# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3d30fede-2eaa-5959-9ac4-063c42202e1f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 29.11.2017 S 2017 2
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2017-2_2017-11-29.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 17 2

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Meisser
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuarin ad hoc Hemmi

URTEIL

vom 29. November 2017

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny,

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

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1. A._____, ist gelernter Maler und Inhaber sowie Geschäftsführer der 

B._____ SA in X._____ mit sieben Mitarbeitern. Seit August 2013 ist er 

wegen Schulterbeschwerden in hausärztlicher Behandlung. Der Hausarzt 

Dr. med. C._____ attestierte ihm im ärztlichen Zeugnis vom 1. Februar 

2014 aufgrund eines subacromialen Impingement der Schulter rechts mit 

SLAP-Läsion II und Bicepssehnentendinose eine 100%ige Arbeitsun-

fähigkeit ab 1. Dezember 2013. Am 17. Januar 2014 erfolgte durch Dr. 

med. D._____ im Regionalspital Surselva in Ilanz eine Schulterarthrosko-

pie rechts mit Débridement und Synovektomie sowie Labrumrefixation, 

eine Bicepssehnentenotomie und eine subacromiale Dekompression mit 

Bursektomie. Aufgrund einer persistierenden Reizsymptomatik bei aus-

geprägtem subacromialem Impingement musste am 15. April 2014 eine 

subacromiale Infiltration durchgeführt werden. In der Folge meldete sich 

A._____ am 22. Mai 2014 bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (IV-

Stelle) zum Leistungsbezug an. Da die Heilung weiterhin schlecht verlief, 

erfolgte am 5. Dezember 2014 eine nochmalige Schulterarthroskopie 

rechts. Schliesslich wurde A._____ am 8. Juli 2015 in der Schulthess Kli-

nik Zürich eine inverse Schulterprothese rechts eingesetzt. Im entspre-

chenden Konsultationsbericht vom 21. Januar 2016 kam die besagte Kli-

nik zum Schluss, dass A._____ im täglichen Leben kaum Schmerzen ha-

be und den Arm gut einsetzen könne, ausser bei Überkopfbelastungen. 

Daraufhin attestierte ihm der Arzt des Regionalen Ärztlichen Dienstes 

(RAD) Ostschweiz, Dr. med. E._____, in der Abschlussbeurteilung vom 9. 

Februar 2016 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit für Tätigkeiten ohne beson-

dere Belastung der rechten Schulter, insbesondere ohne Überkopfarbei-

ten.

2. Im Abklärungsbericht für Selbständigerwerbende vom 12. April 2016 wur-

de unter Annahme eines Valideneinkommens von Fr. 90ꞌ000.-- und eines 

Invalideneinkommens von Fr. 45ꞌ000.-- ein Invaliditätsgrad von 50 % er-

mittelt. Mit Vorbescheid vom 20. April 2016 teilte die IV-Stelle A._____ je-

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doch mit, dass ab 21. Januar 2016 zufolge einer Verbesserung seines 

Gesundheitszustandes lediglich noch ein Invaliditätsgrad von 25 % vorlie-

ge, weshalb für die Zeit ab 1. Mai 2016 kein Rentenanspruch mehr beste-

he. Dabei ging die IV-Stelle in Anwendung der Schweizerischen Lohn-

strukturerhebung für das Jahr 2012 (Kompetenzniveau 1, einfache Tätig-

keiten körperlicher oder handwerklicher Art, männlich) von einem Invali-

deneinkommen von Fr. 67ꞌ500.-- aus.

3. Gegen diesen Vorbescheid erhob A._____ am 18. Mai 2016 und 13. Juni 

2016 Einwand und beantragte sinngemäss die Weiterausrichtung einer 

Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades von 50 %. Mit Verfügung 

vom 7. Dezember 2016 bestätigte die IV-Stelle die Rentenablehnung ab 

1. Mai 2016 aufgrund eines rentenausschliessenden Invaliditätsgrades 

von 25 %. Für die Zeit vom 1. Dezember 2014 bis 30. April 2016 sprach 

sie A._____ jedoch eine halbe Invalidenrente aufgrund eines Invaliditäts-

grades von 50 % zu.

4. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 5. Januar 

2017 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

mit dem Antrag auf Aufhebung der angefochtenen Verfügung und Rück-

weisung der Angelegenheit an die Vorinstanz zur nochmaligen Abklärung 

vor allem in medizinischer Hinsicht und zu neuem Entscheid. Eventuell 

sei ihm ab 1. Mai 2016 eine halbe Rente auszurichten. Zur Begründung 

brachte er im Wesentlichen vor, Dr. med. F._____, leitender Orthopäde 

einer Klinik, welcher die Schulteroperation ausgeführt habe, komme in 

seinem Bericht vom 21. Januar 2016 zum Schluss, dass wegen der Limi-

tierung für Überkopftätigkeiten als Maler eine definitive Arbeitsfähigkeit 

von 50 % anzunehmen sei. Hinsichtlich alternativer Tätigkeiten äussere er 

sich aber nicht und der von der IV-Stelle erwähnte Bericht vom 18. Juli 

2016 befinde sich nicht bei den Akten. Der Hausarzt Dr. med. C._____ 

halte im aktenkundig aktuellsten Arztbericht vom 26. Mai 2016 fest, dass 

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der Beschwerdeführer nicht nur bei Arbeiten über Schulterhöhe Mühe ha-

be, sondern auch bei Arbeiten mit allgemeiner Kraftentfaltung im Schulter- 

und Armbereich rechts, da bei stärkeren Belastungsmomenten Schmer-

zen auftreten würden. Somit sei er auch bei einfacheren Montagearbeiten 

nicht uneingeschränkt arbeitsfähig. Wenn der RAD-Arzt Dr. med. E._____ 

als Rheumatologe und ohne persönliche Untersuchung gerade einmal gut 

vier Monate nach Einsetzen der Schulterprothese bereits auf eine bald zu 

erreichende vollständige Arbeitsfähigkeit in alternativen Tätigkeiten 

schliesse, so widerspreche dies klar der bundesgerichtlichen Abklärungs-

pflicht der IV-Stellen. Schliesslich könne dem Beschwerdeführer auch die 

Aufgabe seines Betriebes in einer wirtschaftlich sehr schwachen Region 

unseres Kantons trotz entsprechend strenger Praxis des Bundesgerichtes 

auf keinen Fall zugemutet werden.

5. In ihrer Vernehmlassung vom 25. Januar 2017 schloss die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde. Zur 

Begründung führte sie aus, der von ihr erwähnte Bericht der Schulthess 

Klinik Zürich vom 18. Juli 2016 befinde sich bei den Akten. Wie bereits in 

der angefochtenen Verfügung dargelegt, gehe es vorliegend im Wesentli-

chen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhal-

tes, was eben nicht mit dem zitierten Urteil des Bundesgerichtes 

9C_159/2016 vergleichbar sei. Insbesondere sei unbestritten, dass die 

Belastbarkeit und Beweglichkeit der rechten Schulter des Beschwerdefüh-

rers eingeschränkt sei. Daher könne der Aktenbeurteilung des RAD-

Arztes Dr. med. E._____ vom 9. Februar 2016 (100%ige Arbeitsfähigkeit 

in behinderungsgeeigneten Tätigkeiten, d.h. in körperlich leichten bis mit-

telschweren Tätigkeiten ohne Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm) vol-

le Beweiskraft zuerkannt werden.

6. Am 27. Januar 2017 reichte der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

seine Honorarnote ein.

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Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften so-

wie auf die angefochtene Verfügung vom 7. Dezember 2016 wird, soweit 

erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

cherung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen di-

rekt vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die 

Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 7. Dezember 2016, mit welcher 

diese dem Beschwerdeführer für die Zeit vom 1. Dezember 2014 bis 

30. April 2016 eine befristete halbe Invalidenrente aufgrund eines Invali-

ditätsgrades von 50 % zugesprochen, den Rentenanspruch ab dem 1. 

Mai 2016 aufgrund eines rentenausschliessenden Invaliditätsgrads von 

25 % indes abgewiesen hat, stellt demnach ein taugliches Anfechtungs-

objekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtes 

ergibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. 

a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). 

Als Adressat der angefochtenen Verfügung ist der Beschwerdeführer 

berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder 

Änderung auf (Art. 59 ATSG). Auf die zudem frist- und formgerecht einge-

reichte Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. Streitgegenstand bildet vorliegend die Frage, ob der Beschwerdeführer 

über den 30. April 2016 hinaus einen Rentenanspruch hat oder nicht. Un-

bestritten ist, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätig-

keit als Maler aufgrund seiner Beschwerden an der rechten Schulter zu 

50 % arbeitsunfähig ist und er vom 1. Dezember 2014 bis 30. April 2016 

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Anspruch auf eine halbe Invalidenrente aufgrund eines Invaliditätsgrades 

von 50 % hat. Streitig und zu prüfen ist demgegenüber die Arbeitsfähig-

keit des Beschwerdeführers in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit ab 

21. Januar 2016 und damit, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die 

Beurteilung des RAD-Arztes Dr. med. E._____ in seinem Abschlussbe-

richt vom 9. Februar 2016 abstellte.

3. a) Im Sozialversicherungsverfahren gelten der Untersuchungsgrundsatz 

sowie der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 Abs. 1 und Art. 

61 lit. c ATSG). Der rechtserhebliche Sachverhalt ist von Amtes wegen 

unter Mitwirkung der Versicherten bzw. der Parteien zu ermitteln. In die-

sem Sinne rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es 

abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden 

ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_159/2016 vom 2. November 2016 

E.1.3.1 mit weiteren Hinweisen). Der Verzicht auf weitere Abklärungen 

oder im Beschwerdefall auf Rückweisung der Sache zu diesem Zweck 

(antizipierte Beweiswürdigung) verletzt etwa dann Bundesrecht, wenn der 

festgestellte Sachverhalt unauflösbare Widersprüche enthält oder wenn 

eine entscheidwesentliche Tatfrage, wie namentlich Gesundheitszustand 

und Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person, auf unvollständiger Be-

weisgrundlage beantwortet wird (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_37/2015 vom 17. Juni 2015 E.3.1 mit weiteren Hinweisen).

b) Die RAD stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Vor-

aussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verfügung. Sie setzen die für 

die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle 

Leistungsfähigkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbstätigkeit 

oder Tätigkeit im Aufgabenbereich auszuüben. Sie sind in ihrem medizini-

schen Sachentscheid im Einzelfall unabhängig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). 

Gemäss Art. 49 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 

831.201) beurteilen die RAD die medizinischen Voraussetzungen des 

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Leistungsanspruchs. Die geeigneten Prüfmethoden können sie im Rah-

men ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen 

Weisungen des Bundesamtes frei wählen (Abs. 1). Die RAD können bei 

Bedarf selber ärztliche Untersuchungen von Versicherten durchführen. 

Sie halten die Untersuchungsergebnisse schriftlich fest (Abs. 2). RAD-

Berichte sind versicherungsinterne Dokumente, die von Art. 44 ATSG be-

treffend Gutachten nicht erfasst werden; die in dieser Norm vorgesehenen 

Verfahrensregeln entfalten daher bei der Einholung von RAD-Berichten 

keine Wirkung (vgl. BGE 135 V 254 E.3.4; Urteil des Bundesgerichts 

8C_385/2014 vom 16. September 2014 E.4.2.1).

c) Sinn und Zweck des vorliegend anwendbaren Art. 59 Abs. 2bis IVG sowie 

des Art. 49 IVV liegen darin, dass die IV-Stellen zur Beurteilung der medi-

zinischen Anspruchsvoraussetzungen auf eigene Ärzte und Ärztinnen 

zurückgreifen können. Diese sollen aufgrund ihrer speziellen versiche-

rungsmedizinischen Kenntnisse für die Bestimmung der für die Invaliden-

versicherung massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versi-

cherten verantwortlich sein. Damit soll eine konsequente Trennung der 

Zuständigkeiten zwischen behandelnden Ärzten (Heilbehandlung) und 

Sozialversicherung (Bestimmung der Auswirkungen des Gesundheits-

schadens) geschaffen werden. Die RAD bezeichnen die zumutbaren 

Tätigkeiten und die unzumutbaren Funktionen unter Angabe einer allfälli-

gen medizinisch begründeten zeitlichen Schonung. Damit soll im Hinblick 

auf eine erfolgreiche Eingliederung eine objektivere Festlegung der 

massgebenden funktionellen Leistungsfähigkeit der Versicherten ermög-

licht werden. Gestützt auf die Angaben des RAD hat die IV-Stelle zu beur-

teilen, was einer versicherten Person aus objektiver Sicht noch zumutbar 

ist und was nicht (vgl. Urteil des Bundesgericht 9C_323/2009 vom 14. Juli 

2009 E.4.2 mit weiteren Hinweisen).

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d) Der Beweiswert von RAD-Berichten nach Art. 49 Abs. 2 IVV ist mit jenem 

externer medizinischer Sachverständigengutachten vergleichbar, sofern 

sie den praxisgemässen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten (vgl. 

BGE 134 V 231 E.5.1) genügen und die Arztperson über die notwendigen 

fachlichen Qualifikationen verfügt (vgl. BGE 137 V 210 E.1.2.1). Aller-

dings ist hinsichtlich des Beweiswerts wie folgt zu differenzieren: Bezüg-

lich Gerichtsgutachten hat die Rechtsprechung ausgeführt, das Gericht 

weiche "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen des me-

dizinischen Experten ab. Hinsichtlich von Versicherungsträgern im Ver-

fahren nach Art. 44 ATSG eingeholter, den Anforderungen der Recht-

sprechung entsprechender Gutachten externer Spezialärzte wurde fest-

gehalten, das Gericht dürfe diesen Gutachten vollen Beweiswert zuer-

kennen, solange "nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit" der 

Expertise sprechen. Auf das Ergebnis versicherungsinterner ärztlicher 

Abklärungen – zu denen die RAD-Berichte gehören – kann nicht abge-

stellt werden, wenn auch nur geringe Zweifel an ihrer Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit bestehen (vgl. BGE 139 V 225 E.5.2; BGE 135 V 465 E.4.4; 

Urteile des Bundesgerichts 8C_197/2014 vom 3. Oktober 2014 E.4 und 

8C_385/2014 vom 16. September 2014 E.4.2.2).

4. a) Im vorliegenden Fall leidet der Beschwerdeführer an Beschwerden an der 

rechten Schulter. Wie vorstehend bereits erwähnt, ist der Gesundheitszu-

stand des Beschwerdeführers ab 21. Januar 2016 und insbesondere des-

sen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigne-

ten Tätigkeit strittig. Die Beschwerdegegnerin kam zum Ergebnis, dass 

auf die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch 

RAD-Arzt Dr. med. E._____ in dessen Abschlussbericht vom 9. Februar 

2016 abzustellen sei. Demgemäss sei es nachvollziehbar, dass dem Be-

schwerdeführer als Maler eine definitive Arbeitsunfähigkeit von 50 % at-

testiert werde. Dagegen seien Tätigkeiten ohne besondere Belastung der 

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rechten Schulter, insbesondere ohne Überkopfarbeiten, medizinisch zu-

mutbar.

b) In Bezug auf den vorerwähnten Bericht des RAD-Arztes Dr. med. 

E._____ rügt der Beschwerdeführer, Dr. med. F._____, leitender Or-

thopäde einer Klinik, welcher die Schulteroperation ausgeführt habe, 

komme in seinem Bericht vom 21. Januar 2016 zum Schluss, dass er we-

gen der Limitierung für Überkopftätigkeiten in seinem bisherigen Beruf als 

Maler zu 50 % arbeitsfähig sei. Hinsichtlich alternativer Tätigkeiten äusse-

re sich Dr. med. F._____ jedoch nicht und der von der Beschwerdegegne-

rin erwähnte Bericht vom 18. Juli 2016 befinde sich nicht bei den Akten. 

Sodann halte der Hausarzt Dr. med. C._____ im Arztbericht vom 14. No-

vember 2015 fest, nachts würden keine Schmerzen mehr auftreten, je-

doch tagsüber bei gewissen Alltagsbewegungen ohne Kontrolle. Das Be-

wegungsausmass sei ordentlich, die Kraft aber noch sehr abgeschwächt 

und es sei weiteres Aufbautraining mit Mobilisation und Ergonomie erfor-

derlich. Der RAD-Arzt Dr. med. E._____ habe den Beschwerdeführer 

nicht persönlich untersucht, sondern beschränke sich auf eine reine Ak-

tenbeurteilung. Des Weiteren gelange der Hausarzt Dr. med. C._____ im 

aktenkundig aktuellsten Arztbericht vom 26. Mai 2016 zum Ergebnis, dass 

der Beschwerdeführer nicht nur bei Arbeiten über Schulterhöhe Mühe ha-

be, sondern auch bei Arbeiten mit allgemeiner Kraftentfaltung im Schulter- 

und Armbereich rechts, da bei stärkeren Belastungsmomenten Schmer-

zen auftreten würden. Somit sei er auch bei einfacheren Montagearbeiten 

nicht uneingeschränkt arbeitsfähig. Der RAD-Arzt Dr. med. E._____ habe 

gerade einmal gut vier Monate nach Einsetzen der Schulterprothese be-

reits auf eine bald zu erreichende vollständige Arbeitsfähigkeit in alterna-

tiven Tätigkeiten geschlossen, ohne den Beschwerdeführer persönlich un-

tersucht zu haben und ohne sich auf ausreichende widerspruchslose 

Arztberichte stützen zu können, geschweige denn eine Evaluation der 

funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchgeführt zu haben. Angesichts 

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dessen reiche rechtsprechungsgemäss bereits die abweichende Beurtei-

lung des langjährigen Hausarztes Dr. med. C._____ aus, um die RAD-

Beurteilung dermassen in Zweifel zu ziehen, dass eine unabhängige or-

thopädische Beurteilung unter Einbezug eines EFL-Verfahrens zwingend 

erforderlich sei, um die Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers auch in 

alternativen Tätigkeiten beurteilen zu können. 

c) Vorliegend geht aus den Akten hervor, dass der RAD-Arzt Dr. med. 

E._____ den Beschwerdeführer nicht persönlich untersucht hat (vgl. be-

schwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 76-9/17). Die Rechtsprechung ver-

langt zwar nicht zwingend, dass der RAD eigene ärztliche Untersuchun-

gen durchführt, damit ein Bericht beweistauglich ist. Insbesondere wenn 

es im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizini-

schen Sachverhalts geht, kann die direkte persönliche Befassung mit dem 

Versicherten in den Hintergrund treten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

9C_58/2011 vom 25. März 2011 E.2.2 mit weiteren Hinweisen). Diese 

Voraussetzung ist im konkreten Fall aber nicht gegeben. Eine Abklärung 

des medizinischen Sachverhalts mit Blick auf die Arbeitsfähigkeit in einer 

behinderungsgeeigneten Tätigkeit und damit die Rentenberechtigung hat 

nur am Rande stattgefunden. In medizinischer Hinsicht sind vorliegend 

zunächst die beiden Konsultationsberichte der Schulthess Klinik Zürich, 

bei welcher dem Beschwerdeführer am 8. Juli 2015 eine inverse 

Schulterprothese rechts erfolgreich eingesetzt wurde (vgl. Bg-act. 49-

25/26), vom 21. Januar 2016 und 18. Juli 2016 massgebend. Dr. med. 

F._____ führt im erstgenannten Arztbericht aus, in Anbetracht der langen 

präoperativen Anamnese liege ein regelrechter Verlauf vor. Der Arm dürfe 

bis zur Schmerzgrenze eingesetzt werden (vgl. Bg-act. 41-1/2). Im zweit-

genannten Arztbericht wird hingegen festgehalten, dass sich beim Be-

schwerdeführer klinisch und bildgebend ein stabiler Verlauf zeige. Der 

Arm dürfe vollumfänglich in das tägliche Leben integriert werden (vgl. Bg-

act. 72-1/2). Zudem wird bezüglich der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-

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führers in seiner angestammten Tätigkeit in beiden besagten Konsultati-

onsberichten davon ausgegangen, dass wegen der Limitierung für Über-

kopfarbeiten als Maler eine definitive 50%ige Arbeitsunfähigkeit bestehe 

(vgl. Bg-act. 41-2/2 und 72-1/2). Eine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit wird darin 

allerdings – wie der Beschwerdeführer richtigerweise ausführt – nicht vor-

genommen. Sodann berichtet der Hausarzt Dr. med. C._____ mit E-Mail 

vom 26. Mai 2016, der Beschwerdeführer sei seit dem 1. August 2015 zu 

50 % arbeitsfähig geschrieben. Er habe nicht nur bei Arbeiten mit leich-

tem Kraftaufwand über Schulterhöhe Mühe, sondern auch bei Arbeiten 

mit allgemeiner Kraftentfaltung im Schulter- und Armbereich rechts in jeg-

licher Form, da bei stärkeren Belastungsmomenten Schmerzen auftreten 

würden mit verminderter Kraftentwicklung. Dies gelte nicht nur für Arbei-

ten als Maurer, sondern rein theoretisch gesehen auch für eine andere 

angepasste Tätigkeit. Somit sei der Beschwerdeführer auch bei einfache-

ren Montagearbeiten nicht uneingeschränkt arbeitsfähig (vgl. Bg-act. 67-

7/8). Des Weiteren führt der RAD-Arzt Dr. med. E._____ in seinem Be-

richt vom 23. November 2015 aus, es sei mit bleibenden Einschränkun-

gen der Belastbarkeit der rechten Schulter zu rechnen, vor allem würden 

Arbeiten über Kopf betroffen sein. Diese dürften bei der Arbeit als Maler 

aber wohl unumgänglich sein (vgl. Bg-act. 76-8/17). Schliesslich ergänzte 

er in seinem Abschlussbericht vom 9. Februar 2016 unter Verweis auf 

seinen RAD-Eintrag vom 23. November 2015 und den Konsultationsbe-

richt der Schulthess Klinik Zürich vom 21. Januar 2016 noch, dass Tätig-

keiten ohne besondere Belastung der rechten Schulter, insbesondere oh-

ne Überkopfarbeiten, medizinisch zumutbar seien (vgl. Bg-act. 76-9/17). 

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass trotz eindeutiger Hinweise des 

Hausarztes Dr. med. C._____ weder die Schulthess Klinik Zürich noch 

der RAD-Arzt Dr. med. E._____ die behaupteten Einschränkungen der 

verbleibenden gesundheitlichen Probleme der rechten Schulter des Be-

schwerdeführers auf leichte und mittelschwere Verweistätigkeiten über-

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prüft und gewürdigt haben. Die entsprechenden unerlässlichen medizini-

schen Abklärungen sind demnach noch nachzuholen.

5. Schliesslich ist der Vollständigkeit halber noch auf die Frage, ob dem Be-

schwerdeführer ein Berufswechsel in eine unselbständige angepasste 

Tätigkeit zuzumuten ist, einzugehen. Bei der Frage der Zumutbarkeit der 

Aufgabe einer selbständigen Erwerbstätigkeit sind praxisgemäss die ge-

samten subjektiven und objektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zu 

berücksichtigen. Im Vordergrund stehen bei den subjektiven Umständen 

die verbliebene Leistungsfähigkeit sowie die weiteren persönlichen Ver-

hältnisse, wie das Alter, die berufliche Stellung und die Verwurzelung am 

Wohnort. Bei den objektiven Umständen sind insbesondere der ausgegli-

chene Arbeitsmarkt und die noch zu erwartende Aktivitätsdauer massge-

blich (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_492/2015 vom 17. November 

2015 E.2.2 mit weiteren Hinweisen). Der Beschwerdeführer macht insbe-

sondere geltend, dass ihm aufgrund seines Alters (60-jährig) ein Berufs-

wechsel nicht zumutbar sei. Wohl trifft zu, dass das fortgeschrittene Alter, 

obgleich ein invaliditätsfremder Faktor, von der Rechtsprechung als Krite-

rium anerkannt wird, welches zusammen mit weiteren persönlichen und 

beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten 

Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung 

auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zumutbar ist. 

Indessen hat das Bundesgericht in der Regel die Verwertbarkeit der ver-

bliebenen Arbeitsfähigkeit nur bei über 60-jährigen versicherten Perso-

nen, welchen lediglich noch eine Aktivitätsdauer von weniger als fünf Jah-

ren verblieb, verneint (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_113/2016 vom 

6. Juli 2016 E.4.3 mit weiteren Hinweisen).

6. Zusammenfassend erhellt aus diesen Erwägungen, dass sich die Be-

schwerdegegnerin nicht mit der Aktenbeurteilung des RAD-Arztes Dr. 

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med. E._____ begnügen durfte. Vielmehr hätte sie mit Blick auf die un-

vollständige Aktenlage weitere Abklärungen veranlassen müssen. Indem 

sie dies unterliess, hat sie Bundesrecht verletzt (vgl. vorstehend E.3a). 

Die Beschwerde erweist sich damit als begründet und ist entsprechend 

gutzuheissen. Die angefochtene Verfügung vom 7. Dezember 2016 ist 

aufzuheben und die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurück-

zuweisen, damit sie ergänzende medizinische Abklärungen vornehme 

und anschliessend über das Leistungsgesuch neu entscheide. 

7. a) Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abwei-

chung von Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Verweigerung von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kanto-

nalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 

Fr. 200.-- bis Fr. 1ꞌ000.-- festgelegt. Aufgrund des Ausgangs des Be-

schwerdeverfahrens rechtfertigt es sich hier, der unterliegenden Be-

schwerdegegnerin Gerichtskosten von Fr. 700.-- zu überbinden (vgl. Art. 

73 Abs. 1 VRG).

b) Dem Beschwerdeführer steht gemäss Art. 61 lit. g ATSG eine ausserge-

richtliche Entschädigung zu. Da er im Grundsatz obsiegt, ist ihm eine un-

gekürzte Parteientschädigung zuzusprechen (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 9C_288/2015 vom 7. Januar 2016 E.4.2 f. und 9C_995/2012 vom 

17. Januar 2013 E.3). Die von seinem Rechtsvertreter am 27. Januar 

2017 eingereichte, zwar angemessen erscheinende Honorarnote in der 

Höhe von Fr. 1ꞌ994.-- ist jedoch beim Stundenansatz (Fr. 250.-- pro Stun-

de) zu korrigieren. Dieser ist gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts 

bei unterlassener Einreichung einer Honorarvereinbarung auf den Mittel-

wert gemäss Art. 3 Abs. 1 der Honorarverordnung (HV; BR 310.250) von 

Fr. 240.-- pro Stunde herabzusetzen (vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts 

des Kantons Graubünden S 15 107 E.9b). Die Beschwerdegegnerin hat 

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dem Beschwerdeführer somit eine aussergerichtliche Entschädigung von 

Fr. 1ꞌ914.20, bestehend aus einem Honorar von Fr. 1ꞌ720.80 (7.17 Stun-

den à Fr. 240.--), einer Kleinspesenpauschale von Fr. 51.60 (3 % des Ho-

norars) sowie 8 % MWST auf den Betrag von 1ꞌ772.40 (Fr. 141.80), aus-

zurichten. 

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung der IV-Stelle des Kan-

tons Graubünden vom 7. Dezember 2016 wird aufgehoben. Die Angele-

genheit wird an die IV-Stelle des Kantons Graubünden zurückgewiesen, 

damit sie, nach erfolgter Abklärung im Sinne der Erwägungen, über das 

Leistungsgesuch neu verfüge.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 700.-- gehen zulasten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses Entscheides 

an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. Die IV-Stelle des Kantons Graubünden hat A._____ aussergerichtlich mit 

Fr. 1ꞌ914.20 (inkl. MWST) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]