# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1765d4b2-bd4e-5e2b-a659-e0bd3a7b562a
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2006-08-24
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 24.08.2006 BH.2006.20
**Docket/Reference:** BH.2006.20
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BH-2006-20_2006-08-24

## Full Text

Beschwerde gegen die Abweisung eines Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP);;Beschwerde gegen die Abweisung eines Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP);;Beschwerde gegen die Abweisung eines Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP);;Beschwerde gegen die Abweisung eines Haftentlassungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP)

Entscheid vom 24. August 2006  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Andreas J. Keller und Tito Ponti,  
Gerichtsschreiber Hanspeter Lukács  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Bernard Rambert,  
 

Beschwerdeführer 
 

 gegen 
 
 
 
 
 
 

Vorinstanz 
 
 

  
SCHWEIZERISCHE BUNDESANWALTSCHAFT,  

 
Beschwerdegegnerin 

 
 
 
EIDGENÖSSISCHES UNTERSUCHUNGSRICH-
TERAMT 

 

Gegenstand  Beschwerde gegen die Abweisung eines Haftentlas-
sungsgesuchs (Art. 52 Abs. 2 BStP) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BH.2006.20 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Die Schweizerische Bundesanwaltschaft (nachfolgend „Bundesanwalt-
schaft“) eröffnete am 17. Dezember 2003 ein gerichtspolizeiliches Ermitt-
lungsverfahren gegen A. und Mitbeschuldigte wegen Verdachts der qualifi-
zierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Ziff. 1 
und 2 BetmG), ausgehend von einer kriminellen Organisation (Art. 260ter 

StGB). Seit dem 7. Juni 2004 befindet sich das Verfahren gegen A. und 
Mitbeschuldigte beim Eidgenössischen Untersuchungsrichteramt (nachfol-
gend „Untersuchungsrichteramt“) in der Voruntersuchung. Nachdem A. im 
Januar 2006 zunächst im Fahndungssystem RIPOL und danach internatio-
nal zur Verhaftung ausgeschrieben worden war, konnte er in Deutschland 
festgenommen und am 16. März 2006 in die Schweiz überführt werden. Am 
17. März 2006 verfügte der zuständige Untersuchungsrichter gegen A. Un-
tersuchungshaft wegen Flucht- und Kollusionsgefahr. Diese Verfügung 
blieb unangefochten. 
 
 

B. Mit Eingabe an das Untersuchungsrichteramt vom 14. Juli 2006 ersuchte A. 
um Entlassung aus der Haft. Die Bundesanwaltschaft widersetzte sich die-
sem Begehren mit Stellungnahme vom 19. Juli 2006.  

 
Das Untersuchungsrichteramt wies das Haftentlassungsgesuch mit Verfü-
gung vom 24. Juli 2006 ab und erkannte, dass A. wegen Flucht- und Kollu-
sionsgefahr in Untersuchungshaft verbleibe (act. 1.1). 

 
 
C. Gegen diese Verfügung führt A. mit Eingabe an die Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts vom 28. Juli 2006 Beschwerde mit dem Antrag auf 
Haftentlassung, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (act. 1). 

 
Bundesanwaltschaft und Untersuchungsrichteramt schliessen mit Antwort 
vom 3. bzw. 7. August 2006 auf Abweisung der Beschwerde (act. 3 und 4). 
 
Mit Replik vom 10. August 2006 hält A. am Beschwerdeantrag fest (act. 5). 
 
Auf die Ausführungen der Parteien und der Vorinstanz sowie die einge-
reichten Akten wird, soweit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Be-
zug genommen. 
 
 
 

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1.  
1.1 Der Beschuldigte kann jederzeit ein Haftentlassungsgesuch einreichen (Art. 

52 Abs. 1 BStP). Gegen die Abweisung durch den Untersuchungsrichter 
kann bei der Beschwerdekammer Beschwerde geführt werden (Art. 52 
Abs. 2 BStP). Die Beschwerde steht den Parteien und einem jeden zu, der 
durch eine Verfügung oder durch die Säumnis des Untersuchungsrichters 
einen ungerechtfertigten Nachteil erleidet (Art. 214 Abs. 2 BStP). Ist die 
Beschwerde gegen eine Amtshandlung des Untersuchungsrichters gerich-
tet, so ist sie innert fünf Tagen, nachdem der Beschwerdeführer von der 
Amtshandlung Kenntnis erhalten hat, einzureichen (Art. 217 BStP). 

 
1.2 Der Beschwerdeführer ist durch die Verweigerung der Entlassung aus der 

Untersuchungshaft beschwert und als Partei zur Beschwerde legitimiert. 
Die angefochtene Verfügung erging am 24. Juli 2006 (act. 1.1). Die Be-
schwerde wurde am 28. Juli 2006 (Postaufgabe) eingereicht und erfolgte 
damit innert der fünftägigen Frist. Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

 
 
2. Anordnung und Aufrechterhaltung von Zwangsmassnahmen setzen einen 

(fort)bestehenden Tatverdacht voraus. Untersuchungshaft setzt dabei ge-
mäss Art. 44 BStP voraus, dass gegen den Beschuldigten ein dringender 
Tatverdacht wegen eines Verbrechens oder Vergehens besteht und zu-
sätzlich, dass einer der besonderen Haftgründe der Kollusions- oder der 
Fluchtgefahr gegeben ist.  

 
 
3.  
3.1 Der Beschwerdeführer rügt in erster Linie, es bestehe im heutigen Zeit-

punkt kein dringender Tatverdacht. Er trägt vor, dass die eidgenössischen 
Behörden nunmehr schon seit 32 Monaten gegen ihn ermittelten und er seit 
bald fünf Monaten den Behörden für Einvernahmen zur Verfügung stehe. 
Die Anforderungen für die Annahme eines dringenden Tatverdachts seien 
heute zwingend viel höher anzusetzen als zu Beginn der Untersuchung.  

 
3.2 Ein dringender Tatverdacht liegt dann vor, wenn erstens nach dem gegen-

wärtigen Stand der Ermittlungen oder Untersuchungen aufgrund konkreter 
Anhaltspunkte eine hohe Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes strafbares 
Verhalten des Beschuldigten besteht und zweitens keine Umstände ersicht-
lich sind, aus denen schon zum Zeitpunkt der Anordnung der Untersu-
chungshaft oder deren Fortsetzung geschlossen werden kann, dass eine 

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Überführung und Verurteilung scheitern werde. Die Beweislage und damit 
die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung muss bezogen auf das jeweilige 
Verfahrensstadium beurteilt werden. Während zu Beginn eines Strafverfah-
rens eine noch wenig präzise Verdachtslage ausreicht, um Haft anzuord-
nen oder aufrechtzuerhalten, hat sich diese mit zunehmender Verfahrens-
dauer zu konkretisieren (vgl. TPF BH.2006.19 vom 10. August 2006 E. 2.1, 
BH.2006.12 vom 14. Juni 2006 E. 2.1, BH.2006.11 vom 6. Juni 2006 E. 
2.1, BH.2006.8 vom 24. April 2006 E. 2.1, BH.2006.5 vom 6. April 2006 E. 
4.1, BH.2006.2 vom 9. Februar 2006 E. 2.1, BH.2005.29 vom 3. Oktober 
2005 E. 2.1, BK_H 232/04 vom 26. Januar 2005 E. 2 je m.w.H.). Immerhin 
ist zu präzisieren, dass die diesbezüglichen Anforderungen nicht über-
spannt werden dürfen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn bereits in ei-
nem relativ frühen Stadium des Verfahrens ein eindeutiger Verdacht für ei-
ne bestimmte strafbare Handlung besteht. Geht es im Wesentlichen darum, 
Einzelheiten des Sachverhalts zu klären und die Akten beweismässig zu 
vervollständigen, kann nicht mehr eine erhebliche Verdichtung der Ver-
dachtslage verlangt werden, um ein Aufrechterhalten von Zwangsmass-
nahmen zu rechtfertigen. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass es die mit 
unterschiedlichen Zuständigkeiten verbundene Ausgestaltung des Bundes-
strafverfahrens mit gerichtspolizeilichem Ermittlungsverfahren, Voruntersu-
chung und Anklagestadium mit sich bringt, dass gewisse Verfahrensschritte 
ohne unmittelbaren Einfluss auf das Beweisergebnis sind. Die Verfahrens-
dauer ist für sich allein mithin kein Kriterium bezüglich des Konkretisie-
rungsgrades des Tatverdachts, sondern ist vielmehr in Beziehung zu den 
bereits vorgenommenen und den noch (soweit absehbar) vorzunehmenden 
Ermittlungs- bzw. Untersuchungshandlungen (vgl. Art. 101 Abs. 2 und 113 
BStP) zu setzen. Es wäre daher überspannt, bei Zwangsmassnahmen in 
jedem Stadium des Verfahrens eine in Relation zu einem früheren Stadium 
verdichtete Verdachtslage verlangen zu wollen (vgl. zum Ganzen TPF 
BB.2006.11 vom 10. Mai 2006 E. 4.1). Allenfalls kann in einer langen Ver-
fahrensdauer aber ein Verstoss gegen das strafprozessuale Beschleuni-
gungsgebot liegen. Dies kann eine Aufhebung der Zwangsmassnahme zur 
Folge haben (vgl. TPF BH.2005.30 vom 21. Oktober 2005 E. 5). 

 
3.3 Dem Beschwerdeführer werden in der angefochtenen Verfügung zur 

Hauptsache zwei strafrechtlich relevante Sachverhalte vorgeworfen, näm-
lich die Mitwirkung bei einem Transport von 10 kg Heroin durch B. von 
Spanien nach Genf im Dezember 2003 sowie die in Berlin erfolgte Entge-
gennahme einer ursprünglich für die Schweiz bestimmten Lieferung von 3-
5 kg Heroin im Februar/März 2004.  

 

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3.3.1 Der geständige B. wurde im Zusammenhang mit der vorerwähnten Heroin-
einfuhr am 8. Dezember 2003 in Genf verhaftet und am 20. Januar 2006 
wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu acht Jah-
ren Zuchthaus verurteilt (vgl. Untersuchungsakten [UA] pag. 05 07 012 und 
12 06 053). Er erklärte anlässlich seiner Einvernahme durch die (eidgenös-
sische) Untersuchungsrichterin vom 17. September 2004, den fraglichen 
Drogentransport im Auftrag eines „C.“ vorgenommen zu haben. Letzterer 
wurde von B. aufgrund einer Fotodokumentation als der vorliegende Be-
schwerdeführer identifiziert. Im weitern gab B. zu Protokoll, dass „C.“ Ver-
trauen in ihn gehabt habe, weil er für diesen schon in Deutschland Drogen 
transportiert bzw. in Dortmund abgeholt habe. Als Folgegeschäft des 
Transports aus Spanien hätte er von „C.“ in Genf 50-60 kg Heroin über-
nehmen und bei sich aufbewahren sollen (UA 12 06 023- 039). Diese Aus-
sagen belasten den Beschwerdeführer schwer. Sie sind zudem entgegen 
der Auffassung des Beschwerdeführers grundsätzlich verwertbar, nachdem 
dieser anlässlich der Zeugenbefragung vom 16. Mai 2006 Gelegenheit hat-
te, durch seinen Verteidiger Fragen an B. stellen zu lassen (Art. 6 Ziff. 3 lit. 
d EMRK; vgl. TPF SK.2004.14 und 15 vom 2. Juni 2005 E. 1.4.2, BK_B 
132/04 vom 21. Oktober 2004 E. 3 und 3.1, BV.2005.26 vom 
27. September 2005 E. 5.1). In jener Befragung erklärte B. indessen, dass 
er den Beschwerdeführer in der früheren Befragung grösstenteils zu Un-
recht angeschuldigt habe; namentlich sei dieser nicht Auftraggeber für den 
Drogentransport aus Spanien gewesen. Wegen massiver Drohungen, die 
nach seiner Verhaftung gegen seine Familienangehörigen seit Dezember 
2003 seitens ihm unbekannter Personen ergangen seien, habe er aus 
Hass oder Rache gegen den Beschwerdeführer und andere Personen 
mehr Belastendes ausgesagt. Er sei am Anfang der Meinung gewesen, 
dass der Beschwerdeführer mit der Lieferung von 10 kg Heroin zu tun ge-
habt habe, sei sich nachher aber nicht mehr sicher gewesen und habe 
deshalb seine Meinung geändert. Er wolle niemanden damit belasten, et-
was gemacht zu haben, wenn er es nicht gewesen sei (UA 12 06 052 ff.). 
Obwohl B. am Ende der Einvernahme zu Protokoll gab, sämtliche seiner 
bisherigen den Beschwerdeführer belastenden Aussagen seien falsch, ist 
damit für Letzteren im vorliegenden Verfahren noch nichts gewonnen. Vor-
ab fällt auf, dass das Aussageverhalten von B. vom 16. Mai 2006 äusserst 
widersprüchlich ist, erklärte er doch zunächst, früher gegen den Beschwer-
deführer zwar mehr ausgesagt zu haben, aber nicht sämtliche Belastungen 
zurücknehmen zu wollen, bevor er schliesslich seine belastenden Aussa-
gen insgesamt als falsch bezeichnete. Zudem gab er zu, den Beschwerde-
führer vor der Spanienreise getroffen zu haben und mit ihm während der 
Reise wie auch Minuten vor seiner Verhaftung in Kontakt gestanden zu 
sein, wobei diese Kontakte nicht das Heroingeschäft zum Gegenstand ge-

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habt haben sollen. Es steht sodann fest, dass B. bisher bei drei Einver-
nahmen den Beschwerdeführer als Auftraggeber des fraglichen Drogen-
transports sowie weiterer kleiner Drogentransporte bezeichnete (UA 12 06 
059), während er anlässlich der Zeugenbefragung nunmehr angab, den 
Namen des Auftraggebers nicht zu kennen (UA 12 06 055). Es ist nicht 
auszuschliessen, dass die Änderung seiner Aussage in diesem zentralen 
Punkt im Zusammenhang mit den massiven Drohungen gegen seine Fami-
lienangehörigen steht, zumal aufgrund der Telefonüberwachung und 
gleichzeitiger Observation vom 8. Dezember 2003 der Beschwerdeführer 
als (Mit-)Urheber der Drohungen verdächtigt wird (UA 13 10 0092 i.V.m. 09 
00 013). Mit Bezug auf die Glaubhaftigkeit der den Beschwerdeführer ent-
lastenden Aussagen von B. sind demnach ernsthafte Zweifel angebracht, 
weshalb diese den Tatverdacht nicht zu entkräften vermögen. Gemäss den 
Verfahrensakten stand der Mitbeschuldigte D. im Zentrum der Ermittlun-
gen; dieser wird verdächtigt, als zentrale Figur für zahlreiche Heroinliefe-
rungen und –verkäufe in bzw. über die Schweiz verantwortlich zu sein. D. 
wurde – nebst anderen Beschuldigten – am 26. März 2004 verhaftet; 
gleichzeitig wurden 10 kg Heroin sichergestellt (act. 1.1 S. 4 sowie UA 05 
07 001 ff., insbesondere 005). Die Kantonspolizei Bern hält mit Amtsbericht 
vom 28. Juni 2006 fest, dass vom 3. bis 9. Dezember 2003 mehrere Tref-
fen des Beschwerdeführers mit D. beobachtet wurden und beide identifi-
ziert werden konnten (UA 09 00 012 ff.). Da diese Kontakte in den Zeitraum 
des Herointransports durch B. fallen, stellen sie ein zusätzliches, den Be-
schwerdeführer belastendes Indiz dar. Daran ändert nichts, dass der Be-
schwerdeführer bestreitet, D. zu kennen (UA 13 10 0004 und 0063).  

 
3.3.2 Mit Bezug auf das Heroingeschäft in Berlin vom Februar/März 2004, bei 

welchem der Beschwerdeführer für D. in Berlin 3-5 kg Heroin übernehmen 
und in die Schweiz bringen sollte (UA 05 07 014 f.), steht fest, dass der Be-
schwerdeführer von Dezember 2003 bis Mai 2004 Inhaber einer auf seinen 
Namen lautenden Maestro-Karte war, mit der er über das Bankkonto seiner 
Ehefrau verfügen konnte (UA 07 01 0068). Mit dieser Karte wurden in der 
Zeit vom 9. Februar bis 12. März 2004 ausschliesslich in Berlin Bezüge ge-
tätigt (UA 07 01 0024 f.). Es kann daher davon ausgegangen werden, dass 
sich der Beschwerdeführer in jener Zeit mutmasslich in Berlin aufhielt, zu-
mal er nicht substanziiert bestreitet, im Besitz der Maestro-Karte gewesen 
zu sein (act. 1 S. 8). Damit verstärkt sich der Verdacht, dass er auch bei 
diesem Drogengeschäft eine Rolle gespielt hat. 

 
3.4 Nach dem Gesagten steht fest, dass der Tatverdacht gegen den Be-

schwerdeführer bereits in einem relativ frühen Verfahrensstadium, nämlich 
in den ersten Monaten der Voruntersuchung, sehr konkret war. Eine erheb-

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liche Verdichtung des Tatverdachts im weiteren Verlauf der Voruntersu-
chung kann daher nicht verlangt werden, zumal der Beschwerdeführer den 
Untersuchungsbehörden erst seit wenigen Monaten für eine Befragung zur 
Verfügung steht. Nachdem dieser in den bisherigen Einvernahmen wie 
auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren sämtliche Vorwürfe bestreitet, 
insbesondere auch den Umstand, Teilnehmer an überwachten Telefonge-
sprächen – selbst bei Anschlüssen, die ihm zugeordnet werden können – 
gewesen zu sein, ist dem Untersuchungsrichter der erforderliche zeitliche 
Rahmen zur Untersuchung der strafrechtlichen Vorwürfe zuzugestehen. 
Seit der Verhaftung des Beschwerdeführers wurden im Übrigen verschie-
dene Untersuchungshandlungen – nebst Einvernahmen desselben und ei-
nes Zeugen auch das Einholen von Amtsberichten sowie Abklärungen bei 
einer Bank, welche erst nach Kenntnis der Maestro-Karte des Beschwerde-
führers möglich waren – vorgenommen, welche teilweise zusätzlich zur 
Verdichtung des Tatverdachts beitrugen. Wie der Untersuchungsrichter zu 
Recht ausführt, bedingt das Aussageverhalten des Beschwerdeführers eine 
vertiefte Analyse der Telefongesprächsaufzeichnungen sowie allfällige Be-
fragungen von Mitbeschuldigten und weiteren Personen. Nach dem Gesag-
ten ist beim heutigen Verfahrensstand – auch dank der mehr als zwei Jahre 
dauernden Voruntersuchung – ein dringender Tatverdacht weiterhin zu be-
jahen. Dieser bezieht sich gemäss den vorstehenden Ausführungen auf 
den Vorwurf der qualifizierten Widerhandlung gegen das Betäubungsmit-
telgesetz. Im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens kann da-
hingestellt bleiben, ob sich auch der Verdacht auf Beteiligung an bzw. Un-
terstützung einer kriminellen Organisation soweit verdichtet hat, dass er ei-
nen (selbständigen) Haftgrund darstellt (Art. 44 BStP; vgl. act. 1 S. 8). 

 
 
4. Der Beschwerdeführer macht geltend, die Untersuchungshaft lasse sich 

selbst bei Vorliegen eines dringenden Tatverdachts nicht aufrecht erhalten, 
da weder Kollusions- noch Fluchtgefahr angenommen werden könne. 

 
4.1 Kollusionsgefahr besteht, wenn bestimmte Umstände befürchten lassen, 

der Beschuldigte beseitige Spuren der strafbaren Handlung oder verleite 
Zeugen oder Mitbeschuldigte zu Falschaussagen. Diese Gefahr muss kon-
kret sein und durch präzise Tatsachen untermauert werden (Entscheid des 
Bundesgerichts 1S.3/2005 vom 7. Februar 2005 E. 3.1.1; Piquerez, Procé-
dure pénale suisse, Zürich 2000, S. 500 N. 2349; TPF BH.2006.19 vom 
10. August 2006 E. 3). Das ist vorliegend der Fall. Mehrere Verdächtige 
wurden bisher verhaftet; es wäre willkürlich, einen einzelnen von ihnen – 
den Beschwerdeführer – in Freiheit zu belassen, falls Kollusionsgefahr nur 
im Verhältnis zu inhaftierten Mitbeschuldigten bestünde. Ausserdem würde 

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sich dadurch die Möglichkeit der Kontaktnahme mit Inhaftierten verbessern. 
Aufgrund des widersprüchlichen Aussageverhaltens von B. sowie der ge-
gen diesen ausgesprochenen Drohungen muss angenommen werden, 
dass der Beschwerdeführer nichts unversucht lassen würde, um diese im 
Strafvollzug befindliche Person im Hinblick auf eine weitere Einvernahme 
zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Sodann besteht Kollusionsgefahr im 
Verhältnis zum Mitbeschuldigten E., welcher flüchtig und international zur 
Verhaftung ausgeschrieben ist. Gemäss Bericht der Bundeskriminalpolizei 
vom 17. Mai 2004 konnten die deliktischen Tätigkeiten von D. und dessen 
in der Schweiz lebenden Mittäter nur aufgrund internationaler Kontakte, 
insbesondere zu E. und dessen Mittäter im Kosovo/Mazedonien, ausge-
führt werden (UA 05 07 001 ff., insbesondere 017). D. soll im Laufe des 
Jahres 2003 in der Schweiz die Rolle von E. übernommen haben, der sich 
auf den Balkan zurückgezogen und von dort aus Drogenlieferungen für D. 
organisiert haben soll (act. 1.1 S. 4). Aufgrund der mutmasslichen Kontakte 
des Beschwerdeführers zu D. ist anzunehmen, dass solche auch zu E. be-
standen haben. Damit ist das Interesse des Beschwerdeführers auch an 
einer Beeinflussung von E. offensichtlich. Im weiteren ist dem Untersu-
chungsrichter zuzustimmen, wonach eine vertiefte Analyse der Telefonge-
sprächsaufzeichnungen, die sich aufgrund der Bestreitungen seitens des 
Beschwerdeführers aufdrängt, sowie das Ergebnis des weiteren in Auftrag 
gegebenen Amtsberichts betreffend Observation des Beschwerdeführers 
(UA 09 00 022) zur Befragung weiterer Personen führen kann. Es gilt zu 
verhindern, dass der Beschwerdeführer mit diesen Kontakt aufnehmen und 
sie beeinflussen kann. Der Haftgrund der Kollusionsgefahr ist demzufolge 
gegeben. 

 
4.2 Fluchtgefahr besteht, wenn es aufgrund der persönlichen Situation des Be-

schuldigten und der Gesamtheit der Umstände wahrscheinlich ist, dass je-
ner sich der Strafverfolgung oder dem Strafvollzug entzieht, falls er in Frei-
heit gelassen wird (Entscheid des Bundesgerichts 1P.430/2005 vom 
29. Juli 2005 E. 5.1 m.w.H., namentlich BGE 117 Ia 69, 70 E. 4.a; TPF 
BH.2006.19 vom 10. August 2006 E. 4). Der Beschwerdeführer ist Schwei-
zer Bürger, seit elf Jahren mit einer Schweizerin verheiratet und in Zürich 
wohnhaft. Dennoch bestehen hinreichende Anhaltspunkte, die eine Flucht 
wahrscheinlich erscheinen lassen. Der 1972 geborene Beschwerdeführer 
stammt gemäss eigenen Angaben aus Serbien und kam 1992 in die 
Schweiz, wo er einen Asylantrag stellte. Von hier aus half er zunächst, die 
UCK im Kosovo, an deren Gründung er beteiligt war, aufzubauen. Von 
1997 bis 2001 nahm er am Krieg im Kosovo teil, wobei er zwischendurch 
seine Ehefrau in der Schweiz besuchte. Der Beschwerdeführer ist in der 
Politik (offenbar jener des Kosovo) auch heute noch stark engagiert, weilt 

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„immer ein paar Tage in Deutschland“, wo er seinen Kollegenkreis hat, und 
verbrachte dort schon einmal drei Jahre. Seit mindestens drei Jahren geht 
er zudem keiner geregelten Arbeit mehr nach, sondern erhält offenbar aus 
einer nicht deklarierten Quelle monatlich ca. EUR 400.-- bis 500.-- (UA 13 
10 0003 und 0058 ff.). Der Umstand, dass seine Schweizer Ehefrau als 
kantonale Angestellte ein regelmässiges Erwerbseinkommen erzielt, spricht 
entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers seinerseits noch nicht für 
eine tiefgreifende Beziehung zur Schweiz. Einerseits kann die Ehefrau ihrer 
ehelichen Unterstützungspflicht gemäss Art. 163 ZGB – sofern erforderlich 
– auch dann nachkommen, wenn sich der Beschwerdeführer im Ausland 
befindet. Andererseits ergibt sich aus den vorstehenden Ausführungen, 
dass der Beschwerdeführer vorwiegend seinen eigenen Interessen nach-
lebt und sich zu diesem Zweck oft und teilweise jahrelang im Ausland auf-
hält. Die ehelichen Bande scheinen somit nicht derart eng zu sein, dass sie 
den Beschwerdeführer zum Zweck der Strafverfolgung und des Verbüs-
sens einer allfälligen Freiheitsstrafe zum Verbleiben in der Schweiz verhal-
ten würden. Der Haftgrund der Fluchtgefahr ist damit ebenfalls zu bejahen. 

 
 
5. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegründet, wes-

halb sie abzuweisen ist. 
 
 
6. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer die Kosten zu 

tragen (Art. 245 BStP i.V.m. Art. 156 Abs. 1 OG). Die Gerichtsgebühr ist 
auf Fr. 1'500.-- festzusetzen (Art. 3 des Reglements vom 11. Februar 2004 
über die Gerichtsgebühren vor dem Bundesstrafgericht, SR 173.711.32). 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 
 
1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 
 

Bellinzona, 25. August 2006 
 
Im Namen der Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Bernard Rambert 
- Schweizerische Bundesanwaltschaft 
- Eidgenössisches Untersuchungsrichteramt 
 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung wegen Verletzung von Bundesrecht beim Bundesgericht Beschwerde geführt wer-
den. Das Verfahren richtet sich sinngemäss nach den Artikeln 214 bis 216, 218 und 219 des Bun-
desgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (Art. 33 Abs. 3 lit. a SGG). 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn die Rechtsmit-
telinstanz oder deren Präsident es anordnet.