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**Case Identifier:** a98832af-7a6c-5c3f-9d2b-c1c6cf79025a
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-08-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.08.2011 IV 2010/374
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2010-374_2011-08-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2010/374

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 22.08.2011

Entscheid Versicherungsgericht, 22.08.2011
Art. 28 IVG. Würdigung der medizinischen Akten, insbesondere eines 
Gutachtens. Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode. 
Wechselwirkungen? Abzug? Verspätete Anmeldung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. August 2011, IV 
2010/374).

Entscheid Versicherungsgericht, 22.08.2011

Präsidentin Karin Huber-Studerus, Versicherungsrichterin Miriam Lendfers, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Entscheid vom 22. August 2011

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter, S-E-K Advokaten, Dorfstrasse 21, 

8356 Ettenhausen TG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.     

A.a   Die 1980 geborene D.___ meldete sich am 28. Februar/2. März 2007 zum Bezug 

von Leistungen der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich 

Berufsberatung, Umschulung und eine Rente. Sie habe 2001 eine dreijährige Lehre 

abgeschlossen und sei seit 2002 Hausfrau und Mutter. Seit einem Autounfall am 

1. August 2004 lägen starke psychische Beschwerden im Sinne von depressiven und 

Angstsymptomen, starke Störungen der kognitiven Funktionen, eine posttraumatische 

Belastungsstörung, eine Commotio cerebri, ein temporaler absoluter 

Gesichtsfeldausfall rechts und persistierende kognitive Defizite vor.

A.b   Gemäss dem IK-Auszug (act. 9) war die Versicherte von August 1998 bis Februar 

2002 bei einem Zahnarzt (Lehrmeister) angestellt gewesen, anschliessend drei Monate 

bei einem weiteren. Ab Mai 2002 bis Februar 2004 bezog sie 

Arbeitslosenentschädigung. Dazwischen hatte sie noch von Oktober 2003 bis Januar 

2004 bei einem dritten Zahnarzt gearbeitet (vgl. auch act. 12, wonach das 

Arbeitsverhältnis wegen Aufgebens der Praxis aufgelöst worden sei). Von Januar bis 

August 2004 war schliesslich noch ein geringfügiges Einkommen vom ersten 

Arbeitgeber verzeichnet.

A.c   Dr. med. B.___, Augenärztin FMH, gab im Arztbericht vom 14. März 2007 als 

Diagnose eine posttraumatische Opticusläsion mit Hemianopsie nach rechts an.

A.d   Dr. med. C.___, Allgemeinmedizin FMH, benannte im Arztbericht vom 11. April 

2007 (act. 19-1 f.) als (Haupt-) Diagnosen: eine posttraumatische Belastungsstörung, 

einen St. n. grosser Scalpierungsverletzung und eine posttraumatische Opticusläsion 

mit Gesichtsfeldausfall rechts. Die Versicherte habe sich somatisch relativ gut 

rehabilitiert. Mit Ausnahme des Gesichtsfeldausfalls und wetterabhängiger Schmerzen 

im Nacken und Kopf sei die Versicherte gesund, doch bestünden starke psychische 

Einschränkungen. Hierzu verwies er auf einen Bericht von Dr. med. D.___ an den 

Rechtsvertreter der Versicherten vom 9. Februar 2007 (act. 19-3 ff.), wonach eine 

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posttraumatische Belastungsstörung, eine Commotio cerebri, ein temporaler absoluter 

Gesichtsfeldausfall rechts, persistierende kognitive Defizite und neuralgieforme 

Narbenschmerzen am Oberhaupt vorlägen. Die Versicherte stehe seit dem 1. Mai 2005 

in Behandlung. Es habe eine neuropsychologische Untersuchung im Kantonsspital 

St. Gallen stattgefunden. Demnächst werde sich die Versicherte in die Klinik X.___ 

begeben. Die Versicherte sei weder in ihrem angestammten noch in einem anderen 

Beruf arbeitsfähig.

A.e   Die IV-Eingliederungsberatung gab im Standortbericht vom 30. April 2007 (act. 20) 

bekannt, die Versicherte erhoffe sich, im bisherigen Beruf als Dentalassistentin wieder 

arbeitsfähig zu werden. Es müssten die Ergebnisse des Rehabilitationsaufenthaltes 

abgewartet werden. Die Versicherte habe angegeben, nach der Geburt des ersten 

Kindes mit einem Pensum von 50 % wieder (in die Erwerbstätigkeit) eingestiegen zu 

sein.

A.f    Die Augenklinik am Kantonsspital St. Gallen bezeichnete im Bericht vom 27. April 

2007 (act. 23) als Diagnose OD: eine posttraumatische Optikus-Atrophie Hemianopsie 

nach temporal. Auf die bisherige Tätigkeit sei aus augenärztlicher Sicht keine 

Auswirkung der gesundheitlichen Störung anzunehmen. Auch Büroarbeit sei 

beispielsweise ohne Einschränkung möglich. Die Versicherte sei jedoch seit dem 1. 

August 2004 100 % arbeitsunfähig.

A.g   Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen benannte im Bericht vom 

9. Mai 2007 (act. 26) als Diagnosen: eine Commotio cerebri, einen temporalen, 

absoluten Gesichtsfeldausfall rechts, neuralgieforme Narbenschmerzen im Bereich der 

Stirn rechts, eine leichte bis mittelschwere kognitive Funktionsstörung gemäss 

neuropsychologischer Testung vom 13.12.2006; hauptsächlich seien es mittelschwere 

Störungen der Aufmerksamkeit, des sprachlich-episodischen Lernens und des 

Gedächtnisses. Einschränkend seien vor allem der Gesichtsfeldausfall (mit temporären 

Doppelbildern), die chronischen Schmerzen, die kognitiven Funktionsstörungen 

(Aufmerksamkeit, Lernen, Gedächtnis, viso-konstruktiver Bereich [fehlender Überblick, 

Umsetzen der Handlungen]) und Schwierigkeiten im psychisch-emotionalen Bereich. 

Die bisherige Tätigkeit sei der Versicherten noch zumutbar, wobei sicherlich eine 

Einschränkung der zeitlichen Leistungsfähigkeit bestehe. Diese könne wie die (sc. 

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wohl: qualitative) Einschränkung der Leistungsfähigkeit nicht allein aus neurologischer 

und neuropsychiatrischer Sicht beurteilt werden. Ausserdem sei das Ergebnis der 

geplanten Rehabilitation abzuwarten. Auch für andere Tätigkeiten würden dieselben 

Einschränkungen gelten. Die Versicherte sollte aber vorzugsweise in ihrem 

angestammten Berufsfeld eingesetzt werden, insbesondere deswegen, weil sie für eine 

notwendige Umschulung zurzeit nicht über die notwendigen Ressourcen verfüge. In 

Frage komme eine ganztägige Arbeit mit reduzierter Leistung ebenso wie eine 

Teilzeitarbeit mit voller Leistung. Auch die Neurologen bescheinigten eine 100-

prozentige Arbeitsunfähigkeit seit dem 1. August 2004.

A.h   Dr. D.___ erwähnte in seinem Arztbericht vom 22. August 2007 (act. 34) nebst den 

im Bericht vom 9. Februar 2007 bezeichneten Diagnosen jene einer mittelgradigen 

depressiven Störung auf dem Boden einer selbstunsicheren Persönlichkeit. Die 

Versicherte sei aus rein psychiatrischer Sicht zu 100 % arbeitsunfähig. Ob eine andere 

als die bisherige Tätigkeit zumutbar sei, sei zu beurteilen, wenn die Versicherte die 

gegenwärtig besuchte ambulante Behandlung in der Klinik X.___ abgeschlossen haben 

werde. - Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen hatte am 14. Dezember 

2006 (act. 40-4 ff.) nach einer neuropsychologischen Untersuchung berichtet, es hätten 

sich aus neuropsychologischer Sicht von leicht bis mittelschwer reichende kognitive 

Funktionsstörungen gezeigt. Im Vordergrund stünden mittelschwere Störungen der 

Aufmerksamkeit mit mangelnder Aktivierung, schlechter Daueraufmerksamkeit und in 

komplexeren Aufmerksamkeitsbereichen mittelschwerer qualitativer Störung. 

Ausserdem hätten sich mittelschwere Störungen des sprachlich-episodischen Lernens 

und Gedächtnisses gezeigt.

A.i     Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) der 

Invalidenversicherung vom 26. Oktober 2007 (act. 41) wurde eine psychiatrische/

neuropsychologische und rheumatologische Begutachtung veranlasst. - Am 

10. Dezember 2007 wurde der Versicherten ein Fragebogen zur Rentenabklärung 

betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt zugestellt. Sie gab darin am 8. Januar 2008 

(act. 47) unter anderem an, gemäss dem Fragebogen mache sie im Haushalt eigentlich 

alles selber, doch dafür komme die Familie zu kurz. Sie stehe um fünf Uhr auf, um 

Frühstück zu machen, und sei trotzdem im Stress und im Zeitmangel. Sie sei ständig 

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an der Arbeit, aber komme nicht vorwärts. Die Therapeutin besuche sie zweimal pro 

Woche.

A.j     Am 18. Januar 2008 fand eine Abklärung an Ort und Stelle im Haushalt statt 

(act. 49). Gemäss den Aufzeichnungen hat die Versicherte angegeben, es gebe Tage, 

an denen es ihr besser gehe, und andere, da es ihr schlecht gehe. Die schlechten 

Phasen machten etwa 50 % aus. Vor dem Unfall sei sie zu 50 % erwerbstätig 

gewesen. Ohne Behinderung wäre sie weiterhin in diesem Ausmass erwerbstätig 

geblieben. In ca. zwei Jahren (im August 2010), wenn die Tochter auch in den 

Kindergarten kommen werde, hätte sie dann (ohne Gesundheitsschaden) ihr Pensum 

auf 80 % aufstocken wollen. Sie habe immer gern gearbeitet und sich gern 

weitergebildet. Ihr Wunsch und Ziel wäre gewesen, an der Dentalassistentinnen-Schule 

zu unterrichten. Die Abklärungsperson ermittelte im Haushalt eine Einschränkung um 

knapp 54 %. Die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei noch zu klären. - Die 

Versicherte sandte den Bericht mit handschriftlich vermerkten Änderungen zurück. Sie 

erklärte, sie habe zu 80 % schlechte Phasen und sie würde ohne Behinderung zu 80 % 

und in zwei Jahren zu 100 % arbeiten, und zwar weil sie ihre Arbeit gern gemacht 

habe, aus finanziellen Gründen und um ihrer selbst willen. Das habe sie auch so 

gesagt.

A.k   Dr. med. E.___, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, und F.___, Facharzt für 

Rheumatologie und Innere Medizin FMH, gaben in ihrer interdisziplinären 

gutachterlichen Beurteilung vom 1./3. Oktober 2008 (act. 58-14 f.) bekannt, die 

Versicherte sei in ihrer angestammten Tätigkeit als Dentalassistentin zu 30 %, in einer 

umschriebenen angepassten Tätigkeit zu 50 % ("höheres Zeitpensum, reduzierte 

Leistung") und im Haushalt zu 65 % arbeitsfähig. Eine angepasste Tätigkeit beinhalte 

eine einfache Aufgabenstellung, keine Mehrfachbelastung, keine 

Planungsverantwortung, keinen Zeitdruck, eine freie Zeiteinteilung, vermehrte Pausen 

und keine Arbeit in kniender Körperposition, mit häufigem Treppensteigen oder 

wiederholtem Krafteinsatz im rechten Arm und der rechten Schulter und sie sei leicht 

bis mittelschwer mit maximalen Gewichtsbelastungen von 15 kg. Rheumatologisch 

betrachtet bestünden eine mässiggradige Periarthropathia humeroscapularis rechts, 

eine Chondropathia patellae beidseits, rechtsbetont, und neuropathische 

Narbenschmerzen im Bereich der frontoparietalen Narbe. Die Arbeitsfähigkeit sei 

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dadurch nicht eingeschränkt. Neurologisch-psychiatrisch gesehen lägen eine 

traumatische Hirnverletzung, eine posttraumatische Belastungsstörung, ein atypischer 

Halbseitenkopfschmerz rechts und ein schädlicher Gebrauch von Analgetika vor.

A.l     Der RAD beurteilte das Gutachten am 1. Dezember 2008 (act. 65) als schlüssig 

und nachvollziehbar. - Gleichentags wurde ein Auftrag an die IV-

Eingliederungsberatung gegeben. Am 9. Februar 2009 sandte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten einen 

Fragebogen, unter anderem betreffend allfällige Arbeitsbemühungen und die 

Eingliederungsbereitschaft, zu.

A.m Der Rechtsvertreter der Versicherten reichte am 6. März 2009 (act. 72) einen 

ärztlichen Bericht von Dr. D.___ vom 27. Februar 2009 (act. 73) ein, wonach eine 

Berufsberatung als adäquate Lösung für die berufliche Zukunft zu betrachten sei. 

Infolge der Empfehlung der IV-Stelle, sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum 

(RAV) zu melden und entsprechende Arbeit zu suchen, sei die Versicherte zusätzlich in 

grosse psychische Bedrängnis geraten.

A.n   Die Versicherte beantwortete die Fragen im Formular nicht, vermerkte darin aber 

am 18. März 2009 (act. 74), sie habe eine Ausbildung mit gutem Abschluss gemacht 

und übe ihren Beruf gern aus. Für sie komme ihr Beruf oder eine Umschulung in Frage. 

Ihr Rechtsvertreter reichte am 19. März 2009 nebst dem Fragebogen unter anderem 

auch ein Arbeitszeugnis des Zahnarztes ein, in dessen Praxis sie die Lehre absolviert 

hatte und noch bis März 2002 befristet angestellt gewesen war.

A.o   Im Schlussbericht der beruflichen Eingliederung vom 18. Mai 2009 (act. 79) wurde 

angegeben, die Versicherte halte ihre Befindlichkeit nach wie vor für sehr schlecht. Sie 

habe Mühe, den Haushalt zu führen, verlasse die Wohnung nur in Begleitung und 

könne sich eine berufliche Eingliederung nicht vorstellen. Unter fremden Menschen zu 

sein oder regelmässig einer bestimmten Arbeitsstruktur nachgehen zu müssen, setze 

sie massiv unter Druck. Die Versicherte sei damit einverstanden, die 

Eingliederungsbemühungen abzuschliessen.

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A.p   Die Versicherte liess am 25. August 2009 (act. 84) mitteilen, sie sei mit dem 

Abschluss der beruflichen Massnahmen nicht einverstanden. Sie fühle sich nicht 

subjektiv arbeitsunfähig. Auch Dr. D.___ befürworte die Fortsetzung der 

Eingliederungsbemühungen. 

A.q   Auf Anfrage vom 12. August 2009 (act. 83) nach dem hypothetischen aktuellen 

AHV-beitragspflichtigen Lohn der Versicherten und deren normaler Arbeitszeit (bei 

100 %- und 50 %-Pensum) reichte der ehemalige Lehrmeister der Versicherten am 

28. August 2009 (Eingangsdatum, act. 85) die Richtlinien der Schweizerischen 

Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) für die Saläre der zahnmedizinischen Assistentinnen, 

Dentalassistentinnen, Lernenden, Assistenzzahnärztinnen und Dentalhygienikerinnen 

vom 1. Januar 2009 ein. Seine Praxis entlöhne das Personal gemäss diesen Vorgaben. 

Angaben zur Arbeitszeit machte er keine.

A.r    Nach einer Erkundigung beim RAD wurde am 30. September 2009 erneut die 

Eingliederungsberatung beigezogen (act. 90). Eine berufliche Abklärung - geplant vom 

4. Januar 2010 bis 2. April 2010 - wurde im Verlauf in der Präsenzzeit verkürzt (drei 

statt vier Stunden pro Tag) und schliesslich am 1. Februar 2010 abgebrochen. Nach 

Angaben der Versicherten hätten sich die Schmerzen massiv verstärkt, so dass sie 

nachmittags keine Kraftreserven für die Kinder und den Haushalt mehr mobilisieren 

könne. Ausserdem habe sich auch ihr psychischer Zustand verschlechtert (act. 102). 

Die Projektleiterin/Betreuungsperson hatte im Abklärungsbericht 

Verzahnungsprogramm vom 1. Februar 2010 (act. 103) unter anderem berichtet, die 

Versicherte sei sehr willig und motiviert gewesen. Sie habe zunächst morgens vier 

Stunden gearbeitet, sich aber schon nach zwei Tagen so verausgabt gehabt, dass sie 

am dritten Tag um 11.00 Uhr habe nach Hause gehen müssen. Sie habe sehr gute 

Qualität geliefert und unbedingt ihr Bestes geben wollen. Es sei dann vereinbart 

worden, dass sie den Einsatz auf drei Stunden pro Tag reduziere und die Arbeit so 

einteile, dass sie die Haushaltarbeiten nicht vernachlässigen müsse.

A.s   Mit Vorbescheid vom 4. März 2010 (act. 113 f.) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten die Abweisung des Gesuchs um 

berufliche Massnahmen in Aussicht. Solche Massnahmen seien nicht möglich, da sie 

sich aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht in der Lage fühle, einer 

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Erwerbstätigkeit nachzugehen. Betreffend Rente ergehe später eine separate 

Verfügung.

A.t    Die Versicherte liess am 11. März 2010 (act. 115) einwenden, die berufliche 

Massnahme sei nicht abgebrochen worden, weil sie sich subjektiv nicht dazu in der 

Lage gefühlt habe, sondern weil sie nicht eingliederungsfähig sei. Dem 

Abklärungsbericht vom 1. Februar 2010 sei zu entnehmen, dass sie sehr willig und 

motiviert gewesen sei und gute Arbeitsqualität geleistet habe und dass die Abklärung 

aufgrund einer Erschöpfung und Überforderung beendet worden sei. In einem 

ärztlichen Bericht der Klinik X.___ vom 1. Februar 2010 sei festgehalten worden, dass 

sie mit einem Pensum von drei Stunden pro Tag noch überfordert sei. Die berufliche 

Massnahme sei daher in einer den Einschränkungen Rechnung tragenden Form bzw. 

entsprechendem Pensum weiterzuführen. - Die Klinik X.___ hatte der 

Unfallversicherung am 1. Februar 2010 (act. 117) unter anderem berichtet, aus 

neuropsychologischer Sicht sei die Versicherte momentan nicht in der Lage, im 

angestammten Beruf zu arbeiten. Genaue Angaben zu den Arbeitsbereichen und der 

Arbeitsfähigkeit in Prozenten könne die spezialisierte Abklärungsstelle machen. Die 

Versicherte befinde sich seit dem 8. September 2009 in ambulanter 

neuropsychologischer Behandlung. Die einmal wöchentlich geplanten Termine seien 

aber aufgrund einiger Krankheitsausfälle nicht kontinuierlich durchgeführt worden. Im 

Januar 2009 habe die Versicherte den Arbeitsversuch begonnen. Die Arbeit habe ihr 

grosse Freude gemacht, doch habe sie sich auch verstärkt mit ihren Defiziten 

konfrontiert gesehen. Wegen ihres Wunsches, mit anderen Beschäftigten mithalten zu 

können, und des eigenen Anspruchs, höhere Stückzahlen zu erreichen, habe innert 

kurzer Zeit die Schmerzproblematik deutlich zugenommen. Das habe auch nach der 

Reduktion der täglichen Arbeitszeit um eine Stunde angehalten. Erschwerend sei 

hinzugekommen, dass die Versicherte durch die Arbeit unter Zeitdruck bei der 

Ausführung ihrer alltäglichen Tätigkeiten zu Hause gekommen sei. Insgesamt habe sich 

der psycho-emotionale und physische Zustand seit dem Arbeitsversuch deutlich 

verschlechtert. Es sei zu mehr Selbstzweifeln und einem Verlust des Selbstwertgefühls 

gekommen.

A.u   Der RAD hielt am 8. April 2010 (act. 123) dafür, die zumutbare Arbeitsfähigkeit sei 

medizinisch zu beurteilen. Hierfür sei das Gutachten massgeblich. Weder aus dem 

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Schreiben der Neuropsychologin der Klinik X.___ noch aus dem Bericht der beruflichen 

Abklärungsstelle könne eine andere Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden.

A.v   Mit Vorbescheid vom 7. Mai 2010 (act. 128 f.) kündigte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle an, der Versicherten bei verspäteter Anmeldung ab 

1. März 2006 bei einem Invaliditätsgrad von 41 % (80 % Anteil Erwerbstätigkeit mit 

43 % Einschränkung; 20 % Anteil Haushalt mit 35 % Einschränkung) eine Viertelsrente 

zuzusprechen.

A.w Am 7. Mai 2010 (act. 130) verfügte sie die Abweisung des Gesuchs der 

Versicherten um berufliche Massnahmen. Solche Massnahmen seien nicht möglich. Die 

Versicherte sei in einer adaptierten Tätigkeit zu 50 % arbeitsfähig. Nach ihren Angaben 

sei sie mit einem Pensum von drei Stunden pro Tag überfordert, ohne dass aber die 

eingereichten Unterlagen neue medizinisch objektivierbare wesentliche Änderungen 

der Befunde oder Symptome enthielten. Von einem erheblich veränderten 

Gesundheitszustand könne nicht ausgegangen werden. 

A.x   Am 9. Juni 2010 (act. 133) liess die Versicherte gegen den Rentenvorbescheid 

einwenden, im Erwerbsbereich sei die IV-Stelle von einem deutlich zu niedrigen 

Valideneinkommen ausgegangen. Sie würde sich zur Zeit des Erlasses der Verfügung 

selbst bei Berücksichtigung eines Pensums von lediglich 80 % im achten Berufsjahr 

befinden und ein Valideneinkommen von Fr. 61'750.-- verdienen (Durchschnitt 

zwischen Minimal- und Maximalwert gemäss Richtlinien für die Saläre der SSO von 

Fr. 4'750.--, bei 13 Monatslöhnen und vollem Pensum). Das reduzierte Arbeitspensum 

sei erst im Rahmen der Berechnung des Teilinvaliditätsgrades zu berücksichtigen, 

andernfalls müsste auch das Invalideneinkommen entsprechend angepasst werden. Im 

Vergleich zum Invalideneinkommen von Fr. 23'116.-- ergebe sich eine Einschränkung 

von 62.5 % und ein Teilinvaliditätsgrad im Erwerbsbereich von 50 %. Zusammen mit 

dem Teilinvaliditätsgrad von 7 % aus dem Anteil des Haushalts resultiere so ein 

Invaliditätsgrad von 57 % und die Versicherte habe mindestens Anspruch auf eine 

halbe Rente. Sie beantrage ferner, einen Abzug vom Tabellenlohn von 20 % 

vorzunehmen, weil sie aufgrund ihres Alters kaum über berufliche Erfahrungen verfüge 

und aufgrund der verbleibenden Resterwerbsfähigkeit kaum mehr eine adäquate Stelle 

finden werde. Mit einem Invalideneinkommen von Fr. 20'547.-- ergebe sich ein 

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Gesamtinvaliditätsgrad von 61 % und Anspruch auf eine Dreiviertelsrente. Dem 

Abklärungsbericht lasse sich entnehmen, dass sie nur noch in der Lage sei, täglich 

während maximal drei Stunden mit zusätzlichen vermehrten Pausen eine 

leidensangepasste Tätigkeit auszuüben. Sie sei auch da lediglich noch zu 30 % 

arbeitsfähig. Eine Arbeitsfähigkeit von 50 % sei vor diesem Hintergrund nicht 

nachvollziehbar. Allenfalls seien zusätzliche medizinische Abklärungen 

(rheumatologisch, neurologisch, neuropsychologisch, ophthalmologisch und 

psychiatrisch) durchzuführen. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 30 % stelle sich das 

Invalideneinkommen auf Fr. 12'328.--, die Einschränkung auf 80 %, der 

Teilinvaliditätsgrad auf 64 % und der Gesamtinvaliditätsgrad auf 71 %. Es bestehe 

diesfalls Anspruch auf eine ganze Rente, zusammenfassend auf eine höhere - 

zumindest auf eine halbe - Rente.

A.y   Mit Verfügung vom 26. August 2010 (act. 137) sprach die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle der Versicherten ab 1. März 2006 eine Viertelsrente 

bei einem Invaliditätsgrad von 41 % zu.

B.       

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Simon Krauter für die 

Betroffene am 29. September 2010 erhobene Beschwerde. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei 

der Beschwerdeführerin eine Dreiviertelsrente, mindestens aber eine halbe Rente 

gemäss IVG zuzusprechen, eventualiter sei die Streitsache zur ergänzenden 

Sachverhaltsermittlung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Die 

Beschwerdeführerin sei damit einverstanden, dass sie mit einer Aufteilung in einen 

Erwerbsbereich von 80 % und einen Aufgabenbereich von 20 % eingestuft werde und 

dass im Haushaltbereich eine Einschränkung von 35 % vorliege. Das 

Valideneinkommen der Beschwerdeführerin, die eine dreijährige Lehre mit der 

Gesamtnote 5.0 abgeschlossen habe, mache gemäss den Richtlinien der SSO bei 

80 % Fr. 49'400.-- aus. Bei einem Invalideneinkommen von Fr. 23'116.-- ergebe sich 

ein Teilinvaliditätsgrad von gerundet 45 % und ein Gesamtinvaliditätsgrad von 52 %. 

Mit einem Abzug von 20 % erhöhe sich der Invaliditätsgrad auf 54 %, bei einer 

Arbeitsfähigkeit von nur 30 % in adaptierter Tätigkeit und diesem Abzug auf 67 %. 

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Selbst bei einem Abzug von lediglich 10 % und einer Arbeitsfähigkeit von 30 % ergebe 

sich ein Invaliditätsgrad von 65 %. Die Beschwerdeführerin habe somit Anspruch auf 

eine Dreiviertelsrente, mindestens aber auf eine halbe Rente, oder es seien weitere 

medizinische und berufliche Abklärungen durchzuführen. 

C.       

In ihrer Beschwerdeantwort vom 22. November 2010 beantragt die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Die von der Beschwerdeführerin 

nicht beanstandeten Punkte anders zu beurteilen, dafür bestehe für das Gericht kein 

Anlass. Die Beschwerdeführerin habe den Unfall vor mehr als sechs Jahren erlitten. In 

den medizinischen Akten sei bestätigt worden, dass die Unfallfolgen sicherlich 

spätestens zwei Jahre nach dem Unfall abgeheilt seien bzw. dass spätestens dann ein 

Endzustand erreicht worden sei. Auch die Folgen der Kopfverletzung hätten sich nicht 

mehr verändert. Die behandelnde Neuropsychologin spreche zwar von 

Verschlechterungen, doch seien keine neuen Diagnosen dazugekommen. Eine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung habe sie nicht abgegeben. Dass die berufliche Massnahme 

nicht auf Wunsch der Beschwerdeführerin, sondern infolge der Zunahme der 

Beschwerden abgebrochen worden sei, lasse sich den Akten entnehmen. 

Entscheidend sei jedoch, dass eine Arbeitsleistung in einer zusammenhängenden 

Arbeitszeit von vier Stunden am Vormittag gemäss der gutachterlichen und RAD-

Einschätzung (die eine 50-prozentige Leistung in einem längeren Zeitraum mit 

vermehrten Pausen als zumutbar bezeichnet habe) gar nicht habe erwartet werden 

können. Unterlagen, die eine Verschlechterung des Gesundheitszustands 

dokumentieren würden, seien nicht beigebracht worden. Es könne auf die Erkenntnisse 

der Gutachten und die RAD-Stellungnahme abgestellt werden. Die Beschwerdeführerin 

habe im Oktober 2003 zu arbeiten begonnen und sei danach bis zur Aussteuerung am 

4. Februar 2004 arbeitslos gewesen. Im August 2010 wäre sie erst im sechsten 

Dienstjahr (7 Jahre à 80 %) gewesen und hätte durchschnittlich Fr. 4'529.-- monatlich 

verdient. Das ergäbe ein Valideneinkommen von Fr. 47'102.--. Dem 

Invalideneinkommen von Fr. 23'116.-- gegenübergestellt, resultierte im Erwerbsbereich 

eine Invalidität von 51 % und gewichtet eine solche von 41 %. Zusammen mit der 

Invalidität im Haushalt von 7 % ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von 48 %. Bloss 

theoretischen Aufstiegsmöglichkeiten könne nicht Rechnung getragen werden. Die 

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SSO-Richtlinien würden verschiedene Lohnmodelle vorsehen und nur Richtlinien 

darstellen. Dass die Beschwerdeführerin tatsächlich bei einem Zahnarzt gearbeitet 

hätte, der sich vollumfänglich an diese Richtlinien gehalten hätte, sei sehr fraglich. Da 

es sich bei den verwendeten Tabellenlöhnen um solche für einfache und repetitive 

Aufgaben handle, bei denen keine Berufskenntnisse vorausgesetzt seien, sei das 

Manko an Berufserfahrung bereits berücksichtigt. Dass die Verwertung der 

Restarbeitsfähigkeit pensumbedingt nicht möglich sein solle, sei bei einer Anstellung zu 

50 % nicht plausibel. Der gewährte Abzug von 10 % sei korrekt. 

D.       

Mit Replik vom 13. Dezember 2010 hält der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 

daran fest, dass aufgrund der im Rahmen der beruflichen Integration erreichten 

Präsenzzeit von einer Arbeitsfähigkeit in angepassten Tätigkeiten von 30 % 

auszugehen sei. Dass sie zu 50 % arbeitsfähig sei solle, sei aufgrund der Akten und 

insbesondere des gescheiterten Arbeitsversuchs bzw. der abgebrochenen beruflichen 

Integrationsmassnahme nicht nachvollziehbar. Auch der höhere Abzug werde weiterhin 

geltend gemacht. Das Valideneinkommen hätte ferner wie dargelegt Fr. 49'400.-- 

betragen.

E.        

Die Beschwerdegegnerin hält am 21. Dezember 2010 an ihrem Antrag fest und 

verzichtet im Übrigen auf die Erstattung einer Duplik.

Erwägungen:

1.        

1.1    Am 1. Januar 2008 ist die 5. IV-Revision in Kraft getreten. Die 

Beschwerdegegnerin hat die angefochtene Verfügung am 26. August 2010, also unter 

der Geltung des Rechts dieser Revision, erlassen. Zu beurteilen ist der Sachverhalt, wie 

er sich bis zum Zeitpunkt des Erlasses dieser Verfügung entwickelt hat. Dieser 

Sachverhalt reicht in eine Zeit vor Inkrafttreten der 5. IV-Revision zurück. Soll auf 

bestimmte Sachverhalte nicht neues Recht Anwendung finden, sondern das 

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aufgehobene Recht massgebend bleiben, muss eine geltende Norm die 

Weiteranwendbarkeit aufgehobenen Rechts für bestimmte Sachverhalte anordnen. Die 

5. IV-Revision enthält keine die Rente betreffende übergangsrechtliche Bestimmung. 

Das Bundesamt für Sozialversicherungen unterstellt aber zu Recht eine 

ausfüllungsbedürftige Lücke (vgl. das Rundschreiben Nr. 253 vom 12. Dezember 2007). 

Die Definition der Sachverhalte, auf die noch altes Recht anwendbar sein soll, sollte 

durch ein materiell-rechtliches, unbeeinflussbares Merkmal erfolgen. In Frage kommen 

der Zeitpunkt der Entstehung des Auszahlungsanspruchs oder der Eintritt des 

Versicherungsfalls, beide definiert nach dem alten, ausser Kraft getretenen Recht (zum 

Ganzen im Detail der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen i/S 

M. vom 28. Oktober 2009, IV 2009/5). Bezüglich des Rentenbeginns sind deshalb 

vorliegend angesichts der IV-Anmeldung von 2007 und des Eintritts der 

Arbeitsunfähigkeit 2004 die bis zum 31. Dezember 2007 gültig gewesenen 

Bestimmungen (im Folgenden angeführt) anzuwenden. Für die Invaliditätsbemessung 

hat sich indessen materiell keine Änderung der Rechtslage ergeben. 

1.2    Mit der angefochtenen Verfügung hat die Beschwerdegegnerin der 

Beschwerdeführerin ab 1. März 2006 eine Viertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von 

41 % zugesprochen. Weitere berufliche Massnahmen wurden am 7. Mai 2010 formell 

rechtskräftig abgelehnt. Streitig ist der Rentenanspruch. 

2.      

2.1    Nach Art. 28 Abs. 1 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, 

wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, 

wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2    Die Beschwerdegegnerin hat die Invalidität anhand der gemischten Methode mit 

einer Aufteilung in 80 % Erwerbstätigkeit und 20 % Haushaltstätigkeit bemessen, was 

die Beschwerdeführerin als korrekt anerkannt hat. Sie war gemäss IK-Auszug bei der 

Geburt des ersten Kindes arbeitslos gewesen. Von Oktober 2003 bis Januar 2004 

(Beendigung wegen Praxisaufhebung) hatte sie eine (wohl: Teilzeit-) Anstellung 

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innegehabt, hernach bis zum Unfall keine nennenswerte Beschäftigung mehr, was wohl 

wiederum auf Arbeitslosigkeit zurückzuführen war. Das zweite Kind ist erst nach dem 

Unfall geboren worden. Dass die Beschwerdegegnerin auf die Darstellung der 

Beschwerdeführerin abgestellt hat, ohne Gesundheitsschaden hätte sie im Umfang von 

80 % eine Erwerbstätigkeit ausüben wollen, ist nicht zu beanstanden, erscheint sie 

doch nicht unplausibel.

3.        

3.1    Für die Invaliditätsbemessung sind zunächst die medizinischen Vorbedingungen 

von Bedeutung. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beschreiben und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind in 

der Folge eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261 E. 4; ZAK 1982 S. 34). Ob die versicherte Person eine ihr zumutbare Tätigkeit auch 

tatsächlich ausübt, ist für die Invaliditätsbemessung hingegen unerheblich (Rz 3046 

des vom Bundesamt für Sozialversicherungen erlassenen Kreisschreibens über die 

Invalidität und Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung = KSIH).

3.2    Im Mai und Juni 2008 wurde der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 

einerseits rheumatologisch und anderseits neurologisch und psychiatrisch abgeklärt. 

Bei der interdisziplinären Beurteilung ergab sich gemäss dem Gutachten, dass für den 

bisherigen Beruf eine Arbeitsunfähigkeit von 70 %, für eine angepasste Tätigkeit eine 

solche von 50 % und für den Haushalt eine solche von 35 % vorliege, und zwar aus 

neurologisch-psychiatrischen Gründen. Es handle sich hauptsächlich zum einen um 

eine leicht bis mittelgradig ausgeprägte neurokognitive Beeinträchtigung und eine 

homonyme halbseitige Sehstörung nach rechts, zum andern psychiatrisch um eine 

mindestens mittelschwer ausgeprägte Störung der Affektivität, des Antriebs, des 

inhaltlichen Denkens, der inneren Einstellung zu den üblichen lebensimmanenten 

Gefahren und - von der somatischen Schädigung auch testpsychologisch nicht 

abzugrenzen - neurokognitiver Leistungen. Die gemeinsame Schlussfolgerung der 

Gutachter ist damit begründet und erscheint überzeugend. Sie basiert auf einer 

Kenntnisnahme von den Akten (insbesondere auch des Berichts über die 

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neuropsychologische Untersuchung am Kantonsspital St. Gallen vom Dezember 2006), 

der Erhebung der Anamnese und klinischen Untersuchungen. Die abweichende 

Beurteilung des behandelnden Arztes Dr. D.___, welcher aus psychiatrischer Sicht von 

voller Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin ausgeht, vermag im Beweiswert 

dagegen nicht anzukommen; im Februar 2009 hatte denn auch Dr. D.___ eine 

Berufsberatung befürwortet, um eine adäquate Lösung für die berufliche Zukunft der 

Beschwerdeführerin zu finden. Für die Zeit der Begutachtung kann auf deren Ergebnis 

abgestellt werden.

3.3    Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus dem gescheiterten Arbeitsversuch. Die 

Beschwerdeführerin leitet daraus ab, dass ihre Arbeitsfähigkeit in angepasster Arbeit 

nicht 50 %, sondern lediglich 30 % betrage. Die Massnahme begann am 4. Januar 

2010. Dem Abklärungsbericht Verzahnungsprogramm lässt sich entnehmen, dass die 

Beschwerdeführerin zunächst von 08.00 bis 12.00 Uhr beschäftigt war. Schon am 

dritten Tag habe sie um 11.00 Uhr nach Hause gehen müssen. Ab 21. Januar 2010 sei 

der tägliche Einsatz auf drei Stunden pro Tag reduziert und vereinbart worden, dass die 

Leistung so eingeteilt werde, dass die Beschwerdeführerin die Haushaltarbeiten nicht 

vernachlässigen müsse. Am 1. Februar 2010 sei die Abklärung abgebrochen worden. - 

Medizinisch war eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ("höheres Zeitpensum, reduzierte 

Leistung") als zumutbar betrachtet worden. Ausserdem war auf die erforderliche 

Möglichkeit freier Zeiteinteilung und vermehrter Pausen hingewiesen worden. Das 

bedeutet, dass die Beschwerdeführerin ihre Arbeitsleistung in einer längeren als der 

halben üblichen Arbeitszeit pro Tag erbringen soll, dass diese Leistung aber pro 

Zeiteinheit reduziert ist. Wie hoch das für eine Leistung von 50 % erforderliche zeitliche 

Pensum ist, wird zwar im Gutachten nicht festgelegt. Es ist aber festzuhalten, dass 

jedenfalls die Leistung pro Zeiteinheit (in jeder Zeiteinheit) eingeschränkt ist. Die 

Beschwerdeführerin hatte demnach zunächst eine Arbeitsleistung (von knapp 50 % 

ohne wesentlichen Unterbruch) zu erbringen, welche ihre zumutbare Arbeitsfähigkeit 

für die Erwerbstätigkeit überstieg, und später eine solche, welche diese zumindest voll 

ausschöpfte. Dass ein unvermittelter Einstieg unter diesen Umständen nach der 

längeren Zeit, während der sie sich voll den Kindern und dem Haushalt gewidmet 

hatte, nicht gelang, gibt nicht Anlass, die medizinische Arbeitsfähigkeitsschätzung der 

Gutachter umzustossen oder von einer wesentlichen Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes auszugehen.

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4.      

4.1    Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist nach der Rechtsprechung 

entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt - für die 

Vornahme des Einkommensvergleichs ist grundsätzlich auf die Gegebenheiten im 

Zeitpunkt des allfälligen Rentenbeginns abzustellen (BGE 129 V 222), vorliegend also 

auf jene im Jahr 2005 - nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

als Gesunde verdienen würde. Es ist daher in der Regel vom letzten Lohn, welchen die 

versicherte Person vor Eintritt der Gesundheitsschädigung erzielt hat, auszugehen 

(Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S S. vom 16. Mai 2001 [I 

42/01], mit Hinweisen auf RKUV 1993 Nr. U 168 S. 100 E. 3b, ZAK 1980 S. 593). 

4.2    Gemäss Lohnausweis (act. 121-2) betrug der Monatslohn der 

Beschwerdeführerin im Jahr 2002 Fr. 3'650.--. Dieser Betrag fand als versicherter 

Verdienst in der Arbeitslosenversicherung (act. 106-1) Berücksichtigung. Es kann 

angenommen werden, dass er bei einem vollen Pensum der damals im ersten 

Berufsjahr stehenden Beschwerdeführerin erwirtschaftet wurde (vgl. auch das 

Lohnniveau der SSO-Richtlinien 2009). Pro Jahr kann somit von einem Einkommen von 

Fr. 43'800.-- ausgegangen werden (vgl. sieben Jahre später, das heisst nach den 

Tabellen 2009, machte der Durchschnittslohn im ersten Berufsjahr Fr. 48'841.-- aus). 

Um die Nominallohnentwicklung bis ins Jahr des Einkommensvergleichs, nämlich 2005 

(Ablauf der Wartezeit im August 2005), gemäss T1.39 der Lohnentwicklung 2009 des 

Bundesamtes für Statistik angepasst, ergibt sich ein Einkommen von Fr. 45'516.--. Wie 

sich aus dem IK-Auszug ergibt, hatte die Beschwerdeführerin bis zum Zeitpunkt des 

Unfalls etwas mehr als ein Berufsjahr erfüllt, wäre demnach bei entsprechender 

Erwerbstätigkeit 2005 im dritten Berufsjahr gewesen. Vom ersten zum dritten 

Berufsjahr zeigen die SSO-Richtlinien 2009 eine Einkommenserhöhung um 8.5 %. Wird 

angenommen, die Berufserfahrung sei auch in früheren Jahren im Verhältnis mit dem 

gleichen Faktor berücksichtigt worden, so wäre mit einer Lohnsteigerung auf 

Fr. 49'385.-- im Jahr 2005 zu rechnen gewesen. Diese Grösse erscheint plausibel, 

beträgt doch im Jahr 2009 der Durchschnitt von Minimum und Maximum der Löhne 

gemäss den SSO-Richtlinien im dritten Berufsjahr Fr. 52'968.50 (13mal Fr. 4'074.50). 

Es kann somit von einem Einkommen der Beschwerdeführerin bei 100 % 

Beschäftigung von Fr. 49'385.-- im Jahr 2005 ausgegangen werden.

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4.3    Nach der gemischten Methode der Invaliditätsbemessung, wie sie das 

Bundesgericht (vom hiesigen Gericht kritisiert) anwendet (wonach das 

Valideneinkommen nach Massgabe der ohne Gesundheitsschaden ausgeübten 

Teilerwerbstätigkeit festzulegen ist, BGE 131 V 51, und nicht etwa wie das 

Invalideneinkommen nach Massgabe eines Vollzeitpensums, vgl. auch 

Bundesgerichtsentscheid vom 29. September 2010, 8C_538/10), ist das 

Valideneinkommen somit auf Fr. 39'508.-- (bei 80 % Beschäftigung) festzulegen.

5.        

5.1    Nach gutachterlicher Einschätzung ist die Beschwerdeführerin bei der Arbeit 

darauf angewiesen, dass es sich um eine körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit 

(mit maximalen Gewichtsbelastungen von 15 kg) mit einfacher Aufgabenstellung, ohne 

Mehrfachbelastung, Planungsverantwortung oder Zeitdruck handelt, dass eine freie 

Zeiteinteilung und vermehrte Pausen möglich sind, und dass keine Arbeit in kniender 

Körperposition, mit häufigem Treppensteigen oder wiederholtem Krafteinsatz im 

rechten Arm und der rechten Schulter erforderlich ist. - Für die Frage der 

Verwertbarkeit einer Restarbeitsfähigkeit ist nicht darauf abzustellen, ob eine 

versicherte Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich vermittelt 

werden kann, sondern einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene 

Arbeitskraft noch wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem 

Angebot an Arbeitskräften entsprächen (AHI 1998 S. 291 E. 3b). Es wird von einer 

ausgeglichenen Arbeitsmarktlage ausgegangen (vgl. Art. 16 ATSG). Der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt (eine Fiktion, vgl. BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein hypothetischen 

Charakter und dient dazu, die Risiken Arbeitslosigkeit und Invalidität voneinander 

abzugrenzen (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S C. vom 

16. Juli 2003, I 758/02; BGE 110 V 276 E. 4b). Ein solcher Arbeitsmarkt beinhaltet von 

seiner Struktur her sowohl bezüglich der beruflichen und intellektuellen 

Voraussetzungen als auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes einen Fächer 

verschiedenartiger Stellen (Entscheide des Bundesgerichts i/S K. vom 6. Mai 2008, 

8C_319/2007, und i/S L. vom 11. Juni 2007, I 402/06; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). 

Allerdings dürfen keine realitätsfremden Einsatzmöglichkeiten berücksichtigt werden. 

Insbesondere kann von einer zumutbaren Tätigkeit im Sinne von Art. 16 ATSG dort 

nicht gesprochen werden, wo sie nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie 

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der allgemeine Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder dass sie nur unter nicht 

realistischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre 

und das Finden einer entsprechenden Stelle deshalb von vornherein als 

ausgeschlossen erscheint (Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts i/S 

S. vom 5. September 2006, I 447/06; ZAK 1991 S. 320 f. E. 3b). Die gutachterlich 

umschriebenen Voraussetzungen für die Beschwerdeführerin sind nicht als so 

einschränkend zu betrachten, dass mit Arbeitsmöglichkeiten auf einem ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt nicht gerechnet werden dürfte.

5.2    Für das Invalideneinkommen ist primär von der beruflich-erwerblichen Situation 

auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der 

Invalidität - wie die Beschwerdeführerin - keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aus, so können nach der Rechtsprechung statistische 

Werte (Tabellenlöhne) beigezogen werden (BGE 129 V 472 E. 4.2.1, 

Bundesgerichtsentscheid i/S C. vom 19. Juni 2008, 9C_81/2008). Gemäss der IVG-

Textausgabe der Informationsstelle AHV/IV machte der Durchschnittslohn von Frauen 

für einfache und repetitive Tätigkeiten im Jahr 2005 (unter Berücksichtigung der 

massgeblichen betriebsüblichen Arbeitszeit) Fr. 49'120.-- aus. 

5.3    Nach der Rechtsprechung werden die Tabellenlöhne gekürzt, wenn Versicherte, 

die in ihrer letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten, nach Eintritt des 

Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nur beschränkt einsatzfähig sind, 

wenn sie - unabhängig von der früher ausgeübten Tätigkeit - als gesundheitlich 

Beeinträchtigte im Rahmen leichter Hilfsarbeitertätigkeiten nicht mehr voll 

leistungsfähig sind oder wenn weitere persönliche und berufliche Merkmale wie Alter, 

Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben. Der Abzug ist unter 

Würdigung der Umstände im Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu 

schätzen und auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen (vgl. BGE 126 V 75). Der 

Abzug dient insbesondere auch der Korrektur der Einkommensgrössen, welche der 

Statistik entnommen werden, aus dem Grund, dass jene Zahlen von gesunden 

Arbeitskräften erhoben werden. Auch bei leichter Arbeit sind ferner bei der 

Beschwerdeführerin in verschiedener Hinsicht Belastungsgrenzen zu beachten. Sie 

bedarf für die Erbringung einer Leistung von 50 % ausserdem einer längeren Präsenz 

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am Arbeitsplatz. Es kann dahingestellt bleiben, ob sich ein Abzug von 20 % (anstelle 

des von der Beschwerdegegnerin berücksichtigten Abzugs von 10 %) rechtfertige, 

denn ein Invaliditätsgrad, welcher eine höhere Rente bedeutete, wird nicht erreicht, wie 

darzulegen sein wird. Bei Berücksichtigung eines Abzugs von 20 % und der 

Arbeitsfähigkeit von 50 % reduzierte sich das tabellarisch erhobene Einkommen auf 

Fr. 19'648.-- (Fr. 49'120.-- x 0.8 x 0.5). Bei einem Valideneinkommen von Fr. 39'508.-- 

ergäben sich somit eine Einschränkung im Erwerbsbereich von rund 50 % und ein 

Teilinvaliditätsgrad von 40 %. Zusammen mit dem Teilinvaliditätsgrad aus dem 

Haushaltbereich von 7 %, wie er sich aus der medizinisch zumutbaren Einschränkung 

von 35 % ergibt und worauf abgestellt werden kann, machte der Invaliditätsgrad 

diesfalls 47 % aus. Bei einem Abzug von 10 % stellt sich das Invalideneinkommen auf 

Fr. 22'104.-- (Fr. 49'120.-- x 0.9 x 0.5), was im Vergleich zu Fr. 39'508.-- eine 

Einschränkung von 44 % und einen Teilinvaliditätsgrad von rund 35 % ergibt, so dass 

ein Invaliditätsgrad von insgesamt 42 % resultiert.

5.4    Es ist vorliegend zwar aufgrund der Arbeitsabklärung davon auszugehen, dass 

eine unvermeidliche, bedeutende leistungseinschränkende Wechselwirkung der 

Erwerbstätigkeit auf den Bereich der Haushalttätigkeit zu erwarten ist. Eine 

Wechselwirkung ist vom anteilsmässig bedeutenderen zum weniger bedeutenden 

Bereich zu berücksichtigen. Gesundheitliche Auswirkungen vom Erwerbs- in den 

Haushaltbereich können aber nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

(Bundesgerichtsentscheid i/S R. vom 30. November 2009, 8C_729/09 E. 4.4; BGE 134 

V 9) nur angenommen werden, wenn die verbleibende Arbeitsfähigkeit im erwerblichen 

Tätigkeitsbereich voll ausgenützt wird, d.h. der - für den Gesundheitsfall geltende - 

Erwerbsanteil die Arbeitsfähigkeit im Erwerbsbereich übersteigt oder mit dieser 

identisch ist. Gemäss dem Entscheid 8C_729/09 ist diese Regel offenbar so zu 

verstehen, dass die Berücksichtigung der Wechselwirkung ausser Betracht fällt, wenn 

die betroffene Versicherte tatsächlich keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgeht. Das ist 

vorliegend wohl der Fall. Damit bleibt es bei einem einen Anspruch auf eine 

Viertelsrente auslösenden Invaliditätsgrad (von 42 % oder 47 %, je nach Abzug).

5.5    Der Eintritt des Rentenfalls wird durch Art. 29 Abs. 1 IVG (wie erwähnt in der bis 

Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) geregelt. Der Rentenanspruch entsteht 

(abgesehen von der hier nicht anwendbaren lit. a) frühestens in dem Zeitpunkt, in dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/21

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die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (lit. b). 

Unter Arbeitsunfähigkeit im Sinne von Art. 29 Abs. 1 lit. b IVG ist die durch den 

Gesundheitsschaden bedingte qualitative und/oder quantitative Einbusse an 

funktionellem Leistungsvermögen im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zu 

verstehen (BGE 130 V 99 E. 3.2). - Nach dem Unfall bestand eine mehrmonatige (volle) 

Arbeitsunfähigkeit aus rheumatologischer Sicht (vgl. Gutachten, act. 59-9). Ab 

15. Januar 2005 lag allerdings gemäss Unfallversicherung (Taggeld, act. 39-4) offenbar 

wieder eine Arbeitsfähigkeit von 50 % vor. Es lässt sich annehmen, dass bei Ablauf des 

Wartejahres diesbezüglich eine weitgehende Restitution im Sinne der Angaben von Dr. 

C.___ vom 11. April 2007 eingetreten war, während aber neurologisch-psychiatrisch 

eine Einschränkung bestand, wie sie im Gutachten eingeschätzt wurde. Damit lag bei 

Ablauf der Wartezeit im August 2005 der oben errechnete Invaliditätsgrad vor.

5.6    Meldet sich ein Versicherter mehr als zwölf Monate nach Entstehen des 

Anspruchs an, so werden die Leistungen nach Art. 48 Abs. 2 IVG (wiederum in der bis 

Ende 2007 gültig gewesenen Fassung) in Abweichung von Art. 24 Abs. 1 ATSG 

lediglich für die zwölf der Anmeldung vorangehenden Monate ausgerichtet. Weitere 

Nachzahlungen werden erbracht, wenn der Versicherte den anspruchsbegründenden 

Sachverhalt nicht kennen konnte und die Anmeldung innert zwölf Monaten nach 

Kenntnisnahme vornimmt. - Die Beschwerdeführerin hat sich im Sinne von Art. 48 Abs. 

2 Satz 1 IVG verspätet angemeldet, so dass sie nur für die zwölf der Anmeldung vom 

März 2007 (Eingang bei der Zweigstelle; vgl. Entscheid des Eidgenössischen 

Versicherungsgerichts i/S M. vom 4. Mai 2005, I 793/04; vgl. Art. 65 Abs. 1 IVV) 

vorangehenden Monate einen Anspruch auf Auszahlung von Rentenleistungen hat.

5.7    Die angefochtene Verfügung ist somit nicht zu beanstanden.

6.      

6.1    Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

6.2    Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die 

Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/21

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Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als 

unterliegende Partei hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu bezahlen (vgl. 

Art. 95 Abs. 1 VRP). Diese sind ermessensweise auf Fr. 600.-- zu veranschlagen. Mit 

dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete Gerichtsgebühr 

getilgt.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Die Beschwerdeführerin bezahlt die Gerichtskosten von Fr. 600.-- unter 

Anrechnung des bezahlten Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.08.2011
	Art. 28 IVG. Würdigung der medizinischen Akten, insbesondere eines Gutachtens. Invaliditätsbemessung nach der gemischten Methode. Wechselwirkungen? Abzug? Verspätete Anmeldung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. August 2011, IV 2010/374).

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