# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e535df2d-bad3-59e2-ae19-560ad74623cb
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-14
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 14.06.2017 810 16 368
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-16-368_2017-06-14.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 14. Juni 2017 (810 16 368) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Verweigerung der Einreisebewilligung  

 

 

Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kantonsrichter Niklaus 
Ruckstuhl, Christian Haidlauf, Claude Jeanneret, Stefan Schulthess, 
Gerichtsschreiberin Chiara Piras 
 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch die Freiplatzaktion Basel 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 
 

  
  

Betreff Verweigerung der Einreisebewilligung  
(RRB Nr. 1680 vom 29. November 2016) 

 
 

 

 

A. A.____ (geb. 1976) ist Staatsangehöriger von Sri Lanka. Er reiste im Dezember 2008 

in die Schweiz ein und stellte ein Asylgesuch, das mit Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 

vom 8. Dezember 2010 letztinstanzlich abgelehnt wurde. Der Vollzug der Wegweisung wurde 

zu Gunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgeschoben. Am 24. November 2015 erhielt A.____ 

eine Aufenthaltsbewilligung im Kanton Basel-Landschaft.  

 

Seite 2 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

B. Über die Schweizer Botschaft in Colombo (Sri Lanka) erhielt das Amt für Migration des 

Kantons Basel-Landschaft (AfM) im Februar 2016 das Einreisegesuch von B.____ zwecks Vor-

bereitung der Eheschliessung mit und Verbleib bei A.____.  

 

C. Mit Verfügung vom 18. April 2016 lehnte das AfM das Gesuch mit der Begründung ab, 

A.____ erziele ein durchschnittliches Nettoeinkommen von Fr. 3‘069.-- (inkl. 13. Monatslohn), 

woraus bei einem Nachzug seiner künftigen Ehefrau ein monatlicher Fehlbetrag von Fr. 562.-- 

resultieren würde. Da B.____ ihr bisheriges Leben in Sri Lanka verbracht hätte und A.____ seit 

2008 in der Schweiz lebe, bestehe keine eng gelebte Beziehung zwischen den künftigen Ehe-

gatten. Folglich erweise sich die Ablehnung der Einreisebewilligung auch als verhältnismässig.  

 

D. Mit Eingabe vom 13. Juni 2016 erhob A.____, nunmehr und nachfolgend vertreten 

durch die Freiplatzaktion Basel, Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-

Landschaft (Regierungsrat) und beantragte, die Verfügung des AfM vom 18. April 2017 sei auf-

zuheben (Ziff. 1) und es sei die Einreise zur Vorbereitung der Heirat und zum Verbleib beim 

Ehemann von B.____ zu bewilligen (Ziff. 2), alles unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 3).  

 

E. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 1680 

vom 29. November 2016 ab. Er kam bei einer Gesamtwürdigung der Umstände zum Schluss, 

dass den durchschnittlichen monatlichen Einnahmen von A.____ von netto Fr. 3‘128.85 

(inkl. 13. Monatslohn) ein Gesamtbedarf von A.____ und B.____ von monatlich Fr. 3‘481.10 

entgegenstehe. Dies resultiere in einem monatlichen Fehlbetrag von Fr. 352.25, weshalb die 

Minimalvoraussetzungen für einen Nachzug der künftigen Ehefrau nicht erfüllt seien. A.____ 

stehe es jedoch offen, die Beziehung zu B.____ im bisher gelebten Rahmen weiterzuführen, 

nach Sri Lanka zurückzukehren oder ein erneutes Gesuch um Familiennachzug einzureichen, 

sobald die Voraussetzungen von Art. 44 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und 

Ausländer (AuG) vom 16. Dezember 2005 erfüllt seien.  

 

F. Am 12. Dezember 2016 erhob A.____ beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abtei-

lung Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), Beschwerde gegen den RRB 

Nr. 1680 vom 29. November 2016. Er beantragt, es sei der Entscheid vom 29. November 2016 

aufzuheben (Ziff. 1) und es sei die Einreise zur Vorbereitung der Heirat und zum Verbleib beim 

Ehemann von B.____ zu bewilligen (Ziff. 2), unter o/e-Kostenfolge (Ziff. 3). Zur Begründung 

macht er im Wesentlichen geltend, er werde zusätzlich zu seiner derzeitigen Beschäftigung als 

Küchenhilfe per 1. Januar 2017 eine weitere Stelle in einem Minimarket antreten. Dort werde er 

im Stundenlohn (Fr. 19.-- pro Stunde) während sieben Stunden pro Woche beschäftigt sein. 

Den monatlichen Ausgaben in der Höhe von Fr. 3‘186.10 stünden demnach monatliche Ein-

nahmen von Fr. 3‘731.50 gegenüber, woraus ein Überschuss von Fr. 545.40 resultiere. Demzu-

folge sei er in der Lage, für den gebührenden Unterhalt für sich und für seine künftige Ehefrau 

aufzukommen.  

 

G. Der Regierungsrat liess sich mit Schreiben vom 2. Januar 2017 vernehmen und bean-

tragt die Abweisung der Beschwerde, unter o/e-Kostenfolge.  

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 

Seite 3 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

H. Mit Verfügung vom 13. Januar 2017 wurde der Fall der Kammer zur Beurteilung über-

wiesen.  

 

I. Mit Schreiben vom 6. April 2017 reichte der Beschwerdeführer Kopien der Lohnaus-

weise der Monate Januar 2017 bis März 2017 ein.  

 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 

 

1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-

zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die ange-

fochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Inte-

resse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Beschwerdeführer Adressat des ange-

fochtenen Entscheids ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die übri-

gen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die örtliche wie auch die sachliche Zustän-

digkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde eingetreten 

werden.  

 

2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und b 

VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch des 

Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt wer-

den. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochtenen Rechtsaktes ist dem Kantonsge-

richt dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt (§ 45 Abs. 1 

lit. c VPO e contrario).  

 

3.1 Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die Vorinstanzen 

B.____ zu Recht die Aufenthaltsbewilligung zur Vorbereitung der Eheschliessung und zum an-

schliessenden Verbleib beim Beschwerdeführer verweigert haben.  

 

3.2 Eine ausländische Person ist zur Anwesenheit in der Schweiz nur berechtigt, wenn sie 

eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung besitzt oder wenn sie keiner solchen bedarf 

(Art. 10 und 11 AuG; vgl. auch Art. 2 AuG). Eine Kurzaufenthaltsbewilligung wird für befristete 

Aufenthalte bis zu einem Jahr erteilt (Art. 32 Abs. 1 AuG). Eine Aufenthaltsbewilligung wird hin-

gegen für Aufenthalte mit einer Dauer von mehr als einem Jahr erteilt (Art. 33 Abs. 1 AuG). Sie 

ist befristet und kann verlängert werden (Art. 33 Abs. 3 AuG). Es besteht grundsätzlich kein 

Anspruch auf Erteilung einer (Kurz-)Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, die um eine Bewilli-

gung ersuchende Person oder ihre in der Schweiz lebenden Angehörigen könnten sich auf eine 

besondere Norm des Bundesrechts (einschliesslich Bundesverfassungsrecht) oder eines 

Staatsvertrags berufen (BGE 133 I 185 E. 2.3; MARC SPESCHA, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/

Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 4. Aufl., Zürich 2015, Rz. 1 ff. zu Art. 3 AuG). 

Andernfalls entscheidet die zuständige Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Be-

willigungserteilung bzw. Bewilligungsverlängerung (vgl. Art. 3, Art. 32 Abs. 2, Art. 33 Abs. 3 so-

wie Art. 96 AuG).  

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 

Seite 4 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.3 Gemäss bundesgerichtlicher Praxis kann eine ledige ausländische Person unter be-

stimmten Voraussetzungen gestützt auf das Recht auf Ehe nach Art. 12 der Konvention zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 und Art. 14 

der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 ein 

Anwesenheitsrecht im Hinblick auf die Eheschliessung in der Schweiz ableiten. Demnach sind 

die Migrationsbehörden gehalten, einen provisorischen Aufenthaltstitel zur Vorbereitung der 

Ehe zu erteilen, wenn keine Anzeichen für einen Rechtsmissbrauch vorliegen und davon aus-

zugehen ist, dass die betroffene ausländische Person – einmal verheiratet – aufgrund ihrer per-

sönlichen Situation die Zulassungsvoraussetzungen in der Schweiz offensichtlich erfüllen wird 

(Analogieschluss zu Art. 17 Abs. 2 AuG). Sind Letztere voraussichtlich nicht gegeben, besteht 

kein Anlass, der ausländischen Person den Aufenthalt in der Schweiz im Hinblick auf die Ehe-

schliessung zu erlauben, da sie in der Folge ohnehin nicht mit dem Ehemann bzw. mit der Ehe-

frau in der Schweiz würde zusammenleben können (BGE 139 I 37 E. 3.5.2; BGE 138 I 41 E. 4; 

BGE 137 I 351 E. 3.7; Urteil des Bundesgerichts 2C_977/2012 vom 15. März 2013 E. 3.1). Sind 

die genannten Voraussetzungen erfüllt, wird nach der Verwaltungspraxis eine befristete Aufent-

haltsbewilligung zur Vorbereitung der Heirat gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG erteilt 

(vgl. Verfügung des AfM vom 18. April 2016, S. 2; ANDREA GOOD/TITUS BOSSHARD, in: Caroni/

Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG], Bern 

2010, Rz. 15 zu Art. 30 AuG). Auf die Erteilung einer Härtefallbewilligung nach Art. 30 Abs. 1 

lit. b AuG besteht jedoch kein Rechtsanspruch (Urteil des Bundesgerichts 2C_400/2011 vom 

2. Dezember 2011 E. 1.2.2).  

 

4.1 Im Licht der Rechtsprechung des Bundesgerichts bleibt vorliegend zu prüfen, ob 

B.____ nach der Heirat mit dem Beschwerdeführer die Zulassungsvoraussetzungen in der 

Schweiz offensichtlich erfüllen wird. 

 

4.2 Das AfM hat das Einreisegesuch von B.____ zur Vorbereitung der Heirat und zum 

Verbleib beim Beschwerdeführer gestützt auf Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG i.V.m. Art. 31 der Verord-

nung über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit (VZAE) vom 24. Oktober 2007 geprüft 

und abgewiesen. Es kam zum Ergebnis, dass die Voraussetzungen für einen Familiennachzug 

nach Art. 44 AuG nicht gegeben seien, da bei einem Nachzug von B.____ das Risiko bestehe, 

dass sie und der Beschwerdeführer Sozialhilfe beanspruchen müssten. Aus diesem Grunde 

könne auch die Einreise zum Zweck der Heirat nicht bewilligt werden (vgl. Verfügung des AfM 

vom 18. April 2016, S. 2 f.).  

 

4.3 Die Vorinstanz hat einen Anspruch von B.____ auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilli-

gung ebenfalls unter dem Aspekt von Art. 44 lit. c AuG geprüft und abgewiesen. Der Beschwer-

deführer stellt sich demgegenüber auf den Standpunkt, dass die Voraussetzungen von Art. 44 

AuG erfüllt seien und die Einreisebewilligung erteilt werden müsse.  

 

5.1 Die Beschwerde bezieht sich auch im vorliegenden Verfahren auf die Frage, ob nach 

erfolgter Einreise von B.____ und nach der geplanten Eheschliessung mit dem Beschwerdefüh-

rer dieser hinreichende finanzielle Mittel hat, damit die Voraussetzungen für die Erteilung einer 

ordentlichen Aufenthaltsbewilligung an seine künftige Ehefrau erfüllt sind. 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 

Seite 5 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.2 Der Beschwerdeführer verfügt als Ausländer über eine Aufenthaltsbewilligung, nicht 

jedoch über eine Niederlassungsbewilligung. Für den Nachzug seiner künftigen Ehefrau kann er 

sich demnach auf Art. 44 AuG stützen, der den Nachzug durch Ausländerinnen und Ausländer 

mit Aufenthaltsbewilligung regelt. Ob nach der Heirat gegebenenfalls ein Anspruch auf Aufent-

haltsbewilligung gestützt auf die Europäische Menschenrechtskonvention bzw. die Bundesver-

fassung besteht (BGE 137 I 284 E. 1.3, 2.6 und 2.7), kann mit Blick auf die nachfolgenden Er-

wägungen vorliegend offenbleiben. 

 

5.3 Art. 44 AuG räumt anders als Art. 42 und 43 AuG keinen Nachzugsanspruch ein 

(MARTINA CARONI, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], a.a.O., Rz. 2 zu Art. 44 AuG). Sofern 

die Voraussetzungen nach den Buchstaben a-c von Art. 44 AuG erfüllt sind, entscheidet die 

zuständige Behörde deshalb nach Ermessen über die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung 

(‟Kann-Bestimmung”). Das behördliche Ermessen ist allerdings pflichtgemäss auszuüben 

(SPESCHA, a.a.O., Rz. 1 zu Art. 44 AuG). Gemäss Art. 44 lit. a AuG setzt die Bewilligung des 

Familiennachzugs zunächst voraus, dass der nachzuziehende Ehegatte, beziehungsweise die 

nachzuziehenden Kinder, mit dem in der Schweiz lebenden Familienmitglied zusammenwohnen 

werden. Sodann muss gemäss Art. 44 lit. b AuG eine bedarfsgerechte Wohnung vorhanden 

sein. Art. 44 lit. c AuG verlangt schliesslich die Sozialhilfeunabhängigkeit der nachgezogenen 

Personen. Strittig ist vorliegend einzig die letzte Voraussetzung: Die Vorinstanzen erachten es 

als nicht erstellt, dass im Falle eines Nachzugs bzw. eines Verbleibens von B.____ nach der 

Heirat in der Schweiz sie und der Beschwerdeführer nicht auf Sozialhilfe angewiesen sein wer-

den. 

 

6. Art. 44 lit. c AuG soll verhindern, dass die nachgezogenen Familienmitglieder dem So-

zialstaat zur Last fallen. Ob dies eintreten wird, ist allerdings kaum je mit Sicherheit feststellbar. 

Es muss daher auf die wahrscheinliche finanzielle Entwicklung der in der Schweiz lebenden 

ausländischen Person und seiner nachzuziehenden Familienangehörigen abgestellt werden. 

Dabei ist von den aktuellen Verhältnissen auszugehen; es muss aber auch die mutmassliche 

längerfristige Entwicklung der finanziellen Situation abgewogen werden (BGE 139 I 330 

E. 4.1 f.). Für die Verweigerung des Nachzugs bedarf es einer konkreten Gefahr der künftigen 

Sozialhilfeabhängigkeit bzw. der Ausweitung derselben. Blosse finanzielle Bedenken genügen 

nicht (Urteil des Bundesgerichts 2C_685/2010 vom 30. Mai 2011 E. 2.3.1). Bei der Beurteilung 

der Lebenshaltungskosten der künftigen Familiengemeinschaft geht das Kantonsgericht in 

ständiger Praxis von den Richtlinien für die Ausgestaltung und Bemessung der Sozialhilfe der 

Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (sog. SKOS-Richtlinien) aus (Urteil des Kantonsge-

richts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV] vom 18. November 2015 

[810 15 97] E. 5.2; Botschaft zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 

8. März 2002, Bundesblatt [BBl] 2002 3793; vgl. auch CARONI, a.a.O., Rz. 13 zu Art. 44 AuG; 

SPESCHA, a.a.O., Rz. 5 zu Art. 44 AuG). Der so errechnete finanzielle Bedarf ist dem Einkom-

men der Ehegatten gegenüberzustellen. Dabei ist auch ein allfälliges Einkommen des nachzu-

ziehenden Ehepartners zu berücksichtigen, sofern ihm bereits eine Stelle zugesichert wurde 

(BBl 2002 3793; CARONI, a.a.O., Rz. 13 zu Art. 44 AuG). Das Einkommen der Familienangehö-

rigen, die den Unterhalt der Familie bestreiten sollen, ist daran zu messen, ob und in welchem 

Umfang es tatsächlich realisierbar ist. In diesem Sinne müssen die Erwerbsmöglichkeiten und 

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 

Seite 6 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

das damit verbundene Zusatzeinkommen konkret belegt und mit gewisser Wahrscheinlichkeit 

auf mehr als eine kurze Frist erhärtet sein (BGE 122 II 1 E. 3c; Urteile des Bundesgerichts 

2C_716/2007 vom 12. März 2008 E. 2.1 und 2A.122/2007 vom 11. Juli 2007 E. 3.5). 

 

7.1 Fraglich ist, ob der Beschwerdeführer in der Lage ist, für die finanziellen Bedürfnisse 

für sich und seine künftige Ehefrau aufzukommen. Aus den Verfahrensakten geht hervor, dass 

der Beschwerdeführer im Dezember 2008 in die Schweiz eingereist ist und seit Oktober 2010 

arbeitet: Zuerst war er als Küchenhilfe im Restaurant C.____ in Basel tätig und seit Dezember 

2015 ist er in der Küche des Hotels D.____, ebenfalls in Basel, in einem unbefristeten Anstel-

lungsverhältnis mit einem 100%-Pensum sowie einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 42 

Stunden pro Woche angestellt (vgl. Arbeitsvertrag vom 19. Oktober 2015). Im Januar 2017 hat 

der Beschwerdeführer zusätzlich zu seiner Anstellung im Hotel D.____ eine weitere Stelle im 

Minimarket E.____ angetreten, wo er in den Monaten Januar 2017 bis März 2017 7 Stunden 

pro Woche à Fr. 19.-- pro Stunde beschäftigt war (vgl. Arbeitsvertrag vom 7. Dezember 2016, 

Beschwerde vom 12. Dezember 2016, Beilage 2, und Lohnausweise von Januar 2017 bis März 

2017, Schreiben des Beschwerdeführers vom 6. April 2017, Beilagen 1 bis 3). Seit dem Zeit-

punkt der vorinstanzlichen Urteilsfällung hat der Beschwerdeführer somit eine zweite Stelle an-

getreten und zusätzliche monatliche Einnahmen von Fr. 486.40 vorzuweisen. 

 

7.2 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass sich seit dem Entscheid des Regierungsra-

tes neue, massgebliche Sachverhaltselemente ergeben haben. Im Unterschied zur anlässlich 

des angefochtenen Entscheids bestandenen Konstellation stehen nun weitere Einnahmen für 

die Berechnung der finanziellen Mittel des Beschwerdeführers und seiner künftigen Ehefrau zur 

Verfügung. Es ist deshalb angezeigt, den angefochtenen Entscheid in teilweiser Gutheissung 

der Beschwerde aufzuheben und die Angelegenheit zur umfassenden Neubeurteilung gestützt 

auf die neuen Sachumstände an das AfM zurückzuweisen (KGE VV vom 3. Februar 2016 

[810 15 139] E. 3.3 und KGE VV vom 21. September 2016 [810 15 349] E. 4.3). Das AfM wird 

insbesondere zu prüfen haben, ob unter den vorliegenden Umständen die Einkommenssituation 

als gesichert einzuschätzen ist und damit die Voraussetzungen für die Einreise von B.____ zur 

Vorbereitung der Heirat und zum Verbleib beim Beschwerdeführer als erfüllt zu erachten sind. 

Hinsichtlich der Kostenverlegung ist der vorinstanzliche Entscheid demgegenüber zu bestätigen 

(vgl. Ziff. 2 des RRB Nr. 1680 vom 29. November 2016).  

  

8.1 Im Folgenden ist noch über die Kosten zu befinden. Gemäss dem Ausgang des Ver-

fahrens werden die Verfahrenskosten für das Verfahren vor Kantonsgericht in der Höhe von 

Fr. 1‘400.-- nach § 20 Abs. 3 VPO der unterliegenden Partei auferlegt. Da der Vorinstanz nach 

§ 20 Abs. 3 und 4 VPO keine Verfahrenskosten auferlegt werden können, gehen diese zulasten 

der Gerichtskasse. Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- wird dem Be-

schwerdeführer zurückerstattet.  

 

8.2 Der ganz oder teilweise obsiegenden Partei kann gemäss § 21 Abs. 1 VPO für den 

Beizug eines Anwalts bzw. einer Anwältin eine angemessene Parteientschädigung zulasten der 

Gegenpartei zugesprochen werden. Der Beschwerdeführer war nicht durch einen Anwalt oder 

eine Anwältin, sondern durch den Verein Freiplatzaktion Basel vertreten. Es sind ihm somit kei-

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 

Seite 7 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ne Parteikosten entstanden, weshalb keine Parteientschädigung zuzusprechen ist. Die Partei-

kosten sind demnach wettzuschlagen.  

 

  

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 

Seite 8 http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 

://: 1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird Ziffer 1 des Beschlusses 

des Regierungsrates des Kantons Basel-Landschaft vom 29. November 

2016 aufgehoben und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen zur 

neuen Entscheidung an das Amt für Migration des Kantons Basel-

Landschaft zurückgewiesen.  

   

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  

Der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 1‘400.-- wird dem 

Beschwerdeführer zurückerstattet.  

   

 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen.  

 

 

 

 

Vizepräsident 
 
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin 
 
 
 
 
 
 

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht