# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6eb3a3e6-be23-5f01-852b-242d7d179d8f
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-26
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 26.10.2017 VG.2015.00072 (VG.2017.574)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2015-00072_2017-10-26.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 26. Oktober 2017

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2015.00072

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwältin
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 Der im Jahr […] geborene A.______ erlitt im Januar
  2004 einen Schlittelunfall und im März 2013 einen Skiunfall. Am 19. September
  2013 meldete er sich bei der IV-Stelle Glarus zur Früherfassung an. Am 5.
  Oktober 2013 erfolgte die Anmeldung zum Bezug von Leistungen der
  Invalidenversicherung, wobei als gesundheitliche Beeinträchtigungen
  Darmkrebs, Fallfuss sowie Schien- und Wadenbeinbruch angegeben wurden.

  
	
   

  
	
  1.2 Die IV-Stelle leistete am 16. Mai 2014
  Kostengutsprache für ein Aufbautraining. Mit Verfügung vom 25. November 2014
  hob die IV-Stelle die Integrationsmassnahme auf, da eine Steigerung der
  Präsenz bzw. Leistung nicht habe festgestellt werden können. In ihrem
  Vorbescheid vom 9. Dezember 2014 stellte die IV-Stelle A.______ in Aussicht,
  dass sein Rentenbegehren abgewiesen werde. Dagegen erhob dieser am 23. Januar
  2015 Einwand, welchen er am 13. März 2015 ergänzte. Die IV-Stelle wies das
  Leistungsbegehren mit Verfügung vom 5. Mai 2015 ab. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Dagegen gelangte A.______ mit Beschwerde vom 5. Juni
  2015 ans Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 5.
  Mai 2015. Die IV-Stelle sei zu verpflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen
  zu erbringen. Insbesondere sei ihm eine Invalidenrente auszurichten.
  Eventualiter sei eine unabhängige medizinische Begutachtung durchzuführen;
  unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der IV-Stelle. Die IV-Stelle
  schloss am 7. Juli 2015 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  2.2 Der Beschwerdeführer hielt in der Replik vom 11.
  September 2015 an seinen Anträgen ebenso fest wie die Beschwerdegegnerin an
  den ihrigen in der Duplik vom 7. Oktober 2015.

  
	
   

  
	
  2.3 Das Verwaltungsgericht teilte den Parteien am 25.
  August 2016 mit, dass es die Einholung eines Gutachtens bei der MEDAS
  Zentralschweiz als erforderlich erachte. Die IV-Stelle nahm am 30. August
  2016 und A.______ am 14. September 2016 zur geplanten Begutachtung Stellung.
  Das Gutachten wurde dem Verwaltungsgericht am 9. Mai 2017 erstattet. A.______
  und die IV-Stelle liessen sich am 7. Juli 2017 bzw. am 19. Juli 2017 zum
  Gutachten vernehmen.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
  vom 19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig.
  Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die
  Beschwerde einzutreten. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen
  Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist Invalidität
  die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise
  Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine
  Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
  verursachte und nach zumutbarer Behandlung sowie Eingliederung verbleibende
  ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
  kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem
  Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente,
  bei einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei
  mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens 70 %
  auf eine ganze Rente. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrads wird das
  Erwerbseinkommen, dass der Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach
  Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen
  durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage
  erzielen könnte, in Beziehung zum Erwerbseinkommen gesetzt, welches sie erzielen
  könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG).

  
	
   

  
	
  2.3 Die Beschwerdegegnerin beschafft die für die
  Rentenprüfung erforderlichen Unterlagen, insbesondere über den
  Gesundheitszustand, die Tätigkeit, die Arbeits- und Eingliederungsfähigkeit
  des Versicherten sowie die Zweckmässigkeit bestimmter Eingliederungsmassnahmen.
  Zu diesem Zwecke können Berichte und Auskünfte verlangt, Gutachten eingeholt,
  Abklärungen an Ort und Stelle vorgenommen sowie Spezialisten der öffentlichen
  oder privaten Invalidenhilfe beigezogen werden (Art. 69 Abs. 2 der Verordnung
  über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV]).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Es ist Aufgabe des Arztes, sämtliche Auswirkungen
  einer Krankheit oder eines Unfalls auf den Gesundheitszustand der
  versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, bezüglich
  welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie arbeitsunfähig ist. Die
  ärztlichen Auskünfte bilden sodann eine wichtige Grundlage für die
  Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person im Hinblick
  auf ihre persönlichen Verhältnisse noch zugemutet werden können (vgl. BGE 125
  V 256 E. 4).

  
	
   

  
	
  3.2 Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und
  Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien
  Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die
  Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend
  und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies,
  dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
  objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Rechtsanspruchs gestatten.
  Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten
  den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und
  die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische
  These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines ärztlichen Gutachtens ist
  entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist,
  auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt
  und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person
  auseinandersetzt, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung
  mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
  medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die
  Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind,
  dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie ob
  der Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche ihm die
  Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht. Ausschlaggebend
  für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines
  Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt
  (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.3 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im
  Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
  annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht
  hat der Richter dabei seinen Entscheid – sofern das Gesetz nicht etwas
  Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
  Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat vielmehr
  jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7 E. 3c/aa,
  mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung
  seines rechtlichen Gehörs. Er habe gegen den Vorbescheid eine viereinhalb
  Seiten lange Stellungnahme eingereicht, welche er durch eine ebenso lange
  Eingabe ergänzt habe. In der angefochtenen Verfügung würden die Einwände mit
  keinem Wort erwähnt. Die Beschwerdegegnerin habe es sogar unterlassen, darauf
  hinzuweisen, sie habe die vorgebrachten Einwände zur Kenntnis genommen.

  
	
   

  
	
  4.2 Gemäss Art. 49 Abs. 3 ATSG sind Verfügungen zu
  begründen, wenn sie den Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Die aus
  dem Anspruch auf rechtliches Gehör fliessende Begründungspflicht soll
  verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen Motiven leiten lässt, und
  die betroffene Person in die Lage versetzen, die Verfügung sachgerecht
  anzufechten. Dies ist jedoch nur möglich, wenn sowohl sie wie auch die
  Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen
  können. In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt
  werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sie ihre
  Verfügung stützt. Insbesondere hat sich die Beschwerdegegnerin mit den
  Einwendungen einer Partei hinreichend auseinanderzusetzen. Sie darf sich
  nicht darauf beschränken, die Einwände des Versicherten bloss zur Kenntnis zu
  nehmen und zu prüfen, sondern sie hat in der ablehnenden Verfügung die Gründe
  anzugeben, weshalb sie diesen nicht folgt oder sie nicht berücksichtigen kann
  (BGer-Urteil 9C_617/2009 vom 15. Januar 2010 E. 2.1; vgl. auch Art. 74
  Abs. 2 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961
  [IVV]).

  
	
   

  
	
  4.3 Die Beschwerdegegnerin führte im Vorbescheid vom 9.
  Dezember 2014 aus, aus versicherungsmedizinischer Sicht habe beim
  Beschwerdeführer ab dem 12. März 2013 nach einer Unterschenkelfraktur rechts
  eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % in der bisherigen Tätigkeit bestanden.
  Gemäss den Arztberichten von Dr. med. C.______, orthopädische
  Chirurgie FMH, und Dr. med. D.______, Leitender Arzt der Chirurgischen
  Klinik am Spital E.______, sei er ab spätestens 1. Januar 2014 wieder zu
  100 % arbeitsfähig gewesen. Damit sei das Wartejahr nicht erfüllt.

  
	
   

  
	
  Dagegen erhob der
  Beschwerdeführer am 23. Januar 2015 Einwand, welchen er am 13. März 2015
  ergänzte. Er führte dabei insbesondere aus, dass sich die Beschwerdegegnerin
  beim Entscheid nicht alleine auf den Chirurgen Dr. D.______ und den Versicherungsarzt
  Dr. C.______, welcher Orthopäde sei, habe stützen dürfen. So sei beispielsweise
  nicht berücksichtigt worden, dass er bereits an einem Sigmakarzinom erkrankt
  gewesen sei und immer noch an einer Colitis ulcerosa leide. Sein Hausarzt bestätige
  sodann die Einschränkungen in seiner Bewegungsfähigkeit. Wenn alleine auf den
  Bericht des Orthopäden abgestellt werde, werde dies dem komplexen medizinischen
  Sachverhalt nicht gerecht.

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegnerin
  erliess am 5. Mai 2015 die angefochtene Verfügung, welche den gleichen
  Wortlaut wie der Vorbescheid aufweist. Entgegen der Auffassung des
  Beschwerdeführers geht aus dem Begleitschreiben vom 1. Mai 2015 aber hervor,
  dass sein Einwand zur Kenntnis genommen wurde. Die Abweisung des Leistungsbegehrens
  wurde damit begründet, dass die vom Beschwerdeführer aufgeführten Gründe der
  Leistungseinschränkung aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbar seien.
  Betreffend die Colitis ulcerosa werde im Arztbericht des Hausarztes,
  Dr. med. F.______, Allgemeinmedizin FMH, explizit darauf
  hingewiesen, dass diese die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtige.
  Zusammenfassend würden aus versicherungsmedizinischer Sicht keine neuen
  Erkenntnisse vorliegen.

  
	
   

  
	
  Insgesamt erschöpft sich
  die Begründung der Verfügung mit Ausnahme des Hinweises auf den Arztbericht
  von Dr. F.______ in pauschalen Leerformeln. Eine eigentliche
  Auseinandersetzung mit dem Einwand des Beschwerdeführers findet nicht statt.
  Namentlich führt die Beschwerdegegnerin nicht aus, weshalb aus ihrer Sicht
  die Berichte von Dr. C.______ und Dr. D.______ ausreichen und keine
  ganzheitliche Betrachtung notwendig ist. Dies vermag nach dem Dargelegten
  (vgl. E. II/4.2) nicht zu genügen, weshalb das rechtliche Gehör durch die
  mangelhafte Begründung der Verfügung verletzt wurde.

  
	
   

  
	
  4.4 Eine schwerwiegende Verletzung des rechtlichen
  Gehörs hat – auf Antrag oder von Amtes wegen – die Aufhebung des
  angefochtenen Verwaltungsakts und Rückweisung der Sache zu neuer Entscheidung
  unter Wahrung der Verfahrensrechte der betroffenen Partei zur Folge. Davon
  kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn die Rechtsmittelinstanz in
  tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht über uneingeschränkte Kognition
  verfügt und wenn die Rückweisung zu einem formalistischen Leerlauf und damit
  zu unnötigen Verzögerungen führen würde, die mit dem der Wahrung des rechtlichen
  Gehörs gleichgestellten Interesse der Partei an einer beförderlichen Beurteilung
  der Sache nicht zu vereinbaren wären (BGE 132 V 387 E. 5.1).

  
	
   

  
	
  So verhält es sich auch
  vorliegend. Dem Verwaltungsgericht kommt volle Kognition zu (Art. 61 ATSG;
  BGer-Urteil 9C_363/2009 vom 18. März 2010 E. 3.3). Der Beschwerdeführer
  konnte sich im vorliegenden Verfahren zur Beschwerdeantwort der Beschwerdegegnerin
  äussern. Daneben gab das Verwaltungsgericht bei der MEDAS-Zentralschweiz ein
  Gerichtsgutachten in Auftrag, zu welchem sich der Beschwerdeführer ebenfalls
  äussern konnte. Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist eine Heilung der
  Gehörsverletzung aus prozessökonomischen Gründen angezeigt. Die Verletzung
  des rechtlichen Gehörs ist indessen bei der Verlegung der Kosten- und Entschädigungsfolgen
  (vgl. E. III/1) zu berücksichtigen.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich bei der
  angefochtenen Verfügung vom 5. Mai 2015 wie dargelegt auf die
  Arztberichte von Dr. C.______ vom 15. Mai 2014 sowie von
  Dr. D.______ vom 15. November 2013 und vom 11. November 2014
  (recte: 7. November 2014). Sie schloss aus den Berichten, dass der Beschwerdeführer
  seit spätestens 1. Januar 2014 in seiner angestammten Tätigkeit als […] zu
  100 % arbeitsfähig sei.

  
	
   

  
	
  Bei Dr. D.______
  handelt es sich um den Chirurgen, welcher den Beschwerdeführer nach seinem
  Unfall vom 12. März 2013 operierte. Dr. C.______ ist der Vertrauensarzt
  des Unfallversicherers des Beschwerdeführers. Er untersuchte den Beschwerdeführer
  nicht, sondern erstellte seinen Bericht einzig gestützt auf die Akten.

  
	
   

  
	
  5.2 Das Verwaltungsgericht gelangte zum Schluss, dass
  alleine gestützt auf die vorhandenen Akten eine zuverlässige Beurteilung des
  Rentenanspruchs des Beschwerdeführers nicht möglich sei. Dies ergab sich
  daraus, dass neben den geklagten Folgen der Unfälle vom 23. Januar 2004 und
  12. März 2013 auch eine Colitis ulcerosa sowie ein Zustand nach Behandlung
  eines Sigmakarzinoms im Jahr 2005 aktenkundig sind. Die Beschwerdegegnerin
  durfte daher den Rentenanspruch nicht einzig gestützt auf die Berichte des
  Chirurgen und des Vertrauensarztes der Unfallversicherung verneinen. So
  führte das Verwaltungsgericht am 25. August 2016 aus, obwohl beim Beschwerdeführer
  eine komplexe medizinische Situation vorliege, seien die geklagten
  Beschwerden noch nie umfassend beurteilt worden. 

  
	
   

  
	
  Dies bewog das
  Verwaltungsgericht dazu, bei der MEDAS Zentralschweiz ein polydisziplinäres
  Gutachten (Orthopädie, Neurologie, Gastroenterologie und Psychiatrie) in
  Auftrag zu geben. Da auch zwei unfallversicherungsrechtliche Verfahren hängig
  waren, stellte es neben den aus Sicht der Invalidenversicherung relevanten
  Fragen auch spezifische Fragen hinsichtlich der Unfallfolgen. Das Gutachten
  wurde am 9. Mai 2017 erstattet.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Der Beschwerdeführer macht in seiner Stellungnahme
  zum MEDAS-Gutachten geltend, im Gutachten würden mehrere Diagnosen mit
  Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit aufgelistet. Ihm werde in der
  angestammten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 50 % attestiert, was
  dem aktuellen Pensum entspreche. In einer angepassten Tätigkeit bestehe eine
  Arbeitsfähigkeit von 70 bis 80 %. Unter Berücksichtigung der Tatsache,
  dass er in einer angepassten Tätigkeit über keinerlei Ausbildung verfüge und
  unter Berücksichtigung von Tabellenlohnabzügen stehe ihm gestützt auf das
  Gutachten eine halbe Invalidenrente zu. 

  
	
   

  
	
  6.2 Die Beschwerdegegnerin vertritt hingegen die
  Auffassung, die Gutachter stellten eine um 50 % reduzierte
  Leistungsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit seit 2005 aufgrund einer
  Durchfallneigung fest. Dies verwundere, da der Beschwerdeführer bis zu seinem
  Skiunfall immer in einem vollen Arbeitspensum tätig gewesen sei. Sodann seien
  die bisherigen Bemühungen um Erreichen einer geringeren Stuhlfrequenz nicht
  zufriedenstellend. Sämtliche Angaben würden zudem auf den Aussagen des Beschwerdeführers
  beruhen, ohne objektiviert worden zu sein. Dem gastroenterologischen Teil des
  Gutachtens und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen könne daher nicht
  bedingungslos gefolgt werden. Aus versicherungsmedizinischer Sicht sei weiterhin
  von einer vollen Arbeitsfähigkeit in angestammter und in angepasster Tätigkeit
  auszugehen.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 

  
	
  7.1.1 Das Gutachten der MEDAS wurde am 9. Mai 2017
  erstattet. Dr. med. G.______, Neurologie FMH, führte im
  neurologischen Teilgutachten aus, von neurologischer Seite her könnten die
  aktuellen klinischen Befunde, wie sie vom Neurologen
  Prof. Dr. med. H.______ im Jahr 2015 beschrieben worden seien,
  im Rahmen einer radikulären schweren motorischen Ausfallsymptomatik L5 links
  mit der schweren Fussheberparese und leichter Beckeninstabilität aufgrund der
  Glutaeus medius-Schwäche links nachvollzogen werden. Aktuell werde, anders
  als in der Untersuchung im Jahr 2015, eine Sensibilitätsstörung des lateralen
  Unterschenkels und des ganzen Fusses links angegeben. Bezüglich der
  Fussheberparese würden sich gemäss Angaben des Beschwerdeführers keine
  relevanten Veränderungen zeigen. Bei der aktuellen 50%igen Tätigkeit seien
  offenbar aufgrund des kleineren Gebiets, das dem Beschwerdeführer zugeteilt
  sei, Kundenbesuche mit notwendigen längeren Gehstrecken nicht mehr nötig.
  Entsprechend sei die aktuelle Tätigkeit als Aussendienstmitarbeiter aus neurologischer
  Sicht vollumfänglich zumutbar. Eine verminderte Leistungsfähigkeit bestehe
  aus neurologischer Sicht nicht. Gehstrecken über 300 Meter seien jedoch nicht
  mehr zumutbar.

  
	
   

  
	
  7.1.2 Dr. med. I.______, Facharzt Orthopädische
  Chirurgie und Traumatologie FMH, erstattete das orthopädisch-rheumatologische
  Teilgutachten. Bei der aktuellen orthopädischen Untersuchung vom 23. Dezember
  2016 finde man eine Fussheberschwäche links und eine leicht eingeschränkte
  Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks rechts. Die leichte Umfangsdifferenz
  am Unter- und Oberschenkel zu Ungunsten links sei durch die jahrelang
  bestehende linksseitige Fussheberparese erklärt. Die Röntgenbilder hätten
  keine Arthrosen gezeigt. Ein ungelöstes Problem sei die schlecht sitzende
  Heidelbergfeder, die nicht getragen werden könne. Das Gutachten von
  Dr. med. J.______, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie,
  überzeuge nicht. Verschiedene Aussagen seien nicht nachvollziehbar. So
  gehörten die Beurteilung der Konzentrationsfähigkeit und einer posttraumatischen
  Belastungsstörung nicht in den fachlichen Kompetenzbereich des
  Unfallchirurgen. Die Diagnose einer OSG-Arthrose sei nach den seit Jahren
  anerkannten Kriterien des Kellgren-Lawrence-Scores nicht haltbar. Im
  angestammten Beruf als Aussendienstmitarbeiter einer […] seien dem Beschwerdeführer
  aus orthopädisch-traumatologischer Sicht sitzende Tätigkeiten im Büro oder im
  Homeoffice-Modus in vollem zeitlichen Umfang möglich. Dabei bestehe aus
  orthopädisch-traumatologischer Sicht keine leistungsmässige Einschränkung,
  auch die Reisetätigkeit im Aussendienst sei nicht eingeschränkt. Folgende
  Tätigkeiten seien dem Beschwerdeführer aus orthopädischer-traumalogischer
  Sicht zumutbar: Sitzende Tätigkeiten, gehende Tätigkeiten auf ebenem Gelände,
  stehende Tätigkeiten, Treppen steigen. Nicht zumutbar seien Tätigkeiten mit
  Gehen in unebenem Gelände, auf Leitern, Gestellen und Gerüsten sowie das
  Tragen von Lasten über 15 kg.

  
	
   

  
	
  7.1.3 Dr. med. K.______, Chefarzt am Spital
  L.______, erstellte das gastroenterologische Teilgutachten. Er führte aus,
  dass der Beschwerdeführer seit dem Jahr 1985 an einer Pancolitis ulcerosa
  leide, welche bis dato einen ausgesprochen milden Verlauf gezeigt habe,
  andererseits mit der mutmasslichen Komplikation eines Sigmakarzinoms belastet
  gewesen sei. Im jahrzehntelangen Verlauf seien keine schweren Entzündungsschübe
  aufgetreten, obschon keine konsequente medikamentöse Therapie bzw.
  Remissionserhaltung durchgeführt worden sei. Phasenweise sei eine einfache
  Basisbehandlung mit Mesalazin durchgeführt worden. Die Medikamentation sei jeweils
  durch den Beschwerdeführer wieder sistiert worden. Dies sei einerseits
  nachfühlbar, andererseits stelle sich die Frage, wie gross der Leidensdruck
  gewesen sei, welcher von den colitischen Symptomen (Stuhlunregelmässigkeit)
  ausgegangen sei. Im Jahr 2005 sei ein fortgeschrittenes Sigmakarzinom
  diagnostiziert worden, welches wahrscheinlich als Langzeitfolge der Colitis
  ulcerosa zu betrachten sei. Die Therapie mittels erweiterter Hemikolektomie
  links und nachfolgender adjuvanter Chemotherapie sei kurativ gewesen. Die
  intensive Nachsorge habe bisher keinen Anhaltspunkt für ein Rezidiv gegeben.
  Die Krebserkrankung und deren Behandlung hätten zu einer Zäsur im Leben des
  Beschwerdeführers geführt. Die Krankheitsfolgen hätten einerseits eine
  psychische Dimension gehabt, andererseits habe unmittelbar nach der Operation
  das Problem einer erhöhten Stuhlfrequenz eine Rolle gespielt, wofür
  pathophysiologisch die Kombination von minimer chronischer
  Entzündungsaktivität und postoperativer Verkürzung des Colons die Hauptrolle
  spielten. Zudem sei eine aufgepfropfte Reizdarmkomponente wahrscheinlich.
  Anzumerken sei allerdings, dass eine formelle Durchfallabklärung inklusive
  Quantifizierung mittels 72 Stunden-Stuhlsammlung, Stuhlgewichts- und
  Stuhlfettbestimmung bisher offenbar nicht durchgeführt worden sei. Dies
  erschwere eine präzise Einschätzung. Der Beschwerdeführer sehe aktuell keinen
  Handlungsbedarf, was die Frage aufwerfe, wie bedeutend die Stuhlunregelmässigkeiten
  für Einschränkungen der Lebensqualität und der Leistungsfähigkeit tatsächlich
  seien. Die Stuhlunregelmässigkeiten seien gemäss den Akten während mehreren
  Jahren nach der Operation von 2005 nie bezüglich der Arbeitsfähigkeit limitierend
  gewesen. Gemäss den Angaben des Beschwerdeführers und soweit aus den Akten
  rekonstruierbar sei der Schweregrad im Wesentlichen konstant geblieben. Dass
  die Symptomatik nun trotz allem zum Thema geworden sei, deute darauf hin,
  dass bei gleichbleibender Ausprägung der Symptome die Toleranz für die
  Belastung abgenommen und nun wahrscheinlich eine kritische Schwelle unterschritten
  habe. Zu dieser Entwicklung schienen Faktoren beizutragen, die nicht
  ausschliesslich mit den gastrointestinalen Diagnosen verknüpft seien. Eine
  durchschnittlich robuste, ansonsten gesunde Person wäre nach allgemeiner
  Erfahrung imstande, Stuhlunregelmässigkeiten dieser Art zu tolerieren, was
  dem Beschwerdeführer auch über viele Jahre gelungen sei. Nun schienen sich
  die mentalen Ressourcen, die zur Krankheitsbewältigung nötig gewesen seien,
  allmählich zu erschöpfen. Neben der per se langen Krankheitsdauer sei eine
  gewisse altersbedingte natürliche Leistungseinbusse zu berücksichtigen. Ein
  entscheidender Faktor sei ferner im gesteigerten Leistungsdruck zu sehen, der
  vom Arbeitgeber her ausgeübt werde, was vom Beschwerdeführer explizit so
  formuliert werde. Aus gastroenterologischer Sicht seien die erhöhte
  Stuhlfrequenz tagsüber und die Müdigkeit als Auswirkung der nächtlichen Stuhlgänge
  für die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ausschlaggebend. Unter Berücksichtigung
  des berichteten tageszeitlichen Musters der Stuhlgänge und des Umstands, dass
  Toilettenbesuche beim Kunden verständlich als peinlich bis unzumutbar
  empfunden würden, sei von einer Arbeitsfähigkeit von höchstens 50 % im
  Aussendienst auszugehen. Damit wäre auch die verminderte Leistungsfähigkeit
  zufolge unterbrochenen Schlafs wegen nächtlicher Stuhlgänge abgedeckt. In
  einer administrativen Tätigkeit, idealerweise ohne direkten Kundenkontakt,
  und mit der Möglichkeit, die Arbeit für Toilettenbesuche niederschwellig
  unterbrechen zu können, sei die Arbeitsfähigkeit aus rein gastroenterologischer
  Sicht medizinisch in der Grössenordnung von 70 bis 80 % zu veranschlagen,
  unter Berücksichtigung einer verminderten Leistungsfähigkeit zufolge unterbrochenen
  Schlafs wegen nächtlicher Stuhlgänge.

  
	
   

  
	
  7.1.4 Im psychiatrischen Teilgutachten konnte
  Dr. med. M.______, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, keine
  Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Für die Schlafstörungen
  und die vermehrte Müdigkeit bestünden somatische Gründe. Der Beschwerdeführer
  verfüge über Persönlichkeitszüge und Copingmuster, die günstig seien. Die
  Ressourcen würden die Risiken und Belastungen überwiegen.

  
	
   

  
	
  7.1.5 In der zusammenfassenden Beurteilung stellten die
  Gutachter folgende Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit:
  Pancolitis ulcerosa diagnostiziert 1985; Status nach Hemikolektomie links
  unter en-block-Resektion von Bauchdeckeninfiltration und Bauchdecken-Abszess
  linker Unterbrauch, Dünndarmsegmentresektion und Gelegenheits-Appendektomie
  vom 1. Februar 2005 wegen Adenokarzinom des Sigmas pT4pN0G3; Fallfuss und
  Hypästhesie links, entsprechend einem sensomotorischen radikulären
  Ausfallsyndrom L5 links, diskret S1 links nach Schlittelunfall vom
  23. Januar 2004 mit vermutlicher Wurzelläsion L5 links; leicht
  eingeschränkte OSG-Beweglichkeit rechts nach distaler intraartikulärer
  Unterschenkelfraktur rechts am 12. März 2013 mit Osteosynthese am 18.
  März 2013. In der angestammten Tätigkeit als […] sei von einer
  Arbeitsfähigkeit von höchstens 50 % auszugehen, wobei Gehstrecken über
  300 Meter nicht mehr zumutbar seien. In einer angepassten Tätigkeit betrage
  die Arbeitsfähigkeit 70 bis 80 %. Es sei ein niederschwelliger
  Toilettenbesuch zu gewährleisten. Körperliche Schwerarbeiten, Tätigkeiten mit
  Gehen in unebenem Gelände, auf Leitern, Gestellen und Gerüsten sowie das
  Tragen von Lasten über 15 kg seien nicht mehr zumutbar.

  
	
   

  
	
  7.2 Das neurologische und das orthopädische
  Teilgutachten sind schlüssig und vermögen zu überzeugen. In beiden Gutachten
  wird festgestellt, dass die Fussheberparese im Vordergrund stehe, diese aber
  nur insofern Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers habe,
  als diesem Gehstrecken über 300 Meter, Gehen in unebenem Gelände, auf
  Leitern, Gestellen und Gerüsten sowie das Tragen von Lasten über 15 kg
  nicht mehr zumutbar seien.

  
	
   

  
	
  Dies steht im Einklang mit
  der Beurteilung von Dr. D.______, welcher am 7. November 2014 ausführte,
  dass die Behandlung am 12. Juni 2014 abgeschlossen gewesen und der
  Beschwerdeführer zu diesem Datum zu 100 % arbeitsfähig gewesen sei. Am
  15. November 2013 ging Dr. D.______ davon aus, der Hausarzt des Beschwerdeführers,
  Dr. F.______, habe den Beschwerdeführer wohl auch für den November 2013 zu
  50 % arbeitsunfähig geschrieben, weil ein kombiniertes Leiden vorliege.
  Es sei vereinbart worden, dass der Beschwerdeführer ab dem 2. Dezember
  2013 zu 100 % arbeitsfähig geschrieben werden könne. 

  
	
   

  
	
  Soweit der vom
  Beschwerdeführer mit einem Gutachten beauftragte Dr. J.______ am 7. Juli 2015
  davon ausging, der Beschwerdeführer sei jetzt und auf Dauer in seiner aktuellen
  Berufssituation maximal zu 50 % arbeitsfähig und am 17. August 2015
  ergänzte, dass die Beurteilung auch für sämtliche angepassten Tätigkeiten
  gelte, weist Dr. I.______ zutreffend darauf hin, dass dies nicht zu
  überzeugen vermöge. So äussert sich Dr. J.______ bei der Beurteilung der
  Arbeitsfähigkeit auch zur Colitis ulcerosa und führt eine posttraumatische
  Belastungsstörung und eine Konzentrationsschwäche an. Dazu ist er als
  Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie nicht kompetent. Sodann zeigt
  Dr. I.______ auf, dass die Diagnose einer OSG-Arthrose nicht haltbar
  sei. Insgesamt vermögen die Berichte von Dr. J.______ keine Zweifel am
  neurologischen und am orthopädischen Teilgutachten zu wecken, welche überdies
  in Einklang mit den Aussagen des behandelnden Chirurgen stehen. Bei der
  Beurteilung des Einflusses der Fussheberparese auf die Arbeitsfähigkeit ist
  sodann dem Bericht von Dr. med. N.______ vom 4. Juni 2015 keine
  weitere Beachtung zu schenken, da es sich hierbei um eine fachfremde
  Stellungnahme einer Onkologin handelt.

  
	
   

  
	
  Schliesslich geht auch der
  Beschwerdeführer selbst in seiner Stellungnahme zum MEDAS-Gutachten nicht
  davon aus, dass dieses fehlerhaft ausgefallen sei.

  
	
   

  
	
  7.3 Zu Recht unbestritten ist sodann, dass dem
  Beschwerdeführer in psychischer Hinsicht keine Diagnosen mit Auswirkungen auf
  die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können. Im psychiatrischen Teilgutachten
  wird insbesondere auf die günstigen Persönlichkeitszüge und Copingmuster und
  insbesondere auf die vorhandenen Ressourcen hingewiesen.

  
	
   

  
	
  7.4 Nicht zu überzeugen vermag hingegen das
  gastroenterologische Teilgutachten. Dieses beruht weitgehend auf den Aussagen
  des Beschwerdeführers, ohne dass dieser eingehend untersucht worden wäre. Aus
  dem Teilgutachten lässt sich aber auch eine gewisse Unsicherheit des
  Gutachters herauslesen. So begründet dieser zwar die Einschränkung der
  Arbeitsfähigkeit mit den Stuhlunregelmässigkeiten, führt gleichzeitig aber
  aus, dass sich aufgrund der Sistierung der Medikamenteneinnahme und der
  fehlenden Behandlung die Frage stelle, wie gross der Leidensdruck sei bzw.
  wie bedeutend die Stuhlunregelmässigkeiten tatsächlich für Einschränkungen der
  Lebensqualität und der Leistungsfähigkeit seien. Sodann weist er darauf hin,
  dass der gesteigerte Leistungsdruck ein entscheidender Faktor sei, was aber
  aus invalidenversicherungsrechtlicher Sicht nicht relevant sein kann.

  
	
   

  
	
  Unbestritten ist, dass der
  Beschwerdeführer an einer Colitis ulcerosa leidet und im Jahr 2005 an einem
  Sigmakarzinom erkrankte, welches kurativ behandelt wurde. Abgesehen von
  jährlichen Kontrollen, welche keinen Nachweis eines Rezidivs oder einer
  Metastasierung ergaben, sieht der Beschwerdeführer offenbar selbst keinen
  Behandlungsbedarf. Bis zu seinem Unfall im Jahr 2013 war er stets zu
  100 % arbeitstätig. Sein Hausarzt führte sodann die ihm attestierte
  Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu keinem Zeitpunkt auf die Colitis
  ulcerosa oder das Sigmakarzinom zurück, sondern führte die Colitis ulcerosa
  am 31. Oktober 2014 als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
  auf. Auch die Onkologin Dr. N.______ erklärte die Arbeitsunfähigkeit in
  der angestammten Tätigkeit nicht als Folge der Colitis ulcerosa oder des
  Sigmakarzinoms, sondern führte sie auf den Unfall zurück. Dabei wies sie vage
  und fachfremd darauf hin, dass bei einer angepassten Tätigkeit eine gewisse
  Einschränkung bestehe, da die ganze Situation über die Jahre den Beschwerdeführer
  psychisch belastet habe und deshalb eine erhöhte Ermüdbarkeit vorliege,
  während der Psychiater Dr. M.______ ausdrücklich von vorhandenen
  Ressourcen spricht.

  
	
   

  
	
  Berücksichtigt man
  namentlich, dass der Beschwerdeführer selbst keinen Handlungsbedarf sieht, er
  bis zu seinem Unfall stets zu 100 % arbeitstätig war und ihm selbst sein
  Hausarzt nie wegen der Colitis ulcerosa oder des Sigmakarzinoms eine Einschränkung
  der Arbeitstätigkeit attestierte, kann entgegen dem gastroenterologischen Teilgutachten
  nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, der
  Beschwerdeführer sei in der angestammten Tätigkeit als […] zu 50 % und
  in einer angepassten Tätigkeit zu 20-30 % arbeitsunfähig. Während sich
  eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit aufgrund
  der für die Arbeit als […] störenden Toilettenbesuche allenfalls noch begründen
  liesse, ist nicht ersichtlich, inwiefern der Beschwerdeführer in einer
  angepassten Tätigkeit eingeschränkt sein soll, falls eine Toilette in der Nähe
  ist.

  
	
   

  
	
  Wie sich aus dem
  Nachfolgenden ergibt, erzielt der Beschwerdeführer aber selbst unter der
  Annahme, er sei in einer angepassten Tätigkeit zu 20-30 % arbeitsunfähig,
  keinen rentenbegründenden Invaliditätsgrad.

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  8.1 Obwohl mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon
  auszugehen ist, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit in
  seiner Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist, rechtfertigt es sich, den
  nachfolgenden Einkommensvergleich unter der Prämisse vorzunehmen, der Beschwerdeführer
  sei in einer angepassten Tätigkeit zu 20-30 % arbeitsunfähig.

  
	
   

  
	
  8.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist
  entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach
  dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich
  verdient hätte (BGer-Urteil 9C_128/2014 vom 20. März 2014 E. 2.1). Dabei wird
  in der Regel beim zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen
  Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es der empirischen
  Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden
  fortgesetzt worden wäre (BGE 129 V 222 E. 4.3.1). 

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer
  verdiente im Jahr 2012 Fr. 52'980.-. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass
  er als […] im Aussendienst arbeitete und mit einem Fixum sowie mit
  Provisionen entlöhnt wurde. Dies erklärt, dass sein Lohn in den vergangenen
  Jahren stark variierte. Bei stark schwankenden Einkommen ist unter Ausklammerung
  von Höchst- und Tiefstwerten auf den während einer längeren Zeitspanne
  erzielten Lohn abzustellen (BGer-Urteil 8C_125/2009 vom 27. April 2009
  E. 4.2.2). 

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer ging
  in seiner Beschwerde von einem Valideneinkommen von Fr. 77'500.-, was
  (aufgerundet) dem Durschnitt der in den Jahren 2006 bis 2012 erzielten
  Einkommen entspricht. Dieses Vorgehen ist vertretbar. Ebenso liesse es sich
  aber rechtfertigen, den tiefsten Lohn (Fr. 52'980.- im Jahr 2012) und den
  höchsten Lohn (Fr. 107'437.- im Jahr 2006) auszuklammern. Dies würde zu
  einem durchschnittlich während der Jahre 2007 bis 2011 erzielten Einkommen
  von Fr. 76'423.80 führen. Zu Gunsten des Beschwerdeführers kann
  vorliegend die von ihm vorgeschlagene Methode verwendet werden. Dabei ergibt
  sich für die Jahre 2006 bis 2012 ein durchschnittliches Einkommen von Fr.
  77'466.57.

  
	
   

  
	
  8.3 Mit dem Beschwerdeführer ist sodann davon
  auszugehen, dass für die Bemessung des Invalideneinkommens die Tabellenlöhne
  der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamts für Statistik
  heranzuziehen sind. Der Beschwerdeführer ist ausgebildeter […]. Von 1986 bis
  1991 arbeitete er für die […], danach als […]. Aufgrund seiner langjährigen
  Tätigkeit im […] verfügt er über Kenntnisse im administrativen Bereich, die
  ihm bei einer administrativen Tätigkeit zweifelsohne nützlich sind. Es ist
  daher davon auszugehen, dass ihm praktische Tätigkeiten etwa im Bereich der
  Datenverarbeitung oder der Administration möglich sind, was dem Kompetenzniveau
  2 gemäss der TA1 der LSE 2012 entspricht. Allerdings rechtfertigt es sich
  nicht, den höheren über alle Sektoren ermittelten Durchschnittswert
  heranzuziehen, da der Beschwerdeführer einzig im Dienstleistungssektor, nicht
  aber im Produktionssektor Tätigkeiten des Kompetenzniveaus 2 ausüben kann.
  Damit ergibt sich – was der Beschwerdeführer selbst für vertretbar hält – ein
  Tabellenlohn von monatlich Fr. 5'285.- bzw. aufgerechnet auf ein Jahr
  und auf die durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Jahr 2012 von 41,7 Stunden
  ein solcher von Fr. 66'115.35. Geht man nun mit dem MEDAS-Gutachten
  davon aus, dass der Beschwerdeführer in einer angepassten Tätigkeit nur zu
  70-80 % arbeitsfähig ist, ergibt sich ein Tabellenlohn von
  Fr. 49'586.51 (Fr. 66'115.35 x 0,75; vgl. BGer-Urteil 9C_280/2010 vom
  12. April 2011, wonach auf den Mittelwert abzustellen ist, wenn der
  Arztbericht die Arbeitsunfähigkeit in einer Bandbreite einschätzt).

  
	
   

  
	
  8.4 Der Beschwerdeführer geht davon aus, dass vom
  Tabellenlohn ein Abzug von mindestens 20 % vorzunehmen sei. 

  
	
   

  
	
  8.4.1 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von
  statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende
  Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Mit dem sogenannten Leidensabzug wurde
  ursprünglich berücksichtigt, dass versicherte Personen, welche in ihrer
  letzten Tätigkeit körperliche Schwerarbeit verrichteten und nach Eintritt des
  Gesundheitsschadens auch für leichtere Arbeiten nunmehr beschränkt
  einsatzfähig sind, in der Regel das entsprechende durchschnittliche Lohnniveau
  gesunder Hilfsarbeiter nicht erreichen. Der ursprünglich nur bei
  Schwerarbeitern zugelassene Abzug entwickelte sich in der Folge zu einem allgemeinen
  behinderungsbedingten Abzug, wobei die Rechtsprechung dem Umstand Rechnung
  trug, dass auch weitere persönliche und berufliche Merkmale der versicherten
  Person wie Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthaltskategorie
  sowie Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Höhe des Lohnes haben können.
  Ein Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im
  Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen
  eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte
  (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
  unterdurchschnittlichem Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe
  des Abzugs ist der Einfluss aller in Betracht fallender Merkmale auf das
  Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu
  schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohns zu begrenzen
  (BGE 134 V 322 E. 5.2, mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen BGE 126 V 75). 

  
	
   

  
	
  8.4.2 Geht man mit dem MEDAS-Gutachten davon aus, dem
  Beschwerdeführer sei eine angepasste administrative Tätigkeit im Innendienst
  nur zu 70 bis 80 % zumutbar, sind damit gemäss dem gastroenterologischen
  Teilgutachten sämtliche Einschränkungen aufgrund der Stuhlunregelmässigkeiten
  abgedeckt, weshalb kein weiterer Abzug vorzunehmen ist. Die weiteren
  Einschränkungen wie Gehstrecken nicht über 300 Metern, kein Tragen von Lasten
  über 15 kg oder kein Besteigen von Gerüsten oder Leitern betreffen Tätigkeiten,
  die im Dienstleistungsbereich nicht ausgeführt werden müssen, weshalb auch
  diesbezüglich kein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt ist. Das Alter wird
  vom Bundesgericht zwar theoretisch als Abzugsgrund aufgeführt, aber ein
  entsprechender Abzug wird in der Praxis kaum je gewährt. So verhält es sich
  auch vorliegend. Grundsätzlich muss unberücksichtigt bleiben, dass das Alter
  die Stellensuche negativ beeinflusst, da es sich dabei um einen
  invaliditätsfremden Faktor handelt (BGer-Urteil 8C_594/2011 vom 20. Oktober
  2011 E. 5). Nicht ersichtlich ist sodann, dass sich das Alter des Beschwerdeführers
  lohnsenkend auswirken würde. Schliesslich lässt sich auch ein Abzug nicht
  damit begründen, dass dem Beschwerdeführer gemäss dem MEDAS-Gutachten nur
  noch eine Teilzeitarbeit von 75 % möglich ist, hat ein solches Pensum
  bei Arbeiten ohne Kaderfunktion oder im untersten Kader doch keinen
  nachteiligen Einfluss auf den Lohn (vgl. dazu Bundesamt für Sozialversicherungen,
  IV-Rundschreiben Nr. 328 vom 22. Oktober 2014, Anhang, Tabelle
  Monatlicher Bruttolohn [Zentralwert] nach Beschäftigungsgrad, beruflicher
  Stellung und Geschlecht, Privater und öffentlicher Sektor [Bund, Kantone,
  Bezirke, Gemeinden, Körperschaften, Kirchen] zusammen, Schweiz 2012; vgl.
  auch BGer-Urteil 8C_622/2016 vom 21. Dezember 2016 E. 5.3.2). Insgesamt
  rechtfertigt sich daher ein Abzug vom Tabellenlohn nicht.

  
	
   

  
	
  Selbst wenn man zu Gunsten
  des Beschwerdeführers dem MEDAS-Gutachten folgt und davon ausgeht, ihm sei
  eine angepasste Tätigkeit nur noch zu 75 % möglich, erreicht er selbst
  dann keinen rentenbegründenden Invaliditätsgrad, wenn man wohlwollend von
  einem Valideneinkommen von Fr. 77'466.57 ausgeht. Bei einem Invalideneinkommen
  von Fr. 49'586.51 würde der Invaliditätsgrad nämlich 36 % betragen.

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde abzuweisen.

  
	
   

  III.

  
	
  1.

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG)
  i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens
  wären die Gerichtskosten von pauschal Fr. 600.- dem Beschwerdeführer aufzuerlegen.
  Indessen ist zu beachten, dass der Beschwerdeführer durch die im vorinstanzlichen
  Verfahren erlittene Gehörsverletzung in das vorliegende Verfahren gedrängt
  wurde, blieben seine Einwände im Verfahren vor der Vorinstanz doch ungehört
  (vgl. E. II/4). Folglich sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin
  aufzuerlegen (vgl. Art. 134 Abs. 2 VRG). Dem Beschwerdeführer ist der von ihm
  bereits geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- zurückzuerstatten. Aus
  denselben Gründen steht ihm zu Lasten der Beschwerdegegnerin eine angemessene
  Parteientschädigung von Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu (Art.
  1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG; vgl. Ueli Kieser,
  ATSG-Kommentar, 3. A., Bern/St.Gallen/Zürich 2015, Art. 61 Rz. 206).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Das Verwaltungsgericht gab
  bei der MEDAS Zentralschweiz ein polydisziplinäres Gutachten in Auftrag, da
  die Beschwerdegegnerin die angefochtene Verfügung erliess, ohne dass eine
  umfassende medizinische Beurteilung vorlag (vgl. E. II/5.2). Demgemäss wären
  die Gutachtenskosten von Fr. 17'123.95 grundsätzlich der Beschwerdegegnerin
  aufzuerlegen (vgl. BGer-Urteil 8C_113/2017 vom 29. Juni 2017 E. 6.2.1). Da im
  Gutachten aber im Hinblick auf die beim Verwaltungsgericht hängigen
  unfallversicherungsrechtlichen Verfahren VG.2015.00059 und VG.2016.00011 auch
  spezifisch unfallversicherungsrechtliche Fragen zu beantworten waren, was die
  Gutachtenskosten erhöhte, rechtfertigt es sich, den Anteil der Beschwerdegegnerin
  auf die Hälfte zu begrenzen. 

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    Gerichtskosten von Fr. 600.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Dem
    Beschwerdeführer wird der von ihm in gleicher Höhe geleistete
    Kostenvorschuss zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung von
    Fr. 2'500.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4. 

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Verwaltungsgericht innert
    30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids Fr. 8'561.95 als
    hälftigen Anteil der Kosten für das Gutachten der MEDAS Zentralschweiz zu
    bezahlen.

    
	
    5.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]