# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5c3ff042-d9fd-5755-8cf5-deab17df0139
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.09.2014 C-4535/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4535-2012_2014-09-11.pdf

## Full Text

U r t e i l  v o m  11 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Maurizio Greppi (Vorsitz), 

Richter Daniel Stufetti, Richter David Weiss,    

Gerichtsschreiber Yves Rubeli. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______,   

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18,  

Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Renten der Schweizerischen Invalidenversicherung,  

Verfügung IVSTA vom 30. Juli 2012. 

 

 

 B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-4535/2012 

 

C-4535/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-5718/2009 vom 11. Januar 

2011 (IV-act. 60) wurde die Beschwerde des 1950 geborenen, in 

Deutschland wohnhaften A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer) 

insofern gutgeheissen, als dass die angefochtene Verfügung vom 

20. August 2009 (IV-act. 46) aufgehoben und die Sache an die IV-Stelle 

für Versicherte im Ausland (IVSTA; im Folgenden auch: Vorinstanz) zu-

rückgewiesen wurde, damit diese nach Einholung von ergänzenden kar-

diologischen und orthopädisch/rheumatologischen Berichten über die in 

Betracht fallenden Leistungsansprüche neu verfüge. 

B.  

Nach Beizug des vom Sozialgericht B._______ veranlassten orthopä-

disch-unfallchirurgischen Sachverständigengutachtens von 

Dr. med. C._______, Arzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie 

Rheumatologie, vom 8. Dezember 2010 (IV-act. 70) sowie nach Einho-

lung eines kardiologischen Gutachtens von Dr. med. D._______, Fach-

arzt für Innere Medizin, E._______, Kardiologie B._______, vom 16. März 

2012 (IV-act. 99) und einer Stellungnahme von Dr. med. F._______, Arzt 

des medizinischen Dienstes der Vorinstanz, vom 12. Juni 2012 (IV-

act. 103) wurde dem Beschwerdeführer mit Vorbescheid vom 18. Juni 

2012 (IV-act. 104) die Abweisung seines Rentenbegehrens in Aussicht 

gestellt. Nach Prüfung des dagegen am 12. Juli 2012 erhobenen Ein-

wands (IV-act. 105) verfügte die Vorinstanz am 30. Juli 2012 im angekün-

digten Sinne (IV-act. 106). 

C.  

Gegen die Verfügung der Vorinstanz erhob der Beschwerdeführer am 

20. August 2012 Beschwerde (Poststempel: 30. August 2012) und bean-

tragte sinngemäss die Zusprache der gesetzlichen Leistungen. In prozes-

sualer Hinsicht ersuchte der Beschwerdeführer sinngemäss um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten 

(BVGer-act. 1 und Eingabe vom 3. Dezember 2012 [BVGer-act. 8]). Mit 

Zuschrift vom 1. September 2012 reichte der Beschwerdeführer medizini-

sche Berichte ein (BVGer-act. 3). Die Vorinstanz beantragte mit Be-

schwerdeantwort vom 19. Oktober 2012 die Abweisung der Beschwerde 

(BVGer-act. 5). Mit Verfügung vom 1. Februar 2013 wurde das Gesuch 

des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege gutgeheissen 

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Seite 3 

(BVGer-act. 13). Replicando und duplicando hielten die Parteien an ihren 

Anträgen fest (BVGer-act. 17 und 19). 

D.  

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Zu den an-

fechtbaren Verfügungen gehören jene der schweizerischen IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland, die zu den Vorinstanzen des Bundesverwal-

tungsgerichts gehört (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 

[IVG, SR 831.20]). Eine Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht 

vor. 

1.2 Im Streit liegt die Verfügung der IV-Stelle für Versicherte im Ausland 

vom 30. Juli 2012. Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur Beurtei-

lung der Beschwerde zuständig. 

1.3 Das VwVG findet keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, 

soweit das Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist (Art. 3 

Bst. d
bis

 VwVG). 

1.4 Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenom-

men; er ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Anfechtung (Art. 59 ATSG). Er ist da-

her zur Beschwerde legitimiert. 

1.5 Auf die frist- und formgerecht (Art. 60 ATSG und Art. 52 VwVG) einge-

reichte Beschwerde ist einzutreten. 

  

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Seite 4 

2.  

2.1 Zu beurteilen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Rente 

der Invalidenversicherung hat.  

2.2 Die Vorinstanz begründete die angefochtene, den Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers verneinende Verfügung damit, aus den vorlie-

genden medizinischen Gutachten gehe hervor, dass beim Beschwerde-

führer keine ausreichende durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit während 

eines Jahres bestanden habe. Trotz Gesundheitsbeeinträchtigung sei ihm 

eine angepasste, rentenausschliessende Tätigkeit zumutbar. Die zuletzt 

ausgeübte Tätigkeit als selbständigerwerbender Elektrogerätehändler 

(Handel von Elektrogeräten, Lieferung und Reparaturen mit Hilfe) ent-

spreche einer leichten bis mittelschweren körperlichen Belastung. Aus or-

thopädisch-rheumatologischer Sicht sei dem Beschwerdeführer diese an-

gestammte Tätigkeit auf Grund des Gutachtens von Dr. C._______ voll-

zeitig zumutbar. Es bestehe auch kein Hinweis auf eine koronare Herzer-

krankung. Für die Bemessung des Invaliditätsgrades sei es unerheblich, 

ob eine zumutbare Tätigkeit tatsächlich ausgeübt werde. Der in Deutsch-

land festgesetzte Grad der Behinderung, für welchen andere Kriterien 

massgebend seien, sei für die schweizerische Invalidenversicherung 

nicht verbindlich (IV-act. 106 S. 2, vgl. auch BVGer-act. 8). 

2.3 Demgegenüber stellt sich der Beschwerdeführer auf den Standpunkt, 

er leide seit Jahren an körperlichen Beschwerden, aufgrund welcher er 

arbeitsunfähig sei (BVGer-act. 1), wobei er auf seinen deutschen 

Schwerbehindertenausweis vom 8. Februar 2010 verweist (mit Angabe 

eines Behinderungsgrades [GdB] von 50, gültig ab 11. September 2009 

[Beilage zu BVGer-act. 3]). In seiner Stellungnahme vom 3. Dezember 

2012 (BVG-act 8) gab der Beschwerdeführer an, dass sein Geschäft seit 

drei Jahren ruhe, da er keine Geräte mehr tragen könne. Ausserdem sei 

er seit Oktober (2012) auf dem linken Auge erblindet. Schliesslich hielt 

der Beschwerdeführer in seiner letzten Stellungnahme vom 10. März 

2013 fest (BVGer-act. 17), er fordere Rentenleistungen seit dem Unfall 

vom 23. August 2000 (Sturz von einem Baum).  

3.  

Der im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung in Deutsch-

land wohnhaft gewesene Beschwerdeführer besitzt die Schweizer 

Staatsbürgerschaft, weshalb sich sein Anspruch auf Leistungen der 

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schweizerischen Invalidenversicherung grundsätzlich nach schweizeri-

schem Recht richtet (vgl. Art. 6 IVG). 

4.  

4.1 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

gebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestan-

des Geltung haben (vgl. BGE 130 V 329). Ein allfälliger Leistungsan-

spruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisherigen 

und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata 

temporis; vgl. BGE 130 V 445). 

4.2 Bei den materiellen Bestimmungen des IVG und der Verordnung über 

die Invalidenversicherung (IVV) ist für die Zeit ab 1. Januar 2008 auf die 

dannzumal in Kraft getretenen Änderungen (5. IV-Revision; AS 2007 

5129 und AS 2007 5155) abzustellen. Soweit ein Rentenanspruch ab 

dem 1. Januar 2012 zu prüfen ist, sind weiter die mit dem ersten Mass-

nahmenpaket der 6. IV-Revision zu diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen 

Gesetzesänderungen zu beachten (IVG in der Fassung vom 18. März 

2011 [AS 2011 5659], IVV in der Fassung vom 16. November 2011 [AS 

2011 5679]). 

4.3 Vorliegend macht der Beschwerdeführer zwar geltend, er habe An-

spruch auf Rentenleistungen seit seinem Unfall vom 23. August 2000 

(Sturz von einem Baum). Aus dem in nachfolgender E. 9.2 Gesagten er-

gibt sich indessen, dass ein allfälliges invaliditätsbegründendes Leiden 

überwiegend wahrscheinlich nicht vor dem 5. Juni 2008 eintrat. Für die 

Zeitspanne bis zum 31. Dezember 2011 ist somit das alte Recht massge-

bend, für die Prüfung eines allfälligen Rentenanspruchs ab dem 1. Januar 

2012 ist auf die Bestimmungen der 6. IV-Revision abzustellen. 

5.  

5.1  

Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung mit 

Art. 1 Abs. 1 IVG zu berücksichtigenden ATSG-Normen zur Arbeitsunfä-

higkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) und zur Be-

stimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16) hat das Schweizerische Bun-

desgericht erkannt, dass es sich bei den in Art. 3-13 ATSG enthaltenen 

Legaldefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor 

Inkrafttreten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine Änderung 

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Seite 6 

ergibt, weshalb die hierzu entwickelte Rechtsprechung übernommen und 

weitergeführt werden kann (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). 

5.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invali-

dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG); sie gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung 

des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere 

erreicht hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). 

5.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Ren-

te, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 

Viertelsrente. Laut Art. 29 Abs. 4 IVG werden jedoch Renten, die einem 

Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, nur an Versicherte 

ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 

ATSG) in der Schweiz haben, was laut Rechtsprechung eine besondere 

Anspruchsvoraussetzung darstellt (vgl. BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Aus-

nahme von diesem Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bür-

ger und Staatsangehörige der EU, denen bereits ab einem Invaliditäts-

grad von 40 % eine Rente ausgerichtet wird, wenn sie – wie der Be-

schwerdeführer – in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz haben. 

5.4 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf ei-

ne Rente, welche ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufga-

benbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmass-

nahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (Bst. a), und 

die zusätzlich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich zu mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewe-

sen sind und auch nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid 

(Art. 8 ATSG) sind (Bst. b und c). 

5.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und 

im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist 

(BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 

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wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistun-

gen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4 mit Hinweisen; AHI [Zeitschrift für AHI-Praxis, herausgegeben 

vom Bundesamt für Sozialversicherungen, BSV]) 2002 S. 70 E. 4b/cc). 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entschei-

dend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, 

auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten 

Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der 

untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen 

Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Aus-

einandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der 

Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuch-

tet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise 

begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nach-

vollziehen kann, und ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräu-

mende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der 

Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht 

(BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c). 

Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärz-

tinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach-

vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi-

zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der 

befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um-

stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob-

jektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Be-

deutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu-

kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin al-

lerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV [Kranken- und Unfall-

versicherung: Rechtsprechung und Verwaltungspraxis, herausgegeben 

vom BSV] 1999 Nr. U 356 S. 572; BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 

331 E. 1c). 

5.6 Nach ständiger Rechtsprechung beurteilt das Sozialversicherungsge-

richt die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel 

nach dem Sachverhalt, der zur Zeit des Abschlusses des Verwaltungsver-

fahrens gegeben war. Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert 

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haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfü-

gung sein (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243; 121 V 362 E. 1b S. 366). 

6.  

6.1  

Hinsichtlich des bis zum Urteil C-5718/2009 vom 11. Januar 2011 vorlie-

genden medizinischen Sachverhalts kann auf die dort gemachten Ausfüh-

rungen verwiesen werden. Den neuen medizinischen Akten ist im We-

sentlichen folgendes zu entnehmen: 

6.2 In seinem orthopädisch-unfallchirurgischen Sachverständigengutach-

ten vom 8. Dezember 2010 gab Dr. C._______ folgende Diagnosen an 

(IV-act. 70 S. 14):  

1. Beginnende, nicht altersunübliche Verschleissumformung der Gelenk-

verbindungen an der unteren Halswirbelsäule (ICD-10 M47.82) 

2. Alterstypische Formveränderungen der Brustwirbelsäule (ICD-10 

M47.84) 

3. Altersgemässe Formveränderung von Grund- und Deckplatten der 

Lendenwirbelsäule (ICD-10 F47.86) 

4. Kalkeinlagerung in die Oberschulterblattgrätensehne rechts (ICD-10 

M19.01) 

5. Dem Alter nicht vorauseilende Verschleissumformung des linken 

Schultereckgelenkes (ICD-10 M19.01) 

6. Schmerzangabe in beiden Hüftregionen (ICD-10 M25.55) 

7. Oberflächliche Knorpelrauhigkeit hinter der rechten Kniescheibe (ICD-

10 M22.4) 

8. Hinterer und unterer Fersensporn links (ICD-10 F77.3) 

9. Spreizfuss beidseits (ICD-10 M21.4) 

Anamnestisch hielt Dr. C._______ fest (IV-act. 70 S. 3 am Anfang), der 

Beschwerdeführer habe über viele Jahre eine selbständige Tätigkeit als 

Elektrokaufmann für "weisse Ware", also Haushaltgeräte wie Waschma-

schinen und Kühlschränke, ausgeübt. Der 1984 gegründete Betrieb be-

stehe noch auf kleinem Niveau. Eine Behinderung nach Schwerbehinder-

tenrecht sei mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 anerkannt 

(vgl. auch Bescheid des G._______ Amtes für Versorgung und Soziales 

B._______ vom 3. Februar 2010 [IV-act. 77] und Ausweis vom 8. Februar 

2010 [BVGer-act. 3]). 

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In seiner Stellungnahme zum "Quantitativen Leistungsvermögen bzw. Ar-

beitsschwere" führte Dr. C._______ aus (S. 17 Ziff. III.1), mit dem vor-

handenen Leistungsvermögen sei der Beschwerdeführer in der Lage, 

mehr als sechs Stunden täglich am Erwerbsleben teilzunehmen, ohne 

dass dies zu Lasten seiner Restgesundheit ginge oder mit unzumutbaren 

Beschwerden gerechnet werden müsste. Dabei seien ihm leichte bis mit-

telschwere körperliche Arbeiten abzuverlangen, was das Heben und Tra-

gen von Lasten bis 15 kg in bis zu 50 % der Arbeitszeit umfasse. Höhere 

Belastungen würden vorhersehbar zu schmerzhaften Reizerscheinungen 

am rechten Knie und den Schultergelenken führen. In Bezug auf die Ar-

beitsplatzgestaltung führte Dr. C._______ aus, der Beschwerdeführer 

könne in allen Körperhaltungen beschäftigt werden, ein Wechselrhythmus 

sei nicht erforderlich. Tätigkeiten in Zwangshaltung des Halses seien ihm 

nur zeitweise abzuverlangen, wozu auch Überkopfarbeiten zählen wür-

den. Verrichtungen in Zwangshaltungen des Rumpfes, Hebe- und Bück-

arbeiten seien dagegen möglich, sofern die formulierten Maximallasten 

nicht überschritten würden. Auch die Wegefähigkeit des Beschwerdefüh-

rers sei nicht eingeschränkt (S. 18 Ziff. III.3). 

In seiner "retrospektiven Einschätzung des Leistungsvermögens bzw. Er-

örterung eines Arbeitsunfalles vom August 2000" gab Dr. C._______ an 

(S. 19 Ziff. IV), seit der Antragstellung am 5. November 2008 sei erst ein 

recht überschaubarer Zeitraum vergangen. In engem zeitlichem Zusam-

menhang dazu habe der Internist H._______ ein sozialmedizinisches 

Gutachten am 30. Januar 2009 erstattet (auf dem Formular E-213 ver-

fasster Bericht von Internist H._______, Sozialmedizin und Rehabilitati-

onswesen, Gutachter der Deutschen Rentenversicherung G._______, 

vom 30. Januar 2009 [IV-act. 17 = 69]). Die darin niedergelegten Unter-

suchungsbefunde würden sich - zumindest mit Blick auf den Stütz- und 

Bewegungsapparat - nicht wesentlich von den derzeitigen Verhältnissen 

des Beschwerdeführers unterscheiden. Folglich sei von wesentlichen 

Veränderungen in seinem Gesundheitszustand innerhalb des Antragszeit-

raumes auch nicht auszugehen, so dass das in seinem Gutachten skiz-

zierte Leistungsvermögen auf den gesamten, seit dem 5. November 2008 

verstrichenen Zeitraum angewendet werden könne - gegebenenfalls auch 

auf einen solchen, der drei Monate hiervor zurückreiche. Eine quantitative 

Leistungsminderung sei aus orthopädisch-unfallchirurgischer Sicht nicht 

zu erkennen. Insofern müssten eigentlich die Folgen eines Arbeitsunfalles 

vom August 2000 auch nicht erörtert werden. Der guten Ordnung halber 

wies er darauf hin, dass sich derzeit keine dauerhaften Unfallfolgen - auf-

grund welchen Ereignisses auch immer - feststellen lassen würden. 

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Seite 10 

Prognostisch hielt Dr. C._______ fest (S. 20 Ziff. V), das Leistungsvermö-

gen des Beschwerdeführers sei aus orthopädischer Sicht ausschliesslich 

qualitativ und in geringem Masse beeinträchtigt.  

6.3 Im seinem internistischen Gutachten hielt Dr. D._______, E._______, 

Kardiologie B._______, vom 16. März 2012 als fachgebietsspezifische 

Diagnosen einen insulinpflichtigen Diabetes mellitus, eine geringe 

Mitralklappeninsuffizienz mit geringer Aortenklappensklerose sowie eine 

Fettleber mit Aortensklerose fest (IV-act. 99/8 am Ende). In seiner Epikri-

se führte Dr. D._______ aus (IV-act. 99/9-10), dass Schädigungen an Au-

gen, Nerven oder an den Gefässen durch den Diabetes nicht darstellbar 

seien. Die in Ruhe wie unter Belastung gemessenen Blutdruckwerte sei-

en normoton. Bei echokardiographisch fraglicher Wandbewegungsstö-

rung lasse sich unter Belastung keine Ischämie nachweisen. Zusätzlich 

bestehe eine geringe Mitralklappeninsuffizienz sowie eine geringe Aor-

tenklappensklerose, die beide ohne Einfluss auf die Erwerbsfähigkeit sei-

en. Somit bestehe kein Hinweis auf eine koronare Herzerkrankung. Im 

Vergleich zur Voruntersuchung habe sich am Zustand nichts geändert; 

der Beschwerdeführer könne leichte Tätigkeiten verrichten. Auch die Fett-

leber und die leichte Aortensklerose hätten keinen Einfluss auf die Er-

werbsfähigkeit. Folgende Einsatzbeschränkungen seien zu berücksichti-

gen: keine Überkopfarbeiten und kein häufiges Heben oder Tragen (von 

Lasten nicht mehr als 15 kg). Der Beschwerdeführer könne Bildschirmar-

beiten verrichten, dies auch ohne Hilfe anderer Personen. Die festgestell-

ten Einsatzbeschränkungen würden auf Dauer seit Januar 2012 beste-

hen. In seiner gutachterlichen Stellungnahme zum Leistungsbild des Be-

schwerdeführers (IV-act. 99/12) hielt Dr. D._______ fest, auf dem allge-

meinen Arbeitsmarkt könne dieser leichte Arbeiten sechs Stunden und 

mehr beziehungsweise ohne zeitliche Beschränkung verrichten. 

6.4 Dr. med. I._______, Arzt für Allgemeinmedizin und Sozialmedizin, 

Gutachter der Deutschen Rentenversicherung G._______, hielt in seinem 

auf dem Formular E-213 erstatteten Arztbericht vom 20. März 2012 fest, 

der Beschwerdeführer könne seine letzte Tätigkeit als selbständiger 

Elektrogerätehändler oder eine angepasste leichte Tätigkeit sechs Stun-

den und mehr bzw. vollschichtig verrichten, wobei das Bücken, Heben 

und Tragen von Lasten nicht möglich seien (IV-act. 98). 

6.5 Der Arzt des Medizinischen Dienstes der Vorinstanz, Dr. F._______, 

hielt schliesslich in seiner Stellungnahme vom 12. Juni 2012 fest, auf-

grund der Gutachten der Dres. C._______ und D._______ sei anzuneh-

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Seite 11 

men, dass dem Beschwerdeführer weiterhin leichte bis mittelschwere Tä-

tigkeiten vollzeitig zumutbar seien. Im angestammten Beruf sowie in einer 

leichten bis mittelschweren angepassten Tätigkeit habe ab 5. November 

2008 eine volle Arbeitsfähigkeit bestanden (IV-act. 103, vgl. dagegen sei-

ne im Urteil C-5718/2009 E. 3.1 wiedergegebene frühere Stellungnahme 

vom 6. Juni 2009, in welcher dem Beschwerdeführer in der bisherigen Tä-

tigkeit eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit seit 20. Januar 2009 attestiert wur-

de [IV-act. 43/1 am Ende]). 

7.  

7.1 Umstritten ist die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bis-

herigen und in einer angepassten Tätigkeit. Dabei erfüllen das Gutachten 

von Dr. C._______ vom 8. Dezember 2010 (IV-act. 70, samt ergänzender 

Stellungnahme vom 26. April 2011 [IV-act. 72]) und das Gutachten von 

Dr. D._______ vom 20. März 2012 (IV-act. 98) die rechtsprechungsge-

mässen formellen Anforderungen, welche an beweistaugliche medizini-

sche Berichte gestellt werden (vgl. 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 

122 V 157 E. 1c). Die Expertisen berücksichtigen die geklagten Be-

schwerden, wurden in Kenntnis der medizinischen (Vor-)Akten und weite-

rer Unterlagen erstattet, beruhen auf ausgedehnten klinischen, bildge-

benden (IV-act. 70 S. 10) bzw. labormässigen und weiteren (Zusatz-

)Untersuchungen (vgl. IV-act. 99/5-8) und sind schlüssig und wider-

spruchsfrei begründet. 

7.2 In kardiologischer Hinsicht kann der Beschwerdeführer gemäss dem 

sorgfältig erstellten Gutachten von Dr. D._______ leichte Arbeiten ohne 

zeitliche Beschränkung verrichten (IV-act. 99/9, 99/12). Diesbezüglich hat 

sich gemäss Gutachten von Dr. D._______ am Zustand im Vergleich zur 

Voruntersuchung nichts geändert. Nichts anderes ergibt sich aus dem 

früheren Bericht von Dr. med. J._______, Internist-Kardiologe, über die 

stationäre Herzkatheteruntersuchung vom 4. Dezember 2009 (IV-

act. 56/3-4 = BVGer-act. 3), der sich nicht zur Arbeits- bzw. Leistungsfä-

higkeit äusserte, sondern (einzig) Schonung bis zum OP-Termin empfahl 

(vgl. auch Stellungnahme von Dr. F._______ vom 15. Juni 2010 [IV-

act. 58] und Urteil C-5718/2009 E. 3.3 f. [IV-act. 60]), wobei sich der Be-

schwerdeführer offenbar bis heute keiner Herzoperation unterzog. 

7.3 In orthopädischer Hinsicht ist die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung von 

Dr. C._______, nach welcher keine quantitative Leistungsminderung be-

stehe (vgl. "retrospektiven Einschätzung des Leistungsvermögens bzw. 

C-4535/2012 

Seite 12 

Erörterung eines Arbeitsunfalles vom August 2000" [IV-act. 70 S. 19 

Ziff. IV zweiter Absatz]) bzw. das Leistungsvermögen des Beschwerde-

führers ausschliesslich (und in geringem Masse) qualitativ beeinträchtigt 

sei (IV-act. 70 S. 20 Ziff. V), nachvollziehbar und plausibel. Diese Ein-

schätzung der Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit stimmt mit der 

Einschätzung des Internisten H._______ vom 30. Januar 2009 überein, 

nach welcher der Beschwerdeführer eine angepasste körperlich leichte 

Arbeit vollschichtig verrichten könne (vgl. IV-act. 17 S. 6 am Ende, S. 8 

Ziff. 11.6). Soweit der Beschwerdeführer auf den unfallchirurgisch-

orthopädischen Facharztbericht von K._______, Facharzt für Orthopädie-

Chirotherapie, vom 21. März 2011 hinweist (BVGer-act. 3 = IV-act. 71), 

vermag dieser das Gutachten von Dr. C._______ nicht in Zweifel zu zie-

hen, da sich der Orthopäde K._______ nicht zur Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit äusserte. Dasselbe gilt auch für den Bescheid des 

G._______ Amtes für Versorgung und Soziales B._______ vom 

3. Februar 2010 (IV-act. 77/1). 

In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen selbständigen Erwerbs-

tätigkeit als Elektrogerätehändler ist - entgegen der Vorinstanz, welche 

auch die bisherige Tätigkeit als in einem vollen Pensum zumutbar be-

trachtete (IV-act. 106 S. 2) - davon auszugehen, dass der Beschwerde-

führer als Elektrogerätehändler, welche Tätigkeit unter anderem das He-

ben schwerer Gegenstände über 70 kg beinhaltete (vgl. dazu etwa den 

unfallchirurgisch-orthopädischen Bericht des Orthopäden K._______ vom 

21. März 2011 [IV-act. 71]), erheblich in seiner Arbeitsfähigkeit einge-

schränkt ist. Denn Dr. C._______ gab in seinem Gutachten für das Heben 

und Tragen eine tiefe zumutbare Maximallast von bis 15 kg in bis zu 50 % 

der Arbeitszeit an und auch der Internist H._______ beurteilte in seinem 

Bericht vom 30. Januar 2009 die bisherige schwere Tätigkeit als nicht 

mehr zumutbar (vgl. IV-act. 17/6). Dagegen leuchtet die diesbezüglich 

abweichende Akten-Beurteilung von Dr. F._______ vom 12. Juni 2012, 

auf welche sich die Vorinstanz abstützt und welche von seiner früheren 

Einschätzung vom 6. Juni 2009 abweicht (IV-act. 43/1), nicht ein. Glei-

ches gilt für die Beurteilung von Dr. I._______, Gutachter der Deutschen 

Rentenversicherung G._______, vom 20. März 2012. Da die abweichen-

den versicherungsinternen Beurteilungen ohne eigene Untersuchungen 

erfolgten, vermögen sie die Annahme einer eingeschränkten Arbeitsfähig-

keit in der bisherigen Tätigkeit nicht zu erschüttern (zur Beweiskraft von 

Stellungnahmen der Regionalen Ärztlichen Diensten [RAD] vgl. etwa 

auch Bundesgerichtsurteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4; BGE 137 

V 210 E. 1.2.1). 

C-4535/2012 

Seite 13 

Dementsprechend ist vorliegend von einer vollen Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsangepassten Tätigkeit auszugehen.  

Was im Weiteren den nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 

30. Juli 2012 (IV-act. 106) erstatteten, vom Beschwerdeführer neu aufge-

legten Bericht des Klinikums B._______ vom 7. August 2012 angeht (sta-

tionäre Aufnahme aufgrund von Oberbauchschmerzen am 3. August 2012 

und Entlassung in beschwerdefreiem Zustand in die ambulante Weiterbe-

handlung am 7. August 2012 [BVGer-act. 3]), ist festzustellen, dass die-

ser keine Rückschlüsse auf die Zeit vor Verfügungserlass erlaubt, wes-

halb er nicht zu berücksichtigen ist (vgl. E. 5.6 hievor). Gleiches gilt für 

die Mitteilung des Versicherten, dass er im Oktober 2012 auf dem linken 

Auge erblindet sei (BVGer-act. 8), welches Leiden, falls es die Arbeitsfä-

higkeit im Bereich von Hilfsarbeiten beeinflussen sollte, mit Neuanmel-

dung anzuzeigen wäre (vgl. E. 5.6 hievor), wobei darauf hinzuweisen ist, 

dass Einäugigkeit die Erwerbsfähigkeit selten beeinträchtigt, da auch der 

Einäugige nach einer gewissen Anpassungszeit räumlich zu sehen ver-

mag und in vielen beruflichen Tätigkeiten Binokularsehen nicht zwingend 

erforderlich ist (Urteil des Bundesgerichts I 29/02 vom 24. Juli 2003 

E. 4.2). Und schliesslich sind auch von der Einholung von Auskünften der 

Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft B._______ (vgl. 

das Vorbringen des Beschwerdeführers in BVGer-act. 8 und 17) keine 

neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist (antizi-

pierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 94 E. 4b; 122 V 162 E. 1d). 

7.4 Entgegen dem Antrag des Beschwerdeführers, der ausdrücklich auch 

"Leistungen ab Unfall 2000" beantragt hat (BVGer-act. 17), und seinen 

Angaben im "Fragebogen für Selbständigerwerbende" vom 15. März 

2009 (IV-act. 25/1 Ziff. 3) bzw. im "Fragebogen für den Versicherten (EU)" 

vom 20. Juni 2011 (IV-act. 76/6), sind Einschränkungen in der Arbeitsfä-

higkeit des Beschwerdeführers jedenfalls vor Mitte 2008 zu verneinen 

(etwa aufgrund eines Unfalles vom 23. August 2000 [Sturz von einem 

Baum, IV-act. 76/2-3]). Dies ergibt sich unter anderem aufgrund der echt-

zeitlichen Unterlagen. Die Land- und Forstwirtschaftliche Berufsgenos-

senschaft G._______ verneinte mit Schreiben vom 26. September 2000 

betreffend den Unfall vom 23. August 2000 den Anspruch des Beschwer-

deführers auf Verletztengeld (IV-act. 25/22, vgl. auch 25/25). 

Dr. med. L._______, Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie, gab in sei-

ner Beurteilung vom 6. Mai 2008 (Untersuchungsdatum) an, der Be-

schwerdeführer sei subjektiv beschwerdefrei (IV-act. 14 am Ende) und 

der seit 2004 behandelnde (vgl. auch IV-act. 76/4) Dr. med. M._______, 

C-4535/2012 

Seite 14 

Facharzt für Allgemeinmedizin, verneinte in seinem Befundbericht zum 

Rentenantrag zu Handen der Deutschen Rentenversicherung G._______ 

vom 23. Dezember 2008 eine aktuelle Arbeitsunfähigkeit aufgrund seiner 

letzten Untersuchung des Beschwerdeführers vom 5. Juni 2008 und auch 

eine Arbeitsunfähigkeit in den vorherigen zwei Jahren (IV-act. 9). Der In-

ternist H._______ hielt nach eigener Untersuchung vom 19. Januar 2009 

in seinem Bericht vom 30. Januar 2009 Einsatzbeschränkungen des Be-

schwerdeführers in seiner letzten Tätigkeit als Elektrogerätehändler seit 

19. Januar 2009 (Untersuchungsdatum) fest (IV-act. 17 Ziff. 11.10), wel-

chen Zeitpunkt Dr. F._______ in seiner Stellungnahme vom 6. Juni 2009 

bestätigte (IV-act. 43/1). Nur nebenbei ist im Weiteren zu bemerken, dass 

im Bescheid des G._______ Amtes für Versorgung und Soziales 

B._______ vom 3. Februar 2010 (IV-act. 77, vgl. auch Ausweis vom 

8. Februar 2010 [Beilage zu BVGer-act. 3]) festgehalten wurde, dass in 

den Verhältnissen, die für die Erteilung des Bescheids vom 12. Mai 2009 

massgebend gewesen seien, eine wesentliche Änderung eingetreten sei, 

weshalb der Bescheid in dem Sinne geändert werde, dass der festgestell-

te Grad der Behinderung (GdB) 50 betrage. Eine relevante Änderung der 

Verhältnisse ist für das G._______ Amt für Versorgung und Soziales 

B._______ somit nach dem 12. Mai 2009 eingetreten. 

8.  

8.1 Zu prüfen ist die erwerbliche Seite, insbesondere anhand welcher Me-

thode der Invaliditätsgrad zu bemessen ist (Betätigungsvergleich oder 

allgemeine Methode des Einkommensvergleichs). 

8.2 Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss 

Art. 16 ATSG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu 

wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und all-

fälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invali-

deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sogenanntes Vali-

deneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise 

zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffern-

mässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt wer-

den, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad 

bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 

130 V 343 E. 3.4.2 und 128 V 29 E. 1).  

C-4535/2012 

Seite 15 

8.3 Hält sich die gesundheitlich beeinträchtigte Person im Ausland auf 

bzw. hat sie dort Wohnsitz, sind die zur Bestimmung des Invaliditätsgra-

des massgebenden Vergleichseinkommen - Validen- sowie Invalidenein-

kommen - grundsätzlich unter Berücksichtigung desjenigen Ortes zu 

bestimmen, an dem sich die betreffende Person ohne gesundheitliche 

Einschränkungen aufhalten würde, jedenfalls verbietet es sich, die beiden 

Einkommen unter Berücksichtigung unterschiedlicher örtlicher Vorausset-

zungen festzulegen (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts I 822/06 vom 

6. November 2007). 

8.4 Der Einkommensvergleich hat auch bei Selbständigerwerbenden in 

der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Er-

werbseinkommen einander gegenübergestellt werden. Insoweit die fragli-

chen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden kön-

nen, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu 

schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu ver-

gleichen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen 

nicht zuverlässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spe-

zifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzu-

stellen und der Invaliditätsgrad nach Massgabe der erwerblichen Auswir-

kungen der verminderten Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerbli-

chen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des aus-

serordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode 

(Art. 28a Abs. 2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar 

nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemessen wird. 

Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die leidensbe-

dingte Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf 

ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte 

Einschränkung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen 

Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbsein-

busse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen 

ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so 

wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von 

Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu 

bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 

f. E. 1; AHI 1998 S. 120 f. E. 1a und S. 252 E. 2b je mit Hinweisen). Die 

ausserordentliche Bemessungsmethode des erwerblich gewichteten Be-

tätigungsvergleichs unterscheidet sich von der allgemeinen Methode des 

Einkommensvergleichs Unselbständigerwerbender gerade dadurch, dass 

bei der Einkommensermittlung nicht auf die LSE (Tabellenlöhne gemäss 

den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebenen Lohnstruk-

C-4535/2012 

Seite 16 

turerhebungen, vgl. dazu nachfolgende E. 9.2.1) abgestellt wird, sondern 

deren Festsetzung unter Berücksichtigung der einzelfallbezogenen Krite-

rien (Betriebsgrösse, Branche, Erfahrung des Betriebsinhabers, etc.) zu 

erfolgen hat (Urteil des Bundesgerichts I 707/06 vom 9. Juli 2007 E. 3.3.1 

mit Hinweis). 

8.5 Bezog eine versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen (z.B. 

geringe Schulbildung, fehlende berufliche Ausbildung, mangelnde 

Deutschkenntnisse, beschränkte Anstellungsmöglichkeiten wegen Sai-

sonnierstatus) ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen, ist die-

sem Umstand bei der Invaliditätsbemessung nach Art. 16 ATSG Rech-

nung zu tragen, sofern keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie sich 

aus freien Stücken mit einem bescheideneren Einkommensniveau be-

gnügen wollte. Nur dadurch ist der Grundsatz gewahrt, dass die auf inva-

liditätsfremde Gesichtspunkte zurückzuführenden Lohneinbussen entwe-

der überhaupt nicht oder aber bei beiden Vergleichseinkommen gleich-

mässig zu berücksichtigen sind. Diese Parallelisierung der Einkommen 

kann praxisgemäss entweder auf Seiten des Valideneinkommens durch 

eine entsprechende Heraufsetzung des effektiv erzielten Einkommens 

oder aber auf Seiten des Invalideneinkommens durch eine entsprechen-

de Herabsetzung des statistischen Wertes erfolgen (BGE 135 V 58 E. 

3.1, 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweisen). Eine Parallelisierung ist indessen 

nur vorzunehmen, wenn die Differenz zum massgebenden Durchschnitt 

deutlich ist. Deutlich unterdurchschnittlich im Sinne von BGE 134 V 322 

E. 4 ist der tatsächlich erzielte Verdienst, wenn er mindestens 5 % vom 

branchenüblichen LSE-Tabellenlohn abweicht (vgl. BGE 135 V 297 E. 

6.1.2). 

Die Parallelisierung der Einkommen trägt somit dem Umstand Rechnung, 

dass die versicherte Person als Invalide realistischerweise nicht den Ta-

bellenlohn erzielen kann, weshalb ein entsprechend tieferes Invalidenein-

kommen anzunehmen ist (BGE 135 V 58 E. 3.4.3, Urteil des Bundesge-

richts 9C_488/2008 vom 5. September 2008 E. 6.4, zusammengefasst in: 

SZS 2008 S. 570; Urteile des Bundesgerichts I 428/04 vom 7. Juni 2006 

E. 7.2.2; I 630/02 vom 5. Dezember 2003 E. 2.2.2). Kann tatsächlich oder 

zumutbarerweise ein durchschnittliches Invalideneinkommen erzielt wer-

den, dann besteht kein Grund, ein aus wirtschaftlichen Gründen unter-

durchschnittliches Valideneinkommen auf ein durchschnittliches hochzu-

rechnen. Denn mit einer solchen Vorgehensweise würden in gesetzwidri-

ger Weise Einkommenseinbussen berücksichtigt, die nicht gesundheitlich 

bedingt sind. Entsprechend der gesetzlichen Regelung ist somit das (zu-

C-4535/2012 

Seite 17 

mutbare) Invalideneinkommen nicht demjenigen Einkommen gegenüber-

zustellen, das ohne Gesundheitsbeeinträchtigung bei vollständiger Aus-

schöpfung des wirtschaftlichen Potenzials zumutbarerweise hätte erzielt 

werden können, sondern demjenigen, das konkret erzielt worden wäre 

(BGE 135 V 58 E. 3.4.3 in fine). 

Sind die Voraussetzungen der Einkommensparallelisierung erfüllt, weil 

die versicherte Person aus invaliditätsfremden Gründen infolge fehlender 

Berufsausbildung und mangelhafter Sprachkenntnisse ein unterdurch-

schnittliches Valideneinkommen erzielt hatte, welches um mindestens 5 

% unter dem branchenüblichen LSE-Tabellenlohn liegt, so vermögen die-

selben Faktoren praxisgemäss nicht zusätzlich auch noch einen Leidens-

abzug zu begründen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.2). 

Bei der Durchführung der Parallelisierung ist mit Blick auf eine dem 

Grundsatz der Rechtsgleichheit genügende Invaliditätsgradermittlung zu 

vermeiden, dass diese - bei einer kontinuierlich ansteigenden Differenz 

zwischen tatsächlich erzieltem Lohn und branchenüblichem Durch-

schnittseinkommen - ab Erreichen des Erheblichkeitsgrenzwertes von 

mindestens 5 % gegebenenfalls eine sprunghafte Erhöhung des Invalidi-

tätsgrades zur Folge hat. Es ist daher nur in dem Umfang zu parallelisie-

ren, in welchem die prozentuale Abweichung den Erheblichkeitsgrenzwert 

von 5 % übersteigt, bezweckt doch die Parallelisierung praxisgemäss nur 

die Ausgleichung einer deutlichen - also nicht jeder kleinsten - Abwei-

chung des tatsächlich erzielten Verdienstes vom tabellarisch bestimmten 

branchenüblichen Referenzeinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 6.1.3) 

8.6 Bevor die versicherte Person Leistungen verlangt, hat sie aufgrund 

der Schadenminderungspflicht alles ihr Zumutbare selber vorzukehren, 

um die Folgen der Invalidität bestmöglich zu mindern. Ein Rentenan-

spruch ist zu verneinen, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnah-

men, nötigenfalls mit einem Berufswechsel, zumutbarerweise in der Lage 

ist, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Für die 

Auslegung des unbestimmten Rechtsbegriffs der zumutbaren Tätigkeit im 

Allgemeinen, wie bei der Aufgabe der selbstständigen Erwerbstätigkeit im 

Besonderen, sind die gesamten subjektiven und objektiven Gegebenhei-

ten des Einzelfalles zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den 

subjektiven Umständen die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die wei-

teren persönlichen Verhältnisse, wie Alter, berufliche Stellung, Verwurze-

lung am Wohnort etc. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere 

der ausgeglichene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitäts-

C-4535/2012 

Seite 18 

dauer massgeblich. Eine Betriebsaufgabe ist nur unter strengen Voraus-

setzungen unzumutbar, und es kann ein Betrieb selbst dann nicht auf 

Kosten der Invalidenversicherung aufrecht erhalten werden, wenn die 

versicherte Person darin Arbeit von einer gewissen erwerblichen Bedeu-

tung leistet (Urteil des Bundesgerichts 9C_624/2013 vom 11. Dezember 

2013 E. 3.1.1 mit Hinweisen). 

8.7 Der 1950 geborene Beschwerdeführer wäre gesundheitlich in der La-

ge, bis zum Erreichen des normalen Rentenalters in Deutschland mit 65 

Jahren voll erwerbstätig zu sein. Dementsprechend ist die Zumutbarkeit 

eines Berufswechsels des (seit 1984 [IV-act. 76/6 Ziff. 2]) als selbständig-

erwerbender Elektrogerätehändler tätigen Beschwerdeführers in eine un-

selbständige Verweistätigkeit zu bejahen und es kommt der Einkom-

mensvergleich zur Anwendung (vgl. E. 8.4 hievor). 

9.  

9.1 Für die Festsetzung des trotz Gesundheitsschädigung zumutbarer-

weise noch realisierbaren Einkommens (Invalideneinkommen) ist nach 

der Rechtsprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation aus-

zugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach 

Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - be-

sonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll 

ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung 

als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsäch-

lich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 126 V 

75 E. 3b/aa mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts I 850/05 vom 21. 

August 2006 E. 4.2). Ist kein solches tatsächlich erzieltes Erwerbsein-

kommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach Eintritt 

des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumut-

bare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik 

periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezo-

gen werden (BGE 126 V 75 f. E. 3b/aa und bb, vgl. auch BGE 129 V 472 

E. 4.2.1).  

Was dabei die wirtschaftliche Verwertbarkeit der medizinisch-

theoretischen Restarbeitsfähigkeit im Besonderen (beziehungsweise das 

Abstellen beim Invalideneinkommen auf den Tabellenlohn) angeht, ist zu 

beachten, dass der theoretische und abstrakte Begriff des ausgegliche-

C-4535/2012 

Seite 19 

nen Arbeitsmarktes (welcher dazu dient, den Leistungsanspruch der Inva-

lidenversicherung von jenem der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen) 

einerseits ein bestimmtes Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und 

der Nachfrage nach Stellen umschliesst und anderseits einen Arbeits-

markt bezeichnet, der von seiner Struktur her einen Fächer verschieden-

artiger Stellen offen hält, und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten 

beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des 

körperlichen Einsatzes (BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b 

und 1985 S. 462 E. 4b; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkre-

tisierung von Arbeitsgelegenheiten und Verdienstaussichten sind praxis-

gemäss nicht übermässige Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr 

nur soweit zu gehen, als im Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des In-

validitätsgrades gewährleistet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht 

darauf abzustellen, ob eine invalide Person unter den konkreten Arbeits-

marktverhältnissen vermittelt werden kann, sondern einzig darauf, ob sie 

die ihr verbliebene Arbeitskraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn 

die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen 

würden (AHI 1998 S. 290 f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 

vom 29. März 2005, I 591/02 vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 13. März 

2000 und U 176/98 vom 17. April 2000). Unter diesen Gesichtspunkten 

kann - entgegen dem Hinweis des Beschwerdeführers (vgl. IV-act. 25/2) - 

nicht gesagt werden, es falle für ihn etwa aufgrund seines Alters auf dem 

als ausgeglichen unterstellten Arbeitsmarkt keine Anstellung mehr in Be-

tracht. 

Da der Beschwerdeführer seine ihm zumutbare (Rest-)arbeitsfähigkeit 

nicht ausschöpft und das Finden einer leidensangepassten Stelle nicht 

zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint, ist das Invalideneinkom-

men anhand von Tabellenlöhnen zu ermitteln. 

9.2 In Bezug auf das Valideneinkommen und die in den vorinstanzlichen 

Akten befindlichen Einkommensteuer-Bescheide ist einerseits festzuhal-

ten, dass bereits vor Eintritt des Gesundheitsschadens (vgl. E. 7.4) be-

ziehungsweise noch ohne Einschränkung der Arbeitsfähigkeit offizielle 

Verluste resultierten (Einkünfte aus Gewerbebetrieb 2005: Euro -4'836 

gemäss "Bescheid für 2005 über Einkommenssteuer" [IV-act. 25/15], Ein-

künfte aus Gewerbebetrieb 2006: Euro -448 gemäss "Bescheid für 2006 

über Einkommenssteuer" [IV-act. 25/12], Einkünfte aus Gewerbebetrieb 

2007: Euro -602 gemäss "Bescheid für 2007 über Einkommenssteuer" 

[IV-act. 25/9]; siehe auch Anfrage der Vorinstanz betreffend Steuerbelege 

für die Jahre 2005 bis 2008 [IV-act. 23]). Dementsprechend handelt es 

C-4535/2012 

Seite 20 

sich bei den vorerwähnten "Einkommen aus Gewerbebetrieb" jedenfalls 

bis 5. Juni 2008 (Datum der letzten Untersuchung von Dr. M._______) 

(noch) nicht um gesundheitlich bedingte tiefe Einkommen.  

Anderseits ist festzustellen, dass vorliegend das beim Einkommensver-

gleich einzusetzende Valideneinkommen des Beschwerdeführers man-

gels verlässlicher Angaben über den in selbständiger Tätigkeit erzielten 

Verdienst nicht zuverlässig bestimmt werden kann. Diesbezüglich drän-

gen sich weitere erwerbliche Abklärungen auf. Die Sache ist daher an die 

Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie die entsprechenden Abklärungen 

tätige. 

Dabei wäre im Falle eines bescheidenen unterdurchschnittlichen (Vali-

den-)Einkommens anzunehmen, dass sich der Beschwerdeführer nicht 

aus freien Stücken mit einem solchen begnügt hätte; denn dem Be-

schwerdeführer gelang es offenbar aufgrund seines Alters nicht, eine un-

selbständige Tätigkeit aufzunehmen (vgl. IV-act. 25 S. 2). Dementspre-

chend wären die Vergleichseinkommen noch zu parallelisieren (vgl. E. 8.5 

hievor). 

10.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, als 

die angefochtene Verfügung vom 30. Juli 2012 aufgehoben und die Sa-

che an die IVSTA zurückgewiesen wird, damit sie die entsprechenden 

Abklärungen tätige und hernach neu verfüge. 

11.  

11.1 Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 

Parteientschädigung. 

11.2 Da eine Rückweisung praxisgemäss als Obsiegen der beschwerde-

führenden Partei gilt, sind weder dem Beschwerdeführer noch der Vorin-

stanz Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 e contrario und 2 

VwVG; vgl. BGE 132 V 215 E. 6.1). 

11.3 Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdeführer sind keine 

unverhältnismässig hohen Kosten entstanden, weshalb ihm keine Par-

teientschädigung zuzusprechen ist. 

 

C-4535/2012 

Seite 21 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene 

Verfügung vom 30. Juli 2012 aufgehoben und die Sache an die Vorin-

stanz zurückgewiesen wird, damit diese, nach erfolgter Abklärung im Sin-

ne der Erwägungen, über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers 

neu verfüge. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Einschreiben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Maurizio Greppi Yves Rubeli 

 

  

C-4535/2012 

Seite 22 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

von Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 

2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die Begeh-

ren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift 

zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, so-

weit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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