# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c74d274a-5418-50e0-b239-5712780bcd31
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-06-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.06.2023 D-3605/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3605-2021_2023-06-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3605/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  J u n i  2 0 2 3   

Besetzung 
 Einzelrichter Simon Thurnheer, 

mit Zustimmung von Richterin Susanne Bolz-Reimann;   

Gerichtsschreiberin Leslie Werne. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

und deren Kind,   

B._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

beide vertreten durch lic. iur. Verena Gessler,  

Advokaturbüro Roulet, Ehrler & Gessler,  

(…),  

Beschwerdeführende,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl;  

Verfügung des SEM vom 9. Juli 2021 / N (…). 

 

 

 

D-3605/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin A._______ suchte am 16. August 2016 in der 

Schweiz um Asyl nach. Mit Verfügung vom 21. November 2016 trat das 

SEM auf ihr Asylgesuch nicht ein und verfügte die Wegweisung nach Ita-

lien. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Bundesverwaltungsge-

richt mit Urteil D-7507/2016 vom 16. Dezember 2016 ab.  

B.  

Am (…) wurde der Beschwerdeführer B._______ in der Schweiz geboren.  

C.  

Ab dem 13. April 2017 galten die Beschwerdeführenden in der Schweiz als 

untergetaucht.  

D.  

Mit Entscheid des Regionalgerichts C._______ vom 30. November 2018 

wurde das Kindsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und dem am 

28. Mai 2017 verstorbenen Kindsvater D._______ (N […]) post mortem 

festgestellt. 

E.  

Am 16. Januar 2019 gab die Berufsbeiständin des Beschwerdeführers den 

Aufenthaltsort der Beschwerdeführenden gegenüber dem SEM bekannt 

und begehrte – unter Hinweis darauf, dass die Überstellungsfrist nach Ita-

lien mittlerweile abgelaufen sei – die Wiederaufnahme des nationalen Asyl-

verfahrens.  

F.  

Mit Schreiben vom 5. September 2019 wandte sich die rubrizierte Rechts-

vertreterin an die Vorinstanz und ersuchte um Akteneinsicht. Das SEM ent-

sprach vorgenanntem Gesuch am 11. September 2019. 

G.  

Am 1. Oktober 2019 gelangte die rubrizierte Rechtsvertreterin unter Bei-

gabe einer Kopie des Aktenverzeichnisses des SEM abermals an die Vor- 

instanz und ersuchte um Einsicht in diverse als vom SEM «unwesentlich» 

respektive «der gesuchstellenden Person bekannte» Akten. Diesem Ge-

such entsprach das SEM am 15. Oktober 2019. 

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Seite 3 

H.  

Mit Eingabe der rubrizierten Rechtsvertretung vom 22. Januar 2021 er-

suchten die Beschwerdeführenden um Einbezug des Beschwerdeführers 

in die Flüchtlingseigenschaft des verstorbenen Kindsvaters D._______.  

I.  

Am 10. Februar 2021 nahm das SEM das nationale Asylverfahren der Be-

schwerdeführerin wieder auf und befragte sie am 23. Juni 2021 vertieft zu 

ihren Asylgründen. 

Zu ihrem persönlichen Hintergrund sowie zur Begründung ihres Asylge-

suchs brachte sie im Wesentlichen vor, sie sei eritreische Staats- 

angehörige, tigrinischer Ethnie und stamme aus der Region E._______. 

Gegen ihren Willen sei sie mit einem Soldaten der eritreischen Armee ver-

heiratet worden und fortan als Hausfrau tätig gewesen. Sie selbst sei nie 

in den Militärdienst einberufen worden. Nachdem ihr Ehemann desertiert 

sei, hätten sie die Behörden zweimal zuhause aufgesucht. Aus Angst, in-

haftiert zu werden, habe sie Eritrea wenige Tage später – im Jahr 2014 – 

illegal verlassen. Nach der Ausreise habe sie sich von ihrem damaligen 

Ehemann scheiden lassen. 

Als Beweismittel reichte sie eritreische Identitätsdokumente ihrer Mutter (in 

Kopie und inklusive Übersetzung), eine eritreische Wohnsitzbescheinigung 

ihrer Mutter (in Kopie) sowie ein Schreiben von D._______ vom 1. Dezem-

ber 2016 (in Kopie) zu den Akten. 

J.  

Mit Verfügung vom 9. Juli 2021 – eröffnet am 12. Juli 2021 – verneinte das 

SEM die originäre respektive derivative Flüchtlingseigenschaft der Be-

schwerdeführenden, lehnte ihre Asylgesuche vom 16. August 2016 res-

pektive 22. Januar 2021 (inklusive Gesuch um Einbezug des Beschwerde-

führers gemäss Art. 51 Abs. 3 AsylG) ab und verfügte die Wegweisung aus 

der Schweiz, wobei sie den Vollzug der Wegweisung wegen Unzumutbar-

keit zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme aufschob.  

K.  

Am 11. August 2021 erhob die rubrizierte Rechtsvertreterin namens der 

Beschwerdeführenden gegen diesen Entscheid Beschwerde beim Bun-

desverwaltungsgericht und beantragte, die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft (für A._______ ori-

ginär; für B._______ derivativ) und die Asylgewährung. Eventualiter sei die 

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Sache zur vollständigen und richtigen Feststellung des Sachverhalts an die 

Vorinstanz zurückzuweisen, dies mit der Anweisung sämtliche die Be-

schwerdeführenden und D._______ betreffenden Akten des Bundes sowie 

der Kantone F._______, G._______ und H._______ beizuziehen, zu pagi-

nieren und zu datieren. Weiter beantragten sie, das SEM sei anzuweisen, 

mittels Quellenangaben sämtliche Herkunftsländerinformationen offenzu-

legen, anschliessend sei den Beschwerdeführenden eine angemessene 

Frist zur Stellungnahme anzusetzen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht er-

suchten sie um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und um unentgeltliche 

Rechtsverbeiständung.  

Der Beschwerde lagen unter anderem ein handschriftliches Schreiben un-

bekannten Ursprungs und Datums, ein ärztliches Zeugnis von Dr. med. (…) 

vom 2. Dezember 2016, ein Schreiben des Amts für Migration und Zivil-

recht des Kantons G._______ vom 17. Januar 2017 sowie ein Schreiben 

des Amts für Beistandschaften und Erwachsenenschutz des Kantons 

H._______ vom 6. Januar 2020 bei. 

L.  

Mit Zwischenverfügung vom 8. Oktober 2021 wies der Instruktionsrichter 

den Antrag auf Offenlegung sämtlicher Herkunftsländerinformationen der 

Vorinstanz und anschliessende Fristansetzung zur Stellungnahme ab. 

Ebenso wies er die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung (inklusive 

Kostenvorschussverzicht) sowie unentgeltliche Rechtsverbeiständung ab 

und forderte die Beschwerdeführenden auf, einen Kostenvorschuss zu 

leisten. 

M.  

Am 29. Oktober 2021 leisteten die Beschwerdeführenden den eingeforder-

ten Kostenvorschuss innert Frist. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Die Beschwerdeführenden sind 

als Verfügungsadressaten zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 48 

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VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzu-

treten (Art. 105 und 108 Abs. 2 AsylG, Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG.  

3.  

Die vorliegende Beschwerde erweist sich – wie nachstehend aufgezeigt – 

als offensichtlich unbegründet und ist im Verfahren einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin respektive eines zwei-

ten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summari-

scher Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

4.  

Mit der angefochtenen Verfügung verneinte die Vorinstanz die originäre 

Flüchtlingseigenschaft beider Beschwerdeführenden sowie die derivative 

Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers (Dispositivziffer 1 bis 3). In 

der Beschwerde wird den Beschwerdeführer betreffend jedoch nur die 

Feststellung letzterer beantragt. Bezüglich des Beschwerdeführers ist 

demnach lediglich zu prüfen, ob sein Einbezug in die Flüchtlingseigen-

schaft und das Asyl des Kindsvaters D._______ (N […]) gemäss Art. 51 

Abs. 3 AsylG zu Recht verneint wurde. Bezüglich der Beschwerdeführerin 

ist hingegen zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht zum Schluss gelangt 

ist, sie erfülle die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. 

5.  

5.1 In der Beschwerde wird eine mehrfache Verletzung des rechtlichen Ge-

hörs sowie eine unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt; 

diese Rügen sind vorab zu beurteilen, da sie gegebenenfalls geeignet sind, 

eine Kassation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. So rügen die 

Beschwerdeführenden, die Vorinstanz habe die Ausführungen der Hilfs-

werksvertretung zur Anhörung der Beschwerdeführerin unberücksichtigt 

gelassen und zu Unrecht auf ihre psychiatrische Begutachtung verzichtet. 

Zudem habe das SEM (sinngemäss) seine Aktenführungspflicht dadurch 

verletzt, dass das Aktenverzeichnis erst am 22. Januar 2021 beginne und 

somit sämtliche vor diesem Datum datierenden Akten fehlten.  

5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse einer Partei umfasst, 

mit welchen sie in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung 

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bringen kann (vgl. BGE 135 II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1 m.H.). 

Mit diesem Anspruch korreliert die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tat-

sächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer Entscheidfindung ange-

messen zu berücksichtigen, wobei die Begründung sich nicht mit allen Par-

teistandpunkten einlässlich auseinandersetzen und jedes einzelne Vorbrin-

gen ausdrücklich widerlegen muss (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1; BVGE 

2011/37 E. 5.4.1; 2008/47 E. 3.2). Den für die Beurteilung eines Asylge-

suchs relevanten Sachverhalt hat die zuständige Behörde sodann von Am-

tes wegen festzustellen (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1); im Verwaltungsverfah-

ren und insbesondere im Asylverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz 

(Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). 

5.3 Die Einwände sind unbegründet. Die Vorinstanz hat in der angefochte-

nen Verfügung nachvollziehbar und hinreichend differenziert aufgezeigt, 

dass sie sich mit sämtlichen zentralen Vorbringen der Beschwerdeführen-

den auseinandergesetzt, diese sorgfältig sowie ernsthaft geprüft und in der 

Entscheidfindung berücksichtigt hat. Der blosse Umstand, dass die Be-

schwerdeführenden und ihre Rechtsvertretung die Beurteilung ihrer Aus-

führungen durch die Vorinstanz nicht teilen, stellt keine Gehörsverletzung 

dar, sondern beschlägt die Frage der materiellen Würdigung. Mit ihrem Ein-

wand machen die Beschwerdeführenden ferner (indirekt) auch geltend, der 

medizinische Sachverhalt – namentlich der psychische Gesundheitszu-

stand der Beschwerdeführerin – sei durch die Vorinstanz unvollständig er-

stellt worden. Angesichts dessen, dass sich in den Akten keinerlei medizi-

nische Unterlagen finden und auch auf Beschwerdeebene dazu weder Nä-

heres vorgebracht noch entsprechende Arztberichte eingereicht werden, 

hat das SEM zu Recht darauf verzichtet, weitere Abklärungen vorzuneh-

men. Offensichtlich aktenwidrig ist der Vorwurf in der Beschwerdeschrift, 

das Aktenverzeichnis der vorinstanzlichen Akten umfasse keine vor dem 

22. Januar 2021 datierte Akten (vgl. Beschwerde S. 7). Nachdem ihr be-

reits 2019 unter Beigabe des Aktenverzeichnisses Einsicht gewährt wor-

den war (vgl. A40/1, A43/2, A44/3 und A45/1), hatte die rubrizierte Rechts-

vertretung augenscheinlich Kenntnis davon, dass die Vorinstanz die Akten 

seit dem 16. August 2016 fortlaufend führte.  

5.4 Die formellen Rügen erweisen sich demnach als unbegründet und der 

Rückweisungsantrag ist abzuweisen. 

6.  

6.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

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Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

6.2 Eine begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG liegt 

vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, Letztere hätte sich – 

aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlich-

keit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch aus heutiger 

Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirk-

lichen. Es müssen demnach hinreichende Anhaltspunkte für eine konkrete 

Bedrohung vorhanden sein, die bei einem durchschnittlichen Menschen in 

vergleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur 

Flucht hervorrufen würden. Aufgrund der Subsidiarität des flüchtlingsrecht-

lichen Schutzes setzt die Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft ausser-

dem voraus, dass die betroffene Person in ihrem Heimat- oder Herkunfts- 

staat keinen ausreichenden Schutz finden kann (vgl. BVGE 2011/51 E. 6, 

2008/4 E. 5.2). 

7.  

7.1 Ihren ablehnenden Entscheid begründet die Vorinstanz im 

Wesentlichen damit, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin den 

Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhielten. Die 

geltend gemachte zweimalige Suche der Behörden nach ihrem Ex-

Ehemann sei sie betreffend nicht asylrelevant, da diese ihren Verbleib in 

Eritrea nicht unzumutbar erschwert habe. Ebenso wenig vermöge ihre 

behauptungsweise illegale Ausreise aus Eritrea eine Furcht vor einer 

zukünftigen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgung objektiv begründet 

erscheinen zu lassen, zumal nicht davon auszugehen sei, dass die 

heimatlichen Behörden sie als missliebige Person identifiziert hätten.  

7.2 Zum Antrag auf Einbezug des Beschwerdeführers in das Asyl seines 

verstorbenen Vaters stellte das SEM fest, dass die Voraussetzungen 

bereits im Zeitpunkt der Antragstellung auf Einbezug nicht vorlagen, da der 

Kindsvater schon verstorben war und es deshalb an der gemäss Art. 51 

Abs. 3 AsylG vorausgesetzten originären Flüchtlingseigenschaft eines 

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Elternteils fehlte. Aus diesem Grund wurde der Einbezug des Beschwerde- 

führers in die Flüchtlingseigenschaft des Vorgenannten abgelehnt.  

7.3 Die Beschwerdeführerin betreffend wird der rechtlichen Würdigung des 

SEM in der Beschwerdeschrift lediglich das Vorbringen einer Reflexverfol-

gung aufgrund der Nähe zum verstorbenen Kindsvater entgegen gehalten. 

Den Beschwerdeführer betreffend sei analog der post mortem festgestell-

ten Vaterschaft von einer ex tunc Wirkung des Einbezugs in die Flüchtlings-

eigenschaft eines Elternteils auszugehen, weshalb er (der Beschwerdefüh-

rer) – trotz des Versterbens seines Vaters – in dessen Flüchtlingseigen-

schaft einzubeziehen sei.  

8.   

8.1 Die Vorinstanz hat die Vorbringen der Beschwerdeführenden in der an-

gefochtenen Verfügung mit ausführlicher und überzeugender Begründung 

als nicht asylrelevant qualifiziert. Die Ausführungen auf Beschwerdeebene 

und die eingereichten Beweismittel führen zu keiner anderen Betrach-

tungsweise. Zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die angefoch-

tene Verfügung und E. 7.1 hiervor verwiesen werden. In Ergänzung und 

Präzisierung dazu ist das Folgende festzustellen:  

8.2  

8.2.1 Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachten Erkundigungen 

der eritreischen Behörden zum Verbleib ihres (angeblich) desertierten Ex-

Ehemannes stellen keine asylrelevanten Nachteile dar. So mangelt es die-

sem Vorbringen – bei Wahrunterstellung – bereits an der für die Flücht-

lingseigenschaft vorausgesetzten Intensität. Die Behörden hätten sie ledig-

lich zweimal in ihrem Haus aufgesucht und sich nach dem Aufenthalt ihres 

damaligen Ehemannes erkundigt (vgl. A14/17 F55 f. und F69). Aus ihren 

diesbezüglichen Aussagen geht nicht hervor, dass sie dabei massiv unter 

Druck gesetzt worden wäre, oder die Behörden gar die Massnahmen ge-

gen sie intensiviert hätten (vgl. A14/17 F57 und F63). Ihr pauschales Vor-

bringen, es sei ihr auch mit ihrer Inhaftierung gedroht worden (vgl. A14/17 

F77) vermag daran nichts zu ändern, zumal das Geltendgemachte kon-

struiert erscheint und vielmehr davon auszugehen ist, dass sie (zum da-

maligen Zeitpunkt) ihre Verhaftung lediglich deshalb befürchtete, da an-

dere Ehefrauen von Deserteuren verhaftet worden seien (vgl. A14/17 F56). 

Folglich ist nicht davon auszugehen, ihr drohten in Eritrea aufgrund der 

(angeblich) behördlichen Suche nach ihrem Ex-Ehemann asylrechtlich re-

levante Nachteile. Alleine die wiederholt geäusserte Befürchtung, sie 

könne bei einer Rückkehr nach Eritrea aufgrund der Desertion ihres Ex-

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Ehemannes, von welchem sie seit rund zehn Jahren getrennt lebt 

(vgl. A14/17 F63, F79 und F87), verhaftet werden, vermag keinen begrün-

deten Anlass zur Annahme zu geben, dass sich eine allfällige Verfolgung 

durch die heimatlichen Behörden in absehbarer Zukunft verwirklichen 

werde.  

8.2.2 Die in der Beschwerdeschrift pauschal geltend gemachte Reflexver-

folgung aufgrund des verstorbenen Kindsvaters D._______ erscheint 

nachgeschoben. Hinweise darauf, die Beschwerdeführerin könnte auf-

grund ihrer Nähe zu dem Vorgenannten Probleme mit den heimatlichen 

Behörden gehabt haben, finden sich in den Akten keine, zumal sie ihren 

eigenen Angaben nach in Eritrea lediglich im Kindesalter Kontakt zueinan-

der hatten (vgl. A14/17 F39 f.). 

8.2.3 Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, durch ihre (angeblich) 

illegale Ausreise aus Eritrea habe sie begründete Furcht, aus asylrelevan-

ten Motiven bestraft zu werden, gelingt es ihr nicht, die gemäss Referenz-

urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 zur Begründung der Flüchtlings-

eigenschaft im eritreischen Kontext zusätzlich zur illegalen Ausreise ver-

langten Anknüpfungspunkte darzulegen, welche zu einer Verschärfung des 

Profils und dadurch zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungs- 

gefahr führen könnten (vgl. a.a.O. E. 5.2). 

8.2.4 Zusammenfassend ist es der Beschwerdeführerin somit nicht gelun-

gen, eine bestehende oder drohende, asylrechtlich relevante Gefährdung 

nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. 

8.3   

8.3.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AsylG werden Ehegatten von Flüchtlingen 

und ihre minderjährigen Kinder als Flüchtlinge anerkannt und erhalten Asyl, 

wenn keine besonderen Umstände dagegen sprechen. In der Schweiz ge-

borene Kinder von Flüchtlingen werden gemäss Art. 51 Abs. 3 AsylG auch 

als Flüchtlinge anerkannt. Massgeblicher Zeitpunkt für die Prüfung der Vor-

aussetzungen für den Einbezug in die Flüchtlingseigenschaft ist derjenige 

des Asyl- beziehungsweise Beschwerdeentscheids (vgl. Urteil des BVGer  

E-3994/2019 vom 4. Dezember 2020 m.H.a. Entscheidungen und Mittei-

lungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2002 Nr. 20 

E. 5a S. 167).  

8.3.2 Gemäss Art. 11 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. De-

zember 1907 (ZGB, SR 210) steht jedem Menschen voraussetzungslos, 

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Seite 10 

die Rechtspersönlichkeit zu. Dies gilt unmittelbar für das Privatrecht, je-

doch setzt auch das öffentliche Recht selbstverständlich die vom Privat-

recht verliehene Rechtssubjektivität (Rechtsfähigkeit) der natürlichen Per-

son voraus. Da die Rechtsfähigkeit unmittelbar an die physische Existenz 

des einzelnen Menschen anknüpft, beginnt sie mit der Geburt und endet 

mit dem Tod (vgl. SCHWANDER, in: Kren Kostkiewicz /Wolf /Amstutz /Fank-

hauser (Hrsg.), ZGB Kommentar, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, 2021, 

Art. 11 N 1 ff.).  

8.3.3 Unbestritten ist, dass D._______ die Flüchtlingseigenschaft originär 

erwarb. Mit seinem ebenfalls unbestrittenen Tod im Jahr 2017 endeten 

seine physische Existenz als Mensch sowie die daran angeknüpfte Rechts-

fähigkeit. Nachdem dem Wortlaut von Art. 3 AsylG zu entnehmen ist, dass 

Flüchtlinge «Personen» sind, erlosch im Zeitpunkt seines Todes auch seine 

Flüchtlingseigenschaft. Es entspricht der ratio legis des Art. 51 AsylG, dass 

die minderjährigen Kinder mit ihren Eltern zu vereinigen seien; diese Re-

gelung bezieht sich demnach offenkundig auf die Familienbeziehungen un-

ter Lebenden. Nachdem der Kindsvater im Zeitpunkt des vorinstanzlichen 

Entscheids bereits seit Jahren verstorben war und die Kindsmutter (auch 

weiterhin) nicht über die Flüchtlingseigenschaft verfügt (vgl. E. 8.2 hiervor), 

hat die Vorinstanz das Gesuch des Beschwerdeführers um Einbezug in 

das Asyl seines verstorbenen Vaters zu Recht abgelehnt. An dieser Ein-

schätzung vermögen auch die auf Beschwerdeebene eingereichten Be-

weismittel nichts zu ändern, zumal diese nur das nicht in Frage stehende 

Kindsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und dem verstorbenen 

Kindsvater zu belegen vermögen. Der Vollständigkeit halber sei anzufü-

gen, dass der Beschwerdeführer auch aus dem Umstand, dass seine Halb-

geschwister ihre Flüchtlingseigenschaft derivativ erworben haben, nichts 

zu seinen Gunsten ableiten kann, zumal der Einbezug der Vorgenannten 

unbestrittenermassen zu Lebzeiten des Kindsvaters erfolgte.  

9.  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG).  

9.2 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-

ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

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Seite 11 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den Beschwerdefüh-

renden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kosten-

vorschuss gedeckt.  

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 12 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die zustän-

dige kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Simon Thurnheer Leslie Werne