# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 072a1687-2885-54b8-a036-3cd25c3d96cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.12.2011 E-2983/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2983-2009_2011-12-22.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung V
E­2983/2009

U r t e i l   v om   2 2 .   D e z embe r   2 0 1 1  

Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richter Robert Galliker,
Richterin Regula Schenker Senn,   
Gerichtsschreiberin Laura Wayllany.

Parteien A._______, geboren (…), 
(…),  
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 7. April 2009 / N (…).

E­2983/2009

Seite 2

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer, ein Staatsangehöriger Kosovos serbischer Ethnie 
aus B._______  (C._______, Stadt  im Südosten Kosovos, Anm. BVGer), 
verliess  seinen  Heimatstaat  eigenen  Angaben  zufolge  am  26.  oder 
27. Dezember  2008  und  gelangte  über  Serbien  und  ihm  unbekannte 
Länder  am  29.  Dezember  2008  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  im 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  D._______  um  Asyl 
nachsuchte.  Am  6.  Januar  2009  wurde  er  zur  Person,  zu  den 
Gesuchsgründen  und  zum  Reiseweg  befragt;  die  Anhörung  zu  seinen 
Asylgründen erfolgte am 12. Januar 2009.

Zur  Begründung  seines  Asylgesuches  machte  der  Beschwerdeführer 
geltend,  er  sei  aufgrund  der  allgemeinen  Unsicherheit  in  Kosovo 
ausgereist.  Als  Serbe  habe  er  dort  keine  Freiheit  und  er  finde  keine 
Arbeit. Er sei von den Albanern schikaniert sowie bedroht und ungefähr 
vor einem Jahr, als er mit dem Auto durch das Dorf E._______ gefahren 
sei,  mit  Steinen  beworfen  worden.  Dabei  sei  die  (…)  zerbrochen;  aus 
Angst vor den Tätern habe er bei der Polizei keine Anzeige erstattet. Seit 
diesem Vorfall habe er bis zu seiner Ausreise das Haus nur noch selten 
verlassen. Die Lebensumstände in Kosovo seien sehr schlimm, und wäre 
er dort geblieben, hätte man ihn vielleicht erschossen, verprügelt oder mit 
einem Auto überfahren.

Ausdrücklich  verneinte  der  Beschwerdeführer,  je  mit  Behörden, 
Organisationen oder weiteren Personen im Heimatland Probleme gehabt 
zu haben.

Er  reichte  im  vorinstanzlichen  Verfahren  einen  von  der  United  Nations 
Interim  Administration  Mission  in  Kosovo  (UNMIK)  ausgestellten 
Identitätsausweis  und  seinen  Führerschein  zu  den  Akten.  Er  habe  sich 
zwar vor drei oder vier Jahren  legal eine  Identitätskarte und einen Pass 
beschafft, diese aber verloren.

B.
Mit Verfügung vom 7. April 2009 – eröffnet am 9. April 2009 – stellte das 
BFM  fest,  der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht, 
und  lehnte  dessen  Asylgesuch  ab.  Gleichzeitig  verfügte  es  die 
Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der Wegweisung 
an.

E­2983/2009

Seite 3

Auf die entsprechende Begründung wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in 
den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

C. 
Mit Eingabe vom 8. Mai 2009 (Poststempel) erhob der Beschwerdeführer 
gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er 
beantragte  in  materieller  Hinsicht  –  unter  Kosten­  und 
Entschädigungsfolge – die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 
Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  das  Absehen  von  einer 
Wegweisung.  In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege.

Der  Rechtsmitteleingabe  beigelegt  wurden  eine 
Mittellosigkeitsbestätigung  der  F._______  vom  24.  April  2009  und  eine 
Vielzahl  die  Situation  in  Kosovo  und  die  Flüchtlingslage  in  Serbien 
betreffende  Unterlagen  (vor  allem  Kopien  von  Medienberichten;  vgl. 
Beschwerde S. 87 bis 779).

D.
Mit  Zwischenverfügung  vom  14.  Mai  2009  stellte  der  Instruktionsrichter 
fest,  der  Beschwerdeführer  könne  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der 
Schweiz abwarten, hiess das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege  gut  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines 
Kostenvorschusses.

E.
Das  BFM  hielt  in  seiner  Vernehmlassung  vom  27.  Mai  2009  an  seiner 
Verfügung  vom  7.  April  2009  vollumfänglich  fest  und  beantragte  die 
Abweisung der Beschwerde. 

Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 2. Juni 2009 zur 
Kenntnis gebracht.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 

E­2983/2009

Seite 4

gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 
Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).

1.2.  Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht. Der Beschwer­
deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 
angefochtene Verfügung besonders  berührt  und hat  ein  schutzwürdiges 
Interesse  an  deren Aufhebung  beziehungsweise Änderung;  er  ist  daher 
zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 
AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist 
einzutreten.

2.
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken. 

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 

E­2983/2009

Seite 5

gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

3.3.  Die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  erfüllt  eine 
asylsuchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie 
Nachteile  von  bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise  mit 
beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  befürchten 
muss,  welche  ihr  gezielt  und  aufgrund  bestimmter  Verfolgungsmotive 
durch  Organe  des  Heimatstaates  oder  durch  nichtstaatliche  Akteure 
zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. 
BVGE  2008/4  E. 5.2  S. 37).  Aufgrund  der  Subsidiarität  des 
flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft ausserdem voraus, dass die betroffene Person  in 
ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz  finden kann (vgl. BVGE 
2008/12  E. 7.2.6.2  S. 174  f.  und  BVGE  2008/4  E. 5.2  S. 37 f.). 
Ausgangspunkt  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  die 
Frage nach der  im Zeitpunkt der Ausreise vorhandenen Verfolgung oder 
begründeten  Furcht  vor  einer  solchen.  Die  Situation  im  Zeitpunkt  des 
Asylentscheides  ist  jedoch  im  Rahmen  der  Prüfung  nach  der  Aktualität 
der  Verfolgungsfurcht  ebenfalls  wesentlich.  Veränderungen  der 
objektiven Situation im Heimatstaat zwischen Ausreise und Asylentscheid 
sind  deshalb  zugunsten  und  zulasten  der  das  Asylgesuch  stellenden 
Person  zu  berücksichtigen  (vgl.  BVGE  2008/4  E. 5.4  S. 38  f.;  WALTER 
STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18).

4.
4.1.  Das  BFM  lehnte  das  Asylgesuch  mit  der  Begründung  ab,  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  er  sei  immer  wieder  von  den 
Albanern  schikaniert  und  bedroht  worden  und  er  habe  sich  in  Kosovo 
nicht mehr sicher gefühlt, seien nicht asylrelevant.

Im  Einzelnen  führte  das  Bundesamt  aus,  Übergriffe  durch  Dritte  oder 
Befürchtungen,  künftig  solchen  ausgesetzt  zu  sein,  seien  nur  dann 
asylrelevant, wenn der Staat seiner Schutzpflicht nicht nachkomme oder 
nicht  in  der  Lage  sei,  Schutz  zu  gewähren.  Generell  sei  Schutz 
gewährleistet,  wenn  der  Staat  geeignete  Massnahmen  treffe,  um  die 

E­2983/2009

Seite 6

Verfolgung  zu  verhindern,  beispielsweise  durch  wirksame  Polizei­  und 
Justizorgane  zur  Ermittlung,  Strafverfolgung  und  Ahndung  von 
Verfolgungshandlungen,  und  wenn  Antragsteller  Zugang  zu  diesem 
Schutz  hätten.  In  Kosovo  sei  es  zwar  in  den  vergangenen  Jahren 
vereinzelt  zu  schwerwiegenden  Übergriffen  auf  Angehörige  der 
ethnischen  Minderheiten,  namentlich  der  Serben,  gekommen,  doch 
könne  nicht  von  allgemeinen  Vertreibungen  ausgegangen  werden. 
Kosovo habe am 17. Februar 2008 die Unabhängigkeit erklärt. Gemäss 
der am 15. Juni 2008 in Kraft getretenen kosovarischen Verfassung gebe 
es  auch  nach  dem  Statuswechsel  eine  internationale  zivile  und 
militärische  Präsenz.  In  Kosovo  bestünden  mit  der  UNO­Verwaltung 
(UNMIK)  und der EU  (EULEX, European Union Rule  of  Law Mission  in 
Kosovo) zwei internationale Missionen. Die am 9. Dezember 2008 offiziell 
gestartete  EULEX­Mission  umfasse  Polizisten,  Richter,  Staatsanwälte 
und  Strafvollzugsbeamte.  Die  internationalen  Sicherheitskräfte  und  die 
Kosovo Police  (KP) garantierten die Sicherheit und seien weitgehend  in 
der  Lage,  die  ethnischen  Minderheiten  in  Kosovo  zu  schützen;  sie 
intervenierten  bei  Übergriffen  regelmässig  und  nähmen  bei  Straftaten 
gegen  Angehörige  von  Minderheiten  Ermittlungen  auf.  Zentrale 
Polizeifunktionen  würden  weiterhin  von  internationalen  Polizeikräften 
wahrgenommen. Die kosovarische Verfassung gestehe den Minderheiten 
umfassende Rechte zu.

Angesichts dieser Sachlage seien die geltend gemachten Übergriffe nicht 
asylrelevant,  weil  vom Vorhandensein  eines  adäquaten Schutzes  durch 
den  Heimatstaat  auszugehen  sei.  Zudem  bestehe  für  Serben  und 
serbischsprachige  Roma  aus  den  südlichen  Bezirken  des  Landes  eine 
innerstaatliche  Fluchtalternative  im  Norden  Kosovos,  womit  sich 
weitergehende Erörterungen zur Frage, ob Serben und serbischsprachige 
Roma  in  Kosovo  einer  asylrechtlich  relevanten  Gefährdung  ausgesetzt 
seien, erübrigten.

Die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  nicht  stand.  Demzufolge 
erfülle  er  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  so  dass  das  Asylgesuch 
abzulehnen sei.

Die  Folge  der  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  sei  in  der  Regel  die 
Wegweisung aus der Schweiz. Der Vollzug der Wegweisung sei zulässig, 
weil  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle  und 
sich demzufolge nicht auf den Grundsatz der Nichtrückschiebung gemäss 

E­2983/2009

Seite 7

Art. 5 Abs. 1 AsylG berufen könne. Zudem ergäben sich aus den Akten 
keine  Anhaltspunkte  dafür,  ihm  drohe  bei  einer  Rückkehr  in  den 
Heimatstaat  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  eine  durch  Art.  3  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Strafe  oder 
Behandlung.

4.2.  In  der  Beschwerde wird  diesen Erwägungen  unter  Verweis  auf  die 
zahlreichen  beigelegten  Unterlagen  entgegengehalten,  die  serbische 
Bevölkerung  und  andere  nichtalbanische  Ethnien  lebten  in  Kosovo  in 
grosser  Gefahr  und  sie müssten  um  ihr  Leben  und  Eigentum  fürchten. 
Der Polizei würde bei Übergriffen keine Meldung gemacht, weil diese sie 
nicht  schützen  könne.  Der  Beschwerdeführer  sei  in  die  Schweiz 
gekommen, weil sein Leben  in Kosovo nicht mehr zu ertragen gewesen 
sei.  Die  kosovarische  Verfassung  garantiere  für  die  nichtalbanische 
Bevölkerung  keine Rechte  und Freiheiten,  denn  alles, was  geschrieben 
worden sei, werde im täglichen Leben nicht umgesetzt. 

Seine Rückweisung  nach Belgrad  sei  auch  nicht  zumutbar, weil  er  dort 
nicht  zu  Hause  sei,  er  wäre  wieder  nur  ein  Flüchtling.  Die  mehreren 
Hundertausend  Flüchtlinge,  die  dort  seien,  würden  in  unzumutbaren 
Verhältnissen  leben.  Die  Armut  und  die  wirtschaftlichen  Probleme – 
insbesondere die Arbeitslosigkeit – seien gross. 

Er  (der  Beschwerdeführer)  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft,  da  er 
aufgrund  seiner  Zugehörigkeit  zur  serbischen Ethnie  begründete  Furcht 
vor Verfolgung habe. In seinem Heimatland gebe es keine anderen Orte, 
welche ihm genügend Schutz bieten würden. Der nördliche Teil Kosovos 
sei  nicht  sicher,  und  es  sei  ihm  auch  nicht  zumutbar,  nach  Serbien  zu 
gehen,  weil  dieses  Land  keine  Flüchtlinge mehr  aufnehme.  Im Übrigen 
würden keine Ausschlussgründe gemäss Art. 63 AsylG vorliegen.

4.3. 
4.3.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  teilt  die  Auffassung  des 
Bundesamtes,  wonach  die  geltend  gemachten  Übergriffe  und  die 
allgemein  schwierige  Lage  in  Kosovo  nicht  asylrelevant  seien  und  im 
Norden  Kosovos  eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  zur  Verfügung 
stehe. Weiter  stimmt  das Gericht  der  vorinstanzlichen Erwägung  zu,  es 
gebe  in  Serbien  eine  Zufluchtsmöglichkeit,  da  auch  nach  der 
Unabhängigkeitserklärung  die  Serben  Kosovos  als  serbische 
Staatsangehörige  betrachtet  würden,  womit  für  den  Beschwerdeführer 

E­2983/2009

Seite 8

grundsätzlich  eine  Aufenthaltsalternative  in  Serbien  bestehe,  worauf 
nachstehend näher eingegangen wird. 

4.3.2. Der  Beschwerdeführer  machte  anlässlich  der  Befragung  und  der 
Anhörung Provokationen und Übergriffe in der Form von Beschimpfungen 
beziehungsweise  Steinwürfen  und  Sachbeschädigungen  geltend  (vgl. 
Akten  BFM  A1/9  Ziff.  15  und  A9/8  F15  ff.).  In  der  Beschwerde  wird  in 
diesem  Zusammenhang  neu  angegeben,  es  sei  zu  Morddrohungen 
gekommen (vgl. Beschwerde S. 10). 

Das Bundesverwaltungsgericht bezweifelt nicht, dass es in Kosovo nach 
wie  vor  zu solchen Vorfällen  kommt,  jedoch handelt  es  sich dabei nicht 
um Nachteile,  die  von Organen  des  Heimatstaates  ausgehen  oder  von 
diesen  geduldet  beziehungsweise  nicht  geahndet  werden.  Zwecks 
Vermeidung von Wiederholungen kann diesbezüglich auf die vorstehende 
Erwägung 4.1. verwiesen werden. 

Der  Beschwerdeführer  macht  in  der  Beschwerde  (S.  10)  auch  geltend, 
Übergriffe  würden  der  Polizei  nicht  gemeldet,  weil  diese  sie  (die 
nichtalbanische Bevölkerung) nicht schätze, sondern nur schikaniere. Es 
ist nicht  in Abrede zu stellen, dass Teile  lokaler Behörden sich  in dieser 
nicht hinnehmbaren Art und Weise gebärden können, jedoch besteht die 
Möglichkeit,  sich  an  übergeordnete  nationale  Behörden  oder  an  die 
internationalen  Kräfte  zu  wenden,  was  vorliegend  offensichtlich  nicht 
gemacht worden ist. 

4.3.3.  Der  Beschwerdeführer  brachte  schliesslich  sowohl  anlässlich  der 
Befragung (vgl. A1/9 Ziff. 15) als auch in der Beschwerde (S. 12) vor, die 
wirtschaftliche  Lage  in  Kosovo  sei  sehr  schlecht.  Daraus  geht  hervor, 
dass  es  vor  allem  Perspektivlosigkeit  ist,  die  ihn  zum  Verlassen  des 
Heimatlandes  veranlasst  hat.  Davon  sind  indessen  grössere 
Bevölkerungsteile  und  nicht  nur  Angehörige  der  serbischen  Ethnie 
betroffen, und die unbestrittenermassen belastenden Probleme sind zwar 
verständlich, aber ebenfalls nicht asylrelevant.  

4.3.4.  Das Bundesamt  hat  demnach  zu Recht  gefolgert,  die Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht stand und demzufolge 
erfülle er diese nicht, so dass sein Asylgesuch abzulehnen sei. 

5.
5.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 

E­2983/2009

Seite 9

ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2.  Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733).

6.
6.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]). Aufgrund der vorstehenden Ausführungen ist  im Folgenden 
allein der Wegweisungsvollzug Prüfungsgegenstand.

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der 
vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  (ARK)  der  gleiche 
Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind 
zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls 
zumindest  glaubhaft  zu  machen  (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in: 
Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht,  2. Aufl., 
Basel 2009, Rz. 11.148).

6.2. Der Vollzug der Wegweisung ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  auch  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 

E­2983/2009

Seite 10

grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter 
oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung 
unterworfen werden.

6.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend 
darauf  hin,  dass  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  nur  Personen 
schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer­
deführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art.  5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Rückschiebungsverbots  im 
vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  nach  Kosovo  beziehungsweise  Serbien  –  auf 
Letzteres  wird  nachstehend  eingegangen  –  ist  demnach  unter  diesem 
Aspekt recht­mässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  nach  Kosovo  beziehungsweise  Serbien  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer nach Art.  3 EMRK oder Art.  1 FoK verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR)  und  jener  des 
UN­Anti­Fol­terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete 
Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall 
einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen 
würde (vgl. EGMR, [Grosse Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. 
Februar  2008,  Beschwerde  Nr.  37201/06,  §§ 124­127,  mit  weiteren 
Hinweisen). 

Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im  Heimatstaat  des 
Beschwerdeführers  beziehungsweise  in  Serbien  lässt  den 
Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten  ist der Vollzug der Wegweisung mithin 
sowohl  im Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig.

6.4. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter Vorbehalt  von Art.  83 Abs.  7 AuG – 

E­2983/2009

Seite 11

die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002.  BBl  2002 
3818).

6.5.  Der  Beschwerdeführer  ist  aufgrund  der  Aktenlage  einerseits  als 
Staatsangehöriger der Republik Kosovo zu betrachten, anderseits verfügt 
er  infolge seiner serbischen Abstammung und Geburt auf  (ehemaligem) 
Staatsgebiet der Republik Serbien gemäss dem serbischen Gesetz über 
die Staatsbürgerschaft Nr. 135/04 vom 21. Dezember 2004 auch über die 
serbische  Staatsangehörigkeit  (vgl.  BVGE  2010/41  E. 6.4.2).  Der 
Beschwerdeführer  hat  denn  auch  auf  dem  eigenhändig  ausgefüllten 
Personalienblatt  im  EVZ  als  Staatsangehörigkeit  "Serbien"  angegeben 
(vgl.  A2/1).

6.5.1.  Der  Beschwerdeführer  macht  in  Bezug  auf  seinen  vormaligen 
Wohnort  beziehungsweise  den Süden Kosovos – wie  vorliegend  in  den 
Erwägungen  4.3.2.  und  4.3.3.  ausgeführt  –  keinerlei  asylrelevante 
Gründe  geltend,  und  es  ist  diesbezüglich  ohne  weiteren 
Begründungsaufwand  dem  BFM  zuzustimmen.  Ebenfalls  folgt  das 
Gericht  der  Vorinstanz,  wenn  diese  feststellt,  für  Serben  und 
serbischsprachige  Roma  aus  den  südlichen  Bezirken  Kosovos  bestehe 
eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  im  Norden  Kosovos.  Die 
Ausführungen des Beschwerdeführers  in seiner Rechtsmittleingabe  (vgl. 
S. 12 ff.), die Lage sei insbesondere in Kosovska Mitrovica sehr schlecht, 
die Kosovoalbaner würden sich dort hasserfüllt gegen alles wehren, was 
nicht  Albanisch  sei,  und  die  Leute  lebten  in  Armut  und  hätten  keine 
Arbeit, können an dieser Einschätzung nichts ändern. 

6.5.2.  Der  Beschwerdeführer  besitzt  neben  der  kosovarischen  auch  die 
serbische Staatsangehörigkeit. Demnach  kann er  sich,  falls  er weder  in 
seinen  Heimatort,  wo  noch  Familienmitglieder  und  Verwandte  leben, 
zurückgehen  noch  die  vom  Bundesamt  angegebene 
Aufenthaltsalternative  im  Norden  Kosovos  nutzen  will,  nach  Serbien 
begeben  und  dort  aufgrund  der  bestehenden  Niederlassungsfreiheit 
Wohnsitz nehmen. Nach der Rechtsprechung des Gerichts ist der Vollzug 
der  Wegweisung  nach  Serbien  für  Angehörige  der  serbischen 
Volksgruppe aus Kosovo  im Allgemeinen zumutbar  (vgl. BVGE 2010/41 
E.  8.3.3.6).  Ins  Gewicht  fallen  bei  der  Abschätzung  der  konkreten 
Situation  insbesondere  die  Möglichkeit  der  wirtschaftlichen 
Existenzsicherung, das Vorhandensein einer individuellen Verbindung zu 
Serbien  (ein  tragfähiges  familiäres  oder  anderweitiges  soziales 

E­2983/2009

Seite 12

Beziehungsnetz)  und  die  Möglichkeit  der  gesellschaftlichen  Integration. 
Im Rahmen dieser Kriterien sind Faktoren wie das Alter, das Geschlecht, 
der  Zivilstand,  Sprachkenntnisse,  der  Gesundheitszustand,  die 
Berufserfahrung,  die  finanziellen  Verhältnisse,  die  Schulbildung  und  die 
berufliche  Ausbildung  der  betroffenen  Personen  in  die  Erwägungen 
miteinzubeziehen.

6.5.3. Der Beschwerdeführer macht in Bezug auf eine Rückweisung nach 
Serbien geltend, diese sei nicht zumutbar, weil er dort nicht zuhause und 
wieder  nur  ein  Flüchtling  wäre.  Seine  (…)  könne  ihm  in  Serbien  nicht 
helfen, und die Situation von Flüchtlingen sei in diesem Land prekär (vgl. 
Beschwerde S. 14 f.). 

Die  unbestrittenermassen  schwierige  wirtschaftliche  Lage  in  Serbien 
betrifft  weite  Teile  der  einheimischen  Bevölkerung  und  vermag  deshalb 
den  Wegweisungsvollzug  dorthin  nicht  als  unzumutbar  erscheinen  zu 
lassen. Zudem hat der Beschwerdeführer die Technische Mittelschule  in 
B._______  abgeschlossen  und  anlässlich  der  Befragung  als  Beruf  (…) 
angegeben  (vgl.  A1/9  Ziff.  8).  Der  (…)­jährige,  alleinstehende 
Beschwerdeführer  verfügt  also  über  eine  vergleichsweise  gute 
Ausbildung und sollte demnach in der Lage sein, sich eine wirtschaftliche 
Existenz  in  Serbien  aufzubauen,  zumal  den  Akten  auch  keinerlei 
Hinweise auf gesundheitliche Probleme zu entnehmen sind.  

6.6. Schliesslich obliegt  es dem Beschwerdeführer,  sich nötigenfalls  bei 
der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr not­
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 
Abs. 2 AuG).

6.7. Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Wegweisungsvollzug 
zu bestätigen. Die Vorinstanz hat diesen zu Recht als zulässig, zumutbar 
und  möglich  erachtet.  Nach  dem  Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der 
vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

7.
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Beschwer­
de ist demnach abzuweisen.

E­2983/2009

Seite 13

8. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  an  sich  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Nachdem 
aber  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  mit 
Zwischenverfügung  vom  14.  Mai  2009  gutgeheissen  worden  ist,  ist 
praxisgemäss  auf  die  Auferlegung  von  Verfahrenskosten  zu  verzichten 
(Art. 65 Abs. 1 VwVG).

E­2983/2009

Seite 14

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und das Amt  für 
Migration des Kantons G._______.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Laura Wayllany

Versand: