# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb36f615-0c73-55b7-9b32-aeba7131fd94
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-06-19
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 19.06.2017 200 2017 15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2017-15_2017-06-19.pdf

## Full Text

200 17 15 IV
MAW/SCM/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 19. Juni 2017

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Loosli, Verwaltungsrichter Scheidegger
Gerichtsschreiberin Schädeli

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. Dezember 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2017, IV/17/15, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1953 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 14. Januar 2002 unter Angabe von Schmerzen in Kopf, 
Nacken und Rücken bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV, Antwortbeilagen [AB] 1). Nach Vor-
nahme erwerblicher und medizinischer Abklärungen, in deren Rahmen ins-
besondere ein Gutachten der Medizinischen Abklärungsstation des Spitals 
C.________ vom 20. Mai 2003 (inkl. psychiatrischem Zusatzgutachten vom 
20. Februar 2003 [AB 23]) eingeholt wurde, lehnte die IV-Stelle Bern (IVB 
bzw. Beschwerdegegnerin) mit Verfügung vom 28. Juli 2003 (AB 25) einen 
Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 25 % ab. Auf die 
gegen den hierauf ergangenen Einspracheentscheid (AB 39) erhobene 
Beschwerde hin (AB 41) bestätigte das Verwaltungsgericht des Kantons 
Bern mit Urteil vom 23. August 2004 (IV 64493 [AB 44]) bzw. das Eid-
genössische Versicherungsgericht (heute Bundesgericht [BGer]) mit Ent-
scheid vom 9. Mai 2005 (I 648/04 [AB 50]) die Leistungsablehnung.

Am 2. November 2006 beantragte die Versicherte erneut eine Rentenzu-
sprache (AB 58), wobei die hierauf erlassene Nichteintretensverfügung 
(AB 68) sowohl vom Verwaltungsgericht des Kantons Bern (Urteil vom 
7. Januar 2008, IV 67988 [AB 74]) als auch vom Bundesgericht (Entscheid 
vom 23. Mai 2008, 9C_136/2008 [AB 77]) geschützt wurde.

Mit einer weiteren Anmeldung vom 10. Februar 2015 (AB 85) ersuchte die 
Versicherte unter Hinweis auf starke Schmerzen sowie Bewegungsein-
schränkungen bei Arthrose der Schultergelenke neuerlich um IV-
Leistungen. Nachdem die IVB wiederum die erwerblichen und medizini-
schen Abklärungen vorgenommen hatte, wobei insbesondere zwei Berichte 
des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; AB 94 f.) eingeholt wurden, 
stellte sie der Versicherten mit Vorbescheid vom 8. Juli 2015 (AB 100) bei 
einem IV-Grad von 10 % die Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. 
Während des hierauf erfolgten Einwandverfahrens (AB 109, vgl. auch 
AB 102), unterzog sich die Versicherte am 15. Oktober 2015 einer Schulte-

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roperation (vgl. AB 110, 112, 114, 120 f.). Nach Eingang zweier weiterer 
Stellungnahmen des RAD (AB 142 f.), verfügte die IVB am 2. Dezember 
2016 (AB 144) wie vorbescheidweise angekündigt. 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 6. Januar 2017 Beschwerde. Sie lässt die Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung sowie die Ausrichtung einer ganzen IV-Rente, 
eventualiter die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zur Einholung 
eines externen polydisziplinären Gutachtens unter Einschluss der Diszipli-
nen Orthopädie, Rheumatologie, Neurologie und Psychiatrie beantragen. 

Am 31. Januar 2017 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren medi-
zinischen Bericht zu den Akten. 

Mit Beschwerdeantwort vom 3. Februar 2017 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde und weist mit Ergänzung vom 
8. Februar 2017 auf eine weitere Stellungnahme des RAD vom 6. Februar 
2017 (im Gerichtsdossier) hin. 

Replikweise bestätigte die Beschwerdeführerin am 5. April 2017 die gestell-
ten Rechtsbegehren und reichte einen weiteren Arztbericht ein. 

Mit Duplik vom 12. Mai 2017 hielt die Beschwerdegegnerin, unter Verweis 
auf eine neuerliche Stellungnahme des RAD vom 2. Mai 2017 (im Ge-
richtsdossier), ebenfalls an den gestellten Anträgen fest. Hierzu nahm die 
Beschwerdeführerin am 26. Mai 2017 mit Einreichung der Kostennote Stel-
lung.

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Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 2. Dezember 2016 
(AB 144). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerde-
führerin. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen IV-
Grades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur ge-
prüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad der 
Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-
denversicherung [IVV; SR831.201]). Die Behandlung der Eintretensfrage 
durch die Verwaltung ist vom Gericht nur zu überprüfen, wenn das Eintre-
ten streitig ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). 

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des IV-Grades auch tatsächlich ein-
getreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revisionsfall 
nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 E. 3.2). 
Stellt sie fest, dass der IV-Grad seit Erlass der früheren rechtskräftigen 
Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch 
ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Ver-
änderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Invalidität zu beja-
hen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt die gleiche 
materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 E. 3a S. 198; 
SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

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Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den IV-Grad erhebli-
chen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsverfahren 
– analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Vergleich 
des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beurteilung 
und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur Zeit der 
streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 71 
E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

3.

3.1 Fest steht, dass die Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung 
vom 10. Februar 2015 (AB 85) eingetreten ist, womit die Eintretensfrage 
vom Gericht nicht zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zu prü-
fen ist, ob seit der Verneinung des Leistungsanspruchs mit Einspracheent-
scheid vom 25. März 2004 (AB 39) – bestätigt durch VGE IV 64493 (AB 44) 
bzw. EVG I 648/04 (AB 50) – bis zum Erlass der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 2. Dezember 2016 (AB 144) eine Änderung in den für den IV-
Grad erheblichen Tatsachen eingetreten ist. Da anlässlich der Neuanmel-
dung vom November 2006 (AB 58) keine materielle Prüfung durchgeführt 
wurde, ist die entsprechende Nichteintretensverfügung vom 27. Februar 
2007 (AB 68) – bestätigt durch VGE IV 67988 (AB 74) sowie BGer 
9C_136/2008 (AB 77) – insoweit unbeachtlich (vgl. E. 2.3 hiervor).

3.2 Der Einspracheentscheid vom 25. März 2004 (AB 39) stützte sich 
massgeblich auf das Gutachten der Medizinischen Abklärungsstation des 
Spitals C.________ vom 20. Mai 2003 (AB 23). 

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Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten die Gutachter ein 
generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom sowie eine Dysthymia (S. 10). 
Aus psychiatrischer Sicht bestehe eine leichte depressive Verstimmung 
sowie ein leicht verminderter Antrieb und die schlechte Schlafqualität führe 
zu einer leicht verminderten geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit. 
Aus somatischer Sicht seien keine Einschränkungen der körperlichen 
Funktionen auszumachen. Allerdings liege aufgrund der Schmerzen re-
spektive der Schmerzexazerbation unter Belastung eine allgemeine Leis-
tungsintoleranz vor (S. 12). Die Gutachter kamen zum Schluss, dass in 
einer Tätigkeit mit Heben und Tragen von Lasten bis zu 4 - 5 kg wenige 
Male täglich, mit häufigen Positionswechseln, mit kurzen langsamen Geh-
strecken, ohne Treppensteigen, ohne Arbeiten auf Leitern, ohne Über-
kopfarbeiten und ohne Arbeiten in gebückter Haltung sowie ohne Zugluft 
eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsminderung von 25 % 
bestehe (S. 14).

In VGE IV 64493 gelangte das Gericht nach Würdigung der medizinischen 
Akten zum Schluss, dass der Beschwerdeführerin eine leichte Tätigkeit mit 
wechselnden Positionen bei einer um 25 % verminderten Leistungsfähig-
keit zu 100 % zumutbar sei (E. 2.4.3 [AB 44 S. 10]). 

3.3 Zur medizinischen Situation im Zeitpunkt der nun angefochtenen 
Verfügung vom 2. Dezember 2016 (AB 144) lässt sich den Akten insbe-
sondere das Folgende entnehmen:

3.3.1 Im Bericht des Spitals D.________, Orthopädische Klinik, vom 
30. Dezember 2014 (AB 91 S. 2 und 4) diagnostizierten die Ärzte eine irre-
parable Rotatorenmanschettenläsion rechts (dominant) sowie eine Fibro-
myalgie (S. 2). Es würden bereits deutliche Atrophiezeichen der Rotato-
renmanschettenmuskulatur bestehen. Es könne lediglich die Versorgung 
mittels einer inversen Schulterprothese in Betracht gezogen werden, wel-
che jedoch nur bei Akzeptanz einer Eigenbluttransfusion durchgeführt wer-
den könne, die die Patientin aktuell ablehne. Bei diesem ausgedehnten 
Befund sei eine Tätigkeit im ... unwahrscheinlich; es werde eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit bis Ende Januar 2015 bescheinigt (S. 4).

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3.3.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, führte im Bericht 
vom 16. April 2015 (AB 94) aus, hinsichtlich der Rotatorenmanschettenrup-
tur sei die Tatsache, dass als Therapie lediglich der Einsatz einer inversen 
Schulterprothese und keine weitere konservative und Schmerztherapie von 
den Spezialisten befürwortet werde, medizinisch als fragwürdig zu werten. 
In der angestammten Tätigkeit im ... und als ... bestehe aus orthopädischer 
Sicht keine Arbeitsfähigkeit mehr. In einer angepassten wechselbelasten-
den Tätigkeit, ohne Heben und Tragen von mittelschweren und schweren 
Lasten, ohne Umwelteinflüsse wie Zugluft, Kälte oder Nässe, ohne Über-
kopfarbeiten oder ohne Handeinsatz über Brusthöhe sowie ohne absturz-
gefährdetes Arbeiten und Steigen auf Gerüsten, Leitern oder Dächern sei 
jedoch medizinisch-theoretisch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit möglich 
(S. 3).

3.3.3 Die Ärzte des Spitals C.________ führten im Bericht vom 22. Sep-
tember 2015 (AB 114 S. 4 f.) aus, rechts bestehe eine irreparable Rotato-
renmanschettenruptur sowie links eine subtotale, transmurale Ruptur der 
Supraspinatussehne bei einer entsprechend starken Behinderung im Alltag. 

3.3.4 Am 15. Oktober 2015 erfolgte ein operativer Eingriff an der rechten 
Schulter (Latissimus dorsi Transfer), wobei die Ärzte des Spitals 
C.________ im Austrittsbericht vom 19. Oktober 2015 (AB 114 S. 2 f.) für 
die Zeit vom 15. Oktober bis 29. November 2015 eine 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit attestierten.

3.3.5 Dr. med. F.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte im 
Bericht vom 9. August 2016 (AB 133 S. 2 ff.) vorwiegend eine Pseudopara-
lyse der Schulter rechts, eine transmurale Supraspinatussehnenruptur, eine 
schwere axonale und demyelinisierende Polyneuropathie, eine Fibromyal-
gie, eine Retropatellararthrose sowie eine Schmerzverarbeitungs- und eine 
Anpassungsstörung (S. 2). Aufgrund des mehrjährigen Krankheitsverlaufs, 
des chronifizierten Krankheitsverhaltens, der geringen psychosozialen 
Ressourcen und Rehabilitationspotentiale sei von einer ungünstigen Pro-
gnose auszugehen (S. 3). Auch für leichte Tätigkeiten bestehe seit dem 
1. August 2015 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 4).

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3.3.6 Im Bericht vom 18. August 2016 (AB 136) diagnostizierte Dr. med. 
G.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, anhaltend agi-
tiert-depressive Störungen mit ausgeprägten Somatisierungstendenzen 
(ICD-10 F32.2), einen Status nach Schulter-Operation rechts (10/2015, 
Spital C.________) bei ausgedehnter Rotatorenmanschettenruptur rechts 
und Arthrose des AC-Gelenkes rechts mit stark ausgeprägten persistieren-
den funktionellen Beschwerden, einen Status nach Autounfall im Jahr 2004 
mit Schulterschmerzen rechts und HWS-Schleudertrauma mit entspre-
chenden Residualbeschwerden, eine Fibromyalgie sowie eine arterielle 
Hypertonie (S. 1). Seit August 2015 bestehe ununterbrochen eine 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit für alle Tätigkeiten. Vor allem die völlig unbefriedigende 
Situation mit der rechten Schulter mit starken schmerzhaften funktionellen 
Einschränkungen und die rezidivierende depressive Störung führten zu 
einer definitiven starken Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Gegenwärtig 
und in absehbarer Zeit sei aus medizinisch-psychiatrischer Sicht keine Er-
werbstätigkeit mehr zumutbar (S. 2).

3.3.7 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 24. No-
vember 2016 (AB 142) fest, aus orthopädischer Sicht seien keine Aspekte 
hinzugetreten, welche das am 16. April 2015 erstellte Zumutbarkeitsprofil 
(AB 94 bzw. E. 3.3.2 hiervor) beeinflussen könnten. 

Der RAD-Arzt Dr. med. H.________ führte im Bericht vom 24. November 
2016 (AB 143) aus, in der Gesamteinschätzung bestehe aus psychosoma-
tischer Sicht eine chronische Schmerzerkrankung (ICD-10 F45.4), wobei 
aus dem vorliegenden Krankheitsverlauf keine objektivierbare Verschlech-
terung und damit auch keine nachvollziehbare Verschlechterung der Funk-
tionen und Fähigkeiten einhergehe. Im Krankheitsverlauf liege ebenfalls 
eine persistierende depressive Symptomatik im Rahmen einer Dysthymie 
vor, wie dies bereits 2003 festgestellt worden sei. Reaktiv sei es im Beson-
deren bei psychosozialen Belastungen wiederholt zu episodischen Verstär-
kungen gekommen (S. 4). Nicht nachvollziehbar seien die diagnostischen 
Einschätzungen der behandelnden Psychiaterin. Es könne nicht nachvoll-
zogen werden, dass die Beschwerdeführerin unter einer schweren depres-
siven Symptomatik leide, ebenso wenig, dass lediglich eine Somatisierung 
im Rahmen der depressiven Symptomatik vorliege. Die psychischen Ge-

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sundheitsstörungen bedingten keine Beeinträchtigung der quantitativen 
Leistungsfähigkeit (S. 5). 

Unter Berücksichtigung der vorstehenden Feststellungen von Dr. med. 
H.________ gelangte Dr. med. E.________ zum Schluss, dass aus ge-
samtmedizinischer Sicht keine Änderung der medizinischen Beurteilung 
vom 16. April 2015 (AB 94 bzw. E. 3.3.2 hiervor) vorliege (AB 142 S. 6).

3.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

3.4.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.4.2 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärzt-
liches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich 
der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichba-
ren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2009 IV Nr. 53 S. 165 
E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne Einholung eines exter-
nen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die von der versicher-

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ten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der versi-
cherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren Bericht 
eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der pauschale 
Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc 
S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht 
entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an den Versi-
cherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 
135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

3.5 In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 2. Dezember 2016 
(AB 144) stützte sich die Beschwerdegegnerin massgeblich auf das von 
RAD-Ärztin Dr. med. E.________ am 16. April 2015 erstellte bzw. am 
24. November 2016 in Zusammenarbeit mit RAD-Arzt Dr. med. 
H.________ bestätigte Zumutbarkeitsprofil. Danach ist der Beschwerdefüh-
rerin die angestammte Tätigkeit im ... und als ... nicht mehr zumutbar. In 
einer angepassten wechselbelastenden Tätigkeit, ohne Heben und Tragen 
von mittelschweren und schweren Lasten, ohne Umwelteinflüsse wie Zug-
luft, Kälte oder Nässe, ohne Überkopfarbeiten oder Handeinsatz über 
Brusthöhe sowie ohne absturzgefährdetes Arbeiten und Steigen auf Gerüs-
ten, Leitern oder Dächern sei jedoch eine 100%ige Arbeitsfähigkeit vorhan-
den (AB 94 S. 3, 142 S. 5 f.).

In somatischer Hinsicht ist unbestritten, dass bei der Beschwerdeführerin 
seit Dezember 2014 eine irreparable Rotatorenmanschettenruptur rechts 
vorliegt (vgl. AB 91 S. 2 f., 112 S. 4 f., 114 S. 4 und 6), wobei am 15. Okto-
ber 2015 im Spital C.________ ein operativer Eingriff (Latissimus dorsi 
Transfer) erfolgte (AB 114 S. 2 f., 119 f., 125). Sieben Wochen postoperativ 
berichteten die Ärzte noch von einer deutlich eingeschränkten Schulterbe-
weglichkeit (AB 119 S. 3), drei Monate nach der Operation hielten sie eine 
verbesserte passive Beweglichkeit, klinisch aber noch eine Pseudoparalyse 
sowohl in Flexion als auch in Aussenrotation fest (AB 120 S. 1). Auch im 
April bzw. Juli 2016 hatte sich die Pseudoparalyse nicht gebessert (AB 125 
S. 3, 133 S. 9). Ab Sommer 2015 wurden denn auch linksseitige Schulter-
schmerzen bzw. ein Abriss der Supraspinatussehne festgehalten (AB 109 

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S. 9, 112 S. 5, 114 S. 4 f., 120, 123, 125, 133 S. 8 f.). Aufgrund dieser Ge-
sundheitsbeeinträchtigung sind sich die behandelnden Ärzte sowie der 
RAD einig, dass die angestammte Tätigkeit im ... und als ... nicht mehr zu-
mutbar ist (vgl. AB 91 S. 4, 94 S. 3, 112 S. 5, 114 S. 3, 142 S. 5 f.). Der von 
Dr. med. E.________ angenommenen vollschichtigen Arbeitsfähigkeit in 
einer angepassten Tätigkeit (AB 94 S. 3) steht insbesondere die seit dem 
1. August 2015 selbst für leichte Tätigkeiten attestierte 100%ige Arbeitsun-
fähigkeit durch den Neurologen Dr. med. F.________ entgegen 
(AB 133 S. 4, vgl. auch Bericht vom 26. Januar 2017 [Beschwerdebeilage 
{BB} 3]). Soweit die RAD-Ärztin Dr. med. I.________, Fachärztin für Psych-
iatrie und Psychotherapie sowie Neurologie, die Einschätzung des behan-
delnden Neurologen mit den Stellungnahmen vom 6. Februar und 2. Mai 
2017 (im Gerichtsdossier) bestreitet, so sind diese lediglich aufgrund der 
Akten vorgenommenen Beurteilungen nicht geeignet, die vorhandenen 
Zweifel auszuräumen (vgl. zu den Anforderungen an Aktengutachten: 
RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). 

Weiter geht auch der Psychiater Dr. med. G.________, unter anderem ge-
stützt auf die Diagnose einer schweren depressiven Störung, seit August 
2015 von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Tätigkeiten 
aus (AB 112 S. 4, 136 S. 2, vgl. auch AB 109 S. 10 f.). Der dieser Beurtei-
lung entgegengehaltene Aktenbericht des RAD-Arztes Dr. med. 
H.________ (nach eigenen Angaben Facharzt für Psychosomatik und Psy-
chotherapie [D], im Medizinalberuferegister jedoch ohne Facharzttitel ver-
zeichnet [vgl. www.medregom.admin.ch]), welcher die Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit aufgrund der vorhandenen Akten vornahm (AB 143), ist 
nicht geeignet, eine zweifelsfreie Beurteilungsgrundlage zu liefern.

3.6 Unter diesen Umständen ist zusammenfassend festzuhalten, dass 
die Berichte der behandelnden Ärzte und Kliniken Zweifel an der Schlüs-
sigkeit und Beweiskraft der versicherungsinternen Aktenbeurteilungen der 
RAD-Ärzte Dres. med. E.________ und H.________ vom 16. April 2015 
(AB 94) und 24. November 2016 (AB 142 f.) zu begründen vermögen (vgl. 
E. 3.4.2 hiervor). Somit bieten die vorhandenen medizinischen Akten keine 
hinreichend zuverlässige Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin, womit grundsätzlich weitere medizinische Ab-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2017, IV/17/15, Seite 13

klärungen vorzunehmen wären. Mit Blick auf nachstehende Erwägung 4 ist 
jedoch von einer entsprechenden Rückweisung an die Beschwerdegegne-
rin abzusehen.

4.

4.1 Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfrem-
der Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zu-
sammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu 
führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbs-
fähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht 
mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf 
die Selbsteingliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirt-
schaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Er-
werbsunfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente 
begründet. Der Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verblie-
bene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwer-
ten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern 
hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art 
und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der ab-
sehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusam-
menhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fer-
tigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Be-
rufserfahrung aus dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 
S. 460).

Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum 
der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für 
einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Massgeblicher 
Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der 
(Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in welchem 
die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies 
ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver-
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2017, IV/17/15, Seite 14

4.2 Die Beschwerdeführerin (Jahrgang 1953) erreicht im November 
2017 das AHV-Alter von 64 Jahren (Art. 21 Abs. 1 lit. b des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung [AHVG; SR 831.10]). Der Zeitraum, der ihr damit für eine berufliche 
Tätigkeit noch bleibt, ist kurz und würde – selbst wenn die einschlägigen 
medizinischen Sachverhaltsfeststellungen noch vor November 2017 eintref-
fen würden – höchstens noch einige Wochen betragen, womit eine Ver-
wertbarkeit der Resterwerbsfähigkeit bei dieser ohne Berufsabschluss lang-
jährig als ... und im ... tätigen Versicherten (vgl. AB 1 S. 4, 85 S. 4, 97 
S. 2 f.) nicht mehr gegeben sein wird. Demnach ist infolge fortgeschrittenen 
Alters von einer Unzumutbarkeit der Verwertung der Resterwerbsfähigkeit 
auszugehen. In der Folge ist auch auf die Durchführung eines Einkom-
mensvergleichs (Art. 16 ATSG; eine allfällige Statusfrage stellt sich nicht 
[vgl. Art. 28a IVG sowie AB 24, 99]) zu verzichten und die vollständige Er-
werbsunfähigkeit begründet Anspruch auf eine ganze Invalidenrente. Bei 
einer somatisch bedingten vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der ange-
stammten Tätigkeit ab Dezember 2014 (AB 94 S. 3, 95 S. 3, 97 S. 9) fällt 
der Rentenbeginn mit Blick auf die Neuanmeldung vom Februar 2015 
(AB 85; vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG) sowie unter Berücksichtigung des Warte-
jahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) auf den 1. Dezember 2015.

4.3 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen, die ange-
fochtene Verfügung vom 2. Dezember 2016 (AB 144) aufzuheben und der 
Beschwerdeführerin ab dem 1. Dezember 2015 eine ganze Rente der IV 
zuzusprechen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat die unterlie-
gende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2017, IV/17/15, Seite 15

S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist der Be-
schwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstat-
ten.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die durch Rechtsanwalt 
B.________ vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der Par-
teikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).

Mit Kostennote vom 26. Mai 2017 macht Rechtsanwalt B.________ ein 
Honorar von Fr. 3‘027.50 (12.11 Std. à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von 
Fr. 589.--und die Mehrwertsteuer von Fr. 289.30 (8 % von Fr. 3‘616.50) 
geltend. Unter den Auslagen findet sich auch ein Betrag von Fr. 200.-- für 
die Honorarrechnung von Dr. med. F.________ im Zusammenhang mit der 
Abfassung des Berichts vom 10. März 2017 (BB 4). Dieser Bericht wurde 
auf Ersuchen der Beschwerdeführerin erstattet, nachdem die Beschwerde-
gegnerin bzw. der RAD in der Stellungnahme vom 6. Februar 2017 (im 
Gerichtsdossier) auf unvollständige Messergebnisse des Neurologen hin-
gewiesen hatte. Damit ist die Kostennote nicht zu beanstanden und die 
Parteientschädigung auf Fr. 3‘905.80 (inkl. Auslagen und MWSt.) festzu-
setzen. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführe-
rin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 2. Dezember 2016 aufgehoben und der Beschwer-
deführerin ab dem 1. Dezember 2015 eine ganze IV-Rente zugespro-
chen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 19. Juni 2017, IV/17/15, Seite 16

Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘905.80 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt lic.iur. B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.