# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 363430a8-085f-5103-a99f-38c08624e812
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-10
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Steuergericht 10.09.2021 510 21 41 (510 2021 41)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_SG_001_510-21-41_2021-09-10.pdf

## Full Text

Seite 1 

Urteil vom 10. September 2021 (510 21 41) 

 

 _____________________________________________________________________  

 

Strafsteuer 

 

Besetzung Steuergerichtspräsident A. Zähndler, Steuerrichter Dr. L. Schneider, 
J. Felix, M. Angehrn, Steuerrichterin Dr. L. Kubli, Gerichtsschreiberin 
E. Zäch 
 
 

Parteien A.B.____ und B.B.____, vertreten durch Ludwig + Partner AG, St. Al-
ban-Vorstadt 110, 4010 Basel 
 
 Rekurrenten 

  
 
gegen 
 
 

 Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft, Rheinstrasse 33, 
4410 Liestal,  
 Rekursgegnerin 
 
 
 

betreffend Nach- und Strafsteuer betr. die Staatssteuer 2006-2013 
 
 
 

http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html
http://www.baselland.ch/main_strk-htm.277547.0.html
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Sachverhalt: 
 

A. 

Die Steuerverwaltung leitete mit Schreiben vom 24. November 2016 ein Nach- und Strafsteuer-

verfahren für die Jahre 2006 bis 2013 wegen vollendeter Steuerhinterziehung sowie Teilnahme 

an einer Steuerhinterziehung der Firmen C.____ AG, D.____ AG und E.____ AG ein, da sie 

von der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) von entsprechenden möglichen Tatbestän-

den informiert wurde. Die Pflichtigen leisteten mit Valuta vom 30. September 2019 bereits eine 

Vorauszahlung in der Höhe von Fr. 115'000.-- für die Staatssteuern.  

 

Mit Verfügung vom 12. Dezember 2019 erhob die Steuerverwaltung für die Jahre 2006 bis 2013 

Nachsteuern für die Staats- und Gemeindesteuern und setzte die Steuerbusse betreffend die 

Steuerjahre 2009 bis 2013 auf 150 % der Nachsteuer fest. Diese Steuerbusse und eine zusätz-

liche Steuerbusse in Höhe von Fr. 20'000.-- wegen Teilnahme an Steuerhinterziehungen wur-

den vollumfänglich A.B.____ auferlegt. Insgesamt resultierten Beträge in Höhe von 

Fr. 172'682.40 (Staatssteuer) bzw. Fr. 91'796.45 (Gemeindesteuer) (jeweils inkl. Steuerbusse 

und Verzugszins). Die Steuerverwaltung führte aus, die Pflichtigen würden die Aufrechnungen 

anerkennen bzw. hätten noch Korrekturen zu Ungunsten von A.B.____ beantragt, weshalb die 

Nachsteuerberechnungen als richtig zu erkennen und den Pflichtigen entsprechend aufzuerle-

gen seien. Hinsichtlich der Steuerbusse machte sie geltend, es hätten vorliegend erhebliche 

geldwerte Leistungen aufgerechnet werden müssen. Der Grossteil dieser geldwerten Leistun-

gen betreffe «fiktive Rechnungen», welche lediglich erstellt worden seien, um den Gewinn bei 

den betroffenen Gesellschaften zu minimieren und somit weniger Steuern bezahlen zu müssen. 

Mit der Nichtdeklaration dieser geldwerten Leistungen habe A.B.____ einerseits in Kauf ge-

nommen, dass die betroffenen Firmen zu wenig Steuern bezahlen müssen und andererseits, 

dass seine privaten Steuerdeklarationen zu tief ausfallen. Damit sei der Tatbestand der vollen-

deten Steuerhinterziehung zumindest eventualvorsätzlich erfüllt. Das Verschulden des Pflichti-

gen wiege vorliegend schwer. Die lange Dauer der Hinterziehung, der Taterfolg sowie das Vor-

gehen des Pflichtigen würden sich strafverschärfend auswirken. Strafmildernd sei die bereits 

geleistete Vorauszahlung in Höhe von Fr. 115'000.-- zu werten. Unter Berücksichtigung der 

persönlichen Verhältnisse werde die Busse auf 150 % der Nachsteuer festgelegt. Für die Straf-

steuern könnten aufgrund der Verjährung letztlich nur die Jahre 2009 bis 2013 als Berech-

nungsbasis beigezogen werden. 

 

B. 

Die Vertreter der Pflichtigen erhoben mit Eingabe vom 13. Januar 2020 gegen diese Verfügung 

Einsprache und begehrten, die Strafsteuer für die Jahre 2009 bis 2013 sei von 150 % auf 95 % 

der Nachsteuer zu reduzieren und es sei von der Ausfällung der Steuerbusse in Höhe von 

Fr. 20'000.-- wegen Teilnahme an der Steuerhinterziehung abzusehen. Zur Begründung führten 

sie zusammenfassend aus, die eigentliche strafbewehrte Steuerhinterziehungshandlung liege 

im Rahmen der Geschäftstätigkeit der juristischen Personen, so dass die geldwerte Leistung 

lediglich als Folge der Tathandlungen in der Gesellschaft erscheine. Das Nach- und Strafsteu-

erverfahren beim Pflichtigen sei nur steuersystematische Konsequenz. Das eigentliche inkrimi-

nierte Verhalten betreffend die Tätigkeiten innerhalb der Gesellschaften (Organ) sei vom Kan-

ton F.____ bereits in einem eigenen Nach- und Strafsteuerverfahren bestraft und dabei eine 

 
 
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Strafsteuer von 95 % der verfügten Nachsteuern der Gesellschaft festgelegt worden. In diesem 

Verfahren habe der Kanton F.____ bei der Beurteilung des Verschuldens der Gesellschaft das 

Verschulden des Organs zu beurteilen gehabt, da sich Art und Schwere des Verschuldens einer 

juristischen Person immer anhand des Verschuldens der tatbestandsmässig handelnden Orga-

ne richten müssten. Eine nun erheblich abweichende Bewertung des Verschuldens der gleichen 

Handlung bei der Nachsteuerverfügung der Organperson wirke vor diesem Hintergrund nicht 

angemessen. In Bezug auf die Strafzumessung sei sodann zu erwähnen, dass der Zweck der 

Vorgehensweise des Pflichtigen nicht auf eine Steuerersparnis der Gesellschaft, sondern ledig-

lich auf eine Beschäftigung von Mitarbeitern (ohne Arbeitserlaubnis) gerichtet gewesen sei. Die 

reduzierte Besteuerung der C.____ AG sei zwar aufgrund der Handlungen des Steuerpflichti-

gen eingetreten. Dies sei jedoch von ihm nicht beabsichtigt gewesen. Der Pflichtige habe sich 

im Ergebnis nicht selbst mit einer Steuerersparnis bereichert, diese trete im Wesentlichen nur in 

der Gesellschaft ein. Des Weiteren sei die Kooperationsbereitschaft des Pflichtigen unberück-

sichtigt geblieben, ohne dessen Mitwirkung die gesamte ESTV-Untersuchung und Verfah-

renserledigung nicht möglich gewesen wäre. Schliesslich bestreite der Pflichtige nicht die Zu-

lässigkeit der Strafsteuer, sondern sehe in der unterschiedlichen Bewertung bei der Gesell-

schaft und bei ihm persönlich einen klaren Widerspruch im System der Strafbemessung. 

 

Mit Entscheid vom 3. Mai 2021 hiess die Steuerverwaltung die Einsprache teilweise gut. Sie 

hob die Busse wegen Teilnahme an einer Steuerhinterziehung auf, hielt jedoch an der Höhe der 

Strafsteuern fest. Zur Begründung machte sie u.a. geltend, in den Jahren 2009 bis 2013 hätten 

insgesamt Aufrechnungen von ca. Fr. 320'000.-- nachbesteuert werden müssen. Davon würden 

ca. 70 % die sog. «fiktiven Aufrechnungen» und die restlichen 30 % den Privat- und Fahrzeug-

aufwand betreffen. Die Nichtdeklaration von solch erheblichen Einkommenswerten über mehre-

re Jahre hinweg vermöge ohne Weiteres eine Strafsteuer zu rechtfertigen. Beim Verschulden 

sei von einem zumindest eventualvorsätzlichen Verhalten des Pflichtigen ausgegangen worden. 

Die Vorgehensweise mit den fiktiven Rechnungen zeige die erhebliche kriminelle Energie im 

Verhalten des Pflichtigen auf. Hinsichtlich der Kooperation hielt die Steuerverwaltung fest, dass 

die ESTV resp. deren Abteilung Strafsachen und Untersuchungen (ASU) beim Pflichtigen und 

seinen Gesellschaften eine Hausdurchsuchung vorgenommen habe und so an die entspre-

chenden Informationen gekommen sei. Der Pflichtige habe in den Einvernahmen nicht viel dazu 

beigetragen. Unterlagen und Namen der Schwarzarbeiter sowie die Anschrift von G.____ als 

Vermittler der Schwarzarbeiter habe der Pflichtige nicht vorlegen können, so dass eine genaue-

re Abklärung gar nicht möglich gewesen sei. Entsprechend liege aus Sicht der Steuerverwal-

tung Basel-Landschaft diesbezüglich überhaupt keine Kooperation vor, welche auf die Strafbe-

messung Einfluss habe. Des Weiteren seien neben den Aufrechnungen der fiktiven Rechnun-

gen ebenfalls Aufrechnungen für den Privat- und Fahrzeugaufwand im Umfang von 30 % vor-

genommen worden. Hier habe der Pflichtige nicht nur einen finanziellen Vorteil gehabt, sondern 

dies habe sich ebenfalls auf den steuerbaren Reinertrag der Gesellschaft ausgewirkt. 

 

C. 

Mit Eingabe vom 3. Juni 2021 erheben die Vertreter der Pflichtigen Rekurs und begehren, unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge sei der Einspracheentscheid in dem Sinne aufzuheben, als 

dass die Steuerbusse von 150 % auf 95 % der Nachsteuer reduziert werde. Überdies seien die 

Verfahren betreffend Nach- und Strafsteuern Staats- und Gemeindesteuern sowie betreffend 

 
 
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Nach- und Strafsteuern direkte Bundessteuern verfahrensmässig zu vereinen. Zur Begründung 

werden im Wesentlichen dieselben Argumente vorgebracht wie in der Einsprache. Ergänzend 

machen die Vertreter geltend, für die Frage der Bussenbemessung seien sowohl die Unterlagen 

betreffend das Nach- und Strafsteuerverfahren der C.____ AG des Kantons F.____ sowie der 

ESTV Untersuchungsbericht betreffend die C.____ AG mit zu berücksichtigen. Im Rahmen der 

ESTV Untersuchungsberichte betreffend die C.____ AG als auch betreffend A.B.____ sei das 

gesamte strafbare Verhalten schriftlich dokumentiert worden. Schliesslich bringen sie in Bezug 

auf die Kooperationsbereitschaft vor, die Kooperation habe unmittelbar zur Bewältigung der 

vergangenen Hinterziehungshandlungen geführt und sei schliesslich in der Finalisierung des 

ESTV Untersuchungsberichts betreffend die C.____ AG gemündet. Ohne die Aussa-

gen/Schätzungen des Pflichtigen wäre es nicht möglich gewesen, das Nach- und Strafsteuer-

verfahren bei der C.____ AG vernünftig abzuschliessen. 

 

Die Steuerverwaltung beantragt mit Vernehmlassung vom 7. Juli 2021 die Abweisung des Re-

kurses. Zunächst hält sie fest, dass die steuerliche Qualifikation eines anderen Kantons für den 

veranlagenden Kanton nicht bindend sei. Weiter macht sie geltend, im Untersuchungsbericht 

der ESTV vom 21. August 2021 gegen die C.____ AG sei auf den Seiten 49 und 50 zu Recht 

von einem schweren Fall von fortgesetzter Steuerhinterziehung ausgegangen worden. Die Art 

und Weise der Herbeiführung des Erfolgs sei geprägt durch detailliert geplantes, auf egoisti-

schen Motiven gründenden Handelns und eine Gleichgültigkeit gegenüber den beschäftigten 

Schwarzarbeitern. Ferner sei durch die Verbuchung von fiktiven Rechnungen der Gewinn der 

C.____ AG laufend zu tief ausgewiesen worden. Die C.____ AG habe damit in den fraglichen 

Steuerperioden inhaltlich unwahre Jahresrechnungen eingereicht, womit der Tatbestand des 

Steuerbetrugs in objektiver Hinsicht erfüllt sei. Ausserdem komme die Regelbusse von 100 % 

nur für einfache Fälle in Betracht, in denen durch eine Nichtdeklaration von Einkommen 

und/oder Vermögen eine Steuerverkürzung eingetreten sei. Im vorliegenden Fall müsse das 

Verschulden jedoch als schwer bezeichnet werden, was eine Erhöhung der Busse auf mindes-

tens 150 % der Nachsteuer bzw. der hinterzogenen Steuern rechtfertige. Schliesslich sei bereits 

aus dem Umstand, dass die ASU habe herbeigezogen werden müssen und diese eine Unter-

suchung durchgeführt habe, keine Regelbusse von 100 % gerechtfertigt. So sei in Art. 190 DBG 

die Rede von «schweren Steuerwiderhandlungen». 

 

Anlässlich der heutigen Verhandlung hält die Steuerverwaltung an ihrem Antrag fest, wobei die 

Rekurrenten auf eine Teilnahme verzichtet haben. 

  

 
 
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Erwägungen: 

 

1. 

Das Steuergericht ist gemäss § 124 des Gesetzes vom 7. Februar 1974 über die Staats- und 

Gemeindesteuern (Steuergesetz, StG; SGS 331) zur Beurteilung des vorliegenden Rekurses 

zuständig. Gemäss § 129 Abs. 3 StG werden Rekurse, deren umstrittener Steuerbetrag wie im 

vorliegenden Fall Fr. 10'000.-- pro Steuerjahr übersteigt, von der Fünferkammer des Steuerge-

richts beurteilt. Da die in formeller Hinsicht an einen Rekurs zu stellenden Anforderungen erfüllt 

sind, ist ohne Weiteres darauf einzutreten. 

 

2. 

Zunächst beantragen die Rekurrenten die Vereinigung der Verfahren betreffend die Nach- und 

Strafsteuern der Staats- und der direkten Bundesteuer der Jahre 2006-2013. Betreffen nach 

§ 7a des Gesetzes vom 16. Dezember 1993 über die Verfassungs- und Verwaltungsprozess-

ordnung (Verwaltungsprozessordnung, VPO; SGS 271) getrennt eingereichte Beschwerden 

und Klagen den gleichen Gegenstand, so kann die präsidierende Person die Verfahren vereini-

gen. Vorliegend stehen zwei unterschiedliche Anfechtungsobjekte mit jeweils eigenem Rechts-

mittel zur Diskussion, nämlich der Einspracheentscheid vom 3. Mai 2021 betreffend die Nach- 

und Strafsteuern zur Staats- und Gemeindesteuer 2006-2013 sowie der Einspracheentscheid 

vom 3. Mai 2021 betreffend die Nach- und Strafsteuern zur direkten Bundessteuer 2006-2013. 

Insofern handelt es sich nicht um den gleichen Gegenstand auch wenn es sich in der Sache um 

die gleiche Tat- resp. Rechtsfrage handelt, die es zu beurteilen gilt. Daraus folgend ist der An-

trag auf Vereinigung der Verfahren abzuweisen. 

 

3. 

In der Hauptsache ist einzig die Höhe der Steuerbusse streitig. Sowohl die Nachsteuer als auch 

die Steuerbusse an sich werden nicht bestritten, womit sich weitere Ausführungen dazu erübri-

gen. Weiter ist festzuhalten, dass die Steuerverwaltung zu Recht infolge der Verjährung die 

Steuerbusse nur bezüglich der Jahre 2009 bis 2013 auferlegt hat (vgl. § 166 Abs. 2 und 3 StG). 

 

3.1. Gemäss § 151 StG wird, wer als Steuerpflichtiger vorsätzlich oder fahrlässig bewirkt, dass 

eine Veranlagung zu Unrecht unterbleibt oder dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollstän-

dig ist, mit einer Busse entsprechend seinem Verschulden bestraft, die einen Drittel bis das 

Dreifache, in der Regel das Einfache der hinterzogenen Steuer beträgt; bei Selbstanzeige kann 

die Busse bis auf ein Fünftel der hinterzogenen Steuer ermässigt werden. 

 

Der Tatbestand der sog. Steuerverkürzung erfordert in objektiver Hinsicht, dass der Steuer-

pflichtige einen ungerechtfertigten Steuervorteil erlangt hat, weil die Veranlagungsbehörde für 

Bestand und Umfang der Steuerpflicht wesentliche Tatsachen nicht gekannt hat und die Veran-

lagung aus diesem Grund zu Unrecht unterblieben oder ungenügend ausgefallen und in 

Rechtskraft erwachsen ist (vgl. StGE vom 24. Januar 2014, 510 13 29, E. 8, m.w.H.). 

 

In subjektiver Hinsicht ist zu prüfen, ob dem Steuerpflichtigen Vorsatz oder Fahrlässigkeit anzu-

lasten ist. Vorsätzlich begeht eine Steuerhinterziehung, wer die Tat mit Wissen und Willen aus-

führt (vgl. Art. 12 Abs. 2 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs vom 21. Dezember 1937 

 
 
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[Strafgesetzbuch, StGB; SR 311.0]). Der Nachweis des Vorsatzes gilt als erbracht, wenn mit 

hinreichender Sicherheit feststeht, dass sich der Beschuldigte der Unrichtigkeit oder Unvoll-

ständigkeit der gemachten Angaben bewusst war. Ist dieses Wissen erwiesen, so muss ange-

nommen werden, dass er auch mit Willen handelte, d.h. eine Täuschung der Steuerbehörden 

beabsichtigt und eine zu niedrige Veranlagung bezweckt (direkter Vorsatz) oder zumindest in 

Kauf genommen hat (Eventualvorsatz). Diese Vermutung lässt sich nicht leicht entkräften, weil 

in der Regel ein anderer Beweggrund für die Unrichtigkeit oder Unvollständigkeit der gemach-

ten Angaben nur schwer vorstellbar ist (Urteil des Bundesgerichts [BGer] vom 2. November 

2017, 2C_1157/2016, 2C_1158/2016, E. 6.2, m.w.H.). Fahrlässig handelt, wer die Folge seines 

Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. 

Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beobachtet, zu der er 

nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist. Je nachdem, 

ob der Täter die mögliche Bedeutung seines Verhaltens bedacht hat, liegt bewusste oder un-

bewusste Fahrlässigkeit vor. An das Mass der im Steuerrecht geforderten Sorgfalt werden ge-

nerell hohe Anforderungen gestellt. Im Einzelfall bestimmt sich die gebotene Sorgfalt danach, 

wie komplex der zu beurteilende steuerrechtliche Sachverhalt ist und wie detailliert und klar die 

Steuerbehörde die Mitwirkung der dazu verpflichteten Person verlangt. Neben diesen Umstän-

den (objektive Sorgfaltspflicht) sind jedoch auch die persönlichen Verhältnisse des Täters (sub-

jektive Sorgfaltspflicht) zu beachten (StGE vom 24. Januar 2014, 510 13 29, E. 9b, m.w.H). 

 

Innerhalb des Strafrahmens legt das Gericht die Strafe nach Massgabe des Verschuldens 

(Art. 47 StGB) fest. Das Steuergesetz präzisiert in § 155 StG, dass sich die Strafzumessung 

nach der Schwere des Verschuldens, nach dem eingetretenen oder beabsichtigten Erfolg und 

nach den persönlichen Verhältnissen des Angeschuldigten richtet. Die Schwere des Verschul-

dens hat massgebenden Einfluss auf die Strafzumessung. Ausgangspunkt dieser Vorwerfbar-

keit ist die Freiheit, anders zu handeln und wohl auch das Ausmass des Unheils, das der Täter 

schuldhaft herbeigeführt hat. Für die Strafzumessung ist in erster Linie das Mass der Schuld 

erheblich. Bei der Strafzumessung berücksichtigt der Richter die Beweggründe, das Vorleben 

und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen. Sodann sind besondere Strafschärfungs- 

und Strafmilderungsgründe zu beachten. Für die Strafzumessung bei der Steuerhinterziehung 

folgt daraus, dass innerhalb der steuerharmonisierungsrechtlichen Vorgaben die Strafzumes-

sung grundsätzlich nur innerhalb des Strafrahmens von einem Drittel bis zum Dreifachen der 

hinterzogenen Steuer beachtet werden darf (vgl. THOMAS HOFER, Strafzumessung bei der Hin-

terziehung direkter Steuern, Zürich/St.Gallen 2007, S. 65 f.). Zu den persönlichen Verhältnissen 

zählen Eigenschaften und Erfahrungen des Täters. Sie umfassen sämtliche Lebensumstände 

im Zeitpunkt der Strafzumessung. Dazu gehören etwa Familienstand und Beruf, Alter, geringe 

Lebenserwartung, Gesundheit, soziale Herkunft, Lebenserfahrung, Bildungsstand, mehr oder 

weniger günstige Lebensverhältnisse oder auch Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Die Lebens-

umstände können Aufschluss über das Mass der Schuld bzw. darüber geben, wie sehr oder wie 

wenig der Täter fähig gewesen ist, die Rechtswidrigkeit der Tat zu erkennen oder den Antrieben 

zur rechtswidrigen Tat zu widerstehen. Erheblich ist dabei auch das Verhalten nach der Tat 

oder das Umfeld, in welchem der Täter lebt (vgl. THOMAS HOFER, a.a.O. S. 87 f.). 

 

3.2. Bevor über das Verschulden des Rekurrenten zu befinden ist, ist festzuhalten, dass der 

Kanton Basel-Landschaft an die Beurteilung des Kantons F.____, welcher die Steuerbusse der 

 
 
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C.____ AG auf 95 % festgelegt hat, nicht gebunden ist (vgl. StGE vom 26. März 2021, 510 20 

124, E. 2.2). Zudem liegen zwei unterschiedliche Verfahren vor. Das Verschulden des Organs 

kann nicht ohne Weiteres mit jenem der Privatperson gleichgestellt werden. Somit vermag das 

Vorbringen des Rekurrenten, wonach eine abweichende Bewertung des Verschuldens der glei-

chen Handlung bei der Nachsteuerverfügung der Organperson als steuersystematisch nicht 

angemessen wirke und ein klarer Widerspruch im System der Strafbemessung vorliege, nicht 

zu überzeugen. 

 

3.3. Im Hinblick auf die einzelnen Strafzumessungskriterien ist zunächst auf den eingetretenen 

Erfolg einzugehen. Der Zeitraum der Tat hat sich auf insgesamt neun Jahre erstreckt (2006 bis 

2015, wobei die im Untersuchungsbericht der ESTV ebenfalls enthaltenen Jahre 2014 und 2015 

zum damaligen Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig veranlagt waren). Gesamthaft wurden über 

diese Jahre nicht deklarierte Einkommensfaktoren der Rekurrenten von über Fr. 900'000.-- 

festgestellt. In den vorliegend für die Steuerbusse massgebenden Jahren 2009 bis 2013 waren 

es noch immer Fr. 361'801.--. Die Rekurrenten versteuerten in den streitbetroffenen Jahren ein 

Einkommen von jährlich höchstens Fr. 151'944.--. Es zeigt sich, dass die nicht deklarierten Ein-

künfte einen nicht unerheblichen Anteil am gesamten Einkommen ausmachen. Bereits diese 

Beträge und auch der Zeitraum, in welchem die Deklarationen unvollständig blieben, zeigen das 

enorme Ausmass der Steuerhinterziehung. 

 

3.4. Des Weiteren ist die Schwere des Verschuldens zu beurteilen. Die Steuerverwaltung ging 

von einem zumindest eventualvorsätzlichen Verhalten des Rekurrenten aus. Der Rekurrent gab 

zu, dass er fiktive Aufwandsrechnungen habe erstellen lassen. Die Leistungen seien nicht durch 

ordentlich beschäftigte Mitarbeiter der C.____ AG erbracht worden, sondern durch Schwarzar-

beiter. Die Rechnungen seien aus buchhalterischen Gründen benötigt worden, um den Auf-

wand in Rechnung stellen zu können. Die Leistungen der Schwarzarbeiter hätten irgendwie 

verrechnet werden müssen. Eine Drittperson, G.____, habe diese fiktiven Rechnungen erstellt. 

G.____ hätte bei Nachfragen bestätigen sollen, dass er das Geld tatsächlich erhalten habe. 

Dafür habe er eine prozentuale Beteiligung erhalten (vgl. ESTV Untersuchungsbericht gegen 

A.B.____ vom 21.08.2019, Ziff. 3.1.2.1). Diese Ausführungen zeigen, dass hinter der gesamten 

Angelegenheit ein gewisses System steckte. Es war eine detaillierte Planung notwendig und es 

wurde ein grosser Aufwand betrieben um das Ganze zu tarnen. Die Rekursgegnerin hat somit 

zu Recht auf ein zumindest eventualvorsätzliches Verhalten geschlossen. Die Betonung liegt 

dabei auf «zumindest», da das Verschulden des Rekurrenten wohl eher im Bereich des direkten 

Vorsatzes einzuordnen ist. 

 

Wenn der Rekurrent geltend macht, der Zweck seiner Vorgehensweise sei nicht auf eine Steu-

erersparnis der Gesellschaft gerichtet gewesen, sondern er habe die Zahlungen mehrheitlich an 

Schwarzarbeiter zukommen lassen, so vermag dies nicht zu überzeugen. So hat der Rekurrent 

einen Anteil von 20 % der fiktiven Rechnungen jeweils privat vereinnahmt (vgl. Untersuchungs-

bericht gegen A.B.____ vom 21.08.2019, Ziff. 3.1.4.2). Die Vorgehensweise war also nicht nur 

auf eine Beschäftigung von Mitarbeitern ohne Arbeitserlaubnis gerichtet. Zudem stellen die 

20 % nicht eine bloss unerhebliche Grösse dar. Im Übrigen betrafen die Aufrechnungen nicht 

nur jene im Zusammenhang mit der Schwarzarbeit, sondern auch Privat- und Fahrzeugauf-

wand. Diese Leistungen kamen ohne Weiteres dem Rekurrenten zugute. 

 
 
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3.5. Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse des Rekurrenten bleibt anzufügen, dass er eine 

kaufmännische Ausbildung absolvierte und sich als Plattenleger weiterbildete. In der C.____ AG 

arbeitete er als Plattenleger, danach als Bauleiter und seit dem Jahre 2000 als Geschäftsleiter. 

Er ist verantwortlich für die operative Führung der Gesellschaft. Die Buchführung und Abschlus-

stätigkeiten der Gesellschaft wurden durch externe Treuhänder erledigt (Untersuchungsbericht 

gegen A.B.____ vom 21.08.2019, Ziff. 5.1.3). Vor diesem Hintergrund kann davon ausgegan-

gen werden, dass der Rekurrent um die Unrechtmässigkeit der vorgenommenen Handlungen 

gewusst hat. Er war durchaus fähig, die Rechtswidrigkeit seiner Vorgehensweise zu erkennen. 

 

3.6. Letztlich sind die Strafminderungsgründe zu prüfen. Die Steuerverwaltung hat zu Recht die 

Vorauszahlung in Höhe von Fr. 115'000.-- strafmindernd berücksichtigt. Der Rekurrent bemän-

gelt, die Steuerverwaltung habe seine Kooperationsbereitschaft ausser Acht gelassen. Zwar ist 

anzumerken, dass er die strafbaren Handlungen im Wesentlichen zugestanden und den Sach-

verhalt aus seiner Sicht erklärt hat. Jedoch hat die Steuerverwaltung im Einspracheentscheid 

zutreffend ausgeführt, dass die ESTV vor allem durch Hausdurchsuchungen an die relevanten 

Unterlagen gelangt ist. Zudem konnte er weder Namen der Schwarzarbeiter liefern noch die 

Anschrift von G.____. 

 

4. 

Nach dem Ausgeführten ist das Verschulden des Rekurrenten als schwer zu bezeichnen. Eine 

Busse von 95 % der Nachsteuer erweist sich als nicht gerechtfertigt. Die Regelbusse soll An-

wendung finden «bei Vorsatz ohne besondere Strafänderungsgründe» (SIEBER/MALLA, in: Zwei-

fel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die 

Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, 3. Aufl., Basel 2017, Art. 56 

N 38). Wie oben aufgezeigt liegen gewichtige Gründe vor, welche eine Erhöhung der Steuer-

busse auf 150 % der Nachsteuer zu rechtfertigen vermögen. Demgemäss erweist sich der Re-

kurs als unbegründet und ist abzuweisen. 

 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der unterliegenden Partei in an-

gemessenem Ausmass aufzuerlegen (§ 130 StG i.V.m. § 20 Abs. 1 und 3 VPO). Vorliegend 

wurde der Rekurs abgewiesen, weshalb die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 2'000.-- den Rekur-

renten aufzuerlegen sind. Eine Parteientschädigung wird im Unterliegensfall nicht ausgerichtet 

(§ 130 StG i.V.m. § 21 Abs. 3 VPO e contrario). 

 
 
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Demgemäss erkennt das Steuergericht: 

 

1. 

Der Antrag auf Vereinigung der Verfahren betreffend die Nach- und Strafsteuer der Staatssteu-

er 2006-2013 sowie Nach- und Strafsteuer der direkten Bundessteuer 2006-2013 wird abge-

wiesen. 

 

2. 

Der Rekurs wird abgewiesen. 

 

3. 

Die Rekurrenten haben die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.-- zu bezahlen, welche 

mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss verrechnet werden. 

 

4. 

Der Antrag auf Ausrichtung einer Parteientschädigung wird abgewiesen. 

 

5. 

Mitteilung an den Vertreter, für sich und zhd. der Rekurrenten (2), die Gemeinde H.____ (1) und 

die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Landschaft (3). 

 

 

 

 

 

Gegen dieses Urteil wurde am 18. Februar 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung 
Verfassungs- und Verwaltungsrecht erhoben.