# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 81fc0a0c-ba99-5003-bd6d-4057fea66a77
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 22.08.2023 S 2022 57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-57_2023-08-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 57

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Zanolari Hasse und Audétat

Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 22. August 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch ihren Ehemann B._____,

Beschwerdeführerin

gegen

C._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Martin Schmid,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____ [...] war [...] bei der D._____ tätig und damit bei der C._____ AG 

obligatorisch gegen Unfälle versichert. Mit Unfallmeldung vom 7. Januar 

2019 teilte die D._____ der C._____ AG mit, dass A._____ am 5. Januar 

2019 auf dem Trottoir der E._____-strasse einen Fehltritt gemacht habe, 

ausgeglitten und zu Boden gestürzt sei. Sie sei mit der Schulter 

aufgeschlagen, wobei sie sich diese ausgerenkt habe.  

2. In der Folge holte die C._____ AG verschiedene medizinische Akten ein, 

darunter einen Bericht von Dr. med. F._____, Facharzt für Radiologie, vom 

7. Januar 2019, von Dr. med. G._____, Facharzt für Radiologie, vom 

22. Mai 2019, sowie von Dr. med. H._____, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 7. August 

2019 und 2. Oktober 2019. 

3. Mit Verfügung vom 10. Januar 2020 stellte die C._____ AG ihre 

Leistungen (Taggeld und Heilungskosten) per 5. Oktober 2019 ein. 

Begründend führte sie im Wesentlichen aus, dass der Status quo sine, d.h. 

der Zustand, wie er sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines 

krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall eingestellt hätte, am 

5. Oktober 2019 erreicht worden sei. Aufgrund des Verletzungsmusters 

sei keine Operationsindikation gegeben. Hierbei stützte sie sich auf die 

Beurteilungen des beratenden Arztes Dr. med. I._____ vom 8. und 

20. Dezember 2019.

4. Am 22. Januar 2020 wurde A._____ an der linken Schulter operiert (vgl. 

den Operationsbericht von Dr. med. H._____ vom 23. Januar 2020). 

Gemäss den Berichten von Dr. med. H._____ vom 11. März 2020 und 

29. April 2020 zeigte sich daraufhin ein erfreulicher Verlauf bei nur noch 

sehr punktuellen Schmerzen und einer annähernd normalisierten 

Beweglichkeit.

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5. Gegen die Verfügung vom 10. Januar 2020 erhob A._____ am 31. Januar 

2020 Einsprache. In der Folge holte die C._____ AG bei PD Dr. med. 

J._____, Facharzt für Radiologie, [...], eine "Zweitbefundung MR Schulter 

nativ vom 22. Mai 2019" ein.

6. Mit Einspracheentscheid vom 30. Juni 2020 wies die C._____ AG die 

Einsprache von A._____ ab. Dabei stützte sie sich auf die Beurteilung des 

beratenden Arztes Dr. med. K._____, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 11. Juni 

2020.

7. Hiergegen erhob A._____ am 27. Juli 2020 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Mit Urteil S 20 87 vom 

7. September 2021 hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gut, 

soweit es darauf eintrat. Es hob den angefochtenen Entscheid vom 

30. Juni 2020 auf und wies die Sache an die C._____ AG zur Einholung 

eines externen, mindestens orthopädisch-traumatologischen Gutachtens 
im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid über die 

unfallobligatorische Leistungspflicht der C._____ AG zurück. Begründend 

hielt es im Wesentlichen fest, dass die Aktenberichte der Dres. med. 

I._____ und K._____ nicht beweiskräftig seien. Es bestünden Zweifel an 

der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit ihrer Beurteilungen, weshalb die 

C._____ AG zu Unrecht darauf abgestellt habe und die Sache zu 

ergänzenden medizinischen Abklärungen und zu neuem Entscheid über 

die Leistungspflicht an die C._____ AG zurückzuweisen sei. Letztere habe 

im Rahmen ihrer Abklärungspflicht ein externes, mindestens 

orthopädisch-traumatologisches Gutachten einzuholen betreffend die 

Frage, ob und wenn ja, per wann, unfallbedingte Ursachen eines 

Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, d.h. ob 
diese dahingefallen sind (vgl. Art. 43 Abs. 1 i.V.m. Art. 44 ATSG). 

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8. In der Folge holte die C._____ AG bei Dr. med. L._____, Facharzt für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

sowie zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, von der medi.assess.ag 

ein Aktengutachten ein. Zuvor räumte sie A._____ die Möglichkeit ein, 

zum vorgeschlagenen Gutachter und den Gutachterfragen Stellung zu 

nehmen, wovon sie jedoch keinen Gebrauch machte. Der Gutachter Dr. 

med. L._____ gelangte in seinem Gutachten vom 29. Dezember 2021 zum 

Schluss, dass der Status quo sine, d.h. der Zustand, wie er sich nach 

schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne 

Unfall eingestellt hätte, spätestens zum Zeitpunkt des MRI vom 22. Mai 

2019 erreicht worden sei. Die unterschiedliche Einschätzung des 

Erreichens des Status quo sine verglichen mit den Ausführungen des 

beratenden Arztes Dr. med. I._____ begründete er damit, dass Letzterer 

keine Trennung zwischen der unfallbedingten Kapsulitis und den 

degenerativen Leiden vorgenommen habe.

9. Am 23. Januar 2022 nahm A._____ Stellung zum Aktengutachten von Dr. 

med. L._____, wobei sie im Wesentlichen festhielt, dass sie nach dem 

Unfall vom 5. Januar 2019 (Schulterluxation links) während eines Jahres 

diverse Untersuchungen, Abklärungen und Gespräche gemacht bzw. 

geführt habe und von den über ein Jahr dauernden, unfallbedingten 

Beschwerden und Einschränkungen erst nach erfolgter Operation durch 

Dr. med. H._____ erlöst worden sei.

10. Mit Verfügung vom 17. März 2022 stellte die C._____ AG sämtliche 

Leistungen rückwirkend per 22. Mai 2019 ein und verzichtete auf die 

Rückforderung der bereits erbrachten Leistungen bis zum 5. Oktober 

2019. Gestützt auf das Aktengutachten von Dr. med. L._____ vom 

29. Dezember 2021 gelangte sie zum Schluss, dass der Status quo sine 

am 22. Mai 2019 erreicht worden sei. Die operativen Schritte hätten der 

Behebung eines unfallfremden Zustandes gedient. 

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11. Hiergegen erhob A._____ am 12. April 2022 Einsprache, welche die 

C._____ AG mit Einspracheentscheid vom 25. Mai 2022 abwies; die 

Einstellung der Leistungen aus der Unfallversicherung per 22. Mai 2019 

werde bestätigt.

12. Am 23. Juni 2022 erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Sie 

stellte folgende Rechtsbegehren:

"1. Die Unfallversicherung der C._____ hat sämtliche 
Versicherungsleistungen von A._____ nach Gesetz und Rechtsprechung 
(UVG) in oben genanntem Fall rückwirkend bis zum 22. Mai 2019 zu 
übernehmen, A._____ war zum Zeitpunkt des Ereignisses bei der 
C._____-Unfallversicherung privat unfallversichert. 

2. Die C._____ hat die Pflegeaufwendungen von A._____ angemessen zu 
entschädigen. Sie war während 6 Wochen ständig auf fremde Hilfe 
angewiesen (beim An- und Abziehen der Kleider und des "Gstältlis", beim 
Waschen, beim Essen und so weiter), praktisch den ganzen Tag."

In ihrer Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass der Gutachter 

Dr. med. L._____ – insbesondere im Gegensatz zum behandelnden Arzt 

Dr. med. H._____ – nie einen persönlichen Kontakt zur 

Beschwerdeführerin gehabt und damit nur einen rein theoretischen Bezug 

zur Sache habe. Ausserdem hielt sie fest, dass sie vor dem Unfall noch 

nie irgendwelche Probleme oder Beeinträchtigungen mit der linken und 

auch nicht mit der rechten Schulter gehabt habe und der verhältnismässig 

geringe chirurgische Eingriff ein Erfolg gewesen sei; ihr gehe es 

unterdessen nur dank der Operation sehr gut.

13. In ihrer Vernehmlassung vom 2. August 2022 beantragte die C._____ AG 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde, 

soweit darauf eingetreten werden könne, unter gesetzlicher Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Begründend hielt sie im Wesentlichen fest, dem 

Aktengutachten von Dr. med. L._____ sei volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

zumal ihm sämtliche medizinischen Akten und insbesondere auch die 

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Berichte über die bildhaften Untersuchungen und der Operationsbericht 

vorgelegen hätten. Ausserdem könne aus der Angabe, wonach vor dem 

Unfall keine Schulterbeschwerden vorhanden gewesen seien, nicht auf 

einen Kausalzusammenhang geschlossen werden. Ebenso liessen die 

Ausführungen, dass die Beschwerden seit der Operation verschwunden 

seien, keine Schlussfolgerungen hinsichtlich der natürlichen Kausalität zu. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 25. Mai 2022. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung 

Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben 

werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin wohnt 

im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als formelle und materielle Adressatin des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist sie davon überdies berührt und sie weist ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Überprüfung auf (vgl. Art. 59 ATSG). 

Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

somit einzutreten (vgl. Art. 60 und 61 ATSG). Die Vertretung der 

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Beschwerdeführerin durch ihren Ehemann ist zulässig (vgl. Art. 61 ATSG 

i.V.m. Art. 15 Abs. 1 lit. b VRG). 

2.1.1. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst 

voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen 

Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im 

Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 

deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 

nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten 

gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die 

Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass 

ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 

Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 

anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität des 

Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene 

gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden 

Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung 

bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden 

Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 

blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 

eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 147 V 161 E.3.2, 129 V 177 E.3.1, 

119 V 335 E.1 m.w.H.). 

2.1.2. Hat ein Unfallversicherer die Unfallkausalität bejaht und Leistungen 

erbracht, entfällt seine Leistungspflicht erst, wenn der gesundheitliche 

Schaden nur noch ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. 

Dies trifft dann zu, wenn entweder der "krankhafte" Gesundheitszustand, 

wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder 

aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

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eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später 

eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das 

Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 

allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

nachgewiesen sein. Da es sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage 

handelt, liegt die Beweislast – anders als bei der Frage, ob ein 

leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist – 

nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Dabei muss 

nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche 

Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es 

Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative 

Veränderungen sind, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob 

unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale 

Bedeutung verloren haben, ob diese also dahingefallen sind. Ebenso 

wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu 

verlangen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die 

versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2 und 8C_840/2019 

vom 14. Februar 2020 E.3.2, Urteil des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts U 15/04 vom 7. Juli 2004 E.2.2 m.w.H.). 

2.2.1. Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den 

Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

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Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander 

widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 

ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellt (siehe BGE 143 V 124 E.2.2.2 und 125 V 351 E.3a). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach 

entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 

allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden 

ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 

Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (vgl. 

BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 

8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2, 8C_173/2021 vom 

25. Oktober 2021 E.4.1, 8C_101/2021 vom 25. Juni 2021 E.5.1, 

8C_225/2021 vom 10. Juni 2021 E.3.2 und 8C_144/2021 vom 27. Mai 

2021 E.2.4, 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3). Ausschlaggebend für den 

Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 125 V 351 E.3a und 

122 V 157 E.1c). 

2.2.2. Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf 

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für 

die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche 

Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit 

zahlreichen Hinweisen). So ist den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und 

Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei 

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der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 

V 210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb; siehe auch Urteile des Bundesgerichts 

8C_33/2021 vom 31. August 2021 E.2.2.2 und 9C_257/2020 vom 23. Juli 

2020 E.3.2). Darüber hinaus sind auch reine Aktengutachten 

beweiskräftig, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_500/2022 vom 4. Mai 2023 E.3, 

8C_527/2020 vom 2. November 2020 E.3.2 und 8C_322/2020 vom 9. Juli 

2020 E.3 m.w.H.).

3. Vorliegend steht fest, dass die Beschwerdegegnerin im Zusammenhang 

mit dem Ereignis vom 5. Januar 2019 gesetzliche 

Versicherungsleistungen erbrachte. Mit Verfügung vom 17. März 2022 

und Einspracheentscheid vom 25. Mai 2022 stellte sie indessen sämtliche 

Leistungen rückwirkend per 22. Mai 2019 ein, da sie gestützt auf das 

Gutachten von Dr. med. L._____ vom 29. Dezember 2021 zum Schluss 

gelangte, der Status quo sine sei per 22. Mai 2019 erreicht worden. Streitig 

und nachfolgend zu prüfen ist somit, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

auf das Gutachten von Dr. med. L._____ vom 29. Dezember 2021 

abgestellt hat oder ob konkrete Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit 

sprechen bzw. dieses von der übrigen medizinischen Aktenlage derart in 

Zweifel gezogen wird, dass davon abzuweichen wäre. Während die 

Beschwerdegegnerin das Gutachten von Dr. med. L._____ für 

nachvollziehbar und widerspruchsfrei erachtet (vgl. angefochtener 

Einspracheentscheid vom 25. Mai 2022 [beschwerdegegnerische Akten, 

Bg-act. 64 S. 6]), rügt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen den 

Umstand, dass Dr. med. L._____ – insbesondere im Gegensatz zum 

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behandelnden Arzt Dr. med. H._____ – nie einen persönlichen Kontakt zu 

ihr gehabt und damit nur einen rein theoretischen Bezug zur Sache habe. 

3.1. Mit Blick auf die Beweiswertigkeit des Gutachtens von Dr. med. L._____ 

vom 29. Dezember 2021 ist festzuhalten, dass dieses in Kenntnis der 

Vorakten (vgl. Bg-act. 56 S. 2 ff. [Aktenlage]) und insbesondere in 

Auseinandersetzung mit den bildgebenden Dokumenten (vgl. Bg-act. 56 

S. 17 f. [Röntgen der linken Schulter vom 5. Januar 2019 sowie nativ-MRI 

der linken Schulter vom 22. Mai 2019]) und dem Operationsbericht vom 

23. Januar 2020 (vgl. Bg-act. 56 S. 37 ff.) sowie unter Berücksichtigung 

der von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden (vgl. etwa Bg-

act. 56 S. 23 f.) abgegeben worden ist. Der Gutachter stellte dabei 

folgende Diagnosen mit/ohne Bezug zum Ereignis vom 5. Januar 2019: 

Mit Bezug zum Ereignis vom 5. Januar 2019:

 Vordere, untere Schulterluxation links (adominant) (ICD-10: S43.01)

 Adhäsive Kapsulitis Schulter links (ICD-10: M75.0)

Ohne Bezug zum Ereignis vom 5. Januar 2019:

 Degenerativer Rotatorenmanschettenschaden links (ICD-10: M75.1)

 Degenerative Pulley-Läsion lange Bizepssehne Schulter links (ICD-10: M75.2)

 Hypothyreose (ICD-10: E03.9)

 Arterielle Hypertonie (ICD-10: I10.00)

In Auseinandersetzung mit dem MRI vom 22. Mai 2019 und dessen 

Befundungen durch Dr. med. G._____, Dr. med. H._____ und PD Dr. med. 

J._____ hielt er zusammenfassend Folgendes fest: Die Veränderungen im 

Bereich der Rotatorenmanschette aber auch der langen Bizepssehne auf 

den MRI-Aufnahmen vom 22. Mai 2019 wiesen keine typischen, 

traumaspezifischen strukturellen Schäden auf. Es fehlten eine 

Schlängelung der Sehne, ein verbliebener Sehnenstummel am 

Tuberculum majus sowie eine flächige Bone bruise-Veränderung am 

Humeruskopf (vgl. dazu auch Bg-act. 56 S. 33 ff., Anmerkung des 

- 12 -

Gerichts). Die tendinopathischen Veränderungen, welche von allen 
involvierten Ärzten in mehr oder weniger ausgeprägter Form festgehalten 

worden seien, entsprächen rein intratendinösen Veränderungen ohne 

gesicherten Bezug zur gelenksseitigen Oberfläche. Dies habe im 

intraoperativen Situs erkannt werden können (vgl. dazu auch Bg-act. 56 

S. 39, Anmerkung des Gerichts). Somit seien diese tendinopathischen 

Veränderungen überwiegend wahrscheinlich degenerativer Natur 

gewesen. Traumatische Oberflächenläsionen (Partialläsionen) seien 

selten und lägen an der gelenksseitigen Oberfläche. Die Alterationen der 

Subscapularissehne und die Veränderungen im 

Rotatorenmanschettenintervall seien typisch degenerative Zeichen, 

welche in einem hohen Prozentsatz mit degenerativen Veränderungen der 

langen Bizepssehne korrelierten. Zeichen einer bestehenden Atrophie der 

Supraspinatussehne deuteten auf eine über Jahre vorbestehende 

Pathologie. Genauere Aussagen über die Oberflächenbeschaffung der 

degenerierten Supraspinatus-, Subscapularis- und Infraspinatussehne 

seien ohne Kontrastmittelapplikation ohnehin nicht zulässig (vgl. zum 

Ganzen Bg-act. 56 S. 36). Weiter führte er aus, dass die im MRI 

dokumentierbaren Schäden seitens der Schulterluxation vom 5. Januar 

2019 als relativ gering zu bezeichnen seien (fragliche Labrum Schädigung 

anterior/inferior; Dellenbildung im Bereich der Hill Sachs-Läsion 

geringfügig [vgl. dazu auch Bg-act. 56 S. 29 ff., Anmerkung des Gerichts]). 

Die von Dr. med. H._____ am 6. August 2019 klinisch gestellte Diagnose 

einer adhäsiven Kapsulitis könne anhand der MRI-Befunde verifiziert 

werden. Allerdings seien die entsprechenden MR-tomographischen 

Veränderungen geringfügig und somit müsse davon ausgegangen 

werden, dass sich dieses Leiden zum Zeitpunkt des MRI überwiegend 

wahrscheinlich bereits in Abheilung befunden habe (vgl. zum Ganzen Bg-

act. 56 S. 37). Damit legte der Gutachter Dr. med. L._____ nach 

Auffassung des streitberufenen Gerichts nachvollziehbar und schlüssig 

dar, weshalb der Status quo sine seines Erachtens spätestens zum 

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Zeitpunkt des MRI vom 22. Mai 2019 erreicht worden war (vgl. Bg-act. 56 

S. 53; vgl. darüber hinaus auch Bg-act. 56 S. 51, wonach die 

Beschwerden seitens der adhäsiven Kapsulitis vor allem durch die 

Bewegungseinschränkungen und initial auch durch Schmerzen definiert 

gewesen seien. Sowohl Bewegungseinschränkungen wie auch Kapsulitis-

bedingte Schmerzen hätten sich nach dem Ereignis vom 5. Januar 2019 

überwiegend wahrscheinlich sukzessive zurückgebildet, während die 

Beschwerden seitens der degenerativen Veränderungen der 

Supraspinatussehne sowie der langen Bizepssehne überwiegend 

wahrscheinlich schicksalsmässig nach dem Ereignis vom 5. Januar 2019 

progredient zugenommen hätten).

3.2.1. Der behandelnde Orthopäde Dr. med. H._____ äusserte sich in seinen 

Sprechstundenberichten vom 7. August 2019 und 2. Oktober 2019 

dahingehend, dass zwischen sämtlichen Schulterbeschwerden links und 

dem Unfallereignis vom 5. Januar 2019 ein Zusammenhang bestehe (vgl. 

den Sprechstundenbericht vom 7. August 2019 [Bg-act. 9 S. 2], wonach 

sich als typische Begleitverletzung einer glenohumeralen Luxation bei 

dieser 63-jährigen Patientin [...] eine Läsion der Rotatorenmanschette mit 

cranialer Subscapularis und anterioren Supraspinatussehne mit 

konsekutiver Tendinopathie der Biceps longus-Sehne bei Ruptur des 

medialen Pulley-Systems zeige, sowie den Sprechstundenbericht vom 

2. Oktober 2019 [Bg-act. 10 S. 2], wonach die persistierenden 

anterosuperioren Schmerzen auf die Rotatorenmanschettenintervallläsion 

mit Tendinopathie der Biceps longus-Sehne nach glenohumeraler 

Luxation am 5. Januar 2019 zurückzuführen seien). Dem hielt Dr. med. 

L._____ in seinem Gutachten indessen entgegen, dass Dr. med. H._____ 

seine Äusserungen weder mit dem Vorhandensein klarer klinischer 

Zeichen noch der Erwähnung von MRI-Befunden untermauert bzw. seine 

Aussagen nicht weiter begründet habe (vgl. Bg-act. 56 S. 45 f.). Zudem 

merkte er auch mit Bezug auf den Operationsbericht von Dr. med. H._____ 

vom 23. Januar 2020 an, dass dessen Ausführungen betreffend 

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Kapsulotomie und Eröffnung des Rotatorenmanschettenintervalls 

dermassen kurz gewesen seien, dass diese keine Ergänzungen zu den 

Erkenntnissen aus dem MRI vom 22. Mai 2019 geliefert hätten. Ein 

detailliert und ausgewogen formulierter Arthroskopie-Bericht werde 

hingegen nach wie vor als wichtige Ergänzung zum MRI betrachtet, was 

die intraartikulären Pathologien betreffe. Dies gelte vor allem auch für die 

Analyse pathologischer Befunde, welche sich ausschliesslich bei einer 

dynamischen Prüfung erkennen liessen (vgl. Bg-act. 56 S. 41). Insgesamt 

vermögen die Berichte von Dr. med. H._____ somit keine Zweifel am 

Gutachten von Dr. med. L._____ zu erwecken (zur Erfahrungstatsache, 

wonach behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer 

Patienten aussagen, was grundsätzlich nicht nur für Hausärzte, sondern 

auch für spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen gilt vgl. zudem 

BGE 135 V 465 E.4.5, 125 V 351 E.3b/cc sowie Urteile des 

Bundesgerichts 8C_333/2022 und 8C_365/2022 vom 23. März 2023 

E.7.2.1.3, 8C_401/2022 vom 31. Januar 2023 E.4, 8C_226/2022 vom 

27. Oktober 2022 E.4.2.2).

3.2.2. Der Radiologe PD Dr. med. J._____ stellte in seiner "Zweitbefundung MR 

Schulter nativ vom 22.05.2019" vom 27. März 2020 unter anderem 

Folgendes fest: "Starke ödematöse Auftreibung der Supraspinatus[-] und 

Infraspinatussehne[,] geringgradige bursaseitige Partialruptur der 

Supraspinatussehne im anterioren Anteil. Ober- und 

Unterflächenirregularitäten der Supraspinatussehne im posterioren Anteil 

bzw. Infraspinatussehne im anterioren Anteil mit Verdacht auf 

geringgradige Partialruptur, DD ausgeprägte Zerrung." In seiner 

Beurteilung hielt er sodann fest, dass eine starke ödematöse Veränderung 

der Supraspinatus im posterioren Anteil und der Infraspinatussehne 

vorliege, was am ehesten auf eine starke Zerrung nach Luxation 

zurückzuführen sei, wobei differenzialdiagnostisch zusätzliche 

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Partialrupturen vorlägen, welche nativ ohne Arthrographie nicht 

auszuschliessen seien (vgl. zum Ganzen Bg-act. 32). Diesbezüglich 

bemerkte Dr. med. L._____ in seinem Gutachten vom 29. Dezember 

2021, dass PD Dr. med. J._____ seine Aussage, wonach die 

intratendinösen Veränderungen (Ödeme) auch Ausdruck einer Zerrung 

sein könnten, mit der Aussage relativiert habe, dass es sich hierbei auch 

um Partialrupturen handeln könnte, welche allerdings ohne Kontrastmittel 

nicht genügend sicher hätten eingegrenzt werden können. Zudem gab er 

zu bedenken, dass es isoliert betrachtet nicht möglich sei, die 

Veränderungen im Bereich der Subscapularis- und Infraspinatussehne als 

überwiegend sicher traumatisch oder überwiegend degenerativ 

einzustufen. Dazu müsste seines Erachtens die gesamte 

Rotatorenmanschette inklusive der Muskelqualität gewürdigt werden. 

Zudem träten traumatische Risse an der Rotatorenmanschette nicht 

intratendinös, sondern an deren Oberfläche auf (vgl. zum Ganzen Bg-

act. 56 S. 33). In der Folge setzte er sich in seinem Gutachten mit der sog. 

Muskelqualität auseinander und gelangte gestützt auf zwei 

unterschiedliche Messmethoden (Tangentenzeichen nach Zanetti sowie 

Quotient nach Thomazeau) zum Schluss, dass bei der 

Beschwerdeführerin – entgegen der Befundung von PD Dr. med. J._____, 

welcher ohne nähere Ausführungen eine regelrechte Trophik und 

Darstellung der Rotatorenmanschetten-Muskulatur erkannte (vgl. Bg-

act. 32) – im MRI vom 22. Mai 2019 Zeichen einer Atrophie des 

Supraspinatus-Muskelbauches vorgelegen hätten (vgl. Bg-act. 56 

S. 33 f.). Abschliessend hielt er sodann fest, dass der Nachweis einer 

Atrophie des Supraspinatus-Muskelbauches aus seiner Sicht zusammen 

mit dem fehlenden Sehnenstumpf am Tuberculum majus (vgl. dazu auch 

Bg-act. 56 S. 33, Anmerkung des Gerichts) als klares Indiz dafür zu werten 

sei, dass bei der Beschwerdeführerin überwiegend wahrscheinlich 

anlässlich der Durchführung des MRI vom 22. Mai 2019 bereits seit 

Monaten bis Jahren ein degenerativer Rotatorenmanschettenschaden 

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vorgelegen habe (vgl. Bg-act. 56 S. 34). Angesichts dieser schlüssigen 

Ausführungen vermag auch der Bericht von PD Dr. med. J._____ keine 

Zweifel am Gutachten von Dr. med. L._____ zu erwecken.

3.2.3. Der beratende Arzt Dr. med. I._____ gelangte in seinen Stellungnahmen 

vom 8. und 20. Dezember 2019 zum Schluss, dass der Status quo sine 

per 5. Oktober 2019 bzw. acht bis zehn Monate nach dem Ereignis erreicht 

worden sei (vgl. Bg-act. 14 und 16; vgl. auch die Stellungnahmen des 

beratenden Arztes Dr. med. K._____ vom 7. April und 11. Juni 2020 [Bg-

act. 33 und 35]). Diesbezüglich hielt Dr. med. L._____ in seinem 

Gutachten fest, dass sich die unterschiedliche Einschätzung des 

Erreichens des Status quo sine durch ihn und Dr. med. I._____ damit 

begründen lasse, dass Letzterer keine Trennung zwischen der 

unfallbedingten Kapsulitis und den degenerativen Leiden vorgenommen 

habe (vgl. Bg-act. 56 S. 53). Darüber hinaus bemerkte er – wie 

(sinngemäss) bereits das streitberufene Gericht in seinem Urteil S 20 87 

vom 7. September 2021 –, dass die Ausführungen von Dr. med. I._____ 

nicht genügend umfassend und jene von Dr. med. K._____ oberflächlich 

und nicht überzeugend gewesen seien (vgl. Bg-act. 56 S. 43). Auch 

insofern erscheint das Gutachten von Dr. med. L._____ nachvollziehbar 

und schlüssig. 

3.3.1. Soweit die Beschwerdeführerin die Kausalität zwischen sämtlichen 

Schulterbeschwerden links und dem Ereignis vom 5. Januar 2019 damit 

begründet, dass sie vor dem Unfall noch nie irgendwelche Probleme oder 

Beeinträchtigungen mit der linken und auch nicht mit der rechten Schulter 

gehabt habe, läuft dies auf die blosse Formel "post hoc ergo propter hoc" 

hinaus, welche für den rechtsgenüglichen Nachweis eines 

Kausalzusammenhangs nicht ausreicht bzw. das Gutachten von Dr. med. 

L._____ nicht in Zweifel zu ziehen vermag (vgl. BGE 142 V 325 E.2.3.2.2; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_474/2022 vom 29. März 2023 E.5.2.3 

m.w.H.). Letzterer stellte in seinem Gutachten vom 29. Dezember 2021 

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denn auch nicht in Abrede, dass die Beschwerdeführerin bis zum Ereignis 

vom 5. Januar 2019 seitens ihrer Schulter symptomfrei gewesen sei, 

sondern erachtete diesen Umstand als nachvollziehbar (vgl. Bg-act. 56 

S. 52 und S. 20). Dennoch habe die Beschwerdeführerin wegen ihres 

damaligen Alters (63-jährig) einem erhöhten Risiko, an einer 

asymptomatischen degenerativen Läsion der Rotatorenmanschette zu 

leiden, unterlegen. Dass tatsächlich degenerative Veränderungen bereits 

anlässlich des Ereignisses vom 5. Januar 2019 überwiegend 

wahrscheinlich bestanden hätten, habe im MRI der linken Schulter vom 

20. Mai 2019 dokumentiert werden können. Exemplarisch könne das 

Fehlen eines Sehnenstummels am Tuberculum majus sowie das 

Vorliegen einer beginnenden Atrophie des Muskelbauches des 

Superspinatus erwähnt werden. Diese strukturellen Veränderungen an der 

Rotatorenmanschette seien Ausdruck einer Monate bis Jahre 

andauernden Pathologie gewesen und hätten nicht in den 4.5 Monaten 

zwischen dem Unfall und dem Anfertigen des MRI entstanden sein können 

(vgl. Bg-act. 56 S. 52). Darüber hinaus mag es zwar zutreffen, dass der 

chirurgische Eingriff ein Erfolg gewesen ist und es der Beschwerdeführerin 

nur dank der Operation (wieder) sehr gut geht (vgl. auch die 

entsprechenden Verlaufsberichte von Dr. med. H._____ vom 11. März 

2020 [Bg-act. 46], 29. April 2020 [Bg-act. 47] und 27. Januar 2021 [Bg-

act. 48]). Der Gutachter Dr. med. L._____ legte indessen nachvollziehbar 

dar, dass der operative Eingriff hauptsächlich aus der Rekonstruktion der 

Rotatorenmanschette, der Bizepssehnentenotomie und der 

subacromialen Dekompression und damit der Behebung eines 

unfallfremden Zustandes bestanden habe. Die infero-ventrale 

Kapsulotomie und die Eröffnung des Rotatorenmanschettenintervalls, 

welche der Behandlung einer Kapsulitis dienten, seien im 

Operationsbericht vom 23. Januar 2020 erwähnt, aber nicht beschrieben 

worden. Insbesondere habe er in den Akten keine Angaben finden 

können, welche eine Indikation zu einer operativen Sanierung der 

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Kapsulitis ein Jahr nach dem Unfall gerechtfertigt hätten (vgl. Bg-act. 56 

S. 54; vgl. darüber hinaus auch Bg-act. 56 S. 38 ff.). 

3.3.2. Schliesslich versucht die Beschwerdeführerin das Gutachten von Dr. med. 

L._____ vom 29. Dezember 2021 insoweit in Zweifel zu ziehen, als dieser 

– insbesondere im Gegensatz zum behandelnden Arzt Dr. med. H._____ 

– nie einen persönlichen Kontakt zu ihr gehabt und damit nur einen rein 

theoretischen Bezug zur Sache habe. Diesbezüglich ist ihr 

entgegenzuhalten, dass auch reine Aktengutachten beweiskräftig sind, 

sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die 

fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der 

versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_500/2022 vom 4. Mai 2023 E.3, 8C_527/2020 vom 

2. November 2020 E.3.2 und 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3 m.w.H.). 

Dies ist vorliegend der Fall, zumal die Beschwerdeführerin gemäss 

Verlaufsbericht von Dr. med. H._____ vom 27. Januar 2021 (vgl. Bg-

act. 48 S. 2) bereits im Januar 2021 (wieder) beschwerdefrei war (vgl. 

auch vorstehende Erwägung 3.3.1). Zudem wurde das Gutachten vom 

29. Dezember 2021 in Kenntnis der Vorakten abgegeben (vgl. Bg-act. 56 

S. 2 ff. sowie vorstehende Erwägung 3.1).

4. In Gesamtwürdigung der Umstände ergibt sich somit, dass die Vorbringen 

der Beschwerdeführerin und die übrigen medizinischen Akten nicht 

geeignet sind, den Beweiswert des Gutachtens von Dr. med. L._____ vom 

29. Dezember 2021 zu schmälern. Die Beschwerdegegnerin hat somit zu 

Recht auf das Gutachten von Dr. med. L._____ abgestellt, wonach der 

Status quo sine, d.h. der Zustand, wie er sich nach schicksalsmässigem 

Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall eingestellt 

hätte, am 22. Mai 2019 erreicht worden ist.  Auf den sinngemässen Antrag 

der Beschwerdeführerin, es sei ein MRI ihrer rechten Schulter einzuholen, 

welches möglicherweise den Beweis erbringen könnte, dass sie nicht 

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einfach krank sei bzw. dass im Bereich der linken Schulter kein krankhafter 

Vorzustand vorgelegen habe, kann in antizipierter Beweiswürdigung 

verzichtet werden (vgl. BGE 144 V 361 E.6.5; Urteil des Bundesgerichts 

8C_533/2022 vom 6. Februar 2023 E.5.2). Denn selbst wenn das MRI der 

rechten Schulter keine Hinweise auf bestehende degenerative 

Veränderungen lieferte, änderte dies nichts an der Beweiswertigkeit des 

Gutachtens von Dr. med. L._____ betreffend die linke Schulter. 

5. Im Ergebnis ist die Einstellung der Leistungen per 22. Mai 2019 somit nicht 

zu beanstanden und es erübrigt sich, auf den Antrag der 

Beschwerdeführerin gemäss Ziff. 2 ihres Rechtsbegehrens, wonach die 

Beschwerdegegnerin die Pflegeaufwendungen aufgrund ihres ständigen 

Angewiesenseins auf fremde Hilfe während sechs Wochen (nach der 

Operation vom 22. Januar 2020 [vgl. dazu Bg-act. 20, S. 2, "Procedere"]) 

angemessen zu entschädigen habe, näher einzugehen. Der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 25. Mai 2022, worin die Leistungseinstellung 

per 22. Mai 2019 unter Verzicht auf die Rückforderung der bereits 

erbrachten Leistungen bis zum 5. Oktober 2019 bestätigt wurde, erweist 

sich als rechtens, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist. 

6.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in 

der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in 

casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens 

(Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren sind daher keine Kosten zu erheben. 

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6.2. Auch steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin kein Anspruch auf 

Ersatz der Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Es wird kein Parteikostenersatz zugesprochen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]