# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2fa5fb7b-a62d-51a1-a0c3-3ae9515d932a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-10
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 10.01.2023 VBE.2022.219
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2022-219_2023-01-10.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2022.219 / sb / ce       
Art. 3 

 

 

Urteil vom 10. Januar 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Merkofer  

Gerichtsschreiber Berner  

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

vertreten durch MLaw Ivo Würsch, Rechtsanwalt, Hirschmattstrasse 15, 

6003 Luzern  

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern  

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 29. April 2022) 
 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1976 geborene Beschwerdeführer war seit dem 10. März 2015 bei der 

inzwischen aufgelösten B., Z., als Hafnermeister angestellt und in dieser 

Eigenschaft bei der Beschwerdegegnerin obligatorisch gegen die Folgen 

von Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten versichert. 

Am 18. Dezember 2015 verletzte er sich an den Fingern der linken Hand, 

als er diese beim Anheben eines Cheminéeofens einklemmte. In der Folge 

anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht für die Folgen 

des fraglichen Unfalls und richtete die gesetzlichen Leistungen (Heilbe-

handlung und Taggeld) aus. Nach weiteren medizinischen Abklärungen 

teilte sie ihm mit Schreiben vom 26. Juli 2021 mit, dass sie den Fall per 

31. August 2021 abschliessen werde. Mit Verfügung vom 26. November 

2021 sprach sie dem Beschwerdeführer sodann mit Wirkung ab 1. Septem-

ber 2021 bei einem Invaliditätsgrad von 45 % eine entsprechende Invali-

denrente und bei einer Integritätseinbusse von 20 % eine Integritätsent-

schädigung von Fr. 25'200.00 zu. Die dagegen erhobene Einsprache des 

Beschwerdeführers wies sie mit Einspracheentscheid vom 29. April 2022 

ab, soweit sie darauf eintrat. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 1. Juni 2022 fristgerecht Be-

schwerde und stellte folgende Anträge: 

 

"1. 
Der angefochtene Einspracheentscheid der Suva vom 29. April 2022 sei 
aufzuheben und dem Beschwerdeführer seien weiterhin, d.h. über den 
31. August 2021 hinaus, die ihm zustehenden Taggeld- und Heilbehand-
lungsleistungen zu erbringen. 
 
2. 
Eventualiter sei der angefochtene Einspracheentscheid der Suva vom 
29. April 2022 aufzuheben und zur Vornahme von weiteren medizinischen 
Abklärungen, insbesondere zur Einholung eines polydisziplinären Gutach-
tens, mit anschliessender Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen. Bis zur Neubeurteilung seien dem Beschwerdeführer weiterhin, d.h. 
über den 31. August 2021 hinaus, die ihm zustehenden Taggeld- und Heil-
behandlungsleistungen zu erbringen. 
 
3. 
Subeventualiter und für den Fall, dass am Fallabschluss per 31. August 
2021 festgehalten wird, seien in Abänderung des Einspracheentscheids 
der Suva vom 29. April 2022 die Rente, die Heilbehandlungsleistungen so-
wie die Höhe der Integritätsentschädigung unter Berücksichtigung der mit-
tels Beschwerde vorgebrachten Punkte neu zu beurteilen. Dabei seien 
dem Beschwerdeführer neben den notwendigen Heilbehandlungsleistun-
gen eine Invalidenrente nach Massgabe eines Invaliditätsgrads von min-
destens 80 % sowie eine Integritätsentschädigung, ausgehend von einem 
Integritätsschaden von mindestens 60 %, auszurichten.  

 - 3 - 

 

 

 

4. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 29. August 2022 beantragte die Beschwerdegeg-

nerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 

 

2.3. 

Mit Eingabe vom 20. September 2022 verurkundete der Beschwerdeführer 

weitere Akten und hielt im Wesentlichen an seinen Anträgen und deren Be-

gründung fest. Die Beschwerdegegnerin liess sich nicht mehr vernehmen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdegegnerin ging in ihrem Einspracheentscheid vom 29. April 

2022 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 390; vgl. auch die Verfügung der Be-

schwerdegegnerin vom 26. November 2021 in VB 359) gestützt auf Stel-

lungnahmen von Kreisarzt med. pract. C., Facharzt für Chirurgie, vom 

11. Mai 2021 (VB 282 f.) inklusive Ergänzungen vom 21. und 26. Juli 2021 

(VB 313 f.) sowie von ihrem Versicherungsmediziner Dr. med. D., Facharzt 

für Neurologie, vom 24. Juni 2021 (VB 297) im Wesentlichen davon aus, 

dass über den 31. August 2021 hinaus von weiteren Behandlungen kein 

namhafter Erfolg mehr zu erwarten gewesen sei. Die organisch nicht ob-

jektivierbaren beziehungsweise psychischen Beschwerden stünden in kei-

nem adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall vom 18. Dezember 

2015. Aufgrund der objektivierbaren Unfallfolgen sei der Beschwerdeführer 

in seiner angestammten Tätigkeit nicht mehr arbeitsfähig. In einer ange-

passten Tätigkeit bestehe demgegenüber eine Arbeitsfähigkeit von 88 %. 

Bei einem Invaliditätsgrad von 45 % habe er daher Anspruch auf eine ent-

sprechende Invalidenrente. Bei einer Integritätseinbusse von 20 % bestehe 

zudem Anspruch auf eine Integritätsentschädigung von Fr. 25'200.00. Der 

Beschwerdeführer bringt demgegenüber zusammengefasst vor, auf die 

Beurteilungen von med. pract. C. und Dr. med. D. könne nicht abgestellt 

werden. Insbesondere sei der Fallabschluss verfrüht erfolgt. Zudem lasse 

die Beschwerdegegnerin zahlreiche – zumindest teilweise natürlich-kausal 

auf den Unfall zurückzuführende – Beschwerden ausser Acht oder habe 

deren Massgeblichkeit zu Unrecht wegen fehlenden adäquaten Kausalzu-

sammenhangs zum Unfall verneint. Insgesamt habe die Beschwerdegeg-

nerin sowohl den Invaliditätsgrad als auch die Integritätsentschädigung zu 

niedrig festgesetzt.  

 

 - 4 - 

 

 

 

1.2. 

Soweit der Beschwerdeführer einen Anspruch auf Heilbehandlung nach 

Festsetzung der Rente (vgl. Art. 21 UVG) geltend macht, ist auf die Be-

schwerde mangels Anfechtungsobjekts nicht einzutreten, da die Beschwer-

degegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid darüber nicht entschie-

den hat (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_590/2021 vom 1. Dezem-

ber 2021 E. 4.1 mit Hinweisen). Damit ist streitig und nachfolgend zu prü-

fen, ob die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid vom 29. April 

2022 zu Recht die vorübergehenden Leistungen per 31. August 2021 ein-

gestellt und dem Beschwerdeführer per 1. September 2021 eine Invaliden-

rente aufgrund eines Invaliditätsgrads von 45 % sowie eine auf einer Integ-

ritätseinbusse von 20 % basierende Integritätsentschädigung zugespro-

chen hat.  

 

2. 

2.1. 

Am 1. Januar 2017 sind die Änderungen vom 25. September 2015 des 

UVG bzw. der UVV betreffend Unfallversicherung und Unfallverhütung in 

Kraft getreten. Gemäss Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung 

vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor dem Inkrafttreten der besagten Änderungen ereignet haben, nach 

bisherigem Recht gewährt. Der vorliegend streitige Vorfall ereignete sich 

am 18. Dezember 2015 weshalb das bis 31. Dezember 2016 in Kraft ge-

wesene Unfallversicherungsrecht zur Anwendung gelangt. 

 

2.2. 

Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG werden die Versicherungsleistungen, soweit 

das Gesetz nichts anderes bestimmt, bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfäl-

len sowie Berufskrankheiten gewährt. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die ver-

sicherte Person Anspruch auf eine zweckmässige Behandlung der Unfall-

folgen. Ist sie infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 

sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Wird sie infolge 

des Unfalles zu mindestens 10 % invalid, so hat sie nach Art. 18 Abs. 1 

UVG Anspruch auf eine Invalidenrente. Erleidet sie durch den Unfall eine 

dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychi-

schen Integrität, so hat sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsent-

schädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). 

 

Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Be-

handlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versi-

cherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs-

massnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem 

Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin 

(Art. 19 Abs. 1 UVG).  

 

 - 5 - 

 

 

 

2.3. 

2.3.1. 

Zur Beurteilung des Gesundheitszustands der versicherten Person ist 

die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen ange-

wiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Ver-

fügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes ist es, den Gesundheitszu-

stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemu-

tet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f. mit Hinweisen). Ferner hat 

der Arzt die Schätzung des Integritätsschadens vorzunehmen (PHILIPP 

PORTWICH, Die Integritätsentschädigung für psychische Unfallfolgen nach 

dem schweizerischen Bundesgesetz über die Unfallversicherung: Grundla-

gen und Hinweise für die gutachterliche Praxis, SZS 2009 S. 344). Die 

Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich ausschliesslich nach dem 

medizinischen Befund. Bei gleichem Befund ist der Integritätsschaden für 

alle Versicherten gleich. Er wird abstrakt und egalitär bemessen (RUMO-

JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversiche-

rungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. 2012, 

S. 166 mit Hinweisen). 

 

2.3.2. 

Der Versicherungsträger und das Gericht (vgl. Art. 61 lit. c in fine ATSG) 

haben die Beweise frei, das heisst ohne Bindung an förmliche Beweisre-

geln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwer-

deverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entschei-

den hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des 

streitigen Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-

ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 

abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 2.1 

S. 396). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entschei-

dend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Un-

tersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

2.3.3. 

Die Rechtsprechung hat den Berichten versicherungsinterner medizini-

scher Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt. Ihnen kommt praxisge-

mäss jedoch nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder einem 

 - 6 - 

 

 

 

im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag ge-

gebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff. und 122 V 157 

E. 1c S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsin-

ternen Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf man-

gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f. und 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrem Einspracheentscheid vom 

29. April 2022 in medizinischer Hinsicht auf die versicherungsinternen Be-

urteilungen von med. pract. C. und Dr. med. D..  

 

3.2. 

Kreisarzt med. pract. C. hielt in seinem Bericht vom 11. Mai 2021 über eine 

Untersuchung des Beschwerdeführers vom Vortag im Wesentlichen fest, 

der Beschwerdeführer berichte über brennende und pochende Ruhe-

schmerzen vor allem im Bereich des zweiten und dritten Fingers sowie 

auch der gesamten linken Hand mit Ausstrahlung entlang des linken Unter-

armes, wobei es unter Belastung zu einer deutlichen Beschwerdezunahme 

komme. Der Beschwerdeführer beklage ferner sehr störende nächtliche 

Schmerzen an gleicher Stelle. Subjektiv könne dieser die linke Hand nur 

als Hilfshand nutzen (VB 282, S. 9). Diagnostisch handle es sich um ein 

chronisches Schmerzsyndrom bei St. n. Umplatzierung des IPG in die 

rechte Flanke bei Überempfindlichkeit im Bereich der IPG-Etage mit Ver-

dacht auf einen low grade Neurostimulator-Infekt am 7. Januar 2020 bei 

Status nach Implantation eines SCS-Impulsgebers am 10. September 

2019 bei Status nach Implantation einer SCS-Testelektrode am 27. August 

2019 bei CRPS Typ I bei Status nach schwerem Quetschtrauma der linken 

Hand vom 16. (recte: 18.) Dezember 2015 mit chronischem Ekzem am 

zweiten und dritten Finger links und dystrophem zweiten und dritten Finger 

links. Ferner seien eine Psoriasis vulgaris vom Plaques-Typ, eine Lumbo-

ischialgie links bei einer Instabilität des Segments L5 bis S1 mit möglicher 

Affektion der beiden Nervenwurzeln L5 sowie mehrsegmentale Osteo-

chondrosen, Discus-Bulging L4-S1 mit Hinweisen auf rezessale Einengung 

beidseits, eine links extraforaminale Diskushernie L5/S1 mit Tangierung 

der linken Nervenwurzel L5 sowie ein Schulter-Nacken-Arm-Syndrom, am 

ehesten myofaszieller Genese, als nicht auf den Unfall vom 18. Dezember 

2015 zurückzuführende Nebendiagnosen zu stellen. Aus rein unfallchirur-

gischer Sicht sei von weiteren Behandlungen aktuell nicht mit überwiegen-

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der Wahrscheinlichkeit eine namhafte Besserung des "unfallbedingten Ge-

sundheitszustandes" zu erwarten (VB 282, S. 11). Bei dokumentierten of-

fenen Hautfissuren im Rahmen des chronischen Handekzems links sei 

"dringend" ein dermatologisches Konsil zu empfehlen. Aus unfallchirurgi-

scher Sicht sei die diagnostizierte Lumboischialgie links nicht als direkte 

oder indirekte Folge des Unfalls vom 18. Dezember 2015 zu werten. Es sei 

jedoch eine fachneurologische Beurteilung zu empfehlen. Die zuletzt aus-

geübte berufliche Tätigkeit als Kachelofenbauer sei wegen der damit ver-

bundenen sehr schweren handbelastenden Arbeiten nicht mehr zumutbar. 

Künftig sei höchstens mit der Möglichkeit sehr leichter Belastungen der lin-

ken Hand im Sinne einer Hilfshand zu rechnen (VB 282, S. 12). Ferner hielt 

med. pract. C. mit Beurteilung ebenfalls vom 11. Mai 2021 fest, es bestehe 

eine deutliche Einschränkung der Funktionalität der linken Hand mit aber 

noch erhaltener Funktion. Es sei daher von einer Integritätseinbusse von 

20 % auszugehen (VB 283, S. 1).  

 

3.3. 

Versicherungsmediziner Dr. med. D. hielt in seiner auf den Akten beruhen-

den fachneurologischen Stellungnahme vom 24. Juni 2021 im Wesentli-

chen fest, bei deutlicher Degeneration der LWS und typischen, zu einer 

Foramenstenose passend Nervenwurzelschmerzen handle es sich bei den 

vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden an der Wirbelsäule um 

eine Radikulopathie. Es bestehe kein natürlich-kausaler Zusammenhang 

zum Unfall vom 18. Dezember 2015 beziehungsweise zur 2019 erfolgten 

Implantation eines SCS (VB 297). 

 

3.4. 

Mit Stellungnahme vom 21. Juli 2021 heilt med. pract. C. sodann unter Be-

zugnahme auf die Beurteilung von Dr. med. D. vom 24. Juni 2021 sowie 

einen Bericht des Zentrums E. vom 5. Juli 2021 (VB 306) im Wesentlichen 

an seiner Einschätzung vom 11. Mai 2021 fest. Bezüglich der Arbeitsfähig-

keit ergänzte er, es bestehe in einer angepassten sehr leichten Tätigkeit 

eine ganztägige Arbeitsfähigkeit mit zwei zusätzlichen Pausen von je 

30 Minuten pro Arbeitsschicht. Nicht möglich seien dem Beschwerdeführer 

Tätigkeiten, welche ein kraftvolles Zupacken mit der linken Hand, gute fein-

motorische Fähigkeiten oder eine gute Greiffunktion der linken Hand erfor-

dern. Aus Sicherheitsgründen solle der Beschwerdeführer ferner keine Ge-

rüstarbeiten verrichten und keine Leitern besteigen. Ausserdem sei auf Tä-

tigkeiten zu verzichten, welche mit Schlägen oder Vibrationen für die linke 

obere Extremität verbunden sind oder unter schlechten Wetterverhältnis-

sen wie Kälte oder Nässe verrichtet werden. Die (adominante) linke Hand 

könne nur als "sogenannte Hilfshand" genutzt werden (VB 313, S. 2). 

 

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4. 

4.1. 

Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin stellen die erwähnten ver-

sicherungsinternen medizinischen Beurteilungen keine taugliche Grund-

lage zur Beurteilung des Gesundheitszustands und folglich der weiteren 

Leistungsansprüche des Beschwerdeführers dar. So hielt med. pract. C. in 

seinem Untersuchungsbericht vom 11. Mai 2021 fest, bezüglich des Han-

dekzems sei ein dermatologisches Konsil zur Feststellung notwendig, "ob 

eventuell ein weiteres diagnostisches oder therapeutisches Procedere an-

zustreben ist und ob dadurch mit einer namhaften Besserung des unfallbe-

dingten Gesundheitszustandes zu rechnen ist" (VB 282, S. 12). Ein solches 

fand denn in der Folge auch statt. Dem entsprechenden Bericht von 

Dr. med. F., Facharzt für Dermatologie und Venerologie, und Assistenzarzt 

Dr. med. G., Kantonsspital H., vom 10. August 2021 ist im Wesentlichen zu 

entnehmen, es handle sich um ein wahrscheinlich endogen vermitteltes 

und kaum auf ein Kontaktgeschehen zurückzuführendes dyshidrotisches 

Ekzem. Es bestünden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Eine 

merkliche Funktionseinschränkung der linken Hand stehe ausser Frage. 

Diese sei aber "mehrheitlich auf das CRPS und weniger auf die Ekzem-

herde zurückzuführen". Somit würde eine Therapie "einzig Einfluss auf das 

Ekzem ausüben und nicht auf die Funktionseinschränkung der Hand" 

(VB 332, S. 2). Aus dem daraufhin am 29. April 2022 von Assistenzarzt 

Dr. med. I., Kantonsspital H., verfassten Kostengutsprachegesuch geht 

hervor, dass es vor etwa zwei Monaten zu einer akuten Verschlechterung 

des Handekzems gekommen sei. Unter entsprechender Therapie sei es "in 

den letzten Wochen" bereits zu einer leichten Verbesserung gekommen. 

Man erhoffe sich durch die Fortführung der Therapie eine weitere Verbes-

serung (VB 388, S. 2). Diese Einschätzung wurde med. pract. C. vor Erlass 

des Einspracheentscheids vom 29. April 2022 nicht mehr vorgelegt, und 

weder er noch Dr. med. D. äusserten sich zu diesem Problemkomplex in 

ihren von der Beschwerdegegnerin mit Vernehmlassung vom 29. August 

2022 verurkundeten ergänzenden Stellungnahmen vom 12. beziehungs-

weise 24. August 2022. Es erscheint damit zum einen nicht geklärt, ob von 

einer dermatologischen Behandlung noch eine namhafte Besserung des 

unfallbedingt beeinträchtigten Gesundheitszustands zu erwarten ist, was 

indes Voraussetzung für den von der Beschwerdegegnerin vorgenomme-

nen Fallabschluss ist (vgl. dazu E. 2.2. sowie statt vieler BGE 134 V 109 

E. 3 ff. S. 112 ff. und 133 V 64 E. 6.6.2). Zum anderen lässt sich aufgrund 

der vorhandenen medizinischen Akten nicht zuverlässig beurteilen, ob und 

gegebenenfalls inwiefern die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in ei-

ner angepassten Tätigkeit (auch) aufgrund des Handekzems einge-

schränkt ist, wird dies doch weder von den behandelnden Ärzten des Be-

schwerdeführers noch in den von der Beschwerdegegnerin eingeholten 

versicherungsinternen Beurteilungen hinreichend thematisiert. Bereits die-

ser Umstand begründet zumindest geringe Zweifel an der versicherungsin-

ternen Beurteilung von med. pract. C..  

 - 9 - 

 

 

 

4.2. 

Ähnliches gilt für die Einschätzung von Dr. med. D.. So macht der Be-

schwerdeführer geltend, an einer schmerzbedingten Insomnie zu leiden. 

Darauf hatte er beziehungsweise sein Rechtsvertreter zuvor bereits in der 

E-Mail vom 11. August 2021 (VB 325, S. 1) sowie in der Einsprache vom 

27. Januar 2022 (VB 371, S. 4 und S. 6) explizit hingewiesen. Aus dem Be-

richt von Dr. med. J., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie 

für Neurologie, und der Psychologin MSc K., Y., vom 24. September 2021 

geht hervor, bezüglich der vom Beschwerdeführer geklagten nächtlichen 

Schlafstörungen, die sich "stark leistungsmindernd und beeinträchtigend 

auswirk[t]en", sei "am ehesten von einer chronischen Insomnie (ICD-10: 

F51.0) auszugehen" (VB 339, S. 11). Dem Bericht von Dr. med. L., Fach-

arzt für Allgemeine Innere Medizin sowie für Pneumologie, Oberarzt M., 

Facharzt für Anästhesiologie, und des Physiotherapeuten N., Zentrum O., 

vom 29. Oktober 2021 ist zudem zu entnehmen, dass zur Beurteilung der 

weiteren Therapie (auch) die Ergebnisse einer geplanten Abklärung in ei-

ner Schlafklinik abzuwarten seien (VB 349, S. 3). Mit Beschwerde vom 

1. Juni 2022 verurkundete der Beschwerdeführer einen Bericht von 

Dr. med. P., Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin sowie für Pneumo-

logie, Klinik Q., vom 3. Februar 2022, welchem unter anderem die Diagno-

sen einer chronischen Ein- und Durchschlafinsomnie sowie einer zirkadia-

nen Rhythmusstörung, die ätiologisch primär schmerzbedingt sei und diffe-

rentialdiagnostisch eine psychophysiologische Komponente aufweise, zu 

entnehmen sind (Beschwerdebeilage [BB] 7). Der von der Beschwerde-

gegnerin mit Vernehmlassung vom 29. August 2022 eingereichten ergän-

zenden Stellungnahme von Dr. med. D. vom 24. August 2022 ist in dieser 

Hinsicht zu entnehmen, dass "eine natürliche Unfallkausalität […] aufgrund 

der Genese einer mangelnden Schlafhygiene und psychophysiologischer 

Insomnie" nicht bestehe. Es fehle zudem "bei lediglich grenzwertigem Fati-

gue Score und gar fehlender Tagesmüdigkeit" an einer Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Dem vom Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. Sep-

tember 2022 verurkundeten "Austrittsbericht Schlafmedizin" von Dr. med. 

R., Fachärztin für Neurologie, Klinik Q., vom 17. August 2022 ist demge-

genüber im Wesentlichen zu entnehmen, die chronische Insomnie sei 

"überwiegend somatisch bedingt bei chronischen Schmerzen" beziehungs-

weise "schmerzassoziiert". Der Beschwerdeführer schildere eine Tages-

müdigkeit und zum Teil Tagesschläfrigkeit. Polysomnographisch imponiere 

ein stark fragmentierter und instabiler Schlaf mit objektiv stark verkürzter 

Nettoschlafdauer mit kompletter REM-Suppression und einem schweren 

Hyperarousal. Wenn auch eine apparative Differenzierung zwischen spon-

tanen und schmerzbedingten Arousals unmöglich sei, so erscheine das be-

obachtete Ausmass doch als sehr hoch, weshalb eine Schmerzassoziation 

anzunehmen sei. Therapeutisch sei zuerst das ebenfalls bestehende 

schwere obstruktive Schlafapnoesyndrom zu behandeln und erst im Falle 

des Anhaltens der Ein- und Durchschlafstörung eine spezifische Insomni-

etherapie zu beginnen. Es werde sich im Verlauf "weisen, wieweit sich trotz 

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der Schmerzstörung der Schlaf optimieren" lasse. Zur Arbeitsfähigkeit 

könne aus somnologischer Sicht noch nicht abschliessend Stellung genom-

men werden, eine solche sei aber angesichts der aktuell bestehenden stark 

verkürzten Nettoschlafdauer selbst unter Ausserachtlassung der 

Schmerzerkrankung und der psychischen Faktoren "im Moment schwer 

vorstellbar". Diese fachmedizinischen Beurteilungen der Klinik Q., welche 

zudem jeweils von Inhaberinnen des Fähigkeitsausweis Schlafmedizin der 

Schweizerischen Gesellschaft für Schlafforschung, Schlafmedizin und 

Chronobiologie (SGSSC) verfasst wurden, stehen bezüglich der Insomnie 

in einem unauflösbaren Widerspruch zur bestenfalls knapp begründeten 

Einschätzung von Dr. med. D.. Ob die Insomnie durch die unbestrittener-

massen auf den Unfall vom 18. Dezember 2015 zurückzuführende 

Schmerzstörung (mit-)bedingt und dementsprechend (mindestens teil-

weise) auf den fraglichen Unfall zurückzuführen ist, erscheint damit aktuell 

unklar.  

 

4.3. 

Bereits diese beiden Umstände genügen, um an den von der Beschwerde-

gegnerin eingeholten versicherungsinternen Beurteilungen zumindest ge-

ringe Zweifel zu begründen, weshalb darauf nicht abgestellt werden kann 

(vgl. vorne E. 2.3.3.). Die sachverhaltlichen Abklärungen der Beschwerde-

gegnerin erweisen sich damit als unzureichend, weshalb eine Beurteilung 

des weiteren Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers im Zusammen-

hang mit dem Unfall vom 18. Dezember 2015 aktuell nicht möglich ist. Die 

Beschwerdegegnerin wird folglich weitere medizinische Abklärungen in 

Form der Einholung eines (alle aus unfallversicherungsrechtlicher Sicht re-

levanten gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Beschwerdeführers 

umfassenden) verwaltungsexternen Gutachtens zu tätigen haben (vgl. 

BGE 135 V 465 E. 4 S. 467 ff. und Urteil des Bundesgerichts 8C_92/2018 

vom 7. August 2018 E. 5.2.3), um alsdann ihre weitere Leistungspflicht er-

neut zu beurteilen. Angesichts dieses Ergebnisses kann offen bleiben, ob 

die Beschwerdegegnerin – wie dies der Beschwerdeführer geltend macht 

(Beschwerde, Rz. 10) – im angefochtenen Einspracheentscheid ihrer Be-

gründungspflicht ungenügend nachgekommen ist und damit dessen An-

spruch auf rechtliches Gehör verletzt hat. 

 

5. 

Zusammenfassend ist der Einspracheentscheid vom 29. April 2022 damit 

in teilweiser Gutheissung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist, 

aufzuheben und die Sache eventualantragsgemäss an die Beschwerde-

gegnerin zurückzuweisen, damit diese nach Vornahme der erwähnten not-

wendigen weiteren Sachverhaltsabklärungen (Einholung eines Gutach-

tens) neu über den weiteren Leistungsanspruch des Beschwerdeführers im 

Zusammenhang mit dem Unfall vom 18. Dezember 2015 entscheide.  

 

 - 11 - 

 

 

 

6. 

6.1. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG). 

 

6.2. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz seiner 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), gilt doch die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzen-

der Abklärungen als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 215 

E. 6.1 S. 235).  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wird, 

wird der Einspracheentscheid vom 29. April 2022 aufgehoben und die Sa-

che im Sinne der Erwägungen zur weiteren Abklärung sowie zur neuerli-

chen Entscheidung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'700.00 zu bezahlen. 

 

 
   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter; 2-fach) 

die Beschwerdegegnerin 

das Bundesamt für Gesundheit 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6,  

6004 Luzern, zuzustellen.  

 - 12 - 

 

 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 10. Januar 2023 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Berner