# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f4b9e3e4-5d8c-5ed6-a88b-a016b3f17823
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.01.2014 E-404/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-404-2014_2014-01-30.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-404/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  3 0 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 

mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;   

Gerichtsschreiberin Alexandra Püntener. 

   Parteien 
 

A._______, 

Bulgarien,  

(…),   

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 17. Januar 2014 / N (…). 

 

 

E-404/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge am 13. November 

2013 von Griechenland herkommend auf dem Luftweg in die Schweiz 

einreiste und hier am 14. November 2013 um Asyl nachsuchte, 

dass sie anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 11. Dezember 

2013 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ und der 

Anhörung vom 10. Januar 2014 zu den Asylgründen erklärte, sie habe 

während des Besuchs einer Freundin in Griechenland im Jahre 2010 ih-

ren heutigen Lebenspartner (N […]) kennengelernt und daraufhin zu-

sammen mit diesem in Athen gelebt, wobei sie gestützt auf ihre Herkunft 

dort eine Aufenthaltsbewilligung erhalten habe, 

dass sie beabsichtigt hätten, eine gemeinsame Zukunft aufzubauen,  

dass eine Heirat in Griechenland jedoch nicht möglich gewesen sei, da 

ihr Lebenspartner, ein iranischer Staatsangehöriger, keine Papiere habe; 

deswegen sei auch eine Rückkehr nach Bulgarien schwierig, zumal sie 

wegen der Herkunft ihres Lebenspartners auch Schwierigkeiten mit ihren 

Eltern erhalten dürfte, 

dass sie in Griechenland ferner keine wirtschaftliche Grundlage gehabt 

hätten und sie schwanger sei, 

dass sie aus diesen Gründen zusammen mit ihrem Lebenspartner in die 

Schweiz gereist sei, 

dass das BFM das Asylgesuch der Beschwerdeführerin mit Verfügung 

vom 17. Januar 2014 – eröffnet am 21. Januar 2014 – abwies und die 

Wegweisung aus der Schweiz anordnete, 

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, die Vorbringen 

würden den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht standhal-

ten, 

dass sich die Gründe, welche sie und ihren Partner dazu bewogen hät-

ten, in der Schweiz ein Asylgesuch einzureichen, anlässlich ihres Aufent-

haltes in Griechenland ergeben hätten, namentlich in einem Drittland, in 

das sie freiwillig gereist sei und das sie jederzeit freiwillig hätte verlassen 

können, 

E-404/2014 

Seite 3 

dass die Beschwerdeführerin mit einer gemeinsamen Eingabe ihres Le-

benspartners (E-408/2014) an das Bundesverwaltungsgericht vom 

23. Januar 2014 Beschwerde gegen diese Verfügung erhob und darin die 

Aufhebung derselben beantragte, wobei die Vorinstanz anzuweisen sei, 

ihr Verfahren mit demjenigen ihres Lebenspartners zusammenzulegen, 

die Einheit der Familie nach Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 

zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 

0.101) zu wahren und ihre Ausreise zu koordinieren,  

dass in formeller Hinsicht im Sinne vorsorglicher Massnahmen um Ertei-

lung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde, um vorsorgliche An-

ordnung vollzugshemmender Massnahmen sowie um unentgeltliche 

Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Verwaltungsverfahrensge-

setzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht wurde, 

dass die Rechtsmitteleingabe im Wesentlichen damit begründet wurde, 

aufgrund der schwierigen Lebensumstände in Griechenland und fehlen-

der Papiere des Lebenspartners habe die Beschwerdeführerin beschlos-

sen, in die Schweiz einzureisen, 

dass die Vorinstanz in ihrem Entscheid den Grundsatz der Einheit der 

Familie nicht berücksichtigt habe, und eine allfällige Wegweisung nach 

England hätte geprüft werden müssen, da die Beschwerdeführerin EU-

Bürgerin sei, 

dass die Beschwerdeführerin zur Zeit nicht reisefähig sei, da sie im neun-

ten Monat schwanger sei, 

dass auf die weitere Beschwerdebegründung – soweit erforderlich – 

nachstehend einzugehen ist, 

dass die vorinstanzlichen Akten am 24. Januar 2014 (per Telefax) beim 

Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),  

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 

über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entschei-

det, ausser bei Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor 

welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG 

E-404/2014 

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i.V.m. Art. 31–33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),  

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-

derung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zu-

kommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG), so dass auf die Anträge um vorsorgliche 

Anordnung vollzugshemmender Massnahmen sowie auf Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutre-

ten ist,  

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass über offensichtlich begründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, 

weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist 

(Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schriften-

wechsel verzichtet wurde, 

dass gemäss Art. 18 AsylG jede Äusserung, mit der eine Person zu er-

kennen gibt, dass sie die Schweiz um Schutz vor Verfolgung nachsucht, 

als Asylgesuch gilt, wobei der Begriff der Verfolgung nicht nur eine asylre-

levante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG umfasst, sondern in einem 

weiten Sinne zu verstehen ist, der auch gewisse Wegweisungsvollzugs-

hindernisse im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 2 - 4 des 

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Seite 5 

Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 

Ausländer (AuG, SR 142.20) umfasst, 

dass der Begriff allerdings einen menschlichen Akteur voraussetzt, es 

sich mithin um Gefahren handeln muss, die direkt oder indirekt von Men-

schen geschaffen wurden oder drohen, wie etwa Gefahren, die von Bür-

gerkriegen, allgemeiner Gewalt oder drohenden Menschenrechtsverlet-

zungen ausgehen (vgl. die vom Bundesverwaltungsgericht weitergeführte 

Praxis gemäss Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen 

Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 18 E. 5), 

dass vom Verfolgungsbegriff im Sinne von Art. 18 AslyG somit Gefahren 

ausgenommen sind, die sich einzig aus der persönlichen Situation und 

der wirtschaftlichen und sozialen Lebenssituation der asylsuchenden 

Person ergeben,  

dass die Beschwerdeführerin ihr Gesuch ausschliesslich mit persönlichen 

und wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Griechenland sowie die Unmög-

lichkeit dort und in ihrem Heimatland zu heiraten, begründete, und dies 

auch auf Beschwerdeebene bekräftigt, 

dass das BFM feststellte, der Erklärung der Beschwerdeführerin für ihre 

Ausreise aus Bulgarien könne keinerlei Schutzbedürftigkeit im Sinne von 

Art. 3 AsylG oder Art. 3 EMRK entnommen werden, und diese entbehre 

folglich jeglicher asylrechtlicher Relevanz, 

dass es sich zur Frage, ob überhaupt ein Asylgesuch im Sinne von Art. 18 

AsylG vorliegt, jedoch nicht äusserte, 

dass das Gesuch der Beschwerdeführerin nach dem Gesagten die Anfor-

derungen, die Art. 18 AsylG an ein Asylgesuch stellt, nicht erfüllt,  

dass gemäss Art. 32 Abs. 1 AsylG auf Gesuche, welche die Vorausset-

zungen von Art. 18 AsylG nicht erfüllen, nicht einzutreten ist, 

dass, wenn der Tatbestand einer Nichteintretensbestimmung von Art. 32 - 

34 AsylG erfüllt ist, das BFM gemäss langjähriger Rechtsprechung der 

Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) und des Bundesverwal-

tungsgerichts zwingend einen Nichteintretensentscheid fällen muss und 

nicht materiell über das Gesuch entscheiden darf, was sich insbesondere 

daraus ergibt, dass die gesetzlichen Nichteintretenstatbestände der 

Art. 32 - 34 AsylG nicht als "Kann-Bestimmungen" ausgestaltet sind und 

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Seite 6 

somit dem BFM bei Vorliegen der Voraussetzungen keinen Ermessens-

spielraum einräumen (vgl. etwa Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 

E-938/2013 vom 18. März 2013 E. 6.1, E-1917/2013 vom 16. April 2013; 

EMARK 2002 Nr. 15 E. 5c, EMARK 1994 Nr. 6 E. 5), 

dass das BFM im vorliegenden Verfahren dementsprechend verpflichtet 

gewesen wäre, auf das Gesuch der Beschwerdeführerin nicht einzutre-

ten, und es Bundesrecht verletzt hat, indem es auf das Gesuch dennoch 

eingetreten ist und es in der Sache behandelt hat,  

dass von der Kassation eines verfahrensrechtlich mangelhaften Ent-

scheides abgesehen werden kann, wenn der Mangel auf Beschwerdestu-

fe geheilt werden kann, was hier indes insofern nicht möglich ist, als die 

Beschwerdeinstanz an die Stelle des materiellen Ablehnungsentscheides 

nicht einen formellen Nichteintretensentscheid setzen darf (vgl. dazu Ur-

teil des Bundesverwaltungsgerichts E-938/2013 vom 18. März 2013 

E. 6.3), 

dass die angefochtene Verfügung daher zu kassieren und die Sache zu 

neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurück-

zuweisen ist, wobei das Verfahren mit demjenigen des Lebenspartners 

der Beschwerdeführerin zu koordinieren sein wird, 

dass der obsiegenden Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung 

zuzusprechen ist, weil sie im vorliegenden Verfahren nicht vertreten war 

und ihr deshalb keine notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten 

im Sinne von Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-

desverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) erwachsen sind, 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-404/2014 

Seite 7 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Verfügung des BFM vom 17. Januar 2014 wird aufgehoben und die 

Sache zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen an das BFM zu-

rückgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona-

le Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Muriel Beck Kadima Alexandra Püntener 

 

 

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