# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2e1d05d-888b-5c46-844e-1e2861194572
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-05-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.05.2010 C-2061/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2061-2008_2010-05-28.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2061/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 8 .  M a i  2 0 1 0

Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), 
Richter Francesco Parrino, Richter Stefan Mesmer,
Gerichtsschreiberin Sabine Uhlmann.

X._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Ausgleichskasse SAK,
Vorinstanz.

Alters- und Hinterlassenenversicherung, Verfügung vom 
24. Januar 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2061/2008

Sachverhalt:

A.
Mit  Eingabe  vom  5. September  2003  beantragte  die  am  _______ 
geborene  X._______  (Beschwerdeführerin),  kosovarische 
Staatsangehörige, die von 1977 bis 1996 (mit Unterbrüchen, vgl. act. 
180, 181, 187, 188, 189) in der Schweiz gearbeitet und Beiträge an 
die Schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 
geleistet  hatte,  bei  der  Schweizerischen  Ausgleichskasse  SAK 
(eingegangen bei der SAK am 17. September 2003) eine Altersrente 
(act. 151). Mit Schreiben vom 1. Oktober 2003 informierte die SAK die 
Beschwerdeführerin  dahingehend,  dass  eine  ordentliche  Altersrente 
ab  Vollendung  des  64.  Altersjahres  gewährt  werden  könne.  Ein 
Vorbezug um ein oder zwei Jahre könne mit einem Kürzungssatz von 
3,4%  (Jahrgang  1939-1947)  bzw.  6,8%  (Jahrgang  1942-1947) 
beantragt werden. Das Gesuch erachte sie als verfrüht (act. 153). Mit 
Eingabe  vom 13. Juli  2005  beantragte  die  Beschwerdeführerin  eine 
um  6,8%  verminderte  Altersrente  (act.  165).  Mit  Schreiben  vom 
2. September  2005 teilte  die  SAK der  Beschwerdeführerin  mit,  dass 
sie  betreffend  Altersrente  einen  formellen  Antrag  bei  der 
Sozialversicherung in Pristina einreichen müsse. Falls sie die gekürzte 
Rente mit zwei Jahren Vorbezug bereits ab 2006 wünsche, müsse sie 
dies auf dem Antrag an entsprechender Stelle vermerken (act. 166).

B.
Mit  Datum  vom  6. April  2006  reichte  die  Beschwerdeführerin  das 
Formular  Ergänzungsblatt  zur  Anmeldung  für  Alters-  oder 
Hinterlassenenrente  ein  mit  dem  Hinweis,  dass  ihr  Ehegatte  am 
22. Dezember  2004  verstorben  sei  (vgl.  hiezu  act.  128,  217). 
Ausserdem  vermerkte  sie  unter  Ziff.  15  des  Antragsformulars:  der 
Antrag  sei  im  Dezember  2005  bei  der  "Administrata  pensionale  e 
Kosoves/Pristina eingereicht worden. Die Nummer des Antrages laute: 
08/281/05 (act. 169-172). Mit Verfügung vom 17. Mai 2006 sprach die 
SAK  der  Beschwerdeführerin  eine  Witwenrente  in  Form  einer 
einmaligen Abfindung von Fr. 3'457.-- zu (act. 208). Am 23.  Mai 2006 
reichte  die  Beschwerdeführerin  durch  den  kosovarischen  Sozialver-
sicherungsträger (ehemals serbischen Sozialversicherungsträger) das 
mit  Anmeldedatum  vom  15. Februar  2005  (Überprüfungsdatum  der 
zuständigen  Behörde  23. Mai  2006,  Antragsnummer  08/281/05) 
versehene  Formular  Anmeldung  für  eine  Hinterlassenenrente  für 
Personen  mit  Wohnsitz  ausserhalb  der  Schweiz  bei  der  SAK  ein 

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(eingegangen  am  29. Mai  2006)  (act.  212-215).  Am  4. Januar  2007 
ging  bei  der  SAK  das  mit  dem  Stempel  des  kosovarischen 
Sozialversicherungsträgers  versehene  Formular  Anmeldung  für  eine 
Altersrente für Personen mit Wohnsitz ausserhalb der Schweiz ein, auf 
dem  drei  Daten  aufgeführt  waren:  13.  November  2006  (Datum  der 
Unterschrift),  17. November 2006 (als Anmeldungsdatum bezeichnet) 
sowie  19. Dezember  2006  (als  Überprüfungsdatum  durch  die 
zuständige Behörde gekennzeichnet). Auf dem Formular vermerkte die 
Beschwerdeführerin  unter  Ziff.  5,  dass  sie  den  Vorbezug  der 
Altersrente wünsche, nicht aber um mindestens 1 Jahr (act. 231-235). 
Am 21. Februar 2007 teilte die SAK der Beschwerdeführerin mit, dass 
sie  ab Juni  2007 Anspruch auf  eine Altersrente  habe (act. 236). Mit 
Schreiben  vom  27. März  2007  machte  die  Beschwerdeführerin 
geltend, dass sie bereits einen Antrag um Vorbezug der Altersrente um 
zwei  Jahre  eingereicht  habe.  Auf  Aufforderung  der  SAK  vom 
10. Oktober  2003 und 2. September  2005 habe sie die notwendigen 
Unterlagen  dem  kosovarischen  Sozialversicherungsträger  gesendet, 
der  die  Formulare  der  SAK  weitergeleitet  habe.  Somit  habe  sie 
Anspruch auf monatliche Leistungen ab 19. Mai 2006 (act. 256).

C.
Mit  Verfügung  vom  15. Juni  2007  sprach  die  SAK  der 
Beschwerdeführerin  eine  um  ein  Jahr  vorbezogene  ordentliche 
Altersrente  von Fr. 606.--  mit  Wirkung ab 1. Juni  2007 zu (act. 291-
294).

D.
Mit Schreiben vom 30. Juli 2007 ersuchte die Beschwerdeführerin um 
Berechnung bzw. Auszahlung der Altersrente ab 10. September 2003; 
sie  befinde  sich  in  einer  finanziell  schwierigen  Situation  und  bitte 
daher um Auszahlung der Rente in Form einer einmaligen Abfindung 
(act. 297). 

E.
Mit  Eingabe  vom  7. August  2007  ersuchte  die  Beschwerdeführerin 
erneut um Auszahlung der Rente in Form einer einmaligen Abfindung 
(act.  302).  Mit  Schreiben  vom  23. August  2007  teilte  die  SAK  der 
Beschwerdeführerin mit, dass eine einmalige Abfindung nicht gewährt  
werden könne. Die Rente bereits ab 2003 auszuzahlen, sei aufgrund 
ihres  Alters  nicht  möglich. Das  ordentliche  Rentenalter  liege  bei  64 

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Jahren, frühmöglichstes Bezugsdatum sei mit 62 Jahren, "so wie bei 
Ihnen" (act. 301). 

F.
Mit undatierter Eingabe (bei der SAK eingegangen am 5. September 
2007)  reichte  die  Beschwerdeführerin  gegen  die  Verfügung  vom 
15. Juni  2007  Einsprache  ein  und  beantragte  den  Vorbezug  einer 
Altersrente um zwei Jahre bzw. ab 1. Juni 2006 und die Nachzahlung 
der Rente in der Höhe von Fr. 7'000.--. Sie machte im Wesentlichen 
geltend,  auf  die  Schreiben  der  SAK  vom  1. Oktober  2003, 
2. September  2005  und  21. Februar  2007  geantwortet  und  die 
verlangten Unterlagen der Rentenverwaltung in Kosovo sowie der SAK 
eingereicht  zu  haben.  Zudem  habe  sie  bereits  im  Jahr  2003  einen 
entsprechenden Antrag eingereicht (act. 317).

G.
Mit  Einspracheverfügung  vom  24. Januar  2008  wies  die  SAK  die 
undatierte  Einsprache  der  Beschwerdeführerin  ab.  Zur  Begründung 
führte  sie  mit  Verweis  auf  Art.  40  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember 1946 über die Alters-  und Hinterlassenenversicherung 
(AHVG, SR 831.10) aus, ein zweijähriger Vorbezug der Altersrente sei 
im  Zeitpunkt  des  Eingangs  des  am  19. Dezember  2006  gestellten 
Antrages (bei  der SAK eingegangen am 4. Januar  2007)  nicht  mehr 
möglich  gewesen;  ein  Vorbezug  der  ordentlichen  Altersrente  könne 
nicht  rückwirkend  geltend  gemacht  werden  (Art.  67  Abs.  1bis der 
Verordnung  vom  31. Oktober  1947  über  die  Alters-  und 
Hinterlassenenversicherung  [AHVV,  SR  831.101]).  Das  Gesuch  auf 
Vorbezug der  Altersrente  hätte  spätestens vor Ende des Monats,  in 
welchem das  62.  Altersjahr  erreicht  worden  sei,  eingereicht  werden 
müssen (mit Hinweis auf Rz. 6103 und 6104 der Wegleitung über die 
Renten  [RWL]  in  der  Eidgenössischen  Alters-,  Hinterlassenen-  und 
Invalidenversicherung).  Im  Schreiben  vom  5. September  2003  habe 
sich  die  Beschwerdeführerin  zwar  über  die  Möglichkeit  eines 
Rentenvorbezugs  erkundigt,  im  Anschluss  auf  die  Antwort  der  SAK 
jedoch nie explizit einen Antrag gestellt. Ebenfalls sei auf dem Antrag 
auf eine Witwenrente vom 23. Mai 2006 (bei der SAK eingegangen am 
29.  Mai  2007)  nichts  vermerkt  gewesen  betreffend  Rentenvorbezug 
(act. 318-320). 

H.
Mit  Eingabe  vom 17. März  2008,  der  Post  übergeben  am  18. März 

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2008,  erhob  die  Beschwerdeführerin  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragte  die  Aufhebung  der 
Verfügung vom 15. Juni 2007 und die Gewährung der Altersrente ab 
1. Juni 2006. Zur Begründung führte sie insbesondere aus, dass sie 
bereits  mit  Schreiben  vom  5. September  2003  einen  Antrag  auf 
Vorbezug der Rente um zwei Jahre bzw. ab 1. Juni 2006 eingereicht 
habe.  Aufgrund  der  Schreiben  vom  1. Oktober  2003,  2. September 
2005 und 21. Februar 2007 habe sie die notwendigen Unterlagen der 
SAK  und  der  Rentenverwaltung  in  Kosovo  eingereicht.  Die  von  der 
SAK ausgefüllten Formulare habe sie unterzeichnet wieder retourniert  
(BVGer act. 1). 

I.
Auf  Aufforderung  der  Instruktionsrichterin  (vgl.  Brief  vom  10. April 
2008,  BVGer  act.  2)  gab  die  Beschwerdeführerin  ein 
Zustellungsdomizil in der Schweiz bekannt (BVGer act. 3).

J.
Mit Vernehmlassung vom 20. Mai 2008 beantragte die Vorinstanz die 
Abweisung der Beschwerde und Bestätigung der angefochtenen Ver-
fügung. Mit Verweis auf Art. 40 Abs. 1 AHVG führte sie insbesondere 
aus,  dass  Altersrenten  nur  ein  oder  zwei  Jahre  vorbezogen werden 
könnten. Die  Beschwerdeführerin  sei  am _______ geboren. Der  An-
spruch auf eine Altersrente sei somit am 1. Juni 2008 entstanden. Die 
Gewährung der Leistungen ab Juni 2003 sei folglich nicht möglich. Des 
Weiteren sei festzustellen, dass sich in den Rentenakten drei Antrags-
formulare auf Leistungen befänden: zwei Anträge auf Hinterbliebenen-
leistungen  mit  Datum  vom  6. April  2006  und  15. Februar  2005 
(attestiert  vom  zuständigen  Sozialversicherungsträger  am  23. Mai 
2006, bei der SAK eingegangen am 29. Mai 2006) und einen Antrag 
auf  Vorbezug  der  Altersleistungen  (bei  der  SAK  eingegangen  am 
4. Januar 2007), auf dem die Daten 13. und 17. November 2006 sowie 
19. Dezember  2006  aufgeführt  seien  (Letzteres  versehen  mit  einem 
Stempel  der  zuständigen  Behörde).  Anzumerken  sei,  dass  die 
Schreiben  der  Beschwerdeführerin  vom  5. September  2003  und 
13. Juli 2005 einerseits verfrüht eingereicht worden seien, andererseits 
nicht  auf  einem Antragsformular erfolgten,  weshalb die Beschwerde-
führerin  keinen  Anspruch  aus  diesen  Schreiben  geltend  machen 
könne.  Ein  offizieller  Antrag  auf  eine  vorbezogene  Altersrente  sei 
erstmals am 19. Dezember  2006 erfolgt,  allfällige  rückwirkende Aus-
zahlungen  von  Leistungen  widersprächen  den  gesetzlichen  Be-

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stimmungen.  Ausserdem  sei  kürzlich  betreffend  der  Gesuchstellung 
von im Ausland wohnhaften Versicherten die Praxis anerkannt worden, 
dass jenes Datum der Einreichung des Gesuchs als massgebend zu 
anerkennen  sei,  welches  vom  ausländischen  Sozialversicherungs-
träger auf dem Antragsformular attestiert werde (BVGer act. 6).

K.
Mit  Verfügung  vom  28. Mai  2008  wurde  der  Beschwerdeführerin 
Gelegenheit  gegeben,  eine  Replik  einzureichen  (BVGer  act.  7).  Die 
Beschwerdeführerin  liess  sich  innert  der  gesetzten  Frist  nicht 
vernehmen,  worauf  der  Schriftenwechsel  mit  Verfügung vom 18. Juli 
2008 abgeschlossen wurde (BVGer act. 8). 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Anfechtungsobjekt  ist  vorliegend  die  Einspracheverfügung  der  SAK 
vom  24. Januar  2008,  mit  welcher  das  Gesuch  um  Vorbezug  der 
Altersrente um 2 Jahre abgewiesen wurde. 

2.
Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 
(VGG, SR 173.32) in Verbindung mit Art. 33 Bst. d VGG und Art. 85bis 

Abs. 1  AHVG  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
von  Personen  im  Ausland  gegen  Verfügungen  der  Schweizerischen 
Ausgleichskasse. Es liegt keine Ausnahme im Sinne von Art.  32 VGG 
vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  zur  Beurteilung  der 
Beschwerde zuständig.

2.1 Aufgrund von Art. 3 Bst. dbis des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) findet 
das VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungsrechtssachen, so-
weit  das  Bundesgesetz  vom 6. Oktober  2000  über  den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 830.1) anwendbar  ist. 
Gemäss Art. 1 Abs. 1 AHVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die 
im  ersten  Teil  geregelte  Alters-  und  Hinterlassenenversicherung  an-
wendbar, soweit das AHVG nicht ausdrücklich eine Abweichung vom 
ATSG vorsieht.

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2.2 Die Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen Einsprache-
entscheid  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  dessen 
Aufhebung oder Änderung, so dass sie im Sinne von Art. 59 ATSG be-
schwerdelegitimiert ist.

2.3 Gemäss Art. 50 Abs. 1 VwVG (vgl. Art. 60 Abs. 1 ATSG) ist  die 
Beschwerde  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  der  Verfügung 
einzureichen.  Der  angefochtene  Einspracheentscheid  datiert  vom 
24. Januar 2008, die Beschwerde vom 17. März 2008 ist am 18. März 
2008  der  kosovarischen  Post  übergeben  worden  und  am  31. März 
2008  beim  Bundesverwaltungsgericht  eingegangen.  Da  der 
Einspracheentscheid nicht  eingeschrieben versendet  worden ist,  das 
Zustellungsdatum  daher  nicht  eruiert  werden  kann,  und  der 
Zustellungsbeweis  der  Verwaltung  obliegt  (UELI KIESER,  Das 
Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, Zürich 1999, S. 166 
Rz.  364  mit  Hinweisen),  muss  zu  Gunsten  der  Beschwerdeführerin 
davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Beschwerde  beim 
Bundesverwaltungsgericht  rechtzeitig  eingegangen  ist.  Da  die 
Beschwerde  im  Übrigen  formgerecht  eingereicht  wurde,  ist  auf  sie 
einzutreten (Art. 52 Abs. 1 VwVG).

3.
Nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  sind  in 
verfahrensrechtlicher  Hinsicht  diejenigen  Rechtssätze  massgebend, 
welche  im  Zeitpunkt  der  Beschwerdebeurteilung  Geltung  haben 
(BGE 130 V 1 E. 3.2), unter Vorbehalt spezialgesetzlicher Übergangs-
bestimmungen. In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich die-
jenigen  Rechtssätze  massgebend,  die  bei  der  Erfüllung  des  zu 
Rechtsfolgen führenden Sachverhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 
E. 2.3, BGE 134 V 315 E. 1.2).

3.1 Die Beschwerdeführerin ist Staatsangehörige von Kosovo und lebt 
dort. Nach dem Zerfall der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien blie-
ben  zunächst  die  Bestimmungen  des  Abkommens  zwischen  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Föderativen Volksrepub-
lik  Jugoslawien  über  Sozialversicherung  vom  8. Juni  1962 
(SR 0.831.109.818.1) für alle Staatsangehörigen des ehemaligen Ju-
goslawiens  anwendbar  (BGE 126 V 203  E. 2b,  122 V 382  E. 1, 
119 V 101  E. 3).  Zwischenzeitlich  hat  die  Schweiz  mit  Nachfolge-
staaten des ehemaligen Jugoslawiens (Kroatien, Slowenien, Mazedo-
nien), nicht aber mit Serbien oder mit der im Februar 2008 als Staat 

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anerkannten Republik Kosovo, neue Abkommen über Soziale Sicher-
heit abgeschlossen. Gemäss Bundesratsbeschluss vom 16. Dezember 
2009 wird darauf verzichtet, ab dem Zeitpunkt der Unabhängigkeit der 
Republik Kosovo die zwischen der Schweiz und der Republik Serbien 
geltenden  bilateralen  Abkommen  im  Verhältnis  zu  Kosovo  anzu-
wenden. Laufende Altersrenten geniessen jedoch gemäss Art. 25 des 
schweizerisch-jugoslawischen  Sozialversicherungsabkommens den 
Besitzstand,  weshalb  diese  weiterhin  an  Staatsangehörige  der 
Republik Kosovo mit Wohnsitz in Kosovo ausgerichtet werden. 

Die  Beschwerdeführerin  bezieht  seit  dem  1. Juni  2007  eine  Alters-
rente.

Vorliegend findet somit grundsätzlich das schweizerisch-jugoslawische 
Sozialversicherungsabkommen  vom  8. Juni  1962  weiterhin 
Anwendung.  Nach  Art. 2  dieses  Abkommens  stehen  die 
Staatsangehörigen der Vertragsstaaten in ihren Rechten und Pflichten 
aus  den  in  Art. 1  genannten  Rechtsvorschriften,  zu  welchen  die 
schweizerische  Bundesgesetzgebung  über  die  Alters-  und 
Hinterlassenenversicherung  gehört,  einander  gleich,  soweit  nichts 
anderes  bestimmt  ist.  Bestimmungen,  die  hinsichtlich  der 
Voraussetzungen des Anspruchs auf eine schweizerische Altersrente 
sowie der anwendbaren Verfahrensvorschriften von dem in Art. 2 des 
Abkommens  aufgestellten  Grundsatz  der  Gleichstellung  abweichen, 
finden  sich  weder  im  Abkommen  selbst  noch  in  den  seitherigen 
schweizerisch-jugoslawischen Vereinbarungen.

4.
Die Beschwerdeführerin beantragt den Vorbezug der Altersrente um 2 
Jahre  bei  einem  Kürzungssatz  von  6,8%,  bzw. die  Auszahlung  der 
Altersrente ab Vollendung ihres 62. Altersjahres, d.h. ab 1. Juni 2006. 
Sie  macht  geltend,  bereits  am  5. September  2003  und  am  13. Juli 
2005 einen entsprechenden Antrag eingereicht zu haben. 

Die Vorinstanz hingegen macht geltend, die Beschwerdeführerin habe 
erst am 19. Dezember 2006 einen formellen Antrag auf Vorbezug der 
Rente um zwei Jahre eingereicht. Auf die Schreiben vom 5. September 
2003  und  13. Juli  2005  könne  nicht  abgestellt  werden,  da  diese 
Eingaben  einerseits  verfrüht  eingereicht  worden  seien,  andererseits 
nicht durch ein offizielles Rentenantragsformular erfolgten. 

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4.1 Gemäss  Art.  21  Abs.  1  b  AHVG  haben  Frauen,  welche  das 
64. Altersjahr  vollendet  haben,  Anspruch  auf  eine  Altersrente. Nach 
Abs. 2 entsteht der Anspruch am ersten Tag des Monats, welcher der 
Vollendung des gemäss Absatz 1 massgebenden Altersjahres folgt. Er 
erlischt mit dem Tod.

Unbestritten  ist,  dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Vollendung  des 
64. Altersjahres  am  _______  Anspruch  auf  eine  ordentliche 
Altersrente seit dem 1. Juni 2008 hat. 

4.1.1 Nach Art. 40 Abs. 1 AHVG können Männer und Frauen, welche 
die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine ordentliche Altersrente 
erfüllen,  die  Rente  ein  oder  zwei  Jahre  vorbeziehen.  Der  Renten-
anspruch  entsteht  in  diesen  Fällen  für  Männer  am  ersten  Tag  des 
Monats nach Vollendung des 64. oder 63. Altersjahres, für Frauen am 
ersten Tag des Monats nach Vollendung des 63. oder 62. Altersjahres. 
Während  der  Dauer  des  Rentenvorbezuges  werden  keine  Kinder-
renten  ausgerichtet.  Nach  Abs.  2  werden  vorbezogene  Altersrenten 
sowie die Witwen-, Witwer- und Waisenrenten gekürzt.

4.1.2 Gemäss Art. 67 Abs. 1 AHVV wird der Anspruch auf eine Rente 
durch Einreichen eines ausgefüllten Anmeldeformulars bei der gemäss 
den  Artikeln  122  ff.  AHVV  zuständigen  Ausgleichskasse  geltend 
gemacht. Als  rechtsgültige Anmeldung gilt  grundsätzlich nur das auf 
amtlichem  Formular  schriftlich  eingereichte  Leistungsbegehren  (vgl.  
ZAK  1975,  S.  377).  Macht  der  Versicherte  seinen  Anspruch  durch 
formloses  Schreiben  geltend,  so  hat  ihm  die  Versicherung  ein 
entsprechendes Formular zur Ausfüllung zuzustellen, wobei jedoch die 
Wirkungen  der  Anmeldung  auf  den  Eingang  des  ersten  Schreibens 
zurückbezogen werden (ZAK 1984, S. 404). Nach Abs. 1bis kann der 
Anspruch auf den Vorbezug der ordentlichen Altersrente nur durch den 
Rentenansprecher  oder  dessen  gesetzlichen  Vertreter  angemeldet 
werden.  Der  Anspruch  kann  nicht  rückwirkend  geltend  gemacht 
werden. 

Die Anmeldung muss bei der zuständigen Ausgleichskasse spätestens 
im Monat der Vollendung des für den Vorbezug massgebenden Alters-
jahres geltend gemacht werden (vgl. Rz. 1109 in RWL).

4.2 Im  Schreiben  vom  5. September  2003  wies  die  Beschwerde-
führerin darauf hin, mehrere Jahre in der Schweiz gearbeitet zu haben, 
und  sie  erkundigte  sich  bei  der  SAK  nach  den  Bedingungen  eines 

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Rentenbezugs. Die  SAK teilte  der  Beschwerdeführerin  daraufhin  mit 
(vgl. Schreiben vom 1. Oktober 2003, act. 153), dass der Anspruch auf 
eine  Rente  nach  Vollendung  des  64. Altersjahres  entstünde,  diese 
aber  bei  entsprechendem  Antrag  auch  vorbezogen  werden  könne. 
Auch wenn die SAK die Beschwerdeführerin über die Modalitäten des 
Rentenanspruchs  aufklärte  bzw. sie  darauf  hinwies,  dass  die  Rente 
vorbezogen  werden  könne,  kann  das  fragliche  Schreiben  nicht  als 
Antrag auf Vorbezug einer Rente qualifiziert werden; es enthält keine 
Hinweise, die darauf schliessen liessen, dass explizit ein Vorbezug der 
Altersrente beantragt worden wäre. Die Vorinstanz hat somit zu Recht 
nicht auf das Schreiben vom 5. September 2003 abgestellt. 

4.3 Mit formloser Eingabe vom 13. Juli 2005 (act. 165) (eingegangen 
bei der SAK am 8. August 2005) wies die Beschwerdeführerin auf das 
Schreiben  der  SAK  vom  1. Oktober  2003  hin,  worin  sie  über  die 
Bedingungen  einer  Altersrente  und  einen  möglichen  Vorbezug 
aufgeklärt  worden  war. Sie  erklärte  sinngemäss,  mit  Schreiben  vom 
17. September  2003  einen  Antrag  auf  Ausrichtung  einer  Altersrente 
eingereicht  zu  haben,  worauf  sie  von  der  SAK  mit  Schreiben  vom 
1. Oktober 2003 dahingehend informiert worden sei, dass sie eine um 
6,8% verminderte Rente beantragen könne. Aufgrund der schlechten 
materiellen Bedingungen beantrage sie nun die Gewährung einer um 
6,8% verminderten Rente. 

In der Folge wurde sie von der SAK mit Schreiben vom 2. September 
2005  darauf  hingewiesen,  dass  sie  einen  formellen  Antrag  bei  der 
Sozialversicherung  in  Pristina  einreichen  müsse;  falls  sie  einen 
Rentenvorbezug  um  2  Jahre  wünsche,  müsse  sie  dies  auf  dem 
entsprechenden  Formular  unbedingt  vermerken  (act.  166).  Am 
4. Januar  2007  erhielt  sodann  die  SAK  das  ausgefüllte 
Anmeldeformular  für  eine  Altersrente,  datiert  vom  13.  und 
17. November  2006  sowie  der  behördlichen  Bestätigung  vom 
19. Dezember  2006,  mit  welchem  die  Beschwerdeführerin  den 
Rentenvorbezug  beantragte.  Damit  ist  die  Anmeldung  für  einen 
Rentenvorbezug bei der SAK rechtsgültig eingegangen. 

Wie unter E. 4.1.2 ausgeführt, sind die Wirkungen der Anmeldung auf  
das  erste  formlose  eingereichte  Schreiben  zurückzubeziehen,  wenn 
auf  Aufforderung  der  Versicherung  ein  ausgefülltes  Antragsformular 
nachgereicht wird. 

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Mit  Eingabe  vom  13. Juli  2005  hat  die  Beschwerdeführerin  einen 
Rentenantrag eingereicht. Indem sie geltend machte  mit  Verweis auf 
den einschlägigen Brief der SAK vom 1. Oktober 2003, sie ersuche um 
Anerkennung der Rente zu einem Kürzungssatz von 6,8%, hat sie den 
Antrag auf Vorbezug der Rente um 2 Jahre hinreichend dargelegt. Auf 
das formlos eingereichte Schreiben kann somit abgestellt werden (vgl. 
Urteil  des  BGer  H  416/00  vom 30. April  2001;  vgl.  auch  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts C-665/2008 vom 30. März 2010 E. 5.6). 

Die  Beschwerdeführerin  hat  am  19. Mai  2006  das  62. Altersjahr  er-
reicht; der Antrag vom 13. Juli 2005 ist bei der SAK am 8. August 2005 
eingegangen und somit rechtzeitig eingereicht.  

4.4 Zusammenfassend ist  festzustellen, dass die Beschwerde gutzu-
heissen und die angefochtene Verfügung vom 24. Januar 2008 aufzu-
heben ist. Der Beschwerdeführerin ist  eine um 2 Jahre vorbezogene 
Altersrente  zu  gewähren.  Die  Sache  ist  zur  Neuberechnung  und 
Nachzahlung der Altersrente an die Vorinstanz zurückzuweisen.

5.
Das Verfahren ist für die Parteien kostenlos (Art. 85bis Abs. 2 AHVG).

5.1 Da  der  obsiegenden  Beschwerdeführerin,  welche  nicht  berufs-
mässig vertreten war, keine verhältnismässig hohen Kosten  entstan-
den sind und diese auch zu Recht keinen entsprechenden Antrag ge-
stellt hat, ist keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 
VwVG und Art. 7 Abs. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]). 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die angefochtene Verfügung vom 24. Januar 2008 wird aufgehoben. 

2.
Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Vorbezug der Altersrente um 
zwei Jahre wird gutgeheissen. Die Sache wird zur Neuberechnung und 
Nachzahlung der Altersrente an die Vorinstanz zurückgewiesen.

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3.
Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben,  und  es  wird  keine 
Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Franziska Schneider Sabine Uhlmann

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit  
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

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