# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07ff7f6b-3d72-54bc-89f5-ba194c1ce496
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-10-14
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 14.10.2025 SST.2025.80
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2025-80_2025-10-14.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 2. Kammer 

 

SST.2025.80 
(ST.2024.121; STA.2023.292) 

 

 

Urteil vom 14. Oktober 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichterin Plüss, Präsidentin  

Oberrichter Cotti  

Oberrichterin Möckli  

Gerichtsschreiberin Wanner 

 

 
   

Anklägerin   Kantonale Staatsanwaltschaft, 

Bleichemattstrasse 7, 5001 Aarau  

 

    
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1981, von Rothrist, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt Rudolf Studer,  

[…] 

  

 
 

Gegenstand  Steuerbetrug 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Mit Strafbefehl vom 19. Juli 2024 sprach die Kantonale Staatsanwaltschaft 

den Beschuldigten wegen Steuerbetrugs schuldig und bestrafte ihn mit  

einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 260.00 (Probezeit 

2 Jahre). Dem Beschuldigten wird folgender Sachverhalt vorgehalten: 

 

Verfahrensgeschichte: 

Die Sektion Juristische Personen des Kantonalen Steueramtes ist im 

Veranlagungsverfahren 2019 und 2020 darauf aufmerksam geworden, 

dass in den Jahresrechnungen 2019 und 2020 der B._____ GmbH 

[B._____], zu Unrecht private Kosten als Geschäftsaufwand gebucht 

worden sind und entsprechend nach Massgabe dieser falschen 

Buchhaltungen zu wenig Reingewinn deklariert wurde. 

 

Mit Strafbefehl und Bussenverfügung des Kantonalen Steueramtes, 

Aarau, vom 15.05.2023 wurde die B._____ GmbH rechtskräftig zu Bussen 

wegen versuchter Steuerhinterziehung der Kantons- und 

Gemeindesteuern 2019 bis 2020 (CHF 6'329.30 zuzüglich 

Verfahrenskosten von CHF 800.00) bzw. der direkten Bundessteuer 2019 

bis 2020 (CHF 5'838.70) verurteilt. 

 

Die Strafanzeige des Kantonalen Steueramtes, Aarau, vom 28.07.2023 an 

die Staatsanwaltschaft richtet sich gegen die Organe der B._____. Die 

Eheleute D._____ und A._____ sind Gesellschafter zu gleichen Teilen und 

halten seit Januar 2012 je 10 Stammanteile à CHF 1'000.00. 

 

Gegen die ursprünglichen Strafbefehle vom 01.03.2024 gegen D._____ 

und A._____ ist von ihren Verteidigern rechtzeitig Einsprache erhoben 

worden. Die Strafuntersuchung gegen D._____ ist vollständig eingestellt 

worden. Gegen A._____ sind die Vorwürfe der geldwerten Leistungen im 

Bereich der ungenügend verrechneten Privatanteilen an Fahrzeugen und 

Repräsentationsaufwendungen eingestellt worden. 

 

Sachverhalt zur strafbaren Handlung: 

Zur Bestrafung führen bei A._____ weiterhin die zu Unrecht an die B._____ 

weiterbelasteten Prozesskosten aus einem Arbeitsstreit mit einer früheren 

Arbeitgeberin. A._____ hat zum Zeitpunkt der Ereignisse eine 

Kaderposition im Kreditbereich einer Privatbank innegehabt. Er hat 2019 

die Rechnung für die Rechtsberatung von E._____, CHF 9'644, und im 

Jahre 2020 die Rechnung für die Rechtsberatung von F._____ AG, 

CHF 27'535, von der B._____ bezahlen lassen. Die entsprechenden 

Beträge wurden in den Jahresrechnungen der B._____ GmbH 2019 und 

2020 als Verwaltungsaufwand (6532 Rechtsberatung) verbucht. Anders 

als vom Beschuldigten behauptet, haben diese Rechtskosten keine 

Verpflichtung der B._____ ausgelöst. A._____ hat den weitaus grösseren 

Teil der Kosten tatsächlich aus privaten Mitteln bezahlt, umso 

 - 3 - 

 

 

unverständlicher ist es, warum er dies nicht auch so für die vorgenannten 

Rechnungen gehandhabt hatte. A._____ hätte dazu die Mittel gehabt, 

denn die B._____ hätte die Kosten auch seinem Privatkonto belasten 

können. 

 

[…] 

 

Erwägung und Schlussfolgerung 

Die vorgenommenen und von der Steuerbehörde beanstandeten 

Buchungen, die Belastung der B._____ mit privaten Rechtskosten, 

ausgewiesen als Verwaltungsaufwand, sollten dazu führen, die 

Steuerbelastungen der Steuerjahre 2019 und 2020 zu reduzieren. Es sind 

private Aufwendungen aus dem Vermögen der B._____ bezahlt worden. 

Damit haben sich die Gesellschafter unerlaubt einen Vorteil in Form 

geldwerter Leistungen zugesprochen. Die Jahresrechnungen der B._____ 

sind dadurch in den Jahren 2019 und 2020 falsch dargestellt worden. 

 

A._____ ist als Vorsitzender der Geschäftsführung und Gesellschafter der 

B._____ verantwortlich für rechtskonformes Handeln der B._____. 

 

Die falsche Jahresrechnung (Urkundenfälschung) diente der unerlaubten 

Steuerersparnis (Steuerbetrug). Dem Beschuldigten wird die Kooperation 

im Steuer- und. Strafverfahren zugutegehalten, was sich strafmildernd 

auswirkt. 

 

1.2. 

Gegen diesen Strafbefehl erhob der Beschuldigte am 12. August 2024  

Einsprache, worauf die Staatsanwaltschaft am 19. September 2024 den 

zur Anklage erhobenen Strafbefehl mitsamt Akten an das Bezirksgericht 

Zofingen zur Durchführung des Hauptverfahrens überwies. 

 

2. 

2.1. 

Am 17. Dezember 2024 fand die Hauptverhandlung vor dem Präsidenten 

des Bezirksgerichts Zofingen statt. Dieser erkannte gleichentags: 

 

1. 
Der Beschuldigte ist schuldig des Steuerbetrugs gemäss § 255 Abs. 1 AG-

StG und Art. 186 Abs. 1 DBG. 

 

2. 
2.2. 
Der Beschuldigte wird in Anwendung von § 255 Abs. 1 AG-StG und 

Art. 186 Abs. 1 DBG sowie gestützt auf Art. 34 und 47 StGB zu 30 

Tagessätzen Geldstrafe verurteilt. Der Tagessatz wird auf Fr. 430.00 

festgesetzt. Die Geldstrafe beläuft sich damit auf Fr. 12'900.00. 

  

 - 4 - 

 

 

2.3. 
Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 42 Abs. 1 StGB der bedingte 

Strafvollzug gewährt. Die Probezeit wird gestützt auf Art. 44 Abs. 1 StGB 

auf 2 Jahre festgesetzt. 

 

3. 
3.1. 
Die Anklagegebühr wird auf Fr. 1'000.00 festgelegt und dem Beschuldigten 

auferlegt. 

 

3.2. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus einer Pauschalgebühr von 

Fr. 1'200.00. Diese wird dem Beschuldigten auferlegt.  

 

4. 
Der Beschuldigte trägt seine Kosten selber. 

 

2.2. 

Gegen dieses Urteil meldete der Beschuldigte am 20. Dezember 2024 

(Postaufgabe) Berufung an. Das begründete Urteil wurde ihm am 25. Feb-

ruar 2025 zugestellt. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 17. März 2025 beantragte der Beschuldigte, 

er sei unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse 

von Schuld und Strafe freizusprechen.  

 

3.2. 

Mit Schreiben vom 1. April 2025 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie 

darauf verzichte, einen Nichteintretensantrag zu stellen bzw. Anschlussbe-

rufung zu erklären. 

 

3.3. 

Mit Eingabe vom 26. April 2025 stellte der Beschuldigte den Beweisergän-

zungsantrag, dass G._____ als Zeuge einzuvernehmen sei. 

 

3.4. 

Mit Verfügung vom 28. April 2025 ordnete die Verfahrensleiterin das münd-

liche Verfahren an. 

 

3.5. 

Am 19. Mai 2025 reichte der Beschuldigte vorgängig zur Berufungsver-

handlung die Berufungsbegründung ein. 

 

 - 5 - 

 

 

3.6. 

Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Berufungsantwort vom 26. Mai 2025 

die Abweisung der Berufung unter Kostenfolge und verwies auf die Begrün-

dung der Vorinstanz. 

 

3.7. 

Die Berufungsverhandlung mit Befragung des Beschuldigten fand am 

14. Oktober 2025 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen den vorinstanzlichen 

Schuldspruch. Er beantragt einen Freispruch (vgl. Berufungsbegründung 

S. 2 ff.). Das vorinstanzliche Urteil ist damit vollumfänglich zu überprüfen 

(Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

2. 

2.1. 

Die Vorinstanz sprach den Beschuldigten des Steuerbetrugs schuldig. Sie 

begründet ihren Schuldspruch im Wesentlichen damit, dass der 

Beschuldigte Prozesskosten aus seinem privaten Arbeitsrechtsprozess mit 

der H._____ Genossenschaft als Rechtsberatungskosten von der von ihm 

beherrschten B._____ GmbH bezahlen liess und entsprechend in den 

Jahresrechnungen 2019 (einen Betrag über Fr. 9'643.90) und 2020 (einen 

Betrag über Fr. 27'534.65) als "Rechtsberatung" im Konto Verwaltungsauf-

wand verbucht habe (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 2 S. 3-5). Es habe sich 

bei diesen Aufwendungen für das arbeitsrechtliche Verfahren des 

Beschuldigten gegen die H._____ Genossenschaft um keinen 

geschäftsbedingten Aufwand der B._____ GmbH gehandelt und der 

Beschuldigte habe seinen Privatanteil bei Einreichung der Steuerklärung 

nicht ausgewiesen, sondern verschwiegen. Damit sei erstellt, dass die 

Erfolgsrechnungen 2019 und 2020, welche den Steuererklärungen 

beigelegt worden seien, unwahr seien. Der Beschuldigte habe vorsätzlich 

seinen Anteil an den Kosten der Rechtsberatung verschleiert. Dadurch sei 

die Steuerbehörde in einen Irrtum über die Rechtsnatur dieser 

Rechtsberatungskosten versetzt worden. Indem diese Rechts-

beratungskosten über die B._____ GmbH verrechnet worden seien, habe 

sich der steuerbare Gewinn reduziert. Dieser Umstand sei dem 

Beschuldigten als faktisches Organ der B._____ GmbH bewusst gewesen. 

Sein Willen sei dabei klar auf eine solche Reduktion des Gewinns und die 

dadurch bewirkte Steuereinsparung ausgerichtet gewesen (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. 3.2 S. 6 f.). 

 

 - 6 - 

 

 

2.2. 

Der Beschuldigte macht mit Berufung im Wesentlichen geltend, er sei am 

31. März 2016 fristlos von der H._____ Genossenschaft entlassen worden. 

Die fristlose Kündigung sei Gegenstand einer gerichtlichen Auseinan-

dersetzung bis zum Bundesgericht gewesen, wobei es um drei Sachver-

haltskomponenten gegangen sei und einer davon die B._____ GmbH 

betroffen habe. Dem Beschuldigten sei vorgeworfen worden, er habe als 

Mitglied der Direktion der H._____ Genossenschaft Kredite über insgesamt 

Fr. 3.6 Millionen an die I._____ GmbH vergeben, wofür die vom Beschul-

digten beherrschte B._____ GmbH Provisionen von Fr. 140'000.00 kassiert 

haben soll. Dabei habe es sich um ein Insider-Geschäft gehandelt, welches 

die Treuepflicht gemäss Art. 321a Abs. 1 OR verletzt habe (vgl. 

Berufungsbegründung Rz. 3 S. 2 f.). Die B._____ GmbH habe rund einen 

Drittel der gesamten Rechtskosten für diesen Fall gegen die H._____ 

Genossenschaft übernommen, da zwischen dem Anstellungsverhältnis 

des Beschuldigten bei der H._____ Genossenschaft und den Umsätzen der 

B._____ GmbH ein klarer Kausalzusammenhang bestanden habe. Die 

B._____ GmbH habe Kredite vermitteln und daraus Provisionen erzielen 

können einzig und allein wegen des Netzwerks des Beschuldigten im 

Umfeld der H._____ Genossenschaft. Nach der fristlosen Entlassung des 

Beschuldigten seien die Umsätze der Gesellschaft abgestürzt (vgl. Be-

rufungsbegründung Rz. 5-15 S. 3 ff.). Gegenstand der arbeitsrechtlichen 

Auseinandersetzung mit der H._____ Genossenschaft sei u.a. auch der 

Wortlaut des Arbeitszeugnisses gewesen, welcher dahingehend lautete, 

dass der Beschuldigte aufgrund grober Verletzungen interner Weisungen 

ausgeschieden sei. Mit dieser Zeugnisformulierung hätte der Beschuldigte 

niemals ein neues Anstellungsverhältnis bei irgendeiner Bank oder einem 

Finanzinstitut in der Schweiz gefunden. Für die B._____ GmbH sei aber 

das Netzwerk des Beschuldigten im Finanzsektor entscheidend und 

gewinnbringend gewesen. Entsprechend habe die B._____ GmbH sehr 

wohl ein Interesse am Ausgang des Prozesses zwischen dem 

Beschuldigten und der H._____ Genossenschaft gehabt (vgl. 

Berufungsbegründung Rz. 16-18 S. 5 f.; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 4 ff.). 

 

Der Beschuldigte macht weiter geltend, dass entgegen der Vorinstanz die 

Verbuchung der Rechtsberatungskosten in Form von Verwaltungsaufwand 

überhaupt nicht sachfremd gewesen sei, weshalb von einer Verschleierung 

nicht die Rede sein könne (Berufungsbegründung Rz. 19-22 S. 6 f.). Soweit 

dem Beschuldigten vorgeworfen werde, er hätte seinen Privatanteil bei der 

Einreichung der Steuererklärung nicht ausgewiesen, so hält dieser entge-

gen, dass er bis zur Beauftragung des Anwaltsbüros E._____ die 

Rechtskosten selber bezahlt habe und erst das Anwaltsbüro ihn über eine 

Kostenübernahme der Rechtsberatungskosten in Kenntnis gesetzt habe. 

Erst ab diesem Zeitpunkt seien die Rechnungen neu auf die B._____ 

GmbH adressiert worden und hätten in der Buchhaltung verbucht werden 

 - 7 - 

 

 

können, weshalb keine Bruttoverbuchung habe stattfinden können 

(Berufungsbegründung Rz. 23-25 S. 7 f.; Protokoll der Berufungsverhand-

lung S. 6 und 10). 

 

Weiter macht der Beschuldigte geltend, es fehle am subjektiven Tatbe-

stand. Der geschäftlich bedingte Aufwand der B._____ GmbH an den 

Rechtsberatungskosten sei mit dem Anwaltsbüro E._____ sowie mit dem 

damaligen Treuhänder besprochen worden. Wäre eine Verschleierung des 

Aufwands gewollt gewesen, wäre nicht nur die Hälfte der Rechnung des 

Rechtsanwaltsbüros "F._____" der B._____ GmbH belastet bzw. hätte 

dieser Drittel der Rechtsberatungskosten nicht dem Prozessgegenstand 

(drei Sachverhaltskomplexe) des arbeitsgerichtlichen Verfahrens 

entsprochen und der Aufwand wäre nicht im dafür richtigen Konto verbucht 

worden (vgl. Berufungsbegründung S. 8 f.; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 10 f.). 

 

2.3. 

Die Staatsanwaltschaft verweist auf die ihrer Meinung nach zutreffenden 

Erwägungen der Vorinstanz (vgl. Berufungsantwort). 

 

3. 

3.1. 

Sofern der Beschuldigte rügt, der Anklagegrundsatz sei verletzt, da im 

Strafbefehl lediglich pauschal geltend gemacht werde, der Beschuldigte 

habe Privataufwand zu Unrecht über die B._____ GmbH abgerechnet, 

ohne aber darzulegen, inwiefern dies ein strafbares Verhalten darstellen 

würde (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 10), so ist dem 

Folgendes entgegenzuhalten: 

 

3.2. 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand 

des Gerichtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 

Abs. 2 BV; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 lit. a und b 

EMRK). Das Gericht ist an den in der Anklage wiedergegebenen Sachver-

halt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht aber an dessen rechtliche Wür-

digung durch die Anklagebehörde (vgl. Art. 350 StPO). Die Anklage hat die 

der beschuldigten Person zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt 

so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe im objektiven und 

subjektiven Bereich genügend konkretisiert sind. Das bedingt eine 

zureichende Umschreibung der Tat. Entscheidend ist, dass die betroffene 

Person genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und 

welchen Straftatbestand sie durch ihr Verhalten erfüllt haben soll. Gemäss 

Art. 325 Abs. 1 lit. g StPO hat die Anklage die nach Auffassung der 

Staatsanwaltschaft erfüllten Straftatbestände unter Angabe der 

anwendbaren Gesetzesbestimmungen anzugeben. Die Angabe des 

Tatbestands ist ein Teilaspekt des Anklagegrundsatzes und dient der 

 - 8 - 

 

 

Informationsfunktion. Das Anklageprinzip bezweckt damit zugleich den 

Schutz der Verteidigungsrechte der beschuldigten Person und dient dem 

Anspruch auf rechtliches Gehör (BGE 143 IV 63 E. 2.2 mit Hinweisen). Die 

Anklageschrift ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck der 

Umgrenzung des Prozessgegenstandes und der Information der 

beschuldigten Person, damit diese die Möglichkeit hat, sich zu verteidigen 

(statt vieler: Urteile des Bundesgerichts 6B_62/2024 vom 13. September 

2024 E. 3.4; 6B_1364/2019 vom 14. April 2020 E. 1.2). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Im Strafbefehl, der als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO), wird der 

Vorwurf mit folgenden Worten spezifiziert: "Zur Bestrafung führen bei 

A._____ weiterhin die zu Unrecht an die B._____ weiterbelasteten 

Prozesskosten aus einem Arbeitsstreit mit einer früheren Arbeitgeberin. 

A._____ hat zum Zeitpunkt der Ereignisse eine Kaderposition im 

Kreditbereich einer Privatbank innegehabt. Er hat 2019 die Rechnung für 

die Rechtsberatung von E._____, CHF 9'644, und im Jahre 2020 die 

Rechnung für die Rechtsberatung von F._____ AG, CHF 27'535, von der 

B._____ bezahlen lassen. Die entsprechenden Beträge wurden in den 

Jahresrechnungen der B._____ GmbH 2019 und 2020 als 

Verwaltungsaufwand (6532 Rechtsberatung) verbucht. Anders als vom 

Beschuldigten behauptet, haben diese Rechtskosten keine Verpflichtung 

der B._____ ausgelöst. A._____ hat den weitaus grösseren Teil der Kosten 

tatsächlich aus privaten Mitteln bezahlt, umso unverständlicher ist es, 

warum er dies nicht auch so für die vorgenannten Rechnungen gehandhabt 

hatte. A._____ hätte dazu die Mittel gehabt, denn die B._____ hätte die 

Kosten auch seinem Privatkonto belasten können." […] "Die 

vorgenommenen und von der Steuerbehörde beanstandeten Buchungen, 

die Belastung der B._____ mit privaten Rechtskosten, ausgewiesen als 

Verwaltungsaufwand, sollten dazu führen, die Steuerbelastungen der 

Steuerjahre 2019 und 2020 zu reduzieren. Es sind private Aufwendungen 

aus dem Vermögen der B._____ bezahlt worden. Damit haben sich die 

Gesellschafter unerlaubt einen Vorteil in Form geldwerter Leistungen 

zugesprochen. Die Jahres-rechnungen der B._____ sind dadurch in den 

Jahren 2019 und 2020 falsch dargestellt worden. A._____ ist als 

Vorsitzender der Geschäftsführung und Gesellschafter der B._____ 

verantwortlich für rechtskonformes Handeln der B._____. Die falsche 

Jahresrechnung (Urkundenfälschung) diente der unerlaubten Steuerer-

sparnis (Steuerbetrug)." 

 

3.3.2. 

Entgegen der Ansicht des Verteidigers des Beschuldigten wird das straf-

rechtlich vorwerfbare Verhalten damit klar umschrieben. Der Beschuldigte 

wusste genau, welcher konkreter Handlungen er beschuldigt wird und wel-

chen Straftatbestand er durch sein Verhalten erfüllt haben soll. Inwiefern 

 - 9 - 

 

 

eine wirksame Verteidigung aufgrund des im Strafbefehl festgehaltenen 

Sachverhalts nicht möglich gewesen sein soll, legt der Beschuldigte nicht 

dar und ist auch nicht ersichtlich.  

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Gemäss Art. 186 Abs. 1 DBG (SR 642.11) und § 255 Abs. 1 StG/AG (SAR 

651.100) wird bestraft, wer zum Zwecke einer Steuerhinterziehung ge-

fälschte, verfälschte oder inhaltlich unwahre Urkunden wie Geschäftsbü-

cher, Bilanzen, Erfolgsrechnungen oder Lohnausweise und andere Be-

scheinigungen Dritter zur Täuschung gebraucht. Die Tatbestände nach 

Art. 186 Abs. 1 DBG und § 255 Abs. 1 StG/AG stimmen materiell überein. 

Beide verlangen für den objektiven Tatbestand des Steuerbetrugs den Ge-

brauch einer gefälschten, verfälschten oder inhaltlich unwahren Urkunde 

zur Täuschung (vgl. SCHENKER/BAUMER, in: Kommentar zum Aargauer 

Steuergesetz, 5. Aufl. 2023, N. 1 zu § 255 StG/AG). Der Steuerbetrug stellt 

ein Tätigkeitsdelikt dar. Der objektive Tatbestand ist erfüllt, wenn der Steu-

erpflichtige von unwahren oder unechten Urkunden Gebrauch macht. Für 

die Vollendung des Delikts ist nicht erforderlich, dass sich ein Erfolg im 

Sinne einer Täuschung der Steuerbehörde, die Hinterziehung von Steuern 

oder die konkrete Gefährdung des staatlichen Steueranspruchs einstellt 

(Urteile des Bundesgerichts 6B_433/2013 vom 23. September 2013 E. 2.2; 

6B_663/2013 vom 3. Februar 2014 E. 2.4.1; SCHENKER/BAUMER, a.a.O., 

N. 11 f. zu § 255 StG/AG).  

 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist eine Erfolgsrechnung na-

mentlich etwa inhaltlich unwahr, wenn Einnahmen nicht verbucht werden, 

wenn Auslagen, die offensichtlich privater Natur sind, als geschäftsbedingt 

ausgewiesen werden oder wenn Lohnzahlungen auf einem sachfremden 

Aufwandkonto verbucht werden (BGE 122 IV 25 E. 2c; Urteile des Bundes-

gerichts 6B_1138/2021 vom 27. Januar 2022 E. 2 mit Verweis auf 

6B_755/2012 vom 4. Juli 2013 E. 2.2 mit Hinweisen). Der Begriff des ge-

schäftsmässig begründeten bzw. nicht begründeten Aufwands wird im Ge-

setz nicht näher definiert. Es muss deshalb im Einzelfall unter Würdigung 

aller Umstände bestimmt werden, ob ein steuerlich abzugsfähiger Aufwand 

vorliegt. Die geschäftsmässige Begründetheit einer Aufwendung orientiert 

sich am unternehmerischen Zweck. Eine Geschäftsaufwendung ist grund-

sätzlich geschäftsmässig begründet, wenn der Betrieb und der mit ihm ver-

folgte Zweck der Gewinnerzielung mit der Aufwendung in einem kausalen 

Zusammenhang stehen. Die Kausalität zwischen Betrieb und Aufwendung 

muss sachlich sein (Urteil des Bundesgerichts 6B_453/2011 vom 20. De-

zember 2011 E. 5.3 mit weiteren Hinweisen, nicht publiziert in: BGE 138 IV 

47).  

 

 - 10 - 

 

 

Beratungs- und Prozesskosten können dem Geschäftsaufwand nur belas-

tet werden, wenn sie geschäftlich bedingt und nicht der privaten Sphäre 

zuzuordnen sind. Nicht abzugsfähig sind insbesondere Anwalts- und Ge-

richtskosten, deren Ursache den Rahmen dessen sprengt, was noch als 

mit der Ausübung der selbständigen Erwerbsstätigkeit üblicherweise ver-

bundenes Risiko gelten kann. Dies ist bei grobfahrlässigem oder absichtli-

chem Fehlverhalten der Fall (vgl. REICH/ZÜGER/BETSCHART, in: Bundesge-

setz über die direkte Bundessteuer [DBG], 4. Aufl. 2022, N. 31 zu Art. 27 

DBG mit Verweis auf Urteil des Bundesgerichts 2C_745/2020 vom 29. Ok-

tober 2020 E. 2.4.3). Es kommt somit darauf an, ob die Verfehlung im 

Rahmen der ordentlichen Geschäftsrisiken lag (vgl. RICHNER UND ANDERE, 

in: Handkommentar zum DBG, 4. Aufl. 2023, N. 12 zu Art. 27 DBG). 

 

4.1.2. 

In subjektiver Hinsicht setzt der Steuerbetrug ein vorsätzliches Handeln vo-

raus, wobei Eventualvorsatz genügt. Erforderlich ist zudem, dass der Täter 

die zumindest möglicherweise falsche Urkunde zum Zwecke, d.h. in der 

Absicht, verwendet, die Steuerbehörde in einen Irrtum über die für die Ver-

anlagung massgebenden Tatsachen zu versetzen (Urteil des Bundesge-

richts 6B_1138/2021 vom 27. Januar 2022 E. 2 mit weiteren Hinweisen; 

SCHENKER/BAUMER, a.a.O., N. 35 ff. zu § 255 StG/AG).  

 

4.2. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Ver-

fahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Es geht von der 

für die beschuldigte Person günstigeren Sachlage aus, wenn unüberwind-

liche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der an-

geklagten Tat bestehen (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss abstrakte und theore-

tische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und 

absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Der Grundsatz "in dubio 

pro reo" ist erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Ge-

richts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet worden sind und 

nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante Zweifel bestehen, 

wobei nur das Übergehen offensichtlich erheblicher Zweifel eine Verletzung 

des Grundsatzes "in dubio pro reo" zu begründen vermag (BGE 148 IV 409 

E. 2.2; 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 

Liegen keine direkten Beweise vor, ist nach der Rechtsprechung bei der 

Beweiswürdigung auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim Indizienbe-

weis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechtserheblich, 

aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar rechts-

erhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für 

sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine 

bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen-

lassen, kann in der Gesamtheit ein Bild erzeugen, das den Schluss auf den 

vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter erlaubt (statt vieler: 

 - 11 - 

 

 

Urteil des Bundesgerichts 6B_916/2023 vom 1. Oktober 2024 E. 2.2 mit 

Hinweisen). 

 

5. 

5.1. 

Der angeklagte Sachverhalt wird vom Beschuldigten grundsätzlich nicht 

bestritten (vgl. Berufungsbegründung Rz. 3 S. 2 f.) und ist gestützt auf die 

Akten erstellt. 

 

Strittig ist, ob es sich bei den Aufwendungen für die "Rechtsberatung" um 

offensichtlichen Privataufwand des Beschuldigten handelt, der mit der 

B._____ GmbH in keinem Zusammenhang steht, und für welchen diese gar 

nicht hätte aufkommen dürfen und ob der Beschuldigte (zumindest) 

eventualvorsätzlich gehandelt hat.  

 

5.2. 

5.2.1. 

Der Beschuldigte war bei der B._____ GmbH betreffend die Steuerjahre 

2019 und 2020 für das Rechnungswesen verantwortlich (vgl. Steuererklä-

rung 2019 vom 17. Februar 2020 [Untersuchungsakten {UA} 1.3 S. 188], 

Steuererklärung 2020 vom 18. März 2021 [UA 1.3 S. 517]).  

 

5.2.2. 

Die in der Anklage erwähnten Rechtsberatungskosten stehen im Zusam-

menhang mit einer Rechtsstreitigkeit zwischen dem Beschuldigten und sei-

ner ehemaligen Arbeitgeberin (H._____ Genossenschaft), für welche er 

von April 2002 bis zu seiner fristlosen Kündigung am 31. März 2016 – ab 

1. April 2011 als Mitglied der Direktion und ferner zuletzt seit 1. Februar 

2014 als Leiter Grosskunden – tätig war. Der Beschuldigte verlangte in die-

sem Rechtsstreit von der H._____ Genossenschaft eine Strafentschädi-

gung wegen ungerechtfertigter Kündigung, Ersatz für hypothetischen Ver-

dienst und die Abänderung des Arbeitszeugnisses (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 4A_377/2019 vom 10. Februar 2020 Sachverhalt lit. A, UA 1.3 

S. 260 ff.). Diese Klage des Beschuldigten wurde abgewiesen (vgl. Urteil 

des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 13. Juni 2019 

[UA 1.3 S. 245 ff.] und Urteil des Bundesgerichts 4A_377/2019 vom 

10. Februar 2020). Es wurde von den Gerichten mehrfache schwere Treue-

pflichtverletzungen (betreffend drei Sachverhaltskomplexe) des Beschul-

digten gegenüber der H._____ Genossenschaft festgestellt, da er als An-

gestellter der H._____ Genossenschaft bei zwei Rechtsgeschäften 

(Sachverhalt "Baukredite 2011/2012 und Sachverhalt "H") Interessenskon-

flikte (Mitverdienen der B._____ GmbH bei Kreditvergaben) nicht offenlegte 

und bei einem anderen Sachverhalt Mithilfe zu einem Steuerdelikt 

(Sachverhalt "Grundstückkauf 2009") geleistet habe (vgl. Urteil des Appel-

lationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 13. Juni 2019 E. 3-5 und Ur-

teil des Bundesgerichts 4A_377/2019 vom 10. Februar 2020 E. 2.3).  

 - 12 - 

 

 

 

5.2.3. 

Der Beschuldigte erklärte auf erstes Nachfragen des Kantonalen Steuer-

amts zu den Steuererklärungen 2019 und 2020 mit Schreiben vom 21. Sep-

tember 2021, dass die Rechnung "F._____ AG Rechtsberatung" zur Hälfte 

durch die Mitverantwortliche B._____ GmbH übernommen worden sei 

(UA 1.3 S. 36). In einem weiteren Schreiben an das Kantonale Steueramt 

vom 30. November 2021 zu den Einschätzungsvorschlägen 2019 und 2020 

hielt der Beschuldigte fest, dass die Positionen "Rechtsberatung E._____" 

über Fr. 9'644.00 und "Rechtsberatung F._____ AG" über Fr. 27'535.00 

nicht rein privatrechtlicher Natur gewesen seien. Ihm sei u.a. wegen seines 

Arbeitsverhältnisses mit der B._____ GmbH das damalige 

Arbeitsverhältnis mit der H._____ Genossenschaft fristlos gekündigt 

worden, was zu einem Rechtsstreit geführt habe. Die gesamten Kosten der 

Gegenpartei seien daher hälftig der B._____ GmbH belastet worden. Die 

andere Hälfte sowie die eigenen Anwalts- und Gerichtskosten seien privat 

getragen worden. Da das Arbeitsverhältnis des Beschuldigten mit der 

B._____ GmbH Auslöser des Rechtsstreits gewesen sei, sei diese 

Kostenaufteilung als sachgerecht erachtet worden (UA 1.3 S. 16 ff.). Mit 

Schreiben vom 20. Februar 2023 nahm der seit 10. Dezember 2021 von 

der B._____ GmbH bevollmächtigte Rechtsanwalt zum eingeleiteten 

Strafverfahren gegen die B._____ GmbH wegen versuchter 

Steuerhinterziehung (vgl. UA 1.3 S. 561 ff.) wie folgt Stellung: Der 

Beschuldigte habe nach Abschluss des arbeitsgerichtlichen Verfahrens 

ungefähr die Hälfte der angefallenen Rechtskosten für das bundesge-

richtliche Verfahren der B._____ GmbH belastet. Die andere Hälfte, die 

Gerichtskosten von Fr. 6'000.00 sowie die eigenen Anwaltskosten in den 

Jahren 2016 bis 2020 von ca. Fr. 20'000.00 seien privat getragen worden 

(vgl. UA 1.3 S. 563). 

 

Auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme des Beschul-

digten vom 29. Mai 2024 gab dieser an, dass die H._____ Genossenschaft 

u.a. seine Tätigkeit bei der B._____ GmbH als fristlosen Kündigungsgrund 

qualifiziert habe. Er habe diese Kündigung bis vor Bundesgericht 

weitergezogen und verloren, weshalb er die gesamten Anwaltskosten vor 

Bundesgericht und die Hälfte der Anwaltskosten der Gegenpartei über die 

Firma abgerechnet habe, wobei er die andere Hälfte der Anwaltskosten 

sowie die Kosten des Bundesgerichts, die Kosten des Appellationsgerichts 

plus die eigenen Anwaltskosten von gesamthaft Fr. 70'000.00 privat be-

zahlt habe (UA 4.1 S. 2 f.). Gemäss einer der Staatsanwaltschaft einge-

reichten Auflistung durch den Beschuldigten habe dieser Fr. 70'662.20 pri-

vat und Fr. 37'179.00 (Fr. 9'644.00 + Fr. 27'535.00) über die B._____ 

GmbH bezahlt (UA 4.1 S. 10). 

 

Vor Vorinstanz gab der Beschuldigte zu Protokoll, "der Treuhänder" habe 

die Kosten unter Verwaltungsaufwand verbucht (Gerichtsakten [GA] 23). 

 - 13 - 

 

 

Vor Bundesgericht habe "die Treuhänderin" gesagt, dass ein Drittel der Ge-

samtkosten verbucht werden könne. Dies sei erst Thema geworden, als er 

vor Bundesgericht einen Anwaltswechsel gehabt habe (GA 23 Mitte). Der 

Beschuldigte gab an, dass – wenn er den Arbeitsplatzkonflikt gewonnen 

hätte – die B._____ GmbH "genau gleich profitiert" hätte. In beiden Fällen 

hätte die B._____ GmbH den gleichen Umsatz gehabt. Die verbuchten 

Rechtsberatungskosten seien ausschliesslich für ihn gewesen (GA 25). 

Gemäss seinem Verteidiger habe die neue Rechtsvertretung durch die 

Kanzlei E._____ den Beschuldigten darauf aufmerksam gemacht, dass die 

Kosten für die Rechtsberatung zumindest teilweise als Geschäftsaufwand 

verbucht werden können (GA 33 f.). Der "damalige Buchhalter" habe dann 

die entsprechenden Buchungen vorgenommen. Der Beschuldigte habe 

sich auf die Empfehlung seines "Steuerberaters" und der Kanzlei E._____ 

verlassen (GA 34).  

 

Auch vor Obergericht hielt der Beschuldigte fest, dass ein Rechtsanwalt 

des Büros E._____ ihm dazu geraten habe, Rechtsberatungskosten bei der 

B._____ GmbH einzubuchen, wobei sein Buchhalter den Prozentsatz für 

die Beteiligung der B._____ GmbH auf 1/3 festgelegt habe, da einer der 

drei Sachverhaltskomplexe im arbeitsgerichtlichen Verfahren die B._____ 

GmbH betroffen habe (vgl. Berufungsbegründung Rz. 3 S. 2 f.; Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 4, 6 und 9 ff.).  

 

5.3. 

5.3.1. 

Die hier fraglichen Rechtskosten wurden unter dem Titel Verwaltungsauf-

wand als Geschäftsaufwand der B._____ GmbH verbucht. Diese von der 

B._____ GmbH übernommenen Rechtskosten dienten jedoch nicht der 

Verfolgung des eigenen Geschäftszwecks, sondern ausschliesslich den 

privaten Interessen des Beschuldigten. Mit diesem Rechtstreit wollte er 

nämlich eigene Interessen als Privatperson (Zahlungen an sich selbst und 

ein vorteilhaftes Arbeitszeugnis) durchsetzen, wovon die B._____ GmbH 

nicht (direkt) profitiert hätte (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4 

f.). Daran ändert nichts, dass die B._____ GmbH Geschäfte, die im 

Zusammenhang mit der fristlosen Kündigung des Beschuldigten stehen, 

Umsatz generiert hatte. So hat der Beschuldigte sowohl vor Vorinstanz als 

auch vor Obergericht denn auch selbst eingeräumt, die B._____ GmbH 

hätte den gleichen Umsatz gemacht, unerheblich ob er den 

arbeitsrechtlichen Prozess gewonnen hätte oder nicht. Die verbuchten 

Rechtsberatungskosten seien ausschliesslich für ihn erfolgt, nicht für die 

B._____ GmbH (vgl. E. 3.3.4 hiervor mit Hinweis auf GA 25; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 5 f.). Es fehlt somit an einer unmittelbaren 

Einkommenserzielung bei der B._____ GmbH und den Rechtsbera-

tungskosten, um diese Kosten als geschäftsbedingte Gewinnungskosten 

einzustufen (vgl. REICH/ZÜGER/BETSCHART, a.a.O., N. 7 zu Art. 27 DBG).  

 

 - 14 - 

 

 

Selbst wenn ein solcher Zusammenhang noch angenommen würde – was 

jedoch offensichtlich nicht der Fall ist – könnten diese Rechtsberatungskos-

ten nicht als Kosten der B._____ GmbH qualifiziert werden. Dem Be-

schuldigten wurde nämlich nicht unbegründet fristlos gekündigt, sondern er 

hat schuldhaft mehrere schwere Pflichtverletzungen gegenüber seiner ehe-

maligen Arbeitgeberin begangen, womit sich – vergleichbar wie bei einer 

strafrechtlichen Verantwortung des selbständig Erwerbenden 

(REICH/ZÜGER/BETSCHART, a.a.O., N. 14 zu Art. 27 DBG; RICHNER UND 

ANDERE, a.a.O., N. 12 zu Art. 27 DBG) – kein der B._____ GmbH zu-

ordenbares besonderes Geschäfts- oder Berufsrisiko verwirklicht hat. Ent-

gegen dem Beschuldigten war hier somit die sog. Fürsorgepflicht des Ar-

beitgebers für eine solche Kostenübernahme durch die B._____ GmbH 

nicht geboten (vgl. hierzu auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-

3584/2020 vom 12. April 2021 e contrario, da dort unverschuldetes Verhal-

ten zur Diskussion stand). 

 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte persönliche 

Prozesskosten unrichtig als Geschäftsaufwand verbuchte, dadurch sich 

der ausgewiesene Gewinn der Gesellschaft verringerte und die Buchhal-

tung insofern durch den Beschuldigten verfälscht wurde. Durch die Beilage 

der entsprechenden Jahresbilanzen und Jahresertragsrechnungen 2019 

und 2020 bei den Steuererklärungen wurden damit die Tatbestände von 

Art. 186 DBG und § 255 Abs. 1 StG/AG in objektiver Hinsicht mehrfach er-

füllt. 

 

5.3.2. 

5.3.2.1. 

Gemäss Art. 21 StGB handelt nicht schuldhaft, wer im Zeitpunkt der Tat 

nicht weiss oder wissen kann, dass sein Verhalten rechtswidrig ist. Der 

Richter mildert die Strafe, wenn der Irrtum vermeidbar war. Ein Verbotsirr-

tum bzw. Rechtsirrtum gilt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

in der Regel als vermeidbar, wenn der Täter selbst an der Rechtmässigkeit 

seines Handelns zweifelte oder hätte zweifeln müssen oder wenn er weiss, 

dass eine rechtliche Regelung besteht, er sich über deren Inhalt und Reich-

weite aber nicht genügend informiert (BGE 129 IV 6 E. 4.1; 120 IV 208 

E. 5b).  

 

Unvermeidbar ist der Verbotsirrtum, wenn der Täter nicht weiss und nicht 

wissen kann, dass er rechtswidrig handelt, oder wenn der Irrtum auf Tatsa-

chen beruht, durch die sich auch ein gewissenhafter Mensch hätte in die 

Irre führen lassen (BGE 104 IV 217 E. 3a; Urteile des Bundesgerichts 

6B_77/2019 vom 11. Februar 2019 E. 2.1, nicht publ. in: BGE 145 IV 17; 

6B_216/2018 vom 14. November 2018 E. 2.3). Diese Regelung beruht auf 

dem Gedanken, dass sich der Rechtsunterworfene um die Kenntnis der 

Rechtslage zu bemühen hat und deren Unkenntnis nur in besonderen Fäl-

 - 15 - 

 

 

len vor Strafe schützt (BGE 129 IV 238 E. 3.1; Urteil des Bundesgerichts 

6B_216/2018 vom 14. November 2018 E. 2.3). 

 

5.3.2.2. 

Obwohl dem Beschuldigten ein überdurchschnittliches Wissen im Finanz-

bereich zuzuschreiben ist – er war jahrelang in Kaderfunktion bei einer 

Bank tätig, verfügt über Wissen im Finanzbereich und arbeitet gemäss sei-

nen Angaben seit 2018 als Finanzchef bei der K._____ AG (vgl. Protokoll 

der Berufungsverhandlung S. 2 ff.; UA 1.3 S. 567; GA 26) –, konnte er 

dennoch nicht wissen, dass er sich rechtswidrig verhalten hat, da er 

aufgrund des Ratschlags eines Rechtsanwalts des Büros E._____ sowie 

seines Treuhänders L._____, der M._____ AG, gehandelt hat. Aufgrund 

der Empfehlung durch den Rechtsanwalt wurden zunächst die neu 

angefallenen Anwaltshonorarrechnungen des Büros E._____ im 

Zusammenhang mit dem arbeitsrechtlichen Verfahren vor Bundesgericht 

an die B._____ GmbH adressiert, damit sie in der Buchhaltung verbucht 

werden konnten, und schliesslich die Hälfte der Rechnung von der F._____ 

AG auf die B._____ GmbH gebucht. Bis zu diesem Ratschlag durch das 

Büro E._____ hatte der Beschuldigte jeweils alles privat bezahlt. Es gab 

sodann keinerlei Anzeichen, dass die Auskunft des Büros E._____ 

irreführend oder unzuverlässig gewesen sein soll. So entsprach denn auch 

der vom Treuhänder festgelegte Prozentsatz von einem Drittel, welcher 

schliesslich gesamthaft ausgeschieden worden ist, dem Verhältnis im 

arbeitsgerichtlichen Verfahren, wonach einer der drei 

Sachverhaltskomplexe die B._____ GmbH betroffen habe. Der 

Beschuldigte durfte sich auf die Auskünfte des Rechtsanwalts und des 

Treuhänders verlassen und es ist entsprechend in Anwendung des 

Grundsatzes von "in dubio pro reo" davon auszugehen, dass er sich der 

Rechtswidrigkeit seines Handelns nicht bewusst war (vgl. zum Ganzen 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 4 ff.). Er befand sich damit in einem 

unvermeidbaren Rechtsirrtum i.S.v. Art. 21 StGB und es kann ihm ein 

eventualvorsätzliches Handeln nicht nachgewiesen werden. Der 

Beschuldigte handelte demnach nicht schuldhaft. Es erübrigt sich somit 

auch die Einvernahme von G._____ als Zeugen (vgl. 

Beweisergänzungsantrag des Beschuldigten vom 26. April 2025).   

 

Die Berufung ist daher gutzuheissen und der Beschuldigte freizusprechen. 

 

6. 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Nachdem die 

Berufung des Beschuldigten vollumfänglich gutzuheissen ist, sind die Kos-

ten des Berufungsverfahrens auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

 - 16 - 

 

 

6.2. 

Der Kostenentscheid präjudiziert die Entschädigungsfrage (BGE 147 IV 47 

E. 4.1; 137 IV 352 E. 2.4.2) 

 

Der freigewählte Verteidiger des Beschuldigten, Rechtsanwalt Rudolf 

Studer, hat entsprechend dem Ausgang des Verfahrens Anspruch auf Ent-

schädigung seiner Aufwendungen für die angemessene Ausübung der Ver-

fahrensrechte des Beschuldigten (Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 

lit. a und Abs. 3 StPO sowie § 9 Abs. 1 und Abs. 2bis AnwT und § 13 AnwT).   

 

Mit anlässlich der Berufungsverhandlung eingereichter Kostennote macht 

der Verteidiger des Beschuldigten einen Aufwand von 11.20 Stunden à 

Fr. 240.00 zzgl. Spesen von Fr. 127.20 und Mehrwertsteuer, gesamthaft 

Fr. 3'043.25, geltend, was angemessen erscheint. 

 

6.3. 

Nachdem der Beschuldigte vollumfänglich freizusprechen ist, sind die erst-

instanzlichen Verfahrenskosten und die Parteikosten des Beschuldigten 

auf die Staatskasse zu nehmen sind (Art. 426 Abs. 1 StPO e contrario; 

Art. 429 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO). 

 

Der Verteidiger hat die Kostennote anlässlich der Hauptverhandlung vor 

dem Bezirksgericht Zofingen eingereicht (GA 93 ff.). Er macht einen Ge-

samtaufwand von 22.15 Stunden à Fr. 240.00 zzgl. Auslagen von 

Fr. 412.00 und 8.1 % MwSt., d.h. insgesamt Fr. 6'191.95 geltend, wobei er 

davon eine Entschädigung der Kantonalen Staatsanwaltschaft vom 

17. September 2024 in der Höhe von Fr. 2'083.30 (inkl. MwSt.) abzieht. Die 

noch geltend gemachte Entschädigung in der Höhe von Fr. 4'108.65 er-

scheint angemessen. 

 

Für das erstinstanzliche Verfahren ist dem freigewählten Verteidiger eine 

angemessene Entschädigung von Fr. 4'108.65 auszurichten (§ 9 Abs. 1 

und 2bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 Abs. 1 

StPO, Art. 81 StPO).  

 - 17 - 

 

 

   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte wird von Schuld und Strafe freigesprochen. 

 

2. 

2.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten werden auf die Staatskasse ge-

nommen. 

 

2.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, Rechtsanwalt Rudolf Studer für 

das Berufungsverfahren eine Entschädigung von Fr. 3'043.25 (inkl. Ausla-

gen und MwSt.) auszurichten. 

 

3. 

3.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. Anklagegebühr) werden auf 

die Staatskasse genommen. 

 

3.2. 

Die Gerichtskasse Zofingen wird angewiesen, Rechtsanwalt Rudolf Studer 

für das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 4'108.65 

(inkl. Auslagen und MwSt.) auszurichten. 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der voll-

ständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 

 - 18 - 

 

 

   

Aarau, 14. Oktober 2025 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 2. Kammer 

Die Präsidentin:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Plüss     Wanner