# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90390bef-ca47-52ac-be3a-197aef5f9a12
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-08-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.08.2021 F-3461/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-3461-2021_2021-08-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-3461/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  A u g u s t  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 

Richterin Susanne Genner,  

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,  

Gerichtsschreiberin Corina Fuhrer. 

   

Parteien 

 
Al._______, geboren am (…), Russland,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Wegweisung Dublin (Ausländerrecht). 

 

 

 

F-3461/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer erstmals am 15. November 2018 in der 

Schweiz um Asyl nachsuchte,  

dass die Vorinstanz – gestützt auf Art. 31a Abs. 1 Bst a AsylG (SR 142.31) 

und der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und 

des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren 

zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 

Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten 

Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-VO) – in einer 

Verfügung vom 27. Dezember 2018 auf das Asylgesuch nicht eintrat und 

den Beschwerdeführer nach Italien wegwies,  

dass am 9. Januar 2019 ein Einreiseverbot, gültig vom 19. Januar 2019 bis 

18. Januar 2022, gegen ihn verhängt wurde (Akten der Vorinstanz [SEM-

act.] 1/6 ff.), 

dass er am 18. Januar 2019 nach Italien überstellt wurde,  

dass der Beschwerdeführer am 14. Januar 2021 erneut in der Schweiz an-

gehalten und aufgrund der bestehenden Fernhaltemassnahme festgenom-

men wurde (SEM-act. 2/74 f.), 

dass er am 25. Januar 2021 ein neues Asylgesuch einreichte, welches von 

der Vorinstanz als Mehrfachgesuch im Sinne von Art. 111c AsylG behandelt 

wurde (SEM-act. 2/80),  

dass er – gemäss den am 19. Januar 2021 abgerufenen Einträgen der eu-

ropäischen Fingerabdruck-Datenbank „Eurodac“ – am 20. April 2018 be-

reits in Österreich, am 4. September 2018 in Kroatien, am 24. September 

2018 in Italien, am 3. Oktober 2018 in Deutschland sowie am 24. Januar 

2019, am 28. September 2019 und am 22. Juli 2020 in den Niederlanden 

um Asyl ersucht hatte (SEM-act. 2/38 f.), 

dass die Vorinstanz am 3. Februar 2021 erneut nicht auf das Asylgesuch 

eintrat und den Beschwerdeführer in die Niederlande wegwies (SEM-

act. 2/89 ff.),  

dass das bestehende Einreiseverbot am 19. Februar 2021 um zwei Jahre, 

vom 19. Januar 2022 bis zum 19. Januar 2024, verlängert wurde (SEM-

act. 4), 

F-3461/2021 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer am 25. Februar 2021 in die Niederlande über-

stellt wurde (SEM-act. unpaginiert; auch zum Folgenden), 

dass die Migrationsbehörde des Kantons Graubünden die Vorinstanz am 

12. Juli 2021 über die erneute Anwesenheit des Beschwerdeführers in der 

Schweiz informierte, 

dass der Beschwerdeführer mit Haftbefehl vom 7. Juli 2021 in Dublin-Haft 

(Art. 76a AIG; SR 142.20) genommen wurde (bestätigt mit Entscheid des 

zuständigen Zwangsmassnahmengerichts vom 9. August 2021), 

dass ihm am 9. Juli 2021 zu den Haftgründen, zum bestehenden Einreise-

verbot sowie zu einer allfälligen Rückführung in den für die Prüfung seines 

Asylgesuchs zuständigen Staat rechtliches Gehör gewährt wurde, was er 

unkommentiert zur Kenntnis nahm, 

dass die niederländischen Behörden einem Wiederaufnahmeersuchen der 

Vorinstanz vom 14. Juli 2021 gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-

VO am 22. Juli 2021 entsprachen, 

dass die Vorinstanz noch am gleichen Tag (Verfügung vom 22. Juli 2021; 

eröffnet am 28. Juli 2021) die Wegweisung des Beschwerdeführers in die 

Niederlande anordnete und ihn aufforderte, die Schweiz spätestens am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass der Beschwerdeführer dagegen am 30. Juli 2021 (Datum Poststem-

pel) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhob (Akten des Bun-

desverwaltungsgerichts [BVGer-act. 1]), 

dass er sinngemäss beantragt, die Verfügung vom 22. Juli 2021 sei aufzu-

heben, 

dass die vorinstanzlichen Akten von der Vorinstanz in elektronischer Form 

am 2. August 2021 an das Bundesverwaltungsgericht übermittelt wurden 

und letzteres den Vollzug der Überstellung am 12. August 2021 gestützt 

auf Art. 56 VwVG einstweilen aussetzte, 

und zieht in Erwägung, 

dass Verfügungen des SEM betreffend Wegweisung mit Beschwerde an 

das Bundesverwaltungsgericht angefochten werden können (Art. 31 ff. 

VwVG i.V.m. Art. 5 VwVG), 

F-3461/2021 

Seite 4 

dass sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht nach dem 

VwVG richtet, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG), 

dass der Beschwerdeführer legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG) und auf seine 

im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist 

(Art. 64a Abs. 2 AIG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Beschwerde, wie sich nachfolgend zeigen wird, als offen-

sichtlich unbegründet erweist, weshalb gestützt auf Art. 57 Abs. 1 VwVG 

kein Schriftenwechsel durchgeführt wurde, 

dass sich die angefochtene Verfügung auf Art. 64a AIG (Wegweisung auf-

grund der Dublin-Assoziierungsabkommen) stützt, 

dass eine Wegweisungsverfügung gemäss Art. 64a Abs. 1 AIG den illega-

len Aufenthalt einer ausländischen Person in der Schweiz und die Zustän-

digkeit eines anderen, an das Dublin-Assoziierungsabkommen gebunde-

nen Staates (Dublin-Staat) für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens voraussetzt, 

dass die genannten Voraussetzungen vorliegend ohne weiteres erfüllt sind, 

da sich der Beschwerdeführer unbestrittenermassen illegal in der Schweiz 

aufhält und die Zustimmung der niederländischen Behörden zum gestellten 

Wiederaufnahmeersuchen gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO 

vorliegt, 

dass die Wegweisung des Beschwerdeführers in die Niederlande zu Recht 

angeordnet wurde, 

dass bei dieser Sachlage einzig zu prüfen bleibt, ob der Vollzug der Weg-

weisung in die Niederlande möglich, zulässig und zumutbar ist (Art. 83 

Abs. 2–4 AIG),  

dass der Beschwerdeführer mit den von ihm lediglich pauschal behaupte-

ten, nicht belegten Verfehlungen niederländischer Behörden (Untätigkeit 

bei Übergriffen durch Dritte sowie Übergriffe durch die Polizei selbst, nicht 

gerechtfertigte Inhaftierung, Verweigerung einer ihm gerichtlich zugespro-

chenen Kompensationszahlung, überlange Verfahrensdauer), weder die 

Zulässigkeit noch die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ernsthaft in 

Frage stellen kann, zumal es sich bei den Niederlanden um einen Rechts-

staat handelt und der Beschwerdeführer nicht daran gehindert ist, seine 

Ansprüche auf dem Rechtsweg einzufordern, sollten sie ihm auch nur an-

satzweise tatsächlich vorenthalten worden sein, 

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Seite 5 

dass keine weiteren Vollzugshindernisse geltend gemacht wurden oder 

aus den Akten sonstwie ersichtlich sind, 

dass daher die angefochtene Verfügung im Lichte von Art. 49 VwVG nicht 

zu beanstanden und die Beschwerde demzufolge abzuweisen ist, 

dass der am 12. August 2021 angeordnete Vollzugsstopp mit dem vorlie-

genden Urteil dahin fällt, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG und 

Art. 1 ff. des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]), 

dass dieses Urteil endgültig ist (Art. 83 Bst. c Ziff. 4 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

F-3461/2021 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Andreas Trommer Corina Fuhrer 

 

 

Versand: