# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19219be4-b2a4-5e48-839e-4847445763fe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.01.2022 E-5453/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5453-2021_2022-01-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5453/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang;   

Gerichtsschreiberin Nina Ermanni. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Alexis Tzikas,  

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 15. November 2021 / N (…). 

 

 

 

E-5453/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der noch minderjährige Beschwerdeführer suchte am 27. September 2021 

in der Schweiz um Asyl nach und mandatierte am 1. Oktober 2021 den 

rubrizierten Rechtsvertreter. 

B.  

Am 15. Oktober 2021 fand die Erstbefragung (EB) und am 4. November 

2021 die Anhörung des Beschwerdeführers unter Anwesenheit seines 

Rechtsvertreters statt. Der Beschwerdeführer reichte anlässlich der EB 

eine Kopie seiner Identitätskarte (Tazkera) zu den Akten. Anlässlich der 

beiden Befragungen führte er im Wesentlichen folgendes aus: Er sei im 

Dorf B._______, Distrikt C._______, Provinz D._______, geboren und auf-

gewachsen. Die Schule habe er bis zur siebten Klasse besucht, anschlies-

send habe ihn sein Onkel väterlicherseits in eine religiöse Schule (Mad-

rasa) geschickt, welche er bis zu seiner Ausreise etwa eineinhalb Jahre 

lang besucht habe. Einen Beruf habe er zwar nicht erlernt, aber er habe 

stets auf den Ländereien sowie in den Gärten der Familie gearbeitet. Sein 

Vater habe für die (…) und als (…) gearbeitet. Zudem habe er (…) geliefert. 

Aufgrund dieser Arbeit sei sein Vater von den Taliban bedroht worden. 

Nach dieser Drohung sei es zu drei Angriffen seitens der Taliban auf die 

Behörden und zu drei Angriffen seitens der Behörden auf die Taliban ge-

kommen. Die Taliban hätten seinen Vater für die drei auf sie verübten An-

griffe verantwortlich gemacht. Drei Monate nach der Drohung der Taliban, 

sei sein Vater verschollen. Er selbst sei zu diesem Zeitpunkt (…) Jahre alt 

gewesen. Nach dem Verschwinden seines Vaters seien er, seine Mutter 

und seine Geschwister zunächst vom Grossvater väterlicherseits und nach 

dessen Tod vom Onkel väterlicherseits, der eine höhere Position ([…]) bei 

den Taliban innehabe und (…) Jahre später seinen Mutter unter Zwang 

geheiratet habe, betreut worden. Dieser Onkel sei dafür verantwortlich ge-

wesen, dass er die Madrasa habe besuchen müssen. Während seiner Zeit 

an der Madrasa seien wichtige Taliban-Persönlichkeiten in den Unterricht 

gekommen und hätten ihnen gesagt, dass sie kämpfen und am Dschihad 

teilnehmen sollten. Die Schüler seien dazu von den Taliban mitgenommen 

worden und hätten diese einen Tag lang mit der Waffe in der Hand beglei-

ten müssen. Er habe sich jedoch jeweils geweigert, das zu tun, was die 

Taliban von ihm verlangt hätten, weshalb er oft geschlagen worden sei. 

Nach eineinhalb Jahren sei die (…) angegriffen worden. Die Taliban hätten 

den Fall untersucht und seien zum Schluss gekommen, dass er und sein 

(…)bruder, wie zuvor bereits sein Vater, diesen Angriff organisiert hätten, 

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Seite 3 

weil sie wie ihr Vater (…) seien. (…) Monate vor seiner Ausreise aus Af-

ghanistan sei sein (…) von den Taliban mitgenommen worden beziehungs-

weise verschollen und (…) Monate (gemäss EB) beziehungsweise Tage 

(gemäss Anhörung) später habe man dessen Leiche mit blauen Flecken 

am Hals und zwei Einschusslöchern gefunden. Daraufhin sei er von sei-

nem Onkel mütterlicherseits mitgenommen und von ihm ihn in die Schweiz 

geschickt worden, weil sein Leben in Afghanistan ebenfalls in Gefahr ge-

wesen sei. Betreffend die Ausstellung seiner Tazkera führte er aus, dass 

sein Onkel mütterlicherseits diese vor rund (…) Jahren habe ausstellen 

lassen. Er selbst habe die Tazkera zum Besuch der Madrasa benötigt. Da-

nach gefragt, weshalb nicht sein Onkel väterlicherseits, bei welchem die 

Familie zu jenem Zeitpunktgelebt habe, die Tazkera beantragt habe, gab 

der Beschwerdeführer zur Antwort, dass dieser als wichtige Person der Ta-

liban nicht zu den Behörden habe gehen können, weshalb dies der Onkel 

mütterlicherseits übernommen habe. 

Auf seine gesundheitliche Situation angesprochen, gab der Beschwerde-

führer zu Protokoll, dass es ihm momentan gut gehe. Er sei krank gewe-

sen, namentlich habe er Ausschläge an den Beinen gehabt und nehme 

deshalb immer noch Medikamente. 

C.  

Am 11. November 2021 stellte das SEM den Entwurf des Asylentscheids 

dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zur Stellungnahme zu. 

D.  

Mit Stellungnahme vom 11. November 2021 führte der Rechtsvertreter aus, 

das SEM habe ausser Acht gelassen, dass der Beschwerdeführer noch ein 

Kind sei und dementsprechend nicht über denselben Kenntnisstand ver-

füge, wie er von einer erwachsenen Person zu erwarten wäre. Die Per-

spektive des Kindes werde weder bei der Sachverhaltsfeststellung noch 

bei der Entscheidbegründung entsprechend gewürdigt. Sodann behandle 

der Entscheidentwurf die mögliche Reflexverfolgung des Beschwerdefüh-

rers durch die Taliban aufgrund der Aktivitäten seines Vaters nicht. Der Be-

schwerdeführer habe somit zum Zeitpunkt seiner Ausreise wie auch heute 

noch begründete Furcht vor Verfolgungsmassnahmen im Sinne von Art. 3 

AsylG seitens der Taliban. Hinzukomme, dass die Begründung des Ent-

scheidentwurfs äussert knapp ausgefallen sei und keine eingehende Aus-

einandersetzung mit den Vorbringen des Beschwerdeführers zulasse. So-

dann sei ihm als Rechtsvertreter aufgefallen, dass es dem Beschwerde-

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Seite 4 

führer schwerfalle, über die schlimmen Erlebnisse in Afghanistan zu be-

richten. Es sei gut möglich, dass er traumatisiert sei, weshalb er den Antrag 

stelle, dass der Beschwerdeführer umfassend psychologisch abgeklärt 

werde, um dadurch eruieren zu können, ob allenfalls eine Traumatisierung 

vorliege, die sich negativ auf die Aussagefähigkeit auswirke. 

E.  

Mit Verfügung vom15. November 2021 – gleichentags eröffnet – stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

und lehnte sein Asylgesuch ab. Es verfügte die Wegweisung aus der 

Schweiz. Den Vollzug der Wegweisung erachtete das SEM als nicht zu-

mutbar, ordnete daher die vorläufige Aufnahme des Beschwerdeführers an 

und wies ihn dem Kanton E._______ zu. Den Antrag auf psychologische 

Abklärung lehnte das SEM ab und stellte fest, dass einer allfälligen Be-

schwerde gegen die Kantonszuweisung keine aufschiebende Wirkung zu-

komme. 

F.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 15. Dezember 2021 liess der Be-

schwerdeführer gegen die Verfügung des SEM beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde erheben und beantragte, es seien die Ziffern 1 – 4 der 

angefochtenen Verfügung vom 15. November 2021 aufzuheben, es sei die 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers festzustellen und ihm Asyl 

zu gewähren, eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und 

die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte er die Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG inklusive Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

Der Beschwerdeführer liess mit seiner Eingabe nebst Vollmacht und Ver-

fügung des SEM ein Mail seines Rechtsvertreters an das SEM vom 15. No-

vember 2021 betreffend Transfer in den zuständigen Kanton zu den Akten 

reichen. 

G.  

Die vorinstanzlichen Akten lagen dem Bundesverwaltungsgericht am 

16. Dezember 2021 in elektronischer Form vor (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG). 

H.  

Am 17. Dezember 2021 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht dem Be-

schwerdeführer den Eingang der Beschwerde. 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105, Art. 108 Abs. 1 

AsylG und Art. 10 der Verordnung vom 1. April 2020 über Massnahmen im 

Asylbereich im Zusammenhang mit dem Coronavirus [Covid-19-Verord-

nung Asyl, SR 142.318]; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 In der Beschwerde werden formelle Rügen erhoben, welche vorab zu 

beurteilen sind, da sie gegebenenfalls geeignet sind, eine Kassation der 

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vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2; 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043 ff. m.w.H.). Der Beschwerde-

führer wirft der Vorinstanz unrichtige und unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts vor sowie eine Verletzung der Begrün-

dungspflicht (respektive allgemein des Anspruchs auf rechtliches Gehör).  

4.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest. Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 29 

Abs. 2 BV, Art. 29 und Art. 32 Abs. 1 VwVG), welches alle Befugnisse um-

fasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie ihren Standpunkt wirk-

sam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 

E. 6.4.1). Dazu gehört insbesondere das Recht des Betroffenen, sich zur 

Sache zu äussern, erhebliche Beweismittel beizubringen und mit erhebli-

chen Beweisanträgen gehört zu werden. Mit dem Gehörsanspruch korre-

liert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft 

zu prüfen und in ihrer Entscheidung angemessen zu berücksichtigen. Die 

Begründung muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person den Ent-

scheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann (vgl. BGE 136 I 184 

E. 2.2.1, 126 I 97 E. 2.b). 

4.3  

4.3.1 Der Beschwerdeführer rügte dieselbe unrichtige und unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts bereits im vorinstanzli-

chen Verfahren anlässlich seiner Stellungnahme zum Entscheidentwurf 

vom 11. November 2021 und beantragte deshalb eine umfassende psy-

chologische Abklärung (vgl. Sachverhalt Bst. D). Das SEM lehnte den An-

trag mit der Begründung ab, es sei während des Verfahrens nicht ersicht-

lich gewesen, dass der Beschwerdeführer in seinem Aussageverhalten be-

einträchtigt gewesen sei. Unsubstanziierte Angaben würden denn auch 

nicht per se auf eine Traumatisierung schliessen lassen. Sodann habe sein 

Rechtsvertreter zu Beginn der Anhörung explizit zu Protokoll gegeben, 

dass der Beschwerdeführer zwar oft abgelenkt wirke, gedanklich aber den-

noch stets dabei sei. Daher sei nicht ersichtlich, weshalb dieses Verhalten 

nunmehr – nach zwei Befragungen und dem Erhalt des negativen Asylent-

scheids – plötzlich für eine Traumatisierung sprechen solle. Auch sein ju-

gendliches Alter spreche vorliegend nicht dafür, dass von ihm nicht hätte 

erwartet werden können, sich ausführlicher zu seiner eigenen Wahrneh-

mung der vorgefallenen Geschehnisse zu äussern; sei er doch bereits (…) 

Jahre alt gewesen, als man ihn des Angriffs auf die (…) beschuldigt habe. 

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Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sein Reifegrad vermindert wäre, wes-

halb bei einem (…)jährigen Jugendlichen gewisse Erwartungen im Zusam-

menhang mit seiner Mitwirkungspflicht berechtigt seien. Insofern sei 

schlicht nicht nachvollziehbar, weshalb sein Rechtsvertreter behaupte, das 

SEM habe die Perspektive «eines Kindes» nicht berücksichtigt.  

4.3.2 Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wendete in seiner Be-

schwerdeschrift dagegen ein, dass sich das auffällige Verhalten des Be-

schwerdeführers erstmals im Verlaufe der Anhörung in erheblichem Aus-

mass gezeigt habe. Als das SEM ihn aufgefordert habe, den Kugelschrei-

ber – mit welchem er sich normalerweise ablenke – wegzulegen, habe er 

seinen Kopf gesenkt, was darauf hindeute, dass er sich in der Befragungs-

situation nicht wohl gefühlt habe. Im Verlaufe der Anhörung sei er dann 

auch immer mehr in sich gekehrt und habe auf Nachfrage hin gesagt, dass 

es ihm nicht gut gehe, wenn er über die Geschehnisse sprechen müsse. 

Erst anlässlich der Besprechung des Entscheidentwurfs sei er im Stande 

gewesen sich gegenüber seinem Rechtsvertreter zu öffnen. Er habe die-

sem mitgeteilt, dass es ihm sehr schwer falle, über das Geschehene zu 

sprechen. Dementsprechend sei es dem Rechtsvertreter gerade nicht 

möglich gewesen, sich diesbezüglich früher zu äussern und auf eine allfäl-

lige Traumatisierung hinzuweisen. 

4.3.3 Das Bundesverwaltungsgericht kommt nach Durchsicht der Akten 

zum Schluss, dass das SEM den Antrag zu Recht abgelehnt hat. Der 

Rechtsvertreter hat sich während der Anhörung nie zum von ihm (angeb-

lich) wahrgenommen auffälligen Verhalten des Beschwerdeführers geäus-

sert und auch sonst keine Fragen gestellt (vgl. SEM-Akte 1110327-21/13). 

Dem Aussageverhalten des Beschwerdeführers lässt sich eine solch auf-

fälliges Verhalten denn auch nicht entnehmen. Er beantwortete sämtliche 

ihm gestellte Fragen, musste nie nachfragen, weil er etwas nicht verstan-

den habe, bat nie um eine Pause oder gab zu verstehen, dass er nicht 

imstande gewesen wäre, weiterzumachen. Eine Traumatisierung lässt sich 

nach dem Gesagten jedenfalls nicht erkennen. Um Wiederholungen zu ver-

meiden, kann auf die Ausführungen des SEM verwiesen werden (vgl. S. 5 

f. der angefochtenen Verfügung).  

4.4 Der Beschwerdeführer monierte weiter, die Vorinstanz beschränke sich 

darauf, seine Antworten betreffend die Reaktion seines Onkels auf den Tod 

seines Bruders pauschal als unbegründet und oberflächlich zu betrachten, 

wodurch sie ihrer Begründungspflicht nicht nachkomme. Die Rüge ist un-

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Seite 8 

begründet. Die Vorinstanz hat ihre diesbezüglichen Überlegungen, von de-

nen sie sich hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt, in der 

angefochtenen Verfügung nachvollziehbar und hinreichend differenziert 

aufgezeigt (vgl. Verfügung des SEM vom 15. November 2021, Ziff. II). Eine 

sachgerechte Anfechtung war denn auch möglich, wie die vorliegende Be-

schwerde zeigt. Eine Verletzung der Begründungspflicht ist demnach zu 

verneinen. Zudem ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in seinen 

diesbezüglichen Vorbringen ganz überwiegend die Frage der Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdi-

gung der Sache vermengt und dabei verkennt, dass das SEM seiner Be-

gründungspflicht Genüge tut, wenn es im Rahmen der Begründung die we-

sentlichen Überlegungen nennt, welche es seinem Entscheid zugrunde 

legt. 

4.5 Nach dem Gesagten besteht keine Veranlassung, die angefochtene 

Verfügung aus formellen Gründen aufzuheben und die Sache an die Vor-

instanz zurückzuweisen. Das entsprechende Eventualbegehren ist abzu-

weisen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

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dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

6.  

6.1 Die Vorinstanz lehnte das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab, da 

seine Vorbringen den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 

AsylG nicht standhielten. 

Das SEM führte zur Begründung im Wesentlichen aus, der Beschwerde-

führer sei nicht imstande gewesen, seine konkrete Gefahrenlage vor seiner 

Ausreise aus Afghanistan realitätsnah zu schildern. So habe er ausgesagt, 

dass er und sein Bruder aufgrund der Zugehörigkeit ihres Vaters zu den 

(…) von den Taliban verdächtigt worden seien, einen Angriff auf die (…) 

organisiert zu haben. Deshalb sei sein Bruder von den Taliban getötet wor-

den. Danach gefragt, in allen Einzelheiten zu berichten, was sich zwischen 

dem Tod seines Bruders und seiner Ausreise ereignet habe, habe er ledig-

lich zu Protokoll gegeben, alle seien traurig gewesen und er habe die Be-

erdigung seines Bruders organisiert. Diese Angaben würden geradezu re-

alitätsfremd erscheinen, vor dem Hintergrund, dass er sich währenddessen 

bei seinem Onkel väterlicherseits, einem hohen Mitglied der Taliban, auf-

gehalten habe. Nicht nachvollziehbar sei sodann, dass er sich nach dem 

Tod seines Bruders keinerlei Gedanken gemacht habe und dessen Tod für 

ihn lediglich schwierig gewesen sei. Trotz mehrmaligen Nachfragens zu 

seiner Situation vor der Ausreise seien seine Schilderungen unsubstanzi-

iert, repetitiv und oberflächlich ausgefallen. Die von ihm geltend gemachte 

akute Gefahrenlage lasse sich insgesamt nicht mit diesen Schilderungen 

vereinbaren. Insgesamt liessen seine Angaben Details vermissen, welche 

auf persönlich Erlebtes hindeuten würden. Seine Schilderungen würden 

vielmehr der Perspektive eines Unbeteiligten entsprechen. 

Betreffend die Aussagen zum Verschwinden seines Vaters führte das SEM 

aus, sein Aussageverhalten lasse auf eine insgesamt konstruierte Ge-

schichte schliessen. Er habe seine Erzählung trotz der Aufforderung, erst 

ab dem Zeitpunkt zu berichten, als er selbst das Verschwinden seines Va-

ters realisiert habe, erneut an derselben Stelle mit identischen Worten be-

gonnen wie zuvor bereits anlässlich seines freien Berichts. Sodann sei – 

trotz seines damaligen noch jungen Alters ([…]) – nicht nachvollziehbar, 

weshalb er angebe zu wissen, dass sein Vater bedroht und beschuldigt 

worden sei, Angriffe auf die Taliban organisiert zu haben, er gleichzeitig 

jedoch keinerlei persönliche und detaillierte Angaben zu dessen Ver-

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Seite 10 

schwinden habe machen können. Die von ihm getätigten Angaben betref-

fend den angeblichen Drohbrief der Taliban an seinen Vater hätten denn 

auch ohne Erlebnisbezug erfolgen können.  

Die angeblichen persönlichen Begegnungen mit den Taliban, welche ge-

mäss seinen Aussagen bei ihm zu Hause ein- und ausgegangen seien, 

habe er nur vage zu beschreiben vermocht. Er habe lediglich angegeben, 

dass ihm Waffen in die Hand gelegt worden seien und er in den Dschihad 

hätte ziehen sollen. Weil er sich geweigert habe, dies zu tun, sei er ge-

schlagen worden. Konkrete Angaben, wie solche Konfrontationen verlau-

fen beziehungsweis jeweils geendet hätten, seien ausgeblieben. Zudem 

fehle es diesen Schilderungen an Glaubhaftigkeitselementen im Sinne von 

Realkennzeichen. 

Insgesamt sei es ihm nicht gelungen, ein Gefährdungsprofil glaubhaft zu 

machen, welches darauf hindeuten würde, dass er in seiner Heimat auf 

asylbeachtliche Weise verfolgt werden würde oder eine solche Verfolgung 

zu befürchten hätte. Deshalb erübrige sich auch die Auseinandersetzung 

mit der Frage nach einer allfälligen Reflexverfolgung, da sämtliche Vorbrin-

gen im Zusammenhang mit dem Verschwinden seines Vater unsubstanzi-

iert gewesen seien und er nicht nachvollziehbar zu schildern vermocht 

habe, wie er aus dem Taliban-Haushalt seines Onkels väterlicherseits habe 

verschwinden können, obwohl er von den Taliban beschuldigt worden sei, 

den Anschlag auf die (…) verübt zu haben. 

6.2 Der Beschwerdeführer machte in seiner Beschwerde geltend, das SEM 

habe Bundesrecht verletzt, indem es seine Vorbringen zu Unrecht als un-

glaubhaft und nicht asylrelevant erachtet habe. 

Zur Begründung führte er aus, dass das SEM sein Alter nicht ordentlich 

berücksichtigt habe. Von einer minderjährigen Person könne nicht erwartet 

werden, dass sie eine Erfahrung auf dieselbe Art und Weise beschreibe, 

wie es von einer erwachsenen Person erwartet werden könne. Zudem sei 

er in einem stark hierarchischen Umfeld aufgewachsen. Er habe sich sei-

nem Onkel stets unterwerfen müssen, weshalb er sich nicht gewohnt sei, 

wirklich frei und ohne Furcht zu erzählen. Sodann habe er inmitten von 

Taliban-Mitgliedern gelebt, seine Mutter habe den gewalttätigen Onkel vä-

terlicherseits unter Zwang heiraten müssen, er selbst habe die Madrasa 

besuchen müssen und sein Vater sei seit Jahren verschollen gewesen. Er 

sei in dieser Situation gefangen gewesen, habe grosse Angst gehabt, sich 

jedoch nicht in Sicherheit bringen können, weil es für ihn keinen anderen 

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Seite 11 

Zufluchtsort gegeben habe. In diesem Gesamtkontext betrachtet seien 

seine Aussagen, namentlich zum Tod seines Bruders und seiner eigenen 

Reaktion sowie die seines Onkels väterlicherseits darauf, allesamt als plau-

sibel zu betrachten. Seine gesamte Lebenssituation sei denn auch Grund 

genug gewesen, alldem entkommen und fliehen zu wollen. Der Tod seines 

Bruders zeige, wie gross und aktuell die Gefahr für ihn gewesen sei. Aus 

Furcht vor seinem Onkel väterlicherseits und aufgrund seiner eigenen Un-

selbstständigkeit wäre er nicht imstande gewesen, seine Flucht zu planen. 

Es sei nachvollziehbar, dass seine Mutter die Gefahr, in der er sich befun-

den habe, erkannt und mit seinem Onkel mütterlicherseits seine Flucht ge-

plant habe. Somit sei die Ansicht der Vorinstanz, seine diesbezüglichen 

Aussagen seien repetitiv und oberflächlich, unzutreffend. Zu seinen Aus-

sagen betreffend das Verschwinden seines Vaters und dessen Arbeit sei 

festzuhalten, dass die diesbezügliche Fragestellung seitens der Vorinstanz 

sehr allgemein formuliert worden sei. Er habe deshalb erneut frei über die 

damalige Zeit berichtet, dass er dabei die gleiche Wortwahl verwendet 

habe wie bereits anlässlich des freien Berichts zeige, dass seine Antworten 

in sich schlüssig und deckungsgleich und keine Widersprüche ersichtlich 

seien. Inwiefern er als damals (…)jähriger und nachfolgend in einem Tali-

ban-Haushalt Aufwachsender diesbezüglich persönlichere und detailrei-

chere Angaben hätte machen beziehungsweise mehr hätte in Erfahrung 

bringen können, sei nicht nachvollziehbar. Insgesamt seien seine Aussa-

gen als glaubhaft zu betrachten, da seine Schilderungen in sich stimmig 

und konsistent ausgefallen seien. Sodann habe er die Fragen des SEM 

widerspruchsfrei beantwortet, teils in direkter Rede geantwortet und spon-

tan die Namen von Taliban-Mitgliedern nennen können. 

7.  

7.1 Nach Durchsicht der Akten kommt das Gericht zum Schluss, dass die 

vorinstanzlichen Erwägungen nicht zu beanstanden sind. In der angefoch-

tenen Verfügung wird einlässlich dargelegt, weshalb die Vorbringen des 

Beschwerdeführers unglaubhaft ausgefallen sind. Um Wiederholungen zu 

vermeiden, kann vollumfänglich auf die zutreffenden Ausführungen der an-

gefochtenen Verfügung verwiesen werden. In der Beschwerdeschrift wer-

den den überzeugenden Argumenten des SEM keine substanziellen Ein-

wände entgegengehalten, sondern es wird mehrheitlich das bereits Ge-

sagte wiederholt und darauf hingewiesen, dass die Aussagen infolge Re-

alkennzeichen (vgl. Rz. 19 der Beschwerde) glaubhaft seien und der Be-

schwerdeführer aufgrund seines jungen Alters mit der Unterscheidung von 

wichtigen und unwichtigen Informationen sowie mit zeitlichen und geogra-

fischen Angaben Mühe habe beziehungsweise sich schlecht erinnern 

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Seite 12 

könne, weil er traumatisiert gewesen sei (vgl. Rz. 5 – 7, 13 der Be-

schwerde). Sodann gelte es zu beachten, dass er bei seinem Onkel inmit-

ten von Taliban-Mitgliedern habe leben müssen, weshalb seine Aussagen 

in diesem Kontext zu betrachten seien (vgl. Rz. 11 f. der Beschwerde). 

Vorab ist festzuhalten, dass die Vorinstanz dem jugendlichen Alter des Be-

schwerdeführers genügend Rechnung getragen und ihm während der An-

hörung immer wieder mit Ergänzungsfragen/Nachfragen die Gelegenheit 

geboten hat, sich frei und ausführlich zu äussern. Dennoch hat er seine 

Aussagen allesamt immer in ähnlichen, wenn nicht identischen Worten ge-

schildert und auch die Beantwortung von Nachfragen fiel meist knapp aus 

(vgl. bspw. SEM-Akte 1110327-21/13, F35 – F38, F42, F44 – 46, F49, F52, 

F54 f., F64 f., F82). Sodann überzeugt die Begründung, dass der Be-

schwerdeführer nicht imstande sei, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, 

und der Hinweis auf eine mögliche Traumatisierung nicht. Bereits an der 

EB war es ihm möglich, seine Gesuchsgründe sowie sein Leben zu schil-

dern (vgl. SEM-Akte 1110327-13/11, S. 5 – 10). Diese Schilderungen ent-

sprechen denn auch im Wesentlichen jenen der Anhörung (vgl. SEM-Akte 

1110327-21/13, F35, F52). Dies lässt darauf schliessen, dass er sehr wohl 

fähig ist, eine Unterscheidung zwischen Relevantem und Nichtrelevantem 

vorzunehmen, was im Übrigen auch aufgrund seines Alters von (…) Jahren 

angenommen werden darf. Wäre er aufgrund der Ereignisse tatsächlich in 

einem solchen Masse traumatisiert gewesen, wie beschwerdeweise gel-

tend gemacht wurde, kann davon ausgegangen werden, dass er zum ei-

nen bei den Befragungen eine stärkere Reaktion gezeigt hätte (vgl. SEM-

Akte 1110327-21/13, F36, F73 f.), und zum anderen detailreicher und sub-

stanziierter über die Umstände sowie seine eigenen Gefühle hätte berich-

ten können (vgl. SEM-Akte 1110327-21/13, F38, F46, F76 – 78). In Anbe-

tracht dessen, dass gemäss seinen Aussagen die Taliban für den Tod sei-

nes Vaters und seines (…)bruders verantwortlich seien und er ebenfalls für 

den Anschlag auf die (…) verantwortlich gemacht worden sei, ist schlicht 

nicht nachvollziehbar, dass er sich selbst keinerlei Gedanken darüber ge-

macht haben will zu fliehen beziehungsweise sich seiner Gefahrenlage 

nicht richtig bewusst gewesen sein will oder diese einfach akzeptiert habe 

(vgl. SEM-Akte 1110327-21/13, F31 – 34, F42, F60, F79). Der beschwer-

deweise Hinweis auf den Umstand, dass er sich in einem Umfeld von Tali-

ban-Mitgliedern aufgehalten habe, überzeugt erst recht nicht. Gerade auf-

grund dieses Umfelds hätte ihm bewusst sein müssen, in welcher Gefahr 

er schwebe, zumal sein Bruder soeben von den Taliban getötet worden sei. 

Unter dieser Prämisse erstaunt es denn auch, dass er die Beerdigung sei-

E-5453/2021 

Seite 13 

nes Bruders in Ruhe habe planen und besuchen können, bevor er Afgha-

nistan von heute auf morgen ohne Probleme habe verlassen können (vgl. 

SEM-Akte 1110327-21/13, F37, F60, F85). Dies wirkt im Gesamtkontext 

realitätsfern. 

7.2 Das Bundesverwaltungsgericht kommt demnach in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht 

standhalten. Dementsprechend erfüllt der Beschwerdeführer die Flücht-

lingseigenschaft nicht. Das SEM hat sein Asylgesuch zu Recht abgelehnt. 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

9.2 Die Vorinstanz nahm den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 

15. November 2021 infolge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges 

vorläufig auf. Unter diesen Umständen ist auf eine Erörterung der beiden 

anderen Kriterien zu verzichten. Zur Durchführbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs erübrigen sich im heutigen Zeitpunkt weitere Erwägungen (vgl. 

BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

E-5453/2021 

Seite 14 

11.  

Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, weil sich die Rechtsbegehren 

nach dem Gesagten als aussichtslos erwiesen haben. Folglich sind die 

Kosten dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 

Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reg-

lements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5453/2021 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Gabriela Freihofer Nina Ermanni