# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c0c27d50-8088-5b02-b2f7-6f870dac14a8
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-02-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Verwaltungsgericht 08.02.2006  VB.2005.00459
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Verwaltungsgericht/ZH_VG_001_-VB-2005-00459_2006-02-08.html

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				Geschäftsnummer: 	VB.2005.00459	 
	Entscheidart und -datum: 	Endentscheid vom 08.02.2006
	Spruchkörper: 	4. Abteilung/4. Kammer
	Weiterzug: 	Das Bundesgericht hat eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen diesen Entscheid am 06.04.2006 abgewiesen.
	Rechtsgebiet: 	Ausländerrecht
	Betreff: 

	Widerruf der Niederlassung, Wegweisung und Familiennachzug

	
Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung; Verweigerung des Familiennachzugs.

Zuständigkeit (E. 1). Als eigenes und selbständiges Niederlassungsrecht erlischt die einmal erteilte Niederlassungsbewilligung mit Wegfall der Ehe nicht automatisch, sondern sie kann nur unter den Voraussetzungen von Art. 9 Abs. 4 ANAG widerrufen werden (E. 2). Die Niederlassungsbewilligung lässt sich kraft Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG widerrufen, wenn sie der Ausländer durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat. Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG muss der Behörde wahrheitsgetreu über alles Auskunft gegeben werden, was für den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Dazu gehört auch die Tatsache, dass der Betroffene aussereheliche Kinder hat (E. 3.1). Der Beschwerdeführer hat bei der Stellung des Gesuchs um Erteilung der Niederlassungsbewilligung seinen damals circa vier Monate alten nichtehelichen Sohn in Serbien-Montenegro verschwiegen. Es kann daher offen gelassen werden, ob die mittlerweile aufgelöste Ehe nur aus fremdenrechtlichen Gründen aufrechterhalten worden ist (E. 3.2). Den vorgebrachten Beweisanträgen liegen unsubstanziierte Behauptungen zu Grunde, weshalb nicht darauf einzugehen ist (E. 3.3). Der Widerruf muss verhältnismässig sein, was vorliegend der Fall ist (E. 4.1+2). Kosten- und Entschädigungsfolgen (E. 6). 
Abweisung.

			 	
				Stichworte:
	
						AUSLÄNDERRECHTSEHE
BEWEISANTRAG
FAMILIENNACHZUG
NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG
WEGWEISUNG
WIDERRUF DER NIEDERLASSUNGSBEWILLIGUNG

					
	
	Rechtsnormen:
	
						Art. 3 Abs. II ANAG
Art. 7 Abs. I ANAG
Art. 9 Abs. IV ANAG
Art. 17 Abs. II ANAG
Art. 13 Abs. I BV
Art. 8 Abs. I EMRK
§ 133 ZPO

					
	
	Publikationen:
	
						- keine -
					
	Gewichtung:

					(1 von hoher / 5 von geringer Bedeutung)
	
						Gewichtung: 3
					

			 

	 	
			

			

I.  

A, geboren 1976, Staatsangehöriger von
Serbien-Montenegro, heiratete dort 1996 eine Schweizer Bürgerin mit Jahrgang
1974. Mitte Januar 1997 reiste er in die Schweiz ein und erhielt gestützt auf Art. 7
Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 26. März 1931 über Aufenthalt und
Niederlassung der Ausländer (ANAG) eine mehrmals verlängerte Aufenthaltsbewilligung
sowie im März 2002 die Niederlassungsbewilligung.

Mit Urteil des Bezirksgerichts X vom 29. Januar 2003,
in Rechtskraft erwachsen anfangs März 2003, wurde die Ehe geschieden. Mitte März
2003 heiratete A in seiner Heimat eine 1976 geborene serbisch-montenegrinische
Staatsangehörige. Darauf ersuchte er für sie und den gemeinsamen Sohn, geboren im
August 2001, um Familiennachzug.

Am 28. November 2003 widerrief die Direktion für
Soziales und Sicherheit (Migrations­amt) die Niederlassungsbewilligung von A;
das Gesuch um Bewilligung des Nachzugs der Ehefrau und des gemeinsamen Sohnes
wies sie gleichzeitig ab.

II.  

Gegen die Verfügung des Migrationsamtes vom
28. November 2003 liess A mit Eingabe vom 29. Dezember 2003 Rekurs an
den Regierungsrat erheben. Dieser wies den Rekurs mit Beschluss vom
17. August 2005 ab.

III.  

Am 22. September 2005 liess A Beschwerde vor
Verwaltungsgericht erheben und folgende Anträge stellen:

"1.1.
Es sei Angefochtenes aufzuheben und das Verfahren im Sinne der Erwägungen
zwecks Durchführung der zum Beweis anerbotenen Personen zurückzuweisen oder die
Befragungen durch das Gericht durchzuführen und in der Folge die
Niederlassungsbewilligung nicht zu widerrufen, ev. sei die
Niederlassungsbewilligung direkt weiterhin zuzusprechen bzw. diese nicht zu
widerrufen.

 

1.2.
Kosten- und Entschädigungsfolgen seien zu Lasten Kanton zu erkennen."

Die Staatskanzlei beantragte
namens des Regierungsrats am 4./5. Oktober 2005 Abweisung der Beschwerde.
Die Direktion für Soziales und Sicherheit verzichtete stillschweigend auf
Beschwerdeantwort.

Die Kammer zieht in Erwägung:

1.  

Die Beschwerde an das Verwaltungsgericht ist auf dem
Gebiet der Fremdenpolizei zulässig, soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an
das Bundesgericht offen steht (§ 43 Abs. 1 lit. h und Abs. 2
des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959 [VRG]). Dies ist der
Fall bei Entscheiden über den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung (Art. 100
Abs. 1 lit. b Ziff. 3 des Bundesrechtspflegegesetzes vom
16. Dezember 1943 [OG]). Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
erfüllt sind, ist insoweit auf die Beschwerde einzutreten.

Der Beschwerdeführer richtet seine Beschwerde zudem gegen
die Verweigerung des Familiennachzugs für seine Ehefrau und den noch
minderjährigen Sohn. Hier ist die Beschwerde nur zulässig, sofern der oder die
ausländische Staatsangehörige einen bundes- oder völkerrechtlichen Anspruch auf
Erteilen einer Bewilligung hat (Art. 100 Abs. 1 lit. b
Ziff. 3 OG; BGE 128 II 145 E. 1.1.1). Einen solchen Anspruch
verleihen Art. 17 Abs. 2 ANAG, Art. 8 Abs. 1 der
Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101) sowie Art. 13 Abs. 1
der Bundesverfassung vom 18. April 1999 (SR 101) Ehegatten und
ledigen Kindern unter 18 Jahren von hier niedergelassenen und daher gefestigt
anwesenheitsberechtigten Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bei
Erfüllen weiterer Bedingungen (vgl. BGE 127 II 60 E. 1, 129 II
249 E. 1 f.). Wie sich sogleich zeigt, erfolgte jedoch der Widerruf
der Niederlassungsbewilligung zu Recht. Deshalb entfällt ein Anspruch auf Familiennachzug
von vornherein und kann auf den entsprechenden Antrag nicht eingetreten werden
(vgl. auch VGr, 17. November 2004, VB.2004.00353, E. 1 Abs. 2,
und 8. Juni 2005, VB.2005.00086, E. 1 Abs. 2 [beides unter
www.vgrzh.ch]).

2.  

Nach Art. 7 Abs. 1 des ANAG hat der ausländische
Ehegatte eines Schweizer Bürgers Anspruch auf Erteilung und Verlängerung der
Aufenthaltsbewilligung. Nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen
Aufenthalt von fünf Jahren hat er Anspruch auf eine Niederlassungsbewilligung.
Kein Anspruch besteht indessen, wenn die Ehe eingegangen worden ist, um die
Vorschriften über Aufenthalt und Niederlassung von Ausländern und namentlich
jene über die Begrenzung der Zahl der Ausländer zu umgehen (Art. 7 Abs. 2
ANAG). Erfasst wird davon die so genannte Scheinehe bzw. Ausländerrechtsehe,
bei der die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft
beabsichtigen. Auch wenn die Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist,
heisst dies jedoch nicht, dass dem ausländischen Ehepartner der Aufenthalt
weiterhin gestattet werden muss. Zu prüfen ist diesfalls, ob nicht insofern
Missbrauch vorliegt, als die Ehe, auf welche sich der Ausländer im Verfahren
auf Erteilung einer Niederlassung beruft, nur noch formell und ohne Aussicht
auf Aufnahme bzw. Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft besteht (BGE 128
II 145 E. 2.1+2).

Als eigenes und selbständiges Niederlassungsrecht erlischt
die einmal erteilte Niederlassungsbewilligung mit Wegfall der Ehe nicht
automatisch, sondern sie kann allenfalls widerrufen werden, und zwar nicht nach
den allgemeinen Regeln über den Widerruf von Verfügungen, sondern
ausschliesslich unter den Voraussetzungen von Art. 9 Abs. 4 ANAG.
Dies gilt insbesondere – aber nicht nur – für den Fall, dass sich nachträglich
Indizien ergeben, welche die mittlerweile aufgelöste Ehe, auf die sich der
Ausländer berufen hat, als Scheinehe oder bloss aus fremdenpolizeilichen
Gründen aufrechterhaltene Ehe erscheinen lassen (VGr, 9. November 2005,
VB.2005.000163, E. 3, www.vgrzh.ch).

3.  

3.1 Die
Niederlassungsbewilligung lässt sich kraft Art. 9 Abs. 4 lit. a
ANAG widerrufen, "wenn sie der Ausländer durch falsche Angaben oder
wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat" (RB 1999
Nr. 41 E. 1; Marc Spescha/Peter Sträuli, Ausländerrecht, 2. A.,
Zürich 2004, S. 58 f.; Andreas Zünd, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung
und Fernhaltung, in: Peter Uebersax et al. [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel etc.
2002, S. 207 ff., Rz. 6.16 f. – alles mit Hinweisen, auch
zu den folgenden beiden Absätzen).

Das Täuschen der Bewilligungsbehörde hat absichtlich
erfolgt zu sein, wobei Eventualvorsatz genügt. Nicht zwingende Voraussetzung
bildet, dass bei richtigen Angaben eine Bewilligung verweigert worden wäre;
immerhin muss es sich um wesentliche Tatsachen handeln, das heisst solche, die
den behördlichen Entscheid überhaupt zu beeinflussen vermochten (vgl. auch
BGr, 20. Juni 2002, 2A.57/2002, E. 2.2, und 21. November 2003,
2A.551/2003, E. 2.1, sowie 2. Mai 2005, 2A.10/2005, E. 2.1 [alles
unter www.bger.ch]). 

Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der Ausländer
verpflichtet, der Behörde wahrheitsgetreu über alles Auskunft zu geben, was für
den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann. Hiervon ist er selbst dann
nicht befreit, wenn die Fremdenpolizeibehörde die fragliche Tatsache bei
gebotener Sorgfalt selbst hätte ermitteln können. Wesentlich sind dabei nicht
nur Umstände, nach denen die Fremdenpolizei ausdrücklich fragt, sondern auch
solche, von denen der Gesuchsteller wissen muss, dass sie für den
Bewilligungsentscheid relevant sind. Dazu gehört etwa die Absicht der
Nichtfortsetzung der bisherigen bzw. der Begründung einer neuen Ehe oder die
Tatsache, dass der Betroffene aussereheliche Kinder hat. Ein Erschleichen der
Niederlassungsbewilligung kann nach der bundesgerichtlichen Praxis auch darin
liegen, dass die Angaben, auf die sich die Behörden bei der seinerzeitigen
Erteilung der Aufenthaltsbewilligung gestützt hatten oder die bei späteren
Verlängerungen der Aufenthaltsbewilligung oder bei Erteilung der
Niederlassungsbewilligung mangels anderer Angaben immer noch als massgebend
betrachtet werden durften, falsch oder unvollständig waren (dazu BGr,
21. November 2003, 2A.551/2003, E. 2.1 – 20. Februar 2004,
2A.485/2003, E. 2.1 – 9. November 2004, 2A.628/2004, E. 2.1 – 2. Mai
2005, 2A.10/2005, E. 2.1 [alles unter www.bger.ch]). 

3.2 Der
Beschwerdeführer hat bei der Stellung des Gesuchs um Erteilung der Niederlassungsbewilligung
am 10. Dezember 2001 den Behörden seinen damals circa vier Monate alten
nichtehelichen Sohn in Serbien-Montenegro verschwiegen, als er behauptete, er unterhalte
keinerlei Beziehungen mehr zu seiner Heimat. Wie die Vorinstanz überzeugend
darlegt, kann mit guten Gründen davon ausgegangen werden, dass ihm die Existenz
seines Sohnes bekannt war. Wegen des Rechts auf Familiennachzug ist das
Vorhandensein minderjähriger Kinder bei der Erteilung der
Niederlassungsbewilligung zweifellos von Bedeutung (BGr, 21. November
2003, 2A.551/2003, E. 2.2, und 20. Februar 2004, 2A.485/2003, E. 2.3,
sowie 2. Mai 2005, 2A.10/2005, E. 2.3 [alles unter www.bger.ch]). Es
handelt sich somit um eine wesentliche Tatsache, das heisst um eine, die den
behördlichen Entscheid bei Erteilung der Niederlassungsbewilligung zu beeinflussen
vermochte. Die in Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG verankerte
Voraussetzung für den Widerruf der am 21. März 2002 erteilten
Niederlassungsbewilligung wurde daher zu Recht bejaht. Im Übrigen kann nach
§ 70 in Verbindung mit § 28 Abs. 1 Satz 2 VRG auf die zutreffenden
Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden.

Es kann daher offen gelassen werden, ob die mittlerweile
aufgelöste Ehe zwischen dem Beschwerdeführer und einer Schweizer Bürgerin
lediglich aus fremdenrechtlichen Gründen aufrechterhalten worden ist. Dafür
würden immerhin verschiedene Gründe sprechen. So hat die eheliche Gemeinschaft
lediglich im Jahre 1997 und insgesamt während weniger als eines Jahres
bestanden. Nachdem die Beschwerdegegnerin davon Kenntnis erhalten hatte, dass
der Beschwerdeführer und seine Ehefrau nicht mehr zusammenwohnten, ersuchte sie
die Eheleute, die Gründe für das Getrenntleben zu nennen und mitzuteilen, wann
mit der (Wieder-)Aufnahme der ehelichen Wohngemeinschaft zu rechnen sei. Die
Ehefrau reagierte nicht; der Beschwerdeführer brachte am 6. April 1998 im
Wesentlichen vor, er lebe seit dem 15. Dezember 1997 von seiner Ehefrau getrennt,
weil ihre Arbeitsplätze zu weit voneinander entfernt lägen. Sobald er eine
Arbeitsstelle und eine preisgünstige Wohnung in Y gefunden habe, gedenke er das
eheliche Zusammenleben wieder aufzunehmen; eine Scheidung sei nicht vorgesehen.
Eine Wiederaufnahme der ehelichen Wohngemeinschaft hat in den darauffolgenden
Jahren allerdings nicht stattgefunden. Bereits wenige Monate nach Ablauf der
Fünfjahresfrist Mitte Januar 2002 bzw. nach Erhalt der Niederlassungsbewilligung
im März 2002 haben die Eheleute am 27. September 2002 ein gemeinsames
Scheidungsbegehren eingereicht. Im August 2001 wurde dem Beschwerdeführer ein
nichteheliches Kind geboren, dessen Mutter er zehn Tage nach Rechtskraft der
Scheidung in Serbien-Montenegro ehelichte, was zumindest auf eine während der früheren
Ehe gelebte Beziehung mit einer anderen Frau schliessen lässt. Vor diesem Hintergrund
scheint auch seine Aussage im Rahmen der Beantragung der Niederlassungsbewilligung
zumindest fragwürdig, die Chancen hätten sich nochmals verbessert, dass die
eheliche Wohngemeinschaft mit seiner (damaligen) Ehefrau wieder aufgenommen
werde.

3.3 Der
Beschwerdeführer lässt die Befragung seiner ersten Ehefrau beantragen, um darzutun,
dass sie ihm "den Seitensprung damals verziehen" habe. Auch sei die
Scheidung nur auf ihren Wunsch erfolgt; er habe nur ungern und auf ihr Drängen
eingewilligt. Indem die Vorinstanz auf die nicht offensichtlich untauglichen
anerbotenen Beweise verzichtet habe, habe sie das rechtliche Gehör in schwerwiegender
Weise verletzt.

Auf Beweisanträge der Parteien ist nur einzugehen, wenn
ihnen substanziierte Behauptungen zu Grunde liegen (vgl. § 60 VRG in
Verbindung mit § 133 der Zivilprozessordnung vom 13. Juni 1976 [ZPO];
Richard Frank et al., Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, 3. A.,
Zürich 1997, vor § 133 ff. ZPO N. 8, § 133 ZPO N. 5).
Die Behauptungen erweisen sich vorliegend allesamt als unsubstanziiert. Da das
Verschweigen des unehelichen Sohnes für sich genommen die Voraussetzungen des
Widerrufs der Niederlassungsbewilligung zu erfüllen vermag, sind die zum Beweis
angebotenen Aussagen auch irrelevant. Wie dargelegt (vorn 3.2), kann dahin
gestellt bleiben, ob die Ehe bloss aus fremdenrechtlichen Gründen
aufrechterhalten worden ist. Unbeachtlich und gänzlich unüberzeugend ist ferner
auch die Behauptung, die zweite Ehe sei nur eingegangen worden, weil "die
ganze Familie der heutigen Ehefrau meines Mandanten extremen unmenschlichen
Druck auf ihn ausgeübt hat, er müsse sie heiraten, jetzt wo er wieder frei sei
und so das Kind quasi ehelich machen".

4.  

4.1 Das
Vorliegen eines Widerrufsgrundes führt nicht zwingend dazu, dass die Niederlassungsbewilligung
auch tatsächlich zu widerrufen ist. Es muss beim entsprechenden Entscheid
vielmehr jeweils den besonderen Umständen des Einzelfalls angemessen Rechnung
getragen werden (zum Ganzen BGE 112 Ib 473 E. 4+5; BGr,
10. Dezember 2004, 2A.346/2004, E. 2.2 mit Hinweisen, www.bger.ch =
Pra 94/2005 Nr. 100; VGr, 17. November 2004, VB.2004.00353, E. 2.3,
und 8. Juni 2005, VB.2005.00086, E. 5.1 [beides unter www.vgrzh.ch]).

Der Widerruf muss verhältnismässig sein, wobei den
Verwaltungsinstanzen ein gewisses Ermessen zukommt (BGr, 11. September
2003, 2A.399/2003, E. 2.2.3, www.bger.ch). Dessen Ausübung prüft das
Verwaltungsgericht laut § 50 VRG in Verbindung mit Art. 98a sowie 104
OG nur auf Überschreiten oder Missbrauch hin. Beim Entscheid analog Art. 11
Abs. 3 ANAG gilt es sinngemäss auch Art. 16 Abs. 3 der
Vollziehungsverordnung vom 1. März 1949 zum Bundesgesetz über Aufenthalt
und Niederlassung der Ausländer (SR 142.201) anzuwenden. Danach erscheinen
namentlich als wichtig: "die Schwere des Verschuldens des Ausländers; die
Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz; die ihm und seiner Familie drohenden
Nachteile" (Satz 1; vgl. VGr, 17. November 2004,
VB.2004.000353, E. 2.3, www.vgrzh.ch); allenfalls genügt eine Verwarnung (Satz 2).

Für den Widerruf einer Bewilligung kommt es innerhalb der
bereits dargelegten Kriterien stark auf den guten oder bösen Glauben der
berechtigten Person an (vgl. BGE 112 Ib 473 E. 5b ff.;
Alain Wurzburger, La jurisprudence récente du Tribunal fédéral en matière de
police des étrangers, Bern 1997, S. 60 f.; ferner BGr, 16. März
2000, 2A.366/1999, E. 3c, www.bger.ch). 

4.2 Die
Behauptung des Beschwerdeführers, er unterhalte keine Beziehungen zu seiner
Heimat mehr, obwohl ihm seine heutige Ehefrau nur wenige Monate zuvor einen
Sohn geboren hat, lässt zweifellos auf Bösgläubigkeit schliessen. Sodann
erscheint eine Rückkehr nach Serbien-Montenegro auch zumutbar. Zwar hat der
Beschwerdeführer ungefähr acht Jahre und damit den grössten Teil seines
Erwachsenenlebens in der Schweiz verbracht. Auch war er stets berufstätig und
nie von Fürsorgeleistungen abhängig; zudem hat er sich nie strafbar gemacht.
Ins Gewicht fällt jedoch insbesondere, dass er noch während seiner Ehe mit
einer Schweizer Bürgerin eine Beziehung zu seiner heutigen Ehefrau in seinem
Heimatland pflegte und mit dieser auch ein Kind hat, das dort geboren ist. Der
Beschwerdeführer verfügt daher zweifellos nach wie vor über intensive Kontakte
in seinem Heimatland. Umgekehrt sind Anzeichen für eine besonders intensive
Integration des Beschwerdeführers in der Schweiz nicht ersichtlich. Die Ehefrau
und der Sohn des Beschwerdeführers haben ferner – abgesehen vom Kontakt zum
Beschwerdeführer – keine Beziehungen zur Schweiz und hielten sich, soweit
ersichtlich, noch nie hier auf. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die
Verhältnismässigkeit des Widerrufs zu bejahen. Es liegt kein qualifizierter
Ermessensfehler der verfügenden Behörde vor, weshalb der vorinstanzliche
Entscheid nicht zu beanstanden ist.

5.  

Zusammengefasst ist die Beschwerde somit unbegründet und
abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

6.  

Ausgangsgemäss sind die Kosten dem unterliegenden
Beschwerdeführer aufzuerlegen (§ 70 in Verbindung mit § 13 Abs. 2
Satz 1 VRG). Eine Parteientschädigung steht ihm nicht zu (§ 17 Abs. 2
VRG).

7.  

Dem Beschwerdeführer steht in Bezug auf den Widerruf
seiner Niederlassungsbewilligung die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das
Bundesgericht offen (vgl. vorn 1 Abs. 1).

Indem die Kammer vom Fehlen eines Anspruchs auf
Familiennachzug ausgegangen ist (vgl. vorn 1 Abs. 2), hat sie bereits
die Frage verneint, ob sich insofern eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim
Bundesgericht erheben lasse. Die Verletzung eines behaupteten Anspruchs müsste
prinzipiell trotzdem im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beanstandet
werden (BGE 127 II 161 E. 1b; siehe ferner E. 3b hinsichtlich
der Rüge, der vorangegangene kantonale Sachentscheid habe Verfahrensgarantien
verletzt). Vorliegend gilt dies allerdings nur, wenn der Beschwerdeführer
zugleich auch den Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung ans Bundesgericht
weiterziehen sollte, ansonsten die Anspruchsgrundlage für den Familiennachzug
definitiv entfallen wäre (VGr, 17. November 2004, VB.2004.00353, E. 4,
und 8. Juni 2005, VB.2005.00086, E. 8 [beides unter www.vgrzh.ch]).

Demgemäss entscheidet die Kammer:

1.    Die
Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.    Die
Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf 

Fr. 2'000.--;    die übrigen Kosten betragen:

Fr.      60.--     Zustellungskosten,

Fr. 2'060.--     Total der Kosten.

3.    Die
Gerichtskosten werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4.    Eine
Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

5.    Im Sinn der
Erwägungen kann gegen diesen Entscheid innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht erhoben werden.

6.    Mitteilung an …