# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c30e88ea-ff62-5f20-9c7d-0e0238a74a60
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.08.2013 UV 2012/86
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-86_2013-08-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/86

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 19.08.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 19.08.2013
Art. 4 ATSG. Art. 6 UVG. Nachweis des Unfallereignisses bei im Zeitverlauf 
wechselnden Schilderungen. Unfallkausalität (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19.August 2013, UV 
2012/86).

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider, 

Versicherungsrichter Ralph Jöhl; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 19. August 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Markus Krapf, Sintzel Hüsler Krapf Herzog, 

Löwenstrasse 54, Postfach 2028, 8021 Zürich 1,

gegen

Sympany Versicherung AG, Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.  

A.a  A.___ war bei der B.___ AG (nachfolgend: Arbeitgeberin) vollzeitlich angestellt und 

dadurch bei der Sympany Versicherung AG (nachfolgend: Unfallversicherung) 

unfallversichert, als er dieser am 9. November 2011 melden liess, er habe neue Skis 

getestet und sei bei einer Abfahrt auf der Skikante hängengeblieben. Dabei sei er (ohne 

Fremdeinwirkung) auf die rechte Schulter gefallen (UV-act. 1). Dr. med. C.___, Sölden, 

bestätigte am 14. November 2011 eine Erstbehandlung am Unfalltag und vermerkte als 

Röntgenbefund einen Tuberculum majus Abriss rechts sowie einen Verdacht auf 

subcapitale Oberarmfraktur rechts (UV-act. 3). Die Unfallversicherung anerkannte ihre 

Leistungspflicht (UV-act. 2). Anlässlich der Behandlung im Spital D.___ vom 7. 

November 2011 wurde die Diagnose einer geschlossenen subcapitalen Humerusfraktur 

mit Abriss des Tuberculum majus rechts gestellt. Als Angabe des Versicherten wurde 

festgehalten, dass er beim Skifahren auf die rechte Schulter gestürzt sei (UV-act. 4). Dr. 

med. E.___, Chirurgie des Spitals D.___, bescheinigte eine volle Arbeitsunfähigkeit vom 

5. November bis 16. Dezember 2011 (UV-act. 5). Am 1. Februar 2012 bestätigte der 

Arzt den Behandlungsabschluss mit Bezug auf die rechte Schulter und führte eine neu 

aufgetretene Rotatorenmanschettenläsion links auf (UV-act. 9). 

A.b  Mit E-Mail vom 20. März 2012 liess die Arbeitgeberin der Unfallversicherung ein 

Schreiben des Versicherten vom 30. Januar 2012 zukommen, worin dieser unter 

anderem festhielt, dass er seit ca. 16. November 2011 am linken Oberarm unter 

Schmerzen leide (UV-act. 12). Die Klinik F.___ stellte hierauf am 12. April 2012 ein 

Kostengutsprache-Gesuch für eine Schulterarthroskopie und Rotatorenmanschette 

links (UV-act. 13). Nachdem der Vertrauensarzt Dr. med. G.___ hierzu am 13. April 2012 

(UV-act. 14) Stellung genommen hatte, eröffnete die Unfallversicherung dem 

Versicherten mit Verfügung vom 19. April 2012, die Zuordnung der Beschwerden an 

der linken Schulter zum Unfall vom 5. November 2011 sei nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Die Ausrichtung von Versicherungsleistungen aus 

der obligatorischen Unfallversicherung für Behandlungen an der linken Schulter werde 

abgelehnt (UV-act. 16). Die von Rechtsanwalt Dr. iur. M. Krapf, Zürich, für den 

Versicherten gegen diese Verfügung eingereichte Einsprache (UV-act. 19, 22) wies die 

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Unfallversicherung mit Einspracheentscheid vom 27. September 2012 ab (UV-act. 24). 

Die gegen die Verfügung vom 19. April 2012 vom Krankenversicherer erhobene 

Einsprache (UV-act. 18, 20) wurde im gleichen Entscheid teilweise gutgeheissen, indem 

die Unfallversicherung zwar eine Leistung ablehnte, die Kosten für die MRI-

Untersuchung vom 24. Januar 2012 jedoch im Rahmen von Art. 45 Abs. 1 ATSG 

übernahm (UV-act. 25).

B.  

B.a  Gegen diesen Einspracheentscheid erhob Rechtsanwalt Krapf für den Versicherten 

am 31. Oktober 2012 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid sei insoweit auf­

zuheben, als er den Anspruch des Beschwerdeführers auf die gesetzlichen Leistungen 

für die Verletzung an der linken Schulter verneine. Die Beschwerdegegnerin sei zu 

verpflichten, dem Beschwerdeführer für die Verletzung an der linken Schulter die 

gesetzlichen Leistungen zu erbringen, insbesondere Heilbehandlung und Taggelder. 

Zur Begründung legte der Rechtsvertreter unter anderem dar, der Beschwerdeführer 

sei beim Skifahren auf die rechte Schulter gefallen. Nach diesem Sturz sei er zur 

Mittelstation gefahren. Dort habe er die Ski ausziehen wollen. Dabei sei er ein zweites 

Mal gestürzt. Dieses Mal auf die linke Schulter. Mit den unmittelbar nach dem Unfall 

wegen der Schulterverletzung rechts verabreichten Medikamenten seien auch die 

Schmerzen an der linken Schulter betäubt worden. Der Beschwerdeführer habe die 

Schmerzen an der linken Schulter erst dann zu spüren bekommen, als die Analgesie 

abgebaut worden sei. Im ersten Moment sei die Verletzung an der rechten Schulter 

sehr viel dringender und schmerzhafter gewesen, so dass er nicht auf diejenige an der 

linken Schulter geachtet habe. Es sei deshalb nachvollziehbar, dass er den zweiten 

Sturz an der Mittelstation nicht erwähnt habe. Es gebe keine Verwirkungsfrist für die 

Anmeldung von versicherten Ereignissen. Der angebotene Zeuge sei zum Unfallereignis 

(Sturz auf die linke Schulter) einzuvernehmen. Erfahrungsgemäss falle man bei einem 

Sturz nicht direkt auf die Schulter, sondern stütze sich mit den Händen und/oder 

Armen ab. Das habe auch der Beschwerdeführer getan. Das Unfallereignis sei damit 

generell geeignet, eine Verletzung in der Art der eingetretenen zu verursachen. Im MRI 

vom 24. Januar 2012 sei sichtbar, dass die Ruptur der Supraspinatussehne fast 

vollständig sei. Weiter sei sichtbar, dass die Muskeln nicht fettig degeneriert seien. 

Diese Befunde würden die traumatische Genese der Ruptur belegen. Denn bei einer 

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degenerativen Entstehung müssten auch die Muskeln Zeichen von Degeneration 

aufweisen. Dies sei nicht der Fall. Das Verletzungsbild zeige, dass die Ruptur mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit traumatisch verursacht worden sei (act. G 1). Am 

19. November 2012 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers einen Bericht 

von Dr. med. H.___, Spital D.___, vom 13. November 2012 ein (act. G 3).

B.b  In der Beschwerdeantwort vom 28. Februar 2013 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 27. September 2012. Zur Begründung verwies sie auf die 

Darlegungen im angefochtenen Entscheid. Nachdem der Beschwerdeführer am 9. 

November 2011 einen Sturz auf die rechte Schulter gemeldet habe, sei der Sachverhalt 

von ihm stetig verändert worden. Anlässlich eines Telefongesprächs am 25. Januar 

2012 habe er erstmals erwähnt, dass er in der Zwischenzeit auch an Schmerzen an der 

linken Schulter leide. Mit Einsprachebegründung vom 13. Juni 2012 sei dann der 

angebliche Sturz auf die linke Schulter erstmals schriftlich beschrieben worden. Dem 

Unfallverlauf sei fortlaufend ein zusätzliches Element hinzugefügt worden. Der 

ursprünglich geschilderte Sachverhalt sei unbefangener und zuverlässiger als die 

späteren Schilderungen, weshalb darauf abzustellen sei. Da ein Sturz auf die linke 

Schulter bis zum 13. Juni 2012 nicht erwähnt worden sei, bestreite sie, dass einem 

Zeugen, welcher mit gleichem Datum erstmals erwähnt werde, Beweiswert zukomme. 

Selbst wenn tatsächlich ein zweiter Sturz auf die linke Schulter stattgefunden habe, 

bestreite sie, dass ein überwiegend wahrscheinlicher Kausalzusammenhang zwischen 

diesem Ereignis und den geltend gemachten Beschwerden bestehe. Das Schreiben 

von Dr. H.___ vom 13. November 2012 sei weder begründet noch nachvollziehbar. Es 

sei sehr generell gehalten und gehe kaum konkret auf den Fall ein. Es sei nicht 

geeignet, die Stellungnahme von Dr. G.___ vom 21. August 2012 in Zweifel zu ziehen 

(act. G 11).

B.c  Mit Replik vom 7. März 2013 (act. G 13) und Duplik vom 11. April 2013 (act. G 15) 

bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:

1.   

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1.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden die Versicherungsleistungen, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt. 

Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende Einwirkung eines 

ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 

Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Gesundheit oder den Tod zur Folge 

hat (Art. 4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Der Bundesrat kann sodann 

Körperschädigungen, die den Folgen eines Unfalls ähnlich sind, in die Versicherung 

einbeziehen (Art. 6 Abs. 2 UVG). In Art. 9 Abs. 2 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) hat er in einer abschliessenden Aufzählung 

folgende Körperschäden auch ohne ungewöhnliche äussere Einwirkung den Unfällen 

gleichgestellt, sofern sie nicht eindeutig auf eine Erkrankung oder eine Degeneration 

zurückzuführen sind: Knochenbrüche, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrisse, 

Muskelrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen sowie 

Trommelfellverletzungen.

1.2 Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben den Sachverhalt im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist 

die leistungsansprechende Person gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Sie muss 

die Umstände des Unfalls glaubhaft machen. Kommt sie dieser Forderung nicht nach, 

indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche Angaben macht, die das 

Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig erscheinen lassen, 

besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers. Im Streitfall obliegt es dem 

Gericht, zu beurteilen, ob die einzelnen Voraussetzungen des Unfallbegriffs erfüllt sind. 

Der Untersuchungsmaxime entsprechend hat es von Amtes wegen die notwendigen 

Beweise zu erheben und kann zu diesem Zwecke auch die Parteien heranziehen (RKUV 

1990 Nr. U 86 S. 50). Bei sich widersprechenden Angaben der versicherten Person 

über den Unfallhergang kann praxisgemäss auf die Beweismaxime abgestellt werden, 

wonach die so genannten spontanen "Aussagen der ersten Stunde" in der Regel 

unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder 

unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 

beeinflusst sein können. Wenn die versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit 

wechselt, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel 

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grösseres Gewicht zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des 

Versicherers (BGE 121 V 47 E. 1a mit Hinweisen). Das Gericht stellt auf jene 

Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 

wahrscheinlichste würdigt. Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im 

Sinn einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine 

Beweislast insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener 

Partei ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese 

Beweisregel kommt zur Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes 

kein wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 E. 2b). Wird 

also auf dem Wege der Beweiserhebung das Vorliegen eines Unfallereignisses nicht 

wenigstens mit Wahrscheinlichkeit erstellt - die blosse Möglichkeit genügt nicht (Th. 

Locher, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, Bern 2003, 3. Aufl., S. 451f.) - so hat 

dieses als unbewiesen zu gelten, was sich zu Lasten der den Anspruch erhebenden 

Person auswirkt.

1.3 Nach der Rechtsprechung kann unter Umständen aufgrund des medizinischen 

Befunds erstellt sein, dass eine Schädigung auf eine ungewöhnliche äussere 

Einwirkung und somit auf einen Unfall zurückzuführen ist. Der mangelnde Nachweis 

lässt sich zwar nur selten durch medizinische Feststellungen ersetzen. Diese dienen 

mitunter aber als Indizien im Beweis für oder gegen das Vorliegen eines Unfalles (Urteil 

des Bundesgerichts vom 1. März 2012, 8C_50/2012, E. 5.2 mit Hinweis auf BGE 134 V 

72 E. 4.3.2.2).  

2.   

2.1 Sowohl die Unfallmeldung vom 9. November 2011 (UV-act. 1) als auch die Angaben 

und Befunde im Bericht des erstbehandelnden Arztes Dr. C.___ (UV-act. 3) bezogen 

sich ausschliesslich auf die rechte Schulter des Beschwerdeführers. Im Unter­

suchungsbericht des Spitals D.___ vom 7. November 2011 wurde zwar ein CT der 

Schulter links vom 7. November 2011 mit der Beurteilung "Frakturbilanzierung" 

angeführt. Der CT-Befund bezog sich jedoch offensichtlich auf die rechte Schulter, 

zumal in den Berichten vom 7. und 10. November 2011 sowohl in der Anamnese als 

auch in den Diagnosen ausschliesslich die rechte Schulter zur Sprache kam. Die 

Fraktur hatte denn auch die rechte Schulter betroffen und war am 8. November 2011 

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operativ versorgt worden (vgl. UV-act. 4). Die Feststellung des Vertrauensarztes Dr. 

G.___, wonach es sich bei der Erwähnung eines CT der linken Schulter im Bericht vom 

7. November 2011 um einen Verschrieb handle (UV-act. 14 und 23 S. 11), erscheint 

damit zutreffend; sie blieb auch unbestritten. In den Verordnungen zur Physiotherapie 

vom 10. November 2011 und 3. Januar 2012 bestätigte Dr. E.___ die Diagnose eines 

"Os prox. Humerusfraktur re" (UV-act. 6); ein Befund betreffend die linke Schulter kam 

auch hier nicht zur Sprache.

2.2 Im Bericht des Röntgeninstituts I.___ vom 24. Januar 2012 (MRT-Arthrographie des 

linken Schultergelenkes) wurde als Beurteilung eine hochgradige Partialruptur der 

anterioren Supraspinatussehne an der Tuberculum majus Insertion sowie eine Bursitis 

subacromialis/subdeltoidea festgehalten (UV-act. 22 Beilage). Am 25. Januar 2012 gab 

der Beschwerdeführer im Rahmen einer telefonischen Anfrage der 

Beschwerdegegnerin bekannt, dass es an der rechten Schulter stark zu einer 

Besserung komme. Was ihn jetzt noch aus der Ruhe bringe sei, dass ihm seit einiger 

Zeit noch die linke Schulter schmerze. Ob es wegen des Unfalls sei, könne er nicht 

beurteilen (UV-act. 8). Im Nachgang zu dieser erstmaligen Erwähnung von Schmerzen 

an der linken Schulter durch den Beschwerdeführer rund zweieinhalb Monate nach 

dem Unfall (UV-act. 8) bestätigte Dr. E.___ am 1. Februar 2012 auf die Frage, ob im 

Heilungsverlauf unfallfremde Faktoren mitspielen würden, eine auf der Gegenseite links 

neu aufgetretene Rotatorenmanschettenläsion (UV-act. 9). Hierfür war am 31. Januar 

2012 eine erste Physiotherapie-Verordnung ausgestellt worden (UV-act. 10). Der 

Beschwerdeführer hatte der Arbeitgeberin am 30. Januar 2012 schriftlich mitgeteilt, seit 

ca. 16. November 2011 leide er am linken Oberarm unter Schmerzen; dies habe er der 

Therapeutin auch so mitgeteilt. Da die Schmerzen je nach Bewegung immer stärker 

geworden seien, habe Dr. med. J.___ Röntgenaufnahmen und ein MRI (24. Januar 

2012) veranlasst (UV-act. 12). Dr. med. K.___ hielt im Bericht vom 1. Februar 2012 als 

anamnestische Angabe des Beschwerdeführers fest, dass er sich beim Sturz vom 5. 

November 2011 rechtsseitig eine nicht dislozierte Fraktur und linksseitig eine RM-

Ruptur zugezogen habe. Im MRI zeige sich eine deutliche Partialruptur der 

Supraspinatussehne (UV-act. 13). Der Vertrauensarzt Dr. G.___ vermerkte am 13. April 

2012, dass die RM-Läsion links überwiegend wahrscheinlich unfallfremd sei; es liege 

lediglich eine mögliche Unfallkausalität vor (UV-act. 14). Dies stimmt mit der erwähnten 

Feststellung von Dr. E.___ vom 1. Februar 2012 überein (UV-act. 9). Am 6. Juni 2012 

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bestätigte die Physiotherapeutin L.___ gegenüber dem Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers, dass dieser sich ihr gegenüber erstmals am 22. November 2011 

über Schmerzen in der linken Schulter geäussert habe. Der Beschwerdeführer habe 

gemeint, er verspüre diese Schmerzen seit dem Unfall, bei welchem auch seine rechte 

Schulter verletzt worden sei (UV-act. 22 Beilage; vgl. auch Krankengeschichte, act. G 

13.1).

2.3 Während bislang in sämtlichen ärztlichen Stellungnahmen (UV-act. 3, 4, 5, 9, 13), in 

Aussagen des Beschwerdeführers selbst (UV-act. 8, 12) und auch noch im 

vorerwähnten Brief der Physiotherapeutin vom 6. Juni 2012 (UV-act. 22 Beilage) 

durchwegs lediglich von einem einzigen Sturz am 5. November 2011 die Rede war, 

liess der Beschwerdeführer in der Einsprachebegründung vom 13. Juni 2012 durch 

seinen Rechtsvertreter neu geltend machen, er sei am 5. November 2011 auch auf die 

linke Schulter gestürzt. Als er nach dem Sturz (auf die rechte Schulter) zur Mittelstation 

gefahren sei, habe er sich dort die Ski ausziehen wollen. Dabei sei er umgefallen und 

auf die linke Seite gestürzt. Er sei sich sicher, dass er bei diesem Sturz auf die linke 

Seite gefallen sei, da er bei einem Sturz auf die bereits verletzte rechte Seite einen 

heftigen Schmerzschub erlebt hätte. Der Vorfall sei von einem Kollegen (namentlich 

genannt und als Zeuge aufgerufen) beobachtet worden. Zudem habe er schon nach 

dem Unfall Beschwerden in der linken Schulter verspürt und dies gegenüber der 

Physiotherapeutin in der Behandlung vom 22. November 2011 erwähnt (Schreiben 

L.___ vom 6. Juni 2012; act. G 22 Beilage und G 13.1). Die Beschwerden an der linken 

Schulter seien durch die Schmerzmittel betäubt worden, welche er wegen der 

Verletzung an der rechten Schulter verabreicht erhalten habe (UV-act. 22). Diesen 

Standpunkt lässt er grundsätzlich auch im vorliegenden Verfahren vertreten. Dies 

allerdings unter Anfügung einer weiteren "Variante", indem er festhalten lässt, er sei 

nicht direkt auf die linke Schulter gestürzt, sondern habe sich mit Händen und Armen 

abgestützt (act. G 1 S. 5 unten).

2.4 Bauen spätere Aussagen auf früheren Aussagen auf bzw. zeichnen sich erstere 

einzig durch einen höheren Detaillierungsgrad aus, kann grundsätzlich auch ein im 

Nachhinein dargelegter Sachverhalt als ausgewiesen gelten und entsprechend 

berücksichtigt werden. Die verschiedenen Aussagen müssen jedoch in sich kongruent 

und miteinander vereinbar sein. Wird dagegen zu einem späteren Zeitpunkt ein neuer, 

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mit der bisherigen Schilderung nicht vereinbarer Sachverhalt hinzugefügt, ist dieser 

überwiegend wahrscheinlich als zweifelhaft bzw. lediglich als möglich zu betrachten. 

Die vorliegend im (streitigen) Einspracheverfahren erstmals erfolgte Schilderung von 

zwei separaten Sturzereignissen lässt sich mit der früheren Unfallschilderung mit einem 

(einzigen) Sturz auf die rechte Schulter nicht in Einklang bringen, indem sie in 

wesentlichen Sachverhaltselementen nicht übereinstimmen. Mit Blick auf die konkreten 

Umstände (E. 2.1, 2.2) vermag das Vorbringen, dass im ersten Moment die Verletzung 

der rechten Schulter dringender und schmerzhafter gewesen sei als die diejenige auf 

der linken Seite (act. G 1 S. 4), nicht zu erklären, dass er ein zweites Unfallereignis mit 

Sturz auf die linke Schulter während der ersten sieben Monate nach dem Unfall 

nirgends erwähnte. Der Einwand des Beschwerdeführers in der Einsprache vom 8. Mai 

2012, der Unfallsachverhalt sei ungenügend abgeklärt worden (UV-act. 19), hilft hier 

nicht weiter, zumal er selbst durch verschiedene Schilderungen Unklarheiten 

herbeiführte. Eine weitere Abklärung, insbesondere die Befragung des vom 

Beschwerdeführer angeführten Kollegen als Zeuge, vermöchte mit Blick auf den 

geschilderten Ablauf mit mehreren in Betracht fallenden Sachverhaltsvarianten den 

über ein halbes Jahr nach dem Ereignis - und erst im (streitigen) Einspracheverfahren - 

neu behaupteten Sachverhalt nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu belegen. 

Aber selbst wenn sich ein zweites Sturzereignis auf die linke Schulter aufgrund der 

beantragten Zeugenbefragung nachträglich beweisen liesse und von einer 

grundsätzlichen Eignung eines Schultersturzes, eine Rotatorenmanschettenruptur zu 

verursachen, auszugehen wäre, könnte - wie nachstehend zu zeigen sein wird - der 

Beweis einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit einer Unfallkausalität der von der 

linken Schulter ausgehenden Beschwerden nicht als erbracht gelten.

3.   

3.1 Der Vertrauensarzt Dr. G.___ legte in der versicherungsmedizinischen 

Stellungnahme vom 21. August 2012 dar, der Nachweis einer Partialruptur der 

Rotatorenmanschette bzw. Supraspinatussehne beweise die Unfallkausalität nicht, da 

es wissenschaftlich erwiesen sei, dass diese sowohl degenerativ als auch traumatisch 

entstehen könne. In höherem Lebensalter, ungefähr ab der 6. Lebensdekade, 

dominiere klar die degenerative Veränderung der Rotatorenmanschette. Bei Menschen 

mittleren Alters stünden wiederum berufsbedingte Schultererkrankungen oder 

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chronische Überlastungsschäden im Vordergrund. Rupturen der Rotatorenmanschette 

bei jungen Patienten liessen vor allem auf ein traumatisches Ereignis oder eine gezielte 

Überbeanspruchung schliessen. Während viele Fälle einer degenerativen 

Rotatorenmanschettenläsion klinisch stumm verlaufen könnten bzw. langsam beginnen 

würden, führe die traumatisch verursachte Ruptur unmittelbar zu Schmerzen sowie 

Kraft- und Funktionsverlust. Konkret spreche für eine traumatische Genese das 

Vorliegen eines Ereignisses, eine Partialruptur der Supraspinatussehne sowie der 

fehlende Nachweis einer Muskelatrophie bzw. einer fettigen Degeration. Dem stehe 

jedoch ein Sturzmechanismus gegenüber, der nicht geeignet sei für eine 

Supraspinatusruptur. Die Anamnese sei atypisch, indem keine Akutphase dokumentiert 

werde, sondern ein eher schleichender Beginn, obwohl Defizite aufgrund vermehrten 

Gebrauchs der linken Schulter (bei verletzter rechter Schulter) sich eher hätten 

bemerkbar machen müssen. Weiter seien in der klinischen Untersuchung keine 

zusätzlichen Verletzungen im Bereich der linken Schulter nachgewiesen worden, wie 

z.B. Hämatome, welche weitere Hinweise seien für eine Unfallkausalität. Gegen eine 

Unfallkausalität bezüglich des Ereignisses vom 5. November 2011 spreche auch die 

MRI-Untersuchung vom 24. Januar 2012, wo zusätzlich degenerative Veränderungen 

hätten nachgewiesen werden können, jedoch keine zusätzlichen traumatischen 

Läsionen. Es sei zwar bereits frühzeitig eine bildgebende Untersuchung der linken 

Schulter im Austrittsbericht des Spitals D.___ dokumentiert, doch müsse es sich um 

einen Verschrieb handeln, denn die Fragestellung habe auf Frakturbilanzierung 

gelautet. Deshalb müsse als gesichert angenommen werden, dass die CT-

Untersuchung die rechte Schulter betroffen habe. Dr. G.___ kam zum Schluss, ein 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 5. November 2011 und der 

Schulterschmerzen links sei lediglich möglich, jedoch nicht überwiegend 

wahrscheinlich (UV-act. 23). Der Orthopäde Dr. H.___ führte im Bericht vom 

13. November 2012 aus, ein Sturz auf die Schulter sei sicherlich ohne Weiteres 

geeignet, eine Rotatorenmanschetten-Ruptur zu verursachen. Dabei spiele es keine 

Rolle, ob der Sturz direkt auf die Schulter oder auf den ausgestreckten Arm oder die 

ausgestreckte Hand geschehe. Bei beiden Mechanismen könne der Humeruskopf mit 

grosser Wucht unter das Acromion gestossen werden, so dass eine Einklemmung mit 

Ruptur der Rotatorenmanschette erfolgen könne. Sämtliche intraoperativen Befunde 

seien absolut mit einer traumatischen Genese vereinbar (act. G 3.1). 

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3.2 In seinem Bericht bestätigte Dr. H.___ wie dargelegt die grundsätzliche Eignung 

eines Sturzes, eine Rotatorenmanschettenruptur zu verursachen bzw. dass dadurch 

eine Einklemmung mit Ruptur der Rotatorenmanschette erfolgen könne. Letzteres 

wurde von Dr. G.___ vorab zwar in Frage gestellt, in der anschliessenden Würdigung 

der konkreten Umstände jedoch dennoch als gegeben unterstellt. Dr. G.___ führte aus, 

weder gegenüber dem erstbehandelnden Arzt (Dr. C.___) noch gegenüber dem 

behandelnden Chirurgen Dr. E.___ seien zeitnah zum Unfall Schulterbeschwerden links 

geklagt worden. Dies erstaune, handle es sich doch bei der Partialruptur der Sehne 

links nicht um eine Bagatellverletzung. Erstmals seien die Schulterbeschwerden links 

vom Beschwerdeführer in der Physiotherapiebehandlung vom 22. November 2011 

erwähnt worden. Dass die Physiotherapeutin damals keine Untersuchung empfohlen 

oder Kontakt mit dem behandelnden Chirurgen aufgenommen habe, weise darauf hin, 

dass sie bei den linksseitigen Schulterbeschwerden eher von einer Überlastung 

ausgegangen sei, was nicht unüblich und durch vermehrten Gebrauch einer Extremität 

bedingt sei. Dies sei ein Hinweis für den schleichenden Beginn der Symptomatik, was 

atypisch sei für eine traumatisch bedingte Schulterpathologie mit 

Rotatorenmanschettenruptur. Eine frische Verletzung der Rotatorenmanschette führe 

zu sofortigen Schmerzen im Schulterbereich, die mit einem unmittelbaren Kraft- und 

Funktionsverlust der betreffenden Schulter einhergehen würden. Aufgrund der 

sofortigen aktiven Bewegungsunfähigkeit spreche man auch von Pseudoparalyse. 

Dieser heftige Schmerz lasse nach kurzer Zeit (0 bis 3 Tage nach dem Ereignis) nach. 

Jedoch würden aktive Kraftanstrengungen über Brustniveau stark schmerzhaft und 

kraftreduziert bleiben. Die Argumentation, dass die Beschwerden an der linken Schulter 

durch Schmerzmittel betäubt worden seien, sei nicht haltbar. Das Defizit an der linken 

Schulter hätte von ihm sofort festgestellt werden müssen, denn aufgrund der 

Immobilisierung der rechten verletzten Schulter sei er umso mehr auf die 

Kompensation durch die linke Schulter angewiesen gewesen. Nach 

Rotatorenmanschettenverletzung könnten zwar noch leichte Arbeiten und Büroarbeiten 

ausgeübt werden. Trotzdem sei davon auszugehen, dass ein Patient nach einer 

solchen Verletzung binnen 72 Stunden einen Arzt aufsuche. Obschon der 

Beschwerdeführer wegen der rechten Schulter hospitalisiert gewesen sei, habe er in 

der Phase, in der die Beschwerden am ausgeprägtesten seien, keine 

Schulterbeschwerden links beklagt. Diese seien erst nach der akuten Phase am 22. 

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November 2011 in der ambulanten Nachbetreuungsphase gegenüber der 

Physiotherapeutin erwähnt worden. Ein Bewegungsverlust sei zeitnah zum Ereignis 

nicht belegt worden (UV-act. 23 S. 8-10).

3.3 Zu diesen einlässlich und nachvollziehbar begründeten Feststellungen äusserte 

sich Dr. H.___ nicht bzw. stellte sie nicht in Frage. Die von ihm bestätigte blosse 

Vereinbarkeit der Befunde mit einer traumatischen Ursache lässt eine Unfallursache 

zwar als möglich erscheinen, vermag jedoch eine solche nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zu belegen. Nachdem eine Partialruptur der Rotatorenmanschette 

bzw. der Supraspinatussehne sowohl degenerativ als auch traumatisch entstehen kann 

(vgl. dazu A. M. Debrunner, Orthopädie/Orthopädische Chirurgie, 4. A., S. 728 Ziff. 

46.4.3), stehen sich Unfall- und Krankheitsursache bei dem im Ereigniszeitpunkt 

67 Jahre alten Beschwerdeführer insofern gleichwahrscheinlich gegenüber, als in der 

MRI-Untersuchung vom 24. Januar 2012 degenerative Veränderungen nachgewiesen 

werden konnten, jedoch keine zusätzlichen traumatischen Läsionen (UV-act. 22 

Beilage). Sodann macht insbesondere die von Dr. G.___ angeführte Tatsache, dass von 

Seiten der Physiotherapeutin auch noch nach dem 22. November 2011 keine 

medizinischen Massnahmen hinsichtlich der linken Schulter veranlasst bzw. als nötig 

erachtet worden waren, eine diesbezüglich am 5. November 2011 gesetzte 

Unfallursache eher unwahrscheinlich. Von letzterem ging auch Dr. E.___ aus (UV-act. 9 

Ziff. 2b). Wenn im Weiteren angenommen wird, dass der nachträglich behauptete 

zweite Sturz auf die linke Schulter noch vor der Schmerzmitteleinnahme (für die rechte 

Schulter) erfolgt sein musste, so vermag die Schmerzmitteleinnahme die 

Beschwerdefreiheit und uneingeschränkte Bewegung der linken Schulter vor der 

Schmerzmitteleinnahme selbstredend nicht zu erklären. Bei Vorliegen einer 

Rotatorenmanschettenruptur hätte neben Schmerzen eine erhebliche 

Bewegungseinschränkung (vgl. Debrunner, a.a.O, S. 726 und S. 728 Ziff. 46.4.3) 

unmittelbar zu Tage treten müssen.

4.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 27. September 2012 abzuweisen. Gerichtskosten sind 

keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.08.2013
	Art. 4 ATSG. Art. 6 UVG. Nachweis des Unfallereignisses bei im Zeitverlauf wechselnden Schilderungen. Unfallkausalität (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19.August 2013, UV 2012/86).

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		2025-07-19T10:32:07+0200
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