# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a8a40d1-2ead-5898-84e8-ce87131cbd1e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.05.2015 200 2014 882
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-882_2015-05-05.pdf

## Full Text

Eine gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten hat das Bundesgericht am 23. September 2015 abgewiesen (9C_415/2015).

200 14 882 IV und
200 14 955 IV (2)
ACT/GET/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. Mai 2015

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Germann

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend zwei Verfügungen vom 28. August und 7. Oktober 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 3

Sachverhalt:

A.

Der 1960 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich 1999 bei der Eidgenössischen Invalidenver-
sicherung (IV) zum Leistungsbezug an (vgl. Akten der IV-Stelle Bern [nach-
folgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 12 S. 1). Die IVB veran-
lasste unter anderem ein polydisziplinäres Gutachten der MEDAS (Experti-
se vom 9. Januar 2001 [act. II 19]), welches eine ausschliesslich aus psy-
chischen Gründen (andauernde Persönlichkeitsstörung nach Extrembelas-
tung [Folterungen in Gefangenschaft]) bestehende Einschränkung der Ar-
beitsfähigkeit ergab (act. II 19 S. 15 f.). Mit unangefochten gebliebener Ver-
fügung vom 17. Juli 2001 (act. II 28) sprach die IVB mit Wirkung ab 1. April 
1999 bei einem Invaliditätsgrad von 70% eine ganze Invalidenrente zu, 
welche mit Verfügungen vom 13. Juli 2005 (act. II 45) und 28. Mai 2009 
(act. II 50) revisionsweise bestätigt wurde. 

B.

Im Februar 2013 leitete die IVB eine weitere Revision ein. Im entsprechen-
den Fragebogen gab der Versicherte an, sein Gesundheitszustand habe 
sich wegen zunehmender Rückenprobleme eher verschlechtert (act. II 53 
S. 1). Die IVB zog Berichte der behandelnden Ärzte bei (act. II 55 f.; 65; 72) 
und führte ein Verlaufsgespräch durch (act. II 59). Zudem holte sie bei 
Dr. med. C.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH 
(Regionaler Ärztlicher Dienst [RAD]), einen Untersuchungsbericht ein (act. 
II 76) und veranlasste eine Observation (Beweissicherung vor Ort [BvO; 
act. II 78]). Anschliessend legte sie deren Ergebnisse Dr. med. C.________ 
(RAD) zur Beurteilung vor (act. II 80). Nachdem die IVB den Versicherten 
mit den Ergebnissen der BvO konfrontiert hatte (act. II 83), sistierte sie mit 
unangefochten gebliebener Verfügung vom 20. September 2013 (act. II 82) 
die Rentenzahlungen per sofort. Ferner stellte sie mit Vorbescheid vom 
23. September 2013 (act. II 84) die Aufhebung der Rente per 28. Februar 
2013 sowie die Rückforderung der für die Zeit ab 1. März 2013 zu Unrecht 

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bezogenen Leistungen in Aussicht. Dagegen liess der Versicherte Einwand 
erheben (act. II 97) und eigene handschriftliche Bemerkungen (act. II 97 
S. 4 ff.) sowie diverse medizinische Berichte (act. II 98 S. 2 ff.) einreichen. 
Vom 16. Dezember 2013 bis 12. Februar 2014 hielt er sich stationär in der 
Klinik L.________ auf (act. II 102 S. 8 ff.), woraufhin die IVB die neu einge-
holten (act. II 107; 110) bzw. vom Versicherten eingereichten (act. II 111) 
medizinischen Berichte Dr. med. C.________ (RAD) zur Stellungnahme 
(act. II 114) vorlegte. Mit Verfügung vom 28. August 2014 (act. II 115) hob 
die IVB die Rente bei einem Invaliditätsgrad von 0% per 28. Februar 2013 
auf. Mit weiterer Verfügung vom 7. Oktober 2014 (act. II 120) forderte sie 
für die Zeit vom 1. März bis 30. September 2013 zuviel erbrachte Renten-
leistungen im Betrag von Fr. 6‘552.-- zurück. 

C.

Gegen die Verfügung vom 28. August 2014 liess der Versicherte, vertreten 
durch Rechtsanwalt B.________, mit Eingabe vom 17. September 2014 
Beschwerde erheben und die folgenden Rechtsbegehren stellen: 

1. Die Verfügung vom 28. August 2014 sei aufzuheben und die Beschwer-
degegnerin sei zu verpflichten, dem Beschwerdeführer rückwirkend ab 
1. März 2013 weiterhin eine ganze Invalidenrente zzgl. gesetzlichem Ver-
zugszins auszurichten. 

2. Eventualiter: 
Die Verfügung vom 28. August 2014 sei aufzuheben und es sei ein medi-
zinisches Gutachten zur Klärung des vorliegenden Sachverhaltes einzuho-
len, unter Wahrung der Mitwirkungsrechte der Parteien.

3. Dem Beschwerdeführer sei das Recht zur unentgeltlichen Prozessführung 
zu gewähren unter Beiordnung des Unterzeichneten als amtlicher Anwalt. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen -

In der Begründung lässt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vorbrin-
gen, die Anordnung einer Observation sei unrechtmässig bzw. objektiv 
nicht geboten gewesen. Selbst wenn darauf abgestellt werden könnte, so 
sei einzuwenden, dass die Beobachtungen nicht kontrovers zu den Anga-
ben des Beschwerdeführers und seinen gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen seien (pag. 010). Sodann habe im Anschluss der Observation keine 
fachärztliche psychiatrische Begutachtung stattgefunden (pag. 011). Ferner 

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werde eine medizinisch nachvollziehbare Begründung vermisst, warum es 
trotz gegenteiliger Berichte der behandelnden Ärzte und jahrelanger Be-
handlungsbedürftigkeit zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes 
gekommen sein soll (pag. 012). Vielmehr sei von einem unveränderten 
Gesundheitszustand auszugehen, womit dem Beschwerdeführer weiterhin 
eine ganze Rente auszurichten sei (pag. 013). 

Mit weiterer Eingabe vom 9. Oktober 2014 liess der Beschwerdeführer 
ebenfalls Beschwerde gegen die Verfügung vom 7. Oktober 2014 erheben 
und die folgenden Rechtsbegehren stellen. 

1. Die Verfügung vom 7. Oktober 2014 sei aufzuheben und das vorlie-
gende Verfahren mit dem Verfahren 200 14 882 IV zu vereinigen.

2. Dem Beschwerdeführer sei das Recht zur unentgeltlichen Prozess-
führung zu gewähren, unter Beiordnung des Unterzeichneten als amt-
licher Anwalt.

3. Eventualiter: Das vorliegende Beschwerdeverfahren sei bis zum Ent-
scheid im Verfahren 200 14 882 IV zu sistieren. 

- unter Kosten- und Entschädigungsfolgen –

In der Begründung macht der Beschwerdeführer geltend, von einer Rück-
forderung sei abzusehen, da der Beschwerdeführer die Leistungen weder 
unrechtmässig erwirkt noch seine Meldepflicht verletzt habe (pag. 037). 

Mit prozessleitender Verfügung vom 10. Oktober 2014 vereinigte der In-
struktionsrichter die Verfahren 200.14.882 IV und 200.14.995 IV.

Mit Beschwerdeantwort vom 11. November 2014 schliesst die Beschwer-
degegnerin auf Abweisung der Beschwerde. In der Begründung macht sie 
im Wesentlichen geltend, die – entgegen dem Beschwerdeführer objektiv 
gebotene (pag. 048) – BvO habe aufgezeigt, dass der Beschwerdeführer 
eine deutlich höhere Alltagsaktivität entfalten könne, als er dies sowohl in 
den persönlichen Gesprächen als auch gegenüber Dr. med. C.________ 
angegeben habe (pag. 049). Gestützt auf deren Feststellungen sei eine 
Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes ausgewiesen (pag. 
050). Schliesslich sei mit den Abklärungen nachgewiesen, dass die vom 
Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden spätestens seit März 
2013 nicht mehr vorlägen, weshalb eine unrechtmässige Leistungserwir-
kung gegeben sei und die rückwirkende Rentenaufhebung und damit auch 

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die Rückforderungsverfügung vom 7. Oktober 2014 rechtens seien (pag. 
051). 

Mit Verfügung vom 3. Dezember 2014 wies der Instruktionsrichter das Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Rechtsanwalt 
B.________ zufolge Aussichtslosigkeit des Prozessbegehrens ab. Dage-
gen liess der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 22. Dezember 2014 beim 
Bundesgericht Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erhe-
ben. Mit Entscheid vom 27. Januar 2015 (9C_918/2014) wies das Bundes-
gericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor 
dem Bundesgericht ab, worauf der Beschwerdeführer die Beschwerde vom 
22. Dezember 2014 zurückzog und das Bundesgericht das Verfahren ab-
schrieb (Entscheid vom 13. März 2015 [9C_918/2014]).

Bereits am 2. März 2015 liess der Beschwerdeführer erneut ein Gesuch um 
Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege im Beschwerdeverfahren unter 
Beiordnung des Unterzeichneten als amtlicher Anwalt einreichen, das der 
Instruktionsrichter mit Verfügung vom 23. März 2015 abwies. 

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtenen Entscheide sind in Anwendung von Sozialversi-
cherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist in den vorinstanzlichen Verfahren mit seinen An-
trägen nicht durchgedrungen, durch die angefochtenen Entscheide berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 

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Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-
rung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten sind die Verfügungen vom 28. August 2014 (act. II 115 
[Verfahren IV 200 2014 882; rückwirkende Renteneinstellung]) sowie 7. 
Oktober 2014 (act. II 120 [Verfahren IV 200 2014 995; Rückforderung]). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente sowie, ob 
der Beschwerdeführer bezogene Leistungen zurückerstatten muss.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

Zu prüfen ist zunächst die Rechtmässigkeit der mit Verfügung vom 28. Au-
gust 2014 (act. II 115) per Ende Februar 2013 revisionsweise erfolgten 
Rentenaufhebung.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 

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nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.3

2.3.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 
131 E. 3 S. 132). 

2.3.2 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; SVR 2011 IV 
Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369, SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde 
die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche Ver-
gleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern eine 
materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattgefunden 
hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine 
Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für eine Änderung 
in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands bestanden – 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 9

ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 
S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

2.3.3 Die Herabsetzung oder Aufhebung der Renten, der 
Hilflosenentschädigungen und der Assistenzbeiträge erfolgt rückwirkend 
vom Eintritt der für den Anspruch erheblichen Änderung, wenn die 
unrichtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der 
Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder der ihm gemäss Art. 77 der 
Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 (IVV; SR 
831.201) zumutbaren Meldepflicht nicht nachgekommen ist (Art. 88bis Abs. 
2 lit. b IVV in der bis 31. Dezember 2014 gültigen und vorliegend 
massgeblichen Fassung). 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 17. Juli 2001 (act. II 
28) sprach die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer ab April 1999 
eine ganze Rente zu, welche mit Revisionsverfügung vom 28. August 2014 
(act. II 115) aufgehoben wurde. Die Verfügung vom 17. Juli 2001 beruht auf 
einer umfassenden Prüfung der anspruchserheblichen Tatsachen, was auf 
die Revisionsverfügungen vom 13. Juli 2005 (act. II 45) und 28. Mai 2009 
(act. II 50) nicht zutrifft, weshalb sie nicht als Referenzzeitpunkt in Frage 
kommen (vgl. E. 2.3.2 vorne). Massgebende Vergleichszeitpunkte im vor-
liegenden Revisionsverfahren bilden demnach die Verfügung vom 17. Juli 
2001 und die nunmehr angefochtene Verfügung vom 28. August 2014. 

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3.2 Bei Erlass der Verfügung vom 17. Juli 2001 präsentierte sich der 
Gesundheitszustand gemäss Gutachten der MEDAS vom 9. Januar 2001 
(act. II 19) in diagnostischer Hinsicht wie folgt (S. 15): 

Mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 

• Diffus generalisiertes weichteilrheumatisches Syndrom mit

- lumbovertebralen Schmerzen im unteren LWS-Bereich und lumbosacral 
bei beginnender Chondrose L5 und wahrscheinlich auch L5/S1

• Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0)

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

• Status nach Aortenklappenersatz wegen schwerer verkalkter Aortenstenose 

- aktuell normale linksventrikuläre systolische Globalfunktion 

In der Beurteilung hielten die Gutachter fest, nebst den thorakalen Schmer-
zen, die sich nach der Herzklappenoperation im … eingestellt hätten, 
beständen seit den Folterungen in den …er-jahren Schmerzen cervical und 
lumbal Tag und Nacht. Eine Besserung habe weder durch Analgetika noch 
durch physiotherapeutische Massnahmen erreicht werden können. Bei der 
jetzigen rheumatologischen Untersuchung stehe ein diffuses generalisier-
tes weichteilrheumatisches Syndrom im Vordergrund. Die segmentale Prü-
fung im Bereiche des Achsenskelettes sei unauffällig. Auch fänden sich 
keine Hinweise für eine radikuläre, diskogene oder artikuläre Funktions-
störung. Radiologisch stelle sich die HWS und BWS ossär und artikulär 
unauffällig dar. Das Schultergelenk sei links klinisch und radiologisch un-
auffällig. Für die angestammte Tätigkeit als diplomierter ... bestehe aus 
rheumatologischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 15). 

Der Beschwerdeführer sei im ... aus politischen Gründen inhaftiert worden 
und habe dort während fünf Jahren schwere Folterungen erlitten. Während 
seiner Ausbildung und seiner Tätigkeit als ... habe er die Erinnerungen 
weitgehend ertragen können und sei psychisch einigermassen kompensiert 
geblieben. … habe er sich einer Herzoperation unterziehen müssen, was 
postoperativ negative Verfolgungserlebnisse und Ängste habe aufkommen 
lassen. In der Folge sei es zu einer schweren depressiven Entwicklung und 
paranoiden Verzerrung der Wahrnehmung sowie Angst und Panikstörun-
gen gekommen, was zu einer Arbeitsunfähigkeit geführt habe. Seit zwei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 11

Jahren befinde er sich in regelmässiger psychiatrischer Behandlung. In der 
psychiatrischen Exploration imponiere ein bewusstseinsklarer, intellektuell 
wirkender ..., der in ausgezeichnetem Deutsch differenziert argumentieren 
könne. Die kognitiven mnestischen Funktionen seien intakt. Im emotionalen 
Bereich dagegen wirke er kaum fassbar, leer und ausgelöscht. Auch die 
Mimik sei bewegungslos erstarrt. Eindrücklich seien die Stigmata der deut-
lichen Victimisierung, d.h. anhaltende depressive Verstimmung, Resignati-
on und ausgeprägtes Misstrauen der Umwelt gegenüber. Hinzu kämen 
Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, schnelle Erschöpfbarkeit und Apathie 
sowie sozialer Rückzug. Auch lägen latent Suizidgedanken vor. Aufgrund 
der Anamnese und des klinischen Zustandsbildes sei von einer andauern-
den Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung auszugehen. Der Be-
schwerdeführer zeige eine ausgeprägte Victimisierungsstörung, d.h. er 
habe eine Erwartungshaltung, dass sich das im ... erlebte Trauma jederzeit 
wiederholen könne, was allem Anschein nach durch die Herzoperation er-
folgt sei. 

Die somatischen Diagnosen wie Status nach Herzklappenoperation hätten 
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit zur Folge. Insgesamt betrage 
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seinem Beruf als ... gegen-
wärtig 1/3. Die Minderung der Arbeitsfähigkeit bestehe ausschliesslich aus 
psychischen Gründen (S. 16). 

3.3 Für den Zeitraum zwischen Erlass der Verfügung vom 17. Juli 2001 
und der hier angefochtenen Verfügung vom 28. August 2014 (vgl. E. 3.1 
vorne) präsentiert sich die medizinische Aktenlage im Wesentlichen wie 
folgt: 

3.3.1 Mit Bericht vom 27. Februar 2013 (act. II 56) hielt D.________, Dr. 
der Chiropraktik, fest, der Gesundheitszustand sei stationär. Es bestehe ein 
Iliolumbalsyndrom sowie eine Zervikothorakalgie (S. 1). 

3.3.2 Im Bericht vom 16. Juli 2013 (act. II 72 S. 2 ff.) hielt der Hausarzt, 
Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, fest, 
seit Jahren bestehe eine chronische Depression mit Schlafstörungen und 
Angstzuständen mit Albträumen. Deswegen stehe der Beschwerdeführer 
seit Jahren in psychiatrischer Behandlung bei Dr. med. F.________. Im 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 12

Vordergrund ständen zudem chronische Schmerzen im Bereich des gan-
zen Rückens sowie Kopfschmerzen und Tinnitus. Insgesamt sei das Bild 
seit Jahren konstant und eine Verbesserung nicht zu erwarten (S. 3). 

3.3.3 Im Untersuchungsbericht vom 22. August 2013 (act. II 76) hielt Dr. 
med. C.________ unter Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit eine Dysthymie (ICD-10 F34.1) sowie eine Ilio- und Thorakolum-
balgie fest (S. 12). Die Symptome, welche anlässlich der Begutachtung 
der MEDAS zur Diagnose einer Persönlichkeitsveränderung nach Extrem-
belastung geführt hätten, könnten in der aktuellen Untersuchung nicht 
mehr festgestellt werden. Der Gesundheitszustand habe sich bis heute 
offenbar verbessert. Der Beschwerdeführer wirke aktuell wohl teilweise 
etwas leidend, insgesamt aber adäquat, schwingungsfähig; er könne sich 
freuen und dies auch zeigen. Das Stimmenhören, wie es der Beschwerde-
führer beschreibe, entspreche nicht einem psychotischen Zustand, son-
dern eher einer dissoziativen Symptomatik ohne wesentlichen Krankheits-
wert. Kognitiv seien keine Einschränkungen festzustellen. Zudem gebe der 
Beschwerdeführer an, regelmässig mit seinem Auto zu fahren, was eine 
gute Konzentrationsfähigkeit erfordere. Gelegentlich male er. Er habe bei 
Bedarf seine Schwiegereltern in ... unterstützt. Er beschreibe einen gewis-
sen sozialen Rückzug, welcher allerdings minimal ausgeprägt sei. Er gehe 
regelmässig einkaufen, auch spazieren oder gelegentlich einen Kaffee 
trinken; er lebe mit seiner Ehefrau zusammen und kümmere sich auch um 
ihre Eltern (S. 14). Aufgrund der aktuellen Untersuchungsbefunde gebe es 
keine Anhaltspunkte, dass die Leistungsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 
wesentlich eingeschränkt sei. Eine angepasste Tätigkeit sei nicht 
notwendig. Die Dekonditionierung sei reversibel und könne – bei 
ausreichender Motivation – innerhalb von drei Monaten mit einem 
Arbeitstraining überwunden werden (S. 15). Die angestammte Tätigkeit sei 
zu einem vollen Pensum zumutbar. Die bisherige Tätigkeit als ... erscheine 
ideal für den Beschwerdeführer, da er intellektuell gefordert, die Arbeit 
wechselbelastend sei – ohne allzu schwere körperliche Belastung – und 
dabei soziale Kontakte nach Mass gestaltet werden könnten (S. 16).

Mit ärztlichem Bericht vom 17. September 2013 (act. II 80) nahm Dr. med. 
C.________ nach Vorlage der Ergebnisse der BvO (act. II 78) wie folgt 

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Stellung: Die Observationen zeigten, wie der Beschwerdeführer ein aktives 
Leben geführt und wie er sich auf dem Weg zur Untersuchung im RAD 
verhalten habe. Er sei bis ca. eine Stunde lang mit einem grossen Hund 
bei einer normalen Gehgeschwindigkeit spazieren gegangen und habe 
regelmässig Einkäufe besorgt – auch in Einkaufszentren bei grossem An-
drang und bis zu zweieinhalb Stunden am Stück, ohne dabei leidend oder 
sonst irgendwie beeinträchtigt zu wirken. Ferner habe er über Mittag ein 
sehr gut frequentiertes, zentral gelegenes Lokal in der Stadt besucht und 
regelmässige soziale Kontakte gehabt, wobei er entspannt und bezüglich 
Kommunikation mit Andern versiert gewirkt habe. Er habe Zeitungen gele-
sen, Kinokarten gekauft und sich für Filmplakate interessiert. Er sei regel-
mässig und auch mehrmals täglich mit dem Auto in der Region gefahren. 
Er habe bezüglich Antrieb und hinsichtlich seines Bewegungsraums nicht 
eingeschränkt gewirkt. Es falle auf, dass er sich auf dem Weg zur Unter-
suchung beim RAD steif und langsam bewegt habe, so wie er auch 
während der Untersuchung gewirkt habe. In den Aufnahmen der BvO, als 
er sich unbeobachtet geglaubt habe, habe er sich locker und entspannt 
bewegt und rege soziale Kontakte gehabt. Insgesamt seien aufgrund der 
Befunde im Rahmen der BvO keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen 
feststellbar, welche die Leistungsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ein-
schränkten. Die Diagnose einer Dysthymie könne nicht aufrechterhalten 
werden und es bestehe keine (psychiatrische) Diagnose mit Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2). 

3.3.4 Mit Bericht vom 23. Oktober 2013 (act. II 102 S. 12 f.) hielt Dr. med. 
G.________, Facharzt für Kardiologie, fest, im Moment liege ein guter Be-
fund der Aortenklappenprothese vor. Echokardigraphisch sei die Prothese 
einwandfrei. Der Beschwerdeführer habe maximal belastet werden können 
(S. 13).

Dr. med. H.________, Facharzt für Pneumologie und Allgemeine Innere 
Medizin FMH, hielt im Bericht vom 18. November 2013 (act. II 98 S. 3 f.) 
fest, aktuell sei das bekannte Asthma bronchiale gut kontrolliert; die Thera-
pie sei wie bisher weiterzuführen.

3.3.5 Vom 16. Dezember 2013 bis 12. Februar 2014 hielt sich der Be-
schwerdeführer stationär in der Klinik L.________ auf. Im entsprechenden 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 14

Austrittsbericht vom 4. März 2014 (act. II 102 S. 8 ff.) wurden eine rezidi-
vierende depressive Störung mit paranoider Symptomatik, gegenwärtig 
mittelgradige Episode („ICD-10 F32.2“), ein Verdacht auf andauernde Per-
sönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) sowie ein Zu-
stand nach Aortenklappenersatz … diagnostiziert. Der Beschwerdeführer 
habe innerlich und äusserlich sehr angespannt, wütend, im Verlauf des 
Eintrittsgesprächs verbal aggressiv und weitschweifig gewirkt. Er habe 
sich von der IV verfolgt und nirgends mehr sicher gefühlt (S. 8). Er habe 
die Klinik in gebessertem psychischem Zustand verlassen und sich dabei 
auf deutlich tieferem Stressniveau befunden als beim Eintritt (S. 11).

3.3.6 Im Bericht des Spitals M.________ vom 28. März 2014 (act. II 106 
S. 2 f.) wurde festgehalten, im klinischen Status fielen eine Druckdolenz 
hochcervikal rechts, mehrere paravertebrale Triggerpunkte und eine leich-
te Hypästhesie am gesamten rechten Arm auf. Über die rechte Schulter 
ziehe sich eine Narbe, anamnestisch nach einer Verbrennung. Der restli-
che funktionelle Status von Rücken und Extremitäten sei unauffällig. Eine 
konventionelle Röntgenabklärung von HWS, BWS und LWS vom Novem-
ber 2013 zeige lediglich altersentsprechende degenerative Veränderun-
gen. In den Schmerzfragebögen bestehe „der Hinweis auf eine schwere 
Depression“ (S. 3). 

3.3.7 Dr. med. I.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, übernahm im Bericht vom 3. April 2014 (act. II 102 S. 2 ff.) die in der 
Klinik L.________ festgehaltenen Diagnosen (S. 2). Weiter hielt er fest, der 
Beschwerdeführer präsentiere sich wach und bewusstseinsklar, mit ge-
pflegtem Äusserem und er sei zu Ort, Zeit und Situation orientiert; ferner 
seien Konzentration und Auffassung unauffällig (S. 3). Es beständen kör-
perliche Einschränkungen („Fragen an den Somatiker“); aus psychiatri-
scher Sicht beständen ein psychischer Gesundheitsschaden mit den attes-
tierten Diagnosen mit somatischem Syndrom sowie eine Posttraumatische 
Belastungsstörung (PTBS) mit verzögertem Beginn. Die Leistungsfähigkeit 
sei erheblich eingeschränkt (S. 5). 

3.3.8 Dr. med. J.________ diagnostizierte im Bericht vom 27. Mai 2014 
(act. II 110) eine chronisch paranoide Schizophrenie, einen Verdacht auf 
Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung, ein lumbospondylogenes 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 15

und zervikozephales Syndrom, einen Aortenklappenersatz … sowie einen 
intermittierenden Tinnitus bei lageabhängigem Schwindel. Die seit Jahren 
bestehenden Symptome akustische Halluzinationen, Verfolgungswahn, 
Beziehungswahn, Zönästhesien sowie passagere negative Symptome mit 
Apathie und Gewichtsverlust sprächen doch recht eindeutig für eine para-
noide Schizophrenie. Er erachte eine neue psychiatrische Begutachtung 
durch die IV als zwingend erforderlich. 

3.3.9 Vom 10. November bis 10. Dezember 2014 hielt sich der Be-
schwerdeführer zur stationären Abklärung und Behandlung im Spital 
M.________ auf. Im Austrittsbericht vom 19. Dezember 2014 (Akten des 
Beschwerdeführers, [act. I], 5) hielt Dr. med. K.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin FMH fest, der Beschwerdeführer habe über die 
anhaltende Verfolgung durch Nachrichtendienste oder die IV berichtet. 
Des Weiteren beschreibe er imperative oder dialogisierende Stimmen. 
Wertigkeit und subjektive Interpretation sprächen für eine systematisierte 
produktive Symptomatik. Die Differentialdiagnostik erscheine angesichts 
der real erlebten Verfolgung, der sicherlich relevanten PTBS und der aus-
gesprochenen Depressivität äusserst schwierig. Offenbar erlebe der Be-
schwerdeführer im Alltag Verkennungssituationen, die letztlich zu Angst 
und Fluchtreaktionen führten. Vergleichbares sei im stationären Setting 
nicht aufgetreten. Irritierend sei zudem, dass die Neuroleptherapie hin-
sichtlich der produktiven Symptomatik bisher keine Wirkung gezeigt habe. 

3.3.10 Mit Bericht vom 19. Februar 2015 (act. I 6) hielt Dr. med. 
J.________ zuhanden des RAD fest, entgegen dessen Beurteilung könne 
sich nach einem „Herzinfarkt“ eine PTBS einstellen. Weiter stellten die 
dissoziativen Symptome typische Symptome einer Persönlichkeitsände-
rung nach Extrembelastung dar; ferner müsse die Diagnose einer Dysthy-
mie „bei diesem schwerst depressiven Patienten wie Hohn und Spott klin-
gen“. Zudem seien „in den Beurteilungen der IV […] weitere, völlig haltlose 
Vorwürfe zu finden.“ Er ersuche die IV dringendst um die Durchführung 
einer unabhängigen psychiatrischen Begutachtung. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 16

3.4

3.4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.4.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem 
externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern sie 
den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen 
und die Arztperson über die notwendigen fachlichen Qualifikationen 
verfügt. Auf das Ergebnis von RAD-Berichten kann nicht abgestellt werden, 
wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
bestehen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 3. Oktober 2014, 
8C_197/2014, E. 4.2). 

Schliesslich hängt der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten 
Gutachtens wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Be-
weisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht (Ent-
scheid des BGer vom 28. Oktober 2014, 9C_459/2014, E. 2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 17

3.5

3.5.1 Der Sozialversicherungsträger kann gestützt auf Art. 43 i.V.m. Art. 
28 Abs. 2 ATSG eine Überwachung versicherter Personen anordnen (BGE 
135 I 169 E. 5.4 S. 173 und E. 5.7 S. 175). Anhaltspunkte für die objektive 
Gebotenheit der Observation können beispielsweise gegeben sein bei wi-
dersprüchlichem Verhalten der versicherten Person, oder wenn Zweifel an 
der Redlichkeit derselben bestehen (eventuell durch Angaben und Betrach-
tungen Dritter), bei Inkonsistenzen anlässlich der medizinischen Untersu-
chung, Aggravation, Simulation oder Selbstschädigung u.Ä. Diese Elemen-
te können einzeln oder in Kombination zureichende Hinweise liefern, die 
zur objektiven Gebotenheit der Observation führen (BGE 137 I 327 E. 
5.4.2.1 S. 332; SVR 2012 IV Nr. 31 S. 125 E. 3.2).

Ein Observationsbericht bildet für sich allein keine sichere Basis für Sach-
verhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die Arbeits-
fähigkeit der versicherten Person. Er kann diesbezüglich höchstens An-
haltspunkte liefern oder Anlass zu Vermutungen geben. Sichere Kenntnis 
des Sachverhalts kann in dieser Hinsicht erst die ärztliche Beurteilung des 
Observationsmaterials liefern (SVR 2013 UV Nr. 32 S. 112 E. 3.1).

3.5.2 Was die im Zeitraum vom 18. März bis 12. Juli 2013 durchgeführte 
BvO betrifft (act. II 78 S. 3), so bestreitet der Beschwerdeführer deren ob-
jektive Gebotenheit bzw. bezeichnet die Observation als rechtswidrig (pag. 
009). Dem kann nicht gefolgt werden: Dem anonymen Hinweis, wonach der 
Beschwerdeführer „diverse Sachen […] nach ... exportiere“ (act. II 81), 
musste die Beschwerdegegnerin nachgehen, nachdem der Beschwerde-
führer im Revisionsfragebogen angegeben hatte, weder entgeltlich noch 
unentgeltlich erwerbstätig zu sein (act. II 53 S. 2). Zudem erwies sich die 
(wiederholte) Angabe des Beschwerdeführers, bei der Psychiaterin Dr. 
med. F.________ in Behandlung zu stehen (act. II 53 S. 1; 59 S. 2) – wo-
von auch der Hausarzt Dr. med. E.________ ausging (vgl. act. II 72 S. 3) – 
als unzutreffend, hat der Beschwerdeführer die Behandlung bei ihr nach 
der letzten Konsultation im März 2011 doch „abgebrochen“ (vgl. act. II 55). 
Diese Tatsache war der Beschwerdegegnerin denn auch – entgegen dem 
Beschwerdeführer (pag. 008) – bereits am 27. Februar 2013 (act. II 55) und 
damit vor Beginn der Observation am 18. März 2013 (act. II 78 S. 3) be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 18

kannt. Aufgrund dieser Umstände ergaben sich somit begründete Zweifel 
an der Ausgewiesenheit der vom Beschwerdeführer geltend gemachten 
Einschränkungen, so dass die Anordnung einer BvO objektiv geboten war 
(vgl. E. 3.5.1 vorne). Im Übrigen war sie auch in zeitlicher und inhaltlicher 
Hinsicht verhältnismässig, d.h. dem Abklärungsbedarf angepasst (act. II 78 
S. 3) sowie auf den öffentlichen Bereich beschränkt. Gegenteiliges macht 
denn auch der Beschwerdeführer nicht geltend. Die Ermittlungsergebnisse 
wurden mithin rechtmässig erlangt und können im vorliegenden Verfahren 
verwendet werden. 

3.6 Der Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin Dr. med. C.________ 
vom 22. August 2013 (act. II 76) erfüllt die Voraussetzungen der Recht-
sprechung an den Beweiswert medizinischer Berichte und erbringt vollen 
Beweis. Er ist durchwegs nachvollziehbar und die Schlussfolgerungen sind 
überzeugend begründet. Insbesondere bezieht sich der Untersuchungsbe-
richt auf das vorliegend massgebende Beweisthema einer erheblichen 
Veränderung des Gesundheitszustandes (vgl. E. 3.4.2 vorne). 

Im nämlichen Bericht (act. II 76) hielt Dr. med. C.________ in befundmäs-
siger Hinsicht fest, der Beschwerdeführer sei voll orientiert, die Aufmerk-
samkeit, die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis seien voll und bis 
zum Schluss der Untersuchung erhalten gewesen. Im Gespräch seien kei-
ne Ängste direkt beobachtbar (S. 10). Der Beschwerdeführer habe ange-
geben, beim Alleinsein (vor dem Einschlafen) manchmal Stimmen zu 
hören, von denen er Angst habe; während der Untersuchung habe es indes 
keine Anhaltspunkte für Wahrnehmungsstörungen gegeben. Mit Bezug auf 
die Affektivität habe der Beschwerdeführer teilweise etwas leidend, teilwei-
se aber normal schwingungsfähig, lächelnd, sich freuen könnend gewirkt. 
Der affektive Kontakt habe gut hergestellt werden können. Er habe 
manchmal Gedanken gehabt, nicht mehr leben zu wollen, sich etwas anzu-
tun; jedoch halte ihn seine Familie davon ab. Die Psychomotorik sei un-
auffällig; der Antrieb sei vermindert, er habe sehr selten Lust etwas zu ma-
chen; ca. einmal pro Woche gehe er spazieren, er male gelegentlich 
(S. 11). Demgegenüber hielten die Gutachter der MEDAS mit Bezug auf 
die die Arbeitsfähigkeit einzig einschränkende Diagnose einer andauernden 
Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0) fest, der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 19

schwerdeführer wirke im emotionalen Bereich „kaum fassbar, leer und aus-
gelöscht.“ Weiter stellten sie eine depressive Verstimmung, Konzentrati-
onsstörungen, Müdigkeit und schnelle Erschöpfbarkeit und Apathie sowie 
einen sozialen Rückzug fest (act. II 19 S. 16). Wenn Dr. med. C.________ 
deshalb im Wesentlichen mit der Begründung, der Beschwerdeführer wirke 
adäquat, schwingungsfähig, sich freuen könnend und weise weder kogniti-
ve Einschränkungen auf noch ziehe er sich in ausgeprägter Weise sozial 
zurück, zum Schluss gelangte, der Gesundheitszustand habe sich „bis heu-
te offenbar verbessert“ und die Symptome, welche anlässlich der Begut-
achtung der MEDAS zur Diagnose einer Persönlichkeitsveränderung nach 
Extrembelastung geführt hätten, hätten nicht mehr festgestellt werden kön-
nen (act. II 76 S. 14), ist dies ohne weiteres nachvollziehbar und überzeu-
gend, umso mehr, als die im Rahmen der BvO gemachten Beobachtungen 
bzw. das in den Filmaufnahmen dokumentierte Verhalten des Beschwerde-
führers die von Dr. med. C.________ festgestellte Befundverbesserung 
stützen. 

3.7 An dieser Einschätzung ändern die übrigen medizinischen Berichte 
nichts: 

3.7.1 Vom 16. Dezember 2013 bis am 12. Februar 2014 hielt sich der 
Beschwerdeführer in der Klinik L.________ auf. Gemäss Austrittsbericht 
(act. II 102 S. 8 ff.) präsentierte sich der Psychostatus bei Eintritt inhaltlich 
auf die aktuelle Problematik eingeengt; er habe sich von der IV verfolgt, 
abgehört und gefilmt gefühlt. Objektive psychopathologische Befunde 
konnten indes kaum erhoben werden, insbesondere wurde der Affekt ledig-
lich als „fraglich depressiv“ bezeichnet. Zwar schilderte der Beschwerdefüh-
rer panikartige Ängste und Erinnerungen an die als traumatisierend erlebte 
Vergangenheit sowie Verfolgungswahn, welcher als systematisierter Wahn 
interpretiert wurde; gleichzeitig hielten die Ärzte aber auch fest, bei Eintritt 
seien keine Phobien oder Zwänge eruierbar gewesen; auch fanden sie 
keine Hinweise für akustische, optische oder olfaktorische Halluzinationen 
(vgl. act. II 102 S. 8 f.). Wenn Dr. med. C.________ in ihrer Stellungnahme 
vom 18. August 2014 (act. II 114) den im Austrittsbericht dokumentierten 
Psychostatus deshalb im Wesentlichen als Reaktion auf die erfolgte Ob-
servation und die Renteneinstellung und höchstens im Sinne einer leichten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 20

depressiven Symptomatik beurteilte (S. 10 f.), erweist sich dies als nach-
vollziehbar und überzeugend, wohingegen die im Austrittsbericht festgehal-
tene „rezidivierende depressive Störung mit paranoider Symptomatik, ge-
genwärtig mittelgradige Episode“ nicht schlüssig ist, umso weniger, als die 
entsprechende Codierung (ICD-10 F32.2 [schwere depressive Episode 
ohne psychotische Symptome]) nicht auf die nämliche Diagnose zutrifft. Mit 
Bezug auf die andauernde Persönlichkeitsstörung nach Extrembelastung 
wies Dr. med. C.________ sodann zu Recht darauf hin, dass lediglich eine 
Verdachtsdiagnose gestellt wurde (S. 11), womit es insoweit an der für so-
zial- bzw. invalidenversicherungsrechtliche Belange vorausgesetzten über-
wiegenden Wahrscheinlichkeit fehlt. 

3.7.2 Dr. med. I.________ übernahm zwar im Bericht vom 3. April 2014 
(act. II 102 S. 2 ff.) die in der Klinik L.________ gestellten Diagnosen (mit-
samt der falschen Codierung), konnte jedoch keinerlei objektiven Befunde 
erheben (S. 3), weshalb die weiter getroffene Feststellung, es bestehe „ein 
psychischer Gesundheitsschaden“ (S. 5), nicht überzeugt. Die von ihm 
erstmals erwähnte (indes nicht näher diskutierte) Diagnose einer PTBS hat 
– unabhängig von der ohnehin nicht hinreichend begründeten medizini-
schen Ausgewiesenheit – mit Blick auf den erst lange nach dem potentiel-
len traumatischen Ereignis beginnenden Krankheitsverlauf rechtspre-
chungsgemäss ausser Acht zu bleiben (Entscheid des BGer vom 26. Juni 
2013, 9C_228/2013, E. 4.1.2 f.). 

Ebenso wenig vermag der Beschwerdeführer etwas aus dem Bericht des 
Spitals M.________ vom 28. März 2014 (act. II 106 S. 2 f.) zu seinen Guns-
ten abzuleiten: Soweit darin gestützt auf „Schmerzfragebögen“ ein „Hinweis 
auf eine schwere Depression“ festgehalten wurde, erweist sich diese Ein-
schätzung einerseits als vage. Andererseits – und dies ist entscheidend – 
ist bei der psychiatrischen Begutachtung primär die klinische Untersuchung 
mit Anamneseerhebung, Symptomerfassung und Verhaltensbeobachtung 
massgebend, wohingegen Testverfahren mittels Fragebögen lediglich 
ergänzende Funktion zukommt (vgl. Entscheid des BGer vom 29. April 
2014, 9C_255/2014, E. 3.2). Hiervon abzurücken besteht kein Anlass, 
zumal sich aus dem fraglichen Bericht mangels (dokumentierter) klinisch-
psychiatrischer Untersuchung keine Hinweise ergeben, dass Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 21

C.________ massgebliche medizinische Gesichtspunkte allenfalls 
unberücksichtigt gelassen hätte. 

Ferner hat Dr. med. C.________ in ihrer Stellungnahme vom 18. August 
2014 (act. II 114 S. 12) schlüssig dargelegt, warum auf den Bericht von Dr. 
med. J.________ vom 27. Mai 2014 (act. II 110) und der darin erstmals 
gestellten Diagnose einer paranoiden Schizophrenie nicht abgestellt 
werden kann. Insbesondere widerspricht die Schilderung seit Jahren 
bestehender akustischer Halluzinationen den diesbezüglichen Angaben 
des Beschwerdeführers in der Klinik L.________ diametral (vgl. act. II 102 
S. 10). 

Im Weiteren bezieht sich der den stationären Aufenthalt vom 10. Novem-
ber bis 10. Dezember 2014 beschlagende Bericht vom 19. Dezember 2014 
(act. I 5) von Dr. med. K.________ nicht auf den für die richterliche Beur-
teilung massgebenden Zeitraum bis zum Erlass der angefochtenen Verfü-
gung vom 28. August 2014 und hat deshalb grundsätzlich unbeachtet zu 
bleiben (BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140). Immerhin ist mit Blick auf die inva-
lidenversicherungsrechtlich vorausgesetzte Objektivierung geltend ge-
machter Beschwerden darauf hinzuweisen, dass die gemäss Angaben des 
Beschwerdeführers offenbar erlebten und letztlich zu Angst und Fluchtre-
aktionen führenden „Verkennungssituationen“ im stationären Setting nicht 
haben festgestellt werden können. Auch wurde als „irritierend“ beurteilt, 
dass die Neuroleptherapie bisher keine Wirkung hinsichtlich der produkti-
ven Symptomatik gezeigt habe (S. 2). 

Was sodann den Bericht von Dr. med. J.________ vom 19. Februar 2015 
(act. I 6) betrifft, ist zunächst festzustellen, dass dieser Arzt mit Blick auf 
die (nicht durchwegs sachlich abgefasste) massive Kritik an die Adresse 
des RAD offensichtlich für den Beschwerdeführer Partei ergreift, weshalb 
rechtsprechungsgemäss der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, 
dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre Vertrauensstellung in 
Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 
E. 3b cc S. 353). Davon abgesehen, stellt Dr. med. J.________ 
ausschliesslich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers ab, 
ohne diese kritisch zu würdigen; namentlich fehlt es an einer objektiven 
Befunderhebung und Plausibilisierung der vom Beschwerdeführer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 22

vorgebrachten Beschwerden und Einschränkungen. Dass dieser – wie Dr. 
med. J.________ vorbringt – „schwerst“ depressiv sein soll, ist im Lichte 
der in den medizinischen Akten dokumentierten Befunde nicht 
nachvollziehbar, umso weniger, als die Grundstimmung des 
Beschwerdeführers noch im Rahmen des stationären Aufenthalts im Spital 
M.________ vom 10. November bis 10. Dezember 2014 lediglich als 
„subdepressiv“ bezeichnet wurde (act. I 5 S. 4). Soweit Dr. med. 
J.________ schliesslich vorbringt, die Aussage im RAD-
Untersuchungsbericht, wonach sich nach einem „Herzinfarkt“ keine PTBS 
entwickeln könne, sei „gänzlich falsch“, übersieht er, dass Dr. med. 
C.________ eine derartige Aussage gar nicht machte, sondern festhielt, die 
„Herzoperation“ im Jahre … könne nicht als Extrembelastung bezeichnet 
werden (act. II 76 S. 13), was sie denn auch begründet. Davon abgesehen 
ist nicht entscheidend, was … war, sondern wie sich der Sachverhalt 
respektive der Gesundheitszustand im Revisionszeitraum zwischen 2001 
und 2014 (vgl. E. 3.1 vorne) entwickelte.

3.7.3 Insgesamt zeigen die Berichte der behandelnden Ärzte keine 
Aspekte auf, welche durch die RAD-Ärztin unberücksichtigt geblieben 
wären, weshalb sie auch keine – auch nur geringen – Zweifel am Beweis-
wert des RAD-Untersuchungsberichts zu begründen vermögen (vgl. E. 
3.4.2 vorne). Der rechtserhebliche Sachverhalt erweist sich demnach als 
hinreichend abgeklärt, womit es der in der Beschwerde eventualiter bean-
tragten Einholung eines medizinischen Gutachtens (pag. 003) nicht bedarf.

3.8 Aus dem Dargelegten folgt, dass mit den Ergebnissen im Bericht 
von Dr. med. C.________ vom 22. August 2013 (act. II 76) eine Änderung 
in den tatsächlichen bzw. medizinischen Verhältnissen im Sinne einer Ver-
besserung des psychischen Gesundheitszustandes (mit der Diagnose einer 
Dysthymie) und somit ein Revisionsgrund ausgewiesen ist. 

Im Rahmen des diesfalls allseitig zu prüfenden Rentenanspruchs (vgl. 
E. 2.3.2 vorne) ist weiter erstellt, dass sich in somatischer Hinsicht seit der 
Begutachtung der MEDAS keine wesentliche Änderung ergeben hat und 
insofern auch weiterhin keine Arbeitsunfähigkeit gegeben ist (vgl. Berichte 
von Dr. D.________ vom 27. Februar 2013 [act. II 56], Dr. med. 
G.________ vom 23. Oktober 2013 [act. II 102 S. 12 f.], Dr. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 23

H.________ vom 18. November 2013 [act. II 98 S. 3 f.] sowie Bericht des 
Spitals M.________ vom 28. März 2014 [act. II 106 S. 2 f.]). Nichts anderes 
folgt aus den Berichten von Dr. med. E.________ vom 16. Juli 2013 (act. II 
72 S. 3) und 20. November 2013 (act. II 98 S. 5) sowie dem Austrittsbericht 
der Klinik L.________ vom 4. März 2014 (act. II 102 S. 8 ff.), aus welchen 
sich ein „seit Jahren konstantes Bild“ (act. II 72 S. 3) respektive keine Hin-
weise auf körperliche Einschränkungen ergeben. Gegenteiliges wird auch 
nicht geltend gemacht. Ferner besteht auch in psychischer Hinsicht keine 
Arbeitsunfähigkeit mehr, und dies auch ohne Berücksichtigung der aus der 
Observation gewonnenen Tatsachen – mithin gestützt auf den Untersu-
chungsbericht vom 22. August 2013 –, worin Dr. med. C.________ keine 
Einschränkung für die bisherige Tätigkeit feststellen konnte bzw. die letzte 
Tätigkeit als ... als „ideal“ qualifizierte (act. II 76 S. 15 f.). Diese Einschät-
zung deckt sich denn auch mit der Rechtsprechung, wonach einer Dysthy-
mie, welche nicht zusammen mit anderen Befunden wie etwa einer ernst-
haften Persönlichkeitsstörung auftritt, nicht einem Gesundheitsschaden im 
Sinne des Gesetzes gleichkommt, weshalb sie allein regelmässig nicht 
invalidisierend ist (SVR 2011 IV Nr. 17 S. 45 E. 2.2.2). Hiervon abzurücken 
besteht kein Anlass, nachdem Dr. med. C.________ die Symptome, wel-
che anlässlich der Begutachtung der MEDAS zur Diagnose einer Persön-
lichkeitsveränderung nach Extrembelastung geführt hatten, dem Dargeleg-
ten zufolge (vgl. E. 3.6 vorne) in der Untersuchung vom 9. Juli 2013 nicht 
mehr feststellen konnte. 

Demnach ist ein invalidisierender Gesundheitsschaden zu verneinen und 
die Einstellung der Rente erfolgte grundsätzlich zu Recht. 

3.9 Im Weiteren ist der Zeitpunkt der Renteneinstellung zu prüfen: 

Die Beschwerdegegnerin legte die (rechtmässig erlangten [vgl. E. 3.5.2 
vorne]) Ergebnisse der BvO Dr. med. C.________ zur Beurteilung vor, wel-
che mit ärztlichem Bericht vom 17. September 2013 (act. II 80) dazu Stel-
lung nahm und zum Schluss gelangte, aufgrund der Befunde im Rahmen 
der Beobachtungen vor Ort seien keine gesundheitlichen Beeinträchtigun-
gen feststellbar, welche die Leistungsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 
beeinträchtigen würden (S. 2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 24

Auch dieser Bericht erfüllt die Voraussetzungen an den Beweiswert medi-
zinischer Berichte (vgl. E. 3.4.2 vorne). Entgegen dem Beschwerdeführer 
(pag. 011) ist nicht zu beanstanden, dass im Anschluss an die Observation 
keine weitere Begutachtung stattgefunden hat, ist doch eine ärztliche Ak-
tenbeurteilung grundsätzlich geeignet, eine genügende Basis für die Sach-
verhaltsfeststellungen betreffend den Gesundheitszustand und die Arbeits-
fähigkeit zu bilden (Entscheid des BGer vom 23. Dezember 2013, 
8C_644/2013, E. 6.3). Dies gilt vorliegend umso mehr, als Dr. med. 
C.________ den Beschwerdeführer bereits vor der Observation persönlich 
untersucht hatte und schon damals in Übereinstimmung mit dem späteren 
Observationsergebnis keine die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigenden Funkti-
onseinschränkungen mehr feststellen konnte.

Die Ergebnisse der BvO (act. II 78 S. 2) und die gestützt darauf erfolgte 
ärztliche Beurteilung (act. II 80) belegen, dass der verbesserte Gesund-
heitszustand bzw. der Revisionsgrund spätestens im März 2013, mithin im 
Zeitpunkt der ersten Überwachung, vorlag. Dies stellte eine entscheidende, 
der Meldepflicht unterliegende Änderung in den rechtserheblichen Tatsa-
chen dar, wobei der Beschwerdeführer gehalten gewesen wäre, von sich 
aus die Beschwerdegegnerin zu informieren (Art. 77 IVV). Die entspre-
chende Unterlassung ist denn auch kausal für die in der Folge unrichtige 
Leistungsausrichtung. Schliesslich ist auch das für den Tatbestand der 
Meldepflichtverletzung erforderliche schuldhafte Fehlverhalten ohne weite-
res zu bejahen (Entscheid des BGer vom 29. Oktober 2012, 9C_245/2012, 
E. 4.1). 

Die rückwirkende Renteneinstellung per Ende Februar 2013 (act. II 115 
S. 4) gestützt auf Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV ist somit nicht zu beanstanden 
(vgl. E. 2.3.3 vorne) und die Beschwerde insoweit abzuweisen. 

4.

Zu prüfen ist schliesslich die Rechtmässigkeit der Rückforderung über 
Fr. 6‘552.-- für die im Zeitraum vom 1. März bis 30. September 2013 er-
brachten Rentenleistungen (act. II 120). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 25

4.1 Unrechtmässig bezogene Leistungen sind zurückzuerstatten (Art. 
25 Abs. 1 Satz 1 ATSG). Die Voraussetzung für eine Rückforderung ist bei 
einer Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG gegeben, falls sie gemäss 
Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV rückwirkend erfolgt (BGer 9C_245/2012, E. 5.1.1). 
Ein Rückkommenstitel im Sinne einer Wiedererwägung oder einer 
prozessualen Revision gemäss Art. 53 ATSG ist diesfalls nicht erforderlich 
(vgl. Entscheid des BGer vom 22. April 2013, 8C_127/2013, E. 5). 

4.2

4.2.1 Der Rückforderungsanspruch erlischt mit dem Ablauf eines Jahres, 
nachdem die Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, 
spätestens aber mit dem Ablauf von fünf Jahren nach der Entrichtung der 
einzelnen Leistung (Art. 25 Abs. 2 Satz 1 ATSG).

4.2.2 Für den Beginn der relativen einjährigen Verwirkungsfrist ist nicht 
das erstmalige unrichtige Handeln und die daran anknüpfende unrecht-
mässige Leistungsausrichtung massgebend. Abzustellen ist auf jenen Tag, 
an dem das Durchführungsorgan später bei der ihm gebotenen und zumut-
baren Aufmerksamkeit – etwa aufgrund eines zusätzlichen Indizes – den 
Fehler hätte erkennen müssen (BGE 139 V 6 E. 4.1 S. 8; SVR 2011 EL Nr. 
7 S. 22 E. 3.2.1). Dies ist der Fall, wenn alle im konkreten Einzelfall erheb-
lichen Umstände zugänglich sind, aus deren Kenntnis sich der Rückforde-
rungsanspruch dem Grundsatz nach und in seinem Ausmass gegenüber 
einer bestimmten rückerstattungspflichtigen Person ergibt (BGE 112 V 180 
E. 4a S. 181). 

4.3 Wie in E. 3.9 hiervor ausgeführt, stellte die Beschwerdegegnerin die 
Rentenleistungen zu Recht gestützt auf Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV 
rückwirkend per Ende Februar 2013 ein, weshalb mit Bezug auf die im 
Zeitraum zwischen März und September 2013 weiterhin ausgerichteten 
Rentenleistungen grundsätzlich ein Rückforderungsanspruch gegeben ist 
(vgl. E. 4.1 vorne). 

Mit der ärztlichen Beurteilung des Observationsmaterials am 17. 
September 2013 (act. II 80) war die Beschwerdegegnerin bezüglich des 
rückforderungsrelevanten Sachverhalts dem Grundsatz nach ins Bild 
gesetzt (vgl. E. 3.5.1 vorne). Hernach sistierte sie mit unangefochten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 26

gebliebener Verfügung vom 20. September 2013 (act. II 82) die 
Rentenleistungen „per sofort“. Bei der Rückforderung unrechtmässig bezo-
gener Leistungen der Invalidenversicherung gilt rechtsprechungsgemäss 
der Erlass des Vorbescheids als fristwahrend (BGE 133 V 579 E. 4.3.1 
S. 584; SVR 2011 IV Nr. 52 S. 156 E. 2), wobei die Bezifferung der Rück-
forderung nicht notwendig ist; vielmehr ist es ausreichend, wenn die Rück-
forderung als solche ausreichend präzis umschrieben wird (SVR 2011 IV 
Nr. 52 S. 156 E. 5.1). 

Mit Vorbescheid vom 23. September 2013 – und damit nach der am 
20. September 2013 erfolgten Rentensistierung (act. II 82) – stellte die 
Beschwerdegegnerin die Rückforderung der für die Zeit ab 1. März 2013 zu 
Unrecht erbrachten Rentenleistungen in Aussicht (act. II 84 S. 4). Zu 
diesem Zeitpunkt war der Umfang des rückerstattungspflichtigen Substrats 
rechtsgenüglich umschrieben. Die Rückforderung erfolgte somit innerhalb 
der einjährigen Verwirkungsfrist. 

Im Übrigen wird die Rückforderung in masslicher Hinsicht zu Recht nicht 
bestritten und es besteht insofern kein Anlass für Weiterungen (BGE 110 V 
48 E. 4a S. 53). Nachdem sodann auch die absolute Verwirkungsfrist von 
fünf Jahren gewahrt ist, ist die mit der ab 1. März 2013 rückwirkenden Auf-
hebung der Rentenleistungen verbundene Rückforderung nicht zu bean-
standen. 

4.4 Zusammenfassend besteht die Rückforderungsverfügung zu Recht 
und die dagegen gerichtete Beschwerde ist abzuweisen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 27

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men. 

5.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 5. Mai 2015, IV/14/882, Seite 28

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.