# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2733324-99a1-57c6-ac9c-3c0d18a18485
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 08.01.2013 R 2012 66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2012-66_2013-01-08.pdf

## Full Text

R 12 66

5. Kammer 

URTEIL
vom 8. Januar 2013

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baueinsprache

1. Am 15. Dezember 2011 reichte … (Beschwerdegegnerin 2) ein Baugesuch für 

den Neubau eines Wohnhauses und den Abbruch des vorbestehenden Hauses 

auf Parzelle Nr. 2503, Plan Nr. 1, Grundbuchamt …, in … ein. Das Baugesuch 

wurde am 3. April 2012 publiziert.

2. Am 29. Oktober 2011 hatte der Bauberater der Gemeinde 

(Beschwerdegegnerin 1) auf Anfrage vom 19. August 2011 mitgeteilt, das 

vorliegende Projekt sei in konstruktiven persönlichen und telefonischen 

Gesprächen mit der Bauherrschaft und dem Architekten entstanden. Obwohl 

man in vereinzelten Punkten auch eine andere Meinung vertreten könne, 

stimme er der vorgebrachten Lösung zu. Er bedaure, dass das bestehende …-

haus von 1982 abgebrochen werden solle, seien doch seine Bauten mit Zuzug 

örtlicher Architekten prägend für das Engadin und von gestalterischer Qualität. 

Er habe diese Möglichkeit mit der Bauherrschaft diskutiert, doch sei das jetzige 

Projekt zu weit fortgeschritten, um darauf einzutreten.

3. Dagegen erhoben die Stockwerkeigentümergemeinschaft von Parzelle Nr. 2216 

in … sowie Mitbeteiligte (alles Beschwerdeführerinnen) am 21. April 2012 

Einsprache und beantragten die Abweisung des Baugesuchs, eventualiter die 

Gutheissung mit Auflagen. Sie bemängelten die fehlenden Ankerrechte 

zulasten von Parzelle Nr. 2216 und somit die fehlende zivilrechtliche Basis für 

die Setzung der Erdanker. Die Gemeinde sei deshalb nicht verpflichtet, das 

Baugesuch zu behandeln. Sollte sie es dennoch tun, werde beantragt, das 

Baugesuch, wenn es denn gutgeheissen werden sollte, nur mit einer Auflage zu 

bewilligen. Die Baufreigabe solle erst erfolgen, wenn die Ankerrechte vorweg 

privatrechtlich eingeräumt oder deren Setzung schriftlich geduldet worden sei. 

Zudem liege es auch im öffentlichen Interesse, dass eine gefährdete 

Nachbarparzelle durch den massiven Eingriff, insbesondere durch die grosse 

Baugrube, die Beweissicherung in Bezug auf die Geltendmachung zukünftiger 

Schäden erfahre. Durch die Aushubarbeiten werde die Natursteinmauer auf 

Parzelle Nr. 2216 ohnehin zusammenbrechen.

4. Am 9. Mai 2012 beantragte die Beschwerdegegnerin 2 die Abweisung der 

Einsprache, soweit darauf eingetreten werden kann. Die Ankerrechte müssen 

bis spätestens vor Beginn der Bauarbeiten (Aushub) vorliegen. Sollte das 

Ankerrecht nicht gewährt werden, sei der Aushub mit einer Stahlspriessung 

möglich, was allerdings höhere Baukosten und eine längere Bauzeit zur Folge 

habe. Die Baugrubensicherung sei nicht unbedingt Bestandteil der Bewilligung, 

sondern werde meistens erst nach Erteilung der Bewilligung ausgearbeitet, weil 

dies mit beträchtlichen Kosten verbunden sei. Die Bauherrschaft werde vor 

Baubeginn eine Beweissicherung in Auftrag geben, da diese auch in ihrem 

Interesse sei.

5. Am 6., mitgeteilt am 7. Juni 2012, wies der Gemeindevorstand die Einsprache 

ab, soweit er darauf eintrat und erteilte die Baubewilligung für den Abbruch des 

bestehenden Wohnhauses 183A und den Neubau eines Wohnhauses mit 

unterirdischer Garage auf Parzelle Nr. 2503 in … In Bezug auf die in der 

Einsprache vorgebrachten Rügen wurden seitens der Gemeinde der 

Bauherrschaft nachfolgende Bedingungen und Auflagen übertragen.

Sollten die Ankerrechte nicht gewährt werden, sei der Aushub mittels 

Stahlspriessung zu höheren Baukosten und mit längerer Bauzeit möglich und 

so durchzuführen. Im Weiteren sei die Baugrubensicherung nicht Bestandteil 

der Bewilligung, sondern werde erst nach Erteilung derselben ausgearbeitet, 

weil dies mit beträchtlichen Kosten verbunden sei. Der Bauherrschaft sei wegen 

der Hanglage des Baugrundes und der Gefährdung der umliegenden Bauten 

die Auflage zu machen, dass sie eine genügende Baugrubensicherung erstelle 

und die entsprechenden Berechnungen und Unterlagen vor Baubeginn der 

Baubehörde zur Kenntnis zu bringen habe. Zudem sei die Bauherrschaft wegen 

der Hangrutschgefahr zu verpflichten, vor Baubeginn eine Beweissicherung 

durchzuführen.

6. Dagegen erhoben die vormaligen Einsprecher am 9. Juli 2012 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und beantragten die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die Verweigerung der 

Baubewilligung. Eventualiter sei die Sache im Sinne der Erwägungen zur 

Neubeurteilung an die Gemeinde zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei 

anzuweisen, die Baugesuchstellerin im Rahmen der Neubeurteilung 

aufzufordern, die Teilausführung der Fassadengestaltung, deren Farbgebung 

und die Ausführung der Terrassenbrüstung nochmals einzugeben und diese 

alsdann öffentlich neu aufzulegen.

Gemäss angefochtener Verfügung müsste die Detailausführung der 

Fassadengestaltung, deren Farbgebung und die Ausführung der 

Terrassenbrüstung zum Voraus der Baubehörde zur Beurteilung und 

Bewilligung eingereicht werden. Damit würden wesentliche Aspekte der 

Ästhetik zu einem späteren Zeitpunkt direkt zwischen Baubehörde und 

Baugesuchstellerin und unter Ausschluss der betroffenen 

Beschwerdeführerinnen definiert. Ein solches Vorgehen würde sowohl in 

formeller als auch in materieller Hinsicht einer korrekten Prüfung nicht 

standhalten.

Art. 26 BG enthalte eine im Wesentlichen mit Art. 73 Abs. 1 KRG vergleichbare 

Formulierung und zudem verschiedene Kriterien, welcher bei der Beurteilung 

der guten Gesamtwirkung (Proportionen, Fassadengliederung, Dachgestaltung, 

Farbgebung) heranzuziehen seien. Aufgrund der umschriebenen Regelungen 

seien aus ästhetischer Sicht relativ hohe Anforderungen an ein Bauvorhaben zu 

stellen, genüge es doch nicht, dass es nicht störend wirke. Auch wenn die 

Details noch nicht bekannt seien, könne jetzt schon gesagt werden, dass die 

Ästhetik des Bauprojekts nicht gesetzeskonform sei. Die konstruktiven 

Einzelheiten und die Materialisierung der fragmentarisch und skizzenhaft 

dargestellten volumenbildenden Elemente ergäben kein klares Resultat, womit 

folglich keine abschliessende und umfassende Beurteilung des Bauvorhabens 

gemäss Art. 26 BG vorgenommen werden könne. Es seien schützenswerte 

Aspekte vorhanden, die eine Begutachtung durch die Denkmalpflege notwendig 

machen würden. Die Vorinstanz habe ein solches Vorgehen jedoch versäumt. 

Eventualiter sei bei einer Rückweisung die Gemeinde anzuweisen, die 

Denkmalpflege beizuziehen. Gegenstand der Expertise bilde insbesondere die 

Frage der guten Gesamtwirkung der Baute im Sinne von Art. 26 BG.

7. Am 29. August 2012 beantragte die Gemeinde (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin 1) die Abweisung der Beschwerde, soweit auf sie 

eingetreten werden könne.

In ihrer Einsprache hätten die Beschwerdeführerinnen nur die fehlende 

zivilrechtliche Basis für die Ankersetzung auf ihrem Grundstück und die 

fehlende Beweissicherung gerügt. Die Gemeinde habe das Baugesuch 

trotzdem behandelt und indirekt den Einsprechern Recht gegeben, indem sie 

davon ausgegangen sei, dass die nötigen Rechte für die Verankerung der 

Baugrube beschafft werden müssten oder eine andere Baugrubensicherung mit 

Stahlspriessung möglich sei. Die Frage der fehlenden Ankerrechte beeinflusse 

daher das Bewilligungsverfahren nicht. Entsprechend sei der Bauherrschaft die 

Auflage gemacht worden, dass diese eine genügende Baugrubensicherung zu 

erstellen und die entsprechenden Berechnungen und Unterlagen vor 

Baubeginn der Baubehörde einzureichen habe und eine Beweissicherung 

durchführen müsse. Somit hätten die Beschwerdeführerinnen dem Grundsatz 

nach Recht bekommen. Die Einsprache sei nur abgewiesen worden, weil die 

Beschwerdeführerinnen in ihrem Hauptantrag die Abweisung des Baugesuches 

verlangt hätten. Dem Eventualantrag habe die Gemeinde aber vollständig 

entsprochen. Somit fehle der Beschwerde jegliches Rechtsschutzinteresse und 

darauf könne nicht eingetreten werden.

Des Weiteren würden in der Beschwerde neue Rügen erhoben, indem 

sinngemäss die Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend gemacht werde, 

weil in der angefochtenen Verfügung die Detailausführung der 

Fassadengestaltung, deren Farbgebung und die Ausführung der 

Terrassenbrüstung erst in einem späteren Zeitpunkt der Baubehörde zur 

Beurteilung und Bewilligung vorgelegt werden müssten. Auch werde die 

Ästhetik des Gebäudes und dessen Eingliederung in die Umgebung 

beanstandet. Dies sei im Einspracheverfahren kein Thema gewesen. Die 

Baubehörde habe auch nicht Stellung zu diesen Fragen beziehen können. Es 

handle sich folglich nicht um ein Vorbringen neuer Tatsachen, sondern um die 

Erweiterung des Beschwerdeverfahrens, was unzulässig sei. Würden diese 

neuen Rügen als zulässige neue Tatsachenbehauptungen qualifiziert, würde 

dem Einspracheverfahren jegliche Bedeutung entzogen. Selbst bei 

Gutheissung sämtlicher Einsprachepunkte könnte dann Beschwerde mit neuer 

Begründung an das Verwaltungsgericht geführt werden, was nicht im Sinne der 

Gesetzgebung sei. Das Novenrecht sei nicht beliebig umfassend. Neue 

Tatsachen seien solche, die erst nach dem Einspracheverfahren eingetreten 

oder bekannt worden seien. Hätten sie bereits im Einspracheverfahren bekannt 

sein müssen, seien sie nicht neu. Das Novenrecht gemäss Art. 51 Abs. 3 VRG 

sei beschränkt auf neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel. Die 

ästhetischen Vorgaben des Gebäudes seien den Beschwerdeführerinnen 

schon im Einspracheverfahren bekannt gewesen und hätten dort ohne weiteres 

als ungenügend gerügt werden können. Es sei auch bekannt gewesen, dass 

die Auflageakten keine Angaben zur Detailgestaltung der Fassaden, deren 

Farbgebung und zur Terrassenbrüstung enthalten hätten. Auch deshalb sei auf 

die Beschwerde nicht einzutreten.

Zudem sei die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs verfrüht. Es 

entspreche der Praxis der … Baubehörde, diese Details nicht schon mit dem 

Projekt, sondern erst später zu bewilligen. Regelmässig werde eine 

Bemusterung am Objekt verlangt, die erst erfolgen könne, wenn die Baute 

schon stehe. Den Nachbarn würden aber dadurch ihre Einspracherechte nicht 

entzogen. Finde keine öffentliche Auflage statt, würden Einsprecher und 

Nachbarn orientiert und erhielten Gelegenheit zur Einsprache.

Das Projekt scheine den Beschwerdeführerinnen nicht zu gefallen. Deren 

Geschmack sei für die Gemeinde aber kein Kriterium für die Beurteilung eines 

Baugesuchs. Dieses erfülle die baugesetzlichen Vorschriften. Die Gemeinde 

habe zudem einen Bauberater beigezogen, welcher zusammen mit der 

Bauherrschaft das Projekt überarbeitet und massgeblichen Einfluss genommen 

habe. Mit einer neuen Dach- und Fassadengestaltung habe das Projekt 

problemlos in die Umgebung eingegliedert werden können. Der vorgesehene 

Standort weise auch keinen Bezug zum alten Dorfkern auf, sondern befinde 

sich in einer Zone mit moderneren Bauten, in welche es sich nahtlos einreihe.

8. Am 19. September 2012 beantragte auch die Beschwerdegegnerin 2, auf die 

Beschwerde sei nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen.

Die vorgebrachten Argumente der Beschwerdegegnerin 2 decken sich im 

Wesentlichen mit den Ausführungen der Beschwerdegegnerin 1 in der 

Beschwerdeantwort vom 29. August 2012. Ergänzend ist festzuhalten, dass die 

Beschwerdegegnerin 2 ein erstes Baugesuch überarbeiten und durch den 

Bauberater überprüfen lassen habe. In seinem Bericht vom 29. Oktober 2011 

habe der Bauberater festgehalten, er könne der Lösung unter Berücksichtigung 

gewisser Bemerkungen zustimmen. So sei das Baugesuch am 15. Dezember 

2011 erneut eingereicht worden. 

Zudem liege das Projekt in der Wohnzone W2, welche für Wohnzwecke 

bestimmt sei. Eine Bauberatung wäre eigentlich nicht vorgesehen und das 

Vorhaben liege nicht angrenzend an den eigentlichen Dorfkern, sondern im 

Hanggebiet oberhalb der Gemeinde in der Wohnzone W2. Es liege auch nicht 

im Erhaltungsbereich gemäss generellem Gestaltungsplan der Gemeinde. 

Somit seien die Freiheiten bezüglich Gestaltung grösser als im 

Erhaltungsbereich. Auch befänden sich Gebäude mit moderner Gestaltung in 

unmittelbarer Nähe des Bauprojekts. Folglich stimme das Bauvorhaben mit Art. 

26 Abs. 1 BG überein, welcher Artikel 72 Abs. 1 KRG (recte: Art. 73 Abs. 1 

KRG) entspreche. Es sei so gestaltet und eingeordnet, dass mit der Umgebung 

und der Landschaft eine gute Gesamtwirkung entstehe. Auch sei im Baugesuch 

die Fassadengestaltung bereits eingegeben worden. Bei den 

Baugesuchsplänen handle es sich nicht um skizzenhafte Fassaden- und 

Grundrisspläne. Diese entsprächen den Vorgaben für eine Baubewilligung.

9. Der zweite Schriftenwechsel erbrachte keine wesentlichen neuen 

Gesichtspunkte.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften sowie in den 

angefochtenen Entscheiden wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Verfahren bildet der Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin 1 vom 6., mitgeteilt am 7. Juni 2012, mit welchem die 

Einsprache der heutigen Beschwerdeführerinnen gegen das von der 

Beschwerdegegnerin 2 eingereichte Baugesuch vom 15. Dezember 2011, 

Abbruch bestehendes Wohnhaus und Neubau Wohnhaus mit unterirdischer 

Garage, Parzelle Nr. 2503 in …, abgewiesen und die Baubewilligung erteilt 

worden ist. 

2. a) Vorab ist die Frage der Legitimation der Beschwerdeführerinnen zur 

Beschwerdeerhebung vor Verwaltungsgericht zu klären. Art. 33 Abs. 3 des 

Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) lautet wie folgt:

Art. 33 Kantonales Recht
1. (…)

2. (…)

3. Es (das kantonale Recht) gewährleistet

a. die Legitimation mindestens im gleichen Umfang wie für die Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht,

b. die volle Überprüfung durch wenigstens eine Beschwerdebehörde.

4. (…)

Der Verweis im eben zitierten Artikel (lit. a) auf die Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten betrifft seit dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes 

über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) und des Bundesgesetzes über das 

Bundesverwaltungsgericht (VGG; SR 173.32) per 1. Januar 2007 die 

Legitimationsbestimmungen von Art. 89 BGG i.V.m. Art. 111 Abs. 1 und 2 BGG. 

Damit gelten die Legitimationserfordernisse, die Lehre und Rechtsprechung zu 

diesen Vorschriften entwickelt haben, auch für das kantonale 

Rechtsmittelverfahren, auf das Art. 33 RPG anwendbar ist (vgl. 

Aemisegger/Haag, Kommentar zum RPG, Zürich u.a. 2010, Art. 33 N. 53 mit 

weiteren Hinweisen). Die Legitimation zur Beschwerdeerhebung gemäss Art. 50 

VRG muss folglich den Anforderungen der Legitimation zur 

Beschwerdeerhebung gemäss Art. 89 Abs. 1 BGG genügen.

Das Bundesgericht umschreibt die Legitimation im Sinne von Art. 89 Abs. 1 

BGG bezogen auf das Kriterium des schutzwürdigen Interessens an der 

Aufhebung oder Änderung eines angefochtenen Entscheides wie folgt: „Zur 

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht ist 

gemäss Art. 89 Abs. 1 BGG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren 

teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a), durch 

den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist (lit. b) und ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung besitzt (lit. c) 

(Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2010 1C_236/2010, E. 1.3 und 1.4). 

Verlangt ist somit neben der formellen Beschwer, dass der Beschwerdeführer 

über eine spezifische Beziehungsnähe zur Streitsache verfügt und einen 

praktischen Nutzen aus der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen 

Entscheids zieht. Ein schutzwürdiges Interesse liegt vor, wenn die tatsächliche 

oder rechtliche Situation des Beschwerdeführers durch den Ausgang des 

Verfahrens beeinflusst werden kann (vgl. Botschaft vom 28. Februar 2001 zur 

Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 S. 4236). Die Voraussetzungen 

von Art. 89 Abs. 1 lit. b und lit. c BGG hängen eng zusammen. Es kann insoweit 

an die Grundsätze, die zur Legitimationspraxis bei der 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde nach Art. 103 lit. a OG entwickelt worden sind, 

angeknüpft werden (BGE 133 II 400 E. 2.2 S. 404 f. mit Hinweisen).

Als schutzwürdig gelten Beschwerden nur dann, wenn die verlangte Aufhebung 

oder Änderung des angefochtenen Entscheids der Wahrung der Interessen des 

Beschwerdeführers dient. (BGE 134 II 120 E. 2.1) Das erforderliche, eigene 

Interesse besteht im praktischen Nutzen, den die erfolgreiche Beschwerde dem 

Beschwerdeführer eintragen würde. Dieser Nutzen kann rechtlicher- oder 

tatsächlicher Natur sein, sei es, dass durch den Ausgang des Verfahrens die 

rechtliche Situation des Beschwerdeführers beeinflusst werden kann oder dass 

sich damit ein ideeller, wirtschaftlicher oder materieller Nachteil, den der 

angefochtene Entscheid für ihn zur Folge hätte, abwenden lässt (BGE 136 II 

281 E. 2.2; 135 II 172 E. 2.1). Zudem muss der Beschwerdeführer ein aktuelles 

und praktisches Interesse an der Überprüfung des angefochtenen Entscheids 

haben. Dies ist nur der Fall, wenn der erlittene Nachteil im Zeitpunkt der 

Beurteilung durch das Bundesgericht noch besteht und durch die beantragte 

Aufhebung des angefochtenen Hoheitsakts beseitigt würde (BGE 136 I 17 E. 

2.5). Im Falle einer Beschwerdeeinreichung muss folglich ein aktuelles 

Interesse vorhanden sein, ansonsten wird auf die Beschwerde nicht eingetreten 

wird (Urteil des Bundesgerichts 2C_423/2007 vom 27.09.2007 E. 2).

2. b) Für das Verfahren vor Verwaltungsgericht gilt gemäss Art. 11 Abs. 1 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) die 

Untersuchungsmaxime, d.h. der Sachverhalt ist von Amtes wegen zu ermitteln. 

Folglich wird auch das Vorliegen der Voraussetzungen der 

Beschwerdelegitimation von Amtes wegen geprüft. Daraus folgt, dass der 

Entscheid der Vorinstanz über das Vorliegen der Voraussetzungen der 

Legitimation das Gericht nicht bindet.

3. Die Legitimation der Beschwerdeführerinnen ist im Lichte dieser Grundsätze zu 

prüfen. Vorliegend stellt sich die Frage, ob die Beschwerdeführerinnen ein 

schützenwertes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen 

Entscheids vom 6. /7. Juni 2012 haben. Ob das schutzwürdige Interesse 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=suv&query_words=r%E4umliche+N%E4he&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-II-400%3Ade&number_of_ranks=0#page400

vorliegend bei den Beschwerdeführerinnen vorhanden ist, darf nicht 

formalistisch, wie von den Beschwerdeführerinnen verlangt, geprüft werden. Es 

hat eine absichts- respektive resultatbezogene Würdigung zu erfolgen, wie dies 

die Beschwerdegegner in ihren Ausführungen betonen. So haben die 

Beschwerdeführerinnen in ihren beiden Rügepunkten grundsätzlich Recht 

bekommen. Die Beschwerdeführerinnen beantragten im Einspracheverfahren 

die Gutheissung der Einsprache und die Abweisung des Baugesuchs. Sie 

monierten in jenem Verfahren aber nur das Fehlen der Ankerrechte und der 

Sicherung des gefährdeten Beweises. Die Beschwerdeführerinnen haben damit 

das Rechtsbegehren gemäss Art. 51 Abs. 2 VRG - unbesehen der 

Formulierung ihres Hauptbegehrens – umfangmässig festgelegt. Die 

Beschwerdegegnerin 1 hat, wie sie zutreffend ausführt, den Anliegen der 

Beschwerdeführerinnen, unbesehen der Formulierung ihres 

Entscheiddispositivs, im Resultat vollständig entsprochen.

In der Beschwerde vom 9. Juli 2012 erheben die Beschwerdeführerinnen nun 

gänzlich neue Rügen. Sie beanstanden sinngemäss die Verletzung des 

rechtlichen Gehörs, weil gemäss Ziffer 8 lit. j der angefochtenen Verfügung die 

Detailausführung der Fassadengestaltung, deren Farbgebung und die 

Ausführung der Terrassenbrüstung erst in einem späteren Zeitpunkt der 

Gemeinde zur Prüfung und Bewilligung vorgelegt werden müsse. Des Weiteren 

bemängeln die Beschwerdeführerinnen neuerdings die Ästhetik des Gebäudes 

und dessen Eingliederung in die Umgebung. In der Einsprache vom 21. April 

2012 waren die besagten zwei Rügepunkte noch kein Thema. 

Bei dieser Vorgehensweise handelt es sich nicht um ein Vorbringen neuer 

Tatsachen, wie die Beschwerdeführer argumentieren, sondern um eine 

unerlaubte Ausdehnung des Rechtsbegehrens. Gemäss Art. 51 Abs. 2 VRG 

können die Parteien ihre Rechtsbegehren, die sie im vorinstanzlichen Verfahren 

gestellt haben, nicht ausdehnen. Vorliegend bringen die 

Beschwerdeführerinnen im Beschwerdeverfahren andere Rügen als im 

Einspracheverfahren vor, nämlich einerseits die Verletzung des rechtlichen 

Gehörs und andererseits die Verletzung von Ästhetikvorschriften, was auf eine 

unzulässige Ausdehnung des Rechtsbegehrens gemäss Art. 51 Abs. 2 

hinausläuft (Thomas Merkli/Arthur Aeschlimann/Ruth Herzog, Kommentar zum 

Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege im Kanton Bern, Bern 1997, S. 208 f. 

mit weiteren Hinweisen). Wie die Beschwerdegegnerin 1 zu Recht festhält, 

würde das Einspracheverfahren obsolet, würden neue Rügen von 

Beschwerdeführerinnen als neue Tatsachenbehauptungen qualifiziert. Die 

Gemeinde hätte so keine Möglichkeit, erst im Beschwerdeverfahren 

vorgebrachte Rügen bereits bei der Beurteilung einer Einsprache resp. bei der 

Fällung eines Einspracheentscheides und dem Entscheid über ein Baugesuch 

zu berücksichtigen. Selbst bei Gutheissung des Haupt- und Eventualbegehrens 

eines Einsprechers könnten so von diesem bei der Beschwerdeinstanz 

vollständig neue Beschwerdegründe vorgetragen werden, was klarerweise nicht 

der Sinn der Sache sein kann. Folglich ist auf die Beschwerde mangels 

Legitimation nicht einzutreten.

4. a) Zusammenfassend kann demzufolge festgehalten werden, dass die 

Beschwerdeführerinnen kein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung oder 

Änderung des Einspracheentscheids vom 6. /7. Juni 2012 haben. Somit ist auf 

die Beschwerde mangels Legitimation nicht einzutreten.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Kosten vollumfänglich und unter 

solidarischer Haftung zulasten der Beschwerdeführerinnen (Art. 73 Abs. 1 

VRG). Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei im 

Rechtsmittel- oder Klageverfahren in der Regel verpflichtet, der obsiegenden 

Partei die durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu 

ersetzen. Die vom Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerin 2 am 4. Dezember 

2012 eingereichte Kostennote in der Höhe von Fr. 3‘454.-- (inkl. MWST) 

erscheint dem Gericht angemessen. Die Beschwerdeführerinnen haben somit 

die Beschwerdegegnerin 2 unter solidarischer Haftung aussergerichtlich mit Fr. 

3‘454.-- zu entschädigen. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-

rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 Abs. 2 

VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem 

amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen besteht vorliegend kein 

Anlass und der Beschwerdegegnerin 1 wird folglich keine aussergerichtliche 

Entschädigung zugesprochen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 352.--

zusammen Fr. 4‘352.--

gehen unter solidarischer Haftung zulasten der 

Stockwerkeigentümergemeinschaft von Parzelle Nr. 2216 in … sowie 

Mitbeteiligte und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die 

Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die Stockwerkeigentümergemeinschaft von Parzelle 2216 in … sowie 

Mitbeteiligte haben die Beschwerdegegnerin 2 unter solidarischer Haftung 

aussergerichtlich mit Fr. 3‘454.-- (inkl. MWST) zu entschädigen.