# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5e2efce2-88e3-5227-a676-9d7024e5805f
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** LZ240013-O17
**Docket/Reference:** LZ240013-O17
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/LZ240013-O17.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer  

Geschäfts-Nr.: LZ240013-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

Dr. S. Janssen und Oberrichter lic. iur. K. Vogel sowie

Gerichtsschreiberin MLaw D. Müller

Beschluss vom 2. Juni 2025

in Sachen

A._____, 

Beklagter und Berufungskläger

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw X._____, 

gegen

B._____, 

Klägerin und Berufungsbeklagte

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y._____, 

sowie

- 2 -

C._____, 

Verfahrensbeteiligter

betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange (vorsorgliche Massnahmen)

Berufung gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen 

Verfahren am Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 26. Februar 2024 

(FK230063-L)

- 3 -

Rechtsbegehren:

der Klägerin (Urk. 1 S. 2 f.):

"1. Der gemeinsame Sohn der Parteien, C._____, sei für die Dauer des Ver-

fahrens unter die alleinige Obhut der Klägerin zu stellen.

 2. Die Klägerin sei berechtigt zu erklären, den Aufenthaltsort des gemein-
samen Sohnes der Parteien, C._____, für die Dauer des Verfahrens an 
ihren Wohnsitz in D._____ zu verlegen.

 3. Dem  Beklagten  sei  für  die  Dauer  des  Verfahrens  ein  gerichtsübliches 

Besuchsrecht einzuräumen.

 4. Der  Beklagte  sei  zu  verpflichten,  der  Klägerin  rückwirkend  ab  dem 
1. April  2023  und  für  die  Dauer  des  Verfahrens  für  den  gemeinsamen 
Sohn C._____ gerichtlich festzusetzende monatliche Unterhaltsbeiträge 
von  mindestens  CHF 2'300.–  (davon  CHF 650.–  als  Betreuungsunter-
halt) zu bezahlen (zuzüglich gesetzlicher und vertraglicher Kinderzula-
gen), zahlbar jeweils monatlich im Voraus auf den ersten jeden Monats.

 5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) zu Lasten 

des Beklagten."

des Beklagten (Urk. 19 S. 1):

"1. Das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen sei abzuweisen, soweit darauf 

einzutreten ist.

[…]"

Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren am
Bezirksgericht Zürich, 7. Abteilung, vom 26. Februar 2024:
(Urk. 51 S. 63 ff.)

Es wird zunächst verfügt:

1.

Die nachfolgend erkannten Dispositivziffern 1 (Obhut), 2 (Betreuung) und 4 

(Unterhalt) treten als vorsorgliche Massnahmen sofort in Kraft.

2.

Die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen bleibt dem nachfolgen-

dem Erkenntnis vorbehalten.

3.

4.

(Schriftliche Mitteilung)

(Rechtsmittelbelehrung)

Es wird sodann verfügt:

[…]

- 4 -

Es wird erkannt:

1.

Die Obhut für den Sohn C._____, geboren tt.mm.2021, wird der Klägerin allein 

zugeteilt.

2.

Der Beklagte ist berechtigt und verpflichtet, den Sohn C._____ wie folgt auf 

eigene Kosten zu betreuen: 







an  jedem  zweiten  Wochenende  ab  Freitag,  17.00  Uhr,  bis  Sonntag, 
20.00 Uhr,

in Jahren mit geraden Jahreszahl am 26. Dezember sowie am darauf-
folgenden 1. Januar und in ungeraden Jahren am 25. Dezember sowie 
am 31. Dezember,

während 6 Wochen Ferien pro Jahr, ab 1. September 2026 während der 
Schulferien.

Fällt das Betreuungswochenende des Beklagten auf Ostern, so beginnt seine 

Betreuungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag, 16.00 Uhr, und dauert 

bis Ostermontag, 20.00 Uhr. Folgt das Betreuungswochenende des Beklag-

ten  auf  Auffahrt,  beginnt  die  Betreuungsverantwortung  bereits  ab  Auffahrt, 

09.00 Uhr. Fällt sein Betreuungswochenende auf Pfingsten, so verlängert sich 

seine Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 20.00 Uhr. 

Von den 6 Ferienwochen des Beklagten erfolgt die Betreuung bis 31. Dezem-

ber 2026 maximal einmal pro Jahr zwei Wochen am Stück, ab 1. Januar 2027 

pro Jahr maximal drei Wochen am Stück.

Die  Parteien  sprechen  die  Aufteilung  der  Ferien  frühzeitig,  spätestens  bis 

Ende Oktober des Vorjahres, ab. Können sie sich bis Ende Oktober des Vor-

jahres nicht einigen, so kommt für Jahre mit gerader Jahreszahl dem Beklag-

ten das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; für Jahre 

mit ungerader Jahreszahl der Klägerin. 

In der übrigen Zeit ist die Klägerin für die Betreuung des Sohnes zuständig.

- 5 -

3.

4.

Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger 

Absprache bleiben vorbehalten.

[…]

Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin an den Unterhalt und die Erzie-

hung des Sohnes C._____ folgende Kinderunterhaltsbeiträge, zuzüglich Fa-

milien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu bezahlen:



















Fr. 1'109.75

Fr. 1'333.10

Fr. 1'669.10

Fr. 1'729.10

Fr. 1'070.10

Fr. 1'758.10

Fr. 1'913.10

Fr. 1'878.10

Fr. 1'759.10

rückwirkend für April 2023
(davon Fr. 220.65 als Betreuungsunterhalt);

rückwirkend  ab  1. Mai  2023  bis  30. September  2023 
(davon Fr. 444.00 als Betreuungsunterhalt);

rückwirkend ab 1. Oktober 2023 bis 28. Februar 2024 
(davon Fr. 564.00 als Betreuungsunterhalt);

ab 1. März 2024 bis 31. August 2026
(davon Fr. 564.00 als Betreuungsunterhalt);

ab 1. September 2026 bis 31. Dezember 2026
(davon Fr. 19.00 Betreuungsunterhalt);

1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2031
(davon Fr. 49.00 Betreuungsunterhalt);

1. Januar 2032 bis 31. Dezember 2033
(davon Fr. 49.00 Betreuungsunterhalt);

1. Januar 2034 bis 31. August 2034
(davon Fr. 49.00 Betreuungsunterhalt);

ab 1. September 2034 bis zum ordentlichen Abschluss 
einer angemessenen Ausbildung (auch über die Voll-
jährigkeit hinaus).

Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar, und zwar monatlich im 

Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Monats. Die Zahlungsmodalitäten 

gelten über die Volljährigkeit hinaus, solange das Kind im Haushalt der Klä-

gerin lebt und keine eigenen Ansprüche gegenüber dem Beklagten stellt bzw. 

keinen anderen Zahlungsempfänger bezeichnet.

5.

6.

7.

[…]

[…] 

[…]

- 6 -

8.

9.

[…] 

(Schriftliche Mitteilung)

10.

(Rechtsmittelbelehrung)

Berufungsanträge:

des Beklagten und Berufungsklägers (Urk. 50 S. 2 f.):

"1. Es sei der Sohn C._____, geb. am tt.mm.2021, in Aufhebung der Ziffer 1 der 
Verfügung vom 26.2.2024 betr. vorsorgliche Massnahmen i.V.m. Dispositiv-
ziffer 1 des Urteils vom Bezirksgericht Zürich vom 26.2.2024 für die Dauer des 
Verfahrens unter die alternierende Obhut der Parteien zu stellen.

 2. Es  sei  der  Berufungskläger  in  Aufhebung  der  [Ziffer]  1  der  Verfügung  vom 
26.2.2024 betr. vorsorgliche Massnahmen i.V.m. Dispositivziffer 2 Abs. 1 des 
Urteils vom Bezirksgericht Zürich vom 26.2.2024 für berechtigt und verpflich-
tet zu erklären, den Sohn C._____ in geraden Wochen von Donnerstag 16.00 
Uhr bis Montag 12.00 Uhr sowie in ungeraden Wochen von Donnerstag 16.00 
Uhr bis Samstag 12.00 Uhr zu betreuen.

 3. Es  sei  der  Berufungskläger  in  Aufhebung  der  Ziffer  1  der  Verfügung  vom 
26.2.2024 betr. vorsorgliche Massnahmen i.V.m. Dispositivziffer 4 des Urteils 
vom  Bezirksgericht  Zürich  vom  26.2.2024  für  berechtigt  und  verpflichtet  zu 
erklären, der Klägerin rückwirkend vom 1. Oktober 2023 bis und mit 31. Au-
gust 2026 an den Unterhalt und die Erziehung des Sohnes Unterhaltsbeiträge 
von CHF 696.00 Barunterhalt (davon CHF 0.00 Bereuungsunterhalt) pro Mo-
nat zzgl. Kinderzulagen zu bezahlen.

 4. Eventualiter sei die Ziffer 1 der Verfügung vom 26.2.2024 betr. vorsorgliche 
Massnahmen i.V.m. Dispositivziffer 1, 2 Abs. 1 und 4 des Urteils vom Bezirks-
gericht Zürich vom 26.2.2024 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung 
an die Vorinstanz zurückzuweisen.

 5. Es sei ein Kinderanwalt beizuziehen.

 6. Die Vollstreckung von Ziffer 1 der Verfügung vom 26.2.2024 betr. vorsorgliche 
Massnahmen sei i.V.m. Ziffer 1 (Obhut), 2 Abs. 1 (Betreuung) und 4 (Unter-
halt) des Urteils vom 26.2.2024 für die Dauer des Verfahrens aufzuschieben.

 7. Es seien die Lohnabrechnungen der Berufungsbeklagten von November 2023 

bis und mit März 2024 sowie der Lohnausweis 2023 zu edieren.

 8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. gesetzliche Mehrwert-

steuer zulasten der Berufungsbeklagten."

- 7 -

der Klägerin und Berufungsbeklagten (Urk. 72 S. 3 ff. sowie Urk. 81 S. 3 ff. [teil-
weise modifiziert]):

"1. Es sei der gemeinsame Sohn der Parteien, C._____, geb. tt.mm.2021, für die 
Dauer des Berufungsverfahrens unter die Obhut der Berufungsbeklagten zu 
stellen.

 2. Es sei für die Dauer des Berufungsverfahrens für den gemeinsamen Sohn der 
Parteien, C._____, geb. tt.mm.2021, folgende Betreuungsregelung anzuord-
nen:

a.

Betreuung durch die Kindsmutter:

- von Sonntagabend, 19.00 Uhr, bis Freitagabend, 19.00 Uhr;

- an jedem vierten Wochenende (erstmals am Wochenende nach An-
ordnung der vorsorglichen Massnahmen) von Freitagabend, 18.00 
Uhr, bis Sonntagabend, 19.00 Uhr;

- während sechs Wochen Ferien pro Jahr;

- während der Hälfte der Feier- und Brückentage im Jahr;

b.

Betreuung durch den Kindsvater:

- von Freitagabend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 19.00 Uhr;

-

in jeder vierten Woche am Freitagnachmittag (jeweils vor dem 
Betreuungswochenende der Kindsmutter), von 13.00 Uhr bis 
19.00 Uhr;

- während sechs Wochen Ferien im Jahr;

- während der Hälfte der Feier- und Brückentage im Jahr.

Es seien die Parteien anzuweisen, C._____ für die Übergaben jeweils zum 
anderen Elternteil zu bringen.

Für  die  Dauer  des  Verfahrens  sei  der  Kindsmutter  das  Entscheidungsrecht 
hinsichtlich der Ferien- und Feiertagsbetreuung zuzuteilen.

 3. Es sei der Wohnsitz des gemeinsamen Sohnes der Parteien, C._____, geb. 
tt.mm.2021, für die Dauer des Berufungsverfahrens bei der Klägerin und Be-
rufungsbeklagten festzusetzen.

 4. Es seien dem Beklagten und Berufungskläger im Sinne einer Kindesschutz-

massnahme folgende Weisungen zu erteilen:

-

-

-

es sei der Kindsvater anzuweisen, C._____ während seiner Betreuungs-
zeit jeweils spätestens um 20.00 Uhr zu Bett zu bringen;

es sei der Kindsvater anzuweisen, C._____ an den Übergabetagen je-
weils pünktlich bei der Kindsmutter abzuliefern und eine altersgerechte 
Verabschiedung durchzuführen;

es sei dem Kindsvater zu verbieten, C._____ spontan in der Krippe ab-
zuholen oder am Wohnort der Kindsmutter aufzusuchen;

- 8 -

-

-

es sei der Kindsvater anzuweisen, vorbehältlich eines Notfalls C._____ 
nicht ohne Rücksprache mit der Kindsmutter zum Arzt zu bringen und 
sie über erfolgte Arztbesuche vollumfänglich zu orientieren;

es sei der Kindsvater anzuweisen, der Kindsmutter Zugriff auf das Kran-
kenkassenportal des Sohnes zu gewähren und sie als berechtigte Per-
son gegenüber der Krankenkasse des Sohnes zu deklarieren.

 5. Es sei der Beklagte und Berufungskläger zu verpflichten, für die Dauer des 
Berufungsverfahrens der Klägerin und Berufungsbeklagten an den Unterhalt 
und  die  Erziehung  des  gemeinsamen  Sohnes  der  Parteien,  C._____,  geb. 
tt.mm.2021, folgende ab dem Verfall mit 5% verzinsliche Kinderunterhaltsbei-
träge,  zuzüglich  allfälliger  bezogener  Familien-,  Kinder-  und/  oder  Ausbil-
dungszulagen, zu bezahlen:

a.

b.

c.

d.

e.

CHF 1'110.– rückwirkend für den April 2023 (davon CHF 460.– als Be-
treuungsunterhalt);

CHF  1'575.–  rückwirkend  für  die  Monate  Mai  2023  bis  30.  Septem-
ber 2023 (davon CHF 705.– als Betreuungsunterhalt);

CHF 1'550.– rückwirkend für die Monate Oktober 2023 bis und mit Fe-
bruar 2024 (davon CHF 480.– als Betreuungsunterhalt);

CHF 1'680.– rückwirkend für die Monate März 2024 bis und mit Juli 2024 
(davon CHF 170.– als Betreuungsunterhalt);

CHF  1'790.–  rückwirkend  ab  dem  1.  August  2024  und  für  die  weitere 
Dauer des Verfahrens (davon CHF 460.– als Betreuungsunterhalt).

Zusätzlich sei der Beklagte und Berufungskläger zu verpflichten, die Kosten-
der Krankenversicherung sowie die ungedeckten Gesundheitskosten des ge-
meinsamen Sohnes der Parteien, C._____, geb. tt.mm.2021, rückwirkend ab 
April 2023 und für die weitere Dauer des Verfahrens direkt zu bezahlen.

Die Unterhaltsbeiträge seien an die Klägerin und Berufungsbeklagte zahlbar, 
und zwar (soweit nicht rückwirkend) monatlich im Voraus jeweils auf den Ers-
ten eines jeden Monats.

Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Beklagte und Berufungskläger 
seine Unterhaltsschuld im Umfang von CHF 2'995.– bereits getilgt hat.

 6.

Für die Festsetzung der laufenden Unterhaltsbeiträge seien folgende Grund-
lagen festzustellen:

a.

Einkommen

Des Kindsvaters:

CHF 8'850.– (100% Pensum, inkl. Bonus)

Der Kindsmutter:

CHF 2'570.– (40% Pensum, inkl. 13. ML und 

Zuschläge)

C._____:

CHF

200.– (Kinderzulagen)

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b.

Bedarf (familienrechtliches Existenzminimum)

Des Kindsvaters:

Der Kindsmutter:

CHF 4'870.–

CHF 3'030.–

C._____

CHF

200.– (beim Vater)

CHF 1'285.– (bei der Mutter)

c.

Vermögen

Des Kindsvaters:

Der Kindsmutter:

C._____:

CHF

CHF

CHF

0.–

0.–

0.–

 7. Der Editionsantrag des Berufungsklägers (Rechtsbegehren Ziff. 7) sei als ge-

genstandslos geworden abzuschreiben.

 8. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Berufungsklä-

gers."

Prozessual:

"1. Auf den Beizug eines Kinderanwalts sei zu verzichten.

 2. Es sei der Berufungskläger zu verpflichten, folgende Unterlagen zu edieren:

a)

b)

Sämtliche Kontoauszüge für die Zeit vom 1. November 2023 bis 
31. Oktober 2024;

Sämtliche Kreditkartenabrechnungen (inkl. Revolut) für die Zeit vom 
1. April 2023 bis 31. Oktober 2024;

 3. Es sei der Berufungsbeklagten für das Berufungsverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege  zu  gewähren  und  ihr  in  der  Person  [von  Rechtsanwalt  MLaw 
Y._____] ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen."

Erwägungen:

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte

1.

Die Klägerin und Berufungsbeklagte (fortan Klägerin) und der Beklagte und 

Berufungskläger  (fortan  Beklagter)  sind  die  unverheirateten  Eltern  von  C._____, 

geboren am tt.mm.2021. Mit Eingabe vom 10. Juli 2023 machte die Klägerin bei 

der Vorinstanz eine Klage betreffend Unterhalt und weitere Kinderbelange anhän-

gig (Urk. 1). Der weitere Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens kann dem ange-

fochtenen Entscheid entnommen werden (Urk. 51 S. 5). Am 26. Februar 2024 er-

liess  die  Vorinstanz  die  eingangs  wiedergegebene  Verfügung  über  vorsorgliche 

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Massnahmen (Urk. 46 S. 63 f. = Urk. 51 S. 63 f.). Gleichentags traf sie auch ihren 

Endentscheid,  um  den  es  vorliegend  aber  noch  nicht  geht  (vgl. separates  Beru-

fungsverfahren Nr. LZ240017-O).

2. Gegen  die  vorinstanzliche  Verfügung  betreffend  vorsorgliche  Massnahmen 

erhob der Beklagte mit Eingabe vom 25. März 2024 innert Frist (vgl. Urk. 48 sowie 

Art. 312 Abs. 2 ZPO) Berufung mit den eingangs zitierten Anträgen (Urk. 50). Die 

beantragte aufschiebende Wirkung wurde mit Verfügung vom 15. April 2024 teil-

weise erteilt (Urk. 60 S. 14). Nachdem sich die Parteien mit einer Vergleichsver-

handlung  einverstanden  erklärt  hatten  (Urk.  62/1-2),  wurden  sie  auf  den  25.  Juli 

2024 vorgeladen (Urk. 63). An der Verhandlung schlossen die Parteien einen Ver-

gleich; in der Folge wurde aber vom vereinbarten Widerrufsvorbehalt (Urk. 68) Ge-

brauch gemacht (Urk. 69). Infolgedessen wurde der Klägerin am 9. August 2024 

Frist angesetzt, um zur Berufungsschrift schriftlich Stellung zu nehmen (Urk. 70). 

Mit Eingabe vom 29. August 2024 erstattete die Klägerin innert Frist ihre Berufungs-

antwort (Urk. 72). Der Beklagte reichte innert erstreckter Frist am 11. Oktober 2024 

seine Stellungnahme sowie die von ihm eingeforderten Unterlagen ein (Urk. 75-78, 

79/1-8).  Auch  von  der  Klägerin  wurden  Unterlagen  eingefordert  (Urk.  80).  Diese 

reichte sie mit Eingabe vom 23. Oktober 2024 ins Recht (Urk. 81 f., 83/22-25). Unter 

dem  Datum  vom  21.  November  2024  reichte  der  Beklagte  innert  erbetener  Frist 

(vgl.  Urk. 85 f.)  eine  erneute  Stellungnahme  sowie  weitere  Unterlagen  ins  Recht 

(Urk.  87,  89/1-3).  Darauf  verzichtete  die  Klägerin  auf  erneute  Stellungnahme 

(Urk. 91). Der Beklagte legte am 6. Dezember 2024 (Urk. 93) seine Anstellungsbe-

stätigung ins Recht (Urk. 94). Auch hierzu verzichtete die Klägerin explizit auf Stel-

lungnahme (Urk. 95A). Mit Schreiben vom 11. Februar 2025 brachte die KESB Be-

zirk  Horgen  nach  einer  Gefährdungsmeldung  (vgl.  Urk.  96)  einen  Polizeirapport 

vom 3. Februar 2025 dem Gericht zur Kenntnis (Urk. 97 f.). Dieser wurde den Par-

teien am 17. Februar 2025 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 100); sie äusserten 

sich aber nicht dazu (vgl. Urk. 101). Mit Verfügung vom 7. März 2025 wurde den 

Parteien angezeigt, dass das vorliegende Verfahren nun in die Phase der Beratung 

übergegangen sei (Urk. 102). Dennoch reichte der Beklagte am 25. März 2025 eine 

Noveneingabe  ein,  welche  der  Klägerin  zur  Kenntnisnahme  zugestellt  wurde 

(Urk. 103  und  104/1).  Dazu  nahm  die  Klägerin  am  31.  März  2025  kurz  Stellung 

- 11 -

(Urk.  106,  dem  Kläger  zur  Kenntnis  gebracht  [Prot.  S.  22]).  Mit  Eingabe  vom 

25. April 2025 liess sich der Kläger erneut vernehmen (Urk. 108).

3.

Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-49). Das Verfahren be-

treffend vorsorgliche Massnahmen erweist sich als spruchreif.

II. Prozessuales

1. Mit der Berufung kann eine unrichtige Rechtsanwendung und eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über eine vollständige Überprüfungsbefugnis der Streitsache, 

mithin  über  unbeschränkte  Kognition  bezüglich  Tat-  und  Rechtsfragen.  In  der 

schriftlichen Berufungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzei-

gen,  inwiefern  der  erstinstanzliche  Entscheid  in  den  angefochtenen  Punkten  als 

fehlerhaft zu betrachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Dazu hat 

sich der Berufungskläger inhaltlich mit den vorinstanzlichen Erwägungen ausein-

anderzusetzen und mittels genügend präziser Verweisungen auf die Akten aufzu-

zeigen,  woraus  sich  der  geltend  gemachte  Berufungsgrund  ergeben  soll.  Pau-

schale Verweisungen auf frühere Rechtsschriften oder Vorbringen genügen hierfür 

nicht (vgl. BGE 141 III 569 E. 2.3.3 = Pra 105/2016 Nr. 99; BGE 138 III 374 E. 4.3.1 

= Pra 102/2013 Nr. 4; BGer 5A_164/2019 vom 20. Mai 2020 E. 5.2.3). Diese Be-

gründungsanforderungen gelten sinngemäss auch für den Inhalt der Berufungsant-

wort  (BGer  4A_496/2016  vom  8. Dezember  2016  E. 2.2.2  m.w.H.;  BGer 

5A_660/2014 vom 17. Juni 2015 E. 4.2 m.w.H.). Was nicht oder nicht in einer den 

gesetzlichen  Begründungsanforderungen  entsprechenden  Weise  beanstandet 

wird, braucht von der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich 

– abgesehen von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der 

Beanstandungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht 

gegen  den  erstinstanzlichen  Entscheid  erhoben  werden  (vgl.  BGE 142  III  413 

E. 2.2.4  m.H.;  BGer  5A_164/2019  vom  20. Mai  2020  E. 5.2.3).  Inhaltlich  ist  die 

Rechtsmittelinstanz  dabei  weder  an  die  Argumente,  welche  die  Parteien  zur  Be-

gründung ihrer Beanstandungen vorbringen, noch an die Erwägungen der ersten 

Instanz gebunden; sie wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 57 ZPO) und 

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verfügt über freie Kognition in Tatfragen, weshalb sie die Berufung auch mit einer 

anderen Argumentation gutheissen oder diese auch mit einer von der Argumenta-

tion  der  ersten  Instanz  abweichenden  Begründung  abweisen  kann  (sogenannte 

Motivsubstitution).  Die  vorgebrachten  Beanstandungen  geben  zwar  das  Prüfpro-

gramm vor, binden die Rechtsmittelinstanz aber nicht an die Argumente, mit denen 

diese begründet werden (BGE 147 III 176 E. 4.2.1; BGer 4A_397/2016 vom 30. No-

vember 2016 E. 3.1; KUKO ZPO-Oberhammer/Weber, Art. 57 N 2). In diesem Rah-

men ist insoweit auf die Parteivorbringen einzugehen, als dies für die Entscheidfin-

dung erforderlich ist (vgl. BGE 134 I 83 E. 4.1).

2.

Im  Berufungsverfahren  sind  neue  Vorbringen  grundsätzlich  nur  noch  unter 

den Voraussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zulässig. Art. 296 ZPO statuiert für 

Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten – wie sie vorliegend zu be-

urteilen sind – den Untersuchungs- und Offizialgrundsatz, weshalb das Gericht in 

diesem Bereich den Sachverhalt von Amtes wegen erforscht und ohne Bindung an 

die  Parteianträge  entscheidet.  In  Verfahren,  welche  der  umfassenden  Untersu-

chungsmaxime unterstehen, können die Parteien auch im Berufungsverfahren bis 

zur Entscheidberatung neue Tatsachen und Beweismittel unbeschränkt vorbringen 

(Art. 317 Abs. 1bis ZPO). Die Phase der Beratung wurde den Parteien mit Verfügung 

vom 7. März 2025 angezeigt (Urk. 102). Entsprechend hat die Eingabe des Beklag-

ten vom 26. März 2025 (Urk. 103) unberücksichtigt zu bleiben, was auch die Klä-

gerin in ihrer Stellungnahme vom 31. März 2025 zutreffend festhält (Urk. 106). Das-

selbe gilt für die (verspätete) Eingabe des Beklagten vom 25. April 2025 (Urk. 108).

3.1 Der  Beklagte  beantragt,  es  sei  für  C._____  ein  Kinderanwalt  beizuziehen 

(Urk. 50 S. 2), da die Vorinstanz seine Interessen nicht berücksichtigt habe (Urk. 50 

S. 12). Diesen Antrag wiederholt der Beklagte in seiner Stellungnahme vom 11. Ok-

tober 2024 (Urk. 77 S. 4).

3.2 Die  Klägerin  hält  dagegen,  ein  Kinderanwalt  sei  nicht  angezeigt,  zumal 

C._____ zu jung sei, seine Wünsche und Gedanken zu äussern. Er werde von ak-

tuellen Emotionen, seinem Umfeld und dem Erlebten gesteuert. Zudem würde ein 

Kinderanwalt  nur  unnötige  Kosten  (zulasten  des  Steuerzahlers),  aber  keinerlei 

Mehrwert generieren (Urk. 72 S. 38 und S. 43 sowie Urk. 81 S. 17). 

- 13 -

3.3 Gemäss Art. 299 ZPO ordnet das Gericht wenn nötig die Vertretung des Kin-

des an und bezeichnet als Beistand eine in fürsorgerischen und rechtlichen Fragen 

erfahrene Person. Das Gericht prüft die Anordnung der Vertretung unter anderem, 

wenn die Eltern unterschiedliche Anträge stellen bezüglich der Zuteilung der Obhut. 

Die Anordnung einer Kindsvertretung bezweckt, die Subjektstellung des Kindes zu 

stärken, indem das betroffene handlungsunfähige Kind durch die Vertretung seine 

Rechte  selbständig  wahren  kann.  Daneben  kommt  der  Kindsvertretung  die  Auf-

gabe zu, das Kind durch das Verfahren zu begleiten und in der Wahrnehmung sei-

ner Partizipationsrechte zu unterstützen. Dazu gehört die Weitergabe von Informa-

tionen über das Verfahren und dessen Ablauf sowie über die Rechte des Kindes 

darin (BSK ZPO-Michel/Berger, Art. 299 N 5). Die Anordnung einer Kindsvertretung 

hat  gemäss  Art. 299  Abs. 1  ZPO  «wenn  nötig»  zu  erfolgen.  Die  Konkretisierung 

dieser Generalklausel erfolgt durch das Gericht nach pflichtgemässem Ermessen 

unter  Abwägung  aller  Gegebenheiten  des  Einzelfalles.  Beim  Entscheid  über  die 

Anordnung ist ebenfalls die Bindung an die uneingeschränkte Untersuchungsma-

xime zu berücksichtigen. Das Gericht hat eine Interessenabwägung vorzunehmen 

und sich beim Entscheid über die Notwendigkeit der Einsetzung einer Verfahrens-

vertretung  vornehmlich  am  Kindeswohl  zu  orientieren.  Dabei  dürfen  sachfremde 

Erwägungen  wie  die  Kosten  der  Vertretung  oder  eine  allfällige  Verkomplizierung 

oder  Verlängerung  des  Verfahrens  (sofern  nicht  kindswohlrelevant)  keine  Rolle 

spielen (BSK ZPO-Michel/Berger, Art. 299 N 7). Der Katalog von Art. 299 Abs. 2 

lit. a-c ZPO enthält eine nicht abschliessende Enumeration derjenigen Fälle, in de-

nen das Gericht verpflichtet ist, die Anordnung einer Kindsvertretung besonders zu 

prüfen. Die Formulierung macht indes deutlich, dass die Anordnung einer Kinds-

vertretung grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen ist. Auch bei Vorliegen einer 

der in Absatz 2 aufgezählten Konstellationen muss nicht zwingend eine Kindsver-

tretung  angeordnet  werden.  Das  Gericht  entscheidet  nach  pflichtgemässem  Er-

messen. Von Bedeutung ist bei Art. 299 Abs. 2 lit. a ZPO, dass die Eltern unter-

schiedliche Anträge stellen. In diesem Falle besteht eine strittige Auseinanderset-

zung, die das Kind betrifft. Eine solche Konstellation birgt die Gefahr, dass die El-

tern  die  Wünsche  und  Bedürfnisse  des  Kindes  aus  den  Augen  verlieren  und  es 

selbst diesen zu wenig deutlich Gehör verschaffen kann, weshalb sich oftmals eine 

- 14 -

Vertretung aufdrängen wird. Allein der Umstand, dass die Kinderbelange umstritten 

sind, genügt aber noch nicht (BSK ZPO-Michel/Berger, Art. 299 N 30 f.). 

C._____ wurde im mm. 2024 drei Jahre alt und ist entsprechend für die sich stel-

lenden Fragen urteilsunfähig. Sodann geht er zwei Mal wöchentlich in eine Kinder-

tagesstätte, u.a. um die deutsche Sprache zu erlernen. Angesichts seines jungen 

Alters vermag er seinen Willen nicht adäquat und unter Berücksichtigung der nöti-

gen Umstände bzw. mit Blick auf die Folgen zu bilden. Zudem ist dem Gericht nicht 

bekannt,  ob  er  mit  seinen  drei  Jahren  bereits  die  sprachliche  Fähigkeit  besitzt, 

ganze Sätze zu bilden. Im Übrigen leben Kinder in diesem Alter im Moment, ohne 

Zukunftsplanung und ohne die Fähigkeit, die Auswirkungen von Entscheiden über 

Betreuung und Besuchsrecht einordnen zu können. An dieser Problematik würden 

auch Besuche einer allfälligen Kindsvertretung bei C._____ und die Erkundung sei-

nes Willens in seinem gewohnten Umfeld – sofern überhaupt möglich – nichts än-

dern. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern C._____ mit seinen drei Jahren sachdienli-

che Aussagen machen könnte. Vielmehr ist wahrscheinlich, dass er zum Ausdruck 

bringt, wie gerne er beide Elternteile mag. Der Mehrwert einer Abklärung des Wil-

lens und der Wünsche von C._____ durch eine Kindsvertretung ist vorliegend nicht 

erkennbar. Entsprechend ist der Antrag des Beklagten um Einsetzung einer Kinds-

vertretung abzuweisen.

4.1 In der Stellungnahme vom 23. Oktober 2024 machte die Klägerin geltend, ihr 

Antrag, der Beklagte habe Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen zu edie-

ren, sei bisher nicht berücksichtigt worden. Die hiesige Instanz habe hierzu lediglich 

geschrieben, dass sich daraus nichts für die Betreuung ableiten lasse. Die Unterla-

gen seien hingegen auch für die Unterhaltsberechnung (insbesondere die tatsäch-

liche Schuldentilgung sowie die tatsächliche Bezahlung der Unterhaltsforderungen) 

massgebend.  Insofern  würden  die  Anträge  nochmals  (dieses  Mal  aber  bis  Ende 

Oktober 2024) gestellt (Urk. 81 S. 23). 

4.2 Der Beklagte liess sich hierzu nicht vernehmen.

4.3 Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, ist es für die Unterhaltsberechnung, ins-

besondere die tatsächliche Schuldentilgung, nicht notwendig, sämtliche Kontoaus-

- 15 -

züge  und  Kreditkartenabrechnungen  (inkl.  Revolut)  für  den  Zeitraum  vom  1. 

April 2023 bzw. 1. November 2023 bis 31. Oktober 2024 zu edieren. Die Schulden-

tilgung ist überwiegend belegt, und auch die Klägerin geht in ihren Eingaben wie-

derholt davon aus, dass der Beklagte Raten bezahlt bzw. äussert sie ihren Unmut 

über die Schuldentilgung (Urk. 72 S. 24 ff., S. 27 f., S. 29, S. 33, S. 36 sowie Urk. 81 

S.21  und  E. III.C.1.3.10,  III.C.2.2.6,  III.C.3.2.6).  Die  Klägerin  bestreitet  die 

Schuldentilgung jedenfalls vom Grundsatz her nicht. Ein Begehren seitens des Un-

terhaltsschuldners um Vormerknahme, was an Unterhaltsbeiträgen bereits bezahlt 

wurde, liegt im vorliegenden Verfahren nicht vor. Auch von daher besteht kein Be-

darf an weiteren Editionen, welche das Verfahren aktuell unnötig aufblähen wür-

den. Im Vordergrund stehen muss jetzt ein zeitnaher Entscheid über die vorsorgli-

chen  Massnahmen.  Dem  Editionsbegehren  der  Klägerin  ist  nach  dem  Gesagten 

nicht stattzugeben. 

III. Materielles

A. Obhut, Betreuung, Wohnsitz

1.

Die Vorinstanz erwog, beide Elternteile seien erziehungsfähig, sodass die al-

ternierende Obhut grundsätzlich in Frage komme. Im Rahmen des Kontinuitätsprin-

zips sei das bisherige Betreuungsmodell im Trennungsfall vorerst fortzuführen. Das 

ursprünglich angedachte Betreuungsmodell der Parteien sei aufgrund der Arbeits-

losigkeit des Beklagten aber nie gelebt worden. Aktuell werde C._____ grundsätz-

lich  von  der  Klägerin  betreut  und  jeweils  am  Wochenende,  d.h.  von  Samstag, 

10.00 Uhr, bis Sonntag, 20.00 Uhr, vom Beklagten. Wie C._____ während des Zu-

sammenlebens betreut worden sei, sei zwischen den Parteien strittig. Es scheine 

so, dass sich die Parteien gemeinsam um C._____ gekümmert hätten. Dies habe 

jedoch nicht auf einem gemeinsamen Plan der Parteien beruht, sondern sei viel-

mehr Folge der Arbeitslosigkeit des Beklagten gewesen. Auf ein früheres Betreu-

ungsmodell, gemäss welchem der Beklagte C._____ hauptsächlich betreut habe, 

könne nicht abgestellt werden. Dazu komme, dass C._____ seit der Trennung zum 

grössten Teil von der Klägerin betreut werde. Das Betreuungsmodell sehe seit April 

2023  so  aus,  dass  die  Klägerin  C._____  unter  der  Woche  und  der  Beklagte  ihn 

- 16 -

jeweils am Wochenende betreue, wenn die Klägerin arbeite. Unbestrittenermassen 

habe  der  Beklagte  C._____  teilweise  unter  der  Woche  an  einem  Abend  bei  der 

Klägerin zu Hause besucht. Dies stelle aber keine eigentliche Betreuung dar. Bei 

einer Betreuung durch den Beklagten an jedem Wochenende von Samstagmorgen 

bis  Sonntagabend  entspreche  dies  einem  Betreuungsanteil  von  knapp  30%.  Zu 

prüfen sei, welche Betreuung künftig im Kindswohl liege. Die Klägerin sei mit ihrem 

40%-Pensum in der Lage, C._____ an drei Tagen persönlich zu betreuen. Der Be-

klagte hingegen habe nicht belegt, dass er sein Pensum – wie von ihm behauptet 

–  tatsächlich  auf  80%  reduzieren  könne.  Entsprechend  sei  davon  auszugehen, 

dass der Beklagte auch weiterhin in einem Pensum von 100% arbeiten werde, zu-

mal er gemäss seinen eigenen Angaben erhebliche Schulden habe. Damit sei es 

ihm nicht möglich, C._____ an einem Tag unter der Woche persönlich zu betreuen. 

Entsprechend sei C._____ an drei Tagen durch die Klägerin zu betreuen. An den 

anderen beiden Tagen besuche C._____ die Krippe. Seit November 2023 werde 

er in D._____ eingewöhnt, weswegen es nicht zumutbar erscheine, dass C._____ 

nun die Krippe bereits wieder wechseln und eine solche am Wohnsitz des Beklag-

ten besuchen müsse. Daran ändere auch nichts, dass die Klägerin mit ihrem Weg-

zug  nach  D._____  Fakten  geschaffen  bzw.  den  Beklagten  vor  vollendete  Tatsa-

chen  gestellt  habe.  Im  Übrigen  erscheine  es  wenig  zweckmässig,  dass  der  erst 

zweijährige C._____ an zwei (oder drei) Wochentagen durch den Beklagten betreut 

werde, nur um von diesem morgens nach dem Aufstehen in die Krippe gebracht 

und abends dort wieder abgeholt zu werden und rasch gemeinsam zu Abend zu 

essen, bevor er kurz darauf ins Bett gebracht werden müsse. Im Übrigen sei eine 

ungefähr  hälftige  Betreuung  an  den  Wochentagen  nicht  mehr  möglich,  sobald 

C._____  im  August  2026  in  den  Kindergarten  komme.  Die  geografische  Distanz 

zwischen den Wohnorten der Parteien erschwere einen Wechsel von einem Wohn-

ort zum anderen bzw. verlängere die Wege und Fahrtzeiten. Es sei mit einer Fahrt-

zeit von knapp einer halben Stunde ohne Stau zu rechnen. Zu Stosszeiten verlän-

gere sich die Fahrtzeit auf bis zu 50 Minuten. Dass die Klägerin die Distanz letztlich 

verursacht habe, sei für die Frage der Ausgestaltung der Betreuung irrelevant, zu-

mal  das  Kindswohl  das  massgebende  Kriterium  sei.  Es  entspreche  nicht  dem 

Kindswohl, wenn C._____ mehrmals pro Woche vor bzw. nach dem Kindergarten 

- 17 -

einen Weg von mindestens 30 Minuten Autofahrt zurücklegen müsse. Spätestens 

ab diesem Zeitpunkt sei C._____ unter der Woche möglichst durch den gleichen 

Elternteil zu betreuen. Da der Beklagte gemäss eigenen Angaben mindestens in 

einem Arbeitspensum von 80% tätig sein werde, könne er die Betreuung ausser-

halb der Schulzeiten nicht gewährleisten. Die Klägerin dagegen könne C._____ an 

zweieinhalb bis drei Tagen, abhängig von ihren Arbeitszeiten bei der E._____, per-

sönlich betreuen. Dies spreche dafür, dass C._____ am Wohnort der Klägerin ein-

geschult  werde.  Daraus  wiederum  folge,  dass  es  im  Interesse  von  C._____  sei, 

bereits jetzt am Wohnort der Klägerin in die Krippe zu gehen, sodass er später mit 

den ihm aus der Krippe vertrauten Freunden in den Kindergarten wechseln könne. 

Damit  sei  C._____  unter  der  Woche  grundsätzlich  von  der  Klägerin  zu  betreuen 

(Urk. 51 S. 16 ff.). 

Aktuell betreue der Beklagte C._____ an jedem Wochenende von Samstagmorgen 

bis Sonntagabend, was nicht im Interesse des Kindes sei. C._____ solle die Mög-

lichkeit haben, auch ein Wochenende bei der Klägerin verbringen zu können. Dass 

die Klägerin bis anhin am Wochenende gearbeitet habe, ändere daran nichts. Es 

komme somit von vornherein nur ein Besuchsrecht des Beklagten jedes zweite Wo-

chenende in Frage. Er solle C._____ jedoch bereits am Freitagabend abholen und 

bis am Sonntagabend betreuen. Da die Klägerin C._____ mehrheitlich betreue, sei 

ihr die alleinige Obhut zuzuteilen. Der Wohnsitz von C._____ befinde sich somit am 

jeweiligen Wohnsitz der Klägerin (Urk. 51 S. 27 und 31).

Weiter hielt die Vorinstanz fest, der Kontakt zwischen C._____ und dem Beklagten 

werde durch die Betreuungsregelung ihres Entscheides gegenüber der bisher ge-

lebten  Regelung  erheblich  eingeschränkt.  Dem  sei  bei  der  Aufteilung  der  Ferien 

Rechnung zu tragen, und dem Beklagten seien sechs Wochen Ferien mit C._____ 

zuzugestehen. Zusätzlich wurde ein gerichtsübliches Feiertagsbesuchsrecht fest-

gelegt (Urk. 51 S. 27 ff.).

2.1 Der Beklagte macht geltend, er habe nach der Geburt von C._____ im mm. 

2021 vier Wochen Vaterschaftsurlaub bzw. Ferien bezogen und bis im April 2022 

nur im Homeoffice gearbeitet. Per 1. Mai 2022 habe er seine Arbeit verloren, sei 

bis zur Trennung im März 2023 zu Hause gewesen und habe das Kind täglich be-

- 18 -

treut (für C._____ gekocht, mit ihm gespielt, ihn gebadet, ins Bett gebracht etc.). Er 

sei vom Wegzug der Klägerin nach D._____ im März 2023 völlig überrumpelt wor-

den und habe nicht gewollt, dass C._____ aus der gewohnten Umgebung gerissen 

werde und ihn als Hauptbezugsperson verliere. C._____ habe immer stark geweint, 

wenn  er  zur  Klägerin  gemusst  habe.  Vor  der  Trennung  sei  er  (der  Beklagte)  die 

Hauptbetreuungsperson  gewesen  und  wäre  es  noch  immer,  wenn  die  Klägerin 

nicht weggezogen wäre. Nach der Trennung habe er C._____ an vier Tagen pro 

Woche betreut. Zunehmend habe die Klägerin seine Betreuung reduzieren und auf 

ein  Minimum  beschränken  wollen.  Dies  sei  nicht  lange  möglich  gewesen,  da 

C._____ immer wieder den Vater verlangt habe. Zudem habe die Klägerin gearbei-

tet, und er habe C._____ betreut. Die Klägerin habe sich dann aus prozesstakti-

schen Gründen vermehrt krankschreiben lassen, damit sie sich mehr um C._____ 

habe kümmern können. Mit Hilfe der KESB hätten die Parteien für die Zeit, bis er 

eine neue Arbeitsstelle antrete, eine Regelung gefunden. Es sei vereinbart worden, 

dass er C._____ an vier Tagen pro Woche von 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr betreuen 

dürfe. Sobald die Klägerin abgestillt haben würde, hätten Übernachtungen dazu-

kommen und hätte er C._____ wöchentlich von Freitag bis Sonntag betreuen sollen 

(Urk. 50 S. 4 f.). 

Per 1. Mai 2023 habe der Beklagte eine neue Arbeitsstelle angetreten – zunächst 

in  einem  100%-Pensum  mit  der  Möglichkeit,  auf  80%  zu  reduzieren,  sobald  ihm 

C._____  mindestens  an  einem  Tag  pro  Woche  zugesprochen  werde.  Er  habe 

C._____ vom 1. Mai 2023 bis 14. März 2024 jede Woche von Samstag, 10.00 Uhr, 

bis Sonntag, 20.00 Uhr, bzw. vom 24. November 2023 bis 15. März 2024 jeweils 

von Freitagabend, 17.00 Uhr, bis Sonntag, 20.00 Uhr, betreut. Zudem sei er dank 

seiner flexiblen Arbeitszeiten jederzeit zur Verfügung gestanden, wenn die Klägerin 

dies gewünscht habe, weil sie z.B. am Wochenende etwas vorgehabt habe. Auch 

habe er C._____ jeweils mittwochs und manchmal auch donnerstags betreut, wenn 

die Klägerin gearbeitet habe. Er habe eine Liste erstellt, woraus ersichtlich sei, dass 

er C._____ zwischen dem 1. Mai 2023 und Ende Februar 2024 an 28 zusätzlichen 

Tagen betreut habe. Dies seien während 10 Monaten durchschnittlich 2.8 Tage pro 

Monat, was bedeute, dass ihn C._____ alle zwei bis drei Tage gesehen habe und 

einmal im Monat erst nach sieben Tagen. Der Entscheid der Vorinstanz sehe nun 

- 19 -

ein minimales Besuchsrecht vor. Die Vorinstanz habe eine Regelung getroffen, wel-

che auch in zwei Jahren noch einfach umgesetzt werden könne. Das Kindswohl sei 

dem Pragmatismus zum Opfer gefallen (Urk. 50 S. 5 f.).

Die neue Regelung, womit C._____ den Beklagten nur alle 14 Tage sehe, stelle 

eine  Kindswohlgefährdung  dar.  Selbst  die  Klägerin  habe  gefordert,  dass  er  den 

Mittwochnachmittag mit C._____ verbringen solle. Weshalb nicht mal dies ange-

ordnet  worden  sei,  sei  rätselhaft  und  nicht  mit  dem  Kindswohl  vereinbar.  Es  sei 

zwar korrekt, dass C._____ seit der Trennung im März 2023 bzw. seit seiner Wie-

deraufnahme  der  Erwerbstätigkeit  mehrheitlich  von  der  Klägerin  betreut  werde. 

Dies  sei  jedoch  nicht  so  vereinbart  gewesen.  Der  gelebte  Betreuungsmodus  sei 

von der Klägerin einseitig festgelegt und von ihm bis auf Weiteres widerwillig ge-

duldet worden. Die Vorinstanz habe sodann fälschlicherweise festgestellt, dass die 

Besuche unter der Woche irrelevant seien. Für ein zweijähriges Kind seien solche 

Besuche essenziell. Bei der KESB sei sodann eine Regelung von 40% angestrebt 

worden. Weshalb es nun widersprüchlich sein solle, dass er sich eine 50/50-Be-

treuung wünsche, sei nicht ersichtlich. Er könne und wolle sich die Zeit nehmen, 

C._____ jeweils ab Donnerstagnachmittag (16.00 Uhr) bis Samstagmittag (12.00 

Uhr) zu betreuen. Alle zwei Wochen würde er C._____ bis am Montagmittag (12.00 

Uhr) betreuen und ihn zur Klägerin fahren. So würde er C._____ nicht zu Stosszei-

ten bringen bzw. abholen (Urk. 50 S. 7 ff.).

Ferner macht der Beklagte geltend, nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

müsse der Beginn der Schulpflicht bei der Regelung der Betreuungsanteile im Rah-

men einer alternierenden Obhut grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Vorlie-

gend sei der Kindergarteneintritt noch zweieinhalb Jahre entfernt. Die alternierende 

Obhut allein wegen der räumlichen Distanz zu verweigern, sei willkürlich. Zudem 

sei es für C._____ ein gravierender Einschnitt in seinen Alltag, wenn er eine starke 

Bindungsperson  bzw.  eine  der  beiden  Hauptbezugspersonen  plötzlich  nur  noch 

sporadisch alle 14 Tage sehe. Ihm sei antragsgemäss die Betreuung zu gewähren. 

Es sei wichtig für C._____, ihn regelmässig und in kurzen Abständen zu sehen. Die 

Klägerin habe immer am Wochenende gearbeitet, damit sie den Lohnzuschlag er-

halte. Längerfristig werde sie dies wieder so handhaben. Wenn er C._____ am Frei-

- 20 -

tag betreue, könne die Klägerin an dem Tag zusätzlich oder ersatzweise für den 

Dienstag arbeiten. So könne sie C._____ einen Tag weniger in die Krippe geben. 

Zudem habe er Jahressollarbeitszeiten. Somit könne er allfällige Minusstunden am 

nächsten Tag oder auch in den nächsten Monaten bzw. in den Ferien von C._____ 

mit der Klägerin abarbeiten (Urk. 50 S. 10 f.).

Weiter sei in diversen Bundesgerichtsentscheiden festgehalten worden, dass eine 

Distanz von bis zu 40 Autofahrminuten nicht gegen eine alternierende Obhut spre-

che. Im grössten Verkehr würde die Strecke vorliegend 40 Minuten dauern, ansons-

ten 28 Minuten. C._____ fahre gerne Auto, schaue den Autos zu und spreche mit 

dem Beklagten. Nur weil es ab Kindergarteneintritt mit dem Pendeln etwas aufwän-

diger werde, sei dies kein Grund, schon heute von der alternierenden Obhut abzu-

sehen.  Die  geografische  Distanz  spreche  nicht  gegen  eine  alternierende  Obhut. 

Fakt sei, dass er in der Vergangenheit mehr betreut habe als die Klägerin. Nach 

dem Umzug habe sie die Situation zu ihren Gunsten abgeändert und ihm Besuche 

verwehrt, was von der Vorinstanz belohnt worden sei. Selbst die Vorinstanz habe 

festgehalten, dass er C._____ rund 30% betreut habe. Bei dieser Betreuung habe 

sie weder die Freitagabende noch die Besuche während der Woche einkalkuliert. 

Mit diesen weiteren Betreuungszeiten seien es eher 38% Betreuungsanteile gewe-

sen. Mit dem krassen Eingriff in den Betreuungsrhythmus im Rahmen von vorsorg-

lichen Massnahmen habe die Vorinstanz ohne Not eine Gefährdung für das Kinds-

wohl 

von

C._____ erschaffen. Die einschneidend veränderte Betreuungs- und Obhutssitua-

tion führe unweigerlich zu Stresssituationen für C._____ durch längere Trennung 

von seiner starken Bindungsperson (Urk. 50 S. 11 ff.).

2.2 Die Klägerin macht geltend, die Vorinstanz habe begründet und überzeugend 

dargelegt, dass die Erziehungsfähigkeit (inkl. Bindungstoleranz) bei beiden Eltern-

teilen gegeben sei. Ausgangspunkt für den Entscheid über die Obhut und Betreu-

ung sei mit Blick auf das Kontinuitätsprinzip stets die aktuelle Betreuungssituation. 

Grundsätzlich  sei,  damit  dem  Kind  Stabilität  gewährt  werden  könne,  die  aktuelle 

Betreuungssituation  während  des  Verfahrens  beizubehalten.  Mit  dem  Entscheid 

über  die  vorsorgliche  Betreuung  solle  insbesondere  nicht  der  Hauptsachenent-

- 21 -

scheid vorweggenommen werden. Es sei deshalb primär zu eruieren, wie C._____ 

aktuell bzw. innerhalb des letzten Jahres betreut worden sei. Es sei unstrittig, dass 

sie  C._____  seit  Mai  2023  unter  der  Woche  durchgehend  betreue.  Sodann  sei 

schlicht  nicht  wahr,  dass  der  Beklagte  C._____  ebenfalls  regelmässig  unter  der 

Woche betreut habe. Es sei zwar vereinzelt vorgekommen, dass er auch unter der 

Woche die Betreuung übernommen habe. Derartige vereinzelte und unregelmäs-

sige Kontakte seien jedoch nicht massgebend. Richtig sei, dass C._____ regelmäs-

sig an den Wochenenden durch den Beklagten betreut worden sei. Zunächst sei 

die  Betreuung  an  jedem  Wochenende  von  Samstag  bis  Sonntag  erfolgt,  wobei 

diese  im  Nachgang  zur  zweiten  Verhandlung  vor  der  Vorinstanz  (ab  November 

2024 [recte wohl: November 2023]) auf Freitagabend bis Sonntag ausgedehnt wor-

den sei. Diese Betreuung sei bis zum Erhalt des erstinstanzlichen Entscheids am 

8. März 2024 so gelebt worden. Danach sei kurzzeitig ein zweiwöchentliches Be-

suchsrecht gelebt worden. Nach Anordnung der aufschiebenden Wirkung sei eine 

Phase der Ungewissheit gefolgt. Mangels Vereinbarung und ohne hoheitliche An-

ordnung seien beide Parteien bei der Ausübung ihres Kontaktrechts in Willkür ver-

fallen. Unter der Woche sei C._____ nach wie vor regelmässig von der Klägerin 

betreut worden. Es sei aber vorgekommen, dass der Beklagte eingesprungen sei, 

sodass  ihm  eine  gewisse  Flexibilität  bei  seiner  Berufsausübung  attestiert  werde. 

Sie habe nach wie vor Bedenken, wie die Betreuung von C._____ beim Beklagten 

sichergestellt werde. Er beteuere zwar, dass er sich persönlich um C._____ küm-

mere, wobei aufgrund seiner Arbeitstätigkeit davon auszugehen sei, dass er in Tat 

und Wahrheit mehr arbeite und die Betreuung jeweils durch seine (kranke) Mutter 

wahrgenommen werde. Unter der Woche gehe C._____ zwei Tage in die Krippe, 

damit  er  auch  in  einem  deutschsprachigen  Umfeld  betreut  werde,  was  für  seine 

Sprachentwicklung wichtig sei (Urk. 72 S. 9 ff.).

In Bezug auf die Wochenendbetreuung hält die Klägerin fest, dass auch sie plane, 

an den Wochenenden frei zu haben und ihr 40%-Arbeitspensum unter der Woche 

zu erbringen. Derzeit sei sie auch aufgrund ihrer finanziellen Notlage auf Wochen-

endeinsätze  angewiesen.  Die  Vorinstanz  sei  überzeugend  zum  Schluss  gekom-

men,  dass  C._____  die  Möglichkeit  haben  solle,  Wochenenden  mit  der  Klägerin 

verbringen zu können, auch wenn er noch nicht schulpflichtig sei. Insofern sei min-

- 22 -

destens ein Wochenende pro Monat der Klägerin als Betreuungszeit zuzuweisen 

(Urk. 72 S. 13).

Für die weitere Dauer des Verfahrens sei als Ausgangspunkt vom bisherigen Be-

treuungsmodell auszugehen, welches vorsehe, dass C._____ an drei von vier Wo-

chenenden,  jeweils  von  Freitagabend  bis  Sonntagabend,  vom  Beklagten  betreut 

werde. In der übrigen Zeit werde C._____ von der Klägerin betreut, wobei sie punk-

tuell durch den Beklagten unterstützt werde. Um zu verhindern, dass in den Wo-

chen, in denen C._____ am Wochenende bei der Klägerin bleibe, der Kontakt gänz-

lich  unterbleibe,  sei  dem  Beklagten  in  diesen  Wochen  ein  Nachmittagsbesuchs-

recht am Freitag einzuräumen. Aus kinderpsychologischer Sicht erscheine es sinn-

voll,  die  Eltern  anzuweisen,  C._____  jeweils  zum  anderen  Elternteil  zu  bringen. 

Dies  unterstütze  C._____  im  Wissen,  dass  die  Eltern  die  Kontakte  unterstützen 

würden. Betreffend die Ferien sei es aufgrund der beschränkten Dauer des Verfah-

rens gerechtfertigt, das Entscheidungsrecht einer Partei fest zuzuteilen. Da die Klä-

gerin einen Dienstplan habe, weise sie nicht dieselbe Flexibilität wie der Beklagte 

auf, sodass ihr das Entscheidungsrecht zuzuweisen sei (Urk. 72 S. 13 ff.).

Der  Beklagte  betreue  C._____  somit  an  drei  von  vier  Wochenenden  jeweils  von 

Freitagabend  bis  Sonntagabend.  Dies  entspreche  einem  Betreuungsanteil  von 

leicht über 20%. Selbst unter Berücksichtigung der sporadischen zusätzlichen Be-

treuungstage sowie den Ferien resultiere kein Betreuungsanteil von über 30%. Es 

habe in der Vergangenheit keine alternierende Obhut vorgelegen. Sodann müsse 

für die alternierende Obhut neben ausgedehnten Besuchswochenenden auch wei-

tere Betreuungsverantwortung übernommen werden. Eine Alltagsbetreuung unter 

der Woche habe der Beklagte gerade nicht regelmässig wahrgenommen, sodass 

ohnehin keine alternierende Obhut vorgelegen habe. Auch mit einem zusätzlichen 

Nachmittag und drei von vier Wochenenden ergebe es Betreuungsanteile von ca. 

25%.  Entsprechend  sei  die  Obhut  der  Klägerin  zuzuteilen.  Der  Wohnsitz  von 

C._____ befinde sich somit an ihrem jeweiligen Wohnsitz (Urk. 72 S. 15 f.).

2.3 In ihrer Stellungnahme vom 23. Oktober 2024 nimmt die Klägerin Bezug auf 

die  vom  Beklagten  eingereichten  Arbeitsrapporte  von  Mai  2023  bis  August  2024 

und macht geltend, der Beklagte habe während seiner behaupteten Betreuungszeit 

- 23 -

mehrfach  gearbeitet.  Hinzu  komme,  dass  er  selbst  an  den  anerkannten  Betreu-

ungstagen,  an  denen  die  Klägerin  C._____  zur  Betreuung  durch  den  Beklagten 

übergeben habe, die Betreuung durch seine Mutter habe vornehmen lassen. Das 

sei nicht im Interesse von C._____ und zeige, dass ein höherer Betreuungsanteil 

des Beklagten nicht zu mehr effektiver Betreuungszeit führen würde. Es sei sodann 

richtig, dass die Klägerin an diversen Wochenenden gearbeitet habe. Nichtsdesto-

trotz habe sie C._____ pro Monat an einem Wochenende betreut. So solle es auch 

weiterhin geschehen (Urk. 81 S. 14). 

2.4 Der Beklagte entgegnet, die eingereichten Arbeitsrapporte seien nicht zuver-

lässig, u.a. weil die Kompensation von Überstunden / Krankheit / Unfall auch als 

Arbeitstag erfasst werde. Er könne Belege einreichen, welche dartun würden, dass 

er  C._____  betreut  habe.  Die  Situation  sei  leider  immer  noch  unvorteilhaft  für 

C._____. Dieser gehe nicht gerne zur Klägerin. Beispielsweise habe der Schwimm-

kurs nicht besucht werden können, weil C._____ diesen mit der Klägerin assoziiere 

und sich geweigert habe, hinzugehen. Ein familienpsychologisches Gutachten sei 

wahrscheinlich am effektivsten (Urk. 87 S. 2 f.).

3.1 Für die rechtlichen Voraussetzungen der alternierenden Obhut kann auf die 

zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 51 S. 6 ff.). Die 

alternierende  Obhut  kommt  grundsätzlich  nur  in  Frage,  wenn  beide  Eltern  erzie-

hungsfähig sind. Weiter setzt die praktische Umsetzung der alternierenden Obhut 

bzw. Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und bereit sind, in den Kinderbelan-

gen miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren. Sodann kommt es auf die 

geografische Situation an, namentlich die Distanz zwischen den Wohnungen der 

Eltern. Bedeutsam ist auch die Kindswohlwirksamkeit der Stabilität, wie sie mit ei-

ner  Weiterführung  der  bisherigen  Regelung  einhergeht.  In  diesem  Sinne  ist  eine 

alternierende Obhut umso eher angezeigt, wenn die Eltern das Kind schon vor ihrer 

Trennung abwechselnd betreut haben. Andere Kriterien sind das Alter des Kindes, 

seine Beziehungen zu (tatsächlichen oder faktischen) Geschwistern und seine Ein-

bettung in das weitere soziale Umfeld. Die Möglichkeit der Eltern, das Kind persön-

lich  zu  betreuen,  spielt  hauptsächlich  dann  eine  Rolle,  wenn  spezifische  Bedürf-

nisse  des  Kindes eine persönliche  Betreuung  notwendig erscheinen  lassen oder 

- 24 -

wenn  ein  Elternteil  selbst  in  den  Randzeiten  (morgens,  abends  und  an  den  Wo-

chenenden) nicht bzw. kaum zur Verfügung stünde; ansonsten ist von der Gleich-

wertigkeit von Eigen- und Fremdbetreuung auszugehen (BGer 5A_430/2023 vom 

16.  Februar  2024  E.  4.1).  Das  Bundesgericht  hielt  sodann  fest,  die  Betreuungs-

anteile könnten (bei Schulkindern) so ermittelt werden, dass jeder Tag in drei Ein-

heiten unterteilt und über 14 Tage berechnet werde, für wie viele der insgesamt 42 

Einheiten jeder Elternteil verantwortlich sei (BGer 5A_117/2021 vom 9. März 2022 

E. 4.4). 

3.2 Einleitend  ist  festzuhalten,  dass  beide  Parteien  als  erziehungsfähig  für 

C._____ erachtet werden. Daran ändern einzelne Vorwürfe gegen den jeweils an-

deren Elternteil bzw. die Kritik an dessen Erziehungsmethoden nichts. Die Parteien 

leben seit jeher ohne verbindliche Regelung, und dennoch finden die Kontakte zwi-

schen dem Beklagten und C._____ regelmässig statt. Die Kommunikation und Ko-

operation scheint mehrheitlich zu funktionieren. Dass es zwischendurch zu Unei-

nigkeiten kommt, ist nicht ungewöhnlich, insbesondere während eines strittigen Ge-

richtsverfahrens. Dem soll nun eine verbindliche Regelung Abhilfe verschaffen. Der 

Beklagte erwähnt zwar in seiner Stellungnahme, dass ein familienpsychologisches 

Gutachten wahrscheinlich am effektivsten sei, ohne dies indes näher zu konkreti-

sieren.  Die  Klägerin  äusserte  sich  lediglich  in  Bezug  auf  die  Einsetzung  eines 

Kindsvertreters  dahingehend,  dass  –  sollte  das  Wohlbefinden  von  C._____  in 

Frage stehen oder das Gericht sich ein genaueres Bild über das emotionale Gefüge 

machen wollen – ein kinderpsychologisches Gutachten einzuholen sei, indes erst 

in der Hauptsache (Urk. 81 S. 17 f.). Aktuell besteht kein Anlass, ein solches Gut-

achten einzuholen. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, dass ein Elternteil nicht in 

der Lage wäre, kindswohlgerecht für C._____ zu sorgen. Sodann besteht Grund 

zur Hoffnung, dass durch einen verbindlichen Entscheid Ruhe einkehren wird, da 

kein Raum mehr für einseitige Entscheidungen besteht. 

Weiter scheinen die Parteien grundsätzlich fähig zu sein, miteinander zu kooperie-

ren und zu kommunizieren. Trotz wiederholten Uneinigkeiten und zuletzt sogar – 

möglicherweise gegenseitigen – Tätlichkeiten (Urk. 98) waren die Parteien in der 

Vergangenheit in der Lage, sich über die Kontakte zwischen dem Beklagten und 

- 25 -

C._____ abzusprechen, selbst wenn diese nicht immer in dem vom Beklagten ge-

wünschten  Umfang  erfolgten.  Ebenso  ist  unbestritten,  dass  der  Beklagte  jeweils 

spontan die Kinderbetreuung übernommen hat, was ebenfalls auf eine grundsätz-

lich funktionierende Kommunikation und Kooperation hindeutet (Urk. 72 S. 11 und 

S. 13). 

In Bezug auf die geografische Distanz hielt die Vorinstanz fest, dass eine zusätzli-

che Betreuung des Beklagten unter der Woche daran scheitern würde. Die Fahrt-

zeit betrage 30 Minuten, zu Stosszeiten sogar bis zu 50 Minuten. Es entspreche 

nicht dem Kindswohl, wenn C._____ mehrmals pro Woche und ab Kindergarten-

eintritt  vor  bzw.  nach  dem  Kindergarten  eine  derart  lange  Autofahrt  zurücklegen 

müsse (Urk. 51 S. 25 f.). Die Ausführungen der Vorinstanz mögen für den Zeitraum 

ab  Kindergarteneintritt  zutreffen.  C._____  ist  aktuell  jedoch  drei  Jahre  alt  und 

kommt voraussichtlich erst im August 2026 in den Kindergarten. Inwiefern die Di-

stanz bis zum Kindergarteneintritt einer ausgedehnten Betreuung im Wege stehen 

soll, erhellt – sofern die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind – nicht. 

Betreffend das Stabilitäts- und Kontinuitätsprinzip ist festzuhalten, dass beide El-

ternteile während des Zusammenlebens Hauptbezugspersonen von C._____ wur-

den. Sie haben ihn – wenn auch ungeplant resp. aufgrund der Arbeitslosigkeit des 

Beklagten – zusammen betreut, da beide mehrheitlich zu Hause waren bzw. es ist 

unbestritten, dass der Beklagte C._____ an den zwei Tagen betreute, an denen die 

Klägerin arbeitete. C._____ konnte somit in seinen ersten eineinhalb Lebensjahren 

eine intensive Bindung zu beiden Elternteilen aufbauen. Betreffend die Zeit ab der 

Trennung im März 2023 erklären die Parteien übereinstimmend, dass der Beklagte 

C._____  bis  und  mit  Oktober  2023  jeweils  jedes  Wochenende  von  Samstag  bis 

Sonntag betreut habe (Urk. 50 S. 5 sowie Urk. 72 S. 10 f.). Ab November 2023 bis 

Anfang  März  2024  wurde  die  Betreuung  unbestrittenermassen  ausgedehnt,  und 

der  Beklagte  betreute  C._____  wöchentlich  von  Freitagabend  bis  Sonntagabend 

(Urk. 50 S. 5 sowie Urk. 72 S. 10 f.). Seit Erhalt des Entscheids der Vorinstanz vom 

26. Februar 2024 betreut der Beklagte C._____ an drei von vier Wochenenden pro 

Monat.  Auch  darüber  sind  sich  die  Parteien  einig.  Strittig  sind  die  zusätzlichen 

Tage,  an  denen  der  Beklagte  die  Betreuung  von  C._____  spontan  übernommen 

- 26 -

haben will. Wie nachfolgend zu zeigen sein wird, haben diese jedoch keinen we-

sentlichen Einfluss auf die Betreuungsanteile des Beklagten, sodass offengelassen 

werden kann, an wie vielen Tagen er C._____ zusätzlich betreute oder wie oft er 

ihn bei der Klägerin in der Wohnung und somit in ihrer Anwesenheit besuchte. 

3.3 Gemäss  übereinstimmenden  Aussagen  der  Parteien  ergeben  sich  ab  der 

Trennung bis heute folgende Betreuungsanteile des Beklagten:

3.3.1  Phase 1: April 2023 bis und mit Oktober 2023

Montag
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Die Betreuungsanteile des Beklagten betrugen nach der Trennung ab April 2023 

bis im Oktober 2023 28,6% (24 / 84 × 100). Von Ferien war im Jahr 2023 noch nicht 

die Rede. Es ist entsprechend davon auszugehen, dass der Beklagte noch keine 

sechs Wochen Ferien mit seinem Sohn verbrachte. Nichtsdestotrotz ist anzuneh-

men,  dass  der  Beklagte  mindestens  einzelne  Ferientage  mit  seinem  Sohn  ver-

brachte. Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der einzelnen spon-

tanen zusätzlichen Betreuungstage erscheint es insgesamt gerechtfertigt, von ei-

nem Betreuungsanteil des Beklagten von 30% auszugehen. Indes leuchtet die Ar-

gumentation der Klägerin nicht ein, weshalb bei einer reinen Wochenendbetreuung 

nicht  von  alternierender  Obhut  ausgegangen  werden  sollte,  zumal  das  Kind  am 

Wochenende umfassendere Betreuung benötigt, da es nicht im Kindergarten oder 

in  der  Krippe  betreut  wird.  Der  Betreuungsanteil  des  Beklagten  betrug  in  der 

Phase 1 somit 30%.

- 27 -

3.3.2  Phase 2: November 2023 bis Februar 2024

Montag
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Die Parteien erklärten, ab November 2023 habe der Kläger C._____ bereits ab Frei-

tagabend betreut. Dies ergab somit Betreuungsanteile des Beklagten von Novem-

ber  2023  bis  Februar  2024  von  gerundet  35%  (28  /  84  ×  100).  Da  diese  Phase 

lediglich vier Monate dauerte, ist wiederum davon auszugehen, dass der Beklagte 

in dieser Zeit keine (für den Betreuungsanteil) relevanten Ferien mit C._____ ver-

brachte. Auch in dieser Phase lebten die Parteien jedoch die alternierende Obhut. 

3.3.3  Phase 3: März 2024 bis zur Rechtskraft des vorliegenden Entscheids

Montag
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Die  Parteien  sind  sich  einig,  dass  der  Beklage  C._____  aktuell  an  drei  von  vier 

Wochenenden von Freitagabend bis Sonntagabend betreut. Dies ergibt einen Be-

treuungsanteil des Beklagten von 25% (21 / 84 × 100). Dazu kommt, dass der Be-

klagte  ab  dem  Jahr  2024  sechs  Wochen  Ferien  mit  C._____  verbringen  konnte, 

was von den Parteien nicht angefochten wurde. Dies führt insgesamt zu einem Be-

treuungsanteil des Beklagten von 30% ([0.25 × 0.75] + [0.46 × 0.25]). 

3.4 Phase 4: ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheids bis August 2026

3.4.1  Für die Erwägungen der Vorinstanz zur alternierenden Obhut kann auf die 

Ausführungen in E. III.A.1. verwiesen werden. 

3.4.2  Der Beklagte führt aus, er sei die Hauptbezugsperson von C._____ gewesen, 

und beantragt (weiterhin) die alternierende Obhut (vgl. ausführlich oben E. III.A.2.1 

- 28 -

und  III.A.3.4.2).  Der  Kindergarteneintritt  sei  noch  zweieinhalb  Jahre  entfernt.  Bis 

dahin sei nicht klar, wo die Klägerin wohnen werde. Die alternierende Obhut allein 

wegen der räumlichen Distanz zu verweigern, sei willkürlich und stehe nicht im Ein-

klang  mit  der  konstanten  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts.  Beide  Parteien 

wohnten  im  Kanton  Zürich,  eine  alternierende  Obhut  sei  sehr  wohl  möglich.  Er 

könne C._____ antragsgemäss jeden Freitag betreuen, und die Klägerin könne an 

diesem Tag zusätzlich, wenn sie das nicht jetzt schon mache, oder ersatzweise für 

den Dienstag arbeiten. So könne sie C._____ einen Tag weniger in die Kita geben. 

Auch wenn die Fremd- und Eigenbetreuung gemäss Rechtsprechung gleichwertig 

seien, sei bei derart kleinen Kindern der Eigenbetreuung der Vorzug zu geben. Mit-

hin  würde  C._____  durch  diese  Regelung  allenfalls  einen  Tag  weniger  fremdbe-

treut.  Er  (der  Beklagte)  habe  Jahressollarbeitszeiten,  wodurch  er  allfällige  Mi-

nusstunden  am  nächsten  Tag  oder  auch  in  den  nächsten  Monaten  bzw.  in  den 

Ferien  von  C._____  mit  der  Klägerin  abarbeiten  könne.  Die  beantragten  Betreu-

ungstage seien für ihn mit einem 80%-Pensum problemlos machbar. Fakt sei, dass 

er C._____ in der Vergangenheit mehr betreut habe als die Klägerin. Nach dem 

Umzug habe sie die Situation zu ihren Gunsten abgeändert und ihm Besuche ver-

wehrt.  Dieses  Verhalten  sei  von  der  Vorinstanz  belohnt  worden.  Selbst  die  Vor-

instanz habe festgehalten, dass er C._____ rund 30% betreut habe. Wie die Vor-

instanz  im  Entscheid  habe  anordnen  können,  dass  er  deutlich  weniger  betreuen 

solle, obwohl nichts gegen die alternierende Obhut spreche, sei nicht nachvollzieh-

bar und absolut willkürlich. Weiter sei es schwierig, einen strikten Beweis für ein 

zukünftiges Ereignis zu bringen. Mehr als mit dem Arbeitgeber eine Pensumsre-

duktion  abzusprechen,  könne  er  nicht.  Würde  er  einen  Vertrag  unterzeichnen, 

müsste er ab dem vereinbarten Datum reduzieren. Allerdings wisse er nach wie vor 

nicht, wie lange dieses Verfahren noch andaure, und er schaffe keine Fakten, son-

dern warte auf den entsprechenden Entscheid (Urk. 50 S. 10 ff.).

3.4.3    Die  Klägerin  macht  geltend,  C._____  gehe  zwei  Tage  pro  Woche  in  die 

Krippe.  Dies  entspreche  dem  ursprünglichen  Plan  der  Parteien,  da  sie  sich  für 

C._____ die optimalen Voraussetzungen für ein Leben in der Schweiz wünschten. 

Da weder der Beklagte noch sie mit ihm Deutsch sprächen, sei es für seine Spra-

chentwicklung wichtig, bereits ab früher Kindheit in einem deutschsprachigen Um-

- 29 -

feld betreut zu werden. Für den Entscheid über die Aufteilung der Betreuung für die 

weitere Dauer des Verfahrens sei als Ausgangspunkt vom bisherigen Betreuungs-

modell auszugehen. Dieses sehe vor, dass C._____ an drei von vier Wochenen-

den, jeweils von Freitagabend bis Sonntagabend, vom Beklagten betreut werde. In 

der übrigen Zeit werde C._____ von ihr, der Klägerin, betreut, wobei sie punktuell 

vom  Beklagten  unterstützt  werde.  Angesichts  dieser  Ausgangslage  dränge  sich 

auf, auch weiterhin eine Betreuungslösung zu wählen, welche einen regelmässigen 

Kontakt zwischen dem Beklagten und seinem Sohn sicherstelle, zugleich der Klä-

gerin aber ermögliche, regelmässig ein Wochenende mit ihrem Sohn zu verbringen. 

Um zu verhindern, dass in den Wochen, in denen der Sohn am Wochenende bei 

der Klägerin bleibe, der Kontakt gänzlich unterbleibe, sei dem Beklagten in diesen 

Wochen  ein  Nachmittagsbesuchsrecht  am  Freitag  einzuräumen.  Der  Beklagte 

habe in den vergangenen Monaten belegt, dass er seine Arbeitszeit hinreichend 

flexibel gestalten könne, um vierwöchentlich einen Nachmittag mit C._____ zu ver-

bringen (Urk. 72 S. 12 ff.).

Das  Ferien-  und  Feiertagsbesuchsrecht  habe  in  den  vergangenen  Monaten  zu 

Konflikten geführt. Namentlich sei es so weit gegangen, dass der Beklagte in der 

Annahme, er könne die Aufteilung der Ferien ohne vorgängige Rücksprache ein-

fach bestimmen, nach den Ferien der Klägerin mit C._____ eine Strafanzeige we-

gen Entziehung von Minderjährigen eingereicht habe. Aufgrund der beschränkten 

Dauer des Verfahrens erscheine es gerechtfertigt, das Entscheidungsrecht einer 

Partei fest zuzuteilen. Da die Klägerin einen Dienstplan habe, weise sie nicht die-

selbe  Flexibilität  auf  wie  der  Beklagte.  Demnach  sei  das  Entscheidungsrecht  ihr 

zuzuweisen,  um  Kollisionen  von  Ferien  mit  ihren  Arbeitseinsätzen  zu  vermeiden 

(Urk. 72 S. 15). 

Die Behauptung, der Beklagte wolle auf 80% reduzieren, werde immer wiederholt. 

Er  sei  dazu  aus  finanziellen  Gründen  aber  gar  nicht  in  der  Lage.  Er  würde  sein 

Leasing  nicht  mehr  bezahlen  können,  was  letztendlich  einen  Stellenverlust  zur 

Folge hätte. Zurzeit bezahle der Beklagte regelmässig sein Leasing, könne ihr aber 

kein  Geld  überweisen,  damit  sie  für  das  Kind  die  essenziellen  Dinge  (Nahrung  / 

Kleidung) kaufen könne. Das Vorgehen des Beklagten sei stossend. Bis dato seien 

- 30 -

Unterhaltsforderungen  von  über  Fr.  20'000.–  aufgelaufen,  welche  ausstehend 

seien. Der Beklagte werde diese noch nachzuzahlen haben. Bei einer Reduktion 

auf 80% würde dies zu einer zwangsweisen Durchsetzung der ausstehenden Un-

terhaltsforderung  führen.  Eine  Schuldenfalle  wäre  vorprogrammiert  und  C._____ 

würde in Armut aufwachsen, was nicht in seinem Interesse sein könne. Die Vor-

instanz  habe  sodann  überzeugend  dargelegt,  weshalb  eine  alternierende  Obhut 

schlichtweg nicht möglich sei, wobei die Arbeitstätigkeit der Klägerin, der Krippen-

besuch  von  C._____  und  die  Distanz  als  Faktoren  berücksichtigt  worden  seien 

(Urk. 72 S. 19 und S. 31 f. ). 

3.4.4  Der Beklagte entgegnet, er habe seinen Arbeitsvertrag noch nicht auf 80% 

reduziert,  weil  die  Klägerin  die  nach  fast  zehnstündiger  Verhandlung  unterzeich-

nete Vereinbarung widerrufen habe und C._____ wieder nicht mehr wie vereinbart 

herausgebe. So habe er sie mehrmals gebeten, ihm C._____ wie ursprünglich ver-

einbart bereits am Donnerstag zu geben. Sie verweigere dies grundlos, weswegen 

er sich entschieden habe, weiterhin 100% zu arbeiten. Sein Team würde sich nach 

ihm richten, aber er müsse klar sagen, an welchem Tag oder wie er das 80%-Pen-

sum aufgeteilt haben möchte. Er sei aber in jedem Moment bereit, sein Pensum zu 

reduzieren (Urk. 77 S. 1 f.). 

3.4.5  Die Klägerin bringt zum Vorstehenden vor, es sei richtig, dass der Beklagte 

sein Pensum nicht reduziert habe. Bestritten werde nach wie vor, dass er das kön-

ne.  Der  hauptsächliche  Hinderungsgrund  seien  seine  finanziellen  Verhältnisse. 

Dass sein Team eine Pensumsreduktion akzeptieren würde, werde mit Nichtwissen 

bestritten. Den versprochenen Beleg hätte der Beklagte längst besorgen können 

(Urk. 81 S. 15).

3.4.6  Die Klägerin beantragt, dass der Beklagte C._____ auch für die Dauer des 

Verfahrens jeweils an drei Wochenenden pro Monat betreuen solle. Der Beklagte 

möchte sein Pensum auf 80% reduzieren und eine umfassendere Betreuung wahr-

nehmen bzw. beantragt er die alternierende Obhut. Unbestritten ist, dass die Par-

teien C._____ vor der Trennung beide betreuten und somit beide gleichermassen 

zu Hauptbezugspersonen wurden. Mit dem Umzug der Klägerin einhergehend re-

duzierte sich der Betreuungsumfang des Beklagten, wobei auch die Klägerin ein-

- 31 -

gesteht, dass der Beklagte C._____ regelmässig, sprich an drei von vier Wochen-

enden  betreute,  und  auch  wiederholt  spontan  einsprang.  Da  C._____  zum  Zeit-

punkt des erstinstanzlichen Entscheids gerade einmal zwei Jahre alt war, der Kin-

dergarteneintritt somit noch in weiter Ferne lag, und er auch heute noch über ein 

Jahr in der Zukunft liegt, ist nicht nachvollziehbar, weshalb der Beklagte bis dahin 

nicht  umfassendere  Betreuungsanteile  übernehmen  kann.  Durch  die  derzeitige 

Wochenendbetreuung  legt  C._____  die  Strecke  zwischen  D._____  und  Zürich 

ebenfalls an drei von vier Wochenenden zurück. Inwiefern die Distanz einer ausge-

dehnten  Betreuungszeit  bis  zum  Kindergarteneintritt  entgegenstehen  soll,  erhellt 

nicht, zumal sich die Fahrten bei einer Betreuung durch den Beklagten von Freitag-

morgen bis Sonntagabend nicht vermehren würden. 

Auch das Argument der Klägerin, der Beklagte könne es sich aus finanzieller Hin-

sicht nicht leisten, sein Pensum zu reduzieren, da er sonst seine Schulden nicht 

mehr  bezahlen  könne,  seine  Stelle  verliere  und  C._____  in  Armut  aufwachsen 

würde, verfängt nicht. Zum einen ist der Beklagte auch mit einem 80%-Pensum in 

der  Lage,  das  familienrechtliche  Existenzminimum  von  C._____  zu  decken  (vgl. 

unten E. III.C.4.3). Die Leasingraten des Beklagten wurden sodann bereits in den 

vorherigen Phasen nicht berücksichtigt (vgl. unten E. C.III.1.2.10), sodass sich der 

Beklagte  diesbezüglich  ohnehin  um  eine  Lösung  bemühen  muss.  Hinzu  kommt, 

dass  die  Klägerin  bzw.  die  die  Unterhaltsbeiträge  bevorschussende  Gemeinde 

D._____ den Beklagten  in  der  Zwischenzeit auf die Unterhaltsbeiträge betrieben 

hat, sodass er bereits einer Lohnpfändung unterliegt bzw. zeitnah unterliegen wird 

(Urk. 89/2). Einen Stellenverlust des  Beklagten hatte dies offensichtlich trotzdem 

nicht zur Folge. Hingegen haben sich dadurch die noch offenen Unterhaltsschulden 

reduziert. Im Übrigen handelt es sich vorerst nur um eine beschränkte Zeitspanne 

–  bis  zum  Kindergarteneintritt  von  C._____  voraussichtlich  im  August  2026 –,  in 

welcher von einer Pensumsreduktion des Beklagten auszugehen ist. Im Rahmen 

des Hauptverfahrens (LZ240017-O) wird die Betreuung ab Kindergarteneintritt von 

C._____ erneut zu prüfen sein. 

Somit ist von einer Pensumsreduktion des Beklagten ab Rechtskraft des vorliegen-

den Entscheids auf 80% auszugehen und der Beklagte zu berechtigen und zu ver-

- 32 -

pflichten, C._____ an drei von vier Wochenenden von Freitagmorgen, 09.00 Uhr, 

bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, zu betreuen. In der Woche, in der C._____ das Wo-

chenende bei der Klägerin verbringt, ist der Beklagte zu berechtigen und zu ver-

pflichten, C._____ am Freitag von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu betreuen. In der üb-

rigen  Zeit  wird  C._____  von  der  Klägerin  betreut.  Der  betreuende  Elternteil  hat 

C._____ jeweils zum anderen Elternteil zu bringen und die Übergabe positiv und 

kindswohlgerecht zu gestalten.

3.4.7  Aufgrund des Gesagten ergibt dies für Phase 4 folgenden Betreuungsanteil 

des Beklagten:

Montag
Dienstag 
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag

Morgen
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Schule/
tagsüber Abend Morgen
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Abend
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M
M
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M
M
M

Der Betreuungsanteil des Beklagten beträgt aufgrund der ausgedehnten Wochen-

endbetreuung 33% (28 / 84 × 100). Sodann wird der Beklagte berechtigt und ver-

pflichtet, C._____ während sechs Wochen Ferien zu betreuen. Dies ergibt einen 

gesamten Betreuungsanteil des Beklagten von 35% ([0.33 × 0.75] + [0.46 × 0.25]). 

C._____ ist entsprechend für die Dauer des Verfahrens bzw. bis zu seinem Eintritt 

in den Kindergarten (voraussichtlich) im August 2026 unter die alternierende Obhut 

der Parteien zu stellen. 

4.

Nach Art. 25 Abs. 1 ZGB gilt als Wohnsitz des Kindes unter elterlicher Sorge 

der Wohnsitz der Eltern oder, wenn die Eltern keinen gemeinsamen Wohnsitz ha-

ben, der Wohnsitz des Elternteils, unter dessen Obhut das Kind steht; in den übri-

gen Fällen gilt sein Aufenthaltsort als Wohnsitz. Steht das Kind unter der gemein-

samen  elterlichen  Sorge  seiner  Eltern  und  haben  diese  keinen  gemeinsamen 

Wohnsitz,  so  leitet  sich  der  zivilrechtliche  Wohnsitz  des  Kindes  von  demjenigen 

Elternteil ab, unter dessen Obhut es steht. Im Falle der alternierenden Obhut steht 

die  Obhut  beiden  Eltern  gemeinsam  zu,  weshalb  sich  aus  der  Obhutsregelung 

keine eindeutige  Anknüpfung  ergibt.  Nach  der  Rechtsprechung liegt diesfalls  ein 

Anwendungsfall von Art. 25 Abs. 1 zweiter Teilsatz ZGB vor, sodass das Kind sei-

- 33 -

nen  Wohnsitz  am  Aufenthaltsort  hat.  Darunter  wird  derjenige  Ort  verstanden,  zu 

dem  das  Kind  den  engsten  Bezug  hat  (BGE 135  III  49  E. 5.3;  BGE  144  V  299 

E. 5.3.3.1 f.; vgl. zum Ganzen BK-Affolter-Fringeli/Vogel, Art. 315–315b ZGB N 42 

ff.). 

Die  Klägerin  hat  ihren  Wohnsitz  in  D._____  und  der  Beklagte  in  F._____.  Da 

C._____ (mindestens) an vier Tagen unter der Woche bei der Klägerin wohnt und 

seit November 2023 auch dort die Krippe besucht, hat er seinen Lebensmittelpunkt 

überwiegend in D._____, wo dementsprechend sein Aufenthaltsort begründet wird. 

Der Wohnsitz von C._____ befindet sich somit bei der Klägerin in D._____. 

5.

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass die Parteien nach der Trennung de 

facto  eine  alternierende  Obhut  gelebt  haben  und  C._____  auch  für  die  weitere 

Dauer des Verfahrens und bis zu seinem Eintritt in den Kindergarten unter die al-

ternierende Obhut der Parteien zu stellen ist. Der Beklagte ist zu berechtigen und 

zu verpflichten, C._____ an drei verlängerten Wochenenden pro Monat von Frei-

tagmorgen, 09.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr, zu betreuen. In der Woche, 

in welcher C._____ das Wochenende bei der Klägerin verbringt, ist der Beklagte 

zu berechtigen und zu verpflichten, C._____ am Freitagnachmittag von 12.00 Uhr 

bis 18.00 Uhr zu betreuen. In der übrigen Zeit wird C._____ von der Klägerin be-

treut. Der betreuende Elternteil hat C._____ am Ende der Betreuungszeit zum je-

weils anderen Elternteil zu bringen.

Die Ferien- und Feiertagsregelung der Vorinstanz ist zu bestätigen. Entsprechend 

kommt im Jahr 2025 der Klägerin das Entscheidungsrecht zu. Weshalb ihr aufgrund 

ihres Arbeitsplanes für die gesamte Dauer des Verfahrens das Entscheidungsrecht 

zukommen soll, erhellt nicht, zumal sich die Parteien ohnehin bis Ende Oktober des 

Vorjahres  über  die  Ferien  abzusprechen  haben,  sodass  die  Klägerin  ihre  Ferien 

ohne Weiteres im Voraus und unter Berücksichtigung ihres Arbeitsplanes organi-

sieren kann (vgl. Urk. 51 S. 65).

B.

Kindesschutzmassnahmen

1. Weisungen

- 34 -

1.1 Die Klägerin beantragt, dem Beklagten seien verschiedene Weisungen zu er-

teilen. Er sei anzuweisen, C._____ pünktlich, jeweils spätestens um 20.00 Uhr, ins 

Bett zu bringen, da C._____ am Montagmorgen nach den Besuchswochenenden 

ausserordentlich müde sei. Sodann sei C._____ an den Übergabetagen pünktlich 

abzuliefern und die Verabschiedungen seien kurz zu halten. Weiter sei es dem Be-

klagten zu verbieten, C._____ spontan von der Krippe abzuholen oder am Wohnort 

der  Klägerin  aufzusuchen.  Ferner  habe  es  der  Beklagte  zu  unterlassen,  mit 

C._____  zum  Arzt  zu  gehen,  ohne  sie  vorab  oder  nachträglich  zu  informieren. 

Schliesslich  habe  sie  keinen  Zugriff  auf  die  Krankenkassendetails  von  C._____. 

Der Beklagte sei somit anzuweisen, ihr die entsprechenden Informationen zur Ver-

fügung  zu  stellen  und  sie  gegenüber  der  Krankenversicherung  von  C._____  als 

Berechtigte zu deklarieren (Urk. 72 S. 4 und S. 16 ff.).

1.2 Beide Parteien sind Inhaber der elterlichen Sorge und C._____ wird von bei-

den Elternteilen betreut, sodass Arzttermine nicht zwingend nur in die Betreuungs-

zeit eines Elternteils fallen müssen. Auch wenn der Beklagte die Krankenkassen-

kosten direkt bezahlt, muss auch die Klägerin über die Informationen zum Versi-

cherungsschutz von C._____ im Bilde sein bzw. darauf zugreifen können. Dem Be-

klagten ist somit die Weisung zu erteilen, die Klägerin gegenüber der Krankenkasse 

von C._____ als Berechtigte zu deklarieren und ihr sämtliche Unterlagen, Loginda-

ten etc. zur Verfügung zu stellen.

Der Antrag der Klägerin auf Erteilung weiterer Weisungen ist abzuweisen. Es ist 

darauf  hinzuweisen,  dass  beide  Elternteile  als  erziehungsfähig  erachtet  werden 

(vgl. oben E. III.A.3.2) und entsprechend davon auszugehen ist, dass C._____ zu 

altersgerechten Zeiten ins Bett gebracht wird und die Übergaben zum jeweils an-

deren Elternteil pünktlich zu den nun verbindlich festgelegten Zeiten und in kinds-

wohlgerechter Art erfolgen. Dem Beklagten hierzu konkrete Vorgaben zu machen 

bzw. formell eine Weisung zu erteilen, wann er C._____ ins Bett zu bringen hat, ist 

unverhältnismässig. Da die Betreuungstage nun explizit festgelegt sein werden, er-

übrigt es sich auch, dem Beklagten zu verbieten, C._____ spontan von der Krippe 

abzuholen oder ihn bei der Klägerin aufzusuchen, zumal der Krippenbesuch von 

C._____ ohnehin nicht auf seinen Betreuungstag fällt. In Bezug auf den Antrag der 

- 35 -

Klägerin, dem Beklagten sei die Weisung zu erteilen, er habe es zu unterlassen, 

mit C._____ zum Arzt zu gehen, ohne sie vorab oder nachträglich zu informieren, 

sind die Parteien daran zu erinnern, dass sie beide Inhaber der elterlichen Sorge 

sind und C._____ fortan unter der alternierenden Obhut der Parteien steht, sodass 

sie  ohnehin  verpflichtet  sind,  sich  gegenseitig  über  wichtige  Ereignisse  und  das 

Wohlbefinden  von  C._____  zu  informieren.  Entsprechend  ist  auch  diesbezüglich 

von einer Weisung abzusehen. 

2. Gefährdungsmeldung/Polizeirapport vom 3. Februar 2025

2.1 Mit Eingabe vom 11. Februar 2025 reichte die KESB Bezirk Horgen der hiesi-

gen Instanz einen Polizeirapport der Stadtpolizei Zürich vom 3. Februar 2025 ein 

(Urk. 97-98). Daraus geht hervor, dass es anlässlich der Übergabe von C._____ 

vom  11.  Januar  2025  zwischen  den  Parteien  zu  einer  verbalen  Auseinanderset-

zung gekommen sei, wobei die Klägerin dem Beklagten ins Gesicht gespuckt und 

der Beklagte die Klägerin daraufhin zwischen die Beine gekickt und mit der flachen 

Hand in die linke Gesichtshälfte geschlagen haben soll (Urk. 98 S. 2). Die Parteien 

bestritten gegenüber der Polizei die ihnen je gemachten Vorwürfe. Im Rapport ist 

festgehalten,  dass  bei  der  Klägerin  keine  sichtbaren  Rötungen  in  der  linken  Ge-

sichtshälfte erkennbar gewesen seien; Gewaltschutzmassnahmen seien nicht an-

geordnet  worden,  da  keine  der  Parteien  den  Hauptaggressor  dargestellt  habe 

(Urk. 98 S. 4). Der Polizeirapport wurde den Parteien mit Verfügung vom 17. Fe-

bruar 2025 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 100). Die Klägerin verzichtete am 

21. Februar 2025 explizit auf eine Stellungnahme (Urk. 101), der Beklagte liess sich 

ebenfalls nicht vernehmen. 

2.2 Gewaltsame  Auseinandersetzungen  zwischen  Eltern  vor  den  Augen  ihres 

Kindes haben fraglos auch für das Kind ein erhebliches Gefährdungspotential. Kin-

der als Zeugen von Gewalt sind in ihrem Wohl unmittelbar gefährdet, da das Miter-

leben  von  Gewalt  in  der  Elternbeziehung  Auswirkungen  auf  ihre  psychische  Ge-

sundheit zeitigt. Namentlich kann dies zu einer Traumatisierung des Kindes führen. 

Allein der Polizeirapport vom 3. Februar 2025 veranlasst nun aber noch nicht zum 

Erlass von Kindesschutzmassnahmen. Sollte der Vorfall wie beschrieben stattge-

funden haben, ist die Eskalation, ohne sie bagatellisieren zu wollen, vermutlich ein 

- 36 -

Stück weit dem Umstand geschuldet, dass die Parteien seit über einem Jahr ohne 

verbindliche Obhuts- und Betreuungsregelung leben. In einem derartigen, ungere-

gelten Zustand versuchen Eltern häufig, das Maximum an Betreuungszeit für sich 

einzufordern und durchzusetzen. So kann es zu aufgeheizten Situationen kommen, 

in welchen sich Frustration anstaut und entlädt. Immerhin, im Allgemeinen funktio-

nieren die Kontakte zwischen C._____ und dem Beklagten überwiegend gut, und 

die Parteien waren und sind jedenfalls gewöhnlich in der Lage, diesbezüglich mit-

einander zu kommunizieren und zu kooperieren. Dies zeigt sich auch darin, dass 

der Beklagte wiederholt spontan zur Betreuung von C._____ eingesprungen ist. In 

der Erwartung, dass die Übergaben kindswohlgerecht ablaufen werden, sobald die 

Parteien verbindliche Regelungen haben, sind zum aktuellen Zeitpunkt keine Kin-

desschutzmassnahmen zu erlassen. Sollte sich aber zeigen, dass sich der Vorfall 

tatsächlich wie beschrieben ereignet hat und es sich nicht nur um eine einmalige 

Entgleisung handelte, sondern die Parteien effektiv nicht in der Lage sind, C._____ 

gewaltfrei und kindswohlgerecht dem jeweils anderen Elternteil zu übergeben, wä-

ren im Rahmen des Hauptverfahrens (LZ240017-O) unter anderem die Errichtung 

einer Beistandschaft und begleitete Übergaben zu prüfen. 

C. Unterhaltsbeiträge

1.

Phase 1: April 2023 bis 31. Oktober 2023

1.1 Strittig sind die von der Vorinstanz festgelegten, vom Beklagten zu leistenden 

Unterhaltsbeiträge. Vorliegend wird lediglich auf diejenigen Einkommens- und Be-

darfspositionen eingegangen, die von den Parteien angefochten wurden. Ansons-

ten  kann  auf  die  vorinstanzlichen  Ausführungen  verwiesen  werden.  Um  weitere 

Phasen zu vermeiden, ist die Phase 1 im Vergleich zur ersten Phase der Vorinstanz 

um einen Monat (bis Oktober 2023) zu verlängern. 

1.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung werden die Unterhaltsbeiträge 

nach  der  zweistufigen  Methode  mit  Überschussverteilung  berechnet  (BGE 

147 III 265). Dabei werden zum einen die zur Verfügung stehenden finanziellen Mit-

tel  festgestellt.  Zum  anderen  wird  der  Bedarf  der  von  der  Unterhaltsberechnung 

betroffenen Personen ermittelt. Schliesslich werden die vorhandenen Ressourcen 

- 37 -

auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend verteilt, dass in einer bestimm-

ten Reihenfolge das betreibungsrechtliche bzw. bei genügenden Mitteln das sog. 

familienrechtliche Existenzminimum der Beteiligten gedeckt und alsdann ein ver-

bleibender Überschuss nach der konkreten Situation ermessensweise verteilt wird. 

Soweit es die finanziellen Mittel also zulassen, ist der gebührende Unterhalt zwin-

gend auf das sog. familienrechtliche Existenzminimum zu erweitern, auf welches 

diesfalls Anspruch besteht. Bei den  Elternteilen gehören zum familienrechtlichen 

Existenzminimum  typischerweise  die  Steuern,  ferner  eine  Kommunikations-  und 

Versicherungspauschale,  unumgängliche  Weiterbildungskosten,  den  finanziellen 

Verhältnissen  entsprechende  statt  am  betreibungsrechtlichen  Existenzminimum 

orientierte  Wohnkosten,  Kosten  zur  Ausübung  des  Besuchsrechts  und  allenfalls 

eine  angemessene  Schuldentilgung;  bei  gehobeneren  Verhältnissen  können  na-

mentlich auch über die obligatorische Grundversicherung hinausgehende Kranken-

kassenprämien  und  allenfalls  private  Vorsorgeaufwendungen  von  Selbständiger-

werbenden im Bedarf berücksichtigt werden (BGE 147 III 265 E. 7.2).

1.3.1  Die Klägerin erklärt in ihrer Berufungsantwort, das Einkommen des Beklagten 

belaufe sich seit dem 1. Mai 2023 auf Fr. 8'155.– netto pro Monat. Hinzu komme 

ein Bonus in unbekannter Höhe (Urk. 72 S. 18). In der Stellungnahme vom 23. Ok-

tober 2024 hält sie fest, dass der Beklagte einen Zielbonus von 10% erhalte. Für 

das Jahr 2023 habe er einen "STIP" Bonus von Fr. 7'141.90 brutto erhalten, was 

9.565% seines Bruttogehalts für das Jahr 2023 entsprochen habe (Urk. 81 S. 6).

Der Beklagte führt in seiner Stellungnahme vom 21. November 2024 aus, es sei 

korrekt, dass er einen Bonus erhalten habe, allerdings habe er diesen direkt wieder 

für die Schuldentilgung ausgegeben. Die Vorinstanz habe ihm den Überschuss be-

lassen, da er die hohen Leasingraten habe und immer noch das Minus, welches 

aufgrund der vormaligen Arbeitslosigkeit und der reduzierten Auszahlung durch die 

Unia entstanden sei, decken müsse. Zudem habe er nur Anspruch auf den Bonus, 

wenn das Ziel erreicht werde. Da er nun auf die Bezahlung von Unterhalt betrieben 

worden sei und ihm eine Lohnpfändung drohe, wäre er dem Gericht dankbar, wenn 

der Bonus separat geregelt würde, bspw. dass 10% von einem allfälligen Nettobo-

- 38 -

nus jährlich, erstmals im Jahr 2025, an die Klägerin für C._____ ausbezahlt würden 

(Urk. 87 S. 1 f.). 

Im April 2023 war der Beklagte arbeitslos und erhielt eine Arbeitslosenentschädi-

gung von gerundet Fr. 5'309.– netto (Urk. 21/15 S. 17). Von Mai 2023 bis und mit 

Oktober  2023  erzielte  der  Beklagte  ein  monatliches  Nettoeinkommen  von 

Fr. 8'155.– (Urk. 79/3). Dies ergibt für die Phase 1 ein durchschnittliches monatli-

ches Nettoeinkommen von Fr. 7'748.– (ein Monat à Fr. 5'309.– + sechs Monate à 

Fr. 8'155.–). Sodann erhielt der Beklagte für das Jahr 2023 einen Bonus in Höhe 

von brutto Fr. 7'142.– (Urk. 79/4). Da der Bonus des Beklagten keinen fixen Lohn-

bestandteil  darstellt,  ist  dieser  separat  zu  regeln.  Die  Klägerin  verzichtet  sodann 

nur für den Fall auf den Überschussanteil des Beklagten, dass dieser auch in Zu-

kunft in einem 100%-Pensum arbeite und seine Schulden tilge (Urk. 72 S. 19). Wie 

bereits ausgeführt wird der Beklagte C._____ in Zukunft an drei Freitagen pro Mo-

nat betreuen, weshalb davon auszugehen ist, dass er sein Arbeitspensum entspre-

chend reduzieren wird. C._____ hat Anspruch auf einen allfälligen Überschussan-

teil. Es rechtfertigt sich daher, dass der Beklagte innert 30 Tagen nach Erhalt eines 

allfälligen Nettobonus jeweils 23% desselben (kleiner Kopf × Betreuungsanteil), an 

C._____ weitergibt. Von dem im März 2024 ausgerichteten Bonus von Fr. 7'142.– 

brutto bzw. Fr. 6'685.– netto hat der Beklagte somit Fr. 1'538.– an C._____ zu be-

zahlen.

1.3.2  Die Klägerin macht geltend, ihr Einkommen habe in der Vergangenheit stark 

geschwankt.  Im  April  2023  habe  sie  ein  monatliches  Nettoeinkommen  von 

Fr. 2'247.– erzielt. Von Mai 2023 bis September 2023 habe sich ihr effektives mo-

natliches Nettoeinkommen (nach Abzug der Minusstunden, die betreuungsbedingt 

entstanden seien) auf durchschnittlich Fr. 2'029.– belaufen. Im Oktober 2023 habe 

ihr monatliches Nettoeikommen Fr. 1'494.– betragen (Urk. 72 S. 20). 

Der Beklagte entgegnet in seiner Stellungnahme vom 11. Oktober 2024, die Be-

klagte arbeite mehr, als sie angegeben habe. Die Parteien würden C._____ alter-

nierend betreuen. Diesfalls dürfe von der Klägerin erwartet werden, dass sie mehr 

arbeite, als gemäss Schulstufenmodell verlangt. Sie müsse an den Tagen, an de-

nen C._____ fremdbetreut werde, (insgesamt) 40% arbeiten; zusätzlich arbeite sie 

- 39 -

offenbar  immer  am  Samstag  und/oder  Sonntag.  Sie  arbeite  somit  derzeit  schon 

effektiv mindestens 60% (Urk. 77 S. 2).

Die Klägerin erzielte im April 2023 ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 2'427.– 

(Urk. 5/6/4; inkl. Mobilitätsentschädigung), im Mai 2023 von Fr. 2'349.– (Urk. 5/6/5; 

exkl. Lunch-Check und inkl. Mobilitätsentschädigung), im Juni 2023 von Fr. 2'465.– 

(Urk. 5/6/6; inkl. Mobilitätsentschädigung), im Juli 2023 von Fr. 2'296.– (Urk. 18/2; 

exkl. Kinderzulagen), im August 2023 von Fr. 2'352.– (Urk. 18/2; exkl. Kinderzula-

gen  und  inkl.  Mobilitätsentschädigung),  im  September  2023  von  Fr. 1'546.– 

(Urk. 18/2) sowie im Oktober 2023 von Fr. 1'494.– (Urk. 59/7/1; exkl. Berufskleider-

beitrag).  Die  Minusstunden  vom  September  2023  sind  entgegen  der  Ansicht  der 

Klägerin hochzurechnen. Der Beklagte wünscht sich seit der Trennung, mehr Be-

treuungsanteile übernehmen zu können, und stand hierzu stets bereit. Es erscheint 

somit nicht plausibel, dass die Minusstunden aufgrund der Betreuung entstanden 

sind, und diese können entsprechend nicht zu Lasten des Beklagten berücksichtigt 

werden. Für Phase 1 resultiert ein monatliches durchschnittliches Nettoeinkommen 

der Klägerin von Fr. 2'133.–.

1.3.3    Aufgrund  des  Betreuungsanteils  des  Beklagten  rechtfertigt  es  sich,  den 

Grundbetrag von C._____ im Verhältnis 30 zu 70 aufzuteilen. Von C._____s Grund-

betrag in Höhe von Fr. 400.– sind somit Fr. 280.– auf Seiten der Klägerin und Fr. 

120.– auf Seiten des Beklagten zu berücksichtigen. 

1.3.4    Da  die  Phase  1  anders  als  vor  Vorinstanz  nun  bis  und  mit  Oktober  2023 

dauert,  sind  die  Wohnkosten  des  Beklagten  und  von  C._____  anzupassen.  Der 

Mietzins  des  Beklagten  erhöhte  sich  per  1.  Oktober  2023  von  Fr.  2'067.–  auf 

Fr. 2'184.– monatlich (Urk. 54/11). Dies ergibt für Phase 1 monatliche Wohnkosten 

des Beklagten von Fr. 2'084.– (sechs Monate à Fr. 2'067.– + ein Monat à Fr. 2'184.–

). Davon entfallen Fr. 1'389.– auf den Beklagten und Fr. 695.– auf C._____. 

Dasselbe gilt für die Wohnkosten der Klägerin und von C._____. Diese erhöhten 

sich per 1. Oktober 2023 von Fr. 1'370.– auf Fr. 1'406.– monatlich (Urk. 59/11), was 

für die Phase 1 monatliche Wohnkosten von Fr. 1'375.– (sechs Monate à Fr. 1'370 

- 40 -

+ ein Monat à Fr. 1'406.–) ergibt. Davon entfallen Fr. 917.– auf die Klägerin und 

Fr. 458.– auf C._____.

1.3.5  Die Klägerin rügt, die Vorinstanz habe beim Beklagten für April 2023 Kosten 

für auswärtige Verpflegung berücksichtigt, obwohl er arbeitslos gewesen sei und 

entsprechend keine Kosten angefallen seien (Urk. 72 S. 24). Da der Beklagte seine 

Arbeitszeit sehr flexibel gestalten könne, sei er auch ab Mai 2023 nicht regelmässig 

auf auswärtige Verpflegung angewiesen gewesen. Da es doch vorkommen könne, 

dass er ins Büro gehen müsse, erscheine die Anrechnung einer halben Pauschale 

für  die  Mehrkosten  der  auswärtigen  Verpflegung  von  Fr.  110.–  als  angemessen 

(Urk. 72 S. 25 und S. 27). In der Stellungnahme vom 23. Oktober 2024 macht die 

Klägerin  demgegenüber  geltend,  dem  Lohnausweis  könne  entnommen  werden, 

dass der Beklagte Kantinenverpflegung erhalte. Damit habe er keine Mehrkosten 

für  auswärtige  Verpflegung,  und  diese  Bedarfsposition  sei  zu  streichen  (Urk. 81 

S. 6).

Der Beklagte entgegnet, er erhalte keine Lunch-Checks. Wenn er im Office sei und 

nicht auswärts, könne er in der Kantine essen. Diese sei allerdings auch nicht mehr 

so günstig wie früher, und das Menü koste ohne Getränke Fr. 16.– bis Fr. 18.–. Mit 

Getränk koste es über Fr. 20.–. Bei einem 100%-Pensum seien ihm die vollen Ver-

pflegungskosten anzurechnen. Derzeit arbeite er viel vom Geschäft aus, da viele 

Meetings stattfänden und immer mehr gewünscht sei, dass die Mitarbeiter vor Ort 

seien (Urk. 87 S. 2). 

Die Vorinstanz berücksichtigte – entgegen der Ansicht der Klägerin – die Arbeits-

losigkeit  des  Beklagten  im  April  2023  und  rechnete  ihm  für  diesen  Monat  keine 

Berufsauslagen an (Urk. 51 S. 54). Zudem ist zutreffend, dass der Beklagte seine 

Arbeitszeit  flexibel  gestalten  und  auch  im  Home  Office  arbeiten  kann,  sodass  er 

sich wohl nicht täglich auswärts verpflegt. Dasselbe gilt aber auch für die Klägerin. 

Ihren Arbeitsrapporten ist zu entnehmen, dass sie oft am Morgen und dann erst 

wieder abends arbeitet, sodass sie das Mittagessen vermutungsweise ebenfalls zu 

Hause einnehmen kann (Urk. 83/24). Nichtsdestotrotz wurden ihr die vollen Kosten 

für die auswärtige Verpflegung bei einem 40%-Pensum angerechnet (Urk. 51 S. 52 

und S. 55). Entsprechend rechtfertigt es sich auch beim Beklagten, die vollen Kos-

- 41 -

ten für die Monate Mai 2023 bis Oktober 2023 zu berücksichtigen, zumal er glaub-

haft darlegt, dass er keine Lunch Checks erhält und sich in der Kantine zu üblichen 

Preisen  verpflegen  muss  (Urk.  87  S.  2).  Dies  ergibt  für  die  Phase  1  monatliche 

Kosten für auswärtige Verpflegung des Beklagten von Fr. 189.– (sechs Monate à 

Fr. 220.– / sieben Monate). 

1.3.6  Weiter rügt die Klägerin, die Vorinstanz habe fälschlicherweise beim Beklag-

ten für April 2023 die Fahrtkosten zum Arbeitsplatz berücksichtigt (Urk. 51 S. 24).

Wie bereits erwähnt berücksichtigte die Vorinstanz die Arbeitslosigkeit des Klägers 

im April 2023 und rechnete ihm für diesen Monat keine Berufsauslagen an (Urk. 51 

S. 54). Die Höhe der Fahrtkosten des Beklagten wurden nicht angefochten. Für die 

Phase 1 ergeben sich somit Kosten für die Fahrten zum Arbeitsplatz von monatlich 

Fr. 73.– (sechs Monate à Fr. 85.– / sieben Monate).

1.3.7  Die Klägerin macht geltend, ab Oktober 2023 seien ihr weiterhin Mobilitäts-

kosten anzurechnen. Es habe ein Missverständnis gegeben, da sie zwar auf das 

Geschäftsauto  für  Geschäftszwecke  zugreifen  könne,  damit  aber  nicht  ihren  Ar-

beitsweg absolviere (Urk. 72 S. 27). 

Die Ausführungen der Klägerin sind glaubhaft, zumal im Lohnausweis kein Privat-

anteil für das Geschäftsfahrzeug ausgewiesen wurde (Urk. 59/8). Der Klägerin sind 

somit für die gesamte Phase 1 monatliche Mobilitätskosten von Fr. 85.– anzurech-

nen.

1.3.8  Die Klägerin führt aus, sie bringe C._____ regelmässig am Freitag zum Be-

klagten,  sodass  ihr  auch  Fahrkosten  für  die  Übergaben  anzurechnen  seien,  und 

veranschlagt  diese  mit  monatlich  Fr.  20.–.  Denselben  Betrag  berücksichtigte  sie 

auch beim Beklagten (Urk. 72 S. 26 f.).

Der Beklagte entgegnet, die Klägerin bringe C._____ freitags selten zu ihm (Urk. 87 

S. 2).

Besuchsrechtskosten  stellen  im  Rahmen  der  familienrechtlichen  Bedarfsberech-

nung  keine  übliche  Position  dar.  Grundsätzlich  ist  das  Besuchsrecht  auf  eigene 

- 42 -

Kosten des besuchsrechtsberechtigten Elternteils auszuüben (Fam-Komm Schei-

dung/Büchler, Art. 273 N 31 mit weiteren Hinweisen). Ob das Sachgericht dem Be-

suchsberechtigten  im  familienrechtlichen  Streit  um  die  Festsetzung  von  Kinder-

unterhaltsbeiträgen  für  die  Ausübung  des  Besuchsrechts  einen  gewissen  Betrag 

zugestehen will, ist eine Frage des dem Gericht in Unterhaltsbelangen zustehen-

den weiten Ermessens (BGer 5A_693/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 3.2; OGer 

ZH LZ210027 vom 29. August 2022 E. II.5.3.e). Vorliegend rechtfertigt es sich nicht, 

Kosten für die Ausübung des Besuchsrechts im Bedarf der Parteien zu berücksich-

tigen, zumal diese einerseits sehr tief sind und andererseits auf beiden Seiten glei-

chermassen anfallen. 

1.3.9  Die Klägerin moniert, beim Beklagten sei die Zusatzversicherung der Kran-

kenkasse  (VVG)  im  erweiterten  Bedarf  berücksichtigt  worden.  Sie  habe  für  sich 

keine solche  Versicherung  abschliessen  können,  obschon  sie  dies  gerne  würde. 

Auch  hier  sei  sie  benachteiligt,  da  sie  vom  Beklagten  finanziell  ausgehungert 

werde.  Die  damit  einhergehende  Ungleichbehandlung  sei  auch  in  Zukunft  stos-

send.  Richtigerweise  seien  dem  Beklagten  ebenfalls  keine  VVG-Prämien  anzu-

rechnen (Urk. 72 S. 23). 

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung können bei gehobeneren Verhältnis-

sen auch die über die obligatorische Grundversicherung hinausgehenden Kranken-

kassenprämien  berücksichtigt  werden  (BGE  147  III  265  E.  7.2).  Dies  setzt  aber 

voraus, dass die Prämien auch effektiv bezahlt werden. Die Parteien haben zudem 

keinen Anspruch auf absolute Gleichbehandlung. Die Prämien für die Zusatzversi-

cherung  sind  beim  Beklagten  und  C._____  somit  weiterhin  zu  berücksichtigen, 

auch wenn die Klägerin für sich selbst keine solche Versicherung abgeschlossen 

hat. 

1.3.10    Die  Klägerin  macht  geltend,  die  Abzahlungsraten  des  Beklagten  für  die 

Schulden seien zu reduzieren. Im April 2023 habe der Beklagte Fr. 438.60 an den 

Kanton  Zürich  und  Fr. 1'200.–  an  die  Kreditkartenherausgeberin  bezahlt.  Vom 

1. Mai  2023  bis  zum  30. September  2023  habe  er  insgesamt  nur  Fr. 6'122.–  an 

Schulden bezahlt. Ab Oktober 2023 seien Fr. 1'044.65 monatlich zu berücksichti-

gen (Urk. 72 S. 24 ff.).

- 43 -

Der Beklagte ist der Meinung, ihm seien die Kosten für das Auto im Bedarf anzu-

rechnen, zumal die Klägerin auch ein komfortables Auto als Familienauto gewollt 

habe und er nicht mehr aus dem Leasingvertrag herauskomme. Er sei allein um 

seinen Alltag zu bewältigen auf ein Auto angewiesen. Auch habe er extern Termine, 

und Spesen habe er ebenfalls schon ausbezahlt erhalten (Urk. 87 S. 2).

Aus den Ausführungen des Beklagten geht nicht eindeutig hervor, ob er den von 

der  Vorinstanz  abgesprochenen  Kompetenzcharakter  seines  Fahrzeuges  anficht 

oder ob er lediglich im Rahmen der Schuldentilgung der Meinung ist, die Leasing-

raten seien zu berücksichtigen. Jedenfalls hat die Vorinstanz dem Fahrzeug des 

Beklagten den Kompetenzcharakter zu Recht abgesprochen. Auch in der Berufung 

führt er nicht aus, weshalb er geschäftlich auf ein Fahrzeug angewiesen sei, son-

dern  macht  primär  geltend,  er  benötige  es,  um  seinen  Alltag  zu  bewältigen,  und 

wiederholt,  dass  er  auch  externe  Termine  habe.  Es  ist  jedoch  nicht  belegt  oder 

glaubhaft gemacht, dass der Beklagte für die externen Termine auf ein Auto ange-

wiesen ist. Ausserdem führte er vor Vorinstanz aus, die G._____ setze auf Nach-

haltigkeit und entschädige grundsätzlich Spesen für ein öV-Abonnement (Prot. I S. 

62). Es ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass es sich beim Fahrzeug des 

Beklagten um kein Kompetenzstück handelt. Gemäss den Richtlinien zur Berech-

nung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums sind Leasingraten sodann nur 

zu berücksichtigen, wenn sie zur Abzahlung eines Kompetenzstücks dienen, was 

vorliegend nicht der Fall ist. Die Leasingraten wurden von der Vorinstanz somit zu 

Recht nicht im Bedarf des Beklagten berücksichtigt.

Im Übrigen bezahlte der Beklagte in Phase 1 nachweislich Steuerschulden von ins-

gesamt Fr. 3'562.80 (Urk. 21/13-14), sprich monatlich Fr. 509.– (Fr. 3'562.80 / sie-

ben  Monate),  sowie  Kreditkartenraten  bei  der  UBS  von  insgesamt  Fr.  5'550.– 

(Urk. 21/10-11), sprich monatlich Fr. 793.– (Fr. 5'550.– / sieben Monate) ab. Ent-

sprechend wären Fr. 1'302.– an Schuldentilgung im Bedarf des Beklagten zu be-

rücksichtigen. Da das Einkommen des Beklagten dann jedoch nicht ausreicht, um 

sämtliche  familienrechtliche  Existenzminima  zu  decken,  und  der  Kinderunterhalt 

der Schuldentilgung vorgeht, können lediglich Fr. 834.– an Schuldentilgung berück-

sichtigt werden. 

- 44 -

1.3.11  Aufgrund der (teilweise) angepassten Einkommens- und Bedarfspositionen 

sind auch die Steuern neu zu berechnen. Beim Beklagten fällt eine geschätzte jähr-

liche  Steuerbelastung  von  rund  Fr. 10'523.–  (Fr. 9'136.–  Staats-  und  Gemeinde-

steuer, Fr. 1'387.– direkte Bundessteuern) an (Grundtarif; Berechnungsgrundlage: 

Einkommen  Fr. 92'976.–,  unter  Berücksichtigung  üblicher  Abzüge  von  rund 

Fr. 8'534.– sowie des Abzugs für Unterhaltsbeiträge von Fr. 8'452.–). Bei der Klä-

gerin beträgt die geschätzte jährliche Steuerbelastung rund Fr. 239.– (Staats- und 

Gemeindesteuer, keine direkte Bundessteuer; reduzierter Tarif [Verheirateten-/El-

terntarif];  Berechnungsgrundlage:  Einkommen  Fr. 27'996.–  aus  Erwerbstätigkeit 

[inkl.  Kinderzulagen]  und  Fr. 8'452.–  Unterhaltsbeiträge,  unter  Berücksichtigung 

üblicher Abzüge [inkl. Kinderabzügen] von rund Fr. 17'000.–). Damit resultieren mo-

natliche Steuerbelastungen von Fr. 877.– des Beklagten und Fr. 20.– der Klägerin. 

Davon sind bei C._____, der seinen steuerrechtlichen Wohnsitz bei der Klägerin 

hat (dazu oben unter E. III.A.4.), und dessen Barunterhaltsbeitrag rund 20% des 

von der Klägerin versteuerten Einkommens ausmacht, Fr. 4.– im Bedarf zu berück-

sichtigen, womit bei der Beklagten Fr. 16.– einzusetzen sind (vgl. BGE 147 III 457 

E. 4.2.3.5).

1.4 Dem monatlichen Nettoeinkommen des Beklagten von Fr. 7'748.– steht sein 

monatliches familienrechtliches Existenzminimum von Fr. 5'459.– gegenüber. Da-

nach verbleibt ihm ein Betrag von Fr. 2'289.–. 

Die Klägerin ist mit ihrem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 2'133.– nicht in der 

Lage, ihr familienrechtliches Existenzminimum von Fr. 2'871.– zu decken. Es fehlen 

ihr monatlich Fr. 738.–. Entsprechend resultiert ein Betreuungsunterhalt in dersel-

ben Höhe. 

Das  familienrechtliche  Existenzminimum  von  C._____  beträgt  beim  Beklagten 

Fr. 1'009.– und bei der Klägerin nach Abzug der Kinderzulagen von Fr. 200.– noch 

Fr. 542.–, insgesamt somit Fr. 1'551.–. Der Barunterhalt von C._____ ist mangels 

Leistungsfähigkeit der Klägerin vollständig vom Beklagten zu tragen.

1.4 Der Beklagte ist nach dem Gesagten zu verpflichten, der Klägerin in Phase 1 

für C._____ rückwirkend monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'280.– (Fr. 542.– 

- 45 -

Barunterhalt sowie Fr. 738.– Betreuungsunterhalt) zu bezahlen. Die Krankenkas-

senprämien sowie die ungedeckten Gesundheitskosten von C._____ wurden vom 

Beklagten direkt bezahlt und sind in dem an die Klägerin zu leistenden Unterhalts-

beitrag nicht inkludiert.

2.

Phase 2: 1. November 2023 bis 29. Februar 2024

2.1 Die Phase 2 dauert neu von November 2023 bis Februar 2024. Wiederum ist 

lediglich auf diejenigen Einkommens- und Bedarfspositionen einzugehen, die von 

den Parteien gerügt wurden.

2.2.1  Die Klägerin bringt vor, der Beklagte habe im Januar 2024 einen Zuschlag 

für Nachtarbeit sowie "FlexOptions" für Fr. 800.– erhalten (Urk. 72 S. 18). Ferner 

sei anzunehmen, dass der Beklagte auch in Zukunft einen Bonus in der Nähe sei-

nes Zielbonus (10% der Lohnsumme) erhalten werde (Urk. 81 S. 7).

Für die Einwendungen des Beklagten kann auf E. III.C.1.3.1 verwiesen werden.

Dem Lohnausweis 2023 sowie den Lohnabrechnungen des Beklagten von Januar 

und Februar 2024 kann entnommen werden, dass er in Phase 2 ein durchschnittli-

ches  monatliches  Nettoeinkommen  von  Fr.  8'195.–  erzielte  (zwei  Monate  à 

Fr. 8'155.– [Urk. 79/3] + Fr. 8'192.– [Januar 2024; inkl. Nachtzuschlag und FlexOp-

tion, Urk. 54/9] + Fr. 8'279.– [Februar 2024; inkl. Spesen, Urk. 54/9]. Für die sepa-

rate Bonusregelung, die auch in dieser Phase gilt, kann auf E. III.C.1.3.1 verwiesen 

werden. 

2.2.2  Der Beklagte rügt, das Einkommen der Klägerin sei höher ausgefallen, als 

die  Vorinstanz  dies  berücksichtigt  habe.  Sie  habe  mutmasslich  seit  November 

2023, sicherlich aber seit Januar 2024, mehr gearbeitet, als sie vor Vorinstanz an-

gegeben  habe.  Der  Betreuungsunterhalt  sei  daher  rückwirkend  aufzuheben 

(Urk. 50 S. 13).

Die Klägerin entgegnet, sie habe im November 2023 Fr. 2'336.10 [exkl. Kinderzu-

lagen und Berufskleiderbeitrag], im Dezember 2023 Fr. 1'609.10 [exkl. Kinderzula-

gen und Berufskleiderbeitrag, aber unter Berücksichtigung der Minusstunden, die 

- 46 -

betreuungsbedingt  entstanden  seien], 

im  Januar  2024  Fr.  156.85  sowie 

Fr. 2'475.20  [ohne  Berufskleiderbeitrag,  aber  ohne  Abzug  Darlehen]  und  im  Fe-

bruar 2024 Fr. 4'157.75 [ausbezahlt im März 2024, ohne Berufskleiderbeitrag und 

ohne Abzug Darlehen] ausbezahlt erhalten (Urk. 72 S. 20).

Der Beklagte bringt daraufhin vor, die Klägerin sei schon seit Januar 2024 fix an-

gestellt, was bereits an der letzten Verhandlung als neue Umstellung dargetan wor-

den sei. Es sei festgehalten worden, dass sich ihr Lohn nicht mehr ändern werde, 

was jedoch nicht gestimmt habe. Die Klägerin müsse ihre Erwerbskapazität aus-

schöpfen. Wenn die Vorinstanz von Fr. 2'275.– (monatlich) als Nettolohn ausge-

gangen sei, sei dies falsch und zu korrigieren (Urk. 77 S. 3).

Die  Klägerin  erzielte  im  November  2023  ein  monatliches  Nettoeinkommen  von 

Fr. 2'336.– [exkl. Kinderzulagen und Berufskleiderbeitrag; Urk. 59/7/2] und im De-

zember 2023 ein solches von Fr. 2'868.– [exkl. Kinderzulagen und Berufskleider-

beitrag;  Urk. 59/7/3].  Die  im  Dezember  2023  entstandenen  Minusstunden  sind 

nämlich  nicht  in  Abzug  zu  bringen,  da  nicht  belegt  und  glaubhaft  ist,  dass  diese 

betreuungsbedingt entstanden sind. Der Beklagte wünscht sich seit jeher mehr Be-

treuungszeit und die Klägerin gesteht eine gewisse Flexibilität des Beklagten bei 

der Arbeitszeitgestaltung ein und bestätigt, dass er wiederholt spontan eingesprun-

gen sei (Urk. 81 S. 16 f.). Ein Beleg, dass der Beklagte die Betreuung von C._____ 

im Dezember 2023 nicht hätte übernehmen können, blieb aus. Dies wurde auch 

nicht  glaubhaft  gemacht.  Darüber  hinaus  führt  die  Klägerin  aus,  Anfang  Jahr  sei 

auch ihre Cousine zur Unterstützung anwesend gewesen (Urk. 81 S. 19). Im Januar 

2023  erzielte  die  Klägerin  ein  monatliches  Nettoeinkommen  von  Fr. 157.–  [exkl. 

Kinderzulagen und Berufskleiderbeitrag; Urk. 59/7/4]. Dem Beklagten ist zwar zu-

zustimmen, dass die Klägerin ihr 40%-Pensum auszuschöpfen hat. Dies tat sie je-

doch trotz des geringen Lohnes im Januar 2024. Den Lohnabrechnungen vom Fe-

bruar und März 2024 ist zu nämlich entnehmen, dass sie in diesen beiden Monaten 

mehr als 40% gearbeitet hat, sodass davon auszugehen ist, dass die Klägerin im 

Jahressoll ihr 40%-Pensum ausschöpft, weswegen vom tatsächlichen Januar-Ein-

kommen auszugehen ist. Im Februar 2024 erzielte sie sodann ein monatliches Net-

toeinkommen  von  Fr.  2'475.–  [exkl.  Berufskleiderbeitrag;  Urk.  59/7/5].  Die  Rück-

- 47 -

zahlung des Darlehens ist nicht in Abzug zu bringen, da dieses auch nicht beim 

Lohn aufgerechnet wurde. Ferner ist nicht ersichtlich, dass der Januarlohn erst im 

Februar ausbezahlt wurde und der Februarlohn im März, wie dies von der Klägerin 

vorgetragen wird. Auch dem Arbeitsvertrag der Klägerin (Urk. 59/6) kann nicht ent-

nommen werden, dass der Lohn erst im Folgemonat ausbezahlt wird. Es resultiert 

nach dem Gesagten ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen der Klä-

gerin in Phase 2 von Fr. 1'959.–.

2.2.3  Der Betreuungsanteil des Beklagten beträgt in der Phase 2 35% (vgl. oben 

E. III.A.3.3.2). Entsprechend ist der Grundbetrag von C._____ in diesem Verhältnis 

auf die Eltern aufzuteilen, sodass bei der Klägerin Fr. 260.– und beim Beklagten 

Fr. 140.– zu berücksichtigen sind. 

2.2.4  Die Mietzinserhöhung der Parteien ist in Phase 2 vollumfänglich zu berück-

sichtigen. Der Wohnkostenanteil der Klägerin beträgt somit Fr. 937.– und derjenige 

von C._____ Fr. 469.– (Urk. 59/11).

Auf Seiten des Beklagten beträgt sein Wohnkostenanteil Fr. 1'456.– und derjenige 

von C._____ Fr. 728.– (Urk. 54/11). 

2.2.3  Für die Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts kann auf E. III.C.1.3.8 ver-

wiesen werden. 

2.2.4  Die Klägerin führt aus, bei C._____ seien die effektiven Fremdbetreuungs-

kosten von monatlich Fr. 156.– zu berücksichtigen (Urk. 72 S. 27).

Dem  ist  zuzustimmen.  Die  Fremdbetreuungskosten  von  C._____  betragen  unter 

Berücksichtigung der Unterstützungsleistung der Gemeinde im Umfang von 85% 

monatlich Fr. 156.– (Urk. 38B/17 S. 2 sowie Urk. 38B/20 S. 3).

2.2.5  In Bezug auf die Fahrtkosten der Parteien sowie die Kosten für die auswärtige 

Verpflegung der Klägerin kann auf die E. III.C.1.3.6 sowie III.C.1.3.7 verwiesen wer-

den.  Da  der  Beklagte  in  der  Phase  2  durchgehend  in  einem  100%-Pensum  er-

werbstätig  war,  sind  ihm  Verpflegungskosten  von  monatlich  Fr.  220.–  im  Bedarf 

anzurechnen (vgl. oben E. III.C.1.3.5).

- 48 -

2.2.6  In Phase 2 bezahlte der Beklagte die letzten beiden Raten seiner Steuer-

schulden für November 2023 und Dezember 2023 in der Höhe von je Fr. 890.70 

(Urk. 21/13). Über die gesamte Phase 2 ergibt dies eine monatlich zu berücksichti-

gende Steuerschuldentilgung von Fr. 445.– (Fr. 890.70 × zwei Monate / vier Mo-

nate). Von November 2023 bis Februar 2024 bezahlte der Beklagte sodann Kredit-

kartenschulden  in  Höhe  von  insgesamt  Fr.  1'743.15,  sprich  Fr.  436.–  pro  Monat 

(Urk.  21/11  i.V.m.  Urk.  54/16).  Dies  ergibt  eine  monatlich  zu  berücksichtigende 

Schuldentilgung von gesamthaft Fr. 881.–. Dazu kommt, dass beim Beklagten in 

der  Phase 1  Schuldenabzahlungen  von  Fr.  468.–  pro  Monat  resp.  insgesamt 

Fr. 3'276.– nicht berücksichtigt werden konnten. Entsprechend wären in Phase 2 

monatlich (gerundet) Fr. 1'700.– (Fr. 881.– + Fr. 819.– [Fr. 3'276.– / 4 Monate]) zu 

berücksichtigen. Die finanziellen Mittel reichen hierzu jedoch nicht aus, sodass mo-

natlich Fr. 750.– berücksichtigt werden können.

2.2.7  In Bezug auf die Ausführungen der Klägerin zum Anspruch auf eine überob-

ligatorische Krankenversicherung kann auf E. III.C.1.3.9 verwiesen werden.

2.2.8  Aufgrund der (teilweise) angepassten Einkommens- und Bedarfspositionen 

sind auch die Steuern neu zu berechnen. Beim Beklagten fällt eine geschätzte jähr-

liche  Steuerbelastung  von  rund  Fr. 10'893.–  (Fr. 9'509.–  Staats-  und  Gemeinde-

steuer, Fr. 1'384.– direkte Bundessteuern) an (Grundtarif; Berechnungsgrundlage: 

Einkommen  Fr. 98'340.–,  unter  Berücksichtigung  üblicher  Abzüge  von  rund 

Fr. 9'210.– sowie des Abzugs für Unterhaltsbeiträge von Fr. 10'727.–). Bei der Klä-

gerin beträgt die geschätzte jährliche Steuerbelastung Fr. 194.– (Staats- und Ge-

meindesteuer, keine direkte Bundessteuer; reduzierter Tarif [Verheirateten-/Eltern-

tarif]; Berechnungsgrundlage: Einkommen Fr. 25'908.– aus Erwerbstätigkeit [inkl. 

Kinderzulagen]  und  Fr. 10'727.–  Unterhaltsbeiträge,  unter  Berücksichtigung  übli-

cher Abzüge [inkl. Kinderabzügen] von rund Fr. 18'872.–). Damit resultieren monat-

liche Steuerbelastungen von Fr. 908.– des Beklagten und Fr. 16.– der Klägerin. Da-

von sind bei C._____, dessen Barunterhaltsbeitrag 30% des von der Klägerin ver-

steuerten Einkommens ausmacht, Fr. 5.– im Bedarf zu berücksichtigen, womit bei 

der Beklagten Fr. 11.– einzusetzen sind (vgl. BGE 147 III 457 E. 4.2.3.5).

- 49 -

2.3 Dem monatlichen Nettoeinkommen des Beklagten von Fr. 8'195.– steht sein 

monatliches familienrechtliches Existenzminimum von Fr. 5'516.– gegenüber. Da-

nach verbleibt ihm ein Betrag von Fr. 2'679.–. 

Die Klägerin ist mit ihrem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 1'959.– nicht in der 

Lage, ihr familienrechtliches Existenzminimum von Fr. 2'886.– zu decken. Es fehlen 

ihr monatlich Fr. 927.–. Entsprechend resultiert ein Betreuungsunterhalt in dersel-

ben Höhe. 

Das  familienrechtliche  Existenzminimum  von  C._____  beträgt  beim  Beklagten 

Fr. 1'062.– und bei der Klägerin nach Abzug der Kinderzulagen von Fr. 200.– noch 

Fr. 690.–, insgesamt somit Fr. 1'752.–. Der Barunterhalt von C._____ ist mangels 

Leistungsfähigkeit der Klägerin vom Beklagten zu tragen.

2.4 Der Beklagte ist zu verpflichten, der Klägerin in Phase 2 für C._____ rückwir-

kend monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 1'617.– (Fr. 690.– Barunterhalt sowie 

Fr. 927.– Betreuungsunterhalt) zu bezahlen. Die Krankenkassenprämien sowie die 

ungedeckten  Gesundheitskosten  von  C._____  wurden  vom  Beklagten  direkt  be-

zahlt und sind in dem an die Klägerin zu leistenden Unterhaltsbeitrag nicht inklu-

diert.

3.

Phase 3: 1. März 2024 bis zur Rechtskraft des vorliegenden Entscheids

3.1 Die vorliegende Phase dauert neu von März 2024 bis zur Rechtskraft des vor-

liegenden Entscheids. Es wird wiederum lediglich auf diejenigen Einkommens- und 

Bedarfspositionen eingegangen, die angefochten wurden.

3.2.1  Die Klägerin bringt vor, den Lohnabrechnungen des Beklagten ab April 2024 

sei zu entnehmen, dass er neu ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 8'291.30 

erhalte, welches zu berücksichtigen sei (Urk. 81 S. 6). 

Den Lohnabrechnungen des Beklagten ist zu entnehmen, dass er im März 2024 

noch – wie von der Vorinstanz erwogen – Fr. 8'155.– (exkl. Kinderzulagen und Bo-

nus) verdiente. Ab April 2024 erzielte er – wie von der Klägerin zutreffend vorgetra-

gen – ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 8'291.–. Da zurzeit noch unklar ist, 

- 50 -

wann der vorliegende Entscheid in Rechtskraft erwachsen wird, der Beklagte je-

doch  während  fast  der  gesamten  Phase  monatlich  Fr.  8'291.–  verdienen  wird, 

rechtfertigt es sich, den Monat März 2024 zu vernachlässigen und von einem mo-

natlichen Nettoeinkommen von Fr. 8'291.– auszugehen. Für die separate Bonusre-

gelung, die auch in dieser Phase gilt, kann auf E. III.C.1.3.1 verwiesen werden. 

3.2.2  Wie bereits zu den vorherigen Phasen ausgeführt, vertritt der Beklagte den 

Standpunkt,  die  Klägerin  habe  mutmasslich  seit  November  2023,  aber  sicherlich 

seit Januar 2024, mehr gearbeitet, als sie angegeben habe. Der Betreuungsunter-

halt sei rückwirkend aufzuheben (Urk. 50 S. 13).

Die Klägerin führt aus, von März 2024 bis Juli 2024 habe sich ihr Einkommen etwas 

stabilisiert,  und  sie  habe  monatlich  durchschnittlich  Fr.  2'755.65  netto  verdient 

(März  2024:  Fr. 3'547.05,  ausbezahlt  im  April  2024,  exkl.  Berufskleiderbeitrag; 

April 2024:  Fr. 2'292.60,  ausbezahlt  im  Mai  2024,  exkl.  Berufskleiderbeitrag;  Mai 

2024: Fr. 3'061.30, ausbezahlt im Juni 2024, exkl. Kinderzulagen und Berufsklei-

derbeitrag; Juni 2024: Fr. 2'596.70, ausbezahlt im Juli 2024, exkl. Kinderzulagen 

und Berufskleiderbeitrag; Juli 2024: Fr. 2'280.60, ausbezahlt im August 2024, exkl. 

Kinderzulagen). Seit August 2024 sei sie endlich in einer Festanstellung angestellt. 

Sie erhalte dabei einen festen Monatslohn von brutto Fr. 2'687.20 (inkl. 13. Monats-

lohn). Zu diesem Lohn kämen Zuschläge für die Wochenenden und Nachtarbeit. 

Angesichts der Betreuungsregelung und des Arbeitsangebots bei ihrem Arbeitge-

ber sei es realistisch, dass sie wohl noch bis zur Einschulung von C._____ zeit-

weise am Wochenende arbeiten werde. Derzeit rechne sie mit zwei Wochenend-

einsätzen pro Monat. Dies würde Zuschläge von Fr. 280.– bedeuten. Der Bruttolohn 

betrage  demnach  rund  Fr.  2'967.20.  Dies  entspreche  einem  Nettolohn  von 

Fr. 2'569.75 monatlich. Von diesem Einkommen sei künftig auszugehen (Urk. 72 

S. 20 f.). 

Der  Beklagte  entgegnet  darauf,  er  wisse,  dass  die  Klägerin  mehr  arbeite  als  sie 

angegeben habe. Im September 2024 habe sie fast vier Tage pro Woche gearbeitet 

und somit weit mehr als an der Verhandlung angegeben und auch weit mehr als 

die 40%. Sie müsse an Tagen, an denen C._____ fremdbetreut werde, (insgesamt) 

40% arbeiten. Zusätzlich arbeite sie offenbar immer am Samstag und/oder Sonn-

- 51 -

tag, d.h. sie arbeite derzeit schon effektiv mindestens 60%, auch wenn der Arbeits-

vertrag auf 40% laute und alles weitere separat entschädigt werde. Ihr sei ihr effek-

tives  Einkommen  vollumfänglich  anzurechnen.  Aus  ihren  Lohnabrechnungen  er-

gebe  sich,  dass  sie  jeweils  am  Samstag  und  Sonntag  gearbeitet  habe:  im 

März  2024 rund 37 Stunden, im April 28 Stunden, im Juni 36 Stunden und im Juli 

27 Stunden pro Monat. In der Berufungsantwort habe die Klägerin ausgeführt, die 

Arbeitsstunden seien derart verteilt, dass sie an zwei Wochentagen arbeiten und 

die restlichen Stunden an Wochenenden auffüllen müsse. Das sei falsch. Eine Tour 

dauere durchschnittlich fünf Stunden. Bei durchschnittlich rund 35 Stunden seien 

das sieben Wochenendtage. Ein Monat habe etwa acht Wochenendtage. Sie habe 

damit in den Monaten, März, April, Juni und Juli 2024 jedes Wochenende gearbei-

tet. Die Klägerin sei schon seit Januar 2024 in einer Festanstellung im Umfang von 

40%. Von März bis Juli 2024 habe sie im Durchschnitt Fr. 3'043.– verdient, worauf 

sie zu behaften sei (Urk. 77 S. 2 f.). 

Die Klägerin führt dazu aus, die Zuschläge seien im August 2024 etwas höher ge-

wesen, weil sie beispielsweise am 1. August 2024 gearbeitet und weil der August 

(ausnahmsweise) fünf Wochenenden umfasst habe. Dennoch sei ihr Nettolohn le-

diglich auf Fr. 2'526.90 zu liegen gekommen, was zuzüglich des 13. Monatslohnes, 

der nur auf dem Fixum bezahlt werde, monatlich rund Fr. 2'716.20 als anrechenba-

ren  Monatslohn  ergebe.  Im  Vergleich  zum  veranschlagten  Monatslohn  von 

Fr. 2'569.75 resultiere ein Mehrverdienst von Fr. 146.50. Dies erscheine mit Blick 

auf das Jahresmittel nicht als übermässig. Vom 19. bis 27. Oktober 2024 mache 

sie Ferien, im Dezember seien Weihnachtsfeiertage; deshalb sei mit weniger Zu-

schlägen  zu  rechnen. Eine  genauere  Berechnung  ihres  Einkommens  werde  ver-

mutlich  im  Hauptsacheverfahren  möglich  sein,  sobald  mehr  Lohnabrechnungen 

vorlägen. Der Stundenaufstellung könne entnommen werden, dass sie im August 

und September 2024 Überstunden geleistet habe, da C._____ im September 2024 

auch beim Beklagten in den Ferien gewesen sei. Im Oktober 2024 werde sich dies 

wieder reduzieren. Weiter zeige die Stundenaufstellung von Anfang Jahr, dass es 

diverse Monate mit Minusstunden gegeben habe. Sie habe anfangs Jahr aus der 

finanziellen Not heraus mehr zur Arbeit gehen müssen. Auch derzeit befinde sie 

sich nach wie vor in einer prekären finanziellen Situation, zumal der Beklagte seiner 

- 52 -

Unterhaltspflicht  nicht  vollständig  nachkomme.  Die  damit  einhergehenden  Mehr-

leistungen ihrerseits sollten aber nicht zu ihrem Nachteil ausgelegt werden (Urk. 81 

S. 18 f.).

Die  Klägerin  erzielte  in  den  Monaten  März  2024  bis  September  2024  ein  durch-

schnittliches monatliches Nettoeinkommen von Fr. 3'256.– (März 2024: Fr. 4'158.– 

[exkl.  Rückzahlung  Darlehen  und  Berufskleiderabzug,  Urk.  59/7/6];  April  2024: 

Fr. 3'547.– [exkl. Berufskleider, Urk. 74/17/1], Mai 2024: 2'293.– [exkl. Berufsklei-

der, Urk. 74/17/2], Juni 2024: Fr. 3'061.– [exkl. Kinderzulagen und Berufskleider, 

Urk. 74/17/3],  Juli  2024:  Fr.  2'597.–  [exkl.  Kinderzulagen  und  Berufskleider, 

Urk. 74/17/4], August 2024 im Fixlohn: Fr. 4'611.– [exkl. Kinderzulagen und Berufs-

kleider, inkl. Kilometer-Entschädigung, Urk. 74/17/5], September 2024: Fr. 2'527.– 

[exkl. Kinderzulagen und Berufskleider, Urk. 83/23]. Die Klägerin hatte somit – un-

abhängig davon, ob sie im Stundenlohn oder im Fixlohn angestellt war – ein sehr 

schwankendes  Einkommen  zwischen  Fr.  2'500.–  und  Fr.  3'500.–,  mit  einzelnen 

Ausreissern  von  Fr.  4'000.–  und  höher.  Die  Klägerin  führt  aus,  dass  sie  damit 

rechne, jeweils an zwei Wochenenden pro Monat zu arbeiten, womit auf ihren Fix-

lohn ab August 2024 noch Zuschläge von Fr. 280.– aufgerechnet werden könnten, 

sodass ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 2'569.75 zu berücksichtigen sei 

(Urk. 72 S. 21). Betreffend die Betreuung führt sie jedoch aus, dass der Beklagte 

C._____ zurzeit an drei Wochenenden betreue, da sie arbeite, und auch ihre Ar-

beitsrapporte bestätigen, dass sie beinahe jeden Monat an drei Wochenenden ge-

arbeitet hat, weswegen davon auszugehen ist, dass dies auch im weiteren Verlauf 

der Phase 3 so sein wird und entsprechend Zuschläge für drei Wochenenden auf-

zurechnen wären. Dazu kommt, dass der Beklagte nicht unbedeutende sechs Wo-

chen Ferien pro Jahr mit C._____ verbringen kann. Wie die Vergangenheit zeigt, 

nutzt die Klägerin diese Wochen, um mehr zu arbeiten und ihre finanzielle Situation 

aufzubessern, was zur Annahme führt, dass sie dies auch weiterhin tun wird. Dar-

über hinaus erhielt die Klägerin auch als Angestellte mit Fixlohn nicht nur Zuschläge 

für das Wochenende, sondern auch für Einsätze an Feiertagen, spontane Einsätze 

und Zulagen für den Dienst am Abend (Urk. 74/17/5 sowie Urk. 83/23). Es ist somit 

davon  auszugehen,  dass  sie  auch  als  Festangestellte  ein  monatliches  Nettoein-

kommen von ca. Fr. 3'000.– erzielen wird. Dies stimmt auch in etwa mit dem durch-

- 53 -

schnittlichen monatlichen Nettoeinkommen der gesamten Phase überein. Es recht-

fertigt sich somit, der Klägerin für die Phase 3 und für die weitere Dauer des Ver-

fahrens  ein  monatliches  Nettoeinkommen  von  Fr. 3'000.–  anzurechnen.  Wie  die 

Klägerin richtig ausführt, wird im Hauptsacheverfahren (LZ240017-O) eine genau-

ere Berechnung möglich sein, da weitere Lohnabrechnungen vorliegen werden.

3.2.3  Da der Betreuungsanteil des Beklagten in dieser Phase neu 30% beträgt, 

rechtfertigt  sich  auch  eine  Anpassung  der  Verteilung  des  Grundbetrags  von 

C._____. Dieser beträgt auf Seiten der Klägerin Fr. 280.– und auf Seiten des Be-

klagten Fr. 120.–.

3.2.4    Die  Klägerin  macht  geltend,  die  Fremdbetreuungskosten  seien  gestiegen, 

weil  der  Beitrag  der  Gemeinde  aufgrund  ihres  höheren  massgebenden  Einkom-

mens (inklusiv bevorschusster Unterhaltsbeiträge) gesunken sei. Per August 2024 

würden die Fremdbetreuungskosten erneut steigen. Hinzu komme, dass der Be-

klagte nun seiner Unterhaltspflicht nachkommen sollte, sodass mit einer Krippen-

Subvention von rund 65% zu rechnen sei. Sie werde somit Fr. 275.– (pro Monat) 

tragen müssen (Urk. 72 S. 29). In ihrer Eingabe vom 23. Oktober 2024 ergänzt sie 

sodann,  dass  sich  die  Fremdbetreuungskosten  nach  wie  vor  auf  Fr.  1'060.–  ab-

züglich des Beitrags der Gemeinde belaufen würden (Urk. 81 S. 20).

Aus  den  Akten  geht  hervor,  dass  die  Monatspauschale  von  März  2024  bis 

Juni 2024 Fr. 1'040.– betrug, wovon 75% durch die Gemeinde getragen wurden, 

sodass Krippenkosten für C._____ von monatlich Fr. 260.– anfielen (Urk. 38B/17 

sowie Urk. 38C/19). Seit Juni 2024 beträgt die Monatspauschale Fr. 1'060.–, wovon 

wiederum 75% durch die Gemeinde getragen werden, sodass monatliche Fremd-

betreuungskosten von Fr. 265.– anfallen (Urk. 38C/17 sowie Urk. 59/13). Aufgrund 

der kleinen Differenz und um weitere Phasen zu vermeiden, rechtfertigt es sich, in 

Phase 3 durchgehend von Fremdbetreuungskosten von Fr. 265.– auszugehen. 

3.2.5  In Bezug auf die Zusatzversicherung der Klägerin (VVG) und die Berufsaus-

lagen der Parteien kann auf E. III.C.1.3.9 und E. III.C.1.3.5-1.3.6.7 verwiesen wer-

den. Dasselbe gilt für die Kosten zur Ausübung des Besuchsrechts. Die dafür auf 

- 54 -

Seiten des Beklagten von der Vorinstanz berücksichtigten Kosten im Umfang von 

Fr. 20.– sind zu streichen (vgl. oben E. III.C.1.3.8). 

3.2.6  Die Klägerin macht geltend, die Abzahlungsraten der Schulden des Beklag-

ten  seien  anzupassen.  Per  11.  März  2024  seien  Kreditkartenschulden  von 

Fr. 4'539.35 offen gewesen. Unter der Annahme, dass der Beklagte diese abbe-

zahlt habe, was von ihm noch zu belegen sei, seien bis Juli 2024 pro Monat 1/5 

dieser Summe, mithin Fr. 907.85 anzurechnen. Sollte der Beklagte die Zahlungen 

nicht  geleistet  haben,  was  zumindest  Urk.  54/8  suggeriere,  zumal  keine  Abzah-

lungsrate im März 2024 geleistet worden sei, sei der Überschuss zu erhöhen und 

aufzuteilen. Ab August 2024 seien die Schulden des Beklagten abbezahlt (Urk. 72 

S. 28 f.).

Der Klägerin ist zuzustimmen, dass per 22. März 2024 noch eine offene Kreditkar-

tenschuld  von  Fr.  4'539.35  bestand.  Dazu  kommen  die  offenen  Schulden  aus 

Phase 2 in Höhe von monatlich Fr. 950.– resp. insgesamt Fr. 3'800.– (vgl. oben 

E. III.C.2.2.6). Die Gesamtschuld von Fr. 8'339.– konnte der Beklagte in monatlich 

zu berücksichtigenden Raten von Fr. 1'668.– bis Juli 2024 abbezahlen. Ab August 

2024 sind keine Schulden mehr im Bedarf des Beklagten zu berücksichtigen. Die 

Bedenken der Klägerin, dass der Beklagte seine Schulden nicht tatsächlich abbe-

zahlt  habe,  sind  unbegründet,  zumal  seinem  Kontoauszug  entnommen  werden 

kann,  dass  er  im  April  2024  zwei  Rückzahlungen  in  Höhe  von  Fr.  900.–  und 

Fr. 450.– tätigte (Urk. 89/1). Es ist somit davon auszugehen, dass der Beklagte die 

Raten nicht exakt monatlich, aber kontinuierlich abbezahlte, wovon auch die Klä-

gerin auszugehen scheint, da sie die Raten in ihrer Berechnung von März 2024 bis 

Juli 2024 berücksichtigte (Urk. 72 S. 28).

3.2.7  Die Klägerin macht geltend, dass sie seit August 2024 ebenfalls Steuerschul-

den abzahlen müsse. Zudem müsse sie die Schulden bei ihrer Schwester beglei-

chen.  Diese  Abzahlung  werde  aber  –  da  sie  derzeit  nicht  regelmässig  erfolge  – 

nicht in der Berechnung berücksichtigt (Urk. 72 S. 29).

Zwar ist aus den Akten ersichtlich, dass die Klägerin mit dem Steueramt der Stadt 

Zürich ein Zahlungsabkommen geschlossen hat; ihren Kontoauszügen sind jedoch 

- 55 -

keine Ratenzahlungen zu entnehmen (Urk. 74/20/2-5 sowie Urk. 83/25). Mangels 

Nachweis resp. Glaubhaftmachung tatsächlicher Abzahlung der Schulden können 

diese nicht im Bedarf der Klägerin berücksichtigt werden.

3.2.8  Aufgrund der (teilweise) angepassten Einkommens- und Bedarfspositionen 

sind auch die Steuern neu zu berechnen. Beim Beklagten fällt eine geschätzte jähr-

liche  Steuerbelastung  von  rund  Fr. 10'764.–  (Fr. 9'202.–  Staats-  und  Gemeinde-

steuer, Fr. 1'562.– direkte Bundessteuern) an (Grundtarif; Berechnungsgrundlage: 

Einkommen  Fr. 99'492.–,  unter  Berücksichtigung  üblicher  Abzüge  von  rund 

Fr. 9'245.– sowie des Abzugs für Unterhaltsbeiträge von Fr. 9'912.–). Bei der Klä-

gerin beträgt die geschätzte jährliche Steuerbelastung Fr. 701.– (Staats- und Ge-

meindesteuer, keine direkte Bundessteuer; reduzierter Tarif [Verheirateten-/Eltern-

tarif]; Berechnungsgrundlage: Einkommen Fr. 38'400.– aus Erwerbstätigkeit [inkl. 

Kinderzulagen] und Fr. 9'912.– Unterhaltsbeiträge, unter Berücksichtigung üblicher 

Abzüge [inkl. Kinderabzügen] von rund Fr. 20'180.–). Damit resultieren monatliche 

Steuerbelastungen von Fr. 897.– des Beklagten und Fr. 58.– der Klägerin. Davon 

sind bei C._____, dessen Barunterhaltsbeitrag ca. 20% des von der Klägerin ver-

steuerten Einkommens ausmacht, Fr. 12.– im Bedarf zu berücksichtigen, womit bei 

der Klägerin Fr. 46.– einzusetzen sind (vgl. BGE 147 III 457 E. 4.2.3.5). Diese Steu-

erbeträge können in der ganzen Phase berücksichtigt werden, da sich der Steuer-

betrag nach Wegfall der Schuldentilgung des Beklagten nur unwesentlich verän-

dert.

3.3 Dem monatlichen Nettoeinkommen des Beklagten von Fr. 8'291.– steht bis im 

Juli 2024 sein monatliches familienrechtliches Existenzminimum inkl. Schuldentil-

gung von Fr. 6'423.– und ab August 2024 exklusiv Schuldentilgung von Fr. 4'755.– 

gegenüber. Ab August 2024 verbleibt ihm ein Überschuss von Fr. 3'536.–. 

Die Klägerin ist mit ihrem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 3'000.– in der Lage, 

ihr  familienrechtliches  Existenzminimum  von  Fr.  2'917.–  bis  Juli  2024  bzw.  von 

Fr. 2'921.– ab August 2024 zu decken. Es verbleibt ihr bis Juli 2024 ein Überschuss 

von Fr. 83.– und ab August 2024 von Fr. 79.–. In Phase 3 ist somit kein Betreu-

ungsunterhalt mehr geschuldet.

- 56 -

Das  familienrechtliche  Existenzminimum  von  C._____  beträgt  beim  Beklagten 

Fr. 1'042.– und bei der Klägerin nach Abzug der Kinderzulagen von Fr. 200.– noch 

Fr.  843.–  bis  im  Juli  2024  und  ab  August  2024  noch  Fr.  826.–,  insgesamt  somit 

Fr. 1'885.– bzw. Fr. 1'868.–. Der Barunterhalt von C._____ ist angesichts der Be-

treuungsverhältnisse und aufgrund seiner Leistungsfähigkeit vom Beklagten zu tra-

gen.

Nach Deckung des Barunterhalts von C._____ verbleibt dem Beklagten von März 

2024  bis  Juli  2024  (inkl.  Schuldentilgung)  kein  Überschuss  und  ab  August  2024 

(exkl. Schuldentilgung) verbleibt ihm ein solcher in Höhe von Fr. 1'668.–. Da die 

Klägerin lediglich auf den Überschussanteil verzichtet, wenn ihr die alleinige Obhut 

zugeteilt und der Beklagte weiterhin in einem 100%-Pensum arbeitet, was wie oben 

ausgeführt, nicht der Fall sein wird (vgl. oben E. III.A.3.4.6), ist dieser gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung nach grossen und kleinen Köpfen auf den Beklag-

ten und C._____ aufzuteilen (BGer 5A_920/2023 vom 28. November 2024 E. 2.4.1 

und 2.4.2; BGE 149 III 441 E. 2.7). Der Überschussanteil von C._____ ist zusätzlich 

anhand der Betreuungsanteile aufzuteilen, sodass 23% im Haushalt der Klägerin 

und 10% im Haushalt des Beklagten anfallen. Dies ergibt ab August 2024 einen 

Überschussanteil für C._____ im Haushalt der Klägerin von Fr. 384.–.

3.4 Der Beklagte ist zu verpflichten, der Klägerin in der Phase 3 für C._____ rück-

wirkend von März 2024 bis Juli 2024 monatliche Unterhaltsbeiträge von Fr. 843.– 

und  ab  August  2024  bis  zur  Rechtskraft  des  vorliegenden  Entscheids  monatlich 

Fr. 1'210.–  (Fr. 826.–  Barunterhalt  und  Fr.  384.–  Überschussanteil)  zu  bezahlen. 

Die  Krankenkassenprämien  sowie  die  ungedeckten  Gesundheitskosten  von 

C._____ wurden und werden weiterhin vom Beklagten direkt bezahlt und sind in 

dem an die Klägerin zu leistenden Unterhaltsbeitrag nicht inkludiert.

4.

Phase  4:  Ab  Rechtskraft  des  vorliegenden  Entscheids  bis  zum  Eintritt  von

C._____ in den Kindergarten

4.1 Die  vorliegende  Phase  dauert  ab  Rechtskraft  des  vorliegenden  Entscheids 

und für die weitere Dauer des Verfahrens bis zum Eintritt von C._____ in den Kin-

- 57 -

dergarten (voraussichtlich) im August 2026. Es wird wiederum lediglich auf diejeni-

gen Einkommens- und Bedarfspositionen eingegangen, die angefochten wurden.

4.2.1  Wie bereits in E. III.A.3.4.6 ausgeführt, ist es dem Beklagten möglich, sein 

Arbeitspensum auf 80% zu reduzieren (Urk. 94). Für die Berechnung des Nettoein-

kommens des Beklagten kann auf die Phase 3 (E. III.C.3.2.1) verwiesen werden. 

Dieses betrug in einem 100%-Pensum Fr. 8'291.– und wird entsprechend in einem 

80%-Pensum noch Fr. 6'633.– betragen. 

4.2.2  Wie bereits mehrfach ausgeführt, macht der Beklagte geltend, die Klägerin 

arbeite mehr als sie vor Vorinstanz angegeben habe, und der Betreuungsunterhalt 

sei aufzuheben (Urk. 50 S. 13).

Für die Ausführungen der Klägerin zu ihrem Nettoeinkommen ab August 2024 kann 

auf E. III.C.3.2.2 verwiesen werden. Nach ihr ist von einem monatlichen Nettoein-

kommen von Fr. 2'569.75 auszugehen. Soweit die Vorinstanz von einem höheren 

Einkommen ausgegangen sei, verletze dies Bundesrecht (Urk. 72 S. 21).

Der Beklagte führt dazu erneut aus, er wisse, dass die Klägerin mehr arbeite als 

sie angegeben habe. Im September 2024 habe sie fast vier Tage pro Woche gear-

beitet und somit weit mehr als an der Verhandlung angegeben und auch weit mehr 

als die 40%. Da die Parteien C._____ alternierend betreuen würden, dürfe von der 

Klägerin  erwartet  werden,  mehr  als  gemäss  Schulstufenmodell  zu  arbeiten.  Sie 

müsse an den Tagen, an denen C._____ betreut werde, (insgesamt) 40% arbeiten; 

zusätzlich arbeite sie offenbar immer am Samstag und/oder Sonntag, d.h. sie ar-

beite derzeit schon effektiv mindestens 60%. Ihr sei ihr effektives Einkommen voll-

umfänglich anzurechnen, und bei der Betreuungsregelung sei ihre Wochenendar-

beit zu berücksichtigen. Er habe am Wochenende frei und könne C._____ betreuen 

(Urk. 77 S. 2). 

Den Arbeitsrapporten der Klägerin ist zu entnehmen, dass sie sowohl von den Ta-

gen als auch von den Zeiten her sehr unregelmässig arbeitet. Sodann fallen ihre 

Arbeitszeiten auch nicht mehrheitlich auf die zwei Tage, an denen C._____ in der 

Krippe  betreut  wird  (Urk. 83/24).  Da  der  Beklagte  C._____  in  der  vorliegenden 

- 58 -

Phase  an  mindestens  drei  Freitagen  den  ganzen  Tag  und  an  einem  Freitag  pro 

Monat den halben Tag betreut und C._____ an zwei Tagen pro Woche in der Krippe 

betreut wird, wird es der Klägerin weiterhin möglich sein, in einem 40%-Pensum zu 

arbeiten und wenn möglich, ihre Stunden auf diese Tage zu verteilen. Die Klägerin 

kann jedoch nicht verpflichtet werden, zusätzlich an den Wochenenden, an denen 

sie C._____ nicht betreut, zu arbeiten. Wie die Vergangenheit jedoch gezeigt hat 

und sie auch selbst ausführt, wird sie dies zumindest in naher Zukunft ohnehin "frei-

willig" tun. Entsprechend kann für die Berechnung des Nettoeinkommens der Klä-

gerin auf Phase 3 verwiesen werden, und es ist ihr weiterhin ein solches in Höhe 

von Fr. 3'000.– anzurechnen (vgl. oben E. III.C.3.2.2). 

4.2.3  Die Kinderzulagen von C._____ betragen seit dem 1. Januar 2025 monatlich 

Fr. 215.– (Art. 1 der Verordnung über die Anpassung der Familienzulagen an die 

Preisentwicklung). 

4.2.4    Der  Betreuungsanteil  des  Beklagten  beträgt  in  der  Phase  4  neu  35% 

(vgl. oben E. III.A.3.4.7). Entsprechend ist der Grundbetrag von C._____ in diesem 

Verhältnis auf die Eltern aufzuteilen, sodass bei der Klägerin Fr. 260.– und beim 

Beklagten Fr. 140.– zu berücksichtigen sind. 

4.2.5  Die Klägerin moniert in ihrer Berufungsantwort, die Wohnkosten des Beklag-

ten von Fr. 2'184.– für eine moderne 4½-Zimmer-Wohnung (ohne Parkplatz) seien 

zu  hoch.  Dies  bezog  sie  insbesondere  auch  darauf,  dass  ihr  Mietzins  lediglich 

Fr. 1'400.– betrage. Es sei angezeigt, dass der Beklagte eine günstigere Wohnung 

suche mit einem Mietzins in einer Höhe von rund Fr. 1'800.–, wofür es hinreichend 

Angebote gäbe. Der Beklagte sei im Entscheid über die vorsorglichen Massnah-

men darauf hinzuweisen, dass er seine Wohnverhältnisse bis zum nächsten Kün-

digungstermin anpassen müsse (Urk. 72 S. 22).

Der Beklagte bewohnt in F._____ eine 3½ -Zimmer-Wohnung für Fr. 2'184.– (exkl. 

Parkplatz)  und  nicht  wie  von  der  Klägerin  behauptet  eine  4½-Zimmer-Wohnung 

(Urk.  54/10).  Da  der  Beklagte  C._____  regelmässig  betreut  und  C._____  auch 

mehrmals wöchentlich beim Beklagten übernachtet, ist die Grösse der Wohnung 

durchaus gerechtfertigt. Entgegen der Ansicht der Klägerin gibt es im betreffenden 

- 59 -

Stadtquartier kaum günstigere Angebote für eine 3½-Zimmer-Wohnung. Die aufge-

schalteten Wohnungsinserate für eine 3½-Zimmer-Wohnung in F._____ weisen al-

lesamt  Mietzinse  zwischen  Fr.  2'180.–  und  knapp  Fr.  4'000.–  auf  (https://www. 

homegate.ch/…, zuletzt besucht am 21. Mai 2025). Selbst wenn vereinzelt günsti-

gere Wohnungen ausgeschrieben sein sollten, wären die Erfolgsaussichten, einen 

günstigen Mietvertrag zu erhalten, aufgrund einer tiefen Leerwohnungsziffer in der 

Stadt Zürich als sehr gering einzuschätzen. Der Mietzins des Beklagten ist somit 

nicht zu beanstanden. 

4.2.6  Weiter macht die Klägerin geltend, ihre Grundversicherung (KVG) sei knapp 

halb so hoch, wie jene des Beklagten. Dieser könne durch einen Wechsel in ein 

günstigeres Modell mehr als Fr. 70.– pro Monat einsparen (Urk. 72 S. 22 f.).

Da der Beklagte in der Lage ist, die familienrechtlichen Existenzminima der Familie 

zu decken und kein Mankofall vorliegt, erscheint es vorliegend nicht angebracht, in 

seinem Bedarf einen tieferen Betrag für die Grundversicherung (KVG) einzusetzen. 

Die Krankenkassenkosten des Beklagten sind somit in der Phase 4 unverändert zu 

belassen. 

4.2.7  Der Beklagte macht geltend, wenn er C._____ am Freitag betreue, könne die 

Klägerin an jenem Tag zusätzlich oder ersatzweise für den Dienstag arbeiten. So 

könne sie C._____ einen Tag weniger in die Krippe geben. Auch wenn die Fremd- 

und Eigenbetreuung gemäss Rechtsprechung gleichwertig sei, sei bei solch kleinen 

Kindern  der  Eigenbetreuung  der  Vorzug  zu  geben.  Mithin  würde  C._____  durch 

diese Regelung einen Tag weniger fremdbetreut (Urk. 50 S. 10 f.).

Die Klägerin führt aus, dass C._____ zwei Tage pro Woche in die Krippe gehe, was 

der  ursprüngliche  Plan  der  Parteien  gewesen  sei.  Hintergrund  dieses  Wunsches 

sei stets gewesen, dass die Parteien sich für C._____ die optimalen Voraussetzun-

gen für ein Leben in der Schweiz wünschten. Zumal weder die Klägerin noch der 

Beklagte  mit  ihm  Deutsch  sprächen,  sei  es  für  seine  Sprachentwicklung  wichtig, 

bereits ab früher Kindheit in einem deutschsprachigen Umfeld betreut zu werden. 

Entsprechend gehe C._____ in die Krippe in D._____ und solle dort auch in Zukunft 

an zwei Tagen pro Woche betreut werden (Urk. 72 S. 12 f.). 

- 60 -

Es ist unbestritten, dass beide Parteien damit einverstanden waren, dass C._____ 

zwei Tage pro Woche die Krippe besucht, um die deutsche Sprache zu erlernen. 

Dies wurde auch in die Tat umgesetzt, und C._____ besucht seit November 2023 

an zwei Tagen pro Woche die Krippe in D._____. Im Sinne der Stabilität und Kon-

tinuität sowie um dem Integrationsgedanken weiterhin Rechnung zu tragen, sind 

die zwei Krippentage pro Woche beizubehalten. Die Monatspauschale beträgt so-

mit weiterhin Fr. 1'060.– (vgl. oben E. III.C.3.2.4). Aufgrund des Einkommens der 

Klägerin  (inkl.  Unterhaltsbeiträge)  wird  die  Gemeinde  einen  Rabatt  von  75%  ge-

währen (Urk. 38C/19). Die Monatspauschale beträgt somit Fr. 265.– und ist im Be-

darf von C._____ zu berücksichtigen.

4.2.8  Da die Vorinstanz beim Beklagten die Kosten für ein öV-Abonnement und 

nicht für einzelne Fahrten berücksichtigte, ändert sich bei einem tieferen Arbeits-

pensum nichts daran. Jedoch sind die Kosten für die auswärtige Verpflegung noch 

im Umfang von Fr. 174.– zu berücksichtigen (17.36 Arbeitstage × Fr. 10.–). 

4.2.9  Betreffend die Zusatzversicherung (VVG) der Klägerin kann auf E. III.C.1.3.9 

verwiesen werden. 

4.2.10  Die Schulden des Beklagten sollten plangemäss in der Phase 4 vollständig 

abbezahlt sein, sodass sie bei der Bedarfsrechnung keine Berücksichtigung mehr 

finden. 

Die Klägerin macht zwar geltend, sie müsse die Steuerschulden abbezahlen. Die 

tatsächlichen  Zahlungen  sind  jedoch  weder  belegt  noch  glaubhaft  gemacht  und 

können  somit  nicht 

in 

ihrem  Bedarf  berücksichtigt  werden  (Urk. 74/20/2, 

Urk. 74/20/5 sowie Urk. 83/25). 

4.2.11  Aufgrund der (teilweise) angepassten Einkommens- und Bedarfspositionen 

sind auch die Steuern neu zu berechnen. Beim Beklagten fällt eine geschätzte jähr-

liche  Steuerbelastung  von  rund  Fr. 6'854.–  (Fr. 6'135.–  Staats-  und  Gemeinde-

steuer,  Fr. 719.–  direkte  Bundessteuern)  an  (Grundtarif;  Berechnungsgrundlage: 

Einkommen  Fr. 79'596.–,  unter  Berücksichtigung  üblicher  Abzüge  von  rund 

Fr. 8'096.– sowie des Abzugs für Unterhaltsbeiträge von Fr. 10'652.–). Bei der Klä-

- 61 -

gerin beträgt die geschätzte jährliche Steuerbelastung Fr. 842.– (Staats- und Ge-

meindesteuer,  keine  direkte  Bundessteuer;  Verheirateten-/Elterntarif;  Berech-

nungsgrundlage:  Einkommen  Fr. 38'400.–  aus  Erwerbstätigkeit  [inkl.  Kinderzula-

gen] und Fr. 10'652.– Unterhaltsbeiträge, unter Berücksichtigung üblicher Abzüge 

[inkl. Kinderabzügen] von rund Fr. 20'180.–). Damit resultieren monatliche Steuer-

belastungen von Fr. 571.– des Beklagten und Fr. 70.– der Klägerin. Davon sind bei 

C._____, dessen Barunterhaltsbeitrag 27% des von der Klägerin versteuerten Ein-

kommens ausmacht, Fr. 19.– im Bedarf zu berücksichtigen, womit bei der Beklag-

ten Fr. 51.– einzusetzen sind (vgl. BGE 147 III 457 E. 4.2.3.5).

4.3 Dem monatlichen Nettoeinkommen des Beklagten von Fr. 6'633.– steht sein 

monatliches familienrechtliches Existenzminimum von Fr. 4'383.– gegenüber. Da-

nach verbleibt ihm ein Überschuss von Fr. 2'250.–. 

Die Klägerin ist mit ihrem monatlichen Nettoeinkommen von Fr. 3'000.– in der Lage, 

ihr familienrechtliches Existenzminimum von Fr. 2'926.– zu decken. Es verbleibt ihr 

ein Überschuss von Fr. 74.–. In der Phase 4 ist wiederum kein Betreuungsunterhalt 

mehr geschuldet.

Das  familienrechtliche  Existenzminimum  von  C._____  beträgt  beim  Beklagten 

Fr. 1'062.– und bei der Klägerin nach Abzug der Kinderzulagen von Fr. 215.– noch 

Fr. 798.–, insgesamt somit Fr. 1'860.–. Der Barunterhalt von C._____ ist gemäss 

den Betreuungsverhältnissen und aufgrund seiner Leistungsfähigkeit vom Beklag-

ten zu tragen.

Nach Deckung des Barunterhalts von C._____ verbleibt dem Beklagten ein Über-

schuss von Fr. 390.–. Dieser ist gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung auf 

einen  grossen  (Beklagter)  und  einen  kleinen  Kopf  (C._____)  zu  verteilen  (BGer 

5A_920/2023 vom 28. November 2024 E. 2.4.1 und 2.4.2; BGE 149 III 441 E. 2.7). 

Angemessen erscheint vorliegend, den Überschussanteil von C._____ zusätzlich 

anhand der Betreuungsanteile aufzuteilen, sodass 23% im Haushalt der Klägerin 

und 10% im Haushalt des Beklagten anfallen. Dies ergibt einen Überschussanteil 

für C._____ auf Seiten der Klägerin von Fr. 90.–. Für die separate Bonusregelung, 

die auch in dieser Phase gilt, kann auf E. III.C.1.3.1 verwiesen werden.

- 62 -

4.4 Der Beklagte ist zu verpflichten, der Klägerin in Phase 4 ab Rechtskraft des 

vorliegenden Entscheids und für die weitere Dauer des Verfahrens bzw. bis zum 

Eintritt von C._____ in den Kindergarten (voraussichtlich) im August 2026 monatli-

che Unterhaltsbeiträge von Fr. 888.– (Fr. 798.– Barunterhalt sowie Fr. 90.– Über-

schussanteil) zu bezahlen. Die Krankenkassenprämien sowie die ungedeckten Ge-

sundheitskosten von C._____ werden weiterhin vom Beklagten direkt bezahlt und 

sind in dem an die Klägerin zu leistenden Unterhaltsbeitrag nicht inkludiert. 

5.

Fazit

Der  Beklagte  ist  zu  verpflichten,  der  Klägerin  für  C._____  folgende  monatlichen 

Unterhaltsbeiträge  (zzgl.  allfällige  Familienzulagen)  –  sofern  nicht  rückwirkend  – 

jeweils auf den Ersten eines jeden Monats zu bezahlen:

Phase 1: April 2023 bis Oktober 2024:

Fr.

1'280.–

Phase 2: November 2023 bis Februar 2024:

Fr.

1'617.–

Phase 3: März 2024 bis Rechtskraft des vorliegenden Entscheids:

Fr.

843.– (März 2024 bis Juli 2024) 

Fr.

1'210.– (ab August 2024 bis Rechtskraft des Entscheids)

Phase 4: ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheids bis August 2026:

Fr.

888.–.

Der  Beklagte  ist  sodann  zu  verpflichten,  von  dem  für  das  Jahr  2023  erhaltenen 

Bonus der Klägerin für C._____ innert 30 Tagen nach Rechtskraft des vorliegenden 

Entscheids Fr. 1'538.– zu bezahlen. Schliesslich ist der Beklagte zu verpflichten, 

ab dem Jahr 2024 der Klägerin für C._____ innert 30 Tagen ab Erhalt eines allfäl-

ligen jährlich ausbezahlten Nettobonus jeweils 23% desselben (kleiner Kopf × Be-

treuungsanteil) zu bezahlen. 

- 63 -

IV. Kosten- und Entschädigungsfolgen

A.

Kosten- und Entschädigungsfolgen des erstinstanzlichen Verfahrens

1.

Trifft  die  Berufungsinstanz  einen  neuen  Entscheid,  so  entscheidet  sie  auch 

über die Prozesskosten des erstinstanzlichen Verfahrens (Art. 318 Abs. 3 ZPO).

2.

Die Vorinstanz erwog, die Kosten des Verfahrens über Kinderbelange würden 

praxisgemäss unabhängig vom Ausgang des Verfahrens den Parteien grundsätz-

lich je zur Hälfte auferlegt und die Parteientschädigungen wettgeschlagen, wenn 

die Parteien unter dem Gesichtspunkt der Interessen des Kindes gute Gründe zur 

Antragsstellung gehabt hätten. Dies beträfe zwar nur die Kinderbelange; stünden 

hingegen vermögensrechtliche Streitigkeiten im Zentrum, sei diesbezüglich ein Er-

messensentscheid nicht angezeigt, sondern es dränge sich für die darauf entfallen-

den Kosten eine Verteilung nach Obsiegen und Unterliegen auf. Vorliegend sei die 

Regelung der Obhut und der Betreuung im Zentrum des Verfahrens gestanden, die 

Festsetzung  der  Unterhaltsbeiträge  sei  demgegenüber  von  untergeordneter  Be-

deutung gewesen. Entsprechend erscheine es gerechtfertigt, den Parteien die Ver-

fahrenskosten je zur Hälfte aufzuerlegen, wobei die Anteile zufolge Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Gerichtskasse zu nehmen seien. 

Die vermögensrechtliche Streitigkeit betreffend Unterhalt habe das Verfahren nicht 

derart  aufwändig  gestaltet,  sodass  es  sich  rechtfertige,  die  Gerichtsgebühr  auf 

Fr. 5'000.– festzulegen (Urk. 51 S. 62 f.). 

Dies  blieb  unangefochten  und  ist  grundsätzlich  nicht  zu  beanstanden.  Die  vorin-

stanzliche Berechnung der Prozesskosten umfasst jedoch nicht nur die Kosten für 

das  Verfahren  betreffend  die  vorsorglichen  Massnahmen,  sondern  auch  und  vor 

allem diejenigen für das Hauptverfahren. Die Vorinstanz entschied erst im Endent-

scheid über die vorsorglichen Massnahmen bzw. erwog, dass die entsprechenden 

Dispositivziffern auch für die Dauer des Verfahrens gälten. Entsprechend rechtfer-

tigt es sich, die Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen für die vorsorgli-

chen Massnahmen dem Endentscheid im Berufungsverfahren in der Hauptsache 

(LZ240017-O) vorzubehalten. 

- 64 -

B.

Kosten- und Entschädigungsfolgen des zweitinstanzlichen Verfahrens

1.

Für das zweitinstanzliche Verfahren ist in Anwendung von § 12 Abs. 1 und 2 

in Verbindung mit § 5 sowie § 8 Abs. 1 der Gebührenverordnung des Obergerichtes 

vom 8. September 2010 (GebV OG) eine Entscheidgebühr von Fr. 5'500.– festzu-

setzen.

2.

Berufungsgegenstand bilden vorliegend die Zuteilung der Obhut und das Be-

suchsrecht resp. die Regelung der Betreuung, der Wohnsitz von C._____, die Ein-

setzung eines Kindsvertreters, die Erteilung von Weisungen an den Beklagten so-

wie die Unterhaltsbeiträge. Die nicht vermögensrechtlichen Kinderbelange und die 

Unterhaltsbeiträge halten sich in etwa die Waage, sodass es sich rechtfertigt, die 

Entscheidgebühr den Parteien je hälftig aufzuerlegen. Folglich sind keine Parteien-

tschädigungen zuzusprechen bzw. werden diese wettgeschlagen. 

3.1 Die  Klägerin  beantragt,  es  sei  ihr  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu  ge-

währen und ihr in der Person von Rechtsanwalt MLaw Y._____ ein unentgeltlicher 

Rechtsvertreter zu bestellen (Urk. 72 S. 6). Auch der Beklagte ersucht um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege und beantragt die Bestellung von Rechtsan-

wältin MLaw X._____ als unentgeltliche Rechtsbeiständin (Urk. 50 S. 17 ff.).

3.2 Nach  Art. 117  ZPO  hat  eine  Person  Anspruch  auf  unentgeltliche  Rechts-

pflege, wenn sie nicht über die erforderlichen Mittel verfügt (lit. a) und ihr Rechts-

begehren  nicht  aussichtslos  erscheint  (lit.  b).  Überdies  besteht  ein  Anspruch  auf 

unentgeltliche  Rechtsverbeiständung,  wenn  dies  zur  Wahrung  ihrer  Rechte  not-

wendig ist (Art. 118 Abs. 1 lit. c ZPO). 

3.3 Die  Klägerin  erzielt  ein  monatliches  Nettoeinkommen  von  Fr.  3'000.– 

(vgl. oben Phase 3, E. III.C.3.2.2 sowie Urk. 59/7/6, Urk. 74/17/1-5 und Urk. 83/23). 

Nach  Deckung  ihres  familienrechtlichen  Existenzminimums  von  rund  Fr. 2'921.– 

(vgl.  oben  Phase  3,  E.  III.C.3.3.3)  verbleibt  ihr  ein  monatlicher  Überschuss  von

Fr.  79.–,  womit  sie  nicht  in  der  Lage  ist,  die  Gerichts-  und  Anwaltskosten  innert 

nützlicher Frist zu bezahlen. Gemäss den eingereichten Kontoauszügen verfügt die 

Klägerin ebenfalls nicht über Vermögen (Urk. 72/21 und 83/25). Sie ist mittellos. 

- 65 -

Weiter waren ihre Anträge nicht von vornherein aussichtslos und war sie zur Füh-

rung des Verfahrens auf anwaltlichen Beistand angewiesen. Das Gesuch der Klä-

gerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist daher zu bewilligen, und 

ihr ist Rechtsanwalt MLaw Y._____ als unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestel-

len. Die Klägerin ist auf die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO hinzuweisen. 

3.4 Der  Beklagte  erzielte  zum  Zeitpunkt  der  Stellung  des  Gesuchs  (25. 

März 2024) ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 8'155.– (vgl. oben Phase 3, 

E. III.C.3.2.1 sowie Urk. 54/9). Dem steht sein familienrechtliches Existenzminimum 

von  Fr.  4'755.–  und  jenes  von  C._____  bei  ihm  von  Fr.  1'042.–  gegenüber  (vgl. 

oben Phase 3, ohne Schuldentilgung, E. III.C.3.3). Nach Abzug des zu leistenden 

Unterhaltsbeitrags  für  C._____  von  monatlich  insgesamt  Fr. 1'210.–  (vgl.  oben 

Phase  3,  E. III.C.3.3  [inkl.  Überschussanteile])  resultiert  ein  monatlicher  Über-

schuss  von  knapp  Fr.  1'200.–.  Hierbei  gilt  es  jedoch  zu  berücksichtigen,  dass  – 

gemäss Ausführungen der Klägerin – per Ende August 2024 noch Unterhaltsbei-

träge in Höhe von Fr. 23'386.35 offen gewesen sein sollen (Urk. 72 S. 19). Trotz 

Lohnpfändung des Beklagten und Erhalt eines Bonus ist zu befürchten, dass die 

ausstehenden Unterhaltsbeiträge noch nicht vollständig bezahlt wurden oder aber 

weitere Schulden des Beklagten noch nicht getilgt sind. Im Übrigen hat der Beklagte 

de facto noch monatliche Leasingraten von Fr. 1'372.60 zu bezahlen (Urk. 54/15), 

wenngleich diese nicht in der Bedarfsberechnung berücksichtigt wurden. Dem Be-

klagten fehlen zudem die finanziellen Mittel, um sich aus dem Leasingvertrag her-

auszukaufen. Über Vermögen verfügt der Beklagte nicht (Urk. 54/8). Der Beklagte 

ist daher nicht in der Lage, die Gerichts- und Anwaltskosten innert nützlicher Frist 

zu  bezahlen.  Die  prozessuale  Mittellosigkeit  ist  daher  zu  bejahen.  Weiter  waren 

seine Anträge nicht von vornherein aussichtslos und war er zur Führung des Ver-

fahrens auf anwaltlichen Beistand angewiesen. Das Gesuch des Beklagten um Ge-

währung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  ist  daher  zu  bewilligen,  und  ihm  ist 

Rechtsanwältin  MLaw  X._____  als  unentgeltliche  Rechtsbeiständin  zu  bestellen. 

Der Beklagte ist auf die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO hinzuweisen. 

- 66 -

Es wird beschlossen:

1.

Der Antrag des Beklagten, es sei für den gemeinsamen Sohn, C._____, eine 

Prozessvertretung zu bestellen, wird abgewiesen.

2.

3.

Die Editionsbegehren der Klägerin werden abgewiesen.

Der Klägerin wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und in der Person 

von Rechtsanwalt MLaw Y._____ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.

4.

Dem Beklagten wird die unentgeltliche Rechtspflege gewährt und in der Per-

son von Rechtsanwältin MLaw X._____ eine unentgeltliche Rechtsbeiständin 

bestellt.

5.

Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittelbelehrung mit nachfolgendem Erkennt-

nis.

Sodann wird beschlossen:

1.

Der gemeinsame Sohn der Parteien, C._____, wird für die weitere Dauer des 

Verfahrens und bis zu seinem Eintritt in den Kindergarten unter die alternie-

rende Obhut der Parteien gestellt. Der gesetzliche Wohnsitz von C._____ be-

findet sich am Wohnsitz der Klägerin in D._____. 

2.

Der Beklagte ist berechtigt und verpflichtet, C._____ an drei Wochenenden 

pro Monat von Freitag, 09.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu betreuen. In den 

Wochen,  in  welchen  C._____  am  Wochenende  durch  die  Klägerin  betreut 

wird, ist der Beklagte berechtigt und verpflichtet, C._____ am Freitagnachmit-

tag von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu betreuen. In der übrigen Zeit wird C._____ 

von der Klägerin betreut. Der betreuende Elternteil bringt C._____ jeweils zum 

anderen Elternteil. 

Weiter ist der Beklagte berechtigt und verpflichtet, C._____ in Jahren mit ge-

rader Jahreszahl am 26. Dezember sowie am darauffolgenden 1. Januar und 

in ungeraden Jahren am 25. Dezember sowie am 31. Dezember zu betreuen. 

- 67 -

Fällt das Betreuungswochenende des Beklagten auf Ostern, so beginnt seine 

Betreuungsverantwortung bereits ab Gründonnerstag, 16.00 Uhr, und dauert 

bis Ostermontag, 20.00 Uhr. Folgt das Betreuungswochenende des Beklag-

ten  auf  Auffahrt,  beginnt  die  Betreuungsverantwortung  bereits  ab  Auffahrt, 

09.00 Uhr. Fällt sein Betreuungswochenende auf Pfingsten, so verlängert sich 

seine Betreuungsverantwortung bis Pfingstmontag, 20.00 Uhr. 

Ferner ist der Beklagte berechtigt und verpflichtet, C._____ während sechs 

Wochen Ferien pro Jahr zu betreuen. Von den sechs Ferienwochen des Be-

klagten erfolgt die Betreuung bis zum 31. Dezember 2026 maximal einmal pro 

Jahr zwei Wochen am Stück. 

Die  Parteien  sprechen  die  Aufteilung  der  Ferien  frühzeitig,  spätestens  bis 

Ende Oktober des Vorjahres, ab. Können sie sich bis Ende Oktober des Vor-

jahres nicht einigen, so kommt für Jahre mit gerader Jahreszahl dem Beklag-

ten das Entscheidungsrecht bezüglich der Aufteilung der Ferien zu; für Jahre 

mit ungerader Jahreszahl der Klägerin. 

Weitergehende oder abweichende Betreuungsregelungen nach gegenseitiger 

Absprache bleiben vorbehalten.

3.

a)

Der Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin an den Unterhalt und die Er-

ziehung  von  C._____  folgende  Kinderunterhaltsbeiträge,  zuzüglich  allfällige 

Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu bezahlen:











Fr. 1'280.–

Fr. 1'617.–

Fr.

843.–

Fr. 1'210.–

Fr.

888.–

rückwirkend ab April 2023 bis Oktober 2023 
(davon Fr. 738.– als Betreuungsunterhalt);

rückwirkend ab November 2023 bis Februar 2024
(davon Fr. 927.– als Betreuungsunterhalt);

rückwirkend ab März 2024 bis Juli 2024
(davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt);

ab August 2024 bis zur Rechtskraft des vorliegenden 
Entscheids 
(davon Fr. 0.– als Betreuungsunterhalt);

ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheids bis zum 
Kindergarteneintritt von C._____ (voraussichtlich im 
August 2026)
(davon Fr. 0.– Betreuungsunterhalt).

- 68 -

Die Unterhaltsbeiträge sind an die Klägerin zahlbar, und zwar – soweit nicht 

rückwirkend – monatlich im Voraus jeweils auf den Ersten eines jeden Mo-

nats. Zudem ist der Beklagte verpflichtet, die Krankenkassenkosten sowie die 

ungedeckten Gesundheitskosten für C._____ direkt zu bezahlen. Diese sind 

nicht in dem an die Klägerin zu leistenden Unterhaltsbeitrag inkludiert. 

b)

Der  Beklagte  wird  verpflichtet,  von  dem  für  das  Jahr  2023  erhaltenen 

Bonus der Klägerin für C._____ innert 30 Tagen nach Rechtskraft des vorlie-

genden Entscheids Fr. 1'538.– zu bezahlen.

c)

Der  Beklagte  wird  verpflichtet,  ab  dem  Jahr  2024  innert  30  Tagen  ab 

Erhalt  eines  allfälligen  jährlich  ausbezahlten  Nettobonus  der  Klägerin  für 

C._____ jeweils 23% desselben zu bezahlen.

4.

Die  Festsetzung  der  Unterhaltsbeiträge  gemäss  Ziffer  3  vorstehend  basiert 

auf folgenden Grundlagen: 

April 2023 bis Oktober 2023:















Erwerbseinkommen  des  Beklagten  (exkl.  Familien-,  Kinder-  und/oder 
Ausbildungszulagen und Bonus; 100 %-Pensum): Fr. 7'748.– netto;

Erwerbseinkommen der Klägerin (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Familien-, 
Kinder- und/oder Ausbildungszulagen; 40 %-Pensum): Fr. 2'133.– netto;

Einkommen von C._____: Fr. 200.– (Familienzulage);

Bedarf des Beklagten: Fr. 5'459.–;

Bedarf der Klägerin: Fr. 2'871.–;

Bedarf von C._____ bei der Klägerin: Fr. 742.–;

Bedarf von C._____ beim Beklagten: Fr. 1'009.–.

November 2023 bis Februar 2024:











Erwerbseinkommen  des  Beklagten  (exkl.  Familien-,  Kinder-  und/oder 
Ausbildungszulagen und Bonus; 100 %-Pensum): Fr. 8'195.– netto;

Erwerbseinkommen der Klägerin (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Familien-, 
Kinder- und/oder Ausbildungszulagen; 40 %-Pensum): Fr. 1'959.– netto;

Einkommen von C._____: Fr. 200.– (Familienzulage);

Bedarf des Beklagten: Fr. 5'516.–;

Bedarf der Klägerin: Fr. 2'886.–;

- 69 -





Bedarf von C._____ bei der Klägerin: Fr. 890.–;

Bedarf von C._____ beim Beklagten: Fr. 1'062.–.

März 2024 bis Juli 2024:















Erwerbseinkommen  des  Beklagten  (exkl.  Familien-,  Kinder-  und/oder 
Ausbildungszulagen und Bonus; 100 %-Pensum): Fr. 8'291.– netto;

Erwerbseinkommen der Klägerin (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Familien-, 
Kinder- und/oder Ausbildungszulagen; 40 %-Pensum): Fr. 3'000.– netto;

Einkommen von C._____: Fr. 200.– (Familienzulage);

Bedarf des Beklagten: Fr. 6'423.–;

Bedarf der Klägerin: Fr. 2'917.–;

Bedarf von C._____ bei der Klägerin: Fr. 1'043.–;

Bedarf von C._____ beim Beklagten: Fr. 1'042.–.

August 2024 bis zur Rechtskraft des vorliegenden Entscheids:















Erwerbseinkommen  des  Beklagten  (exkl.  Familien-,  Kinder-  und/oder 
Ausbildungszulagen und Bonus; 100 %-Pensum): Fr. 8'291.– netto;

Erwerbseinkommen der Klägerin (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Familien-, 
Kinder- und/oder Ausbildungszulagen; 40 %-Pensum): Fr. 3'000.– netto;

Einkommen von C._____: Fr. 200.– (Familienzulage);

Bedarf des Beklagten: Fr. 4'755.–;

Bedarf der Klägerin: Fr. 2'921.–;

Bedarf von C._____ bei der Klägerin: Fr. 1'026.–;

Bedarf von C._____ beim Beklagten: Fr. 1'042.–.

ab Rechtskraft des vorliegenden Entscheids bis zum Eintritt von C._____ in 

den Kindergarten (voraussichtlich im August 2026):















Erwerbseinkommen  des  Beklagten  (exkl.  Familien-,  Kinder-  und/oder 
Ausbildungszulagen und Bonus; 80%-Pensum): Fr. 6'633.– netto;

Erwerbseinkommen der Klägerin (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Familien-, 
Kinder- und/oder Ausbildungszulagen; 40%-Pensum): Fr. 3'000.– netto;

Einkommen von C._____: Fr. 215.– (Familienzulage);

Bedarf des Beklagten: Fr. 4'383.–;

Bedarf der Klägerin: Fr. 2'926.–;

Bedarf von C._____ bei der Klägerin: Fr. 1'013.–;

Bedarf von C._____ beim Beklagten: Fr. 1'062.–.

- 70 -

5.

Die  Unterhaltsbeiträge  gemäss  Ziffer  3  basieren  auf  dem  Landesindex  der 

Konsumentenpreise  des  Bundesamtes  für  Statistik,  Stand  Ende  April  2025 

von 107.5 Punkten (Basis Dezember 2020 = 100 Punkte). Sie sind jeweils auf 

den  1.  Januar  eines  jeden  Jahres,  erstmals  auf  den  1.  Januar  2026,  dem 

Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres anzupassen. Die An-

passung erfolgt nach folgender Formel:

Neuer Unterhaltsbeitrag  =

alter Unterhaltsbeitrag  ×  neuer Index

107.5

Weist die zu Unterhaltsleistungen verpflichtete Partei nach, dass sich ihr Ein-

kommen nicht im Umfange der Teuerung erhöht, so werden die Unterhalts-

beiträge gemäss Ziffer 3 nur proportional zur tatsächlichen Einkommensstei-

gerung angepasst.

Fällt der Index unter den Stand von Ende Februar 2025, berechtigt dies nicht 

zu einer Herabsetzung der Unterhaltsbeiträge.

6.

Dem Beklagten wird die Weisung erteilt, der Klägerin Zugriff auf das Kranken-

kassenportal von C._____ zu gewähren und sie als berechtigte Person ge-

genüber dessen Krankenkasse zu deklarieren. Im Übrigen wird der Antrag der 

Klägerin, dem Beklagten seien Weisungen zu erteilen, abgewiesen.

7.

Die Regelung der erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen bleibt 

der Hauptsache im Berufungsverfahren (LZ240017-O) vorbehalten. 

8.

9.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 5'500.– festgesetzt.

Die Gerichtskosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden den Parteien 

je hälftig auferlegt, jedoch zufolge der jeweiligen Gewährung der unentgeltli-

chen  Rechtspflege  einstweilen  auf  die  Gerichtskasse  genommen.  Die  Par-

teien werden auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen. 

10. Für das zweitinstanzliche Verfahren werden keine Parteientschädigungen zu-

gesprochen.

- 71 -

11. Schriftliche  Mitteilung  an  die  Parteien,  an  die  Klägerin  unter  Beilage  eines 

Doppels von Urk. 108, an das Obergericht des Kantons Zürich in die Akten 

des Verfahrens LZ240017-O sowie an die Vorinstanz mit dem Hinweis, dass 

ihr die Mitteilung an das Migrationsamt gemäss Dispositivziffer 10 ihres Ent-

scheids obliegt, je gegen Empfangsschein.

12. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30  Tagen  von  der  Zustellung  an  beim  Schweizerischen  Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14,  einzureichen.  Zulässigkeit  und  Form  einer  solchen  Be-

schwerde  richten  sich  nach  Art. 72 ff.  (Beschwerde  in  Zivilsachen)  oder 

Art. 113 ff.  (subsidiäre  Verfassungsbeschwerde)  in  Verbindung  mit  Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und ein Entscheid über vorsorgliche 
Massnahmen 
im  Sinne  von  Art.  98  BGG.  Es  handelt  sich  um  eine  nicht 
vermögensrechtliche  Angelegenheit.  Die  Beschwerde  an  das  Bundesgericht  hat  keine 
aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

Zürich, 2. Juni 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Der Vorsitzende:

Die Gerichtsschreiberin:

lic. iur. A. Huizinga

MLaw D. Müller

versandt am:
jo