# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3415e442-f23f-5f72-81a0-dbf3f1c96e1b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 22.08.2023 A 2023 15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_A-2023-15_2023-08-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

A 23 15

4. Kammer 

Vorsitz Audétat

RichterInnen Stöhr und Brun

Aktuarin ad hoc Zindel

URTEIL

vom 22. August 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Laura Oesch, 

Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer

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I. Sachverhalt:

1. A._____ arbeitet als Chauffeur und interessiert sich für schnelle Autos. Bei 

der Ausstrahlung eines Formel 1-Rennens habe er die Möglichkeit gehabt, 

Fragen zu beantworten und an einer Verlosung teilzunehmen. Am 12. De-

zember 2021 wurde sein Los gezogen und in der Sendung wurde mitge-

teilt, er hätte einen Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio gewonnen.

2. Den Teilnahmebedingungen des Zuschauer-Wettbewerbs "Formel 1" des 

Folgejahres ist zu entnehmen, dass die Preise bis zur Übergabe an die 

Gewinner im "Besitz" der Preissponsoren verbleiben. Entsprechend hat 

A._____ das Auto nicht bereits am nächsten Tag und auch nicht bis zum 

31. Dezember 2021 erhalten. Folglich reichte er am 24. Juni 2022 die 

Steuererklärung für das Jahr 2021 ein. Dabei deklarierte er ein steuerba-

res Einkommen für die Kantons- und Gemeindesteuer in Höhe von CHF 

45'990.-- und für die direkte Bundessteuer in Höhe von CHF 49'584.--.

3. Die Eigentumsübertragung mittels Übergabe des Fahrzeugs, der Schlüs-

sel und der Papiere hat erst im Sommer 2022 stattgefunden. Das Fahr-

zeug hat A._____ mittlerweile für CHF 85'000.- weiterverkauft.

4. Wie der definitiven Veranlagungsverfügung Kantons- und Gemeinde-

steuer 2021 und der Definitiven Veranlagungsverfügung Direkte Bundes-

steuer 2021 (Bf.-act.7), beide vom 24. Oktober 2022, zu entnehmen ist, 

hat die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden das Auto als Gewinn 

im Jahr 2021 aufgerechnet. Ausserdem erliess die Steuerverwaltung am 

31. Oktober 2022 eine Bussverfügung wegen versuchter Steuerhinterzie-

hung. 

5. Gegen die Steuerveranlagung für das Jahr 2021 und die Bussverfügung 

wegen versuchter Steuerhinterziehung erhob A._____ am 21. November 

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2022 Einsprache und beantragte, das steuerbare Einkommen der definiti-

ven Veranlagungsverfügung für das Steuerjahr 2021 sei aufzuheben und 

neu zu veranlagen (Bundessteuern: 49'500.-; Kantons- und Gemeinde-

steuern: CHF 46'700.-). Ausserdem sei die Bussverfügung ersatzlos auf-

zuheben.

6. Während die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden die Einsprache 

gegen die Strafsteuer guthiess, wies sie die Einsprache gegen die Veran-

lagung für das Jahr 2021 mit Einspracheentscheid vom 6. März 2023 ab. 

Begründend fügte sie an, sie habe am 24. Januar 2023 von der Schwei-

zerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) die Information über den 

Naturalgewinn mit einem Wert von CHF 105'000.-- mittels Formular 122 

der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) erhalten. Darauf sei als 

Datum der Resultatermittlung der 12. Dezember 2021 vermerkt. Den Aus-

führungen von A._____ entgegnet die Steuerverwaltung des Kantons 

Graubünden, dass durch Ziehung und Kommunikation an den Gewinner 

ein Rechtsanspruch des Gewinners bestehe und sie daher eine Besteue-

rung im Jahr 2021 und nicht erst bei Übergabe des Gewinnes, im Jahr 

2022, als korrekt erachten würde.

7. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend Be-

schwerdeführer) am 12. April 2023 (Datum Poststempel) Beschwerde am 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit folgenden Rechtsbe-

gehren: 

1. Das steuerbare Einkommen der definitiven Veranlagungsverfügung für 

das Steuerjahr 2021 (Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte 

Bundessteuern) sei aufzuheben und neu zu veranlagen auf: Bundes-

steuern: CHF 49'500; Kantons- & Gemeindesteuern: CHF 46'700.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerde-

gegnerin.

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8. Dabei machte er im Wesentlichen geltend, dass er per 31. Dezember 2021 

weder Eigentum am Fahrzeug noch eine durchsetzbare Forderung gegen 

die SRG oder den Hauptsponsor hatte, weshalb die Erfüllung des Ge-

winnanspruchs unsicher gewesen sei und nicht als Gewinn für das Jahr 

2021 aufgerechnet werden könne.

9. Mit je einer separaten Vernehmlassung für die Gemeinde- und Kantons-

steuer sowie für die Bundessteuer, beide datiert vom 4. Mai 2023, bean-

tragte die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden (nachfolgend Be-

schwerdegegnerin) die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde be-

ziehungsweise für die Bundessteuer die Abweisung, sofern darauf einzu-

treten sei (vgl. hierzu Art. 3.1 ff.). Zu den Ausführungen in der Beschwer-

deschrift entgegnete die Beschwerdegegnerin unter Verweis auf die 

Rechtsprechung, dass Einkommen steuerrechtlich in dem Zeitpunkt als 

zugeflossen und erzielt gelte, in welchem der Steuerpflichtige eine Leis-

tung vereinnahme oder einen festen Rechtsanspruch darauf erworben 

habe, über welchen er tatsächlich verfügen könne. Die Steuerpflicht ent-

stehe demgemäss entweder beim Forderungserwerb (Soll-Methode) oder 

bei der Leistung (Zahlung; Ist-Methode), wobei die Besteuerung im Zeit-

punkt des Forderungserwerbs vorherrschend sei. Nur wenn die Erfüllung 

der Forderung als unsicher betrachtet werden müsse, werde mit der Be-

steuerung zugewartet.

10. In der Replik vom 17. Mai 2023 hält der Beschwerdeführer an seinen 

Rechtsbegehren und im Wesentlichen auch an der Begründung fest. Auch 

die Beschwerdegegnerin machte in ihrer Duplik vom 26. Mai 2023 nur Aus-

führungen zur Eintretensfrage und zur Höhe des Streitwerts. Ein weiterer 

Schriftenwechsel wurde nicht angeordnet und fand auch nicht statt.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gegen Einspracheentscheide und Entscheide über Steuererlasse kann 

der Steuerpflichtige innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheides beim 

Verwaltungsgericht schriftlich Beschwerde erheben (Art. 139 Abs. 1 Steu-

ergesetz für den Kanton Graubünden [StG]; BR 720.000). Im Verwaltungs-

verfahren hat das Verwaltungsgericht die gleichen Befugnisse wie die Ver-

anlagungsbehörde im Veranlagungsverfahren (Art. 140 Abs. 2 Steuerge-

setz Graubünden).

2. Das Verwaltungsgericht entscheidet in der Regel in der Besetzung mit drei 

Richterinnen und Richtern (Art. 43 Abs. 1 des Gesetzes über die Verwal-

tungsrechtspflege [VRG]; BR 370.100). Es entscheidet in einer Fünferbe-

setzung über die Beschwerden gegen Entscheide der Regierung oder des 

Grossen Rats; Beschwerden gegen rechtsetzende Erlasse sowie bei 

Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung und auf Anordnung der oder 

des Vorsitzenden (Art. 43 Abs. 2 VRG). Wie bereits ausgeführt, besteht 

Uneinigkeit zwischen den Parteien, was die Höhe des Streitwertes angeht. 

Während die Beschwerdegegnerin von einem Streitwert von knapp 

CHF 2'900.-- ausgeht, was einzelrichterlich entschieden werden könnte 

(vgl. Art. 43 Abs. 3 VRG), geht der Beschwerdeführer von einer Differenz 

von CHF 6'199.45 aus (CHF 23'996.35, wenn der Gewinn im Jahr 2022 

veranlagt werden würde und CHF 30'165.80 für das Jahr 2021).

2.1 Die Beschwerdeführerin legt der Duplik eine Tabelle bei (Bg-act. zur Du-

plik 1), wonach sie einmal die Besteuerung der Jahre 2021 und 2022 mit 

Besteuerung des Gewinns im Jahr 2021 (CHF 30'165.80 + CHF 2'303.45 

= CHF 32'469.25) und einmal die Steuerlast der Jahre 2021 und 2022 mit 

Besteuerung des Lotteriegewinns im Steuerjahr 2022 (CHF 24'037.35 + 

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CHF 5'533.20 = CHF 39'570.55) berechnet. Nach Auffassung der Be-

schwerdegegnerin ergibt sich der Streitwert aus der Differenz dieser bei-

den Beträge, also CHF 2'898.70 (CHF 32'469.25 – 29'570.55 = CHF 

2'898.70). 

2.2 Der Beschwerdeführer hingegen berechnet den Streitwert, in dem er die 

Steuerbelastung des Jahres 2021 bei einer Versteuerung des Gewinns im 

entsprechenden Jahr (also CHF 30'165.80) mit der Steuerbelastung des 

Jahres 2022 bei einer Versteuerung des Gewinns im entsprechenden Jahr 

(also CHF 23'996.35 bzw. gemäss Steuerverwaltung CHF 24'037.35) ver-

gleicht. Dabei lässt er die Steuern die jeweils im anderen Jahr, d.h. ohne 

Versteuerung des Gewinns, bezahlt werden müssten, fälschlicherweise 

ausser Acht und geht so von einem Streitwert in der Höhe von 

CHF 6'169.45 aus.

2.3 Betreffend Streitwertberechnung ist der Auffassung der Steuerverwaltung 

zu folgen, womit der Streitwert unter CHF 5'000.- liegt und grundsätzlich 

einzelrichterlich entschieden werden könnte (vgl. Art. 43 Abs. 3 VRG). Da 

der Beschwerdeführer von einem Streitwert von über CHF 6'000.-- aus-

geht, hat das Gericht dennoch in Dreierbesetzung zu entscheiden (vgl. Art. 

43 Abs. 1 VRG).

3. Gegen Einspracheentscheide der Steuerverwaltung des Kantons 

Graubünden kann innert 30 Tagen nach Zustellung beim Verwaltungsge-

richt Beschwerde erhoben werden (Art. 139 Abs. 1 StG bzw. Art. 140 Abs. 

1 des Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer [DBG]; SR 642.11 

i.V.m. Art. 166 Abs. 3 StG). 

3.1 Mit Vernehmlassung vom 4. Mai 2023 macht die Beschwerdegegnerin gel-

tend, die Beschwerde vom 12. April 2023 sei zu spät erfolgt. Begründend 

führt sie aus, Art. 124 Abs. 3 StG für die Berechnung der Fristen hinsicht-

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lich der Kantonssteuer auf die Bestimmungen des VRG verweise, welche 

gemäss Art. 39 VRG einen Fristenstillstand während den Gerichtsferien 

vorsieht. Das DBG hingegen enthalte keine entsprechende Bestimmung, 

weshalb das Bundesgericht entschieden habe, dass die Gerichtsferien für 

die direkte Bundessteuer nicht gelten würden. Im vorliegenden Fall sei der 

Einspracheentscheid gemäss Sendungsverfolgung der Post am 8. März 

2023 beim Beschwerdeführer eingetroffen. Die Beschwerdefrist habe 

demnach am 9. März 2023 begonnen. Da der letzte Tag der Frist, der 7. 

April 2023, auf einen Feiertag gefallen sei, habe diese am nächsten dar-

auffolgenden Werktag, d.h. am 11. April 2023, geendet. Die Beschwerde 

vom 12. April 2023 mit Poststempel vom gleichen Tag erfolge damit offen-

sichtlich zu spät.

3.2 Dem entgegnet der Beschwerdeführer, die Gesetze und Verordnungen 

auf Stufe Bund seien allumfassend anwendbar und eine Frist gelte 

gemäss Art. 133 DBG als eingehalten, wenn die Einsprache am letzten 

Tag der Frist bei der Verwaltungsbehörde eingegangen sei. Gemäss Art. 

3 Abs. 1 der Verordnung über die elektronische Übermittlung im Rahmen 

eines Verwaltungsverfahrens (VeÜ-VwV; SR 172.021.2) könnten Einga-

ben jeder Behörde elektronisch übermittelt werden. Die eingereichte Be-

schwerde erfülle das Schriftlichkeitserfordernis durch elektronische Signa-

tur, Sicherheitszertifikat und Einreichung über sichere Kanäle. Die Be-

schwerde sei am 5. April 2023 elektronisch von der Rechtsvertreterin mit-

tels dem Sicherheitszertifikat SwissID signiert und auf der Gerichtsplatt-

form IncaMail ordentlich eingereicht worden. Damit sei die Frist auch ohne 

Gerichtsferien gewahrt. Bezugnehmend auf das Schreiben des Instrukti-

onsrichters vom 11. April 2023 führt die Beschwerdegegnerin wiederum 

aus, dieser habe ausdrücklich festgehalten, dass die Möglichkeit elektro-

nischer Eingaben ans Verwaltungsgericht Graubünden bislang nicht vor-

gesehen sei bzw. es fehle dafür an einer gesetzlichen Grundlage und mit 

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Eingaben per E-Mail könne keine gültige Prozesshandlung bewirkt wer-

den. 

3.3 Gegen Einspracheentscheide und Entscheide über Steuererlasse bezüg-

lich der Gemeinde- und Kantonssteuer kann der Steuerpflichtige innert 30 

Tagen seit Zustellung des Entscheides beim Verwaltungsgericht schriftlich 

Beschwerde erheben (Art. 139 Abs. 1 StG). Gemäss Art. 124 StG gelten 

für die Berechnung, die Einhaltung und die Wiederherstellung der Fristen 

die Vorschriften des Verwaltungsrechtspflegegesetzes. Dieses sieht be-

treffend Gerichtsferien vor, dass gesetzliche und gerichtliche Fristen u.a. 

vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern 

stillstehen (Art. 39 Abs. 1 VRG). Davon ausgenommen sind Verfahren, die 

durch besondere Verfügung der Instruktionsrichterin oder des Instruktions-

richters für dringlich erklärt werden oder für die eine abweichende gesetz-

liche Regelung besteht (Art. 39 Abs. 2 VRG). Für die Beschwerde betref-

fend Kantons- und Gemeindesteuern gelten somit die Gerichtsferien und 

die vorliegende Beschwerde ist fristgerecht beim Verwaltungsgericht ein-

gegangen bzw. wurde fristgerecht der Schweizerischen Post zur Beförde-

rung übergeben (vgl. Art. 8 VRG).

3.4 Für die direkte Bundessteuer ist das Bundesgesetz über die direkte Bun-

dessteuer anwendbar (vgl. Art. 1 DBG). Dieses sieht vor, dass der Steu-

erpflichtige gegen den Einspracheentscheid der Veranlagungsbehörde in-

nert 30 Tagen nach Zustellung bei einer von der Steuerbehörde unabhän-

gigen Rekurskommission schriftlich Beschwerde erheben kann. Hierzu 

halten sowohl Lehre als auch das Bundesgericht fest, dass kantonale Fris-

tenstillstandsregeln (insb. Gerichtsferien) bei der direkten Bundessteuer 

nicht gelten (LOCHER, Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, III. Teil, Basel 2015, Art. 140 N 21; Urteil des Bundesge-

richts 2C_331/2008 vom 27. Juni 2008, E. 1). Folglich endete die Frist ent-

gegen den Ausführungen des Beschwerdeführers am 11. April 2023.

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3.5 Wie die Beschwerdegegnerin zurecht vorbringt, fehlt es an einer gesetzli-

chen Grundlage für die elektronische Beschwerde an das Verwaltungsge-

richt in Steuerangelegenheiten. Entsprechend ist dies auch auf der Web-

seite des Verwaltungsgerichts vermerkt (https://www.justiz-gr.ch/ge-

richte/verwaltungsgericht/ueber-uns/kontakt-und-standort/). Die Zulässig-

keit elektronischer Eingaben richtet sich nach den anwendbaren kantona-

len Steuer- bzw. Verwaltungsverfahrensvorschriften. Die Verordnung über 

die elektronische Übermittlung im Rahmen von Zivil- und Strafprozessen 

sowie von Schuldbetreibungs- und Konkursverfahren vom 18. Juni 2010 

(VeÜ-ZSSV; SR 272.1), wonach elektronische Eingaben entgegenzuneh-

men sind, sofern sie über eine anerkannte Plattform für sichere Zustellung 

im Sinn der Verordnung erfolgen, gelangt lediglich im Fall eines entspre-

chenden Verweises zur Anwendung (HUNZIKER/BIGLER, in: Zweifel/Busch 

(Hrsg.), Basler Kommentar, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, 

4. Aufl., Basel 2022, Art. 140 N 35). Mit seinem Vorbringen, gemäss Art. 3 

Abs. 1 der Verordnung über die elektronische Übermittlung im Rahmen 

eines Verwaltungsverfahrens (VeÜ-VwV, SR 172.021.2) könnten Einga-

ben jeder Behörde elektronisch übermittelt werden, verkennt der Be-

schwerdeführer, dass das vorliegende Verfahren nicht unter diese Verord-

nung fällt. Wie Art. 1 Abs. 1 VeÜ-VwV nämlich festhält, regelt diese Ver-

ordnung die Modalitäten des elektronischen Verkehrs zwischen einer Par-

tei und einer Verwaltungsbehörde des Bundes im Rahmen von Verfahren, 

auf die das VwVG Anwendung findet.

3.6 In dem der Beschwerdeführer innerhalb der Frist lediglich elektronisch 

eine Beschwerde eingereicht hat, ist auf den entsprechenden Teil der Be-

schwerde (bzgl. direkte Bundessteuer) grundsätzlich nicht einzutreten. Zu 

prüfen ist jedoch, ob das Schreiben des Instruktionsrichters vom 11. April 

2023, welches frühestens am 12. April 2023 beim Beschwerdeführer ein-

gegangen ist und von einer "prima vista noch laufenden Rechtsmittelfrist 

https://www.justiz-gr.ch/gerichte/verwaltungsgericht/ueber-uns/kontakt-und-standort/
https://www.justiz-gr.ch/gerichte/verwaltungsgericht/ueber-uns/kontakt-und-standort/

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(Gerichtsferien)" spricht, eine Vertrauensgrundlage geschaffen hat bezie-

hungsweise dem Beschwerdeführer eine Nachfrist zur Einreichung einer 

formgültigen Beschwerde gesetzt wurde. 

3.7 Zur Prüfung dieser Frage kann sinngemäss die Praxis zu falschen Rechts-

mittelbelehrungen herangezogen werden. Im Entscheid U 2012 11 hält 

das Kantonsgericht Graubünden diesbezüglich fest, dass gemäss Art. 7 

Abs. 3 VRG eine falsche Fristangabe in einem Entscheid für die betroffe-

nen Personen keine Nachteile zur Folge haben darf. Die Voraussetzung 

für die Anwendbarkeit des Eingangs erwähnten Grundsatzes ist aber, 

dass sich die betreffende Partei nach dem Prinzip von Treu und Glauben 

auf die fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung verlassen durfte. Wer jedoch die 

Fehlerhaftigkeit der Rechtsmittelbelehrung erkennt oder zumindest bei ge-

bührender Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, kann sich gerade 

nicht auf die darin enthaltenen unzutreffenden Angaben berufen (BGE 124 

I 255 E. 1a/aa; Urteile des Bundesgerichts vom 1. März 2007 I 1076/06 E. 

4.2; vom 24. April 2007 2C 58/2007 E. 3.2.1; vom 8. März 2005 

5P.341/2004 E. 3 und vom 20. April 2006 1P.112/2006 E. 2.2). Es sind nur 

grobe Fehler einer Partei geeignet, die falsche Rechtsmittelbelehrung auf-

zuwiegen (BGE 106 Ia 16 f.). So geniesst eine Partei namentlich dann 

keinen Vertrauensschutz, wenn sie oder ihr Anwalt die Mängel der Rechts-

mittelbelehrung allein durch Konsultierung des massgebenden Gesetzes-

textes erkennen konnte (BGE 118 Ib 330); umgekehrt wird in diesem Kon-

text auch von einem Anwalt nicht verlangt, dass er neben dem Gesetzes-

text noch Literatur oder Rechtsprechung nachschlägt (BGE 117 Ia 421). 

Vorliegend geht es zwar nicht um eine falsche Rechtsmittelbelehrung, es 

dürfte jedoch sinngemäss davon ausgegangen werden, dass der Be-

schwerdeführer bzw. dessen Rechtsvertreterin mit den Fristen und Form-

vorschriften der Beschwerden an das Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden vertraut ist beziehungsweise es kann der Rechtsvertreterin 

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zugemutet werden, durch entsprechende Abklärungen festzustellen, dass 

die Gerichtsferien im Verfahren betreffend die direkte Bundessteuer nicht 

gelten und das VRG keine gesetzliche Grundlage für elektronische Einga-

ben enthält. Dies gilt umso mehr, da sie schon einige Jahre in Graubünden 

als Anwältin tätig ist. Im Übrigen kann im Schreiben des Instruktionsrich-

ters vom 11. April 2023 auch deshalb keine Vertrauensgrundlage erblickt 

werden, weil darin nicht zweifelsfrei, sondern eben bloss 'prima vista' von 

einer noch laufenden Beschwerdefrist die Rede ist. Es ist nicht Aufgabe 

der gerichtlichen Instruktion, bereits in diesem frühen Stadium vertiefte Ab-

klärungen betreffend Fristen zu treffen. 

3.8 Vor diesem Hintergrund erachtet es das Gericht als angemessen, auf den 

die direkte Bundessteuer betreffenden Teil der Beschwerde nicht einzu-

treten.

4. Streitgegenstand der vorliegenden Beschwerde bildet die Frage, ob der 

Gewinn aus der Verlosung im Steuerjahr 2021 (Mitteilung Gewinner) oder 

2022 (Eigentumsübertragung am Gewinn) zu veranlagen ist. Bezüglich 

des genauen Streitwerts besteht Uneinigkeit zwischen den Parteien. Zwi-

schen den Parteien ist zurecht unbestritten, dass der Gewinn der Ge-

meinde-, Kantons- und Bundessteuer unterliegt (vgl. Art. 1 Abs. 1 i.V.m. 

Art. 6 des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer [VStG]; SR 

642.21), weshalb diesbezüglich keine Ergänzungen des Gerichts erforder-

lich sind.

4.1 Zunächst ist zu prüfen, wie der Gewinn zu qualifizieren ist. Die Steuerver-

waltung geht in ihrem Einspracheentscheid von einem Geschicklichkeits-

spiel aus. Dabei handelt es sich um ein Geldspiel, bei welchem der Spiel-

gewinn ganz oder überwiegend von der Geschicklichkeit der Spielerin 

oder des Spielers abhängt. Dies ergibt sich aus dem Formular "Verrech-

nungssteuer auf Naturalgewinnen vom im Inland veranstalteten Geschick-

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lichkeitsspielen zur Verkaufsförderung", auf welchem die ESTV den Ge-

winn an die kantonale Steuerverwaltung gemeldet wurde. Das VStG sieht 

vor, dass die Veranstalterin bei Naturalgewinnen aus Lotterien und Ge-

schicklichkeitsspielen, die nicht nach Art. 24 lit. j DBG steuerfrei sind, die 

Steuerpflicht durch Meldung der steuerbaren Leistung zu erfüllen hat. Die 

ESTV leitet die Meldung an die Steuerbehörde des Wohnsitzkantons des 

Gewinners weiter (Art. 20a VStG), was vorliegend auch erfolgt ist.

4.2 Wie das Bundesgericht in konstanter Rechtsprechung festhält, gilt ein Ein-

kommen nach steuerrechtlichen Grundsätzen dann als zugeflossen und 

damit als erzielt, wenn die steuerpflichtige Person Leistungen vereinnahmt 

oder einen festen Rechtsanspruch darauf erwirbt, über den sie tatsächlich 

verfügen kann. Die Begründung des Anspruchs auf die Forderung ist in 

der Regel die Vorstufe der Geldleistung. Bei diesem zweistufigen Erwerb 

entsteht die Steuerpflicht entweder beim Forderungserwerb oder bei der 

Zahlung. Vorherrschend ist die Besteuerung im Zeitpunkt des Forde-

rungserwerbs (Urteil des Bundesgerichts 2C_738/2021 vom 23. Dezem-

ber 2021, E. 4.3.3; BGE 113 Ib 23 E. 2e). Voraussetzung des steueraus-

lösenden Zuflusses ist demnach ein abgeschlossener Rechtserwerb, wel-

cher Forderungs- oder Eigentumserwerb sein kann. Einkommensbildend 

ist der Zufluss eines Vermögenswerts, der definitiv erworben ist. Mit ande-

ren Worten gilt ein Einkommen dann als realisiert, wenn der Steuerpflich-

tige einen festen Rechtsanspruch erworben hat, über den er tatsächlich 

verfügen kann; auf den Zeitpunkt der tatsächlichen Erfüllung des An-

spruchs kommt es grundsätzlich nicht an (REICH/WEIDMANN, in: Zwei-

fel/Beusch (Hrsg.), Basler Kommentar, Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer, 4. Aufl., Basel 2022, Art. 16 N 33). 

4.3 Mit dem Zufluss von Geld oder Sachwerten ist der Erwerbsvorgang und 

damit auch die steuerrechtliche Einkommensbildung regelmässig abge-

schlossen. Bildet demgegenüber ein Forderungserwerb Vorstufe des Ei-

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gentumserwerbs, so fragt sich, in welchem Zeitpunkt die subjektive wirt-

schaftliche Leistungsfähigkeit definitiv zugenommen hat, sodass der steu-

errechtliche Zugriff hinreichend gerechtfertigt ist. Wenn der Forderungser-

werb dem Eigentumserwerb vorgelagert ist, wie dies vorliegend der Fall 

ist, entsteht grundsätzlich in jenem Zeitpunkt steuerbares Einkommen, in 

welchem der Steuerpflichtige eine rechtlich und tatsächlich durchsetzbare 

Forderung auf die einkommensbildende Leistung erworben hat 

(REICH/WEIDMANN, a.a.O., Art. 16 N 34). Von der Soll-Methode wird nur 

ausnahmsweise abgewichen. Namentlich wenn die Erfüllung der Forde-

rung als unsicher betrachtet werden muss, wird mit der Besteuerung bis 

zur Erfüllung zugewartet (BGE 113 Ib 23 E. 2e). Diesbezüglich bringt der 

Beschwerdeführer wie vorstehend im Sachverhalt ausführlich dargelegt 

vor, dass es sich per 31. Dezember 2021 nicht um einen festen Anspruch 

gehandelt habe bzw. die Erfüllung der Forderung unsicher gewesen sei. 

4.4 Gemäss Rechtsprechung und Literatur ist die Erfüllung insbesondere bei 

einem nicht zahlungsfähigen oder –willigen Schuldner massgebend (BGE 

113 Ib 23 E. 2e). Von einer unsicheren Forderung ist aber auch bei be-

dingten Forderungen oder blossen Anwartschaften auszugehen (LOCHER, 

a.a.O., Art. 16 N 22). In diesem Sinn hat auch das Bundesgericht im Urteil 

2A.259/1997 vom 4. Mai 1999 E. 5a festgehalten, dass die Einräumung 

einer blossen Anwartschaft und das Bestehen eines noch (suspensiv) be-

dingten Leistungsanspruchs die Bedingungen der Einkommensrealisie-

rung nicht erfüllen.

4.5 Art. 513 Abs. 1 OR statuiert diesbezüglich, dass aus Spiel und Wette keine 

Forderung entsteht. Mit einem Spielvertrag versprechen sich die Parteien 

eine Vermögensleistung unter entgegengesetzten Bedingungen, deren 

Eintritt durch Zufall, Betätigung körperlicher oder geistiger Fähigkeiten der 

Spieler selbst oder Dritter herbeigeführt werden kann. Demnach ist ein 

Fernsehquiz als Spiel anzusehen (BAUER/BASLER, in: Honsell/Vogt/Wie-

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gand (Hrsg.), Basler Kommentar, Obligationenrecht I, 5. Aufl., Basel 2011, 

Art. 513 N 1). Spielschulden sind Ehrenschulden, Schulden also, die we-

der durch Klage, noch durch Vollstreckung, noch durch Verrechnung ge-

gen den Willen des Schuldners durchgesetzt werden können. Für die 

Spielforderung ist weder die Rechtsöffnung zu erteilen noch der Arrest zu 

bewilligen (BAUER/BASLER, a.a.O., Art. 513 N 13). Wie der Beschwerde-

führer vorbringt entspricht dies auch den Regelungen in den AGB des 

SRF, wonach der Rechtsweg ausgeschlossen wird.

4.6 Des Weiteren wird in der Lehre die Auffassung vertreten, dass Naturalleis-

tungen der steuerpflichtigen Person im Zeitpunkt des zivilrechtlichen Ei-

gentumserwerbs (Besitzübertragung, Grundbuchanmeldung) zu (RICH-

NER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum DBG, 3. Aufl., Zürich 

2016, Art. 41 N 25). 

4.7 Vor diesem Hintergrund ist nun zu entscheiden, ob entsprechend den be-

schwerdegegnerischen Ausführungen überwiegt, dass durch die Mittei-

lung an den Gewinner eine durchsetzbare Forderung besteht, welche eine 

Besteuerung im Jahr 2021 rechtfertigt oder ob auf die Praxis zu Natural-

leistungen abgestellt wird, wonach diese erst im Zeitpunkt des Eigentums-

erwerbs besteuert werden können. Da der Beschwerdeführer per 31. De-

zember 2021 weder die wirtschaftliche Verfügungsgewalt noch Eigentum 

an seinem gewonnenen Fahrzeug erlangt hat und gestützt auf die oben-

stehende Ausführung auch keine ausreichend durchsetzbare Forderung 

hatte, welche eine Besteuerung im Jahr 2021 rechtfertigt, ist die Be-

schwerde gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist.

5.1 Im Rechtsmittelverfahren trägt grundsätzlich die unterliegende Partei die 

Verfahrenskosten. Aufgrund der Gutheissung der Beschwerde gilt die Be-

schwerdegegnerin als unterlegen. Da auf einen Teil der Beschwerde zu-

folge Nichteinhalten der Beschwerdefrist nicht eingetreten werden kann 

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und die Verfahrenskosten sowie der Streitwert für die beiden Teilverfahren 

vergleichbar erscheinen, gilt der Beschwerdeführer zur Hälfte als unterle-

gen. Es rechtfertigt sich daher, den Parteien die Gerichtskosten je zur 

Hälfte aufzuerlegen. Die Staatsgebühr wird im Rahmen von Art. 75 Abs. 2 

VRG auf CHF 1'500.-- festgelegt.

5.2 Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG sind die verursachten notwendigen Kosten 

der obsiegenden Partei zu ersetzen. Mit Schreiben vom 7. Juni 2023 

reichte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers eine Honorarnote 

über CHF 4'098.90 ein. Dieser Betrag setzt sich aus einem Aufwand von 

14.85 Stunden à CHF 260.-- zusammen, zuzüglich einer Spesenpau-

schale von 3% sowie 7.7% MWST. Der Aufwand ist dem Beschwerdefüh-

rer zur Hälfte zu erstatten. Dem Beschwerdeführer wird damit eine Partei-

entschädigung von CHF 2'049.45 zugesprochen. Der Beschwerdegegne-

rin steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG keine Parteientschädigung zu, da sie 

in ihrem amtlichen Wirkungskreis tätig war.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf eingetreten wird. Der 

die Gemeinde- und Kantonssteuer betreffende Teil des Einspracheent-

scheides vom 6. März 2023 wird aufgehoben und die Angelegenheit im 

Sinne der Erwägungen zu neuem Entscheid an die Steuerverwaltung des 

Kantons Graubünden zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 1'500.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 320.00

zusammen CHF 1'820.00

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gehen je hälftig zulasten der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden 

und des Beschwerdeführers.

3. Die Steuerverwaltung des Kantons Graubünden hat A._____ mit CHF 

2'049.45 aussergerichtlich zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]