# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 726a6563-7641-50aa-b4c3-c6d334b58de6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 15.11.2018 LC160023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC160023_2018-11-15.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: LC160023-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. A. Katzenstein und Ersatzrichter lic. iur. H. Meister sowie Ge-

richtsschreiberin MLaw J. Nagel 

Beschluss und Urteil vom 15. November 2018 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Klägerin, Erstberufungsklägerin und Zweitberufungsbeklagte 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagter, Erstberufungsbeklagter und Zweitberufungskläger 

 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

C._____,  
Verfahrensbeteiligte 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ 

 

betreffend Ehescheidung / Scheidung auf Klage 

- 2 - 

Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichtes im ordentlichen Verfahren 
des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016; Proz. FE120006 

 

Rechtsbegehren: 

Rechtsbegehren der Klägerin (act. 388 S. 1 f.): 

1. Die Ehe der Parteien sei gemäss Art. 114 ZGB zu scheiden. 
2. Die Tochter C._____, geb. tt.mm.2005, sei unter die alleinige 

elterliche Sorge der Klägerin zu stellen; eventualiter sei die 
Tochter C._____, geb. tt.mm.2005, unter die gemeinsame el-
terliche Sorge zu stellen. 

3. Die Tochter C._____ sei unter die Obhut der Klägerin zu stel-
len. 

4. Dem Beklagten sei ein angemessenes Besuchsrecht einzu-
räumen. 

5. a) Es sei die gemäss Urteil vom 18. Juli 2014 angeordnete 
Besuchsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 2 ZGB beizu-
behalten und für solange weiterzuführen, als die zuständige 
KESB dies für notwendig erachtet. 
 
b) Es sei die gemäss Urteil vom 30. März 2015 angeordnete 
Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 ZGB bei-
zubehalten und für solange weiterzuführen, als die zuständige 
KESB dies für notwendig erachtet. 

6. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin für die Tochter 
C._____ monatlich im Voraus zahlbare Unterhaltsbeiträge 
von Fr. 700.– zzgl. allfälligen vertraglichen oder gesetzlichen 
Kinderzulagen zu entrichten, zahlbar bis zum Abschluss einer 
angemessenen Ausbildung, auch über die Mündigkeit hinaus, 
solange die Tochter in deren Haushalt lebt oder keine eige-
nen Ansprüche stellt bzw. keine anderen Zahlungsempfänger 
bezeichnet; die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu in-
dexieren. 

7. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin persönlich ei-
nen monatlichen Unterhaltsbeitrag im Sinne von Art. 125 ZGB 
im Betrag von Fr. 1'000.– zu bezahlen, zahlbar monatlich im 
Voraus jeweils auf den 1. eines jeden Monats bis 30. Oktober 
2021; die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu indexie-
ren.  

- 3 - 

8. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Parteien güter-
rechtlich auseinandergesetzt sind. 

9. Es sei die Teilung der Austrittsleistungen nach Art. 122 ZGB 
vorzunehmen. 

10. alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. 8 % 
MwSt) zulasten des Beklagten. 

Rechtsbegehren des Beklagten (act. 389; Prot. S. 184): 

1. Die Ehe der Parteien sei zu scheiden. 
2. Es seien die Nebenfolgen der Scheidung zu regeln. 
3. Es sei C._____ unter die Obhut und alleinige elterliche Sorge 

des Beklagten zu stellen. 
4. Es sei der Klägerin ein Besuchsrecht an C._____ jeden 2. 

Samstag von 09.00 bis 18.00 Uhr zuzusprechen, unter Aufla-
ge an die Klägerin, C._____ unter allen Umständen von 
D._____ fernzuhalten. 

5. Ein Ferienbesuchsrecht an C._____ mit Übernachtungen bei 
der Klägerin sei der Klägerin nicht zuzusprechen. 

6. Die Klägerin sei zu verpflichten, angemessene Unterhaltsbei-
träge an die Beklagten für C._____ und an den Beklagten für 
C._____ bis zu deren abgeschlossene Erstausbildung zu leis-
ten. 

7. Die Parteien seien zu verpflichten, die Gesundheitskosten für 
C._____, soweit nicht von Dritten getragen, je zur Hälfte zu 
übernehmen. 

8. Die klägerischen Pensionskassen-Guthaben seien zwischen 
den Parteien hälftig zu teilen, aufgerechnet auf die Rechts-
kraft des Scheidungsurteils. 

9. Eine Beistandschaft sei nicht anzuordnen. 
10. In güterrechtlicher Hinsicht sei die Klägerin zu verpflichten, 

dem Beklagten die folgenden Gegenstände herauszugeben: 
Bettgestell Ikea; 2 Lättliroste für Betten Ikea; 2 Matratzen 
Ikea; Eckschrank Ikea; Matratzenschoner Ikea, Bettgestell 
und Matratze; Schrank, 2-türig, Conforama; 2 Lättliroste Lipo-
Möbelposten (act. 391 S. 16 und act. 392). 

11. Es seien die klägerischen Anträge 1–3 in der Eingabe vom 
21. Oktober 2015 vollumfänglich abzuweisen. 

12. Die klägerischen Anträge Ziff. 2, 3, 4, 5a und b, 6 und 7 seien 
vollumfänglich abzuweisen. 

- 4 - 

 

Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 (act. 474): 

1. Die Ehe der Parteien wird geschieden. 

2. Die Tochter C._____, geb. tt.mm.2005, wird unter der gemeinsamen elterli-

chen Sorge der Parteien belassen. Die elterliche Sorge wird im Rahmen der 

nachstehenden Dispositivziffer 7 eingeschränkt. 

 Die abweichenden Anträge der Parteien werden abgewiesen. 

3. Die Obhut für die Tochter C._____, geb. tt.mm.2005, wird dem Beklagten 

zugeteilt. 

Der abweichende Antrag der Klägerin wird abgewiesen. 

4. Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._____ bis Ende Septem-

ber  2016 jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden Monats jeweils 

von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Be-

such zu nehmen. 

 Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._____ ab Oktober 2016 

jeweils am ersten und dritten Samstag und Sonntag eines jeden Monats je-

weils von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, ohne Übernachtungen, auf eigene Kos-

ten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 

 Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._____ ab April 2017 je-

weils am ersten und dritten Wochenende eines jeden Monats jeweils von 

Samstag 09.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr, mit jeweils einer Übernachtung, 

auf eigene Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Die Er-

mächtigung der Übernachtungen von C._____ bei der Klägerin steht unter 

dem nachstehenden Vorbehalt (Dispositivziffer 4 Abs. 5). Sollten im Rahmen 

des nachstehenden Vorbehaltes (Dispositivziffer 4 Abs. 5) keine Übernach-

tungen möglich sein, wäre die Klägerin weiterhin berechtigt, die Tochter 

C._____ jeweils am ersten und dritten Samstag und Sonntag eines jeden 

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Monats jeweils von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, ohne Übernachtung, auf eigene 

Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 

 Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._____ ab Oktober 2017 

jeweils am ersten und dritten Wochenende eines jeden Monats jeweils von 

Freitag 18.00 Uhr bis Sonntag 18.00 Uhr, mit Übernachtungen, auf eigene 

Kosten zu sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen. Die Ermächtigung der 

Übernachtungen von C._____ bei der Klägerin steht unter dem nachstehen-

den Vorbehalt (Dispositivziffer 4 Abs. 5). Sollten im Rahmen des nachste-

henden Vorbehaltes (Dispositivziffer 4 Abs. 5) keine Übernachtungen mög-

lich sein, wäre die Klägerin weiterhin berechtigt, die Tochter C._____ jeweils 

am ersten und dritten Samstag und Sonntag eines jeden Monats jeweils von 

09.00 Uhr bis 18.00 Uhr, ohne Übernachtungen, auf eigene Kosten zu sich 

oder mit sich auf Besuch zu nehmen. 

 Bei der Frage, ob C._____ bei der Klägerin übernachtet, ist auf die aus-

drücklich geäusserten Wünsche von C._____ Rücksicht zu nehmen. Falls 

sich C._____ weigern sollte, bei der Klägerin zu übernachten, ist in Zusam-

menarbeit mit den Eltern, mit C._____ und der in diesem Zeitpunkt psycho-

therapeutisch betreuenden Fachperson von C._____ die Situation abzuklä-

ren und bis zum Vorliegen der Ergebnisse und je nach Ergebnis von Über-

nachtungen abzusehen, bis C._____ für Übernachtungen bereit ist. Sollte es 

zu keiner Einigung zwischen den Eltern, C._____ und der in diesem Zeit-

punkt psychotherapeutisch betreuenden Fachperson von C._____ kommen, 

müsste gegebenenfalls die KESB über die Frage des Übernachtens ent-

scheiden. 

 C._____ wird jeweils im E._____ Restaurant, … [Adresse], an die Klägerin 

übergeben und an der … Tankstelle an der A…, … [Ort], vom Beklagten 

wieder abgeholt. 

 Das Besuchsrecht der Klägerin wird bis und mit November 2016 unter An-

drohung von Art. 292 StGB mit der Auflage verbunden, dass C._____ wäh-

rend der Besuchsrechtsausübung nicht mit Herrn D._____ zusammentrifft. 

- 6 - 

Vorbehalten bleiben zufällige kurzfristige Begegnungen ausserhalb der 

Wohnung der Klägerin. Art. 292 StGB lautet wie folgt: "Wer der von einer 

zuständigen Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf 

die Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassenen Verfügung nicht Folge 

leistet, wird mit Busse bestraft." Ab Dezember 2016 fällt die Androhung nach 

Art. 292 StGB weg. 

 Ab Dezember 2016 kann D._____ jeweils zwei Stunden pro Besuchswo-

chenende ausserhalb der Wohnung der Klägerin zu den Besuchen dazu-

kommen. Die Besuche stehen unter dem nachstehenden Vorbehalt (Dispo-

sitivziffer 4 Abs. 9) . Ab Februar 2017 kann D._____ auch in der Wohnung 

der Klägerin jeweils zwei Stunden pro Besuchswochenende zu den Besu-

chen dazukommen. Die Besuche stehen unter dem nachstehenden Vorbe-

halt (Dispositivziffer 4 Abs. 9). Die Maximalbesuchszeit beträgt auf jeden Fall 

zwei Stunden pro Besuchswochenende.  

 Bei der Frage, ob D._____ bei Besuchen von C._____ bei der Klägerin ab 

Dezember 2016 dazukommen kann, ist auf die ausdrücklich geäusserten 

Wünsche von C._____ Rücksicht zu nehmen. Falls sich C._____ weigern 

sollte, ist in Zusammenarbeit mit den Eltern, mit C._____ und der in diesem 

Zeitpunkt psychotherapeutisch betreuenden Fachperson von C._____ die 

Situation abzuklären und bis zum Vorliegen der Ergebnisse und je nach Er-

gebnis von Besuchen von D._____ abzusehen, bis C._____ für solche Be-

suche bereit ist. Sollte es zu keiner Einigung zwischen den Eltern, C._____ 

und der in diesem Zeitpunkt psychotherapeutisch betreuenden Fachperson 

von C._____ kommen, müsste gegebenenfalls die KESB über diese Frage 

entscheiden. 

 Die abweichenden Anträge der Parteien zum Besuchsrecht werden abge-

wiesen. 

5. Die Klägerin und C._____ sind berechtigt auch während der Woche und an 

den Wochenenden ohne Besuchsrecht mittels Telefon, SMS, Mail miteinan-

der Kontakt zu haben. 

- 7 - 

6. Die Klägerin wird sodann berechtigt erklärt, die Tochter C._____ für vier 

Wochen in den Frühlings-, Sommer- oder Herbstferien sowie während der 

Hälfte der Weihnachts-/Neujahrsferien auf eigene Kosten mit sich in die Fe-

rien zu nehmen. Die Klägerin wird verpflichtet, die Ausübung des Ferienbe-

suchsrechts mindestens drei Monate im Voraus dem Beklagten anzumel-

den. Zudem hat die Klägerin dem Beklagten mitzuteilen, in welcher Gegend 

/ Ortschaft sie die Ferien mit C._____ verbringen will. Die Ausübung des Fe-

rienbesuchsrechts ist sodann für solange, als C._____ bei der Ausübung 

des ordentlichen Besuchsrechts nicht bei der Klägerin an der F._____-

Strasse … in G._____ übernachtet, mit der Auflage verbunden, dass die 

Klägerin auch während der Ausübung des Ferienbesuchsrechts auf Über-

nachtungen von C._____ an der F._____-Strasse …, G._____, verzichtet. 

Die abweichenden Anträge der Parteien zum Ferienbesuchsrecht werden 

abgewiesen. 

7. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Klägerin und der Beklagte ihre 

Zustimmung zum Eintritt von C._____ in die Tagesschule H._____, I._____, 

erteilt haben. 

Ein Widerruf der Zustimmung für die Einschulung von C._____ in die 

H._____, I._____, durch einseitige Erklärung der Eltern ist ausgeschlossen. 

Von einem Eintritt von C._____ in die H._____, I._____, ist nur in folgenden 

Fällen abzusehen: Nichtaufnahmeentscheid der Leitung der H._____, feh-

lende Finanzierung durch die Schule J._____, je nach Zuständigkeit: richter-

licher Entscheid oder Entscheid der zuständigen KESB. 

Der Übertritt von C._____ hat direkt von der Tagesklinik I._____ in die 

H._____, I._____, zu erfolgen. Auf Schulferien der Institutionen ist Rücksicht 

zu nehmen. 

Ein Austritt von C._____ aus der H._____, I._____, ist unter folgenden Vo-

raussetzungen möglich:  

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Ablauf der vorgesehenen Schulzeit, Freistellung durch die Leitung der 

Tagesschule H._____, fehlende Finanzierung durch die zuständige Schul-

gemeinde, je nach Zuständigkeit: richterlicher Entscheid oder Entscheid der 

zuständigen KESB. Ein Austritt von C._____ aus der Tagesschule H._____ 

durch einseitige Erklärung der Eltern von C._____ gegenüber der Tages-

schule H._____ ist ausgeschlossen. In diesem Sinne wird die elterliche Sor-

ge der Parteien eingeschränkt. 

Sollten sich die Parteien nach der Schulzeit von C._____ in der H._____ 

über eine allenfalls weitere notwendige Institution für C._____ nicht einigen, 

müsste gegebenenfalls die KESB darüber entscheiden. 

8. Die gemäss Verfügung des Einzelgerichts im summarischen Verfahren des 

Bezirkes Andelfingen vom 5. Oktober 2009, Dispositivziffer 4., angeordnete 

Beistandschaft zur Überwachung des persönlichen Verkehrs im Sinne von 

Art. 308 Abs. 2 ZGB wird weitergeführt (bestätigt mit Entscheiden des Ober-

gerichtes des Kantons Zürich vom 18. Juli 2014 und 20. August 2015). Der 

Beistand wird mit der Aufgabe betraut, als neutrale Drittperson das Besuchs-

recht zu überwachen, positiv auf die Eltern einzuwirken sowie als deren 

Ratgeber und Vermittler zu amten. Ferner wird dem Beistand die Kompetenz 

erteilt, die für die korrekte Durchführung des Besuchsrechts erforderlichen 

Einzelheiten – soweit nicht schon in diesem Entscheid geregelt – verbindlich 

festzulegen. Dem Beistand wird das Recht eingeräumt, die im jeweiligen 

Zeitpunkt zuständige Behörde (KESB oder Gericht) bei Problemen der Be-

suchsrechtsausübung zu informieren und gegebenenfalls weitergehende 

Massnahmen und Befugnisse bei der zuständigen Stelle zu beantragen. 

Die zuständige KESB wird ersucht, den Auftrag an den Beistand entspre-

chend anzupassen und zu ergänzen. 

Der abweichende Antrag der beklagten Partei wird abgewiesen. 

9. Die mit Verfügung vom 30. März 2015 angeordnete Erziehungsbeistand-

schaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB, Dispositivziffer 5., wird weitergeführt (be-

- 9 - 

stätigt mit Entscheid des Obergerichtes des Kantons Zürich vom 20. August 

2015). Der Beistand wird mit den nachfolgenden Aufgaben betraut: 

- Die Eltern in ihrer Sorge um C._____ mit Rat und Tat zu unterstützen, 

- die Eltern – soweit es C._____ betrifft – bei Bedarf zu Sitzungen mit 

Behörden und dergleichen zu begleiten, 

- dafür zu sorgen, dass C._____ weiterhin eine professionelle kinder- 

und jugendpsychologische / jugendpsychiatrische Unterstützung erhält, 

wobei davon Vormerk genommen wird, dass C._____ bislang bei 

Dr. med. K._____, I._____, in psychotherapeutischer Behandlung war, 

- abzuklären, ob die Gespräche von C._____ bei Frau L._____, Zentrum 

M._____, noch sinnvoll sind, wenn ja: unter welchen Voraussetzungen 

diese wieder aufgenommen werden können und diese - soweit möglich 

- neu zu implementieren, 

- Einzelberatungen für die Klägerin und den Beklagten bei einer Fach-

person zu implementieren, bei welchen die Bedürfnisse von C._____ in 

den Fokus zu stellen sind, das elterliche Konfliktniveau im Sinne von 

C._____ vermindert werden soll und solange und in Abständen weiter-

zuführen, wie dies der Beistand als notwendig erachtet, 

- die im jeweiligen Zeitpunkt zuständige Behörde (KESB oder Gericht) 

bei Problemen der Ausübung der Erziehungsbeistandschaft zu infor-

mieren und gegebenenfalls weitergehende Massnahmen und Befug-

nisse bei der zuständigen Stelle zu beantragen. 

Die zuständige KESB wird ersucht, den Auftrag an den Beistand entspre-

chend anzupassen und zu ergänzen. 

Der abweichende Antrag der beklagten Partei wird abgewiesen. 

10. Der Antrag der klägerischen Partei auf Bestellung eines Kindsvertreters wird 

abgewiesen. 

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11. Die Klägerin wird verpflichtet, dem Beklagten an den Unterhalt und die Er-

ziehung der Tochter C._____ monatlich im voraus, jeweils auf den Ersten 

eines jeden Monats, Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 360.–, zuzüglich Fami-

lien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu bezahlen, zahlbar ab 

Rechtskraft des Scheidungsurteils bis und mit November 2016. Ab Dezem-

ber 2016 wird die Klägerin verpflichtet, dem Beklagten an den Unterhalt und 

die Erziehung der Tochter C._____ monatlich im voraus, jeweils auf den 

Ersten eines jeden Monats, Kinderunterhaltsbeiträge von Fr. 440.–, zuzüg-

lich Familien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, zu bezahlen, bis zum 

Abschluss einer angemessenen Erstausbildung der Tochter C._____, auch 

über deren Mündigkeit hinaus, zahlbar an den Beklagten, solange die Toch-

ter C._____ in dessen Haushalt lebt bzw. nicht eigene Ansprüche an die 

Klägerin stellt oder eine andere Zahlstelle bezeichnet. 

Die abweichenden Anträge der Parteien werden abgewiesen. 

12. Die Unterhaltsbeiträge gemäss Dispositivziffer 11. basieren auf dem Lan-

desindex der Konsumentenpreise des Bundesamtes für Statistik, Stand En-

de Dezember 2015, von 97.3 Punkten (Basis Dezember 2010 = 100 Punk-

te). Sie sind jeweils auf den 1. Januar eines jeden Jahres, erstmals auf den 

1. Januar 2017, dem Stand des Indexes per Ende November des Vorjahres 

anzupassen. Die Anpassung erfolgt nach folgender Formel: 

Neuer Unterhaltsbeitrag  = 
alter Unterhaltsbeitrag  x  neuer Index 

97.3 

13. Die Klägerin wird verpflichtet, die Hälfte der Kosten der Zahnbehandlung von 

C._____ bei Dr. N._____ zu übernehmen, nachdem der Beklagte ihr die 

entsprechenden Rechnungen sowie eine Bescheinigung vorgelegt hat, dass 

diese Kosten nicht durch Dritte übernommen worden sind.  

14. Die Parteien werden gestützt auf Art. 286 Abs. 3 ZGB verpflichtet, ausseror-

dentliche notwendige Gesundheitskosten für C._____ nach vorgängiger Ab-

sprache zwischen den Parteien je zur Hälfte zu übernehmen, soweit die 

Kosten nicht von dritter Seite übernommen werden. 

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15. Es wird keiner der Parteien ein nachehelicher Unterhalt nach Art. 125 ZGB 

zugesprochen. 

Die abweichenden Anträge der Parteien werden abgewiesen. 

16. Die Festsetzung der Unterhaltsbeiträge gemäss Ziffer 10 vorstehend basiert 

auf folgenden Grundlagen:  

− Erwerbseinkommen klagende Partei (80 % Pensum; inkl. 13. Monats-
lohn; Sozialversicherung und Quellensteuer abgezogen; exkl. Fami-
lien-, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, exkl. Arbeitslosenzahlun-
gen von Fr. 300.– bis Fr. 400.–): Fr. 2'701.– netto; 

− Erwerbseinkommen klagende Partei (100 % Pensum; inkl. 13. Monats-
lohn; Sozialversicherung und Quellensteuer abgezogen; exkl. Familien-
, Kinder- und/oder Ausbildungszulagen, exkl. Arbeitslosenzahlungen): 
Fr. 3'379.– netto; 

− Erwerbseinkommen beklagte Partei (hypothetisch; exkl. Familien-, Kin-
der- und/oder Ausbildungszulagen): Fr. 3'000.– netto; 

− Bedarf klagende Partei (ohne C._____): Fr. 2'935.–; 
− Bedarf beklagte Partei (mit C._____): Fr. 3'332.35.–. 

17. Der Antrag des Beklagten auf Herausgabe der von ihm aufgeführten Ge-

genstände (Bettgestell Ikea; 2 Lättliroste für Betten Ikea; 2 Matratzen Ikea; 

Eckschrank Ikea; Matratzenschoner Ikea, Bettgestell und Matratze; Schrank, 

2-türig, Conforama; 2 Lättliroste Lipo-Möbelposten) wird abgewiesen. Im üb-

rigen wird davon Vormerk genommen, dass die Parteien in güterrechtlicher 

Hinsicht auseinandergesetzt sind. 

18. Die Pensionskasse der Klägerin wird angewiesen, mit Rechtskraft des 

Scheidungsurteils vom Vorsorgekonto der Klägerin (AHV-Nummer …; Versi-

chertennummer …; … Versicherten-Nummer …) Fr. 12'000.– auf ein vom 
Beklagten noch zu bezeichnendes Freizügigkeitskonto zu überweisen. 

 

 

 

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19. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 19'500.00 ; die weiteren Gerichtskosten betragen  

Fr. 1'987.50 Dolmetscher; 

Fr. 21'317.00 Gutachten; 

Fr. 1'318.75 Zeugen 

Fr. 44'123.25 Total 
 

20. Die Kosten (einschliesslich Kosten für Gutachten, Zeugenentschädigungen 

und Dolmetscher) werden der Klägerin und dem Beklagten je zur Hälfte auf-

erlegt, jedoch zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und 

Rechtsverbeiständung einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die in 

Art. 123 ZPO umschriebene Nachzahlungspflicht für die Gerichtskosten 

(einschliesslich Kosten für Gutachten, Zeugenentschädigungen und Dolmet-

scher) und die Aufwendungen der unentgeltlichen Rechtsbeistände bleibt 

vorbehalten.  

21. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.  

22. Schriftliche Mitteilung dieses Urteils an 

− die Parteien, gegen Empfangsschein, 

sowie nach Eintritt der Rechtskraft  

− mit Formular an das Zivilstandsamt des Bezirkes Andelfingen, per A-

Post, 

− an das Migrationsamt des Kantons Zürich, im Dispositiv, gegen Emp-

fangsschein, 

− an die Kindesschutzbehörde Winterthur / Andelfingen, im Auszug Dis-

positiv-Ziffer 1.–10. mit Auszug aus der Begründung (Erwägung IV.), 

gegen Empfangsschein, 

− an den Beistand, im Auszug Dispositiv-Ziffer 1.–10. mit Auszug aus der 

Begründung (Erwägung IV.), gegen Empfangsschein, 

− die Gemeinde J._____ …, im Auszug nach § 136a GOG, per A-Post, 

− an die …-Pensionskasse, … [Adresse], im Auszug Dispositiv-Ziffern 1. 
und 18. des Urteils, gegen Empfangsschein. 

- 13 - 

23. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zu-
stellung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Oberge-

richt des Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt 

werden. In der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begrün-

den. Allfällige Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

 
 

Berufungsanträge: 

der Klägerin (act. 471): 
 
ln materieller Hinsicht: 

"1.  Es seien die Dispositivziffern 2 bis 4, 6, 10 bis 13, 15, 16, 20 und 
21 des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 
2016 vollumfänglich aufzuheben; 

2.  ln Abänderung der Dispositivziffer 2 des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei die Tochter C._____, 
geb. tt.mm.2005, unter die alleinige elterliche Sorge der Klägerin 
zu stellen; 

 Eventualiter 
Die Tochter C._____, geb. tt.mm.2005, sei unter der gemeinsa-
men elterlichen Sorge der Parteien zu belassen unter Weiterfüh-
rung der Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 ZGB 
gemäss Dispositiv-Ziffern 9 des Urteils des Bezirksgerichtes An-
delfingen vom 5. Februar 2016 sowie unter Neuregelung der Auf-
gaben des Beistandes; das Aufenthaltsbestimmungsrechts sei 
der Klägerin zuzuweisen; 

3.  ln Abänderung der Dispositivziffer 3 und 9 des Urteils des Be-
zirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei die Obhut 
über die Tochter C._____ auf die Klägerin zu übertragen unter 
Weiterführung der Erziehungsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 
ZGB gemäss Dispositiv-Ziffern 9 des Urteils des Bezirksgerichtes 
Andelfingen vom 5. Februar 2016 sowie unter Neuregelung der 
Aufgaben des Beistandes; 

 
 Eventualiter 

ln Abänderung der Dispositivziffer 3 des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei die Tochter C._____ 
vorübergehend - bis zur Obhutsübernahme durch die Klägerin - 
fremd zu platzieren und in einer späteren Phase unter die Obhut 
der Klägerin zu stellen; 

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4.  ln Abänderung der Dispositivziffer 4 des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei dem Beklagten ein 
angemessenes Besuchsrecht einzuräumen; es sei die Übergabe 
der Tochter C._____ für die Ausübung des Besuchsrechts neu zu 
regeln; unter Weiterführung der Beistandschaft zur Überwachung 
des persönlichen Verkehrs im Sinne von Art. 308 Abs. 2 ZGB 
gernäss Dispositiv Ziffern 8 des Urteils des Bezirksgerichtes An-
delfingen vom 5. Februar 2016 sowie unter Neuregelung der Auf-
gaben des Beistands; 

 Eventualiter 
Im Falle der Obhutszuteilung an den Beklagten sei die Dispositiv-
ziffer 4 des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Feb-
ruar 2016 wie folgt abzuändern: 
Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._____ bis Ende 
März 2016 jeweils am ersten und dritten Samstag eines jeden 
Monats von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, zu sich oder mit sich auf ei-
gene Kosten zu Besuch zu nehmen; 
Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._____ ab April 
2016 jeweils am ersten und dritten Samstag und Sonntag eines 
jeden Monats von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr, ohne Übernachtung, zu 
sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen; 
Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._____ ab Juni 
2016 jeweils am ersten und dritten Wochenende eines jeden Mo-
nats von Samstag, 9.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr, mit Über-
nachtung, zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu 
nehmen; 
Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._____ ab Sep-
tember 2016 jeweils am ersten und dritten Wochenende eines je-
den Monats von Freitag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr, mit 
Übernachtungen, zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Be-
such zu nehmen; 
Die Übergabe der Tochter C._____ für die Ausübung des Be-
suchsrechts sei neu zu regeln; 
Sollte die Wahrnehmung eines Besuchswochenendes wegen 
Krankheit der Tochter C._____ nicht möglich sein, wird der Be-
klagte verpflichtet, innert drei Arbeitstagen nach dem ausgefalle-
nen Besuchswochenende ein aussagekräftiges Arztzeugnis des 
Hausarztes der Klägerin und dem Beistand zuzustellen (Datum 
des Poststempels); 
Dem Beklagten wird unter Androhung von Art. 292 StGB befoh-
len, die Tochter C._____ zur Ausübung des Besuchsrechts ge-
mäss obenstehender Regelung ab März 2016 der Klägerin her-
auszugeben; Weiter wird dem Beklagten unter Androhung von 
Art. 292 StGB befohlen, bei krankheitsbedingtem Ausfall eines 

- 15 - 

Besuchsrechts gemäss vorstehenden Regelungen den genann-
ten Personen und Amtsstellen innert Frist ein aussagekräftiges 
Arztzeugnis des Hausarztes zuzustellen; 
Art. 292 StGB lautet wie folgt: "Wer der von einer zuständigen 
Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die 
Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassene Verfügung nicht 
Folge leistet, wird mit Busse bestraft." 

5. ln Ergänzung der Dispositivziffer 5 des Urteils des Bezirksgerich-
tes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei die Klägerin und 
C._____ berechtigt zu erklären, auch unter der Woche (an freien 
Tagen der Klägerin) Kontakt in Form von Besuchen zu haben; 

6. ln Abänderung der Dispositivziffer 6 des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei dem Beklagten ein 
angemessenes Ferienbesuchsrecht einzuräumen; 

 Eventualiter 
Im Falle der Obhutszuteilung an den Beklagten sei die Dispositiv-
ziffer 6 des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Feb-
ruar 2016 wie folgt abzuändern: 
Die Klägerin wird berechtigt erklärt, die Tochter C._____ für vier 
Wochen in den Frühlings-, Sommer- oder Herbstferien sowie 
während der Hälfte der Weihnachts- / Neujahrsferien auf eigene 
Kosten mit sich in die Ferien zu nehmen. 
Die Klägerin wird verpflichtet, die Ausübung des Ferienbesuchs-
rechts mindestens zwei Monate im Voraus dem Beklagten anzu-
melden sowie mitzuteilen, in welcher Gegend / Ortschaft sie die 
Ferien verbringen will. 

7. ln Abänderung der Dispositivziffer 10 des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei der Tochter C._____ 
für das Berufungsverfahren einen Kindsvertreter zu bestellen; 

8.  ln Abänderung der Dispositivziffer 11 und 12 des Urteils des Be-
zirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei der Beklagte 
zu verpflichten, der Klägerin für die Tochter C._____ einen mo-
natlich im Voraus zahlbaren Unterhaltsbeitrag von CHF 1'000 
zzgl. allfälligen vertraglichen oder gesetzlichen Kinderzulagen zu 
entrichten, zahlbar ab Obhutszuteilung an die Klägerin bis zum 
Abschluss einer angemessenen Ausbildung, auch über die Mün-
digkeit hinaus, solange die Tochter in deren Haushalt lebt oder 
keine eigenen Ansprüche stellt bzw. keine anderen Zahlungsemp-
fänger bezeichnet; die Unterhaltsbeiträge seien gerichtsüblich zu 
indexieren; 

9.  ln Abänderung der Dispositivziffer 15 und 16 des Urteils des Be-
zirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei der Beklagte 
zu verpflichten, der Klägerin nacheheliche Unterhaltsbeiträge im 
Sinne von Art. 125 ZGB in der Höhe von monatlich CHF 930 zu 

- 16 - 

leisten, zahlbar monatlich zum Voraus jeweils auf den 1. eines je-
den Monats, ab Obhutszuteilung an die Klägerin bis Ende Okto-
ber 2021; der Unterhaltsbeitrag sei gerichtsüblich zu indexieren; 

10.  ln Abänderung der Dispositivziffer 20 des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 seien die Prozesskosten 
dem Beklagten zu zwei Drittel und der Klägerin zu einem Drittel 
aufzuerlegen; 

11.  ln Abänderung der Dispositivziffer 21 des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016 sei der Beklagte zu ver-
pflichten, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Klägerin eine 
angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen; 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen {zzgl. 8.0 % MwSt} zu 
Lasten des Beklagten." 
 
ln prozessualer Hinsicht: 
 
"1.  Es sei der Gesuchsgegner/Beklagter zu verpflichten, der Gesuch-

stellerin/Klägerin einen Prozesskostenvorschuss in Höhe von 
CHF 10'000 zu bezahlen; 

 Eventualiter 
sei der Gesuchstellerin/Klägerin die unentgeltliche Rechtspflege 
zu bewilligen und ihr in der Person des unterzeichnenden 
Rechtsanwalts ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu bestellen; 

2.  ln Abänderung der Dispositivziffer 10 des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen sei der Tochter C._____ für das Berufungs-
verfahren ein Kindsvertreter zu bestellen; 

3.  Es seien die Akten der Verfahren EE090005, FE120006-B,  
ER140006-B des Bezirksgerichtes Andelfingen sowie der Verfah-
ren LY140013, LY150023-0, PF140043-0 des Obergerichts des 
Kantons Zürich und des vor Obergericht hängigen Berufungsver-
fahrens gegen die Verfügung des Bezirksgerichtes Andelfingen 
vom 18. November 2015 beizuziehen; es seien die Beistandsak-
ten beizuziehen; 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen [zzgl. 8.0 % MwSt] zu 
Lasten des Gesuchsgegners/Beklagten." 

An der Anhörung gestellte Anträge (act. 918): 
In materieller Hinsicht: 

" 1. Es seien die Dispositivziffern 2, 3 und 4, 6, 11 und 12,16, 20 und 
21 des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 
2016 vollumfänglich aufzuheben; 

- 17 - 

2. Dispositivziffer 2 (des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen 
vom 5. Februar 2016) sei dahingehend abzuändern, als die ge-
meinsame elterliche Sorge nicht eingeschränkt sei; 

3. In Abänderung der Dispositivziffer 3 (des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016) sei die Tochter 
C._____ weiterhin in der Fremdplatzierung im Kinder- und Ju-
gendheim zu belassen; 

4. In Abänderung der Dispositivziffer 4 (des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016) seien die Besuchs-
rechtswochenenden, welche C._____ nicht im Kinder- und Ju-
gendheim zu verbringen habe, gleichberechtigt je hälftig auf die 
Klägerin und den Beklagten zu verteilen unter Weiterführung der 
Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB gemäss 
Dispositiv-Ziffer 8 des vorinstanzlichen Urteils; 
Die Klägerin sei zudem für berechtigt zu erklären, C._____ jeden 
zweiten Mittwoch von Mittwochmittag bis Mittwochabend zu sich 
oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen; 

 Eventualiter: 
Im Falle der Obhutszuteilung an den Beklagten sei die Dispositiv-
ziffer 4 (des Urteils des Bezirksgerichtes Andelfingen vom 5. Feb-
ruar 2016) wie folgt abzuändern: 
Die Klägerin sei für berechtigt zu erklären, die Tochter C._____ 
ab dem Zeitpunkt der Rückplatzierung für die ersten drei Monate 
jeden zweiten Samstag von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu sich oder 
mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen; 
Die Klägerin sei für berechtigt zu erklären, die Tochter C._____ 
für die Monate vier bis sechs nach der Rückplatzierung jedes 
zweite Wochenende von Samstag, 9.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 
Uhr, zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu neh-
men; 
Die Klägerin sei für berechtigt zu erklären, die Tochter C._____ 
ab dem siebten Monat nach der Rückplatzierung jedes zweite 
Wochenende von Freitag, 18.00 Uhr bis Sonntag, 18.00 Uhr, zu 
sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu nehmen; 
Zusätzlich zu den vorgenannten Besuchstagen sei die Klägerin 
ab dem Zeitpunkt der Rückplatzierung für berechtigt zu erklären, 
C._____ jeden zweiten Mittwoch von Mittwochmittag bis Mitt-
wochabend zu sich oder mit sich auf eigene Kosten zu Besuch zu 
nehmen; 
Es sei die Besuchsrechtsbeistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 
ZGB gemäss Dispositiv-Ziffer 8 weiterzuführen; 
Sollte die Wahrnehmung eines Besuchswochenendes wegen 
Krankheit der Tochter C._____ nicht möglich sein, sei der Beklag-

- 18 - 

te zu verpflichten, innert drei Arbeitstagen nach dem ausgefalle-
nen Besuchswochenende ein aussagekräftiges Arztzeugnis des 
Hausarztes der Klägerin und dem Beistand zuzustellen (Datum 
des Poststempels); 
Dem Beklagten sei unter Androhung von Art. 292 StGB zu befeh-
len, die Tochter C._____ zur Ausübung des Besuchsrechts ge-
mäss obenstehender Regelung der Klägerin herauszugeben; 
Weiter sei dem Beklagten unter Androhung von Art. 292 StGB zu 
befehlen, bei krankheitsbedingtem Ausfall eines Besuchsrechts 
gemäss vorstehenden Regelungen den genannten Personen und 
Amtsstellen innert Frist ein aussagekräftiges Arztzeugnis des 
Hausarztes zuzustellen; 
Art. 292 StGB lautet wie folgt: "Wer der von einer zuständigen 
Behörde oder einem zuständigen Beamten unter Hinweis auf die 
Strafdrohung dieses Artikels an ihn erlassene Verfügung nicht 
Folge leistet, wird mit Busse bestraft." 
Für den Fall der Rückplatzierung zum Beklagten sei beim Beklag-
ten eine hochfrequente, aufsuchende Familienbegleitung zu in-
stallieren, welche die Tochter und den Vater im Hinblick auf die 
Besuche zwischen Mutter und Tochter unterstützt und die Grund-
lagen für ein übliches, beantragtes Besuchsrecht schafft; für den 
Fall der Zusammenarbeitsverweigerung zwischen Beklagten und 
der Familienbegleitung sei die C._____ umgehend erneut fremd-
zuplatzieren; 
Der Beklagte sei für den Fall der Rückplatzierung zu verpflichten, 
sicherzustellen, dass C._____ regelmässig die Therapie bei 
Dr. O._____ besucht; für den Fall des Abbruchs der Therapie sei 
C._____ umgehend erneut fremdzuplatzieren;  

5. In Abänderung der Dispositivziffer 6 (des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016) sei die Klägerin für be-
rechtigt zu erklären, die Tochter C._____ für zwei Wochen in den 
Frühlings-, Sport-und/oder Herbstferien sowie für drei Wochen in 
den Sommerferien auf eigene Kosten mit sich in die Ferien zu 
nehmen; 
Die Klägerin sei für berechtigt zu erklären, die Tochter C._____ 
jeweils über die Neujahrstage vom 30. Dezember bis 2. Januar zu 
sich oder mit sich auf Besuch zu nehmen; die Feiertage Ostern 
und Pfingsten seien gleichberechtigt auf die Parteien zu verteilen; 

6. Der Antrag Nr. 7 betreffend die Aufhebung der Dispositivziffer 10 
(Bestellung einer Kindsvertreterin) sei als gegenstandslos abzu-
schreiben; 

7. In Abänderung der Dispositivziffer 11 und 12 (des Urteils des Be-
zirksgerichtes Andelfingen vom 5. Februar 2016) sei festzuhalten, 
dass die Klägerin infolge mangelnder Leistungsfähigkeit nicht 

- 19 - 

verpflichtet werden kann, der zuständigen Gemeinde für die 
Tochter C._____ einen Unterhaltsbeitrag zu entrichten; 

 Eventualiter: 
Im Falle der Obhutszuteilung an den Beklagten sei festzuhalten, 
dass die Klägerin infolge mangelnder Leistungsfähigkeit nicht zur 
Bezahlung von Unterhalt für die Tochter C._____ verpflichtet 
werden kann;  

8. Vom Rückzug des Antrages Nr. 9 betreffend nachehelichen Un-
terhalts in Dispositivziffer 15 sei Vormerk zu nehmen;  

9. In Abänderung der Dispositivziffer Nr. 16 seien die Grundlagen 
zur Festsetzung der Unterhaltsbeiträge neu festzulegen; 

10. In Abänderung der Dispositivziffer 20 (des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016) seien die Prozesskos-
ten dem Beklagten zu zwei Drittel und der Klägerin zu einem Drit-
tel aufzuerlegen; 

11.  In Abänderung der Dispositivziffer 21 (des Urteils des Bezirksge-
richtes Andelfingen vom 5. Februar 2016) sei der Beklagte zu 
verpflichten, dem unentgeltlichen Rechtsvertreter der Klägerin ei-
ne angemessene Prozessentschädigung zu bezahlen; 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen [zzgl. 7.7 % MwSt] zu-
lasten des Beklagten." 
 

des Beklagten (act. 485/471): 
"1. Es sei Dispositiv Ziff. 2 des angefochtenen Urteils vollumfänglich 

aufzuheben und die Tochter C._____, geb. tt.mm.2005 unter die 
alleinige, uneingeschränkte elterliche Sorge des Beklagten zu 
stellen 
Es sei Dr. K._____, … [Adresse] zur Frage der elterlichen Sorge 
als Zeuge anzuhören 

2.a) Es seien von Dispositiv Ziff. 4 die Absätze 3, 4, 5, 8 und 9 aufzu-
heben 

   b) Es sei Dispositiv Ziff. 4 wie folgt zu ergänzen: 
Den Zeitpunkt, ab wann Übernachtungen bei der Klägerin für 
C._____ möglich sind, bestimmt allein C._____. 

3. Es sei Ziff. 7 - ausgenommen 1. Absatz (Vormerknahme) - ersatz-
los aufzuheben 

4. Es seien die Dispositiv 8 und 9 vollumfänglich aufzuheben 
5. Es sei dem Beklagten für das Berufungsverfahren die unentgeltli-

che Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm in der Person von 
RA Y1._____ ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen 

- 20 - 

Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Klägerin 
und Beschwerdegegnerin" 

 

Erwägungen: 

I. Übersicht: 

1. Urteil der Vorinstanz 

 Wie oben dargestellt sprach das Einzelgericht im ordentlichen Verfahren 

des Bezirksgerichtes Andelfingen mit Urteil vom 5. Februar 2016 zwischen den 

Parteien die Scheidung aus und regelte die damit verbundenen Nebenfolgen, ins-

besondere die Belange von C._____, ihrer (einzigen) Tochter (act. 474 [= 

act. 468]): Es beliess die Tochter unter der elterlichen Sorge beider Eltern, teilte 

dem Vater die Obhut über C._____ zu (was bereits seit Trennung der Eltern im 

Jahre 2007 bzw. 2009 galt), regelte den persönlichen Verkehr zwischen C._____ 

und der Mutter (erstmals ohne bezüglich Übernachtungen eine verbindliche An-

ordnung zu treffen), hielt an der bestehenden Besuchs- und Erziehungsbeistand-

schaft fest und verpflichtete die Mutter zur Zahlung von Unterhaltsbeiträgen für 

C._____. 

 Über das aufwändig geführte Verfahren vor Vorinstanz gibt das angefoch-

tene Urteil umfassend Auskunft (act. 468 S. 4-8); hierauf kann verwiesen werden. 

2. Berufungsverfahren 

 Vorab ist festzuhalten, dass die Klägerin anlässlich der Anhörung vom 

31. Oktober 2018 ihren ursprünglich gestellten Berufungsantrag, der Kläger sei 

zur Zahlung von nachehelichem Unterhalt zu verpflichten (vgl. act. 471 S. 7 Zif-

fer 9) zurückgezogen hat (act. 918 S. 5 Ziffer 8). Dies ist vorzumerken. 

 Im Sinne einer Kurzübersicht werden nachfolgend einige Themen summa-

risch aufgelistet, welche im Verlaufe des Berufungsverfahrens zu zahlreichen 

Zwischenentscheiden geführt haben. Soweit erforderlich werden die dabei aufge-

worfenen Fragen nachfolgend ausführlich behandelt und beurteilt werden. 

- 21 - 

2.1. strittige Punkte 

 Gegen das Urteil des Bezirksgerichtes Andelfingen haben beide Parteien 

Berufung erklärt. Ihre Berufungsanträge sind oben wiedergegeben. Kurz gefasst 

sind fast sämtliche Kinderbelange und damit zusammenhängende Aspekte strittig 

(act. 471 und act. 485/471).  

 Die nicht angefochtenen Teile des erstinstanzlichen Urteils sind am 1. Juli 

2016 rechtskräftig geworden. Dies wurde mit Beschluss der Kammer vom 8. No-

vember 2016 festgestellt (act. 600).  

2.2. veränderte Verhältnisse im Berufungsverfahren / Platzierung von C._____ 

 Seit Erlass des erstinstanzlichen Urteils haben sich die C._____ betreffen-

den tatsächlichen Verhältnisse mehrfach und erheblich verändert. Nachdem ein 

Behördenmitglied der KESB Winterthur Andelfingen am 12. Mai 2016 den Eltern 

das Aufenthaltsbestimmungsrecht superprovisorisch entzogen und C._____ im 

Kantonsspital Winterthur platziert hatte (act. 475), wurde diese im nachfolgenden 

bestätigenden vorsorglichen Massnahmeentscheid vom 27. Mai 2016 bei einer 

Pflegefamilie untergebracht (act. 491). Mit zunächst superprovisorischer Anord-

nung vom 10. April 2017 (act. 680) und anschliessend bestätigendem vorsorgli-

chen Massnahmeentscheid der Kammer vom 2. Mai 2017 (act. 687) wurde 

C._____ per sofort und bis auf weiteres im Kinder- und Jugendheim P._____ in 

I._____ untergebracht. Vorgängig dieser Umplatzierung hörte der Referent 

C._____ persönlich an (vgl. Prot. S. 28-34). In besagter Institution hält sich 

C._____ heute noch auf. Geregelt wurde in der Folge der Kontakt C._____s zu 

Vater und Mutter (act. 710). Weitere Entscheide in diesem Zusammenhang betra-

fen zusätzliche Kontakte C._____s zum Vater, so beispielsweise ihren Wunsch, 

am 13. Juli 2017 ihren Vater an ein …-Essen zu begleiten (vgl. act. 736, 757; vgl. 

weiter act. 780, 841, 851).  

2.3. Begutachtung 

 Die Vorinstanz hatte in ihrem Verfahren zur Frage der elterlichen Sorge, zur 

Obhut, zum persönlichen Verkehr und zu allfälligen Kindesschutzmassnahmen 

- 22 - 

beim KJPD Winterthur ein Gutachten eingeholt, welches am 31. August 2015 er-

stattet worden war (act. 351). Gestützt hierauf teilte die Vorinstanz dem Vater die 

Obhut zu und regelte den persönlichen Kontakt von C._____ zur Mutter. 

 Mit Beschluss der Kammer vom 24. Mai 2017 wurde die Ergänzung dieses 

Gutachtens angeordnet (act. 700). Dieses wurde am 6. August 2018 erstattet 

(act. 879) und umfasste zudem ergänzend vom 10. August 2018 je ein Fachpsy-

chiatrisches Gutachten betreffend beide Elternteile (act. 881 und 882). Diese Gut-

achten wurden den Parteien zur Kenntnis gebracht (act. 883). Mit Verfügung vom 

4. September 2018 wurde den Parteien und der Kindesvertreterin Frist angesetzt, 

um sich zu diesen Gutachten zu äussern (act. 888). Die Kindesvertreterin äusser-

te sich mit Zuschrift vom 24. September 2018 (act. 908), die Klägerin innert er-

streckter Frist mit Eingabe vom 12. Oktober 2018 (Poststempel: 15. Oktober 

2018) (act. 914), der Beklagte ebenfalls innert erstreckter Frist am 12. Oktober 

2018 (act. 913). Ferner erstatteten die beiden Beistände mit Eingabe vom 

24. September 2018 ihren Bericht über die Besuchskontakte C._____s zu ihren 

Eltern (act. 906 und 907/1-4). Diese Eingaben wurden je der Gegenpartei und der 

Kindsvertreterin zur Kenntnisnahme zugestellt (act. 915/1-3). 

2.4. Kindes-/Rechtsvertretung der Parteien 

 Die anfänglich zur Kindesvertreterin ernannte Rechtsanwältin lic. iur. 

Z1._____ (act. 486) wurde am 11. Juli 2016 durch Rechtsanwältin lic. iur. Z._____ 

ersetzt (act. 519). 

 Mit Beschluss vom 18. Juni 2018 wurde die bisherige unentgeltliche Rechts-

vertreterin des Beklagten, Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____, von ihren Aufgaben 

entbunden (act. 868) und neu Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ zum neuen unent-

geltlichen Rechtsvertreter bestimmt (act. 871). 

2.5. mündliche Verhandlung 

 Eine ursprünglich auf den 17. November 2016 angesetzte Hauptverhand-

lung (vgl. Prot. S. 11) konnte nicht stattfinden (Prot. S. 21). Eine Anhörung der 

Parteien zwecks Wahrung des allseitigen "letzten Wortes" fand am 31. Oktober 

- 23 - 

2018 statt (Prot. S. 89-108). Dabei konnten sie sich und ihre Rechtsvertreter ab-

schliessend zum Verfahren äussern (vgl. Prot. 89-91; Prot. S. 91-94 und S. 103-

106; act. 918 und Prot. S. 95/96 sowie S. 108; act. 919 und Prot. S. 96-103 sowie 

S. 108; act. 920 und Prot. S. 106-107 sowie S. 108), desgleichen die Beistände 

und die Rechtsvertreterin C._____s (Prot. S. 93, S. 94/95, S. 104 und S. 107-108; 

act. 921 und Prot. S. 106-107). 

2.6. Diverses 

 Zu behandeln war ferner ein Ausstandsbegehren des Beklagten gegen den 

Referenten, welches mit Beschluss vom 27. September 2016 abgewiesen wurde 

(act. 574). Einer Beschwerde gegen diesen Entscheid war vor Bundesgericht kein 

Erfolg beschieden (act. 669 resp. 694). 

 Wegen Beschwerden an das Bundesgericht standen die Akten mehrmals für 

längere Zeit nicht zur Verfügung; desgleichen für die Zeit der Begutachtung.  

 Das Verfahren erweist sich nunmehr als spruchreif. Auf die Vorbringen und 

Beweisanträge der Parteien ist nachfolgend im jeweiligen Sachzusammenhang 

soweit erforderlich näher einzugehen. 

 

II. Prozessuale Vorbemerkungen 

1. Mit der Berufung geltend gemacht werden kann die unrichtige Rechtsan-

wendung (Art. 310 lit. a ZPO) oder die unrichtige Feststellung des Sachverhaltes 

(Art. 310 lit. b ZPO). Die Berufung ist sodann schriftlich einzureichen und hat An-

träge zu enthalten, aus denen hervorgehen muss, wie die Berufungsinstanz ent-

scheiden soll. In dem Sinne ist es ungenügend, wenn lediglich die Aufhebung des 

angefochtenen Entscheides beantragt wird. Daneben muss in der Berufungs-

schrift dargelegt werden, weshalb der erstinstanzliche Entscheid in den angefoch-

tenen Punkten unrichtig sein soll, d.h. der Berufungskläger muss sich in seiner 

Berufungsschrift mit der Begründung des erstinstanzlichen Entscheides ausei-

nandersetzen (Reetz/Theiler: in Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-

Komm., 3. Auflage, Art. 311 N 32-36). Wird eine Berufung nicht begründet oder 

- 24 - 

genügt sie auch minimalen Anforderungen an eine Begründung nicht, wird auf sie 

nicht eingetreten. Mit der Berufungsschrift können echte und ausnahmsweise 

auch unechte Noven vorgebracht werden; diese müssen aber ohne Verzug vor-

gebracht werden und sind nur zulässig, wenn sie trotz zumutbarer Sorgfalt nicht 

schon vor erster Instanz vorgebracht werden konnten (Art. 317 Abs. 1 ZPO). Dies 

bedeutet, dass Tatsachenbehauptungen und Beweismittel grundsätzlich und voll-

ständig vor erster Instanz vorzubringen sind. 

 Die Berufungsschriften beider Parteien enthalten Anträge und Begründun-

gen (act. 471 und act. 485/471). Einem Eintreten auf die Berufungen steht inso-

fern nichts entgegen. 

2. In Kinderbelangen in familienrechtlichen Angelegenheiten erforscht das Ge-

richt den Sachverhalt von Amtes wegen, d.h. es gilt der uneingeschränkte Unter-

suchungsgrundsatz (Art. 296 Abs.1 ZPO). Das Sammeln des Prozessstoffes 

bleibt zwar grundsätzlich Sache der Parteien, indes muss das Gericht von sich 

aus tätig werden, auch wenn kein entsprechender Antrag vorliegt (Schweighauser 

in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., 3. Auflage, Art. 296 

N 8, N 10). Zudem entscheidet das Gericht ohne Bindung an die Parteianträge, 

d.h. das Gericht kann Entscheide auch ohne entsprechende Anträge treffen 

(Art. 296 Abs. 3 ZPO; a.a.O. N 10). 

III. Strittige Punkte 

A.  Elterliche Sorge / Obhut (Aufenthaltsbestimmungsrecht) / Kontaktregelung 

C._____ 

1. elterliche Sorge 

1.1. Die Vorinstanz beliess entgegen den diametral entgegenstehenden Anträ-

gen der Parteien diesen die elterliche Sorge für C._____ gemeinsam (act. 474 

S. 17 lit. 3). Dabei stützte sie sich im Wesentlichen auf die Ausführungen im von 

ihr eingeholten Gutachten (act. 351 S. 51). Dieses hielt beide Elternteile für erzie-

hungsfähig (a.a.O. S. 51 Ziff. 5). Diese Ansicht teilen die Gutachter auch im von 

ihnen aktuell erstellten Gutachten (act. 879 S. 104). In Bezug auf die Themenbe-

- 25 - 

reiche "Schule" und "Gesundheit" erachten sie hingegen eine Übertragung wei-

tergehender Befugnisse an die Beistände für angezeigt, falls sich die Eltern dies-

bezüglich nicht einigen können sollten (a.a.O.). Hierauf wird zurückzukommen 

sein. 

 In ihren Berufungsschriften wenden sich beide Parteien gegen diese vor-

instanzliche Anordnung und beanspruchen je für sich im Hauptstandpunkt die al-

leinige elterliche Sorge (act. 471 S. 2; act. 485/471 S. 2).  

 In ihrer schriftlichen Stellungnahme zum jüngsten Gutachten äussert sich die 

Klägerin nicht mehr zu diesem Punkt (act. 914). Der Beklagte seinerseits bean-

standet in seiner Stellungnahme diese Anordnung der Vorinstanz nicht, sondern 

wendet sich einzig gegen die von den Gutachtern vorgeschlagene Einschränkung 

bezüglich Gesundheitsfragen und Schule (act. 913 S. 2/3 Rz 5). Die Kindesvertre-

tern äussert sich in ihrer Stellungnahme nicht zu dieser Thematik (act. 908).  

 Während die Klägerin an der Anhörung vom 31. Oktober 2018 ihren ur-

sprünglichen Antrag auf Übertragung der Alleinsorge an sie zurückzog und sich 

lediglich gegen die Einschränkung der elterlichen Sorge aussprach (act. 918 

S. 7), beanspruchte der Beklagte nach wie vor die Alleinsorge, ebenfalls unter 

Aufhebung der bisherigen Einschränkungen (act. 920 S. 5 Rz 1.3. und S. 6 

Rz 1.10). 

1.2. Die gemeinsame elterliche Sorge bildet im Scheidungsfall die Regel; die 

Übertragung der alleinigen Sorge stellt die Ausnahme dar und kommt nur in Fra-

ge, wenn zwischen den Eltern in Bezug auf die Belange des Kindes unüberwindli-

che Divergenzen bestehen bzw. die gemeinsame elterliche Sorge dem Wohl des 

Kindes zuwiderläuft (BSK ZGB I-Schwenzer/Cottier, Art. 298 N 12 ff.). Die Partei-

en sind in einen langwierigen und überaus heftig geführten Scheidungsprozess 

verstrickt, welcher für C._____ einen psychischen Risikofaktor darstellt, durch den 

die Parteien C._____ in einen Loyalitätskonflikt brachten und immer noch bringen 

(vgl. act. 879 S. 103 unten Ziffer 4). Die Gutachter machen denn auch deutlich, 

dass diese Situation für C._____ die Gefahr beinhaltet, den Kontakt zu einem El-

ternteil zu verlieren, was wiederum deren Entwicklung deutlich beeinträchtigen 

- 26 - 

würde (a.a.O. S. 103/104). Trotz dieser schon mehrere Jahre andauernden und 

gleichwohl an Intensität kaum abgenommenen Konfliktsituation ist nicht zu sehen, 

dass diese durch die Zuteilung der alleinigen elterlichen Sorge an den einen oder 

andern Elternteil entschärft werden könnte, wie dies die Klägerin anzunehmen 

schien (act. 471 S. 26 Rz 78). Sie bringt denn auch keinerlei Argumente für ihren 

Standpunkt vor, inwiefern die von ihr verlangte alleinige elterliche Sorge zu einer 

Entspannung führen sollte. Mittlerweile ist sie von dieser Position ausdrücklich 

abgerückt (act. 918 S. 7 Rz 3). Soweit der Beklagte die Konfliktsituation und die 

fehlende Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft der Klägerin hervorhebt 

(act. 485/471 S. 3-9, act. 920 S. 5/6 Rz 1.6.-Rz.18 und Prot. S. 99 E.13 und E.14), 

ist ihm entgegenzuhalten, dass er dabei die Feststellung im Erstgutachten über-

geht, das auch der Klägerin Erziehungsfähigkeit attestiert. Daneben legt er nicht 

weiter dar, inwiefern die Alleinsorge dem Wohl von C._____ zuträglicher sein soll-

te als die gemeinsame elterliche Sorge (a.a.O.). Er beschränkt sich vielmehr da-

rauf vorzubringen, es liege im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ein 

erheblicher und chronischer Konflikt vor und nicht bloss ein isolierter Streit, um 

beizufügen, zwar wäre die gemeinsame elterliche Sorge aus seiner Sicht durch-

aus wünschenswert, sei aber leider unrealistisch und zum Scheitern verurteilt. Sie 

hätte nur dann Erfolg, wenn auch die Kindsmutter sich effektiv mehr um die Toch-

ter kümmern, auf diese eingehen würde (act. 920 S. 5/6 Rz. 1.6. und 1.7.). Richtig 

ist, dass ein heftiger und langanhaltender Konflikt zwischen den Parteien besteht. 

Unzutreffend und das sprichwörtliche Pferd am Schwanz aufgezäumt ist es hin-

gegen, wenn der Beklagte der Klägerin vorwirft, sie kümmere sich nicht ausrei-

chend um C._____ (a.a.O. S. 6 Rz 1.7. und Prot. S. 99 E.13), da er es ist, der seit 

langem mit allen Mitteln versucht, den Kontakt C._____s zur Mutter zu unterbin-

den. Darauf wird noch zurückzukommen sein. An dieser Stelle ist jedoch anzufü-

gen, dass die Klägerin in Thailand beruflich erfolgreich gewesen ist (vgl. act. 881 

S. 1/12 und S. 23). Während der Ehe mit dem Beklagten hat die Klägerin zudem 

durch ihre berufliche Tätigkeit massgeblich zum Lebensunterhalt der Familie bei-

getragen, wurde ihr von der Vorinstanz im Zusammenhang mit der Verpflichtung 

zur Leistung von Kinderunterhaltsbeiträgen im Gegensatz zum Beklagten ein rea-

les und nicht bloss hypothetisches Einkommen angerechnet und wurde sie dar-

- 27 - 

über hinaus anders als der Beklagte zur Zahlung einer Ausgleichssumme aus ih-

rer beruflichen Vorsorge verpflichtet (act. 474 S. 92 Dispositiv Ziffer 16 und 18). 

Bei solchen Umständen ist es unangebracht, der Klägerin vorzuwerfen, sie küm-

mere sich bzw. habe sich bis anhin zu wenig um C._____ gekümmert, auch wenn 

es nicht alltäglich sein mag, dass die Mutter mehr als der Vater die finanzielle Last 

trägt und der Vater mehr als die Mutter sich um die Betreuung und Erziehung der 

Kinder und den Haushalt kümmert. Im Übrigen hält auch das aktuelle Gutachten 

beide Eltern für erziehungsfähig (act. 879 S. 104). Mit den Gutachtern ist sodann 

zu betonen, dass C._____ für ihre Identitätsentwicklung dringend darauf ange-

wiesen ist, ihre Wurzeln kennen und verstehen zu lernen; für diesen Prozess 

braucht sie beide Elternteile (a.a.O.). Die vom Beklagten für sich beanspruchte al-

leinige Sorge scheint mehr von seinem Willen getragen zu sein, die Scheidungsa-

rena als Sieger zu verlassen als vom Bestreben, C._____ einen unbeschwerten 

Umgang mit beiden Elternteilen zu ermöglichen. Bei Zuteilung der Alleinsorge an 

den Beklagten wäre vielmehr zu befürchten, dass er sich gewissermassen als 

Gewinner und die Klägerin sich als Verliererin verstünde, was der Überwindung 

der vehement geführten Auseinandersetzung um die Belange von C._____ kaum 

dienlich wäre, sondern diese zusätzlich verschärfte. Dies gilt es auf jeden Fall zu 

vermeiden, da C._____ Vater und Mutter hat und für ihr gedeihliches Aufwachsen 

auch beide braucht; diese Verantwortung obliegt den Eltern gemeinsam und es ist 

ihre Verpflichtung, diese auch zum Wohle von C._____ wahrzunehmen, auch 

wenn die Eltern dies bis anhin kaum einzusehen und danach zu handeln ver-

mochten. Da im Übrigen beide Elternteile erziehungsfähig sind, ist der vorinstanz-

liche Entscheid, den Parteien die gemeinsame elterliche Sorge zu belassen, zu 

bestätigen.  

 Was die Einschränkung der elterlichen Sorge anbetrifft, ist darauf weiter un-

ten in Ziffer B.1. näher einzugehen. 

2. Obhut (Aufenthaltsbestimmungsrecht) 

2.1. Die Vorinstanz übertrug die Obhut über C._____ dem Vater (Beklagter). Als 

hauptsächlichstes Argument führte sie die Kontinuität an, da C._____ bereits seit 

dem Eheschutzentscheid vom 5. Oktober 2009 beim Vater gelebt hatte (act. 474 

- 28 - 

S. 4 und S. 18). Diese Regelung musste indessen im Mai 2016 wegen vom Vater 

geäusserter Suizidgedanken geändert und C._____ zunächst im Kantonsspital 

Winterthur, danach in einer Pflegefamilie und später im Kinderheim P._____ in 

I._____ platziert werden. Zu den Hintergründen dieser von der KESB Winterthur 

Andelfingen getroffenen, vom Bezirksrat Winterthur und von der Kammer 

schliesslich bestätigten Massnahme kann auf die entsprechenden ausführlichen 

Erwägungen im Entscheid der Kammer vom 5. Oktober 2016 im Verfahren 

PQ160049 (PQ160049 act. 31 S. 18-37) verwiesen werden. Wie oben unter I/2.2. 

erwähnt lebt C._____ nach wie vor im Kinderheim P._____. Zu prüfen und zu ent-

scheiden ist die Frage, wo C._____ inskünftig leben soll. 

2.2. In ihren Berufungsschriften beanspruchen die Parteien je für sich die Obhut 

über C._____ (act. 471 S. 57 Rz 177 ff; act. 485/471 S. 3 ff). In ihrer schriftlichen 

Stellungnahme zu den aktuellen Gutachten befürwortet die Klägerin dagegen die 

Fortführung der Fremdplatzierung C._____s (act. 914 S. 17 Rz 58). Den gleichen 

Standpunkt vertritt sie auch mit ihrem neu an der Anhörung vom 31. Oktober 2018 

gestellten Antrag (act. 918 S. 2 Ziffer 3). Der Beklagte demgegenüber beantragt 

unverändert die Zuteilung der Obhut an sich (act. 913 Rz 2 f.; act. 920 S. 6 

Rz 2.1.). Die Kindesvertreterin stellt in ihrer Stellungnahme keinen ausdrücklichen 

Antrag, macht aber nachdrücklich geltend, dass alle Bedenken (an die Adresse 

des Vaters), die vor Jahren schon und immer wieder geäussert wurden, nach wie 

vor bestünden (act. 908). Nicht aus Überzeugung sondern aus Resignation, wie 

sie selber ausführt, schliesst sie sich der Auffassung der Beistände (act. 906 S. 5) 

an, welche trotz grösster Bedenken die Weiterführung der Fremdplatzierung nicht 

für verhältnismässig erachten (act. 921 S. 8). 

2.3. Die im Verlaufe des Jahres 2016 angeordnete Fremdplatzierung von 

C._____ war mit ein Grund für die Einholung der neuen Gutachten bzw. die Aktu-

alisierung des bereits erstellten Gutachtens (vgl. act. 700). Mit diesem Gutachten 

sollte insbesondere die Befähigung beider Elternteile zur Betreuung, Pflege und 

Erziehung von C._____ geklärt werden; geklärt werden sollte ferner die Frage, ob 

C._____ psychisch oder physisch von einem Elternteil oder durch äussere Le-

bensumstände gefährdet wird (vgl. act. 879 S. 4).  

- 29 - 

2.4. Soweit die Klägerin die vorinstanzlichen Ausführungen, welche sich bei ih-

rem Entscheid, die Obhut dem Vater zu übertragen, massgeblich auf das von der 

Vorinstanz eingeholte Gutachten stützte, kritisiert (act. 471 S. 57-63), ist ihr vorab 

und generell entgegenzuhalten, dass sich seit dem angefochtenen Urteil wegen 

des zwischenzeitlich angeordneten Entzugs des Aufenthaltsbestimmungsrechts 

gegenüber beiden Eltern und der Unterbringung von C._____ im Kinder- und Ju-

gendheim P._____ die Umstände massgeblich geändert haben; zu prüfen ist 

nunmehr, ob eine Rückkehr von C._____ zu einem der Elternteile in ihrem Inte-

resse liegt. Die Wiedererteilung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes ist dann an-

zuordnen, wenn die Voraussetzungen des Entzugs des Aufenthaltsbestimmungs-

rechtes nicht mehr gegeben sind und die Fremdplatzierung nicht mehr geboten ist 

bzw. deren Aufrechterhaltung nicht mehr verhältnismässig wäre.  

2.5. In tatsächlicher Hinsicht ist zunächst festzuhalten, dass C._____ im Zuge 

des Eheschutzentscheides vom 5. Oktober 2009 unter die Obhut des Vaters ge-

stellt worden war. Im Rahmen vorsorglicher Massnahmen im Scheidungsverfah-

ren wurde diesbezüglich nichts geändert. Dies bedeutet, dass C._____ jedenfalls 

seit sie vierjährig ist, in der Hauptsache bei ihrem Vater gelebt hat und von ihm 

betreut worden ist. Einen Abbruch erfuhr diese Betreuungsregelung im Mai 2016, 

als den Eltern das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen und C._____ fremd-

platziert wurde. Insgesamt hatte C._____ zuvor rund 5 ¾ Jahre bei und mit ihrem 

Vater gelebt. Seit nunmehr gut 2 ½ Jahren lebt sie ausserhalb des väterlichen 

Haushaltes. Mittlerweile ist C._____ 13jährig und steht entwicklungsmässig am 

Anfang einer Umbruchphase, dem Beginn der Pubertät, dem Übergang vom Kind 

zur Jugendlichen und zur Frau. Der Kontakt C._____s zur Mutter verlief in den 

vergangenen 9 Jahren überaus wechselvoll und war geprägt von Unter- resp. Ab-

brüchen. 

2.6. In der Beantwortung der gerichtlichen Fragestellungen referieren die Gut-

achter einerseits ihre im Gutachten vom 31. August 2015 festgehaltenen Erkennt-

nisse und stellen diese anderseits den neuerdings gewonnenen Erkenntnissen 

gegenüber.  

- 30 - 

 Das Gutachten vom 6. August 2018 kommt zum Schluss, dass beide Eltern 

erziehungsfähig sind (act. 879 S. 104). In dem Sinne kommen prinzipiell beide El-

tern in Frage, C._____ in ihre Obhut zu nehmen. Die Parteien äussern sich nicht 

ausdrücklich zu diesem Aspekt. Indirekt hält die Klägerin den Beklagten allerdings 

nicht für erziehungsfähig (act. 914) bzw. hält die Voraussetzungen für eine Rück-

platzierung zum Beklagten derzeit für noch nicht gegeben (act. 918 S. 7-9 Rz 7-

14). Der Beklagte seinerseits thematisiert die Erziehungsfähigkeit der Klägerin 

weder in seiner Stellungnahme zu den Gutachten (act. 913) noch in seinen an der 

Anhörung vom 31. Oktober 2018 gemachten Ausführungen (act. 920 S. 6 

Rz 2.1.); er weist lediglich darauf hin, dass nicht einmal bei der Fremdplatzierung 

die Obhutszuteilung an die Mutter zum Thema gemacht worden sei und dies auch 

nicht mehr beantragt werde (a.a.O. S. 7 Rz 2.4.). Die Kindesvertreterin ihrerseits 

führt gegen die Erziehungsfähigkeit des Beklagten etliche Gründe ins Feld 

(act. 908); an der Anhörung erneuert resp. aktualisiert sie diese unter Hinweis auf 

kurz zurückliegende Vorkommnisse (act. 921). Auf diese Vorbringen ist nachfol-

gend soweit notwendig näher einzugehen. 

2.6.1. In Bezug auf den Vater halten die Gutachter fest, dieser sei grundsätzlich 

fähig, die Pflege, Betreuung und Erziehung von C._____ zu gewährleisten. Er ver-

füge über die Fähigkeit, C._____ Zuneigung und emotionale Wärme zu schenken 

und sei in der Lage, seiner Tochter entwicklungsgemäss Anregungsbedingungen 

bereit zu stellen. 2015 sei die Bindungstoleranz des Vaters nicht ausreichend ge-

wesen; daran habe sich nichts geändert. So informiere er C._____ über die Kon-

flikte mit der Mutter, was wiederum die Beziehung von C._____ zur Mutter beein-

trächtige. Auch könne er in Anwesenheit von Fachpersonen, die seine Meinung 

nicht teilten, barsch und ungeduldig reagieren und dabei die Anwesenheit 

C._____s übersehen. Er unterstütze C._____ bei der Inanspruchnahme einer 

Psychotherapie und sorge sich um deren Wohlergehen. Er zeige sich ihr gegen-

über geduldig und sei in der Lage, C._____s soziales Umfeld zu erhalten und 

Kontakt namentlich zu Verwandten aus seinem Kreis aufrechtzuerhalten. Sehr 

fraglich bleibe, inwieweit er den Kontakt C._____s zur Mutter unterstützen könne 

und zukünftig werde; diesbezüglich sei ein Kontaktabbruch zu befürchten. Bezüg-

lich Kooperationsfähigkeit mit Drittpersonen zeige er einerseits hoch impulsive in-

- 31 - 

adäquate Verhaltensweisen und suche und schätze anderseits die Beratung bei 

einzelnen Fachpersonen (act. 879 S. 98-101). Weiter wird im Gutachten ausge-

führt, der Vater sei in der Lage, C._____ ihrem Alter entsprechend persönlich o-

der mit Hilfe von Dritten (Hort, Grosseltern, Bruder) zu betreuen (a.a.O. S. 102). 

Die Beziehung von C._____ und dem Vater beruhe auf einer gegenseitigen emo-

tionalen Tragfähigkeit und sei geprägt von adäquater körperlicher Nähe-Distanz, 

aber auch von den elterlichen Konflikten bei gleichzeitiger Sorge des Vaters um 

die Tochter. Auch diese sorge sich immer wieder um den Vater. Sie fühle sich bei 

diesem wohl, "zu Hause". C._____ habe auch eine tragende und vertrauensvolle 

Beziehung zu den Grosseltern väterlicherseits und verstehe sich auch mit der 

neuen Partnerin des Vaters gut. 

 Während die Gutachter 2015 zwischen der Mutter und C._____ eine herzli-

che Beziehung festgestellt und ausgeführt hatten, die Mutter versuche, das Mäd-

chen in seiner Entwicklung zu fördern, indem sie ihr ihre thailändischen Wurzeln 

näher bringe und den Kontakt zur mütterlichen Familie, insbesondere den beiden 

Halbschwestern unterstützte, zeige sich in der aktuellen Interaktionsbeobachtung 

zwischen Mutter und C._____ eine zugewandte Beziehung, wobei C._____ sich 

anfänglich zurückhaltend verhalten habe. Wie schon vor drei Jahren sei die ge-

meinsame Reise nach Thailand zwischen den beiden ein zentrales Thema gewe-

sen, wobei beide freudig und aufeinander bezogen von den damaligen Erlebnis-

sen berichtet hätten. C._____ habe die damalige Reise zu den Grosseltern sehr 

positiv erlebt und verinnerlicht. Zugleich habe sich jedoch auch gezeigt, dass es 

wenige zurückliegende und aktuelle Momente gebe, in denen Gemeinsamkeit 

zwischen der Mutter und C._____ gelebt werden konnte und könne. Ob die Mut-

ter, falls C._____ bei ihr lebte, den Kontakt zum Vater eher zulassen könnte als 

dieser, lasse sich schwer einschätzen, da der Konflikt mit dem Vater die Mutter 

stark belaste und ihr eine grösstmögliche Distanzierung zum Vater wichtig sei. Die 

Mutter könne die Perspektive C._____s einnehmen, erlebe diese als belastet und 

versuche den Druck zu nehmen, dass C._____ sie als Mutter sehen müsse, und 

mache ihr zugleich adäquate Beziehungsangebote. Bei den Besuchen dränge sie 

weder noch reagiere sie ungeduldig, sondern warte ab, was C._____ erzähle, um 

darauf einzugehen. Der Kontakt zwischen der Mutter und C._____ sei aktuell ge-

- 32 - 

ring und erweise sich als schwierig. Gleichzeitig sei deutlich, dass die Mutter 

grosses Interesse an C._____ habe und über den gesamten Gutachtenszeitraum 

in regelmässigem Austausch und Kontakt mit dem Kinderheim P._____ gestan-

den habe, um sich nach C._____ zu erkundigen. Es bestehe die Gefahr eines er-

neuten Kontaktabbruchs, da C._____ geäussert habe, die Mutter bei den Besu-

chen im Kinderheim P._____ nicht mehr treffen zu wollen. Ob und inwieweit die 

Mutter C._____ Stabilität und räumliche Kontinuität bieten könne, falls C._____ 

bei ihr lebe, sei nicht einschätzbar, da keine ausreichenden Informationen hätten 

erhoben werden können. Die Mutter befinde sich in einer neuen Partnerschaft und 

habe die Absicht geäussert, bald in das Haus ihres Partners zu ziehen, das sich 

in einem anderen Kanton befinde. Ihr Partner sei bereit, C._____ aufzunehmen; 

die Mutter habe allerdings nicht gewollt, dass ihr Partner an einem Gutachtens-

termin teilnehme. Bezüglich Stabilität zu wichtigen Personen könne die Mutter die 

Kontakte zu C._____s Halbschwestern fördern und unterstützen, habe sie 

C._____ zusammen mit einer Halbschwester im Heim P._____ besucht. Die Ko-

operationsfähigkeit der Mutter mit Dritten erachten die Gutachter für gegeben, ko-

operiere sie doch kontinuierlich mit den Mitarbeitenden des Kinderheims und den 

Beiständen (vgl. act. 879 S. 101/102). Die Gutachter gehen davon aus, dass die 

Mutter C._____ entsprechend ihrer Tätigkeit persönlich oder mit Dritthilfe be-

treuen könnte. Offene Fragen bestünden allerdings bezüglich der neuen Partner-

schaft der Mutter (a.a.O. S. 102/103). Die Beziehung C._____s und der Mutter sei 

durch Ambivalenzen geprägt. Einerseits bestehe eine wohlwollende gegenseitige 

Zugewandtheit und anderseits wenig gelebte Gemeinsamkeit. Die Mutter sei sehr 

um C._____ bemüht und mache ihr adäquate Beziehungsangebote und lasse 

dieser Freiraum, das Angebot anzunehmen oder abzulehnen. Sie zeige grosses 

Interesse an ihrer Tochter und möchte ihr ihre thailändischen Wurzeln näher brin-

gen. Sie unterstütze die Beziehung zwischen den Halbschwestern, wobei diese 

eine wichtige Rolle für C._____ einnähmen, insbesondere die Schwester 

Q._____, welche sie im Heim P._____ mit der Mutter besucht habe, sei ein wich-

tiges Familienmitglied. C._____ habe auch den Wunsch geäussert, dass sie ihre 

Grosseltern mütterlicherseits gerne wieder sehen möchte (a.a.O. S. 103). 

- 33 - 

2.6.2.1. Im über den Vater eingeholten fachpsychiatrischen Gutachten stellt die 

Gutachterin zunächst die getätigten Erhebungen dar, gefolgt von den Befunden, 

der Diagnose, der diagnostischen Beurteilung, Zusammenfassung und Fragenbe-

antwortung (vgl. act. 882 S. 3). Dabei führt die Gutachterin aus, der Vater verfüge 

über Grundkenntnisse über die Entwicklung des Kindes, um ihm altersentspre-

chend begegnen zu können und im Allgemeinen gelinge ihm eine altersentspre-

chende Kommunikation ausserhalb von Krisensituationen gut. Auch vermöge er 

die kindlichen Signale und Bedürfnisse seiner Tochter zu erkennen. Allerdings 

überfordere er C._____ durch ihre Einbeziehung in den Rechtsstreit und die Ab-

gabe der juristischen Dokumente an sie. Ausserhalb von krisenhaften Situationen 

sei er fähig, C._____ kognitive und soziale Erfahrungsmöglichkeiten und ihr über-

schaubare, konsistente erzieherische Leitlinien zur Förderung der kindlichen 

Selbstkontrolle und Autonomie anzubieten. Die Gutachterin hält den Vater im 

Umgang mit der Tochter insgesamt für berechenbar, ihr konsistent zugewandt 

und nicht überbehütend. Des weiteren weist die Gutachterin auf die ambivalente 

Haltung des Vaters der Mutter gegenüber hin, die aktuell bestehende psychosozi-

ale Belastung durch das Verfahren, die anscheinend nicht vollständige Verarbei-

tung der Trennung von der Mutter, seine Betroffenheit über die Anzeige wegen 

"Stalking", welche sich in Wut umwandle, was momentan seine einzige Bewälti-

gungsstrategie sei, mit Enttäuschung/Kränkung umzugehen (act. 882 S. 33/34). 

Die Gutachterin weist sodann darauf hin, dass im Rahmen der Exploration bei der 

Thematisierung der Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit, der Evaluation des 

Hilfsbedarfs, des Verhältnisses zum Helfernetzwerk bzw. den involvierten Behör-

den sowie den Veränderungswünschen phasenweise ein misstrauisch-

argwöhnisches und abweisendes Kontaktverhalten auffällig gewesen sei. Trotz 

gewisser Defizite in der kritischen und differenzierten Auseinandersetzung mit 

seinen dysfunktionalen Verhaltensmustern, bagatellisierenden Tendenzen und 

Defiziten in der Introspektionsfähigkeit bestehe die Einsicht in die Notwendigkeit 

zur Kooperation mit Behörden, Ärzten und professionellen Helfern. Das Gutach-

ten attestiert dem Vater eine ausreichende psychosoziale Leistungsfähigkeit und 

somit Betreuungs- und Erziehungsfähigkeit, wobei gleichzeitig festzuhalten sei, 

dass die Introspektionsfähigkeit und die Fähigkeit die Bedürfnisse der Tochter 

- 34 - 

wahrzunehmen und adäquat zu reagieren, zeitweise bei subjektiv extremer Über-

forderung einige Mängel aufweise. Es gelte daher Missverständnisse und Ohn-

machtsgefühle zu vermeiden (a.a.O. S. 34/35). 

2.6.2.2. Das über die Mutter erstellte fachpsychiatrische Gutachten folgt den sel-

ben Parametern wie dasjenige über den Vater, ergänzt um Angaben zum thailän-

dischen kulturellen Hintergrund der Mutter (act. 881 S. 3 und S. 23). In der Zu-

sammenfassung und Beurteilung attestiert die Gutachterin der Mutter über 

Grundkenntnisse über die Entwicklung des Kindes zu verfügen, um ihm altersent-

sprechend begegnen zu können. Wie dem Vater gelinge ihr ausserhalb von Kri-

sensituationen eine altersentsprechende Kommunikation recht gut; wichtig sei, die 

kulturellen Unterschiede zu beachten. So sei das Aufwachsen in einem Familien-

kollektiv aus traditionellen und wirtschaftlichen Gründen notwendig und bedeute 

nicht zwangsläufig ein fehlendes Interesse am Kind. Auch sei diese Form der 

Fürsorge nicht per se schädlich für das Kind, solange die Bezugspersonen kon-

stant blieben. Die Mutter erkenne die kindlichen Signale und Bedürfnisse. Eine 

emotionale Überforderung C._____s erfolge durch den mütterlichen Wunsch, 

dass diese ihre Freunde akzeptiere und sie dadurch in einen Loyalitätskonflikt mit 

dem Vater gerate. Ausserhalb von juristischen Krisensituationen sei die Mutter in 

der Lage, C._____ kognitive und soziale Erfahrungsmöglichkeiten anzubieten so-

wie überschaubare, konsistente erzieherische Leitlinien zur Förderung der kindli-

chen Selbstkontrolle und Autonomie zu bieten. Eine Feindseligkeit gegenüber 

C._____ liege nicht vor, wie auch beim Vater nicht. Im grossen und ganzen sei 

eine konsistente Zuwendung erfolgt, solange diese nicht durch den Vater unter-

bunden worden sei. Im Umgang mit C._____ insgesamt sei die Mutter berechen-

bar und überbehüte das Kind nicht. Auch versuche die Mutter, C._____ aus dem 

Konflikt mit dem Vater herauszuhalten und spreche aktuell nicht mit dieser dar-

über. Die juristische Auseinandersetzung bleibe C._____ jedoch nicht verborgen. 

Beide Elternteile würden sich gegenseitig vorwerfen, sich in der Vergangenheit 

nicht ausreichend um C._____ gekümmert zu haben, und beide Elternteile beton-

ten die Wichtigkeit C._____s in ihrem Leben. Während beim Vater eine Anpas-

sungsstörung diagnostiziert wird (act. 882 S. 32), wird bei der Mutter eine leicht-

gradig depressive Symptomatik festgehalten (act. 881 S. 36). 

- 35 - 

2.6.3. Weiter halten die Gutachter im C._____ betreffenden Gutachten fest, der 

anhaltende elterliche Konflikt stelle für C._____ einen psychischen Risikofaktor 

dar, durch welchen die Eltern C._____ in einen Loyalitätskonflikt gebracht hätten 

und brächten. Dieser stelle eine Gefahr dar, dass C._____ den Kontakt zu einem 

Elternteil verliere, was sie wiederum in ihrer Entwicklung deutlich beeinträchtigen 

würde. Für C._____s Identitätsentwicklung sei es dringend notwendig, ihre Wur-

zeln zu kennen und zu verstehen lernen. Dafür benötige sie beide Elternteile, die 

einerseits versuchen, ihr den jeweils eigenen Teil ihrer Herkunft näher zu bringen 

und anderseits, den anderen Teil ihrer Herkunft zu akzeptieren (act. 879 

S. 103/104). Weiter halten es die Gutachter aufgrund der strittigen Vorgeschichte 

für sehr unwahrscheinlich, dass sich die Eltern in Bezug auf die Obhut einigen 

könnten. Obschon bereits im Gutachten 2015 deutlich festgehalten worden sei, 

dass der Vater die Besuche bei der Mutter kontinuierlich zu unterstützen habe 

und die Beziehung zwischen der Mutter und Tochter nicht wegen Streitigkeiten 

gefährden dürfe, zeige der Entwicklungsverlauf jedoch, dass eine kontinuierliche 

Beziehung zwischen Mutter und Tochter kaum aufrechterhalten werden könne 

und die Beziehung durch Kontaktabbrüche gekennzeichnet sei, da C._____ die 

Streitigkeiten und das elterliche Spannungsfeld nicht aushalten könne und eine 

Allianz mit dem Vater eingehe. C._____s Ambivalenz werde darin sehr deutlich, 

dass sie im Gutachten 2015 ausgeführt habe, darunter zu leiden, die Mutter so 

wenig zu sehen und sie aufgrund des Loyalitätskonfliktes aktuell äussere, die 

Mutter im Kinderheim P._____ nicht mehr sehen zu wollen. Es sei für C._____ ein 

"lebbarer" und aushaltbarer Zugang zur Beziehungsgestaltung mit der Mutter an-

zustreben, um einen neuerlichen längeren Kontaktabbruch zu vermeiden. Die 

Gutachter empfehlen daher, die Beziehung zwischen C._____ und der Mutter in 

der Weise zu stärken, indem sie gemeinsame Ferien, gegebenenfalls mit der 

Halbschwester Q._____ in Thailand verbringen können sollten. Weiter halten sie 

stundenweise Treffen unter der Woche für realistisch (a.a.O. S. 104/105). 

2.7.1.1. In ihrer Stellungnahme zu den Gutachten gibt die Vertreterin von C._____ 

vorab zu bedenken, dass diese trotz ihres beträchtlichen Umfangs keine neuen 

Erkenntnisse enthielten, insbesondere seien die Bedenken, welche seit Jahren 

und an diversesten Stellen geäussert worden seien, nach wie vor nicht zerstreut 

- 36 - 

(act. 908 S. 2). Konkret beanstandet die Kindesvertreterin, dass im Ergänzungs-

gutachten der Beklagte grundsätzlich für fähig erachtet werde, die Pflege, Betreu-

ung und Erziehung von C._____ zu gewährleisten, wohingegen im fachpsychiatri-

schen Gutachten die Auffassung vertreten werde, es sei beim Beklagten bloss ei-

ne ausreichende psychosoziale Leistungsfähigkeit und damit Erziehungs- und Be-

treuungsfähigkeit festzustellen. Namentlich weise der Beklagte Mängel in der Int-

rospektionsfähigkeit auf, der Fähigkeit, die Bedürfnisse seiner Tochter wahrzu-

nehmen und adäquat zu reagieren. Bei der Klägerin liege hingegen keine Ein-

schränkung der psychosozialen Leistungsfähigkeit vor (a.a.O. S. 12). Die Kindes-

vertreterin bemängelt weiter, dass die beim Beklagten beschriebene Anpas-

sungsstörung und die akzentuierten narzisstischen Persönlichkeitszüge keinen 

Niederschlag fänden in der Beurteilung, obschon sich diese Züge seit Jahren 

deutlich manifestierten, was sich etwa daran zeige, dass der Beklagte unverrück-

bar daran festhalte, C._____ müsse über alles informiert sein, oder wenn er sich 

nicht scheue, die Klägerin vor C._____ aufs Schlimmste zu beschimpfen; da fehle 

jedes Einfühlungsvermögen (a.a.O. S. 12/13). Zu Tage trete auch seit Jahren und 

zwar unverändert die Abwertung anderer Personen und die gleichzeitige Selbst-

überschätzung. Unkritisch gesehen werde im Gutachten auch die Betreuung 

C._____s durch den Beklagten; es werde dabei ausser Acht gelassen, dass 

C._____ erzähle, der Vater bringe sie zu den Grosseltern und gehe selber nach 

Hause, da er nicht so gerne bei seinen Eltern sei und die Grosseltern miteinander 

"verrückt" seien und er mit der Tante Streit gehabt habe. Weiter beanstandet die 

Kindesvertreterin, dass die Lebensumstände der Klägerin einseitig negativ bewer-

tet würden, weil sich deren Partner nicht zu einem Gespräch bereit erklärt habe; 

die Partnerin des Beklagten sei diesbezüglich nicht einbezogen worden. Dass 

C._____ sich über die Partnerin des Vaters nur positiv äussere, verstehe sich von 

selbst, da sie es niemals wagen würde, etwas Anderes zu sagen (a.a.O. S. 13). 

Sodann weist die Kindesvertreterin darauf hin, dass der Beklagte weiterhin klar 

gegen Kontakte von C._____ zur Mutter sei, und zwar unabhängig davon, ob die-

se alleine oder in einer Partnerschaft lebe. Die Kindesvertreterin beanstandet fer-

ner, die bereits im Erstgutachten beschriebenen Defizite des Beklagten im Erken-

nen von C._____s Bedürfnissen, würden lediglich bagatellisierend erwähnt, indem 

- 37 - 

einzig das Einbeziehen C._____s in den Rechtsstreit angeführt werde. Nicht be-

rücksichtigt werde, dass der Beklagte nach wie vor resp. erneut versuche, 

C._____s Therapeuten zu manipulieren und von diesen zu erfahren, was C._____ 

erzähle. Es sei aber schon früher gefordert worden, dass C._____ bei einer Per-

son in Therapie sein müsse, die nur für sie da sei, wo sie Gelegenheit habe, offen 

zu reden, ohne Angst haben zu müssen, irgendetwas werde dem Vater zugetra-

gen (a.a.O. S. 14). Nichts geändert habe sich hinsichtlich der Bindungstoleranz 

des Beklagten, welche im Erstgutachten für nicht ausreichend gegeben bezeich-

net worden sei. Sodann weist die Kindesvertreterin darauf hin, dass der Beklagte 

mit C._____ "Konsum-Unternehmungen" mache, die wohl wenig geeignet seien, 

Nähe und Vertrautheit zu schaffen; es erstaune daher nicht, dass C._____ und ihr 

Vater nicht in der Lage gewesen seien, einen Ausflug zu planen (a.a.O. S. 15). 

Sie vermisst daher eine In-Bezug-Setzung dieses Umstandes mit der Feststellung 

im Gutachten, der Beklagte sei in der Lage, mit C._____ Gemeinsamkeiten zu le-

ben (ebenda). Sodann weist die Kindesvertreterin mit Nachdruck und unter Anga-

be eines konkreten Vorfalles darauf hin, dass C._____ von ihrem Vater instru-

mentalisiert und gar zum Lügen angestiftet werde (a.a.O. S. 15/16). Abschlies-

send wirft die Kindesvertreterin den Gutachtern vor, alle Bedenken, die vor Jahren 

schon und immer wieder geäussert wurden, bloss unverändert zu erwähnen, aber 

in keiner Weise kritisch zu kommentieren, geschweige denn in ihre Beurteilung 

einfliessen zu lassen (a.a.O. S. 16). 

2.7.1.2. An der Anhörung vom 31. Oktober 2018 berichtet die Kindesvertreterin 

einerseits über die aktuelle Situation von C._____ (act. 921 S. 1-3) und legt in ih-

rem Fazit nochmals die wichtigsten Bedenken dar (a.a.O. S. 3-8 und Prot. S. 106-

107), um abschliessend zu bemerken, es herrsche nicht nur bei ihr, sondern auch 

bei der Klägerin und den Beiständen in erster Linie Resignation vor und nicht et-

wa die Überzeugung, zum Schluss doch noch die bestmögliche Lösung gefunden 

zu haben. Gleichwohl hoffe sie für C._____, dass die jahrelangen Streitigkeiten 

endlich aufhörten und sie Ruhe finden und zufrieden aufwachsen könne (act. 921 

S. 8). 

- 38 - 

2.7.2.1. Die Klägerin beantragt in ihrer Stellungnahme die Ergänzung des Nach-

tragsgutachtens (act. 914 S. 2 Ziff. 1). Namentlich will sie die Ursachen des er-

neuten Kontaktabbruches zwischen ihr und C._____ seit Mai 2018 und dessen 

Bedeutung für die künftigen Kontakte gutachterlich abgeklärt haben (a.a.O. lit. a). 

Weiter wirft sie die Frage auf, ob die Ausweitung des Besuchsrechtes des Beklag-

ten im April und Mai 2018 in einem Konnex zur Verweigerungshaltung stehe 

(lit. b). Sodann will sie geklärt haben, ob die Fortdauer der Fremdplatzierung dem 

Kindeswohl entspreche und diese für die Entwicklung von C._____ und den Kon-

takt zu beiden Elternteilen die geeignetere Massnahme darstelle als die Obhuts-

zuteilung an den Beklagten (lit. c). Des weiteren soll ergänzend dargelegt werden, 

welche Massnahmen bei der Verweigerung der Empfehlungen getroffen werden 

sollten (lit. d). Sodann wirft die Klägerin die Frage auf, ob der Beklagte bei einer 

Obhutszuteilung an ihn die Kontaktregelung, insbesondere auch die längeren Fe-

rien C._____s mit der Mutter in Thailand zulassen werde (lit. e) bzw. wie bei einer 

Verweigerung damit umgegangen werden müsste (lit. f) und ob längere Ferien 

auch ohne vorgängige regelmässige Besuchskontakte durchsetzbar wären (lit. g). 

Endlich will sie den im Gutachten verwendeten Begriff "Familienhilfe" erklärt ha-

ben (lit. h). 

 In ihrer Begründung hält die Klägerin fest, die Hauptproblematik habe sich 

nicht verändert. Der Beklagte vermöge wegen der überaus engen "Allianz" zu 

seiner Tochter die Verhaltensweisen der in das Verfahren involvierten Personen 

bis zu einem gewissen Grad zu steuern. Je mehr Kontakt er zu seiner Tochter 

habe, desto grösser sei sein Einfluss, so dass die Chancen eines tragfähigen und 

nachhaltigen Kontakts zwischen Mutter und Tochter direkt von der künftigen Zu-

teilung der Obhut abhingen (a.a.O. S. 4 Rz 1). Als Mutter könne und wolle sie für 

ihre Tochter da sein, aber jedes Mal, wenn gute Fortschritte gemacht würden, 

ziehe der Vater sprichwörtlich die Schlinge etwas enger und die Kontaktwilligkeit 

seitens von C._____ gehe verloren (a.a.O. Rz 2). Im Folgenden schildert sie den 

letzten gravierenden Rückschritt in der Mutter-Tochter-Beziehung, für den sie die 

Gutachter insofern verantwortlich macht, als diese eine Ausweitung der Besuchs-

kontakte zum Vater angeregt hatten, welchem Antrag die Kammer gefolgt war 

(a.a.O. S. 5-7 Rz 3-12). Sie bemängelt, dass die Gutachter sich mit den bis heute 

- 39 - 

andauernden negativen Folgen ihres Experimentes in ihrem eigenen Gutachten 

überhaupt nicht auseinandersetzten, was nachzuholen sei (a.a.O. S. 7 Rz 13).  

 Bezüglich der Frage der Obhutszuteilung kritisiert die Klägerin, die Gutach-

ter empfählen aus Gründen der Kontinuität, Stabilität und des stabilen Willens 

C._____s, dass die Obhut beim Beklagten liegen sollte; dabei äusserten sie sich 

nicht zur Frage, ob eine (vorübergehende) Fremdplatzierung dem Kindswohl ent-

spräche resp. ob dies für die Entwicklung des Kindes, insbesondere für den Kon-

takt zu beiden Elternteilen eine geeignetere Massnahme darstellte (ebenda S. 8 

Rz 15/16). Im Weiteren bringt die Klägerin vor, der Beklagte sei nicht bereit, län-

gerfristig Unterstützungsmassnahmen anzunehmen, wenn sie von ihm nicht sel-

ber gutgeheissen würden (a.a.O. S. 9 Rz 19-21). Sodann äussert sie die Befürch-

tung, ein künftiges Setting müsse wieder alleine auf den Beklagten abgestimmt 

werden, ohne Rücksichtnahme auf die wichtigen Kontakte C._____s zu ihr (a.a.O. 

S. 10 Rz 22-26). Die Klägerin weist ferner darauf hin, dass es angesichts des in 

der Vergangenheit gezeigten Verhaltens des Beklagten und angesichts seiner 

Umgangsformen mit Personen, die seine Meinung nicht teilten, fraglich sei, ob 

sich eine Familienhilfe tatsächlich installieren lassen werde (a.a.O. S. 11/12 

Rz 27-31). Ein offenes Geheimnis sei, dass der Beklagte C._____ in den vergan-

genen Jahren übermässig in die verschiedenen Verfahren einbezogen habe und 

dies weiterhin tue. Seitens der Heimleitung seien konkrete Beobachtungen berich-

tet worden, dass der Beklagte C._____ instrumentalisiere. Vor dieser Problematik 

schienen die Gutachter zu kapitulieren, fehle es doch im Gutachten für diese 

Problematik an Lösungsansätzen (a.a.O. S. 12 Rz 32-35). Für nicht nachvollzieh-

bar hält die Klägerin, dass im Gutachten lediglich von einem Risiko des Kontakt-

abbruchs gesprochen werde, sei ein solcher doch tatsächlich im Mai 2018 erfolgt; 

dies werde im Gutachten ausgeblendet (a.a.O. S. 13 Rz 37). Die Klägerin kritisiert 

weiter, das Gutachten befasse sich nicht mit der Frage, ob der Beklagte die von 

ihnen empfohlenen stundenweise Besuche überhaupt zulassen würde. Auch be-

fasse sich das Gutachten nicht konkret mit der Frage der Umsetzbarkeit ihrer 

Empfehlungen, obschon in der Vergangenheit die Ausübung des Besuchsrechts 

entweder an der Mitwirkung des Beklagten oder an seiner Beeinflussung der 

Tochter gescheitert sei (a.a.O. S. 13/14 Rz 40/41). Sie bemängelt des weiteren, 

- 40 - 

dass sich die Gutachter nicht zur Umsetzung ihrer Empfehlungen äusserten; es 

wäre zu erwarten, dass sie sich mit dieser Problematik auseinandersetzten und 

konkrete Massnahmen aufzeigten, wie aus ihrer Sicht vorzugehen wäre, wenn 

sich der Beklagte nicht an die vorgeschlagene Regelung des persönlichen Ver-

kehrs hielte. Das Gutachten sei daher zu ergänzen (a.a.O. S.s 14 Rz 43-44). Das 

Gutachten versäume es überdies, ihrer ausserordentlich schwierigen Situation 

angemessen Rechnung zu tragen: Unterstützungsmassnahmen für den Beklag-

ten werde viel Raum eingeräumt, während Massnahmen zu ihrer Stärkung über-

haupt nicht erwähnt würden, obschon die vergangenen Jahre sehr an ihren Kräf-

ten gezehrt hätten. Es sei dringend erforderlich ihre Rolle als Mutter gegenüber 

C._____ zu stärken; dies müsse aus einem Gerichtsentscheid deutlich hervorge-

hen (a.a.O. S. 15 Rz 45-49).  

 Als Fazit hält die Klägerin fest, angesichts des derzeitigen Zustandes (Ver-

weigerung der Besuchskontakte durch C._____) und der bisherigen Erfahrungen 

müsse sie davon ausgehen, C._____ nicht mehr zu sehen, bis diese auf eigenen 

Beinen stehe, allenfalls bis zur Volljährigkeit. Ein fehlender Kontakt zur Mutter lie-

ge allerdings gemäss einstimmiger Meinung der Fachpersonen nicht im Wohl von 

C._____. Eine Obhutszuteilung an den Beklagten könne daher nicht in Frage 

kommen (a.a.O. S. 16 Rz 54). Sie befürworte daher eine Fortführung der 

Fremdplatzierung, da diese etliche positive Aspekte beinhalte, und sie sich sicher 

sei, dass eine neuerliche Annäherung an ihre Tochter einzig in diesem Rahmen 

möglich sei (a.a.O. S. 17 Rz 58). 

2.7.2.2. An der Anhörung vom 31. Oktober 2018 wiederholt die Klägerin ihren 

Vorwurf an die Gutachter, sich mit den vorhandenen Problemen in Bezug auf die 

Erziehungsfähigkeit des Beklagten grösstenteils nicht auseinandergesetzt zu ha-

ben. Es gebe ausreichend Zweifel, dass eine Rückplatzierung zum Beklagten 

dem Kindeswohl entspreche (act. 918 S. 7 Rz 7). Es werde ihm nur eine ausrei-

chende Erziehungs- und Betreuungsfähigkeit attestiert; es lägen Defizite im Er-

kennen der Bedürfnisse des Kindes und im gemeinsamen Planen mit ihr vor, die 

Bindungstoleranz werde als nicht ausreichend beurteilt und es fehle die Bereit-

schaft zur längerfristigen Annahme von Hilfe Dritter (a.a.O. S. 8 Rz 8). Ungeklärt 

- 41 - 

sei die Wohn- und Betreuungssituation (a.a.O. S. 8 Rz 9-11). Abklärungen zum 

Umfeld des Beklagten fehlten, was eine Rückplatzierung entgegenstehe (a.a.O. 

S. 9 Rz 12). So stehe dem Beklagten die bisherige Wohnung in R._____ nicht 

mehr zur Verfügung (Prot. S. 95/96). Dem Beklagten sei es seit der Fremdplatzie-

rung C._____s nicht gelungen, sich zu stabilisieren; unverändert sei die Situation 

in Bezug auf die Annahme Hilfe Dritter oder die Förderung der Besuche der Mut-

ter (act. 918 S. 9 Rz 14). Eine Rückplatzierung würde den Beklagten rasch über-

fordern, so dass er vehement Unterstützung von Dritten fordern, aber nicht bereit 

sein werde, diese mittel- bis langfristig anzunehmen (a.a.O. S. 9 Rz 15). Die Wei-

terführung der Platzierung beinhaltete dagegen die Chance, die aufgebauten Kon-

takte C._____s zur Mutter fortführen zu können, was nicht ausser Acht gelassen 

werde dürfe. Dass die Beistände eine Platzierung nicht als verhältnismässig er-

achteten, zeige, dass sie letztlich vor dem Beklagten kapitulierten (a.a.O. S. 9/10 

Rz 16). Zu berücksichtigen sei, dass es bis im Mai 2018 kleine, aber doch beacht-

liche Fortschritte der Kontakte zwischen Mutter und Tochter gegeben habe, wel-

che dann allerdings wegen der Interventionen der Gutachter (Antrag 

auf/Bewilligung der Besuchsausdehnung zu Gunsten des Vaters) zu Nichte ge-

macht worden seien. Nach Auffassung der Klägerin hoffen alle Fachpersonen, 

dass sich der Schaden, welcher der Beklagte bei seiner Tochter anrichten könnte, 

in Grenzen halten werde (a.a.O. S. 10 Rz 19). Ihrer Ansicht nach sei es heute 

noch zu früh, die Obhut an eine der beiden Parteien zu übertragen (a.a.O. S. 10 

Rz 20).  

2.7.3.1. Der Beklagte trägt in seiner Stellungnahme zu den Gutachten vor, er ver-

folge nach wie vor das Ziel, mit Tochter C._____ endlich und nunmehr rasch wie-

der als Familie im Alltag zusammengeführt zu werden, indem ihm die Obhut zuge-

teilt werde resp. bei ihm alleine verbleibe. Dieses Ansinnen entspreche dem über 

allem stehenden Kindeswohl von Tochter C._____ und lasse sich den drei Gut-

achten denn auch nicht erst nach deren eingehenden Studium entnehmen 

(act. 913 S. 2 Rz 2). Er sei gemäss Gutachten vom 31. August 2015 und auch ak-

tuell bestätigt grundsätzlich befähigt, für die Pflege, Betreuung und die Erziehung 

von Tochter C._____ zu sorgen. Dies habe er auch vor deren Fremdplatzierung 

über Jahre, teilweise unter Einbezug seiner Eltern, gewährleistet. Er habe damals 

- 42 - 

für eine geregelte Tagesstruktur, für eine therapeutische Begleitung und die me-

dizinische Versorgung der Tochter gesorgt und wolle dies auch in Zukunft wieder 

tun (a.a.O. S. 2 Rz 3). Die während der Begutachtung ausgedehnten Besuche 

hätten gezeigt, dass C._____ gerne zu ihm gehe und sich freute, wenn er sie je-

weils abgeholt habe. Auch sei sie gut gelaunt von den Besuchswochenenden zu-

rückgekehrt und habe sich rasch wieder in die Gruppe und den Alltag einleben 

können. Sie habe über das Erlebte von durchaus altersadäquaten Sachen berich-

tet. Auch werde der Kontakt von C._____ zu seiner Lebenspartnerin als herzlich 

und nah qualifiziert. Auch sorge sich C._____ immer wieder um sein Wohlerge-

hen, sie fühle sich bei ihm Zuhause (a.a.O. S. 2 Rz 4). Da er stets selbst und in-

nert nützlicher Frist für Lösungen etwa hinsichtlich psychologischer Hilfe für sich 

und die Tochter gesorgt und stets in gutem und regelmässigen Kontakt zur Schu-

le von C._____ gestanden habe, halte er die Einschränkung der elterlichen Sorge 

bezüglich Gesundheits- und Schulfragen für nicht angebracht; solches sollte nur 

in Ausnahmefällen angeordnet werden (a.a.O. S. 2/3 Rz 5). Zur Unterstützung 

und Begleitung von Tochter C._____ in deren Autonomieentwicklung und Zuge-

hörigkeit zu sozialen Peergroups setze er sich regelmässig mit den Fachpersonen 

Dr. K._____ und Facharzt O._____ auseinander. Er schätze diese Beratung und 

wolle diese auch aufrechterhalten. Auch unterstütze er die Therapie von Tochter 

C._____ beim Facharzt O._____. Er sei aber auch in der Lage, der Tochter klare 

Regeln und Grenzen zu setzen, und dabei die nötige Geduld aufzubringen. So-

dann könne er deren soziales Umfeld und deren Kontakte zu anderen bedeutsa-

men Personen (Grosseltern und weitere Familie väterlicherseits sowie Freunde) 

aufrechterhalten; auch biete er räumliche Kontinuität, was in C._____s Entwick-

lungsphase sehr zentral und relevant sei (a.a.O. S. 3 Rz 6.1., 6.2.). Entgegen an-

derslautender Vermutungen zumindest der Gutachter wolle er sich auch bemü-

hen, zum Wohle seiner Tochter deren Verhältnis zur und Kontakte mit der Mutter 

zu stärken und zu fördern; dies gelte auch für allfällige Ferien von C._____ mit der 

Mutter in Thailand. Wichtig sei jedoch, dass das Mutter-Tochter-Verhältnis durch 

einen sanften, abgestuften Aufbau der Besuchskontakte samt Unterstützung und 

Begleitung durch eine sozialpädagogische Familienhilfe/-begleitung aufgegleist 

und spannungsfrei gelebt werden könne (a.a.O. S. 3 Rz 7.1.). Diese Unterstüt-

- 43 - 

zungsmassnahme solle nicht nur ihm selbst dienen, sondern auch der Kindsmut-

ter (a.a.O. S. 3/4 Rz 7.2.). Er sei bereit, mit einer solchen erfahrenen Fachperson 

ein gemeinsames konstruktives Arbeitsbündnis einzugehen; solches Verhalten 

habe er leider im Tun der eingesetzten Beistände stets vermisst, vielmehr sei er in 

unverständlicher Weise immer auf kategorische Ablehnung seiner Ansinnen ges-

tossen. Zudem seien Beistände aus zeitlichen Gründen mit solchen Aufgaben 

meist überfordert (a.a.O. S. 4 Rz 7.3.). Ferner sei es ihm möglich, Tochter 

C._____ ihrem Alter entsprechend persönlich und mit Hilfe von Drittbetreuung 

(Hort, Mittagstisch, Grosseltern, Bruder und Lebenspartnerin) zu betreuen. Die 

Rückführung solle rasch erfolgen, da eine langsame, stufenweise Rückführung zu 

ihm eher schädliche Auswirkungen zeitigen würde (a.a.O. S. 4 Rz 8). Angesichts 

der gutachterlichen Erkenntnisse sei evident, dass die Obhut bei ihm liegen soll, 

zumal er erziehungs- und betreuungsfähig sei. Dies entspreche auch dem 

Wunsch der Tochter (ebenda S. 4-6 Rz 9-11). Er behalte sich vor, kritisch gegen-

über Personen und Behörden zu bleiben, welche nicht im Sinne des Kindeswohls 

von C._____ kooperieren und handeln, sondern eigenmächtige, nicht kindsge-

rechte Meinungen vertreten und entsprechende Entscheidungen treffen wollten 

(a.a.O. S. 5/6 Rz 11). 

2.7.3.2. An der Anhörung vom 31. Oktober 2018 lässt der Beklagte vorbringen, 

die Obhut sei ihm zuzuteilen, da dies doch den bis auf die Fremdplatzierung von 

C._____ gelebten Verhältnissen entspreche, er deren Hauptbetreuungsperson 

sei, was denn auch zum erstinstanzlichen Entscheid bezüglich Obhutszuteilung 

an ihn geführt habe (act. 920 S. 6 Rz 2.1.). Zum Wohl von C._____ sei auch ins-

besondere auf deren eigenen Willen abzustützen; sie habe sich grundsätzlich 

stets für eine Verbleib bzw. für eine Rückkehr zu ihm ausgesprochen. Schon im 

ersten Gutachten habe Frau S._____ festgehalten, C._____ sei in der Lage, ihre 

Wünsche in Bezug auf die elterliche Sorge, die Obhut und die Besuchsrechtsre-

gelung frei und unverfangen zu äussern (a.a.O. S. 6/7 Rz 2.2.). Es sei daher ein-

zig zu prüfen, ob dies auch in objektiver Hinsicht ein guter, tragfähiger Entscheid 

für C._____ sei, ob dies tatsächlich ihrem Wohl entspreche (ebenda S. 7 Rz 2.3.). 

Nicht im Vordergrund zu stehen habe die Frage, ob diese Zuteilung dem Mutter-

Tochter-Kontakt abträglich sei, diesem gar schade (a.a.O. S. 7 Rz 2.5.). Wenn 

- 44 - 

dies nebst allfälligen weniger wichtigen Bedenken der einzige wichtige Problem-

punkt sei, dürfe dies nicht zu einer Weiterführung der Fremdplatzierung führen 

(a.a.O. S. 7 Rz 2.6.).  

2.8. Würdigung 

 Ausgehend von den Erkenntnissen in den eben dargestellten Gutachten, 

den Darlegungen der Parteien und der Kindesvertreterin und den tatsächlichen 

Geschehnissen seit Anhängigmachung des Berufungsverfahrens, insbesondere 

seit dem Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechtes gegenüber den Eltern im 

Sommer 2016 ergeben sich grundsätzlich drei Möglichkeiten der zukünftigen Un-

terbringung und Betreuung von C._____. Zu diskutieren und entscheiden ist, ob 

eine weitere Fremdplatzierung, d.h. die Aufrechterhaltung des Entzuges des Auf-

enthaltsbestimmungsrechtes notwendig und verhältnismässig oder ob eine Rück-

platzierung zum Vater oder zur Mutter möglich ist und im Wohl und Interesse von 

C._____ liegt. Vorauszuschicken ist, dass alle drei Varianten Chancen bieten und 

Risiken beinhalten. Zu prüfen und abzuwägen ist, was für C._____ am günstigs-

ten bzw. am wenigsten schädlich erscheint. 

2.8.1. Eine Fremdplatzierung ist aufzuheben, wenn ihre Voraussetzungen entfal-

len sind (vgl. oben E. 2.4.). Hintergrund und unmittelbarer Anlass des Entzugs 

des Aufenthaltsbestimmungsrechtes im Frühsommer 2016 war die vom Vater zu-

vor geäusserte Suizidandrohung, worin eine Gefährdung von C._____s Wohl ge-

sehen wurde (vgl. in PQ160049 act. 5). Mit zur Überforderung des Vaters trug 

damals C._____s anhaltende Weigerung bei, die Schule zu besuchen, in wel-

chem Zusammenhang der Vater aus seiner Sicht und in seinem Empfinden von 

den Behörden im Stich gelassen wurde. Anhand der vorliegenden aktuellen Gut-

achten besteht beim Vater keine Suizidalität. Nach seiner Darstellung habe er die 

damalige Äusserung gemacht, damit sich die KESB bewege, und nicht, weil er 

sich habe umbringen wollen, was denn auch funktioniert habe. Er habe nie ernst-

hafte Selbstmordgedanken oder lebensmüde Gedanken gehabt, davor habe er 

eher Angst. Hoffnungslosigkeit und Gefühle des Ungenügens kenne er nicht 

(act. 882 S. 16). Festzuhalten ist, dass der Beklagte nicht bloss einmal (Selbst)-

Tötungsabsichten äusserte (vgl. in PQ160049 KESB act. 229, 243/A/1, 330 und 

- 45 - 

331); immerhin sah sich die Primarschule J._____ … veranlasst, mit Schreiben 

vom 23. September 2015 bei der Kammer eine Gefährdungsmeldung betreffend 

C._____ zu deponieren, weil sie befürchtete, C._____ selber könnte getötet wer-

den (vgl. in PQ160049 KESB act. 241 Anhang). Inwieweit diese nunmehr vom 

Beklagten geäusserten Erklärungen auch seinen damaligen Empfindungen und 

Gefühlen entsprachen, lässt sich nicht abschliessend beurteilen. Sein aktuelles 

Vorbringen, er kenne das Gefühl der Hoffnungslosigkeit nicht, vermag nicht wirk-

lich zu überzeugen, da er die fragliche Suizidandrohung vom Frühsommer 2016 

gerade deshalb geäussert haben will, weil er sich dadurch Hilfe und Unterstüt-

zung durch die KESB erhoffte, weil er selber mit der Weigerungshaltung 

C._____s nicht mehr zu recht kam und sich insofern in einer ausweglosen Situati-

on befand. Dies entsprach auch der seinerzeitigen Einschätzung von Dr. med. 

K._____, welcher anlässlich eines Gespräches mit T._____, Mitglied der KESB 

Winterthur Andelfingen, am 12. Mai 2016 erklärt hatte, es gehe Herr B._____ 

nicht gut, er sei am Limit; er wolle nun eine Lösung für C._____, er könne so nicht 

mehr weitermachen, sie (die Behörden) sollen sich um C._____ kümmern (vgl. 

PQ160048 KESB act. 360). Gleich lautete auch die Zusammenfassung der Ereig-

nisse vom 12. Mai 2016 im tags darauf verfassten Schreiben von Dr. med. 

K._____ an den Beklagten (PQ160048 KESB act. 379). Die Kammer hielt denn 

auch in ihrem Entscheid vom 5. Oktober 2016 fest, der Beklagte sei ab Herbst 

2015 an die Grenze seiner Belastbarkeit gelangt (PQ160049 act. 31 S. 27). Wenn 

der Beklagte den Gutachtern gegenüber nunmehr vorträgt, seine Äusserung habe 

beim ersten Mal funktioniert und die Behörde habe sich endlich bewegt (act. 882 

S. 16), mutet dies einigermassen merkwürdig an, weil die Reaktion der Behörde 

im Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechtes und der Fremdplatzierung 

C._____s bestand; dass dies seine Absicht gewesen sein soll, lässt sich kaum 

nachvollziehen. Trotz dieser Merkwürdigkeiten darf festgehalten werden, dass 

sich seitdem keinerlei Anzeichen für ein selbstschädigendes Verhalten des Vaters 

gezeigt haben, was sich negativ auf C._____ auswirken bzw. diese gefährden 

könnte. Unter diesem Aspekt lässt sich der Entzug des Aufenthaltsbestimmungs-

rechtes nicht aufrechterhalten.  

- 46 - 

2.8.2.1. Nicht zu übersehen ist allerdings, dass der Beklagte in Situationen, in de-

nen er sich unverstanden und ungerecht behandelt fühlt bzw. in denen ihm Wi-

derstand entgegengebracht wird, verbal überaus unbeherrscht, ausfällig und aufs 

Gröbste unflätig agiert und dies auch in Anwesenheit C._____s. Dies wird im 

Gutachten illustrativ beschrieben: so wird etwa erwähnt, dass die Verantwortli-

chen des Kinderheims die Zusammenarbeit mit ihm als sehr schwierig beurteilen; 

er beschimpfe permanent in jedem Telefonat die Mitarbeiter oder andere betroffe-

ne Beteiligte, auch wenn es ihm manchmal gelinge zu sagen, es habe nichts mit 

dem Personal des Heims zu tun. Manchmal drohe er auch vorbeizukomme