# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad011a44-3217-5134-bfa9-e133b29c9534
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-10-15
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2009 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2009
**Docket/Reference:** DB.2012.154
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2012_154_hj.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 DB.2012.154 
1 ST.2012.175 

Entscheid 

15. Oktober 2012 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Gerichtsschreiber Fabian Steiner 

In Sachen 

1.  A ,    

2.  B ,    

vertreten durch RA lic.iur. Hans Hegetschweiler,  
Stampfenbachstrasse 151, Postfach 205, 8042 Zürich,  

Beschwerdeführer/
Rekurrenten,  

gegen 

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2009 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2009 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  und  B  (nachfolgend  der  Pflichtige  bzw.  die  Pflichtige,  zusammen  die 

Pflichtigen)  deklarierten  in  der  Steuererklärung  2009  neben  ihren  Einkünften  aus 

Haupterwerb von Fr. 174'195.- (Pflichtiger) und Fr. 75'270.- (Pflichtige) auch einen Ver-

lust aus nebenberuflicher Tätigkeit des Pflichtigen als Wertschriftenhändler in der Höhe 

von  Fr. 68'658.-.  In  letzterem  Zusammenhang  reichten  sie  einen  Kontoauszug  2009 

der C Bank SA ein.  

Mit Auflage vom 25. Januar 2011 unterzog der Steuerkommissär diesen Ver-

lust  bzw.  die  deklarierte  Wertschriftenhändlertätigkeit  einer  näheren  Untersuchung, 

wobei er diverse Aufzeichnungen 2009 (Einnahmen/Ausgaben, Aktiven/Passiven, Pri-

vateinlagen/-entnahmen)  sowie  Angaben  zum  Nachweis  der  Gewerbsmässigkeit  ver-

langte (z.B. betreffend Fachkenntnisse, Anlagefinanzierung und Anlagerisiko). 

Die Pflichtigen liessen die Auflage mit Schreiben vom 16. Mai 2011 beantwor-

ten; dies u.a. unter Hinweis auf früher  vom Pflichtigen bereits ausgeübten Wertschrif-

tenhandel  sowie  unter  Einreichung  von  diversen  Unterlagen,  enthaltend  auch  Daten 

auf einer CD. 

In  einer  weiteren  Auflage  vom  1.  Juli  2011  wies  der  Steuerkommissär  zu-

nächst  darauf  hin,  dass  der  Pflichtige  in  einem  früheren  Verfahren  erklärt  habe,  den 

Wertschriftenhandel  im  Jahr  2001  endgültig  aufgegeben  zu  haben.  Nun  zeige  sich, 

dass er auf dem schon früher benutzten Depot bei C per 2009 wiederum Verluste gel-

tend mache, ohne dass dieses Konto in den vergangenen Jahren je deklariert worden 

wäre.  Vor  diesen  Hintergrund  seien  die  Kontoauszüge  2002  bis  2008  einzureichen. 

Letzterem kamen die Pflichtigen mit Eingabe vom 5. August 2011 nach. 

Mit  Veranlagungsverfügung  bzw.  Einschätzungsentscheid  vom  6.  Dezem-

ber 2011  anerkannte  der  Steuerkommissär  den geltend gemachten  Verlust  aus Wert-

schriftenhandel  nicht  und  schätzte  die  Pflichtigen  (unter  Vornahme  von  weiteren  hier 

nicht mehr interessierenden Korrekturen) wie folgt ein: 

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Staats- und Gemeindesteuern 

Direkte Bundessteuer 

Steuerbares Einkommen 

Steuerbares Vermögen 

Fr.  

Fr. 

212'600.- 

129'000.-. 

Fr.  

201'400.- 

B. Die hiergegen am 4. Januar 2012 erhobenen Einsprachen, mit welchen die 

Pflichtigen insbesondere die Anerkennung des Verlusts aus Wertschriftenhändlertätig-

keit  beantragte  hatten,  wies  das  kantonale  Steueramt  mit  Entscheiden  vom 

28. Mai 2012  ab.  Es  erwog,  dass  in  Beachtung  der  bundesgerichtlichen  Rechtspre-

chung  zur  Abgrenzung  des  gewerbsmässigen  Wertschriftenhandels  von  der  privaten 

Vermögensverwaltung  eine  Prüfung  der  einschlägigen  Kriterien  ergebe,  dass  der 

Pflichtige nicht als Wertschriftenhändler qualifiziere und damit von einem privaten Kapi-

talverlust auszugehen sei. 

C. Mit Beschwerde und Rekurs vom 28. Juni 2012 beantragten die Pflichtigen 

erneut, den Verlust aus Wertschriftenhändlertätigkeit in Höhe von Fr. 68'658.- zu aner-

kennen  und  die  Einkommenssteuerfaktoren  entsprechend  zu  reduzieren.  Zudem  ver-

langten sie eine Parteientschädigung. 

Mit Beschwerde- und Rekursantwort vom 17. Juli 2012 schloss das kantonale 

Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess 

sich nicht vernehmen. 

Nach  Erhalt  der  Beschwerde-/Rekursantwort  zur  freigestellten  Vernehmlas-

sung reichten die Pflichtigen am 6. September 2012 eine weitere Eingabe ein, zu der 

sich das kantonale Steueramt am 19. September 2012 vernehmen liess.  

Auf  das  Ergebnis  der  Sachverhaltsermittlungen,  die  Begründung  der  ange-

fochtenen  Entscheide  sowie die  Vorbringen  der  Parteien  ist  –  soweit  erforderlich  –  in 

den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. Streitig ist, ob der vom Pflichtigen im Jahr 2009 getätigte Handel mit Wert-

schriften  als  selbstständige  Erwerbstätigkeit  im  Sinne  von  Art.  18  Abs.  1  und  2  des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. 

§ 18 Abs. 1 und 2 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) qualifiziert, so dass der 

dabei  erzielte  Verlust  mit  anderem  Einkommen  verrechnet  werden  kann,  oder  ob  im 

Sinn  von  Art.  16  Abs.  3  DBG  bzw.  §  16  Abs.  3  StG  ein  steuerlich  nicht  absetzbarer 

privater Kapitalverlust vorliegt. 

2. a) Nach Art. 16 Abs. 1 DBG unterliegen "alle wiederkehrenden und einmali-

gen Einkünfte" der Einkommenssteuer.  Der Gesetzgeber hat damit an dem bereits in 

Art. 21 Abs. 1 des Bundesratsbeschlusses vom 9. Dezember 1940 über die Erhebung 

einer  direkten  Bundessteuer  (BdBSt)  enthaltenen  Grundsatz  der  Gesamtreineinkom-

mensbesteuerung  festgehalten.  Steuerfrei  sind  nach  Art.  16  Abs.  3  DBG  die  Kapital-

gewinne aus der Veräusserung von Privatvermögen. Damit bestätigt das Gesetz aus-

drücklich, was schon unter dem Bundesratsbeschluss über die Erhebung einer direkten 

Bundessteuer  Gültigkeit  hatte  (BGr,  23.  Oktober  2009,  2C_868/2008,  www.bger.ch, 

auch zum Folgenden). 

b) Art. 18 Abs. 1 DBG bestimmt, dass alle Einkünfte aus einem Handels-, In-

dustrie-,  Gewerbe-,  Land-  und  Forstwirtschaftsbetrieb,  aus  einem  freien  Beruf  sowie 

jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit steuerbar sind. Zu den Einkünften aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit gehören nach Art. 18 Abs. 2 DBG auch alle Kapitalge-

winne aus  Veräusserung,  Verwertung  oder  buchmässiger  Aufwertung  von  Geschäfts-

vermögen. 

Wie das Bundesgericht erkannt hat, wollte der Gesetzgeber die Besteuerung 

der  Einkünfte  aus  Erwerbstätigkeit,  namentlich  aus  Liegenschaften-  oder  Wertschrif-

tenhandel,  im  Vergleich  zum  früheren  Recht  nicht  einschränken.  Er  hat  vielmehr  be-

wusst eine Erweiterung gegenüber dem bisherigen Recht vorgenommen, indem er die 

Kapitalgewinnsteuerpflicht aufgrund von Art. 18 Abs. 2 DBG auf den gesamten Bereich 

der  selbständigen  Erwerbstätigkeit,  d.h.  auf  alle  Gegenstände  des  Geschäftsvermö-

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gens, ausgedehnt hat, während sie nach bisherigem Recht aufgrund von Art. 21 Abs. 1 

lit. d und f BdBSt auf buchführungspflichtige Unternehmen beschränkt war (BGE 125 II 

113 E. 5c, S. 121 f. mit Hinweis). 

Nach  bisheriger  und  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  zu  Art.  21  Abs.  1 

lit. a BdBSt unterliegen Gewinne aus der Veräusserung von Vermögensgegenständen 

–  namentlich  Liegenschaften,  Wertpapieren,  Edelmetallen  und  Devisen  –  als  Er-

werbseinkommen der direkten Bundessteuer, wenn dabei eine Tätigkeit entfaltet wird, 

die in ihrer Gesamtheit auf Erwerb gerichtet ist (vgl. statt vieler: BGE 122 II 446 E. 3 mit 

Hinweisen). Diese Praxis gilt grundsätzlich auch für das Bundesgesetz über die direkte 

Bundessteuer (BGE 125 11 113 E. 5 S. 120 ff.). Demnach sind steuerfreie private Ka-

pitalgewinne im Sinne von Art. 16 Abs. 3 DBG nur diejenigen Gewinne, die im Rahmen 

der  schlichten  Verwaltung  privaten  Vermögens  entstehen,  also  ohne  besondere,  in 

ihrer  Gesamtheit  auf  Erwerb  gerichtete  Tätigkeit  des  Steuerpflichtigen,  oder  bei  einer 

sich zufällig bietenden Gelegenheit (BGE 125 II 113 E. 5e S. 123; Urteile 2A.486/2002 

vom  31.  März  2003  E.  2.4,  in:  StE  2003  B  23  .1  Nr.  55;  2A.4/1998  vom  2.  Dezem-

ber 1999 E. 2a, in: ASA 69 S. 788; je mit Hinweisen). 

Ob  einfache  Vermögensverwaltung  oder  auf  Erwerb  gerichtete  Tätigkeit  vor-

liegt, ist unter Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalls zu beurteilen. 

Als  Indizien  für  eine  selbständige  Erwerbstätigkeit fallen  nach der  langjährigen  Praxis 

des Bundesgerichts etwa in Betracht: Systematische oder planmässige Art und Weise 

des  Vorgehens,  Häufigkeit  der  Transaktionen,  kurze  Besitzdauer,  enger  Zusammen-

hang  mit  der  beruflichen  Tätigkeit  der  steuerpflichtigen  Person,  Einsatz  spezieller 

Fachkenntnisse  oder  erheblicher  fremder  Mittel  zur  Finanzierung  der  Geschäfte,  Ver-

wendung der erzielten Gewinne bzw. deren Wiederanlage in gleichartige Vermögens-

gegenstände  (vgl.  dazu  Urteil  2A.4/1998  vom  2.  Dezember  1999  E.  2a,  in:  ASA  69 

S. 788  mit  Hinweisen).  Jedes  dieser  Indizien  kann  zusammen  mit  andern,  unter  Um-

ständen jedoch auch allein zur Annahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne 

von  Art.  18  DBG  ausreichen.  Dass  einzelne  typische  Elemente  einer  selbständigen 

Erwerbstätigkeit  im  Einzelfall  nicht  erfüllt  sind,  kann  durch  andere  Elemente  kompen-

siert  werden,  die besonders  ausgeprägt  vorliegen  (vgl.  zur  Gewichtung  der  einzelnen 

Kriterien jedoch BGr, 23. Oktober 2009, 2C_868/2008 E. 2.7, www.bger.ch). Entschei-

dend ist, dass die Tätigkeit in ihrem gesamten Erscheinungsbild auf Erwerb ausgerich-

tet ist (BGE 125 II 113 E. 3c S. 118 f.; Urteile 2A.4/1998 vom 2. Dezember 1999 E. 2a, 

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in: ASA 69, S. 788; 2A.425/2001 vom 12. November 2002 E. 3.3, in: ASA 73 S. 299; 

2A.419/2001  vom  13.  November  2002  E. 2.3,  in:  ASA  73  S.  473  sowie  2A.486/2002 

vom 31. März 2003 E. 2.4, in: StE 2003 B 23.1 Nr. 55). 

Nicht  von  entscheidender  Bedeutung  ist  im  Übrigen,  ob  der  Steuerpflichtige 

die Wertschriftengeschäfte selber oder durch einen bevollmächtigen Dritten abwickelt; 

das  Wertschriftengeschäft  erfordert  in  der  Regel  ohnehin  den  Beizug  fachkundiger 

Personen,  deren  Verhalten  dem  Steuerpflichtigen  zugerechnet  wird  (BGE  122  II  446 

E. 3b S. 450 mit Hinweis). 

c)  Nachdem  das  Verwaltungsgericht  diese  langjährige  Rechtsprechung  des 

Bundesgerichts zum gewerbsmässigen Wertpapierhandel im Entscheid vom 22. Okto-

ber  2008  (SB.2007.00127)  kritisiert  hatte,  hielt  Letzteres  im  Entscheid  vom  23.  Okto-

ber 2009  (2C_868/2008,  www.bger.ch)  an  dieser  fest,  erachtete  dabei  aber  gewisse 

Anpassungen und Präzisierungen für erforderlich. Dabei erwog es: 

aa)  Die  Frage,  ob  schlichte  (gewöhnliche)  Verwaltung  des  privaten  Vermö-

gens oder gewerbsmässiger Wertschriftenhandel vorliege, sei weiterhin aufgrund meh-

rerer Indizien  und  unter  Würdigung  sämtlicher  konkreter  Umstände des  Einzelfalls  zu 

beantworten. Das schematische Vorgehen verschiedener kantonaler Steuerverwaltun-

gen,  wonach  beim  Vorliegen  bestimmter  Kennzahlen  auf  eine  Gesamtwürdigung  ver-

zichtet  werde  bzw.  selbständige  Erwerbstätigkeit  als  ausgeschlossen  gelten  könne, 

führe  nur  in denjenigen  Fällen  zu einem  sachgerechten  Ergebnis,  bei  denen die Ver-

hältnisse klar und eindeutig seien. In den übrigen Fällen sei die Tätigkeit jeweils nach 

wie vor in ihrem gesamten Erscheinungsbild rechtlich zu beurteilen. 

In  der  Literatur  sei  teilweise  Kritik  geäussert  worden,  wonach  die  bisherige 

bundesgerichtliche Praxis weder Rechtssicherheit noch Gleichbehandlung gewährleis-

te, da sie mehr auf subjektiven als auf objektiven Kriterien beruhe. Als Lösung sei dar-

um etwa vorgeschlagen worden, quantifizierbare Alternativkriterien zu formulieren. Da-

gegen  könnte  grundsätzlich  eingewendet  werden,  dass  sich  jeder  Versuch,  ein  für 

allemal "eindeutige" Abgrenzungskriterien für den Begriff der selbständigen Erwerbstä-

tigkeit zu entwickeln, als problematisch erweise. Allerdings sei durchaus einzuräumen, 

dass in den letzten Jahren bestimmte Kriterien durch eine dynamische Entwicklung an 

den  Finanzmärkten,  welche  in  immer  schnellerem  Rhythmus  neue  und  moderne  Fi-

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nanzprodukte  anbieten  würden,  an  Bedeutung  verloren  hätten,  derweil  sich  andere 

Kriterien oder Indizien gleichzeitig als gewichtiger und entscheidender erwiesen hätten: 

So sei nicht von der Hand zu weisen, dass sich das Kriterium der "systematischen und 

planmässigen  Vorgehensweise"  bei  näherer  Betrachtung  als  nicht  mehr  sehr  zeitge-

mäss  erweise;  diese  Voraussetzung  erfülle  heute  nämlich  wohl  fast  jede  Person,  die 

sich – privat oder gewerbsmässig – mit Wertschriftenhandel befasse. Das Gleiche gel-

te für die "speziellen Fachkenntnisse". Diese beiden Kriterien könnten bei der Beurtei-

lung  des  gewerbsmässigen  Wertschriftenhandels  nur  noch  eine  untergeordnete  Be-

deutung  haben,  namentlich  im  Sinne  von  Ausschlusskriterien.  Dagegen  träten  die 

beiden  Kriterien  der  "Höhe  des Transaktionsvolumens"  (betragsmässige Summe aller 

Käufe  und  Verkäufe)  sowie  der  "Einsatz  erheblicher  fremder  Mittel  zur  Finanzierung 

der  Geschäfte"  in den Vordergrund  und seien fortan  stärker  zu gewichten.  Diese  bei-

den  Kriterien  beruhten  auf  objektiven  und  quantifizierbaren  Gegebenheiten,  was  ihre 

Anwendung wesentlich erleichtere. Zudem würden diese beiden Voraussetzungen von 

der  Praxis  –  wenn  auch  mit  Vorbehalten  –  als  die  tauglichsten  erachtet    (vgl.  etwa 

Fritz Müller, Der Quasi-Wertschriftenhandel, StE 2007 S. 406). 

bb) Im konkreten Fall schloss das Bundesgericht alsdann auf gewerbsmässi-

gen Wertschriftenhandel, weil der Steuerpflichtige im betroffenen Steuerjahr 2004 ins-

gesamt  mindestens  184  Transaktionen  (d.h.  jeden  zweiten  Tag  eine  Transaktion) 

durchgeführt und dabei ein Volumen von Fr. … Mio. umgesetzt hatte, was dem zehn-

fachen  Wert  seines  Vermögen  entsprach.  Durchgeführt  worden  seien  dabei  in  erster 

Linie kurzfristige Wertschriftengeschäfte. Der Handel mit Derivaten habe dabei weniger 

der Absicherung des Aktienvermögens gedient, sondern sei spekulativer Natur gewe-

sen und im Verhältnis zum Gesamtvermögen sei ein grosses Volumen umgesetzt wor-

den.  Auch  seien  die  getätigten  Transaktionen  mit  Devisen  mit  beträchtlichen  Risiken 

verbunden  gewesen,  hätten  sehr  kurzfristig  stattgefunden  und  der  Umsatz  von  Fr. … 

Mio.  erscheine  im  Verhältnis  zum  Vermögen  als sehr  hoch.  Dazu komme,  dass  auch 

Fremdmittel (Erhöhung der Hypothek) eingesetzt worden seien. Es erhelle damit ohne 

Weiteres, dass die oben erwähnten Kriterien, insbesondere ein sehr hohes Transakti-

onsvolumen, für die Annahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Sinne der bishe-

rigen  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  erfüllt  seien.  Daran  ändere  auch  nichts, 

wenn nach Auffassung des Verwaltungsgerichts zutreffe, dass Derivate und strukturier-

te Produkte  ebenso  wie Anteile an  Hedge  Fonds  mittlerweile auch bei  Privatanlegern 

weit  verbreitet  seien,  wie  die  umfangreiche  einschlägige Werbung  in seriösen Tages-

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zeitungen zeige, und Optionen auch in ein "normales" Portefeuille gehören dürften. Der 

Optionshandel  könne  auf  gewerbsmässiges  Vorgehen  hindeuten,  wenn  die  Optionen 

nicht  in  erster  Linie  zur  Absicherung  von  Risiken  verwendet  würden,  was  vorliegend 

gerade nicht der Fall gewesen sei (vgl. Urteil 2A.486/2002 vom 31. März 2003 E. 3, in: 

StE 2003 B 23.1 Nr. 55). Entscheidend sei hier aber, dass es sich um ein sehr hohes 

Transaktionsvolumen  gehandelt  und  recht  zahlreiche  spekulative  und  kurzfristige Ge-

schäfte getätigt worden seien.  

Das  Festhalten  an  der  bisherigen  Praxis  bedeute  aber  nicht,  dass  es  etwa 

einem  Steuerpflichtigen  nicht  möglich  sein  sollte,  in  seiner  Freizeit  neben  der  Aus-

übung der (im vollen Pensum verrichteten) Haupterwerbstätigkeit sein Vermögen nach 

modernen  Anlagestrategien  und  mithilfe  moderner  Anlageformen  zu  verwalten,  ohne 

als  selbstständig  Erwerbstätiger  qualifiziert  zu  werden.  Die  private  Vermögensverwal-

tung  beschränke  sich  nicht  auf  Obligationen  und  Beteiligungsrechte  und  unterliege 

nicht  einem  Gebot,  diese  in  aller  Regel  zu  halten  oder  nur  selten  zu  verkaufen 

(vgl. dazu etwa Andri Mengiardi, Die Besteuerung der Investition in derivative Anlage-

produkte ["strukturierte Anlageprodukte"] nach Schweizer Recht, 2008, S. 144).  

3.  a)  Speziell  ist  im  vorliegenden  Fall  zunächst,  dass  der  Pflichtige  vor  rund 

10 Jahren  schon  einmal  nebenberuflich  als  Wertschriftenhändler  tätig  war,  wobei  er 

auch  steuerlich  als  solcher  qualifiziert  wurde  und  deshalb  die  schon  damals  erzielten 

Verluste mit Einkommen aus Haupterwerb hat verrechnen können.  

Hat  er  seinerzeit  gegenüber  der  Steuerbehörde  erklärt,  die  verlustbringende 

Tätigkeit  definitiv  aufzugeben,  konnte  ihn  dies  grundsätzlich  nicht  daran  hindern,  es 

Jahre später noch einmal zu wagen, über die schlichte Vermögensverwaltung hinaus-

gehend  gewerbsmässigen  Wertschriftenhandel  zu  betreiben.  Der  Umstand  der  vom 

Pflichtigen  bereits  gemachten  Erfahrung,  dass  im  Wertschriftenhandel  auch  längere 

Verlustphasen möglich  sind,  lässt  mit  Blick  auf  das  der  selbstständigen  Erwerbstätig-

keit  immanente Kriterium  der Gewinnstrebigkeit  indes in dieser  Konstellation  eine  be-

sonders  planmässige  Art  und  Weise  des  Vorgehens  erwarten,  welche  insbesondere 

auf  eine  längerfristige  Geschäftstätigkeit  und  das  Überstehen  von  längeren  Verlust-

phasen ausgerichtet ist.  

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b)  Ein  solches  planmässiges  Vorgehen  mit  Ausrichtung  auf  eine  langfristig 

gewinnbringende Tätigkeit ist hier aber gerade nicht auszumachen. Wie der Kontoaus-

zug der C aufzeigt, dauerte das Börsenengagement des Pflichtigen lediglich 7 Monate, 

wobei  sich  unter  dem  Aspekt  der  getätigten  Geschäfte  zwei  Phasen  unterscheiden 

lassen: 

aa)  Der  Pflichtige  reaktivierte  zunächst  einfach  ein  über  Jahre  hinweg  unbe-

nütztes  Konto  der  Bank  C,  indem  er  dort  am  ...  Januar  2009  einen  Betrag  von 

Fr. 17'000.- einzahlte und dann am … Januar 2009 für Fr. 9'820.- 200 Aktien "D" kauf-

te. Bis Mitte März tätigte er bei weiteren Privateinlagen von Fr. 38'500.- 22 Käufe von 

Aktienpaketen,  wobei  er  all  diese  Aktien  in  dieser  Zeit  auch  wieder  verkaufte.  Insge-

samt ergaben sich 47 Transaktionen, wobei er aber lediglich mit zehn Titeln handelte. 

Die Summe der Käufe und Verkäufe erreichte dabei jeweils rund Fr. 165'000.-. Nach-

dem  der  Pflichtige  insgesamt  Fr. 55'500.-  eingezahlt  hatte,  betrug  der  Kontostand  – 

nach Verkauf aller Aktientitel – gemäss Valuta vom ... März 2009 Fr. 52'568.-, woraus 

sich für diesen Zeitraum somit ein geringfügiger Verlust von rund Fr. 3'000.- ergab.  

Mit  Bezug  auf  diese  zwei  Monate  anfangs  2009  kann  in  Anbetracht  des 

Transaktionsvolumens und der wenigen gehandelten Titel ungeachtet der jeweils kur-

zen Haltedauer noch nicht von gewerbsmässigem Handel gesprochen werden, zumal 

der  Pflichtige  die  Anlagen  nach  eigenen  Angaben  aus  eigenen  privaten  Mitteln  und 

nicht  etwa  mit  Fremdkapital  finanzierte.  Der  Aufbau-  und  Wiederabbau  eines  Aktien-

portfeuilles mit 10 Titeln im zwischenzeitlich maximalen Gesamtwert des einbezahlten 

Kapitals von Fr. 55'500 qualifiziert für sich betrachtet in den finanziellen Verhältnissen 

der  Pflichtigen  (2009:  steuerbares  Einkommen  [ohne  angegebenen  Verlust]  rund 

Fr. 210'000.-;  steuerbares  Vermögen  rund  Fr.  130'000.-)  zweifelsfrei  noch  als  private 

Vermögensverwaltung.  

bb)  Nachdem  der  Pflichtige  am  ...  März  2009  seinem  C-Konto  rund 

Fr. 12'000.-  wieder  entnommen  hatte  und  auf  diesem  damit  noch  rund  Fr. 40'500.- 

verblieben  waren,  änderte  er  seine  Anlagestrategie  komplett.  Aktienkäufe  erfolgten 

gemäss  Kontoauszug  keine  mehr.  In  Letzterem  vermerkt  sind  ab  dem  ...  März  2009 

allein  noch  Positionen  mit  der  Bezeichnung  "Verkauf  Open  FSMI",  "Verkauf  Close 

FSMI",  "Purch.  Open  FSMI"  und  "Purch.  Close  FSMI";  dies  jeweils  im  Umfang 

von 1 bis  8  Einheiten,  terminiert  auf  Juni  2009  oder  September  2009.  Bei  all  diesen 

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Positionen sind dem Konto des Pflichtigen jeweils lediglich bescheidene Gebühren per 

Verkauf  oder  Kauf  ("Purch."  =  purchase  =  Kauf)  von  rund  Fr. 2.-  pro  Einheit  belastet 

worden. Belastungen von mehreren tausend Franken sowohl zugunsten, als auch zu-

lasten des Pflichtigen erscheinen jedoch zwischen diesen Verkäufen und Käufen, dies 

jeweils unter der Bezeichnung "Variation Margin FSMI".  

Nachdem der Pflichtige in dieser zweiten Phase – zeitlich gestaffelt – mehrere 

weitere Einlagen aus privaten Mitteln in Höhe von insgesamt rund Fr. 57‘000.- geleistet 

hatte und sich der Kontostand, nach Entnahme von rund Fr. 32‘000.-, per ... Juli 2009 

auf Fr. 0.- belief, stellte er alle Börsengeschäfte ein. Insgesamt erlitt er damit nach 174 

Transaktionen  (Käufe  und  Verkäufe)  einen  weiteren  Verlust  von  rund  Fr.  65'500.- 

(= Fr. 40‘500.- + Fr. 57‘000.- – Fr. 32‘000.-) und erhöhte sich damit der Gesamtverlust 

2009 auf den streitbetroffenen Betrag von Fr. 68'657.95. 

c) Nach dem Gesagten stellt sich allein die Frage, ob der Pflichtige aufgrund 

der  zwischen  Ende  März  und  Mitte  Juli  getätigten  zahlreichen  Börsengeschäfte  als 

gewerbsmässiger  Wertschriftenhändler  qualifiziert  werden  kann.  Zu  untersuchen  ist 

dabei zunächst, um was es bei diesen Transaktionen genau ging:  

aa) Die Pflichtigen liessen dazu in der Auflageantwort vom 16. Mai 2011 erklä-

ren, dass Futures auf den Swiss Market Index (SMI) gekauft und verkauft worden sei-

en.  Dabei  seien  diese  Futures  nicht  bezahlt  worden.  Hingegen  habe,  wenn  sich  der 

SMI ungünstig entwickelt habe, eine Marge nachbezahlt werden müssen; wenn er sich 

günstig entwickelt habe, sei eine Marge gutgeschrieben worden. Verbucht worden sei-

en diese Margen als "Variation Margin". Wenn also der Pflichtige beispielsweise Futu-

res auf den SMI  leer verkauft  habe und der SMI  gestiegen sei, sei ihm die Erhöhung 

der Marge von seinem C-Konto abgebucht worden; sei der SMI gefallen, sei ihm eine 

Reduktion  der  Marge  gutgeschrieben  worden.  Damit  lägen  hier  eindeutig  spekulative 

Geschäfte vor. Mit den Futures habe der Pflichtige weit über seinen Kontostand hinaus 

spekuliert,  weshalb  er  auch  immer  wieder  Geld habe  nachschiessen müssen.  Zu  be-

achten  sei,  dass  der  Pflichtige  wegen  der  Hebelwirkung  von  solchen  Futures  effektiv 

mit  weit  höheren  Summen  spekuliert  habe,  als  er  Geld  auf  dem  Konto  gehabt  habe. 

Das  hohe  Risiko  und  die  Anzahl  der  Transaktionen  deuteten  auf  Gewerbsmässigkeit 

hin. Kein Mensch würde sein Privatvermögen so riskant und so intensiv bewirtschaften. 

Hätte ein Gewinn resultiert, wäre dieser mit Sicherheit besteuert worden.  

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1 ST.2012.175 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Im Schreiben vom 21. Februar 2012, welches im Einspracheverfahren einge-

reicht worden war, wurde zudem geltend gemacht, dass der Pflichtige insgesamt Futu-

res für ca. … Millionen verkauft habe. Zwar habe er dafür nur eine Marge einschiessen 

müssen,  das  Risiko  habe  aber  über  die  ganze  Zeit  …  Millionen  betragen.  Zeitweise 

habe  ein  Risiko  von  Fr.  500'000.-  bestanden,  was  viel  höher  sei,  als  es  ein  normaler 

Investor eingehen würde.  

bb) Die Vorinstanz hielt dem entgegen, dass der Pflichtige in der Phase nach 

dem Handel mit ein paar Aktien allein den Kurs des SMI ins Visier genommen und dar-

auf  gesetzt  habe,  dass  dieser  fallen  würde.  Hierfür  habe  er  keine  speziellen  Fach-

kenntnisse  benötigt.  Es  lägen  reine  Spekulationsgeschäfte  vor,  wie  sie  jeder  kleine 

Privatanleger  auch  tätigen  könne.  Die  investierten  Beträge  und  das  Anlagevolumen 

seien verhältnismässig gering gewesen. Die Anlagen hätten kaum einmal den Realwert 

von Fr. 50'000.- überstiegen, was nur rund einem Fünftel der Nettolohneinkünfte beider 

Ehegatten  im  Jahr  2010  entspreche.  Die  Anlagen  seien  ohne  fremde  Mittel  aus  den 

Lohneinkünften  finanziert  worden.  Das  von  Seiten  der  Pflichtigen  behauptete  erhebli-

che  Risiko  sei  zu  relativeren.  Das  Risiko  beim  Spekulieren  mit  Futures  auf  den  SMI 

liege  darin,  dass  dieser  zum  Kaufzeitpunkt  einen  höheren Wert  aufweise  als  im  Zeit-

punkt  des  Investitionsentscheids.  Bei  Börsenindizes  fielen  allfällige  Kurssteigerungen 

nicht  ruckartig,  sondern  eher  stetig  und  in  kleinen  Sprüngen  an.  Die  von  Seiten  der 

Pflichtigen erwähnten Risikobeträge seien rein theoretischer Natur. Der Pflichtige habe 

auch nicht aufgezeigt, wie er diesem behaupteten hohen Risiko begegnet wäre, wes-

halb  angenommen  werden  dürfe,  er  habe  nicht  mit  einem  solchen  gerechnet.  Insge-

samt  lägen  damit  zwar  viele  Transaktionen  vor,  aber  äusserst  bescheidene  Beträge 

und kein hohes Transaktionsvolumen. Sodann habe der Pflichtige weder Fremdkapital 

aufnehmen müssen, noch sei das Risiko der Anlagen besonders hoch gewesen. Wei-

ter  habe  der  in  der  E  tätige  Pflichtige  nicht  über  ein  spezifisches  Fachwissen  für  die 

Spekulation  mit  SMI-Futures  verfügen  müssen.  Wer  sich  sodann  gewerbsmässig  an 

der  Börse  betätigen  wolle  und  hauptsächlich  mit  einem  Börsenindex  spekuliere,  höre 

nicht nach einem halben Jahr wieder auf. Ein solches Vorgehen erscheine nicht plan-

mässig und erwecke den Eindruck, der Pflichtig habe nicht wirklich beabsichtigt, Wert-

schriftenhändler zu werden, sondern sei nur auf den schnellen Gewinn aus gewesen. 

Die erlittenen Verluste seien damit nicht als Ergebnis einer gewerbsmässigen Tätigkeit 

zu würdigen, sondern als private Kapitalverluste. 

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cc) Beschwerde- und rekursweise wird zunächst geltend gemacht, das Kriteri-

um  der  Branchennähe  sei  beim  Pflichtigen,  der heute  F für  Banken  erbringe,  vorhan-

den. Nach seiner Lehre auf einer Bank sei dieser nämlich mehr als 16 Jahre als G bei 

Banken tätig gewesen. Sodann habe er in der Zeit der hier zur Diskussion stehenden 

Börsengeschäfte rund 30% seiner Arbeitskraft für den Wertschriftenhandel eingesetzt. 

Erfüllt  seien  weiter  auch  die  von  Bundesgericht  neuerdings  besonders  gewichteten 

Kriterien  betreffend  die  Höhe  des  Transaktionsvolumens  und  der  Fremdfinanzierung 

der  Anlagen.  Insgesamt  seien  im  fraglichen  Halbjahr  nämlich  482  Transaktionen  im 

Betrag  von  mehr  als  Fr.  …  Mio.  getätigt  worden  (241  SMI-Kontrakte,  welche  je  zwei 

Mal  gehandelt  worden  seien,  weshalb  von  482 Transaktionen  auszugehen  sei).  Die 

hohe Zahl der Transaktionen zeige, dass der Pflichtige als Day-Trader mit kurzfristigen 

Gewinnzielen  tätig  gewesen  sei;  Day-Trader  seien  aber  Händler  und  keine  Anleger. 

Die  fehlende  Diversifikation  spreche  sodann  gerade  für  professionellen  Handel,  denn 

ein Händler könne nur einen oder zwei Indizes intensiv beobachten.  

Soweit  die  Einsprachebehörde  von  offenen  Verträgen  im  Maximalwert  von 

Fr. 50'000.-  ausgehe,  habe  sie  sodann  die  Verträge  zu  ihrem  Margenwert,  statt  zum 

Nominalwert berechnet. Gehe man von einer 10%-Marge aus, die der Käufer von Futu-

re-Kontrakten  tatsächlich  einschiessen  müsse,  dann  bedeute  dies,  dass  90%  unge-

deckt  seien.  Ein SMI-Future  Kontrakt  habe  den 10-fachen  SMI-Punktwert. Wenn  also 

der SMI auf 5000 Punkte steigt, habe der Kontrakt einen Wert von Fr. 50'000.-. Müsse 

beim  Kauf  eine  Marge  von  10%  eingeschossen  werden,  so  “koste“  der  Vertrag  den 

Käufer also Fr. 5'000.-. Zu beachten sei nun, dass der Kontrakt bei Verfall zu erfüllen 

sei.  Wenn  als  beispielsweise  jemand  am  28.  Juni  2012  versprochen  habe,  den  

10-fachen  Punktestand des  SMI  am  31.3.2013  zu  Fr.  60'000.-  zu  verkaufen,  und  der 

Punktestand des SMI betrage 5000, dann verkaufe er Fr. 50'000.- für Fr. 60'000.- und 

mache  also  einen  Gewinn  von  Fr.  10'000.-,  während  der  Käufer  einen  Verlust  von 

Fr. 10'000.- erleide. Weil der Käufer beim Kauf nur 10% als Marge eingeworfen habe, 

müsse er demzufolge aus der eigenen Tasche noch Fr. 5'000.- nachzahlen. Damit es 

aber bei der Schlussabrechnung wegen möglicher Insolvenz des Verkäufers oder Käu-

fers  keine  unliebsamen Überraschungen  gebe,  achteten  die  Banken  darauf,  dass  die 

Marge, die ihre Händlerkunden einschiessen, immer die Differenz zwischen Vertrags-

preis  und tatsächlichem Indexstand  decke. Wenn der  Käufer  also für  Fr.  50'000.- ge-

kauft und eine Marge von Fr. 5'000.- eingeschossen habe, werde die Bank, wenn der 

SMI auf 4600 Punkte falle und der Vertrag noch einen Wert von Fr. 46'000.- habe, eine 

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Erhöhung  der  Marge  verlangen  und  den  Kontrakt  verkaufen,  wenn  diese  nicht  innert 

kurzer  Frist  geleistet  werde.  Der  Käufer  habe  also  die  Wahl,  bei  einer  Index-

Abwärtsbewegung  entweder  nachzuschiessen  und auf  Erholung  zu hoffen,  oder  aber 

einen  sofortigen  Totalverlust  oder  Beinahetotalverlust  seines  Investments  in  Kauf  zu 

nehmen.  Der  theoretische  Maximalverlust  sei  für  einen  Verkäufer  nach  oben  unbe-

grenzt; für einen Käufer entspreche er dem Vertragspreis und nicht etwa nur der Mar-

ge. Damit sei hier davon auszugehen, dass zur gleichen Zeit 12 Kontrakte im Wert von 

fast  Fr. 600'000.-  offen  gewesen  seien;  die  Steuerbehörde  gehe  zu  Unrecht  nur  von 

der Höhe der 10%-Marge aus.  

Der  von  der  Marge  ungedeckte  Kontraktpreis  entspreche  sodann  einem 

Fremdkapitaleinschuss; der  Quotient  zwischen  Vertragspreis  und  Marge  definiere  da-

bei den Hebel. Wirtschaftlich sei es einerlei, ob ein Händler mit Marge kaufe oder ob er 

bei  einem  Dritten  ein  Darlehen  aufnehme,  um  den  ganzen  Vertrag  zu bezahlen.  Auf-

grund der Hebelwirkung, welche der Einsatz von Fremdkapital erzeuge, könne die In-

vestition in SMI-Futures den Investor ruinieren. Die Kriterien "hohes Transaktionsvolu-

men" und "Fremdkapital" seien damit bestens erfüllt.  

Das  Salär  2010  der  Pflichtigen  habe  im  Übrigen  nur  150'000.-  betragen.  Im 

Verhältnis dazu sei das Risiko von 600'000.- bei 12 offenen Kontrakten sehr hoch ge-

wesen. Dies zeige auf, dass es hier nicht um ein Hobby gegangen sei; auch der Halb-

jahresverlust,  welcher  praktisch  dem  Halbjahreseinkommen  2010  entspreche,  sei 

enorm und deute auf Erwerbstätigkeit hin.  

Dass der Pflichtige nur auf Baisse spekuliert habe, treffe nicht zu. Tatsächlich 

sei  er  mit  160  Kontrakten  eine  Baisse-Position  und  mit  81  Kontrakten  eine  Hausse-

Position  eingegangen.  Dazu  habe  er  den  Markt  täglich  beobachten  müssen. Wer  auf 

den  SMI  spekuliere,  müsse  im  Übrigen  alle  diesem  zugrunde  liegenden  Titel  genau 

verfolgen, was der Pflichtige im Rahmen von 30% seiner Arbeitszeit denn auch getan 

habe. Einen solchen Aufwand betreibe ein Privater nicht.  

Soweit  die  Steuerbehörde  von  reinen  Spekulationsgeschäften,  die  jeder 

Kleinanleger tätigen könne, spreche, sei sie widersprüchlich. Zwar habe heute tatsäch-

lich  jedermann  Zugang  zur  Börse;  dass  aber  "reine  Spekulationsgeschäfte"  die  An-

nahme  einer  selbstständigen  Erwerbstätigkeit  ausschliessen  sollten,  sei  im  Licht  der 

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neuen bundesgerichtlichen Rechtsprechung eine gewagte Aussage. Die Steuerbehör-

de könne sodann nicht reine Spekulationsgeschäfte als privat bezeichnen und gleich-

zeitig dem Pflichtigen vorwerfen, er sei zu wenig Risiko eingegangen. 

Dass  Indizes  weniger  volatil  als  Einzeltitel  seien,  treffe  zu;  ein  Absturz  von 

10% und damit der Totalverlust der Marge liege aber immer im Bereich des Möglichen, 

namentlich, seit die europäische Finanzkrise begonnen habe.  

Das  Transaktionsvolumen  habe  insgesamt  Fr.  …  Mio.  betragen.  Die  Vorin-

stanz qualifiziere dieses als bescheiden, weil sie nur auf die jeweils gleichzeitig offenen 

Kontrakte abstelle.  Dabei  verkenne  sie,  dass  ein durchschnittlicher Gewinn  oder  Ver-

lust  auf  dem  einzelnen  Kontrakt  erzielt  werde.  Je  mehr  Kontrakte  gehandelt  würden, 

desto höher seien also die Gewinnchancen. Gehe man von einer realistischen durch-

schnittlichen Volatilität des Index von 2% über eine Dauer von 1-2 Tage aus, könne der 

perfekte Händler auf einem Volumen von Fr.  … Mio. in einem halben Jahr den schö-

nen  Gewinn  von  Fr. 250'000.-    einstreichen.  Kein  Privater  werde  je  ein  solches  Volu-

men in so kurzer Zeit handeln. Dazu wäre der Beobachtungsaufwand viel zu hoch.  

Dass es kein spezifisches Fachwissen brauche, um mit SMI-Futures zu han-

deln, treffe nicht zu; es genüge nicht, alle paar Stunden einen Blick auf Reuters zu wer-

fen.  Aufgrund  des  erlittenen  Verlusts  könne  sodann  dem  Pflichtigen  nicht  fehlende 

Fachkenntnis vorgeworfen werden. Die Börse bringe es mit sich, dass auch der Beste 

bei einer Pechsträhne einmal verlieren könne.  

Zusammenfassend  lasse  sich  festhalten,  dass  es  keinen  Grund  gebe,  einen 

Steuerpflichtigen,  welcher  einst  16  Jahre  bei  einer  Bank  als  G  gearbeitet  habe  und 

30% seiner Zeit dafür aufgewendet habe, um in einem halben Jahr 2 x 241 Transaktio-

nen mit Future-Kontrakten zu tätigen, nicht als Selbstständigerwerbenden zu qualifizie-

ren, nur weil seine Geschäfte "in die Hosen gegangen" seien. Hätte er die Geschäfte 

weitergeführt,  hätte  man  steuerlich  eher  an  der  Ernsthaftigkeit  zweifeln  können.  Die 

Tatsache,  dass  er  sein  Versagen  eingestanden  habe,  zeige,  dass  es  ihm  um  den 

kommerziellen Erfolg gegangen sei und nicht einfach um ein Hobby. Ein Gewinn wäre 

mit Sicherheit besteuert worden.  

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d) Fest steht zunächst, dass auch die Pflichtigen das Vorliegen von gewerbs-

mässigem Wertschriftenhandel allein aus der dreieinhalbmonatigen Phase ableiten, in 

welcher allein noch mit SMI-Futures spekuliert worden ist. 

aa) Futures sind Terminkontrakte auf ein bestimmtes Gut. Terminkontrakte auf 

Aktien, Anleihen, Indizes und Währungen werden  Financial Futures genannt. Sie ver-

pflichten  je  nach  Ausgestaltung  als  Short-  oder  Long-Positionen  den  Erwerber  des 

Kontraktes, eine bestimmte Menge und Qualität des zugrunde liegenden Basiswerts zu 

einem bestimmten, in der Zukunft liegenden Zeitpunkt zu einem bei Abschluss festge-

legten  Preis  zu  liefern  oder  zu  kaufen.  Der  Verkäufer  des  Kontraktes  unterliegt  den 

gleichen Pflichten spiegelbildlich. Diesen Pflichten können sich die Parteien nur durch 

Weiterverkauf des Kontraktes entziehen; dabei spricht man vom Glattstellen der Positi-

on.  Futures  werden  üblicherweise  auf  Marge  erworben.  Dies  bedeutet,  dass  der  Er-

werber nicht den vollen Wert des Kontraktes bezahlt, sondern lediglich eine Anzahlung 

leistet,  der  als  Einschusszahlung  oder  Sicherheitsleistung  bezeichnet  wird.  Diese  Si-

cherheitsleistung  ist  variabel.  Steigt  während  der  Laufzeit  des  Kontraktes  die  Marge, 

also das Verhältnis von Sicherheitsleistung zum Kontraktwert, erhält der Erwerber übli-

cherweise  eine  Gutschrift.  Sinkt  die  Marge,  so  kann  der  Broker  in  der  Regel  Nach-

schusszahlungen verlangen oder die Position glattstellen (http://boersenlexikon.faz.net/ 

future.htm).  Zur  Abwicklung  wird  ein  sogenanntes  Margenkonto  eingerichtet,  dessen 

Eigenkapital stets der Summe der Einschusszahlung/Sicherheitsleistung zuzüglich der 

Summe aller täglichen Gewinne abzüglich der Summe aller täglichen Verluste über alle 

gehaltenen  offenen  Positionen  entspricht 

(http://www.godmode-trader.ch/wissen/ 

index.php/Futures:Futures).  

Der  SMI-Future  (FSMI)  ist  dementsprechend  ein  Terminkontrakt,  der  sich 

ausschliesslich  auf  den  Leitindex  der  Schweizer  Börse  bezieht;  demnach  handelt  es 

sich  beim  SMI-Future  um  eine Wette  auf  den  Stand  des  Index  -  der  20  größten  Titel 

des schweizerischen Aktienmarktes - zu einem im Vorfeld festgelegten, in der Zukunft 

liegenden Datum (vgl. www.finanzen.net/futures/SMI-Future). Quantitativ wird der Wert 

durch Multiplikation des aktuellen SMI-Kurses mit CHF 10.- ermittelt. Liegt also der SMI 

bei  6'000  Punkten,  so  hat  ein  Kontrakt  einen  aktuellen  Wert  von  CHF  60‘000.-.  Die 

kleinste  Handelsgrösse  ist  ein  Punkt,  wobei  ein  Punkt  einen Wert  von  CHF  10.-  hat. 

Gehandelt  wird  der  FSMI  an  der  EUREX 

(vgl. 

"the 

investor",  29.2.2008 

[www.cosmopolitan.ch/newswriter_files/infocenter/080229_Der%20SMI-Futures.pdf]). 

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bb) Der SMI-Future eignet sich einerseits zur Absicherung von Aktienportfolios 

mit Schweizer Werten gegen kurzfristige Kursschwankungen.  Andrerseits können An-

leger mithilfe des Index-Futures auf steigende oder fallende Kurse des SMI spekulieren 

(vgl. www.boerse.de/futures/SMI-Future/CH0008616432SMI-Futures).  Letzteres  er-

scheint  anlagetechnisch  prima  vista recht  einfach  und lässt  (ähnlich  "rot/schwarz"  bei 

Roulette  oder  "Kopf/Zahl"  beim  Münzenwurf)  an  eine  50%ige  Gewinnchance,  aber 

auch  ein  50%iges  Verlustrisiko  denken.  Ob  ein  professioneller  Wertschriftenhändler 

dank  seinem  Wissen  und  seinen  ständigen  Marktbeobachtungen  die  Aufwärts-  oder 

Abwärtsbewegungen  mit  einer  höheren Wahrscheinlichkeit  als  50%  voraussehen  und 

damit die Gewinnchancen bei der Spekulation erhöhen kann, entzieht sich dem Wissen 

des  Rekursgerichts;  immerhin  ist  naheliegend,  dass  die  SMI-Tagesbewegungen  im 

Rahmen von Day-Trading wohl schwerer voraussehbar sind als längerfristige Tenden-

zen.  

cc) Der Pflichtige hat in den fraglichen dreieinhalb Monaten 174 Transaktionen 

getätigt.  Dabei  wurden  insgesamt  482  FSMI-Kontrakte  ("sell"  oder  "buy"  bzw.  "long" 

oder "short") umgesetzt. Den Wert aller gehandelten Kontrakte beziffern die Pflichtigen 

auf rund Fr. … Mio. 

Diese Zahlen vermögen im Rahmen der vom Bundesgericht hervorgehobenen 

quantifizierbaren  Abgrenzungskriterien  durchaus  für  eine  gewerbsmässige  Anlagetä-

tigkeit sprechen. Zu beachten ist nun aber, dass die Positionen andauernd glattgestellt 

worden  sind;  unter  dem  Strich  waren  deshalb  gleichzeitig  nie  mehr  als  12  Kontrakte 

("short") bzw. 10 Kontrakte ("long") offen. Der Wert der offenen Positionen betrug auf-

grund des beschriebenen 10fach-Hebels bisweilen nahezu Fr. 600‘000.-. Ein Verlustri-

siko in  dieser  Höhe  hat allerdings  nicht  bestanden. Wie  die  Pflichtigen  selber  ausfüh-

ren,  achten  die  Banken  aus  nachvollziehbaren  Gründen  darauf,  dass  die  auf  dem 

Konto vorhandene Marge stets die Differenz zwischen Vertragspreis und tatsächlichem 

Indexstand  deckt,  ansonsten  entsprechende  Positionen  umgehend  glattgestellt  wer-

den. Das Risiko ist damit auf die als Sicherheit dienende Marge und nicht auf den Wert 

der  gehandelten  Kontrakte  beschränkt.  Der  Pflichtige  konnte  folglich  maximal  die  je-

weils selber eingeschossene Marge verlieren und hatte dergestalt das Risiko bzw. die 

Höhe des maximal möglichen Kapitalverlusts jederzeit unter Kontrolle. Ein Verlustrisiko 

auf den 90% des Kontraktwerts ausserhalb der Marge bestand in dieser Konstellation 

nicht,  weshalb  der  Behauptung,  wirtschaftlich  liege  insoweit  eine  Fremdfinanzierung 

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vor,  bei  der  Gewichtung  der  Abgrenzungskriterien  keinerlei  Bedeutung  zukommen 

kann.  

Im  Ergebnis  hat  der  Pflichtige  mit  eigenen  Mitteln,  welche  den  hauptberufli-

chen Einkünften entstammten, zwar aufgrund des 10fach-Hebels hochspekulative An-

lagen getätigt, doch war das Anlagerisiko auf den Verlust der jeweils eingesetzten Mit-

tel beschränkt. Dergestalt hat er mit selber gewählten Geldeinsätzen über dreieinhalb 

Monate hinweg im Durchschnitt rund 2 x pro Werk- bzw. Börsentag auf ein Ansteigen 

oder Absinken des SMI-Index spekuliert, was seine Tätigkeit in eine gewisse Nähe zu 

Glücksspielen  rücken  lässt.  Solche  Spekulationsgeschäfte  mit  der  schnellen  Aussicht 

auf (gehebelten) Gewinn – oder eben auch auf entsprechenden Verlust – werden heu-

te  aufgrund  des  einfachen  Zugangs  zur  Börse  und  der  Vermarktung  entsprechender 

Anlageprodukte durchaus auch von Privaten getätigt. Dank dem einfachen Börsenzu-

gang via Internet kann dabei ein Privater solche Börsengeschäfte ohne weiteres auch 

mehrmals täglich abschliessen, weshalb dem Argument der Pflichtigen, "Day-Trading" 

qualifiziere immer als  gewerbsmässig, nicht gefolgt werden kann. Das auf die gehan-

delten  Kontrakte  abstellende  (gehebelte)  Transaktionsvolumen  kann  in  der  vorliegen-

den  Konstellation  deshalb  nicht  als  Hauptkriterium  gewichtet  werden.  Mit  Bezug  auf 

quantifizierbare Kriterien rückt stattdessen das jeweils eingesetzte Risikokapital in den 

Vordergrund, welches hier einerseits kein Fremdkapital beinhaltet und sich andrerseits  

–  maximal  –  auf  die  jeweils  auf  dem  Margenkonto  vorhandene  Summe  beschränkt 

(Höchststand  ...  Juli  2009:  Fr.  61‘192.95;  die  Differenz  zu  den  bis  dahin  gesamthaft 

eingesetzten  Mitteln  von  rund  Fr. 97'500.-  [=  Fr. 40‘500  +  Fr. 57‘000.-]  rührt  daher, 

dass zuvor bereits Verluste realisiert wurden) und sich somit in einem Rahmen bewegt, 

in welchem in den finanziellen Verhältnissen der Pflichtigen durchaus privat spekuliert 

werden konnte.  

Ob nach dem Gesagten noch von Vermögensanlage im herkömmlichen Sinn 

gesprochen  werden  kann,  wenn  mit  einem  begrenzten  Risikokapital  (ähnlich  einem 

Wetteinsatz)  ein  schneller  Hebelgewinn  angepeilt  wird,  oder  ob  diesfalls  nicht  eher 

Lebenshaltungskosten  für  Spiel  und  Wette  bzw.  Liebhaberei/Hobby  vorliegen,  kann 

dahin gestellt bleiben. Eine Gesamtbetrachtung führt jedenfalls zum Schluss, dass der 

Pflichtige allein dadurch, dass er in dreieinhalb Monaten mit zeitlich gestaffelten Privat-

einlagen von insgesamt rund Fr. 97'500.- (= Fr. 40‘500 + Fr. 57‘000.-) letztlich erfolglos 

immer  wieder  auf  ein  Ansteigen  oder  Absinken  des  SMI-Index  wettete,  nicht  als  ge-

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werbsmässiger  Wertschriftenhändler  qualifiziert.  Eine  planmässige  Vorgehensweise 

mit dem Ziel einer langfristigen und anhaltenden Gewinnerzielung ist nicht erkennbar. 

Daran vermag auch nichts zu ändern, dass der Pflichtige über frühere Bankerfahrung 

verfügt und er für die in Frage stehenden Spekulationsgeschäfte angeblich 30% seiner 

Arbeitskraft eingesetzt hat. Entscheidend ist, dass eine Würdigung aller Umstände das 

Bild eines typischen Privatanlegers hinterlässt, der einen limitierten Teil seines Privat-

vermögens  dazu  verwendete,  um  an  der  Börse  mit  hochriskanten  Anlagen  dank  He-

belwirkung einen schnellen hohen Gewinn zu erzielen und dies im Bewusstsein, dass 

die Möglichkeit des Verlusts des eingesetzten (Risiko-) Kapitals mit Blick auf ebendie-

sen  Hebel  entsprechend  hoch  ist.  Eine  solche  Strategie  ist  nicht  auf  langfristiges  re-

gelmässiges Einkommen im Rahmen einer selbstständigen Erwerbstätigkeit ausgerich-

tet.  

Dementsprechend qualifiziert  der  vom  Pflichtigen  an  der  Börse  erlittene  Ver-

lust als privater Kapitalverlust und ist eine Verrechnung mit übrigem Einkommen aus-

geschlossen.  

4. a)  Die  §§  16  und  18  StG  entsprechen  im  Wesentlichen  Art.  16  und 

18 DBG. Daraus folgt, dass die vorstehenden Erwägungen zur direkten Bundessteuer 

auch für die kantonalen Steuern gelten.  

b)  Nach  alledem  sind  die  Beschwerde  und  der  Rekurs  abzuweisen.  Aus-

gangsgemäss  sind  die  Kosten  den  Pflichtigen  aufzuerlegen  (Art. 144  Abs. 1  DBG, 

§ 151  Abs. 1  StG).  Die  Zusprechung  einer  Parteientschädigung  fällt  ausser  Betracht 

(Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungs-

verfahren  vom  12.  Dezember  1968;  §  152  StG  i.V.m.  §  17  Abs.  2  des  Verwaltungs-

rechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

[…] 

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