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**Case Identifier:** e181e4a5-5615-5aa7-98d6-e5895ee0a83a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.08.2019 100 2018 314
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2018-314_2019-08-29.pdf

## Full Text

100.2018.314U
HAT/ROC/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. August 2019

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichterin Herzog, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiber Röthlisberger Brandenburg

Rechtsanwalt A.________
Beschwerdeführer

gegen

Anwaltsaufsichtsbehörde des Kantons Bern
Obergericht des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, 
Postfach, 3001 Bern

betreffend Anwaltsaufsicht; Disziplinarmassnahme (Verfügung der Anwalts-
aufsichtsbehörde des Kantons Bern vom 22. August 2018; AA 17 62)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29.08.2019, Nr. 100.2018.314U, 
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Sachverhalt:

A.

Bis zum 3. Juli 2012, als er dieses Mandat niederlegte, vertrat Rechts-
anwalt A.________ als privat mandatierter Strafverteidiger B.________ in 
einem Vorverfahren vor der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern für die 
Verfolgung von Wirtschaftsdelikten. Nachdem das Kantonale Wirtschafts-
strafgericht B.________ am 29. März 2017 wegen gewerbsmässigen 
Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von 48 Monaten verurteilt hatte, zeigte die 
zuständige Gerichtspräsidentin A.________ am 3. April 2017 wegen ver-
schiedener Verletzungen der Berufsregeln bei der Anwaltsaufsichtsbehörde 
des Kantons Bern an.

B.

Am 16. November 2017 eröffnete die Anwaltsaufsichtsbehörde ein Dis-
ziplinarverfahren gegen Rechtsanwalt A.________. Mit Verfügung vom 
22. August 2018 erteilte sie ihm eine Verwarnung wegen Verletzung von 
Art. 12 Bst. c des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügig-
keit der Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61).

C.

Am 24. September 2018 hat Rechtsanwalt A.________ Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben mit dem Antrag, die Verfügung der Anwalts-
aufsichtsbehörde vom 22. August 2018 aufzuheben und das Aufsichts-
verfahren einzustellen. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese ihn einvernehme.

Die Anwaltsaufsichtsbehörde schliesst mit Beschwerdevernehmlassung 
vom 11. Oktober 2018 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf ein-
zutreten sei. Der Beschwerdeführer hat sich am 30. November 2018 erneut 
vernehmen lassen.

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In der Folge hat der Instruktionsrichter beim Obergericht des Kantons Bern 
einzelne Dokumente aus den Akten des Strafverfahrens gegen 
B.________ (…) ediert und zu den verwaltungsgerichtlichen Akten erkannt. 
Der Beschwerdeführer hat am 26. April 2019 zu den edierten Unterlagen 
Stellung genommen.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig (vgl. auch Art. 22 des Kantonalen Anwaltsgesetzes 
vom 28. März 2006 [KAG; BSG 168.11]). Der Beschwerdeführer hat am 
vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene Ver-
fügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren 
Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die im Übrigen form- 
und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 12 Bst. c BGFA haben Anwältinnen und Anwälte jeden 
Konflikt zwischen den Interessen ihrer Klientschaft und den Personen, mit 
denen sie geschäftlich oder privat in Beziehung stehen, zu meiden. Die ent-
sprechende Treuepflicht gegenüber der Klientschaft ist umfassender Natur 
und erstreckt sich auf alle Aspekte des Mandatsverhältnisses. Sie steht im 
Zusammenhang mit der Generalklausel von Art. 12 Bst. a BGFA, wonach 
Anwältinnen und Anwälte ihren Beruf sorgfältig und gewissenhaft auszu-

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üben haben, wie auch mit Art. 12 Bst. b BGFA, der diese zur Unabhängig-
keit verpflichtet (BVR 2011 S. 306 E. 2.1; Walter Fellmann, in Fellmann/
Zindel [Hrsg.], Kommentar zum Anwaltsgesetz, 2. Aufl. 2011 [nachfolgend: 
Kommentar BGFA], Art. 12 N. 84). Aus dieser umfassenden Treue- und 
Unabhängigkeitspflicht ergibt sich insbesondere ein Verbot von Doppel-
vertretungen. Anwältinnen und Anwälte dürfen nicht in ein und derselben 
Streitsache Parteien mit gegenläufigen Interessen vertreten, weil sie sich 
diesfalls weder für die eine noch für die andere Partei voll einsetzen 
können (BVR 2011 S. 306 E. 3.2; vgl. zum Ganzen VGE 2016/285 vom 
1.6.2017 E. 2.1; BGE 135 II 145 E. 9.1 [Pra 98/2009 Nr. 108], 134 II 108 
E. 3). Obschon im Gesetzestext nicht ausdrücklich erwähnt, erfasst diese 
Berufsregel auch allfällige Konflikte zwischen eigenen Interessen der 
Rechtsanwältinnen bzw. Rechtsanwälte und solchen von deren Klientschaft 
(BGer 1B_59/2018 vom 31.5.2018 E. 2.4, 2C_814/2014 vom 22.1.2015 
E. 4.1.6, 2P.318/2006 und 2A.733/2006 vom 27.7.2007 E. 11.1; BVR 2011 
S. 306 E. 2.1; Walter Fellmann, Kommentar BGFA, Art. 12 N. 92 f.; der-
selbe, Anwaltsrecht, 2. Aufl. 2017 [nachfolgend: Anwaltsrecht], Rz. 361).

2.2 Art. 12 Bst. c BGFA verlangt nicht, dass bereits jeder Anschein 
einer Interessenkollision vermieden wird; gegen diese Berufsregel verstösst 
nur das Vorliegen eines tatsächlichen Interessenkonflikts. Anwältinnen und 
Anwälte müssen aber ein feines Gespür für Interessenkollisionen haben 
und daher bei der Übernahme eines Mandats unter Berücksichtigung der 
speziellen Verhältnisse des Einzelfalls gewissenhaft und sorgfältig prüfen, 
ob die Gefahr einer Interessenkollision besteht (BVR 2011 S. 306 E. 2.2; 
VGE 2016/285 vom 1.6.2017 E. 2.3; Walter Fellmann, Kommentar BGFA, 
Art. 12 N. 87; vgl. auch BGE 135 II 145 E. 9.1, 134 II 108 E. 4.2.2 f.; Georg 
Pfister, Aktuelle Entscheide zur Interessenkollision, in Plädoyer 4/2010 
S. 66 f.). Nicht erforderlich ist, dass sich das Risiko eines Interessen-
konflikts bereits realisiert und der Anwalt sein Mandat schlecht oder zum 
Nachteil der Klientschaft ausgeführt hat (BGer 1B_59/2018 vom 31.5.2018 
E. 2.4, 1B_263/2016 vom 4.10.2016 E. 2.1, 2C_814/2014 vom 22.1.2015 
E. 4.1.1; Georg Pfister, a.a.O., S. 66). Droht ein Konflikt mit den eigenen 
Interessen der Anwältin bzw. des Anwalts, ist das Verbot der Interessen-
kollision streng zu handhaben (vgl. Bohnet/Martenet, Droit de la profession 
d'avocat, 2009, N. 1450; BGer 2A.293/2003 vom 9.3.2004 E. 4.2). 

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2.3 Im Strafverfahren werden Konfliktpotenzial und Bedeutung von 
Treuepflicht und anwaltlicher Unabhängigkeit allgemein stark gewichtet, da 
die Entwicklung des Verfahrens naturgemäss unsicher ist. Grundsätzlich ist 
bereits ein potentieller Interessenkonflikt zu vermeiden, jedenfalls wenn 
– im Sinn einer vorausschauenden Prognose – konkrete Anhaltspunkte für 
einen solchen vorliegen (vgl. zur Mehrfachvertretung BGE 141 IV 257 E. 2; 
BGer 1B_59/2018 vom 31.5.2018 E. 2.6.2; 1B_611/2012 vom 29.1.2013 
E. 2.2 und 2.4; Michel Valticos, in Commentaire Romand, Loi sur les 
avocats, 2010, Art. 12 N. 151). Als problematisch wird die Mandatsführung 
etwa in Situationen bezeichnet, in denen die Anwältin bzw. der Anwalt da-
mit rechnen muss, im Verfahren als Zeugin bzw. Zeuge einvernommen zu 
werden. In einer solchen Konstellation ist die anwaltliche Unabhängigkeit 
nicht mehr garantiert, zumal die Wahrnehmung einer Doppelrolle im Ver-
fahren der Berufsregel entgegensteht, sich ausschliesslich für die Inter-
essen der Klientschaft einzusetzen (Bohnet/Martenet, a.a.O., N. 1458 und 
3194; vgl. auch BGer 2A.310/2006 E. 3.2). 

3.

3.1 Die Strafuntersuchung, in der der Beschwerdeführer anfänglich als 
Verteidiger von B.________ wirkte, betraf Liegenschaftsgeschäfte 
zwischen der (seinem Klienten gehörenden und von diesem geführten) 
C.________ AG und der Personalvorsorgestiftung der D.________. In den 
Jahren 2007 bis 2010 soll B.________ die Stiftung gemeinsam mit deren 
damaligem Geschäftsführer, E.________, um einen zweistelligen 
Millionenbetrag betrogen haben. Die Vorinstanz hat aufgrund des 
folgenden Ereignisses auf eine Verletzung von Art. 12 Bst. c BGFA (Vor-
liegen eines persönlichen Interessenkonflikts) geschlossen: Der Beschwer-
deführer nahm am 1. Juni 2010, in Vertretung seines damaligen Büro-
partners, Rechtsanwalt F.________, in den Räumlichkeiten seiner Anwalts-
kanzlei von E.________ Bargeld im Wert von rund 1 Mio. Franken ent-
gegen. E.________ brachte diese Summe in die Kanzlei, um eine Dar-
lehensschuld gegenüber B.________ bzw. der C.________ AG zu tilgen. 
Das betreffende Darlehen wurde von den Strafverfolgungsbehörden später 
in Zusammenhang mit den betrügerischen Geschäften gebracht, die 

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Gegenstand der Strafuntersuchung gegen E.________ und B.________ 
bildeten. Im Verlauf der Voruntersuchung wurden auch der Beschwerde-
führer und sein Büropartner zu Darlehen und Bargeldtransaktion befragt.

3.2 Die Vorinstanz kam zum Schluss, der Beschwerdeführer habe bei 
Übernahme des Mandats als Strafverteidiger Ende 2010 das Vorliegen 
eines potentiellen Interessenkonflikts übersehen. In diesem Zeitpunkt hätte 
er sich noch daran erinnern müssen, von E.________ im Sommer 1 Mio. 
Franken in bar entgegengenommen zu haben, und hätte erkennen sollen, 
dass dieses Bargeld mit den untersuchten Geschäften zwischen 
E.________ und B.________ in Zusammenhang stehen könnte (ange-
fochtene Verfügung S. 8 f.; vgl. auch Beschwerdevernehmlassung S. 2). 
– Der Beschwerdeführer wendet ein, Rechtsanwalt F.________ habe ihm 
damals auf Nachfrage hin versichert, dass er die «Bargeldmillion» 
bedenkenlos entgegennehmen könne. Vor Annahme des 
Verteidigungsmandats habe er dann seiner Sorgfaltspflicht genügende 
Abklärungen getroffen, wobei diese keinen Anlass gegeben hätten, bereits 
im November 2010 einen Zusammenhang zwischen dem Darlehen bzw. 
dem Bargeld und der Strafuntersuchung zu sehen. Dies umso weniger, als 
ihn F.________ im Sommer 2010 der legalen Herkunft der Mittel versichert 
und er auf diese Auskunft vertraut habe. Für ihn sei erst viel später 
ersichtlich geworden, dass die Staatsanwaltschaft das betroffene Darlehen 
in Zusammenhang mit den Betrugsvorwürfen gegen seinen Klienten 
brachte (zum Ganzen Beschwerde S. 10 f., 13 ff. und 17 ff.).

3.3. Die Entgegennahme des Bargelds am 1. Juni 2010 und die spätere 
Mandatierung des Beschwerdeführers durch B.________ liefen wie folgt 
ab:

3.3.1 Der Beschwerdeführer und F.________ führten vom 1. Januar 2009 
bis zum 1. Oktober 2011 gemeinsam die Kanzlei «…» (Stellungnahme des 
Beschwerdeführers vom 7.6.2017 S. 2 f. [act. 5A pag. 177 ff.]). F.________ 
kümmerte sich seit 2007 um die Steuerangelegenheiten der 
C.________ AG, vorab «im Zusammenhang mit den Verkäufen 
D.________», und seit dem Frühjahr 2010 auch um die Steuern von 
B.________ persönlich. Dabei ging es insbesondere um die Abgrenzung 
von Grundstückgewinnsteuer und Gewinnsteuer (Protokoll der Zeugen-

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befragung von F.________ durch die Staatsanwaltschaft am 23.8.2012 
[act. 5A pag. 105 ff.; nachfolgend: Befragung F.________] Zeilen 98-147). 
Gegenstand der Beratung bildete zudem das E.________ von der 
C.________ AG gewährte Darlehen über insgesamt 3,1 Mio. Franken. Da 
die Steuerverwaltung Anstalten machte, den Aktionären der 
C.________ AG den Darlehensbetrag als Einkommen aufzurechnen, sollte 
E.________ einwilligen, gegenüber den Behörden als Empfänger des 
Darlehens genannt zu werden; zudem sollte er dieses zurückzahlen. Die 
Rückzahlung wurde offenbar wegen fortbestehenden Unklarheiten hinsicht-
lich der Nennung von E.________ als Darlehensnehmer über das Klienten-
gelderkonto von Rechtsanwalt F.________ abgewickelt (Befragung 
F.________ Zeilen 160 ff., 234 ff., 359 ff. und 666 ff.; vgl. auch 
Vereinbarung zwischen C.________ AG und E.________ vom 28.5.2010 
[act. 5A pag. 165 f.]). Der Beschwerdeführer macht geltend, er habe 
B.________ erstmals am 11. Januar 2010 in Zusammenhang mit einer 
werkvertraglichen Streitigkeit getroffen. Er habe mit dem 
Steuerberatungsmandat von F.________ für B.________ und dessen 
Unternehmung nichts zu tun gehabt (Protokoll der Zeugenbefragung des 
Beschwerdeführers durch die Staatsanwaltschaft am 23.8.2012 [act. 5A 
pag. 75 ff.; nachfolgend: Befragung A.________] Zeilen 74 ff. und 410 f.; 
Stellungnahmen des Beschwerdeführers vom 7.6.2017 S. 2 ff. und 
24.1.2018 S. 5 f. [act. 5A pag. 177 ff. bzw. 247 ff.], auch zum Folgenden). 
Letztlich ist unbestritten, dass der Beschwerdeführer weder vom 
Beratungsmandat von F.________ noch vom fraglichen Darlehen nähere 
Kenntnis hatte (vgl. angefochtene Verfügung S. 6 ff. und 11). 

3.3.2 E.________ hatte der Beschwerdeführer erstmals «bewusst wahr-
genommen», als dieser ihm die «Bargeldmillion» überbrachte (Befragung 
A.________ Zeile 116 ff.). Er nahm diese Summe am 1. Juni 2010 in 
Vertretung von F.________ entgegen, der damals in den Ferien weilte. Am 
Vortag hatte ihn F.________ angerufen und darüber informiert, dass 
E.________ 1 Mio. Franken in bar in die Kanzlei bringen werde. Auf 
entsprechende Rückfrage erklärte F.________, die Person von 
E.________ und die Herkunft der Mittel zu kennen. Es handle sich um 
Erträge, «die ordentlich verbucht worden seien» bzw. um «normale Gelder 
und den Steuern deklariert». Der Beschwerdeführer wusste mithin, dass es 

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um eine Darlehensrückzahlung an die C.________ AG ging. Er nahm das 
Geld von E.________ entgegen, zählte es, stellte eine Quittung aus und 
deponierte den Betrag bis zur Rückkehr von F.________ in einem 
Bankschliessfach (Befragung A.________ Zeilen 192 ff., 210 ff., 248 ff., 
290 ff. und 330 ff.; vgl. auch Stellungnahmen des Beschwerdeführers vom 
7.6.2017 S. 4 f. und 24.1.2018 S. 7 [act. 5A pag. 177 ff. bzw. 247 ff.]).

3.3.3 Am 24. November 2010 nahm die Kantonspolizei bei der 
C.________ AG und im Wohnhaus von B.________ eine Hausdurch-
suchung vor (Kurzbericht/Vollzugsmeldung vom 24.11.2010 [act. 5A 
pag. 134 f.]). Am 29. November 2010 informierte der Beschwerdeführer die 
Strafverfolgungsbehörden dann, von B.________ als privater Straf-
verteidiger mandatiert worden zu sein (act. 5A pag. 31). Soweit ersichtlich 
verfügte er damals noch über keine näheren Informationen zu den er-
hobenen strafrechtlichen Vorwürfen. Ihm lag zwar der Hausdurchsuchungs-
befehl vor mit einem Vermerk «Betrugsverdacht»; um was es in der Straf-
anzeige gehen könnte, war aber offenbar unklar (es habe ein «grosses 
Rätselraten» geherrscht; Befragung A.________ Zeilen 162-164; vgl. auch 
Beschwerde S. 16; Stellungnahmen des Beschwerdeführers vom 7.6.2017 
S. 5 und 24.1.2018 S. 3 [act. 5A pag. 177 ff. bzw. 247 ff.]). Bekannt war 
dem Beschwerdeführer zudem, dass neben B.________ auch E.________ 
beschuldigt wurde (Befragung A.________ Zeilen 222 f.). Er erkundigte 
sich deshalb bei F.________, ob dieser E.________ bereits vertreten habe, 
was er verneint habe (Befragung A.________ Zeilen 161 f.). Dem 
Beschwerdeführer war im November 2010 aber angeblich nicht bewusst, 
dass E.________ «jener mit dem Darlehen» sei (vgl. Befragung 
A.________ Zeilen 222-224). Einzelheiten zu den strafrechtlichen 
Vorwürfen wurden dem Beschwerdeführer erst anlässlich der ersten 
Einvernahme am 7. April 2011 bekanntgegeben (vgl. hinten E. 4.1).

3.4 Im Zeitpunkt seiner Mandatierung wusste der Beschwerdeführer 
mithin, dass sich die Strafuntersuchung gegen seinen Klienten und 
E.________ richtete, die zueinander in geschäftlicher Beziehung standen. 
Ihm war weiter bekannt, dass B.________ in seinen Steuerangelegen-
heiten durch F.________ beraten wurde und dass E.________ der 
C.________ AG aus steuerlichen Gründen ein Darlehen zurückbezahlt 

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hatte. Er war aber nur ganz am Rand an der Beratungstätigkeit seines 
Büropartners in Sachen B.________ und E.________ beteiligt und hatte 
selber noch kein Mandat geführt. Auch bezüglich der Bargeldtransaktion 
ging seine Rolle letztlich nicht über einen Gefälligkeitsdienst unter 
Bürokollegen hinaus, wovon auch die Vorinstanz ausgegangen ist (vgl. 
angefochtene Verfügung S. 11). Dennoch erstaunt, dass der 
Beschwerdeführer sich im November 2010 nicht mehr an sein 
Zusammentreffen mit E.________ nur wenige Monate zuvor erinnert haben 
will; eine Bargeldtransaktion in der Höhe von einer Million Franken ist doch 
ungewöhnlich (vgl. Befragung A.________ Zeilen 266 ff.). Zudem wäre der 
Schluss nahe gelegen, die Übergabe von Bargeld könnte mit den 
untersuchten betrügerischer Machenschaften zusammenhängen. Ob mit 
der Vorinstanz anzunehmen ist, der Beschwerdeführer hätte bei gebotener 
Vorsicht erkennen können und müssen, dass im Fall einer Verteidigung 
von B.________ ein Konflikt mit seinen eigenen Interessen entstehen 
könnte, braucht indes nicht abschliessend beurteilt zu werden. Wie die 
folgenden Erwägungen zeigen, hat der Beschwerdeführer bei der Führung 
seines Mandats für B.________ jedenfalls in anderer Hinsicht gegen 
Art. 12 Bst. c BGFA verstossen.

4.

4.1 Am 7. April 2011 fanden die ersten Einvernahmen von B.________ 
und E.________ durch die Staatsanwaltschaft statt. Aus ihnen ergab sich 
nun der Gegenstand der Strafuntersuchung, wobei auch der Beschwer-
deführer davon Kenntnis erlangte. Die Angeschuldigten wurden unter 
anderem dafür verantwortlich gemacht, dass die Personalvorsorgestiftung 
der D.________ ungeeignete Liegenschaften zu massiv überhöhten 
Preisen gekauft habe (Einvernahmeprotokolle vom 7.4.2011, in act. 11A). 
Am 19. Juni 2012 wurden B.________ und E.________ erneut 
einvernommen und dabei auch mit der Tatsache konfrontiert, dass die 
C.________ AG zwischen 2007 und 2010 Darlehen in der Höhe von rund 
3,1 Mio. Franken über ein «Gelddepot» an nicht näher bezeichnete Emp-
fängerschaft ausbezahlt hatte. Es wurde aufgezeigt, dass die Bargeld-
bezüge zeitlich eng mit den Liegenschaftsgeschäften zusammenfielen, wo-

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bei E.________ jeweils kurz darauf eine Bankeinzahlung tätigte und 
während dieser Zeit insgesamt rund 2,3 Mio. Franken in bar ausgab (vgl. 
zum Ganzen Einvernahmeprotokolle der Staatsanwaltschaft vom 19.6.2012 
betr. B.________ [act. 5A pag. 51 ff.] Zeilen 211-281 sowie betr. 
E.________ [act. 5A pag. 33 ff.] Zeilen 257 ff. und 422 ff.). Am 21. Juni 
2012 verlangte der Beschwerdeführer für die C.________ AG die Auf-
hebung der zwischenzeitlich von der Staatsanwaltschaft angeordneten 
Kontensperre. Zudem verfasste er am 26. Juni 2012 ein Begleitschreiben 
zur schriftlichen «Stellungnahme», die B.________ zur «Position 'Darlehen 
Diverse'» in der Buchhaltung der C.________ AG abgab; die Gesellschaft 
habe E.________ für private «Projekte» ein Darlehen von insgesamt 
3,1 Mio. Franken gewährt, ohne dass ein Zusammenhang zu den 
Geschäften mit der «D.________ Gruppe» bestehe (alles in act. 11A). Zur 
fraglichen Stellungnahme gab der Beschwerdeführer später zu Protokoll, er 
habe deren Inhalt mit B.________ in seinem Büro besprochen, den Text 
dann (seiner Sekretärin) diktiert und per E-Mail an B.________ gesandt 
(Befragung A.________ Zeile 372-374). Am 29. Juni 2012 gelangte der Be-
schwerdeführer für B.________ und für die C.________ AG gegen die von 
der Staatsanwaltschaft verfügten Kontensperren an die Beschwerde-
kammer des Obergerichts. In seiner 27 Seiten umfassenden Rechtsschrift 
setzte er sich detailliert mit den gegen B.________ erhobenen Vorwürfen 
auseinander (Beschwerde vom 29.6.2012, in act. 11A). Anlässlich einer 
weiteren Einvernahme von E.________ am Morgen des 2. Juli 2012 stellte 
die zuständige Staatsanwältin detaillierte Fragen zum Darlehen und zu den 
Bargeldbezügen. Dabei kamen die Darlehensrückzahlung über das 
Klientengelderkonto von Rechtsanwalt F.________ und die Übergabe der 
«Bargeldmillion» im Juni 2010 ausdrücklich zur Sprache. Während dieser 
Einvernahme kündigte der als Verteidiger von B.________ anwesende Be-
schwerdeführer die Niederlegung seines Mandats als Strafverteidiger an 
(Einvernahmeprotokoll der Staatsanwaltschaft vom 2.7.2012 betr. 
E.________ Zeilen 250 f. [in act. 11A]). Am Nachmittag des 2. Juli 2012 
wurde auch B.________ erneut einvernommen, der dabei vom 
Beschwerdeführer begleitet wurde (Einvernahmeprotokoll der 
Staatsanwaltschaft vom 2.7.2012 betr. B.________ [in act. 11A]). 
Gleichentags verfasste der Beschwerdeführer zudem ein Schreiben für 
B.________ betreffend die Sperrung von dessen privaten Bankkonten 

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(Schreiben vom 2.7.2012 an die Staatsanwaltschaft [in act. 11A]). 
Schliesslich reichte er am 3. Juli 2012 im vor Obergericht hängigen 
Beschwerdeverfahren noch gewisse Unterlagen ein (Schreiben vom 
3.7.2012 [in act. 11A]). Parallel dazu teilte er der Staatsanwaltschaft mit, 
dass er sein Mandat für B.________ niedergelegt habe (Schreiben vom 
3.7.2012 an die Staatsanwaltschaft [act. 5A pag. 69]).

4.2 Obschon der Beschwerdeführer das Mandatsverhältnis mit 
B.________ schliesslich beendet hat, bestreitet er heute, dass überhaupt 
ein Interessenkonflikt vorgelegen habe. Er macht geltend, die Niederlegung 
sei erfolgt, weil er «eingesehen [habe], dass es für ihn psychologisch 
unmöglich sein würde, die Strafverteidigung fortzusetzen» (Beschwerde 
S. 18). Auch wenn Konstellationen denkbar sein mögen, in denen der Straf-
verteidiger als Zeuge befragt wird, ohne dass sich deswegen ein Konflikt 
zwischen seinen eigenen Interessen und jenen der vertretenen Person er-
gibt, ist hier ein konkreter Interessenkonflikt im Sinn von Art. 12 Bst. c 
BGFA zu Tage getreten: Die Strafverfolgungsbehörden interessierten sich 
umfassend für die Geschäftsbeziehungen zwischen der Personalvorsorge-
stiftung der D.________ und der C.________ AG bzw. zwischen 
E.________ und B.________. Deshalb waren von der Voruntersuchung 
offensichtlich auch das Darlehen über 3,1 Mio. Franken sowie die Bar-
geldtransaktion in den Kanzleiräumlichkeiten des Beschwerdeführers be-
troffen. Selbst wenn der Beschwerdeführer rein zufällig und nur am Rand 
am fraglichen Sachverhalt beteiligt gewesen sein mag, indem er am 1. Juni 
2010 die «Bargeldmillion» entgegennahm, war das Risiko eines Interessen-
konflikts nicht bloss abstrakter Natur. Vielmehr bestand eine hohe Wahr-
scheinlichkeit, dass er im laufenden Vorverfahren selber würde aussagen 
müssen. Gerade weil der Beschwerdeführer, wie er selber mit Nachdruck 
betont, noch bis zur Mandatsniederlegung keine vertiefte Kenntnis des für 
die Beurteilung der erhobenen Vorwürfe massgebenden Sachverhalts 
hatte, konnte er nicht ausschliessen, dass seine allfälligen Aussagen den 
Interessen seines Klienten zuwiderlaufen würden. Bei diesen Gegeben-
heiten war für das Entstehen eines tatsächlichen Interessenkonflikts nicht 
erforderlich, dass er mit einer Strafuntersuchung gegen sich selber oder 
seinen Büropartner rechnen musste (vgl. Beschwerde S. 14). Vielmehr ge-
nügte, dass im Lauf der weiteren Entwicklung absehbar wurde, dass ihn die 

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Staatsanwaltschaft zum Sachverhalt in Bezug auf das Darlehen bzw. die 
Umstände von dessen Rückzahlung befragen würde. Am 23. Augst 2012 
ist der Beschwerdeführer denn auch tatsächlich genau zu diesen Sach-
verhaltselementen (als Zeuge) befragt worden (act. 5A pag. 75 ff.). 

4.3 Den geschilderten Gegebenheiten hat der Beschwerdeführer nicht 
rechtzeitig Rechnung getragen, sondern das Mandat noch rund zwei 
Wochen weitergeführt, als der aus seiner Beteiligung am Sachverhalt 
resultierende Interessenkonflikt längst offensichtlich war. Selbst wenn es 
zutreffen sollte, dass er den Konflikt bei Übernahme des Mandats noch 
nicht erkennen musste, hätte er dies spätestens anlässlich der Einver-
nahmen vom 19. Juni 2012 tun müssen: Zu diesem Zeitpunkt erhielt er 
sichere Kenntnis vom vermuteten Zusammenhang zwischen dem Darlehen 
in Millionenhöhe und den untersuchten Straftatbeständen sowie von den 
zeitlich passenden Transaktionen, die E.________ in bar getätigt hatte. Bei 
pflichtgemässer Sorgfalt in der Mandatsführung musste er anhand dieser 
Informationen eine Verbindung zum Barbetrag machen, den er als Dar-
lehensrückzahlung entgegengenommenen hatte, und das Interesse der 
Staatsanwaltschaft an diesbezüglichen Abklärungen vorhersehen. Er hat 
denn auch im Schreiben vom 3. Juli 2012 selber ausdrücklich darauf hinge-
wiesen, «anlässlich der Einvernahme vom 19. Juni 2012» erkannt zu 
haben, das Mandat nicht weiterführen zu können (act. 5A pag. 69). Dessen 
ungeachtet legte er dieses nicht sofort nieder, sondern diktierte am 25. Juni 
2012 eine umfassende Stellungnahme für B.________ – ausgerechnet zu 
jenen Vorgängen rund um das Darlehen, bei denen er selber eine Rolle ge-
spielt hatte. Weiter reichte er am 29. Juni 2012 eine Beschwerdeschrift 
beim Obergericht ein, in der er sich wiederum eingehend zur Sache 
äusserte. Sodann nahm er die Interessen von B.________ auch noch an 
den Einvernahmen vom 2. Juli 2012 wahr; er tat dies gar noch am Nach-
mittag, obschon er am Morgen bereits zum Ausdruck gebracht hatte, das 
Mandat niederlegen zu wollen. Am 3. Juli 2012 reichte er schliesslich Doku-
mente für B.________ beim Obergericht ein (vgl. zum Ganzen vorne 
E. 4.1). Mit dieser Fortführung des Mandats trotz erkanntem bzw. erkenn-
barem persönlichen Interessenkonflikt verstiess der Beschwerdeführer 
gegen Art. 12 Bst. c BGFA.

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4.4 Zur Rechtfertigung seines Verhaltens verwies der Beschwerde-
führer im Schreiben vom 3. Juli 2012 auf die nach der Einvernahme vom 
19. Juni 2012 ergangenen Verfügungen der Staatsanwaltschaft; er ist der 
Auffassung, eine sofortige Niederlegung des Mandats am 19. Juni 2012 
wäre angesichts der angeordneten Kontensperren zur Unzeit erfolgt 
(act. 5A pag. 69). Wie der Beschwerdeführer selber zum Ausdruck bringt, 
sind die fraglichen Kontensperren erst nach den Einvernahmen vom 19. Ju-
ni 2012 angeordnet worden, gegen die C.________ AG am 20. Juni und 
gegen B.________ am 27. Juli 2012 (vgl. Rechtsbegehren der Beschwerde 
vom 29.6.2012 S. 2 [in act. 11A]). Sie können deshalb nicht als Be-
gründung dafür dienen, dass der Beschwerdeführer das Mandat nicht un-
verzüglich am 19. Juni 2012 niedergelegt hat, als er den Interessenkonflikt 
erkannt hat bzw. hätte erkennen müssen. Hinzu kommt, dass der Be-
schwerdeführer selber betont, zu jenem Zeitpunkt noch über höchstens 
rudimentäre Aktenkenntnis verfügt zu haben. Eine Berufskollegin oder ein 
Berufskollege hätten darum ohne weiteres an seiner Stelle gegen die frag-
lichen Kontensperren vorgehen können. Von vornherein nicht mit dring-
lichen Rechtsvorkehren gegen die Kontosperren lässt sich rechtfertigen, 
dass der Beschwerdeführer die Stellungnahme seines Klienten vom 25. Ju-
ni 2012 zu genau jenen Fragen mitverfasst hat, bezüglich derer der Inter-
essenkonflikt bestand.

4.5 Mithin hat die Vorinstanz im Ergebnis zu Recht auf eine Verletzung 
von Art. 12 Bst. c BGFA erkannt. Da sie dem Beschwerdeführer dafür bloss 
eine Verwarnung und damit die mildeste Disziplinarmassnahme nach 
Art. 17 Abs. 1 BGFA erteilt hat, erübrigen sich Ausführungen zum Sank-
tionsmass. Der Hauptantrag erweist sich als unbegründet, ohne dass die 
Umstände der Mandatsübernahme abschliessend gewürdigt zu werden 
brauchen (vorne E. 3.4). Entsprechend kann auf die Abnahme der diesbe-
züglich anerbotenen Beweismittel verzichtet werden; der Antrag, die Akten 
des parallel gegen F.________ geführten Disziplinarverfahrens zu edieren 
sowie F.________ als Zeuge zu befragen, wird abgewiesen. Weiter werden 
auch die Anträge abgewiesen, eine Parteibefragung bzw. eine mündliche 
Verhandlung durchzuführen (Beschwerde S. 6 unten), konnte sich der Be-
schwerdeführer doch wiederholt schriftlich zur Sache äussern (vgl. auch 
hinten E. 5). Zudem ergeben sich die Umstände der Niederlegung des 

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Mandats und die Handlungen, die der Beschwerdeführer zuvor noch für 
B.________ vorgenommen hat, genügend klar aus den Akten (antizipierte 
Beweiswürdigung; statt vieler BGE 141 I 60 E. 3.3; BVR 2015 S. 159 
E. 3.4, 2012 S. 252 E. 3.3.3).

5.

Mit seinem Eventualantrag verlangt der Beschwerdeführer die Aufhebung 
der angefochtenen Verfügung aus verfahrensrechtlichen Gründen. Die Vor-
instanz habe zu Unrecht auf die von ihm als Beweismassnahme beantragte 
persönliche Einvernahme bzw. die Durchführung einer mündlichen Ver-
handlung verzichtet. Die Streitigkeit sei deshalb zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz zurückzuweisen und diese zu verpflichten, «die beantragte Ein-
vernahme» durchzuführen. – Gemäss Art. 31 VRPG ist das Verfahren vor 
den Verwaltungs- und Verwaltungsjustizbehörden grundsätzlich schriftlich, 
wobei für Streitigkeiten betreffend Disziplinaraufsicht über die Anwältinnen 
und Anwälte nichts anderes gilt. Ein Anspruch auf mündliche Anhörung 
bzw. «eine mündliche Hauptverhandlung» (Beschwerde S. 5 oben) ergibt 
sich weder aus Verfassungsrecht noch aus der Europäischen Menschen-
rechtskonvention (EMRK; SR 0.101); den Gehörsansprüchen der Parteien 
ist grundsätzlich Genüge getan, wenn diese Gelegenheit zur schriftlichen 
Stellungnahme erhalten (BGE 140 I 68 E. 9.6.1 [Pra 103/2014 Nr. 45]; 
BGer 2C_980/2016 vom 7.3.2017 E. 2.2.1; VGE 2016/355 vom 19.4.2018 
E. 2.2, 2015/363 vom 19.4.2016 E. 2.1). Hier konnte sich der Beschwerde-
führer im vorinstanzlichen Verfahren zu allen Aspekten der Disziplinar-
sache schriftlich äussern, sodass sein Gehörsanspruch gewahrt wurde. 
Weiter ergibt sich der Sachverhalt, den die Vorinstanz ihrem Entscheid zu-
grunde gelegt hat, hinreichend aus den Akten, weshalb der Verzicht auf ein 
Parteiverhör auch nicht die Pflicht zur Sachverhaltsabklärung gemäss 
Art. 18 Abs. 1 VRPG verletzt. Allein im Umstand, dass der Beschwerde-
führer gewisse Sachverhaltselemente anders würdigt als die Vorinstanz, 
liegt keine ungenügende Sachverhaltsabklärung. Daran ändert nichts, dass 
das Verwaltungsgericht Dokumente aus den Strafakten ediert (vorne 
Bst. C) und in seine Würdigung des Verhaltens des Beschwerdeführers 
miteinbezogen hat. Die zusätzliche Beweismassnahme ist dem stärkeren 

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Einbezug der Umstände der Niederlegung des Mandats und der 
Handlungen des Beschwerdeführers kurz davor geschuldet. Soweit sich 
dieser am Rand auch auf «die EMRK» beruft (Beschwerde S. 5 oben), 
übersieht er, dass die Konvention auf das Verfahren vor der Anwalts-
aufsichtsbehörde keine Anwendung findet, zumal es sich bei dieser um 
eine nichtrichterliche Behörde handelt (VGE 2018/455 vom 3.4.2019 E. 2.1 
[noch nicht rechtskräftig], 2017/336 vom 13.12.2017 mit Hinweis auf den 
Vortrag des Regierungsrats betreffend das Kantonale Anwaltsgesetz, Tag-
blatt des Grossen Rates 2006, Beilage 4, S. 10; BVR 2004 S. 241 E. 1.1.3-
1.1.8; BGE 126 I 228 E. 2c; BGer 2C_980/2016 vom 7.3.2017 E. 2.1.2; 
Walter Fellmann, Anwaltsrecht, a.a.O., Rz. 707). Nach dem Gesagten er-
weist sich auch der gestellte Eventualantrag als unbegründet.

6.

Die angefochtene Verfügung hält der Rechtskontrolle stand. Bei diesem 
Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdeführer kostenpflichtig 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu sprechen (Art. 108 
Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer

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- der Anwaltsaufsichtsbehörde des Kantons Bern

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.