# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ff7b3c35-9d8c-5e01-a7c4-f843ac70aa2c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-21
**Language:** de
**Title:** Rentenanspruch verneint. Anspruch auf berufliche Massnahmen und Integrationsmassnahmen bei 100%iger Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit verneint.
**Docket/Reference:** IV.2020.00083
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2020.00083.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2020.00083
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Hurst, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna
Ersatzrichter Sonderegger
Gerichtsschreiberin Stadler
Urteil
vom
2
1.
September 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch
lic
.
iur
.
Y.___
Erdös
& Lehmann Rechtsanwälte
Kernstrasse 37, 8004 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1960,
war von Februar 2004 bis Ende Dezember 2013 bei der
Z.___
AG als Mitarbeiterin Konfektionierung Semi-
Solida
und
Liquida
sowie Mitarbeiterin Handkonfektionierung Steril in einem 100%-Pensum angestellt (vgl.
Urk.
10/14/1-2).
In der Folge war sie vom 1
0.
Juni bis 9. Sep
tember
2014 für den Verein
A.___
und vom 2
2.
September bis 1
9.
Dezember
2014 im Alterszentrum
B.___
tätig und arbeitete jeweils in einem 100%-Pensum im Rahmen eines befristeten Einsatzes in der Lingerie (vgl.
Urk.
3/5).
Am
6.
Juli 2018 (Eingangsdatum) meldete sich die Versicherte bei der Sozial
ver
sicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, unter Hinweis auf Hüft- und Kniegelenksarthrosen beidseitig zum Bezug von Leistungen der Inva
liden
ver
si
che
rung an (Urk.
10/2
).
Die IV-Stelle nahm Abklärungen in erwerblicher und me
di
zini
scher Hinsicht vor.
Sie holte die Berichte der behan
delnden Ärzte (Urk.
10/7
, Urk.
10/9
, Urk.
10/12
) sowie einen Auszug aus dem Indivi
duellen Konto der Ver
sicherten (IK-Auszug; Urk.
10/6
) ein.
In der Folge veranlasste die IV-Stelle am 1
0.
April 2019 eine Abklärung der beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit in Beruf und Haushalt (sog. Haushaltsabklä
rung), wobei die Haushaltsabklärung
aufgrund der Qualifikation von 100
%
im Erwerbsbereich entfiel (
Urk. 10/
15
)
.
D
ie IV-Stelle
stellte
de
r
Ver
sicher
ten mit Vorbescheid vom
1
2.
August 2019
die Abweisung des Leistungs
begeh
rens in Aussicht (
Urk. 10/17). Dagegen erhob die Versicherte am
5.
September
2019 (
Urk.
10/18) sowie ergänzend am 2
8.
Oktober
2019 (
Urk.
10/21)
Einwand.
Mit Verfügung vom
2
0.
Dezember 2019
verneinte die IV-Stelle wie vor
beschieden einen Anspruch auf eine Invali
denrente (
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte mit Eingabe vom 3. Februar 2020 Beschwerde und beantragte,
die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die
Streitsache sei zur Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Diese sei zu verpflichten, ein rechtskonformes Gutachten durchzuführen und ihr die ge
setz
li
chen Leistungen zuzusprechen, unter anderem seien ihr auch berufliche Mass
nahmen zu gewähren. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu ver
pflichten, eine beschwerdefähige Verfügung betreffend die Ablehnung der beruf
lichen Mass
nahmen zu erlassen
(Urk. 1)
. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um die Ge
währung der unentgeltlichen Rechtspflege
, wobei sie dieses Gesuch mit Schrei
ben vom 1
4.
Februar 2020 zurückzog (
Urk.
6).
Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom
2
1.
April
2020
(Urk.
9
) auf Abweisung der Beschwerde. Mit Verfügung vom
1
2.
Mai
2020
wurde der Beschwerdeführerin die Beschwerdeantwort zur Kenntnisnahme zuge
stellt (Urk.
11
).
3.
Auf die Vorbringen der Parteien und die eingere
ichten Akten wird, soweit erfor
derlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des
Sozialversicherungsrechts [ATSG]
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, er
halten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Be
schwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arz
tes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung
zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi
cherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärzt
lichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
In der angefochtenen Verfügung vom 2
0.
Dezember 2019 (
Urk.
2) hielt die Be
schwer
degegnerin fest,
medizinische Abklärungen hätten ergeben, dass die Be
schwer
deführerin unter Berücksichtigung ihrer Einschränkungen weiterhin zu 100 % arbeitsfähig sei
und damit ein rentenausschliessendes Einkommen erzielen könne. Da die Beschwerdeführerin kein Deutsch spreche und auf eine Über
set
zung angewiesen sei, hätten keine beruflichen Massnahmen durchgeführt werden können.
2.2
Demgegenüber machte die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde vom
3.
Fe
b
ru
ar 2020 (
Urk.
1) zusammengefasst geltend,
aus den medizinischen Akten sei ersichtlich, dass bei ihr ein invalidisierender Gesundheitsschaden vorliege, wel
cher einen Einfluss auf die aktuelle und weitere Arbeits- und Leistungs
fähig
keit habe.
Ihre bisherige körperlich schwere Tätigkeit könne sie gesund
heits
bedingt nicht mehr verrichten, weshalb sie bei der Suche einer neuen Ar
beits
stelle in einem neuen Tätigkeitsbereich auf die Unterstützung der Be
schwer
degegnerin an
gewiesen sei.
Sie verfüge über gute Deutschkenntnisse und sei im deutsch
spra
chigen Arbeitsmarkt bestens integriert gewesen.
Indem die Beschwerde
gegnerin jegliches Beratungsgespräch verweigert habe und den Anspruch auf berufliche Massnahme mangels genügender Deutschkenntnis verneint habe, habe sie das rechtliche Gehör verletzt.
3.
3.1
Dr.
med.
C.___
, leitende Oberärztin Orthopädie in
der
Klinik
D.___
,
verwies
in ihrem Arztbericht vom
3.
August 2018 (Urk. 10/7)
auf bildgebende Befunde, welche
im linken Knie
deutliche Knorpelschäden in der Haupt
belas
tungs
zone mit be
gin
nender
Osteonekrose
insbesondere am
tibialen
medialen Rand zeigen würden. Sie diagnostizierte
eine aktivierte medial betonte
Gonarth
rose mit
tibialem
Knochen
marks
ödem
und empfahl eine Infiltration sowie Phy
sio
therapie
.
In ihrem Verlaufsbericht vom 2
0.
Dezember 2018 (
Urk.
10/12) hielt sie ausserdem ein
Pincer-Impingement
der linken Hüfte mit kleinen Knorpel
schäden sowie ein Diabetes Typ II fest und verwies auf eine bekannte Bein
län
gen
differenz. Der
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin sei stationär. Zu
künftig werde sicherlich über eine künstliche Versorgung in Form einer
unikon
dy
läre
Prothese oder einer Knietotalprothese diskutiert werden müssen. Derzeit würden jedoch klar die Beschwerden
medialseitig
im Vordergrund stehen. Zur Ar
beitsfähigkeit der Beschwerdeführerin machte
Dr.
C.___
keine Angaben res
pek
tive stellte fest, dass ihrerseits kein Arbeitszeugnis ausgestellt worden sei.
3.2
Bei med. prakt.
E.___
, Allgemeine Innere Medizin,
ist die Beschwer
de
führerin seit 2008 in Be
handlung. In ihrem Arztbericht vom 1
4.
September 2018 (
Urk.
10/9) diagnos
ti
zier
te med. prakt.
E.___
eine schwere Kniearthrose
beidseits
seit 2016, eine Hypertonie, eine Hypothyreose sowie einen Diabetes mel
litus Typ II.
Eine Arbeitsunfähigkeit attestierte sie nicht, führte je
doch aus, dass aufgrund der zunehmende Beschwerdeproblematik
nicht mehr
mit einer Ar
beits
aufnahme
gerechnet werden könne und die Prognose schlecht sei. Bei den Auf
gaben im Haushalt sei die Beschwerdeführerin hingegen nicht ein
geschränkt.
3.3
Im Rahmen der Haushaltsabklärung am 1
0.
April 2019 (Urk. 10/15) gab die Be
schwer
deführerin an,
momentan mache ihr das linke Bein vermehrt Probleme.
Zeitweise sei das linke Knie blockiert, folglich sei das Gehen erschwert und bei längeren Gehstrecken müsse sie jeweils eine Pause einlegen.
Um beweglicher zu sein
,
nehme sie nach dem Aufstehen einige Dehnübungen vor. Aufgrund der stän
di
gen Mehrbelastung sei auch das rechte Bein etwas angeschlagen und die linke Schulter mache ihr auch Probleme.
3.4
Am 1
1.
März 2019 nahm
Dr.
med.
F.___
, Facharzt Ortho
pä
di
sche Chirurgie und Traumatologie sowie Arzt des Regionalen Ärzt
lichen Dienstes (RAD)
,
eine aktenbasierte Einschätzung vor (vgl. Fest
stellungs
blatt, Urk. 10/16 S.
3f.), im Rahmen derer er eine beidseitige Gonarthrose mit dauer
hafter Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin festhielt.
Die in den vorlie
genden Arztberichten diagnostizierte
n
arterielle Hypertonie, Hyper
thyreose sowie das
Hüftimpingement
auf der linken Seite hätten hingegen keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Insgesamt seien s
chwerere und die Knie belastende Tä
tigkeiten nicht möglich
, wobei ei
ne Verbesserung des Gesundheits
zustandes nicht zu erwarten
sei
, da die dege
ne
rativen Veränderungen im Laufe des Lebens zu
nehmen würden.
Dr.
F.___
formulierte folgendes Belastungsprofil: körperlich leichte Tätigkeiten über
wie
gend im Sitzen, ohne Arbeiten auf Leitern und Ge
rüsten, ohne häufiges Treppen
steigen, ohne kniebelastende Zwangs
haltungen (bücken, hocken, knien), ohne Gehen auf unebenem Gelände. An
dau
ern
de Vib
ra
ti
onsbelastungen und Nässe-/Kälteexposition seien ebenfalls zu ver
meiden.
Unter Berücksichtigung dieses Belastungsprofils sei die Beschwerde
füh
re
rin in ihrer Ar
beitsfähigkeit nicht eingeschränkt.
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin an einer beidseitigen Gonarthrose leidet (vgl. E.
3.1-3.2, E.
3.4 hiervor). Das ist un
be
strit
ten.
Seitens der behandelnden Ärzte wurde der Beschwerdeführerin
aufgrund dessen jedoch
keine Arbeits
un
fähigkeit attestiert (vgl. E. 3.1-3.2). Med. prakt.
E.___
äusserte
zwar
, dass
die Prognose schlecht sei und
sie nicht mehr mit der Auf
nahme einer Arbeitstätigkeit rechne (vgl. E. 3.2).
Dabei bleibt
jedoch
unklar, in welchem Aus
mass respektive für welche Arbeitstätigkeiten sie die Be
schwer
de
führerin
in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt
erachtet
e
. Angesichts dessen, dass med. prakt
.
E.___
die Beschwerdeführerin bei Aufgaben im Haushalt nicht eingeschränkt beurteilte, wäre eine vollständige Arbeitsunfähig
keit
für
sämt
li
che
Tätigkeiten
nicht nachvollziehbar.
Ferner konstatierte sie in ihrem Arzt
be
richt vom 1
9.
Ja
nu
ar 2018 (
Urk.
3/3), dass der Beschwerdeführerin Arbei
ten in
aus
schliesslich
stehender Position für zwei bis drei Stunden täglich zumut
bar seien. Arbeiten mit häufigem Treppensteigen sowie einem hohen Laufpensum seien hingegen nicht zumutbar.
Dies stimmt mit dem vom RAD-Arzt formulierten Zumutbarkeitsprofil überein.
Mithin
ist mit
ihm
davon auszugehen, dass die Be
schwerde
führerin in einer ihrer Leiden angepassten Tätigkeit und unter Berück
sich
tigung des Belas
tungs
profils (vgl. E. 3.4) vollständig arbeitsfähig ist.
Dies wird von der Be
schwerdeführerin denn auch nicht bestritten.
Von weiteren medizi
ni
schen Ab
klärungen sind keine
entscheidrelevanten
neuen Erkenntnisse zu er
war
ten, wes
halb davon abzu
sehen ist.
4.2
Soweit die Beschwerdeführerin geltend machte,
sie sei
in ihren bisherigen
in der Schweiz ausgeführten
Arbeits
tätig
keiten nicht mehr arbeitsfähig, habe
sie
doch
ausschliesslich körper
lich schwere und ausschliesslich stehende Tätigkeiten ver
richtet
(
Urk.
1 S. 11)
, so ist d
arauf hinzu
weisen,
dass sie fast zehn Jahre bei der
Z.___
AG ge
arbeitet und Medikamente versandfertig gemacht hat (vgl.
Urk.
10/6,
Urk.
10/14/2). Gegenüber der
Ab
klä
rungs
person
gab
sie
an
, dass die
se
Arbeit leicht gewesen
sei
(vgl.
Urk.
10/15 S. 4).
Angesichts des
sen
ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausging, dass der Be
schwerde
führerin die angestammte Tätigkeit unter Be
rück
sichtigung des Be
las
tungs
profils nach wie vor zu 100
%
zumutbar sei. Daran vermögen die nach Auf
lösung des Arbeitsverhältnisses mit der
Z.___
AG ausgeübten Tätig
keiten in der Lingerie (vgl.
Urk.
3/5) und im
Gastrogewerbe
(vgl.
Urk.
10/15 S. 3) nichts zu ändern, handelte es sich dabei doch jeweils um kürzere Einsätze von wenigen Wochen
oder Monaten
, die den medizinischen Anforderungen ausserdem nur teilweise
entsprachen
.
Von einer angestammten Tätigkeit kann diesbe
züg
lich nicht gesprochen werden.
Vor diesem Hintergrund ist
nichts dagegen ein
zu
wen
den
, dass die Beschwerdegegnerin von keinem invalidi
sie
renden Ge
sund
heits
schaden aus
ging und entsprechend keinen Einkommens
ver
gleich vor
nahm. Selbst wenn man jedoch davon ausgehen würde, dass
die
Beschwerde
führerin
in ihrer
angestammte
n
Tätigkeit
arbeitsunfähig
wäre, ergäbe sich kein Invaliditäts
grad
.
4.3
4.3.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommens
ver
gleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegen
über
gestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditäts
grad bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2, 128 V 29 E. 1).
4.3.2
Da die Beschwerdeführerin ihre letzte unbefristete Anstellung bei der
Z.___
AG verlor und arbeitslos ist, andererseits ihre Restarbeitsfähigkeit nicht ausschöpft, kann sowohl für das Validen- wie auch das Invalideneinkommen auf die vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhe
bungen (LSE) abgestellt werden. Dabei ist mangels beruflicher Ausbildung das standardisierte monatliche Einkommen für weibliche Hilfskräfte (Total, Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Frauen) heranzuzuziehen.
Damit ist das Validen- und Invalideneinkommen ausgehend vom gleichen Tabellenlohn zu berechnen und es erübrigt sich deren genaue Ermittlung.
Diesfalls
entspricht der Invaliditätsgrad im Sinne einer rechnerischen Vereinfachung dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_148/2017 vom 19. Juni 2017 E. 4 mit weiteren Hinweisen).
Sodann wären allfälligen
lohnmindernden Faktoren wie A
ufenthaltskategorie, mangelnde Berufsausbildung,
fehlende
Deutschkenntnisse
sowie Alter der Be
schwerdeführerin – soweit überhaupt invaliden
versicherungsrechtlich relevant -
vorliegend
sowohl beim hypothetischen Validen- als auch beim Invali
denein
kommen im gl
eichen Masse Rechnung zu tragen. Selbst wenn den körperlichen Einschränkungen beim
Valideneinkommen
mit einem maximalen Abzug von
25
%
(vgl. BGE 126 V 75 E. 5b/cc) Rechnung getragen würde, was vorliegend jedoch nicht gerechtfertigt wäre, errechnete sich kein rentenbegründender Inva
liditätsgrad.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin einen invaliden
rechtlich relevanten Invaliditätsgrad zu Recht verneint hat.
5.
5.1
Die Beschwerdeführerin monierte, dass die Beschwerdegegnerin bislang keine be
ruflichen Abklärungen getätigt habe, mithin könne nicht ohne Weiteres gesagt werden, die Voraussetzungen für berufliche Massnahmen seien - von vornherein - nicht gegeben
(
Urk.
1 S. 12)
. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdeführerin An
spruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen im Sinne von
Art.
8 ff. IVG hat.
5.2
Der Anspruch auf Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung im Sinne von
Art.
14a
Abs.
1 IVG setzt eine mindestens 50%ige Arbeitsunfähigkeit nicht nur im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich (
Art.
6 erster Satz ATSG), sondern auch in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich (zweiter Satz) voraus (BGE 137 V 1 E. 7). Bei einer Arbeitsfähigkeit ab 50
%
gilt die (objektive) Eingliederungsfähigkeit als erreicht und es sind direkt Mass
nah
men beruflicher Art vorzusehen (vgl. E. 1.4; vgl. Kreisschreiben des Bundes
amtes für Sozialversicherungen [BSV] über die Integrationsmassnahmen [KSIM], gültig ab
1.
Januar 2012, Stand
1.
Januar 2019,
Rz
1025.1).
Aus den Akten ist ersichtlich, dass eine Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit von mehr als 50
%
besteht (vgl. E. 4
hiervor), weshalb es vorliegend keiner Inte
gra
tionsmass
nahmen bedarf, um die Eingliederungsfähigkeit der Beschwerde
füh
rerin herzu
stellen.
5.3
Der Anspruch auf Umschulung
gemäss
Art.
17 IVG
setzt voraus, dass die versi
cherte Person wegen der Art und Schwere des Gesundheits
schadens in der bisher ausgeübten Tätigkeit und in den für sie ohne zusätzliche berufliche Ausbildung
offen stehenden
zu
mut
baren Erwerbstätigkeiten eine blei
ben
de oder länger dau
ernde Erwerbs
einbusse von etwa 20
%
erleidet (Urteil des Bun
desgerichts 9C_511/2015 vom 15. Oktober 2015). Dieser Mindestinva
li
di
täts
grad ist vorlie
gend
nicht erreicht (vgl. E. 4
hiervor), weshalb die
Beschwerdeführerin entspre
chend keinen An
spruch auf Umschulung
hat
.
Des Weiteren ist
ihr
auch der An
spruch auf Berufs
beratung
im Sinne von
Art.
15 IVG
zu verneinen, verfügt
sie
mit
ihren
beschränk
ten Deutschkennt
nis
sen doch nicht über die er
for
derlichen schulischen Grund
vor
aussetzungen für einen Erfolg versprech
en
den Beginn einer
beruflichen Mass
nahme.
Daran vermö
gen auch die von ihr ein
ge
reichte
n
Teil
nahme-Bestäti
gun
gen des Deutsch
unter
richts aus dem Jahr 1999 (vgl.
Urk.
3/
6
) nichts zu än
dern. Im Rahmen der Haus
halts
abklärung wurde fest
ge
halten, der Sohn der Be
schwer
deführerin sei zum Über
setzen anwesend, da man nicht sicher sei, ob der an
ge
forderte Dolmetscher auch Zeit habe. Dieser sei später eingetroffen und habe gegen
über der Abklä
rungs
person angegeben, viel für die Beschwerde
führerin und ihren Ehemann zu über
setzen, wenn deren Sohn keine Zeit dafür habe (vgl. Urk. 10/15 S. 1).
Dass die Beschwerdeführerin über gute Deutschkennt
nisse verfügt, ist damit nicht erstellt.
5.4
Auch die Arbeitsvermittlung
gemäss
Art.
18 IVG
fällt nicht in die Zuständigkeit der
Beschwerde
gegnerin. Für das Vorliegen eines Arbeitsvermittlungsanspruchs genügt der
Eintritt einer (teilweisen) Arbeits
unfähigkeit, welche quantitativ, qua
litativ und zeitlich so beschaffen sein muss, dass sie den Versicherten bei der Arbeitssuche erheblich behindert.
Vorausgesetzt ist sodann die Eingliederungs
fä
higkeit des Versicherten, das heisst seine objektive Möglichkeit und subjektive Bereit
schaft, von einem durchschnittlichen Arbeitgeber angestellt zu werden. Ist die Arbeitsfähigkeit einzig insoweit eingeschränkt, als dem Versicherten leichte Tätig
keiten voll zumutbar sind, bedarf es zur Begründung des Anspruchs auf Ar
beitsvermittlung zusätzlich einer spezifischen Einschränkung gesundheitlicher Art (Urteil des Bundesgerichts 9C_594/2016 vom 1
8.
November 2016 E. 3.2).
Die fehlende berufliche Eingliederung im Sinne der Verwertung der bestehenden Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit scheint vorliegend nicht in erster Linie auf gesundheitlich bedingte Schwierigkeiten bei der Stellensuche zurückzu
führen sein,
sondern vielmehr durch invaliditätsfremde Faktoren wie fehlende Be
rufs
ausbildung und geri
nge Deutschkenntnisse erschwert, wobei da
rauf hinzu
weisen ist, dass
Tätig
kei
ten im Kompetenz
niveau 1 definitions
gemäss keine guten Kenntnisse der deutschen Sprache erfor
dern (Urteil des Bun
des
gerichts 9C_426/2014 vom 18.
Au
gust 2014 E. 4.2)
.
Da der
Beschwerdeführerin aber trotz ihrer Behinderung aus medizinischer Sicht jede körperlich leichte Tätigkeit, die ohne
übermässige
Belastung ihrer
unteren
Extremität
en
ausgeführt werden kann, in einem 100%igen Pensum ausüben kann, ihr mithin noch ein weites Betäti
gungs
feld offensteht, rechtfertigt
sich ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung nicht.
Für die Unterstützung in der Stellen
suche
ist
das Regionale Arbeitsver
mittlungs
zentrum (RAV) zuständig
.
5.5
Dies führt auch bezüglich beruflicher Massnahmen zur Abweisung der Beschwer
de.
6
.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig v
om Streitwert festzulegen (Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
600.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss sind sie de
r
Beschwerdeführer
in
aufzuerlegen
.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
lic
.
iur
.
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
HurstStadler