# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0950e544-6f8e-5a19-bc8c-c564a1d6b9a9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 10.11.2022 110 2022 92
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2022-92_2022-11-10.pdf

## Full Text

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Bau- und Verkehrsdirektion

Reiterstrasse 11
3013 Bern
Telefon +41 31 633 30 11 
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www.bvd.be.ch/ra

BVD 110/2022/92

Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD)
vom 10. November 2022

in der Beschwerdesache zwischen

Herrn C.________
Beschwerdeführer

vertreten durch Herrn Rechtsanwalt D.________

und

Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lotzwil, Gemeindeverwaltung, Bahnhofstrasse 4, 
Postfach 144, 4932 Lotzwil

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lotzwil vom 21. April 2022 
(eBau Nummer 2021-3877; Umnutzung Gewerberaum in CBD-Aufzuchtanlage)

I. Sachverhalt

1. Der Beschwerdeführer reichte am 14. Mai 2021 resp. nach Anpassung diverser Mängel am 
21. und 27. Juli 2021 bei der Gemeinde Lotzwil ein Baugesuch ein für die Umnutzung eines 
Gewerberaums in eine CBD-Aufzuchtanlage auf  Lotzwil Grundbuchblatt Nr. F.________. Die 
Parzelle liegt in der Wohnzone W2. Gegen das Bauvorhaben gingen keine Einsprachen ein. Mit 
Entscheid vom 21. April 2022 erteilte die Gemeinde Lotzwil den Bauabschlag.

2. Dagegen reichte der Beschwerdeführer am 25. Mai 2022 Beschwerde bei der Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) ein. Er beantragt die Aufhebung des Entscheids vom 
21. April 2022 und die Erteilung der Baubewilligung. Eventualiter beantragt er die Aufhebung des 
Entscheids und die Rückweisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur Neubeurteilung. Er 
macht insbesondere geltend, das Bauvorhaben sei entgegen den Ausführungen der Vorinstanz 
zonenkonform und die Vorinstanz habe das rechtliche Gehör verletzt.

3. Das Rechtsamt, das die Beschwerdeverfahren für die BVD leitet1, holte bei der Vorinstanz 
die Vorakten ein und führte den Schriftenwechsel durch. Die Vorinstanz beantragte in ihrer 

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau- und Verkehrsdirektion 
(Organisationsverordnung BVD, OrV BVD; BSG 152.221.191)

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Stellungnahme vom 30. Juni 2022 die Abweisung der Beschwerde. In seiner Eingabe vom 
29. August 2022 äusserte sich der Beschwerdeführer zur Stellungnahme der Vorinstanz.

4. Auf die Rechtsschriften wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintretensvoraussetzungen

a) Bauentscheide können nach Art. 40 BauG2 innert 30 Tagen seit Eröffnung mit 
Baubeschwerde bei der BVD angefochten werden. Die BVD ist somit für die Beurteilung der 
Beschwerde zuständig.

b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 
Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 BauG). 
Der Beschwerdeführer, dessen Baugesuch abgewiesen wurde, ist durch den vorinstanzlichen 
Entscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf die form- und fristgerecht 
eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

2. Zonenkonformität

a) Art. 22 Abs. 2 Bst. a RPG3 setzt für die Erteilung einer Baubewilligung voraus, dass die 
Bauten und Anlagen dem Zweck der Nutzungszone entsprechen. Bauten und Anlagen dürfen 
nicht zu Einwirkungen auf die Nachbarschaft führen, die der Zonenordnung widersprechen (Art. 24 
Abs. 1 BauG). Nur Immissionen, die mit der zonengemässen Nutzung verbunden sind, müssen 
geduldet werden (vgl. Art. 89 Abs. 2 BauV4). Die in einer Zone zulässigen Nutzungen werden 
durch die baurechtliche Grundordnung der Gemeinde bestimmt (Art. 4 Abs. 1 BauG). 

Die Zonenvorschriften sind generell und abstrakt formuliert. Entscheidend ist, ob mit der fraglichen 
Nutzung typischerweise Belästigungen verbunden sind, die über das hinausgehen, was mit der 
betreffenden Zone verträglich ist. Abzustellen ist auf eine abstrakte Immissionsbeurteilung, auf 
durchschnittlich objektivierte Bedingungen. Nur wenn die Nutzung abstrakt als zonenkonform zu 
beurteilen ist, muss in einer zweiten Beurteilungsstufe geprüft werden, ob die streitige Nutzung 
auch hinsichtlich der konkreten Umstände und Immissionen mit der betreffenden Zone vereinbar 
ist.5

b) Die Liegenschaft A.________ liegt in der Wohnzone W2. Wohngebiete sollen vor 
schädlichen oder lästigen Einwirkungen wie Luftverschmutzung, Lärm und Erschütterung 
möglichst verschont werden (vgl. Art. 3 Abs. 3 Bst. b RPG). Daher dürfen in der Wohnzone nur 
stille Gewerbe bewilligt werden, die weder durch ihren Betrieb noch durch den verursachten 
Verkehr störend wirken können (Art. 90 BauV). Die Nutzungsordnung der Gemeinde Lotzwil 
unterscheidet zwischen Wohnzonen, (gemischten) Wohn- und Gewerbezonen, Kernzonen und 
Arbeitszonen. In den Wohnzonen W sind gemäss Art. 211 des Baureglements der Gemeinde 

2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721.0)
3 Bundesgesetz vom 2. Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700).
4 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1) 
5 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 24 N. 8, 
mit weiteren Hinweisen

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Lotzwil (GBR6) die beiden Nutzungsarten «Wohnen» und «Stille Gewerbe» zulässig. Es gilt die 
Empfindlichkeitsstufe II. Der Kommentar GBR besagt dazu folgendes: «Stilles Gewerbe wie z.B. 
Büros, Arztpraxen, Coiffeurbetriebe oder Künstlerateliers wirken in der Regel weder durch ihren 
Betrieb noch durch den verursachten Verkehr störend (siehe Art. 90 Abs. 1 BauV).». In der Wohn- 
und Gewerbezone (WG) sind nebst Wohnen stille bis mässig störende Gewerbe, 
Gastgewerbebetriebe, Landwirtschaftsbetriebe ohne Zucht und Mastbetriebe und Verkaufsflächen 
bis 500m2 zugelassen. Diese Zone ist der Empfindlichkeitsstufe III zugeordnet (Art. 211 GBR). Als 
mässig störende Gewerbe gelten gemäss Kommentar zum GBR «Verkaufsläden, 
Dienstleistungsbetriebe, sowie emissionsarme Werkstätten und Produktionsbetriebe», die das 
gesunde Wohnen nicht beeinträchtigten dürfen. Die Kernzone (K) ist eine gemischte Zone für 
«Wohnen», «Gewerbe- und Büronutzung» und «Gastwirtschaften». Hier gilt wiederum die 
Empfindlichkeitsstufe III. «Nicht störend» bedeutet schliesslich nicht, dass überhaupt kein 
Konfliktpotential zwischen den verschiedenen Nutzungen möglich ist, sondern es ist eine 
Gesamtbetrachtung unter Einbezug des geplanten Vorhabens und der bestehenden Überbauung 
vorzunehmen.7 Gemäss kommunalem Baureglement soll aber nur Gewerbe zugelassen sein, 
welches in der Regel nicht stört.

In Bezug auf die Auslegung und Anwendung kommunaler Bestimmungen sind die Gemeinden im 
Rahmen der gesetzlichen Regelung und der übergeordneten Planung autonom (Art. 65 
Abs. 1 BauG). Es ist somit vorab Sache der Gemeinde zu bestimmen, wie sie eine kommunale 
Vorschrift auslegt und angewendet haben will. Diese Autonomie ist bei der Auslegung von 
kommunalen Bestimmungen durch eine Rechtsmittelinstanz zu beachten.8

c) Im Bauentscheid vom 21. April 2022 argumentiert die Vorinstanz, das Vorhaben des 
Beschwerdeführers sei nicht zonenkonform. Sie begründet dies damit, dass in der Wohnzone das 
Gewerbe nicht gefördert werden soll. Es handle sich beim Vorhaben um ein rein gewerbliches 
Interesse, ein Interesse für das Wohnquartier wie bei einem Coiffeur-Salon oder einem kleinen 
Laden sei nicht gegeben. Es handle sich um ein produzierendes Gewerbe, was bei den anderen 
Gewerben in Wohnzonen nicht der Fall sei. Es handle sich um kein stilles Gewerbe. Weiter habe 
die CBD-Produktionsanlage einen sehr hohen Wasser- und Stromverbrauch, was in einer reinen 
Wohnzone nicht üblich sei. Die Gemeinde biete mit den vielen Wohn- und Gewerbezonen sowie 
den Arbeitszonen genügend Möglichkeiten für produzierendes Gewerbe. Die Wohnzone solle 
geschützt werden.

d) Der Beschwerdeführer bringt in seiner Beschwerde vom 25. Mai 2022 vor, ein Interesse für 
das Wohnquartier sei nicht notwendig. Die Gemeinde lege auch nicht dar, weshalb dieses 
Interesse für das Wohnquartier notwendig sein solle. Es handle sich beim Vorhaben denn auch 
nicht um produzierendes Gewerbe, wie dies die Vorinstanz behaupte. Bei der vorgesehenen 
Aufzucht von Pflanzen würden die Pflanzen von selber wachsen, es gebe keine Herstellung von 
Waren oder Gütern. Es gehe aus den gesetzlichen Grundlagen auch nicht hervor, dass stilles 
Gewerbe nie ein Produktionsbetrieb sein könne. So sei beispielsweise eine Bäckerei, welche in 
Wohnquartieren üblich sei, auch produzierend. Zudem bringt der Beschwerdeführer vor, Wasser- 
und Stromverbrauch seien keine Kriterien zur Beurteilung, ob es sich beim Vorhaben um ein stilles 
Gewerbe handle. Die Vorinstanz habe weiter ihre Argumentation geändert: Zuerst habe sie das 
Vorhaben als nicht zonenkonform eingestuft, weil es ein geruchs- und lärmintensives Gewerbe 
sei. Nach der Beurteilung der Geruchs- und Lärmimmissionen durch die zuständige kantonale 
Stelle habe die Vorinstanz dann mit den rein gewerblichen Interessen argumentiert. 

6 Baureglement der Einwohnergemeinde Lotzwil vom 22. September 2013 (GBR) genehmigt durch das Amt für 
Gemeinden und Raumordnung (AGR) am 23. Mai 2014
7 BGE 136 I 395 E. 4.3.3
8 Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, Band II, 4. Aufl., Bern 2017, Art.  65 N. 3, 
mit weiteren Hinweisen

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Schlussendlich sei zu beachten, dass gegen das Baugesuch keine Einsprache aus der 
Nachbarschaft eingegangen sei.

e) Die Vorinstanz argumentiert in ihrem Entscheid, dass es sich bei der geplanten CBD-
Aufzuchtanlage um ein produzierendes Gewerbe handle, was in der Wohnzone nicht 
zonenkonform sei. Gemäss dieser Auslegung der Gemeinde erachtet sie gestützt auf Art. 211 
GBR produzierende Gewerbe in der Wohnzone als nicht zulässig, zumindest dann nicht, wenn es 
nicht dem täglichen Lebensbedarf der Quartierbewohner dient. Auch wenn die Pflanzen wie vom 
Beschwerdeführer vorgebracht selbst wachsen, werden sie dennoch zum Weiterverkauf oder zur 
Weiterverarbeitung hergestellt. Auf dem mit dem Baugesuch eingereichten Plan ist ersichtlich, 
dass der Beschwerdeführer neben den beiden Anbauflächen auch einen Trockenbereich 
vorgesehen hat, in welchem die Pflanzen nach der Aufzucht offensichtlich getrocknet und somit 
weiterverarbeitet werden sollten. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers handelt es 
sich folglich bei der CBD-Aufzuchtanlage um ein produzierendes Gewerbe. Die Auslegung der 
Gemeinde, produzierende Gewerbe seien in der Wohnzone nicht zonenkonform, ist rechtlich 
haltbar. Die in Art. 211 GBR aufgeführten Beispiele zu stillen Gewerben in der Wohnzone wie 
Büros, Arztpraxen, Coiffeurbetriebe oder Künstlerateliers sind allesamt keine produzierenden 
Gewerbe. Die Gemeinde Lotzwil unterscheidet in ihrem Baureglement klar zwischen Wohnzone 
und Wohn- und Gewerbezone. Die in der Wohnzone zugelassenen Gewerbe sind eng ausgelegt, 
es handelt sich bei den aufgeführten Beispielen um Dienstleistungsbetriebe. Auch in der Wohn- 
und Gewerbezone sind lediglich mässig störende Gewerbe wie Verkaufsläden, 
Dienstleistungsbetriebe und emissionsarme Werkstätten und Produktionsbetriebe zugelassen.

Im Übrigen findet bei der Beantwortung der Frage der Zonenkonformität eine abstrakte Kontrolle 
statt, es wird nicht auf die konkreten Immissionen abgestellt. Gestützt auf Art. 90 BauV dürfen 
stille Gewerbe in Wohnzonen nur bewilligt werden, sofern sie sich baulich gut einordnen und 
weder durch ihren Betrieb mit Einwirkungen durch Lärm, Rauch, Staub, Geruch, Abgase, Licht, 
Erschütterungen und dergleichen, noch durch den verursachten Verkehr störend wirken können. 
Die CBD-Aufzuchtanlage soll im Keller eines bestehenden Gebäudes in der Wohnzone W2 in 
Lotzwil betrieben werden. Zwar generiert sie gemäss Angaben des Beschwerdeführers nur wenig 
quartierfremden Verkehr. Wie jedoch im Baugesuch ebenfalls angegeben wurde, beinhaltet das 
Vorhaben eine Umnutzung, die mit Gerüchen belastete Luft aus dem Gebäude emittiert.9 Es ist 
notorisch, dass eine CBD-Aufzuchtanlage Gerüche verursacht. Um diese austretenden 
Geruchsstoffe zu vermindern, soll eine Lüftungsanlage installiert werden. Weiter sollen die 
Räumlichkeiten auch mit einem Aktivkohlefilter ausgestattet werden. Der geplante Kamin im 
Aussenbereich emittiert die aus dem Gebäude kommenden Gerüche und die Lüftungsanlage 
verursacht Lärmimmissionen. Auch wenn die Geruchsimmissionen bezüglich der Anlage und 
Lärmimmissionen der Lüftung die einschlägigen Planungswerte einhalten, sind die Emissionen 
dennoch wahrnehmbar. Wenn das Vorhaben grundsätzlich störende Immissionen verursacht, ist 
es in einer reinen Wohnzone nicht mehr zonenkonform.

Die Vorinstanz hat zu Recht entscheiden, das Vorhaben sei nicht zonenkonform. Die Rüge erweist 
sich als unbegründet.

3. Rechtliches Gehör

a) Der Beschwerdeführer bringt vor, sein rechtliches Gehör sei verletzt worden, da ihm die im 
Entscheid der Vorinstanz genannten Amtsberichte nicht zur Kenntnisnahme zugestellt worden 

9 Vgl. Vorakten, Formular 2.1 «Immissionsschutz»

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seien. Weiter führt er aus, die Begründung der Vorinstanz sei eher dürftig ausgefallen, die 
Begründungsdichte erscheine fraglich.

b) Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 21 ff. VRPG10 gibt den Parteien das Recht, 
sich zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 
mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise 
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern.

Der Anspruch auf rechtliches Gehör verlangt, dass die Behörde die Vorbringen der Betroffenen 
sorgfältig prüft und beim Entscheid berücksichtigt. Daraus ergibt sich die Pflicht der Behörde, ihre 
Verfügung zu begründen (Art. 52 Abs. 1 Bst. b VRPG). Die Begründung muss so abgefasst sein, 
dass die Betroffenen die Verfügung sachgerecht anfechten können. Es müssen wenigstens kurz 
die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich 
ihr Entscheid stützt. Die Behörde muss jedoch nicht auf jedes Argument der Parteien eingehen; 
es genügt, wenn sie sich mit den wesentlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt hat.11

Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst auch das Recht der Parteien, von jedem 
eingereichten Aktenstück bzw. jeder Stellungnahme von Parteien und Behörden Kenntnis zu 
nehmen und sich dazu äussern zu können. Das gilt unabhängig davon, ob diese neue Tatsachen 
oder Argumente enthalten und ob sie die Entscheidbehörde tatsächlich zu beeinflussen 
vermögen. Die Beteiligten sind deshalb über jede Eingabe zu informieren, damit sie Gelegenheit 
haben, sich dazu zu äussern, wenn sie dies als notwendig erachten. Daher sind den Parteien im 
Baubewilligungsverfahren sämtliche Amts- und Fachberichte sowie die Stellungnahmen der 
Gegenpartei zuzustellen.12

Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist ein formeller Anspruch; die Verletzung des rechtlichen 
Gehörs führt deshalb grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheids. Eine 
Gehörsverletzung kann aber dann geheilt werden, wenn die Rechtsmittelinstanz dieselbe 
Kognition hat wie die Vorinstanz und der beschwerdeführenden Person aus der Heilung kein 
Nachteil erwächst. Eine Heilung kommt in erster Linie bei nicht besonders schwerwiegenden 
Gehörsverletzungen in Frage. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist aber auch bei 
schwerwiegenden Gehörsverletzungen eine Heilung nicht ausgeschlossen, wenn und soweit die 
Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen 
würde, die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache 
nicht zu vereinbaren wären.13 Die Heilung des rechtlichen Gehörs ist allenfalls bei der 
Kostenverlegung zu berücksichtigen.14

c) Die Vorinstanz hat sich in ihrem Entscheid vom 21. April 2022 in den Ziffern 1.6 und 1.9 
ausführlich dazu geäussert, weshalb sie das Vorhaben als nicht zonenkonform beurteilt. Die 
Begründung ist im Entscheid enthalten, ob sie nun unter der Überschrift «Sachverhalt» oder und 
der Überschrift «Formelles und Materielles» aufgeführt wird, ist nicht entscheidend. Die 
Begründung genügt den gesetzlichen Vorgaben. Zudem zeigt die vorliegend zu behandelnde 
Beschwerde, dass es der anwaltlich vertretenen Partei ohne Weiteres möglich war, auf die 

10 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
11 BVR 2018 S. 341 E. 3.4.2, 2016 S. 402 E. 6.2; BGE 140 II 262 E. 6.2; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen 
VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 52 N. 7
12 BGE 138 I 484 E. 2.1, 133 I 100 E. 4.3 ff.; BVR 2009 S. 328 ff. E. 2.4; Aldo Zaugg/Peter Ludwig, Kommentar zum 
Baugesetz des Kantons Bern, Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 38-39 N 9b; Urs Eymann, Das rechtliche Gehör im 
erstinstanzlichen Baubewilligungsverfahren, in KPG-Bulletin 2006 S. 47 ff.
13 BGE 142 II 218 E. 2.8.1; Michel Daum, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 21 N. 9 bis 11
14 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 21 und 39

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Begründung einzugehen und die Verfügung sachgerecht anzufechten. Die Vorinstanz hat ihre 
Begründungspflicht nicht verletzt.

d) Der Entscheid der Vorinstanz verweist in Ziffer 1.4 auf die Amts- resp. Fachberichte 
Brandschutz, Anschluss Elektrizität und Wasserversorgung sowie Sicherheit und Gesundheit am 
Arbeitsplatz. Den Akten ist nicht zu entnehmen, dass diese Unterlagen dem 
Beschwerdeführenden zugestellt wurden. Stattdessen erging am 21. April 2022 der Entscheid, 
welcher dem Beschwerdeführenden eröffnet wurde. Der Beschwerdeführer konnte sich zu den 
Amts- resp. Fachberichten im vorinstanzlichen Verfahren nicht äussern. Dadurch verletzte die 
Vorinstanz seinen Anspruch auf rechtliches Gehör. Dem Beschwerdeführer wurden die Vorakten 
im oberinstanzlichen Verfahren zur Einsicht zugestellt und er hatte Gelegenheit, seine Rechte im 
Beschwerdeverfahren vollumfänglich wahrzunehmen. Die Gehörsverletzung wurde somit geheilt. 
Sie ist allerdings bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen.

4. Kosten

a) Die Verfahrenskosten im Beschwerdeverfahren bestehen aus einer Pauschalgebühr. Diese 
wird festgesetzt auf CHF 2200.– (Art. 103 Abs. 2 VRPG i.V.m. Art. 19 Abs. 1 GebV15). Nach 
Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden Partei auferlegt, es sei 
denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine andere Verlegung oder die besonderen 
Umstände rechtfertigen, keine Verfahrenskosten zu erheben. Der Beschwerdeführer unterliegt 
und hat grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. Es ist aber zu berücksichtigen, dass eine 
Verletzung des rechtlichen Gehörs geheilt wurde. Dies stellt einen besonderen Umstand dar. Es 
rechtfertigt sich, dafür einen Achtel der Verfahrenskosten, ausmachend CHF 275.00 
auszuscheiden.16 Dieser Betrag ist von den vom Beschwerdeführer zu tragenden 
Verfahrenskosten abzuziehen. Der Beschwerdeführer hat somit Verfahrenskosten in der Höhe 
von CHF 1925.00 zu tragen. Den Restbetrag von CHF 275.00 trägt der Kanton, da der Vorinstanz 
keine Verfahrenskosten auferlegt werden können (Art. 108 Abs. 2 VRPG).

b) Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 4 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid der Gemeinde Lotzwil vom 
21. April 2022 wird bestätigt.

2. Die Verfahrenskosten von CHF 1925.– werden dem Beschwerdeführer zur Bezahlung 
auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in Rechtskraft 
erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

15 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; BSG 
154.21)
16 Ruth Herzog, in Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 20 f.

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IV. Eröffnung

- Herrn Rechtsanwalt D.________, eingeschrieben
- Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Lotzwil, Gemeindeverwaltung, eingeschrieben

Bau- und Verkehrsdirektion

Der Direktor

Christoph Neuhaus
Regierungsrat

Rechtsmittelbelehrung

Dieser Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung mit Beschwerde beim 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 3011 Bern, angefochten werden. Eine 
allfällige Verwaltungsgerichtsbeschwerde, die mindestens in drei Exemplaren einzureichen ist, 
muss einen Antrag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln, eine Begründung sowie eine 
Unterschrift enthalten; der angefochtene Entscheid und andere greifbare Beweismittel sind 
beizulegen.