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**Case Identifier:** 9d595e0a-d5e3-5142-9e40-c671e2871213
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-10-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.10.2023 BVGE 2023 III/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2023-III-3_2023-10-18.pdf

## Full Text

Umsatzabgabe. Vergütungszins 2023 III/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 25 

 

2023 III/3 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung I 
i.S. A. gegen Eidgenössische Steuerverwaltung 

A-5555/2022 vom 18. Oktober 2023 

Rückerstattung einer zu Unrecht erhobenen Umsatzabgabe. Voraus-

setzungen zur Gewährung eines Vergütungszinses. 

Art. 20, Art. 29 StG. Art. 8 Abs. 1 StV. 

1. Voraussetzungen für die Ausrichtung eines Vergütungszinses auf 
eine Umsatzabgabe: unrechtmässige Abgabenerhebung durch die 

ESTV, gesetzliche Verzugszinspflicht der Steuerpflichtigen, Be-

zahlung der Abgabe unter Vorbehalt und gleichzeitige Anfechtung 

mit einem Rechtsmittel (E. 2.2.1–2.2.3 und 2.2.5).  

2. Der Anspruch auf einen Vergütungszins besteht erst ab dem Zeit-
punkt, an dem die Abgabe tatsächlich (zu Unrecht) von der ESTV 

erhoben wird (E. 2.2 und 2.3).  

3. Ein Schreiben, mit welchem die ESTV die Verjährung unter-
bricht, ist nicht mit einer Einforderungshandlung, wie einer Rech-

nung oder einer Verfügung, gleichzusetzen (E. 3.3.1). 

Restitution d'un droit de timbre de négociation perçu indûment. 

Conditions d'octroi d'un intérêt rémunératoire.  

Art. 20, art. 29 LT. Art. 8 al. 1 OT.  

1. Conditions de versement d'un intérêt rémunératoire sur un droit 
de timbre de négociation : perception indue du droit par l'AFC, 

obligation légale des assujettis de payer des intérêts moratoires, 

paiement du droit sous réserve et contestation simultanée au 

moyen d'une voie de droit (consid. 2.2.1–2.2.3 et 2.2.5).  

2. Le droit à un intérêt rémunératoire naît au moment où le droit de 
timbre est effectivement perçu (indûment) par l'AFC (consid. 2.2 

et 2.3). 

3. Un courrier de l'AFC destiné à interrompre la prescription n'est 
pas assimilable à un acte tendant au recouvrement tel qu'une fac-

ture ou une décision (consid. 3.3.1). 

2023 III/3 Umsatzabgabe. Vergütungszins 

 

 

26 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

Rimborso di una tassa di negoziazione riscossa indebitamente. Pre-

supposti per la concessione di un interesse rimuneratorio.  

Art. 20, art. 29 LTB. Art. 8 cpv. 1 OTB.  

1. Presupposti per il versamento di un interesse rimuneratorio su 
una tassa di negoziazione: riscossione illecita di una tassa da parte 

dell'AFC, obbligo legale per i contribuenti di versare un interesse 

di mora, pagamento della tassa con riserva e contemporanea im-

pugnazione mediante un rimedio giuridico (consid. 2.2.1–2.2.3 e 

2.2.5).  

2. Il diritto a un interesse rimuneratorio nasce a partire dal momento 
in cui la tassa è effettivamente riscossa (indebitamente) dall'AFC 

(consid. 2.2 e 2.3). 

3. Uno scritto dell'AFC che interrompe la prescrizione non è compa-
rabile a un atto d'esazione come una fattura o una decisione 

(consid. 3.3.1). 

 

Die Personalvorsorgestiftung A. hält Anteile an einem Investmentfonds 

nach irischem Recht und gilt als Effektenhändlerin im Sinne der nationalen 

Stempelsteuergesetzgebung. 

Während die Frage der Rückerstattung der Verrechnungssteuer für den 

Zeitraum 2005–2009 noch vor dem Bundesgericht hängig war, unterbrach 

die ESTV mit Schreiben vom 18. November 2015 die Verjährung für den 

Zeitraum 2005–2014 und verwies auf die Möglichkeit einer allfälligen Er-

hebung der Umsatzabgabe für die betreffenden Zeiträume.  

Am 28. April 2016 tätigte A. unter Vorbehalt eine Überweisung von 

16 Millionen Franken an die ESTV als Teilzahlung der Stempelsteuer 

(Umsatzabgabe) für den Zeitraum 2005–2014.  

Nachdem das Bundesgericht die Rückerstattung der Verrechnungssteuer 

bestätigt hatte, forderte die ESTV am 17. Juli 2017 eine Umsatzabgabe 

von rund 26 Millionen Franken ein, worauf A. am 6. Oktober 2017 eine 

weitere Zahlung von 7,5 Millionen Franken leistete. 

Da die ESTV zum Schluss kam, dass keine Umsatzabgabe geschuldet sei, 

erstattete sie A. am 12. Juli 2018 den Gesamtbetrag von 23,5 Millio-

nen Franken. Auch gewährte sie ihr einen Vergütungszins für den Zeit-

raum vom 17. Juli 2017 bis zum 12. Juli 2018 auf den Betrag von 16 Mil-

lionen Franken. 

Umsatzabgabe. Vergütungszins 2023 III/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 27 

 

Die Einsprache von A. auf zusätzliche Ausrichtung eines Vergütungszinses 

für die Zeit seit Zahlung des ersten Teilbetrags bis zur Rechnungsstellung 

durch die ESTV wies Letztere mit Entscheid vom 3. November 2022 ab.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht vom 1. Dezember 2022 

beantragt A. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) die Aufhebung des Ent-

scheids vom 3. November 2022 und die Anordnung, dass der Zeitraum 

vom 28. April 2016 (Datum der Zahlung) bis zum 17. Juli 2018 (Datum 

der Einforderung) für die Berechnung des Vergütungszinses berücksichtigt 

wird. 

Das Bundesverwaltungsgericht weist die Beschwerde ab. 

Aus den Erwägungen: 

2.  
2.1 Der Bund erhebt Stempelabgaben unter anderem auf dem Umsatz 
gewisser in- und ausländischer Urkunden (Art. 1 Abs. 1 Bst. b des Bundes-

gesetzes vom 27. Juni 1973 über die Stempelabgaben [StG, SR 641.10]). 

Gegenstand dieser Umsatzabgabe ist die entgeltliche Übertragung von 

Eigentum an steuerbaren Urkunden, sofern eine der Vertragsparteien oder 

einer der Vermittler inländischer Effektenhändler ist (Art. 13 Abs. 1 StG).  

2.1.1 Was unter den Begriff der steuerbaren Urkunden fällt, wird in 
Art. 13 Abs. 2 StG umschrieben. Darunter fallen namentlich die von einem 

Inländer ausgegebenen Obligationen, Aktien, Stammanteile von Gesell-

schaften mit beschränkter Haftung, Anteilscheine und Beteiligungsscheine 

von Genossenschaften, Partizipationsscheine, Genussscheine und Anteile 

an kollektiven Kapitalanlagen (Art. 13 Abs. 2 Bst. a StG) sowie die von 

einem Ausländer ausgegebenen Urkunden, welche in ihrer wirtschaft-

lichen Funktion den genannten Titeln gleichstehen (Art. 13 Abs. 2 Bst. b 

StG). 

2.1.2 Damit die Umsatzabgabe geschuldet ist, müssen demnach folgen-
de Elemente erfüllt sein: Eigentumsübertragung, Entgeltlichkeit, Über-

tragung von steuerbaren Urkunden sowie die Beteiligung eines inlän-

dischen Effektenhändlers, sei es als Vertragspartei oder als Vermittler (vgl. 

JAUSSI/PFIRTER, Die eidg. Stempelabgaben, 2. Aufl. 2017, S. 60; MARTIN 

BÜELER, in: Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz 

über die Stempelabgaben, 2. Aufl. 2019, Art. 13 N. 1, nachfolgend: StG-

Komm).  

2023 III/3 Umsatzabgabe. Vergütungszins 

 

 

28 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

2.1.3 Als Effektenhändler gelten gemäss Art. 13 Abs. 3 StG unter ande-
rem die Banken, die bankähnlichen Finanzgesellschaften im Sinne des 

BankG (SR 952.0), die Schweizerische Nationalbank sowie die zentralen 

Gegenparteien im Sinne des Finanzmarktinfrastrukturgesetzes vom 

19. Juni 2015 (FinfraG, SR 958.1; Bst. a); die nicht unter Bst. a fallenden 

inländischen natürlichen und juristischen Personen und Personengesell-

schaften, inländischen Anstalten und Zweigniederlassungen ausländischer 

Unternehmen, deren Tätigkeit ausschliesslich oder zu einem wesentlichen 

Teil darin besteht, (1) für Dritte den Handel mit steuerbaren Urkunden zu 

betreiben (Händler) oder (2) als Anlageberater oder Vermögensverwalter 

Kauf und Verkauf von steuerbaren Urkunden zu vermitteln (Vermittler; 

Bst. b); die nicht unter die Buchstaben a und b fallenden inländischen Ak-

tiengesellschaften, Kommanditaktiengesellschaften, Gesellschaften mit 

beschränkter Haftung und Genossenschaften sowie inländischen Einrich-

tungen der beruflichen Vorsorge und der gebundenen Vorsorge, deren Ak-

tiven nach Massgabe der letzten Bilanz zu mehr als 10 Millionen Franken 

aus steuerbaren Urkunden nach Abs. 2 bestehen (Bst. d).  

2.1.4 Gemäss Art. 17a Abs. 1 Bst. c StG sind von der Abgabe nach 
Art. 17 Abs. 2 StG ausländische kollektive Kapitalanlagen nach Art. 119 

des Kollektivanlagengesetzes vom 23. Juni 2006 (KAG, SR 951.31) be-

freit. 

2.1.5 Die Abgabeforderung entsteht mit dem Abschluss des Geschäfts 
(Art. 15 Abs. 1 StG). Es ist Sache des Effektenhändlers, die auf dem Ent-

gelt der übertragenen Urkunde berechnete Abgabe (1,5 Promille für 

inländische und 3 Promille für ausländische Urkunden) zu leisten (Art. 16 

Abs. 1 und Art. 17 Abs. 1 StG). 

2.1.6 Bei der Umsatzabgabe gilt das Selbstveranlagungsverfahren, 
welches die Verantwortung der korrekten Deklaration dem Abgabepflich-

tigen überträgt. Sowohl die Veranlagung als auch die Entrichtung der Ab-

gabe haben durch den Abgabepflichtigen selbst zu erfolgen. Somit ist es 

grundsätzlich allein Aufgabe des Abgabepflichtigen, für eine ordnungs-

gemässe Erhebung der Abgabe besorgt zu sein. Die ESTV setzt die Abgabe 

nur dann anstelle des Abgabepflichtigen fest, wenn dieser seinen (Selbst-

veranlagungs-)Pflichten nicht ordnungsgemäss nachkommt. Die Umsatz-

abgabe wird somit nur in Ausnahmefällen durch die ESTV erhoben bezie-

hungsweise nachgefordert. Der Verzugszins setzt bei der Umsatzabgabe in 

Übereinstimmung mit dem Selbstveranlagungsverfahren ohne Mahnung 

und unabhängig von einer rechtskräftigen Festsetzung der geschuldeten 

Umsatzabgabe. Vergütungszins 2023 III/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 29 

 

Abgabe (automatisch) nach 30 Tagen nach Ablauf des Vierteljahres ein, in 

dem die Abgabeforderung entstanden ist (vgl. Art. 29 i.V.m. Art. 20 StG).  

2.2 Grundsätzlich ist ein Vergütungszins nur geschuldet, wenn er ge-
setzlich vorgesehen ist (Urteil des BGer 2C_411/2008 vom 28. Oktober 

2008 E. 3.2).  

2.2.1 Das Bundesgericht hat ausnahmsweise allerdings auch aus Sinn 
und Zweck einer gesetzlichen Regelung durch Analogieschluss oder aus 

allgemeinen Prinzipien abgeleitet, dass ein Vergütungszins zu bezahlen 

sei, namentlich für die Rückerstattung von zu viel bezahlten Steuern, wenn 

im umgekehrten Verhältnis der Steuerpflichtige bei nicht rechtzeitiger 

Zahlung der Steuerforderung ebenfalls einen Zins schuldet (Urteil 

2C_411/2008 E. 3.3). Ferner hat das Bundesgericht in BGE 108 Ib 12 E. 3 

ohne nähere Begründung in analoger Anwendung von Art. 1 Abs. 1 der 

damaligen Verordnung vom 30. Oktober 1978 über die Verzinsung ausste-

hender Stempelabgaben (AS 1978 1800) einen Vergütungszins zugespro-

chen auf der Rückerstattung einer zu Unrecht erhobenen Stempelsteuer. 

Mit Entscheid vom 25. November 1983 (E. 4, ASA 53 S. 562 f.) hat das 

Bundesgericht dies einerseits bestätigt, zugleich aber eingeschränkt auf 

Fälle, in denen gegenüber dem Abgabepflichtigen eine Abgabe verfügt 

worden ist und der Pflichtige zur Vermeidung einer gesetzlichen Verzugs-

zinspflicht gezwungen ist, die Abgabe vorläufig unter Vorbehalt zu bezah-

len, aber gleichzeitig mit Rechtsmitteln die Abgabepflicht bestreitet (zum 

Ganzen: BGE 143 II 37 E. 5.3 m.w.H.).  

2.2.2 Dabei sind bei den indirekten Steuern die jeweils unterschied-
lichen Regelungen zu beachten: Bei der Mehrwertsteuer werden die Aus-

richtung des Vergütungszinses sowie die entsprechenden Bedingungen 

ausdrücklich im Gesetz geregelt (vgl. Art. 61 MWSTG [SR 641.20]). Bei 

der Verrechnungssteuer verweist Art. 12 Abs. 5 der Verrechnungssteuer-

verordnung vom 19. Dezember 1966 (VStV, SR 642.211), welche die 

Rückerstattung nicht geschuldeter Steuern betrifft, auf die Vorschriften 

über die Steuererhebung im Verrechnungssteuergesetz vom 13. Oktober 

1965 (VStG, SR 642.21), welche auch die Vorschriften über den Verzugs-

zins enthalten. Daraus wird geschlossen, dass eine sinngemässe Anwen-

dung der Verzugszinsregelungen auch für die Rückerstattung angeordnet 

wird (Urteil des BVGer A-2483/2013 vom 17. März 2014 E. 2.4.2). Ein 

Vergütungszins ist weder im StG noch in der Verordnung über die Stem-

pelabgaben vom 3. Dezember 1973 (StV, SR 641.101) vorgesehen. Bei 

den Stempelabgaben enthält Art. 8 Abs. 5 StV betreffend die Rückerstat-

tung nicht geschuldeter Abgaben einen ähnlich lautenden Verweis wie 

2023 III/3 Umsatzabgabe. Vergütungszins 

 

 

30 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

Art. 12 Abs. 5 VStV auf die Regelungen betreffend die Abgabenerhebung. 

Im Unterschied zum Verrechnungssteuerrecht wird im Kapitel betreffend 

die Abgabenerhebung im StG (Art. 34–Art. 37 StG) jedoch kein Verzugs-

zins geregelt (die Regelungen betreffend den Verzugszins finden sich in 

Art. 29 StG), sodass der Verweis die Vorschriften über den Verzugszins 

nicht miteinschliesst. So wird in der Kommentarliteratur auch ausgeführt, 

der Sinn und Zweck von Art. 8 StV liege nur (aber immerhin) darin, im 

Rahmen der Selbstveranlagungspflicht begangene Irrtümer, die zu einer 

grundlosen Zuwendung an die ESTV geführt haben, wieder zu korrigieren 

(ROGER GISCLON, in: StG-Komm, a.a.O., Art. 29 N. 8; HANS PETER 

HOCHREUTENER, Ergänzungsband zu « Die Eidgenössischen Stempelab-

gaben und die Verrechnungssteuer », 2017, Rz. 98; anders: STEPHANIE 

EICHENBERGER, in: Kommentar Stempelabgaben, 2006, Art. 29 N. 6).  

2.2.3 Hat die ESTV die Umsatzabgabe – anstelle des Abgabepflich-
tigen – zu erheben, stellt sie eine Nachforderung mittels Rechnung oder 

einer entsprechenden Verfügung. Nur wenn die Umsatzabgabe durch die 

ESTV auf diese Weise zu Unrecht erhoben wurde, ist ein Vergütungszins 

geschuldet (BGE 143 II 37 E. 5.3). Die durch Analogieschluss begründete 

Pflicht zur Entrichtung von Vergütungszinsen beruht auf der Prämisse, 

dass Abgabepflichtige bei verspäteter Zahlung einer Steuerforderung Ver-

zugszinsen schulden würden und sie deshalb umgekehrt auch Vergütungs-

zinsen beanspruchen können, wenn sie auf Aufforderung der ESTV hin zur 

Vermeidung von Verzugszinsfolgen einen überhöhten Steuerbetrag be-

zahlt haben (Urteil des BGer 2C_1127/2018 vom 30. September 2019 

E. 5.2). Der Vergütungszins ist dementsprechend frühestens ab dem Zeit-

punkt der Erhebung durch die ESTV geschuldet und nicht bereits ab dem 

Zeitpunkt einer allfälligen früheren Bezahlung, auch wenn die Verzugs-

zinspflicht demgegenüber bereits automatisch nach 30 Tagen nach Ablauf 

des Vierteljahres eintritt, in dem die Abgabeforderung entstanden wäre. 

2.2.4 Der allfällige Verzugszins (bei verspäteter Zahlung) und der all-
fällige Vergütungszins (bei zu Unrecht erfolgter Zahlung) bei den Umsatz-

abgaben ist demnach nicht spiegelbildlich geschuldet. Vielmehr kann der 

Beginn des etwaigen Verzugs und der Zeitpunkt, ab dem ein Vergütungs-

zins auszurichten ist, auseinanderfallen, wie sich auch bereits aus dem in 

der ASA 53 S. 558 ff., wiedergegebenen Bundesgerichtsentscheid (betref-

fend Warenumsatzsteuer [WUST]) ergibt: « Auch in diesen […] Fällen 

[Verrechnungssteuer, Stempelabgaben] handelt es sich um selbstveranlag-

te sogenannte indirekte Steuern, deren Bezahlung nur in Ausnahmefällen 

von der Eidgenössischen Steuerverwaltung in Form einer Abrechnung 

Umsatzabgabe. Vergütungszins 2023 III/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 31 

 

oder Verfügung gefordert wird. Ist dies ausnahmsweise bei einer derarti-

gen Bundessteuer der Fall und ist der Pflichtige so zur Vermeidung der 

gesetzlichen Verzugszinsfolge gezwungen, einen geforderten Steuerbetrag 

vorläufig zu bezahlen, während er gleichzeitig mit Einsprache und 

nötigenfalls mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde die Steuerpflicht oder 

deren Höhe bestreitet, so rechtfertigt es sich, – ebenfalls ausnahmsweise – 

im Falle seines Obsiegens bei der Rückerstattung die […] Ordnung 

betreffend den Vergütungszins […] analog anzuwenden » (ASA 53 

S. 562). « Abweichend von der Ordnung bei Steuern, die wie die allge-

meinen Einkommenssteuern von der Steuerbehörde veranlagt werden, ist 

es beim Selbstveranlagungssystem der WUST sinnvoll und logisch, nur 

einen Verzugszins auf verspätet entrichteten Steuerbeträgen vorzusehen, 

dagegen keinen allgemeinen Vergütungszins » (ASA 53 S. 565).  

2.2.5 Daraus folgt, dass für die Ausrichtung eines Vergütungszinses be-
treffend die Umsatzabgabe als Selbstveranlagungssteuer die folgenden Vo-

raussetzungen kumulativ erfüllt sein müssen: Die Abgabe wurde von der 

ESTV erhoben (mittels Verfügung oder zumindest durch Rechnungsstel-

lung), der Steuerpflichtige unterliegt einer gesetzlichen Verzugszins-

pflicht, die Abgabe wird unter Vorbehalt bezahlt und mit Rechtsmitteln 

angefochten (statt vieler: Urteil des BVGer A-3735/2017 vom 12. Juni 

2018 E. 2.3.3). 

2.2.6 Dieses Ergebnis rechtfertigt sich zum einen vor dem Hintergrund 
des Selbstveranlagungsverfahrens, zum anderen aber auch dadurch, dass 

die Ausrichtung von Vergütungszinsen ohne gesetzliche Grundlage re-

striktiv zu handhaben ist und auch aufgrund der Zinshöhe und Finanz-

marktsituation eine Ausnahme bilden soll (vgl. BGE 143 II 37 E. 7.3).  

2.3  
2.3.1 Besteht Uneinigkeit darüber, ob die Umsatzabgabe (als Selbstver-
anlagungssteuer) überhaupt geschuldet ist, trägt der potenziell Abgabe-

pflichtige somit bereits nach 30 Tagen nach Ablauf des Vierteljahres, in 

dem die Abgabeforderung mutmasslich entstanden ist, das Verzugszinsri-

siko. Dennoch hat er erst dann Anspruch auf die Ausrichtung eines Vergü-

tungszinses, wenn die Abgabe später tatsächlich (zu Unrecht) von der 

ESTV erhoben wird. Dieses Ergebnis entspricht der konstanten Rechtspre-

chung des Bundesgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts, welche im 

Zusammenhang mit Vergütungszinsen stets Bezug auf zu Unrecht durch 

die ESTV erhobene Abgaben nehmen und dies voraussetzen (BGE 143 II 

37 E. 5.3; 108 Ib 12 E. 3; Urteil A-3735/2017 E. 2.3.3; vgl. auch GISCLON, 

in: StG-Komm, a.a.O., Art. 29 N. 11: « Die Verzinsung beginnt am Tag der 

2023 III/3 Umsatzabgabe. Vergütungszins 

 

 

32 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

Zahlung der zu Unrecht erhobenen Abgabe »; HOCHREUTENER, a.a.O., 

Rz. 1145, wo in Zusammenhang mit einem Anspruch auf Vergütungszins 

betreffend die Emissionsabgaben vom « durch die ESTV Belangte[n] » 

gesprochen wird und in Rz. 1547 betreffend die Umsatzabgabe auf diese 

Ausführungen verwiesen wird).  

2.3.2 Der potenziell Steuerpflichtige kann, um das Verzugszinsrisiko 
zu verringern, eine anfechtbare Verfügung betreffend die Erhebung der 

Abgabe bei der ESTV verlangen, welche er dann unter Vorbehalt bezahlen 

und mit Rechtsmitteln anfechten kann. Würde sich die ESTV weigern, ei-

ne solche Verfügung zu erlassen, stünde dem Betroffenen eine Rechtsver-

weigerungsbeschwerde offen. 

3.  
Im vorliegenden Fall ist einzig die Frage streitig und zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführerin für die Zeit zwischen der Bezahlung der mutmasslich 

geschuldeten Umsatzabgabe von 16 Millionen Franken am 28. April 2016 

bis zur (zu Unrecht erfolgten) Rechnungsstellung der Vorinstanz vom 

17. Juli 2017 über einen Betrag von 25 895 840.99 Franken ein Ver-

gütungszins geschuldet ist. Unstrittig ist insbesondere, dass die Abgabe-

erhebung zu Unrecht erfolgte und dass für die Zeit zwischen der Rech-

nungsstellung am 17. Juli 2017 und der Rückerstattung des zu Unrecht 

erhobenen Betrages im Juli 2018 ein Vergütungszins geschuldet ist. 

3.1 Die Beschwerdeführerin verlangt für den Zeitraum zwischen der 
Bezahlung der mutmasslichen Umsatzabgabe von 16 Millionen Franken 

unter Vorbehalt vom 28. April 2016 bis zur Rechnungsstellung über die 

Abgabe von 25 895 840.99 Franken durch die Vorinstanz am 17. Juli 2017 

einen Vergütungszins. Sie argumentiert, der Begriff der Einforderungs-

handlung sei weit zu verstehen. In BGE 126 II 1 habe sich das Bundesge-

richt mit der Frage auseinandergesetzt, ob auch eine amtliche Mitteilung, 

die eine spätere Erhebung in Aussicht stellte und dazu diente, die Verjäh-

rung zu unterbrechen, eine Einforderungshandlung darstellen würde. Das 

Bundesgericht habe diese Frage bejaht. Der Sachverhalt sei vergleichbar, 

weshalb vorliegend das Schreiben der Vorinstanz vom 18. November 2015 

eine Einforderungshandlung darstelle. Die Vorinstanz habe entweder die 

Verrechnungssteuer nicht rückerstatten oder die Umsatzabgabe mit erheb-

lichen Verzugszinsen eintreiben wollen, was eine Verletzung des Legali-

tätsprinzips darstelle. Es habe auch eine Zwangssituation vorgelegen. Die 

Beschwerdeführerin habe die Abgabe unter Vorbehalt zahlen müssen, um 

keinem Risiko der Erhebung eines Verzugszinses ausgesetzt zu sein. Das 

Schreiben vom 18. November 2015 sei von einer anderen Abteilung der 

Umsatzabgabe. Vergütungszins 2023 III/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 33 

 

ESTV verfasst worden, weshalb von einer breiter abgestützten Meinung 

innerhalb der Verwaltung der Vorinstanz auszugehen sei, was die Zwangs-

situation verstärkt habe. Die Erhebung der Abgabe sei sodann nur vom 

Ausgang des Verfahrens vor Bundesgericht betreffend Verrechnungs-

steuerrückerstattung abhängig gemacht worden, eine weitere Beurteilung 

des Sachverhalts sei nicht vorgesehen gewesen und sei auch nicht erfolgt. 

Auch habe der Vorinstanz hinsichtlich der Frage, ob sie die Umsatzabgabe 

erheben wolle oder nicht, kein Ermessenspielraum zugestanden. Die Be-

schwerdeführerin sei ab dem 18. November 2015 einem Verzugszinsrisiko 

ausgesetzt gewesen, weshalb spiegelbildlich ab dem Zeitpunkt der Zah-

lung unter Vorbehalt am 28. April 2016 ein Vergütungszins geschuldet sei. 

Die Tatsache, dass sie zum Zeitpunkt der Zahlung kein Rechtsmittel habe 

erheben können, sei auf das fehlerhafte Verhalten der Vorinstanz zurückzu-

führen, was der Beschwerdeführerin nicht entgegengehalten werden kön-

ne.  

3.2 Die Vorinstanz vertritt die Auffassung, dass für den strittigen 
Zeitraum zwischen Bezahlung und Rechnungsstellung kein Vergütungs-

zins geschuldet sei. Beruhe die Zahlung für eine selbstveranlagte Steuer 

auf einer spontanen Deklaration des Steuerpflichtigen und nicht auf einer 

Rechnung oder Mahnung durch die Steuerbehörde, sei ein Vergütungszins 

ausgeschlossen. Dies treffe auf die Umsatzabgabe zu ([…]). Es stehe nicht 

im Belieben der abgabepflichtigen Person, im Hinblick auf eine nicht nä-

her definierte potenzielle Umsatzabgabe bestimmte selbst festgelegte Be-

träge zu überweisen mit der Folge, dass die Steuerbehörde vergütungszins-

pflichtig werde. Es habe kein hinreichendes Zutun seitens der Vorinstanz 

gegeben, welches einen Vergütungszins rechtfertigen würde. Sie habe 

nicht kontinuierlich auf die Erhebung der Abgabe hingearbeitet und diese 

sei – nach ihrer Sicht – auch noch von anderen Faktoren, insbesondere 

dem Bundesgerichtsentscheid im Verrechnungssteuerverfahren sowie ei-

ner Berechnung, abhängig gewesen. Es sei bis zum 17. Juli 2017 keine 

Rechnung gestellt und keine Verfügung erlassen worden. Das Legalitäts-

prinzip sei nicht verletzt. Es werde der Vorinstanz weder vorgeworfen, un-

ter Verletzung des Legalitätsprinzips eine Steuer in Rechnung gestellt zu 

haben, noch eine das Legalitätsprinzip verletzende Verfügung erlassen zu 

haben. Es habe vielmehr lediglich ein Austausch über die unterschiedli-

chen rechtlichen Ansichten betreffend die Auslegung einer Vorschrift statt-

gefunden. Der Umstand, dass die Beschwerdeführerin ihre Zahlung erst 

fünf Monate nach dem Schreiben vom 18. November 2015 getätigt habe, 

beweise, dass keine Zwangssituation vorgelegen habe, ansonsten sie zeit-

nah gehandelt hätte. Bei diesem Schreiben habe es sich um die Mitteilung 

2023 III/3 Umsatzabgabe. Vergütungszins 

 

 

34 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

einer Rechtsauffassung gehandelt, nicht um eine Verfügung, was offenbar 

auch der Ansicht der Beschwerdeführerin entsprochen habe, da sie weder 

Einsprache erhoben noch die Zustellung eines erneuten Schreibens mit 

zusätzlicher Rechtsmittelbelehrung verlangt habe.  

3.3  
3.3.1 Ein Vergütungszins ist weder im StG noch in der StV vorgesehen 
(vgl. E. 2.2.2). Nach der Rechtsprechung ist ein Vergütungszins ausnahms-

weise dennoch geschuldet, wenn die Umsatzabgabe von der ESTV mittels 

Verfügung oder Rechnung zu Unrecht erhoben worden ist und der Abgabe-

schuldner zur Vermeidung des gesetzlichen Verzugszinses gezwungen ist, 

unter Vorbehalt zu bezahlen, und dabei gleichzeitig Rechtsmittel ergriffen 

werden (E. 2.2.5 vorstehend). Massgeblich ist folglich, wann die Umsatz-

abgabe vorliegend von der Vorinstanz erhoben wurde. Die Beschwerde-

führerin setzt in ihrer Argumentation eine Einforderungshandlung zur Un-

terbrechung der Verjährung mit einer Abgabeerhebung mittels Verfügung 

oder Rechnungsstellung gleich, was nicht mit der restriktiven Natur des 

Anspruchs auf einen Vergütungszins vereinbar ist. Vorliegend unterbrach 

die Vorinstanz mit Schreiben vom 18. November 2015 die Verjährung und 

behielt sich vor, eine Umsatzabgabe im Falle des Unterliegens im Bundes-

gerichtsverfahren betreffend Rückerstattung der Verrechnungssteuer ein-

zufordern. Anders als im von der Beschwerdeführerin herangezogenen 

BGE 126 II 1 hatte die ESTV jedoch noch keinen definitiven Entschluss 

zur Erhebung der Abgabe gefasst.  

Zwar ist der Beschwerdeführerin insoweit zuzustimmen, dass das Schrei-

ben der ESTV vom 18. November 2015 als Einforderungshandlung quali-

fiziert werden kann, welches die Verjährung betreffend die allfällig zu er-

hebende Abgabe unterbrach, jedoch lag zu diesem Zeitpunkt eben gerade 

(noch) keine Abgabenerhebung vor. Daran ändert auch die Tatsache, dass 

das Schreiben vom 18. November 2015 unter Mitwirkung des Rechts-

dienstes der Vorinstanz verfasst wurde, nichts an dessen Charakter. In 

diesem Schreiben behielt sich die ESTV eine Nachforderung der Umsatz-

abgabe vor und unterbrach die Verjährung, jedoch wurde die Beschwerde-

führerin entgegen ihrer Ansicht zu nichts aufgefordert, sodass keine Ver-

fügung (und im Übrigen auch kein Realakt) gegeben sein kann. Sodann ist 

das Schreiben vom 18. November 2015 seinem Inhalt und seiner Form 

nach mit jenem vom 17. August 2011 vergleichbar. Diesbezüglich sah die 

Beschwerdeführerin indessen keine Veranlassung zum Tätigwerden. Eine 

« stetige Intensivierung der Entweder-oder-Zwangssituation », wie es die 

Beschwerdeführerin nennt, ist nicht erkennbar. Mit dem Schreiben vom 

Umsatzabgabe. Vergütungszins 2023 III/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF III 35 

 

18. November 2015 wurde somit keine Abgabe erhoben. Die erste Voraus-

setzung zur Ausrichtung eines Vergütungszinses, dass eine Abgabe (zu 

Unrecht) eingefordert wurde, ist mithin zu diesem Zeitpunkt nicht erfüllt.  

3.3.2 Dies rechtfertigt sich auch unter Berücksichtigung des Charakters 
der Umsatzabgabe als Selbstveranlagungssteuer, bei welcher die Behörde 

nur in besonderen Fällen, etwa wie hier aufgrund einer Kontrolle, zur 

Erhebung veranlasst wird, wie die Vorinstanz unter Verweis auf das Urteil 

des Bundesgerichts vom 25. November 1983 (ASA 53 S. 558 ff.) zu-

treffend ausführt (vgl. auch E. 2.1.6, 2.2.1 und 2.2.4 vorstehend). Zwar 

entsteht die Verzugszinspflicht betreffend die Umsatzabgabe bereits auto-

matisch nach 30 Tagen nach Ablauf des Vierteljahres, in dem die Abgabe-

forderung entstanden ist, dies ändert aber nichts daran, dass ein Ver-

gütungszins erst auszurichten ist, wenn die Abgabe ausnahmsweise von 

der Behörde (zu Unrecht) erhoben wurde, wie die Vorinstanz korrekt argu-

mentiert ([…] und E. 2.2.3). Diese Erhebung der Umsatzabgabe erfolgte 

mit der Einforderung durch Rechnungsstellung vom 17. Juli 2017 unter 

Beilage eines Einzahlungsscheins in Höhe von 25 895 840.99 Franken 

beziehungsweise über die noch offene Differenz von 9 895 840.99 Fran-

ken ([…]). Die Beschwerdeführerin bezahlte allerdings bereits zuvor, im 

April 2016, eigenmächtig einen mutmasslichen (selbst bestimmten) Be-

trag von 16 Millionen Franken. Diese Zahlung erfolgte zwar unter Vorbe-

halt, zu diesem Zeitpunkt war aber eine Rechtsmittelerhebung, was eine 

weitere Voraussetzung für die Ausrichtung eines Vergütungszinses dar-

stellt (vgl. E. 2.2.5), mangels Erhebung der Abgabe gar nicht möglich. So-

mit fehlt es zum Zeitpunkt der Zahlung der Beschwerdeführerin Ende 

April 2016 an zwei Voraussetzungen für die Ausrichtung eines Ver-

gütungszinses (Erhebung der Abgabe und Anfechtung mit Rechtsmitteln). 

3.3.3 Hätte die Beschwerdeführerin das Verzugszinsrisiko minimieren 
und sich einen Anspruch auf etwaige Vergütungszinsen sichern wollen, so 

hätte sie eine anfechtbare Verfügung betreffend die Umsatzabgabe von der 

Vorinstanz verlangen müssen (vgl. E. 2.3.2). Dies wäre ihr bereits im Jahr 

2011, nach der ersten Ankündigung der etwaigen Einforderung der Um-

satzabgabe mit Schreiben der Vorinstanz vom 17. August 2011 ([…]), 

möglich gewesen. Hätte sich die Vorinstanz geweigert, eine solche Verfü-

gung zu erlassen, hätte die Beschwerdeführerin sodann eine Rechtsverwei-

gerungsbeschwerde erheben können. Die zusätzliche Argumentation der 

Beschwerdeführerin, es habe sich um einen nicht anfechtbaren Realakt ge-

handelt oder auf dem betreffenden Schreiben vom 18. November 2015 

2023 III/3 Umsatzabgabe. Vergütungszins 

 

 

36 III BVGE / ATAF / DTAF  

 

habe die Rechtsmittelbelehrung gefehlt, was ihr nicht zum Nachteil gerei-

chen dürfe, läuft vor diesem Hintergrund ins Leere.  

3.3.4 Auch die von der Beschwerdeführerin (unsubstanziiert) vorge-
brachte Verletzung des Legalitätsprinzips durch die Vorinstanz mittels 

gesetzwidriger Ermessensausübung ist nicht ersichtlich. Das von der Be-

schwerdeführerin kritisierte « Entweder-oder-Ermessen » der Vorinstanz 

hinsichtlich einer Rückerstattung der Verrechnungssteuer oder einer Erhe-

bung der Umsatzabgabe betrifft nicht eine Ermessensausübung, sondern 

die rechtliche Auslegung des Sachverhalts durch die Vorinstanz. Es ist zu 

berücksichtigen, dass es sich um einen komplexen Sachverhalt handelt, 

bei dem es diverse Rechtsfragen zu beantworten galt, bevor die Vorinstanz 

die (vermeintlich) geschuldeten Abgaben erheben konnte. Die vorhande-

nen Akten weisen nicht auf eine unrichtige Ermessensausübung der Vorin-

stanz hin, weshalb auf diesen Einwand der Beschwerdeführerin nicht wei-

ter eingegangen werden muss.  

3.3.5 Erst mit Rechnungsstellung vom 17. Juli 2017 hat die ESTV die 
Umsatzabgabe (zu Unrecht) erhoben, sodass auch erst ab diesem Zeit-

punkt ein Vergütungszins geschuldet ist. Dieses Ergebnis erscheint auch 

vor dem Hintergrund der von der Rechtsprechung gebotenen restriktiven 

Anwendung der Praxis zum Vergütungszins und der damaligen Situation 

auf dem Finanzmarkt (vgl. E. 2.2.6 vorstehend) als angemessen. 

3.4 Zusammenfassend ergibt sich, dass für den Zeitraum zwischen 
dem 28. April 2016 und dem 17. Juli 2017 (Zahlung unter Vorbehalt durch 

die Beschwerdeführerin bis Rechnungsstellung durch die Vorinstanz) kein 

Vergütungszins geschuldet ist. Entsprechend ist die Beschwerde voll-

umfänglich abzuweisen.