# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 209a16af-314d-5d99-9a50-d42d6bd8ac5c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-12-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.12.2025 C-4325/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4325-2022_2025-12-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-4325/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  D e z e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Viktoria Helfenstein (Vorsitz), 

Richterin Selin Elmiger-Necipoglu, Richter David Weiss,    

Gerichtsschreiber Roger Stalder. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Deutschland), 

vertreten durch lic. iur. Michael Bütikofer, 

Rechtsanwalt und Notar, 

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung (IV), Rentenanspruch, 

Verfügungen der IVSTA vom 23. August 2022. 

 

 

 

C-4325/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die 1966 geborene, verheiratete und in ihrer Heimat Deutschland wohn-

hafte A._______ (im Folgenden: Versicherte oder Beschwerdeführerin) war 

bei der B._______ AG als Aussendienstmitarbeiterin tätig. Nachdem sie 

am 27. Mai 2013 ihren letzten effektiven Arbeitstag geleistet hatte, wurde 

das Arbeitsverhältnis aus gesundheitlichen Gründen per 31. Dezember 

2013 aufgelöst, wobei ihr weiterhin Krankentaggeldleistungen ausgerichtet 

wurden (Akten der Invalidenversicherungs-Stelle für Versicherte im Aus-

land [im Folgenden: IVSTA oder Vorinstanz] resp. der IV-Stelle des Kantons 

C._______ [im Folgenden: IV-Stelle C._______ resp. IV-act.] 1, 13, 17, 280 

und 283). 

B.  

B.a Zufolge einer Bandscheibenoperation und eines Tremors meldete sich 

die Versicherte am 24. November 2013 bei der IV-Stelle C._______ zum 

Bezug von Leistungen der Schweizerischen Invalidenversicherung an (IV-

act. 1; vgl. auch IV-act. 10). Nach Vorliegen von medizinischen Unterlagen 

(IV-act. 15 und 21) sowie der Akten des Krankentaggeldversicherers (IV-

act. 17) gab pract. med. D._______ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (im 

Folgenden: RAD) am 14. April 2014 eine Stellungnahme ab (IV-act. 23). 

Gestützt darauf teilte die IV-Stelle C._______ der Versicherten am 22. April 

2014 mit, aufgrund des Gesundheitszustands seien zurzeit keine Einglie-

derungsmassnahmen möglich (IV-act. 27). 

B.b In Kenntnis weiterer medizinischer Dokumente (IV-act. 43) sowie der 

aktualisierten Akten des Krankentaggeldversicherers (IV-act. 47) schlug 

pract. med. D._______ vom RAD am 26. März 2015 eine polydisziplinäre 

Begutachtung vor (IV-act. 49). Nach Eingang weiterer Arzt- und Laborbe-

richte (IV-act. 52 und 54) wurde am 30. Juni 2015 die X._______ (im Fol-

genden: X._______; vgl. www.zefix.ch > Firmenname > kantonaler Auszug 

[infolge Aufhebung der Zweigniederlassung wurde der entsprechende Ein-

trag im Handelsregister im November 2022 gelöscht]; zuletzt besucht am 

24. März 2025) mit der interdisziplinären Abklärung beauftragt (IV-act. 55). 

Nach den von den pract. med. D._______ und E._______ vom RAD am 

29. Juni 2016 vorgenommenen Gutachtensprüfungen (IV-act. 69 und 70) 

erliess die IV-Stelle C._______ am 16. August 2016 einen Vorbescheid, mit 

welchem der Versicherten bei einem Invaliditätsgrad (im Folgenden auch: 

IV-Grad) von 0 % die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht gestellt 

wurde (IV-act. 72). 

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Seite 3 

B.c Hiergegen liess die Versicherte am 26. August 2016 vorsorglich ihre 

Einwendungen vorbringen (IV-act. 74 und 75), und am 27. September 2016 

ersuchte der neue Rechtsvertreter der Versicherten, Rechtsanwalt und 

Notar Michael Bütikofer, um Gewährung einer Nachfrist zur Begründung 

der Einwendungen vom 26. August 2016 sowie um Akteneinsicht (IV-act. 

79, 80 und 82). Nach weiteren Eingaben des Rechtsvertreters vom 21. No-

vember 2016 (IV-act. 86), 6. Januar 2017 (IV-act. 89), 14. August 2017 (IV-

act. 115), 31. Oktober 2017 (IV-act. 118), 15. Juni 2018 (IV-act. 137) und 

16. Juli 2018 (IV-act. 143) sowie Stellungnahmen von pract. med. 

D._______ vom 16. Februar, 10. April und 19. Juni 2017 sowie 28. Juni 

2018 (IV-act. 94, 108, 112 und 139) beauftragte die IV-Stelle C._______ 

am 18. Juli 2018 die Y._______ (vgl. www.zefix.ch > Firmenname > kanto-

naler Auszug, im Folgenden: Y._______; zuletzt besucht am 24. März 

2025) mit einer polydisziplinären Abklärung (IV-act. 144). Nach am 25. Ja-

nuar 2019 erfolgter Fertigstellung der interdisziplinären Expertise (IV-act. 

152) und einer Prüfung derselben durch pract. med. D._______ am 7. Mai 

2019 (IV-act. 162; vgl. auch IV-act. 163) erliess die IV-Stelle C._______ am 

21. August 2019 einen weiteren Vorbescheid, mit welchem sie der Versi-

cherten bei einem IV-Grad von nunmehr 20 % erneut die Abweisung des 

Leistungsbegehrens in Aussicht stellte (IV-act. 168).  

B.d Hiergegen liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter am 

25. September 2019 ihre Einwendungen vorbringen (IV-act. 169). Nach-

dem Dr. med. F._______, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, 

vom RAD am 5. November 2019 und pract. med. D._______ am 11. No-

vember 2019 ihre Stellungnahmen verfasst hatten (IV-act. 173 und 174), 

erliess die IV-Stelle C._______ am 22. Januar 2020 eine dem Vorbescheid 

vom 21. August 2019 im Ergebnis entsprechende Verfügung (IV-act. 177). 

Die dagegen am 24. Februar 2020 bei der sozialversicherungsrechtlichen 

Abteilung des Kantonsgerichts C._______ erhobene Beschwerde (IV-act. 

178 und 179) wurde nach Vorliegen der RAD-Stellungnahmen von pract. 

med. D._______ und Dr. med. F._______ vom 17. März 2020 (IV-act. 181 

und 182) sowie derjenigen von Dr. med. G._______, Facharzt für Orthopä-

die sowie Physikalische und Rehabilitative Medizin, vom 10. September 

2020 (IV-act. 201) mit Urteil vom 30. Oktober 2020 insofern gutgeheissen, 

als die Verfügung der IV-Stelle C._______ vom 22. Januar 2020 aufgeho-

ben und die Angelegenheit zur Vornahme ergänzender Abklärungen an die 

Vorinstanz zurückgewiesen wurde (IV-act. 209). 

 

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Seite 4 

C.  

C.a In der Folge überwies die IV-Stelle C._______ am 29. Dezember 2020 

die Akten zuständigkeitshalber an die IVSTA (IV-act. 219 bis 225). Nach 

Vorliegen von Berichten des H._______-Zentrums (IV-act. 243 bis 245) 

und Stellungnahmen von Dr. med. I._______, Facharzt für Allgemeine Me-

dizin, vom 12. Mai 2021 (IV-act. 252) und Dr. med. J._______, Fachärztin 

für Neurologie, vom 10. Juni 2021 (IV-act. 253) wurde am 21. Juni 2021 

ein IV-Grad von 27 % ab Mai 2013 errechnet (IV-act. 255). Gestützt darauf 

wurde der Versicherten mit Vorbescheid vom 24. Juni 2021 wiederum die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht gestellt (IV-act. 256). 

C.b Hiergegen liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter mit Datum 

vom 27. Juli 2021 ihre Einwendungen vorbringen (IV-act. 260). Daraufhin 

empfahl der Psychiater und Psychotherapeut Dr. med. K._______ vom me-

dizinischen Dienst der IVSTA am 7. Oktober 2021, bei der Verbindungs-

stelle einen rheumatologischen, neurologischen sowie einen psychiatri-

schen Bericht in Auftrag zu geben, um den Fall anschliessend dem "inter-

disziplinären Rapport" vorzulegen (IV-act. 267). In der Folge ersuchte die 

IVSTA am 7. Oktober 2021 die Deutsche Rentenversicherung um Durch-

führung einer neurologischen und rheumatologischen Untersuchung sowie 

um Zustellung eines psychiatrischen Berichts (IV-act. 269); gleichentags 

annullierte sie den Vorbescheid vom 24. Juni 2021 (IV-act. 270). 

C.c Nach Vorliegen des neurologisch-psychiatrischen Gutachtens des 

Neurologen und Psychiaters Dr. med. L._______ vom 18. November 2021 

(IV-act. 278; vgl. www.dr-L._______.de; zuletzt besucht am 24. März 2025) 

und der rheumatologischen Expertise des Internisten und Rheumatologen 

Dr. med. M._______ vom 28. Februar 2022 (IV-act. 297) sowie der IVSTA-

internen Ergebnisse des Ärztekonsiliums vom 5./11. Mai 2022 (IV-act. 307) 

wurde mit Datum vom 18. Mai 2022 ein neuer Einkommensvergleich er-

stellt (IV-act. 312; vgl. auch IV-act. 309). Daraufhin erliess die IVSTA am 

10. Juni 2022 einen Vorbescheid, mit welchem sie der Versicherten bei ei-

nem IV-Grad von 100 % eine ganze IV-Rente vom 1. Juni 2016 bis 30. April 

2017 und vom 1. August 2017 bis 30. Juni 2018 sowie ab dem 1. Februar 

2020 in Aussicht stellte (IV-act. 319); der entsprechende Beschluss datiert 

vom 15. August 2022 (IV-act. 325). In der Folge erliess die IVSTA am 

23. August 2022 vier Verfügungen, mit welchen sie der Versicherten für die 

Zeiten vom 1. Juni 2016 bis 30. April 2017, 1. August 2017 bis 30. Juni 

2018 und 1. Februar 2020 bis 30. September 2021 bzw. ab 1. Oktober 2021 

eine ganze IV-Rente zusprach (IV-act. 331 bis 334). 

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Seite 5 

D.  

D.a Hiergegen liess die Versicherte durch ihren Rechtsvertreter beim Bun-

desverwaltungsgericht mit Eingabe vom 26. September 2022 Beschwerde 

erheben und beantragen, die Verfügungen vom 23. August 2022 seien in-

soweit aufzuheben, als damit der Beschwerdeführerin für die Perioden vom 

1. Juni 2013 bis 31. Mai 2016, vom 1. Mai 2017 bis 31. Juli 2017 und vom 

1. Juli 2018 bis 31. Januar 2020 keine ganze Invalidenrente zugesprochen 

werde, und es sei die Vorinstanz zu verurteilen, der Beschwerdeführerin 

rückwirkend ab dem 1. Juni 2013 bei einem IV-Grad von 100 % eine ganze 

IV-Rente auszurichten, zuzüglich Verzugszinsen seit wann rechtens. Even-

tualiter seien die Verfügungen vom 23. August 2022 insoweit aufzuheben, 

als damit der Beschwerdeführerin für die Perioden vom 1. Juni 2013 bis 

31. Mai 2016, vom 1. Mai 2017 bis 31. Juli 2017 und vom 1. Juli 2018 bis 

31. Januar 2020 keine ganze IV-Rente zugesprochen werde, und die Sa-

che sei zur Vornahme weiterer Abklärungen an die Vorinstanz zurückzu-

weisen verbunden mit der Anordnung, neue Verfügungen im Sinne der Be-

schwerde zu erlassen (Akten im Beschwerdeverfahren [im Folgenden: 

BVGer-act.] 1). 

Zur Begründung wurde zusammengefasst ausgeführt, dem Gutachten der 

X._______ vom 29. Dezember 2015 komme im Lichte der bundesgericht-

lichen Rechtsprechung voller Beweiswert zu. Aus den entsprechenden Er-

gebnissen ergebe sich, dass der Beschwerdeführerin rückwirkend ab dem 

1. Juni 2013 eine ganze IV-Rente zustehe. Dies freilich umso mehr, als 

auch der weitere Krankheitsverlauf der Beschwerdeführerin eindeutige, in-

validisierende Beschwerden belege. Die Beschwerden, mit welchen sich 

die Beschwerdeführerin spätestens ab Juni 2013 konfrontiert gesehen 

habe, seien somatischen Ursprungs. Nach dem Folgeeingriff vom 31. Au-

gust 2017 habe die Beschwerdeführerin an erheblichen, im Verlauf stark 

zunehmenden Schmerzen am Gesäss und Bein rechts gelitten. Eine radi-

ologische Untersuchung habe eine partielle extracorporelle Lage des im 

Rahmen des Eingriffs vom 31. August 2017 eingebrachten Implantats ge-

zeigt. Aus diesem Grund habe sich die Beschwerdeführerin am 24. Novem-

ber 2017 zwecks Repositionierung des Implantats bei Dr. med. N._______ 

einer Revisionsoperation unterziehen müssen. Das X._______-Gutachten 

vom 5. Januar 2016 unterscheide sich vom Y._______-Gutachten vom 25. 

Januar 2019 darin, dass die Experten der X._______ der Beschwerdefüh-

rerin in der angestammten Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und 

in einer Verweistätigkeit eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert hätten, 

währenddem die Y._______-Gutachter die Beschwerdeführerin sowohl in 

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Seite 6 

einer Verweistätigkeit als auch – "nach Behandlung" – in der angestamm-

ten Tätigkeit als zu 80 % arbeitsfähig sehen würden. Es zeige sich, dass 

zwar beide Gutachterstellen bei der Beschwerdeführerin insbesondere ein 

chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont sowie 

eine chronische Schmerzstörung diagnostizierten, sich jedoch in der Beur-

teilung der Auswirkung dieser Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit diametral 

unterschieden. Damit liege mit der Y._______-Begutachtung nichts ande-

res vor als eine unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich 

gebliebenen Sachverhalts. 

Die Y._______-Gutachter hätten keine eindeutigen Hinweise für eine dis-

soziative Störung erkennen wollen. Zum einen gehe es vorliegend um die 

Beurteilung eines langjährigen chronischen therapieresistenten Verlaufs, 

der seit der ersten Rückenoperation vom 27. Juni 2013 persistiere. Zum 

anderen stehe aktenkundig fest, dass erst das MRI vom 30. Juni 2016 der 

Schmerzklinik O._______ den Nachweis erbracht habe, dass die Be-

schwerdeführerin seit bzw. als Folge der ersten Operation an einer medi-

olateralen Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Wurzel S1 gelitten habe. Die 

MRI-Untersuchung vom 30. Juni 2016 habe damit nichts Weiteres als den 

Beweis für einen eindeutig somatischen Ursprung der persistierenden 

Rückenbeschwerden der Beschwerdeführerin geliefert. Es bedürfe keine 

langen Ausführungen dazu, dass die Auffassung der Y._______-Gutachter 

nicht zutreffe. Es stehe fest, dass die Beschwerdeführerin nunmehr seit 

fast neun Jahren an massivsten Rückenschmerzen leide, für welche sie 

sich in ständiger Behandlung in diversen Kliniken befinde. Es sei keines-

wegs verwunderlich, wenn die Beschwerdeführerin nach einem mehrjähri-

gen Verlauf ein ihre Arbeitsfähigkeit praktisch gänzlich ausschliessendes 

chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom, eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung sowie eine abhängige Persönlichkeitsstö-

rung entwickelt habe, wie diese die X._______-Gutachter bereits in ihrer 

Expertise vom 29. September 2015 festgestellt hätten. Im Rahmen der Be-

urteilung des langen und schmerzvollen Leidensweges, den die Beschwer-

deführerin seit der ersten Wirbelsäulenoperation im Juni 2013 zurückgelegt 

habe, dürfe denn auch ihre Lebensgeschichte "mit einer sehr schwierigen 

Kindheit und Partnerschaft" nicht unberücksichtigt bleiben. Die Y._______-

Gutachter wollten dies nicht als Auslöser einer dissoziativen Störung gelten 

lassen. Im Gegensatz dazu würden die X._______-Gutachter genau hierin 

die Ursache "für die anhaltende somatoforme Schmerzstörung" erkennen. 

Nachdem aktenkundig feststehe, dass die Beschwerdeführerin infolge der 

ersten Wirbelsäulenoperation vom 27. Juni 2013 einen iatrogenen Nerven-

schaden erlitten habe, dass dieser Nervenschaden die Nervenwurzeln auf 

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Seite 7 

Höhe L5/S1 entzündlich injiziert und anschwellen lassen habe und dass 

diese Symptome geeignet gewesen seien, bei der Beschwerdeführerin ein 

chronifiziertes lumbospondylogenes Schmerzsyndrom sowie eine Fusshe-

berlähmung rechtsseitig zu bewirken, erweise es sich als nachvollziehbar, 

wenn die Beschwerdeführerin eine die Arbeitsfähigkeit praktisch gänzlich 

ausschliessende dissoziative Störung entwickle. Daran ändere auch die di-

vergierende Auffassung des RAD nichts. Zudem erschienen die Verfügun-

gen der Vorinstanz auch vor dem Hintergrund der neusten Gutachten der 

Dres. med. L._______ und M._______ als nicht nachvollziehbar. Auch 

diese Fachärzte attestierten der Beschwerdeführerin keine auf dem ersten 

Arbeitsmarkt verwertbare Arbeitsfähigkeit. Damit stimmten die Beurteilun-

gen der beiden deutschen Experten mit denjenigen im X._______ überein. 

Es vermöge mehr als nur zu erstaunen, wenn die Vorinstanz auf der einen 

Seite weitere Abklärungen tätige und dabei medizinische Beurteilungen 

einhole, auf der anderen Seite auf diese ergänzenden Abklärungsergeb-

nisse der Dres. med. L._______ und M._______ dann aber nicht abstelle 

geschweige denn darlege, weshalb auf diese ergänzenden Ergebnisse 

nicht abgestellt werden könne. 

D.b Im Rahmen einer weiteren Eingabe vom 26. September 2022 liess die 

Beschwerdeführerin beantragen, es sei ihr rückwirkend ab dem 25. August 

2022 für das vor dem Bundesverwaltungsgericht angehobene Beschwer-

deverfahren das Recht zur unentgeltlichen Rechtspflege zu gewähren und 

ihr der unterzeichnende Anwalt als amtlicher Anwalt beizuordnen (BVGer-

act. 2; vgl. auch BVGer-act. 3 [Nachtrag]). 

D.c Am 30. September 2022 ersuchte das Bundesverwaltungsgericht die 

Vorinstanz um fristgerechte Zustellung sämtlicher Akten, insbesondere 

auch den Zustellnachweis der angefochtenen Verfügungen vom 23. August 

2022 (BVGer-act. 4). 

D.d Mit prozessleitender Verfügung vom 3. November 2022 wurde die Be-

schwerdeführerin unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Aktenentscheid) 

aufgefordert, innert Frist das dieser Verfügung beigelegte Formular "Ge-

such um unentgeltliche Rechtspflege" ausgefüllt und mit den nötigen Be-

weismitteln versehen beim Bundesverwaltungsgericht einzureichen 

(BVGer-act. 5); dieser Aufforderung kam die Beschwerdeführerin innert ge-

setzter Frist nach (BVGer-act. 6). 

D.e Mit Zwischenverfügung vom 9. Januar 2023 wies die Instruktionsrich-

terin das Gesuch der Beschwerdeführerin um Erteilung des Rechts auf 

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Seite 8 

unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung ab. Die Beschwerde-

führerin wurde unter Hinweis auf die Säumnisfolgen (Nichteintreten auf die 

Beschwerde) aufgefordert, innert Frist einen Kostenvorschuss von 

Fr. 800.- in der Höhe der mutmasslichen Verfahrenskosten zu leisten 

(BVGer-act. 7 und 8); dieser Aufforderung kam die Beschwerdeführerin 

nach (BVGer-act. 9). 

D.f In ihrer Vernehmlassung vom 28. Februar 2023 beantragte die  

Vorinstanz die Abweisung der Beschwerde (BVGer-act. 11). 

Zur Begründung brachte sie zusammengefasst vor, das Expertengremium 

des ärztlichen Dienstes habe im Rahmen seiner Sitzung vom 5. Mai 2022 

die medizinischen Akten gründlich analysiert. Die ärztlichen Experten seien 

dabei zum Schluss gelangt, dass nicht auf die Beurteilung im X._______-

Gutachten, sondern auf jene im Gutachten der Y._______ abzustellen sei. 

Dementsprechend sei eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der früheren 

Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiterin ab dem 27. Juni 2013 festzustellen, 

während in leidensangepassten Verweistätigkeiten, mit Ausnahme von 

zwei längeren postoperativen Phasen, eine Arbeitsfähigkeit von 80 % be-

standen habe. Ab der neuerlichen operativen Intervention vom 10. Februar 

2020 bestehe aufgrund der verschlechterten somatischen Situation eine 

generelle volle Arbeitsunfähigkeit. Gemäss dem Einkommensvergleich 

vom 18. Mai 2022 habe der IV-Grad während den Phasen der 80%igen 

Arbeitsfähigkeit in angepassten Verweistätigkeiten jeweils 27.3 % betra-

gen. Es habe folglich während diesen Phasen keine anspruchsbegrün-

dende Invalidität bestanden. Neue Aspekte, welche dem ärztlichen Dienst 

nicht bekannt gewesen wären, ergäben sich nicht aus der Beschwerde. Die 

Beurteilung vom 5. Mai 2022 habe sich auf die vollständigen Akten gestützt 

und habe die in der Beschwerde zitierten früheren Stellungnahmen des 

ärztlichen Dienstes ersetzt. 

D.g In ihrer Replik vom 18. April 2023 liess die Beschwerdeführerin weitere 

Ausführungen machen resp. auf diejenigen in der Beschwerde verweisen 

und an den darin gestellten Rechtsbegehren vollumfänglich festhalten 

(BVGer-act. 13). 

D.h Nach Eingang der Kostennote vom 20. April 2023 (BVGer-act. 15) 

führte die Vorinstanz mit Datum vom 25. April 2023 duplicando aus, der 

Vernehmlassung vom 28. Februar 2023 sei nichts weiteres mehr anzufü-

gen, und es verbleibe dementsprechend bei den darin gestellten Anträgen 

(BVGer-act. 16). 

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Seite 9 

D.i Mit prozessleitender Verfügung vom 28. April 2023 schloss die Instruk-

tionsrichterin unter dem Vorbehalt weiterer Instruktionsmassnahmen den 

Schriftenwechsel (BVGer-act. 17). 

D.j  Am 24. Februar 2025 teilte das Bundesverwaltungsgericht der Be-

schwerdeführerin mit, es beabsichtige, die Sache zwecks ergänzender 

Sachverhaltsabklärungen sowie neuer Verfügung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen, wies aufgrund des offenen Ausgangs auf die Gefahr einer 

reformatio in peius hin und gewährte ihr das rechtliche Gehör (BVGer-

act. 20). Die Beschwerdeführerin liess mit Schreiben vom 19. März 2025 

an ihrer Beschwerde festhalten (vgl. BVGer-act. 21). 

D.k Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften und Be-

weismittel der Parteien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Er-

wägungen einzugehen.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kog-

nition, ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und ob auf eine Be-

schwerde einzutreten ist (Art. 7 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. De-

zember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]; BVGE 

2016/15 E. 1; 2014/4 E. 1.2). 

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG; SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 69 Abs. 1 

Bst. b des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 

1959 (IVV; SR 831.20) sowie Art. 5 VwVG beurteilt das Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerden von Personen im Ausland gegen Verfügungen 

der IVSTA. Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversicherungsrechtlichen 

Verfahren die besonderen Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Ok-

tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) vorbehalten. Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmun-

gen dieses Gesetzes auf die bundesgesetzlich geregelten Sozialversiche-

rungen anwendbar, wenn und soweit es die einzelnen 

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Seite 10 

Sozialversicherungsgesetze vorsehen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestim-

mungen des ATSG auf die IV anwendbar (Art. 1a-26bis und 28-70 IVG), 

soweit das IVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. 

Dabei finden nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in for-

mellrechtlicher Hinsicht mangels anderslautender Übergangsbestimmun-

gen grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im Zeit-

punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2). 

1.3 Die Beschwerde wurde frist- und formgerecht eingereicht (vgl. Art. 22a 

in Verbindung mit Art. 60 ATSG und Art. 50 Abs. 1 VwVG sowie Art. 52 

Abs. 1 VwVG). Als Adressatin der Verfügungen vom 23. August 2022 (IV-

act. 331 bis 334) ist die Beschwerdeführerin insofern berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung, als ihr für 

die Perioden vom 1. Juni 2013 bis 31. Mai 2016, 1. Mai 2017 bis 31. Juli 

2017 sowie vom 1. Juli 2018 bis 31. Januar 2020 keine (ganze) IV-Rente 

zugesprochen wurde (vgl. Art. 59 ATSG). Nachdem auch der Kostenvor-

schuss fristgerecht geleistet wurde (BVGer-act. 9), ergibt sich zusammen-

fassend, dass sämtliche Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Auf die Be-

schwerde ist daher einzutreten. 

1.4 Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bilden 

die Verfügungen vom 23. August 2022 (IV-act. 331 bis 334), mit welchen 

die Vorinstanz der Beschwerdeführerin bei einem IV-Grad von 100 % vom 

1. Juni 2016 bis 30. April 2017, 1. August 2017 bis 30. Juni 2018 sowie vom 

1. Februar 2020 bis 30. September 2021 resp. ab 1. Oktober 2021 eine 

ganze IV-Rente zugesprochen hat. Streitig und zu prüfen ist die Rechtmäs-

sigkeit dieser Verwaltungsakte und in diesem Zusammenhang insbeson-

dere, ob die Vorinstanz den Sachverhalt in medizinischer Hinsicht rechts-

genüglich abgeklärt und gewürdigt resp. ob die Beschwerdeführerin auch 

für die Perioden vom 1. Juni 2013 bis 31. Mai 2016, 1. Mai 2017 bis 31. Juli 

2017 sowie 1. Juli 2018 bis 31. Januar 2020 Anspruch auf eine (ganze) IV-

Rente hat. 

1.5 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). 

1.6 Das sozialversicherungsrechtliche Verfahren ist vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 43 ATSG). Danach hat die Verwaltung und im 

C-4325/2022 

Seite 11 

Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser 

Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet zum einen sein 

Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (Art. 28 ff. ATSG; BGE 

125 V 193 E. 2 und 122 V 157 E. 1a, je mit Hinweisen). Im Sozialversiche-

rungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht 

etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten 

Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat viel-

mehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 126 V 353 

E. 5b und 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 

2.  

Im Folgenden sind die weiteren, im vorliegenden Verfahren im Wesentli-

chen anwendbaren Normen in den jeweiligen Fassungen und die massge-

blichen Rechtsgrundsätze darzustellen. 

2.1 Die Beschwerdeführerin verfügt über die deutsche Staatsbürgerschaft 

und wohnt in Deutschland. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen 

vom 21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Ge-

meinschaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss 

Anhang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in 

Kraft getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) 

und Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Ja-

nuar 2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, 

Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehungen 

zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das Vor-

liegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch im 

Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach 

schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 

9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4). 

2.2 Am 1. Januar 2022 sind die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG und 

des ATSG (Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705; BBl 2020 5535; Bot-

schaft des Bundesrates vom 15. Februar 2017 [BBl 2017 2535]) sowie die 

Änderungen der IVV vom 3. November 2021 (AS 2021 706) in Kraft getre-

ten. Leistungsansprüche, die nach in Kraft treten dieser Änderungen ent-

standen sind, sind nach den neuen Normen zu prüfen. Soweit Ansprüche 

zu prüfen sind, die noch vor dem 1. Januar 2022 entstanden sind, kommen 

die bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen zur Anwendung (vgl. auch 

C-4325/2022 

Seite 12 

Kreisschreiben des BSV über Invalidität und Rente in der Invalidenversi-

cherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Juli 2022, Rz. 9100 f.; 

Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des line-

aren Rentensystem [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Ja-

nuar 2022, Rz. 1007–1010). Erfolgt – wie vorliegend (Verfügungsdatum: 

23. August 2022) – die Verfügung über die erstmalige Rentenzusprache 

nach dem 1. Januar 2022, welche aber einen Rentenanspruch vor dem 

1. Januar 2022 begründet, sind die Bestimmungen des IVG und diejenigen 

der IVV in der Fassung gültig bis 31. Dezember 2021 massgebend 

(vgl. Kreisschreiben des BSV über Invalidität und Rente in der Invaliden-

versicherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Rz. 9101; vgl. zum Ganzen 

auch Urteil des BGer 8C_43/2023 vom 29. November 2023 E. 2; zur Beur-

teilung der Frage nach der Anwendbarkeit welchen Rechts in intertempo-

ralrechtlicher Hinsicht vgl. BGE 146 V 364 E. 7.1; 144 V 210 E. 4.3.1; 130 

V 445).  

2.3 Anspruch auf eine Rente der schweizerischen Invalidenversicherung 

hat, wer invalid im Sinne des Gesetzes ist (Art. 8 ATSG) und beim Eintritt 

der Invalidität während der vom Gesetz vorgesehenen Dauer Beiträge an 

die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet 

hat, d.h. während mindestens dreier Jahre (Art. 36 Abs. 1 IVG in der seit 

1. Januar 2008 geltenden Fassung). Diese Bedingungen müssen kumula-

tiv gegeben sein; fehlt eine, so entsteht kein Rentenanspruch, selbst wenn 

die andere erfüllt ist. Die Beschwerdeführerin hat unbestrittenermassen 

während mehr als drei Jahren AHV/IV-Beiträge geleistet (IV-act. 321), so 

dass die Voraussetzung der Mindestbeitragsdauer gemäss Art. 36 Abs. 1 

IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung erfüllt ist. 

2.4 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), die Folge 

von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 IVG). 

Invalidität ist somit der durch einen Gesundheitsschaden verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung oder Eingliederung verbleibende länger dau-

ernde (volle oder teilweise) Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, 

sich im bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff 

enthält damit zwei Elemente: ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit) und ein wirtschaftliches im weiteren 

Sinn (dauerhafte oder länger dauernde Einschränkung der Erwerbsfähig-

keit oder der Tätigkeit im Aufgabenbereich; vgl. zum Ganzen UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 8 Rz. 7). 

C-4325/2022 

Seite 13 

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Un-

fähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu 

leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem ande-

ren Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt (Art. 6 ATSG). Erwerbsun-

fähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-

möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-

markt (Art. 7 ATSG). 

2.5 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 

auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 

ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-

wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-

fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 

anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-

gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 

281 E. 2.1). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 

gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 

beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 

der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-

scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 

nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 

objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-

gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 

E. 4.4). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-

mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-

gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung al-

len guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-

wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 

bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2, 130 V 352 E. 2.2.1; SVR 2014 IV Nr. 2 

S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versicherten Person 

trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restarbeitsfähigkeit 

auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offenstehenden ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft tragbar ist. Dies 

ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prüfen (BGE 136 V 

279 E. 3.2.1; SVR 2016 IV Nr. 2 S. 5 E. 4.2). 

2.6 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden Fassung 

haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die ihre 

C-4325/2022 

Seite 14 

Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, er-

halten oder verbessern können (Bst. a), und die zusätzlich während eines 

Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c).  

2.7 Gemäss aArt. 28 Abs. 2 IVG in der ab 2008 bis 31. Dezember 2021 

gültig gewesenen Fassung bestand der Anspruch auf eine ganze Rente, 

wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-

telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid war. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % bestand Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-

nem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertels-

rente. 

2.8 Laut Art. 29 Abs. 4 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) werden 

Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, nur 

an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufent-

halt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, soweit nicht zwischenstaatliche 

Vereinbarungen eine abweichende Regelung vorsehen. Eine solche Aus-

nahme ist vorliegend gegeben (vgl. Art. 7 der Verordnung [EG] 

Nr. 883/2004). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (bis Ende 

Dezember 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht [EVG]) stellt diese 

Regelung nicht eine blosse Auszahlungsvorschrift, sondern eine beson-

dere Anspruchsvoraussetzung dar (BGE 121 V 275 E. 6c). 

2.9 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, unab-

hängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und ge-

gebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Ärzt-

liche Auskünfte sind eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 

welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 

C-4325/2022 

Seite 15 

können (BGE 140 V 193 E. 3.2; 132 V 93 E. 4). Der Beweiswert eines 

ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abge-

geben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 

6.2.2; 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Unabhängig davon, ob es sich 

um eine nachweisliche organische Pathologie oder um ein unklares Be-

schwerdebild handelt, setzt eine Anspruchsberechtigung stets eine nach-

vollziehbare ärztliche Beurteilung der Auswirkungen des Gesundheitsscha-

dens auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit voraus. Dabei können – insbe-

sondere unklaren Beschwerdebildern inhärente – Abklärungs- und Beweis-

schwierigkeiten die Berücksichtigung weiterer Lebens- und Aktivitätsberei-

che wie etwa Freizeitverhalten oder familiäres Engagement erfordern, um 

das Ausmass der Einschränkungen zu plausibilisieren, wobei auch fremd-

anamnestische Angaben zu berücksichtigen sind. Ohne Einbezug solcher 

Indizien, wie sie im Rahmen der festen Praxis zu den organisch nicht nach-

weisbaren unklaren Beschwerdebildern (BGE 141 V 281 E. 4.4.1) regel-

mässig zu berücksichtigen sind, ist eine ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurtei-

lung nicht beweiskräftig (BGE 140 V 290 E. 3.3.2). In den konsistenten 

Nachweis einer gestörten Aktivität und Partizipation einzubeziehen sind 

nur funktionelle Ausfälle, die sich aus denjenigen Befunden ergeben, wel-

che auch für die Diagnose der Gesundheitsbeeinträchtigung massgebend 

gewesen sind. Die Einschränkung in den Alltagsfunktionen, welche begriff-

lich zu einer lege artis gestellten Diagnose gehört, wird mit den Anforde-

rungen des Arbeitslebens abgeglichen und anhand von Schweregrad- und 

Konsistenzkriterien in eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

umgesetzt. Auf diesem Weg können geltend gemachte Funktionsein-

schränkungen über eine sorgfältige Plausibilitätsprüfung bestätigt oder ver-

worfen werden (BGE 141 V 281 E. 2.1.2). 

Durch den Versicherungsträger und im Beschwerdefall durch das Gericht 

ist zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre Arbeitsunfähig-

keitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren (Beweis-

themen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben. Dazu ist erfor-

derlich, dass die Sachverständigen den Bogen schlagen zum vorausge-

henden medizinisch-psychiatrischen Gutachtensteil (mit Aktenauszug, 

C-4325/2022 

Seite 16 

Anamnese, Befunden, Diagnosen usw.), d.h. sie haben im Einzelnen Be-

zug zu nehmen auf die in ihre Kompetenz fallenden erhobenen medizi-

nisch-psychiatrischen Ergebnisse fachgerechter klinischer Prüfung und 

Exploration. Ärztlicherseits ist also substanziiert darzulegen, aus welchen 

medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktio-

nelle Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, 

quantitativer und zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Am Beispiel 

rezidivierender depressiver Entwicklungen leichten bis mittleren Grades 

veranschaulicht, wie sie in der IV-rechtlichen Invaliditätsprüfung sehr oft im 

Vordergrund stehen, bedeutet dies: Es genügt nicht, dass der medizinisch-

psychiatrische Sachverständige vom diagnostizierten depressiven Ge-

schehen direkt auf eine Arbeitsunfähigkeit, welchen Grades auch immer, 

schliesst; vielmehr hat er darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen 

der von ihm erhobenen Befunde (Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Antriebs-

schwäche, Müdigkeit, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, 

verminderte Anpassungsfähigkeit usw.) die beruflich-erwerbliche Arbeitsfä-

higkeit eingeschränkt ist, und zwar – zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und 

Kontrollzwecken – unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiä-

ren und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person. Kommen 

die Experten dieser Aufgabe unter Berücksichtigung der durch BGE 141 V 

281 normierten Beweisthemen überzeugend nach, wird die medizinisch-

psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der juristischen Sicht des 

Rechtsanwenders – Durchführungsstelle oder Gericht – Bestand haben. 

Andernfalls liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein Abweichen davon 

gebietet (vgl. BGE 148 V 49 E. 6.2.1 mit Hinweisen auf BGE 143 V 418 

E. 6 und BGE 145 V 361 E. 4.3). 

Eine begutachtende medizinische Fachperson muss über die notwendigen 

fachlichen Qualifikationen verfügen (Urteil des BGer 9C_555/2017 vom 

22. November 2017 E. 3.1 mit Hinweisen). Den von Versicherungsträgern 

im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von medizinischen 

Sachverständigen, die den Anforderungen der Rechtsprechung entspre-

chen, darf das Gericht vollen Beweiswert zuerkennen, solange nicht kon-

krete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Wird die 

Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachpersonen 

durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in Zwei-

fel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtli-

che Stellung (BGE 125 V 351 E. 3b cc) nicht, um solche Zweifel auszuräu-

men. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuord-

nen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, 

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https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2025&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F145-V-361%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page361

C-4325/2022 

Seite 17 

damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst 

(BGE 137 V 210 E. 2.2.2 und 135 V 465 E. 4.4 bis E. 4.6). 

Die Stellungnahmen des RAD oder des medizinischen Dienstes der IVSTA, 

welche nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengut-

achten beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich festste-

henden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Be-

fassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile 

des BGer 9C_524/2017 vom 21. März 2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 

8. Juni 2015 E. 3.2; 9C_196/2014 vom 18. Juni 2014 E. 5.1.1, je mit Hin-

weisen). Die Aufgabe der versicherungsinternen Fachpersonen besteht 

insbesondere darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfe-

stellung für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche 

in der Folge über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den me-

dizinischen Sachverhalt zusammenzufassen und versicherungsmedizi-

nisch zu würdigen (vgl. SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 mit 

Hinweis; Urteil des BGer 9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie 

haben die vorhandenen Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, 

wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten 

eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine oder die an-

dere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzu-

nehmen ist (BGE 142 V 58 E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen 

Belange keine beweistauglichen Unterlagen, kann die Stellungnahme ei-

ner versicherungsinternen Fachperson in der Regel keine abschliessende 

Beurteilungsgrundlage bilden, sondern nur zu weitergehenden Abklärun-

gen Anlass geben (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 

E. 3.3). Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein 

ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a) genügen, auch hinsichtlich 

der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen (vgl. hierzu Urteil des BGer 

9C_736/2009 vom 26. Januar 2010 E. 2.1), haben sie einen vergleichbaren 

Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 

E. 3.3.2). Eine von anderen mit der versicherten Person befassten Ärzten 

abweichende Beurteilung vermag die Objektivität des Experten nicht in 

Frage zu stellen. Es gehört vielmehr zu den Pflichten eines Gutachters, 

sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine eigen-

ständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich abge-

stellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsverfah-

ren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2). Aus-

schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-

kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 

C-4325/2022 

Seite 18 

Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2, 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a). 

3.  

Der Vorinstanz dienten in medizinischer Hinsicht als Entscheidgrundlage 

in erster Linie das polydisziplinäre Gutachten der Y._______ vom 25. Ja-

nuar 2019 (IV-act. 152) sowie die – die früheren ärztlichen Stellungnahmen 

ersetzende (BVGer-act. 11) – Beurteilung des IV-internen medizinischen 

Dienstes vom 5. Mai 2022 (vgl. das diesbezügliche Protokoll vom 11. Mai 

2022; IV-act. 307). Die Beschwerdeführerin hingegen stützte sich vorrangig 

auf das X._______-Gutachten vom 29. Dezember 2015 (IV-act. 63). Diese 

sowie – falls massgeblich – weitere fachärztliche Dokumente sind nachfol-

gend zusammengefasst wiederzugeben und zu würdigen. Dabei ist zu prü-

fen, ob eine rechtsgenügliche und umfassende Beurteilung des Gesund-

heitszustands und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfä-

higkeit der Beschwerdeführerin vorliegt resp. ob sich der rechtserhebliche 

Sachverhalt als vollständig abgeklärt und gewürdigt erweist. In diesem Zu-

sammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz der Beschwer-

deführerin bei einem IV-Grad von 100 % vom 1. Juni 2016 bis 30. April 

2017, 1. August 2017 bis 30. Juni 2018 sowie vom 1. Februar 2020 bis 30. 

September 2021 resp. ab 1. Oktober 2021 eine ganze IV-Rente zugespro-

chen hat (vgl. E. 1.4 hiervor) und somit die materiellen, kumulativen An-

spruchsvoraussetzungen von Art. 28 Abs. 1 Bst. a bis c IVG (vgl. zum ku-

mulativen Charakter dieser Gesetzesnormen bspw. Urteil des BGer 

9C_942/2015 vom 18. Februar 2016 E. 3.1) und Art. 28 Abs. 2 IVG als er-

füllt qualifiziert hatte (vgl. E. 2.6 und 2.7 hiervor). Weiter hatte sie im Rah-

men der rückwirkenden Zusprechung der befristeten IV-Renten die für die 

Rentenrevision geltenden Bestimmungen in ebenfalls nicht zu beanstan-

dender Weise analog angewendet (vgl. IV-act. 307 S. 2; BGE 109 V 125 

E. 4a; AHI 1998 S. 121 E. 1b; zur Revision von Invalidenrenten vgl. Art. 17 

Abs. 1 ATSG und Art. 88a Abs. 1 IVV in Verbindung mit Art. 88bis Abs. 2 

IVV; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.2 und E. 3.5.4; BGE 141 V 9 E. 2.3 

und 5.2; BGE 133 V 108 E. 5.4; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2). 

3.1  

3.1.1 Im X._______-Gutachten vom 29. Dezember 2015 wurde mit Ein-

fluss auf die Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes lumbospondylogenes 

Schmerzsyndrom rechtsbetont (mit/bei einem Status nach Diskektomie 

L5/S1 rechts am 27. Juni 2013, einem radikulär anmutenden Schmerzsyn-

drom S1 rechts und Wurzel L5 rechts intermittierend, einer rechtslateralen 

C-4325/2022 

Seite 19 

und rezessalen Diskushernie LWK5/SWK 1 und ohne persistierende hö-

hergradige objektivierbare radikuläre Ausfälle), eine anhaltende somato-

forme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) sowie eine abhängige Persönlich-

keitsstörung (ICD-10: F60.7) diagnostiziert. Weiter wurde zusammenfas-

send ausgeführt, die Versicherte sei aus rein somatischer (rheumatologi-

scher bzw. neurologischer) Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit nur qualitativ ein-

geschränkt. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Handelsvertreterin sei nicht 

mehr zumutbar. Für eine behinderungsangepasste, körperlich leichte und 

wechselbelastende, rückenschonende Tätigkeit sei sie hingegen von Sei-

ten des Bewegungsapparates zu 100 % arbeitsfähig. Hingegen seien die 

rechtsseitige Fühlstörung und das Zittern am gesamten Körper mit einer 

deutlichen Rechtsbetonung an den Armen ebenso wie das Einknicken in 

den Knien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht neurologisch bzw. 

organisch zu erklären. Diese Störungsbilder bedingten daher im engeren 

Sinne keine neurologische Arbeitsunfähigkeit, sondern seien im Rahmen 

der psychiatrischen Problematik zu erklären. Aktuell bestehe aus versiche-

rungspsychiatrischer Sicht eine 80%ige Einschränkung der Arbeitsfähig-

keit. Retrospektiv könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenom-

men werden, dass die anhaltende somatoforme Schmerzstörung seit der 

Operation 2013 bestehe. Es sei allerdings noch kein langjähriger chroni-

scher therapieresistenter Verlauf gegeben. Die Versicherte befinde sich 

auch in keiner ambulanten Gesprächstherapie. Dies wäre sicherlich erfor-

derlich, um die vermuteten unbewussten Konflikte zu analysieren und letzt-

endlich zu bearbeiten. Letztendlich sei hier ein zeitlicher Zusammenhang 

zwischen den dissoziativen Symptomen und belastenden Ereignissen ge-

geben. Man gehe allerdings davon aus, dass eine intensive Gesprächsthe-

rapie durchaus eine deutliche Besserung der Schmerzsymptomatik bewir-

ken könnte, was natürlich auch mit einer Zunahme der Arbeitsfähigkeit ein-

hergehen würde, sodass man eine Wiederbegutachtung in etwa zwei Jah-

ren vorschlage. In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Aussendienstmitar-

beiterin sei die Versicherte seit der Exazerbation ihrer Rückenproblematik 

Ende Mai 2013 dauerhaft zu 100 % arbeitsunfähig. Auch in einer dem kör-

perlichen Leiden optimal angepassten (körperlich leichten und wechselbe-

lastenden, rückenschonenden) Verweistätigkeit sei sie aktuell nur zu 

höchstens 20 % arbeitsfähig. Ohne die vorgeschlagenen therapeutischen 

Massnahmen werde der Chronifizierungsprozess weitergehen, sodass 

auch mit einer Zunahme der Arbeitsunfähigkeit zu rechnen sei. 

3.1.2 In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung (Konsensbeurteilung) 

der Y._______-Expertise vom 25. Januar 2019 wurde mit Relevanz für die 

Arbeitsfähigkeit (angestammte Tätigkeit) eine verminderte 

C-4325/2022 

Seite 20 

Rückenbelastbarkeit (mit/bei chronifiziertem lumbospondylogenem 

Schmerzsyndrom rechts betont, Zuständen nach Diskektomie L5/S1 rechts 

am 27. Juni 2013, Denervation des dorsalen Root Ganglions und periradi-

kuläre Infiltration L5 rechts am 17. Juni 2016, Revisionsnukleotomie und 

Dekompression L5/S1 rechts am 20. Oktober 2016, ventraler intercorpo-

reller Spondylodese L5/S1 am 31. August 2017, ventraler intercorporeller 

Revisions-Spondylodese L5/S1 am 24. November 2017, neurologisch: 

ohne elektrophysiologischen und klinischen Hinweis für relevante Radi-

kulopathie rechts, bei funktioneller sensomotorischer Störungssymptoma-

tik, bei verminderter Entspannungsfähigkeit und erhöhter Stressvulnerabi-

lität mit funktionellem Tremor sowie wahrscheinliche Verletzung des sym-

pathischen Grenzstranges rechts [sympathisch vermittelte vaskuläre Dys-

regulation im rechten Fuss]) diagnostiziert. Ohne Relevanz für die Arbeits-

fähigkeit wurde unter anderem eine Persönlichkeitsakzentuierung (ICD-10: 

Z73.1), eine chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychi-

schen Faktoren (ICD-10: F45.41), Stress und Mangel an Entspannung 

(ICD-10: Z73) sowie ein initiales axonales Polyneuropathiesyndrom unkla-

rer Genese diagnostiziert. Weiter wurde zusammengefasst vorgebracht, es 

ergäben sich Diskrepanzen dahingehend, dass die geklagten Beschwer-

den nicht nachvollziehbar seien resp. diese im Widerspruch stünden zu 

den Angaben, regelmässig Autofahren zu müssen zum Erhalt der Mobilität. 

Gleichermassen sei das Ausmass der Schmerzen zumindest auch aktuell 

fraglich angesichts der Ergebnisse der Medikamentenspiegelbestimmung 

(zu dem aktuell angegebenen Schmerzmittel Tramadol seien lediglich Spu-

ren im Blut nachweisbar). Auch die Tremores seien in einer physiologi-

schen Frequenz zu beschreiben, entsprechend keinem organisch neurolo-

gischem Tremor-Bild. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (Aus-

sendienstmitarbeiterin) erscheine gegenwärtig eher nicht realistisch geeig-

net. Es sollte nach Behandlung aber wieder zumindest weitgehend möglich 

sein (dann zirka 80 %); dies dürfte auch schon seit der Erstoperation im 

Juni 2013 gelten. In einer ideal angepassten Tätigkeit (wechselbelastend, 

überwiegend sitzende Anteile) wäre eine Arbeitsfähigkeit ganztägig mit le-

diglich Einschränkungen um 20 % begründbar. Auch dieses dürfte rückbli-

ckend etwa seit der Erstoperation im Juni 2013 gelten ("Mit Ausnahme 

AUF-Zeiten 100 % jeweils peri-/postoperativ"). Als medizinische Massnah-

men seien insbesondere eine psychiatrische/psychosomatische Behand-

lung zu empfehlen, sollte die Neigung zur erhöhten Stressreaktion und 

funktionell muskulärer Anspannungsreaktion konsequent behandelt wer-

den. So seien detonisierte Massnahmen, Entspannungsmassnahmen, 

Achtsamkeitstraining, gegebenenfalls Biofeedback-Behandlung sinnvoll. 

Psychopharmakologisch sollte die Behandlung erweitert und insbesondere 

C-4325/2022 

Seite 21 

auch mit Laborkontrollen überwacht werden. Die Versicherte verfüge aber 

auch über sehr gute Ressourcen, wie aus der früheren Arbeitsbiografie ab-

geleitet werden könne. An diese Ressourcen könne angeknüpft werden. 

3.1.3 In seinem neurologisch-psychiatrischen Gutachten vom 18. Novem-

ber 2021 führte der Neurologe und Psychiater Dr. med. L._______ fol-

gende Diagnosen auf: Verdacht auf degenerative Hirnerkrankung (ICD-10: 

G31.9V; Differenzialdiagnose: Encephalomyelitis disseminata [ICD-10: 

G35.9V]), rezidivierende depressive Störung (ICD-10: F33.9), Zwangsstö-

rung (ICD-10: F42.9). Weiter berichtete Dr. med. L._______, im derzeitigen 

Zustand stehe die Versicherte dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Das 

gesamte Zustandsbild sei auch noch nicht ausreichend abgeklärt. Die Ver-

dachtsdiagnose Multiple Sklerose (im Folgenden: MS) stehe immer noch 

im Raum. Die Versicherte berichte, dass sie demnächst auch deswegen 

einer MRT unterzogen werde. Es handle sich mit Sicherheit um eine sel-

tene degenerative Hirnerkrankung, falls die MS tatsächlich ausgeschlos-

sen sein sollte. Das Bandscheibenleiden genüge nicht als Erklärung für die 

vielfältigen Beschwerden und auch Befunde. Insbesondere seien extrapy-

ramidalmotorische Bewegungsstörungen nicht mit einer Bandscheibener-

krankung vergesellschaftet. Auszuschliessen wäre weiterhin eine "Wilson 

Erkrankung". Halluzinationen habe die Versicherte tatsächlich unter Pale-

xia bekommen, worüber sie aber niemandem etwas gesagt habe. Auch 

dieses könnte für eine Wilson-Erkrankung sprechen. Im Schlussblatt mit 

sozialmedizinischer Beurteilung des Leistungsvermögens hielt Dr. med. 

L._______ schliesslich fest, dass die Versicherte seit dem 27. Mai 2013 

sowohl in der letzten beruflichen Tätigkeit (Sales Manager, Aussendienst, 

Handelsvertreterin) als auch in einer anderen nur noch unter drei Stunden 

pro Tag arbeiten könne (IV-act. 278). 

3.1.4 Der Internist und Rheumatologe Dr. med. M._______ erwähnte in sei-

nem Gutachten vom 28. Februar 2022 unter Diagnosen eine chronifizierte 

persistierende Lumboischialgie rechts nach Multichirurgie (fünf Eingriffe) 

und eine Niereninsuffizienz (vermutlich Stadium 1 minus); eine rheumati-

sche Autoimmunerkrankung schloss er aus. Weiter berichtete er zusam-

mengefasst, der von ihm veranlasste Coeruloplasminspiegel spreche bei 

Normalbefund und unauffälligen Leberwerten gegen die Kupferspeicherer-

krankung M. Wilson. Der vom Nervenarzt ebenfalls geäusserte Verdacht 

auf eine MS bedürfte einer stationären Diagnostik mit cerebralem MRT und 

einer Lumbalpunktion. In Anbetracht der Krankheitsgeschichte sei dies für 

die Leistungsbeurteilung nicht erforderlich. Die fünffachen operativen Wir-

belsäulen-Eingriffe auch mit Einbringung eines wohl deplazierten Titan-

C-4325/2022 

Seite 22 

Cage mit Entfernung und möglicher Grenzstrang-Irritation erklärten das 

komplexe Schmerz-Beschwerdebild. Die im nervenärztlichen Gutachten 

aufgeführten erheblichen Belastungen in der Adoleszenz und dem weite-

ren Lebensweg erklärten nicht die objektiven Einschränkungen des Bewe-

gungsapparates mit links betonten Beinschmerzen und ausgeprägtem Tre-

mor der Extremitäten. Im Rahmen der sozialmedizinischen Leistungsbeur-

teilung führte Dr. med. M._______ schliesslich aus, sowohl die letzte be-

rufliche Tätigkeit als auch eine andere dem positiven und negativen Leis-

tungsbild entsprechende Arbeit könne seit 2013 bloss noch unter drei Stun-

den täglich ausgeübt werden (IV-act. 297). 

3.1.5 Im Protokoll vom 11. Mai 2022 betreffend die IV-interne medizinische 

Beurteilung vom 5. Mai 2022 wurde zusammengefasst ausgeführt, betref-

fend das X._______-Gutachten sei die Bewertung des RAD vom 29. Juni 

2016 zu bestätigen. Man betrachte diese Expertise als nicht abschlies-

send. Angesichts der Diagnose der somatoformen Schmerzstörung und 

der Persönlichkeitsstörung, verbunden mit geringen funktionellen Ein-

schränkungen und guten Ressourcen, die der Versicherten zur Verfügung 

stünden, gelte die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer 

Sicht als inkohärent. Die entsprechenden Schlussfolgerungen würden des-

halb nicht in die Beurteilung miteinbezogen. Gemäss der Y._______-Ex-

pertise von 2019 sei die Versicherte in der angestammten Erwerbstätigkeit 

arbeitsunfähig und in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit seit Juni 

2013 zu 20 % in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Diese Arbeitsunfä-

higkeiten seien ausschließlich auf die somatischen Gesundheitsbeein-

trächtigungen (rheumatologische und neurologische) zurückzuführen. Aus 

psychiatrischer Sicht hätten die Persönlichkeitsakzentuierung und die 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Mit Blick auf die von den Experten 

abgegebene detaillierte Anamnese und die funktionellen Einschränkungen 

sei diese Evaluation als schlüssig zu qualifizieren. Unter Berücksichtigung 

des Dargelegten sollten die von den Experten in der Evaluation von 2019 

erwähnten Arbeitsunfähigkeiten beibehalten werden (100% in der bisheri-

gen Tätigkeit und 20 % in einer leidensadaptierten Verweistätigkeit). Diese 

Arbeitsunfähigkeit gelte ab der ersten, am 12. Juni 2013 erfolgten Rücken-

operation. Im Hinblick auf die Eingriffe vom 27. Juni 2013, 17. Juni 2016, 

20. Oktober 2016, 31. August 2017 und 27. November 2017 sei es für die 

postoperative Perioden angemessen, von einer vollständigen Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit auszugehen. Am 10. Februar 2020 habe sich die Versi-

cherte einer erneuten Operation im Bereich der Lendenwirbelsäule unter-

zogen. Zunächst sei zu präzisieren, dass dieser Eingriff nicht zu einer 

C-4325/2022 

Seite 23 

Verbesserung des Gesundheitszustands geführt habe. Gemäss dem neu-

rologischen und psychiatrischen Gutachten vom 18. November 2021 und 

insbesondere dem rheumatologischen Gutachten vom 28. Februar 2022 

und dem Bericht von Dr. med. P._______ vom 17. Februar 2022 (vgl. IV-

act. 296) läge aufgrund der somatischen Beeinträchtigungen eine vollstän-

dige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten vor. Diese Elemente bestä-

tigten daher eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Versi-

cherten wegen den somatischen Diagnosen, welche insgesamt zu einer 

vollständigen Arbeitsunfähigkeit seit der Intervention vom Februar 2020 

führen würden. Aus psychiatrischer Sicht erlaubten die vorgelegten Unter-

lagen keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes seit dem Gut-

achten von 2019. 

3.2 Hinsichtlich der medizinischen, somatischen Situation der Beschwer-

deführerin ab dem 1. Februar 2020 ist mit Blick auf die IV-interne medizini-

sche Beurteilung vom 5. Mai 2022, welche im Sinne von Art. 54a Abs. 3 

IVG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1bis der Verordnung über die Invaliden-

versicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 831.201; beide Normen in 

Kraft seit 1. Januar 2022) erstellt worden ist, vorab festzuhalten, dass die 

Vorinstanz dieser Beurteilung und damit einhergehend der Expertise des 

Internisten und Rheumatologen Dr. med. M._______ vom 28. Februar 

2022 sowie dem Bericht von Dr. med. P._______ vom 17. Februar 2022 

(IV-act. 296) zwar volle Beweiskraft zumass. Die Frage, ob der Beschwer-

deführerin somit zurecht ab dem 1. Februar 2020 eine ganze IV-Rente zu-

gesprochen wurde, muss an dieser Stelle jedoch offengelassen werden, 

denn vor dem Hintergrund, dass gemäss den nachfolgenden Erwägungen 

für den Zeitraum Mai 2014 (vgl. Art. 29 Abs. 2 IVG [Anmeldedatum: 24. 

November 2013]) bis Ende Januar 2020 weitere medizinische Abklärungen 

in somatischer und psychischer Hinsicht durchzuführen sind und der Streit-

gegenstand den Rentenanspruch als Ganzes betrifft (vgl. BGE 135 V 148 

E. 5.2 m.H.), ist im Lichte der Einheit des Rentenverhältnisses (BGE 125 

V 413) ein abschliessender materieller Entscheid über die Rentenfrage ab 

1. Februar 2020 nicht zulässig (vgl. hierzu Urteile des BGer 8C_526/2022 

vom 6. Februar 2023 E. 4.1; 8C_ 263/2021 vom 11. Oktober 2021 E. 2.2.1). 

3.3 Nachfolgend ist in einem weiteren Schritt zu prüfen, ob einerseits das 

X._______-Gutachten vom 29. Dezember 2015 oder andererseits die 

Y._______-Expertise vom 25. Januar 2019 die bundesgerichtlichen Anfor-

derungen an eine voll beweiskräftige Expertise erfüllt. 

C-4325/2022 

Seite 24 

3.3.1 Betreffend die X._______-Expertise vom 29. Dezember 2015 ergibt 

sich das Folgende: 

3.3.1.1 Mit Blick auf das Datum der Erstellung der X._______-Expertise 

vom 29. Dezember 2015 und die vorliegend angefochtenen Verfügungen 

vom 23. August 2022 ergibt sich vorab, dass zwischen der Gutachtenser-

stellung und dem Verfügungserlass über sechseinhalb Jahre vergangen 

waren. Zwar ist zur Beantwortung der Frage, ob die Expertise der 

X._______ hinreichend aktuell ist, nicht primär auf das formelle Kriterium 

des Alters des Gutachtens abzustellen. Gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zu den Administrativgutachten ist vielmehr die materielle 

Frage  

massgeblich, ob es Anhaltspunkte für eine wesentliche Verschlechterung 

gegeben hat, sei dies im somatischen oder psychischen Bereich (vgl. 

hierzu Urteile des BGer 8C_629/2019 vom 8. November 2019 E. 4.2.1; 

9C_643/2016 vom 18. Januar 2017 E. 4.1; 8C_96/2012 vom 9. Mai 2012 

E. 4.3).  

3.3.1.2 Das somatisch-rheumatologische und das neurologische Teilgut-

achten der Dres. med. Q._______ und R._______ (IV-act. 63 S. 22 bis 30) 

sind bereits mit Blick auf die nach der Gutachtenserstellung erfolgten ope-

rativen Eingriffe vom 17. Juni 2016, 20. Oktober 2016, 31. August 2017, 

27. November 2017 und 10. Februar 2020 (vgl. E. 3.1.5 hiervor) längst 

nicht mehr aktuell, weshalb diese Expertisen keine rechtsgenüglichen Ent-

scheidgrundlagen darstellen können (vgl. E. 3.3.1.1 hiervor). In diesem Zu-

sammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Beurteilung des Rheumato-

logen Dr. med. Q._______ vom X._______ (IV-act. 63 S. 25 und 26), wo-

nach die von der Versicherten beklagten, persistierenden Beschwerden 

mangels Befunds im Anschluss an die Bildgebung mittels CT der LWS und 

Myelographie rheumatologisch nicht erklärbar seien, weshalb ein grösse-

rer Teil dieser als funktionelle Überlagerung gedeutet werden müsse, nach 

Vorliegen des Operationsberichts von Dr. med. N._______ vom 20. Okto-

ber 2016 (IV-act. 178 S. 40) insofern hinfällig geworden resp. überholt ist, 

als erst durch das MRI der Schmerzklinik vom 30. Juni 2016 eine mediola-

terale Diskushernie L5/S1 mit Kontakt zur Wurzel S 1 rechts nachgewiesen 

worden war. Unter diesen Umständen ist mehr als fraglich, ob die Be-

schwerdeführerin im Zeitpunkt der Exploration im Jahr 2015 bzw. davor 

und danach aus rein somatischer (rheumatologischer bzw. neurologischer) 

Sicht in ihrer Arbeitsfähigkeit nur qualitativ eingeschränkt resp. für eine be-

hinderungsangepasste, körperlich leichte und wechselbelastende, rücken-

schonende Tätigkeit von Seiten des Bewegungsapparates zu 100 % 

C-4325/2022 

Seite 25 

arbeitsfähig war (vgl. E. 3.1.1 hiervor). Nebst der fehlenden Aktualität der 

rheumatologischen und neurologischen Gesundheitssituation der Be-

schwerdeführerin ist in psychischer Hinsicht Folgendes festzuhalten: 

3.3.1.3 Aufgrund der gutachterlichen Ausführungen des Psychiaters 

Dr. med. S._______ in seinem X._______-Teilgutachten vom 19. August 

2015 (IV-act. 63 S. 30 bis 38), wonach dringend eine psychiatrische bzw. 

psychotherapeutische Behandlung empfohlen werde und sich bei Durch-

führung einer solchen die Arbeitsfähigkeit in den nächsten zwei Jahren 

durchaus verbessern könne, so dass eine Wiederbegutachtung in etwa 

zwei Jahren vorgeschlagen werde, hatte diese Teilexpertise bzw. das 

X._______-Gutachten bereits mit dem Zeitablauf und zufolge möglicher 

veränderter Verhältnisse an Aktualität eingebüsst, weshalb bereits auch 

aus diesem Grund neue Abklärungen unabdingbar waren (vgl. hierzu BGE 

134 IV 246 E. 4.3; Urteil des BGer 6B 572/2010 vom 18. November 2010 

E. 5.2) und die zweite Y._______-Begutachtung nicht bloss als unzulässige 

Einholung einer "second opinion" zu qualifizieren ist (vgl. hierzu BGE 136 

V 156 E. 3.3 mit Hinweisen). Vor diesem Hintergrund kann letztlich die 

Frage, ob der medizinisch-psychiatrische Sachverständige Dr. med. 

S._______ seiner Aufgabe – darzutun, dass, inwiefern und inwieweit we-

gen der von ihm erhobenen Befunde die beruflich-erwerbliche Arbeitsfä-

higkeit eingeschränkt ist, und zwar (zu Vergleichs-, Plausibilisierungs- und 

Kontrollzwecken) unter Miteinbezug der sonstigen persönlichen, familiären 

und sozialen Aktivitäten der Beschwerdeführerin – unter Berücksichtigung 

der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend nach-

gekommen ist, offengelassen werden (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3). 

3.3.2 Hinsichtlich des Y._______-Gutachtens vom 25. Januar 2019 ergibt 

sich weiter was folgt: 

3.3.2.1 Mit Blick auf die Operation vom 10. Februar 2020 und die vorlie-

gend angefochtenen Verfügungen vom 23. August 2022 mangelt es insbe-

sondere auch dem orthopädischen Y._______-Teilgutachten von Dr. med. 

T._______ vom 15. November 2018 (IV-act. 152 S. 98 bis 116) sowie dem 

neurologischen Teilgutachten von Dr. med. U._______ vom 18. Januar 

2019 (IV-act. 152 S. 78 bis 97) und letztlich auch dem allgemeinmedizi-

nisch-internistischen Teilgutachten von Dr. med. V._______ vom 6. Dezem-

ber 2018 (IV-act. 152 S. 117 bis 127) an Aktualität, weshalb auch auf diese 

medizinischen Dokumente nicht rechtsgenüglich abgestellt werden kann 

(vgl. E. 3.3.1.1 hiervor). In somatischer Hinsicht ergeben sich darüber hin-

aus Unklarheiten insbesondere hinsichtlich der zumutbaren Arbeits- und 

https://entscheide.weblaw.ch/cache.php?link=BGE-134-IV-246
http://links.weblaw.ch/6B%20572/2010
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&from_year=1954&to_year=2023&sort=relevance&insertion_date=&from_date_push=&top_subcollection_clir=bge&query_words=&part=all&de_fr=&de_it=&fr_de=&fr_it=&it_de=&it_fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-V-281%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page281

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Seite 26 

Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Indem in der IV-internen medi-

zinischen Beurteilung vom 5. Mai 2022 ausgeführt worden war, die erneute, 

am 10. Februar 2020 erfolgte Operation im Bereich der Lendenwirbelsäule 

habe zu keiner Besserung des Gesundheitszustandes geführt (vgl. E. 3.1.5 

hiervor), ist für das Bundesverwaltungsgericht nicht rechtsgenüglich er-

stellt, ob die vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten zufolge 

der somatischen Diagnosen nicht bereits vor dem 10. Februar 2020 Be-

stand gehabt hatte, und zwar – entgegen der Y._______-Expertise vom 

25. Januar 2019 (vgl. E. 3.1.2 hiervor) – nicht bloss während den postope-

rativen Phasen im Anschluss an die zahlreichen Eingriffe zwischen 2013 

bis 2017. Nebst der fehlenden Aktualität der orthopädischen, neurologi-

schen und allgemeinmedizinisch-internistischen Gesundheitssituation der 

Beschwerdeführerin ergibt sich in psychischer Hinsicht Folgendes: 

3.3.2.2  

3.3.2.2.1 In Bezug auf die psychiatrischen Y._______-Teilexpertise von 

Dr. med. W._______ vom 18. Januar 2019 ist im Rahmen der entsprechen-

den Beweiswürdigung eingangs darauf hinzuweisen, dass die psychiatri-

sche Exploration von der Natur der Sache her nicht ermessensfrei erfolgen 

kann. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater bzw. der begutachten-

den Psychiaterin daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, inner-

halb dessen verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen 

möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern lege artis vorgegangen 

worden ist (vgl. Urteile des BGer 8C_28/2021 vom 9. April 2021 E. 4.2; 

8C_720/2020 vom 8. Januar 2021 E. 4.2; 8C_107/2020 vom 17. April 2020 

E. 4.1.3; je mit Hinweisen). Dem Bundesverwaltungsgericht steht analog 

den kantonalen Versicherungsgerichten zudem als Sachgericht im Bereich 

der Beweiswürdigung ein erheblicher Ermessensspielraum zu (vgl. BGE 

120 Ia 31 E. 4b; Urteil des BGer 8C_28/2021 vom 9. April 2021 E. 4.2 mit 

Hinweis). 

3.3.2.2.2 Weiter ist darauf hinzuweisen, dass weder Gesetz noch Recht-

sprechung den Psychiatern eine Begutachtung nach den entsprechenden 

Leitlinien vorschreiben. Leitlinien, namentlich diejenigen der Schweizeri-

schen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP) und der 

Generalversammlung der Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neu-

ropsychologen (SVNP), stellen grundsätzlich eine Orientierungshilfe für die 

begutachtenden Fachpersonen dar und sollen die Gutachtenspraxis im 

Hinblick auf die normativ massgeblichen Gesichtspunkte konkretisierend 

anleiten. Insofern verliert ein Gutachten nicht automatisch seine 

C-4325/2022 

Seite 27 

Beweiskraft, wenn es sich nicht an die entsprechenden Leitlinien anlehnt 

(vgl. Urteile des BGer 8C_270/2019 vom 5. September 2019 E. 4.1.2, 

8C_778/2018 vom 20. März 2019 E. 8.1.2, 9C_273/2018 vom 28. Juni 

2018 E. 5.4 und 8C_734/2016 vom 12. Juli 2017 E. 3.9, je mit Hinweisen). 

Darüber hinaus bleibt festzuhalten, dass einem testmässigen Erfassen der 

Psychopathologien im Rahmen der psychiatrischen Exploration nur ergän-

zende Funktion beigemessen werden kann, während die klinische Unter-

suchung mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbe-

obachtung ausschlaggebend ist. Entscheidend ist, dass das Gutachten ge-

samthaft gesehen nachvollziehbar begründet und überzeugend ist (vgl. Ur-

teil des BGer 8C_466/2017 vom 9. November 2017 E. 5.1 mit Hinweisen). 

3.3.2.2.3 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhal-

tende somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychoso-

matisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen 

leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409), sind für die Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Be-

rücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits 

und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das 

tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen (BGE 141 V 

281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangspunkt der Prüfung 

und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatrische, lege artis ge-

stellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 E. 6 und E. 8.1). 

Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten Indikatoren hat das 

Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 E. 4.1.3): Kategorie 

«funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komplexen «Gesundheits-

schädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symp-

tome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz; Komorbidi-

täten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwicklung und -struk-

tur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und «sozialer Kon-

text» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichtspunkte des Verhal-

tens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschränkung des Aktivitä-

tenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen (E. 4.4.1) und be-

handlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidens-

druck (E. 4.4.2). Unabhängig davon, ob es sich um eine nachweisliche or-

ganische Pathologie oder um ein unklares Beschwerdebild handelt, setzt 

eine Anspruchsberechtigung stets eine nachvollziehbare ärztliche Beurtei-

lung der Auswirkungen des Gesundheitsschadens auf die Arbeits- und Er-

werbsfähigkeit voraus. Dabei können – insbesondere unklaren Beschwer-

debildern inhärente – Abklärungs- und Beweisschwierigkeiten die Berück-

sichtigung weiterer Lebens- und Aktivitätsbereiche wie etwa 

C-4325/2022 

Seite 28 

Freizeitverhalten oder familiäres Engagement erfordern, um das Ausmass 

der Einschränkungen zu plausibilisieren, wobei auch fremdanamnestische 

Angaben zu berücksichtigen sind. Ohne Einbezug solcher Indizien, wie sie 

im Rahmen der festen Praxis zu den organisch nicht nachweisbaren un-

klaren Beschwerdebildern (BGE 141 V 281 E. 4.4.1) regelmässig zu be-

rücksichtigen sind, ist eine ärztliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung nicht be-

weiskräftig (BGE 140 V 290 E. 3.3.2). In den konsistenten Nachweis einer 

gestörten Aktivität und Partizipation einzubeziehen sind nur funktionelle 

Ausfälle, die sich aus denjenigen Befunden ergeben, welche auch für die 

Diagnose der Gesundheitsbeeinträchtigung massgebend gewesen sind. 

Die Einschränkung in den Alltagsfunktionen, welche begrifflich zu einer 

lege artis gestellten Diagnose gehört, wird mit den Anforderungen des Ar-

beitslebens abgeglichen und anhand von Schweregrad- und Konsistenz-

kriterien in eine allfällige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit umgesetzt. Auf 

diesem Weg können geltend gemachte Funktionseinschränkungen über 

eine sorgfältige Plausibilitätsprüfung bestätigt oder verworfen werden 

(BGE 141 V 281 E. 2.1.2). 

Rechtsprechungsgemäss wird mit einer Indikatorenprüfung eine im Rah-

men einer psychiatrischen Diagnose attestierte Arbeitsunfähigkeit validiert 

(vgl. hierzu Urteil des BGer 8C_629/2019 vom 8. November 2019 E. 4.2.4 

mit Hinweis). Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann aus 

Gründen der Verhältnismässigkeit dort von einem strukturierten Beweis-

verfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder auch gar nicht geeig-

net ist. Daher bleibt es entbehrlich, wenn im Rahmen beweiswertiger fach-

ärztlicher Berichte (vgl. hierzu BGE 125 V 351) eine Arbeitsunfähigkeit in 

nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird und allfälligen gegentei-

ligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Qualifikation oder aus ande-

ren Gründen kein Beweiswert beigemessen werden kann (BGE 143 V 418 

E. 7.1). Namentlich in Fällen, in welchem von einer leichtgradigen depres-

siven Episode (ICD-10: F32.00) auszugehen ist, bedarf es in aller Regel 

keiner Weiterungen in Form eines strukturierten Beweisverfahrens. Vo-

raussetzung für einen solchen Verzicht ist allerdings, dass die leichte de-

pressive Störung nicht schon als chronifiziert gelten kann und darüber hin-

aus nicht mit Komorbiditäten einhergeht (vgl. hierzu BGE 143 V 409 

E. 4.5.3; Urteil des BGer 8C_241/2018 vom 25. September 2018 E. 7.5.1). 

3.3.2.3 Zufolge der von Dr. med. W._______ in seiner Y._______-Teilex-

pertise vom 18. Januar 2019 (IV-act. 152 S. 58 bis 74) ohne Relevanz für 

die Arbeitsfähigkeit unter anderem diagnostizierten chronische Schmerz-

störung mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sind, 

C-4325/2022 

Seite 29 

wie vorstehend dargelegt (vgl. 3.3.2.2.3 hiervor), für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit im Rahmen von psychischen Erkrankungen systemati-

sierte Indikatoren beachtlich, die es – unter Berücksichtigung leistungshin-

dernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspoten-

tialen (Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare 

Leistungsvermögen einzuschätzen. Ausgangspunkt der Prüfung und damit 

erste Voraussetzung bildet dabei die psychiatrische, lege artis gestellte Di-

agnose. Dr. med. W._______ führte das krankheitswertige Geschehen der 

Beschwerdeführerin im Rahmen des anerkannten ICD-Klassifikationssys-

tems der von ihm gestellten, oben erwähnten Diagnose zu, weshalb diese 

als lege artis erstellt zu gelten hat (vgl. hierzu BGE 130 V 396 E. 6.3 mit 

Hinweisen). Betreffend die Prüfung der Standardindikatoren ergibt sich hin-

sichtlich der Y._______-Teilexpertise vom 18. Januar 2019 – für sich alleine 

betrachtet, womit es jedoch nicht sein Bewenden haben kann (vgl. E. 

3.3.2.6 hiernach) – weiter Folgendes: 

3.3.2.4  

3.3.2.4.1 Mit Blick auf die Kategorie "funktioneller Schweregrad" mit dem 

Komplex "Gesundheitsschädigung" (Ausprägung der diagnoserelevanten 

Befunde und Symptome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -re-

sistenz; Komorbiditäten; BGE 141 V 281 E. 4.3.1; E. 3.3.2.2.3 hiervor) lei-

det die Beschwerdeführerin gemäss dem Experten Dr. med. W._______ 

ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit unter anderem an einer Persön-

lichkeitsakzentuierung (ICD-10: Z73.1), einer chronischen Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie an 

Stress und Mangel an Entspannung (ICD-10: Z73). Laut BGE 143 V 418 

fallen Störungen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als rechtlich 

bedeutsame Komorbidität in Betracht, wenn ihnen im konkreten Fall res-

sourcenhemmende Wirkung zukommt (E. 8.1, Präzisierung der Rechtspre-

chung; vgl. Urteil des BGer 8C_604/2017 vom 15. März 2018 E. 5.1 und 

E. 7.2 mit Hinweis). Davon ist alleine aufgrund der Beschreibungen von 

Dr. med. W._______ nicht auszugehen. So berichtete er zum psychiatri-

schen Befund, die Versicherte sei wach und zu allen Qualitäten orientiert. 

Eine Störung des Ich-Bewusstseins bestehe nicht. Die Aufmerksamkeit, 

die Konzentration und das Gedächtnis seien nicht reduziert. Das formale 

Denken sei unauffällig und es bestünden auch keine Störungen des inhalt-

lichen Denkens. Eine pathologische Wahrnehmung bestehe bei der Versi-

cherten nicht. Sie sei emotional schwingungsfähig, die Stimmungslage sei 

vorwiegend ausgeglichen und es bestünden bei ihr leichte abhängige und 

narzisstische Züge (trotz belastender Kindheitserfahrungen keine 

C-4325/2022 

Seite 30 

Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung). Zwänge oder Phobien sowie 

Störungen der Willenskraft bestünden nicht. Die Realitätsorientierung sei 

nicht beeinträchtigt. Weiter wurde berichtet, bei der Versicherten zeigten 

sich keine Beeinträchtigungen bei der Wissensanwendung und bei der 

Durchsetzung ihrer Ziele, die auch auf das Arbeitsleben übertragbar wären. 

Es bestünden keine relevanten Störungen bei den allgemeinen Aufgaben 

und Anforderungen. Die Versicherte sei zu interpersonellen Interaktionen 

und Beziehungen im Stande, sie könne auch aufgrund der ausreichenden 

persönlichen Ressourcen erwerbstätig und wirtschaftlich eigenständig 

sein, wie sie dies auch früher in ihrer beruflichen Tätigkeit meist unter Be-

weis habe stellen können. Zur Ausprägung der diagnoserelevanten Be-

funde brachte Dr. med. W._______ weiter vor, ein psychisch relevantes 

Zustandsbild fehle. Schliesslich berichtete Dr. med. W._______ zum Be-

handlungs- und Eingliederungserfolg, aus psychiatrischer Sicht ergebe 

sich aktuell zunächst keine dringende Indikation zur Behandlung, allenfalls 

im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie. Bei der Versicherten zeig-

ten sich im Rahmen der psychiatrischen Untersuchung keine Kooperati-

onsprobleme. Ob diese im Rahmen einer beruflichen Integration bestan-

den hätten, müsste somatisch beurteilt werden. Obwohl Dr. med. 

W._______ keine Behandlungsindikation sah, wurde anlässlich der Kon-

sensbeurteilung jedoch berichtet, als medizinische Massnahme seien ins-

besondere eine psychiatrische/psychosomatische Behandlung zu empfeh-

len, sollte die Neigung zur erhöhten Stressreaktion und funktionell musku-

lären Anspannungsreaktion konsequent behandelt werden. So seien deto-

nisierte Massnahmen, Entspannungsmassnahmen, Achtsamkeitstraining, 

gegebenenfalls Biofeedback-Behandlung sinnvoll. Psychopharmakolo-

gisch sollte die Behandlung erweitert und insbesondere auch mit Labor-

kontrollen überwacht werden. Für das Bundesverwaltungsgericht ergibt 

sich im Zusammenhang mit allenfalls indizierten Behandlungen deshalb 

ein Widerspruch, den es seitens der  

Vorinstanz zu klären gilt. 

3.3.2.4.2 Mit Blick auf die Kategorie "funktioneller Schweregrad" mit dem 

Komplex "Persönlichkeit" (Persönlichkeitsentwicklung und -struktur, grund-

legende psychische Funktionen; BGE 141 V 281 E. 4.3.2; E. 3.3.2.2.3 hier-

vor) berichtete Dr. med. W._______ ausführlich über die Biografie, den 

schulischen und beruflichen Werdegang, die beruflichen Tätigkeiten und 

die soziale Anamnese. Weiter führte er aus, die Versicherte zeige eine gute 

Ich-Stärke. Ihre beruflichen Erfolge würden hervorgehoben. Sie habe sich 

auch jahrelang in einer leitenden Funktion befunden, selbständig eine 

"Firma" geführt und regelmässig wichtige Entscheidungen gefällt. Ihre 

C-4325/2022 

Seite 31 

Biografie spreche somit gegen das Vorliegen einer abhängigen Persönlich-

keitsstörung. Gegenüber Dr. med. W._______ berichtete die Versicherte, 

bei der Anpassung an Regeln und Routinen bestünden keinerlei Beein-

trächtigungen. Das Planen und Strukturieren von Aufgaben gelinge ihr gut. 

Sie sei in der Lage, angemessene Zeiten für Aktivitäten einzuplanen und 

sei sehr flexibel und umstellungsfähig. Fachliche Kompetenzen könnten 

gut angewendet werden, und sie könne entscheiden und urteilen. Die 

Durchhaltefähigkeit sei sonst gut, gegenwärtig jedoch würde sie sich eine 

Tätigkeit wegen der Schmerzsymptomatik nicht zutrauen. Die Selbstbe-

hauptungsfähigkeit sei gut und die Gruppenfähigkeit uneingeschränkt ge-

geben. Die Verkehrsfähigkeit sei gut. Sie könne Autofahren, meide jedoch 

öffentliche Verkehrsmittel wegen den Schmerzen und eventuellen Erschüt-

terungen zum Beispiel im Bus. Unter diesen Aspekten ist sicherlich noch 

zumindest mit einer Restarbeits- und -leistungsfähigkeit der Beschwerde-

führerin zu rechnen. Da nach dem Dargelegten von einer rechtsgenügli-

chen Auseinandersetzung mit den "komplexen Ich-Funktionen" auszuge-

hen ist, welche in der Persönlichkeit angelegte Fähigkeiten bezeichnen, die 

Rückschlüsse auf das Leistungsvermögen zulassen (unter anderem 

Selbst- und Fremdwahrnehmung, Realitätsprüfung und Urteilsbildung, Af-

fektsteuerung und Impulskontrolle sowie Intentionalität [Fähigkeit, sich auf 

einen Gegenstand zu beziehen] und Antrieb; (vgl. hierzu BGE 141 V 281 

E. 4.3.2 mit Hinweisen), sind die Begründungsanforderungen an die Per-

sönlichkeitsdiagnostik als erfüllt zu qualifizieren.  

3.3.2.4.3 Mit Blick auf die Kategorie "funktioneller Schweregrad" mit dem 

Komplex "sozialer Kontext" (BGE 141 V 281 E. 4.3.3; E. 3.3.2.2.3 hiervor) 

ist die soziale Belastung in Form von Existenzängsten und des Bezugs von 

Leistungen des Sozialamtes nicht zu berücksichtigen, soweit diese Belas-

tung direkt negative funktionelle Folgen zeitigen sollte (vgl. hierzu BGE 127 

V 294 E. 5a). Gegenüber Dr. med. W._______ berichtete die Versicherte, 

ihr Partner passe sehr gut auf sie auf. Sie habe regelmässig Kontakte zu 

ihrer Halbschwester und habe ein paar Freunde. Sie gehe auch spazieren 

und versuche, aktiv zu bleiben. Interesse habe sie für alles Interessante 

des Lebens, und sie lese auch viel. Wenn ihr Partner einige Tage frei habe, 

fahre man weg. Im September 2018 seien sie 14 Tage in der Türkei gewe-

sen. Der Kontakt zu Dritten und familiäre und intime Beziehungen seien 

gut, und sie könne auch spontanen Aktivitäten nachgehen. Die Körper-

pflege sei regelrecht. Mit Blick auf diese Ausführungen ist im Zusammen-

hang mit dem sozialen Kontext zweifelsfrei von funktionierenden sozialen 

Kontakten bzw. von entsprechenden Ressourcen auszugehen. Die Versi-

cherte ist sozial gut eingebettet, und indem sie auch von ihrem Partner über 

C-4325/2022 

Seite 32 

das Finanzielle hinaus unterstützt wird, hält auch der Lebenskontext (wei-

tere mobilisierbare) Ressourcen bereit (vgl. hierzu BGE 141 V 281 E. 4.3.3 

mit Hinweis). Schliesslich bestehen auch keine Hinweise darauf, dass die 

von der Beschwerdeführerin geltend gemachte, gesundheitlich bedingte 

Arbeits- und Leistungsunfähigkeit und die nicht versicherte Erwerbslosig-

keit (zumindest teilweise) ineinander aufgehen (vgl. hierzu BGE 141 V 281 

E. 4.3.3 mit Hinweisen). 

3.3.2.4.4 Hinsichtlich der Kategorie "Konsistenz" mit dem Faktor "gleich-

mässige Einschränkung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Le-

bensbereichen" (BGE 141 V 281 E. 4.4.1; E. 3.3.2.2.3 hiervor) ergibt sich 

weiter, dass gemäss dem Experten Dr. med. W._______ bei der Versicher-

ten eine hinreichende Authentizität und Glaubhaftigkeit der anamnesti-

schen Angaben sowie der Berichte zur Kindheit, Vorgeschichte und auch 

zum gegenwärtigen Beschwerdebild bestünden. Im Hinblick auf die Be-

handlungsaktivität unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Medi-

kamentenspiegel ergäben sich jedoch durchaus Widersprüche. Dies im 

Hinblick auf den Nachweis von Methadon im Urin und die fehlende Detek-

tierbarkeit der beiden eingenommenen Medikamente Amitriptylin und Tra-

madol. Mit Blick auf die Äusserungen der Beschwerdeführerin sowie dieje-

nigen von Dr. med. W._______ (vgl. E. 3.3.2.4.1 und E. 3.3.2.4.2 hiervor) 

könnte durchaus die Möglichkeit bestehen, dass ihr Aktivitätsniveau im 

gleichen Verhältnis zur geltend gemachten und gutachterlich attestierten 

vollständigen Arbeits- und Leistungsfähigkeit stehen könnte (vgl. hierzu Ur-

teile des BGer 9C_148/2012 vom 17. September 2012 E. 2.2.4, in: SVR 

2013 IV Nr. 6 S. 13; 9C_785/ 2013 vom 4. Dezember 2013 E. 3.2). Es 

leuchtet jedoch wenig ein, weshalb Dr. med. W._______ im Zusammen-

hang mit dem Nachweis von Methadon, Amitriptylin und Tramadol von ei-

nem Widerspruch spricht, wenn er andererseits an anderer Stelle in seiner 

Teilexpertise berichtet, was die Laborbefunde betreffe, so falle im Rahmen 

der Medikamentenspiegelbestimmung auf, dass der Nachweis von Tra-

madol allenfalls in Spuren habe erbracht werden können. Es ergäben sich 

auch keine sonstigen Anhaltspunkte für Übergebrauch von Medikamenten. 

Die Versicherte scheine bei der Bevorzugung von alternativen Behand-

lungsmethoden eher vorsichtig mit Medikamenten umzugehen. Dies er-

kläre auch unter anderem den fehlenden Nachweis von Amitriptylin. Umso 

mehr würde auch das Ergebnis der toxikologischen Testung mit dem Nach-

weis von Methadon nicht im Sinne eines Abhängigkeitssyndroms gedeutet. 

Man sehe das Resultat eher durch eine mögliche Kreuzreaktion erklärt. Es 

bedürfe aber zumindest weiterer Kontrollen durch den Hausarzt. 

C-4325/2022 

Seite 33 

Versicherungsmedizinisch bestehe diesbezüglich gegenwärtig jedoch 

keine Relevanz. 

3.3.2.4.5 Betreffend die Kategorie "Konsistenz" mit dem Faktor "behand-

lungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewiesener Leidensdruck" 

(BGE 141 V 281 E. 4.4.2; E. 3.3.2.2.3 hiervor) weist der Umstand, dass 

sich die Beschwerdeführerin bisher keiner psychiatrischen stationären 

oder ambulanten Behandlung unterzogen hatte, nicht auf einen grossen 

Leidensdruck hin. 

3.3.2.5 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ergibt sich zusammenge-

fasst, dass sich im Rahmen der Gesamtwürdigung der massgebenden 

Standardindikatoren betreffend die indizierten Behandlungen und hinsicht-

lich des Nachweises von Methadon, Amitriptylin und Tramadol Widersprü-

che ergeben, welche es aufzulösen gilt. Hinzu kommt weiter Folgendes: 

3.3.2.6  

3.3.2.6.1 Das X._______ und die Y._______ diagnostizierten bei der Be-

schwerdeführerin übereinstimmend insbesondere ein chronifiziertes lum-

bospondylogenes Schmerzsyndrom rechtsbetont. Während die Experten 

des X._______ der Auffassung waren, dass bei der Beschwerdeführerin 

eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) mit Aus-

wirkung auf die Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit vorliegt, waren die 

Y._______-Gutachter der Ansicht, dass die Versicherte an einer chroni-

schen Schmerzstörung mit somatischen psychischen Faktoren (ICD-10: 

F45.41) leidet, welche keine Auswirkungen zeitigt. Der Y._______-Gutach-

ter Dr. med. W._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

führte zur Entkräftung der Diagnose einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung aus, eine solche würde voraussetzen, dass es sich vor-

wiegend um einen psychogenen Rückenschmerz handle. Bei der Versi-

cherten handle es sich aus aktueller psychiatrischer Sicht aber um eine 

chronischen Schmerzstörung mit somatischen psychischen Faktoren; es 

lägen also auch somatische Ursachen vor. Obwohl dem so ist, ergeben 

sich hinsichtlich der verschiedenen Diagnosestellungen dennoch Unklar-

heiten, wie nachfolgend aufzuzeigen ist. 

3.3.2.6.2 Zwar kommt es invalidenversicherungsrechtlich nicht auf die Di-

agnose, sondern einzig und allein darauf an, welche Auswirkungen eine 

Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit hat, wobei in erster Linie der lege artis 

erhobene psychopathologische Befund und der Schweregrad der 

C-4325/2022 

Seite 34 

Symptomatik sowie die damit verbundenen Funktionseinschränkungen 

massgebend sind (vgl. hierzu Urteil des BGer 9C_273/2018 vom 28. Juni 

2018 E. 4.2; vgl. auch BGE 132 V 65 E. 3.4). Zufolge der divergierenden 

Diagnosestellungen zwischen den beiden Gutachtensstellen – anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F45.4) einerseits und chronische 

Schmerzstörung mit somatischen psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) 

andererseits – und deren Auswirkungen auf die Arbeits- resp. Leistungsfä-

higkeit liegen vor dem Hintergrund, dass erst durch das MRI der Schmerz-

klinik vom 30. Juni 2016 eine mediolaterale Diskushernie L5/S1 mit Kontakt 

zur Wurzel S1 rechts nachgewiesen worden war und die Gutachter des 

X._______ vor diesem Zeitpunkt mangels eines rheumatologischen Be-

funds von einer funktionellen Überlagerung ausgegangen waren (vgl. E. 

3.3.1.2 hiervor), dennoch konkrete Indizien vor, welche möglicherweise 

(auch aus diesem Grund) gegen die Zuverlässigkeit der Y._______-Exper-

tise sprechen könnten (vgl. hierzu BGE 137 V 210 E. 1.3.4, BGE 135 V 

465 E. 4.4 und BGE 125 V 351 E. 3b/bb und E. 3c; vgl. auch Urteil des 

BGer 8C_5/2018 vom 2. März 2018 E. 5), zumal eine funktionelle Überla-

gerung auch trotz der Ergebnisse vom 30. Juni 2016 im Begutachtungs-

zeitpunkt im Jahr 2015 denkbar ist. Da sich die IV-interne medizinische Be-

urteilung vom 5./11. Mai 2022 (vgl. E. 3.1.5 hiervor) in psychischer Hinsicht 

auf das Y._______-Gutachten resp. auf die Y._______-Teilexpertise von 

Dr. med. W._______ vom 18. Januar 2019 (IV-act. 152 S. 58 bis 74) stützt, 

bestehen folglich auch Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 

dieser versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, was die Anord-

nung einer neuen versicherungsexternen Begutachtung zur Folge haben 

muss (vgl. hierzu BGE 135 V 465 E. 4) resp. auf das Einholen von weiteren 

Berichten entsprechend ausgebildeter Spezialärztinnen und –ärzte nicht 

verzichtet werden kann (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 122 

V 157 E. 1d; SVR 2005 IV Nr. 8 S. 37 E. 6.2, 2003 AHV Nr. 4 S. 11 E. 4.2.1). 

3.3.2.6.3 Darüber hinaus bleibt vorliegend auch unklar, welche Auswirkun-

gen die psychosozialen Belastungsfaktoren auf die Arbeits- und Leistungs-

fähigkeit haben. Dr. med. S._______ vom X._______ leitete in seinem Teil-

gutachten vom 19. August 2015 die – Auswirkungen auf die Arbeits- und 

Leistungsfähigkeit habende – Diagnose der anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung aus den emotionalen Konflikten der Beschwerdeführerin 

(Lebensgeschichte mit einer sehr schwierigen Kindheit und Partnerschaft) 

ab bzw. wurde im interdisziplinären X._______-Gutachten als psychosozi-

ale Belastungsfaktoren die Erwerblosigkeit und die derzeitige Abhängigkeit 

vom Sozialamt erwähnt (IV-act. 63 S. 35 und 51). Der Neurologe Dr. med. 

U._______ hingegen ging in seinem neurologisches Y._______-

C-4325/2022 

Seite 35 

Teilgutachten vom 18. Januar 2019 (IV-act. 152 S. 94 und 95) unter der 

Annahme einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychi-

schen Faktoren davon aus, dass die psychosozialen Belastungsfaktoren 

keine Arbeitsunfähigkeit begründen würden. Vor dem Hintergrund, dass 

psychosoziale Belastungsfaktoren mittelbar zur Invalidität beitragen kön-

nen, wenn und soweit sie zu einer ausgewiesenen Beeinträchtigung der 

psychischen Integrität als solcher führen, welche ihrerseits eine Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit bewirkt, wenn sie einen verselbstständigten Ge-

sundheitsschaden aufrechterhalten oder den Wirkungsgrad seiner – unab-

hängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden – Folgen ver-

schlimmern (Urteil 9C_371/2019 vom 7. Oktober 2019 E. 5.1.3 mit Hinweis; 

vgl. hierzu auch BGE 139 V 547 E. 3.2.2 und BGE 127 V 294 E. 5a; vgl. 

auch SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2 und SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 E. 

5.2), bleibt die Frage nach den Auswirkungen dieser Faktoren auf die Ar-

beits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu prüfen. 

3.3.2.6.4 Aufgrund des neurologisch-psychiatrischen Gutachtens des Neu-

rologen und Psychiaters Dr. med. L._______ vom 18. November 2021 (IV-

act. 278) ergeben sich mit Blick auf die von diesem Facharzt diagnostizier-

ten, neurologisch-psychiatrischen Leiden der Beschwerdeführerin (Ver-

dacht auf degenerative Hirnerkrankung [ICD-10: G31.9V; Differenzialdiag-

nose: Encephalomyelitis disseminata [ICD-10: G35.9], rezidivierende de-

pressive Störung [ICD-10: F33.9] und Zwangsstörung [ICD-10: F33.9]) im 

Vergleich zu den neurologischen Teilgutachten der Dres. med. R._______ 

und U._______ vom 18. August 2015 und 18. Januar 2019 (IV-act. 63 S. 

27 bis 30 und IV-act. 152 S. 78 bis 97) und den psychiatrischen Teilexper-

tisen der Dr. med. S._______ und W._______ vom 19. August 2015 und 

18. Januar 2019 (IV-act. 63 S. 30 bis 38 und IV-act. 152 S. 58 bis 74) wei-

tere Unklarheiten betreffend die tatsächlichen neurologisch-psychischen 

Leiden und deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit. 

Aus diesem Grund kann auch nicht unbesehen auf das Gutachten von Dr. 

med. L._______ abgestellt werden. Hinzu kommt Folgendes: Zwar setzt 

eine Gutachtenstätigkeit rechtsprechungsgemäss nicht den Abschluss ei-

ner spezifischen versicherungsmedizinischen Ausbildung voraus (Urteil I 

1048/06 vom 13. Dezember 2007 E. 5). Jedoch ist mit Blick auf seine Ex-

pertise nicht geklärt, ob sich Dr. med. L._______ die für eine korrekte Ab-

wicklung des Gutachtensauftrags notwendigen Kenntnisse über die versi-

cherungsmedizinischen Verhältnisse in der Schweiz angeeignet hat und 

zumindest diejenigen Rechtsbegriffe und Verfahrensregeln kennt, welche 

in den Fragen an den Sachverständigen enthalten oder für die Verwertbar-

keit des Gutachtens entscheidend sind; zu denken ist im vorliegenden Fall 

C-4325/2022 

Seite 36 

insbesondere auch an die sog. Indikatorenrechtsprechung gemäss BGE 

141 V 281 (vgl. zum Ganzen Urteil des BGer 8C_767/2019 vom 19. Mai 

2020 E. 3.3.3 und 9C_235/2013 vom 10. September 2013 E. 3.2 je mit 

Hinweisen; vgl. auch Urteile des BVGer C-1721/2021 vom 20. Juli 2022 

E. 5.2.7 und C-3826/2014 vom 19. November 2015 E. 5.3). 

4.  

4.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass sich für das Bundesverwaltungs-

gericht hinsichtlich der somatischen Leiden der Beschwerdeführerin bzw. 

insbesondere deren Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit 

für die rentenrelevante Zeitspanne ab Mai 2014 bis Ende Januar 2020 

resp. ab Februar 2020 (vgl. E. 3.2 hiervor) Unklarheiten ergeben. Weiter 

erbeben sich in psychischer Hinsicht im Rahmen der Gesamtwürdigung 

der massgebenden Standardindikatoren betreffend die indizierten Behand-

lungen und hinsichtlich des Nachweises von Methadon, Amitriptylin und 

Tramadol Widersprüche. Schliesslich ist nicht rechtsgenüglich erstellt, ob 

bei der Beschwerdeführerin eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-

rung (ICD-10: F45.4) und relevante psychosoziale Belastungsfaktoren so-

wie weitere Diagnosen in neurologisch-psychischer Hinsicht mit Auswir-

kung auf die Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit während einer gewissen Zeit 

vorgelegen hatten resp. vorliegen. Insofern erfüllen weder das X._______-

Gutachten vom 29. Dezember 2015 noch die Y._______-Expertise vom 

25. Januar 2019 noch das neurologisch-psychiatrische Gutachten von 

Dr. med. L._______ vom 18. November 2021 die Anforderungen an ein voll 

beweiskräftiges Gutachten. Unter diesem Aspekt bleibt – entgegen der an-

lässlich der IV-internen medizinischen Beurteilung vom 5. Mai 2022 ge-

machten Ausführungen, welche unter den vorliegenden Umständen eben-

falls keine abschliessende Beurteilungsgrundlage bildet, sondern zu wei-

tergehenden Abklärungen Anlass gibt (vgl. Urteil des BGer 9C_58/2011 

vom 25. März 2011 E. 3.3; vgl. auch E. 2.9 am Schluss hiervor) – auch 

unklar, ob aus (neurologisch-)psychiatrischer Sicht eine Verschlechterung 

des Gesundheitszustandes seit dem Gutachten von 2019 eingetreten ist 

oder nicht. Sollte jedoch eine solche oder eine Verbesserung eingetreten 

sein, ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass bei allfälliger rückwir-

kender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten IV-Rente die für die 

Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog anzuwenden sind 

(vgl. hierzu BGE 133 V 263 E. 6.1; SVR 2020 IV Nr. 70 S. 244 E. 4.2.2).  

4.2 Somit liegt den vorliegend angefochtenen Verfügungen vom 23. August 

2022 in medizinischer Hinsicht ein nicht rechtsgenüglich abgeklärter 

C-4325/2022 

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Sachverhalt zugrunde (vgl. Art. 12 und Art. 49 Bst. b VwVG sowie Art. 43 

ATSG) und lässt sich der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin 

und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit mit Blick 

auf die aktuelle bundesgerichtliche Rechtsprechung (BGE 143 V 418, 143 

V 409 und 141 V 281) und aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht 

schlüssig und zuverlässig beurteilen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb). Unter 

diesen Umständen sind im Verfahren nach Art. 44 ATSG in der neuen, seit 

1. Januar 2022 in Kraft stehenden Fassung in Verbindung mit (seit 1. Ja-

nuar 2022 in Kraft stehenden) Art. 7j ff. der Verordnung über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 11. September 2002 (ATSV; 

SR 830.11) weitere medizinische Abklärungsmassnahmen in Form einer 

umfassenden Begutachtung vorzunehmen (vgl. hierzu BGE 142 V 58 

E. 5.1; 135 V 465 E. 4.4 bis E. 4.6