# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 384c32e1-c959-53ce-b10a-fe13dc5d5686
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.09.2014 200 2013 881
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2013-881_2014-09-09.pdf

## Full Text

200 13 881 UV
LOU/SCC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. September 2014 

Verwaltungsrichter Loosli, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführer

gegen

SUVA 
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
vertreten durch Rechtsanwalt C.________
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 3. September 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1969 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
arbeitete seit dem 1. Februar 2003 bei der J.________ als … und war 
dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA bzw. 
Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Berufs- und 
Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten versichert (Akten der SUVA 
[act.] II 1). Am 13. August 2005 stürzte er während der Arbeit rückwärts von 
einer Leiter und zog sich eine Quetschung am Steissbein zu (act. II 1). Am 
21. April 2006 erfolgte eine Rückfallmeldung (act. II 5). Die SUVA erbrachte 
die gesetzlichen Leistungen. 

Die SUVA verfügte am 15. Juni 2011 die Ausrichtung einer 
Integritätsentschädigung (IE) von 2.5 % und einer Rente bei einem 
Invaliditätsgrad von 20 % (act. IIA 258). Hiergegen erhob der Versicherte – 
vertreten durch die D.________ – am 11. Juli 2011 Einsprache und 
beantragte die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen auf der Basis eines 
Invaliditätsgrades von 35 % (act. IIA 263). Mit Einspracheentscheid vom 
26. März 2011 (recte: 2012) wies die SUVA die Einsprache ab 
(act. IIA 274). Hiergegen liess der Versicherte – weiterhin vertreten durch 
die D.________ – am 11. April 2012 Beschwerde erheben und die 
Zusprechung der gesetzlichen Leistungen auf der Basis eines 
Invaliditätsgrades von 35 % beantragen (act. IIA 280).

Mit Urteil vom 10. Oktober 2012 (VGE UV/2012/370) hiess das 
Verwaltungsgericht des Kantons Bern die Beschwerde gut, der 
angefochtene Einspracheentscheid der SUVA vom 26. März 2012 wurde 
aufgehoben und dem Versicherten ab dem 1. Mai 2010 eine Invalidenrente 
bei einem Invaliditätsgrad von 29 % zugesprochen (act. IIA 289). Dieses 
Urteil wurde rechtskräftig (vgl. act. II 292).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 3

B.

Zur Abklärung des weiteren Anspruchs auf Heilbehandlung holte die SUVA 
den Bericht des Chiropraktors Dr. E.________ vom 11. März 2013 (act. II 
302) und von Dr. med. F.________, Allgemeine Innere Medizin, vom 14. 
April 2013 (act. II 305.1) ein. Mit Schreiben vom 11. Juni 2013 stellte die 
SUVA die Einstellung der Kostenübernahme der Chiro- und allfälliger 
Physiotherapie per 30. Juni 2013 in Aussicht (act. II 310). Weiter wurde der 
Bericht von Dr. med. F.________, Allgemeine Innere Medizin, vom 13. Juni 
2013 (act. II 310.1) eingereicht. Der Versicherte beantragte am 25. Juni 
2013 sinngemäss die weitere Übernahme der Heilkosten und brachte vor, 
er habe zufolge der Behandlungen weniger Schmerzen (act. II 311). 

Mit Verfügung vom 1. Juli 2013 stellte die SUVA die Übernahme der 
Kosten von weiteren Chiro- und allfälligen Physiotherapiebehandlung ab 
dem 1. Juli 2013 ein mit der Begründung, trotz Behandlung sei keine 
Veränderung der Symptomatik erfolgt. Die Übernahme der Kosten für 
weitere Behandlungen entspreche nicht den Kriterien der Wirtschaftlichkeit, 
Zweckmässigkeit und Wirksamkeit (act. II 312). Hiergegen erhob der 
Versicherte Einsprache (act. II 313). Nach Einholung einer ärztlichen 
Beurteilung vom 24. Juli 2013 durch die Kreisärztin Dr. med. G.________, 
Allgemeine Innere Medizin FMH (act. II 315), wies die SUVA mit 
Einspracheentscheid vom 3. September 2013 die Einsprache ab (act. II 
318). 

C.

Am 4. Oktober 2013 erhob der Versicherte, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern Beschwerde. Er 
beantragte, der Einspracheentscheid vom 3. September 2013 sei 
aufzuheben. Es seien dem Beschwerdeführer Pflegeleistungen und 
Kostenvergütungen nach Art. 21 Abs. 1 UVG (insbesondere Chiro- und 
Physiotherapie) über den 30. Juni 2013 hinaus zu gewähren. Eventualiter 
seien die Akten für weitere Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 4

Mit Beschwerdeantwort vom 8. Januar 2014 beantragte die SUVA, 
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. C.________, die Abweisung der 
Beschwerde.

Mit Replik vom 12. Februar 2014 und Duplik vom 14. März 2014 hielten die 
Parteien an ihren Anträgen fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
vom 6. Oktober 2000 (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehörden und der 
Staatsanwaltschaft vom 11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden 
gegen solche Entscheide. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen 
Verfahren mit seinen Anträgen nicht durchgedrungen, durch den 
angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung, weshalb er zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). 
Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die 
Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; 
Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die 
Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) 
eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid der SUVA vom 
3. September 2013. Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin 
die Kostenübernahme für Heilbehandlungen, insbesondere Chiro- und 
allfällige Physiotherapiebehandlungen, zu Recht per 30. Juni 2013 
eingestellt hat. Dabei geht es – wie in der Beschwerde festgehalten (S. 3) – 
um alle zwei Monate stattfindende Chiro- bzw. alternativ Physiotherapie 
(d.h. sechs Mal jährlich).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 5

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). In 
Streitigkeiten, die weder von grundsätzlicher Bedeutung noch von grosser 
Tragweite sind, können sie auf dem Zirkulationsweg auch 
Mehrheitsbeschlüsse fassen (Art. 56 Abs. 5 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Der Versicherte hat Anspruch auf die zweckmässige Behandlung 
der Unfallfolgen, nämlich auf: die ambulante Behandlung durch den Arzt, 
den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische 
Hilfsperson sowie im weiteren durch den Chiropraktor (Art. 10 Abs. 1 lit. a 
des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung vom 20. März 1981 
[UVG; SR 832.20]).

Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen 
Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des 
Versicherten mehr erwartet werden kann und allfällige 
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen 
sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die 
Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 

Gestützt auf Art. 19 Abs. 1 UVG sowie gemäss konstanter Rechtsprechung 
hat der Versicherer – sofern allfällige Eingliederungsmassnahmen der 
Invalidenversicherung abgeschlossen sind – die Heilbehandlung (und das 
Taggeld) nur solange zu gewähren, als von der Fortsetzung der ärztlichen 
Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes 
erwartet werden kann. Trifft dies nicht mehr zu, ist der Fall unter Einstellung 
der vorübergehenden Leistungen mit gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs 
auf eine Invalidenrente und auf eine Integritätsentschädigung 
abzuschliessen (BGE 137 V 199 E. 2.1 S. 201). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 6

2.2 Gemäss Art. 21 Abs. 1 UVG werden nach der Festsetzung der 
Rente dem Bezüger die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10-
13) gewährt, wenn er: an einer Berufskrankheit leidet (lit. a); unter einem 
Rückfall oder an Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit durch 
medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher 
Beeinträchtigung bewahrt werden kann (lit. b); zur Erhaltung seiner 
verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung und Pflege bedarf 
(lit. c); erwerbsunfähig ist und sein Gesundheitszustand durch medizinische 
Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung 
bewahrt werden kann (lit. d). Der Versicherer kann die Wiederaufnahme 
einer ärztlichen Behandlung anordnen (Art. 21 Abs. 2 UVG). Bei Rückfällen 
und Spätfolgen sowie bei der vom Versicherer angeordneten 
Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung hat der Rentenbezüger auch 
Anspruch auf die Pflegeleistungen und Kostenvergütungen (Art. 10‒13). 
Erleidet er während dieser Zeit eine Verdiensteinbusse, so erhält er ein 
Taggeld, das nach dem letzten vor der neuen Heilbehandlung erzielten 
Verdienst bemessen wird (Art. 21 Abs. 3 UVG).

2.3 Ist einerseits der Abschluss der vorübergehenden Leistungen 
erfolgt, weil von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte 
Besserung im Sinne von Art. 19 Abs. 1 UVG mehr erwartet werden konnte, 
und sind andererseits die Voraussetzungen von Art. 21 Abs. 1 UVG nicht 
erfüllt, hat die obligatorische Krankenpflegeversicherung für notwendige 
Heilbehandlung aufzukommen (BGE 134 V 109 E. 4.2 S. 115). Nach dem 
Wortlaut des Art. 21 Abs. 1 UVG wird vorausgesetzt, dass die 
entsprechenden Leistungen "nach der Festsetzung der Rente" einem 
"Bezüger" ausgerichtet werden. Die Bestimmung gemäss lit. c bezieht sich 
demnach eindeutig auf Personen, die bereits eine Rente beziehen, aber 
noch erwerbsfähig sind, also einen Invaliditätsgrad zwischen 10 % und 
weniger als 100 % aufweisen (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 
16. September 2011, 8C_191/2011, E. 5.2).

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=soz&query_words=8C_191%2F2011&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F134-V-109%3Ade&number_of_ranks=0#page109

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 7

3.

3.1 Der Beschwerdeführer hatte gemäss Art. 10 Abs. 1 UVG Anspruch 
auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen. Darauf hatte er 
grundsätzlich so lange Anspruch, als sich dadurch der Gesundheitszustand 
namhaft verbessern liess (Art. 19 Abs. 1 UVG [Umkehrschluss]). 
Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss vorgenommen 
(vgl. act. IIA 245, 258) und dem Beschwerdeführer ab dem 1. Mai 2010 
eine Rente bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 20 % zugesprochen 
(AB IIA 289). Mit dem Fallabschluss und der Rentenzusprechung fiel auch 
der Anspruch auf vorübergehende Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder) 
gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG dahin. Das Unfallversicherungsgesetz 
unterscheidet somit die Behandlungs- und die Rentenphase. Auch nach 
der Festsetzung der Rente kann jedoch eine Heilbehandlung notwendig 
werden. Pflegeleistungen können während des Rentenlaufs indessen nur 
gewährt werden, wenn die in Art. 21 UVG genannten Voraussetzungen 
erfüllt sind (vgl. dazu Entscheid des BGer vom 19. Mai 2011, 
8C_1011/2010, E. 5.1). 

Vorliegend steht zur Diskussion, ob sich ein weiterer Anspruch auf 
Heilbehandlung auf Art. 21 Abs. 1 UVG stützen kann. Eine Leistungspflicht 
gemäss Art. 21 Abs. 1 lit. a UVG kommt offensichtlich nicht in Frage, da 
keine Berufskrankheit vorliegt. Unzweifelhaft liegen weder ein Rückfall 
beziehungsweise Spätfolgen (lit. b) vor noch ist der Beschwerdeführer 
vollständig erwerbsunfähig (lit. d). Denn der Beschwerdeführer bezieht 
einerseits seit dem 1. Mai 2010 eine Rente (IV-Grad von 29 %) und ist 
anderseits weiterhin als … erwerbstätig (act. II 302; vgl. E. 2.3 hiervor). 
Entgegen der Meinung der Beschwerdegegnerin, welche im angefochtenen 
Einspracheentscheid vom 3. September 2013 auf Art. 21 Abs. 1 lit. b UVG 
abstellte (vgl. act. II 318 S. 4), ist hier ein Anspruch gemäss Art. 21 Abs. 1 
lit. c UVG zu prüfen, d.h. ob dem Beschwerdeführer Pflegeleistungen und 
Kostenvergütungen (Art. 10-13 UVG) zu gewähren sind, wenn er zur 
Erhaltung seiner verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der Behandlung 
und Pflege bedarf. 

3.2 Diesbezüglich ergibt sich aus den medizinischen Akten im 
Wesentlichen das Folgende:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 8

3.2.1 Im Bericht vom 11. März 2013 hielt der Chiropraktor Dr. E.________ 
fest, die mitgebrachten Röntgenbilder zeigten eine Spondylolisthese L5/S1 
mit Einengung des rechten IVF und wahrscheinlich leichter Reizung der L5 
Wurzel in Belastungsabhängigkeit. Als Befund führte er aus, dass bei der 
LWS Inklination Schmerzen im Gesäss rechts und bei der Reklination ein 
kleiner Schmerz L/S angegeben würden. Der Lasegue falle ohne Befund 
aus, die verkürzte Hamstringmuskulatur sei angeblich in der Physiotherapie 
bereits etwas gelöst worden. Das Anheben des gestreckten Beines in 
Rückenlage gegen Widerstand löse keinerlei Beschwerden aus, auch beim 
Anheben beider Beine gleichzeitig bestünden keine Beschwerden – dies 
lasse auf stabile Verhältnisse der Spondylolisthese L5/S1 schliessen. Bei 
der Innenrotation in der Hüfte würden beidseitig etwas Leistenschmerzen 
angegeben. Die Reflexe seien durchaus lebhaft bis auf einen kaum 
auslösbaren TPSR rechts (radikulär?/SG Distorsion?). Der 
Grosszehenheber zeige rechts eine raschere Ermüdung als links. Im 
lateralen Wadenbereich L5 bestehe eine Hypästhesie. Die Kontraktion der 
Hamstringmuskulatur sei beschwerdefrei. Es bestehe eine axiale Traktion 
der LWS mit vermehrtem Schmerz im Gesäss und Druckdolenz L5 rechts. 
Als Therapie werde Chiropraktik und Physiotherapie zur Stabilisation 
durchgeführt (act. II 302).

3.2.2 Im Bericht vom 13. Juni 2013 hielt der Hausarzt Dr. med. 
H.________ fest, es bestünden nach wie vor belastungsabhängige 
Schmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule rechts. Ohne 
Therapie erreiche die Schmerzintensität auf einer analogen Schmerzskala 
(eins bis zehn) acht bis neun Punkte. Unter Behandlung mit Irfen und 
Chiropraxis könnten die Schmerzen ungefähr auf eine Punktzahl von drei 
reduziert werden. Zur Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Gleichgewichts 
mit Wechselbelastungen werde Chiropraxis und eine medikamentöse 
Therapie durchgeführt. Mit einer Besserung sei nicht mehr zu rechnen (act. 
II 310.1).

3.2.3 Die Kreisärztin Dr. med. G.________ führte am 24. Juli 2013 aus, 
eine chronische Lumboischialgie rechts sei fortbestehend. Gemäss dem 
Chiropraktor fänden alle zwei Monate Konsultationen statt. Daneben 
nehme der Beschwerdeführer das Medikament Irfen ein. Laut den 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 9

Berichten seien die Beschwerden stets unverändert vorhanden, die 
Chirotherapie wirke nur kurzfristig. Eine weitere Therapie sei nach den 
Kriterien der Wirtschaftlichkeit, der Zumutbarkeit und der 
Wirkungsmässigkeit nicht indiziert (act. II 315).

3.2.4 Mit Bericht vom 1. Dezember 2013 hielt der Hausarzt Dr. med. 
H.________ fest, die strukturellen Veränderungen an der Wirbelsäule seien 
irreversibel, d.h. nicht mehr heilbar. Durch eine gut ausgeprägte 
Rumpfmuskulatur könnten die Beschwerden auf einem erträglichen Niveau 
gehalten werden. Dazu würden immer wieder Wirbelblockierungen 
auftreten, welche das Aufrechterhalten der Muskelkraft behinderten. Diese 
würden jeweils vom Chiropraktor erfolgreich gelöst, so dass der 
Beschwerdeführer seine täglichen Übungen wieder durchführen könne. 
Damit er seine (eingeschränkte) Arbeitsfähigkeit aufrechterhalten könne, 
seien deshalb Behandlungen beim Chiropraktor unabdingbar 
(Beschwerdebeilage [BB] 9).

3.3 Auf die Berichte des behandelnden Chiropraktors Dr. E.________ 
(act. II 302) und des Hausarztes Dr. med. H.________ (act. II 310.1, BB 9) 
kann vorliegend abgestellt werden; entgegen den Vorbringen der 
Beschwerdegegnerin (Beschwerde S. 4 Ziff. 12.3) sind sie nicht 
widersprüchlich. Denn der behandelnde Chiropraktor bestätigt, dass die als 
Therapie durchgeführte Chiropraktik und Physiotherapie der Stabilisation 
dient (act. II 302). Nach den Angaben des Hausarztes ist die Chiropraktik 
insbesondere zur Lösung von Wirbelblockierungen indiziert (BB 9) und 
reduziert die Schmerzen (ungefähr auf eine Punktzahl von drei auf der 
Skala; act. II 310.1). Die Kurzfristigkeit der Wirkung der chiropraktischen 
Behandlung (Deblockierung der Wirbel; vgl. BB 9) ist unbestritten (vgl. auch 
act. II 315). Sie ist jedoch insofern nicht relevant, als der Effekt aus der 
bloss kurzfristigen körperlichen Verbesserung ein langfristiger ist, nämlich 
indem die deblockierten Wirbel jeweils die (für die Beschwerdegegnerin 
kostenfreien) indizierten täglichen Übungen des Beschwerdeführers wieder 
ermöglicht werden. Bereits in der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung 
vom 20. September 2010 (act. IIA 226 S. 5) erwähnte der Kreisarzt Dr. 
med. I.________, Allgemeine Chirurgie FMH, dass einerseits von einer 
geführten Physiotherapie keine wesentliche Besserung mehr zu erwarten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 10

sei, dass Eckpfeiler der Behandlung die strickte Hebe- und Sitzdisziplin 
sowie das tägliche Durchführen der rückengymnastischen Übungen und 
die Kräftigung der Stammmuskulatur sein müssen und dass andererseits in 
akuten Exazerbationen eine kurzzeitige Physiotherapie erwogen werden 
könne. Ferner erwähnte er, dass die lockeren ärztlichen Kontrollen zur 
Überwachung der Analgetika/Antirheumatherapie weiterhin zu Lasten der 
Beschwerdegegnerin gingen. Damit ging er – im Widerspruch zur 
Beurteilung von Dr. med. G.________ vom 24. Juli 2013 (act. II 315 S. 2) – 
davon aus, dass eine kurzzeitige Physiotherapie zum Erhalt der Arbeits- 
bzw. Erwerbsfähigkeit beitrage. Die Kreisärztin Dr. med. G.________ hat 
sich mit den Angaben von Dr. med. I.________ nicht auseinandergesetzt, 
vielmehr auf die kurzfristige Wirkung der Behandlung verwiesen. Es ist 
davon auszugehen, dass mit der bei Exazerbationen angezeigten 
kurzfristigen Physiotherapie auch eine Behandlung durch den 
Chiropraktiker gemeint ist, zumal damit der angestrebte Erfolg erreicht 
werden kann, d.h. die Deblockierung der Wirbel und damit die weitere 
Durchführung der rückengymnastischen Übungen. Damit kann die 
Restarbeitsfähigkeit im Sinne von Art. 21 Abs. 1 lit. c UVG auf Dauer 
gesichert werden. In Bezug auf die besagte Bestimmung erweist sich die 
Behandlung im Rahmen von alle zwei Monate stattfindenden Chiro- bzw. 
alternativ Physiotherapie (vgl. E. 1.2 hiervor) als zweckmässig, wirksam 
und letztlich auch wirtschaftlich, geht es doch nicht um die Beseitigung der 
unbestrittenen strukturellen unfallbedingten und irreversiblen 
Veränderungen der Wirbelsäule, sondern eben um den Erhalt der 
Erwerbsfähigkeit nach festgesetzter Rente, was die Beschwerdegegnerin 
verkannt hat. Die gesetzlichen Leistungsvoraussetzungen sind in diesem 
Rahmen erfüllt. Immerhin sei der Beschwerdeführer an seine Pflicht zur 
Schadenminderung erinnert, indem er – nebst den von ihm durchgeführten 
rückengymnastischen Übungen sowie strikter Hebe- und Sitzdisziplin – 
schwere Tätigkeiten ausserhalb des von der SUVA umschriebenen 
Zumutbarkeitsprofils zu vermeiden hat.

An diesem Ergebnis ändern die Vorbringen der Beschwerdegegnerin 
nichts. Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 3. September 2013 
stellte die Beschwerdegegnerin auf Art. 21 Abs. 1 lit. b UVG ab und setzte 
sich insofern auch nicht mit der zentralen Frage des Erhalts der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 11

Resterwerbsfähigkeit auseinander, sondern verwies auf die Kriterien der 
Wirtschaftlichkeit, der Zweckmässigkeit und der Wirksamkeit (act. II 318 S. 
4). Insbesondere wurde die Behandlung durch den Chiropraktiker nicht für 
zweckmässig erachtet, weil sie nur eine kurzfristige Wirkung ergebe. Auch 
in der Beschwerdeantwort (S. 4 unten) wurde unter dem Aspekt von Art. 21 
Abs. 1 lit. c UVG lediglich erwähnt, dass kein dauerhaftes Resultat erzielt 
werden könne. Es kann jedoch auch ein Anspruch auf eine Heilbehandlung 
vorliegen, die durchgeführt kurzfristig wirkt (Deblockierung der Wirbel; BB 
9), jedoch langfristig – dadurch, dass die rückengymnastischen Übungen 
und die Kräftigung der Stammmuskulatur durchgeführt werden kann (vgl. 
act. IIA 226 S. 5) – die Erwerbsfähigkeit dauernd erhalten wird.

3.4 Die Beschwerde ist gutzuheissen und der Einspracheentscheid der 
SUVA vom 3. September 2013 ersatzlos aufzuheben.

4.

4.1 Es sind keine Verfahrenskosten zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer  
Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG). Diese ist 
gestützt auf die angemessene Kostennote von Fürsprecher B.________ 
vom 2. April 2014 auf ein Honorar von Fr. 2‘900.-- (Zeitaufwand: 12 
Stunden), zuzüglich Auslagen von Fr. 80.20 und Mehrwertsteuer von 
Fr. 238.40 (8 % von Fr. 2‘980.20), somit (abgerundet) Fr. 3‘210.-- 
festzusetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 12

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Einspracheentscheid der 
SUVA vom 13. September 2013 aufgehoben.

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘210.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwalt C.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Sept. 2014, UV/13/881, Seite 13