hätten. An dieser Stelle ist zu vermerken, dass nach dem medizinischen 

Wissensstand selbst eine solche Heilungsdauer unter der im Regelfall zu erwartenden 

Heilungsdauer liegt. Medizinische Berichte, welche weitergehende Heilbehandlungen 

und/oder eine fortdauernde Arbeitsunfähigkeit belegen würden, sind jedoch nicht 

aktenkundig. Vor diesem Hintergrund darf ohne weitere Abklärungen mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass 

die Kontusionsfolgen per 15. September 2019 verheilt waren. Die Beschwerdegegnerin 

hat bis zum vorgenannten Datum die gesetzlichen Versicherungsleistungen 

(Heilbehandlung und Taggeld) im Sinne vorangehenden Erwägungen zu erbringen.

4.6.2. 

Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde vom 19. Februar 2020 

(act. G 1) unter Aufhebung des Einspracheentscheids vom 21. Januar 2020 (act. G 

3.2.44) gutzuheissen und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, nach dem 9. Juni 

2019 bis zum 15. September 2019 die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu 

erbringen.

5.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).5.2. 

Die Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 

61 lit. g ATSG in Verbindung mit Art. 68 Abs. 3 des Bundesgerichtsgesetzes [BGG; SR 

173.110]; vgl. Kieser, a.a.O., N 219 zu Art. 61).

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/21

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 21. Januar 2020 

aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, im Sinne der Erwägungen für die 

Heilbehandlungen und Arbeitsunfähigkeiten nach dem 9. Juni 2019 bis zum 15. 

September 2019 die gesetzlichen Versicherungsleistungen zu erbringen.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 23.04.2021
	Art. 6 UVG: Verneinung neuer unfallkausaler struktureller Gesundheitsschäden und einer richtungsgebenden Verschlimmerung degenerativer Vorzustände. Verneinung des überwiegend wahrscheinlichen Dahinfallens des natürlichen Kausalzusammenhangs per Leistungseinstellungsdatum. Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen im Sinne der Erwägungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 23. April 2021, UV 2020/15).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte