# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ac6421b-a7fa-57cf-92b6-8d57df0dd861
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-16
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 16.09.2020 S 2019 120
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2019-120_2020-09-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiber: MLaw Patrick Trütsch

U R T E I L  vom 16. September 2020 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RAin MLaw B.________,

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung
(Leistungen)

S 2019 120

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Urteil S 2019 120

A. Die 1962 geborene A.________ meldete sich erstmals am 18. April 2010 unter 
Hinweis auf Depressionen und ein chronisches Schmerzleiden zur Früherfassung an (IV-
act. 1). Mit Anmeldeformular vom 8. Mai 2010 ersuchte sie sodann um Leistungen der 
Invalidenversicherung (IV-act. 3). Die IV-Stelle Zug tätigte in der Folge medizinische und 
erwerbliche Abklärungen. Da die Versicherte zur Beurteilung der Leistungspflicht zuvor 
eine mindestens sechsmonatige Alkoholabstinenz einzuhalten hatte (IV-act. 17), sie aber 
einer Untersuchung des Kopfhaares nicht zustimmte (IV-act. 30), wurde ihr mit 
Vorbescheid vom 20. Juli 2011 die Ablehnung des Leistungsgesuchs in Aussicht gestellt 
(IV-act. 33). Die dagegen erhobene Einsprache wies die IV-Stelle mit unangefochten 
gebliebener Verfügung vom 9. Dezember 2011 ab (IV-act. 41).

Am 25. November 2016 meldete sich A.________ erneut unter Verweis auf Depressionen 
und chronische Schmerzen (Rheuma) bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen an (IV-
act. 42). Die Verwaltung holte diverse Arztberichte sowie erwerbliche Angaben ein und 
zog die Akten des Krankentaggeldversicherers bei, unter anderem auch das 
psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, vom 21. August 2017 (IV-act. 78/5–18). Mit Mitteilung vom 9. Juni 2017 
wurden A.________ berufliche Eingliederungsmassnahmen in Form von 
Arbeitsvermittlung und Abklärung der beruflichen Eingliederungsmöglichkeiten 
zugesprochen (IV-act. 68), die indessen am 11. resp. 12. Dezember 2017 erfolglos 
abgeschlossen wurden (IV-act. 80/9–10). Mit Vorbescheid vom 9. Mai 2018 stellte die 
Verwaltung die erneute Abweisung des Leistungsgesuchs mangels eines dauerhaften 
invalidisierenden Gesundheitsschadens in Aussicht (IV-act. 84). Die dagegen erhobene 
Einsprache (IV-act. 85/2) wies die Verwaltung mit Verfügung vom 19. Juli 2019 ab (IV-
act. 95).

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde liess A.________ beantragen, in Aufhebung 
der Verfügung vom 19. Juli 2019 sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihr die gesetzlichen 
Leistungen gemäss IVG (Rente und/oder berufliche Massnahmen) zu gewähren. Sie sei 
durch das Gericht medizinisch begutachten zu lassen. Eventualiter sei die Sache zwecks 
Einholung eines Gutachtens und anschliessender Entscheidung über den 
Leistungsanspruch an die IV-Stelle zurückzuweisen. Im Weiteren ersuchte A.________ 
um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung und Rechtsverbeiständung (act. 1).

C. Mit Verfügung vom 18. September 2019 bewilligte der Vorsitzende der 
sozialversicherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch der 

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Urteil S 2019 120

Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und stellte ihr für das Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht in der Person von Rechtsanwältin MLaw B.________ eine 
unentgeltliche Rechtsbeiständin bei (act. 2).

D. Die IV-Stelle schloss vernehmlassend auf Abweisung der Beschwerde (act. 5).

E. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren 
jeweiligen Anträgen fest (act. 7 und 9).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] in Verbindung mit § 77 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1] und § 12 des Einführungsgesetzes 
zu den Bundesgesetzen über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die 
Invalidenversicherung [BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts 
des Kantons Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über 
die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – fraglos 
gegeben. Die IV-Stelle erliess die strittige Verfügung am 19. Juli 2019; diese ging 
frühestens am Folgetag bei der Beschwerdeführerin ein. In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 
lit. a IVG ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht 
einzureichen. Die Beschwerdeschrift wurde am 16. September 2019 der Post übergeben 
und ging am darauffolgenden Tag beim Verwaltungsgericht ein. Die gemäss Art. 60 Abs. 1 
ATSG vorgesehene 30-tägige Beschwerdefrist wurde somit unter Berücksichtigung des 
Fristenstillstandes gemäss Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG – Fristenstillstand vom 15. Juli bis 
und mit dem 15. August – gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen 
Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält 
sodann Antrag und Begründung. Damit ist den formellen Anforderungen Genüge getan, 
weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem 
Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; 
BGS 162.11).

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2. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen Verfügung (in casu: 
19. Juli 2019) eingetretenen Sachverhalt ab (vgl. auch BGE 121 V 362 E. 1b). Dabei sind 
in zeitlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des 
zu Rechtsfolgen führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 130 V 445 E. 1.2.1).

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 
durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c).

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

3.3 Wurde eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, wird 
eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn die gesuchstellende Person glaubhaft macht, 
dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert 
hat (Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV). Tritt die IV-Stelle auf die Neuanmeldung ein, hat sie 
abzuklären, ob eine solche (glaubhaft gemachte; vgl. dazu Urteil BGer 9C_367/2016 vom 
10. August 2016 E. 2.2) Veränderung tatsächlich eingetreten ist. Verneinendenfalls weist 

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sie das Rentengesuch ab (BGE 117 V 198 E. 3a). Die Frage, ob eine erhebliche 
Tatsachenänderung im Sinne von Art. 87 Abs. 2 IVV eingetreten ist, beurteilt sich durch 
Vergleich der Verhältnisse im Zeitpunkt der Neuanmeldung mit denjenigen bei Erlass der 
letzten, auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Ermittlung des Invaliditätsgrades 
beruhenden Verfügung (Urteil BGer 9C_451/2018 vom 6. November 2018 E. 3).

Im Rahmen einer Neuanmeldung sind die Revisionsregeln analog anwendbar. Ändert sich 
der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen 
oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Anspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente bei 
einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes revidierbar. Hingegen ist die 
lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen 
Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil 
BGer 9C_496/2018 vom 21. November 2018 E. 4.1).

3.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im 
Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls 
auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der 
Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in 
welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig 
ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung 
der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 
140 V 193 E. 3.1 und 3.2, 132 V 93 E. 4).

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts oder eines Gutachtens kommt es 
entscheidend darauf an, ob die betreffenden Angaben für die streitigen Belange 
umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen beruhen, auch die geklagten 
Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 
sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sowie der medizinischen 
Situation einleuchten und ob die Schlussfolgerungen der Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).

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4. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung auf das psychiatrische 
Gutachten von Dr. C.________ vom 21. August 2017 und die Stellungnahme des 
Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 23. Januar 2018. Der Sachverständige 
diagnostizierte einen Zustand nach Anpassungsstörung im Sinne einer depressiven 
Reaktion und attestierte in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Miterzieherin ab Mai 2017 
eine 50%ige und ab August 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Eine seither eingetretene 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes verneinte die Verwaltung mit der 
Begründung, die behandelnden Ärzte hätten einen stationären Gesundheitszustand 
bestätigt. Zudem gehe aus den Berichten hervor, dass die Beschwerdeführerin unter 
psychosomatischen Beschwerden leide und bei psychosozialen Belastungen zu 
depressiven Symptomen neigen würde. Einer depressiven Störung komme indessen kein 
invalidisierender Charakter zu, wenn die Problematik vorwiegend durch psychosoziale 
Belastungsfaktoren unterhalten werde (IV-act. 95/2). 

5. Es ist demnach der Frage nachzugehen, ob sich die gesundheitlichen 
Verhältnisse seit der leistungsabweisenden Verfügung vom 9. Dezember 2011 (IV-act. 41) 
in rentenerheblicher Weise geändert hat.

Die Beschwerdeführerin rügt hierbei eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes 
aufgrund ungenügender medizinischer Abklärungen. Die Arbeitsfähigkeit in angestammter 
wie auch in angepasster Tätigkeit sei nicht gehörig abgeklärt worden. An der Beurteilung 
der RAD-Ärzte und des Gutachters Dr. C.________ bestünden zumindest geringe Zweifel. 
Das strukturierte Beweisverfahren sei in der Expertise nicht lege artis vorgenommen 
worden. Insbesondere seien die Indikatoren nicht nach dem vorgegebenen Raster geprüft 
worden. Es erlaube keine Beurteilung der invalidenversicherungsrechtlich erheblichen 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit anhand der den Schweregrad betreffenden 
Indikatoren. Insbesondere mangle es an einer Auseinandersetzung mit der von Dr. med. 
D.________, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Allgemeine 
Innere Medizin, mehrfach bestätigten chronifizierten Schmerzsymptomatik, welche sich 
trotz Teilnahme am ambulanten Schmerzprogramm nicht gebessert habe. Sodann werde 
aktenwidrig ausgeführt, die wiederkehrenden depressiven Phasen hätten die Versicherte 
bisher nicht zur Arbeitsaufgabe gezwungen. Es fehle auch eine umfassende Beurteilung 
des Behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdrucks und 
damit der Konsistenz. Die RAD-Ärzte wie auch der Experte gingen von einer 
Arbeitsfähigkeit in sämtlichen Tätigkeiten aus. Bereits der Umstand, dass in der 
Vereinbarung Arbeitsvermittlung lediglich von einer "den gesundheitlichen 

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Einschränkungen angepassten Tätigkeit" die Rede sei, lasse zumindest geringe Zweifel 
an einer 100%igen Arbeitsfähigkeit auch in angestammter Tätigkeit aufkommen. Solche 
kämen auch auf aus dem Bericht von Dr. D.________ vom 17. bzw. 18. Mai 2017, worin 
die Wiederaufnahme der ursprünglichen beruflichen Tätigkeit aufgrund der zu hohen 
Anforderungen an die psychische Symptomatik als eher unwahrscheinlich eingeschätzt 
worden sei. Die Arbeitsfähigkeit sei insgesamt ungenügend abgeklärt. Es sei deshalb 
mittels Gutachten das noch zumutbare Belastungsprofil gemäss den Leitlinien der 
Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) genügend zu 
diskutieren bzw. zu beschreiben. Weitere Abklärungen seien im Übrigen auch aufgrund 
des Verlaufs nach der Begutachtung durch Dr. C.________ im Jahr 2017 unerlässlich. 
Seither sei eine Verschlechterung eingetreten, was aus dem Bericht von Dr. D.________ 
vom 6. Mai 2019 hervorgehe. Die Schwere des Leidens habe sich verändert. Es könne 
nicht davon ausgegangen werden, dass mit einer Entlastung hinsichtlich der persönlichen 
Umstände die Symptome der Versicherten dahinfielen. Denn obschon sich das von 
Dr. C.________ angeführte, belastete Ereignis (Probleme am Arbeitsplatz) nun erledigt 
habe, leide sie weiterhin an der psychischen Gesundheitsbeeinträchtigung. Es bedürfe 
einer aktuellen ärztlichen Befassung. Lediglich ein Abstellen auf Aktenberichte ohne 
eigene Untersuchung wäre dann zulässig, wenn sich aus den vorhandenen medizinischen 
Berichten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen 
Gesundheitszustand ergebe und die Angaben unbestritten seien. Es sei auch zu klären, 
ob und inwieweit aktuell psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zu einer eigentlichen 
Beeinträchtigung der psychischen Integrität führten, indem sie einen verselbständigten 
Gesundheitsschaden aufrechterhielten oder den Wirkungsgrad seiner Folgen 
verschlimmerten und damit sich invaliditätsbegründend auswirkten. Auch sei abzuklären, 
ob nach wie vor ein Abhängigkeitssyndrom bestehe und wie sich dieses auswirke (act. 1 
Ziff. 34–43).

5.1 Das erstmalige Leistungsgesuch der Beschwerdeführerin wurde mit der 
Begründung abgewiesen, die Beschwerdeführerin hätte vor Einleitung beruflicher 
Massnahmen zunächst eine sechsmonatige Alkoholabstinenz vorweisen müssen. Die 
letzten beiden Blutkontrollen vom 4. April und 4. Mai 2011 hätten dies aber nicht belegen 
können, weshalb der Beobachtungszeitraum um drei Monate hätte verlängert werden 
sollen und anschliessend eine Kopfhaaranalyse geplant gewesen sei. Diesem Untersuch 
habe sie sich aber nicht unterziehen wollen. Da sie sich auch unter Hinweis auf die 
Säumnisfolgen weiterhin geweigert habe, obschon die Untersuchung zumutbar gewesen 
wäre, hätten keine berufliche Massnahmen eingeleitet werden können. Es werde daran 

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festgehalten, dass körperlich bis zu mittelschwere Tätigkeiten, wechselbelastend, anfangs 
in einem Pensum von sechs Stunden, nach kurzer Eingewöhnungsphase (zwei Monate) 
wieder in einem vollen Pensum möglich wären. Dies gelte für die somatische Problematik. 
Hinsichtlich einer allfälligen psychischen Problematik müsse aufgrund der Verletzung der 
Mitwirkungspflicht anhand der Akten davon ausgegangen werden, dass allfällige weitere 
Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit Folge des Alkoholabusus seien, was indes im 
rechtlichen Sinne keine Invalidität zu begründen vermöge (IV-act. 41/2–3).

5.2
5.2.1 Die Beschwerdeführerin wurde im Auftrag des Krankentaggeldversicherers von 
Dr. C.________ begutachtet. Dieser stellte in seiner Expertise vom 21. August 2017 die 
Diagnose Zustand nach Anpassungsstörung im Sinne einer depressiven Reaktion, da 
sowohl die behandelnden Fachärzte wie auch der behandelnde Internist immer wieder die 
psychosoziale Belastungssituation in den Vordergrund gerückt hätten. Der 
Sachverständige erläuterte, aufgrund der Angaben der Versicherten selbst und der 
vorliegenden Akten erhelle unschwer, dass nicht nur ein zeitlicher, sondern auch ein 
kausaler Zusammenhang zwischen den Verhältnissen am Arbeitsplatz in den letzten 
Wochen vor der Arbeitsniederlegung durch die Versicherte am 6. Juli 2016 und ihrer 
depressiven Symptomatik bestanden habe. Mit zunehmender zeitlicher Distanzierung und 
anscheinend fachgerechter Behandlung sowohl durch die Dienste E.________ als auch 
der Klinik F.________ in G.________ habe sich der Zustand soweit verbessert, dass ab 
Mai 2017 lediglich noch von einer leichten depressiven Symptomatik ausgegangen 
werden könne (IV-act. 78/15). Im Weiteren erklärte Dr. C.________, bei 
Anpassungsstörungen handle es sich um Zustände von subjektiven Leiden und 
emotionaler Beeinträchtigung, welche während des Anpassungsprozesses nach einer 
entscheidenden Lebensveränderung oder nach einem belastenden Lebensereignis (z.B. 
Mobbing, Kündigung, Wunsch des Partners nach Scheidung) auftreten könnten. Die 
individuelle Disposition und Vulnerabilität spielten hier eine grössere Rolle als bei anderen 
Krankheitsbildern, was sich vorliegend darin zeige, dass die Versicherte seit 2000 immer 
wieder depressive Phasen gehabt habe, welche sie jedoch nicht zur Arbeitsaufgabe 
gezwungen hätten. Die Diagnose hänge zudem von Art, Inhalt und Schwere der 
Symptome und dem zeitnahen Auftreten nach einem belasteten Ereignis oder einer 
Lebenskrise ab. Die Anzeichen seien unterschiedlich und umfassten in der Regel eine 
depressive Verstimmung, Angst und Besorgnis sowie auch einmal ein Gefühl unmöglich 
zurecht zu kommen und könnten auch zur Einschränkung der Bewältigung der alltäglichen 
Routine führen. Jedoch sei keines der Symptome in diesen Fällen schwer genug oder an 

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sich so markant, dass dies eine spezifischere Diagnose wie z.B. diejenige einer leichten 
depressiven Episode oder einer Angsterkrankung rechtfertigen würde. Diese 
diagnostische Trennung sei eher scharf. Rein aufgrund der Symptomatik und ohne 
Berücksichtigung der Ätiologie, könne man dabei durchaus auch einmal eine mittelgradige 
depressive Episode diagnostizieren, da viele depressive Reaktionen von der Schwere der 
Symptomatik her zu Beginn als echte Depressionen imponieren könnten. Ein weiteres 
wichtiges Argument für die Diagnose einer Anpassungsstörung, also einer gerade auch 
aktuell allerhöchstens leichten psychischen Störung resp. einer Befindlichkeitsstörung, sei 
auch die seit Anbeginn tiefe Dosierung des Antidepressivums Trittico, welches in dieser 
Dosierung lediglich das Einschlafen erleichtere und den Schlaf verbessere. Eine 
antidepressive Wirkung sei damit kaum zu erwarten. Die Dosis sei nie gesteigert und ein 
Wechsel des Präparats nie ein Thema geworden. Dies könne man sich nur so erklären, 
dass dies anscheinend nicht nötig gewesen wäre und sei, es sich also um einen guten 
Verlauf der Besserung handle, gerade wenn man sich vor Augen führe, was wirklich 
depressive Patienten alles in Kauf nähmen, um von den quälenden Symptomen ihrer 
Depression befreit zu werden. Nun sei aber bei der Bemessung der Arbeitsfähigkeit die 
Diagnostik von eher sekundärer Bedeutung. Viel wichtiger sei die Beeinträchtigung 
alltäglicher Funktionen, aus welcher dann allenfalls eine Herabminderung der 
Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden könne. Im Sinne der ICF könne sich die Explorandin an 
Regeln und Routinen anpassen, sie könne Termine (Psychotherapie, Reise nach Zürich 
zur Begutachtung) verabredungsgemäss wahrnehmen und die täglichen Routineabläufe 
des Alltags einhalten. Sie sei auch fähig, Aufgaben zu planen und zu strukturieren, bei 
ausreichender Flexibilität und Umstellfähigkeit, wie sie auch ihr Beruf verlange. Sie könnte 
mittlerweile wieder ihre fachlichen Kompetenzen (Kinderbetreuung etc.) anwenden, 
besonders unter der Voraussetzung eines verständnisvollen und wohlwollenden 
Arbeitsumfeldes, wenngleich sie evtl. noch schneller ermüde. Aus psychiatrischer Sicht 
seien ihre Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit nicht beeinträchtigt. Ihre 
Durchhaltefähigkeit, also die Fähigkeit hinreichend ausdauernd an einer Aufgabe zu 
bleiben und ein durchgehendes Leistungsniveau aufrechtzuerhalten, dürfte ebenfalls noch 
sehr leicht beeinträchtigt sein. Im Beruf einer Miterzieherin gebe es aber immer wieder 
Gelegenheiten, eine Pause einzulegen. Wegen der aktuell nicht oder kaum mehr 
vorhandenen depressiven Symptomatik sei auch die Selbstbehauptungsfähigkeit kaum 
noch vermindert und es fänden sich auch keine Argumente gegen ihre Fähigkeit, sich in 
empathische und wohlwollende Gruppen einzufügen oder familiäre Beziehungen zu 
pflegen. Sie sei auch fähig zu spontanen Aktivitäten (Spazieren gehen, Freunde treffen). 
Sie sei uneingeschränkt fähig zur Selbstfürsorge und -pflege, d.h. sie könne sich waschen, 

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die Zähne putzen und die Kleidung jahreszeitlich passend auswählen sowie essen und 
trinken. Schliesslich sei sie auch verkehrsfähig, d.h. in der Lage, jeweils zur Verfügung 
stehende Transportmittel zu benutzen und damit jeden verkehrsüblichen Platz 
aufzusuchen. Für ihre angestammte Tätigkeit einer Miterzieherin und für sämtliche 
zumutbaren Verweistätigkeiten bestehe somit bei voller Ausnutzung des gutachtlichen 
Ermessensspielraumes spätestens seit Mitte Mai 2017 eine hälftige und ab August 2017 
eine vollschichtige bzw. 100%ige Arbeitsfähigkeit, was umso mehr gelte, als dass die 
Versicherte nur zu 50 % gearbeitet habe (IV-act. 78/15–17).

5.2.2 Der RAD-Arzt H.________, Facharzt für Allgemeinmedizin, würdigte das 
Gutachten von Dr. C.________ am 23. Januar 2018 dahingehend, dass es sich um eine 
umfassende und abschliessende Beurteilung des Gesundheitszustandes und der 
beruflichen Leistungsfähigkeit handle, auf welche abgestellt werden könne. Von einem 
invalidenversicherungsrechtlich relevanten Gesundheitsschaden könne nicht gesprochen 
werden (IV-act. 83).

5.2.3 Auf Einwand der Versicherten hin holte die Verwaltung einen Verlaufsbericht der 
behandelnden Psychiaterin Dr. med. I.________, Oberärztin E.________, vom 6. Mai 
2019 ein. Darin gab sie einen stationären Gesundheitszustand an. Bezüglich des Verlaufs 
ist dem Bericht zu entnehmen, dass sich die Beschwerdeführerin ab August/September 
2017 durch das Angebot einer Wiedereingliederung zu 50 % völlig überfordert, wütend, 
verunsichert und ängstlich gezeigt habe. Ein Gespräch sei schwierig gewesen, da sie sich 
eher gekränkt und beleidigt gezeigt und sich von der IV-Stelle mit diesem Angebot 
vollständig überfordert gefühlt habe. Im Verlauf des Dezember 2017 sei ihre Mutter 
verstorben. Ab November 2017 habe sie geklagt, keine Taggeldzahlungen mehr erhalten 
zu haben. Im Verlauf des Frühjahrs 2018 habe sich die Versicherte im März gemeldet. Zu 
diesem Zeitpunkt sei sie beim RAV gewesen, habe Bewerbungen geschrieben, jedoch 
keine Arbeit gefunden. Sie habe sich vorstellen können, wieder ca. 30–50 % zu arbeiten. 
Danach sei sie erst wieder im Dezember 2018 vorstellig geworden. Sie leide immer wieder 
an Hochs und Tiefs, fühle sich schnell überfordert und habe Mühe gehabt, sich 
einzugestehen, wenn sie etwas belaste. Die Arbeitslosigkeit sei weiterhin bestehend, 
insgesamt habe sich an der psychosozialen Situation nichts verändert, was die 
Versicherte weiterhin belaste. Die Arbeitsfähigkeit wurde von Dr. I.________ auf 30–50 % 
geschätzt. Eine Wiedereingliederung sei am Überforderungsgefühl der 
Beschwerdeführerin gescheitert (IV-act. 91).

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5.2.4 Mit Verlaufsbericht vom 9. Mai 2019 erklärte Dr. D.________, der 
Gesundheitszustand sei stationär. Es bestehe nach wie vor eine mindestens seit 2009 
chronifizierte Schmerzsymptomatik, welche sich trotz damaliger Teilnahme am 
ambulanten Schmerzprogramm der Klinik J.________ nicht habe signifikant bessern 
lassen. Seither werde die Versicherte weiterhin ambulant in ca. drei- bis vierwöchentlichen 
Abständen zwecks medizinischer Kontrolle betreut. Ferner liege eine rezidivierende 
depressive Störung bei multifaktorieller psychosozialer Belastung mit Entwicklung eines 
Erschöpfungssyndroms im Sinne einer Burnout-Symptomatik vor. Ferner sei eine 
anhaltende somatoforme Schmerzstörung vor einigen Jahren diagnostiziert worden. Im 
Verlauf zeige sich ein schwankender Beschwerdeverlauf mit intermittierenden und 
rezidivierenden Aggravationen der Burnout-Symptomatik, die sich dann mit Phasen 
relativer Beschwerdebesserung abwechselten. Aktuell sei es durch die multiplen 
psychosozialen Belastungsfaktoren zu einer erneuten Beschwerdeverschlechterung seit 
Anfang April 2019 gekommen, sodass erneut eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 
30. Juni 2019 habe attestiert werden müssen (IV-act. 92).

5.2.5 Zu diesen Berichten äusserte sich zunächst RAD-Arzt Dr. med. K.________, 
Facharzt für Innere Medizin und Arbeitsmedizin, am 27. Juni 2019. Er verwies auf die 
vorgängige Stellungnahme von RAD-Arzt H.________ vom Januar 2018 und führte aus, 
es würden aktuell keine neuen Aspekte vorgetragen. Es scheine weiterhin die depressive 
Anpassungsstörung bei multifaktorieller psychosozialer Belastung im Vordergrund zu 
stehen. Für den nichtfachpsychiatrischen Unterzeichner ergäben sich keine Anhaltspunkte 
für eine massgebliche Veränderung des bekannten Krankheitsgeschehens (IV-act. 93).

Sodann nahm auch RAD-Arzt L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
am 11. Juli 2019 Stellung. Er hielt fest, sowohl die behandelnde Psychiaterin als auch der 
langjährig behandelnde Psychosomatiker beschrieben einen unveränderten 
Gesundheitszustand seit 2017 bzw. seit 2009. Die Versicherte leide unter 
psychosomatischen Beschwerden (Schmerzen) und neige bei psychosozialen 
Belastungen zu depressiven Symptomen. Der Gutachter Dr. C.________ habe in seiner 
Expertise aus dem Kalenderjahr 2017 die Problematik der Versicherten als Zustand nach 
Anpassungsstörung im Sinne einer depressiven Reaktion beurteilt und letztendlich eine 
volle Arbeitsfähigkeit seit August 2018 [recte: 2017] attestiert. Den neu vorgelegten 
Verlaufsberichten sei keine gravierende Veränderung des Gesundheitszustandes zu 
entnehmen. Es handle sich nach wie vor um eine andere Beurteilung des gleichen und 

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unveränderten Gesundheitsschadens, der lediglich von den Therapeuten gegenüber dem 
therapiefernen Begutachter anders beurteilt werde (IV-act. 94).

5.3
5.3.1 Die Expertise von Dr. C.________ vom 21. August 2017 erfüllt die von der 
Rechtsprechung aufgestellten Anforderungen an eine beweiswertige Grundlage (vgl. E. 
3.4 hiervor). Sie ist für die vorliegenden Belange umfassend. Der Sachverständige hat 
eine eigene Befunderhebung vorgenommen, bei welcher auch die von der Versicherten 
geklagten Beschwerden berücksichtigt wurden. Er hatte zudem Kenntnis sämtlicher 
relevanter Vorakten. Die Beurteilung und Schlussfolgerungen von Dr. C.________ sind 
sorgfältig begründet und leuchten in ihrer Gesamtheit ein. Ebenfalls ist seine Einschätzung 
der Arbeitsfähigkeit vollends nachvollziehbar. Auf das psychiatrische Fachgutachten kann 
somit abgestellt werden.

5.3.2 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin bestehen keine auch nur 
geringen Zweifel an den Ausführungen des Sachverständigen. Es trifft zwar zu, dass der 
Experte die Indikatoren nicht geprüft hat. Allerdings ist eine Prüfung entbehrlich, wenn im 
Rahmen beweiswertiger fachärztlicher Berichte eine Arbeitsunfähigkeit in 
nachvollziehbarer Weise verneint wird und allfällig gegenteiligen Einschätzungen mangels 
fachärztlicher Qualifikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen 
werden kann (Urteile BGer 8C_309/2018 vom 2. August 2018 E. 3.2; 8C_341/2018 vom 
13. August 2018 E. 6.2; 8C_241/2018 vom 25. September 2018 E. 7.5.1). Der Gutachter 
Dr. C.________ legte einlässlich dar, weshalb er lediglich einen Zustand nach 
Anpassungsstörung im Sinne einer depressiven Reaktion diagnostizierte und dass 
deshalb wiederum eine vollständige Arbeitsfähigkeit gegeben ist. Dabei nahm er auch 
Bezug zur von den behandelnden Ärzten konstatierten rezidivierenden depressiven 
Störung unterschiedlicher Schweregrade. Er zeigte die Argumente auf, welche lediglich 
die Diagnose einer Anpassungsstörung zuliessen. Des Weiteren wies er auf die tiefe 
Dosierung des Antidepressivums Trittico hin, welches in dieser Dosierung lediglich das 
Einschlafen erleichtert und den Schlaf verbessert. Sodann diskutierte er die Ressourcen 
der Beschwerdeführerin und führte exemplarisch auf, welche Funktionen sie auszuüben 
imstande ist. Einzelne stufte er lediglich noch als sehr leicht beeinträchtigt ein, andere als 
kaum noch vermindert. Angesichts der von ihm als sehr leicht erhobenen Befunde 
erscheint es als schlüssig und nachvollziehbar, dass ab August 2017 wiederum eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit gegeben ist. Daran ändert auch die von den Behandlern 
attestierte Verminderung der Leistungsfähigkeit nichts. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass 

13

Urteil S 2019 120

die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-
)Person einerseits und Begutachtungsauftrag des fachmedizinischen Experten anderseits 
es nicht zulässt, ein Gutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer 
Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden 
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige Aspekte benennen, die bei der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil BGer 9C_276/2016 vom 19. August 
2016 E. 3.1.1). Aus den Berichten von Dr. I.________ und Dr. D.________ gehen keine 
anderweitigen Befunde oder Hinweise hervor, welche ein Abweichen von der 
Einschätzung von Dr. C.________ gebieten würden.

5.3.3 Allein die – durch belastende Lebensumstände begründete – fachärztliche 
Diagnose einer depressiven Störung lässt weitere Beweismassnahmen im Sinne 
ergänzender psychiatrischer Abklärungen nicht als notwendig erscheinen, sondern solche 
sind erst dann angezeigt, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sich eine – 
krankheitswertige, d.h. von den reaktiven, invaliditätsfremden Geschehen auf 
psychosoziale Belastungsfaktoren abgrenzbare (BGE 143 V 409 E. 4.5.2) – psychische 
Störung auf die Arbeitsfähigkeit der versicherten Person auswirkt (Urteil BGer 
9C_262/2018 vom 22. August 2018 E. 4.2.1). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
können sich psychosoziale und soziokulturelle Faktoren mittelbar invaliditätsbegründend 
auswirken, wenn und soweit sie zu einer eigentlichen Beeinträchtigung der psychischen 
Integrität führen, indem sie einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder den Wirkungsgrad seiner – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen 
bestehenden – Folgen verschlimmern (Urteil BGer 9C_537/2011 vom 28. Juni 2012 E. 3.2 
mit Hinweisen). Am rechtlich vorausgesetzten Kausalzusammenhang mit einer 
selbständigen Gesundheitsschädigung fehlt es, solange noch zu erwarten ist, dass mit 
einem Wegfall der belastenden Lebensumstände unmittelbar auch die (somit nicht 
verselbständigte) psychische Störung verschwinden werde. Die massgebende Ursache für 
die Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 6 ATSG bestimmt sich auch nach dem Leitsatz, 
dass eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert umso 
ausgeprägter vorhanden sein muss, je stärker psychosoziale oder soziokulturelle Faktoren 
im Einzelfall in den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen. So kann 
eine depressive Symptomatik chronifiziert, damit durchaus verselbständigt sein und 
dennoch im Rahmen des gesamten Beschwerdebildes nicht genug ins Gewicht fallen, als 
dass auf eine längerdauernde Erwerbsunfähigkeit geschlossen werden dürfte (Urteil BGer 
9C_140/2014 vom 7. Januar 2015 E. 3.3 mit Hinweisen).

14

Urteil S 2019 120

Der Sachverständige legte dar, aufgrund der Angaben der Versicherten und ausweislich 
der Akten sei ein sowohl zeitlicher wie auch kausaler Zusammenhang zwischen den 
Verhältnissen am Arbeitsplatz in den letzten Wochen vor der Arbeitsniederlegung und 
ihrer depressiven Symptomatik gegeben. Mit zunehmender zeitlicher Distanzierung und 
fachgerechter Behandlung habe sich der Zustand gebessert. Er verwies auch auf die 
behandelnden Ärzte, welche immer wieder psychosoziale Belastungssituationen in den 
Vordergrund rückten. Dies deckt sich mit den Akten. Exemplarisch dienen dafür die 
Angaben der Psychiaterin Dr. I.________ in deren Bericht vom 6. Mai 2019. Im 
August/September 2017 fühlte sich die Beschwerdeführerin zufolge der anstehenden 
Eingliederung überfordert bzw. gekränkt und beleidigt. Im Dezember 2017 verstarb ihre 
Mutter. Ab November 2017 war die Einstellung der Krankentaggeldzahlungen der 
Auslöser. Im Frühjahr 2018 waren die vorzunehmenden Bewerbungen ursächlich. Dann 
meldete sie sich erst im Dezember 2018 wieder, woran offensichtlich die weiterhin 
bestehende Arbeitslosigkeit schuld war, welche sie belastete (IV-act. 91). Laut Bericht vom 
15. Februar 2017 wurde die Beschwerdeführerin im Januar 2014 erstmals zur 
psychiatrischen Behandlung überwiesen. Sie befand sich damals in Trennung von ihrem 
zweiten Ehemann und es bestand eine Schwierigkeit als alleinerziehende Mutter. Es kam 
immer wieder zu Krisen im Rahmen von grösseren Belastungen durch Krankheiten in der 
Familie, Stress auf der Arbeit sowie subjektiven Überforderungsgefühlen in der Erziehung 
der Tochter. Insgesamt kam es immer wieder zu kürzeren Arbeitsunfähigkeiten. Sie 
regenerierte aber wieder recht rasch und konnte ihre Arbeit im Umfang von 50 % wieder 
aufnehmen (IV-act. 58). Auch Dr. D.________ berichtete immer wieder von einer 
rezidivierenden depressiven Störung bei multifaktoriellen psychosozialen Belastungen 
(vgl. IV-act. 66/1–2, 78/19, 92/1), zufolge derer sich ein Verlauf mit intermittierenden und 
rezidivierenden Aggravationen aber auch mit Phasen relativer Beschwerdebesserung 
zeigte (IV-act. 92/1). Als Ursache genannt worden war etwa die berufliche Reintegration 
(IV-act. 66/2). Auch dem Austrittsbericht der Klinik F.________ vom 24. April 2017 ist zu 
entnehmen, dass unterschiedliche Belastungsfaktoren zum derzeitigen Zustandsbild 
geführt haben. Angeführt werden die Situation am Arbeitsplatz im Sommer 2016, die vom 
Ehemann gewünschte Scheidung im November 2016 sowie Existenz- und Zukunftsängste 
(IV-act. 66/7). Damit sind die Feststellungen von Dr. C.________ nicht zu beanstanden, 
sondern finden in den Akten eine ausreichende Stütze. Sind psychosoziale Faktoren für 
das reaktive Geschehen verantwortlich, liegt indessen kein 
invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor. Entgegen der 
Auffassung der Beschwerdeführerin liegen auch keinerlei Anhaltspunkte vor, dass diese 

15

Urteil S 2019 120

psychosozialen Faktoren einen verselbständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
würden. Denn eine andere bzw. weitere Diagnose vermochte Dr. C.________ nicht zu 
stellen. Der Zustand der Beschwerdeführerin hat sich jeweils nach einer zeitlichen 
Distanzierung zu den Ereignissen verbessert. Dies geht auch aus den Ausführungen von 
Dr. D.________ hervor, wenn er von intermittierenden und rezidivierenden Exazerbationen 
sowie Phasen mit relativer Beschwerdebesserung sprach. Desgleichen zeugt auch der 
Umstand, dass die Versicherte sich teilweise über längere Zeit bei ihrer Psychiaterin nicht 
gemeldet hat bzw. erst nachdem wiederum ein psychosozialer Faktor aufgetreten ist, von 
reaktiven Geschehen, welche sich nach kurzer Zeit gebessert haben, sodass nicht von 
einer langandauernden gesundheitlichen Beeinträchtigung gesprochen werden kann. Liegt 
somit kein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden vor, erübrigt 
sich eine Indikatorenprüfung von vornherein.

5.3.4 Unbehehlflich ist sodann der Einwand, der Experte habe sich nicht mit der 
Schmerzstörung auseinandergesetzt. Dies trifft zwar zu, indessen schmälert dieser 
Umstand den Beweiswert des Gutachtens in keiner Weise. In diversen Arztberichten wird 
ein chronisches Schmerzsyndrom bzw. eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
oder eine Fibromyalgie erwähnt (vgl. etwa IV-act. 58/1, 62/11, 66/1, 66/4, 78/19). Ein Blick 
in das psychiatrische Gutachten zeigt aber, dass die Beschwerdeführerin gegenüber von 
Dr. C.________ lediglich Kopf- und Bauchschmerzen erwähnte (IV-act. 78/12); über 
weitere klagte sie nicht. Der Sachverständige war im Besitz sämtlicher relevanter 
Vorberichte und hatte demnach Kenntnis der gestellten Diagnosen. Angesichts der von 
ihm erhobenen Befunde kann nur davon ausgegangen werden, dass ein solcher 
Gesundheitsschaden nicht gegeben war, ansonsten er dies thematisiert hätte. Es zeigt 
sich auch mehrfach, dass die psychische Problematik stets im Vordergrund war und die 
zum Teil auftretenden Schmerzen von untergeordneter Natur waren. Denn obschon etwa 
Dr. I.________ im Bericht vom 15. Februar 2017 die Diagnosen chronisches 
Schmerzsyndrom und Fibromyalgie aufführte, ist dem Befund keine entsprechende 
Schilderung zu entnehmen. Die Diagnose wurde offenbar aufgrund eines Berichtes von 
Dr. D.________ übernommen (IV-act. 58/1–2). Im Bericht vom 28. November 2016 
erwähnte Dr. D.________ die Entwicklung eines generalisierten 
Ganzkörperschmerzsyndroms. Allerdings sind keine Befunde ersichtlich, welche diese 
Diagnose zu bestätigen vermöchten. Vielmehr liegt ein ausgeprägtes depressives 
Zustandsbild vor (IV-act. 62/11). Aus dem Verlaufsbericht vom 18. Mai 2017 erhellt 
sodann, dass die Versicherte mindestens seit 2009 über eine chronifizierte 
Schmerzsymptomatik klage. Im Verlauf habe sich dann die Entwicklung eines 

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Urteil S 2019 120

chronifizierten psychophysischen Erschöpfungszustandes gezeigt, welcher zu einer 
stationären Rehabilitation geführt habe (IV-act. 66/2). Befundmässig wurden keine 
Schmerzen festgehalten, sie standen mithin nicht im Vordergrund. Anlässlich der 
stationären Rehabilitation in der Klinik F.________ wurde unter dem somatischen 
Aufnahmebefund festgehalten, in Folge der Kündigung im September 2016 seien die 
Schmerzen wieder stärker geworden, bei einem NAS von 7–8/10 (IV-act. 66/8). Die 
Behandlung war aber nicht auf die Schmerzen ausgerichtet, sondern der Fokus lag auf der 
Ebene von strukturellen Vulnerabilitäten. Die emotionale Stabilisierung, 
Emotionsregulation, die Kommunikations- und Abgrenzungsfähigkeit, die 
Tagesstrukturierung sowie die Auseinandersetzung mit der beruflichen Zukunft standen im 
Vordergrund (IV-act. 66/5). Auch in seinem Bericht vom 17. Mai 2017 erwähnte Dr. 
D.________ nur eine deutliche Erschöpfung, Müdigkeit und Leistungsknick sowie einen 
sozialen Rückzug und eine intermittierende Angstsymptomatik. Von Schmerzen war keine 
Rede (IV-act. 78/19). Gleiches gilt für den Verlaufsbericht von Dr. I.________ vom 6. Mai 
2019 (IV-act. 91). Doktor D.________ berichtete am 9. Mai 2019 von einer 
Beschwerdenverschlechterung seit April 2019 ohne aber irgendwelche Befunde zu 
nennen bzw. die Gründe für die Verschlechterung anzugeben (IV-act. 92). Auffallend ist 
überdies, dass die Beschwerdeführerin keine medikamentöse Therapie gegen die 
Schmerzen unternimmt. Den Angaben zur Medikation in verschiedenen Berichten sind 
keine Pharmaka ersichtlich, welche der Schmerzbehandlung dienen würden (vgl. IV-
act. 58/2, 62/12, 66/2, 66/5, 78/20). Angesichts all dieser Gegebenheiten erstaunt es nicht, 
dass Dr. C.________ keine solche Diagnose gestellt hat. Es ist ferner darauf hinzuweisen, 
dass Dr. D.________ eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung konstatierte und 
hierfür den ICD-10 Code F45.0 angab. Hierbei würde es sich allerdings um eine 
Somatisierungsstörung handeln, wogegen die anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
unter der Ziffer F45.4 kodifiziert ist. Dafür wird aber ein quälender Schmerz vorausgesetzt, 
was aufgrund der Akten nicht erstellt ist. Es stellt sich damit ohnehin die Frage, ob eine 
Somatisierungsstörung oder auch eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung 
überhaupt je korrekt diagnostiziert wurde. Letztendlich ist unter Berücksichtigung 
sämtlicher Gesichtspunkte das Vorliegen eines solchen invalidisierenden 
Gesundheitsschadens zu verneinen.

5.4 Was den Vorwurf der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes anbelangt, so ist 
dieser nicht stichhaltig.

17

Urteil S 2019 120

5.4.1 Der behandelnde Arzt Dr. D.________ bescheinigte in dessen Bericht vom 9. Mai 
2019 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vom 5. April bis 30. Juni 2019 unter Hinweis auf 
eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Er gab an, Anfang April 2019 sei es 
zufolge multipler psychosozialer Belastungsfaktoren zu einer erneuten 
Beschwerdeverschlechterung gekommen (IV-act. 92/1). Demgegenüber gab er aber einen 
stationären Gesundheitszustand an. Seine Angaben sind somit widersprüchlich und eine 
Begründung sowie eine Befundangabe lässt er komplett vermissen. Da sich die 
Verschlechterung aber wiederum aufgrund psychosozialer Faktoren einstellte, sind diese 
vorliegend unbeachtlich bzw. es ist mit deren Wegfall von einer raschen Besserung zu 
rechnen, wie es bis anhin der Fall war und auch der Gutachter Dr. C.________ dargelegt 
hatte. 

Auffallend ist, dass auch Dr. I.________ in ihrem Bericht vom 6. Mai 2019 einen 
stationären Gesundheitszustand beschrieb. Im Weiteren erhellt, dass sich die 
Beschwerdeführerin im Dezember 2018 nach langer Absenz wieder gemeldet habe, 
nachdem die bestehende Arbeitslosigkeit sie wiederum belastet habe. Die Arbeitsfähigkeit 
stufte die Psychiaterin auf 30–50 % ein (IV-act. 91/1–2), fast identisch mit der letztmaligen 
Berichterstattung vom 15. Februar 2017, in welcher eine Leistungsfähigkeit von 50 % 
bescheinigt wurde (IV-act. 58/3). Von einer Verschlechterung seit April 2019 ist diesem 
Bericht nichts zu entnehmen. Gestützt auf die Angaben von Dr. I.________ besteht mithin 
derselbe Zustand, wie er sich schon dem Sachverständigen präsentierte, da seit dem 
15. Februar 2017 ein stationärer Sachverhalt vorliegt. Offenbar hatten aber beide 
behandelnden Ärzte keine Kenntnis vom Gutachten von Dr. C.________ und 
bescheinigten unbesehen Arbeitsfähigkeiten, welche invalidenversicherungsrechtlich nicht 
haltbar sind.

Aufgrund der Angaben ist eine seit der Begutachtung eingetretene Verschlechterung nicht 
mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Sollte indessen 
tatsächlich eine Aggravation vorliegen, so wurde diese wiederum durch psychosoziale 
Faktoren ausgelöst, weswegen ebenfalls kein invalidisierender Zustand vorliegt. Es kann 
hierzu auf die zutreffenden Ausführungen der RAD-Ärzte K.________ und L.________ 
verwiesen werden (IV-act. 93 und 94). Unbegründet in diesem Zusammenhang ist der 
Einwand, wonach bereits der Umstand, dass in der Vereinbarung über die 
Arbeitsvermittlung lediglich von einer "den gesundheitlichen Einschränkungen 
angepassten Tätigkeit" die Rede sei, geringe Zweifel an einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in 
angestammter Tätigkeit aufkommen lasse. Die Beschwerdeführerin scheint hierbei zu 

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Urteil S 2019 120

übersehen, dass die Vereinbarung geschlossen wurde, bevor die Verwaltung Kenntnis 
vom Gutachten von Dr. C.________ vom 21. August 2017 und der darin bescheinigten 
vollständigen Arbeitsfähigkeit von 100 % in jeglicher Tätigkeit erhielt. Aus dieser 
Formulierung kann sie somit nichts zu ihren Gunsten ableiten. Insgesamt bedarf es keiner 
weiteren diesbezüglichen Abklärungen, da hiervon keine weiteren entscheidrelevanten 
Ergebnisse zu erwarten sind (antizipierte Beweiswürdigung: BGE 136 I 229 E. 5.3).

5.4.2 Dafür, dass die psychosozialen Faktoren zu einem verselbständigten 
Gesundheitsschaden mit Krankheitswert geführt hätten, liegen keinerlei Anhaltspunkte vor. 
Es ist auch davon auszugehen, dass der Gutachter Dr. C.________ dies ausdrücklich 
erwähnt hätte, wäre dies der Fall gewesen. Wie sich aber im Verlauf gezeigt hat, trat 
jeweils nach einer zeitlichen Distanzierung von einem Ereignis eine Besserung ein, was 
gegen einen verselbständigten Gesundheitsschaden spricht. Auch diesbezüglich sind 
keine weiteren Abklärungen angezeigt.

5.4.3 Gleiches gilt für ein mögliches Abhängigkeitssyndrom. Den seit der 
Neuanmeldung vorliegenden Akten können nicht die geringsten Hinweise entnommen 
werden, dass ein solches weiterhin bestünde. Selbst die behandelnden Ärzte erwähnen 
nicht einmal einen Status nach Abhängigkeitssyndrom. Weiterungen hierzu erübrigen sich.

6.
6.1 Die Beschwerdeführerin wendet sich auch gegen die Einstellung der 
Eingliederungsmassnahmen. Sie bringt hierzu im Wesentlichen vor, die Verwaltung habe 
das Mahn- und Bedenkzeitverfahren nicht korrekt durchgeführt und ihre Unterstützung 
unzulässigerweise eingestellt. Insbesondere sei keine Ermahnung erfolgt, mit welcher die 
Einstellung angedroht worden wäre. Die Einstellung sei erfolgt, obschon sie am 
11. Dezember 2018 dem geforderten Verhalten nachgekommen sei und eine ausführliche 
Stellungnahme eingereicht habe. Überhaupt sei kein einstellungsrelevantes Verhalten 
gegeben. Vielmehr mache es den Anschein, dass das Mahn- und Bedenkzeitverfahren als 
Vorwand eingeleitet worden sei, weil es nicht gelungen sei, einen Einsatzplatz zu 
organisieren. Sie – die Beschwerdeführerin – habe sich an die vereinbarte Aufgabe 
gehalten und eigene Suchbemühungen getätigt. Es treffe zwar zu, dass sie zu Beginn der 
Massnahmen aus familiären Gründen im Ausland geweilt habe und auf dem Festnetz nicht 
erreichbar gewesen sei. Für notwendige Rückfragen hätte sie indessen auf dem 
Mobiltelefon erreicht werden können. Auch könne aus dem Verlauf der Eingliederung nicht 
abgeleitet werden, sie wäre an einer Unterstützung nicht interessiert gewesen. Dass es 

19

Urteil S 2019 120

sich "schwierig gestaltet" habe, sei den schwierigen persönlichen Umstände geschuldet 
gewesen. Hinweise auf eine fehlende Motivation lägen keine vor. Sie sei vielmehr bereit 
gewesen, auch Ein-sätze beispielsweise im M.________ zu absolvieren. Auch habe sie 
stets über ihre krankheits- und umstandsbedingten Abwesenheiten informiert. Die 
behandelnde Psychiaterin habe zudem ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die 
Wiedereingliederung auch am Überforderungsgefühl gescheitert sei, was angesichts der 
bekannten Leiden sowie der ungeklärten medizinischen Situation im Zeitpunkt der 
Massnahmen verständlich sei. Die divergierenden Einschätzungen von den behandelnden 
Ärzten und des Gutachters Dr. C.________ hätten nachvollziehbar zu einer grossen 
Verunsicherung geführt, welche Tätigkeiten überhaupt noch in welchem Umfang möglich 
seien. Das Bundesgericht habe in Erwägung 4.3.1.2 des Leitentscheides BGE 141 V 281 
festgehalten, die IV-Stelle müsse zu entsprechenden Eingliederungs- und 
Integrationsmassnahmen Hand bieten. Aus einem Eingliederungserfolg bzw. -misserfolg 
ergäben sich Rückschlüsse auf den Schweregrad einer Gesundheitsschädigung. Eine 
trotz optimaler Kooperation misslungene Eingliederung könne im Rahmen einer 
gesamthaften, die jeweiligen Umstände des Einzelfalles berücksichtigenden Prüfung 
bedeutsam sein. Würden berufliche Massnahmen zu Unrecht eingestellt, so stelle dies 
spätestens bei der Indikatorenprüfung eine Verletzung des Anspruchs auf ein faires 
Verfahren dar, da ihr die Möglichkeit gar nicht offen stehe, sich im Rahmen von 
beruflichen Massnahmen zu beweisen. Aus der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
erhelle, dass ein Anspruch auf berufliche Massnahmen gegeben sein müsse, bevor eine 
abschliessende Indikatorenprüfung bei der Rentenfrage gemacht werden könne, 
ansonsten der Eingliederungserfolg bzw. -misserfolg nicht bei den Indikatoren erwähnt 
worden wäre (act. 1 Ziff. 29–33).

6.2 Es ist nicht erkennbar, weshalb die Verwaltung vor Einstellung der Massnahmen 
ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren hätte durchführen sollen. Die Arbeitsvermittlung war 
von vornherein auf sechs Monate befristet, wenn bis dahin kein Erfolg verzeichnet werden 
konnte. Dies hat die Versicherte in der Vereinbarung vom 29. Juni 2017 selber anerkannt 
und gewusst (IV-act. 76/2). Die Einstellung erfolgte auch im Hinblick auf ihre Anmeldung 
beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) per 30. November 2017 (vgl. IV-
act. 80/8). Ihr wurde sodann am 11. Dezember 2017 angezeigt, dass für die weitere 
Eingliederung die Arbeitslosenversicherung zuständig sei (IV-act. 80/9). Wenn sie sich nun 
auf den Standpunkt stellt, sie hätte zuerst gemahnt werden müssen, verhält sie sich 
widersprüchlich und rechtsmissbräuchlich.

20

Urteil S 2019 120

Die Arbeitsvermittlung wurde überdies zugesprochen, bevor die IV-Stelle Kenntnis vom 
Gutachten von Dr. C.________ vom 21. August 2017 hatte. Daher kann sie – wie schon 
erwähnt –aus der Formulierung "finden einer den gesundheitlichen Einschränkungen 
angepassten Tätigkeit" nichts zu ihren Gunsten ableiten. Es stellte sich erst danach 
heraus, dass kein invalidisierender Gesundheitsschaden gegeben ist. Somit fehlt auch die 
Grundlage für die Zusprache von Eingliederungsmassnahmen, denn eine drohende 
Invalidität liegt nicht vor. Da die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit voll 
leistungsfähig ist, ist sie auf den Weg der Selbsteingliederung zu verweisen. Immerhin hat 
sie sich auch beim RAV angemeldet, was indessen nur möglich ist, wenn sie objektiv und 
subjektiv vermittlungsfähig ist. 

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die Expertise von Dr. C.________ 
vom 21. August 2017 abgestellt werden kann. Danach ist die Beschwerdeführerin 
spätestens seit Mitte Mai 2017 zu 50 % und ab August 2017 vollständig arbeitsfähig, dies 
auch in ihrer angestammten Tätigkeit. Infolgedessen besteht auch kein Anspruch auf 
Eingliederungsmassnahmen, da sie auf den Weg der Selbsteingliederung zu verweisen 
ist. Weitere Abklärungen sind ebenfalls nicht angezeigt, da eine rentenrelevante 
Verschlechterung nicht ausgewiesen ist. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich 
demnach als unbegründet und ist abzuweisen.

8. Der Beschwerdeführerin ist mit Verfügung vom 18. September 2019 (act. 2) die 
unentgeltliche Prozessführung gewährt worden, weshalb ihr für das vorliegende Verfahren 
in Abweichung von Art. 69 Abs. 1bis IVG keine Kosten aufzuerlegen sind. Eine 
Parteientschädigung ist ihr nicht zuzusprechen, da sie mit ihrer Beschwerde 
vollumfänglich unterliegt.

Mit Verfügung vom 18. September 2019 ist der Beschwerdeführerin für das vorliegende 
Verfahren auch eine unentgeltliche Rechtsbeiständin in der Person von Rechtsanwältin 
B.________ bewilligt worden. Die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbeiständin 
wird nach Ermessen auf Fr. 2’600.– (inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt; 
Rechtsanwältin B.________ ist daher mit diesem Betrag aus der Staatskasse zu 
entschädigen.

21

Urteil S 2019 120

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. Rechtsanwältin MLaw 
B.________ wird mit Fr. 2'600.– (inkl. Auslagen und MWST) aus der Staatskasse 
entschädigt.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin (im Doppel), die IV-
Stelle des Kantons Zug, an das Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und 
zum Vollzug von Ziffer 3 im Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 16. September 2020

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am