# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 644352b5-3b6a-505b-9d3b-afcef5f3e6d1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 09.10.2020 UE200164
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_UE200164_2020-10-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
III. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: UE200164-O/U/BEE 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Flury, Präsident, Oberrichterin lic. iur.      

K. Eichenberger und Ersatzoberrichter Dr. iur. T. Graf sowie         

Gerichtsschreiberin lic. iur. Ch. Negri  

 

 

Beschluss vom 9. Oktober 2020 
 

in Sachen 

 

A._____ AG,  
Beschwerdeführerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt X._____ 

 

gegen 

 

1. B._____, 
2. Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, 
Beschwerdegegnerinnen 

 

betreffend Nichtanhandnahme  
 
Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwalt-
schaft Zürich-Sihl vom 18. April 2020, E-7/2020/10007189 
 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Mit Eingabe vom 25. Februar 2020 liess die A._____ AG (nachfolgend: Be-

schwerdeführerin) bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (nachfolgend: Staatsan-

waltschaft) Strafanzeige gegen B._____, Redaktorin des Online- und Printmedi-

ums "D._____" (nachfolgend: Beschwerdegegnerin 1), betreffend versuchte Nöti-

gung erstatten (Urk. 14/1). Mit Verfügung vom 18. April 2020 nahm die Staatsan-

waltschaft eine Untersuchung gegen die Beschwerdegegnerin 1 nicht an die Hand 

(Urk. 6). 

2. Hiergegen liess die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 4. Mai 2020 innert 

Frist Beschwerde einreichen und folgende Anträge stellen (Urk. 2 S. 2): 

"Die Nichtanhandnahmeverfügung vom 18.04.2020 sei aufzuheben 
und es sei eine Strafuntersuchung gegen die Beschuldigte B._____ 
wegen des Vorwurfs der versuchten Nötigung zu eröffnen. 
unter Kosten- und Entschädigungsfolge" 

3. Innert der mit Verfügung vom 8. Mai 2020 angesetzten Frist leistete die Be-

schwerdeführerin eine Prozesskaution von Fr. 1'500.– (Urk. 7, 10). Mit Verfügung 

vom 9. Juni 2020 wurde der Staatsanwaltschaft sowie der Beschwerdegegnerin 1 

Frist zur (freigestellten) Stellungnahme angesetzt (Urk. 11). Die Staatsanwalt-

schaft verzichtete am 15. Juni 2020 auf eine Stellungnahme (Urk. 13). Die Be-

schwerdegegnerin 1 liess sich innert Frist nicht vernehmen. 

4. Soweit erforderlich, d. h. für die Entscheidfindung notwendig, ist nachfolgend 

auf die Begründung der Staatsanwaltschaft sowie die Vorbringen der Beschwer-

deführerin näher einzugehen.  

5. Zufolge Abwesenheit einer Richterin ergeht der vorliegende Entscheid in   

einer anderen Besetzung als angekündet (vgl. Urk. 7). 

- 3 - 

II. 

1. Die Staatsanwaltschaft resümiert den angezeigten Sachverhalt in der ange-

fochtenen Verfügung im Wesentlichen wie folgt: Die Beschwerdegegnerin 1 habe 

am 18. November 2019 telefonisch Kontakt mit C._____, einzelzeichnungsbe-

rechtigte Geschäftsführerin und Präsidentin des Verwaltungsrats der A._____ AG, 

aufgenommen. Bei diesem Telefongespräch habe die Beschwerdegegnerin 1 ge-

schildert, dass sie über das Thema Liveübertragung von Arbeiten recherchiere 

und nach Abschluss der Recherche einen Bericht publizieren wolle. C._____ ha-

be anlässlich dieses Telefonats erklärt, dass sie eine Showbinderei betreibe, bei 

der an einem Arbeitstisch eine Liveübertragung von Arbeiten ins Internet erfolge, 

damit Kundinnen und Kunden sowie Besucher über das Internet Einblick in die 

Entstehung von Blumensträussen und anderer floraler Arbeiten nehmen könnten. 

Die Aktion sei auch notwendig, um konkurrenzfähig zu bleiben, sei eine Werbe-

massnahme und diene dem Erhalt der Arbeitsplätze. Auf die Frage der Be-

schwerdegegnerin 1, ob dies arbeitsrechtlich nicht problematisch sei, habe 

C._____ dargelegt, dass das Arbeitsrecht die Überwachung von Mitarbeitenden 

verbiete, nicht jedoch den Betrieb eines Showbereichs. Sie sei sich zwar bewusst, 

dass sie sich damit in einem Graubereich bewege, doch sei die Aktion für den In-

ternetverkauf wichtig. Da von allen Mitarbeitern ein schriftliches Einverständnis 

vorliege, habe sie eigentlich keine Bedenken. Mit den Mitarbeitenden bestehe ein 

gutes, familiäres Verhältnis (Urk. 6 S. 1 f.).  

Am 19. November 2019 habe die Beschwerdegegnerin 1 C._____ erneut zu-

nächst telefonisch kontaktiert und sodann um 14.04 Uhr ein E-Mail mit dem Be-

treff "Zitate zum Gegenlesen" geschickt, welches die Beschwerdeführerin um 

15.04 Uhr beantwortet und folgendes Zitat genehmigt habe: "Gegenüber D._____ 

meint die Chefin: 'Ich bin mir zwar bewusst, dass ich mich hier in einem Graube-

reich bewege, doch ist die Aktion wichtig für unseren Internetverkauf'. Die Aktion 

sei eine reine Werbemassnahme. Und da von jedem Mitarbeiter ein schriftliches 

Einverständnis vorliege, habe sie eigentlich keine Bedenken." Um 15.46 Uhr habe 

sich die Beschwerdegegnerin 1 sodann per E-Mail für die Rückmeldung bedankt 

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und geschrieben, dass sich C._____ doch melden solle, falls es Änderungen ge-

be oder sie die Kamera tatsächlich vom Netz nehmen müsse.  

Am 20. November 2019, 04.52 Uhr, sei von der Beschwerdegegnerin 1 ein Be-

richt mit dem Titel "… im Blumenladen" / "… filmt Angestellte und stellt Bilder live 

online" / "Bei einem … Floristen filmt eine Webcam die Mitarbeiter von morgens 

bis abends" publiziert worden. Dieser Bericht sei tendenziös und die Beschwer-

degegnerin 1 habe das genehmigte Zitat aus dem Gesprächskontext heraus und 

in sinnentstellender Weise, d. h. nicht im besprochenen Kontext verwendet. Ins-

besondere fehle im Bericht jeglicher Hinweis, dass nur der Showbereich, somit 

ein kleiner Bereich der ganzen Blumenwerkstatt (9 % der Gesamtfläche), von der 

Livecam umfasst sei. Der Bericht erwecke den Eindruck, dass C._____ eine 

schlechte Chefin sei, welche die Mitarbeiter überwache. Zudem habe die Be-

schwerdegegnerin 1 den Bericht zwar ohne Namensnennung, jedoch in einer 

Weise verfasst, dass die Beschwerdeführerin einfach zu identifizieren gewesen 

sei. Die Beschwerdegegnerin 1 sei so vorgegangen, um C._____ mittels des auf-

gebauten enormen medialen Drucks (negative Berichterstattung, welche diverse 

kritische und negative Leserkommentare zur Folge gehabt habe) zur Abschaltung 

der Livecam zu zwingen und um einen Folgebericht publizieren zu können (Urk. 6 

S. 2). 

Die Staatsanwaltschaft führt sodann im Wesentlichen zusammengefasst Folgen-

des aus: Aus dem in der Strafanzeige geschilderten Sachverhalt sei nicht ersicht-

lich, inwiefern die Beschwerdegegnerin 1 durch die kritische (bis negative) Be-

richterstattung eine Nötigungshandlung, d. h. Gewaltanwendung, Androhung 

ernstlicher Nachteile oder Beschränkung der Handlungsfreiheit auf andere Weise 

vorgenommen haben soll. Auch lasse sich aus dem in der Strafanzeige geschil-

derten Verhalten der Beschwerdegegnerin 1 oder dem Satz im E-Mail vom 

19. November 2019, 15.46 Uhr, "Melden Sie sich doch, falls es Änderungen gibt 

oder Sie die Kamera tatsächlich vom Netz nehmen müssen" nicht ableiten, die 

Beschwerdegegnerin 1 habe mit ihrem Bericht bezweckt, die A._____ AG zu ei-

nem bestimmten Verhalten, in casu das Abschalten der Kamera, zu bewegen 

bzw. zu nötigen. Sollte die Beschwerdegegnerin 1 tatsächlich wie in der Strafan-

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zeige geschildert vorgegangen sein, stelle sich die Frage, ob sie als Journalistin 

die Regeln des Pressekodex missachtet habe. Ein strafrechtlich relevantes Ver-

halten sei jedoch nicht ersichtlich (Urk. 6 S. 3). 

2. Die Beschwerdeführerin lässt hierzu im Wesentlichen zusammengefasst 

Folgendes vorbringen: Entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft implizie-

re die Äusserung der Beschwerdegegnerin 1 – "Melden Sie sich doch, falls es 

Änderungen gibt oder Sie die Kamera tatsächlich vom Netz nehmen müssen" – 

sehr wohl eine Nötigung bzw. einen Nötigungsversuch. Es fehle jegliche (plausib-

le) Erklärung seitens der Staatsanwaltschaft, was die Äusserung sonst hätte be-

zwecken sollen und wie der Passus sonst zu verstehen gewesen wäre. Die Be-

schwerdegegnerin 1 habe C._____ bzw. die Beschwerdeführerin genötigt (bzw. 

zu nötigen versucht), die Kamera abzustellen (Urk. 2 S. 3). Im Weiteren sei in der 

Strafanzeige ausführlich dargelegt worden, dass die Beschwerdegegnerin 1 die 

Beschwerdeführerin durch einen bewusst ausgelösten Shitstorm in der Presse in 

der Handlungsfähigkeit beschränkt habe. Dass es offenbar bei "D._____" ab No-

vember 2019 massiv Probleme mit der Berichterstattung gegeben habe, habe nun 

sogar die E._____ aufgegriffen und es werde auf deren Bericht hingewiesen mit 

dem Titel "…" 'D._____': Wie das … Medium der Schweiz unsere Meinung beein-

flusst". In diesem am tt. März 2020 im Internet erschienenen Bericht werde be-

schrieben, dass und wie der Chefredaktor von "D._____" seine RedaktorInnen ab 

November 2019 massiv unter Druck gesetzt habe mit dem Ziel, klickträchtige Be-

richte zu liefern. Die Beschwerdegegnerin 1 habe durch ihre tendenziöse und fal-

sche Berichterstattung bewusst einen Shitstorm im "D._____" ausgelöst. Sie sei 

auch nachweisbar planmässig vorgegangen. In einer im Internet dem Bericht der 

Beschwerdegegnerin 1 beigefügten Filmsequenz kündige F._____ (Präsidentin 

des Branchenverbands … Schweiz) bei 00:01:26 an, erneut beim Datenschutz-

beauftragten vorstellig werden zu wollen. Wie in der Strafanzeige belegt, habe sie 

ihre Eingabe einen Tag nach der Publikation des Berichts bereits eingereicht 

(Urk. 2 S. 4 f.). Es sei offensichtlich, dass die Beschwerdegegnerin 1 und F._____ 

Hand in Hand gearbeitet hätten und maximaler Druck auf die Beschwerdeführerin 

aufgebaut worden sei. Aus dem Bericht der E._____ könne sodann gefolgert wer-

den, dass sich die Beschwerdegegnerin 1 über die Wirkung ihres Berichts und 

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des darauf folgenden Shitstorms bewusst gewesen sei, sei dies ja eines der von 

ihr angestrebten Ziele gewesen. Erst auf schriftliche Intervention hin seien offen-

sichtlich tatsachenwidrige und verleumderische Leserkommentare vom Netz ge-

nommen worden. Es sei von der Redaktion alles getan worden, den Shitstorm 

aufrecht zu erhalten, bis die Kamera abgeschaltet und in der Folge darüber hätte 

berichtet werden können. Und erst nach weiteren Interventionen im März 2020 

seien die krassesten sachverhaltlichen Fehler im online noch abrufbaren Bericht 

korrigiert worden (Urk. 2 S. 5). 

III. 

1. Gemäss Art. 309 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Eröffnung 

einer Untersuchung, wenn sich aus den Informationen und Berichten der Polizei, 

aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Feststellungen ein hinreichender 

Tatverdacht ergibt, wenn sie Zwangsmassnahmen anordnet sowie wenn sie von 

der Polizei über schwere Straftaten oder andere schwer wiegende Ereignisse in-

formiert wurde. Gelangt sie hingegen zum Schluss, dass die fraglichen Straftatbe-

stände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind, Verfahrens-

hindernisse bestehen oder gemäss Art. 8 StPO aus Opportunitätsgründen auf ei-

ne Strafverfolgung zu verzichten ist, verfügt sie die Nichtanhandnahme (Art. 310 

Abs. 1 StPO). Der Zweck der Untersuchung besteht nach Art. 308 Abs. 1 StPO 

darin, den Sachverhalt so weit zu ermitteln, dass das Vorverfahren entweder mit 

einem Strafbefehl, einer Anklage oder einer Einstellung abgeschlossen werden 

kann. Bei der Verfolgung dieses Zwecks steht der Staatsanwaltschaft ein gewis-

ser Ermessensspielraum zu. Dies bedeutet unter anderem, dass die Staatsan-

waltschaft nicht jeglicher Spur und jedem Hinweis nachzugehen hat, auch wenn 

sich eine beschuldigte Person oder ein Geschädigter solches vorstellt. Die 

Staatsanwaltschaft darf dann die Untersuchung – z. B. aufgrund einer Anzeige – 

nicht an Hand nehmen, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur Beurteilung 

vorliegende Sachverhalt unter keinen Straftatbestand fällt oder wenn mit anderen 

Worten eine Anzeige von vornherein aussichtslos ist, weil offensichtlich keine 

Straftatbestände oder Prozessvoraussetzungen erfüllt sind. Ebenso ist keine Un-

tersuchung an Hand zu nehmen, wenn Prozesshindernisse wie z. B. Verjährung 

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gegeben sind. Eine Nichtanhandnahmeverfügung darf jedoch nicht ergehen, 

wenn es bloss zweifelhaft ist, ob ein Straftatbestand vorliegt (vgl. zum Ganzen: 

Schmid/Jositsch, Handbuch des schweiz. Strafprozessrechts, 3. Aufl., Zürich/-

St. Gallen 2017, N 1231; Schmid/Jositsch, StPO Praxiskommentar, 3. Aufl., Zü-

rich/St. Gallen 2018, Art. 309 N 3 f., Art. 310 N 1 ff.; Landshut/Bosshard, in: Do-

natsch/Lieber/Summers/Wohlers, Kommentar zur StPO, 3. Aufl., Zürich/Basel/-

Genf 2020, Art. 309 N 11-14, N 19-23, Art. 310 N 2 ff.). 

2.1. Wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder 

durch andere Beschränkung seiner Handlungsfähigkeit nötigt, etwas zu tun, zu 

unterlassen oder zu dulden, macht sich der Nötigung strafbar (Art. 181 StGB). Ein 

Versuch liegt vor, wenn ein Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbre-

chens oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt 

oder der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht 

eintreten kann (Art. 22 Abs. 1 StGB). 

2.2. Die Beschwerdegegnerin 1 hat gegenüber der Beschwerdeführerin weder 

Gewalt angewendet noch ihr ernstliche Nachteile angedroht. Entsprechendes 

liess die Beschwerdeführerin auch nicht vorbringen. Mithin stellt sich die Frage, 

ob die Beschwerdegegnerin 1 die Beschwerdeführerin durch andere Beschrän-

kung ihrer Handlungsfähigkeit genötigt bzw. dies versucht hat. Das in Form einer 

Generalklausel umschriebene Nötigungsmittel der "anderen Beschränkung der 

Handlungsfreiheit" ist restriktiv auszulegen (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1). Nicht jeder 

noch so geringfügige Druck auf die Entscheidungsfreiheit eines anderen führt zu 

einer Bestrafung nach Art. 181 StGB. Vielmehr muss das verwendete Zwangsmit-

tel das üblicherweise geduldete Mass der Beeinflussung in ähnlicher Weise ein-

deutig überschreiten, wie es für die vom Gesetz ausdrücklich genannte Gewalt 

und die Androhung ernstlicher Nachteile gilt. Insbesondere muss es in seiner In-

tensität ähnlich der Gewalt wirken (BGE 134 IV 216 E. 4.1, BGE 119 IV 301 

E. 2a). In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 181 StGB, dass der Täter mit (Eventu-

al-)Vorsatz handelt, d.h. dass er, im Bewusstsein um die Unrechtmässigkeit sei-

nes Verhaltens, sein Opfer zu einem bestimmten Verhalten zwingen will (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1037/2019 vom 24. Juni 2020 E. 2.3.3 m.H.) 

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3. Aus den Akten geht hervor, dass die Beschwerdegegnerin 1 am 19. Novem-

ber 2019, 14.04 Uhr, C._____ das von der Staatsanwaltschaft in der angefochte-

nen Verfügung zitierte E-Mail zusandte mit der Bitte um das Gegenlesen von Zita-

ten (Urk. 14/2/3). Eine Stunde später gab diese per E-Mail ihr Einverständnis. Um 

15.46 Uhr bedankte sich die Beschwerdegegnerin 1 per E-Mail zunächst bei 

C._____ für ihre Rückmeldung und schrieb sodann: "Melden Sie sich doch, falls 

es Änderungen gibt oder Sie die Kamera tatsächlich vom Netz nehmen müssen" 

(Urk. 14/2/4). 

4. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Beschwerdegegnerin 1 die Beschwerde-

führerin durch diesen Satz in ihrer Handlungsfähigkeit beschränkt bzw. dies ver-

sucht haben soll, um sie dazu zu nötigen, die Kamera vom Netz zu nehmen. Die 

Beschwerdeführerin hat denn auch in ihrer Strafanzeige selber vorgebracht, der 

beanstandete Satz habe bei ihr zu keinem Argwohn Anlass gegeben, da sie da-

von ausgegangen sei, dass die Beschwerdegegnerin 1 für einen künftigen Bericht 

recherchiert habe (Urk. 14/1 S. 4 f.). Auch in der monierten Berichterstattung bzw. 

im Stehenlassen der Onlinekommentare (vgl. Urk. 14/2/6 ff.) ist – selbst wenn die 

Beschwerdegegnerin 1 auf Druck ihres Chefredaktors, im Austausch mit F._____ 

und in der Hoffnung gehandelt hätte, dass die Beschwerdeführerin nach dem ers-

ten Artikel die Kamera vom Netz nehmen würde, worüber die Beschwerdegegne-

rin 1 einen weiteren Artikel hätte verfassen können – keine (versuchte) Beschrän-

kung der Handlungsfähigkeit im Sinne von Art. 181 StGB ersichtlich. Im Übrigen 

wurden die Onlinekommentare gemäss Ausführungen der Beschwerdeführerin in 

der Strafanzeige offenbar nach entsprechender Intervention ihrerseits bereits 

nach wenigen Tagen entfernt (vgl. Urk. 14/1 S. 11 f.). Es kann mithin keine Rede 

davon sein, dass die Beschwerdegegnerin 1 im Sinne der vorgenannten Recht-

sprechung versucht hat, ein Zwangsmittel anzuwenden, das das üblicherweise 

geduldete Mass der Beeinflussung in ähnlicher Weise eindeutig überschritten hat, 

wie es für die vom Gesetz ausdrücklich genannte Gewalt und die Androhung 

ernstlicher Nachteile gilt. 

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Staatsanwaltschaft das Verfah-

ren zu Recht nicht an die Hand genommen hat. Die Beschwerdeführerin liess 

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nichts vorbringen, das an dieser Beurteilung etwas zu ändern vermöchte. Die Be-

schwerde ist somit abzuweisen. 

IV. 

1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Kosten 

des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). In Anwendung von 

§ 17 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichts (GebV OG) ist die Ge-

richtsgebühr auf Fr. 1'000.– festzusetzen und mit der geleisteten Kaution zu ver-

rechnen. Im Mehrbetrag ist die Kaution der Beschwerdeführerin zurückzuerstat-

ten, vorbehältlich allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates.  

2. Mangels wesentlicher Umtriebe ist der Beschwerdegegnerin 1 für das Be-

schwerdeverfahren keine Entschädigung zuzusprechen (Art. 436 StPO in Verbin-

dung mit Art. 429 StPO). 

Es wird beschlossen: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt und der Beschwerdefüh-

rerin auferlegt. 

3. Die Gerichtsgebühr wird mit der geleisteten Kaution verrechnet. Im Mehrbe-

trag wird die Kaution der Beschwerdeführerin zurückerstattet, unter Vorbe-

halt allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates. 

4. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und die 
Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde) 

− die Beschwerdegegnerin 1 (per Gerichtsurkunde) 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (gegen Empfangsbestätigung) 

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sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger 

Rechtsmittel an: 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, unter Rücksendung der beigezoge-
nen Akten (Urk. 14; gegen Empfangsbestätigung) 

− die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)  

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben wer-
den. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der 
Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der 

in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich 

einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Hinweis: Eingaben müssen spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht einge-
reicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-

matischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden. 

 
Zürich, 9. Oktober 2020 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

III. Strafkammer 
 

Präsident: 
 
 
 

lic. iur. A. Flury 

Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Ch. Negri 
 

	Beschluss vom 9. Oktober 2020
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	IV.

	Es wird beschlossen:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 1'000.– festgesetzt und der Beschwerdeführerin auferlegt.
	3. Die Gerichtsgebühr wird mit der geleisteten Kaution verrechnet. Im Mehrbetrag wird die Kaution der Beschwerdeführerin zurückerstattet, unter Vorbehalt allfälliger Verrechnungsansprüche des Staates.
	4. Es werden keine Entschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin, zweifach, für sich und die Beschwerdeführerin (per Gerichtsurkunde)
	 die Beschwerdegegnerin 1 (per Gerichtsurkunde)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (gegen Empfangsbestätigung)

	sowie nach Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. nach Erledigung allfälliger Rechtsmittel an:
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 14; gegen Empfangsbestätigung)
	 die Zentrale Inkassostelle der Gerichte (elektronisch)

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bunde...