# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e772769-e603-5544-84f9-52fe742d4bea
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 18.12.2012 U 2009 84
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2009-84_2012-12-18.pdf

## Full Text

U 09 84

1. Kammer 

URTEIL
vom 19. Januar 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Widerruf Niederlassungsbewilligung

1. a) …, geb. 1963, türkischer Staatsangehöriger, lebt seit 1979 in der Schweiz, wo 

er die Niederlassungsbewilligung erhalten hat. Im Jahre 1991 erfolgte der 

Familiennachzug seiner ersten Ehefrau, mit welcher er zwei Kinder hat. Die 

Ehe wurde im Jahre 2000 in der Türkei geschieden. Die elterliche Sorge über 

die Kinder in der Folge auf die Mutter … übertragen.

b) Am 30. August 2002 heiratete der Beschwerdeführer die kroatische 

Staatsangehörige ... Aus dieser Ehe ist ein Sohn hervorgegangen. Ein im 

Oktober 2002 gestelltes Gesuch um Familiennachzug für seine Ehefrau 

wurde am 23. Oktober 2003 abgewiesen, weil die finanziellen 

Voraussetzungen wegen hoher Verschuldung des Gesuchstellers nicht erfüllt 

waren. 

c) Gleichentags leitete das Amt für Polizeiwesen und Zivilrecht Graubünden 

(Amt) gegen ihn eine Aufenthaltsprüfung ein wegen Verschuldung 

(Betreibungen in der Höhe von insgesamt Fr. 174'152.60 sowie 18 

Verlustscheine in der Höhe von Fr. 87'022.15) und wegen diverser 

strafrechtlicher Verurteilungen (Drohung, einfache Körperverletzung, Fahren 

ohne Führerausweis, Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz, 

Checkbetrug, Kreditkartenmissbrauch, Freiheitsberaubung usw.). Mit 

Verfügung vom 17. Dezember 2004 drohte ihm das Amt den Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung an, weil er seinen öffentlichrechtlichen und 

privatrechtlichen Verpflichtungen nicht rechtsgenüglich nachkomme. Es wies 

ihn zudem ausdrücklich darauf hin, dass ein erneutes Straffälligwerden 

ebenso wie das Hinzukommen von weiteren Betreibungen oder 

Verlustscheinen die Ausweisung aus der Schweiz zur Folge hätten. Ebenso 

hielt es ihn an, den Abbau der aufgelaufenen Schulden nachzuweisen.

d) Am 28. September 2007 beantragte … die Verlängerung der Kontrollfrist 

seiner Niederlassungsbewilligung. Im Zuge der nachfolgenden 

Überprüfungen zeigte es sich, dass sich im Vergleich zur Überprüfung im 

Jahre 2004 sowohl die Zahl der angehobenen Betreibungen als auch der 

Verlustscheine erhöht hatte. Der Gesuchsteller hielt dem entgegen, dass ihn 

keinerlei Verschulden an den Betreibungen treffe. Überdies habe er seinen 

Schuldenberg durch Lohnpfändungen von Fr. 251’702.-- auf Fr. 137'353.-- 

abbauen und sein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit erheblich 

steigern können. Mit Verfügung vom 20. Mai 2008 verlängerte das zuständige 

Amt die Kontrollfrist der Niederlassungsbewilligung unter gleichzeitigem 

Hinweis, dass die Überprüfung des Aufenthaltsstatus des Gesuchstellers 

noch nicht abgeschlossen sei, weil noch Abklärungen bei den 

Steuerbehörden anstehen würden. 

e) Mit Verfügung vom 30. Oktober 2008 widerrief das Amt für Polizeiwesen und 

Zivilrecht Graubünden die Niederlassungsbewilligung von ... Es stellte sich 

auf den Standpunkt, dass der Gesuchsteller seinen öffentlich-rechtlichen und 

privatrechtlichen Zahlungsverpflichtungen nur äusserst liederlich nachkomme 

und er sich seit 2004 nur ungenügend um die Tilgung seiner aufgelaufenen 

Schulden bemüht habe. In den vergangenen 8 Jahren seien insgesamt 35 

Verlustscheine in der Gesamthöhe von Fr. 112'196.15 gegen ihn ausgestellt 

worden. Diverse Forderungen würden zudem durch Lohnpfändung 

eingetrieben, ohne dass der Schuldenberg abgebaut worden wäre. Die 

Steuerrechnungen der Jahre 2005, 2006 und 2007 seien noch nicht bezahlt 

und im Vergleich zum Status 2004 seien zudem neue Betreibungen und 

Verlustscheine hinzugekommen. Dem Beschwerdeführer sei angesichts der 

konkreten Gegebenheiten auch eine Ausreise in sein Heimatland oder zu 

Ehefrau und Kind ohne weiteres zumutbar.

f) In seiner dagegen am 28. November 2008 beim Departement für Justiz, 

Sicherheit und Gesundheit Graubünden erhobenen Beschwerde machte … 

geltend, dass der Vorwurf der liederlichen Erfüllung der öffentlich-rechtlichen 

Verpflichtungen ungerechtfertigt sei. So seien die Steuern für das Jahr 2005 

bezahlt und für jene der Jahre 2006 und 2007 hätte er eine Stundung und 

Ratenzahlungen vereinbaren können. Zudem habe er die Ratenzahlungen 

beim Betreibungsamt … erhöht. Aus dem Betreibungsregister vom 12. 

November 2008 gehe hervor, dass er nur noch mit acht Betreibungen 

verzeichnet sei. Seit März 2004 habe er das Total der Verlustscheine und der 

Betreibungen um Fr. 115'000.-- gesenkt. Eine Wegweisung sei 

unverhältnismässig und eine Ausreise nach Kroatien oder in sein Heimatland 

seien unzumutbar.

g) Mit Verfügung vom 24./31. August 2009 wies das Departement für Justiz, 

Sicherheit und Gesundheit Graubünden die Beschwerde ab. Dem 

Beschwerdeführer sei es - trotz des im Jahre 2004 angedrohten Widerrufs der 

Niederlassungsbewilligung - nicht gelungen, seine Schulden zu reduzieren. 

Vielmehr hätten sich diese gar noch weiter erhöht, und dies obwohl er ein 

steuerbares Einkommen von rund Fr. 104'300.-- (2006 und 2008) bzw. Fr. 

101'600.-- (2007, provisorisch) aufgewiesen habe. Ein Vergleich des 

Betreibungsregisterauszuges vom 29. Oktober 2008 mit demjenigen vom 28. 

Juli 2009 zeige sodann, dass der Beschwerdeführer zwischen Februar 2004 

und Juni 2009 lediglich zwei bescheidene Forderungen mittels Lohnpfändung 

getilgt habe; weitere Tilgungen seien nicht auszumachen. Auffallend sei auch, 

dass er bei der Steuerverwaltung erst im Juni 2008 ein Gesuch um 

Ratenzahlungen gestellt habe, obwohl es ihm möglich gewesen wäre, seine 

Steuerschulden früher zu tilgen. Erschwerend komme hinzu, dass seit Erlass 

der angefochtenen Verfügung bereits vier neue Betreibungen über Fr. 

26'602.-- hinzugekommen seien. Der Vorwurf, dass der Beschwerdeführer 

seinen öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen mutwillig nicht nachkomme, sei 

daher begründet. Offenbar sei er nicht ernsthaft gewillt, seine Schulden 

gemäss seinen Möglichkeiten zu begleichen bzw. zurückzuzahlen. Es komme 

hinzu, dass er gemäss Auskunft des Betreibungsamtes … seit Februar 2009 

auch keine Ratenzahlungen mehr an das Betreibungsamt leiste. Sein 

Verhalten sei daher als schwerwiegender Verstoss gegen die öffentliche 

Ordnung in der Schweiz zu qualifizieren und der Widerrufstatbestand von Art. 

63 Abs. 1 lit. b AuG auch daher erfüllt. Der Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung erweise sich aber auch als verhältnismässig. 

Angesichts der hohen Verschuldung bestehe ein gewichtiges öffentliches 

Interesse an der Ausweisung, wobei diesem mehr Gewicht zukomme, als 

dessen privaten Interessen an einem Verbleib  in der Schweiz. Zwar halte er 

sich bereits seit 1979 in der Schweiz auf, doch könne angesichts der 

dargestellten finanziellen Situation nicht von einer besonders intensiven und 

schützenswerten Integration gesprochen werden. Zudem halte er sich häufig 

über mehrere Wochen entweder ferienhalber oder geschäftlich in seinem 

Heimatland auf, wo er neben geschäftlichen auch soziale Kontakte pflege. 

Eine Wegweisung wäre auch daher nicht mit einschneidenden Konsequenzen 

verbunden. Seine Ehefrau und das Kind hielten sich in Kroatien auf, besässen 

gar keine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz, was ebenfalls für die 

Zulässigkeit der Ausweisung spreche.

2. Dagegen liess … am 7. Oktober 2009 beim Verwaltungsgericht frist- und 

formgerecht Beschwerde erheben mit den Anträgen, es seien die 

angefochtene Departementsverfügung (Ziff. 1) und die dieser zugrunde 

liegende Verfügung des Amtes für Polizeiwesen aufzuheben und es sei vom 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers abzusehen 

(Ziff. 2). Eventualiter sei der Beschwerdeführer gemäss Art. 96 Abs. 2 AuG zu 

verwarnen (Ziff. 3). Ferner sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu 

erteilen und dem Beschwerdeführer zu gestatten, den Beschwerdeentscheid 

in der Schweiz abzuwarten (Ziff. 4). Er sei Kaufmann; als solcher kaufe er in 

der Schweiz und im angrenzenden Ausland diverse Warenposten, welche er 

dann wiederum in grossen Mengen an Kontaktpersonen verkaufe, die diese 

Waren ins Ausland exportieren würden. Seitens der  Vorinstanzen seien seine 

Schuldensituation falsch dargestellt und die von ihm vorgelegten Beweise 

nicht korrekt gewürdigt worden. Gemäss Betreibungsregisterauszug vom 8. 

Mai 2006 habe es zwischen 2001 und 2006 insgesamt 45 Betreibungen über 

Fr. 166'639.60, 28 offene Verlustscheine über Fr. 98'955.05 sowie eine 

Lohnpfändung gegeben, mit der Folge, dass einzelne Forderungen nach 

Ablauf eines Jahres erneut in Betreibung gesetzt worden seien. Auch bei den 

offenen Verlustscheinen hätten ihn die Gläubiger periodisch wieder betrieben, 

um abzuklären, ob der Beschwerdeführer den Verlustschein zurückkaufen 

könne. Aus dem Betreibungsregisterauszug vom 12. November 2008 gehe 

hervor, dass nur noch Betreibungen im Umfange von Fr. 22'703.65, dafür aber 

Verlustscheine im Umfange von Fr. 112'196.15 bestanden hätten. Gemäss 

Auszug vom 18. September 2009 seien nun zwar fünf weitere Betreibungen 

in der Höhe von Fr. 28'276.80 hinzugekommen, drei von der Steuerverwaltung 

…, eine von der … und eine von der … AG. Hingegen seien Verlustscheine 

teilweise bezahlt worden, so dass noch Verlustscheine über Fr. 112’196.15 

bestehen geblieben seien. Obwohl verschiedene Verlustscheine 

zurückgekauft worden seien, sei deren Löschung unterblieben. So 

beispielsweise jener der … über Fr. 57'376.10. Dieser Verlustschein sei schon 

vor langer Zeit durch eine Zahlung von Fr. 7'300.-und die Übereignung eines 

Grundstückes in der Türkei zu einem grossen Teil getilgt worden. Die 

Löschung dieses Verlustscheines sei dann aber unterblieben, weil die Filiale 

der Bank inzwischen aufgehoben und von der … übernommen worden sei. 

Die Verlustscheine der … GmbH und der … seien bereits in seinem Besitze 

und zwischenzeitlich auch gelöscht worden; ebenso jene des Bezirksgerichts 

… und des Kreisamtes … (total Fr. 1'213.60). Der  Verlustschein der … habe 

sich als unbegründet herausgestellt und sei ebenfalls gelöscht worden. Im 

Juni 2008 habe er sodann mit der Steuerbehörde Ratenzahlungen 

vereinbaren können. Bis zum Erlass der Verfügung des Amtes für 

Polizeiwesen und Zivilrecht habe er die Raten pünktlich bezahlt, nachher sei 

ihm dies mangels Einkommen nicht mehr möglich gewesen, weil ihm mit dem 

Widerruf  der Niederlassungsbewilligung die Basis für seine Handelstätigkeit 

entzogen worden sei. Zwischenzeitlich habe er sodann die offenen 

Steuerrechungen beglichen, nachdem die noch nicht rechtskräftigen 

Veranlagungen widererwägungsweise herabgesetzt worden seien. Die 

Verlustscheine der Steuerbehörden seien zum Teil bereits abbezahlt. Per 2. 

Oktober 2009 habe er zudem einen Schuldenberater beigezogen, womit seine 

finanzielle Lage weiter habe verbessert werden können. So sei bereits für 

einen weiteren Verlustschein eine Abzahlungsvereinbarung getroffen worden. 

Im Zeitpunkt des Entscheides der angefochtenen Departementsverfügung 

hätten lediglich noch Verlustscheine über Fr. 100'167.35 bestanden, womit 

aufgezeigt werden könne, dass er seine Schulden bereits vor dem Entscheid 

klar und drastisch verringert habe. Die im Juli 2008 eingeleiteten Betreibungen 

der … AG und der … AG seien ungerechtfertigt gewesen. So sei im Falle der 

… AG die Sühneverhandlung wohl durchgeführt, der Leitschein aber nicht 

prosequiert worden. Die … AG habe die Forderung gar nicht eingeklagt und 

die Forderung der Finanzverwaltung Graubünden sei in der Zwischenzeit 

getilgt worden. Auch daraus ergebe sich, dass er gar keine neuen Schulden 

mehr gemacht und die alten Schulden erheblich abgebaut habe. Damit sei er 

aber den Auflagen des Amtes für Polizeiwesen und Zivilrecht aus dem Jahre 

2004 nachgekommen; von einer mutwilligen Nichteinhaltung der ihm 

obliegenden Verpflichtungen könne daher keine Rede sein. Angesichts des 

Beizugs des Schuldenberaters könne man auch davon ausgehen, dass er in 

Zukunft keine Schulden mehr machen werde. Mit der Wegweisung würde 

seine in der Schweiz aufgebaute selbständige Erwerbstätigkeit zerstört, zumal 

ihm weder bei einer Rückkehr in die Türkei noch bei einer Ausreise nach 

Kroatien zu seiner Ehefrau eine Aufrechterhaltung der bisherigen 

Geschäftstätigkeit möglich wäre.  

3. Mit vorsorglicher Verfügung vom 15. Oktober 2009 wurde der Beschwerde in 

dem Sinne aufschiebende Wirkung zuerkannt, als der Aufenthalt des 

Beschwerdeführers im Kanton Graubünden während der Dauer des 

Beschwerdeverfahrens vor dem Verwaltungsgericht geduldet wurde.

4. Das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden liess 

Abweisung der Beschwerde beantragen. Es wies darauf hin, dass in der  Zeit 

vom 28. Juli 2009 (massgebender Betreibungsregisterauszug) und dem 31. 

August 2009 (Mitteilung der Verfügung) bereits eine weitere Betreibung 

hinzugekommen sei und sich die Summe der offenen 

Verlustscheinforderungen um Fr. 17'329.90 auf Fr. 129'526.05 erhöht habe. 

Die Darstellung, wonach die Forderung der … (Fr. 57'376.10) durch eine 

angebliche Zahlung von Fr. 7'300.-- und eine Übereignung eines 

Grundstückes in der Türkei zu einem grossen Teil getilgt worden sei, 

erscheine als unglaubwürdig und sei auch nicht belegt. Fest stehe aber,  dass 

nicht die ganze Forderung getilgt sei. Bei den Verlustscheinen der … GmbH 

und der … habe es sich um bescheidene Forderungen gehandelt (Fr. 737.50 

resp. 460.--), weshalb der Beschwerdeführer aus deren Tilgung auch nichts 

zu seinen Gunsten ableiten könne. Der Einwand, dass er erst im Juni 2008 

mit den Steuerbehörden Ratenzahlungen vereinbart habe, weil er auf eine 

Reduktion der Rechnungen gehofft habe, sei unbehelflich. Es sei auch nicht 

nachvollziehbar, inwieweit ein Zusammenhang zwischen der 

Niederlassungsbewilligung und den Abzahlungsvereinbarungen bestanden 

haben könnte. Wenn zwischenzeitlich einzelne Veranlagungsverfügungen der 

Steuerverwaltung in Wiedererwägung gezogen worden seien, spiele dies 

keine Rolle, weil dies erst nach der Mitteilung der angefochtenen Verfügung 

geschehen sei. Im Übrigen habe es sich auf die Auskünfte der 

Steuerverwaltung verlassen dürfen. Inwiefern die Steuerschulden durch die 

Wiedererwägung reduziert worden seien, werde nicht dargetan. Selbst wenn 

die Verlustscheine der Steuerverwaltung bald abbezahlt worden sein sollten, 

werde nicht aufgezeigt, wie der Beschwerdeführer die privatrechtlichen 

Schulden zu tilgen gedenke. Augenfällig sei, dass er den Schuldnerberater 

erst nach Mitteilung der angefochtenen Departementsverfügung beigezogen 

habe. Der geltend gemachte Überblick über die Verlustscheine sei im Übrigen 

insofern unvollständig, als die Verlustscheine von … über Fr. 3'725.15, der … 

über Fr. 2'663.05 und der … über Fr. 3'607.75 fehlen würden. Hinsichtlich der 

geltend gemachten Tilgungen von Verlustscheinen wäre es Sache des 

Beschwerdeführers gewesen, diese nachzuweisen. Es habe sich jedenfalls 

auf die verschiedenen Auszüge des Betreibungsamtes und auf die Auskünfte 

der Steuerämter verlassen dürfen. Selbst wenn es zutreffen würde, dass seit 

2007 keine neuen Betreibungen mehr dazugekommen wären, bliebe die 

Tatsache der hohen offenen Verlustscheine bestehen. Es sei nicht ersichtlich, 

weshalb der Beschwerdeführer sein Gewerbe nicht auch vom Ausland aus 

betreiben sollte können. Bis dato habe er nicht dargetan, inwiefern es ihm bei 

einem steuerbaren Einkommen von über Fr. 100'000.--  nicht möglich 

gewesen sein sollte, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen bzw. 

die Schulden abzubauen. Es müsse jedenfalls davon ausgegangen werden, 

dass er auch zukünftig seinen öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen nicht 

nachkommen werde.   

5. In einem zweiten Schriftenwechsel ergänzten und vertieften die Parteien die 

von ihnen eingenommenen Rechtsstandpunkte. Der Beschwerdeführer legte 

ergänzend einen weiteren  Betreibungsregisterauszug, datiert  vom 26. 

Oktober 2009, ins Recht. Aus diesem ergebe sich, dass sich die offenen 

Forderungen aus den Verlustscheinen nur noch auf Fr. 50'653.70 belaufen 

würden und noch offene Betreibungen über Fr. 8'859.35 bestünden. Er habe 

sich also sehr wohl bemüht, die Schuldenlast zu reduzieren.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet die Departementsverfügung vom 31. August 2009, 

mit welcher der vom Amt für Polizeiwesen am 30. Oktober 2008 verfügte 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und die 

damit einhergehende Wegweisung bestätigt worden ist.

2. a) Ausgangspunkt der sich vorliegend stellenden Fragen bildet eine frühere 

Verfügung des Amtes für Polizeiwesen Graubünden vom 17. Dezember 2004. 

Darin wurde dem Beschwerdeführer bereits die Ausweisung angedroht, falls 

er erneut straffällig werden würde oder weitere Betreibungen bzw. 

Verlustscheine gegen ihn registriert werden müssten und es ihm nicht gelinge, 

den Abbau seiner Schulden nachzuweisen.

b) Vorweg bleibt festzuhalten, dass die Vorinstanz die für die Beurteilung der 

sich vorliegend mit dem streitigen Widerruf der Niederlassungsbewilligung (im 

früheren Recht noch als Ausweisung bezeichnet) stellenden Fragen 

massgebenden gesetzlichen Grundlagen und Voraussetzungen (vgl. Art. 63 

Abs. 1 i.V. mit Art. 62 lit. a und b AuG) zutreffend dargelegt hat. Richtig ist 

auch, dass gemäss Art. 63 Abs. 2 AuG die Niederlassungsbewilligung eines 

Ausländers, der sich seit mehr als 15 Jahren ordnungsgemäss in der Schweiz 

aufgehalten hat, nur aus den in Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG und Art. 62 lit. b AuG 

aufgeführten Gründen widerrufen werden kann. Darauf kann verwiesen 

werden. Zu prüfen ist zum einen, ob der von der Vorinstanz angenommene 

Widerrufsgrund des Verstosses gegen die öffentliche Ordnung und Sicherheit 

im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erfüllt ist, und zum andern, ob sich die 

damit verbundene Wegweisung als verhältnismässig erweist.  

c) Der von der Vorinstanz zum erwähnten Widerrufsgrund zutreffend zitierten 

Lehre und Rechtsprechung, auf die verwiesen werden kann, lässt sich 

unschwer entnehmen, dass eine Verschuldung in bedeutendem Umfang 

einen Verstoss gegen die öffentliche Ordnung darstellt, oder mit anderen 

Worten gesagt, dass der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG bereits 

durch blosse Schuldenmacherei erfüllt werden kann (vgl. das noch unter dem 

alten Recht zu Art. 10 Abs. 1 lit. b ANAG ergangene Urteil des Bundesgerichts 

2C_375/2008 vom 5. November 2008). Vorliegend wurde bereits in der 

rechtskräftigen Verfügung des Amtes für Polizeiwesen Graubünden vom 17. 

Dezember 2004 festgehalten, dass auf Grund der massiven Überschuldung 

des Beschwerdeführers (41 Betreibungen in Höhe von insgesamt Fr. 

174'152.60 sowie 18 Verlustscheine in der Höhe von Fr. 87'022.15), seiner 

liederlichen Zahlungsverpflichtungen wie auch seiner diversen 

strafrechtlichen Verurteilungen die Voraussetzungen für eine Ausweisung 

erfüllt und eine solche wohl auch verhältnismässig wäre. Um ihm die 

Möglichkeit zu geben, den angehäuften Schuldenberg abzubauen, beliess es 

das Amt für Polizeiwesen, im Sinne einer letzten Chance, bei der Androhung 

der Ausweisung. Es wies den heutigen Beschwerdeführer aber bereits damals 

im Sinne einer Auflage ausdrücklich darauf hin, dass dessen Ausweisung 

angeordnet werde, wenn er erneut straffällig werde, weitere Betreibungen 

bzw. Verlustscheine gegen ihn registriert werden müssten und/oder es ihm 

nicht gelinge, den Abbau seiner Schulden nachzuweisen. Wie sich nun dem 

Betreibungsregisterauszug vom 29. Oktober 2008 entnehmen lässt, stiegen 

die Anzahl Betreibungen auf nunmehr 52 in der Höhe von insgesamt Fr. 

198'439.25 an; zudem resultierten 35 offene Verlustscheine über Fr. 

112'196.15. Obwohl der Beschwerdeführer zumindest in den Jahren 2006 - 

2008 über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügte (mehr als Fr. 

100'000.-- steuerbares Einkommen), welches ihm eigentlich namhafte 

Tilgungen ermöglichen und zudem den geschilderten Anstieg von 

Betreibungen und Verlustscheinen verhindern hätte sollen, hat er den in der 

erwähnten Verfügung 2004 aufgenommenen Auflagen offenkundig 

unzureichend Folge geleistet und in Kenntnis der förmlichen Androhung der 

Ausweisung weitere Schulden gemacht. Mit seinem Verhalten hat er letztlich 

aufgezeigt, dass er nicht ernsthaft gewillt war, seine Schulden gemäss seinen 

Möglichkeiten zu begleichen bzw. zurückzuzahlen, sondern ganz im 

Gegenteil liess er diese noch weiter ansteigen. Erst nach Einleitung des 

streitigen Widerrufsverfahrens, und mehrheitlich gar erst nach Mitteilung der 

angefochtenen Departementsverfügung hat er mit dem Zuzug eines 

Schuldnerberaters ernsthafte Anstrengungen zur Tilgung der grossen 

Schuldenlast unternommen. Daraus kann er nun aber vorliegend nichts mehr 

zu seinen Gunsten ableiten. Wie nämlich das Bundesgericht im oben 

erwähnten Urteil 2C_375/2008 unmissverständlich festgehalten hat, kommt 

solchen nach Einleitung des Widerrufsverfahrens getätigten Tilgungen keine 

massgebende Bedeutung mehr zu. Entsprechend steht vorliegend auch fest, 

dass die Voraussetzungen für den streitigen Widerruf der 

Niederlassungsbewilligung gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG offensichtlich 

erfüllt sind. 

d) Die damit einhergehende Wegweisung ist statthaft, wenn sie sich insgesamt 

betrachtet (Art. 96 Abs. 1 und 2 AuG) als verhältnismässig erweist. 

Diesbezüglich ist mit der Vorinstanz, auf deren zutreffenden ausführlichen 

Darlegungen und Feststellungen im angefochtenen Entscheid ohne weiteres 

verwiesen werden kann, und damit entgegen der Vorbringen des 

Beschwerdeführers, davon auszugehen, dass die Fernhaltemassnahme 

unbesehen der langjährigen beschwerdeführerischen Aufenthaltsdauer und 

der verspätet ernsthaft an die Hand genommenen Schuldensanierung 

durchaus verhältnismässig ist. So hat der Beschwerdeführer ohne Weiteres 

die Möglichkeit, seine Tätigkeit als Kaufmann von Kroatien, wo seine Ehefrau 

lebt, oder von der Türkei aus zu betreiben. Sodann ist angesichts der in der 

Sachverhaltszusammenfassung ausführlich geschilderten Gegebenheiten 

das öffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdeführers 

zweifellos weit grösser als sein persönliches Interesse am weiteren Verbleib 

in der Schweiz. Dies zeigt sich auch daran, dass seine Ausführungen in den 

Rechtsschriften eine Einsicht in die Unrechtmässigkeit seiner langjährigen 

Schuldenmacherei vermissen lassen. Hinzu kommt aber auch, dass bei ihm 

angesichts seiner Schuldensituation - trotz Aufenthaltes in der Schweiz seit 

1979 - auch nicht von einer besonderes intensiven und schützenswerten 

Integration gesprochen werden kann (Urteil des Bundesgerichtes 

2C_375/2008 vom 5. November 2008). Mit seinen diversen Einwendungen 

vermag er nicht durchzudringen. Die Vorinstanz hat bei dieser Sach- und 

Rechtslage zu Recht das Übergewicht des öffentlichen Interesses und die 

Verhältnismässigkeit der Wegweisung des Beschwerdeführers bejaht. 

Nachdem er bereits im Jahre 2004 mit rechtskräftiger Verfügung verwarnt und 

auf die Folgen weiterer Widerhandlungen (Ausweisung bzw. nunmehr 

Wegweisung) hingewiesen worden ist, besteht auch kein Raum mehr für eine 

weitere Verwarnung i.S. von Art. 96 Abs. 2 AuG. 

e) Die Beschwerde erweist sich als vollumfänglich unbegründet und ist daher 

abzuweisen.  

3. Bei diesem Ausgang gehen die Verfahrenskosten zulasten des 

Beschwerdeführers. Für die Zusprechung einer Parteientschädigung an die 

Vorinstanz besteht, weil diese in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt hat, 

kein Anlass.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1’500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 333.--

Zusammen Fr. 1'833.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 6. Oktober 2010 

gutgeheissen und die Sache an das Verwaltungsgericht zurückgewiesen 

(2C_273/2010).