# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 969f2e10-e90f-52c7-bc05-092c9320f3ab
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 24.01.2023 U 2022 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2022-50_2023-01-24.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 22 50

1. Kammer 

Vorsitz Audétat

RichterInnen von Salis und Meisser

Aktuarin ad hoc Züger

URTEIL

vom 24. Januar 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Rita Marugg,

Beschwerdeführer

gegen

Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Führerausweisentzug

- 2 -

I. Sachverhalt:

1. Am 27. Juli 2020 fuhr A._____ mit dem Sattelschlepper B._____ inklusive 

dem Sattel-Sachtransportanhänger C._____, welcher mit Granit- und 

Marmorplatten beladen war, auf der D._____ in Richtung Norden.

Nach dem E._____ bemerkte A._____ beim Blick in die Rückspiegel, dass 

mit der Ladung etwas nicht in Ordnung war, da die linke Seitenwand stark 

ausgebuchtet war. Daraufhin hielt er beim F._____ an und kontaktierte 

seinen Arbeitgeber, welcher wiederum die Polizei informierte

2. A._____ wurde gleichentags von der Kantonspolizei G._____ 

einvernommen. Die Kantonspolizei G._____ rapportierte die 

Angelegenheit am 25. Dezember 2020 an die Staatsanwaltschaft 

G._____.

3. Mit Schreiben vom 27. Januar 2021 teilte das Strassenverkehrsamt 

Graubünden dem Beschwerdeführer mit, dass es ein 

Administrativverfahren eröffnet habe und gewährte ihm gleichzeitig das 

rechtliche Gehör.

A._____ liess sich innert erstreckter Frist am 9. März 2021 in der 

Angelegenheit vernehmen. Woraufhin das Strassenverkehrsamt das 

Administrativverfahren am 11. März 2021 bis zum Vorliegen eines 

rechtskräftigen Strafentscheids sistierte. Das Strassenverkehrsamt wies 

dabei darauf hin, dass die Beurteilung des Falls durch die Strafbehörde 

einen wesentlichen Einfluss auf das Administrativverfahren habe. 

Gleichzeitig ersuchte das Strassenverkehrsamt Graubünden die 

Staatsanwaltschaft des Kantons G._____ über den Stand des Verfahrens 

informiert zu werden oder nach Vorliegen des rechtskräftigen Strafbefehls 

eine Kopie desselben zu erhalten.

- 3 -

4. Mit Strafbefehl vom 9. April 2021 wurde A._____ der fahrlässigen 

Verletzung von Verkehrsregeln durch ungenügende Sicherung der 

Ladung im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 30 Abs. 2 SVG, Art. 57 

Abs. 1 VRV schuldig gesprochen.

5. Am 10. August 2021 wurde A._____ vom Strassenverkehrsamt 

Graubünden wiederum zu einer Vernehmlassung eingeladen. Dabei wies 

es daraufhin, dass der Beschwerdeführer mit Strafbefehl vom 9. April 2021 

von der Staatsanwaltschaft G._____ schuldig gesprochen worden sei. 

Dieser Entscheid sei in Rechtskraft erwachsen.

Mit Schreiben vom 18. August 2021 liess A._____ mitteilen, dass er keine 

Kenntnisse eines Strafbefehls habe und bat das Strassenverkehrsamt um 

eine weitere Sistierung des Administrativverfahrens. Daraufhin liess ihm 

das Strassenverkehrsamt den Strafbefehl zukommen und verlängerte die 

Frist zur Einreichung einer Vernehmlassung. 

In der Folge liess A._____ am 7. September 2021 seine Vernehmlassung 

einreichen. Daraufhin verfügte das Strassenverkehrsamt Graubünden am 

22. September 2021 einen einmonatigen Führerausweisentzug aufgrund 

ungenügender Sicherung der Ladung gestützt auf Art. 90 Abs. 1 SVG in 

Verbindung mit Art. 30 Abs. 2 SVG und Art. 57 Abs. 1 VRV.

6. Gegen diesen Entscheid erhob A._____ am 18. Oktober 2021 

Beschwerde an das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit. 

Dabei beantragte er die Aufhebung des Entscheids vom 22. September 

2021 sowie die Einstellung des Verfahrens.

Das Strassenverkehrsamt beantragte in seiner Stellungnahme vom 

8. November 2021 die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. In 

seiner Replik vom 1. Dezember 2021 hielt A._____ an seinen Anträgen 

fest und vertiefte seine Argumentation.

- 4 -

Das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit wies die 

Beschwerde mit Entscheid vom 17. Mai 2022, gleichentags mitgeteilt, ab.

7. A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) liess gegen diesen Entscheid 

am 15. Juni 2022 Beschwerde an das Verwaltungsgericht Graubünden 

erheben. Wobei er die Aufhebung der Verfügung des Departements für 

Justiz, Sicherheit und Gesundheit vom 17. Mai 2022 und des Entscheids 

des Strassenverkehrsamts vom 22. September 2021 sowie die Einstellung 

des Administrativverfahrens beantragt.

Das Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (nachfolgend: 

Beschwerdegegner) liess sich mit Eingabe vom 29. Juni 2022 zur 

Beschwerde vernehmen. Es beantragte die vollumfängliche Abweisung 

der Beschwerde und verwies grundsätzlich auf die Ausführungen in der 

angefochtenen Verfügung.

Der Beschwerdeführer replizierte am 4. Juli 2022. Der Beschwerdegegner 

verzichtete mit Schreiben vom 7. Juli 2022 auf die Einreichung einer 

Duplik.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt bildet vorliegend die Verfügung des 

Beschwerdegegners vom 17. Mai 2022 (Bf-act. 1). Beschwerden gegen 

Entscheide kantonaler Departemente werden gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. c 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) vom 

Verwaltungsgericht beurteilt, soweit diese nicht nach kantonalem oder 

eidgenössischem Recht endgültig sind oder bei einer anderen Instanz 

angefochten werden können. Die Verfügung des Beschwerdegegners ist 

weder endgültig noch kann sie bei einer anderen Instanz angefochten 

werden. Folglich stellt sie ein taugliches Anfechtungsobjekt dar. Zudem 

weist der Beschwerdeführer als Adressat der Verfügung ein 

- 5 -

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung im Sinne von Art.50 VRG 

auf. Daher ist auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte 

Beschwerde einzutreten.

2. Materiellrechtlich stellt sich vorliegend die Frage, ob der 

Beschwerdegegner zu Recht gegenüber dem Beschwerdeführer den 

Führerausweisentzug von einem Monat verfügt hat.

3.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass der vom Strafrichter im 

summarischen Strafbefehlsverfahren festgestellte Sachverhalt und auch 

dessen rechtliche Würdigung nicht bindend sei. Dies insbesondere 

deshalb, weil der Strafbefehl sich auf aktenwidrige Tatsachen stütze bzw. 

deren rechtliche Würdigung sich nicht mit den Akten decke.

3.2 Damit das System von Strafverfahren und Administrativmassnahmen 

einheitlich bleibt, hat das Urteil des Strafverfahrens gemäss der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts eine Bindungswirkung auf das 

Administrativverfahren. Liegt ein rechtskräftiges Strafurteil vor, so ist die 

Verwaltungsbehörde grundsätzlich daran gebunden. Ein Abweichen in 

tatsächlicher Hinsicht lässt sich gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung nur ausnahmsweise dann rechtfertigen, wenn die 

Administrativbehörde Tatsachen feststellt und ihrem Entscheid zugrunde 

legt, die dem Strafrichter unbekannt waren oder die er nicht beachtet hat; 

wenn die Verwaltung zusätzliche Beweise erhebt, deren Würdigung zu 

einem abweichenden Ergebnis führt, wenn die Beweiswürdigung durch 

den Strafrichter feststehenden Tatsachen klar widerspricht, oder wenn der 

Strafrichter nicht alle Rechtsfragen abgeklärt hat, insbesondere wenn er 

die Verletzung bestimmter Verkehrsregeln übersehen hat (BGE 136 II 447 

E.3.1; 124 II 103 E.1c; 119 Ib 158 E.3c; Urteil des 

Bundesgerichts 1C_25/2016 vom 4. Juli 2016 E.2.3). Dieser Grundsatz, 

wonach die Verwaltungsbehörden an den im Strafverfahren festgestellten 

Sachverhalt gebunden sind und mithin den Ausgang des Strafverfahrens 

- 6 -

abzuwarten haben, gilt auch dann, wenn das Strafurteil lediglich in einem 

Strafmandats- oder Strafbefehlsverfahren (ohne mündliche und öffentliche 

Gerichtsverhandlung) mit bloss summarischer Prüfung ergangen ist. Die 

betroffene Person kann sich also nicht erst im Administrativverfahren zur 

Wehr setzen, sondern sie muss dies bereits im Strafverfahren tun (BGE 

123 II 97 E.3c/aa; 121 II 214 E.3a; vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 1C_589/2021 vom 5. Mai 2022 E.2.1, 1C_403/2020 vom 

20. Juli 2020 E.3; 1C_539/2016 vom 20. Februar 2017 E.2.2). Auch wenn 

die vom Strafrichter festgestellten Tatsachen nach der Praxis für die 

Behörden und die Richter bei der verwaltungsrechtlichen Beurteilung des 

Falles in der Regel verbindlich sind, so gilt dies nicht für die Würdigung 

des Verschuldens und der Gefährdung (vgl. WEISSENBERGER, Kommentar 

zum SVG und zur OBV, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2015, Art. 90 SVG Rz. 

30 mit Hinweis auf die Urteile des Bundesgerichts 1C_71/2008 vom 31. 

März 2008 E.2.1 [betreffend Verschulden] und 1C_585/2008 vom 14. Mai 

2009 E.3.1 [betreffend Gefährdung]).

Somit sind die Verwaltungsbehörden durchaus an den im Strafverfahren 

festgestellten Sachverhalt gebunden. Eine Abweichung lässt sich nur bei 

Vorliegen der genannten Ausnahmetatbestände rechtfertigen. Sind die 

Voraussetzungen für ein Abweichen hingegen nicht erfüllt, so ist die 

Verwaltungsbehörde an das rechtskräftige Strafurteil gebunden (BGE 119 

Ib 158 E 2c bb).

3.3 Der Umstand, dass davon auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer 

keine Kenntnisse vom Strafbefehl hatte, ändert daran nichts. Der 

Strafbefehl ist mittels Zustellfiktion in Rechtskraft erwachsen. Nicht 

ersichtlich ist allerdings, weshalb die Staatsanwaltschaft des Kantons 

G._____ den Strafbefehl an die Privatadresse des Beschwerdeführers in 

L._____ zugestellt hat, und dies obwohl auf dem Polizeirapport vom 

25. Dezember 2020 als Zustelladresse die Adresse seines Arbeitgebers in 

- 7 -

M._____ vermerkt ist. Die Administrativbehörden hingegen haben sich 

ausschliesslich an die Adresse seines Arbeitgebers in M._____ gewendet.

4. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass die Verwaltungsbehörden 

vorliegend nicht an den Strafbefehl gebunden seien, weil eine 

aktenwidrige Feststellung des Sachverhalts bzw. dessen rechtlicher 

Würdigung durch die Staatsanwaltschaft vorliege. Seine Ladung sei 

gemäss den Akten und insbesondere dem Polizeirapport vom 

25. Dezember 2020, entgegen der Feststellung und Würdigung des 

Strafrichters genügend gesichert gewesen. Dies habe der rapportierende 

Polizist ausdrücklich festgehalten.

Der Beschwerdegegner hält in seinem Entscheid fest, dass keine Gründe 

vorliegen würden, weshalb er von den Feststellungen des Strafrichters 

abweichen sollte. 

Im Folgenden ist zu prüfen, ob der Beschwerdegegner sich zu Recht an 

das rechtskräftige Strafurteil gebunden sah oder ob er davon hätte 

abweichen müssen. Vom rechtskräftigen Strafurteil kann nur abgewichen 

werden, wenn ein Ausnahmetatbestand vorliegt. Ein Ausnahmetatbestand 

wäre gegeben, wenn die Beweiswürdigung durch den Strafrichter den 

feststehenden Tatsachen klar widerspricht. In diesem Fall wäre die 

Verwaltungsbehörde nicht an das Strafurteil gebunden.

4.1 Die Kantonspolizei G._____ hält im Polizeirapport vom 25. Dezember 

2020 (beschwerdegegnerische Akten [Bg-act. I/1]) folgenden Sachverhalt 

fest:

A._____ fuhr mit dem mit Granit- und Marmorplatten beladenen 
Sattelschlepper B._____ inkl. Sattel-Sachentransportanhänger C._____ auf 
der D._____ in Richtung Nord. Nach dem E._____ bemerkte A._____ beim 
Blick in die Rückspiegel, dass etwas mit der Ladung nicht stimmte und nach 
aussen gegen die linke Seitenwand/-blache drückte, so dass eine starke 
Ausbuchtung zu sehen war. A._____ fuhr langsam weiter in Richtung Nord und 
konnte beim F._____ anhalten. A._____ informierte die Dispo der Fa. H._____ 

- 8 -

AG, welche die Kantonspolizei I._____ informierte. Zugleich beorderte die Fa. 
H._____ AG einen Lastwagen mit Kran zur Bergung der Ladung vor Ort.

Die Granit- und Marmorplatten waren vorgängig in J._____ vorbereitet und auf 
den Sattel-Sachentransportanhänger C._____ verladen worden. Um die 
Granit- und Marmorplatten stehend zu transportieren wurden sog. Stahlböcke 
in A-Form auf der Ladefläche verwendet. Die auf die zwei Stahlböcke in A-Form 
gestellten Granit- und Marmorplatten mit einem Gesamtgewicht von ca. 
12 Tonnen durch A._____ mittels zwei Zurrketten und zwei Zurrgurten 
genügend gesichert wurden. 

Auf der kurvenreichen Fahrt entlang der D._____ brach ein Stahlbock unter 
dem Gewicht zusammen, wodurch die Granit- und Marmorplatten zur Seite 
kippten und gegen die Bordwand bzw. Mittelsäulen und das Schiebeverdeck 
drückten.

Abschliessend führt die Kantonspolizei G._____ aus, dass die Granit- und 

Marmorplatten infolge Materialermüdung eines Stahlbockes in Schieflage 

gekommen seien und den Sattel-Sachentransportanhänger beschädigt 

hätten. Die zwei Zurrketten und die zwei Zurrgurten sowie der stabile 

Aufbau des Sattel-Sachentransportanhängers hätten der enormen 

Belastung standgehalten und ein Herausfallen der Ladung verhindert. 

Zudem wurde darauf hingewiesen, dass zum Transport von grösseren 

Granit- und/oder Marmorplatten andere Fahrzeugaufbauten geeigneter 

wären.

4.2 Die Staatsanwaltschaft des Kantons G._____ stellte im Strafbefehl vom 

9. April 2021 folgenden Sachverhalt fest (beschwerdegegnerische Akten 

[Bg-act. I/12]):

A._____ lenkte am 27.07.202, ca. 11.20 Uhr, auf der D._____ in K._____, 
F._____ (Kontrollort), den Sattelschlepper der Marke N._____ mit dem 
Kennzeichen B._____, bei welchem die im Sachentransportanhänger 
mitgeführten Granit- und Marmorplatten mit einem Gesamtgewicht von ca. 
12 Tonnen nur mit zwei Zurrketten und zwei Zurrgurten ungenügend gesichert 
waren, weshalb dies auf der kurvenreichen D._____ zur Seite kippten und 
gegen die Mittelsäulen und das Schiebeverdeck drückten.

A._____ unterliess es aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit, vor der Abfahrt zu 
prüfen, ob die Ladung korrekt und genügend gesichert war. Bei Anwendung der 
gebotenen Sorgfalt hätte er dies tun und bemerken müssen, dass die Ladung 
mit einem Gewicht von rund 12 Tonnen nur ungenügend gesichert war. 

- 9 -

Entsprechend hätte er die Ladung besser sichern und damit die Verletzung von 
Verkehrsregeln durch ungenügende Sicherung der Ladung verhindern können.

4.3 Gemäss dem Beschwerdegegner könne die Feststellung der 

Kantonspolizei G._____, wonach die Sicherung der Ladung mit zwei 

Zurrgurten und zwei Zurrketten genügend gewesen sei, nicht isoliert 

betrachtet werden. Gleichzeitig habe die Kantonspolizei nämlich mit dem 

besagten Rapport eine Verzeigung wegen ungenügender Sicherung der 

Ladung gemacht und auch ausgeführt, welche Punkte der 

Beschwerdeführer zur genügenden Sicherung der Ladung unterlassen 

habe. Die durch Zurrgurten und Zurrketten erfolgte Sicherung der Ladung 

durch den Beschwerdeführer sei nicht zu bemängeln, jedoch genüge 

diese Sicherung allein gerade nicht. Im Weiteren stimmte der 

Beschwerdegegner dem Beschwerdeführer dahingehend zu, dass die 

Wortwahl in den entsprechenden Ausführungen im Strafbefehl im Hinblick 

auf den Polizeirapport unglücklich ausgefallen sei, diese würden sich 

jedoch nicht widersprechen.

Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich unter anderem vor, dass im 

Polizeirapport nicht ausgeführt werde, welche Punkte er zur genügenden 

Sicherung der Ladung unterlassen habe.

4.4 Die Kantonspolizei bezeichnet die Sicherung mittels zwei Zurrgurten und 

zwei Zurrketten als genügend, während die Staatsanwaltschaft dieselbe 

Sicherung als ungenügend betrachtet. Diese Aussagen scheinen 

tatsächlich nicht übereinzustimmen. Zudem ist dem Beschwerdeführer 

dahingehend zuzustimmen, dass – entgegen den Vorbringen des 

Beschwerdegegners – dem Polizeirapport nicht zu entnehmen ist, welche 

Punkte der Beschwerdeführer zur genügenden Sicherung der Ladung 

unterlassen hat. 

4.5 Gemäss Polizeirapport handelt es sich um eine genügend gesicherte 

Ladung, die aufgrund einer Materialermüdung in Schieflage geraten ist. 

- 10 -

Gemäss Strafbefehl hingegen hätte der Beschwerdeführer bemerken 

müssen, dass die Ladung ungenügend gesichert gewesen sei und 

entsprechend hätte er die Ladung besser sichern müssen. Demnach hätte 

der Beschwerdeführer dem Strafrichter zufolge bemerken müssen, dass 

der Stahlbock für den Transport untauglich war. Fraglich ist daher, ob die 

Verwendung des mangelhaften Stahlbocks dem Beschwerdeführer im 

Sinne einer ungenügenden Sicherung anzulasten ist.

In der polizeilichen Einvernahme führte der Beschwerdeführer zu den 

Stahlböcken aus, dass diese ihm zur Verfügung gestellt worden seien und 

schon oft für den Transport von grossen Granit- und Marmorplatten 

verwendet worden seien. Die Kantonspolizei hielt ausserdem in ihrem 

Rapport diesbezüglich fest, dass die Stahlböcke in A-Form aufgrund des 

optischen Zustands bereits über einen längeren Zeitraum im Einsatz 

gewesen seien. Die Stahlböcke hätten Rost und defekte Schweissnähte 

aufgewiesen. Weiter lässt sich dem Polizeirapport entnehmen, dass 

gemäss der Fa. H._____ AG solche Stahlböcke in A-Form vorwiegend 

zum Transport von grösseren Granit- und Marmorplatten verwendet und 

dass die Stahlböcke jeweils durch die Granit- und Marmorwerke in 

L._____ zur Verfügung gestellt werden.

Im vorinstanzlichen Entscheid wird dem Beschwerdeführer vorgehalten, 

dass er vor der Fahrt nicht abgeklärt hat, mit wieviel Gewicht diese 

Stahlböcke belastet werden können. Es sei davon auszugehen, dass er 

sehen konnte, in welchem optischen Zustand die Stahlböcke waren, und 

dass sie zumindest seit einem längeren Zeitraum im Einsatz standen. Dies 

hätte ihn umso mehr dazu veranlassen müssen, die notwendigen 

Abklärungen vorzunehmen.

Der Beschwerdeführer ist hingegen der Ansicht, dass er weder erkennen 

konnte noch hätte erkennen müssen, dass einer der Stahlböcke derart 

rostig war und eine defekte Schweissnaht hatte, sodass es während des 

- 11 -

Transportes wegen Materialermüdung zu einem Bruch kommen würde. 

Rost setze sich an unlackiertem Stahl relativ leicht oberflächlich fest, was 

aber nicht bedeuten müsse, dass der ganze Stahlträger bereits 

durchgerostet und nicht mehr funktionstüchtig sei. Ausserdem seien die 

von ihm zu transportierenden Granit- und Marmorplatten bereits von 

Dritten auf diesen Stahlböcken befestigt worden, als die Ware auf sein 

Fahrzeug verladen worden sei. Weiter argumentiert der 

Beschwerdeführer, dass es die von ihm geforderte Sorgfalt bei weitem 

übersteigen würde, wenn von ihm verlangt werden würde, dass er in dieser 

Situation hätte überprüfen müssen, ob die Stahlböcke durchgerostet 

gewesen waren oder nicht. Dafür hätte er nämlich die Ladung abladen und 

auseinandernehmen müssen, wozu er die geeigneten Hilfsmittel wie einen 

Kran benötigt hätte, und über die Qualität der Stahlböcke sogar ein 

Gutachten machen müssen bzw. hätte er die Stahlböcke mindestens 

auseinandernehmen. Sodann hätte er die Stahlböcke wieder 

zusammenschweissen müssen, was seine Fähigkeiten und Kompetenzen 

bei weitem überschritten hätte. Eine solche Überprüfung durch den Lenker 

des Lastwagens zu verlangen wäre klar unverhältnismässig. Dies umso 

mehr, weil der Beschwerdeführer die Ladung zusätzlich mit zwei 

Zurrgurten und zwei Zurrketten gesichert habe und die Ladung dank 

dieser zusätzlichen Sicherung genügend gesichert gewesen sei.

Im vorinstanzlichen Entscheid wird vom Beschwerdeführer verlangt, dass 

er die notwendigen Abklärungen hätte vornehmen müssen. Es ist nicht 

restlos klar, welche Abklärungen damit gemeint sind. Aus dem Kontext 

lässt sich darauf schliessen, dass der Beschwerdeführer die fehlenden 

Herstellerangaben wie vor allem das maximale Gewicht, mit dem die 

Stahlböcke beladen werden dürfen, hätte in Erfahrung bringen müssen. 

Dieser Argumentation zufolge hätte der Vorfall anscheinend vermieden 

werden können, wenn der Beschwerdeführer gewusst hätte, mit wieviel 

Gewicht die Stahlböcke belastet werden dürfen. Was wiederum bedeuten 

- 12 -

würde, dass die Stahlböcke an sich für den Transport nicht geeignet 

waren. Da nur einer von zwei Stahlböcken gebrochen ist, kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass die Stahlböcke an sich untauglich für den 

Transport waren. Feststeht lediglich, dass der gebrochene nicht (mehr) 

tauglich war. Inwiefern Abklärungen über die maximale Last eines 

Stahlbocks einen Unterschied gemacht hätten, ist nicht ersichtlich. Da 

diese Stahlböcke üblicherweise für solche Transporte verwendet werden, 

kann nicht per se davon ausgegangen werden, dass diese nicht dafür 

geeignet sind.

Ob weitere Abklärungen über die Stahlböcke zu einem anderen Ergebnis 

geführt hätten, wie dies der Beschwerdegegner anzunehmen scheint, ist 

fraglich und nicht erwiesen. Selbst wenn dies der Fall wäre, stellt sich 

allerdings immer noch die Frage, ob der Beschwerdeführer durch das 

Unterlassen dieser Abklärungen eine mittelschwere Widerhandlung im 

Sinne von Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG begangen hat, wie dies der 

Beschwerdegegner annimmt.

5. Die mittelschwere Widerhandlung stellt einen Auffangtatbestand dar. Sie 

ist demnach gegeben, wenn nicht alle privilegierenden Merkmale einer 

leichten Widerhandlung resp. nicht alle qualifizierenden Merkmale einer 

schweren Widerhandlung vorliegen. Eine leichte Widerhandlung begeht, 

wer durch Verletzung von Verkehrsregeln eine geringe Gefahr für die 

Sicherheit anderer hervorruft und ihn dabei nur ein leichtes Verschulden 

trifft (Art. 16a Abs. 1 lit. a SVG). Nach einer leichten Widerhandlung wird 

der Lernfahr- oder Führerausweis für mindestens einen Monat entzogen, 

wenn in den vorangegangenen zwei Jahren der Ausweis entzogen war 

oder eine andere Administrativmassnahme verfügt wurde (Art. 16a Abs. 2 

SVG). Eine mittelschwere Widerhandlung begeht, wer durch Verletzung 

von Verkehrsregeln eine Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder 

in Kauf nimmt (Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG). Dies führt zu einem Entzug des 

Lernfahr- oder Führerausweises von mindestens einem Monat (Art. 16b 

- 13 -

Abs. 2 lit. a SVG). Von Art. 90 Abs. 1 SVG werden sowohl leichte als auch 

mittelschwere Widerhandlungen als einfache Verkehrsregelverletzungen 

erfasst (BGE 135 II 138 E.2.4).

Für die Annahme einer leichten Widerhandlung müssen beide genannten 

Voraussetzungen kumulativ gegeben sein – eine geringe Gefahr und ein 

leichtes Verschulden (BGE II 138 E. 2.2.3). Ist jedoch lediglich die 

Gefährdung gering, das Verschulden hingegen hoch, oder umgekehrt die 

Gefährdung hoch und das Verschulden gering, liegt eine mittelschwere 

Widerhandlung nach Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG vor (vgl. Botschaft vom 31. 

März 1999 zur Änderung des SVG, BBl 1999 4462, S. 4489; Urteil 

1C_656/2015 vom 8. April 2016 E. 2.2).

Demnach ist im Folgenden das Verschulden des Beschwerdeführers 

sowie auch die durch den Vorfall geschaffene Gefahr zu prüfen.

5.1 Betreffend Verschulden ist festzuhalten, dass gemäss Polizeirapport die 

Ladung mittels Zurrketen und Zurrgurten grundsätzlich genügend 

gesichert war sowie dass die Ladung aufgrund einer Materialermüdung 

eines Stahlbocks in Schieflage geriet. Auch wenn ausser Frage steht, dass 

der Lastwagenführer für seine Ladung verantwortlich ist, ist vorliegend 

doch fraglich, mit welchen konkreten Massnahmen der Beschwerdeführer 

den Vorfall hätte verhindern sollen. Die Granit- und Marmorplatten wurden 

von Dritten auf die Stahlböcke geladen und diese ihm so zur Verfügung 

gestellt. Diese Vorgehensweise ist im Zusammenhang mit Transporten 

üblich. Der Beschwerdeführer hat zudem eine doppelte eigene Sicherung 

angebracht, die es schlussendlich tatsächlich verhindert hat, dass die 

Granit- und Marmorplatten heruntergefallen sind. Vor diesem Hintergrund 

kann dem Beschwerdeführer lediglich ein leichtes Verschulden angelastet 

werden. Dafür spricht auch die geringe Busse, die mit dem Strafbefehl 

ausgesprochen wurde.

- 14 -

5.2 Kumulativ zu einem leichten Verschulden darf allerdings auch nur eine 

geringe Gefahr bestanden haben, damit auf leichte Widerhandlung 

geschlossen werden kann. Wie der Beschwerdegegner zu Recht ausführt, 

werden an die Stabilität der Ladung strenge Anforderungen gesetzt. 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist die Ladung so zu 

sichern, dass sie auch Ereignissen wie leichten Unfällen oder starken 

Bremsungen standzuhalten vermag. Der Beschwerdegegner kommt 

demnach zum Schluss, dass der Beschwerdeführer in objektiver Hinsicht 

mindestens eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer im Sinne von 

Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG geschaffen habe.

Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass es dank der 

Mehrfachsicherung bzw. dank den zwei Zurrketten und Zurrgurten gar nie 

eine erhöhte abstrakte Gefährdung gegeben habe. Die realistische 

Gefahr, dass die Ladung auf die Strasse falle, habe dank der 

Mehrfachsicherung zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Gemäss Art. 30 Abs. 2 SVG ist eine Ladung so anzubringen, dass sie 

niemanden gefährdet oder belästigt und nicht herunterfallen kann. Eine 

Gefahr für die Sicherheit anderer im Sinne von Art. 16a bis 16c SVG ist 

bei einer konkreten oder auch bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung 

zu bejahen. Eine erhöhte abstrakte Gefahr besteht, wenn in Anbetracht 

der jeweiligen Verhältnisse des Einzelfalls die Möglichkeit einer konkreten 

Gefährdung oder gar einer Verletzung naheliegt (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 1C_539/2016 vom 20. Februar 2017 E.3.1, 1C_273/2016 

vom 5. Dezember 2016 E.4.4 m.H.). 

In casu war der Beschwerdeführer mit 12 Tonnen Granit- und 

Marmorplatten unterwegs. Wären diese vom Sattel-

Sachtransportanhänger auf die Strasse heruntergefallen, hätte dies auf 

jeden Fall eine konkrete Gefährdung oder gar eine Verletzung ermöglicht. 

Schliesslich ereignete sich der Vorfall auf einer stark befahrenen Strasse. 

- 15 -

Dass andere Verkehrsteilnehmer erheblich gefährdet gewesen wären, 

wenn diese Masse an Steinplatten auf der Strasse liegen würde, liegt auf 

der Hand. 

Aus dem Polizeirapport vom 25. Dezember 2020 (Bg-act. I/1) bzw. der 

dort integrierten Fotodokumentation, Bilder 1, 2, 4 u. 5 ist zudem 

ersichtlich, dass durch das Verrutschen der tonnenschweren Ladung 

diese so stark in die Leichtbaukonstruktion des Sattel-

Sachentransportanhängers drückt, dass die Seitenwand des Sattel-

Sachtransportanhängers gut sichtbar ausgebuchtet war. Als der 

Beschwerdeführer dies im Rückspiegel sah hielt er bei der nächsten 

Möglichkeit an und konnte im Folgenden nicht mehr weiterfahren. Hätte 

keine Gefahr bestanden, dass die Ladung runterfallen könnte – wie dies 

der Beschwerdeführer behauptet –, hätte er seine Transportfahrt zu Ende 

bringen können und die Ladung hätte nicht umgeladen werden müssen. 

Dass die Ladung im vorliegenden Fall nicht auf der Strasse gelandet ist, 

ist somit einem glücklichen Zufall geschuldet, der an der dadurch 

hervorgerufenen Gefahr für die Sicherheit anderer nichts zu ändernd 

vermag. Demnach bestand durch das fehlerhafte Transportgut eine 

erhöhte abstrakte Gefahr.

Die abstrakte Gefährdung durch die 12 Tonnen Granit- und 

Marmorplatten, welche aufgrund des fehlerhaften Transportgutes auf der 

Strasse hätten landen können, ist im Sinne der oben erwähnten 

Rechtsprechung als eine erhöhte abstrakte Gefährdung einzustufen.

Im vorliegenden Fall ist also aufgrund der tatsächlichen Umstände nicht 

mehr von einer geringen Gefährdung auszugehen. Demnach sind nicht 

alle privilegierenden Merkmale einer leichten Widerhandlung erfüllt und 

folglich liegt eine mittelschwere Widerhandlung vor. Somit kommt Art. 16b 

Abs. 2 lit. a SVG zur Anwendung, welcher einen Führerausweisentzug von 

mindestens einem Monat vorsieht.

- 16 -

6. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das 

Strassenverkehrsamt dem Beschwerdeführer korrekterweise gestützt auf 

Art. 16b Abs. 1 lit. a SVG und Art. 16b Abs. 2 lit. a SVG den 

Führerausweis für die Dauer von einem Monat entzogen hat. Die 

Beschwerde ist somit abzuweisen.

7. Bei diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdeführer als 

unterliegende Partei die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu tragen 

(Art. 73 Abs. 1 VRG). Dem in seinem amtlichen Wirkungskreis 

obsiegenden Beschwerdegegner steht keine Parteientschädigung zu.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 1’500.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 338.--

zusammen CHF 1'838.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, 

Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilung]