# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9da3e4c5-25bb-5453-af6a-0b54dfea82b8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 12.11.2014 SB140187
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140187_2014-11-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB140187-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. iur. F. Bollinger, Präsident, und Dr. iur. 

D. Schwander, Ersatzoberrichter lic. iur. Th. Vesely sowie die  

Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Laufer 

 

Urteil vom 12. November 2014 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Beschuldigter und I. Berufungskläger 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt Dr. iur. U. Weder,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin 

 

betreffend Mord 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Uster vom 29. Januar 2014  
(DG130017) 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

20. Juni 2013 (Urk. 36) ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

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Urteil der Vorinstanz: 

Es wird erkannt:  

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig des Mordes im Sinne von Art. 112 

StGB.  

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren,  

wovon bis und mit heute 691 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen 

Strafantritt erstanden sind.  

3. Es wird eine ambulante Massnahme im Sinne von Art. 63 StGB (Behand-

lung von psychischen Störungen) angeordnet. Der Strafvollzug wird nicht 

aufgeschoben.  

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

6. Mai 2013 (act. 23/5) beschlagnahmten Gegenstände 

− 1 schwarze Tasche, inklusive 1 Aktentasche mit diversen persönlichen 

Formularen, Akten und Blättern, Asservat-Nr. … 

− 1 braune Ledertasche mit diversen persönlichen Formularen, Akten 

und Ausweisen, EUR … und PLN …, 1 Führerausweis und  

1 Internationaler Führerausweis, Asservat-Nr. …  

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids 

von der Bezirksgerichtskasse Uster auf erstes Verlangen herausgegeben. 

 Sollte innerhalb von 1 Jahr nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids 

die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Gegenstände der  

Bezirksgerichtskasse Uster zur gutscheinenden Verwendung überlassen.  

5. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

6. Mai 2013 (act. 23/5) beschlagnahmten Kleider 

− 1 Dächlikappe, braun, "Bullrot Wear", Asservat-Nr. … 

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− 1 Kapuzen-Fleecejacke, schwarz, "BIG STAR Jeans",  

Asservat-Nr. … 

− 1 T-Shirt, schwarz, "FRUIT OF THE LOOM", Asservat-Nr. … 

− 1 Arbeitshose, blau, "Work Chalet", Asservat-Nr. … 

− 1 Socke, blau mit weiss/blauem Muster, Asservat-Nr. … 

− 1 Socke, blau mit grünem Muster, Asservat-Nr. … 

− 1 Paar Wanderschuhe, braun, "LOWA", Asservat-Nr. … 

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids 

vom Forensischen Institut Zürich (FOR) auf erstes Verlangen heraus-

gegeben. 

Sollte innerhalb von 6 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-

scheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleiben die Gegenstände 

dem Forensischen Institut Zürich zur gutscheinenden Verwendung über-

lassen.  

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom  

6. Mai 2013 (act. 23/5) beschlagnahmte Taschenrettungsmesser, "Eichhorn, 

Solingen", Asservat-Nr. … wird B._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses 

Entscheids von der Bezirksgerichtskasse Uster auf  

erstes Verlangen herausgegeben. 

 Sollte innerhalb von 6 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-

scheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleibt der Gegenstand der 

Bezirksgerichtskasse Uster zur Vernichtung überlassen.  

7. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

24. Mai 2013 (act. 23/6) beschlagnahmten Kleider 

− Jacke, dunkelblau, mit schwarzem Futter, Marke nicht bekannt,  

Ärmel und Innenfutter abnehmbar, Asservat-Nr. … 

− Hemd, langärmlig, hellgrau, "Kingfield", Asservat-Nr. … 

− T-Shirt, dunkelblau, "BIAGGINI", Asservat-Nr. … 

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− Jeanshose, blau, "M.O.D." mit eingeschlauftem schwarzen  

Appenzeller-Gürtel, Asservat-Nr. … 

− Unterhose, rot, mit schwarzem Streifenmuster, "JOHN ADAMS  

collection", Asservat-Nr. … 

− 1 Paar Halbschuhe, dunkel, "LANDROVER", darin je eine graue Socke 

verstaut, Asservat-Nr. … 

werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheids dem Forensischen 

Institut Zürich (FOR) zur Vernichtung überlassen. 

8. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

17. Juni 2013 (act. 23/11) beschlagnahmte iPhone mit schwarzer Lederhülle 

"Bugatti" des Opfers, Asservat-Nr. …, wird den Privatklägern nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Entscheids von der Bezirksgerichtskasse Uster auf 

erstes Verlangen herausgegeben.  

 Sollte innerhalb von 6 Monaten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-

scheids die Herausgabe nicht verlangt werden, so bleibt der Gegenstand der 

Bezirksgerichtskasse Uster zur gutscheinenden Verwendung überlassen.  

9. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 1 und 2 Schadenersatz 

von Fr. 8'261.10 zzgl. Zins zu 5 % seit 1. Mai 2012 zu bezahlen. 

10. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber den Privatklägern 1 

und 2 aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatz-

pflichtig ist.  

11. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatkläger 1 und 2 je Fr. 40'000.– 

nebst 5 % Zins seit 10. März 2012 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehr-

betrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.  

12. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf Fr. 6'000.–. 

13. Die weiteren Kosten betragen: 

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Fr. 34'617.95 Auslagen Vorverfahren 

Fr. 6'548.20 Kosten der Kantonspolizei 

Fr. 3'000.00 Gebühr für die Untersuchung der Staatsanwaltschaft  
(§ 4 Abs. 1 lit. d GebV StrV) 

14. Die Gerichtsgebühr und die weiteren Kosten werden dem Beschuldigten 

auferlegt. 

15. Rechtsanwalt lic.iur. X1._____ wird für seine Bemühungen als amtlicher Ver-

teidiger des Beschuldigten mit Fr. 24'295.– (inklusive Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) aus der Gerichtskasse entschädigt. 

Es wird vorgemerkt, dass der vormaligen amtlichen Verteidigerin Rechts-

anwältin lic. iur. X2._____ bereits Fr. 43'618.25 ausbezahlt wurden. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigungen werden auf die Gerichtskasse  

genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 

StPO.  

16. Der Beschuldigte wird verpflichtet, den Privatklägern 1 und 2 für das gesam-

te Verfahren eine Prozessentschädigung von insgesamt Fr. 16'904.–  

(inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

17. (Mitteilungen) 

18. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 136 S. 1 f.) 

1. Ziff. 1 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben, und der Beschuldig-

te sei vom Vorwurf des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB freizu-

sprechen. 

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2. Der Beschuldigte sei des Totschlages im Sinne von Art. 113 StGB 

schuldig zu sprechen. 

3. Ziff. 2 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben, und der Beschuldig-

te sei mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren zu bestrafen, wovon bis 

und mit heute 965 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt 

erstanden sind. 

Eventuell, im Fall einer Verurteilung wegen Mordes, sei der Beschul-

digte mit einer Freiheitsstrafe von elf Jahren zu bestrafen, wovon bis 

und mit heute 965 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt 

erstanden sind. 

4. Ziff. 9 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben, und der Beschuldig-

te sei zu verpflichten, den Privatklägern 1 und 2 Schadenersatz von 

6'608.90 zuzüglich Zins zu 5 % seit 1. Mai 2012 zu bezahlen. 

5. Ziff. 10 des vorinstanzlichen Urteils sei dahingehend abzuändern, dass 

der Beschuldige zu einem um 20 % reduzierten grundsätzlichen  

Schadenersatz verpflichtet sei. 

6. Ziff. 11 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben, und der Beschul-

digten sei zu verpflichten, den Privatklägern 1 und 2 je Fr. 32'000.– als 

Genugtuung zu bezahlen. 

7. Ziff. 16 des vorinstanzlichen Urteils sei aufzuheben, und der Beschul-

digte sei zu verpflichten, den Privatklägern 1 und 2 für das gesamte 

Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 13'523.– (inkl. Mehr-

wertsteuer) zu bezahlen. 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse zu 

nehmen, und dem Beschuldigten sei eine angemessene Entschädi-

gung auszurichten. Die Kosten der amtlichen Verteidigung (inkl.  

8 % Mehrwertsteuer) sowie die Übersetzungskosten seien auf die 

Staatskasse zu nehmen. 

- 7 - 

 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 138 S. 2 i.V.m. Prot. II S. 13) 

− Die (Teil-) Rechtskraft der nicht angefochtenen Urteilspunkte (Anord-

nung ambulante Massnahme gemäss Art. 63 StGB; Beschlag-

nahmungen, Entschädigungen der amtlichen Verteidigungen und der 

beiden Privatkläger) sei festzustellen; 

− Der Beschuldigte sei des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB schuldig 

zu sprechen; 

− Er sei mit 16 ½ Jahren Freiheitsstrafe, unter Anrechnung der bis zum 

heutigen Tag erstandenen Haft von insgesamt 965 Tagen, zu be-

strafen. 

c) Der Vertreterin der Privatklägerschaft: 

(Urk. 139 S. 1 f.) 

1. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatklägern einen  

Schadenersatz von CHF 8'261.10 zzgl. Zins von 5 % ab 1. Mai 2012 zu  

bezahlen (Bestätigung Ziffer 9 des Urteils des BG Usters vom  

29. Januar 2014). 

3. Der Beschuldigte sei im Grundsatz zu verpflichten, für weiteren  

Schaden gegenüber den Privatklägern aus dem eingeklagten Ereignis 

aufzukommen (Bestätigung Ziffer 10 des Urteils des BG Uster vom 

29. Januar 2014). 

4. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, der Privatklägerin C._____ eine 

Genugtuung von CHF 40'000.– zzgl. Zins von 5 % ab dem 10. März 

2012 sowie dem Privatkläger D._____ eine Genugtuung von CHF 

40'000.– zzgl. Zins von 5 % ab dem 10. März 2102 zu be-zahlen (Be-

stätigung Ziffer 11 des Urteils des BG Usters vom 29. Januar 2014). 

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5. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, den Privatklägern eine Prozess-

entschädigung für das erstinstanzliche Verfahren von Fr. 16'904.– (inkl. 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen (Bestätigung Ziffer 16 des Urteils des  

BG Usters vom 29. Januar 2014). 

6. Der Beschuldige sei zu verpflichten, den Privatklägern eine Prozess-

entschädigung für das obergerichtliche Verfahren zu bezahlen. 

7. Es sei den Privatklägern das Urteil zuzustellen. 

 
Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Mit vorinstanzlichem Urteil vom 29. Januar 2014 wurde der Beschuldigte des 

Mordes im Sinne von Art. 112 StGB schuldig gesprochen (Dispositivziffer 1) und 

mit einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren bestraft (wobei zum damaligen Zeitpunkt 

691 Tage durch Haft sowie durch vorzeitigen Strafantritt erstanden waren; Dispo-

sitivziffer 2). Weiter wurde eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme im 

Sinne von Art. 63 StGB (Behandlung von psychischen Störungen) angeordnet 

(Dispositivziffer 3; zu den weiteren Dispositivziffern siehe das eingangs wieder-

gegebene vorinstanzliche Dispositiv). 

1.2. Gegen dieses Urteil, das den Parteien am 29. Januar 2014 mündlich  

eröffnet wurde (Prot. I S. 56 unten), meldete der Beschuldigte mit Eingabe vom 

gleichen Tag und damit innert der zehntägigen Frist von Art. 399 Abs. 1 StPO  

Berufung an (Urk. 91). Mit Eingabe vom 3. Februar 2014 meldete die Staatsan-

waltschaft ebenfalls fristgerecht Berufung an (Urk. 94). Das begründete Urteil 

wurde den Privatklägern sowie dem Beschuldigten am 14. April 2014 (Urk. 102 

S. 3 f.), der Staatsanwaltschaft am 15. April 2014 zugestellt (Urk. 102 S. 2). Die 

Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft erfolgte mit Eingabe vom 24. April 

2014 (Urk. 105) und damit innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 

StPO. Die Berufungserklärung des Beschuldigten erfolgte – ebenfalls fristgerecht 

– mit Eingabe vom 5. Mai 2014 (Urk. 108). 

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Mit Präsidialverfügung vom 9. Mai 2014 wurde einerseits dem Beschuldigten und 

den Privatklägern je eine Kopie der Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft, 

andererseits den Privatklägerin sowie der Staatsanwaltschaft je eine Kopie der 

Berufungserklärung des Beschuldigten zugestellt, um nach Massgabe von 

Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO Anschlussberufung zu erklären oder begründet ein 

Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 111). Mit Eingabe vom 

26. Mai 2014 teilten die Privatkläger mit, weder Anschlussberufung zu erheben 

noch ein Nichteintreten zu beantragen (Urk. 121).  

1.3. Am 22. August 2014 wurde auf den 30. Oktober 2014 zur Berufungs-

verhandlung vorgeladen (Urk. 129). Das vorliegende Urteil erging am 12. Novem-

ber 2014 und wurde im Dispositiv schriftlich eröffnet, nachdem die Parteien auf 

eine mündliche Eröffnung und Erläuterung verzichtet hatten (Prot. II S. 25 ff.). 

2. Umfang der Berufung 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die vorinstanzlichen Dispositiv-

ziffern 1, 2, 9, 10, 11 und 16, diejenige der Staatsanwaltschaft gegen Dispositiv-

ziffer 2. Demzufolge sind die vorinstanzlichen Dispositivziffern 3-8 sowie 12-15 in 

Rechtskraft erwachsen (Art. 404 Abs. 1 StPO; vgl. Prot. II S. 8), was vorab festzu-

stellen ist. 

3. Sachverhalt 

3.1. Ausgangslage 

Der Beschuldigte ist geständig, das Opfer getötet zu haben, macht jedoch im  

Wesentlichen geltend, er könne sich an die eigentliche Tatausführung (ein-

schliesslich des unmittelbaren Vortatverhaltens) nicht mehr erinnern, denn er  

habe einen „Filmriss“ erlitten. Insoweit als die Verteidigung auf Totschlag, also auf 

eine Sonderform der vorsätzlichen Tötung, plädiert, erhellt daraus, dass der  

Beschuldigte auch geständig ist, das Opfer mit Vorsatz getötet zu haben. Da  

dieses Geständnis aber gemäss Darstellung des Beschuldigten nicht auf eigener 

Erinnerung beruht, bedarf es einer besonders kritischen Überprüfung (vgl.  

Art. 160 StPO). Diese wird im Rahmen der Analyse der Tat vorzunehmen sein. 

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Es bestehen Anhaltspunkte dafür, dass die Tat mit einem Beziehungskonflikt  

zwischen dem Täter, E._____ und dem Opfer zusammenhängt (in diesem Sinne 

auch die Anklage sowie das psychiatrische Gutachten). Aus diesem Grunde gilt 

es die Beziehungen zwischen diesen drei Personen näher zu untersuchen.  

Die Entwicklung dieser Beziehungen ergibt sich im Wesentlichen aus den Aus-

sagen von E._____ sowie des Beschuldigten (ganz am Rande zudem auch aus 

den Aussagen von B._____, Sohn von E._____, sowie von F._____, frühere 

Vermieterin des Beschuldigten). Was die Beziehungsentwicklung  

anbelangt, stimmen die Aussagen des Beschuldigten sowie von E._____ im  

Wesentlichen überein. Wo Differenzen bestehen, einschlägige Aussagen einseitig 

gefärbt oder nicht glaubhaft erscheinen, wird dies nachfolgend jeweils eigens 

thematisiert. 

3.2. Die Beziehung zwischen E._____ und dem Opfer im Allgemeinen 

Rund 12 Jahre vor der Tat verlor E._____ (geb. 1956), Mutter eines 1988  

geborenen Sohnes (B._____), ihren Ehemann (Urk. 12/40 Ziff. 6 S. 3 ganz oben). 

Ungefähr drei Jahre später lernte die Witwe in einem Swingerclub das spätere 

Opfer, G._____ (geb. 1974), kennen (Urk. 12/46 S. 7 unten und S. 3  

unten; Urk. 12/45 Ziff. 5 S. 2 ganz oben). Seither pflegten die beiden – mit  

längeren Unterbrüchen – eine primär „sexuelle Beziehung“ (Urk. 12/45 Ziff. 5  

S. 2). Die Unterbrüche erfolgten jeweils, wenn einer der beiden Partner vorüber-

gehend mit einer anderen Person eine Beziehung eingegangen war (Urk. 12/45 

Ziff. 5 S. 2 ganz oben; Urk. 12/46 S. 3 unten; Näheres dazu unten). Mit der Zeit 

wuchs auch die Freundschaft zwischen den beiden (Urk. 12/46 S. 7 unten;  

Urk. 12/46 S. 7 unten), auch wenn sich daraus nie eine offen gelebte Paar-

beziehung im herkömmlichen Sinne entwickelte, nicht zuletzt auch weil beide  

befürchteten, ihre jeweiligen Familien würden dies – aufgrund des grossen Alters-

unterschieds – nicht akzeptieren (Urk. 12/46 S. 15 unterhalb Mitte; Urk. 12/46 S. 7 

ganz unten). Der Sohn von E._____, der bis ca. Ende 2010 bei seiner Mutter 

wohnte, gab an, das Opfer insgesamt nur zwei Mal gesehen zu haben (Urk. 12/40 

Ziff. 4 S. 1). Auch die Eltern des Opfers wussten praktisch nichts von E._____ 

(Urk. 12/36 Ziff. 7 S. 2; Urk. 12/37 Ziff. 7 S. 3).  

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E._____ hörte „irgendwann“ auf, Swingerclubs zu besuchen, während derartige 

Clubbesuche – auch ohne Begleitung von E._____ – zum Lebensstil des Opfers 

gehörten (Urk. 12/46 S. 7 unten). 

E._____ litt seit längerem und bis zum Zeitpunkt der Tat an Alkoholsucht und hat-

te sich in diesem Zusammenhang auch schon in Behandlung begeben (sie selbst: 

Urk. 12/46 S. 16 unten; ihr Sohn: Urk. 12/40 Ziff. 37 S. 5 und Ziff. 38 S. 6; 

Urk. 12/41 S. 7 unterhalb Mitte; Beschuldigter: u.a. Urk. 11/2 S. 4 unterhalb Mitte 

und passim; vgl. auch Urk. 6, wonach 1.06 Promille ca. um Mitternacht des Tat-

abends, sowie Urk. 8 Abs. 2; vgl. Urk. 33/9, wonach sie sich per 11. Juni 2012 bis 

auf weiteres in der … Klinik [Kompetenzzentrum für die Behandlung von  

Alkohol-, Medikamenten- und Tabakabhängigkeit] hospitalisiert war). 

3.3. Die Beziehung zwischen E._____ und dem Beschuldigten (einstweilen noch 

unter Ausklammerung der Rolle des Opfers sowie der Ereignisse unmittelbar vor 

der Tat) 

3.3.1. Am 30. Juni 2010 fand E._____ in der Badi H._____ Gefallen am Beschul-

digten (geb. 1956) und sprach ihn an. Bald darauf wurden die beiden ein Paar 

(Urk. 12/45 Ziff. 6 S. 2). Als der Beschuldigte kurze Zeit später Arbeitsstelle und 

Wohnung verlor, zog er bei E._____ an der …strasse … in H._____ in deren  

3 ½ Zimmer-Dachwohnung (vgl. Urk. 6) ein, wo damals (und bis ca. Ende 2010; 

Urk. 12/40 Ziff. 30 S. 4) auch noch ihr Sohn B._____ wohnte (Urk. 12/45 Ziff. 6  

S. 3 oben). Gedacht war dies allerdings bloss als Provisorium, das jedoch letztlich 

bis zum Tag der Tat andauerte (Urk. 12/45 Ziff. 6 S. 3 oben). 

In der Folge kam es zwischen dem Beschuldigten und E._____ zu Beziehungs-

problemen, und zwar gemäss Darstellung von E._____ namentlich weil der  

Beschuldigte keinen neuen Job fand und bei ihr wohnen blieb. E._____ fiel es 

schwer, den Zeitpunkt zu bezeichnen, ab dem sie mit dem Beschuldigten nicht 

mehr in einer Liebesbeziehung war (Urk. 12/46 S. 3 Mitte) bzw. sie machte zu 

diesem Punkt widersprüchliche Angaben (Urk. 12/45 Ziff. 6 S. 3 Mitte; Urk. 12/46 

S. 3 Mitte). Auf entsprechende Nachfrage präzisierte sie, die Liebesbeziehung  

mit dem Beschuldigten habe sicher ein Jahr gedauert, und zwar bis  

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ca. Sommer/Herbst 2011 (Urk. 12/46 S. 3 Mitte sowie S. 11 Mitte), so dass – was 

ihre Sicht anbelangt – auf diesen Zeitpunkt abzustellen ist. Danach habe nur noch 

eine „Zweckgemeinschaft“ bestanden (Urk. 12/46 S. 11 unten). Das Ende der 

Liebe sei ein „schleichender Prozess“ gewesen (Urk. 12/46 S. 11 unten). Wann 

ungefähr sie zuletzt mit dem Beschuldigten geschlafen habe, konnte E._____ 

nicht sagen (Urk. 12/46 S. 7 oben). 

Im Wesentlichen bestätigt wird diese zeitliche Einordnung durch den Polizei-

bericht der Regionalpolizei H._____, aus dem hervorgeht, dass E._____ ca. Ende 

2011 (sowie ein weiteres Mal ca. anfangs Februar 2012) den Polizeiposten 

H._____ aufsuchte, um sich zu erkundigen, wie sie den Beschuldigten zum Ver-

lassen der Wohnung bewegen könnte (Urk. 8; dazu auch E._____: Urk. 12/45 Ziff. 

6 S. 3 unterhalb Mitte; Urk. 12/46 S. 6 oberhalb Mitte). 

E._____ führte weiter aus, eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs bzw. das 

Auswechseln der Schlösser sei für sie nicht in Frage gekommen, da sie den  

Beschuldigten zwar nicht mehr liebte, aber doch noch gern hatte (Urk. 12/46 S. 6 

unterhalb Mitte). An anderer Stelle erwähnte E._____ demgegenüber, ihre  

Gefühle gegenüber dem Beschuldigten seien zuletzt in Hass umgeschlagen  

(Urk. 12/45 Ziff. 6 S. 3 unterhalb Mitte). Insofern weisen ihre Aussagen zumindest 

scheinbar gewisse Widersprüche auf. Weiter legte E._____ dar, der Beschuldigte 

habe stets behauptet, sie zu lieben (Urk. 12/45 Ziff. 6 S. 3 unterhalb Mitte). Der 

Beschuldigte tat denn auch mehrfach kund, E._____ nach wie vor zu lieben (u.a. 

Urk. 11/3 Ziff. 40 S. 9; Urk. 11/4 Ziff. 46 S. 9; Prot. I S. 24 unterhalb Mitte; 

Urk. 135 S. 16 und 35). 

3.3.2. Der Beschuldigte nimmt den Verlauf der Beziehung und insbesondere  

deren Endphase teilweise anders wahr als E._____. Zwar räumt auch er ein, dass 

es zu schwer wiegenden Problemen gekommen sei und E._____ ihn mehrfach 

zum Verlassen der Wohnung aufgefordert habe (zuletzt vereinbart war ein Aus-

zug spätestens Mitte März 2012; Urk. 12/46 S. 15 ganz unten; ferner: Urk. 12/45 

Ziff. 6 S. 3 unten). 

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Er sieht diese Probleme jedoch in einem weiteren Kontext, was dazu führt, dass 

die erwähnten Probleme seiner Ansicht nach teilweise zu relativieren sind. Im 

Einzelnen: Nebst der Tatsache, dass er keine neue Stelle fand und E._____  

deswegen für ihn aufkommen musste, erblickt der Beschuldigte vor allem in der 

Alkoholsucht von E._____ einen wesentlichen Grund für die Beziehungs-

probleme. E._____ sei seit längerem alkoholkrank gewesen. Immer wenn sie  

getrunken habe, sei es zu Problemen und Streit gekommen; ansonsten hätten sie 

es gut gehabt (Urk. 11/2 S. 4 unten; Urk. 11/3 Ziff. 16 S. 3; Urk. 11/3 Ziff. 20 S. 3 

f.). Ihm sei es gelungen, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren; insofern sei er sehr 

erfolgreich im Umgang mit ihr gewesen (Urk. 11/2 S. 5 oben; Prot. I S. 20 oben). 

Mit E._____ sei es allerdings stets ein „Hin und Her“ gewesen (u.a. Urk. 11/3  

Ziff. 27 S. 5 Mitte). Anlässlich der Berufungsverhandlung bestritt der Beschuldigte, 

dass es in der Beziehung zu Problemen kam, weil er keine neue Stelle fand und 

bei E._____ wohnen blieb. Er habe viel Arbeit und viele Angebote gehabt. Das 

Migrationsamt habe ihm jedoch während vieler Jahre nicht bewilligt, einer Arbeit 

nachzugehen (Urk. 135 S. 6). Das Problem in der Beziehung sei der Alkohol  

gewesen. E._____ sei sehr schwer krank gewesen. Er habe die ganze Zeit  

versucht, sie vom Alkoholismus zu heilen und zu helfen (Urk. 135 S. 6, 10, 16 und 

20). E._____ habe ihn aufgefordert, die Wohnung zu verlassen, wenn sie wütend 

gewesen sei, weil er ihr nicht erlaubt habe zu trinken. Wenn sie sich wieder in  

einem normalen Zustand befunden habe, habe sie ihm erlaubt zu bleiben 

(Urk. 135 S. 7 f. und 37). 

Die Darstellung des Beschuldigten, wonach die Beziehungsprobleme jeweils im 

Zusammenhang mit Alkohol aufgetaucht seien, deckt sich mit der Feststellung im 

Bericht der Polizei H._____, wonach E._____ anlässlich ihrer Erkundigung betref-

fend Ausweisungsmöglichkeiten des Beschuldigten (anfangs Februar 2012) nach  

Alkohol gerochen habe (Urk. 8 Abs. 2). Wie erwähnt, räumte auch E._____ ein, 

den Beschuldigten bis zuletzt „gern“ gehabt zu haben. Auffallend ist ferner auch, 

dass sie grosse Mühe bekundete, auch nur ungefähr den Zeitpunkt zu benennen, 

ab dem sie mit dem Beschuldigten kein Liebespaar mehr bildete. Schliesslich  

berichtete der Beschuldigte wenige Tage nach seiner Verhaftung, E._____ habe 

ihm Kleider, Schokolade und Geld ins Gefängnis gebracht; die Gefängnis-

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sozialarbeiterin habe ihm gesagt, sie liebe ihn nach wie vor, er sei eine gute  

Person (Urk. 11/3 Ziff. 24 S. 4; vgl. auch Urk. 29/14 S. 49). 

3.3.3. B._____, der Sohn von E._____, wies darauf hin, dass seine Mutter unter 

Alkoholeinfluss ihm gegenüber entweder „sehr verschlossen oder sehr aggressiv“ 

zu sein pflegte (Urk. 12/41 S. 4 unten; ferner Urk. 12/41 S. 7 unten). Den  

Beschuldigten, mit dem er nach dessen Einzug rund ein halbes Jahr in der  

gleichen Wohnung lebte, habe er demgegenüber nie aggressiv oder wütend  

erlebt (Urk. 12/41 S. 9 ganz unten), was auch E._____ bestätigte (Urk. 12/46 S. 7 

oben). Erlebt habe er allerdings, wie seine Mutter mit dem Beschuldigten  

„gechifled“ habe; der Beschuldigte habe das damals „eher still akzeptiert, ‚quasi 

den Schwanz eingezogen’ und das gemacht, was sie von ihm wollte“ (Urk. 12/40 

Ziff. 28 a.E. S. 4). In dieses Bild passt auch die mehrfache Aussage des Beschul-

digten, wonach E._____ der „Chef“ gewesen sei (Urk. 11/4 Ziff. 13 S. 4, Ziff. 32  

S. 7 sowie Ziff. 63 S. 11). 

3.3.4. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist Folgendes festzuhalten: Zumal 

keinerlei Anhaltspunkte dafür bestehen, weshalb B._____ seine Mutter zu  

Unrecht in ein negatives Licht rücken sollte, seine diesbezüglichen Ausführungen 

erlebnisbasiert erscheinen und sich in wesentlichen Punkten mit denjenigen des 

Beschuldigten decken, ist davon auszugehen, dass sich die zumindest im  

mittleren Bereich einzuordnende Alkoholsucht von E._____ in Stimmungs-

schwankungen und insbesondere in Aggressivität äusserte, zumal gerade das 

Symptom der Stimmungsschwankungen für das einschlägige Krankheitsbild  

typisch ist. 

Der Beschuldigte begegnete diesen Stimmungsschwankungen bis zum Tag der 

Tat – jedenfalls äusserlich – grundsätzlich mit Ruhe. Als Angehöriger eines  

medizinischen Berufes (Physiotherapeut) war der Beschuldigte ausserdem  

bestrebt, E._____ bei der Bewältigung ihrer Alkoholkrankheit zu helfen (Urk. 11/4 

S. 10 Ziff. 48, Urk. 135 S. 6 und 16; vgl. Urk. 29/14 S. 33 unten; Urk. 135 S. 6 und 

16). Auch die psychiatrische Gutachterin spricht in diesem Zusammenhang von 

einem eigentlichen „Projekt“, E._____ auf den richtigen Weg zurückzuführen 

(Urk. 29/14 S. 68 oberhalb Mitte). Auch E._____ führte aus, der Beschuldigte  

- 15 - 

 

habe ihr „immer geholfen, wo er konnte“, es sei fast zu viel gewesen (Urk. 12/46 

S. 5 unten). Weiter ist jedenfalls zu Gunsten des Beschuldigten davon auszu-

gehen, dass er E._____ bis zuletzt liebte und dazu tendierte, für die Beziehungs-

probleme bzw. das „Hin und Her“ (nebst seiner Arbeitslosigkeit) vorwiegend die 

Alkoholsucht von E._____ verantwortlich zu machen. In diesem Sinne äusserte 

sich der Beschuldigte auch noch wenige Stunden vor der Tat gegenüber seiner 

Ex-Vermieterin (Urk. 12/55 S. 4 Mitte und S. 5 ganz oben).  

3.4. Die Beziehung zwischen E._____ und dem Beschuldigten unter Berücksich-

tigung der Rolle des Opfers (bis zur Abreise von E._____ nach Südafrika) 

3.4.1. Wie bereits eingangs erwähnt, führte E._____ aus, das Verhältnis zwischen 

ihr und dem Opfer sei (abgesehen von gelegentlichen Telefonaten) jeweils unter-

brochen gewesen, wenn sie oder das Opfer vorübergehend eine andere  

Beziehung eingegangen seien (Urk. 12/45 Ziff. 5 S. 2 ganz oben; Urk. 12/46 S. 3 

unten).  

Dieser Darstellung widerspricht der Beschuldigte teilweise, indem er geltend 

macht, E._____ habe auch schon während der Dauer der Liebesbeziehung mit 

ihm (insbesondere auch zu Beginn) heimlich mit dem Opfer Sex gehabt; sie habe 

ihm dies einmal im Rausch erzählt (Urk. 11/2 S. 8 oben; Prot. I S. 23 oberhalb 

Mitte). Abgesehen davon berichtet der Beschuldigte ausführlich davon, wie 

E._____, als er sie kennenlernte, einen extrem promiskuitiven Lebensstil gepflegt  

habe. Wenn sie alkoholisiert war, habe sie jeweils Männer benötigt und deswegen 

eine Vielzahl von Telefonanrufen, SMS und E-Mails erhalten. Dieses Verhalten 

habe in direktem pathologischen Zusammenhang mit ihrer Alkoholsucht  

gestanden. Er habe dies erkannt und sich zum Ziel gesetzt, ihr zu helfen. Ihm sei 

es gelungen, ihren Männerverschleiss um rund 95% auf 5% zu senken. Beim  

Opfer handle es sich um einen dieser übrig gebliebenen Männer, die E._____ 

seiner Meinung nach ausnutzten, wenn sie alkoholisiert war (zum Ganzen:  

Urk. 11/4 Ziff. 70-72 S. 13; Urk. 11/3 Ziff. 28 und 29 S. 6 f.; Urk. 29/14 S. 47 unten 

und S. 48; ferner: Urk. 11/2 S. 13 ganz oben; Urk. 135 S. 6 und 14 ff.).  

- 16 - 

 

Ob diese von E._____ teilweise abweichende Darstellung des Beschuldigten  

zutrifft, kann offen bleiben. Fest steht indes, dass E._____ das Opfer spätestens 

ca. im Herbst/Winter 2011, als ihre Liebe zum Beschuldigten erlosch, wieder 

kontaktierte (Urk. 12/46 S. 7 unten und S. 8 unterhalb Mitte). Fest steht auch, 

dass es bis zu diesem Zeitpunkt zu keinerlei Kontakt zwischen dem Opfer und 

dem Beschuldigten gekommen war. 

3.4.2. Der Beschuldigte und das Opfer trafen sich erstmals im Rahmen eines von 

E._____ in ihrer Wohnung organisierten Dreiers (Gruppensex). 

In ihrer diesbezüglichen spontanen Erstaussage wenige Stunden nach der Tat 

sagte E._____, es sei jeweils auf Anregung des Beschuldigten zu zwei solchen 

Treffen gekommen. Der Beschuldigte habe dies vorgeschlagen, weil zwischen ihr 

und ihm im Bett nichts mehr gelaufen sei. In das zweite Treffen habe sie lange 

nicht eingewilligt, da sie eigentlich keine Lust hatte. Dieses Treffen sei dann  

katastrophal gewesen, da sie nur mit dem Opfer, nicht jedoch mit dem Beschul-

digten Sex haben wollte. Dies habe Ärger gegeben (Urk. 12/45 Ziff. 7 S. 4). Im 

Wesentlichen gleich äusserte sich E._____ auch rund ein halbes Jahr später  

(Urk. 12/46 S. 7 ganz unten sowie S. 8 ganz oben). 

 

Als der Beschuldigte danach gefragt wurde, wann und unter welchen Umständen 

er das Opfer kennengelernt habe, wich er dieser Frage mehrfach bzw. auffallend 

deutlich aus (Urk. 11/3 Ziff. 28, 29 und 30 S. 6 f.) und erwähnte nichts von einem 

Dreier. Erst als ihm in der nachfolgenden Einvernahme die entsprechende Aus-

sage von E._____ vorgehalten wurde, antwortete er, von E._____ zu derartigen 

Treffen gedrängt worden zu sein (Urk. 11/4 Ziff. 13 S. 4), nachdem er unmittelbar 

zuvor noch gesagt hatte, noch nie einen Dreier erlebt zu haben (Urk. 11/4 Ziff. 12 

S. 4). Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte ebenfalls an, 

E._____ habe sich einen Dreier gewünscht (Urk. 135 S. 17). Es sei ihre Fantasie 

gewesen, zwei Männer beim Sex zu beobachten und dann mit ihnen Sex zu  

haben (Urk. 135 S. 18 und 34). 

- 17 - 

 

Die Darstellung des Beschuldigten, wonach die Anregung zu diesen Treffen von 

E._____ stammte, erscheint grundsätzlich glaubhaft. So zeigen seine Aussagen 

seine grundsätzlich ablehnende Haltung gegenüber solchen Sexualpraktiken 

deutlich auf. An der Berufungsverhandlung gab er diesbezüglich an, E._____  

habe ihn zur Homosexualität zwingen wollen. Es habe ihr gefallen, zwei Männer 

[beim Sex] zu beobachten. Sie habe dies auch mit ihrem Buchhalter gemacht, der 

homosexuell sei. Er wolle aber nicht darüber reden. Es sei ekelerregend. Es 

komme ihm hoch, wenn er daran denke (Urk. 135 S. 18). In seinem Leben habe 

er mit Dreiern, Swingerclubs und Bordellen nichts zu tun gehabt (Urk. 135 S. 17; 

vgl. auch Urk. 11/4 Ziff. 24 S. 6). Anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 

3. Mai 2012 gab der Beschuldigte sodann Folgendes zu Protokoll: "Für mich ist 

Gruppensex eine Krankheit. Wenn einer Frau ein Mann nicht genug ist, dann soll 

er in ein Bordell. Das ist nicht normal. Eine Frau sollte mit einem Mann Sex  

haben, alles andere ist pathologisch, wie bei Tieren" (Urk. 11/4 Ziff. 11 S. 3). Wie 

bereits ausgeführt, wich der Beschuldigte der Frage, wie er das Opfer kennen-

gelernt habe, in der Untersuchung zudem auffallend deutlich aus. Es mag zwar 

sein, dass der Beschuldigte sich derart zu diesem Thema äussert, weil er im 

Nachhinein bereut und sich dafür schämt, einen Dreier angeregt zu haben.  

Angesichts der erwähnten Aussagen ist jedoch eher davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte auf Wunsch von E._____ bei diesen Dreiertreffen mitgemacht hat. 

Letztlich kann aber offen bleiben, auf wessen Initiative es dazu kam. 

In der zweiten Einvernahme (mehr als ein halbes Jahr nach der Tat) erwähnt 

E._____ nicht zwei, sondern drei derartige Treffen. Die Frage nach der Anzahl 

kann indes offen bleiben, denn entscheidende Bedeutung kommt, wie noch zu 

zeigen sein wird, allein dem letzten dieser Treffen zu, über dessen Verlauf – je-

denfalls in den ganz groben Zügen – Einigkeit besteht.  

3.4.3. E._____ erwähnte in ihrer Erstaussage beide Treffen hätten im letzten Jahr, 

also 2011, statt gefunden (Urk. 12/45 Ziff. 7 Abs. 3 S. 4; vgl. auch Urk. 12/45 

Ziff. 5 S. 2 oben [„nach monatelangem Unterbruch“]). Der Beschuldigte macht 

demgegenüber geltend, das letzte Dreier-Treffen habe unmittelbar vor der  

Abreise von E._____ zu ihrem dreiwöchigen (Urk. 11/2 S. 4 ganz unten) Süd-

- 18 - 

 

afrika-Aufenthalt stattgefunden (Urk. 11/2 S. 8 Mitte sowie S. 7 ganz unten), aus 

dem sie am 3. März 2012 zurückkehrte (Urk. 12/45 Ziff. 5 S. 2 oben [Absatz 2]). 

Gemäss Darstellung des Beschuldigten hätte das letzte Treffen somit ca. am  

Wochenende des 11./12. Februars 2012 statt gefunden (konkret: ab 3. März 21 

Tage zurück, wobei der Monat Februar im Jahr 2012 29 Tage hatte). 

Diese zeitliche Einordnung durch den Beschuldigten erfolgte spontan (d.h. ohne 

entsprechende Frage) und mit entsprechender Kontexteinbettung. Andererseits 

bestehen mit Blick auf die erwähnten Aussagen von E._____ deutliche Zweifel an 

deren Richtigkeit. Zu Gunsten des Beschuldigten ist indes seine zeitliche Einord-

nung als zutreffend zu unterstellen. 

3.4.4. E._____ und der Beschuldigte schildern den Verlauf dieses letzten Dreier-

Treffens unterschiedlich.  

E._____ führte in ihrer zweiten Einvernahme aus, es sei bei diesen Treffen jeweils 

zu einem Dreier gekommen: das erste Mal sei es noch gegangen, das zweite Mal 

sei „nicht mehr gut“ gewesen und das dritte Mal „eine Katastrophe“ (Urk. 12/46 

S. 8 ganz oben; wie bereits ausgeführt, spielt es vorliegend keine Rolle, ob es 

zwei oder drei Treffen gab, da jedenfalls über das letzte Treffen in groben Zügen 

Einigkeit besteht und im Wesentlichen nur diesem Treffen Relevanz zukommt). 

Beim letzten Treffen habe sie es nicht mehr ertragen, dass der Beschuldigte sie 

berührte. Im entsprechenden Sinne hatte sie sich bereits in ihrer Erstaussage  

wenige Stunden nach der Tat geäussert (Urk. 12/45 Ziff. 7 a.E. S. 4; ebenso: 

Urk. 12/46 S. 8 oben sowie S. 16 unten). Der Beschuldigte sei deswegen frustriert 

gewesen und habe mitten in der Nacht verlangt, dass das Opfer nach Hause  

gehe. Sie und das Opfer seien zu diesem Zeitpunkt schon halb am Einschlafen 

gewesen. Sie habe diesem Wunsch entsprochen und das Opfer nach Hause  

geschickt, denn sie habe Angst gehabt, dass es gefährlich wird. Der Beschuldigte 

habe das Opfer zwar nicht bedroht, aber sein Unterton sei angsteinflössend  

gewesen. Er habe ihr zudem Vorwürfe gemacht, dass sie das Opfer lieben würde, 

ihn jedoch nicht mehr; obwohl dies eigentlich zutreffend gewesen sei, habe sie es 

jedoch abgestritten (Urk. 12/46 S. 8), da sie die Eifersucht des Beschuldigten 

- 19 - 

 

nicht habe schüren bzw. das Opfer habe schützen wollen (Urk. 12/46 S. 15 unter-

halb Mitte). 

Der Beschuldigte macht im Wesentlichen geltend, er sei von E._____ zum Dreier 

gedrängt worden. Sodann führt er im Wesentlichen aus, E._____ und das Opfer 

hätten miteinander Sex gehabt, während er im Bett daneben gelegen sei 

(Urk. 11/2 S. 9 ganz oben). Ihm sei unwohl gewesen, weshalb er nicht mit-

gemacht habe (Urk. 11/4 Ziff. 14 S. 4). Er habe sich „hintersinnt“ (Urk. 11/2 S. 9 

ganz oben). Sie hätten ihm gesagt, er solle den Raum verlassen (Urk. 11/4 

Ziff. 18 S. 5). Er habe „wie ein Idiot“ daneben gelegen, und es habe ihn „geschüt-

telt“ (Urk. 11/4 Ziff. 21 S. 5). Schliesslich habe er insistiert, dass das Opfer nach 

Hause gehen solle (Urk. 11/2 S. 7 unten sowie S. 9 ganz oben; Urk. 11/4 Ziff. 18 

drittletzter Satz S. 5). Er habe zum Opfer gesagt, E._____ sei eine „kranke Frau“, 

er solle einmal schauen, was er hier mache (Urk. 11/4 Ziff. 61 S. 11 sowie Ziff. 64 

Ziff. 12). Er wolle nicht, dass er weiter anrufe und er wolle ihn nicht mehr in  

diesem Haus sehen (Urk. 11/2 S. 8 Mitte). Anlässlich der Berufungsverhandlung 

gab der Beschuldigte auf entsprechende Frage an, er wisse nicht mehr genau, 

wie der letzte Dreier abgelaufen sei. Soweit er sich erinnern könne, sei er wie ein 

Idiot während drei Stunden im Bett gelegen und habe nicht gewusst, was er  

machen solle, während E._____ und das Opfer Sex gehabt hätten. Er habe sich 

nicht nur im selben Zimmer, sondern auch im selben Bett aufgehalten. Auf die 

Frage, wie er sich dabei gefühlt habe, gab der Beschuldigte an, E._____ sei eine 

kranke Frau. Es sei ekelerregend. Ein junger Mann, der Sex mit einer Frau habe, 

die seine Mutter sein könne, wobei beide betrunken gewesen seien (Urk. 135 

S. 19). Es treffe zu, dass er G._____ gesagt habe, er solle nicht wieder kommen. 

Er habe dies eigentlich bei allen Treffen gesagt (Urk. 135 S. 21 f.). Auf Vorhalt der 

Aussage von E._____, wonach er bei diesem letzten Treffen frustriert gewesen 

sei, da sie es bei diesem Treffen nicht mehr ertragen habe, dass er sie berührt 

habe, gab der Beschuldigte an, das stimme so nicht. Er habe mit E._____ fast je-

den Tag sexuelle Kontakte gehabt (Urk. 135 S. 22).  

Die vorstehend erwähnten Aussagen von E._____, die sie – jedenfalls in ihrem 

Kerngehalt – bereits wenige Stunden nach der Tat gemacht hatte, weisen zahl-

- 20 - 

 

reiche Merkmale auf, die aus gedächtnispsychologischer Sicht auf einen  

Realitätsbezug hindeuten (insbesondere differenzierte Gesprächsinteraktionen, 

eigen- und fremdpsychisches Erleben, multimodale Wahrnehmung [Probleme, 

sich berühren zu lassen], Aspekte der Beziehungsentwicklung; alles in insgesamt 

differenzierter Ausprägung). Diese Schilderung deckt sich im Übrigen weitgehend 

mit derjenigen des Beschuldigten: Namentlich berichtet auch der Beschuldigte 

von seinen Frustrationen sowie davon, dass er das Opfer letztlich zum Verlassen 

der Wohnung aufgefordert habe. Den eigentlichen Grund seiner Frustration  

verschweigt der Beschuldigte jedoch in seiner Aussage, was – psychologisch  

betrachtet – ohne weiteres nachvollziehbar erscheint: Frustriert war der Beschul-

digte damals nämlich nicht (oder jedenfalls nicht nur) wegen des seiner Meinung 

nach krankhaften Gruppensexes an sich (vgl. Urk. 11/4 Ziff. 11 Satz 1 S. 3),  

sondern weil E._____, im Rahmen des Liebesspiels zu Dritt doch kein sexuelles 

Interesse am Beschuldigten hatte und ihn nicht einmal mehr berühren mochte. 

Die diesbezüglichen, bereits wenige Stunden nach der Tat spontan gemachten 

Aussagen von E._____ erscheinen – namentlich aufgrund ihrer logisch-

konsistenten Einbettung in den Gesamtzusammenhang – als erlebnisbasiert. 

Wie bereits erwähnt, betonte der Beschuldigte stets, er habe beim erwähnten 

Dreier nicht mitgemacht. Gleichzeitig führte er aber an einer Stelle spontan und 

geradezu überraschend aus, E._____ habe anlässlich des letzten Dreier-Treffens 

zu ihm – unter Hinweis auf das Opfer – gesagt: „Lutsch seinen Arsch“, „lutsch 

seinen Penis“, „lecke seine Genitalien“ (Urk. 11/4 Ziff. 24 und 25 S. 6). Im  

Rahmen der psychiatrischen Begutachtung erwähnte der Beschuldigte, E._____ 

habe wiederholt von sexuellen Fantasien berichtet, wonach sie gewissermassen 

als Vorspiel homosexuellen Männern beim Sex zuschauen würde, um an-

schliessend mit diesen Männern selbst Sex zu haben. Sie habe angeregt, diese 

Fantasie gemeinsam mit dem Opfer umzusetzen (Urk. 29/14 S. 51 ganz unten). 

Gegenüber der psychiatrischen Gutachterin betonte der Beschuldigte, dass es 

dazu aber nicht gekommen sei und er lediglich E._____ und dem Opfer beim Sex 

habe „zuschauen müssen“ (Urk. 29/14 S. 52 oben), wobei die Gutachterin eigens 

vermerkt, wie sich der Beschuldigte sichtlich empörte, als die Hypothese eines 

homosexuellen Kontaktes mit dem Opfer zur Diskussion stand (Urk. 29/14 S. 52 

- 21 - 

 

oben; vgl. auch Urk. 29/14 S. 49 Mitte [betreffend heterosexuelle Orientierung des 

Beschuldigten]). Auffällig erscheint in diesem Zusammenhang auch, dass der  

Beschuldigte anlässlich der ersten (substanziellen) Einvernahme auf die Frage, 

was er vor der Tat gegenüber dem Opfer gefühlt habe, zur Antwort gab (Urk. 11/2 

S. 12 unterhalb Mitte): „Wie meinen Sie das? Ich verstehe ihre Frage nicht. Ich bin 

kein Homosexueller [Hervorhebung hinzugefügt].“ In einer späteren Einvernahme 

bestritt der Beschuldigte auf entsprechende Frage hin sexuelle Kontakte mit dem 

Opfer gehabt zu haben (Urk. 11/4 Ziff. 33 S. 7). In Anbetracht dieser spontan vom 

Beschuldigten vorgebrachten angeblichen Aufforderungen von E._____, der  

erwähnten Gutachtenspassage sowie der letztgenannten Einvernahme-Sequenz 

ist davon auszugehen, dass E._____ ihn anlässlich des letzten Dreier-Treffens 

tatsächlich zu derartigen Handlungen aufforderte. 

Ob der Beschuldigte diesen Aufforderungen tatsächlich nachkam, lässt sich nicht 

erstellen. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte der Beschuldigte jedenfalls 

in Abrede, die Anweisungen von E._____ ausgeführt zu haben. E._____ habe 

versucht, ihn auf einen Dreier vorzubereiten. In diesem Zusammenhang habe sie 

ihm solche Anweisungen erteilt. Dies sei auch in Gegenwart von G._____ ge-

schehen. Zu einem Dreier sei es jedoch nicht gekommen. Es sei nicht nach dem 

Plan von E._____ abgelaufen. Als G._____ gekommen sei, seien er [G._____] 

und E._____ gleich zur Sache gekommen. Ihm selbst sei nichts anderes übrig 

geblieben, als ihnen beim Sex zuzusehen (Urk. 135 S. 17 ff., und 34 ff.).  

3.4.5. Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist festzuhalten, dass der Beschuldig-

te im Rahmen dieses letzten Dreier-Treffens schwere Frustrationen und Kränkun-

gen erlitt, weil E._____ ihn zunächst zu homosexuellen Handlungen gegenüber 

dem Opfer aufforderte, ihn alsdann aber körperlich ablehnte und allein mit dem 

Opfer in seiner Gegenwart Sex hatte. In dieser – von E._____ als emotionale  

„Katastrophe“ bezeichneten (Urk. 12/45 Ziff. 7 S. 4) – Lage verlor der bis anhin 

stets ruhige Beschuldigte alsdann seine Fassung und verlangte in einer Art und 

Weise, die E._____ Angst einflösste, dass das Opfer nach Hause gehe, was in 

der Folge auch geschah. Dabei sagte der zum Opfer, E._____ sei eine „kranke 

Frau“, er solle einmal schauen, was er hier mache (Urk. 11/4 Ziff. 61 S. 11 sowie 

- 22 - 

 

Ziff. 64 Ziff. 12). Er wolle nicht, dass er weiter anrufe und er wolle ihn nicht mehr 

in diesem Haus sehen (Urk. 11/2 S. 8 Mitte). 

Soweit der Beschuldigte an einer Stelle der Einvernahme angab, er sei gegen-

über dem Opfer anlässlich dieses Treffens „cool“ geblieben (Urk. 11/4 Ziff. 38 

S. 8; vgl. auch Ziff. 39 ff.), erscheint dies nicht als glaubhaft bzw. höchstens als 

äusserlich zutreffend, denn der Beschuldigte schilderte andernorts eindringlich, 

wie er sich damals „hintersinnte“ (Urk. 11/2 S. 9 oben) und es ihn „geschüttelt“ 

habe etc. (Urk. 11/4 Ziff. 21 S. 5). Indem E._____ gegenüber dem Beschuldigten 

– nach eigenem Bekunden wahrheitswidrig – dementierte, nur noch das Opfer zu 

lieben, ihn, den Beschuldigten, jedoch nicht mehr (Urk. 12/46 S. 8 unterhalb Mitte 

und S. 15 Mitte), machte sie dem Beschuldigten – trotz seiner misslichen Lage – 

doch wieder gewisse Hoffnungen. 

3.5. Entwicklungen während des Südafrika-Aufenthalts von E._____ 

In der Folge flog E._____ ca. am 11./12. Februar 2012 für drei Wochen nach 

Südafrika. Vor ihrer Abreise übergab sie dem Beschuldigten noch Fr. 1'000.–  

damit er während ihrer Abwesenheit den Lebensunterhalt bestreiten könne  

(Urk. 11/2 S. 5 unterhalb Mitte; Urk. 12/45 Ziff. 6 S. 4 ganz oben). Ebenfalls vor 

 ihrer Abreise hatte sie auf Anraten ihrer Anwältin den Beschuldigten brieflich auf-

gefordert, die Wohnung bis zu ihrer Rückkehr Ende Februar 2012 zu verlassen 

(Urk. 12/45 Ziff. 6 S. 3 unten). Während ihrer Ferien rief der Beschuldigte sie an 

und ersuchte darum, noch etwas länger bleiben zu dürfen, und zwar bis Mitte 

März. E._____ erklärte hierzu ihr Einverständnis (Urk. 12/46 S. 15 ganz unten; 

Prot. I S. 24 unten; ferner: Urk. 12/45 Ziff. 6 S. 3 unten).  

Am 10. Februar 2012 wies das Migrationsamt des Kantons Zürich das vom  

Beschuldigten am 13. September 2011 gestellte Gesuch um Erteilung einer  

Aufenthaltsbewilligung ab und forderte ihn auf, die Schweiz bis zum 31. März 

2012 zu verlassen (Beizugsakten des Migrationsamts des Kantons Zürich  

[Nr. 1547697]: dortige Urk. 168). Bis zum 29. August 2011 verfügte der Beschul-

digte über eine Kurzaufenthaltsbewilligung (L) zwecks Stellensuche. Der  

Beschuldigte macht sinngemäss geltend, er habe vom erwähnten abweisenden 

- 23 - 

 

Entscheid zum Tatzeitpunkt keine Kenntnis gehabt (Prot. I S. 10 unterhalb Mitte). 

Da der Entscheid auf dem diplomatischen Weg an seinen polnischen Anwalt  

zugestellt wurde und der polnische Rückschein („potwierdzenie odbioru“) das  

Datum vom 13. März 2012 trägt (Beizugsakten des Migrationsamts: dortige  

Urk. 169 S. 2), erweist sich diese Behauptung als zutreffend. 

3.6. Rückkehr von E._____ aus Südafrika und die Woche vor der Tat (ohne 

10. März 2012) 

3.6.1. Der Beschuldigte sagte, E._____ habe in Südafrika ihre Mutter besucht, 

welche dort eine Wohnung habe. Da sie dort nicht trinken konnte, habe E._____ 

bereits im Flughafenzollbereich Zürich Alkohol gekauft und dann die ganze  

Woche „durchgesoffen“. Obwohl sie stark betrunken gewesen sei, hätten sie in 

der Nacht von Freitag auf Samstag nach ihrer Rückkehr Sex gehabt. In der darauf 

folgenden Woche habe es ein Wechselbad zwischen „bleiben dürfen“ und „gehen 

müssen“ gegeben, ein ständiges Hin und Her. Am Samstag, also am Tag der Tat, 

habe er dann gepackt (Urk. 11/2 S. 5 oben; ferner: Prot. I S. 23 ganz unten und 

Urk. 135 S. 8 ff.).  

Ob es tatsächlich zu Sex mit dem Beschuldigten kam, kann zwar mit Blick auf die 

von E._____ anlässlich des letzten Dreier-Treffens geschilderten Berührungs-

probleme durchaus angezweifelt werden, widerlegen lässt sich die Behauptung 

damit jedoch nicht, zumal auch ein Erlöschen der Liebesbeziehung einen erneu-

ten sexuellen Kontakt nicht ausschliesst, und E._____ die ihr rund ein halbes Jahr 

nach der Tat gestellte Frage nach dem Zeitpunkt des letzten sexuellen Kontaktes 

mit dem Beschuldigten nicht beantworten konnte (Urk. 12/46 S. 7 oben). Auch 

kam E._____ erst am Samstag in Kloten an (Urk. 12/45 Ziff. 5 S. 2), so dass es in 

der Nacht von Freitag auf Samstag nicht schon zu Sex gekommen sein konnte, 

wie der Beschuldigte geltend macht; allerdings erscheint eine Verwechslung  

namentlich mit der Nacht von Samstag auf Sonntag durchaus denkbar. Ausser-

dem bestehen in der Tat Anhaltspunkte für das vom Beschuldigten geschilderte 

„Hin und Her“ in der letzten Woche (beispielsweise das bereits vorerwähnte  

anlässlich des letzten Dreier-Treffens geäusserte Dementi von E._____, es treffe 

nicht zu, dass sie den Beschuldigten nicht mehr liebe). Auch sonst wirkt die  

- 24 - 

 

eingangs dargelegte Aussagesequenz des Beschuldigten tendenziell erlebnis-

basiert (auch wenn die Sequenz für eine abschliessende diesbezügliche Beurtei-

lung zu kurz ist). Weiter entsprach es dem Naturell des Beschuldigten, negative 

Signale seitens von E._____ lediglich deren Alkoholkonsum zuzuschreiben und 

sich an noch so geringfügige Hoffnungsschimmer zu klammern. Zu Gunsten des 

Beschuldigten ist davon auszugehen, dass er die letzte Woche vor der Tat, wie 

von ihm geschildert, als belastendes Wechselbad zwischen „bleiben dürfen“ und 

„gehen müssen“ erlebte und sich trotz allem nach wie vor Hoffnung auf eine  

Verbesserung der Beziehungssituation machte. 

3.6.2. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr aus Südafrika meldete sich E._____  

telefonisch beim Opfer, wie sie es ihm schon vor ihrer Abreise versprochen hatte 

(wobei sie ihr Mobiltelefon verloren hatte und aus diesem Grunde – sich als  

Kollegin ausgebend – auf den Festnetzanschluss seiner Eltern anrief, worauf die 

Mutter des Opfers ihr die Mobiltelefonnummer ihres Sohnes angab). E._____ und 

das Opfer vereinbarten telefonisch, am kommenden Samstag 10. März 2012 

wieder einmal ein Wellness-Wochenende im … in … [Ort] zu verbringen. Weiter 

wurde vereinbart, dass das Opfer E._____ am besagten Samstag um 18.00 Uhr 

am Bahnhof H._____ mit seinem Auto abhole, von wo aus sie dann  

gemeinsam mit dem Auto nach … fahren wollten (Urk. 12/45 Ziff. 5 S. 2;  

Urk. 12/45 Ziff. 7 ganz a.E. S. 4; Urk. 12/45 Ziff. 10 S. 5; Urk. 12/46 S. 9 Mitte; 

Urk. 12/46 S. 7 ganz unten; Eltern des Opfers: Urk. 12/36 Ziff. 7 S. 2 sowie  

Urk. 12/37 Ziff. 7 S. 3). Dass als Abholort nicht der Wohnort von E._____ 

(…strasse …), sondern der davon rund 0.5 km entfernte Bahnhof vereinbart wur-

de, deutet darauf hin, dass E._____ und das Opfer dadurch eine Provokation des 

Beschuldigten vermeiden wollten (auch wenn E._____ zum Grund des Abhol-

ortes befragt, solches nicht vorbrachte, wobei aber auch nicht entsprechend 

nachgehakt wurde; Urk. 12/46 S. 9 Mitte; vgl. auch Urk. 9). 

E._____ sagte in ihrer Ersteinvernahme wenige Stunden nach der Tat aus, sie 

habe dem Beschuldigten lediglich gesagt, dass sie über das Wochenende weg-

gehe, das Auto aber dennoch nicht benötige. Der Beschuldigte habe sie am Tag 

der Tat mehrfach gefragt, mit wem sie weggehe. Sie habe ihm aber weder an  

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diesem Samstag noch in der Woche zuvor gesagt, mit wem sie weggehe. Sie 

nehme aber an, der Beschuldigte habe aus ihrem Verhalten geschlossen, dass 

sie sich mit dem Opfer treffen könnte (Urk. 12/45 Ziff. 11 S. 5). Im Wesentlichen 

gleich äusserte sie sich in ihrer zweiten Einvernahme (Urk. 12/46 S. 9 unten  

sowie S. 10 ganz oben). Ähnlich äusserte sich auch der Beschuldigte rund  

drei Tage nach der Tat in seiner ersten einlässlichen Aussage: Er gab an, 

E._____ habe ihm am Samstag gesagt, sie würde allein mit dem Zug in ein Well-

nesshotel nach … fahren, um dort zu übernachten (Urk. 11/2 S. 6 unten). Auch 

wenn der Beschuldigte nichts von den Mutmassungen erwähnt, von denen 

E._____ sprach, ist davon auszugehen, dass die Darstellung von E._____ im 

Wesentlichen zutrifft. Erstmals an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung erwähn-

te der Beschuldigte, E._____ habe ihm bereits nach ihrer Rückkehr von Kapstadt 

in alkoholisiertem Zustand gesagt, sie wolle sich am Samstag in einer Woche mit 

dem Opfer treffen, worauf er beschlossen habe auszuziehen (Prot. I S. 25 unter-

halb Mitte, wobei E._____ ihm dann am Tag der Tat aber doch wieder gesagt  

habe, sie fahre alleine in ein Wellness-Hotel [Prot. I S. 26 unten]).  

Die vorerwähnten Erstaussagen von E._____ und des Beschuldigten sowie der 

Umstand, dass in der letzten Woche vor der Tat ein Hin und Her herrschte,  

sprechen zwar dafür, dass die Sachverhaltsvariante, wonach E._____ dem  

Beschuldigten bereits nach ihrer Rückkehr aus Kapstadt ankündigte, mit dem  

Opfer wegfahren zu wollen, nicht zutrifft. Andererseits hat der Beschuldigte in der 

Berufungsverhandlung mehrfach ausdrücklich bestätigt, dass er bereits früher 

gewusst habe, dass sich E._____ am Wochenende möglichweise mit dem Opfer 

treffen wird. E._____ sei nach ihrer Rückkehr aus Kapstadt ständig betrunken 

gewesen und habe ihm beiläufig gesagt, dass sie sich mit dem Opfer treffen  

werde. Er habe sich deshalb entschieden auszuziehen (Urk. 135 S. 9 f., 23 f., 

S. 30 f.). Dass der Beschuldigte über ein allfälliges Treffen von E._____ mit dem 

Opfer Bescheid wusste, kann vorliegend daher nicht ausgeschlossen werden, 

zumal angesichts des Zustands, in welchem sich E._____ gemäss den Schilde-

rungen des Beschuldigten damals befand, nicht ohne Weiteres auf ihre Aussagen 

abgestellt werden kann. Letztlich muss dies aber offen bleiben. Demgegenüber 

steht fest, dass der Beschuldigte am Tag der Tat keine Zweifel daran hatte, dass 

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E._____ allein wegfahren werde, wie er auch anlässlich der Berufungsverhand-

lung angab (Urk. 135 S. 9, 12 und 30 f.). Er sei sich sicher gewesen, dass sich 

E._____ vom Trinken und Alkohol habe erholen wollen. Er habe geglaubt, dass 

sie ihm gegenüber Gefühle habe (Urk. 135 S. 12, 23 und 30). Der drohende  

Auszug sei für ihn nicht gleichbedeutend mit dem Beziehungsende gewesen 

(Urk. 135 S. 32). 

3.7. 10. März 2012 (bis zur Tat) 

3.7.1. Am Samstagmorgen (10. März 2012) packte der Beschuldigte seine  

Sachen und fuhr mit dem Auto von E._____ zu seiner ehemaligen Vermieterin 

F._____ an die …strasse … in …, wo er früher einige Male  

Gartenarbeiten und Ähnliches ausgeführt hatte (Urk. 11/2 S. 2 unten sowie S. 4 

ganz oben; Urk. 12/55 S. 4 Mitte). Gegenüber F._____ erwähnte er, er  

habe Probleme mit seiner Freundin und müsse oder wolle ausziehen. F._____ 

konnte ihm auch keine Bleibe offerieren und verwies ihn auf Männer-heime oder 

Pfarrer Sieber. Sie gestattete ihm jedoch, seine Sachen in ihrer  

Garage vorübergehend zu deponieren (Urk. 12/55 S. 4 Mitte und unten; Urk. 11/2 

S. 4 ganz oben). Der Beschuldigte machte ferner geltend, F._____ habe ihm in 

Aussicht gestellt, er könne Hauswartarbeiten für ihre Liegenschaften in der 

Schweiz sowie in Nizza machen (Urk. 11/2 S. 5 unten), was F._____  

anlässlich ihrer Einvernahme jedoch bestritt (Urk. 12/55 S. 5 oben sowie S. 4  

unten). F._____ fiel auf, dass der Beschuldigte „sehr aufgelöst“ gewesen sei und 

geschwitzt habe (Urk. 12/55 S. 4 unten). Weiter habe er erwähnt, seine Freundin 

sei psychisch angeschlagen, trinke und füge sich selbst Verletzungen zu, wobei 

er das mit dem Trinken bereits früher einmal erwähnt habe (die Selbstverletzun-

gen erwähnte der Beschuldigte in den Einvernahmen nicht, jedoch  

gegenüber der psychiatrischen Gutachterin; Urk. 29/14 S. 48 unten). Weiter habe 

der Beschuldigte, wie schon früher, gesagt, seine Freundin „liebe ihn, alles sei 

gut“ (Urk. 12/55 S. 5 ganz oben). Um ca. 11.30 Uhr fuhr der Beschuldigte zurück 

nach H._____ (Urk. 12/55 S. 4 unten; Urk. 11/2 S. 6 oben). 

3.7.2. Nach seiner Rückkehr in die Wohnung kam es mit der beim Trinken ange-

troffenen E._____ zu einem Streit. Dabei rastete sie nach eigenem Bekunden aus 

- 27 - 

 

und verpasste dem Beschuldigten eine Ohrfeige, wobei im Lichte ihres Aussage-

verhaltens zu Gunsten des Beschuldigten anzunehmen ist, dass sie ihn auch an-

derweitig als nur mittels Ohrfeige ins Gesicht schlug (Urk. 11/2 S. 6 oben; 

Urk. 12/46 S. 13 oben und unterhalb Mitte). Der Beschuldigte bat E._____ auch 

noch um Geld, damit er in ein Motel gehen könne, was diese jedoch ablehnte 

(Urk. 11/2 S. 6 Mitte; Urk. 12/46 S. 13 Mitte). Der Beschuldigte gab weiter an, 

damals „sehr aufgeregt“ und „sehr verwirrt“ gewesen zu sein, da er nicht gewusst 

habe, wo er hingehen solle (Urk. 11/2 S. 6 unterhalb Mitte). 

Gegenüber dem Beschuldigten erwähnte E._____, sie beabsichtige, allein und 

per Zug in ein Wellesshotel nach … zu fahren, worauf der Beschuldigte anerbot, 

sie an den Bahnhof zu fahren, was E._____ jedoch ablehnte. E._____ verschwieg 

bewusst, dass sie sich mit dem Opfer treffen würde, weil sie „kein Öl ins Feuer 

giessen wollte“ (Urk. 12/46 S. 13 unten; Urk. 11/2 S. 6 unten). Aufgrund ihres 

Verhaltens habe der Beschuldigte wohl annehmen können, dass sie sich mit dem 

Opfer treffen werde (Urk. 12/45 S. 5 unten).  

In der Folge legte sich E._____ in ihrem Zimmer hin und schlief ein (Urk. 11/2 S. 6 

unten; Urk. 12/46 S. 10 oben). „Kurz vor 18.00 Uhr“ erwachte sie und realisierte, 

dass sie verschlafen hatte (Urk. 12/46 S. 10 oben; Urk. 12/45 S. 5 ganz unten). 

Sie begann sich alsdann für die Reise fertig zu machen. Als der Beschuldigte 

klopfte und zu ihr ins Zimmer trat, war sie gerade im Begriff – nach Darstellung 

des Beschuldigten – „sexy Unterwäsche“ bzw. – nach Darstellung von E._____ – 

Badekleider anzuprobieren und schlug dem Beschuldigten die Zimmertüre vor der 

Nase zu (Urk. 12/46 S. 14 oben; Urk. 11/2 S. 7 oben). Unmittelbar danach, um 

18.11 Uhr (Urk. 21/8 S. 1 und S. 2 a.E.), während sich der Beschuldigte noch  

hinter der Zimmertüre befand (Urk. 11/2 S. 7 Mitte; Prot. I S. 27 oberhalb Mitte), 

klingelte das Mobiltelefon von E._____. Diese sagte im Wesentlichen  

(Gesprächsdauer 44 Sekunden): „Hoi G'._____“ (für G._____), sie habe verschla-

fen und werde in einer Viertelstunde am Bahnhof sein. Das Opfer teilte ihr mit, 

dies sei kein Problem, er warte am Bahnhof gegenüber vom Blumenladen (Urk. 

11/2 S. 7 oberhalb Mitte; Urk. 12/46 S. 10 oberhalb Mitte; zur Auswertung des 

iPhones des Opfers: Urk. 21/8 S. 1 und S. 2 a.E. mit dem Hinweis, dass die UCT-

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Zeit [„Universal Coordinated Time“] auf dem iPhone des Opfers nicht auf UTC+1,  

sondern UTC+0 eingestellt war, so dass es bei den auf der Auswertung ver-

merkten Zeiten jeweils eine Stunde hinzuzurechnen gilt; siehe auch CD mit  

Datenauswertung: Urk. 21/10). 

Als der Beschuldigte E._____ dies sagen hörte, realisierte er, dass sie mit dem 

Opfer sprach (Urk. 11/2 S. 7 Mitte und unten) und geriet nach eigenem Bekunden 

ausser sich („out of control“; Urk. 11/2 S. 9 unterhalb Mitte). Als er mitbekommen 

habe, dass das Opfer E._____ angerufen habe, sei er wie ein Automat explodiert 

(Urk. 135 S. 23). Im Zimmer des ausgezogenen Sohnes von E._____, in dem er 

selbst zumindest teilweise zu schlafen pflegte (Urk. 11/3 Ziff. 22 S. 4; Urk. 11/2 

S. 11 ganz oben; Prot. I S. 31 unten), ergriff er ein offen auf der Kommode liegen-

des Messer (Urk. 12/40 Ziff. 54 S. 7; Urk. 23/3; Urk. 12/41 S. 8 f.) und fuhr mit 

dem Auto von E._____ an den Bahnhof H._____ (Urk. 1 S. 14 unten; Urk. 9).  

3.7.3. In den Einvernahmen behauptete der Beschuldigte pauschal, gegenüber 

dem Opfer nie eifersüchtig gewesen zu sein (Urk. 11/4 Ziff. 49 S. 10; Prot. I S. 41 

oberhalb Mitte; Urk. 135 S. 19 und 21) ebenso wenig wie gegenüber anderen 

Männern (Urk. 11/3 Ziff. 36 S. 8). In diesem Punkt erweist sich seine Aussage als 

nicht glaubhaft, ebenso wenig wie seine bereits vorstehend erwähnte Äusserung 

betreffend das letzte Dreier-Treffen, an dem er „cool“ geblieben sei (wobei er 

hierzu, wie dargelegt, selbst anderslautende Äusserungen gemacht hat). An der 

Berufungsverhandlung führte der Beschuldigte denn auch aus, wenn E._____ mit 

anderen Männern Sex gehabt habe, sei er gegen aussen cool gewesen. Es sei 

jedoch alles in ihn hineingegangen und habe sich gestaut (Urk. 135 S. 20). 

Die psychiatrische Gutachterin ortete beim Beschuldigten ein deutliches Defizit, 

wenn es darum ging, eigene Emotionen zu beschreiben (Urk. 29/14 S. 27 ganz 

unten). Vor diesem Hintergrund handelt es sich beim vorliegend erwähnten  

Ausser-sich-Geraten um einen Affekt aus Eifersucht und Wut gegenüber dem Op-

fer. In diesem Sinne äusserte sich auch das Gutachten, wonach sämtliche  

Kriterien für eine Affekttat erfüllt seien (Urk. 29/14 S. 75 unten [bezüglich der  

vorliegend relevanten gutachterlichen Tathypothese A = ungeplante Tat; dazu  

unten]). 

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3.7.4. Beim behändigten Messer handelte es sich um ein aufklappbares sog.  

Taschenrettungsmesser der Marke Eickhorn Solingen (Modell „PRT II“) mit oran-

ge-rotem Aluminiumgriff und einseitig geschliffener Klinge von rund 8,5 cm Länge 

(Urk. 13/1 S. 18 [Foto]; Urk. 16/1 S. 12; Urk. 11/7 S. 4 unten).  

Nur rund 5 Minuten nach dem Ende des ersten Telefonats, nämlich um 18.17 Uhr 

rief E._____ das Opfer an, wobei dieser Anruf 1 Minute und 9 Sekunden dauerte 

(Urk. 21/8 S. 1 und S. 2 a.E.). Über den Inhalt dieses zweiten Telefonats ist nichts 

bekannt. Fest steht jedoch, dass der Angriff des Beschuldigten zu diesem Zeit-

punkt noch nicht begonnen hatte, aber unmittelbar bevorstand. Der Beginn des 

Angriffs muss ca. um 18.20 Uhr erfolgt sein (vgl. Urk. 12/25 Ziff. 5 und 6 S. 2).  

Prima facie denkbar wäre an sich auch, dass der Beschuldigte auch noch diesen 

zweiten Anruf mitbekommen hat und erst danach an den Bahnhof fuhr, was  

angesichts der kurzen Distanz (rund 0.5 km) knapp möglich bzw. mit den übrigen 

gesicherten Angaben vereinbar wäre (Urk. 12/25 Ziff. 5 und 6 S. 2); letztlich kann 

diese Frage jedoch offen bleiben. E._____ sprach (allerdings rund ein halbes Jahr 

nach dem Vorfall) lediglich davon, dass sie das Opfer angerufen habe und nicht 

das Opfer sie (Urk. 12/46 S. 10 Mitte), während sie in der Ersteinvernahme nicht 

näher präzisierte, wer wen anrief. Mit der Tatsache, dass es gemäss iPhone-

Auswertung zwei Telefonate gab, wurde sie in der Untersuchung nie konfrontiert. 

Die vorerwähnte Aussage von E._____, wonach sie das Opfer angerufen habe, 

würde an sich auf das zweite Telefonat zutreffen, welches gemäss iPhone-

Auswertung des Opfers nachweislich von E._____ ausging, während das erste 

Telefonat vom Opfer kam. Da der Beschuldigte jedoch spontan aussagte, das von 

ihm mitgehörte Telefonat sei von aussen gekommen und er habe gehört, wie 

E._____ sagte, sie werde in einer Viertelstunde am Bahnhof sein (Urk. 11/2 S. 7 

oberhalb Mitte), steht fest, dass es sich beim ersten Anruf von 18.11 Uhr, der 

nachweislich vom Opfer ausging, um denjenigen handelte, den der Beschuldigte 

mitgehört hatte. 

Effektiv am Bahnhof H._____ eingetroffen ist E._____ allerdings nicht bereits, wie 

von ihr angekündigt, eine Viertelstunde nach den erwähnten Telefonaten, sondern 

erst ca. um 18.57 Uhr, also nach der Tat. Sie habe bei Eintreffen am Bahnhof  

- 30 - 

 

einen Helikopter gehört und mehrfach vergeblich versucht, das Opfer anzurufen 

(Urk. 12/45 Ziff. 5 a.E. S. 29. Aus der iPhone-Auswertung geht hervor, dass 

E._____ das Opfer drei Mal anrief, nämlich um 18.57 Uhr, um 19.01 Uhr sowie 

um 19.04 Uhr (Urk. 21/8 S. 2). Wobei exakt zum Zeitpunkt des ersten Anrufs die  

Reanimationsbemühungen abgebrochen (Urk. 14/13 S. 2 unterhalb Mitte; vgl. 

Urk. 14/2 S. 2) und der über dem Tatort kreisende REGA-Helikopter unverrichte-

ter Dinge über Funk zum Rückflug angewiesen wurde (Urk. 12/38 Ziff. 13 S. 3). 

3.8. Der Angriff 

3.8.1. Nach dem erwähnten Mithören des Telefonats und dem Behändigen des 

Messers fuhr der Beschuldigte mit dem Auto von E._____ an den Bahnhof 

H._____ und parkierte seinen Wagen auf dem Parkfeld … der an die …strasse 

angrenzenden Parkplätze leicht östlich des Bahnhofhauptgebäudes (Urk. 1 S. 14 

ganz unten). Von da aus ging er zu Fuss an dem gemäss Fahrplan um 18.19 Uhr 

von … eingetroffenen und auf die Weiterfahrt um 18.40 wartenden Bus der Ver-

kehrsbetriebe Zürich Oberland (VZO) vorbei (Urk. 12/23 [Foto];  

Urk. 13/1 S. 7 f. [Fotos]; Urk. 12/20 Ziff. 3 S. 1; Urk. 12/22 S. 3 oben; Urk. 12/25 

Ziff. 5 S. 2). Die Innenraum-Überwachungskamera des Buses zeichnete auf, wie 

der Beschuldigte, eine Hand in der Hosentasche, den Bus seitlich passierte  

(Urk. 19/4 [CD]; vgl. auch Urk. 12/20 Ziff. 4 S. 2). Dem wartenden Buschauffeur 

I._____ fiel der Beschuldigte auf, weil dieser ähnlich blaue Hosen trug wie seine 

eigenen Uniformhosen (Urk. 12/20 Ziff. 3 S. 1; Urk. 12/22  

S. 3 Mitte). 

Die nachfolgende Tatausführung konnte vom Buschauffeur I._____, der sein 

Fahrzeug leicht über die Gebäudeecke hinaus parkiert hatte, so dass er um die 

Gebäudeecke sehen konnte (Urk. 12/22 S. 5 oben; Urk. 12/23 [Foto]), sowie von 

weiteren zufällig in der Nähe befindlichen Personen ganz oder zumindest teilwei-

se beobachtet werden (J._____, K._____, L._____, das Ehepaar  

MN._____). 

Direkt nach der Fahrerkabine des Buses passierte der Beschuldigte die westliche 

Gebäudeecke und begab sich, nachdem er kurz bei der dortigen Buche hin und 

- 31 - 

 

her gelaufen war (Urk. 11/22 S. 3 oberhalb Mitte), zu den ebenfalls unmittelbar 

dort befindlichen zwei 30-Minuten-Parkfeldern. Auf dem (vom Täter aus gesehen) 

rechten Feld war das Fahrzeug des Opfers – Front Bahngeleise – parkiert 

(Urk. 13/1 S. 13, S. 15, S. 21 f. [Fotos]). Das am Steuer sitzende Opfer war  

gerade im Begriff, ein Lachssandwich zu verzehren (Urk. 16/6 S. 4 unterhalb  

Mitte; Urk.  13/1 S. 25, S. 83 f. sowie S. 86 [Spurenfotos]; Urk. 16/1 S. 3 unterhalb 

Mitte, S. 5 unten sowie S. 11 f.). 

Der Beschuldigte trat an das Fahrzeug heran, riss die Fahrertür auf (Urk. 12/20 

Ziff. 3 S. 2 ganz oben; Urk. 16/6 S. 4 Mitte [betreffend (auch) spurentechnisch im 

Vordergrund stehende Erstangriffs-Variante]; Näheres dazu sogleich), beugte sich 

leicht in den Fahrzeuginnenraum (Urk. 12/3 [von Zeugin K._____ nachgestellte  

Fotos]; Urk. 12/2 S. 4 Mitte und S. 6 unten) und begann unvermittelt, massiv und 

mehrfach auf das Opfer – schwergewichtig in Richtung Oberkörper- und Hals-

bereich – einzustechen, während er es mit der freien Hand in den Fahrersitz 

drückte (Urk. 12/2 S. 6 ganz unten und S. 7 ganz oben; Urk. 12/25 Ziff. 6 S. 2; 

Urk. 12/30 S. 4 oberhalb Mitte; Urk. 12/3 S. 4 Mitte; Urk. 12/30 S. 10 Mitte) und 

auf es einschlug (Urk. 14/13 S. 3 unten, S. 4 Mitte sowie S. 4 ganz unten; vgl. 

auch ebenda, S. 5 unten [betreffend sog. stumpfe Gewalteinwirkung]). Das Opfer 

schrie zunächst „hey spinnsch!“ (Urk. 12/25 Ziff. 17 S. 4; Urk. 12/30 S. 4 oberhalb 

Mitte) und versuchte erfolglos, den Beschuldigten von sich wegzustossen  

(Urk. 12/25 Ziff. 6 S. 2 und Ziff. 30 S. 6; Urk. 12/30 S. 8 Mitte; Urk. 14/13 S. 3 

ganz oben, S. 4 unterhalb Mitte und S. 7 oben [betreffend vom Opfer erlittene 

Abwehrverletzungen]; Urk. 15/1 S. 4 unten [betreffend dem Beschuldigten vom 

Opfer zugefügte Abwehrverletzungen]; Urk. 13/1 S. 39 ff. [Verletzungsfotos des 

Beschuldigten]). Dabei erklang ein wohl durch das Handgemenge ausgelöstes 

kurzes Hupen (Urk. 12/9 S. 4 oben; Urk. 12/8 S. 2 oben). Die unmittelbar hinzu-

getretene Zeugin K._____ hörte das nach wie vor im Fahrzeug befindliche Opfer  

deutlich röcheln (Urk. 12/1 Ziff. 12 S. 2; Urk. 12/2 S. 8 oben). Gemäss Zeugin 

J._____ konnte die Phase, bei der sich das Opfer noch im Wageninnern  

befand, maximal 2 Minuten gedauert haben (Urk. 12/25 Ziff. 33 S. 6, wobei sie  

ihre Ankunftszeit am Bahnhof mit dem Bus sowie die Zeit des Eintreffens der von 

- 32 - 

 

ihr erwarteten S-Bahn vergleichend heranzog; vgl. auch Urk. 12/25 Ziff. 6 S. 2 

sowie Ziff. 7 S. 3 oben). 

3.8.2. Was den Beginn des Angriffs anbelangt, besteht zwischen der Aussage des 

Buschauffeurs I._____ und den Aussagen der auf dem gegenüberliegenden 

Bahnsteig wartenden Zeuginnen J._____ und L._____ folgender  

Widerspruch: Der Zeuge I._____ schilderte als einziger, wie der Beschuldigte um 

das Auto herumlief, die Fahrertüre aufriss und das Opfer angriff. Aufmerksam ge-

worden sei er auf diesen Vorgang, weil eine Frau auf dem gegenüberliegenden 

Bahnsteig wild gestikuliert habe (Urk. 12/20 Ziff. 3 S. 1 f., Ziff. 8  

S. 2 sowie Ziff. 9 S. 3; Urk. 12/22 S. 3 ganz unten). Andererseits berichteten die 

genannten Zeuginnen (insbesondere die Zeugin J._____, deren Wahrnehmung 

früher erfolgte als jene von Zeugin L._____), dass eine bei der bereits geöffneten 

Fahrertüre stehende Person im Begriffe war, die im Auto sitzende  

Person anzugreifen (wobei das Aufreissen der Autotür nicht beobachtet wurde; 

J._____: Urk. 12/25 Ziff. 6 S. 2; Urk. 12/30 S. 3 ganz unten sowie S. 4 ganz oben; 

L._____: Urk. 12/8 Ziff. 6 S. 1 f.; Urk. 12/9 S. 4 oberhalb Mitte). Der  

Widerspruch liegt nun darin, dass I._____ nicht das Aufreissen der Autotür beo-

bachtet haben kann, wenn er erst durch das Herumfuchteln der erwähnten Zeu-

ginnen auf den Vorfall aufmerksam wurde, denn das Fuchteln erfolgte  

gemäss den Zeuginnen ja erst als Reaktion auf den bei offener Autotür bereits in 

vollem Gang befindlichen Angriff. 

Der Zeuge I._____ berichtete spontan und wiederholt, dass sich der  

Beschuldigte dem Auto annäherte bzw. um das Auto herumging, die Fahrertüre 

aufriss und sogleich mit dem Angriff begann (Urk. 12/20 Ziff. 3 S. 1 f., Ziff. 8 S. 2 

sowie Ziff. 9 S. 3; Urk. 12/22 S. 3 ganz unten). Seine Aussagen erwecken nicht 

den Eindruck, dass er in Tat und Wahrheit nur die bereits geöffnete Türe erblickte 

und den Öffnungsvorgang „ex post“ hineininterpretierte. Dieses Kerngeschehen 

ist demzufolge als erwiesen zu betrachten. Was das Nebengeschehen anbelangt 

(die Art und Weise, wie er auf den Vorfall aufmerksam wurde), liegt demgegen-

über der Schluss nahe, dass sich der Zeuge teilweise täuscht: Zwar mag er tat-

sächlich wahrgenommen haben, wie eine Frau auf dem Bahnsteig herumfuchtel-

- 33 - 

 

te; dies muss sich zeitlich aber notwendigerweise nach dem von ihm beobachte-

ten Aufreissen der Autotür zugetragen haben, wobei plausibel erscheint, dass er 

dadurch erst das wahre Ausmass des Angriffs realisierte (zumal er angab, er ha-

be nicht ins Innere des Autos sehen können; Urk. 12/20 Ziff. 3 S. 1 ganz unten), 

was letztlich die zeitliche Erinnerungsverwechslung des Zeugen zur Folge hatte. 

Im Übrigen gibt es keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass bereits vor dem Öffnen der 

Fahrertür ein Angriff stattfand oder der Beschuldigte beispielsweise auch nur auf 

dem Beifahrersitz sass. Gegen diese Annahme spricht auch der Spurenbericht 

des Forensischen Instituts Zürich vom 26. März 2012 (Urk. 16/6). Darin wird fest-

gehalten, dass aus spurenkundlicher Sicht keine Hinweise dafür hätten gefunden 

werden können, die den Beschuldigten bzw. dessen Kleidung mit dem Beifahrer-

sitz des Autos in Verbindung bringen würden. Viele der mikroskopisch feinen 

Blutspritzer hätten sich an der linken Fahrzeugseite befunden (Urk. 16/6 S. 3 f.). 

Die Variante, dass ein Erst-Angriff des Täters vom Beifahrersitz aus gegen das 

auf dem Fahrersitz sitzende Opfer erfolgt sei, stehe aufgrund des angetroffenen 

Spurenbildes (im lnnern des Wagens) nicht im Vordergrund. Demgegenüber  

werde die Variante, dass ein Erst-Angriff im Bereich der offenen Fahrertür gegen 

das sich im Wagen befindende Opfer erfolgt sei, aufgrund des angetroffenen  

Spurenbildes als im Vordergrund stehend erachtet (Urk. 16/6 S. 4). Selbst wenn 

zu Gunsten des Beschuldigten davon ausgegangen würde, dass er vorgängig – 

auf dem Beifahrersitz sitzend – mit dem Opfer gesprochen hätte, wäre der Angriff 

selbst doch wiederum überraschend erfolgt, nämlich nach dem Aufreissen der 

Fahrertüre, wobei in diesem Fall mangels jeglicher Anhaltspunkte auch nicht zu 

Gunsten des Beschuldigten angenommen werden dürfte, er sei vom Opfer provo-

ziert oder angegriffen worden. Schliesslich ist schon aufgrund des „Trance“-

artigen Zustands, in dem sich der Beschuldigte zum damaligen Zeitpunkt befand 

(dazu unten), nicht davon auszugehen, dass er sich zunächst noch mit dem Opfer 

unterhielt. Im Lichte der gesamten Umstände liegt der Schluss nahe, dass der 

Beschuldigte das Opfer überraschend und ohne vorgängige Diskussion angriff.  

3.8.3. Nach der ersten Angriffsphase liess der Beschuldigte kurz vom Opfer ab 

und trat etwas neben das Fahrzeug. Diesen Umstand nutzte das bereits stark  

- 34 - 

 

blutende Opfer und stieg aus dem Auto (Urk. 12/20 Ziff. 11 S. 3 sowie Ziff. 12 

Satz 1 S. 3; Urk. 12/16 Ziff. 12 S. 2; Urk. 12/20 Ziff. 12 S. 3; nach dem Aussteigen 

war das Opfer – entgegen der Aussage von Zeugin J._____ (Urk. 12/25  

Ziff. 7 S. 2) – zunächst noch am Stehen; ihre insofern abweichende Schilderung 

lässt sich durch den vorübergehenden Sichtunterbruch der einfahrenden S-Bahn 

erklären). Der Beschuldigte trat sodann erneut zum Opfer, das „in gebückter  

Haltung und mit hängendem Kopf“ (Urk. 12/2 S. 4 unterhalb Mitte) vor dem Auto 

stand, hinzu und begann erneut massiv und in schneller Abfolge (Urk. 12/20  

Ziff. 12 S. 3) schwergewichtig auf dessen Oberkörper- und Halsbereich einzu-

stechen (Urk. 12/22 S. 4 oben). Zu verweisen ist auch in diesem Zusammenhang 

auf den Spurenbericht des Forensischen Instituts Zürich. Demgemäss würden die 

Blutspurenbilder darauf hindeuten, dass sich der Hauptteil des Geschehens aus-

serhalb und links [in Fahrtrichtung] neben dem Fahrzeug abgespielt haben dürfte. 

Dafür sprächen auch die auf dem Parkplatzboden durch den Kriminaltechnischer 

Einsatzdienst fotografierten Blutspurenbilder (Urk. 16/6 S. 4). 

In diesem Moment fuhr gemäss Zeugin J._____ die von ihr erwartete S7 (Rich-

tung Zürich) ein (gemäss Fahrplan um 18.22 Uhr; Weiterfahrt um 18.23 Uhr) und 

verdeckte ihr vorübergehend die Sicht (Urk. 12/25 Ziff. 7 S. 3 oben). Ins-

besondere Zeuge I._____ konnte das massive Einstechen aber weiter-

beobachten (Urk. 12/22 S. 4 oben, S. 7 oberhalb Mitte und S. 8 oben). Den  

letzten Stich versetzte der Beschuldigte dem Opfer mit voller Wucht in den Hals-

bereich (Urk. 12/12 Ziff. 3 S. 2 oberhalb Mitte; Urk. 12/14 S. 5 unten, S. 6 unten, 

S. 7 unterhalb Mitte und unten sowie S. 9 ganz unten; hierbei muss es sich um 

Verletzung Nr. 20 handeln, da die anderen Halsverletzungen [Nr. 19 und 21]  

keine Stich, sondern Schnittverletzungen sind [vgl. dazu Urk. 14/13 S. 3 ganz un-

ten sowie S. 4 ganz oben sowie die folgenden Fotos: Urk. 13/2 S. 43 = Verletzung 

Nr. 19; Urk. 13/2 S. 50 = Verletzung Nr. 21; Urk. 12/2 S. 44 und S. 48 = Ver-

letzung Nr. 20 mit praktisch vollständiger Durchtrennung der rechten Halsvene]). 

Zum Schluss sagte er zum Opfer (Urk. 12/2 S. 8 oben und S. 9 Mitte; vgl. auch 

Urk. 12/12 Ziff. 6 S. 3): „Son of a bitch!“ 

Daraufhin brach das bereits in tief gebückter Haltung dastehende Opfer langsam 

zusammen, wobei es nicht mehr in der Lage war, sich mit den Händen am Boden 

- 35 - 

 

abzustützen, und kam mit dem Gesicht vornüber auf den Boden zu liegen,  

während der Täter teilnahmslos in seiner Nähe stehen blieb (Urk. 12/2 S. 4 unten; 

Urk. 12/1 Ziff. 21 S. 4; Urk. 12/30 S. 5 unten). 

3.8.4. Um 18.22 Uhr alarmierte Buschauffeur I._____ mit seinem Mobiltelefon als 

erster den Notruf und meldete, das Opfer liege am Boden, der Beschuldigte stehe 

noch daneben (Urk. 20/3 [CD mit aufgezeichneten Notrufen] bzw.  

dortige Excel-Tabelle mit Anrufzeiten, wobei die Telefonnummer … jene von 

I._____ ist; vgl. Urk. 12/20 S. 1). 

Alsdann legte der Beschuldigte das Messer in eine angrenzende Rabatte und 

setzte sich auf den Randstein (Urk. 12/44 S. 5 unten; Urk. 12/18 S. 5 ganz unten 

und S. 6 ganz oben). 

Wenige Minuten nach Alarmierung traf eine erste Patrouille der Polizei am Tatort 

ein (O._____ und P._____). Der nach wie vor in der Nähe des Opfers befindliche 

Beschuldigte erhob seine blutverschmierten Arme und Hände und liess sich wi-

derstandslos festnehmen (Urk. 12/8 Ziff. 7 S. 3; Urk. 12/50 S. 4 ganz oben; Urk. 

12/50 S. 6 unten; Urk. 12/53 S. 6 ganz unten und S. 7 oben). Polizist P._____ 

sowie zwei Passanten begannen daraufhin mit Reanimationsmassnahmen (Urk. 

12/50 S. 4 unterhalb Mitte). Auch wurde die Rega aufgeboten (Urk. 12/53 S. 56 

oben). Polizistin O._____ sagte später aus (Urk. 12/50  

S. 6 oben): „Ich bin kein Arzt, und es soll auch nicht überheblich klingen, aber als 

wir ankamen, sah ich die Seele buchstäblich davon gleiten. Für mich war klar, 

dass jede Hilfe zu spät kam.“  

Polizist P._____ erwähnte ferner, er und seine Kollegin seien bei der Anfahrt von 

der Einsatzzentrale darüber informiert worden, der Beschuldigte halte Passanten 

aktiv davon ab, erste Hilfe zu leisten (Urk. 12/53 S. 7 oben). Hierfür bestehen  

allerdings keine konkreten Anhaltspunkte. Vielmehr wagten sich die potenziellen 

Helfer zunächst nicht näher heran, weil der Täter noch in der Nähe stand 

(Urk. 12/2 Ziff. 15 S. 4; Urk. 12/22 S. 10 ganz unten und S. 11 ganz oben; vgl. 

Urk. 20/3 [CD mit aufgezeichneten Notrufen]). Eine Zeugin wusste sogar – aller-

dings nur vom Hörensagen – zu berichten, der Beschuldigte habe Passanten mit 

- 36 - 

 

den Worten „helft, helft“ aktiv zur Hilfe aufgefordert (Urk. 12/30 S. 11 oben sowie 

S. 9 unten). 

Kurz nach der ersten Polizeipatrouille traf die vom Stützpunkt … herkommende 

Rettungssanität – nach einer Fahrzeit von rund 10 Minuten – am Tatort ein 

(Urk. 12/38 Ziff. 7). Zu diesem Zeitpunkt wies das mit massivem Blutverlust am 

Boden liegende Opfer bereits keine Herz- und Kreislaufaktivität mehr auf 

(Urk. 12/38 Ziff. 18 S. 4). Die Rettungssanitäter setzten die Reanimationsbemü-

hungen fort (Urk. 12/38 Ziff. 12 S. 3). Ca. 5 Minuten nach der Sanität traf der Not-

arzt ein (Urk. 12/38 Ziff. 13 S. 3). Um 17.57 Uhr wurden die Reanimations-

bemühungen abgebrochen (Urk. 14/13 S. 2 unterhalb Mitte), der Tod des Opfers 

festgestellt (vgl. Urk. 14/2 S. 2) und die inzwischen über dem Tatort kreisende 

Rega zurückbeordert (Urk. 12/38 Ziff. 13 S. 3). 

3.9. Vom Opfer erlittene Verletzungen bzw. Todesursache 

Insgesamt erlitt das Opfer 34 von scharfer Gewalt (davon 14 Schnittverletzungen, 

18 Stichverletzungen und 2 kombinierte Stich-Schnittverletzungen) und 22 von 

stumpfer Gewalt herrührende Verletzungen (Urk. 14/13 S. 5 Mitte). 

Während sich im rechten Kopf- und Gesichtsbereich überwiegend teils ober-

flächliche, teils aber auch tief reichende Schnittverletzungen fanden, waren an der 

Brust praktisch ausschliesslich verschieden tief in den Körper reichende Stich-

verletzungen feststellbar. An der rechten Halsseite und an den Extremitäten  

waren sowohl Stich- als auch Schnittverletzungen nachweisbar (Urk. 13/2 S. 56 

und 73 [Übersichtsfotos]; zum Beschrieb der nummerierten einzelnen Verletzun-

gen: Urk. 14/13 S. 3-5  bzw. Urk. 13/2 S. 1-130 [Fotos]; die Nummerierung ist  

willkürlich, entspricht also nicht der effektiven Verletzungsreihenfolge [Urk. 13/13 

S. 3 Mitte]; über die Reihenfolge der Verletzungen ist – von vereinzelten Zeugen-

aussagen abgesehen – nichts bekannt]). 

Die Stichverletzung Nr. 32 im Bereich der linken Brustwarze führte zu einer Eröff-

nung (Durchstich) der rechten Herzkammer mit einer Einblutung von ca. 380 ml in 

den Herzbeutel, was durch eine Kompression des Herzens ein Herz-Pump- 

- 37 - 

 

versagen bewirkte (Urk. 13/2 S. 72 und S. 74-87 [Fotos]). Diese Verletzung ist 

somit als hauptsächliche Todesursache anzusehen. Eine derartige Verletzung 

führt zu einer raschen Handlungsunfähigkeit und innert weniger Minuten zum Tod. 

Aufgrund der vorerwähnten Stichverletzung Nr. 32, aber auch aufgrund der Stich-

verletzung Nr. 24, welche bis in den linken Lungenoberlappen reichte (Urk. 13/2 

S. 60-64 [Fotos]), kam es ferner zu einem Kollaps des linken Lungenflügels und 

zu einer Blutung (ca. 380 ml) in die linke Brusthöhle (sog. Hämato-

Pneumothorax).  

Zusätzlich war am Tatort ein grosser Blutverlust feststellbar, was in Form soge-

nannter "Verblutungsblutungen" und insgesamt blutarmer Organe auch im  

Rahmen der Autopsie festgestellt wurde. Diesem Blutverlust kann eine mit-

todesursächliche Relevanz beigemessen werden (Urk. 14/13 S. 6 unterhalb  

Mitte).  

3.10. Der Amnesie-Einwand des Beschuldigten 

3.10.1. Der Beschuldigte macht geltend, sich an die eigentliche Tatausführung 

nicht mehr erinnern zu können. Er habe einen Filmriss erlitten. Zumindest sinn-

gemäss macht er geltend, diese Amnesie dauere schon seit der Tat an. Er habe 

sein Wissen über den Tathergang im Wesentlichen nur anhand der Akten bzw. im 

Gespräch mit seiner Verteidigung erlangt. Eingesetzt habe dieser Filmriss nach 

dem Mithören des Telefonats zwischen E._____ und dem Opfer bzw. beim Hin-

ausrennen aus der Wohnung, geendet habe er anlässlich der Verhaftung. 

Das Bestehen von Erinnerungslücken erlaubt per se keinen Rückschluss auf eine 

Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit, denn eine Erinnerungslücke beschlägt 

nur die Erinnerung, nicht jedoch das Bewusstsein bei der Tatausführung 

(Urk. 29/14 S. 72 ganz oben). Ebenso wenig gilt das Bestehen einer Erinnerungs-

lücke notwendigerweise als Beweis für das Vorliegen einer Affekttat (Urk. 29/14 

S. 75 oben). Gleichwohl drängt sich vorliegend die Klärung des vorgebrachten 

Amnesie-Einwandes auf. 

- 38 - 

 

3.10.2. Die zuerst am Tatort eingetroffenen beiden Polizisten haben beide ausge-

sagt, der ansonsten vollkommen kooperative Beschuldigte habe zu Fragen  

betreffend die Tat geschwiegen (Urk. 12/50 S. 5 oben; Urk. 12/53 S. 9 unterhalb 

Mitte). Ansonsten habe er aufgewühlt gewirkt, jedoch nicht wirr geredet  

(Urk. 12/50 S. 5 unterhalb Mitte). Seine Kommunikation sei adäquat gewesen 

(Urk. 12/53 S. 8 oben). Auf entsprechende Frage präzisierte Polizistin O._____, 

der Beschuldigte habe auf Fragen zur Sache geschwiegen und nicht geantwortet, 

er wisse nicht, was passiert sei (Urk. 12/50 S. 5 oben). Der Beschuldigte hat 

selbstverständlich das Recht zu schweigen (Art. 113 StPO; Art. 6 EMRK). Ver-

weigert er indes seine Aussage nur partiell, indem er zum sonstigen  

Geschehen (später) differenzierte Aussagen macht, so darf bei der kritischen 

Überprüfung der Amnesie-Hypothese in die Gesamtwürdigung einfliessen, dass 

der Beschuldigte anlässlich der allerersten informellen Befragung spontan nicht 

von fehlender Erinnerung sprach, sondern schwieg, sowie dass er auch  

sonst nicht verwirrt wirkte und sich namentlich nicht nach dem Vorgefallenen  

erkundigte. 

Anlässlich der Ersteinvernahme, welche um 02.10 Uhr nach der Tat begann, ant-

wortete der Beschuldigte zu Beginn auf die Frage, wie es ihm gehe, er wisse 

nicht, was passiert sei (Urk. 11/1 S. 2 Mitte), verweigerte aber ansonsten Aus-

sagen zur Sache mit dem Hinweis: „[...] Ich denke, es ist besser, wenn ich ein  

andermal spreche. Es ist viel zu früh für mich. Ich kann im Moment nicht ant-

worten.“ Mit letzterem Satz relativierte er seine zuvor gemachte Aussage, wonach 

er nicht wisse, was passiert sei, zumindest wieder teilweise, da er lediglich vor-

bringt, es sei „zu früh“ bzw. er könne „im Moment“ nicht antworten. 

In der nachfolgenden Einvernahme vom 13. März 2012 gibt der ansonsten aus-

führlich aussagende Beschuldigte dann aber an, sich – von ganz wenigen Erinne-

rungsinseln abgesehen – an das Tatgeschehen nicht mehr erinnern zu können 

(Urk. 11/2 S. 9 Mitte). 

3.10.3. Der Beschuldigte berichtete mehrfach, er habe versucht, sich an den Tat-

hergang zu erinnern. In der Einvernahme vom 19. März 2012 sagte er spontan 

Folgendes aus: „Sie haben mich am Anfang gefragt, ob ich mich an etwas  

- 39 - 

 

erinnern kann. Ich probierte im Gefängnis an die Geschehnisse zu denken und es 

zu analysieren. Dabei merkte ich, dass der Blutdruck jeweils unkontrolliert an-

stieg. Dies löste dann Angst aus. Der Blutdruck stieg dann so stark unkontrolliert 

an, dass ich nicht mehr zu denken fähig war. Ich vergesse dann immer mehr. Es 

tut mir leid, dass ich nicht mehr mithelfen kann. Das Ganze wird aber immer mehr 

verschwommen. Am Dienstag war meine Anwältin da. Mein Blutdruck stieg  

wieder enorm an, weil ich wusste, dass ich hierher kommen muss. Ich konnte 

tags darauf nicht mehr arbeiten. Ich habe Einfaches über die Arbeit vergessen. 

Sie fragten mich dann, was mit mir los sei.“ Anlässlich der Berufungsverhandlung 

gab der Beschuldigte zu Protokoll, er habe oft versucht, sich wieder an den Tat-

hergang zu erinnern. Das Ganze habe ihn mitgenommen und mit Schrecken  

erfüllt. Der Gedanke daran habe ihn fertig gemacht (Urk. 135 S. 29).  

Insbesondere die zuletzt erwähnten Aussagen deuten stark darauf hin, dass sich 

der Beschuldigte sehr wohl an den Tathergang erinnern konnte, denn nur so ist 

erklärbar, warum der Beschuldigte Schrecken verspürte. Hätte er schlicht gar  

keine Erinnerung, könnte dieses Gefühl nicht in ihm aufkeimen. Auch gegenüber 

der psychiatrischen Gutachterin sowie gegenüber der Vorinstanz berichtete der 

Beschuldigte von diesen Erinnerungsbemühungen (Urk. 29/14 S. 53 oberhalb  

Mitte; Prot. I S. 39 unten). Zu diesem Zeitpunkt (die psychiatrische Exploration  

erfolgte am 20./21. November 2012) hatte der Beschuldigte anlässlich der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahmen den ausführlichen Schilderungen von insge-

samt sechs direkten Augenzeugen der Tat beigewohnt. Wäre die Erinnerung des 

Beschuldigten aber zumindest ansatzweise aktivierbar, wie er selbst geltend 

macht, indem er von dem dadurch hervorgerufenen Schrecken berichtete, so  

erscheint es unplausibel, dass dem Beschuldigten beim Anhören all dieser aus-

führlichen Zeugenaussagen keine einzige Erinnerung wieder in den Sinn gekom-

men sein soll (siehe insbesondere Urk. 11/3 Ziff. 13 S. 2 unten). Dieses Verhalten 

des Beschuldigten deutet stark auf eine Erinnerungsverdrängung, also auf ein 

Nicht-erinnern-wollen hin, nicht jedoch auf eine Amnesie. 

In dieses Bild passt auch, dass der Beschuldigte im Rahmen der Einvernahmen 

jeweils eindringlich darum ersuchte, das Tatmesser (Urk. 11/4 Ziff. 87 S. 14 f.  

- 40 - 

 

sowie Ziff. 88 S. 15; Urk. 11/6 S. 5 ganz unten; Prot. I S. 29 ganz unten und S. 30 

ganz oben) sowie tatrelevante Fotografien (Urk 11/6 S. 7 oben) nicht anschauen 

zu müssen bzw. sich die Hand vor das Gesicht hielt oder sich abwandte. Zudem 

konnte der Beschuldigte auf die Frage, woher die Verletzungen in seinem Gesicht 

stammen, nicht angeben, ob diese von angeblichen Schlägen von E._____ oder 

aber von der Auseinandersetzung mit dem Opfer herrührten. Der Beschuldigte 

hatte geltend gemacht, E._____ habe ihn wenige Stunden vor der Tat ins Gesicht 

geschlagen. Diesbezüglich erwähnte der Beschuldigte nie eine Amnesie, sondern 

berichtete ausführlich von diesem Vorfall. Auch wenn sich der Beschuldigte nicht 

mehr an das Tatgeschehen erinnern könnte, müsste er demzufolge dennoch  

wissen, ob E._____ ihm diese Schrammen im Gesicht zugefügt hat oder nicht. Es 

erscheint nämlich nicht plausibel, dass er dies nicht bemerkt hätte. Der Beschul-

digte sagte aber explizit aus, er wisse nicht, ob E._____ ihm diese Verletzungen 

zugefügt hatte (Urk. 11/ 2  S. 11 unterhalb Mitte). Diese unplausible Antwort lässt 

sich nur so erklären, dass der Beschuldigte irrtümlich der Ansicht war, er  

erscheine nur dann glaubhaft als Amnesie-Betroffener, wenn er auch auf diese 

Frage keine Antwort wisse. 

In diesen Zusammenhang passt weiter, dass der Beschuldigte, der nachweislich 

im Zimmer von B._____ zu schlafen pflegte (Urk. 11/3 Ziff. 22 S. 4; Urk. 11/2  

S. 11 ganz oben; Prot. I S. 31 unten), nicht wahrgenommen haben will, dass dort 

auf der Kommode, auf welcher der Fernseher stand (Urk. 12/40 Ziff. 54 S. 7), das 

Tatmesser mit auffälligem orange-rotem Griff lag. Dies ist umso erstaunlicher, als 

der Beschuldigte ausgesagt hat, er habe dieses Zimmer auch deshalb genutzt, 

weil er andere Fernsehsendungen zu schauen pflegte als E._____ (Urk. 11/2 

S. 11 ganz oben; Urk. 11/3 Ziff. 22 S. 4). Dabei muss sein Blick zwangsläufig auf 

das schon seit längerem dort liegende Messer mit orange-rotem Griff gefallen 

sein. Auch hier scheint dem Beschuldigten nicht bewusst zu sein, dass die Nichte-

rinnerung an dieses Messer mit der von ihm vorgebrachten Amnesie-Hypothese 

schwer in Einklang zu bringen ist (ähnlich wie das Nicht-Ausschliessen-Können 

von E._____ als Verursacherin seiner Schrammen im Gesicht). Auf die Frage, ob 

er einmal ein derartiges Messer im Zimmer von B._____ gesehen habe, ant-

wortete der Beschuldigte (Urk. 11/4 Ziff. 86 S. 14): „Dort hat es viele Waffen, [ein] 

- 41 - 

 

Maschinengewehr, Bajonette etc.“ An alle diese Waffen scheint er sich somit  

erinnern zu können, an das Tatmesser aber ausgerechnet nicht. In der vor- 

instanzlichen Hauptverhandlung, an welcher dieser Punkt ausführlich zur Sprache 

kam, erwähnte er explizit und erstmals auch, dass im erwähnten Zimmer Messer 

herumgelegen seien (Prot. I S. 30 oben): „Dort lagen viele Messer herum. Ich 

weiss nicht, von welchem Messer Sie sprechen. [...].“ Auf die Frage, wo sich denn 

die Messer befunden hätten, gab er zur Antwort (Prot. I S. 31 oberhalb Mitte): „Sie 

waren überall. Im Schrank und auf dem Boden, überall [...].“ Dieses Aussage-

verhalten und insbesondere auch die abschliessende Verwendung des Wortes 

„überall“ sind für in die Enge getriebene intentional falsch aussagende Personen 

typisch, denn das Wort „überall“ schliesst die Kommode mit ein.  

Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass Amnesien vereinzelt von Erinne-

rungsinseln unterbrochen werden (so implizit auch Urk. 29/14 S. 53 oberhalb  

Mitte, S. 56 unten sowie S. 76), erscheint es doch sonderbar, dass der Beschul-

digte erklärte, die Amnesie habe unmittelbar nach dem Mithören des Telefonats 

eingesetzt (Urk. 11/2 S. 9 oberhalb Mitte), weshalb er sich an das darauf folgende  

Ergreifen des Messers nicht mehr erinnern könne (u.a. Urk. 11/4 Ziff. 81 S. 14), 

alsdann aber doch zu berichten weiss, wie er aus der Wohnung stürmte 

(Urk. 11/2 S. 9 oberhalb Mitte; Urk. 11/2 Ziff. 75-80), worauf die Erinnerung wieder 

abgebrochen sei. An der Berufungsverhandlung bestätigte der Beschuldigte, dass 

er sich daran erinnern könne, wie er aus dem Haus gestürmt bzw. aus dem Haus 

gerannt sei (Urk. 135 S. 24 f.). Er erinnere sich aber nicht daran, wie das Messer 

in seine Hand gekommen sei (Urk. 135 S. 24 und 36).  

3.10.4. Auf die in der Einvernahme vom 13. März 2012 gestellte Frage, ob er  

früher einmal einen Gedächtnisverlust erlitten habe, antwortete der Beschuldigte 

(Urk. 11/2 S. 2 oben): „Ja, manchmal ist mir das passiert. Manchmal geschah es 

mir. Normalerweise funktioniert mein Gehirn wie ein Computer, manchmal habe 

ich aber ein Blackout.“ Auf die daran anschliessende Aufforderung, ein Beispiel zu 

geben, sagte der Beschuldigte: „Die Polizei fragte mich bspw. nach den  

Schlüsseln. Ich konnte bis auf einen Schlüssel alle zuordnen. Ich konnte mich 

nicht mehr erinnern, wohin dieser Schlüssel passte. 5 oder 10 Minuten später 

- 42 - 

 

kam es mir dann wieder in den Sinn.“ Dieses spontan vorgebrachte Beispiel ist 

geradezu banaler Natur. Ähnliche Erfahrungen macht hin und wieder praktisch  

jedermann. Insofern kann der Beschuldigte daraus nichts zu seinen Gunsten  

ableiten.  

Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass der Beschuldigte auf die sinngemäss 

gleiche Frage (nach früheren Gedächtnisverlusten) gegenüber der psychiatri-

schen Gutachterin einige Monate später eine grundlegend andere Aussage  

machte (Urk. 29/14 S. 41 unten): Er sei einmal unvermittelt und grundlos von  

einem betrunkenen Mann auf den Kopf geschlagen worden. Dieser habe heftig 

mit Knien und Fäusten auf den Beschuldigten eingeschlagen, so dass er blut-

überströmt auf den Boden gefallen sei. Seit diesem Vorfall leide er an zeitweilig 

auftretenden Erinnerungsstörungen, welche in Polen umfassend neurologisch 

sowie mit bildgebenden Verfahren abgeklärt worden seien, ohne dass man eine 

genaue Ursache hierfür gefunden habe. Er könnte nicht angeben, wie alt er  

gewesen sei, doch nehme er an ebenfalls (unter Hinweis auf zuvor berichtetes 

Vorkommnis) im Primarschulter. Sonderbar erscheint allein der Umstand, dass 

der Beschuldigte ein derart einschneidendes Erlebnis zeitlich nicht genauer ein-

ordnen kann als mit „er nehme an [...] im Primarschulalter [Hervorhebung hin-

zugefügt].“ Dass der Beschuldigte ein derartiges Ereignis nicht erwähnte, als er in 

der Einvernahme vom 13. März 2012 nach früheren Gedächtnisverlusten gefragt 

wurde, erweist sich als ausgesprochen sonderbar. 

An der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte auf die Frage, ob er schon 

früher einmal ähnliche Filmrisse erlebt habe, an, er habe das schon einmal  

gehabt, als er in seiner Kindheit von einem Traktor auf den Kopf gefallen sei. Er 

habe das Bewusstsein verloren und sei im Spital gewesen (Urk. 135 S. 26 f.). Der 

Beschuldigte brachte damit wiederum eine neue Erklärung für seine Gedächtnis-

verluste vor. Zwar hatte der Beschuldigte ein solches Erlebnis auch gegenüber 

der psychiatrischen Gutachterin erwähnt (Urk. 29/14 S. 41). Als er in der Unter-

suchung nach früheren Gedächtnisverlusten gefragt wurde, hatte der Beschuldig-

te jedoch weder erwähnt, dass er in der Kindheit vom Traktor gefallen ist, noch, 

dass er von einem betrunkenen Mann auf den Kopf geschlagen worden ist. Wie 

- 43 - 

 

bereits dargelegt, gab er in diesem Zusammenhang lediglich an, er habe manch-

mal ein Blackout, wobei er dafür ein alltägliches Beispiel nannte. Vor diesem  

Hintergrund vermögen die Aussagen des Beschuldigten nicht zu überzeugen. Es 

ist nicht ersichtlich, weshalb er in der vorerwähnten Einvernahme vom 13. März 

2012 nicht umgehend von sich aus auf die Vorfälle in der Kindheit zu sprechen 

gekommen ist, wenn diese tatsächlich solche Beschwerden nach sich zogen.  

Bei den vom Beschuldigten vorgebrachten Erinnerungsinseln fällt zudem auf, 

dass sein Aussageverhalten diesbezüglich nicht konstant ist: In der Einvernahme 

vom 13. März 2012 sagte der Beschuldigte, er könne sich ausschliesslich an zwei 

Dinge erinnern, u.a. dass er anlässlich der Tat zum Opfer sagte (Urk. 11/2 S. 9 

unterhalb Mitte): „Ich sagte dir, nicht mehr zu kommen und nicht mehr anzurufen.“ 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung (Prot. I S. 37) sagte er dann 

aber wieder aus, er habe dies nur anlässlich des letzten Dreier-Treffens zum  

Opfer gesagt, nicht jedoch anlässlich der Tat. Nach Vorhalt seiner Aussage vom 

13. März 2012 bemerkte er unter anderem, er sei damals „durcheinander“  

gewesen. An der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte diesbezüglich an, 

es handle sich dabei um einen Fehler der psychiatrischen Gutachterin. Sie sei 

davon ausgegangen, dass ein Zeuge diese Worte gehört habe. Dem sei aber 

nicht so (Urk. 135 S. 21 f.). Zwar trifft es zu, dass sich die Gutachterin insofern 

irrte (vgl. dazu Prot. I S. 37 f.); allerdings vermag dieser Umstand nicht zu  

erklären, warum der Beschuldigte in diesem Punkt widersprüchlich aussagte,  

indem er zunächst ausführte, sich (abgesehen von einem weiteren Punkt) nur 

noch daran zu erinnern, alsdann aber diese Erinnerung wieder in Abrede stellte.  

Eine Gesamtwürdigung der vorstehend analysierten Aussagen legt den Schluss 

nahe, dass der Beschuldigte keine Amnesie erlitten hat, sondern seine sehr wohl 

vorhandenen und reproduzierbaren Erinnerungen lediglich zu verdrängen sucht 

und insofern eine Schutzbehauptung vorbringt. 

3.11. Psychische Störungen des Beschuldigten zum Tatzeitpunkt sowie Vorsatz 

3.11.1. Zur Frage der psychischen Störung zum Tatzeitpunkt hält das Gutachten 

Folgendes fest (Urk. 29/14 S. 80 oben): Der Beschuldigte wies zum Tatzeitpunkt 

- 44 - 

 

akzentuierte Persönlichkeitszüge mit narzisstischen Anteilen auf, die unmittelbar 

für den Tatzeitraum Störungswertigkeit annahmen. Ferner litt er im Tatzeitraum 

an einer gering- bis mittelgradigen depressiven Episode (DSM-IV: 296.2  

[Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disordres] und ICD-10 [International 

Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems]: F32.1). Im 

Sinne der affektakzentuierten Tat bestanden zudem für den unmittelbaren  

Tatzeitraum Symptome einer akuten Belastungsstörung schweren Grades  

(DSM-IV: 308.3 und ICD-10: F43.0). 

Dieser gutachterliche Befund überzeugt auch in der Begründung (dazu Urk. 29/14 

S. 64 ff.), und es sind keine triftigen Gründe ersichtlich, die ein Abweichen davon 

zu rechtfertigen vermöchten. 

Präzisierend und ergänzend dazu das Folgende: Persönlichkeitszüge mit narziss-

tischen Anteilen bedeutet im vorliegenden Zusammenhang, dass der Beschuldig-

te – laienhaft gesprochen – ein ausgeprägtes Helfersyndrom aufweist, das sich 

namentlich darin äusserte, dass er alles daran setzte, E._____ aus ihrer Alkohol-

sucht zu befreien. Was auch immer vorfiel, der Beschuldigte war überzeugt, mit 

E._____ die perfekte Beziehung führen zu können, wenn es ihm nur gelänge, sie 

zu heilen. Je schwieriger die Situation wurde, umso mehr steigerte sich  

der Beschuldigte in seine „Mission“ hinein. Gegenüber der psychiatrischen Gut-

achterin hat der Beschuldigte in diesem Zusammenhang selbst eingeräumt, er 

funktioniere eben so, dass er in schwierigen Situationen jeweils noch härter daran 

arbeite, sein Ziel zu erreichen (Urk. 29/14 S. 48 Mitte). Dieses extreme Leistungs-

verhalten, das bis zur völligen Erschöpfung tendiert, gilt gemäss Gutachten als 

Persönlichkeitszüge mit narzisstischen Anteilen. Entgegen der vor der Vorinstanz 

geäusserten Meinung des Beschuldigten (Prot. I S. 11 ganz unten) hat das Gut-

achten keine narzisstische Bewusstseinsstörung festgestellt, sondern, wie  

erwähnt, lediglich Persönlichkeitszüge mit narzisstischen Anteilen, die aber  

unmittelbar im Tatzeitraum Störungswertigkeit erlangten (Urk. 29/14 S. 68 ganz 

unten sowie S. 80 oben). 

3.11.2. Die gering- bis mittelgradige depressive Episode sowie vor allem die akute 

Belastungsstörung schweren Grades, an welcher der Beschuldigte zum Tatzeit-

- 45 - 

 

punkt litt, beruhten im Wesentlichen auf folgenden drei schwer wiegenden  

Problemen: Wohnsituation, Beziehung zu E._____ sowie Aufenthaltsstatus. Dass 

der Beschuldigte die letzte Woche vor der Tat als belastendes „Hin und Her“  

zwischen „bleiben dürfen“ und „gehen müssen“ erlebte und sich trotz allem noch 

Hoffnungen auf eine Besserung der Beziehungssituation machte, ist, wie dar-

gelegt, zu Gunsten des Beschuldigten anzunehmen. Bei der Beziehungssituation 

fällt weiter ins Gewicht, dass der Beschuldigte das Opfer anlässlich des letzten 

Dreier-Treffens als Demütigung und Bedrohung erlebte und seine ansonsten  

ruhige Fassung derart verlor, dass E._____ es mit der Angst zu tun bekam und 

das Opfer mitten in der Nacht nach Hause schickte (vgl. Urk. 12/46 S. 8), wobei 

der Beschuldigte dem Opfer sagte, er solle sich bei E._____ nicht mehr blicken 

lassen. 

Auf den Tag der Tat hin spitzten sich die Probleme betreffend Wohnsituation  

sowie betreffend Beziehung zu E._____ – im Sinne der erwähnten Belastungs-

störung schweren Grades – dramatisch zu: E._____ war alkoholisiert, verhielt sich 

gegenüber dem Beschuldigten aggressiv und tat so, als ginge sie allein weg. Als 

der Beschuldigte E._____ unmittelbar vor ihrer Abreise in Kleidungsstücken  

erblickte, die ihm zumindest als „sexy Unterwäsche“ erschienen, E._____ ihm die 

Tür vor der Nase zuschlug und alsdann den Anruf des Opfers entgegennahm, 

wurde der Beschuldigte – im Sinne des Gutachtens (Urk. 29/14 S. 75 unterhalb 

Mitte) – von einem Affektsturm (Wut und Eifersucht) erfasst, im Zuge dessen er 

den Vorsatz fasste, das Opfer zu töten. Er ergriff das ihm wohlbekannte Messer, 

fuhr mit dem vor dem Haus parkierten Auto von E._____ zum Bahnhof und griff 

das überraschte Opfer ohne Vorwarnung mit massivster Gewalt an.  

Zwar ist der Staatsanwaltschaft (Urk. 138 S. 3 ff.; Prot. II S. 13 ff.) beizupflichten, 

dass sich der Beschuldigte vor der Tatausführung Gedanken gemacht haben 

muss, wie er vorgehen wird. Auch das Messer muss der Beschuldigte mit einer 

bestimmten Zielsetzung an sich genommen haben. Es bestehen jedoch keinerlei 

Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte seine Tat im Voraus geplant hat, und 

in den wenigen Minuten zwischen Eintritt des Affektsturms und den Tötungshand-

lungen kann keine Planung im eigentlichen Sinne erblickt werden. Angesichts der 

- 46 - 

 

erwiesenen konkreten Tatausführung (Aufreissen der Autotür und sofortiges  

Zustechen) ist die von der psychiatrischen Gutachterin zur Diskussion gestellte 

Tatausführungsvariante B zu verwerfen (vgl. Urk. 29/14 S. 76 unterhalb Mitte). 

Gemäss dieser Variante hätte der Beschuldigte das Messer im Affekt ergriffen, 

um das spätere Opfer zunächst zur Rede zu stellen, wobei er dabei einen Messe-

reinsatz im Rahmen einer späteren Eskalation in Kauf nahm. 

Es bestehen auch keine Anhaltspunkte dafür, dass der Beschuldigte die Tötung 

nicht mit Wissen und Willen ausgeführt hat. Dass Augenzeugen spontan berichte-

ten, der Beschuldigte habe während und auch unmittelbar nach der Tat wie „in 

Trance“ (oder ähnlich) gewirkt (Urk. 12/1 Ziff. 13 S. 3; Urk. 12/12 Ziff. 12 S. 3; 

Urk. 12/16 Ziff. 18 S. 3), zeigt lediglich, dass der Beschuldigte in einem Affekt-

sturm handelte. Dazu passt auch die von mehreren Personen spontan geschilder-

te Beobachtung, wonach der Beschuldigte nach der Tat an Händen bzw. Armen 

gezittert habe (Urk. 12/50 S. 5 ganz oben; Urk. 12/53 S. 7 unterhalb Mitte; 

Urk. 16/1 S. 4). 

3.12. Schuldfähigkeit des Beschuldigten zum Tatzeitpunk