# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d26a7219-037f-5be7-b305-c1c4c65ef0c6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.12.2010 E-4957/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4957-2010_2010-12-15.pdf

## Full Text

Bundesverwaltungsgericht

Tribunal administratif fédéral

Tribunale amministrativo federale

Tribunal administrativ federal

Abteilung V
E-4957/2010

Urteil vom 15. Dezember 2010

Besetzung Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz),
Richter Daniele Cattaneo, Richterin Christa Luterbacher,   
Gerichtsschreiberin Patricia Petermann Loewe.

Parteien A._______, geboren (…),
Sri Lanka,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,  
Vorinstanz. 

Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 30. April 2010 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer, ein Angehöriger der tamilischen Ethnie aus der 
Umgebung von Batticaloa, reichte am 19. Oktober 2009 bei der 
Schweizerischen Botschaft in Colombo (Eingang: 23. Oktober 2009) ein 
Asylgesuch ein, welches er im Wesentlichen mit der Gefährdung seiner 
Person durch Angehörige der Armee und weitere bewaffnete Personen 
begründete.

Dem Gesuch legte er je eine Kopie eines Ausweises in fremdländischer Sprache, eines ins Englische 
übersetzten Polizeirapports vom (...) über den Anschlag auf seinen Vater und seine Schwester vom (...) 
(recte: (...), eines Polizeirapports in fremdländischer Sprache vom (...) und eine Kopie der Identitätskarte 
seiner Ehefrau bei.

B. 
Mit Schreiben vom 27. Oktober 2009 wurde der Beschwerdeführer von 
der Schweizerischen Botschaft aufgefordert, seine Vorbringen und 
allfällige unterstützende Dokumente sowie Kopien von Identitätspapieren 
einzureichen. Diesem Aufruf ist der Beschwerdeführer fristgerecht durch 
seine Eingabe vom 29. November 2009 nachgekommen und reichte 
gleichzeitig je eine Kopie seiner temporären Identitätskarte (und 
derjenigen seiner Ehefrau), von ins Englische übersetzten Vorladungen 
der TMVP (Thamil Makkal Viduthalai Pulikal) vom (...), respektive vom 
(...), sowie eines Zeitungsartikels vom (...) über die Verhaftung von drei 
verdächtigen Mitgliedern der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) ein.

C. 
In seinen Eingaben und anlässlich der Anhörung vom 24. Februar 2010 
schilderte der Beschwerdeführer, er sei im Jahr 2005 gezwungen worden, 
der LTTE beizutreten. Nach einem bewaffneten Training von sechs 
Monaten habe er zunächst Essen in die Camps im Vanni-Gebiet 
ausgeliefert und Waffen geputzt. Im Dezember (...) hätten bewaffnete 
Leute – vermutlich die TMVP Karuna-Gruppe – zu Hause auf seinen 
Vater und seine Schwester geschossen; Letztere sei dabei ums Leben 
gekommen. Inzwischen sei es ihm – unter der Bedingung eines 
jederzeitigen Abrufs für einen Kampfeinsatz – erlaubt gewesen, als 
Goldschmied zu arbeiten. Am (...) sei er von der LTTE an die Front in 
B._______ (zwischen Kilinochchi und Jaffna) geschickt worden. Nach 
einem durch eine Verletzung bedingten Krankenhausaufenthalt sei er zur 
Genesung zu Freunden nach C._______ gegangen. Im April 2008 sei er 

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ein drittes Mal von der LTTE rekrutiert und ins Kampfgebiet bei 
D._______ geschickt worden.

In den Wirren des Krieges sei ihm gegen Ende des Jahres 2008 die Flucht gelungen und er habe sich 
zunächst bei Freunden versteckt. Auf der weiteren Flucht, nun mit seiner Ehefrau und weiteren Personen, 
seien sie von der srilankischen Armee aufgegriffen und auf einen Checkpoint bei E._______ gebracht 
worden, wo sie von Armeeangehörigen und von Karunas Männern ausgefragt und geschlagen worden 
seien. Dabei sei er als LTTE-Kämpfer identifiziert und gemeinsam mit seiner Ehefrau in das IDP-Camp 
F._______ in Vavuniya gebracht worden. Mitte G._______ 2009 seien sie zusammen entlassen und nach 
Batticaola geschafft worden.

Dort sei er einerseits von der LTTE kontaktiert worden, anderseits habe die Armee ihn am 11. G._______ 
2009 vorgeladen, im H._______ Camp zu erscheinen. Am 14. G._______ 2009 habe er sich dorthin 
begeben, wo er verhört, geschlagen und bedroht worden sei. Erst durch die Hilfe seiner Mutter habe man 
ihn freigelassen. Doch seien in der Nacht drei bewaffnete Männer im Haus aufgetaucht und hätten die 
Familie bedroht. Zwei Tage später sei er wieder von der Armee zu einem Verhör vorgeladen, in herber 
Manier ausgefragt und wieder entlassen worden.

Im I._______ 2009 habe er eine Einladung der TMVP erhalten, welcher er indes nicht gefolgt sei. Im 
J._______ 2009 habe er einen zweiten warnenden Brief erhalten; seit diesem Zeitpunkt lebe er versteckt in 
wechselnden Unterkünften in Batticaloa, weil er als ehemaliger LTTE-Kämpfer um sein Leben fürchte. 
Bewaffnete Menschen würden nachts ins Haus seiner Mutter kommen und nach ihm suchen. Am 
7. K._______ 2009 habe er die National Security Force gebeten, ihn zu beschützen. Darüber hinaus habe 
er beim ICRC (International Committee of the Red Cross), beim SLRC (Sri Lankan Red Cross) und HRC 
(Human Rights Commission) um Schutz nachgesucht. In einer anderen Gegend in Sri Lanka zu wohnen, 
nütze seiner Ansicht nichts, da die CID (Criminal Investigation Department) überall präsent sei.

Zusammenfassend fürchte er sich einerseits vor einer erneuten Zwangsrekrutierung seitens der LTTE, 
anderseits vor einer Verfolgung der Regierung und der TMVP.

D. 
Mit Schreiben vom 25. Februar 2010 überwies die Schweizerische 
Vertretung dem BFM die vom Beschwerdeführer eingereichten 
Unterlagen und stufte dabei den Fall als prioritär ein.

E. 
Am 22. April 2010 übermittelte die Botschaft in Colombo dem BFM – 
eingegangen am 30. April 2010 – ein Schreiben des Beschwerdeführers 
vom (...). Er informierte dabei, dass er, als er nach dem Interview auf der 
Schweizerischen Botschaft nach Hause gefahren sei, von unbekannten 
Männern angegriffen worden sei. Seither fürchte er sich in 
unbeschreiblicher Weise vor solchen grauenhaften Ereignissen. Auch 

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könne er weder mit seiner Familie leben, noch könne er diese 
beschützen. Er sei auch nicht fähig, seine verschiedenen Verstecke zu 
verlassen, um normal wie jeder Mensch auf die Strasse zu gehen.

Dieser Brief hat sich mit der Verfügung des BFM vom 30. April 2010 gekreuzt und wurde in diese nicht 
miteinbezogen.

F. 
Mit Verfügung vom 30. April 2010 (eröffnet am 19. Mai 2010) hat das 
BFM die Einreise in die Schweiz nicht bewilligt und das Asylgesuch 
abgelehnt. Dieser Entscheid wurde im Wesentlichen damit begründet, 
dass im vorliegenden Fall nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
von einer akuten Gefährdung des Beschwerdeführers im Sinne von Art. 3 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) ausgegangen 
werden könne. Der Krieg mit der separatistischen LTTE sei seit Mai 2009 
zu Ende und das gesamte Land befinde sich wieder unter 
Regierungskontrolle. Die Sicherheits- und Menschenrechtslage sei zwar 
noch nicht befriedigend und präsentiere sich regional unterschiedlich. 
Insbesondere im Osten des Landes – der Wohnregion des 
Beschwerdeführers – habe sich die Lage jedoch stark beruhigt; die 
Anzahl der Gewaltereignisse sei erheblich zurückgegangen. Da die LTTE 
weitgehend zerschlagen worden sei, sei es wenig wahrscheinlich, dass 
der Beschwerdeführer von dieser Seite bedroht werden würde.

Ferner gebe es keine Anhaltspunkte, dass dem Beschwerdeführer wegen seiner LTTE-Vergangenheit von 
staatlicher Seite Nachteile drohen würden: Er sei beispielsweise aus dem IDP Camp F._______ und aus 
späteren Verhören immer nach Hause entlassen worden, im November 2009 habe er zudem einen Pass 
erhalten und im Februar 2010 sei er ohne Probleme nach Colombo an das Interview mit der 
Schweizerischen Botschaft gefahren.

Bezüglich der Gefährdung seitens der TMVP argumentierte die Vorinstanz, dass diese Gruppierung stark 
an Bedeutung verloren habe; allerdings seien kriminelle Tätigkeiten einzelner Ex-TMVP-Angehöriger nicht 
auszuschliessen. Derartige Angriffe seien indes den lokalen Sicherheitskräften zu melden. Es werde 
erwartet, dass der srilankische Staat seine Schutzpflichten gegenüber seinen Staatsangehörigen im 
Rahmen des Möglichen wahrnehme.

G. 
Mit Eingabe vom 15. Juni 2010 (Poststempel) an die Schweizerische 
Botschaft in Colombo erhob der Beschwerdeführer Beschwerde gegen 
diesen vorinstanzlichen Entscheid. Für die Begründung verwies er im 
Wesentlichen auf seine Ausführungen, welche er anlässlich des 

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Interviews bei der Schweizerischen Botschaft zu Protokoll gegeben hatte. 
Im Weiteren gab er an, dass er keine neuen Fakten vorbringen könne. 
Allerdings deutete er an, er habe niemanden in Batticaloa finden können, 
der für ihn den Entscheid der Vorinstanz hätte lesen können.

Mit Datum vom 28. Juni 2010 überwies die Vertretung in Colombo die Eingabe an das 
Bundesverwaltungsgericht (Eingang 9. Juli 2010).

H. 
Mit Verfügung vom 16. September 2010 wurde der Beschwerdeführer 
aufgefordert, weitere Angaben über seine aktuelle Gefährdungslage und 
Lebenssituation zu machen.

Mit fristgerechter Eingabe vom 12. Oktober 2010 umschrieb der Beschwerdeführer seine psychischen 
Leiden, welche er durchlebe. Als Beispiele für die desolate Sicherheitslage nannte er die kürzliche 
Entführung eines Mitglieds des Gemeinderats von Batticaloa. Ferner machte er auf die Bombenexplosion 
vom 17. September 2010 in Batticaloa aufmerksam, durch welche ca. 66 Personen getötet worden seien.

Er lebe derzeit versteckt und nicht mit seiner Familie zusammen, weil er befürchte, die unbekannten 
Personen – höchstwahrscheinlich Mitglieder der TMVP – würden ihn immer noch ergreifen wollen. Es sei 
unmöglich für ihn, weiter in dieser Gegend zu bleiben.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das Bundesamt für Migration (BFM) gehört zu den 
Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet in diesem Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, 
SR 173.110]).

1.2. Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Die Beschwerde ist nicht in einer Amtssprache des Bundes 
abgefasst (vgl. Art. 70 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). Das 
Bundesverwaltungsgericht hat aus Gründen der Verfahrensökonomie 
jedoch darauf verzichtet, den Beschwerdeführer zur Übersetzung der 
Beschwerde in eine Amtssprache aufzufordern.

1.4. Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 
AsylG, Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG). Der Beschwerdeführer ist durch 
die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise 
Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 
einzutreten.

2. 
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.  
Gemäss Art. 19 Abs. 1 AsylG kann ein Asylgesuch bei einer 
Schweizerischen Vertretung im Ausland gestellt werden. Diese führt in 
der Regel mit der asylsuchenden Person eine Befragung durch. Ist dies 
nicht möglich, ist die Person aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich 
festzulegen (Art. 10 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über 
Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]). Die Schweizerische Vertretung 
überweist das Gesuch sowie einen ergänzenden Bericht dem BFM, 
welches die Einreise in die Schweiz zur Abklärung des Sachverhalts 
bewilligt, wenn der schutzsuchenden Person nicht zugemutet werden 
kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes 
Land auszureisen (Art. 20 Abs. 1 und 2 AsylG).

Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen, wenn die asylsuchende Person 
keine Verfolgung glaubhaft machen kann (Art. 3 und 7 AsylG) oder ihr die Aufnahme in einem Drittstaat 
zugemutet werden kann (Art. 52 Abs. 2 AsylG). Die Voraussetzungen für die Erteilung einer 
Einreisebewilligung sind grundsätzlich restriktiv umschrieben. Den Asylbehörden kommt dabei ein weiter 
Ermessensspielraum zu. Neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur Schweiz und zu anderen Staaten, die Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit 
einer anderweitigen Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und 
Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Ausschlaggebend ist mit anderen Worten die 
Schutzbedürftigkeit der betreffenden Person, das heisst die Beantwortung der Fragen, ob eine Gefährdung 
im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft erscheint und der Verbleib am Aufenthaltsort für die Dauer der 
Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann, beziehungsweise ob der betreffenden Person – ohne 
nähere Prüfung einer allfälligen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG – zuzumuten ist, sich in einem 
anderen Staat um Aufnahme zu bemühen (vgl. dazu die in diesem Zusammenhang nach wie vor 
massgeblichen Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
1997 Nr. 15 E. 2e-g; 2005 Nr. 19 E. 4; 2004 Nr. 21 E. 2; 2004 Nr. 20 E. 3b).

4.  

4.1. Das BFM führte zur Begründung in seiner abweisenden Verfügung 
vom 30. April 2010 aus, der Beschwerdeführer sei nicht schutzbedürftig 
im Sinne von Art. 3 AsylG. Es drohe ihm seitens der zerschlagenen LTTE 
keine Gefahr mehr. Auch sei von staatlicher Seite aus nicht mit 
erheblichen Nachteilen zu rechnen, da diese ihn zwar vorgeladen und 
verhört, aber dann immer wieder freigelassen habe. Darüber hinaus sei 
die TMVP im Begriff, sich aufzulösen; daher habe er vonseiten dieser 
Gruppierung keine asylrelevante Bedrohung zu befürchten. Gegen 
mögliche kriminelle Übergriffe und für die Schutzsuche habe er sich an 

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die lokalen Sicherheitskräfte zu wenden. Das Asylgesuch sei daher 
abzulehnen und die Einreise sei nicht zu bewilligen.

4.2. Der Beschwerdeführer machte demgegenüber im Wesentlichen 
einerseits die missliche Sicherheitslage im Osten von Sri Lanka geltend; 
anderseits führe er durch seinen Aufenthalt im Versteck und durch die 
nächtlichen Besuche der unbekannten Männer ein unmenschliches 
Leben.

5.  

5.1. Nach der Prüfung der Akten gelangt das Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss, dass die Vorinstanz richtig feststellte, dass der 
Beschwerdeführer nicht schutzbedürftig im Sinne von Art. 3 AsylG ist, 
weshalb sie zu Recht das Asylgesuch abwies und die Einreise 
verweigerte.

5.2. Bewaffnete Konflikte haben leidvolle Auswirkungen, insbesondere 
auf weite Teile der Zivilbevölkerung, die vor den Kriegsfolgen ausser 
Landes oder in andere Regionen flüchtet. Bei den Leiden, die das Volk 
auch nach einem Krieg zu ertragen hat, ist nicht nur an materielle 
Verluste, sondern auch an die psychische Gesundheit der Menschen in 
Sri Lanka zu denken. Unter die Nachwirkungen des Krieges fallen auch 
die zwischen immer noch feindlich gesinnten Gegnern geführten 
Scharmützel oder mögliche Bombenexplosionen wie diejenige vom 
17. September 2010 in Batticaloa. Auch in Angriff genommene 
Aufräumarbeiten oder die Vergangenheitsbewältigung fordern nach 
einem offiziellen Kriegsende ihre Tribute. Von solchen Ereignissen 
betroffene Personen sind in der Regel indes nicht gezielt verfolgt. 
Individuell gezielte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG sind erst dann 
anzunehmen, wenn die schutzsuchende Person nicht lediglich den 
gleichen Risiken und Einschränkungen wie die gesamte Bevölkerung 
ihres Heimatstaates ausgesetzt ist, und somit von den Ereignissen nicht 
lediglich "reflexartig", im Sinne ungezielter "Nebenfolgen" eines Krieges 
betroffen ist (vgl. EMARK 1998 Nr. 17 E. 4c.bb).

5.3. Im laufenden Jahr hat sich nach Angaben von UNHCR die 
Sicherheitslage in Sri Lanka in bedeutender Weise stabilisiert. Die 
Notstandsgesetze wurden gelockert und im August 2009 konnten rund 
280'000 Personen – darunter der Beschwerdeführer und seine Ehefrau – 
aus den IDP-Lagern in ihre Herkunftsorte zurückkehren (UNHCR, 

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Richtlinien zur Feststellung des internationalen Schutzbedarfs 
srilankischer Asylsuchender, Juli 2010, S. 1 f.). Im Mai 2010 sollen sich 
zwar noch ca. 9'000 vermeintliche ehemalige LTTE-Kader in 
geschlossenen Lagern (Rehabilitierungscamps) befunden haben 
(UNHCR, a.a.O., S. 4; andere Quellen berichten von ca. 11'000 
Gefangenen, vgl. HRW [Human Rights Watch], Legal Limbo, The 
Uncertain Fate of Detained LTTE-Suspects in Sri Lanka, Februar 2010, 
S. 1), doch ist aufgrund der Freilassung des Beschwerdeführers aus dem 
IDP-Camp F._______ in Vavuniya und der Entlassung aus dem Verhör 
im H._______ Camp davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer 
trotz seiner LTTE-Vergangenheit nicht das Profil der LTTE-Kader 
aufweist, welche im Visier der srilankischen Regierung zu sein scheinen 
und noch immer in den sogenannten Rehabilitation-Centers gefangen 
gehalten werden.

5.4. Hinsichtlich der vorgebrachten Gefahr der LTTE ist davon 
auszugehen, dass es seit dem Ende des Bürgerkriegs keine Aktivitäten 
der LTTE gegeben hat; auch verfügt diese Gruppierung über keine 
handlungsfähige Struktur mehr. Eine landesweite Verfolgung durch die 
LTTE ist daher auszuschliessen.

5.5.  Es soll ferner nicht in Abrede gestellt werden, dass nach der im Jahr 
2004 erfolgten Spaltung der LTTE in zwei Fraktionen – der TMVP unter 
der Leitung von Vinayagamurthy Muralitharan alias Oberst Karuna im 
Osten des Landes und der LTTE unter Führung ihres Oberhauptes 
Veluppilai Prabhakaran im Norden – heftige Kämpfe ausgebrochen sind, 
denen zahlreiche Menschen zum Opfer gefallen sind. Zudem ist bekannt, 
dass die Mitglieder der tamilischen TMVP, welche von der 
singhalesischen Regierung bei der Aufstandsbekämpfung eingesetzt 
wurde, während des Krieges Menschen entführten, ungesetzliche 
Tötungen begingen und Kindersoldaten rekrutierten (vgl. Amnesty 
International, Amnesty Report 2010 Sri Lanka). Nichtsdestotrotz bleibt 
festzuhalten, dass sich nach dem militärischen Sieg der srilankischen 
Armee die menschenrechtliche Lage in Sri Lanka generell beruhigt hat 
und die Zahl der Gewaltereignisse im ganzen Land erheblich 
zurückgegangen ist. Gleichzeitig hat sich die TMVP zu einer etablierten 
Partei entwickelt und agiert heute nicht mehr als militante Gruppierung. 
Allerdings kann nach dem Ende eines Bürgerkriegs nicht ausgeschlossen 
werden, dass Freischärler weiter die Zivilbevölkerung bedrohen, 
entführen und erpressen wollen. Diese Behelligungen sollten indes von 

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den zuständigen lokalen Polizeistellen geahndet werden, weshalb sich 
der Beschwerdeführer für die Schutzsuche an diese zu wenden hat.

5.6. Mit Eingabe vom 13. April 2010 gibt der Beschwerdeführer an, nach 
dem Interview in der Schweizerischen Botschaft vom (...) 2010 auf dem 
Nachhauseweg überfallen worden zu sein. Da dies vom BFM nicht 
berücksichtigt werden konnte, wurde dem Beschwerdeführer im Rahmen 
der Bescherdeinstruktion Gelegenheit gegeben, sich zu konkreten und 
aktuellen Verfolgungsmassnahmen gegen seine Person zu äussern. Da 
er in seiner Eingabe vom 12. Oktober 2010 keine konkreten von ihm 
zwischenzeitlich erlittenen Nachteile vorbringt, ist davon auszugehen, 
dass er keinen aktuellen Schutz der Schweiz benötigt. Dabei wurde auch 
berücksichtigt, dass sich der Beschwerdeführer derzeit versteckt hält. 
Hätten es die Behörden oder die TMVP tatsächlich auf den 
Beschwerdeführer abgesehen, würden diese Leute mindestens seine 
Familie aufsuchen und diese unter Druck setzen, was indes vom 
Beschwerdeführer nicht eingewendet wurde.

5.7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 
nicht gelungen ist, eine individuelle und aktuelle Verfolgung im Sinne von 
Art. 3 AsylG glaubhaft zu machen. Das BFM hat demnach dem 
Beschwerdeführer zu Recht die Einreise in die Schweiz verweigert 
beziehungsweise sein Asylgesuch abgelehnt.

6. 
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

7. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 
Abs. 1 VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) ist allerdings auf die 
Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Schweizerische 
Vertretung in Colombo und an das BFM.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Patricia Petermann Loewe

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