# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0f7049d6-fdcb-5686-8f9b-b205dd079a99
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.01.2012 D-6864/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6864-2009_2012-01-09.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­6864/2009

U r t e i l   v om   9 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz),
Richterin Muriel Beck Kadima, Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien A._______, geboren (…),
alias B._______, geboren (…),
alias C._______, geboren (…),
alias D._______, geboren (…), alias 
E._______, geboren (…),
Irak,
vertreten durch lic. iur. Isabelle A. Müller, Caritas Schweiz, 
(…),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 2. Oktober 2009 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Eigenen Angaben zufolge gelangte der Beschwerdeführer am 26. Januar 
2009  unter  Umgehung  der  Grenzkontrolle  in  die  Schweiz,  wo  er  am 
gleichen Tag im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) F._______ um 
Asyl nachsuchte. Dazu wurde er am 9. Februar 2009 im EVZ F._______ 
befragt  (Kurzbefragung).  Aufgrund  eines  EURODAC­Treffers  vom  19. 
April  2007, wonach er  sich  damals  in Schweden aufhielt,  gewährte  das 
BFM dem Beschwerdeführer am gleichen Tag das rechtliche Gehör zum 
bevorstehenden  Nichteintretensentscheid,  zur  Zuständigkeit  Schwedens 
für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  beziehungsweise  zu  einer 
allfälligen Wegweisung  dorthin  und  gab  ihm Gelegenheit,  dazu Stellung 
zu  nehmen.  Da  Schweden  die  Übernahme  des  Beschwerdeführers  im 
Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  mit  Schreiben  vom  26.  Juni  2009 
ablehnte, weil der Beschwerdeführer am 18. Oktober 2007 per Flugzeug 
von Schweden in den Irak zurückkehrte, beendete das BFM das Dublin­
Verfahren, führte das (nationale) Asyl­ und Wegweisungsverfahren weiter 
und  hörte  den  Beschwerdeführer  am  22.  Juli  2009  in  G._______  zu 
seinen Asylgründen an (Anhörung).

B. 
Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  der  Beschwerdeführer  in 
der  Kurzbefragung  beziehungsweise  der  Anhörung  im  Wesentlichen 
geltend, er sei kurdischer Ethnie, stamme aus der Provinz Dohuk und sei 
schon jahrelang Mitglied der für die Stadt H._______ zuständigen Sektion 
eins  der  Demokratischen  Partei  Kurdistans  (PDK).  Seit  Jahren  habe  er 
Streit mit anderen Mitgliedern seiner Sektion gehabt, die dem Clan Doski 
angehörten.  Dies  insbesondere  auch  deshalb,  weil  er  sie  in  der 
Vergangenheit zu Recht wegen Vetternwirtschaft angezeigt habe, worauf 
sie von der Partei bestraft worden seien. Aus Rache hätten diese Doski­
Leute  der  Untersuchungsbehörde  seiner  Sektion  gemeldet,  er  habe 
sowohl  für  die  PKK  (Arbeiterpartei  Kurdistans)  als  auch  für  den  MIT 
(türkischer  Inlandnachrichtendienst)  Informationen  gesammelt.  An  einer 
Sitzung  seiner  Sektion  am  27.  November  2008  sei  ihm  von  der 
Untersuchungsbehörde  seiner Sektion  respektive  von  den Doski­Leuten 
vorgeworfen worden, Kontakte zur PKK und zum MIT zu haben. Dagegen 
habe er sich gewehrt und selber Vorwürfe gegen die Doski­Leute seiner 
Sektion  erhoben,  woraufhin  er  mit  einer  Waffe  bedroht  worden  sei. 
Deswegen  habe  er  den Sitzungssaal  fluchtartig  verlassen  und  sei  nach 
Hause beziehungsweise nach Mosul gefahren. Zu Hause respektive auf 

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dem  Weg  nach  Mosul  sei  er  von  I._______,  einem  Mitglied  seiner 
Sektion,  das  später  getötet  worden  sei,  gewarnt  worden,  dass  das 
Politbüro  der  PDK  in  der  Zwischenzeit  einen  Haftbefehlt  gegen  ihn 
ausgestellt  habe,  weshalb  man  ihn  verhaften  würde.  Aus  Angst,  zu 
Unrecht  verhaftet  zu  werden,  habe  er  wenige  Tage  später  den  Irak 
verlassen und sei via Syrien, die Türkei und andere Länder per Auto und 
LKW  in  die  Schweiz  gereist.  Bezüglich  der  weiteren  Aussagen  des 
Beschwerdeführers wird auf die Akten verwiesen. 

Im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  reichte  der  Beschwerdeführer  die 
folgenden Dokumente ein: Eine irakische Identitätskarte, einen irakischen 
Nationalitätenausweis,  zwei  Beschlüsse  vom  23.  Oktober  2001 
beziehungsweise 17. Mai 2005  (in Kopie),  ein Schreiben des Politbüros 
an  die  Sektion  eins  vom  9.  Mai  2005  (in  Kopie),  ein 
Bestätigungsschreiben der Primarschule J._______ vom 12. Januar 2009 
(in  Kopie),  ein  Entlassungsschreiben  des  Erziehungsministeriums  vom 
10. Januar 2009 (in Kopie), einen Haftbefehl des Untersuchungsgerichts 
H._______ (in Kopie), einen internen Haftbefehl der Sektion eins vom 27. 
November  2008  (in  Kopie),  ein  Schreiben  des Untersuchungsbüros  der 
Sicherheitsdirektion des Bezirks K._______ vom 27. November 2008 (in 
Kopie), einen irakischen Führerschein (in Kopie), einen Berufsausweis (in 
Kopie) sowie mehrere Parteiausweise (in Kopie). 

Auf Aufforderung des BFM hin reichte der Beschwerdeführer mit Eingabe 
vom  10.  August  2009  teilweise  deutsche  Übersetzungen  der 
eingereichten Dokumente zu den Akten. 

C. 
Mit  Verfügung  vom  2.  Oktober  2009  –  eröffnet  am  5.  Oktober  2009 – 
stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht.  Es  lehnte  sein Asylgesuch  ab  und  ordnete 
seine Wegweisung aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug an. 

Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  der 
Beschwerdeführer  mache  geltend,  er  werde  von  PDK­Mitgliedern  des 
Clans Doski  bedroht. Diese hätten  falsche Spionagevorwürfe  gegen  ihn 
erhoben, mit  dem  Zweck,  ihn  aus  der  Partei  loszuwerden,  nachdem  er 
einige  ihrer  Clan­Mitglieder  in  der  Vergangenheit  erfolgreich  der 
Vetternwirtschaft  angezeigt habe. Bei den den erlittenen Nachteilen des 
Beschwerdeführers  zugrunde  liegenden  Mitgliedern  des  Clans  Doski 
handle  es  sich  um  Drittpersonen.  Selbst  wenn  diese  Personen 

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zweifelsohne über einen gewissen Einfluss innerhalb der PDK verfügten, 
die  über  das  westliche  Gebiet  des  irakischen  Kurdistans  ihre  Macht 
ausübe,  so  übten  sie  diesen  Einfluss  nicht  uneingeschränkt  und  mit 
Sicherheit nicht in allen Bereichen der Staatsmacht in der Region Dohuk 
aus.  Des  Weiteren  sei  festzustellen,  dass  in  der  autonomen  Region 
Kurdistan  durchaus  effektive  demokratische  und  rechtsstaatliche 
Strukturen aufgebaut worden seien. Unter diesen Voraussetzungen habe 
dem  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit  zur  Verfügung  gestanden,  sich 
gegen  die  vorgebrachten  Anschuldigungen  und  gegen  die  Bedrohung 
durch die Doski in geeigneter Weise zur Wehr zu setzen. Daran vermöge 
auch der vom Beschwerdeführer geltend gemachte Haftbefehl gegen ihn 
nichts  zu  ändern.  In  der  Tat  habe  für  den  Beschwerdeführer  der  Weg 
offengestanden,  sich  im  Rahmen  eines  allfällig  gegen  ihn  geführten 
Justizverfahrens  entsprechend  und  mit  geeigneten  Mitteln  zu  Wehr  zu 
setzen  und  die  falschen  Anschuldigungen  aus  dem  Weg  zu  räumen. 
Zudem  habe  er  –  eigenen  Angaben  zufolge  –  gute  Beziehungen  zum 
Zentralvorstand  der  PDK,  namentlich  zum  Gouverneur,  gepflegt.  Unter 
diesen  Umständen  wäre  es  auch  noch  zur  Zeit  seiner  Anwesenheit  im 
Irak angebracht und gar notwendig gewesen, dass er sich in irgendeiner 
Weise mit Personen aus diesem Umfeld oder sogar mit dem Gouverneur 
selbst  in  Verbindung  gesetzt  hätte,  um  ihnen  seinen  Standpunkt  in  der 
Angelegenheit vorzutragen. Der Einwand des Beschwerdeführers,  in der 
Vergangenheit seien bereits Personen von der PDK heimlich umgebracht 
worden,  könne hier nicht  eingebracht werden, denn er beziehe sich auf 
Vorfälle,  die  etliche  Jahre  zurücklägen.  Aus  diesen  Gründen  seien  die 
Vorbringen des Beschwerdeführers nicht als asylrelevant  zu betrachten. 
Bei den weiteren Unterlagen, die der Beschwerdeführer eingereicht habe, 
handle  es  sich  um  Berufs­  und  Parteiausweise  sowie 
Bestätigungsschreiben  für  seine  Tätigkeiten  innerhalb  der  PDK  und  um 
Schreiben  hinsichtlich  seiner  Anstellung  als  Lehrer  und  seine 
entsprechende  Kündigung  aus  diesem  Arbeitsverhältnis.  Diese 
Dokumente  vermöchten  jedoch  auf  die  vorangehenden 
Schlussfolgerungen  keinen  Einfluss  zu  nehmen.  Die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  hielten  somit  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni 
1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  stand.  Den  Vollzug  der  Wegweisung 
erachtete  die  Vorinstanz  als  zulässig,  zumutbar  und  möglich.  Für  den 
weiteren Inhalt wird auf die vorinstanzliche Verfügung verwiesen. 

D. 
Mit  Beschwerde  vom  3.  November  2009  (Poststempel)  an  das 

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Bundesverwaltungsgericht  liess  der  Beschwerdeführer  durch  seine 
Rechtsvertreterin  in  materieller  Hinsicht  beantragen,  der  angefochtene 
Entscheid  sei  aufzuheben,  es  sei  seine  Flüchtlingseigenschaft 
festzustellen  und  ihm  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  sei  die 
Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und die vorläufige 
Aufnahme  zu  verfügen.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  der 
Beschwerdeführer  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), um Verzicht auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sowie  um  umgehende  Edition  der 
von  ihm  im  ordentlichen  Verfahren  eingereichten  persönlichen 
Beweismittel an seine Rechtsvertreterin. 

Zur  Begründung  wurde  im  Wesentlichen  angeführt,  das 
Bundesverwaltungsgericht habe in BVGE 2008/4 Folgendes festgehalten: 
"Die kurdischen Behörden sind grundsätzlich willens, den Einwohnern der 
drei  nordirakischen  Provinzen  Schutz  vor  allfälliger  Verfolgung  zu 
gewähren.  Sofern  die  geltend  gemachten  Übergriffe  jedoch  von  den 
beiden  Mehrheitsparteien,  ihren  Organen  oder  Mitgliedern  ausgehen, 
kann nicht mit einer staatlichen Schutzgewährung durch die Polizei­ und 
Sicherheitskräfte  gerechnet  werden,  da  die  Partei­  und 
Behördenstrukturen  zu  eng miteinander  verflochten  und  teilweise  sogar 
identisch sind. Nichts anderes kann natürlich gelten, wenn eine allfällige 
Gefährdung  direkt  von  den  offiziellen  Behörden  ausgeht.  Einer  solchen 
sind – gestützt auf die vorstehende Darstellung –  insbesondere kritische 
Medienschaffende,  oppositionelle  Politiker,  Islamisten,  aus  dem 
Zentralirak  eingewanderte  alleinstehende  arabische  Männer  sowie 
allenfalls  Angehörige  von  ethnischen  oder  religiösen  Minderheiten,  die 
sich  gegen  den  kurdischen  Machtanspruch  stellen,  ausgesetzt."  Das 
Gericht  habe  im  zitierten  Urteil  ebenso  das  Bestehen  einer 
innerkurdischen Fluchtalternative  verneint,  eine  solche  sei  auch  in  casu 
zu  verneinen.  Im  Lichte  dieser  Rechtsprechung  hätte  demzufolge  die 
Vorinstanz bei ihrer Beurteilung zu einer anderen Entscheidung gelangen 
und  dem  Beschwerdeführer  Asyl  gewähren  müssen.  Für  die  weitere 
Begründung wird auf die Beschwerdeschrift verwiesen. 

Der  Rechtsmittelschrift  lag  eine  Fürsorgebestätigung  vom  27.  Oktober 
2009 bei. 

E. 
Mit Verfügung vom 27. November 2009  teilte der  Instruktionsrichter des 

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Bundesverwaltungsgerichts  dem  Beschwerdeführer  mit,  er  könne  den 
Ausgang  des  Beschwerdeverfahrens  in  der  Schweiz  abwarten.  Ferner 
verfügte  er,  dass  über  das Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG)  im Endentscheid befunden und auf 
die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtet  werde.  Gleichzeitig 
wies  er  das  BFM  an,  Kopien  der  vom  Beschwerdeführer  während  des 
Verfahrens  vor  der  Vorinstanz  eingereichten  Beweismittel  dessen 
Rechtsvertreterin  zuzustellen.  Überdies  lud  der  Instruktionsrichter  die 
Vorinstanz  zur Einreichung einer Stellungnahme bis  zum 14. Dezember 
2009 ein. 

F. 
In ihrer Vernehmlassung vom 14. Dezember 2009 hielt die Vorinstanz an 
ihren Erwägungen  fest  und  beantragte  die Abweisung  der Beschwerde. 
Diese Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 18. Dezember 
2009 zur Kenntnisnahme zugestellt.

G. 
Am  26.  Dezember  2009  wurde  der  Beschwerdeführer  in  der  Nähe  von 
L._______  von  Angehörigen  des  Grenzwachtkorps  im  Zug  einer 
Personenkontrolle  unterzogen.  Bei  dieser  Gelegenheit  stellten  sie  im 
Gepäck  des  Beschwerdeführers  die  Originale  der  von  ihm  bereits  in 
Kopie eingereichten Dokumente (irakischer Führerschein, Berufsausweis, 
Parteiausweise)  sicher.  Gestützt  auf  Art.  10  AsylG  zog  das 
Grenzwachtkorps diese Dokumente ein und liess sie zuständigkeitshalber 
dem BFM zukommen. 

H. 
Am  18.  Juli  2011  heiratete  der  Beschwerdeführer  in  F._______  eine  in 
der Schweiz niedergelassene irakische Staatsangehörige. 

I. 
Mit  Verfügung  des  Instruktionsrichters  des  Bundesverwaltungsgerichts 
vom 15. November  2011 wurde  dem Beschwerdeführer mitgeteilt,  dass 
sich  das Bundesverwaltungsgericht  nach Prüfung  der Akten  vorbehalte, 
das Asylgesuch allenfalls gestützt auf Art.  7 AsylG zu beurteilen,  zumal 
gewisse  Aussagen  des  Beschwerdeführers  widersprüchlich,  unplausibel 
oder  unglaubhaft  erscheinen  würden.  Dem  Beschwerdeführer  wurde 
Gelegenheit  gegeben,  sich  bis  zum  30.  November  2011  zu  den  in  der 
Verfügung  aufgeführten  Unglaubhaftigkeitselementen  schriftlich  zu 
äussern.

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J. 
Mit  Eingabe  vom  30.  November  2011  (Poststempel)  liess  der 
Beschwerdeführer  zu  den  in  der  Verfügung  vom  15.  November  2011 
aufgeführten  Unglaubhaftigkeitselementen  Stellung  nehmen.  Auf  den 
Inhalt  der  Stellungnahme  wird  –  soweit  wesentlich  –  in  den 
nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen.  Der  Eingabe  lag  ein  den 
Beschwerdeführer  betreffenden Auszug  aus  dem Eheregister  (in Kopie) 
bei. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).  Eine  solche  Ausnahme  liegt  nicht  vor,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG,  Art.  105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  52  VwVG).  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 
105  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist somit einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 

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oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7 
AsylG).

4. 
4.1. Gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG ist das Bundesverwaltungsgericht als 
Beschwerdeinstanz  nicht  an  die  rechtliche  Begründung  der 
Parteibegehren gebunden (Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes 
wegen).  Die  Beschwerdeinstanz  darf  ihren  Entscheid  somit  anders 
begründen  als  die  Parteien  oder  die  Vorinstanz.  Dabei  kann  sie  die 
vorinstanzliche  Verfügung  im  Ergebnis  bestätigen,  dieser  aber  eine 
andere Begründung  zugrunde  legen  (vgl.  THOMAS HÄBERLI  in:  Bernhard 
Waldmann/Philippe  Weissenberger  (Hrsg.),  VwVG,  Praxiskommentar 
zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren,  Zürich/Basel/Genf 
2009,  Art.  62  Rz  40,  S.  1250;  FRITZ  GYGI, 
Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Aufl.,  Bern  1983,  S.  212).  Eine 
Substitution  der  Motive  durch  die  Beschwerdeinstanz  setzt  allerdings 
voraus,  dass  sich  die  substituierende  Begründung  auf 
Sachverhaltsdarstellungen  bezieht,  die  dem  Betroffenen  bekannt  sind, 
und  sich  auf  rechtliche  Grundlagen  abstützt,  deren  Anwendung  der 
Betroffene  zumindest  erwarten  musste  (vgl.  dazu  Entscheidungen  und 

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Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  1995 
Nr.  12 S.  116).  Falls  die Beschwerdeinstanz  beabsichtigt,  zum Nachteil 
des Beschwerdeführers von einem anderen Sachverhalt auszugehen als 
die  Vorinstanz  oder  gedenkt,  ihren  Entscheid  auf  eine  rechtliche 
Begründung abzustützen, die von den Parteien  in keiner Weise erwartet 
werden muss, hat sie dem Betroffenen vorgängig Gelegenheit zu geben, 
dazu Stellung zu nehmen und allfällige Beweismittel nachzureichen. Dies 
ergibt  sich  unter  anderem aus dem Anspruch auf  vorgängige Anhörung 
gemäss  Art.  30  Abs.  1  VwVG  (vgl.  MADLEINE  CAMPRUBI  in:  Christoph 
Auer/Markus Müller/Benjamin Schindler, Kommentar  zum Bundesgesetz 
über  das Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich/St. Gallen  2008, Art.  62 
Rz 15 S. 799; FRITZ GYGI, a.a.O., S. 70; BGE 129 II 497 E. 2.2 S. 504 f.).

4.2.  Die  Vorinstanz  hat  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom 
26. Januar  2009  gestützt  auf  Art.  3  AsylG  abgelehnt.  Da  gewisse 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  widersprüchlich,  unplausibel  oder 
unglaubhaft  erscheinen,  prüft  das  Bundesverwaltungsgericht  das 
Asylgesuch  im  Folgenden  –  wie  in  der  Verfügung  vom  15.  November 
2011 dem Beschwerdeführer vorbehalten – unter dem Aspekt von Art. 7 
AsylG.

5. 
5.1.  Grundsätzlich  sind  Vorbringen  dann  glaubhaft  gemacht,  wenn  sie 
genügend substanziiert,  in  sich  schlüssig und plausibel  sind. Sie dürfen 
sich  nicht  in  vagen Schilderungen  erschöpfen,  in wesentlichen  Punkten 
nicht  widersprüchlich  sein,  der  inneren  Logik  entbehren  oder  den 
Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Darüber 
hinaus muss der Gesuchsteller  persönlich  glaubwürdig  erscheinen, was 
insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  er  wichtige  Tatsachen 
unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens 
Vorbringen auswechselt, steigert oder unbegründet nachschiebt oder die 
nötige Mitwirkung am Verfahren verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet 
ferner – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass 
und  lässt  durchaus  Raum  für  gewisse  Einwände  und  Zweifel  an  den 
Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die Gründe, welche 
für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  sprechen,  überwiegen 
oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art. 
7 AsylG; EMARK 2005 Nr. 21 E. 6.1 S.190 f.).

5.2.  Vorab  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Wortlaut 
sämtlicher  Protokolle,  die  ihm  in  seine  Muttersprache  rückübersetzt 

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wurden,  mit  seiner  Unterschrift  bestätigt  hat  und  sich  deshalb  seine 
Aussagen  entgegenhalten  lassen  muss.  Im  Weiteren  ist  darauf 
hinzuweisen,  dass  den  Aussagen  einer  asylsuchenden  Person  im 
Empfangszentrum  zu  den  Asylgründen  angesichts  des  summarischen 
Charakters der Befragung für die Beurteilung der Glaubhaftigkeit nur ein 
beschränkter Beweiswert  zukommt  (vgl. EMARK 2005 Nr.  7 E.  6.2.1 S. 
66  und  dort  zitierte,  weiterhin  gültige  Praxis).  Widersprüche  dürfen  nur 
dann  herangezogen  werden,  wenn  klare  Aussagen  im  EVZ  in 
wesentlichen Punkten  der Asylbegründung  von  den  späteren Aussagen 
in der Befragung beim Kanton oder beim BFM diametral abweichen, oder 
wenn  bestimmte  Ereignisse  oder  Befürchtungen,  welche  später  als 
zentrale  Asylgründe  genannt  werden,  nicht  bereits  in  der  Befragung  im 
EVZ zumindest ansatzweise erwähnt werden.

5.3. Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist festzuhalten, dass die 
Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  in  wesentlichen  Punkten 
widersprüchlich  sind.  So  sagte  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  aus, 
M._______  habe  ihm  in  der  Sitzung  vom  27.  November  2008 
vorgeworfen,  Kontakte  zur  PKK  und  zum MIT  zu  haben  (Akten  BFM A 
1/12 S. 6), wohingegen er  im Rahmen der  freien Schilderung anlässlich 
der  Anhörung  mit  keinem Wort  erwähnte,  M._______  habe  ihm  in  der 
Sitzung vom 27. November 2008 vorgeworfen, mit der PKK und dem MIT 
zusammenzuarbeiten.  Er  sagte  diesbezüglich  aus,  seine  vier  Feinde  in 
der  Sektion  eins  hätten  ihn  an  der  Sitzung  vom  27.  November  2008 
attackiert  und  ihm  vorgeworfen,  er  tue  illegale  Dinge  (A  28/18  S.  6  f.). 
Zudem  gab  der  Beschwerdeführer  bei  der  Kurzbefragung  zu  Protokoll, 
M._______  habe  in  der  Sitzung  vom 27. November  2008  verschiedene 
Dokumente  als  Beweismittel  vorgelegt  (A  1/12  S.  6  f.),  während  er 
anlässlich  der  Anhörung  (implizit)  verneinte,  die  ihn  in  der  Sitzung  vom 
27.  November  2008  beschuldigenden  Personen  hätten  Beweismittel 
präsentiert  (A  28/18  S.  9  f.).  Überdies  brachte  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Kurzbefragung  vor,  nachdem  er  die  Sitzung  vom  27. 
November 2008 verlassen habe, sei er umgehend nach Mosul gereist (A 
1/12 S. 7), wohingegen er bei der Anhörung erklärte, nach Verlassen der 
Sitzung vom 27. November 2008 sei er nach Hause gegangen (A 28/18 
S.  7  und  11).  Ausserdem machte  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der 
Kurzbefragung geltend, er habe auf dem Weg nach Mosul von I._______ 
erfahren,  dass  die  Verantwortlichen  der  Sektion  eins  ihn  beschuldigen 
würden,  für  die  PKK  und  den  MIT  gearbeitet  zu  haben,  weshalb  sie 
beschlossen hätten, das Politbüro über seine Situation zu informieren (A 
1/12  S.  7).  Bei  der  Anhörung  brachte  er  dagegen  vor,  ein Mitglied  der 

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Sektion  eins  habe  ihn  angerufen  und  ihm geraten  zu  verschwinden,  da 
das  Politbüro  einen  Haftbefehl  ausgestellt  habe  und man  ihn  verhaften 
könnte,  weshalb  er  H._______  verlassen  habe  und  nach Mosul  gereist 
sei (A 28/18 S. 7). Schliesslich gab der Beschwerdeführer anlässlich der 
Anhörung zunächst zu Protokoll, er habe nicht gewusst, dass er von der 
Polizei gesucht worden sei, als er sich noch im Irak aufgehalten habe (A 
28/18 S.  13), wohingegen  er  kurz  darauf  geltend machte,  er  habe  vom 
Haftbefehl erfahren, als er bereits in Mosul gewesen sei (A 28/18 S. 13). 
Angesichts  dieser  offensichtlich  unterschiedlichen  Versionen  ist  zu 
schliessen, der Beschwerdeführer könne bei seinen Schilderungen nicht 
auf Erinnerungen an  tatsächliche Begebenheiten zurückgreifen, sondern 
habe  eine  Verfolgungssituation  erfunden,  um  seinem  Asylgesuch 
Nachdruck  zu  verleihen.  An  dieser  Einschätzung  vermögen  auch  die 
Vorbringen  in  der  Stellungnahme  des  Beschwerdeführers  vom  30. 
November 2011 nichts zu ändern, da sie nicht geeignet sind, die soeben 
dargelegten  Widersprüche  in  seinen  Aussagen  aufzulösen.  Zum 
Einwand,  es  sei  ihm  zu  vermeintlichen  Unglaubhaftigkeitselementen 
keine Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt worden, ist festzuhalten, 
dass  aus  dem  Grundsatz  des  rechtlichen  Gehörs  kein  Anspruch 
abgeleitet werden kann, auf die erkennbaren Widersprüche ausdrücklich 
hingewiesen zu werden und dazu Stellung nehmen zu können (vgl. dazu 
EMARK 1994 Nr. 13).

Im  Weiteren  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  der  Beschwerdeführer 
anlässlich  der  Anhörung  erst  nachträglich  erwähnte,  dass  I._______ 
fünfundzwanzig Tage vor der Kurzbefragung getötet worden sei (A 28/18, 
S.  11),  was  nicht  plausibel  ist,  da  ihm  zuvor  die  Möglichkeit  gewährt 
worden  war,  weitere  Ergänzungen  zum  Sachverhalt  vorzutragen  (A 
28/18, S. 7) und es sich bei der Ermordung von I._______ nicht um eine 
Nebensächlichkeit,  sondern  um  einen  zentralen  Teil  seiner  Asylgründe 
handelt, zumal I._______ den Beschwerdeführer am 27. November 2008 
telefonisch  gewarnt  haben  soll  und  der  Beschwerdeführer  bei  der 
Kurzbefragung vorbrachte, diese Tötung spreche gegen eine Rückkehr in 
sein Heimatland (A 1/12, S. 7). Die diesbezüglichen Ausführungen in der 
Stellungnahme  des  Beschwerdeführers  vom  30.  November  2011 
vermögen dieses verspätete Vorbringen nicht zu erklären.  Insbesondere 
vermag die Behauptung, der Beschwerdeführer spreche nur mit grosser 
Zurückhaltung  über  dieses  Ereignis,  da  ihm  der  Tod  von  I._______ 
persönlich sehr nahe gehe, das Gericht nicht zu überzeugen. 

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Die persönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers ist auch deshalb 
in  Frage  gestellt,  da  er  bei  der  Kurzbefragung  verneinte,  je  in  einem 
anderen  Land  Asyl  beantragt  zu  haben  (A  1/12  S.  7),  während  er 
anlässlich des rechtlichen Gehörs vom 9. Februar 2009 zugab, im Jahre 
2007 in Schweden um Asyl nachgesucht zu haben. Die Behauptung des 
Beschwerdeführers  im Rahmen des  rechtlichen Gehörs  vom 9. Februar 
2009,  er  habe  die  Frage  falsch  verstanden,  ist  unbehelflich,  zumal  die 
Frage  unmissverständlich  formuliert  war.  Die  Glaubwürdigkeit  des 
Beschwerdeführers ist zudem auch deshalb erschüttert, da er den Grund 
seines Asylgesuchs in Schweden anlässlich des rechtlichen Gehörs vom 
9. Februar 2009 und bei der Anhörung nicht deckungsgleich vortrug. So 
gab  er  anlässlich  des  rechtlichen  Gehörs  vom  9.  Februar  2009 
beispielsweise  zu  Protokoll,  Freunde  hätten  ihm  gesagt,  er  solle  nicht 
nach Kurdistan  zurückkehren,  da  er  dort  Probleme  habe  (A  15/4  S.  3), 
während er bei der Anhörung geltend machte, seine Verwandten hätten 
ihn gebeten, nicht in den Irak zurückzukehren, da er sonst Probleme mit 
der Partei bekomme (A 28/18 S. 6).

Das  Bundesverwaltungsgericht  gelangt  daher  nach  Prüfung  der  Akten 
und  in Würdigung sämtlicher eingereichten Beweismittel  zur Erkenntnis, 
dass es dem Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  die  von  ihm geltend 
gemachte  Verfolgung  in  seinem  Heimatland  glaubhaft  zu  machen.  An 
dieser  Einschätzung  ändern  auch  die  vom  Beschwerdeführer  als 
Beweismittel  eingereichten  Schreiben  und  Haftbefehle  nichts,  zumal  es 
sich dabei lediglich um Kopien handelt und es überdies gerichtsnotorisch 
ist,  dass  irakische  Asylbewerber  unter  Inanspruchnahme  unlauterer 
Machenschaften  behördliche  und  andere Dokumente  zur Stützung  ihrer 
Asylvorträge beibringen. Es wird an dieser Stelle  verzichtet,  auf weitere 
vorhandene  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  einzugehen.  Da  die  vom  Beschwerdeführer  zur 
Begründung  seines  Asylgesuchs  geltend  gemachten  Vorbringen  den 
umschriebenen Anforderungen an die Glaubhaftmachung nicht genügen, 
erübrigt es sich, die Asylrelevanz dieser Vorbringen zu prüfen. 

5.4.  Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf  die 
weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  beziehungsweise  in  der 
Stellungnahme vom 30. November 2011 und die zahlreich eingereichten 
Beweismittel  weiter  einzugehen,  weil  sie  am  Ergebnis  nichts  ändern. 
Nach  dem  Gesagten  folgt,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Gründe 
nach  Art.  3  AsylG  nachweisen  oder  glaubhaft  machen  kann.  Das 
Bundesamt hat sein Asylgesuch somit im Ergebnis zu Recht abgelehnt. 

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6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Eine Ausnahme von dieser Regel liegt 
unter  anderem  dann  vor,  wenn  die  Beschwerde  führende  Person  über 
eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  (Art.  32  Bst.  a  der 
Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfahrensfragen [AsylV 1, 
SR  142.311])  oder  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  verfügt 
(vgl. EMARK 2001 Nr. 21 E. 9.a).

6.2.  Der  Beschwerdeführer  hat  infolge  seiner  Heirat  mit  einer 
Ausländerin,  welche  über  eine  Niederlassungsbewilligung  verfügt, 
grundsätzlich einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. 
Er und seine Ehefrau ersuchten am 8. August 2011 bei der zuständigen 
kantonalen  Behörde  um  Erteilung  einer  Aufenthaltsbewilligung  für  den 
Beschwerdeführer gestützt auf Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20). Dieses fremdenpolizeiliche Verfahren ist nach wie vor pendent. 

6.3.  Ist  ein  grundsätzlicher  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
Aufenthaltsbewilligung  zu  bejahen,  fällt  die  konkrete  Beurteilung  dieses 
Anspruchs  und  damit  auch  der  Entscheid  über  die Wegweisung  in  die 
Zuständigkeit der fremdenpolizeilichen Behörden. Hat, wie vorliegend, die 
asylsuchende Person bei der zuständigen ausländerrechtlichen Behörde 
ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestellt, so hat das 
Bundesverwaltungsgericht  eine  vom  BFM  angeordnete  Wegweisung 
(Ziffer  3  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung)  aufzuheben 
(EMARK 2001 Nr. 21 E. 8.d, 9. ­ 11., 12.b und c sowie 14.a). 

6.4. Nach  dem  Gesagten  ergibt  sich,  dass  die  von  der  Vorinstanz  mit 
Verfügung  vom  2.  Oktober  2009  verfügte Wegweisung  aufzuheben  ist. 
Damit fällt die Grundlage für den Wegweisungsvollzug dahin, weshalb die 
diesbezüglichen  Anordnungen  (Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  der 
angefochtenen Verfügung) ebenfalls aufzuheben sind. 

6.5.  Die  Prüfung  der  Frage  der  Wegweisung,  beziehungsweise  ob 
allfällige Vollzugshindernisse vorliegen, fällt damit in die Zuständigkeit der 
kantonalen Behörde,  gegen  deren Verfügungen  der  ausländerrechtliche 
Rechtsweg offen steht. 

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7. 
Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde nach dem Gesagten 
bezüglich der Frage der Flüchtlingseigenschaft  und des Asyls  (Ziffern 1 
und  2  des  Dispositivs  der  angefochtenen  Verfügung)  abzuweisen  ist. 
Hinsichtlich der Wegweisung (Ziffer 3 des Dispositivs der angefochtenen 
Verfügung)  und  deren  Vollzug  (Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  der 
angefochtenen  Verfügung)  ist  die  Beschwerde  im  Sinne  vorstehender 
Erwägungen  gutzuheissen  (sie  würde  im  Sinne  der  Praxis  gemäss 
EMARK 2001 Nr. 21 E. 11.c  in diesem Punkt nur dann gegenstandslos, 
wenn die beantragte Aufenthaltsbewilligung bereits erteilt worden wäre), 
und die Ziffern 3 bis 5 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung sind 
aufzuheben. 

8. 
8.1.    Der  Beschwerdeführer  ist  im  vorliegenden  Beschwerdeverfahren 
bezüglich  der  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  des 
Asylantrages  unterlegen  und  auf  die  Wegweisung  wird  aufgrund  von 
ausserhalb des Asylverfahrens liegenden Gründen verzichtet, weshalb er 
grundsätzlich die Verfahrenskosten von Fr. 600.– zu tragen hätte (Art. 63 
Abs.  1 VwVG).  In Anbetracht  des Umstandes,  dass die Beschwerde  im 
Zeitpunkt ihrer Einreichung nicht als aussichtslos zu bezeichnen war, die 
Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  belegt  wurde  und  keine 
Anhaltspunkte  für  eine  wesentliche  Veränderung  seiner  finanziellen 
Situation  vorliegen,  wird  jedoch  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen 
und es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

8.2. Angesichts  des  teilweisen Obsiegens  des Beschwerdeführers wäre 
zu  Lasten  der  Vorinstanz  eine  reduzierte  Parteientschädigung 
zuzusprechen,  indessen  erfolgte  das  teilweise  Obsiegen  aufgrund  von 
ausserhalb  des  Asylverfahrens  liegenden Gründen  und  steht  in  keinem 
Zusammenhang  mit  den  Beschwerdevorbringen,  weshalb  keine 
Parteientschädigung zu entrichten ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  hinsichtlich  der  Frage  der  Flüchtlingseigenschaft 
und Asylgewährung abgewiesen.

2. 
Betreffend Wegweisung  und Wegweisungsvollzug  wird  die  Beschwerde 
gutgeheissen.  Die  Ziffern  3  bis  5  des  Dispositivs  der  angefochtenen 
Verfügung werden aufgehoben.

3. 
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 

4. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

5. 
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

6. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständigen kantonalen Behörden.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

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