# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7aba7d83-f4ac-51a6-824e-49a2617cd55b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.06.2010 UV 2009/62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-62_2010-06-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/62

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.04.2020

Entscheiddatum: 09.06.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 09.06.2010
Art. 39 UVG, Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV: Voraussetzungen für eine 
Leistungskürzung (Kürzung der Geldleistungen um 50%) wegen Beteiligung 
an einer Rauferei/Schlägerei erfüllt. Kürzungstatbestand erfüllt, sobald 
Gefahrenlage gesetzt, die für Beteiligte erkennbar aus dem Ruder laufen und 
Verletzungen verursachen konnte (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 9. Juni 2010, UV 2009/62).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 9. Juni 2010

in Sachen

G.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Mag. iur. Gerd H. Jelenik, Advokaturbüro Jelenik & Partner AG, 

Landstrasse 60, LI-9490 Vaduz,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   Der 1973 geborene G.___ war als Arbeitsloser bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 

23. November 2007 im Nachtclub "A.___" in eine tätliche Auseinandersetzung mit 

B.___ verwickelt wurde und sich dabei am Mittelfinger (Dig III) der rechten Hand eine 

Fraktur des Fingerendglieds und eine Weichteilverletzung sowie im Bereich des rechten 

Vorderarms ebenfalls eine Weichteilverletzung zuzog (UV-act. 9, 12, 22, act. 

G 16.1/137, 16.1/167, 16.1/169). Einer notfallmässigen Erstbehandlung im 

Liechtensteinischen Landesspital Vaduz (UV-act. 4, 19) folgten am 25. November 2007 

eine ambulante Untersuchung im Spital Grabs (UV-act. 11) und regelmässige 

Wundkontrollen bei der Hausärztin des Versicherten, Dr. med. C.___, Fachärztin FMH 

für Allgemeinmedizin, (UV-act. 6). Die Hausärztin attestierte dem Versicherten ab 

22. November 2007 (richtig: 23. November 2007) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (UV-

act. 6, 25). Ab 10. März 2008 erachteten der Suva-Kreisarzt Dr. med. D.___, Facharzt 

FMH für Orthopädische Chirurgie, bzw. die Suva den Versicherten in einer angepassten 

Tätigkeit wieder zu 100% arbeitsfähig (UV-act. 22, 24).

A.b   Mit Verfügung vom 21. Januar 2008 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass die 

ihm zustehenden Geldleistungen um 50% gekürzt würden. Die Pflegeleistungen 

(Heilkosten) seien davon nicht betroffen. Zur Begründung wurde ausgeführt, der 

Versicherte habe sich die Verletzung am rechten Mittelfinger anlässlich einer Schlägerei 

zugezogen.

B.       

Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 26. Januar 2008 

Einsprache (UV-act. 14). Am 29. Dezember 2008 reichte Rechtsanwalt Mag. iur. 

N. Wanker, Vaduz, als Rechtsvertreter des Versicherten eine Einspracheergänzung ein 

(UV-act. 35). Mit Einspracheentscheid vom 24. April 2009 wies die Suva die Einsprache 

des Versicherten ab (UV-act. 40).

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C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte durch seinen 

Rechtsvertreter mit Eingabe vom 27. Mai 2009 Beschwerde erheben: Der 

Beschwerdeführer begehre die Aufhebung des gegenständlich bekämpften 

Einspracheentscheids und die Aufhebung der Verfügung der Suva vom 21. Januar 

2008 und wolle, dass die Geldleistungen der Suva nicht gekürzt würden, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers beantragte 

sodann den Beizug der Strafakten des zuständigen Strafgerichts, sowie die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung.

C.b   In der Beschwerdeantwort vom 10. September 2009 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde.

C.c   Mit Schreiben vom 27. Oktober 2009 stellte das Versicherungsgericht des 

Kantons St. Gallen beim Strafgericht ein Gesuch um Edition der Strafakten (act. G 15). 

Mit Schreiben vom 16. November 2009 räumte es der Beschwerdegegnerin die 

Möglichkeit ein, dazu Stellung zu nehmen (act. G 17), wovon diese mit Eingabe vom 

5. Januar 2010 Gebrauch machte (act. G 20).

C.d   Mit Replik vom 5. Oktober 2009 bestätigte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers sinngemäss seine Anträge und Standpunkte. Mit Schreiben vom 

26. Oktober 2009 hielt die Beschwerdegegnerin ihrerseits an ihrem Antrag auf 

Abweisung der Beschwerde fest, verzichtete im Übrigen aber auf eine einlässliche 

Duplik.

D.        

Die mündliche Verhandlung vor dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen 

wurde auf den 9. Juni 2010 angesetzt (act. G 22f., Vorladungen vom 10. Mai 2010). Mit 

Schreiben vom 28. Mai 2010 gab die Suva dem Gericht bekannt, dass aus 

prozessökonomischen Gründen auf die Teilnahme an der mündlichen Verhandlung 

verzichtet werde (act. G 24). Die Mitteilung dieses Verzichts und gleichzeitige Anfrage 

an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, ob er bei dieser Ausgangslage am 

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Antrag auf Durchführung der mündlichen Verhandlung festhalte, beantwortete er mit 

Schreiben und Telefax vom 4. Juni 2010 abschlägig (act. G 25f.).

E.        

Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften sowie den Inhalt der von der 

Polizei erstellten Befragungsprotokolle, der Protokolle des Strafgerichts über die 

Befragungen bzw. Vernehmungen der Zeugen und Verdächtigen sowie des Protokolls 

der Schlussverhandlung in der Strafsache gegen den Beschwerdeführer und B.___ 

wegen Vergehen der schweren Körperverletzung vor dem Strafgericht vom 

26. November 2008 wird, soweit entscheidnotwendig, im Rahmen der nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1    Art. 39 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) räumt 

dem Bundesrat die Kompetenz ein, aussergewöhnliche Gefahren und Wagnisse zu 

bezeichnen, die in der Versicherung der Nichtberufsunfälle zur Verweigerung sämtlicher 

Leistungen oder zur Kürzung der Geldleistungen führen, wobei die Kürzung oder 

Verweigerung in Abweichung von Art. 21 Abs. 1-3 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) geordnet werden 

kann. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat mit Art. 49 der Verordnung über die 

Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) Gebrauch gemacht. Nach dessen Abs. 2 werden 

die Geldleistungen um mindestens die Hälfte gekürzt für Nichtberufsunfälle, die sich bei 

Beteiligung an Raufereien und Schlägereien ereignen, es sei denn, die versicherte 

Person sei als Unbeteiligte oder bei Hilfeleistung für eine wehrlose Person durch die 

Streitenden verletzt worden (lit. a), oder bei Gefahren, denen sich die versicherte 

Person dadurch aussetzt, dass sie andere stark provoziert (lit. b; vgl. A. Maurer, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. unveränderte Auflage 1989, S. 504ff., 

U. Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Auflage 2009, N 115ff. zu Art. 21 ATSG).

1.2    Als Raufereien und Schlägereien gelten nach Rechtsprechung und Lehre 

gewaltsame Auseinandersetzungen, bei denen sich die Beteiligten raufen oder bei 

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denen Schläge ausgeteilt werden. Der Tatbestand des Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV, der 

verschuldensunabhängig konzipiert ist (vgl. in BGE 132 V 27 nicht publizierte E. 1.2 des 

Urteils U 325/05 vom 5. Januar 2006, publiziert in SVR 2006 UV Nr. 13 S. 45), ist nicht 

nur bei der Teilnahme an einer eigentlichen tätlichen Auseinandersetzung gegeben. 

Eine Beteiligung ist jedes Verhalten, das objektiv gesehen bereits das Risiko 

einschliesst, in Tätlichkeiten überzugehen oder solche nach sich zu ziehen. Nicht 

notwendig ist, dass der Versicherte selbst tätlich geworden ist. Unerheblich ist auch, 

aus welchen Motiven er sich beteiligt hat, wer mit einem Wortwechsel oder 

Tätlichkeiten begonnen hat und welche Wendung die Ereignisse in der Folge 

genommen haben. Entscheidend ist allein, ob die versicherte Person die Gefahr einer 

tätlichen Auseinandersetzung erkannt hat oder erkennen musste (vgl. RKUV 2005 

Nr. U 553 S. 311 [U 360/04], RKUV 1991 Nr. U 120 S. 89 E. 3b mit Hinweisen und A. 

Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 

Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. Auflage 2003, S. 223). Eine Beteiligung 

an Raufereien und Schlägereien liegt bereits dann vor, wenn die versicherte Person in 

eine Rauferei oder Schlägerei verwickelt (und dabei verletzt) wird, weil sie sich in 

(vorangehende) Diskussionen, Streitereien und Wortgefechte eingelassen hat, welche 

das Risiko in sich schliessen, dass es zu Tätlichkeiten kommen könnte (RKUV 1991 

Nr. U 120 E. 3b S. 89f.; BGE 107 V 235 E. 2a). Der Tatbestand der Beteiligung an 

Raufereien oder Schlägereien im Sinne von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV ist weiter gefasst 

als der Straftatbestand der Beteiligung an einem Raufhandel gemäss Art. 133 des 

Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0; RKUV 1991 Nr. U 120 S. 90 E. 3c 

mit Hinweis; vgl. auch BGE 107 V 235 E. 2a).

1.3    Eine Leistungskürzung nach Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV setzt weiter voraus, dass 

zwischen dem als Beteiligung an einer Rauferei oder Schlägerei zu qualifizierenden 

Verhalten und dem Unfall ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht 

(SVR 1995 UV Nr. 29 S. 86 E. 2d mit Hinweisen). Die Beurteilung der Adäquanz im 

Besonderen hat retrospektiv zu erfolgen. Es ist zu fragen, ob und inwiefern die objektiv 

unter Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV fallende Handlung als eine wesentliche Ursache des 

Unfalls erscheint. Die Antwort ist dann bejahend, wenn die spezifischen Gefahren des 

allenfalls zu sanktionierenden Verhaltens des Versicherten sich beim Unfallereignis 

konkret ausgewirkt haben und nach der allgemeinen Lebenserfahrung und dem 

gewöhnlichen Lauf der Dinge geeignet sind, einen Unfall von der Art des eingetretenen 

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herbeizuführen. Dabei ist auch ein gewisser zeitlicher Zusammenhang notwendig 

(RKUV 1995 Nr. U 214 S. 88 E. 6a; A. Rumo-Jungo, Die Leistungskürzung oder -

verweigerung gemäss Art. 37-39 UVG, Diss. Freiburg 1993, S. 278ff. [nachfolgend: 

Rumo-Jungo II]). Gemäss der in BGE 132 V 27 nicht publizierten Erwägung 1.3 des 

Urteils U 325/05 vom 5. Januar 2006 (publiziert in SVR 2006 UV Nr. 13 S. 45 E. 1.3) 

kann der Tatbestand der Beteiligung an einer Rauferei oder Schlägerei im Sinn von 

Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV zeitlich nicht als beendet gelten, solange nicht alle daran 

Beteiligten klar erkennbar mit dem verbal oder handgreiflich ausgefochtenen Streit 

aufgehört haben und nicht mit einer Fortsetzung bei nächster Gelegenheit gerechnet 

werden muss. Nach dieser strengen Praxis des Bundesgerichts, am 4. Mai 2010 im 

Urteil 8C_997/2009 erneut bestätigt, fallen selbst "Fluchthandlungen" in den 

Gefahrenbereich von Raufereien bzw. Schlägereien. - Nicht erforderlich ist, dass die 

Handlung, welche zur Kürzung oder Verweigerung der Leistungen führt, die alleinige 

Ursache des Unfalls ist. Es genügt, wenn sie eine adäquate Ursache des Unfalls 

darstellt (Rumo-Jungo II, a.a.O., S. 280; RKUV 1995 Nr. U 214 S. 86 und von A. Maurer 

im Ergänzungsband zum Schweizerischen Unfallversicherungsrecht, 1989, S. 72f. 

zusammengefasstes, nicht publiziertes Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des 

Bundesgerichts] vom 24. Dezember 1987).

1.4    Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht darf 

eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen 

überzeugt ist. Der Entscheid ist, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. Kieser, a.a.O., 

N 9ff. zu Art. 43 ATSG; BGE 126 V 353 E. 5b S. 360 mit Hinweisen). Der 

Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat 

das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht 

uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 

125 V 193 E. 2 S. 195 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 

Beweislast im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

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Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b S. 264 mit Hinweisen). - Im 

vorliegenden Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 23. November 2007 

einen Nichtberufsunfall erlitten hat, der eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

auslöste. Diese hat jedoch die Leistungen gestützt auf Art. 39 UVG in Verbindung mit 

Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV gekürzt. Die Beweislast für die Erfüllung des 

Kürzungstatbestands trägt die Beschwerdegegnerin, d.h. bei diesbezüglicher 

Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu ihren Lasten aus (vgl. Kieser, a.a.O., N 39f. zu 

Art. 43 ATSG).

2.        

2.1    Aus den Befragungs- bzw. Einvernahmeprotokollen der Polizei und des 

Strafgerichts sowie dem Protokoll der Schlussverhandlung in der Strafsache gegen den 

Beschwerdeführer und B.___ wegen der Vergehen der (schweren) Körperverletzung vor 

dem Strafgericht vom 26. November 2008 (UV-act. 9, act. G 16.1) ergibt sich in Bezug 

auf die am 23. November 2007 im Nachtclub "A.___" anwesenden Personen sowie die 

dort stattgefundene Auseinandersetzung folgender Geschehensablauf: B.___ hielt sich 

am 23. November 2007 ab ca. 01.00 Uhr im Nachtclub "A.___" auf, wo er laut eigenen 

Angaben an der unteren Bartheke sitzend drei bis fünf kleine Bier konsumierte. Um ca. 

03.00 Uhr betraten der Beschwerdeführer und sein Kollege E.___ ebenfalls als Gäste 

die Bar und setzten sich an die etwas erhöht und gegenüber liegende obere Bartheke. 

Laut Angaben gegenüber der Polizei fühlte sich B.___ kurze Zeit später vom 

Beschwerdeführer, seinem Kollegen und den ausserdem anwesenden Tänzerinnen 

provoziert. Als sich der Beschwerdeführer auf die Toilette begab, folgte ihm B.___, um 

ihn auf sein Verhalten anzusprechen. (Um zur Toilette zu gelangen, verlässt man durch 

eine Tür die Bar und kommt in ein Foyer, von welchem aus weitere Türen in eine 

Herren- und eine Damentoilette führen [act. G 16.1/115, 16.1/117, in 16.1 enthaltener 

Einrichtunsplan {act. 42 der Akten des Strafgerichts}]). Die beiden Männer trafen 

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sodann in der Herrentoilette aufeinander. Laut Aussage von B.___ forderte er den 

Beschwerdeführer auf, er solle aufhören ihn zu beleidigen. Er sei erregt gewesen und 

habe ihm mit den Händen einen leichten Stoss gegen die Brust gegeben. Dann habe 

auch der Beschwerdeführer begonnen, ihn zu stossen. Er habe seine Angriffe öfters 

abgewehrt. Es sei also in der Herrentoilette zu einer kleinen Auseinandersetzung 

gekommen. Man habe sich jedoch nur herumgestossen und verbal gestritten. Der 

Beschwerdeführer schilderte diese Phase des Abends gegenüber der Polizei hingegen 

so, dass ihm - als er in der Toilette sein Geschäft verrichtet habe - jemand hinten auf 

den Rücken geschlagen habe, worauf er gegen den Toiletten-Sichtschutz gefallen und 

dieser dabei beschädigt worden sei. Er habe sich umgedreht, um zu schauen, was 

eigentlich los sei. Er habe B.___ gefragt, was das solle. Dieser sei betrunken gewesen 

und habe irgendetwas Unverständliches gesagt. In der Folge sei B.___ wieder auf ihn 

losgegangen und habe auf ihn eingeschlagen. Er habe den Mann weggeschubst, 

worauf dieser zu Boden gefallen sei. Geschlagen habe er ihn jedoch nicht. Anlässlich 

der Schlussverhandlung vor dem Strafgericht bestätigte B.___ nochmals, den 

Beschwerdeführer geschubst, jedoch nicht geschlagen zu haben. Die Aussage, 

wonach der Beschwerdeführer wiederum ihn weggeschubst oder mehrmals gestossen 

habe, ist im Protokoll nicht vermerkt. In der Folge verliess der Beschwerdeführer laut 

übereinstimmender Schilderung beider Beteiligten als erster die Herrentoilette und hielt 

darauf die Verbindungstür zwischen Foyer und Bar zu, um B.___ den Zugang zur Bar 

zu verunmöglichen. Letzterer riss an der Tür, während dem der Beschwerdeführer 

angeblich nach E.___ rief. Der Beschwerdeführer liess irgendwann die Tür los und 

setzte sich wieder auf denselben Platz in der Bar, auf dem er zuvor gesessen hatte. 

B.___ folgte dem Beschwerdeführer über zwei bis drei Treppenstufen in den oberen 

Barbereich. Laut eigenen Angaben war er voller Rage. Er habe den Beschwerdeführer 

beschimpft und ihn aufgefordert, er solle herkommen. Dieser sei zunächst von den 

Damen in der Bar zurückgehalten worden, habe sich dann aber losgerissen und sei 

rasch und entschlossen auf ihn zugekommen. Daraufhin sei es zu weiteren 

körperlichen Attacken zwischen ihnen beiden gekommen. Plötzlich müsse er einen 

Schlag erhalten haben und zu Boden gefallen sein. Der Beschwerdeführer sagte zum 

erneuten Aufeinandertreffen in der Bar aus, dass B.___ auf ihn losgegangen sei und 

versucht habe, ihn zu schlagen. Sein Kollege E.___ habe ihn zurückgeschoben bzw. er 

sei ein paar Schritte zurückgegangen. Darauf habe sich B.___ ihm erneut genähert und 

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habe die Position eines Karatekämpfers eingenommen. Er habe diesen darauf an den 

Händen gefasst bzw. es sei zu einem Gerangel gekommen. B.___ sei ein paar Schritte 

zurückgegangen, worauf sie beide über die Treppenstufen hinuntergefallen seien. Die 

im Nachtclub anwesende Bardame F.___ bestätigte vor der Polizei, dass der 

Beschwerdeführer zunächst von seinem Kollegen zurückgehalten worden sei, sich 

dann aber habe befreien können und auf B.___ losgestürmt sei, worauf es im oberen 

Barbereich zu einer Schlägerei gekommen sei. E.___ sprach gegenüber der Polizei 

ebenfalls von Karatebewegungen, die B.___ gemacht haben soll. Er habe dem 

Beschwerdeführer gesagt, er solle B.___ ignorieren, worauf dieser ihn und den 

Beschwerdeführer beschimpft habe. Der Beschwerdeführer sei zu B.___ gegangen, um 

mit ihm zu sprechen, worauf er von diesem gestossen worden sei. Der 

Beschwerdeführer habe B.___ festgehalten und beide seien auf den Boden gefallen. 

Bei der Befragung vor dem Strafgericht sagte E.___ aus, der Beschwerdeführer und 

B.___ seien auf einmal aufeinander zugegangen. Sie hätten sich nicht geschlagen, 

sondern lediglich festgehalten. Durch dieses Gerangel seien beide auf den Boden 

gefallen.

2.2    Die Schilderungen von B.___ und dem Beschwerdeführer stimmen insofern 

überein, dass es am 23. November 2007 in der Herrentoilette zumindest zu einem 

Wortwechsel und zu Rempeleien gekommen war. Damit war jedenfalls eine 

Gefahrenlage gesetzt, die - für die Beteiligten erkennbar - aus dem Ruder laufen 

konnte. Der Beschwerdeführer nutzte auch laut eigener Schilderung die Möglichkeit 

nicht, einer weiteren Auseinandersetzung nach der Rückkehr in die Bar auszuweichen, 

obwohl für ihn erkennbar gewesen sein musste, dass es zu einer weiteren 

Konfrontation mit B.___ kommen könnte (vgl. act G 16.1/Befragung anlässlich der 

Schlussverhandlung vom 26. November 2008 vor dem Strafgericht, S. 9ff. des 

Protokolls, besonders S. 11). Die Streitigkeit schlug denn auch in eine handfeste 

Schlägerei um, als beide Kontrahenten in die Bar zurückgekehrt waren. Ob es bereits 

vor der Auseinandersetzung in der Herrentoilette auch zu Provokationen seitens des 

Beschwerdeführers gekommen war, ist aufgrund der vorliegenden Unterlagen nicht 

restlos geklärt, ist jedoch nicht wesentlich für die Beurteilung des 

Kürzungstatbestands. Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer unversehrt in den 

Nachtclub "A.___" gekommen war und sich wahrscheinlich nach den Rempeleien in 

der Herrentoilette im Lauf der Auseinandersetzung rechtsseitig am Unterarm und am 

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Mittelfinger verletzte. (Wäre die erhebliche Verletzung am Mittelfinger, bei der das 

Endglied beinahe abgetrennt worden war, bereits in der Herrentoilette entstanden, 

hätte er sie kaum erst im Verlauf der späteren Rauferei in der Bar bemerkt und als 

Verletzter die erforderliche Kraft aufwenden können um die Verbindungstüre 

zuzuhalten. Die Abschürfung am Unterarm hatte er sich nach eigenen, unbestritten 

gebliebenen Angaben beim Zuhalten der Verbindungstür zugezogen [UV-act. 9/13].) In 

welchem genauen Zeitpunkt der Streiterei sich der Beschwerdeführer (am Mittelfinger) 

verletzte, ob beim Zuhalten der Verbindungstüre oder später bei der körperlichen 

Auseinandersetzung mit B.___, ist ebenfalls nicht massgebend, da nach der 

allgemeinen Lebenserfahrung und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge allen 

Geschehensabschnitten das Potential innewohnte, die fraglichen Verletzungen zu 

bewirken. Unerheblich ist auch, ob die Verletzung beim Zerschlagen des 

Aschenbechers (der im Lauf der Auseinandersetzung zu Bruch gegangen war), beim 

Sturz in herumliegende Scherben oder durch einen Biss von B.___ gesetzt wurde. 

Erforderlich ist einzig, dass sich der Beschwerdeführer verletzte, während er der 

besonderen Gefahrensituation der Schlägerei oder Rauferei ausgesetzt war. Es 

bestehen auch keine Indizien für ein isoliertes Unfallgeschehen, dass sich unabhängig 

von der Rauferei zugetragen und den Beschwerdeführer verletzt hätte (wie 

beispielsweise das Herunterfallen einer Lampe oder eines Deckenelements) und daher 

keine Leistungskürzung gerechtfertigt hätte.

2.3    Damit ist von der aussergewöhnlichen Gefahr der Rauferei oder Schlägerei im 

Sinn von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV als Voraussetzung für eine allfällige Kürzung von 

Versicherungsleistungen auszugehen. Da sich der Beschwerdeführer verletzte, als er 

dieser besonderen Gefahrensituation ausgesetzt war, wie vorstehend (Erwägung 2.2) 

dargelegt, ist auch das zusätzliche Erfordernis des Kausalzusammenhangs erfüllt. Die 

Beschwerdegegnerin hat daher die Versicherungsleistungen an den Beschwerdeführer 

aufgrund des Unfalls vom 23. November 2007 zu Recht gekürzt.

2.4    Die Beschwerdegegnerin hat mit Verfügung vom 21. Januar 2008, bestätigt im 

Einspracheentscheid vom 24. April 2009, nur die Geldleistungen (Taggelder sowie 

allfällige Renten, Integritäts- und Hilflosenentschädigungen) um das gesetzliche 

Minimum von 50% gekürzt (Art. 39 UVG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV; die 

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Naturalleistungen in Form der Heilungskosten nahm sie von der Kürzung aus). Diese 

Kürzung ist auch bezüglich Ausmass nicht zu beanstanden.

3.        

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde somit abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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		2025-07-19T13:43:35+0200
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