# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 99651ae1-b881-5ba3-9f7e-7f8d6b1f5558
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2001-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesgericht Eidgenössisches Versicherungsgericht 24.09.2001 U 197/99
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BGer/CH_BGer_016_U-197-99_2001-09-24.html

## Full Text

[AZA 7] 

U 197/99 Vr 

 

 

IV. Kammer 

 

Präsident Borella, Bundesrichter Rüedi und Kernen; 

Gerichtsschreiber Krähenbühl 

 

 

Urteil vom 24. September 2001 

 

in Sachen 

 

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Fluhmattstrasse 

1, 6004 Luzern, Beschwerdeführerin, 

 

gegen 

 

B.________, 1947, Beschwerdegegnerin, vertreten durch Fürsprecher 

Dr. Hansulrich Weber, Marktgasse 27, 4900 

Langenthal, 

und 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau, Aarau 

 

 

A.- Die 1947 geborene B.________ arbeitete seit dem 

19. August 1985 halbtags als Produktionsmitarbeiterin in 

der Firma H.________ AG und war damit bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (SUVA) versichert. Am 

20. Februar 1990 sass sie auf dem Beifahrersitz eines 

Personenwagens, dessen Lenkerin auf ein vor ihr abbremsendes 

Fahrzeug auffuhr. Bei dieser Kollision zog sich 

B.________ gemäss Diagnose des wegen Nackenbeschwerden noch 

am Unfalltag aufgesuchten Dr. med. S.________ ein Schleudertrauma 

der Halswirbelsäule zu. Anlässlich der Erstuntersuchung 

fanden sich eine Verspannung der Nackenmuskulatur 

sowie eine allseitige Bewegungseinschränkung der Halswirbelsäule 

mit vor allem in der Endphase deutlich schmerzhafter 

Inklination; neurologische Ausfälle lagen nicht vor; 

ebenso wenig konnten ossäre Läsionen festgestellt werden; 

auch eine Gehirnerschütterung schloss Dr. med. S.________ 

in einem späteren Bericht vom 18. Mai 1990 ausdrücklich 

aus. 

Verschiedene Versuche, ihre frühere Erwerbstätigkeit 

wieder aufzunehmen, scheiterten. Die Patientin klagte immer 

wieder über Nackenbeschwerden und, im Laufe der Zeit, auch 

über Kopfschmerzen, Konzentrations- und Schlafprobleme 

sowie Sensibilitätsstörungen im linken Arm, insbesondere in 

einzelnen Fingern der linken Hand. In einem Bericht des 

Dr. med. A.________ vom 9. August 1991 ist zudem von einer 

psychischen Komponente die Rede, welche sich zu den 

körperlichen Beschwerden hinzugesellt habe. Auf den 

17. Oktober 1990 erfolgte die Auflösung des Arbeitsverhältnisses 

in der Firma H.________ AG in gegenseitigem 

Einvernehmen. Ab April bis Juli 1991 wurde B.________ 

probeweise als Hilfskraft im Pflegeheim N.________ in 

Vordemwald beschäftigt, wobei eine definitive Anstellung 

zufolge ihrer gesundheitlichen Probleme jedoch nicht 

zustande kam. Ab Mai 1992 war B.________ schliesslich mit 

einem Tagespensum von vier Stunden als Haushalthilfe für 

die Y.________ tätig. Wegen Überforderung kam es im März 

1993 zur Auflösung auch dieses Arbeitsverhältnisses. 

Die SUVA, welche ihre Haftung für den Unfall vom 

20. Februar 1990 anerkannt hatte, für Heilungskosten aufgekommen 

war und Taggelder ausgerichtet hatte, teilte ihrer 

Versicherten unter Hinweis auf eine Stellungnahme des 

Kreisarztes Dr. med. C.________ vom 15. Juli 1991 und einen 

Bericht der Neurologisch-Neurochirurgischen Poliklinik des 

Spitals X.________ vom 12. Dezember 1991 am 23. Januar 1992 

mit, es seien keine organischen Verletzungen mehr feststellbar 

und auch die neuropsychologische Testung habe 

keine Hinweise auf eine Verschlechterung ergeben; da die 

Voraussetzungen für die Zusprechung einer Invalidenrente 

oder einer Integritätsentschädigung nicht erfüllt seien, 

schliesse sie den Fall ab. Obschon die Versicherte damit 

nicht einverstanden war und am 15. August 1992 durch 

Dr. med. G.________ einen Rückfall melden liess, hielt die 

Anstalt mit Schreiben vom 20. August 1992 an ihrem Standpunkt 

fest. 

Über zwei Jahre später liess B.________ einen Bericht 

der Neurologischen Klinik des Spitals Z.________ vom 

10. November 1994 einreichen, in welchem unter anderm 

chronische Kopfschmerzen sowie unklare transiente neurologische 

Ausfälle diagnostiziert werden. Die SUVA nahm Einsicht 

in ein auf Veranlassung des Dr. med. G.________ von 

lic. phil. P.________ vom Neuropsychologischen Institut 

erstelltes Gutachten vom 2. September 1995 und dessen am 

4. Juni 1996 erstattete ergänzende Stellungnahme. Letztere 

war im Hinblick auf eine am 3. Oktober 1995 im Institut für 

Nuklearmedizin des Spitals D.________ mittels der Single 

Photon Emission Computed Tomography (Spect) erfolgte 

Abklärung abgegeben worden. Nachdem sich Kreisarzt Dr. med. 

C.________ in einem Bericht vom 3. Juli 1997 zu den Ergebnissen 

der Spect-Untersuchung vom 3. Oktober 1995 und zu 

den daraus von lic. phil. P.________ gezogenen Folgerungen 

geäussert hatte, lehnte es die SUVA mit Verfügung vom 

22. August 1996 erneut ab, für die Zeit nach dem 23. Januar 

1992 Versicherungsleistungen zu erbringen. Dies bestätigte 

sie nach Einholung eines Aktengutachtens des Dr. med. 

M.________ vom anstaltsinternen Ärzteteam Unfallmedizin vom 

10. März 1997 mit Einspracheentscheid vom 3. Juni 1997. 

 

B.- Hiegegen liess B.________ Beschwerde an das Versicherungsgericht 

des Kantons Aargau erheben. Darin beantragte 

sie die Ausrichtung von Taggeldern über den 

23. Januar 1992 hinaus sowie die Zusprechung einer Invalidenrente 

und einer Integritätsentschädigung. 

 

Das kantonale Gericht, welches unter anderem die Akten 

der Invalidenversicherung beigezogen hatte, anerkannte mit 

Entscheid vom 24. März 1999 die Unfallkausalität der angegebenen 

Beschwerden und wies die Sache an die SUVA zurück, 

damit diese die im Einzelnen geschuldeten Leistungen festsetze. 

Angesichts dieses Verfahrensausgangs sah es von der 

Durchführung der von B.________ unter Berufung auf die 

Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verlangten öffentlichen 

Verhandlung ab. 

 

C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die 

SUVA die Aufhebung des kantonalen Entscheids und die Bestätigung 

ihres ablehnenden Einspracheentscheids vom 3. Juni 

1997; eventuell sei die Sache zur Einholung einer psychiatrischen 

Expertise an das kantonale Gericht zurückzuweisen. 

B.________ lässt auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

schliessen; zudem erneuert sie ihren Antrag 

auf Ansetzung einer öffentlichen Verhandlung. Das 

Bundesamt für Sozialversicherung hat sich nicht vernehmen 

lassen. 

 

 

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1.- Das kantonale Gericht hat von der Durchführung 

einer öffentlichen Verhandlung im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 

EMRK abgesehen, obschon es das Vorliegen eines entsprechenden 

Antrages der Versicherten ausdrücklich anerkannt hatte. 

Zur Begründung führte es an, der Umstand, dass die materiellen 

Hauptbegehren der Beschwerde führenden und die Verhandlung 

beantragenden Person gutgeheissen würden, rechtfertige 

es, ausnahmsweise auf eine Verhandlung zu verzichten. 

Dies ist im Lichte der Rechtsprechung des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts nicht zu beanstanden (BGE 122 V 

58 Erw. 3b/ff mit Hinweis auf die Doktrin). 

Im vorliegenden Verfahren hat die nunmehrige Beschwerdegegnerin 

in ihrer Vernehmlassung vom 5. Juli 1999 ihren 

bereits im vorinstanzlichen Verfahren gestellten Antrag auf 

Durchführung einer öffentlichen Verhandlung nach Art. 6 

Ziff. 1 EMRK für den Fall erneuert, dass eine vom angefochtenen 

kantonalen Entscheid abweichende Auffassung in Erwägung 

gezogen werde. Zwecks Wahrung dieser durch die Konvention 

gewährleisteten Verfahrensgarantie hat das Eidgenössische 

Versicherungsgericht deshalb die Parteien am 9. August 

2001 zu einer öffentlichen Verhandlung auf den 9. Oktober 

2001 aufgeboten. Von der damit gebotenen Möglichkeit, sich 

auch noch persönlich und mündlich zur Sache zu äussern, hat 

die Beschwerdegegnerin indessen keinen Gebrauch mehr machen 

wollen. Mit Eingabe vom 20. August 2001 hat sie vielmehr 

erklären lassen, dass sie nunmehr auf die Durchführung 

einer öffentlichen Verhandlung verzichte. Dies hat das 

Eidgenössische Versicherungsgericht dazu veranlasst, die 

auf den 9. Oktober 2001 anberaumte Verhandlung wieder 

abzusetzen. Über die anhängig gemachte Streitsache wird 

demnach zufolge nachträglichen Verzichts der Beschwerdegegnerin 

ohne Verhandlung auf Grund der Akten entschieden. 

 

2.- a) Auf Grund der Feststellungen des erstbehandelnden 

Dr. med. S.________ ist davon auszugehen, dass die 

heutige Beschwerdegegnerin anlässlich des Verkehrsunfalles 

vom 20. Februar 1990 ein Schleudertrauma der Halswirbelsäule 

erlitten hat. Diese Annahme jedenfalls wurde ausser 

im Bericht des Neurologen Dr. med. J.________ vom 20. März 

1990 aus ärztlicher Sicht nie in Frage gestellt. 

 

b) Die Beschwerdegegnerin klagt über persistierende 

Nackenschmerzen mit Ausstrahlungen in die linke Schulterregion 

und über belastungsabhängige Schmerzen mit Gefühlsstörungen 

und Kraftverlust im linken Arm sowie vor allem im 

Ring- und Kleinfinger der linken Hand. Zudem berichtet sie 

von einer subjektiv empfundenen Abnahme der Leistungsfähigkeit. 

In den ärztlichen Berichten ist von unterschiedlich 

lokalisierten chronischen Kopfschmerzen, von neurologischen 

Ausfällen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schwindelerscheinungen 

sowie von Nervosität, Angstgefühlen, Müdigkeit, 

geringer Belastbarkeit, Stressempfindlichkeit und 

Depressionen die Rede. Während Dr. med. A.________ am 

9. August 1991 eine zusätzlich aufgetretene psychische 

Komponente erwähnt, hat zuvor laut Bericht vom 15. Juli 

1991 auch schon Kreisarzt Dr. med. C.________ eine psychische 

Überlagerung angenommen. Unter Berufung auf Aussagen 

von Verwandten und Bekannten macht die Beschwerdegegnerin 

schliesslich eine nach dem Unfall vom 20. Februar 1990 beobachtete 

Wesensveränderung geltend. 

Der Neurologe Dr. med. L.________, welcher die Versicherte 

unter anderm auch im Hinblick auf die Folgen eines 

am 19. Mai 1990 erfolgten Sturzes zu Hause auf der Kellertreppe 

untersucht hat, erwähnt in seinem Bericht vom 

29. Mai 1990 Schmerzen in der Nierengegend und in der linken 

Gesässhälfte sowie Schlafstörungen mit nächtlichem Erwachen 

wegen Taubheitsgefühl im Rücken und in allen Extremitäten. 

 

 

3.- Streitig und zu prüfen ist, ob die angegebenen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen mit dem versicherten 

Verkehrsunfall vom 20. Februar 1990, allenfalls auch mit 

dem Sturz auf einer Treppe vom 19. Mai 1990, in einem anspruchsrelevanten 

Kausalzusammenhang stehen und die Beschwerde 

führende SUVA demzufolge über den 23. Januar 1992 

hinaus die gesetzlich vorgesehenen Versicherungsleistungen 

zu erbringen hat. 

 

a) Die Grundlagen für die Übernahme von Heilbehandlungskosten 

durch die Unfallversicherung (Art. 10 UVG) sowie 

die Zusprechung von Taggeldern (Art. 16 UVG), Invalidenrenten 

(Art. 18 UVG) und Integritätsentschädigungen 

(Art. 24 UVG) hat das kantonale Gericht im angefochtenen 

Entscheid richtig wiedergegeben, worauf verwiesen wird. 

Zutreffend dargelegt hat es des Weitern auch die Begriffe 

der für die Leistungspflicht der Unfallversicherung 

vorausgesetzten natürlichen (BGE 119 V 337 Erw. 1, 118 V 

289 Erw. 1b, je mit Hinweisen) und adäquaten (BGE 125 V 461 

f. Erw. 5a mit Hinweisen) Kausalität eines versicherten Unfallereignisses 

für eine darauf zurückgeführte gesundheitliche 

Schädigung. Richtig ist insbesondere, dass das Vorhandensein 

eines natürlichen Kausalzusammenhangs als Tatfrage 

- auch bei Beschwerdebildern ohne organisch nachweisbare 

Befunde nach Schleudertraumata der Halswirbelsäule 

(BGE 119 V 335) - mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

erstellt sein muss, während die blosse Möglichkeit 

eines Zusammenhangs für die Begründung eines Leistungsanspruches 

nicht genügt (BGE 119 V 338 Erw. 1, 118 V 

289 Erw. 1b, je mit Hinweisen). Um die Beantwortung einer 

Rechtsfrage geht es demgegenüber bei der Adäquanz von Unfallfolgen 

(BGE 117 V 382 Erw. 4a mit Hinweis). 

 

b) Hinsichtlich der bei der Würdigung medizinischer 

Berichte allgemein geltenden Grundsätze und ihres beweisrechtlichen 

Stellenwerts kann ebenfalls auf die Erwägungen 

im angefochtenen Entscheid verwiesen werden. In BGE 125 V 

352 ff. Erw. 3b findet sich überdies eine Zusammenfassung 

der vom Eidgenössischen Versicherungsgericht in Ergänzung 

zum massgebenden Prinzip der freien Beweiswürdigung (BGE 

125 V 352 Erw. 3a mit Hinweisen) erarbeiteten Richtlinien 

für die beweismässige Auswertung bestimmter Formen medizinischer 

Unterlagen (Gerichtsexpertisen, von Unfallversicherern 

eingeholte Gutachten externer Spezialärzte, Berichte 

versicherungsinterner Ärzte, Parteigutachten, hausärztliche 

Stellungnahmen). 

 

4.- a) Eine organische Schädigung, welche die Befindlichkeitsstörungen 

der Beschwerdegegnerin zu erklären vermöchte, 

ist in den umfangreichen medizinischen Akten nicht 

auszumachen. Insbesondere lässt sich für die angegebenen 

zervikalen Beschwerden kein organisches Substrat finden. 

Bereits am 20. März 1990 berichtete Dr. med. J.________ von 

einer weichen, indolenten Nackenmuskulatur und auch Kreisarzt 

Dr. med. T.________ hielt am 24. Juli 1990 fest, eine 

Muskelverspannung sei nicht objektivierbar. Des Weiteren 

verzeichnete Dr. med. T.________ eine freie Beweglichkeit 

der Halswirbelsäule und Dr. med. J.________ stellte eine in 

alle Richtungen freie Kopfbeweglichkeit fest. Dr. med. 

C.________ fiel am 24. September 1990 auf, dass die Patientin 

zwar über starke Schmerzen in der Halswirbelsäule 

klagte, diese jedoch während des Gesprächs ohne sichtliche 

Einschränkung bewegen konnte; die Untersuchung der Halswirbelsäule 

und auch der übrigen Wirbelsäule habe ein absolut 

unauffälliges Resultat ergeben; insbesondere seien - 

bei auch röntgenologisch unauffälligem Befund ohne Anhaltspunkte 

für eine durchgemachte Fraktur oder Ligamentläsion - 

keine Funktionseinschränkungen, kein Muskelhartspann und 

keine neurologischen Ausfälle zu verzeichnen. Die Neurologisch-Neurochirurgische 

Poliklinik des Spitals X.________ 

berichtete am 12. Dezember 1991 ebenfalls von einer sowohl 

betreffend Rotation als auch Inklination und Reklination 

normalen Beweglichkeit der Halswirbelsäule; weder klinisch 

noch radiologisch sei eine organische Verletzung am Bewegungsapparat 

nachweisbar; objektive Befunde, welche die 

Klagen der Patientin erklären könnten, lägen nicht vor. 

Unter Mitberücksichtigung von allenfalls durch den 

Sturz vom 19. Mai 1990 ausgelösten Beschwerden gelangte 

ferner auch Dr. med. L.________ am 29. Mai 1990 zum 

Schluss, dass eine Arbeitsunfähigkeit weder vom Trauma noch 

vom körperlichen Befund her zu erklären sei. 

 

b) Angesichts dieser eindeutigen, ärztlich erhobenen 

Befunde kann mit der SUVA davon ausgegangen werden, dass 

sich die gesundheitliche Situation aus organischer Sicht 

spätestens Anfang 1992 wieder in dem Zustand präsentierte, 

den die Versicherte ohne versichertes Unfallereignis aufgewiesen 

hätte. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint die damalige 

Leistungseinstellung demnach ohne weiteres gerechtfertigt 

gewesen zu sein. Anhaltspunkte dafür, dass es in 

der Folge zu einem Rückfall oder aber zum Auftreten von 

Spätfolgen mit organisch erkennbaren Defekten gekommen wäre, 

welche gestützt auf Art. 11 UVV eine Wiederaufnahme der 

Leistungsgewährung durch die SUVA hätten begründen können, 

liegen nicht vor. 

 

5.- a) Bei einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule, 

wie es die Beschwerdegegnerin erlitten hat, kann die Leistungspflicht 

der Unfallversicherung unter Umständen aber 

auch ohne organisch direkt nachweisbare Schädigung gegeben 

sein. Dies ist darauf zurückzuführen, dass nach den Ergebnissen 

der medizinischen Forschung bei solchen Verletzungen 

auch ohne klar ausgewiesene pathologische Befunde noch Jahre 

nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster 

Art auftreten können (BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa mit Hinweisen). 

Der Umstand, dass die nach einem Schleudertrauma häufig 

beobachteten und deshalb von der Rechtsprechung als typisch 

bezeichneten Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, 

Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, 

rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, 

Depression oder Wesensveränderung (BGE 117 V 

360 Erw. 4b) in manchen Fällen mit den heute verwendeten 

bildgebenden Untersuchungsmethoden nicht objektivierbar 

sind, darf nicht dazu verleiten, sie als rein "subjektive" 

Beschwerden zu qualifizieren und damit deren Relevanz für 

die Unfallversicherung in Abrede zu stellen. Gemäss fachärztlichen 

Publikationen bestehen Anhaltspunkte dafür, dass 

der Unfallmechanismus bei einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule 

zu Mikroverletzungen führt, welche für das erwähnte 

typische Beschwerdebild mit Wahrscheinlichkeit ursächlich 

oder zumindest im Sinne einer Teilursache mit verantwortlich 

sind. Ein Unfall mit Schleudertrauma der Halswirbelsäule 

kann demnach in der charakteristischen Erscheinungsform 

einer Häufung typischer Beschwerden eine Arbeits- 

bzw. Erwerbsunfähigkeit verursachen, auch wenn die festgestellten 

Störungen organisch nicht nachweisbar sind (BGE 

117 V 363 f. Erw. 5d/aa mit Hinweisen). 

 

Davon ist denn auch die Vorinstanz ausgegangen, indem 

sie die Kausalitätsfrage nach der in BGE 117 V 359 dargelegten 

Methode geprüft und sowohl bezüglich des natürlichen 

als auch bezüglich des adäquaten Zusammenhangs bejaht hat. 

 

b) Zumindest teilweise gehören die von der Beschwerdegegnerin 

nach dem Unfall vom 20. Februar 1990 geklagten 

Störungen zu den typischen Symptomen, welche nach einem 

Schleudertrauma der Halswirbelsäule auftreten können. Was 

den vorliegend zunächst interessierenden Nachweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs zwischen solchen Beschwerden 

und einem als ursächlich in Frage kommenden Unfall anbelangt, 

ist ergänzend zu den Ausführungen im kantonalen Entscheid 

festzuhalten, dass nach der in BGE 119 V 335 erfolgten 

Klarstellung der Rechtsprechung auch bei Schleudermechanismen 

der Halswirbelsäule in erster Linie die medizinischen 

Fakten, insbesondere die fachärztlichen Erhebungen 

über Anamnese, Verletzungsfolgen, unfallfremde Faktoren und 

Vorzustand sowie die medizinischen Erkenntnisse hinsichtlich 

des objektiven Befundes und die Diagnose die massgeblichen 

Grundlagen für die Kausalitätsbeurteilung bilden. 

Das Vorliegen eines Schleudertraumas wie seine Folgen müssen 

durch zuverlässige ärztliche Angaben gesichert sein. 

Trifft dies zu und ist die natürliche Kausalität - auf 

Grund fachärztlicher Feststellungen in einem konkreten Fall 

- unbestritten, so kann der natürliche Kausalzusammenhang 

in aller Regel auch aus rechtlicher Sicht als erstellt gelten 

(BGE 119 V 340 Erw. 2b/aa). 

Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen einer 

Schleuderverletzung der Halswirbelsäule ohne organisch 

nachweisbare Befunde und den eingetretenen Gesundheitsschädigungen 

besteht, ist indessen - wie bereits erwähnt 

(Erw. 3a) - eine Tatfrage, über welche die Verwaltung und 

im Beschwerdefall der Richter im Rahmen der Beweiswürdigung 

nach dem im Sozialversicherungsrecht herrschenden Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden haben. 

Auch in diesem Bereich bedarf es somit für die Leistungsberechtigung 

gegenüber dem Unfallversicherer, dass die 

geklagten Beschwerden medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und 

diese Gesundheitsschädigung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem versicherten 

Unfallereignis steht. Blosse Klagen über diffuse 

Beschwerden genügen nicht, um direkt auf Unfallkausalität 

zu schliessen. Von Verletzungsopfern angegebene Beschwerden 

können, auch wenn sie zumindest teilweise den nach Schleudertraumata 

der Halswirbelsäule häufig auftretenden entsprechen, 

unter Umständen dennoch nicht als überwiegend 

wahrscheinliche Folge eines Unfallereignisses erscheinen. 

Ohne weiteres denkbar ist etwa, dass sie statt dessen als 

Folge eines krankhaften Vorzustandes qualifiziert werden 

müssen. 

 

c) Das kantonale Gericht hat den natürlichen Kausalzusammenhang 

massgeblich gestützt auf die Ergebnisse der am 

3. Oktober 1995 am Institut für Nuklearmedizin des Spitals 

D.________ durchgeführten Spect-Untersuchung und die daraus 

abgeleiteten Erklärungsversuche von lic. phil. P.________ 

bejaht. 

 

aa) Wie die SUVA in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

zu Recht einwendet, lassen sich allein aus diesen Unterlagen 

bezüglich des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 

den Befindlichkeitsstörungen der Beschwerdegegnerin 

und dem erlittenen Schleudertrauma indessen keine hinreichend 

zuverlässigen Schlüsse ziehen. 

Im Bericht des Neuropsychologischen Instituts in Zürich 

vom 2. September 1995 führte lic. phil. P.________ 

noch aus, teilweise würden die festgestellten Schwächen mit 

einer möglichen Disposition und der geringen Bildung in 

Einklang stehen; für die Resultate, die sich damit nicht 

erklären liessen, seien die Unfälle von 1990 und eventuell 

1989 (als die Beschwerdegegnerin schon einmal auf einer 

Treppe gestürzt war) mögliche, auf Grund der heute vorliegenden 

Befunde aber nicht eindeutig wahrscheinliche Ursachen 

des neuropsychologischen Bildes. Der am 3. Oktober 

1995 mittels Spect erhobene Befund einer diskreten Minderbelegung 

des Tracers in der parieto-occipitalen Übergangsregion 

rechts ergab zwar gemäss den Ausführungen von lic. 

phil. P.________ vom 4. Juni 1996 hirnlokalisatorisch eine 

bemerkenswerte Übereinstimmung mit den anlässlich der neuropsychologischen 

Abklärung festgestellten, nicht auf die 

spezielle Disposition und Bildungssituation der Patientin 

zurückzuführenden Funktionsstörungen. Da sich der Bericht 

über die Spect-Untersuchung jedoch nicht zu den möglichen 

Ursachen des erhobenen Befundes äusserte, konnte lic. phil. 

P.________ die seiner Ansicht nach allenfalls als unfallbedingt 

in Betracht zu ziehenden räumlich-figuralen Defizite 

ausdrücklich nur unter dem Vorbehalt, dass das Institut für 

Nuklearmedizin die Unfallkausalität bejahen sollte, dem Unfallereignis 

zuordnen. Auf die deswegen erfolgte Rückfrage 

im Institut für Nuklearmedizin antwortete Prof. Dr. 

M.________ am 11. Juni 1996, die festgestellten Minderbelegungen 

würden vorwiegend bei Patienten nach Schleudertraumata 

der Halswirbelsäule beobachtet; die frappante 

Übereinstimmung zu den räumlich figuralen Defiziten bei der 

neuropsychologischen Testung dürfte somit unfallbedingt 

sein; da, wie in den meisten Fällen, keine identische 

Untersuchung aus der Zeit vor dem Unfall vorliege, bleibe 

"die letzte Beweisführung" jedoch offen. 

Diese hinsichtlich der fraglichen Unfallkausalität 

keineswegs eindeutigen Aussagen werden - worauf die SUVA in 

ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht hinweist - 

durch eine dem behandelnden Arzt Dr. med. G.________ 

seitens des Instituts für Nuklearmedizin erteilte Auskunft 

vom 10. Oktober 1995 zusätzlich relativiert. Danach wäre 

die festgestellte Minderbelegung mit der Ursächlichkeit 

eines Schleudertraumas zwar vereinbar, jedoch keinesfalls 

beweisend dafür; die Minderbelegung könne einerseits 

Ausdruck einer verminderten Perfusion, andererseits aber 

auch einer eingeschränkten zellulären Aufnahme sein, die 

durchaus eine andere Ätiologie als ein Schleudertrauma 

haben könne. Insgesamt sind die Annahmen von lic. phil. 

P.________ mit derart gewichtigen Unsicherheitsfaktoren 

behaftet, dass es sich, entgegen der vorinstanzlichen 

Argumentation, nicht rechtfertigen lässt, den Verkehrsunfall 

vom 20. Februar 1990 gestützt darauf als mit dem 

erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

für die geklagten Beschwerden ursächlich zu 

betrachten. 

 

bb) Ganz abgesehen davon setzt sich die SUVA auch zu 

Recht gegen die Verwertung der Spect-Befunde im Rahmen der 

Kausalitätsbeurteilung zur Wehr. Das Eidgenössische Versicherungsgericht 

hat sich in dem in RKUV 2000 Nr. U 395 

S. 316 (= SVR 2001 UV Nr. 1 S. 1) publizierten Urteil Z. 

vom 2. Juni 2000 (U 160/98) eingehend mit der Aussagekraft 

hirnorganischer Abklärungen mittels Spect auseinander gesetzt. 

Dabei ist es zum Schluss gelangt, dass diese bisher 

auch wissenschaftlich nicht anerkannte Untersuchungsmethode 

nicht geeignet ist, den Nachweis der natürlichen Kausalität 

eines Unfalles für hirnorganische Schädigungen zu erbringen. 

Selbst wenn der Zusammenhang zwischen den anlässlich 

der Spect-Untersuchung erhobenen Befunden und dem vorhandenen 

Beschwerdebild als erstellt gelten könnte, bliebe demnach 

die Ursächlichkeit des am 20. Februar 1990 erlittenen 

Schleudertraumas fraglich. Von den Ergebnissen der Abklärung 

mittels Spect am Institut für Nuklearmedizin des 

Spitals D.________ konnten deshalb zum Vornherein keine 

entscheidrelevanten Aufschlüsse erwartet werden. 

 

d) Auch sonst bieten die medizinischen Unterlagen keine 

hinreichende Grundlage, um einen natürlichen Kausalzusammenhang 

zwischen den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis 

vom 20. Februar 1990 als mit dem erforderlichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt 

qualifizieren zu können. 

 

aa) Zunächst fällt auf, dass die diffusen Schmerzäusserungen 

der Beschwerdegegnerin von ständiger Wechselhaftigkeit 

und auffallender Unbestimmtheit geprägt sind. Ihre 

Angaben anlässlich der verschiedenen Untersuchungen divergierten 

häufig doch recht erheblich. Dies gilt insbesondere 

bezüglich der Intensität und der Lokalisation der Nacken- 

und der Kopfschmerzen wie auch bezüglich der Halswirbelsäulenproblematik. 

So hielt beispielsweise Kreisarzt Dr. med. 

T.________ am 21. August 1990 fest, der Schmerzcharakter 

werde sehr wechselnd beschrieben, manchmal als starke 

Schmerzen, manchmal als Taubheitsgefühl, manchmal ausstrahlend 

in den Rücken, dann wieder in den Kopf und in den 

linken Arm. Dr. med. L.________ sprach am 29. Mai 1990 von 

diffus lokalisierten Schmerzen, deren Ursache unklar sei; 

es fänden sich im Gespräch mit der Patientin zahlreiche 

zwiespältige und widersprüchliche Angaben, aus denen man 

letztlich nicht klug werde. Unter diesen Umständen fällt es 

bereits schwer, ein klar fassbares Leidensbild, welches auf 

das am 20. Februar 1990 erlittene Schleudertrauma zurückgeführt 

werden könnte, herauszukristallisieren. 

 

bb) Entsprechend findet sich in den Akten, entgegen 

der vorinstanzlichen Darstellung, hinsichtlich der Kausalität 

auch kaum eine eindeutige ärztliche Zuordnung. Im angefochtenen 

Entscheid ausdrücklich angeführt wird diesbezüglich 

einzig der Bericht der neurologischen Klinik des 

Spitals Z.________ vom 10. November 1994, gemäss welchem 

die chronischen Kopfschmerzen zumindest teilweise durch das 

Beschleunigungstrauma bedingt sein sollen. Dies allein 

genügt indessen für eine Bejahung der Unfallkausalität der 

Gesamtheit der von der Beschwerdegegnerin geklagten Symptome 

nicht. Im Übrigen gehen die ärztlichen Stellungnahmen, 

soweit sie sich überhaupt auf die Kausalitätsfrage beziehen, 

eher beiläufig und ohne fundierte Begründung von der 

Ursächlichkeit des fraglichen Verkehrsunfalles aus. Von 

einer - wie in BGE 119 V 340 f. Erw. 2b/aa und 2b/bb verlangt 

- durch zuverlässige ärztliche Angaben als Unfallfolge 

gesicherten medizinisch fassbaren gesundheitlichen 

Beeinträchtigung kann gestützt auf diese Unterlagen kaum 

gesprochen werden. 

 

cc) Beizupflichten ist der SUVA aber insbesondere auch 

bezüglich des Einwands, die Vorinstanz habe bei ihrer Beurteilung 

dem Vorzustand nicht hinreichend Beachtung geschenkt. 

Aktenkundig ist, dass sich die Beschwerdegegnerin 

schon vor dem Unfall vom 20. Februar 1990 wegen Nackenbeschwerden 

bei Dr. med. J.________ behandeln liess. Von 

nicht zu unterschätzender Bedeutung ist aber auch, dass sie 

ab Oktober 1980 wegen eines neurasthenischen Symptomenkomplexes, 

in dessen Gefolge es wiederholt zu Ohnmachtsanfällen 

gekommen war, in ärztlicher Behandlung stand. Im 

Zusammenhang mit einer 1984 aktuell gewesenen Hyperthyreose 

wurden auch Persönlichkeitsveränderungen bei wiederum vorhandenen 

multiplen neurasthenischen Beschwerden festgestellt. 

Die Diagnose eines neurasthenischen Syndroms wurde 

schliesslich auch 1989, mithin im Jahr vor dem vorliegend 

interessierenden Verkehrsunfall mit Schleudertrauma, erneut 

gestellt, wobei zusätzlich das Vorliegen eines endokrinen 

Psychosyndroms bei behandelter Hyperthyreose in Betracht 

gezogen wurde. Dr. med. J.________ hielt in seinem Bericht 

vom 20. März 1990 fest, er finde die Patientin eindrucksmässig 

psychisch gegenüber früher etwa unverändert, ein 

wenig auffällig, wie bei den Voruntersuchungen beschrieben, 

und Dr. med. L.________ befürchtete am 29. Mai 1990, dass 

sich bei der Patientin wieder die Tendenz zu einer neurasthenischen 

Entwicklung breit mache. Angesichts dieser 

anamnestischen Gegebenheiten aus der Zeit vor dem Unfall 

vom 20. Februar 1990 sind doch erhebliche Zweifel an der 

Unfallkausalität der geklagten Symptomatik angezeigt, 

welche durch die vorhandenen ärztlichen Erkenntnisse nicht 

ausgeräumt werden. 

 

dd) Bei dieser Sachlage kann entgegen der vorinstanzlichen 

Betrachtungsweise nicht von einem nach Schleudertraumata 

typischen Beschwerdebild ausgegangen werden, welches 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Verkehrsunfall 

vom 20. Februar 1990 zurückzuführen ist. Unter Berücksichtigung 

sämtlicher für die Beurteilung massgebenden 

Faktoren kann der natürliche Kausalzusammenhang zwischen 

den vorhandenen Beschwerden und dem erlittenen Unfall nicht 

als mehr denn eine blosse Möglichkeit erscheinen, was für 

die Begründung einer Leistungspflicht der Unfallversicherung 

nicht genügt. 

 

6.- a) Nachdem sich aus den medizinischen Unterlagen 

verschiedentlich Anhaltspunkte für eine erhebliche psychische 

Störung ergeben, liesse sich angesichts des unklar umschriebenen 

Beschwerdebildes allenfalls noch die Frage aufwerfen, 

ob eine dominierende psychisch bedingte Beeinträchtigung 

für die geklagten Leiden verantwortlich ist. Eine 

umfassende psychiatrische Begutachtung, welche diesbezüglich 

die erforderlichen Aufschlüsse vermitteln könnte, ist 

bis anhin nicht erfolgt, weshalb insoweit der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

gestellte Eventualantrag, wonach 

eine psychiatrische Expertise einzuholen sei, grundsätzlich 

berechtigt erscheint. Für die Belange des vorliegenden Verfahrens 

kann davon indessen abgesehen werden, da die von 

einer solchen Begutachtung zu erwartenden Erkenntnisse, wie 

sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt, auf die Anspruchsberechtigung 

der Beschwerdegegnerin zum Vornherein 

keinen Einfluss haben können. 

 

b) Auch eine gegebenenfalls medizinisch noch näher zu 

umschreibende psychische Gesundheitsschädigung müsste, um 

Leistungen der SUVA auslösen zu können, zunächst mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf ein versichertes Unfallereignis 

zurückgeführt werden können. Auf Grund des aus den 

Akten der Invalidenversicherung stammenden, diesbezüglich 

einzigen fachspezifischen Berichts der Kantonalen Psychiatrischen 

Klinik V.________ vom 18. Januar 1995, wo die Beschwerdegegnerin 

notfallmässig zur Krisenintervention eingewiesen 

worden war, erscheint dies zumindest fraglich, 

wird hier doch im Wesentlichen nur die sich zuspitzende 

Eheproblematik als Leidensursache genannt. Zudem zeigt dieser 

Bericht auch, dass es schon vor dem hier interessierenden 

Verkehrsunfall zu psychischen Schwierigkeiten gekommen 

war. Die Frage braucht indessen nicht abschliessend geklärt 

zu werden. 

Liesse sich tatsächlich ein natürlich kausal auf das 

Unfallereignis vom 20. Februar 1990 zurückführendes psychisches 

Beschwerdebild nachweisen, das die übrigen sich eher 

somatisch manifestierenden Störungen ganz in den Hintergrund 

drängt, wäre das weitere Anspruchserfordernis der 

adäquaten Kausalität nach der in BGE 115 V 138 ff. Erw. 6 

dargelegten Methode zu prüfen (BGE 123 V 99 f. Erw. 2). Im 

Gegensatz zu der von der Vorinstanz nach Massgabe von BGE 

117 V 366 Erw. 6 vorgenommenen Adäquanzprüfung könnten die 

einzelnen Kriterien dabei nur unter Ausklammerung der Auswirkungen 

psychischer Komponenten berücksichtigt werden 

(BGE 117 V 367 Erw. 6a). Wie die SUVA in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

zutreffend darlegt, müsste die Adäquanz 

der als Unfallfolge geltend gemachten Symptomatik diesfalls 

aber klar verneint werden. 

 

c) Da der erlittene Verkehrsunfall mit SUVA und Vorinstanz 

zwar im mittleren Bereich, hier aber eher an der 

Grenze zu den leichteren Unfällen anzusiedeln ist, müssten 

für eine Bejahung der Adäquanzfrage mehrere der massgebenden 

Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt 

sein, was indessen nicht zutrifft. 

Das Unfallereignis vom 20. Februar 1990 war weder von 

besonders dramatischen Begleitumständen geprägt noch zeichnete 

es sich durch besondere Eindrücklichkeit aus. Von besonderer 

Art oder Schwere der Verletzung kann angesichts 

der ärztlich erhobenen Befunde ebenfalls nicht gesprochen 

werden. Dass die Beschwerdegegnerin den Kopf im Unfallzeitpunkt 

nach rechts gedreht gehabt haben soll, ändert daran 

nichts, lag damit doch lediglich eine allenfalls gefahrenträchtige 

Ausgangsposition vor, was allein jedoch noch 

nicht zwangsläufig auf den Eintritt einer - qualifizierten 

- Verletzung schliessen lässt. Auf Grund rein körperlicher 

Beschwerden bestand sodann keine lang andauernde Arbeitsunfähigkeit. 

Ebenso wenig kann aus somatischer Sicht von 

Dauerschmerzen, schwierigem Heilungsverlauf oder gar ärztlicher 

Fehlbehandlung und dadurch bewirkten Komplikationen 

gesprochen werden. 

 

7.- Da eine organische Schädigung nicht nachgewiesen 

ist, ein natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfall und 

später aufgetretenen Störungen im Sinne eines nach Schleudertraumata 

typischen Beschwerdebildes nicht als erstellt 

gelten kann und für den Fall einer dominierenden psychischen 

Gesundheitsschädigung zumindest die Adäquanz nicht 

bejaht werden könnte, ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

der SUVA begründet. 

 

 

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: 

 

I. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird 

der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 

Aargau vom 24. März 1999 aufgehoben. 

 

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben. 

 

III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht 

des Kantons Aargau und dem Bundesamt für Sozialversicherung 

zugestellt. 

 

Luzern, 24. September 2001 

 

Im Namen des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

Der Präsident           Der Gerichts 

der IV. Kammer:            schreiber: