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**Case Identifier:** 9ebc8154-a177-5acc-9ea6-0b27d3dbe4a7
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-27
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 27.08.2020 200 2020 355
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-355_2020-08-27.pdf

## Full Text

200 20 355 IV
SCI/LUB/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 27. August 2020

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schütz, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Lüthi

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 7. April 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2020, IV/20/355, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1978 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
gelernter …, meldete sich im Februar 2019 unter Hinweis auf "brennende 
Füsse" bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungs-
bezug an (Akten der IV [act. II] 1, 5). In der Folge nahm die IV-Stelle Bern 
(IVB bzw. Beschwerdegegnerin) erwerbliche sowie medizinische Abklärun-
gen vor, wobei sie insbesondere eine Untersuchung durch den Regionalen 
Ärztlichen Dienst (RAD) veranlasste (Untersuchungsbericht vom 4. Juli 
2019; act. II 52). Mit Vorbescheid vom 11. Oktober 2019 (act. II 59) stellte 
die IVB mangels eines invalidisierenden Gesundheitsschadens die Vernei-
nung eines Leistungsanspruchs in Aussicht. Nach erhobenem Einwand 
(act. II 65, 68) und Rücksprache mit dem RAD (act. II 73) verneinte sie mit 
Verfügung vom 7. April 2020 (act. II 74) entsprechend dem Vorbescheid 
einen Leistungsanspruch.

B.

Mit Eingabe vom 18. Mai 2020 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde. Er beantragte, die angefochtene 
Verfügung vom 7. April 2020 sei aufzuheben und es seien ihm berufliche 
Massnahmen im Sinne einer Umschulung zu gewähren. Eventualiter sei 
die Verfügung vom 7. April 2020 aufzuheben und es sei über die gesetzli-
chen Ansprüche nach Vornahme weiterer Abklärungen neu zu befinden.

Mit Zuschrift vom 11. Juni 2020 liess der Beschwerdeführer einen medizini-
schen Bericht vom 3. Juni 2020 zu den Akten reichen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2020 sowie in der Ergänzung zur 
Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2020 schloss die Beschwerdegegnerin 
auf Abweisung der Beschwerde.

Mit unaufgefordert eingereichter Stellungnahme vom 6. Juli 2020 beantrag-
te der Beschwerdeführer, in Ergänzung seines bereits gestellten Eventual-

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antrags, es seien weitere medizinische Abklärungen vorzunehmen, um der 
Frage nachzugehen, ob tatsächlich eine angepasste Tätigkeit noch in vol-
lem Umfang zumutbar sei.

Mit Stellungnahme vom 14. Juli 2020 hielt die Beschwerdegegnerin, ver-
weisend auf die Beschwerdeantwort vom 16. Juni 2020 und die Ergänzung 
zur Beschwerdeantwort vom 24. Juni 2020, am Antrag auf Abweisung der 
Beschwerde fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 7. April 2020 
(act. II 74). Streitig und zu prüfen ist einzig der Anspruch auf berufliche 

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Massnahmen, insbesondere auf eine Umschulung (vgl. Beschwerde S. 2 f. 
Ziff. I Ziff. 1 und 1.2).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnah-
men, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit oder 
die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustellen, 
zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den An-
spruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen unter anderem in Integrationsmassnahmen 
zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung und in Massnahmen be-
ruflicher Art (Art. 8 Abs. 3 lit. abis und b IVG). Zu den Massnahmen berufli-
cher Art gehören insbesondere Berufsberatung (Art. 15 IVG), erstmalige 
berufliche Ausbildung (Art. 16 IVG), Umschulung (Art. 17 IVG), Arbeitsver-
mittlung (Art. 18 IVG) und Kapitalhilfe (Art. 18d IVG).

2.3 Gemäss Art. 17 Abs. 1 IVG besteht Anspruch auf Umschulung auf 
eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidität not-
wendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich erhalten oder 

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verbessert werden kann. Als invalid im Sinne von Art. 17 IVG gilt, wer nicht 
hinreichend eingegliedert ist, weil der Gesundheitsschaden eine Art und 
Schwere erreicht hat, welche die Ausübung der bisherigen Erwerbstätigkeit 
ganz oder teilweise unzumutbar macht. Dabei muss der Invaliditätsgrad ein 
bestimmtes erhebliches Mass erreicht haben; nach der Rechtsprechung ist 
dies der Fall, wenn die versicherte Person in den ohne zusätzliche berufli-
che Ausbildung noch zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine bleibende oder 
längere Zeit dauernde Erwerbseinbusse von etwa 20 % erleidet, wobei es 
sich um einen blossen Richtwert handelt (BGE 130 V 488 E. 4.2 S. 490, 
124 V 108 E. 2b S. 110; SVR 2010 IV Nr. 24 S. 74 E. 4). Von der Erheb-
lichkeitsschwelle von 20 % ist jedoch namentlich bei jungen Versicherten 
mit entsprechend langer verbleibender Aktivitätsdauer abzuweichen, wenn 
es sich bei den ohne Umschulung zumutbaren angepassten Tätigkeiten um 
unqualifizierte Hilfsarbeiten handelt, die im Vergleich zur erlernten Tätigkeit 
qualitativ nicht als annähernd gleichwertig bezeichnet werden können (BGE 
124 V 108 E. 3b S. 111; SVR 2011 IV Nr. 51 S. 153 E. 3.1). Verfügt die 
versicherte Person aufgrund der bereits vorhandenen Ausbildung über 
Fähigkeiten, um in einer adaptierten Tätigkeit in etwa den bisherigen Ver-
dienst erzielen zu können, ist eine Umschulung nicht nötig (SVR 2016 IV 
Nr. 10 S. 31 E. 4.2).

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

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3.

3.1 Den Akten ist zum Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 
bzw. seiner Arbeits- und Leistungsfähigkeit – soweit entscheidwesentlich – 
das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, hielt 
im Überweisungsschreiben vom 25. April 2016 (act. II 16 S. 5 f.) ein chroni-
sches Brennen der Füsse sowie vermehrte Schweisssekretion fest (seit ca. 
20 Jahren, infolgedessen depressive Episode mit medikamentöser Thera-
pie und wiederholter "Auszeit", lokale Therapie mit Etiaxil ab 17. März 
2015, systematische Therapie mit Neurontin ab 17. April 2015).

3.1.2 Im Bericht vom 7. Juni 2016 (act. II 2) führte Dr. med. D.________, 
Facharzt für Neurologie, als Diagnose "Burning feet" unklarer Ätiologie auf. 
Elektrophysiologisch sei keine Polyneuropathie erfassbar oder zentrale 
Afferenzstörung erfasst. Eine Irritabilität der kleinen Nervenfasern sei mög-
lich (S. 2). Die durchgeführten Neurographien und die somato-sensibel 
evozierten Potentiale seien normal. Ein Korrelat der brennenden Füsse im 
Sinne einer Polyneuropathie oder einer zentralen sensiblen Afferenz-
störung finde sich daher nicht. Trotzdem scheine eine irritative Problematik 
wahrscheinlich, eine Dysfunktion der vegetativen Nervenfasern sei möglich 
aber kein Ausfall. Bei einer autonomen oder sogenannten "small fiber" Po-
lyneuropathie komme es zum Ausfall der Sudation und nicht zur Hypersu-
dation (S. 1 f.).

3.1.3 Am 27. Januar 2019 berichtete Dr. med. E.________, Facharzt für 
Allgemeine Innere Medizin, der Patient leide seit der Lehrzeit an heissen, 
brennenden Füssen. Die Beschwerden nähmen zu, wenn er Arbeitsschuhe 
trage. Die Beschwerden seien seit 20 Jahren unverändert. Der Patient leide 
nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Die Beschwerden hätten unter 
Therapie, nach Empfehlung von Neurologen, nicht gebessert. Hinweise auf 
ein Suchtverhalten bestünden keine. Der aktuelle Beruf als … mit viel kör-
perlicher Arbeit und Tragen von Arbeitsschuhen sei zunehmend unzumut-
bar. Eine Umschulung sei zwingend zu evaluieren. Eine sitzende Tätigkeit 
ohne relevante körperliche Belastung (z.B. …) sei durch Umschulung drin-
gend zu empfehlen (act. II 31 S. 2).

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3.1.4 Im RAD-Untersuchungsbericht vom 4. Juli 2019 (act. II 52) stellte 
Dr. med. F.________, Fachärztin für Neurologie, keine Diagnose mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 2). Die aktuelle Untersuchung sei im 
Wesentlichen unauffällig gewesen. Das etwas veränderte Temperaturemp-
finden wie auch das veränderte Schmerzempfinden lasse zwar theoretisch 
an eine "small fiber" Polyneuropathie denken, diese wiederum sei aber 
nicht kompatibel mit der übermässigen Schweisssekretion. Die Beschwer-
den des Versicherten liessen sich nicht objektivieren. Die Angaben des 
Versicherten seien insofern inkonsistent gewesen, als bspw. das Tragen 
von Skischuhen unproblematisch sei, dies unter Angabe, dass die Umge-
bungstemperatur kühl sei, oder, dass das Reisen in warme Länder die Pro-
blematik nicht verschärft habe. Beides sei medizinisch nicht nachvollzieh-
bar. Das Tragen von geschlossenen Schuhen sollte die Symptomatik unter 
allen Umständen verstärken und die Umgebungswärme grundsätzlich 
auch. Insofern sei die Beurteilung bezüglich Diagnose mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit zu revidieren, da wie dargelegt, Kontextfaktoren doch 
eine deutliche Rolle spielten und sich keine organische Grundlage für die 
Symptomatik erschliessen lasse. Die Hyperhidrose selber stelle kein Pro-
blem dar, weder subjektiv noch objektiv (keine Hautmazerationen). Neben-
befundlich fände sich im Labor eine leichte Leukozytose, dies vermutlich 
bei Nikotinabusus (S. 3).

3.1.5 Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
9. Januar 2020 (act. II 68 S. 3 f.) "Burning feet" unklarer Ätiologie und einen 
asymptomatischen Pes planus (S. 3). In der aktuellen Untersuchung zeige 
sich ein leichter Pes planovalgus und ein weitgehend unauffälliges bzw. 
dementsprechendes Röntgenbild. Die brennenden Schmerzen über der 
Fusssohle könnten aus orthopädisch-chirurgischer Sicht nicht erklärt wer-
den. Die üblichen neurologischen Auffälligkeiten wie Tarsaltunnelsyndrom 
und Ähnliches lägen nicht vor. Er teile die Überlegung des Neurologen und 
begrüsse die Umschulung auf einen nicht stehenden Beruf. Weitere Ab-
klärungen sollten interdisziplinär, allenfalls unter Beizug eines Stoffwech-
selspezialisten, eines Neurologen etc. durchgeführt werden (S. 4).

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3.1.6 In der RAD-Stellungnahme vom 27. März 2020 (act. II 73) hielt 
Dr. med. F.________ fest, es würden keine neuen Tatsachen geltend ge-
macht, welche auf die Beurteilung des Leistungsanspruchs Einfluss hätten. 
Die versicherungsmedizinischen Überlegungen seien im RAD-
Untersuchungsbericht (S. 2) ausführlich dargelegt. Es ergäben sich mit 
dem eingereichten Konsultationsbericht des Fussorthopäden keine neuen 
Aspekte (S. 3).

3.1.7 In dem im Rahmen des vorliegenden Beschwerdeverfahrens einge-
reichten Bericht des Spitals H.________ vom 27. April 2020 (Beschwerde-
beilage [BB] 4) wurde als Diagnose der Verdacht auf eine "small fiber" 
Neuropathie a.e. genetisch bedingt genannt (S. 16). Klinisch liege ein "Bur-
ning Foot Syndrome" vor mit Beteiligung des vegetativen Nervensystems, 
dokumentiert in Form von Schweisssekretionsstörung (Fuss). Das Vorlie-
gen ähnlicher Symptome beim Vater lasse den Verdacht auf eine familiäre 
Komponente aufkommen. Hierzu werde die Abnahme genetischer Tests 
empfohlen (S. 17).

In der nachgereichten molekularpathologischen Diagnostik vom 3. Juni 
2020 hielt das Spital H.________ die Ergebnisse der Immunfluoreszenz-
Analyse mit Morphometrie fest. Die epidermale Nervenfaserdichte betrage 
am Oberschenkel 5.06 mm und am Unterschenkel 3.83 mm (BB 5 S. 1). 
Nach der Literatur liege der "Cut-off" (5 % Quantile) der Nervenfaserdichte 
im Bereich des Knöchels bei gesunden Probanden und Verwendung der 
beschriebenen Methodik bei 40-49 Jahre alten Männern bei 9.8 mm (BB 
S. 2).

3.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 

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dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354).

Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein ärztliches 
Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hinsichtlich der 
erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen vergleichbaren 
Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2018 IV Nr. 4 S. 12 E. 3.2, 
2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll allerdings ein Versicherungsfall ohne 
Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Insbesondere sind die 
von der versicherten Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärz-
tinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststel-
lungen der versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollzieh-
baren Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt 
der pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 
351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird 
das Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 
S. 65, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469).

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3.3 Die Beschwerdegegnerin begründet die angefochtene Verfügung 
vom 7. April 2020 (act. II 74) damit, dass kein invalidisierender Gesund-
heitsschaden festgestellt sei. Die angestammte Tätigkeit sei weiterhin mög-
lich und zumutbar (act. II 74 S. 1). Sie stützt sich dabei massgeblich auf 
den Untersuchungsbericht der RAD-Ärztin Dr. med. F.________ vom 4. Juli 
2019 (act. II 52) und deren Stellungnahme vom 27. März 2020 (act. II 73). 
Dr. med. F.________ konstatierte im Wesentlichen unauffällige Untersu-
chungsergebnisse und ging davon aus, dass die geklagten Beschwerden 
nicht objektiviert werden könnten (act. II 52 S. 3). Dem kann mit Blick auf 
die aktuelle Aktenlage nicht (mehr) gefolgt werden. Hierzu ist auf das Fol-
gende hinzuweisen:

3.3.1 Wenn die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort (S. 2 
Rz. 4) ausführt, dass auch die behandelnden Ärzte die geklagten Be-
schwerden nicht hätten objektivieren können, so trifft dies nicht (mehr) zu. 
Die behandelnden Ärzte gingen davon aus, dass eine somatische Grundla-
ge für die Beschwerden besteht. Der behandelnde Neurologe Dr. med. 
D.________ erachtete eine irritative Problematik für wahrscheinlich bzw. 
eine Dysfunktion der vegetativen Nervenfasern als möglich und der Inter-
nist Dr. med. C.________ hielt fest, dass ein Teil der vom Beschwerdefüh-
rer geklagten Beschwerden objektiviert werden könne (act. II 2 S. 1 f.). Ins-
gesamt lagen im Zeitpunkt des Verfügungserlasses jedoch zur geklagten 
Fussproblematik nur wenige medizinische Berichte vor, wobei dies auch 
darauf zurückzuführen ist, dass der Beschwerdeführer insbesondere in 
neurologischer Hinsicht nur sehr beschränkt in Behandlung bzw. Abklärung 
war. Massgeblich sind hier jedoch auch Unterlagen, welche (erst) im vorlie-
genden Beschwerdeverfahren aufgelegt wurden. Nach Erlass der Verfü-
gung vom 7. April 2020 (act. II 74) wurden seitens des Beschwerdeführers 
medizinische Abklärungen durch die Behandler an die Hand genommen. 
Die daraufhin erstellten und im Rahmen dieses Verfahrens eingereichten 
Berichte des Spitals H.________ (BB 4 und 5; vgl. E 3.1.7 hiervor) datieren 
zwar somit allesamt nach Erlass der angefochtenen Verfügung (act. II 74), 
erlauben indes Rückschlüsse auch auf die im Zeitpunkt des Abschlusses 
des Verwaltungsverfahrens bestehende Situation und sind daher in die 
Beurteilung miteinzubeziehen. Gestützt auf diese Abklärungen ergeben 
sich Anzeichen dafür, dass pathologische, die Beschwerden (teilweise) 

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erklärende, Werte vorliegen könnten. So ergab die Immunfluoreszenz-
Analyse mit Morphometrie eine epidermale Nervenfaserdichte von 5.06 mm 
am Oberschenkel und eine solche von 3.82 mm am Unterschenkel. Diese 
Werte liegen gemäss den Ausführungen der Behandler des Spitals 
H.________ unter dem Normalbereich (act. II 79 S. 4 f.). Eine fachärztliche 
(neurologische) Einordnung bzw. Würdigung dieser neu aufgelegten Be-
funde fehlt bis anhin jedoch nach wie vor. Mithin ist die Schwere dieser 
Befunde und deren Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nicht geklärt. Es 
kann jedoch gleichzeitig auch nicht (mehr) gesagt werden, es lägen un-
auffällige Untersuchungsbefunde vor. Unter diesen Umständen ist die Sa-
che zu weiteren Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, 
denn es kann derzeit nicht eingeschätzt werden, ob die massgebliche Er-
heblichkeitsschwelle einer Erwerbseinbusse von 20 % (Richtwert; vgl. 
E. 2.3 hiervor) auch mittelfristig nicht erreicht wird, zumal der Beschwerde-
führer mit Jahrgang 1978 zwar nicht mehr gerade als junger Versicherter 
zu betrachten ist, dennoch aber mit einer mindestens 23-jährigen Akti-
vitätsdauer (vgl. Art. 21 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 20. Dezem-
ber 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversicherung [AHVG; 
SR 831.10]) noch lange erwerbstätig sein wird.

3.3.2 Hinsichtlich seiner vehementen Kritik an der Beschwerdegegnerin 
(vgl. act. II 56 S. 1) ist der Beschwerdeführer darauf hinzuweisen, dass die 
IV-Stelle den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen, aus eigener 
Initiative und ohne Bindung an die Vorbringen oder Beweisanträge der Par-
teien abklärt (BGE 117 V 282 E. 4a S. 283; vgl. auch Art. 43 Abs. 1 ATSG). 
Die medizinische Behandlung und dementsprechend auch die primäre 
Feststellung von Gesundheitsschäden ist jedoch auch im Rahmen des Un-
tersuchungsgrundsatzes nicht Sache der Verwaltung, sondern obliegt viel-
mehr den behandelnden Ärzten der Leistungen geltend machenden Person 
(vgl. hierzu auch BGE 110 V 109 E. 3a S. 112). Anlässlich der Untersu-
chung durch die RAD-Ärztin bzw. ihrer daraufhin erfolgten Beurteilung und 
Stellungnahme bestand aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers 
oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte kein hinrei-
chender Anlass, um von der IV-Stelle zusätzliche Abklärungen zu verlan-
gen. Es liegt hier somit keine Verletzung der Untersuchungspflicht der Be-
schwerdegegnerin vor. Vielmehr wäre es am Beschwerdeführer gewesen, 

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zeitnah mit seinen behandelnden Ärzten in Anbetracht der seit mehr als 
20 Jahren geklagten Beschwerdesymptomatik die Abklärungen voranzu-
treiben. 

Die Neurologin des RAD hat den Beschwerdeführer mit Blick auf die dama-
lige beschränkte Aktenlage zu Recht persönlich untersucht und vor dem 
Hintergrund der nicht durchwegs widerspruchsfrei erscheinenden Angaben 
(act. II 52 S. 2 f.) nachvollziehbar Zweifel an der Konsistenz geäussert. Sie 
hielt plausibel fest, dass aus medizinsicher Sicht nicht nachvollziehbar sei, 
dass laut Beschwerdeführer das Tragen von Skischuhen unproblematisch 
sei und das Reisen in warme Länder die Problematik nicht verschärft habe, 
da beides grundsätzlich die Symptomatik verstärken sollte (act. II 52 S. 3). 
Auch diese Fragen werden im Rahmen der weiteren Abklärungen fachärzt-
lich zu diskutieren sein.

3.4 Abschliessend ist auf das Folgende hinzuweisen: Der Beschwerde-
führer macht geltend, keine Sicherheitsschuhe tragen zu können (act. II 2 
S. 1 f., act. II 21 S. 2, act. II 39 S. 6, act. II 68 S. 3). Wenn Sicherheitsschu-
he in seinem erlernten Beruf ein massgebliches Eignungskriterium sind, 
mithin ohne Sicherheitsschuhe er seinen erlernten Beruf schlechterdings 
nicht mehr ausüben kann, so könnte dies ein Nichteignungsgrund darstel-
len. Diese Frage blieb bis anhin ungeklärt, ist jedoch für die Leistungsbeur-
teilung der Umschulung von Bedeutung (vgl. Art. 82 Abs. 3, Art. 84 Abs. 2 
des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung 
[UVG; SR 832.20] sowie Art. 78 ff. der Verordnung vom 19. Dezember 
1983 über die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten [Verordnung 
über die Unfallverhütung, VUV; SR832.30]). Ob und inwieweit die IV unter 
diesen Umständen das Verfahren und die weiteren medizinischen Ab-
klärungen mit der Unfallversicherung zu koordinieren hat, wird die IV-Stelle 
zu beurteilen haben.

3.5 Nach dem Dargelegten ist in Gutheissung der Beschwerde die an-
gefochtene Verfügung vom 7. April 2020 (act. II 74) aufzuheben. Die Akten 
sind zur Vornahme weiterer Abklärungen im Sinne der vorstehenden Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegne-
rin zurückzuweisen.

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4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(vgl. BVR 2009 S. 187 E. 4). Der vom Beschwerdeführer geleistete Kosten-
vorschuss von Fr. 800.-- ist ihm nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils 
zurückzuerstatten.

4.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht 
(BGE 137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückwei-
sung beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im 
Eventualantrag gestellt wird (SVR 2017 KV Nr. 9 S. 43 E. 9.1).

Mit Kostennote vom 6. Juli 2020 macht Rechtsanwalt B.________ ein Ho-
norar von Fr. 2'430.-- (9 Std. à Fr. 270.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 82.30 
und Mehrwertsteuer (MWSt.) von Fr. 193.45 geltend, was einem Betrag 
von insgesamt Fr. 2'705.75 entspricht und nicht zu beanstanden ist. Diesen 
Betrag hat die Beschwerdegegnerin dem Beschwerdeführer zu ersetzen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 27. Aug. 2020, IV/20/355, Seite 14

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 7. April 2020 aufgehoben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der vom Beschwerdeführer geleistete Kos-
tenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihm nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'705.75 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers (mitsamt 

Kopie der Eingabe der Beschwerdegegnerin vom 14. Juli 2020)
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.