# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22b4cb61-baf3-5cd7-8191-8de2916017e2
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-10-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.10.2010 UV 2010/ 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2010--11_2010-10-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2010/ 11

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 08.04.2020

Entscheiddatum: 08.10.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 08.10.2010
Art. 4 ATSG; Art. 6 UVG: Verneinung der natürlichen sowie adäquaten 
Kausalität zwischen fortdauernden Beschwerden und einem Auffahrunfall. 
Adäquanzbeurteilung nach BGE 134 V 109 (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Oktober 2010, UV 
2010/11).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider und 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 8. Oktober 2010

in Sachen

M.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Hans Stünzi, Seestrasse 162a, Postfach, 

8810 Horgen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Reto Bachmann, Schwanenplatz 4, 6004 Luzern,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.a   M.___ war bei der A.___ tätig und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) unfallversichert, als sie am 23. Juli 2007 während 

ihrer Ferien auf einem Ausflug als Beifahrerin in einem Personenwagen einen 

Auffahrunfall erlitt (Suva-act. 1). Zwei Tage nach dem Unfall begab sich die Versicherte 

in ärztliche Behandlung (Suva-act. 7, 8). Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz 

konsultierte sie am 27. August 2007 ihren Hausarzt Dr. med. B.___, Innere Medizin 

FMH. Dieser beantwortete am 13. September 2007 die Fragen des 

Dokumentationsbogens für Erstkonsultation nach kranio-zervikalem 

Beschleunigungstrauma. Unter der Rubrik "vorläufige Diagnose" markierte Dr. B.___ in 

Anlehnung an die Quebec Task Force (QTF-)Klassifikation ein kranio-zervikales 

Beschleunigungstrauma Grad II-III. Eine Röntgenuntersuchung der HWS, BWS, LWS 

und der Schulter vom 29. August 2007 hatte laut Angaben von Dr. B.___ eine 

Fehlhaltung der HWS sowie degenerative Veränderungen im Bereich HWK5/6 ergeben 

(Suva-act. 2). Die Suva erbrachte für den Unfall vom 23. Juli 2007 die gesetzlichen 

Leistungen (Heilkosten- und Taggeldleistungen).

A.b   In der Folge wurden verschiedene medizinische Behandlungen und Abklärungen - 

orthopädische Untersuchungen in der Wirbelsäulensprechstunde der Uniklinik Balgrist 

(Suva-act. 11, 17), Ambulante Assessements sowie ein psychosomatisches Konsilium 

in der Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 15, 24, 25), eine biomechanische Kurzbeurteilung 

durch das AGU Zürich (Triage; Suva-act. 34), eine Rehabilitationsbehandlung in der 

Rehaklinik Bellikon (Suva-act. 37) sowie eine kreisärztliche Untersuchung durch 

Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Chirurgie (Suva-act. 42) - vorgenommen, worauf die 

Suva mit Verfügung vom 6. Januar 2009 den adäquaten Kausalzusammenhang 

zwischen den fortbestehenden Beschwerden und dem Unfall vom 23. Juli 2007 

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verneinte und sämtliche Versicherungsleistungen per 15. Januar 2009 einstellte (Suva-

act. 47).

B.       

Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt lic. iur. H. Stünzi, Horgen, für die 

Versicherte am 4. Februar 2009 erhobene und am 20. März 2009 begründete 

Einsprache (Suva-act. 53, 61) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 16. 

Dezember 2009 ab (Suva-act. 68).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die Beschwerde vom 25. Januar 

2010 mit den Anträgen, die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit 

dem Auftrag, eine interdisziplinäre Schlussbegutachtung unter Einbezug der Disziplinen 

Orthopädie, Neurologie, Neuropsychologie und Psychiatrie durchzuführen und 

eventualiter sei der Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 18 ff. des Bundesgesetzes 

über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) eine Rente basierend auf einem IV-Grad 

von 50% sowie eine Integritätsentschädigung zuzusprechen, alles unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Der Beschwerde wurde ein Austrittsbericht der D.___, Privatklinik 

für Psychiatrie und Psychotherapie (nachfolgend: Privatklinik D.___, vom 18. Juni 2009 

beigelegt.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 17. Februar 2010 beantragte die durch 

Rechtsanwalt lic. iur. R. Bachmann, Luzern, vertretene Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

C.c   Mit Replik und Duplik vom 5. März bzw. 7. April 2010 hielten die Parteien 

unverändert an ihren Anträgen fest.

C.d   Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen 

Rechtsschriften bzw. medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

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1.        

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid 

vom 16. Dezember 2009 (Suva-act. 68). Diesem liegt die Verfügung vom 6. Januar 

2009 zu Grunde (Suva-act. 47). Verfügungen sind nach ihrem tatsächlichen rechtlichen 

Gehalt und nicht nach ihrem Wortlaut zu verstehen. Zu prüfen ist deshalb, welche 

Rechtsfolge die entscheidende Instanz in Wirklichkeit anordnen wollte (BGE 120 V 497 

E. 1). Die rechtliche Regelung eines Rechtsverhältnisses, welche die Verfügung mit 

Verbindlichkeitsanspruch trifft, ist der Verfügungsformel (Dispositiv) zu entnehmen (Fritz 

Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. Bern 1983, S. 130). Insofern als die 

Beschwerdeführerin mit ihrer Einsprache vom 4. Februar/20. März 2009 (Suva-act. 53, 

61) die Verfügung vom 6. Januar 2009 sinngemäss vollumfänglich angefochten hat und 

die Einsprache sodann mit dem Einspracheentscheid vom 16. Dezember 2009 

vollumfänglich abgewiesen worden ist, darf für die Bestimmung des Anfechtungs­

gegenstandes auf den Inhalt der Verfügung abgestellt werden. Die 

Beschwerdegegnerin stellt darin zunächst fest, dass aufgrund der Abklärungen die 

heute noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Es 

sei daher die Adäquanz nach BGE 117 V 359 bzw. BGE 134 V 109 zu beurteilen. Nach 

Prüfung der massgebenden Kriterien sei die Adäquanz zu verneinen, weshalb die 

Versicherungsleistungen per 15. Januar 2009 eingestellt würden. Eingestellt werden die 

bisher erbrachten Versicherungsleistungen, wobei es sich um Heilkosten- und 

Taggeldleistungen handelte. Die Einstellung bezieht sich mithin konkret auf diese 

Leistungsarten. Die Verfügung bzw. der Einspracheentscheid enthält aber - entgegen 

der Auffassung der Beschwerdegegnerin - auch eine Ablehnung eines Gesuchs um 

eine allfällige Berentung und Integritätsentschädigung. So hat die Beschwerdegegnerin 

im Weiteren verfügt, dass kein Anspruch auf weitere Geldleistungen der 

Beschwerdegegnerin in Form einer Invalidenrente und/oder Integritätsentschädigung 

bestehe. Begründet wird dies mit der Verneinung der (adäquaten) Kausalität zwischen 

den geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 23. Juli 2009, welche es 

nachfolgend materiellrechtlich zu prüfen gilt. Sollte im Beschwerdeverfahren die 

Kausalität bzw. das Vorliegen unfallkausaler Gesundheitsschäden bejaht werden, wäre 

im Weiteren zu prüfen, welche Leistungsarten der Beschwerdeführerin zuzusprechen 

wären.

2.        

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2.1    Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich 

des Unfalls vom 23. Juli 2007 und erbrachte entsprechende Versicherungsleistungen. 

Streitig ist, ob sie auch für die nach dem 15. Januar 2009 (Leistungseinstellung) geltend 

gemachten gesundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin aufzukommen hat.

2.2    Die Beschwerdegegnerin legt im angefochtenen Einspracheentscheid die 

Voraussetzungen der Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 UVG 

zutreffend dar (BGE 129 V 181 f. E. 3 mit Hinweisen). Darauf ist zu verweisen. Die 

Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs erfolgt aufgrund der Feststellungen 

bei den medizinischen Untersuchungen und ist Aufgabe des Arztes oder der Ärztin. 

Demgegenüber obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 und 112 V 30; PVG 1984 Nr. 

82, 174).

2.3    Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit 

bildgebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu 

bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/

bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, 

ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu 

differenzieren ist: Es ist zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein 

Schleudertrauma erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung 

gemäss BGE 115 V 140 E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, 

dass eine versicherte Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft 

werden, ob die zum typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden 

Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik 

aber ganz in den Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung 

ebenfalls die in BGE 115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen 

aufgestellten Grundsätze massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die 

Beurteilung der Adäquanz gemäss den in BGE 117 V 359 festgelegten bzw. den mit 

BGE 134 V 109 modifizierten Kriterien. Die Anwendung der Rechtsprechung zum 

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adäquaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS setzt voraus, dass 

die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den 

organischen Beschwerden, die ebenfalls auf das Unfallereignis zurückzuführen sind, 

ein komplexes Gesamtbild ergeben (RKUV 2000 Nr. U 397 S. 328 E. 3b).

3.      

Die Beschwerdeführerin leidet seit dem Unfall vom 23. Juli 2007 unter 

Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die linke Schulter und den Kopf (Suva-act. 24, 

37, 42). Die Röntgenuntersuchung vom 29. August 2007 ergab eine Fehlhaltung der 

HWS mit Ventralgleiten von HWK2 über HWK3 von 2mm sowie degenerative 

Veränderungen auf Höhe HWK5 und HWK6 (Suva-act. 2, 11). Die in der Uniklinik 

Balgrist am 23. November 2007 durchgeführte MRI-Untersuchung der HWS 

dokumentierte eine Streckhaltung der HWS mit Kyphosierung zwischen C4 und C6 

(Kyphosenwinkel 7 Grad), eine breite mediane Diskusprotrusion C5/6 mit Kontakt zum 

Myelon ohne Kompression desselben sowie diskrete Diskusprotrusionen C3/4 und 

C4/5 ohne Neurokompression (Suva-act. 17). In ihren Berichten vom 23. Oktober und 

23. November 2007 diagnostizierte die Uniklinik Balgrist schliesslich eine 

Osteochondrose C5/6 (Suva-act. 17). Laut medizinischen Akten weist die 

Beschwerdeführerin damit im Bereich der HWS unbestrittenermassen radiologisch 

sichtbare Gesundheitsschäden auf, die grundsätzlich als Ursache der geklagten 

Beschwerden im Nackenbereich mit Ausstrahlung in die linke Schulter und in den Kopf 

in Frage kommen (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 

4. Aufl., Bern 2002, S. 843 ff., 848 ff. und S.878 ff.).

4.        

4.1    Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin beantragt in der Beschwerde (Ziff. 

16) die gutachterliche Abklärung der Ursächlichkeit der festgestellten 

Diskusprotrusionen und weist darauf hin, dass die Progredienz derselben traumatisch 

bedingt sein könne. Er geht damit offensichtlich davon aus, dass die 

Diskusprotrusionen keine direkten, durch den Unfall verursachten organischen 

Gesundheitsschädigungen darstellen. Wie das Eidgenössische Versicherungsgericht 

(EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) in seiner 

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Rechtsprechung festhielt, entspricht es denn auch einer medizinischen 

Erfahrungstatsache im Bereich des Unfallversicherungsrechts, dass Diskushernien in 

aller Regel degenerative Erkrankungen darstellen. Ein Bandscheibenvorfall kann nur 

dann als weitgehend durch eine äussere Einwirkung entstanden betrachtet werden, 

wenn die dabei wirkende Kraft ausserordentlich hoch und der Unfall mithin geeignet 

war, eine prätraumatisch vollständig unauffällige Bandscheibe zu zerreissen (RKUV 

2000 Nr. U 379 S. 192, 193 E. 2a mit Hinweisen; Urteile des EVG vom 3. Oktober 2005 

i/S R. [U 163/05], E. 3.1, und vom 18. Februar 2002 [U 459/00] i/S K., E. 3b; 

Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 68 [1995], S. 17). Diese Voraussetzungen sind 

vorliegend weder hinsichtlich des Unfallereignisses (vgl. dazu Suva-act. 2, 3, 7) noch 

bezüglich des Gesundheitszustandes vor dem Unfall erfüllt. So spricht Dr. C.___ im 

kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 22. September 2008 in Bezug auf die 

Diskusprotrusionen von degenerativen Veränderungen. Eine traumatisch bedingte 

strukturelle Läsion habe nicht diagnostiziert werden können (Suva-act. 42). 

Diskusprotrusionen entstehen im Übrigen gerade auch durch das ebenfalls 

diagnostizierte Wirbel- bzw. Ventralgleiten, welches zum Verschleiss der Bandscheiben 

führt (Suva-act. 2, 11; vgl. dazu Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/

Spondylolisthesis, Abfrage vom 7. September 2010; Pschyrembel, a.a.O., S. 1131 f.; 

Debrunner, a.a.O., S. 852). Beim Ventralgleiten handelt es sich um eine Folge der 

Wirbelsäulenfehlhaltung bzw. Kyphosierung, wobei eine traumatische 

Wirbelverschiebung eine - im vorliegenden Fall nicht ausgewiesene (Suva-act. 42) - 

verletzungsbedingte Wirbelfraktur voraussetzen würde (vgl. dazu Pschyrembel, 

Klinisches Wörterbuch, 262. Aufl., S. 1131 f.). Die Wirbelsäulenfehlhaltung wird von der 

Uniklinik Balgrist in der Diagnosestellung im Zusammenhang mit einem chronisch 

rezidivierenden, seit Jahren bestehenden, d.h. also vorbestehenden cervicovertebralen/

cervicocephalen Syndrom genannt (vgl. dazu Suva-act. 2). Die Osteochondrose stellt 

sodann ebenfalls eine häufige im Rahmen des Degenerationsprozesses auftretende, 

also nicht traumatisch bedingte Veränderung an der Wirbelsäule, die ein Vorstadium 

oder eine Begleiterscheinung einer Diskushernie bilden kann, dar (vgl. dazu Debrunner, 

a.a.O., S. 852 ff.). Insgesamt liegt damit im Bereich der HWS der Beschwerdeführerin 

ein Zustand der Wirbelsäule vor, der auf eine umfassende degenerative Problematik, 

allenfalls basierend auf einer angeborenen Fehlhaltung, hinweist, die mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine beim Unfallereignis vom 23. 

http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylolisthesis
http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylolisthesis

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Juli 2007 erlittene, neue bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen 

Veränderung ausschliessen lässt. Den medizinischen Akten sind auch keine 

anderweitigen Anhaltspunkte zu entnehmen, wonach die von der Beschwerdeführerin 

über den Zeitpunkt der Leistungseinstellung (15. Januar 2009) hinaus geklagten 

Beschwerden mit klar ausgewiesenen organischen Befunden im Sinn nachweisbarer 

unfallkausaler struktureller Veränderungen zu erklären wären. Eine manuelle ärztliche 

Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, nicht aber objektiv 

ausgewiesene Ergebnisse zu Tage. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar 

sind und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten 

unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer Untersuchungen abgestellt, so 

würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat namhaft gemacht. Folglich kann von 

organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen werden, wenn 

die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden 

(vgl. BGE 134 V 109 E. 9, 117 V 359 E. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 E. 5.4 mit 

Hinweisen [U 479/05]). Diese Untersuchungsergebnisse müssen zudem 

wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 213 E. 5.1 mit Hinweisen). Beispielsweise 

sind ein Thoracic outlet Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw. 

myotendinotische Befunde (Suva-act. 37) für sich allein nicht als organisch hinreichend 

nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen und Verspannungen der 

Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit 

(Suva-act. 11, 17, 42) können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches 

Substrat der Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen 

bei Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Suva-act. 11, 17; Urteil des 

Bundesgerichts vom 17. Oktober 2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, 

sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. [U 13/07], E. 3.2 und 3.3). Die Beschwerdeführerin litt 

im Übrigen bereits vor dem Unfall im Kopf, Nacken und Rücken unter 

behandlungsbedürftigen Beschwerden (Suva-act. 2).

4.2    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers erfasst auch die Beeinträchtigung 

durch Beschwerden, welche aus einer unfallbedingten, richtunggebenden, mithin 

dauernden Verschlimmerung eines degenerativen Vorzustands herrühren (vgl. dazu 

RKUV 2000 Nr. U 379 S. 192 und Nr. U 378 S. 190). Eine solche muss jedoch ebenfalls 

ausgeschlossen werden. Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass eine 

Verschlimmerung nur dann als erwiesen gelten kann, wenn die Radioskopie ein 

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plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von 

Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (E. Morscher, in: Bauer/Nigst [Hrsg.], 

Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 191). Die medizinischen Akten enthalten, 

entgegen der Auffassung des Rechtsvertreters der Beschwerdeführerin, keine Hinweise 

darauf, dass sich der degenerative Zustand der HWS im Zeitpunkt des Unfalls vom 23. 

Juli 2007 massiv verändert hätte. Einzuräumen ist zwar, dass das MRI der HWS vom 

23. November 2007 eine breite mediane Diskusprotrusion C5/6 sowie diskrete 

Diskusprotrusionen C3/4 und C4/5 zeigte (Suva-act. 17). Die Verneinung 

nennenswerter degenerativer Veränderungen durch Dr. Weber im kreisärztlichen 

Untersuchungsbericht vom 22. September 2008 in Bezug auf die früher stattgefundene 

röntgenologische Untersuchung vom 29. August 2007 erfolgte hingegen in Verbindung 

mit der BWS (Suva-act. 42). Nachdem das konventionelle Röntgenbild für die Diagnose 

der Diskushernie wenig ergibt (Debrunner, a.a.O., S. 881) und deren Diagnostik mittels 

MRI oder CT geschieht, kann damit aus dem Umstand, dass erst anlässlich der vier 

Monate nach dem Unfall durchgeführten MRI-Untersuchung Diskusprotrusionen 

erhoben wurden, keine richtunggebende Verschlimmerung hergeleitet werden. Im 

Übrigen sprach die Uniklinik Balgrist bereits bei Betrachtung der Röntgenbilder von 

einer ausgeprägten, degenerativen Veränderung auf Höhe HWK5 und HWK6 (Suva-act. 

11). Hinzuweisen ist schliesslich auch an dieser Stelle auf den Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin im Bereich der HWS eine umfassende degenerative Problematik, 

verbunden mit einer vorbestehenden Fehlhaltung der HWS, aufweist, die sich wohl 

kaum innerhalb von vier Wochen entwickeln kann, womit ein rein degenerativer 

Prozess ohne richtunggebende Verschlimmerung durch das Unfallereignis vom 23. Juli 

2007 ohne weiteres nachvollziehbar ist. Eine allfällige richtunggebende 

Verschlimmerung müsste radiologisch ausgewiesen sein und sich von der 

altersüblichen Progression abheben. Bei einem Unfall ohne strukturelle Läsion am 

Achsenskelett ist die Chronifizierung der Beschwerden zunehmend auf andere 

(unfallfremde) Faktoren zurückzuführen (Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 

[1994], S. 46). Allgemein kann eine Kontusion und/oder Zerrung eine bisher stumme 

Wirbelsäulenerkrankung zwar symptomatisch machen, dabei handelt es sich aber 

meistens nur um eine vorübergehende Verschlimmerung (Debrunner/Ramseier, Die 

Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 52).

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4.3    Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch den fraglichen Unfall weder 

eine klar ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer 

strukturellen Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung des 

degenerativen Vorzustands erfahren hat.

5.        

5.1    Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin sieht schliesslich einen über den 

Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus weiter bestehenden Leistungsanspruch 

gegenüber der Beschwerdegegnerin in einer beim Unfall vom 23. Juli 2007 erlittenen 

HWS-Distorsion begründet. Dr. B.___ markierte am 13. September 2007 unter der 

Rubrik "vorläufige Diagnose" des Dokumentationsbogens für Erstkonsultation nach 

kranio-zervikalem Beschleunigungstrauma in Anlehnung an die Quebec Task Force 

(QTF-)Klassifikation ein kranio-zervikales Beschleunigungstrauma Grad II-III (Suva-

act. 2). Den Berichten der Ärzte der Uniklinik Balgrist sowie von Dr. C.___ ist ebenfalls 

die Diagnose eines HWS-Beschleunigungstraumas zu entnehmen (Suva-act. 11, 17, 

42), während die Ärzte der Rehaklinik Bellikon in ihren Berichten von einer HWS-

Distorsion QTF II sprechen (Suva-act. 15, 25, 37). - Grundsätzlich ist bezogen auf das 

streitige Ereignis bzw. den fraglichen Unfallmechanismus - ein nachfolgender 

Personenwagen fuhr mit der Front gegen das Heck des Personenwagens, in welchem 

die Beschwerdeführerin als Beifahrerin sass, ohne dass diese einen Kopfanprall erlitt 

(Suva-act. 1, 2, 7) - ein eigentliches Schleudertrauma in Betracht zu ziehen (vgl. 

diesbezüglich Thomas Locher, HWS-Distorsionen [Schleudertrauma] - Einführung in 

die Rechtslage nach schweizerischem Recht, in: Murer/Niederer/Radanov/Rumo-

Jungo/Sturzenegger/Walz [Hrsg.], Das sogenannte "Schleudertrauma" - medizinische, 

biomechanische und rechtliche Aspekte der Distorsionen der Halswirbelsäule, Bern 

2001, S. 31 f.).

5.2    Ist ein Schleudertrauma oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung 

diagnostiziert und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer 

Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- 

und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, 

Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der 

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natürliche Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen 

Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. 

auch BGE 117 V 369 E. 3e). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (Urteile 

vom 30. Januar 2007 i/S T. [U 215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06]) muss 

bei einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 

72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem 

Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren. Die anderen 

im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer äquivalenten Verletzung typischerweise 

auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem Zeitraum 

manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

5.3    Gemäss Dokumentationsbogen für Erstkonsultation nach kranio-zerivkalem 

Beschleunigungstrauma von Dr. B.___ vom 23. Juli 2007 hat die Beschwerdeführerin 

innert zwölf Stunden nach dem Unfall unter Erbrechen gelitten. Drei Tage nach dem 

Unfall traten Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den Hinterkopf auf. Als andere 

Symptome erwähnte die Beschwerdeführerin LWS-Schmerzen, die 60 Stunden nach 

dem Unfall aufgetreten seien (Suva-act. 2). Gegenüber der Beschwerdegegnerin gab 

die Beschwerdeführerin am 5. Oktober 2007 zu Protokoll, innert Stunden nach dem 

Unfall unter Kopfschmerzen und Erbrechen, innert drei Stunden nach dem Unfall unter 

Nackenschmerzen und Nackenblockaden, nach 72 Stunden unter Rückenschmerzen 

und nach Wochen/Monaten unter Konzentrations- und Schlafproblemen sowie 

Schmerzausstrahlungen vom Rücken ausgehend in den linken Arm und das linke Bein 

gelitten zu haben (Suva-act. 7). Auch wenn sich die Angaben gegenüber der 

Beschwerdegegnerin hinsichtlich der innerhalb der erforderlichen Latenzzeit 

aufgetretenen Beschwerden etwas umfassender darstellen und bezüglich der 

Rückenschmerzen eine gewisse Ungereimtheit besteht, darf insgesamt davon 

ausgegangen werden, dass bei der Beschwerdeführerin vier der für einen 

Beschleunigungsmechanismus der HWS typischen Symptome (Kopf- und 

Nackenschmerzen, Erbrechen, LWS-Beschwerden) vorlagen, was einer - wenn auch 

nicht besonders ausgeprägten - Häufung von Beschwerden entspricht. Diese 

Beschwerden sind als natürlich-kausale Unfallfolge eines HWS-Traumas zu betrachten. 

Entsprechend hat die Beschwerdegegnerin zunächst einen Leistungsanspruch der 

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Beschwerdeführerin bis 15. Januar 2009 anerkannt. Konzentrations- und 

Schlafprobleme würden an sich ebenfalls schleudertraumatypische Symptome 

darstellen. Aufgrund ihres verzögerten Auftretens können sie jedoch nicht der 

Beschleunigungsverletzung der HWS zugeordnet werden. Erstmals im Ambulanten 

Assessment der Rehaklinik Bellikon vom 21. November 2007 erwähnt wurden sodann 

linksseitige Schulterschmerzen, eine Lärm- und Lichtempfindlichkeit sowie ein Vibra­

tionsempfinden (Suva-act. 15). Nachdem zunächst anlässlich des psychosomatischen 

Konsiliums der Rehaklinik Bellikon vom 6. Februar 2008 keine erfassbare psychische 

Störung von Krankheitswert erhoben werden konnte, befand sich die 

Beschwerdeführerin vom 5. April bis 17. Juni 2009 in der Privatklinik D.___ in 

stationärer, psychiatrischer Behandlung. Im Austrittsbericht vom 18. Juni 2009 wurde 

die psychiatrische Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 

schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2), gestellt. Angesichts 

der rund zweijährigen Latenzzeit kann auch die psychische Problematik der 

Beschwerdeführerin nicht mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

als Teil des für ein Schleudertrauma typischen Beschwerdebilds von organischen und 

psychischen Beschwerden betrachtet werden.

6.        

6.1    Unter den in Erwägung 5.3 dargelegten Umständen ist nun zu klären, inwieweit 

die von der Beschwerdeführerin angeführten Beschwerden auch für die Zeit nach dem 

15. Januar 2009 eine natürlich- und adäquat-kausale Folge des Unfalls darstellen. Wird 

durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst 

manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der 

(krankhafte) Zustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo 

ante), oder aber derjenige Zustand, der sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf 

eines krankhaften Vorzustandes auch ohne den Unfall früher oder später eingestellt 

hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1994 Nr. 206 S. 328 E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 

75 E. 4b, je mit Hinweisen). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von 

unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im 

Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich 

fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um 

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eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast nicht 

bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 

45, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). Dabei muss jedoch 

nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen 

ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein 

Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist 

nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, 

als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines 

Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind 

(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).

6.2    Wie in Erw. 3 dargelegt, wies die Beschwerdeführerin im Zeitpunkt des Unfalls 

vom 23. Juli 2007 gewisse degenerative Vorzustände und eine Fehlhaltung im Bereich 

der HWS auf. Ein Vorzustand kann durch einen Unfall ausgelöst oder vorübergehend 

verschlimmert werden. Entsprechend ist der biomechanischen Kurzbeurteilung (Triage) 

des AGU Zürich vom 7. Mai 2008 die Aussage zu entnehmen, dass die vorbestehenden 

Beschwerden eine vorübergehende Verstärkung erfahren haben könnten (Suva-act. 

34). Die gewählte Formulierung "können" belegt zwar lediglich die blosse Möglichkeit 

einer solchen vorübergehenden Verschlimmerung, doch konnten anfänglich 

Unfallfolgen in Form eines schleudertraumatypischen Beschwerdebildes fassbar 

gemacht werden (vgl. Erwägung 5.3). In diesem Fall hat die Unfallversicherung jedoch 

lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten Beschwerdeschub zu übernehmen 

(RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). Bereits das in der Rehaklinik 

Bellikon am 21. November 2007 durchgeführte Assessement ergab eine schlechte 

Leistungsbereitschaft sowie mittlere Werte bei der Schmerzberschreibung, beim 

Schmerzverhalten und bei der Symptomausweitung. Parallel wurden unter der Rubrik 

"Aktuelle Probleme" erstmals neue Beschwerden aufgeführt (Suva-act. 15). Die 

Aussage im Austrittsbericht der Ärzte der Uniklinik Balgrist vom 27. Dezember 2007, es 

könne nicht sicher beurteilt werden, inwiefern die chronischen und persistierenden 

Nackenschmerzen auf die radiologisch beschriebene Diskusprotrusion zurückzuführen 

seien (Suva-act. 17), kann sodann nichts zur Kausalität zwischen den fortdauernden 

Beschwerden und dem Unfall vom 23. Juli 2007 beitragen. Wohl ist eine solche 

Kausalität denkbar. Entscheidend ist jedoch letztlich die Frage, in welchem Ausmass 

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fortdauernde Unfallrestfolgen bestehen. In Kurzbericht und Austrittsbericht vom 9. bzw. 

19. Mai 2008 hielten die Ärzte der Rehaklinik Bellikon sodann abschliessend fest, dass 

die Resultate der physischen Leistungstests infolge Symptomausweitung und 

Selbstlimitierung für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nur teilweise 

verwertbar seien. Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lasse 

sich mit den geringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen 

Untersuchung und bildgebenden Abklärungen sowie der Diagnose aus somatischer 

Sicht nur ungenügend erklären (Suva-act. 35, 37). Dr. C.___ macht in seinem 

kreisärztlichen Untersuchungsbericht vom 22. September 2008 (Suva-act. 42) keine 

explizite Aussage zur Frage des Status quo sine/ante oder der Kausalität, er hält 

jedoch zum Schluss fest, dass er aus somatischer Sicht keinen Grund sehe, weshalb 

die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit bei der A.___ AG nicht wieder voll aufnehmen 

könnte. Seine eingehenden Ausführungen zu dieser Schlussfolgerung weisen sodann 

nicht auf fortdauernde Unfallrestfolgen, sondern vielmehr auf die Verneinung von 

unfallkausalen Restfolgen hin. Schliesslich lässt auch die Diagnosestellung der Uniklinik 

Balgrist im Bericht vom 27. Dezember 2007 - Wirbelsäulenfehlhaltung im 

Zusammenhang mit einem chronisch rezidivierenden, seit Jahren bestehenden 

cervicovertrebralen/cervicocephalen Syndrom (Suva-act. 17); vgl. dazu Erwägung 4.1) - 

eine Beschwerdeproblematik im Zusammenhang mit den vorbestehenden 

Degenerationen erkennen. Ein Syndrom ist in dem Sinne ätiologisch unspezifisch, als 

oft auch andere Faktoren (degenerative Veränderung, eigenständige psychische 

Beeinträchtigungen etc.) als massgebende Ursache für diese Beeinträchtigung in 

Betracht fallen (vgl. Urteil des EVG vom 6. Juni 2006 i/S P. [U 12/06], E. 4.2).

6.3    Aufgrund des Gesagten sowie der in Erw. 6.2 geschilderten Aktenlage ist nach 

Massgabe der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung, d.h. rund eineinhalb Jahre nach dem Unfallereignis vom 23. Juli 

2007, vom Wegfall einer allfällig vorübergehenden unfallkausalen organischen 

Verschlimmerung degenerativer Vorzustände auszugehen. Inwieweit die von der 

Privatklinik D.___ diagnostizierte rezidivierende depressive Störung eine natürlich-

kausale Unfallfolge darstellt, kann - wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen (Erw. 8) 

- offen gelassen werden. Hinzuweisen ist zumindest darauf, dass rein vom Zeitpunkt 

ihres Auftretens die Wahrscheinlichkeit einer Traumafolge zweifelhaft ist.

7.        

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7.1    Selbst bei Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen den über 

den 15. Januar 2009 hinaus geklagten Beschwerden und dem versicherten Unfall muss 

- wie nachfolgend zu zeigen sein wird - eine weitergehende Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin mangels Vorliegens des adäquaten Kausalzusammenhangs 

verneint werden. Eine Rückweisung der Sache zur Vornahme einer polydisziplinären 

Begutachtung erübrigt sich damit. Solche Abklärungen wären nämlich lediglich 

geeignet, den natürlichen Kausalzusammenhang weiter auszuleuchten. In diesem 

Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdeführerin von Fachärzten 

der Orthopädie, der Psychiatrie und der Chirurgie untersucht wurde, wobei es sich um 

solche mit Schleudertraumaverletzungen vertraute Ärzte handelt. Zwar fehlt die bei 

solchen Verletzungen in der Regel ebenfalls übliche neurologische Begutachtung. Auf 

die Einholung einer solchen wurde jedoch gemäss den medizinischen Akten 

offensichtlich wegen neurologischer Unauffälligkeit (vgl. dazu Suva-act. 42) verzichtet.

7.2    Die Adäquanzprüfung hat nach Abschluss des normalen, unfallbedingt 

erforderlichen Heilungsprozesses zu erfolgen, und nicht solange von einer Fortsetzung 

der ärztlichen Behandlung noch immer eine namhafte Besserung erwartet werden kann 

(= Fallabschluss gemäss Art. 19 Abs. 1 UVG; Urteil des EVG vom 11. Februar 2004 i/S 

K. [U 246/03]; BGE 134 V 112 ff.). Sind die Voraussetzungen für den Fallabschluss 

erfüllt, ist der Fall unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen bei gleichzeitiger 

Prüfung des Anspruchs auf eine Invalidenrente sowie eine Integritätsentschädigung 

abzuschliessen. Der Fallabschluss durch den Unfallversicherer bedingt laut Urteil des 

Bundesgerichts 8C_467/2008 vom 4. November 2008 (E. 5.2.2.2) lediglich, dass von 

weiteren Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr 

erwartet werden kann, nicht aber, dass eine ärztliche Behandlung nicht länger 

erforderlich ist. Der Gesundheitszustand der versicherten Person ist dabei 

prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen. (RKUV 

2005 Nr. U 577 S. 388 E. 3).

7.3    Die Ärzte der Uniklinik Balgrist veranlassten laut Bericht vom 5. November 2007 

die am 23. November 2007 durchgeführte MRI-Untersuchung und regten die 

Weiterführung der gezielten Physiotherapie sowie Analgesie nach Bedarf an (Suva-act. 

11, 17). Im Rahmen des Ambulaten Assessments vom 21. November 2007 empfahlen 

die Ärzte der Rehalklinik Bellikon bei Persistenz der Beschwerden ohne deutliche 

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Besserungstendenz ein Re-Assessment, welches am 1. Februar 2008 durchgeführt 

wurde. Als Therapie wurden ebenfalls die Weiterführung der Physiotherapie 

vorgeschlagen und Analgetika rezeptiert (Suva-act. 15, 24). Vom 31. März bis 9. Mai 

2008 folgte der anlässlich der Ambulanten Assessments in Erwägung gezogene 

stationäre Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon. Deren Ärzte hielten im Austrittsbericht 

vom 19. Mai 2008 fest, dass fast ein Jahre nach dem Unfallereignis noch deutliche 

Restbeschwerden bestünden, die trotz intensiver physiotherapeutischer Massnahmen 

nur wenig regredient seien. Bezüglich des myofaszialen Schmerzsyndroms im Bereich 

des Nackens und der Schultern sei von ihrer Seite bei bereits im Vorfeld vollständig 

erfolgter bildgebender Abklärung keine weitere Diagnostik mehr in die Wege geleitet 

worden. Aus ihrer Sicht sei der Fallabschluss anzustreben (Suva-act. 37). Am 15. 

Oktober 2008 teilte Dr. B.___ der Beschwerdegegnerin telefonisch mit, dass die 

medizinischen Massnahmen ausgeschöpft seien. Eine Verbesserung des 

Gesundheitszustands könne allenfalls noch mit einer Arbeitsplatzoptimierung erreicht 

werden (Suva-act. 43). Am 18. September 2008 fand die kreisärztliche Untersuchung 

durch Dr. C.___ statt (Suva-act. 42), worauf die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen 

per 15. Januar 2009 einstellte. Aufgrund der obigen Aktenlage ist dieser Zeitpunkt für 

die Adäquanzprüfung nicht zu beanstanden. Die Aussage von Dr. C.___ im 

Untersuchungsbericht vom 22. September 2008 (Suva-act. 42), wonach nun der 

Physiotherapeut ersucht werde, darüber zu berichten, welche Therapien zurzeit mit 

welchem Erfolg durchgeführt würden, vermag an der Zulässigkeit des Fallabschlusses 

nichts zu ändern. Die Durchführung von Physiotherapien und Kontrolluntersuchungen 

sowie die Behandlung mit Analgetika stellen Therapien zur Schmerzlinderung sowie 

Stabilisierung des Befindens dar. Spätestens im Zeitpunkt der Leistungseinstellung war 

hingegen von einer namhaften Verbesserung des Gesundheitszustands der 

Beschwerdeführerin nicht mehr auszugehen. Hinweise auf eine psychische 

Komponente bestanden im damaligen Zeitpunkt nicht.

8.        

8.1    Angesichts des Umstands, dass eine psychische Problematik erst nach 

Fallabschluss dokumentiert ist, würde eine Adäquanzbeurteilung nach der 

sogenannten "Psycho-Praxis" (BGE 115 V 133) grundsätzlich näher liegen. Nachdem 

jedoch die Adäquanz auch bei Anwendung der für die versicherte Person in der Regel 

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günstigeren Schleudertrauma-Praxis zu verneinen ist (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 11, 2009 

UV Nr. 29 S. 102, 2008 UV Nr. 36 S. 138), kann eine abschliessende Beantwortung der 

für die Adäquanzprüfung massgebenden Frage, ob eine bestehende psychische 

Problematik als Teil des für ein Schleudertrauma typischen Beschwerdebilds zu 

betrachten ist, oder aber ein von diesem zu trennendes, eigenständiges psychisches 

Leiden darstellt, unterbleiben (vgl. dazu BGE 123 V 98 ff.; RKUV 2002 Nr. U 465 S. 437 

ff.).

8.2    Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die 

rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines adäquat-kausalen Zusammenhangs 

bei erlittener Schleudertraumaverletzung zutreffend dar (Erwägung 3b); darauf ist zu 

verweisen. Beim erlittenen Unfall handelt es sich um eine Auffahrkollision, wobei die 

Beschwerdeführerin als Beifahrerin in einem Personenwagen sass, dessen Lenker 

wegen eines rechts in die Strasse einbiegenden Personenwagens bis zum Stillstand 

abbremsen musste. Der Lenker des nachfolgenden Personenwagens konnte nicht 

mehr rechtzeitig anhalten und fuhr auf das Heck auf. Einfache Auffahrunfälle werden 

rechtsprechungsgemäss in der Regel als mittelschwer im Grenzbereich zu den leichten 

Unfällen qualifiziert (Urteil des Bundesgerichts vom 8. Juni 2010 i/S A. [8C_43/2010], E. 

8; RKUV 2005 Nr. U 549 S. 236). Die Adäquanz ist daher zu bejahen, falls ein einzelnes 

der unfallbezogenen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise gegeben ist oder die 

zu berücksichtigenden Kriterien insgesamt in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt 

sind (BGE 117 V 359 E. 6b; bestätigt in BGE 134 V 109 E. 10.1).

8.2.1           Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls sind nicht gegeben. Insbesondere war der Unfallablauf ein 

sehr kurzes Ereignis, die Beschwerdeführerin war angegurtet und erlitt weder sichtbare 

Verletzungen noch eine Bewusstlosigkeit (vgl. Kasuistik zu diesem Kriterium in 

Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, UVG, 3. Aufl. Zürich 2003, S. 58-64, sowie Urteile des EVG 

vom 23. November 2004 i/S B. [U 109/04], E. 2.3, und vom 2. März 2005 i/S S. [U 

309/03], E. 5.1).

8.2.2           Hinsichtlich des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlittenen 

Verletzung ist festzuhalten, dass die Diagnose eines Schleudertraumas oder einer 

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äquivalenten Verletzung die Schwere oder besondere Art der Verletzung für sich allein 

nicht zu begründen vermag. Es bedarf hiezu einer besonderen Schwere der für das 

Schleudertrauma typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das 

Beschwerdebild beeinflussen können. Solche können beispielsweise in einer beim 

Unfall eingenommenen Körperhaltung und den dadurch bewirkten Komplikationen 

bestehen (RKUV 2003 Nr. U 489 S. 361 E. 4.3). Derartige Umstände sind hier nicht 

gegeben (Suva-act. 7). Schleudertraumatypische Beschwerden sind weder besonders 

gehäuft noch in besonderer Schwere aufgetreten. Die nach dem Unfall geklagten 

Nacken-, Kopf- und Rückenschmerzen mögen zwar als unangenehm bezeichnet 

werden, sind jedoch als Auswirkung eines Unfalls in keiner Weise einer schweren oder 

besonderen Verletzung gleichzusetzen. Strukturelle Schädigungen oder äussere 

Verletzungen hat die Beschwerdeführerin nicht erlitten. Beim angegebenen Erbrechen 

zwölf Stunden nach dem Unfall scheint es sich ferner um ein punktuelles Auftreten 

dieser Beschwerden gehandelt zu haben. Bejahen liesse sich das Kriterium der 

Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung allenfalls aufgrund des 

Vorzustands im HWS-Bereich. Dies jedoch höchstens in einfacher, nicht besonders 

ausgeprägter Weise (vgl. dazu SVR 2009 UV Nr. 30 S. 105; Urteil des Bundesgerichts 

vom 20. Januar 2010 i/S K. [8C_736/2009], E. 4.3.2, je mit Hinweis).

8.2.3           Die ärztliche Behandlung der Beschwerdeführerin beschränkte sich - 

abgesehen vom gut einmonatigen stationären Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon - auf 

hausärztliche Kontrolluntersuchungen, die Einnahme von Schmerzmitteln sowie 

physiotherapeutische Behandlungen. Irgendwelche weiteren intensiven Therapien 

wurden nicht durchgeführt. Damit ist auch das Kriterium der fortgesetzt spezifischen, 

belastenden ärztlichen Behandlung nicht im geforderten Ausmass erfüllt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 5. September 2008 i/S I. [8C_52/2008], E. 8.2). Der stationäre 

Aufenthalt in der Privatklinik D.___ wegen der depressiven Störung erfolgte nach 

Fallabschluss. Deren natürliche Kausalität zum Unfall ist im Übrigen angesichts der 

langen Latenzzeit und des Auftretens erst nach der überwiegend wahrscheinlichen 

Heilung der Schleudertraumaverletzung (vgl. Erwägung 6.2, 6.3) unwahrscheinlich. 

Gleichermassen zu verneinen ist das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und 

der erheblichen Komplikationen. Gleiches gilt auch mit Bezug auf die vom 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin nachträglich noch gemeldete stationäre 

Behandlung der Beschwerdeführerin vom 25.1. - 29.7.2010 in der Klinik St. 

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Pirminsberg, Pfäfers (vgl. Bericht vom 2. August 2010; eingereicht am 6. Oktober 

2010). Eine ärztliche Fehlbehandlung liegt unbestrittenermassen auch nicht vor.

8.2.4           Adäquanzrelevant wären im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und 

dem Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG ohne wesentlichen Unterbruch bestehende 

erhebliche Beschwerden. Die Erheblichkeit der Beschwerden beurteilt sich nach den 

glaubhaften Schmerzen und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person 

durch die Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 128 E. 10.2.4). Die 

Beschwerdeführerin klagt vor allem über Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in den 

Kopf. Auch wenn deren Bestehen an sich nicht anzuzweifeln ist, erscheint mit Blick auf 

die im Bericht vom 7. Dezember 2007 über das Ambulante Assessment der Rehaklinik 

Bellikon festgehaltenen Ergebnisse betreffend Schmerzbeschreibung, 

Schmerzverhalten sowie Leistungsbereitschaft (Suva-act. 15) aber die geklagte 

Intensität zweifelhaft. Dazu kommt, dass sich das Beschwerdebild nicht immer in 

seiner Gesamtheit präsentiert bzw. offensichtlich keine Dauerbeschwerden bestehen. 

So beschrieb die Beschwerdeführerin gegenüber der Beschwerdegegnerin am 10. 

Januar 2008 Nackenschmerzen, die nicht immer in der gleichen Intensität bestehen 

würden. Es gebe Tage, an denen es ihr sehr gut gehe (Suva-act. 19). Am 26. August 

2008 berichtete die Beschwerdeführerin vor allem über aggressive Kopfschmerzen im 

Knochenbereich, die ihr zu schaffen machen würden. Es seien jedoch nicht eigentliche 

Kopfschmerzen, sondern eine Berührungsempfindlichkeit an den Knochen (Suva-act. 

39). Bei den weiteren geklagten Beschwerden, wie erhöhte Lärm- und 

Lichtempfindlichkeit, Vibrationsempfinden, Schwindelepisoden (Suva-act. 37) handelt 

es sich - abgesehen davon, dass sie 

infolge ihres erst späten Auftretens nicht der Schleudertraumaverletzung zugeordnet 

werden können (vgl. Erwägung 5.4) - definitionsgemäss ebenfalls nicht um 

fortwährende, sondern punktuell auftretende Beeinträchtigungen.

8.2.5           Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, so ist nicht 

die Dauer der Arbeitsunfähigkeit massgebend, sondern eine erhebliche 

Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte 

Anstrengungen unternimmt. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 

Abs. 1 UVG in erheblichem Mass arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen 

auszuweisen vermag, kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 129 f. E. 10.2.7). Der 

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Unfall vom 23. Juli 2007 hatte bei Beschwerdeführerin zunächst eine 100%-ige 

Arbeitsunfähigkeit zur Folge. Am 16. Januar 2008 nahm sie ihre Tätigkeit zu 

therapeutischen Zwecken wieder zu 50% auf. Nachdem diese Arbeitsaufnahme als 

positiv gewertet werden konnte, wurde ab 1. März 2008 eine entsprechende 

Arbeitsaufnahme vereinbart (Suva-act. 26). Noch im März 2008 trat indessen eine 

Gesundheitsverschlechterung ein, worauf der vierwöchige Aufenthalt in der Rehaklinik 

Bellikon in die Wege geleitet wurde (Suva-act. 29). In ihren Berichten vom 9. und 19. 

Mai 2008 empfahlen deren Ärzte einen erleichterten Wiedereinstieg in die bisherige 

Arbeit, beginnend mit 50% und einer monatlichen Steigerung um 25% bis zum 

Erreichen einer vollen Arbeitsfähigkeit. Spezielle Einschränkungen bestünden keine 

(Suva-act. 35, 37). Die Beschwerdeführerin arbeitete entsprechend ab 19. Mai 2008 mit 

einem Pensum von 50%. Anlässlich einer Besprechung zwischen ihr und der 

Beschwerdegegnerin vom 17. Juni 2008 wurde für nach den Ferien, d.h. ab 28. Juli 

2008, eine Arbeitsaufnahme von 60% vereinbart (Suva-act. 38). Am 26. August 2008 

schilderte die Beschwerdeführerin ihren Gesundheitszustand als nicht gut, worauf eine 

kreisärztliche Untersuchung in die Wege geleitet wurde (Suva-act. 39). Kreisarzt Dr. 

E.___ kam dabei am 18. September 2008 zum Schluss, dass er aus somatischer Sicht 

keinen Grund sehe, weshalb die Beschwerdeführerin ihre Tätigkeit in ihrer 

angestammten Tätigkeit nicht wieder voll aufnehmen könne (Suva-act. 42). Nach einer 

zwischenzeitlichen 50- bzw. 60%-igen Arbeitsfähigkeit bestand demnach theoretisch 

spätestens rund 14 Monate nach dem Unfall eine volle Arbeitsfähigkeit. Bei dieser 

Ausgangslage ist das Adäquanzkriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit nicht bzw. 

höchstens geringgradig erfüllt.

8.3    Zusammenfassend ist bei einem Unfallereignis, das als mittelschwer im 

Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegend zu qualifizierenden ist, höchstens ein 

Adäquanzkriterium erfüllt. Das Vorliegen eines adäquaten Kausalzusammenhangs 

zwischen dem Unfall vom 23. Juli 2007 und den nach dem 15. Januar 2009 

fortbestehenden Beschwerden muss deshalb verneint werden, weshalb die 

Beschwerdegenerin zu Recht einen Anspruch auf weitere Versicherungsleistungen 

verneinte.

9.

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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten 

sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.10.2010
	Art. 4 ATSG; Art. 6 UVG: Verneinung der natürlichen sowie adäquaten Kausalität zwischen fortdauernden Beschwerden und einem Auffahrunfall. Adäquanzbeurteilung nach BGE 134 V 109 (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Oktober 2010, UV 2010/11).

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