# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ddd24a62-ffcb-5775-9d9a-ebfc1050f06c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-10-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.10.2014 D-5918/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5918-2014_2014-10-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-5918/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  O k t o b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Fulvio Haefeli, 

mit Zustimmung von Richter Martin Zoller; 

Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

alias B._______, geboren (…), 

Eritrea, 

vertreten durch lic. iur. Susanne Sadri, LL.M., 

(…), 

Beschwerdeführerin, 

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 

(Dublin-Verfahren); 

Verfügung des BFM vom 29. September 2014 / N _______. 

 

 

D-5918/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin – eine eritreische Staatsangehörige – ihren 

Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 23. September 2011 illegal ver-

liess und via C._______, D._______ und E._______ am 4. Juli 2014 mit 

dem Schiff nach Italien gelangte, 

dass sie in F._______ mit Hilfe des italienischen Rettungsdienstes ange-

kommen sei und man sie nach der Ankunft sofort registriert und fotogra-

fiert habe, 

dass ihr jedoch keine Fingerabdrücke abgenommen worden seien, 

dass sie sich sodann via G._______ mit dem Zug in die Schweiz bege-

ben habe, 

dass die Beschwerdeführerin am 7. Juli 2014 illegal in die Schweiz ein-

reiste, wo sie gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum 

H._______ um Asyl nachsuchte, 

dass das BFM ihr anlässlich der Befragung zur Person am 17. Juli 2014 

das rechtliche Gehör zum möglichen Nichteintretensentscheid gemäss 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31), zur Zuständigkeit Italiens für die 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens beziehungsweise 

zu einer allfälligen Überstellung dorthin gewährte und ihr Gelegenheit 

gab, sich dazu zu äussern, 

dass sie in diesem Zusammenhang fragte, wie sie denn in Italien leben 

solle, 

dass das BFM gestützt auf die Angaben der Beschwerdeführerin zur ille-

galen Einreise in Italien am 25. Juli 2014 die italienischen Behörden um 

deren Übernahme im Sinne von Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 

Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehöri-

gen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend Dublin-III-VO), ersuchte, 

dass die italienischen Behörden innert Frist zum Übernahmeersuchen 

keine Stellung nahmen, 

D-5918/2014 

Seite 3 

dass das BFM mit Verfügung vom 29. September 2014 – eröffnet am 

7. Oktober 2014 – in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das 

Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 7. Juli 2014 nicht eintrat, die 

Wegweisung aus der Schweiz nach Italien verfügte, die Beschwerdefüh-

rerin – unter Androhung von Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – auffor-

derte, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

den Kanton I._______ mit dem Vollzug der Wegweisung beauftragte, der 

Beschwerdeführerin die editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeich-

nis aushändigte, und feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen die Ver-

fügung habe keine aufschiebende Wirkung, 

dass das BFM zur Begründung seines Nichteintretensentscheides insbe-

sondere ausführte, die Zuständigkeit zur Durchführung des Asyl- und 

Wegweisungsverfahrens sei am 26. September 2014 auf Italien überge-

gangen, da die italienischen Behörden innerhalb der festgelegten Frist 

zum Übernahmeersuchen keine Stellung genommen hätten, 

dass die Beschwerdeführerin aus dem Umstand, dass sie in der Schweiz 

einen Bruder habe, nichts zu ihren Gunsten ableiten könne, da Brüder 

nicht als Familienangehörige im Sinne von Art. 2 Bst. g Dublin-III-VO gel-

ten würden, 

dass gemäss dieser Bestimmung nur Ehegatten, nicht verheiratete Part-

ner, welche eine dauerhafte Beziehung führten, und minderjährige Kinder 

als Familienangehörige in Frage kämen, 

dass zudem keine Hinweise auf ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis 

zwischen der Beschwerdeführerin und ihrem in der Schweiz lebenden 

Bruder bestünden, weshalb sich aus dessen Anwesenheit kein Zustän-

digkeitskriterium ableiten lasse und die Zuständigkeit Italiens bestehen 

bleibe, 

dass die Ausführungen der Beschwerdeführerin die Zuständigkeit Italiens 

zur Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens nicht zu wider-

legen vermöchten, 

dass ihre Überstellung nach Italien – vorbehältlich einer allfälligen Unter-

brechung oder Verlängerung der Überstellungsfrist (Art. 29 Dublin-III-VO) 

– bis spätestens am 26. März 2015 zu erfolgen habe, 

dass auf ihr Asylgesuch demnach nicht eingetreten werde, 

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Seite 4 

dass das Bundesamt den Vollzug der Wegweisung als zulässig, zumutbar 

und möglich erachtete, 

dass es diesbezüglich anführte, aufgrund dessen, dass die Beschwerde-

führerin in einen Drittstaat reisen könne, in dem sie Schutz vor Rück-

schiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, sei das Non-

Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaates nicht zu 

prüfen, 

dass ferner keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 EMRK im Falle 

ihrer Rückkehr nach Italien gegeben seien, 

dass weder die in Italien herrschende Situation noch andere Gründe ge-

gen die Zumutbarkeit der Wegweisung dorthin sprechen würden, 

dass hinsichtlich der von der Beschwerdeführerin anlässlich des rechtli-

chen Gehörs aufgeworfenen Frage, wie sie in Italien leben solle, festzu-

halten sei, dass sie sich auf die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 

27. Januar 2003 (sog. Aufnahmerichtlinie) berufen könne, sobald sie in 

Italien um Asyl ersucht habe, 

dass Italien diese Richtlinie, welche zahlreiche Mindestnormen für die 

Aufnahme und Betreuung von Asylsuchenden beinhalte, umgesetzt habe, 

weshalb die Beschwerdeführerin sich an die zuständigen Behörden wen-

den könne, um eine Unterkunft und sozialstaatliche Unterstützung zu er-

halten oder falls sie Hilfe bei der Arbeitssuche in Anspruch nehmen möch-

te, 

dass jedoch darauf hinzuweisen sei, dass in keinem Staat eine Garantie 

auf eine bezahlte Erwerbstätigkeit bestehe, 

dass die Beschwerdeführerin zudem bei einer der in Italien zahlreich vor-

handenen karitativen Organisationen um Hilfe ersuchen könne, 

dass vorliegend auch keine begründeten Anhaltspunkte dafür bestünden, 

dass sie nach einer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage 

geraten würde, 

dass somit nichts gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung dorthin spre-

che, 

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Seite 5 

dass der Vollzug der Wegweisung ausserdem technisch möglich und 

praktisch durchführbar sei, 

dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 13. Oktober 2014 (Post-

stempel vom 14. Oktober 2014) gegen diese Verfügung beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde erheben und beantragen liess, die Verfü-

gung sei aufzuheben, 

dass der Beschwerde mit superprovisorischer und provisorischer Verfü-

gung die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die Kantonspolizei 

J._______ anzuweisen sei, die Vollzugsbemühungen sofort einzustellen, 

dass das BFM anzuweisen sei, die Behandlung des Asylgesuchs fortzu-

setzen, 

dass die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses zu verzichten sei, 

dass als Beilagen eine Kopie der angefochtenen Verfügung vom 29. Sep-

tember 2014, die die Rechtsvertreterin mandatierende Vollmacht vom 

8. Oktober 2014 und ein Track & Trace-Auszug der Post eingereicht wur-

den, 

dass auf die Beschwerdebegründung – soweit entscheidrelevant – in den 

Erwägungen eingegangen wird, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 16. Oktober 2014 beim Bundesver-

waltungsgericht eintrafen, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der 

Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-

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derung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 und Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 

Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorin-

stanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 

2012/4 E. 2.2 m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass auf das vorliegend zu beurteilende Gesuch das Abkommen vom 

26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und 

der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mit-

gliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin-

Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.689]) Anwendung findet, 

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Seite 7 

dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 DAA 

i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) die Prüfung der staatsvertraglichen Zuständigkeit 

zur (materiellen) Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der 

Verordnung Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festle-

gung von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, 

der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in einem 

Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (Dublin-II-VO), zu er-

folgen hat, 

dass die Dublin-II-VO durch die Dublin-III-VO abgelöst worden ist, welche 

ab dem 1. Januar 2014 in allen Staaten der Europäischen Union an-

wendbar ist, 

dass im Notenaustausch vom 14. August 2013 zwischen der Schweiz und 

der Europäischen Union betreffend die Übernahme der Dublin-III-VO 

(Weiterentwicklung des Dublin/Eurodac-Besitzstands) der Bundesrat der 

Europäischen Union mitteilte, dass die Schweiz den Inhalt dieses 

Rechtsakts akzeptiere und in ihre innerstaatliche Rechtsordnung umset-

zen werde, 

dass mit Bundesratsbeschluss vom 18. Dezember 2013 festgehalten 

wurde, die Dublin-III-VO werde – unter Hinweis auf Ausnahmen – ab dem 

1. Januar 2014 vorläufig angewendet,  

dass gemäss der übergangsrechtlichen Bestimmung der Dublin-III-VO 

diese auf alle Anträge auf internationalen Schutz und damit auf Asylgesu-

che anwendbar ist, die ab dem 1. Januar 2014 gestellt wurden 

(vgl. Art. 49 Dublin-III-VO zweiter Satz), 

dass die Bestimmungen der Dublin-III-VO (vollständig) anwendbar sind, 

wenn sowohl der Antrag auf internationalen Schutz als auch das Gesuch 

um Aufnahme oder Wiederaufnahme ab dem 1. Januar 2014 gestellt 

wurden, 

dass das Asylgesuch der Beschwerdeführerin vom 7. Juli 2014 datiert 

und das Übernahmeersuchen des BFM an Italien am 25. Juli 2014 erfolg-

te, weshalb vorliegend die Dublin-III-VO zur Anwendung gelangt, 

dass jeder Mitgliedstaat abweichend von Art. 3 Abs. 1 beschliessen kann, 

einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen ge-

stellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn er nach 

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den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prüfung zu-

ständig ist (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO; sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass die Beschwerdeführerin am 4. Juli 2014 illegal in das Hoheitsgebiet 

der Dublin Mitgliedstaaten einreiste, 

dass die italienischen Behörden das Übernahmeersuchen des BFM vom 

25. Juli 2014 unbeantwortet liessen, womit sie die Zuständigkeit Italiens 

implizit anerkannten (Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO), 

dass das BFM bei dieser Sachlage zu Recht von der Zuständigkeit Ita-

liens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens aus-

ging, 

dass in der Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen geltend gemacht wird, 

der Beschwerdeführerin seien in Italien keine Fingerabdrücke abgenom-

men worden, weshalb sich die angefochtene Verfügung einzig auf die 

wahrheitsgetreuen Vorbringen der Beschwerdeführerin stütze, 

dass die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Italien unzulänglich 

seien, weshalb die Beschwerdeführerin in Italien möglicherweise einer 

unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung ausgesetzt und ihr dort 

ein "real risk" drohen würde, 

dass es sich bei der Beschwerdeführerin um eine alleinstehende Frau 

handle, welche besonderen Schutz benötige, 

dass sie als Fluchtdestination die Schweiz gewählt habe, weil hier ihr 

Bruder wohne, der sie unterstützen könne, 

dass es Dublin-Rückkehrer besonders schwer hätten, in Italien eine Un-

terkunft oder sonstige Unterstützung zu finden, 

dass das BFM die Zuständigkeit der Schweiz im Hinblick auf das Selbst-

eintrittsrecht bejahen solle, weil bei einer Überstellung nach Italien das 

Risiko einer Verletzung des Non-Refoulement-Prinzips nicht ausge-

schlossen sei, 

dass die auf Beschwerdeebene geltend gemachten Vorbringen indessen 

an der Zuständigkeit Italiens für die Durchführung des Asyl- und Wegwei-

sungsverfahrens nichts ändern können und auch keinen Anlass zur Aus-

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übung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-

III-VO, Art. 29a Abs. 3 AsylV 1) begründen, 

dass gemäss Art. 22 Abs. 5 Dublin-III-VO kohärente, nachprüfbare und 

hinreichend detaillierte Indizien die Zuständigkeit eines Mitgliedstaates zu 

begründen vermögen, 

dass es sich bei den erwähnten protokollierten Aussagen der Beschwer-

deführerin (illegale Einreise in Italien via Seeweg von einem Drittstaat mit 

anschliessendem dortigen Aufenthalt von weniger als zwölf Monaten) um 

solche Indizien handelt, weshalb der Einwand, Italien habe ihr keine Fin-

gerabdrücke abgenommen, nicht greift, 

dass auch sonst keine Gründe zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der 

Schweiz ersichtlich sind, zumal Italien Signatarstaat der EMRK, des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) sowie des Zusatzproto-

kolls der FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) ist, und sich aus den 

Akten keine konkreten Hinweise ergeben, wonach Italien sich nicht an die 

daraus resultierenden massgebenden völkerrechtlichen Bestimmungen 

halten würde, 

dass die Beschwerdeführerin den italienischen Behörden übergeben wird, 

die damit die Möglichkeit haben, sich um sie gebührend zu kümmern und 

ihr Asyl- und Wegweisungsverfahren durchzuführen, 

dass Italien an die Richtlinie 2013/33/EU des Europäischen Parlaments 

und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die 

Aufnahme von Personen, die internationalen Schutz beantragen (Auf-

nahmerichtlinie [Neufassung]), gebunden ist und demnach dafür besorgt 

sein muss, den Asylsuchenden ein menschenwürdiges Leben zu ermögli-

chen, 

dass Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Unter-

bringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt werden 

und sich neben den staatlichen Strukturen auch zahlreiche private Hilfsor-

ganisationen der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen anneh-

men, 

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Seite 10 

dass keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, die Beschwer-

deführerin würde im Falle einer Rückkehr nach Italien wegen der dortigen 

Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage geraten, 

dass sie sich bei allfälligen Schwierigkeiten an die dafür zuständigen Be-

hörden beziehungsweise karitativen Organisationen wenden kann, 

dass es in Anbetracht der Umstände insgesamt keinen Grund für eine 

Anwendung der Ermessensklauseln von Art. 17 Dublin-III-VO gibt, 

dass an dieser Stelle festzuhalten ist, dass die Dublin-III-VO den Schutz-

suchenden kein Recht einräumt, den ihren Antrag prüfenden Staat selber 

auszuwählen (vgl. auch BVGE 2010/45 E. 8.3), weshalb die Beschwerde-

führerin aus dem Vorbringen, ihr Bruder lebe in der Schweiz und könne 

sie unterstützen, nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag, zumal die-

ser nicht zur Kernfamilie gehört und kein Abhängigkeitsverhältnis ersicht-

lich ist, 

dass die italienischen Behörden vorliegend innert Frist zum Übernah-

meersuchen keine Stellung nahmen, weshalb das BFM gestützt auf 

Art. 22 Abs. 7 Dublin-III-VO zu Recht davon ausging, Italien sei mit der 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens einverstanden, 

dass es sich erübrigt, auf weitere Vorbringen der Beschwerdeführerin 

einzugehen, 

dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht in Anwendung von Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht 

eingetreten ist und – weil sie nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- 

oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die 

Überstellung nach Italien angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1), 

dass allfällige Vollzugshindernisse gemäss Art. 83 Abs. 3 und 4 AuG 

(SR 142.20) nicht mehr zu prüfen sind, da das Fehlen von Wegweisungs-

vollzugshindernissen bereits Voraussetzung des Nichteintretensentschei-

des gemäss Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10), 

dass die angefochtene Verfügung aufgrund der vorstehenden Erwägun-

gen Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt 

richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass die Beschwerde demnach abzuweisen ist, 

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dass mit dem vorliegenden Urteil in der Hauptsache die Gesuche, es sei 

der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen, und die Kan-

tonspolizei J._______ (recte: I._______) anzuweisen, die Vollzugsbemü-

hungen sofort einzustellen, gegenstandslos geworden sind, 

dass sich die Rechtsbegehren als aussichtslos erwiesen haben, weshalb 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen der geltend gemachten Bedürftigkeit 

der Beschwerdeführerin abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten der 

Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 600.– festzusetzen sind (Art. 1–3 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona-

le Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig 

 

 

Versand: