# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d03d306-9047-581f-93c3-37c6d1d0638d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-10-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.10.2008 D-6539/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6539-2008_2008-10-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6539/2008/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 . O k t o b e r  2 0 0 8

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

A._______, geboren (...), Syrien,
Empfangs- und Verfahrenszentrum, (...)
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 13. Oktober 2008 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6539/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer, ein syrischer Kurde, eigenen Angaben zu-
folge von Deutschland her kommend am 14. September 2008 illegal in 
die Schweiz gelangte und gleichentags um Asyl nachsuchte, 

dass das BFM am 26. September 2008 im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum (EVZ) (...) die Personalien des Beschwerdeführers erhob und 
ihn summarisch zum Reiseweg und den Asylgründen befragte,

dass die deutschen Behörden mit schriftlicher Mitteilung vom 30. Sep-
tember 2008 der Rückübernahme des Beschwerdeführers zustimmten, 

dass das BFM den Beschwerdeführer am 7. Oktober 2008 in Anwen-
dung von Art. 29 Abs. 1  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, 
SR 142.31)  direkt  zu den Asylgründen anhörte und ihm im Rahmen 
der  Anhörung  in  Bezug  auf  die  Rückübernahmeerklärung  Deutsch-
lands das rechtliche Gehör gewährte, 

dass das BFM mit Verfügung vom 13. Oktober 2008 in Anwendung von 
Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdefüh-
rers nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz verfügte sowie 
deren Vollzug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer am 15. Oktober 2008 Beschwerde erhob 
und sinngemäss beantragte, der vorinstanzliche Entscheid sei aufzu-
heben und die Sache erneut zu überprüfen,

dass die vorinstanzlichen Akten am 16. Oktober  2008 per  Fax beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsge-
setzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-

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se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art. 6  AsylG 
i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl-
suchende  in  einen  sicheren  Drittstaat  im  Sinne  von  Art. 6a  Abs. 2 

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Bst. b AsylG zurückkehren können, in welchem sie sich vorher aufge-
halten haben (Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet,  wenn Personen,  zu 
denen die asylsuchende Person enge Beziehungen hat, oder nahe An-
gehörige  in  der  Schweiz leben,  oder  die  asylsuchende Person offen-
sichtlich die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG erfüllt,  oder Hin-
weise  darauf  bestehen,  dass  im  Drittstaat  kein  effektiver  Schutz  vor 
Rückschiebung nach Art. 5 Abs. 1 AsylG besteht (Art. 34 Abs. 3 Bst. a-c 
AsylG),

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen ausführte, der Bun-
desrat  habe Deutschland als sicheren Drittstaat  bezeichnet,  und der 
Beschwerdeführer habe sich vor der Einreise in die Schweiz mehrere 
Jahre in Deutschland aufgehalten und verfüge dort über eine Duldung, 

dass die zuständige deutsche Behörde am 30. September 2008 einer 
Rückübernahme des Beschwerdeführers zugestimmt habe, 

dass in der Schweiz keine nahen Angehörigen und Personen lebten, 
zu denen der Beschwerdeführer eine enge Beziehung habe,

dass die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers zudem nicht of-
fensichtlich zutage trete, 

dass die diesbezüglichen Schilderungen des Beschwerdeführers im Ge-
samten unsubstanziiert und vage geblieben seien,

dass  sich  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe  vom 16. Oktober 
2008 in keiner Weise mit den vorinstanzlichen Erwägungen auseinan-
dersetzt und keine neuen entscheidrelevanten Tatsachen ins Recht legt, 

dass das BFM zu Recht und mit genügender Begründung davon aus-
geht,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigenschaft  offen-
sichtlich nicht (vgl. dazu Art. 34 Abs. 3 Bst. b AsylG),

dass  diesbezüglich  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die 
vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen ist,

dass der Beschwerdeführer sodann die "Vermutung" geltend macht, er 
werde bei einer Rückweisung nach Deutschland nach Syrien abgescho-
ben,

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dass sich Deutschland sowohl als Vertragsstaat  des Abkommens vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) 
als auch der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) an die sich daraus 
ergebenden völkerrechtlichen Verpflichtungen hält und die Situation des 
Beschwerdeführers nach völkerrechtlichen Grundsätzen überprüft, 

dass somit auch kein Anlass zur Annahme besteht, der Beschwerdefüh-
rer werde in Deutschland keinen effektiven Schutz vor Rückschiebung 
nach Art. 5 Abs. 1 AsylG geniessen (vgl. dazu auch Art. 34 Abs. 3 Bst. c 
AsylG), zumal der Beschwerdeführer dort  offenbar über eine Duldung 
verfügt (vgl. A9/9, A8/1),

dass nach den vorstehenden Erwägungen keiner der Ausschlussgründe 
gemäss Art. 34 Abs. 3 erfüllt ist, weshalb der Nichteintretensentscheid 
in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. a AsylG zu bestätigen ist, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegwei-
sung entgegenstehen, da im Fall eines zulässigen unzumutbaren oder 
unmöglichen Vollzugs das  Anwesenheitsverhältnis  nach den Bestim-
mungen des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Aus-
länderinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) über die vorläufige Auf-
nahme zu regeln ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG), 

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgebenden 
völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da der Be-
schwerdeführer in einen Drittstaat reisen kann, in dem er Schutz vor 
Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG findet, 

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dass  Deutschland  seinen  aus  der  FK  und  der  EMRK  erwachsenen 
Pflichten – wie bereits vorgängig erwähnt – nachkommt, 

dass weder die in Deutschland herrschende allgemeine Lage noch in-
dividuelle Gründe zu einer existenziellen Gefährdung des Beschwer-
deführers  in  Deutschland führen,  weshalb  der  Vollzug der   Wegwei-
sung nach Deutschland nicht unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 
AuG ist,  

dass  der  Vollzug  nach  Deutschland  schliesslich  auch  möglich  ist 
(vgl. Art. 83 Abs. 2 AuG),  da die deutsche Behörde einer Rücküber-
nahme zugestimmt hat,

dass bei dieser Sachlage der vom BFM verfügte Vollzug der Wegwei-
sung nach Deutschland zu bestätigen ist, womit die Anordnung einer 
vorläufigen Aufnahme ausser Betracht fällt,

dass nach den vorstehenden Erwägungen die angefochtene Verfügung 
zu bestätigen und die eingereichte Beschwerde als offensichtlich un-
begründet abzuweisen ist, 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.– 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 
VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer durch Vermittlung des Empfangs- und Ver-
fahrenszentrums (..) (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum (...)  (per  Telefax  zu 
den Akten Ref.-Nr. N (...), mit der Bitte um Eröffnung des Urteils an 
den  Beschwerdeführer  und  um  Zustellung  der  beiliegenden 
Empfangsbestätigung an das Bundesverwaltungsgericht)

- (...) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Stella Boleki

Versand: 

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