# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8516b4ce-2c7d-5db0-a56a-cf3f704cac47
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-28
**Language:** de
**Title:** Ohne fristgerechte Intervention erlangt die zu Unrecht nicht in Verfügungsform mitgeteilte Verweigerung von Versicherungsleistungen rechtliche Wirksamkeit; die im Einzelnen zumutbaren Verweistätigkeiten sind durch den Kreisarzt nicht aufzuzeigen.
**Docket/Reference:** UV.2013.00073
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00073.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00073
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Sozialversicherungsrichterin Fehr
Gerichtsschreiberin Locher
Urteil
vom
28. November 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Christian Jaeggi
schadenanwaelte.ch
Alderstrasse
40, Postfach, 8034 Zürich
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
Bahnhofstrasse 24, Postfach, 6210 Sursee
Sachverhalt:
1
.
Die 1967 geborene
X.___
war bei der
Unia
Arbeitslosen
kasse
als arbeitslos gemeldet und damit bei der Schweizerischen
Unfallversi
che
rungsanstalt
(SUVA) im Rahmen des Bundesgesetzes über die Unfallversi
che
rung (UVG) gegen die Folgen von Nichtberufsunfällen versichert
(
Urk.
8/71). Am 2
5.
Juli 2008 erlitt sie bei einem Stolpersturz über e
in Kabel eine
mehr
frag
mentäre
rechtsseitige
Radiusköpfchenfraktur
, welche operativ versorgt werden musste
(
Urk.
8/4/2-5 S.
1)
,
und eine Fraktur der neunten Rippe rechts (
Urk.
8/14).
In der Folge erbrachte die SUVA die gesetzlichen Leistungen. Mit d
urch
Ein
spracheentscheid
vom 6.
März 2012 (
Urk.
8/75) bestätigter Verfügung vom
1
3.
Januar 2012 sprach sie der Versi
cherten eine Entschädigung für eine
Inte
gri
tätseinbusse
von 10
%
zu (
Urk.
8/64
)
.
A
m 4.
April 2012
verfügte sie – unter Hinweis
auf das Fehlen einer
erheblichen
unfallbedingten Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit –
die Ab
weisung des
Rentenbegehrens
(
Urk.
8/76).
Die dagegen
erhobene Einsprache vom
1.
Mai 2012
s
a
mt Ergänzung vom
4.
März 2013 (
Urk.
8/77 und
Urk.
8/95) wies sie mit Ent
scheid vom
7.
März 2013 ab (Urk. 8/96 =
Urk.
2).
2.
Gegen den
Einspracheentscheid
vom
7.
M
ärz 2013 (
Urk.
2) erhob die Versicherte
mit Eingabe vom
2
3.
März 2013 Beschwerde und beantragte, der angefochtene
Entscheid sei aufzuheben und es seien ihr Leistungen gemäss UVG, insbeson
dere
eine
Invalidenrente und Taggelder
,
auszurichten; eventuell sei ein medizi
nisches Gutachten einzuholen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie
unter an
derem
um
Gewährung der unentgeltlichen
Rechtsverbeiständung
(
Urk.
1 S.
2).
Mit
Be
schwer
deantwort
vom 2
2.
April 2013 schloss die SUVA auf Abweisung der Be
schwerde (
Urk.
7). Mit Gerichtsverfügung vom 1
5.
Mai 2013 wurde der Be
schwer
deführerin in der Person von Rechtsanwalt Christian Jaeggi ein unent
geltlicher Rechtsvertreter für das Beschwerdeverfahren
bestellt. Gleichzeitig wurde ihr
das Doppel der Beschwerdeantwort zugestellt (
Urk.
10). Am 1
4.
Februar 2014
legte die Versicherte einen Bericht von
Dr.
med.
Y.___
,
Facharzt FMH für Allge
meine Innere Medizin, vom 1
0.
Februar 2014 auf (Urk. 13 und
Urk.
14/2). Die dazugehörige Stellungnahme der
Beschwerdegeg
nerin
datiert vom
7.
März 2014 (
Urk.
17) und wurde der Beschwerdeführerin am 11. März 2014 zur Kenntnis ge
bracht (Urk. 18).
3.
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach der Be
schwer
deführerin mit
Verfügung vom
1. März 2013 eine vom 1. Januar bis am
30. April 2012 befristete ganze Invalidenrente zu. Dagegen erhob die Ver
sicher
te
am 23. März 2013
Beschwerde
, welche beim hiesigen Gericht unter der
Prozess
nummer
IV.201
3.00293 noch
hängig
ist.
Aus jenem Verfahren nahm das Gericht von Amtes wegen den Bericht vom 19. März 2012 über die durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV
Stelle durchgeführte orthopädisch/rheumatologische Untersuchung, weitere
Arzt
berichte
und den Auszug aus dem individuellen Konto der Beschwerde
füh
rerin als Urk. 19-21 zu den Akten des vorliegenden Verfahrens.
4
.
Auf die Ausführungen der Partei
en und die eingereichten Unterla
gen wird, so
weit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Wird die versicherte Person infolge eines Unfalles zu mindestens 10
%
invalid (Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungs
rechts
[ATSG]), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG]). Invalidität ist die voraus
sicht
lich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun
fähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Für die Bestimmung des
Invaliditäts
grades
wird das Erwerbseinkommen, das die ver
sicherte Person nach Eintritt der
unfall
be
dingten
Invalidität und nach Durchführung allfälliger Eingliederungs
massnah
men durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
Arbeits
marktlage
erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).
1.2
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be
hand
lung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet wer
den kann
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abge
schlos
sen
sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die
Tag
geld
leis
tungen
dahin (
Art.
19
Abs.
1 UVG).
1.3
Entgegen dem Wortlaut von Art. 16 ATSG ist das
Valideneinkommen
nicht je
nes Einkommen, welches die versicherte Person ohne Unfall erzielen könnte, sondern jenes Einkommen, welches sie überwiegend wahrscheinlich ohne Unfall tatsächlich erzielen würde. Für die Ermittlung des
Valideneinkommens
ist ent
schei
dend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen
Ren
ten
beginns
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätig
keit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein. Entscheidend ist, was die versi
cherte Person verdient hätte und nicht, von welchem Lohn sie gestützt auf den guten Glauben allenfalls hätte ausgehen können (
Rumo-Jungo
/Holzer, Recht
sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, Zürich 2012, Art. 18 S. 127 mit Hinweis auf
BGE 134 V 322 E. 4.1 und Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts
U 423/04 vom 20. Mai 2005 E. 2.3).
1.4
Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung pri
mär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versi
cherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstä
tigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zu
mutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich er
zieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach
Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut
bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der Rechtsprech
ung entweder Tabellenlöhne
gemäss
den vom Bundesamt für Sta
tistik perio
disch
herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) oder die von der SUVA zusam
men
gestellte Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP) heran
gezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1 mit Hinweisen).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a,
122 V 157 E. 1c).
Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt
Beweis
wert
zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in
sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit beste
hen
(BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einh
o
lung
eines
externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu
verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellun
gen, so sind ergänzende Abklärungen mittels unabhängiger Begutachtung vor
zu
ne
hmen (BGE 135 V 465 E. 4.4
mit Hinweis
).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der Beurteilung der verbliebenen
un
fallbedingten
Beeinträchtigungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitsfä
hig
keit auf die Einschätzung des Kreisarztes
Dr.
med.
Z.___
,
Facharzt FMH für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und erwog
, der Beschwerdeführerin sei unter Einhaltung des kreisärztlich formu
lierten
Zu
mutbarkeitsprofils
die Ausübung einer vollzeitlichen Tätigkeit möglich (
Urk.
2 S. 4 ff.
,
Urk.
7 S. 4
, Urk.
17
). Für die Festlegung des
Valideneinkommens
sei auf
die Angaben der ehemaligen Arbeitgeberin
, der
A.___
,
abzustellen. Das Invalideneinkommen sei mittels DAP zu er
mitteln. Bei einem
Valideneinkommen
von
Fr.
40‘688.25 und einem
Invaliden
einkommen
von Fr. 62‘627.60 resultiere keine Erwerbseinbusse
, weshalb kein Rentenan
spruc
h ausgewiesen sei
(
Urk.
2 S. 8 ff. und
Urk.
7 S. 6 ff.).
Da in der Verfügung vom
4.
April 2012 nicht über die Höhe und Dauer von all
fälligen Taggeldansprüchen entschieden worden sei, könne auf das Begehren um
Auszahlung ausstehender Taggelder nicht eingetreten werden (
Urk.
2 S. 10).
2.2
Die Beschwerdeführerin stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt, auf das
vom
Kreisarzt ermittelte Zumutbarkeitsprofi
l könne nicht abgestellt werden,
d
enn
es weiche von der Beurteilung der Ärzte am
B.___
ab. Diese wie auch der Kreisarzt würden
zudem
keine Tätigkeiten
nennen, die den evalu
ier
ten Belastungsp
rofilen entsprä
chen. Es sei daher keine ihr zumutbare
Arbeit
ersichtlich, sodass im Ergebnis von einer Invalidität und einem Renten
anspruch auszugehen sei (
Urk.
1 S.
6). Bei der Festlegung des
Valideneinkom
mens
sei zu beachten, dass sie im Unfallzeitpunkt nicht mehr bei der
A.___
angestellt gewesen sei
. Das
Valideneinkommen
habe daher auf einem hypothetischen Wert zu basieren, der mindestens dem von der Invaliden
versicherung gestützt auf die LSE ermittelten
Valideneinkommen
zu entsprechen
habe. Die der Berechnung des Invalideneinkommens zugrunde gelegten DAP würden
ausserdem
ihren Fähigkeiten nicht angemessen Rechnung tragen. Auf
grund ih
res Alters, ihrer fehlenden Sprachkenntnisse und der nicht vorhan
denen
Ausbil
dung in der Schweiz sei zudem eine Parallelisierung vorzunehmen
(
Urk.
1 S. 8 ff.).
Sie habe die Beschwerdegegnerin sowohl im März wie auch im Juli 2012 er
sucht
, die ausstehenden Taggeldzahlungen zu erbringen. Bekanntlich sei von einem
einheitlichen Fallabschluss auszugehen, weshalb
über den betreffenden Anspruch
im angefochtenen Entscheid zu befinden gewesen wäre (
Urk.
1 S. 10 f.).
Unter Hinweis auf den Bericht ihres Hausarztes (Urk. 14/2) machte die Be
schwer
deführerin am 14. Februar 2014 weiter geltend, sie sei in einer
leidensange
passten
Tätigkeit nur zu 50 % arbeitsfähig (Urk. 13).
3.
3.1
Über Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die erheblich sind oder mit denen die betroffene Person nicht einverstanden ist, hat der Versicherungsträger schriftlich Verfügungen zu erlassen (
Art.
49
Abs.
1
ATSG
). Im gleichen Sinn be
stimmte
Art.
99
Abs.
1
UVG
in der bis Ende 2002 gültig gewesenen Fassung, der Versicherer habe über erhebliche Leistungen und Forderungen und über sol
che, mit denen der Betroffene nicht einverstanden ist, schriftliche Verfügungen zu erlassen. Leistungen, Forderungen und Anordnungen, die nicht unter
Art.
49
Abs.
1 ATSG fallen, können in einem formlosen Verfahren behandelt werden (
Art.
51
Abs.
1 ATSG). Die betroffene Person kann den Erlass einer Verfügung verlangen (
Art.
51
Abs.
2 ATSG). Der bereits vor dem Inkrafttreten des ATSG gültig gewesene, unverändert gebliebene
Art.
124 der Verordnung über die Un
fall
versicherung (UVV) hält in
lit
. b fest, eine schriftliche Verfügung sei unter
anderem zu erlassen über die Verweigerung von Versicherungsleistungen. Mit dem
Inkrafttreten des ATSG hat sich in diesem Punkt gegenüber der Rechtslage
nach
Art.
99
Abs.
1 UVG (in der bis Ende 2002 gültig gewesenen Fassung) nicht
s
geändert. Hat der Versicherer die (ganze oder teilweise) Verweigerung von
–
vor
übergehenden (Heilbehandlung, Taggeld) und/oder dauerhaften (Inva
lidenrente, Integritätsentschädigung) - Leistungen zu Unrecht nicht in
Verfü
gungsform
, son
dern formlos mitgeteilt und ist die betroffene Person damit nicht einver
stan
den, hat sie grundsätzlich innerhalb eines Jahres zu intervenieren.
Diesfalls
hat der Versicherer eine Verfügung zu erlassen, gegen welche Einspra
che erhoben werden kann. Ohne fristgerechte Intervention erlangt der Entscheid rechtliche Wirksamkeit, wie wenn er zulässigerweise im Rahmen von
Art.
51
Abs.
1 ATSG ergangen wäre (Urteil des Bundesgerichts 8C_465/2011 vom
7.
September 2011 E.
3.1 mit Hinweis auf BGE 134 V 145 und 132 V 412 sowie Urteil des Bundes
gerichts 8C_506/2008 vom
5.
März 2009).
3.2
Mit Schreiben vom
3.
Juni 2009 informierte die Beschwerdegegner
in
die Be
schwerdeführerin darüber, dass aufgrund
der kreisärztlichen Beurteilung
(vgl. Urk. 8/24)
ab 1. Juni 2009 von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit in einer
leidensangepass
ten
Tätigkeit auszugehen sei. Die bisher ausgerichteten
Taggeld
leistungen
wür
den deshalb auf diesem Zeitpunkt eingestellt
(
Urk.
8/25)
.
Gegen d
iese zu Unrech
t nicht als Verfügung erlassene
Anordnung des Fallabschlusses ex
nunc
et pro
futuro
ohne Zusprechung von Dauerleistungen opponiert
e
die Beschwerdefüh
rerin
frühestens
mit
(präzisierter)
Einsprache
vom
5.
März 2012
(
Urk.
8/74)
ge
gen die Verfügung
betreffend Integritätsentschädigung
vo
m 13. Janu
ar 2012 (
Urk.
8/64) und damit klar verspätet.
Ungeachtet dessen ist von keiner rechtli
chen Wirksamkeit
des Entscheids
vom 3. Juni 2009
auszugehen. Denn die Beschwerdegegnerin stand bereits drei Wochen
nach der besagten Mitteilung
erneut
mit den behan
delnden Ärzten in
Kontakt und ersuchte um Zustellung eines är
ztlichen Zwi
schenberichts (Urk.
8/26)
. Ende September 2009 bat sie nochmals um Orientie
rung über den weiteren Verlauf (
Urk.
8/27) und im November 2009 und Januar 2010
erkun
digte
sie
sich
nach einem Operationsbericht
(Urk. 8/28-29). Am 2
7.
Mai 2011 e
rteilte sie alsdann Kostengutsprache
für die operative Entfernung des
Osteo
syn
thesematerials
(
Urk.
8/33-34). Vor diesem Hintergrund ist von einer
fakti
schen
Weiterführung des Falles auszugehen.
3.3
Nach der gesetzlichen Regelung
de
s
Art.
19
Abs.
1 UVG sind im Zeitpunkt des Fallabschlusses die Heilbehandlungs- und Taggeldleistungen einzustellen und der Anspruch der versicherten Person auf eine Invalidenrente zu prüfen. In der
von der Beschwerdegegnerin am
4.
April 2012
verfügten und mit
Einsprache
entscheid
vom
7.
März 2013
bestätigten
Ablehnung des Rentenanspruchs
ist gleichzeitig eine
implizite
Verweigerung des Anspruchs auf
Taggelder
zu sehen. Daher stellt der angefochtene
Einspracheentscheid
auch für die Frage nach
einem Anspruch auf Taggeldleistungen
ein taugliches Anfechtungsobjekt dar.
4.
4.1
Aus den medizinischen Akten gehen übereinstimmend folgende
, unfallbedingte
Diagnosen hervor
(
Urk.
8/
4
-5
,
8/7, 8/9, 8/13-15, 8/19, 8/21-22, 8/26-27, 8/29, 8/33, 8/45 und 8/47):
-
Persistierende Schmerzen und Funktionseinschränkung Ellbogen rechts
-
Status nach Radiusköpfchen
f
rak
t
ur rechts
Mascon
III
sowie Fraktur neunte Rippe rechts
vom 2
5.
Juli 2008
-
Status nach offener Reposition
und Osteosynthese am 3
0.
Juli 2008
-
OSME rechter Ellbogen am 1
8.
Mai 2011
4.2
Was die konkret verbliebenen Folgen des fraglichen Unfallereignisses und des
sen
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit anbelangt, kann den Akten im We
sent
lichen Folgendes entnommen werden:
Gestützt auf die am
6.
September 2011 am
B.___
,
Klinik für Unfallchirurgie, durchgeführte Untersuchung hielten
Dr.
med.
C.___
,
Ober
arzt, und
Dr.
med.
D.___
,
Assistenzarzt,
gleichentags fest, die Beschwerde
führerin werde auch in Zukunft aufgrund der Bewegungseinschränkung mit nahe
zu aufgehobener
Supination
für manuelle Tätigkeiten des rechten Armes zu 100
%
arbeitsunfähig bleiben. Im Hinblick auf die Hals- und wahrscheinlich da
raus resultierenden Ellenbogenschmerzen sei durchaus eine Besserung zu er
wart
en. Deshalb sei davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin für Tätig
keiten, die den rechten Arm weitestgehend aussparen, durchaus wieder zu 100
%
einsatzfähig werde
(
Urk.
8/47 S. 2).
4.3
Nachdem er die Beschwerdeführerin am
5.
Januar 2012 kreisärztlich untersucht
hatte, hielt
Dr.
Z.___
in seinem am gleichen Tag verfassten Bericht fest,
be
züg
lich Unfallfolgen bestehe eine Funktionseinschränkung am dominanten rechten Arm. Der
Beschwerdeführerin
seien deshalb
nur noch
manuell leichte Tätigkei
ten ohne repetitive Bewegungen und Belastungen des rechten Ellbogens und ohne Zwangshaltungen der rechten Hand in
Supination
zumutbar
, wobei geeig
ne
te Arbeiten vollzeitig ausgeübt werden könnten (
Urk.
8/56 S. 7).
4.4
Med.
pract
.
E.___
,
Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und Traumatolo
gie
, vom Regionalen Ärztlichen Dienst
(RAD) der IV-Stelle, berichtete nach ihrer am 1
5.
März 2012 durchgeführten Untersuchung, in ihrer bisherigen Tätigkeit als Reinigungskraft sei die Beschwerdeführerin zu 100
%
arbeitsunfähig. Hinge
gen sei ihr eine körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeit ohne regelmäs
sige
Hebe- und Tragebelastungen über fünf Kilogramm einhändig rechts und 15 Kilo
gramm beidarmig
, ohne die Notwendigkeit von Drehbewegungen des rech
ten Armes im Ellenbogengelenk, ohne ständiges Arbeiten im Stehen, ohne Ar
beiten auf Leitern und Gerüsten, ohne häufige wirbelsäulen- und
hüftgelenks
belasten
de
Zwangshaltungen und Tätigkeiten (Bücken, Hocken, Knien,
Über
kopfarbeit
, Arbeiten in Armvorhalte), ohne häufiges Gehen u
nd Stehen auf un
ebenem Gelände und
ohne Vibrationsbelastungen und Schlagbelastungen der Arme zu 100
%
zumutbar
(
Urk.
19 S. 8)
.
5.
5.1
Gestützt auf die medizinischen Akten, die Ergebnisse der bildgebenden Abklä
rungen und die anlässlich der Untersuchungen vom
2
0.
Mai 2009 (Urk. 8/24) und
5.
Januar 2012 (
Urk.
8/56) selbst erhobenen Befunde sowie unter Berück
sichtigung der geklagten Beschwerden gelangte
Dr.
Z.___
in seiner einleuch
tend begründeten und damit grundsätzlich beweiskräftigen
(E. 1.
5
) Beurteilung vom letztgenannten Datum zum überzeugenden Schluss, dass der Beschwerde
führerin die Ausübung einer leidensangepassten Tätigkeit ohne repetitive Bewe
gungen und Belastungen des rechten Ellbogens und ohne Zwangshaltungen der rechten Hand in
Supination
in vollem Pensum zumutbar sei (
Urk.
8/56 S. 7).
Betreffend den zeitlich zumutbaren Umfang der Arbeitstätigkeit stehen die ärzt
liche
n Einschätzungen des Kreisarztes und
der
am
B.___
täti
gen Ärzte nur scheinbar im Widerspruch zueinander.
So
handelt es sich bei der Beurteilung der
letztgenannten Mediziner einzig
um
eine Zwischenbeurteilung und
sie
hielten
– in Übereinstimmung mit dem Kreisarzt
–
im voraussichtlichen Verlauf eine 100%ige Arbeitsfähigkeit
in einer den Beschwerden des rechten Armes Rechnung tragenden Tätigkeit
für möglich
.
Schon in ihrem
–
im Auftrag der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich,
IV-Stelle
–
erstellten Bericht vom 2
2.
September 2011 (
Urk.
20) bescheinigten sie
alsdann
eine 100%ige Ar
beitsfähigkeit für
rechtsseitig nicht armbelastende
Tätigkeiten (S. 5 und S. 9)
.
Das von ihnen abgegebene
Zumutbarkeitsprofil
berücksichtigt auch de
genera
tive
Veränderungen der Halswirbelsäule
– die nämlichen Ärzte beurteil
ten die im Vor
dergrund stehenden Schmerzen als in der Halswirbelsäule res
pektive in der rechts
seitigen Nacke
nmuskulatur gründend (
Urk.
20
S.
8)
–
und damit nicht unfallbedingte Gesundheitsschäden
.
Entsprechendes gilt für die Be
urteilung der
RAD-Ärztin, der nebst der Bewegungseinschränkung des rechten Ellbogens nach
Fraktur eine Fusswurzelarthrose rechts bei ausgeprägten Senk
füssen und eine Lum
bal
gie bei Adipositas
als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit
zu
grunde lag (
Urk.
19
S.
8). Dies ist damit zu erklären
, dass die Invaliden
ver
sicherung als finale Versicherung im Unterschied zur Unfallversi
cherung sämt
liche Leiden unabhängig
von ihrer Ursache zu berücksichtigen hat
(anstelle vieler
Urteil des Bundesgerichts 8C_887/2009 vom 2
1.
Januar 2010 E.
4)
.
Vor diesem
Hintergrund kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn sie bei
der
Formulierung des in der Unfallversicherung relevanten
Belas
tungsprofils
den Einbezug von Leiden, die sich losgelöst vom Unfall entwickelt haben, fordert (vgl.
Urk.
1 S.
7).
Was die von
Hausarzt
Dr.
Y.___
,
Facharzt FMH für Allge
meine Innere Medizin,
am 10. Februar 2014
angegebene
Reduktion
der Arbeits
fähigkeit um 50
%
anbelangt (
Urk.
14/2), zeigte dieser
nicht hinreichend nach
voll
ziehbar auf, weshalb die Beschwerdeführerin lediglich ein eingeschränktes
Arbeitspen
sum
ausüben kann.
Er begründete seine Einschätzung mehr als mit objekti
ven Befunden mit seiner hausärztlichen und langjährigen Erfahrung, was nicht ausschlaggebend sein kann (siehe auch E. 5.2 nachfolgend).
5.2
Dem Einwand der Beschwerdeführerin, der Kreisarzt
(wie auch die Ärzte des
B.___
und die RAD-Ärztin)
nenne keine dem
evaluierten
Zumutbar
keit
sprofil
entsprechende Tätigkeit (
Urk.
1 S. 6), ist entgegenzuhalten, dass an die Konkretisierung von Arbeitsgelegenheiten (und Verdienstaussichten)
praxis
gemäss
nicht übermässige Anforderungen zu stellen sind. Die
bundesge
richtli
che
Rechtsprechung hat wiederholt darauf hingewiesen, dass körperlich leichte und wechselbelastende Tätigkeiten auf dem allein massgebenden aus
ge
gliche
nen Arbeitsmar
kt durchaus vorhanden sind. Dr.
Z.___
war daher nicht ge
halten, die im Einzelnen zumutbaren Verweistätigkeiten näher aufzuzeigen (Urteil des Bundesgerichts 8C_606/2012 vom 3. Dezember 2012 E. 5.3 mit wei
teren Hinweisen).
Zu ergänzen bleibt, dass für die Invaliditätsbemessung gemäss Gesetz nicht
der
real existierende Arbeitsmarkt, sondern der (sogenannte) ausgeglichene Ar
beits
markt massgebend ist (Art. 16 ATSG). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt ist ein theo
retischer und abstrakter Begriff. Er berücksichtigt die konkrete
Arbeits
markt
lage
nicht, umfasst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch tatsächlich nicht vorhandene Stellenangebote und sieht von fehlenden oder verringerten Chancen Teilinvalider, eine zumutbare und geeignete Arbeitsstelle zu finden, ab
(BGE 134 V 64 E.
4.2.1).
Nicht ersichtlich ist
, weshalb
der Beschwerdeführerin die
Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit aufgrund ihrer (
unfall
be
ding
ten
) Einschränkungen am rechten Arm
überhaupt nicht möglich
(vgl.
Urk.
1
S.
6)
respektive einzig zu 50
%
zumutbar sein soll (
Urk.
14/2)
. Denn die
Gerichts
praxis
geht davon aus, dass der ausgeglichene Arbeitsmarkt selbst für Personen, welche funktionell als Einarmige zu betrachten sind –
in welche Kategorie
die Beschwerdeführerin aber nicht
fällt
, sind ihr doch weiterhin ma
nuell leichte Tätigkeiten ohne repetitive Bewegungen und Belastungen des rechten Ellbogens und ohne Zwangshaltungen der rechten Hand in
Supination
möglich
– und über
dies nur noch leichte Arbeiten verrichten können,
genügend realistische
Be
tätigungsmöglichkeiten
bietet. Zu denken ist etwa an einfache
Überwach
ungs
-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die Bedienung und Überwachung von (halb-) automatischen Maschinen oder Produktionseinheiten, die nicht den Einsatz beider Arme und beider Hände voraussetzen
.
Solche Ar
beitsstellen be
stehen auch in produktionsnahen Betrieben, weshalb sich eine Einschränkung des in Betracht zu ziehenden Arbeitsmarktes auf den
Dienst
leistungssektor
nicht
aufdrängt
(Urteil des Bundesgerichts 8C_100/2012 vom 2
9.
März 2012 E.
3.4 mit
weiteren Hinweisen)
.
Demnach kann
auch nicht gesagt werden, dass der
Be
schwerdeführer
in
eine zumutbare Tätigkeit nur in so einge
schränkter Form mög
lich ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder
dass sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines durchschnitt
li
chen
Arbeitsgebers möglich wäre und das Finden einer entspre
chenden Stelle des
halb
von v
ornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteil des Bundes
gerichts
I
45/06
vom 5. März 2007 E. 4.2.3 mit weiteren Hinweisen).
5.3
Insofern gibt zu keiner Kritik Anlass, dass die Beschwerdegegnerin auf das
kreis
ärztliche
Zumutbarkeitsprofil abgestellt hat
.
Bei dieser Sachlage ist auch nicht ersichtlich,
inwiefern weitere Abklärungen neue, für die Beurteilung des vorlie
genden Falls entscheidende Erkenntnisse liefern könnten, sodass darauf zu ver
zichten ist (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E.
1d mit weiteren Hin
weisen).
6.
6.1
Zum Zeitpunkt des Fallabschlusses ist festzuhalten, dass ein Versicherer – so
fern
allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abge
schlossen sind – die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur so lange zu gewäh
ren hat, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).
Ob damit zu rechnen ist, dass mittels weiterer therapeutischer
Massnahmen
noch
eine namhafte Besserung der gesundheitlichen Situation im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG erzielt werden kann, bestimmt sich namentlich nach
Mass
gabe
der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähig
keit, soweit diese unfallbedingt beeinträchtigt ist. Dabei muss die durch weitere Heilbehand
lungen zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen. Unbedeutende Verbesse
rung
en genügen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 mit weiteren Hinweisen).
Sodann
gilt, dass der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht
auf Grund retrospektiver Festste
llungen zu beurteilen ist (
Urteil des Bundes
ge
richts 8C_675/201
0 vom 2
1.
Oktober 2010 E. 3.1.1
mit
weiteren
Hin
weisen).
6.2
Nach Lage der Akten erweist sich der ursprünglich per
1.
Juni 2009 vorgese
hene
Fallabschluss (vgl.
Urk.
8/25) als korrekt.
Denn in Übereinstimmung mit dem
SUVA-Kreisarzt
Dr.
Z.___
(
Urk.
8/24)
und den behandelnden Ärzten (
Urk.
8/26)
kann nicht gesagt werden, dass weitere Behandlungen noch eine namhafte
Besserung der unfallbedingten Symptomatik
respektive eine Steige
rung der
un
fall
bedingt
beeinträchtigten Arbeitsfähigkeit erwarten liessen
.
Schon zum da
ma
ligen Zeitpunkt stand fest, dass der Beschwerdeführerin die Ausübung ihrer ursprünglichen Arbeit nicht mehr möglich sein wird, sie hingegen in einer leidensangepassten Tätigkeit vollzeitig erwerb
s
tätig sein könnte
(vgl. auch die in
Urk.
20
S.
9 enthaltene Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung)
.
Von der
Osteo
syn
thesematerialentfernung
versprachen sich weder die behandelnden Medizi
ner
noch der SUVA-Arzt eine wesentliche
Steigerung des Leistungsvermögens, was sich im Nachhinein auch bestätigte
(vgl. auch
Urk.
8/56 S.
7, wonach die be
treffende Operation gemäss den Aussagen der Beschwerdeführerin keinen Ef
fekt
gehabt habe)
. Vielmehr stand
eine mögliche
Schmerzreduktion
im Fokus
.
Zudem
wurde auch die Anordnung von weiteren therapeutischen Massnahmen – soweit
ersichtlich – von den behandelnden Ärzten nicht mehr für indiziert er
achtet.
Vor
diesem Hintergrund
ist nicht nachvollziehbar, weshalb die
Be
schwerde
geg
ne
rin
nicht schon im Juni 2009 zur Prüfung der Rentenfrage
über
ging und
letzt
lich noch
Kostengutsprache für die
Osteosynthesematerialentfer
nung
gewährte. Dies
vermag
aber am Ergebnis, dass der Endzustand bereits im Sommer 2009 erreicht war, nichts zu ändern, zumal die Kostenübernahme zu Gunsten der Beschwerde
führerin ausgefallen ist. Einem Fallabschluss
mit Ein
stellung der
Taggeldleis
tungen
auf diesen Zeitpunkt hin steht damit nichts ent
gegen.
7.
7.1
Damit bleibt der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin per
1.
Juni 2009 zu prüfen:
7.2
Betreffend die Bestimmung des
Valideneinkommens
ist der Beschwerdeführerin insoweit zuzustimmen, dass angesichts des nicht gesundheitsbedingten Verlusts ihrer Stelle bei der
A.___
(vgl.
Urk.
8/66 S.
2) auf Tabellenlöhne
gemäss der vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgege
be
nen Lohnstrukturerhebung
en
(LSE)
abzustellen ist.
Angesichts ihrer
Erwerbs
biographie
(
Urk.
21
) rechtfertigt es sich, vom nicht nach Branchen differenzier
ten standardisierten monatlichen Bruttolohn für weibliche Arbeitskräfte an Ar
beitsplätzen des niedrigsten Anforderungsniveaus (Kategorie 4) auszugehen.
In Bezug auf das Invalideneinkommen stützte sich die Beschwerdegegnerin auf die
von ihr zusammengestellte
n
DAP
s
ab
, die das
Lohnjahr
2012 umfass
en
(Urk.
8/90). Vorliegend ist jedoch der Rentenanspruch ab Juni 2009 zu prüfen, weshalb an Stelle des DAP-Lohnvergleichs ein Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen ist. Da sowohl dem Validen- wie auch dem
Invaliden
einkommen
der Wert für einfache und repetitive Tätigkeiten zugrunde zu legen ist,
entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit unter Be
rücksichtigung des Abzugs vom Tabellenlohn.
Bei 100%iger Arbeitsfähigkeit bleibt zu prüfen, ob ein solcher Abzug gerechtfertigt ist.
7.3
Praxisgemäss kann der Tatsache, dass persönliche und berufliche Merkmale wie etwa Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dauer der Betriebszuge
hörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie Beschäftigungsgrad Aus
wirkungen auf die Höhe des Lohnes einer versicherten Person haben, durch einen Abzug vom LSE-Tabellenlohn Rechnung getragen werden. Ein (
behinde
rungs
bedingt
oder anderweitig begründeter) Abzug kann aber nur vorgenom
men
werden, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versi
cherte Person wegen eines oder mehrerer der genannten Kriterien ihre gesund
heitlich
bedingte (Rest-)Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Ar
beitsmarkt nur
mit unterdurchschnittlichem Erfolg erwerblich verwerten kann (Urteil des Bun
des
gerichts 8C_99/2013 vom
5.
April 2013 E.
4.1.2
)
.
Zwar wurde mit dem sogenannten Leidensabzug ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwer
arbeit verrichtet
haben
und nach Eintritt des Gesundheitsschadens auch für leich
tere Arbeiten
nurmehr
beschränkt einsatzfähig sind, in der Regel das ent
sprech
ende durchschnittliche Lohnniveau gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Nach
dem sich hieraus ein allgemeiner behinderungsbedingter Abzug entwickelt hatte
, der unter Berücksichtigung der bereits dargelegten persönlichen und be
ruflichen Merkmale (
vgl. vorstehend
) gesamthaft zu schätzen ist, führte die ge
sundheit
lich bedingte Unmöglichkeit, weiterhin körperlich schwere Arbeit zu verrichten, nicht automatisch zu einer weiteren Verminderung des hypotheti
schen
Invali
den
lohnes
. Vielmehr ist der Umstand allein, dass
nurmehr
leichte körperliche Tätigkeiten zumutbar sind, kein Grund für einen zusätzlichen
lei
densbedingten
Abzug, weil der Tabellenlohn im Anforderungsniveau 4 bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst
(Urteil des Bundesgerichts 8C_99/2013 vom
5.
April 2013 E. 4.1.3).
Mit
Bezug auf den behinderungs- beziehungsweise
leidensbedingten Abzug ist
zu beachten, dass das medizinische Anforderungs- und Belastungsprofil eine zum
zeitlich zumutbaren Arbeitspensum tretende qualitative oder quantitative Ein
schrän
kung der Arbeitsfähigkeit darstellt, wodurch in erster Linie das Spektrum der erwerblichen Tätigkeiten (weiter) eingegrenzt wird, welche unter Berück
sichtigung der Fähigkeiten, Ausbildung und Berufserfahrung der versi
cherten Person
realistischerweise
noch in Frage kommen. Davon zu unterschei
den ist die Frage, ob mit Bezug auf eine konkret in Betracht fallende Tätigkeit bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage verglichen mit einem gesunden Mitbewer
ber nur bei Inkaufnahme einer Lohneinbusse reale Chancen für eine Anstellung besteh
en.
Lediglich wenn - auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt - unter Berück
sichtigung solcher Einschränkungen, die personen- oder
arbeitsplatzbe
zogen
sei
n
können, kein genügend breites Spektrum an zumutbaren
Verwei
sungstätig
kei
ten
mehr besteht, rechtfertigt sich allenfalls ein (zusätzlicher) Ab
zug vom
Tabellen
loh
n
(Urteil 9C_796/2013 vom 2
8.
Januar
2014 E.
3.1
f. mit weiteren Hinweisen
)
.
7.4
Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin
besteht für einen
leidensbe
dingten
Abzug aufgrund ihres Alters, ihrer fehlenden Sprachkenntnisse und der
fehlenden schweizerischen Ausbildung (
Urk.
1 S. 9) kein Raum. So fällt das Al
ter
der Beschwerdeführerin – im Jahr 2009 war die Versicherte erst 42 Jahre alt – nicht ins Gewicht, da Hilfsarbeiten auf dem hier massgebenden hypotheti
schen
(ausgeglichenen) Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachge
fragt werden
und sich das Alter in diesen Tätigkeiten auch nicht lohnsenkend aus
wirkt
(Urteil des damaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 745/05 vom
1
4.
Februar 2006 E.
2.4.5).
Im Hinblick auf die de
r
Beschwerdeführer
in
zumut
bare Erwerbstätigkeit im Anforderungsniveau 4 lässt sich ein Abzug vom
Tabel
len
lohn
infolge sprachlicher Schwierigkeiten beziehungsweiser fehlender Ausbi
l
dung ebenfalls nicht rechtfertigen
, zumal für Tätigkeiten im
Anforde
rungs
niveau
4 definitionsgemäss eine besondere Bildung ebenso wenig voraus
gesetzt wird wie gute Kenntnisse der deutschen Sprache
(
vgl.
Urteile des Bun
desgerichts 8C_328/2011 vom
7.
Dezember 2011 E.
10.2
und 9C_833/2013 vom 2
3.
Oktober 2013 E. 4.2
).
Der Beschwerdeführerin ist vorliegend zudem die Aus
übung einer angepassten Tätigkeit ohne zeitliche Einschränkungen möglich.
Gestützt auf das von
Dr.
Z.___
evaluierte Zumutbarkeitsprofil fallen zwar be
stimmte Arbeits
plätze für die Beschwerdeführerin ausser Betracht, im Totalwert über alle Bran
chen sind aber im Anforderungsniveau 4 immer noch genügend Stellen enthal
ten, die ihr trotz ihrer
(unfallbedingten)
B
eschwerden
noch zu
mutbar sind.
Dass
weiterhin ein genügend breites Spektrum an zumutbaren
Verweisungstätig
keite
n
besteht,
ist allein schon
in der von der
Beschwerdegeg
nerin
mit 115 angegebe
nen Gesamtzahl der in Anbetracht der Behinderung der Beschwerdeführerin in
Frage kommenden
, in der Nähe ihres Wohnortes liegen
den
Arbeitsplätze ersicht
lich (Urk.
8/90).
7.5
Nach dem Gesagten
liegt die unfallbedingte Erwerbseinbusse unt
er dem
Erheb
lichkeits
grenzwert
von 10
%
, weshalb kein Anspruch auf eine Invalidenrente der
Unfallversicherung besteht.
7.6
Zusammenfassend ist
festzuhalten, dass der angefochtene
Einspracheentscheid
vom
7.
März 2013
im Ergebnis
nicht zu beanstanden ist. Dies führt zur Abwei
sung der Beschwerde.
8.
Der mit Gerichtsverfügung vom 15. Mai 2013 bestellte unentgeltliche Rechts
bei
stand der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Christian Jaeggi, macht
e
mit seiner Honorarnote vom
21. November
2014 (Urk.
22/2
) einen Aufwand von
13.
3 Stunden sowie
eine
Auslagen
pauschale
von Fr.
73.80
geltend
.
Gemäss § 8 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen
vor dem Sozialversicherungsgericht (
GebV
SVGer
) richtet sich die Entschädi
gung
der unentgeltlichen Rechtsvertretung nach § 7 der
GebV
SVGer
. Für un
nö
tigen Aufwand einer Partei wird keine Entschädigung zugesprochen (§ 7 Abs. 1 der
GebV
SVGer
). Der Rechtsvertreter verrechnete neben den im Gerichtsverfahren getätigten Bemühungen auch seinen in der Zeit vom 21. Juni 2013 bis 14. Feb
ruar 2014 angefallenen Aufwand im Zusammenhang mit dem am 14. Februar 2014 aufgelegten Bericht von Dr
.
Y.___
(Urk. 14/2). Da dieser Bericht zur
Entscheidfindung
nichts beigetragen hat und letztlich unnötig war, können die entsprechenden Aufwendungen von insgesamt 4.4 Stunden im Rahmen
der unentgeltlichen
Verbeiständung
nicht ersetzt werden.
Die verbleibenden Bemühungen von 8.9 Stunden (
13.3 .
/. 4.4 Stunden) sind beim praxisgemässen Ansatz von Fr. 200.-- (zuzüglich Mehrwertsteuer) und unter Berücksichtigung der (entsprechend reduzierten) Auslagenpauschale mit Fr. 1‘980.-- (inklusive Mehrwertsteuer und Barauslagen) zu entschädigen. Die Beschwerdeführerin wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Der unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, Rechtsanwalt Christian Jaeggi, Zürich,
wird mit
Fr.
1
'
98
0
.-- (inkl. Barauslagen und
MWSt
) aus der Gerichts
kasse entschädigt.
Die Beschwerdeführerin wird
auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Christian Jaeggi
unter Beilage
einer Kopie
der
Urk.
19-21
-
Rechtsanwalt
Dr.
Beat Frischkopf
unter Beilage
einer Kopie
der
Urk.
19-21
-
Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
-
Gerichtskasse
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GräubLocher