# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6a0ebcc2-ae8a-5617-a85e-9032ba60b85a
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-12-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 09.12.2010 S 2010 90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2010-90_2010-12-09.pdf

## Full Text

S 10 90

3. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 9. Dezember 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. a) Die heute 27-jährige … (geb. 1983) erlitt am 01.09.2006 einen Motorradunfall 

in …, wobei sie sich ein Polytrauma mit Scarpulahals- und lateraler 

Clavikulafraktur rechts, eine Rippenserienfraktur 7-9 mit Hämato-

Pneumothorax rechts sowie eine Becken- und Abdomenkontusion zuzog. Die 

Clavikulafraktur wurde osteosynthetisch versorgt. In der Folge wurde ihr eine 

vollständige Arbeitsunfähigkeit attestiert.

b) Im Austrittsbericht der Klinik … vom 18.07.2007 (nach stationärem 

Abklärungsaufenthalt vom 02.01.-08.02.2007) wurde der Versicherten die 

Diagnose einer mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem 

Syndrom bei latenter Suizidität und multiplen Belastungsfaktoren gestellt. 

Zudem wurden rein unfallkausale Befunde erhoben. Für neurologische 

Defizite konnte kein Nachweis gefunden werden. Aus psychiatrischer Sicht 

wurde die Arbeitsfähigkeit aktuell auf 0% geschätzt.

c) Der neurologische Untersuchungsbericht von Dr. … vom 09.07.2008 ergab 

einen Status nach Schulterkontusion, aber keinen Hinweis auf eine 

Armplexusschädigung und keine Muskelatrophie. 

d) Im Bericht des Kantonsspitals … vom 27.10.2008 (nach Hospitalisation vom 

07.10.-10.10.2008) wurde der hochgradige Verdacht auf eine 

Erstmanifestation einer Multiplen Sklerose (MS) geäussert, wobei die 

Versicherte bis und mit 19.10.2008 als zu 100% arbeitsunfähig eingestuft 

wurde. In den Spitalberichten vom 19.01.2009 und 11.11.2009 wurde die 

Diagnose MS, gesichert nach MC Donald Kriterien, noch bestätigt.

e) Am 28.11.2008 hatte sich die Versicherte bei der IV-Stelle Graubünden zum 

Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung angemeldet. In den 

Vorbescheiden vom 19.05.2009 und 20.05.2009 verneinte die IV-Stelle 

sowohl einen Anspruch auf eine berufliche Umschulung als auch eine IV-

Rente, wogegen die Versicherte Einwände erhob.

f) Mit Einspracheentscheid vom 13.11.2009 hielt die Unfallversicherung (SUVA) 

daran fest, dass sie ihre Versicherungsleistungen per 30.09.2008 einstellen 

werde, da die geklagten Schulterbeschwerden aus dem Motorradunfall 

organisch nicht hinreichend nachweisbar seien und eine Adäquanz 

psychischer Beschwerden verneint werde.

g) Mit Verfügung vom 11.05.2010 teilte die IV-Stelle Graubünden der 

Versicherten mit, dass ein Rentenanspruch vom 01.11.2007 bis 31.12.2008 

sowie das angeführte Valideneinkommen von Fr. 47'128.60 (VEK; 

Jahresverdienst als Gesunde) unbestritten seien. Seit dem 01.10.2008 sei 

jedoch kein invalidisierender Gesundheitsschaden feststellbar. Die 

angestammte Tätigkeit als Zahntechnikerin sowie jede andere Tätigkeit seien 

ihr noch zu 100% zumutbar. Gemäss Art. 88a Abs. 1 IVV (Einhaltung der 

dreimonatigen Anpassungsfrist) bestehe deshalb ab dem 01.01.2009 kein 

Anspruch mehr auf Leistungen der Invalidenversicherung (weder auf eine 

Rente, noch auf berufliche Massnahmen). Aufgrund der medizinischen 

Einschätzungen, insbesondere des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 

vom 16.04.2009, sei kein invalidisierender Gesundheitsschaden mehr ab dem 

01.10.2008 mit länger dauernden Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

nachgewiesen. Die geklagten Arm- und Schulterschmerzen, die psychischen 

Beschwerden und die MS-Erkrankung hätten – abgesehen von wenigen 

Tagen im Oktober 2008 und Juni 2009 – demnach ab dem 01.10.2008 keine 

Arbeitsunfähigkeit mehr zur Folge gehabt. Seit diesem Zeitpunkt seien keine 

organischen Unfallfolgen mehr vorhanden, weshalb die Versicherte aus 

organischer Sicht seither zu 100% arbeitsfähig sei. Die Diagnose MS sei 

unbestritten. Jedoch habe die MS-Erkrankung bisher (noch) keine länger 

andauernden Leiden verursacht, weshalb auch die Arbeitsfähigkeit (noch) 

nicht eingeschränkt bzw. reduziert sei. Gemäss der Klinik … leide die 

Versicherte an einer mittelgradigen, depressiven Episode mit somatischem 

Syndrom, weshalb einige Monate in psychiatrischer Behandlung indiziert 

seien. Seit dem Frühjahr 2007 bis Ende Januar 2009 habe sie sich aber nicht 

mehr in psychiatrische Behandlung begeben. Seit dem Frühjahr 2007 werde 

daher auch in keinem Abklärungsbericht eine psychiatrische Diagnose 

gestellt.

2. Dagegen erhob die Versicherte am 09.06.2010 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Begehren um 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom Mai 2010 und um Feststellung, 

dass ein Anspruch auf IV-Leistungen im noch zu bestimmenden Ausmass 

bestehe. Im Übrigen wurde die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

beantragt. Die Beschwerdeführerin leide nach wie vor an massiven 

Schmerzen, vor allem an der verletzten Schulter. Ausserdem sei ihr 

psychischer Gesundheitszustand nicht gut, weil ihr die Diagnose MS schwer 

zu schaffen mache. Die Auffassung der Vorinstanz, es liege kein 

invalidisierender Gesundheitsschaden vor, sei falsch. Da der Anwalt erst seit 

kurzem das Mandat erhalten habe und daher keine Möglichkeit zur 

Akteneinsicht gehabt habe, werde ferner noch der Antrag auf die 

Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels gestellt.

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz die Abweisung der 

Beschwerde. Da diese nur nochmals die früheren Einwände wiederhole, 

könne hierzu unverändert auf die Begründung in der angefochtenen 

Verfügung verwiesen werden.

4. In der Replik stellte die Beschwerdeführerin neu den Antrag, die Sache sei 

zur Neuabklärung und zu neuer Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Die Abklärungen der Invalidenversicherung seien ungenügend gewesen. Es 

liege nämlich auch heute noch bei ihr eine anspruchsbegründende 

Arbeitsunfähigkeit vor. Die Abschlussbeurteilung des RAD vom 16.04.2009 

sei zu oberflächlich ausgefallen. Den ablehnenden SUVA-Entscheid (UVG) 

habe die Beschwerdeführerin angefochten. Für die Invalidenversicherung sei 

es unerheblich, ob die vorhandenen Schmerzen unfallkausal seien. Bei mit 

zumutbarer Willensanstrengung nicht überwindbarer Erkrankung, welche eine 

Invalidität zur Folge habe, sei die Invalidenversicherung leistungspflichtig. 

Gemäss RAD hätten bezüglich der Gesundheitsschäden im Rahmen weiterer 

Abklärungen keine solchen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

abgeleitet werden können. Es sei nicht klar, welche Abklärungen 

vorgenommen worden seien. Auch der Einfluss der MS-Erkrankung auf die 

Arbeitsfähigkeit sei bisher nur ungenügend festgestellt worden. Die 

Vorinstanz hätte aufgrund des Berichts des Kantonsspitals Aarau vom 

11.11.2009, worin unter anderem eine Fatigue-Symptomatik festgehalten 

worden sei, die Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit abklären müssen. 

Zudem sei auch die psychische Problematik ungenügend abgeklärt worden. 

Auch gemäss RAD bestehe bezüglich der psychischen Behandlung noch 

Abklärungsbedarf. Laut Abklärungsbericht von Dr. … vom 26.02.2010 seien 

die geklagten Schmerzen plausibel. Die Arbeitsfähigkeit könne er nicht 

bestimmen; wahrscheinlich könne die Beschwerdeführerin keiner 

regelmässigen Arbeit mehr nachgehen. Die vorhandenen 

Gesundheitsschäden hätten Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit. Weder 

die Auswirkungen noch das Ausmass seien bisher aber zuverlässig bestimmt 

worden, weshalb die ganze Sache nochmals zur vertieften Prüfung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen sei.

5. In der Duplik hielt die Vorinstanz fest, dass ihre Abklärungen genügend 

gewesen seien. Die geltend gemachten Beschwerden hätten (abgesehen von 

wenigen Tagen im Oktober 2008 und Juni 2009) seit dem 01.10.2008 keine 

Arbeitsunfähigkeit zur Folge gehabt. Was die Schmerzen an der rechten 

Schulter und am rechten Arm betreffe, so sei für die Vorinstanz – obwohl 

„final“ ausgerichtet – relevant, ob die subjektiv empfundenen Schmerzen 

organisch erklärbar seien oder nicht. Laut Auskunft des Kreisarztes der SUVA 

vom 11.04.2007 bzw. 11.06.2008 sei der medizinische Endzustand erreicht 

und aus organischer Sicht eine volle Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Die 

neurologische Untersuchung vom 09.07.2008 habe keinen pathologischen 

Befund ergeben. Der Orthopäde Dr. … habe in seinem Bericht vom 

18.08.2008 ebenfalls keine objektive Erklärung für die Schulterbeschwerden 

gefunden. Die Invalidenversicherung sei daher zu Recht davon ausgegangen, 

dass ab dem 01.10.2008 keine organischen Unfallfolgen mehr bestanden 

hätten respektive keine subjektiv empfundenen Schmerzen mehr organisch 

erklärbar gewesen seien, was zur Verneinung der Arbeitsunfähigkeit geführt 

habe. Die MS-Erkrank-ung habe bis heute (noch) keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bewirkt. In den Berichten des Kantonsspitals Aarau sei keine 

Diagnose einer Fatigue-Symptomatik gestellt worden. Es sei darin lediglich 

festgehalten worden, dass die Beschwerdeführerin von einer Fatigue berichte, 

welche die Tagesaktivität leicht einschränke. Zu den psychischen 

Beschwerden gelte es festzuhalten, dass seit dem Frühjahr 2007 keine 

psychische     Diagnose in den Abklärungsberichten mehr enthalten sei. Erst 

ab dem Februar 2009 sei die Beschwerdeführerin wieder – nicht zuletzt 

aufgrund ehelicher Probleme – in psychiatrischer Behandlung bei Frau Dr. ... 

Ein entsprechender Abklärungsbericht, worin eine psychische Diagnose nach 

ICD-10 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestätigt worden wäre, sei jedoch 

weder im Einwand- noch im Beschwerdeverfahren und auch nicht mit der 

Replik eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin lasse sich auch nicht mit 

Psychopharmaka behandeln. Auch aus dem Abklärungsbericht des 

Hausarztes Dr. … vom 17.01.2009 seien keine psychischen Beschwerden 

ersichtlich. Am Befund, dass die Beschwerdeführerin seit dem 01.10.2008 

wieder zu 100% arbeitsfähig sei, gebe es daher nichts auszusetzen. An 

diesem Ergebnis ändere selbst der pauschale und nicht substantiierte 

Abklärungsbericht von Dr. … vom 26.02.2010 nichts.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Als Invalidität gilt die durch einen körperlichen oder geistigen 

Gesundheitsschaden verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere 

Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechtes [ATSG; SR 830.1] und Art. 

4 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Bei 

erwerbstätigen Versicherten erfolgt die Ermittlung der Invalidität in der Regel 

nach der Methode des Einkommensvergleiches (Art. 16 ATSG; Art. 28a Abs. 

1 IVG). Bei dieser Methode wird das gegenwärtig trotz Behinderung noch 

zumutbare Erwerbseinkommen mit jenem ohne Behinderung verglichen, 

wobei die daraus resultierende Differenz in Prozenten den Invaliditätsgrad (IV-

Grad) ergibt. Ist eine Versicherte danach mindestens 40% invalid, so hat sie 

Anspruch auf eine Viertelsrente, bei mindestens 50% auf eine halbe Rente, 

bei mindestens 60% auf eine Dreiviertelsrente und ab 70% auf eine ganze 

Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). Für die Festsetzung des IV-Grades kommt es 

primär auf die wirtschaftliche Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die 

medizinische Arbeisunfähigkeit an (PVG 2005 Nr. 11, 1982 Nr. 80; BGE 132 

V 395 E. 2.1). Ohne zuverlässige und beweistaugliche Bestimmung der 

graduellen Arbeitsfähigkeit durch die Ärzte als Beurteilungsgrundlage ist eine 

seriöse Ermittlung der Erwerbsunfähigkeit aber zum voraus gar nicht möglich 

(BGE 125 V 261 E. 4, 122 V 160 f. E. 1c, 115 V 134 E. 2). Im konkreten Fall 

sind die Höhe und das Ende der rentenrelevanten Arbeitsunfähigkeit bis 

zuletzt strittig geblieben. Während die Vorinstanz der Meinung ist, dass bei 

der Versicherten ab 01.10.2008 kein invalidisierender Gesundheitsschaden 

mehr feststellbar gewesen sei und deshalb – in Anwendung von Art. 88a Abs. 

1 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) und Wahrung der 3-

monatigen Anpassungsfrist – ab 01.01.2009 kein Anspruch mehr auf IV-

Leistungen (weder Rente noch berufliche Massnahmen) bestanden habe, ist 

die Beschwerdeführerin der Ansicht, dass die seit dem Motorradunfall im 

Herbst 2006 geklagten Arm- und Schulterschmerzen, die wenige Monate 

später festgestellten psychischen Beschwerden (mittelgradige depressive 

Episoden) sowie die im 2009 bestätigte Diagnose der MS-Erkrankung eine 

Fortsetzung des bisher gewährten Rentenanspruchs von 01.11.2007 bis 

31.12.2008 gerechtfertigt hätten oder zumindest erneute Abklärungen über 

die Arbeitsfähigkeit indiziert gewesen wären.

b) Ausgangspunkt für die Beurteilung der medizinisch-theoretischen 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin sind vorliegend im Wesentlichen die 

folgenden Arzt-, Klinik- und Spitalberichte:

• Im Austrittsbericht der Klinik … vom 18.02.2007 (mit stationärem 
Abklärungsaufenthalt vom 02.01.-08.02.2007) wurden der Versicherten die 

Diagnosen (1) einer mittelgradig, depressiven Episode mit somatischem 
Syndrom [latente Suizidität, multiple Belastungsfaktoren, anamnestische 
Esstörung, Menstruationsstörungen, Stuhlunregelmässigkeiten, gestörtes 
Selbstwertempfinden/Selbstsicherheit], (2) einer periarthropathia humero-
scapularis rechts [St.n. Polytrauma 09/06 mit Scapulahals- und laterale 
Claviculafraktur rechts, Rippenserienfraktur 7-9 mit Hämato-Pneumo-thorax 
rechts, Becken- und Abdomenkontusion, reguläre ossäre Strukturen und 
keine segmentale Instabilität – anhand von Röntgenaufnahmen der 
Halswirbelsäule 01/07 -, vereinbar mit Hypermobilität bzw. Hyperlaxizität, (3) 
und einer Symphysendehiszens [Röntgen Beckenübersicht; in 
Funktionsaufnahmen keine eindeutige Instabilität nachweisbar, doch Befunde 
gut zu posttraumatischen Veränderungen der Symphyse passend, klinische 
Instabilität mit Elevatin des rechten Schambeinastes]). Zur Beurteilung dieser 
Befunde wurde vermerkt: Bei der geschilderten Schwäche des rechten Armes 
und der Hand war keine Kraftverminderung zu objektivieren, auch sonst 
bestanden keine neurologischen Defizite. Insgesamt lag also das Bild einer 
schmerzhaften Belastungsstörung des rechten Armes durch Schonung und 
Nichtgebrauch infolge einer Schmerzverarbeitungsstörung vor. Die genaue 
Anamnese des Unfallhergangs birgt keine Hinweise für ein relevantes 
Schädelhirntrauma, klinisch und elektromyographisch lagen keine 
Anhaltspunkte für eine neurogene Läsion vor. Im Verlaufe des 
Abklärungsaufenthalts sei es aber zu einer unerwarteten Verschlechterung 
der psychischen Situation gekommen, was eine angemessene Teilnahme am 
Trainingsprogramm nicht mehr möglich gemacht habe. Aus psychiatrischer 
Sicht sei die Versicherte daher 100% arbeitsunfähig. Die Bestimmung der 
weiteren Arbeitsfähigkeit sei durch einen nachbehandelnden Psychiater 
festzulegen. 

• Laut Untersuchungsbericht vom 11.04.2007 (SUVA-Kreisarzt Dr. …) erlitt die 
Versicherte anlässlich des Motorradunfalls am 01.09.2006 multiple 
Verletzungen im Bereich des Bewegungsapparates und des Körper-
stammes. In erster Linie bestand eine Claviculafraktur rechts sowie ein 
stumpfes Körperstammtrauma mit Hämato-Pneumothorax und multiplen 
Weichteilkontusionsverletzungen. Demnächst sei die Entfernung des 
Plattenimplantates der Clavicula rechts vorgesehen. Die Therapiesitzungen 
bei Frau Dr. … in … gingen weiter. Ebenfalls seien weitere hausärztliche 
Kontrollen notwendig. Ein Schädelhirntrauma habe die Versicherte gemäss 
medizinischer Akten und anamnestischer Erhebungen nicht erlitten. Die 
organisch festgestellten Verletzungsbefunde seien weitgehend stabil 
ausgeheilt. Die Patientin leide teilsweise an somato-organisch, 
zuordnungsbaren und strukturell nicht fassbaren Körpersymptomen mit 
psychosomatischer Befundcharakteristik. Es bestehe eine hochgradige 
Chronifizierungsneigung mit Symptomausweitungshinweisen. Die Fussleiden 
bei Hallux valgus Deformität seien unfallfremd. 

•  Im Verlaufsbericht vom 07.08.2007 hielt der SUVA-Kreisarzt Dr. … an seinen 
früheren Befunden und Beurteilungen (April 2007) fest. Neurologische 
Defizite bestünden keine. Die körperlichen Verletzungsbefunde seien zum 
heutigen Zeitpunkt konsolidiert mit entsprechend stabilen Gewebebefunden. 
Die organisch fassbaren Verletzungsbefunde seien ausgeheilt. Im 
Vordergrund stehe nun die teils psychoreaktive Symptomatologie mit 

beträchtlichen psychosomatischen Erkrankungshinweisen. Es bestehe hier 
die Gefahr einer sozio-ökonomischen Dekompensationserscheinung. Seit 
Frühjahr 2007 hätten aber keine Therapiesitzungen mehr bei Frau Dr. … 
stattgefunden. Von weiteren medizinischen, insbesondere operativen 
Therapiemassnahmen sei keine wesentliche Besserung der Befunde mehr zu 
erwarten. Aufgrund ausschliesslich unfallkausaler, somato-organisch 
zuordnungsbarer und strukturell fassbarer Befunde sei die Versicherte 
anschliessend voll arbeitsfähig.

• Im Untersuchungsbericht vom 11.06.2008 bestätigte der SUVA-Kreisarzt Dr. 
… noch, dass keine neurologischen Defizite festgestellt werden konnten. 
Erfahrungsgemäss sei die funktionelle, stabile Ausheilung (der beim Unfall 
erlittenen Schulterverletzung) nach 5 bis 6 Monaten erreicht. Die 
therapeutischen Massnahmen erschienen erschöpft. Von weiteren 
medizinischen Massnahmen sei keine wesentliche Besserung der Befunde 
zu erwarten. Es bestünden gesundheitliche Defizite, welche auch eine 
Problematik bei der Lebensführung (Ehekrise) erkennen liessen. Knapp zwei 
Jahre nach dem Unfall (im Herbst 2006) sei aus medizinischer Sicht der 
Endzustand erreicht. 

• Im Bericht vom 09.07.2008 hielt der Neurologe Dr. … fest, dass er einen 
diskreten Schultertiefstand rechts festgestellt habe. Die Trophik der 
Schultermuskulatur sei unauffällig. In der Kraftprüfung sei das Rückführen 
und Heben der Schulter seitengleich ausgefallen. Es bestehe eine minim 
reduzierte Kraft für die Abduktion im Schultergelenk. Die Funktion des Pe-
ctoralis major sei kräftig. Er habe eine normale Sensibilität an den Armen und 
Händen festgestellt. Damit könne eine schwere Schädigung von sensiblen 
Nervenfasern im Bereich des Plexus brachialis (Armgeflechts) 
ausgeschlossen werden. Eine gewisse Schmerzverarbeitungsstörung könne 
hingegen nicht a priori ausgeschlossen werden.

• Im Bericht vom 18.08.2008 hielt der Orthopäde Dr. … fest, dass ein diffuser 
Schulterschmerz rechts mit aktiver und schmerzbedingt passiver 
Bewegungseinschränkung bestehe. Die objektivierbaren Untersuchungen 
hätten keine wesentlichen pathologischen Korrelate ergeben, die die 
angegebenen subjektiven Beschwerden erklären könnten. Die 
Arbeitsfähigkeit schätzte Dr. … ab 19.08.2008 auf 50%, zumal Büroarbeiten 
oder (andere) die Schulter weniger belastende Arbeiten wieder aufgenommen 
könnten. 

• Aus dem Bericht vom 19.01.2009 (Kantonsspital Aarau) der Dres. … und … 
geht hervor, dass die neurologische Untersuchung folgende Diagnosen 
ergeben habe: Hochgradiger Verdacht auf Erstmanifestation einer Multiplen 
Sklerose (MS); Rechtsseitige Kopfschmerzen, aktuell aber nicht sicher 
klassifizierbar. In der Beurteilung wurde vorgebracht, dass die Patientin mit 
grosser Wahrscheinlichkeit im Herbst letzten Jahres (2008) eine 
Erstmanifestation einer Multiplen Sklerose erlitten habe. In der aktuellen 
Kontrolluntersuchung mittels MRI des Schädels zeigten sich keine neuen 
Aspekte, während sich die klinischen Manifestationen vom Herbst 2008 
vollständig zurückgebildet hätten. Allerdings leide die Patientin seit der letzten 
Hospitalisation an Kopfschmerzen, die ätiologisch vorerst nicht sicher 

zugeordnet werden könnten. Zuerst werde eine analgetische Therapie mit 
Dafalgan und Ponstan empfohlen. Zusätzlich sei aus neurologischer Sicht 
eine möglichst baldige Wiederaufnahme der Arbeit indiziert.

• Im RAD-Abschlussbericht vom 16.04.2009 wurde festgehalten, dass der 
Versicherten die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Zahntechnikerin aus 
wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden sei. Zur Zeit arbeite sie als 
Taxifahrerin mit Pensum 30%. Bei insgesamt protrahiertem Verlauf sei durch 
den SUVA-Kreisarzt Dr. … (schon) im Juni 2008 konstatiert worden, dass 
nunmehr bezüglich der Unfallfolgen der Endzustand eingetreten sei, weshalb 
die SUVA-Leistungen per 30.09.2008 eingestellt worden seien.   

• Dem Spitalbericht (KS Aarau) vom 11.11.2009 ist zu entnehmen, dass die 
Patientin eine schubförmige Multiple Sklerose bei St.n. beidseitiger INO mit 
vertikalem Blickrichtungsnystagmus und zentraler Fazialsparese links seit 
Januar 2009 habe. Im Juni 2009 sei ein erneuter Schub erfolgt. Zudem 
berichte die Patientin von einer Urge-Symptomatik und Fatigue. Die Situation 
sei mit der Patientin besprochen worden und in Absprache eine Therapie mit 
Copaxone etabliert.

• Im Attest vom 26.02.2010 hielt der Hausarzt der Versicherten, Dr. …, fest, 
dass die Versicherte bei ihm seit dem 22.06.2007 in Behandlung sei und die 
von ihr geklagten Schmerzen plausibel seien. Als Diagnose wurde eine 
posttraumatische Schmerzstörung und Multiple Sklerose erwähnt.  Die letzten 
Behandlungen bei ihm seien im November 2009 wegen einer Enteritis sowie 
im Juni 2009 wegen einer anderen Bagatellerkrankung erfolgt. Die jetzige 
Arbeitsfähigkeit könne er nicht bestimmen, aber wahrscheinlich werde sie 
keiner regelmässigen Arbeit nachgehen können. Anamnestisch hätten ihre 
Schmerzen und Arbeitsunfähigkeit mit dem Motorradunfall (im September 
2006) begonnen, der auch diverse Verletzungen und Nachbehandlungen zur 
Folge gehabt habe. Zusätzlich sei es zu einer Schmerzausweitung und 
somatotrophen Schmerzstörungen gekommen.  

• Im Spitalbericht (KS Aarau) vom 18.03.2010 (Dres. … und …) wurde 
festgehalten, dass der neurologische Status insgesamt unauffällig sei 
(Einzelkraft- und Koordinationsprüfungen unauffällig; HWS frei beweglich; 
keine Druckschmerzhaftigkeit über den Facettengelenken). Angesichts der 
bisherigen Befunde und Symptome sei die Diagnose einer MS davon 
abhängig, ob die im Juni 2009 erneut aufgetretene INO als neuer Schub 
gewertet werde oder nicht. Die Patientin möchte vorerst aber noch auf eine 
immunmodulatorische Therapie verzichten. Die rechtsseitigen Kopf- und 
Gesichtsschmerzen könnten auf einen übermassigen Schmerzmittelkonsum 
zurückgeführt werden. Eine psychiatrische Therapie werde aufgrund der 
zusätzlich bestehenden Eheprobleme begonnen. 

• Im Case Report [Ausdruck vom 11.05.2010] der IVS GR wurde zur 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit, bezogen auf ein 100%-Pensum und gestützt 
auf die bisherigen Arztberichte (inkl. SUVA bzw. /RAD-Abschlussbericht) was 
folgt festgehalten (S.7-9). In der bisherigen Tätigkeit als Zahntechnikerin sei 
die Versicherte nach dem Motorunfall am 01.09.2006 zu 100%, ab 
19.08.2008 zu 50% und ab 01.10.2008 zu 0% arbeitsunfähig gewesen. In 

einer leidensadaptierten (noch zumutbaren) Tätigkeit habe die 
Arbeitsfähigkeit zuerst nach dem Unfall 0%, ab 19.08.2008 wieder 50% und 
ab 01.10.2008 sogar wieder 100% betragen. Bezüglich der 
Invaliditätsbemessung wurde ein IV-Grad von 0.00% ermittelt; ausgehend 
von einem Valideneinkommen von Fr. 47'128.-- (laut Angaben Arbeitgeber 
vom 28.01.2008 [2006: Fr. 3'850.-- x 12 Mte. plus Teuerung] und einem 
Invalideneinkommen von Fr. 51'165.-- (gemäss LSE); woraus eben keine 
Erwerbseinbusse resultiere.    

c) Bezüglich der organischen Gesundheitsleiden darf auf die Beurteilung im 

RAD-Abschlussbericht vom 16.04.2010 und die ihm zugrunde liegenden 

Atteste des SUVA-Kreisarztes Dr. … vom 11.04.2007, 07.08.2007 und 

11.06.2008 abgestellt werden, worin die seit dem Motorradunfall (Herbst 

2006) geklagten Schulter- und Armbeschwerden als ausgeheilt und der 

Endzustand somit schon im Juni 2008 als erreicht bezeichnet wurde. Diese 

Einschätzung stimmt auch mit dem neurologischen Untersuchungsbericht von 

Dr. … vom 09.07.2008 und mit dem Bericht des Orthopäden Dr. … vom 

18.08.2008 überein, worin ebenfalls keine objektive Erklärung für die 

Schulterbeschwerden seit Juli/August 2008 mehr gefunden werden konnten. 

Vor diesem Hintergrund ist die Vorinstanz zu Recht von einer 100%-igen 

Arbeitsfähigkeit als Zahntechnikerin oder einer anderen Tätigkeit (spätestens) 

ab dem 01.10.2008 ausgegangen.   

d) Was die psychischen Beschwerden angeht, so steht dazu fest, dass seit dem 

Frühling 2007 in keinem der zahlreichen Arztberichte mehr von psychischen 

Defiziten oder psychischen Behandlungen die Rede ist. Soweit später (erst 

ab Februar 2009) eine entsprechende Therapie bei Frau Dr. … stattgefunden 

haben soll, gilt es klar festzuhalten, dass von dieser Fachärztin keine 

psychiatrische Diagnose nach ICD-10 mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten aktenkundig ist und diese Hilfe und Betreuung zudem auf rein 

invaliditätsfremden Faktoren [Ehekrise] beruhte. Im Austrittsbericht der Klinik 

… vom 18.07.2007 war zwar von einer mittelgradigen depressiven Episoden 

mit somatischem Syndrom bei latenter Suizidität und multiplen 

Belastungsfaktoren die Rede. Im Anschluss an den Klinikaufenthalt war die 

Versicherte deshalb auch einige Monate (Frühjahr 2007) bei Frau Dr. … in 

psychiatrischer Behandlung. Danach war die Versicherte aber während fast 

zwei Jahren (Frühjahr 2007 bis Ende Januar 2009) nicht mehr in 

psychiatrischer Behandlung bzw. auf entsprechende Hilfe angewiesen. 

Dieser Sachverhalt wurde im letzten Bericht des Kantonsspitals Aarau (Dres. 

…) vom 18.03.2010 noch bestätigt, indem dort ausdrücklich von einem Beginn 

einer psychiatrischen Therapie infolge Eheprobleme die Rede ist. Auch in 

dem von der Beschwerdeführerin selbst nachgereichten Arztbericht von Dr. 

… vom 26.02.2010 wurden keine psychischen Beschwerden, sondern bloss 

eine somatrophe Schmerzstörung erwähnt. Dessen Arztbericht muss zudem 

als sehr pauschal und daher als wenig aussagekräftig oder überzeugend 

bezeichnet werden. Angesichts dieser Fakten verneinte die Vorinstanz 

demnach aber zu Recht das Vorliegen eines psychischen 

Gesundheitsschadens und damit auch einen entsprechenden Anspruch auf 

weitere Versicherungsleistungen ab Oktober 2008. 

e) Hinsichtlich des Verdachts (im Herbst 2008) bzw. der danach ergangenen 

Bestätigungen (im Laufe 2009) betreffend Erkrankung an einer Multiplen 

Sklerose (MS) gilt es festzuhalten, dass dieses Krankheitsbild bis heute – 

abgesehen von wenigen Tagen mit Krankheitsschüben im Herbst 2008 und 

Juni 2009 – noch keine länger andauernden gesundheitlichen Probleme 

verursacht hat und somit auch die Arbeitsfähigkeit der Versicherten bisher 

noch nicht in nennenswertem Umfange beeinträchtigt oder eingeschränkt 

wurde. So hielt der Hausarzt Dr. … im Abklärungsbericht vom 17.01.2009 fest, 

dass er momentan noch keine qualitativ gute Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

geben könne. Daran ändert auch die Darstellung der Beschwerdeführerin 

nichts, wonach aus den Berichten des Kantonsspitals Aarau vom 19.01.2009, 

11.11.2009 und 18.03.2010 eine dafür typische „Fatigue-Symptomatik“ 

hervorgegangen sei. Eine solche Diagnose wurde in diesen Spitalberichten 

nicht gestellt, vielmehr wurde darin nur erwähnt, dass die Patientin von einer 

Symptomatik berichte, welche ihre Tagesaktivität infolge Müdigkeit leicht 

einschränke. Ergänzend gilt es zur diagnostizierten MS-Erkrankung und den 

periodischen Schüben im Herbst 2008 und Juni 2009 sowie den künftig 

allenfalls daraus dereinst resultierenden Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit aber doch noch klarzustellen, dass sich diese Situation 

perspektivisch mittelfristig ändern kann und die Versicherte sodann – bei 

entsprechend glaubwürdigen Belegen für die Beeinträchtigung der Einsatz- 

und Erwerbsfähigkeit – erneut mit einem Gesuch auf IV-Leistungen an die 

Vorinstanz gelangen kann. Zum hier massgebenden Beurteilungszeitpunkt 

(Mai 2010) der Vorinstanz waren aber (noch) keine ärztlichen Befunde oder 

Berichte vorhanden, die eine solche Schlussfolgerung (rentenrelevante 

Arbeitsunfähigkeit infolge Multipler Sklerose) gerechtfertigt hätten.

f) Zusammengefasst ergibt sich, dass die Vorinstanz bei der medizinisch-

theoretischen Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu Recht auf die zitierten Arzt-

, Klinik- und Spitalberichte (RAD/SUVA/Spital AG) abstellte. Weitere 

medizinische Abklärungen waren deshalb auch nicht mehr notwendig, um 

zuverlässig einen fortgesetzten Rentenanspruch verneinen zu können. 

Vorliegend war der Beschwerdeführerin somit aber sowohl die frühere 

Tätigkeit als Zahntechnikerin als auch jede andere Arbeitstätigkeit (ab 

Oktober 2008) wieder voll zumutbar. Mangels invaliditätsrelevanter 

Gesundheitsschäden verzichtete die Vorinstanz – unter Einhaltung der 

dreimonatigen Warte- bzw. Anpassungsfrist gemäss Art. 88a IVV – demnach 

aber zu Recht auf eine Weiterausrichtung von Leistungen ab dem 01.01.2009.

2. Die angefochtene Verfügung vom 11.05.2010 erweist sich damit in jeder 

Beziehung als rechtmässig, was zur ihrer Bestätigung und zur Abweisung der 

dagegen erhobenen Beschwerde vom 09.06.2010 führt. 

  3.a) Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren – in Abweichung von 

Art. 61 lit. a ATSG – bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. 

Diese Kosten werden je nach Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Umfang von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Aufgrund des 

Ausgangs dieses Verfahrens wären die Kosten von Fr. 700.-- an sich der 

unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen.  

b) Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege inkl. Verbeiständung durch den 

Rechtsdienst Integration Handicap, Zürich wird indes nach Art. 61 lit. f ATSG 

in Verbindung mit Art. 76 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VRG; BR 

370.100) entsprochen, da die finanziellen Bedürftigkeit der 

Beschwerdeführerin hinreichend belegt wurde (vgl. dazu im Detail 

Gesuchangaben vom 18.07.2010 samt diverser Beilagen 

[Haftpflichtversicherung; ÖKK-Prämien; Mietvertrag Wohnung; Verdienst 

Ehemann Taxi-Chaffeur; Auszug Kantons- und Gemeindesteuern 2008 im 

Kanton Aargau], woraus das Gericht einen monatlichen Fehlbetrag von ca. 

Fr. 500.-- errechnete) und ihre Beschwerde nicht gerade zum voraus als völlig 

aussichtslos bezeichnet werden muss. Aufgrund dieser Fakten werden die 

Gerichtskosten von Fr. 700.-- auf die Gerichtskasse genommen. Bezüglich 

der anwaltlichen Vertretung  wird die Parteientschädigung – nach Ermessen 

des Gerichts und infolge Fehlens einer detaillierten Honorarnote nach 

konkretem Arbeitsaufwand wie mit Schreiben vom 08.11.2010 erbeten – auf 

insgesamt Fr. 1'500.-- (inkl. MWST) zu Lasten der Gerichtskasse festgelegt. 

In dieser Höhe wird der Rechtsdienst Integration Handicap, Zürich, durch die 

Staatskasse (GR) entschädigt. Die Beschwerdeführerin ist nach Art. 77 VRG 

aber verpflichtet, die erlassenen Gerichts- und Vertretungskosten 

zurückzuerstatten, falls sie dereinst aufgrund verbesserter Einkommens- und 

Vermögensverhältnisse dazu im Stande sein sollte.   

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. In Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung (Art. 76 VRG) werden die 

Kosten von Fr. 700.-- zulasten von … unter dem Vorbehalt von Art. 77 VRG 

von der Gerichtskasse übernommen.

3. a) … wird in der Person von lic. iur. …, Rechtsdienst Integration Handicap, ein 

Rechtsvertreter auf Kosten des Staates bestellt. Dieser wird durch die 

Gerichtskasse mit Fr. 1'500.-- (inkl. MWST) entschädigt. 

b) Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von … gebessert 

haben und sie hierzu in der Lage ist, hat sie das Erlassene und die Kosten 

der Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).