# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 16769af0-5d03-5f8e-953a-ae9c37ae1257
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-10
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 10.06.2014 RA140015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RA140015_2014-06-10.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: RA140015-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichterin 

Dr. M. Schaffitz und Ersatzoberrichter Dr. S. Mazan sowie 

Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke 

Urteil vom 10. Juni 2014 

 

in Sachen 

 

A._____ SA,  
Beklagte und Beschwerdeführerin 

 

gegen 

 

B._____,  
Kläger und Beschwerdegegner 

 

betreffend Forderung 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Arbeitsgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 
23. April 2014 (AH140008-L) 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

1. a) Am 17. Januar 2014 hatte der Kläger beim Arbeitsgericht Zürich 

(Vorinstanz), zusammen mit der Klagebewilligung vom 15. November 2013, 

gegen die Beklagte eine arbeitsrechtliche Klage über Fr. 14'000.-- hängig 

gemacht (Urk. 1 und 2). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung vom 

27. Februar 2014 modifizierte der Kläger sein Begehren dahin, dass ihm die 

Beklagte im Rahmen der Lohnfortzahlungspflicht bei Krankheit den ihm 

zustehenden Lohn und einen Schadenersatz von Fr. 2'000.-- zu bezahlen habe 

(Vi-Prot. S. 2). Mit Urteil vom 23. April 2014 wurde die Beklagte verpflichtet, dem 

Kläger Fr. 225.90 netto zuzüglich Zins seit 30. November 2013 zu bezahlen; im 

Mehrbetrag wurde die Klage abgewiesen und es wurden weder Kosten erhoben 

noch Parteientschädigungen zugesprochen (Urk. 23 = Urk. 28). 

b) Am 21. Mai 2014 sandte die Beklagte eine Eingabe an die 

beschliessende Kammer. Darin bezog sie sich auf das Urteil vom 23. April 2014 

und machte geltend, dem Kläger nur Fr. 113.45 und nicht Fr. 225.90 überweisen 

zu wollen. Da sich die Beklagte mit dieser Eingabe an dasjenige Gericht gewandt 

hat, welches in der vorinstanzlichen Rechtsmittelbelehrung als für die Behandlung 

einer Beschwerde zuständig angegeben wurde und sie offenbar mit dem Urteil 

vom 23. April 2014 nicht einverstanden ist, ist die Eingabe der Beklagten als – 

fristgerecht erhobene (Urk. 24) – Beschwerde entgegenzunehmen, mit dem 

sinngemässen Beschwerdeantrag (Urk. 27): 

Es sei Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils vom 23. April 2014 aufzuheben und die 
Beklagte zu verpflichten, dem Kläger Fr. 113.45 zu bezahlen. 

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die 

Beschwerde sogleich als unbegründet erweist, kann auf die Einholung einer 

Beschwerdeantwort der Gegenpartei verzichtet werden (Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

2. a) Die Vorinstanz hat zusammengefasst erwogen, die Beklagte sei 

im Personalverleih tätig. Der Kläger sei im Dienste der Beklagten vom 17. [recte: 

19.] bis 23. Juni 2013 bei einer Malerfirma tätig gewesen. Für diesen Einsatz sei 

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er entlöhnt worden. Der Kläger sei in der Folge aufgrund einer Operation vom 10. 

Juli 2013 bis zum 15. September 2013 arbeitsunfähig gewesen (Urk. 28 S. 3). Der 

von den Parteien unterzeichnete Einsatzvertrag enthalte keine Bestimmungen 

betreffend Lohnfortzahlungspflicht oder Karenzfrist, jedoch sei darin festgehalten, 

dass das Arbeitsverhältnis den allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsverträgen 

"Personalverleih" und "Maler- und Gipsergewerbe (CH)" unterstehe (Urk. 28 S. 6). 

Beide GAV würden eine von der gesetzlichen Lösung (Art. 324a Abs. 4 OR) 

abweichende Regelung enthalten. Beide GAV würden die Möglichkeit eines 

Leistungsaufschubes enthalten; während der Aufschubzeit habe indessen der 

Arbeitgeber dem Arbeitnehmer 80% des Lohnes zu entrichten. Gemäss der für 

den Arbeitnehmer günstigeren Regelung des GAV für das Maler- und 

Gipsergewerbe sei der erste Krankheitstag davon ausgenommen (Urk. 28 S. 7 f.). 

Aufgrund der Arbeitsunfähigkeit des Klägers schulde die Beklagte dem Kläger 

somit für 60 Kalendertage Lohn, mit einem Karenztag. Das versicherte Taggeld 

betrage Fr. 141.80, was bei einem Ansatz von 80% Fr. 113.44 ergebe. Auf 

Krankentaggelder seien keine Sozialversicherungsbeträge zu bezahlen, dem 

Kläger sei jedoch die Quellensteuer abzuziehen. Die Beklagte habe bisher 

Krankentaggelder von (brutto) Fr. 6'466.10, also für 57 Kalendertage, ausbezahlt. 

Sie hätte dem Kläger aber Krankentaggelder für 59 Tage (60 Tage minus 1 

Karenztag) auszahlen müssen. Sie habe ihm demzufolge 2 Tage zuwenig 

ausbezahlt. Die Beklagte sei daher zu verpflichten, dem Kläger Fr. 225.90 netto 

(Fr. 226.90 ./. Quellensteuer 0.441%) zu bezahlen (Urk. 28 S. 8). 

b) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und 

offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Dabei gilt das Rügeprinzip, d.h. in der Beschwerde muss im 

Einzelnen dargelegt werden, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig 

sein soll (Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 

Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2.A. 2013, N 15 zu Art. 321 ZPO; Sterchi, 

BE-Kommentar, N 17 ff. zu Art. 321 ZPO); was nicht gerügt wird, hat 

grundsätzlich Bestand. 

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c) Die Beklagte macht in ihrer Beschwerde sinngemäss geltend, sie 

werde bzw. wolle dem Beklagten nur den Betrag für 1 Krankentaggeld 

überweisen und verweist dabei auf eine Leistungsabrechnung der 

Krankentaggeldversicherung (Urk. 27). Die Beklagte setzt sich jedoch in ihrer 

Beschwerde mit den vorinstanzlichen Erwägungen in keiner Weise auseinander; 

sie sagt mit keinem Wort, was daran unzutreffend sein sollte. Damit bleibt es bei 

den vorinstanzlichen Erwägungen, dass die Beklagte dem Kläger 

Krankentaggelder für 59 Tage bezahlen muss, ihm bislang jedoch erst 57 

Taggelder entrichtet hat, womit sie ihm noch 2 Taggelder zu bezahlen hat. 

d) Die Beschwerde der Beklagten ist damit abzuweisen. 

3. a) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Kosten zu erheben (Art. 

114 lit. c ZPO). 

b) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen 

zuzusprechen, dem Kläger mangels relevanter Umtriebe, der Beklagten zufolge 

von deren Unterliegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos. 

3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen 

zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage einer 

Kopie von Urk. 27, sowie an das Arbeitsgericht Zürich, 4. Abteilung, je 

gegen Empfangsschein. 

Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der 

Rechtsmittelfrist an die Vorinstanz zurück. 

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5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. Es handelt sich um eine arbeits-
rechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt Fr. 112.45. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 10. Juni 2014 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 
 

Die Vorsitzende: 
 
 
 

Dr. L. Hunziker Schnider 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. F. Rieke 
 

 
 
versandt am: 
mc 

	Urteil vom 10. Juni 2014
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Das Beschwerdeverfahren ist kostenlos.
	3. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, an den Kläger unter Beilage einer Kopie von Urk. 27, sowie an das Arbeitsgericht Zürich, 4. Abteilung, je gegen Empfangsschein.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...