# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b8cd644-b01d-5d2f-80cf-0e98ec065d1b
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-10-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 03.10.2023 R 2021 108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2021-108_2023-10-03.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 21 108

5. Kammer 

Vorsitz Brun

RichterIn Audétat und Pedretti

Aktuar Ott

URTEIL

vom 3. Oktober 2023

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Dominik Infanger, 

Beschwerdeführerin

gegen

Gemeinde B._____,  

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Gian Luca Peng, 

Beschwerdegegnerin

und

C._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin MLaw Sabrina Brunner Seres, 

Beschwerdegegner

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betreffend Baueinsprache

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I. Sachverhalt:

1. Als Grundeigentümer und Bauherr ersuchte C._____ mit Baugesuch vom 

31. Mai 2021 die Gemeinde B._____ um Bewilligung der Überbauung der 

Parzelle 2966 mit einem Mehrfamilienhaus, bestehend aus zwei 

Baukörpern, Haus A und Haus B, verbunden durch ein gemeinsames 

Sockelgeschoss mit Einstellhalle. Entstehen sollen eine 3.5-

Zimmerwohnung, eine 4.5-Zimmerwohnungen, eine 4.5-

Zimmereinliegerwohnung und eine 5.5-Zimmerwohnung. Ausserdem sind 

neun Einstellplätze für Motorfahrzeuge und ein Besucherparkplatz 

vorgesehen. Die Heizung/Warmwasseraufbereitung erfolgt gemäss dem 

Formular "Energienachweis Heizungs- und Warmwasseranlagen" vom 

7. Juni 2021 mittels Wärmepumpen Erdsonden/Wasser mit elektrischer 

Notheizung. Die Umfassungswände werden in (mattem Sicht-) Beton 

ausgeführt. Die Parzelle 2966 ist im Umfang von 1'377 m² der Wohnzone 

2 (W2) und mit 62 m² dem übrigen Gemeindegebiet (üG) zugewiesen. Der 

nordwestliche Bereich der Parzelle wird gemäss der kantonalen 

Gewässerschutzkarte zudem im Umfang von ca. 595 m2 durch einen 

Gewässerschutzbereich Au überlagert. Die Parzelle 2966 ist ausserdem 

vom Quartierplan D._____ erfasst, welcher am 22. Oktober 2002 vom 

Gemeindevorstand genehmigt wurde. Im damaligen Zeitpunkt war das 

Baugebiet im Quartierplanperimeter, wozu auch der Bereich der heutigen 

Parzelle 2966 gehört, der Wohnzone A zugewiesen, für die eine 

Ausnützungsziffer von 0.4 festgelegt war. Am 4. November 2011 

beschloss die Gemeindeversammlung B._____ eine Totalrevision der 

Ortsplanung, welche von der Regierung am 8. Mai 2012 (Protokoll-

Nr. 438) genehmigt wurde. Anlässlich dieser Ortsplanungsrevision wurde 

in der Gemeinde B._____ neu anstelle der Ausnützungsziffer (AZ) die 

Überbauungsziffer (ÜZ) nach Massgabe der Übergangsbestimmung 

Art. 88 Abs. 3 des kommunalen Baugesetzes (BG) als Nutzungsziffer 

eingeführt.

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2. Das Bauvorhaben wurde am 4. Juni 2021 in den kommunalen 

Publikationsmedien publiziert und öffentlich aufgelegt. Während der 

Auflagefrist erhob unter anderem am 24. Juni 2021 A._____ als 

Grundeigentümerin der östlich gelegenen Nachbarparzelle 1969 

Einsprache gegen das Baugesuch vom 31. Mai 2021 und beantragte 

dessen kosten- und entschädigungspflichtige Abweisung, soweit darauf 

eingetreten werden könne. Zu Begründung wurden formelle und materielle 

Verletzungen des massgebenden Baurechts gerügt; so namentlich eine 

unvollständige Baueingabe bzw. eine mangelhafte Offenlegung der 

Baugesuchsakten, die Überschreitung der zulässigen Ausnützung, die 

Verletzung von Vorschriften über Gebäudelängen und -breiten sowie eine 

unzulässige Unterschreitung des Strassenabstandes.

3. Am 16. Juli 2021 liess sich C._____ dazu vernehmen und reichte mit Blick 

auf verschiedene Einsprachepunkte weitere Baugesuchsunterlagen ein, 

wobei auch gewisse Anpassungen am Bauprojekt vorgenommen wurden.

4. Zu diesen Unterlagen wurde A._____ von der Gemeinde B._____ am 

19. Juli 2021 das rechtliche Gehör gewährt. Daraufhin ergänzte sie ihre 

Einsprache am 19. August 2021 und – nach einer weiteren Zustellung von 

Unterlagen am 28. September 2021 – am 30. September 2021.

5. Am 12., mitgeteilt am 13. Oktober 2021, hiess der Gemeindevorstand 

B._____ die Einsprache teilweise gut und wies sie im Übrigen ab, soweit 

sie nicht infolge Anerkennung abgeschrieben werden könne. Gleichentags 

erteilte die Gemeinde die Baubewilligung mit separatem Bauentscheid. 

Der Einspracheentscheid bildet gemäss Ziffer III.2 des 

Einspracheentscheides integrierender Bestandteil der Baubewilligung. Die 

"Baubewilligung (Gesamtentscheid gemäss Art. 59 KRVO)" umfasst 

gemäss dessen Dispositivziffer IV.1 die Baubewilligung vom 

12./13. Oktober 2021, die Brandschutzbewilligung Feuerpolizei vom 

17. Juni 2021 und die Verfügung betr. den Ersatzbeitrag 

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Pflichtschutzplätze des Amtes für Militär und Zivilschutz vom 7. Juni 2021. 

Gemäss Dispositivziffer IV.1.1 wird die Baubewilligung aufgrund des 

Baugesuches vom 31. Mai 2021 und den Ergänzungen vom 16. Juli 2021 

gemäss den eingereichten Baugesuchsformularen und Projektplänen 

erteilt. Unter Ziffer IV.2.1 des Bauentscheides wurden als Bestandteile der 

Gesamtbewilligung verschiedene Planunterlagen mit entsprechendem 

Datum aufgelistet. Gleichzeitig gewährte die Baubehörde in der 

Dispositivziffer IV.2.2.1 ein Näherbaurecht zugunsten von Parzelle 2966 

und zulasten der Strassenparzelle 2551. Die Gemeinde bedingte sich im 

Gegenzug ein grundbuchlich zu sicherndes Wenderecht zugunsten der 

Strassenparzelle 2551 und zulasten von Parzelle 2966 aus. Mit 

Dispositivziffern IV.2.2.3 f. wurde die Bauherrschaft verpflichtet, vor 

Baubeginn der Baubehörde B._____ ein Gesuch um Bewilligung einer 

Wärmepumpenanlage zur Nutzung von Wasserwärme sowie einen 

Energienachweis (MuKEn) einzureichen.

6. Am 12. November 2021 erhob A._____ (nachfolgend 

Beschwerdeführerin) Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden und beantragte in Aufhebung des Bauentscheides der 

Gemeinde B._____ sowie des Einspracheentscheides, jeweils vom 

12. Oktober 2021, die Nichtgenehmigung des Baugesuches vom 31. Mai 

2021 betreffend das Bauvorhaben auf der Parzelle 2966. Weiter 

beantragte sie die Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Dies alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Bauherrschaft. Zur 

Begründung brachte sie wie bereits im Einspracheverfahren im 

Wesentlichen die Missachtung von formellem und materiellem Baurecht 

vor, was zur Verweigerung der Baubewilligung hätte führen müssen.

7. Die Gemeinde B._____ (nachfolgend Beschwerdegegnerin) beantragte 

am 9. Dezember 2021 die Abweisung der Beschwerde unter gesetzlicher 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Gegen die Erteilung der 

aufschiebenden Wirkung hatte sie nichts einzuwenden. Die 

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Beschwerdegegnerin hielt dafür, dass die Baubewilligung vom 

12. Oktober 2021 in Übereinstimmung mit den öffentlich-rechtlichen 

Vorschriften erteilt worden sei und zur Begründung verwies sie im 

Wesentlichen auf den angefochtenen Einspracheentscheid vom 

12. Oktober 2021. Ausserdem nahm sie noch punktuell zu den 

beschwerdeweise vorgebrachten Rügen Stellung.

8. C._____ (nachfolgend Beschwerdegegner) liess sich am 12. Januar 2022 

zur Beschwerde vernehmen und beantragte die Abweisung der 

Beschwerde unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.

9. Am 14. Januar 2022 erkannte der damalige Instruktionsrichter der 

Beschwerde die aufschiebende Wirkung gemäss Art. 53 Abs. 2 VRG zu.

10. Die Beschwerdeführerin replizierte am 8. Februar 2022 mit unveränderten 

Rechtsbegehren und vertiefte ihrer Argumentation anhand der 

beschwerdegegnerischen Eingaben.

11. Der Beschwerdegegner und die Beschwerdegegnerin duplizierten 

ebenfalls mit unveränderten Rechtsbegehren am 3.  bzw. 14. März 2022.

12. Nachdem der damalige Instruktionsrichter am 24. November 2022 die 

Quartierplanunterlagen und am 13. Februar 2023 weitere Unterlagen 

betreffend das vorinstanzliche Einspracheverfahren bei der 

Beschwerdegegnerin ediert hatte, fand am 30. März 2023 unter dessen 

Leitung ein Augenschein im Quartierplangebiet E._____ bzw. im Umfeld 

der Parzellen 2966 und 1969 statt. Das Protokoll zum Augenschein wurde 

den Parteien am 13. April 2023 zugestellt. Ebenfalls am 13. April 2023 

hatte die Beschwerdegegnerin noch die anlässlich des Augenscheins in 

Aussicht gestellten Unterlagen betreffend die Fassadengestaltung der 

Baute auf der Parzelle 46 eingereicht, worüber die weiteren Parteien am 

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14. April 2023 orientiert wurden. Am 26. April 2023 liessen sich der 

Beschwerdegegner und am 11. Mai 2023 innert erstreckter Frist auch die 

Beschwerdeführerin dazu vernehmen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften, die 

angefochtenen Entscheide vom 12. Oktober 2021 sowie die weiteren 

Akten, wird, sofern erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Vorliegend ist der Bauentscheid bzw. die Baubewilligung vom 12., 

mitgeteilt am 13. Oktober 2021, sowie der Einspracheentscheid des 

Gemeindevorstandes der Beschwerdegegnerin vom 12., mitgeteilt am 

13. Oktober 2021, angefochten, in welchem dieser als Baubehörde 

gemäss Art. 6 Abs. 1 BG (vgl. auch Art. 85 Abs. 2 des 

Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden [KRG; BR 801.100]) 

die Einsprache der Beschwerdeführerin vom 24. Juni 2021 gegen das 

Baugesuch des Beschwerdegegners für den Neubau eines 

Mehrfamilienhauses auf der Parzelle 2966 nur teilweise guthiess und im 

Übrigen abwies, soweit sie nicht infolge Anerkennung gegenstandslos 

geworden sei. Dabei qualifizierte die Gemeinde Ersteren als 

Gesamtentscheid gemäss Art. 59 der Raumplanungsverordnung für den 

Kanton Graubünden (KRVO; BR 801.110). Dabei handelt es sich gemäss 

bisheriger Praxis in der Regel um (verfahrensabschliessende) Entscheide 

einer Gemeinde welche nicht bei einer anderen Instanz angefochten 

werden können oder nach kantonalem oder eidgenössischem Recht 

endgültig sind (vgl. Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]; anstatt vieler: Urteile des 

Verwaltungsgerichts [VGU] R 21 110 vom 22. August 2023 E.1 und R 18 

46 vom 10. März 2021 E.2.1, wobei die gegen das Urteil R 18 46 vom 

10. März 2021 erhobene Beschwerde vom Bundesgericht mit Urteil 

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1C_287/2021 vom 25. Juli 2022 abgewiesen wurde, soweit darauf 

einzutreten war und das angefochtene Urteil trotz der dortigen 

Nebenbestimmungen im Bauentscheid als Endentscheid im Sinne von 

Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht 

[Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110] qualifiziert wurde; vgl. 

nunmehr aber betreffend Art. 93 Abs. 1 BGG: BGE 149 II 170). Somit ist 

das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden örtlich und sachlich 

zuständig. Als Grundeigentümerin der Parzelle 1969, welche direkt östlich 

an die Bauparzelle 2966 angrenzt, ist die Beschwerdeführerin von der 

Baubewilligung sowie des Einspracheentscheides, jeweils vom 12., 

mitgeteilt am 13. Oktober 2021 berührt und weist ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen Aufhebung auf (vgl. Art. 50 VRG), weshalb sie zur 

Beschwerdeerhebung legitimiert ist. Die übrigen Prozessvoraussetzungen 

geben zu keinen Bemerkungen Anlass, weshalb auf die Beschwerde vom 

12. November 2021 einzutreten ist.

2.1. Die Beschwerdeführerin rügt im vorliegenden Verfahren als formelle 

Baurechtsverletzung insbesondere die nicht vollständige Offenlegung der 

Baugesuchsakten bzw. bezweifelt deren Vollständigkeit. Anlässlich der 

Prüfung des Baugesuchs seien ihr lediglich die Baupläne und auf 

Nachfrage die Berechnung der Hauptnutzungsfläche ausgehändigt 

worden. Im Hinblick auf die Überprüfung der Frage, ob ihr im 

Einspracheverfahren sämtliche relevanten Akten des Baugesuches 

ausgehändigt worden seien, beantragte sie die Edition sämtlicher 

Bauakten betreffend die Parzelle 2966 von der Beschwerdegegnerin. 

Dann werde sich zeigen, wann welche Akten vorlagen. Angesichts der 

beschwerdegegnerischen Ausführungen im Einspracheentscheid habe es 

im massgeblichen Zeitpunkt jedenfalls bereits an einem (schriftlichen) 

Vorentscheid über die Inanspruchnahme der quartierplanrechtlichen 

Mehrlänge gefehlt. Denn die Beschwerdegegnerin habe die 

Beschwerdeführerin am 19. Juli 2021 (siehe Akten der 

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Beschwerdegegnerin [Bg1-act. 7.1 f.) wissen lassen, dass das 

Bauvorhaben voraussichtlich die quartierplanrechtlichen Anforderungen 

für die Inanspruchnahme der Mehrlänge erfüllen würde. Diese Mitteilung 

wäre nach Ansicht der Beschwerdeführerin entbehrlich gewesen, wenn 

der von der Beschwerdegegnerin behauptete Vorentscheid in den Akten 

gelegen hätte. Der Beschwerdeführerin sei dieser Vorentscheid auch nicht 

mit dem erwähnten Schreiben übermittelt worden. Somit müsse bereits mit 

diesem Wissensstand von einem unvollständigen Baugesuch 

ausgegangen werden.

2.2. Die Beschwerdegegnerin verweist in ihrer Vernehmlassung vom 

9. Dezember 2021 und der Duplik vom 14. März 2022 zu dieser Thematik 

insbesondere auf ihre Ausführungen im Einspracheentscheid vom 

12. Oktober 2021 (Akten der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 0.3 und Bg1-

act. 11). Dort wird betreffend einen Vorentscheid für die Inanspruchnahme 

der quartierplanrechtlichen Mehrlänge ausgeführt, die 

Beschwerdegegnerin habe dem Beschwerdegegner im Rahmen der 

vorläufigen Prüfung des Baugesuches vor der amtlichen Publikation 

mitgeteilt, dass das Bauvorhaben voraussichtlich die 

quartierplanrechtlichen Anforderungen für die Inanspruchnahme der 

Mehrlänge erfülle, womit ein entsprechender Vorentscheid vorliege und 

worüber die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 19. Juli 2021 in 

Kenntnis gesetzt worden sei. Ausserdem wird im Einspracheentscheid 

vom 12. Oktober 2021 festgestellt, dass das Baugesuch auf dem 

amtlichen Formular eingereicht worden sei und die für die Überprüfung 

des Bauvorhabens mit den Vorschriften des öffentlichen Rechts 

erforderlichen Beilagen (Baubeschrieb, Nutzungsberechnungen, 

Gebäudehöhe, etc.) enthalte. Das Baugesuch entspreche den 

Anforderungen von Art. 53 BG und ergebe in Bezug auf Gestaltung und 

Nutzung ein vollständiges Bild des beabsichtigten Bauvorhabens. 

Entgegen der Behauptung in der Einsprache vom 24. Juni 2021 (Bg1-

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act. 4) habe die Beschwerdegegnerin die Baugesuchsakten der 

Beschwerdeführerin zur Einsicht ausgehändigt. Zutreffend sei einzig, dass 

die beiden Gesuche für die Bewilligung der Feuerpolizei und für den 

Pflichtersatz für nicht zu erstellende Schutzräume entsprechend den 

beschwerdeführerischen Ausführungen nicht öffentlich aufgelegen hätten. 

Die beiden Gesuche seien den zuständigen Behörden bereits während der 

Auflagefrist zur koordinationspflichtigen Prüfung unterbreitet worden. Am 

28. September 2021 seien der Beschwerdeführerin die von den 

zuständigen Behörden erteilten Bewilligungen der Feuerpolizei und für 

den Pflichtersatz für nicht zu erstellende Schutzräume zur Kenntnisnahme 

und allfälligen Stellungnahme zugestellt worden, wovon die 

Beschwerdeführerin (am 30. September 2021 [Bg1-act. 9]) Gebrauch 

gemacht habe. Haltlos seien die beschwerdeführerischen Ausführungen, 

wonach ihr nur etwa die nach Ansicht des Bauamtes relevanten Akten 

ausgehändigt worden seien. Betreffend das im Zeitpunkt des 

Einspracheentscheides noch nicht in den Baugesuchsakten vorliegende 

Gesuch für eine koordinationsbedürftige Bewilligung von Wärmepumpen 

mit Erdwärmesonden verstehe es sich von selbst, dass dieses und der 

Energienachweis vor Baubeginn der Beschwerdegegnerin – unter 

Wahrung des rechtlichen Gehörs der Beschwerdeführerin – noch zur 

Genehmigung unterbreitet werden müsse. Ein solcher Mangel könne 

praxisgemäss ohne weiteres mit der Verknüpfung der Baubewilligung mit 

einer Auflage verbunden werden. Insoweit sei die Einsprache 

gutzuheissen und die Baubewilligung mit einer (ohnehin vorgesehenen) 

Auflage zu verbinden, wonach der Baugesuchsteller bzw. Bauherr im 

Sinne einer Auflage verpflichtet werde, das Gesuch für eine 

koordinationsbedürftige Bewilligung von Wärmepumpen mit 

Erdwärmesonden und den Energienachweis vor Baubeginn der 

Beschwerdegegnerin zur Genehmigung zu unterbreiten. Der Einsatz von 

erneuerbarer Energie sei zwingender Natur (siehe 

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Dispositivziffern IV.2.2.3 f. in der Baubewilligung vom 12. Oktober 2021 

[Bg1-act. 10 und Bg1-act. 11 S., jeweils 3). 

2.3. Der Beschwerdegegner stellt sich in seiner Vernehmlassung vom 

12. Januar 2022 und der Duplik vom 3. März 2022 im Wesentlichen auf 

den Standpunkt, dass er ein gemäss Art. 53 BG vollständiges Baugesuch 

eingereicht habe, und bestreitet die beschwerdeführerischen 

Ausführungen. Betreffend die von der Beschwerdeführerin gerügte 

unvollständige Offenlegung der Baugesuchsakten verweist er auf die 

Stellungnahme der Beschwerdegegnerin.

2.4. In der Replik vom 8. Februar 2022 hält die Beschwerdeführerin weiterhin 

namentlich an der Nichtaushändigung des Baugesuchformulars und dem 

Nichtvorliegen eines Vorentscheides betreffend Inanspruchnahme der 

quartierplanrechtlichen Mehrlänge fest. Ausserdem wird moniert, dass die 

Beschwerdegegnerin nicht alle (zur Edition beantragten) Unterlagen des 

Baubewilligungsverfahrens betreffend die Parzelle 2966 eingereicht habe. 

Es fehle namentlich der Plan 1:100 "BE SCHEMA GEBÄUDELÄNGE" 

vom 16. Juli 2021 (Bf-act. 1), die AZ-Berechnung bzw. der Plan 1:200 "AZ 

AUSNÜTZUNGSZIFFER" vom 10. Juni 2021 (Bf-act. 2) sowie sämtliche 

Korrespondenz betreffend das strittige Baubewilligungsverfahren. Im 

Zusammenhang mit der zulässigen Gebäudelänge bzw. dem Erfordernis 

des Einsatzes von erneuerbaren Energien für die Gewährung des 

quartierplanrechtlichen Mehrlängenzuschlages von maximal 4 m führt die 

Beschwerdeführerin noch aus, dass der Bau und Betrieb von 

Wärmepumpenanlagen zur Nutzung von Boden- oder Wasserwärme 

neben der allfälligen Baubewilligung der Standortgemeinde eine 

gewässerschutzrechtliche Bewilligung des Kantons erfordere. Die 

Gesuche dazu seien bei der Gemeinde einzureichen, welche das Gesuch 

für Anlagen, welche einer gewässerschutzrechtlichen Bewilligung 

bedürften, an das Amt für Natur und Umwelt (ANU) weiterleite. Dabei 

handle es sich um eine koordinationsbedürftige Bewilligung und das 

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Baugesuch hätte nicht mit einer diesbezüglichen Auflage bewilligt werden 

dürfen. Ausserdem sei das erforderliche Gesuch für die Erdwärmesonde 

weder in der Publikation (des Baugesuches) genannt noch sei es 

(öffentlich) aufgelegt worden. Damit sei der Anspruch auf rechtliches 

Gehör verletzt. Die Gemeinde habe ausser der Koordination keinen 

Entscheidungsspielraum und auch keine Entscheidungskompetenz. 

Bereits aus diesem Grund müsse die Beschwerde gutgeheissen werden. 

Betreffend die Mehrlänge könne nicht auf den Einsatz von erneuerbaren 

Energien abgestellt werden, wenn nicht klar sei, ob die Nutzung von 

Erdwärme (von der zuständigen Behörde) überhaupt bewilligt werde.

3. Die Beschwerdeführerin rügt also unter formellen Gesichtspunkten neben 

der Verletzung ihres Anspruches auf rechtliches Gehör betreffend das 

vorinstanzliche Baubewilligungsverfahren auch die Verletzung der bau-, 

raumplanungs- und umweltrechtlichen Koordinationspflicht betreffend die 

gemäss Baugesuch vom 31. Mai 2021 bzw. dem nachgereichten 

Energienachweis vom 7. Juni 2021 vorgesehene Wärmepumpe mit 

Erdwärmesonden für Heizung und Warmwasser (Bg1-act. 1 S. 3 f., Bg1-

act. 14 und 17 S. 2 f.). Dies im Zusammenhang mit der Überschreitung der 

zulässigen Gebäudelänge bzw. der gewährten Mehrlänge gemäss den 

Anforderungen des Quartierplans D._____ vom 22. Oktober 2002.

3.1. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 

Eidgenossenschaft (BV; SR 101) und auf kantonaler Ebene insbesondere 

Art. 16 VRG gewährleisten den Anspruch auf rechtliches Gehör. Dieser 

dient einerseits der Sachaufklärung und garantiert andererseits ein 

persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Parteien im Verfahren 

(siehe BGE 144 I 11 E.5.3, 142 I 86 E.2.2, 140 I 99 E.3.4; anstatt vieler: 

Urteil des Bundsgerichts 1C_555/2022 vom 9. Mai 2023 E.4.2; 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich 

2020, Rz. 1001 ff.). Er umfasst namentlich das Recht der Parteien, in 

einem vor einer Verwaltungs- oder Justizbehörde geführten Verfahren mit 

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ihrem Begehren angehört zu werden, Einblick in die Akten zu erhalten und 

zu den für die Entscheidung wesentlichen Punkten Stellung nehmen zu 

können (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz. 1002). Der Anspruch ist 

formeller Natur, mithin führt eine Verletzung des Gehörsanspruchs, 

ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst, 

grundsätzlich zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides (siehe 

BGE 144 IV 302 E.3.1, 144 I 11 E.5.3, 137 I 195 E.2.2 und 132 V 387 

E.5.1; PVG 2011 Nr. 31 E.2a; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 1174). Dies aber unter dem Vorbehalt, dass der Mangel nicht im 

Beschwerdeverfahren geheilt werden kann (siehe BGE 147 IV 340 

E.4.11.3, 142 II 218 E.2.8.1,138 II 77 E.4.3, 137 I 195 E.2.3.2, 136 V 117 

E.4.2.2.2 und 133 I 201 E.2.2). Formelle Verfahrensfehler, wozu 

insbesondere die Verletzung des Anspruches auf rechtliche Gehörs 

gehört, können durch die Rechtsmittelinstanz ausnahmsweise geheilt 

werden, wobei es sich dabei (in der Regel) nicht um eine schwerwiegende 

Verletzung handeln darf und die Rechtsmittelinstanz über eine 

umfassende Prüfungsbefugnis der Rechts- und Sachlage verfügen muss, 

mithin die Kognition für die zu beurteilende Frage nicht eingeschränkt ist 

(siehe BGE 142 II 218 E.2.8.1, 137 I 195 E.2.3.2 f. und 2.6 sowie 133 I 

201 E.2.2; anstatt vieler: Urteile des Bundesgerichts 1C_191/2022 vom 

16. Mai 2023 E.2.5, 2C_164/2022 vom 23. Februar 2023 E.3.4 und 

1C_128/2022 vom 19. Januar 2023 E.3.5, etwas differenzierter hingegen 

1C_539/2021 vom 15. November 2022 E.4.3.2 f. m.H.a. BGE 126 I 68 E.2, 

116 IA 94 E.2c und Urteil des Bundesgerichts 1C_100/2011 vom 

9. Dezember 2011 E.4.2.1; HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., 

Rz. 1175 ff.). Infolge von Art. 33 Abs. 3 lit. b des Bundesgesetzes über die 

Raumplanung (RPG; SR 700) verfügt das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden im Bereich des Raumplanungsrechts grundsätzlich 

über eine volle Kognition, welche eine Heilung eines allfälligen formellen 

Mangels ermöglicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_158/2019 vom 

30. März 2020 E.2.6, 1C_97/2014 vom 9. Februar 2015 E.3.2 und 

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1P.62/2007 vom 17. August 2007 E.2.1). Hinsichtlich einer eigentlichen 

Angemessenheits- oder Ermessenskontrolle hat es sich aber trotzdem 

seiner Funktion als Rechtsmittelinstanz bewusst zu sein und sich bei der 

Überprüfung von Entscheiden, die namentlich lokale Umstände betreffen, 

eine gewisse Zurückhaltung aufzuerlegen (vgl. BGE 146 II 367 E.3.1.4 

und 145 I 52 E.3.1 ff.; Urteile des Bundesgerichts 1C_48/2022 vom 

29. März 2023 E.4.4, 1C_643/2020 vom 7. Januar 2022 E.4.3, 

1C_266/2020 vom 4. Januar 2021 E.3.3.1 und 1C_97/2014 vom 

9. Februar 2015 E.3.3; VGU R 22 10 vom 7. Juni 2022 E.2.5, R 19 73, 

R 19 74, R 19 75 und R 19 76 vom 28. September 2021 E.2.2, R 19 6 vom 

22. Dezember 2020 E.2.3.2 und R 18 15 vom 7. Januar 2020 E.2.5.1). 

Dabei verfügen im Kanton Graubünden die Gemeinden im Bereich des 

kommunalen Bau- und Raumplanungsrechts grundsätzlich über eine 

relativ weitgehende Entscheidungsfreiheit bzw. Autonomie (vgl. BGE 128 

I 3 E.2b, 118 Ia 446 E.3c; Urteile des Bundesgerichts 1C_172/2020 vom 

24. März 2021 E.3.2, 1C_173/2020 vom 24. März 2021 E.3.2, 

1C_532/2015 vom 26. Januar 2016 E.2.4 und 1C_163/2015 vom 

10. November 2015 E.3.1). Von einer Rückweisung an die Vorinstanz ist 

– selbst bei einer schwerwiegenden Verletzung des Anspruchs auf 

rechtliches Gehör – abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung – im 

Sinne einer Heilung des Mangels – zu einem formalistischen Leerlauf und 

damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem Interesse 

der Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht zu 

vereinbaren wären (siehe BGE 142 II 218 E.2.8.1, 138 II 77 E.4.3, 137 I 

195 E.2.3.2, 136 V 117 E.4.2.2.2; Urteile des Bundesgerichts 

1C_128/2022 vom 19. Januar 2023 E.3.5, 2C_756/2019 vom 14. Mai 

2020 E.3.2, 1C_158/2019 vom 30. März 2020 E.2.6 und 1C_184/2016 

vom 14. November 2016 E.2.4.1 sowie 1C_98/2012 vom 7. August 2012 

E.3.1 ff.).

- 15 -

3.2.1. Gemäss Art. 5 Abs. 1 KRG gilt für die im KRG und in der KRVO 

festgelegten Verfahren für Planungen, Bauvorhaben, Landumlegungen 

und die Erhebung von Erschliessungsabgaben ausschliesslich kantonales 

Recht, soweit die Gemeinden und Regionen nicht ausdrücklich ermächtigt 

oder verpflichtet werden, abweichende oder ergänzende eigene 

Verfahrensvorschriften zu erlassen oder bestimmte Verfahren selbst zu 

regeln. Art. 107 Abs. 2 Ziffer 6 KRG, in Kraft seit dem 1. November 2005, 

bestimmt, dass die kantonalen Vorschriften zum formellen Baurecht in den 

Art. 85 bis 96 KRG unmittelbar anwendbar sind und (vorbestehenden) 

abweichenden kommunalen Vorschriften vorgehen, soweit das KRG nicht 

ergänzende oder abweichende Vorschriften zulässt oder die Gemeinde 

eine strengere Vorschrift kennt. 

3.2.2. Gemäss Art. 86 Abs. 1 KRG dürfen Bauten und Anlagen (Bauvorhaben) 

grundsätzlich nur mit einer schriftlichen Baubewilligung der kommunalen 

Baubehörde errichtet, geändert, abgebrochen oder in ihrem Zweck 

geändert werden. Nach Art. 92 Abs. 1 KRG sind Baugesuche, BAB-

Gesuche (Art. 87 KRG) und Gesuche für koordinationsbedürftige 

Zusatzbewilligungen (Art. 88 KRG) bei der Standortgemeinde 

einzureichen. Die Gemeinden führen das Auflageverfahren durch. 

Während der öffentlichen Auflage kann bei der Gemeinde schriftlich und 

begründet Einsprache erhoben werden. Für die Einsprachelegitimation 

gelten sinngemäss die Voraussetzungen für die Planungsbeschwerde an 

die Regierung (Art. 92 Abs. 2 KRG). Die Regierung regelt gestützt auf 

Art. 92 Abs. 3 KRG durch Verordnung das ordentliche 

Baubewilligungsverfahren und das BAB-Verfahren. Für Bauvorhaben, die 

nur geringfügige öffentliche und private Interessen berühren, legt sie ein 

vereinfachtes Baubewilligungsverfahren fest. In den Art. 41 ff. KRVO ist 

die Regierung diesem Auftrag nachgekommen. Gemäss Art. 42 Abs. 1 

KRVO sind Baugesuche bei der Gemeinde zusammen mit den für die 

Beurteilung erforderlichen Unterlagen und Nachweisen auf einem 

- 16 -

amtlichen Formular in der von der Gemeinde festgelegten Anzahl 

Ausfertigungen einzureichen. Dabei bestimmen die Gemeinden unter 

Beachtung des übergeordneten Rechts insbesondere, welche Unterlagen 

und Nachweise dem Baugesuch beizulegen sind (siehe auch Art. 53 BG). 

Art. 43 KRVO regelt die Profilierung eines Bauvorhabens im Gelände 

mittels Baugespann. Nachdem das eingereichte Baugesuch durch die die 

kommunale Baubehörde bzw. die zuständige Behörde (vgl. dazu Art. 85 

Abs. 2 KRG und Art. 6 ff. BG) auf Vollständigkeit geprüft, einer materiellen 

Vorprüfung unterzogen sowie ein allfälliges Baugespann überprüft wurde, 

wird das Baugesuch bzw. das allfällig auch erforderliche BAB-Gesuch 

während 20 Tagen öffentlich in der Gemeinde aufgelegt. Die Auflage des 

Baugesuchs wird in jedem Fall im amtlichen Publikationsorgan der 

Gemeinde bekannt geben, wobei für gewisse Gesuche zusätzlich die 

Publikation im Kantonsamtsblatt vorgeschrieben ist (Art. 45 Abs. 2 

KRVO). Die amtliche Publikation hat die Angaben über die Bauherrschaft, 

den Standort des Bauvorhabens, die betroffenen Nutzungszonen und 

Bundesinventare nach der Natur- und Heimatschutzgesetzgebung, die 

Auflagezeit, den Auflageort und die Einsprachemöglichkeit zu enthalten 

(Art. 45 Abs. 3 KRVO). Allfällige Einsprachen sind dann während der 

Auflagefirst bei der Gemeinde einzureichen. Die Gemeinde gibt den 

(Bau-)Gesuchstellenden im Anschluss daran die Gelegenheit, zu den 

eingegangenen Einsprachen innert 20 Tagen schriftlich Stellung zu 

nehmen (Art. 45 Abs. 4 KRVO). Art. 46 Abs. 1 KRVO sieht sodann vor, 

dass nach Abschluss des Auflageverfahrens sowie der Einholung der 

notwendigen Stellungnahmen anderer betroffener Behörden die 

kommunale Baubehörde über das Baugesuch und allfällige Einsprachen 

entscheidet und den Bauentscheid erlässt. Bauentscheide sind den 

Baugesuchstellenden und allfälligen Einsprechenden gleichzeitig zu 

eröffnen und sie sind zu begründen, wenn Einsprachen oder Baugesuche 

abgewiesen werden (Art. 46 Abs. 2 KRVO). Gestützt auf Art. 92 Abs. 4 

KRG (und im Rahmen von Art. 5 Abs. 2 bzw. Art. 107 Abs. 2 KRG) können 

- 17 -

die Gemeinden im Hinblick auf das Baubewilligungsverfahren nach Bedarf 

ergänzende Bestimmungen einführen. Das am 4. November 2011 von den 

Stimmberechtigten beschlossene und am 8. Mai 2012 von der Regierung 

genehmigte BG berücksichtigt bereits das am 1. November 2005 in Kraft 

getretene revidierte KRG (vgl. Genehmigungsbeschluss der Regierung, 

Prot. Nr. 438 vom 8. Mai 2012, S. 3 betreffend die Gesamtrevision der 

Ortsplanung vom 4. November 2011) und regelt dementsprechend und in 

Nachachtung von Art. 5 Abs. 1 KRG nur noch wenige, ergänzende 

Gesichtspunkte des Baubewilligungsverfahrens in den Art. 50 ff. BG (vgl. 

betreffend die Zielsetzung der Vereinheitlichung des formellen Baurechts 

im Rahmen der KRG-Revision 2004/2005: Botschaft der Regierung des 

Kantons Graubünden an den Grossen Rat vom 11. Mai 2004 [Botschaft 

KRG 2004], Heft Nr. 3/2004-2005, S. 257 f., 271, 289 und 378). 

3.3.1. In Nachachtung von Art. 25a RPG – als bundesrechtliche 

Minimalanforderungen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_617/2017 vom 

25. Mai 2018 E.2.2 und 1A.175/2003 vom 27. November 2003 E.2.3) – 

regeln Art. 88 KRG und Art. 52 ff. KRVO die Koordination von 

koordinationsbedürftigen Entscheidungen verschiedener (kantonaler und 

kommunaler) Behörden im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben. Es 

gilt hingegen gemäss der Botschaft KRG 2004 nicht für Vorhaben, die in 

einem spezialgesetzlichen eidgenössischen oder kantonalen 

Genehmigungsverfahren beurteilt werden oder die Koordination des 

Genehmigungsverfahren betreffend die Grundordnung (Art. 50 KRG und 

Art. 15 KRVO; Botschaft KRG 2004, S. 328 und 359). Gemäss Art. 88 

Abs. 1 KRG besteht eine solche Koordinationspflicht namentlich in den 

Fällen, in denen neben einer Baubewilligung und einer allfälligen BAB-

Bewilligung zusätzliche Bewilligungen, Genehmigungen oder 

Zustimmungen weiterer Behörden erforderlich sind und zwischen den 

Bewilligungen einer derart enger Sachzusammenhang besteht, dass sie 

nicht getrennt und unabhängig voneinander erteilt werden können, 

- 18 -

sondern inhaltlich und verfahrensmässig in einem Leitverfahren 

abgestimmt und koordiniert werden müssen. Gemäss der in BGE 116 IB 

50 "Deponie Chrüzlen" konsolidierten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung besteht ein Bedürfnis nach einer koordinierten bzw. 

inhaltlich abgestimmten Rechtsanwendung insbesondere in den Fällen, in 

denen für die Verwirklichung eines Projekts verschiedene 

materiellrechtliche Vorschriften anzuwenden sind und zwischen diesen 

Vorschriften ein derart enger Sachzusammenhang besteht, dass sie nicht 

getrennt und unabhängig voneinander angewendet werden dürfen 

(BGE 137 II 182 E.3.7.4.1, 120 IB 400 E.5 und 116 IB 50 E.4). Das 

Element eines engen Sachzusammenhanges zwischen mehreren – in 

Anwendung von materiellem Recht ergangenen – Verfügungen von 

(mehreren) Behörden für die Errichtung einer Baute oder Anlage gemäss 

der erwähnten bundesgerichtlichen Rechtsprechung – welche auch in 

Art. 88 Abs. 1 KRG angesprochen wird –, fand in Art. 25a Abs. 1 RPG 

insofern seinen Niederschlag, als auch dort für den Anwendungsbereich 

von Art. 25a RPG deren Erforderlichkeit vorausgesetzt wird (vgl. MARTI, in: 

Aemisegger/Moor/Ruch/Tschannen [Hrsg.], Praxiskommentar RPG: 

Baubewilligung, Rechtsschutz und Verfahren, Zürich/Basel/Genf 2020, 

Art. 25a Rz. 22 und 31 f.; ABEGG/DÖRIG, Koordinationspflichtige 

Bauvorhaben bei Schutzobjekten, Zürich/St. Gallen 2017, Rz. 17 ff.; 

WALDMANN/HÄNNI, Handkommentar RPG, Bern 2006, Art. 25a Rz. 32 f.; 

Botschaft zu einer Revision des Bundesgesetzes über die Raumplanung 

[RPG] vom 30. Mai 1994, BBl 1994 III 1075 1083 ff.). Unbesehen davon 

umschreibt das Bundesgericht teilweise auch in neueren Entscheiden die 

von der Koordinationspflicht im Sinne von Art. 25a RPG erfasste 

Konstellation unter Bezugnahme auf einen derart engen 

Sachzusammenhang zwischen materiell-rechtlichen Vorschriften, dass 

diese nicht getrennt und unabhängig voneinander angewendet werden 

dürfen. In solchen Fällen sei die Anwendung des materiellen Rechts 

überdies in formeller, verfahrensmässiger Hinsicht in geeigneter Weise zu 

- 19 -

koordinieren. Ein solch enger Sachzusammenhang ist namentlich dann 

anzunehmen, wenn Rechtsfragen derart untrennbar miteinander 

verbunden sind, dass eine verfahrensrechtlich getrennte Behandlung zu 

sachlich unhaltbaren Ergebnissen führen könnte (BGE 137 II 182 

E.3.7.4.1 f.; Urteile des Bundesgerichts 1C_217/2020 vom 8. Juni 2021 

E.5.3 und 2C_975/2019 vom 27. Mai 2020 E.4.5.2, je m.H.a. BGE 137 II 

182 E.3.7.4.1 und 120 Ib 400 E.5 bzw. 117 Ib 35 E.3e; WIEDERKEHR, 

Ausgewählte Fragen der Koordinationspflicht nach Art. 25a RPG aus Sicht 

der Praxis, in AJP 4/2015, S. 600). Im Urteil 1C_238/2021 vom 27. April 

2021 umschreibt das Bundesgericht unter Hinweis auf MARTI und 

WIEDERKEHR den Anwendungsbereich von Art. 25a RPG wie folgt: 

Sachlich und zeitlich eng zusammenhängende Bauvorhaben müssten 

koordiniert beurteilt werden, wenn zwischen den Vorhaben ein enger 

betrieblicher und funktioneller Zusammenhang besteht und sie daher eine 

materielle Einheit bilden bzw. wenn durch eine isolierte Beurteilung der 

Bauvorhaben eine materiell-rechtlich gebotene gesamthafte 

Interessenabwägung vereitelt würde (Urteil des Bundesgerichts 

1C_238/2021 vom 27. April 2021 E.1.3.2 m.H.a. MARTI, a.a.O. Art. 25a 

Rz. 23 und WIEDERKEHR, a.a.O., S. 601 in fine und 605; vgl. auch 

ABEGG/DÖRIG, a.a.O., Rz. 7). 

3.3.2. Für Bauvorhaben innerhalb der Bauzone wird im kantonalen Recht die 

kommunale Baubehörde als Koordinations- bzw. Leitbehörde bestimmt 

(Art. 88 Abs. 2 Satz 1 KRG; VGU R 20 99, R 20 100 vom 30. Juni 2022 

E.8.3.1; PVG 2009 Nr. 27 E.2c und 3a f.). Gestützt auf Art. 52 Abs. 1 

KRVO führt das Departement für Volkswirtschaft und Soziales (DVS) im 

Einvernehmen mit den betroffenen Departementen eine Liste mit den zu 

koordinierenden Zusatzbewilligungen (abrufbar unter: 

https://www.gr.ch/DE/publikationen/Verwaltungsverordnungen/Liste%20d

er%20zu%20koordinierenden%20Zusatzbewilligungen.pdf), welche 

zugleich auch darüber Auskunft gibt, wo eine Vorabklärungspflicht im 

- 20 -

Sinne von Art. 52 Abs. 2 KRVO besteht. Die aktuelle Liste der zu 

koordinierenden Zusatzbewilligungen (nachfolgend Liste DVS 

Zusatzbewilligungen) datiert auf den 1. April 2020 und führt unter anderem 

die Brandschutzbewilligungen gemäss Art. 7 ff. des Gesetzes über den 

vorbeugenden Brandschutz und die Feuerwehr im Kanton Graubünden 

(Brandschutzgesetz; BR 840.100) sowie auch die Genehmigung eines 

Schutzraumprojektes oder Ersatzbeitrag gestützt auf aArt. 46 bzw. Art. 61 

des Bundesgesetzes über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz 

(BZG; SR 520.1; revidiert per 1. Januar 2021), aArt. 17 und 21 bzw. 

Art. 70 und 75 der Verordnung über den Zivilschutz (ZSV; SR 520.11; 

revidiert per 1. Januar 2021), Art. 8 und 11 f. des Gesetzes über den 

Zivilschutz des Kantons Graubünden (Zivilschutzgesetz; BR 640.100) und 

Art. 3 Abs. 2 und Art. 12 der Verordnung zum Zivilschutzgesetz (VOzZSG; 

BR 640.110) als koordinationsbedürftige (Zusatz-)Bewilligungen auf 

(Ziffern H1, H2 und I1). Mangels anderer Anhaltspunkte ist davon 

auszugehen, dass sowohl das DVS als auch die jeweiligen fachlich 

zuständigen Departemente des Kantons Graubünden weiterhin der 

Ansicht sind, dass die in dieser Liste aufgeführten Entscheide von Art. 88 

Abs. 1 KRG erfasst werden und somit nach Massgabe von Art. 88 Abs. 2 

und 3 KRG i.V.m. Art. 52 ff. KRVO zu koordinieren sind. Dies wird im 

Übrigen auch von der Beschwerdegegnerin nicht bestritten. Vielmehr führt 

sie im angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2021 selber 

aus, dass die Gesuche für diese Zusatzbewilligung den zuständigen 

Behörden bereits während der Auflagefirst "zur koordinationspflichtigen 

Prüfung" unterbreitet worden seien (Bg1-act. 11 S. 2).

3.3.3. Unter dem Aspekt der Verfahrenskoordination sind Gesuche für solche 

koordinationsbedürftigen Zusatzbewilligungen zusammen mit dem 

Baugesuch, einem allfälligen BAB-Gesuch sowie allen für die 

Beurteilungen notwendigen Unterlagen bei der Gemeinde – soweit 

verfügbar auf offiziellen Formularen – einzureichen (Art. 53 Abs. 1 KRVO; 

- 21 -

siehe auch Art. 53 Abs. 2 BG). Die eingegangenen Gesuche für 

Zusatzbewilligungen sind durch die kommunale Baubehörde umgehend 

auf ihrer Vollständigkeit zu prüfen (Art. 53 Abs. 2 KRVO). Schliesslich sind 

gemäss Art. 54 Abs. 1 KRVO die Gesuche für koordinationsbedürftige 

Zusatzbewilligungen zusammen mit dem Baugesuch und einem allfälligen 

BAB-Gesuch öffentlich aufzulegen und auszuschreiben (vgl. auch Art. 25a 

Abs. 2 lit. b RPG; MARTI, a.a.O., Art. 25a Rz. 41 ff.). In der Publikation sind 

die Gesuche für Zusatzbewilligungen einzeln aufzuführen. Die 

Einsprachen gegen solche Gesuche um Zusatzbewilligungen sind 

während der für das Bau- und BAB-Gesuch geltenden Auflagefrist bei der 

Gemeinde einzureichen (Art. 54 Abs. 2 KRVO; vgl. auch Art. 100 Abs. 1 

KRG), wobei im Übrigen die Vorschriften über das Baubewilligungsfahren 

gelten (Art. 92 KRG und 41 ff. KRVO). 

3.3.4. Hinsichtlich der Entscheidkoordination sieht Art. 55 KRVO für 

Bauvorhaben innerhalb der Bauzone die folgende Vorgehensweise vor. 

Soweit die kommunale Baubehörde die Voraussetzungen für eine 

Baubewilligung als erfüllt betrachtet, stellt sie die (bei ihr eingereichten) 

Gesuche für Zusatzbewilligungen nach Abschluss des Auflageverfahrens 

umgehend mit allen erforderlichen Unterlagen und allfälligen Einsprachen 

direkt den für die Zusatzbewilligung zuständigen Behörden zu (Abs. 1). 

Beurteilen die zuständigen Behörden die Gesuche für 

koordinationsbedürftige Zusatzbewilligungen positiv, übermitteln sie ihren 

Entscheid sowie einen allfälligen Einspracheentscheid direkt der 

Gemeinde. Diese eröffnet die Entscheide über Zusatzbewilligungen nach 

Überprüfung der inhaltlichen Abstimmung gleichzeitig mit dem 

Bauentscheid (Art. 55 Abs. 2 KRVO; vgl. auch Art. 25a Abs. 2 lit. d RPG; 

MARTI, a.a.O., Art. 25a Rz. 48 ff.). Wird eine Zusatzbewilligung verweigert, 

weist die kommunale Baubehörde das Baugesuch ab, sofern dieses nicht 

teilweise oder mit Nebenbestimmungen bewilligt werden kann (Art. 55 

Abs. 4 KRVO). Von der gleichzeitigen Eröffnung des Bauentscheides und 

- 22 -

der koordinationsbedürftigen Zusatzbewilligungen kann im Einvernehmen 

mit den Parteien dann abgesehen werden, wenn alle Bewilligungen 

wenigstens in Aussicht gestellt und mit einem Vorbehalt zugunsten der 

jeweils anderen Bewilligung versehen sind (Abs. 3). Die grundsätzlich 

gleichzeitig vorzunehmende Eröffnung von (kantonalen) 

Zusatzbewilligungen und dem Bauentscheid beachtet ausserdem zum 

einen die Vorgabe von Art. 25a Abs. 2 lit. d RPG und dient angesichts der 

Regelung von Art. 100 Abs. 2, Art. 103 Abs. 1 KRG und Art. 49 Abs. 1 lit. b 

VRG auch der Umsetzung von Art. 33 Abs. 4 RPG (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 1C_617/2017 vom 25. Mai 2018 E.2.2 ff.; MARTI, a.a.O. 

Art. 25a Rz. 11 und 48 sowie Art. 33 Rz. 109 f.). Denn das 

Koordinationsgebot verfolgt nebst der inhaltlichen Abstimmung den 

Zweck, eine Staffelung der Verfahren und damit die Wiederholung von 

Einsprache- und Rechtsmittelverfahren zu inhaltlich gleichen oder 

gleichartigen Streitpunkten zu vermeiden. Der Instanzenzug soll nicht 

mehrmals durchlaufen werden müssen. Gleichzeitig ist erforderlich, dass 

die Parteirechte der Einsprache- und Rechtsmittelbefugten und sonstigen 

Verfahrensbeteiligten nicht beschränkt werden (Urteile des 

Bundesgerichts 1C_617/2017 vom 25. Mai 2015 E.2.5 und 1C_236/2013 

vom 4. Februar 2014 E.3.1 und 3.3).

3.4. Der Beschwerdegegner reichte am 31. Mai 2021 das Baugesuch für sein 

auf Parzelle 2966 geplantes Bauvorhaben bei der Beschwerdegegnerin 

ein. Diese prüfte die eingereichten Unterlagen (vgl. dazu Bg1-act. 1 S. 3 

f.) gemäss ihren Ausführungen im Einspracheentscheid vorläufig und hielt 

dann gegenüber dem Beschwerdegegner fest, dass voraussichtlich die 

quartierplanrechtlichen Anforderungen für die Inanspruchnahme der 

Mehrlänge erfüllt seien (Bg1-act. 11 S. 3). Gemäss der 

Beschwerdegegnerin wurden die Gesuche der feuerpolizeilichen 

Bewilligung und betreffend den Pflichtersatz für nicht zu erstellende 

Schutzräume bereits vor der öffentlichen Auflage – und somit abweichend 

- 23 -

von Art. 55 Abs. 1 KRVO – den zuständigen Behörden übermittelt (vgl. 

dazu namentlich Art. 8 f. des Brandschutzgesetzes, Art. 2 f. und 7 der 

Verordnung zum Brandschutzgesetz [Brandschutzverordnung; BR 

840.110] sowie die Ziffern H1 und H2 der Liste DVS Zusatzbewilligungen, 

wonach entweder das kommunale Brandschutzorgan oder die 

Gebäudeversicherung Graubünden [GVG; siehe Art. 4 Abs. 1 

Brandschutzgesetz] für die Brandschutzbewilligungen gemäss Art. 7 

Abs. 1 Brandschutzgesetz zuständig sind bzw. Art. 8 Abs. 1 lit. g und h 

Zivilschutzgesetz, Art. 3 und 12 VOzZSG sowie Ziffer I1 der Liste DVS 

Zusatzbewilligungen, wonach dieser Entscheid dem Amt für Militär und 

Zivilschutz [AMZ] obliegt). Das Baugesuch wurde am 4. Juni 2021 im 

kommunalen Amtsblatt publiziert (Bg1-act. 3.1 f.). Hinweise im Sinne von 

Art. 54 Abs. 1 KRVO auf die vorstehend erwähnten 

koordinationsbedürftigen Zusatzbewilligungen fehlen in der Publikation. 

Am 24. Juni 2021 erhob die Beschwerdeführerin Einsprache gegen das 

Bauvorhaben. Am 16. Juli 2021 liess sich der Beschwerdegegner dazu 

vernehmen und reichte mit Blick auf verschiedene Einsprachepunkte hin 

weitere Baugesuchsunterlagen ein. Zu diesen und weiteren 

zwischenzeitlich eingegangenen Unterlagen, namentlich einer 

feuerpolizeilichen Bewilligung und zum Ersatzbeitrag für Schutzplätze 

wurde der Einsprecherin von der Gemeinde am 19. Juli 2021 und zum Teil 

später das rechtliche Gehör gewährt. Die Beschwerdeführerin ergänzte 

entsprechend ihre Einsprache am 19. August 2021 und am 30. September 

2021. In letzterer Eingabe setzte sich die Beschwerdeführerin 

ausdrücklich mit der am 28. September 2021 zugestellten 

"Feuerpolizeilichen Bewilligung der GVG" auseinander und stellte 

namentlich in Frage, ob der GVG die korrekten Planunterlagen für ihren 

Entscheid zu Verfügung gestanden hätten (Bg1-act. 9 S. 3 f.). Die 

Baubewilligung vom 12. Oktober 2021 hält unter Ziffer IV.1. fest, dass der 

Bauherrschaft bzw. vorliegend dem Beschwerdegegner für das fragliche 

Bauvorhaben eine Gesamtbewilligung, umfassend die Baubewilligung der 

- 24 -

Gemeinde B._____, die Brandschutzbewilligung der Feuerpolizei vom 

17. Juni 2021 sowie den Ersatzbeitrag Pflichtschutzplätze des AMZ vom 

7. Juni 2021 umfasse (Bg1-act. 10 S. 2). 

3.5. Es ist somit festzustellen, dass die koordinationspflichtigen Gesuche um 

(kantonale) Zusatzbewilligungen betreffend Feuerpolizei und 

Schutzraumersatzabgabepflicht in der Baupublikation vom 4. Juni 2021 

nicht explizit und einzeln aufgeführt worden sind und diese von der 

Beschwerdegegnerin auch nicht öffentlich aufgelegt wurden. Diese 

Gesuche lagen nach der im vorliegenden Verfahren unbestritten 

gebliebenen Sachlage jedoch vollständig vor und die von den zuständigen 

Behörden erteilten Bewilligungen wurden der Beschwerdeführerin 

immerhin nachträglich am 28. September 2021 zur Kenntnis gebracht. 

Ausserdem wurde ihr vor der Beschlussfassung über die Baubewilligung 

am 12. Oktober 2021 die Möglichkeit eingeräumt, ihre Einsprache 

diesbezüglich zu ergänzen, wovon sie am 30. September 2021 Gebrauch 

machte (Bg1-act. 9). Insofern ist nicht ersichtlich, inwiefern der 

Beschwerdeführerin im vorliegenden Verfahren durch die 

Vorgehensweise der Beschwerdeführerin ein massgeblicher Nachteil 

entstanden wäre. In Anbetracht der Ziele der Verfahrens- und 

Entscheidkoordination im Sinne von Art. 25a RPG und Art. 88 KRG 

handelt es sich vorliegend betreffend diese beiden Zusatzbewilligungen 

also nicht um eine vollständig unterbliebene Verfahrens- und 

Entscheidkoordination, sondern die unterbliebene öffentliche Auflage 

dieser Gesuche tangiert im Ergebnis vielmehr das rechtliche Gehör der 

Beschwerdeführerin bzw. sind die formellen Vorgaben für das 

Zustandekommen der Entscheid nicht exakt eingehalten worden. 

Angesichts der Tatsache, dass diese beiden genannten 

Zusatzbewilligungen von den zuständigen Behörden letztendlich erteilt, 

von der Beschwerdegegnerin inhaltlich koordiniert und in die 

Baubewilligung integriert sowie gleichzeitig (rechtsverbindlich) eröffnet 

- 25 -

wurden, sind diese Verletzungen als – vor der Vorinstanz als Leitbehörde 

– heilbar im Sinne der vorstehenden Erwägung 3.1 zu betrachten. Gegen 

die Beurteilungen des AMZ betreffend Pflichtschutzplätze bzw. die 

Ersatzabgabepflicht sowie der zuständigen Behörde für die 

Brandschutzbewilligung bringt die Beschwerdeführerin vorliegend nichts 

Konkretes mehr vor. Dies nachdem im Einspracheentscheid vom 

12. Oktober 2021 betreffend die von der GVG unter Auflagen erlaubten 

Unterschreitung von Brandschutzabständen der verbundenen 

Einzelbauten nachvollziehbar ausgeführt wurde, dass in solchen Fällen 

gemäss Fachbeurteilung durch die GVG erhöhte Anforderungen an die 

Ausführungen der Aussenwandkonstruktionen hinsichtlich Brennbarkeit 

und Feuerwiderstand gälten. Ausserdem stellte die Beschwerdegegnerin 

fest, dass der GVG die korrekten Gebäudehöhen übermittelt worden 

waren. Die Beschwerdegegnerin folgte der Auffassung der GVG als 

Fachbehörde und deren feuerpolizeiliche Bewilligung bildet einen 

integrierenden Bestandteil der Baubewilligung (Bg1-act. 10 S. 2 und Bg1-

act. 11 S. 8 f.; vgl. Art. 1 und Anhang 1 der Brandschutzverordnung mit 

Verweis unter anderem auf die Brandvorschriften 2015 der Vereinigung 

Kantonaler Feuerversicherungen [VKF], Richtlinie 15-15, S. 5 f. und 22 f.). 

Insofern ist davon auszugehen, dass eine mit der unterlassenen 

öffentlichen Auflage der Gesuche für die koordinationsbedürftigen 

Zusatzbewilligungen einhergehende Verletzung des rechtlichen Gehörs 

der Beschwerdeführerin bzw. die Abweichungen von den formellen 

Vorgaben für die Entscheidkoordination im baurechtlichen 

Einspracheverfahren geheilt und insoweit auch den elementarsten 

Aspekten der Verfahrens- und materiellen Entscheidkoordination 

zumindest nachträglich und noch vor dem Entscheid über das Baugesuch 

Rechnung getragen wurde. Anschliessend bestand sodann für die 

Beschwerdeführerin die Möglichkeit, die von der Beschwerdegegnerin als 

Gesamtentscheid verstandene Baubewilligung vom 12. Oktober 2021 inkl. 

der Brandschutzbewilligung vom 17. Juni 2021, den Entscheid über den 

- 26 -

Ersatzbetrag für Pflichtschutzplätze vom 7. Juni 2021 sowie den 

Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2021 gleichzeitig vor dem 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden anzufechten (vgl. Art. 49 

Abs. 1 lit. a und b, Art. 103 Abs. 1 KRG sowie Art. 33 Abs. 4 RPG).

3.6. Betreffend die in der Publikation des Baugesuches am 4. Juni 2021 

unterbliebene explizite Auflistung der eingereichten Gesuche für 

koordinationsbedürftige Zusatzbewilligungen ist festzuhalten, dass damit 

den kantonalen Publikationsanforderungen gemäss Art. 54 Abs. 1 Satz 2 

KRVO in formeller Hinsicht nicht entsprochen wurde. Andererseits konnte 

sich die Beschwerdeführerin im Rahmen des Einspracheverfahrens 

trotzdem ohne Weiteres beteiligen und sich nach Zustellung dieser 

Zusatzbewilligungen (Brandschutzbewilligung vom 17. Juni 2021 und 

Ersatzbeitrag betreffend Pflichtschutzplätze vom 7. Juni 2021) am 

28. September 2021 auch nachträglich dazu äussern. Insofern ist ihr auch 

unter diesem Gesichtspunkt kein Nachteil entstanden und bei 

mangelhaften Publikationen für Bauvorhaben, welche trotzdem eine 

gewisse Publizitätswirkung erfuhren, können die daraufhin gefällten 

Entscheide in der Regel auch nicht als nichtig betrachtet werden (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 1C_630/2014 vom 18. September 2015 E.3.3 m.H.a. 

BGE 134 V 306 E.4.2, 116 Ib 321 E.3a und 1C_150/2012 vom 6. März 

2013 E.2 und Entscheid der Entscheide der Bau- und Verkehrsdirektion 

des Kantons Bern [BVD] 110/2020/102 vom 26. November 2020 E.2e 

m.H.a. ZAUGG/LUDWIG, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 

Band I, 5. Aufl., Bern 2020, Art. 35-35c Rz. 11; VGU R 23 27 vom 20. Juni 

2023 E.1.3.6 und R 20 105 vom 1. November 2022 E.3.3). Soweit sich die 

Beschwerdeführerin – infolge einer unterbliebenen, einzelnen Aufführung 

dieser koordinationsbedürftigen Zusatzbewilligungen in der Publikation 

vom 4. Juni 2021 im Sinne von Art. 54 Abs. 1 Satz 2 KRVO – auf 

deswegen potenziell unterbliebene Einsprachen von Dritten berufen 

möchte, ist ihr zu entgegnen, dass dies auf eine Berufung der Verletzung 

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einer Norm zugunsten eines Dritten hinausliefe. In Bezug auf die Rüge 

einer mangelhaften Publikation im Zusammenhang mit der Bewilligung 

von Bauvorhaben entschied das Bundesgericht, dass sich 

Beschwerdeführer, die sich am Verfahren beteiligten oder dies zumindest 

hätten tun können, nicht auf ein allfälliges (Publizitäts-)Interesse von 

Dritten berufen können (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_17/2021 vom 

26. August 2021 E.4.5, 1C_97/2018 vom 3. September 2019 E.2, 

1C_86/2012 vom 7. September 2012 E.2.1, 1C_440/2010 vom 8. März 

2011 E.3.2 ff. und 1C_478/2008 vom 28. August 2009 E.2.4; vgl. auch 

VGU R 20 105 vom 1. November 2022 E.3.3). Insofern hat auch diese 

Abweichung von Art. 54 Abs. 1 Satz 2 KRVO für das vorliegende 

Verfahren keinen massgebenden Einfluss auf den Verfahrensausgang 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_448/2015 vom 30. November 2015 

E.2.4). Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass vorliegend nicht ersichtlich 

ist weshalb sich Dritte nur bei einzelnen aufgeführten 

koordinationsbedürftigen Zusatzbewilligungen nach der Brandschutz- 

bzw. Zivilschutzgesetzgebung mit wenig bis keinen ersichtlichen 

Auswirkungen auf Dritte zur Erhebung einer Einsprache entschlossen 

hätten. 

3.7. Die vorliegende Beurteilung des Baubewilligungsverfahrens hinsichtlich 

der Parzelle 2966 betreffend die vorstehend thematisierten 

koordinationsbedürftigen Zusatzbewilligungen bedeutet aber 

selbstverständlich nicht, dass es der Beschwerdeführerin auch zukünftig 

freistünde, wie sie die Verfahrens- und Entscheidkoordination von 

Zusatzbewilligungen im Sinne von Art. 52 Abs. 1 KRVO durchführen will. 

Denn das Vorgehen für die Koordination betreffend das Verfahren und die 

inhaltliche Abstimmung von Entscheidungen mehrerer Behörden 

betreffend die in der Liste DVS Zusatzbewilligungen aufgeführten 

Entscheide ist gemäss der vorstehenden Erwägungen 3.2.1 ff. für die 

Gemeinden weitestgehend verbindlich geregelt (vgl. Art. 5 Abs. 1 und 

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Art. 107 Abs. 2 Ziffer 6 KRG) und der Beschwerdegegnerin steht 

namentlich betreffend den Umfang der Publikation und der öffentlichen 

Auflage auch kein massgeblicher Ermessenspielraum zu, welcher ein 

Abweichen von expliziten Vorgaben des kantonalen Rechts erlauben 

würde. Damit ist die Beschwerdegegnerin jedenfalls für die Zukunft 

anzuhalten, die Verfahrens- und Entscheidkoordination exakt gemäss den 

Vorgaben Art. 88 KRG und Art. 52 ff. KRVO durchzuführen. Andererseits 

führte vorliegend die Aufhebung der angefochtenen Entscheide und 

Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin einzig zur 

Nachholung der Publikation des Bauvorhabens mit explizitem Hinweis auf 

die genannten Zusatzbewilligungen, bei denen aufgrund ihrer 

Themenbereiche auch nicht von massgeblichen Auswirkungen auf 

einsprachelegitimierte Nachbarn auszugehen ist, sowie die öffentliche 

Auflage dieser Gesuche nur zu einem nicht zu rechtfertigenden unnötigen 

formalistischen Leerlauf. Der Verletzung des kantonalen Verfahrensrechts 

durch die Beschwerdegegnerin ist demgegenüber aber im Kosten- und 

Entschädigungspunkt zu berücksichtigen bzw. darf sich jedenfalls 

diesbezüglich nicht zu Ungunsten der Beschwerdeführerin auswirken (vgl. 

die nachstehenden Erwägungen 7 f.).

3.8. Für das vorliegenden Verfahren ist schliesslich davon auszugehen, dass 

der Beschwerdeführerin nunmehr sämtliche für die Beurteilung des 

Bauvorhabens auf der Parzelle 2966 erforderlichen Unterlagen – unter 

Vorbehalt der nachstehenden Erwägungen 4.1 ff. betreffend das Gesuch 

für die Bewilligung einer Wärmepumpe mit Erdwärmesonden – zu 

Verfügung standen (vgl. die Aufzählung der Beilagen zum 

Baugesuchformular vom 31. Mai 2021 [Bg1-act. 1 S. 3 f.], welche 

insbesondere die Projektpläne [Bg1-act. 19.1 ff.] und auch den 

nachgereichten Energienachweis vom 7. Juni 2021 [Bg1-act. 13 ff.] 

beinhalten). Somit wäre auch eine im Einspracheverfahren allenfalls 

unterbliebene Offenlegung dieser Baugesuchsakten im Sinne der 

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vorstehend Erwägung 3.1 als geheilt zu betrachten (vgl. etwa die 

Aktenzustellungen vom 4. Februar 2022 und 17. Februar 2023).

4.1. Die Beschwerdeführerin bringt replicando vor, dass als Voraussetzung für 

die Gewährung der quartierplanrechtlichen Mehrlänge unter anderem die 

Nutzung von erneuerbaren Energien sei, welche gemäss Vernehmlassung 

des Beschwerdegegners vom 12. Januar 2022 mittels einer Wärmepumpe 

mit Erdwärme realisiert werde (vgl. auch bereits die Stellungnahme zur 

Einsprache vom 16. Juli 2021 [Bg1-act. 6]). Für den Betrieb einer 

Wärmepumpenanlage zur Nutzung von Boden- oder Wasserwärme sei 

aber neben einer allfälligen Baubewilligung der Standortgemeinde auch 

eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung des Kantons erforderlich. Die 

Gemeinde habe die Gesuche für solche Anlagen an das Amt für Natur und 

Umwelt (ANU) weiterzuleiten. Das Energiedossier habe erstmals im 

verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren eingesehen werden 

können und im Hinblick auf den Einsatz von erneuerbaren Energien im 

Sinne des Quartierplanes habe die Beschwerdegegnerin die Beurteilung 

der Energienachweise offengelassen. Die koordinationsbedürftige 

(kantonale) Zusatzbewilligung fehle, das erforderlich Gesuch sei weder in 

der Publikation genannt noch öffentlich aufgelegt worden. Damit sei der 

Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt worden. Schliesslich hätte das 

Baugesuch auch nicht mittels einer blossen Auflage zu dessen 

Nachreichung (vor Baubeginn) bewilligt werden dürfen.

4.2. Wie bereits in der vorstehenden Erwägung 2.2 dargelegt, ist die 

Beschwerdegegnerin der Ansicht, dass eine gewässerschutzrechtliche 

Bewilligung des ANU nach Art. 28 des Einführungsgesetzes zum 

Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (KGSchG; BR 815.100), 

allenfalls Art. 19 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Schutz der 

Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSchG; SR 814.20) und Art. 7 Abs. 1 

lit. d und h der Verordnung zum Einführungsgesetz zum Bundesgesetz 

über den Schutz der Gewässer (KGSchV; BR 815.200) nicht bereits im 

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Zeitpunkt der Erteilung der Baubewilligung für das Wohngebäude und 

somit am 12. Oktober 2021 vorliegen müsse, sondern ein solcher 

untergeordneter Mangel praxisgemäss mittels einer Nebenbestimmung 

gemäss Art. 90 Abs. 1 KRG behoben werden könne. Dementsprechend 

versah sie die Baubewilligung vom 12. Oktober 2021 unter Ziffer IV.2.2.3 

mit einer Nebenbestimmung, wonach vor Baubeginn der Baubehörde 

B._____ ein Gesuch um die Bewilligung einer Wärmepumpenanlage zur 

Nutzung von Wasserwärme (gemäss Baugesuch vom 31. Mai 2021 [Bg1-

act. 1 S. 2], Energienachweis vom 7. Juni 2021 [Bg1-act. 14 und 17] und 

Rz. 11 des Einspracheentscheides vom 12. Oktober 2021 [Bg1-act. 11 

S. 3] wohl eher Bodenwärme über eine Erdwärmesonde) einzureichen sei. 

Daneben sei vor Baubeginn der Energienachweis (MuKEn) einzureichen 

(Dispositivziffer IV.2.2.4 [Bg1-act. 10 S. 3]).

4.3. Der Beschwerdegegner äussert sich im vorliegenden Verfahren zu dieser 

Thematik dahingehend, dass mit dem Einbau einer Wärmepumpe mit 

Erdwärme zweifelsohne erneuerbare Energien zum Einsatz kämen, 

weshalb diese quartierplanrechtliche Vorgabe (betreffend einen 

Mehrlängenzuschlag) erfüllte sei. Das Gesuch für den Bau und Betrieb der 

Wärmepumpe werde praxisgemäss vor Baubeginn eingereicht, sobald der 

Unternehmer dafür ausgewählt und bekannt sei (Vernehmlassung vom 

12. Januar 2022 S. 7 und Duplik vom 3. März 2022 S. 3 f.; vgl. auch bereits 

die Stellungnahme des Beschwerdegegners vom 16. Juli 2021 zur 

Einsprache vom 24. Juni 2021 [Bg1-act. 6 S. 1]).

4.4. Die Beschwerdegegner stellen sich somit im Ergebnis auf den Standpunkt, 

dass es sich beim fehlenden Gesuch für die Erteilung einer 

gewässerschutzrechtlichen Bewilligung einer Wärmepumpe mit 

Wasserwärme (recte wohl Erdwärmesonden [Nutzung von Bodenwärme]; 

vgl. dazu Ziffer A16 der Liste DVS Zusatzbewilligungen) des ANU bzw. 

dessen Nichtvorliegen im Zeitpunkt des Bauentscheides am 12. Oktober 

2021 im Hinblick auf die Beurteilung des Baugesuches um einen 

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(untergeordneten) Mangel inhaltlicher oder formeller Art im Sinne von 

Art. 90 Abs. 1 KRG handelt, der sich ohne besondere Schwierigkeiten 

beheben lässt. Mängeln eines Bauvorhabens kann mit 

Nebenbestimmungen im Entscheid darüber begegnet werden, soweit 

damit inhaltliche oder formale Mängel des Bauvorhabens ohne besondere 

Schwierigkeiten behoben werden können. Nebenbestimmungen gemäss 

Art. 90 Abs. 1 KRG können sich aber auch zur Schaffung oder Erhaltung 

des rechtmässigen Zustands aufdrängen. Nach der Rechtsprechung 

können durch Nebenbestimmungen lediglich untergeordnete Mängel 

eines Baugesuchs behoben werden. Die Möglichkeit, nach Art. 90 Abs. 1 

KRG vorzugehen, entfällt, wenn die Mängel eine wesentliche 

Projektänderung bzw. eine konzeptionelle Überarbeitung des Projekts 

erfordern. Die Vorbehaltung eines Entscheides in einem nachgelagerten 

Verfahren kann auch in Widerspruch zur Koordinationspflicht gemäss 

Art. 25a RPG bzw. der Einheit des Bauentscheides geraten. Die Aufteilung 

einer Baubewilligung in mehrere Zwischen- oder Teilverfügungen 

verstösst gegen das Gebot der materiellen Koordination gemäss Art. 25a 

RPG und der umfassenden Interessenabwägung, wenn sich einzelne 

Aspekte oder Anlagenteile nicht sinnvoll isoliert beurteilen lassen, sondern 

eine Gesamtschau verlangen. Die Einheit des Bauentscheides lässt eine 

teilweise Bewilligung einer Baute oder Überbauung nur zu, wenn der 

bewilligte Teil unabhängig vom nicht bewilligten Teil beurteilt werden kann 

(vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts 1C_348/2019 vom 27. April 2020 

E.5.3, 1C_658/2017 vom 18. September 2018 E.3.3 m.H.a. BGE 124 II 

293 E.26b sowie 1C_150/2009 vom 8. September 2009 E.2.2 und 

1C_350/2014 vom 13. Oktober 2015 E.2.5). Nachgelagerte Verfahren sind 

nur dann zulässig, wenn dies von der Sache her sinnvoll ist – so etwa 

wenn die Beurteilung der Farb- und Materialwahl während der 

Bauausführung besser möglich ist – und sich daraus keine wesentlichen 

neuen Auswirkungen oder Änderungen für das Projekt ergeben oder 

ergeben können (eher unklar nun aber BGE 149 II 170 E.1.7 f.). 

- 32 -

Nebenbestimmungen weichen zudem vom Grundsatz ab, wonach für nicht 

mit den gesetzlichen Anforderungen übereinstimmende Baugesuche der 

Bauabschlag zu erteilen ist. Dementsprechend steht auch Art. 90 Abs. 1 

KRG nicht für Mängel zu Verfügung, welche wesentliche 

Projektänderungen bzw. eine konzeptionelle Überarbeitung des Projektes 

bedingen. Die Anordnung von Nebenbestimmungen fällt gemäss 

Bundesgericht auch nicht in Betracht, wenn ohne grösseren planerischen 

Aufwand nicht beurteilbar ist, wie die Mängel zu beheben sind und welche 

baurechtlichen, konzeptionellen und gestalterischen Auswirkungen dies 

nach sich zieht (vgl. Urteile des Bundesgerichts 1C_348/2022 vom 

2. Februar 2023 E.1.3.2, 1C_72/2021 vom 12. September 2022 E.4.2, 

1C_287/2021 vom 25. Juli 2022 E.5.1 sowie 1C_615/2017 vom 

12. Oktober 2018 E.2.1 und 2.4 f; PLETSCHER, Mangelhaftes Bauprojekt, 

Baubewilligung verweigern oder unter Auflagen und Bedingungen 

erteilen?, in BR 2/2023, S. 89 f.). PLETSCHER sieht als Indiz für einen 

wesentlichen, nicht mit Auflagen oder Bedingungen behebbaren 

Projektmangel etwa die Lage in einer Schutzzone oder der Entscheid, ob 

der Projektmangel behoben werden kann, hängt von einer unklaren 

Mitwirkung von Dritten ab und eine anderweitige Behebung ist 

ausgeschlossen oder hätte zumindest eine erhebliche Projektanpassung 

zur Folge (PLETSCHER, a.a.O., S. 90; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

1C_398/2016 vom 2. Februar 2017 E.2.7; LGVE 2013 IV Nr. 12 E.3.3.3 

f.).

4.5. Wie in den vorstehenden Erwägungen 3.2.1 ff. ausführlich dargelegt, steht 

der Beschwerdegegnerin beim Erlass eines Bauentscheides mit vom 

Kanton als koordinationsbedürftig erkannten Zusatzbewilligungen kein 

massgeblicher Beurteilungsspielraum hinsichtlich des Verfahrensablaufs 

zu (vgl. bereits PVG 2009 Nr. 27 E.2b ff.). Unbestrittenermassen erfordert 

die Erstellung einer Wärmepumpe mit Erdwärmesonden eine 

gewässerschutzrechtliche Bewilligung des ANU namentlich für den 

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Betrieb der Wärmepumpe gestützt auf Art. 28 Abs. 1 KGSchG und Art. 7 

Abs. 1 lit. h KGSchV. Nichts Anderes gilt für Wärmepumpen, welche 

Grundwasser- oder Oberflächengewässerwärme nutzen (vgl. die 

Ziffern A17 f. in der Liste DVS Zusatzbewilligungen). Für die Bohrung der 

Erdwärmesonden ist (in besonders gefährdeten Bereichen) eine 

Bewilligung gestützt auf Art. 19 Abs. 2 GSchG, Art. 32 Abs. 2 lit. f der 

eidgenössischen Gewässerschutzverordnung (GSchV; SR 814.201) und 

Art. 7 Abs. 1 lit. d KGSchV erforderlich. Die Parzelle 2966 wird gemäss der 

kantonalen Gewässerschutzkarte im nordwestliche Bereich im Umfang 

von ca. 595 m2 durch einen Gewässerschutzbereich Au überlagert (siehe 

https://edit.geo.gr.ch/s/...). Der Gewässerschutzbereich Au zählt gemäss 

Art. 29 Abs. 1 lit. a GSchV zu den besonders gefährdeten Gebieten im 

Sinne von Art. 19 Abs. 2 GSchG (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

1C_690/2021 vom 12. September 2023 E.3.1, 1C_473/2020 vom 

3. September 2021 E.6.1.1 und 1C_460/2020 vom 30. März 2021 E.3.1). 

Im Zusammenhang mit Gesuchen für gewässerschutzrechtliche 

Bewilligungen sieht Art. 9 KGSchV zudem vor, dass solche, im 

Zusammenhang mit einem Baugesuch stehenden, Gesuche mit der 

erforderlichen Unterlagen bei der Gemeinde einzureichen sind (Abs. 1; 

siehe auch Art. 53 Abs. 1 und 2 KRVO). Die Gemeinde macht die Gesuche 

zusammen mit dem Baugesuch in ortsüblicher Weise bekannt und legt die 

Gesuchsunterlagen während der Bauauflagefrist zur öffentlichen 

Einsichtnahme auf. Gesuche um gewässerschutzrechtliche 

Bewilligungen, gegen deren Erteilung das Beschwerderecht nach Art. 12 

Abs. 1 (lit. b) des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz 

(NHG; SR 451) besteht, macht die Gemeinde zudem im Kantonsamtsblatt 

bekannt (Abs. 2; vgl. auch Art. 54 Abs. 1 KRVO). Nach Art. 10 KGSchV 

können Beschwerdeberechtigte während der Dauer der Auflage bei der 

Gemeinde Einsprache erheben (Abs. 1; siehe auch Art. 54 Abs. 2 KRVO). 

Diese leitet nach Ablauf der Einsprachefrist die Gesuchsunterlagen samt 

allfälligen Einsprachen der Fachstelle zuhanden der zuständigen 

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Bewilligungsbehörde weiter. Steht das Gesuch um eine 

gewässerschutzrechtliche Bewilligung im Zusammenhang mit einem 

Bauvorhaben, für das eine Bewilligung der zuständigen kantonalen 

Behörde für Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzone erforderlich ist, 

leitet die Gemeinde die Gesuchsunterlagen an diese weiter (Abs. 2; siehe 

auch Art. 55 Abs. 1 und Art. 56 Abs. 1 KRVO). Die zuständige 

Bewilligungsbehörde stellt die gewässerschutzrechtliche Bewilligung der 

Gemeinde zur Eröffnung an die Gesuchstellerin oder den Gesuchsteller 

und an allfällige Einsprechende zu und die Gemeinde eröffnet die 

gewässerschutzrechtliche Bewilligung gleichzeitig mit der Baubewilligung 

(Abs. 3 und 4; siehe auch Art. 55 Abs. 2 KRVO). Dementsprechend 

skizziert das ANU in seiner publizierten Vollzugshilfe 

Wärmepumpenanlagen - Anforderungen und Bewilligungspraxis vom 

3. August 2022 den vorgenannten Verfahrensablauf. Ausserdem wird 

darin festgehalten, dass bei einer komplexeren Erdwärmesondenanlage 

(> 4 Erdwärmesonden) eine detaillierte Dimensionierung mit den am 

Standort vorhandenen gültigen Randbedingungen gemäss dem Formular 

F-405-02(d) bzw. nach SIA 384/6 vorgenommen werden muss. Das 

Gesuch für den Bau und Betrieb einer Wärmepumpenanlage mit 

Erdwärmesonden ist mittels Formular F-405-01(d) bei der Gemeinde zu 

Handen des ANU einzureichen (ANU, Vollzugshilfe 

Wärmepumpenanlagen - Anforderungen und Bewilligungspraxis vom 

3. August 2022, S. 3 f., Vollzugshilfe und Formulare abrufbar unter: 

https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/ekud/anu/themen/waermep

umpen/erdwaerme/Seiten/info.aspx; siehe auch bereits die Weisung 

BW003d des ANU vom April 2014, S. 2 ff., abrufbar unter: 

https://www.gr.ch/DE/publikationen/Verwaltungsverordnungen/BW003d_

BewilligungspflichtWaermepumpen.pdf).

4.6. Das Grundstück der Bauherrschaft befindet sich einerseits im Bereich für 

nur bedingt zulässige Erdwärmenutzung und teilweise auch im 

- 35 -

Gewässerschutzbereich Au (siehe https://edit.geo.gr.ch/s/...). Gemäss 

dem Dokument "Ablauf des Bewilligungsverfahrens für Erdwärmesonden" 

des ANU sind vorliegend hydrologische Vorabklärungen zu Risiken und 

Massnahmen nicht auszuschliessen (vgl. ANU, Vollzugshilfe 

Wärmepumpenanlagen - Anforderungen und Bewilligungspraxis vom 

3. August 2022, S. 3, wonach bei unklaren geologischen oder 

hydrogeologischen Verhältnissen sogar eine hydrogeologische 

Vorabklärung vorzunehmen wäre). Erst danach könnten die notwendigen 

Bewilligungen mit Standard- und Spezialauflagen erteilt werden (vgl. auch 

ANU, Ablauf Baubewilligungsverfahren für Erdwärmesonden, abrufbar 

unter: 

https://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/ekud/anu/ANU_Dokument

e/ANU-406-08d_Bewilligungsverfahren_Erdwaermesonden.pdf). 

Betreffend die gemäss Energienachweis vom 7. Juni 2021 vorgesehene 

Wärmepumpenanlage mit sechs Erdsonden und einer Länge der 

Erdsonden von 120 m (Bg1-act. 17 S. 2) ist ausserdem darauf 

hinzuweisen, dass es sich hierbei gemäss der Umschreibung in der 

Vollzugshilfe des ANU um eine komplexe Erdwärmesondenanlage handelt 

(siehe ANU, Vollzugshilfe Wärmepumpenanlagen - Anforderungen und 

Bewilligungspraxis vom 3. August 2022, S. 3 und die vorstehende 

Erwägung 4.5) und im Bereich der Bauparzelle 2966 gemäss der 

kantonalen Erdwärmekarte eine Tiefenbeschränkung für Bohrungen von 

max. 90 m gilt. Schliesslich hat ausweislicher der Akten das für die 

Erteilung der fraglichen Zusatzbewilligung für eine Wärmepumpe mit 

Erdwärmesonden (siehe Ziffer A16 in der Liste DVS Zusatzbewilligungen) 

zuständige ANU bisher noch keine Kenntnis vom Bauvorhaben bzw. 

äusserte sich nicht bereits zustimmend dazu (vgl. Art. 55 Abs. 3 KRVO). 

In diesem Zusammenhang stellt sich auch noch die Frage, wie die Lage 

zumindest des nordwestlichen Teils des (unter dem gewachsenen Terrain 

liegenden) Sockelgeschosses im Gewässerschutzbereich Au 

gewässerschutzrechtlich zu beurteilen ist. Denn wie bereits in der 

- 36 -

vorstehenden Erwägung 4.5 erwähnt, benötigen beispielsweise 

Untertagebauten oder Anlagen, die Deckschichten oder 

Grundwasserstauer verletzten, gemäss Art. 19 Abs. 2 GSchG, Art. 32 

Abs. 2 lit. a und b GSchV und Art. 7 Abs. 1 lit. d KGSchV eine Bewilligung 

des ANU, wenn sie Gewässer gefährden können. Zu diesem 

Gesichtspunkt findet sich in den angefochtenen Entscheiden vom 

12. Oktober 2021 oder den Rechtsschriften im vorliegenden Verfahren 

aber auch keine sachdienlichen Ausführungen.

4.7. Aufgrund dieser Sachlage sowie mangels Vorliegen eines konkreten 

Gesuches um Bewilligung einer Wärmepumpenanlage zur Nutzung von 

Bodenwärme mittels Erdsonden inkl. Situations- und Übersichtsplänen 

kann der Ausgang des zusätzlichen Bewilligungsverfahrens nicht 

eindeutig abgeschätzt werden. Andererseits bedingte eine allenfalls 

verweigerte gewässerschutzrechtliche Bewilligung des ANU zum Einsatz 

einer Wärmepumpe mit Erdwärmesonden aller Voraussicht nach eine 

wesentliche Projektänderung respektive eine erhebliche konzeptionelle 

Überarbeitung des Projekts (vgl. dazu bereits die vorstehende 

Erwägung 4.4). Bei verweigerter gewässerschutzrechtlicher Bewilligung 

könnte in jedem Fall auch nicht mehr auf die Angaben des im Rahmen des 

Baubewilligungsverfahrens eingereichten Energienachweises vom 7. Juni 

2021 (Bg1-act. 13 ff.) abgestellt werden, sondern es wäre mit einem neuen 

Energienachweis (vgl. Art. 58 Abs. 1 der Energieverordnung des Kantons 

Graubünden [BEV; BR 820.210] i.V.m. Anhang 1 BEV) die Einhaltung der 

energie-, bau- und quartierplanrechtlichen Vorschriften nachzuweisen 

(vgl. insbesondere Art. 9a f. des Energiegesetzes des Kantons 

Graubünden [BEG; BR 820.200] i.V.m. Art. 2 und 5 ff. BEV; ähnlich 

Entscheid RA Nr. 100/2010/43 der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion 

des Kantons Bern vom 30. Juli 2010 E.3b f.). Beim nachträglichen 

Wechsel auf einen Wärmeerzeuger, der ohne koordinationsbedürftige 

Gewässerschutzbewilligung des ANU auskäme, wie insbesondere einer 

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Luft/Wasser- oder Luft/Luft-Wärmepumpe (vgl. dazu VGU R 20 99, R 20 

100 vom 30. Juni 2022 E.8.3.5) wären grössere planerische Änderungen 

bzw. eine konzeptionelle Anpassung des Bauprojektes durchaus 

wahrscheinlich. Damit kann aber offenkundig nicht gesagt werden, es 

handle sich vorliegend lediglich um einen untergeordneten Mangel, der 

ohne besondere Schwierigkeiten mittels Auflage/Bedingung in der 

Baubewilligung behoben werden kann. Die 

Baubewilligungsbehörde/Beschwerdegegnerin erteilte daher die 

Baubewilligung in Missachtung der Vorschriften von Art. 88 f. und Art. 92 

KRG, Art. 44 und 53 ff. KRVO sowie Art. 53 BG. Dabei wendete sie Art. 90 

Abs. 1 KRG zu Unrecht an, indem sie einerseits das strittige Baugesuch 

als noch nicht spruchreif beurteilte bzw. nicht zur Verbesserung 

zurückwies, sondern lediglich mit einer Auflage zur Einreichung eines 

Gesuchs um Bewilligung einer Wärmepumpenanlage vor Baubeginn 

bewilligte und andererseits die Einsprache des Beschwerdeführers in 

besagtem Punkt abwies.

5. Soweit die Beschwerdeführerin das Fehlen eines bau- bzw. 

quartierplanrechtlichen Vorentscheides betreffend die 

quartierplanrechtliche Mehrlänge in den Baugesuchsunterlagen moniert, 

ist darauf hinzuweisen, dass sich diese Vorgabe im Bericht vom 

4. Oktober 2002 unter den Regelungen betreffend die Bauweise (Grenz- 

und Gebäudeabstände, Gebäudehöhen, Firstrichtungen, Gebäudelängen 

und -tiefen, Balkone, Dachaufbauten und -einschnitte, Einzäunungen 

sowie Stützmauern) betreffend dem (Quartier-)Gestaltungsplan 

(Anhang 2, Plan "Neuer Bestand und Gestaltung 1:1000 vom 

10. September 2002; Bg1-act. 26.) findet (Bg1-act. 26 und 27, jeweils S. 7 

f.). Gemäss den Ausführungen im Einspracheentscheid vom 12. Oktober 

2021 müssen für die Gewährung des quartierplanrechtlichen 

Mehrlängenzuschlags beim Bauvorhaben erneuerbare Energien 

eingesetzt werden und es muss gestalterisch und wohnhygienisch 

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einwandfrei sei. Im Rahmen der vorläufigen Prüfung des Baugesuches vor 

der amtlichen Publikation habe sie dem Beschwerdegegner mitgeteilt, 

dass das Bauvorhaben voraussichtlich die quartierplanrechtlichen 

Anforderungen für die Inanspruchnahme der maximalen Mehrlänge von 

4 m erfülle, womit ein solcher Vorentscheid vorliege, worüber die 

Beschwerdeführerin – zusammen mit der Stellungnahme des 

Beschwerdegegners vom 16. Juli 2021 – am 19. Juli 2021 informiert 

worden sei (Bg1-act. 11 S. 5). Angesichts der vorstehenden 

Erwägungen 4.4 ff. ist noch nicht definitiv klar, dass beim Bauvorhaben 

wie geplant erneuerbare Energien zum Einsatz kommen können. 

Unbesehen der Beurteilung des zweiten quartierplanrechtlichen 

Kriteriums für den Entscheid über den Mehrlängenzuschlag von maximal 

4 m muss damit hinsichtlich der Bewilligungsfähigkeit des Baugesuches 

auch nicht weiter auf das Vorliegen eines Vorentscheides eingegangen 

werden.

6. Insofern können der Bauentscheid sowie der Einspracheentscheid, jeweils 

vom 12. Oktober 2021, nicht geschützt werden und sind antragsgemäss 

aufzuheben. Demgegenüber rechtfertigt sich die direkte Abweisung des 

Baugesuches unter diesem Aspekt nicht, weil die Realisierung einer 

insbesondere dem BEG, der BEV und den Vorgaben des Quartierplanes 

D._____ entsprechenden Energienutzung durch das vorliegende 

Bauvorhaben nicht völlig ausgeschlossen erscheint. Damit ist die 

Angelegenheit an die Beschwerdegegnerin zur Fortführung des 

Baubewilligungsverfahrens und Nachholung der Verfahrenshandlungen 

unter dem Aspekt der Koordinationspflicht sowie zu neuem Entscheid 

zurückzuweisen. Bei diesem Ergebnis erübrigt sich auch ein Eingehen auf 

die weiteren Rügen der Beschwerdeführerin. Hinsichtlich der noch 

durchzuführenden Publikationsmodalitäten ist darauf hinzuweisen, dass 

betreffend das Gesuch um Bewilligung einer Wärmepumpe (mit 

Erdwärmesonden) sich etwa ein Hinweis auf die bereits am 4. Juni 2021 

- 39 -

erfolgte Publikation und öffentliche Auflage des eigentlichen Baugesuches 

als angebracht erweisen würde (vgl. dazu VGU R 20 105 vom 

1. November 2022 E.3.3). 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die Gerichtskosten, 

bestehend aus einer Staatsgebühr und den Kanzleiauslagen (Art. 75 

Abs. 1 lit. a und b VRG), gestützt auf Art. 73 Abs. 1 VRG je zur Hälfte zu 

Lasten der Beschwerdegegnerin und des Beschwerdegegners. Dabei wird 

mitberücksichtigt, dass die Beschwerdegegnerin im Hinblick auf die 

Abwicklung der koordinationspflichtigen Gesuche um (kantonale) 

Zusatzbewilligungen betreffend Feuerpolizei und 

Schutzraumersatzabgabepflicht sich nicht vollständig an die einschlägigen 

kantonalen Verfahrensvorschriften gehalten hat und von einer 

Rückweisung unter diesem Gesichtspunkt nur unter dem Aspekt der 

Verfahrenseffizienz abgesehen wurde (siehe insbesondere die 

vorstehende Erwägung 3.7). Die Staatsgebühr ist in Anwendung von 

Art. 75 Abs. 2 VRG und angesichts des vorgenommenen 

Prüfungsumfanges (reduziert) auf CHF 3'000.-- festzusetzen.

8. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird im Rechtsmittel- und Klageverfahren die 

unterliegende Partei in der Regel verpflichtet, der obsiegenden Partei die 

durch den Rechtsstreit verursachten notwendigen Kosten zu ersetzen. 

Gemäss Art. 16a Abs. 2, Art. 19 des kantonalen Anwaltsgesetzes 

(BR 310.100) und Art. 2 Abs.  1 und 2 der Verordnung über die 

Bemessung des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) wird die Parteientschädigung an 

die obsiegende Partei nach Ermessen des Gerichts festgesetzt, wobei es 

grundsätzlich von dem in der Honorarnote geltend gemachten und als 

angemessen sowie für die Prozessführung erforderlich zu betrachtenden 

Aufwand sowie üblichen Stundenansatz ausgeht. Der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin reichte am 30. März 2023 eine ergänzte Honorarnote 

über den Betrag CHF 10'099.75 ein (33.6 h à CHF 270.-- = CHF 9'072.-- 

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Honorar, CHF 200.-- für Kopien, CHF 53.70 für Porto und CHF 52.-- 

weitere Spesen im Zusammenhang mit dem Augenschein vom 30. März 

2023; Total: CHF 9'377.70 zzgl. 7.7 % MWST). Eine auf den 23. Juni 2021 

datierende Honorarvereinbarung über einen Stundenansatz von 

CHF 280.-- liegt in den Akten (Bf-act. 0.1), welche aber – wie in der 

Honorarnote vom 30. März 2023 bereits berücksichtigt – gestützt auf Art. 3 

Abs. 1 HV auf einen Stundenansatz von CHF 270.-- zur kürzen ist. 

Angesichts des vom Beschwerdegegner mit Honorarnote vom 22. März 

(recte 26. April) 2023 geltend gemachten Stundenaufwands von 29.1 h, 

erscheint für das vorliegende Verfahren der vom Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin geltend gemachte Vertretungsaufwand noch als 

angemessen und für die Prozessführung als erforderlich (Art. 16a Abs. 2 

kantonalen Anwaltsgesetzes und Art. 2 Abs. 2 Ziffer 2 HV). Die 

unterliegende Beschwerdegegnerin und der unterliegende 

Beschwerdegegner als für das Bauvorhaben verantwortliche 

Bauherrschaft haben die Beschwerdeführerin somit zu gleichen Teilen mit 

insgesamt CHF 10'099.75 (inkl. Spesen und MWST) zu entschädigen.

9. Betreffend die Rechtsmittelbelehrung ist noch darauf hinzuweisen, dass 

das Bundesgericht mit BGE 149 II 170 entschieden hat, dass es sich bei 

einem vorhandenen Spielraum bei der Umsetzung einer in einem 

Bauentscheid enthaltenen Nebenbestimmung (im Sinne von 

aufschiebenden Bedingungen) um einen Zwischenentscheid gemäss 

Art. 93 Abs. 1 BGG handelt. Denn trotz Vorliegen eines als Bauentscheid 

oder Baubewilligung betitelten Entscheides könne noch nicht gebaut 

werden, weil das Baubewilligungsverfahren noch nicht als abgeschlossen 

gelte (BGE 149 II 170 E.1.2 ff. u.a. m.H. auf das Urteil des Bundesgerichts 

1C_513/2020 vom 3. Mai 2021 E.1.1). Weiter soll die letzte kantonale 

Instanz im Sinne von Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG ohne weiteres antizipieren 

können, in welchen Fällen das Bundesgericht von einem (selbständig) 

anfechtbaren End- oder Teilentscheid im Sinne von Art. 90 f. BGG und in 

- 41 -

welchen Fällen von einem Zwischenentscheid gemäss Art. 93 Abs. 1 BGG 

ausgeht und dementsprechend in der Rechtsmittelbelehrung – selbst bei 

anwaltlich vertretenen Parteien – auf die korrekten Voraussetzungen für 

eine Anfechtungsmöglichkeit hinweisen. Anderenfalls setzt sie sich dem 

bundesgerichtlichen Vorwurf aus, dass sie ihren Entscheid mit einer 

unzutreffenden Rechtsmittelbelehrung versehen habe (vgl. etwa Urteile 

des Bundesgerichts 1C_509/2022 vom 18. August 2023 E.4, 

1C_644/2020 vom 8. September 2021 E.2 und 1C_302/2017 vom 

6. Februar 2018 E.2; anders hingegen z.B. das Urteil des Bundesgerichts 

1C_71/2023 vom 24. Juli 2023 E.2, wobei die Urteile des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich VB.2022.00357 vom 

21. Dezember 2022 und VB.2016.00676 vom 11. April 2017 mit der 

folgenden Rechtsmittelbelehrung versehen war: "Gegen dieses Urteil 

kann Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nach Art. 82 

ff. des Bundesgerichtsgesetzes erhoben werden. Die Beschwerde ist 

innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, beim Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen."). Insofern wird vorliegend in 

Nachachtung von Art. 112 Abs. 1 lit. d BGG ausdrücklich darauf 

hingewiesen, dass trotz der im Einklang mit der bisherigen 

verwaltungsgerichtlichen Praxis erfolgten Qualifikation als Entscheid im 

Sinne von Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG gemäss der vorstehenden Erwägung 1 

die Anfechtbarkeit des vorliegenden Urteils innert 30 Tagen (vgl. Art. 100 

BGG) seit der Eröffnung nicht (mehr) in jedem Fall zulässig ist, sondern 

sich die (umgehende) Anfechtbarkeit insbesondere anhand der 

Voraussetzungen von Art. 90 bis 93 BGG beurteilt. Dies unbesehen 

darum, ob der Beschwerdegegnerin im Rahmen der vorliegenden 

Rückweisung zur Weiterführung des Baubewilligungsverfahrens 

insbesondere zur Abwicklung des koordinationsbedürftigen Gesuches um 

Bewilligung einer Wärmepumpe mit Erdwärmesonden überhaupt noch ein 

Entscheidungsspielraum über das weitere Vorgehen verbleibt oder nicht 

(vgl. dazu BGE 149 II 170 E.1.9, 138 I 143 E.1.2 und 135 V 141 E.1.1; 

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Urteile des Bundesgerichts 1C_54/2023 vom 22. Juni 2023 E.1.3, 

1C_317/2019 vom 17. März 2020 E.2.3 und 1C_104/2012 vom 30. August 

2012 E.1.2).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Bau- sowie der 

Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2021 aufgehoben. Die 

Angelegenheit wird im Sinne der Erwägungen zur Fortführung des 

Baubewilligungsverfahrens und Nachholung der Verfahrenshandlungen 

unter dem Aspekt der Koordinationspflicht sowie zu neuem Entscheid an 

die Gemeinde B._____ zurückgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 3'000.00

- und den Kanzleiauslagen von CHF 846.00

zusammen CHF 3'846.00

gehen je zur Hälfte zu Lasten der Gemeinde B._____ und C._____.

3. Die Gemeinde B._____ und C._____ entschädigen A._____ je zu gleichen 

Teilen mit insgesamt CHF 10'099.75 (inkl. Spesen und MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]