# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5cb34e29-330b-59db-b726-0db6999ac17d
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 09.07.2020 UV 2019/82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2019-82_2020-07-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2019/82

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 03.12.2020

Entscheiddatum: 09.07.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 09.07.2020
Art. 6 UVG, Art. 11 UVV: Rückweisung zu weiteren Abklärungen hinsichtlich 
der Unfallkausalität einer Beschwerdesymptomatik der Thenar- und 
Unterarmmuskulatur als Folge einer Fräsverletzung am Daumen bzw. der 
nachfolgend sich entwickelten Narbenkontraktur (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Juli 2020, UV 2019/82).

Entscheid vom 9. Juli 2020

Besetzung

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz), Versicherungsrichter 

Joachim Huber und Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann; 

Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.

UV 2019/82

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 

4358, 6002 Luzern,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Versicherungsleistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit dem 11. August 2008 als Schreinerin bei 

der B.___ GmbH tätig und dadurch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 

(nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act. 2).

A.a. 

Am 17. September 2018 meldete die Arbeitgeberin, die Versicherte habe sich am 

10. September 2018 beim Zuschneiden einer Leiste mit einer Tischkreissäge in den 

rechten Daumen geschnitten (Suva-act. 2). Die Versicherte stellte sich noch am 

Unfalltag den Ärzten des Departements Chirurgie des Spitals C.___ vor, welche nach 

Durchführung einer Röntgenuntersuchung ohne Hinweis auf knöcherne Verletzungen 

und Fremdkörper (vgl. Suva-act. 23) eine Fräsverletzung Daumen rechts 

diagnostizierten, die Wunde nach ausgiebiger Spülung und Desinfektion mit Epigard 

und Adaptic-Verband versorgten, der Versicherten eine Ruhigstellung im 

Daumenkännel bis zur Wundheilung verordneten und ihr bis 24. September 2018 eine 

100%ige Arbeitsunfähigkeit attestierten (Suva-act. 19). Die Versicherte wurde 

schliesslich vom 24. bis 30. September zu 100% und vom 1. bis 7. Oktober 2018 zu 

50% arbeitsunfähig geschrieben. Ab 8. Oktober 2018 wurde ihr wieder eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit bestätigt (Suva-act. 8 ff.).

A.b. 

Mit Schreiben vom 25. September 2018 hatte die Suva der Versicherten die 

gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung und Taggeld) zugesichert (Suva-act. 7).

A.c. 

Ab dem 31. Mai 2019 wurden der Versicherten erneut Zeugnisse für eine 100 und 

50%-ige Arbeitsunfähigkeit ausgestellt (Suva-act. 17). Ihre Hausärztin Dr. med. D.___ 

stellte ihr am 12. Juni 2019 eine Physiotherapieverordnung mit der Diagnose "Status 

nach Fräsverletzung Dig. I Hand rechts im September 2018. Aktuell von dort 

A.d. 

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ausgehend Verkrampfung der Muskulatur und Entzündung des Daumenstreckers und 

Handgelenkstreckers sowie evtl. CTS Komponente" aus (Suva-act. 26).

Am 13. Juni 2019 wurde die Versicherte durch Dr. med. E.___, Facharzt für 

Neurologie FMH, abgeklärt, der nach einer klinischen, elektromyographischen und 

elektroneurographischen Untersuchung in der diagnostischen Beurteilung festhielt, es 

sei kein Nervenkompressionssyndrom, insbesondere kein Karpaltunnelsyndrom (CTS) 

nachweisbar (Suva-act. 30).

A.e. 

Mitte Juni 2019 liess die Versicherte der Suva durch ihre Arbeitgeberin einen 

Rückfall zum Unfall vom 10. September 2019 melden (Suva-act. 11 f.; vgl. auch 

Arbeitsunfähigkeitszeugnisse für den Zeitraum vom 23. Juni bis 13. Juli 2019 [Suva-

act. 20]).

A.f. 

Am 26. Juni 2019 wurde bei der Versicherten auf Zuweisung von Dr. D.___ in der 

Radiologie F.___, Diagnose Zentrum G.___, eine MRT-Untersuchung des rechten 

Handgelenks durchgeführt, welche eine zentrale Ausdünnung und wahrscheinliche 

Perforation des triangulären fibrokartilaginären Komplexes (TFC) bei geringer 

Ulnaplusvariante mit Zeichen eines ulnaren Impaktionssyndroms, ein kleines Ganglion 

dorsal des Os capitatum/Os trapezoideum sowie ein intraossäres Ganglion im distalen 

Scaphoidpol, wahrscheinlich ohne klinische Relevanz, zur Darstellung brachte. 

Degenerative Veränderungen scaphotriquetral und im Daumensattelgelenk sowie eine 

Tenosynovitis waren nicht nachweisbar (Suva-act. 32).

A.g. 

Ebenfalls auf Zuweisung von Dr. D.___ wurde die Versicherte am 17. Juli 2019 

durch Dr. med. H.___, Leitender Arzt Handchirurgie, Departement Chirurgie, Spital 

C.___, untersucht, der die Verdachtsdiagnose eines Karpaltunnelsyndroms rechts bei 

Status nach Fräsverletzung Daumenendglied rechts diagnostizierte (Suva-act. 31).

A.h. 

Mit Schreiben vom 25. Juli 2019 liess sich Dr. D.___ gegenüber der Suva zum 

Schadenfall vernehmen. Zurzeit werde noch abgeklärt, ob die aktuellen Beschwerden 

in einem direkten Zusammenhang mit dem Ereignis vom 10. September 2018 stünden 

(Suva-act. 22). Am 5. August 2019 richtete Dr. D.___ der Suva über ihre medizinische 

Praxisassistentin telefonisch aus, dass der Schadenfall über die Krankenversicherung 

abgerechnet werde (Suva-act. 25, vgl. Suva-act. 27).

A.i. 

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B.  

Am 26. August 2019 liess Dr. D.___ der Suva einen Bericht mit dem Betreffnis

"Zusammenhang mit Unfallereignis vom 10.08.2018" zukommen (Suva-act. 29).

A.j. 

Nach Einholung einer kreisärztlichen Beurteilung von Dr. med. I.___, Facharzt 

Orthopädische Chirurgie (Suva-act. 33), eröffnete die Suva der Versicherten mit 

Verfügung vom 2. September 2019, dass zwischen dem Unfall vom 10. September 

2018 und den als Rückfall zu diesem Unfall gemeldeten Handbeschwerden rechts 

gemäss Beurteilung der medizinischen Unterlagen durch ihren ärztlichen Dienst kein 

sicherer oder wahrscheinlicher Kausalzusammenhang bestehe. Die Suva sei 

demzufolge nicht leistungspflichtig und es könnten daher keine 

Versicherungsleistungen erbracht werden (Suva-act. 34).

A.k. 

Gegen die Verfügung vom 2. September 2019 erhob die Versicherte mit Eingabe 

vom 21. September 2019 Einsprache (Suva-act. 43).

B.a. 

Am 8. Oktober 2019 verfasste Dr. I.___ eine ärztliche Aktenbeurteilung, in welcher 

er zusammenfassend feststellte, dass es zu einer weitgehenden Ausheilung der am 10. 

August 2018 (korrekt: 10. September 2018) erlittenen Weichteilverletzung im Bereich 

des rechten Daumenendgliedes gekommen sei. Eine funktionelle Beeinträchtigung 

oder Bewegungslimitierung des rechten Daumens seien nicht nachgewiesen. Die sich 

im Bereich des rechten Handgelenks darstellenden Veränderungen seien als 

unfallunabhängig anzusehen. Ein mögliches Karpaltunnelsyndrom stehe schon 

aufgrund der anatomischen Lagebeziehungen nicht in kausalem Zusammenhang mit 

der am 10. August 2018 (korrekt: 10. September 2018) erlittenen Verletzung. Die 

Rückfallmeldung sei dementsprechend abzulehnen (Suva-act. 46).

B.b. 

Mit Enspracheentscheid vom 25. Oktober 2019 wies die Suva die Einsprache der 

Versicherten ab (Suva-act. 48).

B.c. 

Am 13. November 2019 ging bei der Suva ein Untersuchungsbericht von Prof. Dr. 

med. J.___, Klinik für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie des 

Kantonsspitals St. Gallen (nachfolgend: KSSG) vom 12. November 2019 über eine 

Untersuchung vom 11. November 2019 ein. Prof. J.___ hielt darin fest, dass 

B.d. 

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C.  

diagnostisch eine Narbenkontraktur im Bereich des streckseitigen Daumenendgelenks 

mit Einschränkung der Beweglichkeit und Retraktion des Eponychiums vorliege. Die 

von der Versicherten gewünschte Erleichterung der Beweglichkeit könne nach dieser 

Zeit nur noch durch einen operativen Eingriff mit Narbenlösung und Einbringung eines 

kleinen Hauttransplantates erreicht werden. Die Indikation sei eindeutig funktionell 

indiziert (Suva-act. 50).

Ebenfalls am 13. November 2019 erklärte Dr. I.___, dass der von der 

Handchirurgie geplante Eingriff Unfallfolgen adressiere und er eine Kostenübernahme 

empfehle (Suva-act. 51).

B.e. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2019 erhob die Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe vom 22. November 2019 Beschwerde 

mit dem Rechtsbegehren, es sei die "Verfügung" der Suva (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) aufzuheben und es seien die Versicherungsleistungen 

auszurichten (act. G 1). Zusammen mit der Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin 

den bereits aktenkundigen Untersuchungsbericht von Prof. J.___ vom 12. November 

2019 (act. G 1.2) sowie einen Verlaufsbericht ihrer Physiotherapeutin K.___, Physio 

L.___, ein (act. G 1.3; siehe auch die von Dr. D.___ ausgestellte 

Physiotherapieverordnung vom 23. August 2019 [Suva-act. 49]).

C.a. 

Am 10. Dezember 2019 ging bei der Beschwerdegegnerin der von ihr einverlangte 

ärztliche Zwischenbericht von Dr. D.___ vom 3.Dezember 2019 ein (Suva-act. 52, 57).

C.b. 

In der Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2020 beantragte die 

Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen und der Einspracheentscheid 

vom 25. Oktober 2019 sei zu bestätigen (act. G 3). Zur Begründung ihres Antrags legte 

die Beschwerdegegnerin eine weitere ärztliche Beurteilung ihres Kreisarztes Dr. I.___ 

vom 9. Januar 2020 zur Frage vor, ob die von der Beschwerdeführerin ab Juni 2019 

beklagten Beschwerden im Bereich der rechten Hand in unfallkausalem Verhältnis zu 

dem von der Unfallversicherung anerkannten Schaden vom 10. September 2018 

stünden, insbesondere ob die beklagten Beschwerden, die sich auf die Thenar- und 

C.c. 

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Erwägungen

1.  

Musculus adductor pollicis longus-Muskulatur sowie den Unterarm projizierten, als 

unfallkausal anzusehen seien (Suva-act. 58).

Mit Replik vom 3. Februar 2020 hielt die Beschwerdeführerin sinngemäss an ihrem 

Rechtsbegehren der Beschwerde fest (act. G 7).

C.d. 

Mit Schreiben vom 20. Februar 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf eine 

umfassende Duplik, verwies auf die Begründung in der Beschwerdeantwort vom 13. 

Januar 2020 und erneuerte ihren Antrag auf Abweisung der Beschwerde. Im Weiteren 

bemerkte sie, nach ihrer Ansicht sei der Aspekt, dass die operative Behandlung der 

Narbenkontraktur am rechten Daumen durch Prof. J.___ unbestrittenermassen 

Unfallfolgen adressiere, weshalb die entsprechenden Kosten von der 

Beschwerdegegnerin übernommen würden, nicht Streitgegenstand des vorliegenden 

Prozesses sei (act. G 9).

C.e. 

Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden Leistungen der Unfallversicherung bei 

Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz 

nichts anderes bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der 

Unfallversicherung bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht besteht demnach 

nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat-kausal mit einem versicherten 

Unfallereignis zusammenhängen (BGE 129 V 181 E. 3.1 f.; André Nabold, in: 

Kommentar zum Schweizerischen Unfallversicherungsrecht, Bundesgesetz über die 

Unfallversicherung [UVG], Bern 2018, N 48 ff. zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Irene Hofer, 

Basel 2019, N 66 zu Art. 6 UVG, Alexandra Rumo-Jungo/André Pierre Holzer, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53 ff.). Für die 

Beantwortung der Tatfrage nach dem Bestehen natürlicher Kausalzusammenhänge im 

Bereich der Medizin ist das Gericht regelmässig auf Angaben ärztlicher Experten und 

Expertinnen angewiesen. Die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang ist 

demgegenüber eine Rechtsfrage, die vom Gericht nach den von Doktrin und Praxis 

entwickelten Regeln zu beurteilen ist (UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 53, 59 zu Art. 

6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 66 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 55, 

58; BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2 sowie in BGE 135 V 465 nicht publizierte E. 2 des 

1.1. 

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Urteils 8C_216/2009 vom 28. Oktober 2009, je mit Hinweisen). Bei physischen 

Unfallfolgen spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 

134 V 111 f. E. 2.1, BGE 127 V 103 E. 5b/bb; SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Ob ein 

natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit; 

die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines 

Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen; Thomas Locher/

Thomas Gächter, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 4. Aufl. Bern 2014, § 70 N. 

58 f., Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4).

Gemäss Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 

werden Versicherungsleistungen auch für Rückfälle und Spätfolgen gewährt, wobei 

Rückfälle und Spätfolgen besondere revisionsrechtliche Tatbestände im Sinn von Art. 

22 UVG darstellen (vgl. BGE 118 V 293; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326). Bei einem 

Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer vermeintlich geheilten 

Krankheit bzw. vermeintlich geheilter Unfallfolgen, so dass es zu ärztlicher Behandlung, 

möglicherweise zu einer weiteren Arbeitsunfähigkeit kommt, während von Spätfolgen 

dann gesprochen wird, wenn ein scheinbar geheiltes Leiden im Lauf längerer Zeit 

organische oder psychische Folgen bewirkt, die zu einem andersgearteten 

Krankheitsbild führen können. Rückfälle und Spätfolgen schliessen folglich begrifflich 

an ein in der Vergangenheit bestandenes Unfallereignis an. Dementsprechend können 

sie eine Leistungspflicht des (damals haftbaren Unfallversicherers) nur dann auslösen, 

wenn zwischen den erneut vorgebrachten Beschwerden und der seinerzeit beim 

versicherten Unfall erlittenen Gesundheitsschädigung ein natürlicher 

Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 296 f. E. 2c; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 326; 

UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 89 f. zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, a.a.O., N 117 

zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 78 f.).

1.2. 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch 

die beklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

des Experten oder der Expertin begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 

eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels 

noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als 

1.3. 

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Bericht oder Gutachten (BGE 134 V 232 E. 5.1, BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Insofern kann rechtsprechungsgemäss auch Berichten und Gutachten, welche die 

Versicherungen während des Administrativverfahrens von ihren eigenen Ärzten und 

Ärztinnen einholen, Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 135 V 467 ff. E. 4, BGE 125 V 353 f. 

E. 3b/ee, je mit Hinweisen). Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 471 E. 4.7; RKUV 1997 Nr. U 281 

E. 1a S. 281 f.).

Gemäss dem im Sozialversicherungsrecht herrschenden Untersuchungsgrundsatz 

hat das Gericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Rechtserheblich 

sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über die Rechte und Pflichten 

so oder anders zu entscheiden ist. Die Parteien tragen nur insofern eine Beweislast, als 

im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus 

dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Bei der bei einem 

Rückfall oder einer Spätfolge zu erfüllenden Anspruchsvoraussetzung eines erneuten 

natürlichen Kausalzusammenhangs handelt es sich um eine anspruchsbegründende 

Tatsache. Ist ein solcher nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen, 

trägt damit die versicherte Person die Folgen der Beweislosigkeit (RKUV Nr. U 206 S. 

328 E. 3b; UVG Kommentar-Nabold, a.a.O., N 90 zu Art. 6 UVG; BSK UVG-Hofer, 

a.a.O., N 117 zu Art. 6 UVG; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 54 f., 79). Diese 

Beweislastverteilung greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 

Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 

Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 

Wirklichkeit zu entsprechen - die blosse Möglichkeit genügt, wie bereits erwähnt, nicht 

(BGE 129 V 181 E. 3.1, BGE 119 V 337 E. 1, BGE 118 V 289 E. 1b, BGE 117 V 360 E. 

4a mit Hinweisen, BGE 117 V 261 E. 3b mit Hinweisen; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 E. 

3b; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. Zürich 2020, N 53, 59 zu Art. 43 ATSG; 

Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 4; Locher/ Gächter, a.a.O., § 70 N. 56 ff.). Die 

Versicherungsträger haben alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Anspruchs gestatten. 

Insbesondere dürfen sie bei einander widersprechenden medizinischen Berichten das 

Verfahren nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 

1.4. 

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2.  

3.  

Gründe anzugeben, weshalb sie auf die eine und nicht auf die andere medizinische 

These abstellen (SVR 2013 UV Nr. 9, 8C_592/2012, E. 5.2; Kieser, a.a.O., N 54 zu Art. 

43 ATSG).

Streitig und zu prüfen ist, ob zwischen den der Beschwerdegegnerin Mitte Juni 

2019 durch die Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin gemeldeten (Suva-act. 11 f.), am 

31. Mai 2019 durch Dr. D.___ (Suva-act. 29) und nachfolgend durch Prof. J.___ 

untersuchten (Suva-act. 31) und seit dem 31. Mai 2019 zu einer erneuten 

Arbeitsunfähigkeit (Suva-act. 17) führenden Beschwerden im Bereich der Sehne des 

Musculus adductor pollicis longus und der Thenarmuskulatur der rechten Hand (Suva-

act. 29) und dem Unfall vom 10. September 2018 ein natürlicher Kausalzusammenhang 

besteht, so dass ein Rückfall bzw. eine Spätfolge bejaht werden kann. Während ein 

entsprechender natürlicher Kausalzusammenhang von der Beschwerdegegnerin 

gestützt auf die Aktenbeurteilungen ihres Kreisarztes Dr. I.___ verneint wird (vgl. 

insbesondere diejenige vom 9. Januar 2020 [Suva-act. 58]), vertritt die 

Beschwerdeführerin unter Hinweis auf den Bericht von Prof. J.___ vom 12. November 

2019 (Suva-act. 50, act. G 1.2) den gegenteiligen Standpunkt.

2.1. 

Hinsichtlich der Narbenplatte bzw. Narbenkontraktur, welche sich im Bereich des 

streckseitigen Daumenendgelenks bei der Heilung der Fräsverletzung vom 10. 

September 2018 gebildet hatte (Suva-act. 50), geht die Beschwerdegegnerin von einer 

Unfallkausalität aus und hält sowohl in der Beschwerdeantwort vom 13. Januar 2020 

(act. G 3) als auch in der Duplik vom 20. Februar 2020 (act. G 9) fest, dass sie die 

Kosten der von Prof. J.___ im Untersuchungsbericht vom 12. November 2019 (Suva-

act. 50) als indiziert betrachteten operativen Behandlung mit Narbenlösung und 

Einbringung eines kleinen Hauttransplantates übernehmen werde. Die 

Beschwerdegegnerin hat in der Eingabe vom 20. Februar 2020 (act. G9) zutreffend 

darauf hingewiesen, dass dieser Aspekt deshalb nicht Streitgegenstand des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet.

2.2. 

Unbestritten ist, dass sich die Beschwerdeführerin am 10. September 2018 beim 

Fräsen einer Leiste eine relativ grossflächige oberflächliche Weichteilverletzung mit 

resultierender fehlender Deckung im Bereich des Grund- und Endgliedes des Daumens 

dorsalseitig zugezogen hat. Die Strecksehne zeigte sich anlässlich der Erstbehandlung 

am Unfalltag durch die Ärzte des Departements Chirurgie des Spitals C.___ funktionell 

intakt (Suva-act. 19). Im Rahmen einer am selben Tag durchgeführten 

3.1. 

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Röntgenuntersuchung konnten zudem eine knöcherne Verletzung oder das Vorliegen 

eines Fremdkörpers ausgeschlossen werden (Suva-act. 19, 23). Ab dem 18. Oktober 

2018 war die Beschwerdeführerin wieder zu 100% arbeitsfähig (Suva-act. 10).

Am 31. Mai 2019 konsultierte die Beschwerdeführerin bei zunehmenden, erst nur 

bewegungsabhängigen Schmerzen im Bereich des rechten Daumenballens, dann aber 

auch Ruheschmerzen, sowie Schmerzen am volaren Unterarm (vgl. Suva-act. 30), ihre 

Hausärztin Dr. D.___, welche über dem IP-Gelenk des linken Daumens dorsal eine 

derbe Narbenplatte feststellte, welche sich nach der Fräsverletzung gebildet hatte. Als 

weitere Befunde erhob sie eine deutliche Schwellung des Thenars mit deutlichen 

Schmerzen und muskulärer Verspannung dort (Suva-act. 29).

3.2. 

Eine neurologische Untersuchung zur Klärung der Schmerzen durch Dr. E.___ 

ergab kein Nervenkompressionssyndrom, insbesondere kein Karpaltunnelsyndrom 

(Suva-act. 30). Am 17. Juli 2019 wurde die Versicherte durch Dr. H.___ untersucht, der 

trotz elektrophysiologisch nicht nachweisbarem Karpaltunnelsyndrom die 

Verdachtsdiagnose eines Karpaltunnelsyndroms rechts bei Status nach Fräsverletzung 

Daumenendglied rechts diagnostizierte. Dazu hielt er fest, dass er in erster Linie doch 

an diese Diagnose denke. Passend dazu seien die Anamnese, aber auch die 

ausstrahlenden Schmerzen gegen den Ellbogen und das Wirken der Kortisoninfiltration 

mit Diprophos in den Thenar (Suva-act. 31). Nachdem Dr. D.___ in einem Bericht vom 

26. August 2019 festgestellt hatte, dass sich die handchirurgisch diskutierte 

Möglichkeit bzw. der Verdacht eines Karpaltunnelsyndroms nach fehlendem Effekt 

einer Infiltration mit Diprophos unter das Karpaldach nicht erhärtet habe (Suva-act. 29), 

hielt auch Prof. J.___ in seinem Untersuchungsbericht vom 12. November 2019 fest, 

dass Hinweise auf ein Karpaltunnelsyndrom nicht vorliegen würden. Der nächtliche 

Schlaf sei ungestört und die Sensibilität im Medianus- und Ulnarisareal frei. In der 

neurologischen Untersuchung durch Dr. E.___ habe ein Karpaltunnelsyndrom 

elektrophysiologisch nicht verifiziert werden können (Suva-act. 50). Auch Dr. I.___ hielt 

in seiner ärztlichen Beurteilung vom 8. Oktober 2019 unter Hinweis auf das 

Untersuchungsergebnis von Dr. E.___ fest, dass keine konklusiven Hinweise für ein 

Karpaltunnelsyndrom vorliegen würden. Ein mögliches Karpaltunnelsyndrom stehe 

schon aufgrund der anatomischen Lagebezeichnung nicht in kausalem Zusammenhang 

mit der am 10. August 2018 (korrekt: 10. September 2018) erlittenen Verletzung (Suva-

act. 46). Angesichts des fachspezifischen Untersuchungsergebnisses von Dr. E.___ 

sowie der übereinstimmenden Beurteilungen desselben durch Dr. D.___, Prof. J.___ 

und Dr. I.___, fällt ein Karpaltunnelsyndrom als Ursache für die als Rückfall bzw. 

3.3. 

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Spätfolge gemeldeten Handbeschwerden rechts mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit ausser Betracht.

 3.4. 

Dr. D.___ beurteilte aber in ihrem Bericht vom 26. August 2019 die von der 

Beschwerdeführerin beklagte Beschwerdesymptomatik im Bereich des Thenars und 

am volaren Unterarm als Folge der Narbenplatte, welche sich posttraumatisch nach der 

Fräsverletzung gebildet hatte. Die Flexion im IP-Gelenk finde also gegen einen 

erheblichen Widerstand statt und führe zu den bewegungsabhängigen Schmerzen im 

Bereich des Thenars (Suva-act. 29). In der Physiotherapieverordnung vom 12. Juni 

2019 hatte sie als Diagnose einen Status nach Fräsverletzung Dig I Hand rechts im 

September 2018 und eine aktuell von dort ausgehende Verkrampfung der Muskulatur 

und Entzündung des Daumenstreckers festgehalten (Suva-act. 26). Prof. J.___ schloss 

sich in seinem Untersuchungsbericht vom 12. November 2019 der von Dr. D.___ 

dargestellten Kausalkette mit primärer Fräsverletzung und nachfolgend sich bildender 

Narbenplatte mit Einschränkung der Beweglichkeit des Daumenendgelenks an. In 

seiner Untersuchung vom 11. November 2019 hatte sich ihm als Befund zwar ein 

geschlossener, jedoch deutlich verhärteter und verdickter Hautweichteilmantel gezeigt. 

Das Eponychium sei narbig und nach proximal insbesondere radial zurückgezogen. 

Aktiv zeige sich eine Flexion/Extension von 45/0/30° im Endgelenk. Prof. J.___ schloss 

sodann diagnostisch auf eine Narbenkontraktur im Bereich des streckseitigen 

Daumenendgelenks mit Einschränkung der Beweglichkeit und Retraktion des 

Eponychiums. Funktionell störe dies die Beschwerdeführerin sehr und sie wünsche 

eine Erleichterung der Beweglichkeit. Diese könne sicherlich nach dieser Zeit nur noch 

durch einen operativen Eingriff mit Narbenlösung und Einbringung eines kleinen 

Hauttransplantates erreicht werden. Für ihn bestehe ein eindeutiger Zusammenhang 

zur Fräsverletzung vom 10. September 2018. Die Indikation zu einem operativen 

Eingriff sei eindeutig funktionell indiziert (Suva-act. 50). Die behandelnde 

Physiotherapeutin K.___ hielt sodann in einem Verlaufsbericht als subjektive Angaben 

der Beschwerdeführerin Schmerzen und Verkrampfungen in der rechten Hand und im 

Unterarm fest. Wenn die Schmerzen akut seien, würden sie einem VAS von 7-8/10 

entsprechen. Das Halten eines Stiftes oder Werkzeuges sei kaum mehr möglich. Als 

objektive Befunde führte sie eine verminderte Beweglichkeit DIG I, vor allem in Flexion 

durch Vernarbung der Fräsverletzung, fest. Daraus resultiere eine Fehlhaltung bei der 

Arbeit als Schreinerin sowie bei schriftlichen Arbeiten in einer Weiterbildung, welche die 

Beschwerdeführerin bis im Juli 2019 besucht habe. Die verminderte Beweglichkeit 

führe dazu, dass die flektierenden Daumenmuskeln permanent gegen einen erhöhten 

3.4.1. 

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Widerstand der Narbe auf der Dorsalseite des Daumens arbeiten müssten. Dadurch sei 

über die Zeit nach dem Unfall (ca. 7 Monate) die gesamte Hand- und 

Unterarmmuskulatur massiv verkrampft. Die Beschwerden der Beschwerdeführerin 

hätten einen direkten Zusammenhang mit dem Frästrauma vom September 2018. Zu 

Beginn der Physiotherapie sei die Narbe sehr fest, das Gewebe verklebt und eine 

Flexion im Daumenendgelenk kaum möglich gewesen. Durch diese massive 

Bewegungseinschränkung bei einer Person, die handwerklich tätig sei, seien 

Ausweichbewegungen und damit Folgeprobleme keine Seltenheit (Suva-act. 56). Dr. 

D.___ wiederholt schliesslich in einem ärztlichen Zwischenbericht vom 3. Dezember 

2019 eine klinisch weiterhin bestehende funktionelle Einschränkung bei der Flexion im 

IP-Gelenk des Daumens bei Narbenkontraktur, so dass die Flexion im IP-Gelenk gegen 

einen deutlichen Widerstand erfolge und endgradig auch eingeschränkt und zudem 

schmerzhaft sei (Suva-act. 57).

Dr. I.___ bestätigte zwar in seiner Beurteilung vom 9. Januar 2020 (Suva-act. 58), 

dass die Narbenplatte über dem rechten Daumenendgelenk eine Unfallfolge der 

Weichteilverletzung vom 10. September 2018 sei und sprach sich - wie bereits am 13. 

November 2019 (Suva-act. 51) - für eine Kostenempfehlung für die operative Revision 

mit gegebenenfalls Hauttransplantationen zur Erlangung der vollen Beugefähigkeit des 

Daumenendgelenks aus. Er erklärte jedoch, dass die beklagte 

Beschwerdesymptomatik der Thenar- und Unterarmmuskulatur überwiegend 

wahrscheinlich nicht in einem kausalen Zusammenhang mit der im September 2018 

erlittenen Verletzung stehe, sondern ausschliesslich unfallunabhängigen Faktoren wie 

zum Beispiel muskulären Beschwerden bei der Ausübung spezifischer handwerklicher 

Tätigkeiten als Schreinerin geschuldet sei. Zu Prof. J.___ erklärte er, dass dessen 

Feststellung, wonach ein unfallkausaler Zusammenhang zwischen der dorsalseitig 

ausgebildeten Narbenplatte mit der Einschränkung der Beugefähigkeit des 

Daumenendgelenks und kosekutiv aufgetretenen muskulären Belastungsschmerzen im 

Thenar und im betroffenen Unterarm gegeben sei, in deutlichem Widerspruch zu den 

Ergebnissen von Dr. H.___ vom 25. Juli 2019 ([korrekt: 17. Juli 2019] Suva-act. 31) 

stehe, auf welche sich seine gutachterliche Beurteilung vom 8. Oktober 2019 (Suva-

act. 46) gestützt habe.

3.4.2. 

Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, sprechen jedoch verschiedene 

Gründe gegen die Zuverlässigkeit der Beurteilung von Dr. I.___.

3.5. 

Zwar ist dem Untersuchungsbericht von Dr. H.___ tatsächlich der Befund einer 

vollständigen Streckung vom Daumen, ebenfalls ohne Einschränkung der 

3.5.1. 

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Beugefähigkeit, zu entnehmen (Suva-act. 31). Allerdings stellten Dr. D.___, Prof. J.___ 

und Physiotherapeutin K.___ bei der Beschwerdeführerin übereinstimmend eine 

Einschränkung der Beweglichkeit im Bereich des streckseitigen Daumenendgelenks 

rechts, vor allem in Flexion, fest, und führten diese auf die Narbenplatte über dem 

rechten Daumenendgelenk zurück. Damit ist der Beurteilung von Dr. I.___ die 

Begründung entzogen. Vor allem aber anerkannte Dr. I.___ selbst die Narbenplatte als 

Unfallfolge und sprach eine Kostenempfehlung für die operative Revision mit 

gegebenenfalls Hauttransplantation zur Erlangung der vollen Beugefähigkeit des 

Daumenendgelenks aus, womit sich letztlich er in Widerspruch zu seiner eigenen 

Argumentation betreffend Verneinung einer Kausalität setzte.

Dr. D.___, aber auch Physiotherapeutin K.___, sprechen sich übereinstimmend 

für eine Unfallkausalität der Beschwerdesymptomatik der Thenar- und 

Unterarmmuskulatur als Folge der unstreitig unfallkausalen Narbenkontraktur aus. Zwar 

ist bei behandelnden Ärzten und Ärztinnen, wie Hausärzten und Hausärztinnen, 

gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zu beachten, dass sie aufgrund ihres 

Behandlungsauftrags eher geneigt sein können, zu Gunsten ihrer Patienten auszusagen 

(vgl. BGE 135 V 470 E. 4.5; Urteil des Bundesgerichts vom 29. Oktober 2014 E. 7.2). 

Allerdings handelt es sich bei Dr. I.___, auf dessen Beurteilung die 

Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid abstellt, um einen 

Kreisarzt der Beschwerdegegnerin, sodass bei nur geringen Zweifeln an der 

Zuverlässigkeit von dessen Einschätzung nicht darauf abgestellt werden kann (vgl. 

Erwägung 1.3 mit Hinweis auf BGE 135 V 471 E. 4.6). Überdies hat Dr. I.___ seine 

Beurteilung nur aufgrund der Aktenlage abgegeben, während Dr. D.___ die 

Beschwerdeführerin selbst untersucht hat. K.___ vermag zwar als Physiotherapeutin 

keine ärztliche Beurteilung abzugeben, doch darf ihr in Bezug auf den 

Bewegungsapparat eine gewisse Einschätzungskompetenz hinsichtlich 

Verletzungsfolgen und deren Ursächlichkeit dennoch nicht ohne Weiteres aberkannt 

werden.

3.5.2. 

Der von Dr. D.___ und Physiotherapeutin K.___ angenommenen traumatischen 

Kausalkette kann eine Plausibilität und Schlüssigkeit nicht abgesprochen werden. So 

ist der medizinischen Literatur zu entnehmen, dass der Organismus 

Verletzungsschäden mit Narben heilt und diese schlecht verschieblich sind. Sie 

hinterlassen - ausser wenn sie nicht ausgedehnt sind - immer eine mehr oder weniger 

starke Beweglichkeitsminderung (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, 

Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 86; vgl. auch Pschyrembel, Klinisches 

Wörterbuch, 267. Aufl. Berlin/Boston 2017, S. 1226). Dass eine eingeschränkte 

3.5.3. 

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Beweglichkeit eines Gelenks beim Versuch, diese zu überwinden oder auch den 

Schmerzen auszuweichen, zu einer erhöhten oder anatomisch ungünstigen Belastung 

von umliegenden Bändern, Sehnen und Muskeln führen kann, erscheint sodann 

grundsätzlich nachvollziehbar. Insofern stellt sich in Bezug auf den konkreten Fall die 

Frage, welche Faktoren gegen eine traumatische Kausalkette der Beschwerde- bzw. 

Schmerzsymptomatik im Verlauf der Sehne des Musculus adductor pollicis longus und 

der Thenarmuskulatur der rechten Hand bei Flexion im IP-Gelenk des linken Daumens 

sprechen. Dr. I.___ sieht einen bedeutsamen Faktor in einer Latenzzeit von mehr als 

acht Monaten bis zum Auftreten der Beschwerdesymptomatik, während welcher die 

Beschwerdeführerin ihre angestammte Tätigkeit als Schreinerin habe ausüben können. 

So war die Beschwerdeführerin im Grundfall ab dem 8. Oktober 2018 wieder zu 100% 

arbeitsfähig (Suva-act. 10) und im Rahmen der Rückfallmeldung erfolgte die 

Erstbehandlung bei Dr. D.___ am 31. Mai 2019 mit erneuter Bescheinigung einer 

100%igen Arbeitsunfähigkeit ab diesem Datum (Suva-act. 10, 17-2). Zwar ist 

einzuräumen, dass eine solche Latenzzeit nicht als kurz bezeichnet werden kann, doch 

erfordert die Beurteilung, ob aufgrund der Dauer die Kausalität verneint werden kann, 

immer eine einzelfallbezogene Untersuchung. So erscheint eine gut siebeneinhalb 

monatige Latenzzeit ohne Brückensymptome bis zum erstmaligen Auftreten einer 

Beschwerdesymptomatik, welche zwar traumatisch bedingt sein kann, im Regelfall 

aber durch eine - auch radiologisch zur Darstellung gelangte - degenerative 

Veränderung verursacht wird, weniger plausibel, als eine gleich lange Latenzzeit ohne 

Brückensymptome in Bezug auf eine Beschwerdesymptomatik, welche sich nach einer 

unbestrittenermassen organischen Unfallverletzung aufgrund von Unfallrestfolgen - wie 

hier der Narbenkontraktur - erst entwickelt. Hier findet bis zu einer allfälligen 

Heilbehandlung und/oder einer Arbeitsunfähigkeit ein gesundheitlicher 

Entwicklungsprozess statt, dem ein gewisser Zeitraum einzuräumen ist. Von einem 

solchen Sachverhalt ist im vorliegenden Fall auszugehen. So beschreibt Dr. D.___ in 

seinem Bericht vom 26. August 2019, dass die Erstvorstellung am 31. Mai 2019 bei 

zunehmenden, erst nur bewegungsabhängigen Schmerzen im Bereich des rechten 

Daumenendgelenks, dann auch Ruheschmerzen, erfolgt sei (Suva-act. 29). Im Übrigen 

hält die Beschwerdeführerin in der Beschwerde vom 22. November 2019 fest, dass sie 

- obwohl die Hautdefektwunde und auch die Nagelwurzelläsion geheilt habe - weiterhin 

Schmerzen, Verkrampfungen und eine Bewegungseinschränkung im rechten Daumen 

gespürt habe (act. G 1). Einzuräumen ist oft auch eine Phase, in der eine versicherte 

Person nicht unverzüglich einen Arzt konsultiert und zunächst abwartend auf eine 

Selbstheilung hofft. Konkret schildert die Beschwerdeführerin in der Replik vom 3. 

Februar 2020 schliesslich einen gewissen Druck ihrer damaligen Arbeitgeberin, die sie 

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trotzdem habe weiterarbeiten lassen, weil sie die einzige Person im Betrieb gewesen 

sei, welche die konkrete Arbeit habe ausführen können. Sie habe ein hohes 

Pflichtbewusstsein und eine positive Lebenseinstellung (act. G 7). Zusammenfassend 

ist festzuhalten, dass die Latenzzeit des konkreten Falls nicht derart lang ist, dass sie 

sich nicht schlüssig erklären liesse und als überzeugender Faktor gegen eine 

Unfallkausalität der Beschwerdesymptomatik, der Thenar- und Unterarmmuskulatur zu 

betrachten wäre.

Ebenfalls keine überzeugende und aufschlussreiche Begründung gegen eine 

Unfallkausalität liefert schliesslich in Bezug auf den konkreten Fall die allgemeine 

Aussage von Dr. I.___, grundsätzlich seien Bewegungseinschränkungen der End- und 

Mittelgelenke in Form von fortgeschrittenen Arthrosen dieser Gelenke häufig 

anzutreffen, seien jedoch selten über Dauer schmerzhaft oder funktionell behindernd 

(Suva-act. 58). Im MRI-Untersuchungsbericht vom 26. Juni 2019 der Radiologie F.___ 

wurden keine degenerativen Veränderungen der Daumengelenke beschrieben (Suva-

act. 32). Entsprechend hielt auch Dr. H.___ in seinem Sprechstundenbericht vom 17. 

Juli 2019 fest, dass keine Anzeichen einer Rhizarthrose bestünden (Suva-act. 31). Die 

Stichhaltigkeit bzw. Aussagekraft der aus einem Arthrosezustand gezogenen 

Schlussfolgerung für den konkreten Fall ist damit fraglich.

3.5.4. 

Zusammengefasst ist festzuhalten, dass nicht unerhebliche Zweifel an der 

Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der Beurteilung von Dr. I.___, dass die 

Beschwerdesymptomatik der Thenar- und Unterarmmuskulatur nicht unfallkausal sei, 

bestehen und seine Ausführungen insgesamt keinen genügenden Beweiswert für eine 

abschliessende, überwiegend wahrscheinliche Verneinung der 

Beschwerdesymptomatik der Thenar- und Unterarmmuskulatur als indirekte Unfallfolge 

aufweisen.

3.5.5. 

Allerdings erfüllen auch die an sich übereinstimmenden Beurteilungen von Dr. 

D.___ und Physiotherapeutin K.___ die Anforderungen an den Beweiswert eines 

Arztberichts nicht. Bezüglich Physiotherapeutin K.___ ist zu wiederholen, dass der 

Nachweis für die Gesundheitsschädigung und den natürlichen Kausalzusammenhang 

grundsätzlich mit medizinischen Berichten von Ärzten und Ärztinnen zu erbringen ist 

(vgl. Erwägung 1.1). Bei Dr. D.___ handelt es sich sodann um eine Fachärztin für 

Allgemeine Innere Medizin und nicht um eine Handchirurgin, Orthopädin oder 

Rheumatologin, wie dies zur Beurteilung des Beschwerdebildes der 

Beschwerdeführerin zu bevorzugen wäre. Wenn Dr. D.___ in ihrem ärztlichen 

Zwischenbericht vom 3. Dezember 2019 (Suva-act. 55) auf die Bejahung eines 

eindeutigen Zusammenhangs der aktuellen Beschwerden zur Fräsverletzung vom 10. 

3.6. 

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4.

Der von der Beschwerdegegnerin in antizipierter Beweiswürdigung beschlossene 

Verzicht auf die Beibringung weiterer Beweise verletzt angesichts der vorstehend 

gewürdigten medizinischen Aktenlage ihre Untersuchungspflicht. Derzeit liegt noch 

keine fachärztliche Beurteilung hinsichtlich der Kausalität der fraglichen 

Beschwerdesymptomatik bei den Akten. So hätte es beispielsweise nahegelegen, Prof. 

J.___ aufzufordern, auch zu dieser Frage explizit Stellung zu nehmen.

5.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass keine medizinische Beurteilung bei den Akten 

liegt, welche es dem Gericht erlauben würde, mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob die Beschwerdesymptomatik der Thenar- und 

Unterarmmuskulatur mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine 

Folge der Fräsverletzung vom 10. September 2018 bzw. der nachfolgend sich 

entwickelnden Narbenkontraktur im Bereich des streckseitigen Daumenendgelenks mit 

Einschränkung der Beweglichkeit und Retraktion des Eponychiums ist. Die 

Beschwerdegegnerin wäre gestützt auf den Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 Abs. 1 

ATSG) zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen hinsichtlich Unfallkausalität 

verpflichtet gewesen. Die Angelegenheit ist nach dem Gesagten zur Veranlassung der 

September 2018 durch Prof. J.___ verweist (Suva-act. 50), ist aber vor allem zu 

beachten, dass sich diese explizit nur auf die Beweglichkeitseinschränkung bezieht, 

bezüglich welcher sich die Beschwerdeführerin eine Erleichterung wünsche. Dies 

scheint im Übrigen auch Dr. I.___ in seiner Beurteilung vom 9. Januar 2020 zu 

übersehen, wenn er erklärt, der handchirurgische Experte stelle einen unfallkausalen 

Zusammenhang zwischen der dorsalseitig ausgebildeten Narbenplatte mit der 

Einschränkung der Beugefähigkeit des Daumenendgelenks und den konsekutiv 

aufgetretenen muskulären Belastungsschmerzen im Thenar und im betroffenen 

Unterarm fest (Suva-act. 58-4). Von einer Schmerzproblematik im Bereich der Sehne 

des Musculus adductor pollicis longus und der Thenarsehne oder von sonstigen 

Schmerzen ist hingegen im gesamten Untersuchungsbericht von Prof. J.___ vom 12. 

November 2019 keine Rede. Umstritten ist jedoch gerade eine Unfallkausalität der 

vorgenannten Schmerzsproblematik, welche laut Dr. D.___ und Physiotherapeutin 

K.___ aus der Beweglichkeitseinschränkung resultiert, und nicht die 

Beweglichkeitseinschränkung an sich. Deren Unfallkausalität wird von Dr. I.___ und der 

Beschwerdegegnerin, wie bereits erwähnt, anerkannt (vgl. Erwägungen 3.4.2; Suva-

act. 51; act. G 9).

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besagten Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Sollte eine 

Abklärung bei Prof. J.___ keine genügende Entscheidungsgrundlage liefern oder sollte 

die Beschwerdegegnerin angesichts dessen Stellung als behandelnder Arzt überhaupt 

von einer solchen absehen wollen, wird sie ein Gutachten bei einem anderen 

Handspezialisten in Auftrag zu geben haben.

6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde vom 22. November 2019 wird dahingehend gutgeheissen, dass der 

Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2019 aufgehoben und die Streitsache zu 

ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer 

Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.

Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

Die Beschwerde vom 22. November 2019 ist nach dem Gesagten in dem Sinne 

gutzuheissen, dass der Einspracheentscheid vom 25. Oktober 2019 aufgehoben und 

die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im Sinne der Erwägungen und 

anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

6.1. 

Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).6.2. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.07.2020
	Art. 6 UVG, Art. 11 UVV: Rückweisung zu weiteren Abklärungen hinsichtlich der Unfallkausalität einer Beschwerdesymptomatik der Thenar- und Unterarmmuskulatur als Folge einer Fräsverletzung am Daumen bzw. der nachfolgend sich entwickelten Narbenkontraktur (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Juli 2020, UV 2019/82).

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