# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 53a420f5-df21-598f-a107-44dcd0cf5acd
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-06-18
**Language:** de
**Title:** Mobilfunk-Basisstation ausserhalb der Bauzonen. Ausnahmebewilligung gemäss Art. 24 RPG.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0090/2015
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iv_nr._0090-2015_vom_18._juni_2018.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2014.00200 
0090/2015 

Entscheid vom 18. Juni 2015 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Reto Philipp, Baurichterin Margrit Manser, Baurichter 
Urs Hany, Gerichtsschreiber Roland Blaser     

in Sachen 

Rekurrent 

K. E., [….]  

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X, [….]  
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

3.  Sunrise Communications AG, [….]  

betreffend 

Gemeinderatsbeschluss vom 3. November 2014 und Verfügung der Baudi-
rektion  Kanton  Zürich BVV  13-2703  vom  18.  September 2014;  Baubewilli-
gung für Mobilfunk-Antennenanlage, W.-Strasse, X 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben:  

A.  

Mit  Beschluss  vom  3.  November  2014  bewilligte  der  Gemeinderat  X  der 

Sunrise  Communications  AG  die  Erstellung  einer  Mobilfunk-Basisstation 

auf dem bestehenden Gebäude Assek.-Nr. 39 an der W.-Strasse 14a in X.  

Bereits zuvor hatte die Baudirektion Kanton Zürich am 18. September 2014 

für das in der Landwirtschaftszone geplante Bauvorhaben eine Ausnahme-

bewilligung  im  Sinne  von  Art.  24  des  Bundesgesetzes  über  die  Raumpla-

nung (RPG) erteilt, welche zusammen mit der kommunalen Baubewilligung 

eröffnet wurde (BVV 13-2703). 

B.  

Dagegen rekurrierte K. E.am 15. Dezember 2014 fristgerecht an das Bau-

rekursgericht des Kantons Zürich und beantragte in materieller Hinsicht:  

"1.  Die  beiden  vorgenannten,  angefochtenen  Bewilligungen  der  Baudi-
rektion des Kantons Zürich sowie des Gemeinderates X vom 18. Sep-
tember  bzw.  vom  3.  November  2014  seien  vollumfänglich  aufzuhe-
ben. 

 2.  Die Verfahrenskosten seien vollumfänglich der Rekursgegnerschaft 3 
und/oder der Rekursgegnerschaft 2 und/oder der Rekursgegnerschaft 
1 aufzuerlegen. 

 3.  Dem  Rekurrierenden  sei  für  die  anwaltliche  Vertretung  im  vorliegen-
den  Rekursverfahren  eine  angemessene  Parteientschädigung  zu 
Lasten der Rekursgegnerschaft 3 und/oder der Rekursgegnerschaft 2 
und/oder der Rekursgegnerschaft 1 zuzusprechen." 

C.  
Mit  Verfügung  vom  16.  Dezember 2014  wurde  der Eingang  des  Rekurses 

vorgemerkt,  diesem  die  aufschiebende  Wirkung  zuerkannt  und  das  Ver-

nehmlassungsverfahren eröffnet.  

D.  

In ihren Rekursantworten vom 21. Januar bzw. 16. Februar 2015 beantrag-
ten  die  Sunrise  bzw.  die  Baudirektion  Kanton  Zürich  die  Abweisung  des 
Rekurses.  Die  Sunrise  verlangte  zudem  die  Zusprechung  einer  Umtriebs-

entschädigung.  Der  Gemeinderat  X  verzichtete  explizit  auf  eine  Vernehm-

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Seite 2 

 
 
lassung. Die rekurrentische Replik datiert vom 9. März 2015; die Duplik der 

Sunrise vom 26. März 2015.  

E. 

Am  4.  Mai  2015  führte  eine  Delegation  der  4.  Abteilung  des  Baure-

kursgerichts im Beisein der Parteien einen Augenschein vor Ort durch. Das 

Protokoll des Augenscheins wurde  dem rekurrentischen Vertreter auf des-

sen  Begehren  zugestellt.  Mit  E-Mail-Eingaben  vom  20.  Mai  2015  machte 

der Rekurrent zusätzliche Ausführungen vor allem in sachverhaltlicher Hin-

sicht (act. 28  - 31). Die Protokollierung wurde hingegen nicht in Frage ge-

stellt. 

F. 
Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  Ergebnisse  des  Augenscheins 

wird,  soweit  entscheidrelevant,  in  den  nachstehenden  Erwägungen  Bezug 

genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

K. E. ist Eigentümer und Bewohner einer Wohnung in der Liegenschaft W.-

Strasse  9b,  welche  sich  im  gemäss  bundesgerichtlicher  Definition  rechts-

mittelberechtigten  Umkreis  der  strittigen  Kommunikationsanlage  (Einspre-
cherradius) – der hier rund 602 m beträgt (act. 13.12, S. 5) – befindet. Er ist 
damit  mehr  als  irgendwelche  Dritte  oder  die  Allgemeinheit  in  seinen  eige-

nen  Interessen  betroffen  sowie  aufgrund  der  nachstehend  unter  Ziffer  3.1 

zusammengefassten Rügen gemäss § 338a des Planungs- und Baugeset-

zes  (PBG)  rechtsmittellegitimiert.  Da  die  übrigen  Prozessvoraussetzungen 

ebenfalls erfüllt sind, ist auf seinen Rekurs einzutreten.  

2.  

Die auf dem Dach des bestehenden landwirtschaftlichen Ökonomiegebäu-
des W.-Strasse 14a projektierte Mobilfunk-Basisstation der Sunrise soll mit 

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einer Gesamtleistung von maximal 5'000 WERP betrieben werden. Die Anla-
ge besteht im Wesentlichen aus einem 3,5 m hohen Mast (zuzüglich Blitz-

ableiter  von  1  m  Länge),  an  dessen  Spitze  drei  Quadband-Antennen  des 

Typs  Kathrein  800-10804  mit  folgenden  Spezifikationen  montiert  werden 

sollen:  

Ant.-Bez. 

Freq./MHz 

AL 

800 

Leistung/WERP  

800 

AG 

900 

400 

BG 

900 

400 

BL 

800 

800 

CG 

900 

400 

CL 

AU 

BU 

CU 

800 

2100 

2100 

2100 

800 

650 

650 

100 

Azimut  

80° 

80° 

180° 

180° 

290° 

290° 

80° 

180° 

290° 

Das  Baugrundstück  liegt  in  der  Landwirtschaftszone.  Das  Streitobjekt  soll 

die  bis  anhin  auf  dem  Dach  des  benachbarten  Ökonomiegebäudes  W.-

Strasse  13  in  Betrieb  stehende  Basisstation  ersetzen,  weil  diese  in  der 

Wohnzone W2 liegende Baute demnächst abgebrochen wird.  

3.1.  

Der  Rekurrent  führt  zur  Begründung  kurz  zusammengefasst  im  Wesentli-

chen  an,  die  knapp  ausserhalb  der  Bauzonen  geplante  Mobilfunk-

Basisstation  der  Sunrise  sei  zu  Unrecht  bewilligt  worden.  Insbesondere 

seien  die  strengen  Voraussetzungen  für  die  Erteilung  einer  Ausnahmebe-

willigung gestützt auf Art. 24 RPG nicht erfüllt. Die Anlage sei nicht stand-

ortgebunden,  weil  sie  vor allem  aus  technischen  Gründen  keineswegs  auf 

einen  Standort  in  der  Landwirtschaftszone  angewiesen  sei.  An  die  Stand-

ortgebundenheit  seien,  gerade  im  Hinblick  auf  das  zentrale  raumplaneri-

sche Gebot der Trennung des Baugebietes vom Nichtbaugebiet, sehr hohe 

Anforderungen zu stellen. Selbst wenn die Standortgebundenheit im vorlie-

genden Fall grundsätzlich bejaht würde, was jedoch im Lichte der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung gerade nicht zulässig sei, ständen dem Bau-
vorhaben überwiegende Interessen entgegen.  

Zwar sei möglicherweise die geplante zusätzliche Funkabdeckung nur aus-

serhalb der Bauzonen mit einer einzigen Basisstation möglich. Es spreche 

jedoch objektiv nichts dagegen, diese etwa mit zwei Anlagen innerhalb der 

Bauzonen zu realisieren. Dass dies allenfalls die teurere Lösung sei, dürfe 

gemäss  Rechtspraxis  kein  Grund  für  die  Erteilung  eine  Ausnahmebewilli-
gung  sein.  Ein  Selbsttest  habe  bewiesen,  dass  die  Gesprächsqualität  mit 
dem  Mobiltelefon  im  fraglichen  Gebiet,  selbst  auf  dem  Autobahnabschnitt 

zwischen X und Y, durchaus im "grünen Bereich" liege. Von einer ernsthaf-

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Seite 4 

 
 
ten  behebungsbedürftigen  Versorgungslücke  könne  zudem  auch  ange-

sichts  der  Versorgungskarten  der  Sunrise  nicht  die  Rede  sein.  Jedenfalls 

sei  die  konzessionsrechtlich  geforderte  Mobilfunkqualität  bereits  ohne  die 

neu  geplante  Basisstation  bei  weitem  vorhanden.  Die  Ausführungen  und 

Berechnungen  im  Technischen  Bericht  der  Bauherrschaft  vom  20.  Juni 

2014 seien teilweise wenig glaubhaft und würden bestritten. 

Weder funktechnische  noch  landschaftliche  Aspekte  sprächen  für den  ge-

wählten Standort. Die auf dem Dach des Ökonomiegebäudes vorgesehene 

Basisstation, welche eine Länge von immerhin 3,5 m (mit Blitzfangstab so-

gar 4,5 m) über der Dachfläche aufweise, sei einordnungsmässig inakzep-

tabel  und  wirke  sehr  störend.  Sie  werde  keineswegs  ins  solitär  und  expo-

niert  gelegene  Ökonomiegebäude  integriert,  sondern  trete  gestalterisch 

sehr negativ in Erscheinung. Die gegenteiligen Ausführungen der Baudirek-

tion seien nicht nachvollziehbar.  

Es  gebe  innerhalb  der  Bauzonen  unzählige  Standorte,  welche  einord-

nungsmässig weniger nachteilig seien. Dazu gehöre etwa das Gebiet ober-

halb  der  strittigen  Bauparzelle  beim  Sportplatz  R.  mit  dem  benachbarten 

Mehrfamilienhaus L.-Strasse 25, das Quartier in der Wohn- und Gewerbe-

zone an der Z.-Strasse beim Restaurant W., die Liegenschaft L.-Strasse 8 

oder  die  Parzellen  Kat.-Nrn.  3002  und  3003  unmittelbar  neben  der  Auto-

bahn.  Es  werde  bestritten,  dass  sich  diese  Orte  aus  verschiedenen  Grün-

den nicht eigneten bzw. dort nur Anlagen in Kombination mit hohen Masten 

von mindestens 15 m Höhe realisiert werden könnten. 

Es sei offensichtlich, dass die Sunrise in keiner Weise die notwendige um-

fassende  Standortevaluation  für  alternative  Basisstationen  innerhalb  des 

Baugebiets  durchgeführt  habe.  Ein  Vergleich  mit  der  bestehenden  Anten-

nenanlage  auf  dem  in  der  Nähe  situierten  Gebäude  W.-Strasse  13  im 

Rahmen  der  Standortevaluation  sei  unbehelflich,  weil  dieses  Gebäude 

demnächst abgebrochen werde und die dortige Antennenanlage ja gerade 

durch  die  strittige  ersetzt  werde.  Das  strittige  Bauvorhaben  würde  zudem 

zu einer weiteren Zweckentfremdung von Nichtbauzonenland führen.  

3.2.   

Im  Gegensatz  dazu  hält  die  Rekursgegnerschaft  zur  Hauptsache  fest,  die 
strittige Basisstation erfülle einwandfrei alle Voraussetzungen für eine Aus-

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Seite 5 

 
 
nahmebewilligung nach Art. 24 RPG. Die Anlage sei standortgebunden und 

auch die Interessenabwägung spreche klar für den ausgewählten Standort. 

Die  vom  Rekurrenten  vorgeschlagenen  Alternativstandorte  im  Bauzonen-

gebiet  seien  sowohl sendetechnisch  wie  auch  raumplanerisch ungeeignet. 

Auch  im  Übrigen  sei  die  Antennenanlage  der  Sunrise  baurechtskonform. 

Insbesondere würden die gesetzlichen Grenzwerte problemlos eingehalten. 

Gerade  letzteres  wäre  bei  einer  leistungsmässig  gleich  dimensionierten 

Basisstation innerhalb der Bauzonen nicht möglich. 

4.1. 

Der Schutz der Umwelt vor elektromagnetischer Strahlung wird im Bundes-

gesetz  über  den  Umweltschutz  (USG)  sowie  in  der  bundesrätlichen  Ver-

ordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung vom 23. Dezem-

ber  1999  (NISV)  geregelt.  Das  Bundesamt  für  Umwelt  (BAFU;  früher 

BUWAL) konkretisierte die NISV mit Vollzugsempfehlungen (Mobilfunk- und 

WLL-Basisstationen,  Vollzugsempfehlung  zur  NISV,  BUWAL/BAFU,  Bern 

2003 [Vollzugsempfehlung NISV]).  

Die NISV regelt die Begrenzung von nieder- und hochfrequenten Strahlen-

emissionen,  welche  durch  den  Betrieb  ortsfester Anlagen,  wozu  auch  Mo-

bilfunk-Basisstationen gehören,  erzeugt  werden  (Art.  2  Abs.  1  lit. a  NISV). 

Es  wurden  gemäss  den  gesetzlichen  Vorgaben  von  Art.  13  USG  Immissi-

onsgrenzwerte und in Umsetzung des gesetzlichen Vorsorgeprinzips Anla-

gegrenzwerte festgelegt.  

4.2. 

Die Immissionsgrenzwerte (IGW) gelten an allen Orten, wo sich Menschen 

normalerweise  aufhalten  können  (OKA;  Art.  13  Abs.  1  NISV)  und  stützen 

sich  konzeptionell  auf die  Empfehlungen  bzw.  Richtlinien  der Weltgesund-

heitsorganisation  WHO  und  der  internationalen  Strahlenschutzvereinigung 

ICNIRP ab.  

Die Anlagegrenzwerte (AGW), welche von Mobilfunkanlagen mit einer Ge-
samtstrahlungsleistung  von  über  6  WERP  zwingend  eingehalten  werden 
müssen  (Ziffern  61  und  64  Anhang  1  NISV),  gehen  deutlich  über  den 
Schutzumfang der Immissionsgrenzwerte hinaus und verlangen in Konkre-
tisierung  der  Bestimmung  von  Art.  4  Abs.  1  NISV  an  Orten  mit  empfindli-

cher Nutzung (OMEN), die in Art. 3 Abs. 3 NISV aufgeführt werden, durch-

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schnittlich  um  den  Faktor  10  tiefere  elektrische  Feldstärken.    Die  Anlage-

grenzwerte bewegen sich –abhängig von den jeweils zu beurteilenden Fre-
quenzen – zwischen 4 - 6 V/m. Für die strittige Basisstation, welche in den 
Frequenzbereichen um 800, 900 und 2100 MHz betrieben werden soll, gilt 

ein Maximalwert von 5 V/m (Ziffer 64 lit. c Anhang 1 NISV).  

4.3. 

Die Ermittlung der Immissions- und Anlagegrenzwerte erfolgt mit Hilfe des 

vom  BAFU  entwickelten  Berechnungsmodells  für  hochfrequente  nichtioni-

sierende Strahlen (NIS-Berechnungsmodell), den sogenannten Standortda-

tenblättern.  Damit  lassen  sich  die  künftigen  elektromagnetischen  Auswir-

kungen von Mobilfunk-Basisstationen ausreichend genau berechnen. 

Art.  11  Abs.  2  lit.  c  Ziff.  1  und  2  NISV  verlangt  Berechnungen  einerseits 

beim strahlenmässig exponiertesten OKA (Ort für den kurzfristigen Aufent-

halt  von  Menschen;  Immissionsgrenzwert)  und  andererseits  für  jene  drei 

Orte mit empfindlicher Nutzung (OMEN), an denen die elektromagnetische 

Strahlung  am  grössten  sein  wird  (Anlagegrenzwert).  Darüber  hinaus  sind 

die Mobilfunkgesellschaften in der Regel zu keinen weiteren Grenzwertbe-

rechnungen verpflichtet (BRGE II Nr. 0146/2011 vom 21. Juni 2011, E. 6.5). 

Letztere  werden  von  den  Mobilfunkgesellschaften  im  Rahmen  der  Projek-

tierung der jeweiligen Anlage durchgeführt und müssen zwingend Bestand-

teil des Baugesuchs sein. 

Es  ist  Aufgabe  der  kommunalen  Baubehörden,  das  jeweilige  Standortda-

tenblatt  zusammen  mit  den  übrigen  Baugesuchsunterlagen  auf  ihre  Voll-

ständigkeit und Richtigkeit zu überprüfen und von einer externen Fachstelle 

kontrollieren zu lassen. Im Kanton Zürich verfügen einzig die Städte Winter-

thur  und  Zürich  über  eine  vom  BAFU  anerkannte  kommunale  NIS-

Fachstelle.  Die  übrigen  Gemeinden  lassen  die  Standortdatenblattberech-
nungen  –  wie  im  vorliegenden  Fall  –  vom  gleichfalls  eidgenössisch  aner-
kannten  kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL), Ab-

teilung  Lufthygiene,  auf  ihre  inhaltliche  und  berechnungsmässige  Korrekt-

heit überprüfen (http://www.bafu. admin.ch/elektrosmog/ 01116/index.html? 

lang=de; vgl. Link Ziffer 2; BRGE III Nr. 0027/2013 vom 27. März 2013, E. 

6.1).  

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Seite 7 

 
 
4.4. 

Mit  dem  Standortdatenblatt  vom  5.  Dezember  2013  (act.  13.12)  hat  die 

Sunrise  Immissionsprognosen  für  einen  OKA  und  7  OMEN  vorgenommen 

und dabei an allen  Berechnungsorten  die  Einhaltung  der Grenzwerte fest-

gestellt.  

In  seinem  detaillierten  Prüfbericht  vom  21.  Januar  2014  bestätigte  das 

AWEL  die  Richtigkeit  und  Grenzwertkonformität  der  Sunrise-Berechnun-

gen.  Auch  das  Baurekursgericht  konnte  bei  den  Grenzwertberechnungen 

für die genannten OKA und OMEN, welche rekurrentischerseits nicht expli-

zit in Frage gestellt werden, keine Unregelmässigkeiten feststellen.  

Bemerkungsweise bleibt an dieser Stelle festzuhalten, dass es sich bei die-

sem Prüfbericht des AWEL nicht um eine anfechtbare Anordnung handelt, 

sondern  dieser  eine  kantonale  Dienstleistung  für  die  Gemeinden  darstellt 
(BRGE II Nr. 0044/2014 vom 25. März 2014, E. 1). Folglich unterliegt dieser 

Bericht  entgegen  der Auffassung  der Vorinstanz  nicht  der Koordinierungs-

pflicht im Sinne der §§ 7 f. der Bauverfahrensverordnung (BVV). 

5.1.  

Gemäss Art. 22 Abs. 2 lit. a RPG muss eine Baute oder Anlage dem Zweck 

der Nutzungszone entsprechen, was für die in der Landwirtschaftszone pro-

jektierte Mobilfunk-Basisstation der Sunrise nicht zutrifft.  

Nach Art. 24 RPG können abweichend von Art. 22 Abs. 2 lit. a des Geset-

zes  Bewilligungen  erteilt  werden,  Bauten  und  Anlagen  zu  realisieren  oder 

ihren Zweck zu ändern, wenn:  

a.  der  Zweck  der  Bauten  und  Anlagen  einen  Standort  ausserhalb  der 

Bauzonen erfordert; und 

b.  keine überwiegenden Interessen entgegenstehen. 

5.2.1. 

Eine Baute oder Anlage ist im Sinne des Gesetzes dann standortgebunden, 

wenn sie aus technischen oder betrieblichen Gründen oder wegen der Bo-

denbeschaffenheit  auf  einen  Standort  ausserhalb  der  Bauzonen  angewie-

sen  ist.  Die  Standortgebundenheit  kann  eine  positive  oder  eine  negative 
sein.  

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Positiv  standortgebunden  ist  eine  Baute  oder  Anlage  dann,  wenn  sie  aus 

technischen  oder  betrieblichen  Gründen  oder  aber  aus  Gründen  der  Bo-

denbeschaffenheit  auf  einen  bestimmten  Standort  ausserhalb  der  Bauzo-

nen angewiesen ist. Dies trifft z.B. auf Energie- oder Rohstoffgewinnungs-

anlagen, auf Bergrestaurants oder auch auf bestimmte Kommunikationsan-

lagen  zu  (BRKE  III  Nrn.  0148  und  149/2008  vom  12.  November  2008,  E. 

6.4 und 6.5).  

Negative Standortgebundenheit liegt vor, wenn eine Baute oder Anlage auf 

Grund der von ihr ausgehenden Auswirkungen oder Gefahren nicht in einer 

Bauzone realisiert werden kann (z.B. ein Schiessstand, eine Abfalldeponie 

oder  ein  Tierheim).  Können  die  Auswirkungen  gestützt  auf  das  Umwelt-

schutzrecht in einem Masse begrenzt werden, dass das Vorhaben in einer 

Bauzone realisiert werden kann, fällt die Annahme der negativen Standort-

gebundenheit ausser Betracht (Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, 

Bau- und Umweltrecht, Band I, 3. Aufl., Zürich 1999, Rz. 709 ff. und dortige 

Hinweise auf die Rechtsprechung).  

5.2.2. 
Ausreichend  ist  eine  relative  Standortgebundenheit.  Es  ist  also  nicht  –  im 
Sinne einer absoluten Standortgebundenheit – erforderlich, dass überhaupt 
kein anderer Standort in Betracht fällt. Es müssen jedoch besonders wichti-

ge und objektive Gründe vorliegen, die den vorgesehenen Standort gegen-

über andern Standorten innerhalb einer Bauzone als wesentlich vorteilhaf-

ter erscheinen lassen (u.a. BGE 108 Ib 359 E. 4a S. 362).  

Kommunikationsanlagen  wie  Mobilfunk-Basisstationen  können  auf  einen 

Standort ausserhalb der Bauzonen angewiesen sein, wenn eine Deckungs- 

oder Kapazitätslücke aus funktechnischen Gründen mit einem oder mehre-

ren  Standorten  innerhalb  der Bauzonen  nicht  in  genügender Weise  besei-

tigt werden kann oder es bei einem Standort innerhalb der Bauzonen zu ei-

ner  nicht  vertretbaren  Störung  der  in  anderen  Funkzellen  des  Netzes  ver-

wendeten  Frequenzen  kommen  würde.  Ferner kann  sich  eine  Standortge-

bundenheit dann ergeben, wenn mit einer Basisstation auch oder vor allem 

Gebiete  ausserhalb  der  Bauzonen  mobilfunkmässig  abgedeckt  werden 

müssen.  Zu  denken  ist  etwa  an  Verkehrsträger  im  privaten  oder  öffentli-

chen  Verkehr  (Strassen,  Eisenbahnlinien),  nicht  eingezonte  Weiler  oder 

touristische  Anlagen  (wie  etwa  Skigebiete),  welche  Orte  grundsätzlich 

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Seite 9 

 
 
ebenfalls  einen  Anspruch  auf  eine  einwandfreie  Mobilfunkversorgung  ha-

ben. 

Nicht  ausreichend  sind  dagegen  wirtschaftliche  Vorteile  des  gewählten 

Standorts  (geringere  Landerwerbskosten,  voraussichtlich  geringere  Zahl 

von  Einsprachen) oder  zivilrechtliche  Gründe,  wie  z.B.  die Weigerung  von 

anderen Eigentümern, einer Antenne auf ihren Grundstücken innerhalb der 

Bauzonen zuzustimmen (u.a. BGr 1C_14/2008 vom 25. Februar 2009, 4.1, 

mit  zahlreichen  Hinweisen  auf  die  Rechtsprechung;  BRGE  III  Nrn.  0085 

und 0086/2011 vom 1. Juni 2011, E. 16.2.). 

5.3.  

Unter besonderen, im nachstehenden Sinne qualifizierten Umständen kann 

sich  allerdings  ein  Standort  ausserhalb  der  Bauzonen  im  Vergleich  zu  ei-

nem  Standort  innerhalb  der  Bauzonen  aufgrund  einer  Gesamtsicht  unter 

Beachtung  aller  massgebenden  Interessen  als  derart  vorteilhaft  erweisen, 

dass  er  ausnahmsweise  in  weiteren  als  den  vorne  genannten  Fällen  als 

standortgebunden im Sinne von Art. 24 lit. a RPG anerkannt werden kann. 

Im  Unterschied  zu  anderen  Bauten  und  Anlagen  (wie  Strassen,  Parkplät-

zen,  Deponien,  Materialgewinnungsanlagen,  Sportanlagen  usw.)  können 

Funkantennen  aufgrund  ihrer  Eigenschaft als in  der Regel  vergeichsweise 

klein  dimensionierte  technische  Infrastruktureinrichtung  realisiert  werden, 

ohne dafür zwingend neues, unüberbautes Nichtbauzonenland in Anspruch 

nehmen zu müssen. Dies ist im Wesentlichen dann der Fall, wenn sie auf 

früher erstellten Gebäuden oder Infrastruktureinrichtungen realisiert werden 

können.  Diesem  Umstand  ist  bei  der  im  Rahmen  der  Standortevaluation 

vorzunehmenden  Interessenabwägung  gebührend  Rechnung  zu  tragen 

(BGr 1C_345/2008 vom 29. Januar 2009, E. 2.3).  

Als  Standorte  für  Kommunikationsanlagen  ausserhalb  der  Bauzonen  kön-

nen  also  nicht  mehr  nur  solche  in  Frage  kommen,  welche  für  eine  ange-

messene  Abdeckung  für  die  Mobiltelefonie  oder  für  andere  Funkdienste 

aus  technischen  Gründen  unentbehrlich  sind.  Vielmehr  können  sich  im 

Lichte  der  vorzunehmenden  Interessenabwägung  auch  Standorte  auf  be-

stehenden  Bauten  und  Anlagen  ausserhalb  der  Bauzonen  gegenüber  sol-

chen  innerhalb  der  Bauzonen  als  wesentlich  geeigneter  erweisen  (BGr 
1C_200/2012  vom  17.  Dezember  2012,  E.  4.2;  BRKE  II  Nrn.  0014-
0015/2010  vom  2.  Februar  2010,  E.  8.4).  Zwingende  Grundvoraussetzun-

gen  für  eine  derartige  erweiterte  ausnahmsweise  Bejahung  der  Standort-

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Seite 10 

 
 
gebundenheit  sind,  dass  die  Kommunikationsanlage  ausserhalb  der  Bau-

zonen keine erhebliche Zweckentfremdung von Nichtbauzonenland bewirkt 

und  nicht  störend  in  Erscheinung  tritt.  Solches  trifft  grundsätzlich  nur  für 

Örtlichkeiten  zu,  an  denen  sich  bereits  zonenkonforme  oder  zonenwidrige 

Bauten und Anlagen befinden (BGr 1C_405/2012 vom 24. April 2012, 3.1). 

Zu  denken  ist  etwa  an  Hochspannungsmasten,  bestehende  Funkmasten, 

Verkehrsanlagen,  Beleuchtungskandelaber,  weitere  vergleichbare  Infra-

strukturanlagen  sowie  landwirtschaftliche  Gebäuden  und  Anlagen  (BRGE 

III Nrn. 0085 und 0086/2011 vom 1. Juni 2011, E. 16.3.).  

Selbst  bei  dieser  erweiterten,  speziell  auf  die  eigenen  Verhältnisse  der 

Kommunikationstechnik  zugeschnittene  Bejahung  der  Standortgebunden-

heit darf eine Ausnahmebewilligung für eine Antennenanlage nur dann er-

teilt  werden,  wenn  als  zusätzliche  Voraussetzung  gewährleistet  ist,  dass 

dem Vorhaben keine überwiegenden Interessen entgegenstehen. In die In-

teressenabwägung sind im Rahmen der Standortfrage auch allenfalls mög-

liche  Alternativlösungen  innerhalb  und  ausserhalb  der  Bauzonen  einzube-

ziehen.  Nur  wenn  sich  im  Rahmen  eines  solchen  Vergleichs  ein  Standort 

ausserhalb der Bauzonen als deutlich geeigneter erweist, kann die Stand-

ortgebundenheit bejaht werden. Beim Standortvergleich sind nicht nur funk-

technische Aspekte, sondern auch solche wie etwa des Landschaftsschut-

zes zu gewichten (BGr 1C_200/2012 vom 17. Dezember 2012, E. 4.2.).  

5.4.1.  

Zur Standortgebundenheit der streitbetroffenen Basisstation hielt die Baudi-

rektion in der Ausnahmebewilligung vom 18. September 2014 (act. 4) sowie 

in ihrer Rekursantwort vom 11. Februar 2015 (act. 17) fest, der vorgesehe-

ne Standort auf dem Ökonomiegebäude sei nach eingehender Prüfung ei-

ner  Alternative  in  der  Bauzone  als  geeigneter  Standort  eruiert  worden.  Im 

Technischen Bericht der Sunrise vom 20. Juni 2014 (act. 13.15) sei plausi-

bel dargelegt worden, dass funktechnische wie auch landschaftliche Aspek-

te für den gewählten Standort sprächen.  

Aus  einordnungsmässiger  Sicht  trete  die  in  das  bestehende  Ökonomiege-

bäude gut integrierte Mobilfunkantennenanlage, welche den First um ledig-

lich 3 m überrage, keineswegs störend in Erscheinung und falle viel weni-

ger  stark  ins  Gewicht  als  eine  solche  mit  gleicher  Sendeleistung  in  der 

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Seite 11 

 
 
Bauzone.  Das  Streitobjekt  habe  keine  erhebliche  Zweckentfremdung  von 

Nichtbauland zur Folge.  

Insgesamt  sei  diesem,  gestützt  auf  die  Rechtsprechung,  eine  relative 

Standortgebundenheit im Sinne von Art. 24 RPG zu attestieren. Dem Bau-

vorhaben ständen zudem keine überwiegenden Interessen entgegen, wes-

halb die erteilte Ausnahmebewilligung rechtens sei. 

5.4.2.  

In  der  erwähnten  Standortbegründung  (auch  als  Technischer  Bericht  vom 

20.  Juni  bezeichnet;  eine  frühere  Standortbegründung  vom  23.  Dezember 

2013 [act. 13.14] hatte sich nach Auffassung der Baudirektion als ungenü-

gend  erwiesen)  sowie  zusätzlich  in  ihren  Ausführungen  im  vorliegenden 

Rechtsmittelverfahren hält Sunrise zusammengefasst im Wesentlichen fest:  

Mit  dem  vorgesehenen  Abbau der bestehenden  Basisstation  auf  dem  Ge-

bäude W.-Strasse 11 (recte: 13) gehe nicht nur die Kapazität, sondern die 

eigentliche Grundversorgung im Wohngebiet sowie im Bereich der nahege-

legenen  Autobahn  verloren.  Bei  der  geplanten  Ersatzanlage  gehe  es  da-

rum,  einerseits  diese  Lücke  wieder  zu  schliessen  und  andererseits  genü-

gend Kapazitäten zu schaffen, um ihren Kunden nicht nur das mobile Tele-

fonieren, sondern auch alle anderen konzessionierten Dienste wie den Da-

tenverkehr  (Internet)  in  einer  guten  Qualität  unterbruchsfrei  anbieten  zu 

können. Das Datenvolumen verdopple sich praktisch von Jahr zu Jahr, was 

mit  der  bestehenden  Infrastruktur  in  der  Regel  kaum  zu  bewältigen  sei. 

Funktechnisch  sei  eine  Verbesserung  des  UMTS-Netzes  und  der  Aufbau 

des  LTE-Netzes,  welche  beide  eine  rasche  Übertragung  grosser  Daten-

mengen  erlaubten,  wegen  der  kürzeren  Wellenlängen  und  der  damit  ver-

bundenen  kleineren  Funkzellen  mit  reduziertem  Verbreitungspotential  weit 

anspruchsvoller als bei den bisherigen GMS-Frequenzen.  

Mobilfunk-Basisstationen seien bedingt durch ihre sendetechnische Funkti-

onalität  auf  exponierte  Standorte  angewiesen,  welche  zwangsläufig  ent-

sprechend  optisch  in  Erscheinung  träten.  Wo  immer  es  deshalb  möglich 

sei, versuche Sunrise, bestehende Infrastruktur zu nutzen, um die visuellen 

Auswirkungen möglichst gering zu halten. Schon diesbezüglich sei der ge-

wählte Standort auf dem Ökonomiegebäude W.-Strasse 14a viel vorteilhaf-

ter als eine Neuanlage, etwa auf einem Mast, innerhalb der Bauzonen. Mit 
einer Länge von lediglich 3 m über dem First trete das Streitobjekt diskret 

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Seite 12 

 
 
und nicht störend in Erscheinung, weshalb es sich gesetzeskonform in die 

Umgebung einordne.  

Mit  der streitbetroffenen  Anlage  könne  das  umliegende Wohngebiet  sowie 
auch  die  Autobahn  [….]  mit  einer  einzigen  Basisstation  grossräumig  in  ei-
ner guten Qualität versorgt werden. Innerhalb der Bauzonen sei dies vor al-

lem wegen der Topografie und der Grenzwerte nicht möglich, selbst mit ei-

nem sehr hohen Mast. Aufgrund der örtlichen Verhältnisse würden die not-

wendigen Tilts (Antennen-NeigungsX) in Verbindung mit der Sendeleistun-

gen  schnell  zu  Grenzwertüberschreitungen  an  den  massgebenden  OMEN 

führen. Dies habe die Prüfung eines möglichen Alternativstandortes an der 

W.-Strasse 13 ergeben. Es müsste zumindest eine zweite Basisstation er-

richtet  werden,  wobei auch  dies  sendetechnisch  erheblich  weniger  gut  sei 

als die vorliegend strittige Mobilfunkanlage. Überhaupt nicht geeignet seien 

die diversen rekurrentischerseits vorgeschlagenen Standorte innerhalb des 

Siedlungsgebiets und direkt neben der Autobahn. Die konkrete Interessen-

abwägung falle deutlich zugunsten der strittigen Anlage aus.  

Die Basisstation habe keine Zweckentfremdung von Nichtbauzonenland zur 

Folge,  zumal  ihre  technischen  Einrichtungen  mit  der  Anlagesteuerung 

grossmehrheitlich  innerhalb  des  bestehenden  Ökonomiegebäudes  vorge-

sehen  seien.  Gemäss  Rechtsprechung müsse  der gewählte  Standort aus-

serhalb der Bauzonen  nicht der einzig  mögliche  sein,  sondern es sei aus-
reichend, wenn für diesen  – wie im vorliegenden Fall – besondere Gründe 
sprächen,  die  ihn  im  Vergleich  zu  anderen  Standorten  innerhalb  der  Bau-

zonen als wesentlich vorteilhafter erscheinen lassen. 

5.5.  

Diese  insgesamt  zutreffenden  Ausführungen  der  Baudirektion  sowie  der 

Bauherrschaft zur Standortgebundenheit und zur Interessenabwägung sind 

korrekt und vermögen zu überzeugen. Auch wenn die online zur Verfügung 

stehenden  aktuellen  Abdeckungskarten  der  Sunrise  in  X  eine  hundertpro-

zentige  Mobilfunkabdeckung  vom  2G-  bis  zum  4G-Bereich  zeigen 

(http://www1.sunrise.ch/Netzabdeckung-cb7abAqFI.yXYAAAF BesF2SHLu-

Sunrise-Residential-Site-WFS-de_CH-CHF.html),  sind  die  von  der  Bau-

herrschaft  erwähnten  Kapazitätsprobleme  nicht  gelöst.  Solche  positiven 
Abdeckungskarten sagen wenig über Kapazität und Qualität der Mobilfunk-
netze aus. Sie besagen lediglich, dass die angebotenen Dienste grundsätz-

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Seite 13 

 
 
lich benutzt werden können. Wie schnell und/oder unterbruchsfrei etwa der 

Datentransfer möglich ist, geht aus diesen Karten nicht hervor.  

Die Bestandteil der Standortbegründung bildenden Versorgungs- bzw. Sig-

nalstärkekarten  zeigen  hingegen  auf,  dass  die  Netzqualität  nach  dem  be-

vorstehenden  Abbau  der  bestehenden  Anlage  auf  dem  Gebäude  W.-

Strasse 13 unzureichend wäre, welcher Mangel mit der strittigen Basissta-

tion sendetechnisch optimal behoben werden kann (act. 13.15, S. 2 und 3). 

Vergleichbare mobilfunktechnische Alternativen gibt es nicht. Die vom Re-

kurrenten  ins  Spiel  gebrachten  Standorte  innerhalb  des  Bauzonengebiets 

(die rekurrentischerseits im E-Mail vom 20. Mai 2015 erwähnten Parzellen 

Kat.-Nrn.  3002  und  3003  unmittelbar  neben  der  Autobahn  liegen  übrigens 

ebenfalls  ausserhalb  der  Bauzonen)  sind,  was  auch  der  Augenschein  ge-

zeigt hat, in erster Linie aus topografischen Gründen weitgehend ungeeig-

net bzw. es müsste eine Anlage mit einem sehr hohen Mast realisiert wer-

den, was einordnungsmässig kaum vertretbar wäre.  

Zu  ergänzen  bleibt  in  diesem  Zusammenhang  schliesslich,  dass  die  von 

der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) erteilten Mo-

bilfunk-Konzessionen die Betriebsgesellschaften verpflichtet haben, eigene 

Netze  aufzubauen  und  damit  die  Bevölkerung  mit  den  entsprechenden 

Diensten  zu  versorgen.  Entgegen  rekurrentischer  Auffassung  spielen  Fra-

gen der Opportunität oder die wegen Weiterentwicklung der Kommunikati-

onstechnologie stetig zunehmenden Nutzungsmöglichkeiten der Mobilfunk-

netze bei der Prüfung der Bewilligungsfähigkeit von Basisstationen sowohl 

innerhalb  als  auch  ausserhalb  der  Bauzonen  keine  Rolle.  Die  GSM-  und 

UMTS-Konzessionen  wurden  seinerzeit  ohne  Einschränkungen  bezüglich 

der  Nutzungsart  erteilt  (BRGE  III  Nrn.  0085  und  0086/2011  vom  1.  Juni 

2011,  E.  16.5.).  Grundsätzliche  Überlegungen  über  den  Umfang  bzw.  die 

Beschränkung  des  konzessionsrechtlich  abgedeckten  Mobilfunkangebots 

auf  gewisse  Kernbereiche  hätten  vielmehr schon damals bei der Erteilung 

der GSM- und UMTS-Konzessionen durch die ComCom erfolgen müssen.  

Anlässlich der umfassenden Neuvergabe der Konzessionen am 23. Febru-

ar 2012 wurden die Betreibergesellschaften ebenfalls zu keinen diesbezüg-

lichen Einschränkungen verpflichtet. Von der ComCom wurde im Gegenteil 

darauf hingewiesen, dass den Betreibergesellschaften mit den neuen Kon-

zessionen (welche bis zum Jahre 2028 laufen) ermöglicht werde, die stark 
wachsende Nachfrage nach mobilen Breitbanddiensten zu befriedigen und 

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Seite 14 

 
 
ihre Netze mit den neuesten Mobilfunktechnologien wie LTE ständig zu er-

weitern, damit in der Schweiz eine qualitativ hohe Mobilfunkkommunikation 

in allen Bereichen angeboten werden könne (http://www.comcom.admin.ch/ 

aktuell/00429/00636/00712/index.html?lang=de&msg-id=43520;www.news. 

admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/ 26001.pdf). 

5.6.  

Auch  im  Übrigen  stehen  der  Ausnahmebewilligung  keine  überwiegenden 

Interessen im Sinne von Art. 24 lit. b RPG entgegen. Insbesondere bewirkt 

die  im  Vergleich  zum  Standortgebäude  nicht  besonders  ins  Auge  fallende 

Anlage  keine  objektive  Schmälerung  der  landschaftlichen  Umgebung  und 

ist  einordnungsmässig  unproblematisch.  Die  lediglich  3  m  über den  Dach-

first  hinausragende  Antennenanlage  (Gesamtlänge  ab  Dachfläche  3,5  m) 

tritt keineswegs im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung störend 

in  Erscheinung.  Schliesslich  bewirkt  das  Bauvorhaben  keine  erhebliche 

Zweckentfremdung von Nichtbauzonenland.  

5.7.  

Insgesamt  muss der vorgesehene Standort in jeder Beziehung als gerade-

zu  ideal  bezeichnet  werden.  Die  dagegen  vom  Rekurrenten  angeführten 

Gründe wirken teilweise gesucht und halten einer objektiven Betrachtungs-

weise  nicht  stand.  Mit  der  streitbetroffenen  Anlage  kann  landschaftsscho-

nend  und  immissionsgünstig  ein  relativ  grosses  Gebiet  mobilfunkmässig 

optimal  versorgt  werden,  ohne  dass  die  Quartierbewohner  mit  übermässi-

ger Strahlung belastet würden.  

Folglich hat die Baudirektion Kanton Zürich der Sunrise zu Recht die erfor-

derliche  Ausnahmebewilligung  erteilt.  Diese  widerspricht  zudem  in  keiner 

Weise  den  Empfehlungen  des  Bundesamtes  für  Raumentwicklung  (ARE) 

über die Erstellung von Kommunikationsanlagen ausserhalb der Bauzonen 

(ARE, Merksätze zur Problematik von Mobilfunkanlagen und Raumplanung 

vom  5.  Januar  2005  [pdf-Dokument  online  auf  www.are.admin.ch/themen/ 

recht/00817/]).  

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Seite 15 

 
 
6. 

Ist  die  Erstellung  der  projektierten  Anlage  am  vorgesehenen  Standort  im 

Lichte der Bauvorschriften sowie des von der NISV abschliessend geregel-

ten Immissionsschutzes rechtskonform, kann die Sunrise nicht zur Abände-

rung ihres Bauvorhabens oder zu einem Alternativstandort verpflichtet wer-

den  (BRGE IV Nr. 0118/2014 vom 16. Oktober 2014, E. 13). Entspricht ein 

Projekt  den  massgebenden  öffentlichrechtlichen  Bauvorschriften,  hat  die 

Bauherrschaft  vielmehr  Anspruch  auf  Erteilung  der  Baubewilligung,  was 

auch für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen gilt (§ 320 PBG).  

7. 

Zusammenfassend ist der Rekurs vollumfänglich abzuweisen.  

[….] 

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