# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e674ecb3-ff5e-53cb-8c65-85a35ff094ed
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.07.2010 A-6000/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6000-2008_2010-07-13.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-6000/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Daniel de Vries Reilingh (Vorsitz), 
Richter Daniel Riedo, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiberin Nadine Mayhall.

X._______, 
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, 
Verrechnungssteuer, Stempelabgaben, Eigerstrasse 65, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Verrechnungssteuer.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-6000/2008

Sachverhalt:

A.
A.a Die X._______, ..., bezweckt u.a. den Erwerb und das Halten von 
Beteiligungen.

A.b Am 25. und 26. Januar 2005 führte die Eidgenössische Steuerver-
waltung (ESTV) bei der X._______ eine Buchprüfung der Jahre 2000 
bis  2003 durch. Sie  stellte  dabei  fest,  dass  A._______,  ...  (CZ),  bis 
zum Jahr 2003 100% der X._______ über die B._______, ... (FL), und 
seit dem Jahre 2003 über die C._______, ... (CY), hielt. Gemäss Ak-
tennotiz vom 26. Januar 2005 stellte die ESTV weiter fest, dass die im 
Jahre 2000 an die C._______ und die D._______, ... (CY), gewährten 
Darlehen von Fr. ... bzw. EUR ... im Jahre 2003 mit den Passivdarlehen 
gegenüber dem Aktionär verrechnet wurden. Diese Darlehen wurden 
während der Jahre 2000 bis 2002 nicht verzinst, worin die ESTV eine 
geldwerte Leistung erblickte.

A.c Die  ESTV hielt  zudem fest,  dass  die  Passivdarlehen  "Aktionär" 
nicht verzinst worden seien und die X._______ eine ungenügende Ei-
genfinanzierung  aufweise.  Bezüglich  der  Positionen  "Wechselschul-
den"  bzw.  "Zinsaufwand"  sei  ersichtlich,  dass  ein  Wechsel  der 
X._______  gegenüber  der  Tochtergesellschaft  E._______,  ...  CZ, 
bestehe.

A.d Die Ausstellung des Wechsels geht auf folgenden Sachverhalt zu-
rück:  Im  Jahre  2000  erwarb  die  X._______  von  ihrer  Tochtergesell-
schaft, E._______, eine Beteiligung an der Gesellschaft F._______. In 
der  Annahme,  die  Haltedauer  werde  kurz  ausfallen,  stellte  die 
X._______ zur Begleichung des Kaufpreises einen Wechsel in Höhe 
des  Kaufpreises  von ...  Tschechischen Kronen  (CZK)  aus. Aufgrund 
eines unerwarteten Rechtsstreits war es ihr jedoch über längere Zeit 
gerichtlich verboten, über die Aktien der F._______ zu verfügen. Die 
Verkäuferin  und Tochtergesellschaft,  E._______,  musste deshalb so-
genannte  "Penalty  Fees",  d.h.  Strafgebühren,  welche  buchhalterisch 
als  ausserordentliche Erträge erfasst  wurden,  an die X._______ be-
zahlen.  Diese  veränderten  Umstände  führten  zu  einer  verlängerten 
Haltedauer des Wechsels bis zur Freigabe der gesperrten Aktien. Der 
Wechsel musste aufgrund der am Sitz der E._______ geltenden tsche-
chischen Rechtsvorschriften einen Ertrag abwerfen, welcher unter der 
Position  "ausserordentlicher  Ertrag"  der  Erfolgsrechnungen  der 

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X._______ der Jahre 2001, 2002 und 2003 verbucht wurde. Die Ver-
zinsung des Wechsels erfolgte zu 5 %. Die eben genannten "Penalty 
Fees" wurden dabei so ausgestaltet, dass sie die Zinszahlungen der 
X._______ auf dem Wechsel über die hier interessierenden Jahre hin-
weg  betragsmässig,  in  CZK  ausgedrückt,  ausglichen,  in  Landes-
währung umgerechnet aber sogar ein Überschuss von Fr. ... zuguns-
ten der X._______ resultierte.

B.
Mit  Entscheid  vom  23. Februar  2007  erkannte  die  ESTV,  die 
X._______ schulde ihr Fr. ... an Verrechnungssteuer, zuzüglich Zins zu 
5 % ab dem 31. Januar 2001. Zur Begründung führte sie im Wesent-
lichen aus, die Unverzinsbarkeit  der Darlehen an die nahestehenden 
Gesellschaften C._______ und D._______ stelle gemäss Art.  4 Abs. 1 
Bst. b des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 über die Verrech-
nungssteuer (VStG, SR 642.21) und Art. 20 Abs. 1 der Verrechnungs-
steuerverordnung  vom 19. Dezember  1966  (VStV,  SR 642.211)  eine 
der Verrechnungssteuer unterliegende geldwerte Leistung dar. Dabei 
sei  nicht  relevant,  ob  diese  Darlehen  mit  Eigen-  oder  Fremdkapital 
finanziert  seien  oder  ob  Passivdarlehen  verzinst  würden  oder  nicht. 
Eine  Verzinsung von Fremdkapital  sei  aber  für  die  Bestimmung des 
Mindestzinssatzes  der  Aktivdarlehen  massgebend. Würden  Aktivdar-
lehen an Beteiligte oder ihnen Nahestehende aus Fremdkapital finan-
ziert, setzten sich die als angemessen betrachteten Zinssätze aus den 
Selbstkosten plus einem Zuschlag von 0.5 % zusammen, mindestens 
aber die von der ESTV periodisch publizierten Zinssätze. Der von der 
X._______  in  der  Höhe  von  CZK  ...  herausgegebene  und  auf  der 
Passivseite  bilanzierte  Wechsel  für  die  Finanzierung  des  Betei-
ligungskaufs der F._______ sei vorliegend zu 5 % verzinst worden. Die 
Aktivdarlehen seien deshalb zu 5.5 % zu verzinsen. Bei der Berech-
nung der geldwerten Leistung rechnete die ESTV zugunsten des Ak-
tionärs einen Passivzins im Umfang des nicht verdeckten Grundkapi-
tals an. Sie erwog zudem, ein direkter Zusammenhang zwischen der 
Entrichtung  der  sog.  "Penalty  Fees"  der  E._______  zugunsten  der 
X._______ und der Verzinsung des Wechsels sei nicht gegeben, auch 
wenn die entsprechenden Beträge abgestimmt worden seien und bei 
der  X._______  zu einem Ertragsüberschuss führten. Es  handle  sich 
um zwei verschiedene Tatbestände; auch buchhalterisch sei der Zins 
als  Aufwand  und  die  "Penalty  Fees"  als  ausserordentlicher  Ertrag 
erfasst worden, womit der Wechsel nicht als unverzinslich zu betrach-
ten sei.

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C.
Mit Einspracheentscheid vom 19. August 2008 wies die ESTV die Ein-
sprache der X._______ vom 28. März 2007 (grundsätzlich) ab. Sie leg-
te  jedoch,  in  teilweiser  Gutheissung  der  Einsprache,  die  Fälligkeits -
daten  für  den  Verzugszins  neu  fest.  Im  Entscheid  vom  23. Februar 
2007 hatte die ESTV die geldwerte Leistung auf Fr. ... abgerundet. Im 
Einspracheentscheid  vom  19.  August  2008  hingegen  erhob  sie  die 
Verrechnungssteuer  auf  einem  ungerundeten  Betrag  von  Fr. ...  und 
erkannte  somit,  dass  die  X._______  eine  Verrechnungssteuer  von 
Fr. ... (35 % von Fr. ...) zu bezahlen habe.

D.
Mit  Eingabe  vom 19. September  2008  erhob  die  X._______  (nach-
folgend  Beschwerdeführerin)  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungs-
gericht  und  beantragte,  der  Einspracheentscheid  der  ESTV  vom 
19. August 2008 sei unter Kostenfolge aufzuheben und es sei festzu-
stellen, dass sie keine geldwerte Leistung erbrachte habe; eventualiter 
sei die Berechnung einer geldwerten Leistung unter Beizug der mass-
geblichen Zinssätze für Darlehen in Fremdwährung zu bestimmen. Die 
Beschwerdeführerin begründet ihre Anträge im Wesentlichen wie folgt: 
Der  Wechsel  sei  im  Betrag  von  CZK  ...  zur  Begleichung  des 
Kaufpreises der Beteiligung an der F._______ ausgestellt worden. Da 
der Kaufpreis durch die Ausstellung des Wechsels beglichen worden 
sei, entspreche der Wechselschuld auf der Fremdkapitalseite die Be-
teiligung F._______ auf der Aktivenseite. Daraus erhelle, dass die Dar-
lehen  an  die  C._______  und  die  D._______  nur  aus  unverzinstem 
Fremdkapital finanziert werden konnten. Es könne somit nicht, wie von 
der ESTV behauptet,  von Selbstkosten von 5 %, welche für  die Ver-
zinsung der Wechselschuld aufgewendet worden seien, ausgegangen 
werden, sondern von Fremdkosten von 0 %. Die Beschwerdeführerin 
macht weiter geltend, die Haltedauer des ausgestellten Wechsels ha-
be sich wegen des gerichtlichen Verfügungsverbots über die Aktien an 
der  F._______ unerwartet  verlängert.  Aufgrund der  für  die  Wechsel-
gläubigerin, die E._______, geltenden tschechischen Rechtsvorschrif-
ten habe der Wechsel einen Ertrag für die E._______ abwerfen müs-
sen.  Zwecks  Beibehaltung  der  Unverzinsbarkeit  der  Kaufpreis-
forderung sei eine Kausalstrafe ("Penalty Fee") seitens der E._______ 
an die Beschwerdeführerin in genau gleicher Höhe gegenüber gestellt 
worden. Es habe denn auch kein Geldfluss stattgefunden, da durch die 
Verrechnung der Beträge "die anfängliche Unverzinslichkeit des Wech-
sels  erreicht  worden"  sei.  Es  handle  sich  dabei  nicht  um  getrennte 

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Rechtsgeschäfte.  Ihren  Eventualantrag  begründet  die  Beschwer-
deführerin damit, dass es sich bei den Aktivdarlehen um Darlehen in 
Fremdwährungen  handle,  womit  tiefere  Soll-Zinssätze  anwendbar 
seien.

E.
In  ihrer  Vernehmlassung  vom  6. November  2008  schloss  die  Vor-
instanz auf kostenfällige Abweisung der Beschwerde und hielt an ihren 
bisherigen Ausführungen fest.

F.
Auf die weiteren Eingaben und Vorbringen der Parteien wird – soweit 
entscheidrelevant – in den Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. 
Eine solche liegt nicht vor und die ESTV ist eine Behörde im Sinn von 
Art. 33 VGG. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 
ist somit – mit der nachfolgend in E. 1.2 gemachten Einschränkung – 
einzutreten. Soweit das VGG nichts anderes bestimmt, richtet sich ge-
mäss dessen Art. 37 das Verfahren nach dem VwVG.

1.2 Gemäss Art. 25 Abs. 1 VwVG kann die in der Sache zuständige 
Behörde über den Bestand, den Nichtbestand oder den Umfang öffent-
lichrechtlicher Rechte und Pflichten auf Begehren oder von Amtes we-
gen eine Feststellungsverfügung treffen. Einem derartigen Begehren 
ist nach Art. 25 Abs. 2 VwVG zu entsprechen, wenn die gesuchstellen-
de  Person  ein  entsprechendes  schutzwürdiges  Interesse  nachweist. 
Laut bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass 
einer  Feststellungsverfügung  subsidiär  gegenüber  einer  Leistungs- 
oder  Gestaltungsverfügung.  Eine  Feststellungsverfügung  ist  nur  zu 
treffen, wenn das Interesse daran nicht durch eine rechtsgestaltende 
Verfügung gewahrt werden kann (BGE 119 V 13; statt vieler: Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-310/2009  vom  7. Mai  2010  E. 1.3, 
BVGE 2007/24 E. 1.3; vgl. schon RENÉ RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, Schwei-

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zerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel  und 
Frankfurt am Main 1990, Nr. 36, S. 109 f.). Die Beschwerdeführerin be-
antragt u.a., es sei festzustellen, dass sie keine geldwerte Leistung er-
bracht habe. Es kann jedoch bereits anhand ihres Leistungsbegehrens 
entschieden werden,  ob die beanstandete Steuerforderung zu Recht 
besteht, was das Feststellungsinteresse hinfällig werden lässt (vgl. Ur-
teil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-710/2007  vom  24. September 
2009 E. 1.3). Entsprechend fehlt  es in dieser Konstellation an einem 
schutzwürdigen Interesse im Sinne von Art. 25 Abs. 2 VwVG, weshalb 
auf  das  Feststellungsbegehren  der  Beschwerdeführerin  nicht  einzu-
treten ist.

1.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ent-
scheid grundsätzlich in  vollem Umfang überprüfen. Die Beschwerde-
führer können neben der Verletzung von Bundesrecht  (Art.  49 Bst. a 
VwVG)  auch  die  Rüge  der  unrichtigen  und  unvollständigen  Fest-
stellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) und 
– grundsätzlich – auch diejenige der Unangemessenheit (Art. 49 Bst. c 
VwVG) erheben.

Verwaltungsverordnungen sollen eine einheitliche, gleichmässige und 
sachrichtige  Praxis  des  Gesetzesvollzugs  insbesondere  im  Ermes-
sensbereich  sicherstellen. Als  solche sind sie  für  die  als  eigentliche 
Adressaten figurierenden Verwaltungsbehörden verbindlich,  wenn sie 
nicht klarerweise einen verfassungs- oder gesetzeswidrigen Inhalt auf-
weisen (MICHAEL BEUSCH, in: Martin Zweifel/Peter Athanas[Hrsg.], Kom-
mentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Teil I/Bd. 2b, Bundesgesetz 
über  die direkte  Bundessteuer  [DBG],  Basel  etc. 2000,  Rz. 15 ff. zu 
Art. 102); nicht  verbindlich  sind sie  dagegen  für  die  Justizbehörden. 
Die Gerichtsbehörden sollen Verwaltungsverordnungen bei  ihrer  Ent-
scheidung allerdings  mitberücksichtigen,  sofern  diese eine dem Ein-
zelfall angepasste und gerecht werdende Auslegung der anwendbaren 
gesetzlichen  Bestimmungen  zulassen. Dies  gilt  um so  mehr,  als  es 
nicht  ihre  Aufgabe  ist,  als  Zweitinterpreten  des  der  Verwaltungsver-
ordnung zugrunde liegenden Erlasses eigene Zweckmässigkeitsüber-
legungen an die Stelle des Vollzugskonzepts der zuständigen Behörde 
zu setzen (MICHAEL BEUSCH, Was Kreisschreiben dürfen und was nicht, 
veröffentlicht  in:  Der  Schweizer  Treuhänder  [ST]  2005  S. 613  ff. mit 
weiteren  Hinweisen;  zum Ganzen  statt  vieler:  BGE 126  II  275  E. 4; 
BVGE 2007/41 E. 3.3).

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Entsprechend  ist  festzuhalten,  dass  Verwaltungsverordnungen  –  wie 
namentlich Merkblätter und Rundschreiben von Steuerverwaltungen – 
nicht als verbindliche Rechtssätze und damit nicht als Bundesrecht im 
Sinne  von  Art. 49  Bst. a  VwVG  gelten  (ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht,  Basel  2008,  Rz. 2.173).  Hält  sich  eine  Verwaltungsbehörde 
hingegen im Einzelfall nicht an eine eingelebte Praxis, so können sich 
in diesem Zusammenhang namentlich Fragen der rechtsgleichen Be-
handlung  (Art. 8  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidge-
nossenschaft vom 18. April  1999 [BV, SR 101]) stellen (vgl. dazu an-
statt  vieler:  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich etc. 2006, Rz. 507 ff.).

2.
2.1 Der Bund erhebt eine Verrechnungssteuer auf dem Ertrag beweg-
lichen  Kapitalvermögens  (Art. 132  Abs. 2  BV;  Art. 1  Abs. 1  VStG). 
Steuerpflichtig  ist  der  Schuldner  der  steuerbaren  Leistung  (Art. 10 
Abs. 1 VStG). Die steuerbare Leistung ist  bei der Auszahlung, Über-
weisung, Gutschrift oder Verrechnung ohne Rücksicht auf die Person 
des Gläubigers um den Steuerbetrag zu kürzen,  bei  Kapitalerträgen 
um 35 % (Art. 13 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 14 Abs. 1 VStG). Bei Kapital-
erträgen entsteht die Steuerforderung im Zeitpunkt, in dem die steuer-
bare Leistung fällig wird (Art. 12 Abs. 1 VStG).

2.2 Gegenstand der Verrechnungssteuer sind u.a. Erträge der von ei-
nem Inländer ausgegebenen Aktien (Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG). Zu den 
steuerbaren Erträgen gehört jede geldwerte Leistung der Gesellschaft 
an die Inhaber gesellschaftlicher Beteiligungsrechte oder an ihnen na-
he stehende Dritte, die sich nicht als Rückzahlung der im Zeitpunkt der 
Leistung bestehenden Anteile  am einbezahlten Grund-  oder  Stamm-
kapital  erweist  (Art. 20  Abs. 1  VStV).  Die  Gesetzmässigkeit  der  ge-
nannten  Verordnungsbestimmung  wurde  vom Bundesgericht  wieder-
holt  bestätigt  (BGE 115  Ib  274  E. 9a,  110  Ib  321  E. 3,  je  mit  Hin-
weisen; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-687/2008 vom 9. Juli 
2009 E. 2.2).

2.3 Zu den  geldwerten  Leistungen  an  die  Inhaber  gesellschaftlicher 
Beteiligungsrechte oder an ihnen nahe stehende Dritte sind nach stän-
diger  Rechtsprechung des Bundesgerichts  namentlich  Zuwendungen 
zu rechnen, welche unter folgenden Umständen gewährt werden (vgl. 
BGE 115 Ib 274 E. 9b mit  Hinweisen; vgl. auch Urteile  des Bundes-

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gerichts  2A.602/2002  vom  23. Juli  2003  E. 2,  2A.590/2002  vom 
22. Mai  2003  E. 2.1,  2A.263/2003  vom  19. November  2003  E. 2.1, 
jeweils mit Hinweisen): 

• Die Gesellschaft erhält keine gleichwertige Gegenleistung, und die 
Erfolgsrechnung wird dadurch belastet; 

• die Aktionäre oder die ihnen nahe stehenden Personen kommen in 
den Genuss einer Leistung, die aussenstehenden Dritten nicht oder 
zumindest nicht im gleichen Mass gewährt worden wäre; 

• das  Missverhältnis  zwischen  der  gewährten  Leistung  und  der  er-
haltenen Gegenleistung muss für  die  Organe der  Gesellschaft  er-
kennbar sein.

2.4 Nach  ständiger  Rechtsprechung  gehören  ohne  Rücksicht  auf 
Form und Bezeichnung solche freiwilligen Zuwendungen der  Gesell -
schaft zu den geldwerten Leistungen, die den Aktionären oder diesen 
nahestehenden  Dritten  ausgerichtet  werden  und  die  ihren  Rechts-
grund im Beteiligungsverhältnis  haben. Als  nahe stehende Personen 
gelten  dabei  solche,  zu  denen  wirtschaftliche  oder  persönliche  Ver-
bindungen bestehen, welche nach den gesamten Umständen als  ei-
gentlicher  Grund  der  zu  besteuernden  Leistung  betrachtet  werden 
müssen  (Urteile  des  Bundesgerichts  2C_726/2009  vom  20. Januar 
2010  E. 2.2  mit  Hinweisen,  2C_377/2009  vom  9. September  2009 
E. 2.2, 2C_265/2009 vom 1. September 2009 E. 2.2 [veröffentlicht in 
Steuerrevue  {StR}  2009  S. 915],  2C_502/2008  vom  18. Dezember 
2008 E. 3.2,  2A.72/2006 vom 9. Juni  2006 E. 2.1,  2A.342/2005 vom 
9. Mai  2006 E. 2.2). Als  (Gewinnvorwegnahme und somit)  geldwerte 
Leistung gilt auch der Verzicht auf Darlehens- und Verzugszinsen zu-
gunsten von Aktionären oder ihnen nahe stehenden Dritten (Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts A-2605/2008 vom 29. April 2010 E. 2.4.2; 
siehe auch Urteile des Bundesgerichts 2A.355/2004 vom 20. Juni 2005 
E. 3.3  [veröffentlicht  in  StR  2005  S. 963];  W. ROBERT PFUND,  Die  Eid-
genössische  Verrechnungssteuer,  I. Teil,  Basel  1971,  Rz. 3.24  zu 
Art. 4 Abs. 1 Bst. b VstG). In dem Masse, als solche Leistungen einem 
unbeteiligten Dritten  unter  im Übrigen gleichen Umständen nicht  er-
bracht worden wären und auch keine Kapitalrückzahlung darstellen, ist 
darauf die Verrechnungssteuer geschuldet (Urteile des Bundesgerichts 
2C_726/2009 vom 20. Januar 2010 E. 2.2, 2C_265/2009 vom 1. Sep-
tember 2009 E. 2.2 [veröffentlicht in StR 2009 S. 915],  2C_335/2008 

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vom 13. Oktober 2008 E. 2.2 [veröffentlicht in Rivista ticinese di diritto 
{RtiD} 2009 I S. 492]).

2.5 Mit  der  Unterstellung  der  geldwerten  Leistungen  unter  die  Ver-
rechnungssteuerpflicht werden diese gleich behandelt wie offene Ge-
winnausschüttungen  (ERNST HÖHN/ROBERT WALDBURGER,  Steuerrecht, 
Bd. I,  9. Aufl.,  Bern  2001,  § 21  Rz. 13).  In  der  Lehre  wird  termino-
logisch  zwischen  verdeckten  Gewinnausschüttungen  einerseits  und 
Gewinnvorwegnahmen andererseits unterschieden (kritisch zu dieser 
Terminologie: Urteil des Bundesgerichts 2C_726/2009 vom 20. Januar 
2010  E. 2.2,  welches  einwendet,  eine  Kürzung  des  in  der  Erfolgs-
rechnung  ausgewiesenen  Gewinns  könne  nicht  als  "Gewinnvorweg-
nahme"  bezeichnet  werden,  da  handelsrechtlich  gar  keine  Gewinne 
"vorweggenommen" werden könnten).

3.
3.1 Das  Verrechnungssteuerrecht  wird  vom  sogenannten  Selbstver-
anlagungsprinzip beherrscht. Die Steuerpflichtigen, also die Schuldner 
der nach Art. 4 f. VStG der Verrechnungssteuer unterliegenden steuer-
baren Leistung (Art. 10 Abs. 1 VStG),  haben sich unaufgefordert  bei 
der  ESTV  anzumelden,  bei  Fälligkeit  der  Steuer  unaufgefordert  die 
vorgeschriebene  Abrechnung  mit  den  Belegen  einzureichen  und 
gleichzeitig die Steuer zu entrichten oder die an ihre Stelle  tretende 
Meldung  zu  erstatten  (Art. 38  VStG).  Gemäss  dem  diese  Verpflich-
tungen konkretisierenden Art. 21 VStV ist die Steuer auf Erträgen, die 
nicht mit Genehmigung der Jahresrechnung fällig oder nicht auf Grund 
der Jahresrechnung ausgerichtet werden (Interimsdividenden, Bauzin-
sen,  Gratisaktien,  Liquidationsüberschüsse,  Ablösung  von  Genuss-
scheinen,  geldwerte  Leistungen  anderer  Art),  aufgrund  der  Abrech-
nung nach amtlichem Formular innert 30 Tagen nach Fälligkeit des Er-
trages unaufgefordert der ESTV zu entrichten (Art. 21 Abs. 2 VStV). Ist 
für den Ertrag ein Fälligkeitstermin nicht bestimmt, so beginnt die 30-
tägige Frist am Tage, an dem die Ausrichtung beschlossen oder, man-
gels eines solchen Beschlusses, an dem der Ertrag ausgerichtet wird, 
zu laufen (Art. 21 Abs. 3 VStV). Wird die Jahresrechnung nicht innert 
sechs Monaten nach Ablauf  des  Geschäftsjahres  genehmigt,  so  hat 
die Gesellschaft der ESTV vor Ablauf des siebten Monats den Grund 
der Verzögerung und den mutmasslichen Zeitpunkt der Rechnungsab-
nahme mitzuteilen (Art. 21 Abs. 4 VStV). Diese Einreichungs- bzw. Mit -
teilungspflichten gelten auch und selbst dann, wenn keine Dividenden 

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oder  andere  steuerbare  Leistungen  ausgerichtet  werden  (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-687/2008 vom 9. Juli 2009 E. 3.1).

3.2 Ist  das  Vorliegen  einer  der  Verrechnungssteuer  unterliegenden 
Leistung nachgewiesen, wofür nach der allgemeinen steuerrechtlichen 
Beweislastverteilung  die  ESTV  beweisbelastet  ist,  macht  aber  die 
Steuerpflichtige über das Ausmass der steuerbaren Leistungen keine 
zuverlässigen  Angaben,  so  ist  dieses  nach  Ermessen  festzusetzen. 
Dies ergibt sich implizit aus Art. 39 und Art. 41 Bst. a VStG (vgl. schon 
Urteil  des Bundesgerichts  vom 10. November  1974,  [veröffentlicht  in 
Archiv  für  Schweizerisches Abgaberecht  {ASA} 44 S. 390 E. 1]; Ent-
scheid  der  Eidgenössischen  Steuerrekurskommission  [SRK]  vom 
25. Juni  1996  [veröffentlicht  in  ASA  65  S. 922  E. 3a]).  Bei  der  Er-
messensveranlagung  haben  die  Steuerbehörden  auf  den  gewöhn-
lichen Lauf der Dinge und auf das Verhalten des Steuerpflichtigen ab-
zustellen. Sie  müssen  von  haltbaren  Grundlagen  ausgehen. Die  Er-
messensveranlagung soll  dem wirklichen Sachverhalt möglichst nahe 
kommen.  Fehlen  schlüssige  Anhaltspunkte,  ist  auf  Erfahrungswerte 
abzustellen  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom 30. August  1988  [veröf-
fentlicht  in  ASA  57  S. 514  E. 2a  mit  Hinweisen]).  Die  Ver-
anlagungsbehörde stellt  im Rahmen der  Ermessensveranlagung das 
«wahrscheinlich Wahre» fest (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-
687/2008 vom 9. Juli  2009  E. 3.1; vgl.  MARTIN ZWEIFEL/SILVIA HUNZIKER, 
Beweis und Beweislast im Steuerverfahren bei der Prüfung von Leis-
tung und Gegenleistung unter dem Gesichtswinkel des Drittvergleichs 
[«dealing  at  arm's  length»],  ASA 77 S. 658 ff.,  insbesondere S. 665 
[mit weiteren Hinweisen auf die Lehre in Fn. 32] und S. 669 ff.).

3.3 Sind die Voraussetzungen einer Ermessensveranlagung einmal er-
füllt, obliegt es der Steuerpflichtigen, den Beweis für die Unrichtigkeit 
der Schätzung zu erbringen. Dabei hat sie sich mit den Elementen der 
vorgenommenen  Ermessensveranlagung  im  Einzelnen  zu  befassen 
und aufzuzeigen, dass und inwiefern die Schätzung nicht auf haltbaren 
Grundlagen  beruht  (Urteile  des  Bundesgerichts  2C_726/2009  vom 
20. Januar  2010 E. 3.2,  2C_502/2008 vom 18. Dezember  2008 E. 2 
[veröffentlicht in StR 2009 S. 588, mit Hinweisen]; Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts A-687/2008 vom 9. Juli 2009 E. 3.1; vgl. zu der in-
soweit  vergleichbaren Situation bei der Mehrwertsteuer [anstelle vie-
ler]  das Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-5460/2008  vom 
12. Mai 2010 E. 2.5.4).

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3.4 Bei der Überprüfung einer zulässigerweise erfolgten Ermessens-
einschätzung  auferlegt  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  auch  im 
Verrechnungssteuerrecht  –  in  Weiterführung  der  ständigen  Recht-
sprechung der SRK – eine gewisse Zurückhaltung und setzt nur dann 
sein eigenes Ermessen an die Stelle desjenigen der Vorinstanz, wenn 
dieser bei der Schätzung grössere Ermessensfehler unterlaufen sind 
(hierzu und zum Ganzen: Entscheid der SRK vom 27. Oktober 2004 
[veröffentlicht in Verwaltungspraxis der Bundesbehörden {VPB} 69.43 
E. 4a,  mit  Hinweisen];  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
687/2008 vom 9. Juli 2009 E. 3.1; vgl. etwa für den Bereich der Mehr-
wertsteuer  auch  [anstelle  vieler]  das  Urteil  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  A-5460/2008 vom 12. Mai 2010 E. 2.5.4 mit Hinweisen; MO-
SER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 2.162).

4.
4.1 Wie oben dargelegt (vgl. E. 2.4) unterstehen geldwerte Leistungen 
in Form von Zinsverzichten auf Forderungen und Darlehen gegenüber 
Aktionären und ihnen nahe stehenden Dritten der Verrechnungssteuer. 
Die ESTV erlässt jährlich Merkblätter betreffend die Zinssätze für die 
Berechnung geldwerter Leistungen.

4.2 Für  die  Bemessung  der  geldwerten  Leistung  an  Aktionäre  bzw. 
Gesellschafter oder an ihnen nahe stehende Dritte in Form von unver-
zinslichen oder ungenügend verzinster Vorschüsse in Schweizer Fran-
ken  unterscheidet  die  ESTV  gemäss  ihrer  Verwaltungspraxis  zwei 
Konstellationen:

• Vorschüsse aus Eigenkapital und keine Fremdkapitalverzinsung,
• Vorschüsse, die aus Fremdkapital finanziert werden.

Die erste Konstellation betreffend stellte die ESTV in den Jahren 2000, 
2001 und 2002 auf einen Zinssatz von mindestens 3.25 % ab (so die 
Merkblätter Zinssätze für die Berechnung der geldwerten Leistungen 
der  ESTV  vom  31. Januar  2000,  vom  31. Januar  2001  und  vom 
28. Januar 2002, Ziff. 1.1). Für Vorschüsse, welche aus Fremdkapital 
finanziert werden, wurde nach der Verwaltungspraxis der ESTV auf die 
Selbstkosten plus einen Zinsecart von 0.25 bis 0.5 % abgestellt, min-
destens jedoch auf einen Zinssatz von 3.25 % (Merkblätter Zinssätze 
für  die  Berechnung  der  geldwerten  Leistungen  der  ESTV  vom 
31. Januar  2000,  vom  31. Januar  2001  und  vom  28. Januar  2002, 
Ziff. 1.2).

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Vorschüsse an Beteiligte oder ihnen nahe stehende Dritte in fremder 
Währung sind nach der Verwaltungspraxis der ESTV im Umfang der 
verzinslichen Verpflichtungen zu den Fremdkapitalzinssätzen zuzüglich 
eines Zuschlags von 0.5 %, mindestens jedoch zu fest vorgesehenen 
Zinssätzen  zu  verzinsen. Diese  betrugen  für  Vorschüsse  in  EUR im 
Jahre 2000 5.5 %, im Jahre 2001 5 % und im Jahre 2002 5.5 % (vgl. 
dazu etwa das Rundschreiben der ESTV Zinssätze für fremde Wäh-
rungen für die Berechnung von geldwerten Leistungen vom 26. März 
2004, Ziff. 1.2 und 4).

5.
5.1 Im  vorliegenden  Fall  hat  die  Beschwerdeführerin  unbestrittener-
massen  darauf  verzichtet,  auf  Darlehensforderungen  an  Naheste-
hende Zins zu fordern. Sie hat dadurch auf Ertrag verzichtet. Auf die-
sem Ertragsverzicht  schuldet  sie  die  Verrechnungssteuer,  soweit  sie 
die  Verzichte  unabhängigen  Dritten  unter  gleichen  Umständen  nicht 
gewährt hätte.

Ebenso ist unbestritten, dass die Beschwerdeführerin die vorliegenden 
geldwerten  Leistungen  nicht  ordnungsgemäss  deklariert  hat  (oben, 
E. 3.1). Entsprechend war  die  ESTV berechtigt  und verpflichtet,  das 
Ausmass  der  steuerbaren  Leistung  nach  Ermessen  festzusetzen 
(oben, E. 3.2).

5.2 Die unter Fremdkapital verbuchte Wechselschuld der Beschwerde-
führerin  wurde  gemäss  den  Akten  zu  5 % verzinst  (vgl.  Prom. note 
X._______, ... [Calculation of interest for 2000 and 2001]; act. 8k); sie -
he auch Erfolgsrechnungen der Jahre 2000 bis 2003; act. 3-6). Die Be-
schwerdeführerin verfügte somit über zu 5 % verzinstes Fremdkapital. 
Zur Berechnung der geldwerten Leistung auf den den nahestehenden 
Gesellschaften  C._______  und  D._______  gewährten  Darlehen,  die 
während der  hier  interessierenden Jahre  unbestrittenermassen nicht 
verzinst wurden, stellte die ESTV deshalb auf die ausgerichteten Zin-
sen  auf  Fremdkapital  von  5 %  als  Selbstkosten  ab.  Da  die  Dar-
lehensbeträge  weniger  als  Fr.  10  Millionen  betrugen,  rechnete  sie 
einen Zinsecart von 0.5 % hinzu, womit sich ein Zinssatz auf den an 
die C._______ und D._______ gewährten Darlehen von 5.5 % ergab. 
Sie erwog ferner, dass auch gemäss dem Rundschreiben der ESTV 
vom  14. Februar  2005  betreffend  Zinssätze  für  fremde  Währungen 
(siehe  E. 4.2  hiervor),  die  Selbstkosten  der  Beschwerdeführerin  auf 
dem Fremdkapital plus ein Zinsecart von 0.5 % als Basis für die Be-

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rechnung der geldwerten Leistungen auf den unverzinsten Aktivdarle-
hen  massgebend  seien.  Somit  ergebe  sich  auch  gemäss  diesem 
Rundschreiben ein Zinssatz von 5.5 %.

5.3 Die  Beschwerdeführerin  macht  im  Wesentlichen  geltend,  der 
Wechsel im Betrag von CZK ... sei zur Begleichung des Kaufpreises 
der Beteiligung an der F._______ ausgestellt worden. Da der Kaufpreis 
durch die Ausstellung des Wechsels beglichen worden sei, entspreche 
der  Wechselschuld  auf  der  Fremdkapitalseite  die  Beteiligung 
F._______ auf der Aktivenseite. Daraus erhelle, dass die Darlehen an 
die C._______ und die D._______ nur aus unverzinstem Fremdkapital 
finanziert werden konnte. Es könne somit nicht, wie von der ESTV be-
hauptet,  von  Selbstkosten  von  5 %,  welche  für  die  Verzinsung  der 
Wechselschuld  aufgewendet  wurden,  ausgegangen werden,  sondern 
von Fremdkosten von 0 %. Weiter sei, zwecks Beibehaltung der Unver-
zinsbarkeit  der Kaufpreisforderung, eine Kausalstrafe ("Penalty Fee") 
seitens der E._______ an die Beschwerdeführerin in genau gleicher 
Höhe gegenüber gestellt worden. Durch die Verrechnung der Beträge 
sei "die anfängliche Unverzinslichkeit des Wechsels erreicht worden". 
Die Verzinsung und die "Penalty Fees" stünden in einem direkten Zu-
sammenhang und es handle sich dabei nicht um getrennte Rechtsge-
schäfte. Somit habe die Beschwerdeführerin kein verzinsbares Fremd-
kapital aufgewiesen, womit aus der Unverzinsbarkeit der Aktivdarlehen 
keine geldwerte Leistung resultieren könne.

5.4
5.4.1 Geldwerte  Leistungen  wie  namentlich  der  Verzicht  auf  Dar-
lehenszinsen unterliegen in dem Masse, als solche Leistungen einem 
unbeteiligten Dritten nicht erbracht worden wären und auch keine Ka-
pitalrückzahlung darstellen, der Verrechnungssteuer (E. 2.4). Massge-
bend für die Berechnung der geldwerten Leistung ist damit der Zins-
satz,  welcher  unter  unbeteiligten Dritten  vereinbart  worden wäre (so 
ausdrücklich  auch  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.355/2004  vom 
20. Juni  2005  [veröffentlicht  in  StR  2005,  S. 963  ff.,  E. 3.4  am  An-
fang]).

Hat die ESTV – wie vorliegend zulässigerweise – das Ausmass der  
geldwerten  Leistung nach  Ermessen festgesetzt,  so  obliegt  es  nach 
ständiger Rechtsprechung dem Steuerpflichtigen, den Beweis für die 
Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen (E. 3.3). Das Bundesverwal-
tungsgericht auferlegt sich bei der Überprüfung zulässig erfolgter Er -

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A-6000/2008

messenseinschätzungen Zurückhaltung und setzt nur dann sein eige-
nes Ermessen an die Stelle  desjenigen der  Vorinstanz,  wenn dieser 
bei der Schätzung grössere Ermessensfehler unterlaufen sind (E. 3.4).

Die Verwaltungspraxis betreffend die Berechnung von geldwerten Leis-
tungen in Form von unverzinslichen oder ungenügend verzinster Vor-
schüsse einer Gesellschaft an Aktionäre bzw. Gesellschafter oder an 
ihnen nahe stehende Dritte (siehe dazu oben, E. 4) ist für das Bundes-
verwaltungsgericht nicht verbindlich (oben, E. 1.3). Hervorzuheben ist 
in diesem Zusammenhang, dass für die Berechnung dieser geldwerten 
Leistungen somit letztlich nicht der durch die Verwaltungspraxis fest-
gelegte, sondern derjenige Zinssatz massgeblich zu sein hat, welcher 
unter unbeteiligten Dritten vereinbart  worden wäre. Wurde somit  das 
Ausmass einer solchen geldwerten Leistung zulässigerweise durch die 
ESTV nach Ermessen festgesetzt, so steht dem Steuerpflichtigen da-
gegen durchwegs der Nachweis einer marktüblichen Verzinsung offen. 
Ein solcher Nachweis kann insbesondere durch eine unabhängige und 
konkrete  Bankofferte  und  –  nach  der  bundesgerichtlichen  Recht-
sprechung  (vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.355/2004  vom 
20. Juni 2005 [veröffentlicht in StR 2005, S. 963 ff., E. 3.4]) – nament-
lich  gestützt  auf  allgemein  publizierte  Informationen  renommierter 
Fachmedien erbracht werden.

Nicht ausreichend für einen solchen Nachweis wird hingegen in aller 
Regel  die  blosse  Kritik  am  angefochtenen  Entscheid  dahingehend 
sein, die ESTV habe ihre eigene Verwaltungspraxis unzutreffend aus-
gelegt oder angewendet. Verwaltungsverordnungen sind keine verbind-
lichen Rechtssätze,  deren Auslegung oder  Anwendung das Bundes-
verwaltungsgericht zu überprüfen hätte; sie werden von einer Gerichts-
behörde vielmehr bei Entscheidungen mitberücksichtigt, sofern sie ei -
ne dem Einzelfall  angepasste  und gerecht  werdende Auslegung der 
anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmungen  zulassen  (vgl.  dazu  aus-
führlich oben, E. 1.3). Insbesondere angesichts der Zurückhaltung, die 
sich das Bundesverwaltungsgericht bei der Überprüfung einer zulässig 
erfolgten  Ermessenseinschätzung  auferlegt  (vgl.  dazu  oben,  E. 3.4), 
hat  der  Beschwerdeführer  im  Beschwerdeverfahren  vor  Bundesver-
waltungsgericht  somit  nicht  lediglich  darzulegen,  dass  bei  einer  ab-
weichenden  Auslegung  oder  Anwendung  der  einschlägigen  Ver-
waltungspraxis der ESTV auch auf einen anderen Zinssatz hätte ab-
gestellt  werden  können.  Der  Beschwerdeführer  hat  vielmehr  den 
Nachweis der Unrichtigkeit der Schätzung durch die Vorinstanz zu er-

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bringen,  wobei  als  Massstab  auf  die  marktübliche  Verzinsung abzu-
stellen ist; dieser Nachweis kann – wie bereits dargelegt – namentlich 
durch  eine unabhängige und konkrete  Bankofferte  oder  gestützt  auf 
allgemein  publizierte  Informationen  renommierter  Fachmedien  er-
bracht werden.

5.4.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid stellte die ESTV für die 
Berechnung der geldwerten Leistung in Form von Zinsverzicht auf Dar-
lehen auf  einen Zinsertrag von 5.5 % ab (oben, E. 5.2). Die von der 
Beschwerdeführerin  eingereichte  Beschwerdeschrift  enthält  keinerlei 
Ausführungen  dazu  und  insbesondere  keine  Nachweise  dafür,  dass 
dieser  Zinssatz  nicht  als  marktüblich  angesehen werden könne. Die 
Beschwerdeführerin begnügt sich vielmehr damit aufzuzeigen, wie die 
Verwaltungspraxis der ESTV (vgl. dazu oben, E. 4) ihrer Ansicht nach 
auszulegen und anzuwenden gewesen wäre und welcher Zinssatz bei 
einer ihrer Auffassung nach zutreffenden Auslegung und Anwendung 
der  massgeblichen  Verwaltungspraxis  resultiert  hätte.  Dass  die  Vor-
instanz  anlässlich  der  Anwendung  ihrer  Verwaltungspraxis  die  Be-
schwerdeführerin  etwa  rechtsungleich  oder  gar  willkürlich  behandelt 
hätte, ist weder geltend gemacht worden noch ersichtlich.

Es  ergibt  sich  somit,  dass  die  Beschwerdeführerin  vorliegend  nicht 
nachgewiesen hat, dass die ermessensweise erfolgte Festlegung der 
strittigen  geldwerten  Leistung  durch  die  Vorinstanz  unrichtig  erfolgt 
wäre.  Die  eingereichte  Beschwerde  erweist  sich  damit  als  un-
begründet.

6.
6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kann eine angefochtene Verfügung 
zuungunsten  einer  Partei  ändern,  wenn  die  Verfügung  Bundesrecht 
verletzt  oder  auf  einer  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung 
des  Sachverhaltes  beruht,  wobei  die  angefochtene  Verfügung  nicht 
wegen Unangemessenheit zuungunsten einer Partei geändert werden 
darf,  es  sei  denn,  sie  werde  zugunsten einer  Gegenpartei  geändert 
(Art. 62 Abs. 2 VwVG). Eine solche Berichtigung wird nach der Recht-
sprechung  des  Bundesgerichts  nur  vorgenommen,  wenn  der  be-
troffene Entscheid offensichtlich unrichtig und die Korrektur von erheb-
licher Bedeutung ist (BGE 119 V 241 E. 5; 108 Ib 227 E. 1b; 105 Ib 348 
E. 18a mit Hinweisen). Die Rechtsprechungsorgane sind in der Regel 
zurückhaltend, wenn es darum geht, einen vorinstanzlichen Entscheid 
zuungunsten einer Partei  zu ändern. Ihr  soll  aus der Ergreifung des 

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Rechtsmittels kein Nachteil erwachsen, sofern dies nicht zur richtigen 
Durchsetzung des Bundesrechts notwendig erscheint oder der Sach-
verhalt  unrichtig  oder  unvollständig  festgestellt  wurde  (vgl.  MADELEINE 
CAMPRUBI, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bundesge-
setz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008,  Rz. 6  zu 
Art. 62; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.200). Mit anderen Wor-
ten sollte eine Abänderung des vorinstanzlichen Entscheids zuunguns-
ten einer Partei  nur mit  grosser Zurückhaltung, das heisst bei Vorlie-
gen neuer Tatsachen oder Verfehlungen und nur als eigentliche Not-
bremse gegen ungesetzliche und ungerechte Fehlentscheide erfolgen 
(ANDRÉ MOSER, in: Moser/UebersaX, Prozessieren vor eidgenössischen 
Rekurskommissionen, Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz. 2.13 mit 
weiteren, Rz. 3.93 mit Hinweis; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1378/2006  vom 27.  März  2008  E.  2.9).  Gegen  eine  reformatio  in 
peius  können  u.a.  Gesichtspunkte  der  Rechtsgleichheit  bzw.  der 
Gleichbehandlung im Unrecht sprechen, insbesondere wenn eine Viel-
zahl  anderer  Verfügungen  am selben  Rechtsmangel  leiden  (dürften) 
und – weil sie mangels Anfechtung rechtskräftig geworden sind – nicht 
mehr angepasst werden können (vgl. BGE 119 V 241 E. 5; THOMAS HÄ-
BERLI,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  zum 
Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf 
2009, Rz. 25 zu Art. 62; vgl. zum Ganzen:  ANNETTE GUCKELBERGER,  Zur 
reformatio in peius vel melius in der schweizerischen Bundesverwal-
tungsrechtspflege nach der Justizreform, Schweizerisches Zentralblatt 
für Staats- und Verwaltungsrecht [ZBl] 2010 S. 96 ff., S. 111 f.).

6.2 Die  ESTV hat  die  der  Verrechnungssteuer  unterliegenden  geld-
werten Leistungen (Verzicht auf eine angemessene Verzinsung) unter 
Anrechnung einer möglichen Verzinsung des Passivdarlehens im Rah-
men von nicht verdecktem Eigenkapital berechnet. Mit anderen Worten 
hat  die  Vorinstanz  einen  Teil  der  nicht  vereinnahmten (Aktiv-)Zinsen 
mit nicht bezahlten – und auch nicht verbuchten – (Passiv-)Zinsen ver-
rechnet und nur auf dem Differenzbetrag die Verrechnungssteuer er-
hoben (siehe die detaillierte  Berechnung in  E. 3.1 und 3.2 des Ein-
spracheentscheides vom 19.  August 2008). Ob ein solches Vorgehen 
Bundesrecht  verletzt,  kann offen bleiben (vgl. Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts A-2605/2008 vom 29. April 2010 E. 4.2). Selbst wenn 
dies nämlich der Fall wäre, erschiene die Korrektur dieses Vorgehens 
der Vorinstanz nicht von  erheblicher Bedeutung im Sinne der Recht-
sprechung des  Bundesgerichts,  zumal  es  sich  hier  um eine  Ermes-
senseinschätzung handelt,  bei  deren Überprüfung sich  das Bundes-

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verwaltungsgericht  eine  gewisse  Zurückhaltung  auferlegt  (vgl.  E. 3.4 
hievor). Zudem sprechen vorliegend auch Gesichtspunkte der Rechts-
gleichheit  gegen  eine  Abänderung  des  angefochtenen  Einsprache-
entscheids zuungunsten der Beschwerdeführerin. Auf eine reformatio 
in peius im Sinne von Art. 62 Abs. 2 VwVG wird somit verzichtet.

7.
7.1 Damit ist  die Beschwerde vollumfänglich abzuweisen, soweit  da-
rauf einzutreten ist (vgl. E. 1.2), und der angefochtene Einspracheent-
scheid zu bestätigen.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin 
nach Art. 63 Abs. 1 VwVG die Verfahrenskosten zu tragen. Sie werden 
nach Art. 4  des Reglements  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE, 
SR 173.320.2)  auf  Fr. 4'500.--  festgesetzt  und  mit  dem  geleisteten 
Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. Der Beschwerdeführerin 
als unterliegender Partei  steht  keine Parteientschädigung zu (Art. 64 
Abs. 1 VwVG bzw. Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 4'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt  und mit  dem geleisteten Kostenvorschuss in  gleicher Höhe 
verrechnet.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel de Vries Reilingh Nadine Mayhall

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die Be-
gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift  zu enthalten. Der  angefochtene Entscheid und die Beweis-
mittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 
beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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