# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b16e8e66-2e7b-5d5d-b794-6af31eb468b1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 13.05.2020 SK1 2019 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2019-14_2020-05-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 13. Mai 2020

Referenz SK1 19 14

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Pedrotti, Vorsitzender
Hartmann, Aktuarin ad hoc

Parteien A._____, 
Berufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Pius Fryberg
Quaderstrasse 8, 7000 Chur 

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur
Berufungsbeklagte

B._____,
Berufungsbeklagter und Anschlussberufungskläger
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Martin Suenderhauf
Gäuggelistrasse 16, Postfach 580, 7001 Chur 

Gegenstand einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB sowie 
Unterlassen der Nothilfe gemäss Art. 128 Abs. 1 StGB

Anfechtungsobj. Urteil Regionalgericht Plessur vom 31.01.2019, mitgeteilt am 
05.04.2019 (Proz. Nr. 515-2017-32)

Mitteilung 19. Mai 2020

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In Erwägung,

– dass A._____, vertreten durch Rechtsanwalt Pius Fryberg, am 11. Februar 
2019 gegen das Urteil vom 31. Januar 2019, mitgeteilt am 7. Februar 2019 
(ohne schriftliche Begründung), gestützt auf Art. 399 Abs. 1 StPO Berufung 
beim Regionalgericht Plessur anmeldete,

– dass das Regionalgericht Plessur mit der Mitteilung des schriftlichen begrün-
deten Urteils am 5. April 2019 die Anmeldung zusammen mit den Akten dem 
Berufungsgericht übermittelte (Art. 399 Abs. 2 StPO),

– dass A._____ (nachfolgend: Berufungskläger) am 15. April 2019 gestützt auf 
Art. 400 Abs. 2 StPO beim Berufungsgericht Berufungserklärung einreichte,

– dass der Vorsitzende der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubün-
den am 10. Mai 2019 gestützt auf Art. 400 Abs. 2 StPO der Staatsanwaltschaft 
und B._____ die Berufungserklärung übermittelte,

– dass B._____ (nachfolgend: Anschlussberufungskläger und Berufungsbeklag-
ter), vertreten durch Rechtsanwalt Martin Suenderhauf, am 5. Juni 2019 ge-
stützt auf Art. 400 Abs. 3 lit. b StPO Anschlussberufung erklärte, 

– dass der Berufungskläger mit Schreiben vom 5. März 2020 dem Berufungsge-
richt mitteilte, dass er die Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts 
Plessur vom 31. Januar 2019 zurückziehe,

– dass bei einem Rückzug des Rechtsmittels das Verfahren mit der Rückzugs-
erklärung unmittelbar beendet wird und der Abschreibungsverfügung nur noch 
deklaratorischer Charakter zukommt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_790/2015 vom 6. November 2015, E. 3.3),

– dass das Verfahren somit in sinngemässer Anwendung von Art. 9 Abs. 2 des 
Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG; BR 173.00) und Art. 11 Abs. 2 der Kan-
tonsgerichtsverordnung (KGV; BR 173.100) einzelrichterlich erledigt werden 
kann, 

– dass infolge Rückzug der Berufung die Anschlussberufung dahinfällt (Art. 401 
Abs. 3 StPO),

– dass die Verfahrenskosten des Rechtsmittelverfahrens (und somit auch die 
mit der Anschlussberufung zusammenhängenden Kosten [vgl. BGE 122 III 
495 E. 4]) – die aufgrund der bis zum Rückzug bereits erfolgten Veranlassun-

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gen in Anwendung von Art. 10 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in 
Strafverfahren (VGS; BR 350.210) i.V.m. Art. 7 der besagten Verordnung auf 
CHF 500.00 festgelegt werden – gestützt auf Art. 428 Abs. 1 StPO dem unter-
liegenden Berufungskläger zu auferlegen sind,

– dass der Berufungskläger den obsiegenden Berufungsbeklagten und An-
schlussberufungskläger für seine notwendigen Aufwendungen im Rechtsmit-
telverfahren (und somit auch die mit der Anschlussberufung zusammenhän-
genden Kosten [vgl. BGE 122 III 495 E. 4]) zu entschädigen hat (vgl. Art. 436 
Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 433 Abs. 1 lit. a StPO),

– dass der Berufungsbeklagte und Anschlussberufungskläger mit Honorarnote 
vom 15. April 2020 einen zu entschädigenden Aufwand von 6.7 Stunden à 
CHF 250.00 geltend machte (act. G. 2), 

– dass der geltend gemachte Aufwand von 6.7 Stunden sowie der Stundenan-
satz von CHF 250.00 (Honorarvereinbarung, Akte der Staatsanwaltschaft, act. 
1.2) als angemessen erscheinen; zu kürzen bleibt die Spesenpauschale von  
4 % auf die praxisgemässen 3 %, womit sich ein für das Rechtsmittelverfahren 
resultierender Aufwand von total CHF 1'858.10 (6.7h x CHF 250.00 [CHF 
1'675.00] zzgl. 3 % Spesen [CHF 50.25], zzgl. 7.7 % MwSt. [CHF 132.85]) er-
gibt, 

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wird erkannt:

1. Das Berufungsverfahren wird infolge Rückzugs am Geschäftsverzeichnis 
abgeschrieben.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens in Höhe von CHF 500.00 gehen zulas-
ten von A._____.

3. A._____ hat B._____ für das Berufungsverfahren mit CHF 1'858.10 (inkl. 
Spesen und MwSt.) ausseramtlich zu entschädigen.

4. Gegen die Kostenregelung kann gemäss Art. 78 ff. des Bundesgesetzes 
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; 
SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht geführt 
werden. Die Beschwerde ist dem Schweizerischen Bundesgericht, 1000 
Lausanne 14, schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen 
Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschrie-
benen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimati-
on, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gel-
ten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

5. Mitteilung an:

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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