# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ff5267d-20ff-5f53-9410-1104e26fe255
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-27
**Language:** de
**Title:** Mobilfunk-Basisstation. Standortdatenblattberechnungen für eine Antennenanlage auf einem bereits baurechtswidrigen Gebäude.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0027/2013
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszugl_aus_brge_iii_00027-2013_vom_27._m__rz_2013.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
3. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE III Nr. 

R3.2012.00126 
0027/2013 

Entscheid vom 27. März 2013 

Mitwirkende 

Abteilungsvizepräsident Eugen Staub, Baurichter Felix Müller, Baurichterin 
Monika Spring-Gross, Gerichtsschreiber Roland Blaser     

in Sachen 

Rekurrenten 

1.  N. E., [….] 
2.  M. H., [….] 
3.  T. F., [….] 

gegen 

Rekursgegner 

1.  Gemeinderat X, [….]  
2.  Swisscom (Schweiz) AG, [….] 

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss vom 18. September 2012; Baubewilligung für Mo-
bilfunk-Antennenanlage 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A.  

Mit Beschluss Nr. 330 vom 18. September 2012 bewilligte der Gemeinderat 

X der Swisscom Schweiz AG (Swisscom) die Erstellung einer GSM/UMTS-

Mobilfunk-Basisstation  auf  dem  Mehrfamilienhaus  Z-Strasse  26  (Grund-

stück Kat.-Nr. 7416). 

B. 

Dagegen rekurrierten N. E., M. H. und T. F. mit gemeinsamer Eingabe vom 

23.  Oktober  2012  binnen  gesetzlicher  Frist  an  das  Baurekursgericht  und 

beantragten: 

"1.  Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben; 

 2.  die baurechtliche Bewilligung sei zu verweigern; 

 3.  eventuell  seien  die  Akten  (unter  Aufhebung  des  angefochtenen  Be-
schlusses) an die Baubehörde Meilen zur Ergänzung des Baubewilli-
gungsverfahrens zurückzuweisen; 

 4.  subeventuell  sei  die  baurechtliche  Bewilligung  mit  einer  zusätzlichen 
Auflage zu versehen, wonach die Mobilfunkanlage in geeigneter Wei-
se unter Strafandrohung nach Art. 290 StGB (Siegelbruch) derart zu 
plombieren  wäre,  dass  die  bewilligten  Sendeleistungen  nicht  über-
schritten werden; 

 5.  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekursgegner-

schaft; 

 6.  es sei ein Augenschein durchzuführen; 

 7.  die  Vernehmlassungen  seien  dem  Unterzeichneten  unmittelbar nach 

Eingang unaufgefordert zuzustellen." 

C.  

Mit  Verfügung  vom  26.  Oktober  2012  wurde  der  Eingang  des  Rekurses 

vorgemerkt,  diesem  die  aufschiebende  Wirkung  zuerkannt  und  das 

Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D.  

Mit Eingabe vom 6. November 2012 zog N. E. seinen Rekurs zurück. 

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Seite 2 

 
 
E.  

In  ihrer  Rekursantwort  vom  3.  Dezember  2012  beantragte  die  private  Re-

kursgegnerin unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekur-

renten die Abweisung des Rekurses. Die Vorinstanz verzichtete explizit auf 

eine Vernehmlassung.  

F.  

Die Replik der Rekurrenten datiert vom 9. Januar 2013; die Duplik der pri-

vaten Rekursgegnerin vom 30. Januar 2013.  

G. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  wird,  soweit  entscheidrelevant,  in  den 

nachstehenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1.   

Die  Rekurrenten  M.  H.  und  T.  F.  wohnen  im  gemäss  bundesgerichtlicher 

Definition  rechtsmittelberechtigten  Umkreis  (Einsprecherradius)  der  stritti-

gen Kommunikationsanlage, der hier 577 m beträgt (act. 14.3.5, S. 5). Sie 

sind  somit  vom  angefochtenen  Beschluss  mehr  als  irgendwelche  Dritte 

oder die Allgemeinheit in ihren eigenen Interessen betroffen und daher auf-

grund  der  nachstehend  unter  Ziffer  4.1  zusammengefassten  Rügen  ge-

mäss § 338a Abs. 1 des Planungs- und Baugesetzes (PBG) rechtsmittelle-

gitimiert. Da zudem die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf 

ihren Rekurs einzutreten.  

2.  

Der von den Rekurrenten beantragte Augenschein vor Ort war nicht durch-
zuführen  (vgl.  §  7  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes;  VRG).  Das  Bau-

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Seite 3 

 
 
rekursgericht muss unbesehen von Parteianträgen nur dann einen Augen-

schein durchführen, wenn die Verhältnisse vor Ort zwar entscheidrelevant, 

aufgrund  der  Akten  aber  noch  unklar  sind  (statt  vieler:  BRKE II 

Nr. 0204/2009 vom 21. Oktober 20089, E. 2). Diese Voraussetzungen sind 

im vorliegenden Fall nicht erfüllt, weshalb sich ein Augenschein erübrigte.  

3.  

Die auf dem Gebäude Z-Strasse 26 (südliche Hälfte der zusammengebau-

ten  Mehrfamilienhäuser  Z-Strasse  24/26)  projektierte  Basisstation  soll  ge-

mäss massgebendem Standortdatenblatt vom 20. April 2012 mit einer Ge-
samtleistung  von  maximal  3'070  WERP  betrieben  werden  und  besteht  aus 
den folgenden Antennenmodulen:  

Antennen-Nr. 

1_SC09 

2_SC09 

1_SC21 

2_SC21 

Frequenzband 

900 MHz 

900 MHz 

2100 MHz 

2100 MHz 

max. Leistung 

490 WERP 

600 WERP 

880 WERP 

1'100 WERP 

Azimut  

70° 

300° 

70° 

300° 

Zur  Basisstation  gehört  die  betriebsnotwendige  Anlagesteuerung,  welche 

grossmehrheitlich  im  Gebäudeinnern  (Keller)  realisiert  werden  soll.  Richt-

funkantennen  sind  keine  geplant.  Das  Baugrundstück  liegt  in  der  Wohn-

zone W3.  

4.1.  

Die  Rekurrenten  führen  zur  Begründung  zusammengefasst  im  Wesentli-

chen an, die strittige Basisstation sei eine zonenwidrige überdimensionierte 

und  leistungsstarke  Infrastrukturanlage.  Es  fehle  zudem  ein  unmittelbarer 
funktionaler Bezug zur umliegenden Wohnzone W3, was u.a. die vorgese-

henen Hauptstrahlrichtungen und die hohen "schwülstigen" Antennen zeig-

ten.  Dadurch  werde  die  Aussicht  in  Richtung  Zürichsee  beeinträchtigt  und 

die  als  negativ  empfundene  Strahlung  werde  den  Rekurrenten  tagtäglich 

sehr  aufdringlich  vor  Augen  geführt.  Aufgrund  dieser  optischen  Dominanz 

und  den  ideellen  Immissionen  werde  das  Streitobjekt  nicht  mehr  als  ge-
wöhnliche  Infrastrukturanlage  wahrgenommen.  Die  Basisstation,  welche 

auf  einem  bezüglich  Geschosszahl  und  Gebäudehöhe  baurechtswidrigen 
Mehrfamilienhaus geplant sei, widerspreche zudem § 357 Abs. 1 PBG, weil 

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ihr überwiegende nachbarliche Interessen der eben dargelegten Art entge-

genstünden. 

Die  Anlagegrenzwertberechnungen  im  Standortdatenblatt  seien  fehlerhaft 

bzw. unvollständig. Beim OMEN 1 sei fälschlicherweise ein nicht vorhande-

ner  Strahlendämpfungsfaktor  berücksichtigt  worden.  Werde  in  korrekter 

Weise ohne diesen gerechnet, sei der Anlagegrenzwert von 5 V/m dort mit 

6,96 V/m  deutlich  überschritten.  Beim  OMEN  4  wirke  sich  das  von  der 

Swisscom  verwendete  ungenaue  Strahlendiagramm  aus.  Werde  für  die 

Grenzwertberechnung das von der Herstellerfirma überarbeitete Diagramm 

des  vorgesehenen  Antennenmodels,  welches  ohnehin  nicht  mehr lieferbar 

sei,  übernommen,  ergäben  sich  nicht  mehr  rechtskonforme  elektrische 

Feldstärken  von  5,05 V/m.  Diese  Abweichung  dürfe  nicht  auf  die  von  der 

Vorinstanz  angeordneten  Abnahmemessungen  verlagert  werden,  weil  die-

se eine Messungenauigkeit bis gegen +/-50 % aufwiesen. Es sei im Weite-

ren  übersehen  worden,  dass  die  beiden  Hälften  des  Standortgebäudes 

höhenmässig 1,1 m voneinander abwichen. Unvollständig sei das Standort-

datenblatt  deswegen,  weil  die  vom  AWEL  in  seinem  Prüfungsbericht  zu-

sätzlich  aufgeführten  OMEN  beim Wohnhaus  Assek.-Nr.  2784  und  im  Be-

reich  der  noch  unüberbauten  Parzelle  Kat.-Nr.  9835  nicht  Bestandteil  der 

von  der  Swisscom  schriftlich  unterzeichneten  Baugesuchsunterlagen  ge-

wesen  seien.  Das  Standortdatenblatt  müsse  folglich  zur  entsprechenden 

Ergänzung an die Swisscom zurückgewiesen werden. Eine lückenlose Ein-

haltung  der  bewilligten  Antennenleistungen  oder  eine  Beschränkung  auf 

den im Baugesuch aufgeführten Antennentyp sei ungeachtet der mittlerwei-

le eingeführten Qualitätssicherungssysteme nicht in jedem Fall gewährleis-

tet, weshalb die Swisscom in geeigneter Weise zur Plombierung ihrer Anla-

ge auf die bewilligte Leistung verpflichtet werden müsse.  

4.2. 

Demgegenüber  hält  die  Rekursgegnerschaft  kurz  zusammengefasst  fest, 

die strittige Anlage halte alle hier massgebenden planungs-, bau- und um-

weltschutzrechtlichen  Vorschriften  ein.  Vor  allem  würden  die  gesetzlichen 

Immissions-  und  Anlagegrenzwerte  nirgends  überschritten.  Die  entspre-

chenden  Standortdatenblätter  seien  korrekt  und  lückenlos  erstellt  worden. 

Dies  gelte  insbesondere  auch  bezüglich  der  berücksichtigten  Gebäude-

dämpfungen und verwendeten Strahlendiagramme. Die mit dem angefoch-
tenen  Beschluss  angeordneten  Abnahmemessungen  sowie  das  Qualitäts-

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sicherungssystem  der Swisscom  garantierten  stets  einen  bewilligungskon-

formen  Betrieb.  Die  Basisstation,  welche  im  Wesentlichen  das  dortige 

Quartier versorgen solle, weise keine besonders grosse Gesamtsendeleis-

tung  auf und  sei überdies  schlicht  gestaltet.  Die  Anlage  sei zonenkonform 

und im Lichte von § 357 PBG ohne weiteres bewilligungsfähig. 

5.1. 

Der Schutz der Umwelt vor elektromagnetischer Strahlung wird im Bundes-

gesetz  über  den  Umweltschutz  (USG)  sowie  in  der  bundesrätlichen  Ver-

ordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung vom 23. Dezem-

ber  1999  (NISV)  geregelt.  Das  Bundesamt  für  Umwelt  (BAFU;  früher 

BUWAL) konkretisierte die NISV mit Vollzugsempfehlungen (Mobilfunk- und 

WLL-Basisstationen,  Vollzugsempfehlung  zur  NISV,  BUWAL/BAFU, 

Bern 2003  [Vollzugsempfehlung  NISV]).  Die  NISV  regelt  die  Begrenzung 

von nieder- und hochfrequenten Strahlenemissionen, welche durch den Be-

trieb  ortsfester  Anlagen,  wozu  auch  Mobilfunk-Basisstationen  gehören,  er-

zeugt  werden  (Art.  2  Abs.  1  lit.  a  NISV). Es  wurden  gemäss  den gesetzli-

chen Vorgaben von Art. 13 USG Immissionsgrenzwerte und in Umsetzung 

des Vorsorgeprinzips Anlagegrenzwerte festgelegt.  

5.2. 

Die Immissionsgrenzwerte (IGW) gelten an allen Orten, wo sich Menschen 

normalerweise  aufhalten  können  (Art.  13  Abs.  1  NISV)  und  stützen  sich 

konzeptionell  auf  die  Empfehlungen  bzw.  Richtlinien  der Weltgesundheits-

organisation  WHO  und  der 

internationalen  Strahlenschutzvereinigung 

ICNIRP ab.  

Die Anlagegrenzwerte (AGW) der NISV, welche von Mobilfunkanlagen mit 
einer  Gesamtstrahlungsleistung  von  über  6  WERP  zwingend  eingehalten 
werden  müssen  (Ziffern  61  und  64  Anhang  1  NISV),  gehen  deutlich  über 

den  Schutzumfang  der  Immissionsgrenzwerte  hinaus  und  verlangen  in 

Konkretisierung der Bestimmung von Art. 4 Abs. 1 NISV an Orten mit emp-

findlicher Nutzung  (OMEN),  die  in  Art.  3 Abs.  3  NISV  genannt  werden,  im 

Vergleich zu den Immissionsgrenzwerten durchschnittlich um den Faktor 10 

tiefere  elektrische  Feldstärken.  Die  Anlagegrenzwerte  bewegen  sich 
− abhängig von der jeweils zu beurteilenden Frequenz − nach wie vor zwi-

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schen 4 - 6 V/m. Für die vorliegend strittige UMTS-Basisstation gilt ein Ma-

ximalwert von 5 V/m (Ziffer 64 lit. c Anhang 1 NISV). 

5.3. 

Das Bundesgericht hat bei der Überprüfung der Verfassungs- und Gesetz-

mässigkeit  der  Grenzwertregelung  der  NISV  wiederholt  festgehalten,  die 

Verordnung  halte  sich  an  den  vom  Umweltschutzgesetz  vorgezeichneten 

Rahmen  des  Immissionsschutzes,  sei  auch  im  Übrigen  gesetzeskonform 

und  widerspreche  weder  der  Bundesverfassung  (BV)  noch  der  Europäi-

schen  Menschenrechtskonvention  (EMRK;  u.a.  BGr 1C_316/2007  vom 

30. April 2008, E. 5.1, und 1C_154/2009 vom 27. April 2010, E. 1.4). Damit 

ist  die  vorsorgliche  Emissionsbegrenzung  mit  der  Festlegung  der  Anlage-

grenzwerte in der NISV abschliessend geregelt,  weshalb im Einzelfall, ge-

stützt  auf  das  Vorsorgeprinzip  des  Umweltschutzgesetzes  oder  aus  ande-
ren Gründen, keine weitergehende Begrenzung verlangt werden kann.  

6.1. 

Die Ermittlung der Immissions- und Anlagegrenzwerte erfolgt mit Hilfe des 

vom  BAFU  entwickelten  Berechnungsmodells  für  hochfrequente  nichtioni-

sierende Strahlen (NIS-Berechnungsmodell), den sogenannten Standortda-

tenblättern.  Art.  11  Abs.  2  lit.  c  Ziff.  1  und  2  NISV  verlangt  Berechnungen 

einerseits  beim  strahlenmässig  exponiertesten  OKA  (Ort  für  den  kurzfristi-

gen  Aufenthalt  von  Menschen;  Immissionsgrenzwert)  und  andererseits  für 

jene  drei  Orte  mit  empfindlicher  Nutzung  (OMEN),  an  denen  die  elektro-

magnetische Strahlung  am  grössten  ist  (Anlagegrenzwert).  Bei komplexen 

Sendeanlagen mit zahlreichen Antennen oder sonst wie speziellen Verhält-

nissen kann der Einbezug zusätzlicher OMEN sinnvoll oder gar erforderlich 

sein.  Darüber  hinaus  sind  die  Mobilfunkgesellschaften  nicht  zu  weiteren 

Grenzwertberechnungen verpflichtet (BRGE II Nr. 0146/2011 vom 21. Juni 

2011, E. 6.5). Diese Berechnungen werden von den Mobilfunkgesellschaf-

ten  durchgeführt  und  müssen  zwingend  Teil  des  Baugesuchs  sein.  Es  ist 

Aufgabe  der  kommunalen  Baubehörden,  das  jeweilige  Standortdatenblatt 

zusammen mit den übrigen Baugesuchsunterlagen auf ihre Vollständigkeit 

und Richtigkeit zu überprüfen oder von einer externen Fachstelle überprü-

fen zu lassen. 

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Im Kanton Zürich verfügen einzig die Städte Winterthur und Zürich über ei-

ne  vom  BAFU  anerkannte  kommunale  NIS-Fachstelle.  Die  übrigen  Ge-
meinden lassen die Standortdatenblattberechnungen − wie im vorliegenden 
Fall − vom ebenfalls eidgenössisch anerkannten kantonalen Amt für Abfall, 
Wasser,  Energie  und  Luft  (AWEL),  Abteilung  Lufthygiene,  auf  ihre  inhaltli-

che 

und 

berechnungsmässige 

Korrektheit 

überprüfen 

(http://www.bafu.admin.ch/elektrosmog/01116/index.html?lang=de;vgl.  Link 

Ziffer 2).  

6.2.  

Mit  dem  massgebenden  Standortdatenblatt  vom  20.  April  2012  hat  die 

Swisscom  Immissionsprognosen  für  einen  OKA  sowie  für  insgesamt  vier 

OMEN vorgenommen und dabei bei allen Berechnungsorten die Einhaltung 

der  gesetzlichen  Grenzwerte  festgestellt  (act.  14.3.5).  Im  Einzelnen  resul-
tierten  bezüglich  der  OMEN  bei  einem  massgebenden  Anlagegrenzwert 

von 5 V/m folgende Ergebnisse: 

OMEN 2 (Z-Strasse 26)  OMEN  3 

(Z-Strasse 

2,93 V/m 

28) 

4,94 V/m 

(Z-Strasse 

OMEN  4 
22) 

4,94 V/m 

OMEN  5 
29) 

3,88 V/m 

(Z-Strasse 

Zum  selben  Resultat  kam  das  AWEL  in  seinem  Prüfbericht  vom  30. Juli 

2012 (act. 14.2). Das AWEL berechnete zudem weitere OMEN bei den Lie-
genschaften Z-Strasse 27 (≙ Assek.-Nr. 3688), Z-Strasse 35 (≙ Assek.-Nr. 
2784)  sowie  im  Bereich  der  noch  unüberbauten  Parzelle  Kat.-Nr.  9835. 

Diese zusätzlichen OMEN waren mit Gesamtfeldstärken von 3,4 V/m bzw. 

2,7 V/m ebenfalls klar anlagegrenzwertkonform.  

Gemäss  Standortdatenblatt  ergaben  sich  bei  den  drei  strahlenmässig  ex-

poniertesten OMEN, wie oben tabellarisch festgehalten, grenzwertkonforme 
Gesamtfeldstärken von 4,94 V/m (OMEN 3 und 4) und 3,88 V/m (OMEN 5). 

Die  vom  AWEL  zusätzlich  errechneten  Orte  gehören  folglich  nicht  zu  den 

im Sinne von Art. 11 Abs. 2 lit. c Ziff. 2 NISV drei strahlenmässig am stärks-

ten belasteten OMEN, welche zwingend Bestandteil des Standortdatenblat-

tes sein müssen. Schon deshalb kann sich die Frage nach einer Rückwei-

sung  der  Grenzwertberechnungen  zur  Ergänzung  oder  Verbesserung  an 
die Swisscom von vornherein nicht stellen. 

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6.3.1. 

Die Rekurrenten rügen, beim OMEN 1 (recte: OMEN 2) im Standortgebäu-

de sei eine realiter nicht vorhandene Gebäudedämpfung in die Grenzwert-

berechnungen  einbezogen  worden.  Werde  ohne  diese  korrekt  gerechnet, 

ergebe sich eine gesetzeswidrige elektrische Feldstärke von 6,96 V/m. 

Elektromagnetische Strahlung wird beim Durchtritt durch die Gebäudehülle 

oder  auch  innerhalb  des  Gebäudes  durch  Mauern  und  Decken  je  nach 

verwendetem  Baumaterial  mehr  oder  weniger  stark  gedämpft  d.h.  abge-

schwächt,  kann  also  im  Gebäudeinnern  deutlich  weniger  intensiv  sein 

(BRKE IV Nr. 0081/2010 vom 22. April 2010, E. 7.3.1). Diese physikalische 

Gegebenheit  wird  grundsätzlich  in  die  Grenzwertberechnungen  einbezo-

gen,  wobei  für  die  gebräuchlichsten  Baumaterialien  folgende  Dämpfungs-

werte einzusetzen sind (Vollzugsempfehlung NISV, S. 25): 

Material 
Eisenbeton 
Metall 
Backstein 
Holz 
Ziegel 
Glas 

Dämpfung in dB 
15 
15 
5 
0 
0 
0 

≙ Rechnungsfaktor 
31.62 
31.62 
3.16 
1 
1 
1 

Bei Holz, Ziegel und Glas wird also das physikalisch zwar vorhandene, je-

doch  ziemlich  geringe  Dämpfungspotential  (zu  Gunsten  des  Immissions-

schutzes)  grenzwerttechnisch  negiert  und  mit  dem  neutralen  Rechnungs-

faktor 1 bewertet. 

In Ergänzung zur vorhandenen baulichen Dämpfung können zur Reduktion 

der  elektromagnetischen  Strahlung  im  Bereich  von  OMEN  strahlendäm-

mende Materialien, zumeist metallische Folien, eingebaut werden, um den 
Anlagegrenzwert einhalten zu können. Solche Folien bewirken in der Regel 

eine  volle  Dämpfung  von  15  dB  mit  dem  Rechnungsfaktor  von  31,62 

(BRGE II Nr. 0201/2011 vom 6. September 2011, E. 5.2).  

6.3.2.  

Die Swisscom hat für die Grenzwertberechnung beim OMEN 2, der in der 
obersten  Wohnung  unterhalb  der  geplanten  Basisstation  liegt,  wegen  des 

dortigen  Betonflachdachs  eine  Gebäudedämpfung  von  15  dB  berücksich-
tigt. Nach rekurrentischer Auffassung ist dies eine falsche Sichtweise, weil 

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die  Strahlen  neben  dem  Betondach  (auch)  durch  die  oberhalb  des  Trep-

penhauses  vorhandenen  Glaskuppeln  ins  Gebäudeinnere  dringen  würden 

und von dort durch die hölzerne Wohnungstüre ungedämpft zum OMEN 1 

(recte: OMEN 2) in die Wohnung reflektierten. 

Als  Reflexion  wird  das  physikalische  Phänomen  bezeichnet,  wonach Wel-
len  − wozu  u.a.  elektromagnetische  Strahlen,  Schallwellen  oder  auch  das 
Licht  gehören −  beim  Auftreffen  auf  eine 
andere  Materie  (Gebäudeteile,  Felsen, 

Mauern etc.) teilweise oder vollständig zu-

rückgeworfen  werden  und  sie  dadurch 

veränderte  Feldbedingungen  generieren 

können (BRKE I Nr. 0310/2009 vom 20. November 2009, E. 7.5). Auch bei 

der  Beugung  oder  Diffraktion  werden  Strahlen  an  einem  natürlichen  oder 

künstlichen  Hindernis  abgelenkt.  Der  normale  geradlinige  Strahlenverlauf 

wird  dadurch  unterbrochen,  und  die 

Wellen  können  sich  unter  Umständen 

entlang des Hindernisses bis hin in den 

eigentlichen  Hindernisschatten 

(d.h. 

ausbreiten 
(Huygensches Prinzip; vgl. http://www.radartutorial.eu/07.waves/wa08.de. 

Strahlenschatten) 

html). 

Ob  und  in  welchem  Umfang  es  bei  der  Ausbreitung  von  hochfrequenter 

Mobilfunkstrahlung zu Reflexionen und/oder Diffraktionen kommt, hängt al-

so ausschliesslich von der konkreten Einzelfallsituation in Kombination mit 

bestimmten  physikalischen  Gesetzmässigkeiten  ab.  Müsste  dies  bei  der 

Immissions-  und  Anlagegrenzwerteruierung  stets  berücksichtigt  werden, 

führte das zu einem unverhältnismässigen und nicht mehr praktikablen Be-

rechnungsaufwand,  der  in  keinem  vernünftigen  Verhältnis  zu  einem  allen-

falls physikalisch noch etwas genaueren Rechnungsergebnis stünde, letzt-

lich  aber  keinen  zusätzlichen  Immissionsschutz  zur  Folge  hätte  (BRKE IV 

Nr. 0081/2007  vom  7.  Juni  2007,  E.  9).  Ohnehin  haben  die  Mobilfunkge-

sellschaften ein Interesse, Reflexionen und Diffraktionen aus übertragungs-

technischen Gründen so weit als möglich zu vermeiden, weil sie sich in der 

Regel  qualitätsmindernd  auswirken.  Dementsprechend  hat  etwa  die  Firma 

Kathrein,  Produzentin  des  hier  vorgesehenen  Antennentyps,  als  Service-

leistung  für  ihre  Kunden  auf  ihrer  Website  einen  Reflexionskalkulator  zur 

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Optimierung  ihrer  Netzstruktur eingerichtet  (http://www.kathrein.de/de/mcs; 

unter Technik Infos).  

Aus den genannten Gründen basieren die Grenzwertberechnungen für Mo-

bilfunk-Basisstationen  auf  den  im  Baugesuch  beantragten  maximalen  An-

tennenleistungen unter Fernfeldbedingungen und Freiraumausbreitung der 

elektromagnetischen Strahlung,  also  ohne Einbezug  von  allfälligen  Abwei-

chungen  von  der  geradlinigen  Strahlenausbreitung  durch  Reflexionen  und 

Beugungen,  werden  diese  nun  innerhalb  oder  ausserhalb  von  Gebäuden 

geltend gemacht. Massgebend ist einzig die Abstrahlcharakteristik der An-

tennendiagramme  des  vorgesehenen  Antennentyps  (Vollzugsempfehlung 

NISV, S. 24). Wie bereits dargelegt, geht es bei den Grenzwertberechnun-

gen  schon  aus  Praktikabilitätsgründen  nicht  darum,  jede  physikalische 

Komponente  bis  ins  letzte  Detail  einzubeziehen,  sondern  den  gesetzlich 

vorgeschriebenen  Immissionsschutz  zu  gewährleisten.  Dazu  ist  keine  Be-

rechnung "bis zur letzten Kommastelle" notwendig, gerade auch angesichts 

der bei den Grenzwertberechnungen konsequent praktizierten Worst-Case-

Annahmen.  Schliesslich  bleibt  in  diesem  Zusammenhang  zu  erwähnen, 

dass  bei  knapp  eingehaltenen  Grenzwerten  nach  Inbetriebnahme  der  Ba-

sisstation  sowieso  zwingend  Abnahmemessungen  durchgeführt  werden 

müssen (vgl. nachstehend Ziffer 7), womit allfällige Reflexionen und Diffrak-

tionen an den massgebenden OKA und OMEN messtechnisch ohne weite-

res erfasst würden (BRKE I Nr. 0065/2009 vom 7. April 2009, E. 11.2). 

Abgesehen  davon,  dass  eine  ins  Gewicht  fallende  Strahlenreflexion  durch 

die  Oblichter  ins  Treppenhaus  und  dann  mehr  oder  weniger  rechtwinklig 

genau durch die Wohnungstüre zum OMEN 2 schon aus den dargelegten 

physikalischen Gründen ein unrealistisches Szenario ist, sind solche Refle-

xionen also aus den bereits genannten grundsätzlichen Überlegungen nicht 

in  die  Immissions-  und  Anlagegrenzwertberechnungen  einzubeziehen 

(BRGE II Nrn. 0229-0231/2011 vom 4. Oktober 2011, E. 5.5; in BEZ 2012 

Nr. 17).  Folglich  wurde  beim  OMEN  2  zu  Recht  eine  Gebäudedämpfung 

von 15 dB (für Beton) berücksichtigt.  

6.4.  

Für die Standortdatenblattberechnungen verwendete die Swisscom die von 
der  Antennenherstellerin  Kathrein-Werke  KG  zur  Verfügung  gestellten 
Standard-Antennendiagramme  des  vorgesehenen  Antennentyps  742270 
(Version 01), aus welchen sich – wie in der Rechtsprechung mehrfach fest-

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gehalten (BRKE I Nr. 0065/2009 vom 7. April 2009, E. 13.1, mit Hinweisen 

auf  weitere  Urteile)  –  die  vertikalen  und  horizontalen  Richtungsabschwä-
chungen rechtsgenügend ablesen lassen, was vorliegend in korrekter Wei-

se geschehen ist. Die Rekurrenten monieren, gestützt auf die Abstrahldia-

gramme  der  neuen  Version  03  des  vorgesehenen  Antennentyps 742270, 

hinsichtlich  des  OMEN  4  Richtungsabschwächungsdifferenzen  von  1  dB 

bei  der  Antenne  2_SC09  (anstatt  1,3  dB  gemäss  Swisscom)  bzw.  6,2  dB 

bei der Antenne 2_SC21 (anstatt 6,1 dB gemäss Swisscom). Die Abstrahl-

charakteristik der beiden Versionen  sei zwar  völlig  identisch.  Für  die  neue 

Version  gebe  es  jedoch  exakter  ablesbare  Diagramme,  aus  welchen  die 

monierten Differenzen klar hervorgingen.  

Diese rekurrentische Behauptung trifft nicht zu. Tatsache ist vielmehr, dass 

sich  auch  aus  den  Antennendiagrammen  für  die  Version  03,  welche  (wie 

die Diagramme aller anderen Antennentypen) von der Firma Kathrein nach 

einer  online-Registrierung  als  pdf-Download  zur  Verfügung  stehen 

(http://www.kathrein.de/svg/svg_action.cfm?search=742270V03&sprache=

en), genau die im strittigen Standortdatenblatt eingetragenen vertikalen und 

horizontalen Richtungsabschwächungen ergeben. 

Die Richtungsabschwächungen werden dabei, wie beispielsweise die Gra-

fiken für die Antenne 2_SC09 zeigen, sowohl in einer polaren als auch kar-

tesischen Darstellung präzis und unmissverständlich ausgewiesen. 

6.5.  

Die Basisstation soll, wie bereits erwähnt, auf der südlichen Hälfte (Nr. 26) 

der  zusammengebauten  Mehrfamilienhäuser  Z-Strasse  24/26  erstellt  wer-
den. Zur nördlichen Hälfte (Nr. 24) besteht gemäss den Baugesuchsakten 

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ein Niveauunterschied von rund 1,1 m. Während auf dem Standortgebäude 

Nr.  26  der  immissionsintensivste  Ort  mit  empfindlicher  Nutzung  berechnet 

wurde  (OMEN  2  mit  einer  elektrischen  Feldstärke  von  2,93 V/m;  vgl.  vor-

stehend  Ziffern  6.3.1  und  6.3.2),  verzichtete  die  Swisscom  beim  Gebäude 

Nr. 24 auf eine Grenzwertberechnung, was die Rekurrierenden mit der Be-

gründung  monieren,  die  Distanz  von  den  Antennen  zum  nächstgelegenen 

mutmasslichen  OMEN  sei  beim  Gebäude  Nr.  24  geringer  sei  als  beim 

OMEN  2,  weshalb  der  Anlagegrenzwert  bei  der  nördlichen  Gebäudehälfte 

überschritten sein könnte. 

Die  Distanz  zwischen  Antenne  und  Berechnungspunkt  (OKA,  OMEN)  ist 

nur  eines  von  mehreren  Kriterien  zur  Bestimmung  der  elektrischen  Feld-

stärke  und  damit  zu  Immissions-  und  Anlagegrenzwertberechnungen. 

Massgeblich  zu  gewichten  ist  vor  allem  auch,  dass  Mobilfunkantennen  fo-

kussiert  in  einen  horizontal  und  vertikal  beschränkten  Bereich  abstrahlen, 

was  zu  einer  entsprechenden  Leistungsabschwächung  führt,  je  weiter  der 

Berechnungspunkt  vom  Azimut  der  Antennenhauptstrahlrichtungen  ab-

weicht  (BRKE  I  Nr.  0308/2001  vom  14.  Dezember  2001,  E.  10d).  In  den 

Standortdatenblättern  wird  diese  physikalische  Tatsache  als  horizontale 
bzw. vertikale Richtungsabschwächungen berücksichtigt, welche  – wie be-
reits  unter  Ziffer  6.4.  dargelegt  –  den  Antennendiagrammen  entnommen 
werden  können.  Addiert  ist  ein  Rechnungsfaktor  von  maximal  31,6 
(≙ 15 dB) zulässig (Vollzugsempfehlung NISV, S. 24).  

Aufgrund  der  Abstrahlcharakteristik  des  vorgesehenen  Antennentyps  und 

der  geplanten  Senderichtungen  (hier  horizontal:  +70°  [1_SC09  und 

1_SC21]  sowie  +300°  [2_SC09  und  2_SC21]  von  Norden  gerechnet  bzw. 

vertikal:  -12°  [1_SC09],  -4°  [2_SC09],  -8°  [1_SC21]  und  -4°  [2_SC21]  ab 

der  Horizontalen  gerechnet),  ist  ein  OMEN  in  der  nahen  Umgebung  einer 

Mobilfunkanlage strahlenmässig sehr oft weniger belastet als bei weiter dis-

tanzierten Gebäuden, deren OMEN weniger stark von den horizontalen und 

vertikalen  Antennenhauptstrahlrichtungen  abweichen.  Bei  OMEN 
im 
Standortgebäude  selbst  oder  –  wie  vorliegend  –  bei  zusammengebauten 
Häusern  ist  zudem  die  vorhandene  Dämpfung  des  Daches  oder  die  noch 

zu  applizierende  strahlendämmende  Folie  zwischen  Antennen  und  OMEN 

zu berücksichtigen (vgl. vorstehend Ziffer 6.3.1). Dies alles führt dazu, dass 

die maximale elektrische Feldstärke im Bereich der Liegenschaft Z-Strasse 

24 entgegen rekurrentischer Auffassung mit einem von der Swisscom kor-
rekt  ermittelten  Wert  von  3,26  V/m  deutlich  unterhalb  des  gesetzlichen 

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Grenzwerts  liegt.  Auch  im  Übrigen  konnte  sich  das  Baurekursgericht  von 

der Richtigkeit der Standortdatenblattberechnungen überzeugen. 

7.  

Ergibt die mit dem NIS-Berechnungsmodell durchgeführte Immissionsprog-

nose eine deutliche Einhaltung der Immissions- und Anlagegrenzwerte, ist 

eine  zusätzliche  Messung  der  elektromagnetischen  Strahlung  nach  Inbe-

triebnahme der Anlage nicht notwendig. Abnahmemessungen im Sinne ei-

ner Kontrollmassnahme rechtfertigen sich jedoch vor allem dann, wenn die 

Grenzwerte  knapp  eingehalten  werden.  Nach  gefestigter  Rechtspraxis 

müssen  Abnahmemessungen  durchgeführt  werden,  wenn  die  Grenzwerte 

zu  80 %  oder  mehr  ausgeschöpft  werden,  wobei  die  Sachumstände  im 

konkreten  Einzelfall  eine  tiefere  Schwelle  rechtfertigen  können  (Vollzugs-

empfehlung NISV, S. 18, Ziff. 2.1.8; BGr 1A.160/2004 vom 10. März 2005, 

E. 3; BRKE II Nr. 0146/2011 vom 21. Juni 2011, E. 7.1).  

Gestützt  auf  diese  Rechtspraxis  hat  der  Gemeinderat  X  die  Swisscom  in 

Dispositiv-Ziffer  4.2.  des  angefochtenen  Beschlusses  in  sachgerechter 

Weise  zu  Abnahmemessungen  bei  den  OMEN  3  und  4,  wo  die  80 %-
Schwelle mit einer elektrischen Feldstärke von jeweils 4,94 V/m (≙ 98,8 % 
des  AGW)  überschritten  wird,  verpflichtet.  Im  Weiteren  hat  die  Vorinstanz 

auf  Empfehlung  des  AWEL  Abnahmemessungen  beim  Gebäude  Assek.-

Nr. 2255 (Z-Strasse 24; unter dem Glasdach) sowie an einem zweiten Ort 

(im Hauptstrahl der Antenne auf Azimut 300°) im Gebäude Assek.-Nr. 3688 

(Z-Strasse  27)  angeordnet.  Ob  dies  zwingend  notwendig  gewesen  wäre, 
braucht – da von der Swisscom nicht angefochten und folglich akzeptiert – 
nicht weiter geprüft zu werden (BRKE I Nr. 0069/2008 vom 4. April 2008, E. 

10).  

Nicht zutreffend ist in diesem Zusammenhang der rekurrentische Einwand, 

der Nutzen von Abnahmemessungen sei äussert zweifelhaft, weil diese bei 

UMTS-Strahlung eine sehr grosse Messungenauigkeit aufwiesen. Tatsache 

ist vielmehr, dass gestützt auf die Messempfehlungen der Fachstellen des 

BAFU und METAS (Bundesamt für Metrologie) mit den aktuell verwendeten 

kalibrierten  Messgeräten  bei  UMTS-Anlagen  ein  ausreichender  Genauig-

keitsgrad analog der GSM-Messungen mit einem vergleichsweise geringen 

Streubereich erreicht wird (BRGE II Nr. 0179/2012 vom 6. November 2012, 
E. 9.2). Im Detail ist auf die ausführlichen Erwägungen des Bundesgerichts 

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Seite 14 

 
 
u.a. in den Entscheiden BGr 1C_154/2009 vom 27. April 2010, E. 4.2, und 

1C_492/2009 vom 20. Juli 2010, E. 3.2, zu verweisen. 

8.1. 

Die  schweizerischen  Mobilfunkgesellschaften  wurden  aufgrund  eines  Bun-

desgerichtsurteils  gestützt  auf  Art.  12  NISV  verpflichtet,  bis  zum  31. De-

zember 2006 ein QS-System (Qualitätssicherungssystem) für ihre Basissta-

tionen  einzurichten,  bei  welchem  die  bewilligten  Antenneneinstellungen 

(Hard- und Softwarekomponenten) zu Kontrollzwecken in einheitlich aufge-

baute  Datenbanken  implementiert,  dort  laufend  aktualisiert,  regelmässig 
überprüft  und  –  sofern  Unregelmässigkeiten  festgestellt  werden  –  innert 
Kürze  auf  das  bewilligte  Mass  korrigiert  werden.  Die  QS-Systeme  von 

Orange,  Sunrise  und  Swisscom  wurden  von  den  Fach-  und  Rechtsmittel-

behörden als hinreichender Qualitätsmanagementsnachweis u.a. im Sinne 

des  die  Mobilfunkgesellschaften  verpflichtenden  Rundschreibens  des 

BAFU  vom  16.  Januar  2006,  welches  die  bundesgerichtlichen  Kontrollvor-

gaben  beim  Betrieb  von  Mobilfunkanlagen  konkretisiert,  anerkannt  (u.a. 

BRKE I Nrn. 0146-0147/2009 vom 29. Mai 2009, E. 13.4, mit Hinweisen auf 

die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Die aktuelle QS-Zertifizierung der 

Swisscom  datiert  vom  15.  Dezember  2010  und  ist  noch  bis  zum 

14. Dezember 2013 gültig. Danach ist eine Rezertifizierung notwendig. 

Mit dem QS-System der Swisscom werden alle relevanten Parameter einer 

bewilligten Basisstation, also auch diejenigen, welche von der Netzzentrale 

aus  gesteuert  werden  können  (etwa  die  Abstrahlungswinkel),  erfasst.  Mit-

tels  einer  automatisierten  Überprüfungsroutine  werden  einmal  pro  Arbeits-

tag die effektiv eingestellten Sendeleistungen und Senderichtungen sämtli-

cher Antennen mit den bewilligten Werten verglichen (VB.2010.00274 vom 

8. September 2010, E. 6.2). Abweichungen von den bewilligten Antennen-

parametern  wären  folglich  sofort  erkennbar  und  könnten  umgehend  beho-

ben  werden.  Zudem  hat  die  Swisscom  (wie  die  übrigen  Mobilfunkgesell-

schaften) gemäss erwähntem Rundschreiben des BAFU u.a. den kantona-

len  Fachstellen  periodisch  allfällige  QS-Fehlerprotokolle  zuzustellen.  Den 

kantonalen  Fachstellen  steht  zudem  eine  Online-Datenbank  zur jederzeiti-

gen unangemeldeten Kontrolle der bewilligten Antennenparameter zur Ver-
fügung.  

R3.2012.00126 

Seite 15 

 
 
Das  Bundesgericht  hat  in  zahlreichen  Urteilen  festgehalten,  dass  dieses 

Prozedere,  welches  keine  Offenlegung  der  Protokolle  der  Qualitätssiche-

rung  oder  der  Messprotokolle  der  Abnahmemessungen  oder  gar  ein  "Be-

suchsrecht"  der  Betriebszentralen  durch  Dritte  beinhaltet,  die  Einhaltung 

der Grenzwerte  bei den  schweizerischen  Mobilfunk-Basisstationen vollum-

fänglich gewährleiste (u.a. in BGr 1C_492/2009 vom 20. Juli 2010, E. 4.2). 
Aus diesen Gründen darf bei den Grenzwertberechnungen – wie im vorlie-
genden Fall – auf die im Baugesuch bzw. in den Standortdatenblättern de-
klarierten  Antennenleistungen  und  Neigungswinkel  (Tilts)  abgestellt  wer-

den,  auch  wenn  die  verwendeten  Komponenten  eine  höhere  Leistung  zu-

liessen (BRKE IV Nr. 0121/2012 vom 16. August 2012, E. 7).Die Befürch-

tungen  der  Rekurrierenden,  die  Antennenleistung  könne  jederzeit  unbe-

merkt hochgefahren werden, sind deshalb unberechtigt. Solche (baubewil-

ligungspflichtigen)  Änderungen  würden  vielmehr  sofort  erkannt.  Damit 

stösst  die  Forderung der Rekurrenten  nach  zusätzlichen  Sicherungsmass-

nahmen, wie etwa die beantragte Plombierung der Anlage, ins Leere. 

[….] 

10.1. 

Die  Rekurrenten  monieren  schliesslich,  die  Basisstation  der  Swisscom  sei 

bezüglich Geschosszahl und Gebäudehöhe auf einer bereits baurechtswid-

rigen  Liegenschaft  geplant.  Bei  einer  Realisierung  der  Anlage  würde  sich 

die  baurechtswidrige  Situation  erheblich  verschlechtern,  weshalb  die  Inte-

ressenabwägung klar zugunsten der betroffenen Nachbarn, wozu auch die 

Rekurrenten gehörten, ausfallen müsse.  

Das in der Wohnzone W3 situierte Standortgebäude Z-Strasse 24/26 weist 

vier Vollgeschosse auf und überschreitet folglich die in dieser Zone zulässi-

ge Zahl von drei Vollgeschossen (Art. 13 der Bau- und Zonenordnung der 

Gemeinde  X).  Schon  deshalb  muss  das  strittige  Bauvorhaben  auch  im 

Lichte von § 357 PBG beurteilt werden. Ob das Standortgebäude überdies 

noch  die  maximal  zulässige  Gebäudehöhe  von  11,5 m,  wie  rekurrenti-

scherseits behauptet, um rund 1 m überschreitet, brauchte bei diesem Er-

gebnis  im  vorliegenden  Rechtsmittelverfahren  nicht  auch  noch  geprüft  zu 

werden.  

[….] 

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Seite 16 

 
 
10.3. 

Gemäss  §  357  Abs.  1  PBG  dürfen  bestehende  Bauten  und  Anlagen,  die 

Bauvorschriften  widersprechen,  umgebaut,  erweitert  und  anderen  Nutzun-

gen  zugeführt  werden,  sofern  sie  sich  für  eine  zonengemässe  Nutzung 

nicht  eignen,  wenn  keine  überwiegenden  öffentlichen  oder  nachbarlichen 

Interessen entgegenstehen (Satz 1). Für neue oder weiter gehende Abwei-

chungen  von  Vorschriften  bleiben  die  erforderlichen  Ausnahmebewilligun-

gen vorbehalten (Satz 2). Eine weiter gehende Abweichung von Vorschrif-

ten  im  Sinne  von  §  357  Abs.  1  Satz  2  PBG  ist  dabei  nur  anzunehmen, 

wenn  zusätzlich  gegen  eine  bereits  verletzte  planungs-  und  baurechtliche 

Bestimmung  verstossen  wird  (VB.2007.00005  und  VB.2007.00040  vom 

28. März 2007, E. 4.2).  

Das strittige Bauvorhaben tritt nach Aussen im Wesentlichen als 5 m hoher 

Mast,  an  welchen  die  beiden  Antennenmodule  (je  1,38  m  x  0,26  m  x 

0,15 m) montiert werden sollen, in Erscheinung. Aufgrund der unterschied-

lichen  Niveauhöhen  des  Doppel-Mehrfamilienhauses  Z-Strasse 24/26  ist 

der  Antennenmast  aus  den  Sichtwinkeln  der  rekurrentischen  Liegenschaf-

ten  allerdings  nur  auf  einer  Länge  von  knapp  4  m  optisch  wahrnehmbar. 

Die  Anlagesteuerung  wird  grossmehrheitlich  inhouse  (Keller)  realisiert. 

Damit  weist  die  Basisstation  keinen  Gebäudecharakter  im  Sinne  von  §  2 

Abs. 1 der Allgemeinen Bauvorschriften (ABV) auf, sondern sie ist im Lichte 

der  Rechtsprechung  zu  §  292  PBG  vielmehr  als  zulässige  kleinere,  tech-

nisch bedingte Aufbaute zu qualifizieren (BRGE II Nr. 0158/2011 vom 5. Ju-

li 2011, E.9.3). 

Die Bewilligungsfähigkeit des Streitobjekts hängt folglich davon ob, ob ihm 

im  Sinne  von §  357 Abs.  1  Satz  1 PBG  keine  überwiegenden öffentlichen 

oder privaten Interessen entgegenstehen. Ob dies zutrifft, ist auf Grund ei-

ner einzelfallbezogenen Interessenabwägung zu beurteilen, mit welcher die 

Interessen  der  Bauherrschaft  gegen  die  entgegenstehenden  privaten 

und/oder  öffentlichen  Interessen  abgewogen  werden.  Zur  Ermittlung  des 

Gewichts der nachbarlichen Interessen sind die  Auswirkungen der geplan-

ten baulichen Veränderung im Kontext mit der bestehenden Baurechtswid-

rigkeit den Auswirkungen einer neuen, baurechtskonformen Baute auf das 

Nachbargrundstück entgegenzustellen. Ideelle Immissionen wie namentlich 

die Angst der Anwohner vor elektromagnetischer Strahlung können bei die-

ser Interessenabwägung nicht ausschlagegebend sein, da sie erstens bau-
rechtlich irrelevant und zweitens auch bei der Erstellung der Antennenanla-

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Seite 17 

 
 
ge auf einer baurechtskonformen Baute denkbar sind. Dasselbe gilt für ei-

nen  allfälligen  Wertverlust  benachbarter  Liegenschaften 

(BRGE I 

Nr. 0083/2011 vom 29. April 2011, E. 14.4).  

Die  Baugesuchsunterlagen  sowie  die  Verfahrensakten  zeigen,  dass  die 

strittige Basisstation im Lichte der gebotenen Objektivität beurteilt zu keiner 

nennenswerten  Beeinträchtigung  nachbarlicher  Interessen  führen  kann. 

Insbesondere  bewirken  der  durchschnittlich  dimensionierte  Antennenmast 

und die beiden Antennenmodule keinen relevanten zusätzlichen Schatten-

wurf  auf  die  umliegenden  Gebäude  und  Freiflächen.  Massgebend  für  die 

diesbezügliche Beurteilung sind im Übrigen die Baugesuchpläne und nicht 

die  überzeichneten  und  gezoomten  rekurrentischen  Fotomontagen  (u.a. 

act. 7.4.4). Die Belichtungs- und Besonnungsverhältnisse für die Nachbarn 

werden  nicht  rechtserheblich  verschlechtert.  Dasselbe  gilt  bezüglich  der 

Aussicht  aus  den  umliegenden  Wohngebäuden  auf  das  Orts-  und  Land-

schaftsbild, insbesondere der dramatisch geschilderten Einschränkung der 

Sicht der Rekurrenten in Richtung Zürichsee.  

Öffentliche  Interessen,  wie  etwa  solche  des  Natur-  und  Heimatschutzes, 

werden nicht tangiert. Nicht in diese Interessenabwägung eingezogen wer-

den darf  die  von  der Basisstation  emittierte  elektromagnetische  Strahlung, 

da die immissionsrechtlichen Aspekte abschliessend durch die NISV gere-

gelt  werden.  Wie  die  voranstehenden  Erwägungen  gezeigt  haben,  ist  das 

Streitobjekt  diesbezüglich  gesetzeskonform.  Damit  können  die  sich  inner-

halb  der  gesetzlichen  Grenzwerte  bewegenden  elektromagnetischen  Im-

missionen  nicht  als  nachbarliche  Beeinträchtigung  in  die  Waagschale  ge-

worfen werden.  

Hingegen ist die Swisscom konzessionsrechtlich verpflichtet, ihren Kunden 

Mobilfunknetze  mit  genügenden  Kapazitäten  in  guter Übertragungsqualität 

zu  Verfügung  zu  stellen  (BRKE  IV  0162/2007  vom  22. November  2007, 

E. 6.2.). Im Rahmen dieser Interessenabwägung ist nicht unerheblich, dass 

sich die Suche der Mobilfunkgesellschaften nach geeigneten Standorten für 

Basisstationen  in  der  Regel  nicht  leicht  gestaltet  (BRGE II  Nr. 0158/2011 

vom  8.  Juli  2011,  E.  9.4).  Einerseits  können  solche  Anlagen  aufgrund  der 

gebotenen  Netzplanung  nicht  irgendwo  stehen.  Andererseits  scheitern 

übertragungstechnisch  gute  Standorte  oft  am Widerstand  der Eigentümer-

schaft  potentieller  Standortgebäude  (BRGE  II  0036/2013  vom  12. März 
2013, E. 11.3). Insgesamt fällt die Interessenabwägung im Sinne von § 357 

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Abs. 1  Satz  1  PBG  klar  zugunsten  der  Swisscom  aus,  womit  die  streitbe-
troffene Anlage auch insoweit baurechtskonform ist.  

 [….] 

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