# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b79b5c2-36e1-5528-8fe3-5dac59e63084
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-12-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.12.2022 D-5864/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5864-2022_2022-12-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5864/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  D e z e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichter Thomas Segessenmann, 

mit Zustimmung von Richter Gregor Chatton;   

Gerichtsschreiberin Mareile Lettau. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Burundi,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 14. Dezember 2022 / N (…). 

 

 

D-5864/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 11. November 2022 in der Schweiz um Asyl 

nachsuchte, 

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der eu-

ropäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) vom 14. November 2022 

ergab, dass er Beschwerdeführer am 3. November 2022 in Kroatien illegal 

eingereist war und am gleichen Tag um Asyl nachgesucht hatte, 

dass der Beschwerdeführer am 24. November 2022 der gemäss Art. 102h 

Abs. 1 AsylG (SR 142.31) zugewiesenen Rechtsvertretung die Vollmacht 

zur Vertretung seiner Interessen im Asylverfahren erteilte, 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen des am 30. November 2022 durch-

geführten persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 der Verordnung (EU) 

Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 

2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mit-

gliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen 

oder einem Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf in-

ternationalen Schutz zuständig ist, Abl. L 180/31 vom 29. Juni 2013 (nach-

folgend: Dublin-III-VO) angab, er habe sein Heimatland Anfang Oktober 

2022 zusammen mit seinem jüngeren Bruder (B._______, geboren […]) 

verlassen und sei mit diesem in die Schweiz gekommen,  

dass er in Kroatien in Gewahrsam genommen und zur Abgabe seiner Fin-

gerabdrücke gezwungen worden sei, aber kein Asylgesuch gestellt habe, 

dass das SEM dem Beschwerdeführer mitteilte, es werde erwogen, auf 

sein Asylgesuch nicht einzutreten und ihn bei gegebener Zuständigkeit 

nach Kroatien wegzuweisen,  

dass er diesbezüglich entgegnete, er wolle nicht nach Kroatien zurückkeh-

ren, da er dort misshandelt worden sei, ihm sein Mobiltelefon weggenom-

men worden sei, er überdies im Gefängnis festgehalten worden sei und 

nichts zu essen erhalten habe, 

dass er zum medizinischen Sachverhalt vorbrachte, er habe Probleme mit 

den Augen und Kopfschmerzen, 

D-5864/2022 

Seite 3 

dass das SEM die kroatischen Behörden am 3. November 2022 darum er-

suchte, den Beschwerdeführer gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-

VO wieder aufzunehmen, 

dass die kroatischen Behörden das Gesuch am 14. Dezember 2022 gut-

hiessen, 

dass das SEM mit Verfügung vom 14. Dezember 2022 in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat, die Wegwei-

sung aus der Schweiz nach Kroatien anordnete und den Beschwerdeführer 

aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerde-

frist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den Ent-

scheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändigung 

der editionspflichtigen Akten an den Beschwerdeführer verfügte, 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung das SEM mit Schreiben vom 

16. Dezember 2022 über die Niederlegung des Mandats informierte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 19. Dezember 2022 (Post-

stempel) gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht eine 

Formular-Beschwerde mit deutschsprachigen Anträgen und handschriftlich 

ergänzter englischsprachiger Begründung einreichte, 

dass er beantragte, die angefochtene Verfügung aufzuheben und das SEM 

anzuweisen, auf das Asylgesuch einzutreten,  

dass er in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung sowie Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Ver-

zicht auf das Erheben eines Kostenvorschusses ersuchte, 

dass die Vorakten dem Bundesverwaltungsgericht am 20. Dezember 2022 

in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 3 AsylG), 

und zieht in Erwägung, 

dass das Verfahren sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG),  

D-5864/2022 

Seite 4 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31‒33 VGG; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass die Beschwerdebegründung in englischer Sprache statt in einer Amts-

sprache abgefasst wurde (vgl. Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 33a VwVG und 

Art. 70 Abs. 1 BV), jedoch keine Unklarheiten aufweist, weshalb praxisge-

mäss auf die Einholung einer Übersetzung in eine Amtssprache zu verzich-

ten ist (vgl. Art. 52 Abs. 2 sowie 33a Abs. 3 und 4 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass die Beschwerde offensichtlich unbegründet ist, weshalb über sie in 

einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters 

bzw. einer zweiten Richterin und mit summarischer Begründung zu ent-

scheiden ist (vgl. Art. 111 Bst. e und Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass auf einen Schriftenwechsel verzichtet wurde (Art. 111a Abs. 1 AsylG),  

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),  

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 

SEM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu überprüfen 

(Art. 31a Abs. 1‒3 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwer-

deinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 E. 3.1; 

2012/4 E. 2.2, je m.w.H.), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

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Seite 5 

Abs. 1 Bst. b AsylG) und diesbezüglich die Dublin-III-VO zur Anwendung 

kommt,  

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO jeder Asylantrag von einem einzi-

gen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8–15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), 

dass das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates ein-

geleitet wird, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals ein Asylantrag gestellt 

wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO), wobei von der Situation im Zeitpunkt der 

Einreichung des Antrags auszugehen ist (Art. 7 Abs. 2 Dublin-III-VO [sog. 

Versteinerungsprinzip]),  

dass ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Eu-

rodac-Datenbank ergab, dass er am 3. November 2022 in Kroatien illegal 

eingereist war und ein Asylgesuch eingereicht hatte, 

dass die kroatischen Behörden am 14. Dezember 2022 dem Gesuch um 

Rückübernahme gestützt auf Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO innert der in 

Art. 25 Abs. 1 Dublin-III-VO festgelegten Frist zustimmten, 

dass die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens somit gegeben ist,  

dass daran die unbewiesenen Einwände des Beschwerdeführers, er sei in 

Kroatien zur Abgabe seiner Fingerabdrücke gezwungen worden und habe 

kein Asylgesuch stellen wollen, nichts zu ändern vermögen, da zum einen 

bereits seine Einreise in das Hoheitsgebiet des Dublin-Staates die Zustän-

digkeit Kroatiens für die Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfah-

rens begründet hätte (Art. 13 Abs. 1 Dublin-III-VO) und es zum anderen 

den Schutzsuchenden auch nicht freisteht, den ihren Antrag prüfenden 

Staat selber auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3), 

dass gemäss Art. 3 Abs. 2 Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO der die Zuständig-

keit prüfende Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens zu-

ständig wird, falls es sich als unmöglich erweist, einen Antragsteller in den 

eigentlich zuständigen Mitgliedstaat zu überstellen, weil es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in jenem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne von Art. 4 der Charta der Grund-

rechte der Europäischen Union (EU-Grundrechtecharta) mit sich bringen, 

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und nach den Regeln der Dublin-III-VO kein anderer zuständiger Mitglied-

staat bestimmt werden kann, 

dass gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts bei Wiederaufnah-

meverfahren zum heutigen Zeitpunkt keine konkreten Gründe für die An-

nahme vorliegen, das Asylverfahren und die Aufnahmebedingungen für 

Antragstellende in Kroatien würden systemische Schwachstellen im Sinne 

von Art. 3 Abs. 2 zweiter und dritter Satz Dublin-III-VO aufweisen (vgl. 

bspw. Urteile des BVGer F-4542/2022 vom 11. November 2022 E. 6.2 

m.w.H und D-4160/2022 vom 28. September 2022 E. 7.3), 

dass für eine Änderung der Rechtsprechung auch in Würdigung der vom 

Beschwerdeführer geschilderten Erlebnisse in Kroatien keine Veranlas-

sung besteht, zumal er die geltend gemachten Übergriffe der kroatischen 

Behörden nicht substantiiert vorgetragen hat, 

dass die Vorinstanz auf Grundlage seiner Aussagen und in Beachtung des 

Referenzurteils des Bundesverwaltungsgerichts E 3078/2019 vom 12. Juli 

2019 eine Einzelfallprüfung vorgenommen hat und unter Verweis auf Ab-

klärungen durch die Schweizer Botschaft in Kroatien zu Recht zum Schluss 

gekommen ist, dass Personen, welche im Rahmen eines Dublin-Verfah-

rens nach Kroatien zurückgeführt werden, nicht von der problematischen 

Pushback-Praxis betroffen sind (vgl. Urteil des BVGer D-4160/2022 vom 

28. September 2022 E. 7.3.1), 

dass unter diesen Umständen die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Satz 2 

Dublin-III-VO nicht in Betracht kommt, 

dass nach Art. 17 Abs. 1 Satz 1 Dublin-III-VO die Schweiz ein Asylgesuch 

materiell prüfen kann, auch wenn nach den in der Verordnung vorgesehe-

nen Kriterien ein anderer Staat zuständig ist (sog. Selbsteintrittsrecht), 

dass dieses sogenannte Selbsteintrittsrecht im Landesrecht durch Art. 29a 

Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) 

konkretisiert wird und das SEM das Asylgesuch gemäss dieser Bestim-

mung «aus humanitären Gründen» auch dann behandeln kann, wenn da-

für gemäss Dublin-III-VO ein anderer Staat zuständig wäre, 

dass auf die Ausübung des Selbsteintrittsrechts ein einklagbarer Anspruch 

besteht, wenn die Überstellung des Antragstellers in den an sich zuständi-

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gen Mitgliedstaat übergeordnetes Recht, namentlich eine Norm des Völ-

kerrechts verletzen würde (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.2; ferner Urteil des 

BVGer F-3457/2019 vom 11. Juli 2019 E. 4.4, je m.H), 

dass der Beschwerdeführer in der Beschwerde sinngemäss vorbringt, in 

Kroatien sei sein Leben nicht sicher und er könne von den kroatischen Be-

hörden keinen Schutz erwarten,  

dass Kroatien Signatarstaat der EMRK, des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und des Abkommens 

vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) sowie des Zusatzprotokolls der FK vom 31. Januar 1967 

(SR 0.142.301) ist und seinen diesbezüglichen völkerrechtlichen Verpflich-

tungen nachkommt, 

dass auch davon ausgegangen werden darf, dieser Staat anerkenne und 

schütze die Rechte, die sich für Schutzsuchende aus den Richtlinien des 

Europäischen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 

zu gemeinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des in-

ternationalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie) ergeben, 

dass keine Gründe für die Annahme bestehen, Kroatien werde in seinem 

Fall den Grundsatz des Non-Refoulement missachten und ihn zur Ausreise 

in ein Land zwingen, in dem sein Leib, sein Leben oder seine Freiheit aus 

einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem er Gefahr 

laufen würde, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden, 

dass insbesondere davon auszugehen ist, dass Kroatien auch in seinem 

Fall bei einer allfälligen Abschiebung in den Herkunfts- oder einen Drittstaat 

ausserhalb des Asylverfahrens unions- oder völkerrechtskonform handeln 

wird, wobei diesbezüglich die Richtlinie des Europäischen Parlaments und 

des Rates 2008/115/EG vom 16. Dezember 2008 über die gemeinsamen 

Normen und Verfahren in den Mitgliedstaaten zur Rückführung illegal auf-

hältiger Drittstaatsangehöriger zur Anwendung gelangt, 

dass er auch nicht dargetan hat, die ihn bei einer Rückführung erwartenden 

Bedingungen in Kroatien seien derart schlecht, dass sie zu einer Verlet-

zung von Art. 4 der EU-Grundrechtecharta, Art. 3 EMRK oder Art. 3 FoK 

führen könnten, 

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Seite 8 

dass bei einer allfälligen vorübergehenden Einschränkung der ihm zu-

stehenden Aufnahmebedingungen er sich im Übrigen nötigenfalls an die 

kroatischen Behörden wenden und seine Rechte auf dem Rechtsweg ein-

fordern könnte (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie),  

dass dies auch in Bezug auf die geltend gemachte, aber nicht näher aus-

geführte Gewalt seitens der kroatischen Behörden gilt und in Bezug auf die 

Behauptung, in Kroatien kein Essen erhalten zu haben, 

dass der Beschwerdeführer im Dublin-Gespräch hinsichtlich seines allge-

meinen Gesundheitszustandes Augenprobleme und Kopfschmerzen gel-

tend machte,  

dass der Beschwerdeführer keine medizinischen Unterlagen einreichte 

oder in Aussicht stellte, weshalb das SEM den medizinischen Sachverhalt 

als erstellt erachten konnte, 

dass die gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht derart gravierend sein 

dürften, dass eine Überstellung nach Kroatien für den Beschwerdeführer 

eine Gesundheitsgefährdung darstellen würde, zumal keine Hinweise vor-

liegen, wonach Kroatien seinen Verpflichtungen im Rahmen der Dublin-III-

VO in medizinischer Hinsicht in genereller Weise nicht nachkommen 

könnte und Kroatien grundsätzlich über eine ausreichende medizinische 

Infrastruktur verfügt (vgl. Urteil des BVGer D-735/2022 vom 28. Februar 

2022 E. 6.7.3),  

dass eine zwangsweise Rückweisung von Personen mit gesundheitlichen 

Problemen nur ganz ausnahmsweise einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK 

darstellen kann, 

dass kein Anlass zur Annahme besteht, wegen der erwähnten gesundheit-

lichen Probleme (Augenprobleme und Kopfschmerzen) oder aus einem an-

deren Grund drohe im Falle seiner Überstellung nach Kroatien ein Verstoss 

gegen Art. 3 EMRK (vgl. BVGE 2011/9 E. 7, mit Hinweisen auf die damalige 

Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte [EGMR]; vgl. 

aus der neueren Rechtsprechung das Urteil des EGMR Paposhvili gegen 

Belgien vom 13. Dezember 2016 [Grosse Kammer], Beschwerde 

Nr. 41738/10, Ziff. 180–193, m.w.N.), 

dass es dem Beschwerdeführer überdies bei Bedarf zugemutet werden 

kann, in Kroatien seine Rechte in Bezug auf die medizinische Versorgung 

http://links.weblaw.ch/BVGer-D-735/2022

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Seite 9 

und sonstige Unterstützung gemäss Art. 19 Aufnahmerichtlinie gegebe-

nenfalls bei den zuständigen staatlichen Stellen geltend zu machen, 

dass auch keine sonstigen Gründe ersichtlich sind, die gegen den Vollzug 

der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Kroatien sprechen könnten, 

dass dem SEM bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 Ermessen 

zukommt (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.) und den Akten keine Hinweise auf eine 

gesetzeswidrige Ermessensausübung (vgl. Art. 106 Abs. 1 Bst. a AsylG) 

durch die Vorinstanz zu entnehmen sind, 

dass das Bundesverwaltungsgericht sich unter diesen Umständen weiterer 

Ausführungen zur Frage eines Selbsteintritts enthält, 

dass das SEM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. b 

AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist und 

die Überstellung nach Kroatien angeordnet hat, 

dass die Beschwerde daher abzuweisen ist, 

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen ist, 

weshalb sich der Antrag auf Gewährung der aufschiebenden Wirkung der 

Beschwerde als gegenstandslos erweist, 

dass das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ab-

zuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen waren, weshalb die Vorausset-

zungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1‒

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.–  werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Thomas Segessenmann Mareile Lettau 

 

 

Versand: