# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97998b68-2a67-59d9-bf11-3d05dbabc483
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-11-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.11.2010 E-7963/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7963-2010_2010-11-30.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7963/2010/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 0 .  N o v e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Gérald Bovier;
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, geboren (...),
angeblich Eritrea,
vertreten durch David Ventura,   
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 5. November 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7963/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, eigenen Angaben zufolge ein eritreischer 
Staatsangehöriger  mit  letztem  Wohnsitz  in  B._______,  sein 
Heimatland   am (...) 2007 verlassen habe und nach Aufenthalten von 
fünf  Monaten  im  Sudan  und  zwei  Jahren  in  Libyen  am 
19. September 2010  per  Boot  nach  Italien  gereist  sei,  sich  dort 
während zweier Wochen bei Freunden aufgehalten habe und hiernach 
am 10. Oktober 2010 per  Zug in die Schweiz gelangt  sei,  wo er  am 
folgenden Tag  um Asyl nachsuchte, 

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im (...)  vom 28. Oktober 2010 
zur Begründung seines Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, 
während  seines  Militärdienstes  habe  er  sich  nicht  gut  mit  seinem 
Vorgesetzten verstanden,  weshalb  er  am (...) 2007 inhaftiert  worden 
sei,

dass  ihm am (...) 2007  die  Flucht  aus  dem Gefängnis  geglückt  sei, 
worauf er das Land verlassen habe, da er sein Leben in Eritrea nicht  
nach seinem Willen führen könne,

dass das BFM den Beschwerdeführer anlässlich der Einreichung sei -
nes  Asylgesuchs  am 11. Oktober 2010  aufforderte,  rechtsgenügliche 
Papiere  einzureichen und der Beschwerdeführer  dieser  Aufforderung 
bis heute nicht nachgekommen ist,

dass  er  am  12. Oktober 2010  und  am  20. Oktober 2010  daktylo-
skopisch  erfasst  werden  sollte,  jedoch  infolge  Beschädigung  seiner 
Fingerkuppen keine Abnahme der Fingerabdrücke möglich war,

dass  seine  Fingerkuppen  am  28. Oktober 2010  erneut  von  einer 
Fachperson begutachtet und infolge fortbestehender Hautverletzungen 
lediglich fotografiert wurden,

dass der  Beschwerdeführer  gleichentags  gestützt  auf  Art. 36 Abs. 2 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  Gelegenheit 
erhielt, sich zur angedrohten Fällung eines Nichteintretensentscheides 
gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG zu äussern, 

dass er diesbezüglich ausführte, während seines Aufenthalts in Libyen 
sei  ihm  zugetragen  worden,  dass  in  Italien  die  Leute  keine  Arbeit 

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bekämen  und  auf  der  Strasse  schliefen,  während  in  der  Schweiz 
Menschen wie Menschen behandelt würden,

dass  er  deshalb  seine  Fingerkuppen  mit  (...)  und  einer  Flüssigkeit 
namens  C._______ unkenntlich  gemacht  habe,  um  sich  auf  diese 
Weise einer erkennungsdienstlichen Erfassung durch die italienischen 
Behörden zu entziehen,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  5. November 2010  gestützt  auf 
Art. 32  Abs.  2  Bst.  c  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerde-
führers nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren 
Vollzug anordnete,

dass es zur Begründung im Wesentlichen anführte,  der Beschwerde-
führer habe seine Mitwirkungspflicht schuldhaft grob verletzt, indem er 
zugegebenermassen  seine  Fingerkuppen  in  der  Absicht  manipuliert  
habe,  einen  Abdruck  beziehungsweise  dessen  Vergleich  mit  der 
Datenbank Eurodac zu verunmöglichen,

dass er am 12. Oktober 2010 das erste und am 20. Oktober 2010 das 
zweite Mal daktyloskopiert worden sei, woraus zu schliessen sei, dass 
er  seine Fingerkuppen auch während des Aufenthalts  im Empfangs-
zentrum weiterhin manipuliert habe,

dass ein solches Verhalten nicht anders zu erklären sei,  als dass er 
den  Aufenthalt  und  allenfalls  die  Einreichung  eines  Asylgesuchs  in 
einem Signatarstaat der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 
18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags 
zuständig  ist  (Dublin-II-VO)  zu  verschleiern  und eine  allfällige  Rück-
überstellung zu verhindern versuche,

dass  er  somit  eine  wesentliche  Untersuchungsmassnahme mutwillig 
verhindert  und  damit  seine  Mitwirkungspflicht  am  Verfahren,  ins-
besondere bei der Erhebung der biometrischen Daten gemäss Art.  8 
Abs. 1 Bst. e AsylG, schuldhaft verletzt habe,

dass  der  Beschwerdeführer mit  Eingabe  vom  12. November 2010 
gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde 
erhob  und  dabei  beantragte,  es  sei  die  vorinstanzliche  Verfügung 
aufzuheben und das BFM anzuweisen, das Asylverfahren wieder auf-

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zunehmen  und  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unter  Wahrung 
seiner Verfahrensrechte pflichtgemäss zu erstellen und zu prüfen, 

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  unentgelt -
licher Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1  des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021) ersuchte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  15. November 2010  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungs-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d 
Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [BGG, 
SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzu-
treten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 37 VGG und 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht,  die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-

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schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent -
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungs-
weise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art.  111 Bst. e AsylG) 
und es sich vorliegend,  wie  nachfolgend aufgezeigt,  um eine solche 
handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  be-
gründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
auf andere Weise als den in Art. 32 Abs. 2 Bstn. a und b AsylG ge-
nannten Gründen ihre Mitwirkungspflicht schuldhaft und in grober Wei-
se verletzen (Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG),

dass  eine  grobe  Verletzung  der  Mitwirkungspflicht  bei  Verhinderung 
einer bestimmten, konkret vorgesehenen Verfahrenshandlung vorliegt 
(Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2003 Nr. 21 E. 3d, S. 136, EMARK 2001 Nr. 19, 
E. 4a, S. 142, EMARK 2000 Nr. 8 E. 5 S. 68 f., EMARK 1994 Nr. 15, E. 
6, S. 126 f.), wozu insbesondere auch die Mitwirkung an der Erhebung 
von biometrischen Daten gehört (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. e AsylG),

dass  das  Asylgesetz  für  einen  Nichteintretensentscheid  wegen  Ver-
letzung der Mitwirkungspflicht im Übrigen keinen Vorsatz voraussetzt 
(vgl. EMARK 2000 Nr. 8),

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dass unter einer schuldhaften Mitwirkungspflichtverletzung im Gegen-
satz zur strafrechtlichen Terminologie eine solche zu verstehen ist,  bei 
welcher die betreffende Person durch aktives Handeln zur Verletzung 
beiträgt oder ein Handeln unterlässt, das ihr aufgrund ihres Alters, ih -
rer  Ausbildung,  ihrer  beruflichen  und  sozialen  Stellung  vernünftiger-
weise zugemutet werden kann, 

dass  vorliegend  das  BFM erkannte,  der  Beschwerdeführer  habe  an 
allen drei daktyloskopischen Erfassungen mitgewirkt, jedoch durch die 
vorsätzliche und fortgesetzte Beschädigung seiner Papillarstreifen die 
Entnahme  seiner  Fingerabdrücke,  mithin  deren  Vergleich  mit  der 
Datenbank Eurodac, vereitelt,

dass  der  Beschwerdeführer  diesen  Sachverhalt  selber  zugegeben 
habe,  weshalb  davon  auszugehen  sei,  dass  er  sich  zuvor  in  einem 
Signatarstaat  des  Dublin-Übereinkommens  aufgehalten  und  er  dort 
allenfalls ein Asylgesuch gestellt habe,

dass das BFM gemäss Aktenlage unter der Feststellung, es bestünden 
Hinweise dafür, dass ein anderer Signatarstaat der Dublin-II-VO für die 
Prüfung  des  vorliegenden  Asylantrags  zuständig  sei,  zunächst  die 
Durchführung  eines  Dublin-Verfahrens  geprüft,  infolge  der  vom  Be-
schwerdeführer  unkenntlich  gemachten  Fingerkuppen  jedoch  ein 
nationales  Asyl-  und  Wegweisungsverfahren  eingeleitet  hat  (vgl. 
Triageblatt Dublin-Verfahren, pag. 14),

dass  sich  die  Frage  stellt,  ob  das  BFM  vor  dem  Hintergrund  des 
Untersuchungsgrundsatzes  allenfalls  verpflichtet  gewesen  wäre,  zu-
nächst abschliessende Erkenntnisse über die vermutete Zuständigkeit 
der italienischen Behörden zu treffen,  

dass  der  Untersuchungsgrundsatz zu  den  allgemeinen  Grundsätzen 
des Asylverfahrens gehört (vgl. Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG),  

dass demnach die Behörde von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  zu  sorgen, 
die  für  das  Verfahren  notwendigen  Unterlagen  zu  beschaffen,  die 
rechtlich relevanten Umstände abzuklären und ordnungsgemäss darü-
ber Beweis zu führen hat,

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dass  das  BFM  der  ihm  aus  dem  Untersuchungsgrundsatz  zu-
fliessenden Verpflichtung mittels  dreimaligen Versuchs einer  daktylo-
skopischen Erfassung an sich hinreichend nachgekommen ist,

dass es ausserdem zu Recht festgestellt  hat,  dass dieser Grundsatz 
nicht uneingeschränkt gilt,  zumal er sein Korrelat in der Mitwirkungs-
pflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 VwVG und Art. 8 AsylG) findet,

dass  sich  nämlich  die  entscheidende  Behörde  trotz  des  Unter-
suchungsgrundsatzes in der Regel darauf beschränken darf, die Vor-
bringen der Asylbewerber zu würdigen und die von ihnen angebotenen 
Beweise abzunehmen, ohne weitere Abklärungen vornehmen zu müs-
sen,

dass  dem  eingeschränkten  Untersuchungsgrundsatz  der  Gedanke 
zugrunde  liegt,  dass  eine  asylsuchende  Person  die  Folgen  ihrer 
fehlenden  Mitwirkung  an  der  Feststellung  des  massgeblichen  Sach-
verhalts selbst zu tragen haben soll,

dass  der  Beschwerdeführer  vorliegend  seine  Mitwirkungspflicht  un-
bestrittenermassen in grober Weise verletzt  hat,  weshalb die ersatz-
weise Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. c AsylG auf den ersten Blick 
als naheliegende, sachgerechte Lösung erscheint,

dass jedoch mit  Blick auf  künftige, ähnlich gelagerte Konstellationen 
zu bedenken ist,  dass  ein  Umschwenken von einem Dublin-  auf  ein 
nationales Asyl- und Wegweisungsverfahren sich für die asylsuchende, 
ihre  Mitwirkungspflicht  verletzende  Person  begünstigend  auswirken 
könnte,

dass  es  sich  nämlich  bei  einem  Dublin-Verfahren  um  ein  Über-
stellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zu-
ständigen Staat handelt, welches systembedingt keinen Raum für die 
Anordnung von Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG 
i.V.m. Art.  83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16.  Dezember  2005 
über die Ausländerinnen und Ausländer AuG, SR 142.20) bietet, 

dass  demgegenüber  die  Anwendung  der  übrigen  Nichteintretens-
tatbestände  eine  ordentliche  Prüfung  der  Durchführbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs beinhaltet,

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dass  damit  bei  konsequenter  Anwendung  der  vom  BFM  gewählten 
Lösung  nicht  auszuschliessen  wäre,  dass  die  Verhinderung  der 
daktyloskopischen Erfassung durch eine asylsuchende Person – bei 
entsprechender  Herkunft  oder  bei  Vorliegen  von  persönlichen  Weg-
weisungsvollzugshindernissen – zu einer vorläufigen Aufnahme in der 
Schweiz führen könnte, 

dass  dieses  Ergebnis  nicht  sachgerecht  erscheint,  weshalb  sich  im 
Hinblick  auf  eine  einheitliche  Praxis  vorliegend  eine  ergänzende 
Untersuchung hinsichtlich der Zuständigkeit Italiens aufdrängt,

dass  in  der  vorliegenden  Rechtsmitteleingabe  ausgeführt  wird,  ein 
Augenschein  der  Handflächen  des  Beschwerdeführers  lege  die  Ver-
mutung  nahe,  dass  infolge  zwischenzeitlichen  Nachwachsens  der 
Papillarleisten aktuell eine daktyloskopische Erfassung möglich sei,

dass  demgemäss  der  Beschwerdeführer  zu  einer  ergänzenden  Ab-
nahme seiner Fingerabdrücke vorzuladen ist,

dass  das  BFM  im  Falle  einer  fortbestehenden  Unkenntlichkeit  der-
selben mit geeigneten Mitteln eine erneute Selbstverletzung durch den 
Beschwerdeführer  zu  verhindern  und  so  die  Durchführung  eines 
Fingerabdruckvergleichs  mit  der  Datenbank  Eurodac  sicherzustellen 
hat,

dass dabei in letzter Konsequenz auch Zwangsmassnahmen wie etwa 
die  Anordnung  einer  auf  Art.  75  Abs. 1  Bst.  a  des Bundesgesetzes 
vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
(AuG, SR 142.20) gestützten Vorbereitungshaft  durch die zuständige 
kantonale Behörde in Betracht fallen,

dass  zusammenfassend  das  BFM  den  rechtserblichen  Sachverhalt 
nicht vollständig erstellt beziehungsweise abgeklärt hat,

dass  die  angefochtene  Verfügung  daher  vollumfänglich  aufzuheben 
und  die  Sache  zur  vollständigen  Sachverhaltsfeststellung  und  an-
schliessenden Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen ist,

dass bei  diesem Ausgang keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind 
(Art. 63 Abs. 3 VwVG), womit  auch das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege (Art.  65  Abs. 1 VwVG) gegenstandslos 
wird,

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dass obsiegende Parteien Anspruch auf eine Parteientschädigung für 
die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten haben (Art. 7 Abs. 1 des 
Reglements über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass keine Kostennote zu den Akten gereicht worden ist und sich der 
notwendige  Vertretungsaufwand  aufgrund  der  Aktenlage  hinreichend 
zuverlässig abschätzen lässt, 

dass bei der Bemessung des notwendigen Arbeitsaufwandes  zulasten 
des Beschwerdeführers zu berücksichtigen ist, dass die Gutheissung 
der  Beschwerde  nicht  aus  in  der  Rechtsmitteleingabe  aufgezeigten 
Gründen erfolgte,

die von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädigung unter Be-
rücksichtigung  der  massgebenden  Bemessungsfaktoren  von  Amtes 
wegen auf Fr. 300.– (inkl. Auslagen und  MwSt.)  festzusetzen ist (Art. 
14 Abs. 2 VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und das Verfahren wird 
im Sinne der Erwägungen an das BFM zurückgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 300.– auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die kantonale Migrationsbehörde. 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand: 

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