# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 44f9c159-62b9-5bd7-8998-fe09d83a3903
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-10-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.10.2011 D-4963/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4963-2010_2011-10-28.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­4963/2010/sed

U r t e i l   v om   2 8 .   O k t ob e r   2 0 1 1

Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz),
Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Hans Schürch, 
Gerichtsschreiber Martin Scheyli

Parteien A._______ B._______, geboren am [...],
Iran, 
vertreten durch lic. iur. Ralph Wiedler Friedmann, 
Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz

Gegenstand Flüchtlingseigenschaft und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 8. Juni 2010 

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  stellte  am  3.  Juli  2006  in  der  Schweiz  ein 
Asylgesuch.  Dieses  lehnte  das  Bundesamt  für  Migration  (BFM)  mit 
Verfügung vom 4. August 2006 ab; zugleich ordnete das Bundesamt die 
Wegweisung  des Beschwerdeführers  aus  der Schweiz  und  den Vollzug 
an.

B. 
Die  gegen  diese  Verfügung  am  6.  September  2006  bei  der  damaligen 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  erhobene  Beschwerde 
wurde durch das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D­6078/2006 vom 
18. September 2008 abgewiesen.

C. 
Mit  als  „zweites  Asylgesuch“  bezeichneter  Eingabe  seines  damaligen 
Rechtsvertreters vom 30. Oktober 2008 beantragte der Beschwerdeführer 
beim  BFM  die  Anerkennung  seiner  Flüchtlingseigenschaft  aufgrund 
exilpolitischer Aktivitäten und die Anordnung seiner vorläufigen Aufnahme 
in der Schweiz. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, er sei seit dem 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. September 2008 weiterhin 
als aktives Mitglied der iranischen exilpolitischen Organisation C._______ 
tätig.  Er  habe  an  verschiedenen  Veranstaltungen  und  Demonstrationen 
der  C._______  in  der  Schweiz  teilgenommen,  wobei  entsprechende 
Photographien  ­  auf  welchen  er  zu  erkennen  sei  ­  im  Internet 
veröffentlicht  worden  seien.  Zudem  habe  er  einen  Artikel  verfasst, 
welcher  auf  der  Website  der  C._______  veröffentlicht  worden  sei.  In 
diesem Artikel, der sich zur ungleichen Verteilung der Vermögen im Iran 
äussere,  habe  er  scharfe  Kritik  an  den  iranischen  Mullahs  und  dem 
Regime  geübt.  Innerhalb  der  C._______  erfülle  er  ausserdem  wichtige 
Aufgaben,  indem  er  als  Verantwortlicher  für  Neumitglieder,  für  die 
Sicherheit  des  C._______­Büros  und  für  die  Vorbereitung  von 
Kadersitzungen  zuständig  sei.  Nachdem  er  im  September  2008  zum 
Verantwortlichen der C._______ für die Stadt Zürich ernannt worden sei, 
zähle  er  zudem  zu  deren  Führungsriege.  Er  sei  somit  in  einer  Art  und 
Weise exilpolitisch exponiert, dass Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 54 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) gegeben seien. 

D. 
Am 10. Mai  2010 wurde  der  Beschwerdeführer  durch  das BFM  zu  den 
Gründen  seines  zweiten  Asylgesuchs  mündlich  befragt.  Dabei 

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wiederholte  und  ergänzte  er  im  Wesentlichen  die  bereits  schriftlich 
gemachten  Vorbringen  in  Bezug  auf  seine  Aktivitäten  zugunsten  der 
C._______. Des Weiteren gab er  zu Protokoll,  er  sei  seit  vier  oder  fünf 
Monaten bei der C._______ nicht mehr Mitglied und auch nicht mehr für 
die Organisation aktiv. Er habe den Eindruck erlangt, dass die C._______ 
seine  Meinungsfreiheit  nicht  respektiere  und  nicht  demokratisch 
strukturiert  sei,  weshalb  er  ausgetreten  sei.  Seither  sei  er  nicht  mehr 
politisch aktiv gewesen, da er noch keine andere  iranische Organisation 
gefunden  habe. Mit  der  Eingabe  vom  30. Oktober  2008,  anlässlich  der 
Anhörung  vom  10. Mai  2010  und  im  weiteren  Verfahrensverlauf  reichte 
der  Beschwerdeführer  eine  grössere  Zahl  von  Beweismitteln 
(Photographien,  Zeitschriften,  Auszüge  aus  dem  Internet, 
Bestätigungsschreiben)  ein.  Auf  deren  Inhalt  wird,  soweit  für  den 
Entscheid wesentlich, in den Erwägungen eingegangen.

E. 
Mit  Verfügung  vom  8.  Juni  2010  wies  das  BFM  das  Gesuch  des 
Beschwerdeführers  vom  30.  Oktober  2008  ab  und  ordnete  dessen 
Wegweisung sowie den Vollzug an. Dabei führte es im Wesentlichen aus, 
aufgrund  der  geltend  gemachten  Aktivitäten  zugunsten  der  C._______ 
stelle  sich  der  Eindruck  ein,  dass  es  sich  beim  Beschwerdeführer  um 
einen  durchschnittlichen  Mitläufer  handle.  Als  Verantwortlicher  der 
C._______ für die Stadt Zürich hätten sich seine Aufgaben auf logistische 
Vorbereitungen beschränkt, und er habe keine Funktion erfüllt, die ihn bei 
einer Rückkehr in den Iran gefährden würde. Auch dem auf der Website 
der  C._______  publizierten  Artikel  sei  keine  fundierte  und  ernst  zu 
nehmende  Kritik  am  iranischen  Regime  zu  entnehmen.  Der  Artikel 
vermöge nicht den Eindruck zu erwecken, der Autor sei eine Person mit 
klar  definierten  oppositionellen  Vorstellungen.  Im  Übrigen  sei  der 
Beschwerdeführer aus der C._______ ausgetreten und seither nicht mehr 
an politischen Aktivitäten beteiligt. 

F. 
Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  22.  Juni  2010  ersuchte  der 
Beschwerdeführer das BFM um Einsicht  in die Verfahrensakten. Diesem 
Begehren entsprach das Bundesamt mit Schreiben vom 29. Juni 2010.

G. 
Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  2.  Juli  2010  (Datum  des 
Poststempels:  8.  Juli  2010)  focht  der  Beschwerdeführer  die  Verfügung 
vom 8. Juni  2010  beim Bundesverwaltungsgericht  an. Dabei  beantragte 

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er,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  es  sei  ihm  in  der 
Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei festzustellen, dass er nicht in 
den  Iran  zurückkehren  könne,  und  er  sei  in  der  Schweiz  vorläufig 
aufzunehmen.  In  prozessualer  Hinsicht  ersuchte  der  Beschwerdeführer 
um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Zur Begründung 
der Beschwerde wurde im Wesentlichen ausgeführt, das BFM habe zwei 
entscheidrelevante  Sachverhalte  übersehen,  aus  denen  eine  erhöhte 
Gefährdung  des  Beschwerdeführers  resultiere.  Zum  einen  sei 
unberücksichtigt  geblieben,  dass  der  Beschwerdeführer  während  fast 
zehn  Jahren  als  berufsmässiger  Ringkämpfer  im  Sold  des  iranischen 
Regimes  gestanden  sei,  wobei  [...].  Der  Beschwerdeführer  sei  Mitglied 
einer  Elitegruppe  von  Ringkämpfern  ­  der  sogenannten  D._______  ­ 
gewesen, die an nationalen Anlässen symbolisch die Kraft des iranischen 
Regimes  symbolisieren würden.  Vor  diesem Hintergrund  gelte  er  heute 
aus der Sicht des  iranischen Regimes als Landesverräter. Zum anderen 
habe  sich  Folgendes  ereignet:  Der  ehemalige  Verantwortliche  für  die 
Website  der  C._______,  eine  Person  mit  dem  Rufnamen  „E._______“, 
sei  vor  fünf  Monaten  in  den  Iran  zurückgekehrt.  Die  genannte  Person 
habe die Aktivitäten der Mitglieder der C._______ ausspioniert und auch 
in  anderen  iranischen  Dissidentengruppen  Einsitz  genommen.  Es  sei 
davon auszugehen, dass „E._______“ nach seiner Rückkehr  in den Iran 
den  Sicherheitskräften  des  Regimes  auch  über  die  Tätigkeiten  des 
Beschwerdeführers  berichtet  habe.  Im  Übrigen  machte  der 
Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter geltend, seine Flucht aus 
dem Iran sei unter Berücksichtigung seiner damaligen Mitgliedschaft bei 
den  D._______  nicht  nur  unter  dem  Aspekt  von  Art. 54  AsylG  zu 
würdigen. Sondern damit erfülle er ­ angesichts seines Bekanntheitsgrads 
und der damit für das iranische Regime verbundenen Blamage ­ auch die 
Voraussetzungen für die Anwendung von Art. 3 AsylG im Hinblick auf die 
Gewährung des Asyls.

H. 
Mit  Zwischenverfügung  vom 20.  Juli  2010 wurde  der Beschwerdeführer 
aufgefordert,  innert  sieben  Tagen  ab  Erhalt  der  Verfügung  die  Identität 
der als „E._______“ bezeichneten Person offenzulegen und in Bezug auf 
deren  Aktivitäten  zugunsten  der  C._______  sowie  hinsichtlich  der 
behaupteten  Spionagetätigkeit  allfällige  Beweismittel  einzureichen. 
Hinsichtlich  des  Antrags  auf  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, es werde zu 
einem  späteren  Zeitpunkt  darüber  befunden.  Ferner  wurde  der 

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Beschwerdeführer  aufgefordert,  innert  genannter  Frist  eine 
Fürsorgebestätigung einzureichen.

I. 
Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  28.  Juli  2010  teilte  der 
Beschwerdeführer mit,  bei  „E._______“  handle  es  sich  um  eine Person 
namens F._______ G._______. Des Weiteren reichte er als Beweismittel 
zwei  Zeitschriften  in  (mutmasslich)  persischer  Sprache  ein,  wobei  an 
einer  Textstelle  der  Name  des  Genannten  markiert  wurde,  an  anderer 
Stelle zwei Photographien.

J. 
Mit  Zwischenverfügung  vom 30.  Juli  2010 wurde  der Beschwerdeführer 
mit Frist bis zum 16. August 2010 aufgefordert, zu erklären,  in welchem 
Kontext  der  Name  der  genannten  Person  in  den  eingereichten 
Schriftstücken  erscheine  und  um  wen  es  sich  bei  den  markierten 
Personen auf den betreffenden Photographien handle. Zudem wurde der 
Beschwerdeführer  dazu  aufgefordert,  die  entsprechenden  Textstellen  in 
eine Amtssprache des Bundes übersetzen zu lassen. Schliesslich wurde 
der Beschwerdeführer  erneut  aufgefordert,  allfällige Beweismittel  für  die 
behauptete  Spionagetätigkeit  der  Person  namens  „E._______“ 
beziehungsweise F._______ G._______ einzureichen.

K. 
Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 10. August 2010 ersuchte der 
Beschwerdeführer um Fristerstreckung bis zum 26. August 2010. Diesem 
Antrag wurde mit Schreiben vom 11. August 2010 entsprochen.

L. 
Mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  25.  August  2010  teilte  der 
Beschwerdeführer mit,  die  Spionagetätigkeit  von  F._______ G._______ 
ergebe  sich  aus  dem Umstand,  dass  es  für  diesen  keinen  vernünftigen 
Grund gegeben habe,  in den  Iran zurückzukehren. Der Genannte sei  in 
der Schweiz in einem hängigen Asylverfahren gestanden. Dabei habe er 
in  vorderster  Reihe  an  verschiedenen  Demonstrationen  der  C._______ 
teilgenommen, Demonstrationen organisiert und als Redaktor der Zeitung 
der  C._______  und  Internetverantwortlicher  eine  wichtige  Stellung 
innegehabt. Dieses Engagement stehe in einem erheblichen Kontrast zur 
Rückkehr  in  den  Iran  ohne  erkennbaren  Anlass.  Weiter  teilte  der 
Beschwerdeführer  mit,  bei  der  auf  den  bezeichneten  Photographien 
abgebildeten  Person  handle  es  sich  um  F._______  G._______,  und 

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dessen  Name  erscheine  in  der  Zeitschrift  der  C._______  unter  den 
Redaktionsangaben.

M. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  23.  September  2010  wurde  das  Begehren 
um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  mangels 
Einreichung einer Fürsorgebestätigung abgewiesen. Zugleich wurde der 
Beschwerdeführer  unter  Androhung  des  Nichteintretens  auf  die 
Beschwerde  aufgefordert,  bis  zum  8.  Oktober  2010  einen 
Kostenvorschuss von Fr. 600.­­ zu leisten.

N. 
Mit  Einzahlung  vom  4.  Oktober  2010  wurde  der  verlangte 
Kostenvorschuss geleistet.

O. 
Mit Vernehmlassung vom 21. Oktober 2010 hielt das BFM vollumfänglich 
an  seinen  Erwägungen  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der 
Beschwerde.  Davon  wurde  dem  Beschwerdeführer  mit  Schreiben  vom 
21. Oktober 2010 Kenntnis gegeben.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Über 
Beschwerden gegen Verfügungen, die gestützt auf das AsylG durch das 
BFM  erlassen  worden  sind,  entscheidet  das  Bundesverwaltungsgericht 
grundsätzlich (mit Ausnahme von Verfahren betreffend Personen, gegen 
die  ein  Auslieferungsersuchen  des  Staates  vorliegt,  vor  welchem  sie 
Schutz suchen) endgültig  (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 31­33 VGG; Art. 83 
Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  [BGG, SR 
173.110]).

1.2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verlet­zung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Missbrauch  und 

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Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die 
Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
Der Beschwerdeführer ist legitimiert; auf seine frist­ und formgerecht ein­
gereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art.  105  und  108  Abs.  1  AsylG; 
Art. 37 VGG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

3. 
3.1.  Indem  der  Beschwerdeführer  sein  zweites  Asylgesuch  damit 
begründet  hat  beziehungsweise  im  Rahmen  des  vorliegenden 
Beschwerdeverfahrens vorbringt, er sei zum einen aufgrund seiner Flucht 
aus  dem  Iran,  zum  anderen  wegen  seiner  exilpolitischen  Betätigung  in 
der  Schweiz  im  Falle  einer  Rückkehr  in  seinen  Heimatstaat  von 
Verfolgung  bedroht,  macht  er  ausschliesslich  subjektive 
Nachfluchtgründe geltend. 

3.2.  Subjektive  Nachfluchtgründe  sind  dann  anzunehmen,  wenn  eine 
asylsuchende  Person  erst  durch  die  Flucht  aus  dem  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  oder  wegen  ihres  Verhaltens  nach  der  Ausreise  eine 
Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  zu  befürchten  hat.  Personen mit 
subjektiven  Nachfluchtgründen  erhalten  zwar  kein  Asyl,  werden  jedoch 
als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 
E. 7.1 sowie EMARK 2000 Nr. 16 E. 5a mit weiteren Hinweisen).

3.3.  Angesichts  der  soeben  erwähnten  Kriterien  subjektiver 
Nachfluchtgründe  ist  dem  Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  seine 
Flucht  aus  dem  Iran  sei  unter  Berücksichtigung  seiner  damaligen 
Mitgliedschaft bei den D._______ nicht nur unter dem Aspekt von Art. 54 
AsylG,  sondern  auch  im  Hinblick  auf  die  Gewährung  des  Asyls  zu 
würdigen,  offensichtlich  nicht  zu  folgen.  Vielmehr  ist  festzuhalten,  dass 
die  vom  Beschwerdeführer  behauptete  Konstellation,  wonach  seine 
Flucht  aus  dem  Iran  an  sich  einen  Grund  für  seine  Verfolgung  bilde, 
gerade einen Anwendungsfall von Art. 54 AsylG darstellt. 

3.4.  Der  mit  der  Beschwerde  gestellte  Antrag,  es  sei  dem 
Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  Asyl  zu  gewähren,  ist  somit  bereits 
unter diesem Gesichtspunkt abzuweisen.

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4. 
Es bleibt zu prüfen, ob aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers 
subjektive Nachfluchtgründe gegeben sind.

4.1. 
4.1.1.  Dabei  ist  zunächst  auf  die  Behauptung  einzugehen,  bereits  die 
Ausreise des Beschwerdeführers aus seinem Heimatstaat bilde Grund für 
eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG, da er als ehemaliges Mitglied 
einer  Elitegruppe  von  Ringkämpfern  ­  der  sogenannten  D._______  ­ 
durch das  iranische Regime als Landesverräter betrachtet werde. Es  ist 
festzuhalten,  dass  dieses  Vorbringen  erst  im  vorliegenden 
Beschwerdeverfahren,  das  sich  auf  das  zweite  Asylgesuch  des 
Beschwerdeführers bezieht, gemacht wurde. Vorbringen, die sich auf den 
Zeitraum  vor  dem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
18. September 2008 beziehen und insofern neue Tatsachen in Bezug auf 
einen  bereits  rechtskräftig  beurteilten  Sachverhalt  enthalten,  können 
jedoch  (allenfalls)  nur  unter  der  Voraussetzung  des  Vorliegens  von 
Revisionsgründen beachtlich sein. Indessen werden solche Gründe durch 
den  Beschwerdeführer  nicht  geltend  gemacht,  und  die  Vorbringen,  die 
sich  auf  die  Umstände  seiner  Ausreise  aus  dem  Iran  beziehen,  sind 
folglich im vorliegenden Verfahren nicht zu berücksichtigen. 

4.1.2.  Im  Sinne  einer  Ergänzung  ist  immerhin  zu  bemerken,  dass  der 
Beschwerdeführer  im  Rahmen  des  ersten,  am  3. Juli  2006  gestellten 
Asylgesuchs  anlässlich  der  durchgeführten  Befragungen  zwar  zu 
Protokoll gab, er sei Ringkämpfer in der ersten iranischen Liga gewesen. 
Indessen  machte  er  in  diesem  Zusammenhang  keineswegs  geltend, 
Mitglied  einer  besonderen  Elitegruppe  von  Ringkämpfern  gewesen  zu 
sein.  Sondern  er  führte  aus,  er  sei  in  einem  halbprofessionellen Verein 
aktiv gewesen, ohne von einer spezifischen Bedeutung dieses Vereins zu 
sprechen.  Aufgrund  eines  neuen  Gesetzes,  das  nur  Personen  zur 
Teilnahme  in  der  ersten  Liga  zugelassen  habe,  die  den  Militärdienst 
absolviert  hätten,  habe  er  in  der  Folge  Probleme  erhalten,  da  er  diese 
Voraussetzung  nicht  erfüllt  habe.  Die  im  vorliegenden 
Beschwerdeverfahren  gemachten  Vorbringen  sind  somit  auch  nicht  mit 
den  mündlichen  Aussagen  im  Rahmen  des  ersten  Asylverfahrens 
vereinbar. 

4.2. Mit  dem  Vorbringen,  der  Beschwerdeführer  habe  aufgrund  seines 
Engagements  zugunsten  der  C._______  eine  Verfolgung  durch  das 
iranische Regime zu befürchten, hat sich das Bundesverwaltungsgericht 

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bereits  mit  dem  Urteil  vom  18. September  2008  auseinandergesetzt. 
Dabei  kam  es  im Wesentlichen  zu  folgenden  Schlüssen  (a.a.O.,  E. 4.3 
ff.). 

4.2.1.  Zwar  sei  die  politische  Betätigung  für  staatsfeindliche 
Organisationen  im Ausland  im  Iran unter Strafe gestellt, und es seien  in 
der  Vergangenheit  auch  Personen  verurteilt  worden,  die  sich  unter 
anderem im Internet kritisch zum iranischen Staat geäussert hätten. Auch 
sei unbestritten, dass die  iranischen Behörden die politischen Aktivitäten 
ihrer  Staatsangehörigen  im  Ausland  überwachen  und  systematisch 
erfassen würden. Zugleich  sei  aber  auch davon auszugehen,  dass  sich 
die  iranischen  Geheimdienste  auf  die  Erfassung  von  Personen 
konzentrieren,  die  über  die  massentypischen  und  niedrigprofilierten 
Erscheinungsformen  exilpolitischer  Proteste  hinaus  Funktionen 
wahrgenommen  und/oder  Aktivitäten  entwickelt  haben,  welche  die 
jeweilige  Person  aus  der  Masse  der  mit  dem  Regime  Unzufriedener 
herausheben  und  als  ernsthaften  und  gefährlichen  Regimegegner 
erscheinen  lassen.  Somit  sei  die  Mitgliedschaft  in  einer  exilpolitischen 
Organisation,  die  Teilnahme  an  regimekritischen  Demonstrationen  und 
das hierbei übliche Tragen von Plakaten und Rufen von Parolen nicht für 
die  Einschätzung  einer  Verfolgungsgefahr  von  Bedeutung,  sondern 
Positionen, Form und Einfluss von Aktionen.

4.2.2. Den  vom Beschwerdeführer  eingereichten Beweismitteln  sei  zu 
entnehmen,  dass  er  seit  August  2006  Mitglied  der  C._______  sei. 
Weiter  sei  belegt,  dass  er  seither  an  zahlreichen  Kundgebungen  der 
genannten  Organisation  teilgenommen  habe.  Im  Presseorgan  der 
C._______ und  im Internet seien  immer wieder Bilder erschienen, auf 
welchen  er  gut  zu  erkennen  sei.  Zudem  habe  er  sich  in  einem 
gewissen  Ausmass  an  Veranstaltungen  exponiert.  Angesichts  eines 
entsprechenden Bestätigungsschreibens sei ferner davon auszugehen, 
dass  er  für  Neumitglieder  und  die  Sicherheit  im  Büro  der  C._______ 
zuständig sei.

4.2.3. Jedoch sei nicht davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 
bereits vor der Ausreise die Aufmerksamkeit der  iranischen Behörden 
auf sich gezogen habe. Vielmehr habe er ausgesagt, zum Militärdienst, 
den  er  offensichtlich  gerne  geleistet  hätte,  wegen  seiner 
gesundheitlichen Beschwerden nicht zugelassen worden zu sein. Auch 
habe  er  keinerlei  politische  Interessen  oder  gar  Aktivitäten  geltend 
gemacht.  Die  exilpolitische  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  in  der 

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Schweiz  hebe  sich  nicht  von  den  üblichen  Aktivitäten  einer  Vielzahl 
seiner  hiesigen  Landsleute  ab.  An  dieser  Einschätzung  ändere  auch 
nichts,  dass  der  Beschwerdeführer  innerhalb  der  C._______  eine 
gewisse Funktion ausübe, handle es sich dabei doch überwiegend um 
administrative Aufgaben ohne Bezug zur Öffentlichkeit. Auch sonst sei 
der Beschwerdeführer nie namentlich in der Öffentlichkeit aufgetreten. 
Es  sei  daher  nicht  davon  auszugehen,  dass  die  iranischen Behörden 
bezüglich  des  Beschwerdeführers  von  einer  Bedrohung  für  das 
Regime ausgehen würden. 

4.3.  Nachdem  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  dem  Urteil  vom 
18. September  2008  bereits  eingehend  auf  das  Engagement  des 
Beschwerdeführers  für  die C._______  eingegangen  ist,  vermag  sich  im 
vorliegenden  Verfahren  lediglich  die  Frage  zu  stellen,  ob  sich  die 
Situation des Beschwerdeführers seither verändert hat. 

4.3.1.  In  diesem  Zusammenhang  ist  zunächst  zu  erwähnen,  dass  der 
Beschwerdeführer mit  der Eingabe  an  das BFM  vom 30. Oktober  2008 
unter anderem geltend machte, er habe einen Artikel verfasst, der auf der 
Website  der  C._______  veröffentlicht  worden  sei.  In  Bezug  auf  dieses 
Vorbringen ist jedoch festzustellen, dass der betreffende Artikel ­ wie sich 
aus der  beim Bundesamt  eingereichten deutschen Übersetzung ergibt  ­ 
bereits  vom  Oktober  2007  datiert.  Auch  diesbezüglich  (vgl.  ausserdem 
zuvor, E. 4.1.1) ist festzuhalten, dass im Rahmen des zweiten Verfahrens 
vor  dem BFM wie  auch  im  vorliegenden Beschwerdeverfahren  lediglich 
jene  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  Verfahrensgegenstand  sein 
konnten  beziehungsweise  können,  die  sich  auf  den  Zeitraum  nach  der 
rechtskräftigen  Ablehnung  seines  ersten  Asylgesuchs  mit  Urteil  vom 
18. September 2008 richten. Soweit der Beschwerdeführer nunmehr eine 
Tatsache  mitsamt  entsprechendem  Beweismittel  vorbringt,  die  sich  auf 
den Zeitraum davor beziehen, hätte er diese ausschliesslich im Rahmen 
eines  Revisionsgesuchs  in  Bezug  auf  das  genannte  Urteil  geltend 
machen  können.  Nachdem  der  Beschwerdeführer  indessen  kein 
formelles  Revisionsgesuch  eingereicht  hat  (und  übrigens  auch  keinerlei 
konkrete Revisionsgründe genannt  hat),  ist  auf Vorbringen,  die  sich  auf 
den  Zeitraum  vor  dem  Urteil  vom  18. September  2008  beziehen,  nicht 
weiter einzugehen.

4.3.2.  Weiter  ist  festzustellen,  dass  sich  aus  der  Tätigkeit  des 
Beschwerdeführers  zugunsten der C._______,  soweit  den Zeitraum seit 
dem Urteil vom 18. September 2008 betreffend, nichts ableiten lässt, was 

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eine  veränderte  Einschätzung  des  damit  verbundenen 
Gefährdungspotentials  rechtfertigen  würde.  Die  Teilnahme  an  einer 
grösseren  Zahl  von  Demonstrationen,  die  Veröffentlichung  von 
entsprechenden  Photographien  im  Internet,  die  damit  verbundene 
niederschwellige  Exponiertheit  und  die  Übernahme  einer  gewissen 
logistischen  Verantwortung  innerhalb  der  C._______  wurden  allesamt 
bereits mit dem Urteil vom 18. September 2008 erwogen. Die seither ­ im 
September  2008  ­  dazugekommene Ernennung des Beschwerdeführers 
zum Verantwortlichen des Büros in Zürich erscheint nicht als Faktor, der 
den Grad seiner öffentlichen Exponiertheit entscheidend zu beeinflussen 
vermochte.  Vielmehr  ergibt  sich  aus  den  diesbezüglichen  Aussagen 
anlässlich  der  Anhörung  vom  10.  Mai  2010  (entsprechendes  Protokoll, 
S. 4),  dass  sich  auch  die  damit  verbundenen  Funktionen  in  rein 
organisatorischen Aufgaben  erschöpften  (Aufbewahrung  des Schlüssels 
des  Zürcher  Büros  der  C._______;  jeweils  an  Freitagen  Öffnung  des 
Büros;  Vorbereitung  des  Büros  anlässlich  der  monatlich  einmal 
stattfindenden  Sitzungen;  Versendung  von  SMS  zur  Einberufung  der 
Sitzungen;  Mitarbeit  beim  internen  Sicherheitsdienst  bei 
Demonstrationen,  indessen  nicht  in  verantwortlicher  Position).  Eine 
Zugehörigkeit  zum  Führungszirkel  der  C._______,  wie  im 
Beschwerdeverfahren  behauptet,  lässt  sich  aus  diesen  Aufgaben 
offensichtlich nicht ableiten. 

4.3.3.  Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens hat der Beschwerdeführer 
ausserdem  geltend  gemacht,  der  ehemalige  Verantwortliche  für  den 
Internetauftritt  der  C._______  namens  „E._______“  beziehungsweise 
F._______  G._______  sei  ohne  erkennbaren  Anlass  in  den  Iran 
zurückgekehrt,  was  zum  Schluss  führe,  dieser  habe  die  Mitglieder  der 
C._______  ausspioniert  und  den  iranischen  Sicherheitskräften  unter 
anderem  über  das  exilpolitische  Engagement  des  Beschwerdeführers 
Bericht  erstattet.  Diesbezüglich  ist  zunächst  festzustellen,  dass  eine 
Person  dieses  Namens  in  der  Schweiz  tatsächlich  ein  Asylverfahren 
durchlief  und  Partei  eines  entsprechenden  Beschwerdeverfahrens  vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht  war.  Das  betreffende 
Beschwerdeverfahren wurde durch den Genannten im April 2010 mit der 
Begründung  zurückgezogen,  seine Mutter  sei  schwer  erkrankt, weshalb 
er freiwillig in den Iran zurückzukehren gedenke. Aus diesen Umständen 
lässt  sich  noch  nichts  gegen  den Wahrheitsgehalt  des Vorbringens  des 
Beschwerdeführers  ableiten.  Indessen  hat  der  Beschwerdeführer 
seinerseits auch keine Argumente oder gar Beweismittel vorgebracht, die 
es als überwiegend wahrscheinlich erscheinen  liessen, sein Verdacht  in 

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Bezug auf die genannte Person treffe zu. Zu bemerken ist dabei, dass die 
Rückkehr  in  den  Iran  aus  dem  vom  Genannten  angegebenen  Grund 
durchaus  auch  den  (mit  den  Einschätzungen  des 
Bundesverwaltungsgerichts  in  Bezug  auf  die  exilpolitische  Tätigkeit  des 
Beschwerdeführers in Übereinstimmung stehenden) Schluss zulässt, das 
fragliche  Engagement  zugunsten  der  C._______  führe  nicht  zu  einer 
asylrechtlich  relevanten  Gefährdung.  Indessen  erübrigt  es  sich,  eine 
abschliessende Einschätzung zu den Vorbringen des Beschwerdeführers 
in  Bezug  auf  „E._______“  beziehungsweise  F._______  G._______  zu 
treffen. Festzustellen ist nämlich, dass auch ein iranischer Spion über den 
Beschwerdeführer  lediglich  zu  berichten  hätte,  was  durch  diesen 
gegenüber den schweizerischen Behörden geltend gemacht wurde. Wie 
sich  sowohl  mit  dem  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
18. September  2008  als  auch  im  vorliegenden  Verfahren  erwiesen  hat, 
sind  diese  Vorbringen  nicht  geeignet,  eine  Gefährdung  des 
Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 i.V.m. Art. 54 AsylG glaubhaft zu 
machen.  Insofern  wäre  auch  die  Annahme  einer  allfälligen 
Spionagetätigkeit  von  „E._______“  beziehungsweise  F._______ 
G._______  in  Bezug  auf  den  Beschwerdeführer  nicht  von 
entscheidwesentlicher Bedeutung.

4.3.4.  Schliesslich  ist  ergänzend  festzustellen,  dass  der 
Beschwerdeführer  keinerlei  aktenkundige  politische  Aktivitäten  mehr  zu 
verzeichnen  hat,  seit  er  seine  Tätigkeit  zugunsten  der  C._______  etwa 
anfangs des Jahres 2010 aufgab. 

4.4.  Aus  dem  Gesagten  ergibt  sich,  dass  keine  ausreichenden 
Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Beschwerdeführer aufgrund der 
Beteiligung  an  exilpolitischen  Aktivitäten  einer  spezifischen  Gefährdung 
im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  in  seinem Heimatstaat  Iran  ausgesetzt  sein 
könnte.  Das  BFM  hat  somit  das  Gesuch  um  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft  wegen  subjektiver  Nachfluchtgründe  zu  Recht 
abgelehnt.

5. 
5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

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5.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. auch EMARK 2001 Nr. 21).

6. 
6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

6.2. 
6.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  in  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner 
Form zur Ausreise  in  ein  Land gezwungen werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr 
Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG 
gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches 
Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33 
Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der 
Flüchtlinge  [FK,  SR  0.142.30]).  Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der 
Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 
1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 
gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende 
Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder 
unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 
werden.

6.2.2. Der Vollzug der Wegweisung durch Rückschaffung  in den  Iran  ist 
unter  dem  Aspekt  von  Art.  5  AsylG  rechtmässig,  weil  der 
Beschwerdeführer  – wie  zuvor  dargelegt  und überdies  bereits mit Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  18. September  2008  festgestellt – 
dort  keinen Nachteilen  im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt wäre. Aus 
den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  ergeben  sich  ausserdem  auch 
keine konkreten und gewichtigen Anhaltspunkte für die Annahme, dass er 
im  Falle  einer  Ausschaffung  in  den  Iran  mit  beachtlicher 

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Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 16  S. 122,  2001 
Nr. 17  S. 130 f.;  aus  der  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofs  für 
Menschenrechte etwa die Urteile i.S. Bensaid, Rep. 2001­I, S. 303, sowie 
i.S.  Saadi  vom  28. Februar  2008  [Grosse  Kammer],  Beschwerde 
Nr. 37201/06,  Para.  124  ff.,  jeweils mit  weiteren Hinweisen).  Die  in  der 
Beschwerdeschrift  bezüglich  der  allgemeinen  politischen  Lage  im  Iran 
und  im  Irak  (sic)  gemachten  Vorbringen  vermögen  an  dieser 
Einschätzung  der  individuellen  Situation  des  Beschwerdeführers 
offensichtlich  nichts  zu  ändern.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  ist  somit 
sowohl  im  Sinne  der  asylgesetzlichen  als  auch  der  völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

6.3. 
6.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83  Abs. 7  AuG  –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl. 
Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
vom 8. März 2002, BBl 2002 3818).

6.3.2. Mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. September 
2008  wurde  auch  unter  dem  Gesichtspunkt  der  Zumutbarkeit  ­  unter 
Hinweis  auf  die  Ausbildung,  die  Berufserfahrung  und  das  familiäre 
Beziehungsnetz des Beschwerdeführers ­ bereits festgestellt, dass keine 
Vollzugshindernisse  vorliegen.  Es  liegen  keinerlei  Erkenntnisse  vor,  die 
an  dieser  Einschätzung  zum  heutigen  Zeitpunkt  etwas  zu  ändern 
vermögen,  zumal  weder  im  vorinstanzlichen  Verfahren  noch  im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren konkrete Vorbringen in Bezug auf die 
Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  gemacht  wurden.  Der  Vollzug 
der Wegweisung ist somit auch als zumutbar zu bezeichnen.

6.4.  Schliesslich  ist  festzustellen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung 
mangels aktenkundiger objektiver Hindernisse auch möglich im Sinne von 
Art. 83 Abs. 2 AuG ist. 

6.5. Die  durch  die  Vorinstanz  verfügte Wegweisung  und  deren  Vollzug 
stehen  somit  in  Übereinstimmung  mit  den  zu  beachtenden 
Bestimmungen  und  sind  zu  bestätigen.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine 

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Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1­4 
AuG).

7. 
Aus  den  angestellten  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene 
Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt 
richtig und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die 
Beschwerde ist folglich abzuweisen.

8. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind dessen Kosten dem Beschwer­
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Die Kosten sind auf 
Fr. 600.­­  festzusetzen  (Art. 1­3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]  i.V.m.  Art.  16  Abs.  1 
Bst. a VGG). Des Weiteren sind die Verfahrenskosten mit dem in gleicher 
Höhe geleisteten Kos­tenvorschuss zu verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Kosten  des  Verfahrens  in  der  Höhe  von  Fr.  600.­­  werden  dem 
Beschwerdeführer  auferlegt  und  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Bendicht Tellenbach Martin Scheyli

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