# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b8308a01-075a-5f2a-bd24-34f2a6f2a768
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-02
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 02.09.2009 UV 2009/12
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-12_2009-09-02.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/12

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 24.04.2020

Entscheiddatum: 02.09.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 02.09.2009
Art. 6 UVG: Adäquanz von gesundheitlichen Beschwerden im Nachgang zu 
einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule. Prüfung der 
Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 2. September 2009, UV 2009/12).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 2. September 2009

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.       

A.a   S.___ war bei der A.___ angestellt und dadurch bei der Suva unfallversichert, als 

am 27. Oktober 2006 ein Lastwagen auf den von ihm gelenkten Personenwagen 

auffuhr (UV-act. 1, 10, 22). Im Bericht des Kantonsspitals St. Gallen vom 31. Oktober 

2006 wurde beim Versicherten eine HWS-Distorsion diagnostiziert (UV-act. 3/1). Nach 

Durchführung von ärztlichen Behandlungen und weiteren Abklärungen gab die Suva 

dem Rechtsvertreter des Versicherten bekannt, dass bis Oktober 2007 ein volles 

Unfalltaggeld und ab 1. Februar 2008 ein solches von 50% ausgerichtet werde. Ab 1. 

April 2008 würden die Taggeldleistungen eingestellt (UV-act. 61, 81, 84). In der Folge 

eröffnete die Suva dem Rechtsvertreter des Versicherten mit Verfügung vom 19. 

Februar 2008, aufgrund einer stationären Abklärung vom 24. Oktober 2007 bis 22. 

Januar 2008 in der Rehaklinik Bellikon lägen keine behandlungsbedürftigen 

Unfallfolgen mehr vor. Die jetzt noch geklagten Beschwerden seien organisch als Folge 

des erlittenen Unfalls nicht mehr erklärbar. Psychische Gründe seien dafür 

verantwortlich. Eine Leistungspflicht der Suva für die psychischen Beschwerden sei 

nicht gegeben. Der geltend gemachte Tinnitus sei mehr als ein Jahr nach dem Unfall 

aufgetreten und stehe somit in keinem natürlichen Kausalzusammenhang zum Ereignis 

vom 27. Oktober 2006. Die Leistungen würden daher auf den 31. März 2008 eingestellt 

(UV-act. 87).

A.b   Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-act. 89) wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 23. Dezember 2008 ab. Der Krankenversicherer hatte eine 

vorsorglich erhobene Einsprache wieder zurückgezogen (UV-act. 91, 96).

B.       

B.a   Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch Rechtsanwalt Dr. 

E. Ronald Pedergnana, St. Gallen, mit Eingabe vom 3. Februar 2009 Beschwerde 

erheben. Der Rechtsvertreter beantragte eine Wiederherstellung der Beschwerdefrist 

und legte in materieller Hinsicht unter anderem dar, das Unfallereignis habe sich im 

Sinn einer Teilkausalität schlecht auf den Hormonhaushalt des Beschwerdeführers 

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ausgewirkt, so dass sein Hormonspiegel nach dem Unfall etwa dem eines 90Jährigen 

entsprochen habe. Für die Rehabilitation, insbesondere für den Muskelaufbau, brauche 

der Beschwerdeführer Testosteron. Dauerschmerzen und tiefer Testosteronspiegel 

gemeinsam würden vermutlich eine psychische Verbesserung verhindern. Eine 

wesentliche Verbesserung im HWS-Bereich sei erst möglich, wenn der 

Hypogonadismus (Hormonmangel) erfolgreich behandelt sei, was einige Monate 

dauere; begonnen habe die aktuelle Behandlung am 23. Januar 2008. Da das 

invalidisierende Ereignis immer noch die Schmerzen im HWS-Bereich seien, sei 

vorläufig das volle Taggeld weiter zu zahlen, eventualiter das halbe, je nachdem, was 

die Evaluation im Arbeitsprogramm ergebe. Die Teilkausalität des Unfalls für die 

gesundheitlichen Probleme sei zweifellos gegeben.

B.b   Mit Stellungnahme vom 13. Februar 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung des Gesuchs um Wiederherstellung der Rechtsmittelfrist und entsprechend 

Nichteintreten auf die Beschwerde.

B.c   Mit Zwischenentscheid vom 6. März 2009 verfügte der Präsident des 

Versicherungsgerichts, die Beschwerde werde unter Wiederherstellung der am 2. 

Februar 2009 abgelaufenen Beschwerdefrist als rechtzeitig entgegengenommen und 

auf die Beschwerde werde eingetreten (act. G 6). Auf eine gegen diesen 

Zwischenentscheid der Suva erhobene Beschwerde (act. G 8.1) trat das Bundesgericht 

mit Urteil vom 24. April 2009 nicht ein (act. G 10).

B.d   In der Beschwerdeantwort vom 13. Mai 2009 bestätigte die Beschwerdegegnerin 

ihren Standpunkt, dass auf die Beschwerde nicht eingetreten werden dürfe, weshalb 

sich eine materielle Stellungnahme ihrerseits erübrige. Dies gelte im Übrigen nicht nur 

aus formeller, sondern auch aus materieller Sicht, da in der Beschwerdeschrift, welche 

nur das Rechtsverhältnis betreffend Taggeld als Streitgegenstand erwähne, keine 

Auseinandersetzung mit den zutreffenden Erwägungen des Einspracheentscheids 

erfolgt sei. Die medizinischen Behauptungen auf S. 3 der Beschwerdeschrift seien in 

keiner Art beweismässig erstellt worden.

B.e   Mit Beschwerdeergänzung vom 27. Mai 2009 reichte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers weitere medizinische Akten (act. G 15.1/1-4) ein und hielt fest, die 

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unfallbedingten HWS-Beschwerden des Beschwerdeführers hätten sich nach 

Anschlagen der Testosteron-Kur insoweit verbessert, dass er seit 1. April 2009 

versuchsweise ganz arbeitstätig sei. Der von ihm behauptete Sachverhalt werde durch 

die nunmehr eingereichten medizinischen Unterlagen bestätigt.  

Erwägungen:

1.        

Bezüglich Eintreten auf die Beschwerde hat der Präsident mit Zwischenentscheid vom 

6. März 2009 verfügt. Diesem Zwischenentscheid ist Vorliegend nichts mehr 

beizufügen. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.        

2.1 Streitig ist, ob beim Beschwerdeführer auch für die Zeit nach dem 31. März 2008 

gesundheitliche Folgen des Unfalls vom 27. Oktober 2006 vorliegen. Die 

Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid die rechtlichen 

Voraussetzungen des Bestehens eines natürlichen und adäquaten 

Kausalzusammenhangs zwischen physischen und psychischen 

Gesundheitsschädigungen (einschliesslich Schleudertrauma der Halswirbelsäule und 

diesem äquivalenten Verletzungen) und einem Unfall (Erwägungen 1, 2, 4) zutreffend 

dar; darauf ist zu verweisen.

2.2 Im Bericht vom 16. Oktober 2006 zuhanden des Krankenversicherers 

diagnostizierte Dr. med. B.___, Allgemeine Medizin FMH, eine initiale Dehydratation 

L4/5 und ein LWS-Schmerzsyndrom. Es bestehe seit 30. August 2006 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 16/3). Die Ärzte der Kantonsspitals St. Gallen berichteten im 

Nachgang zum streitigen Unfall am 31. Oktober 2006 von einer geringgradigen 

schmerzbedingten Bewegungseinschränkung der HWS, ohne Ausfälle der Motorik oder 

Sensibilität (UV-act. 3/1). Dr. B.___ bestätigte am 15. November 2006 eine HWS-

Distorsion mit Schmerzen im Nacken und verspannter Nackenmuskulatur (UV-act. 4). 

Im Zwischenbericht vom 16. November 2006 kam die (vom Krankenversicherer 

beauftragte) Casemanagerin zum Schluss, der Beschwerdeführer sei bereits jetzt für 

eine leichtere Arbeit zumindest teilarbeitsfähig (UV-act. 16; vgl. dazu UV-act. 31). Am 4. 

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Dezember 2006 gab der Beschwerdeführer gegenüber dem Suva-

Aussendienstmitarbeiter an, die Schmerzen im Halsbereich seien nach wie vor stark 

vorhanden. Im Vordergrund seiner Beschwerden stehe seine Rückenerkrankung. Er 

habe seit mehreren Jahren grosse Beschwerden im Bereich des vierten und fünften 

Lendenwirbels und stehe diesbezüglich bei Dr. B.___ in Behandlung. Wegen 

psychischer Probleme, insbesondere Schlafstörungen und Verarbeitungsstörungen, 

stehe er seit geraumer Zeit bei Dr. med. C.___, in Behandlung. Die Prostataerkrankung, 

die psychischen Probleme sowie die lumbalen Rückenprobleme hätten dazu geführt, 

dass er per 30. August 2006 die Arbeit habe niederlegen müssen. Jetzt sei der Unfall 

vom Oktober 2006 dazugekommen, und die Situation habe sich dadurch noch 

zusätzlich verschlimmert. Er wäre auch ohne die Nackenbeschwerden heute nicht 

arbeitsfähig, da die Situation betreffend Rücken und Psyche praktisch unverändert 

geblieben sei (UV-act. 13). Zuhanden der Beschwerdegegnerin bestätigte Dr. B.___ am 

5. Januar 2007 die Diagnose einer HWS-Distorsion und wies darauf hin, dass der 

Patient an ständigen Nackenschmerzen und Parästhesien in beiden Händen leide. Er 

mache weiterhin Physiotherapie und sei auf ärztliche Betreuung angewiesen. Aufgrund 

des Unfalls vom 27. Oktober 2006 sei er zu 100% arbeitsunfähig (UV-act. 17). Eine 

Abklärung der Arbeitsgruppe für Unfallmechanik ergab gemäss Bericht vom 20. 

Februar 2007 eine kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung für das Fahrzeug des 

Beschwerdeführers innerhalb oder oberhalb eines Bereichs von 10-15 km/h; durch die 

dabei wirksamen Beschleunigungskräfte habe sich der Beschwerdeführer relativ zum 

Fahrzeug gerade nach hinten bewegt. Biomechanisch relevante Besonderheiten seien 

nicht aktenkundig; es liege somit keine Abweichung vom Normalfall vor. Das 

vorbestehende LWS-Syndrom werde hier nicht gewertet. Die anschliessend an das 

Ereignis beim Beschwerdeführer festgestellten, von der HWS ausgehenden 

Beschwerden und Befunde seien durch die Kollisionseinwirkung im Normalfall erklärbar 

(UV-act. 23).

2.3 Am 21. Mai 2007 berichtete der Beschwerdeführer über eine Besserung der 

Krankheitsfolgen (Rücken, Prostata). Die grössten Probleme habe er im Bereich des 

Nackens. Grundsätzlich sei der Zustand ein ständiges Auf und Ab. Seine Arbeitgeberin 

habe ihm mitgeteilt, dass es keine Einsatzmöglichkeiten für ihn gebe; ein teilweiser 

Einsatz (50%) sei nicht möglich. Er habe die Arbeit seit dem Unfall nicht mehr 

aufgenommen. Das Arbeitsverhältnis sei per Ende Juli 2007 gekündigt worden (UV-act. 

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39). Eine interdisziplinäre arbeitsspezifische Abklärung in der Klinik Valens ergab 

gemäss Gutachten vom 8. Juni 2007 unter anderem, im Vordergrund der vom 

Patienten geklagten Beschwerden stünden Nacken- und Schultergürtelschmerzen 

rechts. Es sei diesbezüglich die Diagnose eines chronischen kraniozervikalen 

Beschleunigungstraumas zu stellen. Die im Rahmen der internistischen und 

rheumatologischen Untersuchung auffälligen Befunde würden ergonomisch mit einer 

schmerzbedingt verminderten Belastbarkeit der Halswirbelsäule und des rechten Arms 

korrelieren. Die psychiatrische Exploration habe die Diagnose einer leichtgradigen 

depressiven Verstimmung mit somatischem Syndrom, am ehesten (ätiologisch) im Sinn 

einer Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer Gefühle ergeben. 

Die im Schreiben des behandelnden Psychiaters Dr. C.___ von Anfang Juni 2007 

attestierte posttraumatische Belastungsstörung nach dem Suizid des Vaters im 

Dezember 2002 habe aktuell nicht mehr objektiviert werden können. Ebenso habe sich 

die mittel- bis schwerwiegende depressive Störung während der aktuellen 

Untersuchung nicht mehr objektivieren lassen. Im Weiteren bestehe ein 

Lumbovertebralsyndrom. Aus interdisziplinärer Sicht werde dem Beschwerdeführer 

eine anhaltende 100%ige Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte mittelschwere 

Arbeit mit maximalen Gewichtsbelastungen bis 30kg attestiert. Eine leichte bis 

mittelschwere Arbeit mit maximalen Gewichten bis 17.5kg (einhändiges Tragen 

beidseits) sei dem Patienten jedoch in einem Pensum von 50% ab sofort möglich. 

Dabei sollte es sich um eine wechselbelastende Arbeit ohne Arbeiten auf Schulterhöhe 

oder über Kopf handeln. Auch Tätigkeiten, bei welchen der Patient den Kopf längere 

Zeit in Flexionsstellung halten müsse, seien ungünstig und zu vermeiden. Berufliche 

Massnahmen durch die IV im Sinn der Abklärung der 

Wiedereingliederungsmöglichkeiten seien sinnvoll. Auch unfallbedingt bestehe aktuell 

eine volle Arbeitsunfähigkeit für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit. Für eine 

behinderungsgeeignete Verweistätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit 50% (UV-act. 47). 

Im Untersuchungsbericht Innere Medizin/Rheumatologie der Klinik Valens vom 7. Juni 

2007 (UV-act. 47 Beilage, S. 5) war unter anderem zusätzlich festgehalten worden, 

durch den Verkehrsunfall sei ein krankhafter, klinisch stummer Vorzustand 

richtungsweisend aktiviert und verschlechtert worden. Der Basistest der körperlichen 

Leistungsfähigkeit in der Klinik Valens hatte gemäss Bericht vom 7. Juni 2007 eine 

fragliche Leistungsbereitschaft des Beschwerdeführers sowie eine Tendenz zur 

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Selbstlimitierung und ein mässig konsistentes Verhalten ergeben (Beilage zu UV-act. 

47). Kreisarzt Dr. med. D.___ hielt in der Stellungnahme vom 13. Juli 2007 fest, das 

Gutachten der Klinik Valens überzeuge ihn nicht. Strukturelle Läsionen nach HWS-

Distorsion seien vorliegend ausgeschlossen worden. Auch sei der primäre Befund nach 

dem Auffahrunfall wenig eindrücklich gewesen. Es lägen auffallend viele krankhafte 

Befunde vor, welche die chronischen Verspannungen im Nacken mit Nacken- und 

Kopfschmerzen wesentlich besser erklären könnten. Das HWS-MRI vom März 2007 

zeige dezidiert keine strukturellen posttraumatischen Läsionen (UV-act. 49). Suva-Arzt 

Dr. med. F. Speck, Facharzt FMH für Chirurgie, kam im Bericht vom 28. August 2007 

zum Schluss, der Beschwerdeführer sei schon vor dem Unfall wegen Lumbalgien 

arbeitsunfähig geschrieben gewesen und stehe seit Jahren in psychiatrischer 

Behandlung bei Dr. C.___. Mangels objektivierbarer struktureller Unfallfolgen bestehe 

weder eine Arbeitsunfähigkeit noch ein Integritätsschaden. Weitere körperliche 

Behandlungen seien weder nötig noch sinnvoll. Die im Vordergrund stehenden 

psychosomatischen Beschwerden seien ein juristisches Adäquanz-Problem (UV-act. 

65).

2.4 Dr. B.___ berichtete am 5. Oktober 2007, der Patient leide weiterhin an 

Nackenbeschwerden und Parästhesien an beiden Händen. Er besuche regelmässig 

Physiotherapie-Sitzungen (UV-act. 72). Im Nachgang zu einem stationären Aufenthalt 

vom 24. Oktober 2007 bis 22. Januar 2008 diagnostizierten die Ärzte der Rehaklinik 

Bellikon am 22. bzw. 31. Januar 2008 eine HWS-Distorsion, ein persistierendes 

zervikovertebrales Schmerzsyndrom und einen anhaltenden Tinnitus, eine aktuell 

schwere, protrahierte Anpassungsstörung mit vorwiegender Beeinträchtigung anderer 

Gefühle, ein chronisches lumbovertebragenes Schmerzsyndrom und ein chronic pelvic 

pain-Syndrom/ chronische Prostatitis. Als aktuelle Probleme lägen persistierende 

Nacken- und Schultergürtelschmerzen rechts sowie eine psychosoziale 

Belastungssituation vor. Durch die psychische Problematik sei die 

Leistungsbereitschaft in den Tests und im Trainingsprogramm beeinträchtigt gewesen. 

Die Konsistenz bei den Tests und im Training sei im Wesentlichen schlecht gewesen. 

Demzufolge seien die Resultate der ergonomischen Tests für die Beurteilung der 

zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise verwertbar. Das Ausmass der demonstrierten 

physischen Einschränkungen lasse sich mit den objektivierbaren pathologischen 

Befunden der klinischen Untersuchung sowie den Diagnosen aus rein somatisch-

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funktioneller Sicht nur zum Teil erklären. Die Beurteilung der Zumutbarkeit (ganztägig 

für leichte bis mittelschwere Arbeit) stütze sich im Wesentlichen auf medizinisch-

theoretische Überlegungen, ergänzt durch die Beobachtungen bei den Leistungstests 

und im Trainingsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lasse 

sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. Zusätzlich zu den muskuloskelettal 

bedingten Einschränkungen bestehe derzeit eine mittelschwere Leistungsminderung 

infolge einer psychischen Störung mit Krankheitswert. Die ganztägige Zumutbarkeit 

einer leichten bis mittelschweren Arbeit bestehe aus rein somatisch-funktioneller Sicht. 

Unter zusätzlicher Berücksichtigung der psychischen Problematik werde ein 

erleichterter Einstieg in eine geeignete Tätigkeit zu Beginn halbtags mit sukzessiver 

Ausdehnung des Arbeitspensums bis ganztags innerhalb von zwei bis drei Monaten 

empfohlen. Aus rein unfallkausaler, somatisch-funktioneller Sichtweise könne aktuell 

mehr als ein Jahr nach dem Unfallereignis von einem Endzustand ausgegangen werden 

(UV-act. 80, 83). Eine Standortbestimmung vom 8. Februar 2008 ergab, dass der 

Beschwerdeführer sich eine leichte bis mittelschwere Tätigkeit von 50% mit Steigerung 

bis 100% gut vorstellen könne. Er benötige eine Tagesstruktur bzw. eine Tätigkeit. Für 

die Stabilisierung müsse die Steigerung von 50 auf 100% im vorgeschlagenen 

Rhythmus ablaufen (UV-act. 85). Dr. B.___ legte im Bericht vom 28. März 2008 dar, der 

in Bellikon festgestellte Hypogonadismus (Testosteronmangel) spiele eine Rolle bei der 

Frage nach der Steigerung der Arbeitsfähigkeit. Erst wenn die Hormontherapie greife, 

sei der Patient in der Lage, seine Nackenbeschwerden therapeutisch besser angehen 

zu können und eine grössere Arbeitsleistung zu erbringen (UV-act. 95). In der Folge 

berichtete Dr. B.___ am 24. April 2009, der Beschwerdeführer sei aus der Mischung 

von Krankheit und Unfall bis 31. März (2009) zu 50% arbeitsunfähig gewesen. Die 

koordinierte Behandlung durch Dr. med. E.___, Urologie, durch Dr. C.___ und durch ihn 

habe nun insofern Erfolg gezeigt, dass die Arbeitsfähigkeit auf den 1. April 2009 

versuchsweise gesteigert werden konnte. Ab diesem Datum sei er wieder 100% 

arbeitsfähig (act. G 15.1/1). Dr. E.___ hatte im Bericht vom 22. April 2009 unter 

anderem ausgeführt, zwischen Unfall und Hormonproduktion sei ein Zusammenhang 

bekannt. Ein erniedrigter Testosteronspiegel beeinflusse neben anderen Hormonen die 

Serotonin-Produktion, was zu einer Depression führe (act. G 15.1/2). Der Osteopath 

F.___, hielt im Bericht vom 18. September 2008 fest, beim Beschwerdeführer, welchen 

er am 21. April 2008 zum letzten Mal gesehen und behandelt habe, habe eine 

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osteoarticuläre und myofasciale Dysbalance mit neuromenigialer und neurovegetativer 

Hypersensibilität nach Verkehrsunfall vom 27. Oktober 2006 bestanden (act. G 15.1/4). 

3.        

3.1    Beim Beschwerdeführer lagen unbestrittenermassen bereits lange vor dem 

streitigen Unfall Gesundheitsschäden im lumbalen Rücken und psychische Probleme 

vor, aufgrund welcher er auch bei Dr. B.___ und Dr. C.___ in ärztlicher Behandlung 

stand. Bereits vor dem Unfall lag deswegen auch eine volle Arbeitsunfähigkeit vor (vgl. 

UV-act. 13, 16/3; act. G 1 S. 2 unten). Sodann bestanden bereits vor dem Unfall 

krankheitsbedingte Degenerationen im HWS-Bereich (UV-act. 83 S. 3). Die vom 

Beschwerdeführer im Nachgang zum Unfall angegebenen Beschwerden liessen sich 

nach Lage der medizinischen Akten (UV-act. 3, 47, 83) nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf eine objektivierbare organische Schädigung bzw. strukturelle 

Veränderung an der HWS zurückführen, die mit dem Unfall vom 27. Oktober 2006 in 

Zusammenhang zu bringen wäre. Eine manuelle ärztliche Untersuchung der 

versicherten Person fördert klinische, nicht aber organisch-strukturell sichtbare 

Ergebnisse zu Tage. Solche sind Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der 

Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von 

organisch-strukturell sichtbaren Unfallfolgen kann erst dann gesprochen werden, wenn 

die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden 

(vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359 Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 

mit Hinweisen [U 479/05]). Diese Untersuchungsmethoden müssen zudem 

wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). 

Beispielsweise sind ein Thoracic outlet Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische 

bzw. myotendinotische Befunde für sich allein nicht als organisch hinreichend 

nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen und Verspannungen der 

Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit 

können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat der 

Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen bei 

Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 

2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. 

[U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Der Einwand von Kreisarzt Dr. D.___, wonach keine 

strukturellen posttraumatischen Läsionen ausgewiesen seien und auch 

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krankheitsbedingte Befunde an der HWS vorlägen (UV-act. 49), trifft zwar zu, vermag 

jedoch - wie im Gutachten der Klinik Valens dargelegt wurde (Untersuchungsbericht 

Innere Medizin/Rheumatologie vom 7. Juni 2007; UV-act. 47 S. 5) - eine 

Unfalleinwirkung auf die HWS im Sinn eines Auslösungs- oder 

Verschlimmerungsfaktors und damit eine teilweise Unfallkausalität nicht 

auszuschliessen. Dies umso weniger, als HWS-Distorsionen gerade dadurch 

charakterisiert sind, dass sich - bei gegebenem klinischem Befund - organische/

strukturelle Veränderungen nicht nachweisen lassen.

3.2    Ausgehend von einer HWS-Distorsion und damit im konkreten Fall einer 

schleudertraumaähnlichen Verletzung muss nach der Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil 

des EVG vom 4. November 2005 i/S K. [U 312/05]) nicht der gesamte 

Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer Unfallkausalität ausgehen zu können. 

Innerhalb der Latenzzeit von drei Tagen nach dem Unfall müssen sich sodann lediglich 

Nacken- bzw. HWS-Beschwerden manifestieren, und nicht auch jene, die 

typischerweise im Rahmen einer schleudertraumaähnlichen Verletzung auftreten 

können (vgl. Urteil des EVG vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05], Erw. 5.3 mit 

Hinweisen). Gemäss Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen hatte der 

Beschwerdeführer am 4. Dezember 2006 angegeben, es habe anlässlich des streitigen 

Unfalls ein Anprall des Hinterkopfs an der Kopfstütze stattgefunden. Es seien sofort 

Nackenverspannungen und innert Stunden Schmerzen im Schultergürtel sowie 

Schwindel und Dunkelheit vor den Augen aufgetreten. Als Vorzustände hätten Schulter- 

und Rückenbeschwerden sowie psychische Beschwerden bestanden (UV-act. 12). Ein 

Beschwerdebild, wie es typischerweise nach schleudertraumaähnlicher Verletzung 

auftreten kann, lässt sich vorliegend somit nicht ohne weiteres in Abrede stellen. Die 

Beschwerdegegnerin anerkannte denn auch vorerst ihre Leistungspflicht und erachtet 

nunmehr die Voraussetzungen für die Leistungseinstellung als erfüllt. Dazu ist 

festzuhalten, dass das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 

Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein muss. Da es 

sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, trägt - anders als bei der 

Frage, ob ein leistungsbegründender Kausalzusammenhang gegeben ist - der 

Unfallversicherer insofern eine Beweislast, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid 

zu seinen Ungunsten ausfällt (RKUV 1992 S. 75 Erw. 4b). Im Rahmen der Prüfung des 

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Dahinfallens der Leistungspflicht des Unfallversicherers genügt es mithin für die 

Bejahung des fortbestehenden Kausalzusammenhangs, wenn der Unfall für die 

fragliche gesundheitliche Störung immer noch eine Teilursache darstellt. Gemäss Art. 

36 Abs. 1 UVG werden die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen sowie die 

Taggelder und Hilflosenentschädigungen nicht gekürzt, wenn die 

Gesundheitsschädigung nur teilweise Folge eines Unfalls ist. Diese Bestimmung 

beinhaltet eine Durchbrechung des Kausalitätsprinzips für Fälle, in denen ein 

Gesundheitsschaden durch das Zusammenwirken konkurrierender, teils 

unfallbedingter, teils unfallfremder Ursachen bewirkt worden ist (Urteil des EVG vom 

18. Februar 2003 i/S. S. [U 287/02] Erw. 4.4). Erachtet das Sozialversicherungsgericht 

die rechtserheblichen tatsächlichen Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer 

Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den Prozess ohne Weiterungen - insbesondere 

ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - abschliessen. In solchen Fällen sind an die 

Beweiswürdigung jedoch strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (RKUV 1997Nr. U 281 S. 281).

3.3    Nachdem von Seiten der Klinik Valens eine unfallbedingte Verschlimmerung des 

Vorzustandes in der HWS im Juni 2007 noch bejaht worden war, kamen die Ärzte der 

Rehaklinik Bellikon im Januar 2008 wie erwähnt zum Schluss, dass aus rein 

unfallkausaler, somatisch-funktioneller Sichtweise von einem Endzustand auszugehen 

sei. Die anhaltende Symptomatik werde einerseits durch die psychische Problematik in 

einem erheblichen Ausmass unterhalten. Anderseits seien im Bereich der HWS 

vorbestehende, degenerative Veränderungen zu erwähnen. Von weiteren 

physiotherapeutischen Massnahmen sei derzeit keine namhafte Verbesserung des 

Zustandes zu erwarten. Im Sinn der Erhaltung des jetzigen Zustandes werde die 

Durchführung eines MTT als sinnvoll erachtet. Der vom Patienten beklagte Tinnitus 

lasse sich durch die erhobenen klinischen Befunde nicht erklären. Zur 

Aufrechterhaltung der bis anhin erzielten Fortschritte werde die psychologisch-

psychiatrische Weiterbetreuung des Patienten als unabdingbar erachtet (UV-act. 83). 

Mit Blick auf die Tatsache, dass der Beschwerdeführer wie erwähnt bereits seit 

Dezember 2004 in psychiatrischer Behandlung bei Dr. C.___ stand (vgl. UV-act. 13 und 

Bericht Psychosomatik der Klinik Valens vom 6. Juni 2007 S. 2, UV-act. 47), kann ein 

diesbezüglicher, nach der Abklärung in der Rehaklinik Bellikon bestehender 

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Behandlungsbedarf nicht ohne weiteres als (teilweise) unfallkausal gelten. Eine 

Unfallkausalität der psychischen Beschwerden lässt sich insbesondere aus dem 

psychosomatischen Bericht der Klinik Valens (UV-act. 47 Beilage) nicht ableiten und 

wird auch vom Beschwerdeführer nicht behauptet. Ausschlaggebend erscheint jedoch, 

dass die psychologische Weiterbetreuung lediglich zur Aufrechterhaltung des 

Erreichten empfohlen wurde. Eine Zustandsverbesserung stand damit auch in 

psychiatrischer Hinsicht nicht zur Diskussion. Wenn die Beschwerdegegnerin auf Ende 

März 2008 von einem Behandlungsabschluss (im Sinn von Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 

134 V 109 Erw. 4) ausging, so lässt sich dies nach Lage der Akten nicht beanstanden.

Ausgehend von der Annahme, dass gestützt auf die medizinischen Akten die Frage, ob 

es sich bei den auch nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt bestehenden 

Beschwerden um eine natürliche (Teil-)Folge des versicherten Unfalls handelt, nicht mit 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit beantwortet werden kann, 

erübrigt sich dennoch eine Rückweisung der Sache zwecks weiterer Abklärung des 

natürlichen Zusammenhangs, wenn es an der Adäquanz des Kausalzusammenhangs 

fehlt. Die Adäquanz ist daher vorweg zu prüfen. Dabei erscheint es sachgerecht, nach 

Massgabe der in BGE 117 V 359 Erw. 6 entwickelten und in BGE 134 V 109 Erw. 10 

präzisierten Kriterien vorzunehmen. Dabei ist auf eine Differenzierung zwischen 

psychischen und physischen Komponenten zu verzichten, nachdem nach Lage der 

Akten eine eindeutige Dominanz psychischer Probleme nicht als erstellt gelten kann 

(vgl. BGE 123 V 98 Erw. 2a).

4.        

4.1    Beim Ereignis vom 27. Oktober 2006 ist bei einer kollisionsbedingten 

Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs des Beschwerdeführers von innerhalb oder 

oberhalb eines Bereichs von 10-15 km/h von einem mittelschweren Unfall im 

Grenzbereich zu den leichten Ereignissen auszugehen (RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). 

Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische Begleitumstände (vgl. die Kasuistik 

zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, 

sowie Urteile des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: 

sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 23. November 2004 i/S B., 

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Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]) können nicht als 

belegt gelten. Bei der erlittenen HWS-Distorsion als solche handelt es sich nicht um 

eine Verletzung, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert wäre (vgl. 

Urteil des EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]), zumal die anschliessend an das 

Ereignis beim Beschwerdeführer festgestellten Beschwerden und Befunde auch 

vorbestehende Veränderungen an der HWS berücksichtigten. Ein Kopfanprall an harten 

Strukturen - die Kopfstütze des Fahrzeugs fällt nicht darunter - fand mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit nicht statt.

4.2    Die versicherte Person hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10 

Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen für solange, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte 

Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e 

contrario). Das Bundesgericht erachtete das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, 

belastenden ärztlichen Behandlung (Urteil des Bundesgerichts U 394/06 vom 19. 

Februar 2008, Erw. 10.2.3) in einem Fall nicht erfüllt, in welchem nach der ambulanten 

Erstbehandlung zwei Tage nach dem Unfall die Versicherte durch den Hausarzt 

medikamentös und in der Folge mit ambulanter und stationärer Physiotherapie 

behandelt wurde, die keine namhafte Besserung brachte. Das Gericht kam zum 

Schluss, auch wenn später erneut physiotherapeutische Massnahmen angeordnet 

worden seien, handle es sich nicht um eine fortgesetzt spezifische, die Versicherte 

belastende ärztliche Behandlung (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2008 i/S 

H.B. [8C_181/2007]). Vorliegend empfahlen die Ärzte der Klinik Valens im Juni 2007 

aufgrund des bisher ambulant eher unbefriedigenden Therapie- und Heilungsverlaufs 

eine intensive stationäre Rehabilitation (UV-act. 47). Diese erfolgte von Oktober 2007 

bis Januar 2008 in der Rehaklinik Bellikon und ergab wie erwähnt, dass weitere 

Massnahmen (MTT, psychiatrische Behandlung) für die Aufrechterhaltung des 

erreichten Zustandes als sinnvoll erachtet wurden, jedoch keine namhafte 

Verbesserung des Zustandes zu erwarten waren (UV-act. 83). Insgesamt war somit im 

Einstellungszeitpunkt jedenfalls keine fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche 

Behandlung mehr nachgewiesen. Bei der psychotherapeutischen Behandlung - soweit 

überhaupt natürlich unfallkausal - dürfte es sich zudem überwiegend wahrscheinlich 

um sporadische ambulante Arztkonsultationen handeln, welchen nicht ein eigentlich 

belastender Charakter beigemessen werden kann. Bei diesem Sachverhalt kann 

offenbleiben, ob der von Dr. E.___ im Bericht vom 22. April 2009 statuierte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

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Zusammenhang zwischen Unfall und Hormonspiegel und die daraus abgeleitete 

Konnexität zwischen tiefem Hormonspiegel und Depression (act. G 15.1/2) mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als erwiesen zu betrachten sind. 

Immerhin ist festzuhalten, dass eine überwiegende Wahrscheinlichkeit im erwähnten 

Sinn aus dem Bericht von Dr. E.___ für sich allein nicht abgeleitet werden kann, 

nachdem beim Beschwerdeführer eine Mehrzahl von (krankheitsbedingten) 

Gesundheitsschäden das Beschwerdebild prägt und damit eine Vielfalt möglicher 

Ursachen vorliegt.

4.3    Sodann lassen sich für das Bestehen eines schwierigen Heilverlaufs und von 

erheblichen Komplikationen den Akten konkret keine Anhaltspunkte entnehmen. Auch 

von einer ärztlichen Fehlbehandlung kann somit nicht ausgegangen werden.

4.4    Beim Beschwerdeführer bestand bereits vor dem streitigen Unfall eine 

krankheitsbedingte volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. 16/3). Nach dem Unfall wurde eine 

Arbeitsunfähigkeit auch mit Hinweis auf die Unfallfolgen bestätigt (UV-act. 17). Die 

Abklärung in der Klinik Valens vom Juni 2007 ergab in der Folge eine 50%ige 

unfallbedingte Arbeitsfähigkeit für eine adaptierte Tätigkeit (UV-act. 47). Die Ärzte der 

Rehaklinik Bellikon bestätigten im Januar 2008 die ganztägige Zumutbarkeit einer 

leichten bis mittelschweren Arbeit aus rein somatisch-funktioneller Sicht. Unter 

zusätzlicher Berücksichtigung der psychischen Problematik empfahlen sie einen 

erleichterter Einstieg in eine geeignete Tätigkeit zu Beginn halbtags mit sukzessiver 

Ausdehnung des Arbeitspensums bis ganztags innerhalb von zwei bis drei Monaten 

(UV-act. 83). Bei der letztgenannten Feststellung der Gutachter handelte es sich nicht 

um eine Arbeitsfähigkeits-Prognose, sondern um eine Empfehlung zur Einräumung 

einer Übergangsfrist mit Hinweis auf die psychische Situation des Beschwerdeführers. 

Auch der Beschwerdeführer selbst räumte am 8. Februar 2008 ein, dass er sich eine 

leichte bis mittelschwere Tätigkeit von 50% mit Steigerung bis 100% gut vorstellen 

könne (UV-act. 85). Die Frage, ob der Beschwerdeführer sich ausserhalb seiner 

angestammten Tätigkeit um eine Wiedereingliederung bemühte, kann offenbleiben, 

nachdem im Einstellungszeitpunkt (31. März 2008) eine erhebliche (unfallbedingte) 

Arbeitsunfähigkeit nicht vorlag. Selbst wenn somit erhebliche Beschwerden zu bejahen 

wären, liesse sich nicht beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate 

Unfallkausalität der HWS-Beschwerden für die Zeit ab 31. März 2008 verneinte.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

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5.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 23. Dezember 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine 

zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). 

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

 

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 02.09.2009
	Art. 6 UVG: Adäquanz von gesundheitlichen Beschwerden im Nachgang zu einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule. Prüfung der Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 2. September 2009, UV 2009/12).

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