# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1fe347ef-791c-577d-a382-50e02572bf42
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-01-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 12.01.2005 I/1-2004/40
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2004-40_2005-01-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/10

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2004/40

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 12.01.2005

Entscheiddatum: 12.01.2005

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 12.01.2005
Art. 203 StG. Die zehnjährige Frist zur Einleitung des Nachsteuerverfahrens 
findet für Veranlagungen ab dem 1. Januar 1993 Anwendung 
(Verwaltungsrekurskommission, 12. Januar 2005, I/1-2004/40).

Präsident Nicolaus Voigt, Mitglieder Erwin Müller und Rudolf Lippuner; 

Gerichtsschreiber Thomas Scherrer

 

In Sachen

1. Erben des X.Y.

2. A. B.

Rekurrenten,

beide vertreten

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

betreffend

Nachsteuer 1993 und 1994

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Sachverhalt:

A.- X.Y. starb am 30. September 2001. Das kantonale Steueramt leitete, nachdem die 

Ehefrau von X.Y. am 6. Mai 2003 Selbstanzeige erhoben hatte, gegen die Ehefrau des 

Erblassers und dessen Erben am 14. Juli 2003 für die Steuerjahre 1993 bis 2000 ein 

Nachsteuerverfahren ein und stellte Nachsteuern für die Staats- und Gemeindesteuern 

1993 bis 2000 inkl. Zinsen von Fr. 1'098'358.50 zuzüglich Verfahrenskosten in 

Aussicht.

B.- Mit Nachsteuerverfügung vom 2. Oktober 2003 legte das kantonale Steueramt die 

Nachsteuern für die Staats- und Gemeindesteuern 1993 bis 2000 inkl. Zinsen auf Fr. 

1'104'327.50 fest und erhob Verfahrenskosten von Fr. 5'000.--. Die gegen diese 

Verfügung erhobene Einsprache wies das kantonale Steueramt mit Entscheid vom 21. 

Januar 2004 ab.

C.- Gegen diesen Einsprache-Entscheid erhoben die Ehefrau von X.Y. sel. und dessen 

Erben durch ihre Vertreter mit Eingabe vom 20. Februar 2004 Rekurs bei der 

Verwaltungsrekurskommission mit dem Antrag, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge seien der Einsprache-Entscheid und die Nachsteuerverfügung, 

insoweit sie die Staats- und Gemeindesteuern von Fr. 290'750.55 für die Steuerjahre 

1993 und 1994 betrifft, aufzuheben.

Mit Vernehmlassung vom 13. April 2004 beantragte die Vorinstanz die Abweisung des 

Rekurses unter Kostenfolge. Die Rekurrenten nahmen dazu am 18. Mai 2004 Stellung.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, 

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 20. Februar 2004 ist rechtzeitig 

eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 

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des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den 

Rekurs ist einzutreten.

2.- Mit der zusätzlichen Eingabe vom 18. Mai 2004 nahmen die Rekurrenten Stellung 

zu der von der Vorinstanz erstmals in der Vernehmlassung vorgebrachten Auffassung, 

auch bei Anwendung der Ordnung gemäss Steuergesetz vom 23. Juni 1970 (nGS 

29-70, abgekürzt: StG-70) umfasse die Nachsteuerperiode noch die Steuerjahre 1993 

und 1994. Abweichend vom Grundsatz des einfachen Schriftenwechsels (vgl. dazu 

Cavelti/Vögeli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen, St. Gallen 2003, Rz. 

951) erweist sich die Eingabe deshalb als zulässig.

3.- Unabhängig von der Frage, ob und inwieweit sich das Nachsteuerverfahren nach 

der alten Ordnung gemäss StG-70 oder nach jener des neuen am 1. Januar 1999 in 

Kraft getretenen StG richtet, ist im Rekurs unbestritten, dass die Vorinstanz zu Recht 

einerseits die Ehefrau des Erblassers und anderseits seine Erben ins Recht gefasst hat 

(vgl. Art. 122 Abs. 1 und 2 StG-70; Art. 201 Abs. 1 und 2 StG). Unbestritten ist auch, 

dass das Nachsteuerverfahren grundsätzlich auch für die Steuerjahre 1993 und 1994 

sowohl nach der alten wie nach der neuen Ordnung am 14. Juli 2003 rechtzeitig 

eingeleitet wurde (vgl. Art. 123 Abs. 1 StG-70; Art. 203 Abs. 1 StG). Ebenso sind die auf 

den Angaben der Rekurrenten beruhenden Veranlagungsfaktoren sowie die 

Berechnung der Nachsteuern unbestritten. Umstritten ist einzig, ob für die Steuerjahre 

1993 und 1994 Nachsteuern erhoben werden dürfen.

a) Im Rekurs wird bezüglich der Steuerrückstände aus den Jahren 1993 und 1994 

geltend gemacht, die mit Art. 203 StG am 1. Januar 1999 in Kraft getretene 

Zehnjahresfrist zur Einleitung eines Nachsteuerverfahrens sei nicht anwendbar. 

Vielmehr richte sich die Frist nach der im Zeitpunkt der relevanten Steuerperiode noch 

in Kraft stehenden alten Regelung, welche eine Frist von sechs Jahren vorsah. Zur 

Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, Verjährung und Verwirkung seien 

materiellrechtliche Institute des Bundesrechts, die den Bestand oder Nichtbestand von 

Forderungen regelten. Gemäss BGE 126 II 2 betreffe die Verjährung unmittelbar den 

Bestand der Steuerforderung, weshalb die Frage der Verjährung nach den 

Bestimmungen des alten Bundesratsbeschlusses über die direkte Bundessteuer zu 

beurteilen sei. Gleiches müsse selbstverständlich auch für die Frage der Verwirkung 

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gelten. Ferner seien mangels Vorschriften im massgebenden Erlass die gesetzlichen 

Fristenregelungen anderer Erlasse für verwandte Ansprüche heranzuziehen. Gemäss 

Ziff. 6 des Kreisschreibens Nr. 21 zum Nachsteuer- und Strafsteuerrecht nach dem 

Gesetz über die direkte Bundessteuer könne ein Nachsteuerverfahren bei natürlichen 

Personen nur für Perioden durchgeführt werden, die nach dem 1. Januar 1995 zu 

laufen begannen. Für vor dem 1. Januar 1995 abgelaufene Perioden wäre ein 

Nachsteuerverfahren als unzulässige Rückwirkung des neuen Bundessteuerrechts zu 

qualifizieren. Sei die Verwirkungsfrist nach altem Recht im Zeitpunkt der Entdeckung 

der Hinterziehung bereits verstrichen, könne für die betreffende Periode kein 

Hinterziehungsverfahren durchgeführt werden. Die Anwendung abweichender Regeln 

auf kantonaler Ebene sei unter Berücksichtigung der Steuerharmonisierung 

unverständlich. Sodann würde die Anwendung des neuen Rechts zu einer echten 

Rückwirkung führen, die nur zulässig sei, wenn sie klar gewollt, zeitlich mässig und 

durch triftige Gründe gerechtfertigt sei und weder stossende Rechtsungleichheiten 

noch Eingriffe in wohlerworbene Rechte zur Folge habe. Eine ausdrückliche Anordnung 

der Rückwirkung fehle vorliegend. Die Rückwirkung wäre sodann weder zeitlich mässig 

noch durch triftige Gründe gerechtfertigt. Schliesslich verweisen die Rekurrenten auf 

die Übergangsregelung des Luzerner Steuerrechts, welche die Anwendung des neuen 

Rechts auf altrechtliche Nachsteuerverfügungen sicherstelle, und die Praxis im Kanton 

Aargau, wonach bei Nachsteuerverfahren, die sich sowohl über Steuerjahre, die dem 

alten Recht als auch über solche, die dem neuen Recht unterstellt sind, grundsätzlich 

die Verjährungs- und Verwirkungsfristen anhand des für das entsprechende Steuerjahr 

massgebenden Rechts zu beachten sind.

Dem hält die Vorinstanz im Wesentlichen entgegen nach Art. 123 StG-70 erlösche das 

Recht zur Einleitung eines Nachsteuerverfahrens nach sechs Jahren. Das letzte 

unvollständig veranlagte Steuerjahr nach altem Recht sei unbestrittenermassen das 

Jahr 1998, da ab 1999 das neue Recht Anwendung finde und das alte Recht keine 

"Nachwirkungen" zeitigen könne. Die Nachsteuerperiode umfasse nach altem, bis 1998 

anwendbarem Recht das Entdeckungsjahr und die vorangegangenen fünf Steuerjahre 

(1993 bis 1997). Somit seien die Steueransprüche betreffend die Jahre 1993 und 1994 

auch nach altem Recht nicht verwirkt. Auch die Anwendung des neuen Rechts ändere 

an diesem Ergebnis nichts. Nach Art. 203 StG erlösche das Recht, ein 

Nachsteuerverfahren einzuleiten, erst zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, für die 

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eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist, und das Recht, die Nachsteuer 

festzusetzen, sogar erst fünfzehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode. Neues Recht 

sei umso mehr anzuwenden, als von einer unechten Rückwirkung auszugehen sei. Der 

st. gallische Gesetzgeber habe eine Übergangsregelung wohl als überflüssig 

angesehen, weil mit Art. 203 StG eine Bestimmung des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, 

abgekürzt: StHG), die ohnehin zwingend auf zukünftige Fälle anzuwenden sei, 

übernommen werde.

b) aa) Gemäss Art. 203 StG erlischt das Recht, ein Nachsteuerverfahren einzuleiten 

zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, für die eine Veranlagung zu Unrecht 

unterblieben oder eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist (Abs. 1 Satz 1). Das 

Recht, die Nachsteuer festzusetzen, erlischt 15 Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, 

auf die sie sich bezieht (Abs. 3). Diese Regeln traten am 1. Januar 1999 in Kraft und 

lösten Art. 121 Abs. 1 und Art. 123 Abs. 1 StG-70 ab, die zusammen mit dem 

Steuergesetz vom 23. Juni 1970 aufgehoben wurden (vgl. Art. 319 in Verbindung mit 

Art. 279 StG). Nach dem früheren Recht erlosch einerseits das Recht, ein 

Nachsteuerverfahren einzuleiten, sechs Jahre nach Ablauf des letzten Steuerjahres, für 

das der Steuerpflichtige nicht oder unvollständig veranlagt wurde (Art. 123 Abs. 1 

StG-70). Anderseits beschränkte sich die Nachsteuerpflicht auf die letzten sechs 

abgelaufenen Jahre, für die eine Veranlagung unterblieben ist oder unvollständig 

vorgenommen wurde (sog. Nachsteuerperiode; Art. 123 Abs. 1 StG-70). Die Beteiligten 

gehen damit übereinstimmend zu Recht davon aus, dass im Zeitpunkt der 

Rechtsänderung am 1. Januar 1999 der Anspruch auf die Erhebung von Nachsteuern 

für die im Streit liegenden Steuerjahre 1993 und 1994 nach dem bisherigen Recht noch 

nicht untergegangen war.

Nach dem neuen Recht kann in zeitlicher Hinsicht eine Nachsteuer erhoben werden, 

soweit die Einleitung eines Nachsteuerverfahrens am 14. Juli 2003 noch zulässig war 

und seit Ablauf der massgebenden Steuerperiode noch nicht 15 Jahre verstrichen sind. 

Die Vorschriften zur sechsjährigen Nachsteuerperiode sind weggefallen. Die Beteiligten 

gehen zwar darin einig, dass die Anwendung des neuen Rechts die Erhebung einer 

Nachsteuer für die Steuerjahre 1993 und 1994 an sich zulassen würde. Sie sind sich 

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aber nicht einig, ob die am 1. Januar 1999 in Kraft getretenen Bestimmungen auf die 

Steuerjahre 1993 und 1994 anwendbar sind.

bb) Das neue Recht enthält bezüglich des Nachsteuerverfahrens keine 

Übergangsbestimmungen. Mangels Übergangsregelungen ist davon auszugehen, dass 

diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei der Erfüllung des rechtlich zu 

ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (vgl. Rhinow/

Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 

und Frankfurt am Main 1990, S. 44 mit Hinweisen). Mit Art. 279 StG, der das frühere 

Steuergesetz aufhob, kann der Gesetzgeber vernünftigerweise - jedenfalls in materieller 

Hinsicht - nur auf diesen Grundsatz verwiesen haben. Für die am 1. Januar 1999 noch 

nicht oder nicht rechtskräftig veranlagten Steuern früherer Jahre gelten 

dementsprechend die materiell-rechtlichen Bestimmungen des StG-70 weiter (vgl. zur 

diesbezüglich identischen Rechtslage beim Übergang vom Bundesratsbeschluss über 

die Erhebung einer direkten Bundessteuer zum Bundesgesetz über die direkten 

Bundessteuer BGE 126 II 1 E. 2a, StE 1995 B 110 Nr. 5). Hingegen gelangen ab diesem 

Datum die Verfahrensvorschriften des neuen Rechts zur Anwendung, da 

Verfahrensrecht grundsätzlich sofort anwendbar ist (Kölz/Häner, Verwaltungsverfahren 

und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl. 1998, Rz. 79; H. Casanova, Die 

Nachsteuer, in: ASA 68 S. 17).

cc) Inwieweit die Regelungen des Nachsteuerverfahrens und insbesondere die 

Bestimmungen zur Verjährung und Verwirkung des Anspruchs auf die Erhebung von 

Nachsteuern als materielles Recht, d.h. den Bestand des Steueranspruchs an sich 

betreffend, oder als Verfahrensrecht, d.h. die Durchsetzung der Forderung betreffend, 

einzustufen sind, ist - was sich auch in der Begründung der Standpunkte der 

Verfahrensbeteiligten im Einspracheverfahren niederschlug - nicht geklärt.

Für das öffentliche Recht ist bereits umstritten, ob die Verjährung auf den Anspruch 

selbst oder auf dessen Rechtsschutz wirkt (vgl. A. Gadola, Verjährung und Verwirkung 

im öffentlichen Recht, in: AJP 4/1995, S. 55 mit Hinweisen in Anm. 122 und 123). 

Steuerrechtliche Vorschriften betreffend Verjährung und Verwirkung werden teilweise 

als Verfahrensrecht (vgl. so M. Binder, Die Verjährung im schweizerischen Steuerrecht, 

Zürich 1985, S. 43 mit Hinweisen; Agner/Jung/Steinmann, a.a.O., N 3 zu Art. 201 DBG; 

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Entscheid des Verwaltungsgerichts Zürich vom 28. Oktober 1998, in: StE 1999 B 110 

Nr. 10), teilweise als materielles Recht (vgl. so BGE 126 I 1 E. 2a) eingestuft. 

Hinsichtlich der Vorschriften zur Verjährung und Verwirkung im Nachsteuerrecht wird 

die Auffassung vertreten, sie seien verfahrensrechtlicher Natur (vgl. Casanova, a.a.O., 

S. 17). Art. 203 Abs. 1 StG beschränkt das "Recht, ein Nachsteuerverfahren 

einzuleiten", und deutet damit auf einen verfahrensrechtlichen Charakter der 

Bestimmung hin. Diesbezüglich offener formuliert ist Art. 203 Abs. 3 StG, der das 

"Recht, die Nachtsteuer festzusetzen", zeitlich beschränkt. In die gleiche Richtung 

gehen die Formulierungen des früheren Rechts. Während Art. 123 Abs. 1 StG-70 wie 

Art. 203 Abs. 1 StG das "Recht, ein Nachsteuerverfahren einzuleiten" beschränkte, 

regelte Art. 121 Abs. 1 StG-70 den zeitlichen Umfang der "Nachsteuerpflicht". Die 

Bestimmungen über die Nachsteuer, wie sie in Art. 53 des Bundesgesetzes über die 

Harmonisierung der direkten Bundessteuern der Kantone und Gemeinden (SR 642.14, 

abgekürzt: StHG) festgelegt sind und in Art. 203 StG übernommen wurden, werden 

auch generell als verfahrensrechtliche Bestimmungen bezeichnet, weil sie nicht 

Bestand und Umfang des Steueranspruchs bezeichnen, sondern die Zulässigkeit des 

Verfahrens beschlagen, in dem die Nachsteuer erhoben wird (K. Vallender in: 

Schweizerisches Steuerrecht I/1, N 2 zu Art. 53 StHG; Casanova, a.a.O., S. 17). Es ist 

daher davon auszugehen, dass es sich bei der Einleitungsfrist von zehn Jahren im 

Grundsatz um eine sofort anwendbare Verfahrensbestimmung handelt.

dd) Sind die Vorschriften betreffend den Untergang des Rechts zur Erhebung von 

Nachsteuern aus zeitlichen Gründen als Verfahrensrecht zu qualifizieren, ist das neue 

Verfahrensrecht nach Lehre und Rechtsprechung ausnahmsweise nicht anzuwenden, 

wenn es für den Steuerpflichtigen weniger günstig ist oder eine grundlegend neue 

Ordnung schafft. Dies gilt insbesondere bei den Verwirkungs- und 

Verjährungsvorschriften, soweit sonst das neue Recht mit erheblich längeren Fristen 

zurückwirken würde. Demzufolge ist allenfalls für jeden Verfahrensschritt zu prüfen, 

inwiefern das neue oder das alte Recht anzuwenden ist (vgl. Casanova, a.a.O., S. 

17/18 mit Hinweisen; Agner/Jung/Steinmann, Kommentar zum Gesetz über die direkte 

Bundessteuer, Zürich 1995, N 3 zu Art. 201 DBG; Entscheid der Bundessteuer-

Rekurskommission Zürich vom 9. März 1995, in: StE 1995 B 110 Nr. 5 mit Hinweisen).

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Soweit auf altrechtliche Nachsteueransprüche eine neue, für den Steuerpflichtigen 

ungünstigere Verjährungsordnung angewandt wurde, beruhte dies auf einer 

entsprechenden Übergangsregelung. Zu klären war dann die Frage, ob dies zu einer 

unzulässigen Rückwirkung führte, wobei von einer unechten Rückwirkung auszugehen 

ist (vgl. BGE vom 10. Dezember 2001, in: BStPra 2002 S. 74 ff., E. 2f; Entscheid des 

Verwaltungsgerichts Zürich vom 28. Oktober 1998, in: StE 1999 B 110 Nr. 10). Eine 

ausdrückliche Regelung fehlt aber im st. gallischen Steuergesetz. Die 

Bundesgerichtsentscheide vom 10. August 1998 (in: StE 1999 B 110 Nr. 9) und vom 

16. Dezember 1997 (in: StE 1998 B 101.6 Nr. 5, E. 4) betrafen die Einführung einer im 

alten Steuerstrafrecht der direkten Bundessteuer nicht vorgesehenen 

Verfolgungsverjährung, die lückenfüllend bzw. entsprechend dem strafrechtlichen 

Grundsatz der "lex mitior" als neues milderes Recht anzuwenden war (vgl. Art. 2 Abs. 

2, 102, 333 Abs. 1 und 337 des Schweizerischen Strafgesetzbuches, SR 311.0). Da 

jedoch der Nachsteuer kein Strafcharakter zukommt, ist der Grundsatz des "lex mitior" 

nicht anwendbar.

Im st. gallischen Recht fehlt eine ausdrückliche Übergangsregelung, nach der die 

Einleitungsfrist von zehn Jahren gemäss Art. 203 StG auch zum Tragen kommt, wenn 

dadurch Nachsteuern erhoben werden können, deren Erhebung nach dem früheren 

Recht nicht mehr möglich gewesen wäre. Umgekehrt hat der Gesetzgeber aber auch 

nicht ausdrücklich festgelegt, das bisherige Recht sei anzuwenden, solange der 

Nachsteuertatbestand noch einen Bezug zu einer Steuerperiode hat, für welche 

materiell das frühere Steuergesetz gilt. Die fehlende Übergangsbestimmung spricht 

deshalb weder für die eine noch für die andere Lösung.

Was die Rechtsprechung über die Anwendbarkeit des günstigeren Verfahrensrechts 

betrifft, so handelt es sich dabei um die Konkretisierung des Vertrauensgrundsatzes. 

Auch bei Rechtsänderungen gilt der Grundsatz von Treu und Glauben. Durch eine 

nachteilige Gesetzesänderung, die unvermittelt oder gar rückwirkend erfolgt, verstösst 

der Gesetzgeber gegen das Vertrauensprinzip (B. Weber-Dürler, Vertrauensschutz im 

öffentlichen Recht, Basel 1983, S. 280 ff.). Der Vertrauensschutz setzt voraus, dass ein 

berechtigtes, schutzwürdiges Vertrauen vorliegt, was nur der Fall ist, wenn der 

Betroffene mit der Rechtsänderung nicht ernsthaft rechnen musste. Es muss daher 

regelmässig abgeklärt werden, ab wann ein Betroffener mit einer Rechtsänderung 

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rechnen musste (B. Weber-Dürler, Neuere Entwicklungen des Vertrauensschutzes, in: 

ZBl 103/2002 S. 307). Da Art. 53 StHG, welcher seit dem 1. Januar 1993 in Kraft ist, die 

zehnjährige Frist zur Einleitung des Nachsteuerverfahrens vorsieht und Art. 72 die 

Kantone verpflichtet diese Frist spätestens bis zum 1. Januar 2001 in ihrer 

Gesetzgebung aufzunehmen, kann für die Anwendung von Verjährungs- und 

Verwirkungsfristen, die nicht vor die Periode von 1993 zurückreichen, mit Sicherheit 

kein schutzwürdiges Vertrauen vorliegen. Die Anwendung der Einleitungsfrist von zehn 

Jahren führt im vorliegenden Fall denn auch nicht dazu, dass das neue Recht mit 

erheblich längeren Fristen zurückwirkt (vgl. zum Übergangsrecht bei der direkten 

Bundessteuer Agner/Jung/Steinmann, a.a.O., N 3 zu Art. 201 DBG). Die 

Rechtsprechung der Anwendung des günstigeren Verfahrensrechts kann daher, 

zumindest was die Verjährung ab dem 1. Januar 1993 betrifft, nicht zur Anwendung 

gelangen.

c) Zusammenfassend ergibt sich, dass das Recht zur Erhebung einer Nachsteuer für 

die Steuerjahre 1993 und 1994 zufolge Zeitablaufs nicht untergegangen ist. Der Rekurs 

ist daher in diesem Punkt abzuweisen.

4.- Die Vorinstanz hat den Rekurrenten für die Veranlagung der Nachsteuer 

Verfahrenskosten von Fr. 5'000.-- auferlegt. Dafür fehlt eine ausreichende gesetzliche 

Grundlage (vgl. GVP 2002 Nr. 24). Abgesehen davon dürfen gemäss Art. 202 Abs. 1 

StG die Kosten des Nachsteuerverfahrens dem Steuerpflichtigen nur auferlegt werden, 

wenn er das Verfahren durch eine schuldhafte Verletzung von Verfahrenspflichten 

notwendig gemacht hat. Damit wird die Pflicht zur Kostentragung auf Fälle reduziert, in 

denen auch ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung durchgeführt wird (vgl. 

Weidmann/Gross-mann/Zigerlig, Wegweiser durch das st. gallische Steuerrecht, 6. 

Aufl. 1999, S. 401). Diese Voraussetzung ist bei einer Anzeige nicht veranlagter Teile 

des Einkommens und des Vermögens durch die Erben eines Steuerpflichtigen nicht 

erfüllt. Dementsprechend ist Ziff. 2 der Nachsteuerverfügung vom 2. Oktober 2003 

aufzuheben.

5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten zu neun Zehnteln 

den Rekurrenten aufzuerlegen; einen Zehntel der Kosten trägt der Staat (Art. 95 Abs. 1 

VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 2'500.-- ist angemessen (vgl. Ziff. 362 

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Gerichtskostentarif, sGS 941.12). Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- ist zu 

verrechnen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf ausseramtliche 

Entschädigung.

Entscheid:

1. Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen und der angefochtene Einsprache-Entscheid 

des kantonalen Steueramts vom 21. Januar 2004 und Ziffer 2 der Nachsteuerverfügung 

vom 2. Oktober 2003 werden aufgehoben.

2. Die Rekurrenten bleiben für die Steuerjahre 1993 bis 2000 mit Nachsteuern von Fr. 

1'104'327.50 samt Zins gemäss Berechnung vom 2. Oktober 2003 veranlagt.

3. Die Rekurrenten bezahlen die amtlichen Kosten von Fr. 2'500.-- zu neun Zehnteln, 

unter Verrechnung des Kostenvorschusses von Fr. 1'000.--; einen Zehntel der Kosten 

trägt der Staat.

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

 

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