# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01aca049-0b6e-55b3-8f24-5c8d35cf0739
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.04.2013 SB120521
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120521_2013-04-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: SB120521-O/U/jv 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. M. Langmeier, Präsident, Ersatzoberrichter 

lic. iur. E. Leuenberger und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn  

sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. N. Weinmann 

 

Urteil vom 11. April 2013 

 

in Sachen 

 

A._____, 
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. H. Bebié 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend  

Angriff 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 23. August 2012 (GG120140) 

 

-   2   - 

Anklage: 
(Urk. 26) 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 29. Mai 2012  

(Berichtigung vom 14. Juni 2012) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 47 S. 62 f.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB. 

Der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist 

der Beschuldigte nicht schuldig und wird freigesprochen. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 

Fr. 110.–. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.  

4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 100.– als 

Schadenersatz zu bezahlen. 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 800.– zu-

züglich 5 % Zins ab 26. Juli 2009 als Genugtuung zu bezahlen. Im 

Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

6. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 2'800.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'800.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 256.65   Auslagen Untersuchung  

Fr.     Kosten Kantonspolizei  

Fr.    Kanzleikosten 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

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7. Die Kosten der Untersuchung werden zur Hälfte dem Beschuldigten auf-

erlegt. Die verbleibende Hälfte der Kosten der Untersuchung wird definitiv 

auf die Gerichtskasse genommen. 

8. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden zu 2/3 dem Beschuldigten 

auferlegt. Die verbleibenden 1/3 der Kosten des gerichtlichen Verfahrens 

werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen. 

9. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von 

Fr. 12'000.– (inkl. Mehrwertsteuer) für anwaltliche Verteidigung aus der  

Gerichtskasse zugesprochen. 

10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ für das  

gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'677.60 (inkl. 

Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 62 S. 1) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei in Abänderung der Dispositivziffer 1 Absatz 1 

des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 23. August 2012 vom Vorwurf 

des Angriffs freizusprechen. 

2. Die Zivilansprüche von B._____ seien in Abänderung der Dispositivziffern 4 

und 5 des vorinstanzlichen Urteils vollumfänglich abzuweisen, eventualiter 

auf den Zivilweg zu verweisen. 

3. Es sei dem Beschuldigten, in Abänderung der Dispositivziffer 9 des  

vorinstanzlichen Urteils, eine volle (und ergänzte) Prozessentschädigung 

von CHF 38'144.50 für das erstinstanzliche Verfahren und jedenfalls 

CHF 10'862.60 für das Berufungsverfahren auszurichten. 

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4. In Abänderung der Dispositivziffer 10 des vorinstanzlichen Urteils sei die 

Prozessentschädigung für die Rechtsvertretung des Privatklägers abzuwei-

sen. 

5. Die Kosten des gesamten Verfahrens seien in Abänderung der Dispositiv-

ziffern 7 und 8 des vorinstanzlichen Urteils zu einem Sechstel dem Privat-

kläger aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 53) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

Erwägungen: 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Verfahrensgang bis und mit Eingang der berichtigten Anklageschrift der 
Staatsanwaltschaft Zürich / Limmat vom 14. Juni 2012 (Urk. 26) beim Bezirksge-

richt Zürich ist auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Entscheid zu verweisen 

(Urk. 47 S. 3 f.). Mit Verfügung vom 30. Juli 2012 stellte das Bezirksgericht Zürich, 

10. Abteilung - Einzelgericht, das Verfahren bezüglich der in ND 1 eingeklagten 

Vorwürfe (Tätlichkeit und Körperverletzung in Mittäterschaft zum Nachteil von 

C._____) ein (Urk. 28). Mit Urteil der genannten Vorinstanz vom 23. August 2012 

sprach sie den Beschuldigten des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB schuldig 

und sprach ihn vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 

123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB [betreffend ND 2 Absatz 1] frei. Die Vorinstanz bestrafte 

den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 110.-- und 

schob den Vollzug der Freiheitsstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von zwei 

Jahren auf. Sie verpflichtete ihn, dem Privatkläger B._____ Schadenersatz im Be-

trag von Fr. 100.-- sowie eine Genugtuung von Fr. 800.-- zuzüglich 5% Zins ab 

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26. Juli 2009 zu bezahlen. Im Mehrbetrag wurde das Genugtuungsbegehren ab-

gewiesen (Urk. 47 S. 62). 

1.2. Am 24. August 2012 erhob der Beschuldigte gegen das genannte Urteil Beru-
fung (Urk. 40). Der schriftlich begründete Entscheid ging am 16. November 2012 

beim Verteidiger ein (Urk. 45/2). Mit Datum vom 5. Dezember 2012 ging frist-

gerecht die schriftliche Berufungserklärung ein (Urk. 48).  

1.3. Mit Präsidialverfügung vom 14. Dezember 2012 wurde dem Privatkläger  
sowie der Staatsanwaltschaft eine Kopie der Berufungserklärung zugestellt sowie 

Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichtein-

treten auf die Berufung zu beantragen. Der Beschuldigte wurde aufgefordert, das 

"Datenerfassungsblatt" sowie Unterlagen betreffend die finanziellen Verhältnisse 

einzureichen (Urk. 51). Die Staatsanwaltschaft teilte mit Schreiben vom 19. De-

zember 2012 Verzicht auf Anschlussberufung mit (Urk. 53). Der Privatkläger liess 

sich innert Frist nicht verlauten. 

1.4. Am 11. April 2013 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des  
Beschuldigten sowie dessen Verteidigers statt. Die Parteien verzichteten auf eine 

mündliche Urteilseröffung und -erläuterung und das Urteil wurde den Parteien 

schriftlich mitgeteilt (Prot. II S. 4 ff.; Urk. 64). 

 

2. Umfang der Berufung / Prozessuales 

2.1. Der schriftlichen Berufungserklärung ist zu entnehmen, dass der Beschuldig-
te das vorinstanzliche Urteil, ausser dem Freispruch wegen einfacher Körper-

verletzung sowie der Kostenfestsetzung, vollumfänglich anficht (Urk. 48; Prot. II 

S. 5). 

Demgemäss ist einzig der Freispruch vom Vorwurf der einfachen Körperver-

letzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dispositiv Ziffer 1, 2. Absatz) 

sowie die Kostenfestsetzung (Dispositiv Ziffer 6.) in Rechtskraft erwachsen. Die 

restlichen Punkte des vorinstanzlichen Urteils sind zu überprüfen. 

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2.2. Der Verteidiger machte heute in seinem Plädoyer – wie auch bereits vor der 
Vorinstanz – diverse prozessuale Mängel, welche die Nichtigkeit von Untersu-

chungshandlungen oder die Unverwertbarkeit von Beweismitteln zur Folge hätten, 

sowie eine Verletzung des Anklageprinzips geltend (Urk. 62 S. 2-14). Wie nach-

folgend zu zeigen sein wird (Ziff. 3.4), lässt sich der Anklagesachverhalt aufgrund 

der vorliegenden Anklage und Aktenlage nicht erstellen und ist der Beschuldigte 

vollumfänglich freizusprechen, weshalb sich an dieser Stelle eine eingehende 

Auseinandersetzung mit den prozessualen Rügen der Verteidigung erübrigt.  

Soweit nötig ist nachfolgend (Ziff. 3.4) darauf einzugehen.  

 

3. Sachverhalt 

3.1. Von den ursprünglich zur Anklage gelangten Vorwürfen ist im Berufungsver-
fahren nur noch der zweite Abschnitt der Anklage betreffend ND 2, der Vorwurf 

des Angriffs, zu überprüfen. Dabei wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe 

den Privatkläger zusammen mit D._____, nachdem der Privatkläger sich habe mit 

Hilfe eines herbeigeeilten Freundes befreien können, erneut eingeholt, und 

D._____ habe dem Privatkläger darauf einen Stoss versetzt, worauf dieser zu 

Boden gegangen sei. Nun sei E._____ ebenfalls dazu gekommen und habe sich 

zusammen mit dem Beschuldigten und D._____ in feindseliger Absicht gewaltsam 

auf den am Boden liegenden Privatkläger gestürzt und diesen mit Faustschlägen 

und Fusstritten gegen dessen ganzen Körper, insbesondere auch gegen dessen 

Kopf, traktiert. Dadurch habe der Privatkläger eine Riss-Quetsch-Wunde an der 

Stirn, ein gebrochenes Nasenbein, eine Hirnerschütterung, einen angeschwolle-

nen Kiefer rechts, eine Riss-Quetsch-Wunde an der linken Hand sowie diverse 

Kratzwunden am Oberkörper erlitten, welche Verletzungen der Beschuldigte 

durch sein Verhalten billigend in Kauf genommen habe. 

3.2. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweiswürdigung korrekt festgehalten, 
auf welche vorweg zu verweisen ist (Urk. 47 S. 16 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

Zur Glaubwürdigkeit von einvernommen Personen ist festzuhalten, dass der  

allgemeinen Glaubwürdigkeit eines Zeugen respektive einer einvernommen  

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Person im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft kaum mehr relevante 

Bedeutung zukommt. Weitaus bedeutender für die Wahrheitsfindung als die  

allgemeine Glaubwürdigkeit ist die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage (BGE 

6B_692/2011 vom 9. Februar 2012, E. 1.4; BGE 133 I 33 E. 4.3, je mit Hinwei-

sen). Im Vordergrund steht als personale Eigenschaft der etwas unscharfe Begriff 

des „Leumunds“. Es besteht indessen kein eindeutiger Zusammenhang zwischen 

allgemein anerkannt positivem Leumund und der Glaubhaftigkeit einer konkreten 

Bekundung. Andererseits ist aus einem schlechtem Leumund nicht zwingend auf 

die Unglaubhaftigkeit konkreter Aussagen zu schließen (Steller/Volbert, Glaub-

würdigkeitsbegutachtung, in: Psychologie im Strafverfahren, Steller/Volbert, Hrsg., 

Bern 1997 S. 15).  

Auch zeigt die Erfahrung, dass Aussagen von Befragten nicht schon deswegen 

ein höherer Wahrheitsgehalt zukommt, weil der aussagenden Person Strafandro-

hungen vorgehalten werden. Sodann kann auch alleine aus der prozessualen 

Stellung einer am Strafverfahren beteiligten Person nichts hinsichtlich deren 

Glaubwürdigkeit abgeleitet werden. Vielmehr kommt es auf die Glaubhaftigkeit 

der getätigten Aussagen an, welche einer Analyse zu unterziehen sind.  

Insgesamt ist daher festzuhalten, dass die Glaubwürdigkeit der einvernommen 

Personen grundsätzlich auf derselben Stufe anzusiedeln sind, da insbesondere 

einzig aus ihrer prozessualen Stellung keine Einschränkungen ihrer grundsätzli-

che Glaubwürdigkeit abgeleitet werden kann. Relevant sind vielmehr die von 

ihnen getätigten Aussagen, welche auf ihre Glaubhaftigkeit zu überprüfen sind. 

3.3. Aussagen der Verfahrensbeteiligten und weitere Beweismittel 

3.3.1. Die Vorinstanz verwies in ihrem Entscheid an verschiedener Stelle auf  
Angaben im Polizeirapport der Stadtpolizei Zürich vom 3. September 2009  

(ND 2/1), namentlich betreffend Aussagen, welche die Beteiligten gegenüber dem 

rapportierenden Polizeibeamten gemacht haben sollen sowie betreffend Fest-

stellungen und Wahrnehmungen der Polizeibeamten am Tatort (vgl. Urk. 47 

S. 21, 31, 32, 42 und 44). Auf diese Angaben im Polizeirapport kann zur Er-

stellung des Sachverhalts zu Lasten des Beschuldigten nicht abgestellt werden, 

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da einerseits die notwendigen Hinweise auf Aussage- oder Zeugnisverweige-

rungsrechte fehlen bzw. in Bezug auf Feststellungen der Polizeibeamten das 

rechtliche Gehör des Beschuldigten (Recht auf Konfrontation, Ergänzungsfragen 

zu stellen etc.) verletzt wäre.  

3.3.2. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Verfahrensbeteiligten und die weiteren 
Beweismittel korrekt und vollständig zusammengefasst (Urk. 47 S. 21-34). 

Zwecks Vermeidung von Wiederholungen ist auf diese zu verweisen (Art. 82 

Abs. 4 StPO).  

3.4. Sachverhalt / rechtliche Würdigung 

3.4.1. Sämtliche befragten Personen schildern übereinstimmend, dass F._____ 
dem Privatkläger zu Hilfe gekommen sei, als der Beschuldigte erstmals mit dem 

Privatkläger aneinander geraten sei. F._____ habe den Beschuldigten dann weg-

gestossen und sei mit dem Privatkläger auf die andere Strassenseite gegangen. 

Von diesem Sachverhalt ist auszugehen, welcher auch mit dem Anklagesachver-

halt ("Nachdem der Geschädigte sich unter Mithilfe eines herbeigeeilten Freundes 

kurzfristig befreien konnte, …") übereinstimmt. Die darauffolgenden Gescheh-

nisse schildern die Beteiligten jedoch nicht identisch.  

3.4.2. Die Vorinstanz nahm eine umfassende Aussagenwürdigung der beteiligten 
Personen, Zeugen und Auskunftspersonen vor (Urk. 478 S. 34-42) und kam auf-

grund dessen zum Schluss, dass folgender – von der Anklageschrift abweichen-

der – Sachverhalt erstellt sei: Nachdem sich der Beschuldigte unter Mithilfe von 

F._____ habe befreien können, habe E._____ F._____ verfolgt, währendem der 

Beschuldigte zusammen mit D._____ beim Privatkläger verblieben sei, wobei 

D._____ und/oder der Beschuldigte den am Boden liegenden Privatkläger mit 

Faustschlägen und Fusstritten traktiert hätten. In der Folge sei der Beschuldigte 

G._____, welcher seinerseits E._____ nachgesetzt habe, nachgerannt und an-

schliessend mit E._____ zu D._____ und dem Privatkläger zurückgekehrt, wobei 

der Privatkläger erneut von diesen mit Schlägen und Fusstritten traktiert worden 

sei, wobei mindestens zwei der drei Türsteher aktiv auf den Privatkläger einge-

schlagen hätten. Anlässlich dieser Auseinandersetzung habe der Privatkläger 

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zumindest eine stark blutende Riss-Quetsch-Wunde an der Stirn sowie einen Na-

senbeinbruch erlitten (Urk. 47 S. 47).  

Die Vorinstanz hielt weiter – auf einen Einwand der Verteidigung – fest, dass dem 

Beschuldigten nicht vorgeworfen werde, den am Boden liegenden Privatkläger mit 

Schlägen oder Tritten traktiert zu haben. Sondern es sei eingeklagt und erstellt, 

dass der Beschuldigte zusammen mit D._____ und E._____ beim Privatkläger  

gewesen sei, als dieser von ihnen traktiert und verletzt worden sei (Urk. 47 S. 47). 

Mit diesem erstellten Verhalten habe der Beschuldigte den Tatbestand des  

Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB erfüllt (Urk. 47 S. 48-50). 

3.4.3. Wie erwähnt, geht die Anklage davon aus, dass E._____ nur kurz nach 
bzw. fast gleichzeitig mit dem Beschuldigten und D._____ beim Privatkläger ein-

getroffen und dann aktiv zusammen mit dem Beschuldigten und D._____ gegen 

den Privatkläger vorgegangen sei.  

Eine solche Beteiligung von E._____ lässt sich jedoch aufgrund der Aktenlage 

nicht erstellen. Weder der Beschuldigte noch F._____, D._____ oder E._____ 

führten aus, E._____ sei kurz nach dem Beschuldigten und D._____ beim Privat-

kläger gewesen. Sämtliche einvernommenen Personen, welche nähere Aussagen 

zum Tatgeschehen, insbesondere zur Zuordnung der Handlungen an einzelne 

Personen, machen konnten, führten aus, dass E._____ mit F._____ beschäftigt 

war, diesem nachgerannt sei und ihm Pfefferspray gegeben habe. Anschliessend 

sei E._____ auch noch mit dem ihn verfolgenden G._____ beschäftigt gewesen,  

welchen er ebenfalls mit Pfefferspray bedacht habe. Weiter sagten alle einver-

nommenen Personen aus, E._____ sei erst später, nachdem die "Auseinander-

setzung" mit E._____ und G._____ beendet gewesen sei, zum am Boden liegen-

den Privatkläger gestossen. Auch der Zeuge H._____ erklärte dazu, dass 

E._____ – und auch der Beschuldigte – nicht beim Privatkläger gewesen seien, 

als er – H._____ – vor Ort eingetroffen sei. Auf diese übereinstimmenden Aussa-

gen ist daher abzustellen. 

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In Bezug auf die Rolle von E._____ lässt sich daher der Sachverhalt nicht ankla-

gegemäss erstellen. Somit ist auch nicht erstellt, dass sich drei Personen in feind-

seliger Absicht und gewaltsam auf den am Boden liegenden Privatkläger stürzten. 

Ein wesentlicher Teil des Anklagevorwurfs, wie viele Personen sich auf den  

Privatkläger gestürzt hätten und somit am Angriff beteiligt gewesen seien, ist  

daher nicht im Sinne der Anklage gegeben. 

3.4.4. Nicht erstellen lässt sich weiter, dass die in der Anklage umschriebenen 
Verletzungen (Urk. 26 S. 4) Folge der in der Anklage als Angriff umschriebenen 

Handlungen (ND 2 Absatz 2) sind. Die Verteidigung führte zu Recht aus, die An-

klage ordne die umschriebenen Verletzungen nicht in ausreichender Weise einem 

der beiden angeklagten Vorfälle (Körperverletzung und/oder Angriff) zu (Urk. 62 

S. 12). Im Weiteren lassen sich die umschriebenen Verletzungen auch nicht auf-

grund der vorhanden Akten dem ersten oder zweiten Vorfall zuordnen. Richtig ist 

– und insoweit ist der Vorinstanz zuzustimmen –, dass verschiedene Beteiligte, 

die Zeugen F._____ und G._____ sowie die Zeuginnen I._____ und J._____ und 

auch der Beschuldigte selbst aussagten, der Privatkläger habe nach dem ersten 

Vorfall noch nicht sichtbar geblutet. Daraus lässt sich jedoch nicht in rechtsgenü-

gender Weise nachweisen, dass die in der Anklage umschriebenen Verletzungen 

– auch nicht die Riss-Quetsch-Wunde an der Stirn – dem Privatkläger erst beim 

zweiten Vorfall zugefügt wurden. Zu den Verletzungen liegt den Akten kein Arzt-

bericht bei und dies obwohl der Privatkläger gemäss Polizeirapport der Stadtpoli-

zei Zürich nach dem Vorfall ins …-Spital … gebracht und dort behandelt worden 

ist (Urk. ND 2/1 S. 3). Die Untersuchungsbehörde hat es unterlassen,  

einen entsprechenden Arztbericht anzufordern, und auch der Privatkläger hat  

keinen solchen eingereicht, obwohl er dies bereits in seiner Einvernahme vom 

3. August 2009 in Aussicht gestellt hatte (ND 2/7/4 S. 3). Von den in der Anklage 

umschriebenen Verletzungen lässt sich aufgrund der dem Polizeirapport der 

Stadtpolizei Zürich beiliegenden Fotoaufnahmen des Privatklägers nach dem Ein-

treffen der Polizei am Tatort (ND 2/6) mithin einzig die Riss-Quetsch-Wunde 

nachweisen. Ob der Privatkläger aber beispielsweise auch eine Hirnerschütterung 

erlitten hat, lässt sich aufgrund der Fotos nicht erkennen und entsprechend nicht 

rechtsgenügend erstellen. Gleiches ist – entgegen der Vorinstanz (Urk. 47  

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S. 47) – auch zum möglicherweise erlittenen Nasenbeinbruch zu sagen. Dass 

diese auf den Fotos erkennbare Riss-Quetsch-Wunde dem Privatkläger erst beim 

zweiten Vorfall zugefügt wurde, kann jedoch nicht in rechtsgenügender Weise  

erstellt werden. Denn es kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass er 

diese Verletzung bereits beim ersten Vorfall erlitten hat, diese dann aber  

beispielsweise erst später, allenfalls nach einem darauffolgenden Gerangel oder 

auch weitergehenden tätlichen Übergriffen, derart stark zu bluten begonnen hat, 

wie es die erwähnten Zeugen und Beteiligten ausführten und schliesslich auch auf 

den Fotos ersichtlich ist. Insgesamt kann deshalb nicht in rechtsgenügender Wei-

se ausgeschlossen werden, dass dem Privatkläger die – einzig erwiesene – Riss-

Quetsch-Wunde nicht bereits beim ersten Vorfall zugefügt wurde. Der Anklage-

sachverhalt lässt sich daher auch in Bezug auf die in der Anklage umschriebenen 

Verletzungen als angebliche Folge des Angriffs nicht rechtsgenügend erstellen.  

3.4.5. Zwei wesentliche Elemente des Anklagevorwurfs können demnach nicht 
erstellt werden. Voraussetzung des Tatbestands des Angriffs im Sinne von 

Art. 134 StGB ist jedoch, dass der Angegriffene oder ein Dritter infolge der  

Attacke verletzt oder getötet wird. Objektive Strafbarkeitsbedingung ist der Eintritt 

des Todes oder der Körperverletzung des Angegriffenen oder eines Dritten. 

Wie vorstehend ausgeführt, lässt sich jedoch gerade nicht erstellen, dass der  

Privatkläger bei dem in der Anklage umschriebenen Angriff im Umfang von  

mindestens einer einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB verletzt 

wurde. Somit fehlt es an der für die Erfüllung des Tatbestandes des Angriffs im 

Sinne von Art. 134 StGB notwendigen objektiven Strafbarkeitsbedingung und ein 

Schuldspruch wegen Angriffs entfällt. 

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Beteiligung des Beschuldigten,  

welche die Vorinstanz als gegeben erachtete, nämlich dass er zusammen mit  

D._____ und E._____ "beim Privatkläger gewesen sei" (Urk. 47 S. 47) bzw. dass 

er "physisch anwesend" (Urk. 47 S. 49) gewesen sei, für ein tatbestandsmässiges 

Verhalten im Sinne von Art. 134 StGB nicht ausreicht. Einzig die physische  

Präsenz, ein "dabei Stehen" und zuschauen bei einem von anderen aktiv aus-

geführten Angriff, reicht nicht aus. Für ein tatbestandsmässiges Verhalten ist eine 

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irgendwie geartete Teilnahme erforderlich, welche auch von aussen erkennbar 

sein muss, sei es aktiv mit tätlichem Verhalten oder verbaler oder psychischer  

Unterstützung. 

3.5. Zusammenfassend lässt sich daher aufgrund der vorliegende Anklage und 
der Aktenlage ein Schuldspruch sowohl in tatbeständlicher als auch rechtlicher 

Hinsicht nicht rechtfertigen. Der Beschuldigte ist des Angriffs im Sinne von 

Art. 134 StGB nicht schuldig und freizusprechen.  

Allfällige Tätlichkeiten, welche – im Unterschied zu Verletzungen im Ausmass  

einer einfachen Körperverletzung – allenfalls nachgewiesen werden könnten,  

wären im Übrigen bereits verjährt, da die Verjährungsfrist für Übertretungen drei 

Jahre beträgt (Art. 109 StGB) und diese bei Fällung des erstinstanzlichen Urteils 

am 23. August 2012 bereits verstrichen war (Art. 97 Abs. 3 StGB).  

 

4. Zivilansprüche 

Ausgangsgemäss ist das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des  

Privatklägers B._____ auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen  

(Art. 126 StPO). 

 

5. Kosten und Entschädigungsfolgen 

5.1. Kosten der Untersuchung und der beiden Gerichtsverfahren 

Ausgangsgemäss sind die Kosten der Untersuchung und der beiden Gerichts-

verfahren auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 und 428 StPO).  

Eine teilweise Kostenauflage an den Privatkläger – wie es seitens der Verteidi-

gung beantragt wird – ist nicht angezeigt. Der Privatkläger wurde offensichtlich 

zusammengeschlagen und Hinweise auf eine Falschaussage des Privatklägers 

liegen nicht vor. Das fehlende Arztzeugnis kann ebenfalls nicht zu einer Kosten-

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auflage führen. Die Beibringung eines solchen wäre – jedenfalls im Strafpunkt – 

Aufgabe der Staatsanwaltschaft gewesen. 

5.2. Der erbetene Verteidiger macht für die Zeit vom 11. Mai 2010 bis und mit  
Berufungsverhandlung ein Honorar von total Fr. 49'007.10 geltend, inbegriffen 

Barauslagen und Mehrwertsteuer (Urk. 62 S. 30 f., Urk. 63). 

Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat sie Anspruch auf Entschädi-

gung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte, 

Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die aus ihrer notwendigen Beteili-

gung am Strafverfahren entstanden sind und Genugtuung für besonders schwere 

Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug 

(Art. 429 Abs. 1 lit. a-c StPO). Es geht damit einerseits um den (vollen) Ausgleich 

des Schadens im haftpflichtrechtlichen Sinn sowie andererseits um Genugtuung 

für immaterielle Nachteile (Schmid, Handbuch des Schweizerisches Strafprozess-

rechts, Zürich/St. Gallen 2009, N. 1803 f.). 

Zu den Entschädigungen für Aufwendungen zur Wahrung der Verfahrensrechte 

(Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO) gehören primär die Kosten der frei gewählten Vertei-

digung, wenn die Verbeiständung angesichts der tatsächlichen oder rechtlichen 

Komplexität des Falls geboten war (Schmid, Handbuch, N. 1810). Vorliegend war 

der Beizug einer anwaltlichen Verteidigung zweifellos gerechtfertigt.  

Die einem freigesprochenen Beschuldigten zuzusprechenden Anwaltskosten  

bemessen sich nach dem kantonalen Anwaltstarif und müssen verhältnismässig 

sein (Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 429 N. 7). Die Verteidigungskosten 

müssen mithin in einem vernünftigen Verhältnis zur Schwierigkeit des Falles bzw. 

zur Wichtigkeit der Sache stehen; unnötige und übersetzte Kosten sind nicht zu 

entschädigen (BSK StPO-Wehrenberg/Bernhard, Art. 429 N. 15). 

Die Höhe des Entschädigungsanspruchs des obsiegenden Beschuldigten ist  

unabhängig davon festzusetzen, ob er erbeten oder amtlich verteidigt gewesen ist 

(Urteil des Bundesgerichtes 6B_63/2010 vom 5. Mai 2010, E. 2.4). Die Entschä-

digung für einen erbetenen Verteidiger bestimmt sich im Kanton Zürich grundsätz-

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lich nach der Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 

(Anwaltsgebührenverordnung; LS 215.3; vgl. auch § 1 AnwGebV). 

Gemäss § 1 AnwGebV setzt sich die Entschädigung aus der Gebühr und  

den notwendigen Auslagen zusammen. Die Gebühr für die Führung eines  

Strafprozesses (einschliesslich Vorbereitung des Parteivortrages und Teilnahme 

an der Hauptverhandlung) beträgt im Bereich der Zuständigkeit des Einzelgerichts  

– auch im Berufungsverfahren – in der Regel Fr. 600.- bis Fr. 8000.-, wobei auch 

zu berücksichtigen ist, ob das vorinstanzliche Urteil ganz oder nur teilweise  

angefochten wurde (§ 18 Abs. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 lit. a AnwGebV). Innerhalb 

dieses Rahmens wird die Grundgebühr nach den besonderen Umständen,  

namentlich etwa nach Art und Umfang der Bemühungen und Schwierigkeiten des 

Falles, bemessen. Die Grundgebühr umfasst die gewöhnlichen, d.h. regelmässig 

anfallenden Bemühungen des Verteidigers im Rahmen des gerichtlichen  

Verfahrens sowie der Vorbereitung für dieses. Dazu zählen namentlich eine  

Besprechung mit dem Beschuldigten, das Aktenstudium, die Vorbereitung und 

Teilnahme an der Hauptverhandlung (inkl. Verfassen des Plädoyers) sowie das 

Studium des Urteils (ZR 101 [2002] Nr. 19 E. 3b). Zur Grundgebühr werden für 

weitere Verhandlungen bzw. Verhandlungstage und weitere notwendige Rechts-

schriften Zuschläge berechnet (§ 17 Abs. 2 AnwGebV). 

Sofern sich die Gebühr nach Zeitaufwand bemisst (beispielsweise bei Strafpro-

zessen im Vorverfahren), beträgt der Stundenansatz Fr. 150.- bis Fr. 350.- (§ 3 

AnwGebV). Innerhalb dieses Rahmens ist der Stundenansatz aufgrund der 

Schwierigkeit und der Bedeutung des Falls und der Verantwortung des Rechts-

anwaltes festzusetzen (§ 2 AnwGebV analog). Gestützt auf das Kreisschreiben 

der Verwaltungskommission des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 13. März 

2002 ist bei amtlichen Verteidigungen von einem Stundenansatz von Fr. 200.- 

auszugehen. Ein Stundenansatz von Fr. 200.- für "weniger komplexe Verfahren" 

wurde auch vom Bundesgericht als kostendeckend und somit angemessen  

erachtet (Urteil des Bundesgerichtes 6B_30/2010 vom 1. Juni 2010, E. 5.4.2 mit 

Hinweisen). 

-   15   - 

Bei der Festsetzung der Entschädigung des (amtlichen) Verteidigers ist primär zu 

unterscheiden, ob es sich um ein so genanntes einfaches Standardverfahren 

handelt oder nicht. Dies beurteilt sich nach folgenden Kriterien: Aktenumfang, 

Komplexität und Schwierigkeit des Falles (sowohl in tatsächlicher als auch rechtli-

cher Hinsicht), Bedeutung des Verfahrens für die betroffene Person und Anzahl 

der angeklagten und zu beurteilenden Delikte (Beschlüsse des Kassationsgerich-

tes AC040089 vom 23. Dezember 2004, E. II.3c, und AC070031 vom 11. Juli 

2008, E. 4.5). 

Gemäss Praxis ist bei so genannten einfachen Standardverfahren von den in der 

Anwaltsgebührenverordnung angeführten Ansätzen auszugehen. Die Anwalts-

gebührenverordnung ist jedoch so auszulegen, dass die Kosten der Verteidigung 

– zumindest weitestgehend – gedeckt sind. In Verfahren, die nicht zu den ein-

fachen Standardfällen gezählt werden können, ist gestützt auf eine sachgerechte 

Auslegung der Anwaltsgebührenverordnung von der Honorarabrechnung des Ver-

teidigers auszugehen. Diese ist danach auf ihre Angemessenheit hin zu prüfen. 

Ergibt diese Überprüfung, dass die Aufwendungen für die Verteidigung im Lichte 

des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit und des Gebots der Schadenminde-

rung nicht unangemessen sind, ist der in Rechnung gestellte Betrag zuzuspre-

chen. Deutlich weniger als die ausgewiesenen Verteidigungskosten zu entschädi-

gen ist nur unter diesen Voraussetzungen zulässig und auch dies nur dann, wenn 

die Aufwendungen des Verteidigers zur Bedeutung, zum Umfang und zu den 

Schwierigkeiten des Falls nicht in einem angemessenen Verhältnis stehen. 

Das vorliegende Verfahren ist nicht umfangreich und weist entgegen den Ausfüh-

rungen des Verteidigers (Urk. 62 S. 30) keinen hohen Grad an Komplexität auf. 

Schwierige rechtliche Fragen stellen sich nicht. Beantragt wurde von der Staats-

anwältin eine bedingte Geldstrafe in der Kompetenz des Einzelgerichts. Gravie-

rende Konsequenzen für den Beschuldigten, wie zum Beispiel bei einem drohen-

den Freiheitsentzug, waren und sind nicht zu erwarten. Innerhalb der einzel-

gerichtlichen Bandbreite ist das Verfahren etwa in der Mitte anzusiedeln. Die im 

vorliegenden Fall vom Verteidiger getätigten und in Rechnung gestellten Auf-

wendungen stehen in keinem Verhältnis zur Bedeutung, zum Umfang und zu den 

-   16   - 

Schwierigkeiten des Falles. Auf der anderen Seite kann konstatiert werden, dass 

der Fall leicht über ein übliches Standardmass hinausgeht. Es erscheint daher  

gerechtfertigt, dies bei der Festsetzung des Honorars zu berücksichtigen.  

Für die erste Phase des Untersuchungsverfahrens vom 11. Mai 2010 bis zum 

29. November 2010 (Mehrwertsteuersatz 7.6 %) erscheint praxisgemäss ein 

Stundenhonorar von Fr. 250.- als angemessen (und nicht Fr. 320.-, Urk. 62 

S. 31). Dies ergibt bei einem Aufwand von 2'495 Minuten einen Betrag von 

Fr. 10'395.85. Hinzu kommen die Kosten für Telefonate (Fr. 11.-) und Porti 

(Fr. 38.-). Die Kopien wurden vom Rechtsvertreter mit Fr. 1.- pro Stück eingesetzt, 

entschädigt werden allerdings nur Fr. -.50 pro Stück. Die aufgeführte Zahl von 

304 Kopien für die erwähnte Phase erscheint als erheblich zu hoch. Aus den  

für das gesamte Verfahren geltend gemachten Kopien von nicht weniger als  

2'620 Stück (Urk. 63) ist angesichts des Aktenumfangs zu schliessen, dass der 

Verteidiger die Akten wohl vollumfänglich zweimal kopiert hat. Das ist unnötig und 

jedenfalls nicht entschädigungsberechtigt. Auszugehen ist hier deshalb von 152 

notwendigen Kopien, woraus ein Betrag von Fr. 76.- resultiert. Zum Betrag von 

Fr. 10'520.85 ist die Mehrwertsteuer von Fr. 799.60 hinzuzuzählen, so dass sich 

ein Total von Fr. 11'320.45 ergibt. 

Für das Untersuchungsverfahren ab dem 14. Februar 2011 bis zum 2. August 

2012 (Mehrwertsteuersatz 8 %) ergibt sich bei 1'820 Minuten und Fr. 250.- Stun-

denansatz ein Betrag von Fr. 7'583.35. Angesichts der Bedeutung und Schwere 

des Falles sowie des konkreten, gerechtfertigten Aufwandes für die Verteidigung 

und dem weiten Rahmen von Fr. 600.- bis Fr. 8000.- ist vorliegend für das  

Bezirksgerichtliche Hauptverfahren eine Grundgebühr von Fr. 4'000.- festzu-

setzen. Mit dieser Grundgebühr sind zum einen abgegolten die Aufwendungen 

des Verteidigers für die Erarbeitung des Plädoyers und die Teilnahme an der 

Hauptverhandlung (1'200 min.). Zum anderen werden von der Grundgebühr aber 

auch eine Besprechung mit dem Beschuldigten und das im Hinblick auf die 

Hauptverhandlung nötige Aktenstudium erfasst. Damit fallen zumindest die unter 

den Daten 3. bis 16. August 2012 aufgeführten Aufwendungen (485 min.) ausser 

Ansatz. Hinzuzurechnen sind die Kosten für Telefonate (Fr. 12.-), Porti (Fr. 88.-) 

-   17   - 

und Reisespesen (Fr. 7.60). Von den in der Kostenzusammenstellung aufgeführ-

ten 2111 Kopien erscheinen (exklusive Kopien für das Plädoyer) höchstens 

1'000.- als gerechtfertigt. Für die insgesamt gerechtfertigten 1'136 Kopien (inkl. 

Plädoyer) ergibt sich ein Betrag von Fr. 568.-. Zum Total von Fr. 12'258.95 sind 

Fr. 980.70 für die Mehrwertsteuer hinzuzuzählen, so dass sich ein Betrag von 

Fr. 13'239.65 ergibt. 

Angesichts der Bedeutung und Schwere des Falles sowie des konkreten, gerecht-

fertigten Aufwandes für die Verteidigung und dem weiten Rahmen von Fr. 600.- 

bis Fr. 8000.- und dem Umstand, dass das ganze vorinstanzliche Urteil angefoch-

ten wurde, ist vorliegend für das Berufungsverfahren eine Grundgebühr von 

Fr. 3'000.- festzusetzen (§ 18 AnwGebV). Damit sind sämtliche vom Verteidiger 

geltend gemachten Aufwendungen (1845 Minuten) abgegolten. Hinzu kommen 

die Kosten für Telefonate (Fr. 4.-), Porti (Fr. 12.-) und Kopien (Fr. 100.50). Zum 

Total von Fr. 3'116.50 ist die Mehrwertsteuer von Fr. 249.30 hinzuzurechnen, so 

dass sich ein Total von Fr. 3'365.80 ergibt.  

Es resultiert eine Entschädigung für das gesamte Untersuchungsverfahren sowie 

für die beiden gerichtlichen Verfahren von Fr. 27'925.90. Dieser Betrag ist dem 

Beschuldigten für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zuzusprechen. 

5.3. Entschädigung Privatkläger 

Ausgangsgemäss ist dem Privatkläger B._____ für das gesamte Verfahren keine 

Prozessentschädigung zuzusprechen (Art. 433 StPO). 

 

 

 

-   18   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung 

- Einzelgericht, vom 23. August 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

1. (...) 

Der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist 

der Beschuldigte nicht schuldig und wird freigesprochen. 

2.-5. (…) 

6. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 2'800.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'800.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 256.65   Auslagen Untersuchung  

Fr.     Kosten Kantonspolizei  

Fr.    Kanzleikosten 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

7.-10. (…) 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte wird weiter vom Vorwurf des Angriffs im Sinne von  

Art. 134 StGB freigesprochen. 

2. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ 

wird auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

3. Die Kosten der Untersuchung und beider gerichtlichen Verfahren werden auf 

die Gerichtskasse genommen. 

-   19   - 

4. Dem Beschuldigten wird für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädi-

gung von Fr. 27'925.90 für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse 

zugesprochen. 

5. Dem Privatkläger B._____ wird für das gesamte Verfahren keine  

Prozessentschädigung zugesprochen. 

6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− den Vertreter des Privatklägers B._____, Rechtsanwalt lic. iur. 

Y._____, im Doppel für sich und den Privatkläger 
(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich 
− die Kantonspolizei Zürich, …, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 

PolG) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. HD 16/2 

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

-   20   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 11. April 2013 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. M. Langmeier 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. N. Weinmann 
 

 

	Urteil vom 11. April 2013
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB.
	Der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist der Beschuldigte nicht schuldig und wird freigesprochen.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu Fr. 110.–.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 100.– als Schadenersatz zu bezahlen.
	5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Fr. 800.– zuzüglich 5 % Zins ab 26. Juli 2009 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen.
	6. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	7. Die Kosten der Untersuchung werden zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt. Die verbleibende Hälfte der Kosten der Untersuchung wird definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	8. Die Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden zu 2/3 dem Beschuldigten auferlegt. Die verbleibenden 1/3 der Kosten des gerichtlichen Verfahrens werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen.
	9. Dem Beschuldigten wird eine reduzierte Prozessentschädigung von Fr. 12'000.– (inkl. Mehrwertsteuer) für anwaltliche Verteidigung aus der  Gerichtskasse zugesprochen.
	10. Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ für das  gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'677.60 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	Berufungsanträge:
	1. Der Beschuldigte A._____ sei in Abänderung der Dispositivziffer 1 Absatz 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich vom 23. August 2012 vom Vorwurf des Angriffs freizusprechen.
	2. Die Zivilansprüche von B._____ seien in Abänderung der Dispositivziffern 4 und 5 des vorinstanzlichen Urteils vollumfänglich abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen.
	3. Es sei dem Beschuldigten, in Abänderung der Dispositivziffer 9 des  vorinstanzlichen Urteils, eine volle (und ergänzte) Prozessentschädigung von CHF 38'144.50 für das erstinstanzliche Verfahren und jedenfalls CHF 10'862.60 für das Berufungsverfahre...
	4. In Abänderung der Dispositivziffer 10 des vorinstanzlichen Urteils sei die Prozessentschädigung für die Rechtsvertretung des Privatklägers abzuweisen.
	5. Die Kosten des gesamten Verfahrens seien in Abänderung der Dispositivziffern 7 und 8 des vorinstanzlichen Urteils zu einem Sechstel dem Privatkläger aufzuerlegen und im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	1. Verfahrensgang
	1.1. Zum Verfahrensgang bis und mit Eingang der berichtigten Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich / Limmat vom 14. Juni 2012 (Urk. 26) beim Bezirksgericht Zürich ist auf die Ausführungen im vorinstanzlichen Entscheid zu verweisen (Urk. 47 S. 3...
	1.2. Am 24. August 2012 erhob der Beschuldigte gegen das genannte Urteil Berufung (Urk. 40). Der schriftlich begründete Entscheid ging am 16. November 2012 beim Verteidiger ein (Urk. 45/2). Mit Datum vom 5. Dezember 2012 ging fristgerecht die schrift...
	1.3. Mit Präsidialverfügung vom 14. Dezember 2012 wurde dem Privatkläger  sowie der Staatsanwaltschaft eine Kopie der Berufungserklärung zugestellt sowie Frist angesetzt, um Anschlussberufung zu erheben oder begründet ein Nichteintreten auf die Berufu...
	1.4. Am 11. April 2013 fand die Berufungsverhandlung in Anwesenheit des  Beschuldigten sowie dessen Verteidigers statt. Die Parteien verzichteten auf eine mündliche Urteilseröffung und -erläuterung und das Urteil wurde den Parteien schriftlich mitgete...
	2. Umfang der Berufung / Prozessuales
	2.1. Der schriftlichen Berufungserklärung ist zu entnehmen, dass der Beschuldigte das vorinstanzliche Urteil, ausser dem Freispruch wegen einfacher Körperverletzung sowie der Kostenfestsetzung, vollumfänglich anficht (Urk. 48; Prot. II S. 5).
	Demgemäss ist einzig der Freispruch vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB (Dispositiv Ziffer 1, 2. Absatz) sowie die Kostenfestsetzung (Dispositiv Ziffer 6.) in Rechtskraft erwachsen. Die restlichen Punk...
	2.2. Der Verteidiger machte heute in seinem Plädoyer – wie auch bereits vor der Vorinstanz – diverse prozessuale Mängel, welche die Nichtigkeit von Untersuchungshandlungen oder die Unverwertbarkeit von Beweismitteln zur Folge hätten, sowie eine Verlet...
	3. Sachverhalt
	3.1. Von den ursprünglich zur Anklage gelangten Vorwürfen ist im Berufungsverfahren nur noch der zweite Abschnitt der Anklage betreffend ND 2, der Vorwurf des Angriffs, zu überprüfen. Dabei wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe den Privatkläger ...
	3.2. Die Vorinstanz hat die Grundsätze der Beweiswürdigung korrekt festgehalten, auf welche vorweg zu verweisen ist (Urk. 47 S. 16 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO).  Zur Glaubwürdigkeit von einvernommen Personen ist festzuhalten, dass der  allgemeinen Glaubw...
	Auch zeigt die Erfahrung, dass Aussagen von Befragten nicht schon deswegen ein höherer Wahrheitsgehalt zukommt, weil der aussagenden Person Strafandrohungen vorgehalten werden. Sodann kann auch alleine aus der prozessualen Stellung einer am Strafverfa...
	Insgesamt ist daher festzuhalten, dass die Glaubwürdigkeit der einvernommen Personen grundsätzlich auf derselben Stufe anzusiedeln sind, da insbesondere einzig aus ihrer prozessualen Stellung keine Einschränkungen ihrer grundsätzliche Glaubwürdigkeit ...
	3.3. Aussagen der Verfahrensbeteiligten und weitere Beweismittel
	3.3.1. Die Vorinstanz verwies in ihrem Entscheid an verschiedener Stelle auf  Angaben im Polizeirapport der Stadtpolizei Zürich vom 3. September 2009  (ND 2/1), namentlich betreffend Aussagen, welche die Beteiligten gegenüber dem rapportierenden Poliz...
	3.3.2. Die Vorinstanz hat die Aussagen der Verfahrensbeteiligten und die weiteren Beweismittel korrekt und vollständig zusammengefasst (Urk. 47 S. 21-34). Zwecks Vermeidung von Wiederholungen ist auf diese zu verweisen (Art. 82 Abs. 4 StPO).
	3.4. Sachverhalt / rechtliche Würdigung
	3.4.1. Sämtliche befragten Personen schildern übereinstimmend, dass F._____ dem Privatkläger zu Hilfe gekommen sei, als der Beschuldigte erstmals mit dem Privatkläger aneinander geraten sei. F._____ habe den Beschuldigten dann weggestossen und sei mit...
	3.4.2. Die Vorinstanz nahm eine umfassende Aussagenwürdigung der beteiligten Personen, Zeugen und Auskunftspersonen vor (Urk. 478 S. 34-42) und kam aufgrund dessen zum Schluss, dass folgender – von der Anklageschrift abweichender – Sachverhalt erstell...
	Die Vorinstanz hielt weiter – auf einen Einwand der Verteidigung – fest, dass dem Beschuldigten nicht vorgeworfen werde, den am Boden liegenden Privatkläger mit Schlägen oder Tritten traktiert zu haben. Sondern es sei eingeklagt und erstellt, dass der...
	Mit diesem erstellten Verhalten habe der Beschuldigte den Tatbestand des  Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB erfüllt (Urk. 47 S. 48-50).
	3.4.3. Wie erwähnt, geht die Anklage davon aus, dass E._____ nur kurz nach bzw. fast gleichzeitig mit dem Beschuldigten und D._____ beim Privatkläger eingetroffen und dann aktiv zusammen mit dem Beschuldigten und D._____ gegen den Privatkläger vorgega...
	Eine solche Beteiligung von E._____ lässt sich jedoch aufgrund der Aktenlage nicht erstellen. Weder der Beschuldigte noch F._____, D._____ oder E._____ führten aus, E._____ sei kurz nach dem Beschuldigten und D._____ beim Privatkläger gewesen. Sämtlic...
	In Bezug auf die Rolle von E._____ lässt sich daher der Sachverhalt nicht anklagegemäss erstellen. Somit ist auch nicht erstellt, dass sich drei Personen in feindseliger Absicht und gewaltsam auf den am Boden liegenden Privatkläger stürzten. Ein wesen...
	3.4.4. Nicht erstellen lässt sich weiter, dass die in der Anklage umschriebenen Verletzungen (Urk. 26 S. 4) Folge der in der Anklage als Angriff umschriebenen Handlungen (ND 2 Absatz 2) sind. Die Verteidigung führte zu Recht aus, die Anklage ordne die...
	3.4.5. Zwei wesentliche Elemente des Anklagevorwurfs können demnach nicht erstellt werden. Voraussetzung des Tatbestands des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB ist jedoch, dass der Angegriffene oder ein Dritter infolge der  Attacke verletzt oder getö...
	Wie vorstehend ausgeführt, lässt sich jedoch gerade nicht erstellen, dass der  Privatkläger bei dem in der Anklage umschriebenen Angriff im Umfang von  mindestens einer einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB verletzt wurde. Somit fehlt ...
	Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die Beteiligung des Beschuldigten,  welche die Vorinstanz als gegeben erachtete, nämlich dass er zusammen mit  D._____ und E._____ "beim Privatkläger gewesen sei" (Urk. 47 S. 47) bzw. dass er "physisch anwesend"...
	3.5. Zusammenfassend lässt sich daher aufgrund der vorliegende Anklage und der Aktenlage ein Schuldspruch sowohl in tatbeständlicher als auch rechtlicher Hinsicht nicht rechtfertigen. Der Beschuldigte ist des Angriffs im Sinne von Art. 134 StGB nicht ...
	Allfällige Tätlichkeiten, welche – im Unterschied zu Verletzungen im Ausmass  einer einfachen Körperverletzung – allenfalls nachgewiesen werden könnten,  wären im Übrigen bereits verjährt, da die Verjährungsfrist für Übertretungen drei Jahre beträgt (...
	4. Zivilansprüche
	Ausgangsgemäss ist das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des  Privatklägers B._____ auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen  (Art. 126 StPO).
	5. Kosten und Entschädigungsfolgen
	5.1. Kosten der Untersuchung und der beiden Gerichtsverfahren
	Ausgangsgemäss sind die Kosten der Untersuchung und der beiden Gerichtsverfahren auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 426 und 428 StPO).
	Eine teilweise Kostenauflage an den Privatkläger – wie es seitens der Verteidigung beantragt wird – ist nicht angezeigt. Der Privatkläger wurde offensichtlich zusammengeschlagen und Hinweise auf eine Falschaussage des Privatklägers liegen nicht vor. D...
	5.2. Der erbetene Verteidiger macht für die Zeit vom 11. Mai 2010 bis und mit  Berufungsverhandlung ein Honorar von total Fr. 49'007.10 geltend, inbegriffen Barauslagen und Mehrwertsteuer (Urk. 62 S. 30 f., Urk. 63).
	Wird die beschuldigte Person freigesprochen, so hat sie Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Verfahrensrechte, Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverf...
	Zu den Entschädigungen für Aufwendungen zur Wahrung der Verfahrensrechte (Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO) gehören primär die Kosten der frei gewählten Verteidigung, wenn die Verbeiständung angesichts der tatsächlichen oder rechtlichen Komplexität des Fal...
	Die einem freigesprochenen Beschuldigten zuzusprechenden Anwaltskosten  bemessen sich nach dem kantonalen Anwaltstarif und müssen verhältnismässig sein (Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 429 N. 7). Die Verteidigungskosten müssen mithin in einem vernü...
	5.3. Entschädigung Privatkläger
	Ausgangsgemäss ist dem Privatkläger B._____ für das gesamte Verfahren keine Prozessentschädigung zuzusprechen (Art. 433 StPO).

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Einzelgericht, vom 23. August 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	1. (...)
	Der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB ist der Beschuldigte nicht schuldig und wird freigesprochen.
	2.-5. (…)
	6. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	7.-10. (…)
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte wird weiter vom Vorwurf des Angriffs im Sinne von  Art. 134 StGB freigesprochen.
	2. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	3. Die Kosten der Untersuchung und beider gerichtlichen Verfahren werden auf die Gerichtskasse genommen.
	4. Dem Beschuldigten wird für das gesamte Verfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 27'925.90 für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	5. Dem Privatkläger B._____ wird für das gesamte Verfahren keine  Prozessentschädigung zugesprochen.
	6. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 den Vertreter des Privatklägers B._____, Rechtsanwalt lic. iur. Y._____, im Doppel für sich und den Privatkläger
	(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Kantonspolizei Zürich, …, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. HD 16/2

	7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.