# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 75129705-a33b-593d-9136-e05b205d78d4
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.03.2012 RU110018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU110018_2012-03-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RU110018-O/U.doc 

 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, Oberrichterin Dr. D. Scher-

rer und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Gerichtsschreiber lic. iur. 

B. Häusermann 

Urteil vom 8. März 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsteller und Beschwerdeführer 

 

betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Präsidenten des Obergerichts des  
Kantons Zürich vom 21. Juni 2011 (VO110055) 

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Erwägungen: 

1. Am 27. Mai 2011 beantragte der Gesuchsteller im Rahmen eines Schlich-

tungsverfahrens die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Die Friedens-

richterin leitete das Gesuch an den Obergerichtspräsidenten weiter (Urk. 1-3). 

Dieser wies das Gesuch mit Urteil vom 21. Juni 2011 ab (Urk. 6). Das Urteil wur-

de dem Gesuchsteller am 28. Juni 2011 zugestellt (Urk. 7/1). Mit Eingabe vom 

6. Juli 2011 (Postaufgabe: 7. Juli 2011) erhob der Gesuchsteller fristgerecht Be-

schwerde gegen das Urteil vom 21 Juni 2011 (Urk. 8). 

2.1. Vor erster Instanz machte der Gesuchsteller (teilweise sinngemäss) geltend, 

er habe beim Friedensrichteramt eine Klage gegen die B._____ eingereicht. Dies, 

nachdem ihm die B._____ in einem früheren Verfahren Rechtsanwalt X._____ als 

Vertreter zur Seite gegeben habe. Im Rahmen jenes Mandats hätten die B._____ 

und Rechtsanwalt X._____ Sorgfaltspflichten verletzt. Das Mandat sei unsorgfältig 

und mangelhaft geführt worden. Die gesetzlichen Voraussetzungen seien nicht 

genügend vorgetragen worden, dafür Aktenwidriges. Er (der Gesuchsteller) habe 

bei Rechtsanwalt X._____ "den Darlehensvertrag über Fr. 7'500.–" angegeben, 

und erklärt, dass diese Summe und weitere Fr. 15'000.– in der Bilanz als transito-

rische Einnahmen zu betrachten seien. Rechtsanwalt X._____ habe es unterlas-

sen, dies im Rahmen "der Einsprache vom 13. April 2006" gegen einen Entscheid 

des Amts für Zusatzleistungen (C._____) so darzustellen. Bei diesen Beträgen 

handle es sich um transitorische Einnahmen der D._____ AG und nicht um Er-

werbseinkommen von ihm (dem Gesuchsteller). Rechtsanwalt X._____ habe es in 

der Folge auch unterlassen, ein Gesuch um Erlass zu stellen bezüglich einer 

Summe von Fr. 27'857.–. "Die Rückerstattungsverfügung" aus dem Jahr 2005 be-

ruhe auf Aktenwidrigkeit und Willkür. "Die Rückerstattung vom 19. August 2005" 

sei auf ungerechtfertigte Weise erfolgt. Innert 30 Tagen nach Rechtskraft der Ver-

fügung hätte noch ein Gesuch um Erlass beim Amt für Zusatzleistungen zur 

AHV/IV eingereicht werden können, wenn die Leistungen gutgläubig bezogen 

worden wären und eine grosse Härte vorgelegen hätte. Schliesslich habe Rechts-

anwalt X._____ das Mandat zur Unzeit (Art. 404 Abs. 2 OR) niedergelegt (vgl. 

zum Ganzen Urk. 4 S. 3, S. 6 f.). 

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2.2. Die Vorinstanz erwog, der Gesuchsteller habe nicht dargelegt, weshalb die 

B._____ im Konkreten eine Vertragsverletzung begangen habe und weshalb ihm 

ein Anspruch auf Schadenersatz zustehe. Der Gesuchsteller habe den Vertrag 

zwischen ihm und der B._____ nicht eingereicht. Den Ausführungen zu den tran-

sitorischen Einnahmen sowie zum Erlassgesuch könne nichts Wesentliches ent-

nommen werden. Die Vorwürfe seien nicht ausreichend belegt. Es sei unklar, wo-

rum es in der Sache gehe. Es sei davon auszugehen, dass die Gewinnaussichten 

des Gesuchstellers mit seiner Klage gegen die B._____ Rechtsschutzversiche-

rung beträchtlich geringer seien als die Verlustgefahren. Das Gesuch um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Rechtspflege sei daher abzuweisen (Urk. 9 S. 5 f.). 

3.1. Der Beklagte reichte mit der Beschwerde diverse, zum Teil neue Beilagen 

ein (vgl. Urk. 10/1-9). Zudem stellte er neue Behauptungen auf, und er offerierte 

neue Beweise (vgl. Urk. 8 mit Urk. 4). Diese sogenannten Noven sind im vorlie-

genden Verfahren jedoch ausgeschlossen (vgl. Art. 326 Abs. 1 ZPO). Für das Be-

schwerdeverfahren sind einzig diejenigen Tatsachenbehauptungen und Beweis-

mittel zu beachten, die bereits vor erster Instanz vorlagen. 

3.2. Mit der Beschwerde kann einzig gerügt werden, die Vorinstanz habe das 

Recht unrichtig angewendet oder den massgeblichen Sachverhalt offensichtlich 

unrichtig festgestellt (vgl. Art. 320 ZPO). Dabei hat sich der Rechtsmittelkläger mit 

der Begründung des angefochtenen Entscheids auseinanderzusetzen (vgl. BGE 

4A_211/2008, E. 2, m.w.H.). Wiederholt der Rechtsmittelkläger bloss seinen vor 

Vorinstanz eingenommenen Standpunkt, so tritt das Gericht auf das Rechtsmittel 

nicht ein. Das Gericht ist nicht verpflichtet, den angefochtenen Entscheid von sich 

aus auf mögliche Mängel zu untersuchen, es sei denn, der Sachverhalt sei gera-

dezu willkürlich festgestellt oder das Recht sei geradezu willkürlich angewandt 

worden und diese Fehlerhaftigkeiten träten klar zutage (so jedenfalls für das Beru-

fungsverfahren Reetz/Theiler in: ZPO Komm. Sutter-Somm et al., Art. 311 N. 36). 

Der Beklagte wiederholt im Beschwerdeverfahren über weite Strecken seine be-

reits vor Vorinstanz erhobenen Vorwürfe gegen die B._____ bzw. Rechtsanwalt 

X._____. In der Beschwerdeschrift wird an keiner Stelle gerügt, dass die Vo-

rinstanz den Sachverhalt (offensichtlich) unrichtig festgestellt oder das Recht un-

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richtig angewendet hätte. Eine Auseinandersetzung mit dem angefochtenen Urteil 

ist nicht ersichtlich. Vielmehr versucht der Gesuchsteller, seine erstinstanzlichen 

Vorbringen zu verdeutlichen und besser zu belegen. (vgl. Urk. 8 und Urk. 4). Da-

rauf ist im Beschwerdeverfahren nicht einzutreten. 

4.1. Die Vorinstanz wies das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege offensichtlich deshalb ab, weil sie die Klage als aussichtslos im Sin-

ne von Art. 117 lit. b ZPO einstufte, dies weil der Gesuchsteller die Klage nicht 

ausreichend belegt und derart ungenügend substantiiert hatte, dass nicht erkenn-

bar war, worum es in der Sache konkret geht. 

4.2. Der Gesuchsteller macht nicht geltend, die Vorinstanz hätte ihm im Hinblick 

auf die Beurteilung der Prozessaussichten eine Nachfrist zur Verbesserung der 

Klage ansetzen müssen. Ob die Vorinstanz dazu verpflichtet gewesen wäre, 

muss grundsätzlich auch nicht von Amtes wegen geprüft werden, zumal eine sol-

che (Willkür-)Prüfung weitestgehend der Prüfung des Beschwerdegrundes ge-

mäss Art. 320 lit. a ZPO (unrichtige Rechtsanwendung) entspricht, die voraus-

setzt, dass sich der Beschwerdeführer mit den Erwägungen des angefochtenen 

Entscheids auseinandersetzt (vgl. den Hinweis unter Ziff. 3.2 hiervor). Im Übrigen 

ist der um unentgeltliche Rechtspflege nachsuchenden Partei nur eine Nachfrist 

zur Nachreichung fehlender Angaben und Unterlagen zu ihren finanziellen Ver-

hältnisse anzusetzen (vgl. Emmel in: ZPO Komm. Sutter-Somm et al., Art. 119 

N. 7). Formell mangelhafte Gesuche sind hingegen im Sinne von Art. 132 Abs. 1 

und 2 ZPO zur Verbesserung zurückzusenden (vgl. Huber, Dike-Komm. ZPO, 

Art. 119 N. 8). Eine solche Verbesserung fällt jedoch ausser Betracht, wenn die 

Unverständlichkeit auf die ungenügende Begründung der Klage zurückzuführen 

ist (vgl. Kramer/Kubat Erk, Dike-Komm. ZPO, Art. 132 N. 10). Es geht nicht an, in 

einem Verfahren, das unter der Herrschaft der Verhandlungs-/Dispositions-

maxime steht, die um unentgeltliche Rechtspflege nachsuchende Partei ihre un-

begründete Klage schon im Gesuchsverfahren nachsubstantiieren zu lassen. Da-

ran ändert auch die beschränkte Untersuchungsmaxime im Gesuchsverfahren 

nichts. 

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4.3. Willkürlich ist eine tatsächliche Annahme/Sachverhaltsfeststellung, wenn sie 

offensichtlich unhaltbar ist, zur tatsächlichen Situation in einem Widerspruch steht 

oder auf einem offenkundigen Versehen beruht, wobei letzteres der Aktenwidrig-

keit entspricht. Aktenwidrigkeit liegt vor, wenn die angefochtene tatsächliche 

Feststellung den Inhalt der Akten oder der Parteivorbringen unrichtig wiedergibt 

und sich deshalb als blanker Irrtum erweist (Reetz/Theiler in: ZPO Komm. Sutter-

Somm et al., Art. 311 N. 36, m.w.H.). 

Der Gesuchsteller zeigt in seiner ursprünglichen Klage nicht hinreichend substan-

tiiert, wodurch ihm ein Schaden von mindestens Fr. 32'500.– (Urk. 1) entstanden 

sein soll. Sollte der Schaden in der Pflicht zur Rückerstattung von Fr. 27'857.– zu 

sehen sein, so kann er nicht der B._____ bzw. Rechtsanwalt X._____ zugeordnet 

werden, weil die Rückerstattung laut Darstellung des Klägers im Jahr 2005 verfügt 

wurde und Rechtsanwalt X._____ eine Unterlassung im Rahmen einer Einspra-

che im Jahr 2006 vorgeworfen wird. Insofern ist die Kausalität zwischen Unterlas-

sung und Schaden nicht ersichtlich. Der Gesuchsteller legte sodann in seiner ur-

sprünglichen Klage nicht dar, dass die B._____ bzw. Rechtsanwalt X._____ (auf-

grund eines Mandats o.Ä.) verpflichtet gewesen wären, ein Gesuch um Erlass der 

Rückerstattung von Leistungen zu stellen. Im Übrigen behauptete er auch nicht, 

dass die Voraussetzungen für einen solchen Erlass erfüllt gewesen wären. Nicht 

hinreichend substantiiert ist auch der pauschale Vorwurf, Rechtsanwalt X._____ 

habe eine Sorgfaltswidrigkeit begangen, indem er es unterlassen habe, die dem 

Gesuchsteller vom Amt für Zusatzleistungen als Einkommen angerechneten Be-

träge von Fr. 7'500.– und Fr. 15'000.– als transitorische Einnahmen der D._____ 

AG zu rügen. Abgesehen davon kann aufgrund der Klage nicht nachvollzogen 

werden, wie es durch ein zusätzliches Einkommen von Fr. 22'500.– (Fr. 7'500.– 

und Fr. 15'000.–) zu einer Rückerstattungspflicht von Fr. 27'857.– gekommen ist. 

Auch fehlt in der Klage jeglicher Hinweis, inwiefern Rechtsanwalt X._____ das 

Mandat zur Unzeit niedergelegt und zu welchem Schaden dies geführt haben soll. 

Schliesslich schweigt sich der Gesuchsteller darüber aus, aus welchem Grunde 

die B._____ Rechtsschutzversicherung für Handlungen von Rechtsanwalt 

X._____ einzustehen hat. Demnach erweist sich die Begründung der Vorinstanz 

für die Abweisung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

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(vgl. oben, Ziff. 4.1) klarerweise nicht als willkürlich/aktenwidrig. Es kann offen 

bleiben, ob die Beschwerdeinstanz den angefochtenen Entscheid mit Bezug auf 

die Sachverhaltsfeststellung im Sinne von Art. 320 lit. b ZPO von Amtes wegen 

auf Willkür/Aktenwidrigkeit zu überprüfen hat oder nicht. 

5. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unzulässig bzw. 

unbegründet. Entsprechend ist sie in Anwendung von Art. 322 Abs. 1 ZPO in Ver-

bindung mit Art. 327 Abs. 2 ZPO ohne Weiterungen abzuweisen. 

6. Das Beschwerdeverfahren gegen einen abweisenden kantonalen Entscheid 

betreffend unentgeltliche Rechtspflege ist kostenpflichtig (BGE 137 III 470). Die 

Kosten des Beschwerdeverfahrens sind dem unterliegenden Gesuchsteller auf-

zuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Zugunsten des Gesuchstellers ist (gemäss Kla-

gebewilligung, Urk. 3) von einem Streitwert von Fr. 32'500.– auszugehen. Die 

Entscheidgebühr ist in Anwendung von § 2 lit. a, c und d, § 4 Abs. 1 und 2 sowie 

§ 12 Abs. 1 und 2 GebV OG (LS 211.11) auf Fr. 300.– festzusetzen. Es besteht 

kein Entschädigungsanspruch. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann. 

2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.– festgesetzt. 

3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Gesuchsteller 

auferlegt. 

4. Schriftliche Mitteilung an den Gesuchsteller und die Vorinstanz, je gegen 

Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

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1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.  

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt 
Fr. 32'500.–. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 
 
Zürich, 8. März 2012 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. R. Klopfer 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. B. Häusermann 
 
versandt am: 
mc 

	Urteil vom 8. März 2012
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden kann.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 300.– festgesetzt.
	3. Die Kosten für das zweitinstanzliche Verfahren werden dem Gesuchsteller auferlegt.
	4. Schriftliche Mitteilung an den Gesuchsteller und die Vorinstanz, je gegen Empfangsschein, sowie an die Obergerichtskasse.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...