# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 603b81b1-3888-5f48-a3f9-479fbeb969ae
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-04
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 04.07.2023 U 2023 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2023-42_2023-07-04.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 23 42

1. Kammer 

Einzelrichter Paganini

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 4. Juli 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____ und O._____, 

Gesuchsteller

gegen

B._____, 

Gesuchsgegner 1

und

C._____, 

Gesuchsgegner 2

betreffend Staatshaftung (Ausstandsgesuch)

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I. Sachverhalt:

1. Am 15. Mai 2023 erhoben A._____ und O._____ beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden Staatshaftungsklage gegen den Kanton 

Graubünden resp. die Gemeinde D._____. In formeller Hinsicht machten 

sie zudem gegen C._____ als Mitglied des Richterkollegiums der 

P._____. Kammer des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden 

sowie gegen den Verwaltungsrichter B._____ einen Ausstands- bzw. 

Ablehnungsgrund gemäss Art. 6a Abs. 1 lit. b VRG sowie Art. 30 Abs. 1 

BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK geltend. Begründend führten die Gesuchsteller 

im Wesentlichen an, dass sie vom Ausstands- bzw. Ablehnungsgrund 

gegen C._____ erst Ende September 2022 erfahren hätten. Die Gemeinde 

D._____ sei im verwaltungsgerichtlichen Verfahren Q._____ 

(Landschaftsschutzzone) von Rechtsanwalt R._____ aus AB._____ 

vertreten worden, der wie C._____ aktuell Aktivmitglied des E._____ sei, 

was auf eine besonders intensive Freundschaft der beiden schliessen 

lasse. Diese äussere Gegebenheit begründe zweifelsfrei den Anschein 

der Voreingenommenheit und Befangenheit des Verwaltungsrichters. Im 

Weiteren sei Rechtsanwalt R._____ aktuell Vorstandsmitglied (Kassier) 

der F._____ und C._____ Gönner des G._____. Die beiden 

Gesellschaften hätten 2021 fusioniert, so dass auch dies bei objektiver 

Betrachtung den Anschein einer Befangenheit und Voreingenommenheit 

erwecke. Schliesslich handle es sich beim Verwaltungsrichter um einen 

ehemaligen Politiker der S._____, der in diesen Netzwerken vernetzt sei. 

Der vormalige Vertreter der Gemeinde D._____, Rechtsanwalt T._____, 

sei zudem nur vorgeschoben worden, damit die Verbindung zum 

Mitinhaber der Kanzleigemeinschaft V._____, U._____, ebenfalls 

ehemaliger S._____-Politiker, AC._____ und vieles mehr, nicht sofort 

auffalle. Zudem sei Rechtsanwalt T._____ Mitglied des H._____, in 

welchem der Mitinhaber der Kanzleigemeinschaft, W._____, der Präsident 

sei. Überdies hätten die Rechtsanwälte W._____ und T._____ die Stiftung 

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I._____ in Chur gegründet. Der Vater von Rechtsanwalt W._____, 

U._____, sei zudem – wie auch C._____– seit Jahrzehnten in der J._____ 

aktiv. Schliesslich sei auch der im Verfahren der Landschaftsschutzzone 

noch aktive Gemeindepräsident von D._____, K._____, ebenfalls seit 

Jahrzehnten in der S._____ aktiv und mit U._____ gut befreundet. 

K._____ habe mit U._____ sowohl freundschaftlich, als auch politisch und 

geschäftlich über Jahrzehnte hinweg zu tun gehabt. Trotz all diesen 

freundschaftlichen Verbindungen sei C._____ rechtswidrigerweise nicht in 

den Ausstand getreten und habe zudem in seiner Stellungnahme im 

verwaltungsgerichtlichen Verfahren X._____ (Rechtsverweigerung) zu 

Unrecht behauptet, dass keine Ausstandsgründe vorlägen. Der 

Verwaltungsrichter habe aber in den Ausstand zu treten resp. besser 

komplett vom Verwaltungsgericht suspendiert zu werden.

A._____ und O._____ machen weiter auch Ausstandsgründe gegen 

B._____ geltend. Die Beschwerdegegnerin (Anm. des Gerichts: 

Gemeinde D._____) sei in sämtlichen Rechtsstreitigkeiten mit dem 

Beschwerdeführer (Anm. des Gerichts: A._____) von 2019 bis 2022 durch 

Rechtsanwalt T._____ (Büro W._____, Mitglied S._____ und Chef 

H._____ Chur) vertreten gewesen. In der Rechtsstreitigkeit betreffend 

Landschaftsschutzzone habe sodann zielgerichtet ein Anwaltswechsel zu 

Rechtsanwalt R._____ stattgefunden. Dieser sei wie der Verwaltungs-

richter C._____ Mitglied des E._____. Im vorliegenden Verfahren lasse 

sich die Beschwerdegegnerin nun einfachheitshalber von Rechtsanwalt 

T._____ vertreten, obwohl seit 2022 im Verfahren vor Verwaltungsgericht 

Q._____ durch Rechtsanwalt R._____ vertreten (rechtshängiges 

Beschwerdeverfahren am Bundesgericht N._____). Damit sei 

offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin dadurch den Verwaltungs-

richter C._____ bei der Beurteilung der Beschwerde vom 7. Oktober 2022 

(Anm. des Gerichts: Verfahren Y._____ betr. Baugesuch BAB), im 

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Spruchkörper haben wolle. Auch zwischen Verwaltungsrichter B._____ 

und dem aktuellen Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin, 

Rechtsanwalt T._____, liege eine Freundschaft vor. So sei T._____ 

Büropartner von W._____, beide seien zudem in der Stiftung I._____ in 

Chur tätig. B._____ sei zudem Mitglied des E._____ Chur, der zugleich 

Pate des E._____ sei, und sich an derselben Adresse befinde wie der 

H._____ (Präsident W._____). W._____ und B._____ seien von 2005 bis 

2015 Vorstandsmitglieder des L._____ Chur gewesen, dessen Zweck die 

Pflege der Freundschaft seiner Mitglieder beinhalte. Somit stünde auch 

Rechtsanwalt T._____ in einem viel zu freundschaftlichen Verhältnis (via 

Büropartner) zum Verwaltungsrichter B._____. B._____ sei im Weiteren 

früher an derselben Adresse wie die Kanzleigemeinschaft V._____ als 

Anwalt tätig gewesen. Ausserdem habe B._____ wohl an der Uni 

AD._____ Vorlesungen gehalten, als Rechtsanwalt T._____ dort gerade 

sein Studium begonnen habe. Weiter sei auch B._____ als Churer 

Gemeinderat aktiv gewesen, kurz bevor dies auch W._____ (S._____) 

gewesen sei. Es erstaune wenig, dass auch der Gemeinde-

vorstandsstellvertreter, M._____ (S._____), im E._____ Mitglied sei. 

Schliesslich müssten die beiden genannten Richter noch darüber 

aufklären, dass sie in einer Freimaurerloge aktiv seien. Auch B._____ 

habe im Verfahren X._____ vorsätzlich falsche Angaben bezüglich 

Ausstandsgründe gemacht. Den Gesuchstellern seien keine Kosten 

aufzuerlegen, da die genannten Richter von sich selbst aus hätten in den 

Ausstand treten müssen.

2. In seiner Vernehmlassung vom 1. Juni 2023 beantragte B._____ 

(nachfolgend Gesuchsgegner 1), es sei dem Ausstandsbegehren 

kostenfällig nicht stattzugeben. Die vorgebrachten Recherchen und 

Mutmassungen seien unzutreffend und führten zu keinerlei 

Ausstandsgründen gemäss Art. 6a Abs. 1 VRG.

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3. Am 14. Juni 2023 beantragte C._____ (nachfolgend Gesuchsgegner 2) 

die Abweisung des Gesuchs, soweit darauf eingetreten werden könne.

4. Mit Schreiben vom 23. Juni 2023 verzichteten die Gesuchsteller auf die 

Erstattung einer Replik. Die beiden Richter hätten betreffend die 

vorgebrachten Fakten nicht einen einzigen Gegenbeweis erbracht oder 

mit einem Gegenargument belegt, warum diese unzutreffend sein sollten. 

Die Kosten des Ausstandsverfahrens seien deshalb den beiden Richtern 

anzulasten.

II. Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1.1. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist zur Beurteilung des 

streitigen Ausstandes zuständig (Art. 6c Abs. 1 lit. a VRG). Nach Art. 43 

Abs. 3 lit. b des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) entscheidet das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden in 

einzelrichterlicher Kompetenz, wenn ein Rechtsmittel offensichtlich 

unzulässig oder offensichtlich begründet oder unbegründet ist. Dieselbe 

Vorschrift enthält Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgesetzes 

(GOG, BR 173.000), wonach die oder der zuständige Vorsitzende bei 

solchen (klaren) Fällen in einzelrichterlicher Kompetenz entscheidet. Die 

Beantwortung der Rechtsfrage (Vorliegen eines offensichtlich 

begründeten bzw. unbegründeten Ausstandsgesuchs) fällt somit auch in 

den Kompetenz- und Spruchbereich des Einzelrichters, weshalb weder 

eine Dreier-Besetzung (Art. 43 Abs. 1 VRG; Regelfall) noch eine Fünfer-

Besetzung (Art. 43 Abs. 2 VRG) für die Gesuchsbeurteilung erforderlich 

ist.

1.2. Die Parteien können einen Ausstandsgrund innert 10 Tagen seit Kenntnis 

geltend machen, dabei sind die den Ausstand begründenden Tatsachen 

glaubhaft zu machen (Art. 6b Abs. 3 VRG). Vorliegend haben die 

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Beschwerdeführer im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren 

U Z._____ am 15. Mai 2023 Beschwerde an das Verwaltungsgericht 

erhoben und dabei auch den Ausstand der Gesuchsgegner 1 und 2 

beantragt. Damit ist auf das fristgerecht geltend gemachte Ausstands-

gesuch einzutreten.

2. Nach Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und Art. 6 Ziff. 1 der Konvention zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) hat 

jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von einem unbefangenen, 

unvoreingenommenen und unparteiischen Richter beurteilt wird. Es soll 

garantiert werden, dass keine sachfremden Umstände, die ausserhalb des 

Prozesses liegen, in sachwidriger Weise zugunsten oder zulasten einer 

Partei auf das gerichtliche Urteil einwirken. Die Garantie des 

verfassungsmässigen Richters wird bereits verletzt, wenn bei objektiver 

Betrachtung Gegebenheiten vorliegen, die den Anschein der Befangenheit 

oder die Gefahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen. 

Voreingenommenheit und Befangenheit in diesem Sinne werden nach der 

Rechtsprechung angenommen, wenn sich im Einzelfall anhand aller 

tatsächlichen und verfahrensrechtlichen Umstände Gegebenheiten 

ergeben, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit des Richters 

zu erwecken. Dabei ist nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei 

abzustellen. Das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit muss vielmehr 

in objektiver Weise begründet erscheinen. Die nicht eindeutig zu 

ermittelnden Ausstandsgründe im Rahmen der persönlichen Verhältnisse 

sind heikel zu beurteilen; diese sind im Grunde gar nicht beweisbar. Es 

genügt, wenn Umstände vorliegen, die bei objektiver Betrachtung den 

Anschein der Befangenheit und Voreingenommenheit hervorrufen. Für die 

Ablehnung wird nicht verlangt, dass der Richter tatsächlich befangen ist. 

Es muss gewährleistet werden, dass der Prozess aus Sicht aller 

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Betroffenen als offen erscheint (BGE 141 IV 178 E.3.2.1, 140 III 221 E.4.1, 

140 I 326 E.5.1, 139 I 121 E.5.1, 139 III 120 E.3.2.1, je mit Hinweisen). 

Art. 191c BV hält unmissverständlich fest, dass die richterlichen Behörden 

in ihrer rechtsprechenden Tätigkeit unabhängig und nur dem Recht 

verpflichtet sind. Ein Richter tritt gemäss Art. 6a VRG von Amtes wegen 

oder auf Gesuch in den Ausstand, wenn einer der in Abs. 1 lit. a-e 

genannten Ausstandsgründe vorliegen, oder wenn er aufgrund anderer 

Umstände als befangen erscheint (Art. 6a Abs. 1 lit. f VRG). Art. 6a VRG 

gewährleistet das Recht auf Ablehnung eines befangenen Richters im 

gleichen Umfang wie Art. 30 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK.

2.1. Die Gesuchsteller stützen ihr Ausstandsbegehren auf Art. 6a Abs. 1 lit. b 

VRG ab, wonach ein Richter in Verfahren in den Ausstand zu treten hat, 

in denen sie mit einer Partei oder einer geschädigten oder sonst am 

Verfahren beteiligten Person besonders befreundet oder verfeindet sind. 

Als nahestehende Personen im Sinne von Art. 30 Abs. 1 BV kommen auch 

die Rechtsvertreter der Parteien, deren Büropartner oder Vorgesetzte 

infrage (BGE 139 I 121 E.5.1; STEINMANN/SCHINDLER/WYSS, in: EHREN-

ZELLER/EGLI/HETTICH/HONGLER/SCHINDLER/SCHMID/SCHWEIZER [Hrsg.], 

St. Galler Kommentar zur Schweizerischen Bundesverfassung, 4. Aufl., 

Zürich/St. Gallen/Genf 2023, Art. 30 Rz. 33). Die Gesuchsteller 

begründen das Ausstandsbegehren gegen C._____ im Wesentlichen mit 

dessen Mitgliedschaften im E._____, der S._____, der J._____, als 

Gönner des G._____, als ehemaliger Politiker im Grossen Rat des 

Kantons Graubünden, und der damit einhergehenden "mit Sicherheit 

besonders intensiven und qualitativ guten Freundschaft" mit dem 

Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin, Rechtsanwalt R._____. Zudem 

führen sie die "Verbindung" mit U._____ an, ebenfalls Mitglied der J._____ 

und Mitinhaber der Kanzleigemeinschaft V._____, in der auch der 

Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin, T._____, tätig ist. Im Weiteren 

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wird die Mitgliedschaft der in der Kanzleigemeinschaft tätigen Rechts-

anwälte W._____ und T._____ im H._____ und in der Stiftung I._____ in 

Chur angeführt. Und schliesslich auch auf dieselbe Parteiangehörigkeit 

des ehemaligen Gemeindepräsidenten K._____ und dessen Freundschaft 

mit U._____ verwiesen.

2.2. Besondere Gegebenheiten namentlich hinsichtlich des Verhältnisses 

zwischen einem Richter und einem Parteivertreter, die den objektiven 

Anschein der Befangenheit des Ersteren zu begründen vermögen und zu 

dessen Ausstand führen, können sich gleichermassen auf ein besonders 

freundschaftliches als auch auf ein besonders feindschaftliches Verhältnis 

zwischen Richter und Rechtsvertreter beziehen. Gemäss Rechtsprechung 

kann in derartigen Verhältnissen eine Voreingenommenheit des Richters 

indessen nur bei Vorliegen spezieller Umstände und mit Zurückhaltung 

angenommen werden. Eine solche Voreingenommenheit wird bejaht, 

wenn die Intensität und Qualität der beanstandeten Beziehung vom Mass 

des sozial Üblichen abweicht wie zum Beispiel beim Vorliegen von 

Kameraderie (Urteil des Bundesgerichts 1B_408/2016 vom 7. Februar 

2017 E.2.1 mit weiteren Hinweisen).

2.3. Richter können und müssen sich nicht jeder sozialen Wirklichkeit und 

gesellschaftlicher Integration entziehen (BGE 144 I 159 E.4.4). Mit Blick 

auf die Unparteilichkeit ist entscheidend, ob eine Beziehungsnähe das 

sozial Übliche übersteigt und bei objektiver Betrachtung geeignet ist, den 

Richter in seiner Entscheidung zu beeinflussen und damit den Anschein 

der Parteilichkeit zu begründen (BGE 139 I 121 E.5.1, 133 I 1 E.5.2). Die 

blosse gemeinsame Mitgliedschaft in einer politischen Partei oder einem 

grossen Verein, eine blosse Bekanntschaft (z.B. aus der gemeinsamen 

Studienzeit) oder ein Duzverhältnis reichen nicht ohne Weiteres aus 

(BGE 144 I 159 E.4.4, 138 I 1 E.2.4). Das Bundesgericht hat festgehalten, 

dass die blosse Mitgliedschaft in einem Verband oder einer politischen 

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Partei, welche sowohl auf Bundes- wie auch auf kantonaler Ebene 

regelmässig gar eine faktische Wahlvoraussetzung darstellt, alleine nicht 

ausreicht, um an der Unbefangenheit des Richters zu zweifeln, weil von 

der Gerichtsperson die erforderliche Instanz erwartet wird (Urteil des 

Bundesgerichts 1B_460/2012 vom 25. September 2012 E.3.2). Das 

Bundesgericht anerkennt dieses Spannungsfeld (BGE 143 I 211 E.3.4), 

sieht darin aber keine Verletzung von Art. 30 Abs. 1 BV (Urteil des 

Bundesgerichts 1B_275/2018 vom 28. Juni 2018 E.3.4). Dasselbe gilt 

auch für die Verbundenheit mit sonstigen ideellen Vereinigungen, wie z.B. 

der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft (STEINMANN/

SCHINDLER/WYSS, a.a.O., Art. 30 Rz. 25 und 29). Auch blosse berufliche 

oder kollegiale Kontakte sind, soweit anderweitige auf eine Befangenheit 

hindeutende Indizien fehlen, kein Grund zur Annahme eines 

Ausstandsgrundes (vgl. BGE 139 I 121 E.5.1 und 5.3; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_851/2018 vom 7. Dezember 2018 E.4.2.2 mit weiteren 

Hinweisen). So begründete die blosse Kollegialität unter Gerichts-

mitgliedern im Falle einer Beschwerde eines Anwalts, der zuvor 

nebenamtlicher Bundesrichter war, keine Ausstandspflicht (vgl. BGE 141 I 

78 E.3.3). Gemäss Rechtsprechung lässt auch eine langjährige 

Büropartnerschaft nicht auf eine Freundschaft schliessen, die per se 

ausstandsbegründend wäre. Ebenso wenig Einladungen zu Geburtstagen 

und anderen Anlässen, die in diesem Kontext üblich sind. Überdies stellt 

auch der Umstand, dass sich ein Richter mit Freunden – darunter z.B. 

auch mit dem Rechtsanwalt einer beschwerdeführerischen Partei – 

regelmässig zu sportlicher Tätigkeit und Abendessen trifft, noch kein 

zwingender ausstandsbegründender Umstand dar (Urteil des 

Bundesgerichts 1B_55/2015 vom 17. August 2015 E.4.4 mit weiteren 

Hinweisen). Eine ausstandsbegründende Freundschaft nahm das 

Bundesgericht hingegen bei einem Richter und einem Rechtsvertreter an, 

die nebst der Wahrung der gemeinsamen Büroaktivitäten an 

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gemeinsamen Freizeitaktivitäten teilgenommen und zusammen 

wiederholt Urlaub verbracht hatten (Urteil des Bundesgerichts 1B_55/2015 

vom 17. August 2015 E.4.5 ff.).

3.1. Das Ausstandsbegehren betreffend C._____ ist mit dessen Austritt aus 

dem Verwaltungsgericht, womit er auch nicht mehr Teil des Spruchkörpers 

betreffend die Beurteilung der Beschwerde vom 15. Mai 2023 und der 

Beschwerde vom 7. Oktober 2022 sein kann, gegenstandslos geworden. 

Überdies wäre das Ausstandsgesuch gegen C._____ offensichtlich 

unbegründet und damit abzuweisen, wie sich aus den nachfolgenden 

Erwägungen bezüglich B._____ ergibt.

3.2. Die Gesuchsteller begründen das Ausstandsbegehren gegen B._____ im 

Wesentlichen mit der "Freundschaft" zum Vertreter der Beschwerde-

gegnerin, Rechtsanwalt T._____ (Kanzleigemeinschaft V._____; Tätigkeit 

für I._____); aufgrund der Mitgliedschaft von B._____ im E._____ Chur 

und dessen Verbindung zum E._____ sowie der gemeinsamen Adresse 

wie der H._____; der ehemaligen gemeinsamen Tätigkeit von B._____ 

und W._____ als Vorstandsmitglieder des L._____ Chur, der ehemaligen 

anwaltlichen Tätigkeit von B._____ an derselben Adresse wie die 

Kanzleigemeinschaft, wodurch Rechtsanwalt T._____ mittelbar in einem 

zu nahen freundschaftlichen Verhältnis zum Verwaltungsrichter stehe. 

Vorliegend gilt es, unter Verweis auf die Kasuistik und unter Würdigung 

der gesamten Umstände im Einzelfall, zu beurteilen, ob der Anschein einer 

ausstandsbegründenden Freundschaft des Verwaltungsrichters zum 

Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin vorliegt.

3.3. Es stellt sich vorliegend die Frage, ob von Art. 6a Abs. 1 lit. b VRG ("sonst 

am Verfahren beteiligten Person") auch Rechtsvertreter erfasst sind. 

Dagegen spricht die Praktikabilität im Kanton Graubünden bzw. im 

kleinräumigen Raum Chur. Denn in der Praxis kommt es häufig vor, dass 

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sich Richter und Anwalt kennen. Sie können z.B. gemeinsam die Schule 

besucht oder studiert haben, Mitglied derselben politischen Partei, 

Vereinen, etc. sein, zu einem Zeitpunkt in ihrer Karriere einmal Kollegen 

gewesen sein oder auch denselben Hobbys nachgehen. Solche banalen 

Situationen reichen gemäss Bundesgericht jedenfalls nicht aus, um einen 

Ablehnungsgrund darzustellen (BGE 138 I 1 E.2.4).

3.4. Die Mitgliedschaft von B._____ und des Büropartners des gegnerischen 

Rechtsvertreters T._____, W._____, sowie des Gemeinde-

vorstandsstellvertreters der Beschwerdegegnerin im Hauptverfahren 

(U Z._____) im E._____ und angeblich in anderen Vereinen begründet 

nach Auffassung des Einzelrichters unter Berücksichtigung der 

Rechtsprechung noch keine besondere, ausstandsbegründende 

Freundschaft; ebenso nicht, dass B._____ angeblich an der Uni AD._____ 

Vorlesungen gehalten hat, als Rechtsanwalt T._____ dort studierte. 

Ebensowenig führte der Umstand, dass B._____ als auch C._____ 

angeblich Freimaurer seien (AA._____), zum Vorliegen eines 

Ausstandgrundes gemäss Art. 6a VRG.

3.5. Zusammenfassend sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche den 

Anschein einer über blosse Kollegialität hinausgehende Freundschaft 

zwischen C._____ resp. B._____ und Rechtsanwalt T._____ zu erwecken 

vermögen. Somit ist das Ausstandsbegehren gegen C._____ aufgrund 

Gegenstandslosigkeit als erledigt abzuschreiben und das Ausstands-

begehren gegen B._____ als unbegründet abzuweisen.

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten von 

CHF 500.00 gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG zulasten der unterliegenden 

Gesuchsteller.

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III. Demnach erkennt der Einzelrichter:

1.1. Das Ausstandsbegehren gegen C._____ wird als gegenstandslos 

geworden abgeschrieben.

1.2. Das Ausstandsbegehren gegen B._____ wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 500.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 314.00

zusammen CHF 814.00

gehen zulasten von A._____ und O._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]