# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ce37991d-a393-5617-bd53-ef52ce8bff2d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-09
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 09.11.2022 RU220053
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RU220053_2022-11-09.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: RU220053-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender,  

Oberrichterin Dr. D. Scherrer und Oberrichter lic. iur. M. Spahn 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. F. Rieke 

Urteil vom 9. November 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,   
Gesuchsteller und Beschwerdeführer 

 

gegen 

 

Kanton Zürich,  
Beschwerdegegner 

vertreten durch Arbeitsgericht Zürich 1. Abteilung,  

 

betreffend unentgeltliche Rechtspflege 

Beschwerde gegen eine Verfügung des Einzelgerichts im summarischen 
Verfahren am Arbeitsgericht Zürich, 1. Abteilung, vom 25. Oktober 2022 
(ED220044-L) 
 
  

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Erwägungen: 

1. a) Am 16. September 2022 stellte der Gesuchsteller bei der Ge-

schäftskontrolle des Bezirksgerichts Zürich ein Gesuch um Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege für das Schlichtungsverfahren GV.2022.00382 beim 

Friedensrichteramt der Stadt Zürich, Kreise … + … (Urk. 1). Dieses wurde wegen 

des Hinweises auf ein Arbeitsverhältnis an das Arbeitsgericht Zürich (Vorinstanz) 

weitergeleitet (Urk. 3). Mit Verfügung vom 25. Oktober 2022 wies die Vorinstanz 

das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ab (Urk. 14 = 

Urk. 17). 

b) Hiergegen erhob der Gesuchsteller am 26. Oktober 2022 fristgerecht 

Beschwerde und stellte sinngemäss den Beschwerdeantrag (Urk. 16): 

Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und dem Gesuchsteller sei für 
das Schlichtungsverfahren GV.2022.00382 beim Friedensrichteramt der Stadt 
Zürich, Kreise … + …, die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. 

c) Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen. Da sich die Beschwer-

de sogleich als offensichtlich unbegründet erweist, kann auf weitere Prozesshand-

lungen verzichtet werden (vgl. Art. 322 Abs. 1 ZPO). 

2. a) Mit der Beschwerde können unrichtige Rechtsanwendung und  

offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 

(Art. 320 ZPO). Dabei bedeutet Geltendmachung, dass in der Beschwerde darge-

legt werden muss, was genau am angefochtenen Entscheid unrichtig sein soll. 

Das Beschwerdeverfahren ist nicht einfach eine Fortsetzung des erstinstanzlichen 

Verfahrens, sondern es dient der Überprüfung des angefochtenen Entscheids im 

Lichte von konkret dagegen vorgebrachten Beanstandungen. Was nicht rechts-

genügend beanstandet wird, braucht von der Beschwerdeinstanz nicht überprüft 

zu werden und hat insofern grundsätzlich Bestand. Sodann sind im Beschwerde-

verfahren neue Anträge, neue Tatsachenbehauptungen und neue Beweismittel 

ausgeschlossen (Art. 326 Abs. 1 ZPO); was im erstinstanzlichen Verfahren nicht 

(rechtzeitig) vorgetragen wurde, kann im Beschwerdeverfahren grundsätzlich 

nicht mehr geltend gemacht bzw. nachgeholt werden. 

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b) Die Vorinstanz erwog im Wesentlichen, der Gesuchsteller mache gel-

tend, es gehe um die Arbeitsleistungen aus den Jahren 2019 bis 2021 im Zusam-

menhang mit dem B._____ in C._____ (Lohn, Sozialversicherungsleistungen und 

Spesen etc.); die D._____ GmbH sei schon im Jahr 2016 nicht in der Lage gewe-

sen, die Personalkosten zu bezahlen, wogegen die E._____ Arbeitsleistung be-

zogen hätten und für die bezogene Zeit übliche Personalkosten bezahlen müss-

ten. Der Gesuchsteller lege jedoch nicht dar, weshalb zwischen ihm und den 

E._____ ein Arbeitsverhältnis bestanden haben solle; namentlich würden Behaup-

tungen und Dokumente für einen Arbeitsvertrag fehlen. Es sei nicht ersichtlich, 

dass der Gesuchsteller, der Gesellschafter und Geschäftsführer der D._____ 

GmbH sei, als Arbeitnehmer der E._____ Arbeistleistungen erbracht habe. Der 

Gesuchsteller mache vielmehr sinngemäss geltend, die D._____ GmbH habe die 

Personalkosten nicht bezahlen können und die E._____ treffe diesbezüglich eine 

Verantwortlichkeit. Unklar bleibe auch, ob und was für ein Vertragsverhältnis zwi-

schen der D._____ GmbH und den E._____ bestanden habe. Die vorhandenen 

Belege würden nicht für ein Arbeitsverhältnis mit den E._____ sprechen. Insge-

samt sei das Vorliegen eines Arbeitsverhältnisses des Gesuchstellers mit den 

E._____ nicht dargetan. Damit seien die Gewinnchancen für eine Klage aus Ar-

beitsvertrag gegen die E._____ deutlich geringer einzuschätzen als die Verlustge-

fahren. Daher sei das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Schlich-

tungsverfahren abzuweisen (Urk. 17 S. 5-6). 

c) Der Gesuchsteller macht in seiner Beschwerde im Wesentlichen gel-

tend, bei der Einreichung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege sei ein 

Formulierungsfehler passiert; bei der Forderung über Fr. 55'000.-- sowie Zuschlag 

von Fr. 5'000.-- handle es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis. Weil allgemein in 

dieser Tätigkeit keine Löhne und Sozialversicherungen bezahlt werden könnten. 

Die 440 Stunden am B._____projekt in C._____ in den Jahren 2019 bis 2021 

könnten relativ gut bewiesen werden. Die E._____ seien beim B._____projekt 

förderberechtigt und er sei für Planungsfehler der E._____ nicht verantwortlich. 

Daher sei das Rechtsbegehren nicht aussichtslos (Urk. 16). 

d) Die Beschwerdeschrift enthält lediglich eine eigene Darstellung aus der 

Sicht des Gesuchstellers, dagegen keine konkreten Beanstandungen bestimmter 

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vorinstanzlicher Erwägungen. Im Gegenteil wird sogar bestätigt, dass kein Ar-

beitsverhältnis des Gesuchstellers mit den E._____ vorliege. Allerdings wird auch 

in der Beschwerdeschrift nicht nachvollziehbar dargelegt, auf welcher Grundlage 

dem Gesuchsteller eine Forderung gegen die E._____ zustehen soll; weder wird 

dargetan, welche vertraglichen Beziehungen zwischen dem Gesuchsteller und 

den E._____ bestanden haben (oder noch bestehen) sollen, noch wird dargelegt, 

aus welcher ausservertraglichen Handlung der E._____ eine Forderung des Ge-

suchstellers gegen diese entstanden sein soll (wobei ohnehin im Beschwerdever-

fahren neue Beweismittel und Behauptungen nicht zulässig wären; vgl. oben Er-

wägung 2.a). Es bleibt somit dabei, dass eine Anspruchsgrundlage für eine Klage 

gegen die E._____ nicht nachvollziehbar dargetan und damit die Klage bzw. das 

Schlichtungsgesuch als im armenrechtlichen Sinne aussichtslos anzusehen ist. 

e) Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich un-

begründet. Sie ist demgemäss abzuweisen. 

3. a) Im Verfahren um die unentgeltliche Rechtspflege werden grund-

sätzlich keine Kosten erhoben (Art. 119 Abs. 6 ZPO). Nach bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung gilt dies allerdings nur für das Gesuchsverfahren, nicht jedoch für 

ein Beschwerdeverfahren darüber (BGE 137 III 470). Demgemäss sind für das 

vorliegende Beschwerdeverfahren Gerichtskosten von Fr. 500.-- festzusetzen (§ 9 

Abs. 1 und § 12 GebV OG) und ausgangsgemäss dem unterliegenden Gesuch-

steller aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). 

b) Der Gesuchsteller hat für das Beschwerdeverfahren kein Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege gestellt (Urk. 16). Ein solches wäre allerdings zufolge 

Aussichtslosigkeit der Beschwerde (vgl. vorstehende Erwägungen) ohnehin ab-

zuweisen gewesen (Art. 117 lit. b ZPO). 

c) Für das Beschwerdeverfahren sind keine Parteientschädigungen zuzu-

sprechen (Art. 106 Abs. 1, Art. 95 Abs. 3 ZPO). 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

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2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.-- festgesetzt. 

3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Gesuchsteller 

auferlegt. 

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen. 

5. Schriftliche Mitteilung an den Gesuchsteller und an die Vorinstanz, an diese 

unter Beilage der Doppel von Urk. 16 und 18, je gegen Empfangsschein. 

Die vorinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine 
vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt rund Fr. 60'000.--. 

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
Zürich, 9. November 2022 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. F. Rieke 
 

 
versandt am: 
ip 

	Urteil vom 9. November 2022
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 500.-- festgesetzt.
	3. Die Gerichtskosten des Beschwerdeverfahrens werden dem Gesuchsteller auferlegt.
	4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Schriftliche Mitteilung an den Gesuchsteller und an die Vorinstanz, an diese unter Beilage der Doppel von Urk. 16 und 18, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...