# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f0cb00a3-19eb-5027-9873-e022dd0c14b9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 28.05.2020 B 2019/241
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2019-241_2020-05-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2019/241

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 19.06.2020

Entscheiddatum: 28.05.2020

Entscheid Verwaltungsgericht, 28.05.2020
Ausländerrecht. Widerruf der Aufenthaltsbewilligung. Nachehelicher 
Härtefall. Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland. 
Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG. Trotz Vorliegen fachärztlicher 
Therapieberichte konnte die häusliche Gewalt gestützt auf die 
umfangreichen Abklärungen im Strafverfahren und den daraus 
entnommenen undifferenzierten Angaben der Beschwerdeführerin nicht 
glaubhaft gemacht werden. Hingegen besteht hinsichtlich der starken 
Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland 
Abklärungsbedarf. Es ist nicht auszuschliessen, dass die 
Beschwerdeführerin aufgrund ihres Status als geschiedene Frau im 
aktuellen Gesellschaftssystem in Sri Lanka mit Diskriminierung oder 
Ächtung rechnen müsste. Teilweise Gutheissung der Beschwerde und 
Rückweisung zu weiteren Abklärungen (Verwaltungsgericht, B 2019/241).

Entscheid vom 28. Mai 2020

Besetzung

Abteilungspräsident Eugster; Verwaltungsrichterin Reiter, Verwaltungsrichter Zogg; 

Gerichtsschreiberin Schambeck

Verfahrensbeteiligte

X.__,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Severin Bischof, Degginger Bischof Zlabinger, 

St. Leonhard-Strasse 20, Postfach 123, 9001 St. Gallen,

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gegen

Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 

9001 St. Gallen,

Vorinstanz,

Gegenstand

Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung

 

Das Verwaltungsgericht stellt fest:

a.

X.__ wurde am 18. August 1992 geboren und ist Staatsangehörige von Sri Lanka. Sie 

reiste am 9. Mai 2016 zur Vorbereitung der Heirat mit dem in der Schweiz 

niedergelassenen Landsmann Y.__ in die Schweiz ein (Visumserteilung für drei Monate, 

act. Migrationsamt X.__ [nachfolgend: MA X] 71) und heiratete diesen am 1. Juli 2016. 

Im Rahmen des Familiennachzuges wurde ihr am 15. Juli 2016 eine 

Aufenthaltsbewilligung erteilt (act. MA X 79).

b.

Am 6. Dezember 2016 ging beim Migrationsamt des Kantons St. Gallen vom 

Einwohneramt der Stadt G.__ eine Wegzugsmeldung für X.__ ein. Gemäss dieser 

meldete sich X.__ am 30. November 2016 per 5. Dezember 2016 für sechs bis sieben 

Monate nach Sri Lanka ab (act. MA X 100 f.). Einen Tag darauf meldete der Ehemann 

X.__ bei der Polizei G.__ als vermisst (act. MA X 103 ff.). Die von der Polizei getätigte 

Vermisstensuche blieb erfolglos und die damit verbundenen Abklärungen führten zu 

keinen Erkenntnissen. Am 6. Juni 2017 tauchte X.__ in Basel auf. Anlässlich der 

polizeilichen Befragung gab sie an, dass sie von ihrem Ehemann entführt und an einem 

ihr unbekannten Ort festgehalten worden sei. Zudem sei sie seit der Heirat regelmässig 

von ihrem Ehemann geschlagen und psychisch unter Druck gesetzt worden.

c.

Mit Entscheid des Familienrichters des Kreisgerichts St. Gallen vom 27. Oktober 2017 

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betreffend Eheschutzmassnahmen wurde davon Kenntnis genommen, dass die 

Ehegatten getrennt leben. Zudem wurde ein Kontaktverbot verhängt (act. MA X 270 ff.).

d.

Das Untersuchungsamt G.__ stellte das Strafverfahren gegen Y.__ betreffend 

Freiheitsberaubung und Entführung, Tätlichkeiten in der Ehe sowie Nötigung mit 

Verfügung vom 15. Dezember 2017 ein. Es stellte fest, dass sich die überprüfbaren 

Aussagen von X.__ allesamt als falsch herausgestellt hätten. Ausser ihren Aussagen 

gäbe es keine Beweismittel, die für eine Verurteilung sprechen würden.

e.

Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs verlängerte das Migrationsamt die 

Aufenthaltsbewilligung von X.__ mit Verfügung vom 25. April 2018 nicht, verweigerte 

die Unterbreitung des Falls an das Staatssekretariat für Migration (SEM) und wies sie 

an, die Schweiz spätestens nach 60 Tagen nach Rechtskraft der Verfügung zu 

verlassen. Es kam im Wesentlichen zum Schluss, dass X.__ lediglich fünf Monate in 

ehelicher Gemeinschaft gelebt habe. Die geforderte Mindestdauer der 

Ehegemeinschaft von drei Jahren werde nicht erfüllt. Ein wichtiger Grund zum Verbleib 

in der Schweiz liege ebenfalls nicht vor. Die Schilderungen von X.__ hinsichtlich der 

ehelichen Gewalt seien durch die Abklärungen der Polizei teilweise widerlegt worden 

und würden insgesamt unglaubwürdig erscheinen. Auch sei keine starke Gefährdung 

der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland gegeben. Sie halte sich erst seit 

kurzer Zeit in der Schweiz auf und kenne die Lebensumstände im Heimatland. Ihre 

Behauptung, ihre Eltern würden bei einer Rückkehr nichts mehr von ihr wissen wollen, 

erscheine wenig glaubwürdig (act. MA X 246 ff.). Den gegen diesen Entscheid 

erhobenen Rekurs wies das Sicherheits- und Justizdepartement mit Entscheid vom 24. 

Oktober 2019 ab.

B.

X.__ (Beschwerdeführerin) reichte am 8. November 2019 und mit Ergänzung vom 16. 

Dezember 2019 durch ihren Rechtsvertreter Beschwerde gegen den Entscheid des 

Sicherheits- und Justizdepartements (Vorinstanz) beim Verwaltungsgericht ein. Sie 

stellte den Antrag auf Aufhebung des Entscheids der Vorinstanz und Erteilung der 

Aufenthaltsbewilligung, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zudem ersuchte sie 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und Rechtsverbeiständung.

Entsprechend dem Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

verzichtete der Abteilungspräsident mit Schreiben vom 6. Februar 2020 auf die 

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Erhebung eines Kostenvorschusses.

Mit Vernehmlassung vom 20. Januar 2020 schloss die Vorinstanz auf Abweisung der 

Beschwerde und verwies zur Begründung auf die Erwägungen des angefochtenen 

Entscheids.

Auf die Erwägungen der angefochtenen Entscheide und die Ausführungen der 

Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge sowie die Akten wird, soweit für 

den Entscheid relevant, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

 

Darüber zieht das Verwaltungsgericht in Erwägung:

1. (…)

2.

Mit der am 1. Januar 2019 in Kraft getretenen Revision des (vormaligen) 

Ausländergesetzes (Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer; AuG), 

welches neu Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die 

Integration (AIG, SR 142.20) heisst, erfuhr das Gesetz einige – für die vorliegende 

Streitsache indes nicht massgebende – Anpassungen. Art. 126 Abs. 1 AIG bestimmt, 

dass auf Gesuche, die vor dem Inkrafttreten des AIG eingereicht worden sind, das 

bisherige materielle Recht anwendbar bleibt. Das Verfahren richtet sich demgegenüber 

nach dem neuen Recht (Art. 126 Abs. 2 AIG). Die Beschwerdeführerin und ihr Ex-Mann 

leben seit dem 1. Dezember 2016 bzw. 6. Juni 2017 getrennt und die anschliessende 

Überprüfung der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung wurde mit Verfügung vom 

25. April 2018 abgeschlossen. Folglich ist die Angelegenheit nach dem bis zum 

31. Dezember 2018 geltenden Ausländergesetz (AuG) in der Fassung vom 1. Oktober 

2015 zu beurteilen.

3.  

Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundeverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

(SR 101, BV), Art. 4 lit. c der Verfassung des Kantons St. Gallen (sGS 111.1, KV), Art. 6 

Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (SR 

3.1. 

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0.101, EMRK) und Art. 14 Ziff. 1 des Internationalen Paktes über bürgerliche und 

politische Rechte (SR 0.103.2, UNO-Pakt II) haben die Parteien Anspruch auf 

rechtliches Gehör. Dieser ist formeller Natur. Seine Verletzung führt ungeachtet der 

materiellen Begründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur 

Aufhebung des angefochtenen Entscheids (BGE 144 I 11 E. 5.3). Aus dem Anspruch 

auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV fliesst zunächst die Pflicht der Behörden, 

die Vorbringen der von einem Entscheid in ihrer Rechtsstellung betroffenen Person 

tatsächlich zu hören, zu prüfen und in der Entscheidfindung zu berücksichtigen (BGE 

136 I 229 E. 5.2, BGer 2C_432/2016 vom 26. Januar 2018 E. 3.2.1). Als weiteren 

Teilgehalt umfasst der Anspruch auf rechtliches Gehör die Begründungspflicht. 

Letztere verlangt jedoch nicht, dass sich die Rechtsmittelinstanz mit sämtlichen 

vorgebrachten Sachverhaltselementen, Beweismitteln und Rügen auseinandersetzt. 

Vielmehr kann sie sich auf die wesentlichen Überlegungen, welche zum Entscheid 

geführt haben, beschränken, selbst wenn diese fehlerhaft sind. Die Begründung soll 

dem Betroffenen ermöglichen, die Tragweite des Entscheides zu erfassen und diesen 

in Kenntnis der Überlegungen der Rechtsmittelinstanz anzufechten (BGE 143 III 65 E. 

5.2, 141 III 28 E. 3.2.4, BGer 2C_397/2018 vom 1. Mai 2019 E. 3.2, 2D_14/2018 vom 

13. August 2018 E. 3.1.1). Die Begründungspflicht ist nur dann verletzt, wenn die 

Rechtsmittelinstanz auf die für den Ausgang des Verfahrens wesentlichen Vorbringen 

selbst implizit nicht eingeht (BGer 2C_878/2018 vom 23. Januar 2020 E. 3.2).

Die Beschwerdeführerin wirft der Vorinstanz eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

vor, weil sich diese nicht mit dem von der Beschwerdeführerin beigebrachten 

Beweisaussagen einer möglichen Zwangsverheiratung bei einer Rückkehr in ihr 

Heimatland befasst habe. Die Thematik der Zwangsheirat sei mit keiner einzigen Silbe 

erwähnt. Auch habe die Vorinstanz die beantragten Beweisaussagen der 

Beschwerdeführerin nicht abgenommen und den Bericht der Opferhilfe nicht 

gewürdigt. Durch diese Unterlassungen sei das rechtliche Gehör ebenfalls verletzt 

worden.

Aus dem angefochtenen Entscheid ergibt sich, dass die Vorinstanz sich bereits beim 

Aspekt der ehelichen Gewalt mit dem Bericht der Opferhilfe explizit auseinandergesetzt 

hat, welcher ebenfalls Hinweise auf die möglichen Probleme bei einer Rückkehr in die 

Heimat enthielt. Diesen Bericht hielt die Vorinstanz aber nicht für überzeugend (E. 4b 

und 4d/cc des angefochtenen Entscheids). Auch das Schreiben der Eltern erwähnt die 

Vorinstanz in der massgeblichen Erwägung (E. 5 des angefochtenen Entscheids) 

explizit. Wenn die Vor-

3.2. 

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4.

Ausländische Ehegatten und ledige Kinder unter 18 Jahren von 

niederlassungsberechtigten ausländischen Personen haben –  unter Vorbehalt von 

Erlöschensgründen (Art. 51 Abs. 2 AuG) –  Anspruch auf Erteilung und Verlängerung 

ihrer Aufenthaltsbewilligung, soweit sie mit diesen zusammenwohnen (Art. 43 AuG) 

oder, bei fortdauernder Ehegemeinschaft, ein wichtiger Grund für das Getrenntleben 

besteht (Art. 49 AuG). Nach Auflösung der Ehe oder der Familiengemeinschaft besteht 

der Anspruch des Ehegatten und der Kinder auf Erteilung und Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung nach den Art. 42 und 43 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft 

mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht oder 

wichtige persönliche Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich 

machen (Art. 50 Abs. 1 AuG, Art. 77 der Verordnung über Zulassung, Aufenthalt und 

Erwerbstätigkeit, SR 142.201, VZAE).

Die Beschwerdeführerin reiste am 9. Mai 2016 zur Heiratsvorbereitung in die Schweiz 

ein und heiratete ihren Ehemann am 1. Juli 2016. Am 30. November 2016 meldete sie 

sich per 5. Dezember 2016 nach Sri Lanka ab. Ab dem darauffolgenden Tag galt sie als 

vermisst. Am 6. Juni 2017 tauchte die Beschwerdeführerin wieder in Basel auf. 

Unabhängig davon, ob ein Getrenntleben ab dem 1. Dezember 2016 oder 6. Juni 2017 

angenommen wird (Anträge gemäss den Eheschutzverhandlungen vom 27. Oktober 

2017, act. MA X 270 ff.), dauerte die Ehe allerhöchstens knapp ein Jahr. 

Dementsprechend steht unbestrittenermassen fest, dass die Dreijahresfrist nach 

Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG nicht erfüllt ist und die Beschwerdeführerin gestützt auf diesen 

Gesetzesartikel keinen Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung hat. Die 

Beschwerdeführerin ist jedoch der Auffassung, dass ein sogenannter nachehelicher 

Härtefall nach Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG vorliege. Zur Begründung ihres 

Anspruchs gibt sie an, dass sie Opfer ehelicher Gewalt geworden sowie eine Rückkehr 

instanz nun zum Schluss kommt, eine starke Gefährdung der sozialen 

Wiedereingliederung bei einer Rückkehr ins Heimatland sei nicht glaubhaft, ist dies eine 

Frage der (korrekten) Beweiswürdigung und nicht des rechtlichen Gehörs. Jedenfalls 

konnte die Beschwerdeführerin der Begründung des angefochtenen Urteils die 

wesentlichen Überlegungen, von welchen sich die Vorinstanz leiten liess, entnehmen, 

auch wenn die Vorinstanz nicht explizit die mögliche Zwangsverheiratung im 

Heimatland erwähnte. Somit konnte sich die Beschwerdeführerin über die Tragweite 

des angefochtenen Entscheids ein Bild machen und diesen sachgerecht anfechten. Vor 

diesem Hintergrund ist der verfassungsrechtlichen Begründungspflicht Genüge getan 

und der Gehörsanspruch der Beschwerdeführerin wurde nicht verletzt.

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in ihr Heimatland nicht zumutbar sei, womit wichtige Gründe für einen weiteren 

Aufenthalt in der Schweiz ausgewiesen seien.

5.  

Wichtige persönliche Gründe nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG können namentlich 

vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die 

Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im 

Herkunftsland stark gefährdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG und Art. 77 Abs. 2 VZAE). 

Die beiden Elemente der ehelichen bzw. häuslichen Gewalt und der starken 

Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung (Art. 77 Abs. 2 VZAE) sind nicht 

kumulativ zu verstehen (vgl. BGE 138 II 229 E. 3.2.2). Eheliche Gewalt liegt 

insbesondere dann vor, wenn Personen innerhalb einer bestehenden oder aufgelösten 

ehelichen Beziehung psychische, physische oder sexuelle Gewalt ausüben oder 

androhen (vgl. M. Caroni, in: Caroni/Gächter/Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die 

Ausländerinnen und Ausländer, Handkommentar, Bern 2010, N 32 zu Art. 50 AuG). Das 

Bundesgericht hat hierzu ausgeführt, dass häusliche Gewalt eine systematische 

Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben, bedeute. Eine einmalige 

Ohrfeige oder eine verbale Beschimpfung im Verlauf eines eskalierenden Streits reiche 

dagegen nicht aus. Vielmehr müssten die physische oder psychische Zwangsausübung 

und deren Auswirkungen von einer gewissen Konstanz bzw. Intensität geprägt sein 

(BGE 138 II 229 E. 3.2.1 f., Caroni, a.a.O., N 34 zu Art. 50 AuG). Auch psychische bzw. 

sozio-ökonomische Druckausübung wie dauerndes Beschimpfen, Erniedrigen, Drohen 

und Einsperren kann einen für die Annahme eines nachehelichen Härtefalls relevanten 

Grad an unzulässiger Oppression erreichen. Dies ist praxisgemäss dann der Fall, wenn 

die psychische Integrität des Opfers bei einer Aufrechterhaltung der ehelichen 

Gemeinschaft schwer beeinträchtigt würde. Nicht jede unglückliche, belastende und 

nicht den eigenen Vorstellungen entsprechende Entwicklung einer Beziehung 

begründet indessen bereits einen nachehelichen Härtefall und ein weiteres 

Anwesenheitsrecht in der Schweiz. Häusliche Oppression bedeutet systematische 

Misshandlung mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben. Die anhaltende, 

erniedrigende Behandlung muss derart schwer wiegen, dass von der betroffenen 

Person bei Berücksichtigung sämtlicher Umstände vernünftigerweise nicht erwartet 

werden kann, dass sie einzig aus bewilligungsrechtlichen Gründen die Ehe 

aufrechterhält und in einer ihre Menschenwürde und Persönlichkeit verneinenden 

Beziehung verharrt. Eine glaubhaft gemachte oppressionsbedingte Aufhebung der 

Hausgemeinschaft soll für die betroffene Person keine ausländerrechtlichen Nachteile 

5.1. 

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zur Folge haben, wenn sie durch das Zusammenleben in ihrer Persönlichkeit ernsthaft 

gefährdet wäre und ihr eine Fortführung der ehelichen Gemeinschaft bei objektiver 

Betrachtungsweise nicht mehr zugemutet werden kann. Kommt es in einer solchen 

Situation zur Trennung, transformiert sich der vormals aus der ehelichen Beziehung 

abgeleitete Aufenthaltsanspruch in einen selbständigen Aufenthaltsanspruch (BGE 138 

II 229 E. 3.2.2, vgl. BGer 2C_878/2018 vom 23. Januar 2020 E. 5.1, 2C_248/2019 vom 

12. Dezember 2019 E. 3.1.1, 2C_788/2018 vom 31. Januar 2019 E. 4.1).

Gerade weil der Nachweis ehelicher Gewalt in den wenigsten Fällen direkt erbracht 

werden kann, trifft die ausländische Person bei der Feststellung des entsprechenden 

Sachverhalts eine weitreichende Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 90 AuG, BGE 138 II 229 E. 

3.2.3). Dabei genügen allgemein gehaltene Behauptungen oder Hinweise auf punktuelle 

Spannungen in der Beziehung nicht. Vielmehr muss die Systematik der Misshandlung 

bzw. deren zeitliches Andauern und die daraus entstehende Belastung objektiv 

nachvollziehbar konkretisiert, beweismässig unterlegt und in geeigneter Weise 

glaubhaft gemacht werden (vgl. BGer 2C_682/2019 vom 26. Februar 2020 E. 4.1, 

2C_133/2019 vom 11. April 2019 E. 3.3, M. Spescha, in: Spescha/Thür/Zünd/Bolzli/

Hruschka [Hrsg.], Kommentar Migrationsrecht, 5. Aufl. 2019, N 26 zu Art. 50 AuG, Art. 

77 Abs. 5 VZAE). Der Beweis ist geleistet, wenn sich das Gericht in Anwendung des 

zutreffenden Beweismasses von deren Vorhandensein überzeugt hat; bei 

Anwendbarkeit des Beweismasses der Glaubhaftmachung ist ausreichend, dass die 

Möglichkeit eines Zutreffens der behaupteten Tatsachen höher eingeschätzt wird als 

deren Gegenteil (BGer 2C_165/2018 vom 19. September 2019 E. 2.2.2, 2C_58/2017 

vom 23. Juni 2017 E. 2.2.1). Nur in diesem Fall und beim Bestehen entsprechender 

Beweisanträge, die nicht in antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen werden können, 

wobei aber allfälligen sachinhärenten besonderen Beweisschwierigkeiten Rechnung zu 

tragen ist, rechtfertigt es sich, ein ausländerrechtliches Beweisverfahren 

durchzuführen. Als Beweismittel kommen insbesondere Arztzeugnisse oder 

psychiatrische Gutachten, Polizeirapporte, Strafanzeigen, entsprechende 

strafrechtliche Verurteilungen, glaubwürdige Zeugenaussagen von weiteren 

Angehörigen und Nachbarn sowie Berichte/Einschätzungen von Fachstellen 

(Frauenhäuser, Opferhilfe usw.) in Betracht (vgl. die nicht abschliessende Aufzählung 

nach Art. 77 Abs. 6 und 6  VZAE). Eine strafrechtliche Verurteilung wird hingegen 

praxisgemäss nicht vorausgesetzt (BGE 138 II 229 E. 3.2.3 und E. 3.3.3., BGer 

2C_215/2019 vom 24. Januar 2020 E. 4.2, 2C_1072/2018 vom 1. Juli 2019 E. 2.4, 

2C_788/2018 vom 31. Januar 2019 E. 3.2.1 und 3.2.2).

5.2. 

bis

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Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, dass die von der Beschwerdeführerin 

behauptete eheliche Gewalt nicht die rechtsprechungsgemäss vorausgesetzte 

Intensität und Konstanz erreicht habe. Sie erwog im Wesentlichen, die Aussagen der 

Beschwerdeführerin über Vorfälle mit Würgen, regelmässigen Schlägen und Drohungen 

durch den Ehemann von Beginn der Ehe an seien nicht mit Unterlagen, insbesondere 

mit Arztberichten oder Bildern über tatsächlich entstandene physische Verletzungen 

resp. gesundheitliche Beeinträchtigungen, dokumentiert. Der Bericht des Frauenhauses 

und die darin enthaltenen Anmerkungen würden auf den Aussagen der 

Beschwerdeführerin basieren und seien in ihrer Bedeutung von vornherein zu 

relativieren. Dies gelte auch für die vagen und allgemein gehaltenen Aussagen ihres 

Onkels. Die vorgebrachten Einschränkungen der Beschwerdeführerin im 

Zusammenhang mit der Pflege persönlicher Kontakte würden im Widerspruch zu den 

Aussagen des Ehemannes im Strafverfahren stehen. Sie habe Verbindung zu ihrem 

Bruder halten können und dieser habe sie mehrmals besucht. Ebenfalls sei es ihr 

möglich gewesen, die eheliche Wohnung zu verlassen. Im Übrigen könne ohnehin nicht 

von einer Unzumutbarkeit des weiteren Zusammenlebens mit dem Ehemann 

gesprochen werden, weil die Beschwerdeführerin anlässlich der 

untersuchungsrichtlichen Einvernahmen ausgesagt habe, dass sie die Probleme in der 

Ehe immer erduldet habe und sich nicht von ihm habe trennen wollen. Angesichts der 

vagen Aussagen der Beschwerdeführerin zur Wegzugsmeldung und zur angeblichen 

Entführung bzw. Einschliessung durch den Ehemann und den Widersprüchen zu den 

Aussagen des Ehemanns und den polizeilichen Ermittlungen würden sich erhebliche 

Zweifel an der Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen ergeben. Den Berichten des Zentrums 

für Psychotraumatologie, des Frauenhauses St. Gallen und der Opferhilfe komme keine 

entscheidende Bedeutung zu. Für sich alleine seien die Berichte jedenfalls nicht 

geeignet, massgebliche eheliche Gewalt bejahen zu können, weil sie stets von der 

Sachlage ausgehen würden, wie sie von der Beschwerdeführerin geschildert würde. 

Die darin enthaltenen Feststellungen würden entsprechend auf nicht weiter 

plausibilisierten Einschätzungen des tatsächlich Vorgefallenen basieren. Das im 

Entscheid des Familienrichters verfügte Kontaktverbot sei ebenso nicht massgeblich, 

weil dieses auf gemeinsamen Antrag der Ehegatten und ohne eingehende Begründung 

gegenseitig erlassen worden sei.

Dagegen wendet die Beschwerdeführerin ein, dass das Strafverfahren zwar eingestellt 

worden sei, dies jedoch nur, weil die Tatvorwürfe nicht hätten erhärtet werden können. 

Daraus liessen sich keine Schlüsse über den Wahrheitsgehalt der Tatvorwürfe ziehen. 

Denn im Strafverfahren sei einseitig auf die Aussagen des Ehemannes abgestellt 

5.3. 

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worden. Im Einzelnen ergebe sich Folgendes: In Bezug auf die modernen 

Kommunikationsmittel lasse sich nicht der Schluss ziehen, dass sie mit ihren 

Verwandten uneingeschränkt habe Kontakt pflegen können, selbst wenn sie darüber 

hätte verfügen können. Sie habe vor dem Benutzen um Erlaubnis fragen müssen und 

der Ehemann habe die Telefongespräche mitgehört. Der zum Geburtstag geschenkte 

Laptop sei ihr wieder weggenommen worden. Die Verbindungsnachweise würden 

aufzeigen, dass sie primär mit dem Ehemann Gespräche geführt habe und nicht mit 

Drittpersonen. Während der Ehe seien ihre sozialen Kontakte sehr eingeschränkt 

gewesen. Sie habe zwar einen Deutschkurs besuchen können und dieser sei laut den 

Integrationsvereinbarungen auch unerlässlich gewesen, allerdings habe sie sich nach 

dem Deutschkurs jeweils gleich danach wieder nach Hause begeben müssen. Zu ihrem 

Bruder und Onkel habe sie Kontakt gehabt, daraus lasse sich jedoch nicht herleiten, 

dass sie ein soziales Netz habe knüpfen können. Die Entführung und Einschliessung 

habe im Strafverfahren nicht belegt werden können, weil es zum Teil widersprüchliche 

Aussagen gegeben habe. In diesem ausländerrechtlichen Verfahren sei es nicht 

statthaft, ausschliesslich auf die Ergebnisse eines Strafverfahrens abzustellen. Die 

Vorinstanz hätte eigene Abklärungen treffen und sie befragen sollen, um sich einen 

eigenen Eindruck zu verschaffen. Vor dem Hintergrund der diagnostizierten 

posttraumatischen Belastungsstörung hätten auch sogenannte Realkennzeichen zu 

Objektivierung und Plausibilisierung der Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen geprüft werden 

sollen. Es grenze an Willkür, wenn lediglich die zweifelhaften Ergebnisse des 

Strafverfahrens ausgeschlachtet würden, auf der anderen Seite aber die Akten des 

Eheschutz- und Scheidungsverfahren nicht berücksichtigt würden.

Strittig ist, ob die Beschwerdeführerin die von ihr geltend gemachte physische und 

psychische Gewalt in der Ehe durch Schläge und Drohungen gegenüber ihr und ihrer 

Familie und die Entführung sowie Freiheitsberaubung durch ihren Ehemann glaubhaft 

nachweisen kann. Die Vorwürfe gegen den Ehemann waren Gegenstand eines 

strafrechtlichen Verfahrens. Dieses Verfahren wegen Freiheitsberaubung und 

Entführung, Tätlichkeiten in der Ehe sowie Nötigung wurde mit Verfügung vom 15. 

Dezember 2017 mangels Beweisen eingestellt (act. MA X 224 ff.). Die 

Beschwerdeführerin macht jedoch zutreffend geltend, dass für das Vorliegen 

anspruchsbegründender ehelicher bzw. häuslicher Gewalt im Sinne von Art. 50 Abs. 1 

lit. b oder Abs. 2 AuG (vgl. E. 5.2) nicht ein voller Beweis oder eine strafrechtliche 

Verurteilung verlangt wird, sondern es genügt, wenn dies die ausländische Person, 

losgelöst von einem strafrechtlichen Verfahren, in geeigneter Weise glaubhaft macht. 

So will die Beschwerdeführerin aufzeigen, dass auf die Schlussfolgerungen im 

5.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/24

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Strafverfahren nicht ohne Weiteres abgestellt werden kann. Nebst den im 

Strafverfahren getätigten Abklärungen (unter anderem Zeugenaussagen, forensisches 

Gutachten vom 19. Juli 2017, Auswertungen von Mobiltelefondaten) liegen im 

vorliegenden Fall ein fachärztlicher Therapiebericht der C.__, vom 8. Juni 2018 (act. 

Vorinstanz 4/8) und ein Arztbericht der C.__ vom 25. Januar 2018 (act. MA X 279 ff.) je 

unterzeichnet von Dr. R.__, Klinikleiter und Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, sowie ein Bericht des Frauenhauses vom 12. Juni 2018 (act. 

Vorinstanz 6/9) und der Opferhilfe vom 3. Oktober 2019 (act. Vorinstanz 25/16) als 

Beweismittel vor.

Die Beschwerdeführerin hielt sich anschliessend an ihre angebliche Flucht von dem 

Ort, an dem ihr Mann sie festgehalten haben soll, vom 8. Juni bis 28. Oktober 2017 im 

Frauenhaus St. Gallen auf. Im Bericht des Frauenhauses vom 12. Juni 2018 wird 

geschildert, dass sie nach der traditionellen Heirat mit ihrem Ehemann glücklich in 

Indien umhergereist sei. Als sie in die Schweiz gekommen sei, sei alles anders 

gewesen, und der Ehemann habe ihr seit dem ersten Tag Gewalt angetan. Er habe sie 

eingesperrt, geschlagen, gewürgt und wiederholt mit dem Tod bedroht. Sie sei ziemlich 

isoliert von der Aussenwelt gewesen. Am 30. November 2016 sei ein Streit zwischen ihr 

und ihrem Ehemann eskaliert. In derselben Nacht sei sie vom Ehemann ins Auto gezerrt 

worden, und er sei mit ihr weggefahren. Anschliessend habe er sie in ein Kellerzimmer 

gesperrt. Sie habe nicht fliehen können und sei gezwungen worden zu essen. Sie habe 

sich kaum mehr bewegt und sei im Bett liegen geblieben. Ihr habe zu allem die Kraft 

gefehlt. Gemäss dem Bericht zeigte die Beschwerdeführerin klare Anzeichen einer 

schweren Traumatisierung. Körperlich sei sie nach kurzen Strecken zu Fuss schnell 

ausser Atem geraten. Das Sonnenlicht habe sie geblendet und sie habe angegeben, 

Kopfschmerzen zu haben. Sie habe sich langsam erholen können und sich ans Leben 

im Frauenhaus und in der Schweiz akklimatisiert. Gegen Ende des Aufenthalts sei die 

Beschwerdeführerin kaum mehr wiederzuerkennen gewesen. Sie habe an 

Selbstvertrauen gewonnen, habe an Gewicht zugelegt, sei körperlich gestärkt gewesen 

und habe auch wieder lachen und neue soziale Beziehungen knüpfen können. Sie habe 

um ihr Leben gekämpft und nicht erwartet, dass sie dafür mit ihren traditionellen 

Werten brechen müsse (act. Vorinstanz 25/16). Nebst der Begleitung im Frauenhaus 

wurde sie ambulant im Zentrum C.__, betreut. Vom 27. Juni bis 31. Dezember 2017 

nahm die Beschwerdeführerin im Rahmen einer tagesklinischen Behandlung dreimal 

wöchentlich am Therapieprogramm (Ergo-, Musik-, Mal-, Sport- und 

Bewegungstherapie sowie psychoedukative Gruppentherapie) teil und erhielt nach 

Bedarf Einzelgespräche. Im fachärztlichen Therapiebericht vom 8. Juni 2018 wird 

5.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/24

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festgehalten, dass sich ein kohärentes Bild in Eigen- und Fremdanamnese sowie den 

Befunden über den gesamten Zeitraum der Behandlung gezeigt habe. Es wurde die 

Diagnose posttraumatische Belastungsstörung gestellt. Die Beschwerdeführerin sei 

komplex traumatisiert, weise krankheitsaufrechterhaltende Faktoren aus und sei 

mehrfach vulnerabel (Frau, Ethnie, Vorbelastungen, Geflüchtete, act. Vorinstanz 4/8). 

Die Beschwerdeführerin wurde ab November 2017 auch von der Opferhilfe unterstützt. 

Gemäss dem Beratungsbericht vom 3. Oktober 2019 habe die Beschwerdeführerin 

sehr unter den Erlebnissen gelitten. Sie habe geschildert, an Ängsten und 

Panikgefühlen zu leiden und habe wiederholende Flashbacks beschrieben, 

traumatische Erinnerungsbilder über die in der Ehe erlebte Gewalt und von der Zeit, als 

sie eingesperrt gewesen sei. Ein Schwerpunkt der Beratung habe in der Verarbeitung 

der erlebten Gewalt und dem Umgang damit bestanden. Ebenfalls Bestandteil sei die 

unsichere Bewilligungssituation gewesen.

Die genannten Berichte bestätigen alle, dass die Beschwerdeführerin Anzeichen einer 

Traumatisierung zeigte infolge der behaupteten in der Ehe erlebten Gewalt und der 

Entführung. Wie bereits unter E. 5.2 ausgeführt, muss die Möglichkeit eines Zutreffens 

der behaupteten Tatsachen höher eingeschätzt werden als deren Gegenteil, damit das 

Beweismass der Glaubhaftmachung erreicht wird. Den Berichten ist – wie die 

Vorinstanz zu Recht bemerkte – gemeinsam, dass sie primär auf den subjektiven 

Angaben der Beschwerdeführerin beruhen. An den Ausführungen der 

Beschwerdeführerin bestehen aber aus nachfolgenden Gründen gewichtige Zweifel 

und damit auch am Beweiswert der vorliegenden Berichte. Zum einen zeigen diese 

Berichte auf, dass es nicht nur um die Aufarbeitung des angeblich erlittenen Traumas 

ging, sondern der Beschwerdeführerin primär Unterstützung in den schwierigen 

Situationen hinsichtlich des laufenden Strafverfahrens und Scheidungsprozesses 

(Auswahl der Kleider und Haarschnitt für Verhandlung), der Bewilligungssituation bzw. 

allfälliger Rückkehr sowie der Wohnungssuche (WG, Untermiete oder alleine wohnen) 

geboten wurde. Insbesondere auch ihre kulturelle Herkunft wurde als 

krankheitsaufrechtserhaltender Faktor gewertet. Zum anderen begab sich die 

Beschwerdeführerin erst nach der Trennung vom Ehegatten in Behandlung bzw. ins 

Frauenhaus und zur Opferhilfe. Eine zeitnahe Beurteilung, inwiefern die 

Beeinträchtigungen der Beschwerdeführerin auf das Verhalten des Ehemannes 

während der Dauer des Zusammenlebens zurückzuführen waren oder eine allfällige 

Bilddokumentation über die der Beschwerdeführerin angetane physische Gewalt, fehlt 

demnach. Auch kann sämtlichen ins Recht gelegten Berichten keine konkrete 

Beschreibung der angeblichen Entführung und der physischen und psychischen 

5.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/24

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Gewalt, welche der Ehemann gegenüber der Beschwerdeführerin ausgeübt haben soll, 

entnommen werden. Einzig aus dem Bericht des Frauenhauses ergibt sich, dass die 

Beschwerdeführerin angegeben habe, der Ehemann habe sie eingesperrt, geschlagen, 

gewürgt und immer wieder mit dem Tod bedroht. Weiterführende Informationen finden 

sich vorliegend in den im Strafverfahren durchgeführten Abklärungen. Sowohl für den 

angeblichen Missbrauch während der Ehe als auch für die Entführung gibt es jedoch 

keine Zeugen. Der Onkel der Beschwerdeführerin war zwar mehrfach zu Besuch bei ihr 

und ihrem Ehemann, dennoch ist ihm nicht bekannt, dass sie vom Ehemann 

misshandelt worden wäre. Er fügte in der Einvernahme vom 4. April 2017 an, dass die 

Beschwerdeführerin so gut wie nie die Wohnung habe verlassen dürfen. Der Ehemann 

sei morgens zur Arbeit gegangen, habe die Wohnungstüre geschlossen und die 

Beschwerdeführerin sei alleine zurückgeblieben. Das habe ihm die Beschwerdeführerin 

im November erzählt, als er mit seiner Familie in die Schweiz gefahren sei, um zu 

fragen, was es denn für Beziehungsprobleme mit dem Ehemann gebe. Zur Entführung 

gab der Onkel an, dass er nicht wisse, wo sich die Beschwerdeführerin aufhalte (act. 

MA X 168). Auch der Bruder der Beschwerdeführerin wusste gemäss seinen Angaben 

nichts von häuslicher Gewalt (Schreiben vom 30. November 2019, act. 6/12). Die 

Beschwerdeführerin berichtete bei der Einvernahme vom 6. Juni 2017, dass der 

Ehemann sie geschlagen und sie zu Hause eingesperrt habe. Er habe sie mit der Hand 

geschlagen, wie eine Ohrfeige. Manchmal habe er sie gewürgt (act. Vorinstanz 17/D12, 

S. 3 f.). Bei der Einvernahme vom 10. Juli 2017 gab sie zu Protokoll, dass der Ehemann 

sie geschlagen, gewürgt und den Kontakt zu den Eltern verboten habe. Sie könne sich 

nicht erinnern, wie oft sie geschlagen und gewürgt worden sei. Auf Nachfrage, ob das 

wöchentlich passiert sei, antwortete sie mit Ja. Die Probleme hätten täglich bestanden. 

Er habe sie unter Druck gesetzt (act. Vorinstanz 17/D14, Fragen 44 bis 46). Auch bei 

der Einvernahme vom 2. August 2017 wiederholte die Beschwerdeführerin, dass sie mit 

der Hand geschlagen worden sei, sich nicht erinnern könne, wie oft es vorgekommen 

sei. Es sei nur passiert, wenn sie ihn gefragt habe, was er mache. Auf Nachfrage hin 

meinte sie, dass es ein bis zweimal pro Woche passiert sei. Sie sei durch die Schläge 

nie verletzt worden (act. Vorinstanz 17/D16, Fragen 58 ff.). Weiter behauptete sie, von 

den Problemen in der Ehe ihrem Onkel erzählt zu haben. Diesem war bezüglich 

häuslicher Gewalt allerdings nichts bekannt (act. Vorinstanz 17/D16, Fragen 73 f.). Im 

Übrigen sagte sie aus, dass sie sich nicht von ihrem Mann habe trennen wollen. 

Obwohl so viel passiert sei, habe sie das immer erduldet. Sie habe nie gedacht, dass 

sie sich von ihm trennen müsse (act. Vorinstanz 17/D16, Fragen 76 ff.). Sowohl 

hinsichtlich der häuslichen Gewalt als vor allem auch der Entführung sind die Angaben 

der Beschwerdeführerin äusserst vage und undifferenziert. Das Auto, mit welchem sie 

angeblich weggebracht wurde, konnte sie weder vom Typ, der Farbe noch der 

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Inneneinrichtung her beschreiben. Konkrete Angaben zur Fahrt bzw. der Umgebung 

fehlen ebenfalls, ausser, dass es viele Bäume gegeben habe. Sie konnte sich weder an 

die Fahrzeit erinnern, noch ob sie über die Autobahn oder über Landstrassen fuhren. 

Des Weiteren fehlen sämtliche Angaben zu allfälligen Ortstafeln oder Strassennamen, 

Gebäuden, Restaurants oder sonstigem, welches ihr auf dem Weg hätte auffallen 

können (act. Vorinstanz 17/D12. S. 5, 17/D16, Fragen ab 112 ff.). Dasselbe gilt auch für 

die Fahrt nach Basel nach der angeblichen Freilassung. Nicht einmal das Gebäude 

selbst, in welchem sie angeblich festgehalten wurde, konnte sie beschreiben (act. 

Vorinstanz 17/D16, Fragen ab 152 ff.). Das Zimmer, in welchem sie während sechs 

Monaten festgehalten worden sein soll, beschrieb sie ebenfalls nicht detailliert, sondern 

nur sehr allgemein: weisse Wände, ein Fenster, ein Bett (Farbe Bettwäsche nicht 

bekannt), ein Tisch und ein Badezimmer mit Fenster. Durch die Fenster habe sie 

«normale» Gebäude gesehen (act. Vor-instanz 17/D12 S. 6, 10, 17/D16, Fragen ab 

177 ff.). Wie die Vorinstanz zutreffend erwog, ist nicht nachvollziehbar, dass die 

Beschwerdeführerin sich in keiner Weise versucht hat, bemerkbar zu machen, obwohl 

es anscheinend umliegend Gebäude und damit möglicherweise auch Menschen 

gehabt haben könnte. Gemäss Aussagen der Beschwerdeführerin habe sie während 

der angeblichen Gefangenschaft nur schlafen können. Weinen und schlafen. Sie habe 

wenig gegessen, nicht jeden Tag (act. Vorinstanz 17/D12, S. 10). Diese Angaben 

bezüglich Schlafen und Weinen wiederholte sie bei der Einvernahme vom 2. August 

2017. Sie habe ein- bis zweimal pro Tag Essen bekommen. Das Essen konnte sie nicht 

genau beschreiben. Einmal seien es Nudeln gewesen. Sonst Fisch, Fleisch, sie wisse 

nicht alles beim Namen (act. Vorinstanz 17/D16, Fragen ab 175 ff.). Bei der Aufnahme 

im Frauenhaus gab die Beschwerdeführerin an, sie habe sehr viel abgenommen und 

sei körperlich nicht fit. Auch diese Angaben sind zu relativieren. Am 3. Juli 2017, also 

knapp einen Monat nach der angeblichen Freilassung, wurde die Beschwerdeführerin 

forensisch-medizinisch im Institut für Rechtsmedizin untersucht. Gemäss dem 

rechtsmedizinischen Gutachten vom 19. Juli 2017 präsentierte sich die 

Beschwerdeführerin in normalem Allgemein- und Ernährungszustand. Bei einer 

Körpergrösse von 161,5 cm habe sie inklusive Kleider 58 kg gewogen (act. Vorinstanz 

17/A15). Auch bei der Aufnahme im Zentrum für Psychotraumatologie, 20 Tage nach 

der Freilassung, wurde bezüglich des Allgemein- und Ernährungszustands nichts 

Auffälliges erwähnt. Im polizeilichen Zwischenbericht vom 27. September 2017 wurden 

weitere Ungereimtheiten nach Auswertung der Telefondaten, E-Mails und Fotos 

festgestellt (act. MA X 196 bis 209). Die Beschwerdeführerin bemängelt diese 

Auswertungen und die daraus gezogenen Schlussfolgerungen im Einzelnen. Sie 

behauptet, dass einseitig auf die Aussagen des Ehemanns abgestellt werde. Ohne 

weiter auf die konkreten Einwände einzugehen, wird der Beschwerdeführerin zwar 

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zugestimmt, dass die Aussagen des Ehemannes ebenfalls auf eigenen subjektiven 

Eindrücken und Empfindungen beruhen und daher auf eine Würdigung verzichtet 

werden kann, insbesondere da er jegliche Vorwürfe von sich weist und damit 

grundsätzlich das Gegenteil von der Beschwerdeführerin behauptet. Jedoch ändert 

sich nichts an der Tatsache, dass rein gestützt auf die Angaben der 

Beschwerdeführerin die geltend gemachte häusliche Gewalt nicht als ausreichend 

glaubhaft erscheint. Auch der von der Beschwerdeführerin gemachte Verweis auf die 

Akten des Eheschutzverfahrens gereicht ihr nicht zum Vorteil. Aus der Verhandlung 

vom 24. Oktober 2017 ergeben sich keine weiterführenden Erkenntnisse hinsichtlich 

der angeblichen häuslichen Gewalt und der Entführung. Das verhängte Kontaktverbot 

zwischen der Beschwerdeführerin und dem Ehemann war unbestritten und wurde 

seitens der Parteien nicht begründet (act. Vorinstanz 18/18).

Zusammengefasst gelingt es der Beschwerdeführerin nicht, die erforderliche Intensität 

und Konstanz der Gewalteinwirkungen während der ehelichen Gemeinschaft glaubhaft 

zu machen. Zwar zeigte die Beschwerdeführerin gemäss dem fachärztlichen 

Therapiebericht der C.__, dem Bericht des Frauenhauses und der Opferhilfe Anzeichen 

einer Traumatisierung, welche möglicherweise von physischer und psychischer Gewalt 

während der sechsmonatigen Dauer des ehelichen Zusammenlebens und der 

behaupteten sechsmonatigen Entführung herrühren. Allerdings ergibt sich aus den 

Strafakten – losgelöst vom Ausgang des Strafverfahrens –, dass die Angaben der 

Beschwerdeführerin in den Einvernahmen vage und undifferenziert waren und damit 

die häusliche Gewalt nicht objektiviert werden konnte. Es fehlt am Nachweis der 

rechtsprechungsgemäss geforderten Systematik von Misshandlungen bzw. deren 

zeitliches Andauern. Weitere Abklärungen, wie unter anderem die von der 

Beschwerdeführerin verlangte persönliche Befragung, sind im vorliegenden Fall nicht 

notwendig bzw. würden in antizipierter Beweiswürdigung nichts am rechtserheblichen 

Sachverhalt ändern. Die Beschwerdeführerin wurde im laufenden Strafverfahren 

dreimal ausführlich und unter Androhung von Straffolgen bei Falschaussage befragt. 

Inwiefern sich durch eine weitere Befragung neue Erkenntnisse ergeben sollen, 

erschliesst sich daher nicht (im Unterschied zu BGer 2C_215/2019 vom 24. Januar 

2020 E. 6.3, bei welchem eine strafrechtliche Untersuchung fehlte). Es bleibt darauf 

hinzuweisen, dass nicht jede unglückliche, belastende und nicht den eigenen 

Vorstellungen entsprechende Entwicklung einer Beziehung die Annahme eines 

nachehelichen Härtefalls rechtfertigt (BGE 138 II 229 E. 3.2.2, BGer 2C_922/2019 vom 

26. Februar 2020 E. 3.1, 2C_1072/2018 vom 1. Juli 2019 E. 2.3). Im vorliegenden Fall 

handelt es sich gemäss Angaben der Beschwerdeführerin und ihres Ehemanns um eine 

5.7. 

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6.  

kulturell bedingt von den Eltern arrangierte Ehe. Eine Ehe, welche relativ rasch 

eingegangen wurde und nach kurzer Zeit scheitert, weil sich die Eheleute in ihren 

Vorstellungen über den Partner und dessen Verhalten – und vielleicht auch dessen 

Familie – getäuscht sehen, bildet noch keine relevante Form von ehelicher Gewalt 

(BGer 2C_293/2017 vom 30. Mai 2017 E. 3.1). Insgesamt sind keine eindeutigen 

Anhaltspunkte bezüglich des Vorliegens häuslicher Gewalt ersichtlich, und damit 

konnte die Beschwerdeführerin das Vorliegen eines nachehelichen Härtefalls im Sinne 

von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG nicht nachvollziehbar konkretisieren und glaubhaft 

machen.

Nebst der ehelichen Gewalt stellt auch die starke Gefährdung der sozialen 

Wiedereingliederung im Herkunftsland für sich allein einen wichtigen persönlichen 

Grund im Sinne von Art. 50 Abs. 2 AuG und Art. 77 Abs. 2 VZAE dar. Zu denken ist 

etwa an geschiedene Frauen (mit Kindern), welche in ein patriarchalisches 

Gesellschaftssystem zurückkehren und dort wegen ihres Status mit Diskriminierung 

oder Ächtung rechnen müssen (BGE 137 II 345 E. 3.2.2, BGer 2C_777/2018 vom 8. 

April 2019 E 3.1). Daher ist weiter zu prüfen, ob aufgrund dessen die 

Aufenthaltsbewilligung zu erteilen bzw. zu verlängern ist.

6.1. 

Bei der Anwendung von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG ist entscheidend, ob die persönliche, 

berufliche und familiäre Wiedereingliederung der betroffenen ausländischen Person bei 

einer Rückkehr in ihre Heimat als stark gefährdet zu gelten hätte und nicht, ob ein 

Leben in der Schweiz einfacher wäre und von ihr vorgezogen würde (vgl. BGE 137 II 

345 E. 3.2.2 und BGer 2C_1270/2012 vom 2. April 2013 E. 2.2). Ein nachehelicher 

Härtefall setzt aufgrund der konkreten Umstände eine erhebliche Intensität der 

Konsequenzen für das Privat- und Familienleben der ausländischen Person voraus, die 

mit ihrer Lebenssituation nach dem Dahinfallen der Anwesenheitsberechtigung 

verbunden sein werden (BGer 2C_822/2018 vom 23. August 2019 E. 3.3.1). Der blosse 

Umstand, dass die Sicherheits-, Wirtschafts- und gesundheitliche Versorgungslage in 

der Schweiz besser sind als im Heimatstaat, genügt gemäss Rechtsprechung nicht, um 

von einem nachehelichen Härtefall ausgehen zu können, auch wenn die betroffene 

Person in der Schweiz integriert erscheint, eine Landessprache mehr oder weniger 

korrekt beherrscht, eine Arbeitsstelle hat, für ihren Lebensunterhalt selber 

aufzukommen vermag und nicht straffällig geworden ist (vgl. BGer 2C_682/2019 vom 

26. Februar 2020 E. 5, 2C_777/2018 vom 8. April 2019 E. 3.2). Hat der Aufenthalt nur 

6.2. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/24

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kürzere Zeit gedauert und wurden keine engen Beziehungen zur Schweiz geknüpft, 

lässt sich ein Anspruch auf weiteren Verbleib nicht begründen, wenn die erneute 

Integration im Herkunftsland keine besonderen Probleme darstellt (BGE 138 II 229 E. 

3.1, 137 II 345 E. 3.2.3, BGer 2C_822/2018 vom 23. August 2019 E. 3.3.1). Unter 

diesem Aspekt sind auch allfällige Vollzugshindernisse zu prüfen (BGE 137 II 345 E. 

3.3.2, BGer 2C_682/2019 vom 26. Februar 2020 E. 5). Nach Art. 25 Abs. 3 BV darf 

niemand in einen Staat ausgeschafft werden, in dem ihm Folter oder eine andere Art 

grausamer und unmenschlicher Behandlung oder Bestrafung droht.

Es gilt dasselbe Beweismass wie bei der Geltendmachung von ehelicher Gewalt als 

wichtigem Grund (vgl. E. 4.2).

Im angefochtenen Entscheid erachtete die Vorinstanz die Rückkehr und Reintegration 

der Beschwerdeführerin in ihre Heimat als nicht gefährdet. Von einer gesellschaftlichen 

Ächtung als getrenntlebende und geschiedene Frau durch Personen ausserhalb und 

innerhalb des familiären Umfelds könne nicht ausgegangen werden. Die von der 

Beschwerdeführerin gemachten Ausführungen in der Stellungnahme vom 7. Oktober 

2019 stellten blosse Behauptungen dar.

Die Beschwerdeführer weist eindringlich darauf hin, dass alleinstehende Frauen 

namentlich im Norden von Sri Lanka, wo sie herkomme, der Gefahr von 

Diskriminierung, sexueller Ausbeutung sowie eingeschränkter Verdienstmöglichkeiten 

ausgesetzt seien. Dies werde auch in der asylrechtlichen Rechtsprechung des 

Bundesverwaltungsgerichts anerkannt. Es könne nicht pauschalisiert auf die 

Möglichkeit eines beruflichen Wiedereinstiegs und einer Anknüpfung an das soziale 

Netz im Herkunftsland verwiesen werden. Sie habe dargelegt, dass sie von ihrer 

Familie in Sri Lanka keine Unterstützung zu erwarten habe. Als geschiedene und 

tamilische Frau sei sie in Sri Lanka stigmatisiert und werde in der gegenwärtigen 

politischen Situation keinen sozialen und wirtschaftlichen Anschluss finden. Als 

Rückkehrerin habe sie zudem als Angehörige der tamilischen Minderheit schon bei der 

Einreise Repressalien durch das neue politische Regime zu befürchten. Der Staat habe 

gestützt auf Art. 25 BV eine Schutzpflicht und dürfe niemanden in einen Staat 

ausschaffen, wenn dadurch voraussehbare Eingriffe in die Grund- und Menschenrechte 

ermöglicht würden.

6.3. 

Die Beschwerdeführerin ist sri-lankische Staatsangehörige tamilischer Ethnie und 

6.4. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&subcollection_mI2=on&insertion_date=&top_subcollection_aza=any&query_words=2C_215%2F2019&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-II-345%3Ade&number_of_ranks=0#page345

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wuchs im Norden von Sri Lanka auf (U.__, gemäss Google-Maps eine gute halbe 

Stunde von Jaffna entfernt, act. MA X 16). Mit Verweis auf Themenpapiere über die 

Situation der Frauen in Sri Lanka macht die Beschwerdeführerin primär allgemeine 

Hinweise auf eine starke Gefährdung ihrer Wiedereingliederung in die Heimat. Die 

blosse Möglichkeit einer Gefährdung der Beschwerdeführerin genügt nicht, sondern es 

muss ihr eine reale, konkretisierte Gefahr drohen. Im Bericht des Frauenhauses wird 

erwähnt, die Beschwerdeführerin habe erzählt, ihre Mutter habe vor Glück geweint und 

habe nicht glauben können, dass sie noch am Leben sei. Im Heimatland sei sie den 

patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen schutzlos ausgesetzt und werde für ihren 

"Verrat" bzw. "der Ehre ihres Ehemannes" büssen müssen (act. Vorinstanz 6/9, S. 3 f.). 

Dem Bericht der Opferhilfe ist zu entnehmen, die Beschwerdeführerin habe grosse 

Angst, in ihr Heimatland zurückzukehren. Seit der Trennung gehöre sie nicht mehr zum 

Familienverbund, sie werde für die Scheidung verantwortlich gemacht und habe damit 

Schande über die Familie gebracht. Bei einer Rückkehr hätte sie mit Repressionen zu 

rechnen (act. Vorinstanz 25/16). Weitere Hinweise finden sich in den Einvernahmen des 

Strafverfahrens. Der Ehemann äusserte in der Einvernahme vom 12. Dezember 2016, 

dass die Beschwerdeführerin wieder zu den Eltern gehen könne, wenn sie nicht mehr 

mit ihm zusammen sein wolle. Von ihrer Kultur her gebe er die Tochter dann den Eltern 

zurück (act. MA 114, Fragen 79 und 80). Dies bestätigt auch die Auskunftsperson J.__ 

bei ihrer Einvernahme am 14. Dezember 2016 (act. MA X 126, Frage 44). Hingegen gab 

der Ehemann in der Einvernahme vom 17. Januar 2017 zu Protokoll, dass sich der 

Vater der Beschwerdeführerin schämen würde, wenn seine Tochter nach Hause käme. 

Dies erwähnte er im Zusammenhang mit dem Vorhaben, dass die Beschwerdeführerin 

nach ihrer Operation Ende November zur Rehabilitation für einige Monate in ihr 

Heimatland zurückkehren sollte (act. MA X 160, Frage 32). Mit Eingabe vom 8. Juni 

2018 reichte die damalige Rechtsvertreterin ein Schreiben der Eltern der 

Beschwerdeführerin ein (act. Vorinstanz 4/7). Laut diesem Schreiben machten sich die 

Eltern Sorgen um die Beschwerdeführerin. Es sei ihnen gedroht worden, dass wenn die 

Beschwerdeführerin in ihr Heimatland zurückkehre, dies ein grosses Risiko für ihr 

Leben und das Leben ihrer Familie darstelle. Sie würden keine unnötigen Probleme 

forcieren, gleichzeitig aber auch nicht wollen, dass sie festsitze. Sie rieten ihr, besser 

dort oder an einem sicheren Ort zu bleiben. In Sri Lanka gebe es keine Garantie für ein 

sicheres Leben. Zwei weitere Briefe, einer von den Eltern (per E-Mail weitergeleitet am 

14. November 2019) und einer vom Bruder vom 30. November 2019, wurden der 

Beschwerde beigelegt (act. 6/10 und 12). Bei diesen beiden Schreiben handelt es sich 

um echte Noven. Das Verwaltungsgericht hat im Bereich des Ausländerrechts 

entgegen Art. 61 Abs. 3 VRP, wonach neue Begehren im Beschwerdeverfahren 

unzulässig sind, auch nach dem Erlass des angefochtenen Entscheides eingetretene 

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Tatsachen (sogenannte "echte" Noven) zu berücksichtigen (VerwGE B 2019/119 vom 

19. Dezember 2019 E. 3.1, B 2018/183 vom 3. Juli 2019 E. 2.1, vgl. auch Art. 6 Abs. 1 

EMRK: richterliche Überprüfung mit voller Kognition, Cavelti/Vögeli, 

Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen – dargestellt an den Verfahren vor 

Verwaltungsgericht, St. Gallen 2003, Rz. 645 mit Hinweisen, VerwGE B 2019/125 vom 

12. Februar 2020 E. 6.2, B 2018/225 vom 29. August 2019 E. 5.2). Die Eltern führten 

aus, sie würden sich bemühen, eine andere Ehe für die Beschwerdeführerin zu suchen. 

Wenn die Leute wüssten, dass sie sich habe scheiden lassen, würden sie aus der 

Gesellschaft ausgeschlossen. Dennoch seien sie seelisch vom Leid betroffen, welches 

sie während der Ehe habe erleiden müssen. Sie hätten versucht, mit ihr Kontakt 

aufzunehmen, aber sie habe sich nie gemeldet. In Zukunft müsse sie sich um sich 

selbst kümmern. Sie solle nichts von ihnen erwarten. Wenn sie nach Sri Lanka 

zurückkehre, werde die Gesellschaft sie nicht akzeptieren, und auch sie würden sie 

nicht akzeptieren. Auch der Bruder bezweifelt, dass die Beschwerdeführerin bei einer 

Rückkehr in ihr Heimatland ein friedliches, glückliches Leben führen könne. Die 

Gesellschaft respektiere geschiedene Frauen nicht. Vor allem wenn jemand vom 

Ausland geschieden zurückkehre. Die Eltern und er würden sich Gedanken machen, 

wie sie eine Ehe für sie arrangieren könnten. Dies sei aber nicht einfach, da sich keiner 

trauen würde, mit der Familie etwas anzufangen. Bei einer Rückkehr würde es auch 

schwierig werden, eine Arbeit zu finden. Sie sei vor ihrer Abreise als Lehrerin angestellt 

gewesen. Tausende Lehrerinnen würden auf einer Warteliste stehen in der Hoffnung, 

eine Stelle zu finden. Sie würde aber nicht prioritär behandelt, da sich die Gesellschaft 

von ihr distanzieren werde. Ohne Arbeit sei dort ein Leben nicht möglich. Er denke, 

dass sie nicht bei den Eltern wohnen könne.

Sowohl Themenpapiere der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (einsehbar unter: https://

www.fluechtlingshilfe.ch/ unter: Herkunftsländer/Asien-Pazifik/Sri Lanka) als auch das 

Bundesgericht sowie das Bundesverwaltungsgericht schildern die allgemeine Lage in 

Sri Lanka und insbesondere die dortige Lage der Frauen. Dem Themenpapier «Sri 

Lanka: Situation der Frauen» ist in Bezug auf die sozioökonomische Situation der 

Frauen Folgendes zu entnehmen: Aufgrund des traditionellen Rollenverständnisses 

wird in Sri Lanka von den Frauen erwartet, dass sie sich in erster Priorität um den 

Haushalt und die Erziehung der Kinder kümmern. Diese dominierende gesellschaftliche 

Erwartungshaltung hindert Frauen oft daran, eine Stelle zu suchen, und kann dazu 

führen, dass Arbeitgeber Frauen in gebärfähigem Alter nicht einstellen. In keiner 

anderen Provinz ist der Anteil der Frauen an der erwerbstätigen Bevölkerung so klein 

wie in Jaffna (Moser/Schuster, Sri Lanka: Situation der Frauen, Themenpapier der SFH-

6.5. 

https://www.fluechtlingshilfe.ch/
https://www.fluechtlingshilfe.ch/

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Länderanalyse vom 28. März 2013, S. 9 [nachfolgend: Situation der Frauen], unter: 

https://www.fluechtlingshilfe.ch/ unter: Herkunftsländer/Asien-Pazifik/Sri Lanka). Die 

Lage ist für arbeitssuchende Tamilinnen erschwert wegen der starren Vorstellungen 

bezüglich der Geschlechterrollen und dem Kastenwesen innerhalb der tamilischen 

Gemeinschaft. Zwar bestehen rechtlich keine Hürden für gewisse 

Bevölkerungsgruppen im Zugang zu Arbeit, in der Realität ist Diskriminierung aufgrund 

der Zugehörigkeit zur ethnischen Gruppe, sozialen Schicht und Kaste aber 

allgegenwärtig. Insbesondere auf der Jaffna-Halbinsel ist das Kastensystem nach 

Einschätzung von Experten sehr streng und hat Einfluss auf den Zugang zu Arbeit, 

Ausbildung und Landbesitz (Situation der Frauen, a.a.O., S. 12). Im Urteil 2C_837/2016 

vom 23. Dezember 2016 verwies das Bundesgericht in E. 4.4.2 ebenfalls auf dieses 

Themenpapier und erwog, dass eine Ächtung nicht ganz auszuschliessen sei, jedoch 

nicht gesagt werden könne, dass dies allgemein der Fall wäre. In Sri Lanka bestünden 

staatliche und private Einrichtungen sowie gesetzliche Vorschriften, die dem Schutz 

von geschiedenen oder gewaltbetroffenen Frauen dienten (Situation der Frauen, a.a.O., 

S. 7). Die Chance der Wiedereingliederung hänge im Übrigen von weiteren 

unterschiedlichen Faktoren ab (Herkunft, soziale Stellung, Religion usw.). Das 

Bundesgericht erwog im besagten Urteil, dass die Beschwerdeführerin ihren Einwand, 

dass sie bei einer Rückkehr nicht auf die elterliche bzw. familiäre Hilfe zählen könne, 

nicht weiter belege (E. 4.4.3). Im Urteil 2C_682/2019 vom 26. Februar 2020 entschied 

das Bundesgericht über eine Wegweisung eines sri-lankischen Staatsangehörigen, 

welcher nie Mitglied der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE, auch Tamil Tigers) war 

und sah keine Gefährdung bei einer Rückkehr. Es verwies dabei auf die 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts. Dieses befasste sich bereits mehrere 

Male eingehend mit der Lage in Sri Lanka. In den Urteilen D-2494/2019 vom 18. Juni 

2019 E. 9.3 und

E-3029/2019 vom 25. Juni 2019 E. 6.4 bezeichnete das Bundesverwaltungsgericht die 

Lage in Sri Lanka als volatil und nach den verheerenden Anschlägen vom 21. April 

2019 zweifellos als sehr angespannt, was jedoch nicht auf eine erhöhte Gefährdung 

von zurückkehrenden tamilischen Staatsangehörigen schliessen lasse. Weiter erwog 

das Bundesverwaltungsgericht im Urteil D-1588/2018 vom 29. Oktober 2019 in E. 8.3, 

dass aktuell in Sri Lanka weder Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt herrsche. 

Dabei verwies es auf die beiden Referenzurteile E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 und 

D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017, in welchen es eine Einschätzung der Lage in Sri 

Lanka vorgenommen hatte. So gelangte das Bundesverwaltungsgericht in diesen 

Urteilen zum Schluss, dass keine generelle ernstzunehmende Gefahr für Rückkehrende 

tamilischer Ethnie bestehe, Verhaftung und Folter ausgesetzt zu sein, sofern nicht 

gewisse Risikofaktoren erfüllt seien. Solche Risikofaktoren könnten beispielsweise 

https://www.fluechtlingshilfe.ch/
http://links.weblaw.ch/BVGer-E-1866/2015
http://links.weblaw.ch/BVGer-D-3619/2016

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7.

Die Beschwerdeführerin verweist im vorliegenden Fall nicht nur allgemein auf die 

schwierige Lage in Sri Lanka und die Rolle als Frau, sondern belegt mit den Briefen der 

Eltern und des Bruders, dass sie bei einer Rückkehr nicht auf familiäre Unterstützung 

zählen könne und aufgrund ihrer Stellung als geschiedene Frau von der Gesellschaft 

geächtet werde. Die Angaben der Eltern und des Bruders können nicht von vornherein 

als Parteibehauptungen abgetan werden. Immerhin scheint die Beschwerdeführerin 

das Thema einer allfälligen Rückkehr bereits während den Beratungen beschäftigt zu 

haben. Selbst der Ehemann erwähnte, dass sich der Vater der Beschwerdeführerin 

schämen würde, wenn seine Tochter nach Hause käme. Die vom Bruder gemachten 

Ausführungen hinsichtlich einer möglichen Arbeitstätigkeit bei einer Rückkehr finden im 

erwähnten Themenpapier Stütze. Die Beschwerdeführerin ist tamilischer Ethnie und 

stammt von der Jaffna-Halbinsel, wo der Zugang zum Arbeitsmarkt für Frauen 

erschwert ist. Bei einer Rückkehr ist daher fraglich, ob die Beschwerdeführerin 

exilpolitische Tätigkeiten, eine Verbindung zu den LTTE oder ein Eintrag in einer 

sogenannten "Stop-List" sein. Dabei stellte es weiter fest, dass der 

Wegweisungsvollzug sowohl in die Nordprovinz als auch in die Ostprovinz unter 

Einschluss des sogenannten Vanni-Gebiets zumutbar sei, wenn das Vorliegen von 

individuellen Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiären 

oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- 

und Wohnsituation) bejaht werden könne. Im erst kürzlich ergangenen, bereits 

erwähnten Urteil 2C_682/2019 vom 26. Februar 2020 führte das Bundesgericht in E. 

5.3.3 aus, dass sich die politische Situation in Sri Lanka nach den 

Präsidentschaftswahlen vom November 2019 erneut verändert habe, und aktuelle 

Berichte über vermehrte Menschenrechtsverletzungen vorliegen würden. Zudem 

belaste die gemäss Medienberichten erfolgte Flucht eines ranghohen sri-lankischen 

Polizeiinspektors in die Schweiz und die Entführung einer Mitarbeiterin der Schweizer 

Botschaft in Colombo die diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz 

und Sri Lanka erheblich. Es scheine angesichts dieser neuesten Entwicklungen derzeit 

unklar, wie sich die Situation für Rückkehrende aus der Schweiz gestalte. Die 

Schweizerische Flüchtlingshilfe forderte aufgrund der politischen Situation seit der 

Präsidentschaftswahl im November 2019 und nach den Vorfällen zwischen der 

Schweiz und Sri Lanka den Verzicht auf Rückführungen nach Sri Lanka. Das 

Staatssekretariat für Migration solle eine Lageanalyse sowie eine Anpassung der 

Asylpraxis vornehmen, welches die neue Situation vollumfänglich berücksichtige (Keine 

Rückführungen nach Sri Lanka, vom 5. Dezember 2019 und Gefährdete Rechte für 

Minderheiten in Sri Lanka, vom 10. Dezember 2019 unter: https://

www.fluechtlingshilfe.ch News/Archiv/2019).

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aufgrund ihres Status als geschiedene Frau im dortigen Gesellschaftssystem mit 

Diskriminierung oder Ächtung rechnen müsste. Dass tatsächlich eine starke 

Gefährdung bei einer Rückkehr der Beschwerdeführerin in ihr Heimatland gegeben ist, 

kann daher nicht ausgeschlossen werden. Allerdings lässt sich gestützt auf die 

vorliegenden Akten auch nicht abschliessend feststellen, ob die Gefährdung tatsächlich 

ausgewiesen ist. Im Übrigen hätte die Beschwerdegegnerin bei einer Verweigerung der 

Bewilligung und der damit verbundenen Wegweisung auch das Vorliegen von 

Wegweisungsvollzugshindernissen zu prüfen (vgl. BGE 137 II 345 E. 3.3.2, BGer 

2c_682/2019 vom 26. Februar 2020 E. 5.3). Dementsprechend ist die Beschwerde 

teilweise gutzuheissen, der Entscheid der Vorinstanz vom 24. Oktober 2019 ist 

aufzuheben und die Sache in Bezug auf die Rückkehr zu ergänzenden 

Sachverhaltsabklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die 

Beschwerdegegnerin hat das Vorliegen einer starken Gefährdung der sozialen 

Wiedereingliederung der Beschwerdeführerin im Herkunftsland nach Art. 50 Abs. 1 lit. b 

AuG sowie allfällige Wegweisungsvollzugshindernisse näher und konkret zu prüfen. 

Dafür kann die Beschwerdegegnerin beispielsweise eine Befragung der 

Beschwerdeführerin, des Bruders oder des Onkels sowie Abklärungen hinsichtlich der 

aktuellen Lage in der Herkunftsgegend der Beschwerdeführerin in Sri Lanka und der 

Rolle der zurückkehrenden geschiedenen Frauen vornehmen oder in Auftrag geben, 

etwa durch Einholen einer Länderanalyse oder eines sachdienlichen Berichts der 

Schweizerischen Botschaft in Sri Lanka oder des EDA.

8.  

In Streitigkeiten hat jener Beteiligte die Kosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder 

teilweise abgewiesen werden (Art. 95 Abs. 1 VRP). Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung und (neuerer) Praxis des Verwaltungsgerichts gilt die Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz mit offenem Ausgang für die Frage der Auferlegung der 

Gerichtskosten wie auch der Parteientschädigung als vollständiges Obsiegen, 

unabhängig davon, ob sie beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- 

oder im Eventualantrag gestellt wird (vgl. BGer 5A_845/2016 vom 2. März 2018 E. 3.2 

mit Hinweisen, VerwGE B 2017/76 vom 16. August 2018 E. 5, B 2019/38 vom 19. 

August 2019 E. 3.2). Die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens sind somit der 

Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von 

CHF 2'000 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12, 

GKV). Auf die Erhebung ist gestützt auf Art. 95 Abs. 3 VRP zu verzichten.

8.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/24

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Bei (teilweiser) Gutheissung eines Rechtsmittels ist zugleich von Amtes wegen über die 

amtlichen Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens zu entscheiden. In der Regel erfolgt 

die entsprechende Kostenverlegung in Bezug auf die Beteiligten und deren Anteile 

analog dem Rechtsmittelentscheid (R. Hirt, Die Regelung der Kosten nach st. 

gallischem Verwaltungsrechtspflegegesetz, Diss. St. Gallen 2004, S. 103). Die 

amtlichen Kosten für das Rekursverfahren vor der Vorinstanz von CHF 1'000 sind somit 

ebenfalls der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Auf die Erhebung der Kosten ist zu 

verzichten (Art. 95 Abs. 3 VRP).

8.2. 

Die Beschwerdeführerin hat sowohl im Rekurs- als auch im Beschwerdeverfahren 

Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung zulasten des Staates (Migrationsamt, 

vgl. Art. 98 Abs. 1 und 2 VRP sowie Art. 98  VRP). Gemäss Art. 22 Abs. 1 lit. b der 

Honorarordnung (sGS 963.75, HonO) beträgt das Honorar vor Verwaltungsbehörden 

CHF 500 bis CHF 6'000. Die Vorinstanz sprach der Beschwerdeführer eine 

Entschädigung aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung zu (Honorar um einen Fünftel 

gekürzt: Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70, AnwG). Da die 

Beschwerdeführerin nun obsiegt hat, steht ihr ein Anspruch auf volle ausseramtliche 

Entschädigung zu. Die Höhe der im vorinstanzlichen Verfahren zugesprochenen 

Entschädigung von CHF 1'393.20 (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer) und CHF 800 

(inkl. Barauslagen, zuzüglich Mehrwertsteuer) wurde nicht beanstandet. Die 

Beschwerdeführerin hat demnach Anspruch auf eine ausseramtliche Entschädigung in 

der Höhe von CHF 2'600 (inklusive Barauslagen) zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer. 

Allfällig bereits ausbezahlte Entschädigungen sind anzurechnen.

8.3. 

bis

Für das Verfahren vor Verwaltungsgericht ist eine Honorarpauschale innerhalb des von 

Art. 22 Abs. 1 lit. b der HonO festgelegten Rahmens zwischen CHF 1'500 und 

CHF 15'000 massgebend. Da der Rechtsvertreter keine Kostennote eingereicht hat, ist 

die Entschädigung nach Ermessen festzusetzen (vgl. Art. 30 lit. b Ziff. 1 und Art. 31 

Abs. 1 und 2 AnwG, sowie Art. 6 und 19 der HonO). Innerhalb des für eine Pauschale 

gesetzten Rahmens wird das Grundhonorar nach den besonderen Umständen, 

namentlich nach Art und Umfang der Bemühungen, der Schwierigkeit des Falls und 

den wirtschaftlichen Verhältnissen der Beteiligten bemessen (Art. 19 HonO sowie 

Art. 31 Abs. 1 und 2 AnwG; vgl. dazu BGE 141 I 124 E. 4 und BGer 1C_53/2015 vom 

12. Mai 2015 E. 2.5). Unter Berücksichtigung dieser Bemessungskriterien und 

insbesondere mit Blick auf die in vergleichbaren Fällen zugesprochenen 

8.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/24

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Demnach verfügt der Abteilungspräsident zu Recht:

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Beschwerdeverfahren wird wegen 

Gegenstandslosigkeit abgeschrieben.

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht zu Recht:

1.

Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, der Entscheid der Vorinstanz vom 

24. Oktober 2019 aufgehoben und die Sache in Bezug auf die Rückkehr zu 

ergänzenden Sachverhaltsabklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Der Staat trägt die amtlichen Kosten für das Beschwerdeverfahren von CHF 2'000 und 

für das Rekursverfahren von CHF 1'000. Auf die Erhebung wird verzichtet.

3.  

 

Entschädigungen erscheint eine Entschädigung von CHF 2'500 für das 

Beschwerdeverfahren zuzüglich CHF 100 Barauslagen (vier Prozent von CHF 2'500, 

Art. 28 Abs. 1 HonO), insgesamt somit also CHF 2'600, mangels Antrags ohne 

Mehrwertsteuer (Art. 29 HonO) als angemessen.

bis 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist damit gegenstandslos und kann 

abgeschrieben werden.

8.5. 

Der Staat (Migrationsamt) entschädigt die Beschwerdeführerin für das 

Beschwerdeverfahren mit CHF 2'500 zuzüglich CHF 100 Barauslagen, ohne 

Mehrwertsteuer.

3.1. 

Der Staat (Migrationsamt) entschädigt die Beschwerdeführerin für das Rekursverfahren 

mit CHF 2'600 (inklusive Barauslagen) zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer. Bereits 

ausbezahlte Entschädigungen aus unentgeltlicher Rechtsverbeiständung werden 

angerechnet.

3.2. 

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	Entscheid Verwaltungsgericht, 28.05.2020
	Ausländerrecht. Widerruf der Aufenthaltsbewilligung. Nachehelicher Härtefall. Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland. Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG. Trotz Vorliegen fachärztlicher Therapieberichte konnte die häusliche Gewalt gestützt auf die umfangreichen Abklärungen im Strafverfahren und den daraus entnommenen undifferenzierten Angaben der Beschwerdeführerin nicht glaubhaft gemacht werden. Hingegen besteht hinsichtlich der starken Gefährdung der sozialen Wiedereingliederung im Herkunftsland Abklärungsbedarf. Es ist nicht auszuschliessen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihres Status als geschiedene Frau im aktuellen Gesellschaftssystem in Sri Lanka mit Diskriminierung oder Ächtung rechnen müsste. Teilweise Gutheissung der Beschwerde und Rückweisung zu weiteren Abklärungen (Verwaltungsgericht, B 2019/241).

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