# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a8302f29-584b-5676-86ad-4ca58b8f55ea
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 08.06.2015 SK2 2015 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2015-9_2015-06-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 8. Juni 2015 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 15 9 10. Juni 2015

Verfügung
II. Strafkammer

Vorsitz Hubert
Aktuar Hitz

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, 

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 3. März 2015, 
mitgeteilt am 5. März 2015, in Sachen des Y._____, Beschwerdegegner, 

betreffend Drohung etc.,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. Am 27. April 2014 kam es zwischen den Brüdern Y._____ und X._____ an 
der _____strasse in O.1_____, wo beide bei ihren Eltern wohnten, zu einer Aus-
einandersetzung. X._____ meldete um 13:05 Uhr der Einsatzleitzentrale der Kan-
tonspolizei Graubünden, dass er von seinem Bruder mit einem Messer bedroht 
worden sei. Die Polizei rückte in der Folge an den Tatort aus. X._____ und 
Y._____ stellten am 27. April 2014 gegenseitig Strafanträge wegen dieser Ausein-
andersetzung. Die Ermittlungen ergaben gemäss der Staatsanwaltschaft 
Graubünden Folgendes (vgl. act. E.1):

"1. Y._____, Jahrgang 1983, und X._____, Jahrgang 1985, wohnten bei-
de zum Tatzeitpunkt bei ihren Eltern. X._____ war seit über zehn Jah-
ren arbeitslos. Sein Lebensunterhalt wurde von seinen Eltern finan-
ziert. Er verliess die Wohnung nur selten. X._____ sprach seit vielen 
Jahren weder mit seinem Bruder noch mit seinem Vater. Am 27. April 
2014 war X._____, nachdem er sein Mittagessen gekocht und geges-
sen hatte, in sein Zimmer gegangen. Während nun Y._____ und die 
Eltern A._____ und B._____ ihre Mittagessen zubereiteten, erklärte 
Y._____ sinngemäss, dass es so nicht weitergehe und X._____ in ei-
nem Monat aus dem Haus geworfen werde. X._____ hatte dies gehört. 
Betreffend den weiteren Verlauf widersprechen sich die Aussagen von 
Y._____ und X._____ teilweise. 

2. Gemäss X._____ ging er, nachdem er die Äusserungen seines Bru-
ders gehört hatte, die Treppe hinunter und schrie diesen in einem Ab-
stand von etwa fünf Metern an, worauf Y._____ sich umdrehte und ihn 
am Hals packte, wogegen er sich wehrte und ihn ebenfalls am Hals 
packte. Nachdem die Eltern dazwischen gegangen seien, sei Y._____ 
zum Sofa gegangen, wo er ein Messer mit einer etwa 30 cm langen 
Klinge geholt habe. Er sei dann mit dem gegen ihn gerichteten Messer 
in der erhobenen Hand auf ihn losgerannt. Er, X._____, habe in sein 
Zimmer fliehen können, wo er der Einsatzzentrale der Polizei telefo-
nierte. Die Mutter habe ihm noch zugerufen, dass er losrennen solle 
(act. 4.11 und 4.15). Seine anfängliche Aussage, dass er gesehen ha-
be, wie Y._____ ihm mit dem Messer in der Hand die Treppe hoch-
rannte, korrigierte er während der Einvernahme und sagte, dass er 
sich bezüglich des Nachrennens mit dem Messer nicht sicher sei (act. 
4.11 Frage 2 und Frage 21). 

Gemäss Y._____ sei X._____ plötzlich hinter ihm gestanden, während 
er die Spargeln rüstete. Er habe ihn lauthals, jähzornig und äusserst 
aggressiv angeschrien und ihn beschimpft. Dann habe er sich umge-
dreht und eine extreme Wut in den Augen seines Bruders erkannt. 
X._____ habe ihn am T-Shirt gepackt. Er habe daraufhin X._____ 
auch am T-Shirt gepackt. Er habe nach hinten nach dem Messer ge-
griffen. Er habe dies hinter sich, von ihnen abgewandt in der Hand ge-
halten. Dies weil er nicht wusste, was sein Bruder nun tun würde. Er 
sei der Meinung, dass er das Messer in der Küche hingelegt habe, be-
vor er dem Bruder in das obere Stockwerk gefolgt sei (act. 4.12). 

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In der Konfronteinvernahme vom 10. November 2014 erklärte 
X._____, dass es stimme, dass er aggressiv hinter Y._____ gestanden 
sei und ihn angeschrien habe. Y._____ sei mit dem Messer bis auf ei-
ne Distanz von etwa einem Meter auf ihn zugekommen. Er erklärte 
zudem, dass er, während er das Eintreffen der Polizei abwartete, 
gehört habe, wie sein Vater und Y._____ sich absprachen, dass 
Y._____ das Messer nicht gegen X._____ gerichtet habe. Y._____ er-
klärte in dieser Einvernahme, dass er das Messer vom Spargelnrüsten 
die ganze Zeit bereits in der Hand gehabt habe. Er habe es hinter sei-
nem Rücken gehalten. Er habe es seinem Vater gegeben, bevor er ins 
obere Stockwerk lief (act. 4.15).

3. Im Verlauf der Untersuchung liessen sich die Aussagen von Y._____ 
nicht rechtsgenüglich widerlegen:

A._____ erklärte, dass X._____ wie eine Furie in die Küche gekom-
men sei. Er habe ihn noch nie so aggressiv gesehen. X._____ habe 
Y._____ wutentbrannt angebrüllt, sei auf Y._____ losgegangen und 
habe ihn am T-Shirt gepackt. Y._____ habe dann X._____ ebenfalls 
an den Kleidern gepackt und ihn weggestossen. Y._____ habe das 
Rüstmesser verdeckt in der rechten Hand, mit der Spitze nach hinten 
gerichtet, gehalten. Y._____ habe ihm später gesagt, dass er vor 
X._____ und dessen aggressivem Auftreten wirklich grosse Angst ge-
habt und daher das Messer ergriffen habe. Y._____ habe ihm das 
Messer in die Hand gedrückt, bevor er X._____ hinterherlief. A._____ 
erklärte in der Zeugen-Einvernahme vom 2. Februar 2015, dass er 
sich ganz sicher sei, dass X._____ zuerst Y._____ am T-Shirt gepackt 
habe. Y._____ habe das Messer für die Spargeln in der Hand, hinter 
dem Rücken, gehabt. Die Klinge des Messers sei nicht gegen X._____ 
gerichtet gewesen (act. 4.17). 

Die Mutter, B._____, erklärte, dass X._____ sehr aufgebraust und 
ausser sich vor Wut heruntergekommen sei und Y._____ angeschrien 
habe. Y._____ habe sich anfänglich ruhig verhalten. Als er sich umge-
dreht habe, habe X._____ Y._____ am Hals gepackt, worauf Y._____ 
ihn wegstiess. Es habe sich ein Gerangel ergeben. Y._____ habe 
dann von hinten ein Messer behändigt. Dieses habe er in seiner rech-
ten Hand, die Klinge nach hinten gerichtet, gehalten. Bevor Y._____ 
seinem Bruder nachgelaufen sei, habe er das Messer dem Vater in die 
Hand gedrückt. B._____ erklärte in der Zeugen-Einvernahme vom 2. 
Februar 2015, dass Y._____ das Messer seitlich, die Klinge nach un-
ten, gehalten habe. Er habe das Messer bereits in der Hand gehabt, 
als X._____ hinzukam. Er habe das Messer nicht gegen seinen Bruder 
gerichtet gehabt. Sie habe X._____ auch nicht zugerufen, zu rennen 
(act. 4.18).

Gemäss dem Polizeirapport von Wm mbA C._____, welcher aufgrund 
der Meldung an die Einsatzleitzentrale an den Tatort ausgerückt war, 
seien die Eltern beim Eintreffen der Polizei weinerlich gewesen. 
X._____ habe vom Obergeschoss heruntergerufen, dass sein Bruder 
ihn habe umbringen und aufschlitzen wollen. X._____ habe seine Mut-
ter dazu aufgerufen, seine Aussagen zu bestätigen. Diese habe jedoch 
entgegnet, dass dies doch gar nicht stimme und er nun endlich ruhig 
sein solle (act. 4.1)."

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B. Mit Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 3. März 
2015, mitgeteilt am 5. März 2015, wurde Folgendes verfügt:

 "1. Das Strafverfahren gegen Y._____ wegen Drohung gemäss Art. 180 
Abs. 1 StGB sowie Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB wird 
eingestellt. 

2. Das Küchenmesser (Kantonspolizei Graubünden, Referenz GR 2014 4 
1583) wird A._____, _____strasse, O.1_____, zurückgegeben.

3. Die Verfahrenskosten trägt der Kanton. Eine Entschädigung wird nicht 
zugesprochen."

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass die Eltern im Strafverfahren die Darstel-
lung des Beschuldigten bestätigt hätten, nämlich dass X._____ ihn zuerst tätlich 
angegriffen und dass er das Messer nicht gegen X._____ gerichtet habe. Unbe-
stritten sei zudem, dass X._____ verbal sehr aggressiv Y._____ gegenübergetre-
ten sei, nachdem er in die Küche gekommen sei. Da bezüglich Tathergang nicht 
habe erstellt werden können, dass Y._____ das Messer gegen X._____ gerichtet 
habe, könne daraus auch nicht in subjektiver Hinsicht auf vorsätzliche Drohung 
geschlossen werden. Auch der Umstand, dass Y._____ das Messer aus der Hand 
gelegt habe, bevor er X._____ nachgerannt sei, spreche eher dafür, dass Y._____ 
in subjektiver Hinsicht nicht habe drohen wollen. Unter diesen Umständen gelänge 
es nicht, den rechtsgenüglichen Nachweis zu erbringen, dass Y._____ den Tatbe-
stand der Drohung erfüllt habe und betreffend die Tätlichkeit nicht nur abgewehrt 
habe. Da somit bei einer gerichtlichen Beurteilung ein Freispruch erwartet werden 
müsste und keine neuen Beweismittel ersichtlich seien, die das Beweisergebnis 
massgeblich beeinflussen könnten, sei das gegen Y._____ geführte Strafverfah-
ren wegen Drohung und Tätlichkeiten gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ein-
zustellen. Die Verfahrenskosten würden zulasten der Staatskasse gehen. Zufolge 
der nur geringfügigen Aufwendungen sei von einer Entschädigung abzusehen. 

C. Gegen diese Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden 
vom 3. März 2015 erhob X._____ am 12. März 2015 Beschwerde beim Kantons-
gericht von Graubünden mit dem sinngemässen Antrag um Aufhebung der ange-
fochtenen Einstellungsverfügung. 

D. Mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden vom 25. März 2015 wurde X._____ als Privatkläger gestützt auf 
Art. 383 Abs. 1 StPO aufgefordert, dem Kantonsgericht bis zum 8. April 2015 eine 
Sicherheitsleistung von Fr. 1'000.00 für Kosten und Entschädigungen zu überwei-
sen. 

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E. Mit Verfügung des Vorsitzenden der II. Strafkammer des Kantonsgerichts 
von Graubünden betreffend Sicherheitsleistung vom 7. April 2015 wurde dem Ge-
such von X._____ vom 12. März (Poststempel 31. März) 2015 um Gewährung von 
Ratenzahlungen im Sinne der Erwägungen entsprochen. Die erste Rate von Fr. 
500.00 sei bis zum 15. April 2015, die zweite Rate von Fr. 500.00 bis zum 15. Mai 
2015 zu bezahlen. Sofern die Raten nicht fristgerecht geleistet würden, trete das 
Kantonsgericht nicht auf die Beschwerde ein. Die Sicherheitsleistung von Fr. 
1'000.00 ging in zwei Raten von je Fr. 500.00 am 16. April 2015 und 8. Mai 2015 
beim Kantonsgericht ein. 

F. Auf die weitergehenden Ausführungen in der angefochtenen Einstellungs-
verfügung sowie in der Beschwerde von X._____ wird, soweit erforderlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 322 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 393 Abs. 1 lit. a StPO kann 
gegen eine Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Beschwerde erhoben 
werden. Beschwerdeinstanz ist nach Art. 22 des Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) das Kantonsge-
richt von Graubünden. Ist ein Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder offen-
sichtlich begründet oder unbegründet, entscheidet die oder der zuständige Vorsit-
zende in einzelrichterlicher Kompetenz (vgl. Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisati-
onsgesetzes [GOG; BR 173.000]). Die Beschwerde vom 12. März 2015 erweist 
sich, wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen ergibt, als offensichtlich unbe-
gründet, weshalb der Vorsitzende der II. Strafkammer in einzelrichterlicher Kom-
petenz entscheidet. Die Beschwerdefrist gegen eine staatsanwaltschaftliche Ein-
stellungsverfügung beträgt zehn Tage (vgl. Art. 322 Abs. 2 StPO). Gemäss Art. 
396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde schriftlich und begründet bei der Beschwer-
deinstanz einzureichen. Die Beschwerde vom 12. März 2015 (vgl. act. A.1) erweist 
sich als fristgerecht. Zu prüfen ist, ob diese dem Begründungserfordernis der Be-
schwerde genügt. 

a) Die Rechtsmittelschrift muss von Gesetzes wegen eine Begründung enthal-
ten. Der Beschwerdeführer hat genau anzugeben, welche Punkte des Entscheides 
er anficht (vgl. Art. 385 Abs. 1 lit. a StPO). Der Beschwerdeantrag muss auf Ände-
rung bzw. Aufhebung einer oder mehrerer Dispositivpunkte lauten, sofern solche 
vorhanden sind. Beschwerde kann nur gegen das Dispositiv der angefochtenen 

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Verfahrenshandlung, nicht aber gegen die Erwägungen geführt werden. Dabei hat 
der Beschwerdeführer zum Ausdruck zu bringen, in welchem Sinne er die ange-
fochtene hoheitliche Verfahrenshandlung geändert haben möchte. Die Beschwer-
de hat sich insbesondere darüber zu äussern, welche Gründe einen anderen Ent-
scheid nahe legen (vgl. Art. 385 Abs. 1 lit. b StPO). In der Begründung ist schlüs-
sig zu behaupten, dass und weshalb ein Beschwerdegrund gegeben ist. In der 
Beschwerdebegründung muss auch das Vorliegen der Beschwerdevoraussetzun-
gen (wie etwa der Legitimation) dargetan werden. Die Anforderungen an die Be-
schwerdebegründung dürfen zwar nicht überspannt werden, doch hat sich die Be-
gründung zumindest in minimaler Form mit der angefochtenen hoheitlichen Ver-
fahrenshandlung auseinanderzusetzen (vgl. Patrick Guidon, Die Beschwerde 
gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, Zürich/St. Gallen 2011, N. 392 mit 
Hinweis auf BGE 131 II 449 E. 1.3). Daran mangelt es, wenn die Richtigkeit der 
tatsächlichen oder rechtlichen Erwägungen der angefochtenen Handlung nur pau-
schal bestritten wird. Die Gründe, welche einen anderen Entscheid nahelegen, 
müssen sich grundsätzlich aus der Beschwerdeschrift selbst ergeben. Als unge-
nügend angesehen werden deshalb allgemeine Verweise auf Ausführungen in 
Rechtsschriften anderer Verfahren oder gar auf die Gesamtheit der Akten, da es 
nicht Aufgabe der Beschwerdeinstanz sein könne, in Eingaben an andere Behör-
den oder anderen Verfahren nach Beschwerdegründen samt der dazugehörigen 
Anträge zu suchen (vgl. Patrick Guidon, a.a.O., N. 394 m.w.H.). Schliesslich ist 
genau anzugeben, welche Beweismittel angerufen werden (vgl. Art. 385 Abs. 1 lit. 
c StPO; zum Ganzen auch Patrick Guidon, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Art. 196-457 StPO, 2. 
Aufl., Basel 2014, N. 9 ff. zu Art. 396 StPO [zit. Basler Kommentar zur StPO] und 
Martin Ziegler/Stefan Keller, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 1. ff zu Art. 
385 StPO). 

b) Die Anforderungen an die Begründung der Beschwerde sind relativ hoch. 
Dies ändert nichts daran, dass die Beschwerdeschrift selbst die Begründung im 
vorstehend umrissenen Sinne zu enthalten hat und eine nachträgliche Ergänzung, 
Vervollständigung oder Korrektur nicht zulässig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
1B_183/2012 vom 20. November 2012 E. 2). Namentlich von fachkundigen Per-
sonen wie Rechtsanwälten kann erwartet werden, dass sie die Beschwerde form-
gerecht einreichen. Entsprechend hat in diesen Fällen auch keine Nachfristanset-
zung gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO zu erfolgen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_130/2013 vom 3. Juni 2013 E. 3.2. und Martin Ziegler/Stefan Keller, in: Basler 
Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 4 zu Art. 385 StPO). Das Gleiche gilt grundsätz-

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lich auch für den juristischen Laien, der auf die Begründungsanforderungen in der 
Rechtsmittelbelehrung aufmerksam gemacht wurde. Auch ein Laie hat sich 
gemäss Bundesgericht die Mühe zu nehmen, in der Beschwerde wenigstens kurz 
anzugeben, was an der angefochtenen Verfügung seiner Ansicht nach falsch ist. 
Zumindest aber ist er verpflichtet, sich unverzüglich und vor Ablauf der Frist in Be-
zug auf die Begründungsanforderungen zu erkundigen (vgl. Urteil des Bundesge-
richts 6B_872/2013 vom 17. Oktober 2013 E. 3.; Patrick Guidon, in: Basler Kom-
mentar zur StPO, a.a.O., N. 9e zu Art. 396 StPO und Andreas J. Keller, in: Do-
natsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozess-
ordnung (StPO), 2. Aufl., Zürich 2014, N. 15 zu Art. 396 StPO). 

c) Der Rechtsmittelbelehrung in der angefochtenen Einstellungsverfügung der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 3. März 2015 ist unter Hinweis auf Art. 393 
ff. StPO klar zu entnehmen, dass die Beschwerde schriftlich und begründet innert 
zehn Tagen beim Kantonsgericht von Graubünden einzureichen ist (vgl. act. E.1). 
Die Beschwerde von X._____ vom 12. März 2015 (vgl. act. A.1) genügt den so-
eben genannten Begründungsanforderungen nicht. Vorliegend beschränkt sich 
der Beschwerdeführer darauf, seine Aussagen, welche er anlässlich der polizeili-
chen und staatsanwaltschaftlichen Einvernahme zu Protokoll gab, zu wiederholen. 
Mit den Ausführungen der Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Einstellungs-
verfügung setzt er sich in seiner Beschwerde nicht auseinander. Dies, obwohl die 
Staatsanwaltschaft in der angefochtenen Einstellungsverfügung ausführte, wes-
halb nicht auf die Sachdarstellung des Beschwerdeführers abgestellt werden kön-
ne und weshalb seinem Bruder Y._____ kein strafrechtlich relevantes Verhalten 
nachgewiesen werden könne. Infolge der Nichteinhaltung der Begründungsanfor-
derungen kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden. Die Vor-
aussetzungen für eine Nachfristansetzung gemäss Art. 385 Abs. 2 StPO sind nicht 
gegeben, zumal, wie bereits erwähnt, in der Rechtsmittelbelehrung auf die Be-
gründungspflicht hingewiesen wurde. Es wäre bei Unklarheiten dem Beschwerde-
führer oblegen, sich in Bezug auf die Begründungsanforderungen zu erkundigen. 

2. Doch selbst wenn auf die Beschwerde eingetreten werden könnte, wäre 
diese abzuweisen. Der genaue Hergang des Ereignisses lässt sich nicht eruieren. 
Die Eltern bestätigten die Sachschilderung des beschuldigten Y._____, nämlich 
dass X._____ ihn zuerst tätlich angegriffen und dass er das Messer nicht gegen 
X._____ gerichtet habe (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft act. 4.13; 4.17; 4.14 
und 4.18). Betreffend die Behauptung, die Mutter habe anlässlich des Ereignisses 
dem Polizisten C._____ bestätigt, dass der Bruder mit dem Messer auf den Be-
schwerdeführer losgegangen sei, ist festzuhalten, dass dem Polizeirapport vom 1. 

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Mai 2014 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft act. 4.1, S. 4) etwas anderes zu ent-
nehmen ist. Darin hielt Wm mbA C._____ fest, dass X._____ seine Mutter dazu 
aufgerufen habe, seine Aussage, dass sein Bruder ihn habe umbringen und auf-
schlitzen wollen, zu bestätigen. Diese habe jedoch entgegnet, dass dies so doch 
gar nicht stimme und er nun endlich ruhig sein solle. Des Weiteren kann dem 
Rapport entnommen werden, dass seitens der Polizei nicht habe bewiesen wer-
den können, dass Y._____ das Küchenrüstmesser aktiv gegen seinen Bruder ein-
gesetzt habe oder ob er die wirkliche Absicht gehabt habe, damit auf seinen Bru-
der einzuwirken. Zudem sagte die Mutter B._____ anlässlich ihrer staatsanwalt-
schaftlichen Zeugen-Einvernahme vom 2. Februar 2015 aus, dass Y._____ das 
Messer seitlich, die Klinge nach unten, gehalten habe. Er habe das Messer bereits 
in der Hand gehabt, als X._____ hinzugekommen sei. Er habe das Messer nicht 
gegen seinen Bruder gerichtet (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft act. 4.18). Unter 
diesen Umständen gelingt es nicht, den rechtsgenüglichen Nachweis zu erbrin-
gen, dass Y._____ den Tatbestand der Drohung erfüllt hat und betreffend die Tät-
lichkeit nicht nur die Angriffe seines Bruders abwehrte. Bei einer gerichtlichen Be-
urteilung wäre somit mit einem Freispruch zu rechnen. Sodann sind auch keine 
neuen Beweismittel ersichtlich, die das Beweisergebnis massgeblich beeinflussen 
könnten. Namentlich ist der vom Beschwerdeführer thematisierte Einsatz eines 
Lügendetektors unzulässig (vgl. Sabine Gless, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], 
Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, Art. 1-195 StPO, 2. 
Aufl., Basel 2014, N. 66 f. zu Art. 140 StPO und Daniel Häring, N. 39 zu Art. 143 
StPO). Die Ausführungen und Begründung der Staatsanwaltschaft in der Einstel-
lungsverfügung vom 3. März 2015 sind somit korrekt und zu bestätigen. Die 
Staatsanwaltschaft hat demzufolge das gegen Y._____ geführte Strafverfahren 
wegen Drohung und Tätlichkeiten gestützt auf Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO zu Recht 
eingestellt. 

3. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 
ihres Obsiegens oder Unterliegens (vgl. Art. 428 Abs. 1 Satz 1 StPO). Da der Be-
schwerdeführer mit seinem Antrag vollends unterlegen ist, sind die Kosten des 
Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Gestützt auf den 
geltenden Gebührenrahmen von Fr. 1'000.00 bis Fr. 5'000.00 (Art. 8 der Verord-
nung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren [VGS; BR 350.210]) erscheint 
vorliegend eine Gebühr von Fr. 1'000.00 als angemessen. Diese wird mit der vom 
Beschwerdeführer geleisteten Sicherheitsleistung in der Höhe von Fr. 1'000.00 
verrechnet. Eine Parteientschädigung entfällt mangels Einholung einer Beschwer-
deantwort.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'000.00 gehen zu Lasten 
des Beschwerdeführers und werden mit der von ihm geleisteten Sicher-
heitsleistung in der Höhe von Fr. 1'000.00 verrechnet. 

Ausseramtliche Entschädigungen werden keine gesprochen.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 
Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an: