# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6145ec69-6352-5eb4-9d94-b0dee92f0fa1
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.05.2024 F-2897/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-2897-2024_2024-05-15.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-2897/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 5 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;   

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 
 

 
 

Parteien 
 A._______,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 30. April 2024 / (…). 

 

 

 

F-2897/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der am (…) geborene Beschwerdeführer ist äthiopischer Staatsangehöri-

ger. Am 15. April 2024 ersuchte er in der Schweiz um Asyl (Akten der Vo-

rinstanz [SEM-act.] 1/2 und 2/1). Ein Abgleich mit der europäischen Finger-

abdruck-Datenbank (Zentraleinheit EURODAC) ergab, dass er seit dem 

Jahre 2015 mehrfach in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und 

Deutschland Asylanträge gestellt hatte. Konkret hatte er viermal in Frank-

reich – am 30. November 2015, 1. Juni 2021, 24. Juni 2021 und 25. März 

2024 –, dreimal in Belgien – am 16. Oktober 2018, 23. Februar 2022 und 

27. Januar 2023 – sowie jeweils einmal in den Niederlanden – am 21. Ja-

nuar 2021 – und in Deutschland – am 1. Juli 2022 – um Asyl ersucht (SEM-

act. 6/2). Am 19. April 2024 bevollmächtigte er die ihm zugewiesene 

Rechtsvertretung (SEM-act. 10/2). 

B.  

Am 23. April 2024 gewährte ihm die Vorinstanz in Anwesenheit seiner 

Rechtsvertretung im Rahmen des persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 

Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Ra-

tes vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-

stimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Dritt-

staatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten An-

trags auf internationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) 

das rechtliche Gehör (SEM-act. 11/3) zur möglichen Zuständigkeit Frank-

reichs oder Belgiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsver-

fahrens, zum beabsichtigten Nichteintretensentscheid, zur Wegweisung in 

einen dieser Dublin-Mitgliedstaaten sowie zu seinem Gesundheitszustand 

(nachfolgend: Dublin-Gespräch). 

C.  

Im Anschluss ersuchte die Vorinstanz am 25. April 2024 die belgischen Be-

hörden um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers (SEM-act. 12/6). Die 

belgischen Behörden hiessen das Übernahmeersuchen gestützt auf 

Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO mit Schreiben vom 30. April 2024 gut 

(SEM-act. 14/1). 

D.  

Mit Verfügung vom 30. April 2024, eröffnet am 2. Mai 2024, trat die Vo-

rinstanz in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf 

das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht ein, ordnete seine Wegwei-

sung aus der Schweiz nach Belgien an und forderte ihn auf, die Schweiz 

F-2897/2024 

Seite 3 

spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen. Gleich-

zeitig wies die Vorinstanz auf die einer allfälligen Beschwerde von Geset-

zes wegen fehlende aufschiebende Wirkung hin und beauftragte den Kan-

ton B._______ mit dem Vollzug der Wegweisung (SEM-act. 15/12). 

E.  

Am 2. Mai 2024 teilte die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers der Vo-

rinstanz die Beendigung des Mandatsverhältnisses mit (SEM-act. 18/1).  

F.  

Mit Eingabe vom 8. Mai 2024 gelangte der Beschwerdeführer gegen die 

Verfügung vom 30. April 2024 an das Bundesverwaltungsgericht. Er bean-

tragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und sein Asylgesuch sei 

durch die Vorinstanz in der Schweiz zu prüfen. Weiter beantragt er, der 

Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen. Ferner sei ihm die 

unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses sei zu verzichten (Akten im Beschwerdeverfahren [BVGer-

act.] 1).  

G.  

Am 10. Mai 2024 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisorischen 

Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an (BVGer-act. 2). 

  

F-2897/2024 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 6 AsylG).  

1.2 Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das Bundes-

verwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des 

Asyls zuständig. Es entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG und Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.). 

2.3 Die Beschwerde erweist sich – wie nachfolgend aufgezeigt wird – als 

offensichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM die Wegweisung aus 

der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

F-2897/2024 

Seite 5 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

3.3 Im Rahmen eines Wiederaufnahmeverfahrens (engl.: take back) – wie 

es in casu vorliegt – findet grundsätzlich keine (erneute) Zuständigkeits-

prüfung nach Kapitel III statt. Demgegenüber sind im Fall eines sogenann-

ten Aufnahmeverfahrens (engl.: take charge) die in Kapitel III (Art. 8-15 

Dublin-III-VO) genannten Kriterien in der dort aufgeführten Rangfolge 

(Prinzip der Hierarchie der Zuständigkeitskriterien; Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-

VO) anzuwenden, und es ist von der Situation im Zeitpunkt, in dem der 

Antragsteller erstmals einen Antrag in einem Mitgliedstaat gestellt hat, aus-

zugehen (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO; vgl. zum Ganzen BVGE 2017 VI/5 

E. 6.2 und 8.2.1 m.w.H.). 

3.4 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Art. 4 der EU-Grundrechte-

charta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mitglied-

staat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um festzu-

stellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden kann. 

Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund der 

Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten Mit-

gliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so wird 

der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitgliedstaat 

(Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

3.5 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

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Seite 6 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(vgl. BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

3.6 Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) kann das SEM das Asylgesuch «aus humanitären 

Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO ein an-

derer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem SEM Er-

messen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Ermessen 

nicht an dessen Stelle setzen (vgl. BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 in fine). 

4.  

4.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Euro-

dac-Datenbank ergab, dass dieser bereits am 27. Januar 2023 in Belgien 

um Asyl nachgesucht hatte (SEM-act. 6/2). Dies bestätigte der Beschwer-

deführer im Rahmen des Dublin-Gesprächs und gab darüber hinaus an, 

zuletzt von Belgien aus nach Frankreich gereist zu sein und sich dort ca. 

einen Monat aufgehalten zu haben, bevor er in die Schweiz weitergereist 

sei (SEM-act. 11/3). Die Vorinstanz ersuchte daraufhin die belgischen Be-

hörden um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers (SEM-act. 12/6). Am 

30. April 2024 stimmten die belgischen Behörden dem Ersuchen um Wie-

deraufnahme gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO zu (SEM-

act. 14/1). 

4.2 Die grundsätzliche Zuständigkeit Belgiens für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens ist somit gegeben. Es liegen auch keine 

Anhaltspunkte dafür vor, dass die Zuständigkeit Belgiens erloschen sein 

könnte. Insbesondere ist davon auszugehen, dass sich der Beschwerde-

führer – entsprechend seiner Angaben im Dublin-Gespräch (SEM-

act. 11/3) – bis zu seiner Weiterreise in die Schweiz ununterbrochen im 

Schengen-Raum aufgehalten hat. 

5.  

Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts weist das 

Asylverfahren in Belgien keine systemischen Schwachstellen im Sinne von 

Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO auf (vgl. anstelle vieler: Urteil des BVGer  

F-2118/2024 vom 12. April 2024 E. 5 m.w.H.). Dies stellt der Beschwerde-

führer nicht in Frage, weshalb sich Weiterungen dazu erübrigen. Unter die-

sen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO nicht ge-

rechtfertigt.

F-2897/2024 

Seite 7 

6.  

6.1 Zur Frage des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dub-

lin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, ist Folgendes auszufüh-

ren: 

6.2 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerdeschrift (BVGer-

act. 1) geltend, dass er in Belgien auf der Strasse leben müsse, da er keine 

Unterkunft erhalte. Auch sonst erhalte er keine Sozialleistungen und dürfe 

nicht arbeiten. Daher habe er kein Geld, weder um selbst eine Wohnung 

zu mieten noch sich Nahrungsmittel und/oder Medikamente zu kaufen. In 

Belgien seien seine Gesundheit und sein Leben in Gefahr. Im Rahmen des 

Dublin-Gesprächs gab der Beschwerdeführer hinsichtlich seiner gesund-

heitlichen Situation an, dass es ihm psychisch nicht gut gehe. Er habe sein 

Heimatland im Alter von 13 Jahren verlassen und lebe seit vielen Jahren 

ohne Aufenthaltsdokumente und Arbeit in Europa. Niemand kümmere sich 

um ihn. Diese Situation mache ihn verrückt und er könne nicht mehr klar 

denken. Medikamente nehme er nicht ein, da diese ihn nur noch verrückter 

machten. In Belgien habe er sich bereits das Leben nehmen wollen. Um 

dies zur verdeutlichen, zeigte er Ritzspuren an Armen und Schulter. Ab-

schliessend führte er aus, dass er Selbstmord begehen werde, falls er nach 

Belgien zurückkehren müsse (SEM-act. 11/3).  

6.3 Belgien ist Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls zur FK vom 31. Januar 1967 (SR 

0.142.301). Ausserdem wird Belgien durch die Richtlinien des Europäi-

schen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-

meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-

tionalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 26. 

Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, die 

internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie), gebunden. 

6.4 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Belgien seinen 

völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber 

Personen in der Situation des Beschwerdeführers nachkommt und insbe-

sondere auch die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Ver-

fahrens- und der Aufnahmerichtlinie ergeben. Diese Vermutung kann zwar 

im Einzelfall widerlegt werden; hierfür bedarf es aber konkreter und 

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Seite 8 

ernsthafter Hinweise, die von der betroffenen Person glaubhaft darzutun 

sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer F-651/2023 vom 

17. Februar 2023 E. 8.2). 

6.5 Der Beschwerdeführer hat keine konkreten und ernsthaften Hinweise 

für die Annahme dargetan, Belgien würde ihm dauerhaft die ihm gemäss 

Aufnahmerichtlinie zustehenden minimalen Lebensbedingungen, bei-

spielsweise eine menschenwürdige Notversorgung vorenthalten. Im Übri-

gen ist davon auszugehen, dass er sich bei einer vorübergehenden Ein-

schränkung nötigenfalls an die belgischen Behörden wenden und die ihm 

zustehenden Aufnahmebedingungen auf dem Rechtsweg einfordern 

könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Seine Befürchtung, bei einer Rück-

kehr nach Belgien mittellos und ohne Unterkunft dazustehen, erweist sich 

demnach als unbegründet. 

6.6 Den Akten lassen sich auch keine Gründe für die Annahme entnehmen, 

Belgien werde im Fall des Beschwerdeführers den Grundsatz des Non-

Refoulement missachten und ihn zur Ausreise in ein Land zwingen, in dem 

sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 

Abs. 1 AsylG gefährdet wäre oder in dem er Gefahr laufen würde, zur 

Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden. Ausserdem hat der 

Beschwerdeführer nicht dargetan, die ihn bei einer Rückführung 

erwartenden Bedingungen in Belgien seien derart schlecht, dass sie zu 

einer Verletzung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder 

Art. 3 FoK führen könnten. 

6.7 Bezüglich der gesundheitlichen Aspekte ist festzuhalten, dass eine 

zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen Problemen 

nur ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellt. Dies ist 

insbesondere dann der Fall, wenn Schwerkranke durch die Rückführung – 

mangels angemessener medizinischer Behandlung im Zielstaat – mit ei-

nem realen Risiko konfrontiert würden, einer ernsten, raschen und unwie-

derbringlichen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt 

zu werden, die zu intensivem Leiden oder einer erheblichen Verkürzung 

der Lebenserwartung führen würde (vgl. anstatt vieler Urteil des BVGer  

F-3746/2023 vom 11. Juli 2023 E. 6.4 unter Verweis auf das Urteil des Eu-

ropäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR] Paposhvili gegen 

Belgien vom 13. Dezember 2016, Grosse Kammer, 41738/10, §§ 180-193; 

letzteres bestätigt durch Urteil des EGMR Savran gegen Dänemark vom 

7. Dezember 2021, Grosse Kammer, 57467/15, §§ 121 ff.). 

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Seite 9 

6.8 Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer im Rahmen des Dublin-Ge-

sprächs geltend gemachten psychischen Beschwerden (SEM-act. 11/3 

und zuvor E. 6.2) ist anzumerken, dass er, soweit aus den Akten ersichtlich, 

keinerlei medizinische Hilfe in Anspruch genommen hat. Darüber hinaus 

hat er bezüglich psychischer Beschwerden auch nichts weiter in der Be-

schwerdeschrift ausgeführt. Unabhängig davon sind die von ihm im Rah-

men des Dublin-Gesprächs vorgebrachten psychischen Beschwerden («er 

sei verrückt geworden») im Lichte der obengenannten Rechtsprechung 

nicht als derart schwerwiegend anzusehen, dass aus humanitären Grün-

den oder gar wegen einer drohenden Verletzung von Art. 3 EMRK von ei-

ner Überstellung nach Belgien abgesehen werden müsste. Betreffend die 

Ausführung, wonach er im Falle einer Überstellung nach Belgien Selbst-

mord begehen werde, ist festzuhalten, dass gemäss Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts Suizidalität für sich alleine kein Vollzugshin-

dernis darstellt (vgl. Urteil des BVGer E-5975/2022 vom 3. Januar 2023 

E. 5.5; E-685/2021 vom 23. Februar 2021 E. 7.3.3 m.w.H.). Zudem kann 

auch einer allfällig akzentuierten Suizidalität mit geeigneten Massnahmen 

der Vollzugsbehörden Rechnung getragen werden. Dem wird vorliegend 

dadurch entsprochen, dass die Vorinstanz in den Überstellungsmodalitäten 

auf die psychischen Probleme des Beschwerdeführers hinweist (SEM-

act. 17/1).  

6.9 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vorinstanz 

bei der Anwendung der Kann-Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über 

einen Ermessensspielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene 

Verfügung ist unter diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden; 

insbesondere sind den Akten keine Hinweise auf einen 

Ermessensmissbrauch oder ein Über- respektive Unterschreiten des 

Ermessens zu entnehmen. Das Gericht enthält sich deshalb in diesem 

Zusammenhang einer weiteren Überprüfung. 

6.10 Es liegen somit weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, wel-

che die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch bestehen 

Rechtsfehler bei der Ermessensbetätigung. Es besteht folglich kein Grund 

für einen Selbsteintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Ver-

bindung mit Art. 17 Dublin-III-VO. 

7.  

Die Vorinstanz ist daher zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. Da 

der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder 

F-2897/2024 

Seite 10 

Niederlassungsbewilligung ist, wurde die Wegweisung nach Belgien in An-

wendung von Art. 44 AsylG ebenfalls zu Recht angeordnet (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

8.1 Mit vorliegendem Urteil fällt der am 10. Mai 2024 angeordnete Voll-

zugsstopp dahin. Die Gesuche um Gewährung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses sind mit heutigem Entscheid gegenstandslos geworden. 

8.2 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, wel-

ches als Gesuch um unentgeltliche Prozessführung zu verstehen ist, ist 

abzuweisen, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind und dies auch schon im 

Zeitpunkt der Gesuchstellung waren (Art. 65 Abs. 1 VwVG).  

8.3 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite)   

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und an die 

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt 

 

 

 

Versand: