# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a35ad0fb-0404-581e-b78a-1291d8c72742
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-24
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 24.09.2020 SB180485
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180485_2020-09-24.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB180485-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. C. Maira und die 

Ersatzoberrichterin lic. iur. S. Mathieu sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. M. Keller 

 

Urteil vom 24. September 2020 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und I. Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin (Nichteintreten) 

 

betreffend Mord  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung,  
vom 23. August 2018 (DG170317) 
 
 

sowie 
 
X._____, lic. iur.,  
Beschwerdeführer 

 

und 

 

-   2   - 

Y._____, lic. iur.,  
Beschwerdeführerin 

 

betreffend Entschädigung der amtlichen Verteidigung bzw. der unentgelt- 
lichen Rechtsbeistandschaft der Privatkläger 1 und 2 
 

Beschwerden gegen die Nachtragsurteile des Bezirksgerichtes Zürich,  
9. Abteilung, vom 4. Oktober 2018 
  

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift vom 15. November 2017 der Staatsanwaltschaft IV des 

Kantons Zürich ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 102). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 185 S. 170 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 14 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit heute 

453 Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. Dezember 2009 

beschlagnahmte Barschaft von USD 1'700 und EUR 2'000 wird nach Eintritt der Rechtskraft 

zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet.  

5. Die bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagernden, abgelaufenen Pässe des Beschul-

digten (ein Schweizer Pass mit der Nummer 1 sowie drei B._____ Pässe mit den Nummern 

2, 3 und 4) werden der Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlas-

sen. 

6. Die folgenden im Rahmen der Hausdurchsuchungen am Wohnort des Beschuldigten und 

des Opfers †C._____ sichergestellten und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagern-

den Gegenstände sind dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 

Monate danach auf erstes Verlangen hin für sich persönlich beziehungsweise die aus dem 

Eigentum des Opfers †C._____ stammenden Gegenstände zuhanden der 

Erbengemeinschaft †C._____ herauszugeben: 

− 1 Ordner grün mit Bankauszügen, Lebenslauf, Arbeitszeugnissen etc. 

− 1 Natel Nokia (angeblich von D._____) - Asservaten-Nr. A002'162'030   
(Natel-Nr. 5) 

− 4 Notizzettel 

− 1 Lebenslauf von A._____ und Arbeitszeugnisse 

− 1 Lebenslauf von A._____ und Arbeitszeugnisse 

− 1 E-Mail Ausdruck … vom 03.03.2004 

− Ausländerausweis C, †C._____, tt.07.1968, gültig bis 30.09.2010 

-   4   - 

− 1 Quittung Nr. 005 vom 23.12.08, CHF 1'531, E._____ GMH, … [Adresse] 

− 1 LEARNER PERMIT New York State, F._____ 

− 1 Visitenkarte, G._____, New York 

− 1 Dokument, unlesbare Schrift, mit Unterschrift F._____ 

− 1 Briefcouvert Luftpost, H._____, an Mr. I._____, … [Adresse] 

− 1 AHV-IV Ausweis †C._____, 6 [AHV-Nummer] 

− 1 Führerausweis Kt. ZH, †C._____, tt.07.1968 

− 1 Gesuch Strafregisterauszug, †C._____ - …, tt.07.1968,   
B._____ 

− 1 Quittung CHF 20, PTT betr. Strafregisterauszug 

− 2 Kopien Ausländerausweis C, †C._____, tt.07.1968 

− 1 Formular J._____ AG Zürich, Nr. 7 

− 1 Zahlungsauftrag FW …, USD 10'000, K._____ Bank, ZH-… 

− 1 Etui, L._____ Bank Ltd. 

− 1 Dokument, L._____ Bank Limited vom 02.08.2007 

− 2 Dokumente, L._____ Bank Ltd. 

− 2 Dokumente, ltd. auf M._____, vom 27.06.2002 

− 10 Fotos, div. Personen  

− 1 Fotobogen, 4 Passfotos †C._____ 

− 1 Couvert an †C._____, American Embassy 3007 Bern 

− 1 Natel Nokia, Model: 6300 

− 1 Reiseprogramm Hotelplan vom 05.10.2009, Abreise 14.10.2009 

− 4 Bordkarten 

− 1 Natel Swisscom my 220V + 1 Etui Samsonite 

− 1 CD, "AS._____ 2009" 

− 1 Tonbandkassette MP 120,,D._____ tt.6.97" 

− 1 Plastiksack mit div. Dokumenten 

− 1 Plastiksack mit div. Dokumenten 

− 1 Diktaphone SONY M-529V samt 4 Kassetten 

− Schriftliches Material 

− 2 Couverts, rot, mit Personenfotografien und Negativen 

− 2 CH-Reisepässe (ungültig, gelocht), ltd. auf D._____, tt.06.1997 

− 1 rotes Lederetui 

− 1 CH-Identitätskarte, ltd. auf A._____, gelocht/ungültig 

− 1 CH-Reisepass, ltd. auf D._____, gelocht/ungültig 

− 1 CH-Reisepass, ltd. auf A._____, gelocht/ungültig 

− 1 Grenzkarte, ltd. auf †C._____ 

− 1 Grenzkarte, ltd. auf A._____ 

− div. Passfotos von †C._____ 

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− div. Belege K._____ Bank 

− Unterlagen N._____ Bank in B._____ Sprache 

− 1 Adressbuch braun/orange 

− div. Unterlagen/Dokumente (inkl. zwei kleine Ordner) 

− 1 CH-Reisepass, ltd. auf O._____, tt.mm.2004, Nr. 8, gelocht/ungültig 

− 1 CH-ldentitätskarte, ltd. auf O._____, tt.mm.2004, Nr. 9,  
gelocht/ungültig 

Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Sicherstellungen der Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen. 

7. Die folgenden im Rahmen der Hausdurchsuchungen am Wohnort des Beschuldigten und 

des Opfers †C._____ sichergestellten und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagern-

den Gegenstände sind dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 

Monate danach auf erstes Verlangen hin für sich persönlich beziehungsweise die aus dem 

Eigentum des Opfers †C._____ stammenden Gegenstände zuhanden der 

Erbengemeinschaft †C._____ herauszugeben: 

− 3 Adressbücher 

− 1 Agenda-/Telefonbuch, Marke,"system" 

− 1 Pfefferspray 

− 3 Plastiksäcke mit diversen schriftlichen Unterlagen 

− 4 PTT-Empfangsscheinbücher 

− div. Lottoscheine 

Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Sicherstellungen der Lagerbehörde zur 

Vernichtung überlassen. 

8. Der anlässlich der Hausdurchsuchung am Wohnort des Beschuldigten und des Opfers 

†C._____ sichergestellte und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagernde Kleinkoffer 

(Asservaten-Nr. A004'218'659) enthaltend 21 Schmuckschatullen sowie eine 

Kartonschachtel "AM._____" (Asservaten-Nr. A004'218'864) mit neun Armbanduhren und 

einer Kette ist der Privatklägerschaft 1 und 2 zuhanden der Erbengemeinschaft †C._____ 

nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin 

herauszugeben. Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Sicherstellungen durch die 

Lagerbehörde verwertet und der Erlös zur Deckung der Verfahrenskosten herangezogen. 

9. Das anlässlich der Hausdurchsuchung vom 23. Oktober 2009 am Wohnort des 

Beschuldigten und des Opfers †C._____ sichergestellte und sich bei den Akten als act. 146 

befindende Adressbuch bleibt bei den Akten. 

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10. Die anlässlich der Hausdurchsuchung am Arbeitsort des Beschuldigten in P._____ vom 

26. Oktober 2009 sichergestellten und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagernden 

zwei Zahlungsaufträge der K._____ Bank sowie die vier Notizzettel sind dem Beschuldigten 

nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin 

herauszugeben. Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Sicherstellungen der 

Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

11. Die anlässlich der Hausdurchsuchung bei Q._____ sichergestellte und bei der Kasse des 

Bezirksgerichts Zürich lagernden Kleider (Damenjacke (Asservaten-Nr. A002'161'106), 

Schuhe "Bonne Forme" (Asservaten-Nr. A002'161'139), Damenhose (Asservaten-Nr. 

A002'161'117), Pullover (Asservaten-Nr. A002'161'128)) sind Q._____ nach Eintritt der 

Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herauszugeben. 

Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Sicherstellungen der Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen. 

12. Die folgenden ab dem Opfer †C._____ insbesondere aus ihrer Handtasche sichergestellten 

und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagernden Gegenstände sind der 

Privatklägerschaft 1 und 2 zuhanden der Erbengemeinschaft †C._____ nach Eintritt der 

Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herauszugeben. 

Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Sicherstellungen der Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen respektive die Geldbeträge (CHF 30.90, EUR 1, CHF 16 und CHF 

21.90) zur Deckung der Verfahrenskosten verwendet: 

− CHF 30.90, EUR 1 aus dem Portemonnaie von †C._____ 

− A002'172'045 Schlüssel 

− A002'208'722 Sonnenbrille 

− Feuerzeug und Zigarettenpack 

− Sonnenbrille und Brillenetui mit Brille 

− div. Ausweise und Karten von †C._____  

− div. Zettel 

− A002'209'350 Bargeld CHF 16 

− Pack Papiertaschentücher 

− Portemonnaie 

− Flugticket Mallorca 

− CHF 21.90 

− Haarspange und 2 Fussringe 

− Necessaire  

− 2 Foulards 

− Fotos 

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− Fotokamera Canon, DIGITAL IXUS 860 lS , Nr. 10,   
Asservaten-Nr. 4002'165'244 

− 1 Speicherkarte NOKIA, 64 MB, Mini SD, schwarz, in Quittungspapier, "Dosenbach", 
aus Handtasche Opfer 

− 1 Mobiltelefon Marke NOKIA, 588 XpressMusic, lMEl-Nr. 11,  
SIMKarten-Nr. 12, Natel-Nr. 13, mit Speicherkarte Micro SD HC4 

13. Die folgenden anlässlich der Verhaftung des Beschuldigten vom tt.mm.2009 (act. 80/1) 

sichergestellten und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagernden Gegenstände sind 

dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes 

Verlangen hin herauszugeben. Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Sicherstel-

lungen der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

− 1 gelber Notizzettel 

− 1 Anhänger, zylinderförmig 

− div. weisse Notizzettel 

− div. Fotos 

− div. Kassenzettel 

− div. Visitenkarten und Notizzettel 

− 1 blaues Adressbuch 

− 1 Schlüsselanhänger, Auto 

− 1 Anhänger, rund mit dem Zeichen von Ferrari 

− 1 Visitenkarte, R._____ 

− 1 Visitenkarte, S._____, Advocate 

− 1 Kontaktkarte T._____ AG mit E-Mail-Adresse: U._____@T._____.com 

14. Die folgenden anlässlich der Verhaftung des Beschuldigten vom 11. September 2015 

sichergestellten und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagernden Gegenstände sind 

dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes 

Verlangen hin herauszugeben. Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Sicher-

stellungen der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

− Rotes Buch mit blaugoldenen Ornamenten (Asservaten-Nr. A008'562'489) 

− Mobiltelefon "Samsung" (Asservaten-Nr. A008'562'730) 

− 7 Bücher in arabischer bzw. B._____ Schrift (Asservaten-Nr. A008'562'774) 

− Erbschein Bezirksgerichts Zürich und Schreiben der Stadt Zürich   
(Asservaten-Nr. A008'562'796) 

− 12 Bücher, u.a. ein Koran (Asservaten-Nr. A008'562'810) 

15. Die folgenden ab dem Opfer †C._____ sichergestellten und beim Forensischen Institut 

unter der Archiv Nr. K091019-047 lagernden Gegenstände sind der Privatklägerschaft 1 und 

2 zuhanden der Erbengemeinschaft †C._____ nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 

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Monate danach auf erstes Verlangen hin herauszugeben. Nach unbenutztem Ablauf der 

Frist werden die Sicherstellungen der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen: 

− A002'172'056, Uhren/Schmuck 

− A002'173'617, Damentasche 

− A002'175'362, Damenhose 

− A002'175'442, Damenjacke 

− A002'175'497, Damenshirt 

− A002'175'533, Damenslip 

− A002'175'544, Damen-BH 

− A002'175'566, Schal 

− A002'175'588, Schuhe 

16. Die folgenden anlässlich der Hausdurchsuchung vom 3. November 2009 am Wohnort 

des Beschuldigten sichergestellten und beim Forensischen Institut unter der Archiv 

Nr. K091019-047 lagernden Gegenstände sind dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin herauszugeben. 

Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Sicherstellungen der Lagerbehörde zur Ver-

nichtung überlassen: 

− A002'208'277, Herrennachtbekleidung 

− A002'208'380, Trainer-Jacke 

− A002'208'404, Herrenveston 

− A002'208'426, Herrenhose 

− A002'208'459, Lederjacke 

− A002'208'722, Sonnenbrille 

− A002'208'835, Herrenjacke 

− A002'208'879, Herrenjacke 

− A002'208'926, Herrenjacke 

− A002'208'993, Sportanzug (Trainerhose) 

− A002'209'065, Jeans 

− A002'209'076, Hose 

− A002'209'145, Jeans 

− A002'209'178, Jeans 

− A002'209'247, Hose 

17. Weitere beim Forensischen Institut unter der Archiv Nr. K091019-047 lagernden persönliche 

Gegenstände sind den jeweiligen Eigentümern auszuhändigen und die übrigen unter der 

Archiv Nr. K091019-047 archivierten Asservate sind nach Eintritt der Rechtskraft zu 

vernichten. 

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18. Das anlässlich der Einvernahme von V._____ am 10. Dezember 2009 sichergestellte 

(act. 8/78) und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagernde Mobiltelefon "Nokia" von 

†C._____ ist der Privatklägerschaft 1 und 2 zuhanden der Erbengemeinschaft †C._____ 

nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach auf erstes Verlangen hin 

herauszugeben. Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die Sicherstellungen der La-

gerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

19. Die sichergestellte und bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagernde Tragtasche 

enthaltend eine Schachtel "AM._____" mit einem Paar Damenschuhe sowie ein Paar 

Ohranhänger und eine weisse Stoffjacke ist der Privatklägerschaft 1 und 2 zuhanden der 

Erbengemeinschaft †C._____ nach Eintritt der Rechtskraft bis spätestens 3 Monate danach 

auf erstes Verlangen hin herauszugeben. Nach unbenutztem Ablauf der Frist werden die 

Sicherstellungen der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

20. Die bei der Kasse des Bezirksgerichts Zürich lagernden Poker Karten werden der 

Lagerbehörde nach Eintritt der Rechtskraft zur Vernichtung überlassen. 

21. Auf den Antrag der Privatkläger 1 und 2, es seien ihre Zivilforderungen auf den Zivilweg zu 

verweisen, wird nicht eingetreten.  

22. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 CHF 5'000 zuzüglich 5 % Zins ab 

tt.mm.2009 als Genugtuung zu bezahlen.  

23. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

CHF 10'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 1'100.00   Gebühr Strafuntersuchung §4 GebStrV 

CHF 370'918.00   Kosten Kantonspolizei Zürich 

CHF 43'537.80   Gutachten/Expertisen etc. 

CHF 1'400.90   Zeugenentschädigung 

CHF 292'660.39   Auslagen Untersuchung 

CHF 74'494.00   amtliche Verteidigung 

CHF 7'200.00   unentgeltliche Vertretung Privatkläger 

24. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen 

der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft 1 und 

2, werden dem Beschuldigten auferlegt. 

25. Die Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertretung der Privatkläger-

schaft 1 und 2 werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachfor-

-   10   - 

derung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO in Bezug auf die Kosten der amtlichen Verteidigung. 

Über die Höhe der Kosten der amtlichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertreterin 

der Privatklägerschaft 1 und 2 wird mit separatem Beschluss entschieden. 

26. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin 3 eine Prozessentschädigung von 

CHF 9'223 (inkl. MwSt.) für anwaltliche Vertretung zu bezahlen. 

27. (Mitteilungen) 

28. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 17 ff.) 

1. Es sei Ziff. 1 des angefochtenen Urteils aufzuheben und der Beschuldigte 

sei freizusprechen. 

2. Eventualanträge: 

a) Eventualiter seien die Akten der verdeckten Ermittlungen aus den 

Akten zu entfernen und die Sache zur Neubeurteilung an die erste In-

stanz zurück zu überweisen. 

b) Eventualiter seien die Ziff. 1 und 2 des angefochtenen Urteils im Fall 

einer Verurteilung aufzuheben und der Beschuldigte sei wegen vor-

sätzlicher Tötung mit einer Freiheitsstrafe von maximal 5 Jahren zu 

bestrafen. 

3. Es sei Ziff. 3 des angefochtenen Urteils infolge des Freispruches aufzu-

heben. 

4. Es sei Ziff. 4 des angefochtenen Urteils aufzuheben und die mit Verfügung 

der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 4. Dezember 2009 

beschlagnahmte Barschaft von US-Dollar 1 '700.– und Euro 2'000.– sei dem 

Beschuldigten herauszugeben. 

5. Es sei Ziff. 5 des angefochtenen Urteils aufzuheben und die bei der Kasse 

des Bezirksgerichts Zürich lagernden, abgelaufenen Pässe des Beschuldig-

-   11   - 

ten (1 Schweizer Pass Nr. 1 sowie 3 B._____ Pässe Nr.  2, 3 und 4) seien 

dem Beschuldigten herauszugeben. 

6. Die Ziff. 6-21 des vorinstanzlichen Urteils seien zu bestätigen. 

7. Es sei Ziff. 22 des angefochtenen Urteils aufzuheben. 

8. Es sei Ziff. 23 des angefochtenen Urteils in dem Sinne anzupassen, dass 

die Kosten der amtlichen Verteidigung gemäss dem Resultat der selbständi-

gen Beschwerde der amtlichen Verteidigung gegen die Festlegung der Ver-

gütung des amtlichen Verteidigers im Nachtragsurteil des Bezirksgerichtes 

Zürich vom 4. Oktober 2018 anzupassen sind (Verfahren Nr. UP180065-O). 

9. Es sei Ziff. 24 des angefochtenen Urteils aufzuheben und die Kosten der 

Untersuchung, des gerichtlichen Verfahrens, der amtlichen Verteidigung und 

der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft 1 und 2 seien auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. 

10. Es sei Ziff. 25 des angefochtenen Urteils in dem Sinne anzupassen, dass 

der Vorbehalt der Nachforderung der Kosten für die amtliche Verteidigung 

und derjenigen für die unentgeltliche Vertretung der Privatklägerschaft auf-

gehoben wird. 

11. Es sei Ziff. 26 des angefochtenen Entscheids aufzuheben. 

12. Es sei der Beschuldigte für die Folgen des Strafverfahrens mit Fr. 605'886.– 

(vergangener und zukünftiger Verdienstausfall) sowie mit Fr. 96'736.– 

(Rentenschaden) zu entschädigen.  

13. Es sei dem Beschuldigten eine Genugtuung von Fr. 162'600.– zuzuspre-

chen. Die Beträge seien auf das Freizügigkeitskonto des Beschuldigten bei 

der K._____ Bank Nr. 14 (IBAN CH15) zu überweisen. 

14. Die Kosten des Berufungsverfahrens, inkl. derjenigen der amtlichen Ver-

teidigung, seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.  

-   12   - 

15. Es seien sämtliche Ersatzmassnahmen gegen den Beschuldigten, im 

Besonderen die mit Verfügung vom 7. Februar 2018 angeordnete Ausweis- 

und Schriftensperre, aufzuheben und es sei ihm der Schweizer Reisepass 

mit der Nummer 16 und sein Pass von B._____ herauszugeben. 

betreffend Beschwerde gegen das Nachtragsurteil vom 4. Oktober 2018: 

16. Es sei das Nachtragsurteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 4. Oktober 2018 

betreffend Entschädigung der amtlichen Verteidigung aufzuheben und es sei 

der Beschwerdeführer für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des 

Beschuldigten zusätzlich mit Fr. 96'334.25 (inkl. MwSt.) zu entschädigen, 

dies unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich MwSt.) zulasten 

der Beschwerdegegnerin. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 239 S. 1 sinngemäss) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Vertreterin der Privatkläger O._____ und D._____: 

Keine Anträge. 

  

-   13   - 

Erwägungen: 

I.  Verfahrensgang und Umfang der Berufung 

1. Verfahrensgang 

1.1. Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, am tt.mm.2009 um ca. 05:30 Uhr 

seine Ehefrau, †C._____, vor der ehelichen Wohnung an der W._____-strasse … 

in … Zürich erschossen zu haben (Urk. 102). Zum Verfahrensgang bis zum erst-

instanzlichen Urteil kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(Urk. 185 S. 9-13). 

1.2. Mit vorstehend wiedergegebenem Urteil vom 23. August 2018 wurde der 

Beschuldigte anklagegemäss des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB schuldig 

gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren bestraft. Des Weiteren 

wurde der Beschuldigte verpflichtet, der Privatklägerin 3 eine Genugtuung in 

Höhe von Fr. 5'000.– sowie eine Prozessentschädigung in Höhe von Fr. 9'223.– 

zu bezahlen, und es wurden ihm ausgangsgemäss die Kosten der Untersuchung 

sowie des gerichtlichen Verfahrens auferlegt. Im Übrigen entschied das Bezirks-

gericht über Anträge betreffend die Zivilforderungen der Privatkläger 1 und 2 

sowie über diverse beschlagnahmte Gegenstände und Utensilien (Urk. 185 

S. 170 ff.). 

1.3. Der Beschuldigte liess unmittelbar nach der Eröffnung durch seinen 

amtlichen Verteidiger mündlich Berufung gegen das Urteil vom 23. August 2018 

anmelden und mit Eingabe vom 13. November 2018 fristgerecht die Berufungser-

klärung einreichen (Prot. I. S. 53; Urk. 188). Mit Eingabe vom 27. August 2018 

meldete die Staatsanwaltschaft ebenfalls Berufung gegen das vorinstanzliche 

Urteil an (Urk. 173). In der Folge reichte sie unter dem 15. November 2018 (Post-

stempel 19. November 2018) die Berufungserklärung ein und stellte den Beweis-

antrag, es seien die verdeckten Ermittler sowie deren Führungspersonen durch 

das Berufungsgericht einzuvernehmen (Urk. 193). 

1.4. Mit Präsidialverfügung vom 22. November 2018 wurden die Berufungser-

klärungen des Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft je der Gegenpartei 

-   14   - 

sowie der Privatklägerschaft zugestellt, unter jeweiliger Ansetzung einer Frist von 

20 Tagen zwecks Erklärung der Anschlussberufung resp. zur Stellungnahme zum 

Beweisantrag der Staatsanwaltschaft. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass auf 

die Berufung der Staatsanwaltschaft voraussichtlich nicht eingetreten werden 

könne (Urk. 195). Während sich die Privatkläger nicht vernehmen liessen, nahm 

der Beschuldigte am 13. Dezember 2018 fristgemäss Stellung (Urk. 201). Die 

Kammer trat hernach mit Beschluss vom 7. Januar 2019 infolge verspäteten Ein-

reichens der Berufungserklärung nicht auf die Berufung der Staatsanwaltschaft 

ein (Urk. 205). Zudem wurde mit gleichentags ergangenem Beschluss festgestellt, 

dass das vorinstanzliche Urteil vom 23. August 2018 hinsichtlich der durch den 

Beschuldigten nicht angefochtenen Dispositivziffern 6-21 in Rechtskraft erwach-

sen seien (Urk. 203). Der Beweisantrag der Staatsanwaltschaft auf Einvernahme 

der verdeckten Ermittler sowie der Führungspersonen wies die Verfahrensleitung 

mit Präsidialverfügung vom 10. Januar 2019 ab (Urk. 207). 

1.5. Mit zwei separaten Nachtragsurteilen vom 4. Oktober 2018 hatte das erst-

instanzliche Gericht sodann über die Höhe der Entschädigung der unentgeltlichen 

Rechtsbeiständin der Privatkläger 1 und 2 sowie über diejenige des amtlichen 

Verteidigers entschieden (Urk. 186; Urk. 200/5). Gegen diese Nachtragsurteile 

erhoben sowohl die unentgeltliche Rechtsbeiständin (Urk. 198/2) als auch der 

amtliche Verteidiger (Urk. 200/2) bei der III. Strafkammer des Obergerichts des 

Kantons Zürich Beschwerde. Beide Beschwerdeverfahren wurden in der Folge mit 

Beschlüssen vom 22. November 2018 an die hiesige Kammer zur Entscheidung 

überwiesen und bei der III. Strafkammer als erledigt abgeschrieben (Urk.198/5; 

Urk. 200/6). 

1.6. Am 24. Januar 2019 (Eingang: 25. Januar 2019) liess der Beschuldigte um 

teilweise und befristete Aufhebung der Pass- und Schriftensperre ersuchen 

(Urk. 209). Mit Verfügung vom 14. Februar 2019 wurde die Ausweis- und Schrif-

tensperre soweit aufgehoben, als dass die zuständigen Behörden dem Beschul-

digten eine Identitätskarte sowie einen Personalausweis ausstellen konnten. Im 

Übrigen wurde die Ausweis- und Schriftensperre bis zum Entscheid der 

Berufungsinstanz in der Sache verlängert (Urk. 217).  

-   15   - 

1.7. Mit Verfügung vom 13. Dezember 2019 wurde die Berufungsverhandlung 

auf den 26. März 2020 angesetzt. Am 17. März 2020 wurde die Ladung für die 

Berufungsverhandlung aufgrund des vom Bundesrat verordneten "Corona-

Lockdowns" abgenommen und diese neu auf den 24. September 2020 terminiert 

(Urk. 224 f.). Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte 

in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, die Vertreterin der Privatkläger 

in Begleitung des Privatklägers D._____ sowie Staatsanwältin lic. iur. 

F. Stadelmann (Prot. II S. 17).  

1.8. Anlässlich der Berufungsverhandlung war im Rahmen der Vorfragen über 

die Verwertbarkeit der Erkenntnisse aus den verdeckten Ermittlungen zu be-

finden. Deshalb wurde den Parteien hierfür die Möglichkeit zur Stellungnahme 

eingeräumt. Nach erfolgter Zwischenberatung wurde der Entscheid betreffend die 

Unverwertbarkeit der Ergebnisse der verdeckten Ermittlung mündlich eröffnet und 

erläutert. Zur Begründung kann auf die nachfolgenden Erwägungen unter Ziff. III. 

verwiesen werden. Sodann liess der Beschuldigte anlässlich der Berufungs-

verhandlung (erneut) den Beweisantrag stellen, es sei ein Verzeichnis sämtlicher 

abgehörter Telefonate zu den Akten zu nehmen, die Telefonate seien allesamt 

niederzuschreiben und die Niederschriften ebenfalls aktenkundig zu machen 

(Prot. II S. 24). Im Einverständnis mit den Parteien wurde vereinbart, dass über 

diesen Antrag im Rahmen der Beratung in der Hauptsache entschieden werde. Im 

Übrigen wurden keine weiteren Beweisanträge gestellt (Prot. II S. 24). 

2. Berufungsumfang und Hinweis 

2.1. Der Beschuldigte beantragt im Hauptstandpunkt sinngemäss einen 

Freispruch von Schuld und Strafe (Urk. 188; Urk 237 S. 3). Unangefochten 

blieben einzig die Dispositivziffern 6-21 (Urk. 237 S. 3 f.). Das Urteil vom 

23. August 2018 ist diesbezüglich in Rechtskraft erwachsen, was bereits mit 

Beschluss vom 7. Januar 2019 festgestellt wurde und wovon mithin kein Vormerk 

mehr zu nehmen ist (vgl. Urk. 203). In den übrigen Punkten steht das vorinstanz-

liche Urteil zur Disposition. Dabei wird insbesondere auch über die angefochte-

nen, mit Nachtragsurteilen vom 4. Oktober 2018 festgelegten Honorare der amt-

-   16   - 

lichen Verteidigung und der unentgeltlichen Vertreterin der Privatkläger neu zu 

befinden sein (Urk. 178 und Urk. 179).  

2.2. Es ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass sich die urteilende Instanz 

nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes 

einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Die urteilende Instanz kann 

sich somit auf die seiner Auffassung nach für ihren Entscheid wesentlichen Punk-

te beschränken (BGE 141 IV 249 Erw. 1.3.1.; Urteil des Bundesgerichts 

1B_242/2020 vom 2. September 2020 Erw. 2.2). 

II.  Prozessuales 

1. Verwertbarkeit diverser Beweismittel 

1.1. In Bezug auf die Genehmigung und Durchführung der Telefonüberwa-

chung, der Überwachung eines Publifons, der Audioüberwachung der Wohnung 

und des Autos des Beschuldigten, der Verwertbarkeit von Aussagen sowie der 

grundsätzlichen Korrektheit der übersetzten, abgehörten Gespräche kann auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 185 S. 44 ff.). 

Tatsächlich kann bei übersetzten Gesprächen nie von einer wortgenauen 

Transkription ausgegangen werden, weshalb eine gewisse Ungenauigkeit bei 

solchen Aufzeichnungen immanent ist. Es ist der Vorinstanz aber beizupflichten, 

dass dies einer grundsätzlichen Verwertbarkeit nicht entgegenstehen kann. Dem 

Beschuldigten wurden sämtliche Gespräche vorgespielt und die Protokolle durch 

einen Dolmetscher erneut übersetzt. Eine sinnentstellend falsche Übersetzung 

kann vorliegend ausgeschlossen werden und wurde seitens des Beschuldigten 

denn auch nicht konkret moniert. Bezüglich der ersten polizeilichen Befragung 

des Beschuldigten ist mit der Vorinstanz sodann festzuhalten, dass diese 

mangels genügender Belehrung – er wurde als polizeiliche Auskunftsperson ein-

vernommen – nur zu dessen Gunsten berücksichtigt werden darf (Urk. 3/1). 

1.2. Soweit die Verteidigung pauschal die Verwertbarkeit der Einvernahme von 

AA._____ als sachverständigen Zeugen bestreitet, da ein Gutachter nicht Zeuge 

sein könne und die Einvernahme nicht statthaft gewesen sei, ist sie nicht zu hören 

-   17   - 

(Urk. 8/260; Urk. 237 N 206). Die mündliche Erläuterung oder Ergänzung eines 

schriftlich erstatteten Gutachtens unter Berücksichtigung der Vorschriften über die 

Zeugeneinvernahme ist in Art. 187 Abs. 2 StPO ausdrücklich vorgesehen. Die 

vorliegend monierte Einvernahme erfolgte unter entsprechender Belehrung sowie 

Gewährung der Teilnahmerechte zur Erläuterung der erstellten Schmauchgut-

achten und ist deshalb nicht zu beanstanden (Urk. 9/5-6).  

2. Beweisantrag 

2.1. Die amtliche Verteidigung stellte anlässlich der Berufungsverhandlung den 

Beweisantrag, es sei ein Verzeichnis sämtlicher abgehörter Telefonate inkl. 

Angabe von deren Dauer zu den Akten zu nehmen, und es seien sämtliche abge-

hörten Telefonate vollständig niederzuschreiben sowie zu übersetzen (Prot. II 

S. 24; Urk. 237 S. 3). Die Verteidigung begründet ihren Antrag im Wesentlichen 

damit, dass die Vorinstanz aus den übersetzten Telefonaten wesentliche be-

lastende Indizien entnommen habe, weshalb diesen eine entscheidende Rolle 

zukomme. Die vorhandenen Niederschriften würden jedoch nicht sämtliche 

Gespräche respektive nur Auszüge oder Mitschnitte betreffen, welche durch die 

Untersuchungsbehörden nicht nach objektiven Kriterien ausgewählt worden sei-

en. Um zu überprüfen, ob die seitens der Vorinstanz gezogenen (unzutreffenden) 

Rückschlüsse tatsächlich zutreffen, seien die gesamten Telefonate des Beschul-

digten zu übersetzen (Urk. 237 N 17 ff. und N 56).  

2.2. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sind Strafverfolgungsbehör-

den grundsätzlich nicht verpflichtet, bei der Überwachung des Fernmeldeverkehrs 

selbst irrelevante Gespräche zu den Akten zu nehmen bzw. diese in einer detail-

lierten chronologischen Übersicht im Sinne eines Logbuchs zu erfassen (Urteil 

6B_403/2018 vom 14. Januar 2019, Erw. 2.4.). Jedoch – so das Bundesgericht im 

genannten Entscheid – sei den Parteirechten Rechnung zu tragen, indem der 

beschuldigten Person das Recht einzuräumen ist, auch die ausgesonderten Auf-

zeichnungen einzusehen, um sich anhand der Gesprächsaufzeichnungen ein Bild 

über die vorgenommene Triage zu machen. Während die Verteidigung anlässlich 

der Berufungsverhandlung geltend machte, sie habe nur einen Teil der aufge-

zeichneten Gespräche zur Verfügung gestellt erhalten, stellte sich die Staatsan-

-   18   - 

waltschaft auf den Standpunkt, es seien sämtliche Aufzeichnungen zugänglich 

gemacht worden (Prot. II S. 34 ff.).  

2.3. Zu den Vorbringen der Verteidigung ist zunächst zu bemerken, dass die 

Strafprozessordnung vom System ausgeht, dass die Untersuchung von der 

Staatsanwaltschaft und nicht vom Gericht geführt wird. Dies impliziert zwingend, 

dass auch die Untersuchungsbehörde entscheidet, welche Beweismittel sie er-

hebt. Es macht nun keinen wesentlichen Unterschied, ob die Staatsanwaltschaft 

gewisse abgehörte Telefongespräche als irrelevant erachtet, wenn sie schon gar 

nicht verpflichtet gewesen wäre, diese Beweise überhaupt zu erheben. Insofern 

steht es der Untersuchungsbehörde auch frei, abgehörte Gespräche, welche sie 

als nicht relevant erachtet, nicht zu übersetzen. Dies aber stets vor dem Hinter-

grund, dass die beschuldigte Person grundsätzlich ein Einsichtsrecht in solche 

Beweismittel hat, welche von der Staatsanwaltschaft als irrelevant taxiert werden. 

Es gibt in der Strafprozessordnung sodann keine Bestimmung, wonach das 

Gericht sämtliche – auch irrelevante – Beweismittel beurteilen muss. Entgegen 

der Auffassung der Verteidigung lässt sich dies jedenfalls nicht aus Art. 389 

Abs. 3 StPO ableiten (Urk. 237 N 23). Es wäre zudem schlichtweg unmöglich, 

dass bei umfangreichen Abhöraktionen alle am Spruchkörper mitwirkenden 

Richterpersonen sämtliche Gespräche aus abgehörtem Fernmeldeverkehr selbst 

abhören müssten. Wenn es – wie vorliegend – abgehörte Gespräche mit 

Beteiligung des Beschuldigten betrifft, ist zudem auf die Rechtsprechung des 

EuGH zu verweisen, wonach die beschuldigte Person eine gewisse Mitwirkungs-

pflicht trifft bei der Bezeichnung derjenigen Gesprächspassagen, welche sie 

angeblich entlasten (vgl. Urteil 6B_403/2018 vom 14. Januar 2019, Erw. 2.3.3. 

m.H.). Diesbezüglich hat die Verteidigung keine konkreten Angaben gemacht. 

2.4. Ob die Verteidigung vollständig dokumentiert wurde und wie sich die ange-

führte Rechtsprechung konkret auf den vorliegenden Fall auswirkt, kann letztlich 

offenbleiben, da aufgrund des zu erfolgenden Freispruchs auf die Einholung 

weiterer (entlastender) Beweise und damit auch auf die seitens der Verteidigung 

beantragte Beweiserhebung verzichtet werden kann. 

-   19   - 

3. Entfernung der Akten der verdeckten Ermittlung 

3.1. Die Verteidigung rügt sinngemäss, die seitens der Vorinstanz für unver-

wertbar erachteten Ergebnisse der verdeckten Ermittlung seien nicht aus den 

Akten entfernt worden. Sie beantragt im Eventualstandpunkt deren Entfernung 

sowie die Rückweisung der Sache an die erste Instanz zur Neubeurteilung 

(Urk. 237 S. 3 und N 53).  

3.2. Im Lichte des Grundsatzes des fairen Verfahrens und damit auch des 

Anspruchs auf ein unvoreingenommenes Gericht würde es in einem Fall wie dem 

vorliegenden, in welchem die beschuldigte Person anlässlich einer verdeckten 

Ermittlung ein Geständnis in einem Kapitalverbrechen ablegt, durchaus Sinn 

ergeben, dass zunächst ein Sachgericht (nur) über die Verwertbarkeit dieser 

Ermittlungsergebnisse entschiede. Sofern die Ergebnisse als unverwertbar erach-

tet werden, könnte das Sachgericht eine Rückweisung an die Staatsanwaltschaft 

verfügen, mit der Aufforderung, die fraglichen Erkenntnisse aus den Strafakten 

vollständig zu entfernen, um dann vor einem unbefangenen Gericht eine neue 

Anklage einzureichen. Dieses Vorgehen ist aber gesetzlich so nicht vorgesehen. 

Gemäss geltendem Strafprozessrecht ist die Frage der Verwertbarkeit von 

Beweismitteln grundsätzlich dem Sachrichter zu unterbreiten (Art. 339 Abs. 2 lit. d 

StPO). Auch gemäss Praxis des Bundesgerichts obliegt der definitive Entscheid 

über gesetzliche Beweisverwertungsverbote grundsätzlich der zuständigen 

Verfahrensleitung bzw. dem erkennenden Sachrichter im Rahmen des Endent-

scheids. Nach Ansicht des Bundesgerichts könne dabei vom Sachrichter erwartet 

werden, dass er in der Lage sei, die unzulässigen Beweise von den zulässigen zu 

unterscheiden und sich bei der Würdigung ausschliesslich auf Letztere zu stützen 

(BGE 143 IV 475 Erw. 2.7 m.H.). 

3.3. Vorliegend handelt es sich bei den fraglichen Erkenntnissen um ein 

gewichtiges Beweismittel zur Klärung eines Kapitalverbrechens. Es kann im hier 

zu beurteilenden Fall somit nicht von einer solch eindeutigen Rechtslage ausge-

gangen werden, welche ausnahmsweise bereits im Untersuchungsverfahren eine 

Aktenentfernung impliziert hätte. Somit hat das Sachgericht über die Verwert-

barkeit der Ergebnisse der verdeckten Ermittlungen zu entscheiden. Dies bedingt 

-   20   - 

zwingend, dass das urteilende Gericht – und damit auch die Berufungsinstanz – 

von den betreffenden Akten Kenntnis erlangt. In einem derartigen Gewaltdelikt ein 

einmal abgelegtes Geständnis völlig auszublenden, dürfte sich für jede Richter-

person als Herausforderung erweisen (auch wenn man nachträglich die 

Aufzeichnungen aus den Akten entfernt). Im heutigen Zeitpunkt ergäbe eine 

Aktenentfernung trotz erstinstanzlich festgestellter Unverwertbarkeit aber ohnehin 

keinen Sinn mehr, da der vorliegende Fall bereits in den Medien publik gemacht 

wurde und auch der nachträglichen Entfernung dieser Erkenntnisse keine Bedeu-

tung mehr zukäme. Die Öffentlichkeit und damit auch die Richterschaft weiss um 

dieses fragliche Ermittlungsergebnis. Zudem lässt die Verteidigung die Tragweite 

einer solchen Aktenentfernung ausser Acht. Obwohl nicht ausdrücklich geregelt, 

gilt die Unverwertbarkeit der Beweismittel in der Praxis nur zu Lasten des 

Beschuldigten, mithin nicht als Entlastungsverbot (vgl. zum Ganzen: BSK StPO-

GLESS, Art. 141 N 111 ff.). Unter diesem Gesichtspunkt ginge es nicht an, dass 

mit der generellen Aktenentfernung gleichzeitig auch mögliche Beweismittel zu 

Gunsten des Beschuldigten unberücksichtigt blieben. Dies hat vorliegend umso 

mehr zu gelten, als dass die Verteidigung bereits vor Vorinstanz selber von 

der Verwertbarkeit der betreffenden Ermittlungsergebnisse zu Gunsten des 

Beschuldigten ausging und beispielsweise ausdrücklich vorbrachte, die fraglichen 

Ermittlungsberichte würden sehr viele, den Beschuldigten entlastende Momente 

enthalten (Urk. 165 N 34 ff.). Es ist demnach nicht zu beanstanden, wenn die 

Vorinstanz die fraglichen Erkenntnisse der verdeckten Ermittlung nicht aus den 

Akten entfernte. 

III.  Verwertbarkeit der Erkenntnisse aus der verdeckten Ermittlung 

1. Ausgangslage und Parteistandpunkte 

1.1. Der Beschuldigte gestand am 5. und am 6. September 2015 gegenüber 

dem verdeckten Ermittler "AB._____" ein, dass er seine Frau †C._____ 

erschossen habe (Urk. 73/21/31).  

1.2. Der Beschuldigte sowie dessen Verteidiger machten in der Untersuchung 

sowie vor Vorinstanz und auch heute wieder geltend, dass dieses Geständnis 

-   21   - 

nicht verwertbar sei. Sie stellen sich auf den Standpunkt, der Beschuldigte sei von 

den verdeckten Ermittlern unter massivem Druck, unter Drohungen und zuletzt in 

einer einvernahmeähnlichen Situation zu einem Geständnis gedrängt worden 

(Urk. 3/51 S. 2 ff.; Urk. 80/49 S. 5 ff.; Urk. 165 N 174.; Prot. II S. 21). Zudem ent-

spreche das Geständnis nicht der Wahrheit. Er habe gegenüber dem verdeckten 

Ermittler AB._____ angeben respektive sich und seine Söhne vor Gefahren 

schützen wollen (Urk. 3/50 S. 5 f.; Urk. 3/51 S. 2 ff.; Urk. 80/49 S. 5 ff.; Urk. 161 

S. 9 ff.; Urk. 165 N 101 ff.; Prot. I S. 18 f.).  

1.3. Die Staatsanwaltschaft stellt sich hingegen zusammengefasst auf den 

Standpunkt, das Geständnis könne klarer nicht sein und sei verwertbar. Es habe 

weder eine einvernahmeähnliche Konstellation noch eine Drucksituation vorge-

legen. Die verdeckten Ermittler hätten sich mit dem Einsatz der Wahrsagerin 

lediglich das beim Beschuldigten bereits vorbestehende Interesse zur Spiritualität 

zu Nutze gemacht. Selbst wenn eine allfällige Überschreitung der Grenzen der 

zulässigen Einwirkung vorliegen würde, dürfe dies nicht zur Unverwertbarkeit des 

Geständnisses führen, sondern sei in Anwendung von Art. 293 StPO im Rahmen 

der Strafzumessung zu berücksichtigen. Die Beteuerung des Beschuldigten, 

wonach er gegenüber dem verdeckten Ermittler "AB._____" gelogen habe, sei 

unwahr (Urk. 162 S. 30 ff.; Prot. II S. 21 f.). 

1.4. Bereits die III. Strafkammer des Obergerichtes des Kantons Zürich hatte 

sich im Zusammenhang mit der Behandlung einer Beschwerde des Beschuldigten 

gegen die Verlängerung der Untersuchungshaft mit dieser Frage zu befassen. Die 

Beschwerdekammer gelangte im Beschluss vom 28. April 2016 nachvollziehbar 

zum Schluss, das abgegebene Geständnis des Beschuldigten verstosse gegen 

das garantierte Fairnessgebot, namentlich die Selbstbelastungsfreiheit, sowie 

gegen die strafprozessuale Vorschrift über verbotene Beweiserhebungsmethoden 

(Urk. 80/58). Auch die Vorinstanz hat sich sehr gründlich mit der Frage der Ver-

wertbarkeit dieses Geständnisses auseinandergesetzt. Sie hat die Standpunkte 

der Parteien dazu korrekt widergegeben und sich eingehend mit den rechtlichen 

Fragestellungen sowie der einschlägigen Literatur und Rechtsprechung befasst. 

Das Bezirksgericht ist dabei ebenfalls zum Schluss gekommen, dass das gegen-

-   22   - 

über dem verdeckten Ermittler "AB._____" abgelegte Geständnis des Beschuldig-

ten nicht verwertbar ist (Urk. 185 S. 14-44). Auf diese umfassenden und sorgfälti-

gen Ausführungen ist vorab zu verweisen. Die nachfolgenden Erläuterungen ver-

stehen sich grossmehrheitlich als Rekapitulation der Erwägungen im Beschwer-

deentscheid der III. Strafkammer sowie als Zusammenfassung und Verdeutli-

chung der zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen. Die abweichende Würdi-

gung gewisser rechtlicher Fragen ist dabei rein dogmatischer Natur und ändert 

nichts an der Unverwertbarkeit des besagten Geständnisses. 

2. Anordnung der verdeckten Ermittlung  

2.1. Dass es sich bei den beiden Ermittlern "AB._____" und "AC._____" um 

verdeckte Ermittler im Sinne von Art. 285a ff. StPO handelt, ist unbestritten und 

mit der Vorinstanz zu bejahen (Urk. 185 S. 14 f.).  

2.2. Die Vorinstanz erachtete die Voraussetzungen zur Anordnung einer ver-

deckten Ermittlung als gegeben (Urk. 185 S. 15). Dem ist insoweit zuzustimmen, 

als dass die formellen Voraussetzungen der verdeckten Ermittlung im Zeitpunkt 

ihrer Anordnung erfüllt waren (Art. 286 und Art. 289 StPO; Urk. 73/10 ff.). Bereits 

an dieser Stelle ist jedoch zu bemerken, dass der Ansatz, mit einer verdeckten 

Ermittlerin als vermeintliche Wahrsagerin der Wahrheit auf den Grund zu kom-

men, zwar durchaus originell, im vorliegenden Verfahrensstadium aber rechtstaat-

lich doch problematisch erscheint. Selbst wenn das Bundesgericht den gesetzlich 

nicht ausdrücklich geregelten Einsatz von verdeckten Ermittlern zur Aushorchung 

von Tatverdächtigen ganz generell als zulässig erachtet, handelt es sich hierbei 

um eine rechtstaatliche Grauzone (vgl. BGE 143 I 304, S. 308 f.; MEYER, Das 

zulässige Mass beim Zwang – Grenzen zulässigen Verhaltens bei verdeckter 

Fahndung und Ermittlung, ZStrR 134/2016 S. 445 ff., S. 453). Darauf hat auch die 

III. Strafkammer in ihrem Haftbeschwerde-Entscheid vom 28. April 2016 hinge-

wiesen und zutreffend festgehalten (Urk. 80/58 S. 17 f.):  

 "Es ist nicht zu übersehen, dass solche verdeckte Ermittlungen aufgrund der 

bewussten Täuschung der beschuldigten Person seitens der Strafverfolgungs-

behörden in einem gewissen Spannungsverhältnis zum Fairnessgebot, zur 

-   23   - 

Selbstbelastungsfreiheit und zu den strafprozessualen Gesetzesvorschriften über 

die Beweiserhebung (Art. 140 f. StPO) stehen und mit diesen Garantien in Konflikt 

geraten können. Besonders heikel sind verdeckte Einvernahmen der beschuldig-

ten Zielperson durch einen nicht als solchen erkennbaren Polizeibeamten. Der 

verdeckte Ermittler tritt im Auftrag der Strafverfolgungsbehörden aktiv über seine 

Rolle und Identität täuschend mit der beschuldigten Person in Kontakt, um sie 

später gezielt zu Straftaten zu befragen." 

Dabei ist sich zu vergegenwärtigen, dass die beschuldigte Person beim Vorwurf 

eines Tötungsdeliktes gemäss den strafprozessualen Grundsätzen in den polizei-

lichen und staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen zwingend verteidigt, über die 

gegen sie erhobenen Vorwürfe in Kenntnis gesetzt sowie auf das ihr zustehende 

Aussageverweigerungsrecht hingewiesen werden muss. Im Rahmen der formel-

len Einvernahmen werden die Fragen der Untersuchungsbehörden und die 

Antworten der beschuldigten Person schriftlich aufgezeichnet und ihr sowie der 

Verteidigung zum Durchlesen unterbreitet. In der Folge muss die Richtigkeit 

dieser Aufzeichnungen unterschriftlich bestätigt werden (Art. 78 StPO). Bei 

fremdsprachigen Beschuldigten muss ein Dolmetscher beigezogen werden, der 

auf seine Pflichten aufmerksam gemacht wird. Dies um allfällige Missverständnis-

se zu vermeiden (vgl. Art. 68 StPO). 

2.3. Vorliegend gelangte man in der Untersuchung über Monate hinweg – trotz 

längerer Untersuchungshaft und diverser Einvernahmen – auf dem straf-

prozessual vorgesehenen Weg zu keinem Ergebnis respektive zu keinem 

Geständnis des Beschuldigten. Vor diesem Hintergrund erweist es sich durchaus 

als problematisch, über den Weg der verdeckten Ermittlung ebengerade alle die 

vorgenannten Schutzmassnahmen und strafprozessualen Vorschriften zu umge-

hen, um dem Beschuldigten gezielt und gewissermassen mit List ein Geständnis 

zu entlocken (s.a. MEYER, a.a.O., S. 455). Da der Beschuldigte ohne äussere 

Veranlassung sich kaum von sich aus zum fraglichen Tötungsdelikt äussern 

würde, erscheint auch klar, dass die verdeckten Ermittler das Gespräch mit ihm 

aktiv auf diese Tat hinlenken mussten, und nicht monate- oder jahrelang darauf 

warten konnten, dass sich der Beschuldigte vielleicht von sich aus zum fraglichen 

Delikt äussert.  

-   24   - 

2.4. Zwar ist über die generelle Zulässigkeit der Anordnung respektive Geneh-

migung der verdeckten Ermittlung heute nicht (mehr) zu entscheiden. Zu klären 

bleibt nur die Frage, ob das Mass der zulässigen Einwirkung durch die beiden 

verdeckten Ermittler überschritten wurde respektive welche Rechtsfolgen sich 

daraus ergeben. Für die Abgrenzung der konkret zulässigen Einwirkung auf eine 

beschuldigte Person von der unerlaubten Massüberschreitung sind die aufge-

zeigten grundsätzlichen Überlegungen jedoch durchaus von Belang und deshalb 

den nachfolgenden Erwägungen zu Grunde zu legen.  

3. Grenzen der verdeckten Ermittlung und Mass der zulässigen Einwirkung 

3.1. Wie bereits erwähnt ist die Frage, inwieweit verdeckte Ermittler auch 

Tatverdächtige zielgerichtet zu einer spezifischen Straftat heimlich aushorchen 

dürfen, nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt. Es existiert in der Schweiz zur 

Abgrenzung der erlaubten List im Rahmen verdeckter Einvernahmen von der 

verbotenen Täuschung auch keine höchstrichterliche Praxis (HANSJAKOB in:  

DONATSCH/ HANSJAKOB/LIEBER, ZH Komm. StPO, 2. Aufl., Art. 293 N 10). 

3.2. Grenzen der zulässigen verdeckten Ermittlung ergeben sich zunächst aus 

Art. 293 StPO. Demnach dürfen verdeckte Ermittler keine allgemeine Tatbereit-

schaft wecken und die Tatbereitschaft nicht auf schwerere Straftaten lenken. Sie 

habe sich auf die Konkretisierung eines vorhandenen Tatentschlusses zu 

beschränken (Abs. 1). Überschreitet ein verdeckter Ermittler bzw. eine verdeckte 

Ermittlerin das Mass der zulässigen Einwirkung, so ist dies bei der Zumessung 

der Strafe für die beeinflusste Person gebührend zu berücksichtigen oder es ist 

von einer Strafe abzusehen (Abs. 4). Wie von der Vorinstanz zutreffend ausge-

führt (Urk. 185 S. 28 f.), ist besagte Norm aber aufgrund der gewählten Formulie-

rung primär auf Fälle zugeschnitten, in denen ein verdeckter Ermittler im Hinblick 

auf eine künftige Straftat tätig wird, beispielsweise bei Betäubungsmitteldelikten 

(entsprechend regelt Art. 293 Abs. 3 StPO ausdrücklich die Tätigung von Probe-

käufen). Damit ist Art. 293 StPO für Situationen wie die vorliegende, in denen 

verdeckte Ermittler erst nach einer erfolgten Straftat zur Aushorchung respektive 

Erlangung eines Geständnisses eingesetzt werden, insofern nicht einschlägig, als 

-   25   - 

die Norm keinerlei Auskunft gibt über diesbezügliche Kompetenzen der Ermittler 

und die Grenzen zulässiger Einwirkung.  

3.3. Gemäss Legaldefinition von Art. 285a StPO knüpft ein verdeckter Ermittler 

mit einer falschen Identität durch täuschendes Verhalten zu Personen Kontakte, 

mit dem Ziel, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und in ein kriminelles Umfeld 

einzudringen, um besonders schwere Straftaten aufzuklären. Wie von der Vor-

instanz korrekt ausgeführt wurde, ist dasjenige Mass, welches zur Täuschung 

der Zielperson (sowie zum Eindringen in deren Umfeld) erforderlich ist, um ein 

Vertrauensverhältnis aufzubauen, vom Gesetz gedeckt und somit rechtmässig. 

Ebenfalls zutreffend kamen die Vorderrichter zum Schluss, dass die Irreführung 

der verdeckten Ermittler vorliegend über die blosse Täuschung des Beschuldigten 

über die eigene Identität hinausging. An dieser Stelle sei wiederum auf die sehr 

umfassenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen, welche die diversen Mittel 

der Einflussnahme der verdeckten Ermittler auf den Beschuldigten detailliert auf-

gelistet hat (Urk. 185 S. 16 ff.).  

3.4. Ob nun aber mit der Vorinstanz (Urk. 185 S. 29 ff.) aus dem blossen Wort-

laut von Art. 285a StPO quasi e contrario eine verbindliche Grenze hinsichtlich 

der (zulässigen) Einwirkung verdeckter Ermittler herausgelesen werden kann, ist 

fraglich. Zum einen bezweckt dies der als Legaldefinition ausgestaltete Art. 285a 

StPO nicht, wurden die Grenzen der Einwirkung, welche überhaupt Eingang ins 

Gesetz gefunden haben, doch gesondert in Art. 293 StPO festgehalten. Zum 

anderen eignet sich der in Art. 285a StPO enthaltene "Ermittlerbegriff" auch nicht 

zur Bestimmung des Masses zulässiger Einwirkung bei der (nachträglichen) 

Aushorchung zwecks Gewinnung von Informationen. Der Gesetzgeber dürfte bei 

der Formulierung von Art. 285a StPO primär die verdeckte Ermittlung in Form der 

Tatprovokationen im Bereich der organisierten Delinquenz vor Augen gehabt 

haben (vgl. SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, 3. Aufl., Art. 285a N 7a). 

Würde man bei der Frage nach der Zulässigkeit der Täuschung zur Ausforschung 

bereits begangener Taten im Sinne der Vorinstanz lediglich eruieren, ob die 

Handlungen der Ermittler der Vertrauensgewinnung gemäss Art. 285a StPO 

dienten oder in irgendeiner Form darüber hinaus gingen, ergäbe sich ein äusserst 

-   26   - 

unscharfes Abgrenzungskriterium. So wäre bei einer derartigen Lesart schon 

zweifelhaft, ob ein verdeckter Ermittler, der sich das Vertrauen der beschuldigten 

Person erfolgreich erarbeitet hat, dieser überhaupt Fragen zum Tatgeschehen 

stellen oder das Gespräch auf dieses Thema lenken dürfte, wäre dies zur Gewin-

nung des Vertrauens doch nicht notwendig. Dies muss aber – soll die vorliegend 

zur Diskussion stehende Art verdeckter Ermittlung nicht gänzlich zur Makulatur 

verkommen – zumindest in gewissem Masse möglich sein.  

3.5. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei der verdeckten Ein-

vernahme insbesondere der in Art. 113 Abs. 1 StPO normierte Grundsatz der 

Selbstbelastungsfreiheit zu beachten (nemo-tenetur-Grundsatz). Das Bundes-

gericht führt dazu aus, dass die verdeckte Ermittlung nicht zu einer Umgehung 

des Aussageverweigerungsrechts führen dürfe, sofern der Beschuldigte von 

seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch mache. Eine solche Umgehung 

liege vor, wenn der verdeckte Ermittler unter Ausnützung des geschaffenen Ver-

trauensverhältnisses in einer vernehmungsähnlichen Weise dem Beschuldigten 

Fragen unterbreite, die diesem bei der Einvernahme gestellt wurden oder hätten 

gestellt werden sollen und ihn zur Aussage dränge. Eine Umgehung des Aus-

sageverweigerungsrechts liege dagegen nicht vor, wenn der verdeckte Ermittler 

lediglich Äusserungen des Beschuldigten zur Kenntnis nimmt, welche dieser von 

sich aus, ohne vom verdeckten Ermittler dazu gedrängt worden zu sein, gemacht 

hat. Der Beschuldigte ist nicht davor geschützt, dass Äusserungen, die er von 

sich aus macht, von Dritten wahrgenommen werden und deshalb Eingang in das 

Strafverfahren finden (BGE 143 I 304, S. 308 f.). 

3.6. Hinweise für die Abgrenzung des zulässigen Masses beim Einsatz von 

verdeckten Ermittlern ergeben sich auch aus der Rechtsprechung des Euro-

päischen Gerichtshofs für Menschenrechte, insbesondere aus dem Urteil "Allan 

gegen das Vereinigte Königreich" vom 5. November 2002 sowie dem Fall "Bykov 

gegen Russland" vom 10. März 2009. Die Sachverhalte und Kernaussagen beider 

Urteile wurden sowohl von der III. Strafkammer im Beschluss vom 28. April 2016 

als auch im vorinstanzlichen Entscheid dargelegt (Urk. 80/58 S. 18 ff.; Urk. 185 

S. 36 ff.). Im Wesentlichen ist an dieser Stelle zu wiederholen, dass gemäss 

-   27   - 

EGMR das Schweigerecht des Beschuldigten zum Kern des fairen Verfahrens 

gemäss Art. 6 Ziff. 1 EMRK gehört und nicht nur vor direktem Zwang und Druck 

schützt, sondern auch die Freiheit der beschuldigten Person umfasst, selbst zu 

entscheiden, ob sie in einer polizeilichen Vernehmung aussagen will oder nicht. 

Die Behörden haben einen solchen Entschluss zu respektieren. Diese Freiheit 

wird verletzt, wenn die Behörde in Fällen, in denen der Verdächtigte sich 

entschieden hat, während der Einvernahme zu schwiegen, eine List anwendet, 

um ein Geständnis oder belastende Aussagen zu erlangen, die sie während der 

offiziellen Befragung nicht erlangen konnte. Ein Informant der Polizei darf den 

Beschuldigten deshalb nicht unter Umständen, die einer Einvernahme gleich-

kommen, zu Aussagen drängen. Der Informant darf dagegen spontane und nicht 

provozierte Erklärungen des Beschuldigten, die dieser aus freien Stücken 

gemacht hat, zur Kenntnis nehmen (EGMR Allan vs. UK, 48539/99, § 50 f.; 

vgl. BGE 143 I 304, S. 308 f.). Ob die fraglichen Beweise als entlockt zu betrach-

ten sind, hängt zum einen von der Art der Beziehung zwischen dem verdeckten 

Ermittler und der beschuldigten Person und zum andern davon ab, ob sich das 

Gespräch zwischen dem Ermittler und der beschuldigten Person als funktionales 

Äquivalent einer formellen Einvernahme erweist (LEUZINGER, Verdeckte Einver-

nahme – nach Mr. Big und allgemein, forumpoenale 3/2014 S. 165 ff.; s.a. MEYER, 

in: KARPENSTEIN/MAYER, EMRK- Kommentar, 2. Aufl. 2015, Art. 6 N 140). 

3.7. Gedanklicher Ausgangspunkt für den EGMR bildet also nicht nur die Art 

der Beziehung respektive das Vertrauensverhältnis zwischen der Zielperson und 

dem verdeckten Ermittler, sondern auch die Frage, ob das Geschehen funktional 

mit einer Vernehmung gleichzusetzen ist. Für eine Verletzung der Selbstbe-

lastungsfreiheit genügt mithin das "blosse" Eindringen als solches in das engere 

Umfeld der Zielperson nicht, und auch der gezielte Aufbau eines Vertrauens-

verhältnisses, um sich für den Fall der Fälle als potentieller Gesprächspartner in 

Stellung zu bringen, reicht dazu wohl nicht aus. Im Sinne der dargelegten Recht-

sprechung muss vielmehr eine gezielte Initiierung und Lenkung der Gespräche 

erfolgen. Der verdeckte Ermittler muss mit einer gewissen Beharrlichkeit das 

mutmassliche Tatgeschehen thematisieren und sich dabei einen (räumlichen oder 

persönlichen) Gesprächsrahmen zunutze machen, der es der Zielperson 

-   28   - 

erschwert, sich der Konversation und den beharrlichen Nachfragen zu entziehen. 

Zur Vernehmungsähnlichkeit muss demnach noch eine zwangsähnliche Einfluss-

nahme hinzutreten, meist in Gestalt von psychischem Druck. Als mögliche 

Kriterien bei der Prüfung der Einflussnahme kommen Art und Mass der Pression, 

Beharrlichkeit des Vorgehens, vorhandene relevante prozessuale Schutzvor-

kehrung und Verwendung des Beweismaterials, Beziehung zwischen Ermittler 

und Zielperson, besondere Verletzlichkeit in Untersuchungshaft, freie Wahl der 

Sozialkontakte, autonome Entscheidung über Aufnahme und Abbruch der 

Kommunikation, vorherige längere Vernehmungen und die ausdrückliche 

Berufung auf das Schweigereicht in Frage (MEYER, das zulässige Mass beim 

Zwang, ZStrR 134/2016, S. 445, S. 457 ff. m.w.H.). Die deutsche Rechtsprechung 

nennt diesbezüglich sogar das Kriterium des Einsatzes okkulter Kräfte (MEYER, in: 

KARPENSTEIN/MAYER, EMRK- Kommentar, 2. Aufl. 2015, Art. 6 N 143). 

3.8. Selbstverständlich müssen die zitierten Grundsätze auch für den Fall 

gelten, in welchem die beschuldigte Person sich nicht auf ihr Schweigerecht 

berufen hat und – wie vorliegend – die Täterschaft im Verfahren abstreitet (so im 

Ergebnis auch LEUZINGER, a.a.O., S. 167). Geschützt wird die Entscheidungs-

freiheit des Beschuldigten, sich nicht selber einer strafbaren Handlung zu bezich-

tigen. Ob der Beschuldigte schweigt oder seine Teilnahme an der ihm vorgewor-

fenen Tat in Abrede stellt, kann mangels Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht nicht 

entscheidend sein.  

3.9. Wie von der Vorinstanz im Ergebnis zutreffend erwogen (Urk. 185 S. 34 f.), 

haben die verdeckten Ermittler die Grenzen zulässiger Einwirkung vorliegend 

deutlich überschritten. So beliessen sie es nicht dabei, sich das Vertrauen des 

Beschuldigten zu erarbeiten, und in der Folge darauf zu hoffen, dass sich dieser 

seinem neuen Freund (dem verdeckten Ermittler "AB._____") gegenüber aus 

eigenem Antrieb respektive einem inneren Bedürfnis heraus anvertrauen würde. 

Sie beschränkten sich auch nicht darauf, den Beschuldigten im Rahmen zwang-

loser Gespräche nach seiner allfälligen Täterschaft zu fragen. Vielmehr arbeiteten 

sie mit Beharrlichkeit und Täuschungsmanövern darauf hin, für den Beschuldigten 

eine Situation zu konstruieren, in welcher diesem das Geständnis als einzige 

-   29   - 

Möglichkeit erschien, für sich und seine Kinder Schutz vor dem Strafverfahren 

bzw. den suggerierten Gefahren zu erhalten.  

3.9.1. Dies begann zunächst damit, dass der verdeckte Ermittler "AB._____" dem 

Beschuldigten früh und immer detaillierter von vermeintlichen Problemen im 

Zusammenhang mit der Trennung von seiner Frau erzählte (Urk. 73/21/6 S. 3 f.; 

Urk. 73/24/1 S. 7 f., S. 12 und S. 15). Auch wenn diese Legende zwecks Ge-

winnung des Vertrauens des Beschuldigten zulässig gewesen sein mag, so setzte 

er schon damit einen Grundstein dafür, dass der Beschuldigte in ihm einen poten-

tiellen Verbündeten in seiner offensichtlich vorhandenen Frustration gegenüber 

der eigenen Ehefrau sah (vgl. u.a. Urk. 73/24/1 S. 27 f.). Der verdeckte Ermittler 

AB._____ schilderte eine familiäre Situation, welche derjenigen des Beschuldig-

ten zumindest in Bezug auf die ehelichen Probleme ähnlich war (vgl. dazu die de-

taillierten Ausführungen der Vorinstanz; Urk. 185 S. 17 f.), so dass der Beschul-

digte in ihm einen Mann mit ähnlichen Wertvorstellungen in einer ebenfalls 

schwierigen privaten Lebenssituation erkennen musste. Eine Gemeinsamkeit, 

welche die beiden Männer unverkennbar verband, wurzelte damit von Beginn weg 

(auch) in einem Lebensbereich, aus dem sich die verdeckten Ermittler Auskünfte 

des Beschuldigten erhofften.  

3.9.2. Dass der verdeckte Ermittler "AB._____" dem Beschuldigten in finanzieller 

Hinsicht und in seiner sozialen Stellung überlegen war, ist mit der Vorinstanz zu 

bejahen (Urk. 185 S. 18 ff.). Bereits sein finanzielles und geschäftliches Gebaren 

als international tätiger Frachtvermittler von Diamanten und Inhaber einer Firma 

mit bis zu zwei Angestellten lässt keinen anderen Schluss zu (Urk. 73/24/1 S. 11 

f.). Kommt hinzu, dass "AB._____" vorgab, sich mit immensen Unterhaltsforde-

rungen seiner Ehefrau von über EUR 250'000.– pro Jahr konfrontiert zu sehen, 

überdies dem Beschuldigten den Betrag von Fr. 1'500.– lieh und ihn samt Kindern 

für Ferien in ein Hotel in AD._____ eingeladen hatte (Urk. 73/24/1 S. 13 und S. 

52). Diese Legende dürfte aber in erster Linie der Vertrauensbildung gedient und 

gleichzeitig sichergestellt haben, dass der Beschuldigte den verdeckten Ermittler 

"AB._____" achtete und an regelmässigem Kontakt mit ihm interessiert blieb. 

Dass der Status und die finanziellen Gefälligkeiten des verdeckten Ermittlers je-

-   30   - 

doch einen direkten Einfluss auf das Geständnis des Beschuldigten gehabt hät-

ten, ist mit den Vorderrichtern nicht ersichtlich.  

3.9.3. Die übermässige Einwirkung der verdeckten Ermittler auf den Beschuldig-

ten erfolgte primär im Zusammenhang mit den insgesamt vier Zusammenkünften 

mit der Wahrsagerin "AC._____". Auch die genauen Umstände ihrer Bekannt-

machung bei den durch "AB._____" organisierten Treffen sowie die Elemente des 

dabei erfolgten, sukzessiven Druckaufbaus auf den Beschuldigten hat die 

Vorinstanz ausführlich und treffend dargelegt (Urk. 185 S. 21-28). Zur besseren 

Veranschaulichung sind nachfolgend lediglich die wichtigsten Punkte nochmals 

aufzuführen. 

 a) Zunächst ist festzuhalten, dass sich nicht etwa der Beschuldigte aus 

eigenem Antrieb heraus nach einer Wahrsagerin erkundigte. Vielmehr wurde die 

vermeintliche Wahrsagerin "AC._____" durch den verdeckten Ermittler 

"AB._____" im Rahmen einer Diskussion mit dem Beschuldigten und AE._____ 

über übersinnliche Wesen ("Dschinns") ins Spiel gebracht (Urk. 73/21/19 S. 4 f.; 

Urk. 73/24/1 S. 9; Urk. 73/24/1 S. 9 f., S. 58 f.). Den Strafbehörden war durch die 

langjährigen Überwachungsmassnahmen bekannt, dass der Beschuldigte sowie 

seine Familienmitglieder an solche Erscheinungen glaubten und sich bei Proble-

men ebenfalls an Wahrsager oder Fakire wendeten. Der Beschuldigte zeigte sich 

aufgrund seines offensichtlich bereits vorexistierenden Aberglaubens sehr 

empfänglich für einen Besuch bei der betreffenden Wahrsagerin (Urk. 73/24/1 

S. 18 f.). Eigenen Angaben zufolge hatte er schon eine indische Wahrsagerin 

bzw. einen buddhistischen Wahrsager besucht und zeigte dem verdeckten Er-

mittler "AB._____" zudem ein Amulett, welches ihn vor dem Bösen schützen sollte 

(vgl. Urk. 73/21/19 S. 4; Urk. 73/24/1 S. 10 und 21). Dem Beschuldigten sei es bei 

der Kontaktnahme mit "AC._____" gemäss Aussagen der beiden Ermittler vor-

nehmlich darum gegangen, dass das mehrere Jahre dauernde Verfahren einge-

stellt und seine Familie vor Geistern, negativer Energie und der Polizei beschützt 

werde (Urk. 185 S. 22 f.; Urk. 73/21/23 S. 3; Urk. 73/24/1 S. 19; Urk. 73/24/2 S. 7 

ff.). 

-   31   - 

 b) Mit Hilfe der eigens hierfür eingeführten Wahrsagerin "AC._____" wur-

de der Aberglaube des Beschuldigten in der Folge bestätigt und verstärkt. Insbe-

sondere konnten die Ermittler den Beschuldigten sodann von der Tatsache über-

zeugen, dass die Wahrsagerin "AC._____" über ausserordentliche bzw. überna-

türliche Fähigkeiten verfüge. Nebst der ausdrücklichen Empfehlung von AB._____ 

als Freund und Vertrauensperson ist dabei primär an die bereits von der Vo-

rinstanz hervorgehobenen Episoden zu denken, in welchen die verdeckte Ermitt-

lerin "AC._____" dem Beschuldigten nicht nur eine polizeiliche Einvernahme vo-

raussagen, sondern vermeintlich auch dafür sorgen konnte, dass der einverneh-

mende Polizeifunktionär im Rahmen der Einvernahme des Beschuldigten "wichti-

ge" Fragen vergass (Urk. 73/21/30 S. 2; Urk. 73/21/31 S. 3; Urk. 73/24/1 S. 54; 

Urk. 73/24/2 S. 8, 19). 

 c) Weiter machte sich die verdeckte Ermittlerin "AC._____" die offensicht-

liche Belastung des Beschuldigten aufgrund der langwierigen und weitreichenden 

Strafuntersuchung sowie dessen Angst vor negativen Einflüssen durch übersinn-

liche Mächte zu Nutze, welche durch seine wiederholten Bitten um "Schutz" für 

sich und seine Kinder und um eine Beendigung des Strafverfahrens illustriert 

werden (vgl. Urk. 73/24/1 S. 19; Urk. 73/24/2 S. 7 und S. 20). "AC._____" brachte 

ausdrücklich die Existenz eines (bösen) Geistes der verstorbenen Ehefrau des 

Beschuldigten ins Spiel, welcher negativen Einfluss auf sein Leben nehme. Es 

trifft zwar grundsätzlich zu, wenn die Staatsanwaltschaft in diesem Zusammen-

hang geltend macht, die verdeckten Ermittler hätten sich hierbei nur des bereits 

vorbestehenden Interesses des Beschuldigten zur Spiritualität bedient, und der 

Schutz vor "Geistern" sei für ihn nicht neu gewesen (Prot. II S. 22). Den Ermittlern 

war dabei jedoch ebenfalls bewusst, dass der Beschuldigte aufgrund des Straf-

verfahrens bereits unter enormen innerem Druck stand (Urk. 73/24/1 S. 21). Sie 

bedienten sich somit gezielt einer Schwäche des Beschuldigten, um seine Sorgen 

hinsichtlich der eigenen Sicherheit sowie derjenigen seiner Kinder unterhalten und 

verstärken zu können. 

 d) Dabei erhöhten die verdeckten Ermittler im Laufe der Zeit den Druck 

auf den Beschuldigten. Es wurde ihm – wenn auch nicht ausdrücklich, so doch 

-   32   - 

immerhin konkludent – suggeriert, dass eine konkrete Gefahr für ihn bestehe. So 

liess die Wahrsagerin dem Beschuldigten durch den verdeckten Ermittler 

"AB._____" mitteilen, der Geist sei nunmehr "hartnäckig" geworden, sie müssten 

"sehr bald" etwas unternehmen. Je "aktiver" die Seele werde, umso mehr würde 

die Aufmerksamkeit auf ihn – den Beschuldigten – gelenkt werden. Das könne er 

schon am neuen Befragungstermin bei der Polizei ersehen. Auch die bereits 

durchgeführte "Reinigung" der Wohnung müsse unbedingt erneuert werden 

(Urk. 73/21/28 S. 2). Am 28. August 2015 teilte der verdeckte Ermittler 

"AB._____" dem Beschuldigten konkret mit, der Beschuldigte könne gemäss Aus-

sage der Wahrsagerin "grosse Probleme" bekommen. Es sei nötig, baldmöglichst 

eine Reinigung durchzuführen (Urk. 73/21/30 S. 2).  

 e) Anlässlich eines Treffens vom 5. September 2015 konkretisierte die 

Wahrsagerin die für den Beschuldigten angeblich bestehende Bedrohung und 

erklärte, dass sie die Anwesenheit des Geistes seiner getöteten Frau im Raum 

spüre. Diese sei erbost und erzähle ihr Dinge, der Beschuldigte habe aber nichts 

zu befürchten. Erbost sei die Frau bzw. deren Erscheinung, weil sie das Heran-

wachsen ihrer Kinder nicht miterleben könne. Die verdeckte Ermittlerin 

"AC._____" gab weiter vor, sie sehe in der Kommunikation mit dem Geisterwe-

sen, wie die Frau umgebracht worden und wer für ihren Tod verantwortlich sei 

(Urk. 73/21/31 S. 3). Der Beschuldigte erklärte hierauf, dass er von der Polizei 

respektive aus den Zeitungen erfahren habe, dass seine Frau erschossen worden 

sei und er die brasilianische Frau des Liebhabers seiner Ehefrau für die Täterin 

halte. Er wolle nur, dass "AC._____" einen Schutz für ihn und seine Familie er-

stelle. Als dem Beschuldigten seitens der verdeckten Ermittlerin gesagt wurde, sie 

wolle ihm helfen, dies funktioniere aber nur, wenn er aktiv mitwirke, erwiderte die-

ser, er wisse nicht, was er dazu sagen solle. Die verdeckte Ermittlerin "AC._____" 

beliess es nicht dabei, sondern lenkte das Gespräch noch gezielter auf die Tötung 

von †C._____ und erklärte, der Geist zeige ihr, was passiert sei. Es gehe auch 

um eine Pistole (Urk. 73/24/2 S. 11). Erst daraufhin erklärte der Beschuldigte im 

Rahmen dieser spiritistischen Sitzung, dass er die Verantwortung übernehme und 

ihn der Geist in Ruhe lassen solle. Passiert sei passiert (Urk. 73/21/31 S. 4; 

Urk. 73/24/1 S. 22 ff.; Urk. 73/24/2 S. 14). Als der Beschuldigte weiter sagte, er 

-   33   - 

fühle sich wie ein kranker Patient, der jetzt Medikamente vom Arzt brauche, bohr-

te der verdeckte Ermittler "AB._____" seinerseits noch einmal nach und erklärte, 

dass ein Arzt nur helfen könne, wenn er wisse, wie sich eine Krankheit zusam-

mensetze und was die Vorgeschichte sein könnte. Damit versuchten die verdeck-

ten Ermittler das Bedürfnis des Beschuldigten nach Schutz auszunutzen und ihn 

dazu zu bewegen, "reinen Tisch" zu machen, ihm mithin ein Geständnis zu entlo-

cken. Anschliessend führte die Wahrsagerin aus, dass sie dem Beschuldigten 

zwar Schutz gewähren könne, dieser aber nur für eine Woche bestehe. Danach 

habe sie keine Möglichkeiten mehr (Urk. 73/21/31 S. 4). Auch die zeitliche Be-

schränkung diente dabei klar dem Zweck, den offensichtlich auf dem Beschuldig-

ten lastenden psychischen Druck aufrecht zu erhalten. Dem Beschuldigten wurde 

erklärt, um tatsächlich Schutz und Ruhe finden zu können, müsse er sich aktiv 

beteiligen. Er solle sein Herz öffnen und sich reinigen (Urk. 73/24/2 S. 12 ff.). 

 f) Als sich der Beschuldigte während einer Rauchpause beim verdeckten 

Ermittler "AB._____" danach erkundigte, was er machen solle, brachte dieser 

zwar indirekt aber doch deutlich erneut die Frage nach einer allfälligen Täterschaft 

des Beschuldigten aufs Tapet, indem er vielsagend entgegnete, dass er ja nicht 

wisse, was passiert sei. Wenn es nichts gebe, was er zur Sache sagen könne, 

brauche er sich auch nicht zu fürchten (Urk. 73/21/31 S. 4). Kurz vor der Wegfahrt 

von der Wahrsagerin entdeckte der Beschuldigte schliesslich den vorgängig an 

seinem Fahrzeug angebrachten Blutsegen (roter Farbklecks in Form einer Hand-

fläche; vgl. Urk. 73/24/1 S. 49; Urk. 73/24/4 S. 5 f.), wobei er sich sicher war, dass 

dies ein von der Wahrsagerin vorgängig erwähntes Zeichen des Geistes sei und 

offensichtlich die Fassung verlor (Urk. 73/21/31 S. 5; Urk. 73/24/1 S. 25; 

Urk. 73/24/2 S. 13 f.). Die Gemütslage, in welcher sich der Beschuldigte hernach 

befand, wird durch den Bericht des verdeckten Ermittlers "AB._____" anschaulich 

illustriert. Darin wird beschrieben, der Beschuldigte sei auf der Rückfahrt von dem 

Treffen mit "AC._____" sehr angespannt gewesen, habe die Augen geschlossen 

gehabt und begonnen, Gebete zu rezitieren (Urk. 73/21/31 S. 5; Urk. 73/24/1 

S. 26). 

-   34   - 

 g) Als den Beschuldigten während der genannten Heimfahrt kurzzeitig 

Zweifel befielen und er sich bei "AB._____" erkundigte, ob die Wahrsagerin 

"AC._____" nicht womöglich doch von der Polizei sei (vgl. Urk. 73/24/1 S. 25), 

nutzte der verdeckte Ermittler "AB._____" seine behutsam aufgebaute Freund-

schaft zum Beschuldigten, indem er seine eigene Integrität als Garantie für dieje-

nige der Wahrsagerin vorschob (vgl. die Frage an den Beschuldigten, ob dieser 

ihm vertraue; Urk. 73/21/31 S. 5; Urk. 73/24/1 S. 28). Zudem riet der verdeckte 

Ermittler "AB._____" dem Beschuldigten auf dessen Frage, was er tun solle, er 

solle "sich befreien" (Urk. 73/24/1 S. 28), und versuchte ihn so erneut zu den (er-

warteten) Ausführungen zu ermutigen. Der Beschuldigte liess sich in der Folge 

denn auch zu weiteren Aussagen über die angeblichen Verfehlungen seiner Ehe-

frau und seiner Verantwortung für deren Tod verleiten, und er beauftragte 

"AB._____", der  Wahrsagerin mitzuteilen, diese solle wiederum dem Geist aus-

richten, dass er – der Beschuldigte – es getan habe, weil seine Ehefrau "zulum" 

und "so viel blöd" gemacht habe (Urk. 73/21/31 S. 5 f.; Urk. 73/24/1 S. 27 ff.). 

 h) Anderntags, am 6. September 2015, legte der Beschuldigte schliesslich 

ein umfassendes Geständnis vor dem verdeckten Ermittler "AB._____" ab. Dieses 

leitete er damit ein, dass er nun endlich Ruhe haben wolle. Er wolle nur noch 

Schutz für sich und seine Kinder. Der verdeckte Ermittler "AB._____" solle dies 

der Wahrsagerin mitteilen (Urk. 73/21/31 S. 6 f.; Urk. 73/24/1 S. 31, 35). Auch 

diese Aussage widerspiegelt den Stress, unter welchem der Beschuldigte – nicht 

zuletzt aufgrund der aus seiner Sicht sehr realen Bedrohung durch den Geist sei-

ner Ehefrau – zu diesem Zeitpunkt stand. In der Folge beliessen es die verdeck-

ten Ermittler aber nicht bei diesen Angaben des Beschuldigten. Vielmehr erklärten 

sie dem Beschuldigten, dass der Schutz an jenen Orten angebracht werden müs-

se, wo alles passiert sei, mithin die Pistole gekauft, aufbewahrt, abgefeuert und 

entsorgt worden sei. Um sicherzugehen, dass der Beschuldigte ihn an die betref-

fenden Orte mitnehmen musste, erklärte "AB._____" zudem, der Beschuldigte 

dürfe als direkt Beteiligter die angeblich schützenden Kichererbsen nicht selbst 

anfassen (Urk. 73/21/31 S. 7 f.; Urk. 73/24/1 S. 32). Einmal mehr wurde damit die 

Suche des Beschuldigten nach Schutz für sich und seine Kinder unmittelbar da-

von abhängig gemacht, dass der Beschuldigte den Ermittlern weitere (neue) Tat-

-   35   - 

umstände anvertraute. Diesen Forderungen kam der Beschuldigte wiederum nach 

(Urk. 73/24/1 S. 32 ff). 

3.9.4. Mit der Vorinstanz hatten die verdeckten Ermittler damit in Ausübung von 

Täuschung, Druck und Zwang eine Situation geschaffen, welche derjenigen einer 

polizeilichen Einvernahme nicht nur ähnelte, sondern diese gar übertraf. Sie 

lenkten die Gespräche immer wieder gezielt auf den Geist und das Ableben der 

Ehefrau des Beschuldigten. Dabei machten sie sich zu Nutze, dass der Beschul-

digte abergläubisch war, sich in grosser Sorge um die eigene sowie die Sicherheit 

seiner Kinder befand und nach einem Schutz vor "dem Geist" sowie einer 

Möglichkeit der Beendigung des nach sechs Jahren Untersuchung zermürbenden 

Strafverfahrens suchte. Die Ängste des Beschuldigten wurden durch die Ermittler 

gezielt genährt; zu denken ist insbesondere an die Inszenierung eines abstrusen 

"Blutsegens" am Fahrzeug des Beschuldigten, welche einer Strafuntersuchung in 

einem Rechtsstaat unwürdig ist. Zudem war der Beschuldigte in seiner Entschei-

dungsfreiheit eingeschränkt, konnte er doch das Gespräch mit der Wahrsagerin 

aufgrund der ihm suggerierten Ausgangslage nicht einfach beenden, wenn er 

ihren Schutz tatsächlich in Anspruch nehmen wollte. Dabei ist insbesondere zu 

beachten, dass die verdeckten Ermittler den Beschuldigten durch Täuschungen 

gerade davon überzeugt hatten, dass die Wahrsagerin tatsächlich in der Lage sei, 

ihn zu schützen (vgl. die Episode anlässlich derer die Wahrsagerin in vor Fragen 

der Polizei bewahrte), womit er erst recht erpicht darauf war, weiter mit ihr in 

Kontakt zu bleiben. Schliesslich lenkten die Ermittler das Gespräch wiederholt 

und mit Nachdruck auf das Ableben von †C._____. Dabei wurde die Errichtung 

eines Schutzes mehrfach an die Bedingung geknüpft, dass der Beschuldigte rei-

nen Tisch mache und "sein Herz öffne". Wie deutlich die Ermittler dem 

Beschuldigten kundtaten, in welchem Bereich er Ausführungen zu machen hatte, 

wird dadurch illustriert, dass die Wahrsagerin "AC._____" im Laufe des letzten 

Treffens erklärte, der Geist zeige ihr eine Pistole. Damit schränkten sie die 

Entscheidungsfreiheit des Beschuldigten in Bezug auf die Frage, was er ihnen 

anvertrauen wollte, de facto nicht nur beträchtlich ein, sondern sie lenkten dessen 

Aussagen gezielt in eine vorgegebene Richtung. Dies hat insbesondere vor dem 

Hintergrund zu gelten, dass "AC._____" zuvor auf die vorangehende Aussage 

-   36   - 

des Beschuldigten, er verdächtige die brasilianische Ehefrau des Geliebten von 

†C._____, nicht weiter eingegangen war, obwohl der Beschuldigte ihr gegenüber 

erklärt hatte, nichts mit der Sache zu tun zu haben und koste es was es wolle ein 

Täter gefunden werden müsse (Urk. 73/24/2 S. 8). Festzuhalten ist in diesem Zu-

sammenhang sodann, dass der Beschuldigte die Tötung seiner Ehefrau in den bis 

dahin verstrichenen sechs Jahren Untersuchung und den über 30 Einvernahmen 

nie jemandem gestand. Dies macht deutlich, dass der Beschuldigte grundsätzlich 

kein Bedürfnis verspürte, Dritte über die angeblich begangene Tat zu informieren 

und zeigt, wie stark der auf ihm lastende Druck sowie die Hoffnung auf Schutz 

gewesen sein muss.  

3.9.5. In Übereinstimmung mit den Erwägungen im Beschluss der III. Strafkam-

mer vom 28. April 2016 sowie im vorinstanzlichen Entscheid kann das abgelegte 

"Geständnis" des Beschuldigten vor dem dargelegten Hintergrund nicht als 

spontan und frei erfolgte Willensäusserung angesehen werden. Die verdeckten 

Ermittler haben das Mass zulässiger Einwirkung mit ihrem Vorgehen klar über-

schritten.  

4. Folgen der Überschreitung des Masses zulässiger Einwirkung 

4.1. Hinsichtlich der Folgen einer solchen Überschreitung hielt das Bundes-

gericht fest, gemäss Art. 293 Abs. 4 StPO sei die Überschreitung des Masses 

der zulässigen Einwirkung bei der Strafzumessung für die beeinflusste Person 

gebührend zu berücksichtigen, jedoch sei es Aufgabe des Sachgerichts, darüber 

zu befinden, ob die verdeckten Ermittler das Mass des Zulässigen überschritten 

hätten und welche Rechtsfolgen (nach Art. 293 Abs. 4 StPO oder Art. 141 Abs. 1 

StPO) sich daraus ergeben (BGE 143 I 304 S. 310 Erw. 2.4; Urteil 6B_646/2017 

vom 1. Mai 2018, Erw. 6.2). Das Bundesgericht verwies im zitierten BGE 143 

I 304 sodann generell darauf, dass nach der in Teilen der Literatur vertretenen 

Auffassung Art. 293 Abs. 4 StPO eine Spezialbestimmung darstelle, welche dem 

absoluten Beweisverwertungsverbot gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO vorgehen 

solle. Wie es sich damit tatsächlich verhält, liess das Bundesgericht aber offen 

(vgl. S. 310 Erw. 2.4. mit dortigen Hinweisen). Die Staatsanwaltschaft stellt sich 

nun auf den Standpunkt, die Überschreitung des zulässigen Masses der Ein-

-   37   - 

wirkung ziehe kein Beweisverbot nach sich, sondern sei einzig im Rahmen der 

Strafzumessung zu berücksichtigen (Prot. II S. 22 f.).  

4.2. Der Gesetzgeber hat mit der grundsätzlichen Möglichkeit des Einsatzes 

von verdeckten Ermittlern Täuschungen als Methode der Beweiserhebung zwar 

nicht per se ausgeschlossen. Art. 293 StPO entbindet die Strafverfolgungsbehör-

de jedoch nicht, sich dabei an die zwingenden Grundsätze des Strafverfahrens-

rechts zu halten. Indem das Bundesgericht diesbezüglich auch auf Art. 141 StPO 

verwies, schloss es die Unverwertbarkeit als mögliche Folge einer Überschreitung 

der zulässigen Einwirkung im zuvor zitierten Entscheid denn auch in keiner Weise 

aus (Urteil 6B_646/2017 vom 1. Mai 2018, Erw. 6.2). Das Fairnessgebot garan-

tiert nach Art. 3 StPO und Art. 6 EMRK als Mindeststandard das Recht auf ein 

faires Verfahren (BGE 131 I 272 S. 276). Daraus entspringt als Teilgehalt nicht 

nur das Recht auf Aussageverweigerung respektive Selbstbelastungsfreiheit im 

Sinne von Art. 113 StPO, sondern auch das Verbot der Beweiserhebung durch 

Zwangsmittel, Drohungen, Versprechungen, Täuschungen und sonstigen Mitteln, 

welche die Denkfähigkeit oder die Willensfreiheit einer Person beeinträchtigen 

können (LIEBER in: DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, a.a.O., Art. 113 N 6; BSK StPO-

THOMMEN, Art. 3 N 106). Diese Verfahrensgarantien wurden vorliegend erheblich 

verletzt. Die verdeckten Ermittler gingen mit ihrem Vorgehen weit über die zuvor 

aufgezeigten Grenzen der erlaubten List hinaus. Das Aussageverweigerungsrecht 

des Beschuldigten wurde umgangen, indem sie unter Ausnützung des Ver-

trauensverhältnisses, der aufgebauten Drohkulisse und damit unter massivem 

psychischen Druck den Beschuldigten zum streitgegenständlichen Geständnis 

drängten. Das geschilderte Vorgehen der verdeckten Ermittler durch verbotene 

Täuschung und unzulässige Druckausübung diente vorliegend geradezu der 

Umgehung des Aussageverweigerungsrechts bzw. der Selbstbelastungsfreiheit 

des Beschuldigten. Damit wurde letztlich das Fairnessgebot verletzt. Es hat ein 

Verwertungsverbot im Sinne von Art. 141 Abs. 1 StPO zu resultieren (WOHLERS, 

in: DONATSCH/HANSJAKOB/LIEBER, a.a.O., Art. 140 N 13 m.H.). Wie erwähnt, ergibt 

sich bereits aus dem Wortlaut von Art. 293 StPO, dass diese Norm nicht für Fälle 

vorgesehen wurde, in welchen eine verdeckte Aushorchung im engsten Umfeld 

von Tatverdächtigen begangener Schwerstkriminalität erfolgt. Die Anwendbarkeit 

-   38   - 

der in Art. 293 Abs. 4 StPO kodifizierten "Strafzumessungslösung" steht deshalb 

in der gegebenen Konstellation auch der zuvor dargelegten Rechtsprechung des 

EGMR klar entgegen (so im Ergebnis auch: WOHLERS, Fair Trial – Grundpfeiler 

oder Feigenblatt?, forumpoenale 3/2019 S. 207 ff., S. 211 f. im Falle übermässi-

ger Tatprovokation). Werden wie vorliegend zwingende Verfahrensgarantien ver-

letzt, ist nicht einzusehen, dass mit der "Spezialnorm" von Art. 293 Abs. 4 StPO 

die allgemeinen Beweisverwertungsverbote umgangen werden könnten. Daran 

ändert nichts, dass bei der verdeckten Ermittlung die Täuschung als konstituie-

rendes Merkmal grundsätzlich erlaubt ist. 

4.3. Mit der Vorinstanz und in Übereinstimmung mit dem Beschwerdeentscheid 

der III. Strafkammer erweisen sich die Erkenntnisse aus der verdeckten Ermitt-

lung im Ergebnis als unverwertbar. 

IV.  Sachverhalt 

1. Generelle Kritik der Verteidigung am Verfahren 

1.1. Nach rund 8-jähriger Untersuchung und weitreichenden Ermittlungen erhob 

die Staatsanwaltschaft die vorliegende Anklage gegen den Beschuldigten. Die 

amtliche Verteidigung kritisierte vor Vorinstanz und auch heute die Untersu-

chungsbehörden in ihrer Arbeit teilweise scharf und mit grosser Vehemenz. Sie ist 

der Ansicht, dass die Untersuchungsbehörden – von der Schuld des Beschuldig-

ten überzeugt – nicht nach der Wahrheit gesucht, sondern mit immer grösserem 

Druck und Lügen versucht hätten, diesen zu einem Geständnis zu manipulieren. 

Es sei voreingenommen respektive einseitig ermittelt worden, weshalb keine 

Hinweise auf eine andere Täterschaft als diejenige des Beschuldigten bestünden 

(vgl. z.B. die Ausführungen in Urk. 237 N 7 ff., N. 55 f., N 221 und N 227). Auf 

diese Rügen ist vor der eigentlichen Sachverhaltserstellung einleitend kurz einzu-

gehen. 

1.2. Es ist der Verteidigung bereits aufgrund der sich aus den Untersuchungs-

akten ergebenden Erkenntnisse zu widersprechen, wenn sie geltend machen will, 

die Untersuchungsbehörden hätten sich von der Schuld des Beschuldigten über-

-   39   - 

zeugt nur auf diesen fokussiert (Urk. 237 N 227). Die Staatsanwaltschaft hat 

erwiesenermassen zu Beginn der Ermittlungen breit nach Beweisen geforscht. 

Auch die Verteidigung räumt grundsätzlich selber ein, sie habe noch nie eine der-

art umfangreiche Strafuntersuchung gesehen (Urk. 237 N 7). In Anbetracht der 

gesamten Ermittlungstätigkeit, beispielsweise der überwiegend in einem frühen 

Ermittlungsstadium durchgeführten rund 260 Befragungen von Auskunftsper-

sonen respektive Zeugen, kann mit Fug ausgeschlossen werden, die Unter-

suchungsbehörden hätten sich allein auf den Beschuldigten als möglichen Täter 

fixiert (Urk. 8/1-260). Mit der Vorinstanz ist weiter festzuhalten, dass in einem 

frühen Stadium der Ermittlungen auch ernsthaft verschiedenste Täterhypothesen 

in Betracht gezogen wurden. Abklärungen richteten sich neben dem Beschuldig-

ten auch gegen andere Personen wie U._____ (den Liebhaber von †C._____), 

dessen Ehefrau AF._____ sowie die Exfrau des Beschuldigten (AG._____) und 

weitere Personen aus dem Umfeld von †C._____. Das Ehepaar AF._____ und 

U._____ wurde sogar in Untersuchungshaft versetzt, und es erfolgten diverse 

Verhaftungen von weiteren möglichen verdächtigen Personen (Urk. 81-84). Die 

Vorinstanz hat die auch ansonsten breit gefächerte Ermittlungstätigkeit der Unter-

suchungsbehörden unter dem Titel "Ergebnislose Beweissammlungen" zusam-

mengetragen (Urk. 185 S. 71 ff.). Dabei wurde zutreffend festgehalten, dass unter 

anderem die Suche nach Schmauchspuren, der Tatwaffe sowie nach DNA-

Spuren auf den vor Ort aufgefundenen Patronenhülsen, Abklärungen beim …-

büro der Stadt Zürich, Abklärungen bei der Radarkontrolle der Stadt Zürich, die 

Auswertung von Passagierlisten der "AH._____", "AI._____" und "AJ._____" so-

wie Abklärungen zu allfälligen Visumserteilungen der Schweizer Botschaft in 

AK._____ und AL._____ allesamt ergebnislos verliefen. Wie nachfolgend noch zu 

erörtern sein wird, verdichteten sich gewisse Verdachtsmomente gegen den Be-

schuldigten, es liessen sich aber keine solchen hinsichtlich einer Dritttäterschaft 

erhärten. Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass sich die Untersuchungsbe-

hörden im Zuge der Ermittlungen hernach primär auf den Beschuldigten kon-

zentrierten. 

1.3. Soweit die Vorbringen der Verteidigung auf die verdeckten Ermittlungen 

sowie die Frage abzielen, inwiefern auf die Aussagen der verdeckten Ermittler 

-   40   - 

abgestellt werden kann respektive die entsprechenden Amtsberichte der Wahrheit 

entsprechen würden oder nicht, braucht in Ermangelung der Verwertbarkeit dieser 

Erkenntnisse nicht näher darauf eingegangen zu werden. Es sei an dieser Stelle 

jedoch festgehalten, dass sich für die teilweise geradezu konspirativ anmutenden 

Annahmen der Verteidigung, wonach von den zuständigen Behörden mit allen 

Mitteln und ungeachtet der wahren Gegebenheiten eine Verurteilung des 

Beschuldigten habe herbeigeführt werden wollen, keine Hinweise finden. Solche 

(unspezifischen) Anschuldigungen sind nicht zweckdienlich und eine weitere Aus-

einandersetzung damit erscheint nicht notwendig (Urk. 237 N 7 ff.). 

1.4. Die Verteidigung mutmasst sodann, es sei davon auszugehen, dass das 

Geständnis des Beschuldigten trotz festgestellter Unverwertbarkeit für die 

Entscheidfindung der Vorinstanz eine derart massgebende Rolle gespielt habe, 

dass man sich entschlossen habe, den Beschuldigten aufgrund der "übrigen 

Beweise" schuldig zu sprechen. Dies zeige bereits der Umstand, dass die Staats-

anwaltschaft die verdeckte Ermittlung im Jahr 2014 beantragt habe, weil die 

Untersuchung gemäss eigenen Worten der Staatsanwaltschaft bis dahin ergeb-

nislos verlaufen sei. Der Beschuldigte sei nach der verdeckten Ermittlung von der 

III. Strafkammer des Obergerichts mangels Dringlichkeit des Tatverdachts sogar 

aus der zweiten Untersuchungshaft entlassen worden. Vor diesem Hintergrund 

sei es äusserst widersprüchlich, dass die zuvor selbst von der Staatsanwaltschaft 

als erfolglos bezeichnete Untersuchung nun gemäss Vorinstanz doch aus-

reichende Beweise für eine Verurteilung ergeben solle. Dies, zumal seit der 

Anordnung der verdeckten Ermittlung – ausser den unverwertbaren – keine 

neuen Erkenntnisse hinzugekommen seien (Urk. 237 N 35 ff.).  

1.5. Die sich stellenden Problemfelder im Zusammenhang mit der Überprüfung 

der Verwertbarkeit von Beweisen durch das Sachgericht wurden bereits genü-

gend aufgezeigt und sind an dieser Stelle nicht erneut darzulegen (vgl. vorste-

hend Erw. II.3.). Dennoch kann dem sinngemäss erhobenen Vorwurf der Verteidi-

gung, die Vorinstanz habe nicht unbefangen agiert, nicht gefolgt werden. Die 

zuständigen Sachgerichte sind für die Frage der Sachverhaltserstellung weder an 

eine allfällige Einschätzung der Untersuchungsbehörde noch an Erwägungen des 

-   41   - 

Zwangsmassnahmengerichts (bzw. dessen Beschwerdeinstanz) gebunden. 

Während Letztere eine einstweilige Einschätzung der Sachlage im Rahmen der 

laufenden Untersuchung vorzunehmen haben, urteilt das Sachgericht in freier 

Würdigung der Beweismittel abschliessend darüber, ob sich die Schuld einer 

beschuldigten Person über jeden vernünftigen Zweifel nachweisen lässt oder 

nicht. Es ist deshalb nicht schon widersprüchlich, wenn die Vorinstanz (trotz 

Schuldspruch) ausführt, dass die Anordnung der verdeckten Ermittlung im mass-

geblichen Zeitpunkt gerechtfertigt gewesen sei (Urk. 185 S. 15). Die Vorinstanz 

hat nach eingehender Würdigung von sämtlichen verwertbaren Indizien ein Urteil 

gefällt. Es sind keine Anzeichen dafür ersichtlich, dass sie sich dabei von den 

Ergebnissen der verdeckten Ermittlung hat leiten lassen.  

2. Ausgangslage und allgemeine Beweisregeln 

2.1. Zu beantworten bleibt nachfolgend die Frage, ob es sich beim Beschuldig-

ten gemäss verbindlichem Anklagesachverhalt um diejenige Person handelt, 

welche †C._____ erschossen hat. Sowohl während der Untersuchung als auch im 

gerichtlichen Verfahren hat der Beschuldigte den ihm zur Last gelegten Tatvor-

wurf vehement bestritten. Der Beschuldigte stellt sich auf den Standpunkt, er ha-

be seine Ehefrau nicht erschossen und wisse auch nicht, wer dies getan haben 

könnte (Urk. 3/3 F/A 100 ff.; Urk. 3/19 F/A 6; Urk. 165; Urk. 237). Objektive Be-

weismittel, die eine Täterschaft des Beschuldigten belegen würden, liegen nicht 

vor. Die Sachverhaltserstellung hat anhand von Indizien zu erfolgen.  

2.2. Die Vorinstanz hielt in ihrem Urteil einleitend fest, der Beschuldigte habe 

während des Strafverfahrens generell zu diversen Themen gelogen und auch 

ausserhalb der Untersuchung nicht immer die Wahrheit gesagt, weshalb seinen 

Aussagen kein grundsätzliches Vertrauen entgegengebracht werden könne 

(Urk. 185 S. 55-65). Hernach kamen die Vorderrichter nach Würdigung der vor-

handenen Beweismittel zum Schluss, dass aufgrund der vorhandenen Indizien 

keine vernünftigen Zweifel an der Schuld des Beschuldigten bestehen (Urk. 185 

S. 82-146). Zusammengefasst erwog die Vorinstanz, es würden zahlreiche Belas-

tungsmomente auf den Beschuldigten als Täter hindeuten, die für sich betrachtet 

zwar die Möglichkeit einer anderen Täterschaft offenliessen. Es bestehe hingegen 

-   42   - 

kein Indiz, welches den Beschuldigten als Täter ausschliesse. Stark belastend sei 

der Umstand, dass sich der Beschuldigte nicht für den Täter des Mordes an 

†C._____ interessiert und es insbesondere unterlassen habe, bei den von ihm 

kontaktierten Wahrsagern die Täterschaft in Erfahrung zu bringen, obwohl er hier-

für ein grosses Interesse hätte haben müssen. Ein solches Verhalten lasse sich 

nicht anders erklären, als dass der Beschuldigte der Täter sei. Dieser Umstand – 

so die Vorinstanz – stelle das zentrale Mosaikteil dar, um welches sich die weite-

ren Indizien zu einem eindeutigen Bild zusammenfügen liessen. Der Beschuldigte 

habe denn auch aufgrund der ausserehelichen Beziehung seiner Ehefrau und den 

zahlreichen Problemen in der ehelichen Beziehung über ein Motiv verfügt. Eben-

so habe er drei Jahre vor der Tat mit dem Gedanken gespielt, den Liebhaber sei-

ner Ehefrau mit einer Pistole zu erschiessen. Das Schussbild passe zum Motiv 

des Beschuldigten und schliesse einen Auftragsmord aus. Der Beschuldigte sei 

zur Tatzeit nahe am Tatort gewesen und habe grundsätzlich die Ansicht vertreten, 

dass die gerechte Strafe für einen Betrüger der Tod sei. Es könne gesamthaft be-

trachtet ohne erhebliche Zweifel vom Beschuldigten als Täter ausgegangen wer-

den (Urk. 185 S. 82 ff., S. 136-143). 

2.3. Während die Staatsanwaltschaft die Beweiswürdigung der Vorinstanz als 

mustergültig, nachvollziehbar und überzeugend erachtet und die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Urteils beantragt (Urk. 239 S. 1 f.), lässt der Beschuldigte den 

Tatvorwurf zur Gänze bestreiten. Die Verteidigung bringt im Wesentlichen vor, es 

fehle an belastenden Beweisen und Indizien. Insbesondere seien die seitens der 

Vorinstanz angeführten belastenden Mosaiksteine nicht überzeugend, und die er-

heblich entlastenden Momente wie das unerklärliche Verschwinden der Tatwaffe, 

das Fehlen von Schmauchspuren und die Örtlichkeit der Tat vor der eigenen 

Haustür seien von der Vorinstanz nur ungenügend beachtet worden (Urk. 237 

N 60, N 198 ff., N 232). Angesichts der gesamten Umstände bestünden zumin-

dest erhebliche Zweifel an der Täterschaft des Beschuldigten, weshalb dieser 

freizusprechen sei (Urk. 237 N 189 ff., N 233). 

2.4. Somit ist der massgebliche Sachverhalt nach den allgemein gültigen 

Beweisregeln zu erstellen. Die Vorinstanz hat die Regeln zur Sachverhaltser-

-   43   - 

stellung und Beweiswürdigung, insbesondere zum Indizienbeweis, grundsätzlich 

korrekt wiedergegeben. Darauf kann verwiesen werden (Urk. 185 S. 52 ff. und 

S. 81 f.). Zwecks Verdeutlichung ist an dieser Stelle nochmals Folgendes hervor-

zuheben:  

Die Unschuldsvermutung (Art. 10 Abs. 1 StPO) wirkt sich in der Praxis vor allem 

dahingehend aus, dass nach der aus ihr abgeleiteten Beweislastregel der verfol-

gende Staat der beschuldigten Person im Strafurteil die Voraussetzungen der 

Strafbarkeit, vorab den objektiven und subjektiven Tatbestand, nachzuweisen hat. 

Der Staat trägt das Risiko des Tatnachweises; misslingt dieser, hat ein Freispruch 

zu ergehen (SCHMID/JOSITSCH, Praxiskommentar StPO, Art. 10 N 2). Ein Beschul-

digter darf somit nie mit der Begründung verurteilt werden, er habe seine 

Unschuld nicht nachgewiesen (BGE 127 I 38 Erw. 2a mit Hinweis). Dort wo keine 

direkten Beweise vorliegen, ist auch ein indirekter Beweis zulässig. Beim 

Indizienbeweis wird aus bestimmten Tatsachen, die nicht unmittelbar rechts-

erheblich, aber bewiesen sind (Indizien), auf die zu beweisende, unmittelbar 

rechtserhebliche Tatsache geschlossen. Eine Mehrzahl von Indizien, welche für 

sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die 

Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit des Andersseins offen 

lassen, können einen Anfangsverdacht verstärken und in ihrer Gesamtheit ein 

Bild respektive ein "Indizienmosaik" erzeugen, das bei objektiver Betrachtung 

keine Zweifel bestehen lässt, dass sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteil 

6B_678/2013 vom 3. Februar 2014, Erw. 3.3. m.H.w.). Obwohl der Grundsatz "in 

dubio pro reo" auf das einzelne Indiz keine Anwendung findet, ist bei der Würdi-

gung der Gesamtheit aller Indizien stets die Beweiswürdigungsregel gemäss 

Art. 10 Abs. 3 StPO zu beachten, welche besagt, dass sich das Strafgericht nicht 

von der Existenz eines für die beschuldigte Person ungünstigen Sachverhalts 

überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche und nicht zu 

unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat, wie 

er in der Anklage umschrieben ist (Urteil 6B_212/2019 vom 15. Mai 2019 

Erw. 1.3.2.; Urteil 6B_1047/2017 vom 17. November 2017 Erw. 2.2). Ein Schuld-

spruch darf demnach nur dann erfolgen, wenn die Schuld der beschuldigten 

-   44   - 

Person mit hinreichender Sicherheit erwiesen ist. Blosse Wahrscheinlichkeit 

genügt auch beim Indizienbeweis nicht, selbst wenn diese hoch ist.  

3. Täterunabhängige Sachverhaltselemente 

3.1. Was die täterunabhängigen Sachverhaltselemente angeht, so sind diese 

unbestritten und mit der Vorinstanz als erstellt zu erachten (Urk. 185 S. 66 ff.). 

3.2. Es ist erstellt, dass †C._____ am tt.mm.2009 um ca. 05:30 Uhr vor ihre 

Haustüre an der W._____-strasse … in … Zürich trat, um mit dem an der Strasse 

parkierten Auto zur Arbeit in die "AM._____"-Filiale am Flughafen Zürich zu ge-

langen. Der Beschuldigte bestätigte, dass †C._____ Frühdienst gehabt habe, um 

05:00 Uhr aufgestanden sei und sich vor Verlassen des Hauses bei ihm verab-

schiedet habe (Urk. 3/2 S. 2 und 13). Die erste telefonische Meldung aufgrund 

gehörter Schüsse ging um 05:37 Uhr bei der Polizei ein (Urk. 1/1 S. 7). Auf 

†C._____ wurden aus unmittelbarer Nähe mindestens fünf Schüsse abgefeuert, 

wobei sie einen Gesichtsdurchschuss aus einer Distanz von maximal 30 bis 40 

cm, einen Kopfschwartendurchschuss, einen Kopfsteckschuss, einen inkomplet-

ten Bauchdurchschuss und einen Durchschuss der rechten Hand sowie des rech-

ten Oberschenkels erlitt. †C._____ verstarb an den Folgen ihrer schweren Verlet-

zungen noch vor Ort. Insbesondere der Kopfsteckschuss hat sich als unmittelbar 

todesursächlich erwiesen. Diese Erkenntnisse gründen auf der durch das Institut 

für Rechtsmedizin der Universität Zürich (IRM) durchgeführten Legalinspektion 

von †C._____ am tt.mm.2009, 08:50 Uhr (Urk. 18/1), dem Obduktionsgutachten 

des IRM vom 17. Juni 2010 (Urk. 18/2) sowie den vor Ort aufgefundenen Patro-

nenhülsen und sind unbestritten (Urk. 1/1 S. 13; Urk. 1/1/2 S. 4). Gemäss Muniti-

onsvergleich wurde ein Kaliber 7.65 mm "Browning" des Fabrikats "Geco" für die 

Tat verwendet (Urk. 10/5).  

4. Tatumstände 

4.1. Ausgangslage 

Der Beschuldigten erklärte, er sei im Bett am Schlafen gewesen, habe gehört, wie 

sich †C._____ verabschiedet habe und sei hernach von der Polizei geweckt wor-

-   45   - 

den (Urk. 3/2 S. 13). Der Beschuldigte hat sich zum Tatzeitpunkt somit in 

unmittelbarer Nähe des Tatortes in der ehelichen Wohnung aufgehalten. Nach 

Ansicht der Vorinstanz wäre es somit grundsätzlich möglich, dass der Beschuldig-

te seine Ehefrau erschossen und hernach unbemerkt in die eheliche Wohnung 

zurückgekehrt sei (Urk. 185 S. 106). Das Schussbild und die Kenntnis der 

Arbeitszeiten von †C._____ würden sodann für eine mögliche Täterschaft des 

Beschuldigten sprechen (Urk. 185 S. 104-106). Dass weder die Tatwaffe 

aufgefunden noch verwertbare Schmauchspuren am Beschuldigten festgestellt 

werden konnten, sei als neutral zu werten. Der Beschuldigte werde durch das 

Fehlen von Tatwaffe und Schmauchspuren weder be- noch entlastet (Urk. 185 

S. 71-73). Demgegenüber stellt sich die Verteidigung auf den Standpunkt, sowohl 

der Tatort als auch das Fehlen von Tatwaffe und Schmauchspuren spreche 

gegen eine Täterschaft des Beschuldigten, und das Schussbild sage nichts über 

die Beziehung zwischen Täter und Opfer aus (Urk. 237 N 201 ff., N 209 ff. und 

N 218 f.).  

4.2. Tatwaffe 

4.2.1. Hinsichtlich der ergebnislosen Suchbemühungen der Tatwaffe kann vorab 

auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 185 S. 71-75). 

Ergänzend bleibt festzuhalten, dass durch die Untersuchung weder geklärt noch 

erklärt werden konnte, wie der Beschuldigte – so er denn der Täter war – sich der 

Tatwaffe hätte entledigen können. Gemäss Polizeirapport wurden die mit der 

vorliegenden Tat in Zusammenhang stehenden Schüsse in der Nachbarschaft 

gehört und deswegen sofort um 05:37 Uhr per Notruf die Polizei verständigt 

(Urk. 1/1 S. 7 und 10). Die ersten Polizeibeamten trafen wenige Minuten nach 

dem Funkspruch am Tatort ein (Urk. 1/3 S. 2). In der Folge waren innert kurzer 

Zeit weitere Polizei- und Rettungskräfte vor Ort, und es wurde offenbar auch eine 

Nahbereichsfahndung durchgeführt (Urk. 1/1 S. 7; Urk. 1/3 S. 3; Urk. 1/4 S. 3). 

Der Beschuldigte, welcher um 07:00 Uhr durch die Polizei in seiner Wohnung 

angetroffen wurde, müsste die Tatwaffe also in unmittelbarer Nähe des Tatortes 

deponiert oder entsorgt haben, damit er unbemerkt vor dem Eintreffen der Polizei 

wieder in die eheliche Wohnung hätte zurückkehren können (Urk. 3/2 S. 13). 

-   46   - 

Nachdem der Beschuldigte von der Polizei kontaktiert worden war, hatte er 

sodann keine Möglichkeit mehr, die Wohnung unbegleitet zu verlassen. Es waren 

hernach während der ganzen Zeit Polizeifunktionäre in der Wohnung des 

Beschuldigten präsent, was seitens der Staatsanwaltschaft anlässlich der 

heutigen Berufungsverhandlung bestätigt wurde (Prot. II S. 32; Urk. 161 S. 14). In 

der Folge verbrachte man den Beschuldigten in die Räumlichkeiten der Kantons-

polizei, wo er am selben Nachmittag ein erstes Mal formell einvernommen sowie 

im Anschluss an diese Einvernahme verhaftet wurde und vorerst bis am 28. Mai 

2010 in Untersuchungshaft verblieb (Urk. 3/1; Urk. 80/1; Urk. 82/25). Rund eine 

Woche nach der Tat (am 27. Oktober 2009), als sich der Beschuldigte schon 

längst in Untersuchungshaft befand, wurde die Umgebung des Tatortes mit nicht 

weniger als rund 70 Polizeifunktionären während Stunden abgesucht. Wenige 

Tage später erfolgte eine gründliche Durchsuchung der Kanalisation (Urk. 1/8 S. 2 

ff.; Urk. 10/1-2). Die Untersuchungsbehörden haben mithin intensiv nach der Tat-

waffe gesucht, diese aber nicht gefunden (Urk. 237 N 210; vgl. Urk. 185 S. 74 f.).  

4.2.2. Dass ein unbeteiligter Dritter die Tatwaffe in den wenigen Tagen wider-

rechtlich an sich genommen hätte, kann nach dem Ausgeführten mit Fug ausge-

schlossen werden. Auch die seitens der Untersuchungsbehörden im Zuge der 

Ermittlungen angestellte These, wonach der Beschuldigte die Tatwaffe durch 

einen Dritten habe wegschaffen können, konnte in keiner Weise erhärtet werden 

und stellt eine blosse Mutmassung dar (vgl. Urk. 1/8 S. 6 ff.). Entgegen der Vor-

instanz und in Übereinstimmung mit der Ansicht der Verteidigung ist der Umstand, 

dass die Tatwaffe weder beim Beschuldigten noch in der näheren Umgebung 

gefunden wurde, vor dem dargelegten Hintergrund daher nicht als neutral, son-

dern eher als entlastend zu werten und spricht eher gegen den Beschuldigten als 

Täter. 

4.2.3. In diesem Zusammenhang ist zudem zu erwähnen, dass sich die von der 

Staatsanwaltschaft vor Vorinstanz vertretene Ansicht nachweislich als falsch her-

ausstellte, wonach der Beschuldigte sich ein halbes Jahr vor der Tat im Internet 

über Schusswaffen informiert habe. Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt, 

hat gemäss Kurzbericht der Computerauswertung die Analyse der besuchten 

-   47   - 

Webseiten gezeigt, dass sich der Benutzer des fraglichen Computers offensicht-

lich nach Plastikkugeln für sogenannten "Softair"-Waffen interessierte und die 

ebenfalls angezeigten Suchtreffer von Webseiten mit echten Waffen unbeachtet 

liess (Urk. 35/2 S. 4). Damit besteht mit der Vorinstanz sodann auch keinerlei 

Grundlage mehr für das Vorbringen der Staatsanwaltschaft, der Bargeldbezug 

über Fr. 1'300.– vom Konto des Sohnes des Beschuldigten im März 2009 stehe 

mit dieser Internetsuche bzw. dem Erwerb einer Schusswaffe im Zusammenhang 

(Urk. 162 S. 12; Urk. 185 S. 135). All dies vermag den Beschuldigten somit nicht 

ansatzweise zu belasten. 

4.3. Schmauchspuren 

4.3.1. Gleiches hat entgegen den Ausführungen der Vorinstanz auch hinsichtlich 

der Ergebnisse der Schmauchspur