# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4bd17b26-570c-54b8-90ae-a87d4460e399
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-16
**Language:** de
**Title:** Erfolgreich behandelt werdende und in Remission befindliche mittelgradige depressive Episode nicht invalidisierend; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00443
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00443.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00443
damit vereinigt
IV.2014.00437
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
16. November 2015
in Sachen
1.
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
Rechtsdienst
Obstgartenstrasse 21, Postfach, 8090 Zürich
2.
X.___
Beschwerdeführerinnen
Beschwerdeführerin 2 vertreten durch
Dr.
Y.___
Z.___
Beratungen
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1959, meldete sich am 2
7.
Februar 2006 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/1). Die
Sozialversiche
rungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihr mit Verfügung vom 2
5.
Januar 2007 eine ganze Rente ab Februar 2006 zu (Urk.
7/40). Mit Verfü
gung vom
3.
September 2007 hielt die IV-Stelle fest, die Versicherte sei seit dem
1.
Juni 2007 wieder in ihrer ursprünglichen Tätigkeit im gleichen Pensum wie zuvor tätig, und stellte die Rente ein (
Urk.
7/49).
1.2
Nach erneuter Anmeldung vom
6.
Mai 2013 (
Urk.
7/67) und durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/80,
Urk.
7/86,
Urk.
7/88 =
Urk.
3/5) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 1
2.
März 2014 einen Leistungsanspruch (
Urk.
7/90 =
Urk.
2 =
Urk.
4/2).
2.
Gegen die Verfügung vom 1
2.
März 2014 (
Urk.
2) erhoben die Versicherte am 2
2.
April 2014 (
Urk.
4/1) und die BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich am 2
4.
April 2014 (
Urk.
1) Beschwerde.
Am 1
2.
Mai 2014 wurden die beiden Ver
fahren vereinigt (
Urk.
5,
Urk.
4/9).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
0.
Juni 2014 (
Urk.
6), die Beschwerden seien abzuweisen.
Am 2
9.
Juli 2014 erstattete die BVK (
Urk.
12) und am 1
6.
September
2014 die Versicherte (
Urk.
15)
eine Replik.
Mit Duplik vom
1.
Oktober 2014
(
Urk.
17)
bestritt die Beschwerdegegneri
n die Aktivlegitimation der BVK
, wovon den Verfahrensbeteiligten am 1
4.
Oktober 2014 Kenntnis gegeben wurde (
Urk.
18).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Vorab zu klären ist die prozessuale Frage der Aktivlegitimation der Beschwerde
führerin 1 (BVK).
Diese führte dazu in ihrer Beschwerde aus, die Beschwerdeführerin
2
sei bei ihr berufsvorsorgeversichert; der im vorliegenden Verfahren zu fällende Entscheid werde
auch ihr gegenüber Recht
s
wirkungen entfalten (
Urk.
1 S. 2
Ziff.
3).
Die Beschwerdegegnerin machte ihrerseits geltend, rentenzusprechende Verfügun
gen der Invalidenversicherung seien geeignet, die Leistungspflicht
einer Vorsorgeeinrichtung unmittelbar zu berühren; im Falle einer rentenab
weisenden Verfügung bestehe hingegen keine Bindungswirkung, weshalb die Vorsorgeeinrichtung nicht als berührt betrachtet werden könne (
Urk.
17 S. 1 f.).
1.2
Erlässt ein Versicherungsträger eine Verfügung, welche die Leistungspflicht eines anderen Trägers berührt, so hat er auch ihm die Verfügung zu eröffnen; dieser kann die gleichen Rechtsmittel ergreifen wie die versicherte Person (Art.
49
Abs.
4 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
Sozialversi
cherungsrechts
, ATSG). „Berührt“ im Sinne dieser Bestimmung ist, wer in einer besonderen, beachtenswerten, nahen Beziehung zur Streitsache steht, mithin in rechtlichen oder tatsächlichen Interessen spürbar betroffen ist (BGE 132 V 74 E.
3.1 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C 414/2007 vom 2
5.
Juli 2008, E. 2.1).
1.3
Die durch die Rechtsprechung näher umschriebene Bindungswirkung der
Invali
di
tätsbemessung
der Ersten Säule (Invalidenversicherung) für die Zweite Säule (berufliche Vorsorge) ist in den
Art.
23 ff. des Bundesgesetzes über die Beruf
liche Alters-, Hinterl
assenen- und Invalidenvorsorge (
BVG
)
positivrecht
lich
aus
drücklich verankert (BGE 115 V 208, 118 V 35 E. 2 und 3 sowie seithe
rige Urteile). Das zeigt sich darin, dass sich der Anspruch auf eine Invaliden
rente der obligatorischen beruflichen Vorsorge an den sachbezüglichen Voraussetzungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) orientiert (
Art.
23 BVG), die Höhe der berufsvorsorgerechtlichen Rente analog zu derjenigen nach IVG bestimmt wird (
Art.
24
Abs.
1 BVG) und schliesslich für den Beginn des Anspruchs auf eine BVG-Invalidenrente gestützt auf
Art.
26
Abs.
1 BVG sinngemäss die entsprechenden invalidenversicherungsrechtlichen Be
stimmungen (
Art.
29 IVG) gelten.
Diese gesetzliche Konzeption fusst auf der Überlegung, die Organe der (obli
ga
tori
schen) beruflichen Vorsorge von eigenen, aufwendigen Abklärungen frei
zustellen, und gilt nur bezüglich Feststellungen und Beurteilungen der IV
Organe, welche im invalidenversicherungsrechtlichen Verfahren für die Fest
legung des Anspruchs auf eine Invalidenrente entscheidend waren. Indem die Invaliditätsbemessung der Invalidenversicherung für die Organe der (obli
gatorischen) beruflichen Vorsorge prinzipiell bindend ist, ist sie geeignet, die Leistungspflicht des BVG-Versicherers in grundsätzlicher, zeitlicher und
massli
cher
Hinsicht im Sinne von
Art.
49
Abs.
4 ATSG (unmittelbar) zu berühren. Die Organe der beruflichen Vorsorge sind daher zur Beschwerde gegen die Verfü
gung der IV-Stelle über den Rentenanspruch als solchen oder den
Invaliditäts
grad
berechtigt; ebenso ist der BVG-Versicherer befugt, in Streitigkeiten um eine Rente der Invalidenversicherung gegen Entscheide kantonaler Gerichte
Beschwerde ans Bundesgericht zu führen (BGE 132 V 1 E.
3.2 und 3.3.1; Urteil des Bundesgerichts 9C 414/2007 vom 2
5.
Juli 2008, E.
2.2).
1.4
Die Verbindlichkeitswirkung erstreckt sich allerdings nur auf diejenigen Fest
stellungen und Beurteilungen im IV-Verfahren, welche dort für die Festlegung des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung entscheidend waren und über die demnach effektiv zu befinden war; andernfalls haben die Organe der beruflichen Vorsorge die Anspruchsvoraussetzungen ihrerseits frei zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 1
4.
August 2000, B 50/99 E. 2b).
Im Falle einer rentenabweisenden Verfügung besteht dagegen keine Bindungs
wir
kung; entsprechend kann die
Einrichtung der beruflichen Vorsorge
nicht mehr als berührt im Sinne von
Art.
49
Abs.
4 ATSG betrachtet werden (vgl.
Urteil des Bundesgerichts 9C_8/2009 vom 3
0.
März 2009 E. 3.2)
und ist nicht zur Beschwerde berechtigt
.
1.5
Mit der
vorliegend angefochtenen Verfügung verneinte die Beschwerdegegnerin einen invalidenversicherungsrechtlicher Leistungsanspruch. Dies entfaltet keine Bindungswirkung für die Beschwerdeführerin 1
als Einrichtung der beruflichen Vorsorge.
Aufgrund der dargelegten Rechtslage steht
deshalb
fest, dass die Beschwerdeführerin 1
nicht berechtigt ist, gegen die
genannte Verfügung
Beschwerde zu führen.
Auf ihre Beschwerde ist deshalb nicht einzutreten.
2.
2.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG).
Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG).
Erwerbsunfä
higkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi
schen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Ein
gliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind aus
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichti
gen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer Depres
sion und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet,
dies auch,
wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivieren
den depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2).
Eine rezidivierende depressive Störung als solche stellt keinen psychischen Gesundheitszustand dar, der eine Arbeitsunfähigkeit dauerhaft zu begründen vermag (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 10. November 2014 E. 4.2).
E
ine leichte depressive Episode mit somatischen Symptomen ist
p
raxisgemäss grundsätzlich nicht geeignet, eine leistungsspezifische Invalidität zu begründen (Urteil des Bundesgerichts 9C_506/2014 vom 1
0.
November 2014 E. 4.2). Leichte bis höchstens mittelschwere psychische Störungen aus dem depressiven Formenkreis gelten zudem grundsätzlich als therapeutisch
angehbar
(Urteil des Bundesgerichts 8C_759/2013 vom
4.
März 2014 E. 3.6.1 mit Hinweisen). Bei mittelschweren depressiven Episoden (ICD-10 F32.1) verneint das Bundesgericht regelmässig deren invalidisierende Wirkung (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinweisen).
E
ine invalidisierende Wirkung einer mittelschweren depressiven Störung ist
z
war nicht schlechthin auszuschliessen, indes bedingt deren Annahme, dass es sich um ein selbständiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgelöstes depres
sives Leiden handelt und im Weiteren, dass eine konsequente
Depressi
onstherapie
befolgt wird, deren Scheitern das Leiden als resistent ausweist (Urteil des Bundesgerichts 8C_774/2013 vom
3.
April 2014 E. 4.2 mit Hinwei
sen).
2.3
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
2.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
3.
3.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (
Urk.
2) davon aus, aus den vorhandenen ärztlichen Berichten und Beurteilungen ergebe sich, dass
die depressive Symptomatik
dank der erfolgten Behandlung beinahe habe zum Verschwinden gebracht werden können
; insgesamt fehle es an einer Dauer
haftigkeit der psychischen Beeinträchtigung (S. 3 Mitte).
Es liege kein invali
di
sierender Gesundheitsschaden vor (S. 3 unten).
3.2
Die Beschwerdeführerin 2 stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (Urk.
15
), sie sei in der angestammten Tätigkeit mehr als ein Jahr arbeitsunfähig gewesen, weshalb die Dauerhaftigkeit zu bejahen sei (S. 10
Ziff.
16).
3.3
Strittig und zu prüfen ist somit, ob ein invalidisierender Gesundheitsschaden vor
liegt oder nicht.
4.
4.1
Dr.
med.
A.___
, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Oberärztin
B.___
,
erstattete am 2
9.
Mai 2013 ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdeführerin 1 (
Urk.
7/75/1-15 =
Urk.
3/3).
Darin nannte sie folgende (psychiatrische) Diagnosen (S. 11
Ziff.
6
, S. 13
Ziff.
8.2
):
-
mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), in Remission
-
Alkoholabhängigkeitssyndrom, gegenwärtig abstinent (ICD-10 F10.20)
Ferner nannte sie als somatische Diagnosen einen Tremor unklarer Ätiologie (am ehesten essentiell), einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel, einen Status nach
Spondylodese
L3/4 2005, einen Status nach Bruch des Cages 2005, und einen Status nach
Spondylodiszitis
mit
Enterococcus
fäkalis
2005 (S.
11
Ziff.
6
, S. 13
Ziff.
8.2
).
Zur Frage der Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (Berufsunfähig
keit) führte sie aus, die Versicherte sei
aktuell aufgrund der mittelgradigen depressiven Episode mit Antriebsstörung, depressiver Verstimmung, Ermüdbar
keit und verminderter Belastbarkeit beziehungsweise insgesamt Labilität des psychischen Zustandes zu 100
%
arbeitsunfähig
, sowohl in der angestammten wie in einer angepassten Tätigkeit. Die mittelgradige depressive Episode sei seit kurzem in Remission, Symptomfreiheit und eine ausreichende Stabilität hätten jedoch noch nicht erreicht werden können. Unter Berücksichtigung des bisheri
gen Verlaufs könne davon ausgegangen werden, dass sich der Zustand der Ver
sicherten weiter bessern und stabilisieren werde und sie in einigen Monaten wieder eine Arbeitsfähigkeit erlangen könne, die schrittweise gesteigert werden könne. Die bisherige Arbeitstätigkeit mit insgesamt hohen Anforderungen an Flexibilität und Leistungsfähigkeit, mit hohem Zeitdruck und erforderlichem Schichtdienst sei jedoch aus psychiatrischer Sicht aufgrund der hohen
Rückfall
gefahr
nicht geeignet. Für eine angepasste Tätigkeit als Pflegefachfrau in einem ruhigen und wohlwollenden Rahmen, mit regelmässigen Arbeitszeiten und weniger hohem Zeitdruck könne mit einer Wiedererlangung einer Arbeitsfähig
keit von zunächst 50
%
in 3-4 Monaten mit einer Steigerung auf 80
%
bis zirka Ende 2013 gerechnet werden. Eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 100
%
bei gutem Verlauf sei im längerfristigen Verlauf möglich (S. 13
Ziff.
8.1).
4.2
Auf entsprechende Rückfragen der Auftraggeberin führte
Dr.
A.___
in
einer Stellungnahme vom 2
8.
Juni 2013 (
Urk.
7/75/16-17 =
Urk.
3/6) unter anderem aus, die Wahrscheinlichkeit, dass die Versicherte bei einer Wiederaufnahme der angestammten Tätigkeit im Sinne einer erneuten depressiven Entwicklung
psy
chisch
dekompensieren
würde, müsse als hoch bezeichnet werden (S. 1
lit
.
a). In ihrer angestammten Tätigkeit als Intensiv-Pflegefachfrau sei die Versicherte zu 100
%
arbeitsunfähig (S. 1
lit
. b).
4.3
Am 1
9.
Juli 2013 erstattete
Dr.
med.
C.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, einen Bericht (
Urk.
7/74). Er führte aus, dass
er die Beschwer
deführerin 2 seit dem 1
1.
Juli 2012 behandle (
Ziff.
1.2) und nannte folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (
Ziff.
1.1):
-
depressive Episode gegenwärtig in Remission (
ICD-10
F33.4)
-
bei Status nach jahrelang andauernder schwerer bis mittelgradiger Aus
prägung
-
Status nach schädlichem Gebrauch (DD Abhängigkeitssyndrom) von Alko
hol
-
mit sozialen und körperlichen Folgeschäden (rezidivierende Stürze mit zahlreichen Blessuren, Abwesenheiten vom Arbeitsplatz und Kündigung; ICD-10 F10.01)
Ferner nannte er als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit akzen
tuierte Persönlichkeitszüge mit ängstlich-vermeidenden und teilweise emotional instabilen Anteilen (ICD-10 Z73.1), einen Tremor unklarer Ätiologie (am ehesten essentiell) und einen benignen paroxysmalen Lagerungsschwindel (
Ziff.
1.1).
Er attestierte eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
als Intensivpflegestation (IPS)
Pfle
ge
fachfrau
/Pflegefachfrau seit dem 1
1.
Juli 2012 bis auf weiteres
(
Ziff.
1.6).
Betreffend Einschränkungen nannte er eine reduzierte Belastbarkeit und ein reduziertes Selbstvertrauen, wobei
diese Problematik
in einem begleiteten Wiedereinstieg sicher gut angegangen werden könne. Die bisherige Tätigkeit sei vorerst zu 50
%
in einem beschützten, begleiteten Wiedereinstieg zumutbar (
Ziff.
1.7).
4.4
In einem Schreiben vom 1
0.
Oktober 2013 (
Urk.
7/85) führte
Dr.
C.___
aus, er bestätige, dass aus seiner ärztlich-psychiatrischen Sicht seit Beginn der Behandlung im Juni 2012 bis Ende August 2013 aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
vorgelegen habe. Im Rahmen der bisherigen Therapie habe tatsächlich eine erhebliche Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes der Patientin erreicht werden können, so dass ab
1.
September 2013 von einer Teilarbeitsfähigkeit von 50
%
mit
Wiederin
te
gra
tionspotential
im Rahmen von IV-Massnahmen auszugehen sei.
5.
5.1
Die vorhandenen ärztlichen Beurteilungen stimmen sowohl hinsichtlich der Diag
nose als auch der Arbeitsfähigkeit überein. Wie hoch das Mass der Über
einstimmung ist, zeigt sich insbesondere darin, dass
Dr.
A.___
Ende Mai 2013 davon ausging, dass in 3-4 Monaten eine Arbeitsfähigkeit von 50
%
erreicht werden dürfte (vorstehend E. 4.1), und
Dr.
C.___
im Oktober 2013 eine solche Arbeitsfähigkeit von 50
%
ab September 2013 attestieren konnte (vorstehend E.
4.4).
Von diesen übereinstimmenden ärztlichen Beurteilungen ist auszugehen.
5.2
Dr.
A.___
diagnostizierte Ende Mai 2013 eine mittelgradige depressive Epi
sode in Remission (vorstehend E. 4.1),
Dr.
C.___
im Juli 2013 eine depressive Episode
in
Remission bei einem Status nach andauernder schwerer bis mittel
gradiger Ausprägung (vorstehend E. 4.3).
Dr.
A.___
erachtete eine weitere Besserung als wahrscheinlich (und damit jedenfalls als möglich), bis hin zu einer
allenfalls
Ende 2013 zu realisierenden vollen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit, und
Dr.
C.___
konnte im Okto
ber 2013 berichten, die seit Ju
l
i 2012 stattfindende Therapie habe tatsächlich eine erhebliche Verbesserung des Gesundheitszustands bewirkt, so dass er anstelle der bisherigen vollen Arbeitsunfähigkeit ab September 2013 eine Ar
beitsfähigkeit von 50
%
attestierte.
5.3
Daraus ergibt sich zusammenfassend, dass die Beschwerdeführerin 2 seit
Juli 2012 wegen einer depressiven Episode behandelt wurde, die Ende April 2013 als mittelgradig, in Remission, und im Juli 2013 ebenfalls als in Remission befind
lich eingestuft wurde, was sich mit dem Bericht des behandelnden Psychiaters über eine erhebliche Zustandsverbesserung deckt.
Dies
er -
für die B
etroffene erfreulich
e - Verlauf
bestätigt die Richtigkeit der
Annahme der Rechtsprechung, Leiden der genannten Art und Intensität seien grundsätzlich therapeutisch
angehbar
, recht eindrücklich
(vorstehend E. 2.2)
.
5.4
Eine ursprünglich mittelgradige, in Remission befindliche depressive Episode mit einer dank erfolgreicher Behandlung progredient verbesserter Arbeitsfähig
keit ist nach der insoweit eindeutigen Rechtsprechung (vorstehend E. 2.2) kein Leiden von hinreichender Intensität und Dauerhaftigkeit, um eine
anspruchsre
levante
Gesundheitsschädigung annehmen zu können. Sie vermag, mit anderen Worten, keine Invalidität zu begründen.
Damit erweist sich die Annahme der Beschwerdegegnerin, es liege kein invalidi
sierender Gesundheitsschaden vor (vorstehend E. 3.1), als zutreffend.
Die angefochtene Verfügung erweist sich mithin als rechtens, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
5.5
Daran ändert der Hinweis der Beschwerdeführerin 2 darauf, dass sie mehr als ein Jahr arbeitsunfähig gewesen sei (vorstehend E. 3.2), nichts. Die entspre
chende Arbeitsunfähigkeit wäre geeignet, die Anspruchsvoraussetzung des soge
nannten Wartejahrs gemäss
Art.
28
Abs.
1
lit
. b IVG zu bejahen, was jedoch nicht von der kumulativen - hier gerade nicht erfüllten -
Anspruchs
voraussetzung
einer im Prüfungszeitpunkt bestehenden Invalidität (
Art.
28
Abs.
1
lit
. c IVG) entbindet (vorstehend E. 2.3).
Mangels anspruchsbegründender Invalidität nicht zu vertiefen ist schliesslich die sich aus den ärztlichen Beurteilungen an sich ergebende Frage, als wie geeignet für die Beschwerdeführerin 2 ihre angestammte Tätigkeit zu betrachten sei.
6.
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG für das vereinigte Verfahr
en sind
ermes
sensweise
auf
Fr.
1‘0
00.-- f
estzusetzen und ausgangsgemäss
je zur Hälfte der Beschwerdeführerin 1 und der Beschwerdeführerin 2 aufzuerlegen.
Das Gericht
erkennt:
1.
Auf die Beschwerde der BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich vom 2
4.
April 2014 wird nicht eingetreten
2.
Die
Beschwerde
der Versicherten vom 2
2.
April 2014
wird abgewiesen.
3.
Die Gerichtskosten von
Fr.
1‘000
.-- werden
den Beschwerdeführerinnen je zur Hälfte
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
den
Kostenpflichtigen nach Ein
tritt der Rechtskraft zugestellt.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
BVK Personalvorsorge des Kantons Zürich
-
Dr.
Y.___
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
halten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher