# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd5a5a85-a645-584b-9bec-fec7aae0e94e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.06.2014 200 2014 57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-57_2014-06-30.pdf

## Full Text

200 14 57 IV
MAW/ABE/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. Juni 2014

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Abenhaim

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Dezember 2013

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Juni 2014, IV/14/57, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1957 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
…, ist seit 1984 in der C.________ tätig, wobei sie zu Beginn vollschichtig 
angestellt war und seit September 2001 einen 40%-igen Beschäftigungs-
grad hat. Am 13. August 2001 meldete sie sich unter Hinweis auf schwere 
Depressionen bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum 
Rentenbezug an (Antwortbeilage [AB] 1, 7). Nachdem die IVB Abklärungen 
medizinischer und erwerblicher Art getätigt hatte (AB 5 ff. [u.a. psychiatri-
sches Gutachten vom 12. Juni 2002; AB 12]), sprach sie der Versicherten 
mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 4. September 2002 (AB 
15/2) eine halbe Invalidenrente ab dem 1. Oktober 2001 zu (Invaliditäts-
grad: 60% bzw. ab Januar 2002 50%). 

Im Rahmen zweier in den Jahren 2006 und 2010 durchgeführter Revisio-
nen von Amtes wegen (AB 20, 30) bestätigte die IVB den bisherigen Ren-
tenanspruch bei einem Invaliditätsgrad von 50% (AB 26, 33). 

Im Juni 2012 leitete die IVB eine weitere Rentenrevision ein (AB 34). Sie 
klärte die aktuellen Verhältnisse in erwerblicher Hinsicht ab (AB 35), holte 
einen Bericht des behandelnden Psychiaters ein (AB 37) und führte mit der 
Versicherten am 21. August 2012 ein Gespräch über die Ergebnisse der 
Revision durch (AB 39). Anlässlich dieses Gesprächs wurde der Versicher-
ten ein Vorbescheid (AB 40) ausgehändigt, wonach die IVB gedenke, die 
Rente aufgrund der Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 
2011 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversiche-
rung (IVG; SR 831.20) aufzuheben; ebenfalls überreicht wurden ihr Unter-
lagen betreffend Wiedereingliederungsmassnahmen (vgl. AB 41). Nach-
dem die Versicherte Einwand erhoben (AB 43/3) und eine Stellungnahme 
ihres behandelnden Psychiaters (AB 43/1) eingereicht hatte, erliess die IVB 
am 11. Dezember 2013 eine dem Vorbescheid entsprechende Verfügung 
(AB 55) resp. hob die Invalidenrente per Ende November 2013 auf. Einer 
Beschwerde dagegen entzog sie die aufschiebende Wirkung. Am darauf-
folgenden Tag teilte die IVB der Versicherten mit Hinweis auf das gewährte 

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Aufbautraining am bisherigen Arbeitsplatz ab dem 2. Dezember 2013 (vgl. 
AB 53; vgl. auch AB 58) mit, die Rente werde während dieser Wiederein-
gliederungsmassnahme weiter ausgerichtet, längstens bis Ende November 
2015 (AB 56). 

B.

Gegen die rentenaufhebende Verfügung vom 11. Dezember 2013 erhob 
die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, am 20. Januar 
2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Sie bean-
tragt die kostenfällige Aufhebung der angefochtenen Verfügung resp. die 
Weiterausrichtung der bisherigen halben Invalidenrente; eventualiter bean-
tragt sie die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zur Vor-
nahme weiterer medizinischer Abklärungen. Zur Begründung wird im We-
sentlichen geltend gemacht, die einschlägigen Voraussetzungen zur Ren-
tenaufhebung gestützt auf die Schlussbestimmungen seien nicht erfüllt.

Mit Beschwerdeantwort vom 24. März 2014 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-

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gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 23. Mai 
1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzu-
treten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Dezember 2013 
(AB 55), mit welcher die Beschwerdegegnerin die laufende Invalidenrente 
per 30. November 2013 aufgehoben hat. Streitig und zu prüfen ist der Ren-
tenanspruch.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). Sie beurteilen 
offensichtlich begründete oder offensichtlich unbegründete Fälle in Zweier-
besetzung (Art. 56 Abs. 3 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens, so auch 
einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung, setzt zunächst eine 
fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich 

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anerkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 
S. 282). Wie jede andere psychische Beeinträchtigung begründet indes 
auch eine diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzstörung als 
solche noch keine Invalidität. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die 
somatoforme Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Wil-
lensanstrengung überwindbar sind. Bestimmte Umstände, welche die 
Schmerzbewältigung intensiv und konstant behindern, können den Wieder-
einstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte 
Person alsdann nicht über die für den Umgang mit den Schmerzen not-
wendigen Ressourcen verfügt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, ent-
scheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien (Foerster-
Kriterien). Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komor-
bidität von erheblicher Schwere, Ausprägung und Dauer. Massgebend sein 
können auch weitere Faktoren, so: chronische körperliche Begleiterkran-
kungen; ein mehrjähriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unveränder-
ter oder progredienter Symptomatik ohne länger dauernde Rückbildung; ein 
sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeu-
tisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich miss-
glückten, psychisch aber entlastenden Konfliktbewältigung (primärer 
Krankheitsgewinn; „Flucht in die Krankheit“); das Scheitern einer konse-
quent durchgeführten ambulanten oder stationären Behandlung (auch mit 
unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der 
versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgeprägter 
sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind – ausnahms-
weise – die Voraussetzungen für eine zumutbare Willensanstrengung zu 
verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 282, 131 V 49 
E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.3 S. 354). 

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Vier-
telsrente.

2.4

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2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentli-
che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den In-
validitätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 
131 E. 3 S. 132).

2.4.2 Gemäss lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung vom 
18. März 2011 des IVG (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; in Kraft 
seit 1. Januar 2012 [SchlB]) werden Renten, die bei pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildern ohne nachweisbare 
organische Grundlage gesprochen wurden, innerhalb von drei Jahren nach 
Inkrafttreten dieser Änderung überprüft. Sind die Voraussetzungen nach 
Art. 7 ATSG nicht erfüllt, so wird die Rente herabgesetzt oder aufgehoben, 
auch wenn die Voraussetzungen von Art. 17 Abs. 1 ATSG nicht erfüllt sind 
(Abs. 1). Davon nicht erfasst sind Personen, die im Zeitpunkt des Inkrafttre-
tens dieser Änderung das 55. Altersjahr zurückgelegt haben oder im Zeit-
punkt, in dem die Überprüfung eingeleitet wird, seit mehr als 15 Jahren 
eine Rente der Invalidenversicherung beziehen (Abs. 4). Als relevanter 
Anknüpfungspunkt für den über 15-jährigen Rentenbezug gilt der Beginn 
des Rentenanspruchs und nicht das Datum der (rechtskräftig erlassenen) 
Rentenverfügung (BGE 139 V 442 E. 4.3 S. 450). 

3.

In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen Folgendes 
entnehmen: 

3.1 Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
FMH, nannte im Gutachten vom 12. Juni 2002 (AB 12) folgende Diagnosen 
mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

Leicht regredientes dysthym-neurasthenisches Syndrom (ICD-10 F34.1/F48.0) 
nach phasisch-episodischer, erschöpfungsdepressiver Entwicklung

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Infantilneurose (hysterisch-konversiv-hypochondrisch) mit Selbstunsicherheit, 
Selbstwert-, Aggressions- und Autoritätsproblematik, zwanghaft-perfektionisti-
schen Zügen, hohem Selbst- und Fremdanspruch

Bei der Explorandin liege ein klassischer infantilneurotischer Hintergrund 
vor. Während ihrer ersten Ehe sei es wegen ihrer Zwanghaftigkeit zu einer 
massiven kräftemässigen Verausgabung sowie zu einer emotionalen De-
pravation und Erniedrigung gekommen. Bei entsprechender Disposition 
habe sich schleichend eine depressive Erschöpfungssymptomatik entwi-
ckelt (S. 10); 1996 sei es zu einer Krise mit (erneuter) Suizidalität gekom-
men. Im November 2000 sei eine psychiatrische Therapie etabliert worden. 
Seit Frühjahr 2001 sei eine langsame Besserung zu verzeichnen. Zurzeit 
sei die depressive Störung symptomatisch weitgehend remittiert. Der Erfah-
rung nach daure es jedoch nach einem Erschöpfungszustand eine ganz 
erhebliche Zeit, bis wirklich wieder eine verlässliche Belastbarkeit herge-
stellt sei (S. 11). Als Beeinträchtigungen nannte der Gutachter u.a. eine 
beschleunigte Energieabnahme unter Belastung (Ermüdbarkeit), eine ver-
minderte Stress- und Konflikttoleranz, eine affektive Labilität, diurne und 
saisonale Stimmungsschwankungen mit verminderter Dynamis an schlech-
teren Tagen und belastungsabhängige Durchschlafstörungen. Die bisheri-
ge Tätigkeit sei ohne Leistungsminderung aktuell zu 50% zumutbar; eine 
stufenweise Wiedererhöhung auf 60% in einem Zeitraum von ca. einem 
Jahr sei wahrscheinlich möglich (S. 12). Die Beeinträchtigungen würden 
sich durch fortgesetzte psychiatrische und bei Bedarf hausärztliche Be-
handlung vermindern lassen. Andere Tätigkeiten wären theoretisch zumut-
bar, ein Tätigkeitswechsel sei jedoch nicht sinnvoll (S. 13). Der jetzige Ar-
beitsplatz sei angepasst und optimal (S. 14).

3.2 Der behandelnde Psychiater Dr. med. E.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nannte im Bericht vom 16. Juli 2012 
(AB 37/2) folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: Rezi-
divierende depressive Störung, gegenwärtig leicht bis mittelgradig, bei ab-
hängiger, selbstunsicherer Persönlichkeit mit starker Leistungsorientierung 
und Ausrichtung auf die Mitwelt. Seit 2010 seien keine markanten Verände-
rungen zu verzeichnen. Die Patientin habe jeweils im Frühjahr und im 
Herbst schwerere Krisen; diese hätten aber ohne stationäre Behandlung 
aufgefangen werden können. Dazwischen gäbe es immer wieder Verstim-
mungen und Einbrüche, v.a. im Zusammenhang mit der Arbeit, gelegentlich 

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auch wegen schwierigen Situationen mit dem Ehemann. Immer wieder 
werde der Patientin alles zu viel, bleibe alles an ihr hängen, versuche sie, 
allen alles recht zu machen, sei rasch verärgert, verletzt und niederge-
schlagen bei reduzierter Frustrationstoleranz. Der Patientin gelinge es oft 
nicht, die nötige Distanz zu dramatischen, verletzenden oder überfordern-
den Situationen zu finden; in der Regel erfolge dann ein Ein- bzw. Zusam-
menbruch mit kurzzeitigem Fernbleiben von der Arbeit oder ein „sich 
Durchschleppen“ zu den nächsten Freitagen oder Ferien. In diesen Phasen 
sei sie weinerlich, selbstanklagend, es beständen depressives Denken und 
Erleben der Umgebung, Ängste verlassen zu werden oder zu versagen. 
Eine aktuelle Suizidalität bestehe nicht. Die 40%-ige Arbeitsfähigkeit sollte 
mit dem aktuellen Aufwand wohl mit Mühe, aber über alles gesehen gehal-
ten werden können. 

4.

Die Beschwerdegegnerin hat die Rente der Beschwerdeführerin in Anwen-
dung der SchlB aufgehoben (AB 55). Nachfolgend ist zu prüfen, ob die 
massgeblichen Voraussetzungen hierfür erfüllt sind.

4.1 Ein Ausnahmetatbestand gemäss lit. a Abs. 4 der SchlB (E. 2.4.2 
hiervor) liegt hier nicht vor. Die Beschwerdeführerin (geb. xx.xx.1957) hat 
im massgebenden Zeitpunkt, d.h. am 1. Januar 2012, das 55. Altersjahr 
noch nicht vollendet. Auch bezog sie die Rente im Zeitpunkt, in dem die 
Überprüfung eingeleitet wurde (Juni 2012 [AB 34]), noch nicht länger als 15 
Jahre (vgl. AB 15 [Beginn Rentenanspruch: 1. Oktober 2001]). Schliesslich 
wurde die Rentenrevision innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten der 
Gesetzesänderung (1. Januar 2012) eingeleitet (AB 34). Die formellen Vor-
aussetzungen für die Rentenrevision gestützt auf die SchlB sind demnach 
erfüllt. 

4.2 In materieller Hinsicht hat sich das Bundesgericht in BGE 139 V 547 
(Entscheid vom 31. Oktober 2013, 8C_972/2012) wie folgt geäussert: Da-
mit eine Rente nach Massgabe der SchlB aufgehoben oder herabgesetzt 
werden kann, bedarf es zwar keiner erheblichen Veränderung des Ge-
sundheitszustandes im Sinne von Art. 17 ATSG; indessen ist die Revision 

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an drei Voraussetzungen geknüpft (E. 10.1). Zunächst ist erforderlich, dass 
die Rentenzusprechung ausschliesslich auf Grund der Diagnose eines pa-
thogenetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebildes ohne 
nachweisbare organische Grundlage erfolgte. Nur unter dieser Bedingung 
kann die Überprüfung der Rente nach den SchlB eingeleitet werden 
(E. 10.1.1). Für die Herabsetzung oder Aufhebung der Rente ist weiter er-
forderlich, dass auch im Revisionszeitpunkt ausschliesslich ein unklares 
Beschwerdebild vorliegt. Zu klären ist daher, ob sich der Gesundheitszu-
stand seit der Rentenzusprechung allenfalls verschlechtert hat und ob ne-
ben den nicht objektivierbaren Störungen anhand klinischer psychiatrischer 
Untersuchungen nunmehr nicht klar eine Diagnose gestellt werden kann 
(E. 10.1.2). Schliesslich ist zu prüfen, ob die sog. „Foerster-Kriterien“ als 
erfüllt zu betrachten sind und eine Validitätseinbusse auf diese Weise – 
trotz des hinsichtlich der invalidisierenden Folgen nicht objektivierbaren 
Beschwerdebildes – nachweisbar ist (E. 10.1.3).

4.2.1 Entgegen der in der Beschwerde (S. 7) vertretenen Ansicht erfolgte 
die Rentenzusprechung ausschliesslich aufgrund eines pathogenetisch-
ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilds ohne nachweisbare 
organische Grundlage:

Die rentenzusprechende Verfügung vom 4. September 2002 (AB 15) ba-
siert auf dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. D.________ vom 
12. Juni 2002 (AB 12). Im entsprechenden Vorbescheid wurde ausdrücklich 
Bezug genommen auf die „spezialärztlichen Abklärungen“ resp. auf den 
„begutachtenden Arzt“, der eine 60%-ige und ab Januar 2002 eine 50%-ige 
Arbeitsunfähigkeit attestiert habe (AB 13/2; vgl. AB 12/13, Ziff. 7). Die in der 
beweiskräftigen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353) Expertise genannten 
Diagnosen sind dem Komplex der sog. unklaren Beschwerdebilder im Sin-
ne der massgebenden Rechtsprechung zuzuordnen: Betreffend das (re-
grediente) dysthym-neurasthenische Syndrom (ICD-10 F34.1 und F48.0) ist 
vorab festzuhalten, dass eine Dysthymie (depressive Verstimmung [vgl. 
auch AB 5/6, 24]) nach der Rechtsprechung nicht einem Gesundheitsscha-
den im Sinne des Gesetzes gleichkommt; Umstände, die einer Dysthymie 
ausnahmsweise invalidisierende Wirkung zukommen lassen können (vgl. 
SVR 2011 IV Nr. 17 S. 45 E. 2.2.2), liegen hier nicht vor. Was die Neuras-

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thenie anbelangt, hat das Bundesgericht schon im Entscheid vom 14. April 
2008, I 70/07, E. 5, festgehalten, dass diese in den gleichen Syndromen-
komplex wie Konversions-, Somatisierungs- und Schmerzstörungen gehö-
re. Da es aus Gründen der Rechtsgleichheit geboten ist, sämtliche patho-
genetisch-ätiologisch unklaren syndromalen Beschwerdebilder ohne nach-
weisbare organische Grundlage den gleichen sozialversicherungsrechtli-
chen Anforderungen zu unterstellen (BGE 137 V 64 E. 4.3 S. 69), sind die 
zu den somatoformen Schmerzstörungen entwickelten Grundsätze auf die 
Neurasthenie analog anwendbar (BGE 137 V 64 E. 4.2 S. 68, 136 V 279 E. 
3.2.1 S. 282; SVR 2011 IV Nr. 17 S. 45 E. 2.2.2 und Nr. 26 S. 74 E. 2.3). 
Dasselbe gilt für die (Infantil-)Neurose, fehlt es doch auch bei neurotischen 
bzw. konversiven (vgl. AB 12/9) Störungen an einer nachweisbaren organi-
schen Grundlage, zumal sie zuweilen auch als Synonym für somatoforme 
Störungen verwendet werden (vgl. PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 
262. Aufl. 2011, S. 1106 und 1441).

Soweit die Beschwerdeführerin ausführt, der Gutachter Dr. med. 
D.________ sei von einer depressiven Störung ausgegangen (Beschwer-
de, S. 7), kann ihr nicht gefolgt werden. Einerseits bezeichnete der psychia-
trische Gutachter die von den behandelnden Ärzten diagnostizierte depres-
sive Störung als „weitgehend remittiert“ (AB 12/11); anderseits führte er in 
der Diagnoseliste keine entsprechende Störung auf (AB 12/9 f.). Aus Rz. 
1003 des Kreisschreibens des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) 
über die Schlussbestimmungen der Änderung vom 18. März 2011 des IVG 
(KSSB [gültig ab 1. April 2014, abrufbar unter www.bsv.admin.ch]), wonach 
„Depressionen“ nicht zu den gemäss SchlB zu überprüfenden Beschwer-
debildern gehören, vermag die Beschwerdeführerin deshalb nichts zu ihren 
Gunsten abzuleiten. Wie dargelegt bestand im Zeitpunkt der Rentenzu-
sprechung keine „klassische“, bezüglich der Objektivierbarkeit mit somati-
schen Erkrankungen vergleichbare (vgl. BGE 139 V 557 E. 7.1.4 S. 562) 
psychische Störung.

Nichts daran ändert, dass die behandelnden Ärzte teilweise vom Gutachter 
abweichende Diagnosen (rezidivierende depressive Störung[en]/Episode[n] 
mittleren bis schweren Grades mit saisonaler Ausprägung [AB 5/2, 5/8, 6/1, 
9/1]) stellten. Denn zum einen lässt es die unterschiedliche Natur von Be-

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handlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten 
anderseits nicht zu, ein medizinisches Administrativgutachten stets in Fra-
ge zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die 
behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen, zumal 
im Rahmen der Begutachtung keine wichtigen Aspekte unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind (SVR 2008 IV Nr. 15 S. 44 E. 2.2.1). Zum an-
deren stammen die genannten Arztberichte weitgehend aus der Zeit, in der 
die Beschwerdeführerin psychisch dekompensiert war (2001); anlässlich 
der Exploration im März 2002 fand der psychiatrische Gutachter dagegen 
keine klinisch relevante Depressivität mehr vor (vgl. AB 12/8), weshalb sei-
ne Beurteilung ohne weiteres überzeugt.

Nach dem Gesagten erfolgte die Rentenzusprechung ausschliesslich auf-
grund eines unklaren Beschwerdebilds im Sinne der massgeblichen Recht-
sprechung. 

4.2.2 Ob auch im Revisionszeitpunkt ausschliesslich ein sog. unklares 
Beschwerdebild vorlag resp. ob nunmehr anhand klinischer psychiatrischer 
Untersuchungen klar eine Diagnose gestellt werden kann (vgl. E. 4.2 hier-
vor), kann gestützt auf die vorliegenden Akten nicht abschliessend beurteilt 
werden. Da es sich bei den Punkten, von denen der Bestand laufender 
Renten abhängt, in erster Linie um solche medizinischer Art handelt, sind 
an die entsprechenden Abklärungen besonders hohe Anforderungen zu 
stellen. Namentlich muss verlangt werden, dass die Untersuchungen im 
Zeitpunkt der Revision aktuell sind und sich mit der massgeblichen Frage-
stellung auseinandersetzen. Soweit die versicherte Person sich – auch mit 
Bezug auf die Chancen, welche die Wiedereingliederungsmassnahmen 
bieten – der Beurteilung durch die Verwaltung und deren Regionalen Ärztli-
chen Dienst (RAD) nicht anschliessen kann, dürfte sich in der Regel eine 
neue, polydisziplinäre Begutachtung als unumgänglich erweisen (BGE 139 
V 547 E. 10.2 S. 569). Vorliegend hat die Beschwerdegegnerin im Rahmen 
der Revision einzig einen Arztbericht des behandelnden Psychiaters einge-
holt (AB 37). Dieser hat zwar angegeben, der Gesundheitszustand der Be-
schwerdeführerin habe seit der letzten Berichterstattung im Herbst 2010 
(vgl. AB 32) „keine markanten Veränderungen“ erfahren. Mit Blick auf die 

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oben zitierte höchstrichterliche Rechtsprechung geht es jedoch nicht an, 
gestützt auf diese Äusserung und ohne das Dossier dem RAD vorgelegt zu 
haben, anzunehmen, es bestehe nach wie vor ausschliesslich ein unklares 
Beschwerdebild. Vielmehr hätte die Beschwerdegegnerin den aktuellen 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin im Rahmen einer polydiszi-
plinären Begutachtung abklären müssen, zumal der behandelnde Psychia-
ter – wie schon früher (vgl. E. 4.2.1 hiervor) – von einer seiner Meinung 
nach nicht überwindbaren depressiven Störung bei selbstunsicherer Per-
sönlichkeit (AB 37/2) und damit (nach wie vor) nicht von einem somatofor-
men, neurasthenischen oder konversiven Geschehen ausgeht. 

4.2.3 Auch eine Prüfung der „Foerster-Kriterien“ (E. 2.2 hiervor), welche 
für die Rentenaufhebung gestützt auf die SchlB zwingend vorzunehmen ist 
(BGE 139 V 547 E. 10.1.3 S. 569), erweist sich mangels aktueller medizini-
scher Abklärungen als unmöglich. 

4.3 Nach dem Dargelegten sind die Voraussetzungen für die Renten-
aufhebung nach den SchlB nicht erfüllt. Mangels hinreichender medizini-
scher Abklärung kann auch nicht beurteilt werden, ob die laufende Rente 
aufgrund eines Revisionsgrundes im Sinne von Art. 17 Abs. 1 IVG (E. 2.4.1 
hiervor) aufzuheben ist. Nicht erfüllt sind schliesslich die Voraussetzungen 
für eine Wiedererwägung der ursprünglichen rentenzusprechenden Verfü-
gung (AB 15/2) gestützt auf Art. 53 Abs. 2 ATSG. Ein Schützen der ange-
fochtenen Verfügung (AB 55) mit substituierter Begründung fällt somit nicht 
in Betracht.

4.4 Die Sache ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit 
sie die massgeblichen medizinischen Abklärungen nachholt. In diesem 
Sinne erweist sich die Beschwerde als offensichtlich begründet und die 
angefochtene Verfügung (AB 55) ist in Gutheissung der Beschwerde 
aufzuheben.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

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Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 700.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).

Mit Kostennote vom 15. April 2014 macht Rechtsanwalt B._____ ein Hono-
rar von Fr. 4‘250.-- (17 Stunden à Fr. 250.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 
35.-- und Mehrwertsteuer von Fr. 342.80 (8% auf Fr. 4‘285.--), total Fr. 
4‘627.80, geltend. Dies erscheint im Vergleich mit anderen, ähnlich gela-
gerten Fällen sowie in Anbetracht des hier mit Blick auf den einfachen 
Schriftenwechsel und den relativ bescheidenen Aktenumfang erforderlich 
gewesenen Aufwand als hoch, aber gerade noch angemessen. Die der 
Beschwerdeführerin von der Beschwerdegegnerin zu bezahlende Parteien-
tschädigung ist damit auf Fr. 4‘627.80 (inkl. Auslagen und MWSt.) festzu-
setzen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 11. Dezember 2013 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen neu verfüge.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Juni 2014, IV/14/57, Seite 14

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 700.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 4‘627.80 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin (samt einge-

reichten Akten)
- IV-Stelle Bern (samt eingereichten Akten)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Hinweis: Im Falle einer Anfechtung dieses Entscheides sind die Akten dem 
Bundesgericht zuzustellen.

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.