# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dbef5e57-80e4-5859-a44a-6074c912fb18
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2008 A-1536/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1536-2006_2008-06-16.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1536/2006 und A-1537/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), 
Richter Thomas Stadelmann (Kammerpräsident), 
Richter Lorenz Kneubühler (Abteilungspräsident), 
Gerichtsschreiberin Iris Widmer.

X._______ GmbH, 
vertreten durch _______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung, 
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1/1998 – 4/2000 und 1/2001 – 4/2002);
Fakturierung inkl. Mehrwertsteuer, Ort der Leistung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1536/2006 und A-1537/2006

Sachverhalt:

A.
Die X._______ GmbH (Steuerpflichtige oder  Beschwerdeführerin)  ist 
seit dem 25. Juni 2001 im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen der 
Eidgenössischen  Steuerverwaltung  (ESTV)  eingetragen.  Bei  ihrer 
Gründung übernahm sie die Aktiven und Passiven der vom 1. Januar 
1995  bis  zum  31. März  2002  ebenfalls  im  Mehrwertsteuerregister 
eingetragenen  Einzelfirma  "Z._______".  Wie  bereits  ihre 
Rechtsvorgängerin  bezweckt  die  Steuerpflichtige  gemäss  ihren  ei-
genen Angaben die Ausführung von Fahrzeugreparaturen, den Betrieb 
von Automobil-Rennsport-Teams sowie die Erbringung von Dienstleis-
tungen auf dem Gebiet des Automobilrennsports.

B.
Die  Steuerpflichtige  nimmt  mit  ihren  Automobil-Rennsport-Teams an 
diversen Rennsportserien  teil. Sämtliche Rennen, einschliesslich der 
Trainings- und Probefahrten, finden – mangels in der Schweiz gelege-
ner Rennstrecken – im Ausland statt.

B.a Im  Rahmen  des  Betriebs  eines  solchen  Automobil-Rennsport-
Teams schliesst die Steuerpflichtige mit verschiedenen Fahrern Verträ-
ge ab (nachfolgend: Fahrerverträge). 

Ihre  gegenüber  den Fahrern  erbrachten Leistungen hat  sie  mit  dem 
Hinweis "inkl. Mehrwertsteuer" und dem jeweils anwendbaren Steuer-
satz in Rechnung gestellt. Sie hat diese Beträge als steuerbaren Um-
satz deklariert und die Mehrwertsteuern der ESTV abgeliefert. 

B.b Im Bereich des Rennsports finanziert die Steuerpflichtige ihre Tä-
tigkeit  u.a.  mit  Werbeleistungen  bzw.  Sponsoringverträgen  (nachfol-
gend: Werbeverträge). Die Sponsoren erhalten die Möglichkeit, gegen 
Entgelt  auf dem Rennfahrzeug oder in anderer Form (z.B. Teamfahr-
zeug, Fahrerbekleidung) für ihre Produkte zu werben.

Die Steuerpflichtige hat auch in diesen Fällen die Mehrwertsteuer fak-
turiert,  die  Einnahmen  als  steuerbaren  Umsatz  deklariert  und  die 
Steuern der ESTV überwiesen.

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Die Rechnung vom 11. Dezember 2002 an ihren Sponsor mit  Sitz in 
Österreich,  der  Firma  Y._______  GmbH,  stellte  sie  zwar  ohne 
Mehrwertsteuer aus, rechnete diese aber dennoch mit der Verwaltung 
ab.

B.c Die Steuerpflichtige organisiert sodann so genannte "Events". Das 
sind  Veranstaltungen  für  interessierte  Kreise  (z.B. Firmen)  auf  einer 
Rennstrecke in Frankreich. Sie reserviert die Rennpiste, bringt für An-
fänger geeignete Rennfahrzeuge bei, instruiert die Teilnehmenden und 
organisiert ein Rahmenprogramm.

Auch auf den Rechnungen für diese Leistungen wurde die Mehrwert-
steuer ausgewiesen,  die Einnahmen als steuerbar deklariert  und die 
Steuer abgeliefert. 

C.
Im Jahr 2002 veranlasste die Steuerpflichtige eine Nachdeklaration für 
verschiedene  Umsatz-  und  Vorsteuerdifferenzen.  Die  ESTV  forderte 
darauf  Fr. 46'721.--  (zuzüglich  Verzugszins)  für  die  Steuerperiode 
1. Quartal  2001  bis  4. Quartal  2001  (Ergänzungsabrechnung  [EA] 
Nr. 07398801) nach.

D.
Mit  Schreiben  vom  24. Februar  2003  teilte  die  Steuerpflichtige  der 
ESTV mit, der Ort  der Leistungserbringung liege bei einem Grossteil 
der von ihr erbrachten Leistungen – vorab betreffend die Fahrer- und 
Werbeverträge – wohl nicht in der Schweiz. Sie ersuchte die ESTV um 
eine Bestätigung, dass ihr das Rückforderungsrecht trotz Zahlung der 
nachdeklarierten  Steuerschuld  gewahrt  bleibe. Am 10. und  31. März 
2003 teilte sie zudem mit, sämtliche zukünftige Zahlungen würden un-
ter Vorbehalt einer rechtskräftigen Festsetzung des Umfangs der Steu-
erpflicht  in  der  Schweiz  erfolgen.  Die  ESTV  bestätigte  am  8. April 
2003,  vom Vorbehalt  Kenntnis genommen zu haben, dass eine Zah-
lung der  im Rahmen der  Selbstveranlagung nachdeklarierten  Steuer 
nur zwecks Vermeidung der Bezahlung von Verzugszinsen erfolge.

Nachdem  die  Steuerpflichtige  auf  Aufforderung  der  ESTV  hin  ver-
schiedene Unterlagen  eingereicht  hatte,  teilte  ihr  diese  am 15. April 
2003 schriftlich die Voraussetzungen mit, gemäss denen eine Rücker-
stattung der Steuer möglich sei. 

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E.
Zur genaueren Klärung des Sachverhalts führte die ESTV schliesslich 
an mehreren Tagen im November und Dezember 2003 bei der Steuer-
pflichtigen  eine  Kontrolle  durch.  Gestützt  darauf  forderte  sie  am 
22. Dezember 2003 Mehrwertsteuern in Höhe von Fr. 4'149.-- (zuzüg-
lich  Verzugszins)  für  die  Zeit  vom 1. Januar  1998 bis  31. Dezember 
2000 (EA Nr. 194'531) sowie Fr. 14'140.-- (zuzüglich Verzugszins) für 
die Zeit vom 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2002 (EA Nr. 194'532) 
nach. Die Steuerpflichtige beglich die Forderungen.

Mit  Schreiben  vom  12. August  und  4. November  2004  forderte  die 
Steuerpflichtige  einlässlich  begründete  und  anfechtbare  Entscheide, 
die sich insbesondere mit der Frage des Rückforderungsrechts für die 
allenfalls zuviel abgerechneten Umsatzsteuern befassen. Sie teilte mit, 
es  drohe  eine  echte  Doppelbesteuerung,  da  sie  auch  in  Frankreich 
und Deutschland steuerpflichtig sei. 

Mit Entscheiden je vom 15. Dezember 2004 bestätigte die ESTV ihre 
Steuerforderungen  gemäss  den  drei  genannten  Ergänzungsabrech-
nungen. Diese würden aus verschiedenen Umsatz- und Vorsteuerdiffe-
renzen sowie unverbuchten Einnahmen resultieren. Da diese Korrektu-
ren nicht ausdrücklich bestritten seien, werde diesbezüglich auf eine 
einlässliche  Begründung  verzichtet.  Hinsichtlich  der  Fahrerverträge 
wurde festgestellt, deren Prüfung habe ergeben, dass es sich dabei im 
Wesentlichen um eine Überlassung eines Rennwagens und somit um 
einen  Lieferungstatbestand  mit  Ort  der  Lieferung  im  Inland  handle. 
Diese Umsätze seien bisher zu Recht versteuert worden, weshalb sich 
eine Korrektur erübrige. Da die Rechnungen für die Werbeleistungen 
an die  ausländischen Sponsoren die  Mehrwertsteuer  auswiesen,  sei 
die Steuer  grundsätzlich  geschuldet. Eine Berichtigung der  allenfalls 
zuviel berechneten Steuerbetreffnisse sei durch eine formell korrekte 
Gutschrift möglich.

F.
Die Steuerpflichtige erhob am 31. Januar 2005 Einsprache gegen die-
se Entscheide. Sie beantragte, die Verfahren seien zu vereinigen, die 
Entscheide  aufzuheben  und  die  bereits  geleisteten  Zahlungen  samt 
Zins zurückzuerstatten. Sie brachte hauptsächlich vor, für die von ihr 
erbrachten Werbeleistungen schulde sie  keine Mehrwertsteuern. Die 
dennoch fälschlicherweise abgerechneten Steuern seien ihr zurückzu-
erstatten. Im Sinne der  Verfahrensökonomie habe sie  eine Korrektur 

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sämtlicher Rechnungen vorgenommen und entsprechende Gutschrif-
ten ausgestellt. Einzig bei der Firma Y._______ GmbH sei dies nicht 
möglich gewesen, habe sie dieser Firma die Mehrwertsteuer nämlich 
nicht  in  Rechnung  gestellt.  In  diesem  Fall  verlange  sie  eine 
Rückzahlung  ohne  Gutschrift  zugunsten  der  Y._______  GmbH. 
Bezüglich der Fahrerverträge argumentierte sie, der Ort der Leistungs-
erbringung  liege im Ausland und  unterliege daher  nicht  der  schwei-
zerischen Mehrwertsteuer. 

Mit Einspracheentscheiden je vom 7. Dezember 2005 wies die ESTV 
die Einsprachen ab; einzig das Begehren betreffend die Rechnung an 
die Firma Y._______ GmbH wurde im Umfang von Fr. 10'267.-- gutge-
heissen.  Die  ESTV  begründete  ihre  Entscheide  dahingehend,  der 
Fahrervertrag  sei  als  Dienstleistung  zu  qualifizieren,  die  als  ein-
heitliches Ganzes aufzufassen sei  und deren Leistungsort  im Inland 
liege. Hinsichtlich  der  Werbeverträge führte  sie  aus,  die Stornierung 
und Neuerstellung einer bereits bezahlten Rechnung sei aufgrund der 
besonderen Bedeutung der Rechnung im System der Mehrwertsteuer 
unzulässig.  Da  die  Rechnung  an  die  Firma  Y._______  GmbH  die 
Mehrwertsteuer  nicht  ausweise,  könne  der  diesbezüglich  verbuchte 
und deklarierte Betrag jedoch gutgeschrieben werden.

G.
Mit  Eingaben vom 23. Januar 2006 erhob die Steuerpflichtige je Be-
schwerde bei der Eidgenössischen Steuerrekurskommission (SRK) mit 
den folgenden – unter Kosten- und Entschädigungsfolge gestellten – 
Rechtsbegehren: (1.)  Die beiden Verfahren seien zu vereinigen oder 
eventualiter sei das Verfahren betreffend MWSTV bis zum Vorliegen ei-
nes rechtskräftigen Urteils im Verfahren betreffend MWSTG zu sistie-
ren. (2.)  Die beiden Einspracheentscheide seien aufzuheben "soweit 
sie  der  Beschwerdeführerin  für  die  in  den Jahren  1998 bis  und  mit 
2002 auf Einnahmen aus Werbeverträgen mit  ausländischen Kunden 
und Verträgen mit  Rennfahrern irrtümlich bezahlten Mehrwertsteuern 
das Rückforderungsrecht endgültig verweigern". (3.) Die ESTV sei an-
zuweisen, ihr einen Betrag in gerichtlich festzusetzender Höhe zuzüg-
lich Zinsen soweit rechtens zurückzuerstatten.

Sie begründete die Anträge damit, ihre Werbeleistungen für Vertrags-
partner mit Sitz im Ausland unterlägen nicht der Mehrwertsteuer. Die 
dennoch  irrtümlich  abgelieferte  Mehrwertsteuer  müsse  ihr  zurücker-
stattet werden und sie erfülle dafür auch die einschlägigen Vorausset-

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zungen, habe sie doch mittlerweile sämtliche Rechnungen korrigiert. 
Hinsichtlich der Fahrerverträge kritisierte sie den ohne nähere Begrün-
dung  erfolgte  Wechsel  in  der  Qualifizierung  dieser  Leistungen  von 
"Lieferungen" zu "Dienstleistungen". Der Fahrervertrag sei zudem nicht 
zwingend  als  Gesamtleistung  zu  betrachten. Schliesslich  sei  zu  be-
achten, dass der Konsum unbestritten im Ausland stattgefunden habe. 
Die  entsprechenden  Rechnungen  habe  sie  ebenfalls  allesamt  neu 
ausgestellt, weshalb ihr die fälschlicherweise abgerechnete Mehrwert-
steuer zurückzuerstatten sei. Gleiches gelte für  die Organisation der 
sogenannten  "Events",  die  ausnahmslos  im  Ausland  stattgefunden 
hätten. Die Rechnungen auch für diese Leistungen habe sie berichtigt 
und die Mehrwertsteuer müsse ihr rückerstattet werden.

In ihren Vernehmlassungen vom 27. März 2006 schloss die ESTV auf 
Abweisung der Beschwerden.

H.  
Per 31. Dezember  2006 hat  die SRK die  Verfahrensakten dem Bun-
desverwaltungsgericht zur Beurteilung der Sache übergeben.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Bis zum 31. Dezember 2006 unterlagen Einspracheentscheide der 
ESTV  der  Beschwerde  an  die  SRK.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
übernimmt beim Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32) am 1. Januar 2007 die bei der SRK hängigen Rechtsmittel, 
sofern es zuständig ist und keine Ausnahme vorliegt (Art. 31 – Art. 33 
VGG).  Die  Beurteilung  erfolgt  nach  neuem  Verfahrensrecht  (Art. 53 
Abs. 2 VGG). Soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich 
gemäss dessen Art. 37 das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021).  Vorliegend  ist  keine  Ausnahme  gegeben  und  gegen  die 
Entscheide  der  Vorinstanz  ist  die  Beschwerde  beim  Bundesver-
waltungsgericht zulässig (Art. 32 e contrario und Art. 33 Bst. d VGG). 
Dieses ist mithin zur Beurteilung in der Sache sachlich wie funktionell 
zuständig.

1.2 Am 1. Januar  2001 sind  das Mehrwertsteuergesetz  vom 2. Sep-
tember  1999  (MWSTG,  SR 641.20)  sowie  die  dazugehörige  Verord-

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nung vom 29. März  2000 (MWSTGV, SR 641.201)  in  Kraft  getreten. 
Die Beurteilung des vorliegenden Sachverhalts richtet sich nach dieser 
Gesetzgebung,  soweit  er  sich  in  deren  zeitlichem  Geltungsbereich 
ereignet  hat  (1. Januar  2001  bis  31. Dezember  2002).  Soweit  sich 
hingegen  der  Sachverhalt  vor  Inkrafttreten  des  Mehrwertsteuer-
gesetzes zugetragen hat (1. Januar 1998 bis 31. Dezember 2000), ist 
auf  die  vorliegende  Beschwerde  grundsätzlich  noch  die  Verordnung 
vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464) 
anwendbar (Art. 93 und 94 MWSTG).

1.3 Grundsätzlich bildet jeder vorinstanzliche Entscheid ein selbstän-
diges  Anfechtungsobjekt  und ist  deshalb  einzeln  anzufechten. Es ist 
gerechtfertigt, von diesem Grundsatz abzuweichen und die Anfechtung 
in  einem gemeinsamen Verfahren mit  einem einzigen Urteil  zuzulas-
sen, wenn die einzelnen Sachverhalte in einem engen inhaltlichen Zu-
sammenhang  stehen  und  sich  in  allen  Fällen  gleiche  oder  ähnliche 
Rechtsfragen stellen (vgl. BGE 123 V 215 E. 1; Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts A-1527/2006 vom 6. März 2008 E. 1.3, A-1435/2006 
vom  8. Februar  2007  E. 1.2).  Unter  den  gleichen  Voraussetzungen 
können auch getrennt  eingereichte Beschwerden in einem Verfahren 
vereinigt werden. Ein solches Vorgehen dient der Verfahrensökonomie 
und  liegt  im  Interesse  aller  Beteiligten  (ANDRÉ MOSER,  in  André 
Moser/Peter Uebersax, Prozessieren vor eidgenössischen Rekurskom-
missionen, Basel und Frankfurt am Main 1998, Rz. 3.12). 

Diese Voraussetzungen sind in den vorliegenden Verfahren zweifelsfrei 
erfüllt.  In  beiden  Fällen  ist  dasselbe  Steuersubjekt  (infolge  Rechts- 
bzw. Steuernachfolge)  betroffen. Die  den Einspracheentscheiden zu-
grunde liegenden Sachverhalte sind vergleichbar und es stellen sich 
dieselben Rechtsfragen (Beurteilung der Werbe- und der Fahrerverträ-
ge). Deren Besonderheit ist einzig die Tatsache, dass die betroffenen 
Steuerperioden einerseits die MWSTV und andererseits das MWSTG 
betreffen. Ebenso sind die Gründe, wonach die Beschwerdeführerin zu 
Recht  die  Mehrwertsteuer  abgeliefert  haben  soll,  übereinstimmend. 
Dementsprechend  hat  der  Vertreter  der  Beschwerdeführerin  die  be-
sagten  Einspracheentscheide  auch  mit  den  identischen  Argumenten 
angefochten. Die Verfahren A-1536/2006 und A-1537/2006 sind des-
halb antragsgemäss zusammenzulegen.

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1.4
1.4.1 Im Verfahren der nachträglichen Verwaltungsrechtspflege gilt als 
Streitgegenstand  das  Rechtsverhältnis,  das  Gegenstand  der  ange-
fochtenen Verfügung bildet, in dem Umfang, in dem es im Streit liegt. 
Beschwerdebegehren, die neue, in der angefochtenen Verfügung nicht 
geregelte Fragen aufwerfen, überschreiten den Streitgegenstand und 
sind  deshalb  unzulässig. Denn  in  einem Rechtsmittelverfahren  kann 
der  Streitgegenstand  grundsätzlich  nur  eingeschränkt,  nicht  aber 
ausgeweitet werden (BGE 131 II 200 E. 3.2). Was Streitgegenstand ist, 
bestimmt  sich  nach  dem  angefochtenen  Entscheid  und  den 
Parteibegehren  (BGE  133  II  35  E. 2,  Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_642/2007  vom  3. März  2008  E. 2.2;  Urteile  des  Bundesver-
waltungsgerichts  A-1393/2006  vom 10. Dezember  2007  E. 2.2.2  und 
E. 2.2.3, A-1608/2006 vom 8. Mai 2007 E. 3; Entscheid der SRK vom 
18. Januar  1999,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundes-
behörden [VPB] 63.78 E. 2; vgl. auch  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER,  Ver-
waltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., 
Zürich 1998, Rz. 403 ff.).

1.4.2 Im  vorliegenden  Fall  sind  Anfechtungsobjekte  die  Einsprache-
entscheide der ESTV vom 7. Dezember 2005, die wiederum aufgrund 
von Einsprachen gegen  die  Entscheide  der  Verwaltung  vom 15. De-
zember  2004  ergangen  sind.  Beurteilt  wurden  die  Steuerperioden 
1. Quartal 2001 bis 4. Quartal 2002 und 1. Quartal 1998 bis 4. Quartal 
2000 betreffend die beiden Fragen nach der mehrwertsteuerlichen Be-
handlung der Fahrerverträge und der Möglichkeit  der Rückerstattung 
von  Steuern  für  im  Ausland  erbachte  Werbeleistungen.  Dies  gilt  es 
denn  auch  im  vorliegenden  Verfahren  zu  überprüfen  (vgl.  auch 
E. 1.4.3).  Bislang  nicht  Streitgegenstand  waren  die  sogenannten 
"Events" (vgl. E. B.c). Die entsprechenden Verträge waren im Verfah-
ren vor der Vorinstanz nie Gegenstand des Rechtsstreits und sie wur-
den weder in den Entscheiden vom 15. Dezember 2004 noch in den 
Einspracheentscheiden vom 7. Dezember 2005 einer rechtlichen Wür-
digung unterzogen. Die Beschwerdeführerin hat auch in ihrer Einspra-
che die Beurteilung dieser Verträge nicht beantragt. Insofern sie nun 
beim Bundesverwaltungsgericht  die  Beurteilung  der  Verträge  für  die 
Organisation von Veranstaltungen auf  einer  Rennstrecke im Ausland 
sowie die Klärung der Frage einer allfälligen Rückerstattung der hierfür 
abgerechneten Mehrwertsteuern verlangt (vgl. Beschwerdeschrift S. 8, 
Ziffer 1.d; S. 20, Ziffer 4 "weitere Leistungen"; Beschwerdebeilage 9, 

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"Rechnungen  und  Rechnungskorrekturen  für  weitere  Leistungen 
1998-2002"), ist darauf nicht einzutreten. 

1.4.3 Streitgegenstand  ist  vorliegend  also  einzig  noch,  ob  die  Be-
schwerdeführerin in den fraglichen Steuerperioden zu Recht die Mehr-
wertsteuern  für  die Werbe- und Fahrerverträge deklariert  und gröss-
tenteils  abgeliefert  hat. In  der  Sache geht  es  betreffend die  Fahrer-
verträge  zunächst  um  deren  mehrwertsteuerliche  Qualifikation;  an-
schliessend allenfalls um die Frage, ob die Voraussetzungen für eine 
Rückerstattung  der  Mehrwertsteuern  vorliegen.  Soweit  die  Be-
schwerdeführerin gestützt  auf  die Werbeverträge Leistungen im Aus-
land  für  Empfänger  mit  Sitz  im  Ausland  erbracht  hat,  ist  einzig  zu 
untersuchen,  ob die  Mehrwertsteuern  aufgrund der  vorgenommenen 
Rechnungskorrekturen zurückzuerstatten sind.

2.
2.1 Der  Mehrwertsteuer  im Inland unterliegen die  entgeltliche Liefe-
rung von Gegenständen,  die entgeltlich erbrachten Dienstleistungen, 
der Eigenverbrauch sowie der entgeltliche Bezug von Dienstleistungen 
aus dem Ausland, sofern sie nicht ausdrücklich von der Besteuerung 
ausgenommen oder befreit sind (Steuerobjekt; Art. 4 MWSTV, Art. 14 
und  15  MWSTV;  Art. 5  MWSTG,  Art. 18  und  19  MWSTG).  Die 
subjektiven  Voraussetzungen  der  Steuerpflicht  sind  hier  unbestritten 
(vgl. Art. 17 MWSTV; vgl. Art. 21 MWSTG).

2.2
2.2.1 Eine Lieferung liegt vor, wenn die Befähigung verschafft wird, im 
eigenen  Namen  über  einen  Gegenstand  wirtschaftlich  zu  verfügen 
(Art. 5 Abs. 1 MWSTV; Art. 6 Abs. 1 MWSTG). Die Verschaffung der 
wirtschaftlichen  Verfügungsmacht  gehört  demzufolge  prinzipiell  zum 
Grundtatbestand der Lieferung. Der Lieferbegriff erfährt in Abs. 2 von 
Art. 5  MWSTV  bzw.  Art. 6  MWSTG  indes  in  zwei  Richtungen  eine 
wesentliche Erweiterung: So gilt die Überlassung eines Gegenstandes 
zum  Gebrauch  oder  zur  Nutzung  ebenfalls  als  Lieferung  (jeweils 
Bst. b). Dies geschieht typischerweise im Rahmen von Dauerverträgen 
wie Miete und Pacht, von Gebrauchsleihe, Nutzniessungen, Dienstbar-
keiten  usw. Eine Lieferung  liegt  sodann auch vor,  wenn ein  Gegen-
stand,  an  dem Arbeiten  besorgt  worden sind,  abgeliefert  wird,  auch 
wenn  dieser  Gegenstand  dadurch  nicht  verändert,  sondern  bloss 
geprüft, geeicht, reguliert, in der Funktion kontrolliert oder in anderer 
Weise  behandelt  worden  ist  (jeweils  Bst. a).  Nach  dem  Zweck  der 

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Bestimmung und der Praxis kann dies der Fall sein, wenn der Gegen-
stand nicht im eigentlichen Sinn abgeliefert wird, nämlich dann, wenn 
der Empfänger ihn zur Ausführung der Arbeiten nicht übertragen hat. 
So führt z.B. der Handwerker, der Reparaturarbeiten am Gebäude des 
Bestellers  vornimmt,  eine  Lieferung  aus.  Die  Verfügungsmacht  am 
bearbeiteten  Gegenstand  spielt  hier  –  im  Unterschied  zu  Abs. 1  – 
keine entscheidende Rolle; auch die "blosse" Bearbeitung – wozu die 
Übertragung  der  wirtschaftlichen  Verfügungsmacht  nicht  erforderlich 
ist – gilt als Lieferung. Unbeachtlich ist schliesslich, ob in die Substanz 
des  bearbeiteten  Gegenstandes  eingegriffen  oder  Material  aufge-
wendet  wird.  Wie  bereits  erwähnt  genügt  es,  dass  der  Gegenstand 
bloss  geeicht,  reguliert,  in  der  Funktion  kontrolliert  oder  in  anderer 
Weise behandelt wird. Unerheblich ist auch die vertragliche Grundlage 
der Arbeiten. Die Bearbeitung des Gegenstandes wird wohl in der Re-
gel auf einem Werkvertrag oder einem Auftrag basieren; deren Vorhan-
densein  ist  jedoch  nicht  Voraussetzung  (vgl.  zum  Ganzen  PATRICK 
IMGRÜTH,  in  mwst.com,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  die 
Mehrwertsteuer, Basel 2000, N. 2 zu Art. 6).

Diese  Erweiterungen  des  Lieferbegriffes  führen  mitunter  zu  Abgren-
zungsschwierigkeiten zur Dienstleistung  (vgl.  IMGRÜTH,  a.a.O.,  N. 2 zu 
Art. 6). Dies  wurde  bereits  im  Vernehmlassungsverfahren  zum 
MWSTG kritisiert und eine entsprechende Einengung des Liefer- bzw. 
Ausdehnung  des Dienstleistungsbegriffes  gefordert.  Da die  Kommis-
sion für  Wirtschaft  und Abgaben des Nationalrates aber keine über-
wiegenden Vorteile mit einer solchen Änderung verbunden sah, wurde 
an  der  bisherigen  Regelung  festgehalten  (vgl.  Parlamentarische 
Initiative Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer [Dettling], Bericht der 
Kommission für Wirtschaft und Abgaben [WAK] des Nationalrates vom 
28. August 1996, BBl 1996 V 751,  zu Art. 6 Entwurf-MWSTG). Beizu-
fügen  ist,  dass  diese  Konzeption  des  Lieferungstatbestandes  im 
Grunde  auf  die  Warenumsatzsteuer  zurückzuführen  ist,  die  "reine" 
Dienstleistungen  nicht  besteuern,  aber  dennoch  gewisse  Arbeits-
leistungen an Waren (z.B. Umgestaltung,  Reparatur,  Instandstellung) 
als steuerbare Lieferungen erfassen wollte (vgl. hierzu DIETER METZGER, 
Handbuch der Warenumsatzsteuer, Bern 1983, Rz. 32, 64, 293 ff.). An 
dieser Stelle sei denn auch darauf hingewiesen, dass die Schweiz mit 
dieser  Erweiterung des  Lieferbegriffs  vom umliegenden Ausland ab-
weicht, das sowohl Arbeiten an Gegenständen wie auch Mietgeschäfte 
als Dienstleistungen qualifiziert  (vgl.  MARC THOMET,  in  mwst.com, N. 2 

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zu Art. 13, vgl. auch IMGRÜTH, a.a.O., N. 2 der Vorbem. zu Art. 6 und 7; 
N. 1 zu Art. 12).

2.2.2 Als Dienstleistung gilt  jede Leistung,  die keine Lieferung eines 
Gegenstandes ist  (Art. 6 Abs. 1 MWSTV; Art. 7 Abs. 1 MWSTG). Mit 
dieser Formulierung wird im Sinn eines Auffangtatbestandes sicherge-
stellt, dass sämtliche Leistungen als Dienstleistungen erfasst werden, 
wenn es sich nicht ausdrücklich um eine Lieferung handelt. Damit sol-
len allfällige Besteuerungslücken vermieden werden (vgl. dazu Bericht 
WAK-N,  a.a.O.,  zu  Art. 7  Entwurf-MWSTG; ebenso:  ALOIS CAMENZIND/ 
NIKLAUS HONAUER/KLAUS VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehrwertsteuerge-
setz, 2. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2003, Rz. 275). Die Unterscheidung 
zwischen Lieferungen und Dienstleistungen ist  vor  allem im Hinblick 
auf  die örtliche Abgrenzung der Umsätze von Bedeutung (vgl. unten 
E. 2.4). 

Zu den steuerbaren Dienstleistungen zählen unter anderem auch die 
Einräumung von Rechten aller Art  oder das Dulden von Handlungen 
(Art. 6  Abs. 2  Bst.  a  und  b  MWSTV;  Art. 7  Abs. 2  Bst. a  und  b 
MWSTG).

2.3 Leistungen,  die  miteinander  verbunden  sind  (sog.  Leistungsein-
heit,  auch  Gesamtleistung,  Leistungsbündel  oder  Leistungskomplex 
genannt), werden im Mehrwertsteuerrecht (MWSTV und MWSTG) als 
einheitlicher  wirtschaftlicher  Vorgang behandelt,  wenn sie wirtschaft-
lich derart eng zusammengehören und ineinandergreifen, dass sie ein 
unteilbares Ganzes bilden. Übt die Steuerpflichtige eine Reihe von ein-
zelnen Tätigkeiten  aus,  die auf  ein einheitliches wirtschaftliches  Ziel 
gerichtet sind, liegt eine Leistungseinheit indes nur dann vor, wenn die 
einzelnen Teile sachlich, zeitlich und vom wirtschaftlichen Gehalt her in 
einer derart engen Verbundenheit stehen, dass sie untrennbare Kom-
ponenten eines Vorgangs verkörpern, der das gesamte Handeln um-
fasst.  Auf  die  einzelnen  Leistungskomponenten  der  Leistungseinheit 
sind  jeweils  die  Vorschriften  –  z.B.  bezüglich  Ort  der  Besteuerung, 
Steuersatz  oder  Steuerbefreiungsvorschriften  –  einheitlich  anzuwen-
den.  Liegt  eine  Leistungseinheit  vor,  erfolgt  die  mehrwertsteuerliche 
Behandlung  nach  der  für  diese  wesentlichen  Eigenschaft,  d.h. nach 
der  Leistung,  welche  wirtschaftlich  betrachtet  im  Vordergrund  steht. 
Sind in einer Leistungseinheit sowohl Lieferungen als auch Dienstleis-
tungen enthalten, so richtet sich deren einheitliche Behandlung (ent-
weder als Lieferung oder aber als Dienstleistung) nach dem wirtschaft-

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lichen Kerngehalt der gesamthaften Leistung (vgl. Urteile des Bundes-
gerichts  2A.567/2006  vom  25. April  2007  E. 4.3,  2A.452/2003  vom 
4. März 2004 E. 4; vgl. statt  vieler: Entscheid der SRK vom 22. April 
2002, veröffentlicht in VPB 66.95 E. 2c).

Liegt eine Hauptleistung mit einer oder mehreren akzessorischen Ne-
benleistungen vor, richtet sich die steuerliche Beurteilung der Neben-
leistung(en)  stets  nach  den  Eigenschaften  der  Hauptleistung;  diese 
stellt den Kern der zu erbringenden Leistung dar. Liegt weder eine Ge-
samtleistung noch eine Haupt-  mit  Nebenleistung vor,  so handelt  es 
sich  um mehrere  selbständige Leistungen,  die  mehrwertsteuerrecht-
lich getrennt zu behandeln sind (vgl. zum Ganzen Urteile des Bundes-
gerichts  2A.567/2006  vom  25. April  2007  E. 4.3,  2A.452/2003  vom 
4. März 2004 E. 3.1, je mit Hinweisen; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-1443/2006  vom 25. September  2007  E. 2.3,  A-1431/2006 
vom 25. Mai 2007 E. 2.3; Entscheid der SRK vom 22. April 2002, veröf-
fentlicht in VPB 66.95 E. 2c, 3).

Die Beurteilung der Fragen, ob im konkreten Einzelfall  Einheitlichkeit 
der Leistung anzunehmen ist oder wann eine mit der Hauptleistung zu 
erfassende Nebenleistung vorliegt  (was im Ergebnis  ebenfalls  nichts 
anderes als eine Leistungseinheit darstellt), erfolgt in Anwendung der 
wirtschaftlichen Betrachtungsweise, mit der Folge, dass diese der zivil-
rechtlichen  Beurteilung  vorgeht  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.567/2006  vom  25. April  2007  E.  4.3;  allgemein  zur  wirtschaft- 
lichen  Betrachtungsweise  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1428/2006  vom  29. August  2007  E. 2.7;  Entscheid  der  SRK  vom 
22. April 2002, veröffentlicht in VPB 66.95 E. 2c). Dem Charakter der 
Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer folgend, hat die Beur-
teilung zudem primär aus der Sicht des Verbrauchers zu erfolgen. Es 
ist zu prüfen, ob ein Leistungskomplex nach allgemeiner Verkehrsauf-
fassung von einer bestimmten Verbrauchergruppe typischerweise als 
einheitliche Leistung verstanden wird. Der subjektive Parteiwille ist se-
kundär. Nicht  massgebend sind schliesslich die Wertverhältnisse der 
einzelnen Leistungen, auch wenn in vielen Fällen der Wert der Neben-
leistung geringer ist als jener der Hauptleistung (Urteil des Bundesge-
richts 2A.452/2003 vom 4. März 2003 E. 3.2; Urteile des Bundesver-
waltungsgerichts  A-1443/2006  vom  25. September  2007  E. 2.3, 
A-1431/2006 vom 25. Mai 2007 E. 2.3).

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2.4 Die  einheitliche  steuerliche  Anknüpfung  bei  Leistungseinheiten 
(die  sich  aus  Lieferungs-  und  Dienstleistungskomponenten  zusam-
mensetzen)  ist  vor  allem für  die Bestimmung des Ortes  von steuer-
baren  Umsätzen  von  Bedeutung,  gelten  doch  für  Lieferungen  und 
Dienstleistungen unterschiedliche Ortsbestimmungen:

2.4.1 Lieferungen werden am Ort erbracht, "wo sich der Gegenstand 
im Zeitpunkt der Verschaffung der Befähigung über ihn wirtschaftlich 
zu  verfügen,  der  Ablieferung  oder  der  Überlassung  zum  Gebrauch 
oder  zur  Nutzung  befindet"  (Art. 11  Bst.  a  MWSTV;  Art. 13  Bst. a 
MWSTG),  oder  am  Ort,  "wo  die  Beförderung  oder  Versendung  des 
Gegenstandes  zum  Abnehmer  (oder  in  dessen  Auftrag  zu  einem 
Dritten) beginnt" (Art. 11 Bst. b MWSTV; Art. 13 Bst. b MWSTG).

2.4.2 Als Ort  einer Dienstleistung gilt  grundsätzlich der Ort,  an dem 
die Dienst leistende Person ihren Geschäftssitz oder eine Betriebsstät-
te  hat,  von  wo  aus  die  Dienstleistung  erbracht  wird  (Art. 12  Abs. 1 
MWSTV; Art. 14 Abs. 1 MWSTG; Erbringerortsprinzip, vgl. Abweichun-
gen von dieser Grundregel  in  Art. 12 Abs. 2 MWSTV; Art. 14 Abs. 2 
und 3 MWSTG).

2.5
2.5.1 Nach  Rechtsprechung  und  Lehre  zum  Mehrwertsteuerrecht 
(MWSTV und MWSTG) wird der Rechnung, die durch den Leistungs-
erbringer  zuhanden  des  Leistungsempfängers  ausgestellt  wird,  eine 
zentrale  Bedeutung  beigemessen. Die  Rechnung ist  nicht  ein  reiner 
Buchungsbeleg, sondern sie stellt  ein wichtiges Indiz dafür dar, dass 
die ausstellende Person auch Leistungserbringerin ist  und die mehr-
wertsteuerlich relevante Handlung überhaupt stattgefunden hat, sowie 
dafür, wer Verfügungsmacht im Sinne von Art. 5 MWSTV bzw. Art. 6 
MWSTG  über  einen  Gegenstand  hat.  Gleichzeitig  erklärt  die  Rech-
nung  stellende  Person  dem Empfänger,  dass  sie  die  ausgewiesene 
Mehrwertsteuer der ESTV abgeliefert hat oder noch abliefern wird. So 
bildet die Rechnung dem Empfänger Ausweis dafür, auf der Leistung 
laste die angegebene Steuer, und berechtigt sie den Leistungsempfän-
ger direkt zum entsprechenden Vorsteuerabzug (BGE 131 II 185 E. 5, 
Urteile des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in ASA 75 
S. 497 E. 3.3,  E. 4.2,  vom  31. Mai  2002,  veröffentlicht  in  ASA  72 
S. 732  E. 5a;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1628/2006 
vom 21. Dezember 2007 E. 2.2, A-1438/2006 vom 11. Juli 2007 E. 3.2; 
Entscheid  der  SRK  vom  3. Juni  2005,  veröffentlicht  in  VPB  69.127 

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E. 3a.aa,  mit  Hinweisen;  CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER,  a.a.O., 
Rz. 1312 ff.,  JEAN-MARC RIVIER/ANNIE ROCHAT PAUCHARD,  Droit  fiscal 
Suisse,  La  Taxe sur  La Valeur  Ajoutée,  Fribourg  2000,  S. 221).  Der 
mehrwertsteuerlichen  Rechnung  wird  gar  die  Bedeutung  eines 
"Checks auf den Bund" beigemessen. Die steuerpflichtigen Leistungs-
empfänger  könnten  darauf  vertrauen  und  die  darin  ausgewiesene 
Mehrwertsteuer  ohne  eingehende  Prüfung  als  Vorsteuer  abziehen 
(SANDRA KNOPP PISI,  Das  Selbstveranlagungsprinzip  bei  der  Mehr-
wertsteuer  –  insbesondere  die  Bedeutung der  Abrechnung mit  oder 
ohne Vorbehalt, in ASA 74 S. 396; vgl. BGE 131 II  185 E. 3.4; Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6245/2007  vom  13. Februar  2008 
E. 2.4). 

Aufgrund  der  im  Mehrwertsteuerrecht  der  Rechnung  zukommenden 
Bedeutung  hat  sich  in  konstanter  Rechtsprechung  der  Grundsatz 
"fakturierte  Mehrwertsteuer  gleich  geschuldete  Mehrwertsteuer"  ent-
wickelt (BGE 131 II 185 E. 5, vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 
14. Juli  2005, veröffentlicht in ASA 75 S. 497 E. 4.2 f.; Entscheid der 
SRK  vom  11. September  2006,  veröffentlicht  in  VPB  70.102  E.  2a, 
E. 4a.aa), welcher selbst dann Geltung beansprucht, wenn die Steuer 
fälschlicherweise fakturiert wurde und es sich bei den Leistungserbrin-
gern oder den Leistungsempfängern um nicht Steuerpflichtige handelt 
(BGE 131 II  185 E. 5,  8.1 f.; Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts 
A-6245/2007 vom 13. Februar 2008 E. 2.5, A-1628/2006 vom 21. De-
zember 2007 E. 2.2, A-1438/2006 vom 11. Juli 2007 E. 3.2).

Auch nach Inkrafttreten der Art. 15a und 45a MWSTGV hat die Rech-
nung ihre in mehrwertsteuerlicher Praxis und Lehre entwickelte materi-
ellrechtliche Bedeutung nicht  eingebüsst  (Urteile  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-6245/2007 vom 13. Februar 2008 E. 2.7, A-1438/2006 
vom 11. Juni 2007 E. 3.4).

2.5.2 Die  Ausgestaltung  des  Selbstveranlagungsprinzips  im  schwei-
zerischen Mehrwertsteuerrecht  bedingt  eine möglichst  einfache Kon-
trolle durch die ESTV. Diese hat deshalb in ihren "Wegleitungen" (vgl. 
Wegleitung  1997  für  Mehrwertsteuerpflichtige  [nachfolgend:  Weg-
leitung  1997];  Wegleitung  2001  zur  Mehrwertsteuer  [nachfolgend: 
Wegleitung  2001])  besondere  Regeln  für  die  Korrektur  von  Rech-
nungen  aufgestellt.  Stellt  sich  nachträglich  heraus,  dass  die  dem 
Kunden fakturierte Mehrwertsteuer zu hoch oder zu niedrig berechnet 
wurde  (Rechenfehler,  Anwendung  eines  falschen  Mehrwertsteuer-

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satzes, unrichtige Berechnungsgrundlage, etc.),  so ist  eine Korrektur 
durch  eine  formell  richtige  Nachbelastung  respektive  Gutschrift 
möglich.  In  der  Nachbelastung  oder  Gutschrift  ist  auf  den 
ursprünglichen Beleg hinzuweisen. Wenn die Berichtigung unterbleibt, 
sind  gemäss  Verwaltungspraxis  allenfalls  zu  Unrecht  oder  zuviel 
berechnete  Steuerbetreffnisse  in  voller  Höhe  geschuldet.  Unge-
nügende  Belege  sind  vor  der  Bezahlung  zwecks  Richtigstellung 
zurückzuweisen. Nach der Bezahlung dürfen Rechnungen usw. nicht 
mehr abgeändert  werden (z.B. durch Stornierung und Neuerstellung; 
so Wegleitung 1997, Rz. 779; Wegleitung 2001, Rz. 807 f., vgl. hierzu 
auch  die  Praxismitteilung  vom  30. Januar  2004  mit  Änderung  der 
Rz. 808).  Das  Bundesgericht  erachtet  diese  –  sich  formell  auf  die 
Kompetenz der Verwaltung zum Erlass von Buchführungsvorschriften 
(Art. 47  Abs. 1  MWSTV;  Art. 58  Abs. 1  MWSTG)  abstützende  – 
Verwaltungspraxis  als  sinnvoll  und  praktikabel  (Urteil  des 
Bundesgerichts  vom  31. Mai  2002,  veröffentlicht  in  ASA  72  S. 732 
E. 5c; zur Bestätigung dieser Verwaltungspraxis vgl. auch BGE 131 II 
185 E. 5, Urteile des Bundesgerichts vom 14. Juli 2005, veröffentlicht 
in  ASA 75 S. 497  E. 3.4,  2A.406/2002  vom 31. März  2003  E. 4.3.1; 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1416/2006 vom 27. Septem-
ber 2007 E. 6.2.1,  A-1438/2006 vom 11. Juni 2007 E. 4.3; Entscheid 
der SRK vom 18. September 2003, veröffentlicht in VPB 68.56 E. 2b 
und c). Damit die Mehrwertsteuerpflichtige eine Rechnung überhaupt 
berichtigten kann im Sinne dieser Praxis, muss ihr gemäss bundesge-
richtlicher Rechtsprechung ein Irrtum bei der Rechnungsstellung (z.B. 
betreffend die Steuerberechnung oder dem anwendbaren Steuersatz) 
unterlaufen sein. Befindet  sie  sich lediglich in einem Irrtum über die 
Steuerfolgen (z.B. betreffend die Folgen der gewählten Abrechnungs-
methode),  kann gemäss dieser  Rechtsprechung die  Rechnung nicht 
berichtigt  werden  (Urteil  des  Bundesgerichts  vom  31. Mai  2002, 
veröffentlicht in ASA 72 S. 732 E. 6a bis c; vgl. hierzu den Entscheid 
der SRK vom 18. September 2003, veröffentlicht in VPB 68.56 E. 2b 
und c).

3.
3.1 Im vorliegenden Fall bringt die Beschwerdeführerin betreffend die 
Fahrerverträge vor, es bestünde kein Standardvertrag. Jeder  Vertrag 
werde individuell und in der Regel schriftlich, zum Teil bloss für einzel-
ne Rennen oder sogar nur für einzelne Testfahrten oder -tage abge-
schlossen. Die Leistungen der Beschwerdeführerin gegenüber einem 
Fahrer  könnten  deshalb  nicht  generalisiert  werden.  Sie  seien  auch 

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nicht zwingend als Einheit aufzufassen. Die Aufteilung in Einzelleistun-
gen sei ohne weiteres möglich. Sollten die Fahrerverträge dennoch als 
Gesamtleistung betrachtet werden, dränge sich aufgrund der Charak-
teristik  der einzelnen Teilleistungen eine Qualifikation als  "Lieferung" 
auf. Bei der Bestimmung des Orts der Leistung sei auf jeden Fall das 
Bestimmungslandsprinzip  zu beachten. Vorliegend habe der Konsum 
immer im Ausland stattgefunden. 

3.2
3.2.1 Zunächst ist festzuhalten, dass die Fahrerverträge der hier dis-
kutierten  Periode,  soweit  sie  dem  Bundesverwaltungsgericht  über-
haupt zur Beurteilung vorgelegt wurden (vgl. Beilage 8 "Fahrerverträ-
ge,  Rechnungen,  Korrekturrechnungen  1998-2002",  Nr. 1-46; Fahrer-
verträge liegen bei für Nr. 2, 3, 6-12, 16, 24, 26-28, 32, 34, 45; bei den 
übrigen  eingereichten Unterlagen  der  Beilage  8  handelt  es  sich  um 
Rechnungen bzw. Rechnungskorrekturen ohne Verträge),  weitgehend 
identisch aufgebaut und ausgestaltet sind. Es werden darin jeweils die 
folgenden Punkte geregelt: 1. "Rennwagen" (Nennung des Typs, "inkl. 
Data  Recording  System",  "MWST",  "Zoll",  "Transport")  und  "Zube-
hör"  (Übersetzungen  und  Felgen),  2. "Motoren"  (Nennung des Typs, 
"inkl. Elektronikteile" und "Revision"), 3. "Werk und Infrastruktur" (d.h. 
"Werkstatt",  "Renn-  und  Transportausrüstung",  "Organisation/Ad- 
ministration/Team  Betreuung"),  4. "Vertragsdauer",  5.  "Leistungen", 
6.  "Kostenregelung  bei  Unfall-  und/oder  Motorschaden",  7.  "Absage 
von Veranstaltungen",  8. "Nichtqualifikation",  9. "Werbung",  10. "Pro-
teste  und  Montagekosten",  11.  "Preisgelder",  12.  "Haftungsaus-
schluss", 13. "Renntermine", 14. "Vertragsänderungen", 15. "Gerichts-
stand"  und  16.  "Zahlungsbedingungen".  Der  Wortlaut  des  Vertrags-
textes zu den einzelnen Ziffern ist in der Regel übereinstimmend oder 
enthält nur geringe Modifikationen. Abgesehen von der Vertragsdauer 
(ganze  Saison,  einzelne  Veranstaltungen,  Testfahrten)  werden  kaum 
individuelle  Vereinbarungen  getroffen,  weshalb  durchaus  von  einer 
Standardisierung  der  Fahrerverträge  gesprochen  werden  darf.  Im 
Übrigen  geht  die  Beschwerdeführerin  selber  von  der  Gleichartigkeit 
der  Fahrerverträge  aus,  würden  doch  "jede  Saison  vergleichbare 
Verträge"  abgeschlossen (vgl. Beschwerdeschrift,  S. 12). Aus diesen 
Gründen ist  es für die mehrwertsteuerliche Qualifikation der von der 
Beschwerdeführerin in diesem Zusammenhang erbrachten Leistungen 
nicht  erforderlich,  jeden  einzelnen  Vertrag  –  sofern  überhaupt  vor-
handen – einer individuellen Beurteilung zu unterziehen.

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3.2.2 Ein mit der Beschwerdeführerin abgeschlossener Fahrervertrag 
ermöglicht es einem Rennfahrer, an definierten Rennveranstaltungen 
– einschliesslich der dazugehörenden Trainingsfahrten – teilzunehmen 
(vgl.  Ziffern  4  und  13  des  Vertrags).  Oberstes  Ziel  ist  es  immer, 
Rennen zu gewinnen (vgl. Ziffer 5 des Vertrags).

Zu diesem Zweck stellt  die  Beschwerdeführerin  dem Fahrer ein ein-
satzbereites Rennauto samt Motor und Zubehör zur Verfügung (sofern 
diese Teile im Eigentum des Fahrers stehen, bereitet sie diese für das 
Rennen entsprechend vor; vgl. Ziffern 1 bis 3 des Vertrags). Ihre Leis-
tungen  bestehen  des  Weiteren  in  der  Vorbereitung  des  Fahrzeuges 
(Vornahme  der  nötigen  Reparaturen  und  der  erforderlichen  Ein-
stellungen  und  Abstimmungen),  im  Hin-  und  Wegtransport  des  Wa-
gens zum entsprechenden Rennen und in der Übernahme der mit den 
Rennen zusammenhängenden administrativen und organisatorischen 
Aufgaben  (Ziffern  2,  3,  5  des  Vertrags; vgl.  auch  Einsprache,  S. 3). 
Während  der  ganzen  Dauer  der  Veranstaltung  wird  durch  die  Be-
schwerdeführerin  die  notwendige  Unterstützung  durch  einen  quali-
fizierten  Mechaniker  sowie  die  vernünftige  Verfügbarkeit  von Ersatz-
teilen  gewährleistet  (vgl.  Ziffer  5  des  Vertrags). Für  einen optimalen 
Renneinsatz  des  Fahrers  stellt  sie  ihr  ganzes  Fachwissen  und  ihr 
Know-how zur Verfügung. Der Fahrer darf dieses interne Wissen nicht 
ausplaudern und die Entscheidungen der Beschwerdeführerin sind für 
ihn immer massgebend (vgl. Ziffer 5 des Vertrags).

Das  vom  Fahrer  hierfür  zu  leistende  Entgelt  (vgl.  Ziffer  16  des 
Vertrags)  besteht  in  der  Regel  aus  zwei  Teilbeträgen,  nämlich  dem 
Posten  "fixe  Kosten"  (bestehend  aus  "Rennwagen  komplett  inkl. 
Zubehör", "Motor", "Werk und Infrastruktur, Organisation und Admini-
stration")  und  dem  Posten  "Betriebskosten"  (sog.  "Budget"  für  das 
vereinbarte Rennen oder die Rennen der Saison). Der Gesamtbetrag 
ist  jeweils  in  mehreren  Raten  gemäss  den  vereinbarten  Terminen 
abzuzahlen.  Im  Anhang  zum  Vertrag  sind  betreffend  die  Betriebs-
kosten die Berechnungsfaktoren und Ansätze (u.a. für den Transport 
des Rennwagens [in Franken pro Kilometer], die Fähre, die Autobahn-
gebühren,  die  Stundenansätze  für  Werkstattarbeiten  oder  Tagesan-
sätze für Mechaniker etc.) festgehalten (den Verträgen Nr. 16 und 32 
liegen ausnahmsweise etwas detailliertere Budgets bei). Zum Teil wird 
ein  Kostenanteil  von  der  Beschwerdeführerin  selber  oder  einem 
Sponsor übernommen. In zahlreichen Fällen werden Pauschalen oder 
Spezialpreise vereinbart, wie aus den Rechnungen ersichtlich ist.

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3.2.3 Für  die mehrwertsteuerliche Beurteilung sind  folgende Überle-
gungen massgebend: Das Angebot der Beschwerdeführerin ist in tat-
sächlicher  Sicht  auf  ein  einheitliches  wirtschaftliches  Ziel  gerichtet, 
nämlich  die  erfolgreiche Teilnahme des Fahrers  an Rennsportveran-
staltungen. Die im Fahrervertrag vereinten Leistungskomponenten, wie 
die  Zurverfügungstellung  eines  Rennautos  und  von  diversen  Ma-
terialien, die Zurverfügungstellung von technischem Wissen und hand-
werklichem Können bei der Vorbereitung auf eine Rennveranstaltung 
sowie während einer solchen, die Zurverfügungstellung von Erfahrung 
im  Rennsport  und  die  Organisation  der  Rennteilnahme  sowie  die 
Übernahme aller damit verbundenen administrativen Tätigkeiten bilden 
ein ganzes Leistungspaket. Die einzelnen Leistungsbestandteile sind 
nicht  voneinander  unabhängig,  sondern  stehen  vom  sachlichen, 
zeitlichen  und  wirtschaftlichen  Gehalt  her  in  einer  derart  engen 
Verbindung,  dass  sie  als  untrennbare  Komponenten  des  Fahrer-
vertrages und dessen Ziels erscheinen. Würde einer der Leistungsbe-
standteile  fehlen,  hätte  dies  eine  Veränderung  des  Wesens  des 
Leistungsangebotes zur Folge und es würde sich nicht mehr um einen 
Fahrervertrag im hier  zu beurteilenden Sinn handeln. Die Vorinstanz 
hat  den  Leistungskomplex  denn  auch  treffend  als  "kompletter 
Rennservice" bezeichnet. Die Leistung der Beschwerdeführerin ist als 
Ganzes  etwas  wesentlich  anderes  (eben  ein  "kompletter  Renn-
service")  als  die  dazu  notwendigen  Leistungsbestandteile  einzeln 
betrachtet; letztere gehen im Rennservice bzw. in der Gesamtleistung 
auf.  Auch  aus  der  letztlich  massgebenden  Sicht  des  Verbrauchers 
bietet  die  Beschwerdeführerin  eine  einheitliche  Leistung  an.  Im 
Hinblick  auf  eine  Rennteilnahme  hat  er  weder  in  organisatorisch-
technischer  noch in  anderweitiger  Hinsicht  zusätzliche Vorkehren zu 
treffen. Dies wird alles von der Beschwerdeführerin übernommen und 
vom Fahrer  dementsprechend auch erwartet. Es bleibt  ihm – neben 
der  Leistung des Entgelts  –  einzig noch,  "gut  vorbereitet,  körperlich 
und geistig fit und mit voller Konzentration" (vgl. Ziffer 5 des Vertrags) 
an  den  vereinbarten  Veranstaltungen  teilzunehmen.  Vereinfachend 
ausgedrückt liesse sich sagen, dass im Rahmen eines solchen Fahrer-
vertrages  die  Beschwerdeführerin  sämtliches  für  eine  erfolgver-
sprechende Teilnahme an den Veranstaltungen vorkehrt,  so dass der 
Fahrer quasi nur noch "einzusteigen und loszufahren" braucht. 

Für  diesen  Leistungskomplex  erbringt  der  Fahrer  das  vereinbarte 
Entgelt,  wobei  die Vereinbarung von Pauschalen und Spezialpreisen 
zusätzlich auf eine Gesamtleistung deutet. In jenen Fällen, bei denen 

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"Budgets"  abgemacht  wurden,  sprechen  die  Zahlungsbedingungen 
und  die  Vorgehensweise  bei  der  Abrechnung  ebenso  für  eine 
Gesamtleistung.  Trotz  den  erstellten  "Budgets"  und  den  detailliert 
angegebenen  Berechnungsfaktoren  (vgl.  oben  E. 3.2.2)  ist  offenbar 
nach  Vertragsende  nie  eine  definitive  Schlussabrechnung  mit  einer 
exakten Auflistung und Zuordnung  der  entstandenen  Kosten  zu  den 
einzelnen Leistungskomponenten erstellt  worden, wie das bei Verein-
barung  unabhängiger  Leistungen  üblich  wäre.  Auch  der  Anteil  der 
Beschwerdeführerin  am eventuell  gewonnen Preisgeld  (vgl. Ziffer  11 
des  Vertrags)  hat  nicht  zu  einer  Neuberechnung  des  geschuldeten 
Entgelts  im  Sinne  einer  Minderung  der  geschuldeten  Gegenleistung 
geführt.  Jedenfalls  geht  aus  den  im  Rahmen  des  vorliegenden  Ver-
fahrens durch die Beschwerdeführerin eingereichten Rechnungen bzw. 
Rechnungskorrekturen  nichts  derartiges  hervor. Eine  detaillierte  Ab-
rechnung  ist  wohl  nur  deshalb  nicht  erstellt  worden,  weil  die  Leis-
tungen  auch  für  die  Parteien  selber  ein  einheitliches  Ganzes  dar-
stellen.

Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die im Zusammenhang mit den 
Fahrerverträgen erbrachten Leistungen aufgrund der dargelegten tat-
sächlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse eine sachliche Leistungs-
einheit bilden, die mehrwertsteuerlich nicht in einzelne Komponenten 
aufgeteilt  werden  darf  (vgl.  E. 2.3).  Das  ist  ausreichend,  um  den 
Umsatz mehrwertsteuerlich einheitlich zu beurteilen.

3.2.4 Der  wirtschaftliche  Kerngehalt  des  gesamten  dem  Rennfahrer 
erbrachten  Leistungspakets  besteht  in  der  Ermöglichung  der  sport-
lichen  Betätigung  im  Rahmen  einer  Rennsportveranstaltung  der-
gestalt, dass er erfolgversprechend daran teilnehmen kann. Die hierfür 
charakteristischen Komponenten sind die in zeitlicher Hinsicht für die 
Dauer der einzelnen Veranstaltungen begrenzte Ablieferung eines auf 
höchstem  Wettbewerbsniveau  vorbereiteten  Rennwagens  sowie  die 
technische  Unterstützung  während  des  ganzen  Rennens.  Insbe-
sondere nimmt die Beschwerdeführerin hierfür (vor und während des 
Rennens)  laufend die  für  einen  optimalen  Renneinsatz  notwendigen 
Fahrzeugrevisionen und Funktionskontrollen vor, und sie tätigt die an 
die konkrete Rennstrecke und an den jeweiligen Fahrer angepassten 
technischen Einstellungen und Regulierungen des Rennwagens. Diese 
Tätigkeiten  stellen  mehrwertsteuerliche  Lieferungen  im  Sinne  des 
erweiterten  Lieferbegriffes  dar,  bei  denen  die  Frage  der  wirtschaft-
lichen Verfügungsmacht unbeachtlich ist (E. 2.2.1). 

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Sämtliche zu diesem Zweck angebotenen Leistungskomponenten sind 
entsprechend dem Einheitlichkeitsgrundsatz (vgl. E. 2.3) einheitlich als 
Lieferung zu behandeln. Selbst  wenn einzelne Leistungsbestandteile 
isoliert  betrachtet  eine  gewisse  Dienstleistungskomponente  (z.B. die 
Übernahme  administrativer  bzw.  organisatorischer  Tätigkeiten)  bein-
halten, so sind diese Elemente nicht die ausschlaggebenden, charak-
teristischen Komponenten der Gesamtleistung.

Selbst  wenn  vom  Vorliegen  der  Konstellation  "Haupt-/Neben-
leistung" (vgl. E. 2.3) ausgegangen würde, führte dies zu keinem an-
deren  Ergebnis.  Die  massgeblichen  Hauptleistungen  wären  diesfalls 
die  Lieferungen.  Es  kann  diesbezüglich  auf  das  eben  Gesagte  ver-
wiesen  werden.  Die  Dienstleistungen  wären  als  untergeordnete  Ne-
benleistungen einzuordnen, die dem steuerlichen Schicksal der Liefer-
ungen zu folgen hätten.

3.2.5 Bei der Bestimmung des Ortes der Lieferung gilt es ebenfalls zu 
berücksichtigen, dass eine Gesamtleistung vorliegt und die einzelnen 
Leistungskomponenten nicht  isoliert  zur  Bestimmung des Leistungs-
ortes  heranzuziehen  sind.  Massgebend  ist,  dass  im  Rahmen  eines 
Fahrervertrages der Wagen dem Fahrer erst am jeweiligen Ort der Ver-
anstaltung und ausschliesslich für die Rennaktivitäten abgeliefert wird 
und zur Verfügung steht sowie, dass die Beschwerdeführerin mit Blick 
auf  das  Ziel  des  Vertrages  auch  während  der  Rennen  weiterhin 
wesentlichen technischen Support leistet. Die Rennstrecken befinden 
sich  unbestrittenermassen  ausserhalb  der  Schweiz.  Der  Ort  der 
Lieferung des "kompletten Rennservices" liegt folglich im Ausland (vgl. 
E. 2.4.1),  selbst  wenn  einzelne  Arbeiten  (Fahrzeugrevisionen  in  der 
Werkstatt) im Inland ausgeführt werden. Dem entspricht überdies auch 
die  Vertragsformulierung,  wonach  sich  das  Team  verpflichtet,  "den 
Rennwagen  auf  Trainingsbeginn  am  Ort  der  Veranstaltung  in  ein-
satzbereitem Zustand bereitzustellen"  (Ziffer  5  des  Vertrags). Soweit 
die  wenigen  Fälle  betreffend,  in  denen  die  Beschwerdeführerin  das 
Fahrzeug dem Fahrer auch verkauft, verhält es sich nicht anders. Die 
Ablieferung erfolgt hier ebenfalls am ausländischen Veranstaltungsort. 
Der Umstand, dass ein Kaufvertrag vorliegt, vermag am Ort der Leis-
tung nichts zu ändern. Dies ist sachgerecht, da der Fahrervertrag aus-
führungsgemäss als  Gesamtleistung zu betrachten ist  (E. 3.2.3),  bei 
dem die Eigentumsübertragung wirtschaftlich nicht das entscheidende 
Element darstellt.

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3.2.6 Es  bleibt,  auf  die  Übrigen  in  diesem  Zusammenhang  vorge-
brachten Argumente der Beschwerdeführerin einzugehen.

Die Beschwerdeführerin  rügt  eine Verletzung der  Begründungspflicht 
gemäss  Art. 29  Abs. 2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999  (BV, SR 101). Die  rechtliche 
Beurteilung der Fahrerverträge hätte ihrer Auffassung nach fundierter 
vorgenommen werden müssen. Die Begründung einer Verfügung ent-
spricht den Anforderungen der angerufenen Verfassungsbestimmung, 
wenn die Betroffenen in die Lage versetzt werden, die Tragweite der 
Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der Umstände 
an eine höhere Instanz weiterzuziehen. Die Behörde ist nicht verpflich-
tet, sich zu allen Rechtsvorbringen der Parteien zu äussern. Vielmehr 
kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 
beschränken. Es genügt, wenn ersichtlich ist, von welchen Überlegun-
gen sich die Behörde leiten liess (vgl. ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX 
UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 
2006,  Rz. 1706).  Die  Einspracheentscheide  der  Vorinstanz  mögen 
zwar knapp begründet sein, sie enthalten jedoch alles Wesentliche, so 
dass die Beschwerdeführerin ohne weiteres in die Lage versetzt war, 
die Konsequenzen der Einspracheentscheide betreffend die Fahrerver-
träge  zu  beurteilen  und  sie  in  voller  Kenntnis  der  Umstände an  die 
nächsthöhere Instanz weiterzuziehen, was ja mit der vorliegenden Be-
schwerde auch geschehen ist.

Der Argumentation der Beschwerdeführerin ist sodann nicht zu folgen, 
ihr rechtliches Gehör sei verletzt worden, habe sie doch "in keiner Wei-
se" mit der "völlig neuen" und nicht zu erwartenden Qualifikation der 
Fahrerverträge als Dienstleistung rechnen müssen. Die ESTV hat die 
Frage, ob die Fahrerverträge steuerlich als Dienstleistungen oder Lie-
ferungen zu qualifizieren sind, nämlich bereits in den Entscheiden vom 
15. Dezember 2004 aufgeworfen (vgl. jeweils Ziffer 3 der Entscheide 
vom  15. Dezember  2004).  Auch  ist  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer 
Korrespondenz mit der ESTV mitunter selber davon ausgegangen, sie 
erbringe  Dienstleistungen  im  Bereich  des  Sports  (vgl.  Beilage  19, 
Schreiben der Beschwerdeführerin vom 31. März 2003).

Auch aus dem Umstand, dass die Vorinstanz bei der Beurteilung der 
Fahrerverträge auf einen Vertrag verweist, der ausserhalb des zu be-
urteilenden Zeitraumes abgeschlossen wurde, vermag die Beschwer-
deführerin nichts für sich abzuleiten. Wie sie selber erwähnt, hatte die 

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Vorinstanz anlässlich der Kontrolle bei der Beschwerdeführerin die Ge-
legenheit,  sämtliche Verträge einzusehen. Der  genannte  Vertrag war 
für  den vorinstanzlichen Entscheid  denn auch nicht  alleine  massge-
bend und wurde lediglich beispielhaft genannt. Die Vorinstanz hat sich 
stellvertretend auf diesen Vertrag bezogen, weil sie die Fahrerverträge 
insgesamt für vergleichbar hielt.

3.2.7 Zusammenfassend  ist  festzuhalten, dass  die  im  Rahmen  der 
Fahrerverträge von der Beschwerdeführerin ausgeführten Leistungen 
im Ausland erbracht wurden und deshalb die damit erzielten Umsätze 
nicht der schweizerischen Mehrwertsteuer unterliegen.

4.
4.1
Die Beschwerdeführerin beantragt eine Rückerstattung der – aufgrund 
der Leistungserbringung im Ausland – zu Unrecht an die ESTV über-
wiesenen Mehrwertsteuern für  die Umsätze sowohl  aus den Fahrer- 
als  auch  aus  den  Werbeverträgen  (vgl.  E. B.b,  1.4.3).  Sie  habe 
mittlerweile  sämtliche  diese  Leistungen  betreffenden  Rechnungen 
storniert  und  neu  ausgestellt,  diesmal  ohne  die  Mehrwertsteuer 
auszuweisen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die ESTV dieses 
Vorgehen  nicht  akzeptiere  und  ihr  die  zu  Unrecht  abgelieferte 
Mehrwertsteuer  nicht  zurückerstatte; dies umso mehr,  als  weder  die 
Wegleitung  noch eine andere  Verwaltungsanordnung  der  ESTV sich 
unmisserverständlich zur Frage äussern würde, wie die Vorgänge bei 
der Rechnungskorrektur tatsächlich abzubilden seien. Auch habe die 
ESTV  in  einem  anderen  Verfahren  innert  nützlicher  Frist  keine 
verbindlichen  Auskünfte  erteilen  können,  wie  eine  berichtigende 
Rechnung formal korrekt auszugestalten sei. Endlich beanstandet die 
Beschwerdeführerin die gesetzliche Grundlage der Wegleitung.

4.2 Die Beschwerdeführerin hat die Mehrwertsteuern für ihre im Rah-
men der Fahrer- und der Werbeverträge erbrachten Leistungen gegen-
über der ESTV vorbehaltlos deklariert und bezahlt (vgl. E. B.a, B.b, D). 
Es  handelt  sich  vorliegend  nicht  um  einen  Anwendungsfall  einer 
Abrechnung "unter Vorbehalt", so dass die Rechtsprechung zu dieser 
Problematik unbeachtlich bleibt. Massgebend und zu berücksichtigen 
ist  vielmehr  die  dargelegte  –  die  Praxis  der  Steuerverwaltung  be-
stätigende – Rechtsprechung des Bundesgerichts zur "nachträglichen 
Berichtigung  der  in  Rechnung  gestellten  Mehrwertsteuer"  (vgl. 
E. 2.5.2).

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Ob es sich im vorliegenden Fall um einen Irrtum bei der Rechnungs-
stellung handelt, bei dem gemäss dieser Rechtsprechung eine nach-
trägliche Berichtigung der Rechnung überhaupt zulässig ist, kann offen 
bleiben, da die Beschwerdeführerin bei der Rechnungskorrektur ohne-
hin  offensichtlich  in  unzulässiger  Weise  vorgegangen  ist.  Sie  hat 
nämlich  die  ursprünglich  geschuldeten  Beträge  einschliesslich  der 
Mehrwertsteuer  dem  Rechnungsempfänger  gutgeschrieben  und  an-
schliessend in derselben Höhe erneut  in Rechnung gestellt,  diesmal 
jedoch explizit  "ohne Schweizer MwSt". Daran anschliessend hat sie 
vermerkt: "Sie haben diesen Betrag bereits bezahlt". Dies stellt  eine 
Stornierung  und  Neuerstellung  der  Rechnungen  dar,  was  nicht 
zulässig ist und in den Wegleitungen 1997 und 2001 auch ausdrücklich 
als  Beispiel  für  ein  nicht  korrektes  Vorgehen  genannt  wird  (vgl. 
E. 2.5.2). Im Übrigen wird  dadurch ohnehin  nicht  eine  Korrektur  der 
Mehrwertsteuer  bewirkt,  was  im  Sinne  der  bestätigten  Praxis  aber 
erforderlich  wäre. Indem nämlich  der  zwar  in  berichtigender  Absicht 
erneut  in  Rechnung  gestellte  Betrag  der  Höhe  nach  unverändert 
geblieben  ist,  hat  die  Beschwerdeführerin  vielmehr  "bloss"  eine 
Erhöhung  des  Entgelts  für  ihre  eigenen  Leistungen  erzielt.  Die 
gewählte Vorgehensweise führt dazu, dass die Beschwerdeführerin die 
ursprünglich  zu  Unrecht  vereinnahmten  und  abgelieferten  Steuer-
beträge (welche sie nun rückerstattet  haben will)  für  sich selber  be-
ansprucht,  was  nicht  zulässig  ist.  Der  Rechnungsempfänger  seiner-
seits  muss  weiterhin  annehmen,  die  Beschwerdeführerin  habe  die 
ursprünglich  fakturierte  Steuer  auf  der  ihm erbrachten  Leistung  der 
Verwaltung  auch  abgeliefert  (vgl. E. 2.5.1).  Indem  die  Beschwerde-
führerin in Tat und Wahrheit lediglich das Entgelt berichtigte, nicht aber 
die "in Rechnung gestellte MWST", sind die Voraussetzungen an eine 
Steuerkorrektur von vornherein nicht erfüllt. Der Grundsatz "fakturierte 
Steuer gleich geschuldete Steuer" kommt hier deshalb zu Recht zum 
Tragen (vgl. E. 2.5.1).

Inwiefern  die  Angaben  in  den  Wegleitungen,  wonach  eine  Korrektur 
des  Steuerbetreffnisses  mittels  einer  Nachbelastung  respektive 
Gutschrift vorzunehmen ist, die auf den ursprünglichen Beleg hinweist 
(vgl.  E. 2.5.2),  nicht  ausreichend  bzw. unvollständig  sein  sollen,  um 
eine ordnungsgemässe Richtigstellung der Rechnungen vornehmen zu 
können, ist – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – nicht 
nachvollziehbar.  Schliesslich  hat  das  Bundesgericht  die  Recht-
mässigkeit dieser Verwaltungspraxis mehrfach bestätigt (vgl. E. 2.5.2), 
so dass sich der beschwerdeführerische Vorwurf der mangelnden ge-

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setzlichen Grundlage als unzutreffend erweist. Die Beschwerde ist ab-
zuweisen.

5.
Diesen Ausführungen zufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten ist. Die Verfahrenskosten für das vereinigte Verfah-
ren in der Höhe von insgesamt Fr. 3'000.-- sind der Beschwerdeführe-
rin  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG in  Verbindung  mit  Art. 4  des 
Reglements  vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädi-
gungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]) 
und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrech-
nen. Eine Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin ist nicht zu-
zusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario, vgl. auch Art. 7 Abs. 1 
VGKE e contrario).

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerdeverfahren A-1536/2006 und A-1537/2006 werden ver-
einigt.

2.
Die Beschwerden werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

3.
Die  Verfahrenskosten  für  das  (vereinigte)  Beschwerdeverfahren  von 
Fr. 3'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt. Sie werden mit 
den  geleisteten  Kostenvorschüssen  von  gesamthaft  Fr. 3'000.--  ver-
rechnet. 

4.
Eine Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin wird nicht zuge-
sprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 538 394/0306/SJG; Gerichtsurkunde)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

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Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Iris Widmer

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

Versand: 

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