# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55b62b7a-22e0-5d03-94b8-6e66df51b1e7
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 26.01.2022 VBE.2021.431
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2021-431_2022-01-26.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

 

VBE.2021.431 / za / fi  
Art. 7 

 

 

Urteil vom 26. Januar 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Schircks Denzler  

Oberrichterin Fischer  

Gerichtsschreiber Zürcher          

 

 
   

Beschwerde-

führerin  

 A._____   

 

     
   

Beschwerde-

gegner  

 AWA - Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Aargau, Rain 53, 

5000 Aarau   

 

     
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend AVIG 

(Einspracheentscheid vom 10. September 2021) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Beschwerdeführerin ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung im 

Bereich Transport / Umzug / Räumungen. Jeweils auf entsprechendes Ge-

such hin wurde ihr für die Zeit vom 18. März bis 31. August 2020, vom 

8. Oktober bis Ende Dezember 2020 und vom 8. Januar bis 9. März 2021 

Kurzarbeitsentschädigung gewährt. Am 28. Februar 2021 reichte sie dem 

Beschwerdegegner eine Voranmeldung von Kurzarbeit ein zwecks Fortfüh-

rung der Kurzarbeit ab dem 8. März 2021 bei einem zu erwartenden pro-

zentualen Arbeitsausfall von 80 % pro Monat/Abrechnungsperiode für 

einen betroffenen Arbeitnehmer. Mit Verfügung vom 4. Mai 2021 erhob der 

Beschwerdegegner teilweise Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzar-

beitsentschädigung und legte den Anspruchszeitraum (bei Erfüllung der 

weiteren Voraussetzungen) auf den 10. März 2021 bis 9. Juni 2021 fest. 

Diese Verfügung hob er mit Verfügung vom 29. April 2021 auf und erhob 

keinen Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung für 

die Zeit vom 10. März 2021 bis 9. September 2021. 

 

1.2. 

Mit Schreiben vom 17. Juli 2021 teilte der Beschwerdegegner der Be-

schwerdeführerin mit, es werde erwogen, den Anspruch auf Kurzarbeits-

entschädigung ab Mai 2021 abzulehnen. Er wies die Beschwerdeführerin 

darauf hin, dass sich im Hinblick auf die Prüfung der Anspruchsvoraus-

setzungen noch verschiedene Fragen stellten und Dokumente fehlten, und 

forderte sie auf, ihr bis am 30. Juli 2021 die erforderlichen zusätzlichen In-

formationen und Unterlagen zuzusenden. Mit Mahnschreiben vom 26. Juli 

2021 erstreckte der Beschwerdegegner die Frist bis am 9. August 2021. 

Nachdem die Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 8. August 2021 Stellung 

genommen hatte, hob der Beschwerdegegner mit Verfügung vom 10. Au-

gust 2021 die Verfügung vom 29. April 2021 (Nr. 341589180) wiedererwä-

gungsweise auf und trat auf die "Voranmeldung von Kurzarbeit vom 

10. März 2021 bis 9. September 2021" nicht ein. Die dagegen erhobene 

Einsprache vom 13. August 2021 hiess er mit Einspracheentscheid vom 

10. September 2021 teilweise gut, anerkannte – sofern die übrigen Voraus-

setzungen erfüllt seien – den Anspruch der Beschwerdeführerin auf Kurz-

arbeitsentschädigung für die Zeit vom 10. März bis 31. Mai 2021 und ver-

neinte deren Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung ab dem 1. Juni 2021 

aufgrund ungenügender Mitwirkung. 

 

2. 

2.1. 

Mit Eingabe vom 23. September 2021 erhob die Beschwerdeführerin gegen 

den Einspracheentscheid vom 10. September 2021 fristgerecht Be-

schwerde und beantragte sinngemäss, ihr grundsätzlicher Anspruch auf 

 - 3 - 

 

 

 

Kurzarbeitsentschädigung sei auch für die Monate Juni und Juli 2021 an-

zuerkennen. 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 22. Oktober 2021 beantragte der Beschwerde-

gegner die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Die Beschwerdeführerin hielt mit Stellungnahme vom 3. November 2021 

an ihrer Beschwerde fest. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Mit Verfügung vom 29. April 2021 erhob der Beschwerdegegner keinen 

Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung für die Zeit 

vom 10. März 2021 bis 9. September 2021. Mit angefochtenem Ein-

spracheentscheid vom 10. September 2021 nahm der Beschwerdegegner 

wiedererwägungsweise lediglich eine Neubeurteilung des Zeitraums ab 

dem 1. Juni 2021 vor. Der Zeitraum davor, also vom 10. März 2021 bis 

31. Mai 2021, ist von der Wiedererwägung nicht erfasst, weshalb dieser 

vorliegend einer gerichtlichen Überprüfung entzogen ist.  

 

Streitig ist demnach einzig, ob der Beschwerdegegner zu Recht in Wieder-

erwägung der leistungszusprechenden Verfügung vom 29. April 2021 

(Nr. 341589180) gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung ab 

dem 1. Juni 2021 Einspruch erhoben hat. 

 

2. 

2.1. 

Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG (Wiedererwägung) kann die Verwaltung auf 

eine formell rechtskräftige Verfügung zugunsten oder zuungunsten der ver-

sicherten Person zurückkommen, soweit die Verfügung nicht Gegenstand 

materieller gerichtlicher Beurteilung geworden ist, sie zweifellos unrichtig 

ist und ihre Berichtigung als von erheblicher Bedeutung erscheint (vgl. 

BGE 133 V 50 E. 4.1 S. 52 mit Hinweis auf BGE 127 V 466 E. 2c S. 469). 

 

2.2. 

Die Wiedererwägung dient der Korrektur einer anfänglich unrichtigen 

Rechtsanwendung, unter Einschluss unrichtiger Feststellung im Sinne der 

Würdigung des Sachverhalts (BGE 117 V 8 E. 2c S. 17; vgl. auch UELI KIE-

SER, Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozi-

alversicherungsrechts, 4. Aufl. 2020, N. 46 zu Art. 53 ATSG mit Hinweis 

auf BGE 127 V 10 E. 4b S. 14). Zweifellos ist die Unrichtigkeit, wenn kein 

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vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass die Verfügung (gemeint ist hier-

bei immer auch ein allfälliger Einspracheentscheid) unrichtig war. Es ist nur 

ein einziger Schluss – derjenige auf die Unrichtigkeit der Verfügung bzw. 

des Einspracheentscheides – möglich. Das Erfordernis der zweifellosen 

Unrichtigkeit ist in der Regel erfüllt, wenn die gesetzeswidrige Leistungszu-

sprechung aufgrund falscher oder unzutreffender Rechtsregeln erlassen 

wurde oder wenn massgebliche Bestimmungen nicht oder unrichtig ange-

wandt wurden (BGE 140 V 77 E. 3.1 S. 79; Urteil des Bundesge-

richts 8C_629/2016 vom 16. Januar 2017 E. 2.1.2). 

 

3. 

3.1. 

Ein Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung besteht, wenn unter anderem 

der Arbeitsausfall anrechenbar sowie voraussichtlich vorübergehend ist 

und erwartet werden darf, dass durch Kurzarbeit die Arbeitsplätze erhalten 

werden können (Art. 31 Abs. 1 lit. b und d AVIG). Ein Arbeitsausfall ist u.a. 

anrechenbar, wenn er auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und un-

vermeidbar ist (Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG). Ein auf wirtschaftliche Gründe 

zurückzuführender und an sich grundsätzlich anrechenbarer Arbeitsausfall 

gilt jedoch dann nicht als anrechenbar, wenn er branchen-, berufs- oder 

betriebsüblich ist oder durch saisonale Beschäftigungsschwankungen ver-

ursacht wird (Art. 33 Abs. 1 lit. b AVIG). Damit will das Gesetz vor allem 

regelmässig wiederkehrende Arbeitsausfälle von der Kurzarbeitsentschä-

digung ausschliessen (BGE 121 V 371 E. 2a S. 374, 119 V 357 E. 1a 

S. 358, je mit Hinweisen). Ebenfalls nicht anrechenbar ist ein Arbeitsausfall, 

der durch Umstände bedingt ist, die zum normalen Betriebsrisiko des Ar-

beitgebers gehören (Art. 33 Abs. 1 lit. a 2. Satzteil AVIG).  

 

3.2. 

Eine Pandemie kann aufgrund des jähen Auftretens, des Ausmasses und 

der Schwere nicht als normales, vom Arbeitgeber zu tragendes Betriebsri-

siko im Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a AVIG betrachtet werden, selbst wenn 

unter Umständen jeder Arbeitgeber davon betroffen sein kann. Demnach 

sind Arbeitsausfälle aufgrund rückläufiger Nachfrage nach Gütern und 

Dienstleistungen, die auf die Pandemie zurückzuführen sind, in Anwen-

dung von Art. 32 Abs. 1 lit. a AVIG anrechenbar. Der Arbeitgeber muss je-

doch glaubhaft darlegen können, dass die in seinem Betrieb zu erwarten-

den Arbeitsausfälle auf das Auftreten der Pandemie zurückzuführen sind. 

Der einfache Hinweis auf die Pandemie genügt nicht als Begründung 

(Seco-Weisung 2020/13 vom 30.06.2021 Ziff. 2.2 S. 11). 

 

3.3. 

Das Merkmal des vorübergehenden Arbeitsausfalls kann nicht allgemein 

gültig, etwa anhand einer festen zeitlichen Beschränkung, umschrieben 

werden, sondern muss im Einzelfall unter Berücksichtigung der jeweils 

massgeblichen Umstände konkretisiert werden (AVIG Praxis KAE B22, in 

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der ab dem 1. Januar 2021 gültigen Fassung). Bestehen konkrete Anhalts-

punkte, dass der Arbeitgeber die Kurzarbeit als Vorstufe einer geplanten 

Betriebsschliessung (Konkurseröffnung, Nachlassliquidation) einführt, ist 

die Anspruchsvoraussetzung des vorübergehenden Arbeitsausfalls und 

der Arbeitsplatzerhaltung nicht oder nicht mehr erfüllt (AVIG Praxis KAE 

B23 Abs. 1, in der ab dem 1. Januar 2021 gültigen Fassung).  

 

4. 

4.1. 

Mit Schreiben vom 22. Januar 2021 forderte der Beschwerdegegner die 

Beschwerdeführerin betreffend deren Voranmeldung von Kurzarbeit vom 

19. Dezember 2020 auf, mitzuteilen, welche konkreten Massnahmen un-

ternommen worden seien, um die Kurzarbeit zu verringern, wie der aktuelle 

Auftragsbestand aussehe und wie die Geschäftspläne für die Zukunft aus-

sähen (Vernehmlassungsbeilage [VB] 85). Hierzu führte die Beschwerde-

führerin mit Brief vom 23. Januar 2021 aus, man habe Arbeitnehmer ent-

lassen, und die Preise seien "recht tief gesetzt im Moment". Der Auftrags-

bestand sei "wie bisher Umzug, Kleintransporte". Man bemühe sich, eine 

fixe Tour zu erhalten (z.B. bei der Post), habe bis jetzt jedoch nur negativen 

Bescheid erhalten. Wenn es noch ein paar Monate so bleibe, werde der 

Betrieb vielleicht auch komplett geschlossen, weil dies "dann die einzige 

Lösung" bleibe (VB 84). Mit E-Mail vom 26. Januar 2021 meldete sich die 

Beschwerdeführerin per 1. Februar 2021 von der Kurzarbeit ab und gab an, 

sie werde keine Arbeitnehmer mehr anstellen und auch keine grossen Auf-

träge mehr annehmen (VB 82).  

 

4.2. 

In ihrer Voranmeldung von Kurzarbeit ab dem 8. März 2021 (welche mit 

Verfügung vom 1. März 2021 ab dem 10. März 2021 bewilligt wurde 

[VB 68]) gab die Beschwerdeführerin dann als Grund für das erneute Ge-

such an, aufgrund des Coronavirus gebe es sichtbar weniger Umzüge / 

Aufträge als früher, weshalb es auch zu einer Personalminderung gekom-

men sei. Sie beantrage daher Kurzarbeit für ein bis maximal zwei Arbeit-

nehmer (VB 72). Sie ergänzte mit E-Mail vom 15. März 2021, sie habe im 

Januar 2021 keine Angestellten gehabt und sich daher von der Kurzarbeit 

abgemeldet. Sie habe aber erwähnt, dass sie sich "bei neuer Anstellung" 

wieder melden werde. Sie habe deshalb auf die Bewilligung "gezählt" und 

einen Arbeitnehmer angestellt, als es wieder "etwas an Aufträgen" gegeben 

habe. Es sei daher auch der Februar 2021 zu vergüten (VB 65). Mit E-Mail 

vom 17. März 2021 bat die Beschwerdeführerin sodann um Bestätigung, 

dass die Bewilligung zumindest ab dem 10. März 2021 gelte, da man per 

10. März 2021 eine Person neu angestellt habe (VB 64). Mit E-Mail vom 

9. Juli 2021 hielt die Beschwerdeführerin fest, es gebe deutlich weniger 

Arbeit trotz reduzierter Preise. Die Leute hätten nicht mehr so viel Geld zur 

Verfügung seit Corona. Im Moment habe sie nur einen Arbeitnehmer 

(VB 47).  

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Der Beschwerdegegner, der zwischenzeitlich mit Verfügung 

(Nr. 341576019) vom 29. April 2021 betreffend die Zeit vom 8. Januar bis 

9. März 2021 keinen Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsent-

schädigung erhoben hatte (VB 53), forderte die Beschwerdeführerin da-

raufhin mit Schreiben vom 17. Juli 2021 auf, Umsatz- und Kennzahlen zu 

Kundenaufträgen betreffend die Zeiträume Februar bis April 2019 und Feb-

ruar bis April 2021 ("Zeitraum vor Corona und aktuell") und eine Kopie der 

AHV-Lohnbescheinigung 2020 einzureichen sowie darzulegen, welche 

Massnahmen zur Verhinderung der Kurzarbeit eingeleitet worden seien 

und weshalb der Arbeitsausfall immer noch als vorübergehend betrachtet 

werde (VB 44). Mit E-Mail vom 8. August 2021 führte die Beschwerdefüh-

rerin aus, sie habe vieles unternommen, um Kurzarbeit zu verhindern, je-

doch ohne Erfolg. Sie sei nun gezwungen, die Kurzarbeit per 15. August 

2021 "definitiv zu stoppen". Sie könne sich keine Arbeitnehmer mehr leisten 

und dem einzigen Arbeitnehmer müsse gekündigt werden. weil die Kurzar-

beitsentschädigung nie fristgerecht "stattgefunden" habe. Es mache so kei-

nen Sinn mehr (VB 38). Zudem reichte sie eine (nicht weiter detaillierte) 

"Erfolgsrechnung in CHF 01.01.2020 bis 31.12.2020" ein, gemäss welcher 

sie im Jahr 2020 einen Verlust von Fr. 29'130.07 verzeichnete (VB 40), und 

teilte mit, keine Kundenzahlen und Aufträge für die Periode von Februar bis 

April 2019 angeben zu können, da das Unternehmen erst im Juli 2019 ge-

gründet worden sei; der Umsatz in den "6 Monaten vom Jahr 2019" habe 

Fr. 43'093.00 betragen (VB 38). Beschwerdeweise bringt sie vor, sie habe 

allen Arbeitnehmern kündigen müssen und werde das Unternehmen kom-

plett schliessen, weil sie im Stich gelassen worden sei. Sie habe stark an 

Umsatz verloren und habe bereits erste Betreibungen erhalten. Der Betrieb 

gehe "kaputt" und könne nicht mehr "Stand halten". 

 

5. 

5.1. 

Gemäss den Ausführungen im Einspracheentscheid vom 10. September 

2021 machte die Beschwerdeführerin für den März 2021 einen Arbeitsaus-

fall für einen Arbeitnehmer von 51.739 % und für die Monate April 2021 bis 

Juni 2021 einen Arbeitsausfall für zwei Arbeitnehmer von 80.682 %, 77.5 % 

bzw. 79.773 % geltend (VB 15; wobei gemäss dem beschwerdeweise ins 

Recht gelegten "Zusatzformular zur Einstufung der Lohnkategorien" für 

Juni 2021 sogar für drei Arbeitnehmer ein Arbeitsausfall geltend gemacht 

wurde [VB 8]). 

 

5.2. 

Aus den Akten ist zu schliessen, dass die Beschwerdeführerin (spätestens) 

per Ende Dezember 2020 sämtliche Anstellungsverhältnisse aufgelöst 

hatte, ab Januar 2021 über keine Angestellten mehr verfügte (vgl. VB 65) 

und sich (gleichwohl erst) per 1. Februar 2021 von der Kurzarbeit abmel-

dete (vgl. VB 82). In der Folge beantragte die Beschwerdeführerin jedoch 

 - 7 - 

 

 

 

wieder Leistungen ab dem 1. Februar 2021 mit der Begründung, sie habe 

erwähnt, dass sie sich "bei neuer Anstellung" wieder melden werde. Sie 

habe auf die Bewilligung "gezählt" und einen Arbeitnehmer angestellt, als 

es wieder einige Aufträge gegeben habe. Für den Februar 2021, betreffend 

welchen in der Folge mit Verfügung vom 29. April 2021 (Nr. 341576019) 

kein Einspruch gegen die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigung erho-

ben wurde, machte die Beschwerdeführerin soweit ersichtlich jedoch (zu-

mindest konkret) keinen Arbeitsausfall geltend (VB 72, VB 65). Dies tat sie 

gemäss den Akten erst wieder für die Zeit ab dem 10. März 2021, mithin 

auf denjenigen Zeitpunkt hin, ab welchem sie einen neuen (und in diesem 

Zeitpunkt einzigen) Arbeitnehmer anstellte. Dabei gab sie an, in den ver-

bleibenden drei Wochen des Monats März 2021 habe dieser Arbeitnehmer 

einen Arbeitsausfall von 51.739 % erlitten. Trotz dieser erheblichen Aus-

fallquote stellte die Beschwerdeführerin per April 2021 einen weiteren Ar-

beitnehmer an. Für diese beiden Arbeitnehmer machte die Beschwerde-

führerin in den Folgemonaten bis Juni 2021 (bzw. für Juni allenfalls sogar 

für drei Arbeitnehmer) einen Arbeitsausfall von rund 77 – 80 % geltend (vgl. 

E. 5.1. hiervor). 

 

5.3. 

Nachdem die Beschwerdegegnerin ihre Arbeitnehmer spätestens per Ende 

Dezember 2020 entlassen und (spätestens) ab 1. Januar 2021 keine 

Arbeitnehmer mehr beschäftigt hatte, stellte sie per 1. Februar 2021 – nach 

eigenen Angaben sinngemäss im Vertrauen darauf, dass ihr auch für 

diesen (ab Beginn des Arbeitsverhältnisses) wieder Kurzarbeit bewilligt 

würde – wieder einen Mitarbeiter im Pensum von 100 % an (vgl. VB 65, 

VB 74). In der Voranmeldung vom 28. Februar 2021 beantragte sie gar 

"eine Bewilligung für 1 bis max. 2 Arbeiter wenn möglich" (VB 72). Eine 

zentrale Voraussetzung für die Gewährung von Kurzarbeitsentschädigung, 

nämlich die durch Kurzarbeit zu erwartende Arbeitsplatzerhaltung (Art. 31 

Abs. 1 lit. b AVIG), kann bei einer derartigen Konstellation von vornherein 

nicht erfüllt sein, weil es nicht um die Erhaltung eines bestehenden 

Arbeitsplatzes bzw. bestehender Arbeitsplätze geht. Anzumerken ist in 

diesem Zusammenhang, dass mit den Neuanstellungen ab Februar 2021 

– entgegen dem internen E-Mail einer "Sachbearbeiterin Recht" des 

Beschwerdegegners vom 16. März 2021 (VB 67) – angesichts der ge-

schilderten Gegebenheiten auch keine Mitarbeiter "ersetzt" wurden, gab es 

doch nach der Auflösung sämtlicher Arbeitsverhältnisse seitens der Arbeit-

geberin ab Ende Dezember 2020 gar keine Mitarbeiter der Beschwerde-

führerin mehr, die hätten ersetzt werden können. Es wäre der Beschwerde-

führerin darüber hinaus möglich und im Hinblick auf ihre Schadenminde-

rungspflicht (BGE 114 V 281 E. 3 S. 285) zumutbar gewesen, Kurzarbeit 

zu verhindern, indem sie – zumindest vorübergehend bis zu einer gewissen 

Stabilisierung der Auftragslage – zur Erledigung ihrer wenigen Aufträge 

einen (oder mehrere) Arbeitnehmer auf Abruf (z.B. über einen Personal-

verleiher) angestellt hätte. Die Beschwerdeführerin nahm in der Folge indes 

 - 8 - 

 

 

 

weitere Festanstellungen vor, wodurch sich der Arbeitsausfall erhöhte 

(wobei, soweit ersichtlich, die von den Angestellten effektiv geleistete Arbeit 

sogar einem tieferen Gesamtarbeitspensum entsprach als dem im März 

2021, als nur ein Arbeitnehmer im Betrieb tätig war, geleisteten 

Arbeitspensum [vgl. Zusatzformular zur Einstufung der Lohnkategorien für 

Juni 2021, VB 8]). Trotz (voraussehbarer) bereits von Beginn der An-

stellungen an fehlender Auslastung erhöhte die Beschwerdeführerin somit 

den Personalbestand laufend, wobei sie beabsichtigte, die Angestellten ab 

Beginn deren Arbeitsverhältnisse im Wesentlichen durch Kurzarbeitsent-

schädigung zu finanzieren. Angesichts dieser Gegebenheiten kann zudem 

von einer Unvermeidbarkeit eines Arbeitsausfalls keine Rede sein (Art. 32 

Abs. 1 lit. a AVIG). Ein derartiges Vorgehen widerspricht auch dem Zweck 

der Kurzarbeit, nämlich der Erhaltung eines intakten Produktionsapparates 

über die Zeit der Kurzarbeit hinweg (BARBARA KUPFER BUCHER, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, AVIG, 

5. Aufl. 2019, S. 256). Würde in Konstellationen wie der vorliegenden 

Kurzarbeit bewilligt, fände eine systematische und fast vollständige Über-

wälzung des Betriebsrisikos eines Arbeitgebers auf die Arbeitslosenver-

sicherung statt. Auch vor diesem Hintergrund ist ein Anspruch auf Kurz-

arbeitsentschädigung zu verneinen.  

 

5.4. 

Schliesslich wurde vom Beschwerdeführer nicht plausibel dargelegt und ist 

nicht nachvollziehbar, weshalb der Arbeitsausfall auf die Covid-19 Pande-

mie zurückzuführen sein sollte. Die Transportbranche war im Jahr 2021 von 

den bundesrätlichen Massnahmen im Zusammenhang mit Covid-19, an-

ders als andere Branchen wie z.B. die Gastronomie oder die Eventbranche, 

kaum betroffen. Die im Bereich Transport und Logistik, insbesondere Um-

zug, tätige Beschwerdeführerin führte diesbezüglich lediglich aus, die Leute 

hätten nicht mehr so viel Geld seit Corona (VB 47). Es ist daher mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die (anhaltend) 

schlechte Auftragslage auf eine fehlende Konkurrenzfähigkeit der Be-

schwerdeführerin auf dem Markt zurückzuführen ist, was zum normalen 

Betriebsrisiko der Beschwerdeführerin zu zählen ist und einem Anspruch 

auf Kurzarbeitsentschädigung ebenfalls entgegensteht. 

 

5.5. 

Zusammenfassend lagen die Voraussetzungen für einen Anspruch auf 

Kurzarbeitsentschädigung ab Januar 2021 offensichtlich nicht vor. Die mit 

Verfügung vom 29. April 2021 (Nr. 341589180; VB 48) erfolgte Bewilligung 

von Kurzarbeit für die Zeit vom 10. März bis 9. September 2021 war damit 

zweifellos unrichtig und die vom Beschwerdegegner vorgenommene teil-

weise Wiedererwägung unter Einspruch gegen einen Anspruch auf Kurz-

arbeitsentschädigung ab dem 1. Juni 2021 erfolgte zu Recht. Deshalb ist 

der Einspracheentscheid vom 10. September 2021 zu bestätigen und die 

dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

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Bei diesem Ergebnis kann offen gelassen werden, ob die Ausführungen der 

Beschwerdeführerin betreffend die schlechte Lage des Betriebs (VB 84; 

Beschwerde) als Vorstufe einer geplanten Betriebsschliessung zu qualifi-

zieren sind, womit die Anspruchsvoraussetzungen des vorübergehenden 

Arbeitsausfalls und der Arbeitsplatzerhaltung spätestens seit Juni 2021 

ebenfalls nicht mehr erfüllt wären. Auch erübrigen sich Ausführungen dazu, 

ob sie ihrer Mitwirkungspflicht genügend nachgekommen ist. 

 

6. 

6.1. 

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

 

6.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

6.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens (Art. 61 

lit. g ATSG) und dem Beschwerdegegner aufgrund seiner Stellung als So-

zialversicherungsträger (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein Anspruch auf 

Parteientschädigung zu. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.  

 

 
   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin 

den Beschwerdegegner 

das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) 

 

  

 - 10 - 

 

 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 26. Januar 2021 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident :    Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner     Zürcher