# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a98c0f2e-7008-5623-9ab4-e1c2d7a98309
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-02-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.02.2014 D-715/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-715-2014_2014-02-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-715/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  F e b r u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Robert Galliker, 

mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;   

Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), Sri Lanka,   

vertreten durch Manuela Schiller, Rechtsanwältin,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des BFM vom 13. Januar 2014 / N (…). 

 

 

D-715/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 15. September 2008 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte, 

dass das BFM dieses Asylgesuch mit Verfügung vom 1. Juni 2011 ab-

lehnte und die Wegweisung des Beschwerdeführers sowie den Wegwei-

sungsvollzug anordnete, 

dass die vom Beschwerdeführer gegen die erstinstanzliche Verfügung er-

hobene Beschwerde vom Bundesverwaltungsgericht mit Urteil 

D-3859/2011 vom 10. September 2012 abgewiesen wurde, 

dass der Beschwerdeführer am 26. November 2013 erneut ein Asylge-

such in der Schweiz einreichte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 13. Januar 2014 – eröffnet am 3. Feb-

ruar 2014 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) (neu seit 1. Februar 2014: Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG) auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegweisung 

aus der Schweiz nach Frankreich anordnete und den Beschwerdeführer 

aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerde-

frist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an den Be-

schwerdeführer verfügte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 10. Februar 2014 gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und 

dabei in materieller Hinsicht beantragte, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben, auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers sei einzutreten 

und die Sache sei zur Beurteilung an die verfügende Behörde zurückzu-

weisen, 

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Erteilung der aufschieben-

den Wirkung ersuchte, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 13. Februar 2014 beim Bundesver-

waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

D-715/2014 

Seite 3 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der 

Regel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 

1968 [VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31‒33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 

SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Ju-

ni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich, wie nachfolgend aufgezeigt wird, um eine solche handelt, weshalb 

der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich das Dublin-Assoziierungsabkommen vom 26. Oktober 

2004 (DAA, SR 0.142.392.68) zur Anwendung gelangt und die Zuständig-

keitsfrage gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 

D-715/2014 

Seite 4 

18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Bestim-

mung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines Asylantrags zuständig 

ist, den ein Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat ge-

stellt hat (Dublin-II-VO), zu prüfen ist, 

dass die Schweiz seit dem 1. Januar 2014 einen Grossteil der Bestim-

mungen der Dublin-III-VO (Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäi-

schen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der 

Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die 

Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in ei-

nem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig 

ist [Neufassung, ABl. L 180/31 vom 29.6.2013]) vorläufig anwendet, vor-

liegend jedoch aufgrund der Übergangsbestimmungen derselben nach 

wie vor – jedenfalls was die Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates 

betrifft – die Bestimmungen der Dublin-II-VO Anwendung finden (Art. 49 

Abs. 2 Dublin-III-VO), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 Dublin-II-VO jeder Asylantrag von ei-

nem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapi-

tels III als zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass derjenige Mitgliedstaat zuständig ist, welcher einem Familienange-

hörigen das Recht auf Aufenthalt in seiner Eigenschaft als Flüchtling ge-

währt hat, welcher dem Asylbewerber einen gültigen Aufenthaltstitel oder 

ein gültiges Visum ausgestellt hat, dessen Land-, See- oder Luftgrenze 

der Asylbewerber aus einem Drittstaat kommend legal oder illegal über-

schritten hat, oder in welchem der erste Asylantrag gestellt wurde (Art. 5 

i.V.m. Art. 6‒13 Dublin-II-VO), 

dass sodann jedem Mitgliedstaat, in Abweichung von den vorgenannten 

Zuständigkeitskriterien, die Möglichkeit zur Prüfung eines Asylgesuchs 

eingeräumt wird (vgl. zur Souveränitätsklausel Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO 

und zur humanitären Klausel Art. 15 Dublin-II-VO; vgl. auch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen 

[AsylV 1, SR 142.311]), 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der 

"EURODAC"-Datenbank ergab, dass dieser am 22. Januar 2013 in 

Frankreich ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

D-715/2014 

Seite 5 

dass das BFM die französischen Behörden am 6. Januar 2014 (Ein-

gangsdatum) um Übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 18 

Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO ersuchte, 

dass die französischen Behörden dem Gesuch um Übernahme am 

13. Januar 2014 gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin-II-VO (neu: 

Art. 18 Abs. 1 Bst. d Dublin-III-VO) zustimmten (vgl. Akten BFM B 19/1), 

dass der Beschwerdeführer nicht bestreitet, sich seit Dezember 2012 in 

Frankreich aufgehalten und dort ein Asylgesuch eingereicht zu haben 

(vgl. B 8/10 S. 6), und auch die grundsätzliche Zuständigkeit dieses Mit-

gliedstaates unbestritten blieb, 

dass die Zuständigkeit Frankreichs somit gegeben ist, 

dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene geltend macht, die 

französischen Behörden würden – im Gegensatz zu den schweizerischen 

Behörden – weiterhin sri-lankische Staatsangehörige tamilischer Ethnie 

nach Sri Lanka überstellen, 

dass er damit einwendet, Frankreich werde (auch) in seinem Fall den 

Grundsatz des Non-Refoulement missachten, 

dass es angesichts der Vermutung, der für die Durchführung des Asyl- 

und Wegweisungsverfahrens zuständige Staat respektiere seine aus dem 

internationalen Recht fliessenden Verpflichtungen, dem Beschwerde-füh-

rer obliegt darzutun, gestützt auf welche ernsthaften Hinweise die Annah-

me naheliegt, dass die französischen Behörden in seinem Fall die staats-

vertraglichen Verpflichtungen nicht respektieren und ihm den notwendi-

gen Schutz nicht gewähren werden (vgl. Europäischer Gerichtshof für 

Menschenrechte [EGMR], M.S.S. gegen Belgien und Griechenland [Appl. 

No. 30696/09], Urteil vom 21. Januar 2011, § 84 f. und 250; Urteil des Ge-

richtshofes der Europäischen Union [EuGH] vom 21. Dezember 2011 in 

der Rechtssache C-411/10 und C-493/10), 

dass der Beschwerdeführer im vorliegenden Fall keine konkreten Anhalts-

punkte geltend macht, wonach Frankreich, bei welchem es sich um einen 

Signatarstaat der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 

Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) und des Protokolls über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 

vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301) handelt, seine staatsvertraglichen 

D-715/2014 

Seite 6 

Verpflichtungen missachten und ihn in seinen Heimatstaat zurückschaffen 

würde, dies unter Missachtung des Non-Refoulement-Gebotes oder von 

Art. 3 EMRK, 

dass sich der Verweis in der Beschwerdeschrift auf den Entscheid des 

EGMR vom 19. September 2013 (R.J. c. France [Requête n° 10466/11]) 

als nicht stichhaltig erweist, da der Gerichtshof gerade festhält, alleine 

aufgrund der Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie könne nicht geschlos-

sen werden, eine Rückkehr nach Sri Lanka wäre jedenfalls unzulässig 

(a.a.O., § 39), 

dass (allein) der Umstand, dass Frankreich keinen allgemeinen Rück-

schaffungsstopp für sri-lankische Staatsangehörige nach Sri Lanka ange-

ordnet hat, die Vermutung, gemäss welcher Frankreich seine völkerrecht-

lichen Verpflichtungen einhalte, mangels ausreichender konkreter An-

haltspunkte nicht umzustossen vermag (vgl. vorgenanntes Urteil M.S.S., 

§ 69, 342 f. m.w.H.; BVGE 2010/45 E. 7.4‒7.5, S. 637 ff.), 

dass es dem Beschwerdeführer obliegt, seine Einwände gegen eine all-

fällige Rückführung nach Sri Lanka bei den französischen Behörden auf 

dem Rechtsweg geltend zu machen, 

dass der Beschwerdeführer nach dem Gesagten keine konkrete und 

ernsthafte Gefahr nachzuweisen oder glaubhaft zu machen vermochte, 

dass seine Überstellung nach Frankreich gegen Art. 3 EMRK oder eine 

andere völkerrechtliche Verpflichtung der Schweiz verstosse,  

dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch 

keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, eine 

Überstellung des Beschwerdeführers als unzulässig erscheinen lassen,  

dass es demnach keinen Grund für die Anwendung der Souveränitäts-

klausel (Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-II-VO) gibt,  

dass Frankreich somit für die Prüfung des Asylgesuchs des Beschwerde-

führers gemäss der Dublin-II-VO zuständig und entsprechend verpflichtet 

ist, ihn gemäss Art. 18 Dublin-III-VO wieder aufzunehmen,  

dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetre-

ten ist und – da der Beschwerdeführer nicht im Besitz einer gültigen Auf-

enthalts- oder Niederlassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 

D-715/2014 

Seite 7 

AsylG die Überstellung nach Frankreich angeordnet hat (Art. 32 Bst. a 

AsylV 1),  

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 

die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht mehr zu prü-

fen sind, da das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen bereits 

Voraussetzung des Nichteintretensentscheides gemäss Art. 31a Abs. 1 

Bst. b AsylG ist (vgl. BVGE 2010/45 E. 10 S. 645),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist und die Verfü-

gung des BFM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen 

ist, weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung 

als gegenstandslos erweist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– 

(Art. 1‒3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

und 5 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-715/2014 

Seite 8 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Robert Galliker Daniela Brüschweiler 

 

 

Versand: