# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4f9d933f-9757-5aec-a5c5-4c80acbb1922
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-01-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.01.2012 SB110341
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110341_2012-01-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 

 
 

130 

Geschäfts-Nr. SB110341-O/U/kw 

 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. Th. Meyer, Vorsitzender, und lic. iur. Ruggli, 

Oberrichterin Dr. Janssen sowie die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. Laufer 

 

Urteil vom 13. Januar 2012 

 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. Gemeinde B._____, 
3. C._____,  
4. (Gemeindewerke B._____, identisch mit Geschädigter 2),  

5. ... 

6. ... 

7. ... 

Geschädigte und Appellanten 

 

2, 4 vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____  

 

gegen 

 

D._____,  
Angeklagter und Appellat 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____  

 

betreffend mehrfache Sachentziehung etc.   
 

-   2   - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Horgen, III. Abteilung, vom 
23. November 2010 (DG100017) 

-   3   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 12. August 2010 

(Urk. HD 29) sowie die Nachtragsanklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal 

/ Albis vom 11. November 2010 (Urk. HD 34) sind diesem Urteil beigeheftet. 

Beschluss der Vorinstanz: 

Auf den Vorwurf der mehrfachen Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB 

zum Nachteil der Geschädigten 2 betreffend ND 6, ND 7 und ND 8 wird nicht ein-

getreten. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB zum Nachteil 

der Geschädigten 2 betreffend ND 5 wird der Angeklagte freigesprochen. 

2. Vom Vorwurf der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 

Abs. 1 StGB zum Nachteil des Geschädigten 1 (ND 4), zum Nachteil der 

Geschädigten 2 (ND 5), zum Nachteil der Geschädigten 3 (ND 9, ND 10, ND 

12, ND 15, ND 16, ND 17, ND 18, ND 19, Nachtragsanklage vom 11. No-

vember 2010), zum Nachteil der Geschädigten 3, des Geschädigten 4 und 

der Geschädigten 5 (ND 13), zum Nachteil der Geschädigten 3 und der Ge-

schädigten 6 (ND 14) und zum Nachteil der Geschädigten 3 und der Ge-

schädigten 7 (ND 20) wird der Angeklagte freigesprochen. 

3. Vom Vorwurf der mehrfachen Störung von Betrieben, die der Allgemeinheit 

dienen im Sinne von Art. 239 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zum Nachteil der Geschä-

digten 3 (ND 9, ND 10, ND 11, ND 12, ND 15, ND 16, ND 17, ND 18, ND 19, 

Nachtragsanklage vom 11. November 2010), zum Nachteil der Geschädig-

ten 3, des Geschädigten 4 und der Geschädigten 5 (ND 13), zum Nachteil 

-   4   - 

der Geschädigten 3 und der Geschädigten 6 (ND 14) und zum Nachteil der 

Geschädigten 3 und der Geschädigten 7 (ND 20) wird der Angeklagte frei-

gesprochen. 

4. Auf die Schadenersatzbegehren der Geschädigten 1 bis und mit 7 wird nicht 

eingetreten. 

5. Die Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten, inklusive dieje-

nigen der amtlichen Verteidigung, werden auf die Gerichtskasse genommen. 

6. Dem Angeklagten wird eine persönliche Umtriebsentschädigung von 

Fr. 1'300.00 aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

Berufungsanträge: 

a) des Geschädigten A._____: 

(Urk. HD 62A S. 1 ff.) 

1. Gestützt auf § 285 StPO/ZH seien weitere Beweise abzunehmen, 

eventualiter sei die Ergänzung einem Mitglied des Gerichtes, subeven-

tualiter der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis zu übertragen. 

2. Der Angeklagte sei im ND 4 der Sachbeschädigung im Sinne von 

Art. 144 StGB schuldig zu sprechen. 

3. Der Angeklagte sei zu verpflichten, dem Geschädigten 1 adhäsions-

weise einen Schadenersatz von Fr. 4'196.40 zu bezahlen. 

4. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Angeklagten aufzuer-

legen und er sei zu verpflichten, den Geschädigten 1 angemessen pro-

zessual zu entschädigen. 

-   5   - 

b) des Vertreters der Geschädigten Gemeinde B._____:  

(Urk. HD 76 S. 1 ff.) 

1. In Aufhebung des Beschlusses der Vorinstanz vom 23. November 

2010 sei auf die Anklage auch in Ziff. 3, 4 und 7 gemäss ND 6, 7 und 8 

einzutreten. 

2. Der Beschuldige sei in Gutheissung der Berufung schuldig zu sprechen 

− der mehrfachen Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB, 

− der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 

StGB sowie 

− der mehrfachen Störung von Betrieben, die der Allgemeinheit 

dienen im Sinne von Art. 239 Ziff. 1 Abs. 2 StGB. 

− eventualiter der mehrfachen versuchten Störung von Betrieben, 

die der Allgemeinheit dienen im Sinne von Art. 239 Ziff. 1 Abs. 2 

StGB in Verbindung mit Art. 23 Abs. 3 StGB. 

3. Er sei gemäss den Anträgen der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 

anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz vom 17. November 

2010 zu bestrafen mit 15 Monaten Freiheitsstrafe und einer Busse von 

Fr. 1'000.–. 

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe sei bedingt aufzuschieben unter Anset-

zung einer Probezeit von 2 Jahren. 

5. Die mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis am 5. Juli 

und 11. August 2010 gemäss HD act. 18/3, 5 und 8 sowie am 

10. November 2010 gemäss act. 10 im Verfahren betreffend Nach-

tragsanklage beschlagnahmten Gegenstände seien definitiv einzuzie-

hen und zu vernichten. 

6. Der Beschuldigte sei gemäss nachfolgenden Ausführungen zum Ersatz 

des angerichteten Schadens zu verpflichten. 

-   6   - 

7. Die Untersuchungs- und Gerichtskosten seien dem Beschuldigten auf-

zuerlegen und dieser sei zu verpflichten die Geschädigte Gemeinde 

B._____ für Umtriebe und Aufwendungen im Untersuchungs- und Ge-

richtsverfahren angemessen zu entschädigen. 

c) des Verteidigers des Angeklagten: 

(Prot. II S. 28)  

1. Auf die Berufung des Geschädigten und Appellanten B._____ sei nicht 

einzutreten.  

2. Die Berufungen der weiteren Geschädigten und Appellanten seien ab-

zuweisen.  

3. Auf die Zivilansprüche der Geschädigten und Appellanten sei zufolge 

Abweisung der Berufungen nicht einzutreten.  

4. Der erstinstanzliche Entscheid betreffend Kosten- und Entschädigungs-

folgen sei zu bestätigen und die Kosten des Berufungsverfahrens auf 

die Staatskasse zu nehmen.  

 

Das Gericht erwägt: 

I. Verfahrensgang 

1. Mit dem eingangs im Dispositiv wiedergegebenen Urteil vom 23. November 

2010 sprach das Bezirksgericht Horgen, III. Abteilung, den Angeklagten D._____ 

frei 

- vom Vorwurf der Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB zum Nachteil 

der Geschädigten 2 (ND 5),  

-   7   - 

- vom Vorwurf der mehrfachen Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 

Abs. 1 StGB zum Nachteil des Geschädigten 1 (ND 4), zum Nachteil der 

Geschädigten 2 (ND 5), zum Nachteil der Geschädigten 3 [recte: ehemalige 

Geschädigte 4, heutige Geschädigte 2] (ND 9, 10, 12, 15, 16, 17, 18 und 19 

sowie Nachtragsanklage vom 11. November 2010), zum Nachteil der Ge-

schädigten 3 [recte: ehemalige Geschädigte 4, heutige Geschädigte 2], 4 

[recte: 3] und 5 (ND 13), zum Nachteil der Geschädigten 3 [recte: ehemalige 

Geschädigte 4, heutige Geschädigte 2] und 6 (ND 14) und zum Nachteil der 

Geschädigten 3 [recte: ehemalige Geschädigte 4, heutige Geschädigte 2] 

und 7 (ND 20), sowie  

- vom Vorwurf der mehrfachen Störung von Betrieben, die der Allgemeinheit 

dienen, im Sinne von Art. 239 Ziff. 1 Abs. 2 StGB zum Nachteil der Geschä-

digten 3 [recte: ehemalige Geschädigte 4, heutige Geschädigte 2] (ND 9, 10, 

11, 12, 15, 16, 17, 18 und 19 sowie Nachtragsanklage vom 11. November 

2010), zum Nachteil der Geschädigten 3 [recte: ehemalige Geschädigte 4, 

heutige Geschädigte 2], 4 [recte: 3] und 5 (ND 13), zum Nachteil der Ge-

schädigten 3 [recte: ehemalige Geschädigte 4, heutige Geschädigte 2] und 6 

(ND 14) und zum Nachteil der Geschädigten 3 [recte: ehemalige Geschädig-

te 4, heutige Geschädigte 2] und 7 (ND 20)  

(Urk. HD 56 S. 21 Dispositivziffern 1, 2 und 3), nachdem es zuvor mit Beschluss 

vom gleichen Tag auf den Vorwurf der mehrfachen Sachentziehung im Sinne von 

Art. 141 StGB zum Nachteil der Geschädigten 2 betreffend ND 6, 7 und 8 nicht 

eingetreten war (Urk. HD 56 S. 20).  

Ferner trat die Vorinstanz auf die Schadenersatzbegehren der Geschädigten 1 bis 

7 nicht ein (Urk. HD 56 S. 21, Dispositivziffer 4).  

2. Gegen das schriftlich im Dispositiv eröffnete Urteil meldeten der Geschädigte 3 

mit Eingabe vom 7. Dezember 2010 (Urk. HD 40), die Geschädigte 2 mit Einga-

ben vom 8. Dezember 2010 (Urk. HD 42, Urk. HD 43) und der Geschädigte 1 mit 

Eingabe vom 9. Dezember 2010 (Urk. HD 41) innert Frist Berufung an. Das voll-

ständig begründete Urteil wurde von der Verteidigung des Angeklagten, von der 

-   8   - 

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis und vom Geschädigten 1 am 7. März 2011 

(Urk. HD 48/1-3), von der Geschädigten 2 am 7. bzw. 9. März 2011 (Urk. HD 

48/5; Urk. HD 48/9) und vom Geschädigten 3 am 14. März 2011 (Urk. HD 48/4) 

entgegengenommen. Der Geschädigte 1 reichte mit Eingabe vom 11. März 2011 

seine Beanstandungen ein (Urk. HD 49). Mit Eingaben vom 24. und 25. März 

2011 folgten diejenigen der Geschädigten 2 (Urk. HD 50; Urk. HD 51). Der Ge-

schädigte 3 liess die Frist zur Nennung von Beanstandungen unbenützt verstrei-

chen. 

3. Am 13. Mai 2011 gingen die Akten am Obergericht des Kantons Zürich ein. Mit 

Präsidialverfügung vom 24. Mai 2011 wurden dem Angeklagten sowie den Ge-

schädigten 1 und 2 Frist angesetzt, um Beweisanträge zu stellen (Urk. HD 58). 

Der Geschädigte 1 stellte mit Eingabe vom 30. Mai 2011 den Antrag, dass die 

beim Vorfall vom 30. November 2005 erhobene DNA-Spur "weiblich" auf die 

Übereinstimmung mit der Ehefrau des Angeklagten untersucht werde (Urk. HD 62 

S. 1). Der Angeklagte liess mit Eingabe vom 6. Juni 2011 mitteilen, dass er keine 

Beweisanträge stelle (Urk. HD 64). Die Geschädigte 2 beantragte mit Eingaben 

vom 22. und 24. Juni 2011 die Einvernahme eines zusätzlichen Zeugen, eine Be-

fragung des Angeklagten zum Schraubenarsenal in seiner Werkstatt und zum 

Hydrantenschlüssel, eine Prüfung der DNA-Proben auf Übereinstimmung mit der 

Ehefrau und dem Sohn des Angeklagten sowie deren Befragung (Urk. HD 67 und 

68). 

 

II. Prozessuales 

1. Da der angefochtene Entscheid vor dem Inkrafttreten der eidgenössischen 

Strafprozessordnung per 1. Januar 2011 gefällt wurde, ist diese Berufung gemäss 

den übergangsrechtlichen Bestimmungen nach bisherigem Prozessrecht zu beur-

teilen (Art. 453 Abs. 1 StPO).  

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2. Der Geschädigte 3 meldete mit Eingabe vom 7. Dezember 2010 (Urk. HD 40) 

Berufung an. Das begründete Urteil wurde von ihm am 14. März 2011 entgegen-

genommen (Urk. HD 48/4). Die ihm in Dispositivziffer 8 Abs. 3 angesetzte Frist 

zur Nennung der Beanstandungen liess der Geschädigte 3 unbenützt verstrei-

chen. Somit ist androhungsgemäss auf die von ihm erhobene Berufung nicht ein-

zutreten. 

3.1. Gemäss § 413 Abs. 3 StPO/ZH wird die Rechtskraft des angefochtenen Ur-

teils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Die Berufung kann von Anfang an 

(§ 413 Abs. 1 StPO/ZH) oder erst im Laufe des Verfahrens bis zum Abschluss der 

Berufungsverhandlung eingeschränkt werden (§ 413 Abs. 2 StPO/ZH), namentlich 

auch bei der Nennung der konkreten Beanstandungen im Sinne von § 414 Abs. 4 

StPO/ZH. Die Beschränkung kann sich auf einzelne Schuldsprüche, die Strafzu-

messung, die Anordnung von Massnahmen, den Entscheid über Zivilforderungen 

sowie die besonderen Anordnungen beziehen. Soweit ein Urteil nicht angefochten 

ist, erwächst es in Rechtskraft (§ 413 Abs. 3 StPO/ZH e contrario).  

3.2. Auf die Berufung des Geschädigten 3 ist nicht einzutreten (dazu vorne unter 

2.); die Geschädigten 5, 6 und 7 haben kein Rechtsmittel ergriffen. 

3.3. Somit ist vorab mit Beschluss festzustellen, dass das Urteil des Bezirksge-

richtes Horgen, III. Abteilung, vom 23. November 2010 bezüglich Dispositivziffer 4 

betreffend die Schadenersatzbegehren der Geschädigten 3, 5, 6 und 7 in Rechts-

kraft erwachsen ist. 

4.1. Den Anträgen zur Überprüfung der DNA-Proben auf Übereinstimmung mit 

der Ehefrau und dem Sohn des Angeklagten kann schon aus rechtlichen Gründen 

nicht gefolgt werden.  

4.2. Das vorliegend anwendbare DNA-Profil-Gesetz bestimmt in Art. 3 Abs. 1 lit. 

a, dass verdächtigen Personen eine Probe genommen werden kann. Anderen 

Personen, insbesondere Opfern und Tatortberechtigten, kann gemäss lit. b eine 

Probe genommen werden, soweit dies erforderlich ist, um ihre Spuren von den 

Spuren verdächtiger Personen zu unterscheiden, und schliesslich können gemäss 

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Abs. 2 derselben Bestimmung Massenuntersuchungen angeordnet werden, um 

Personen, die bestimmte, in Bezug auf die Tatbegehung festgestellte Merkmale 

aufweisen, als mögliche Täter erkennen oder ausschliessen zu können. 

4.3. Das vorliegende Strafverfahren richtet sich einzig gegen den Angeklagten. 

Die Ehefrau und der Sohn des Angeklagten sind in diesem Verfahren nicht Per-

sonen im Sinne von Art. 3 DNA-Profil-Gesetz. Mithin fehlt, wie auch schon von 

der Untersuchungsbehörde festgestellt wurde (Urk. ND 4/24), die rechtliche 

Grundlage für die beantragten Untersuchungen. Der Antrag ist daher abzuweisen. 

5. Die erneute Einvernahme des Zeugen E._____, die von der Geschädigten 2 

beantragt wurde, damit dieser darüber befragt werde, ob anlässlich der Haus-

durchsuchung vom 6. November 2008 am gleichen Fundort auch die angesägte 

Schraubenmutter gefunden wurde (Urk. HD 67 S. 1), erübrigt sich, da die fragli-

che Asservat-Nr. …, die neben einer abgesägten Schraube M16 auch eine ange-

sägte Schraubenmutter M16 enthält, vom Gericht beigezogen wurde. 

6. Die von der Geschädigten 2 beantragte Befragung des Angeklagten zum 

Schraubenarsenal, zu den Werkzeugen in seiner Werkstatt sowie zum Hydran-

tenschlüssel, der bei ihm aufgefunden wurde (Urk. HD 67 S. 1), hat anlässlich der 

heutigen Hauptverhandlung stattgefunden (Prot. II S. 20 ff.), weshalb auf diesen 

Antrag nicht weiter einzugehen ist.  

7. Auf die von der Geschädigten 2 in Bezug auf den Teilsachverhalt gemäss ND 

9-20 und Nachtragsanklage beantragten zusätzlichen Einvernahmen des Sohnes 

sowie der Ehefrau des Angeklagten (Urk. HD 67 S. 2) ist schon deshalb nicht ein-

zugehen, weil der Angeklagte, wie nachfolgend aufzuzeigen sein wird, bezüglich 

dieser Delikte zum Nachteil der Geschädigten 2 vollumfänglich schuldig zu spre-

chen ist, weshalb zusätzliche Zeugeneinvernahmen sich in diesem Zusammen-

hang erübrigen. Die Geschädigte 2 stellte den gleichen Antrag in Bezug auf die 

Sachverhalte gemäss ND 5-8 (Urk. HD 68 S. 2). Von den vier Delikten zu ihrem 

Nachteil ist indessen auf drei (ND 6, 7 und 8) aus prozessualen Gründen nicht 

einzutreten (dazu nachfolgend). Bezüglich ND 5 ist von zusätzlichen Einvernah-

men von Familienmitgliedern als Zeugen keine Verbesserung der Beweislage zu 

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erwarten. Sollten diese sich nicht ohnehin auf das ihnen zustehende Zeugnisver-

weigerungsrecht berufen, ist nicht zu erwarten, dass sie Aussagen zu Lasten des 

Angeklagten machen würden.  

8.1. Die Vorinstanz ist davon ausgegangen, dass mit Bezug auf die Sachverhalte 

gemäss ND 6, 7 und 8 keine Strafanträge vorliegen. Da die Anklagebehörde und 

die Vorinstanz das dem Angeklagten vorgeworfene Verhalten in rechtlicher Hin-

sicht als mehrfache Sachentziehung im Sinne von Art. 141 StGB würdigten und 

dieses Delikt nur auf Antrag verfolgt wird, trat die Vorinstanz mangels Vorliegens 

einer Prozessvoraussetzung auf die Anklage betreffend diese Nebendossiers 

nicht ein (Urk. HD 56 S. 5 ff.).  

8.2. Aus den Akten ergibt sich, dass betreffend ND 6 (Entwendung eines Torflü-

gels des Eingangstores der Villa F._____) am 10. April 2007 von einem Mitarbei-

ter der Gemeinde B._____ Strafanzeige erstattet wurde (Urk. ND 6/1 S. 2). Betref-

fend ND 7 erstattete eine andere Person, bei der aktenmässig nicht erstellt ist, 

dass sie bei der Gemeinde B._____ angestellt ist, am 12. August 2007 Strafan-

zeige (Urk. ND 7/1 S. 2). Hinsichtlich ND 8 war es der gleiche Mitarbeiter der Ge-

meinde B._____ wie schon bei ND 6, der am 5. November 2007 Strafanzeige er-

stattete (Urk. ND 8/1 S. 2). Dass explizit – mündlich oder schriftlich – Strafantrag 

gestellt wurde, lässt sich in allen drei Fällen den Akten nicht entnehmen. Dies 

macht die Geschädigte 2 auch nicht geltend. Vielmehr legte sie mit Eingabe vom 

24. Juni 2011 eine Aktennotiz vom 27. August 2007 ins Recht, welche gemäss ih-

ren Angaben von Oblt G._____ von der Gemeindepolizei B._____ stammt und 

gemäss der betreffend "Diebstahl Geländer Villa F._____…" kein Strafantrag be-

nötigt werde, da es sich um ein Offizialdelikt handle (Urk. HD 68, letzte Seite).  

8.3. Offensichtlich wurde hinsichtlich der fraglichen drei Delikte ursprünglich an-

genommen, dass diese als Diebstähle zu qualifizieren seien. Für diesen Tatbe-

stand musste kein Strafantrag gestellt werden, da es sich um ein Offizialdelikt 

handelt. Dass die Vorinstanz in den drei genannten Strafanzeigen keine Strafan-

träge erblickt hat, ist nicht zu beanstanden, da sich diesen nicht entnehmen lässt, 

dass die Anzeigeerstatter neben der Information der Untersuchungsbehörde über 

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eine Straftat auch die Bestrafung der Täterschaft zum Ziel hatten (BSK StGB I-

Riedo, vor Art. 30, N 15 ff. mit Hinweisen). 

8.4. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass jedenfalls mit dem Auffinden des 

Zaunelements gemäss ND 7 im …-Weiher am 3. Dezember 2007 (Urk. ND 7/6 S. 

1) klar wurde, dass der Tatbestand des Diebstahls mangels Bereicherungsabsicht 

nicht erfüllt war (vgl. Urk. ND 7/4 S. 5), wobei offensichtlich auch Oblt G._____ 

von der Gemeindepolizei B._____ spätestens am 4. Dezember 2007 über den 

Fund in Kenntnis gesetzt wurde (Urk. ND 7/4 S. 5). Dafür hatten aber auch schon 

aufgrund des Bekennerschreibens, das am 26. April 2007 bei der H._____-

Zeitung eingegangen war (Urk. ND 5/12), klare Anhaltspunkte bestanden, erklärte 

doch der mutmassliche Täter in diesem Schreiben, dass die entführten Kunstge-

genstände dem Eigentümer bei passender Gelegenheit zurückgegeben würden 

und es Geduld brauche. Obwohl die Entwendungen gemäss ND 7 und 8 im Zeit-

punkt, in dem das Zaunelement im …-Weiher aufgefunden wurde, noch nicht drei 

Monate zurücklagen und die Antragsfrist daher jedenfalls hinsichtlich dieser Delik-

te noch nicht abgelaufen war (Art. 31 StGB), wurden auch gestützt auf diesen 

neuen Kenntnisstand in der Folge keine Strafanträge gestellt.  

8.5. Da die rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde und die Vorinstanz 

nicht zu beanstanden ist, muss es im Ergebnis damit sein Bewenden haben, dass 

es bezüglich der ND 6, 7 und 8 an der Prozessvoraussetzung des Strafantrags 

fehlt, weshalb bezüglich dieser Nebendossiers auf die Anklage nicht einzutreten 

ist. 

9. Vor der Vorinstanz brachte die Verteidigung vor, dass es auch bezüglich der 

ND 4, 5, 9, 10 und 12 bis 19 an einem rechtzeitig gestellten Strafantrag fehle 

(Urk. HD 36 S. 3 ff.). Das Verhalten betreffend diese Nebendossiers würdigten die 

Anklagebehörde und die Vorinstanz, wie nachfolgend darzulegen sein wird, zu-

treffend (auch) als Sachbeschädigungen im Sinne von Art. 144 StGB. Dabei han-

delt es sich um Antragsdelikte. Die Vorinstanz ist indessen zu Recht davon aus-

gegangen, dass in diesen Fällen die Strafanträge rechtzeitig gestellt wurden und 

im jeweiligen Polizeirapport vermerkt sind, weshalb auf ihre diesbezüglichen Er-

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wägungen verwiesen werden kann (§ 161 GVG; Urk. HD 56 S. 7). Hinsichtlich der 

ND 4, 5, 9, 10 und 12 bis 19 ist daher auf die Anklage einzutreten. 

10. Dass in der Anklageschrift hinsichtlich ND 14 ein falscher Tatzeitpunkt ge-

nannt wird, wie die Verteidigung anlässlich der Hauptverhandlung vor der Vo-

rinstanz zu Recht monierte (Urk. HD 36 S. 7), hat keine Auswirkungen. Dieses of-

fensichtliche Versehen wurde von der Verteidigung rechtzeitig erkannt, weshalb 

die Verteidigungsrechte nicht beeinträchtigt wurden. 

 

III. Sachverhalt 

1. Ausgangslage 

Klammert man die Frage nach der Täterschaft aus, bestritt der Angeklagte, wie 

schon im Untersuchungs- und im vorinstanzlichen Verfahren (Urk. HD 4/3 S. 9, 

Urk. HD 4/4 S. 11 ff.; Urk. 4/9 S. 22; Urk. HD 19/16; Prot. I S. 5 ff.), auch anläss-

lich der Berufungsverhandlung den von der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 

mit Anklageschrift vom 12. August 2010 und Nachtragsanklage vom 11. Novem-

ber 2010 eingeklagten Sachverhalt dem äusseren Ablauf nach nicht. Er stellte je-

doch während des gesamten Verfahrens in Abrede, dass er die eingeklagten Ta-

ten begangen habe und hielt daran auch anlässlich der heutigen Berufungsver-

handlung fest (Prot. II S. 19). 

 

2. Allgemeines 

2.1. Bestreitet ein Angeklagter die ihm vorgeworfenen Taten, ist der Sachverhalt 

aufgrund der Untersuchungsakten und der vor Gericht vorgebrachten Argumente 

nach den allgemein gültigen Beweisregeln zu erstellen. Gemäss der aus Art. 8 

und 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in 

dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis seiner Schuld zu vermuten, 

dass der wegen einer strafbaren Handlung Angeklagte unschuldig ist (Urteile des 

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Bundesgerichts 1P_587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2., und 1P_437/2004 

vom 1. Dezember 2004, E. 4.2.; Pra 2002 S. 4 f. Nr. 2 und S. 957 f. Nr. 180; BGE 

127 I 40, 120 Ia 31. E. 2b). Als Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass 

sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen 

Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel 

bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteile des Bundesgerich-

tes 6B_795/2008 vom 27. November 2008, E. 2.4., und 6B_438/2007 vom 26. 

Februar 2008, E. 2.1.). Die Überzeugung des Richters muss auf einem verstan-

desgemäss einleuchtenden Schluss beruhen und für den unbefangenen Be-

obachter nachvollziehbar sein (Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 

Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2006, § 54 Rz 11 ff.). Wenn erhebliche oder nicht 

zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so abgespielt hat, 

wie er eingeklagt ist, ist der Angeklagte nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" 

freizusprechen (Bernard Corboz, "in dubio pro reo", in ZBJV 1993, N 419 f.). So-

weit ein direkter Beweis nicht möglich ist, ist der Nachweis der Tat mit Indizien zu 

führen, wobei die Gesamtheit der einzelnen Indizien, deren "Mosaik", zu würdigen 

ist (vgl. dazu auch Pra 2004 Nr. 51 S. 256, Ziff. 1.4.; Pra 2002 Nr. 180 S. 962 f., 

Ziff. 3.4.). 

2.2. Aufgabe des Richters ist es demzufolge, seinem Gewissen verpflichtet, in ob-

jektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von einem 

bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an dessen 

Richtigkeit zu überwinden vermag (§ 284 StPO/ZH; ZR 72 Nr. 80; Max Guldener, 

Beweiswürdigung und Beweislast, S. 7; Pra 2004 Nr. 51 S. 256 Ziff. 1.4.; BGE 

124 IV 88, 120 1A 31 E. 2c). Es liegt in der Natur der Sache, dass mit menschli-

chen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der Beweisführung erreicht 

werden kann; daher muss es genügen, dass das Beweisergebnis über jeden ver-

nünftigen Zweifel erhaben ist (vgl. Kassationsgerichtsentscheid vom 26. Juni 

2003, Nr. 2002/387S, E. 2.2.1. mit Hinweisen). Bloss abstrakte oder theoretische 

Zweifel dürfen dabei nicht massgebend sein, weil solche immer möglich sind 

(Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N 12, Urteile des Bundesgerichtes 

6B_297/2007 vom 4. September 2007, E. 3.4., und 1 P_587/2003 vom 29. Januar 

2004, E. 7.2.). Es genügt also, wenn vernünftige Zweifel an der Schuld ausge-

-   15   - 

schlossen werden können. Hingegen darf ein Schuldspruch nie auf blosser Wahr-

scheinlichkeit beruhen. 

2.3. Wie bereits angesprochen können auch indirekte, mittelbare Beweise, soge-

nannte Anzeichen oder Indizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen 

Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, 

unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Beim Indizienbeweis wird somit vermu-

tet, dass eine nicht bewiesene Tatsache gegeben ist, weil sich diese Schlussfol-

gerung aus bewiesenen Tatsachen (Indizien) nach der Lebenserfahrung auf-

drängt. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis gleichwertig (Hauser / 

Schweri / Hartmann, a.a.O., § 59 N 14). Da ein Indiz immer nur mit einer gewis-

sen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat hinweist, lässt es, einzeln 

betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, enthält daher auch den Zweifel 

(Hans Walder, Der Indizienbeweis im Strafprozess, ZStrR 108/1991, S. 309; Der-

selbe, Die Beweisführung in Strafsachen, insbesondere der Indizienbeweis, Zü-

rich 1974/75, S. 49). Es ist jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiede-

nen Indizien, welche je für sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahr-

scheinlichkeit auf eine bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und inso-

fern Zweifel offen lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder 

Täter zu schliessen (Entscheide des Bundesgerichtes 6B_365/2009 vom 12. No-

vember 2009, E. 1.4., 6B_332/2009 vom 4. August 2009, E. 2.3. mit Hinweisen, 

und 6B_297/2007 vom 4. September 2007, E. 3.4.; Hauser/Schweri/Hartmann, 

a.a.O., § 59 N 15). 

2.4. Stützt sich die Beweisführung auf die Aussagen von Beteiligten, so sind diese 

frei zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und 

den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeu-

gend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen ankommt, 

verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgten. Bei der Würdigung 

von Aussagen darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder allgemeine Glaub-

würdigkeit von Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist vielmehr die 

Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. Diese sind einer 

kritischen Würdigung zu unterziehen, wobei auf das Vorhandensein von soge-

-   16   - 

nannten Realitätskriterien grosses Gewicht zu legen ist (vgl. Rolf Bender, Die 

häufigsten Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, in SJZ 81 [1985] S. 

53 ff.; Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststellungen vor Gericht, Glaubwürdig-

keits- und Beweislehre, Vernehmungslehre, 3. Auflage, München 2007, N 310 ff. 

und N 350 ff.). Die wichtigsten Realitätskriterien sind dabei die "innere Geschlos-

senheit" und "Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehensablaufs", "kon-

krete und anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses" sowie die "Schilderung des 

Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwarten 

ist, der den Vorfall selber miterlebt hat", "Kenntlichmachung der psychischen Si-

tuation von Täter und Zeuge bzw. unter Mittätern", "Selbstbelastung oder unvor-

teilhafte Darstellung der eigenen Rolle", "Entlastungsbemerkungen zugunsten des 

Beschuldigten" und "Konstanz der Aussage bei verschiedenen Befragungen, wo-

bei sich aber sowohl Formulierungen als auch die Angaben über Nebenumstände 

verändern können" (Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozessrecht mit 

Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 316). Andererseits sind 

auch allfällige Phantasiesignale zu berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aus-

sagen gelten "Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussa-

gen", "Zurücknahme oder erhebliche Abschwächungen in den ursprünglichen An-

schuldigungen", "Übersteigerungen in den Beschuldigungen im Verlaufe von 

mehreren Einvernahmen", "unklare, verschwommene oder ausweichende Antwor-

ten" sowie "gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende Aussagen". Als gene-

relle Phantasiesignale nennen Bender/Nack/Treuer die "Schwarz-Weiss-Malerei", 

die "Verarmung der Aussage", das "Flucht- und Begründungssignal" und die "be-

hauptete Akzeptanz gegenüber bezweifelbaren Rechtsverkürzungen", wobei wei-

ter festgehalten wird, den "Phantasiebegabten" falle es ganz allgemein leichter, 

von eigenen Aussagen und Aktivitäten zu berichten, als die Antworten und Reak-

tionen der Gegenseite zu erfinden. Wenn das eine oder andere Phantasiesignal 

auftritt, braucht die Aussage nicht verworfen zu werden. Es ist dann aber eine 

ausreichende Zahl von erstklassigen Realitätskriterien zu fordern. Bei häufigem 

Auftreten von Phantasiesignalen sollten an die Zahl und Qualität der Realitätskri-

terien strenge Anforderungen gestellt werden, damit eine Aussage als zuverlässig 

eingestuft werden kann (Bender/Nack/Treuer, a.a.O., N 429 ff.). 

-   17   - 

2.5. Damit kommt der allgemeinen Glaubwürdigkeit des Aussagenden nach neue-

ren Erkenntnissen kaum mehr Bedeutung zu. Weitaus bedeutender für die Wahr-

heitsfindung als die allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkre-

ten Aussagen.  

2.6. Angesichts der Unschuldsvermutung besteht Beweisbedürftigkeit, d.h. der 

verfolgende Staat hat dem Beschuldigten alle objektiven und subjektiven Tatbe-

standselemente nachzuweisen (vgl. dazu Niklaus Schmid, Strafprozessrecht, 4. 

Auflage, Zürich 2004, N 599) und nicht der Angeklagte seine Unschuld (BGE 127 

I 40 und Urteile des Bundesgerichtes 1P_437/2004 vom 1. Dezember 2004, E. 

4.3., sowie 6S_154/2004 vom 30. November 2005, E. 4.). 

2.7. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwen-

dung, wenn der Angeklagte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne dass 

er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich insoweit 

eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene Schutzbehaup-

tung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis widerlegt wer-

den muss. Ein solcher Beweis ist nur dann zu verlangen, wenn gewisse Anhalts-

punkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für die Richtigkeit 

der Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft erscheinen las-

sen, oder wenn der Angeklagte sie sonstwie glaubhaft macht (vgl. Kassationsge-

richtsentscheid vom 2. November 2004, Nr. AC040082, E. 3.5, Stefan Trechsel, 

SJZ 1981 S. 320). 

 

3. Sachverhaltserstellung 

3.1. Nachdem auf die Anklage betreffend ND 6, 7 und 8 aus prozessualen Grün-

den nicht einzutreten ist, sind insgesamt 15 Straftaten zu beurteilen, von denen 

13 in einem so engen Zusammenhang stehen, dass dafür nur ein und dieselbe 

Täterschaft verantwortlich sein kann. Dies betrifft die insgesamt 13 manipulierten 

und bis auf eine Ausnahme (ND 11) beschädigten Hydranten auf dem Gemeinde-

gebiet von B._____ (ND 9-20 und Nachtragsanklage). In den ersten neun Fällen 

wurde gemäss der Anklageschrift und dem Ermittlungsbericht der Kantonspolizei 

-   18   - 

Zürich vom 4. Juni 2009 jeweils eine in wesentlichen Punkten gleiche Vorge-

hensweise angewendet: Zunächst wurde der Metallring am Hydrantenfuss ange-

hoben, dann wurden die Schrauben am Hydrantenfuss gelöst resp. wurden zwei 

Schrauben entfernt und wurde die Verschlusskappe geöffnet. Danach wurden die 

beiden Seitenventil-Spindeln geschlossen und anschliessend die Hauptventil-

Spindel geöffnet, und schliesslich wurde der Hydrant absichtlich angefahren oder 

es wurde mittels eines Gurtes, Abschleppseils o.ä. mit einem Zugfahrzeug ein 

Ruck verursacht, welcher zum Abbrechen der Hydranten an der ebenerdigen 

Sollbruchstelle und zum Austreten einer Wasserfontäne führte (Urk. HD 29 und 

34; Urk. HD 1/2 S. 24). Beim zehnten Fall, der sich am 24. August 2008 an der 

…strasse … in B._____ ereignete (ND 18), änderte der Täter das Tatvorgehen. 

Nachdem er den Metallring am Hydrantenfuss angehoben hatte, entfernte er ins-

gesamt drei Schrauben. Die vierte Originalschraube beliess er. Diese befand sich 

genau in der Richtung, in welche der Hydrant weggezogen bzw. gekippt wurde. 

Auf der gegenüberliegenden Seite setzte er eine präparierte, deutlich von den 

Original-Schrauben unterscheidbare (Urk. ND 18/2 S. 5) Fremdschraube ein, die 

beidseitig angesägt war. Zweck dieser modifizierten Vorgehensweise war gemäss 

dem Ermittlungsbericht vom 4. Juni 2009, dem ohne weiteres gefolgt werden 

kann, den Hydranten ohne Kraftaufwendung umdrücken zu können, was jedoch in 

diesem Fall nicht gelang. Beim elften Fall, der sich am 5. November 2008 an der 

…strasse … in B._____ ereignete (ND 19), wurde wiederum leicht modifiziert vor-

gegangen, indem nunmehr auf ein präpariertes Schraubengewinde fremden Ur-

sprungs eine angesägte Schraubenmutter aufgeschraubt wurde. Bei dieser Vor-

gehensweise war, wie sich aus der Visionierung der Aufnahmen der Tatrekon-

struktion (Urk. HD 7/3) ergibt, keine wesentliche Kraftaufwendung mehr notwen-

dig, um den Hydranten unter Zuhilfenahme eines Seils umzuziehen. Beim zwölf-

ten Fall, der am 20. April 2010 an der Neugasse 18 in B._____ zur Beschädigung 

eines weiteren Hydranten führte (ND 20), verwendete der Täter keine Fremd-

schraube mehr, sondern ging im wesentlichen gleich vor wie bei den ersten neun 

Fällen, aber mit der Modifikation, dass er ein auf der einen Seite am Hydranten 

befestigtes Stahlseil auf der anderen Seite am Fahrzeug einer Drittperson befes-

tigte. Dies hatte zur Folge, dass der Hydrant beim Anfahren durch das Fahrzeug 

-   19   - 

dieser Drittperson umgerissen wurde. Der 13. Fall schliesslich, der sich am 23. 

September 2010 und mithin nach Erhebung der Anklage gemäss Urk. HD 29 er-

eignete (Nachtragsanklage, Urk. HD 34), zeugt von einer noch grösseren Raffi-

nesse. Wiederum wurde der Hydrant auf die gleiche Art präpariert. Das Umreis-

sen des Hydranten erfolgte diesmal aber durch eine Konstruktion mit Steinen, die 

zudem zeitverzögert funktionierte, was dem Täter genügend Zeit gab, um sich 

unbemerkt vom Tatort zu entfernen (Urk. HD 34). 

Betrachtet man diese Tatengruppe in ihrer Chronologie, fällt auf, dass der Täter 

seine Technik ab dem zehnten Fall zu verfeinern versuchte, indem er nunmehr 

nach einer Methode suchte, bei der kein oder jedenfalls kein von ihm selber mit-

tels eines Fahrzeuges oder dergleichen zu erbringender Kraftaufwand mehr not-

wendig war. Angesichts des gleichen resp. weiterentwickelten Vorgehens kann 

kein Zweifel daran bestehen, dass alle 13 Delikte von ein und dieselbe Täter-

schaft verübt wurden. 

Dass die Entwendung der Bronzeplastikfigur vom ...brunnen im Zeitraum vom 23. 

bis 27. März 2007 mit der Entwendung des Torflügels der Villa F._____ in Zu-

sammenhang steht, lässt sich aus dem Bekennerschreiben, welches am 26. April 

2007 bei der H._____-Zeitung einging (Urk. ND 5/12), ableiten. 

3.2. Was die vorhandenen Beweismittel angeht, kann zur Vermeidung von Wie-

derholungen primär auf die entsprechenden Ausführungen der Vorinstanz verwie-

sen werden (§ 161 GVG; Urk. HD 56 S. 9). Zudem können als Beweismittel ins-

besondere die Aussagen des Angeklagten anlässlich der Berufungsverhandlung 

vom 13. Januar 2012 (Prot. II S. 12 ff.), die Aussagen der Zeugen E._____ vom 

11. August 2010 (Urk. HD 6/6) und I._____ vom 27. November 2008 (Urk. HD 

6/1) und vom 12. April 2010 (Urk. HD 6/5), die Ergebnisse sowie die Fotografien 

der Hausdurchsuchung vom 6. November 2008 (Urk. HD 17/2 ff.), die wissen-

schaftliche Auswertung des anlässlich dieser Hausdurchsuchung sichergestellten 

Schreibblocks (Urk. HD 10/1-5), die verschiedenen sichergestellten Schrauben 

und Muttern, die vom Gericht beigezogen wurden (Urk. HD 74/1-5), die eingehol-

ten DNA-Berichte (Urk. HD 13/1; ND 16/7; ND 18/7), die weiteren eingeholten 

wissenschaftlichen Berichte (Urk. HD 10/1 und 11/1) sowie der Bericht der Meteo-

-   20   - 

Schweiz vom 14. November 2008 (Urk. ND 17/7) herangezogen werden. Der 

Verwertbarkeit dieser Beweismittel steht nichts entgegen. 

Die Vorinstanz warf in ihrem Urteil, wie auch die Verteidigung (Urk. HD 36 S. 4 ff.; 

Prot. II S. 32), die Frage auf, ob die Ergebnisse der GPS-Überwachung des Fahr-

zeugs des Angeklagten, die mit Verfügung vom 15. Juli 2008 vom Stellvertreter 

der Präsidentin der Anklagekammer des Obergerichtes des Kantons Zürich ge-

nehmigt (Urk. HD 15/3/1/4) und deren Genehmigung in der Folge mit Verfügung 

vom 9. Oktober 2008 von der Präsidentin der Anklagekammer des Obergerichts 

des Kantons Zürich bis 8. November 2008 verlängert worden war, verwertbar sei-

en (Urk. HD 56 S. 14). Diese Überwachungsmassnahme war von den Strafverfol-

gungsbehörden aufgrund des dringenden Verdachts der Verursachung einer 

Überschwemmung im Sinne von Art. 227 StGB, einer Katalogtat gemäss Art. 3 

aBÜPF, durch den Angeklagten angeordnet resp. genehmigt worden (Urk. HD 

15/3/1/4 S. 3). Durch die GPS-Überwachung des Fahrzeugs des Angeklagten 

konnte der Tatverdacht betreffend die Beschädigung von Hydranten in der Folge 

nicht erhärtet werden. Vielmehr war das Gegenteil der Fall: Am 24. August 2008 

frühmorgens wurde ein weiterer Hydrant beschädigt (ND 18), ohne dass das 

überwachte Fahrzeug involviert gewesen wäre (Urk. HD 15/3/1/7 S. 2). Hingegen 

wurde aufgrund der GPS-Überwachung festgestellt, dass das Fahrzeug des An-

geklagten am frühen Morgen des 15. August 2008 während längerer Zeit beim 

…kreisel in B._____ abgestellt worden war (Urk. ND 5/19 S. 2). Genau an diesem 

Morgen fand man auf dem …brunnen, von dem im März 2007 die Bronzeplastikfi-

gur entwendet worden war (ND 5), einen manipulierten Gartenzwerg, von dem 

aus ein Wasserstrahl auf den Brunnenrand traf (Urk. ND 5/7). Es wurde indessen 

in diesem Zusammenhang nicht der Sachverhalt vom 15. August 2008 zur Ankla-

ge gebracht, sondern die Entwendung der ursprünglichen Bronzeplastikfigur und 

die dabei begangene Sachbeschädigung (Urk. HD 29 S. 2 betreffend ND 5). 

Wie zu zeigen sein wird, könnten dem Angeklagten die Entwendung der ur-

sprünglichen Bronzeplastikfigur und die dabei begangene Sachbeschädigung im 

März 2007 selbst dann nicht nachgewiesen werden, wenn davon auszugehen wä-

re, dass er den Gartenzwerg auf dem Brunnen montiert hat. Aus diesem Grund 

-   21   - 

kann offen bleiben, inwieweit die Ergebnisse der GPS-Überwachung im Zusam-

menhang mit diesem Delikt, das keine Katalogtat im Sinne von Art. 3 aBÜPF dar-

stellt, zu Lasten des Angeklagten verwertbar wären. Zu seinen Gunsten sind sie 

dies ohnehin. 

Der Verteidiger des Angeklagten warf im Zusammenhang mit der GPS-

Überwachung des Fahrzeugs des Angeklagten ferner die Frage auf, ob aufgrund 

der Fernwirkung des Beweisverbots gemäss Art. 9 aBÜPF die Ergebnisse der 

Hausdurchsuchung verwertbar sind. Er hielt dies zumindest für fraglich, zumal 

sich der Tatverdacht aus Sicht der Anklägerin und der Anklagekammer des Ober-

gerichts primär gerade deswegen erhärtet habe, weil der Angeklagte sein Fahr-

zeug in den frühen Morgenstunden offenbar grund- und ziellos durch B._____ ge-

lenkt habe (Urk. HD 36 S. 8). Dem kann indessen nicht gefolgt werden. Der An-

geklagte stand, wie sich aus dem entsprechenden Antrag und aus der Verfügung 

ergibt, vor der Anordnung der Überwachungsmassnahme hinsichtlich der Be-

schädigung der Hydranten unter dringendem Tatverdacht. Dass der Angeklagte 

mit seinem Fahrzeug jeweils in den frühen Morgenstunden in B._____ unterwegs 

war, und zwar in zwei Fällen genau an Morgen, an denen Hydranten beschädigt 

wurden, war von den ermittelnden Behörden bereits anlässlich der Vorfälle vom 

15. und 23. Juni 2008 festgestellt worden (Urk. ND 16/8 S. 2 ff.; Urk. ND 17/9 S. 2 

ff.). Unter diesen Umständen ist entgegen der Argumentation der Verteidigung 

davon auszugehen, dass die Hausdurchsuchung, wäre die Überwachungsmass-

nahme nicht angeordnet resp. genehmigt worden, schon früher durchgeführt wor-

den wäre. Die Ergebnisse der Hausdurchsuchung sind demnach verwertbar. 

3.3. Was die Glaubwürdigkeit des Angeklagten sowie die Glaubhaftigkeit seiner 

Aussagen im Allgemeinen betrifft, ist zu berücksichtigen, dass er als direkt vom 

vorliegenden Strafverfahren Betroffener ein – durchaus legitimes – Interesse da-

ran hat, die Geschehnisse in einem für ihn günstigen Licht erscheinen zu lassen. 

Zudem sagte er nicht unter Strafandrohung aus. Seine Aussagen sind daher mit 

entsprechender Vorsicht zu würdigen. 

In Bezug auf die Glaubwürdigkeit des Zeugen E._____ ist festzuhalten, dass die-

ser massgeblich am Untersuchungsverfahren beteiligt war und seinen Verdacht 

-   22   - 

resp. seine Überzeugung, dass der Angeklagte für die eingeklagten Taten ver-

antwortlich ist, transparent festhielt (Urk. HD 1 S. 32; Urk. HD 4/2 S. 15). Was die 

allgemeine Glaubhaftigkeit seiner Aussagen angeht, ist darauf hinzuweisen, dass 

er unter der strengen Strafandrohung von Art. 307 StGB aussagte (Urk. HD 6/6/2 

S. 1). Zudem ist davon auszugehen, dass eine Falschaussage Konsequenzen mit 

Bezug auf seine berufliche Tätigkeit als Polizeibeamter hätte und dies dem Zeu-

gen auch klar war. 

Der Zeuge I._____ kennt den Angeklagten zwar seit langem, steht aber aus sei-

ner Sicht in keinem engen Verhältnis zu ihm (Urk. HD 6/5/1 S. 1), während der 

Angeklagte angab, zu ihm in einer sehr guten Beziehung zu stehen (Urk. HD 4/4 

S. 9). Jedenfalls ist kein Grund ersichtlich, weshalb er den Angeklagten zu Un-

recht belasten sollte. Zudem sagte auch er unter der strengen Strafandrohung 

von Art. 307 StGB aus (Urk. HD 6/5/1 S. 1). 

Wie bereits dargelegt ist aber nicht die allgemeine Glaubwürdigkeit der Aussa-

genden ausschlaggebend, sondern der materielle Gehalt ihrer Aussagen. 

3.4. Die Vorinstanz hat in ihrem Urteil in überzeugender Weise dargelegt, weshalb 

der Tatverdacht bezüglich der zur Beurteilung stehenden Delikte auf den Ange-

klagten fiel.  

Der Angeklagte stand gemäss seinen eigenen Aussagen spätestens ab dem Jahr 

1996 in verschiedenartig gelagerten Konflikten mit seiner Wohngemeinde 

B._____.  

Hinsichtlich des eingeklagten Delikts zum Nachteil des Geschädigten 1 (ND 4) ist 

darauf hinzuweisen, dass der Angeklagte auf entsprechende Frage anlässlich der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 16. Februar 2010 bestätigte, dass 

seine Beziehung zu diesem "getrübt" sei, wobei er einschränkend zu Protokoll 

gab, dass sich dies nur auf dessen Funktion als Gemeinderat beziehe (Urk. HD 

4/3 S. 2). Die Frage, ob es zwischen ihm und der Gemeinde B._____ Differenzen 

gebe, bejahte der Angeklagte. Er gab an, dass die Gemeinde B._____ von ihm 

verlangt habe, ein Gebäude zu entfernen, von dem der Gemeinderat resp. der 

-   23   - 

Geschädigte 1 als Vorsteher des Hochbauamts genau gewusst habe, dass es 

nicht ihm, sondern seinem Pächter, J._____, gehört habe. Dies sei im Jahr 1997 

gewesen, habe aber schon im Jahr 1996 angefangen, als sein Pächter ein Bau-

gesuch für ein Gebäude eingereicht habe. Der Geschädigte 1 als Hochbauvor-

stand habe sich geweigert, das Baugesuch zu behandeln; dies sei "Arbeitsver-

weigerung eines Gemeinderates" (Urk. HD 4/3 S. 2). Der Geschädigte 1 habe ir-

gendwann anfangs 1997 eine Abbruchverfügung geschrieben und diese vom 

Gemeinderat absegnen lassen. Er (der Angeklagte) sei verpflichtet worden, das 

Gebäude abzureissen, obwohl es nicht ihm, sondern J._____ gehört habe. Am 

30. September 1997 sei das Gebäude verschwunden, und sein Pächter sei der 

Geschädigte gewesen. Seither habe es zwei "Böse" gegeben – er (der Angeklag-

te), der das Gebäude zum Verschwinden gebracht habe, und der Geschädigte 1, 

der "das Todesurteil" (gemeint: die Abbruchverfügung) geschrieben habe. Weitere 

Reibungen mit dem Geschädigten 1 habe es nicht gegeben (Urk. HD 4/2 S. 3 und 

4/3 S. 3). Der Angeklagte bestätigte aber in der Folge, dass es seit dem Jahr 

2000 immer wieder Differenzen mit Bezug auf Baubewilligungen gegeben habe, 

von seiner Seite aus mehrfach Beschwerde geführt worden sei und es zu Ge-

richtsverfahren wegen Entschädigungsfolgen, Strafverfahren wegen falscher An-

schuldigung etc. gekommen sei. Auf die Amtsdauer des Geschädigten 1 ange-

sprochen erklärte der Angeklagte, dieser sei sicher 20 Jahre im Gemeinderat und 

sicher für vier Amtsperioden, d.h. für 16 Jahre, Hochbauvorstand gewesen. Im 

Jahr 2006 habe dieser sich nicht mehr zur Wiederwahl gestellt (Urk. HD 4/3 S. 4). 

Anlässlich der Einvernahme vom 6. November 2008 gab der Angeklagte ferner 

an, dass ein Chefbeamter oder ein Chef der Werke B._____, K._____, öffentlich 

behauptet habe, dass er (der Angeklagte) den Gemeindewerken Wasser stehle 

oder stehlen würde. Er sei von ihm öffentlich des möglichen Wasserdiebstahls 

beschuldigt worden. Er bezeichne dies als Verleumdung und üble Nachrede. Die 

Gemeindewerke hätten sich hinter ihren Kadermitarbeiter gestellt. Er habe mehr-

mals verlangt, dass diese Aussagen schriftlich widerrufen werden, was jedoch bis 

heute nicht gemacht worden sei. Damit das nicht vergessen gehe, bezahle er seit 

2007 keine Wasserrechnungen mehr. Es sei zu Betreibungen und Pfändungen 

gekommen (Urk. HD 4/1 S. 3 ff.). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einver-

-   24   - 

nahme vom 16. Februar 2010, an der er diesen Konflikt grundsätzlich überein-

stimmend schilderte, erklärte der Angeklagte, dass sich diese Differenzen inzwi-

schen erledigt hätten (Urk. HD 4/3 S. 3), womit er eine entsprechende Aussage 

anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 8. April 2009 (Urk. HD 4/2 S. 5 ff.) 

bestätigte. 

Aus diesen Konflikten lässt sich ein Motiv des Angeklagten zur Begehung der 

eingeklagten Taten ableiten. Mit Ausnahme des Deliktes zum Nachteil des Ge-

schädigten 1 (ND 4) stand bezüglich aller zu beurteilenden Delikte offensichtlich 

eine absichtliche Schädigung der Gemeinde B._____ im Vordergrund. Auffällig ist 

ferner, dass all diese Sachbeschädigungen einen Zusammenhang mit dem Ele-

ment Wasser aufweisen, also ausgerechnet mit jenem Element, um das sich die 

Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und der Gemeinde B._____ im 

Deliktzeitraum hauptsächlich drehte. Das Delikt zum Nachteil des Geschädigten 1 

wurde in einem Zeitraum begangen, in dem dieser Bauvorstand der Gemeinde 

B._____ und der Angeklagte mit dessen Amtsführung – zurückhaltend ausge-

drückt – unzufrieden war (vgl. Urk. HD 4/3 S. 4). Bei diesem am 30. November 

2005 begangenen Delikt wurde durch das aufgeschnittene Stoffdach des dem 

Geschädigten 1 gehörenden Cabriolets … [Automarke] Petrol ins Fahrzeuginnere 

geschüttet. Es weist somit einen Zusammenhang mit dem Element Feuer auf, 

ebenso wie eine ganze weitere Anzahl von Delikten, die sich ab dem Jahr 2000 

gegen den Geschädigten 1 richteten. So hinterliess die Täterschaft, die am 22. 

August 2000 das Fahrzeug … des Geschädigten 1 mit zwei Steinen beschädigte, 

am Tatort eine Mineralwasserflasche, die Benzin enthielt. Ferner wurde am Fahr-

zeug … des Geschädigten 1 am 7. Februar 2001 eine sprengsatzähnliche Vor-

richtung gefunden. Sodann wurde in der Nacht vom 3. auf den 4. März 2003 vor 

dessen verschlossener Garage eine sprengsatzähnliche Vorrichtung angebracht, 

die auch eine Gasflasche umfasste. Auf dieser wurde die DNA des Angeklagten 

festgestellt, worauf der Angeklagte im Laufe des Verfahrens eingestand, dass 

diese von seinem Hof stammte, indessen angab, diese sei irgendwann ver-

schwunden, wobei er in der Folge seinen ehemaligen Pächter, den verstorbenen 

J._____, beschuldigte, für dieses Delikt zum Nachteil des Geschädigten 1 ver-

antwortlich gewesen zu sein (Urk. HD 4/3 S. 7). Bei dieser Deliktserie fällt die Pa-

-   25   - 

rallele zum Umstand auf, dass der Angeklagte das Gebäude, zu dessen Abriss er 

anfangs 1997 vom Gemeinderat B._____ verpflichtet worden war, am 30. Sep-

tember 1997 anzündete und auf diese Weise der Aufforderung zum Abbruch 

"nachkam". Gleich beide Elemente, Wasser und Feuer, kamen beim letzten dem 

Angeklagten zur Last gelegten Delikt gemäss Nachtragsanklage vom 11. Novem-

ber 2010 (Urk. HD 34) vor, das offenkundig den Schlusspunkt der Deliktserie dar-

stellte.  

Dies alles reicht zwar für einen konkreten Anfangsverdacht gegen den Angeklag-

ten, nicht jedoch, ihn der eingeklagten Delikte zu überführen. Es ist daher anhand 

der vorhandenen Beweismittel zu prüfen, ob sich damit der eingeklagte Sachver-

halt erstellen lässt. 

 

3.5. Teilsachverhalt betreffend ND 9-20 und Nachtragsanklage (Hydranten) 

3.5.1. Was die 13 manipulierten resp. beschädigten Hydranten (ND 9 - 20 und 

Nachtragsanklage) angeht, ist mit der Vorinstanz darauf hinzuweisen, dass der 

Angeklagte ehemaliger Feuerwehrmann ist und gemäss eigenen Aussagen über 

Fachwissen bezüglich der Funktionsweise von Hydranten verfügt (Urk. HD 56 

S. 11; Prot. I S. 11 ff.). Zudem war der Angeklagte seinen eigenen Aussagen zu-

folge im fraglichen Zeitraum im Besitz eines Hydrantenschlüssels (Urk. HD 4/1 

S. 12 ff.). Ein T-Schlüssel wurde denn auch anlässlich der Hausdurchsuchung 

vom 6. November 2008 sichergestellt (Urk. HD 18/1).  

3.5.2. Die Vorinstanz hat sodann zu Recht darauf hingewiesen, dass anlässlich 

der Hausdurchsuchung beim Angeklagten, die am 6. November 2008 durchge-

führt wurde, auf einem Sachentransportanhänger, der im Freien an der Grenze 

zum Nachbargrundstück von L._____ stand (Urk. HD 4/1 S. 13 ff.), eine präparier-

te bzw. angeschnittene M16-Verschraubung inkl. Mutter gefunden wurde (die Vo-

rinstanz hat wahrscheinlich die aufgeschraubte Mutter für den – nicht vorhande-

nen – Schraubenkopf gehalten: Urk. HD 56 S. 11 ff.), die in der gleichen Art und 

Weise gefertigt war wie die Teile der M16-Verschraubungen, die bei den am 24. 

August und 5. November 2008 beschädigten Hydranten (ND 18 und 19) sicherge-

-   26   - 

stellt worden waren (Urk. HD 1/2 S. 9; Urk. HD 11/1 S. 4 und 7; Urk. HD 17/7). 

Der Sachentransportanhänger wiederum steht unmittelbar neben einem Hydran-

ten gleichen Typs wie die am 24. August und 5. November 2008 beschädigte 

(Urk. HD 17/7; Urk. ND 18/2 und Urk. ND 19/2). Auffällig ist, dass das aufgefun-

dene M16-Gewindestück ca. 4 cm lang ist und somit rund einen cm kürzer als die 

bei den Delikten vom 24. August und 5. November 2008 verwendeten Gewinde-

stücke. Dies lässt aber nicht etwa auf eine unterschiedliche Täterschaft schlies-

sen, denn das Material ist identisch (vgl. Urk. HD 11/1 S. 7 ff.). Vielmehr liegt der 

Verdacht nahe, dass der Täter an diesem Hydranten mit Gewindestücken unter-

schiedlicher Länge experimentierte, um seine am 24. August 2008 erstmals an-

gewendete, damals indes noch nicht ausgereifte Technik weiter zu verfeinern. In-

folgedessen richtet sich der Fokus zwangsläufig auf den Angeklagten. Wie sich 

aus den anlässlich der Hausdurchsuchung sowie der Kontrolle seines Fahrzeugs 

gemachten Aufnahmen ergibt, liegt sein Hof ausserordentlich abgeschieden (Urk. 

HD 17/7; Urk. ND 16/9). Aktenmässig erstellt ist ferner, dass sich auf dem Ge-

meindegebiet von B._____ im Deliktzeitraum ca. 740 Hydranten befanden (ND 

18/1 S. 4). Es wäre schon ein sehr grosser Zufall, wenn ein Dritter ausgerechnet 

den Hydranten direkt neben dem Grundstück des Angeklagten als Übungsobjekt 

ausgesucht hätte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Täter ein Übungsob-

jekt ausgesucht hätte, das für ihn leicht und unauffällig erreichbar war, und genau 

dies wäre beim fraglichen Hydranten für den Angeklagten der Fall. Ein weiteres 

Indiz dafür, dass das auf dem Sachentransportanhänger gefundene Gewinde-

stück samt Mutter dem Angeklagten zuzurechnen ist, kann im Übrigen in seinem 

ausweichenden Antwortverhalten bei Fragen zum Anhänger und zum darauf be-

findlichen Gewindestück samt Mutter erblickt werden. Nachdem der Angeklagte 

anlässlich der polizeilichen Befragung vom 6. November 2008 die Lage des fragli-

chen Hydranten beschrieben und dazu auch eine Skizze angefertigt hatte, ant-

wortete er auf die Frage, wem der Sachentransportanhänger gehöre, der sich an-

lässlich der Hausdurchsuchung neben dem Hydranten befunden habe, dass er 

das nicht wisse (Urk. HD 4/1 S. 14). Dass dieser seinem Pächter, dem 2007 ver-

storbenen J._____, gehörte und seit langem an der fraglichen Stelle abgestellt 

war, dürfte dem Angeklagten bereits bei dieser ersten Frage klar gewesen sein. 

-   27   - 

Dennoch tat er sich offenkundig schwer, diese Informationen zu erteilen (vgl. Urk. 

HD 4/1 S. 14). Noch unkooperativer wurde der Angeklagte, als der Befragende 

auf die auf dem Sachentransportanhänger aufgefundene präparierte Schraube 

(resp. das Gewindestück samt Mutter) zu sprechen kam. Gab der Angeklagte da-

zu anfangs noch belanglose Antworten ("Ja, das ist eine Schraube. Ich kann dazu 

nichts sagen. Das ist tatsächlich eine Schraube": Urk. HD 4/1 S. 14), verweigerte 

er, als er konkret darauf angesprochen wurde, dass mit solchen präparierten 

Schrauben Hydranten beschädigt wurden, im Wesentlichen die Antwort (Urk. HD 

4/1 S. 15 ff.). Auch heute wollte der Angeklagte diesen Fund nicht kommentieren, 

bestritt jedoch nicht, dass die präparierte Schraube anlässlich der Hausdurchsu-

chung auf diesem Sachentransportanhänger gefunden worden war (Prot. II 

S. 22). 

3.5.3. Nicht Eingang in die Erwägungen der Vorinstanz gefunden hat der Um-

stand, dass anlässlich der Hausdurchsuchung vom 6. November 2008 auf der 

Werkbank des Angeklagten grosse, teilweise abgesägte Schrauben, eine zu-

oberst liegende Eisensäge und diverse Gabelringschlüssel aufgefunden wurden 

(Urk. HD 17/7).  

Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass der Angeklagte anlässlich der staats-

anwaltschaftlichen Einvernahme vom 16. Februar 2010 versuchte, seine hand-

werklichen Fähigkeiten herunterzuspielen und der Frage, ob er in der Lage sei, 

kleinere Schlosserarbeiten eigenhändig auszuführen, auswich, indem er antworte-

te: "Lieber nicht. Kleinigkeiten repariere ich schon selber. Eigentlich möchte ich 

mich im Beruf beschäftigen und nicht als Handwerker" (Urk. HD 4/4 S. 2). Dies 

steht in krassem Widerspruch zu den Aufnahmen, die anlässlich der Hausdurch-

suchung von seinem Werkplatz gemacht wurden (Urk. HD 17/7). Aus diesen 

ergibt sich, dass der Angeklagte über eine den üblichen Rahmen in einem Haus-

halt deutlich überschreitende Anzahl Werkzeuge verfügt, die insbesondere zur 

Verarbeitung von grossen Schrauben und Muttern verwendet werden, und dass 

diese Werkzeuge angesichts ihres Fundorts auf der Werkbank auch in Gebrauch 

waren (Urk. HD 17/7). Ferner wurden auf der Werkbank des Angeklagten grosse 

abgesägte Schrauben gefunden (Urk. HD 17/7), die in einem üblichen Haushalt 

-   28   - 

nicht anzutreffen sind. Wenngleich der Angeklagte angab, dass diese Werkbank 

auch von seinem Sohn benützt werde, räumte er doch ein, dass er der haupt-

sächliche Benützer sei (Urk. HD 4/4 S. 8). Heute gab der Angeklagte zudem zu 

Protokoll, er habe zu der Zeit, als er noch einen Ackerbaubetrieb führte, seinen 

Mähdrescher selber repariert (Prot. II S. 20 ff.), was sicherlich ein gewisses Mass 

an handwerklichem Geschick voraussetzt. 

Hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang ferner auf die auffälligen Antworten 

des Angeklagten auf Fragen zu den abgesägten Schrauben, die auf seiner Werk-

bank gefunden wurden. Auf die Frage, wer die Schrauben abgeschnitten habe, 

antwortete der Angeklagte ausweichend: "Das weiss ich nicht. Ich weiss nicht, wo 

die gefunden wurden. Da liegt so viel herum. Wissen Sie, ich habe auch noch 

Mieter. Es ist nicht alles, was sich in diesem Gebäude befindet, mein Eigentum" 

(Urk. HD 4/4 S. 8). Damit konfrontiert, dass es naheliege, dass er um diese 

Schrauben wisse, wenn er hauptsächlich die Werkbank brauche, antwortete der 

Angeklagte: "Ich habe keine Erinnerung an diese Schrauben. Das sind Schrauben 

wie alle anderen auch" (Urk. HD 4/4 S. 8). Es folgte als Antwort auf die Anmer-

kung, dass dies nicht ganz stimme, da es sich um abgesägte Schrauben handle, 

die Antwort: "Auch eine abgesägte Schraube ist noch eine Schraube" (Urk. HD 

4/4 S. 8). Auf die Frage, weshalb die Schrauben gekürzt wurden, antwortete der 

Angeklagte: "Das weiss ich nicht mehr. Keine Erinnerung" (Urk. HD 4/4 S. 8). Erst 

anlässlich der Einvernahme vom 11. August 2010 gab er dazu an, dass er diese 

Schraube für den Mähdrescher brauche, um dessen Variatorfeder zu entspannen 

(Urk. HD 4/9 S. 8). Diese Erklärung vermag nicht zu überzeugen. Es wurde nicht 

eine abgesägte Schraube auf der Werkbank gefunden, sondern es waren deren 

sechs (Urk. HD 17/7). Der Angeklagte erklärte heute zwar, er habe mehrere 

Schauben, vier oder sechs, für die Reparatur des Mähdreschers benötigt (Prot. II 

S. 22), womit er eine Erklärung für die Menge der aufgefundenen abgesägten 

Schrauben zu liefern suchte. Er führte jedoch weiter aus, die Reparatur sei in der 

Zeit erfolgt, als er noch einen Ackerbaubetrieb führte. Diesen gab der Angeklagte 

gemäss eigenen Aussagen bereits im Jahr 2002 auf. Er führte denn auch aus, 

den Mähdrescher noch in den 90er Jahren repariert zu haben (Prot. II S. 21 ff.). 

Die Erklärung des Angeklagten für die abgesägten Schrauben geht somit auf ei-

-   29   - 

nen Vorfall zurück, welcher zum Zeitpunkt der Hausdurchsuchung im Jahr 2008 

(Urk. HD 17/2) bereits rund zehn Jahre zurücklag, und ist des Weiteren auch nicht 

kompatibel mit dem anlässlich der Hausdurchsuchung vorgefundenen Erschei-

nungsbild. Aus den Polizeifotos zur Hausdurchsuchung (Urk. HD 17/7) ergibt sich, 

dass die abgesägten Schrauben auf der Werkbank des Angeklagten lagen, was 

darauf schliessen lässt, dass sie erst kurz vor ihrem Auffinden bearbeitet worden 

waren. Es ist jedenfalls nicht nachvollziehbar, weshalb sich Schrauben, welche für 

eine Reparatur in den 90er Jahren verwendet wurden, rund zehn Jahre später, im 

Jahr 2008, immer noch zuoberst auf der Werkbank befinden sollten. In Bezug auf 

den heutigen Einwand des Angeklagten, wonach er lediglich über Gewindestan-

gen M12 und M10 verfügt habe und die Hydrantenschrauben vom Typus M16 

gewesen seien (Prot. II S. 21), gilt es festzuhalten, dass sich gemäss den Poli-

zeifotos zum Zeitpunkt der Hausdurchsuchung in seiner Scheune mindestens 

zwei Schachteln mit Schraubenmaterial vom Format M16 befanden 

(Urk. HD 17/7). 

Es ist sodann darauf hinzuweisen, dass, wie auf den Fotoaufnahmen der Haus-

durchsuchung ersichtlich ist, die sichergestellte Metallsäge mit blau-orangem Sä-

geblatt zuoberst auf der Werkbank lag (Asservat Nr. … Urk. HD 17/7). Diese wie-

derum lag, wie sich über das Online-Archiv der Neuen Zürcher Zeitung eruieren 

lässt, auf einem Teil der NZZ vom 27. Oktober 2008 mit dem Titel "Parteiliche Re-

zepte zur Finanzkrise" (Urk. HD 17/7; Urk. HD 78), weshalb die Säge im Zeitraum 

zwischen dem 27. Oktober und dem 6. November 2008 – und somit im Zeitraum, 

in dem am 5. November 2008 mittels einer abgesägten Fremdschraube des For-

mats M16 ein Hydrant manipuliert wurde – an diese Stelle platziert worden sein 

muss. Zwar ist, da dieser Frage offensichtlich nicht näher nachgegangen wurde, 

zu Gunsten des Angeklagten davon auszugehen, dass es sich bei den gekürzten 

Schrauben nicht um die passenden Schraubenreste zu den anlässlich der Delikte 

gemäss ND 18 und 19 verwendeten fremden Schraubengewinden und den 

Schraubenrest des anlässlich der Hausdurchsuchung auf dem Sachentrans-

portanhänger aufgefundenen Schraubengewindes handelt, obwohl dies aufgrund 

der Bildaufnahmen denkbar wäre unter der Voraussetzung, dass diese auf der 

Werkbank des Angeklagten aufgefundenen Schraubenreste das Format M16 hat-

-   30   - 

ten und ihre ursprüngliche Länge derjenigen der unbearbeiteten Schrauben auf 

der Werkbank deutlich überschritt (nämlich 70 mm oder länger mit durchgehen-

dem Gewinde). Die Tatsache aber, dass ausgerechnet auf der Werkbank des An-

geklagten derartige, zum Teil abgesägte Schrauben – und auch eine grosse 

Schraubenmutter – aufgefunden wurden, verdichtet den Verdacht gegen den An-

geklagten weiter. Dabei wird der Angeklagte durch den Untersuchungsbericht be-

treffend Werkzeuge vom 24. März 2009 nicht entlastet. Zwar wurde darin festge-

halten, dass der Schnitt in der Mutter, die auf dem Sachentransportanhänger auf-

gefunden wurde, nicht einem der beschlagnahmten Sägeblätter direkt zugeordnet 

werden könne. Dass keine genauere Untersuchung erfolgen konnte, lag indes an 

der Rostbildung an der fraglichen Mutter, die eine Schartenspurenauswertung 

verunmöglichte. Festgestellt wurde aber, dass der Schnitt in der Mutter mit einem 

Eisen-Sägeblatt, wie sie anlässlich der Hausdurchsuchung beschlagnahmt wor-

den waren, ausgeführt wurde (Urk. HD 12/1 S. 3). 

3.5.4. Ebenfalls nicht Eingang in die Erwägungen der Vorinstanz hat der Umstand 

gefunden, dass anlässlich der Hausdurchsuchung vom 6. November 2008 ein 

Schreibblock "M-Budget" sichergestellt wurde, bei dessen Überprüfung auf 

Schreibdruckrillen u.a. folgende Textfragmente festgestellt werden konnten: 

 

"schädigung für ein Durchleitungsrecht 

bezahlt werden. Die blosse Duldung 

ist gratis. 

Falls Sie sich fürs Aussetzen ent- 

scheiden, werde ich meinen Kampf 

um Satisfaction während dieser Zeit 

mit anderen Mitteln weiterführen 

Pause gibst nicht. ! 

 

Mit freundlichen Grüssen 

-   31   - 

D._____ " (Urk. HD 10/3 und Urk. HD 10/5) 

 

Der Angeklagte hat heute zugegeben, diesen Text verfasst zu haben. Er gab wei-

ter an, dieses Schreiben sei im Zusammenhang mit seiner Auseinandersetzung 

mit der Gemeinde B._____ betreffend das Wasserdurchleitungsrecht entstanden 

(Prot. II S. 16 ff.). Der Text enthält eine unverhohlene Drohung, nämlich dass der 

Angeklagte seinen "Kampf um Genugtuung" "mit anderen Mitteln" weiterführen 

werde, und zwar bis zu dem Zeitpunkt, in dem seine Forderungen erfüllt würden. 

Der Angeklagte gab heute an, er wisse nicht mehr, was er mit dieser Äusserung 

gemeint habe (Prot. II S. 16). Der Hinweis darauf, dass es keine Pause gebe und 

die Verwendung des Wortes "Mittel" im Plural machen jedoch klar, dass es nicht 

um eine einzelne Aktion ging, sondern um eine Reihe von Aktionen. Dies weist 

einerseits eine klare Parallele zu dem auf, was der Angeklagte dem Zeugen 

I._____ gesagt hat – insbesondere die identische Wortwahl "anderen Mitteln" (da-

zu nachfolgend unter 3.5.5.) – und passt andererseits perfekt zur Serie von Hyd-

ranten-Manipulationen resp. Beschädigungen. 

3.5.5. Weiter verdichtet wird der Verdacht gegen den Angeklagten durch die Aus-

sagen des Zeugen I._____. Dieser erklärte anlässlich seiner polizeilichen Befra-

gung vom 27. November 2008, dass er in der Gemeinde B._____ zuständig sei 

für die Rechnungsstellung für das Wasser. Im Jahr 2007 habe der Angeklagte die 

Rechnung für das Wasser und Abwasser nicht bezahlt. Am 27. November 2007 

sei die erste Mahnung an den Angeklagten verschickt worden, und am 23. Januar 

2008 habe er diesem dann die Betreibungsankündigung geschickt. Seiner Mei-

nung nach sei es an der Generalversammlung des Feuerwehrvereins B._____ 

vom 25. Januar 2008 gewesen, als der Angeklagte ihm gesagt habe, dass er die 

Betreibungsankündigung erhalten habe. Er habe dem Angeklagten mitgeteilt, 

dass er das Betreibungsbegehren nicht selber bearbeiten würde, da dieser ja 

doch Rechtsvorschlag erheben werde. Daraufhin habe ihm der Angeklagte ge-

sagt, dass er keinen Rechtsvorschlag erheben werde, da er andere Mittel hätte 

und sonst etwas passieren würde. Sie würden nach der Betreibung schon sehen, 

was im laufenden Jahr passieren werde. Der Angeklagte habe wie immer sein 

-   32   - 

verschmitztes Lächeln gehabt (Urk. HD 6/1 S. 2 f.). Anlässlich seiner Zeugenein-

vernahme vom 12. April 2010 konnte sich der Zeuge I._____ zwar nicht mehr an 

alle Einzelheiten erinnern, bestätigte aber, dass seine Aussagen bei der Polizei 

zutreffend gewesen seien, und machte im Übrigen im Kernpunkt übereinstim-

mende Angaben (Urk. HD 6/5/1 S. 3). 

In seiner im Anschluss an die Zeugeneinvernahme vom 12. April 2010 erfolgten 

Stellungnahme dazu bestätigte der Angeklagte, dass er mit I._____ anlässlich der 

Generalversammlung des Feuerwehrvereins B._____ Ende Januar 2008 über 

"die Sache" (gemeint: die Auseinandersetzung zwischen der Gemeinde B._____ 

und ihm betreffend Wasserbezug) gesprochen habe. Zum eigentlichen Kernpunkt 

der Zeugenaussage erklärte der Angeklagte, er habe damals den Entschluss ge-

fasst, nicht nur einfach passiv den Dienstbarkeitsvertrag nicht zu unterschreiben, 

sondern aktiv den Zugang zur Leitung mit einer Pforte zu sperren. Dem Zeugen 

I._____ habe er nicht von dieser Idee mit der Pforte erzählt. Er habe dies geheim 

halten wollen, damit es einen Überraschungseffekt habe (Urk. HD 4/7 S. 2 ff.). 

Dass er, als er mit dem Zeugen I._____ sprach, daran gedacht habe, eine Pforte 

zu errichten, bestätigte der Angeklagte auch anlässlich der Hauptverhandlung vor 

der Vorinstanz (Prot. I S. 11). Heute gab der Angeklagte ebenfalls an, anlässlich 

der Generalversammlung des Feuerwehrvereins mit I._____ über die ausstehen-

den Wasserrechnungen gesprochen zu haben. Er könne sich jedoch nicht mehr 

an den Wortlaut seiner damaligen Aussagen erinnern (Prot. II S. 15).  

Es gibt keinen Anlass, an der Richtigkeit der Aussagen des Zeugen I._____ zu 

zweifeln, zumal der Angeklagte selber nicht geltend macht, dass diese falsch sei-

en. Damit steht fest, dass der Angeklagte Anfangs 2008 für den Fall, dass seine 

Forderungen nicht erfüllt würden, "andere Mittel", d.h. andere Massnahmen an-

kündigte. Fraglich ist indessen, ob es sich dabei um die Verwirklichung der Idee 

mit der Pforte handelte. Ebenso gut ist möglich, dass es sich dabei um eine 

Schutzbehauptung handelt und der Angeklagte damals Bezug nahm auf geplante 

Beschädigungen von Hydranten. Zwar fällt, wie auch die Verteidigung (Urk. HD 

36 S. 7) und die Vorinstanz (Urk. HD 56 S. 11) angemerkt haben, auf, dass der 

Zeuge I._____ die vom Angeklagten angekündigten "andere Mittel" in beiden Ein-

-   33   - 

vernahmen auf die Zukunft bezog, zuvor aber schon erste Beschädigungen von 

Hydranten erfolgt waren. Dies liesse sich aber ohne weiteres damit erklären, dass 

der Angeklagte gegenüber dem Zeugen I._____ schlecht eingestehen konnte, be-

reits zu den „anderen Mitteln“ gegriffen zu haben. Auf die Übereinstimmung der 

Worte "andere Mittel" mit dem entsprechenden Textfragment auf dem bei der 

Hausdurchsuchung sichergestellten Schreibblock wurde bereits hingewiesen (da-

zu vorne unter 3.5.4.). Im Übrigen ist festzuhalten, dass der Angeklagte erst an-

lässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 12. April 2010 geltend 

machte, er habe damals an die Errichtung einer Pforte gedacht, obwohl er bereits 

ein Jahr zuvor zum Gespräch mit I._____ befragt wurde (vgl. Urk. HD 4/2 S. 5 ff.) 

und zu erwarten wäre, dass er diese Erklärung bereits damals vorgebracht hätte. 

3.5.6. Sodann anerkannte der Angeklagte, am 15. Juni 2008 vor 05.10 Uhr sowie 

am 23. Juni 2008 vor 05.30 Uhr mit seinem … [Auto] unterwegs gewesen zu sein, 

also ungefähr zu zwei Tatzeitpunkten. Ferner anerkannte er, am frühen Morgen 

des 5. November 2008, einem weiteren ungefähren Tatzeitpunkt, mit dem Fahr-

rad unterwegs gewesen zu sein. Am 15. Juni 2008 vor 05.10 Uhr wurde der Hyd-

rant an der …strasse … in B._____, wahrscheinlich unter Zuhilfenahme eines 

Fahrzeugs, umgerissen (ND 16), am 23. Juni 2008 um ca. 05.30 Uhr derjenige an 

der …strasse … in B._____, und zwar wahrscheinlich ebenfalls unter Zuhilfenah-

me eines Fahrzeugs. Beim Delikt vom 5. November 2008, bei dem der Hydrant an 

der …strasse … in B._____ umgerissen wurde, war dagegen mutmasslich kein 

Fahrzeug involviert, da der Täter inzwischen seine Technik verfeinert hatte und 

der Hydrant nunmehr mit wesentlich geringerem Kraftaufwand umgestossen wer-

den konnte. Unter diesen Umständen spricht der Umstand, dass der Angeklagte 

am frühen Morgen des 5. November 2008 "lediglich" mit dem Fahrrad unterwegs 

war, keineswegs gegen seine Täterschaft. Vielmehr kann durchaus auch auf das 

Gegenteil geschlossen werden. In Anbetracht der Abgelegenheit des Hofes des 

Angeklagten erscheint es sehr wohl denkbar, dass der Angeklagte mitbekommen 

hatte, dass die Polizei am 15. Juni 2008 nach der Beschädigung des Hydranten 

an der …strasse … in B._____ (ND 16) und am 23. Juni 2008 nach der Beschä-

digung des Hydranten an der …strasse … in B._____ (ND 17) auf seinen Hof 

kam, um sein Fahrzeug zu kontrollieren. Wäre dies dem Angeklagten aufgefallen, 

-   34   - 

wäre es sodann naheliegend gewesen, dieses Fahrzeug bei künftigen Beschädi-

gungen von Hydranten nicht mehr zu verwenden, und zwar unabhängig davon ob 

er wusste oder ahnte, dass in der Folge auch ein GPS-Ortungssystem in sein 

Fahrzeug eingebaut wurde, was er bestritt (Urk. HD 4/1 S. 6).  

Die Argumentation der Verteidigung, aus dem Umstand, dass die Motorhaube des 

Fahrzeugs des Angeklagten anlässlich der Kontrollen vom 15. und 23. Juni 2008 

jeweils warm gewesen sei, würde sich ergeben, dass der Angeklagte jeweils nicht 

bereits zu den Zeitpunkten der Vorfälle, sondern erst später mit seinem Fahrzeug 

unterwegs gewesen sei, überzeugt nicht. Diese Argumentation basiert auf der 

Annahme, dass der Angeklagte, wäre er der Täter, jeweils sofort nach der Be-

schädigung der Hydranten nach Hause zurückkehrte. Dies ist indessen entgegen 

der Ansicht der Verteidigung (Urk. HD 36 S. 8) überhaupt nicht zwingend oder 

auch nur naheliegend. Genauso gut könnte der Angeklagte, wenn er der Täter 

wäre, nach der Begehung der Taten beispielsweise im … [Kaffeebar], in dem er 

seinen eigenen Aussagen zufolge häufig in den frühen Morgenstunden zu Gast 

war (Urk. HD 4/1 S. 7 und 9), einen Kaffee trinken gegangen sein. Ein klares Indiz 

stellt hingegen dar, dass das Fahrzeug des Angeklagten genau an jenen frühen 

Morgen des 15. und 23. Juni 2008 verwendet wurde.  

Dass der Sohn oder die Ehefrau des Angeklagten das Fahrzeug um diese Uhrzeit 

gefahren sein könnten, kann aufgrund der Aussagen des Angeklagten ausge-

schlossen werden. Er gab anlässlich der Einvernahme vom 16. Februar 2010 an, 

dass seine Ehefrau und er das Fahrzeug teilen würden, es insgesamt drei Fahr-

zeugschlüssel gebe, von denen er zwei und seine Frau einen habe und seine 

Frau das Fahrzeug nur für die Einkäufe verwende (Urk. HD 4/4 S. 2 ff.). Anläss-

lich der polizeilichen Einvernahme vom 6. November 2008 hatte der Angeklagte 

erklärt, dass zu diesen (frühen) Zeiten nur er mit dem … [Auto] unterwegs sei 

(Urk. HD 4/1 S. 7). Anlässlich der Einvernahme vom 16. Februar 2010 gab er fer-

ner an, dass am 23. Juni 2008 um diese Zeit niemand ausser ihm das Fahrzeug 

gelenkt haben könne (Urk. HD 4/4 S. 5). Es kann aber ohnehin nicht davon aus-

gegangen werden, dass die Ehefrau des Angeklagten in den frühen Morgenstun-

den Einkäufe erledigte. Der Sohn des Angeklagten hatte gemäss den dargelegten 

-   35   - 

Aussagen des Angeklagten sowie denjenigen anlässlich der polizeilichen Einver-

nahme vom 6. November 2008 (Urk. HD 4/1 S. 7) keinen Schlüssel. Dass sein 

Sohn der Täter sein könnte, schloss der Angeklagte anlässlich der Schlussein-

vernahme vom 11. August 2010 denn auch ausdrücklich aus (Urk. HD 4/9 S. 24 

ff.). Damit ist zugleich der Argumentation der Verteidigung anlässlich der Haupt-

verhandlung vor der Vorinstanz, der Sohn des Angeklagten komme als Täter in 

Frage (Urk. 36 S. 11 ff.), die Grundlage entzogen. 

Mit den Taten im Zusammenhang stehen könnte sodann der Umstand, dass beim 

Fahrzeug des Angeklagten am 15. und 23. Juni 2008 die Abdeckung für den Ab-

schlepphaken fehlte und dieser somit freigelegt war (Urk. ND 16/9; Urk. ND 

17/10). Der Angeklagte gab dazu die Erklärung ab, diesen vor langer Zeit verloren 

zu haben (Urk. HD 4/1 S. 9). Dies lässt sich nicht widerlegen. Würde es sich beim 

Fahrzeug des Angeklagten um das Tatfahrzeug handeln, wäre es aber jedenfalls 

sinnvoll gewesen, die Abdeckung wegzulassen, denn es ist davon auszugehen, 

dass bis zum Vorfall vom 23. Juni 2008 die Hydranten jedenfalls in aller Regel je-

weils mit einem an einem Fahrzeug befestigten Seil umgezogen wurden, und ein 

solches lässt sich besonders gut an einem Abschlepphaken anbringen. 

Als das Fahrzeug des Angeklagten am 23. Juni 2008 unmittelbar nach der Be-

schädigung des Hydranten an der ...strasse ... in B._____ untersucht wurde, wur-

den zudem auf der Heckstossstange Wasserspuren festgestellt (Urk. ND 17/10). 

Aus dem Bericht von MeteoSchweiz, Klimadienst Datenservice, vom 14. Novem-

ber 2008 ist ersichtlich, dass zumindest in der Zeitspanne vom 19. bis 23. Juni 

2008 keinerlei Niederschlag gefallen war (ND 17/7). Ferner wurde von den Ermitt-

lungsbehörden ausgeschlossen, dass es irgendwo vom Dach resp. von der De-

cke des Schopfs, in dem das Fahrzeug abgestellt war, auf die Heckstossstange 

hätte heruntertropfen können (Urk. ND 17/9 S. 3), was vom Angeklagten bestätigt 

wurde (Urk. HD 4/4 S. 4). Der Angeklagte reichte einen Bericht der M._____ AG 

vom 24. August 2009 (Urk. ND 17/13) ein, und liess gestützt darauf geltend ma-

chen, dass die Tropfen auf der hinteren Stossstange auf die Betätigung der 

Scheibenwischeranlage zurückgeführt werden könnten (Urk. HD 36 S. 9). Dies 

erscheint indessen nicht gerade naheliegend, da am 23. Juni 2008 der Rest des 

-   36   - 

Fahrzeugs in trockenem Zustand gewesen sein dürfte, ansonsten dies aller 

Wahrscheinlichkeit nach von den Ermittlungsbehörden dokumentiert worden wäre 

(Urk. ND 17/10), während auf den Aufnahmen, die für den Bericht gemacht wur-

den, auch auf dem Dach und an einer Seitenwand des Fahrzeugs deutliche Was-

serspuren zu sehen sind (Urk. ND 17/13). Die am 23. Juni 2008 aufgefundenen 

Wasserspuren könnten vielmehr auch beim Umreissen des gleichentags beschä-

digten Hydranten entstanden sein. Dass das Abschleppseil, das am 23. Juni 2008 

an identischer Stelle an der Scheunenwand hing wie bereits am 15. Juni 2008 

(Urk. ND 16/9 und Urk. ND 17/10), wie von der Verteidigung geltend gemacht 

(Urk. HD 36 S. 8 ff.), absolut trocken war, entlastet den Angeklagten nicht, ist 

doch ohne weiteres denkbar, dass der Angeklagte, wenn er der Täter war, nicht 

dieses Abschleppseil verwendete. 

Auch der Umstand, dass der Angeklagte unter Hinweis auf eine Bestätigung von 

Dr. med. dent. N._____ vom 6. Juli 2009 (Urk. ND 17/11) sowie ein ärztliches 

Zeugnis von Dr. med. O._____ vom 17. August 2009 (Urk. ND 17/12) geltend 

machte, dass er in der fraglichen Zeitspanne unter Zahn- und Schulterschmerzen 

gelitten habe und deshalb zur Ablenkung jeweils Auto- oder Veloausflüge unter-

nommen habe (Urk. HD 4/1 S. 9 und S. 11 ff.), vermag ihn nicht zu entlasten. Ab-

gesehen davon, dass diese Art der Schmerztherapie eher ungewöhnlich anmutet 

und zudem nicht nachvollziehbar wäre, weshalb der Angeklagte bei derartig star-

ken Schmerzen nicht früher medizinische Hilfe gesucht hätte, schliesst das eine 

das andere nicht aus. Wer in der Lage ist, Auto- oder Fahrradfahrten zu unter-

nehmen, dürfte in diesem Zeitpunkt trotz allfälliger Schmerzen auch fähig sein, ei-

nen Hydranten mit den vorliegend angewendeten Methoden zu manipulieren 

resp. zu beschädigen. 

Entgegen der Ansicht der Verteidigung erschüttern auch die – zu Gunsten des 

Angeklagten verwertbaren – Ergebnisse der GPS-Überwachung den Tatverdacht 

gegen diesen nicht. Wie bereits dargelegt ist durchaus möglich, dass der Ange-

klagte die polizeilichen Kontrollen seines Autos am 15. und 23. Juni 2008 mitbe-

kam. Wäre er der Täter, wäre es in diesem Fall naheliegend gewesen, fortan bei 

der Manipulation resp. Beschädigung von Hydranten auf die Verwendung dieses 

-   37   - 

Fahrzeugs zu verzichten. Dies könnte im Zusammenhang damit stehen, dass der 

Täter ausgerechnet ab diesem Zeitpunkt nach einer Methode suchte, um die Hyd-

ranten ohne wesentlichen Kraftaufwand umstossen oder umreissen zu können. 

Zudem trägt der Hinweis der Verteidigung darauf, dass der Angeklagte während 

der GPS-Überwachungsperiode von Mitte Juli bis 6. November 2008 lediglich an 

elf Tagen frühmorgens mit dem Auto unterwegs war (Urk. HD 36 S. 7), nicht zur 

Entlastung des Angeklagten bei. Daraus lässt sich nämlich ableiten, dass er sein 

Auto durchschnittlich lediglich zwei- bis dreimal pro Monat in den frühen Morgen-

stunden benützte. Dennoch war er eingestandenermassen in der zweiten Hälfte 

Juni 2008 zwei Mal ausgerechnet an jenen frühen Morgen mit dem Auto unter-

wegs, an denen Hydranten beschädigt wurden. 

Was den Fahrradausflug am frühen Morgen des 5. November 2008 angeht, gab 

der Angeklagte zwar an, nicht am Tatort gewesen zu sein (Urk. HD 4/1 S. 11 ff.). 

Der Vorinstanz ist indes darin beizupflichten, dass er an jenem Morgen mit einem 

kleinen Umweg an den Tatort hätte gelangen können (Urk. HD 56 S. 12). Auch 

wenn der Angeklagte an jenem Morgen tatsächlich in der P._____ [Restaurant] 

war (Urk. HD 4/1 S. 11 ff.), was durchaus möglich ist, schliesst dies keineswegs 

aus, dass er zuvor am Tatort war. 

3.5.7. Ins Auge stechen sodann die zeitlichen Parallelen zwischen den Manipula-

tionen resp. Beschädigungen der Hydranten und dem Konflikt zwischen dem An-

geklagten und den Gemeindewerken B._____ betreffend Wasserbezug. So gab 

der Angeklagte an, die Bezahlung der Wasserrechnungen 2007 eingestellt zu ha-

ben (Urk. HD 4/1 S. 4; Urk. HD 4/7 S. 2). Diese Angabe steht in Übereinstimmung 

mit dem Umstand, dass der Dienstbarkeitsvertrag, den zu unterschreiben sich der 

Angeklagte weigerte, vom 17. April 2007 datiert (Urk. HD 8/2 S. 2). Zudem erklär-

te der Zeuge I._____, an dessen diesbezügliche Aussage zu zweifeln kein Anlass 

besteht, ebenfalls, dass der Angeklagte die Wasserrechnungen ab anfangs 2007 

nicht mehr bezahlt habe und es in der Folge zu diesbezüglichen Kontakten zwi-

schen der Gemeinde und dem Angeklagten gekommen sei, die aber zu keiner 

Lösung geführt hätten, weshalb ab November 2007 das Mahnverfahren fortge-

setzt worden sei (Urk. HD 6/1 S. 2). Der erste Hydrant wurde am 9. September 

-   38   - 

2007 beschädigt (ND 9), somit in einem Zeitpunkt, in dem sich abgezeichnet ha-

ben dürfte, dass die Gemeinde B._____ auf die Forderungen des Angeklagten 

nicht eingehen würde. Unterbrochen wurde diese Deliktserie nach der Beschädi-

gung des Hydranten am 5. November 2008. Der Angeklagte gab anlässlich der 

Einvernahme vom 8. April 2009 an, die Auseinandersetzung mit der Gemeinde 

B._____ sei im März 2009 mit dem Eingang eines Entschuldigungsschreibens der 

Gemeinde B._____ beendet worden (Urk. HD 4/2 S. 5). Nach drei Jahren hätten 

"sie" es eingesehen und die Aussagen zurückgezogen. Er habe im März 2009 ei-

ne schriftliche Bestätigung erhalten, dass sein Wasserbezug rechtens gewesen 

sei; jetzt sei er zufrieden (Urk. HD 4/2 S. 5 ff.). Auffällig ist nun, dass nach der Be-

schädigung des Hydranten am 5. November 2008 und somit nach der Haus-

durchsuchung vom 6. November 2008 sowie nach Eingang des Entschuldigungs-

schreibens der Gemeinde B._____ während fast 1 ½ Jahren keine Vandalenakte 

an Hydranten mehr festgestellt wurden. Erst im April sowie im September 2010 

kam es nochmals zu derartigen Taten, diejenige am 20. April 2010 wenige Tage 

nach der Einvernahme des Zeugen I._____, die am 12. April 2010 stattgefunden 

und an der der Angeklagte teilgenommen hatte (Urk. HD 6/5/1), diejenige am 

23. September 2010 kurze Zeit, nachdem der Angeklagte die Vorladung zur 

Hauptverhandlung vor der Vorinstanz erhalten hatte (Urk. HD 30/3). Der Ange-

klagte musste davon ausgehen, dass aufgrund der zeitlichen Parallelen der Ver-

dacht weiter auf ihn fallen würde. Wenn der Angeklagte der Täter wäre, könnten 

die letzten beiden Hydrantenbeschädigungen deshalb damit erklärt werden, dass 

er so versuchte, das gegen ihn sprechende Indiz der zeitlichen Parallelen zu be-

seitigen. 

3.5.8. Ins Bild passt schliesslich auch, dass der bei der Verhaftung des Angeklag-

ten anwesende Polizeibeamte E._____ anlässlich seiner Zeugeneinvernahme 

vom 11. August 2010 bestätigte, dass der Angeklagte anlässlich seiner Verhaf-

tung am 6. November 2008 gesagt habe: "Ich han uf Sie gwartet" (Urk. HD 6/6/2 

S. 3). Der Angeklagte gab zwar anlässlich der Einvernahme vom 8. April 2009 an, 

sich an eine solche Äusserung nicht erinnern zu können resp. erklärte, der Poli-

zeibeamte müsse etwas Falsches gehört haben (Urk. HD 4/2 S. 8 ff.). Als ihm 

diese Aussage anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 16. 

-   39   - 

Februar 2010 wiederum vorgehalten wurde, erklärte der Angeklagte, das sei ab-

solut falsch, das sei eine Erfindung des Polizeibeamten. Er sei der Meinung ge-

wesen, dass ein paar "Jugos" bei ihm vor dem Haus gestanden seien um eine al-

te Landmaschine abzukaufen, wie das auch schon passiert sei. Er habe diese 

Herren als "Jugos" oder Türken und nicht als Polizisten eingestuft und seinen Irr-

tum erst bemerkt, als sie akzentfrei Zürichdeutsch gesprochen hätten (Urk. HD 

4/4 S. 11). Im Anschluss an die Zeugeneinvernahme des Polizeibeamten E._____ 

vom 11. August 2010 wurde der Angeklagte zu diesem Thema nochmals befragt. 

Nunmehr gab er an, er sei dabei gewesen, das Frühstück vorzubereiten und Milch 

zu kochen. Bei dieser Tätigkeit habe es an der Haustür geklingelt. Er sei zur 

Haustür gegangen und habe zum Fenster hinausgeschaut und drei ihm unbe-

kannte Personen gesehen. Es sei auch schon vorgekommen, dass früh morgens 

oder spät abends ein paar "komische Typen" an der Haustür gestanden seien; 

das seien bisher immer "Jugos" oder Türken gewesen. Er habe solche Situatio-

nen schon erlebt und sei deshalb nicht überrascht gewesen, als diese dort ge-

standen seien. Er habe die Haustür geöffnet, und der Zeuge E._____ habe sich 

zu erkennen gegeben. Er habe ihm eröffnet, dass er ihn mitnehmen und das 

Haus durchsuchen wolle. Dann habe er zum Zeugen E._____ gesagt: "Warten 

Sie, ich muss zrugg i d Chuchi go d Herdplatte abstelle". Dieser habe wahrschein-

lich nur die Worte "warten Sie" verstanden, da er (der Angeklagte) sich abgedreht 

habe und zurück in Richtung Küche gegangen sei (Urk. HD 4/9 S. 2).  

Die Erklärung des Angeklagten, die er wie dargelegt erst anlässlich seiner Befra-

gung vom 16. Februar 2010 abgab, obwohl er vom Zeugen E._____ schon an-

lässlich der zweiten polizeilichen Einvernahme vom 8. April 2009 mit der entspre-

chenden Aussage konfrontiert worden war (Urk. HD 4/2 S. 8), überzeugt nicht. Bei 

seiner Version sind nämlich die beiden Kernwörter "Sie" und "Warten" in der um-

gekehrten Reihenfolge angeordnet wie bei der Version des Zeugen E._____. Es 

kann nicht angenommen werden, dass sich der Zeuge E._____ derart verhört hät-

te, dass er auch noch die Reihenfolge der beiden Kernwörter verwechselt hätte. 

Hinzu kommt, dass am Morgen des Vortages ein weiterer Hydrant beschädigt 

worden war, weshalb der Angeklagte, wenn er der Täter war, allen Grund hatte, 

-   40   - 

die Polizei zu erwarten. Wer nichts auf dem Kerbholz hat, erwartet dagegen an 

einem frühen Morgen keinen Besuch von der Polizei. 

3.5.9. In Würdigung der obgenannten Ausführungen ist festzuhalten, dass zwar 

kein direkter Beweis für die Täterschaft des Angeklagten vorliegt, die Kombination 

der zahlreichen, teilweise sehr schwer lastenden Indizien und das vorhandene 

Motiv aber keinen anderen Schluss zulassen, als dass der Angeklagte die 13 

Hydranten manipuliert bzw. beschädigt hat. Dass, soweit dies untersucht wurde, 

keine DNA-Spuren des Angeklagten an den Hydranten gefunden wurden (vgl. 

Urk. ND 16/7; Urk. ND 18/7), lässt nicht auf die Nichttäterschaft des Angeklagten 

schliessen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass der Angeklagte sorgfältig darauf 

achtete, keine Spuren zu hinterlassen. Der Sachverhalt betreffend ND 9-20 sowie 

Nachtragsanklage ist somit erstellt. 

 

3.6. Teilsachverhalt betreffend ND 5 (Bronzeplastikfigur …brunnen) 

3.6.1. Dass der Angeklagte aufgrund der Auseinandersetzung zwischen ihm und 

der Gemeinde B._____ betreffend Wasserbezug auch für die – ebenfalls die Ge-

meinde B._____ schädigende – Entwendung der Bronzeplastikfigur auf dem 

...brunnen ein Motiv hatte, wurde bereits aufgezeigt. 

3.6.2. Ferner ist davon auszugehen, dass der Angeklagte schalkhafte Züge zeigt, 

die ins Ironische hineingehen. Dies ergibt sich einerseits aus Aussagen anlässlich 

seiner Einvernahmen (z.B. Urk. HD 4/1 S. 1: "Ich kann deutsch"; Urk. HD 4/1 S. 2: 

"Ich bin kein Sammler von antiken Gegenständen"; Urk. HD 4/1 S. 5: "Ich weiss 

nicht einmal, wer Herr … war"; Urk. HD 4/1 S. 8: "Ich habe auch nicht mehr die 

beste Blase"; Urk. HD 4/3 S. 6: "Dann kann das Ding ja wohl einen Klapf geben"; 

Urk. HD 4/3 S. 8: "Ja, auf dem Friedhof hier in B._____"; Urk. HD 4/4 S. 3: "Die 

hat keine Hosentaschen"; Urk. HD 4/4 S. 4: "Ich glaube Herr Q._____ sieht gut 

genug, dass er Wasser von etwas anderem unterscheiden kann"). Anderseits ist 

diesbezüglich auf die Aussage des Zeugen I._____ anlässlich seiner polizeilichen 

Einvernahme vom 27. November 2008 hinzuweisen, der angab, der Angeklagte 

habe beim Gespräch am 25. Januar 2008 wie immer sein verschmitztes Lächeln 

-   41   - 

gehabt (Urk. HD 6/1 S. 3). Schliesslich kann dies auch daraus abgeleitet werden, 

dass der Angeklagte der erwähnten Abbruchverfügung des Gemeinderates "mit 

grossem Geschütz" nachkam, indem er das Häuschen anzündete (Prot. I S. 7). 

Dass der Angeklagte dies offensichtlich als "witzig" betrachtet, ergibt sich aus sei-

ner Stellungnahme anlässlich der Hauptverhandlung vom 17. November 2010, 

erklärte er doch dazu, der Gemeinderat habe ihm den Auftrag gegeben, dieses 

Häuschen zu beseitigen, es jedoch ihm überlassen, auf welche Art er dies vor-

nehmen solle; die Ausführungsweise dieses Beseitigungsauftrags sei nicht defi-

niert gewesen (Prot. I S. 8). Dieser letzte Vorfall zeigt zugleich auf, dass der An-

geklagte, wenn er sich ungerecht behandelt fühlt, bereit ist, zu unverhältnismässi-

gen, allenfalls auch strafbaren Mitteln zu greifen, um seinem Ärger Luft zu ma-

chen, und dabei durchaus auch eine gewisse Aufmerksamkeit sucht. Die darge-

legten Wesenszüge werden dadurch untermauert, dass der Angeklagte das ab-

gebrannte Häuschen später durch ein identisches Häuschen auf Rädern ersetzte, 

offensichtlich in der Meinung, so das Erfordernis einer Baubewilligung umgehen 

zu können (Urk. HD 6/3/3). Aufgrund dieser Umstände lässt sich jedenfalls nicht 

ausschliessen, dass der Angeklagte am 15. August 2008 den Gartenzwerg am 

...brunnen montiert hat. Diese Frage kann aber letztlich offen bleiben, weil nicht 

die Montage des Gartenzwergs eingeklagt ist, sondern die Entwendung der ur-

sprünglichen Bronzeplastikfigur im März 2007 und die damit in Zusammenhang 

stehende Beschädigung des Brunnens. Wäre der Angeklagte der Urheber der 

Gartenzwerg-Installation, liesse dies, wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat 

(Urk. HD 56 S. 18), nicht zwingend auf seine Täterschaft betreffend Entwendung 

der Bronzeplastikfigur und Beschädigung des Brunnens schliessen. Vielmehr wä-

re nicht ausgeschlossen, dass er die von einem Dritten am Brunnen geschaffene 

Situation für seine Zwecke benützte. Unter diesen Umständen braucht auch nicht 

darüber befunden zu werden, ob die Tatsache, dass das Fahrzeug des Angeklag-

ten gemäss der GPS-Überwachung am Morgen des 15. August 2008 während 

knapp 15 Minuten beim …kreisel parkiert war (Urk. ND 5/19 S. 2), verwertbar ist 

oder nicht (dazu vorne unter 3.2.). 

3.6.3. Im Zusammenhang mit (u.a.) der Entwendung der Bronzeplastikfigur gin-

gen am 26. April 2007 sowie am 7. März 2008 zwei Bekennerschreiben bei der 

-   42   - 

H._____-Zeitung ein, die aufgrund ihrer Beschaffenheit und ihres Inhalts durchaus 

mit dem unter 3.6.2. aufgezeigten, dem Angeklagten eigenen Humor in Einklang 

zu bringen wären. Beide Bekennerschreiben weisen von ihrem Inhalt her eine 

schalkhafte, ins Ironische gehende Komponente auf und lassen eine gewisse 

Schadenfreude des Verfassers erkennen. Dass zur Herstellung dieser Schreiben 

einzelne aus Zeitungen ausgeschnittene Wörter verwendet wurden, erinnert an 

Erpresserbriefe aus der Vorcomputerzeit und lässt auf einen älteren Täter 

schliessen. Dass die beiden Schreiben in R._____ aufgegeben und das zweite 

auf einem Kopierapparat in der …-Filiale in S._____ kopiert wurde (Urk. ND 5/5 S. 

3; Urk. ND 5/8 S. 3; Urk. ND 5/15 S. 2), bestätigt zudem den Verdacht, dass de-

ren Urheber in B._____ oder Umgebung wohnhaft ist. Dass auf den Bekenner-

schreiben keine Fingerabdrücke des Angeklagten aufgefunden wurden (Urk. ND 

5/12; Urk. ND 5/13), entlastet ihn nicht. Aus der Machart der beiden Schreiben 

lässt sich ableiten, dass deren Urheber offensichtlich bemüht war, keine Spuren 

zu hinterlassen. Zudem hinterliess der Angeklagte bei den Manipulationen resp. 

Beschädigungen der Hydranten jedenfalls soweit dies untersucht wurde keine 

Fingerabdrücke oder DNA-Spuren, weshalb das Fehlen von Spuren durchaus ins 

Bild passt. 

3.6.4. Anlässlich der Hausdurchsuchung vom 6. November 2008 wurde offenbar 

auf dem Hof des Angeklagten ein blauer Harass gleichen Typs aufgefunden, wie 

er auf dem Bekennerschreiben an die H._____-Zeitung betreffend Bronzeplastik-

figur ...brunnen , das am 4. März 2008 bei der Post B._____ aufgegeben wurde, 

abgebildet ist (vgl. Urk. HD 4/2 S. 3; Urk. HD 4/5 S. 2 ff.). Der auf dem Hof des 

Angeklagten aufgefundene Harass wurde jedoch offensichtlich weder beschlag-

nahmt noch fotografiert, weshalb dem Gericht kein Vergleich möglich ist. Es ist 

der Vorinstanz indessen ohnehin darin zuzustimmen, dass es sich jedenfalls beim 

auf dem Bekennerschreiben abgebildeten Modell um einen Harass handelsübli-

cher Art handeln dürfte, der vermutlich in grosser Anzahl in Umlauf ist (vgl. Urk. 

HD 56 S. 18), weshalb dieser Harass, wenn überhaupt, ein sehr schwaches Indiz 

darstellen würde. 

-   43   - 

3.6.5. Ferner fällt auf, dass der Angeklagte, wie er anlässlich der Einvernahme 

vom 11. August 2010 sowie anlässlich der Hauptverhandlung vor der Vorinstanz 

eher beiläufig erwähnte, Leser der H._____-Zeitung ist (Urk. 4/9 S. 4; Prot. I S. 5), 

die ihrerseits ausgerechnet die Empfängerin der beiden Bekennerschreiben war. 

Dass der Täter als Adressat für die Bekennerschreiben eine Zeitung aussuchte, 

zu der er einen Bezug hat, erscheint naheliegend. Der Bezug des Angeklagten 

zur H._____-Zeitung ist aufgrund seiner Aussagen erstellt. Da die H._____-

Zeitung eine Auflage von mehreren 10'000 Exemplaren und eine entsprechend 

grosse Leserschaft hat, stellt indes auch dies höchstens ein sehr schwaches Indiz 

dar, zumal die ermittelnden Behörden bei einer früheren Sachbeschädigung be-

treffend die Park Villa F._____ in B._____, bei der ebenfalls ein Bekennerschrei-

ben an die H._____-Zeitung geschickt worden war, von einer anderen Täterschaft 

ausgingen (Urk. ND 5/5 S. 3, vgl. dazu aber auch die Erwägungen nachfolgend 

unter 3.6.9.). 

3.6.6. Wie bei den Beschädigungen der Hydranten sticht aber die zeitliche Paral-

lele zwischen dieser Tat und dem Konflikt zwischen dem Angeklagten und den 

Gemeindewerken B._____ betreffend Wasserbezug ins Auge. Diese Tat fällt zeit-

lich genau in den Zeitraum, in dem der Angeklagte sich entschieden hatte, die 

Wasserrechnungen nicht mehr zu bezahlen. 

3.6.7. Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde vom Vertreter der Geschädig-

ten 2 ein Schreiben des Angeklagten an den Gemeinderat resp. an den Gemein-

depräsidenten der Gemeinde B._____ eingereicht, welches vom 24. August 2010 

datiert (Urk. HD 77/1). In diesem Schreiben erklärt der Angeklagte Folgendes: 

"Gerne würde ich der Gemeinde B._____ helfen die Brunnenfigur des 

…brunnens an ihren angestammten Platz zu bringen, wenn ich wüsste, 

so sie sich befindet. 

Gerne würde ich dem Gemeinderat meinen Weisswein liefern, für all die 

Aperos nach der Gemeindeversammlung. Ich schlage Ihnen vor, ab der 

Dezember Gemeindeversammlung mit dem Ausschank meines Sau-

vignon Blanc zu beginnen. Wenn dieser Weinhandel zustande gekom-

-   44   - 

men ist, kann man mit mir später mal über die erstgenannte Angele-

genheit reden." 

 

In Bezug auf dieses Schreiben gab der Angeklagte anlässlich der heutigen Ver-

handlung an, er habe mit der Gemeinde B._____ ins Geschäft kommen wollen 

und ihr deshalb einen Köder gegeben. Er habe nie die Absicht gehabt, der Ge-

meinde Informationen über die Brunnenfigur zu liefern, da er über solche nicht 

verfüge. Er habe einfach Geld verdienen wollen (Prot. II S. 17 ff.).  

Es kann vorliegend offen bleiben, ob der Angeklagte die Geschädigte 2 mit die-

sem Schreiben "lediglich" verspotten oder tatsächlich mit ihr ins Geschäft kom-

men wollte. Massgebend ist, dass der Brief ein weiteres für die Täterschaft des 

Angeklagten sprechendes Indiz darstellt. Indem der Angeklagte im Sinne einer 

Gegenleistung zum Weinbezug anbot, dabei zu helfen, die Brunnenfigur des …- 

resp. ...brunnens an ihren angestammten Ort zurückzubringen "wenn … [er] 

wüsste, wo sie sich befindet", spielte er mit dem gegen ihn bestehenden Ver-

dacht, er habe die Bronzeplastikfigur vom Brunnen entfernt und den Brunnen da-

bei beschädigt. In diesem Zusammenhang ist auf die auffällige zeitliche Parallele 

zum Abschluss des Untersuchungsverfahrens – die Schlusseinvernahme wurde 

am 11. August 2010 durchgeführt (Urk. HD 4/9) und die Anklageschrift datiert vom 

12. August 2010 (Urk. HD 29 S. 2) – hinzuweisen. Aufgrund des Inhalts des 

Schreibens entsteht der Eindruck, dass der Angeklagte entgegen seinen buch-

stäblichen Ausführungen nicht nur bestens weiss, wo sich die Brunnenfigur befin-

det, sondern auch mit deren Entwendung als Täter zu tun hat, und nur vorgibt, 

keine entsprechenden Kenntnisse zu haben, damit sein Schreiben kein Geständ-

nis enthält. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass der Angeklagte die von ei-

nem Dritttäter geschaffene Situation für seine eigene Zwecke ausnützte und tat-

sächlich nicht weiss, wo sich die Brunnenfigur befindet. 

3.6.8. Gegen die Täterschaft des Angeklagten spricht indes Folgendes: Wie be-

reits dargelegt ist aufgrund des Bekennerschreibens, das am 24. April 2007 der 

Post R._____ übergeben wurde, davon auszugehen, dass die Entwendung der 

Bronzeplastikfigur und die Entwendung des Torflügels zum Park der Villa 

-   45   - 

F._____, aber auch die spätere Entwendung von zwei Zaunstücken am 12. Au-

gust und 5. November 2007, von der gleichen Täterschaft begangen wurden. 

Wenngleich er nicht nur als intelligent, sondern auch als findungsreich erscheint, 

ist schwer vorstellbar, dass der im Rentenalter stehende Angeklagte, der bei den 

Hydrantenmanipulationen resp. -beschädigungen als Einzeltäter handelte, ohne 

Hilfe von Drittpersonen den ca. 300 Kilogramm schweren, 265 cm hohen resp. 

120 cm breiten Torflügel (Urk. ND 6/1 S. 5) und die je ca. 150 Kilogramm schwe-

ren, 210 bis 230 cm breiten resp. 88 cm hohen Zaunstücke (Urk. ND 7/1 S. 5; 

Urk. ND 8/1 S. 5) unbemerkt hätte wegschaffen können. Dafür, dass der Ange-

klagte dies mit Unterstützung weiterer Personen getan hätte, liegen keinerlei An-

haltspunkte vor. 

3.6.9. Schliesslich gingen die ermittelnden Behörden 2004, als im Eingangsbe-

reich zum Park der Villa F._____ in B._____ ein Brandsatz gelegt wurde (Urk. ND 

7/1 S. 4) und daraufhin ebenfalls ein Bekennerschreiben bei der H._____-Zeitung 

einging, von einer anderen Täterschaft aus (Urk. ND 5/5 S. 3). Wenngleich denk-

bar wäre, dass damals von der falschen Täterschaft ausgegangen wurde, kann 

auch aus diesem Grund eine andere Urheberschaft nicht mit hinreichender Si-

cherheit ausgeschlossen werden. 

3.6.10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass hinsichtlich der Entwendung der 

Bronzeplastikfigur vom ...brunnen  und der Beschädigung des Brunnens zwar Ei-

niges für die Täterschaft des Angeklagten spricht, sich aber gewisse Zweifel nicht 

überwinden lassen. Der eingeklagte Sachverhalt betreffend ND 5 lässt sich daher 

nicht rechtsgenügend erstellen. Demzufolge ist der Angeklagte nach dem Grund-

satz „in dubio pro reo“ von den Vorwürfen der Sachentziehung im Sinne von Art. 

141 StGB und der Sachbeschädigung im Sinne von Art. 144 Abs. 1 StGB zum 

Nachteil der Geschädigten 2 (ND 5) freizusprechen. 

 

3.7. Teilsachverhalt betreffend ND 4 (Fahrzeug Geschädigter 1) 

3.7.1. Dass der Angeklagte aufgrund der jahrelangen Auseinandersetzung über 

eine seines Erachtens zu Unrecht ergangene Abbruchverfügung betreffend eine 

-   46   - 

Baute auf seinem Grundstück, für die er den Geschädigten 1 als verantwortlich 

erachtete, ein Motiv hatte, den Geschädigten 1 zu schädigen, wurde bereits auf-

gezeigt (dazu vorne unter 3.4.). 

3.7.2. Auffällig ist, dass der Angeklagte in den Einvernahmen seinen Missmut 

über den Geschädigten 1 resp. dessen Amtsführung als Gemeinderat herunter-

spielte. Dass das Verhältnis zu diesem nicht nur "getrübt" (wie der Angeklagte auf 

Vorhalt bestätigte: Urk. HD 4/3 S. 2), sondern geradezu zerrüttet war, lässt sich 

aus einer Reihe von bei den Akten liegenden Dokumenten (Urk. HD 6/3/2-4 und 

Urk. HD 6/3/6-7) ableiten. So schrieb der Angeklagte dem Geschädigten 1 am 

22. Juli 2001 u.a., er führe ihre Privatfehde weiter, er fordere ihn auf, auf eine er-

neute Kandidatur als Gemeinderat zu verzichten, sie würden, wenn er weiter kan-

didieren wolle, mit der Demontage seiner Person in der Öffentlichkeit fortfahren, 

er solle sich keine Illusionen machen, sie würden ihn in die Knie zwingen, und 

was am 2. November 1998 begonnen habe, werde erst enden, wenn er aus dem 

Gemeinderat zurücktrete. Ferner gab er in diesem Schreiben bekannt, dass er am 

1. Juli die "Aktion A._____ muss weg" gegründet habe (Urk. HD 6/3/2). Am 29. 

Juli 2001 und somit unmittelbar nach diesem Schreiben erstattete der Angeklagte 

Strafanzeige gegen den Geschädigten 1 (Urk. HD 6/3/3), wobei sich aus dieser 

Strafanzeige ableiten lässt, dass der Angeklagte gekränkt war, weil er anlässlich 

einer Gemeinderatssitzung vom Geschädigten 1 als "Wiederholungstäter" be-

zeichnet worden sei und sich diese Aussage in einem Entscheid des Gemeinde-

rats vom 2. November 1998 niedergeschlagen hatte (Urk. HD 6/3/3 S. 1). In der 

Folge wurde gegen den Geschädigten 1 ein Strafverfahren eröffnet, mit Verfü-

gung vom 26. November 2001 aber eingestellt, wobei die Kosten des Verfahrens 

zur Hälfte dem Angeklagten als Anzeigeerstatter auferlegt wurden (Urk. HD 

6/3/3). Das vom Angeklagten dagegen erhobene Begehren um gerichtliche Beur-

teilung der Kosten- und Entschädigungsfolgen wurde mit Verfügung des Einzel-

richters am Bezirksgericht B._____ vom 3. April 2002 abgewiesen, soweit darauf 

eingetreten wurde, und die Kosten dieses Verfahrens wurden ebenfalls dem An-

geklagten auferlegt (Urk. HD 6/3/3). Bei den Akten liegt ferner eine Aufsichtsbe-

schwerde des Angeklagten an den Bezirksrat Horgen vom 7. Oktober 2001, der 

mit Beschluss des Bezirksrats Horgen vom 31. Januar 2003 keine Folge gegeben 

-   47   - 

wurde, wobei die Verfahrenskosten dem Angeklagten als Beschwerdeführer auf-

erlegt wurden (Urk. HD 6/3/4). Offenbar aufgrund einer vom Angeklagten als zu 

Unrecht erfolgt betrachteten Umzonung, die an der Gemeindeversammlung der 

Gemeinde B._____ im Juni 2004 beschlossen worden war und die der Angeklag-

te ebenfalls dem Geschädigten 1 zurechnete, kam es zu weiteren Auseinander-

setzungen, bei denen auch der Bezirksrat vom Angeklagten angerufen wurde 

(Urk. HD 6/3/6-7). Dass die vom Angeklagten in seinem Schreiben vom 22. Juli 

2001 als "Privatfehde" bezeichnete Auseinandersetzung mit dem Geschädigten 1 

jedenfalls im Januar 2006 immer noch nicht erledigt war, ergibt sich aus seinem 

Schreiben vom 12. Januar 2006 an die Gemeindewerke B._____ (Urk. HD 6/3/7). 

Dass der Angeklagte in drei Schreiben an das Zentrale Inkasso des Obergerich-

tes vom 17. und 25. September 2002 sowie 23. Januar 2003 (Urk. HD 6/3/5) Er-

klä