# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a429b3ea-572e-52e5-9eaa-b22dbef1e375
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-16
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 16.09.2020 S 2019 160
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2019-160_2020-09-16.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Gisela Bedognetti-Roth, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiberin: MLaw Andrea Henggeler

U R T E I L  vom 16. September 2020 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RA lic. iur. B.________

gegen

Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG, Postfach, 8010 Zürich
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Unfallversicherung 
(Leistungen)

S 2019 160

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Urteil S 2019 160

A. A.________, Jahrgang 1982, war bei der C.________ als Polizeigefreiter in einem 
Vollpensum angestellt und in dieser Eigenschaft bei der Allianz Suisse Versicherungs-
Gesellschaft AG (nachfolgend Allianz) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und 
Nichtberufsunfällen versichert, als er der Allianz am 10. September 2018 mitteilte, er habe 
sich am 4. September 2018 bei einer Taktikausbildung (Verhaftungstechnik) an der 
rechten Schulter verletzt (Bg-act. 1). Mit Verfügung vom 20. November 2018 lehnte die 
Allianz ihre Leistungspflicht ab (Bg-act. 13). Die dagegen erhobene Einsprache (Bg-
act. 19) wies die Allianz mit Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2019 ab und 
begründete dies im Wesentlichen mit dem Fehlen der Ungewöhnlichkeit des äusseren 
Faktors, sodass in casu kein Unfall i.S.v. Art. 4 ATSG vorliege. Im Übrigen sei zwar eine 
Listendiagnose (Partialruptur einer Sehne) gemäss Art. 6 Abs. 2 UVG gegeben, diese sei 
aber vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen. Bei der traumatischen Labrumläsion 
handle es sich sodann nicht um eine Listendiagnose, weshalb auch keine 
Körperschädigung nach Art. 6 Abs. 2 UVG gegeben sei (Bg-act. 49). 

B. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 25. November 2019 liess A.________ 
beantragen, der Einspracheentscheid sei aufzuheben und ihm seien die gesetzlichen 
Leistungen aus UVG auszurichten (insbesondere Taggelder und Übernahme der 
Heilbehandlungskosten). Eventualiter sei eine biomechanische und medizinische 
Begutachtung in Auftrag zu geben; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten 
der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung liess der Beschwerdeführer im Wesentlichen 
ausführen, entgegen der Auffassung der Beschwerdegegnerin müsse die 
Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors bejaht werden. Eine Verhaftung resp. der 
während der Übung angewendete Griff müsse per se als ungewöhnlich bezeichnet 
werden. Zudem sei zu berücksichtigen, dass die Verhaftungstechnik bei korrekter 
Ausführung nicht zu Verletzungen führe. Im Umkehrschluss bedeute dies, dass bei der 
Übung vom 4. September 2018 etwas "schief" gelaufen sein müsse. An anderer Stelle 
liess der Beschwerdeführer ausführen, der Sachverhalt sei nicht genügend abgeklärt 
worden, stütze sich die Beschwerdegegnerin doch auf zwei 
E-Mails ihres Vertrauensarztes, die in sich widersprüchlich seien. Eventualiter liess der 
Beschwerdeführer anmerken, es liege ein Sehnenriss i.S.v. Art. 6 Abs. 2 UVG vor, 
weshalb die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin zu bejahen sei (act. 1).

C. Mit Vernehmlassung vom 7. Januar 2020 beantragte die Allianz die Abweisung 
der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Zur Begründung wurde im Wesentlichen 
ausgeführt, das Merkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors sei bei einem 

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Urteil S 2019 160

Ereignis während einer Sportübung ohne besondere Vorkommnisse zu verneinen. Ein 
Unfall sei nur dann anzunehmen, wenn die Übung anders verlaufe als geplant. Vorliegend 
sei die Übung in der gewöhnlichen Bandbreite des Bewegungsmusters erfolgt und genüge 
somit nicht, um den äusseren Faktor als ungewöhnlich zu qualifizieren. Des Weiteren wies 
die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass die Ausführungen von Dr. D.________ nicht 
widersprüchlich seien. Doktor D.________ habe erstmals am 22. September 2019 gestützt 
auf die Aktenlage die Befunde beurteilt. Dabei habe er explizit festgehalten, dass eine 
Beurteilung, ohne die MRI-Bilder selber gesehen zu haben, unzuverlässig sei. 
Entsprechend sei die Beurteilung vom 22. September 2019 mit Vorsicht zu geniessen und 
auf die Beurteilung vom 8. Oktober 2019 abzustellen. Abschliessend führte die 
Beschwerdegegnerin aus, der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Sehnenriss sei in 
den medizinischen Akten nicht belegt. Entsprechend könne auch die Listendiagnose in 
Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG nicht zur Anwendung gelangen (act. 3).  

D. Im Rahmen des weiteren Schriftenwechsels hielten die Parteien an ihren Anträgen 
fest (act. 9, 11, 13 und 15). Auf den Inhalt der Eingaben wird – soweit notwendig – 
erwägungsweise einzugehen sein.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1]). Örtlich zuständig ist das 
Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der 
Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Der Beschwerdeführer 
hat Wohnsitz in E.________, ZG. Damit ist das Verwaltungsgericht des Kantons Zug in 
Anwendung von § 4 Abs. 1 lit. b der kantonalen Vollziehungsverordnung zum 
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (BGS 842.5) örtlich und sachlich zuständig. Die 
Beschwerdegegnerin erliess den vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid am 
25. Oktober 2019. Dieser ging dem Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben am 
26. Oktober 2019 zu. Die Beschwerdeschrift wurde am 25. November 2019 der Post 
übergeben und ging tags darauf beim Verwaltungsgericht ein. Die Beschwerde wurde 

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folglich binnen der 30-tägigen Frist nach Art. 60 Abs. 1 ATSG rechtzeitig eingereicht. Die 
Beschwerdeschrift entspricht sodann den formellen Anforderungen an eine Beschwerde 
und der Beschwerdeführer ist als von der Verfügung des Unfallversicherers direkt 
Betroffener zur Beschwerde legitimiert. Somit ist die Beschwerde vom Gericht zu prüfen. 
Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11). 

2. Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des streitigen Einspracheentscheids (in casu 
25. Oktober 2019) eingetretenen Sachverhalt ab. Dabei sind in zeitlicher Hinsicht 
diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit weiteren 
Hinweisen). 

Am 1. Januar 2017 sind die am 25. September 2015 beziehungsweise am 9. November 
2016 verabschiedeten geänderten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 
(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Dementsprechend sehen die 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 des UVG vor, dass 
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 1. Januar 2017 ereignet haben, und 
für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem 
Recht gewährt werden (Abs. 1 der genannten Übergangsbestimmungen). Das hier zu 
beurteilende Ereignis hat sich am 4. September 2018 ereignet, weshalb die ab 1. Januar 
2017 gültigen Normen auf den vorliegenden Fall Anwendung finden und in dieser Fassung 
zitiert werden. 

3.
3.1 Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die 
zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). 
Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie 
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). 

3.2
3.2.1 Erste Voraussetzung für die Leistungspflicht eines Unfallversicherers ist das 
Vorliegen eines Unfalls resp. einer unfallähnlichen Körperschädigung. Als Unfall gilt die 

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plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren 
Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG). 
Artikel 6 Abs. 2 UVG enumeriert abschliessend die Körperschädigungen, die, sofern sie 
nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung zurückzuführen sind, auch ohne 
ungewöhnliche äussere Einwirkung Unfällen gleichgestellt werden. Aufgezählt werden a) 
Knochenbrüche, b) Verrenkungen von Gelenken, c) Meniskusrisse, d) Muskelrisse, e) 
Muskelzerrungen, f) Sehnenrisse, g) Bandläsionen und h) Trommelfellverletzungen. 
Überdies regelt Art. 9 UVG die Leistungspflicht des Unfallversicherers bei 
Berufskrankheiten resp. den Berufskrankheiten gleichgestellten Krankheiten.

3.2.2 Damit von einem Unfall ausgegangen werden kann, müssen sämtliche in der 
Legaldefinition nach Art. 4 ATSG enthaltenen Kriterien erfüllt sein. Mit dem ersten 
Kriterium der Plötzlichkeit wird ein zeitlicher Rahmen gesteckt und es wird eine Einwirkung 
während eines kurzen, abgrenzbaren Zeitraums verlangt. Dabei handelt es sich in der 
Regel um eine Zeitspanne weniger Sekunden (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 
2020, Art. 4 N. 17). Das Kriterium der Unfreiwilligkeit verlangt, dass die Folge des 
Ereignisses, die Körperschädigung, unbeabsichtigt eintritt (Kieser, a.a.O., Art. 4 N. 23 ff.). 
Mit dem Kriterium der Ungewöhnlichkeit sollen Unfälle von Ereignissen abgegrenzt 
werden, die im Rahmen des Alltäglichen eintreten. Auszuscheiden sind mithin die 
tausendfältigen kleinen und kleinsten Insulte des täglichen Lebens, die als solche gänzlich 
unkontrollierbar sind und deshalb nur beim Hinzutreten von etwas Besonderem 
Berücksichtigung finden können (Alfred Bühler, Der Unfallbegriff, in: Alfred Koller, 
Haftpflicht- und Versicherungsrechtstagung 1995, S. 195 ff., insbesondere S. 234). 
Massgebend ist, dass das Ereignis das im jeweiligen Lebensbereich Alltägliche oder 
Übliche überschreitet. Dabei kann die Ungewöhnlichkeit auch in einer Programmwidrigkeit 
bestehen oder sich aus einem das Übliche überschreitenden Ausmass (z.B. 
ausserordentliche Kraftanstrengung) ergeben. Ungewöhnlich ist dabei nicht die Wirkung 
des betreffenden Faktors, sondern dieser selbst (BGE 122 V 230 E. 1). Die Praxis stellt 
neben objektiven Elementen auch auf subjektive Umstände wie Gewöhnung, Häufigkeit 
der Verrichtung etc. ab (Kieser, a.a.O., Art. 4 N. 39 ff.). Das Kriterium des äusseren 
Faktors gilt im Regelfalle schliesslich als erfüllt, wenn äussere, vom menschlichen Körper 
unabhängige Kräfte – praxisgemäss können aber auch körpereigene Bewegungen wie 
das Aufstehen aus der Hocke die schädigende äussere Einwirkung darstellen (vgl. BGE 
129 V 466 E. 4.1) – auf diesen einwirken. In aller Regel wird es sich um eine mechanische 
Einwirkung handeln (Kieser, a.a.O., Art. 4 N. 87). Zwingende Folge dieses 

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Zusammenspiels verschiedener Faktoren ist die Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit.

3.2.3 Bei Körperbewegungen gilt der Grundsatz, dass das Erfordernis der äusseren 
Einwirkung lediglich dann erfüllt ist, wenn ein in der Aussenwelt begründeter Umstand den 
natürlichen Ablauf einer Körperbewegung gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat. Bei 
einer solchen unkoordinierten Bewegung ist der ungewöhnliche äussere Faktor zu 
bejahen, denn der äussere Faktor – Veränderung zwischen Körper und Aussenwelt – ist 
wegen der erwähnten Programmwidrigkeit zugleich ein ungewöhnlicher Faktor (BGE 130 
V 117 E. 2.1). Ohne besonderes Vorkommnis ist bei einer Sportverletzung nach 
bundesgerichtlicher Rechtsprechung das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das 
Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 117 E. 2.2). Bei sportlichen Tätigkeiten 
ist ein Unfall im Rechtssinne dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders 
verläuft als geplant. Wenn sich hingegen das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko 
einer Verletzung verwirklicht, liegt kein derartiges Unfallereignis vor. Ein solches ist auch 
dann zu verneinen, wenn die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung sich 
aber noch in der Spannweite des Üblichen bewegt (Urteil EVG U 322/02 vom 7. Oktober 
2003 E. 4.4). Zu beachten ist auch, dass sich ein Vorfall für gewisse Personen als 
ungewohnt, für andere aber als durchaus normal erweisen kann, so dass es nicht gerecht 
wäre, für alle Versicherten die gleichen Kriterien anzuwenden. So handelt es sich 
beispielsweise bei einem Sturz für einen Spaziergänger um ein aussergewöhnliches 
Ereignis, nicht aber für einen Schwinger während des Zweikampfes (RKUV 1992 Nr. U 
156 S. 259). 

3.3 Gemäss UVG setzt die Leistungspflicht eines Unfallversicherers zudem voraus, 
dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, 
Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen 
Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene 
Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur 
gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden 
Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang 
besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter im 
Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht 
üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse 
Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 
nicht (BGE 119 V 335 E. 1; 117 V 359 E. 4a mit Hinweisen). Die Leistungspflicht der 

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Unfallversicherung setzt des Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und der 
damit verursachten Gesundheitsschädigung neben dem natürlichen auch ein adäquater 
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von 
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das 
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2; 129 V 402 E. 2.2; 125 
V 456 E. 5a). 

3.4
3.4.1 In der Würdigung der einzelnen Beweismittel ist der Richter frei resp. nicht an 
besondere Beweisregeln gebunden. Zu beachten ist dabei jedoch, dass der 
Sozialversicherungsrichter bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen darf, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 
Gründe anzugeben, warum er auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des 
Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich 
weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 
E. 3a). 

3.4.2 In beweisrechtlicher Hinsicht ist überdies zu beachten, dass es Sache des 
Leistungsansprechers ist, die genauen Umstände des Unfalls resp. des zu beurteilenden 
Ereignisses glaubhaft zu machen. Der Nachweis eines Gesundheitsschadens allein 
genügt hierzu nicht. Das Gericht stellt sodann auf jene Sachverhaltsdarstellung ab, die es 
von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste ansieht. Dabei ist der 
Beweismaxime, wonach die so genannten "spontanen Aussagen der ersten Stunde" in der 
Regel unbefangener und zuverlässiger sind als spätere Darstellungen, die bewusst oder 
unbewusst von nachträglichen Überlegungen versicherungsrechtlicher oder anderer Art 
beeinflusst sein können, entsprechend Rechnung zu tragen. Wechselt die versicherte 
Person ihre Darstellung im Laufe der Zeit, kommt den Angaben, die sie kurz nach dem 
Unfall gemacht hat, meistens grösseres Gewicht zu als jenen, die sie beispielsweise nach 

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einer – einlässlich begründeten und mit Beispielen aus der Praxis versehenen – 
Ablehnungsverfügung bzw. nach einem ablehnenden Einspracheentscheid des 
Versicherers tätigte (RKUV 1988 Nr. U 55 S. 363 E. 3b/aa). Hat der Unfallversicherer den 
Sachverhalt mittels Frageblättern detailliert erhoben und damit seine Verpflichtung zur 
richtigen und vollständigen Sachverhaltsfeststellung erfüllt, überzeugt es 
rechtsprechungsgemäss nicht, wenn die versicherte Person den Sachverhalt erst im 
Einsprache- oder im Beschwerdeverfahren ergänzt und erst dann wichtige Aspekte 
erstmals erwähnt (Urteil EVG U 148/01 vom 27. Juni 2002 E. 2b). Die genannte 
Beweismaxime ist nach der bundesgerichtlichen Praxis Bestandteil der freien 
Beweiswürdigung. Entscheidend ist indes, dass das Untersuchungsprinzip grundsätzlich 
verlangt, dass ein Sachverhalt solange abzuklären ist, bis er mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit der Wirklichkeit entspricht. Bei Widersprüchen sind diese, soweit 
möglich, vorerst aus dem Wege zu räumen. Erst wenn es keine weiteren Möglichkeiten 
gibt, den Sachverhalt abzuklären, kommen die Beweisregeln – wie die zitierte 
Beweismaxime – überhaupt zur Anwendung (vgl. BGE 121 V 45 E. 2a sowie Urteil EVG 
I 492/05 vom 19. Dezember 2006 E. 3.2.2).

4. Fakt ist, dass sich der Beschwerdeführer am 4. September 2018 bei einer 
Schulung zum Thema Verhaftungstechnik an der rechten Schulter verletzte. Streitig ist, ob 
das Kriterium der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors erfüllt ist, mithin ob das 
Geschehen vom 4. September 2018 einen Unfall i.S.v. Art. 4 ATSG bzw. 
verneinendenfalls eine unfallähnliche Körperschädigung i.S.v. Art. 6 Abs. 2 UVG darstellt. 
Den Akten ist zum Ereignis vom 4. September 2018 und zum Gesundheitszustand des 
Beschwerdeführers im Wesentlichen Folgendes zu entnehmen:

4.1 Gemäss Bagatellunfall-Meldung UVG vom 10. September 2018 hat sich der 
Versicherte am 4. September 2018 bei einer Taktikausbildung (Verhaftungstechnik), bei 
welcher nur Korpsangehörige der F.________ Polizei anwesend waren, an der rechten 
Schulter verletzt. Der rechte Arm sei dabei gestreckt und blockiert worden, anschliessend 
sei man zu Boden gedrückt und die Arme seien auf den Rücken gebunden worden. Bei 
einer solchen Ausführung habe es einen "Zwick" in die rechte Schulter gegeben, seither 
habe er einen plötzlichen stechenden Schmerz bei gewissen Bewegungen (Bg-act. 1). 

4.2 Der erstkonsultierte Arzt des Versicherten, Dr. med. G.________, Facharzt 
Allgemeine Medizin FMH, stellte mit Arztzeugnis vom 17. September 2018 die Diagnose 
"Status nach Kontusionstrauma der rechten Schulter am 4. September 2018" (Bg-act. 4). 

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4.3 Auf Ersuchen der Allianz füllte der Versicherte am 6. Oktober 2018 einen 
Fragebogen zur Ergänzung der Schadenmeldung aus. Dabei gab der Versicherte zum 
Ereignishergang an, ihm sei bei einer Verhaftstechnik der rechte Arm gestreckt worden. 
Dabei sei er zu Boden geführt worden. Dies werde so geschult. Betreffend Frage, ob sich 
etwas Ungewohntes, Besonderes zugetragen habe, hielt er fest, dass es ihm bei der 
beschriebenen Ausführung einen "Zwick" in die rechte Schulter gegeben habe. Ähnliche 
Beschwerden habe er vor ca. acht bis zehn Jahren bereits einmal nach Speerwerfen 
gehabt. Er sei aufgrund des Ereignisses vom 4. September 2018 nicht arbeitsunfähig 
gewesen und die Behandlung sei noch nicht abgeschlossen (Bg-act. 6). 

4.4 Daraufhin legte die Allianz die Akten der H.________ AG vor mit der Frage, ob 
eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 UVG vorliege. Diese antwortete am 23. Oktober 
2018, dass es generell für die Annahme einer Listenverletzung zumindest einen 
Ultraschall-, besser noch einen MRI-Befund brauche (Bg-act. 8). Da dies vorliegend nicht 
der Fall war, lehnte die Allianz ihre Leistungspflicht mit Verfügung vom 20. November 
2018 ab (Bg-act. 13).

4.5 Im Rahmen des Einspracheverfahrens holte die Allianz am 29. Juli 2019 bei 
Dr. G.________ zusätzliche Auskünfte ein (Bg-act. 27). Am 11. September 2019 sandte 
Dr. G.________ der Allianz weitere medizinische Unterlagen zu und führte aus, der 
Patient habe insgesamt eine posttraumatisch aufgetretene persistierende 
Bizepstendinopathie bei postero cranialer Labrumläsion mit ausgeprägter Zystenbildung 
gehabt. Er habe den Versicherten an Dr. I.________ zugewiesen. Eine Arthro-MRI der 
linken [recte: rechten] Schulter sei am 28. Mai 2019 durchgeführt worden. Weiter merkte 
Dr. G.________ an, der Versicherte sei trotz Schulterbeschwerden immer arbeiten 
gegangen. Gemäss Angaben des Versicherten sei er in den letzten zehn Jahren vor dem 
Ereignis vom 4. September 2018 beschwerdefrei gewesen (Bg-act. 34). 

4.6 Einer Beurteilung zur MR Arthrographie der rechten Schulter vom 28. Mai 2019 
von Dr. med. J.________, Facharzt für diagnostische Radiologie, ist Folgendes zu 
entnehmen: "Tendinopathie des M. Supraspinatus mit kleinen bursaseitigen Einrissen 
präinsertional, im Weiteren intakte Sehnen der Rotatorenmanschette. Keine 
Muskelatrophie. Beginnende AC-Arthrose mit kaudaler Spornbildung, potenziell 
prädisponierend für ein subacromiales Impingement. Leichte subacromiale Reizbursitis. 

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Posteriorer Labrumriss mit Ausbildung einer grossen Ganglionzyste (bis 3,5 cm)" (Bg-
act. 32). 

4.7 Mit Sprechstundenbericht vom 9. September 2019 hielt Dr. med. I.________, 
Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
als Diagnose eine posterocraniale Labrumläsion mit grosser Ganglion-Zyste nach 
Schulterdistorsion vom September 2018 fest. Doktor I.________ empfahl eine 
Schultergelenksarthroskopie mit Biceps-Tenotomie/Tenodese, Acromioplastik sowie 
Refixation des postero-cranial Labrums und teilte mit, dass die Operation für den 
28. Oktober 2019 geplant sei (Bg-act. 33). 

4.8 Aufgrund der nicht ganz klaren Partialruptur der Sehne erfolgte daraufhin eine 
Vorlage an den beratenden Arzt der Allianz. Doktor med. D.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, teilte am 22. Sep-
tember 2019 mit, dass er sich ohne Einsicht in die MR-Bilder auf die Beurteilungen des 
Radiologen und des orthopädischen Chirurgen im Wortlaut abstützen müsse. Doktor 
D.________ merkte an, der Labrumriss könne Folge einer akuten Schädigung sein. Es 
handle sich um eine sogenannte SLAP-Schädigung. Die Mitbeteiligung des Ansatzes der 
Bizepssehne wäre damit hinreichend erklärt. Die Entstehung der Zyste im geschädigten 
Labrumbereich in der beschriebenen Form und Grösse sei unter Berücksichtigung des 
Zeitraums zwischen Ereignis und Bildgebung (rund ein Jahr) nachvollziehbar. Die 
Tendinopathie der Supraspinatussehne, die leichte AC-Arthrose und die normale Trophik 
der Rotatorenmuskulatur könnten als Beleg für eine alters- und aktivitätsentsprechend 
normale Schulter des zum Zeitpunkt des MRI 37-jährigen sportlichen Versicherten gelten. 
Diese Veränderungen seien nicht Teil der Ereignisfolgen, sondern als Vorzustände zu 
betrachten. Würdigend kam Dr. D.________ zum Schluss, bei der vorhandenen SLAP-
Läsion handle es sich um keine Listenverletzung und ein bloss partieller Sehnenriss reiche 
nur dann für die Übernahme von Leistungen aus, wenn er zweifelsfrei nachgewiesen sei. 
Dies sei vorliegend nicht der Fall. Somit sei auch die Veränderung an der 
Supraspinatussehne keine Listenverletzung. Da nachgewiesenermassen auch keine 
vollständige Luxation stattgefunden habe, liege auch keine Verrenkung von Gelenken vor 
(Bg-act. 35). 

4.9 Um die Partialruptur der Sehne definitiv abzuklären, holte die Allianz in der Folge 
bei der K.________ Klinik die Bilder der MR Arthrographie der rechten Schulter vom 
28. Mai 2019 ein und legte diese wiederum Dr. D.________ zur Beurteilung vor. Dieser 

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hielt am 8. Oktober 2019 fest, dass zwar eine tendinopathische Ober- und 
Unterflächenläsion der Sehne des Musculus Supraspinatus vorliege, diese Veränderung 
aber im Rahmen der vorhandenen anatomischen bzw. mechanischen 
Rahmenbedingungen liege und es sich somit nicht um Unfallfolgen handle. Die Teilruptur 
der Supraspinatussehne, die AC-Arthrose, der enge Subacromialraum und die 
Zystenformation im Humeruskopf stufte Dr. D.________ als vorbestehend ein. Einzig die 
Labrumläsion führte er nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf eine Abnützung 
zurück, sondern ordnete diese einer traumatischen Schädigung zu. Er wies darauf hin, 
dass unter Annahme, das entsprechende Ereignis sei neun Monate vor der MR-
Untersuchung erfolgt, auch die dorsale Zyste plausibel erklärt werden könne. 
Abschliessend hielt Dr. D.________ fest, dass es sich bei der Rissbildung des Labrums 
nicht um eine SLAP-Läsion handle (Bg-act. 45). 

4.10 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens holte die Allianz weitere Berichte bei 
Dr. I.________ ein. Daraus geht hervor, dass am 28. Oktober 2019 die bereits zuvor 
angedachte Operation durchgeführt wurde (Bg-act. 56). Diese Berichte wurden in der 
Folge erneut Dr. D.________ zur Beurteilung vorgelegt, welcher zum Schluss kam, dass 
er nach Durchsicht der neuen Akten keine Veranlassung habe, auf seine Erstbeurteilung 
zurückzukommen. Begründend führte Dr. D.________ aus, mit der Labrumschädigung 
liege zweifelsfrei eine Unfallfolge vor. Schwierig dürfte allerdings die Festlegung des 
Zeitpunktes von deren Entstehung bleiben. Wenn die grosse Zyste in unmittelbarem 
Zusammenhang mit der Labrumschädigung stehen solle, so bleibe er bei seiner Ansicht, 
dass eine derart grosse Zyste nicht in so kurzer Zeit entstanden sein könne (Bg-act. 61). 

5. Im Folgenden ist zunächst der Frage nachzugehen, ob sich in casu am 4. Sep-
tember 2018 ein Unfall im Rechtssinne ereignete. Dabei ist der Beschwerdegegnerin 
zuzustimmen, dass der medizinische Terminus "traumatisch" nicht in jedem Fall mit dem 
juristischen Unfallbegriff nach Art. 4 ATSG gleichzusetzen ist. Die diagnostische 
Einordung des Ereignisses und der Folgen durch die Ärzte hilft diesbezüglich somit nicht 
wirklich weiter, da der juristische Unfallbegriff massgebend ist. 

5.1 Umstritten ist im vorliegenden Fall insbesondere das Element der 
Ungewöhnlichkeit. Wie in Erwägung 3.2.2 vorstehend dargelegt, bezieht sich das Merkmal 
der Ungewöhnlichkeit nicht auf die Wirkung auf den Körper, sondern auf den äusseren 
Faktor selbst. Es ist somit unerheblich, ob der äussere Faktor schwere und unerwartete 
Folgen nach sich zieht. Er gilt als ungewöhnlich, wenn er den Rahmen des im jeweiligen 

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Urteil S 2019 160

Lebensbereich Alltäglichen oder Üblichen überschreitet, was grundsätzlich nach 
objektiven Gesichtspunkten zu beurteilen ist.

5.2 Vorliegend ist in tatsächlicher Hinsicht davon auszugehen, dass der 
Beschwerdeführer am 4. September 2018 bei einer Schulung zum Thema 
Verhaftungstechnik plötzlich einen "Zwick" in der rechten Schulter verspürt hat, worauf 
Schmerzen aufgetreten sind. Inwiefern der vom Beschwerdeführer beschriebene 
Bewegungsablauf nicht im Rahmen der üblichen Bewegung erfolgt ist bzw. etwas 
Aussergewöhnliches, Programmwidriges passiert sein sollte, ist jedoch nicht ersichtlich. 
Soweit der Beschwerdeführer im Rahmen des Einspracheverfahrens noch vorgebracht 
hat, er könne nicht sagen, ob er zu schnell auf dem Boden aufgeschlagen oder ob ihm der 
rechte Arm zu weit nach hinten gehebelt worden sei, hat die Beschwerdegegnerin 
zutreffend auf die Beweismaxime der sogenannten "Aussage der ersten Stunde" 
verwiesen (vgl. E. 3.4.2 vorstehend). Sowohl in der Unfallmeldung vom 10. September 
2018 (Bg-act. 1) als auch im Frageblatt zur Verletzung vom 6. Oktober 2018 (Bg-act. 6) 
gab der Beschwerdeführer an, dass er bei einer Taktikausbildung einen Zwick in der 
rechten Schulter verspürt habe. Von einem aussergewöhnlich harten Aufschlagen auf dem 
Boden oder von einem zu weit nach hinten gehebeltem Arm war dabei nicht die Rede. 
Den massgebenden Schilderungen des Beschwerdeführers lässt sich somit keinerlei 
Programmwidrigkeit entnehmen. Im Gegenteil, aus dessen Beschreibungen in der 
Unfallmeldung und dem Fragebogen geht ausschliesslich hervor, dass er eine 
Verhaftungsübung ausgeführt habe, bei welcher er einen "Zwick" und daraufhin 
Schmerzen verspürt habe. Im Frageblatt zur Verletzung hat der Beschwerdeführer sodann 
darauf hingewiesen, dass die Übung so geschult werde. Es ist demnach nicht zu 
beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon ausgegangen ist, die Übung sei bis 
auf den Zwick in der Schulter wie geschult abgelaufen. Aufgrund des in der Unfallmeldung 
und im Fragebogen beschriebenen Übungsverlaufs ist anzunehmen, dass sich das in der 
Übung inhärente Verletzungsrisiko verwirklicht hat. Auch wenn die Übung zwar nicht ideal 
verlaufen sein mag, so bewegt sich die Art der Ausführung noch in der Spannweite des 
Üblichen. Mithin bleibt festzuhalten, dass es bei dem dargestellten Geschehensablauf 
nicht zu einer schädigenden Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den 
Körper gekommen ist. 

Daran ändern auch die Einwände des Beschwerdeführers nichts. Ebenso wie nicht 
uneingeschränkt gesagt werden kann, dass das Erleiden einer Verletzung im Rahmen 
einer sportlichen Betätigung als Unfall gilt, vermag auch die Argumentation des 

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Urteil S 2019 160

Beschwerdeführers – eine Verhaftung respektive der während der Übung angewendete 
Griff sei per se ungewöhnlich – nicht zum Vornherein eine Ungewöhnlichkeit bzw. einen 
Unfall zu begründen. Dabei ist noch einmal darauf hinzuweisen, dass gemäss 
Rechtsprechung auch bei einer Sportverletzung ohne besonderes Vorkommnis das 
Merkmal der Ungewöhnlichkeit und damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen ist. Die 
Tatsache, dass gewisse Verrichtungen, Bewegungen oder Tätigkeiten – wie hier die 
Verhaftungsübung – lediglich von einer Minderzahl von Personen ausgeübt werden, 
vermag entsprechend dem Gesagten ebenfalls keine Ungewöhnlichkeit zu begründen. 
Dasselbe gilt für den Umstand, dass ein Bewegungsablauf geübt werden muss. Des 
Weiteren ist auch der Umkehrschluss, wonach die Verhaftungstechnik aufgrund der 
aufgetretenen Schmerzen unsachgemäss ausgeübt worden sein müsse, nicht zulässig. 
Ebenso kann – wie die Beschwerdegegnerin zutreffend festgestellt hat – der Verweis auf 
andere Personen, die verhaftet worden sind und dabei unverletzt blieben, nicht genügen, 
um auf die Ungewöhnlichkeit des vorliegenden Ereignisses zu schliessen. Darüber hinaus 
ist der Umstand, dass der äussere Faktor allenfalls schwerwiegende, unerwartete Folgen 
nach sich zog, ohne Belang für die Prüfung der Ungewöhnlichkeit (BGE 134 V 72 
E. 4.3.1). Wie die Beschwerdegegnerin in diesem Zusammenhang zutreffend darauf 
hingewiesen hat, kann von der Gesundheitsschädigung nur ausnahmsweise ein 
Rückschluss auf die Ungewöhnlichkeit gezogen werden (BGE 134 V 72 E. 4.3.2.2). 
Diesbezüglich ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass Dr. D.________ die 
Gesundheitsschädigung nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang 
mit dem Ereignis vom 4. September 2018 bringt. Es trifft zwar zu, dass Dr. D.________ 
die Labrumläsion in Übereinstimmung mit Dr. I.________ als traumatisch beurteilt. Mit 
Bericht vom 20. Dezember 2019 weist Dr. D.________ aber explizit darauf hin, dass der 
Zeitpunkt der Entstehung unklar sei. Dementsprechend kann die Ungewöhnlichkeit – 
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – nicht ausgehend von der erlittenen 
Gesundheitsschädigung begründet werden. 

5.3 Nach dem Ausgeführten ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 
auszugehen, dass die Verhaftungsübung nicht anders als geplant verlaufen ist bzw. dass 
die Art der Ausführung noch in der Spannbreite des Üblichen lag. In Ermangelung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors verneinte die Beschwerdegegnerin deshalb zu Recht 
das Vorliegen eines Unfalles im Rechtssinne. Ein Eingehen auf die übrigen Elemente 
gemäss Art. 4 ATSG erübrigt sich, da alle Elemente kumulativ erfüllt sein müssten, damit 
ein Ereignis als Unfall qualifiziert werden könnte.

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Urteil S 2019 160

6. Als Nächstes gilt es zu prüfen, ob in casu eine Listenverletzung nach Art. 6 Abs. 2 
UVG vorliegt.

6.1 Nach besagter Norm erbringt die Versicherung ihre Leistungen auch bei folgenden 
Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung oder Erkrankung 
zurückzuführen sind: Knochenbrüche (lit. a), Verrenkungen von Gelenken (lit. b), 
Meniskusrisse (lit. c), Muskelrisse (lit. d), Muskelzerrungen (lit. e), Sehnenrisse (lit. f), 
Bandläsionen (lit. g) und Trommelfellverletzungen (lit. h). Seit dem Inkrafttreten der 
Revision des UVG und der dazugehörigen Verordnung (UVV) per 1. Januar 2017 ist das 
Bestehen einer vom Unfallversicherer zu übernehmenden unfallähnlichen 
Körperschädigung nicht länger vom Vorliegen eines äusseren Ereignisses abhängig. Die 
Tatsache, dass eine in Art. 6 Abs. 2 UVG genannte Körperschädigung vorliegt, führt zur 
Vermutung, dass es sich hierbei um eine unfallähnliche Körperschädigung handelt, die 
vom Unfallversicherer übernommen werden muss. Dieser kann sich aber von der 
Leistungspflicht befreien, wenn er beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf 
Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist (Zusatzbotschaft zur Änderung des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [Unfallversicherung und Unfallverhütung; 
Organisation und Nebentätigkeiten der Suva] vom 19. September 2014, BBl 2014 7934 f.). 
Dabei ist "vorwiegend" analog zu Art. 9 Abs. 1 UVG zu verstehen, mithin darf die 
Abnützung oder Erkrankung nicht mehr als 50 % aller mitwirkenden Ursachen ausmachen.

6.2 Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass beim Beschwerdeführer 
unbestrittenermassen eine Teilruptur der Supraspinatussehne diagnostiziert worden ist, 
was in Nachachtung von Art. 6 Abs. 2 lit. f UVG grundsätzlich als eine unfallähnliche 
Körperschädigung qualifiziert werden kann, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung 
oder Erkrankung zurück-
zuführen ist. Bezüglich des medizinischen Sachverhalts kann auf die Beurteilung von 
Dr. D.________ abgestellt werden. Doktor D.________ hat sich bereits mit Bericht vom 
22. September 2019 (Bg-act. 35) ausdrücklich zur Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin unter dem Titel von Art. 6 Abs. 2 UVG geäussert. Dabei stufte 
Dr. D.________ die diagnostizierte Teilruptur der Supraspinatussehne als vorbestehend 
ein. Davon ist auszugehen. Doktor D.________, der als Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie FMH über eine für die Beurteilung des streitigen Leidens angezeigte 
medizinische Ausbildung verfügt, begründete seine Einschätzung damit, dass die 
Veränderungen nicht als Ereignisfolgen, sondern als Bild einer alters- und 
aktivitätsentsprechend normalen Schulter eines 37-jährigen sportlichen Versicherten 

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Urteil S 2019 160

anzusehen seien. Diese Beurteilung erscheint schlüssig und nachvollziehbar, zumal mit 
der AC-Arthrose, dem engen Subacromialraum und der Zystenformation im Humeruskopf 
weitere degenerative Schädigungen vorhanden sind und der Beschwerdeführer im 
Frageblatt vom 6. Oktober 2018 (Bg-act. 6) selber angegeben hat, bereits vor acht bis 
zehn Jahren ähnliche Beschwerden nach Speerwerfen gehabt zu haben. Des Weiteren ist 
zu berücksichtigen, dass Dr. D.________ nach Einsicht in die Bilder des MRI vom 28. Mai 
2019 mit Bericht vom 8. Oktober 2019 (Bg-act. 45) an seiner Beurteilung, wonach die 
Supraspinatussehnen-Läsion als Vorzustand aufgrund von Abnützung zu qualifizieren sei, 
festhielt und anmerkte, bei der Teilruptur der Supraspinatussehne handle es sich um eine 
Veränderung im Rahmen der vorhandenen anatomischen bzw. mechanischen 
Rahmenbedingungen und damit nicht um Unfallfolgen. Schliesslich kam Dr. D.________ 
auch nach Durchsicht der neuen Akten im Zusammenhang mit der am 28. Oktober 2019 
durchgeführten Operation (Bg-act. 53–58) zu keiner anderen Beurteilung (vgl. Bg-act. 61). 
Doktor D.________ berücksichtigte somit sämtliche medizinischen Vorakten 
einschliesslich Bilder und setzte sich ausführlich mit den erhobenen Befunden und den 
Zusammenhängen auseinander. Seine Beurteilung erscheint schliesslich schlüssig, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei. Im Übrigen vermag sich der 
Beschwerdeführer auf keine abweichende medizinische Stellungnahme zu stützen, welche 
ernsthafte Zweifel an der Beurteilung des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin 
aufkommen lassen könnte, weshalb darauf abgestellt werden kann, zumal auch reinen 
Aktenbeurteilungen voller Beweiswert zukommt, sofern ein lückenloser Befund vorliegt 
und es im Wesentlichen nur um die ärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden 
medizinischen Sachverhalts geht, mithin die Befassung mit der versicherten Person in den 
Hintergrund rückt (Urteil BGer 8C_780/2016 vom 24. März 2017 E. 6.1). 
Dementsprechend ist der Beschwerdegegnerin Recht zu geben, dass der partielle 
Sehnenriss gemäss den medizinischen Unterlagen vorwiegend auf Abnützung 
zurückzuführen ist. Der Beschwerdeführer kann somit aus dem Umstand, dass es sich bei 
der Teilruptur der Supraspinatussehne um eine Listendiagnose nach Art. 6 Abs. 2 UVG 
handelt, nichts zu seinen Gunsten ableiten.

6.3 Ebenfalls unbestritten ist, dass beim Beschwerdeführer eine Labrumläsion 
vorliegt. Betreffend diese Diagnose sind sich die involvierten Ärzte – insbesondere auch 
der beratende Arzt des Unfallversicherers sowie Dr. I.________ (vgl. Bf-act. 3) – sodann 
einig, dass die Labrumverletzung traumatischer Natur ist. Dennoch verneinte die 
Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht und zwar mit der Begründung, bei der 
traumatischen Labrumläsion handle es sich nicht um eine Listendiagnose gemäss Art. 6 

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Abs. 2 UVG. Dabei stützte sie sich wiederum auf die Beurteilung ihres beratenden Arztes 
Dr. D.________. Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, ist dies nicht weiter zu 
beanstanden. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers kann insbesondere nicht 
gesagt werden, die Ausführungen von Dr. D.________ seien widersprüchlich. Es trifft zwar 
zu, dass er mit Bericht vom 22. September 2019 (Bg-act. 35) zunächst von einer 
sogenannten SLAP-Läsion ausgegangen ist. Der Beschwerdeführer übersieht jedoch, 
dass diese Beurteilung ohne Einsicht in die MRI-Bilder erfolgte und Dr. D.________ selbst 
darauf hingewiesen hat, er könne sich mangels Bilder nicht zum Typ der SLAP-
Schädigung äussern. Entsprechend ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass die 
Beurteilung vom 22. September 2019 im Hinblick auf eine allfällige SLAP-Schädigung mit 
Vorsicht zu geniessen ist. Nachdem Dr. D.________ die Bilder von der MR Arthrographie 
der Schulter rechts vom 28. Mai 2019 schliesslich zusammen mit einem Spezialisten 
eingesehen und beurteilt hatte, korrigierte er seine Beurteilung vom 22. September 2019 
und kam mit Bericht vom 8. Oktober 2019 (Bg-act. 45) zum Schluss, dass es sich bei der 
Rissbildung des Labrums gerade nicht um eine SLAP-Läsion handle. An dieser 
Beurteilung hielt Dr. D.________ nach Einsicht in die nach der Operation durch die 
Beschwerdegegnerin eingeholten Berichte (Bg-act. 53-58) mit Stellungnahme vom 
20. Dezember 2019 (Bg-act. 61) fest. Gemäss der überzeugenden Beurteilung von 
Dr. D.________ ist somit vorliegend von einer Labrumschädigung ohne SLAP-Läsion 
auszugehen. Dementsprechend ist die genaue Einteilung der SLAP-Schädigung 
unbeachtlich, weshalb sich Weiterungen hierzu und insbesondere auch zu den 
Ausführungen von Dr. I.________ im E-Mail vom 5. Februar 2020 (Bf-act. 4) erübrigen, 
zumal – wie nachfolgend noch aufzuzeigen sein wird – eine Leistungspflicht der 
Beschwerdegegnerin selbst dann nicht bestehen würde, wenn von einer SLAP-Läsion 
auszugehen wäre. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle der Hinweis erwähnt, 
dass behandelnde Arztpersonen im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung 
in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer Patienten aussagen, weshalb ihre Berichte ohnehin 
mit Vorbehalt zu würdigen sind (BGE 135 V 465 E. 4.5). Diesbezüglich sind vor allem der 
medizinische Bericht vom 22. November 2019 (Bf-act. 3) – der im Übrigen nicht im 
Widerspruch zur Beurteilung von Dr. D.________ steht, geht doch auch dieser von einer 
traumatischen Labrumverletzung aus – und eben gerade auch die E-Mail vom 5. Februar 
2020 (Bf-act. 4) zu erwähnen, die im Hinblick auf die Einreichung einer Beschwerde bzw. 
im Rahmen des Beschwerdeverfahrens zu Handen des Rechtsvertreters des 
Beschwerdeführers angefertigt wurden. 

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Urteil S 2019 160

Hinsichtlich der von Dr. D.________ diagnostizierten Verletzung ist schliesslich 
festzuhalten, dass das Labrum die Lippe einer Gelenkpfanne ist 
(https://www.pschyrembel.de, zuletzt besucht am 2. September 2020), die aus 
Knorpelgewebe besteht (siehe etwa https://schulterinfo.de/slap_laesionen.html, zuletzt 
besucht am 2. September 2020). Knorpelschäden sind jedoch keine Listenschädigungen 
i.S.v. Art. 6 Abs. 2 UVG. Wie die Beschwerdegegnerin sodann zutreffend darauf 
hingewiesen hat, ist es nicht zulässig, den abschliessenden Katalog der 
Listenverletzungen mittels Analogie zu erweitern. Betreffend den diagnostizierten 
Labrumriss liegt somit keine unfallähnliche Körperschädigung vor. Davon geht im Übrigen 
auch Dr. D.________ aus (vgl. seine Begründung in Ziff. 5 der Beurteilung vom 8. Oktober 
2019; act. 45). 

An der zu verneinenden Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin würde sich schliesslich 
selbst dann nichts ändern, wenn in Übereinstimmung mit dem Beschwerdeführer eine 
SLAP-Läsion angenommen würde. Bei einer SLAP (superior labrum anterior posterior) -
Läsion handelt es sich um einen Riss der Knorpellippe am Oberrand der Schulterpfanne, 
wobei je nach Ausgestaltung zwischen verschiedenen Typen unterschieden wird. 
Während bei einer SLAP-Läsion I–III die lange Bizepssehne nicht beteiligt ist, reicht der 
Riss bei einer SLAP-Läsion IV zusätzlich bis in die lange Bizepssehne (siehe etwa 
https://schulterinfo.de/slap_laesionen.html, zuletzt besucht am 2. September 2020). Wie 
die Beschwerdegegnerin richtig erkannt hat, zählen SLAP-Läsionen nach 
höchstrichterlicher Rechtsprechung nicht zu den in Art. 6 Abs. 2 UVG abschliessend 
aufgezählten Listenverletzungen. Gemäss Bundesgericht würden diese weder als 
Sehnenriss gelten noch rechtfertige sich angesichts der Entstehungsgeschichte der 
erwähnten Bestimmung eine analogieweise Ausdehnung des Begriffs des Meniskus auf 
andere Körperstellen von vergleichbarer Natur und mit gleicher Funktion (Urteil BGer 
8C_835/2013 vom 28. Januar 2014 E. 4.3). Dass sich die soeben dargelegte 
Rechtsprechung – wie vom Beschwerdeführer geltend gemacht – einzig auf die sog. 
SLAP-Läsion Typ I beziehen sollte, ist aus dem zitierten Bundesgerichtsentscheid nicht 
ersichtlich. Ausserdem lässt sich den vorliegenden medizinischen Berichten kein Riss der 
Bizepssehne entnehmen. Das Arthro-MRI der rechten Schulter vom 28. Mai 2019 (Bg-
act. 32) ergab einen intakten Bizepsanker und eine regelrechte Lage der langen 
Bizepssehne. Es war lediglich von einem Labrumriss die Rede. Auch Dr. D.________ hält 
in seinem Bericht vom 8. Oktober 2019 (Bg-act. 45) eine intakte lange Bizepssehne mit 
orthotoper Lage im Sulcus und normaler Insertion am Tuberculum supraglenoidale fest. 
Soweit Dr. D.________ mit Bericht vom 22. September 2019 (Bg-act. 35) noch davon 

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Urteil S 2019 160

ausgegangen ist, dass die Mitbeteiligung des Ansatzes der Bizepssehne durch die akute 
Schädigung hinreichend erklärt sei, kann darauf – wie bereits dargelegt – nicht abgestellt 
werden, hatte er zu diesem Zeitpunkt die Bilder der MRI Untersuchung vom 28. Mai 2019 
doch gerade noch nicht eingesehen, weshalb er sich zum Typ der SLAP-Schädigung nicht 
äussern konnte. Der Beschwerdeführer kann mit seinen Ausführungen, wonach eine 
SLAP-Läsion II vorliegt, somit nicht gehört werden, zumal Dr. D.________ ohnehin nicht 
von einer SLAP-Schädigung ausgeht und darauf – wie oben ausgeführt – abgestellt 
werden kann. 

Abschliessend ist festzuhalten, dass die Argumentation nach der Formel "post hoc ergo 
propter hoc", nach deren Bedeutung eine gesundheitliche Schädigung schon dann als 
durch Unfall verursacht gilt, wenn sie nach diesem aufgetreten ist, beweisrechtlich nicht 
zulässig ist und dem Nachweis der Unfallkausalität nicht zu genügen vermag (BGE 119 V 
335 E. 2b/bb; Urteil BGer 8C_332/2013 vom 25. Juli 2013 E. 5.1). 

6.4 Damit besteht auch unter dem Titel der unfallähnlichen Körperschädigungen keine 
Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin.

7. Der Beschwerdeführer stellt sich schliesslich auf den Standpunkt, die 
Labrumläsion habe eventualiter als Berufskrankheit i.S.v. Art. 9 UVG zu gelten, sodass 
aus diesem Grund eine Leistungspflicht des Unfallversicherers bestünde.

7.1 Gemäss Art. 9 Abs. 1 UVG gelten Krankheiten (Art. 3 ATSG) als 
Berufskrankheiten, die bei der beruflichen Tätigkeit ausschliesslich oder vorwiegend durch 
schädigende Stoffe oder bestimmte Arbeiten verursacht worden sind. Der Bundesrat 
erstellt die Liste dieser Stoffe und Arbeiten sowie der arbeitsbedingten Erkrankungen (vgl. 
Art. 14 UVV und Anhang 1 UVV). Nach Abs. 2 dieser Bestimmung gelten sodann als 
Berufskrankheiten auch andere Krankheiten, von denen nachgewiesen wird, dass sie 
ausschliesslich oder stark überwiegend durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden 
sind. 

7.2 Vorliegend sind sich die Parteien einig, dass eine Berufskrankheit gemäss Art. 9 
Abs. 1 UVG nicht in Frage kommt. In Betracht fällt als Anspruchsgrundlage demnach 
einzig Art. 9 Abs. 2 UVG. 

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Die Voraussetzung des ausschliesslichen oder stark überwiegenden Zusammenhanges 
gemäss Art. 9 Abs. 2 UVG ist nach ständiger Rechtsprechung erfüllt, wenn die 
Berufskrankheit mindestens zu 75 % durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden ist 
(BGE 114 V 109 E. 3a und b). Die Anerkennung von Beschwerden im Rahmen dieser von 
der Rechtsprechung als "Generalklausel" bezeichneten Anspruchsgrundlage ist – 
entsprechend der in BGE 114 V 109 E. 3c auf Grund der Materialien eingehend 
dargelegten legislatorischen Absicht, die Grenze zwischen 
krankenversicherungsrechtlicher Krankheit und unfallversicherungsrechtlicher 
Berufskrankheit nicht zu verwässern – an relativ strenge Beweisanforderungen gebunden. 
Verlangt wird, dass der Versicherte für eine gewisse Dauer einem typischen Berufsrisiko 
ausgesetzt ist. Die einmalige gesundheitliche Schädigung, die gleichzeitig mit der 
Berufsausübung eintritt, genügt nicht (BGE 126 V 183 E. 2b).

Im Rahmen von Art. 9 Abs. 2 UVG ist grundsätzlich in jedem Einzelfall darüber Beweis zu 
führen, ob die geforderte stark überwiegende (mehr als 75%ige) bis ausschliessliche 
berufliche Verursachung vorliegt (BGE 126 V 183 E. 4b). Angesichts des empirischen 
Charakters der medizinischen Wissenschaft (BGE 126 V 183 E. 4c) spielt es indessen für 
den Beweis im Einzelfall eine entscheidende Rolle, ob und inwieweit die Medizin, je nach 
ihrem Wissensstand in der fraglichen Disziplin, über die Genese einer Krankheit im 
Allgemeinen Auskunft zu geben oder (noch) nicht zu geben vermag. Wenn auf Grund 
medizinischer Forschungsergebnisse ein Erfahrungswert dafür besteht, dass eine 
berufsbedingte Entstehung eines bestimmten Leidens von seiner Natur her nicht 
nachgewiesen werden kann, dann schliesst dies den (positiven) Beweis auf qualifizierte 
Ursächlichkeit im Einzelfall aus. Oder mit andern Worten: Sofern der Nachweis eines 
qualifizierten (zumindest stark überwiegenden [Anteil von mindestens 75 %]) 
Kausalzusammenhanges nach der medizinischen Empirie allgemein nicht geleistet 
werden kann (z.B. wegen der weiten Verbreitung einer Krankheit in der 
Gesamtbevölkerung, welche es ausschliesst, dass eine bestimmte versicherte 
Berufstätigkeit ausübende Person zumindest vier Mal häufiger von einem Leiden betroffen 
ist als die Bevölkerung im Durchschnitt), scheidet die Anerkennung im Einzelfall aus. Sind 
anderseits die allgemeinen medizinischen Erkenntnisse mit dem gesetzlichen Erfordernis 
einer stark überwiegenden (bis ausschliesslichen) Verursachung des Leidens durch eine 
(bestimmte) berufliche Tätigkeit vereinbar, besteht Raum für nähere Abklärungen zwecks 
Nachweises des qualifizierten Kausalzusammenhanges im Einzelfall (BGE 126 V 183 
E. 4c).

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Urteil S 2019 160

7.3 Würdigend ist zunächst darauf hinzuweisen, dass im Bereich der Generalklausel 
eine stark überwiegende Verursachung gegeben, mithin die Schwelle von 75 % erreicht 
ist, wenn es überwiegend wahrscheinlich ist, dass eine Personengruppe durch ihre 
Berufstätigkeit zumindest vier Mal häufiger von einem Leiden betroffen ist als die 
Bevölkerung im Durchschnitt (Andreas Traub, in: Basler Kommentar, 
Unfallversicherungsgesetz, 2019, Art. 9 N. 41). In casu ist mit der Beschwerdegegnerin 
festzuhalten, dass eine viermal höhere Anfälligkeit, an einer Labrumläsion zu leiden, für 
Polizisten nicht erstellt ist. Darüber hinaus ist anzumerken, dass die einmalige 
gesundheitliche Schädigung, die gleichzeitig mit der Berufsausübung eintritt, nicht genügt, 
um von einer Berufskrankheit auszugehen. Dementsprechend ist auch die Leistungspflicht 
des Unfallversicherers zufolge einer Berufskrankheit zu verneinen. 

8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Allianz vorliegend kein Bundesrecht 
verletzte, wenn sie sowohl ein Unfallereignis zufolge des Fehlens der Ungewöhnlichkeit 
des äusseren Faktors verneinte als auch feststellte, dass keine Listenverletzung gemäss 
Art. 6 Abs. 2 UVG vorliege bzw. diese vorwiegend auf Abnützung zurückzuführen sei. Da 
zudem auch keine Berufskrankheit i.S.v. Art. 9 UVG vorliegt, erübrigt sich die Prüfung der 
Kausalität und der weiteren Voraussetzungen für eine Leistungspflicht nach UVG und die 
Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist vollumfänglich abzuweisen.

9. Erscheint dem Gericht die Beweislage aufgrund der Akten als ausreichend, kann 
es auf die Abnahme weiterer Beweise verzichten. Beweisanträge, die nach Erachten des 
Gerichts hinsichtlich der für den Entscheid relevanten Sachfragen ohne Belang sind, 
müssen ebenfalls nicht beachtet, sondern können in zulässiger antizipierter 
Beweiswürdigung abgewiesen werden (BGE 122 V 157 E. 1d).

In Berücksichtigung sämtlicher Akten ist festzustellen, dass der Beschwerdeführer 
ausreichend medizinisch abgeklärt wurde, konnten aus den entsprechenden 
medizinischen Unterlagen doch Schlussfolgerungen gezogen werden, die in ihrer 
Begründung zu überzeugen vermögen. Schon für die Allianz gab es keinen Grund, weitere 
Abklärungen einzuholen, durfte sie doch auf die Beurteilung von Dr. D.________ 
abstellen, weshalb es keiner weiteren Abklärungen oder einer Begutachtung bedarf. Dem 
Antrag auf medizinische und biomechanische Begutachtung ist somit in zulässiger 
Anwendung der antizipierten Beweiswürdigung nicht stattzugeben. Sodann kann der 
Beschwerdegegnerin auch keine Verletzung der Abklärungsplicht i.S.v. Art. 43 Abs. 1 
ATSG vorgehalten werden.

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10. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos und eine 
Parteientschädigung ist dem Beschwerdeführer – bei vollständigem Unterliegen – nicht 
zuzusprechen (vgl. Art. 61 lit. a und lit. g ATSG). Dem obsiegenden Sozialversicherer ist in 
Übereinstimmung mit Art. 61 lit. g ATSG – welcher nur für die obsiegende Beschwerde 
führende Partei eine Entschädigung vorsieht – ebenfalls keine Parteientschädigung 
zuzusprechen.

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Urteil S 2019 160

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (im Doppel), an die 
Beschwerdegegnerin und an das Bundesamt für Gesundheit, Bern.

Zug, 16. September 2020

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Die Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am