# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 03d4be1f-330a-59b6-a056-4ddb72cc1256
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.08.2011 D-4283/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4283-2011_2011-08-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­4283/2011

U r t e i l   v om   2 5 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz),
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Hans Schürch,   
Gerichtsschreiber Patrick Weber.

Parteien A._______, geboren am _______,
B._______, geboren am _______,
C._______, geboren am _______,
D._______, geboren am _______,
E._______, geboren am _______,
Kosovo,
vertreten durch lic. iur. Christian Wyss, _______, 
Beschwerdeführende beziehungsweise Gesuchstellende, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen 
Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom  29. 
Juni 2011 / 
N _______.
Revision; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
vom 13. Mai 2011 / _______.

D­4283/2011

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Beschwerdeführenden  am  5.  Januar  2009  in  der  Schweiz  um 
Asyl nachsuchten, 

dass sie geltend machten, serbischer Ethnie zu sein und vor der Ausreise 
in _______Kosovo gewohnt zu haben, 

dass  sie  seit  1999  massiven  Anfeindungen  durch  Albaner  ausgesetzt 
gewesen seien, 

dass der Beschwerdeführer wegen seiner Arbeit in der Militärabteilung in 
_______ und seiner Beschäftigung in der Gemeindekanzlei von _______ 
für die serbische Verwaltung schikaniert worden sei, 

dass  die Beschwerdeführerin  und  eine  der  Töchter  an  gesundheitlichen 
Beschwerden litten, 

dass  sie  sich  in  Anbetracht  dieser  Sachlage  zur  Ausreise  entschlossen 
hätten, 

dass das BFM die Asylgesuche der Beschwerdeführenden vom 5. Januar 
2009 mit Verfügung vom 20. April 2009 abwies und die Wegweisung aus 
der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  die  Vorinstanz  erwog,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden 
erfüllten die Anforderung an die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht, 

dass  ihnen überdies eine valable Fluchtalternative auf dem Staatsgebiet 
von Serbien offenstehe, 

dass das BFM im Vollzugspunkt  festhielt, eine konkrete Gefährdung der 
Beschwerdeführenden in _______ könne nicht ausgeschlossen werden, 

dass sich der Vollzug dorthin oder auch  in den Norden von Kosovo, wo 
sie keine konkreten Anknüpfungspunkte hätten, als unzumutbar erweise, 

dass  sie  in  Würdigung  der  Fallumstände  indes  über  eine 
Aufenthaltsalternative in Serbien verfügten, 

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Seite 3

dass  die  Beschwerdeführenden  diesen  Entscheid  mit  Eingabe  vom       
18. Mai 2009 beim Bundesverwaltungsgericht anfochten, 

dass  sie  vom  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom   
28. Mai 2009 zur Leistung eines Kostenvorschusses aufgefordert wurden, 

dass  sie  diesen  innert  angesetzter  Frist  nicht  leisteten  und  das 
Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  22.  Juni  2009  auf  die 
Beschwerde nicht eintrat, 

dass das Bundesverwaltungsgericht das von den Beschwerdeführenden 
gestellte  Gesuch  um  Fristwiederherstellung  gemäss  Art.  24  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  mit  Urteil  vom  12.  August 
2009  guthiess,  den Nichteintretensentscheid  vom  22.  Juni  2009  aufhob 
und das Beschwerdeverfahren wieder aufnahm, 

dass das Bundesverwaltungsgericht  die Beschwerde  vom 18. Mai  2009 
mit Urteil vom 13. Mai 2011 vollumfänglich abwies, 

dass  die Beschwerdeführenden  durch  ihre Rechtsvertretung  am 7.  Juni 
2011 mit einer als „Wiedererwägungsgesuch“ bezeichneten Eingabe ans 
BFM gelangten,

dass  sie  die  wiedererwägungsweise  Aufhebung  des  vorinstanzlichen 
Entscheids,  die  Asylgewährung,  eventualiter  das  Absehen  vom 
Wegweisungsvollzug  verbunden  mit  der  vorläufigen  Aufnahme  in  der 
Schweiz,  subeventualiter  die  Erstreckung  der  angesetzten  Ausreisefrist 
und ferner den Erlass vorsorglicher Massnahmen beantragten, 

dass  sie  das  BFM  ersuchten,  ihre  Eingabe  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  weiterzuleiten,  falls  sie  wider  Erwarten  als 
Revisionsgesuch qualifiziert werden sollte, 

dass  sie  zur  Begründung  vorbrachten,  der  Beschwerdeführer  sei  in 
Kosovoso durch Albaner gezielt verfolgt worden, 

dass er während des Krieges  im Zeughaus von _______ gearbeitet und 
dabei Kenntnisse über die Bewegung und den  jeweiligen Aufenthalt der 
serbischen Truppen erlangt habe, 

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dass  ihm  die  serbischen  Behörden  in  der  Folge  für  Waffenverluste 
verantwortlich gemacht hätten, 

dass  ihm  zudem  zur  Last  gelegt  worden  sei,  den  Albanern  die 
Kriegsführung  erleichtert  zu  haben,  was  als  Preisgabe  militärischer 
Geheimnisse in Kriegszeiten ein schweres Verbrechen darstellen würde, 

dass  ein  Prozess  eröffnet  worden  sei  und  er  bei  einer  Rückkehr  nach 
Serbien  mit  einer  Festnahme  und  einer  in  der  Folge  ergehenden 
Verurteilung wegen Landesverrats zu rechnen hätte, 

dass  er  in  Serbien  überdies  Verfolgungshandlungen  durch  ehemalige 
Kriegsteilnehmer zu gewärtigen hätte, 

dass er zu diesen Aspekten erneut anzuhören sei, 

dass er diese Sachumstände bisher nicht geltend gemacht habe, weil er 
davon  ausgegangen  sei,  er  müsse  einzig  über  seine  Gefährdung  in 
Kosovo Auskunft geben, 

dass  ausserdem  die  gesundheitlichen  Probleme  der  einen  Tochter  und 
die  gute  Integration  der  Familie  in  der  Schweiz  gegen  eine  Rückkehr 
sprächen, 

dass  der  Eingabe  ein  Telefax­Schreiben  samt  Übersetzung  vom  10. 
Januar 2009 (militärische Strafanzeige gegen den Beschwerdeführer), ein 
Bestätigungsschreiben vom 20. Mai 2011 samt Übersetzung (Gefährdung 
des  Beschwerdeführers  in  Kosovo)  und  ein  Arztbericht  vom  25.  März 
2011 (die Tochter betreffend) beilagen, 

dass  die  Beschwerdeführenden  am  10.  Juni  2011  ein  weiteres 
Beweismittel die erwähnte Tochter betreffend einreichten (Stellungnahme 
des Lehrers vom 8. Juni 2011), 

dass  das  BFM  die  Eingabe  vom  7.  Juni  2011  als 
Wiedererwägungsgesuch  entgegennahm,  mit  Verfügung  vom  29.  Juni 
2011 – eröffnet am       1. Juli 2011 – abwies und die Rechtskraft seines 
Entscheids vom 20. April 2009 festhielt, 

dass das BFM erwog, die verspätete Geltendmachung der Gefährdung in 
Serbien  könne  nicht  nachvollzogen  werden,  zumal  im  Entscheid  vom    

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20.  April  2009  die  Zumutbarkeit  dieser  Aufenthaltsalternative  bejaht 
worden sei und das eingereichte Beweismittel vom Januar 2009 datiere, 

dass  deshalb  eine  Geltendmachung  im  ordentlichen 
Beschwerdeverfahren nahe gelegen hätte, 

dass  das  eingereichte  Dokument  in  Fotokopie  zudem  formale  Mängel 
aufweise, 

dass der Beschwerdeführer gemäss Aktenlage überdies bereits im Jahre 
2005 aus der Armee entlassen worden  sei  und  vor  diesem Hintergrund 
nicht  einleuchte,  weshalb  vier  Jahre  später  ein  Verfahren  gegen  ihn 
angestrengt worden sein sollte, 

dass  den  Akten  ausserdem  nicht  entnommen  werden  könne,  er  sei  im 
Militär Geheimnisträger gewesen oder habe innerhalb der Militärabteilung 
eine heikle Arbeit ausgeführt, 

dass  die  angebliche  Bedrohung  durch  ehemalige  Kriegsteilnehmer  in 
keiner Weise substanziiert und entsprechend nicht glaubhaft sei, 

dass  nach  dem  Gesagten  nicht  von  einer  relevanten  Gefährdung  der 
Beschwerdeführenden in Serbien auszugehen sei, 

dass  die  Beschwerdeführenden  auch  aus  dem  Schreiben  vom  20.  Mai 
2011  nichts  zu  ihren  Gunsten  abzuleiten  vermöchten,  da  sich  dessen 
Inhalt  auf  Vorbringen  stütze,  welche  bereits  im  ordentlichen  Verfahren 
abgehandelt worden seien, 

dass  die  medizinische  Situation  der  Familie  ebenfalls  bereits  im 
ordentlichen Verfahren gewürdigt worden sei und sich dem eingereichten 
Arztzeugnis nichts Neues entnehmen lasse, 

dass  das  eingereichte  Schreiben  des  Lehrers  keine 
wiedererwägungsrechtlich  relevante  Neuheit  im  Sinne  einer  starken 
Verwurzelung des Kindes in der Schweiz zu belegen vermöge, 

dass das BFM den Beschwerdeführenden eine Gebühr  in der Höhe von 
Fr. 600.— auferlegte, 

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dass  die  Beschwerdeführenden  gegen  diesen  Entscheid  mit  Eingabe 
ihrer  Rechtsvertretung  vom  2.  August   2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben,

dass  sie  die  Asylgewährung,  eventualiter  das  Absehen  vom 
Wegweisungsvollzug  verbunden  mit  der  vorläufigen  Aufnahme  in  der 
Schweiz,  den  Erlass  vorsorglicher Massnahmen  sowie  für  den  Fall  des 
Unterliegens die unentgeltliche Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) 
samt Entbindung von der Vorschusspflicht beantragten, 

dass  sie  Beweismittel  einreichten  (Bestätigungsschreiben  eines 
Bekannten betreffend Gefährdung vor Ort; Publikationen zur Situation  in 
Serbien  und  Kosovo;  Arztzeugnis  vom  28.  Juni  2008; 
Bestätigungsschreiben von drei Bekannten aus der Schweiz),

dass sie um eine Nachfrist zur Nachreichung von weiteren Beweismitteln 
namentlich  im Zusammenhang mit dem geltend gemachten Verfahren in 
Serbien ersuchten, 

dass sie vorbrachten, das beim BFM eingereichte Dokument vom Januar 
2009  sei  für  den  Beschwerdeführer  erst  im  Zeitpunkt  der  Stellung  des 
Wiedererwägungsgesuchs erhältlich gewesen, 

dass  er  im  Zeitpunkt  der  ersten  Asylbeschwerde  keine  Kenntnis  vom 
angestrengten  Verfahren  in  Serbien  gehabt  habe,  weshalb  die 
Gefährdung in Serbien unerwähnt geblieben sei, 

dass  die  Beschwerdeführenden  im  Zusammenhang mit  dem  erwähnten 
Verfahren  beziehungsweise mit  der  Situation  der  Familie  im Falle  einer 
Rückweisung  nach  Serbien  im  Wesentlichen  die  Ausführungen  der 
Eingabe vom 7. Juni 2011 wiederholten und ergänzten, wobei sie auf die 
neu eingereichten Beweismittel verwiesen, 

dass das BFM gehalten gewesen wäre, weitere Abklärungen zu treffen, 

dass  die  Zweifel  der  Vorinstanz  an  der  Echtheit  des  Dokuments  vom      
10.  Januar  2009  respektive  dem  zugrunde  liegenden  Verfahren 
unberechtigt seien, 

dass  die  Instruktionsrichterin  mit  Verfügung  vom  3. August  2011  den 
Vollzug der Wegweisung vorsorglich aussetzte,

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dass die Beschwerdeführenden am 16. August 2011 weitere Beweismittel 
(Dokument  des  serbischen  Verteidigungsministeriums;  Original­Telefax 
eines  am  7.  Juni  2011  als  Beilage  3  eingereichten  Telefax­Dokuments; 
drei Vorladungen des Gemeindegerichts  _______)  samt Übersetzungen 
einreichten, 

dass sie geltend machten, gegen den Beschwerdeführer sei gemäss dem 
Dokument des Verteidigungsministeriums ein Verfahren eröffnet worden, 

dass sie den Erlass vorsorglicher Massnahmen beantragten, 

dass sie um Abklärungen ersuchten und die Nachreichung von weiteren 
Prozessakten in Aussicht stellten, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG 
richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und 
Art. 6 AsylG),

dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  sind  (Art. 108  und  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37 
VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG),

dass  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  –  in 
Berücksichtigung nachfolgender Präzisierungen – einzutreten ist (Art. 108 
Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass  vorerst  die  Frage  zu  beantworten  ist,  ob  das  Bundesamt  die 
Eingabe  der  Beschwerdeführenden  vom  7.  Juni   2011  zu  Recht  als 
Wiedererwägungsgesuch qualifiziert hat,

dass  eine  eingehende  Rechtsschrift  als  jenes  Rechtsmittel 
entgegenzunehmen ist, dessen gesetzliche Voraussetzungen erfüllt sind, 
und  nicht  als  jenes,  als  welches  es  von  der  Partei  unrichtigerweise 
bezeichnet worden ist,

dass  angesichts  der  vorliegenden  Konstellation  –  materieller  Entscheid 
der  Beschwerdeinstanz  vom  13.  Mai  2011  –  im  Rahmen  eines 
Wiedererwägungsgesuches oder zweiten Asylgesuches mit Zuständigkeit 
der  Vorinstanz  allein  geltend  gemacht  werden  könnte,  der  Sachverhalt 
habe sich seit dem 13. Mai 2011 massgeblich verändert beziehungsweise 
es seien asylrechtlich relevante neue Ereignisse eingetreten, 

dass  die  Beschwerdeführenden  eine  solche  nachträgliche  Veränderung 
der  Sachlage  im  Wegweisungsvollzugs­  oder  im  Asylpunkt  aber 
überwiegend  nicht  geltend  machen,  sondern  anführen,  es  lägen  neue 
Tatsachen  und  Beweismittel  vor,  welche  bei  Ergehen  des  Urteils  des 
Bundesverwaltungsgerichts  schon  bestanden  hätten,  aber  während  des 
ordentlichen Verfahrens nicht vorgebracht worden seien, 

dass dies offensichtlich  ist,  soweit die Beschwerdeführenden ausführen, 
aufgrund  der  eingereichten  Anzeige  vom  10.  Januar  2009  habe  bereits 
damals ein Militärstrafverfahren gedroht, 

dass auch die (mit einem Bestätigungsschreiben zweier Bekannter erneut 
geltend gemachte) Gefährdung  in Kosovo  im Zusammenhang mit einem 
vorbestandenen Sachverhalt steht, 

dass einzig mit der gesundheitlichen Entwicklung der einen Tochter und 
der  geltend  gemachten  Integration  unter  wiedererwägungsrechtlichen 
Aspekten  zu  prüfende  Sachverhalte  der  Eingabe  vom  7.  Juni  2011 
vorlagen, 

dass  demnach  in  der  Eingabe  vom  7.  Juni  2011  teilweise 
Wiedererwägungsgründe,  für deren Beurteilung das BFM zuständig war, 
und  teilweise  die  ursprüngliche  Fehlerhaftigkeit  des  in  Rechtskraft 
erwachsenen  Asylentscheides  geltend  gemacht  beziehungsweise 
Revisionsgründe  gegen  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
13. Mai 2011 vorgebracht wurden,  für deren Beurteilung nicht das BFM 

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sondern  das  Bundesverwaltungsgericht  zuständig  ist  (Entscheidungen 
und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1995 Nr. 21 E. 1. c S. 204),

dass  der  Hinweis  der  Beschwerdeführenden  auf  ein  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts (E­117/2011) offensichtlich zu keiner anderen 
Einschätzung  führt,  da  die  dortigen  Erwägungen  auf  einer  anderen 
Prozessgeschichte beruhen, 

dass  im  Folgenden  zunächst  die  Beschwerde  gegen  den 
Wiedererwägungsentscheid  vom  29.  Juni  2011  zu  beurteilen  ist,  soweit 
als mit  der Eingabe  vom 7.  Juni  2011 Wiedererwägungsgründe geltend 
gemacht und vom BFM zu Recht als solche beurteilt worden waren,

dass  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  eingetreten  wird,  wenn  sich  der 
rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Entscheid 
beziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen 
Rechtsmittelinstanz  in  wesentlicher Weise  verändert  hat  und mithin  die 
ursprüngliche  (fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene 
Veränderungen der Sachlage anzupassen ist,

dass  die  Vorinstanz  auf  die  Eingabe  vom  7.  Juni  2011  eintrat  und 
festhielt,  die  gesundheitliche  Situation  der  Familie  sei  bereits  im 
ordentlichen Verfahren gewürdigt worden,

dass  sich  aus  dem  eingereichten  Arztzeugnis  vom  25.  März  2011  die 
erwähnte  Tochter  betreffend  keine  wesentliche  Veränderung  der 
gesundheitlichen Situation entnehmen lasse, 

dass  diese  Sichtweise  überzeugt  und  die  erneute  Einreichung  eines 
Arztzeugnisses  vom  28.  Juni  2011  auf  Beschwerdeebene  offensichtlich 
keine andere Beurteilung rechtfertigt, 

dass sich auch aus dem Schreiben des Lehrers vom 8. Juni 2011 nichts 
ergibt,  was  auf  eine  wesentliche  Veränderung  seit  Abschluss  des 
ordentlichen Verfahren hinweisen würde, 

dass gemäss diesem Schreiben und den drei Eingaben  von Bekannten 
der Beschwerdeführenden aus ihrem Aufenthaltskanton (Beweismittel 15, 
16  und  17  des  Beschwerdeverfahrens)  noch  nicht  darauf  geschlossen 
werden  kann,  die  Integration  der  Beschwerdeführenden  lasse  die 
Rückkehr nach Serbien nunmehr als unzumutbar erscheinen, 

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dass  in  der  Beschwerde  ferner  eine  Zuspitzung  der  Situation  in  der 
Herkunftsregion  der  Beschwerdeführenden  geltend  gemacht  wird 
(Beweismittel 13),

dass  aktuell  in  der  Tat  ein Grenzkonflikt  zwischen Kosovo  und Serbien 
besteht, eine dadurch drohenden Gefährdung der Beschwerdeführenden 
in Serbien indes nicht als konkret erscheint, 

dass  mithin  auch  die  aktuelle  Situation  in  Serbien  für  die 
Beschwerdeführenden  keinen  wiedererwägungsrechtlich  erheblichen 
Sachverhalt darstellt, 

dass schliesslich daraus, dass die Vorinstanz in ihren Erwägungen auch 
Vorbringen wiedererwägungsweise beurteilte, die in die Zuständigkeit der 
Revisionsbehörde  fallen,  den  Beschwerdeführenden  kein  Nachteil 
erwuchs und dies im Dispositiv keinen Niederschlag erfuhr,

dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  vom  2. 
August 2011 abzuweisen ist,

dass  die  Eingabe  vom  7.  Juni  2011  ergänzt  durch  die 
Beschwerdeeingabe  vom  2.  August  2011  gemäss  obenstehenden 
Erwägungen  in  den  noch  verbleibenden  Punkten  als  Revisionsgesuch 
gegen  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  13.  Mai  2011 
entgegenzunehmen ist,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  für  die  Revision  von  Urteilen 
zuständig ist, die es in seiner Funktion als Beschwerdeinstanz gefällt hat 
(vgl. BVGE 2007/21 E. 2.1 S. 242 f.),

dass  gemäss  Art. 45  VGG  für  die  Revision  von  Urteilen  des 
Bundesverwaltungsgerichts  die  Art. 121 ­ 128  des  BGG  sinngemäss 
gelten,

dass auf Inhalt, Form und Ergänzung des Revisionsgesuches die Art. 52 
und 53 VwVG Anwendung finden, wobei in der Begründung insbesondere 
der  angerufene  Revisionsgrund  anzugeben  und  die  Rechtzeitigkeit  des 
Revisionsbegehrens  (im  Sinne  von  Art.  124  BGG)  darzutun  ist  (Art.  47 
VGG i.V.m. Art. 67 Abs. 3 VwVG),

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dass  mit  dem  ausserordentlichen  Rechtsmittel  der  Revision  die 
Unabänderlichkeit  und  Massgeblichkeit  eines  rechtskräftigen 
Beschwerdeentscheides  angefochten  wird,  im  Hinblick  darauf,  dass  die 
Rechtskraft  beseitigt  wird  und  über  die  Sache  neu  entschieden werden 
kann, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf Gesuch hin seine Urteile aus den 
in  Art.  121­123  BGG  aufgeführten  Gründen  in  Revision  (Art.  45  VGG) 
zieht,  wobei  Gründe,  welche  die  Partei,  die  um  Revision  nachsucht, 
bereits  im  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  hätte  geltend  machen 
können nicht als Revisionsgründe gelten (Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG),

dass  die  Gesuchstellenden  das  Vorliegen  neuer  erheblicher  Tatsachen 
und Beweismittel geltend machen ( Art. 123 Abs. 2 Bst. a BGG) und von 
der Rechtzeitigkeit des Revisionsbegehrens vom 7. Juni 2011 bezüglich 
des  Beschwerdeentscheides  vom  13.  Mai  2011  ohne  Weiteres 
auszugehen ist, 

dass  auf  das  im  Übrigen  formgerecht  eingereichte  Revisionsgesuch 
einzutreten ist, 

dass  sämtliche,  hier  noch  zu  würdigende  Beweismittel  bezüglich  der 
allgemeinen  Lage  in  Serbien  unbesehen  der  Frage  der  Rechtzeitigkeit 
der Einreichung als nicht erheblich erscheinen, 

dass  die  entsprechende  allgemeine  Situation  für  Flüchtlinge  in  Serbien 
nämlich  bereits  in  der  Beurteilung  der  Beschwerdeinstanz  im 
angefochtenen  Entscheid  gebührend  berücksichtig  wurde  und  sich 
aufgrund der Unterlagen keine andere Beurteilung aufdrängt,  

dass  gemäss  der  eingereichten  militärischen  Strafanzeige  vom  10. 
Januar  2009  gegen  den  Gesuchsteller  zwar  ein  militärgerichtliches 
Verfahren in Serbien droht,  

dass  aber  die  Geltendmachung  einer  entsprechenden  Gefährdung  in 
Serbien als offensichtlich verspätet  im Sinne von Art. 123 Abs. 2 Bst. a 
BGG zu qualifizieren  ist, da der Gesuchsteller ohne Weiteres bereits  im 
ordentlichen  Beschwerdeverfahren  auf  gefährdende  Umstände  hätte 
hinweisen können,

dass  die  Erklärung  in  der  Eingabe  vom  7.  Juni  2011,  er  habe  diese 
Sachumstände bisher nicht geltend gemacht, weil er davon ausgegangen 

D­4283/2011

Seite 12

sei, er müsse einzig über seine Gefährdung  in Kosovo Auskunft geben, 
offensichtlich  nicht  zu  überzeugen  vermag,  zumal  bereits  im 
vorinstanzlichen  Entscheid  ein  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Serbien 
erwogen wurde, 

dass er  in der Eingabe vom 2. August 2011 sodann geltend macht, das 
beim BFM  eingereichte Dokument  vom  Januar  2009  sei  für  ihn  erst  im 
Zeitpunkt der Stellung des Wiedererwägungsgesuchs erhältlich gewesen, 

dass  er  im  Zeitpunkt  der  ersten  Asylbeschwerde  keine  Kenntnis  vom 
angestrengten  Verfahren  in  Serbien  gehabt  habe,  weshalb  die 
Gefährdung in Serbien unerwähnt geblieben sei, 

dass diese Aussagen mit derjenigen vom 7. Juni 2011 indes offensichtlich 
nicht  zu  vereinbaren  und  als  nachgeschoben  und  unglaubhaft  zu 
qualifizieren sind, 

dass im Übrigen auch die revisionsrechtliche Erheblichkeit der Vorladung 
zu verneinen ist, 

dass  unüberwindbare  Zweifel  an  einem militärstrafrechtlichen  Verfahren 
aufgrund  seiner Rolle während  des Krieges  deshalb  bestehen, weil  der 
Gesuchsteller  dies  nicht  früher  vorbrachte,  formelle Mängel  des  bereits 
beim  BFM  eingereichten  Dokumentes  bestehen,  der  Gesuchsteller 
bereits  im  Jahre  2005  seinen  Militärdienst  beendet  haben  will  und  die 
damalige  Stellung  des  Gesuchstellers  im  Militär  ein  entsprechendes 
Verfahren nicht rechtfertigt,

dass  sich  der  Gesuchsteller  im  Übrigen  mit  rechtsstaatlichen  Mitteln 
gegen  unrechtmässige  Vorwürfe  wehren  könnte,  zumal  ein  möglicher 
Politmalus  sich  weder  aus  den  Umständen,  noch  aus  den  Akten,  noch 
aus den Eingaben ergibt, 

dass  vor  diesem  Hintergrund  den  am  16.  August  2011  nachgereichten 
Beweismitteln  unbesehen  der  Frage  ihrer  Echtheit  ebenfalls  keine 
revisionsmässige  Erheblichkeit  zukommt  und  sich  die  beantragten 
weiteren Abklärungen erübrigen, 

dass  auch  dem  eingereichten  Bestätigungsschreiben  eines  Bekannten 
des Gesuchstellers (Beweismittel 5 der Eingabe vom 2. August 2011) als 
mutmasslichem Gefälligkeitsdokument kein hinreichender Beweiswert für 
eine drohende zielgerichtete Verfolgung in Serbien zukommt, 

D­4283/2011

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dass die Aussage des Gesuchsteller,  ihm drohe  in Serbien auch Gefahr 
durch  ehemalige  Kriegsteilnehmer,  in  keiner  Weise  substanziiert  und 
überdies als revisionsrechtlich verspätet zu qualifizieren ist, 

dass  aufgrund  der  erwähnten  Verspätung  der  Vorbringen  und mangels 
Erheblichkeit  derselben  der  Antrag  auf  Fristansetzung  zur  Einreichung 
weiterer  Beweismittel  im  Zusammenhang  mit  dem  geltend  gemachten 
Militärstrafverfahren  im  Sinne  einer  antizipierten  Beweiswürdigung 
abzuweisen ist, 

dass  sich  die  Presseberichte  zu  Kosovo  und  die  Fax­Erklärung  von 
Bekannten  des Beschwerdeführers  (Beweismittel  4  der Eingabe  vom 7. 
Juni  2011)  auf  eine  Gefährdung  in  Kosovo  beziehen  und  damit  nicht 
erheblich  sind,  zumal  allein  eine  Wegweisung  nach  Serbien  geprüft 
worden war, 

dass  nach  dem  Gesagten  keine  revisionsrechtlich  relevanten  Gründe 
vorgebracht werden konnten und sich weitere Abklärungen erübrigen,

dass die Eingabe vom 7. Juni   2011 demzufolge abzuweisen  ist,  soweit 
sie als Revisionsgesuch entgegenzunehmen war,

dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses  mit  vorliegendem  Entscheid  in  der  Hauptsache 
gegenstandslos wird,

dass aufgrund der Aussichtslosigkeit der Eingaben die Gesuche im Sinne 
von  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  abzulehnen  und  die  Kosten  des 
Verfahrens  von  Fr.  1200.–  den  Gesuchstellenden  respektive 
Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  sind  (Art. 68  Abs. 2  i. V. m.  Art. 63 
Abs. 1 VwVG; Art.  1­3 des Reglements  vom 21. Februar 2008 über die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

D­4283/2011

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  vom  2.  August  2011  wird  im  Sinne  der  Erwägungen 
abgewiesen.

2. 
Die Eingabe vom 7. Juni 2011 wird teilweise als Revisionsgesuch gegen 
das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  13.  Mai  2011 
entgegengenommen und abgewiesen.

3. 
In  Abweisung  des  Gesuches  um  unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden die Kosten des Verfahrens von 
insgesamt  Fr.  1'200.–  den  Gesuchstellenden  respektive 
Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab 
Versand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  die  Gesuchstellenden  respektive 
Beschwerdeführenden, das BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Nina Spälti Giannakitsas Patrick Weber

Versand: