# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27a5b4fc-68a0-55b6-87bf-d49bdc52fba7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-11-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.11.2014 E-3807/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3807-2014_2014-11-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-3807/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  N o v e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Markus König (Vorsitz), 

Richterin Nina Spälti Giannakitsas, Richter François Badoud,    

Gerichtsschreiber Nicholas Swain. 

   Parteien 
 

A._______, 

Eritrea / Äthiopien,  

p. A. Schweizer Botschaft in Khartum, Sudan 

Beschwerdeführende,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  

Verfügung des BFM vom 26. April 2014 / N (…). 

 

 

E-3807/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin 1 ersuchte mit Eingabe vom 4. April 2011 bei der 

schweizerischen Vertretung in Khartum mit einer in englischer Sprache 

verfassten Eingabe für sich und ihre Kinder (Beschwerdeführende [...]) 

sinngemäss um Gewährung der Einreise in die Schweiz zwecks Durch-

führung eines Asylverfahrens und um Asylgewährung. Am 3. Juni 2012 

ging eine zweite identische Eingabe der Beschwerdeführerin bei der 

Schweizer Botschaft ein. 

B.  

Mit Schreiben vom 10. Juni 2013 teilte das BFM der Beschwerdeführerin 

mit, aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen werde auf eine persönliche 

Anhörung durch die Botschaft verzichtet, forderte sie unter Beilage eines 

Fragenkatalogs dazu auf, ergänzende schriftliche und persönlich unter-

zeichnete Angaben zu ihren Asylgründen zu den Akten zu reichen, und 

gewährte ihr das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Abweisung ihres 

Asylgesuchs. 

C.  

Mit bei der Schweizerischen Botschaft am 7. August 2013 eingegangener 

Eingabe machte die Beschwerdeführerin ergänzende Angaben zu ihren 

Asylgründen und reichte eine Reihe von Dokumenten zu deren Beleg ein. 

D.  

Mit Schreiben vom 12. September 2013 stellte das BFM fest, es fehlten 

vorliegend den volljährigen Kindern der Beschwerdeführerin 1 (Beschwer-

deführende [...]) klar zurechenbare Willensäusserungen, mit welchen die-

se zu erkennen geben würden, dass sie die Schweiz wegen asylrelevan-

ter Verfolgung um Schutz ersuchen würden. Demnach würden keine zu-

lässig gestellten Asylgesuche dieser Personen vorliegen. Demnach wur-

de den Beschwerdeführenden (...) Gelegenheit gegeben, innert Frist eine 

mit ihrer Unterschrift versehene Stellungnahme zum beiliegenden Frage-

katalog einzureichen. 

E.  

Mit von allen Beschwerdeführenden unterzeichneter Eingabe vom 22. Ja-

nuar 2014 – eingegangen bei der Schweizer Botschaft im Khartum am 

9. Februar 2014 – wurden ergänzende Ausführungen zu ihren Asylgrün-

den gemacht und eine Reihe von Beweismitteln eingereicht. 

E-3807/2014 

Seite 3 

F.  

Die Beschwerdeführenden brachten zur Begründung ihrer Asylgesuche 

im Wesentlichen vor, die aus B._______, Eritrea, stammende Beschwer-

deführerin 1 sei im Jahre 1977 zusammen mit ihrer Mutter wegen des 

damaligen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Armeen 

Äthiopiens und Eritreas in den Sudan geflohen. Sie sei dort vom Amt des 

Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) als 

Flüchtling anerkannt worden und habe seither in verschiedenen Flücht-

lingslagern im Sudan gelebt. Im Sudan habe sie einen Flüchtling äthiopi-

scher Staatsangehörigkeit geheiratet, welcher im Jahre (…) verstorben 

sei. Er sei der Vater der im Sudan geborenen Beschwerdeführenden (...), 

welche demnach äthiopische Staatsangehörige seien. Eine Rückkehr sei 

weder nach Eritrea noch nach Äthiopien möglich, da Personen gemisch-

ter Herkunft in beiden Ländern gehasst und sie keine Unterstützung er-

halten würden. Sie hätten weder in Eritrea noch in Äthiopien oder im Su-

dan ein Beziehungsnetz. Im Flüchtlingslager C._______, wo sie sich seit 

2008 aufhalten würden, sei ihre Sicherheit gefährdet und sie hätten wirt-

schaftliche und soziale Probleme. Die Beschwerdeführerinnen (...) wür-

den immer wieder sexuell belästigt. Die Beschwerdeführerin 1 und der 

Beschwerdeführer 2 seien im (…) 2010 von Angehörigen des sudanesi-

schen Sicherheitspersonals des Lagers festgehalten und misshandelt 

worden, weil sie ihre Töchter beziehungsweise Schwestern vor sexuellen 

Übergriffen hätten schützen wollen. Die Beschwerdeführerin 4 sei am (…) 

2011 von einem Sicherheitsbeamten vergewaltigt und dadurch trau-

matisiert worden. Zudem würden die Rashaida-Nomaden Flüchtlinge aus 

dem Lager entführen um Lösegelder zu erpressen. Ihre seit (…) 2010 

verschwundene Tochter beziehungsweise Schwester D._______ sei mög-

licherweise Opfer der Entführer geworden. Sie würden ferner auch wegen 

ihrer christlichen Glaubenszugehörigkeit diskriminiert, insbesondere seit 

der Sezession des Südsudan. Ihre wirtschaftliche Situation sei sehr 

schlecht, weil sie keine Arbeitsbewilligung erhalten könnten und das 

UNHCR sie nicht mehr mit Lebensmitteln versorge. Die Beschwerdefüh-

rerin 1 leide unter hohem Blutdruck, erhalte aber keine richtige medika-

mentöse Behandlung. Sie hätten weder im Sudan noch in einem anderen 

Drittstaat Bezugspersonen, auf deren Unterstützung sie zählen könnten. 

G.  

Mit Verfügung vom 26. April 2014 – den Beschwerdeführenden am 

12. Juni 2014 eröffnet – verweigerte das BFM ihnen die Einreise in die 

Schweiz und lehnte ihre Asylgesuch ab.   

E-3807/2014 

Seite 4 

Das BFM führte zur Begründung im Wesentlichen aus, die Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhalts erfordere vorliegend die Anwesenheit der 

Beschwerdeführenden in der Schweiz nicht, und es könne davon ausge-

gangen werden, dass keine unmittelbare Gefährdung vorliege, die ihre 

Einreise in die Schweiz als notwendig erscheinen lasse. Für den Fall, 

dass die Beschwerdeführerin 1 vor Kampfhandlungen in Äthiopien in den 

Sudan geflohen sei, sei festzustellen, dass im Rahmen eines Krieges 

oder einer Situation allgemeiner Gewalt erlittene Nachteile keine Verfol-

gung im Sinne des Asylgesetzes darstellen würden, soweit sie nicht ge-

zielt gewesen seien. Den Ausführungen der Beschwerdeführerin seien 

keine konkreten und glaubhaften Anhaltspunkte für eine Verfolgung im 

Sinne von Art. 3 AsylG im Zeitpunkt ihrer Ausreise aus Äthiopien zu ent-

nehmen. Die Beschwerdeführenden (...) seien im Sudan geboren und 

hätten nie in Äthiopien oder Eritrea gelebt. Ihre Asylgesuche seien dem-

zufolge abzulehnen. Ohne zu verkennen, dass die Lage für eritreische 

und äthiopische Flüchtlinge im Sudan schwierig sei, seien im Weiteren 

keine Anhaltspunkte dafür zu erkennen, dass ein weiterer Verbleib im Su-

dan nicht zumutbar oder möglich wäre. Es sei den Beschwerdeführenden 

zuzumuten, sich weiterhin im Flüchtlingslager aufzuhalten, welchem sie 

zugeteilt worden seien und wo sie die nötige Versorgung erhalten wür-

den. Es sei davon auszugehen, dass kein wirkliches Verfolgungsinteresse 

seitens möglicher Entführer bestehe. Ferner seien die Sicherheitsvorkeh-

rungen in den Lagern in den letzten Monaten verstärkt worden. Bezüglich 

der vorgebrachten Vergewaltigung der Beschwerdeführerin 4 sei darauf 

hinzuweisen, dass eine Asylgewährung nicht dem Ausgleich erlittenen 

Unrechts diene. Da sie seit diesem Vorfall offenbar nicht mehr behelligt 

worden sei, habe sie nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit zu-

künftiger Verfolgung zu rechnen. Gewisse Schwierigkeiten im Sudan we-

gen der Religionszugehörigkeit könnten nicht von Vornherein ausge-

schlossen werden; im Sudan herrsche jedoch keine allgemeine und staat-

liche Unterdrückung oder Verfolgung von Christen. Zudem würden die 

Beschwerdeführenden seit längerer Zeit im Sudan leben, ohne dass es 

zu konkreten Zwischenfällen gekommen wäre. Die Beschwerdeführerin 1 

habe die Möglichkeit, sich für die von ihr benötigte medizinische Behand-

lung an das UNHCR zu wenden. Eine schwierige Lebenssituation und 

humanitäre Überlegungen seien, sofern – wie vorliegend – keine akute 

Gefährdung bestehe, kein Grund für die Bewilligung der Einreise in die 

Schweiz.  

  

E-3807/2014 

Seite 5 

H.  

Mit Eingabe vom 25. Juni 2014 – via schweizerische Vertretung (Eingang 

26. Juni 2014) – erhoben die Beschwerdeführenden beim Bundesverwal-

tungsgericht Beschwerde gegen die Verfügung des BFM und beantrag-

ten, es sei ihnen das Asyl in der Schweiz zu gewähren und die Einreise in 

die Schweiz zu bewilligen. 

Zur Begründung führten sie namentlich aus, die Beschwerdeführerin 1 sei 

aus Furcht vor Zwangsrekrutierung durch die äthiopische Armee oder die 

eritreischen Milizen in den Sudan geflohen. Sie sei demnach durch die 

damalige Kriegssituation individuell betroffen gewesen. Im Übrigen sei sie 

nicht aus Äthiopien sondern aus Eritrea geflohen. Da sich die allgemeine 

Situation in Eritrea sowie in Äthiopien zwischenzeitlich völlig verändert 

habe, sei ihnen eine Rückkehr in beide Länder nicht mehr möglich. In 

Eritrea würden Personen äthiopischer Herkunft und in Äthiopien solche 

eritreischer Abstammung diskriminiert. Zudem würden in Eritrea die jun-

gen Personen zum Militärdienst für eine unabsehbare Zeitdauer zwangs-

rekrutiert. Ferner seien sie auch im Sudan einer drohenden Lebensgefahr 

ausgesetzt. Es sei bekannt, dass die Situation in den Flüchtlingslagern 

lebensgefährlich sei. Sie würden befürchten, dasselbe Schicksal wie die 

verschwundene Tochter beziehungsweise Schwester zu erleiden. Die La-

ger könnten von eritreischen Sicherheitskräften ohne weiteres infiltriert 

werden und viele Flüchtlinge würden entführt. Weder die sudanesische 

Polizei, das Sicherheitspersonal der Lager noch das UNHCR könnten 

den Flüchtlingen in den Lagern Schutz gewähren. Vielmehr würden die 

sudanesischen Behörden in grossem Ausmass Flüchtlinge festnehmen 

und nach Eritrea oder Äthiopien deportieren. Die willkürliche Festnahme 

und Misshandlung der Beschwerdeführerin 1 und des Beschwerdeführers 

2 seien eindeutige Belege dafür, dass ihr Leben sowie ihre Freiheit im 

Sudan in Gefahr seien. Die Beschwerdeführerin 4, welche vergewaltigt 

worden sei, ersuche nicht um eine Wiedergutmachung, sondern um 

Schutz gegen zukünftige derartige Übergriffe, vor welchen sie ständige 

Furcht habe. Im Weiteren gebe es im Sudan eine ernstzunehmende Ver-

folgung aus religiösen Gründen, vor allem von Flüchtlingen. Alle Nicht-

Muslimen würden diskriminiert, auch die sudanesischen Christen. Als 

Flüchtlinge hätten sie im Sudan kein Recht, legal zu arbeiten. Sie fänden 

gelegentlich Arbeit als Tagelöhner, würden dabei aber riskieren, festge-

nommen und deportiert zu werden.   

  

E-3807/2014 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet.  

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 

BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 

AsylG). 

1.3 Die Beschwerde wurde in englischer Sprache und somit nicht einer 

Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung einer Frist zur 

Beschwerdeverbesserung oder auf die Einholung einer Übersetzung 

kann indessen aus prozessökonomischen Gründen praxisgemäss ver-

zichtet werden, da der Eingabe der Beschwerdeführenden genügend kla-

re, sinngemässe Rechtsbegehren und deren Begründung zu entnehmen 

sind und ohne Weiteres – die zu beurteilende Sachlage ist rechtsge-

nüglich erstellt – darüber befunden werden kann. 

1.4 Die Beschwerde ist frist- und nach dem Gesagten auch formgerecht 

eingereicht. Die Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vor-

instanz teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders 

berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-

ziehungsweise Änderung; sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde 

legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

1.5 Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

  

E-3807/2014 

Seite 7 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung des Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Das vorliegende Verfahren ergeht gestützt auf die Übergangsbestimmung 

zur Änderung des Asylgesetzes vom 28. September 2012 (von der Bun-

desversammlung als dringlich erklärt und am 29. September 2012 in Kraft 

getreten), wonach für Asylgesuche, die im Ausland vor dem Inkrafttreten 

der Änderung vom 28. September 2012 gestellt worden sind, die Artikel 

12, 19, 20, 41 Abs. 2, 52 und 68 AsylG in der bisherigen Fassung des 

Asylgesetzes Geltung haben. 

5.  

5.1 Gemäss aArt. 19 AsylG kann ein Asylgesuch im Ausland bei einer 

Schweizerischen Vertretung gestellt werden, welche es mit einem Bericht 

an das Bundesamt überweist (aArt. 20 Abs. 1 AsylG). Die Vertretung führt 

mit der asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durch 

(aArt. 10 Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über Verfah-

rensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Ist dies nicht möglich, so wird die 

asylsuchende Person aufgefordert, ihre Asylgründe schriftlich festzuhal-

ten (aArt. 10 Abs. 2 AsylV 1). Eine Befragung kann sich erübrigen, wenn 

der Sachverhalt bereits aufgrund des eingereichten Asylgesuchs ent-

scheidreif erstellt ist; der asylsuchenden Person ist aber diesfalls das 

rechtliche Gehör zum absehbaren negativen Entscheid zu gewähren (vgl. 

BVGE 2007/30 E. 5.7 f.). 

5.2 Vorliegend wurden die Beschwerdeführenden aus Kapazitätsgründen 

nicht zu ihren Asylgründen befragt. Vor diesem Hintergrund forderte das 

BFM die Beschwerdeführenden in seinen Zwischenverfügungen vom 

10. Juni 2013 und 12. September 2013 auf, eine Reihe von offenen Fra-

gen schriftlich zu beantworten. Gleichzeitig gab es der Beschwerdeführe-

rin Gelegenheit zur Stellungnahme zu einer allfälligen Ablehnung ihres 

Asyl- und Einreisegesuchs. Die Beschwerdeführenden haben innert Frist 

entsprechende Eingaben zu den Akten gereicht. 

E-3807/2014 

Seite 8 

6.  

6.1 Einer Person, welche im Ausland ein Asylgesuch gestellt hat, ist die 

Einreise in die Schweiz zu bewilligen, wenn eine unmittelbare Gefahr für 

Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG 

glaubhaft gemacht wird (aArt. 20 Abs. 3 AsylG) – das heisst im Hinblick 

auf die Anerkennung als Flüchtling und die Asylgewährung – oder aber, 

wenn für die Dauer der näheren Abklärung des Sachverhalts ein weiterer 

Aufenthalt im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat oder die Ausreise in einen 

Drittstaat nicht zumutbar erscheint (aArt. 20 Abs. 2 AsylG). Asyl – und 

damit die Einreise in die Schweiz – ist zu verweigern, wenn keine Hinwei-

se auf eine aktuelle Gefährdung im Sinn von Art. 3 AsylG vorliegen oder 

ihr zuzumuten ist, sich in einem Drittstaat um Aufnahme zu bemühen 

(aArt. 52 Abs. 2 AsylG). 

6.2 Für die Erteilung einer Einreisebewilligung gelten restriktive Voraus-

setzungen, wobei den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zu-

kommt. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinn von Art. 3 AsylG 

sind mit Blick auf den Ausschlussgrund von aArt. 52 Abs. 2 AsylG na-

mentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die 

Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die prakti-

sche Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutz-

suche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimilationsmög-

lichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend für die Erteilung der 

Einreisebewilligung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betreffenden 

Person, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinn von 

Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthalts-

ort für die Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. 

BVGE 2011/10 E. 3.3 S. 126). 

7.  

7.1 Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr 

in ihre Herkunftsländer – Eritrea beziehungsweise Äthiopien – einer Ge-

fährdung im Sinn von Art. 3 AsylG ausgesetzt wären. Was die geltend 

gemachten Schwierigkeiten der Beschwerdeführerin 1 vor ihrer Ausreise 

aus dem damaligen äthiopischen Staatsgebiet im Jahre 1977 betrifft, 

schliesst sich das Bundesverwaltungsgericht den Erwägungen der Vorin-

stanz an, wonach keine konkreten Anhaltspunkte für eine gezielte Verfol-

gung vorliegen. Solche können insbesondere in der nicht weiter substan-

ziierten Behauptung, sie habe eine Zwangsrekrutierung befürchtet, nicht 

erblickt werden. Folglich ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwer-

deführerin 1 mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit mit zukünftigen Verfol-

E-3807/2014 

Seite 9 

gungsmassnahmen durch die heimatlichen Behörden zu rechnen hat. 

Auch im Falle der Beschwerdeführenden (...), welche im Sudan geboren 

wurden und bisher nie in Kontakt zu den eritreischen oder äthiopischen 

Behörden standen, lassen sich den Akten keine konkreten Hinweise auf 

eine objektiv begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung entneh-

men. Zumal sie sich als äthiopische Staatangehörige bezeichnen (vgl. 

UNHCR-Flüchtlingsausweise) vermag der Verweis auf das Risiko einer 

Zwangsrekrutierung in Eritrea nicht zu überzeugen. Im Weiteren besteht 

kein Anlass zur Annahme, sie würden aufgrund ihrer gemischt-ethnischen 

Herkunft in Äthiopien oder in Eritrea Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG 

zu befürchten haben (vgl. BVGE 2011/25 E. 5) und auch der geltend ge-

machte Mangel an Unterstützung und das Fehlen eines sozialen Netzes 

kann nicht als asylrelevante Gefährdung qualifiziert werden.     

7.2 Zusammenfassend ist festzustellen, dass hinsichtlich der Situation in 

den mutmasslichen Herkunftsländern der Beschwerdeführenden keine 

Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegt. Die Asyl- und Einreisege-

suche der Beschwerdeführenden sind somit unbesehen von der Frage 

einer Beziehungsnähe zur Schweiz und ohne nähere Prüfung, inwiefern 

ein Verbleib für sie im Sudan zumutbar ist, abzulehnen.   

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Das BFM hat die Asyl-

gesuche und die Gesuche um Einreise in die Schweiz zu Recht abge-

lehnt. Die Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Aus 

verwaltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 

in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt (VGKE, SR 173.320.2) ist indessen auf die Erhebung von Verfah-

renskosten zu verzichten. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das BFM und die 

Schweizer Botschaft im Sudan. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Markus König Nicholas Swain 

 

 

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