# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 562da00b-32bd-567d-b0a8-06e98f9349b7
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-22
**Language:** de
**Title:** Versicherter mit COPD und chronischer Hepatitis C, in angepasster Tätigkeit uneingeschränkt arbeitsfähig, kein zusätzlicher Abklärungsbedarf; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2015.00912
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00912.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00912
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber Brugger
Urteil
vom
22. Juni 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsdienst
Inclusion
Handicap
Grütlistrasse
20, 8002 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1959, war bis
zum 3
1.
Oktober 2010 als
Haus
warthilfe
und Hauswart beim
Y.___
angestellt
.
Während eines anschliessenden
Auslandaufenthaltes
war er unter anderem
als Gärtner tätig
(
Urk.
7/10 S. 1 und 5
,
Urk.
7/28 S. 2
Ziff.
2).
Nach
seiner Rückkehr in die Schweiz meldete sich der Versicherte am 1
3.
August 2013
unter Hinweis auf
ein
Asthma bronchiale,
COPD
und eine chronische Hepatitis C bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/2
Ziff.
6.2).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medi
zinisch
e und erwerbliche S
ituation ab und gewährte dem Versicherten Arbeits
vermittlung
(
Urk.
7/16,
Urk.
7/21).
Mit Mitteilung vom 2
6.
Mai 2014 erklärte die IV-Stelle die Massnahme
für
beendet (
Urk.
7/27).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/52-55
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom 2
9.
Juli 2015 (
Urk.
7/58
=
Urk.
2) einen Rentenan
spruch
.
2.
2.1
Der Versicherte erhob am
8.
September 2015 Beschwerde gegen die Verfügung vom 2
9.
Juli 2015 (
Urk.
2) und beantragte, es seien ihm IV-Leistungen (berufli
che Massnahmen/Rente) zuzusprechen (
Urk.
1 S. 1 oben).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
9.
Oktober 2015 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
2.2
Mit Gerichtsverfügung vom 2
2.
Oktober 2015 wurde
antragsgemäss (
Urk.
1 S.
2
Ziff.
2 oben) die unentgelt
liche Prozessführung bewilligt. Zudem wurde ein
zweiter Schriftenwechsel angeordnet und dem Beschwerdeführer die
Beschwer
deantwort
zugestellt (
Urk.
8 Dispositiv
Ziff.
1-3).
Mit Replik vom 2
4.
November 2015 beantragte der Beschwerdeführer
in
abän
de
rung
sei
nes
ursprünglichen Antrags
, die Ver
fügung vom 2
9.
Juli 2015 sei aufzuheben und es sei die Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zurückzu
weisen, damit diese nach Anordnung umfassender medizinischer Abklärungen neu über den Anspruch auf Ausrichtung von IV-Leistungen entscheide (
Urk.
10 S. 2
Ziff.
1 oben). Die Beschwerdegegnerin ver
zichtete am 2
3.
Dezember 2015 auf eine Duplik (
Urk.
13), was dem Beschwer
deführer am 2
9.
Dezember 2015 zur Kenntnis gebracht wurde (
Urk.
14).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung,
IVG).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeits
unfähig ist (BGE 125 V 256 E.
4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person no
ch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E.
4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
stellte sich auf den Standpunkt
,
der Beschwerdeführer
sei seit dem 1
1.
März 2013 in seiner bisherigen Tätigkeit eingeschränkt.
F
ür
sämt
liche seinem Gesundheitsschaden angepasste, körperlich leichte
Hilfsarbei
ter
tätig
keiten
bestehe jedoch
eine volle Arbeitsfähigkeit.
Damit sei es ihm
mög
lich,
ein rentenausschliessendes Einkommen zu erzielen (
Urk.
2 S. 2 oben).
Eine chronische Hepatitis C sei grundsätzlich behandelbar, wofür gemäss den medizinischen Unterlagen
aber
kein dringender Bedarf bestehe (
Urk.
6
Ziff.
2). Da sowohl für das Validen- als auch das Invalideneinkommen von denselben Tabellenlöhnen für Hilfsarbeitertätigkeiten auszugehen sei, erübrige sich die Durchführung eines Einkommensvergleichs (
Urk.
6
Ziff.
3).
2.2
Der Beschwerdeführer machte geltend, der Umstand, dass er an einer chro
ni
schen Hepatitis C leide, sei bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht
ge
nü
gend berücksichtigt worden. Aufgrund der Hepatitis C und eines damit im Zusammenhang stehenden
Fatiguesyndromes
sei er selbst in einer
leidensange
passten
Tätigkeit nur noch in einem Umfang von maximal 50
%
arbeitsfähig (
Urk.
10 S. 2
Ziff.
1).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invali
denrente hat, und ob die vorhandene Aktenlage zur Beurteilung dieser Frage ausreichend ist. Nicht zum Streitgegenstand gehört hingegen die Frage nach dem Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche Massnahmen, da die Be
schwerdeführerin diesbezüglich keine Verfügung erlassen hat.
3.
3.1
Dr.
med.
Z.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, attestierte in
einem Arbeitsunfähigkeitszeugnis vom 2
7.
März
2013 (
Urk.
7/1/1) wegen Krank
heit seit dem 1
1.
März 2013 bis auf
Weiteres
eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
.
Staub- und
Dampfexposition
sowie
grosse körperliche Anst
rengung
en
seien
zu vermeiden.
3.2
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und für Gastroenterologie, führte in einem Bericht vom 1
3.
Mai 2013 (
Urk.
7/1/4-6) aus, beim Beschwerdeführer bestehe eine seit Jahrzehnten bekannte Hepatitis C-Infektion
bei Status nach intravenösem
Drogenabusus
und anhaltender
Poly
toxikomanie
(Nikotin, Alkohol, Kokain, Marihuana)
. Der Patient verneine
Ober
bauchschmerzen
, Gelenksymptome, Pruritus oder das Auftreten eines Ikterus. Ebenso wenig bestünden Ödeme. Hingegen lä
gen eine häufige Müdigkeit und Konzentrationsstörungen vor (S. 1).
Patienten mit einer chronischen Hepatitis C vom Geno
typ 1 würden auf eine antivirale Therapie schlechter ansprechen und benötigten in der Regel auch eine längere Therapie als Patienten mit einem Genotyp 2 oder
3.
Eine solche
neben
wirkungsreiche
und teure Behandlung komme aber erst in Frage, wenn die soziale Situation geklärt sei. So sei unklar, ob der Patient wieder nach
B.___
zu
rückkehre oder in der Schweiz bleibe. Vorausgesetzt sei zudem, dass
er
während mindestens sechs Monaten
seine
Polytoxikomanie
sistiere. Dies
heisse,
dass
er
den Alkoholkonsum abstelle und kein Kokain und Marihuana mehr konsumiere. Er habe den Patienten darauf aufmerksam gemacht, dass diese Noxen bei be
kannter Hepatitis C exponentiell mehr Schäden verursachten, als bei Patienten, die nur unter einer Hepatitis C leiden würden. Falls der Patient während einem halben Jahr abstinent lebe, sei in einem nächsten Schritt eine Leberbiopsie durchzuführen. Je nach Ausmass der Veränderung könne dann über weitere Schritte diskutiert werden. Eine unmittelbare Therapieindikation würde sich nur bei schweren Veränderungen ergeben (S. 2 f.).
3.3
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Innere Medizin und für Pneumologie, Leiten
der Arzt, Spital
D.___
, stellte im Bericht vom 2
0.
Juni 2013 (
Urk.
7/31/2-3) folgende Diagnosen (S. 1):
1.
Verdacht auf Asthma bronchiale
-
Bluteosinophilie
7
%
, entsprechend 385 Zellen/µl (März 2007)
-
Hunde- und Katzenhaarsensibilisierung,
-
signifikante partielle Reversibilität auf systemischen Steroidversuch
-
aktuell mittelschwere obstruktive Ventilationsstörung
-
Rhinokonjunktivitis
Frühling und Sommer
2.
Verdacht auf COPD
-
Zigaretten- und Cannabisrauchen
-
leichte bis neu mittelschwere CO-Diffusionsstörung
3.
Alkoholabusus
-
Status nach Heroin- und
Kokainabusus
bis 1997
-
chronische Hepatitis C
4.
kongenitale
Fazialisparese
links
Dr.
C.___
führte zur Anamnese aus, der Patient sei nach zwei Jahren aus
B.___
zurückgekehrt.
Körperliche Arbeiten habe er dort kaum mehr ver
richten könnten
(S.
1 unten). Im Vergleich zur Voruntersuchung vor sechs Jahren (vgl. den Bericht von
Dr.
C.___
vom 1
8.
Juli 2007,
Urk.
7/31/4-6) fänden
sich in etwa unveränderte lungenfunktionelle Werte.
Dr.
C.___
habe damals einen
systemi
schen
Steroittr
ia
l
durchgeführt mit deutlicher Verbesserung des FEV1 um 570 ml entsprechend 21 %. Somit bestehe sicherlich eine signifikante partielle Re
versibilität. Er habe deshalb die aktuelle Behandlung intensiviert.
Dr.
C.___
habe
empfohlen, einen 400-
er
Turbohaler
einzusetzen, die Dosis zu steigern und abends
Singulair
einzunehmen (S. 2).
3.4
Dr.
A.___
f
ührte
in einem Schreiben vom 1
6.
Juni 2014 (
Urk.
7/29/6)
aus
,
der Beschwerdeführer sei ihm im Frühling 2013 zur Standortbestimmung einer seit Jahren bekannten Hepatitis C zugewiesen worden. E
r habe den Patienten am 1
0.
April und am
8.
Mai 2013 zur Besprechung der Laborresultate gesehen.
B
ei unklarer sozialer Situation mit einer möglichen Rückkehr nach
B.___
und fortgesetzter
Polytoxikomanie
habe
Dr.
A.___
von einer Behandlung der Hepatitis C abgeraten, zumal bei
sonographisch
fehlenden Zeichen einer
porta
len
Hypertension und laborchemisch erhaltener Lebersynthese und
Exkretions
leistung
kein dringender Therapiebedarf bestehe.
Er habe den Patienten einmalig und letztmals v
or mehr als einem Jahr gesehen. Zu weiteren Fragen
könne er keine Stellung nehmen
.
3.5
Med. prakt.
E.___
, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin,
und
Dr.
Z.___
stellten
im Bericht vom 2
3.
Juni 2014 (
Urk.
7/32)
folgende Diag
nosen
:
- Verdacht auf Asthma bronchiale
- chronische Hepatitis C
- Verdacht auf COPD mit mittelschwerer CO-Diffusionsstörung
Depression (seit 2013)
Sie gaben an, dass
in den letzten Jahren
anamnestisch
eine zunehmende Müdigkeit und eine eingeschränkte Leis
tungsfähigkeit
des Beschwerdeführers
be
standen
habe
.
Als Therapien
erwähnten
sie
eine
Inhala
tions
- und eine Psy
cho
therapie.
Die Prognose sei progressiv
(
Ziff.
1.4).
In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Gärtner bestehe seit dem 1
1.
März 2013 bis auf Weiteres eine Arbeitsunfähigkeit von 40 %.
Eine Dyspnoe und eine allgemeine Müdigkeit habe eine eingeschränkte Kraft und Ausdauer zur
F
olge.
Eine
angepasste Tätigkeit
im Sinne einer körperlich limitierten Belastung
mit Heben von Gewichten
sei dem Beschwerdeführer zwei bis drei Stunden pro Tag möglich (
Ziff.
1.6-1.7).
Möglicherweise
habe
eine pulmonale
Rehabilitation
positive Auswirkungen (
Ziff.
1.8).
Eine
rein sitzende Tätigkeit
sei
zumutbar (S. 5
Ziff.
3 oben).
3.6
Dr.
med.
F.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Med
izin und für Rheu
matologie, Regionalärztlicher Dienst der Beschwerdegegnerin (RAD),
hielt
in einer Stellungnahme vom
8.
Oktober 2014 (
Urk.
7/51 S. 3) fest
, laut dem Be
richt von
Dr.
C.___
vom 2
0.
Juni 2014
(
richti
: 2013)
bestehe ein Verdacht auf
Asthmabron
chiale
, ein Verdacht auf COPD, eine kongenitale
Fazialisparese
links und ein Al
koholabusus. Eine Arbeitsunfähigkeit werde nicht angegeben. Der Hausarzt at
testiere für die Tätigkeit als Gärtner
eine Arbeitsunfähigkeit von 40
% seit dem 1
1.
März 201
3.
Die Angaben zur Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit seien ungenau. Eine rein sitzende Tätigkeit sei aber möglich.
3.7
Dr.
C.___
stellte
im
Bericht vom 2
2.
April 2015
(
Urk.
7/50)
neu folgende
Diagno
se
n
(S. 1):
-
COPD GOLD Stadium 2
-
mögliche asthmatische Komponente
-
s
ignifikante partielle Reversibilität im systemischen Steroidversuch
2006
-
DD: Exazerbations
-
“
B
ehandlung“
-
Rhinokonjunktivitis
Frühling und Sommer
-
Zigaretten- und Cannabiskonsum
-
anamnestisch Status nach Alkoholkonsum
-
Status nach Heroin- und
Kokainabusus
bis 1997
-
chronische Hepatitis C
-
kongenitale
Fazialisparese
links
Der Beschwerdeführer
berichte aktuell
übe
r rezidivierende Hustensynkopen
. Laut Fremdanamnese sei er dabei jeweils 5 bis 10 Sekunden nicht ansprechbar. Er habe sich dabei auch schon den Kopf aufgeschlagen. Eine arterielle Hyper
tonie sei nicht bekannt (S. 1).
Der
Beschwerdeführer leide an einer mittelschweren obstruktiven
Ventilations
störung
, welche wahrscheinlich einer COPD zuzuordnen sei. In der Vergangen
heit seien CO-Diffusionsmessungen um 65
%
(2006) und 60
%
des Solls (2013) gemessen worden. Bei Asthmatikern würde man eine normale
Diffusionskapa
zität
erwarten. Differentialdiagnostisch komme auch eine COPD-Exazerbation in Frage, welche zu der
Verschlechterung geführt habe (S. 2 unten).
Insgesamt sei aus
pneumologischer
Sich keine Einschränkung für leichtere kör
perliche Betätigungen nachweisbar.
Dr.
C.___
sei gerne bereit, eine Spiro-Ergo
metrie durchzuführen, da sicherlich auch eine relevante
Dekonditionierung
vor
handen sei (S. 2 f.).
3.8
Dr.
F.___
erklärte
in einer weiteren Stellungnahme
vom
5.
Mai
2015 (
Urk.
7/51
S.3)
, im Bericht von
Dr.
C.___
vom 2
2.
April 2015 würden keine Ein
schrän
kungen für leichtere körperliche Betätigungen ausgewiesen. Zusammen
fassend bestehe demnach in der bisherigen Tätigkeit als Gärtner seit dem 1
1.
März 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 40
%
. In einer angepassten, leichten Tätigkeit sei keine relevante dauerhafte Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen.
3.9
Med. prakt.
E.___
antwortete in einem Schreiben vom 1
1.
November 2015 (
Urk.
11/2) auf die Fragen
im Schreiben
der Rechtsver
treterin des Beschwerde
führers vom 2
1.
Oktober 2015 (
Urk.
11/1).
Med. prakt.
E.___
gab an, der Beschwerdeführer sei seit dem 1
5.
Februar 2013
in ihrer Praxis
in
ärztlicher
Behandlung. Die Frequenz
der Behandlung
sei unre
gel
mässig (
Ziff.
1).
In der bisherigen Tätigkeit als Gärtner bestehe eine Arbeits
unfähigkeit von 100
%
. Je nach Aufgabenbereich bestehe in einer angepassten leichten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
(
Ziff.
2-3).
Med. prakt.
E.___
na
nnte als massgebende Diagnosen ein
Asthma bronchiale,
einen
Verdacht auf COPD,
eine Depression und
eine
chronische Hepatitis C. Ausgehend von der Lunge bestehe eine Einschränkung. Zudem bestehe ausge
hend von einer Hepatitis C ein
Fatiguesyndrom
. Die psychische Komponente sei aktuell gut kompe
nsiert (
Ziff.
4). In der letzten
Zeit habe es bezüglich
der
Therapie einer Hepatitis viele Neuerungen gegeben.
Allenfalls sei eine
Neubeur
tei
lung
sinnvoll
(
Ziff.
5).
4.
Der erstinstanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom
Untersuchungsgrund
satz
beherrscht (
Art.
61
lit
. c ATSG). Danach hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indes
sen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korre
lat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 193 E. 2, 122 V 157 E. 1a, vgl. BGE 130 I 180 E. 3.2).
Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer
Beweisfüh
rungslast
begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der
Beweis
losigkeit
der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbe
wiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des
Un
tersuchungsgrundsatzes
aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b).
5.
5.1
Beim Beschwerdeführer wurde
insbesondere
eine
seit
Jahrzenten
bestehende
chronische
Hepatitis C
, ein Status nach Alko
hol-, Heroin- und
Kokainabusus
sowie
die Lungenkrankheit COPD
diagnostiziert
(
Urk.
7/2
9 S. 6, E.
3.
7
hiervor).
Hinsichtlich d
er chronischen Hepatitis C liegen der Bericht von
Dr.
A.___
vom 1
3.
Mai 2013 und sein Schreiben
vom 1
6.
Juni 2014 vor
.
Dr.
A.___
wies
in seinem Schreiben
darauf hin, dass er den Beschwerdeführer einmalig vor über einem Jahr gesehen habe, weshalb er die Fragen im Formular der Beschwerdegegnerin nicht beantworten könne.
Dr.
A.___
gab jedoch an
, dass
bei
sonographisch
fehlenden Zeichen
einer
portalen
Hypertension und erhaltener Lebersynthese und Exkretionsleistung kein dringender Therapiebedarf
der
Hepatitis C
bestehe (E. 3.
4
hiervor).
Die Kritik des Beschwerdeführers, die chronische Hepatitis C sei
im vorinstanzli
chen Verfahren
ungenügend berücksichtigt worden
(
Urk.
10 S.
2
Ziff.
1)
,
ver
mag nicht zu überzeugen
.
So durfte vom
Beschwerdeführer erwartet werden,
dass er sich
erneut
bei
Dr.
A.___
oder einem anderen Facharzt für Gast
roenterologie in Behandlung begibt
oder
er sich
an einen solchen überweisen lässt
, wenn er
sich durch die
chronische
Hepatitis C
als
in seiner Leistungsfä
hig
keit
erheblich
beeinträchtigt erachtet.
Mit der einmaligen
Untersuchung bei
Dr.
A.___
ist
er
seiner
Schadenminder
ungspflicht nicht ausreichend nach
ge
kommen.
5.2
Dr.
C.___
stellte hinsichtlich der
pneumologischen
Erkrankung des Beschwerde
führers keine Einschränkung für leichtere körperliche Betätigungen fest und
stützte diese Beurteilung auf eine genaue Untersuchung mit Erhebung des Status
, Laboranalysen, Spirometrie und
Gehtest
(vgl. Urk.
7/50 S.
2). Er wies auf den weiterhin bestehenden Nikotinabusus und eine
Dekonditionierung
hin. Insge
samt vermag deshalb die Beurteilung durch Dr.
C.___
zu überzeugen, und es ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei zumutbarem Verzicht auf Nikotin seine Leistungsfähigkeit steigern könnte. Dementsprechend ist
g
estützt auf das Schreiben von
Dr.
A.___
vom 1
6.
Juni 2014
,
den Bericht von Dr.
C.___
vom 22. April 2015
und
die
Stellungnahme
n
des RAD
davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in einer behinderungsangepassten, körperlich leich
ten Tätigkeit nicht in seiner Ar
beitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Auch med. prakt.
E.___
und
Dr.
Z.___
beur
teilten die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
im Bericht vom 2
3.
Juni
2014
dahingehend
, dass
ihm
jedenfalls
eine rein sitzende Tätigkeit uneingeschränkt möglich ist.
Die
weiteren
Angaben im Be
richt vom 2
3.
Juni 2014, wonach dem Beschwerdeführer eine körperlich ange
passte Tätigkeit eingeschränkt
mit einem Pensum von
zwei
bis drei Stunden pro Tag
möglich sei,
bleiben
unklar.
Wollte man
dieser Einschätzung
folgen,
be
stünde
für die Tätigkeit als Gärtner
eine hö
here
Restarbeitsfähigkeit von 60
% als für eine
behinderungs
a
ngepasste Tätig
keit
, was nicht zutreffen kann.
Auf die Angaben
der Hausärzte
zur Arbeitsfä
higkeit in einer behinderungsangepassten Tätigkeit kann daher nicht abgestellt werden.
5.3
Zu der
von
med. prakt.
E.___
und
Dr.
Z.___
gestellten
Diagnose einer Depres
sion finden sich im Bericht
vom 2
3.
Juni 2014
keine weiteren
Angaben
,
etwa
zum Schweregrad
oder
zur
Behandlung
einer allfälligen depressiven Störung.
Es bestehen daher keine Anhaltspunkte, dass der Beschwerdeführer aus psychiat
rischer Sicht in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist.
Med.
prakt
E.___
gab im Schreiben vom 1
1.
November 2015 neu an, dass für die Tätigkeit als Gärtner ei
ne Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und
i
n einer ange
passten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von maximal 50
%
bestehe
(E. 3.
9
). Aus dem
Schreiben der Hausärztin ergibt sich jedoch nicht, weshalb
sie
die Arbeits
fähigkeit
nun
abweichend als im
Bericht vom 2
3.
Juni 2014 beurteilte.
Die knappen Angabe
n
, wonach von Seiten der Lu
n
ge eine Einschränkung und zu
dem ein
Fatiguesyndrom
bestehe,
sind bekannt und
finden sich auch im Bericht vom 2
3.
Juni 201
4.
Daraus lässt sich nicht auf eine
Verschlechterung des Ge
sundheitszustandes
des Beschwerdeführers
schliessen.
Nach dem Gesagten ist die Beschwerdegegnerin ihrer Abklärungspflicht zur Ge
nüge nachgekommen. Für weitere
medizinische
Abklärungen oder eine
Rück
weisung
der Sache an die Beschwerdegegnerin
, wie vom Beschwerdeführer be
antragt
(vgl.
Urk.
10 S. 2
Ziff.
1 oben)
,
besteht daher kein Grund.
6.
6.1
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
bei aus
geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
), in Bezie
hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht in
valid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die b
eiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (sog. allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
6.
2
Der Beschwerdeführer verfügt über keine abgeschlossene Berufsausbildung (vgl. Urk. 7/2 Ziff. 5.3) und war bislang im Wesentlichen als Allrounder tätig, wobei er unregelmässige und verhältnismässig geringe Einkommen erzielte (vgl. IK-Auszug; Urk. 7/17). Die Beschwerdegegnerin ging deshalb davon aus, dass für die Bestimmung des Validen- wie auch des Invalideneinkommens von den statistischen LSE-Tabellenlöhnen für Hilfsarbeitertätigkeiten auszugehen sei (vgl. Urk. 6 S. 2). Dies ist nicht zu beanstanden und im Übrigen unbestritten.
6.3
Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der Tätig
keit als Gärtner zu 40 % eingeschränkt, dass er in einer
behinderungsan
gepassten
körperlich leichten Hilfsarbeitertätigkeit aber uneingeschränkt ar
beits
fähig ist. Für die zuletzt ausgeübten Tätigkeiten als
allrounder
und für eine mögliche behinderungsangepasste Tätigkeit sind dieselben
Tabel
len
löhne
zu verwenden. Nachdem in einer Hilfsarbeitertätigkeit eine volle Ar
beits
fähigkeit besteht, scheidet ein Rentenanspruch daher von vorneherein aus.
Die Beschwerdegegnerin hat einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers im angefochtenen Entscheid daher zu Recht verneint, was zur Abweisung der Be
schwerde führt.
7.
Da es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichtskosten sind nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert festzulegen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Vorliegend sind die Kosten auf Fr. 600.--
festzusetzen
zufolge Gewährung der unentgelt
lichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen
.
Der Beschwerdeführer wird auf § 16 Abs. 4
GSVGer
hingewiesen, wonach er zur Nachzahlung verpflichtet werden kann, sofern er dazu in der Lage ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt,
zufolge
Ge
währung der unentgeltlichen Prozessführung jedoch einstweilen auf die Gerichts
kasse
genommen. Der Beschwerdeführer wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss § 16
Abs. 4
GSVGer
hingewiesen.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsdienst
Inclusion
Handicap
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweism
ittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrugger