# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6df96fd-fa9d-55cb-99fe-a139674e075a
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-06-01
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 01.06.2021 460 18 251 (460 2018 251)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_460-18-251_2021-06-01.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 

1. Juni 2021 (460 18 251) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Strafrecht 

 

 

Versuchte Zwangsheirat 

 

 

Besetzung Vizepräsident Markus Mattle, Richter Markus Clausen (Ref.),  

Richter Christof Enderle; Gerichtsschreiber Dominik Haffter 

 

 

Parteien Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  

Allgemeine Hauptabteilung,  

Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  

Anklagebehörde und Anschlussberufungsklägerin 

 

A.____,  

vertreten durch Advokatin Stefanie Mathys,  

Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal,  

Privatklägerin 

 

B.____,  

vertreten durch Advokatin Stefanie Mathys,  

Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal,  

Privatkläger 

 

C.____,  

vertreten durch Advokatin Stefanie Mathys,  

Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal,  

Privatkläger 

 

D.____,  

vertreten durch Advokatin Stefanie Mathys,  

Kasernenstrasse 22a, Postfach 569, 4410 Liestal,  

Privatkläger 

  

gegen 

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 E.____, 

vertreten durch Advokat Dr. Andreas Noll,  

Falknerstrasse 3, 4001 Basel,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

 

 

Gegenstand Versuchte Zwangsheirat etc. 

Berufung gegen das Urteil des Strafgericht Basel-Landschaft  

vom 2. Februar 2018 

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A. Mit Urteil vom 2. Februar 2018 erklärte das Strafgericht Basel-Landschaft E.____ der 

versuchten Zwangsheirat, der versuchten einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Ge-

genstand, der mehrfachen Nötigung, der mehrfachen Drohung sowie des mehrfachen, teilweise 

versuchten Betrugs schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, unter 

Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungshaft sowie des ausgestandenen vorzeitigen 

Strafvollzugs von insgesamt 354 Tagen (Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Des 

Weiteren erklärte die Vorinstanz E.____ der mehrfachen Beschimpfung schuldig, sah von einer 

Bestrafung hingegen ab (Ziffer 2 des vorinstanzlichen Urteilsdispositivs). Überdies verwiesen die 

Vorderrichter E.____ für die Dauer von 10 Jahren des Landes (Ziffer 3 des vorinstanzlichen Ur-

teilsdispositivs). Hinsichtlich der Beschlagnahme, der Zivilforderungen, der Verlegung der erstin-

stanzlichen Verfahrenskosten sowie der Parteientschädigungen kann auf die Ziffern 4 bis 8 des 

vorinstanzlichen Urteilsdispositivs verwiesen werden.  

 

Auf die Begründung dieses vorinstanzlichen Entscheids sowie der nachfolgenden Eingaben der 

Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Urteils einge-

gangen.  

 

B. Gegen obgenanntes Urteil meldete E.____, dazumal vertreten durch Advokat Marco Alb-

recht, mit Eingabe vom 8. Februar 2018 Berufung an. In seiner Berufungserklärung vom 17. Au-

gust 2018 beantragte der Beschuldigte, er sei von der Anklage der versuchten Zwangsheirat, der 

versuchten einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand, der mehrfachen Nö-

tigung, der mehrfachen Drohung sowie des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs freizuspre-

chen. Ferner seien die Zivilforderungen abzuweisen und ihm sei eine angemessene Parteient-

schädigung zuzusprechen.  

 

C. Mit Eingabe vom 23. August 2018 ersuchte der Beschuldigte, vertreten durch Advokat 

Dr. Andreas Noll, um Wechsel der amtlichen Verteidigung.  

 

D. Advokat Marco Albrecht teilte mit Eingabe vom 27. August 2018 mit, dass er keine Ein-

wände gegen einen Wechsel der amtlichen Verteidigung habe.  

 

E. Der Präsident der strafrechtlichen Abteilung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft ent-

liess mit Verfügung vom 29. August 2018 in Gutheissung des Antrags des Beschuldigten Advokat 

Marco Albrecht per sofort aus dem Mandat als amtlicher Verteidiger und setzte Advokat Dr. An-

dreas Noll als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten ein.  

 

F. Mit Eingabe vom 5. September 2018 erklärte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 

die Anschlussberufung und stellte die Anträge, es sei der Beschuldigte in teilweiser Abänderung 

des angefochtenen Urteils zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten zu verurteilen 

sowie die angeordnete Landesverweisung in das Schengener Informationssystem (SIS) einzu-

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tragen, wobei dem Beschuldigten diesbezüglich anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptver-

handlung das rechtliche Gehör zu gewähren sei. Im Übrigen sei das Urteil der Vorinstanz zu 

bestätigen.  

 

G. Mit Verfügung vom 18. September 2018 stellte der Präsident der Abteilung Strafrecht 

des Kantonsgerichts Basel-Landschaft fest, dass die Privatkläger weder Berufung noch An-

schlussberufung erhoben haben. Im Weiteren richtete er Advokat Marco Albrecht für seine Be-

mühungen im zweitinstanzlichen Verfahren ein Honorar von Fr. 1'118.60 (inklusive Auslagen) 

zuzüglich Mehrwertsteuer von Fr. 86.15, insgesamt somit Fr. 1'204.75 aus der Gerichtskasse aus 

und stellte sämtlichen Parteien eine vollständige Kopie des Protokolls der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung samt Beilagen zu.  

 

H. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hielt mit Anschlussberufungsbegründung vom 

18. Oktober 2018 an ihren mit Eingabe vom 5. September 2018 gestellten Rechtsbegehren fest.  

 

I. Mit Berufungsbegründung vom 1. März 2019 begehrte der Beschuldigte, es sei das an-

gefochtene Urteil vollumfänglich aufzuheben und er sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 

Ferner sei ein Glaubhaftigkeitsgutachten betreffend die Aussagen der Privatklägerin A.____ in 

Auftrag zu geben und es seien ihm die Videoaufzeichnungen der Einvernahmen von A.____ vom 

15. Februar 2017, von B.____ vom 20. Februar 2017, von C.____ vom 20. Februar 2017 sowie 

von D.____ vom 24. Februar 2017 zur Einsichtnahme zuzustellen, alles unter o/e-Kostenfolge zu 

Lasten des Staates.  

 

J. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft beantragte mit Berufungsantwort vom 25. April 

2019 die Abweisung der Berufung des Beschuldigten sowie die Gutheissung ihrer Anschlussbe-

rufung. 

 

K. Mit Berufungsantwort vom 6. Juni 2019 stellte die Privatklägerschaft, vertreten durch 

Advokatin Stefanie Mathys, die Rechtsbegehren, es sei die Berufung sowie der Antrag auf Ein-

holung eines Glaubhaftigkeitsgutachtens abzuweisen, unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Be-

schuldigten. Ferner sei der Privatklägerin sowie den Privatklägern die unentgeltliche Prozessfüh-

rung und Verbeiständung mit Advokatin Stefanie Mathys zu gewähren.  

 

L. Der Beschuldigte beantragte mit Anschlussberufungsantwort vom 11. Juni 2021 die Ab-

weisung der Anschlussberufung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft.  

 

M. Mit Verfügung vom 19. Juni 2019 wies der Präsident der strafrechtlichen Abteilung des 

Kantonsgerichts Basel-Landschaft den Beweisantrag des Beschuldigten, es sei ein Glaubhaftig-

keitsgutachten betreffend die Aussagen von A.____ in Auftrag zu geben, ab. Hingegen hiess er 

das Beweisbegehren des Beschuldigten, es seien ihm die Videoaufzeichnungen der Einvernah-

men von A.____ vom 15. Februar 2017, von B.____ vom 20. Februar 2017, von C.____ vom 20. 

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Februar 2017 sowie von D.____ vom 24. Februar 2017 zur Einsichtnahme zuzustellen, gut. Des 

Weiteren bewilligte der Präsident des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, 

den Privatklägern die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung mit Advokatin Stefanie 

Mathys als ihre unentgeltliche Rechtsvertreterin für das zweitinstanzliche Verfahren.  

 

N. Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung erschienen (zunächst) der Be-

schuldigte, E.____, mit seinem amtlichen Verteidiger, Advokat Dr. Andreas Noll, sowie die Ver-

treterin der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft. Nach Eröffnung der Hauptverhandlung wurde 

der Beschuldigte zufolge Verletzung der Verordnung über die Massnahmen zur Bekämpfung des 

Coronavirus (Covid-19) im Bereich des internationalen Personenverkehrs aus dem Verhand-

lungsraum verwiesen. Ferner wiederholten die Parteien ihre Anträge gemäss den eingereichten 

Rechtsschriften. Der Verteidiger des Beschuldigten stellt ergänzend zu seinen bisherigen Rechts-

begehren die Anträge, ihm seien die Kosten der Privatverteidigung vom 20. März bis zum 21. Au-

gust 2018 im Betrag von Fr. 13'972.50 zuzüglich Zins von 5% gemäss mittlerem Verfall, mithin 

ab dem 5. Juni 2018, als Schadenersatz zu bezahlen. Zudem seien ihm die Hin- und Rückreise-

kosten für die Berufungsverhandlung zu ersetzen. Ausserdem sei ihm für die unrechtmässig er-

littene Haft vom 13. Februar 2017 bis zum 12. Februar 2019 eine Genugtuung von Fr. 250.-- pro 

Tag, insgesamt somit Fr. 182'500.-- zuzüglich Zins von 5% gemäss mittlerem Verfall, mithin ab 

dem 13. Februar 2018, zu bezahlen. Sodann sei ihm eine Genugtuung für die unrechtmässig 

erlittene Ausschaffungshaft ab dem 12. Februar 2019 bis zum Tag der Ausschaffung in die Türkei 

von Fr. 250.-- pro Tag zuzüglich Zins von 5% gemäss mittlerem Verfall zu entrichten. Überdies 

sei seinem amtlichen Verteidiger ein Honorar gemäss Aufstellung der eingereichten Honorarnote 

zuzüglich des Zeitaufwands und der Spesen für die Hauptverhandlung zuzusprechen. Schliess-

lich wiederholte der Beschuldigte seinen Beweisantrag, wonach ein Glaubhaftigkeitsgutachten 

über die Aussagen von A.____ in Auftrag zu geben sei. Auf die weiteren Ausführungen der Par-

teien wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.  

 

 

Erwägungen 

I. Formelles 

[…] 

 

 

II. Materielles 

1. Allgemeines 

Nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 10 Abs. 2 StPO) hat das urteilende Ge-

richt frei von Beweisregeln und nur nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen per-

sönlichen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber zu entscheiden, ob es eine 

Tatsache für bewiesen hält. Das Gericht trifft sein Urteil unabhängig von der Anzahl der Beweis-

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mittel, welche für eine bestimmte Tatsache sprechen, und ohne Rücksicht auf die Art des Be-

weismittels. Auch besteht keine Rangfolge der Beweise. Massgebend ist allein deren Stichhaltig-

keit (CHRISTOF RIEDO/GERHARD FIOLKA/MARCEL ALEXANDER NIGGLI, Strafprozessrecht, 2011, 

Rz. 234; THOMAS HOFER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 10 N 41 ff.). Nach der bun-

desgerichtlichen Rechtsprechung ist gemäss der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 der Konvention 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verankerten Maxime 

"in dubio pro reo" bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld zu vermuten, dass der wegen einer 

strafbaren Handlung Beschuldigte unschuldig ist. Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, 

dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sach-

verhalts überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der 

Sachverhalt so verwirklicht hat. Die Beweiswürdigungsregel ist verletzt, wenn der Strafrichter an 

der Schuld des Beschuldigten hätte zweifeln müssen. Dabei sind bloss abstrakte und theoreti-

sche Zweifel nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht 

verlangt werden kann. Es muss sich um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, 

das heisst um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 124 IV 87, E. 2a; 

mit Verweis auf BGE 120 Ia 31). Eine Verurteilung darf nur ergehen, wenn das Gericht über jeden 

vernünftigen Zweifel hinaus überzeugt ist, dass sämtliche Strafbarkeitsvoraussetzungen in tat-

sächlicher Hinsicht vorliegen. Eine überwiegende Wahrscheinlichkeit reicht hierfür nicht. Vielmehr 

ist ein sehr hoher Grad an Wahrscheinlichkeit gefordert. Demnach hat ein Freispruch zu ergehen, 

wenn nach erfolgter Beweiswürdigung Anklagesachverhalt und Täterschaft nicht mit an Sicher-

heit grenzender Wahrscheinlichkeit erstellt sind (ESTHER TOPHINKE, Basler Kommentar StPO, 

2. Aufl. 2014, Art. 10 N 83 und Fn 268 zu N 83; BGer 6B_850/2018 vom 1. November 2018, 

E. 1.1.2 und 1.3.1). Dem Sachgericht steht im Bereich der Beweiswürdigung ein erheblicher Er-

messensspielraum zu (BGE 134 IV 132, E. 4.2; BGE 129 IV 6, E. 6.1).  

 

 

2. Ausschluss des Beschuldigten von der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung 

2.1 Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vom 31. Mai 2021 ist der Be-

schuldigte mittels verfahrensleitender Anordnung des Berufungsgerichts von der Teilnahme an 

der Hauptverhandlung ausgeschlossen worden. Dies begründet sich wie folgt: Gemäss Art. 2 

Abs. 1, Abs. 2 sowie Anhang 1 der Verordnung über die Massnahmen zur Bekämpfung des 

Coronavirus (Covid-19) im Bereich des internationalen Personenverkehrs (SR 818.101.27) war 

die Türkei im damaligen Zeitpunkt als Staat mit erhöhtem Ansteckungsrisiko qualifiziert. Laut 

Art. 7 Abs. 2 der nämlichen Verordnung sind Personen, die in die Schweiz einreisen und sich zu 

einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 10 Tagen vor der Einreise in einem Staat oder Gebiet 

mit erhöhtem Ansteckungsrisiko aufgehalten haben, verpflichtet, sich unverzüglich nach der Ein-

reise auf direktem Weg in ihre Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben. Sie 

müssen sich während 10 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort aufhalten (sog. Einreisequaran-

täne). Art. 8 Abs. 1 der vorgenannten Verordnung regelt die Ausnahmen von der Quarantäne-

pflicht. Demgemäss sind Personen, die den Nachweis erbringen, dass sie gegen Sars-CoV-2 

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geimpft sind (lit. h) oder sich mit Sars-CoV-2 angesteckt haben (lit. i), unter anderem von der 

Quarantänepflicht nach Art. 7 der Verordnung über die Massnahmen zur Bekämpfung des 

Coronavirus (Covid-19) im Bereich des internationalen Personenverkehrs ausgenommen.  

 

2.2 Im vorliegenden Fall ist aufgrund der E-Mail des amtlichen Verteidigers des Beschuldig-

ten vom 28. Mai 2021, wonach der Beschuldigte am 28. Mai 2021 noch in der Türkei gewesen 

sei, sowie der seitens des Beschuldigten eingereichten Bestätigung des Sabiha Gokcen Airport 

Health Monitoring Center vom 29. Mai 2021, wonach der am 29. Mai 2021 um 07.37 Uhr vorge-

nommene Sars-CoV-2-PCR-Test negativ ausgefallen sei, ersichtlich, dass der Beschuldigte nicht 

vor dem 29. Mai 2021 in die Schweiz eingereist ist. Folgerichtig ist zum Vornherein ausgeschlos-

sen, dass der Beschuldigte anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vom 31. Mai 

2021 die Einreisequarantäne eingehalten hat. Es stellt sich daher die Frage, ob eine der Ausnah-

meregelungen gemäss Art. 8 Abs. 1 der Verordnung über die Massnahmen zur Bekämpfung des 

Coronavirus (Covid-19) im Bereich des internationalen Personenverkehrs gegeben ist. Diesbe-

züglich verweigerte der Beschuldigte anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung 

seine Aussage (Protokoll der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung vom 31. Mai 2021 und 1. 

Juni 2021 [Protokoll KGer], S. 2 f.). Angesichts des Umstands, dass den Akten keine Hinweise 

zu entnehmen sind, wonach der Beschuldigte unter die Ausnahmeregelung von Art. 8 Abs. 1 der 

besagten Verordnung fällt, kann vorliegend nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschul-

digte von der Einreisequarantäne ausgenommen ist. Folglich muss angenommen werden, dass 

sich der Beschuldigte gemäss Art. 7 Abs. 2 der Verordnung über die Massnahmen zur Bekämp-

fung des Coronavirus (Covid-19) im Bereich des internationalen Personenverkehrs während 

10 Tagen nach seiner Einreise ständig in seiner Unterkunft in der Schweiz hätte aufhalten müs-

sen. Dementsprechend verstösst der Beschuldigte mit seiner Anwesenheit vor den Schranken 

des Kantonsgerichts gegen die Bestimmungen der vorgenannten Verordnung. Mithin würde seine 

Teilnahme die Missachtung der Auflagen zur Einreise in die Schweiz gleichkommen. Dabei ist zu 

konstatieren, dass die Regelung betreffend die Einreisequarantäne im Zeitpunkt der Einreise des 

Beschuldigten bereits mehrere Wochen vorbestanden hat und das Berufungsgericht bereits mit 

Verfügung vom 26. April 2021 auf diesen Umstand hingewiesen hat. Folglich ist der Umstand 

vollumfänglich dem Beschuldigten zuzuschreiben, weshalb diesem die persönliche Teilnahme an 

der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung verwehrt werden musste.  

 

 

3. Beweisbegehren 

3.1 Vor den Schranken des Kantonsgerichts wiederholt der Beschuldigte sein Beweisbegeh-

ren, es sei ein Glaubhaftigkeitsgutachten betreffend die Aussagen von A.____ in Auftrag zu ge-

ben, wobei dipl. psych. F.____, Prof. Dr. dipl. psych. G.____, Dr. phil., dipl. psych. H.____, Dr. 

phil. I.____ sowie dipl. psych. J.____ als Gutachterinnen vorgeschlagen würden. Zu Begründung 

verweist der Beschuldigte auf seine Berufungsbegründung vom 1. März 2019 und führt ergän-

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zend aus, dass die geographische Distanz der Unabhängigkeit zuträglich sei, zumal eine sach-

verständige Person aus Deutschland weniger Gründe für eine ergebnisorientierte Begutachtung 

aus Aquiseüberlegungen habe.  

 

3.2 Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ihrerseits beantrag die Abweisung des Be-

weisantrags und verweist zu Begründung auf ihre Berufungsantwort vom 25. April 2019 sowie 

auf die diesbezügliche Rechtsprechung.  

 

3.3 Das Rechtsmittelverfahren beruht auf den Beweisen, die im Vorverfahren und im erstin-

stanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind (Art. 389 Abs. 1 StPO). Somit dient das Beru-

fungsverfahren vor dem Kantonsgericht grundsätzlich nicht der Wiederholung des Beweisverfah-

rens, mithin erhebt die Berufungsinstanz zusätzliche Beweise nur mit Zurückhaltung (VIKTOR 

LIEBER, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 389 N 1). Beweisabnahmen des erstin-

stanzlichen Gerichts werden gemäss Art. 389 Abs. 2 StPO nur wiederholt, wenn Beweisvorschif-

ten verletzt worden sind (lit. a), die Beweiserhebungen unvollständig waren (lit. b) oder die Akten 

über die Beweiserhebungen unzuverlässig erscheinen (lit. c). Die Rechtsmittelinstanz erhebt von 

Amtes wegen oder auf Antrag einer Partei die erforderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 

Abs. 3 StPO). Dem Grundsatz nach ist das Gericht verpflichtet, von den Parteien frist- und form-

gerecht gestellten Beweisanträgen zu entsprechen. Die Parteien besitzen aber keinen uneinge-

schränkten Anspruch auf Gutheissung ihrer Anträge. Gemäss Art. 6 EMRK besteht nur ein An-

spruch auf Berücksichtigung solcher Beweise, welche nach dem pflichtgemässen richterlichen 

Ermessen entscheidungserheblich bzw. für die Wahrheitsfindung beachtlich sein könnten. Dem-

entsprechend können gemäss Art. 139 Abs. 2 StPO Beweisanträge abgelehnt werden, wenn da-

mit die Beweiserhebung über Tatsachen verlangt wird, die unerheblich, offenkundig, der Strafbe-

hörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind. Auf eine bereits beschlossene Be-

weisabnahme kann das Gericht schliesslich verzichten, wenn sich während der Hauptverhand-

lung ergibt, dass diese nicht mehr erforderlich ist, beispielsweise weil eine Tatsache inzwischen 

zweifelsfrei geklärt wurde (MAX HAURI/PETRA VENETZ, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 

Art. 343 N 33 ff.).  

 

3.4 Gemäss Art. 182 StPO ziehen Staatsanwaltschaft und Gerichte eine oder mehrere sach-

verständige Personen bei, wenn sie nicht über die besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten ver-

fügen, die zur Feststellung oder Beurteilung eines Sachverhalts erforderlich sind. Ein Gutachten 

hat grundsätzlich ein fehlendes fachliches Wissen der Strafbehörden bei der Abklärung des Sach-

verhalts zu ersetzen. Die Beantwortung der Frage, ob ein Gutachten erforderlich ist, liegt – von 

Ausnahmen abgesehen – vorerst einmal im Rahmen der freien richterlichen Beweiswürdigung im 

pflichtgemässen Ermessen des Gerichts. Die Frage nach der Notwendigkeit einer Begutachtung 

ist prinzipiell aufgrund eines objektiven Massstabs zu entscheiden. Der Beizug einer sachver-

ständigen Person ist nur dann angezeigt, wenn es zur Feststellung und Beurteilung des Sachver-

halts besonderer Kenntnisse bedarf. Gerichte dürfen sich solche eigenen Fachkenntnisse nur 

dort zutrauen, wo sie diese aufgrund der Lebenserfahrung ohne spezielle Fachausbildung auch 

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haben können (MARIANNE HEER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 182 N 7 f.; NIKLAUS 

SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2018, Art. 182 N 3; ANDREAS 

DONATSCH, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 182 N 26). 

 

3.5 In Bezug auf den vorliegenden Beweisantrag des Beschuldigten ist darauf hinzuweisen, 

dass die Würdigung von Beweisen zu den Kernaufgaben des Gerichts gehört. Eine Beurteilung 

der Glaubwürdigkeit von Zeugen bzw. Auskunftspersonen oder der Glaubhaftigkeit ihrer Aussa-

gen ist in der Regel durch dieses vorzunehmen. Der Beizug einer sachverständigen Person für 

die Prüfung von Aussagen drängt sich nur auf, wenn das Gericht aufgrund besonderer Umstände 

auf zusätzliches medizinisches oder psychologisches Fachwissen angewiesen ist. Dies gilt na-

mentlich, wenn Anzeichen dafür bestehen, die aussagende Person könnte wegen einer ernsthaf-

ten geistigen Störung, Drogensucht oder sonstiger Umstände in ihrer Wahrnehmungs-, Erinne-

rungs- oder Wiedergabefähigkeit beeinträchtigt und zur wahrheitsgemässen Aussage nicht fähig 

oder nicht willens sein. Der Richter verfügt bei der Beantwortung der Frage, ob aufgrund der 

konkreten Umstände des Einzelfalles ein Sachverständiger zur Glaubwürdigkeitsbegutachtung 

beigezogen werden muss, über einen Spielraum des Ermessens (BGer 6B_703/2012 vom 3. Juni 

2013, E. 5.3; 6B_354/2016 vom 6. Dezember 2016, E. 3.1; MARIANNE HEER, a.a.O., Art. 182 N 6). 

 

3.6 In casu bringt der Beschuldigte mit Berufungsbegründung vom 1. März 2019 vor, A.____ 

leide an einer ernsthaften psychischen Beeinträchtigung, nämlich an einer mittelgradig bis schwer 

depressiven Episode. Diesbezüglich ist dem Therapiebericht von lic. phil. K.____ vom 30. Juni 

2017 zu entnehmen, dass A.____ an einer akuten Belastungsreaktion bei anhaltender Belastung 

durch erlebte langjährige psychische und physische Bedrohung durch den Lebenspartner (ICD-

10 Klassifikation: F 43.0) leide, wobei die diagnostischen Kriterien für eine posttraumatische Be-

lastungsstörung nur teilweise erfüllt seien. Im Übrigen verneinte lic. phil. K.____ die Frage, ob sie 

A.____ Medikamente verschrieben habe (act. 1367). Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass aus 

den Akten auch keine Anhaltspunkte ersichtlich sind, wonach sich A.____ in eine psychiatrische 

Klinik hätte einweisen lassen. In Beachtung des vorgenannten Therapieberichts zeigt sich somit 

deutlich, dass A.____ im Aussagezeitpunkt klarerweise nicht an einer ernsthaften geistigen Stö-

rung gelitten hat, welche ihre Wahrnehmungs-, Erinnerungs- oder Wiedergabefähigkeit beein-

trächtigt hätte. Vielmehr stimmt die von A.____ in ihren Einvernahmen dargelegte Drucksituation 

mit den Ausführungen von lic. phil. K.____ in ihrem Therapiebericht vom 30. Juni 2017 überein, 

wonach A.____ an einer akuten Belastungsreaktion leide, weshalb daraus keineswegs auf eine 

schwere psychische Störung geschlossen werden kann, welche Auswirkungen auf die Zeug-

nistauglichkeit hat. Im Übrigen sind auch aus den weiteren Verfahrensakten keine Anhaltspunkte 

für jedwelche Umstände ersichtlich, wonach sich der Beizug einer sachverständigen Person für 

die Prüfung der Aussagen von A.____ aufdrängen würde, weshalb das Beweisbegehren des Be-

schuldigten, es sei ein Glaubhaftigkeitsgutachten betreffend die Aussagen von A.____ in Auftrag 

zu geben, abzuweisen ist.  

 

 

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4. Formelle Einwendungen 

4.1 Verwertbarkeit der beigezogenen Akten, insbesondere der Akten des Amts für 

Migration  

4.1.1 Vor den Schranken des Berufungsgerichts rügt der Beschuldigte, dass die beigezoge-

nen Akten, insbesondere jene des Amts für Migration, nicht verwertbar seien. Zur Begründung 

führt er aus, dass im Ausländer- und Integrationsgesetz eine weitreichende Mitwirkungspflicht 

statuiert worden sei. Die Verwertung dieser Akten im Strafverfahren verletze den strafprozess-

rechtlichen "nemo tenetur"-Grundsatz.  

 

4.1.2 Demgegenüber bringt die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft anlässlich der kantons-

gerichtlichen Hauptverhandlung vor, dass der Beizug der Akten des Amts für Migration gerecht-

fertigt gewesen sei, zumal die Androhung des Entzugs der Niederlassungsbewilligung der Aus-

löser für die Taten des Beschuldigten gewesen sein soll.  

 

4.1.3 Gemäss Art. 113 Abs. 1 StPO muss sich die beschuldigte Person nicht selbst belasten. 

Sie hat namentlich das Recht, die Aussage und ihre Mitwirkung im Strafverfahren zu verweigern. 

Sie muss sich aber den gesetzlich vorgesehenen Zwangsmassnahmen unterziehen. Mithin findet 

der im Strafrecht allgemein anerkannte Grundsatz "nemo tenetur se ipsum accusare" Anwen-

dung, wonach im Strafverfahren niemand gehalten ist, zu seiner Belastung beizutragen. Entspre-

chend darf die beschuldigte Person nicht mit Druckmitteln zur Aussage gezwungen werden und 

ihr Schweigen darf nicht als Indiz für ihre Schuld gewertet werden. Aus dem Recht der beschul-

digten Person, nicht zu seiner eigenen Verurteilung beitragen zu müssen, ergibt sich insbeson-

dere, dass Beweismittel nicht verwertet werden dürfen, welche durch Zwang oder Druck in Miss-

achtung des Willens der beschuldigten Person erlangt worden sind (BGer 6B_453/2011 vom 

20. Dezember 2011, E. 2.6.1; VIKTOR LIEBER, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 113 

N 54c). Aussagen, welche die beschuldigte Person im Verwaltungsverfahren zu Protokoll gege-

ben hat, dürfen im parallelen Strafverfahren folglich nur dann als Beweis gegen sie verwertet 

werden, wenn die Depositionen sowohl im Einklang mit den anwendbaren Bestimmungen des 

Verwaltungsverfahrensrechts wie auch unter Berücksichtigung der strafprozessualen Standards 

erfolgt sind. Konkret heisst dies, dass die betroffene Person vorgängig über ihr Aussage- und 

Mitwirkungsverweigerungsrecht belehrt und ihr für den Fall der Aussageverweigerung weder di-

rekter noch indirekter Zwang angedroht worden ist. Andernfalls dürfen die Depositionen aus dem 

Parallelverfahren im Strafverfahren nicht zum Nachteil der beschuldigten Person verwertet wer-

den (VIKTOR LIEBER, a.a.O., Art. 113 N 62).  

 

4.1.4 Folglich erhellt, dass in casu die Depositionen des Beschuldigten in den aus anderen 

Verfahren beigezogenen Akten, namentlich allfällige Aussagen in den Akten des Amts für Migra-

tion, nur zu Lasten des Beschuldigten verwertet werden dürfen, sofern dieser vorgängig über sein 

Aussage- und Mitwirkungsverweigerungsrecht belehrt worden ist, ohne dass ihm für den Fall der 

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Aussageverweigerung direkter oder indirekter Zwang angedroht worden ist. Ob die entsprechen-

den Voraussetzungen jeweils erfüllt sind, wird in den folgenden Erwägungen jeweils geprüft, so-

fern Aussagen des Beschuldigten in den beigezogenen Akten überhaupt von Relevanz sein wer-

den.  

 

 

4.2 Verletzung des Teilnahmerechts, Verletzung des Vorschlagsrechts betreffend die 

amtliche Verteidigung sowie Verletzung der Bestimmungen über die notwendige 

Verteidigung 

4.2.1 Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung macht der Beschuldigte geltend, 

dass die erste Einvernahme von A.____ am 9. Februar 2017 durchgeführt worden sei, allerdings 

hätten bereits vorgängig Besprechungen zwischen der Untersuchungsbeauftragten und A.____ 

stattgefunden, weshalb im Zeitpunkt der ersten Befragung bereits ein hinreichender Tatverdacht 

bestanden habe und die Untersuchung als eröffnet zu gelten habe. Da am 9. Februar 2017 noch 

kein notwendiger Verteidiger eingesetzt gewesen sei, liege eine Verletzung der Teilnahmerechte 

vor, was dazu führe, dass die Depositionen von A.____ nicht zu Lasten des Beschuldigten ver-

wertbar seien. In der Folge sei er am 13. Februar 2017 verhaftet worden und Advokat L.____ sei 

als amtlicher Verteidiger eingesetzt worden, nachdem der Wunschanwalt des Beschuldigten nicht 

verfügbar gewesen sei. Durch die Einsetzung von Advokat L.____ sei sein Vorschlagsrecht ver-

letzt worden. In der Folge habe er sich gegen die Einsetzung von Advokat L.____ gewehrt, zumal 

dieser ihn offenbar zur Unterzeichnung von Unterlagen genötigt haben soll. Bis zur Einsetzung 

von Advokat L.____ habe zudem keine wirksame Verteidigung bestanden, weshalb die bis zu 

diesem Zeitpunkt erfolgten Einvernahmen nicht zu Lasten des Beschuldigten verwertbar seien. 

Schliesslich habe Advokat L.____ in Verletzung seiner Pflichten kein Teilnahmerecht geltend ge-

macht, obwohl eine persönliche Teilnahme des Beschuldigten an den Einvernahmen unerlässlich 

gewesen wäre. Aufgrund der Protokolle der Befragungen der Privatklägerschaft sei ausserdem 

nicht ersichtlich, dass Advokat L.____ Ergänzungsfragen gestellt hätte. Es fehle somit auch an 

einer wirksamen Ausübung des Ergänzungsfragerechts.  

 

4.2.2 Demgegenüber bringt die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vor den Schranken des 

Kantonsgerichts vor, das Strafverfahren sei erst im Nachgang an die erste Einvernahme von 

A.____ eröffnet worden, weshalb der Beschuldigte im Zeitpunkt der Befragung noch über keine 

Teilnahmerechte verfügt habe. Auch sei das Vorschlagsrecht des Beschuldigten nicht verletzt 

worden, zumal der gewünschte Verteidiger nicht zur Verfügung gestanden habe und der Beschul-

digte mit der Vertretung durch Advokat. L.____ einverstanden gewesen sei. Im Übrigen habe 

Advokat L.____ jeweils an den Einvernahmen teilgenommen.  

 

4.2.3 Gemäss Art. 130 StPO muss die beschuldigte Person verteidigt werden, wenn die Un-

tersuchungshaft einschliesslich einer vorläufigen Festnahme mehr als 10 Tage gedauert hat 

(lit. a), ihr eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr oder eine freiheitsentziehende Mass-

nahme droht (lit. b), sie wegen ihres körperlichen oder geistigen Zustands oder aus anderen 

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Gründen ihre Verfahrensinteressen nicht ausreichend wahren kann und die gesetzliche Vertre-

tung dazu nicht in der Lage ist (lit. c), die Staatsanwaltschaft vor dem erstinstanzlichen Gericht 

oder dem Berufungsgericht persönlich auftritt (lit. d) oder ein abgekürztes Verfahren durchgeführt 

wird (lit. e). Liegt ein Fall notwendiger Verteidigung vor, so achtet die Verfahrensleitung gemäss 

Art. 131 Abs. 1 StPO darauf, dass unverzüglich eine Verteidigung bestellt wird. Sind die Voraus-

setzungen notwendiger Verteidigung bei Einleitung des Vorverfahrens erfüllt, so ist die Verteidi-

gung nach der ersten Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft, jedenfalls aber vor Eröffnung 

der Untersuchung, sicherzustellen (Art. 131 Abs. 2 StPO). Wurden in Fällen, in denen die Vertei-

digung erkennbar notwendig gewesen wäre, Beweise erhoben, bevor eine Verteidigerin oder ein 

Verteidiger bestellt worden ist, so ist die Beweiserhebung nur gültig, wenn die beschuldigte Per-

son auf ihre Wiederholung verzichtet.  

 

4.2.4 Im vorliegenden Fall ist den Akten zu entnehmen, dass die Polizei Basel-Landschaft am 

9. Februar 2017, von 9.11 Uhr bis 11.38 Uhr, A.____ als Auskunftsperson einvernommen hat 

(act. 1687 ff.). Gestützt auf diese polizeiliche Befragung ist in der Folge am 9. Februar 2017, um 

14.00 Uhr, die Eröffnung der Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten durch die Staatsan-

waltschaft Basel-Landschaft verfügt worden (act. 1675). Der Beschuldigte ist sodann am 13. Feb-

ruar 2017, 9.10 Uhr, verhaftet (act. 677) und am 13. Februar 2017, ab 14.06 Uhr, im Beisein von 

Advokat L.____ das erste Mal einvernommen worden (act. 1717 ff.). Somit erhellt, dass die Stra-

funtersuchung im Zeitpunkt der Befragung von A.____ vom 9. Februar 2017 noch nicht eröffnet 

worden ist. Diesbezüglich ist zwar zu konstatieren, dass der Eröffnungsverfügung vom 9. Februar 

2017, 14.00 Uhr, lediglich deklaratorische Wirkung zukommt und bereits die Befassung der 

Staatsanwaltschaft mit dem Straffall als Eröffnung der Strafuntersuchung gilt (vgl. THOMAS 

BOSSHARD/NATHAN LANDSHUT, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 309 N 6a). Die Be-

fragung von A.____ vom 9. Februar 2017, von 9.11 Uhr bis 11.38 Uhr, ist allerdings als eine rein 

polizeiliche Ermittlungshandlung zu qualifizieren, zumal sich die Staatsanwaltschaft Basel-Land-

schaft in diesem Zeitpunkt noch in keiner Weise mit dem Straffall befasst hat. Vielmehr hat sich 

erst aufgrund dieser Befragung von A.____ der hinreichende Tatverdacht ergeben, worauf die 

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft auch unverzüglich die Eröffnung der Strafuntersuchung 

verfügt hat. Folglich sind im vorliegenden Fall keine Beweise erhoben worden, bevor eine Vertei-

digung bestellt worden ist, weshalb die Einvernahme von A.____ als Auskunftsperson vom 9. 

Februar 2017 ohne Weiteres verwertbar ist.  

 

4.2.5 Im Weiteren rügt der Beschuldigte eine Verletzung seines Vorschlagsrechts bei der Be-

stellung der amtlichen Verteidigung. Gemäss Art. 133 Abs. 1 StPO wird die amtliche Verteidigung 

von der im jeweiligen Verfahrensstadium zuständigen Verfahrensleitung bestellt. Die Verfahrens-

leitung berücksichtigt bei der Bestellung der amtlichen Verteidigung nach Möglichkeit die Wün-

sche der beschuldigten Person (Art. 133 Abs. 2 StPO). Der Wunsch der beschuldigten Person 

nach einer bestimmten Person als Verteidigung darf nicht willkürlich, mithin nicht ohne sachlichen 

Grund, unberücksichtigt bleiben. Solche sachlichen Gründe können Interessenkollisionen, Über-

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lastung, fehlende fachliche Qualifikation, fehlende Berufsausübungsberechtigung oder nicht vor-

handene Verfügbarkeit (Abwesenheit, Ferien, Krankheit) sein (BGE 139 IV 113, E. 4.3; NIKLAUS 

RUCKSTUHL, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, Art. 133 N 8b; VIKTOR LIEBER, Zürcher Kom-

mentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 133 N 4 ff.; NIKLAUS SCHMID, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 

2018, Art. 133 N 2). 

 

4.2.6 In casu zeigt sich, dass der Beschuldigte anlässlich seiner Festnahme vom 13. Februar 

2017 den Wunsch geäussert hat, durch Advokat U.____ verteidigt zu werden, worauf die Staats-

anwaltschaft Basel-Landschaft versucht hat, mit Advokat U.____ Kontakt aufzunehmen. Auf-

grund der Auskunft, dass sich Advokat U.____ an einer ganztägigen Gerichtsverhandlung in Mut-

tenz befinde (act. 609), ist in der Folge Advokat L.____ als Pikettverteidiger aufgeboten worden. 

Sowohl in seiner ersten Befragung vom 13. Februar 2017 (act. 1719) als auch in seiner Hafter-

öffnungseinvernahme vom 14. Februar 2017 (act. 695) hat sich der Beschuldigte sodann explizit 

damit einverstanden erklärt, von Advokat L.____ verteidigt zu werden. Ausserdem hat der Be-

schuldigte am 14. Februar 2017 L.____ schriftlich mit der Rechtsvertretung im vorliegenden Straf-

verfahren beauftragt (act. 611). Schliesslich ist Advokat L.____ mit Verfügung der Staatsanwalt-

schaft Basel-Landschaft vom 16. Februar 2017 rückwirkend auf den 13. Februar 2017 und mit 

Wirkung ab dem 13. Februar 2017 als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten bestellt worden 

(act. 613), wobei diese Verfügung unangefochten in Rechtskraft erwachsen ist. Somit erhellt, 

dass Advokat L.____ auf den ausdrücklichen Wunsch des Beschuldigten als dessen amtlicher 

Verteidiger eingesetzt worden ist, weshalb zweifellos keine Verletzung des Vorschlagsrechts des 

Beschuldigten bei der Bestellung der amtlichen Verteidigung gegeben ist.  

 

4.2.7 Soweit der Beschuldigte im Weiteren geltend macht, Advokat L.____ habe keine Ergän-

zungsfragen gestellt, ist festzustellen, dass es Sache des damaligen amtlichen Verteidigers sowie 

des Beschuldigten gewesen ist, die Verteidigungsstrategie zu entwickeln. Es ist mithin nicht Auf-

gabe des heutigen Verteidigers des Beschuldigten, die damalige Verteidigungsstrategie zu hin-

terfragen. Dementsprechend ist der Beschuldigte durchwegs wirksam verteidigt worden, weshalb 

sich die Vorbringen des Beschuldigten als unbegründet erweisen.  

 

 

5. Nötigung (Ziffer 2 der Anklage) 

5.1 Das Strafgericht Basel-Landschaft erwägt in seinem Urteil vom 2. Februar 2018, dass 

gestützt auf die glaubhaften Aussagen von A.____, welche durch die Angaben von B.____ und 

D.____ gestützt würden, sowie die weiteren belastenden Indizien als erstellt zu erachten sei, dass 

der Beschuldigte A.____ Gewalt angedroht habe, damit diese das Formular "Bestätigung Unter-

miete" unterzeichne. Der Beschuldigte habe sich folglich der Nötigung schuldig gemacht. Hinge-

gen sei nicht erstellt, dass der Beschuldigte unmittelbar vorgängig zur Unterzeichnung des be-

sagten Formulars A.____ mit einem Rüstmesser oder einer kleinen Schere bedroht habe.  

 

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5.2 Demgegenüber bringt der Beschuldigte mit Berufungsbegründung vom 1. März 2019 

vor, die Aussagewürdigung der Vorinstanz sei nicht lege artis erfolgt. Namentlich habe es die 

Vorinstanz unterlassen, die Befragungstechnik kritisch zu prüfen und sei stattdessen a priori von 

der Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerschaft ausgegangen. Dadurch habe sie das 

Gebot der Nullhypothese verletzt. Soweit die Vorinstanz in Bezug auf A.____ das Realkriterium 

der raum-zeitlichen Verknüpfung prüfe, übersehe sie, dass die von ihr erwähnten Aktenstellen 

jeweils nur eine zeitliche oder eine räumliche Verknüpfung darstellen würden. Sodann könne vom 

Eingeständnis einer Erinnerungslücke nur dann auf die Glaubhaftigkeit der Depositionen ge-

schlossen werden, wenn die Erinnerungslücke Ausdruck der natürlichen Vergessenskurve sei. 

Erinnerungslücken, welche das besonders einprägsame Kerngeschehen betreffen, würden ge-

gen die Glaubhaftigkeit einer Aussage sprechen, zumal davon auszugehen sei, dass die Erinne-

rungslücke nur vorgeschoben sei, um Widersprüche vorzubeugen. Insbesondere habe sich 

A.____ anlässlich ihrer zweiten Einvernahme nicht mehr an den genauen Wortlaut der Drohung 

des Beschuldigten erinnern können, während sie in der ersten Befragung die Drohung noch ex-

plizit wiedergegeben habe. Gleichwohl habe sie sich rund vier Monate später wiederum an die 

angebliche Drohung des Beschuldigten erinnern können. Hinzu komme, dass A.____ anlässlich 

der Befragung vom 9. Februar 2017 zu Protokoll gegeben habe, der Beschuldigte habe ihr seine 

Faust gezeigt, worauf sie den Untermietvertrag unterzeichnet habe. Nur sechs Tage später habe 

sie hingegen ausgesagt, der Beschuldigte habe sie mit einem Messer zur Unterzeichnung des 

Untermietvertrags genötigt. Es seien somit Widersprüche im Kerngeschehen gegeben, weshalb 

von einer fehlenden Glaubhaftigkeit auszugehen sei. Die von der Vorinstanz unter dem Realkri-

terium der Selbstbelastung angeführten Aussagen von A.____ würden ebenfalls nicht für die 

Glaubhaftigkeit sprechen, zumal eine Selbstbelastung nur vorliege, wenn vermeintliches Fehlver-

halten gegenüber dem Beschuldigten geschildert werde. Die Privatklägerin bezichtige mit den 

getätigten Depositionen allerdings zugleich auch den Beschuldigten und versuche, die von ihm 

genannten Motive für eine Falschbezichtigung zu entkräften. Insgesamt würden die Aussagen 

von A.____, B.____, C.____ und D.____ bezüglich der dem Beschuldigten vorgeworfenen Straf-

taten kaum Realkennzeichen aufweisen. Im Gegenteil würden die wenigen Realkennzeichen so-

gar den Beschuldigten entlasten. Ausserdem zeige sich eine Inkonstanz in der Schilderung des 

Kerngeschehens. Die Realkennzeichenprüfung der Aussagen der Privatklägerschaft vermöge 

die Nullhypothese nicht nur nicht umzustossen, sondern bekräftige diese sogar. Ohnehin sei da-

von auszugehen, dass vor der ersten Einvernahme bereits mehrere Gespräche zwischen A.____ 

und der Polizei Basel-Landschaft stattgefunden hätten. Eine Analyse der Entstehungsgeschichte 

der Aussagen der Privatklägerin sei daher nicht möglich.  

 

Anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung führt der Beschuldigte ergänzend aus, die 

Ausführungen von A.____ betreffend die Hochzeit des Beschuldigten in der Türkei würden einen 

hohen Detailreichtum aufweisen, dies im Gegensatz zu den Schilderungen betreffend den 

Kernsachverhalt. Diese Heirat sei offenbar ein einschneidendes Ereignis für die Privatklägerin 

und ihre Söhne gewesen. Als der Beschuldigte nach längerer Zeit zur Privatklägerschaft zurück-

gekehrt sei, habe ihn A.____ auf die Hochzeit angesprochen und ihm mitgeteilt, dass er nicht 

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mehr bei ihr leben könne. Allerdings habe sie diesen Beschluss nicht umsetzen können. Hinzu 

komme, dass M.____ die Nähe zum Vater gesucht habe. Es sei somit zweifellos ein Rachemotiv 

zu erkennen. Überdies verfüge A.____ über manipulative Fähigkeiten, zumal sie den Beschul-

digten als schlechten Vater hingestellt habe, der sich nicht für seine Kinder interessiere. Dessen 

ungeachtet habe der Beschuldigte die Berufe seiner Kinder genau zu Protokoll geben können. 

Es zeige sich somit, dass die manipulative Privatklägerin über eine hohe Erfindungskompetenz 

verfüge, weshalb deren Aussagen nicht glaubhaft seien.  

 

5.3 Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft trägt mit Berufungsantwort vom 25. April 2019 

vor, dass das Sachgericht nicht an die strikten methodischen Vorgaben gebunden sei, die für den 

aussagepsychologischen Sachverständigen und seine hypothesengeleitete Begutachtung als 

Standard gelten würden. Vielmehr gelte für das Gericht der Grundsatz der freien Beweiswürdi-

gung. Die Vorbingen des Beschuldigten zur Glaubhaftigkeitsbeurteilung der Aussagen seien ins-

gesamt nicht geeignet, die von der Vorinstanz vorgenommene Beweiswürdigung in Zweifel zu 

ziehen. Im Gegenteil habe sich die Vorinstanz im Detail mit den vorhandenen Beweisen und der 

Glaubhaftigkeit der Aussagen auseinandergesetzt und sei zum zutreffenden Schluss gelangt, 

dass den belastenden Depositionen der Privatklägerschaft entscheidendes Gewicht zukomme.  

 

Vor den Schranken des Kantonsgerichts legt die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft ergänzend 

dar, dass A.____ offen über selbst erlebte Ereignisse gesprochen habe, wobei eine grosse An-

zahl von Realkennzeichen erkennbar sei. Namentlich habe die Privatklägerin ihr eigenes Verhal-

ten als unvorteilhaft dargestellt, zumal sie zugestanden habe, den Beschuldigten mit dem Tod 

bedroht zu haben. Hinzu komme, dass A.____ wiederholt die Möglichkeit gehabt hätte, eine Straf-

anzeige einzureichen, gleichwohl habe sie explizit darauf verzichtet. Soweit der Beschuldigte Ra-

che als Motiv für Falschbezichtigungen geltend mache, sei darauf hinzuweisen, dass die Privat-

klägerin ihn gerade nicht übermässig belastet habe. Im Gegenteil habe sie auf entsprechende 

Frage hin die Androhung von Gewalt sogar ausdrücklich verneint. Im Übrigen sei anzumerken, 

dass es sich bei einer konkreten Fragestellung noch keineswegs um eine Suggestivfrage handle.  

 

5.4 Die Privatklägerschaft ihrerseits führt mit Berufungsantwort vom 6. Juni 2019 aus, die 

Vorderrichter hätten sich ausführlich mit den Aussagen von A.____ befasst und seien zum 

Schluss gekommen, dass die Depositionen glaubhaft seien. Auch sei festzustellen, dass die Pri-

vatklägerin während der gesamten Untersuchung stets ungesteuert und nach bestem Wissen 

und Gewissen ausgesagt habe. Ihre Ausführungen würden überdies bestätigt durch die Darle-

gungen ihrer Söhne, der diversen Zeugen und letztlich auch durch diverse Ausführungen des 

Beschuldigten selbst. Es bestehe daher kein Grund, an den Depositionen von A.____ zu zweifeln, 

weshalb auf diese abzustellen sei.  

 

5.5 In tatsächlicher Hinsicht stützt sich der Vorwurf der Nötigung im Wesentlichen auf die 

Depositionen von A.____. Bedeutsam für die Wahrheitsfindung ist die Glaubhaftigkeit der kon-

kreten Aussagen, die durch methodische Analyse ihres Inhalts darauf überprüft wird, ob die auf 

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ein bestimmtes Geschehen bezogenen Angaben einem tatsächlichen Erleben des Zeugen ent-

springen. Damit eine Aussage als zuverlässig gewürdigt werden kann, ist sie insbesondere auf 

das Vorhandensein von Realitätskriterien und umgekehrt auf das Fehlen von Phantasiesignalen 

zu überprüfen. Entscheidend ist, ob die aussagende Person unter Berücksichtigung der Um-

stände, ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne 

realen Erlebnishintergrund machen könnte. Methodisch wird die Prüfung in der Weise vorgenom-

men, dass das im Rahmen eines hypothesengeleiteten Vorgehens durch Inhaltsanalyse (aussa-

geimmanente Qualitätsmerkmale, sogenannte Realkennzeichen) und Bewertung der Entste-

hungsgeschichte der Aussage sowie des Aussageverhaltens insgesamt gewonnene Ergebnis auf 

Fehlerquallen überprüft und die persönliche Kompetenz der aussagenden Person analysiert wer-

den. Dabei wird zunächst davon ausgegangen, dass die Aussage gerade nicht realitätsbegründet 

ist, und erst wenn sich die Annahme (Nullhypothese) aufgrund der festgestellten Realitätskriterien 

nicht mehr halten lässt, wird geschlossen, dass die Aussage einem wirklichen Erleben entspricht 

und wahr ist. Die Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen ist primär Sache der Gerichte 

(BGer 6B_760/2016 vom 29. Juni 2017, E. 4.2).  

 

5.6 Das Strafgericht Basel-Landschaft hat die Darlegungen der Parteien, der Auskunftsper-

sonen sowie der Zeugin ausführlich zusammengefasst, weshalb auf die diesbezüglichen Ausfüh-

rungen in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen werden kann (S. 15 ff. des angefoch-

tenen Urteils).  

 

5.7 Zusammenfassend hat A.____ in ihrer Einvernahme vom 9. Februar 2017, in ihrer  

Videobefragung vom 15. Februar 2017, in ihrer Einvernahme vom 22. Juni 2017 sowie vor den 

Schranken des Strafgerichts jeweils als Auskunftsperson im Wesentlichen ausgeführt, der Be-

schuldigte sei − nach einem rund sechsmonatigen Aufenthalt in der Türkei − Ende Januar 2016 

in die Schweiz zurückgekehrt, zu ihr nach Hause gekommen und habe die gemeinsame Tochter 

M.____ sehen wollen. Sie habe ihm mitgeteilt, dass er gehen müsse, sobald die Tochter schlafe. 

Da der Beschuldigte nicht gewusst habe, wo er wohnen könne, sei er allerdings gegen ihren 

Willen geblieben. Dies habe wiederum dazu geführt, dass er sich bei der Gemeinde habe anmel-

den müssen. Sie habe sowohl mit der Einwohnerkontrolle als auch mit N.____ von der Stadt 

Liestal Kontakt aufgenommen, welche ihr versichert hätten, dass der Beschuldigte ohne einen 

von der Vermieterin unterzeichneten Untermietvertrag keine Wohnsitzbestätigung erhalte. Sie sei 

deshalb sicher gewesen, dass er nicht längerfristig bei ihr wohnen könne und die Wohnung wie-

der verlassen werde. Da die Vermieterin dem Beschuldigten keinen Untermietvertrag ausgestellt 

habe, habe dieser ihr, A.____, einen vorgedruckten Untermietvertrag vorgelegt und sie zu dessen 

Unterzeichnung genötigt. Dabei habe der Beschuldigte darauf bestanden, als Vater der Kinder 

mit diesen und A.____ zusammen zu leben. Überdies habe er sie gefragt, ob immer etwas pas-

sieren müsse, und ihr zudem körperliche Gewalt angedroht, wobei er ihr die Faust gezeigt habe 

(act. 1689 ff., 1761 ff., 2333 ff., S 559 ff.).  

 

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5.8 Hinsichtlich der Depositionen von A.____ ist zunächst festzustellen, dass sich diese als 

detailreich, in sich schlüssig und nachvollziehbar erweisen, wobei auffällt, dass ihre Ausführun-

gen frei von inneren Ungereimtheiten sind. Namentlich ist zu konstatieren, dass − entgegen der 

Vorbringen des Beschuldigten − A.____ ihre Aussagen in freier Erzählung geschildert hat. Insbe-

sondere anlässlich ihrer ersten Einvernahme hat die Privatklägerin auf offene Fragen hin den 

Sachverhalt dargelegt. Erst im weiteren Verlauf wurden jeweils konkretere Fragen gestellt, wäh-

rend zu Beginn A.____ in ihrem Redefluss offenkundig nicht unterbrochen worden ist. Des Wei-

teren fällt auf, dass die Darstellungen von A.____ zwar im Wesentlichen zeitlich strukturiert wie-

dergegeben werden, gleichwohl imponieren die wiederholten sprunghaften Einschübe. So hat 

A.____ beispielsweise anlässlich ihrer Videoeinvernahme vom 15. Februar 2017 dargelegt, dass 

der Beschuldigte ihr den Untermietvertrag hingehalten und sie zur Unterzeichnung aufgefordert 

habe. Im Sinne eines Einschubs hat sie unvermittelt ausgeführt, dass der Beschuldigte diesbe-

züglich bereits vorgängig bei der Vermieterin gewesen sei, welche allerdings den Untermietver-

trag nicht unterzeichnet habe, zumal er viele Schulden habe und die Miete nie bezahle. In der 

Folge ist A.____ zurück zum Kernsachverhalt gesprungen und hat zu Protokoll gegeben, dass 

der Beschuldigte sie unter Druck gesetzt habe, damit sie das Dokument unterzeichne (act. 1763). 

Hinsichtlich dieser Erzählweise ist zu konstatieren, dass es für die meisten Menschen besonders 

einfach ist, ein Erlebnis chronologisch, also in zeitlicher Abfolge zu erzählen. Eine chronologisch 

geordnete Erzählweise ist daher als neutral (und gerade nicht als Warnsignal) zu werten. Aller-

dings ist es ausgesprochen diffizil, etwas, das nicht selbst erlebt wurde, nicht chronologisch und 

sprunghaft zu berichten. Daraus folgt, dass aus einer solchen sprunghaften Darstellungsweise 

der Rückschluss gezogen werden darf, dass hier tatsächlich Erlebtes berichtet wird. Diese Nicht-

steuerung ist also ein gewichtiges Realitätskriterium (MARTIN HUSSELS, Von Wahrheiten und Lü-

gen − Eine Darstellung der Glaubhaftigkeitskriterien anhand der Rechtsprechung, forumpoenale 

6/2012, S. 371). Als weiteres Realitätskennzeichen ist sodann der Umstand zu werten, dass 

A.____ − insbesondere auch im Zusammenhang mit dem eigentlichen Kerngeschehen − wieder-

holt sowohl ihre eigenen Gefühle als auch jene des Beschuldigten schildert. So hat sie anlässlich 

ihrer Einvernahme vom 9. Februar 2017 beispielsweise zu Protokoll gegeben: "Ich habe mich auf 

der sicheren Seite gefühlt, er wurde dann auch wütend und aggressiv, nachdem sie den Vertrag 

nicht unterschreiben wollte. Als er so wütend war, legte er mir den vorgedruckten Untermietver-

trag vor und nötigte mich, diesen zu unterschreiben. Ich musste dort hinschreiben, dass er bei 

mir wohnt." (act. 1689). Soweit der Beschuldigte darauf hinweist, dass A.____ anlässlich ihrer 

Videobefragung vom 15. Februar 2017 zu Protokoll gegeben habe, sie kenne den genauen Wort-

laut der Drohung nicht mehr (act. 1763), ist darauf hinzuweisen, dass sich die Privatklägerin ein-

zig in der besagten Videoeinvernahme nicht mehr an den exakten Wortlaut erinnert hat. In der 

Folge hat sie anlässlich ihrer Befragung vom 22. Juni 2017 den Wortlaut der Drohung jedoch 

abermals und ohne entsprechende Aufforderung seitens der Staatsanwaltschaft in freier Erzäh-

lung wiedergegeben (act. 2333). Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass es dem menschli-

chen Gedächtnis unmöglich ist, sämtliche dort gespeicherten Informationen in jedem beliebigen 

Moment, sozusagen auf Knopfdruck, abzurufen. Dadurch liegt es auf der Hand, dass Aussagen 

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im Laufe der Zeit in multipler Wiedergabe variieren (MARTIN HUSSELS, a.a.O., S. 372). Anzumer-

ken ist in diesem Zusammenhang, dass die Privatklägerin in dem vom Beschuldigten angeführten 

Beispiel ihre Erinnerungslücke explizit zugestanden hat. Mithin hat sie nicht irgendeine Drohung 

zu Protokoll gegeben, was im Falle einer Falschbezichtigung zu erwarten gewesen wäre. Viel-

mehr hat sie ausdrücklich festgehalten, dass sie die genaue Wortwahl aktuell nicht mehr in Erin-

nerung habe. Im Weiteren ist der Vorinstanz beizupflichten, dass A.____ den Beschuldigten kei-

neswegs übermässig belastet. Im Gegenteil hat die Privatklägerin den Beschuldigten auf entspre-

chende Fragen der Staatsanwaltschaft hin jeweils entlastet, obwohl eine Belastung ein Leichtes 

gewesen wäre. So hat die Staatsanwaltschaft anlässlich der Videoeinvernahme vom 15. Februar 

2017 zum Beispiel A.____ gefragt, ob der Beschuldigte ihr im Zusammenhang mit dem Sorge-

recht ebenfalls Gewalt angedroht habe, was A.____ ausdrücklich verneint hat (act. 1803). Hinzu 

kommt, dass A.____ selbst keine Strafanzeige gegen den Beschuldigten eingereicht hat, obwohl 

ihr die Behörden zu diesem Schritt geraten haben (act. 1417, 1691, 1781 f., 1825, 2341 f., S 559, 

S 563). Dementsprechend ist auch das vorliegende Strafverfahren nicht etwa von A.____ initiiert 

worden, sondern basiert auf der Anzeige des Zivilstandsamts Basel-Landschaft (act. 1543). Mit-

hin hat das Zivilstandsamt A.____ kontaktiert, wobei sich ihm Rahmen dieses Gesprächs heraus-

gestellt hat, dass A.____ vom Beschuldigten zur Heirat gezwungen worden ist. Gleichwohl hat 

A.____ die Zivilstandsbeamtin darum gebeten, das Gespräch für sich zu behalten und diesbe-

züglich auch nicht die Polizei zu kontaktieren (act. 1543, 1591, 2115). Ferner ist in Übereinstim-

mung mit den Vorderrichtern festzustellen, dass die Privatklägerin auch eigenes Fehlverhalten 

zu Protokoll gegeben hat. So hat sie unter anderem bestätigt, dass sie dem Beschuldigten ge-

genüber ihr Einverständnis zur Hochzeit an die Bedingung gebunden habe, dass er ihr mindes-

tens Fr. 250'000.-- überweise (act. 1805). Insgesamt kann somit festgestellt werden, dass die 

Depositionen von A.____ als ausgesprochen authentisch imponieren.  

 

Die Darlegungen von A.____ werden im Weiteren durch die Ausführungen ihrer Söhne unter-

mauert. So hat B.____ anlässlich seiner Videobefragung vom 20. Februar 2017 dargelegt, dass 

der Beschuldigte A.____ regelmässig bedroht habe, unter anderem auch im Zusammenhang mit 

dem Untermietvertrag. Er habe namentlich mitbekommen, dass der Beschuldigte A.____ dazu 

gezwungen habe, bei der Vermieterin nachzufragen, ob der Beschuldigte im Mietvertrag aufge-

nommen werden könne. Nach dem die Vermieterin dies verneint habe, hätten der Beschuldigte 

und A.____ weitergestritten, bis er und seine Brüder dazwischen seien (act. 1877 ff., 1893 f.).  

 

D.____ seinerseits hat in seiner Videobefragung vom 24. Februar 2017 ausgeführt, dass der Be-

schuldigte nach seiner Rückkehr darauf bestanden habe, dass sein Name auf dem Briefkasten 

angebracht werde, damit er sich bei der Gemeinde habe anmelden können. Hingegen könne er 

keine Angaben im Zusammenhang mit der Unterzeichnung des Untermietvertrags machen 

(act. 1965 f.).  

 

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Sodann hat O.____, die Leiterin der Spielgruppe der Tochter M.____, anlässlich ihrer Zeugenbe-

fragung vom 10. April 2017 zu Protokoll gegeben, A.____ habe ihr erzählt, dass sie einen Unter-

mietvertrag habe unterzeichnen müssen (act. 2095).  

 

Hinsichtlich der vorstehenden Depositionen, welche die Ausführungen von A.____ untermauern, 

ist zu konstatieren, dass keine Anhaltspunkte für Absprachen zwischen A.____ sowie ihren Söh-

nen bzw. O.____ ersichtlich sind. Vielmehr ist der Vorinstanz beizupflichten, dass eine gegensei-

tige Abstimmung der Aussagen angesichts der langen Dauer des Verfahrens sowie der Vielzahl 

von Einvernahmen nicht zu bewerkstelligen gewesen wäre.  

 

Ausserdem werden die Aussagen von A.____ durch den Auszug aus der mittels WhatsApp ge-

führten Konversation zwischen ihr und dem Polizisten P.____ untermauert, welchem zu entneh-

men ist, dass A.____ am 27. Januar 2016 P.____ mitgeteilt hat, dass sie massiv bedroht worden 

sei. Die Situation sei allerdings nicht mehr akut (act. 2441).  

 

In Beachtung der vorstehenden Erwägungen, namentlich der Vielzahl von festgestellten Realkri-

terien bezüglich der Aussagen von A.____ sowie der weiteren Indizien, welche die Depositionen 

von A.____ untermauern, ist die Nullhypothese, nämlich die Annahme, dass die Erklärungen von 

A.____ nicht realitätsbegründet sind, nicht mehr haltbar, weshalb davon auszugehen ist, dass 

ihre Aussagen einem wirklichen Erleben entsprechen und wahr sind. Mithin ist von der Glaubhaf-

tigkeit der Darlegungen von A.____ auszugehen.  

 

5.9 Den Depositionen von A.____ stehen einzig die Darlegungen des Beschuldigten gegen-

über. Dieser bestreitet den Vorwurf, A.____ zur Unterzeichnung des Untermietvertrags genötigt 

zu haben. Hinsichtlich der Ausführungen des Beschuldigten ist zunächst festzustellen, dass die-

ser offenkundig versucht hat, A.____ zu verunglimpfen. Mithin hat der Beschuldigte keine Gele-

genheit ausgelassen, um über die Privatklägerin herzuziehen und sie in ein schlechtes Licht zu 

rücken. So gibt er für eine Vielzahl von Entscheidungen jeweils A.____ die Schuld. Demnach soll 

diese ihn zu seiner Scheidung von Q.____ (act. 1991, 2071; gemäss Gerichtsurteil vom 2. De-

zember 2015 hat allerdings Q.____ die Scheidung verlangt: act. 2449), zur Änderung seiner ge-

meldeten Wohnadresse (act. 2225), zu seinem Verbleib im Januar 2017 bei A.____ und den Kin-

dern (act. 2153, 2229) sowie zur Heirat mit ihr (act. 2153, 2231) gedrängt haben. Diese Ausfüh-

rungen des Beschuldigten stehen allerdings im deutlichen Widerspruch zu den Aussagen von 

B.____, C.____ sowie D.____, welche in ihren Videoeinvernahmen vom 20. Februar 2017 

(act. 1877 ff., 1907 ff.) bzw. 24. Februar 2017 (act. 1945 ff.) eine deutlich divergierende Situation 

beschrieben haben, nämlich diejenige eines Beschuldigten, welcher mittels massiver Drohkulis-

sen seinen Willen durchgesetzt oder dies zumindest versucht hat. Auch ist dem Strafgericht bei-

zupflichten, dass sich der Beschuldigte kaum je ein eigenes Fehlverhalten eingesteht. Hinsichtlich 

des Kernsachverhalts hat der Beschuldigte anlässlich seiner ersten Einvernahme vom 13. Feb-

ruar 2017 in Bezug auf den Vorwurf der Nötigung zur Unterzeichnung des Untermietvertrags le-

diglich ausgeführt, dass ihn A.____ schon früher zu Unrecht beschuldigt habe (act. 1721). Auch 

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hat er wiederholt geltend gemacht, A.____ nie geschlagen oder bedroht zu haben (act. 1725, 

2071, 2135, 2229). In dieser Hinsicht ist allerdings zu konstatieren, dass sich die früheren An-

schuldigungen von A.____ gegenüber dem Beschuldigten keineswegs als haltlos erwiesen ha-

ben. Im Gegenteil ist der Beschuldigte mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 2. De-

zember 2002 unter anderem wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung, mehrfacher Be-

schimpfung, Drohung, mehrfacher versuchter Nötigung sowie Hausfriedensbruchs, alles zum 

Nachteil von A.____, schuldig gesprochen worden (act. 13 ff.). Ohnehin imponieren die Deposi-

tionen des Beschuldigten aufgrund der Vielzahl von Widersprüchen. So hat der Beschuldigte bei-

spielsweise in seiner ersten Einvernahme vom 13. Februar 2017 zu Protokoll gegeben, er liebe 

seine Familie, seine Kinder sowie A.____ (act. 1723). Im evidenten Widerspruch zu dieser Aus-

sage hat er in seiner Befragung vom 3. März 2017 sodann dargelegt, er habe A.____ mitgeteilt, 

dass er mit ihr nicht mehr glücklich sei und nur noch wegen der Tochter M.____ zu Hause bleibe 

(act. 1991). In der Folge hat der Beschuldigte anlässlich seiner Einvernahme vom 31. März 2017 

nunmehr geltend gemacht, es sei A.____ gewesen, welche aufgehört habe ihn zu lieben 

(act. 2067). Die Depositionen des Beschuldigten erweisen sich daher als keineswegs glaubhaft. 

Hinzu kommt, dass der Beschuldigte laut dem forensisch-psychiatrischen Gutachten von Dr. 

med. R.____ vom 8. Juni 2017 im Tatzeitpunkt an einer schweren kombinierten Persönlichkeits-

störung mit narzisstischen dissozialen und emotional-instabilen Anteilen (ICD-10 Klassifikation: 

F61.0) gelitten hat. Die hohe Ausprägung der Kernpersönlichkeitsmerkmale der Psychopathie, 

insbesondere in interpersonellen Konstellationen, spricht gemäss der Expertise dafür, dass der 

Beschuldigte bei interpersonellen Konflikten und auch in Situationen, in welchen seine persönli-

chen Bedürfnisse nicht durch Drittpersonen oder aktuelle Umstände gestillt werden, zu affektiv 

impulsiven Handlungen sowie zu Wut- oder Gewaltausbrüchen neigen würde (vgl. das foren-

sisch-psychiatrische Gutachten von Dr. med. R.____ vom 8. Juni 2017, act. 339 ff., insb. act. 531 

ff.). Schliesslich ist im Konsens mit der Vorinstanz festzustellen, dass der Beschuldigte zweifellos 

über ein Motiv zum Erhalt der Wohnsitzbestätigung verfügt hat, zumal er aufgrund seines länge-

ren Aufenthalts in der Türkei offenbar nicht mehr im Einwohnerregister geführt worden ist.  

 

5.10 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erhellt somit, dass sich der Beschuldigte in sei-

nen Einlassungen wiederholt in offensichtliche Widersprüche verstrickt und seine Ausführungen 

offenkundig einzig darauf ausgerichtet sind, A.____ zu diffamieren. Aufgrund des Gesagten er-

weisen sich seine Depositionen daher als nicht glaubhaft. Diesen stehen die glaubhaften Aussa-

gen von A.____ gegenüber, welche unter anderem durch die Darlegungen von B.____, D.____, 

O.____ sowie weitere Indizien untermauert werden. Angesichts dieser Sachlage ist als erstellt zu 

erachten, dass der Beschuldigte A.____ mittels Androhung von Gewalt dazu gebracht hat, den 

Untermietvertrag zu unterzeichnen. Im Übrigen ist unbestritten und im Berufungsverfahren nicht 

weiter zu thematisieren, dass die angeklagte Bedrohung durch ein Rüstmesser oder eine kleine 

Schere unmittelbar vorgängig zur Unterzeichnung nicht erstellt ist, zumal A.____ sowohl anläss-

lich der Hauptverhandlung als auch im Vorverfahren jeweils deutlich zum Ausdruck gebracht hat, 

dass diese Bedrohung zu einem anderen Zeitpunkt stattgefunden hat. Diesbezüglich kann auf 

die Erwägungen der Vorinstanz verweisen werden (S. 20 des angefochtenen Urteils).  

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5.11 Aufgrund der seitens der Parteien eingereichten Rechtsschriften sowie der anlässlich 

der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung gehaltenen Parteivorträge erhellt, dass die rechtli-

chen Ausführungen des Strafgerichts unbestritten bleiben, weshalb auf die diesbezüglich sachlich 

zutreffenden Darlegungen der Vorinstanz verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal 

die rechtliche Qualifikation vorliegend ohnehin kein Problem darstellt. Demnach hat sich der Be-

schuldigte der Nötigung gemäss Art. 181 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB, 

SR 311.0) schuldig gemacht. Die Berufung des Beschuldigten ist in diesem Punkt folglich abzu-

weisen.  

 

 

6. Versuchte Zwangsheirat, eventualiter mehrfache Nötigung, sowie versuchte ein-

fache Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand (Ziffer 3 der Anklage) 

6.1 Mit Urteil vom 2. Februar 2018 erwägt das Strafgericht, dass gestützt auf die glaubhaften 

Aussagen von A.____, welche durch die Angaben von B.____, C.____ und D.____ sowie jenen 

von S.____ und O.____ gestützt würden, sowie der weiteren belastenden Indizien als erstellt zu 

erachten sei, dass der Beschuldigte A.____ Gewalt angedroht habe, damit diese gegen ihren 

Willen das ihr vom Beschuldigten vorgelegte "Gesuch um Vorbereitung der Eheschliessung" un-

terzeichne, welches der Beschuldigte in der Folge dem Zivilstandsamt Basel-Landschaft zuge-

stellt habe. Der Beschuldigte habe sich folglich der versuchten Zwangsheirat schuldig gemacht. 

Des Weiteren sei erstellt, dass der Beschuldigte A.____ Gewalt angedroht habe, während er mit 

einem Rüstmesser in der Hand auf A.____ zugegangen und zwei bis drei Stichbewegungen in 

ihre Richtung ausgeführt habe. Somit habe sich der Beschuldigte überdies der versuchten einfa-

chen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand schuldig gemacht.  

 

6.2 Der Beschuldigte, die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft sowie die Privatklägerschaft 

tragen in Bezug auf Ziffer 3 der Anklage dieselben Argumente betreffend die Glaubhaftigkeit der 

Aussagen von A.____ vor, wie sie bereits hinsichtlich Ziffer 2 der Anklage ausgeführt worden 

sind, weshalb auf die Ziffern 5.2 bis 5.4 hievor verwiesen werden kann.  

 

6.3 In tatsächlicher Hinsicht stützen sich sowohl der Vorwurf der versuchten Zwangsheirat 

als auch jener der versuchten einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand 

im Wesentlichen auf die Depositionen von A.____ sowie ergänzend auf die Ausführungen von 

B.____, C.____, D.____, S.____ sowie O.____. Dem stehen die Aussagen des Beschuldigten 

gegenüber. Das Strafgericht Basel-Landschaft hat die Darlegungen der Parteien, der Auskunfts-

personen sowie der Zeugen ausführlich zusammengefasst, weshalb in Anwendung von Art. 82 

Abs. 4 StPO auf die diesbezüglichen Ausführungen verwiesen werden kann (S. 21 ff. des ange-

fochtenen Urteils).  

 

6.4 Der von A.____ in ihrer Einvernahme vom 9. Februar 2017, in ihrer Videobefragung vom 

15. Februar 2017, in ihrer Einvernahme vom 22. Juni 2017 sowie anlässlich der erstinstanzlichen 

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Hauptverhandlung erhobene Vorwurf lautet zusammengefasst im Wesentlichen wie folgt: Das 

Zusammenleben mit dem Beschuldigten sei seit der behördlichen Androhung von dessen Aus-

weisung immer schlimmer geworden und sie habe in ständiger Angst gelebt, dass er − entspre-

chend seiner Drohung − die Tochter entführe oder sie, die Kinder und sich umbringe. Auch habe 

sie sich davor gefürchtet, erneut geschlagen zu werden, falls sie ihm eröffne, ihn nicht heiraten 

zu wollen. An einem Nachmittag habe der Beschuldigte in der Küche eine Orange essend ihr 

damit gedroht, alle umzubringen und anschliessend sich selbst zu töten. Auch habe er ihr gegen-

über damals geäussert, sie solle ihn nicht zum Mörder machen. Dabei habe er mit dem Rüstmes-

ser auf sie gezeigt und Stichbewegungen ausgeführt, während er auf sie zugegangen sei. Sie sei 

ihm ausgewichen und dabei beinahe über das Elektroauto ihrer Tochter gefallen. Anschliessend 

habe sie ihn beschwichtigen können, sodass er das Messer beiseite gelegt habe. Der enorme 

Druck habe sie derart getroffen, dass sie nicht mehr geschlafen habe. Sie habe häufig geweint 

und sei psychisch angeschlagen gewesen. Unter dieser Drohkulisse habe er sie genötigt, das 

Gesuch um Vorbereitung der Eheschliessung zu unterzeichnen, obwohl sie ihn nicht habe heira-

ten wollen. Schliesslich sei sie von der Zivilstandsbeamtin S.____ kontaktiert worden, wobei sie 

dieser mitgeteilt habe, dass die Voraussetzungen für eine Heirat nicht erfüllt seien. Zugleich habe 

sie der Zivilstandsbeamtin auch zu verstehen gegeben, dass nicht bekannt werden dürfe, von 

wem diese Information stamme (act. 1697, 1703 ff., 1773 ff., 1809 ff., 2333 ff., S 565 ff.).  

 

6.5 In Bezug auf die Frage der Glaubhaftigkeit der Depositionen von A.____ ist zunächst in 

allgemeiner Hinsicht auf die vorstehenden Erwägungen (Ziffer 5.8) zu verweisen. In Bezug auf 

ihre Ausführungen hinsichtlich der Vorwürfe der versuchten Zwangsheirat sowie der versuchten 

einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand ist ergänzend festzustellen, dass 

sich diese wiederum als detailreich, in sich schlüssig sowie nachvollziehbar erweisen, wobei 

diese frei von inneren Ungereimtheiten sind und als ausgesprochen authentisch imponieren. 

Hinzu kommt, dass A.____ über kein Motiv für eine Heirat mit dem Beschuldigten verfügt hat. In 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist ferner festzustellen, dass die Depositionen von A.____ 

über eine ausgesprochen grosse Vielzahl von Details verfügen, welche nicht zuletzt das unmit-

telbare Kerngeschehen der gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe betreffen. Namentlich 

ist auf die durchwegs konstanten Darlegungen hinzuweisen, wonach der Beschuldigte in der Kü-

che über dem Spültrog eine Orange geschält bzw. gegessen habe, das Beinahe-Stolpern über 

das Spielzeugauto der Tochter beim Ausweichen sowie den Umstand, dass die gemeinsame 

Tochter M.____ während den Geschehnissen im Wohnzimmer gewesen sei. Hinsichtlich der 

grossen Vielzahl von Details in den Schilderungen von A.____ ist ergänzend im Sinne eines wei-

teren Realkriteriums anzumerken, dass sie diese Details jeweils nicht absolut identisch um-

schreibt. Vielmehr ändert sich die Wortwahl der Privatklägerin jeweils leicht, was als Indiz dafür 

zu werten ist, dass es sich bei ihren Erzählungen um tatsächlich Erlebtes handelt, und somit 

gerade nicht um auswendig gelernte, erfundene Geschichten. So hat A.____ beispielsweise hin-

sichtlich des Vorfalls in der Küche, als der Beschuldigte sie mit einem Messer bedroht hat, zu-

nächst ausgeführt, sie sei nahezu über ein Spielzeug der Tochter gefallen (Einvernahme vom 

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9. Februar 2017; act. 1709). In der Folge hat sie angegeben, nahezu über das Elektroauto ge-

stolpert zu sein (Videobefragung vom 15. Februar 2017; act. 1811). Anlässlich ihrer Befragung 

vom 22. Juni 2017 hat A.____ ferner zu Protokoll gegeben, fast über das Spielzeugauto von 

M.____ gefallen zu sein (act. 2335). Vor den Schranken des Strafgerichts hat die Privatklägerin 

sodann wiederum dargelegt, dass es sich um ein Elektroauto der Tochter gehandelt habe. Auf 

die entsprechende Nachfrage hin hat sie ergänzend konkretisiert, dass es ein rotes Auto gewesen 

sei, in welches sich zwei Kinder hineinsetzen können (act. S 569). Zudem hat A.____ ihre eigene 

psychische Verfassung geschildert, wie beispielsweise ihre durch die Drohungen des Beschul-

digten ausgelösten Ängste vor Gewalthandlungen sowie einer Entführung der Tochter M.____ 

durch den Beschuldigten (act. S 565), was als weiteres Realkriterium zu beachten ist. Ausserdem 

ist den Vorderrichtern beizupflichten, dass A.____ den Beschuldigten keineswegs übermässig 

belastet hat. Im Gegenteil hat die Privatklägerin auf die Frage nach der Länge des vom Beschul-

digten verwendeten Messers mehrfach explizit zu Protokoll gegeben, dass es sich um ein kleines 

Rüstmesser gehandelt habe (act. 1813, S 569). Bei einer Falschaussage wäre eine Aggravation 

hinsichtlich der Messergrösse naheliegend gewesen. In casu ist allerdings gerade das Gegenteil 

der Fall, nämlich der ausdrückliche Hinweis, dass es sich lediglich um ein kleines Rüstmesser 

gehandelt habe. Des Weiteren ist abermals festzustellen, dass A.____ selbst keine Strafanzeige 

gegen den Beschuldigten eingereicht hat, obwohl ihr die Behörden zu diesem Schritt geraten 

haben (act. 1417, 1691, 1781 f., 1825, 2341 f., S 559, S 563). Vielmehr basiert das vorliegende 

Strafverfahren auf der Anzeige des Zivilstandsamts Basel-Landschaft (act. 1543), wobei A.____ 

die Zivilstandsbeamtin explizit darum gebeten habe, das Gespräch für sich zu behalten und dies-

bezüglich auch nicht die Polizei zu kontaktieren (act. 1543, 1591, 2115). In diesem Zusammen-

hang ist ergänzend auf die nachstehenden Ausführungen betreffend die Depositionen von S.____ 

zu verweisen. Wie bereits unter Ziffer 5.8 hievor dargelegt, hat die Privatklägerin auch eigenes 

Fehlverhalten zu Protokoll gegeben, namentlich den Umstand, dass sie dem Beschuldigten ge-

genüber ihr Einverständnis zur Hochzeit an die Bedingung gebunden habe, dass er ihr mindes-

tens Fr. 250'000.-- überweisen werde (act. 1805).  

 

Des Weiteren werden die Depositionen von A.____ durch die Aussagen von B.____ untermauert, 

welcher insbesondere zu Protokoll gegeben hat, dass er selbst gehört habe, wie der Beschuldigte 

A.____ angeschrien und ihr gedroht habe, sie müsse ihn heiraten. Insbesondere habe der Be-

schuldigte gedroht, alle umzubringen und M.____ zu entführen. Lediglich vom Hörensagen wisse 

er, dass der Beschuldigte A.____ unter anderem auch mit einem Messer bedroht habe (act. 1881 

ff.; vgl. auch die umfassende Zusammenfassung der Depositionen von B.____ auf S. 25 f. des 

angefochtenen Urteils [Art. 82 Abs. 4 StPO]).  

 

Ebenso bestätigte C.____ die Aussagen von A.____, indem er ausgeführt hat, dass der Beschul-

digte regelmässig A.____ bedroht habe. Er habe sie insbesondere zur Heirat zwingen wollen, 

wobei es kurz vor der Verhaftung schlimmer geworden sei, indem der Beschuldigte mit der Tötung 

von A.____ und den Söhnen sowie der Entführung von M.____ gedroht habe. Seine Mutter, 

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A.____, habe ihm ausserdem erzählt, dass der Beschuldigte sie geschlagen und mit einem Mes-

ser bedroht habe (act. 1911 ff.). Er selbst sei gegenüber dem Beschuldigten auch schon einmal 

ausgetickt, worauf ihn A.____ weggerissen und beruhigt habe (act. 1915 ff.; vgl. auch die umfas-

sende Zusammenfassung der Depositionen von C.____ auf S. 26 f. des angefochtenen Urteils 

[Art. 82 Abs. 4 StPO]).  

 

D.____ seinerseits hat die Aussagen von A.____ ebenfalls bestätigt, indem er zu Protokoll gege-

ben hat, der Beschuldigte habe von seiner Mutter, A.____, wiederholt die Heirat und die Annahme 

seines Namens verlangt, was die Privatklägerin allerdings verweigert habe. In der Folge sei der 

Beschuldigte jeweils wütend geworden. Zum Teil sei er auch handgreiflich geworden oder habe 

die Faust gegenüber A.____ aufgezogen. In seiner Anwesenheit habe der Beschuldigte überdies 

damit gedroht, A.____ sowie die Kinder und sich selbst umzubringen, sofern sie ihn nicht heirate. 

Dies habe ihn, D.____, derart wütend gemacht, dass er die Faust in einen Wandschrank geschla-

gen habe. Im Weiteren habe ihm A.____ berichtet, dass der Beschuldigte sie mit einem Messer 

auf der Höhe des Bauchs bedroht habe, während M.____ im Wohnzimmer auf dem Sofa gewe-

sen sei. Auch habe er mit der Entführung von M.____ gedroht. Allgemein seien die Drohungen 

seit Ende des Jahres 2016 heftiger geworden, da dem Beschuldigten die Ausweisung gedroht 

habe. A.____ habe dann einen Heiratsantrag unterzeichnet, da der Beschuldigte andernfalls noch 

wütender geworden wäre (act. 1949 ff.; vgl. auch die umfassende Zusammenfassung der Depo-

sitionen von D.____ auf S. 27 f. des angefochtenen Urteils [Art. 82 Abs. 4 StPO]).  

 

Somit erhellt, dass B.____, C.____ sowie D.____ die gegenüber dem Beschuldigten erhobenen 

Vorwürfe im Wesentlichen bestätigen, wobei sie die Bedrohung mit dem Messer nicht selbst mit-

erlebt haben. Mithin untermauern alle drei die Depositionen von A.____. Hinsichtlich der Aussa-

gen von B.____, C.____ sowie D.____ ist zu konstatieren, dass diese zwar inhaltlich im Wesent-

lichen dieselben Ausführungen zu Protokoll gegeben haben, gleichwohl erweisen sich die jewei-

ligen Depositionen als überaus individuell, so dass nicht von einer Absprache auszugehen ist. 

Vielmehr ist zu konstatieren, dass eine gegenseitige Abstimmung der Aussagen angesichts der 

langen Dauer des Verfahrens sowie der Vielzahl von Einvernahmen ohnehin nicht zu bewerkstel-

ligen gewesen wäre. Als weitere Realkennzeichen fällt bei B.____ namentlich die sprunghafte 

Erzählweise auf. So hat er beispielsweise anlässlich seiner Videoeinvernahme vom 20. Februar 

2017 zunächst von den aktuellen Drohungen des Beschuldigten berichtet, um sodann plötzlich 

auszuführen, dass er aufgrund seiner Darlegungen beim Beschuldigten nunmehr allenfalls als 

schwarzes Schaf gelte. In der Folge ist er wiederum auf die vom Beschuldigen geäusserten Dro-

hungen zurückgekommen (act. 1883). Wie bereits vorstehend (Ziffer 5.8) dargelegt, ist es aus-

gesprochen diffizil, etwas, das nicht selbst erlebt wurde, nicht chronologisch und sprunghaft zu 

berichten, weshalb aus einer solchen sprunghaften Darstellungsweise der Rückschluss gezogen 

werden darf, dass hier tatsächlich Erlebtes berichtet wird (MARTIN HUSSELS, a.a.O. S. 371). Im 

Rahmen seiner Ausführungen hat B.____ auch wiederholt seine eigenen Gefühle dargelegt, wie 

namentlich der Umstand, dass er auf seine Mutter, A.____, wütend gewesen sei, als der Beschul-

digte den Ausweis von M.____ mitgenommen habe, zumal er, B.____, Angst gehabt habe, der 

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Beschuldigte könnte zurückkommen und seine Drohung, M.____ zu entführen, umsetzen 

(act. 1885). D.____ seinerseits hat unter anderem dargelegt, dass er aufgrund der Drohung des 

Beschuldigten, wonach er − falls ihn A.____ nicht heirate − alle töten wolle, wütend auf den Be-

schuldigten geworden sei. Er sei derart aggressiv geworden, dass er, D.____, in einen Wand-

schrank geschlagen habe (act. 1949). Damit hat er das Erlebte nicht nur in emotionaler Hinsicht 

umschrieben, sondern sich selbst auch in ein unvorteilhaftes Licht gerückt. Ferner haben alle 

drei, mithin B.____, C.____ sowie D.____, explizit darauf hingewiesen, sofern sie etwas nicht 

selbst erlebt, sondern nur vom Hörensagen mitbekommen haben, was ebenfalls zur Glaubhaf-

tigkeit ihrer Aussagen beiträgt. Insgesamt erweisen sich die Depositionen von B.____, C.____ 

sowie D.____ daher als realitätsbegründet und somit glaubhaft.  

 

Die Aussagen von A.____ werden überdies durch die Darlegungen der Zeuginnen S.____ und 

O.____ untermauert. Hinsichtlich der Depositionen von S.____ kann in Anwendung von Art. 82 

Abs. 4 StPO im Wesentlichen auf die diesbezüglichen vorinstanzlichen Ausführungen verwiesen 

werden (S. 28 f. des angefochtenen Urteils). Ergänzend ist nochmals auf die wichtigsten Aspekte 

der Aussage einzugehen. Demnach hat S.____ anlässlich ihrer Zeugeneinvernahme vom 11. 

April 2017 zu Protokoll gegeben, sie habe die auf dem Gesuch um Vorbereitung der Eheschlies-

sung angegebene Telefonnummer angerufen, zumal sie eine Frage betreffend den Familienna-

men sowie den Namen des Kinds nach der Eheschliessung gehabt habe. A.____ habe ihr an-

lässlich dieses Telefonats bekannt gegeben, dass die Hochzeit nicht ihr freier Wille sei. Allerdings 

habe sie sich aus Angst nicht näher dazu äussern wollen. A.____ habe einzig ausgeführt, dass 

sie so gut wie tot sei, falls das Telefongespräch bekannt werde. Sie habe daher um Stillschweigen 

ersucht. Ausserdem habe A.____ noch keine Kenntnis gehabt, dass der Beschuldigte bereits 

einen Trautermin am 13. März 2017 reserviert habe (act. 2109 ff.). Ergänzend ist auf die von 

S.____ erstellte Aktennotiz vom 30. Januar 2017 zu verweisen, in welcher sie im Wesentlichen 

die vorstehend dargelegten Depositionen schriftlich festgehalten hat (act. 1591).  

 

In Bezug auf die Aussagen von O.____, der Leiterin der Spielgruppe der Tochter M.____, kann 

in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO im Wesentlichen ebenfalls auf die diesbezüglichen vor-

instanzlichen Ausführungen verwiesen (S. 29 des angefochtenen Urteils) und ergänzend darauf 

hingewiesen werden, dass gemäss den Darlegungen von O.____ in ihrer Zeugeneinvernahme 

vom 10. April 2017 ihr aufgefallen sei, wie A.____ jeweils in sich zusammen gefallen sei, sobald 

der Beschuldigte anwesend gewesen sei. Als A.____ abermals vergrämt gewesen sei, habe sie 

diese darauf angesprochen, worauf A.____ ihr erzählt habe, dass der Beschuldigte sie zur Heirat 

nötige, damit er in der Schweiz bleiben könne. Sie, O.____, habe das Gefühl gehabt, dass A.____ 

Angst vor dem Beschuldigten habe. A.____ habe ihr jedenfalls zu verstehen gegeben, dass sie 

nicht zur Polizei gehen wolle, da ihr niemand glauben werde (act. 2085 ff.).  

 

In Beachtung der vorstehenden Erwägungen, namentlich der Vielzahl von festgestellten Realkri-

terien bezüglich der Depositionen von A.____ sowie der weiteren Indizien, namentlich der Darle-

gungen von B.____, C.____ und D.____ sowie derjenigen von S.____ und O.____, welche die 

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Ausführungen von A.____ untermauern, ist die Nullhypothese, nämlich die Annahme, dass die 

Erklärungen von A.____ nicht realitätsbegründet sind, nicht mehr haltbar, weshalb davon auszu-

gehen ist, dass ihre Aussagen einem wirklichen Erleben entsprechen und wahr sind. Mithin ist 

von der Glaubhaftigkeit der Aussagen von A.____ auszugehen.  

 

6.6 Den Depositionen von A.____ stehen einzig die Darlegungen des Beschuldigten gegen-

über. Dieser bestreitet sowohl den Vorwurf der versuchten Zwangsheirat als auch den Vorwurf, 

A.____ mit einem Rüstmesser angegriffen zu haben. In allgemeiner Hinsicht ist zunächst auf die 

vorstehenden Erwägungen (Ziffer 5.9) zu verweisen, namentlich auf den Umstand, wonach der 

Beschuldigte offenkundig versucht hat, A.____ zu verunglimpfen, sowie jenen, wonach sich der 

Beschuldigte kaum je ein eigenes Fehlverhalten eingesteht. Ferner ist in Bezug auf die Behaup-

tung des Beschuldigten, A.____ nie geschlagen oder bedroht zu haben (act. 1725, 2071, 2135, 

2165, 2229) wiederum auf die früheren Anschuldigungen von A.____ gegenüber dem Beschul-

digten hinzuweisen, welche sich offenkundig nicht als haltlos erwiesen haben. Im Gegenteil ist 

der Beschuldigte mit Urteil des Strafgerichts Basel-Landschaft vom 2. Dezember 2002 unter an-

derem wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung, mehrfacher Beschimpfung, Drohung, 

mehrfacher versuchter Nötigung sowie Hausfriedensbruchs, alles zum Nachteil von A.____, 

schuldig gesprochen worden (act. 13 ff.). Des Weiteren erweisen sich die Depositionen des Be-

schuldigten geradezu offenkundig als widersprüchlich. Namentlich ist in keiner Weise nachvoll-

ziehbar, weshalb der Beschuldigte überhaupt in die Heirat mit A.____ eingewilligt hat, obwohl er 

in der Einvernahme vom 1. Mai 2017 ausgeführt hat, dass zwischen ihm und der Privatklägerin 

keine Liebe bestehe. A.____ habe ihn darum gebeten, nicht zu gehen und sie zu heiraten 

(act. 2153). Auch stehen seine Vorbingen, A.____ gar nicht heiraten zu wollen, da er sie nicht 

liebe, im evidenten Widerspruch zu den Darlegungen der Zeugin S.____, wonach der Beschul-

digte ihr gegenüber mehrfach betont habe, wie sehr er seine Familie liebe und diese ihn 

(act. 1591, 2117). Unter Hinweis auf die Ausführungen unter Ziffer 5 hievor, wonach der Beschul-

digte A.____ dazu genötigt hat, den Untermietvertrag zu unterzeichnen, zeigt sich überdies, dass 

die Privatklägerin den Beschuldigten gerade nicht in ihrer Nähe haben wollte. Zudem ergibt sich 

aus den Aussagen von B.____, C.____ und D.____ ein deutliches Bild einer vom Beschuldigten 

stetig aufrechterhaltenen Drohkulisse. Es ist daher der Vorinstanz zuzustimmen, dass es nicht 

glaubhaft ist, dass A.____ den Beschuldigten an einer Trennung gehindert und ihn gar noch zur 

Heirat überredet haben soll. Schliesslich ist festzustellen, dass der Beschuldigte angesichts der 

ihm drohenden Ausweisung im Tatzeitraum zweifellos über ein Motiv zur Heirat von A.____ ver-

fügt hat. Es zeigt sich daher, dass der Beschuldigte sich in offensichtliche Widersprüche verstrickt 

und seine Ausführungen einzig darauf ausgerichtet sind, A.____ zu diffamieren. Aufgrund des 

Gesagten erweisen sich seine Depositionen daher als nicht glaubhaft.  

 

6.7 In Beachtung der vorstehenden Ausführungen erhellt, dass den nicht glaubhaften Aus-

sagen des Beschuldigten die glaubhaften Depositionen von A.____ gegenüberstehen, welche 

unter anderem durch die Darlegungen von B.____, C.____ und D.____ sowie S.____ und O.____ 

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sowie weitere Indizien untermauert werden. Angesichts dieser Sachlage ist als erstellt zu erach-

ten, dass der Beschuldigte A.____ mittels Androhung von Gewalt dazu gebracht hat, entgegen 

ihrem Willen das Gesuch um Vorbereitung der Eheschliessung zu unterzeichnen. Ausserdem ist 

als erstellt zu erachten, dass er mit einem kleinen Rüstmesser in der Hand auf A.____ zu ging 

und insgesamt zwei bis drei Stichbewegungen auf Bauchhöhe gegen ihren Körper ausgeführt 

hat.  

 

6.8 Aufgrund der seitens der Parteien eingereichten Rechtsschriften sowie der anlässlich 

der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung gehaltenen Parteivorträge erhellt, dass die rechtli-

chen Ausführungen des Strafgerichts in Bezug auf den Tatbestand der versuchten Zwangsheirat 

unbestritten bleiben, weshalb auf die diesbezüglich sachlich zutreffenden Darlegungen der Vo-

rinstanz verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal die rechtliche Qualifikation vorlie-

gend ohnehin kein Problem darstellt. Demnach hat sich der Beschuldigte der versuchten Zwangs-

heirat gemäss Art. 181a Abs. 1 StGB (in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB) strafbar gemacht.  

 

6.9 Gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB macht sich der einfachen Körperverletzung strafbar, wer 

vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise an Körper oder Gesundheit schädigt. Erfasst wer-

den demnach Schädigungen der körperlichen und geistigen Gesundheit sowie Schädigungen 

des Körpers, die noch nicht in den Anwendungsbereich der schweren Körperverletzung nach 

Art. 122 StGB fallen, die aber auch nicht mehr als eine blosse Tätlichkeit im Sinne von Art. 126 

StGB eingestuft werden können (GUNHILD GODENZI, Handkommentar StGB, 4. Aufl. 2020, 

Art. 123 N 2; ANDREAS ROTH/ANNE BERKEMEIER, Basler Kommentar StGB, 4. Aufl. 2019, Art. 123 

N 3). Der Täter wird gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB von Amtes wegen verfolgt, wenn er zur 

Deliktsbegehung Gift, eine Waffe oder einen gefährlichen Gegenstand gebraucht. Gefährlich ist 

ein Gegenstand dann, wenn aufgrund der konkreten Art und Weise seiner Verwendung die Ge-

fahr einer schweren Körperverletzung i.S. von Art. 122 StGB gegeben ist (GUNHILD GODENZI, 

Handkommentar StGB, 4. Aufl. 2020, Art. 123 N 8; ANDREAS ROTH/ANNE BERKEMEIER, a.a.O., 

Art. 123 N 19).  

 

Gestützt auf den erstellten Sachverhalt zeigt sich, dass der Beschuldigte mit einem kleinen Rüst-

messer in der Hand auf A.____ zuging und insgesamt zwei bis drei Stichbewegungen auf Bauch-

höhe gegen ihren Körper ausgeführt hat. Es ist zu konstatieren, dass aufgrund der konkreten Art 

und Weise der Verwendung des fraglichen Gegenstands, welcher explizit als kleines Rüstmesser 

umschrieben worden ist, offenkundig keine Gefahr einer schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 StGB gegeben ist. Im Gegenteil haben die Vorderrichter selbst ausdrücklich darge-

legt, dass bei einer Stichbewegung in Höhe des Bauchs noch nicht mit lebensgefährlichen Ver-

letzungen oder einer sonstigen schweren Verletzung zu rechnen ist. Ausserdem kann nicht an-

genommen werden, der Beschuldigte hätte eine schwere Körperverletzung in Kauf genommen. 

Zweifellos hat der Beschuldigte mit seinen Handlungen das Ziel verfolgt, A.____ einzuschüchtern 

und sie gefügig zu machen. Gleichwohl ergibt sich aus dem als erstellt zu erachtenden Sachver-

halt kein Hinweis, dass der Beschuldigte tatsächlich in Kauf genommen hat, A.____ mit dem 

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Messer zu verletzen. Vielmehr hat die Privatklägerin wiederholt zu Protokoll gegeben, dass der 

Beschuldigte rund ein Meter und das Messer 20 bis 30 Zentimeter von ihr entfernt gewesen seien 

(act. 1711, 1811). Hinzu kommt der Umstand, dass der Beschuldigte im Tatzeitraum die Heirat 

mit A.____ angestrebt hat, um sich dadurch der drohenden Ausweisung aus der Schweiz zu ent-

ziehen. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte tatsächlich eine zumindest 

einfache Verletzung der Privatklägerin in Kauf genommen hat. Es fehlt daher sowohl am objekti-

ven als auch am subjektiven Tatbestand der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen 

Gegenstand im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB, weshalb der Beschuldigte in diesem Punkt 

freizusprechen ist.  

 

 

7. Mehrfache Beschimpfung (Ziffer 4 der Anklage) 

[…] 

 

 

8. Nötigung (Ziffer 5 der Anklage) 

[…] 

 

 

9. Delikte zum Nachteil von B.____, C.____ und D.____ (Ziffer 6 der Anklage) 

[…] 

 

 

10. Gewerbsmässiger Betrug, eventualiter mehrfacher, teilweise versuchter Betrug, 

zum Nachteil der Sozialversicherungsanstalt Basel-Landschaft, subeventualiter 

mehrfache Widerhandlung gegen das ELG (Ziffer 7 der Anklage) 

10.1 Die Vorinstanz erwägt mit Urteil vom 2. Februar 2018, dass mit den vom Beschuldigten 

unterzeichneten Gesuchen für Ergänzungsleistungen vom 25. Mai 2009, 5. Januar 2011 sowie 

29. Juli 2016 deklariert worden sei, der Beschuldigte verfüge über kein Vermögen. Gestützt auf 

das Gesuch vom 5. Januar 2011 habe die Sozialversicherungsanstalt Basel-Landschaft (SVA 

BL) für den Zeitraum Januar 2011 bis Juli 2014 Leistungen in der Höhe von gesamthaft 

Fr. 30'693.-- ausgerichtet. Die Gesuche vom 25. Mai 2009 sowie vom 29. Juli 2016 seien hinge-

gen abschlägig beantwortet worden. Aufgrund der türkischen Grundbuchregisterauszügen zeige 

sich, dass der Beschuldigte sowohl rechtlich als auch wirtschaftlich Eigentümer diverser Grund-

stücke in der Türkei sei. Ausserdem würden verschiedene, auf den Beschuldigten lautende Konti 

mit erheblichen Geldbeträgen in der Türkei existieren. Es sei daher erstellt, dass der Beschuldigte 

gegenüber der SVA BL im Tatzeitraum seinen Besitz von Bankguthaben sowie Land- und Immo-

bilienanteilen von mindestens Fr. 548'000.-- verschwiegen habe. Damit habe der Beschuldigte 

die SVA BL hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Situation bewusst arglistig getäuscht, weshalb die 

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SVA BL bei der Festlegung des anrechenbaren Vermögens einem Irrtum unterlegen sei und in-

folge der auf dem Irrtum basierenden unrichtigen Berechnung von Mai 2011 bis Juli 2014 Ergän-

zungsleistungen in der Höhe von Fr. 30'693.-- ausgerichtet habe. Folglich habe sich der Beschul-

digte des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs schuldig gemacht.  

 

10.2 Demgegenüber bringt der Beschuldigte anlässlich der kantonsgerichtlichen Hauptver-

handlung vor, die türkischen Grundbuchauszüge seien nicht verwertbar, zumal deren Überset-

zung keinen Beweiswert habe und die Beschaffung der Grundbuchauszüge nicht verfügt worden 

sei. Hinzu komme, dass das Tatbestandselement der Arglist nicht angeklagt worden sei. Mithin 

werde in der Anklageschrift lediglich die Täuschungshandlung umschrieben, allerdings nicht dar-

gelegt, weshalb diese arglistig sein soll. 

 

10.3 Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf eine Stellungnahme hinsichtlich der Vorbringen 

des Beschuldigten zum Vorwurf des Betrugs.  

 

10.4 In formeller Hinsicht ist zunächst die Rüge des Beschuldigten zu prüfen, das Anklage-

prinzip sei hinsichtlich des Tatbestandselements der Arglist verletzt. Gemäss dem in Art. 9 Abs. 1 

StPO geregelten Anklagegrundsatz kann eine Straftat nur gerichtlich beurteilt werden, wenn die 

Staatsanwaltschaft gegen eine bestimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachver-

halts beim zuständigen Gericht Anklage erhoben hat. Das Gericht ist an den in der Anklage um-

schriebenen Sachverhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden 

(Art. 350 Abs. 1 StPO). Dem Anklagegrundsatz kommen mehrfache Funktionen zu. Zunächst soll 

er sicherstellen, dass diejenige Person, die den Vorwurf erhebt, nicht dieselbe ist, die ihn beurteilt 

(Rollentrennung). Überdies soll die Anklageschrift das Thema des Strafprozesses klar umschrei-

ben (Umgrenzung), so dass die beschuldigte Person weiss, was ihr vorgeworfen wird, damit sie 

sich verteidigen kann (Information). Schliesslich leistet das Akkusationsprinzip Gewähr, dass sich 

der erhobene Vorwurf im Verlauf des Prozesses nicht beliebig ändern kann (Fixierung, Immuta-

bilität; MARCEL ALEXANDER NIGGLI/STEFAN HEIMGARTNER, Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 

Art. 9 N 16 ff.; WOLFGANG WOHLERS, Zürcher Kommentar StPO, 3. Aufl. 2020, Art. 9 N 8 ff.). Nach 

der Umgrenzungsfunktion können Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens nur Sachverhalte 

sein, die dem Beschuldigten in der Anklageschrift vorgeworfen werden. Mithin bestimmt die An-

klageschrift beziehungsweise deren Inhalt den Prozessgegenstand. Die Anklage muss die zur 

Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise umschreiben, dass die Vorwürfe im objek-

tiven und subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind (MARCEL ALEXANDER NIGGLI/STEFAN 

HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 9 N 36 f.; WOLFGANG WOHLERS, a.a.O., Art. 9 N 11 ff.; BGer 

6B_984/2009 vom 25. Februar 2010, E. 2.3). Dementsprechend wird verlangt, dass die Tat ei-

nerseits ausreichend individualisiert ist, d.h. ihre tatsächlichen Umstände oder Tatbestandsmerk-

male – Zeit, Ort, Art der Begehung und Form der Mitwirkung sowie angestrebter oder verwirklich-

ter Erfolg (einschliesslich Kausalzusammenhang) – angegeben sind; andererseits sind die ein-

zelnen rechtlichen Elemente des Delikts hervorzuheben (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO; BGE 120 IV 

348, E. 3c).  

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10.5 Mit Anklageschrift vom 13. September 2017 führt die Staatsanwaltschaft Basel-Land-

schaft in Ziffer 7 unter dem Titel "Gewerbsmässiger Betrug z.N.v. Sozialversicherungsanstalt Ba-

sel-Landschaft (evtl. mehrfacher, teilweise versuchter Betrug; evt. mehrfache Widerhandlung ge-

gen das ELG)" hinsichtlich der Arglist was folgt aus: "In allen Fällen: a) b) und c) handelte der 

Beschuldigte im Wissen darum, dass der Sozialversicherungsanstalt die Überprüfung von Ver-

mögenswerten sämtlicher Bezüger im Ausland nicht möglich ist und daher arglistig." Angesichts 

dieser Darlegungen der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft zeigt sich, dass der in Bezug auf 

das Erfordernis der Arglist massgebende Anklagesachverhalt in der Anklageschrift exakt ange-

geben und ausreichend umschrieben wird. Die Ausführungen der Staatsanwaltschaft Basel-

Landschaft in ihrer Anklageschrift erfüllen insbesondere die sich aus der Umgrenzungs- sowie 

der Informationsfunktion des Anklagegrundsatzes ergebenden Anforderungen ohne Weiteres, 

zumal sowohl die Parteien als auch das Gericht aufgrund der Darlegungen der Staatsanwalt-

schaft Basel-Landschaft eindeutig erkennen können, aus welchen Umständen sich der Vorwurf 

der Arglist zusammensetzt. Eine noch engere Umschreibung ist, um den Ansprüchen des Ankla-

geprinzips zu genügen, klarerweise nicht nötig und in Anbetracht des Gebots, sich auf das Not-

wendigste zu beschränken (MARCEL ALEXANDER NIGGLI/STEFAN HEIMGARTNER, a.a.O., Art. 9 

N 12), auch nicht angebracht. Mithin hat der Gesetzgeber in Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO die explizite 

Maxime aufgestellt, wonach die Anklageschrift "möglichst kurz, aber genau" ausfallen soll. Somit 

erhellt, dass dem Anklageprinzip in casu Genüge getan ist.  

 

10.6 Im Weiteren bemängelt der Beschuldigte einzig das Abstellen auf den türkischen Grund-

buchauszug und macht geltend, dieser sei nicht verwertbar. Namentlich moniert der Beschul-

digte, die Vorschriften der internationalen Rechtshilfe seien nicht eingehalten worden. Wie den 

Akten zu entnehmen (act. 2209, 2471) und überdies bereits seitens der Vorinstanz festgestellt 

worden ist, hat die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft den türkischen Grundbuchauszug über 

das Schweizerischen Generalkonsulat in der Türkei beschafft, welches sich hiefür wiederum ei-

nes in der Türkei ansässigen Rechtsanwalts bedient hat. Gleichwohl hat der Beschuldigte den 

Grundbuchauszug keineswegs als falsch bestritten. Ohnehin ist in casu massgebend, dass es 

sich beim türkischen Grundbuch um ein öffentliches Register handelt. Die Einsichtnahme in die-

ses ist daher offenkundig nicht als Zwangsmassnahme zu qualifizieren, zumal kein Grundrechts-

eingriff damit einhergeht. Für die Einsicht in ein öffentliches Register müssen demnach gerade 

nicht die Regeln der internationalen Rechtshilfe berücksichtigt werden. Soweit der Beschuldigte 

die Übersetzung des Grundbuchauszugs moniert, ist darauf hinzuweisen, dass der Beschuldigte 

zweifellos der türkischen Sprache mächtig ist, weshalb er den Grundbuchauszug augenscheinlich 

auch ohne die Übersetzung problemlos versteht. Hinzu kommt, dass das Strafgericht gar nicht 

auf die gerügte Übersetzung der Staatsanwaltschaft (act. 2213-2221) abgestellt hat. Schliesslich 

ist auch einzig von Relevanz, dass der Beschuldigte (Mit-)Eigentümer an diversen Grundstücken 

und Liegenschaften in der Türkei ist, was sich auch ohne die besagte Übersetzung ohne Weiteres 

aus den Akten ergibt. Folglich erweist sich der türkische Grundbuchauszug als verwertbar, wes-

halb auf diesen abzustellen ist.  

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10.7 Im Übrigen werden die tatsächlichen Erwägungen des Strafgerichts vom Beschuldigten 

nicht bestritten. Seitens des Berufungsgerichts ist daher zu konstatieren, dass sich die Vorinstanz 

erschöpfend mit den massgeblichen Beweisen und Indizien sowie auch mit den Aussagen des 

Beschuldigten auseinandergesetzt und diese zutreffend gewürdigt hat (S. 39 ff. des angefochte-

nen Urteils), weshalb in Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO auf die tatsächlichen Ausführungen 

der Vorderrichter verwiesen werden kann, zumal sich das Kantonsgerichts diesen vollumfänglich 

anschliesst.  

 

10.8 Aufgrund der seitens der Parteien eingereichten Rechtsschriften sowie der anlässlich 

der kantonsgerichtlichen Hauptverhandlung gehaltenen Parteivorträge erhellt, dass die rechtli-

chen Ausführungen des Strafgerichts unbestritten bleiben, weshalb auf die diesbezüglich sachlich 

zutreffenden Darlegungen der Vorinstanz verwiesen werden kann (Art. 82 Abs. 4 StPO), zumal 

die rechtliche Qualifikation vorliegend ohnehin kein Problem darstellt. Demnach hat sich der Be-

schuldigte des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB (teilweise 

i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB) schuldig gemacht. Die Berufung des Beschuldigten ist in diesem Punkt 

folglich abzuweisen.  

 

 

11. Strafzumessung 

[…] 

 

 

12. Obligatorische Landesverweisung 

12.1 Mit Urteil vom 2. Februar 2018 erwägt das Strafgericht Basel-Landschaft, dass ange-

sichts des Schuldspruchs wegen versuchter Zwangsheirat eine Katalogtat vorliege, die grund-

sätzlich eine Landesverweisung nach sich ziehe. Der Beschuldigte, welcher über die türkische 

Staatsangehörigkeit verfüge, sei erst mit 22 Jahren in die Schweiz eingereist. Nebst den Kontak-

ten zu A.____ und den gemeinsamen Kindern verfüge der Beschuldigte in der Schweiz über keine 

engeren sozialen Beziehungen und habe sich hier auch nicht integriert. Demgegenüber sei der 

Beschuldigte in der Türkei aufgewachsen, wo nach wie vor seine Mutter sowie zwei Schwestern 

leben würden, zu welchen er einen guten K