# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8449fc2-46f7-568a-bc4e-f4821b3ca475
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-12
**Language:** de
**Title:** Einordnung einer Wohnsiedlung für Asylbewerbende (Modulbauten).
**Docket/Reference:** BRGE I Nrn. 0041-0042/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszzug_aus_brge_i_nrn._0041-0042-2021_vom_12._maerz_2021.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
1. Abteilung 

G.-Nrn. 
BRGE I Nr. 

R1S.2020.05128 und R1S.2020.05131 
0041/2021 und 0042/2021 

Entscheid vom 12. März 2021 

Mitwirkende 

Abteilungsvizepräsident  Claude  Reinhardt,  Ersatzrichter  Ulrich  Brunner, 
Baurichter Christian Hurter, Gerichtsschreiberin Martina Hemerka Bonetti     

in Sachen 

Rekurrenten 

R1S.2020.05128 
1.  A. A. […] 
2.  B. B. […] 

R1S.2020.05131 
C. C. […] 

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Bausektion der Stadt Zürich, c/o Amt für Baubewilligungen,  

Rechtsabteilung, Amtshaus IV, 8021 Zürich  

2.  A. […] 

Nr. 2 vertreten durch […] 

betreffend 

Beschluss  der  Bausektion  vom  18.  August  2020  […];  Baubewilligung  für 
Neubau temporäre Wohnsiedlung für Asylbewerbende […]  
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Mit Beschluss vom 18. August 2020 erteilte die Bausektion des Stadtrates 

der Stadt Zürich der A. die baurechtliche Bewilligung für den Neubau einer 

Wohnsiedlung mit 18 Wohnungen für Asylbewerbende auf dem Grundstück 

Kat.-Nr. 1 an der T.-Strasse in Zürich Y.  

B. 
Gegen  diesen  Entscheid  erhoben  A.  A.  und  B.  B.  mit  Eingabe  vom 

22. September 2020  fristgerecht  Rekurs  beim  Baurekursgericht  des  Kan-

tons Zürich und beantragten die Aufhebung des Entscheides unter Kosten- 

und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Rekursgegnerschaft.  Eventualiter 

sei  die  Baubewilligung  mit  folgender  Auflage  zu  ergänzen:  "Befristung  der 

Bauten auf max. 5 Jahre ohne Anspruch auf Verlängerung." 

Mit Eingabe vom 24. September 2020 erhob auch C. C. fristgerecht Rekurs 

und beantragte ebenfalls  die  Aufhebung  des  Bauentscheids unter  Kosten- 

und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  Rekursgegnerin.  Eventualiter  sei 

das Vorhaben nach erneuter Prüfung in Würdigung des Rekurses mit Auf-

lagen zu bewilligen. 

C. 
Mit  Verfügung  vom  24.  bzw.  25. September  2020  wurden  die  Rekursein-

gänge  unter  den  Geschäfts-Nrn. R1S.2020.05128  (F.,  nachfolgend  Rekur-

rentschaft 1)  bzw.  R1S.2020.05131  (K.,  nachfolgend  Rekurrent  2)  vorge-

merkt und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet.  

D. 
Mit  Eingaben  vom  28. Oktober 2020  beantragte  die  Vorinstanz  die  Abwei-

sung der Rekurse, soweit darauf einzutreten sei. 

R1S.2020.05128 

Seite 2 

 
 
Die private Rekursgegnerin beantragte mit Eingaben vom 28. Oktober 2020 

ebenfalls  die Abweisung  der  Rekurse,  soweit  darauf  einzutreten  sei,  unter 

Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Rekurrierenden. 

E. 
Mit Repliken vom 20. bzw. 23. November 2020 bzw. Dupliken vom 16. De-

zember 2020 hielten die privaten Parteien an ihren Anträgen fest. Die Vor-

instanz verzichtete mit Eingabe vom 16. Dezember 2020 auf die Erstattung 

einer Duplik. Die Rekurrentschaft 1 liess sich mit Eingabe vom 21. Dezem-

ber 2020 und der Rekurrent 2 mit Eingabe vom 26. Januar 2021 ein weite-

res Mal vernehmen. 

F. 
Mit  Verfügung  vom  23. Dezember  2020  wurde  der  Antrag  des  Rekurren-

ten 2 auf Beiladung des Z. abgewiesen. 

G. 
Am 4. Februar 2021 führte die 1. Abteilung des Baurekursgerichtes im Bei-

sein der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch. 

H. 
Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  anlässlich  des  Lokaltermins  ge-

machten Feststellungen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

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Seite 3 

 
 
Es kommt in Betracht: 

1.1. 
Die Rekurrierenden der Rekurrentschaft 1 sind Miteigentümer der Parzellen 

Kat.-Nrn. 2 und 3 und der Rekurrent 2 ist Mieter einer Wohnung in der Lie-

genschaft  auf  dem  Grundstück  Kat.-Nr. 4.  […]  Die  Rekurrierenden  rügen 

u.a.  eine  Verletzung  der  Einordnungs-  und  Gestaltungsverschriften.  Auf-

grund der engen räumlichen Beziehung und der vorgebrachten Rügen sind 

sie  zur  Rekurserhebung  im  Sinne  von  § 338a  des  Planungs-  und  Bauge-

setzes (PBG) legitimiert. Da die übrigen Prozessvoraussetzungen ebenfalls 

erfüllt sind, ist auf die Rekurse einzutreten. 

1.2. 
Die Rekurse betreffen das gleiche Bauvorhaben und werfen die nämlichen 

Rechtsfragen  auf.  Die  Verfahren  sind  daher  aus  prozessökonomischen 

Gründen zu vereinigen. 

2. 
Das Baugrundstück Kat.-Nr. 1 liegt, soweit vom Bauvorhaben betroffen, in 

der dreigeschossigen Wohnzone W3 (Wohnanteil 66 %, ES II), und im Üb-

rigen  in  der  Kernzone  gemäss  Bau-  und  Zonenordnung  der  Stadt  Zürich 

(BZO).  Geplant  sind  zwei  zweigeschossige  und  zwei  dreigeschossige 

Wohnbauten  in  Modulbauweise  mit  insgesamt  18 Wohnungen  für  Asylbe-

werbende.  

3.1. 
Die Rekurrentschaft 1 moniert eine ungenügende gestalterische Rücksicht-

nahme  auf  die  auf  dem  Baugrundstück  befindlichen  inventarisierten  Ge-

bäude K.-Strasse 1 und 2 (Bauernhaus mit Schopf) und den dem inventari-

sierten  A.  (Kö.-Srasse 1/3)  zugehörigen,  eingefriedeten  Garten.  Der  Neu-

bau solle lediglich 95 cm von der Kernzonengrenze entfernt erstellt werden. 

An dieser Lage müssten Bauten und Anlagen eine gute Gesamtwirkung im 

Sinne  von  § 238  Abs. 2 PBG  erzielen.  Des  Weiteren  befänden  sich  in  der 

näheren  Umgebung  und  teilweise  mit  Sichtverbindung  zu  den  strittigen 

Bauten  weitere  22 Schutzobjekte  der  Denkmal-  und  der  Gartendenkmal-

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pflege. Diesbezüglich wäre zumindest der negative Einfluss des Vorhabens 

auf  den  nur  14 m  entfernten  A.  (Gartendenkmalpflege)  sowie  dessen  das 

Ortsbild prägenden Riegelbau mit Scheune zu prüfen gewesen. Auch zum 

Garten,  der  zum  A.  gehöre,  sei  dem  angefochtenen  Beschluss  nichts  zu 

entnehmen.  Es  genüge  nicht,  lediglich  die  Rücksichtnahme  auf  das  Bau-

ernhaus mit Schopf an der K.-Strasse zu erwähnen.  

Die  Rekurrentschaft 1  kritisiert  die  Stellung  der  Gebäude  im  Kontext  der 

Umgebung. Das Gebäude T.-Strasse 1/2 liege zu nahe am Garten des be-

stehenden Bauernhauses, dies im Widerspruch zu dem im angefochtenen 

Beschluss  erwähnten  freien  Erscheinungsbild  (Erwägung D.h.).  Der  Neu-

bau  "sitze"  auf,  erdrücke  den  Garten  und  aufgrund  seiner  Gebäudehöhe 

und  des  architektonischen  Ausdruckes  (Blechcontainer  mit  Flachdach) 

auch das dazugehörige inventarisierte Bauernhaus und verleihe der Umge-

bung eine bisher nicht dagewesene Enge und Fremde. Auch der inventari-

sierten Liegenschaft Kö.-Strasse 1/3 komme das besagte Gebäude optisch 

viel zu nahe. Es halte in Richtung Strasse lediglich einen Strassenabstand 

von 6,33 m ein; ortsüblich seien grosszügige Vorplätze. Aufgrund der Lage 

des A. und des mächtigen dazugehörigen Riegelbaus in der Kernzone sei 

die Stellung des Gebäudes ungenügend und dieses nehme auf die nähere 

Umgebung keine Rücksicht. Zu erhalten sei vor allem der Sichtbezug zum 

A.  und  zu  den  verschiedenen  Schutzobjekten  mit  ihren  Freiräumen  (K.-

Strasse 3, 4, 5, 6 und 7), wenn man sich von Süden her dem Weiler nähe-

re.  Die  T.-Strasse  bilde  die  Zäsur  zwischen  dem  alten  und  dem  neuen  Y. 

Von hier aus müsse man das Ensemble als solches wahrnehmen können. 

Durch  die  Neubauten  werde  dies  verunmöglicht.  Das  im  ISOS  vermerkte 

Ensemble  werde  durch  die  unpräzise  Setzung  der  Neubauten  gestört,  sei 

nicht mehr lesbar und von der Kö.- und T.-Strasse aus nicht mehr erlebbar. 

Durch die Stellung der Gebäude entstehe keine zum Aufenthalt einladende 

Mitte, welche die Bauten zu einer Siedlung fassen und ihr eine Identität ge-

ben würde. Die Setzung der Neubauten beachte nicht, dass der Grünraum 

eine  Zäsur  bilde  zwischen  den  grossformatigen,  langgezogenen,  dichten 

Gebäuden im Südosten und dem ländlichen Weiler. Die Neubauten würden 

diese  wichtige  Schnittstelle  verunklären.  Der  Übergang  müsse  respektiert 

und  thematisiert  werden.  Das  Gebäude an der  Zonengrenze folge  der  un-

sichtbaren  Grenze,  was  keine  architektonisch  räumliche  Setzung  sei.  Das 

Gebäude  an  der  Baulinie  der  T.-Strasse  sei  Baulinienarchitektur.  Es  sei 

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kein Bezug zur Umgebung zu erkennen. Die Volumina seien zwar architek-

tonisch  schlicht,  es  wären  hier  aber  elegantere  Gebäudekuben  und  hoch-

wertigere Materialien gefordert. 

Auch  das  Gebäude  T.-Strasse 5/7  stehe  mit  einem  Abstand  von  lediglich 

5,71 m  zur  Strasse  deplatziert.  Der  Abstand  genüge  hinsichtlich  Einord-

nung  und  Gestaltung  nicht.  Die  benachbarte  Alterssiedlung  sei  aus  Rück-

sicht auf die Kernzone und die Schutzobjekte mit einem grosszügigen Frei-

raum zur T.-Strasse hin ausgeführt worden. 

Die im Beschluss erwähnte Kleinmassstäblichkeit sei nicht erkennbar. Bau-

rechtlich wie optisch handle es sich um zwei Mehrfamilienhäuser, denn je-

weils  zwei  der  vier  Gebäudeteile  würden  über  ein  zentrales  Treppenhaus 

erschlossen. Das Haus T.-Strasse 3/4 überschreite mit 9,65 m die maximal 

zulässige  Gebäudehöhe  oder  schöpfe  diese  zumindest  voll  aus.  Mit  Ge-

samtlängen der Gebäude von 34,52 m / 37,06 m bzw. 34,95 m und Gebäu-

debreiten  von  jeweils  14,65 m  könne  nicht  von  "kleinmassstäblichen  Häu-

sern"  gesprochen  werden,  welche  in  ihrer  Körnung  eine  Verwandtschaft 

zum "dörflichen Umfeld" hätten. Selbst die Aussenmasse der vier einzelnen 

Gebäudeteile  von  13,67 m  x  14,56 m  würden  diejenigen  des  inventarisier-

ten Bauernhauses übertreffen (11,8 m x 9 m). 

Unter  den  einzelnen  Gebäudeteilen  werde  ein  Abstand  von  nur  7,18 m 

bzw.  7,61 m  eingehalten,  dazwischen  befinde  sich  jeweils  das  Treppen-

haus.  Damit  werde  der  zonenkonforme  Gebäudeabstand  von  10 m  unter-

schritten, was sich negativ auf die Einordnung bzw. die Körnigkeit auswirke. 

Ausserdem  sei  die  fast  quadratische  Form  der  Gebäudekörper  ortsunüb-

lich.  Die  Neubauten  würden  sich  weder  genügend  gemäss  § 238  Abs. 1 

PBG  noch  gut,  wie  es  vorliegend  im  Sinne von  § 238  Abs. 2  PBG  zu  ver-
langen sei, in die ländliche Umgebung einordnen. 

Sodann werde im Beschluss fälschlicherweise behauptet, es seien bezüg-

lich  dem  architektonischen  Ausdruck  sowie  der  Materialisierung  nur  die 

Vorgaben  gemäss  § 238  Abs. 1  PBG  zu  erfüllen.  Dies  treffe  aufgrund  der 

Nähe zur Kernzone und der diversen Schutzobjekte nicht zu. Massgebend 

sei § 238 Abs. 2 PBG. Es würden indes nicht einmal die Anforderungen von 

§ 238  Abs. 1 PBG  erfüllt.  Nur  weil  den  riesigen,  dreigeschossigen  Blech-

containern hellgrüne (Metall-)Fensterläden aufgesetzt würden, passten sich 

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die  blechernen  Kolosse,  welche  überdies  absolut  ortsfremde  Kuben  auf-

weisen  würden,  noch  lange  nicht  befriedigend  in  die  ländliche  Umgebung 

des  Weilers  K.  ein.  Mit  dem  Provisoriumscharakter  der  Bauten,  den  orts-

fremden  Wellblechfassaden  in  den  Obergeschossen  sowie  den  Erdge-

schossfassaden  aus  zementgebundenen  Platten  seien  die  Gebäude  vom 

architektonischen Ausdruck her meilenweit entfernt von jeglicher, eine dörf-

liche  Kernzone  betreffenden  Gegebenheit  entfernt  und  ortsfremd.  Die  im 

Beschluss beschriebenen "Analogien" zur dörflichen Kernzone würde nicht 

dadurch  erreicht,  dass  die  Holzmetall-Flügelfenster  aussen  hellbraun  "hol-

zig" ausgeführt würden. Die Fensterrahmen aller bestehenden Wohnhäuser 

seien weiss gestrichen und dieser gescheiterte Annäherungsversuch an die 

Kernzone bzw.  an  die  ländliche  Umgebung mache die Situation  noch  gro-

tesker (Disneyland auf allertiefstem Niveau). Die Fassaden seien monoton 

gehalten und völlig belanglos im Ausdruck. 

3.2. 
Der  Rekurrent 2  verweist  auf  den  Inventareintrag  von  Y  im  Inventar  der 

schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS; act. 4.2., R1S.2020.05131) 

und  auf  das  Gutachten  über  die  Schutzwürdigkeit  der  Liegenschaften  K.-

Strasse 7,  6  und  7,  K.-Strasse 3  und  Nebengebäude 

(act. 4.3., 

R1S.2020.05131).  Daraus  resultiere  der  überlagerte  und  somit  heikle 

Schutz im Ortsbild von nationaler Bedeutung. Beide Dokumente würden im 

angefochtenen Beschluss bis auf das am weitesten hangabwärts gelegene 

Bauernhaus K.-Strasse 3 ausgeblendet. Nur letzterem werde ein Schutzob-

jektcharakter  zugestanden,  obschon  alle  anderen  sieben  Gebäude  eben-

falls unter Schutz stehen würden. 

Die  Bedeutung  der  Baugruppe  K.  werde  im  ISOS  als  hochbedeutend  mit 

Erhaltungsziel A  ausgewiesen.  Praxisgemäss  würden  in  K.  strenge  Aufla-
gen  an  Bauvorhaben  gemacht,  etwa  bezüglich  der  Ziegeleindeckung  von 

Dächern.  Das  streitbetroffene  Bauvorhaben  kollidiere  mit  dem  Erhaltungs-

ziel A und dem Denkmalschutz. Es bedürfe eines "architektonischen Wurfs" 

und nicht vier einfältigen Baukörpern. Es bestünden indes Landreserven für 

Asylunterkünfte an nicht derart heiklen Lagen wie K.; diese Nutzungsmög-

lichkeiten seien primär zu realisieren. 

Der Rekurrent 2 beanstandet weiter, das bedeutendste und unmittelbar an-

grenzende  Gebäudeensemble  K.-Strasse 3  bleibe  im  angefochtenen  Be-

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Seite 7 

 
 
schluss  unerwähnt.  Dessen  Bedeutung  ergebe  sich  aus  dem  ISOS  zum 

Ortsbild von Y und dem erwähnten Gutachten. Diesbezüglich fehle die be-

sondere Rücksichtnahme nach § 238 Abs. 2 PBG. Der Eisenzaun des Ge-

müsegartens  auf  der  gegenüberliegenden  Seite  stehe  ebenfalls  unter 

Schutz. Die T.-Strasse sei zur Umfahrung der geschützten strassenseitigen 

Einfriedung (Kö.-Strasse) gebaut worden.  

An der farblichen Gestaltung bemängelt der Rekurrent 2, der Farbton "Pet-

rol"  sei  samt  der  assortierten  farblichen  Gestaltung  zu  weit  hergeholt.  Der 

Grundton und Anpassungen seien der Umgebung zu entnehmen (Tannen-

grün, Blattgrün, Lindengrün, Sonnenblumengelb und Farbtöne aus Bauern-

gärten und Hecken [Sanddorn: Beeren orange, Blätter kräftig grün]). In sei-

ner  Duplik  macht  der  Rekurrent 2  geltend,  das  Bauvorhaben  tangiere  den 

Umgebungsschutz  der  umliegenden  Schutzobjekte,  weshalb  die  Baube-

hörde ein Gutachten der Denkmalpflege bzw. der NHK zur Beurteilung des 

strittigen Bauvorhabens hätte beiziehen müssen. 

3.3. 
Die  Vorinstanz  führt  aus,  das  unmittelbare  Umfeld  der  Wohnsiedlung  sei 

von  einem  dörflichen  und  landschaftlichen  Bezug  und  einem  sehr  durch-

grünten  Stadtkörper mit  weiten Wiesen  geprägt,  während  sich  das  nähere 

und weitere Umfeld durch eine grosse Heterogenität in den Baukörpern und 

Gebäudedimensionen  auszeichne.  Die  jenseits  der  T.-Strasse  benachbar-

ten  Bauten  seien  als  relativ  grossmassstäblich  zu  bezeichnen.  Auch  der 

Gebäudekomplex  der  Rekurrentschaft 1  […]  charakterisiere  sich  nicht  ge-

rade  durch  kleinformatige  Dimensionen.  Im  Vergleich  zu  diesen  Überbau-

ungen  seien  die  Dimensionen  der  geplanten  Gebäude  geradezu  beschei-

den und der Umgebung angemessen. Die Setzung der Gebäude verhinde-

re  eine  Ballung  der  Volumina  und  lasse  allseitig  Platz,  um  die  typische 
fliessende  Durchgrünung  der  Umgebung  fortzusetzen.  Der  Abstand  zum 

inventarisierten Objekt an der K.-Strasse 7 genüge, um die Anforderungen 

von  § 238  Abs. 2 PBG  zu  erfüllen,  zumal  die  zwei  geplanten  Häuser  an 

dieser Stelle nur zweigeschossig seien und ohne Attikaaufbau auskommen 

würden.  Das  genannte  Schutzobjekt  samt  dazugehörigem  Schopf sei  wei-

terhin  allseits  von  üppigem  Grün  umgeben  und  wirke  in  seinem  Umfeld 

auch künftig als wichtiger Zeuge des ländlichen Y. 

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Seite 8 

 
 
Die besondere Rücksichtnahme auf das geschützte Gebäudeensemble des 

ehemaligen A. an der K.-Strasse 1/3 sei gewährleistet, indem dieses weder 

in der Höhe noch durch die Nähe der Wohnsiedlung in seiner kulturhistori-

schen Zeugenschaft für die bäuerliche Vergangenheit von Y beeinträchtigt 

werde.  Der  Gebäudeabstand  von  24 m  genüge  vollauf,  damit  dieses  En-

semble nicht bedrängt werde und in seiner Bedeutung erlebbar bleibe. Der 

eingefriedete  Garten  an  der  Ecke Kö.-  /  K.-Strasse  sei  nicht  inventarisiert. 

Eine Beeinträchtigung sei auch nicht nachvollziehbar. 

Für die Setzung der geplanten Baukörper würden nicht dieselben gestalte-

rischen  Anforderungen  einer  ortsüblichen  Bauweise  der  bäuerlichen  Kern-

zone  mit  grosszügigen  Vorplätzen  gelten,  weil  das  Bauvorhaben  ausser-

halb der Kernzone K. liege. Die Neubauten würden eine schlichte, zurück-

haltende  Volumetrie  aufweisen  und  durch  ihre  Setzung  in  keiner  Art  und 

Weise  dominant  wirken.  Die  jeweils  deutlich  von  den  Ecken  abgesetzten, 

unter  der  Höhe  der  Traufe  befindlichen,  leicht  und  transparent  gestalteten 

Laubengänge  mit  Treppen  und  Rankbepflanzung  würden  die  Erschei-

nungsweise der Wohnsiedlung auflockern. Die Gebäude wiesen ein ange-

messenes,  allseitiges  Öffnungsverhalten  mit  klassischen,  zweiflügligen 

Fenstern  mit  Brüstung  auf.  Sie  verfügten  über  Fensterläden,  welche  den 

Gebäuden einen freundlichen Ausdruck verleihen würden. Die Materialisie-

rung  sei  mit  den  mehrheitlich  gedeckten  Farben  sehr  zurückhaltend  ge-

wählt.  Dass  die  farbliche  Gestaltung  "zu  weit  hergeholt"  sein  soll,  wie  der 

Rekurrent 2 vorbringt, sei eine zu dürftige Begründung, um die Farbwahl in 

Frage zu stellen. 

Der vom Neubauvorhaben beanspruchte Bereich des Baugrundstücks bilde 

einen kleinen Bestandteil der grossflächigen Umgebungszone XII. Der Um-

stand, dass der Weiler K. im ISOS unter der Bezeichnung 0.6 geführt wer-
de,  sei  bei  der  letzten  Zonenplanrevision  Rechnung  getragen  worden,  in-

dem er als Kernzone ausgeschieden worden sei. Das Bauvorhaben liege in 

der Wohnzone W3. 

3.4. 
Die  private  Rekursgegnerin  verweist  ebenfalls  auf  das  ihrer  Ansicht  nach 

sehr  heterogene  Umfeld,  das  landwirtschaftliche  Gebäude  mit  Satteldach, 

Heimatstilbauten mit Walmdach und zahlreiche Neubauten mit unterschied-

lichsten  Grundrissen  und  Dachformen  umfasse.  Aus  den  nachbarlichen 

R1S.2020.05128 

Seite 9 

 
 
Bauten könne keine bestimmte Vorgabe für die Überbauung des Bauareals 

abgeleitet werden. Das Bauprojekt mit aufgelockerter Platzierung unauffäl-

liger Baukörper genüge den Anforderungen von § 238 Abs. 2 PBG. Die Re-

kurrentschaft 1 vermöge nicht darzutun, weshalb und inwiefern das Baupro-

jekt  die  Inventarobjekte  unzulässig  beeinträchtige.  Zwischen  dem  Haus 4 

und dem Gebäude Kö.-Strasse 4 befinde sich ein Baumgürtel, der eine op-

tische  Beeinträchtigung  von  vornherein  ausschliesse.  Eine  Beeinträchti-

gung des Gebäudes Kö.-Strasse 2/3 falle ausser Betracht, weil dieses auf-

fällige  und  lange  Gebäude  in  einigem  Abstand  auf  der  anderen  Strassen-

seite stehe. Die Grenze zum ländlichen Teil von Y sei kenntlich zu machen, 

weshalb Neubauten ausserhalb der Kernzone nicht durch anbiedernde Ar-

chitektur  den  falschen  Eindruck  erwecken  sollen,  Teil  des  historischen 

Ortskerns  zu  sein.  Sodann  führe  der  mittige,  mit  Rankpflanzen  begrünte 

Erschliessungsteil  der  beiden  Gebäudepaare  nicht  dazu,  dass  die  Gebäu-

depaare jeweils nur als ein Gebäude erscheinen würden. Die Bauten pass-

ten hinsichtlich ihrer Körnung ohne weiteres in den Kontext. Das Farb- und 

Materialkonzept  sei  in  sich  stimmig.  Die  Gebäude  erhielten  durch  die  ge-

wählten  Farben  einen  zurückhaltenden  und  dezent  frischen  Ausdruck  und 

passten sich auch farblich gut in den heterogenen Kontext ein. 

3.5.1. 
Gemäss § 238 Abs. 1 PBG sind Bauten, Anlagen und Umschwung für sich 

und  in  ihrem  Zusammenhang  mit  der  baulichen  und  landschaftlichen  Um-

gebung im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen so zu gestalten, dass eine 

befriedigende Gesamtwirkung erreicht wird; diese Anforderung gilt auch für 

Materialien und Farben. 

Diese  Vorschrift  enthält  eine  Grundanforderung  an  Bauten,  Anlagen  und 

Umschwung. Verlangt wird sowohl eine gewisse Qualität der Gestaltung in 
sich  als  auch  der  Einordnung  in  die  bauliche  und  landschaftliche  Umge-

bung.  So  kann  namentlich  die  Gleichförmigkeit  wesentliches  Gestaltungs-

merkmal einer bestehenden Überbauung sein. Die genügende Einordnung 

fehlt allerdings nicht bereits bei der Einführung einer neuen Formensprache 

in  ein  einheitliches  Bild  einer  älteren  Überbauung;  vielmehr  ist  ein  Einord-

nungsmangel  erst  gegeben,  wenn  die  entsprechende  Baute  oder  Anlage 

gegenüber  der  Ausgestaltung  von  Gebäuden,  Häusergruppen  oder  Stras-

senzügen  in  störenden Widerspruch tritt oder  sonst einen  stossenden  Ge-

gensatz  zu  den  die  Umgebung  prägenden  Merkmalen  oder  zum  Quar-

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Seite 10 

 
 
tiercharakter bildet. Eine Einordnung gemäss § 238 Abs. 1 PBG muss nicht 

ideal bzw. "gut", sondern lediglich "genügend" sein. Dies ist auch dann er-

füllt, wenn eine andersartige Gestaltung als besser bzw. als wünschenswert 

qualifiziert würde. Die Frage, ob eine befriedigende Gesamtwirkung erreicht 

wird,  ist  gestützt  auf  objektive,  nachvollziehbare  Kriterien  zu  beantworten. 

Blosses  Empfinden 

rechtfertigt  keinen  Eingriff 

in  das  Eigentum 

(vgl. VB.2018.00395 vom 7. Februar 2019, E. 4.2. ff.). 

Nach § 238 Abs. 2 PBG ist auf Objekte des Natur- und Heimatschutzes be-

sondere  Rücksicht  zu  nehmen.  In  der  Nachbarschaft  von  Schutzobjekten 

bzw. bei Änderungen an solchen ist demnach mehr als eine bloss befriedi-

gende  Gesamtwirkung  zu  verlangen.  Was  als  Objekt  des  Natur-  und  Hei-

matschutzes  zu  betrachten  ist,  ergibt  sich  aus  der  Aufzählung  in  § 203 

Abs. 1 PBG.  Eine  förmliche  Unterschutzstellung  wird  für  die  Anwendung 

von  § 238  Abs. 2 PBG  nicht  vorausgesetzt. Vielmehr  genügt  es,  dass  sich 

die  Schutzwürdigkeit  aus  der  Aufnahme  des  Objektes  in  ein  Inventar  im 

Sinne von § 203 Abs. 2 PBG ergibt. 

3.5.2. 
Durch  die  Aufnahme  in  ein  Inventar  des  Bundes  wird  dargetan,  dass  ein 

Objekt in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, jedenfalls un-

ter  Einbezug  von  Wiederherstellungs-  oder  angemessenen  Ersatzmass-

nahmen die grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1 des Bundes-

gesetzes über den Natur- und Heimatschutz [NHG]). Gemäss Art. 6 Abs. 2 

NHG gilt dieser Schutz indes nur bei der Erfüllung von Bundesaufgaben im 

Sinn von Art. 2 und Art. 3 NHG in unmittelbarer Weise. Soweit keine Bun-

desaufgabe  in  Frage  steht,  wird  der  Schutz  von  Ortsbildern  vorab  durch 

kantonales (und kommunales) Recht gewährleistet. Diesfalls genügt es, die 

Einordnung eines Bauvorhabens in die landschaftliche und bauliche Umge-
bung  unter  Anwendung  von  § 238 Abs. 2 PBG  zu  prüfen,  wonach  auf  Ob-

jekte des Natur- und Heimatschutzes besondere Rücksicht zu nehmen ist; 

damit sind die bundesrechtlichen Vorgaben gewahrt. 

Weiter besteht die Pflicht zur Beachtung von Bundesinventaren zum einen 

in  der  Anwendung  der  die  Schutzanliegen  umsetzenden  kantonalen  (und 

kommunalen)  Nutzungsplanung,  zum  anderen  dort,  wo  nach  kantonalem 

Recht  im  Einzelfall  Interessenabwägungen  im  Lichte  der  Heimatschutzan-

liegen vorzunehmen sind. Letzteres ist namentlich bei Entscheiden über die 

R1S.2020.05128 

Seite 11 

 
 
Schutzwürdigkeit und die Errichtung von Solaranlagen auf Kultur- und Na-

turdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung der Fall (Art. 18a 

Raumplanungsgesetz [RPG]). Zu beachten ist, dass bei der Erstellung des 

Inventars  eine  Bewertung  der  Ortsbilder  nach  einer  einheitlichen  wissen-

schaftlichen Methode erfolgt; andere Interessen werden grundsätzlich nicht 

berücksichtigt  und  eine  Abwägung  von  Schutz-  und  Nutzungsinteressen 

findet nicht statt. Die bau- und planungsrechtliche Interessenabwägung er-

folgt  jeweils  erst  im  Rahmen  eines  Planungs-  oder  Bauvorhabens,  wobei 

sämtliche betroffenen Interessen, namentlich auch andere, dem Schutz der 

bestehenden Bebauung entgegenstehende wie Interessen der Ortsentwick-

lung  und  der  Verdichtung  des  Siedlungsgebiets,  berücksichtigt  werden 

müssen. Diese Interessenabwägung kann zur Folge haben, dass die Erhal-

tungsziele  nicht  oder  nur 

teilweise  umgesetzt  werden  können 

(BGr 1C_474/2016  vom  1. Juni 2017,  E. 3.2.;  BGE 135 II 209,  E. 2.1.; 

VB.2018.00575  vom  17. April 2019,  E. 4.5.;  VB.2018.00408  vom  28. Feb-

ruar  2019,  E. 3.2.2.;  VB.2017.00691  vom  4. Oktober 2018,  E. 6.3. f.; 

VB.2017.00183  vom  5. April 2018,  E. 6.3.3.,  jeweils  mit  weiteren  Hinwei-

sen). 

3.5.3. 
Soweit den Gemeinden bei der Anwendung von Bestimmungen des kanto-

nalen  Rechts  als  Ausfluss  der  Gemeindeautonomie  eine  besondere  Ent-

scheidungs-  und  Ermessensfreiheit  zukommt,  überprüft  das  Baurekursge-

richt entsprechende Entscheide mit Zurückhaltung. Beruht der kommunale 

Entscheid auf einer vertretbaren Würdigung der massgebenden Umstände, 

so  hat  ihn  die  Rekursinstanz  zu  respektieren.  Die  Rekursinstanz  darf  nur 

dann einschreiten, wenn die Baubehörde ihren Ermessensspielraum über-

schreitet,  indem  sie  sich  von  unsachlichen,  dem  Zweck  der  in  Frage  ste-

henden  Regelung  fremden  Erwägungen  leiten  lässt  oder  allgemeine 
Rechtsprinzipien, wie das Verbot von Willkür oder den Grundsatz der Ver-

hältnismässigkeit,  verletzt.  Dabei  darf  sich  die  Rekursinstanz  jedoch  nicht 

auf  eine  blosse  Willkürprüfung  beschränken,  vielmehr  muss  die  Eingriffs-

schwelle tiefer gesetzt werden (vgl. BGE 145 I 52, E. 3.6., mit Hinweisen). 

Ob  eine  Bestimmung  des  kantonalen  Rechts  den  Gemeinden  einen  auto-

nomen Entscheidungsspielraum einräumt, ist durch Auslegung zu ermitteln 

(Marco  Donatsch,  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2014, 

§ 20  Rz. 62).  Nach  ständiger  Praxis  der  kantonalen  Instanzen  betrifft  dies 

R1S.2020.05128 

Seite 12 

 
 
insbesondere  § 238 PBG,  ferner  aber  auch  etwa  § 71 PBG  betreffend  die 

bauliche  Gestaltung  und  Einordnung  von  Arealüberbauungen,  § 237 PBG 

betreffend  die  Beurteilung  der  Verkehrssicherheit  einer  Zufahrt  und  § 357 

Abs. 1 PBG  betreffend  die  Beurteilung  zulässiger  Änderungen  an  vor-

schriftswidrigen Bauten (Donatsch, § 20 Rz. 72). 

3.5.4. 
Wie  die  Vorinstanz  zutreffend  vorbringt,  liegen  die  geplanten  Neubauten 

vollumfänglich  in  der  Wohnzone W3,  weshalb  primär  § 238  Abs. 1 PBG 

Anwendung  findet,  der  eine  befriedigende  Gesamtwirkung  verlangt.  Der 

Umstand, dass sich das Projekt teilweise nahe der Kernzone befindet, führt 

nicht dazu, dass generell die erhöhten Gestaltungsanforderungen für Kern-

zonen gelten. In Anwendung von § 238 Abs. 2 PBG ist lediglich zu prüfen, 

ob  das  Bauprojekt  auf  die  benachbarten  Schutzobjekte  genügend  Rück-

sicht nimmt. 

3.5.5. 
Y ist als Stadtteil von Zürich im ISOS aufgeführt. Der vom fraglichen Bau-

vorhaben  betroffene  Teil  des  Baugrundstücks  befindet  sich  in  der  Umge-

bungszone XII  mit  Erhaltungsziel  "a"  (Erhalten  der  Beschaffenheit  als  Kul-

turland  oder  Freifläche.  Die  für  das  Ortsbild  wesentliche  Vegetation  und 

Altbauten  bewahren,  störende  Veränderungen  beseitigen):  "Wies-  und 

Ackerlandschaft:  weit  ausgedehnte,  landwirtschaftlich  geprägte  Grünflä-

chen,  teils  mit  den  Siedlungsausläufern  verflochten;  wichtiges  Naherho-

lungsgebiet, bildet mit der Freibadanlage entlang des K. einen gliedernden 

Grünraum sowie einen bedeutenden Hinter- resp. Vordergrund der Bebau-

ung  innerhalb  des  Stadtteils."  Zu  dieser  Umgebungszone  gehört  das  Ein-

zelelement XII.0.5.  mit  Erhaltungsziel A:  "Dreiteilige  Wohnhauszeile  im 

Heimatstil mit geschweiftem Walmdach, markant im Feld südlich des Wei-
lers K. stehend, 1919 für EKZ-Angestellte erstellt, früher Repräsentant des 

Wohnens im Grünen; im Norden Neubauten geplant" (Kö.-Strasse 5, 6 und 

7). Diese Gebäude befinden sich jenseits der Kö.-Strasse südwestlich des 

strittigen Bauvorhabens. 

Nördlich  angrenzend  an  die  von  der  Baueingabe  erfasste  Fläche  befindet 

sich  die  Baugruppe 0.6.  "K."  mit  Erhaltungsziel A  (Erhalten  der  Substanz): 

"ehem. Weiler mit haufenförmiger Anordnung  von Hofgruppen mit intakten 

Zwischenbereichen; markante Bauernhäuser mit Nebenbauten wie Wasch-

R1S.2020.05128 

Seite 13 

 
 
haus  oder  Stallscheune  und  ländlich  geprägte  Wohnhäuser  in  schlichter 

Baumeisterarchitektur,  17.–A. 20. Jh.,  freiliegende  Einbettung  im  Gelände 

beeinträchtigt  durch  Neubauten".  Hingewiesen  wird  auf  das  Bauernhaus 

Kö.-Strasse 1/3  (Nr. 0.6.1.:  "Bauernhaus,  mächtiger  Vielzweckbau  mit 

Sichtfachwerk und Freitreppe im Wohnteil und holzverschaltem Ökonomie-

teil,  17. Jh.,  wohl  altes  Hauptgebäude  des  ehem.  Rodungshofs  und  domi-

nanter Bau an Strassenverzweigung". Als störend erwähnt wird die Liegen-

schaft  K.-Weg 1  (Nr. 0.6.2.:"Neubau,  viergeschossiges  Mehrfamilienhaus 

mit Flachdach, von der Strasse zurückgesetzt am Hangfuss, 2013/14, min-

dert die Gesamtwirkung der Baugruppe"). 

Das  Gebiet  östlich  des  Baugrundstücks,  jenseits  der  T.-Strasse,  ist  der 

Umgebungszone XIV.0.1. mit Erhaltungsziel b (Erhalten der Eigenschaften, 

die 

für  die  angrenzenden  Ortsbildteile  wesentlich  sind)  zugeordnet: 

"Durchmischte  Bebauung  beidseits  der  K.-Strasse  und  an  exponierter 

Hanglage  südlich  der  R.-Strasse:  voluminöse  Mehrfamilienhäuser  mit 

Flachdach, v. a. in der Ebene, zwei- und dreigeschossige Satteldachbauten 

an  der  Hangkante,  ab  2. H. 20. Jh.,  sensibler  Nahbereich  des  ehem. Wei-

lers K. ". 

3.5.6. 
Gemäss  ISOS  handelt  es  sich  bei  der  Umgebungszone XII  nicht  um  ein 

Baugebiet, was gemäss geltender Bau- und Zonenordnung weitestgehend 

zutrifft, nicht aber für die von der Baueingabe erfasste Fläche. Diese ist der 

Wohnzone W3 zugewiesen, was vorliegend nicht in Frage zu stellen ist. Die 

kommunale  Bau-  und  Zonenordnung  konkretisiert  auf  kommunaler  Ebene 

die  Anliegen  des  Natur-  und  Heimatschutzes  und  berücksichtigt  damit  die 

Schutzanliegen  im  Sinne  des  ISOS.  Sie  weist  die  vorliegend  betroffene 

Fläche  der Wohnzone  zu  und erlaubt  damit im  Rahmen  der  Bau- und  Zo-
nenordnung  eine  Überbauung.  Diese  Grundnutzungsordnung  ist  nicht  auf 

ihre  materielle  Übereinstimmung  mit  dem  vom  ISOS  angestrebten  Schutz 

hin  zu  prüfen.  Nutzungspläne  (und  in  engem  Zusammenhang  stehende 

planerische Festlegungen) sind grundsätzlich im Anschluss an deren Erlass 

anzufechten.  Eine  spätere  akzessorische  Überprüfung  in  einem  Anwen-

dungsfall  ist  nur  in  Ausnahmesituationen  zugelassen  (BGE 135 II 209, 

E. 5.1). Die Voraussetzungen dafür sind hier nicht erfüllt. Im Übrigen ist die 

Gestaltung des Bauvorhabens im Kontext des umliegenden, schützenswer-

ten  Ortsbildes  von  nationaler  Bedeutung  in  Anwendung  von  § 238  Abs. 2 

R1S.2020.05128 

Seite 14 

 
 
PBG  zu  beurteilen,  womit  die  bundesrechtlichen  Vorgaben  gewahrt  sind 

(siehe dazu die nachfolgenden Ausführungen). 

3.5.7. 
Das Bauvorhaben wird als "temporäre" Wohnsiedlung bezeichnet. Der Pro-

jektbeschreibung  (act. 12.10,  R1S.2020.05128)  ist  zu  entnehmen,  dass 

aufgrund  auslaufender  Zwischennutzungen  und  dem  damit  verbundenen 

Bedarf an neuem längerfristigem Wohnraum sowie zur Abfederung von zu-

künftig erneut steigenden Asylgesuchszahlen der Termin- und Kostendruck 

des öffentlichen Auftrags, genügend und günstigen Wohnraum bereitzustel-

len,  auch  bei  derzeit  tiefen  Asylgesuchszahlen  im  Vordergrund  stehe.  Als 

Modulbau könne die Siedlung in ihre Module zerlegt und an einem anderen 

Standort  wiederaufgebaut  werden.  Dies  werde  dann  der  Fall  sein,  wenn 

das Areal einer definitiven Nutzung zugeführt werden soll. 

Dazu  ist  festzuhalten,  dass  die  Baubewilligung  zeitlich  unbefristet  erteilt 

wurde.  Das  Vorhaben  muss  daher  sämtlichen  baurechtlichen  Anforderun-

gen  genügen  und  es  können  nicht  aus  Gründen  der  Verhältnismässigkeit 

allfällige Mängel aufgrund einer befristeten Bewilligung vorübergehend tole-

riert  werden.  Die  Projektbeschreibung  lässt  zudem  völlig  offen,  über  wel-

chen  Zeitraum  die  Wohnsiedlung  betrieben  werden  soll.  Insofern  ist  das 

Vorhaben nicht anders zu beurteilen als andere Bauten, die auf unbestimm-

te Zeit bestehen bleiben sollen. 

3.5.8. 
Das  Erscheinungsbild  der  Wohnsiedlung  wird  geprägt  durch  die  Modul-

bauweise und die Materialisierung der Aussenhaut mit Wellblech (vertikales 

Aluminium-Sinusprofil, 

s. Farb- 

und  Materialkonzept, 

act. 12.9, 

R1S.2020.05128). Dergestalt ist das Bauvorhaben als das erkennbar, was 
es ist: Ein Provisorium. Seine Gestaltung ergibt sich aus seiner Funktionali-

tät; die Bauten sollen vor Ort rasch und ohne grossen Aufwand aus vorge-

fertigten Modulen zusammengesetzt und später wieder demontiert werden 

können. Die Wohnsiedlung ist vergleichbar mit anderen vorfabrizierten oder 

"provisorischen"  Baracken  (etwa  für  Schulzwecke),  die  in  einer  nicht  be-

sondere  ästhetisch-architektonische  Qualitäten  aufweisenden  baulichen 

Umgebung  auch  unbefristet  bewilligt  werden  (vgl. VB.2013.00289  vom 

11. Juli 2013,  E. 5.8.,  betreffend  die  temporäre  Wohnsiedlung  Z.  in  Zürich 

Y).  Es  verhält  sich  somit  nicht  so,  dass  derartige  Bauwerke  in  gestalteri-

R1S.2020.05128 

Seite 15 

 
 
scher  Hinsicht  grundsätzlich  nicht  bewilligungsfähig  wären.  Der  Umstand, 

dass der Zweck einer nicht auf Dauer bestimmten Baute an deren Äusse-

rem  ablesbar  ist,  stellt  in  der  Regel  keinen  Einordnungsmangel  dar 

(VB 92/0044 + 0045 vom 21. August 1992). Ausschlaggebend ist die jewei-

lige bauliche und landschaftliche Umgebung. 

Die  Rechtsmittelinstanzen  hatten  sich  in  der  Vergangenheit  verschie-

dentlich  mit  containerartigen  Unterkünften  auseinanderzusetzen.  Als  nicht 

bewilligungsfähig  erwiesen  sich  je  ein  eingeschossiger Wohn-  und  Schlaf-

container für insgesamt 20 Asylsuchende in einer Umgebung von hoher äs-

thetischer Qualität mit Parkanlage, Hafen und Seeufer und einem unmittel-

bar  anstossenden  Villengrundstück  (VB.2000.00035  vom  7. Juni 2000, 

E. 2). Auf drei Seiten des Baugrundstücks und einer überbauten Nachbar-

parzelle  war  eine  Erholungszone  ausgeschieden,  die  einen  in  sich  ge-

schlossenen  Bereich  darstellte,  in  dem  die  beiden  Baugrundstücke  insel- 

bzw. halbinselartig lagen. 

Verweigert  wurde  die  Baubewilligung 

für  Container-Unterkünfte 

für 

120 Personen auf  einem Baugrundstück  in einer Wohnzone mit Gewerbe-

erleichterung,  das  weitgehend  von  Wohnbauten  (u.a.  eine  Arealüberbau-

ung)  umgeben  war.  Das  Verwaltungsgericht  erwog,  es  handle  sich  um  ei-

nen  reinen  Zweckbau,  der  keine  besondere  Gestaltungsleistung  erkennen 

lasse.  Kritisiert  wurden  namentlich  die  in  gleicher  Grösse  geometrisch  an-

geordneten  Fensterfronten,  die  die  zweigeschossige  Baute  als  kasernen-

haft  und  monoton  erscheinen  liessen.  Zu  beachten  sei  zudem,  dass  das 

Baugrundstück  wegen  seiner  Ecklage  sowie  wegen  der  im  Vergleich  mit 

der Überbauung auf dem südlich angrenzenden Grundstück sehr geringen 

Ausnützung  im  Siedlungszusammenhang  auffallen  würde  (VB.2008.00470 

vom 23. April 2009, E. 3.2.). 

Bewilligt wurde das Aufstellen von mehreren eingeschossigen Wohncontai-

nern als provisorische Notschlafstelle für 24 Obdachlose in Zürich. Auf den 

Nachbargrundstücken befanden sich die Zweckbauten eines grösseren Ga-

ragenbetriebs,  eine  sechsgeschossige  Hotel-  und  Wohnüberbauung,  ein 

Lagerplatz  für  Baumaterialien,  daran  anschliessend  das  Sportstadion  […], 

und auf der gegenüberliegenden Strassenseite ein 150 m langes fabrikhal-

lenartiges  Gebäude.  Insgesamt  wurde  von  einer  "eher  unqualifizierten", 

baulich  uneinheitlichen  und  keine  speziellen  ästhetisch-architektonischen 

R1S.2020.05128 

Seite 16 

 
 
Qualitäten aufweisenden baulichen Umgebung ausgegangen. Das Verwal-

tungsgericht  erwog,  das  kleinmassstäbliche Bauvorhaben  gehe  in den be-

nachbarten Grossbauten völlig unter. Die Container seien wohl als Proviso-

rien erkennbar, was indessen nicht zu beanstanden sei. Denn sie seien ja 

auch als solche gedacht und ihre Zweckbestimmung dürfe nach dem in der 

Architektursprache geforderten Gebot der "Ehrlichkeit" durchaus ersichtlich 

sein (VB 92/0044 + 0045 vom 21. August 1992). 

Der  bereits  erwähnten Wohnsiedlung  Z.  wurde  eine  befriedigende  Einord-

nung  attestiert.  Sie  besteht  aus  zwei  parallel  verlaufenden,  dreigeschossi-

gen geraden Reihen von zusammengestellten Stahlcontainern. Die beiden 

Containerreihen  sind  rund  37 m  lang  und  10 m  breit  (s.  Foto  in  act. 4.20, 

R1S.2020.05128). Im Süden und Südosten der Bauparzelle am Rande des 

Siedlungsgebiets befinden sich Mehrfamilienhäuser, im Westen eine Park-

anlage  sowie  mehrere  Fussball-  und  Tennisplätze.  Im  Norden  verläuft  die 

Autobahn.  Das  Verwaltungsgericht  erwog,  das  Vorhaben  weise,  ohne  sei-

nen  Zweck  als  Übergangslösung  zu  verhehlen,  durchaus  ansprechende 

gestalterische  Elemente  auf.  Damit  erreiche  die  Siedlung  ein  befriedigen-

des  ästhetisches  Niveau.  Die  bauliche  Umgebung  und  insbesondere  die 

angrenzenden  Wohnliegenschaften  würden  keine  besonderen  Qualitäten 

erkennen lassen. Ein gewisser, nicht von der Hand zu weisender Kontrast 

zur umliegenden Überbauung gebe keinen Anlass, dem Bauvorhaben eine 

befriedigende  Gestaltung  abzusprechen  (s.  VB.2013.00289,  E. 5.5.  ff.,  so-

wie VB.2013.00293 vom 11. Juli 2013, E. 4.6). 

3.5.9. 
Das gegen Süden spitz  zulaufende Baugrundstück wird auf allen drei Sei-

ten  von  Strassen  begrenzt.  Östlich,  jenseits  der  T.-Strasse,  befindet  sich 

die Alterssiedlung K. (erstellt 2014) mit grossvolumigen, sorgfältig gestalte-
ten Wohngebäuden. Das Grundstück (Kat.-Nr. 4) gehört, wie das Bauareal, 

zur  Zone W3,  ebenso  das  südwestlich,  jenseits  der  Kö.-Strasse  gelegene 

Grundstück (Kat.-Nr. 5). Jenes ist überbaut mit vor wenigen Jahren neu er-

stellten,  zweigeschossigen  Mehrfamilienhäusern,  die  ebenfalls  eine  an-

sprechende architektonische Gestaltung aufweisen. Auf derselben Parzelle 

befinden  sich  die  inventarisierten  EKZ-Wärterhäuser  (Kö.-Strasse 5-7). 

Dieses  Grundstück  bildet  den  Abschluss  des  Siedlungsgebietes,  das  Ge-

biet westlich davon ist der Freihaltezone zugeordnet, ebenso ein ca. 50 m 

breiter Streifen südlich davon wie auch südlich der beiden anderen genann-

R1S.2020.05128 

Seite 17 

 
 
ten Parzellen. Jenseits des Grünstreifens setzt sich die Wohnzone W3 mit 

weiteren Wohnüberbauungen fort. 

Das  Gebiet  nördlich  und  nordwestlich  des  Bauareals  gehört  zur  Kernzone 

mit  dem  schützenswerten,  stark  durchgrünten  Ortsbild  des  ehemaligen 

Weilers K. Auf  dem  Baugrundstück  selbst  befindet  sich das  inventarisierte 

Bauernhaus mit Schopf K.-Strasse 1. Ca. 20 m nordwestlich des Bauareals 

befindet sich der unter Schutz gestellte A. K.  

Die  Umgebung  des  Bauareals  zeichnet  sich  zusammengefasst  aus  durch 

moderne,  hochwertig  gestaltete  Wohnüberbauungen,  durch  die  im  Süden 

und  Westen  anschliessenden  Grünräume  und  durch  das  im  Norden  an-

grenzende,  schützenswerte  Ortsbild  des  Weilers  K.  mit  seinem  ländlichen 

Gepräge und namentlich durch die beiden genannten, unmittelbar benach-

barten Schutzobjekte. Es handelt sich somit um eine gepflegte, qualifizierte 

Umgebung  von  hoher  ästhetischer  Qualität.  Zu  beachten  ist  ferner,  dass 

das  Bauareal  aufgrund  der  rundum  offenen  Sichtachsen  innerhalb  der 

Siedlung eine prominente Stellung innehat. 

In diesem Kontext bildet ein kostengünstig erstellter Zweckbau wie die ge-

plante  Wohnsiedlung  einen  stossenden  Gegensatz.  Störend  ist  ganz  all-

gemein  der  geringe  gestalterische  Anspruch  der  (naturgemäss)  an  das 

Bauvorhaben gestellt wird, namentlich was die kubische Ausgestaltung und 

die  Fassadengestaltung  anbelangt,  und  der  provisorische  Charakter.  Die 

quaderförmige Volumetrie ergibt sich einzig aus der Modulbauweise, ohne 

Bezug  zu  den  baulichen  Gegebenheiten  oder  zur  Grundstücksform.  Die 

Setzung  der  beiden  nördlichen  Baukörper  (Häuser 1  und  2)  wirkt  zufällig 

und keinem nachvollziehbaren Konzept folgend. Angesichts der grosszügi-

gen  Platzverhältnisse  ist  unverständlich,  weshalb  das  Haus 2  derart  nahe 
an den Baumgarten des Schutzobjekts K.-Strasse 7 herangerückt wird, so-

dass sogar eine der Baumkronen tangiert wird. Auch die monotone Befens-

terung  ist  der  Konstruktionsweise  geschuldet.  Die  Klappläden,  mit  denen 

ein Element aus der historischen Bebauung in der angrenzenden Kernzone 

aufgenommen werden soll, wirken etwas hilflos und aufgesetzt. Störend an 

der  Fassadengestaltung  ist  aber  in  erster  Linie  die  Materialisierung  mit 

Aluminium-Wellblech. Damit wird der Provisoriums-Charakter zusätzlich be-

tont,  denn  Wellblech  als  Fassadenmaterial  von  Wohnhäusern  ist  hierorts 

vollkommen fremd.  

R1S.2020.05128 

Seite 18 

 
 
Der  Massstab,  der  an  die  Gestaltung  von  Bauten  und  Anlagen  anzulegen 

ist,  richtet  sich  nach  der  jeweiligen  baulichen  und  landschaftlichen  Umge-

bung einerseits und den gestalterischen Möglichkeiten andererseits. Letzte-

re können bei Bauten oder Anlagen, deren Erscheinungsbild sich aus deren 

Funktion ergibt, beschränkt sein, beispielsweise bei Mobilfunkantennen. Bei 

der  vorliegend  streitbetroffenen,  auf  unbestimmte  Zeit  errichteten  Wohn-

siedlung  für  Asylsuchende,  sind  es  nicht  funktionale,  sondern  rein  ökono-

mische Gründe, die die Bauweise und damit das Erscheinungsbild bestim-

men. Darin liegt kein Grund für geringere gestalterische Anforderungen.  

Das Erscheinungsbild der streitbetroffenen Wohnsiedlung hebt sich in mar-

kanter  Weise  von  demjenigen  gewöhnlicher  Wohnbauten  ab  und  steht  in 

einem störenden Gegensatz zur vorliegend betroffenen, qualitätsvollen und 

teils schützenswerten Umgebung. Dergestalt führt das Bauvorhaben zu ei-

ner  gestalterischen  Abwertung  des  Quartiers  und  vermag  die  Anforderun-

gen von Art. 238 Abs. 1 bzw. Abs. 2 PBG nicht zu erfüllen. Mit ihrer anders-

lautenden  Beurteilung  hat  die  Vorinstanz  ihren  Ermessensspielraum  über-

schritten. 

Dies führt in Gutheissung der Rekurse zur Aufhebung der Baubewilligung. 

Auf die weiteren Rügen ist somit nicht mehr einzugehen. 

4. 
Zusammengefasst sind die Rekurse gutzuheissen. Demgemäss ist der Be-

schluss der Bausektion der Stadt Zürich vom 18. August 2020 aufzuheben. 

5.1. 
Ausgangsgemäss  sind  die  Verfahrenskosten  je  zu  Hälfte  den  beiden  Re-

kursgegnerinnen aufzuerlegen (§ 13 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes 

[VRG]). 

Nach  § 338  Abs. 1 PBG  bzw.  § 2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

R1S.2020.05128 

Seite 19 

 
 
wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor,  beträgt  die  Ge-

richtsgebühr in der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 

Abs. 2  GebV VGr).  Bei  der  Bemessung  der  Gebührenhöhe  steht  der  Re-

kursinstanz  ein  grosser  Ermessensspielraum  zu  (Kaspar  Plüss,  in:  Kom-

mentar VRG, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, § 13 Rz. 25 ff.). 

Demnach ist die Gerichtsgebühr vorliegend auf Fr. 6'000.-- festzusetzen. 

5.2. 
Gemäss § 17 Abs. 2 lit. a VRG kann im Rekursverfahren und im Verfahren 

vor dem Verwaltungsgericht die unterliegende Partei oder Amtsstelle zu ei-

ner  angemessenen  Entschädigung  für  die  Umtriebe  der  Gegenpartei  ver-

pflichtet werden, wenn die rechtsgenügende Darlegung komplizierter Sach-

verhalte  und  schwieriger  Rechtsfragen  besonderen  Aufwand  erforderte  

oder den Beizug eines Rechtsbeistandes rechtfertigte. Die Bemessung der 

Umtriebsentschädigung richtet sich nach § 8 GebV VGr. 

Einer  nicht  durch  einen  Rechtsbeistand  vertretenen  Partei  entstehen  im 

Allgemeinen  keine  Rechtsverfolgungskosten,  die  zu  entschädigen  wären. 

Eine Umtriebsentschädigung ist ihr demnach nur dann zuzusprechen, wenn 

die  Grenzen  des  im  Verwaltungsrechtspflegeverfahren  Üblichen  und  Zu-

mutbaren  durch  anderweitigen  Aufwand  deutlich  überschritten  wurden.  In 

der Regel – so auch im vorliegenden Fall – ist das Vorliegen eines solchen 

Aufwandes zu verneinen. Den Rekurrierenden ist somit keine Umtriebsent-

schädigung zuzusprechen. Der Rekursgegnerin 2 steht aufgrund ihres Un-

terliegens von vornherein keine Entschädigung zu.  

[…] 

R1S.2020.05128 

Seite 20