# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b961b64a-aeaf-54f7-ac14-b49f5fb262fe
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-08-15
**Language:** de
**Title:** Erstanmeldung, Würdigung polydisziplinäres Gutachten und Arztberichte, bisherige und angepasste Tätigkeit zu 100 % zumutbar; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2015.00510
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00510.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00510
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiber P. Sager
Urteil
vom
15. August 2016
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
Rechtsanwalt Mario
Bertschi
, Leistungen und Services Zürich
Postfach, 8010 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1966, Mutter von fünf Kindern (Jahrgang 1985, 1987, 1988, 1991, 1997),
war vom 2
6.
Februar 2008 bis zu ihrer Krankschreibung am 2
3.
August 2011
bei
der
Y.___
AG
als
Reinigungsmitarbeiterin
tätig
(
Urk.
7/11
)
.
Unter Hinweis auf
unklare B
eschwerden
meldete sich
die Ver
sicherte
am 2
5.
Januar 2012 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerbliche Situation ab
, führte eine
Haushaltsab
klärung
durch (
Urk.
7/33)
und holte
ein polydisziplinäres Gutachten ein, das am
3
0.
April
2014
erstattet wurde (
Urk.
7/32
).
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/36
;
Urk.
7/52
) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom
2
6.
März 2015
einen
Leistungs
anspruch (
Urk.
7/54
=
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am
8.
Mai 2015
Beschwerde
gegen die Verfügung vom
2
6.
März 2015
(
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
die Angele
genheit zur weiteren Abklärung zurückzuweisen
(
Urk.
1 S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
2
4.
Juni 2015
(
Urk.
6
) die Abweisung der Beschwerde. Dies wurde
d
er Beschwerdeführerin am
6.
August 2015
zur Kenntnis gebracht (
Urk.
8
).
Am 1
2.
Mai 2016 reichte die Beschwerdeführerin weitere Arztberichte (Urk. 10/1-5) ein.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine
Erwerbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.3
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) gestützt auf die medizinischen Abklärungen, insbesondere das polydisziplinäre Gutach
ten vom
3
0.
April
2014 (
Urk.
7/32), davon aus, dass kein relevanter
Gesund
heitsschaden
im Sinne des Gesetzes vorliege.
Weitere Abklärungen seien nicht notwendig. Es sei zudem lediglich eine Verhaltensauffälligkeit und kein psy
chisches Leiden mit Krankheitswert festgestellt worden. Auch sei lediglich ein Verdacht auf eine somatoforme Schmerzstörung diagnostiziert worden. In somatischer Hinsicht sei daran festzuhalten, dass einzig Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die auditive Kapazität nicht geeignet seien. Ansonsten bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit für die angestammte und für angepasste Tätigkeiten (
Urk.
6).
2.2
Dem
hielt
die Beschwerdeführerin beschwerdeweise (
Urk.
1) entgegen,
es sei falsch dass die Berichte des
Z.___
, Klinik für Rheu
matologie, keine Arbeitsunfähigkeitsbeurteilung enthalte
n würden
und keine wesentlichen Diskrepanzen zum Gutachten vorhanden seien. Im Bericht des
Z.___
, Klinik für Rheumatologie, vom
4.
Dezember 2014 sei eine Auflistung von acht Beschwerden enthalten, die allesamt mit Auswirkungen auf die Arbeitsfä
higkeit betrachtet worden seien. Schon allein daraus sei eine grosse Diskrepanz zur gutachterlichen Beurteilung ersichtlich. Diese Beurteilung sei sodann nach einem mehrwöchigen Aufenthalt entstanden. Gesamthaft müsse damit der Beurteilung des
Z.___
mehr Gewicht beigemessen werden (S. 3 oben).
Die Ange
legenheit müsse zur neuen Entscheidung zurückgewiesen werden
.
Das
Z.___
habe klar aufgezeigt, dass für eine genau
e
Beurteilung der Arbeitsfähigkeit ein
Arbeitsassessment
durchgeführt werden müsse. Daraus sei ersichtlich, dass eine einmalige Begutachtung bei einer solchen Komplexität von Beschwerden nicht ausreichend sei, um die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit seriös abzuklären (S. 3 Mitte).
2.3
Strittig und zu prüfen ist somit, wie es sich mit der Arbeitsfähigkeit verhält und ob zur Beantwortung diese
r Frage auf das Gutachten (
Urk.
7
/
32
) abgestellt wer
den kann.
3.
3.1
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin,
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Neurologie,
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
Dr.
med.
D.___
, Fachärztin für Rheuma
tologie, sowie
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie, nannten im polydisziplinären Gutachten
des
F.___
vom
3
0.
April
2014 (
Urk.
7/32)
folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 23):
-
intermittierende Schwindelsymptomatik
-
peripher
vestibulo-cochleär
e
Funktionsstörung rechts
-
Hochton- Schal
l
empfind
ungsschwerhörigkeit rechts
-
grenzwertige peripher vestibul
äre Unterfunktion rechts
-
Verdacht auf zusätzliche
orthostatische
Komponente
Die Gutachter hielten
in ihrer Gesamtbeurteilung
fest,
b
ei der
otorhinolaryngo
lo
gischen
Untersuchung
habe
aktuell eine leichtgradige
Hoc
h
ton-
Schall
empfindungs
schwerhörigkeit
rechts bei praktisch altersentsprechender Hör
schwelle links objektiviert werden
können
. Dadurch
würden
höchstens leicht
gradige auditive Schwierigkeiten bei Gesprächen mit mehreren Personen sowie unter gesteigertem Umgebungsgeräuschpegel
bestehen
. Es
würden
sich aktuell
auch diskrete Befunde einer leichtgradigen peripher-vestibulären Funk
tions
störung rechts
zeigen
, welche die Beschwerdesymptomatik der
Beschwer
de
führerin
mit intermittierenden Drehschwinde
l
beschwerden durchaus erklären könnte. Zusätzlich besteht der Verdacht auf eine
orthostatische
Komponente der Schwindelbeschwerden.
A
us
otorhinolaryngologischer
Sicht bestehe
daher
eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit, indem Tätigkeiten, welche hohe Anforderungen an die auditive Kapazität stell
t
en, nicht geeignet seien. Auf
grund der intermittierenden Drehschwindelbeschwerden sollten
sturzgefähr
dende
Tätigkeiten mit Eigen- oder Fremdgefährdung vermieden werden. Für ange
passte Tätigkeiten bestehe hingegen aus
otorhinolaryngologischer
Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 2
4
)
.
Aus rheumatologischer Sicht
habe
sich für die von der
Beschwerdeführerin
ange
gebenen Schmerzen und Funktionseinschränkungen von Seiten des Bewe
gungsapparates nur zu einem geringen Teil ein entsprechendes morphologisches Korrelat
finden lassen
, weshalb keine Diagnose mit Einschränkung auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit
habe
gestellt werden
können
. Aus rheumatolo
gischer Sicht
bestehe
für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als
Reinigungsmitar
beiterin
eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit (S. 2
4
unten).
Bei der neurologischen Untersuchung
sei
die
Halswirbelsäulenb
eweglichkeit
bei der expliziten Untersuchung
eingeschränkt
gewesen
, bei unauffälliger Beo
bachtung jedoch nicht mehr.
Es hätten sich
keine Hinweise für eine
radiku
läre
Reiz- bzw. sensomotorische Ausfallsymptomatik an den oberen Extremitä
ten
finden lassen
.
Die von der
Beschwerdeführerin
angegebenen episodenweise auftretenden Kopfschmerzen
würden
gut zu einer Migräne ohne Aura
passen
. Auch
seien
die diagnostischen Kriterien für einen Medikamenten-
Ü
berge
brauchs-Kopfschmerz
erfüllt. Aus somatisch-neurologischer Sicht
könne
keine Diagnose mit Einfluss auf die Ar
beitsfähigkeit gestellt werden
(S. 2
5 oben
).
Bei der psychiatrischen Untersuchung
sei aufgefallen
, dass das Ausmass der Beschwerden und die
Ü
berzeugung, nicht mehr arbeiten zu können, sich durch die somatischen Befunde nicht hinreichend
haben
objektivieren l
ie
ssen. Es
müsse
eine psychische
Ü
berlagerung angenommen werden. Dabei
handle
es sich um eine Schmerzverarbeitungsstörung. Die Diagnosekriterien für eine anhal
tende somatoforme Schmerzstörung
seien
nicht erfüllt. Daneben
habe
keine weitere psychiatrische Diagnose gestellt werden
können
und die Arbeitsfähig
keit
sei
aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt
(S. 25 oben)
.
Auch aus allgemeininternistischer Sicht
bestehe
keine Diagnose mit Ein
fluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 25 Mitte).
Aus polydisziplinärer Sicht kamen die Gutachter zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin lediglich qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestehen würden, indem Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die auditive Kapazität und sturzgefährdende Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit Eigen- oder Fremdgefährdung nicht geeignet seien. Für die bisherige Tätigkeit als
Reini
gungsmitarbeiterin
(ohne
die
Arbeit auf Leitern oder Gerüsten) bestehe daher eine Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 100
%
(S. 25 Mitte)
.
Im Weiteren hielten die Gutachter fest, für die Arbeit im Haushalt bestehe keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (S. 25
Ziff.
6.4).
3.2
Die Ärzte des
Z.___
, Klinik für Rheumatologie, berichteten am 1
6.
September 2014 (
Urk.
7/42
=
Urk.
7/45
) über die
Hospitalisation
vom 2
9.
August bis 1
6.
Sep
tember 2014
und nannten als Diagnose ein
zervikozephales
und
zervi
kospondylogenes
Schmerzsyndrom rechts, belastungsabhängige Knieschmerzen rechts, einen Verdacht auf anhaltende somatoforme Schmerzstörung,
bifrontale
Kopfschmerzen unklarer Zuordnung, ein Karpaltunnelsyndrom (CTS) rechts, ein metabolisches Syndrom, einen schweren Vitamin D
-
Mangel sowie eine latente Hypothyreose.
Die Beschwerden
würden
bei fehlenden klinischen Hinweisen auf eine
Radikulopathie
oder zervikale Myelopathie
oder
eine systemische entz
ü
nd
liche Erkrankung bei normalen systemischen Entz
ü
ndungszeichen und ausge
prägten
myofaszia
l
en
Befunden im Schmerzbereich als
zervikospondylogen
interpretiert
.
Unter der intensiven stationären physio- und ergotherapeutischen Behandlung im Rahmen der multimodalen rheumatologischen
Komplexbe
handlung
und Einstellung der medikamentösen Analgesie
hätten
nur leichte Phasen von Schmerzminderung erreicht werden können (S. 2 unten).
Während der
Hospitalisation
sei zudem ein psychiatrisches
Konsil
durchgeführt worden. Dieses habe den hochgradigen Verdacht einer somatoformen Schmerzstörung ergeben. Eine ambulante psychotherapeutische Behandlung sei der Beschwer
deführerin nahegelegt worden, diese sei diesbezüglich aber zurückhaltend gewesen (S. 3 Mitte).
Im Bericht vom
4.
Dezember 2014 führten die Ärzte des
Z.___
, Klinik für Rheuma
tologie,
unter Wiederholung der bereits gestellten Diagnosen
aus, dass
sie
zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit ein
Arbeitsassessment
benötigen wür
den (
Urk.
7/48
S. 5
Ziff.
1.9).
3.3
Dr.
med.
G.___
, Facharzt für Anästhesiologie, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD),
führte in der Stellungnahme vom
9.
Februar 2015 (
Urk.
7/53/2) aus, die in den Berichten des
Z.___
, Klinik für Rheumatologie, festgehaltenen Beschwer
den würden im Wesentlichen denjenigen im Gutachten entsprechen. Eine
wesentliche Diskrepanz zu den Befunden, welche im Gutachten erhoben worden seien, sei nicht auszumachen.
4.
4.1
Die Beschwerdegegnerin stützte ihren abweisenden Entscheid auf das
F.___
-
Gut
achten
(vorstehend E.
3.1
)
, wonach bei der Beschwerdeführerin von einer vollen Arbeitsfähigkeit in ihrer jetzigen Tätigkeit auszugehen sei
(
Urk.
2)
.
Entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung (
Urk.
1 S.
3
Ziff.
2.2
) vermag das
vom
F.___
erstattete
Gutachten die an eine beweiskräftige ärztliche Expertise gestellten Anforderungen (E.
1.3
) vollumfänglich zu erfüllen.
D
as
F.___
-
G
utachten
beruht
auf für die strittigen Belange umfassenden Untersu
chungen
und
berücksichtigt
die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizi
nischen Situation Rechnung.
So
zeigten
die Gutachter in
differenzierter
Weise
auf
,
dass weder rheumatologische, neurologische, psychiatrische noch allge
mein-internistische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erhoben werden konnte
n
.
Weiter
machten die Gutachter darauf aufmerksam
, dass
sich für die von der Beschwerdeführerin angegebenen Schmerzen und
Funktions
einschränkungen
von Seiten des Bewegungsapparates
nur zu einem geringen Teil ein entsprechendes morphologisches Korrelat
hätte
finden lassen.
In
nach
vollziehbarer Weise führten sie
weiter aus, dass
eine psychische Überla
gerung angenommen werden müsse, da das Ausmass der Beschwerden und die Über
zeugung, nicht mehr arbeiten zu können, sich durch die somatischen Befunde nicht hinreiche
nd hätten objektivieren lassen
(vgl. vorstehend E. 3.1)
.
Das
Gutachten
leuchtet
daher
in der Darlegung der medizinischen Zusammen
hänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet.
Die Gutachter kamen
in nachvollziehbarer Weise
zum Schluss, dass bei der Beschwerdeführerin lediglich qualitative Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit bestehen würden, indem Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die auditive Kapazität und
sturzge
fährdende
Tätigkeiten sowie Tätigkeiten mit Eigen- oder Fremdgefährdung nicht geeignet seien
(vgl. vorstehend E. 3.1)
.
Die Beurteilung im
F.___
-
Gutachten ist
nach dem Gesagten
für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend, sodass für die
Entscheidfindung
darauf abge
stellt werden kann.
4.2
Der Beschwerdeführerin ist insoweit zuzustimmen, als das strittige Gutachten wie jedes Administrativgutachten im Sozialversicherungsverfahren auf einer Momentaufnahme beruht, während die Ärzte des
Z.___
(vgl. vorstehend E. 3.2)
auf einen mehrwöchigen Zeitraum zurückgreifen k
o
nn
t
en (
vgl.
Urk.
1 S. 3 Ziff.
2.2
).
Die Beschwerdeführerin verkennt dabei jedoch, dass e
s Wesens
merk
mal einer jeden Begutachtung
ist
, dass sie nicht auf einem derart langen Beobachtungszeitraum beruhen kann wie die Berichte behandelnder Ärzte, ohne dass dies allein ihrem Beweiswert abträglich wäre (
Urteil des Bundesgerichts
9C_866/2012 vom 2
1.
November 2012 E. 3.2.1). Vielmehr verschaffen die mit
unter schwierige Abgrenzung von invaliditätsfremden Faktoren sowie die auf die IV-spezifischen Tatfragen zugeschnittenen Schlussfolgerungen dem
poly
dis
ziplinären
Gutachten einen entscheidenden Vorteil gegenüber den Berichten der behandelnden Ärzte, welche aus therapeutischen Zusammen
hängen erstattet wurden (vgl. dazu BGE 137 V 210 E. 1.2.4 mit Hinweisen).
4.3
Weiter ist zu beachten, dass
subjektive Schmerzangaben im Rahmen der sozial
versicherungsrechtlichen Leistungsprüfung mit Blick auf die sich stellenden Beweisschwierigkeiten durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig fest
stellbare Befunde hinreichend erklärbar sein müssen
(vgl.
BGE 139 V 547
E
.
5.4
)
.
Da der Nachweis von Schmerzen und ihrer Intensität von der Natur der Sache her mit grössten Schwierigkeiten verbunden ist, gehört es zur Aufgabe des Gutachters, die Glaubwürdigkeit der Schmerzschilderung soweit möglich zu überprüfen und deren Auswirkungen bei der Untersuchung und im Alltag sub
stantiiert darzulegen. Dazu zählen insbesondere Angaben zum beobachteten Ver
halten, Feststellungen über die Inkonsistenz und Vagheit der gemachten Angaben und über Hinweise, welche zur Annahme von Aggravation oder Simu
lation führen. Da die Qualität des Begutachtungsprozesses weitgehend von der Motivation und Mitarbeit des Exploranden abhängt, hat sich der Gutachter nötigenfalls auch dazu zu äussern (Urteil des Bundesgerichts 8C_802/2007 vom
5.
Mai 2008 E. 5.3).
Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin liess sich das Ausmass der geklag
ten Beschwerden im Rahmen der Untersuchung jedoch nicht eindeutig erklären und objektivieren.
Die Gutachter hielten
des Weiteren
nachvollziehbar fest, dass für die differentialdiagnostisch in Betracht zu ziehende Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung deutlich
e
schwere psychosoziale oder emotionale Belastungsfaktoren, die als hauptsächliche ursächliche Ein
flüsse der Schmerzen gelten können, fehlen würden. Zudem
wiesen sie darauf hin, dass
deutliche Inkonsistenzen bestehen
würden
, die
Beschwerdeführerin
durchaus Kontakte zu Kolleginnen
habe
, mit denen sie sich zum Kaffee treffe und sich gerne unterhalte, und in die Heimat
reise
. Dies sei für eine
Schmerz
verarbeitungsstörung
bezeichnend
. Die Diagnose einer chronischen
Schmerz
störung
mit somatisch-psychischen Faktoren könne hier nicht gestellt werden
(
vgl.
Urk.
7/
32
S. 1
0
Ziff.
4.1.4
).
Rechtsprechungsgemäss fallen die psychischen Störungen im Sinne von ICD-10 F54 nicht
unter die Schmerzrechtsprechung
(Urteil des Bundesgerichts 9C_646/2015 vom 1
9.
Mai 2016 E. 4.6 mit Hinweisen), womit es auch keiner Prüfung der Indikatoren (vgl. BGE 141 V 281) bedarf.
Ausser der Diagnose einer Schmerzverarbeitungsstörung stellten die Gutachter keine
weitere
psychiatrische Diagnose. Diese wurde unter die Diagnosen ohne Aus
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eingereiht
.
D
amit
und mit Blick auf die Ausführungen
im Gutachten
ist evident, dass es an der Schwere, die auf eine
(psychische)
invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung
schliessen
liesse
,
vor
liegend
fehlt.
Für einen
rechtsgenüglichen
Nachweis einer Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit reicht dies nach dem Gesagten nicht aus.
4.
4
Soweit
die
Beschwerdeführer
in
einwendet,
dass den Berichten des
Z.___
mehr Gewicht beizumessen sei und die Erfahrungstatsache, dass behandelnde Ärzte aufgrund ihrer auftragsrechtlichen Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zugunsten ihrer Patienten aussagen, für behandelnde Spezialärzte nicht gelte
(
Urk.
1 S. 2
Ziff.
2.1)
, ist zu bemerken,
dass d
ie einen längeren Zeitraum abde
ckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen
;
doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestell
ten fachmedizinischen Experten anderseits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten blei
ben Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wichtige - und nicht rein subjektiver Inter
pre
tation entspringende - Aspekte benennen, die bei der Begutachtung uner
kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinweisen).
Dies ist
vorliegend
nicht
der Fall
, berücksichtigten die Gutachter doch sämtliche
von der
Beschwerdeführer
in
anlässlich der Untersuchungen geklagten Beschwerden sowie die von den behandelnden Ärzten erhobenen Befunde.
Im Übrigen gilt d
er Grundsatz, wonach Berichte der behandelnden Ärzte auf
grund deren
auftragsrechtliche
r
Vertrauensstellung
zum Patienten mit Vorbe
halt zu würdigen sind (BGE 125
V 353 E. 3b.cc), für den allgemein praktizieren
den Hausarzt wie den behandelnden
Spezialarzt
, welche den Patienten über
einen längeren Zeitraum regelmässig behandeln,
und
- vorliegend von beson
derer Bedeutung -
erst recht für den schmerztherapeutisch tätigen Arzt mit sei
nem besonderen
Vertrauensverhältnis und dem Erfordernis, den geklagten Schmerz zunächst bedingungslos
zu akzeptieren (
Urteil des Bundesgerichts
I
803/05
vom
6.
April
2006
E. 5.5
mit Hinweis
, sowie I 854/05 vom
1.
Mai 2006 E. 3.3.1 mit Hinweis
).
4.
5
Konkrete Hinweise, die gegen die
Schlüssig- und
Zuverlässigkeit des
F.___
Gut
ach
tens sprechen,
vermag die Beschwerdeführerin nicht darzulegen.
Ent
ge
gen
ihrer
Ansicht
kann sie aus den Berichten
der Ärzte
des
Z.___
(vor
stehend E. 3.2)
nichts zu ihren Gunsten ableiten. De
re
n Berichte vermögen die gutachterli
che Beurteilung nur schon deshalb nicht
umzustossen
,
da
sie
keine Angaben zur
Arbeitsfähigkeit enthalten
. Denn für die Bestimmung des
Renten
anspruchs
ist es grundsätzlich unabhängig von der
Diagnose
und unbesehen der Ätiologie massgebend, ob und in welchem Ausmass eine Beeinträchtigung der Arbeits- bzw.
Erwerbsfähigkeit vorliegt (BGE
136 V 279
E. 3.2.1 S. 281;
Urteil
8C_391/2015
vom 1
1.
August 2015 E. 3.3).
Das Fehlen einer
Arbeitsfähig
keits
einschätzung
ist womöglich auch darauf zurückzuführen, dass die Ärzte des
Z.___
aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin von einer 100%igen Tätig
keit im Haushalt ausgingen
.
Daraus ist zu schliessen
, dass der
genannte
Bericht für die streitigen Belange
gerade nicht
umfassend
(genug)
ist und
ins
besondere
ohne Kenntnisse der
Vorakten
ergangen ist.
Nicht zu überzeugen vermag sodann die Ansicht der Beschwerdeführerin, wonach die Berichte
der Ärzte
des
Z.___
die entsprechenden Diagnosen allesamt mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufliste und daraus eine
Arbeitsunfä
higkeitsbeurteilung
zu entnehmen sei (
Urk.
1 S. 3
Ziff.
2.2).
Beim Bericht vom
4.
Dezember 2014 ist überwiegend wahrscheinlich davon auszugehen, dass
die
bereits im Austrittsbericht vom 1
6.
September 2014 (vorstehend E. 3.2) genannten Diagnosen unverändert in das entsprechende IV-Formular unter Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit abgefüllt worden sind. Anders ist
es nicht zu erklären, weshalb die Diagnose eines schweren Vitamin
-
D Mangel
s
ebenfalls unter Diagnosen mit Auswirkung auf die Arb
eitsfähigkeit aufgeführt wurde.
Zudem hielten die Ärzte ausdrücklich fest, dass sie zur Ein
schätzung der Arbeitsfähigkeit ein
Arbeitsassessment
benötigen
würden
(vgl.
Ziff.
1.9 des genannten Berichts). Daraus ist zu schliessen, dass sie die Aus
wirkungen der Diagnosen auf die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin gerade nicht ein
schätzen konnten.
4.
6
Nach dem Gesagten nannte
n die Ärzte des
Z.___
(vorstehend E. 3.2)
keine objek
tiv feststellbaren Gesichtspunkte, welche Zweifel am Gutachten begründen
wür
den.
Sämtliche in den Berichten des
Z.___
genannten Diagnosen wurden bereits im
F.___
-Gutachten
berücksichtigt
.
Die Beschwerdegegnerin ging
daher
zu Recht davon aus, dass zwischen den Befunden des
Z.___
und denjenigen des
F.___
keine wesentl
ichen Diskrepanzen bestehen.
Sodann lässt sich den
nach Erlass des angefochtenen Entscheids
erstellten und beschwerdeweise eingereichten Berichten des
Z.___
(
Urk.
10/1-5)
nichts ent
nehmen, was im Rahmen der Begutachtung nicht ber
eits berücksichtigt worden wäre und
der gutachterlichen Beurteilung entgegenstehen würde
, zumal auch darin keine Beurteilung der Arbeitsfähigkeit vorgenommen wurde.
5.
Zusammenfassend kann somit auf die
gutachterliche
Beurteilung abgestellt wer
den,
wonach in der
bisherige
n
Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin (ohne
die
Arbeit auf Leitern und Gerüsten)
keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit besteht.
Soweit die Beschwerdeführerin verlangt, es seien weitere Abklärungen durchzuführen (
Urk.
1 S.
3
Ziff.
2.3
), kann darauf in antizipierter
Beweiswürdi
gung
verzichtet werden (BGE 127 V 491 E. 1b
mit Hinweisen).
Der medizinische Sachverhalt erweist sich
nach dem Gesagten
als hinreichend klar und ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
Bei voller Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit besteht ohne weiteres kein Rentenanspruch; dieser Grundsatz gilt für alle versicherten Personen (Urteil des Bundesgerichts 8C_786/2013 vom 1
4.
Januar 2014 E. 4.2). Nachdem gemäss Gutachten auch im Haushalt keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht,
hat die Beschwerdegegnerin zu Recht einen Anspruch auf Leistungen der Inva
lidenversicherung verneint, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.
6.
Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen geht, ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG) und auf
Fr.
700.-- anzusetzen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind sie
der
unterliegenden Beschwerdeführer
in
aufzu
erlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
700
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zuge
stellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
CAP Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaft AG
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannP. Sager