# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5b411ea2-e315-5462-8390-ed786780602c
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-03-27
**Language:** de
**Title:** Von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung lässt sich keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwarten. Die Behandlung mittels Kinesiologie etc. ist nur noch auf die Schmerzreduktion ausgerichtet und steht dem Fallabschluss nicht entgegen. Abweisung.
**Docket/Reference:** UV.2022.00226
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2022.00226.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2022.00226
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Fehr, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Gerichtsschreiberin Engesser
Urteil
vom
27. März 2023
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
gegen
Helsana Unfall AG
Zürichstrasse
130, 8600 Dübendorf
Beschwerdegegnerin
vertreten durch Helsana Versicherungen AG
Recht & Compliance
Postfach, 8081 Zürich Helsana
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1965, war
ab
dem
1.
April 2008 bei der
Y.___
GmbH
als Prozessberaterin angestellt und als solche bei der Helsana Unfall AG
obligatorisch
gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als sie sich am
4.
Januar 2021 bei einem Skiunfall eine Fraktur des vorderen Beckenrings links und der Massa
lateralis
links zuzog (
Urk.
8/1,
Urk.
8/
13
).
Die Helsana erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen
, namentlich übernahm sie die Kosten für die
Heilbehandlung
(
vgl.
Urk.
8/8,
Urk.
8/
96
).
Nachdem
sie
die Sache am
1
1.
Mai 2022 ihrem beratenden Arzt
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Orthopädische
Chirurgie
und Traumatologie des Bewegungsapparates
,
vorgelegt hatte (
Urk.
8/
92-94
), teilte sie der Versicherten
am 1
7.
Mai 2022
mit, dass der Endzustand erreicht sei und sie sich ab dem 3
0.
April 2022 nicht mehr an den Heilbehandlungskosten beteilige (
Urk.
8/
95
). Die Versicherte erklärte sich damit mit E-Mail vom 2
1.
Mai 2022 nicht einverstanden (
Urk.
8/
103
), worauf die Helsana
mit Verfügung vom
2.
Juni 2022
die
vorübergehenden Leistungen
einstellte
und einen Anspruch der Versicherten
auf eine Invalidenrente und eine Integritätsentschädigung verneinte
(
Urk.
8/
96 f.
).
Am 2
4.
Juni 2022 erhob die Versicherte dagegen Einsprache (
Urk.
8/
118 f.
), welche die Helsana mit
Einspracheentscheid
vom 1
0.
November 2022 abwies (
Urk.
8/
131-137
=
Urk.
2).
2.
Hiergegen erhob die Versicherte am
5.
Dezember 2022
- unter Beilage diverser Unterlagen (
Urk.
3/1-5) -
Beschwerde mit dem sinngemässen Antrag, der ange
fochtene
Einspracheentscheid
sei aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, weiterhin die Kosten für die Heilbehandlung zu übernehmen (
Urk.
1
). Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 2
7.
Feb
ruar 2023 auf Abweisung der Beschwerde (
Urk.
7), was der Beschwerde
führerin mit Verfügung vom 2
8.
Februar 2023 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
9).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden
– soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt – die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1). Die Versicherung erbringt ihre Leistungen auch bei den im Einzelnen in Abs. 2 aufgeführten Körperschädigungen, sofern sie nicht vorwiegend auf Abnützung
oder Erkrankung zurückzuführen sind. Ausserdem erbringt die Versicherung ihre Leistungen für Schädigungen, die der verunfallten Person bei der Heilbehandlung zugefügt werden (Abs. 3).
Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmäs
sige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so steht ihr gemäss
Art.
16 Abs. 1 UVG ein Taggeld zu. Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat (
Art.
18 Abs. 1 UVG).
Erleidet die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geisti
gen oder psychischen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).
1.2
Den gesetzlich umschriebenen Anspruch auf Heilbehandlung hat die versicherte Person so lange, als von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung eine namhafte Verbesserung ihres Gesundheitszustandes erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu und sind allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invaliden
ver
sicherung abgeschlossen, geht die Unfallversicherung zur Berentung über, wenn der Unfall eine Invalidität im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG hinterlässt (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario; vgl. BGE 116 V 41 E. 2c). Dem Rentenbezüger werden Heilbehandlungsleistungen gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG nur noch unter bestimm
ten Voraussetzungen ausgerichtet.
Da die Heilbehandlung gemäss Art.
10 UVG eine unfallbedingte
Behandlungs
bedürftigkeit
, nicht aber eine Arbeitsunfähigkeit voraussetzt, vermag die trotz des Unfalles uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein ein Dahinfallen des Anspruchs auf Heilbehandlung nicht zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 8C_354/2014 vom 10.
Juli 2014 E. 3.2; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_620/2020 vom 3. Februar 2021 E. 2.4 mit Hinweisen).
Die Verwendung des Begriffes «namhaft» in Art. 19 Abs. 1 UVG verdeutlicht, dass die durch weitere (zweckmässige) Heilbehandlung im Sinne von Art. 10 Abs. 1 UVG erhoffte Besserung ins Gewicht fallen muss. Weder eine weit entfernte Möglichkeit eines positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung noch ein von weiteren Massnahmen – wie etwa einer Badekur – zu erwar
tender geringfügiger therapeutischer Fortschritt verleihen Anspruch auf deren Durchführung. In diesem Zusammenhang muss der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellun
gen beurteilt werden (Urteil des Bundesgerichts 8C_64/2021 vom 14. April 2021 E. 3.2 mit Hinweisen, insbesondere auf BGE 134 V 109 E. 4.3). Grundlage für die
Beurteilung dieser Rechtsfrage bilden in erster Linie die ärztlichen Auskünfte zu den therapeutischen Möglichkeiten und der Krankheitsentwicklung, die in der Regel unter dem Begriff Prognose erfasst werden (Urteile des Bundesgerichts 8C_299/2022 vom 5. September 2022 E. 2.3 und 8C_682/2021 vom 13. April 2022 E. 5.1, je mit Hinweisen).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 9C_529/2021 vom 26. Juli 2022 E. 3.2.1).
Nach der Rechtsprechung kommt auch den Berichten und Gutachten versiche
rungsinterner Ärztinnen und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/
ee
).
Das Anstellungsverhältnis einer versicherungsinternen Fachperson zum Versiche
rungsträger alleine lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen
heit schliessen (BGE 137 V 210 E. 1.4, 135 V 465 E. 4.4). Soll ein Versicherungs
fall jedoch ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzuneh
men (BGE 145 V 97 E. 8.5, 142 V 58 E. 5.1, 139 V 225 E. 5.2, 135 V 465 E. 4.4 und E. 4.7).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass die Beschwerden zwar in einem natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfall stünden, jedoch keine Arbeitsunfähigkeit bestehe. Medizinische Massnahmen zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit würden daher nicht in Betracht kommen. Nach ständiger Rechtsprechung sei der medizinische Endzustand bereits aus diesem Grund als erreicht zu betrachten. Zudem
bestünden
keine Funktionseinschrän
kungen und es fänden nur noch eine Kinesiologie- und eine Atlastherapie statt. Gemäss den Angaben des beratenden Arztes sei von weiteren Behandlungen keine namhafte Besserung mehr zu erwarten und der medizinische Endzustand sei erreicht. Auf diese Stellungnahme könne abgestellt werden (
Urk.
2 S. 6). Der
medizinische Endzustand sei am
2.
Juni 2022 erreicht gewesen, da überwiegend
wahrscheinlich davon auszugehen sei, dass es keine therapeutischen Massnah
men gebe, die eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr versprächen (
Urk.
2 S. 7).
2.2
Die Beschwerdeführerin brachte dagegen vor, infolge des Skiunfalles vom
4.
Januar 2021 bestünden noch Schmerzen beim Sitzen. Bei
Dr.
med.
A.___
,
Facharzt für Allgemeine innere Medizin
, sei sie nur einmal in Behand
lung gewesen, wobei sie ihm erläutert habe, dass weiterhin Schmerzen bestünden und dass sie wieder ganz schmerzfrei werden wolle, da ihre berufliche Tätigkeit im Sitzen stattfinde. Dennoch habe die Beschwerdegegnerin gestützt auf
den
vagen Bericht
von
Dr.
A.___
den Endzustand abgeleitet (
Urk.
1 S. 1). Der
Ein
spracheentscheid
gehe in keiner Weise auf die reale Situation und ihre Vorschläge für das weitere Vorgehen ein. Zudem habe sie die Schmerzen in den vergangenen Monaten mit Kinesiologie, Atlastherapie und Osteopathie nochmals stark redu
zieren können und erlebe
immer mehr komplett schmerzfreie Zeiten. Würden die Fortschritte weiterhin so verlaufen, werde sie in einigen Monaten wieder schmerzfrei sein. Die Begründung des
Einspracheentscheids
, dass der Endzustand erreicht sei, habe sich damit als unwahr herausgestellt (
Urk.
1 S. 2).
3.
3.1
Nachdem die Beschwerdeführerin am
4.
Januar 2021 beim Skifahren gestürzt war
(vgl.
Urk.
8/1)
,
war
sie vom
4.
bis
am
6.
Januar 2021 im
Spital B.___
hospitali
siert. Die behandelnden Ärzte stellten die Diagnose einer mehrfragmentären Fraktur des vorderen Beckenrings links und einer Fraktur der Massa
lateralis
links. Es sei eine stationäre Aufnahme zur analgetischen Therapie und
Remobili
sation
erfolgt
(
Urk.
8/13)
. Die
Beschwerdeführerin
habe unter physiotherapeu
tischer Anleitung erfolgreich an Gehstöcken mobilisiert werden können. Die radiologische Röntgenkontrolle vom
6.
Januar 2021 habe eine stabile Lage der Beckenfraktur und keine sekundäre Dislozierung gezeigt. Sie hätten die Beschwerdeführerin am
6.
Januar 2021 in gebessertem Zustand
nach Hause
entlassen
und
empfählen die Fortführung der Teilbelastung mit 15 kg, die Throm
boseprophylaxe für sechs Wochen sowie die analgetische Therapie nach Massgabe der Beschwerden (
Urk.
8/14).
Sie sei ab dem
4.
Januar 2021 zu 100
%
arbeitsunfähig, wann sie die Arbeit wieder aufnehmen könne, sei unklar (
Urk.
8/17).
3.2
In seinem Bericht vom
9.
Februar 2021 hielt
Dr.
med.
C.___
, Senior Leitender Arzt Chirurgie / Orthopädie am
Spital B.___
,
fest, fünf Wochen nach dem Trauma gehe die Beschwerdeführerin noch an Krücken mit einer Teilbelas
tung von 15 kg. Es bestünden noch
Druckdolenzen
im oberen und unteren Schambeinastbereich links und im Bereich der Ma
s
sa
lateralis
links. Radiologisch zeige sich eine zunehmende Konsolidierung ohne sekundäre Dislokation.
Die
Beschwerdeführerin dürfe nun langsam zunehmend vollbelasten. Er habe sie in die Physiotherapie überwiesen (
Urk.
8/27).
3.3
Am 2
2.
März 2021 berichtete
Dr.
C.___
, bald drei Monate nach dem Trauma gehe die Beschwerdeführerin grösstenteils ohne Krücken. Sie besuche regelmässig die Physiotherapie, die Schmerzen seien
regredient
. Die linksseitige Hüftbeweg
lichkeit sei frei und schmerzlos, es bestehe noch eine leichte
Druckdolenz
im Bereich der Massa links. Radiologisch seien die Frakturen in korrekter Stellung konsolidiert. Die Physiotherapie werde noch weitergeführt, die Beschwerdefüh
rerin dürfe nach Massgabe der Beschwerden normal belasten. Die Behandlung bei ihm sei abgeschlossen (
Urk.
8/45).
3.4
Dr.
A.___
hielt in seinem Bericht vom 2
3.
März 2022 fest, die Beschwerdefüh
rerin sei am 2
7.
September 2021 zum letzten Mal in der Praxis gewesen, der weitere Verlauf sei ihm nicht bekannt (
Urk.
8/
77
).
Am 3
0.
April 2022 berichtete
Dr.
A
.___
sodann, anlässlich der Konsultation vom 3
1.
März 2022 hätten Schmerzen beim Sitzen bestanden
,
aber keine Funktions
einschränkungen
. Als aktuelle Behandlung nannte er eine Schmerztherapie bei Bedarf
(
Urk.
8/88).
3.5
In seiner Stellungnahme vom 1
1.
Mai 2022 führte
Dr.
Z.___
als
beratende
r
Arzt der Beschwerdegegnerin
aus
,
am
4.
Januar 2021 habe die Beschwerdeführerin eine Beckenringfraktur links erlitten. Die erhobene Diagnose beziehungsweise die Befunde stünden mit dem Unfall vom
4.
Januar 2021 in natürlichem Kausal
zusammenhang. D
er Verlauf mit konservativer Behandlung sei ungestört gewesen. Die weitere Behandlung / Therapie sei nicht wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich. Gemäss dem Bericht vom 3
0.
April 2022 bestünden keine Ei
n
schränkungen mehr
;
beim Sitzen seien noch gewisse Schmerzen vorhanden (
Urk.
8/93). Durch die Heilbehandlung der letzten Monate habe dahingehend ein Fortschritt erzielt werden können, dass nun keine Funktionseinschränkungen mehr vorlägen. Die Prognose sei gut. Eine spezielle medizinische Behandlung sei nicht mehr notwendig (
Urk.
8/94).
4.
4.1
Strittig und zu prüfen ist, ob der Fallabschluss per
2.
Juli 2022
- wie von der Beschwerdeführerin beanstandet (
Urk.
1) -
verfrüht erfolgt ist
. In diesem Zusam
menhang stellt sich die Frage, ob nach diesem Zeitpunkt noch eine namhafte Besserung
von Unfallfolgen
zu erwarten war.
4.2
Vorab
ist festzuhalten, dass die behandelnden Ärzte - ausser direkt nach dem Unfall
(
Urk.
8/17)
- keine Arbeitsunfähigkeit bescheinigten und die Beschwerde
führerin soweit ersichtlich stets arbeitsfähig war
(
vgl.
Urk.
8/21)
. Die Beschwer
degegnerin hat dementsprechend auch keine Taggelder ausgerichtet.
Die für den Anspruch auf Heilbehandlung vorausgesetzte namhafte Besserung des Gesund
heitszustandes kann sich deshalb rechtsprechungsgemäss von vornherein nicht anhand der zu erwartenden Steigerung der Arbeitsfähigkeit bestimmen; die trotz des Unfalls uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit allein vermag ein Dahinfallen des Anspruchs auf Heilbehandlung nicht zu begründen
(Urteil des Bundesgerichts 8C_354/2014 vom 1
0.
Juli 2014 E. 3.2).
Dementsprechend
ergibt sich - entgegen der Annahme der Beschwerdegegnerin -
der medizinische Endzustand
nicht
bereits aus der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit
und de
n
dem
entsprechend
fehlenden medizinischen Massnahmen zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit (
Urk.
2 S. 6)
.
4.
3
4.3.1
Die Beschwerdegegnerin hielt den Fallabschluss zudem aufgrund der fehlenden Behandlungsoptionen, die geeignet wären, eine massgebliche Besserung herbei
zuführen, für angezeig
t (
Urk.
2 S. 6)
. Die Beschwerdeführerin ist dagegen der Ansicht, die aktuelle Behandlung
sei
geeignet,
ihren Gesundheitszustand
zu verbessern
(
Urk.
1 S. 2)
.
4.3.2
Die Beschwerdeführerin erlitt unbestrittenermassen am
4.
Januar 2021 bei einem Sturz beim Skifahren Frakturen des vorderen
B
eckenrings links und der Massa
lateralis
links
(
Urk.
8/13)
.
Nachdem
s
ie deswegen
vom
4.
bis am
6.
Januar 2021 im
Spital B.___
stationär
behandelt worden war,
wurde eine
konservative
Therapie mit
nur teilweiser Belastung, Analgetika und Physiotherapie durchge
führt
(
Urk.
8/14,
Urk.
8/27)
. Nach Ablauf von rund drei Monaten schloss
Dr.
C.___
die Behandlung
bei freier und schmerzloser Hüftbeweglichkeit
ab
und verordnete lediglich
noch
weiterhin
die Durchführung von Physiotherapie
(
Urk.
8/45)
.
Abgesehen von sporadischen Konsultationen bei ihrem Hausarzt
Dr.
A.___
(
Urk.
8/77 f.,
Urk.
8/88), der
keine Funktionseinschränkungen mehr ausmachen konnte
und
ausser
einer
Schmerztherapie bei Bedarf keine weiteren Behandlungen mehr empfahl
beziehungsweise durchführte (
Urk.
8/88),
befindet sich die Beschwerdeführerin seither nicht mehr
in ärztlicher Behandlung
.
Aktuell
werden gemäss
ihren
Angaben noch Kinesiologie, Atlastherapie und Osteopathie zur Linderung der Schmerzen durchgeführt
, dies auf
ihre e
igen
e I
nitiative
(
Urk.
1 S. 1
, vgl.
Urk.
8/
73
).
4.
3.3
Nach dem Gesagten
wurden
im Zeitpunkt des Fallabschlusses per
2.
Juni 2022
keine ärztlichen Behandlung
en mehr durchgeführt und lagen auch keine Behand
lungs
empfehlungen
mehr vor
, welche eine namhafte Besserung der Beschwerden zur Folge
hätten haben können
und geeignet
gewesen
wären, den Fallabschluss
hinauszuzögern
.
S
oweit die Beschwerdeführerin vorbringt,
ihr Hausarzt
Dr.
A.___
habe die Situation nicht richtig
eingeschätzt beziehungsweise einschätzen können
(
Urk.
1 S. 1)
, ist
festzuhalten
, dass
keine ärztliche Beurteilung vorliegt, die dessen
Annahme
, dass keine Funktionseinschränkungen mehr
bestünden
,
widersprechen
.
Die Beschwerdeführerin bestätigte dies denn
auch
ausdrücklich (
Urk.
8/98) und beschreibt
lediglich noch Schmerzen beim Sitzen
(
Urk.
1 S. 1)
.
D
arüber hinaus würde es am Ergebnis auch nichts ändern, wenn
Dr.
A.___
davon ausgegangen wäre, dass die von der Beschwerdeführerin derzeit noch beanspruchten Behandlungen mittels Kinesiologie, Atlastherapie und Osteopathie
geeignet wären,
eine Linderung der Schmerzen
herbeizuführen
und deren Durchführung empfohlen hätte. Denn diese
Therapien
dienen
einzig der Schmerzreduktion und
sind demnach
nicht auf die Heilung, sondern auf die Symptombekämpfung ausgerichtet.
Die
Weiterführung der genannten Behand
lungen
steht
damit
einem Fallabschluss
rechtsprechungsgemäss
nicht entgegen
(Urteile des Bundesgerichts 8C_363/2020 vom 29. September 2020 E. 4.1 mit Hinweis, 8C_402/2007 vom 23. April 2008 E. 5.1.2.2).
Vor diesem Hintergrund überzeugt die Beurteilung des beratenden Arztes der Beschwerdegegnerin vom
1
1.
Mai 2022
, wonach fast eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis keine namhafte Verbesserung mehr zu erwarten war
(
Urk.
8/93)
.
4.
4
Der Umstand, dass nach Fallabschluss
tatsächlich
noch
eine Besserung der Schmerzen eingetreten ist
und die Beschwerdeführerin von einer weiteren
zukünf
t
igen
Verbesserung ausgeht
(
Urk.
1 S. 2)
,
vermag daran von
v
ornherein nichts zu ändern
, d
a die prognostische und nicht die retrospektive Sichtweise für den Zeitpunkt des Fallabschlusses
massgebend ist
.
4.
5
Insgesamt war nach dem Gesagten von der Fortsetzung der ärztlichen Behand
lung über den
2.
Juni 2022
hinaus keine namhafte Besserung des Gesundheits
zustandes der Beschwerdeführerin
im Sinne von
Art.
19
Abs.
1 UVG
mehr zu erwarten, weshalb der Zeitpunkt des Fallabschlusses nicht zu beanstanden ist. Von weiteren Abklärungen
(
Urk.
1 S. 2)
ist vor diesem Hintergrund kein relevan
ter zusätzlicher Erkenntnisgewinn zu erwarten (antizipierte Beweiswürdigung; BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d, 136 I 229 E. 5.3).
5.
Damit erweist sich der
Einspracheentscheid
vom
1
0.
November 2022
als rechtens, was zur Abweisung der Beschwerde führt.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Das Verfahren ist kostenlos.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
X.___
-
Helsana Versicherungen AG
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
FehrEngesser