# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b261f972-fd6a-5c7e-8cde-5485a5d3d161
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-03-09
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 1.2.2009 - 31.1.2010 sowie Staats- und Gemeindesteuern 1.2.2009 - 31.1.2010
**Docket/Reference:** DB.2017.128
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_128_xy.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2017.128 
2 ST.2017.162 

Entscheid 

9. März 2018 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Christian Mäder und Gerichtsschreiber Benjamin Briner 

A   A G ,    

vertreten durch B Treuhand 

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Bau, 
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

betreffend  

Direkte Bundessteuer 1.2.2009 - 31.1.2010 sowie 
Staats- und Gemeindesteuern 1.2.2009 - 31.1.2010 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. Im Januar 2015 wurde am Domizil der  A AG (nachfolgend Pflichtige) eine 

steueramtliche  Buchprüfung  durchgeführt.  Verschiedene  Punkte  blieben  dabei  strittig. 

Gestützt  auf  den  dabei  ermittelten  buchhalterischen  Korrekturbedarf  unterbreitete  der 

Revisor der Pflichtigen am 21. September 2015 einen Einschätzungsvorschlag, welche 

diese  jedoch  mit  Schreiben  vom  3.  November  2015 ablehnte.  Unter  anderem  war  sie 

mit  der  Aufrechnung  der  Mietkosten  für  die  (2-)3-Zimmerwohnung  am  Privatwohnsitz 

ihres Aktionärs C nicht einverstanden. Mit Auflage vom 14. Dezember 2015 wurde die 

Pflichtige aufgefordert, die geschäftliche Nutzung der (2-)3-Zimmerwohnung substanti-

iert nachzuweisen. Die Pflichtige nahm dazu am 29. Januar 2016 Stellung. Da die Auf-

lage aus  Sicht  des  Steueramts  ungenügend  erfüllt  worden war,  erging  am  1.  Februar 

2016 eine Mahnung. Die Pflichtige liess sich daraufhin nicht mehr vernehmen. 

In der Folge erliess der Steuerkommissär am 28. Oktober 2016 eine Veranla-

gungsfügung  und  einen Einschätzungsentscheid,  in  welchem  er  den Abzug (u.a.)  nur 

für  ein  privates  Arbeitszimmer,  nicht  aber  für  die  gesamte  Miete  der  (2-)3-Zimmer-

wohnung  als  Geschäftswohnung  zuliess.  Unter  Vornahme  verschiedener  Gewinnauf-

rechnungen wurden der Pflichtigen folgende Steuerfaktoren eröffnet: 

Steuerperiode 01.02.2009 bis 31.01.2010 

Direkte Bundessteuer 

Steuerbarer Reingewinn 

Steuersatz 

Eigenkapital per 31.01.2010 

Staats- und Gemeindesteuer 

Steuerbarer Reingewinn 

Steuersatz 

Steuerbares Eigenkapital 

Steuersatz 

Fr. 

221'300.- 

8.5%  

908'000.- 

Fr. 

221'300.- 

8%  

908'000.- 

0.75‰. 

B. Die hiergegen am 30. November 2016 erhobenen Einsprachen, mit welcher 

die Pflichtige einzig noch die Gewinnaufrechnung bezüglich der Wohnungsmiete in der 

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Höhe  von  Fr.  13'800.-  beanstandete,  wurden  vom  kantonalen  Steueramt  mit  Ein-

spracheentscheiden  vom  14.  Juni  2017  teilweise  gutgeheissen,  indem  noch  je  eine 

Steuerrückstellung von Fr. 25'100.- auf den vorgenommenen Aufrechnungen in Abzug 

gebracht  wurde.  An  den  Aufrechnungen  an  sich  wurde  weiterhin  unverändert  festge-

halten. Dies ergab die folgenden Steuerfaktoren: 

Steuerperiode 1.2.2009-31.1.2010 

Direkte Bundessteuer 

Steuerbarer Reingewinn 

Steuersatz 

Eigenkapital per 31.01.2010 

Staats- und Gemeindesteuer 

Steuerbarer Reingewinn 

Steuersatz 

Steuerbares Eigenkapital 

Steuersatz 

Fr. 

196'200.- 

8.5%  

883'000.- 

Fr. 

196'200.- 

8%  

883'000.- 

0.75‰. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  14.  Juli  2014  liess  die  Pflichtige  in  der 

Folge die geschäftsmässige Begründetheit des (vollen) Mietaufwands in der Höhe von 

Fr. 18'000.-  verfechten  und  demgemäss  die  steuerbehördliche  Aufrechnung  zurück-

weisen (unter Berücksichtigung einer tieferen Steuerrückstellung von Fr. 22'162.-). 

Mit  Stellungnahme  vom  12.  September 2017  schloss  das  kantonale  Steuer-

amt  auf  Beschwerde-  bzw.  Rekursabweisung  unter  Kostenfolge  zulasten  der  Pflichti-

gen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung liess sich nicht vernehmen.  

Auf  die  Ausführungen  der  Parteien  in  ihren  Rechtsschriften  ist,  soweit  erfor-

derlich, in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen.  

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  a)  Der  steuerbare  Reingewinn  einer  Aktiengesellschaft  setzt  sich  gemäss 

Art. 58  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom  14.  Dezem-

ber 1990 (DBG) bzw. § 64 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) zusam-

men  aus  dem  Saldo  der  Erfolgsrechnung,  unter  Berücksichtigung  des  Saldovortrags 

des Vorjahres (lit. a bzw. Ziff. 1) und allen vor Berechnung des Saldos der Erfolgsrech-

nung  ausgeschiedenen  Teilen  des  Geschäftsergebnisses,  die  nicht  zur  Deckung  von 

geschäftsmässig  begründetem  Aufwand  verwendet  werden  (lit. b  bzw.  Ziff. 2).  In  die 

letzte  Kategorie  fallen  –  soweit  im  vorliegenden  Fall  von  Interesse  –  auch  geschäfts-

mässig nicht begründete Rückstellungen sowie offene und verdeckte Gewinnausschüt-

tungen  bzw.  geschäftsmässig  nicht  begründete  Zuwendungen  an  Dritte  (vgl.  Aufzäh-

lung in Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG bzw. Art. 64 Abs. 1 Ziff. 2 lit. b und e StG). 

b) Geschäftsmässig begründet und damit gestützt auf Art. 58 Abs. 1 lit. b DBG 

bzw. § 64 Abs. 1 Ziff. 2 StG vom erzielten Gewinn absetzbar sind Aufwendungen, die 

auf unternehmerisch vertretbaren Massnahmen beruhen, welche die Geschäftsleitung 

in  Erfüllung  des  Gesellschaftszwecks  getroffen  hat.  Zu  diesen  zählen  namentlich  alle 

Ausgaben,  Wertverminderungen  und  Verluste,  deren  Vermeidung  der  Unternehmung 

im Hinblick auf die Erfüllung ihres Gesellschaftszwecks nach den Umständen des Ein-

zelfalls nicht zumutbar ist. Als geschäftsmässig nicht begründet werden dagegen Auf-

wendungen erachtet, die das Periodizitätsprinzip missachten oder wenn ein sachlicher 

Zusammenhang  zwischen  Aufwendung  und  Geschäftsbetrieb  fehlt.  Nicht  erforderlich 

ist die Notwendigkeit einer Aufwendung, es genügt die blosse Möglichkeit der Gewinn-

erzielung. Diese Möglichkeit ist ausschliesslich anhand ihres Zwecks zu beurteilen. Es 

ist nicht Sache der Steuerbehörde, in die unternehmerische Entscheidungsfreiheit des 

Betriebs  einzugreifen.  Alles  was  kaufmännisch  gesehen  in  guten  Treuen  zu  Aufwen-

dungen zählen ist, hat das Steuerrecht zu akzeptieren (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Handkommentar  zum  DBG,  3.  A.,  2016,  Art.  58  N  74  und  Kommentar  zum  Zürcher 

Steuergesetz, 3. A., 2013, § 64 N 162). 

c) Aus Sicht einer juristischen Person ist auf eine verdeckte Gewinnausschüt-

tung  (als  besondere  Form  der  geschäftsmässig  nicht  begründeten  Aufwendung)  zu 

schliessen,  wenn  sie  sich  entreichernd,  ihren  Gesellschaftern  oder  ihr  sonst  naheste-

henden  Personen,  diese  bereichernd,  bewusst  geldwerte  Vorteile  zuwendet,  die  sie 

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unbeteiligten  Dritten  nicht  einräumen  würde  (RB 1985  Nr. 42  =  StE 1985  B 72.13.22 

Nr. 4; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 58 N 95 DBG, § 64 N 177 StG).  

d)  Um  die  Beurteilung  der geschäftsmässigen  Begründetheit  von geltend ge-

machten Aufwendungen – und der allfällig damit verbundenen verdeckten Gewinnaus-

schüttungen – zu ermöglichen, ist die steuerpflichtige Gesellschaft kraft der sie treffen-

den  gesetzlichen  Obliegenheiten  (Art. 124  ff.  DBG,  §§ 132  ff.  StG)  gehalten,  an  der 

Abklärung  der  solchen  Aufwendungen  zugrundeliegenden  Tatsachen  mitzuwirken, 

wobei sie für deren Verwirklichung beweisbelastet ist (vgl. RB 1977 Nr. 60). Insbeson-

dere  hat  sie  spätestens  vor  Steuerrekursgericht  binnen  der  Beschwerde-/Rekursfrist 

eine  substanziierte  Sachdarstellung  vorzutragen  und  die  Beweismittel  für  deren  Rich-

tigkeit beizubringen (RB 1964 Nr. 68, 1975 Nr. 54). 

e)  Streitig  ist  im  vorliegenden  Fall  die  Position  Mietkosten  für  ein  Büro  mit 

Archivraum  an  der  ……….strasse  …  in  Zürich  im  Geschäftsaufwand  der  Pflichtigen, 

welcher  die  Steuerbehörde  die  geschäftsmässige  Begründetheit  überwiegend  abge-

sprochen hat (Aufrechnung von Fr. 13'800.- der bezahlten Miete von Fr. 18'000.- bzw. 

Anerkennung nur im Umfang von Fr. 4'200.-). 

2. a) Vorab gilt zu bemerken, dass aus Sicht eines unselbständig Erwerbstäti-

gen die Kosten für ein privates Arbeitszimmer nur dann als Berufskosten im Sinn von 

Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG und § 26 Abs. 1 lit. c StG anerkannt werden, wenn die steuer-

pflichtige Person  einen wesentlichen  Teil  der  beruflichen  Arbeit  von  zuhause erledigt, 

weil am Arbeitsort kein Arbeitsraum zur Verfügung steht oder dessen Benutzung nicht 

möglich oder zumutbar ist. Hierbei muss ein besonderer Raum aus der Wohnung aus-

geschieden worden sein, welcher zur Hauptsache beruflichen Zwecken dient, während 

gelegentliche berufliche Arbeiten in der Privatwohnung keine abzugsfähigen Mehrkos-

ten verursachen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 26 N 34 DBG und § 26 StG 

N. 30;  BGr,  4. März  2015,  2C_693/2014  und  2C_694/2014,  E. 3.2).  Nutzt  die  steuer-

pflichtige  Person  lediglich  aus  Bequemlichkeit  oder  infolge  persönlicher  Präferenzen 

einen am  Arbeitsort  zur Verfügung  stehenden  Raum  nicht, können die Kosten für  ein 

privates Arbeitszimmer nicht geltend gemacht werden (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

Art.  26  N  34  DBG  und  § 26  StG  N 30,  je  mit  Hinweisen,  VGr,  10.  November  2017, 

SB.2017.00096, E. 3.2). 

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b) Der Steuerkommissär rechnete den Mietaufwand mit folgender Begründung 

auf:  Gemäss  einem  Entscheid  des  Verwaltungsgerichts  des  Kantons  Zürich  vom 

5. September  2007  (gemeint  ist  SB.2007.00047)  werden  Entschädigungen  für  Büro 

und Garage am Privatdomizil als geldwerte Leistung an einen Aktionär qualifiziert, falls 

andere  Geschäftsräumlichkeiten  zur  Verfügung  stehen.  Vorliegend  habe  die  Prüfung 

des Revisors ergeben, dass der Aktionär am Geschäftssitz der Pflichtigen einen eige-

nen grossen Büroraum zur Verfügung habe. Ausnahmsweise werde aber ein Büroraum 

in  der  Privatwohnung  des  Aktionärs  zugelassen.  Nach  Informationen  des  Steueramts 

verfüge die Wohnung über fünf Zimmer. Gemäss folgender Formel werde die Entschä-

digung  für  den  Büroraum  berechnet:  Eigenmietwert  /  (Anzahl  Zimmer  +  1)  *  Anzahl 

Arbeitszimmer – konkret Fr. 25'000.- / (5+1) * 1 = Fr. 4'166.- bzw. gerundet Fr. 4'200.-. 

Die Mehrbelastung der Erfolgsrechnung um Fr. 13'800.- wurde als verdeckte Gewinn-

ausschüttung  der  Pflichtigen  an  ihren  Aktionär  C  in  Form  von  überhöhter  Entschädi-

gung für ein Arbeitsbüro am Privatwohnsitz qualifiziert. 

c)  Die  Pflichtige  liess  dem  einspracheweise  entgegnen,  dass  ihr  Aktionär  C 

zwei  Eigentumswohnungen  an  der  ……….strasse  …  in  Zürich  besitze.  Die  5-Zimmer 

Eigentumswohnung im 4. Stock nutze er ausschliesslich als Privatwohnung. Die zweite 

Wohnung  mit  Archiv  habe  er  speziell  für  seine  geschäftlichen  Bedürfnisse  erworben, 

um sie der Pflichtigen zu vermieten. Herr C nutze diese Wohnung im Wesentlichen als 

Büro  und  Archiv  für  seine  Tätigkeit  als  Verwaltungsrat  und  Geschäftsführer  der  ver-

schiedenen  Gesellschaften  der  Pflichtigen.  Die  Miete  für  die  3-Zimmerwohnung  habe 

Herr C immer als Einkommen versteuert, so auch vom 1. Februar (recte: 1. Januar) bis 

31.  Dezember  2009,  was  der  Zeitperiode  der  vorliegenden  Einschätzung  entspreche. 

Die  Pflichtige  empfinde  es  als  nicht  sachgerecht,  wenn  das  Steueramt  die  Einschät-

zungen  der Gesellschaft  während Jahren  nicht  vornehme,  um  die  Situation  dann  mit-

tels Aufrechnung verdeckter Gewinnausschüttungen neu zu beurteilen. Dies hätte der 

Pflichtigen  mitgeteilt  werden  müssen,  damit  sie  sich  entsprechend  mit  der  Bereitstel-

lung anderer Büroräumlichkeiten als  Arbeitszimmer hätte einrichten können. 

d)  Die  Einsprachebehörde  erwog,  dass  trotz  ihrer  Auflage  vom  14.  Novem-

ber 2015,  gemahnt  am  1.  Februar  2016,  die  Pflichtige  die  geschäftsmässige  Begrün-

dung  der  2-3-Zimmerwohnung  als  effektiv  benötigte  Geschäftsräumlichkeiten  nicht 

rechtsgenügend habe nachweisen können. Zwar seien Fotos eines Arbeitsplatzes ein-

gereicht  worden,  doch  daraus  sei  nicht  ersichtlich,  wie  die  restlichen  Räumlichkeiten 

der  2-3-Zimmerwohnung  genutzt  würden und eingerichtet  seien.  Bezeichnungen  oder 

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Skizzen dazu fehlten gänzlich. Aufgrund der eingereichten Fotos lasse sich vermuten, 

dass  die  Büroinfrastruktur  eher  bescheiden  ausfalle  und  kaum  den  Raum  einer  2-3-

Zimmerwohnung einnehme. Auch seien keine Bilder bezüglich des Archivs im Bastel-

raum  vorgelegt  worden.  Die  Pflichtige  habe  zudem  in  ihrem  Schreiben  vom 

3. November 2015 selbst eingeräumt, dass Herr C über ein eigenes Büro in den Räum-

lichkeiten der Pflichtigen verfüge. Bei ihm als Aktionär und Arbeitnehmer der Pflichtigen 

sei der gleiche Ansatz zu wählen wie bei normalen Angestellten, denen strenge Krite-

rien für  die berufliche  Notwendigkeit  eines  Arbeitszimmers  zuhause auferlegt  würden. 

Herr  C  habe  grundsätzlich  all  seine  Arbeiten  am  Arbeitsort  auszuüben.  Die  konträre 

Ansicht  der  Pflichtigen  –  wegen  ständigen  Störungen  durch  Mitarbeiter  und  telefoni-

schen Anfragen seien die strategischen Arbeiten an ein bis zwei Arbeitstagen, abends 

und an Wochenenden zuhause zu erledigen – vermöge nicht zu überzeugen, da dies 

ihre eigene Organisationsproblematik sei. Auch sei nicht notwendig, für Entgegennah-

me  und  Archivierung  von  Steuerunterlagen  eine  derart  grosse  Wohnung  zu  mieten. 

Unbelegt  und  zahlenmässig  nicht  näher  beziffert  seien  weiter  die  geltend  gemachten 

Übernachtungen  von  ausländischen  Agenten  und  auswärtigem  Verkaufspersonal  in 

dieser  Wohnung.  Sowieso  bleibe  dabei  unklar,  ob  dafür  nicht  Kostenbeiträge  an  die 

Pflichtige geleistet worden seien. 

e)  Die  Pflichtige  lässt  in  Beschwerde  und  Rekurs  den  Standpunkt  vertreten, 

dass ihr der bis anhin gewährte Abzug von Fr. 18'000.- für eine marktkonforme Miete 

im Sinne eines Steuerrulings auch zukünftig zustehe. Es widerspreche dem Grundsatz 

von  Treu  und  Glauben,  wenn  man  dies  nun  anders  beurteile,  ohne  der  Pflichtigen  

(gemeint wohl vorgängig zur Steuerperiode 2009-2010) mitzuteilen, dass die Vereinba-

rung mit dem Steuerkommissär aus dem Jahre 2002/2003 künftig nicht mehr gelte und 

die Miete nur noch reduziert anerkannt werde. Bis zur Steuerperiode 2008/2009 seien 

die Einschätzungen des kantonalen Steueramtes immer gemäss diesen Vorgaben des 

Steuerkommissärs vorgenommen worden. Auch habe die Steuerbehörde bloss zu un-

tersuchen, ob das Vertragsverhältnis der Gesellschaft mit dem Aktionär einem Drittver-

gleich standhalte und die Konditionen nicht ungewöhnlich, sondern marktkonform sei-

en. Der Aktionär könne mit der Weitervermietung der Wohnung an unabhängige Dritte 

einen  weitaus  höheren  Ertrag  als  Fr.  1'500.-  monatlich  erzielen.  Darauf  verzichte  er 

aber zugunsten der Pflichtigen. 

f) Das Steueramt liess in der Rekurs- und Beschwerdeantwort festhalten, dass 

von  der  Pflichtigen  nie ein Augenschein vor  Ort zur  Klärung  der  Sachlage  angeboten 

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worden sei. Zumindest die Möglichkeit dazu habe man in der Auflage vom 14. Dezem-

ber  2015  thematisiert,  wenn  auch  für  einen  späteren  Zeitpunkt.  Für  einige  Fotos  sei 

davon  ausgehen,  dass  diese  nicht  die  3-Zimmerwohnung  in  Zürich,  sondern  einen 

Arbeitsplatz  in  Deutschland  beträfen.  Es  bleibe  unklar,  warum  die  speziell  den  ge-

schäftlichen  Bedürfnissen  der  Pflichtigen  entsprechende  zweite  Wohnung  von  ihrem 

Aktionär  statt  direkt  von  der  Pflichtigen  selbst  erworben  worden  sei.  Mit  

gelegentlichem  Arbeiten  zuhause  sei  überdies  noch  lange  keine  geschäftsmässige 

Begründetheit der Nutzung der ganzen Wohnung als Arbeitsplatz dargetan. 

3. a) Der in Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung vom 18. April 1999 

(BV)  verankerte  Grundsatz  des  Vertrauensschutzes  bedeutet,  dass  die  Privaten  An-

spruch  darauf  haben,  in  ihrem  berechtigten  Vertrauen  in  behördliche  Zusicherungen 

oder  in  anderes,  bestimmte  Erwartungen  begründendes  Verhalten  der  Behörden  

geschützt  zu  werden  (Häfelin/Müller/Uhlmann,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  7.  A., 

2016, Rz. 624). Zwischen den Grundsätzen des Vertrauensschutzes einerseits und der 

Gesetzmässigkeit (Art. 5 Abs. 1 BV) sowie dem Gebot der rechtsgleichen Behandlung 

anderseits  (Art.  8  BV;  Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Vorbem.  zu  Art.  109-121  N 56 

DBG  bzw.  zu  §§  119-131  N  59  StG)  besteht  ein  Spannungsverhältnis;  dabei  geht  

das Legalitätsprinzip grundsätzlich vor (Häfelin/Müller/Uhlmann, Rz. 626). Als Vertrau-

ensgrundlage, die zur Nichtanwendung einer Gesetzesbestimmung führen kann, kom-

men  u.a.  unrichtige  Auskünfte  und  Zusagen  von  Behörden  in  Frage.  Dabei  hat  die 

Rechtsprechung  Anforderungen  an  den  Vertrauensschutz  entwickelt  (Häfelin/Müller/ 

Uhlmann, Rz. 667 ff.): 

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Eignung der Auskunft zur Begründung von Vertrauen 

Zuständigkeit der Auskunft erteilenden Behörde 

Vorbehaltlosigkeit der Auskunft 

Unrichtigkeit der Auskunft nicht erkennbar 

nachteilige Disposition aufgrund der Auskunft 

keine Änderung des Sachverhalts oder der Gesetzgebung 

Überwiegen  des  Interesses  am  Schutz  des  Vertrauens  in die unrichtige Aus-

kunft gegenüber dem Interesse an der richtigen Rechtsanwendung. 

b)  Einen konkreten  steuerrechtlichen  Vorbescheid (Steuerruling) für  das Jahr 

2002/2003  liess die Pflichtige  nicht  ins  Recht  legen.  Es  ist  auch gemäss der  Schilde-

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rung  der  Pflichtigen  nicht  so,  dass  sie  damals  vorgängig  zur  Steuereinschätzung 

2002/2003 eine verbindliche Auskunft zur als Geschäftsaufwand angemessenen Miet-

preisfestsetzung  einholte,  die  man  "im  Sinne  eines  Steuerrulings"  verstehen  könnte. 

Vielmehr  hat  der  Steuerkommissär  die  geltend  gemachte  Miete  von  Fr. 24'000.-  auf 

Fr. 18'000.- reduziert, was einer Kürzung von einem Viertel entspricht. Mithin lässt sich 

daraus auch implizit kein bindender Vorbescheid für künftige Steuerperioden ableiten. 

c) Soweit sich die Pflichtige überdies auf die betreffend Mietaufwand unverän-

derten  Veranlagungen  und  Einschätzungen  in  darauffolgenden  Steuerperioden  (ab 

2003/2004) und damit auf den Grundsatz von Treu und Glauben beruft, ist ihr zu ent-

gegnen,  dass  die  Einschätzungsbehörde  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  in  jeder 

Steuerperiode  neu  würdigen  und  allenfalls  zu  einer  abweichenden  Beurteilung  kom-

men kann, selbst wenn sich der Sachverhalt nicht geändert hat. Ein Anspruch auf eine 

in  diesem  Sinn  rechtsgleiche  Behandlung  besteht  nicht.  Die  richtige  Anwendung  des 

materiellen  Rechts  geht  somit  grundsätzlich  dem  Vertrauen  in  eine  vorhersehbare 

Rechtanwendung  vor  (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Vorbem.  zu  Art.  109-121  N 80 

DBG bzw. zu §§ 119-131 N 87 StG). 

d) Daher hat das Steueramt zu Recht neu geprüft, ob und in welchem Umfang 

die  geschäftsmässige  Notwendigkeit  des  von  der  Pflichtigen  deklarierten  Mietkosten-

abzug begründet war. 

4. a) Vorab ist festzuhalten, dass ein Augenschein zur Feststellung der Sach-

lage  in  der  vorliegend  zu  untersuchenden  Steuerperiode  2009/10  nicht  (mehr)  als 

zweckdienlich  erscheint.  Die  aktuelle  Einrichtung,  die  man  bei  einem  gegenwärtigen 

Besuch  antreffen  würde,  liesse  wohl  keine  eindeutigen  Rückschlüsse  auf  die  damali-

gen Begebenheiten zu. Ferner ist mit dem Steueramt davon auszugehen, dass die  in 

den  Einschätzungsakten  enthaltenen  Bilder  die  Räumlichkeiten  einer  Wohnung  in 

Deutschland zeigen. Denn im beiliegenden Schreiben vom 23. Januar 2016 erwähnt C 

den Hin- und Rücktransport von Belegen und Unterlagen zu dieser Wohnung. Auf dem 

fünften Foto sieht man auf dem Bürotisch Ordner mit Belegen von C für das Jahr 2010. 

Somit betreffen diese Bilder nicht die Wohnung in Zürich. Als Beweismittel für die Not-

wendigkeit eines Home-Office an der ………strasse … können daher einzig zwei wei-

tere Fotos gewürdigt werden. Auf dem ersten Foto ist ein Arbeitstisch zu sehen, einge-

richtet mit Tischlampe, Laptop, Schreibutensilien und Telefon, davor ein Bürostuhl und 

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daneben auf einem Rollmöbel ein Drucker (Scanner). Das zweite Bild zeigt denselben 

Raum aus grösserer Entfernung und man sieht rechts zwei (vierstufige) Möbel zur Ab-

lage  von  Büroordnern.  Das  Steueramt  durfte  aus  diesen  beiden  Bildern  zu  Recht 

schliessen,  dass  das  Büro  zwar  zweckdienlich,  aber  eher spartanisch eingerichtet  ist. 

Auch ergibt sich daraus nicht, wie die anderen Zimmer genutzt werden und ob tatsäch-

lich ein Archiv existiert (wenn damit etwas Anderes als die Ordnerwand auf dem zwei-

ten Bild gemeint ist). 

b)  Die  Pflichtige  bleibt  damit  den  Nachweis  schuldig,  dass  sie  die  gesamte  

3-Zimmerwohnung an der …….strasse … in Zürich geschäftlich nutzt. Das Steueramt 

hat daher zu Recht einen Grossteil des Mietaufwands aufgerechnet und nur ein einzel-

nes  Zimmer  als  geschäftlichen  Arbeitsplatz  anerkannt  (was  einem  unselbständig  Er-

werbstätigen mit Büroplatz am Arbeitsort als Berufsauslage möglicherweise überhaupt 

nicht zugestanden worden wäre, hier aber zumindest vom Aktionär bereits als Mietzin-

seinnahme versteuert wurde. 

c) Obschon von der Pflichtigen gar nicht beanstandet, ist von Amtes wegen zu 

prüfen,  ob  die  Kostenberechnung  für  das  eine  Arbeitszimmer  richtig  vorgenommen 

worden ist. Gemäss Literatur sind die Kosten eines beruflich notwendigen Arbeitszim-

mers als Anteil an den gesamten Mietkosten bzw. am Eigenmietwert zu beziffern. Da-

bei ist analog der Berechnung zum Unternutzungsabzug vorzugehen und bei Wohnun-

gen  ein  Zimmer  zusätzlich  zur  Gesamtzimmerzahl  einzusetzen.  Zu  diesem Wert  sind 

allenfalls  noch  anteilige  Kosten  für  Heizung,  Beleuchtung  und  Reinigung  hinzuzählen 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 26 N 35 f. DBG und § 26 StG N 35 f.). 

Das Steueramt hat mit einer 5-Zimmer-Wohnung gerechnet und einen Eigen-

mietwert  von  Fr.  25'000.-  eingesetzt.  Letzterer  Wert  entspricht  auch  ungefähr  den 

Fr. 24'000.-,  welche  die  Pflichtige  im  Jahre  2002/2003  als  Geschäftsaufwand  geltend 

machen wollte und ist daher nicht zu beanstanden, zumal der Pflichtigen dadurch keine 

rechnerischen  Nachteile  entstehen.  Hingegen  scheint  bezüglich  der  beiden  Wohnun-

gen  an  der  ……..strasse  …  eine  Verwechslung  vorzuliegen:  Denn  die  5-Zimmer-

Wohnung wird vom Aktionär gemäss eigenen Angaben ausschliesslich privat genutzt, 

nicht  aber  die  3-Zimmer-Wohnung (ursprünglich eine  2-Zimmer-Wohnung mit separa-

tem Lagerraum) im Hochparterre. 

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2 ST.2017.162 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Fraglich ist nun, ob man den Eigenmietwert von Fr. 25'000.- statt durch (5+1) 

= Fr. 4'166.- nicht eher durch (3+1) = Fr. 6'250.- für die 3-Zimmer-Wohnung allein oder 

aber durch (8+1) = Fr. 2'778.- hätte berechnen sollen, da dem Aktionär ja an sich alle 

der total acht Zimmer der beiden Wohnungen zur privaten Nutzung zur Verfügung ste-

hen könnten. Bei Annahme der Richtigkeit der ersten Berechnung würde die Pflichtige 

mit  ihren  Rechtsmittelanträgen  leicht  obsiegen.  Würde  hingegen  Letzteres  als  korrekt 

angenommen,  ergäbe  sich für  die Pflichtige  eine  Höhertaxation. Weniger  abziehbarer 

Mietaufwand  (von  rund  Fr.  1'400.-)  käme  nun  aber  bloss  wegen  einer  ursprünglichen 

Falschberechnung des Steueramts zustande. Zumal 1/3 des bisher für alle drei Zimmer 

zugestandenen Mietaufwands von Fr. 18'000.-, sprich Fr. 6'000.-, auch deutlich näher 

an  den  erstermittelten  Wert  von  Fr.  6'250.-  herankommt,  ist  dieser  als  sachgerechter 

anzusehen und sind daher rund Fr. 6'300.- zum Abzug zuzulassen. 

d)  Unter  Berücksichtigung  des  nunmehr  aufgrund  der  höheren  Mietkosten 

(Fr. 6'300.- ./. Fr. 4'200.-) um Fr. 2'100.- erhöhten Geschäftsaufwands und der Anpas-

sung  der jeweiligen  Steuerrückstellung  ergeben  sich  sowohl  bei  der  direkten  Bundes-

steuer als auch bei den Staats- und Gemeindesteuern folgende Steuerfaktoren: 

Reingewinn gemäss Jahresrechnung  

Fr. 102'866 

zzgl. Aufrechnungen gemäss Einspracheentscheid 

(Fr. 118'466.-) abzgl. Fr. 2'100.- Mietmehraufwand 

Fr. 116'366 

abzgl. auf die Aufrechnungen entfallende Steuern 

Fr.   24'633 

ergibt steuerbarer Reingewinn (gerundet)   

Fr. 194'500 

Eigenkapital gemäss Jahresrechnung 

abzgl. Steuerrückstellung    

ergibt steuerbares Eigenkapital (gerundet)  

Fr. 908'242 

Fr.   24'633 

Fr. 883'000 

5. Gestützt auf diese Erwägungen sind die Beschwerde bzw. der Rekurs teil-

weise  gutzuheissen.  Ausgangsgemäss  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  den  Parteien 

anteilsmässig aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG). Der Pflichti-

gen  ist  aufgrund  ihres  überwiegenden  Unterliegens  keine  Parteientschädigung  zuzu-

sprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundesgesetzes über das 

Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968 sowie § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

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2 ST.2017.162 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise gutgeheissen.  Die Beschwerdeführerin  wird für  die 

direkte Bundessteuer, Steuerperiode 1.2.2009 - 31.1.2010, mit einem steuerbaren 

Gewinn von Fr. 194'500.- (Steuersatz 8.5%) veranlagt.  

Das  steuerbare  Eigenkapital  der  Steuerperiode  1.2.2009  -  31.1.2010  beträgt 

Fr. 883'000.-. 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Rekurrentin  wird  für  die  Staats-  und 

Gemeindesteuern,  Steuerperiode  1.2.2009  -  31.1.2010,  mit  einem  steuerbaren 

Reingewinn von Fr. 194'500.- (Steuersatz 8%) und einem steuerbaren Eigenkapital 

von Fr. 883'000.- (Steuersatz 0.75‰) eingeschätzt. 

[…] 

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