# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f049c77-113f-5543-8b53-af9998ce62e2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-10-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.10.2021 E-4042/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4042-2018_2021-10-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4042/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  O k t o b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), 

Richter Markus König,  

Richterin Christa Luterbacher;    

Gerichtsschreiberin Regina Seraina Goll. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Andreas Zöbeli, Rechtsanwalt, 

zm Rechtsanwälte,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 6. Juni 2018 / N (…). 

 

 

 

E-4042/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer suchte am (…) November 2015 in der Schweiz um 

Asyl nach. Anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 18. November 

2015 und der Anhörung vom 2. Mai 2018 machte er im Wesentlichen Fol-

gendes geltend:  

Er sei afghanischer Staatsangehöriger der Ethnie Hazara und habe bis zu 

seiner Ausreise in B._______, Distrikt C._______, Provinz Ghazni (BzP) 

beziehungsweise in B._______, auch D._______ genannt, im Dorf 

C._______, Distrikt E._______, Provinz M._______ (Anhörung) gelebt. Er 

habe aus finanziellen Gründen die Schule nicht besuchen können und sei 

daher Analphabet. Um zum Unterhalt der Familie beizutragen, habe er in 

der Landwirtschaft gearbeitet. Vor seiner Ausreise habe er mit seinem Va-

ter (BzP) beziehungsweise ohne diesen (Anhörung) während zwei Jahren 

(BzP) beziehungsweise acht bis neun Monaten (Anhörung) mit ausländi-

schen Personen auf (…) zusammengearbeitet. Er sei von einer Person na-

mens F._______ engagiert worden beziehungsweise die Auftraggeber hät-

ten ihre Namen nicht genannt. Sein Vorgesetzter habe G._______ geheis-

sen. Seine Aufgabe habe darin bestanden, in einem (…) (…) zu errichten. 

Personen, die mit Ausländern zusammengearbeitet hätten, seien von den 

Taliban bedroht und dazu aufgefordert worden, sich ihnen zu stellen. Diese 

hätten ihn laut Aussagen an der BzP ungefähr einen Monat vor seiner Aus-

reise auf dem Heimweg abgefangen und in die Zentrale mitgenommen. 

Dort hätten sie eine Liste mit Fotos aller Mitarbeitenden des (…) gehabt, 

auf welcher er aber nicht zu sehen gewesen sei. Da aber jemand behauptet 

habe, dass er im (…) arbeite, hätten sie ihn geschlagen. An der Anhörung 

erklärte er, die Taliban hätten ihn auf den eigenen Ländereien ausfindig 

gemacht, ihn ins Gebiet der Taliban bei der Ortschaft H._______ gebracht, 

durchsucht, geschlagen und schliesslich freigelassen, da sie nichts gefun-

den hätten. Er sei zwar nie konkret bedroht worden, sein Vater habe ihn 

aber ungefähr im (…) 2014 in den Iran geschickt, wo er ein Jahr (…) gear-

beitet habe. Ungefähr sechs Monate nach seiner Ausreise habe er vernom-

men, dass die Taliban seinen Vater verhaftet hätten. Kurz vor seiner Wei-

terreise habe ihm die Mutter mitgeteilt, dass der Vater noch immer nicht 

zurück und womöglich tot sei.  

 

 

E-4042/2018 

Seite 3 

B.   

Mit Verfügung vom 6. Juni 2018 verneinte das SEM die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers und lehnte sein Asylgesuch ab. Gleichzeitig 

ordnete es seine Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. 

C.  

Mit Beschwerde vom 11. Juli 2018 an das Bundesverwaltungsgericht be-

antragte der Beschwerdeführer, ihm sei in Abänderung der angefochtenen 

Verfügung Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die vorläufige Aufnahme in-

folge Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs anzuordnen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege unter Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

sowie um die Beiordnung des rubrizierten Rechtsvertreters als unentgeltli-

chen Rechtsbeistand.  

Mit der Beschwerde reichte er eine Vollmacht (BM 1), diverse Akten des 

vorinstanzlichen Verfahrens (BM 2–4), einen Kartenausschnitt der Umge-

bung von I._______ mit Hinweisen (BM 5), zwei Fotografien dieser Umge-

bung (BM 6 & 7), einen Bericht des Afghanistan Analysts Network (AAN) 

vom 2. September 2015 mit dem Titel "(…)" (BM 8) sowie einen Auszug 

seines Postkontos vom Mai 2018 (BM 9) zu den Akten.  

D.  

Am 13. Juli 2018 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht den Eingang 

der Beschwerde und verfügte, der Beschwerdeführer könne den Ausgang 

des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 23. Juli 2018 hiess die damals zuständige In-

struktionsrichterin das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-

pflege gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und 

setzte den rubrizierten Rechtsvertreter als amtlichen Rechtsbeistand ein.  

F.  

Mit Eingabe vom 28. August 2018 informierte der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers das Gericht über den Eingang einer Postsendung aus Af-

ghanistan. Der Beschwerdeführer habe eine Bestätigung seines früheren 

Wohnsitzes in B._______ (BM 10) sowie einen an ihn gerichteten Drohbrief 

der Taliban (BM 11) erhalten. Er werde diese Dokumente schnellstmöglich 

übersetzen lassen und nachreichen.  

E-4042/2018 

Seite 4 

G.  

Mit Schreiben vom 10. September 2018 reichte der Rechtsvertreter die an-

gekündigten Dokumente in Kopie nach, wobei er darauf hinwies, die Origi-

nale würden aufgrund ihrer Fragilität nicht eingesandt, was aber auf 

Wunsch nachgeholt werden könne. Der Name B._______ / D._______ sei 

für den Übersetzer nicht zu entziffern gewesen, weshalb er eine entspre-

chende Nachfrage beim Übersetzungsbüro gestellt habe, auf deren Beant-

wortung er noch warte. Dem Schreiben legte er seine Honorarnote bei.  

H.  

Am 20. September 2018 informiere der Rechtsvertreter das Bundesverwal-

tungsgericht über das Ergebnis der erwähnten Nachfrage. Danach könne 

die unleserliche Ortschaft "J._______" heissen, was das Übersetzungs-

büro jedoch nicht habe beglaubigen wollen, weshalb er den Ausdruck des 

entsprechenden E-Mails (BM 12) beilege.  

I.  

Mit Eingabe vom 29. Oktober 2019 reichte der Rechtsvertreter des Be-

schwerdeführers eine aufdatierte Kostennote ein.  

J.   

J.a Mit Instruktionsverfügung vom 20. Januar 2021 lud die neu zuständige 

Instruktionsrichterin die Vorinstanz zur Vernehmlassung ein. Das SEM kam 

dieser Einladung mit Einreichung der Vernehmlassung vom 1. Februar 

2021 nach.  

J.b Mit Instruktionsverfügung vom 5. Februar 2021 wurde dem Beschwer-

deführer die Gelegenheit zur Replik eingeräumt, welche er mit Eingabe 

vom 12. März 2021 wahrnahm. Seiner Eingabe legte er die Todesanzeige 

seines Vaters (BM 13), einen Screenshot einer Whatsapp-Nachricht 

(BM14), Fotos der Tazkira seines Vaters (BM 15) – alles mit Übersetzung 

– sowie Sammelbelege betreffend seine finanziellen Verhältnisse (BM 16) 

bei. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

E-4042/2018 

Seite 5 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Das vorliegende Verfahren richtet sich nach altem Recht (Abs. 1 der 

Übergangsbestimmungen zur Änderung des AsylG vom 25. September 

2015). 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und aArt. 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Der Beschwerdeführer rügt insbesondere eine unrichtige und unvoll-

ständige Feststellung des Sachverhalts sowie eine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs. Diese formellen Rügen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls 

geeignet sein könnten, eine Kassation der erstinstanzlichen Verfügung zu 

bewirken (vgl. BVGE 2013/34 E. 4.2).  

3.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welcher als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Aus der Begründungspflicht als Teilgehalt des rechtli-

chen Gehörs ergibt sich, dass die Abfassung der Begründung dem Be-

troffenen ermöglichen soll, den Entscheid sachgerecht anzufechten, was 

E-4042/2018 

Seite 6 

nur der Fall ist, wenn sich sowohl der Betroffene als auch die Rechtsmitte-

linstanz über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. Die 

Begründungsdichte richtet sich dabei nach dem Verfügungsgegenstand, 

den Verfahrensumständen und den Interessen des Betroffenen, wobei bei 

schwerwiegenden Eingriffen in die rechtlich geschützten Interessen des 

Betroffenen – und um solche geht es bei Verfahren betreffend Asyl und 

Wegweisung – eine sorgfältige Begründung verlangt wird (vgl. BVGE 

2011/37 E. 5.4.1; BVGE 2008/47 E. 3.2). Nicht erforderlich ist, dass sich 

die Begründung mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 

E. 5.2).  

Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-

verhalts in Verletzung der behördlichen Untersuchungspflicht bildet einen 

Beschwerdegrund (Art. 106 Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachver-

haltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sach-

verhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch gewürdigt worden sind; 

unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesentlichen 

Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwal-

tungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl., 2013, 

Rz. 1043). 

3.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, die Verständigung zwischen ihm 

und den schweizerischen Behörden sei offensichtlich das Hauptproblem 

des Asylverfahrens gewesen. Darauf habe er anlässlich der Anhörung 

mehrfach hingewiesen. Bezeichnenderweise habe er sogar gemeint, der 

Dolmetscher spreche Farsi und nicht Dari. Das SEM habe lediglich ange-

geben, dass der Dolmetscher aus Afghanistan stamme, womit aber nichts 

zu dessen Dialekt gesagt worden sei. Es sei folglich unter Zuhilfenahme 

eines anderen Dolmetschers, welcher seinen Dialekt spreche, erneut zu 

seiner Herkunft und Flucht zu befragen. Die Vorinstanz habe ihn zudem 

nicht nachvollziehbar zitiert, indem sie in Bezug auf die Arbeit im (…) mehr-

fach „A20" unter Verweis auf verschiedene Seitenangaben im Anhörungs-

protokoll vom 2. Mai 2018 angebe. Antwort Nr. 20 des Protokolls befinde 

sich aber auf S. 4 und beziehe sich auf seine Heimatregion. Überdies habe 

das SEM die eigentlichen Asylgründe und die Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs nicht geprüft. Ihm sei daher keine Auseinandersetzung mit 

den vorinstanzlichen Erwägungen möglich gewesen.  

 

E-4042/2018 

Seite 7 

3.4  

3.4.1 Es ist zunächst festzuhalten, dass das SEM den Beschwerdeführer 

korrekt zitiert. Die Bezeichnung "A20" verweist auf die Akte 20 (das Anhö-

rungsprotokoll) und nicht auf die Frage 20 dieses Protokolls, das «A» be-

zieht sich auf den Umstand, dass es sich um das erste Asylverfahren des 

Beschwerdeführers handelt. Die diesbezügliche Rüge des Beschwerde-

führers erweist sich als unbegründet. 

3.4.2 Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts lassen sich den 

Akten keine Hinweise auf eine unrichtige oder unvollständige Feststellung 

des rechtserheblichen Sachverhalts entnehmen. Die in diesem Zusammen-

hang geltend gemachten Verständigungsprobleme an der BzP und Anhö-

rung finden in den Akten keine Stütze. Der Beschwerdeführer hat sowohl 

am Anfang als auch am Ende der BzP erklärt, den Dolmetscher gut zu ver-

stehen. Auch dem Anhörungsprotokoll, dessen Richtigkeit der Beschwer-

deführer mit seiner Unterschrift bestätigt hat, sind keine konkreten Anhalts-

punkte für erhebliche Verständigungsschwierigkeiten zu entnehmen, zu-

mal der Beschwerdeführer anlässlich der Rückübersetzung durchaus in 

der Lage war Korrekturen anzubringen. Schliesslich hat auch die Hilfs-

werksvertretung (HWV) keinen Hinweis auf Verständigungsprobleme an-

gebracht. Im Übrigen betrifft die Frage, ob die Vorinstanz bei der Prüfung 

der Glaubhaftigkeit der Asylvorbringen mögliche Ungenauigkeiten der 

Übersetzungen durch den bei der ersten Anhörung eingesetzten Dolmet-

scher gebührend berücksichtigt hat, nicht das rechtliche Gehör oder die 

Erstellung des Sachverhalts, sondern ist eine Frage der rechtlichen Würdi-

gung der vorgebrachten Asylgründe.  

3.4.3 Eine Verletzung der Begründungspflicht liegt ebenfalls nicht vor. Die 

Asylvorbringen sind als nicht glaubhaft erachtet worden, wobei die 

Vorinstanz den Weg zu dieser Schlussfolgerung klar darlegte. Aufgrund der 

von ihr festgestellten Unglaubhaftigkeit der vorgebrachten Asylgründe war 

sie auch nicht dazu angehalten, deren Asylrelevanz zu überprüfen. Das 

SEM hat sich in der angefochtenen Verfügung mit den wesentlichen Vor-

bringen des Beschwerdeführers in erforderlichem Umfang und genügender 

Differenziertheit auseinandergesetzt und in nachvollziehbarer Weise die 

Überlegungen genannt, welche seinem Entscheid zugrunde lagen. Insge-

samt kann davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer im 

Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens in rechtsgenüglicher Weise die 

Möglichkeit gewährt wurde, seine Asylgründe vollständig vorzubringen. 

Schliesslich war eine sachgerechte Anfechtung der vorinstanzlichen Verfü-

gung – wie die vorliegende Beschwerde zeigt – möglich.  

E-4042/2018 

Seite 8 

3.5  Die formellen Rügen erweisen sich insgesamt als unbegründet, wes-

halb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen Gründen aufzu-

heben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die diesbezüglichen 

Rechtsbegehren sind somit abzuweisen. 

4.   

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr 

gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Hei-

matstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind bezie-

hungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Eine 

begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt 

vor, wenn ein konkreter Anlass zur Annahme besteht, die Verfolgung hätte 

sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich – auch 

aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zu-

kunft verwirklichen. Es müssen demnach hinreichende Anhaltspunkte für 

eine konkrete Bedrohung vorhanden sein, die bei jedem Menschen in ver-

gleichbarer Lage Furcht vor Verfolgung und damit den Entschluss zur 

Flucht hervorrufen würden. Die erlittene Verfolgung oder die begründete 

Furcht vor zukünftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal 

für die Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich 

auch im Zeitpunkt des Asylentscheides noch aktuell sein. Anspruch auf 

Asyl hat somit nur, wer im Zeitpunkt der Ausreise ernsthaften Nachteilen 

im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt war (Vorfluchtgründe) oder aufgrund 

von äusseren, nach der Ausreise eingetretenen Umständen, auf die er kei-

nen Einfluss nehmen konnte, bei einer Rückkehr ins Heimatland solche 

ernsthaften Nachteile befürchten müsste (sogenannte objektive Nach-

fluchtgründe). 

E-4042/2018 

Seite 9 

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 

Abs. 2 AsylG bedeutet – im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduzier-

tes Beweismass und lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und 

Zweifel an den Vorbringen des Gesuchstellers. Entscheidend ist, ob die 

Gründe, die für die Richtigkeit der gesuchstellerischen Sachverhaltsdar-

stellung sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei ist auf eine objektivierte 

Sichtweise abzustellen. Eine wesentliche Voraussetzung für die Glaubhaft-

machung einer Verfolgung ist eine die eigenen Erlebnisse betreffende, sub-

stanziierte, im Wesentlichen widerspruchsfreie und konkrete Schilderung 

der dargelegten Vorkommnisse. Die wahrheitsgemässe Schilderung einer 

tatsächlich erlittenen Verfolgung ist gekennzeichnet durch Korrektheit, Ori-

ginalität, hinreichende Präzision und innere Übereinstimmung. Unglaub-

haft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei wechselnden, 

widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen Vorbringen. Bei 

der Beurteilung der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurtei-

lung aller Elemente (Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sach-

verhaltes, Substanziiertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche 

Glaubwürdigkeit usw.), die für oder gegen den Gesuchsteller sprechen. 

Glaubhaft ist eine Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente 

überwiegen. Für die Glaubhaftmachung reicht es demnach nicht aus, wenn 

der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesam-

ten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände gegen die vorge-

brachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 

m.w.H.). 

5.  

5.1 Zur Begründung des Asylentscheids führte die Vorinstanz aus, die Vor-

bringen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaub-

haftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand, weshalb sie nicht auf deren Asyl-

relevanz geprüft werden müssten.  

Der Beschwerdeführer habe nicht widerspruchsfrei angeben können, wo-

her genau er stamme und wo er bis zur Ausreise aus Afghanistan gelebt 

habe. Anlässlich der BzP habe er von der Provinz Ghazni gesprochen, an 

der Anhörung wiederum von der Provinz Tarin Kut. Weiter müsse festge-

halten werden, dass es sich bei C._______ um eine Provinz und nicht um 

eine Ortschaft und bei Tarin Kut um die Hauptstadt der Provinz Uruzgan, 

nicht um eine Provinz handle. Ausserdem habe er die Ortschaft, in der er 

monatlich eingekauft und landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Tiere ver-

kauft habe, nicht namentlich nennen können. Das SEM habe weder 

E-4042/2018 

Seite 10 

B._______ (D._______) noch die vier angegebenen Nachbardörfer finden 

können, sondern einzig K._______, das im Distrikt E._______ liege. Eine 

Ortschaft namens L._______ – nicht D._______ – befinde sich im Distrikt 

M._______, welches aber nicht mehr in Fussdistanz von K._______ liege. 

Auch die Vorbringen betreffend seine Arbeit im (…) und die Bedrohung 

durch die Taliban seien äusserst widersprüchlich und unsubstanziiert aus-

gefallen. So habe er einerseits geltend gemacht, zwei Jahre vor seiner 

Ausreise zusammen mit seinem Vater für die Englisch sprechenden Aus-

länder gearbeitet zu haben, und andererseits angegeben, nur er habe dort 

gearbeitet und zwar nur acht bis neun Monate lang; mit den Ausländern 

habe er nie Kontakt gehabt. Auch die Frage, wer ihn engagiert habe, habe 

er nicht klären können. Anlässlich der BzP habe er behauptet, er sei von 

F._______ eingestellt worden, der wiederum die Aufträge aus dem Ausland 

entgegengenommen habe. An der Anhörung habe er wiederum erklärt, 

sein direkter Vorgesetzter habe G._______ geheissen; F._______ sei ein 

Freund von ihm gewesen, der mit ihm dort gearbeitet habe. Weiter habe er 

an der BzP behauptet, die Taliban hätten ihn in die Zentrale gebracht. An-

lässlich der Anhörung habe er hingegen erklärt, er sei in einen Obstgarten 

gebracht worden und wisse nicht, wo sich die Zentrale befinde. Sämtliche 

Widersprüche habe er mit seinem Zustand nach der Reise und der fehler-

haften Übersetzung zu erklären versucht, was nicht zu überzeugen ver-

möge.  

Die Angaben zu seiner Biographie sowie zu seiner Herkunft seien aufgrund 

dieser teils krassen Widersprüche unglaubhaft und erweckten den Ein-

druck, als ob er die tatsächlichen Umstände verheimlichen wollte. Er ver-

letze durch sein Verhalten seine ihm obliegende Mitwirkungspflicht und er-

schüttere damit auch seine persönliche Glaubwürdigkeit.  

5.2 In der Beschwerdeschrift bringt der Beschwerdeführer vor, die Vor-

instanz stütze sich bei der Begründung ihres Entscheides ausschliesslich 

auf einige angebliche Widersprüche in den beiden Befragungen, die zwei-

einhalb Jahre auseinandergelegen hätten. Er habe mehrmals angegeben 

Analphabet zu sein und seinen Heimatort nie verlassen zu haben, entspre-

chend könne er Namen von Ländern, Regionen, Provinzen und Ortschaf-

ten nur vom Hörensagen her kennen. Da er nie eine Schulbildung genos-

sen habe, wisse er auch nicht genau, was Provinz, Stadt, Dorf oder Weiler 

genau bedeute und in welcher Relation diese Begriffe zueinander stünden. 

Entsprechend sei er bei den Befragungen auch überfordert gewesen. Da-

mit liessen sich die nicht immer hundertprozentig deckungsgleichen, sich 

E-4042/2018 

Seite 11 

aber keineswegs ausschliessenden Auskünfte ohne weiteres erklären. Er 

habe überdies mehrfach auf Verständigungsprobleme hingewiesen.   

Er habe immer angegeben, in B._______ geboren zu sein und dabei auch 

auf den Aliasnamen D._______ verwiesen. Diese Ortschaft sowie die um-

liegenden Dörfer, die er genannt habe, seien auf Google Maps schnell zu 

finden. Dort sei auch der (…), an welchem er mitgearbeitet habe, der Bazar 

sowie das (…) ersichtlich. Seine mündlichen Ausführungen würden mit der 

Landkarte übereinstimmen. Besonders interessant sei, dass auch die Be-

zeichnung "C._______" zu erkennen sei, ein Dorf (…). Dies erkläre die 

Verwirrung um die Grösse dieser Ortschaft. Auch die angegebene Distanz 

zum Bazar passe zu den Grössenverhältnissen gemäss Karte. Die Ausfüh-

rungen der Vorinstanz zum Ort L._______ seien irrelevant, zumal er nie 

davon gesprochen habe.  

Hinsichtlich seiner Arbeit im (…) sei klar zu erkennen, dass er mit "Auslän-

dern" einzig ausländische Streitkräfte gemeint habe. Ausserdem sei offen-

sichtlich, dass er beim (…) der International Security Assistance Force 

(ISAF) (…). Heute werde (…) von der Afghanischen Nationalarmee (ANA) 

(…), welches auf der Karte erkennbar sei. Bekannt sei, dass die Taliban 

jeden verfolgten, der ihren Feinden, das heisst den Regierungstruppen o-

der den internationalen Streitkräften, auf irgendeine Weise helfe. Damit 

seien alle am (…) beteiligten Afghanen dem Tode geweiht. Die von der 

Vorinstanz bemängelten Differenzen betreffend Länge der Arbeit (…), Bei-

sein seines Vaters (…) und dem Namen des Vorgesetzten seien der unge-

nauen Übersetzung geschuldet, soweit es sich überhaupt um Differenzen 

handle. Hinsichtlich der Länge des Arbeitseinsatzes habe er keine unter-

schiedlichen Angaben gemacht. Die variierenden Zeitangaben seien in An-

betracht des Kriegszustandes, seines Analphabetismus, seines damaligen 

minderjährigen Alters sowie der zeitlichen Distanz von rund 30 Monaten 

zwischen den Befragungen gut nachzuvollziehen. Sein Freund F._______ 

habe ihm den Job bei den Streitkräften vermittelt und selbst dort gearbeitet. 

Er habe zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass dieser sein Vorgesetzter gewe-

sen sei. Die Mitarbeit seines Vaters auf dem (…) scheine einem Überset-

zungsproblem anlässlich der BzP geschuldet zu sein. Es sei selbstver-

ständlich, dass die (…) dort ein- und ausgingen, zumal sie vor Ort im Krieg 

seien. Dabei würden die einheimischen Arbeiter mitbekommen, welche 

Sprache die Ausländer sprechen würden. Folglich sei auch die Bezeich-

nung, man habe mit den Ausländern gearbeitet, im Gesamtkontext nicht 

falsch.  

E-4042/2018 

Seite 12 

Auch im Zusammenhang mit der Verfolgung durch die Taliban würden sich 

seine Angaben nicht widersprechen. Die Vorinstanz störe sich einzig am 

Wort "Zentrale", welches er bei der zweiten Befragung als falsche Überset-

zung bezeichnet habe. Wegen diesem Wort alleine sei die Geschichte aber 

nicht widersprüchlich. Vielmehr habe er zwei Mal erzählt, dass er von den 

eigenen Ländereien der Familie mitgenommen und in ein von den Taliban 

kontrolliertes Gebiet auf die andere Seite des Flusses verbracht worden 

sei. Ob dies "die Zentrale" oder einfach ein Rückzugsgebiet der Taliban 

gewesen sei, könne er nicht wissen. Indes sei ohne weiteres glaubhaft, 

dass der Dolmetscher seine Erzählung, wonach die Taliban ihn "zu sich" 

mitgenommen hätten, als "zur Zentrale verbracht" übersetzt habe. Seine 

Vorbringen zur Entführung durch die Taliban liessen sich zudem bestens 

auf dem aufgelegten Kartenausschnitt nachvollziehen.  

5.3 In seinen Beschwerdeergänzungen vom 10. und 20. September 2018 

fügte der Beschwerdeführer hinzu, dass er sowohl in der Wohnsitzbestäti-

gung als auch im Drohbrief der Taliban als N._______, bezeichnet werde. 

Dies decke sich mit den Angaben, die er bereits anlässlich der BzP ge-

macht habe. Der Drohbrief der Taliban beziehe sich explizit auf die Mitar-

beit (…). Wie in der Beschwerde dargelegt, existiere eine Liste mit Perso-

nen, die mit den Ausländern kooperiert hätten und deshalb gesucht wür-

den. Dazu gehöre auch er. Entsprechend habe ihm der Stadtrat auch gleich 

seinen Fluchtgrund bestätigt. Mit dem Hinweis des Übersetzungsbüros sei 

nun glaubhaft dargelegt, dass er – wie stets erklärt – aus B._______ be-

ziehungsweise D._______ / J._______ stamme.  

5.4 In ihrer Vernehmlassung hielt die Vorinstanz fest, dass die Hinweise 

des Beschwerdeführers auf Verständigungsprobleme als Schutzbehaup-

tung bewertet werden müssten. Das SEM halte sich im Übrigen nicht mit 

den verschiedenen Schreibweisen von C._______ auf, sondern stütze sich 

auf den Umstand, dass unterschiedliche Provinzen genannt worden seien 

und es zu einer Verwechslung zwischen Provinz und Hauptstadt gekom-

men sei. Die Aussagen des Beschwerdeführers erweckten generell den 

Eindruck, dass seine Geografiekenntnisse nicht sehr sattelfest seien. So 

habe er auch des Öfteren eine konkret an ihn gerichtete Frage nicht beant-

wortet und sich mit seiner Antwort möglichst nicht festgelegt. Es überzeuge 

nicht, diesen Umstand mit Verständigungsproblemen zu begründen. Über-

dies sei der Beschwerdeführer nicht ansatzweise in der Lage gewesen, 

seine Ausreise in den Iran zu beschreiben, was wiederum die Annahme 

erhärte, dass er nicht am angegeben Ort sozialisiert worden sei. Betreffend 

E-4042/2018 

Seite 13 

die detaillierten Angaben in der Beschwerde – welche in krassem Wider-

spruch zu den äusserst undifferenzierten und substanzlosen Aussagen an-

lässlich der beiden Befragungen stünden – müsse davon ausgegangen 

werden, dass sich der Beschwerdeführer besagtes offenkundiges Wissen 

nachträglich angeeignet habe und so in der Lage gewesen sei, bei seiner 

Rechtsvertretung entsprechend detaillierte Angaben zu machen. Das SEM 

erwarte trotz Analphabetismus, dass eine Person, die in besagter Gegend 

aufgewachsen sei, in der Lage sei, Städte, Dörfer und Provinzen zu be-

nennen, übereinstimmende Aussagen zu machen und rudimentär Auskunft 

über Distanzen zu geben. Gerade Analphabeten, die gezwungen seien, 

sich viele Sachen zu merken, verfügten meist über ein fundiertes Wissen 

über ihr direktes Umfeld.  

Der Beschwerdeführer habe unmissverständlich behauptet, für eine Per-

son namens F._______ gearbeitet zu haben. Dieser habe die Aufträge von 

den Ausländern erhalten und ihn engagiert. Entgegen den Vorbringen in 

der Beschwerde erachte das SEM eine angegebene Zeitdauer von acht 

bis neun Monaten nicht übereinstimmend mit einer angegebenen Zeit-

dauer von ein bis zwei Jahren.  

Schliesslich vermöchten die zu den Akten gereichten Beweismittel keinen 

Beweiswert zu entfalten. So könne die Authentizität besagter zwei Schrei-

ben nicht beurteilt werden, zudem könnten solche Schreiben problemlos 

gefälscht, gekauft beziehungsweise aus Gefälligkeit verfasst worden sein. 

Der beigebrachte Länderbericht betreffe die allgemeine Situation in 

E._______ und nicht diejenige des Beschwerdeführers.  

5.5 In seiner Replik erklärt der Beschwerdeführer, dass vor Kurzem sein 

Vater verstorben sei. Der Todesanzeige könne entnommen werden, dass 

dieser in B._______ beigesetzt worden sei. Ausserdem deckten sich seine 

detaillierten Aussagen in der Beschwerdeschrift zu den Ortschaften mit sei-

nen gemachten Angaben anlässlich der Befragungen. Er wäre gar nicht in 

der Lage gewesen, sich dieses Wissen nachträglich anzueignen. Schliess-

lich sei hinsichtlich der Ausreise aus Afghanistan festzuhalten, dass die 

Schlepper keine Namen der Ortschaften genannt hätten, er nie aus den 

Fahrzeugen ausgestiegen sei und sie oft in der Nacht unterwegs gewesen 

seien. Ausserdem seien die Angaben in den beiden Befragungen absolut 

kongruent erfolgt. Hinsichtlich der Arbeit im (…) fügte er erklärend hinzu, 

dass er acht bis neun Monate mitgearbeitet habe, der gesamte (…) indes 

rund zwei Jahre gedauert habe. F._______ sei sein Freund und auch Job-

vermittler gewesen. Er habe ausserdem angeboten, die Originale des 

E-4042/2018 

Seite 14 

Drohbriefs sowie der Wohnsitzbestätigung einzureichen, sei bis heute aber 

nicht dazu aufgefordert worden. Die Beweismittel hätten demgemäss je-

denfalls nicht per se keinerlei, sondern unter Umständen maximal einen 

verminderten Beweiswert.  

6.  

6.1 Zunächst ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht die Aussagen des 

Beschwerdeführers als unglaubhaft eingestuft hat. 

Der Beschwerdeführer bezeichnete seinen Heimatort durchgehend mit 

"B._______" beziehungsweise «D._______» (vgl. A7 Ziff. 1.07, Ziff. 2.01 f., 

Ziff. 3.01 und A20 F15 f., F21). Er war in der Lage, verschiedene Dörfer 

beziehungsweise Weiler in der Umgebung von B._______ zu nennen (vgl. 

u.a. A20 F20). Auch wenn nicht sämtliche vom Beschwerdeführer genann-

ten Dörfer kartographiert sind, lassen sich doch einige der von ihm zitierten 

Ortschaften auf Online-Kartendiensten finden: Gibt man beispielsweise 

den Namen C._______ in Google Maps ein, erhält man einen Überblick 

über die Provinz Uruzgan und erkennt den Distrikt E._______ sowie die 

Ortschaft C._______, in deren Nähe sich wiederum K._______ befindet. 

Die Aussagen des Beschwerdeführers zu seiner Herkunftsregion sind in 

vieler Hinsicht mit dem Kartenmaterial vereinbar, was in der Beschwerde-

schrift nachvollziehbar und detailliert aufgezeigt wird (vgl. Zusammenfas-

sung in E. 5.2 und die detaillierten Angaben während der Anhörung, A20 

F25 f., F31, F36, F57 f.). Weitere Indizien für die Herkunft des Beschwer-

deführers stellen die nachgereichte Wohnsitzbestätigung (BM 10) sowie 

die Todesanzeige (BM 13) seines Vaters dar. Letzterer kann insbesondere 

der Name der Ortschaft I._______ entnommen werden, die nur wenige Ki-

lometer von C._______ entfernt liegt. Der Beschwerdeführer weist ferner 

auf die geografisch voneinander getrennten Gebiete der Paschtunen und 

der Hazara hin, was mit einschlägigen Länderberichten übereinstimmt (vgl. 

A20 F59 und AAN [BM 8], a.a.O., S. 2). Dass der Beschwerdeführer an-

lässlich der BzP von der Provinz Ghazni gesprochen hat, kann allenfalls 

damit erklärt werden, dass die Ortschaft C._______. Letztlich vermag diese 

Unstimmigkeit aber nichts daran zu ändern, dass es mit Blick auf die An-

gaben des Beschwerdeführers überwiegend wahrscheinlich erscheint, 

dass er aus der Provinz Uruzgan stammt, zumal auch keine Hinweise vor-

liegen, dass er aus einer anderen Provinz stammen könnte. Es ist folglich 

auch vernachlässigbar, dass der Beschwerdeführer den Namen der Pro-

vinz mit deren Hauptstadt Tarin Kut verwechselt hat, zumal er sich auf ent-

sprechenden Vorhalt sogleich korrigierte (vgl. A20 F19). Auf der Landkarte 

ist sodann auch zu erkennen, dass es in der Umgebung von B._______ 

E-4042/2018 

Seite 15 

keine grössere Stadt gibt, was ebenfalls mit den Aussagen des Beschwer-

deführers übereinstimmt (vgl. A20 F24). Die vorinstanzliche Auffassung in 

der Vernehmlassung, wonach sich der Beschwerdeführer seine Geogra-

fiekenntnisse im Nachhinein erarbeitet haben müsse, erscheint nicht ge-

rechtfertigt, wurden doch die Aussagen – die mit den Informationen auf 

dem Kartenmaterial übereinstimmen – bereits anlässlich seiner Befragun-

gen gemacht. Im Übrigen kann vom Beschwerdeführer, der nie die Schule 

besucht und die Ortschaft C._______ bis zur Ausreise offenbar nie verlas-

sen hat, nicht erwartet werden, dass er "sattelfeste" Geografiekenntnisse 

besitzt und fähig ist, differenzierte Angaben bezüglich sämtlicher Distrikte 

und Provinzen zu machen (vgl. A7 Ziff. 1.17.05 und A20 F14, F22).  

Auch bezüglich der Ausreise erweisen sich seine Angaben als durchaus 

plausibel und lebensnah. Dass er mit einem Transporter nach O._______ 

gefahren sei, erklärte er in der Anhörung damit, dass drei der Strassen, die 

zu diesem Ort führten, für Autos nicht befahrbar gewesen seien. Nach 

M._______ habe er nicht reisen können, da diese Strecke unter der Kon-

trolle der Taliban gestanden habe. Dies stimmt mit Länderberichten überein 

(vgl. ACCORD - Austrian Centre for Country of Origin and Asylum Rese-

arch and Documentation: Anfragebeantwortung zu Afghanistan: Informati-

onen zur Sicherheitslage in der Provinz Uruzgan, wer hat die Kontrolle über 

die Provinz, Einfluss der Taliban [a-9551-1], 25. März 2016; European Asy-

lum Office [EASO], "Country of Origin Information Report: Afghanistan, Af-

ghanistan Security Situation Update", Januar 2016, S. 85). Er habe aus-

serdem nicht beim Fahrer sitzen dürfen, sondern hinten neben den zu 

transportierenden Waren Platz nehmen müssen (vgl. A7 Ziff. 5.01, A20 F98 

– F102). Zur Überquerung der iranischen Grenze seien sie durch die Wüste 

gelaufen, wo er zuletzt mit den noch übrigen dreizehn Personen in einen 

Toyota Pride gestiegen sei (vgl. A7 Ziff. 5.01). Der Vorwurf der Vorinstanz, 

der Beschwerdeführer habe seine Ausreise in den Iran nicht ansatzweise 

beschreiben können, ist somit unberechtigt. Dass er die Ortschaften, an 

denen er lediglich vorbeigefahren ist, nicht benennen konnte, vermag da-

ran nichts zu ändern.   

6.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht somit entgegen der Ausführungen 

der Vorinstanz davon aus, dass der Beschwerdeführer aus B._______ bei 

der Ortschaft C._______, Distrikt E._______, Provinz Uruzgan stammt. 

  

E-4042/2018 

Seite 16 

7.  

7.1 Betreffend die geltend gemachte Arbeit (…) sowie die Festnahme 

durch die Taliban ist vorab Folgendes festzuhalten: Bestimme Personen-

gruppen in Afghanistan sind aufgrund ihrer Exponiertheit einem erhöhten 

Verfolgungsrisiko ausgesetzt. Dazu gehören unter anderem westlich orien-

tierte oder der afghanischen Gesellschaftsordnung aus anderen Gründen 

nicht entsprechende Personen, die mit den internationalen Truppen zu-

sammenarbeiteten. Einem besonders hohen Risiko sind gemäss verschie-

denen Quellen Personen ausgesetzt, die regelmässig bei den Militärbasen 

gesehen wurden und eng mit den Militärangehörigen zusammenarbeite-

ten. Diese sind besonders gefährdet, weil extremistisch oder fanatisch ein-

gestellte Gruppierungen – namentlich die Taliban – Muslime, welche für die 

ihrer Meinung nach ungläubigen Besetzer im Land arbeiten, als Verräter 

betrachten, die es hart zu bestrafen gelte (vgl. CORINNE TROXLER, SFH: 

"Afghanistan: Gefährdungsprofile" Update der SFH-Länderanalyse vom 

30. September 2020, insbesondere S. 10; UNHCR Eligibility Guidelines for 

Assessing the International Protection Needs of Asylum-Seekers from Af-

ghanistan, 19. April 2016, S. 34 ff.).  

7.2 Im Zeitpunkt der Ausreise des Beschwerdeführers (Ende 2014) kontrol-

lierten die Taliban bereits Teile der Provinz Uruzgan und des Distrikts 

E._______. Zwischen November 2014 und August 2015 gab es intensive 

Zusammenstösse zwischen den Sicherheitskräften und den Taliban, die 

mitunter durch den ethnischen Konflikt zwischen den Hazara und den 

Paschtunen beeinflusst waren. Personen, die für internationale Truppen 

oder die Regierung gearbeitet haben, waren in dieser Umgebung beson-

ders gefährdet. Die Taliban verlangten, dass sich im Distrikt E._______ alle 

Personen meldeten, die für die internationalen Truppen oder die Regierung 

tätig waren; in diesem Zusammenhang existiere eine Liste mit 116 Namen. 

Ferner forderten die Taliban die Bevölkerung des Gebietes I._______ auf, 

die verbleibenden Armeestreitkräfte zu vertreiben und deren Waffen den 

Taliban zu übergeben (vgl. AAN a.a.O., S. 7; vgl. auch Entscheid des Bun-

desverwaltungsgerichts Österreich W233 2112016-1/13E vom 7. Novem-

ber 2016, E. 2.6, Schnellrecherche der SFH-Länderanalyse vom 6. Juni 

2016 zu Afghanistan: Sicherheitslage in C._______, Gefährdung von Ha-

zaras, Gefährdung von Polizeikräften, S. 1-9; ACCORD, Informationen zur 

Sicherheitslage in der Provinz Uruzgan, a.a.O.; EASO, Afghanistan 

Security Situation, a.a.O., S. 85, vgl. auch Karte mit von Taliban kontrol-

lierten Orten: Roggio, Bill / Weiss, Caleb / Megahan, Patrick: Map of Taliban 

controlled and contested districts in Afghanistan, Stand: 3. März 2016, 

E-4042/2018 

Seite 17 

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=zDzQXfEc6t 

T8.k5Httq4pfKEg, abgerufen am 20. Oktober 2021). 

7.3 Vor diesem Hintergrund ist nun die Glaubhaftigkeit der Aussagen des 

Beschwerdeführers hinsichtlich der Arbeit im (…) und der Verfolgung durch 

die Taliban sowie deren Asylrelevanz zu beurteilen. Die Vorinstanz wirft 

diesbezüglich dem Beschwerdeführer vor, widersprüchliche Angaben be-

treffend die Dauer seiner Arbeit (…), das Beisein seines Vaters auf dem 

(…) und den Namen des Vorgesetzten gemacht zu haben.  

Der Beschwerdeführer macht geltend, in einem (…) gearbeitet zu haben, 

in welchem bis (…). Er erklärt, dass die Arbeiten grundsätzlich von den 

ausländischen Truppen vergeben worden seien, die Arbeit am (…) aber 

von Einheimischen geleitet worden sei (vgl. A7 Ziff. 7.02 und A20 F81, 

F91). Diesbezüglich ist – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – kein 

Widerspruch zu erkennen. Die Ungereimtheit hinsichtlich der zeitlichen An-

gaben vermag der Beschwerdeführer jedoch nicht zu erklären. Er ver-

suchte dann auch nicht, diesen Widerspruch an der Anhörung aufzulösen, 

sondern machte lediglich sprachliche Probleme geltend (vgl. A20 F89). Der 

Erklärungsversuch auf Beschwerdeebene, wonach er selbst während acht 

bis neun Monaten am (…) mitgearbeitet habe, die ganze (…) insgesamt 

aber zwei Jahre in Anspruch genommen habe, vermag nicht zu überzeu-

gen, zumal er an der BzP zwei Mal klar angab, ein bis zwei Jahre dort 

gearbeitet zu haben (vgl. A7 Ziff. 7.01 f. und A20 F80, F89 und Replik). 

Hinsichtlich der vorgesetzten Personen kann grundsätzlich auf die zutref-

fende Argumentation der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. E. 5.1). Die 

Aussage in der BzP, dass F._______ die Aufträge von den Ausländern er-

halten habe (vgl. A7 Ziff. 7.02), weicht klar von derjenigen anlässlich der 

Anhörung ab, wonach sich die Personen, welche die Aufträge von den Aus-

ländern entgegengenommen hätten, namentlich nicht zu erkennen gege-

ben hätten (vgl. A20 F82 f.). Auch der Widerspruch hinsichtlich der Beteili-

gung seines Vaters an den (…) ist kaum mit einem Übersetzungsfehler zu 

erklären, zumal es im betreffenden Satz an der BzP klar um die Arbeit ging 

und nicht um allfällige Drohungen durch die Taliban, die der Vater befürch-

tet habe (vgl. A7 Ziff. 7.01 und A20 F88, F92).  

Entgegen der Auffassung der Vorinstanz hält das Bundesverwaltungsge-

richt zwar die einmalige Festnahme durch die Taliban für glaubhaft. Aller-

dings kann dem Beschwerdeführer nicht geglaubt werden, dass anlässlich 

dieser Festnahme jemand behauptet habe, er arbeite für die ausländischen 

Truppen. Zum einen hat er dies an der Anhörung nicht mehr erwähnt (vgl. 

https://www.google.com/maps/d/viewer?mid=zDzQXfEc6t

E-4042/2018 

Seite 18 

A7 Ziff. 7.02, A20 F128 ff.) und zum anderen gab er selbst an, nicht sicher 

zu sein, ob die Taliban wussten, dass er für die ausländischen Truppen 

gearbeitet hatte (vgl. A20 F130 f.). Der im (…) 2015 – ein Jahr nach der 

Ausreise des Beschwerdeführers – angeblich ausgestellte Drohbrief der 

Taliban ist nicht geeignet, um eine gezielte – über die einmalige Festnahme 

hinausgehende – Verfolgung glaubhaft zu machen, zumal derartige Doku-

mente – wie vom SEM zutreffend bemerkt – ohne Weiteres gefälscht oder 

käuflich erworben werden können. Ausserdem ist nicht nachvollziehbar, 

warum die Taliban ihm einen solchen Drohbrief rund ein Jahr nach seiner 

Ausreise hätten zustellen sollen (vgl. BM 11). Dies gilt umso mehr, als der 

Beschwerdeführer geltend macht, die Taliban hätten ein halbes Jahr nach 

seiner Ausreise seinen Vater entführt, weshalb ihnen spätestens dann be-

kannt gewesen sein sollte, dass er sich nicht mehr zu Hause aufhält. Als 

Grund für das Verlassen seines Heimatstaates gab der Beschwerdeführer 

zudem an, sein Vater habe ihn zur Ausreise bewogen beziehungsweise er 

wolle die Zukunft seiner Familie sichern, sollte seinem Vater etwas zustos-

sen (vgl. A7 Ziff. 7.01). Dies erweckt nicht den Eindruck, dass er sich im 

Zeitpunkt der Flucht selbst vor einer konkreten Verfolgung durch die Tali-

ban gefürchtet hätte.  

7.4 Nach einer Gesamtwürdigung ist weder von der Glaubhaftigkeit der 

Aussagen hinsichtlich des Arbeitseinsatzes für die ausländischen Truppen 

noch von einer asylrelevanten Verfolgung durch die Taliban auszugehen. 

Angesichts der genannten Widersprüche, die nicht durch Verständigungs-

schwierigkeiten zu erklären sind, kann das Gericht nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Beschwerdeführer tatsäch-

lich für die ausländischen Truppen tätig war. Aber selbst bei Wahrunterstel-

lung würde sich am Ergebnis nichts ändern, da die Taliban offenbar nichts 

von seinem Einsatz erfahren haben, weshalb er auch auf der besagten 

Liste nicht vermerkt und freigelassen worden war (vgl. A7 Ziff. 7.02). Es ist 

daher nicht von einer exponierten Tätigkeit für die ausländischen militäri-

schen Truppen auszugehen und auch nicht ersichtlich, inwiefern der Be-

schwerdeführer zum heutigen Zeitpunkt ein Risikoprofil im Sinne der von 

ihm angerufenen Praxis zu Afghanistan erfüllen würde. 

7.5 Damit konnte der Beschwerdeführer zwar glaubhaft machen, aus der 

Provinz Uruzgan zu stammen, was nachfolgend bei der Prüfung des Weg-

weisungsvollzugs zu beachten sein wird. Allerdings ist es ihm nicht gelun-

gen, eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus dem Heimatstaat bestehende 

oder mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft dro-

E-4042/2018 

Seite 19 

hende asylbeachtliche Verfolgungssituation glaubhaft darzutun. Zusam-

menfassend kann somit festgehalten werden, dass keine flüchtlingsrecht-

lich relevanten Verfolgungsgründe im Sinne von Art. 3 AsylG ersichtlich 

sind, weshalb die Vorinstanz zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint 

und das Asylgesuch abgelehnt hat.  

8.  

8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG). 

9.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

10.  

10.1 Die drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug der Wegwei-

sung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit) sind alternativer 

Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug der Wegweisung als 

undurchführbar zu betrachten und die weitere Anwesenheit in der Schweiz 

gemäss den Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. 

BVGE 2009/51 E. 5.4, 2013/1 E. 6.2). Weil sich vorliegend der Vollzug der 

Wegweisung aus den nachfolgend aufgezeigten Gründen als unzumutbar 

erweist, kann auf eine Erörterung der beiden anderen Kriterien verzichtet 

werden.  

E-4042/2018 

Seite 20 

10.2 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

10.3   

10.3.1 In Bezug auf den Wegweisungsvollzug führte das SEM aus, den 

Akten seien keine konkreten Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 EMRK 

im Falle einer Rückkehr nach Afghanistan zu entnehmen. Eine Rückkehr 

in die Provinz Ghazni oder in die Provinz Uruzgan wäre zwar aufgrund der 

dort herrschenden Sicherheitslage und humanitären Situation als unzumut-

bar zu erachten. Die Angaben des Beschwerdeführers zu seiner Herkunft 

seien aber unglaubhaft ausgefallen, weshalb es dem SEM nicht möglich 

sei, sich in voller Kenntnis der tatsächlichen persönlichen und familiären 

Situation zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu äussern. Zwar 

seien die Wegweisungsvollzugshindernisse grundsätzlich von Amtes we-

gen zu prüfen; diese Untersuchungspflicht finde jedoch ihre Grenzen an 

der Mitwirkungs- und Wahrheitspflicht der Gesuchsteller. Es sei nach stän-

diger Rechtsprechung nicht Aufgabe der Asylbehörden, bei fehlenden Hin-

weisen seitens des Gesuchstellers nach allfälligen Wegweisungsvollzugs-

hindernisse zu forschen. Somit gebe es auch keine Hinweise dafür, dass 

eine konkrete Gefährdung im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG vorliege. Aus-

serdem sei der Vollzug der Wegweisung technisch möglich und praktisch 

durchführbar.  

10.3.2 Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass sich die Vorinstanz hin-

sichtlich der Prüfung des Wegweisungsvollzugs widerspreche. Einerseits 

werde ausgeführt, die Zumutbarkeit könne aufgrund der fehlenden Mitwir-

kung nicht erwogen werden. Andererseits werde konkret festgehalten, die 

Wegweisung sei zumutbar. Er komme aus dem kleinen Dorf B._______, 

das neben I._______ in der Region E._______ in der Provinz Uruzgan 

liege. Gemäss bundesverwaltungsgerichtlicher Rechtssprechungspraxis 

sei der Vollzug der Wegweisung an diesen Ort unzumutbar, so dass min-

destens die vorläufige Aufnahme zu verfügen sei.  

10.4  

10.4.1 Bezüglich der allgemeinen Lage in Afghanistan hat das Bundesver-

waltungsgericht nach eingehender Lageanalyse in dem als Referenzurteil 

publizierten Entscheid D-5800/2016 vom 13. Oktober 2017 festgestellt, 

E-4042/2018 

Seite 21 

dass sich seit seinem letzten Länderurteil von 2011 (vgl. BVGE 2011/7) in 

allen Regionen eine deutliche Verschlechterung der Sicherheitslage erge-

ben habe. Es bestünden in weiten Teilen Afghanistans derart schwierige 

humanitäre Bedingungen, dass die Situation als existenzbedrohend im 

Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei. Der Wegweisungsvollzug 

sei deshalb als unzumutbar zu beurteilen (Urteil D-5800/2016 E. 8.4). Von 

dieser allgemeinen Feststellung wurde bis anhin nur im Falle der Städte 

Kabul, Mazar-i-Sharif und Herat abgewichen, wenn besonders begünsti-

gende Faktoren gegeben waren (vgl. D-5800/2016; BVGE 2011/49, bestä-

tigt in D-4287/2010 vom 8. Februar 2019 [als Referenzurteil publiziert] so-

wie BVGE 2011/49).  

10.4.2 Vorliegend ist festzustellen, dass keine grobe Verletzung der Mitwir-

kungs- und Wahrheitspflicht vorliegt, die es der Vorinstanz verunmöglicht 

hätte, den Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers nach Afgha-

nistan materiell zu prüfen. Auch wenn der Beschwerdeführer teilweise un-

stimmige Aussagen bei der Benennung von Distrikten und Provinzen ge-

macht hat, kann ihm nicht vorgeworfen werden, er habe versucht, die 

Asylbehörden über seine Herkunft zu täuschen. Vielmehr hat die 

Vorinstanz seine Identität nicht bestritten und seine Angaben zu seiner Her-

kunft sind – wie unter E. 6 dargelegt – glaubhaft ausgefallen. Es ist davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer aus der Provinz Uruzgan stammt 

und bis zur Ausreise dort gelebt hat. Dorthin ist der Vollzug der Wegwei-

sung gemäss konstanter Rechtsprechung des Gerichts unzumutbar. Eine 

Aufenthaltsalternative besteht nicht. 

10.5 Die Vorinstanz hat somit den Wegweisungsvollzug zu Unrecht als zu-

mutbar bezeichnet. 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung vom 

6. Juni 2018 im Asyl- und Wegweisungspunkt Bundesrecht nicht verletzt 

und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde vom 11. Juli 2018 ist diesbezüg-

lich abzuweisen. Hingegen ist das Rechtsmittel gutzuheissen, soweit darin 

die Aufhebung des verfügten Wegweisungsvollzugs und die Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme beantragt werden. Das SEM ist anzuweisen, den 

Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, nachdem den 

Akten keine Hinweise auf Ausschlussgründe gemäss Art. 83 Abs. 7 AIG zu 

entnehmen sind.  

E-4042/2018 

Seite 22 

12.   

12.1 Die Kosten des Beschwerdeverfahrens und die Parteientschädigung 

sind grundsätzlich nach dem Verhältnis von Obsiegen und Unterliegen auf-

zuerlegen beziehungsweise zuzusprechen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Be-

schwerdeführer ist bezüglich seiner Anträge auf Feststellung der Asylge-

währung, der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Aufhebung 

der Wegweisung unterlegen. Bezüglich der Anordnung des Wegweisungs-

vollzugs hat er obsiegt. Praxisgemäss bedeutet dies ein hälftiges Obsie-

gen, weshalb die Verfahrenskosten grundsätzlich zur Hälfte dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

Der Beschwerdeführer ist seit dem 4. April 2019 erwerbstätig. Mit Eingabe 

vom 12. März 2021 führte er aus, er habe Mitte 2020 eine Arbeitsstelle in 

einem Coiffeur-Salon finden können, sei aber nach wie vor prozessual be-

dürftig. Aus den eingereichten Unterlagen ergibt sich, dass er nach wie vor 

nicht in der Lage ist, für die Gerichtskosten aufzukommen. Es ist folglich 

an der Zwischenverfügung vom 23. Juli 2018, mit welcher das Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG gutgeheissen wurde, festzuhalten und von einer teilweisen 

Kostenauflage abzusehen. 

12.2 Soweit der Beschwerdeführer – hälftig – obsiegt, ist ihm zu Lasten der 

Vorinstanz eine Parteientschädigung (Art. 64 VwVG; Art. 7 ff. des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) zuzusprechen. Mit 

Eingabe vom 12. März 2021 wurde eine aufdatierte Honorarnote einge-

reicht, in welcher ein Gesamtaufwand von 12.9 Stunden bei einem Stun-

denansatz (bei Obsiegen) von Fr. 250.– und Auslagen in der Höhe von 

Fr. 176.80 geltend gemacht werden. Das SEM ist demnach anzuweisen, 

dem Beschwerdeführer eine hälftige Parteientschädigung in der Höhe von 

gerundet Fr. 1'832.– (inkl. hälftige Auslagen und MwSt.) auszurichten.  

Nachdem der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers als amtlicher 

Rechtsbeistand beigeordnet wurde (vgl. aArt. 110a Abs. 1 AsylG), ist er im 

Weiteren für seinen Aufwand unbesehen des Ausgangs des Verfahrens zu 

entschädigen, soweit dieser sachlich notwendig war (vgl. Art. 12 i.V.m. 

Art. 8 Abs. 2 VGKE). Es ist von einem Stundenansatz von Fr. 220.– auszu-

gehen, weshalb dem amtlichen Rechtsbeistand ein Gesamtbetrag von 

Fr. 1'624.– (inkl. hälftige Auslagen und MwSt.) durch das Gericht zu vergü-

ten ist.   

E-4042/2018 

Seite 23 

 
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird betreffend den Vollzug der Wegweisung (Dispositiv-

ziffern 4 und 5 der angefochtenen Verfügung) gutgeheissen. Betreffend Zu-

erkennung der Flüchtlingseigenschaft, Gewährung von Asyl und Anord-

nung der Wegweisung wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Das SEM wird angewiesen, den Beschwerdeführer vorläufig aufzuneh-

men. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1'832.– 

auszurichten. 

5.  

Dem rubrizierten Rechtsvertreter wird ein amtliches Honorar von 

Fr. 1'624.– zulasten der Gerichtskasse ausgerichtet. 

6.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Regina Seraina Goll