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**Case Identifier:** 0cdc3526-962c-5e01-b38f-c04e4766e4fd
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-07-31
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 31.07.2015 IV 2014/510
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-510_2015-07-31.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/510

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 27.05.2020

Entscheiddatum: 31.07.2015

Entscheid Versicherungsgericht, 31.07.2015
Art. 8 ATSG, Art. 28a IVG, Art. 27 IVV Annahme der Beschwerdegegnerin, die 
Beschwerdeführerin würde im Gesundheitsfall bloss eine 
Teilerwerbstätigkeit ausüben, ist nicht stichhaltig, weshalb von einer 
Vollerwerbstätigkeit auszugehen ist; Invaliditätsbemessung anhand eines 
Einkommensvergleichs; Zusprache einer halben Rente (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Juli 2015, IV 
2014/510). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_618/2015.

Entscheid Versicherungsgericht, 31.07.2015

Entscheid vom 31. Juli 2015

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider und 

Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Andrea Wepfer

Geschäftsnr.

IV 2014/510

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Leo Sigg, c/o Procap Schweiz, 

Frohburgstrasse 4, Postfach, 4601 Olten 1 Fächer,

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gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente (Status)

Sachverhalt

A.    

A.a  A.___ meldete sich am 15. Juni 2010 zum Bezug von Leistungen bei der 

Invalidenversicherung (IV) an. Sie gab an, nach sieben Operationen aufgrund von 

Verwachsungen im Bauch und am Darm in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt zu 

sein. (IV-act. 1).

A.b  Der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes der Invalidenversicherung (RAD) Dr. 

med. B.___ besprach sich mit Hausarzt Dr. med. C.___, Innere Medizin FMH, 

betreffend den Gesundheitszustand der Versicherten (IV-act. 7). Dieser stellte der IV-

Stelle daraufhin verschiedene Arzt- und Operationsberichte zu (IV-act. 9). Im weiteren 

Verlauf holte die IV-Stelle zusätzliche Berichte der behandelnden Ärzte ein, namentlich 

des Hausarztes, des Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie des Psychiatrischen 

Zentrums D.___ und der Allgemein- und Notfallpsychiatrie der Psychiatrischen Klinik 

E.___ (IV-act. 33, 36, 37, 43, 49). Die Ärzte der Psychiatrischen Klinik E.___ berichteten 

über eine Hospitalisation im Juni 2008. Damals wurde der Versicherten eine volle 

Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 43). Im Januar 2011 wurde die Arbeitsfähigkeit durch 

die Ärzte des Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie des Psychiatrischen Zentrums D.___ 

auf 30 bis 40 % bei maximal 3 bis 4 Stunden pro Tag eingeschätzt und eine 

Arbeitsunfähigkeit von 60 % festgestellt. Auch andere als die bis dahin ausgeübten 

Tätigkeiten seien der Versicherten während maximal 3 bis 4 Stunden pro Tag zumutbar 

(IV-act. 37).

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A.c  Die IV-Stelle verneinte mit Verfügung vom 9. November 2011 einen Anspruch auf 

eine Invalidenrente, da der Invaliditätsgrad bei der Versicherten 0 % betrage. In ihrer 42 

%igen Erwerbstätigkeit sei sie nicht eingeschränkt, wie auch nicht in ihrer 58 %igen 

Haushaltstätigkeit (IV-act. 65). Die Versicherte erhob dagegen Beschwerde und 

gelangte an das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (IV-act. 72/1 f., 70). Mit 

Urteil vom 22. August 2013 hiess dieses die Beschwerde teilweise gut und hob die 

Verfügung vom 9. November 2011 auf. Die IV-Stelle habe den Sachverhalt nicht 

rechtsgenüglich abgeklärt, und es fehle für die Beurteilung des Rentenanspruchs an 

einer aussagekräftigen medizinischen Grundlage wie auch an einer schlüssig 

begründeten Arbeitsfähigkeitsschätzung. Vor diesem Hintergrund überzeuge auch die 

von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Qualifikation der Versicherten als zu 42 

% erwerbstätig und zu 58 % im Haushalt tätig nicht. Die Sache wurde zu ergänzenden 

Abklärungen und zu neuer Verfügung im Sinne der Erwägungen des Urteils an die IV-

Stelle zurückgewiesen (IV-act. 79, 80).

B.    

B.a  Nachdem die Versicherte bereits nach einem ersten Vorfall mit akuter Suizidalität 

am 20. Juni 2008 im Rahmen eines fürsorgerischen Freiheitsentzuges (FFE) für fünf 

Tage in die Psychiatrische Klinik E.___ eingewiesen worden war (IV-act. 24, 43), kam es 

am 8. September 2013 erneut zu einem Suizidversuch, infolgedessen die Versicherte 

vom 12. bis zum 26. September 2013 im Psychiatrischen Zentrum D.___ hospitalisiert 

wurde (IV-act. 85).

B.b  Mit Schreiben vom 12. September 2013 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, 

den Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt 

auszufüllen. Sie kam dieser Aufforderung nach und retournierte den am 3. Oktober 

2013 unterschriebenen Fragebogen (IV-act. 82). Zusätzlich reichte sie den 

Austrittsbericht der Krisenintervention des Psychiatrischen Zentrums D.___ vom 

26. September 2013 ein (IV-act. 85).

B.c  Am 8. November 2013 reichten der Personaldienst sowie die Bereichsleiterin […] 

den ausgefüllten Fragebogen für Arbeitgebende ein (IV-act. 93).

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B.d  Dr. med. F.___, Innere Medizin FMH, äusserte sich am 11. November 2013 im 

Arztbericht der IV auf Aufforderung derselben zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten. Er 

erachtete sie als Raumpflegerin auf Dauer zu 50 % arbeitsfähig und reichte den 

Austrittsbericht der Klinik für Chirurgie des Kantonsspitals St. Gallen vom 26. März 

2013, den dazu gehörigen Operationsbericht sowie den Bericht der Zentralen 

Notfallaufnahme vom 10. September 2013 ein (IV-act. 96/1 ff.).

B.e  Auch die Ärzte des Ambulatoriums für Sozialpsychiatrie des Psychiatrischen 

Zentrums D.___ wurden von der IV-Stelle angegangen und äusserten sich am 

4. Dezember 2013 zur Arbeitsfähigkeit der Versicherten dahingehend, dass sie maximal 

zu 50 % regelmässig auf die Woche verteilt arbeitsfähig sei (IV-act. 98).

B.f   Der RAD-Arzt Dr. B.___ schätzte in seinem Bericht vom 22. Januar 2014 die 

zumutbare Arbeitsfähigkeit auf 50 % adaptiert in Teilzeit mit voller Leistung ein (IV-act. 

100).

B.g  Am 23. Mai 2014 führte eine Mitarbeiterin der IV-Stelle eine Haushaltsabklärung 

bei der Versicherten durch. Deren Resultate hielt sie im Abklärungsbericht Haushalt 

fest, welcher von der Versicherten bzw. der Procap (betreffend die Seiten 1 – 7) am 

24. Juni 2014 unterzeichnet wurde. Die IV-Stelle ergänzte den Bericht um die Seiten 8 

bis 11 mit einer Würdigung durch die Abklärungsperson vom 3. Juli 2014. Die 

Versicherte gab an, ohne Gesundheitsschaden beim Kantonsspital St. Gallen mit einem 

Pensum von 80 % arbeiten zu wollen und den Arbeitgeber mehrfach um eine 

entsprechende Erhöhung angefragt zu haben (IV-act. 105, 108, 114-4, 114-10).

B.h  Auf Wunsch der IV-Stelle erteilte der Arbeitgeber der Versicherten Auskunft über 

solche Anfragen betreffend eine Pensumserhöhung auf 80 % durch die Versicherte, 

den bei diesem Pensum auszurichtenden Lohn sowie die Häufigkeit von 

Zusatztätigkeiten (IV-act. 105, 115).

B.i    Mit Vorbescheid vom 21. Juli 2014 wurde der Versicherten eröffnet, dass sie 

aufgrund der vorgenommenen Abklärungen als Teilerwerbstätige zu qualifizieren sei. 

Bei einer hypothetischen 80 %igen Erwerbstätigkeit resultiere eine Einschränkung von 

37.5 % bzw. 30 % und bei den 20 % im Aufgabenbereich eine solche von 24.66 % 

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bzw. 4.93 %. Insgesamt ergebe dies einen Teilinvaliditätsgrad von 34 %. Sie sei damit 

sowohl in ihrer Erwerbstätigkeit wie auch im Haushalt für einen Rentenanspruch nicht 

genügend eingeschränkt (IV-act. 118).

B.j    Am 21. Juli 2014 reichte das Ambulatorium des Psychiatrischen Zentrums D.___ 

einen weiteren ärztlichen Bericht zuhanden der Akten ein. Darin wurde ein längerer 

stationärer Aufenthalt abgelehnt und das tagesklinische Setting favorisiert, da die dort 

erreichbaren Veränderungen besser im schwierigen Alltag der Patientin integriert 

werden könnten (IV-act. 120).

B.k  Die Versicherte, vertreten durch Procap, liess mit Schreiben vom 19. September 

2014 Einwand gegen den Vorbescheid erheben und beantragen, dieser sei aufzuheben 

und ihr sei eine halbe Invalidenrente zuzusprechen bei Qualifikation als 

Vollerwerbstätige (IV-act. 122/1 f.).

B.l    Mit Verfügung vom 6. Oktober 2014 wurde der Versicherten eröffnet, dass sie 

aufgrund der vorgenommenen Abklärungen als Teilerwerbstätige zu qualifizieren sei. 

Bei einer hypothetischen 80 %igen Erwerbstätigkeit resultiere eine Einschränkung von 

37.5 % bzw. 30 % und bei den 20 % im Aufgabenbereich eine solche von 24.66 % 

bzw. 4.93 %. Insgesamt ergebe dies einen Teilinvaliditätsgrad von 34 %. Sie sei damit 

sowohl in ihrer Erwerbstätigkeit wie auch im Haushalt für einen Rentenanspruch nicht 

genügend eingeschränkt (IV-act. 124).

C.    

C.a  Mit Beschwerde vom 4. November 2014 liess die Versicherte (nachfolgend 

Beschwerdeführerin) die Aufhebung der Verfügung vom 6. Oktober 2014, die 

Zusprechung einer Invalidenrente und eventualiter die Durchführung weiterer 

Abklärungen beantragen. Sie brachte vor, ohne gesundheitliche Einschränkungen voll 

erwerbstätig zu sein. Bezüglich der Argumente, womit die Beschwerdegegnerin den 

Status als Teilerwerbstätige begründe, finde sich keine dezidierte Auseinandersetzung 

in den Akten und es sei nicht ersichtlich, inwiefern diese auf ein reduziertes Pensum 

hinweisen sollten (act. G 1).

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C.b  In ihrer Beschwerdeantwort vom 4. Dezember 2014 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. Sie verwies auf 

die in sich schlüssigen Erklärungen der Abklärungsperson wie auch auf den IK-Auszug, 

welcher belege, dass die Beschwerdeführerin zu keinem Zeitpunkt mehr als 50 % 

gearbeitet habe. Diese habe auch keine Versuche unternommen, ihr Arbeitspensum zu 

steigern und die persönlichen Gesamtumstände sprächen klar gegen eine 

Erwerbsaufnahme von 100 % (act. G 4).

C.c  Mit Replik vom 2. Februar 2015 hielt die Beschwerdeführerin an ihren Anträgen 

fest. Sie machte weitere Ausführungen zur Notwendigkeit eines 100 %-Pensums, da 

das Einkommen einer 80 %-Anstellung nicht genüge und sie, wenn sie nicht massiv 

unter ihrem Existenzminimum leben wolle, gezwungen wäre, die Stelle zu wechseln 

und eine Anstellung mit einem höheren Pensum anzunehmen (act. G 10).

C.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 18).

Erwägungen

1.     

1.1   Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch der Beschwerdeführerin abgelehnt. Streitig und vorliegend zu prüfen 

ist daher, ob diese Abweisung rechtmässig erfolgt ist.

1.2   Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die ganze oder teilweise Erwerbsun­

fähigkeit, es sei denn, eine versicherte Person sei vor dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht erwerbstätig gewesen, und es habe ihr auch nicht 

zugemutet werden können, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In diesem Fall gilt 

gemäss Art. 8 Abs. 3 ATSG die Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

als Invalidität. Die Invalidität gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG wird durch einen 

Einkommensvergleich ermittelt (Art. 16 ATSG). Die Methode zur Bemessung der 

konkreten Unmöglichkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wird vom ATSG nicht 

geregelt. Diese Lücke füllt Art. 28a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG; SR 831.20). Danach ist darauf abzustellen, in welchem Mass die betreffende 

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Person behindert ist, sich im Aufgabenbereich zu betätigen. Als Aufgabenbereich der 

im Haushalt tätigen Personen gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, 

die Erziehung der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 

der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Art. 28a Abs. 3 IVG 

regelt die sogenannte gemischte Methode der Invaliditätsbemessung bei Personen, die 

zum Teil erwerbstätig und zum Teil im Aufgabenbereich tätig sind. In diesem Fall sind 

der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 

festzulegen und der Invaliditätsgrad ist entsprechend der Behinderung in beiden 

Bereichen zu bemessen.

1.3   Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht ein Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.4   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung gestellt haben. Nach dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des 

Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung 

der gestellten Fragen umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der 

untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen 

Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung 

mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der 

medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass 

die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3a, 122 V 157 E. 1c, je mit Hinweisen).

2.     

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2.1   Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin zu Recht als Teilerwerbstätige eingestuft 

und die Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode vorgenommen wurde.

2.2   Die Beschwerdeführerin bemängelt hinsichtlich der Invaliditätsbemessung, dass 

die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung lediglich von einer 80 %igen 

Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen ist und die Invaliditätsbemessung 

somit nach der gemischten Methode vorgenommen hat. Sie gibt an, im Gesundheitsfall 

wäre sie mit einem Pensum von 100 % erwerbstätig und die Bemessung sei 

demzufolge bei der Einstufung als Vollerwerbstätige vorzunehmen. Die 

Beschwerdegegnerin dagegen begründet die Abweisung des Rentenanspruchs damit, 

dass die Beschwerdeführerin ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterin im Hausdienst mit einem 

Pensum von 80 % nachgehen würde und die restlichen 20 % auf den Aufgabenbereich 

entfielen. Betreffend ihre Erwerbstätigkeit resultiere bei einem Einkommensvergleich 

ein Teilinvaliditätsgrad von 30 % und derjenige im Haushaltsbereich betrage 4.93 %. 

Mit 34 % liege ein Invaliditätsgrad unter 40 % vor und bestehe kein Rentenanspruch.

2.3   Der Status einer versicherten Person, das heisst die Antwort auf die Frage, ob sie 

im hypothetischen Gesundheitsfall als ganztägig oder teilweise erwerbstätig oder als 

nichterwerbstätig einzustufen ist, ergibt sich nach der höchstrichterlichen 

Rechtsprechung aus der Prüfung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen 

tatsächlich täte. Nicht von Belang ist, was ihr zumutbar gewesen wäre oder was sie 

gegebenenfalls tun könnte (vgl. BGE 133 V 508 E. 3.3). Zu berücksichtigen sind die 

persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige 

Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen 

Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Neigungen und Begabungen. 

Massgebend sind die Verhältnisse, wie sie sich bis zum Erlass der Verfügung 

entwickelt hätten, wobei für die hypothetische Annahme einer im Gesundheitsfall 

ausgeübten (Teil-)Erwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (vgl. BGE 125 V 150 E. 2c, BGE 

117 V 194 f. E. 3b mit Hinweisen).

2.4   Die Beschwerdeführerin ist 4_ Jahre alt, geschieden vom Vater ihrer Kinder und 

wieder verheiratet. Anlässlich der Scheidung am 14. Juni 2010 wurde das Sorgerecht 

für die beiden gemeinsamen Kinder (damals 1_ und 1_ Jahre alt) dem Vater 

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zugesprochen und sie leben in dessen Obhut. Die Beschwerdeführerin ist nicht 

unterhaltsverpflichtet, erhält aber auch keine Unterhaltsbeiträge mehr (IV-act. 71/2 f.). 

Damit ist sie auf die Erzielung eines substantiellen Einkommens angewiesen. Uneinig 

sind sich die Beschwerdeführerin und die Beschwerdegegnerin, ob sie dieses im 

Gesundheitsfall in einem 80 oder 100 %-Pensum erzielen würde. Es spricht Einiges 

dafür, dass sie 100 % arbeiten könnte. Ihr obliegen keine Betreuungsaufgaben, welche 

eine volle Erwerbstätigkeit verunmöglichen würden und es liesse sich sicher eine 100 

%-Anstellung als Raumpflegerin finden. Allerdings erachtet ihr Arbeitgeber, das G.___, 

für Raumpflegerinnen einen Beschäftigungsgrad von 80 % als obere Belastungsgrenze 

(IV-act. 115/1). Da es sich beim G.___ - wie die Beschwerdeführerin mehrfach zum 

Ausdruck bringt - um einen langjährigen, verständnisvollen Arbeitgeber handelt, bei 

welchem es ihr immer gut erging und wo sie auch vergleichsweise gut entlöhnt wird 

(der Stundenlohn beträgt gemäss IV-act. 61/5 bzw. 71/3 Fr. 27.80, 85/2 Mitte, 114/1 

und 114/4), würde sie wohl eine zusätzliche 20 %-Anstellung suchen; aber auch dies 

sollte grundsätzlich möglich sein. Aus finanzieller Sicht würden sie und ihr Ehemann 

zudem zusätzlich zu seinem monatlichen Verdienst von Fr. 3'866.05 (seit September 

2014, act. G 5.1) ein durch sie erzieltes volles Einkommen begrüssen (IV-act. 72/1, 

122/1 f., 125/6). Abgesehen von diesen Umständen, welche für eine volle 

Erwerbstätigkeit der Beschwerdeführerin sprechen, gibt sie durchwegs konstant an, sie 

wäre vollerwerbstätig gewesen (IV-act. 64/1, IV-act. 72/2, IV-act. 125). Sie habe bis zur 

Geburt ihrer Kinder 100 % gearbeitet und hätte spätestens ab Zusprache des 

Sorgerechts für die Kinder an den Vater wieder voll gearbeitet, wenn sie nicht durch 

ihre gesundheitliche Situation eingeschränkt gewesen wäre (IV-act. 64/1, 72/2, 125). 

Weiter sei sie bereits früher einmal mit dem Ersuchen um Erhöhung ihres Pensums an 

ihren Arbeitgeber gelangt; diese zusätzlichen Prozente seien ihr aber nicht gewährt 

worden (IV-act. 114/1). Es trifft zu, dass sie als Erwachsene bis zur Geburt des ersten 

Kindes 199_ praktisch lückenlos beschäftigt war (IV-act. 64/1, 72/2). Die dabei gemäss 

dem IK-Auszug erzielten Einkommen sind zwar niedrig und teilweise sogar sehr niedrig, 

lassen sich aber allenfalls noch erklären. Gegenüber den behandelnden Ärzten der 

Psychiatrischen Klinik E.___ gab sie während ihres Aufenthaltes im Juni 2008 an, eine 

Anlehre als Verkäuferin gemacht zu haben (IV-act. 43/3). Dies war möglicherweise 

1986/1987 der Fall. Darauf folgten verschiedene kurzfristige Engagements und 

jedenfalls bei der Anstellung bei der H.___ 1990 bis 1992 mit monatlichen Einkommen 

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von Fr. 2'700.-- bis Fr. 3'000.-- überwiegend wahrscheinlich eine 100 % Beschäftigung 

(IV-act. 11). So betrug 1991 bis 1992 der durchschnittliche Verdienst pro Stunde von 

an- und ungelernten Arbeiterinnen im Wirtschaftszweig Dienstleistungen Fr. 14.40 

(Lohn- und Gehaltserhebung vom Oktober 1992 des BIGA (Bundesamt für Industrie, 

Gewerbe und Arbeit), Gesamtergebnisse und Ergebnisse nach Wirtschaftsgruppen und 

Einzelberufen, S. 17). Multipliziert man dies mit der 1991 im Sektor III betriebsüblichen 

Arbeitszeit pro Woche von 42.1 (Bundesamt für Statistik – Statistik der 

betriebsüblichen Arbeitszeit (BUA)) und rechnet es hoch auf das Jahr, erhält man ein 

Jahreseinkommen von Fr. 31'525.--. Die durchschnittlichen Monatslöhne 1992 im 

Wirtschaftszweig Dienstleistungen betrugen für an- und ungelernte Frauen Fr. 3'156.-- 

(Lohn- und Gehaltserhebung vom Oktober 1992, a.a.O., S. 17). In der Ostschweiz 

herrscht ausserdem generell ein tieferes Lohnniveau als gesamtschweizerisch. Ohne 

genauere Kenntnisse des Werdegangs der Beschwerdeführerin kann, unter der 

Annahme von Beschäftigungen zu sehr tiefen Löhnen und der Unmöglichkeit für die 

Beschwerdeführerin, ein höheres Einkommen zu erzielen, doch plausibel von einer 

Vollerwerbstätigkeit während dieser Zeit ausgegangen werden. Der Schluss von den 

niedrigen Löhnen auf eine Teilzeiterwerbstätigkeit ist auf jeden Fall alles andere als 

zwingend. Die Angabe der Beschwerdeführerin, sie habe ihr Pensum beim G.___ 

bereits früher erhöhen wollen (IV-act. 125/6), wird durch ihren Arbeitgeber nicht 

bestätigt. Derartige Anfragen finden sich auch nicht im Personaldossier (IV-act. 115). 

Dies wirft Fragen bezüglich ihres tatsächlichen Willens zur Pensumserhöhung auf. Ab 

Wegfall der Betreuungsaufgaben durch Zusprache des Sorgerechts an den Vater ihrer 

Kinder (und gemäss ihren Angaben auf der IV-Anmeldung bereits seit 2002) war sie 

jedoch gesundheitlich derart angeschlagen, dass eine Erhöhung keinen Sinn mehr 

gemacht hätte. Dass sie also nach Wegfall des Betreuungsaufwandes ihr Pensum 

konkret nicht gesteigert hat, ist ihr angesichts der vorliegenden gesundheitlichen 

Situation nicht vorzuwerfen und erlaubt keine Rückschlüsse. Insgesamt sind die Löhne 

und die Umstände des früheren Berufslebens auf jeden Fall nicht ausreichend 

dokumentiert, um daraus auf eine Teilzeitbeschäftigung zu schliessen.

2.5   Weitere Abklärungen würden den Sachverhalt diesbezüglich kaum erhellen 

können, weshalb davon abzusehen ist (antizipierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 

E. 1d]). Somit muss davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin im 

Gesundheitsfall eine 100%ige Erwerbstätigkeit ausgeübt hätte.

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3.     

3.1   Zur konkreten Bestimmung des Invaliditätsgrades bei Vollerwerbstätigkeit ist auf 

die vorhandenen medizinischen Unterlagen abzustellen.

3.2   In seiner Aktenbeurteilung vom 22. Januar 2014 hält RAD-Arzt Dr. B.___ fest, die 

bis dahin vorliegenden und durch ihn gewürdigten medizinischen Befunde und 

Funktionseinschränkungen würden die rezidivierende depressive Störung 

nachvollziehbar machen. Die daraus abgeleitete 50 %ige Arbeitsunfähigkeit sei deshalb 

versicherungsmedizinisch plausibel. Diese 50 %ige Arbeitsunfähigkeit liege sowohl in 

der angestammten als auch in der adaptierten Tätigkeit vor (IV-act. 100). Da keine 

Vorbringen ergingen, welche diese Feststellung in Zweifel gezogen hätten und seine 

Beurteilung somit allseits unbestritten blieb, kann zur Bemessung des 

Invaliditätsgrades auf diese Einschätzung der Arbeitsunfähigkeit durch den 

Versicherungsmediziner abgestellt werden.

3.3   Der Grad der für einen allfälligen Rentenanspruch massgebenden Invalidität wird 

gemäss Art. 16 ATSG durch einen Einkommensvergleich ermittelt. Dabei wird das 

Einkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der Invalidität und nach der 

Durchführung der notwendigen und zumutbaren Eingliederungsmassnahmen bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares Invalideneinkommen), in 

Beziehung gesetzt zum Einkommen, das die versicherte Person erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

3.4   Bei der Bemessung des Valideneinkommens wird in der Praxis regelmässig das 

vor dem Eintritt der zur Invalidität führenden Arbeitsunfähigkeit erzielte Einkommen 

beigezogen (Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. Bern 2009, N 12 zu Art. 16, mit 

Hinweis). Massgebend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen 

Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im massgebenden Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns 

(vorliegend im Jahr 2011) verdient hätte (Urteil des Bundesgerichts vom 29. Dezember 

2014, 9C_487/2014, E. 3.1.1).

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3.5   Als Invalideneinkommen erzielt die Beschwerdeführerin mit ihrer 50 %-Anstellung 

beim G.___ Fr. 30'768.--. Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass sie 

auch als Valide dieses Einkommen, bei einem Beschäftigungsgrad von 100 % mithin 

Fr. 61'536.--, erwirtschaften würde (IV-act. 116). Der Ausfall beträgt damit Fr. 30'768.-- 

oder 50 %. Bei diesem Invaliditätsgrad besteht Anspruch auf eine halbe Rente.

3.6   Zu prüfen verbleibt damit noch der Rentenbeginn. Da die Versicherte sich im 

G.___, Departement Innere Medizin, Psychosomatik, bei Dr. med. I.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, seit dem 22. Juni 2010 in Behandlung befunden hat, 

ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass die 50 %ige Arbeitsunfähigkeit 

ab diesem Zeitpunkt bestand. Daher hat die Beschwerdeführerin, welche sich im Juni 

2010 bei der IV zum Leistungsbezug angemeldet hatte, unter Berücksichtigung des 

Wartejahres ab Juni 2011 Anspruch auf eine halbe Rente (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG).

4.     

4.1   Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 6. Oktober 2014 in 

Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und der Beschwerdeführerin ist ab Juni 2011 

eine halbe Rente zuzusprechen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der geleistete Kostenvorschuss von 

Fr. 600.-- ist der Beschwerdeführerin zurückzuerstatten.

4.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach 

Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGs 963.75) pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 12'000.--. Im hier zu 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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beurteilenden Fall erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- 

(inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.                                                                                          

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 6. Oktober 2014 aufgehoben 

und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Juni 2011 eine halbe Rente 

zugesprochen. Zur Festsetzung der Rentenhöhe wird die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.                                                                                          

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.                                                                                          

Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird der Beschwerdeführerin zurück­

erstattet.

4.                                                                                          

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 31.07.2015
	Art. 8 ATSG, Art. 28a IVG, Art. 27 IVV Annahme der Beschwerdegegnerin, die Beschwerdeführerin würde im Gesundheitsfall bloss eine Teilerwerbstätigkeit ausüben, ist nicht stichhaltig, weshalb von einer Vollerwerbstätigkeit auszugehen ist; Invaliditätsbemessung anhand eines Einkommensvergleichs; Zusprache einer halben Rente (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 31. Juli 2015, IV 2014/510). Aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 8C_618/2015.

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