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**Case Identifier:** 52580396-2d4b-51a1-8c3d-e9e9449b96ac
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-28
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 28.04.2022 720 21 264 / 95
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-264---95_2022-04-28.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 28. April 2022 (720 21 264 / 95) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente; Würdigung der medizinischen Berichte; Rentenrevision 

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Astrid Meienberg, 
Rechtsanwältin, goldbach law, Gustav-Siber Weg 4, Postfach 645, 
8700 Küsnacht ZH 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A.a Der 1967 geborene A.____ bezog seit dem 1. Mai 1998 eine ganze Rente der Eidgenös-
sischen Invalidenversicherung (IV). Im Rahmen einer Überprüfung der Rente im Jahre 2003 
wurde dem Beschwerdeführer am 27. Februar 2003 mitgeteilt, dass er weiterhin Anspruch auf 
die IV-Rente im bisherigen Umfang habe. Eine weitere Revision erfolgte im Jahre 2008. Gestützt 
auf ein Gutachten des Zentrums für medizinische Begutachtung (ZMB) vom 9. Dezember 2008 
wurde A.____ am 11. Mai 2009 mitgeteilt, dass die bisherige Rente unverändert bleibe. 
 

 

 
 
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A.b Im März 2016 wurde A.____ im Rahmen einer im Mai 2015 eingeleiteten weiteren Revi-
sion durch Dr. med. B.____, FMH Neurologie, neurologisch und durch Dr. med. C.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, psychiatrisch begutachtet. In der Folge wurde die Rente nach 
durchgeführtem Einwandverfahren mit Verfügung vom 11. September 2017 gestützt auf einen 
IV-Grad von 22 % aufgehoben. Eine dagegen erhobene Beschwerde wurde vom Kantonsgericht 
Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht), mit Urteil vom 14. Mai 
2018 (Verfahren-Nr. 720 17 334) in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene Verfügung 
aufgehoben wurde, weil die IV-Stelle keine Eingliederungsmassnahmen durchgeführt hatte. Das 
Kantonsgericht hielt fest, dass das Gutachten der Dres. B.____ und C.____ vom 22. März bzw. 
25. April 2016, mit welchem dem Beschwerdeführer eine 20%ige Arbeitsunfähigkeit aus somati-
schen Gründen, aber ohne psychiatrische Einschränkung, attestiert wurde, schlüssig und über-
zeugend sei, weshalb die IV-Stelle zu Recht darauf abgestellt und demzufolge eine Verbesserung 
des Gesundheitszustandes im Vergleich zum Zeitpunkt der letztmaligen Rentenüberprüfung im 
Jahre 2009 festgestellt habe. 
 
A.c In der Folge wurden von der IV-Stelle Eingliederungsmassnahmen während einem Zeit-
raum von insgesamt ca. einem Jahr in Form von Belastbarkeitstrainings durchgeführt. Nachdem 
der Versicherte auch nach sechs Monaten Arbeitstraining die medizinisch-theoretisch festge-
stellte Arbeitsfähigkeit subjektiv nicht ansatzweise erreichen konnte, wurden die beruflichen Mas-
snahmen eingestellt. Da in einem Bericht der J.____-Klinik vom 7. Februar 2019 neu und erst-
mals eine posttraumatische Belastungsstörung sowie zusätzlich eine mittelgradige Ausprägung 
der depressiven Störung diagnostiziert wurde, gab die IV-Stelle eine psychiatrische Verlaufsbe-
gutachtung bei Dr. C.____ in Auftrag. Dieser diagnostizierte in seinem Gutachten vom 22. Juni 
2020 neu eine leichtgradige depressive Episode und daraus folgend eine 15%ige Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit. In der Folge wurden erneut berufliche Eingliederungsmassnahmen in Form 
eines sechs monatigen Belastungstrainings durchgeführt. Der Versicherte konnte dabei seine 
Leistung nicht über ein 20-30%iges Pensum steigern. Am 23. Februar 2021 wurde er auf seine 
Mitwirkungspflicht hingewiesen und per 15. März 2021 wurden die beruflichen Massnahmen auf-
grund der geringen Leistung abgebrochen. Die IV-Stelle lehnte nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren mit Verfügung vom 30. Juni 2021 gestützt auf die neuen medizinischen Feststel-
lungen und unter Annahme einer 80%igen Arbeitsfähigkeit die Ausrichtung einer Invalidenrente 
bei einem Invaliditätsgrad von 22 % erneut ab. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Astrid Meienberg, 
mit Schreiben vom 7. September 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht. Darin beantragte er, 
es sei ihm weiterhin eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei zur Klärung der 
Leistungsansprüche ein interdisziplinäres medizinisches Gutachten in Auftrag zu geben; unter 
o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass beim Beschwer-
deführer keine Arbeitsfähigkeit mehr vorhanden sei, die auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 
noch verwertbar sei. In medizinischer Hinsicht wurde unter anderem auf eine psychotraumatische 
Abklärung durch PD Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1. September 
2021 verwiesen, welcher eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert habe.  
 

 

 
 
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C. Mit Vernehmlassung vom 13. Oktober 2021 beantragte die IV-Stelle unter Beilage einer 
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 1. Oktober 2021 die Abweisung 
der Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte – 
Beschwerde des Versicherten vom 7. September 2021 ist demnach einzutreten.  
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
erging vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts 
und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 
129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verord-
nung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in der bis 
31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (Urteil des Bundesgerichts vom 
23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wie-
dergegeben, zitiert und angewendet.  
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-
gliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). Nach 
Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versi-
cherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Drei-
viertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % 
und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40 % invalid ist. 
 
2.2 Nach Art. 6 ATSG ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung der körper-
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-
herigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer Dauer wird 
auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berücksichtigt 

 

 
 
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(Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach Art. 
7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksich-
tigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 
überwindbar ist (Satz 2). 
 
2.3 Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-
rung, ein damit vergleichbares psychosomatisches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder 
depressive Störungen leicht- bis mittelgradiger Natur (Urteile des Bundesgerichts vom 30. No-
vember 2017, 8C_841/2016 und 8C_130/2017, beide zur Publikation vorgesehen), sind für die 
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – unter Berücksichti-
gung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschät-
zen (BGE 141 V 281 E. 2., E. 3.4-3.6 und 4.1). Gemäss altem Verfahrensstandard (z.B. BGE 130 
V 352) eingeholte Gutachten verlieren nicht per se ihren Beweiswert. Vielmehr ist im Rahmen 
einer gesamthaften Prüfung des Einzelfalls mit seinen spezifischen Gegebenheiten und den er-
hobenen Rügen entscheidend, ob ein abschliessendes Abstellen auf die vorhandenen Beweis-
grundlagen vor Bundesrecht standhält (BGE 141 V 281 E. 8). 
 
3. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich bildet die 
Frage, in welchem Ausmass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträch-
tigungen arbeitsunfähig ist. 
 
3.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und bei der Beurteilung der Arbeitsfä-
higkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Un-
terlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 
stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 
und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versi-
cherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grund-
lage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zuge-
mutet werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestat-
ten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 

 

 
 
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nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, wa-
rum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Be-
weiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange 
umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berück-
sichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der me-
dizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 
ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 
E. 5.1; 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5).  
 
3.3.1 So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spe-
zialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so-
wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-
gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts vom 6. März 2019, 9C_609/2018, 
E. 3.2.2).  
 
3.3.2 Zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der Berichte und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen wird der Grundsatz betont, wonach ein Anstellungsverhältnis dieser 
Person zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde Objektivität und Befangen-
heit schliessen lässt (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Diesen Berichten kommt allerdings nicht derselbe 
Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG (in der bis 31.12.2021 gültigen Fassung) 
eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind 
aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfol-
gerungen bestehen (BGE 135 V 465 E. 4.7). 
 
3.3.3 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten darf und soll das Gericht der Erfah-
rungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Ver-
trauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientinnen und Patienten aussagen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch 
tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedi-
zinischen Experten anderseits (vgl. BGE 124 I 170 E. 4; Urteil des EVG vom 13. Juni 2001, I 
506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen 
und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslau-
tenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher 
Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt 

 

 
 
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oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 
2.2.1, mit Hinweisen). 
 
4.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab-
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus-
sen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesundheitszustandes 
der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich die er-
werblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich ver-
ändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). 
 
4.2 Die abweichende medizinische oder rechtliche Einschätzung von im Wesentlichen un-
veränderten tatsächlichen Verhältnissen führt nicht zu einer materiellen Revision. Bloss auf einer 
anderen Wertung beruhende, revisionsrechtlich unerhebliche Differenzen sind daher von revisi-
onsbegründenden tatsächlichen Veränderungen abzugrenzen. Eine ärztliche Schlussfolgerung, 
die von der früheren abweicht, obwohl sich der beurteilte Gesundheitszustand effektiv nicht ver-
ändert hat, ist meist auf eine unterschiedliche Ausübung des medizinischen Ermessens (vgl. dazu 
BGE 137 V 253 E. 3.4.2.3) zurückzuführen (Urteil des Bundesgerichts vom 29. August 2011, 
9C_418/2010, E. 4.1 mit weiteren Hinweisen).  
 
4.3 Bei der Erhebung und Würdigung des medizinischen Sachverhalts in Revisionsfällen im 
Sinne des Art. 17 ATSG ist überdies Folgendes zu beachten: Da die Feststellung einer revisions-
begründenden Veränderung durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen 
Zustandes erfolgt, bildet Gegenstand des Beweises das Vorhandensein einer entscheidungser-
heblichen Differenz in den – den medizinischen Gutachten zu entnehmenden – Tatsachen. Der 
Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon 
ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – 
bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizi-
nischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung be-
weisend wäre (vgl. dazu BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a), mangelt es daher in der Regel 
am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche 
Einschätzung nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Ge-
sundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es evident ist, 
dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben (Urteile des Schweizerischen Bun-
desgerichts vom 29. August 2011, 9C_418/2010, E. 4.2, und A. vom 26. März 2015, 
9C_710/2014, E. 2). 
 
4.4 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des In-
validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsab-
klärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten 
für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht (BGE 
133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend wurde die seit Mai 1998 

 

 
 
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ausgerichtete ganze IV-Rente des Versicherten letztmals im Jahre 2009 revisionsweise vertieft 
überprüft und mit Mitteilung vom 11. Mai 2009 im bisherigen Umfang bestätigt. Im Rahmen des 
neuerlichen Rentenrevisionsverfahrens hat die IV-Stelle eine weitere Überprüfung des Renten-
anspruchs des Versicherten eingeleitet und die erforderlichen Abklärungen vorgenommen. Ge-
stützt auf die Abklärungsergebnisse hob die IV-Stelle die laufende ganze Invalidenrente des Ver-
sicherten mit Verfügung vom 11. September 2017, nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren, 
aufgrund eines ermittelten Invaliditätsgrades von 22 % auf. Das Kantonsgericht hat mit Urteil vom 
14. Mai 2018 festgehalten, dass die IV-Stelle zu Recht auf das bidisziplinäre Gutachten der Dres. 
B.____ und C.____ vom 22. März bzw. 25. April 2016 abgestellt hat und demzufolge davon aus-
gehen durfte, dass der Beschwerdeführer zu 80 % arbeitsfähig sei. Damit zeigte sich eine we-
sentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen im Vergleich zum Zeitpunkt der Mitteilung 
vom 11. Mai 2009, als die Rente letztmals revisionsweise überprüft und bestätigt worden war. 
Das Kantonsgericht hat die Beschwerde damals nur deshalb gutgeheissen, weil die IV-Stelle es 
unterlassen hatte, Eingliederungsmassnahmen, die dem Beschwerdeführer aufgrund der über 
15-jährigen Bezugsdauer einer IV-Rente zustanden, durchzuführen. 
 
5. Streitig und zu prüfen ist nun, ob die IV-Stelle die dem Versicherten seit 1. Mai 1998 
ausgerichtete ganze Invalidenrente zu Recht mit Verfügung vom 30. Juni 2021 per Ende August 
2021 aufgehoben hat. Die vom Kantonsgericht im Urteil vom 14. Mai 2018 geforderten Einglie-
derungsmassnahmen wurden in der Zwischenzeit erfolglos durchgeführt. Nachfolgend ist nun zu 
prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse seit der letztmaligen Prüfung im Jahre 2009 und 
der vorliegend angefochtenen Verfügung im Juni 2021 in einer für den IV-Rentenanspruch er-
heblichen Weise geändert haben. Zur Beurteilung der vorliegenden Streitsache liegen im We-
sentlichen folgende medizinischen Unterlagen vor:  
 
5.1 Im Zeitpunkt der Rentenrevision im Jahre 2009: 
 
5.1.1 Das am 9. Dezember 2008 erstattete Gutachten des ZMB führte folgende Diagnosen mit 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf: 
 - multisomatoforme Störung  
  - mit im Vordergrund stehendem Schmerzleiden im Sinne der anhaltenden somatofor-

men Schmerzstörung 
 - rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leicht- bis mittelgradige Phasen mit 
  - anamnestischen Hyperventilationsattacken 
  - paranoider Färbung 
 
Die Gutachter kamen zum Schluss, dass der Versicherte aus somatischer Sicht in seiner Arbeits-
fähigkeit nicht eingeschränkt sei. In psychiatrischer Hinsicht sei im Sinne einer Akzentverschie-
bung gegenüber früheren psychiatrischen Beurteilungen eine leichte bis mittelgradige depressive 
Episode zu diagnostizieren, welche paranoid gefärbt erscheine. Daneben bestehe die bekannte 
chronifizierte und interseelisch fixierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung. Symptomatisch 
zeige der Versicherte ein apathisch depressives Zustandsbild, erscheine leidend, klage über mul-
tiple Beschwerden, so dass nicht nur eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, sondern 

 

 
 
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gar eine multi somatoforme Schmerzstörung zu diagnostizieren sei. Der Versicherte sei psychi-
atrisch nicht behandelt. Die früher durchgeführte Therapie im Sinne einer Schmerzgruppe sei seit 
langem beendet. Insgesamt gestalte sich die Symptomvalidierung im Sinne der Konsistenzprü-
fung schwierig. Konsensmässig seien die Gutachter deshalb zum Schluss gekommen, dass die 
Belastbarkeit des Versicherten nicht schlüssig zu beurteilen sei. Es werde daher empfohlen, 
diese im Rahmen einer BEFAS-Abklärung genauer zu evaluieren.  
 
5.1.2 Mit Ergänzungsbericht vom 13. März 2009 hielt das ZMB fest, im psychiatrischen Teil-
gutachten sei die Arbeitsfähigkeit des Versicherten aus psychiatrischer Sicht beurteilt worden. 
Der Versicherte erscheine in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt bzw. es sei die Ar-
beitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Lastwagenchauffeur nicht mehr gegeben. Kon-
sensmässig sei man zum Schluss gekommen, dass die Belastbarkeit des Versicherten in einer 
adaptierten Tätigkeit nicht habe schlüssig beurteilt werden können. Deshalb sei eine BEFAS-
Abklärung empfohlen worden.  
 
5.1.3 Gemäss Bericht vom 29. April 2009 schloss der RAD-Arzt Dr. med. E.____, FMH Psy-
chiatrie und Psychotherapie, aus dem Ergänzungsbericht des ZMB, dass der Versicherte auch in 
einer Verweistätigkeit weitgehend arbeitsunfähig sei. Er empfehle, der Versicherte sei aufzufor-
dern, eine regelmässige psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung anzugehen. Mit Schrei-
ben vom 8. Mai 2009 wurde der Beschwerdeführer aufgefordert, sich einer solchen regelmässi-
gen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung zu unterziehen inklusive einer Therapie 
mit einem Antidepressivum. 
 
5.2  Im Rahmen des nun zu beurteilenden Revisionsverfahrens, welches bereits im Mai 2015 
eingeleitet wurde, ergingen zunächst die nachfolgend aufgeführten Berichte, welche vom Kan-
tonsgericht bereits mit Urteil vom 14. Mai 2018 gewürdigt wurden: 
 
5.2.1 Dr. med. B.____, FMH Neurologie, hielt in seinem Gutachten vom 22. März 2016 fol-
gende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit fest: 
 - Leichtes, linksbetontes, unteres Cervicalsyndrom 
  - leicht ausgeprägte, schmerzhafte Funktionsstörung der unteren HWS 
  - leicht schmerzhaft verspannte Schultergürtelmuskulatur links 
  - keine radikulären Reiz- oder Ausfallerscheinungen 
 - Leichtes, linksbetontes Thoracovertebralsyndrom 
 - Leichtes, linksbetontes Lumbovertebralsyndrom 
  - keine Funktioseinschränkung 
  - keine radikulären Reiz- oder Ausfallerscheinungen 
 
In Bezug auf die Arbeitsfähigkeit führt Dr. B.____ aus, dem Beschwerdeführer seien aufgrund der 
Rückenbeschwerden keine körperlich schweren Tätigkeiten mehr zumutbar. Ebenfalls nicht zu-
mutbar seien repetitive Tätigkeiten über Schulter-Gürtelhöhe, im Kauern, Bücken oder Knien, 
Tätigkeiten unter Zug- und Stossbelastungen sowie mit längeren Zwangshaltungen der Wirbel-
säule. Zur Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf hält Dr. B.____ fest, der Beschwerdeführer 

 

 
 
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habe keinen Beruf erlernt. Er sei längere Zeit in der Landwirtschaft tätig gewesen, dann als Ma-
schinist mit Baumaschinen, dann als Chauffeur. Eine Tätigkeit in der Landwirtschaft sei ihm nicht 
mehr zumutbar. Eine Tätigkeit als Maschinist und Chauffeur nur noch, wenn er nach höchstens 
einer Stunde sitzen eine Pause einlegen könne und anlässlich dieser Tätigkeiten keine körperlich 
schweren oder auch keine körperlich repetitiv mittelschweren Tätigkeiten ausüben müsse. Zur 
Zumutbarkeit von anderen Tätigkeiten führt Dr. B.____ aus, körperlich leichte bis intermittierend 
mittelschwere Tätigkeiten ohne repetitive Tätigkeiten über Schulter-Gürtelhöhe, im Kauern, Bü-
cken oder Knien, ohne Tätigkeiten unter Zug- und Stossbelastungen wechselnd im Sitzen und 
Gehen seien zumutbar, dabei höchstens eine Stunde am Stück im Sitzen, danach müsse eine 
Pause eingelegt werden können. Solche Tätigkeiten seien in vollem Pensum zumutbar. Das Ren-
dement für eine solche Tätigkeit sei durch deutlich vermehrt notwendige Pausen eingeschränkt 
und könne auf 80 % eingeschätzt werden.  
 
5.2.2 Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, führt in seinem Gutachten vom 
25. April 2016 aus, es bestehe keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diag-
nosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erwähnt Dr. C.____ einen Verdacht auf chroni-
sche Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Anteilen (F45.41), einen Verdacht auf 
Hyperventilationssyndrom (F45.33) sowie akzentuierte (ängstliche) Persönlichkeitszüge (Z73.1). 
In seiner Beurteilung hält Dr. C.____ zunächst fest, dass der Beschwerdeführer im Jahre 2009 
die psychiatrische Behandlung bei Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, auf-
genommen habe. Dies aufgrund der Aufforderung der IV-Stelle. Gemäss Bericht von Dr. F.____ 
vom 3. März 2010 habe der Beschwerdeführer wegen zu starker Schmerzen manche Konsulta-
tionen kurzfristig abgesagt. Gemäss einem weiteren Bericht von Dr. F.____ vom 19. Mai 2015 
habe die letzte Konsultation bei ihm vor mindestens 1 ½ Jahren, also etwa Ende 2013 stattge-
funden. Seither sei keine psychiatrische Behandlung mehr aufgenommen worden. Vor diesem 
Hintergrund könne kein erheblicher anamnestischer Leidensdruck angenommen werden. Der Be-
schwerdeführer klage zwar über erhebliche Schmerzen, könne die anfallenden Alltagsarbeiten 
aber offenbar problemlos bewältigen. Die psychosoziale Funktionsfähigkeit in der Beziehung zu 
seinen drei Kindern, zu seinen drei Brüdern und seinen beiden Freunden könne als weitgehend 
intakt beurteilt werden. In der Beziehung zu seiner Ehefrau solle es oft zu Streitigkeiten kommen; 
der Beschwerdeführer habe aber diesbezüglich keine präziseren zeitlichen Angaben machen 
können. Unter Berücksichtigung sowohl der anamnestischen Angaben des Beschwerdeführers 
als auch der während der aktuellen Untersuchung erhobenen Befunde lasse sich eine Depression 
nicht objektivieren.  
 
Im Vergleich zu den Befunden des psychiatrischen Teilgutachtens der ZMB-Gutachter im Jahre 
2008 sei es bis heute zu einer deutlichen Verbesserung insofern gekommen, als dass der Versi-
cherte während der aktuellen Untersuchung nicht mehr bedrückt und nicht mehr leer wirke, es 
lasse sich auch keine deutlich eingeschränkte Vitalität feststellen. Darüber hinaus würden sich 
auch kein deutlicher Leidensdruck und keine bedrückte affektive Stimmungslage mehr erkennen 
lassen. Der Versicherte zeige während der aktuellen Untersuchung kein apathisch-resignatives 
Verhalten mehr, er wirke auch nicht mehr in sich zusammengesunken und bewege sich auch 
nicht mehr mit langsamen Schritten vorwärts. Es liege keine schwerwiegende Komorbidität weder 
psychisch noch physischer Natur vor.  

 

 
 
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Der Beschwerdeführer nehme seit Ende 2013 auch keine psychiatrische oder psychotherapeuti-
sche Behandlung mehr in Anspruch. Eine medikamentöse antidepressive Behandlung mit Cym-
balta sei vor vier Wochen gestoppt worden. Alle diese Faktoren würden dafür sprechen, dass es 
zu einer Verbesserung der depressiven Beschwerden gekommen sei und dass auch kein erheb-
licher Leidensdruck mehr vorliege. Aus rein psychiatrischer Sicht liege keine Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit oder Verminderung der Leistungsfähigkeit vor. Diese Einschätzung gelte ab dem 
Untersuchungsdatum.  
 
5.2.3 In der Konsensbesprechung gelangen die Gutachter Dr. B.____ und Dr. C.____ zum 
Schluss, dass mangels einer psychiatrischen Einschränkung die neurologische Einschränkung 
von 20 % des Rendements als interdisziplinär massgebend anzusehen sei.  
 
5.2.4 Mit Ergänzungsbericht vom 11. März 2017 nimmt Dr. C.____ zu den Einwänden im Vor-
bescheidverfahren Stellung. Er hält fest, dass er im Gutachten eine unübersehbare deutliche Ver-
besserung des psychischen Gesundheitszustandes festgestellt habe, so habe er keine Depres-
sion mehr diagnostiziert, im speziellen keine leicht- bis mittelgradige Depression. Bezüglich der 
Schmerzstörung müsse festgehalten werden, dass er in seinem Gutachten nicht mehr, wie das 
ZMB im Jahre 2008, die Försterkriterien thematisiert habe, sondern die Überwindbarkeit mittels 
Prüfung der Standardindikatoren durchgeführt habe. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien 
habe die Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Anteilen 
nicht mehr mit Sicherheit diagnostiziert werden können. All dies werde vom Beschwerdeführer 
übersehen, wenn er vorbringe, dass in seinem Gutachten dieselben Diagnosen bestehen würden, 
wie in demjenigen des ZMB vom Jahre 2008. 
 
In einem weiteren Ergänzungsbericht vom 5. Januar 2018 nimmt Dr. C.____ ausführlich Stellung 
zur Beschwerdebegründung und gelangt zum Ergebnis, dass diese nicht zu überzeugen vermöge 
und sich eine Änderung der gutachterlichen Einschätzung nicht aufdränge.  
 
5.2.5 Nach einem stationären Aufenthalt des Beschwerdeführers vom 12. Oktober 2016 bis 
11. November 2016 diagnostiziert die Rehaklinik K.____ in ihrem Austrittsbericht vom 20. De-
zember 2016 eine Depression.  
 
5.2.6 Der behandelnde Psychiater Dr. F.____ führt in einem Schreiben vom 14. März 2017 
aus, der Beschwerdeführer sei seit dem 7. Dezember 2016 in der psychiatrischen Tagesklinik in 
L.____ angemeldet und besuche diese seit dem 1. Februar 2017 dreimal pro Woche. 
 
5.2.7 Mit Ergänzungsbericht vom 17. März 2017 hält Dr. B.____ an seinen Ausführungen im 
Gutachten vom 22. März 2016 vollumfänglich fest. In einem weiteren Ergänzungsbericht vom 23. 
Januar 2018 nimmt Dr. B.____ Stellung zur Beschwerdebegründung und stuft die Einwände als 
nicht überzeugend ein.  
 
5.3 Seit dem Urteil des Kantonsgerichts vom 14. Mai 2018 sind im Wesentlichen die folgen-
den Arztberichte bzw. Gutachten ergangen: 

 

 
 
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5.3.1 Gemäss Bericht der J.____-Klinik vom 7. Februar 2019 befand sich der Beschwerdefüh-
rer vom 1. Februar 2017 bis 31. Dezember 2018 in tagesklinischer Behandlung. Als Diagnosen 
werden eine posttraumatische Belastungsstörung, eine anhaltende somatoforme Schmerzstö-
rung und eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, festgehal-
ten.  
 
5.3.2 Am 22. Juni 2020 ergeht das psychiatrische Verlaufsgutachten von Dr. C.____ unter 
anderem gestützt auf die psychiatrische Untersuchung des Beschwerdeführers vom 18. Mai 
2020. Dr. C.____ hält als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivierende 
Störung mit gegenwärtig leichtgradiger Episode ohne somatisches Syndrom (ICD-10 F 33.00) 
und als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit einen Verdacht auf chronische 
Schmerzstörung mit körperlichen und psychischen Anteilen (ICD-10 F 45.41) sowie akzentuierte 
(ängstliche Persönlichkeitszüge ICD-10 Z 73.1) fest. Zur Herleitung der Diagnosen führt 
Dr. C.____ im Wesentlichen aus, der Versicherte gebe eine erheblichste Schmerzintensität von 
8 bis 9 in einer VAS-Skala an. Im Gegensatz dazu könne er während der 1 ½ Stunden dauernden 
Untersuchung ruhig und entspannt im Stuhl sitzen bleiben, lediglich einmal müsse er sich auf die 
Toilette begeben, wobei er die ersten Schritte hinkend mache, danach könne er sich ohne äusser-
lich sichtbare Behinderung bewegen. Am Ende der Exploration stehe er erneut mit einem leichten 
Schmerzgebaren auf, mache die ersten Schritte leicht hinkend, danach könne er die Praxisräum-
lichkeiten ohne sichtbare Behinderung verlassen. Insgesamt hinterlasse er nicht den Eindruck 
unter andauernden schweren und quälenden Schmerzen zu leiden. Die vorgebrachte Belastung 
könne als nicht schwerwiegend genug betrachtet werden, um in einem ursächlichen Zusammen-
hang mit den Schmerzen zu stehen. Damit könne die Diagnose einer chronischen Schmerzstö-
rung mit körperlichen und psychischen Anteilen nicht mit Sicherheit diagnostiziert werden. Dies-
bezüglich würden sich keine relevanten Diskrepanzen zu seinem ersten Gutachten vom April 
2016 ergeben. Weiter hält Dr. C.____ fest, der Explorand beklage sich während der aktuellen 
Untersuchung nicht mehr über Panikattacken, lediglich noch über ein zeitweiliges Druckgefühl 
über der Brust, dies im Gegensatz zum Jahr 2016. Diesbezüglich sei es zu einer Verbesserung 
gekommen. Insgesamt könne davon ausgegangen werden, dass der Versicherte bei der Behand-
lung der Panikattacken vom Aufenthalt in der Tagesklinik habe profitieren können. Des Weiteren 
liessen sich unverändert seit dem Jahre 2016 akzentuierte ängstliche Persönlichkeitszüge erken-
nen. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung wäre differentialdiagnostisch in Betracht zu zie-
hen, die Kriterien hierfür könnten jedoch als nicht erfüllt betrachtet werden. Weshalb der Versi-
cherte mit seinen zwei langjährigen Freunden keinen Kontakt mehr habe, lasse sich während der 
aktuellen Untersuchung anamnestisch nicht herauskristallisieren. Er beklage sich darüber, dass 
sich die Schmerzen, aber auch die psychischen Beschwerden vor drei oder vier Jahren intensi-
viert hätten. Einen Grund hierfür lasse sich jedoch nicht herauskristallisieren. Tatsache sei je-
doch, dass der Beschwerdeführer in den Jahren 2017 und 2018 während fast zwei Jahren in der 
Tagesklinik L.____ teilstationär behandelt worden sei. Gemäss Austrittsbericht sei es zu einer 
leichten Verbesserung der Beschwerden gekommen. Der Explorand berichte jedoch, dass es zu 
keiner wesentlichen Verbesserung gekommen sei. Diesbezüglich sei von einer gewissen Aggra-
vationsneigung des Exploranden auszugehen. Der Gutachter geht davon aus, dass es im Ver-
gleich zur Einschätzung im Rahmen der früheren ZMB-Begutachtung im Jahre 2008 zu einer 

 

 
 
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deutlichen Verbesserung gekommen sei. Eine Verbesserung sei insofern festzustellen, als sich 
während der aktuellen Untersuchung keine deutlich eingeschränkte Vitalität mehr feststellen 
lasse, auch keine bedrückte affektive Stimmungslage und auch kein apathisch-resignatives Ver-
halten mehr. Gegenüber seinem eigenen früheren psychiatrischen Gutachten vom April 2016 
lasse sich jedoch eine gewisse Verschlechterung erkennen, insoweit als der Beschwerdeführer 
während der aktuellen Untersuchung zu keinem Zeitpunkt lächle. Während der aktuellen Unter-
suchung lasse sich zu keinem Zeitpunkt eine bedrückt-traurige oder gereizt-aggressive Stimmung 
erkennen. Eine gewisse Inkonsistenz ergebe sich dadurch, dass sich der Beschwerdeführer über 
eine verminderte Energie beklage und gleichzeitig über einen Tagesablauf berichte, dem zu ent-
nehmen sei, dass er dreimal täglich jeweils zwischen 1-3 Stunden spazieren gehe. Zum Bericht 
der J.____-Klinik vom 7. Februar 2019 hält Dr. C.____ fest, dass in diesem Bericht keine eigenen 
Befunde beschrieben würden. Auch die anhaltende somatoforme Schmerzstörung werde nicht 
näher begründet. Der Gutachter führt aus, dass sich insgesamt die Diagnose einer posttraumati-
schen Belastungsstörung nicht bestätigen lasse. Er weist auch darauf hin, dass im psychosoma-
tischen Konsilium der Reha Klinik M.____ im Jahre 1998 die Diagnose einer posttraumatischen 
Belastungsstörung sowohl aus formalen Gründen – betreffend der Schwere des Unfallereignisses 
– als auch dem Befund nach dem Unfall nicht habe bestätigt werden können. 
 
Im Übrigen werde die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung, welche erstmals im 
Bericht der J.____-Klinik vom 7. Februar 2019 angeführt wird, in keinem anderen psychiatrischen 
Bericht erwähnt, auch nicht in den beiden polydisziplinären ZMB-Gutachten. Der behandelnde 
Psychiater Dr. F.____ habe diese Diagnose von der Tagesklinik bzw. der J.____-Klinik als Zu-
satzdiagnose übernommen, aber lediglich in Verdachtsform. Die von der J.____-Klinik nach über 
20 Jahren plötzlich neu gestellte Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung sei unter 
Berücksichtigung all der erwähnten Faktoren als nicht nachvollziehbar zu betrachten. Insbeson-
dere werde im Bericht der J.____-Klinik nicht begründet, weshalb nach 20 Jahren neu die Diag-
nose einer derartigen Belastungsstörung gestellt werde. Im Speziellen würden keine erneuten 
Traumatisierungen genannt, welche als schwerwiegend genug betrachtet werden könnten, um 
eine bis anhin allenfalls latent gebliebene posttraumatische Belastungsstörung manifest werden 
zu lassen. Dr. C.____ hält eine 85%ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der bisherigen als auch in einer 
angepassten Tätigkeit fest. Im zeitlichen Verlauf führt der Gutachter aus, dass approximativ ab 
etwa Ende 2016 von dieser Einschränkung ausgegangen werden könne. 
 
5.3.3 Dr. F.____ hält in seinem Bericht vom 5. Mai 2021 fest, dass nun eine posttraumatische 
Belastungsstörung klar bestätigt werden könne. Zum Verlaufsgutachten nimmt Dr. F.____ nicht 
Stellung und er macht auch keine Aussagen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-
führers.  
 
5.3.4 Der RAD-Arzt Dr. med. G.____, Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, nimmt mit Schreiben vom 26. Mai 2021 zu den im Einwandverfahren 
eingereichten Unterlagen Stellung und kommt zum Schluss, dass keine Gründe vorliegen wür-
den, eine erneute interdisziplinäre Begutachtung vornehmen zu lassen. 
 

 

 
 
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In einem weiteren Bericht vom 11. Juni 2021 nimmt Dr. G.____ zur Frage Stellung, ob sich die 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 % aufgrund des erhöhten Pausenbedarfs gemäss 
neurologischem Gutachten zur psychiatrisch zumutbaren Arbeitsfähigkeit von sieben Stunden 
additiv auswirke. Dr. G.____ verneint diese Frage und hält fest, eine Addition der jeweiligen Ein-
schränkung sei nicht ausgewiesen, denn die prozentualen Limitierungen würden sich medizinisch 
auf unterschiedliche, nicht interferierende oder gar ergänzende Anforderungsprofile beziehen. 
 
5.3.5 Im Sprechstundenbericht des H.____-Spitals, Klinik für Orthopädie und Traumatologie 
des Bewegungsapparates, vom 10. August 2021 werden die Diagnosen einer akuten Thorakalgie 
dorsoventral linksseitig, eines akuten lumbospondylogenen Schmerzsyndroms und einer chroni-
schen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren gestellt. 
 
5.3.6 Mit der Beschwerde reicht der Beschwerdeführer einen weiteren Bericht des behandeln-
den Psychiaters Dr. F.____ vom 12. August 2021 zu den Akten. Darin hält dieser fest bei der von 
ihm erwähnten posttraumatischen Belastungsstörung handle es sich um eine komplexe posttrau-
matische Belastungsstörung. Er hält fest, dass nach vielen einigermassen kompensierten Jahren, 
der LKW-Unfall im Mai 1997 mit Schädel-Hirntrauma und anterograder Amnesie die erwähnte 
Problematik erneut aktiviert und die komplexe posttraumatische Belastungsstörung ausgelöst 
habe. Die notwendigen diagnostischen Kriterien für die Diagnose einer komplexen posttraumati-
schen Belastungsstörung seien beim Beschwerdeführer gegeben.  
 
5.3.7 Ebenfalls im Rahmen des Beschwerdeverfahrens wird dem Kantonsgericht eine "Psy-
chotraumatologische Abklärung" von PD Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 1. September 2021 zu den Akten gereicht. Dieser listet ausführlich die gesamten vorhande-
nen Akten auf und gelangt zum Schluss, dass eine posttraumatische Belastungsstörung ange-
nommen werden müsse, wobei er von einer leichten Ausprägung dieser posttraumatischen Be-
lastungsstörung ausgeht.  
 
5.3.8 Mit Beurteilung vom 1. Oktober 2021 nimmt Dr. med. I.____, FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie, insbesondere zur Abklärung von PD Dr. D.____ Stellung. Er rügt insbesondere, dass 
die Stellungnahme von PD Dr. D.____ auf die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstö-
rung fokussiert sei und andere psychiatrische Diagnosen ausser Acht gelassen würden. Auch 
gehe PD Dr. D.____ von einer lediglich leichten Ausprägung der posttraumatischen Belastungs-
störung aus. Die Fokussierung auf die posttraumatische Belastungsstörung sei für eine gutachter-
liche Einschätzung des gesamtpsychiatrischen Gesundheitszustandes nicht genügend. Auch 
äussere sich PD Dr. D.____ nicht dezidiert zur Arbeitsfähigkeit. Die Abklärung sei folglich nicht 
geeignet die gesamtpsychiatrische Betrachtung von Dr. C.____ in Zweifel zu ziehen. 
 
6. Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 30. Juni 2021 bei der 
Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf die Ergeb-
nisse, zu denen die Gutachter Dres. B.____ und C.____ in ihren Gutachten vom 22. März und 
vom 25. April 2016 bzw. im Verlaufsgutachten von Dr. C.____ vom 22. Juni 2020 gelangten. Sie 
ging demzufolge davon aus, dass dem Versicherten die Ausübung einer leidensadaptierten Tä-
tigkeit im Umfang von 80 % zumutbar sei. Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu 

 

 
 
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beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. E. 3.3.1 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungs-
verfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehen-
der Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und 
bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung 
volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der 
Expertise sprechen. Solche Indizien liegen hier keine vor.  
 
Die Gutachten der Dres. B.____ und C.____ vom 22. März und vom 25. April 2016 bzw. das 
Verlaufsgutachten von Dr. C.____ vom 22. Juni 2020 weisen weder formale noch inhaltliche Män-
gel auf, sie sind – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 3.2 hiervor) – für die streitigen 
Belange umfassend, beruhen auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigen die geklagten Be-
schwerden, sind in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, leuchten in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der medizinischen Situation ein und sind 
in den Schlussfolgerungen überzeugend. Ebenso setzen sie sich ausreichend mit den vorhande-
nen abweichenden ärztlichen Einschätzungen auseinander.  
 
6.1 Was der Beschwerdeführer vorbringt, ist nicht geeignet, die ausschlaggebende Beweis-
kraft der Gutachten der Dres. B.____ und C.____ in Frage zu stellen. Der Beschwerdeführer 
bringt im Wesentlichen vor, auf die von der IV-Stelle festgestellten Arbeitsfähigkeit könne deshalb 
nicht abgestellt werden, weil die Belastungstrainings eine höhere Arbeitsunfähigkeit ergeben hät-
ten. Ausserdem wird der Einwand erhoben, dass auf die Einschätzung des psychiatrischen Gut-
achters Dr. C.____ nicht abgestellt werden könne, wobei diesbezüglich insbesondere auf die Ab-
klärung von PD Dr. D.____ verwiesen wird. 
 
6.1.1 In Bezug auf das erste Argument führt die IV-Stelle aus, dass die abschliessende Beur-
teilung der sich aus einem Gesundheitsschaden ergebenden funktionellen Leistungsfähigkeit in 
der Hauptsache dem begutachtenden Arzt und nicht den Fachleuten der Berufsberatung obliege. 
Ein Bericht über eine praktische berufliche Abklärung könne ohnehin nur dann aussagekräftig 
sein, wenn der Beschwerdeführer eine kooperative Haltung einnehme. Eine solche könne im vor-
liegenden Fall jedoch nicht bejaht werden, würden doch die massgebenden medizinischen Un-
terlagen verschiedene Hinweise auf eine subjektive Krankheits- und Behinderungsüberzeugung 
enthalten und auch auf eine Selbstlimitierung bzw. sogar ganz klar auf eine Aggravation der Be-
schwerden. Diesen Ausführungen der IV-Stelle ist ohne weiteres zuzustimmen. Bereits im Gut-
achten von Dr. B.____ im März 2016 wird vermerkt, es bestehe der Verdacht auf eine Symptom-
ausweitung bzw. Aggravation. Dr. B.____ hält fest, es könne aus neurologischer Sicht nicht be-
urteilt werden, "ob das Ganze überhaupt (noch) bewusstseinsnah" sei. Im Gutachten von Dr. 
C.____ vom April 2016 findet sich auf Seite 13 der Vermerk, dass der Beschwerdeführer einen 
deutlich aufgesetzten und demonstrativen Eindruck hinterlasse und an gleicher Stelle wird auch 
auf gewisse Inkonsistenzen bei der Beschwerdebeschreibung hingewiesen. Im Verlaufsgutach-
ten vom Juni 2020 beschreibt Dr. C.____ Diskrepanzen, welche sich wohl lediglich durch eine 
gewisse bewusstseinsnahe Aggravationstendenz begründen liessen. Vor diesem Hintergrund 
kann nicht auf die Leistungsfähigkeit gemäss den Belastungstrainings abgestellt werden. Das 
erste Belastungstraining vom 7. Januar 2019 - 6. April 2019 fand ohnehin noch vor der Verlaufs-
begutachtung durch Dr. C.____ statt. Was das zweite Belastungstraining vom 18. Januar 2021 - 

 

 
 
Seite 15   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

17. April 2021 betrifft, so ergibt sich aus dem entsprechenden Bericht klarerweise, dass jeweils 
auf die Schmerzangaben des Beschwerdeführers abgestellt wurde. Gestützt auf diese Umstände 
ist vorliegend auf die medizinische Einschätzung abzustellen.  
 
6.1.2 Weiter bringt der Beschwerdeführer vor, auf das Gutachten von Dr. C.____ könne nicht 
abgestellt werden, weil insbesondere durch die Abklärung von PD Dr. D.____ das Vorliegen einer 
posttraumatischen Belastungsstörung ausgewiesen sei. Diesbezüglich ist zunächst zweifelhaft, 
ob der Bericht von PD Dr. D.____ vom 1. September 2021 im vorliegenden Verfahren überhaupt 
berücksichtigt werden kann, da sowohl die Untersuchung des Versicherten als auch die Erstel-
lung des Berichts erst nach der angefochtenen Verfügung vom 30. Juni 2021 erfolgten. Die Frage 
kann aber – wie sich nachfolgend zeigen wird – offengelassen werden.  
 
Mit der IV-Stelle ist vorweg festzustellen, dass die Fokussierung von PD Dr. D.____ auf die Frage 
des Vorliegens einer posttraumatischen Belastungsstörung zu eng ist. Hinzu kommt, dass PD Dr. 
D.____ letztlich von einer leichten Ausprägung einer posttraumatischen Belastungsstörung aus-
geht und die Frage nach einer allfälligen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gar nicht beantwor-
tet, so dass letztlich nicht klar wird, welche Arbeitsunfähigkeitsgrad daraus überhaupt abgeleitet 
wird. Da PD Dr. D.____ lediglich eine leichte Ausprägung der von ihm diagnostizieren posttrau-
matischen Belastungsstörung festhält, ist nicht zwingend davon auszugehen, dass er eine höhere 
Arbeitsunfähigkeit annimmt als Dr. C.____, welcher eine 15%ige Arbeitsunfähigkeit festgestellt 
hat. Dr. C.____ äussert sich im Übrigen ausführlich zum Thema posttraumatische Belastungs-
störung und gelangt überzeugend zum Ergebnis, dass eine solche nicht bejaht werden könne. 
Der RAD-Arzt Dr. G.____ weist in seiner Einschätzung vom 1. Oktober 2021 zu Recht darauf hin, 
dass die Fokussierung durch PD Dr. D.____ lediglich auf diese Diagnose eben keine rechts-
genügliche Einschätzung des gesamtpsychiatrischen Gesundheitszustandes darstellt. Anzumer-
ken bleibt, dass weder PD Dr. D.____ noch Dr. F.____ sich abweichend zur Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit von Dr. C.____ äussern. Unter diesen Umständen ist der Bericht von PD Dr. 
D.____ – wie im Übrigen auch die Ausführungen des behandelnden Psychiaters Dr. F.____ – 
nicht geeignet, Zweifel am Verlaufsgutachten von Dr. C.____ vom 22. Juni 2020 zu erwecken.  
 
6.2 Nach dem Gesagten hat die IV-Stelle zu Recht auf die Einschätzung der Dres. B.____ 
und C.____ abgestellt und ist von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
ausgegangen.  
 
7. Zu Recht nicht beanstandet wurde der von der Vorinstanz korrekt vorgenommene Ein-
kommensvergleich, weshalb darauf abzustellen ist. Demzufolge erweist sich die Berechnung des 
IV-Grades von 22 % als korrekt. Die vorliegende Beschwerde ist folglich abzuweisen.  
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 

 

 
 
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20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemes-
senem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb 
die Verfahrenskosten ihm zu auferlegen sind. 
 
8.2 Dem Prozessausgang entsprechend hat der Beschwerdeführer keinen Anspruch auf 
eine Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwer-
deführer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe 
von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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