# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6903f943-cb6e-5980-8f7e-0c94a24a9f53
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-21
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 21.07.2023 BS 2023 15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BS-2023-15_2023-07-21.pdf

## Full Text

20230627_095110_ANOM.docx

I. Beschwerdeabteilung BS 2023 15
BS 2023 29

Oberrichter St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter P. Huber 
Oberrichter M. Siegwart 
Gerichtsschreiber F. Eller

Beschluss vom 21. Juli 2023 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________ GmbH,
vertreten durch Rechtsanwalt B.________,
Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin,

gegen

1. Staatsanwältin C.________,
Gesuchsgegnerin (BS 2023 15),

2. Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, II. Abteilung, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug
vertreten durch Staatsanwältin C.________,
Beschwerdegegnerin (BS 2023 29),

betreffend

Ausstand (BS 2023 15) und Rechtsverweigerung/Rechtsverzögerung (BS 2023 29)

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Sachverhalt

1. Mit Schreiben vom 26. November 2020 reichte die A.________ GmbH (nachfolgend: Privat-
klägerin) Strafanzeige gegen unbekannt wegen unbefugter Datenbeschaffung, unbefugten 
Eindringens in ein Datenverarbeitungssystem, unbefugten Beschaffens von Personendaten 
und allfälliger weiterer Delikte ein. Sie gab an, bei der unbekannten Täterschaft handle es 
sich mutmasslich um den Geschäftsführer und Gesellschafter der D.________ GmbH, 
E.________ (nachfolgend: Beschuldigter), und allenfalls weitere Beteiligte bzw. Mitarbeiten-
de der D.________ GmbH. 

2. Die Staatsanwaltschaft, vertreten durch Staatsanwältin C.________, stellte mit Verfügung 
vom 29. Dezember 2021 das Verfahren gegen den Beschuldigten ein. Auf Beschwerde der 
Privatklägerin hin hob die I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts des Kantons Zug mit Be-
schluss vom 28. September 2022 die Einstellungsverfügung auf und wies die Sache zur wei-
teren Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft zurück.

3. Am 7. Februar 2023 stellte die Privatklägerin bei der I. Beschwerdeabteilung des Oberge-
richts ein Ausstandsgesuch gegen Staatsanwältin C.________. Gleichzeitig reichte sie bei 
der Justizverwaltungsabteilung des Obergerichts eine als "Aufsichtsbeschwerde und Anzeige 
von Amtspflichtverletzungen von erheblicher Tragweite nach § 80 Abs. 1 GOG" bezeichnete 
Eingabe ein. 

4. Mit Schreiben vom 28. Februar 2023 teilte die Justizverwaltungsabteilung der Privatklägerin 
mit, sie erachte sich nicht als zuständig, aufgrund der Eingabe vom 7. Februar 2023 in dieser 
Sache tätig zu werden. 

5. In ihrer Stellungnahme vom 6. März 2023 beantragte Staatsanwältin C.________, das 
Ausstandsgesuch sei abzuweisen und die Kosten seien der Privatklägerin aufzuerlegen. 

6. Am 30. März 2023 reichte die Privatklägerin bei der I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts 
gegen die Staatsanwaltschaft eine Beschwerde wegen Rechtsverweigerung und Rechtsver-
zögerung ein und stellte folgende Anträge:

1. Die I. Beschwerdeabteilung des Obergerichts des Kantons Zug habe Staatsanwältin 
C.________ anzuweisen:
- Künftige Akteneinsichtsbegehren der Privatklägerin mit nachvollziehbaren und konkreten 

Argumenten zu begründen, sofern das Akteneinsichtsrecht ganz oder teilweise verweigert 
wird, und alle gestellten Anträge zu behandeln; zudem seien ganz oder teilweise abwei-
sende Akteneinsichtsgesuche immer mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen.

- die telefonische Kontaktaufnahme zwischen der Zuger Polizei und der F.________ vom 
25.2.2021 sofort nachdokumentieren zu lassen;

- die telefonische Kontaktaufnahme zwischen der Zuger Polizei und dem Rechtsvertreter 
des Beschuldigten im Strafverfahren 2A 2020 297 KAM vom 28.4.2021 sofort nachdoku-
mentieren zu lassen;

- die von der Privatklägerin benannten Zeugen unverzüglich vorzuladen und zum Sachver-
halt zu befragen;

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- verbindlich zu verpflichten, das Entsiegelungsverfahren unverzüglich und in Absprache mit 
dem ZMG zu beschleunigen, damit auch die allenfalls zur Abklärung stehenden Antragsde-
likte noch vor deren Verfolgungsverjährung in die mögliche Anklage eingebaut werden 
können;

- die im Zusammenhang mit dem forensischen Gutachten der F.________ AG erhobenen 
Beweismittel (Log- und Monitoring-Dateien) unverzüglich auszuwerten resp. auswerten zu 
lassen;

- die Einvernahme mit dem Beschuldigten E.________ durchzuführen und gestützt darauf 
den Beschuldigten mit den strafrechtlich relevanten, nachgewiesenen Handlungen laut Fo-
rensik-Bericht F.________ vom 30.10.2020 und den Beweisauswertungen der entsiegelten 
Informationen aus der Beschlagnahme vom 7.4.2021 zu konfrontieren;

- sicherzustellen, dass die Anklage im Strafverfahren 2A 2020 297 KAM / neu Verfahren 2A 
2022 160 KAM gegen E.________ – soweit nachweislich begründbar – vor Ablauf der Ver-
folgungsverjährung beim zuständigen Gericht erhoben werden kann.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beschwerdegegnerin resp. des Staates.

7. Am 6. April 2023 reichte die Privatklägerin eine Ergänzung ihrer Beschwerde ein.

8. In ihrer Stellungnahme vom 13. April 2023 stellte die Staatsanwaltschaft den Antrag, die 
Beschwerde sei abzuweisen und die Kosten seien der Privatklägerin aufzuerlegen. 

Erwägungen

1. Die Privatklägerin begründet das Ausstandsgesuch gegen Staatsanwältin C.________ u.a. 
mit Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung. Generell bringt sie im Ausstandsgesuch, in 
der Beschwerde wegen Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung sowie in der Anzeige 
an die Justizverwaltungsabteilung im Wesentlichen den gleichen Sachverhalt vor. Teilweise 
sind die Rechtsschriften sogar identisch. Es rechtfertigt sich daher, das Ausstandsgesuch 
und die Beschwerde in einem Entscheid zu behandeln. 

2. Eine formelle Rechtsverweigerung im Sinne von Art. 29 Abs. 1 BV liegt vor, wenn eine 
Behörde auf eine Eingabe fälschlicherweise nicht eintritt oder eine solche ausdrücklich bzw. 
stillschweigend nicht an die Hand nimmt und behandelt, obwohl sie dazu verpflichtet wäre. 
Das Gleiche gilt, wenn einzelne Anträge oder Teile davon nicht behandelt werden (vgl. BGE 
144 II 184 E. 3.1; 135 I 6 E. 2.1). Die Beschwerde ist nur dann an keine Frist gebunden, 
wenn eine formelle Rechtsverweigerung im engeren Sinne – d.h. die Weigerung einer Straf-
behörde, eine ihr nach Gesetz obliegende hoheitliche Verfahrenshandlung vorzunehmen, 
also ein Untätigbleiben, obschon eine Pflicht zum Tätigwerden bestünde – vorliegt und diese 
Weigerung nicht ausdrücklich schriftlich oder mündlich mitgeteilt worden ist. In allen anderen 
Fällen ist innert zehn Tagen seit mündlicher oder schriftlicher Mitteilung Beschwerde zu 
führen. Das gilt auch dann, wenn die Strafbehörde nicht im geforderten Mass tätig geworden 
ist oder sich mit wesentlichen Rügen nicht auseinandergesetzt hat. Auch in diesen Fällen ist 
die Strafbehörde in irgendeiner Form tätig geworden und es liegt eine hoheitliche Verfah-
renshandlung im Sinne eines aktiven Tuns vor, die mit Beschwerde innert zehn Tagen anzu-
fechten ist. Art. 396 Abs. 2 StPO betrifft lediglich den Fall der formellen Rechtsverweigerung 

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in Form eines passiven Verhaltens der Behörde (Urteil des Bundesgerichts 1B_303/2020 
vom 2. März 2021 E. 4.3 f.). 

Im Rahmen einer Rechtsverzögerungsbeschwerde ist die Verfahrensrüge zu prüfen, die von 
einer Partei verlangten Untersuchungs- bzw. Verfahrenshandlungen seien von der zuständi-
gen Strafbehörde mit unbegründeter Verzögerung vorgenommen worden, das heisst, nicht 
innerhalb der Zeitspanne, die nach der Natur der Sache (und unter angemessener Berück-
sichtigung der Geschäftslast der Strafbehörde) bundesrechtskonform erschien, nachdem die 
rechtsuchende Partei zuvor bei der Strafbehörde entsprechend interveniert hatte. Bei der 
Prüfung, ob eine Verletzung des strafprozessualen Beschleunigungsgebotes (Art. 5 Abs. 1 
StPO; Art. 29 Abs. 1 BV) vorliegt, ist den Umständen des Einzelfalles – in der Regel in einer 
Gesamtbetrachtung – Rechnung zu tragen. Zu berücksichtigen sind dabei namentlich die 
Komplexität der Strafsache sowie das prozessuale Verhalten der Parteien und der zuständi-
gen Strafbehörden. Dass das Verfahren zwischen gewissen Prozessabschnitten zeitweise 
ruht oder einzelne Verfahrenshandlungen auch etwas früher hätten erfolgen können, be-
gründet für sich alleine noch keine Bundesrechtswidrigkeit. Förmliche Parteieingaben (Gesu-
che um Akteneinsicht, Beweisergänzung oder Aufhebung von Zwangsmassnahmen) hat die 
Staatsanwaltschaft innert vernünftiger Frist zu prüfen und zu erledigen. Im Rahmen der ge-
setzlichen Regelung muss ihr bei der zeitlichen Priorisierung und Verfahrensbeschleunigung 
allerdings ein erheblicher Ermessensspielraum zustehen (Urteil des Bundesgerichts 
1B_349/2019 vom 21. November 2019 E. 2.2 mit Hinweisen). Auch wenn die Beschwerde 
wegen Rechtsverzögerung gemäss Art. 396 Abs. 2 StPO an keine Frist gebunden ist, darf 
der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung nicht gegen Treu und Glauben verstossen. Ein sol-
cher Verstoss liegt nach herrschender Lehre z.B. dann vor, wenn eine Rechtsverweigerung 
erst lange nach dem Ereignis geltend gemacht wird, obwohl eine frühzeitige Beschwerde da-
gegen möglich und auch zumutbar gewesen wäre (Guidon, Basler Kommentar, 2. A. 2014, 
Art. 396 StPO N 19; Keller, in: Donatsch et al. [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen 
Strafprozessordnung, 3. A. 2020, Art. 396 StPO N 8).

3. Vorab ist festzuhalten, dass die Privatklägerin nicht nur aktuelle Verhaltensweisen der 
Staatsanwaltschaft als Rechtsverweigerung und/oder Rechtsverzögerung rügt, sondern auch 
solche, die schon länger zurückliegen, mithin zwischen dem Einreichen der Strafanzeige und 
dem Erlass der Einstellungsverfügung erfolgt sein sollen. Insbesondere bei Letzteren wird zu 
prüfen sei, ob noch ein Rechtsschutzinteresse besteht und/oder die Beschwerde rechtzeitig 
erhoben wurde. 

3.1 Die Privatklägerin rügt als Rechtsverweigerung, dass die Staatsanwältin zu Beginn des 
Strafverfahrens mit Schreiben vom 29. Dezember 2020 versucht haben soll, das Verfahren 
mit der Begründung einzustellen, die Antragsfrist sei verstrichen und aufgrund einer früheren 
rechtskräftigen Einstellung bestehe ein Verfahrenshindernis. Der Staatsanwältin habe erklärt 
werden müssen, dass ihre Auffassung nicht zutreffe und zudem auch Offizialdelikte in Be-
tracht kämen. Obwohl ein Betrug bzw. ein versuchter Betrug des Beschuldigten zu prüfen 
sei, seien diesbezüglich bis heute keine Untersuchungshandlungen erfolgt. 

In welchem Punkt ("versuchte Einstellung" oder Nichtuntersuchung des Betrugsvorwurfs) die 
Privatklägerin hier eine Rechtsverweigerung rügt, ist nicht ganz klar. Sofern sich die Be-
schwerde gegen die "versuchte Einstellung" richtet, ist festzustellen, dass keine formelle 

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Rechtsverweigerung vorliegt. Der Privatklägerin geht es in diesem Punkt offensichtlich dar-
um, der Staatsanwaltschaft bzw. der Staatsanwältin allgemein ein Fehlverhalten bzw. fehlen-
de fachliche Eignung vorzuwerfen.

Betreffend den Betrugsvorwurf ist sowohl eine formelle Rechtsverweigerung als auch eine 
Rechtsverzögerung zu verneinen. Laut der Privatklägerin soll der Betrug darin liegen, dass 
der Beschuldigte ihre Kunden durch arglistige Täuschung zur Kündigung der Abonnements-
verträge verleitet habe. Bei Kenntnis der kriminellen Aktivitäten des Beschuldigten (unbefug-
te Datenbeschaffung, unbefugtes Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem, unbefugtes 
Beschaffen von Personendaten) hätten die Kunden dies nicht gemacht. Nach der Darlegung 
der Privatklägerin setzt der Betrug somit voraus, dass der Beschuldigte die anderen Delikte 
begangen hat. Es kann der Staatsanwaltschaft daher kein Vorwurf gemacht werden, wenn 
sie zuerst die Vorwürfe der unbefugten Datenbeschaffung, des unbefugten Eindringens in ein 
Datenverarbeitungssystem und des unbefugten Beschaffens von Personendaten untersucht 
bzw. näher abklärt, bevor sie einen möglichen Betrug prüft. Denn es liegt im Ermessen der 
Staatsanwaltschaft, wie sie die Untersuchung führt. Sollte die Staatsanwaltschaft nach An-
sicht einer Partei einen Aspekt zu wenig untersucht haben, kann sie am Schluss der Unter-
suchung entsprechende Beweisanträge stellen (Art. 318 StPO).

3.2 Eine Rechtsverweigerung erblickt die Privatklägerin sodann in Folgendem: Im Rahmen der 
Akteneinsicht habe sie festgestellt, dass die Zuger Polizei mit der F.________ AG am 
25. Februar 2021 telefonischen Kontakt gehabt, diesen aber nicht dokumentiert habe. Am 
6. Dezember 2022 habe sie dies gegenüber der Staatsanwaltschaft gerügt und die Nachdo-
kumentation verlangt. Die Staatsanwaltschaft sei in ihrer Antwort nicht darauf eingegangen 
und es sei auch keine Nachdokumentation erfolgt. Sodann habe die Staatsanwaltschaft auch 
ihr Auskunftsbegehren vom 6. Dezember 2022 bezüglich der seit dem Beschluss des Ober-
gerichts vom 28. September 2022 vorgenommenen Untersuchungshandlungen nicht behan-
delt. 

Es trifft zu, dass die Privatklägerin am 6. Dezember 2022 die genannten Anträge stellte und 
Auskünfte verlangte (act. 1/8 S. 2 [BS 2023 29]) und die Staatsanwaltschaft in ihrem Ant-
wortschreiben vom 14. Dezember 2022 nicht darauf einging bzw. nur anfügte, die Verfah-
rensleitung liege bei ihr (act. 1/9 [BS 2023 29]). Dieses Antwortschreiben vom 14. Dezember 
2022 stellt nun aber eine Verfahrenshandlung der Staatsanwaltschaft dar. Dass die Staats-
anwaltschaft darin nicht alle Anträge behandelte, hätte daher innert zehn Tagen mit Be-
schwerde gerügt werden müssen. Der Vorwurf in der Beschwerde vom 30. März 2023 ist da-
her verspätet, weshalb darauf nicht einzutreten ist. 

3.3 Eine Rechtsverweigerung und Rechtsverzögerung sieht die Privatklägerin auch in einem wei-
teren, ähnlichen Sachverhalt: Die Zuger Polizei habe mit dem Verteidiger telefonischen Kon-
takt gehabt, wie aus der E-Mail vom 28. April 2021 ersichtlich sei. Aber auch dieser Kontakt 
sei in den Verfahrensakten nicht dokumentiert. 

Anders als beim Kontakt mit der F.________ AG hat die Privatklägerin in diesem Fall keinen 
Antrag auf Nachdokumentation gestellt. Es ist deshalb nicht ersichtlich, inwiefern die Staats-
anwaltschaft diesbezüglich eine formelle Rechtsverweigerung oder eine Rechtsverzögerung 
begangen haben soll.

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3.4 Eine weitere Rechtsverzögerung bzw. Rechtsverweigerung liegt nach Auffassung der Privat-
klägerin darin, dass die Staatsanwaltschaft seit der Aufhebung der Einstellungsverfügung 
keine Untersuchungshandlungen vorgenommen habe. Auch seien die sichergestellten Ord-
ner, Computer, Speichermedien und Mobiltelefone bis heute weder ausgewertet noch analy-
siert worden. Die Entsiegelung werde zudem nicht konsequent verfolgt. Und schliesslich ha-
be die Staatsanwaltschaft bislang keine detaillierte Einvernahme des Beschuldigten und der 
von ihr [der Privatklägerin] genannten Zeugen durchgeführt. 

Dem kann nicht gefolgt werden. Nachdem der Beschluss des Obergerichts rechtskräftig ge-
worden war, beauftragte die Staatsanwaltschaft die Zuger Polizei mit Ermittlungen (act. 7 
S. 2 [BS 2023 15]) und beantragte am 7. November 2022 beim Zwangsmassnahmengericht 
(nachfolgend: ZMG) die Wiederaufnahme des sistierten Entsiegelungsverfahrens (act. 4/2 
[BS 2023 29]), worauf die Sistierung am 18. November 2022 aufgehoben und am 20. De-
zember 2022 eine erste Triageverhandlung durchgeführt wurde. Das ZMG stellte einen Ent-
scheid in der ersten Jahreshälfte 2023 in Aussicht (act. 3/1, 4/3 [BS 2023 29]). Die Staats-
anwaltschaft hat somit nach Eintritt der Rechtskraft des Beschlusses vom 28. September 
2022 die Untersuchung wieder aufgenommen. Dass bislang kein Entsiegelungsentscheid 
vorliegt, kann der Staatsanwaltschaft nicht vorgeworfen werden. Denn die Leitung des Ent-
siegelungsverfahrens obliegt dem ZMG und nicht der Staatsanwaltschaft. Das ZMG ist eben-
falls an das Beschleunigungsgebot gebunden und hat das Entsiegelungsverfahren ohne un-
begründete Verzögerungen durchzuführen. Es kann jedoch von der Staatsanwaltschaft nicht 
verlangt werden, dass sie Druck auf das ZMG ausübt, wie dies die Privatklägerin fordert 
(act. 1 S. 13 [BS 2023 29]). Dass zwischen dem Entsiegelungsgesuch und der ersten Tria-
geverhandlung ein Jahr und acht Monate lagen, ist sodann stark zu relativieren. Wie er-
wähnt, war das Entsiegelungsverfahren zunächst sistiert. Soweit ersichtlich beanstandete die 
Privatklägerin die Sistierung damals nicht; anderes macht sie jedenfalls nicht geltend. Auch 
ist, wie die Staatsanwaltschaft zu Recht vorbringt, zu berücksichtigen, dass zwischen der 
Einstellungsverfügung und dem Beschluss des Obergerichts rund neun Monate lagen. Der 
Staatsanwaltschaft kann daher keine unbegründete Verzögerung vorgeworfen werden. Da 
bislang keine Entsiegelung erfolgt ist, kann der Staatsanwaltschaft sodann kein Vorwurf ge-
macht werden, die sichergestellten Ordner, Computer, Speichermedien und Mobiltelefone 
seien bis heute weder ausgewertet noch analysiert worden. Dies ist erst möglich, wenn sie 
entsiegelt wurden. Der Staatsanwaltschaft ist schliesslich zuzustimmen, dass weitere Ermitt-
lungen kaum möglich sind, solange das Entsieglungsverfahren nicht abgeschlossen ist. Erst 
nach Sichtung der (allfällig) entsiegelten Dokumente etc. kann das weitere Vorgehen konkret 
bestimmt werden und können in Kenntnis sämtlicher bereits vorhandenen Beweise weitere 
Untersuchungshandlungen, insbesondere Einvernahmen, zielführend vorgenommen werden. 
Entsprechend ist es auch nicht zu beanstanden, dass bislang noch keine detaillierte Einver-
nahme des Beschuldigten stattgefunden hat. Die Privatklägerin verlangt selbst, dass der Be-
schuldigte u.a. mit den Analyseergebnissen der beschlagnahmten Objekte zu konfrontieren 
sei, was aber, wie erwähnt, erst nach der (allfälligen) Entsiegelung möglich ist. Nach Vorlie-
gen des Entsiegelungsentscheids wird das Strafverfahren aufgrund der bereits langen Ver-
fahrensdauer und der drohenden Verjährung unter besonderer Beschleunigung zum Ab-
schluss zu bringen sein. In der Zwischenzeit können z.B. die bereits vorhandenen Beweise 
analysiert werden. 

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3.5 Die Privatklägerin sieht eine Rechtsverweigerung zudem darin, dass die Staatsanwaltschaft 
ihr die Namen der auf den 30. Juni 2021 vorgeladenen Zeugen nicht bekannt gegeben hat. 
Die Staatsanwaltschaft lehnte damals den Antrag auf Bekanntgabe der Namen der Zeugen 
ausdrücklich ab. Es liegt somit keine formelle Rechtsverweigerung vor. Indem die Privatklä-
gerin gegen die Ablehnung keine Beschwerde erhob, akzeptierte sie den Entscheid und kann 
ihn jetzt nicht mehr anfechten. Ob die Staatsanwaltschaft das Gleichbehandlungsgebot ver-
letzt hat, da die Verteidigung über die Namen der Zeugen informiert gewesen sei, ist im 
Rahmen der Rechtsverweigerungsbeschwerde nicht zu beurteilen. 

3.6 Die Privatklägerin rügt als weitere Rechtsverweigerung, dass die Staatsanwaltschaft diverse 
Akteneinsichtsgesuche "formell" ohne jede Begründung und ohne Rechtsmittelbelehrung ab-
gewiesen habe. Die "krasseste" Verfehlung sei, dass sie ein formell gestelltes Aktenein-
sichtsgesuch durch eine E-Mail ihres Sekretariats beantwortet habe, wonach "usanzgemäss 
[…] in die Verfahrensakten D1 und D2 keine Einsicht gewährt [werde]". Auch hier verkennt 
die Privatklägerin, dass keine formelle Rechtsverweigerung (im engeren Sinn) vorliegt, macht 
sie doch nicht geltend, ein Akteneinsichtsgesuch sei nicht beantwortet worden. Eine fehlende 
oder ungenügende Begründung hätte jeweils direkt mittels Beschwerde gegen die entspre-
chende Verfügung gerügt werden müssen. Die "krasseste" Verfehlung wurde überdies be-
reits im Verfahren BS 2022 2 gerügt. Im Beschluss vom 28. September 2022 wurde festge-
halten, dass die Begründung ungenügend war und die Staatsanwaltschaft einen hinreichend 
begründeten Entscheid erlassen müsse (Beschluss des Obergerichts des Kantons Zug BS 
2022 2 vom 28. September 2022 E. 5.3). Die Staatsanwaltschaft hat am 9. Dezember 2022 
eine entsprechende Verfügung erlassen (act. 1/10 [BS 2023 29]), welche von der Privatklä-
gerin nicht angefochten wurde. 

3.7 Zusammengefasst ist die Beschwerde betreffend Rechtsverzögerung und Rechtsverweige-
rung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

4. Nach Art. 56 StPO tritt eine in einer Strafbehörde tätige Person (wozu nach Art. 12 lit. b StPO 
auch Staatsanwältinnen und Staatsanwälte zählen) unter anderem dann in den Ausstand, 
wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse hat (lit. a) oder aus anderen Gründen be-
fangen sein könnte (lit. f). 

4.1 Aus Art. 56 lit. a StPO folgt, dass die in einer Strafbehörde tätige Person weder in eigener 
Sache ermitteln noch entscheiden darf. Erfasst werden sämtliche direkten und indirekten In-
teressen, seien sie tatsächlicher, etwa finanzieller, oder ideeller Natur. Soweit nur eine indi-
rekte bzw. mittelbare Betroffenheit vorliegt, muss die Person jedenfalls so intensiv tangiert 
sein, dass eine ernsthafte Gefahr der Unsachlichkeit besteht. Erforderlich ist eine spürbare 
persönliche Beziehungsnähe zum Streitgegenstand (Urteil des Bundesgerichts 1B_601/2022 
vom 31. Januar 2023 E. 3.2). Unmittelbare bzw. direkte Interessen hat das Mitglied einer 
Strafbehörde, wenn es selbst beschuldigte Person, Privatkläger oder Opfer ist (Keller, a.a.O., 
Art. 56 StPO N 11 m.H.).

Reicht eine Partei des Strafverfahrens erst im Verlaufe desselben eine Strafanzeige gegen 
ein Mitglied einer Strafbehörde ein, so kann dies für sich selbst keinen Ausstandsgrund be-
gründen. Andernfalls hätten es die Parteien in der Hand, einen ihnen missliebigen Staatsan-
walt aus dem Verfahren hinauszudrängen bzw. die Untersuchungsorgane lahmzulegen. Eine 

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Ausstandspflicht kann im Anschluss an eine Strafanzeige daher nur bestehen, wenn in Be-
zug auf die dem Staatsanwalt vorgeworfenen Straftaten ein hinreichend verdichteter bzw. 
dringender Tatverdacht besteht (Urteil des Bundesgerichts 1B_465/2012 vom 6. September 
2012 E. 3). Auch heftige Attacken führen nicht dazu, dass zu unterstellen ist, der davon be-
troffene Magistrat hege die gleichen Gefühle gegenüber der Partei. Allerdings können unge-
schickte Reaktionen auf derartige Angriffe zu einer Befangenheit unter Art. 56 lit. f StPO 
führen (Keller, a.a.O., Art. 56 StPO N 11; Urteil des Bundesgerichts 1B_13/2015 vom 1. Mai 
2015 E. 3; BGE 134 I 20 E. 4.3.2).

4.2 Gemäss Art. 56 lit. f StPO tritt eine in einer Strafbehörde tätige Person in den Ausstand, 
wenn sie aus anderen (als den in lit. a-e der gleichen Bestimmung genannten) Gründen, ins-
besondere wegen Freundschaft oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechtsbei-
stand, befangen sein könnte.

4.2.1 Befangenheit einer staatsanwaltlichen Untersuchungsleiterin ist nach der Praxis des Bun-
desgerichtes nicht leichthin anzunehmen. Zu bejahen ist sie, wenn nach objektiver Betrach-
tung besonders krasse oder ungewöhnlich häufige Fehlleistungen der Untersuchungsleitung 
vorliegen, welche bei gesamthafter Würdigung eine schwere Verletzung der Amtspflichten 
darstellen und sich einseitig zulasten einer der Prozessparteien auswirken. Diesbezüglich 
sind primär die zur Verfügung stehenden Rechtsmittel gegen beanstandete Verfahrenshand-
lungen auszuschöpfen. Entscheidungen oder Verfahrenshandlungen, die sich später als feh-
lerhaft erweisen, begründen für sich allein noch keinen objektiven Anschein von Befangen-
heit; nur besonders schwerwiegende oder wiederholte Fehler, die eine schwere Verletzung 
der richterlichen (oder staatsanwaltschaftlichen) Pflichten darstellen, können den Verdacht 
der Befangenheit begründen, sofern die Umstände auf eine Befangenheit des Richters (oder 
Staatsanwalts) hindeuten oder den Anschein der Befangenheit zumindest objektiv rechtferti-
gen. Darüber hinaus ist es Aufgabe der normalerweise zuständigen Rechtsmittelgerichte, in 
diesem Rahmen eventuell begangene Fehler festzustellen und zu berichtigen. Das Ableh-
nungsverfahren soll also nicht dazu dienen, den Parteien die Möglichkeit zu geben, die Art 
und Weise der Untersuchung anzufechten und die verschiedenen von der Verfahrensleitung 
getroffenen Zwischenentscheidungen in Frage zu stellen (BGE 138 IV 142 E. 2.3).

4.2.2 Auch voreilige präjudizielle Äusserungen der Untersuchungsleitung können in begründeten 
Einzelfällen geeignet sein, objektive Zweifel an ihrer Unparteilichkeit zu begründen. Dies 
kann zum Beispiel zutreffen, wenn die Untersuchungsleitung nicht gewillt erscheint, ihren un-
zulässigen, vom zuständigen Verfahrensgericht gerügten Standpunkt zu ändern. Sodann 
können sich Verfahrenssituationen ergeben, in denen die Staatsanwaltschaft bereits vor Ab-
schluss der Strafuntersuchung in rechtlicher oder tatsächlicher Hinsicht zum Gegenstand der 
Untersuchung Stellung nimmt und dabei unter Umständen auch ihre aufgrund des jeweiligen 
Verfahrensstandes vorläufig gebildete Meinung offenlegt. Dabei darf und muss aber, sofern 
nicht besondere gegenteilige Anzeichen vorhanden sind, vorausgesetzt werden, dass die 
Untersuchungsleitung in der Lage ist, ihre vorläufige Beurteilung des Prozessstoffes entspre-
chend dem jeweils neusten Stand des Verfahrens ständig zu überprüfen und bei Vorliegen 
neuer Tatsachen und Argumente auch zu revidieren. Ein solches Vorgehen vermag in der 
Regel keine Parteilichkeit oder Befangenheit objektiv zu begründen. "Ungeschickte Äusse-
rungen" eines Staatsanwaltes kommen als Ausstandsgrund nur in Frage, wenn es sich dabei 

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um eine schwere Verfehlung gegenüber der betroffenen Partei handelt (Urteil des Bundesge-
richts 1B_395/2020 vom 21. Januar 2021 E. 7 m.H.).

4.3 Gemäss Art. 58 Abs. 1 StPO hat eine Partei, die den Ausstand einer in einer Strafbehörde 
tätigen Person verlangen will, der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Ge-
such zu stellen, sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat; die den Ausstand begründen-
den Tatsachen sind glaubhaft zu machen. Nach der Rechtsprechung ist der Ausstand in den 
nächsten Tagen nach Kenntnisnahme zu verlangen; andernfalls verwirkt der Anspruch. Ein 
Gesuch, das sechs bis sieben Tage nach Kenntnis des Ausstandsgrunds eingereicht wird, 
gilt als rechtzeitig. Unzulässig ist jedenfalls ein Zuwarten während zwei Wochen (zum Gan-
zen: Urteile des Bundesgerichts 1B_559/2019 vom 27. Januar 2020 E. 2.2; 1B_120/2019 
vom 7. Juni 2019 E. 2.2 mit Hinweis). Eine Verspätung des Ausstandsbegehrens tritt nach 
der Rechtsprechung dann in den Hintergrund, wenn der Anschein der Befangenheit derart of-
fensichtlich ist, dass die Amtsperson – etwa wenn sie ein erhebliches persönliches Interesse 
hat – aus eigenem Antrieb in den Ausstand hätte treten müssen (vgl. Boog, Basler Kommen-
tar, 2. A. 2014, Art. 58 StPO N 8; BGE 134 I 20 E. 4.3.2 [= Pra 2008 Nr. 73]). Nach dem 
Grundsatz von Treu und Glauben und dem Verbot des Rechtsmissbrauchs ist es namentlich 
nicht zulässig, formelle Rügen, die in einem früheren Prozessstadium hätten geltend ge-
macht werden können, bei ungünstigem Ausgang erst später vorzubringen (BGE 135 III 334 
E. 2.2; Urteile des Bundesgerichts 1B_473/2016 vom 13. März 2017 E. 3 und 6B_358/2016 
vom 23. Februar 2017 E. 2.1).

5. Die Privatklägerin wirft Staatsanwältin C.________ zahlreiche Amtspflichtverletzungen von 
erheblicher Tragweite vor. In ihrem Verhalten lägen in mehreren Fällen eine Rechtsverweige-
rung und/oder eine Rechtsverzögerung sowie allenfalls strafrechtlich relevante Handlungen 
(Amtsmissbrauch, Amtsgeheimnisverletzung). Ihre Weigerung, das Strafverfahren gemäss 
den Weisungen im Beschluss des Obergerichts vom 28. September 2022 fortzuführen und 
entsprechende Untersuchungshandlungen vorzunehmen, zeige einen offenen Graben sowie 
eine Ablehnung und Frustration der Staatsanwältin und damit eine Feindschaft gegenüber 
der Privatklägerin und deren Rechtsanwalt. Die Staatsanwältin sei daher nicht mehr tragbar. 
Das Vertrauen in sie sei vollständig verloren. 

6. In ihrer Stellungnahme zum Ausstandsgesuch führte Staatsanwältin C.________ zusam-
mengefasst aus, es habe seit dem Beschluss des Obergerichts vom 28. September 2022 
sehr wohl Untersuchungshandlungen gegeben. So sei die Zuger Polizei mit Ermittlungen be-
auftragt worden. Die Privatklägerin verkenne jedoch, dass gegenüber den Parteien keine 
Rapportierungspflicht über jede Untersuchungshandlung bestehe. Die Parteien hätten nur bei 
Beweiserhebungen, nicht auch bei Beweissicherungen ein Teilnahmerecht. Nach Abschluss 
der Ermittlungen könnten die Ergebnisse im Rahmen der Akteneinsicht eingesehen werden. 
Das Entsiegelungsverfahren sei sodann beim ZMG pendent. Eine Triageverhandlung bezüg-
lich der hardcopies habe am 20. Dezember 2022 stattgefunden. Sobald die elektronischen 
Daten aufbereitet seien, werde das ZMG auch diesbezüglich zu einer Triageverhandlung vor-
laden. Solange die Staatsanwaltschaft aber nicht über die sichergestellten Akten verfüge, 
mache eine Einvernahme des Beschuldigten keinen Sinn. 

7. Am 10. Oktober 2022 (die Eingabe trägt fälschlicherweise das Datum vom 10. November 
2022) beantragte die Privatklägerin beim Leitenden Oberstaatsanwalt, dass Staatsanwältin 

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C.________ durch eine andere Staatsanwältin oder einen anderen Staatsanwalt ersetzt wer-
de. Sie begründete ihren Antrag zusammengefasst damit, dass der Beschluss des Oberge-
richts [gemeint ist die Aufhebung der Einstellungsverfügung] der Staatsanwältin kein gutes 
Zeugnis ausstelle. Das Obergericht habe ausgeführt, was alles abzuklären gewesen wäre. 
Die Staatsanwältin habe wesentliche Aspekte trotz der wiederholten Eingaben der Privatklä-
gerin nicht abgeklärt und ihre Argumente und Begründungen nicht näher geprüft. Das ver-
weigernde und uneinsichtige Verhalten der Staatsanwältin sei eine schwerwiegende Fehlleis-
tung. Es frage sich, ob Staatsanwältin C.________ mit dem komplexen Strafverfahren nicht 
überfordert sei. Nachdem das Obergericht die Einstellung des Verfahrens als gesetzeswidrig 
beurteilt habe, sei Staatsanwältin C.________ wegen Befangenheit in der Sache und Über-
forderung auszuwechseln. Es sei unvorstellbar, dass Staatsanwältin C.________ die Unter-
suchung korrekt weiterführen und zum Abschluss bringen könne, nachdem sie wiederholt 
versucht habe, sich dem Verfahren durch Einstellung zu entledigen (act. 1/3 [BS 2023 15]). 
Der Leitende Oberstaatsanwalt lehnte den Antrag mit Schreiben vom 14. Oktober 2022 ab. 
Er ersuchte die Privatklägerin um Mitteilung innert zehn Tagen, ob sie ein Ausstandsgesuch 
stelle und einen Entscheid des Obergerichts wünsche (act. 1/4 [BS 2023 15]). Wie die Privat-
klägerin im Ausstandsgesuch ausführt, habe sie damals bewusst darauf verzichtet, ihr Be-
gehren durch das Obergericht beurteilen zu lassen. Sie habe abwarten wollen, ob es Staats-
anwältin C.________ tatsächlich daran liege, in der Untersuchung vorwärtszumachen und 
die Anweisungen des Obergerichts zeitnah umzusetzen (act. 1 Ziff. 19 [BS 2023 15]).

8. Das vorliegende Ausstandsgesuch wurde am 7. Februar 2023 eingereicht. Zu grossen Teilen 
wird es mit Tatsachen begründet, die im Zeitpunkt des erwähnten Antrags an den Leitenden 
Oberstaatsanwalt bereits bestanden und darin teilweise auch vorgebracht wurden. Daneben 
werden auch einige "neue", später eingetretene Tatsachen angeführt, so die Nichtbehand-
lung der Anträge in der Eingabe vom 6. Dezember 2022 (vgl. E. 3.2), die – in den am 4. Ja-
nuar 2023 zugestellten Akten entdeckte – Tatsache, dass der Verteidiger die Namen der 
Zeugen kannte (vgl. E. 3.5) sowie der Umstand, dass die Zuger Polizei gemäss der E-Mail 
vom 28. April 2021 mit dem Verteidiger telefonischen Kontakt gehabt, dies aber nicht proto-
kolliert habe (vgl. E. 3.3). Spätestens Anfang Januar 2023, nach Erhalt der Akteneinsicht, 
waren somit sämtliche "neuen" Tatsachen bzw. alles, was im Ausstandsgesuch vorgebracht 
wurde, bekannt. Dies ergibt sich auch daraus, dass die Privatklägerin im Ausstandsgesuch 
ausführte, sie habe am 6. Januar 2023 die Anzeige bei der Justizverwaltungsabteilung einge-
reicht. Auch wenn jene Anzeige effektiv erst am 7. Februar 2023 eingereicht wurde, so lässt 
die versehentliche Datumsangabe doch darauf schliessen, dass am 6. Januar 2023 bereits 
alle Tatsachen bekannt waren und die Absicht bestand, eine Anzeige einzureichen. Da die 
Privatklägerin trotz Kenntnis aller geltend gemachten Ausstandsgründe mit der Einreichung 
des Ausstandsgesuchs über vier Wochen zuwartete, ist das Ausstandsgesuch verspätet. 

9. Zu prüfen bleibt, ob ein derart offensichtlicher Anschein der Befangenheit besteht, dass die 
Verspätung des Ausstandsgesuchs in den Hintergrund tritt. Dies ist nicht der Fall. Die der 
Staatsanwältin vorgeworfenen Verfehlungen begründen weder einzeln noch gesamthaft 
einen offensichtlichen Anschein der Befangenheit. Sofern es sich überhaupt um Verfehlun-
gen handelt, sind sie jedenfalls nicht derart schwerwiegend oder ungewöhnlich häufig, dass 
von einer schweren Verletzung der Amtspflichten gesprochen werden kann. Auf das ver-
spätete Ausstandsgesuch ist daher nicht einzutreten.

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10. Im Übrigen müsste das Ausstandsgesuch, wenn darauf eingetreten würde, abgewiesen wer-
den. 

10.1 Die Privatklägerin begründet den Anschein der Befangenheit hauptsächlich mit der Untätig-
keit der Staatsanwältin. Wie oben ausgeführt, ist der Staatsanwaltschaft bzw. der Staatsan-
wältin keine Rechtsverzögerung vorzuwerfen. Sie hat die Strafuntersuchung nach der Aufhe-
bung der Einstellungsverfügung wieder zügig aufgenommen (vgl. E. 3.4). Es bestehen ent-
sprechend auch keine Anzeichen, dass Staatsanwältin C.________ nicht gewillt ist, die Stra-
funtersuchung gemäss den Weisungen im Beschluss des Obergerichts vom 28. September 
2022 fortzuführen. Das Obergericht hat zwar in diesem Beschluss klar festgestellt, dass die 
fallführende Staatsanwältin den Sachverhalt ungenügend abgeklärt und sich insbesondere 
mit dem von der Privatklägerin eingereichten Bericht der F.________ AG nicht auseinander-
gesetzt hat. Darin ist aber noch kein besonders schwerwiegender Fehler zu erblicken, der 
den Anschein der Befangenheit begründet. 

10.2 Die im Schreiben vom 29. Dezember 2020 – wohl voreilig – geäusserte Auffassung, wonach 
die Antragsfrist verstrichen und eine bereits beurteilte Sache vorliege, lässt ebenfalls keine 
objektiven Zweifel an der Unparteilichkeit erkennen. Es handelte sich damals um keine 
präjudizielle Äusserung, da die Einstellung aus anderen Gründen erfolgte. Auch kann nicht 
gesagt werden, die Staatsanwältin sei nach der Intervention der Privatklägerin nicht gewillt 
gewesen, ihren Standpunkt zu ändern. 

10.3 Kontakte der Strafbehörden mit Dritten, insbesondere mit Verfahrensparteien, sind zu doku-
mentieren. Die fehlende Protokollierung der telefonischen Kontakte der Zuger Polizei mit der 
F.________ AG und dem Verteidiger stellt jedoch keine Verfehlung der Staatsanwältin dar, 
sondern höchstens eine solche des ermittelnden Polizisten und vermag daher auch nicht den 
Anschein der Befangenheit der Staatsanwältin zu begründen. Betreffend den Kontakt mit der 
F.________ AG würde es sich ohnehin nicht um eine schwerwiegende Verfehlung handeln, 
da die Privatklägerin über den wesentlichen Inhalt dieses Gesprächs informiert wurde, wie 
sich aus der E-Mail von G.________ von der F.________ AG an den Rechtsvertreter der Pri-
vatklägerin ergibt (act. 1/16 [BS 2023 29]). 

Zutreffend ist, dass die Staatsanwältin den Antrag auf Nachdokumentation nicht behandelt 
hat. Die Nichtbeantwortung dieses Antrags erscheint aber nicht derart schwerwiegend, dass 
sich daraus der Anschein ergibt, die Staatsanwältin sei gegenüber der Privatklägerin feind-
lich eingestellt. 

10.4 Betreffend die Zeugeneinvernahmen vom 30. Juni 2021 rügt die Privatklägerin zu Recht eine 
Ungleichbehandlung. Denn der Beschuldigte bzw. sein Verteidiger wussten – zumindest indi-
rekt –, wer als Zeuge befragt werden würde, da sie die Zeugen vorgeschlagen hatten 
(act. 3/11 [BS 2023 15]). Es ist – insbesondere aufgrund der nur pauschalen Begründung der 
Staatsanwaltschaft in ihrer Antwort auf die Anfrage der Privatklägerin – nicht nachvollziehbar, 
weshalb in den Terminanzeigen an die Parteien und dann auch auf entsprechenden Antrag 
der Privatklägerin die Namen nicht genannt wurden. Dies ist indes nicht als besonders 
schwerwiegende Verfehlung zu beurteilen. Kein Vorwurf kann der Staatsanwältin sodann 
gemacht werden, dass sie bisher keine weiteren Zeugen, insbesondere von der Privatkläge-
rin beantragte, befragt hat. Es wird dazu auf die Ausführungen in E. 3.4 verwiesen. 

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10.5 Der Vorwurf, die Staatsanwältin habe wiederholt Akteneinsichtsgesuche ohne formelle Be-
gründung abgewiesen, ist unbegründet. Mit Ausnahme einer E-Mail der Sekretärin der 
Staatsanwaltschaft wurden sämtliche Akteneinsichtsgesuche mit einer Kurzbegründung ab-
gewiesen. Dass nicht alle Schreiben mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen wurden, stellt 
keine schwerwiegende Verfehlung dar. Die anwaltlich vertretene Privatklägerin konnte die 
Schreiben zweifellos als Verfügung erkennen und hätte diese innert Frist anfechten oder 
aber eine formelle Verfügung mit Rechtsmittelbelehrung verlangen können. Wie das Oberge-
richt im Beschluss vom 28. September 2022 festhielt, erfüllte die E-Mail mit dem Verweis auf 
die Usanz die Anforderungen an die teilweise Einschränkung des Akteneinsichtsrecht zwar 
nicht. Am 9. Dezember 2022 erliess die Staatsanwältin dann aber eine entsprechende förmli-
che Verfügung, die nicht angefochten wurde. Es liegt somit jedenfalls keine schwerwiegende 
Verfehlung der Staatsanwältin vor. Vielmehr ist diese pragmatisch vorgegangen und hatte 
nicht die Absicht, die Privatklägerin zu benachteiligen. 

10.6 Es trifft sodann zu, dass die Anfrage nach den seit dem Beschluss des Obergerichts vorge-
nommenen Untersuchungshandlungen unbeantwortet blieb bzw. nur mit dem Verweis, dass 
die Verfahrensleitung bei der Staatsanwaltschaft liege, beantwortet wurde. Wie die Staats-
anwältin zutreffend vorbringt, hat die Staatsanwaltschaft keine Rapportierungspflicht ge-
genüber den Parteien, d.h. die Staatsanwaltschaft muss die Parteien nicht von sich aus in-
formieren. Die Parteien haben aber ein Akteneinsichtsrecht, das es ihnen ermöglicht, den 
Gang der Untersuchung nachzuvollziehen. Die Anfrage nach dem Stand der Untersuchung 
hätte also sinngemäss als Akteneinsichtsgesuch betrachtet werden können und der Privat-
klägerin hätte – falls die Voraussetzungen für die Akteneinsicht erfüllt waren – die entspre-
chende Auskunft erteilt werden können. Dass die Staatsanwältin die Anfrage unbeantwortet 
liess, ist aber in jedem Fall nicht als schwerwiegendes Fehlverhalten zu qualifizieren. 

10.7 Die Privatklägerin äusserte schliesslich den Verdacht auf strafbare Handlungen von Staats-
anwältin C.________. So soll diese eine Amtsgeheimnisverletzung begangen haben, indem 
sie in ihrem Schreiben vom 2. Februar 2021 die H.________ GmbH anstelle der A.________ 
GmbH als Anzeigeerstatterin genannt habe. 

Es trifft zwar zu, dass in jenem Schreiben eine falsche juristische Person genannt wurde (vgl. 
act. 3/27 [BS 2023 15]). Dabei handelt es sich aber offensichtlich um ein Versehen; offenbar 
wurde ein Schreiben aus einem anderen Verfahren "überschrieben". Da eine fahrlässige 
Amtsgeheimnisverletzung nicht strafbar ist, besteht diesbezüglich kein Verdacht auf eine 
strafbare Handlung, was auch der anwaltlich vertretenen Privatklägerin klar sein müsste. 
Diese erweckt den Eindruck, dass sie geradezu nach Verfehlungen von Staatsanwältin 
C.________ sucht, um ihr diese vorzuhalten, zumal das Schreiben vor zwei Jahren verfasst 
und dieser Vorwurf zuvor – soweit ersichtlich – nie vorgebracht wurde. 

Entgegen der Auffassung der Privatklägerin besteht auch kein hinreichender Verdacht auf 
Amtsmissbrauch. Wie oben ausgeführt, liegen keine schwerwiegenden Verfehlungen vor. Es 
gibt auch keine Hinweise, dass die Staatsanwältin vorsätzlich die Privatklägerin benachteiligt 
und den Beschuldigten bevorteilt. Und schliesslich ist auch nicht erkennbar, inwiefern der 
Tatbestand der ungetreuen Amtsführung gemäss Art. 314 StGB erfüllt sein könnte. Die 
Staatsanwältin ist in keiner Weise mit dem Abschluss von Rechtsgeschäften betraut. Ent-

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sprechend begründet auch die Einreichung der Strafanzeige gegen Staatsanwältin 
C.________ – sofern sie denn überhaupt eingereicht wurde – keinen Ausstandsgrund. 

10.8 Zusammengefasst ist festzuhalten, dass Staatsanwältin C.________ in der vorliegenden 
Strafuntersuchung nicht immer korrekt vorgegangen ist. Die einzelnen Handlungen stellen 
aber keine (besonders) schwerwiegende Verfehlungen dar. Auch liegen nicht ungewöhnlich 
häufige Fehlleistungen der Untersuchungsleitung vor. Sodann bestehen keine Anzeichen, 
dass die Staatsanwältin die Privatklägerin systematisch benachteiligt und den von ihr erho-
benen Vorwurf gegen u.a. den Beschuldigten nicht untersuchen will. In der Gesamtbetrach-
tung ist eine schwere Verletzung der Amtspflichten zu verneinen. Offenbar ist das Verhältnis 
zwischen der Staatsanwältin und der Privatklägerin bzw. deren Rechtsvertreter angespannt. 
Objektiv betrachtet, kann jedoch – entgegen der Behauptung der Privatklägerin – nicht von 
einem offenen Graben oder gar einer Feindschaft der Staatsanwältin ihr gegenüber gespro-
chen werden. In einer Gesamtwürdigung ist objektiv ein Anschein der Befangenheit von 
Staatsanwältin C.________ zu verneinen. Das Ausstandsgesuch wäre daher abzuweisen, 
wenn darauf eingetreten würde. 

11. Die Kosten der beiden Verfahren sind ausgangsgemäss der Privatklägerin aufzuerlegen 
(Art. 59 Abs. 4, Art. 428 Abs. 1 StPO).

Beschluss

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Auf das Ausstandsgesuch gegen Staatsanwältin C.________ wird nicht eingetreten.

3. Die Kosten dieser Verfahren betragen

CHF 1'600.00Gebühren
CHF 40.00 Auslagen
CHF 1'640.00Total

und werden der Privatklägerin auferlegt.

4. Gegen diesen Entscheid ist die Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. des Bundes-
gerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die Beschwerdegründe richten sich nach Art. 95 ff. BGG. 
Die Beschwerde ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und 
mit bestimmten Anträgen sowie unter Beilage des Entscheides und der Beweismittel (vgl. 
Art. 42 BGG) beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

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Obergericht des Kantons Zug 
I. Beschwerdeabteilung

St. Scherer F. Eller
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: