# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1eff49a4-066d-513e-bc5d-eb813d151a32
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-08-23
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 23.08.2018 UV 2017/28
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2017-28_2018-08-23.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2017/28

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.08.2018

Entscheiddatum: 23.08.2018

Entscheid Versicherungsgericht, 23.08.2018
Art. 39 UVG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV: Bejahung des 
Tatbestandes der Beteiligung an einer Schlägerei sowie eines 
Kausalzusammenhangs zwischen dem als Beteiligung an der Schlägerei zu 
qualifizierenden Verhalten und dem Unfall. Kürzung der Geldleistungen um 
das gesetzliche Minimum von 50% (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 23. August 2018, UV 2017/28).

Entscheid vom 23. August 2018

 

Besetzung                                                                      

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),

Versicherungsrichter Joachim Huber und Versicherungsrichterin

Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Katja Meili             

Geschäftsnr.                                                                                                                  

UV 2017/28          

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

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vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Fäh, Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand                                                                   

Taggeldleistungen

Sachverhalt

A.   

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherter) war als Mitarbeiter in der Elektromontage bei der 

B.___ AG tätig und dadurch obligatorisch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert, als er am 

29. Juli 2016 in einer Diskothek in C.___ in D.___ von drei Männern niedergeschlagen 

wurde und sich dabei eine dislozierte Jochbogenfraktur rechts, eine Nasenbeinfraktur 

sowie eine Contusio bulbi beidseits zuzog. Nach einer Erstversorgung im Klinikzentrum 

E.___ in D.___ wurde der Versicherte im Kantonsspital St. Gallen (KSSG) 

weiterbehandelt (Suva-act. 9, 12, 26, 32). Am 5. August 2016 wurden dort in der Hals-

Nasen-Ohrenklinik eine geschlossene Jochbogenreposition rechts sowie eine 

Nasenbeinreposition durchgeführt (Suva-act. 11 f.). Am 20. September 2016 musste 

eine weitere Jochbogenreposition rechts vorgenommen werden (Suva-act. 39). Den 

Akten liegen verschiedene ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen bei (Suva-act. 

12, 17 f., 27, 40, 50).

A.b  Mit Verfügung vom 10. Oktober 2016 teilte die Suva dem Versicherten mit, dass 

die Taggeldleistungen an ihn wegen des Zwischenfalls vom 29. Juli 2016 in D.___ um 

50% gekürzt würden. Die Pflegeleistungen (Heilkosten) seien von dieser Sanktion nicht 

betroffen. Der Taggeldanspruch beginne am 1. August 2016 (Suva-act. 43).

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B.   

Die gegen diese Verfügung am 8. November 2016 erhobene (Suva-act. 53) und am 12. 

Dezember 2016 begründete Einsprache (Suva-act. 60) wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 14. März 2017 ab (Suva-act. 65).

C.  

C.a Gegen diesen Einspracheentscheid liess der Versicherte (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) durch seinen Rechtsvertreter, Rechtsanwalt lic. iur. A. Fäh, St. 

Gallen, mit Eingabe vom 28. April 2017 Beschwerde erheben mit dem Antrag, der 

Einspracheentscheid der Suva (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) vom 14. März 2017 

betreffend die Verfügung vom 10. Oktober 2016 sei aufzuheben und dem 

Beschwerdeführer sei rückwirkend per 1. August 2016 ein ungekürztes Taggeld 

(zuzüglich 5% Zins) auszurichten; unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b In der Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2017 beantragte die Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) Abweisung der Beschwerde und Bestätigung des angefochtenen 

Einspracheentscheids (act. G 3).

C.c Mit Replik vom 5. Juli 2017 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers an 

seinem Antrag fest (act. G 5).

C.d Die Beschwerdegegnerin hat auf die Einreichung einer Duplik verzichtet (act. G 6 

f.).

Erwägungen

1.   

Am 1. Januar 2017 sind die revidierten Bestimmungen des Bundesgesetzes über die 

Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der Verordnung über die Unfallversicherung 

(UVV; SR 832.202) in Kraft getreten. Gemäss Abs. 2 der Übergangsbestimmungen zur 

Änderung vom 25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die 

sich vor deren Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

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Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend finden 

daher, nachdem ein Ereignis vom 29. Juli 2016 zur Diskussion steht, die bis 31. 

Dezember 2016 gültigen Bestimmungen Anwendung.

2.   

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen an den 

Beschwerdeführer aufgrund des Zwischenfalls vom 29. Juli 2016 in Kroatien zu Recht 

um 50% gekürzt hat.

3.   

3.1  Gemäss Art. 39 UVG kann der Bundesrat aussergewöhnliche Gefahren und 

Wagnisse bezeichnen, die in der Versicherung der Nichtberufsunfälle zur Verweigerung 

sämtlicher Leistungen oder zur Kürzung der Geldleistungen führen, wobei die Kürzung 

oder Verweigerung in Abweichung von Art. 21 Abs. 1-3 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) geordnet werden 

kann. Von dieser Kompetenz hat der Bundesrat in Art. 49 UVV Gebrauch gemacht. 

Nach dessen Abs. 2 werden die Geldleistungen um mindestens die Hälfte gekürzt für 

Nichtberufsunfälle, die sich bei Beteiligung an Raufereien und Schlägereien ereignen, 

es sei denn, die versicherte Person sei als Unbeteiligte oder bei Hilfeleistung für eine 

wehrlose Person durch die Streitenden verletzt worden (lit. a; vgl. ALFRED MAURER, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2., unveränderte Aufl. Bern 1989, S. 504 ff.; 

UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2015, N 176 ff. zu Art. 21 

ATSG).

3.2  Eine Leistungskürzung nach Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV ist nur zulässig, wenn 

zwischen dem als Beteiligung an einer Rauferei oder Schlägerei zu qualifizierenden 

Verhalten und dem Unfall ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht 

(SVR 1995 UV Nr. 29 S. 86 E. 2d mit Hinweisen). Die Beurteilung der Adäquanz im 

Besonderen hat retrospektiv zu erfolgen. Es ist zu fragen, ob und inwiefern die objektiv 

unter Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV fallende Handlung als eine wesentliche Ursache des 

Unfalls erscheint. Die Antwort ist dann bejahend, wenn die spezifischen Gefahren des 

allenfalls zu sanktionierenden Verhaltens der versicherten Person sich beim 

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Unfallereignis konkret ausgewirkt haben und nach der allgemeinen Lebenserfahrung 

und dem gewöhnlichen Lauf der Dinge geeignet sind, einen Unfall von der Art des 

eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis 

allgemein als begünstigt erscheint. Dabei ist auch ein gewisser zeitlicher 

Zusammenhang notwendig (RKUV 1995 Nr. U 214 S. 88 E. 6a; ALEXANDRA RUMO-

JUNGO, Die Leistungskürzung oder -verweigerung gemäss Art. 37-39 UVG, Diss. 

Freiburg 1993, S. 278 ff.).

3.3  Die Verwaltung als verfügende Instanz und - im Beschwerdefall - das Gericht darf 

eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn es von ihrem Bestehen 

überzeugt ist. Der Entscheid ist, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse 

Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. 

Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen 

möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (vgl. KIESER, a.a.O., 

N 9 ff. zu Art. 43 ATSG; BGE 126 V 360 E. 5b mit Hinweisen). Der 

Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat 

das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht 

uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 

125 V 195 E. 2 mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast 

im Sinne einer Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im 

Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur 

insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. 

Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 264 E. 3b mit Hinweisen). - Im vorliegenden 

Fall ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer am 29. Juli 2016 einen 

Nichtberufsunfall erlitten hat, der eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

auslöste. Diese hat jedoch die Leistungen gestützt auf Art. 39 UVG in Verbindung mit 

Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV gekürzt. Die Beweislast für die Erfüllung des 

Kürzungstatbestands trägt die Beschwerdegegnerin, d.h. bei diesbezüglicher 

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Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu ihren Lasten aus (vgl. KIESER, a.a.O., N 39 f. zu 

Art. 43 ATSG).

4.   

Das Geschehen in einer Diskothek in C.___ vom 29. Juli 2016 ergibt sich aus den vom 

Beschwerdeführer gegenüber dem zuständigen Richter des 

Ordnungswidrigkeitsgerichts in E.___ am 1. August 2016 (Vernehmungsprotokoll [Suva-

act. 31-4 ff.]) sowie gegenüber der Beschwerdegegnerin am 6. Oktober 2016 

gemachten Angaben (Bericht [Suva-act. 42]). Auch die Freundin des 

Beschwerdeführers, die vor Ort anwesend gewesen war, wurde am 1. August 2016 

durch den oben genannten Richter als Zeugin befragt (Suva-act. 31-7 f.). Ihre Aussage 

stimmen mit denjenigen des Beschwerdeführers überein, wobei sie wegen eines 

Toilettenbesuchs nicht den gesamten Verlauf miterlebt hatte. Vorliegend besteht kein 

Grund, den in den Vernehmlassungsprotokollen des Richters bzw. im Bericht der 

Beschwerdegegnerin beschriebenen Sachverhalt in Zweifel zu ziehen. Während die 

Beschwerdegegnerin geltend macht, der Beschwerdeführer habe sich an einer 

Rauferei/Schlägerei beteiligt und habe dabei Verletzungen erlitten (vgl. act. G 3, II./2.), 

argumentiert dessen Rechtsvertreter, der Beschwerdeführer sei völlig unerwartet von 

drei Security-Männern der Diskothek brutal zusammengeschlagen und verletzt worden, 

ohne dass irgendwann irgendwelche körperlichen und verbalen Aggressionen bzw. 

Provokationen vom Beschwerdeführer ausgegangen seien (act. G 1, IV./6.). Die 

Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Einspracheentscheid die Inhalte der 

obgenannten Vernehmlassungsprotokolle des zuständigen Richters des 

Ordnungswidrigkeitsgerichts von E.___ sowie des Berichts der Beschwerdegegnerin 

weitestgehend wortgetreu dar (Suva-act. 65, Erwägungen 2.a./aa.-cc.); darauf ist zu 

verweisen. Diese Inhalte sowie zusätzlichen Äusserungen der Beteiligten werden - 

soweit entscheidnotwendig - nachfolgend beleuchtet.

5.   

5.1  Laut Angaben des Beschwerdeführers gegenüber dem Richter und der 

Beschwerdegegnerin hat ihm ein "Ordner" (Security-Mitarbeiter) der Diskothek eine 

Ohrfeige ausgeteilt, worauf der Beschwerdeführer diesen mit den Händen von sich 

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wegstiess. In der Folge seien der "Ordner" sowie weitere Männer (zuerst zwei, dann 

drei) auf ihn losgegangen und hätten ihn körperlich angegriffen. Sie hätten ihn mit 

Händen und Füssen am ganzen Körper geschlagen. Gegenüber dem Richter schilderte 

der Beschwerdeführer zudem, dass er den "Ordner" - nachdem er ihn weggestossen 

habe - auch mit der Faust geschlagen habe (Suva-act. 31-5, 42). Die Freundin des 

Beschwerdeführers hatte zwar letzteres nicht beobachtet, bestätigte jedoch gegenüber 

dem Richter die Ohrfeige des "Ordners", und dass die Männer körperlich auf ihren 

Freund losgegangen seien. Sie hätten ihn mit Händen und Füssen auf den Kopf und 

den ganzen Körper geschlagen, während er am Boden gelegen sei (Suva-act. 31-7 f.).

5.2  Damit steht zunächst ausser Zweifel, dass am 29. Juli 2016 eine gewaltsame 

Auseinandersetzung stattgefunden hatte, bei welcher Schläge und Ohrfeigen ausgeteilt 

wurden, womit grundsätzlich von einer Schlägerei im Sinne von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV 

als erste Voraussetzung für eine allfällige Kürzung von Versicherungsleistungen 

auszugehen ist. Selbst wenn der Beschwerdeführer den "Ordner" der Diskothek nicht 

mit der Faust geschlagen hätte bzw. er ihm gegenüber nicht tätlich geworden wäre, 

wäre in Anbetracht der nachfolgenden Erwägungen der Kürzungstatbestand von Art. 

49 Abs. 2 lit. a UVV als erfüllt zu betrachten.

6.   

6.1  Der Tatbestand der Beteiligung an Raufereien oder Schlägereien im Sinne von Art. 

49 Abs. 2 lit. a UVV ist grundsätzlich verschuldensunabhängig konzipiert. Eine 

Beteiligung an einer Rauferei oder Schlägerei ist nicht nur bei der Teilnahme an einer 

eigentlichen tätlichen Auseinandersetzung gegeben. Eine Beteiligung ist jedes 

Verhalten, das objektiv gesehen bereits das Risiko einschliesst, in Tätlichkeiten 

überzugehen oder solche nach sich zu ziehen. Nicht notwendig ist, dass die 

versicherte Person selbst tätlich geworden ist. Unerheblich ist auch, aus welchen 

Motiven sie sich beteiligt hat, wer mit einem Wortwechsel oder Tätlichkeiten begonnen 

hat und welche Wendung die Ereignisse in der Folge genommen haben. Entscheidend 

ist allein, ob die versicherte Person die Gefahr einer tätlichen Auseinandersetzung 

erkannt hat oder erkennen musste (vgl. in BGE 132 V 27 nicht publizierte E. 1.2 des 

Urteils U 325/05 vom 5. Januar 2006, publiziert in SVR 2006 UV Nr. 13 S. 45; RKUV 

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2005 Nr. U 553 S. 314 E. 2, RKUV 1991 Nr. U 120 S. 89 f. E. 3b; RUMO-JUNGO/

HOLZER, a.a.O., S. 216).

6.2  Die Voraussetzungen gemäss Erwägung 6.1 für eine Kürzung der 

Versicherungsleistungen bzw. für eine Bejahung der Beteiligung des 

Beschwerdeführers an einer Schlägerei im Sinne von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV sind im 

konkreten Fall erfüllt. In der Diskothek wurde der Beschwerdeführer von einem 

"Ordner" aufgefordert, diese zu verlassen, wobei er laut eigenen Angaben 

wahrgenommen hatte, dass dessen Stimme streng gewesen sei (Suva-act. 31-5). Was 

zu dieser Aufforderung geführt hatte, ist nicht aktenkundig. Nach seiner Schilderung 

gegenüber der Beschwerdegegnerin und laut Ausführungen in der Beschwerde vom 

28. April 2017 empfand der Beschwerdeführer das Verhalten des "Ordners" als 

Anpöbelei bzw. dessen Ton als aggressiv (Suva-act. 42, act. G 1). Der 

Beschwerdeführer antwortete dem "Ordner", er würde gehen, er solle ihn jedoch sein 

Getränk austrinken lassen. Er habe ihm auch noch gesagt, dass ein anderer "Ordner" 

am Einlass ihn, seine Freundin und deren 6-jähriges Kind hineingelassen habe. 

Daraufhin sei er vom "Ordner" erneut aufgefordert worden, die Diskothek zu verlassen 

(Suva-act. 31-5). Angesichts des vom Beschwerdeführer dargelegten Sachverhalts war 

dieser mit einer klaren, ihm verständlichen Anweisung einer Person konfrontiert, die 

offensichtlich für den Beschwerdeführer erkennbar kompromisslos war, also keinen 

Widerspruch duldete, und deren Aufgabe als "Ordner" bekanntermassen darin besteht, 

gegebene Anweisungen mit den ihr als erforderlich erscheinenden Mitteln 

durchzusetzen. Dennoch verliess der Beschwerdeführer die Diskothek nicht, sondern 

er liess sich laut Angaben gegenüber dem Richter und der Beschwerdegegnerin in ein 

Wortgefecht bzw. eine verbale Auseinandersetzung ein (Suva-act. 31-5, 42). Seine 

Freundin sprach gar von einem heftigen Streit zwischen ihrem Freund und dem 

"Ordner" (Suva-act. 31-7). Der Beschwerdeführer trug mit einem seinem Verhalten 

dazu bei, die Situation zu verschärfen bzw. eine Eskalation der Ereignisse zu fördern. 

Anschliessend an das Wortgefecht erhielt der Beschwerdeführer eine Ohrfeige, worauf 

der Beschwerdeführer - selbst wenn das Wegstossen des "Ordners" noch als 

nachvollziehbarer Reflex (vgl. act. G 1, Erwägung IV./5.) betrachtet würde - nun selber 

tätlich in die Auseinandersetzung eingriff, indem er laut eigenen Angaben (Suva-act. 

31-5) dem "Ordner" einen Faustschlag versetzte. Trotz der vorangegangenen Ohrfeige 

ist insbesondere darin eine provozierende Reaktion des Beschwerdeführers zu sehen, 

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welche das Risiko einschliesst, weitere Tätlichkeiten nach sich zu ziehen, zumal er die 

Ohrfeige angeblich nicht als heftig wahrgenommen hatte (Suva-act. 31-5). Die 

Beschwerdegegnerin geht somit in der Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2017 (act. G 

3) zutreffend von einem als Beteiligung an einer Schlägerei zu qualifizierenden 

Verhalten des Beschwerdeführers aus. Eine Beteiligung bzw. ein aktives Vorgehen ist in 

doppelter Hinsicht, sowohl verbal wie auch tätlich, erstellt. Der Beschwerdeführer 

musste sich bewusst sein, dass sein aktives Vorgehen das Risiko von Tätlichkeiten in 

sich schloss. Dass er vor der Auseinandersetzung einigen Alkohol konsumiert hatte 

(1.29 Promille; vgl. Suva-act. 31-5), kann dabei durchaus von Relevanz gewesen sein 

respektive aggressionsfördernd gewirkt haben.

6.3  Der Standpunkt des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers in der Beschwerde 

vom 28. April 2017 (act. G 1), dass vom Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt 

irgendwelche körperlichen oder verbalen Aggressivitäten bzw. Provokationen 

ausgegangen seien, trifft offensichtlich nicht zu und wird selbst vom Beschwerdeführer 

anders dargestellt. Die Folge seines aktiven Verhaltens war sein gewaltsamer Rauswurf 

aus der Diskothek unter Beteiligung von weiteren Personen. Dabei zog er sich 

verschiedene Verletzungen zu. Zwar darf angenommen werden, dass der 

Beschwerdeführer im Rahmen der weiteren tätlichen Angriffe auf ihn durch mehrere 

Männer unterlegen und wehrlos war und sich in der Position des Angegriffenen befand; 

an obiger Beurteilung vermag dies indessen nichts zu ändern. Wie gesagt, ist es 

unerheblich, welche Wendung die Ereignisse in der Folge genommen haben. Der 

Tatbestand der Beteiligung an einer Schlägerei/Rauferei im Sinne von Art. 49 Abs. 2 lit. 

a UVV ist mithin erfüllt.

7.   

7.1  Zu prüfen bleibt, ob eine Kürzung der Versicherungsleistungen entfällt, weil 

zwischen dem Verhalten des Beschwerdeführers und den erlittenen Verletzungen im 

Bereich des Gesichtsschädels ein Kausalzusammenhang fehlt (vgl. Erwägung 3.2). 

Dabei ist vorab festzustellen, dass der natürliche Kausalzusammenhang fraglos 

gegeben ist. Der Beschwerdeführer hat sich aktiv an der Entwicklung der obigen 

Gefahrensituation beteiligt und wurde dabei verletzt.

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7.2  Das Erfordernis der Adäquanz darf nicht dazu verleiten, nur solche Unfälle als 

Folgen einer aussergewöhnlichen Gefahr im Sinne von Art. 49 UVV zu berücksichtigten, 

die aufgrund der gefährlichen Handlung gewöhnlich zu erwarten sind. Wie gesagt, ist 

vielmehr, ausgehend vom eingetretenen Erfolg, rückblickend zu entscheiden, ob und 

inwiefern das Verhalten des Beschwerdeführers als eine wesentliche Ursache des 

Unfalles erscheint. Nicht erforderlich ist, dass die Handlung, welche zur Kürzung oder 

Verweigerung der Leistungen führt, die alleinige Ursache des Unfalles ist; es genügt, 

wenn sie eine adäquate Ursache des Unfalles darstellt (RKUV 1995 Nr. U 214 S. 88 f. 

E. 6.a). Die verbale Intervention des Beschwerdeführers nach der von einem "Ordner" 

zweimal streng und aggressiv ausgesprochenen Aufforderung, er solle die Diskothek 

verlassen, das Einlassen in ein Wortgefecht und insbesondere der dem "Ordner" vom 

Beschwerdeführer versetzte Faustschlag sind durchaus als mitauslösende Momente 

für die daraufhin erfolgte Attacke durch mehrere Männer zu werten. Seine aktive 

Beteiligung hat sich bei der Entwicklung der obigen Gefahrensituation konkret 

ausgewirkt. Denn es entspricht der allgemeinen Erfahrung, dass zunächst unbeteiligte 

Diskothekenbesucher, die eine verbale und tätliche Auseinandersetzung beobachten, 

Partei ergreifen und sich in die Geschehnisse einmischen. Ebenfalls können 

erfahrungsgemäss gerade aggressive verbale Auseinandersetzungen zwischen 

Männern schnell in tätliche Attacken übergehen oder solche nach sich ziehen. Die 

Umstände, dass sich während des ganzen Vorfalls ein 6-jähriges Kind neben dem 

Beschwerdeführer befand, die Situation eskalierte, ein ungleiches Kräfteverhältnis unter 

den Beteiligten bestand, die Gegner des Beschwerdeführers überreagierten und den 

Beschwerdeführer angesichts der erlittenen Verletzungen offensichtlich einer schweren 

körperlicher Gewalt aussetzten, ändert daran nichts.

8.   

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Falle des Beschwerdeführers von einer 

aussergewöhnlichen Gefahr bzw. von einer Beteiligung an einer Schlägerei im Sinne 

von Art. 49 Abs. 2 lit. a UVV als Voraussetzung für eine Kürzung von Geldleistungen 

auszugehen ist. Der Beschwerdeführer kann sich nicht auf den Ausnahmetatbestand 

des unbeteiligten Verletzten berufen. Weil sich der Beschwerdeführer verletzte, als er 

dieser besonderen Gefahrensituation ausgesetzt war, ist auch das zusätzliche 

Erfordernis des Kausalzusammenhangs erfüllt. Die Beschwerdegegnerin hat daher die 

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Geldleistungen an den Beschwerdeführer aufgrund des Unfalls vom 29. Juli 2016 zu 

Recht um das gesetzliche Minimum von 50% gekürzt.

9.   

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde somit abzuweisen. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Der Beschwerdeführer hat 

bei diesem Verfahrensausgang keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.   

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.   

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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