# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c066fce6-9819-5d05-a3b0-6b5cce371678
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-04
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 04.08.2023 WPR.2023.68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WPR-2023-68_2023-08-04.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

2. Kammer 

 

 

WPR.2023.68 / nk  
ZEMIS [***]; N [***]   

 

 

Urteil vom 4. August 2023 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Clavadetscher, Vorsitz  

Gerichtsschreiber i.V. Käser    

 

 
   

Gesuchsteller   Amt für Migration und Integration Kanton Aargau,  

Sektion Asyl und Rückkehr, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau   

vertreten durch lic. iur. Silvio Siegrist, Bahnhofstrasse 88, 5001 Aarau    

 

 
   

Gesuchsgegner   A._____, von Sri Lanka  

amtlich vertreten durch lic. iur. Burim Imeri, Rechtsanwalt, 

Schaffhauserstrasse 57, Postfach, 4332 Stein AG    

 

 
   

Gegenstand  Ausschaffungshaft gestützt auf Art. 76 AIG / Haftüberprüfung 

 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Der Einzelrichter entnimmt den Akten: 

 

A. 

Der Gesuchsgegner reiste am 21. August 2018 in die Schweiz ein und 

stellte am selben Tag ein Asylgesuch (Akten des Amts für Migration und 

Integration [MI-act.] 9). Mit Entscheid vom 12. August 2020 lehnte das 

Staatssekretariat für Migration (SEM) das Asylgesuch des 

Gesuchsgegners ab, wies ihn aus der Schweiz weg, ordnete an, er habe 

die Schweiz und den Schengen-Raum bis am 7. Oktober 2020 zu 

verlassen und beauftragte den Kanton Aargau mit dem Vollzug der 

Wegweisung (MI-act. 29 ff.). Die dagegen erhobene Beschwerde des 

Gesuchsgegners wies das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 

12. Oktober 2020 ab (MI-act. 39 ff.).  

 

Mit Schreiben vom 26. Oktober 2020 forderte das SEM den 

Gesuchsgegner auf, die Schweiz bis am 23. November 2020 zu verlassen, 

und ermahnte ihn, bei der Beschaffung von Reisepapieren mitzuwirken (MI-

act. 54). Mit Schreiben vom 28. Oktober 2020 forderte ihn auch das Amt für 

Migration und Integration Kanton Aargau (MIKA) auf, gültige 

Reisedokumente zu beschaffen (MI-act. 57). 

 

Anlässlich des Ausreisegesprächs vom 5. November 2020 gab der 

Gesuchsgegner gegenüber dem MIKA an, nicht freiwillig nach Sri Lanka 

zurückkehren zu wollen. Ausserdem gab er an, seinen Reisepass dem 

Schlepper abgegeben zu haben (MI-act. 67 f.). In der Folge ersuchte das 

MIKA das SEM am darauffolgenden Tag um Vollzugsunterstützung bei der 

Papierbeschaffung (MI-act. 81 f.). 

 

Mit Verfügung vom 22. Januar 2021 trat das SEM nicht auf ein 

Wiedererwägungsgesuch des Gesuchsgegners ein (MI-act. 109 ff.). Auf 

die dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht mit 

Urteil vom 24. Februar 2022 nicht ein (MI-act. 122 ff.).  

 

In der Zwischenzeit, am 1. Februar 2021, teilte das SEM dem MIKA mit, 

dass der Gesuchsgegner vom sri-lankischen Generalkonsulat als sri-

lankischer Staatsangehöriger anerkannt und ein Ersatzreisepapier – unter 

Voraussetzung einer bestehenden Flugbuchung – zugesichert wurde (MI-

act. 115). 

 

Mit Verfügung vom 30. März 2022 trat das SEM auf ein weiteres 

Wiedererwägungsgesuch nicht ein (MI-act. 131 ff.). Auf die dagegen 

erhobene Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 

13. Mai 2022 nicht ein (MI-act. 143 ff.).  

 

Das MIKA meldete den Gesuchsgegner am 4. Juli 2022 für einen Linienflug 

nach Sri Lanka per 17. August 2022 (MI-act. 153 ff.) an. Daraufhin 

 - 3 - 

 

 

 

erstellten die sri-lankischen Behörden ein Ersatzreisedokument für den 

Gesuchsgegner (MI-act. 156). Am 16. August 2022 wurde der Flug des 

Gesuchsgegners nach Sri Lanka annulliert, da er seit dem 4. August 2022 

als unbekannten Aufenthalts galt (MI-act. 166, 169). 

 

Am 13. Juli 2023 stimmte das SEM einem Übernahmeersuchen von 

Frankreich im Rahmen des Dubliner-Abkommens zu (MI-act. 174). Der 

Gesuchsgegner reiste daraufhin am 1. August 2023 in die Schweiz ein und 

wurde am selben Tag um 10.00 Uhr von der Kantonspolizei Zürich, im 

Auftrag des MIKA festgenommen (MI-act. 183 ff.).  

 

Am 2. August 2023, 13.00 Uhr, wurde der Gesuchsgegner dem MIKA 

zugeführt, welches ihm das rechtliche Gehör betreffend eine Wegweisung 

gemäss Art. 64 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer und über die Integration vom 16. Dezember 2005 (Ausländer- 

und Integrationsgesetz, AIG; SR 142.20) gewährte (MI-act. 188) und ihn 

anschliessend mit sofort vollstreckbarer Verfügung aus der Schweiz 

wegwies (MI-act. 194 ff.). 

 

B. 

Im Rahmen der Befragung durch das MIKA wurde dem Gesuchsgegner am 

2. August 2023 das rechtliche Gehör betreffend die Anordnung einer 

Ausschaffungshaft gewährt (MI-act. 188 ff.). Im Anschluss an die 

Befragung wurde dem Gesuchsgegner die Anordnung der 

Ausschaffungshaft wie folgt eröffnet (act. 1): 

 

1. 
Es wird eine Ausschaffungshaft angeordnet. 
 
2. 
Die Haft begann am 1. August 2023, 09.40 Uhr. Sie wird in Anwendung 
von Art. 76 AIG für drei Monate bis zum 31. Oktober 2023, 12.00 Uhr, 
angeordnet. 
 
3. 
Die Haft wird im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft  
Zürich (ZAA) vollzogen. Soweit für die Befragung oder die Durchführung 
einer Haftverhandlung zwingend, erfolgt die Inhaftierung für  
die notwendige Dauer im Bezirksgefängnis Aarau. 

 

C. 

Anlässlich der heutigen Verhandlung vor dem Einzelrichter des 

Verwaltungsgerichts wurden der Gesuchsteller und der Gesuchsgegner 

befragt. 

 

D. 

Der Gesuchsteller beantragte die Bestätigung der Haftanordnung 

(Protokoll S. 3, act. 31). 

 

 - 4 - 

 

 

 

Der Gesuchsgegner liess folgende Anträge stellen (Protokoll S. 3, act. 31): 

 

1. 
Die angeordnete Ausschaffungshaft sei nicht zu bestätigen. Der 
Gesuchsgegner sei aus der Haft zu entlassen.  
 
2. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

 

 
   

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Das angerufene Gericht überprüft die Rechtmässigkeit und 

Angemessenheit einer durch das MIKA angeordneten Ausschaffungshaft 

aufgrund einer mündlichen Verhandlung spätestens nach 96 Stunden 

(Art. 80 Abs. 2 AIG, § 6 des Einführungsgesetzes zum Ausländerrecht vom 

25. November 2008 [EGAR; SAR 122.600]). Die Haftüberprüfungsfrist 

beginnt mit der ausländerrechtlich motivierten Anhaltung der betroffenen 

Person zu laufen (vgl. BGE 127 II 174, Erw. 2. b/aa). 

 

2. 

Im vorliegenden Fall wurde der Gesuchsgegner am 1. August 2023, 

10.00 Uhr, angehalten. Die mündliche Verhandlung begann am 4. August 

2023, 09.00 Uhr; das Urteil wurde um 09.35 Uhr eröffnet. Die richterliche 

Haftüberprüfung erfolgte somit innerhalb der Frist von 96 Stunden. 

 

II.  

1. 

Wurde ein erstinstanzlicher Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet 

oder wurde die betroffene Person mit einer Landesverweisung belegt, kann 

die zuständige kantonale Behörde die betroffene Person zur Sicherstellung 

des Vollzugs in Haft nehmen (Art. 76 AIG). 

 

Zuständige kantonale Behörde im Sinne von Art. 76 Abs. 1 AIG ist gemäss 

§ 13 Abs. 1 EGAR das MIKA. Im vorliegenden Fall wurde die 

Haftanordnung durch das MIKA und damit durch die zuständige Behörde 

erlassen (act. 1 ff.). 

 

2. 

2.1. 

Das MIKA begründet seine Haftanordnung damit, dass es den 

Gesuchsgegner aus der Schweiz ausschaffen und mit der Haft den Vollzug 

sicherstellen wolle. Der Haftzweck ist damit erstellt. 

 

 - 5 - 

 

 

 

2.2. 

Der Haftrichter hat sich im Rahmen der Prüfung, ob die Ausschaffungshaft 

rechtmässig ist, Gewissheit darüber zu verschaffen, ob ein erstinstanzlicher 

Weg- oder Ausweisungsentscheid eröffnet oder eine erstinstanzliche 

Landesverweisung ausgesprochen wurde (Art. 76 Abs. 1 AIG).  

 

Das MIKA hat den Gesuchsgegner mit Verfügung vom 2. August 2023 

unter Anordnung der sofortigen Vollstreckbarkeit aus der Schweiz 

weggewiesen (MI-act. 194 ff.). Diese Verfügung wurde dem 

Gesuchsgegner gleichentags eröffnet (MI-act. 197), womit ein 

rechtsgenüglicher Wegweisungsentscheid vorliegt. 

 

2.3. 

Gemäss Art. 80 Abs. 6 lit. a AIG ist die Haft zu beenden, wenn sich erweist, 

dass der Vollzug der Wegweisung aus rechtlichen oder tatsächlichen 

Gründen undurchführbar ist. 

 

Soweit der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners geltend macht, seine 

Rückführung nach Sri Lanka sei aufgrund des Non-Refoulement-Gebots 

nicht möglich, kann ihm nicht gefolgt werden. Nachdem das SEM nicht auf 

sein Wiedererwägungsgesuch vom 26. Januar 2022 eintrat, weil er 

weiterhin über keine Flüchtlingseigenschaft verfügt, kann davon 

ausgegangen werden, dass der Gesuchsgegner keinen Schutz in der 

Schweiz benötigt. Das SEM hielt weiter fest, es seien keine Anhaltspunkte 

erkennbar, dass ihm im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanka mit 

beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 der Konvention zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten vom 4. November 1950 

(EMRK; SR 0.101) verbotenen Strafe oder Behandlung drohe (MI-

act. 131 ff.). Eine Verletzung des Non-Refoulement-Gebots kann mangels 

konkreter Hinweise auf eine persönliche, gezielte Gefährdung des 

Gesuchsgegners bei einer Rückkehr nach Sri Lanka auch heute nicht 

erkannt werden, sodass sich der Gesuchsgegner derzeit nicht erfolgreich 

auf das Non-Refoulement-Gebot berufen kann. Das MIKA wird im 

Vollzugszeitpunkt erneut zu prüfen haben, ob Vollzugshindernisse 

bestehen.  

 

Der Rechtsvertreter des Gesuchsgegners weist auf aktenkundige 

psychische Probleme des Gesuchsgegners hin. Dabei ist festzuhalten, 

dass sich der Gesuchsgegner im Rahmen der heutigen Verhandlung 

dahingehend geäussert hat, dass er Herzprobleme habe (Protokoll S. 2, 

act. 30). Darüber hinaus erwähnte er keine akuten psychischen Probleme. 

Weiter bestätigt der Vertreter des Gesuchstellers auf Nachfrage, dass die 

momentane psychische Situation des Gesuchsgegners einen allfälligen 

Flug nicht beeinträchtigen würde (Protokoll S. 3, act. 31). Somit ist davon 

auszugehen, dass der Gesuchsgegner reisefähig ist.  

 

 - 6 - 

 

 

 

Weitere Anzeichen, die an der Ausschaffungsmöglichkeit in rechtlicher 

oder tatsächlicher Hinsicht Zweifel aufkommen lassen würden, sind 

ebenfalls keine ersichtlich. Dies umso weniger, als die sri-lankischen 

Behörden den Gesuchsgegner als sri-lankischen Staatsangehörigen 

anerkannt haben (MI-act. 156). Zusätzlich konnte bereits einmal ein Flug 

nach Sri Lanka gebucht werden (MI-act. 153 ff.). 

 

3. 

3.1. 

Das MIKA stützt seine Haftanordnung auf Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG, 

wonach ein Haftgrund dann vorliegt, wenn konkrete Anzeichen befürchten 

lassen, dass sich die betroffene Person der Ausschaffung entziehen will, 

insbesondere, weil sie der Mitwirkungspflicht nach Art. 90 AIG und Art. 8 

Abs. 1 lit. a oder Abs. 4 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 

SR 142.31) nicht nachkommt. Ob im Sinne dieser Gesetzesbestimmung 

konkrete Anzeichen befürchten lassen, dass sich eine Person der 

Ausschaffung entziehen will, ist aufgrund des ganzen bisherigen 

Verhaltens, insbesondere auch gegenüber den Behörden, sowie ihrer 

eigenen Aussagen zu beurteilen. Auch wenn einzelne Fakten für sich eine 

Ausschaffungshaft nicht rechtfertigen, kann dies aufgrund der Gesamtheit 

der Vorkommnisse der Fall sein. Erforderlich sind gewichtige 

Anhaltspunkte dafür, dass die betroffene Person sich der Ausschaffung 

entziehen und untertauchen will. Die blosse Vermutung, dass sie sich der 

Wegweisung entziehen könnte, genügt nicht; deren Vollzug muss erheblich 

gefährdet erscheinen (vgl. BGE 129 I 139, Erw. 4.2.1).  

 

Von einer Untertauchensgefahr und damit von einem Haftgrund ist zudem 

auch dann auszugehen, wenn das bisherige Verhalten der betroffenen 

Person darauf schliessen lässt, dass sie sich behördlichen Anordnungen 

widersetzt (Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG).  

 

Eine klare Trennung der beiden genannten Haftgründe ist in der Praxis 

kaum möglich. Vielmehr ist Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 4 AIG wohl als 

Präzisierung von Art. 76 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 AIG zu verstehen, womit die 

beiden Bestimmungen als einheitlicher Haftgrund zu betrachten sind (vgl. 

ANDREAS ZÜND, in: MARC SPESCHA/ANDREAS ZÜND/PETER 

BOLZLI/CONSTANTIN HRUSCHKA/FANNY DE WECK [Hrsg.], Kommentar 

Migrationsrecht, 5. Aufl., Zürich 2019, N. 7 zu Art. 76 AIG und TARKAN 

GÖKSU, in: MARTINA CARONI/THOMAS GÄCHTER/DANIELA THURNHERR 

[Hrsg.], Stämpflis Handkommentar zum Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 2010, N. 11 zu Art. 76). 

 

3.2. 

Der Gesuchsgegner, gegen den ein erstinstanzlicher 

Wegweisungsentscheid vorliegt, hätte die Schweiz per sofort verlassen 

müssen (MI-act. 194 ff.). Anlässlich eines Ausreisegesprächs vom 

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5. November 2020 sowie anlässlich der Gewährung des rechtlichen 

Gehörs betreffend die Anordnung einer Ausschaffungshaft am 2. August 

2023 äusserte sich der Gesuchsgegner dahingehend, dass er nicht bereit 

sei, die Schweiz in Richtung Sri Lanka zu verlassen (MI-act. 67 f., 188 ff.). 

In dieser konstanten Weigerung, der Ausreisepflicht nachzukommen, ist ein 

klares Anzeichen dafür zu erkennen, dass sich der Gesuchsgegner der 

Ausschaffung entziehen will. Daran ändert auch nichts, dass er sich im 

Rahmen des rechtlichen Gehörs zu einer Ausreise nach Frankreich bereit 

erklärte (MI-act. 192). Er weist im Rahmen der heutigen Verhandlung zwar 

auf eine traditionelle Heirat mit seiner Partnerin in Frankreich hin (Protokoll 

S. 3, act. 31). Da jedoch weder in den Akten noch in den Effekten des 

Gesuchsgegners eine Aufenthaltsbewilligung für Frankreich vorhanden ist, 

ist zu bezweifeln, dass der Gesuchsgegner über ein solche verfügt. Eine 

alternative Ausreise nach Frankreich steht damit nicht zur Diskussion. 

 

Angesichts seines bisherigen Verhaltens, insbesondere aufgrund der 

Tatsache, dass der Gesuchsgegner bis zu seiner jüngst erfolgten 

Verhaftung während längerer Zeit als unbekannten Aufenthalts galt (MI-

act. 169) und aufgrund seiner Weigerung, die Schweiz in Richtung Sri 

Lanka zu verlassen, ist davon auszugehen, dass er sich der Ausschaffung 

entziehen wird.  

 

Ferner hat sich der Gesuchsgegner trotz den entsprechenden 

Aufforderungen des MIKA und des SEM (MI-act. 54, 57) nicht darum 

bemüht, selbständig Reisepapiere zu beschaffen, sondern hat die 

Papierbeschaffung gänzlich den Behörden überlassen. Damit ist er auch 

seinen Mitwirkungspflichten nicht nachgekommen und hat sich 

behördlichen Anordnungen widersetzt.  

 

Unter diesen Umständen steht fest, dass der Gesuchsgegner mit seinem 

bisherigen Verhalten klare Anzeichen für eine Untertauchensgefahr gesetzt 

hat und es ist nicht davon auszugehen, dass er nach einer Entlassung aus 

der Ausschaffungshaft die Schweiz auf direktem Weg freiwillig in Richtung 

Sri Lanka verlassen würde. Damit ist der Haftgrund von Art. 76 Abs. 1 lit. b 

Ziff. 3 und 4 AIG erfüllt.  

 

4. 

Bezüglich der Haftbedingungen liegen keine Beanstandungen vor 

(Protokoll S. 3, act. 31). 

 

5. 

Es liegen auch keine Anzeichen dafür vor, dass das MIKA dem 

Beschleunigungsgebot (Art. 76 Abs. 4 AIG) nicht ausreichend Beachtung 

geschenkt hätte. 

 

 - 8 - 

 

 

 

6. 

Das MIKA ordnete die Ausschaffungshaft für drei Monate an. Nachdem der 

Vollzug der Rückführung massgeblich vom Verhalten des Gesuchsgegners 

abhängig ist und es diesbezüglich zu Verzögerungen kommen kann, ist die 

beantragte Haftdauer nicht zu beanstanden. Im Übrigen ist festzuhalten, 

dass das MIKA bisher stets bemüht war, Ausschaffungen so rasch wie 

möglich zu vollziehen. Sollte das MIKA entgegen seiner bisherigen 

Gewohnheit das Beschleunigungsgebot verletzen, besteht die Möglichkeit, 

ein Haftentlassungsgesuch zu stellen.  

 

7. 

Abschliessend stellt sich die Frage, ob die Haftanordnung deshalb nicht zu 

bestätigen sei, weil sie im konkreten Fall gegen das Prinzip der 

Verhältnismässigkeit verstossen würde. Eine mildere Massnahme zur 

Sicherstellung des Vollzugs der Wegweisung ist nicht ersichtlich. Bezüglich 

der familiären Verhältnisse ergeben sich keine Anhaltspunkte, welche 

gegen eine Haftanordnung sprechen würden.  

 

Der Gesuchsgegner macht geltend, er leide an Herzproblemen und an 

Schlafstörungen. (Protokoll S. 2, act. 30). Dem Gesuchsgegner seien 

wegen seiner Herzprobleme Medikamente verschrieben worden. (Protokoll 

S. 2, act. 30). Hierzu ist festzuhalten, dass es dem Gesuchsgegner 

während seiner Inhaftierung jederzeit zusteht, eine Untersuchung durch 

eine ärztliche Fachperson zu verlangen und notwendige Medikamente zu 

erhalten. Darüber hinaus macht der Gesuchsgegner nicht geltend, er sei 

nicht hafterstehungsfähig. 

 

Insgesamt sind keinerlei Gründe ersichtlich, welche die angeordnete Haft 

als unverhältnismässig erscheinen liessen. 

 

III. 

1. 

Gemäss § 28 Abs. 1 EGAR ist das Verfahren betreffend Haftüberprüfung 

unentgeltlich. Demgemäss werden keine Kosten erhoben. 

 

2. 

Dem Gesuchsgegner ist gemäss § 27 Abs. 2 EGAR zwingend ein amtlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen, da der Gesuchsteller eine Haft für eine Dauer 

von mehr als 30 Tagen anordnete. Der Vertreter des Gesuchsgegners wird 

aufgefordert, nach Haftentlassung des Gesuchsgegners seine Kostennote 

einzureichen. 

 

IV. 

1. 

Der Gesuchsgegner wird darauf hingewiesen, dass ein 

Haftentlassungsgesuch frühestens einen Monat nach Haftüberprüfung 

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gestellt werden kann (Art. 80 Abs. 5 AIG) und beim MIKA einzureichen ist 

(§ 15 Abs. 1 EGAR). 

 

2. 

Soll die Haft gegebenenfalls verlängert werden, ist nicht zwingend eine 

Verhandlung mit Parteibefragung durchzuführen (Aargauische Gerichts- 

und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2009, S. 359 Erw. I/4.3 ff.). Im 

Rahmen des rechtlichen Gehörs hat das MIKA dem Gesuchsgegner daher 

die Frage zu unterbreiten, ob er die Durchführung einer mündlichen 

Verhandlung wünscht und ob er in diesem Fall eine Präsenzverhandlung 

verlangt oder mit einer Skype-Verhandlung einverstanden ist (Urteil des 

Bundesgerichts 2C_846/2021 vom 19. November 2021). Die Anordnung 

einer allfälligen Haftverlängerung ist dem Verwaltungsgericht spätestens 

acht Arbeitstage vor Ablauf der bewilligten Haft einzureichen. 

 

3. 

Der vorliegende Entscheid wurde den Parteien zusammen mit einer kurzen 

Begründung anlässlich der heutigen Verhandlung mündlich eröffnet. Das 

Dispositiv wurde den Parteien ausgehändigt. 

 

 
   

Der Einzelrichter erkennt: 

 

1. 

Die am 2. August 2023 angeordnete Ausschaffungshaft wird bis zum 

31. Oktober 2023, 12.00 Uhr, bestätigt. 

 

2. 

Die Haft ist im Zentrum für ausländerrechtliche Administrativhaft Zürich zu 

vollziehen. Für die Dauer der Befragung oder die Durchführung einer 

Haftverhandlung kann die Inhaftierung, soweit zwingend notwendig, im 

Bezirksgefängnis Aarau erfolgen. 

 

3. 

Es werden keine Kosten auferlegt. 

 

4. 

Als amtlicher Rechtsvertreter wird lic. iur. Burim Imeri, Rechtsanwalt, Stein 

AG, bestätigt. Der Rechtsvertreter wird aufgefordert, nach Haftentlassung 

des Gesuchsgegners seine detaillierte Kostennote einzureichen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Gesuchsgegner (Vertreter, im Doppel) 

das MIKA (mit Rückschein) 

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das Staatssekretariat für Migration, 3003 Bern 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz; BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
   

Aarau, 4. August 2023 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber i.V.: 

 

 

 

Clavadetscher Käser