# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 09363282-0a31-54bd-83c8-5f86ca24eacf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-07-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.07.2014 E-3159/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3159-2014_2014-07-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3159/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 .  J u l i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Esther Karpathakis 

mit Zustimmung von Richterin Muriel Beck Kadima,   

Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Serif Altunakar, Rechtsberatung,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
Gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 6. Mai 2014 / N (…). 

 

 

E-3159/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am (…) im Empfangs- und Verfahrenszent-

rum (EVZ) Kreuzlingen um Asyl nach. Am 11. Juni 2012 erfolgte die Be-

fragung zur Person (BzP, Protokoll in den BFM-Akten: A7/11) und am 22. 

April 2014 die Anhörung zu den Asylgründen (Protokoll in den BFM Akten: 

A23/25). 

Zur Begründung seines Asylgesuches gab er an, in B._______ zusam-

men mit seinem Bruder ein (…) geführt und sich dabei in Probleme mit 

einem Konkurrenten namens C._______ und dessen Freunde verwickelt 

zu haben. Nachdem er in einem (…) erfolgreicher abgeschlossen habe 

als C._______'s Bruder, hätten sich die Drohungen intensiviert. An einem 

Abend als der Bruder des Beschwerdeführers mit dem Auto das (…) ver-

lassen habe, sei er durch einen Schuss in den Brustbereich getötet wor-

den. Vier bzw. 25 Tage später seien die Leute von C._______ zu ihm in 

den Club gekommen, hätten ihm gedroht und ihn angegriffen. Dabei sei 

ihm auch gesagt worden, dass sie seinen Bruder umgebracht hätten und 

auch ihn umbringen würden. Einer habe ein Messer dabei gehabt und als 

er sich habe wehren wollen, sei er an der linken Hand verletzt worden. 

Daraufhin habe er mit einer 60 cm langen Metallstange auf den Kopf der 

Person eingeschlagen. Später habe er erfahren, dass diese Person 

C._______'s Bruder gewesen sei und durch den Schlag auf den Kopf nun 

halbseitig gelähmt sei. Daraufhin habe C._______ eine Person beauf-

tragt, welche ihn hätte töten sollen, ihn aber verschont habe, da er ein 

Bekannter gewesen sei. Daraufhin habe er Afghanistan Richtung Iran ver-

lassen und sei über die Türkei und Griechenland schliesslich in die 

Schweiz gelangt.  

B.  

Mit Verfügung vom 6. Mai 2014 – eröffnet am 8. Mai 2014 – stellte das 

BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie deren Vollzug. 

Zur Begründung stellte das BFM im Wesentlichen fest, die Ausführungen 

des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaubhaftma-

chung nicht Stand, so dass ihre Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. 

Darüber hinaus seien die Behörden im Grossraum B._______ grundsätz-

lich schutzwillig und schutzfähig. Schliesslich sei der Vollzug der Wegwei-

sung zulässig, zumutbar und möglich. 

E-3159/2014 

Seite 3 

C.  

Mit Beschwerde vom 10. Juni 2014 liess der Beschwerdeführer die Ver-

fügung vom 6. Mai 2014 anfechten und beantragte die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl, eventualiter sei 

zugunsten des Beschwerdeführers die vorläufige Aufnahme anzuordnen.  

In prozessualer Hinsicht liess der Beschwerdeführer beantragen, es sei 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten.   

Auf die Begründung der Rechtsbegehren wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

Abs. 1 und 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

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Seite 4 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses wird 

mit dem vorliegenden Entscheid in der Sache obsolet. 

 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifi-

schen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

6.  

6.1 Das Bundesamt begründet die Ablehnung des Asylgesuches im We-

sentlichen damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht als 

glaubhaft zu erachten seien, namentlich seien seine Aussagen wider-

sprüchlich, der allgemeinen Erfahrung oder der Logik des Handelns wi-

dersprechend sowie teilweise nachgeschoben.  

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Seite 5 

6.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er habe in der BzP nicht 

alle seine Asylgründe darlegen können, ergibt sich zwar aus den Akten, 

dass es sich bei der Erstbefragung aufgrund hoher Belegungszahlen da-

mals im EVZ um eine verkürzte Befragung gehandelt hat (vgl. Akten 

BFM, A10/1). Ein Blick in das Protokoll der BzP lässt aber den Schluss 

nicht zu, das Vorbringen des Beschwerdeführers sei tatsächlich berech-

tigt, wurde ihm doch Gelegenheit gegeben, seine Gesuchsgründe in freier 

Erzählung darzulegen, was er auch tat (vgl. A7/11, S. 8, 7.01). Anschlies-

send wurden ihm einige Rückfragen zu den Gesuchsgründen gestellt und 

schliesslich wurde er noch gefragt, ob er sonst noch Gründe habe, was er 

verneinte (vgl. A7/11, S. 8f., 7.02 und 7.03). Die auf Beschwerdestufe 

gemachten Einwände finden demgegenüber keinerlei Rückhalt im Proto-

koll und es sind im Übrigen auch keinerlei Hinweise ersichtlich, wonach 

der Sachverhalt nicht vollständig erstellt wäre. Nach dem Gesagten ist 

nicht zu beanstanden, dass das BFM in seiner Verfügung die Aussagen 

bei der BzP mit jenen in der Anhörung miteinander vergleicht. 

6.3 Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass die Vorin-

stanz die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers zu Recht als 

unglaubhaft beurteilt hat. So zeigt das BFM zutreffend auf, inwiefern die 

Aussagen des Beschwerdeführers in mehreren Punkten, teilweise sogar 

massiv, widersprüchlich ausgefallen und insgesamt schwer miteinander in 

Übereinstimmung zu bringen sind.  

Dies trifft nicht nur auf die vom BFM zahlreich dargelegten Widersprüche 

zu, welche sich zwischen den Aussagen bei der BzP einerseits sowie der 

Anhörung andererseits ergaben, sondern der Beschwerdeführer wider-

spricht sich auch des Mehrfachen im Verlaufe der Anhörung selbst. Ein 

unauflösbarer Widerspruch in einem zentralen Punkt der Asylbegründung 

besteht etwa, wenn er erst ausführt, er habe ein paar Tage nach dem 

Zwischenfall mit dem Bruder von C._______, von einem Cousin väterli-

cherseits erfahren, dass dieser durch den Schlag mit der Metallstange 

nun halbseitig gelähmt sei (vgl. A23/25, S. 9) und später angibt, seine 

Schüler hätten ihm das erzählt (vgl. A23/25, S. 17). Noch später, liess er 

festhalten, er habe erst in Griechenland erfahren, dass der Bruder von 

C._______ im Spital sei (vgl. A23/25, S. 20).  

Das Gericht geht sodann mit der Vorinstanz einig, dass es sich bei dem 

Vorbringen, C._______ habe nach dem erwähnten Vorfall eine Person 

beauftragt, den Beschwerdeführer umbringen zu lassen, um ein wichtiges 

und entscheidendes Element in den Asylvorbringen handelt, weshalb 

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schwer nachvollziehbar ist, dass er es bei der BzP überhaupt nicht er-

wähnt hat. Darüber hinaus verstrickt sich der Beschwerdeführer im Ver-

laufe der Anhörung auch diesbezüglich. Erst gab er nämlich zu Protokoll, 

dass nach dem Vorfall keine Woche vergangen sei, bis der zum Töten 

beauftragte D._______ bei ihm vorbeigekommen sei und ihm geraten ha-

be B._______ sofort zu verlassen, was er daraufhin auch getan habe 

(vgl. A23/25, S. 10). Später in der Anhörung dagegen, will der Beschwer-

deführer diesem D._______ erst in der Provinz E._______ begegnet sein, 

nachdem er B._______ bereits verlassen habe (vgl. A23/25, S. 18). Diese 

Aussagen stehen sich diametral entgegen und lassen die Vorbringen des 

Beschwerdeführers insgesamt als äusserst zweifelhaft erscheinen.  

In der Rechtsmitteleingabe beschränkt sich der Beschwerdeführer so-

dann im Wesentlichen auf Wiederholungen seiner Behauptungen und 

vermag damit den Vorhalten des BFM nichts Substantielles entgegenzu-

halten. Es erübrigt sich, auf weitere Unstimmigkeiten in den Vorbringen 

des Beschwerdeführers einzugehen, vielmehr kann ergänzend auf die zu-

treffenden und ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen Verfü-

gung verwiesen werden.  

6.4 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, sei-

ne Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Das 

BFM hat sein Asylgesuch somit zu Recht abgelehnt.  

7.  

7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

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Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs-

tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.1, mit weiteren Hin-

weisen). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der 

Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 

erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

8.2.2 Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 

erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann 

der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vor-

liegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 

Beschwerdeführers nach Afghanistan ist demnach unter dem Aspekt von 

Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behand-

lung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtsho-

fes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-

Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr 

(«real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 

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Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 

(vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch wenn Afghanistan diesbe-

züglich mit grossen Herausforderungen konfrontiert ist, lässt die allge-

meine Menschenrechtssituation dort für sich alleine den Wegweisungs-

vollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach 

dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- 

als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 

asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

8.3  

8.3.1  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 

und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

8.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in Hinblick auf allfällige Un-

zumutbarkeitskriterien zuletzt in BVGE 2011/7 mit einer ausführlichen 

Analyse zur Lage in Afghanistan und insbesondere in Kabul geäussert.  

Dabei hat es festgestellt, dass der Vollzug der Wegweisung in weite Ge-

biete Afghanistans unzumutbar, demgegenüber nach Kabul unter Um-

ständen als zumutbar qualifiziert werden kann, wobei aufgrund  der 

schwierigen humanitären und wirtschaftlichen Situation eine sorgfältige 

Prüfung restriktiver, individueller Kriterien – namentlich in Bezug auf ein 

tragfähiges Beziehungsnetz, die Sicherung des Existenzminimums und 

die Wohnsituation –  vorzunehmen ist (vgl. BVGE 2011/7 E. 2 ff. mit Hin-

weisen auf EMARK 2006/9 bzw. EMARK 2003/10). 

Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen Mann, der mit 

einem Abiturabschluss sowie im F._______ abgeschlossener (…) ver-

gleichsweise gut gebildet ist. Nach eigenen Angaben sei er darüber hin-

aus (…), (…) und (…) und habe in B._______ weder finanzielle noch Ar-

beitsprobleme gehabt (vgl. A23/25, S. 21); das Kleiderhandel-Geschäft, 

das er mit seinem Partner nach wie vor führe, finanziere auch seine in 

B._______ lebende Familie. Darüber hinaus scheint er in Afghanistan 

über beträchtliche finanzielle Mittel zu verfügen, jedenfalls bis zu seiner 

http://www.ark-cra.ch/emark/2003/10.htm

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Ausreise. Neben seiner Frau und seiner Tochter leben auch seine Mutter, 

ein Bruder und eine Schwester sowie mehrere seiner Onkel und Tanten in 

B._______ und damit verfügt er zweifellos über ein tragfähiges soziales 

Netz. Nachdem die Familie in einem grossen Haus (nach Angaben des 

Beschwerdeführers sei es eine "Villa") lebt (vgl. A23/25, S. 7), ist bereits 

gesagt, dass auch in Bezug auf seine Unterkunft offensichtlich begünsti-

gende Umstände vorhanden sind. Was schliesslich die geltend gemachte 

Hautkrankheit (vgl. A23/25, S. 2f.) betrifft, handelt es sich dabei offen-

sichtlich nicht um im Hinblick auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs relevante Umstände. Insgesamt ist davon auszugehen, dass in Be-

zug auf den Beschwerdeführer individuelle begünstigende Kriterien im 

Sinne der zitierten Rechtsprechung gegeben sind. Damit erweist sich der 

Vollzug der Wegweisung nach B._______ als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 

AuG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Karpathakis Sibylle Dischler 

 

 

Versand: