# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bad1c59a-49fa-5d34-b581-faaec72bbbf4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.03.2010 E-8522/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-8522-2007_2010-03-02.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-8522/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;
Gerichtsschreiberin Barbara Balmelli.

A._______,
Serbien,
vertreten durch M. Milovanovic, 
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung ; Verfügung des BFM 
vom 20. November 2007/ N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-8522/2007

Sachverhalt:

A.
Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer den Kosovo 

anfangs Oktober 2007 und reiste am 14. Oktober 2007 in die Schweiz 

ein, wo er gleichentags ein Asylgesuch einreichte. Am 22. Oktober 2007 

wurde  er  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum Kreuzlingen  befragt. 

Das BFM hörte ihn am 5. November 2007 zu den Asylgründen an. Im 

Wesentlichen  machte  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  stamme aus 

B._______, Gemeinde C._______, Kosovo und sei serbischer Ethnie. 

Er  habe  das  Gymnasium,  Fachrichtung  D._______,  abgeschlossen. 

Danach sei der Krieg ausgebrochen und er habe nicht arbeiten können. 

Er und seine Eltern hätten von der „Sozialhilfe“ seines Vaters gelebt. 

Eine  solche  Rente  erhalte  jeder  Bürger,  welcher  vor  dem  Krieg 

gearbeitet  habe  und  jetzt  keiner  Tätigkeit  mehr  nachgehe.  Daneben 

habe  die  Familie  eine  kleine  Landwirtschaft  betrieben.  Er  habe  den 

Kosovo aus Sicherheitsgründen verlassen. Bereits vor Jahren sei  ein 

Onkel  ermordet  worden.  Er  selbst  sei  wiederholt  von  Unbekannten 

bedroht  worden,  sei  dies  bei  den  Arbeiten  auf  dem  Feld  oder  bei 

Autofahrten. Durchschnittlich einmal in der Woche habe er seine kranke 

Mutter  oder  seine  Grossmutter  zum  Arzt  nach  F._______  fahren 

müssen.  Er  habe  albanische  Dörfer  dabei  passieren  müssen,  wobei 

sein  Auto  mit  Steinen  beworfen  worden  sei.  Auch  sei  er  bei  seinen 

Fahrten immer wieder angehalten und sein Auto sei durchsucht worden. 

Er habe in dauernder Angst vor Übergriffen seitens der Albaner gelebt 

und  sei  zudem  in  seiner  Bewegungsfreiheit  stark  eingeschränkt 

gewesen, weshalb er sich zur Ausreise entschlossen habe.

B.
Mit Verfügung vom 20. November 2007 stellte das BFM fest, der Be-

schwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das 

Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die  Wegweisung  aus  der 

Schweiz und ordnete deren Vollzug an.

C.

Mit  Beschwerde  vom  17.  November  2007  beantragte  der  Be-

schwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter,  die  angefochtene  Ver-

fügung sei aufzuheben und das Asylgesuch gutzuheissen. Es sei ihm 

die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren.

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D.

Mit  Zwischenverfügung  vom  10.  Januar  2008  wies  der  Instruktions-

richter das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab 

und  setzte  dem  Beschwerdeführer  Frist  zur  Leistung  eines 

Kostenvorschusses  in  der  Höhe  von  Fr.  600.--.  Diesen  bezahlte  der 

Beschwerdeführer am 24. Januar 2008 fristgerecht ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  in 
diesem  Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom 
26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Der  Beschwerdeführer  hat  am Verfahren vor  der  Vorinstanz  teil-
genommen,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt,  hat  ein 

schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 

Änderung und ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf 

die  form-  und  fristgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  somit  ein-

zutreten (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1, 50 und 

Art. 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 

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AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

4.2 Wer um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

5.  
5.1 Das  BFM lehnte  das  Asylgesuch  ab,  da  die  Vorbringen  des Be-
schwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft 

gemäss Art. 3 AsylG nicht genügten. Zur Begründung führte es aus, die 

geltend  gemachten  Nachteile  seien  auf  die  allgemeinen  politischen, 

wirtschaftlichen  und  sozialen  Lebensbedingungen  im  Kosovo 

zurückzuführen,  weshalb  sie  keine  asylbeachtliche  Verfolgung 

darstellen würden. Was die angeführte fehlende persönliche Sicherheit 

des Beschwerdeführers anbelange, so sei  festzuhalten, dass seit  der 

Beendigung  des  bewaffneten  Konflikts  zwischen  der  Bundesrepublik 

Jugoslawien und den Mitgliedstaaten der  NATO und dem Einmarsch 

der  KFOR-Truppen  am  12.  Juni  1999  teilweise  schwerwiegende 

Übergriffe  auf  Angehörige  von  ethnischen  Minderheiten,  namentlich 

Serben,  zu  verzeichnen  seien.  Es  könne  bis  heute  jedoch  kein 

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systematisches Vorgehen zur Vertreibung der ethnischen Minderheiten 

aus dem Kosovo festgestellt werden. Die KFOR und die internationale 

Polizei  der  United  Nations  Interim  Administration  Mission  in  Kosovo 

(UNMIK) seien in der Lage, die ethnischen Minderheiten im Kosovo zu 

schützen.  Die  KFOR-Präsenz  sei  gut  sichtbar  sowie  flächendeckend 

und  gehe  bis  zum  Schutz  einzelner  Wohnobjekte.  Bei  Übergriffen 

würden  die  KFOR-Soldaten  regelmässig  intervenieren  und  Straftaten 

gegen  Angehörige  von  Minderheiten  würden  geahndet.  Da  demnach 

vom  Schutzwillen  und  der  weitgehenden  Schutzfähigkeit  der  KFOR 

sowie  der  UNMIK auszugehen  sei,  seien die  vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten Bedrohungen und Angriffe seitens von Unbekannten 

beziehungsweise Kosovo-Albanern nicht asylrelevant. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe hält  der Beschwerdeführer daran fest, 

er  erfülle  die  Voraussetzungen  zur  Anerkennung  als  Flüchtling.  Die 

KFOR-Soldaten  hätten  nie  Interesse  gezeigt,  Straftaten  zu  ahnden. 

Entgegen den Ausführungen des BFM herrsche im Kosovo kein Friede 

und  würden  die  KFOR-Truppen  der  dort  ansässigen  serbischen  Be-

völkerung keinen Schutz bieten.

5.3 Mit  dem BFM und entgegen  der  in  der  Rechtsmitteleingabe ver-
tretenen  Ansicht  ist  festzuhalten,  dass  die  Behörden  im  Kosovo 

grundsätzlich  in  der  Lage  und  willens  sind,  adäquaten  Schutz  vor 

Repressalien durch Dritte zu gewährleisten. 

Weiter ist festzustellen, dass sich der Kosovo am 17. Februar 2008 von 

Serbien losgesagt und die staatliche Unabhängigkeit proklamiert hat. In 

der Folge anerkannten 65 Staaten, darunter die Schweiz, die USA und 

22  der  27  EU-Mitgliedsländer  den  Kosovo  als  Staat.  Der  Be-

schwerdeführer  ist  demnach  als  Staatsangehöriger  der  Republik 

Kosovo  zu  betrachten.  Serbien  hat  indes  die  Unabhängigkeit  des 

Kosovo bisher nicht anerkannt und dieses Gebiet in seiner Verfassung 

von 2006 ausdrücklich als integralen Bestandteil  Serbiens bezeichnet. 

Nach  dem  serbischen  Gesetz  Nr.  135/04  vom  21.  Dezember  2004 

besitzt  der  Beschwerdeführer  daher  nach  wie  vor  die  serbische 

Staatsangehörigkeit,  da  er  serbischer  Abstammung  ist  und  auf  dem 

(ehemaligen)  Staatsgebiet  der  Republik  Serbien  geboren  wurde.  Bei 

dieser  Sachlage  kann  davon  ausgegangen  werden,  dass  der  Be-

schwerdeführer von den serbischen Behörden weiterhin als serbischer 

Staatsangehöriger  betrachtet  wird.  Personen,  die  mehrere  Staats-

angehörigkeiten besitzen, sind nicht auf den Schutz eines Drittstaates 

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angewiesen,  sofern  sie  in  einem  der  Staaten,  dessen 

Staatsangehörigkeit sie besitzen, Schutz vor Verfolgung finden können. 

Der  Beschwerdeführer,  als  aus  dem Kosovo  stammender  ethnischer 

Serbe, kann sich demzufolge nach Serbien begeben und dort aufgrund 

der Niederlassungsfreiheit Wohnsitz nehmen. Den Akten sind jedenfalls 

keine  Hinweise  zu  entnehmen,  dass  ihm dort  asylrechtlich  relevante 

Verfolgung  drohen  würde.  Er  ist  demnach  nicht  auf  den  Schutz  der 

Schweiz angewiesen.

5.4 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 

keine Gründe nach Art.  3  AsylG glaubhaft  machen  oder nachweisen 

kann.  Es  erübrigt  sich  daher,  auf  die  Ausführungen  in  der  Rechts-

mitteleingabe  näher  einzugehen.  Die  Vorinstanz  hat  das  Asylgesuch 

des Beschwerdeführers zu Recht abgelehnt.

6.  
6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet  den  Vollzug  an;  es  berücksichtigt  dabei  den  Grundsatz  der 
Einheit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrecht-
liche Aufenthaltsbewilligung noch über  einen Anspruch auf  Erteilung 
einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 
(Art. 44  Abs. 1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 

7.
7.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

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7.2 Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Ver-
pflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  ent-
gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So  darf  keine Person  in  irgendeiner  Form zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist  oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 
0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101),  Art. 3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember  1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen 
werden.

7.3 Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Serbien  ist  demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  des  Beschwerde-
führers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 
einer  Ausschaffung  nach  Serbien  dort  mit  beachtlicher  Wahrschein-
lichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe 
oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen 
Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Ge-
fahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall 

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einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung drohen 
würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Serbien 
lässt den Wegweisungsvollzug nicht als unzulässig erscheinen. Nach 
dem Gesagten ist  der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 
asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

Vorweg ist  festzuhalten,  dass  in  Serbien  keine  Situation  allgemeiner 

Gewalt  herrscht,  mithin  der  Vollzug der  Wegweisung von ethnischen 

Serben  mit  letztem Wohnsitz  im Kosovo  nach  Serbien  grundsätzlich 

zumutbar  ist.  Sodann sind den Akten keine Hinweise zu entnehmen, 

wonach  der  Wegweisungsvollzug aus  einem anderen,  in  der  Person 

des  Beschwerdeführers  liegenden,  Grund  nicht  zumutbar  wäre. 

Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers lebt ein Onkel mit seiner 

Familie  seit  Jahren  in  F._______,  womit  der  Beschwerdeführer  in 

Serbien  über  einen  sozialen  Anknüpfungspunkt  verfügt.  Diese  Ver-

wandten  können  ihm  nach  der  Rückkehr  insbesondere  in  einer  An-

fangsphase  insoweit  unterstützen,  als  sie  ihm  zunächst  Unterkunft 

bieten und anschliessend bei der Suche nach einer eigenen Wohnung 

sowie  einer  Anstellung  behilflich  sein  können.  Der  Beschwerdeführer 

hat  laut  seinen Aussagen das Gymnasium,  Fachrichtung D._______, 

abgeschlossen  und  verfügt  über  Arbeitserfahrungen  in  der 

Landwirtschaft. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass er 

bei  einer  Rückkehr  nach  Serbien  mit  Hilfe  seiner  Verwandten  eine 

eigene  Existenz  aufbauen  kann.  Auch  wenn  die  Arbeitssituation  in 

Serbien eher  schwierig  ist,  ist  nicht  von vornherein auszuschliessen, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr keine Anstellung finden 

wird.  Jedenfalls  stellen  blosse  soziale  und  wirtschaftliche 

Schwierigkeiten,  wie   namentlich  der  Mangel  an  Wohnungen  und 

Arbeitsstellen,  nach  der  weiterhin  zutreffenden  und  gültigen 

Rechtsprechung  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK) 

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auch  für  das  Bundesverwaltungsgericht  keine  existenzbedrohende 

Situation  dar,  welche  den  Vollzug  der  Wegweisung  als  unzumutbar 

erscheinen liesse (EMARK 1994 Nr. 19 E. 6b).

Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich, dass der Vollzug 

der Wegweisung nach Serbien für den Beschwerdeführer zumutbar ist.

7.5 Schliesslich ist der Beschwerdeführer im Besitze einer Identitäts-
karte, weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu be-
zeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

8.
Insgesamt  ist  die  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisung zu be-
stätigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zu-
mutbar  und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  An-
ordnung der  vorläufigen Aufnahme ausser  Betracht  (Art. 83 Abs. 1-4 
AuG).

9.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

10.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten in der Höhe von 
Fr. 600.--  dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 
VwVG)  und mit dem am 24. Januar 2008 geleisteten Kostenvorschuss 
in  gleicher  Höhe  zu  verrechnen  (Art. 1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

2.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit  dem in gleicher  Höhe geleisteten Kostenvorschuss 
verrechnet.

4.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und das G._______.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Kurt Gysi Barbara Balmelli

Versand: 

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Zustellung an  :

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr. N_______ (in 

Kopie)
- das G._______ (in Kopie)

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