# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3452acf0-d2ff-5a6a-9468-8fef1904e487
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-03-16
**Language:** de
**Title:** Bundespatentgericht 16.03.2022 O2019_001
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BPatG/CH_PATG_001_O2019-001_2022-03-16.pdf

## Full Text

B u n d e s p a t e n t g e r i c h t  

T r i b u n a l  f é d é r a l  d e s  b r ev e t s  

T r i b u n a l e  f e d e r a l e  d e i  b r e v e t t i  

T r i b u n a l  f e d e r a l  d a  p a t en t a s  

F e d e r a l  P a t e n t  C o u r t  

 

 

 

 O2019_001 

 

  U r t e i l  v o m  1 6 .  M ä r z  2 0 2 2   

Besetzung  Präsident Dr. iur. Mark Schweizer (Vorsitz), 
Richter Dr. sc. nat. ETH Tobias Bremi (Referent), 
Richter Dr. rer. nat., Dipl. Chem. Frank Schager, 
Erste Gerichtsschreiberin lic. iur. Susanne Anderhalden 
 

   
Verfahrensbeteiligte  Werner & Mertz GmbH, Rheinallee 96, DE-55120 Mainz,  

vertreten durch die Rechtsanwälte lic. iur. Matthias Städeli 
und Dr. iur. Demian Stauber, Rentsch Partner AG, Belleri-
vestrasse 203, Postfach, 8034 Zürich, 
 
Klägerin 
 

  gegen 

  Compad Consulting GmbH,  
Sonnenbergstrasse 13b, 6052 Hergiswil NW,  

vertreten durch die Rechtsanwalt Dr. iur. Andri Hess, Hom-
burger AG, Prime Tower, Hardstrasse 201, 8005 Zürich, 
 
Beklagte 
 

Gegenstand  Abtretungsklage; Tenside 

 

 

 

O2019_001 

Seite 2 

Das Bundespatentgericht zieht in Erwägung: 

Prozessgeschichte 

1.  
Mit Klage vom 9. Januar 2019 stellte die Klägerin folgende Rechtsbegeh-
ren: 

«1) Die Beklagte sei zu verpflichten, die Patentanmeldung mit der Anmelde-Nr. 
11405367.1 (EP 2 592 134) «Nachhaltige Wasch- und Reinigungsmittel» in-
nert zehn Tagen ab Rechtskraft des Urteils auf die Klägerin zu übertragen. 

  2) Eventualiter, im Falle der Abweisung von Rechtsbegehren 1, sei festzustel-
len, dass der Anspruch auf Erteilung des Patents aus der Patentanmeldung 
gemäss Rechtsbegehren 1 alleine der Klägerin zusteht. 

  3) Sub-eventualiter, im Falle der Abweisung von Rechtsbegehren 1 und 2, sei 
die Beklagte zu verpflichten, die Patentanmeldung mit der Anmelde-Nr. 
11405367.1 (EP 2 592 134) «Nachhaltige Wasch- und Reinigungsmittel» in-
nert zehn Tagen ab Rechtskraft des Urteils zu einem vom Gerichtfestzuset-
zenden Anteil auf die Klägerin zu übertragen. 

  4) Sub-sub-eventualiter, im Falle der Abweisung von Rechtsbegehren 1-3, sei 
festzustellen, dass der Anspruch auf Erteilung des Patents aus der Patentan-
meldung gemäss Rechtsbegehren 3 der Klägerin und der Beklagtengemein-
sam zusteht, und zwar zu einem vom Gericht festzusetzenden Anteil. 

  5) Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten, unter 
Mitberücksichtigung des patentanwaltlichen Aufwands.» 

2.  
Mit Eingabe vom 20. März 2019 erstattete die Beklagte die Klageantwort 
mit dem Begehren, die Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolgen ab-
zuweisen. 

3.  
Am 8. Juli 2019 fand eine Instruktions-/Vergleichsverhandlung statt, eine 
Einigung konnte dabei nicht erzielt werden. 

4.  
Die Replik erfolgte am 20. September 2019 mit unveränderten Rechtsbe-
gehren, die Duplik erfolgte am 4. November 2019, ebenfalls mit unverän-
derten Rechtsbegehren. 

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Seite 3 

5.  
Am 5. Dezember 2019 nahm die Klägerin Stellung zur Duplik und mit Ein-
gabe vom 20. Dezember 2019 nahm die Beklagte dazu Stellung. 

6.  
Am 4. März 2020 erstattete Richter Tobias Bremi sein Fachrichtervotum. 
Die Stellungnahme der Parteien zum Fachrichtervotum erfolgten je mit Ein-
gabe vom 18. Mai 2020. 

7.  
Am 5. März 2020 erging eine Beweisverfügung. In der Folge wurden die 
Parteien auf den 16. September 2020 zur Hauptverhandlung vorgeladen. 
Gleichzeitig wurden die beiden Zeugen vorgeladen. 

8.  
Mit Schreiben vom 27. August 2020 teilte die Klägerin mit, dass der von ihr 
angerufene Zeuge, der Wohnsitz in Deutschland hat, eine rechtshilfeweise 
Zeugeneinvernahme bevorzuge. 

9.  
Am 16. September 2020 fand die Hauptverhandlung sowie die Zeugenein-
vernahme der von der Beklagten angerufenen Zeugin Regine Schneider 
statt. 

10.  
Am 14. Oktober 2020 wurde das Rechtshilfeersuchen betreffend Einver-
nahme des von der Klägerin angerufenen Zeugen Karl-Heinz Quade durch 
das zuständige deutsche Gericht gestellt.  

11.  
Am 5. November 2020 erfolgte eine Noveneingabe der Beklagten. Am 16. 
November 2020 nahm die Klägerin dazu Stellung. 

12.  
Mit Schreiben vom 16. Dezember 2020 teilte das Amtsgericht Alzey, 
Deutschland, mit, dass die rechtshilfeweise Zeugeneinvernahme am 
25. Februar 2021 stattfinde. Mit Schreiben vom 19. Februar 2021 teilte das 
Amtsgericht Alzey mit, dass der Termin vom 25. Februar 2021 aufgehoben 
worden sei wegen eines aufgetretenen Gesundheitsrisikos im Rahmen der 
Corona-Pandemie. Mit Schreiben vom 22. Februar 2021 teilte das Amts-
gericht Alzey mit, dass die rechtshilfeweise Zeugeneinvernahme neu am 

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29. April 2021 stattfinde. Mit Schreiben vom 15. April 2021 teilte das Amts-
gericht Alzey mit, dass der Termin der rechtshilfeweisen Zeugeneinver-
nahme wegen zwingenden dienstlichen Gründen auf den 15. Juli 2021 ver-
schoben werden musste. Die rechtshilfeweise Zeugeneinvernahme des 
von der Klägerin angerufenen Zeugen fand schliesslich am 15. Juli 2021 
statt und wurde dem Bundespatentgericht am 20. September 2021 zuge-
stellt. 

13.  
Am 13. Juli 2021 erfolgte eine weitere Noveneingabe der Beklagten.  

14.  
Am 28. September 2021 stellte die Beklagte ein Begehren auf Protokollbe-
richtigung. Dazu nahm die Klägerin am 5. Oktober 2021 Stellung und stellte 
ihrerseits ein Begehren um Protokollberichtigung betreffend einen offen-
sichtlichen Schreibfehler. Das Protokollberichtigungsbegehren wurde in 
der Folge dem Amtsgericht Alzey weitergeleitet. Mit Beschluss vom 8. No-
vember 2021 berichtigte das Amtsgericht Alzey den offensichtlichen 
Schreibfehler gemäss Antrag der Klägerin und wies das Protokollberichti-
gungsbegehren der Beklagten ab. 

15.  
Am 14. Oktober 2021 wurden die Parteien zu den mündlichen Schlussvor-
trägen vorgeladen; gleichentags erfolgte eine Noveneingabe der Beklag-
ten. 

16.  
Am 24. Januar 2022 hielten die Parteien ihre mündlichen Schlussvorträge.  

Prozessuales 

17.  
Die Klägerin ist eine deutsche GmbH mit Sitz in Deutschland. Die Beklagte 
ist eine schweizerische GmbH mit Sitz in der Schweiz. Es liegt somit ein 
internationaler Sachverhalt im Sinne von Art. 1 Abs. 1 IPRG vor. Nach Art. 1 
Abs. 2 IPRG sind völkerrechtliche Verträge vorbehalten.  

Zu diesen zählen im vorliegenden Fall einschlägig das europäische Patent-
übereinkommen (EPÜ; SR 0.232.142.2) mit dem nach Art. 164 EPÜ Be-
standteil davon bildenden Protokoll über die gerichtliche Zuständigkeit und 
die Anerkennung von Entscheidungen über den Anspruch auf Erteilung ei-

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nes europäischen Patents (Anerkennungsprotokoll; SR 0.232.142.22) so-
wie das Lugano-Übereinkommen (LugÜ; SR 0.275.12). Dabei gehen, so-
weit das EPÜ und das Anerkennungsprotokoll anwendbar sind, diese nach 
Art. 11 Anerkennungsprotokoll dem LugÜ vor.  

Die Anmelderin einer europäischen Patentanmeldung mit Sitz in einem 
Vertragsstaat des EPÜ ist vor den Gerichten dieses Vertragsstaats zu ver-
klagen (Art. 2 Anerkennungsprotokoll). Das Bundespatentgericht ist daher 
für den von der Klägerin geltend gemachten Anspruch auf das von der der 
Beklagten angemeldete europäische Patent örtlich zuständig, die sachli-
che Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 26 Abs. 2 PatGG.  

18.  
Das anwendbare Recht bestimmt sich nach Art. 110 IPRG, wobei völker-
rechtliche Verträge, namentlich das EPÜ, vorbehalten sind (Art. 1 Abs. 2 
IPRG). 

Nach Art. 60(1) EPÜ steht das Recht auf das europäische Patent dem Er-
finder oder seinem Rechtsnachfolger zu. Massgeblich ist für eine europäi-
sche Anmeldung also nicht das nationale Recht der benannten Vertrags-
staaten, sondern das EPÜ.1 

Berücksichtigung der Eingabe der Beklagten vom 14. Oktober 2021 

19.  
Nach nunmehr gefestigter Rechtsprechung haben die Parteien im ordentli-
chen Verfahren wie auch im vereinfachten Verfahren zweimal unbe-
schränkt die Möglichkeit, sich zur Sache zu äussern und namentlich neue 
Tatsachen in den Prozess einzuführen. Danach haben sie nur noch unter 
den eingeschränkten Voraussetzungen von Art. 229 Abs. 1 ZPO das Recht, 
neue Tatsachen und Beweismittel vorzubringen.2 

Gemäss Art. 229 Abs. 1 lit. b ZPO werden neue Tatsachen und Beweismit-
tel berücksichtigt, wenn sie ohne Verzug vorgebracht wurden und bereits 
vor Abschluss des Schriftenwechsels oder vor der letzten Instruktionsver-
handlung vorhanden waren, aber trotz zumutbarer Sorgfalt nicht vorher 
vorgebracht werden konnten (unechte Noven). 

                                                
1 BPatGer, Urteil O2012_001 vom 6. Dezember 2013, E. 25; Urteil O2015_009 
vom 21. März 2018, E. 2.4 – «Wärmetauscherelement». 
2 BGE 146 III 55 E. 2.3.1 – «Durchflussmessfühler». 

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20.  
Die Beklagte reichte am 14. Oktober 2021 ein stark geschwärztes Protokoll 
einer Sitzung bei der Kolb Distribution Ltd, Hedingen, ein, das belege, dass 
Frau Regine Schneider bereits im Januar 2009 gewusst habe, dass das 
Ecover-Waschmittel Raps-Methylesterethoxylat (in der Folge Raps-MEE) 
enthalte. Auf die Existenz dieses Protokolls sei die Beklagte im September 
2021 von Frau Regine Schneider aufmerksam gemacht worden. Die Ein-
willigung des CEOs der Kolb Distribution Ltd., das Protokoll im vorliegen-
den Prozess einzureichen, habe erst weniger als 10 Tage vor dem 14. Ok-
tober 2021 vorgelegen. In ihrem Schlussvortrag macht die Beklagte gel-
tend, dass Frau Regine Schneider anlässlich des Treffens vom 27. August 
2009 gesagt habe, sie kenne die Zusammensetzung des Ecover-Wasch-
mittels nicht, eine neue Behauptung sei, die sich erstmals aus der Zeugen-
aussage des Zeugen Quade ergebe, und diese habe die Beklagte bewo-
gen, abklären zu lassen, ob es bei der Kolb Distribution Ltd. Beweismittel 
für die Kenntnis von Frau Schneider gebe.  

21.  
Für die Beklagte ist mit der Duplik, die sie am 4. November 2019 erstattete, 
der Aktenschluss eingetreten. Beim Sitzungsprotokoll vom Januar 2009 
handelt es sich um ein unechtes Novum, das nur zu berücksichtigen ist, 
wenn es auch bei zumutbarer Sorgfalt nicht vor dem 14. Oktober 2021 
hätte eingereicht werden können. 

Die Beklagte selbst behauptet in der Duplik, dass Frau Schneider im Au-
gust 2009 die Zusammensetzung des Ecover-Waschmittels, d.h., dass die-
ses Raps-MEE enthält, «schon längst» bekannt war. Die Klägerin bestreitet 
dies in der Stellungnahme zur Duplik ausdrücklich und ruft dafür den Zeu-
gen Quade an. Die schriftliche Bitte von Herrn Quade an Frau Schneider 
vom 9. September 2009, das Ecover-Waschmittel zu analysieren, sei of-
fensichtlich sinnlos, wenn Frau Schneider dessen Zusammensetzung 
schon bekannt gewesen sei (was sie Herrn Quade am Treffen vom 27. Au-
gust 2009 mitgeteilt habe). 

Mit der Zustellung der Stellungnahme zur Duplik am 9. Dezember 2019 an 
die Beklagte hatte diese Grund, nach weiteren Beweismitteln für die be-
strittene Behauptung, dass Frau Schneider die Zusammensetzung des 
Ecover-Waschmittels vor August 2009 bekannt war, zu suchen. In ihrer 
Stellungnahme zur Stellungnahme der Klägerin zur Duplik wiederholt die 
Beklagte zwar ihre Behauptung, dass die Zusammensetzung des Ecover-

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Waschmittels der Kolb Distribution Ltd. schon seit Juni 2009 bekannt war, 
nennt aber keine weiteren Beweismittel. 

Daher ist das Protokoll der Sitzung vom Januar 2009, das von der Beklag-
ten erst fast zwei Jahre später am 14. Oktober 2021 eingereicht wurde, 
nicht zu beachten. 

Streitpatentanmeldung 

22.  
Streitgegenstand ist die europäische Anmeldung mit der Anmeldenummer 
EP 11405367.1, veröffentlicht unter der Nummer EP 2 592 134. Anmelde-
tag ist der 12. Dezember 2011, die Anmeldung beansprucht die Priorität 
der Schweizer Anmeldung CH 18072011 vom 13. November 2011. Anmel-
derin ist die Beklagte, gemäss Deckblatt der Offenlegungsschrift hat der 
Erfinder auf seine Nennung verzichtet. 

Kurz vor Einleitung der vorliegenden Abtretungsklage wurde am 19. Sep-
tember 2018 die Mitteilung nach Regel 71 (3) EPÜ, d.h. die Erteilungsan-
zeige, nach einem längeren Prüfungsverfahren an die Anmelderin ver-
schickt, zusammen mit dem Druckexemplar. Die Klägerin hatte bereits zu-
vor im Prüfungsverfahren im Zeitraum vom 21. Januar 2016 bis zum 26. 
März 2018 mehrere Eingaben Dritter gemäss Art. 115 EPÜ eingereicht. 

Das Erteilungsverfahren vor dem EPA wurde mit Wirkung vom 10. Januar 
2019 nach Regel 14 (1) EPÜ auf Antrag der Klägerin ausgesetzt. 

Der zur Erteilung vorgesehene unabhängige Anspruch 1 der Streitpatent-
anmeldung lautet in der Gliederung der Beklagten einschliesslich derer Er-
läuterungen wie folgt: 

Nr. Erläuterungen Anspruchswortlaut 
1 Verwendung Verwendung 
2 Mittel eines Wasch- und Reinigungsmittels 
3 Ausführung in flüssiger oder gelförmiger Ausführungsform 
4a Substrat für harte Oberflächen aus Glas, Spiegel, Keramik, 

Kunststoff, Metall oder Holz, jeweils lackiert und 
unlackiert, 

4b oder Textilien oder Fasern; 
4c Gestein oder Erde, 
   

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5 Bereiche in den Bereichen Haushalt, Industrie, Gewerbe und 
Institutionen, Schiffen, Hafen-, Sport- und Frei- 
zeitanlagen, Öl und Bergbau, besonders bevorzugt in 
den Bereichen Haushalt und Gewerbe; 

   
6 Tenside enthaltend ein oder mehrere Tenside, ausgewählt aus 

den Gruppen umfassend: 
6.a a) Alkali oder Ammoniumsalze von Fettsäuren mit der 

allgemeinen Formel R(O)OM mit M = Alkalimetallkation 
oder Ammonium, 

6.b b) Fettsäureester mit der allgemeinen Formel R(O)OR', 
6.c c) Ether von Fettalkoholen mit der allgemeinen Formel 

ROR', 
6.d d) Fettsäureamide mit der allgemeinen Formel 

R(O)NR', 
6.e e) Fettsäureimine der allgemeinen Formel 

R(NR')NR"R"', 
6.f f) Sekundäre, tertiäre oder quartäre Fettamine bzw. 

Fettammoniumsalze der allgemeinen Formeln RNHR', 
RNR'R" und (R)(R')(R")(R"')N+X-, 

6.g g) sowie Gemische derselben 
   
  wobei 
7.1 hydrophile Teile i) R' bis R"' organische oder anorganische hydrophile 

Reste darstellen 
7.2 und X- für ein Anion steht 
   
8 lipophile Teile ii) R den lipophilen Teil des Tensids darstellt 
8.a und aus einer linearen verzweigten oder unverzweig-

ten, 
8.b gesättigten oder ungesättigten Kohlenwasserstoffkette 
8.c mit 8 bis 24 Kohlenstoffatomen besteht 
8.d und der Anteil an Kohlenwasserstoffketten von 18 und 

mehr C-Atomen über 60 Gew.-% beträgt, bezogen auf 
den Gesamtgehalt an Kohlenwasserstoffketten R der 
im Wasch- und Reinigungsmittel enthaltenen Tenside; 
und 

8.e der Anteil an ungesättigten Kohlenwasserstoffketten R 
zwischen 50-100 Gew.-%, beträgt, bezogen auf den 

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Gesamtgehalt an Kohlenwasserstoffketten R der im 
Wasch- und Reinigungsmittel enthaltenen Tenside; 

   
9.a Merkmale 

Tensid 
und ein oder mehrere Tenside ausgewählt aus a)-g) 
auf Basis pflanzlicher Rohstoffe enthalten sind; 

9.b und wobei 80-100 Gew.-% der Tenside auf Pflan-
zenölen, -wachsen, -fetten oder -harzen der ge-
mässigten Zone basieren, 

9.c ausgewählt aus der Gruppe der Pflanzen umfassend: 
Amarant, Anis, Apfel, Aprikose, Arnika, Avocado, 
Baumwolle, Borretsch, Brokkoli, Hanf, Haselnuss, Bu-
che, Buchsbaum, Distel, Dinkel, Erdnuss, Erdmandel, 
Flieder, Gartenkresse, Gerste, Granatapfel, Hafer, Hei-
delbeere, Holunder, Jasmin, Johannisbeere, Johannis-
kraut, Jojoba, Kamelie, Kamille, Kirsche, Kümmel, Ka-
rotte, Koriander, Königskerze, Krambe, Kreuzblättrige 
Wolfsmilch, Kürbis, Iberischer Drachenkopf, Lavendel, 
Leindotter, Leinsamen, Liguster, Lupine, Luzerne, 
Mais, Mandel, Mirabelle, Mango, Mohn, Nachtkerze, 
Olive, Ölrettich, Ölrauke, Pekannuss, Pfirsich, 
Pflaume, Pistazie, Preiselbeere, Raps, Reis, Ringel-
blume, Rübsen, Saflor, Salbei, Sanddorn, Schwarz-
kümmel, Sesam, Sesamblatt, Senf, Sonnenblume, 
Soja, Tabak, Walnuss, Weintraube, Weizen, Wiesen-
schaumkraut und Wildrose, 

9.d sowie deren Kombinationen bezogen auf den Gesamt-
gehalt der im Wasch- und Reinigungsmittel enthalte-
nen Tenside; 

   
10 Kettenlängen-

verteilung 
und wobei ein oder mehrere Tenside ausgewählt aus 
a)-g) auf einer Mischung von Kohlenwasserstoffketten 
R unterschiedlicher Kettenlängen und Sättigungsgrade 
beruhen, die dem Vorkommen im natürlichen Pflan-
zenöl gemäss obiger Liste entsprechen, 

   
  

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11 Auswahl und wobei mindestens ein Tensid ausgewählt aus a) 
bis q) enthalten ist, das keine Seife ist. 

 

Technischer Hintergrund 

23.  
Tenside sind Substanzen, die zwei grundsätzlich nicht mischbare Stoffe, 
bspw. Öl und Wasser, miteinander zu vermengen vermögen. Die Funktion 
des Tensids liegt entsprechend darin, die Oberflächenspannung einer Flüs-
sigkeit oder die Grenzflächenspannung zwischen zwei verschiedenen Pha-
sen aufzulösen, damit die Stoffe vermengt und auf diese Weise z.B. von 
einem Substrat entfernt werden können (unstrittig). Tenside bestehen aus 
einem hydrophilen und einem hydrophoben Teil. Der hydrophobe (i.d.R. 
lipophile) Teil des Tensids besteht beispielsweise aus einer Kohlenwasser-
stoff-Kette mit 8 (C8) bis 22 (C22) Kohlenstoff-Atomen. Die Einteilung in 
Tensidklassen erfolgt nach der hydrophilen Kopfgruppe und lässt sich wie 
in Abbildung 1 gezeigt darstellen. Ionische Tenside verfügen über eine ge-
ladene hydrophile Kopfgruppe, bei nichtionischen Tensiden wird die hydro-
phile Kopfgruppe durch einen ungeladenen Rest bereitgestellt. 

 

Abbildung 1: Einteilung von Tensiden, aus Wagner, Waschmittel, 4. Aufl. Weinheim 2010 

Ionische und nichtionische Tenside erfüllen unterschiedliche Aufgaben in 
Wasch- und Reinigungsmitteln und sie verstärken in Kombination die Rei-
nigungswirkung. Moderne Waschmittel bestehen deshalb zumeist aus ei-
ner Kombination von anionischen und nichtionischen Tensiden (unstrittig; 

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die Klägerin behauptet nur, dass man, sobald man nur eine Grundleistung 
oder lediglich Nachhaltigkeit erreichen möchte, auch nur ein Tensid einset-
zen könne). 

Pflanzenöle bestehen aus Triacylglyceriden. Dies sind Verbindungen, in 
denen jeweils drei Fettsäurereste über Esterbindungen an einen gemein-
samen Glycerinrest gebunden sind; die unterschiedlichen Pflanzenöle un-
terscheiden sich durch die Art und die Anteile der Fettsäurereste in den 
Triacylglyceriden. Die genaue Fettsäurezusammensetzung, d.h. das Fett-
säuremuster, der Pflanzenöle variiert und ist beispielsweise von Pflanzen-
sorte, Standort und Wachstumsbedingungen abhängig (unstrittig). 

 

Abbildung 2: Schematische Darstellung von Triacylglyceriden 

Raps-MEE ist ein nichtionisches Tensid, das aus Rapsöl hergestellt wird. 
Das Fettsäuremuster wird hinsichtlich Kettenlängen und Sättigungsgraden 
durch die Synthese der Raps-MEE gegenüber dem eingesetzten Rapsöl 
nicht wesentlich verändert. Der hydrophobe (lipophile) Kohlenwasserstoff-
rest von Raps-MEE umfasst typischerweise Kohlenwasserstoffketten mit 
zwischen 16 und 18 Kohlenstoffatomen, so wie die Fettsäuren des Rapsöls 
(unstrittig). 

«Pareth-» bezeichnet einen Polyethylenglycol-Ether eines Alkylalkohols. 
Die vorangestellten Zahlen «C x-y» geben die Länge der Alkyl-(Kohlen-
stoff-)Ketten an. Die Zahl hinter «Pareth-» gibt die durchschnittliche Anzahl 
der Moleküleinheiten Ethylenoxid (abgekürzt «EO», -CH2-CH2-O-) an. 
«C13-15 Pareth-7» ist demnach ein Polyethylenglycol-Ether eines Alkylal-
kohols mit einer Kohlenwasserstoffkette von 13-15 Kohlenstoffatomen und 
sieben Moleküleinheiten Ethylenoxid. C13-15 Pareth-7 ist ein nichtioni-
sches Tensid, es wird auch als Lutensol AO7 bezeichnet. 

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Parteistandpunkte in Kürze 

24.  
Die Klägerin behauptet in der Replik – in der Klage hatte sie noch anderes 
behauptet – ihr Mitarbeiter Karl-Heinz Quade habe im Frühjahr 2009 die 
Idee gehabt, im Aloe Vera Waschmittel der Klägerin das erdölbasierte Ten-
sid Lutensol AO7 (=C13-C15 Pareth-7) durch ein Tensid auf Rapsölbasis 
(Raps-MEE) zu ersetzen. Im Mai/Juni 2009 habe er Waschversuche durch-
führen lassen, die gezeigt hätten, dass das so modifizierte Aloe Vera 
Waschmittel zufriedenstellende Wascheigenschaften habe. Aufgrund 
struktureller Ähnlichkeiten von Lutensol AO7 mit dem von der Klägerin häu-
fig verwendeten, aus Palmöl gewonnenen, Tensid C12-14 Pareth-7 habe 
Herr Quade erkannt, dass auch C12-14 Pareth-7 durch Raps-MEE ersetzt 
werden könne. Weil die Klägerin diverse Produkte habe, die C12-14 Pa-
reth-7 als einziges Tensid enthielten, sei damit Herrn Quade auch klar ge-
wesen, dass in einem Reinigungsmittel ein Raps-MEE als einziges Tensid 
verwendet werden könne. Dies entspreche der Erfindung der Streitpatent-
anmeldung. Die damals bei der Lieferantin der Klägerin Kolb Distribution 
AG angestellte Frau Regine Schneider sei am 27. August 2009 zwar nur 
positiv zur Kenntnis gebracht worden, dass sich Lutensol AO7 im Frosch-
Aloe-Vera-Waschmittel durch Raps-MEE ersetzen lasse. Als Chemikerin 
habe sie aber auch die Austauschbarkeit von Lutensol AO7 mit C12-14 Pa-
reth-7 erkennen müssen und habe gewusst, dass die Klägerin verschie-
dene Reinigungsmittel im Angebot hatte, die nur ein Tensid, nämlich C12-
14 Pareth-7, verwendeten. Daher folge zwingend aus dem «Grundkonzept 
der Erfindung», das von Herrn Quade stamme, dass sich in diesen Reini-
gungsmitteln das C12-14 Pareth-7 durch Raps-MEE ersetzen lasse, was 
dem Kern der Erfindung der Streitpatentanmeldung – Reinigungsmittel mit 
nur einem Tensid aus europäischen Ölen – entspreche. Weil Herr Quade 
mit der Kommunikation seiner Erkenntnis, dass sich das erdölbasierte Ten-
sid Lutensol AO7 mit befriedigenden Waschergebnissen durch Raps-MEE 
ersetzen lasse, das «Grundkonzept» für die Erfindung gelegt und beige-
steuert habe, sei Herr Quade jedenfalls zumindest als Miterfinder anzuer-
kennen und die Klägerin als deren Rechtsnachfolgerin als Berechtigte an-
zuerkennen. 

Die Beklagte hingegen stellt sich auf den Standpunkt, Herr Quade habe 
Frau Schneider anlässlich des Treffens vom 27. August 2009 in Mainz gar 
nichts mitgeteilt, was diese nicht bereits gewusst habe. Dass sich eines 
von mehreren Tensiden in einem Waschmittel durch Raps-MEE ersetzen 
lasse, zeige das Ecover-Waschmittel, das seit mindestens 2007 auf dem 

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Markt erhältlich gewesen sei und dessen genaue Zusammensetzung Frau 
Schneider seit mindestens Anfang Juni 2009 bekannt gewesen sei, da ihre 
Arbeitgeberin Kolb Distribution AG dieses Waschmittel damals analysiert 
habe. Die Klägerin habe noch Jahre nach dem Treffen von August 2009 
das Potenzial von Tensiden aus europäischen Ölen nicht erkannt. So 
schreibe sie in ihrem Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2010/11 noch, die 
für Reinigungsmitteltenside besonders wertvolle Fraktion des Palmkernöls 
könne, sofern man Gentechnik ausschliessen möchte, nicht auf Basis hei-
mischer (europäischer) Pflanzenöle gewonnen werden. Derzeit (d.h. noch 
2011) komme die Klägerin daher aus chemisch-technischer und wirtschaft-
licher Sicht nicht umhin, palmkern- und kokosölbasierte Tenside einzuset-
zen. Ohnehin habe es sich bei dem Treffen vom 27. August 2009 um ein 
Verkaufsgespräch gehandelt, das keiner Vertraulichkeit unterstanden 
habe, so dass jedermann dort bekannt gegebene Informationen frei haben 
verwenden dürfen. Die Erfindung der Streitpatentanmeldung sei von Frau 
Schneider nach ihrer Freistellung durch die Kolb Distribution AG ohne ver-
trauliche Informationen der Klägerin gemacht worden. Als promovierte 
Chemikerin habe sie das notwendige Fachwissen dazu gehabt. Selbst 
wenn man unterstellen würde, dass Herr Quade Frau Schneider das mit-
geteilt habe, was die Klägerin behaupte, entspreche dies nicht dem Ge-
genstand von Anspruch 1, wie er zur Erteilung vorgesehen sei. 

Erfindereigenschaft 

25.  
Der Begriff des Erfinders im Sinne von Art. 60 EPÜ ist vertragsautonom zu 
bestimmen.3 Erfinder im Sinne des EPÜ ist der Mensch, der Urheber der 
beanspruchten Erfindung ist, d.h. den Erfindungsgedanken erkannt und in 
schöpferischer Tätigkeit zu einer Anweisung zum technischen Handeln 
entwickelt hat.4 Dies unterscheidet sich nicht vom Erfinderbegriff des 
schweizerischen Rechts.5 

Miterfinder im Sinne von Art. 60(1) EPÜ ist, wer schöpferisch an der Ent-
wicklung der beanspruchten Erfindung beteiligt ist. Ein bloss handwerkli-
cher Beitrag genügt nicht, um Miterfinder zu sein, aber es wird nicht ver-
langt, dass der Beitrag für sich genommen erfinderisch ist oder gar allein 

                                                
3 BPatGer, Urteil O2015_009 vom 18. März 2018, E. 5.1 –«Wärmetauscher-
element» unter Verweis auf BREMI/STAUDER, in: Singer/Stauder (Hrsg.), EPÜ, Köln 
2016, Art. 60 N 5. 
4 BPatGer, Urteil O2015_009 vom 18. März 2018, E. 5.1, unter Hinweis auf 
Melullis, in: Benkard (Hrsg.), EPÜ, München 2012, Art. 60 N 9. 
5 BPatGer, Urteil O2015_009 vom 18. März 2018, E. 5. 

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Seite 14 

die Voraussetzungen der Patentierbarkeit erfüllt. Es genügt, dass der Bei-
trag zur beanspruchten Lösung beigetragen hat, wenn es sich nicht um 
einen bloss konstruktiven Beitrag handelt.6 Auch dies unterscheidet sich 
nicht grundsätzlich vom schweizerischen Recht. 

Beweislastverteilung und Behauptungslast 

26.  
Die Beweislastverteilung bestimmt sich nach dem auf das Rechtsverhältnis 
anzuwendenden materiellen Recht (lex causae), nicht nach der lex fori.7 
Dies würde dazu führen, dass sich die Beweislast für die Erfinderstellung 
im Sinne von Art. 60(1) EPÜ nach dem EPÜ bestimmt. Das EPÜ enthält 
aber keine expliziten Beweislastregeln. Es rechtfertigt sich daher, die Re-
geln des schweizerischen Rechts zur Beweislastverteilung anzuwenden.8  

Gemäss der allgemeinen Regel von Art. 8 ZGB hat derjenige das Vorhan-
densein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus ihr Rechte ab-
leitet. Die Klägerin verlangt in ihrem Rechtsbegehren Nr. 1, dass die Be-
klagte verpflichtet werde, die europäische Patentanmeldung EP 2 592 134 
an die Klägerin zu übertragen, sub-eventualiter, dass die Beklagte zu ver-
pflichten sei, die Anmeldung in einem vom Gericht zu bestimmendem Anteil 
auf die Klägerin zu übertragen. Ihren Anspruch auf vollständige oder teil-
weise Übertragung der strittigen Anmeldung leitet die Klägerin daraus ab, 
dass ihr Angestellter Karl-Heinz Quade zumindest das «Grundkonzept» 
der Erfindung erfunden und Frau Regine Schneider, der angeblichen Erfin-
derin der Erfindung gemäss der strittigen Anmeldung, mitgeteilt habe. Dass 
die Klägerin Rechtsnachfolgerin von Karl-Heinz Quade bezüglich dessen 
sämtlicher Rechte an der Erfindung ist, ist unstrittig.  

Die Klägerin trifft daher die Beweislast für die Behauptung, dass Karl-Heinz 
Quade die Erfindung gemäss Streitpatentanmeldung entweder alleine er-
funden oder zumindest einen schöpferischen Beitrag geleistet hat, der ihn 
zum Miterfinder macht, und dass er die Erfindung oder seinen schöpferi-
schen Beitrag Frau Schneider mitgeteilt hat. Das Bundespatentgericht ver-

                                                
6 BPatGer, Urteil O2015_009 vom 18. März 2018, E. 5.1, unter Hinweis auf 
Melullis, in: Benkard (Hrsg.), EPÜ, München 2012, Art. 60 N 16 f. 
7 BGer, Urteil 4A_469/2010 vom 1. Dezember 2010, E. 2.1. 
8 BPatGer, Urteil O2015_009 vom 18. März 2018, E. 5.2. 

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Seite 15 

langt insbesondere, dass die Klägerin, welche die Übertragung eines Pa-
tents oder einer Patentanmeldung verlangt, substanziiert behauptet und 
beweist,9 

• dass sie, bzw. ihr Rechtsvorgänger, die Erfindung selber gemacht 
hat (wann, wo, wie),  

• wie diese Erfindung der unberechtigten Anmelderin zur Kenntnis 
gelangt ist (Kausalität), und  

• dass der am Ende in der Anmeldung definierte Gegenstand der ei-
genen Erfindung entspricht. 

Beweiswürdigung und Beweismass 

27.  
Beweiswürdigung und Beweismass richten sich nach dem anwendbaren 
Verfahrensrecht,10 also der ZPO. Die Beweiswürdigung erfolgt nach 
Art. 157 ZPO frei, was bedeutet, dass es keine festen Regeln zum Beweis-
wert einzelner Beweismittel gibt.11 Frei bedeutet aber nicht willkürlich. Der 
Richter muss nach seiner gesamten Sach- und Menschenkenntnis sowie 
Lebenserfahrung eine gewissenhafte Schlussfolgerung ziehen;12 die Be-
weiswürdigung muss in objektiv nachvollziehbarer, begründbarer Weise er-
folgen.13 Die Begründung muss es der Rechtsmittelinstanz erlauben, die 
Rationalität der Beweiswürdigung zu überprüfen.14 

Das Beweismass umschreibt das Bundesgericht seit langem mit der For-
mulierung, ein Beweis sei erbracht, wenn das Gericht nach objektiven Ge-
sichtspunkten von der Richtigkeit einer Sachbehauptung überzeugt sei. 
Absolute Gewissheit könne dabei nicht verlangt werden. Es genüge, wenn 
das Gericht am Vorliegen der behaupteten Tatsache keine ernsthaften 

                                                
9 BPatGer, Urteil O2015_009 vom 18. März 2018, E. 5.2; Urteil O2012_001 vom 
6. Dezember 2013, E. 27. 
10 BGer, Urteil 4A_510/2011 vom 22. März 2012, E. 3.1. 
11 Statt aller ZK ZPO-HASENBÖHLER, Art. 157 N 8. 
12 ZK ZPO-HASENBÖHLER, Art. 157 N 11. 
13 BK ZPO-BRÖNNIMANN, Art. 157 N 5. 
14 BÜHLER, in: Leuenberger (Hrsg.), Der Beweis im Zivilprozess, Bern 2000, S. 72–
92, S. 89. 

O2019_001 

Seite 16 

Zweifel mehr habe oder allenfalls verbleibende Zweifel als leicht erschie-
nen.15 Verbleiben mehr als leichte Zweifel, fällt das Urteil zulasten der Par-
tei aus, die die Beweislast trägt, vorliegend der Klägerin. 

(Mit-)Erfindereigenschaft von Karl-Heinz Quade 

28.  
Karl-Heinz Quade ist ausgebildeter Chemielaborant, der seit 1982 bei der 
Klägerin angestellt ist. Zuerst war er im Bereich Produkteentwicklung Tep-
pichpflege tätig, später dann im Bereich Produktentwicklung Flüssigwasch-
mittel, Pulverwaschmittel, Weichspüler und Fleckenentfernung für die Tex-
tilpflege (unstrittig). Im Rahmen seiner Jahreszielvereinbarung für das Jahr 
2009, unterzeichnet am 7. Januar 2009, wurde vereinbart, dass er als In-
dividualziel «Konzeptstudie Einsatz einer neuen Tensidklasse (z.B. Fettal-
kohol Methylester Ethoxylate)16 am Beispiel Flüssigwaschmittel» habe. 

Die Klägerin suggeriert, dass es um die Ersetzung erdölbasierter Tenside 
durch Tenside aus europäischen Ölen gegangen sei, da Palmöl zuneh-
mend in Verruf geraten sei. Die Beklagte hält dem zurecht entgegen, dass 
die Klägerin in ihrem Nachhaltigkeitsbericht 2013/14 verkündete, sie habe 
2012 ein «Forschungsprojekt Initiative für europäische Tenside» gestartet. 
Auch schreibt die Klägerin wie bereits erwähnt noch in ihrem Nachhaltig-
keitsbericht für das Jahr 2010/11, sie könne auf Palmöl nicht verzichten. 
Das lässt erheblich daran zweifeln, dass es in der Jahreszielvereinbarung 
von Herrn Quade für das Jahr 2009 bereits um Tenside aus europäischen 
Ölen gegangen ist, und auch, dass der Klägerin bereits 2009 der Nachweis 
gelungen ist, palm- oder kokosölbasierte Tenside durch Tenside aus euro-
päischen Ölen zu ersetzen. Daran ändert nichts, dass die «Entwicklungs-
leitlinien für Grünfrosch-Produkte» der Klägerin, Ausgabe Sommer 2008, 
vermerken, eine Zielsetzung sei das  

«Explorieren der Möglichkeiten rein pflanzliche Tenside auf Basis heimischer 
Gewächse zu nutzen (Stichworte Seifenkraut/Saponine). Forschungseinstieg 
in die Nutzung von «Weißer Biotechnologie» (Stichwort Bio-Tenside ohne 
Gentechnik).»  

                                                
15 BGE 132 III 715 E. 3.1; BGE 130 II 321 E. 3.2. 
16 «Fettalkohol Methylester Ethoxylate» ist keine Tensidklasse, aber Fettsäure 
Methylester Ethoxylate. Keiner Partei gelingt es, aus der Ungenauigkeit etwas zu 
ihren Gunsten abzuleiten. 

O2019_001 

Seite 17 

Seifenkraut ist ein auch in Europa heimisches Nelkengewächs, aus dessen 
Wurzeln, Blättern und Stängeln ein saponinhaltiger Auszug gewonnen wer-
den kann, der seit der Antike zur Reinigung verwendet wurde. Die im Sei-
fenkraut enthaltenen Saponine sind Glykoside von Steroiden, die mit Was-
ser gelöst wie Seifen einen haltbaren Schaum ergeben, aus diesen lassen 
sich aber wirtschaftlich keine Methylesterethoxylate gewinnen (gerichtsno-
torisch). Während die Klägerin offenbar bereits 2009 das Ziel verfolgte, erd-
ölbasierte Tenside durch pflanzliche Tenside zu ersetzen, ist für das Gericht 
nicht nachgewiesen, dass die Klägerin bereits 2009 beabsichtigte, Tenside 
auf der Basis europäischer Pflanzen zu verwenden. Es scheint in der Tat 
so, dass die Klägerin 2009 noch auf palm- und kokosölbasierte Tenside 
setzte, die im Gegensatz zu erdölbasierten Tensiden immerhin nachhaltige 
Rohstoffe sind. 

Anfangs März 2009 erkundigte sich Karl-Heinz Quade – offenbar telefo-
nisch, zumindest ist eine schriftliche Anfrage nicht aktenkundig – bei der 
Ineos Oxide Ltd., London, UK, nach Methylesterethoxylaten. Am 10. März 
2009 antwortete Hans-Otto Berndt der Ineos Oxide Ltd. per E-Mail wie 
folgt: 

[A]nbei übersende ich Ihnen einige Informationen zu dem angefragten 
Thema. Das derzeit meist nachgefragte Produkt ist das RSMEE7 (Rapsöl ba-
siert, mit 7 EO-Einheiten). Ergänzend erhalten Sie eine Übersicht der lneos 
Produkte auch aus dem Bereich Alkoholethoxylate (AE-Serie) und Palmstea-
rinderivate (PSMEE5 / PSMEE9), die wir gerne mit Ihnen diskutieren wollen. 
lneos hat auch andere Ethoxylate im Portfolio (Blockcopolymere, sekundäre 
Alkohole, PEGs mit MW 200 bis 10000, PPGs, PAGs). Sollten Sie Bedarf an 
derartigen Produkten haben, so lassen Sie mich das bitte wissen. 

Haben Sie Rapsmethylester Ethoxylate bereits im Einsatz? bzw. wollen Sie 
damit andere Produkte ersetzen? 

Daraufhin bestellte Herr Quade am 17. März 2009 ein Muster (1 kg) «FA-
MEE 7 EO, FAMEE 10 EO», was für «Fatty Alcohol Methyl Ester Ethoxylat» 
mit 7 bzw. 10 Ethylenoxid-Einheiten steht. Geliefert bekam er, das ist so-
weit unstrittig, Muster des Raps-MEE von Ineos Oxide Ltd., mit 7 und 10 
Ethylenoxid-Einheiten («RSMEE7» bzw. «RSMEE10»). Er ersetzte in der 
Folge eines der mehreren Tenside im Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel der 
Klägerin durch das Raps-MEE, d.h. einmal das mit 7 und einmal das mit 
10 EO-Einheiten, und liess im Mai 2009 Waschversuche durchführen. 

O2019_001 

Seite 18 

Die Klägerin behauptet, Herr Quade habe das Tensid Lutensol AO7 im 
Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel der Klägerin durch die Raps-MEE (mit 7 
und mit 10 EO-Einheiten) ersetzt.  

Die Beklagte bestreitet, dass das Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel der Klä-
gerin im Jahr 2009 überhaupt Lutensol AO7 enthielt. Unter Hinweis auf die 
öffentlich zugänglichen Rezepturen des Frosch-Aloe-Vera-Waschmittels 
behauptet die Beklagte, dieses Waschmittel habe letztmals im Jahr 2007 
Lutensol AO7 enthalten, ausweislich der Rezeptur von April 2009 in diesem 
Zeitpunkt jedoch nicht mehr.  

Tatsächlich wird in der entsprechenden Liste der Inhaltsstoffe, die im Okto-
ber 2007 im Internet zugänglich war, «C13-15 PARETH-7» als Inhaltsstoff 
von Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel aufgeführt, was Lutensol AO7 ent-
spricht. Im Auszug von April 2009 ist an gleicher Stelle der nach Anteil ge-
ordneten Liste der Inhaltsstoffe «C12-15 PARETH-7» aufgeführt, was kein 
Lutensol AO7 ist.  

Die Klägerin verweist demgegenüber auf eine Präsentation von Herrn 
Quade vom Dezember 2009, in der er seine Waschversuche vorstellt. Aus 
dieser gehe hervor, dass er das «syntetische [sic] Fettalkoholethoxylat, 
Mat. Nr.:10385» durch Raps-MEE ersetzt habe. Bei der Artikel-Nr. 10385 
handle es sich um Lutensol AO7. Einen urkundlichen Beweis für diese Be-
hauptung, der für die Klägerin als Herstellerin des entsprechenden Pro-
dukts grundsätzlich leicht zu erbringen wäre, legt sie aber nicht vor. Der 
Zeuge Quade sagt zwar aus, dass das Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel im 
Mai 2009 Lutensol AO7 enthielt. Die öffentlich zugängliche Rezeptur von 
April 2009 spricht aber dagegen. 

O2019_001 

Seite 19 

 

Abbildung 3: Grafische Darstellung der Waschversuche von Mai 2009 

Die Waschversuche von Herrn Quade ergaben, dass das Frosch-Aloe-
Vera-Waschmittel nach Ersetzung des anteilsmässig wichtigsten Tensids – 
sei es nun Lutensol AO7 (C13-15 Pareth-7) oder C12-15 Pareth-7 – durch 
Raps-MEE mit 7 Ethylenoxid-Einheiten befriedigende Waschergebnisse 
zeigte, nicht aber bei der Ersetzung des gleichen Tensids durch Raps-MEE 
mit 10 EO-Einheiten (Präsentation von Karl-Heinz Quade: «Aufgrund der 
Fleckenentfernungsleistung, Sekundärwaschwirkung und der Produktsta-
bilität, kommt von der Fa. lneos, für einen teilweisen oder vollständigen 
Austausch nur die Qualität REMEE7 in Frage»).  

Damit ist erstellt, dass Herr Quade im Mai 2009, auf jeden Fall aber vor 
dem Treffen vom 27. August 2009, wusste, dass sich das anteilmässig 
wichtigste Tensid von mehreren Tensiden in dem Flüssigwaschmittel 
Frosch-Aloe-Vera durch Raps-MEE mit 7 EO-Einheiten ersetzen liess und 
das Waschmittel befriedigende Waschwirkungen zeigte. Dass es sich beim 
ersetzten Tensid um Lutensol AO7 gehandelt hat, ist aufgrund der öffentlich 
zugänglichen Rezeptur von April 2009 nicht zweifelsfrei erstellt, letztlich für 
den Ausgang des Verfahrens aber auch nicht entscheidend. 

Ebenfalls nicht klar ist, ob es tatsächlich die Idee von Herrn Quade war, 
das mengenmässig wichtigste Tensid im Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel 
durch Raps-MEE zu ersetzen. Aus der E-Mail von Herrn Berndt von Ineos 
Oxide Ltd. vom 10. März 2009 scheint hervorzugehen, dass sich Herr 
Quade generell nach Methylesterethoxylaten erkundigte, es aber dann 

O2019_001 

Seite 20 

Herr Berndt war, der ihn darauf hinwies, dass das derzeit meist nachge-
fragte Produkt RSMEE7 (Rapsöl-basiert, mit 7 EO-Einheiten) sei. Dies 
deckt sich auch mit der Aussage des Zeugen Quade. Auf die Frage, was 
er unternommen habe, um das Individualziel gemäss Jahreszielvereinba-
rung 2009 zu erreichen, antwortet er, er habe vier Firmen angeschrieben, 
wobei ihm drei Firmen mitteilten, dass sie nicht in der Lage seien, dies her-
zustellen (was «dies» ist, bleibt unklar); allein die Firma Ineos habe positiv 
geantwortet. Mit einem Vertreter von Ineos habe er sich im Februar 2009 
getroffen. Dort habe er erfahren, dass Ineos im Rahmen ihrer Tätigkeit bei 
Biodiesel auch mit Raps arbeite, wobei sie diesen Rohstoff sehr günstig 
verfügbar habe; dies habe gut in die Strategie gepasst, pflanzliche Tenside, 
wenn möglich aus heimischen Pflanzen, zu verwenden. Auch aus dieser 
Aussage geht nicht klar hervor, dass Herr Quade die Idee hatte, Raps-MEE 
in Flüssigwaschmitteln zu verwenden, oder ob es die Bereitschaft bzw. der 
ausdrückliche Hinweis von Ineos war, Raps-MEE zu liefern, die ihn über-
haupt erst bewogen haben, es mit Raps-MEE zu versuchen. 

Ob Herr Quade vor August 2009 erkannt hatte, dass sich überall dort, wo 
Lutensol AO7 verwendet wurde – sei es als eines von mehreren Tensiden, 
sei es als einziges Tensid, sei es in Waschmitteln oder in Reinigungsmitteln 
– durch Raps-MEE ersetzen liesse, kann dahingestellt bleiben, da die Klä-
gerin nicht behauptet, dass Herr Quade dies Frau Schneider mitgeteilt hat. 
Die Argumentation der Klägerin beruht darauf, dass diese weiteren Er-
kenntnisse trivial gewesen seien, wenn erst einmal erstellt war, dass der 
Ersatz von Lutensol AO7 im Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel durch Raps-
MEE «funktioniert»., d.h. zu befriedigenden Waschergebnissen führte. In-
wiefern die von der Klägerin entwickelte Gedankenkette naheliegend war, 
wird hinten, in E. 32, näher erörtert. 

Treffen vom 27. August 2009 in Mainz 

29.  
Am Treffen vom 27. August 2009 in Mainz nahmen seitens der Klägerin 
Karl-Heinz Quade und seitens der Kolb Distribution AG Regine Schneider, 
Siew Ling Liew, Roman Steiner und Ivo Nägeli teil. Gemäss Zeugenaus-
sage von Herrn Quade nahmen zudem seitens der Klägerin auch Frau Völp 
und Herr Zylla teil, dies wurde von der Klägerin in den Rechtschriften aber 
nie behauptet und deckt sich auch nicht mit den handschriftlichen Notizen 
von Herrn Quade zum Treffen. 

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Seite 21 

 

Abbildung 4: Besprechungsnotizen Karl-Heinz Quade zum Treffen vom 27. August 2009 

Was den Inhalt, die Atmosphäre und die Vertraulichkeit des Treffens anbe-
langt, widersprechen sich die Zeugen Quade und Schneider diametral.  

Gemäss der Zeugin Schneider handelte es sich um ein gewöhnliches Ver-
kaufsgespräch in freundlicher Atmosphäre, Vertraulichkeit sei nicht verein-
bart gewesen. Die Klägerin sei primär interessiert gewesen an Palmölten-
siden, die die Kolb Distribution AG als zertifiziert nachhaltige Produkte hätte 
liefern können, da sie zum KLK Konzern («Kuala Lumpur Kepong Berhad») 
gehöre, der in Malaysia grosse Palmplantagen besitze. Sie selbst habe 
über Methylesterethoxylate und deren Eigenschaften gesprochen. Es sei 
nicht über erfolgreiche Waschversuche mit Raps-MEE gesprochen wor-
den, ebenso wenig über das Ecover-Waschmittel. Die Klägerin habe zwar 
ein Muster Rapsöltensid gewünscht, aber auch ein Muster Palmöltensid, 
es sei eben um die Methylesterethoxylate generell gegangen, unabhängig 
der Fette, aus denen sie synthetisiert wurden.  

Der Zeuge Quade schildert, er habe sich an die Kolb Distribution AG ge-
wandt, weil diese als kleinere Herstellerin möglicherweise bereit wäre, ge-
ringere Mengen Methylesterethoxylat als die Ineos Oxide Ltd. zu liefern. 
Die Kolb Distribution AG habe damals ausschliesslich Methyleste-
rethoxylate auf Palm- bzw. Kokosölbasis im Angebot gehabt. Er habe über 
seine Waschversuche mit Raps-MEE berichtet und angeregt, dass die Kolb 
Distribution AG auch ein Raps-MEE herstellen könnte. Die Idee, europäi-
sche Öle zur Herstellung von Methylesterethoxylaten zu verwenden, sei 
von ihm ausgegangen. Er habe im Internet gesehen, dass das Ecover-
Waschmittel Methylesterethoxylat enthielt, aber nicht gewusst, ob es  
palm-, kokos- oder rapsbasiert sei, weshalb er die Kolb Distribution AG um 

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Seite 22 

eine Analyse gebeten habe. Die Stimmung sei sehr positiv gewesen, auf-
grund des über Jahre gewachsenen Vertrauensverhältnisses sei er davon 
ausgegangen, dass das Besprochene vertraulich behandelt würde. 

Frau Schneider wurde im Rahmen der Erfindernennung im Verfahren vor 
dem Europäischen Patentamt als Erfinderin angegeben. Da die Schutz-
rechte ihres Unternehmens Good Soaps AG, darunter die Streitpatentan-
meldung, treuhänderisch von der Beklagten verwaltet werden, erstaunt die 
Aussage der Zeugin Schneider, dass die Good Soaps AG in keiner Bezie-
hung zur Beklagten stehe, zumal die Zeugin zu den schriftlichen Eingaben 
der Beklagten in diesem Prozess Stellung genommen hat und in der Kla-
geantwort die treuhänderische Verwaltung erwähnt wird. Die Good Soaps 
AG steht im Wettbewerb zur Klägerin. Das Interesse der Zeugin Schneider 
am Obsiegen der Beklagten ist daher offensichtlich. Herr Quade seiner-
seits hat sein ganzes Berufsleben bei der Klägerin verbracht, er arbeitet 
seit 40 Jahren für diese . Dass ein derart langjähriger und offensichtlich 
loyaler Mitarbeiter sich mit seiner Arbeitgeberin identifiziert und an deren 
Obsiegen interessiert ist, liegt ebenfalls nahe. Auf die Aussagen beider 
Zeugen kann daher nicht entscheidend abgestellt werden, soweit sie den 
Standpunkt der ihnen jeweils nahestehenden Partei stützen. Hinzu kommt, 
dass besagtes Treffen über zwölf Jahre zurückliegt und die Erinnerungen 
entsprechend getrübt sind.  

Ob Herr Quade Frau Schneider am 27. August 2009 tatsächlich über seine 
Waschversuche mit dem Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel mit Raps-MEE in-
formiert hat, ist für den Ausgang des Verfahrens aber nur dann massge-
blich, wenn Frau Schneider das sich daraus ergebende technische Wissen 
– nämlich, dass Raps-MEE in einem Flüssigwaschmittel zusammen mit 
anderen Tensiden zu befriedigenden Waschergebnissen führt – nicht be-
reits vor dem 27. August 2009 bekannt war. 

Wissen von Regine Schneider vor dem 27. August 2009 

30.  
Regine Schneider ist promovierte Chemikerin und Geschäftsführerin der 
Good Soaps AG, Luzern, zu deren Schutzrechten auch die Streitpatentan-
meldung gehört. Wie bereits erwähnt, werden die Patente und Patentan-
meldungen der Good Soaps AG, darunter die Streitpatentanmeldung, treu-
händerisch von der Beklagten verwaltet. Frau Schneider ist die gegenüber 
dem europäischen Patentamt genannte Erfinderin der Erfindung gemäss 

O2019_001 

Seite 23 

der strittigen Anmeldung, verzichtete allerdings im Zeitpunkt der Anmel-
dung auf die Erfindernennung. Frau Schneider war von Mai 2008 bis Sep-
tember 2009 bei der Kolb Distribution AG, Hedingen, als Leiterin der Abtei-
lung «New Business» tätig. Neben ihr war in dieser Abteilung nur noch eine 
weitere Mitarbeiterin, Frau Ling Liew, beschäftigt (unstrittig). Am 28. August 
2009 wurde Frau Schneider im Zuge einer Reorganisation der Kolb Distri-
bution AG gekündigt und sie war seit spätestens dem 17. September 2009 
freigestellt; welche Arbeiten sie zwischen dem 28. August und dem 17. 
September 2009 noch für die Kolb Distribution AG ausgeführt hatte, ist im 
Einzelnen strittig, aber nicht weiter relevant.  

Wie bereits erwähnt, macht die Klägerin geltend, Herr Quade habe Frau 
Schneider das von ihm stammende «Grundkonzept der Erfindung», näm-
lich, dass sich das erdölbasierte Tensid Lutensol AO7 im Frosch-Aloe-Vera-
Waschmittel mit befriedigenden Waschergebnissen durch Raps-MEE er-
setzen lasse, anlässlich des Treffens vom 27. August 2009 in Mainz über-
mittelt. Dies wird von der Beklagten bestritten; Herr Quade habe Frau 
Schneider anlässlich des Treffens vom 27. August 2009 gar nichts mitge-
teilt, was diese nicht bereits gewusst habe.  

Strittig ist somit einerseits, ob Frau Schneider vor dem Treffen vom 27. Au-
gust 2009 wusste, dass auf dem Markt bereits ein Flüssigwaschmittel mit 
einem Raps-MEE als eines von mehreren Tensiden erhältlich war. Gemäss 
der Beklagten sei das der Fall gewesen, bei dem Waschmittel handle es 
sich um ein Flüssigwaschmittel der Marke Ecover, das ausweislich der vor 
dem Treffen vom 27. August 2009 im Internet zugänglichen Liste der In-
haltsstoffe Raps-MEE und zwei weitere Tenside enthalte und seit mindes-
tens 2007 kommerziell vertrieben werde. 

Andererseits ist strittig, ob, selbst wenn Frau Schneider bereits vor dem 
Treffen vom 27. August 2009 Kenntnis davon gehabt hätte, dass im Eco-
ver-Waschmittel Raps Methylester Ethoxylat enthalten war, sie auch 
wusste, dass es sich dabei um ein «taugliches Tensid» handle (also zu 
befriedigenden Waschergebnissen führte). Die Erkenntnis, dass es sich bei 
Raps-MEE um ein taugliches Tensid handle, habe Frau Schneider gemäss 
der Klägerin erst im Rahmen des Treffens vom 27. August 2009 von Herrn 
Quade erlangt. 

31.  
Die Klägerin legt einen Analysebericht der Kolb Distribution AG ins Recht, 
der am 22. Dezember 2009 von Roman Steiner von der Kolb Distribution 

O2019_001 

Seite 24 

AG an Karl-Heinz Quade von der Klägerin geschickt wurde. Der Analyse-
bericht datiert vom 4. Juni 2009, also fast drei Monate vor dem besagten 
Treffen. Er wurde im Auftrag von «New Business/lil» erstellt und zeigt, dass 
das damals analysierte Ecover-Flüssigwaschmittel 12% Raps-MEE mit 7 
EO-Einheiten enthielt (Auszug nachstehend). 

 

Abbildung 5: Auszug aus dem internen Analysebericht der Kolb Distribution AG vom 4. Juni 
2009 

Gemäss dem Bericht erreichte das Labor am 29. Mai 2009 nach monate-
langer Suche nach Produkten mit MEE ein Muster des Ecover-Waschmit-
tels, das erste solche Muster.  

 

Abbildung 6: Zusammensetzung des Ecover-Flüssigwaschmittels gemäss Analysebericht 
vom 4. Juni 2009 

Der Auftrag für diesen Bericht stammte von der Abteilung «New Business» 
bei der Kolb Distribution AG. Diese Abteilung umfasste wie erwähnt gerade 
zwei Mitarbeiterinnen. Das Kürzel «lil» steht plausibel für «Ling Liew». Als 
Auftraggeberin der Analyse wird das Labor den Analysebericht an Frau 
Ling Liew geschickt haben. Offenbar war das Finden des Ecover-Wasch-
mittels mit Methylesterethoxylat ein Durchbruch («nach monatelanger Su-
che») und wichtig für die Abteilung «New Business». Das Erstellen eines 
derartigen Analyseberichts ist mit Aufwand und Kosten verbunden und ge-
schieht nicht ohne die Absicht, die Resultate auch zur Kenntnis zu nehmen 

O2019_001 

Seite 25 

und zu verwenden. Dass Frau Ling Liew ihre direkte Vorgesetzte (und ein-
zige weitere Mitarbeiterin in der Abteilung) nicht zeitnah über das Ergebnis 
der offensichtlich für die Abteilung wichtigen Analyse informiert hätte, wi-
derspricht jeder Lebenserfahrung.  

Die Zeugin Schneider sagte auf Frage des Präsidenten, ob die Zusam-
mensetzung des Ecover-Waschmittels am Treffen vom 27. August 2009 
ein Thema gewesen sei, aus (Hervorhebung hinzugefügt): «Nein. Das war 
kein Thema, und wenn das Ecover Flüssigwaschmittel zur Sprache 
gekommen wäre, dann hätten wir ja gesagt, dass wir das bereits analysiert 
haben». Damit trifft die Behauptung der Klägerin, Frau Schneider habe 
nicht gesagt, dass ihr die genannte Analyse vor dem Treffen vom 27. 
August 2009 bekannt gewesen wäre, nicht zu.  

Dass die Zusammensetzung des Ecover-Waschmittels anlässlich des Tref-
fens vom 27. August 2009 in Mainz kein Thema gewesen soll, steht ande-
rerseits im Widerspruch zum Brief von Herrn Quade an Frau Schneider 
vom 9. September 2009, der sich auf den «Besuch am 21.08.09» bezieht 
(aus dem Verschreiber, 21. August statt 27. August 2009, kann keine der 
Parteien etwas zu ihren Gunsten ableiten). Herr Quade schreibt, «[w]ie be-
sprochen sende ich ihnen heute die Flasche ECOVER Flüssigwaschmittel, 
das lt. Angabe im Internet Fatty acid methyl ester ethoxylat enthält. Es wäre 
schön, wenn sie analytisch feststellen könnten ob es und wie viel davon 
enthalten ist» ( Auszug nachstehend). Auch in den Besprechungsnotizen 
von Herrn Quade zum Treffen vom 27. August 2009 ist vermerkt «Muster 
Ecover Wami an Kolb», was als Erinnerungsstütze für eine zu erledigende 
Aufgabe, ein Muster des Ecover-Waschmittels an Kolb Distribution Ltd. zu 
schicken, verstanden werden kann. Die Klägerin argumentiert, das Schrei-
ben vom 9. September 2009 und die handschriftlichen Notizen von Herrn 
Quade belegten, dass die Zusammensetzung des Ecover-Waschmittels 
am Treffen vom 27. August 2009 thematisiert worden sei. Wäre Frau 
Schneider die Zusammensetzung des Waschmittels bekannt gewesen, 
dann hätte sie dies sicher gesagt. Das Schweigen von Frau Schneider 
lasse sich nur dadurch erklären, dass ihr die Analyse und folglich auch die 
Zusammensetzung des Ecover-Waschmittels damals nicht bekannt war.  

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Abbildung 7: Auszug aus dem Brief von Herrn Quade an Frau Schneider vom 
9. September 2009 

Frau Schneider behauptet, das Schreiben nie erhalten zu haben, was an-
gesichts ihrer Kündigung und Freistellung plausibel, aber letztlich auch 
nicht entscheidend ist. Das Schreiben vom 9. September 2009 lässt sich 
in der Tat nur schwer mit der Behauptung in Übereinstimmung bringen, am 
Treffen vom 27. August 2009 sei die Zusammensetzung des Ecover-
Waschmittels kein Thema gewesen. Andererseits war neben Frau Schnei-
der unstrittig auch Frau Ling Liew an dem Treffen anwesend, und Frau Ling 
Liew musste die Zusammensetzung des Ecover-Waschmittels ebenfalls 
bekannt sein. Auch sie hat offenbar nicht erwähnt, dass die Kolb Distribu-
tion AG dieses Waschmittel bereits analysiert hatte und wusste, dass es 
Raps-MEE enthielt, was wiederum für die Aussage der Zeugin Schneider 
spricht, dass die Zusammensetzung des Ecover-Waschmittels am Treffen 
vom 27. August 2009 nicht besprochen wurde. 

Auch wenn diese Widersprüche nicht ganz aufgelöst werden können, so 
ist letztlich nicht entscheidend, ob am Treffen vom am 27. August 2009 
über die Zusammensetzung des Ecover-Waschmittels gesprochen wurde, 
sondern dass Frau Schneider damals bereits wusste, dass das Ecover-
Waschmittel Raps-MEE enthielt. Dazu kann auch der von der Klägerin an-
gerufene Zeuge Roman Steiner keine Aussage machen, weshalb seine 
Einvernahme nichts zur Klärung des relevanten Sachverhalts beitragen 
kann. 

Dass Frau Schneider vor dem 27. August 2009 Kenntnis von dem Analy-
sebericht hatte und somit wusste, dass auf dem Markt ein Flüssigwasch-
mittel mit einem Raps-MEE als eines von mehreren Tensiden erhältlich 
war, ist für das Gericht erwiesen. Wusste Frau Schneider bereits vor dem 
Treffen vom August 2009, dass im Ecover-Flüssigwaschmittel ein Raps-

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MEE als mengenmässig wichtigstes Tensid enthalten war, wusste sie folg-
lich auch, dass die mit diesem Waschmittel erzielten Waschleistungen zu-
mindest befriedigend sind. Dass ein bekannter Hersteller wie Ecover ein 
Waschmittel anbieten würde, das nicht zumindest befriedigend wäscht, 
musste Frau Schneider nicht annehmen und widerspricht der Lebenserfah-
rung. Falls Herr Quade Frau Schneider am 27. August 2009 daher tatsäch-
lich über seine Waschversuche mit dem Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel mit 
Raps-MEE informiert hat – was offenbleiben kann – hat er ihr keine sub-
stanziell neue, Frau Schneider nicht bereits bekannte Information vermit-
telt, die «Grundkonzept der Erfindung» gemäss Streitpatentanmeldung 
sein könnte. 

Übereinstimmung der (angeblich) übermittelten Information und Ge-
genstand der zur Erteilung vorgesehenen Ansprüche der Streitpatent-
anmeldung 

32.  
Im Merkmal 8.d des Anspruchs 1 gemäss Gliederung in E. 22 wird gefor-
dert, dass der Anteil an Kohlenwasserstoffketten von 18 und mehr Kohlen-
stoffatomen im Tensid über 60 Gewichtsprozent beträgt, im Merkmal 9.a, 
dass dieses Tensid auf Basis rein pflanzlicher Rohstoffe ist, und im Merk-
mal 9.b, dass 80-100 Gewichtsprozent der Tenside auf Pflanzenölen,  
-wachsen, -fetten oder -harzen der gemässigten Zone basieren. Daher um-
fasst der Anspruch, wenn nach Merkmal 9.b 100 Gewichtsprozent der Ten-
side auf Pflanzenölen (Rapsöl, C18 > 60%) der gemässigten Zone basie-
ren, Reinigungsmittel mit nur einem Tensid aus Ölen von Pflanzen der ge-
mässigten Zone. 

Die Klägerin behauptet nicht, dass Herr Quade Frau Schneider am 27. Au-
gust 2009 alle Merkmale der zur Erteilung vorgesehenen Ansprüche der 
Streitpatentanmeldung mitgeteilt habe. Ihr Standpunkt ist vielmehr, dass 
Herr Quade das «Grundkonzept der Erfindung», nämlich, dass man Raps-
MEE zusammen mit weiteren Tensiden in Flüssigwaschmitteln mit befrie-
digenden Waschergebnissen einsetzen könne, mitgeteilt habe, und sich 
die weiteren Merkmale der Ansprüche daraus in trivialer Ableitung ergäben, 
die kein schöpferischer Beitrag seien. Nachfolgend wird daher geprüft, ob 
diese Behauptung der Klägerin zutrifft, wenn man unterstellt, dass Herr 
Quade Frau Schneider am 27. August 2009 alles das mitgeteilt hat, was 
die Klägerin behauptet, nämlich, er habe Waschversuche mit dem Frosch-
Aloe-Vera-Waschmittel durchgeführt, wobei das erdölbasierte Tensid 
Lutensol AO7 durch Raps-MEE ersetzt wurde, und die Ergebnisse zeigten 

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eine befriedigende Waschleistung bei Verwendung von Raps-MEE zusam-
men mit weiteren Tensiden. 

Nicht behauptet wird, dass Herr Quade Frau Schneider gesagt habe, dass 
Raps-MEE als alleiniges Tensid in einem Wasch- und Reinigungsmittel ein-
gesetzt werden könne. Die Klägerin behauptet vielmehr, dass es nicht-
schöpferisch sei, darauf zu schliessen, Raps-MEE als alleiniges Tensid in 
einem Wasch- und Reinigungsmittel einzusetzen, denn dass es Wasch-
und Reinigungsmittel mit nur einem Tensid gebe, sei dem Fachmann be-
kannt gewesen. Für Frau Schneider habe es daher auf der Hand gelegen, 
dass das Raps-MEE nicht nur in einer Mischung mit anderen Tensiden, 
sondern auch als einziges Tensid wirksam eingesetzt werden könne. Ef-
fektiv umgesetzt wurde die Verwendung von Raps-MEE als alleiniges Ten-
sid aber gemäss Aussage der Klägerin durch sie erst nach Erhalt der Mus-
ter der Kolb Distribution AG im März 2010, d.h. lange nach dem Treffen 
vom 27. August 2009. 

33.  
Zur Behauptung der Klägerin, sie habe im August 2009 mehrere Reini-
gungsmittel mit nur einem Tensid im Angebot gehabt, ist zu sagen, dass 
dies zwar zutrifft, diese Produkte der Klägerin mit nur einem einzigen Ten-
sid aber kein Lutensol AO7 (C13-15 Pareth-7) enthielten, sondern dass es 
nur derartige Produkte mit Sulfaten oder Sulfonaten oder mit C12-14 Pa-
reth-7 gab. 

Die Klägerin selber bezeichnet Lutensol AO7 als Blockbuster und behaup-
tet, dass C12-14 Pareth-7, das im Gegensatz zum synthetischen Lutensol 
AO7 aus Palmkernöl bzw. Kokosöl gewonnen werde, chemisch-technisch 
sehr weitgehend identisch sei zu Lutensol AO7. Nur: wenn das erdölba-
sierte Lutensol AO7 chemisch-technisch weitgehend austauschbar ist mit 
dem pflanzlichen C12-14 Pareth-7 und es trivial ist, Lutensol AO7 durch 
C12-14 Pareth-7 zu ersetzen, dann lässt sich nicht erklären, weshalb kein 
einziges der Reinigungsmittel der Klägerin mit nur einem Tensid statt 
Lutensol AO7 das pflanzliche C12-14 Pareth-7 verwendete. Als Unterneh-
men, das sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat, müsste die Klägerin 
doch bereits damals das aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene 
C12-14 Pareth-7 dem aus erschöpflichen Rohstoffen gewonnenen Luten-
sol AO7 vorgezogen haben. Dass dies nicht der Fall war, deutet bereits 
darauf hin, dass der Austausch von Lutensol AO7 durch C12-14 Pareth-7 
nicht so trivial ist, wie es die Klägerin darstellt. 

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C12-14 Pareth-7 basiert auf einem C12-14 Alkohol, der mit 7 Ethylenoxid-
Einheiten ethoxyliert ist. Die Verteilung der C12-14 Alkohole hängt von der 
Verteilung der verwendeten Ausgangsmaterialien ab, wenn z.B. von Palm-
kernöl bzw. Kokosöl abgeleitet, oder von der Synthese resp. Trennung, 
wenn die Alkohole synthetischen Ursprungs sind. 

Lutensol AO7 basiert auf einem C13-15 Alkohol, der mit 7 Ethylenoxid-Ein-
heiten ethoxyliert ist. Die Verteilung der C13-15 Alkohole ist aufgrund des 
synthetischen Herstellungswegs vorgegeben, ein Drittel davon ist C15, der 
Rest ist C13.  

Raps-MEE in der Form von Raps-MEE EO7 ist ein Rapsöl-Methylester-
Ethoxylat, das mit 7 Ethylenoxid-Einheiten ethoxyliert ist. Das Rapsöl ist 
eine Mischung aus verschiedenen Fettsäuren mit 16 oder 18 Kohlenstoff-
atomen, wobei der Grossteil davon, mehr als 90%, aus Säuren mit 18 Koh-
lenstoffatomen gebildet wird, wovon auch ein erheblicher Teil ungesättigt. 

Die Eignung von derartigen Systemen als waschaktive Substanzen wird 
wesentlich beeinflusst von der Länge, Verteilung und Art der lipophilen 
aliphatischen Kette an dem hydrophilen Ethoxylat gegenüberliegenden 
Ende. Das bestätigt auch die Klägerin, wenn sie behauptet, dass Herr 
Quade erst durch die Versuche mit dem Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel 
2009 erkannt haben soll, dass der «neue» lipophile Rest, d.h. die aliphati-
sche Kette von Raps-MEE, funktioniere.  

Ohne Versuche ist es für den Fachmann kaum möglich, Vorhersagen zu 
machen, ob ein Tensid mit einer anderen Länge, Verteilung und/oder Art 
der aliphatischen Kette als ein bereits eingesetztes als Ersatz dafür in ei-
nem bestimmten Kontext taugt. Die Klägerin bestätigt das selber auch, 
wenn sie vorträgt, Herr Quade habe mit Ineos Oxide Ltd. über verschie-
dene Produkte, nicht nur Raps-MEE, gesprochen und Herr Quade war erst 
nach Durchführung der Versuche überzeugt, dass Lutensol AO7 in Frosch-
Aloe-Vera-Waschmittel wirklich erfolgreich durch Raps-MEE EO7 ersetzt 
werden kann. Das wird auch bestätigt durch die Waschversuche von Herrn 
Quade (Abbildung 3: Grafische Darstellung der Waschversuche von Mai 
2009), die eben nicht für alle Ersetzungen von Lutensol AO7 gute Resultate 
zeigen, sowie wenn die Klägerin vorträgt, es sei im Vorfeld zu und bei den 
Gesprächen mit Kolb am 27. August 2009 auch um andere, palmölbasierte 
Tenside wie Hedipin-MEE/85 gegangen, und von letzterem seien ebenfalls 
Muster ausgetauscht worden.  

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Daher war es 2009 zwar für den Fachmann zu vermuten, dass, wenn 
Raps-MEE im Ecover-Flüssigwaschmittel zusammen mit weiteren Tensi-
den funktioniert, das gleiche wohl auch in einem anderen Waschmittel mit 
diesen weiteren Tensiden wie z.B. dem Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel, 
funktionieren dürfte. Aus den Erkenntnissen von Herrn Quade aus den 
Waschversuchen von Mai 2009 liess sich aber für den Fachmann nicht 
ohne weiteres erkennen, dass ganz generell und unabhängig vom Zusam-
menhang, d.h. von anderen Bestandteilen in einer Waschmittelformulie-
rung, Lutensol AO7 ersetzt werden kann durch Raps-MEE und ein solches 
Produkt dann auch eine befriedigende Reinigungswirkung zeigt, insbeson-
dere, wenn Raps-MEE als alleiniges Tensid eingesetzt werden soll. 

Weiter ist Lutensol AO7 als C13-C15 Pareth-7 zwar durchaus ähnlich wie 
C12-14 Pareth-7, aber keinesfalls chemisch-technisch identisch oder auch 
nur chemisch-technisch weitgehend identisch. Die Ähnlichkeit geht auf je-
den Fall nicht so weit, dass, gesagt werden könnte, dass die beiden Ten-
side kontextunabhängig substituierbar sind. 

Aus der Erkenntnis, dass in einem Produkt wie dem Ecover-Flüssigwasch-
mittel oder auch dem Frosch-Aloe-Vera-Waschmittel der Klägerin das 
Lutensol AO7 durch Raps-MEE ersetzt werden kann, kann der Fachmann 
entsprechend nicht ohne schöpferischen Beitrag erkennen, dass Raps-
MEE auch als alleiniges Tensid in einer Reinigungszusammensetzung 
funktioniert. Selbst wenn man unterstellen würde, dass Herr Quade Frau 
Schneider am 27. August 2009 etwas mitgeteilt hat, was diese nicht bereits 
wusste, wäre er daher höchstens Miterfinder der Erfindung gemäss den 
zur Erteilung vorgesehenen Ansprüchen der Streitpatentanmeldung, nicht 
deren Alleinerfinder. 

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Zusammenfassung 

34.  
Nach Überzeugung des Gerichts hat Herr Quade Frau Schneider am 
27. August 2009 nichts mitgeteilt, was diese nicht bereits wusste. Somit 
kann Herr Quade Frau Schneider auch nicht das «Grundkonzept» der Er-
findung gemäss Streitpatentanmeldung übermittelt haben. Die Klage ist 
daher vollumfänglich abzuweisen.  

Kosten- und Entschädigungsfolgen 

35.  
Ausgangsgemäss wird die Klägerin kosten- und entschädigungspflichtig 
(Art. 106 Abs. 1 ZPO).  

Die Klägerin beziffert den Streitwert mit CHF 500’000, die Beklagte mit 
«CHF 1 Mio. deutlich übersteigend». Angesichts dessen, dass es vorlie-
gend um eine europäische Anmeldung geht, die nicht nur in der Schweiz, 
sondern in allen Mitgliedstaaten des Europäischen Patentübereinkom-
mens validiert werden kann, die resultierenden Patente eine maximale 
Schutzdauer bis Ende 2031 haben und der Markt für nachhaltige Reini-
gungsmittel grosses Wachstumspotenzial hat, scheint ein Streitwert von 
CHF 1 Mio. angemessen. 

Ausgehend von einem Streitwert von CHF 1 Mio. ist die Gerichtsgebühr 
auf CHF 60’000 festzusetzen (Art. 1 KR-PatGer) und mit dem Kostenvor-
schuss der Klägerin zu verrechnen (Art. 111 Abs. 1 ZPO). 

36.  
Die Entschädigung für die rechtsanwaltliche Vertretung ist auf CHF 70’000 
festzusetzen (Art. 4, 5 KR-PatGer), dies unter Berücksichtigung, dass die 
Hauptverhandlung an zwei Tagen stattfand und eine rechtshilfeweise Zeu-
geneinvernahme in Deutschland durchgeführt wurde, an der Vertreter bei-
der Parteien teilnahmen. 

Die Beklagte macht keine notwendigen Auslagen für die patentanwaltliche 
Unterstützung im Prozess geltend. 

Die Klägerin hat einen Vorschuss für die Kosten der Beweisabnahme von 
CHF 900 geleistet, die Beklagte einen solchen von CHF 300. Nachdem 
beide Zeugen auf ein Zeugengeld verzichtet haben, ist den Parteien ihr 
jeweiliger Vorschuss zurückzuerstatten. 

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Das Bundespatentgericht erkennt: 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf CHF 60’000. 

3. Die Kosten werden der Klägerin auferlegt und mit ihrem Kostenvor-
schuss verrechnet. 

4. Die Klägerin wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung 
von CHF 70’000 zu bezahlen. 

5. Der von der Klägerin bezahlte Vorschuss von CHF 900 für Beweisab-
nahmen wird ihr zurückerstattet, der von der Beklagten bezahlte Vor-
schuss von CHF 300 für Beweisabnahmen wird der Beklagten zurück-
erstattet. 

6. Schriftliche Mitteilung an die Parteien unter Beilage des Protokolls des 
zweiten Teils der Hauptverhandlung sowie nach Eintritt der Rechtskraft 
an das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum, je gegen Emp-
fangsbestätigung. 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-
desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen geführt werden 
(Art. 72 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde spätes-
tens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu des-
sen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplo-
matischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist (Art. 48 
Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und 
hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die 
Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit-
tel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizule-
gen (vgl. Art. 42 BGG). 

 

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St. Gallen, 16. März 2022 

Im Namen des Bundespatentgerichts 

Präsident Erste Gerichtsschreiberin 

 

 

Dr. iur. Mark Schweizer lic. iur. Susanne Anderhalden 

 

Versand: 22.03.2022