# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd512d91-3f0e-5601-975d-edcb58df1481
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-03-07
**Language:** de
**Title:** Privater Gestaltungsplan in Wohnzone. Gegenüber Grundordnung verdichtete Bauweise. Vereinbarkeit mit regionaler und kommunaler Richtplanung.
**Docket/Reference:** BRGE II Nrn. 0029-0030/2017
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/BRGE_II_0029-0030_2017_185.pdf

## Full Text

BRGE II Nrn. 0029/2017 und 0030/2017 vom 7. März 2017 in BEZ 2017 Nr. 14 

3.  Das  Gestaltungsplangebiet  umfasst  die  gemäss  Bau-  und 
Zonenordnung  (BZO)  der  Wohnzone  W3  zugewiesenen  und  heute  mit 
Wohngebäuden überstellten Parzellen Kat.-Nrn. 1 und 2 sowie die Wegparzelle 
Kat.-Nr. 3,  welche  allesamt  im  Eigentum  der  Politischen  Gemeinde  X  stehen. 
(…)  Festgelegt  wurden  insgesamt  sechs  Baubereiche  (A-F)  für  Hochbauten 
sowie  ein  Bereich  für  unterirdische  Bauten.  Auf  der  Parzelle  Kat.-Nr.  2  im 
Süden  sind  zunächst  drei  Baubereiche  (A-C)  vorgesehen,  die  auf  eine 
Pflichtbaulinie ausgerichtet sind. Der vierte auf dieser Parzelle ausgeschiedene 
Baubereich (D) liegt hinter den Baubereichen B und C, d.h. westlich davon. Auf 
der  Parzelle  Kat.-Nr.  1  sind  zwei  weitere  Baubereiche  (E  und  F)  vorgesehen, 
welche je eine L-Form aufweisen und deren jeweils längere Seite auf die östlich 
daran verlaufende B.-Strasse ausgerichtet ist. Der Baubereich für unterirdische 
Bauten  erstreckt  sich  fast  über  den  gesamten  Gestaltungsplanperimeter.  Die 
bereits  bestehenden  Bauten 
sind  als 
Abbruchobjekte verzeichnet.  

im  Gestaltungsplanperimeter 

4.1  Der  Gestaltungsplan 

ist  ein  Sondernutzungsplan,  der  eine 
städtebaulich,  architektonisch  und  wohnhygienisch  einwandfreie  Überbauung 
anstrebt.  Zu  diesem  Zweck  stellt  er 
für  ein  bestimmtes  Gebiet  eine 
Spezialbauordnung  auf,  welche  von  den  allgemeinen  Festlegungen  der  Bau- 
und  Zonenordnung  abweicht  und  diese  überlagert.  So  werden  mit 
Gestaltungsplänen  für  bestimmt  umgrenzte  Gebiete  Zahl,  Lage,  äussere 
Abmessungen sowie die Nutzweise und Zweckbestimmung der Bauten bindend 
festgelegt; dabei darf von den Bestimmungen über die Regelbauweise und von 
den kantonalen Mindestabständen abgewichen werden (§ 83 Abs. 1 PBG). Der 
Gestaltungsplan  hat  auch  die  Erschliessung  sowie  die  gemeinschaftlichen 
Ausstattungen und Ausrüstungen zu ordnen, soweit sie nicht schon durch einen 
Quartierplan  geregelt  sind;  überdies  kann  er  Festlegungen  über  die  weitere 
Umgebungsgestaltung  enthalten 
(§ 83  Abs. 3  PBG).  Anders  als  bei 
Arealüberbauungen  und  Sonderbauvorschriften  sind  die  Grundeigentümer  im 
Perimeter  eines  Gestaltungsplans  an  dessen  Festlegungen  gebunden.  Die 
Grundordnung  wird  also  ersetzt,  womit  nur  noch  gestaltungsplankonform 
gebaut  werden  darf 
(vgl.  zum  Ganzen  Walter  Haller/Peter  Karlen, 
Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Bd. I, 3. A., 1999, Rz. 317 ff.).  

ihrer 

unbesehen 

4.2 Gemäss Lehre und Rechtsprechung hat sich die Rekursinstanz bei der 
Überprüfung  von  Nutzungsplänen  und  Sondernutzungsplänen  einschliesslich 
uneingeschränkten 
Quartierplänen 
Überprüfungsbefugnis  (vgl.  § 20  Abs.  1  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes 
[VRG])  aus  Gründen  der  aus  der  Gemeindeautonomie 
(Art. 50  der 
Bundesverfassung  [BV]  und  Art. 85  der  Zürcher  Kantonsverfassung  [KV]) 
abgeleiteten  Planungsautonomie  Zurückhaltung  aufzuerlegen.  Diese  Zurück-
haltung  gilt  insbesondere  dann,  wenn  es  auf  die  Beurteilung  der  örtlichen 
Verhältnisse  ankommt.  Zudem  ist  das  den  Gemeindebehörden  bei  der 
Nutzungsplanung zustehende erhebliche Ermessen zu berücksichtigen.  

grundsätzlich 

Mithin darf das Ermessen der Rekursinstanz nicht an die Stelle desjenigen 
der  Planungsbehörde  treten;  ihre  Lösung  darf  nicht  eine  andere  ebenso 

 
 
- 2-  

vertretbare  Lösung  ersetzen.  Die  Rekursinstanz  hat  vielmehr  nur  dann 
korrigierend  einzugreifen,  wenn  sich  die  kommunale  Planung  auf  Grund 
überkommunaler  Interessen  als  unzweckmässig  erweist,  den  wegleitenden 
Zielen  und  Grundsätzen  der  Raumplanung  widerspricht  oder  wenn  sie 
offensichtlich  unangemessen  ist.  Nicht  vorausgesetzt  ist  aber,  dass  die 
kommunale  Planfestsetzung  ohne  sachliche  Gründe  getroffen  wurde  oder 
schlechthin  unhaltbar  ist.  Insofern  ist  die  Gemeindeautonomie  durch  überge-
ordnetes Recht eingeschränkt, und die Gemeinde hat ihrem Planungsentscheid 
eine  nachvollziehbare  Würdigung  der  massgebenden  Verhältnisse  des 
Einzelfalls  sowie  eine  vertretbare  Interessenabwägung  zu  Grunde  zu  legen 
(Marco Donatsch, in: Kommentar VRG, 3. A., 2014, § 20 Rz. 77 ff.; VGr, 9. April 
2015, VB.2014.00077; BGr, 22. April 2015, 1C_429/2014, E. 2.2). 

5.1 Die Rekurrierenden bringen zunächst vor, die mit dem Gestaltungsplan 
angestrebte  Ausnützung  bzw.  die  bauliche  Dichte  sei  mit  den  Vorgaben  der 
übergeordneten  Richtplanung  unvereinbar.  Die  vom  Gestaltungsplanperimeter 
erfassten  Parzellen  befänden  sich  ausserhalb  des  Zentrums  und  ‒ abgesehen 
von  der  südlichsten,  an  den  Kreuzungsbereich  grenzenden  Ecke  des 
Grundstückes  Kat.–Nr. 2 ‒  ausserhalb  des  Siedlungsgebiets  «hohe  bauliche 
Dichte» gemäss regionalem Richtplan sowie vollumfänglich im Siedlungsgebiet 
«geringe  Dichte»  gemäss  kommunalem  Richtplan.  Die  mit  dem  Gestaltungs-
plan  angestrebte  Bruttogeschossfläche  sei  zu  hoch  und  führe  zu  einer 
Ausnützung,  welche  die  Vorgaben  der  Grundordnung  ‒ auch  bezüglich 
Arealüberbauungen –  um  ein  Vielfaches  übersteige  sowie  zu  einer  Dichte  in 
Köpfen  pro  Hektare,  welche  die  richtplanerischen  Vorgaben  um  rund  das 
Dreifache  übertreffe.  Von  einer  «angemessenen  baulichen  Verdichtung» 
gegenüber der Grundordnung, wie sie der kommunale Gesetzgeber in Gebieten 
mit  niedriger  Dichte  im  Rahmen  von  Arealüberbauungen  und  Gestaltungs-
plänen  (unter  qualitätssichernden  Auflagen)  für  möglich  erachte,  könne  nicht 
mehr  gesprochen  werden.  Mit  der  festgelegten  Bruttogeschossfläche,  welche 
selbstredend  einen  direkten  Einfluss  auf  die  äussere  Abmessung  der  Bauten 
habe, bewege sich der private Gestaltungsplan am allerobersten Ende dessen, 
was gemäss Richtplan in Gebieten «mit hoher Dichte» zulässig sei.  

5.2  Gemäss  § 16  Abs. 1  PBG  haben  die  Planungen  unterer  Stufen 
denjenigen  der  oberen  Stufe,  die  Nutzungsplanungen  jeder  Art  und  Stufe  der 
Richtplanung zu entsprechen.  

und 

einzig 

dieses 

lediglich 

letzteres 

Die  Rekurrierenden  gehen  zwar  mit  Recht  davon  aus,  dass  von  den 
Gestaltungsplangrundstücken  Kat.-Nrn.  1  und  2  gemäss  dem  regionalen 
südlichsten 
Richtplan 
Grundstücksbereich  von der  Festlegung  «hohe  Dichte» erfasst  ist.  Indes  weist 
die  Gemeinde  X  ebenso  zurecht  darauf  hin,  dass  den  richtplanerischen 
Festlegungen  keine  Parzellenschärfe  zukommt.  Auch  die  Auffassung  der 
Baudirektion  überzeugt,  wonach  die  Festlegung  der  Bebauungsdichte  auf 
Durchschnittswerten  beruhe  und  nicht  auf  das  einzelne  Grundstück 
hinuntergebrochen  werden  könne.  Mithin  lässt  sich  aus  der  nur  marginalen 
Einfärbung  eines  vom  Gestaltungsplanperimeter  erfassten  Grundstücks  nicht 
der  Schluss  ziehen,  dass  eine  hohe  bauliche  Dichte  für  das  gesamte 
Gestaltungsplangebiet  von  vornherein  ausser  Betracht  fällt.  Zu  beachten  ist 

im 

 
 
- 3-  

vielmehr, dass gemäss Richtplantext in besonders gut erschlossenen Gebieten 
eine  hohe  bauliche  Dichte  erwünscht  ist  (s.  Text  zum  Regionalen  Richtplan 
Zimmerberg,  Ziff.  2.3.5).  Das  Grundstück  Kat.–Nr.  2  ist  vollständig  und  das 
Grundstück  Kat.–Nr.  1  teilweise  von  der höchsten  bzw.  letzteres  teilweise  von 
der zweithöchsten ÖV-Güteklasse (Klasse A bzw. B) erfasst. Sie können somit 
durchaus  als  besonders  gut  erschlossen  betrachtet  werden.  Der  regionale 
Richtplantext  hält  weiter  fest,  dass  diese  Festlegung  nur  als  schematische 
Signatur dargestellt ist. Sie soll auf kommunaler Stufe mit Rücksicht auf Topo-
graphie, Wegnetz und Überbauungsstruktur angepasst werden. Sie kann auch 
ergänzt werden, wo z.B. ein Ortsbus eine mit der S-Bahn-Station gleichwertige 
Erschliessung mit öffentlichem Verkehr sicherstellt. Unter Berücksichtigung der 
Nähe zum Zentrum und Bahnhof von X sowie der guten Erschliessungssituation 
ist  nicht  zu  beanstanden,  wenn  die  Rekursgegnerinnen  im  Ergebnis  davon 
ausgehen,  dass  der  Gestaltungsplan  dem  regionalen  Richtplan  entspricht  und 
dessen Zielsetzung umsetzt.  

5.3  Mit  Bezug  auf  den  kommunalen  Richtplan  ist  –  wiederum  in 
Übereinstimmung mit den rekurrentischen Vorbringen  – zunächst festzuhalten, 
dass  die  Gestaltungsplangrundstücke  in  einem  Gebiet  mit  der  Festlegung 
«geringe Dichte» liegen. Allerdings schliesst diese Festlegung eine hohe Dichte 
selbst in diesen Gebieten nicht aus. Eine hohe Dichte ist gemäss Richtplantext 
dann  möglich,  wenn  die  betroffenen  Gebiete  mit  einer  Gestaltungsplanpflicht 
überlagert sind,  die  Verdichtung  angemessen  ist  und die Bauvorhaben auf  die 
gewachsene Siedlungsstruktur Rücksicht nehmen (s. Ziffern 4.1 und 4.1.2 des 
[kommunalen]  Richtplantextes). Im  vorliegend  fraglichen  und  gemäss  BZO  mit 
einer  Gestaltungsplanpflicht  überlagerten  Gebiet  kann  sich  somit  bei 
gegebenen Voraussetzungen (Angemessenheit der Verdichtung und Rücksicht-
nahme auf die gewachsene Siedlungsstruktur) auch eine höhere Dichte, als sie 
im  fraglichen  Gebiet  grundsätzlich  anzustreben  ist,  als  mit  der  kommunalen 
Richtplanung konform erweisen.  

Die  genannten  Vorgaben,  bei  deren  Erfüllung  eine  solche  Verdichtung 
erlaubt ist, sind indes bereits gestützt auf Art. 3 Abs. 2 lit. b RPG zu beachten, 
welche  Bestimmung  einerseits  einen  Rechtssetzungsauftrag  an  die  Kantone 
beinhaltet, welche die Einordnung von Bauten und Anlagen in die bauliche und 
landschaftliche  Umgebung  auf  der  Stufe  der  Baubewilligungen  regelmässig 
mittels  ästhetischer  Generalklauseln  verlangen  (vgl.  § 238  PBG),  gleichzeitig 
aber  auch  einen  allgemeinen  Planungsgrundsatz  bezeichnet.  Nach  dieser 
Bestimmung  haben  sich  Siedlungen,  Bauten  und  Anlagen  in  die  Landschaft 
einzuordnen.  Dies  haben  die  Behörden  bei  der  Ausübung  des 
ihnen 
zustehenden  Ermessens  –  sei  es  bei  der  Planfestsetzung  oder  bei  der 
Planverwirklichung  –  zu  beachten.  So  hat  sich  auch  die  zweckmässige 
Unterteilung  der  Bauzonen  in  Teilzonen  mit  unterschiedlichen  Nutzungen, 
Nutzungsdichten  und  Bauvorschriften  unter  anderem  an  der  Einordnung  von 
Siedlungen,  Bauten  und  Anlagen  in  die  Landschaft  zu  orientieren.  Dabei  ist 
insbesondere  zu  beachten,  dass  die  von  der  Zonenordnung  einmal 
vorgegebenen  Nutzungsmöglichkeiten 
im  Baubewilligungs-
verfahren  auch  ausgeschöpft  werden  dürfen,  ohne  dass  einem  Bauvorhaben 
mit  Bezug  auf  sein  Volumen  eine  Verletzung  der  ästhetischen  Generalklausel 
vorgeworfen werden kann (BGE 115 Ia 114 und 115 Ia 363 E. 3a; RB 1992 Nr. 

in  der  Regel 

 
 
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66  mit  Hinweisen).  Soweit  es  demnach  um  die  Zulassung  der  einzelnen 
Baukörper  geht,  insbesondere  um  deren  Höhe,  Länge,  Geschosszahl  und  um 
die  Grundstücksausnützung,  obliegt  es  der  Gemeinde,  die  unterschiedlichen 
Zonenarten  und  Teilzonen  im  Rahmen  der  Zonenplanung  derart  in  Beziehung 
zueinander  zu  setzen,  dass  sich  die  Bauten  und  Siedlungen  auch  bei 
Ausschöpfen  der  zugelassenen  Bauvolumina  genügend  in  die  Landschaft 
einordnen.  Dabei  ist  generell  den  Siedlungsrändern,  dies  insbesondere  im 
Bereiche  naturnaher  Landschaften  und  Wälder,  spezielle  Aufmerksamkeit  zu 
schenken  (vgl.  Art. 3  Abs. 2 
lit. d  und  e  RPG;  VGr,  7.  April  2004, 
VB.2004.00135, E. 4.3.1).  

Daraus  folgt,  dass  für  die  Frage  nach  einer  mit  der  Umgebung  noch 
verträglichen  Bebauungsdichte  und  Ausnützung  – und  vorliegend  somit  auch 
für  die  kommunale  Richtplankonformität –  mithin  massgebend  ist,  ob  sich  ein 
Bauvorhaben  mit  den  gemäss  Gestaltungsplanvorschriften  definierten  Aus-
massen rechtsgenügend in die Umgebung wird einordnen können. Es ist mithin 
zu  prüfen,  ob  die  von  den  Rekurrierenden  als  übermässig  monierten  Ab-
weichungen  von der Grundordnung  hinsichtlich  (Gesamt-)Höhe,  Geschosszahl 
und Länge sowie den einzuhaltenden Abständen (s. dazu unten) zu Baukörpern 
führt,  welche  der  bestehenden  Siedlungsstruktur  widersprechen.  Die  ebenfalls 
als  übermässig  monierte  bauliche  Dichte  bzw.  Ausnützung  hängt  mit  den  von 
den Rekurrierenden kritisierten Ausmassen künftiger Baukörper zusammen. Die 
Frage nach der zulässigen Ausnützung und damit einhergehend der baulichen 
Dichte  – soweit  wie  vorliegend  durch  die  Gestaltungsplanvorschriften  keine 
diesbezüglichen Vorgaben bestehen – ist deshalb nicht abstrakt aufgrund eines 
von  der  Grundordnung  bzw.  Richtplanung  abweichenden  Werts  (wie  die 
Ausnützung  oder  Anzahl  Bewohner  pro  Hektare)  zu  beurteilen.  Soweit  die 
Rekurrierenden  eine  mangelhafte  Ortsverträglichkeit  allein  damit  begründen, 
die  Gestaltungsplanvorschriften  erlaubten  ein  Mehrfaches  des  nach  der 
Grundordnung hinsichtlich Ausnützung an sich Zulässigen, vermögen sie allein 
aus diesem Umstand nichts zugunsten ihres Standpunktes abzuleiten.  

Hinsichtlich  der  Übereinstimmung  des  Gestaltungsplans  mit  der 
kommunalen  Richtplanung  ist  an  dieser  Stelle  somit  festzuhalten,  dass 
aufgrund  der  in  der  BZO  für  die  vorliegend  streitbetroffenen  Grundstücke 
festgelegten  Gestaltungsplanpflicht  auch  eine  höhere  Dichtestufe  als  die  von 
der  Richtplanung  grundsätzlich  vorgesehene  «geringe  Dichte»  nicht 
ausgeschlossen  ist.  Dass  das  fragliche  Gebiet  erst  kürzlich  dem  Gebiet  mit 
niedriger  Dichte  zugewiesen  wurde,  ändert  entgegen  der  Auffassung  der 
Rekurrierenden daran nichts. Die entsprechende Gestaltungsplanpflicht, welche 
sich  aus  dem  durch  den  Gesetzgeber  erlassenen  Zonenplan  ergibt  und  damit 
demokratisch  legitimiert  ist,  bestand  bereits  zum  Zeitpunkt  der  von  den 
Rekurrierenden  vorgebrachten  Richtplanänderung.  Indem  der  kommunale 
Richtplan  Gestaltungspläne  ausdrücklich  als  Instrumente  bezeichnet,  mit 
welchen  in  Gebieten  niedrigerer  Dichte  auch  eine  hohe  Dichte  angestrebt 
werden kann, erweist sich eine mit dem strittigen Gestaltungsplan angestrebte 
höhere Dichte im B.-Quartier nicht grundsätzlich als unzulässig.  

6.1  Die  Rekurrierenden  beanstanden  nebst  der  mit  dem  Gestaltungsplan 
angestrebten  Dichte  und  Ausnützung,  dass  dieser  eine  unzulässige  Erhöhung 

 
 
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der  Vollgeschosszahl  und  der  Gebäudehöhe  gestatte.  Statt  dreier  Vollge-
schosse  gemäss  Grundordnung  seien  mit  dem  Gestaltungsplan  deren  fünf 
sowie  ein  anrechenbares  Untergeschoss  möglich.  Die  Gebäudehöhe  würde 
zwischen 12 m und 18 m betragen. Damit weiche der Gestaltungsplan erheblich 
von der Grundordnung ab. Die Erhöhung der Gebäudehöhe und der Geschoss-
zahl  wirke  sich  umso  störender  aus,  als  gleichzeitig  die  anrechenbare 
Geschossfläche massiv erhöht werden solle. Es sei ein Zusammenspiel sämtli-
cher  Abweichungen,  welches  im  Ergebnis  Bauten  mit  quartierunverträglicher 
Grösse und Dichte ermögliche. (…)  

Der gesetzliche Strassenabstand gegenüber der B.-Strasse werde mit dem 
Gestaltungsplan  erheblich  unterschritten.  Beim  Baubereich  F  betrage  der 
Abstand zum Trottoir ca. 3 m. Beim Baubereich E werde ein Abstand von 0 m 
bis  3  m  ausgewiesen.  Der  kantonale  Strassenabstand  von  6  m  solle  also 
erheblich unterschritten werden. (…) 

Weiter sei die mit dem Baubereich E angestrebte Gebäudelänge von rund 
58 m  nicht  ortsverträglich.  Die  zulässige  Gebäudelänge  werde  mit  dem 
Gestaltungsplan  um  50 %  überschritten.  Das  nähere  Umfeld  sei  von  kleineren 
und  mittelgrossen  Gebäuden  mit  Gebäudelängen  zwischen  15  m  und  20  m 
geprägt, welche Durchblicke zwischen den einzelnen Häusern ermöglichten. In 
dieses Umfeld ordne sich ein geschlossener Riegel mit einer Länge von knapp 
60  m  nicht  rechtsgenügend  ein.  dies  umso  weniger,  als  er  sich  auch  punkto 
Geschosszahl  und  Gebäudehöhe  deutlich  von  den  umliegenden  Bauten  und 
den zonengemässen Baumöglichkeiten abhebe. (…) 

6.2  Mit  Gestaltungsplänen  kann  von  den  Bestimmungen  über  die 
Regelbauweise und von den kantonalen Mindestabständen abgewichen werden 
(§ 83 Abs. 1 Satz 2 PBG). 

Die Anforderungen und das Ausmass der in Gestaltungsplänen zulässigen 
Abweichungen  von  der  Grundnutzungsordnung  werden  im  PBG  nicht  näher 
umschrieben.  Nach  der  Rechtsprechung  dürfen  die  Abweichungen  aber  nicht 
dazu führen, dass die planerisch und demokratisch abgestützte Grundordnung 
ihres Sinngehalts entleert würde (BGE 135 II 209 E. 5.2).  

6.3 Vorab ist festzuhalten, dass die Rekursgegnerinnen einleuchtende und 
überzeugende  Gründe  für  das  geplante  Bebauungskonzept  nennen.  Mit  dem 
Gestaltungsplan  soll  die  in  einem  vorgelagerten  Prozess  definierte  Haupt-
zielsetzung (Ermöglichung von günstigem Wohnraum und weitgehender Erhalt 
der  zusammenhängenden  Freiräume)  umgesetzt  werden.  Es  soll  sowohl  eine 
höhere  Ausnützung  angestrebt  als  auch  eine  hohe  Freiraum-  und 
städtebauliche  Qualität  mit  quartierverträglicher  Erschliessung  gewährleistet 
werden.  Hierzu  wurden  wie  eingangs  erwähnt  sechs  Baubereiche  festgelegt. 
Durch Form und Anordnung der Baubereiche E und F sollen trotz Verdichtung 
grosszügige  und  für  die  Öffentlichkeit  zugängliche  Frei-  bzw.  Grünräume  im 
nord-  und  südwestlichen  Bereich  der  Gestaltungsplangrundstücke  erhalten 
bleiben. Die bis auf das Niveau der A.-Strasse festgelegten Baubereiche A bis 
C  sollen  mit  entsprechenden  Bauten  den  städtebaulichen  Rhythmus  der  A.-
Strasse  übernehmen  und  – unter  Abbruch  der  bei  der  Strasse  bestehenden 

 
 
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Mauern –  eine  Verbindung  zwischen  dem  Zentrum  und  dem  B.-Quartier 
herstellen. Das Konzept ist sachlich begründet und in sich stimmig.  

6.4  Die  Baubereiche  A  bis  C  sowie  auch  der  weiter  entfernte  Bereich  D 
orientieren  sich  denn auch an  der entlang  der A.-Strasse bereits bestehenden 
Bebauung  und  nehmen  eindeutig  Bezug  zur  dort  bestehenden  Struktur.  So 
weisen  sie  ähnliche  Gebäudebreiten  und  Abstände  auf.  (…)  Künftige  Bauten 
werden auch die Höhe dieser bestehenden Bauten nicht in erheblichem Masse 
übertreffen. 
(…)  Mit  den  künftigen  entlang  der  Pflichtbaulinie  zu 
positionierenden  Gebäuden  wird  die  Situation  aufgewertet  und  die  mit  dem 
Bebauungskonzept  angestrebte  Verbindung  zwischen  Zentrum  und  dem  B.-
Quartier erreicht. (…) 

6.6  Nicht  ins  Gewicht  fällt  sodann  der  Umstand,  dass  der  gesetzliche 
Strassenabstand zur B.-Strasse durch die Festlegung der Baubereiche E und F 
unterschritten  wird.  Auch  hierfür  nennt  die  Gemeinde  T.  aus  raumplanerischer 
Sicht  sachlich  nachvollziehbare  Gründe.  Die  zum  Gestaltungsplangebiet 
gehörende  B.-Strasse  soll  dadurch  optisch  verengt  werden.  Gemäss  Art. 12 
Abs. 2  GPV  ist  sie  denn  auch  als  Wohnstrasse  (verkehrsberuhigte  Strasse) 
auszugestalten.  Die  Zufahrt  ist  nur  für  Zubringer  und  für  Notfalldienste 
zugelassen. (…) 

6.8 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Grundordnung durch den 
Gestaltungsplan  nicht  ihres  Sinnes  entleert  wird.  Obschon  die  angestrebte 
bauliche Dichte mit den Rekurrierenden als hoch einzustufen ist, erweisen sich 
die aus dem Gestaltungsplan ergebenden Baumöglichkeiten in Umsetzung des 
dargelegten  überzeugenden  Bebauungskonzeptes  als  mit  der  bestehenden 
baulichen  Umgebung  verträglich  (Art. 3  Abs. 2  lit. b  RPG).  Die  Rügen  der 
Rekurrierenden  in  Bezug  auf  die  Dichte,  Ausnützung  und  Volumetrie  künftiger 
Bauten  (Länge  und  Höhe  bzw.  Geschossigkeit)  sowie  auf  die  einzuhaltenden 
Abstände erweisen sich als unbegründet. 

Auf  die  gewachsene  Siedlungsstruktur  im  Sinne  der  kommunalen  Richt-
planung  wird  ebenfalls  genügend  Rücksicht  genommen.  Die  angestrebte 
baulich  Dichte  kann  denn  auch  in  diesem  Sinne  als  angemessen  bezeichnet 
werden.  Ein  Widerspruch  zum  kommunalen  Richtplan  ist  entgegen  der 
Auffassung der Rekurrierenden nicht auszumachen.