# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 894f1a11-d74f-5fde-b5cc-8dea3f64ded1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-02-07
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 07.02.2012 S 2011 116
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2011-116_2012-02-07.pdf

## Full Text

S 11 116

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 7. Februar 2012

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. Der Beschwerdeführer … (1954), geboren in Serbien, 1997 in der Schweiz 

eingebürgert, arbeitete zuerst als Gipser bei der Firma … AG in … und machte 

sich 1997 gemeinsam mit einem Kollegen als Gipser/Fassadenisolateur mit 

der … GmbH in … selbständig. 1999 gab er seine Tätigkeit als Gipser wegen 

Armbeschwerden auf. Am 14. März 2000 meldete sich der Beschwerdeführer 

zum Bezug von IV-Leistungen an, da er gemäss dem Bericht des Hausarzts 

Dr. med. …, Allgemeine Medizin FMH, seit 1994 an berufsbedingten 

Epicondylitiden beidseits leide. Gemäss einem Gutachten des Ärztlichen 

Begutachtungsinstituts GmbH in Basel (ABI Basel) vom 25. September 2003 

wurden beim Beschwerdeführer aus orthopädischer und psychiatrischer Sicht 

folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt: Chronische 

Epicondylitis links und rechts, anterior knee pain syndrome links, beginnende 

trikompartinale Gonarthrose links, rezidivierende zervikale Kopfschmerzen, 

chronische Spannungskopfschmerzen sowie eine depressive Entwicklung. 

Dem Beschwerdeführer wurde in der angestammten Tätigkeit als Gipser ab 

dem 1. Dezember 1999 eine bleibende, volle Arbeitsunfähigkeit attestiert, eine 

leichte, gut adaptierte Tätigkeit im Ausmass von maximal 50 % sei hingegen 

zumutbar. Gestützt auf das Gutachten des ABI Basel verfügte die IV-Stelle 

des Kantons Graubünden (IV-Stelle) am 13. August 2004 ab 1. Dezember 

2000 eine ganze Rente (IV-Grad 68 %) und ab 1. Januar 2004 eine ¾-Rente 

(Änderung aufgrund der 4. IV-Revision). Anfang 2007 wurde eine Revision 

der IV-Rente durchgeführt. Gemäss dem ärztlichen Bericht von Dr. med. …, 

Allgemeine Medizin FMH, vom 9. Februar 2007 zeigte sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers unverändert und es wurde ihm 

eine 50 % Arbeitsfähigkeit für sehr leichte Tätigkeiten attestiert. Am 13. Juli 

2007 teilte die IV-Stelle dem Beschwerdeführer mit, dass er weiterhin 

Anspruch auf die bisherige Invalidenrente habe (Invaliditätsgrad von 68 %).

2. a) Am 9. Juni 2009 und am 19. Juni 2009 gingen bei der IV-Stelle Meldungen 

von Drittpersonen ein, die beobachtet hatten, wie der Beschwerdeführer ohne 

Dritthilfe auf einer Baustelle arbeitete. Gestützt auf diese Hinweise wurde der 

Beschwerdeführer im Auftrag der IV-Stelle am 25. Juni 2009, am 26. Juni 

2009, am 1. Juli 2009 und am 23. Juli 2009 observiert. Der entsprechende 

Ermittlungsbericht inklusiv DVD datiert vom 3. September 2009. Der Bericht 

der Observationsanalyse von … vom 16. Dezember 2009 über die Sichtung 

und Beurteilung der Observationsunterlagen ging am 1. Februar 2010 bei der 

IV-Stelle ein. In seinem Untersuchungsbericht vom 11. März 2010 stellte 

pract. med. …, Arzt für Allgemeinmedizin (Deutschland), vom Regionalen 

Ärztlichen Dienst (RAD) Ostschweiz, fest, dass keine 

Funktonseinschränkungen erkennbar seien, die auf einen höhergradigen 

Gesundheitsschaden hinweisen könnten. 

b) Am 23. März 2010 wurde die Revision der IV-Rente von Amtes wegen 

eingeleitet. Gemäss dem vom Beschwerdeführer am 6. April 2010 

ausgefüllten Fragebogen zur Revision der Invalidenrente hat sich sein 

Gesundheitszustand verschlechtert, da er eine Sehne in der rechten Schulter 

gerissen habe. Laut dem Austrittsbericht von Dr. med. …, Leitender Arzt 

Departement Chirurgie des Kantonsspitals Graubünden, vom 30. April 2010 

hatte der Beschwerdeführer seit dem Sommer 2009 rechtsseitige 

Schulterschmerzen beim Heben des Armes über die Horizontale hinaus. 

Gemäss Dr. med. … zeigte sich im MRI der rechten Schulter vom 7. 

Dezember 2009 eine transmurale Läsion der Supraspinatussehne im 

anterioren Bereich und der Verdacht auf eine Oberrandläsion der 

Subscapularissehne. Am 28. April 2010 fand eine Arthroskopie der rechten 

Schulter statt. Dem ärztlichen Bericht von Dr. med. …, Allgemeine Medizin 

FMH, vom 5. Mai 2010 ist sodann zu entnehmen, dass die Prognose 

ungünstig bleibe und eine Heilung effektiv nicht in Sicht sei. Es seien nur 

geringste mechanische Belastungen möglich wegen der Nacken-, Schulter- 

und Atemproblematik, zudem erschwert durch die Gonarthrose und den neu 

aufgetretenen intermittierenden Schwindel. Auch eine adaptierte 

Arbeitstätigkeit könne vom Beschwerdeführer höchstens zu 50 % ausgeführt 

werden. Am 31. August 2010 berichtete Dr. med. … von einem erfreulichen 

Verlauf in Bezug auf die Schulter. Die Restarbeitsfähigkeit als IV-Rentner von 

25 % und damit der Zustand wie vor dem Riss der Supraspinatussehne sei 

ab dem 6. September 2010 wieder gegeben. Im Untersuchungsbericht des 

RAD-Arztes … vom 25. Oktober 2010 wurde sodann festgehalten, dass die 

Voraussetzungen für eine Rentenrevision gegeben seien, da sich der 

Gesundheitszustand mindestens ab Dezember 2009 verschlechtert habe, ab 

dem 6. September 2010 allerdings der Zustand wie zuvor wieder hergestellt 

sei.

3. Am 10. November 2010 wurde eine Befragung des Beschwerdeführers zur 

Aufnahme des aktuellen Gesundheitszustandes durch die IV-Stelle 

durchgeführt. Dabei berichtete der Beschwerdeführer, dass der Zustand 

bezüglich der rechten Schulter nach der Operation besser sei als im Sommer 

2009. Das linke Knie sei jedoch schlimmer geworden, er könne ca. 200 Meter 

gehen, danach müsse er sich hinsetzen und das Knie durch Strecken und 

Beugen entlasten. Das rechte Knie sei jedoch besser. Im Rahmen der 

Gewährleistung des rechtlichen Gehörs wurde der Beschwerdeführer 

gleichentags auch mit den anlässlich der Überwachung gemachten 

Beobachtungen konfrontiert.

4. Mit Vorbescheid vom 30. November 2010 teilte die IV-Stelle dem 

Beschwerdeführer mit, dass er ab dem 1. März 2010 Anspruch auf eine ganze 

IV-Rente (IV-Grad 100 %) habe, welche befristet werde bis 31. Dezember 

2010 (3 Monate Verbesserung ab dem 6. September 2010). Ab 1. Januar 

2011 betrage der IV-Grad 28 % und deshalb entfalle ein weiterer 

Rentenanspruch. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 14. Januar 2011 

einen Einwand ein, mit dem Begehren, der Vorbescheid vom 30. November 

2010 sei aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer auch nach dem 1. 

Januar 2011 mindestens eine Dreiviertelsrente auszurichten, eventuell sei ein 

orthopädisches und psychiatrisches Gutachten einzuholen. Am 31. März 2011 

wurde eine ausführliche Begründung des Einwands unter Beilage zweier 

ärztlicher Berichte der Klinik …, einerseits von Dr. med. …, Leitender Arzt 

Rheumatologie, vom 20. Januar 2011 und andererseits von Dr. med. …, 

Leitender Arzt Psychosomatik, vom 17. Januar 2011, nachgereicht.

5. Mit Verfügung vom 29. Juli 2011 bestätigte die IV-Stelle ihren Vorbescheid 

vom 30. November 2010. Aufgrund der Observation im Sommer 2009 sei eine 

wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustands seit der erstmaligen 

Rentenzusprechung festgestellt worden. Im Dezember 2009 habe sich der 

Gesundheitszustand vorübergehend verschlechtert, sich aber im Laufe des 

Jahres 2010 wieder verbessert. Aus medizinischer Sicht habe dem 

Beschwerdeführer spätestens ab dem 6. September 2010 eine angepasste 

Tätigkeit wieder zu 100 % zugemutet werden können. Die IV-Stelle errechnete 

ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 80'410.-- und einem 

Invalideneinkommen von Fr. 58'125.-- und – gestützt auf den Bericht vom 25. 

Oktober 2010 von RAD-Arzt …, wonach der Beschwerdeführer ab dem 6. 

September 2010 in einer leidensadaptierten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig 

sei – einen Invaliditätsgrad von 28 % ab dem 6. September 2010. Ab 

Dezember 2009 bis am 5. September 2010 habe vorübergehend eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines Risses der 

Supraspinatussehne bestanden. Seit dem 6. September 2010 könne gestützt 

auf den Arztbericht von Dr. med. … vom 31. August 2010 vom Erreichen des 

Vorzustandes ausgegangen werden. Dem eingereichten Arztbericht der Klinik 

… vom 20. Januar 2011 könne entnommen werden, dass der 

Beschwerdeführer bezüglich der Schulterproblematik, der Beschwerden im 

Ellbogenbereich und der Kniebeschwerden subjektiv über 

Beschwerdezunahmen klage, allerdings liessen sich dazu keine objektiven 

Befunde finden, die eine Arbeitsunfähigkeit in adaptierten Tätigkeiten 

begründen würden. Die pauschal vorgebrachten Beschwerden bezüglich des 

Lagerungsschwindels, der verstärkten Kopfschmerzen und der 

Verschlechterung des psychischen Zustandes seien bisher nicht fachärztlich 

behandelt worden und es müsse im Zusammenhang mit dem laufenden 

Rentenverfahren und in Berücksichtigung der früher aufgenommenen 

Überwachungsbilder und -berichte davon ausgegangen werden, dass es sich 

dabei um vorgeschobene Gründe handle. Die behandelnden Ärzte hätten sich 

von den Vorbringen des Beschwerdeführers (allzu fest) leiten lassen. 

Demgegenüber zeigten die aktenkundigen Überwachungsberichte eine 

Normalität des Beschwerdeführers, einen voll aktiven Mitfünfziger mit sehr 

guter Vitalität und Schaffenskraft.

6. Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 14. September 2011 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit dem 

Begehren, die Verfügung vom 29. Juli 2011 sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer sei auch nach dem 1. Januar 2011 mindestens eine 

Dreiviertelsrente auszurichten. Eventuell sei ein orthopädisches, HNO-

ärztliches, neurologisches und psychiatrisches Gutachten einzuholen. Der 

Beschwerde wurden zusätzliche ärztliche Berichte von Dr. med. …, Leitender 

Arzt Departement Chirurgie am Kantonsspital Graubünden, vom 13. Januar 

2011 und vom 19. August 2011 betreffend die rechte Schulter sowie ein 

Bericht von Dr. med. …, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, vom 23. 

August 2011 betreffend den psychischen Zustand beigelegt.

In der Begründung der Beschwerde wird festgehalten, dass der Umfang der 

Restarbeitsfähigkeit strittig sei. Vom Beschwerdeführer wurde insbesondere 

hervorgehoben, dass in Bezug auf die Beurteilung des RAD-Arztes … 

festzuhalten sei, dass dieser einzig über einen Facharzttitel in 

Allgemeinmedizin verfüge und somit die gemäss Bundesgerichtspraxis 

erforderlichen Fachkenntnisse nicht besitze, da vorliegend nur ein Orthopäde 

den zur Diskussion stehenden Gesundheitszustand und die sich daraus 

ergebende Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers hätte beurteilen können. 

Somit komme den RAD-Berichten vom 10. März 2010 und vom 25. Oktober 

2010 keine Beweiskraft zu und es könne für die Beurteilung der damaligen 

Arbeitsfähigkeit nicht darauf abgestellt werden. Auch in Bezug auf den Bericht 

von … vom 16. Dezember 2009 sei Selbiges festzuhalten, da Letztgenannte 

Sport- und Bewegungswissenschaften studiert habe und keine Spezialärztin 

sei. Somit könne sie in Bezug auf den Umfang und die Höhe der 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers weder eine medizinische Beurteilung 

vornehmen noch Vergleiche im Zusammenhang mit der gutachterlichen 

Einschätzung des ABI Basel anstellen, weshalb auf ihre Beurteilung nicht 

abgestellt werden könne. Folglich komme weder dem Bericht von RAD-Arzt 

… noch dem Bericht von … Beweiskraft zu.

Einige Zeit nach der Beurteilung durch Dr. med. … vom 31. August 2010 

hätten die Schulterbeschwerden wieder zugenommen. Infiltrationen im 

Januar und August 2011 hätten vorübergehende Besserung gebracht, doch 

habe der Beschwerdeführer nach wie vor Schmerzen in der rechten Schulter. 

Aufgrund dieser Ausführungen könne nicht mehr auf die von Dr. med. … im 

Schreiben vom 31. August 2010 festgehaltene Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit von 25 % abgestellt werden. Infolge der eingetretenen 

Verschlechterung müsse die Arbeitsfähigkeit geringer eingeschätzt werden.

Auch die Beschwerden im Ellbogenbereich hätten zugenommen. Nach der 

Überwachung in den Monaten Juni und Juli 2009 hätten vor allem am 

Epicondylus humeri ulnaris links vermehrt wieder Steroidinfiltrationen durch 

Dr. med. … vorgenommen werden müssen, weshalb die Belastbarkeit in 

diesem Bereich gering sei. Nach Dr. med. …, Klinik …, liege nicht nur eine 

Epicondylitis, sondern auch eine beidseitige Cubitalarthrose vor. Somit sei 

auch im Bereich der Ellbogen von einer Verschlechterung auszugehen. 

Ferner hätten sich die Kniebeschwerden des Beschwerdeführers vor allem 

links im Sinne einer Gonarthrose und Femoropatellararthrose verstärkt. 

Hinzugekommen sei noch ein paroxysmaler labyrinthärer 

Lagerungsschwindel, welcher durch eine Utriculolithiasis rechts ausgelöst 

worden sei. Die Auswirkungen des Schwindels auf die Arbeitsfähigkeit seien 

nicht abgeklärt worden. Ausserdem leide der Beschwerdeführer an 

Kopfschmerzen. In den letzten Monaten seien auch psychische Probleme 

aufgetreten, weshalb eine Zuweisung an Dr. med. … stattgefunden habe. 

Letzterer habe im Bericht vom 23. August 2011 eine Angst- und depressive 

Störung gemischt diagnostiziert. Seither habe sich die psychische 

Problematik verstärkt. Die Auswirkungen dieser Problematik auf die 

Arbeitsfähigkeit seien nicht geklärt.

Die Ausführungen würden zeigen, dass sich der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers in gewissen Bereichen seit einiger Zeit verschlechtert 

habe. Die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit könnten nur mit einem 

interdisziplinären Gutachten ermittelt werden. Die Beurteilung durch RAD-Arzt 

… und der Bericht von … würden die gemäss Bundesgerichts-Praxis 

notwendigen Kriterien nicht aufweisen und es komme ihnen somit kein 

Beweiswert zu, weshalb die Beschwerdegegnerin durch das Abstellen auf 

diese Berichte nicht nur den rechtserheblichen Sachverhalt unvollständig 

festgestellt, sondern auch das Ermessen missbraucht habe. Überdies würden 

die gemachten Darlegungen zeigen, dass eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes eingetreten sei und mindestens ein orthopädisches 

und psychiatrisches Gutachten eingeholt werden müsse. Erst dann könne die 

aktuelle und zukünftige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers festgelegt 

werden.

7. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Oktober 2011 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Wie in der 

angefochtenen Verfügung ausführlich dargelegt worden sei, könne in Bezug 

auf die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit ab Juni 

2009 (wobei vorübergehend ab Dezember 2009 bis am 5. September 2010 

eine vollständige Arbeitsunfähigkeit aufgrund eines Risses der 

Supraspinatussehne bestanden habe) – neben dem Ermittlungs- und 

Observationsbericht vom 3. September 2009 und der Beurteilung von … vom 

16. Dezember 2009 – insbesondere auf die Beurteilungen des RAD 

Ostschweiz vom 10. März 2010 und vom 25. Oktober 2010 abgestellt werden. 

Betreffend die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Gipser habe 

der RAD-Arzt festgehalten, dass der Beschwerdeführer aufgrund der nicht 

besserbaren Veränderungen am Knie (Status nach Meniskektomie) – auch 

wenn in der Observation keine Defizite erkenntlich waren – aus medizinisch-

prognostischen Gründen 30 bis 50 % arbeitsunfähig sei, aber in einer 

körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeit, ähnlich wie im 

Observationsvideo gezeigt, zu 100 % arbeitsfähig sei, wobei diese 

Beurteilung aufgrund der Aktenlage spätestens seit Juni 2009 massgebend 

sein müsse. Die vorliegend verfügbaren Unterlagen, namentlich der 

Ermittlungs- und Observationsbericht, der Bericht von … und die Berichte des 

RAD Ostschweiz sowie die Äusserungen des Beschwerdeführers selbst 

anlässlich der Konfrontation, würden eine zuverlässige Beurteilung gestatten. 

Betreffend die geltend gemachte Beschwerdezunahme an der rechten 

Schulter, im Ellbogenbereich und auch an den Knien, würden der RAD 

Ostschweiz und die Beschwerdegegnerin die Ansicht vertreten, dass diese 

Beschwerden in Bezug auf eine behinderungsgeeignete Tätigkeit keinen 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben. Hinsichtlich des Arztberichts von Dr. 

med. … vom 23. August 2011 sei überdies festzuhalten, dass dieser den 

Beschwerdeführer erst seit dem 10. August 2011 behandle, mithin erst nach 

Erlass der angefochtenen Verfügung. Die weiterhin pauschal vorgebrachten 

weiteren Beschwerden (Lagerungsschwindel und Kopfschmerzen) des 

Beschwerdeführers würden weiterhin nicht fachärztlich behandelt und es 

müsse, im Zusammenhang mit dem laufenden Rentenverfahren und in 

Berücksichtigung der vorgenommenen Überwachung, davon ausgegangen 

werden, dass es sich dabei um vorgeschobene Gründe handle. Auf die 

beantragten weiteren Abklärungen sei daher zu verzichten. Die jetzige 

Aktenlage ergebe ein ausreichend klares Bild über den Gesundheitsschaden 

und seine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, so dass eine zuverlässige 

Beurteilung des Leistungsanspruchs möglich sei.

8. In seiner Replik vom 27. Oktober 2011 betont der Beschwerdeführer 

wiederholt, die Berichte von … und des RAD-Arztes … seien nicht von 

Fachärzten geschrieben, weshalb nicht darauf abzustellen sei. Daran würden 

auch die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Konfrontation mit 

der Observation vom 10. November 2010 nichts ändern. Bei der 

Beantwortung der Fragen nach Vorlage des Überwachungsmaterials sei er 

unter Schock gestanden. Vor der Unterzeichnung des Einvernahmeprotokolls 

habe er dieses nur durchflogen und die darin gestellten Fragen teilweise nicht 

verstanden. Die Antwort auf die Frage Nr. 9 könne für die Frage, welche 

Arbeiten noch zumutbar seien, nicht beigezogen werden. Diese Frage könne 

erst dann beantwortet werden, nachdem eine interdisziplinäre Begutachtung 

erfolgt sei. Die in den Berichten der Dres. med. …, …, … und … (recte …) 

festgehaltenen Beschwerden entsprächen den Tatsachen. Nur aufgrund der 

Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich des Evaluationsgesprächs vom 

10. November 2010 könne nicht geschlossen werden, er habe gegenüber 

behandelnden Ärzten falsche Angaben gemacht. Abschliessend wird 

festgehalten, dass weder der RAD-Arzt … noch … über spezielle 

versicherungsmedizinische Kenntnisse verfügten.

9. Mit Schreiben vom 8. November 2011 verzichtete die Beschwerdegegnerin 

auf eine Duplik unter Beilage einer Aktennotiz der IV-Stelle 

(Fachverantwortlicher Bekämpfung Versicherungsmissbrauch [BVM]) vom 7. 

November 2011.

10. Am 12. Dezember 2011 reichte der Beschwerdeführer je einen ärztlichen 

Bericht von Dr. med. … vom 15. November 2011 und von Dr. med. … vom 

25. November 2011 ein, mit dem Hinweis, dass sich der Gesundheitszustand 

des Beschwerdeführers verschlechtert habe. Mit Schreiben vom 19. 

Dezember 2011 nahm die Beschwerdegegnerin dazu Stellung.

11. Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie auf die angefochtene 

Verfügung wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-

Stellen direkt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. 

Die Verfügung der IV-Stelle vom 29. Juli 2011 betreffend die Revision der IV-

Rente stellt demnach ein taugliches Anfechtungsobjekt für ein Verfahren vor 

dem Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden dar. Die sachliche 

Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ergibt sich überdies aus Art. 49 Abs. 2 

lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Auf 

die überdies fristgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

Streitig und zu prüfen ist die Restarbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers und 

damit die Verneinung des Rentenanspruchs ab dem 1. Januar 2011.

2. a) Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Ergebnisse einer 

zulässigen Überwachung zusammen mit einer ärztlichen Aktenbeurteilung 

grundsätzlich geeignet sein, eine genügende Basis für 

Sachverhaltsdarstellungen betreffend den Gesundheitszustand und die 

Arbeitsfähigkeit zu bilden (vgl. das Urteil des Bundesgerichts vom 11. 

November 2011 8C_272/2011 E. 7.1 mit weiteren Hinweisen). Die 

Zulässigkeit der Überwachung (vgl. dazu u.a. das Urteil des Bundesgerichts 

vom 11. November 2011 8C_272/2011 E. 5.6 mit weiteren Hinweisen sowie 

das Urteil des Bundesgerichts vom 15. Juni 2009 8C_807/2008 insb. E. 4 und 

5) wird vorliegend zu Recht nicht bestritten. Der Beschwerdeführer wendet 

jedoch hinsichtlich der ärztlichen Aktenbeurteilung ein, dass weder der RAD-

Arzt pract. med. …, Facharzt für Allgemeinmedizin (Deutschland), noch …, 

Bsc Bewegungswissenschaften und Sport ETH, Cand. Master of Science and 

Movement Sciences ETH, dipl klassischer Masseur, Mitglied Swiss Insurance 

Medicine (SIM), die erforderliche Qualifikation im Sinne eines Facharzttitels 

zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aufweisen würden.

b) Wie der Beschwerdeführer feststellt, ist … zwar nicht Ärztin, allerdings 

aufgrund ihrer Tätigkeit und Ausbildungen für Beurteilungen im Bereich des 

Bewegungsapparats sicher erfahren und kompetent. Ihr Auftrag bestand denn 

auch nur in der Observationsanalyse, wobei ihr das ABI-Gutachten aus dem 

Jahre 2003 zur Verfügung gestanden hat. Ihre Analyse ist sehr ausführlich 

und insbesondere nach der Durchsicht des Überwachungsmaterials durch 

das Gericht auch nachvollziehbar und schlüssig. Hervorzuheben ist 

insbesondere die Zusammenfassung ihrer Beobachtungen auf S. 5 des 

Berichts vom 16. Dezember 2009, wo sie schreibt, dass die Bewegungen des 

Beschwerdeführers während der gesamten Beobachtungsphase sowohl 

qualitativ wie auch quantitativ als unauffällig zu beschreiben seien. Es seien 

keine Kompensations- und Schonhaltungen zu erkennen und die 

Extremitäten würden je nach Arbeit zufällig eingesetzt. Eine Schonung 

besonders des linken Armes und Beines sowie der verletzten Strukturen 

könne nicht direkt festgestellt werden. Im Bereich der oberen Extremität bzw. 

der Ellbogen seien vermehrte Flexions- und Extensionsbewegungen zu 

erkennen, die zu einer deutlichen Mehrbelastung im Bereich der Problematik 

führen würden und bei denen auf Grund der Diagnosestellung und der 

Angaben des Beschwerdeführers von einer Provokation der Beschwerden 

und Schmerzen auszugehen sei. Die Person sei sehr aktiv und die 

Bewegungen seien als geschmeidig und natürlich einzustufen (…). Eine 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit hat … nicht vorgenommen, sie macht allein 

eine Mindestaussage, wonach spätestens ab dem Zeitpunkt der Observation 

(25. Juni 2009) von einer deutlich gesteigerten Arbeitsfähigkeit ausgegangen 

werden könne, die Belastungen im Rahmen von einer mindestens leichten bis 

selten mittelschweren Tätigkeit (ganztags verwertet) zulasse. Die Analyse von 

… ist somit nicht zu beanstanden, sie ist ausführlich, nachvollziehbar und 

nimmt – entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – keine eigentliche 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vor.

c) Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit obliegt einem Arzt. Gemäss Art. 59 Abs. 

2bis IVG stehen die regionalen ärztlichen Dienste den IV-Stellen zur 

Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur 

Verfügung. Sie setzen die für die Invalidenversicherung nach Art. 6 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG) massgebende funktionelle Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, 

eine zumutbare Erwerbstätigkeit oder Tätigkeit im Aufgabenbereich 

auszuüben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall 

unabhängig. Die RAD bezeichnen die zumutbaren Tätigkeiten und die 

unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälligen medizinisch 

begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick auf eine erfolgreiche 

Eingliederung eine objektivere Festlegung der massgebenden funktionellen 

Leistungsfähigkeit der Versicherten ermöglicht werden. Gestützt auf die 

Angaben des RAD hat die IV-Stelle zu beurteilen, was einer versicherten 

Person aus objektiver Sicht noch zumutbar ist und was nicht (vgl. das Urteil 

des Bundesgerichts vom 14. Juli 2009 9C_323/2009 E. 4.2). Auf 

Stellungnahmen der RAD kann indessen nur abgestellt werden, wenn sie den 

allgemeinen beweisrechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht 

genügen (vgl. das Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 694/05 

vom 15. Dezember 2006 E. 2). Sie müssen insbesondere in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sein und in der Beschreibung der 

medizinischen Situation und Zusammenhänge einleuchten; die 

Schlussfolgerungen sind zu begründen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Die RAD-Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen 

und fachlichen Qualifikationen verfügen (vgl. die Urteile I 142/07 vom 20. 

November 2007 E. 3.2.3, I 362/06 vom 10. April 2007 E. 3.2.1 9 und 

C_865/2009 vom 3. Dezember 2009 E. 2.2 sowie zum Ganzen das Urteil des 

Bundesgerichts vom 14. Juli 2009 9C_323/2009 E. 4.3.1).

d) Im vorliegenden Fall wurde die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit von RAD-Arzt 

pract. med. … vorgenommen. RAD-Arzt … ist zwar kein Orthopäde, jedoch 

ein Allgemeinmediziner, und es standen ihm für seine Beurteilung alle Akten 

zur Verfügung, sowohl die medizinischen Gutachten, das 

Überwachungsmaterial als auch die Observationsanalyse von … Sodann 

blieben die Diagnosen und Einschränkungen, welche vom ABI Basel bereits 

im September 2003 und von Dr. med. … am 9. Februar 2007 festgehalten 

wurden, unverändert und waren pract. med. … bekannt. Als 

Allgemeinmediziner verfügt pract. med. … zweifellos über die erforderlichen 

Kenntnisse und Erfahrungen zur Beurteilung der Arbeitsfähigkeit im 

vorliegenden Fall. Konkret ist es hier nicht zwingend erforderlich, dass die 

Beurteilung durch einen Orthopäden hätte vorgenommen werden müssen. 

Die Beurteilung des RAD-Arztes … erscheint – insbesondere nach der 

Sichtung des Observations-Materials durch das Gericht – schlüssig und 

nachvollziehbar und es kommt ihr somit voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 

V 351 E. 3a S. 352; vorstehend Erw. 2c).

e) Folglich ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Invaliditätsgrad 

des Beschwerdeführers ab dem 6. September 2010 – gestützt auf den Bericht 

vom 25. Oktober 2010 des RAD-Arztes pract. med. …, wonach der 

Beschwerdeführer ab dem 6. September 2010 in einer leidensadaptierten 

Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig sei – 28 % betrage. Der Beschwerdeführer hat 

überdies anlässlich der Konfrontation mit den Ergebnissen der Überwachung 

am 10. November 2010 – wie auch die Beschwerdegegnerin in ihrer 

Vernehmlassung vom 13. August 2011 festgehalten hat –bestätigt, dass es 

ihm nach wie vor möglich sei, eine Tätigkeit wie anlässlich der Überwachung 

auszuüben (Frage Nr. 9 in der Befragung zum Überwachungsmaterial). Die in 

der Replik vorgebrachten Einwände zur eben erwähnten Aussage des 

Beschwerdeführers sind nicht stichhaltig. Anlässlich der Befragung vom 10. 

November 2010 hat der Beschwerdeführer bestätigt, dass er die deutsche 

Sprache gut verstehe. Laut dem Auszug aus dem individuellen Konto ist der 

Beschwerdeführer seit 1974 – zuerst als Saisonnier – in der Schweiz und er 

wurde 1997 eingebürgert, weshalb ohne weiteres davon ausgegangen 

werden kann, dass er der deutschen Sprache mächtig ist. Sodann gibt es in 

den Akten weder Hinweise für einen Schock – wie dies der Beschwerdeführer 

in seiner Replik vom 27. Oktober 2011 behauptet – noch dafür, dass der 

Beschwerdeführer die Fragen nicht verstanden hätte. Der Beschwerdeführer 

hat zudem mit seiner Unterschrift die Richtigkeit seiner Angaben bestätigt. 

Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit durch den RAD-Arzt … auf der Grundlage des 

Observationsmaterials, der Observationsanalyse von … und der weiteren 

medizinischen Unterlagen – insbesondere auch unter Berücksichtigung der 

Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Konfrontation mit der 

Überwachung am 10. November 2010 – nicht zu beanstanden ist.

3. a) Die Beschwerdegegnerin bestreitet zu Recht nicht, dass Beschwerden in der 

rechten Schulter, im Ellbogenbereich und in den Knien vorhanden sind, sie 

verneint indessen eine Verschlechterung und begründet dies nachvollziehbar. 

So wurde in der Verfügung vom 29. Juli 2011 festgehalten, dass aufgrund der 

Observation im Sommer 2009 eine wesentliche Verbesserung des 

Gesundheitszustands seit der erstmaligen Rentenzusprechung festgestellt 

worden sei. Im Dezember 2009 habe sich der Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers vorübergehend verschlechtert, sich aber im Laufe des 

Jahres 2010 wieder verbessert. Aus medizinischer Sicht habe dem 

Beschwerdeführer spätestens ab dem 6. September 2010 eine angepasste 

Tätigkeit wieder zu 100 % zugemutet werden können. In der Vernehmlassung 

vom 13. Oktober 2011 bestätigte die Beschwerdegegnerin ihre Aussagen und 

betonte, dass der RAD-Arzt betreffend die Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit als Gipser festgehalten habe, dass der 

Beschwerdeführer aufgrund der nicht besserbaren Veränderungen am Knie 

(Status nach Meniskektomie) – auch wenn in der Observation keine Defizite 

erkenntlich waren – aus medizinisch-prognostischen Gründen 30 bis 50 % 

arbeitsunfähig sei, aber in einer körperlich leichten bis mittelschweren 

Tätigkeit, ähnlich wie im Observationsvideo gezeigt, zu 100 % arbeitsfähig 

sei. Auch wenn der Beschwerdeführer gemäss dem ärztlichen Bericht von Dr. 

med. …, Leitender Arzt Rheumatologie der Klinik …, vom 20. Januar 2011 

subjektiv eine Beschwerdezunahme beklage, seien keine objektiven Befunde 

nachgewiesen worden, die eine Arbeitsunfähigkeit in einer adaptierten 

Tätigkeit begründen könnten. 

b) Zur Diskrepanz zwischen der Ansicht des Beschwerdeführers und der ihn 

behandelnden Ärzte Dres. med. …., … und … einerseits und der Ansicht des 

RAD-Arztes … und der Beschwerdegegnerin andererseits, wonach gemäss 

Letzteren die geklagten Beschwerden in Bezug auf eine 

behinderungsgeeignete Tätigkeit keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

hätten, führt die Beschwerdegegnerin in der Vernehmlassung weiter aus, 

dass die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers für die den 

Gesundheitszustand beurteilenden Ärzte eine der wichtigsten 

Informationsquellen seien. Falls hier seitens des Beschwerdeführers 

(objektiv) falsche und/oder unvollständige Angaben gemacht würden, 

resultierten in den medizinischen Berichten fast zwangsweise falsche 

Schlussfolgerungen. Vorliegend sei aufgrund der Aktenlage offensichtlich, 

dass es der Beschwerdeführer mit der Wahrheit nicht so genau nehme. Das 

vom Beschwerdeführer beschriebene Verhalten entspreche nicht dem 

tatsächlich gelebten bzw. gezeigten Verhalten (unter Verweis auf das 

Evaluationsgespräch vom 10. November 2010 bzw. das im 

Observationsbericht festgehaltene Verhalten). Unter diesen Umständen sei 

davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer den Dres. med. …, …, … und 

… (recte …) über gesundheitliche Beschwerden berichtete, welche effektiv 

entweder überhaupt nicht oder nur teilweise vorlagen. Daher würden die 

ärztlichen Einschätzungen mit einem grundlegenden Mangel behaftet sein. 

Somit spreche nichts Stichhaltiges dagegen, dass in Berücksichtigung der 

Beurteilung des RAD Ostschweiz  vom 10. März 2010 und vom 25. Oktober 

2010 und des vom Beschwerdeführer anlässlich der Observation gezeigten 

beschwerdefreien Verhaltens im Alltag weiterhin davon auszugehen sei, dass 

die körperlichen Beschwerden in Bezug auf eine behinderungsgeeignete 

Tätigkeit keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

hätten. Die vorstehenden Ausführungen der Beschwerdegegnerin zeigen, 

dass sich diese mit den verschiedenen ärztlichen Gutachten 

auseinandergesetzt und nachvollziehbar sowie schlüssig dargelegt hat, 

weshalb vorliegend nicht von einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers mit Einfluss auf eine 

behinderungsgeeignete Tätigkeit ausgegangen werden kann. Dieser 

Einschätzung ist zu folgen, zumal überdies davon auszugehen ist, dass den 

behandelnden Ärzten Dres. med. …, … und … das Überwachungsmaterial 

nicht zur Verfügung gestanden hat, respektive sie keine Kenntnis davon 

hatten, zumal aus ihren ärztlichen Berichten auch keine diesbezüglichen 

Hinweise hervorgehen. Der Hinweis des Beschwerdeführers auf die im Januar 

und August 2011 durchgeführten Infiltrationen im Bereich der Schultern und 

Ellbogen, welche eine vorübergehende Besserung gebracht hätten, genügt 

als Hinweis auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes und damit 

auf eine Verringerung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit nicht, 

da auch keine entsprechenden ärztlichen Einschätzungen vorliegen. 

Schliesslich kann auch auf die Aktennotiz vom 7. November 2011 verwiesen 

werden, wonach der Fachverantwortliche Bekämpfung 

Versicherungsmissbrauch der IV-Stelle am 4. November 2011 persönlich die 

Feststellung gemacht habe, dass der Beschwerdeführer an seinem Wohnort 

ab einem Anhänger Kies bzw. Dreck entladen habe und dabei auf einem 

Anhänger stand und tatkräftig mit beiden Händen Material vom Anhänger 

schaufelte. Dabei habe der Beschwerdeführer überhaupt keine Schonhaltung 

gezeigt, was deutlich mache, dass der Beschwerdeführer entgegen der 

geltend gemachten Verschlechterung des Gesundheitszustandes 

offensichtlich nach wie vor in der Lage sei, körperlich anstrengende 

Tätigkeiten zu verrichten.

c) Auch in Bezug auf die vom Beschwerdeführer pauschal vorgebrachten 

weiteren Beschwerden (Lagerungsschwindel und Kopfschmerzen) ist der 

Ansicht der Beschwerdegegnerin zu folgen. Wie von der Beschwerdegegnerin 

anerkannt, ist festzuhalten, dass der Lagerungsschwindel und die 

Kopfschmerzen in den medizinischen Akten zwar diagnostiziert worden sind 

(vgl. das Gutachten des ABI Basel vom 25. September 2003 sowie den 

ärztlichen Bericht von Dr. med. …, Allgemeine Medizin FMH, vom 5. Mai 

2010), doch lassen sich keine Hinweise für eine diesbezüglich fachärztliche 

Behandlung finden. Ebenso machte der Beschwerdeführer keine 

entsprechenden Angaben anlässlich der Befragung vom 10. November 2010. 

Auch die aktenkundigen Überwachungsunterlagen zeigen eine 

diesbezügliche Normalität des Beschwerdeführers. Schliesslich ergeben sich 

auch aus den übrigen Akten keine entsprechenden Hinweise, welche auf eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit hindeuten würden. 

d) Auch hinsichtlich der psychischen Beschwerden sind die Ausführungen der 

Vorinstanz korrekt. So führte diese aus, dass hinsichtlich des Arztberichts von 

Dr. med. … vom 23. August 2011 festzuhalten sei, dass dieser den 

Beschwerdeführer erst seit dem 10. August 2011 behandle, mithin erst nach 

Erlass der angefochtenen Verfügung. Damit sei im hier zu beachtenden 

Zeitraum bis zum Verfügungserlass von vornherein keine Verschlechterung 

der Erwerbsfähigkeit nachgewiesen, die im Sinne von Art. 88a Abs. 2 IVV 

ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert habe. Im Übrigen 

ist auch dem Bericht von Dr. med. …, Leitender Arzt in der Klinik … und 

Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, keine psychiatrische 

Diagnose zu entnehmen. Ebenso kann im hier zu beachtenden Zeitraum bis 

zum Verfügungserlass von vornherein keine Verschlechterung der 

Erwerbsfähigkeit in Bezug auf die Kniebeschwerden – wie dies die 

Beschwerdegegnerin in ihrem Schreiben vom 19. Dezember 2011 ebenfalls 

ausführte – nachgewiesen werden, die im Sinne von Art. 88a Abs. 2 IVV ohne 

wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hätte. Gemäss dem 

ärztlichen Schreiben von Dr. med. … vom 15. November 2011 hatte der 

Beschwerdeführer nach Arbeiten in kniender Position Ende Oktober 2011 

Schmerzen im linken Knie, die bis heute, eher noch zunehmend, persistierten, 

sowie einen therapierefraktären Kniegelenkserguss. Wie bereits die 

Beschwerdegegnerin ausgeführte, hat die IV-Stelle eine allfällige dauernde 

Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit in Bezug auf die Kniebeschwerden zu 

Recht nicht berücksichtigt, da eine (allfällig erhebliche) Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes erst bedeutend nach Erlass der angefochtenen 

Verfügung eingetreten ist.

4. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass im vorliegenden Fall ein weiteres 

medizinisches Gutachten – wie vom Beschwerdeführer verlangt – nicht 

angezeigt ist. Der Sachverhalt ist vorliegend genügend abgeklärt, die 

medizinischen Berichte und das Überwachungsmaterial und damit die 

bisherige Aktenlage lassen eine ausreichende Aussage über den 

Gesundheitszustand und dessen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers zu. Insofern ist es auch nicht ersichtlich, inwiefern die 

Beschwerdegegnerin ihr Ermessen missbraucht haben soll. Demnach ist im 

Sinne der oben stehenden Erwägungen die Beschwerde abzuweisen. Laut 

Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von Art. 

61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung von 

IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Diese Kosten werden je nach Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Angesichts des 

Ausgangs dieses Verfahrens rechtfertigt es sich vorliegend, die Kosten in der 

Höhe von Fr. 700.-- dem Beschwerdeführer zu überbinden. Die obsiegende 

Beschwerdegegnerin hat keinen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten (Art. 

61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit 

Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons 

Graubünden, Chur, zu bezahlen.

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 24. Oktober 

2012 abgewiesen (8C_460/2012).