# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0e252d30-bc79-5549-9f3d-87c2443db2a5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-31
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 31.05.2017 SK 2017 22
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2017-22_2017-05-31.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 17 22

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 31. Mai 2017 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichterin Bratschi, Oberrich-
ter Schmid
Gerichtsschreiber Müller 

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

 
und

E.________
v.d. Fürsprecherin F.________

Straf- und Zivilklägerin 

Gegenstand Tätlichkeiten

Neubeurteilung des Urteils der 2. Strafkammer des Obergerichts 
des Kantons Bern vom 07.04.2016 (SK 14 120-122) gestützt auf 
das Urteil des Bundesgerichts vom 23.12.2016 (6B_527/2016 und 
6B_535/2016)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Urteil der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern vom 7. April 
2016

Die 2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern erkannte mit Urteil vom 
7. April 2016 Folgendes (pag. 765 ff.): 

A.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 22.1.2014 insoweit in 
Rechtskraft erwachsen ist, als

1. A.________ freigesprochen wurde 

1.1 von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneignung, 
angeblich begangen am 22.6.2012 in Bern;

1.2 von der Anschuldigung der Nichtabgabe von Fahrzeugausweisen und Kontrollschildern trotz 
behördlicher Aufforderung, angeblich begangen am 2.5.2013 in Grindelwald;

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 7‘551.84 für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte;

unter Auferlegung der auf die Freisprüche entfallenden anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich 
zusammensetzend aus Gebühren von CHF 1‘620.00 und die Auslagen von CHF 132.00, insge-
samt bestimmt auf CHF 1‘752.00, an den Kanton Bern (Ziff. A.I. des erstinstanzlichen Urteilsdis-
positivs).

2. C.________ freigesprochen wurde

von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneignung, angeb-
lich begangen am 22.6.2012 in Bern;

unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich 
zusammensetzten aus Gebühren von CHF 1‘380.00 und Auslagen von CHF 102.00 (ohne Kos-
ten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf CHF 1‘482.00 an den Kanton Bern 
(Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

und unter Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von CHF 4‘991.52 für die auf den erst-
instanzlichen Freispruch entfallenden der Kosten für die amtliche Verteidigung (Ziff. A.1. der Ur-
teilsergänzung).

3. G.________ freigesprochen wurde

von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneignung, angeb-
lich begangen am 22.6.2012 in Bern;

unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich 
zusammensetzten aus Gebühren von CHF 1‘380.00 und Auslagen von CHF 102.00 (ohne Kos-

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ten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf CHF 1‘482.00 an den Kanton Bern 
(Ziff. C.I. des erstinstanzlichen Urteilsdipositivs);

und unter Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von CHF 4‘234.98 für die auf den erst-
instanzlichen Freispruch entfallenden Kosten für die amtliche Verteidigung (Ziff. B.1. der Urteils-
berichtigung).

4. betreffend Zivilklage erkannt wurde, dass die Klage der Straf- und Zivilklägerin E.________ ge-
genüber dem Beschuldigten A.________ abgewiesen werde (Ziff. D.1. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs).

5. verfügt wurde, dass die Zivilklage soweit weitergehend abgewiesen werde (d.h. den der Straf- 
und Zivilklägerin erstinstanzlich zugesprochenen Schadenersatz übersteigend; Ziff. D.4. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

B.
I.

A.________ wird schuldig erklärt

der Tätlichkeiten, gemeinsam begangen mit C.________ und G.________ am 22.6.2012 in Bern, 
z.N. von E.________;

II.

A.________ wird gestützt darauf sowie in Anwendung der Artikel

30, 47, 103, 106, 126 Abs. 1 StGB

426 ff. StPO

verurteilt

1. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf vier Tage festgesetzt.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrens-
kosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 1‘080.00 und Auslagen von CHF 88.00, ins-
gesamt bestimmt auf CHF 1‘168.00.

3. Zu den anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 600.00.

4. Zur Bezahlung einer anteilsmässigen erstinstanzlichen Parteientschädigung von 
CHF 4‘691.50 an die Straf- und Zivilklägerin E.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit 
C.________ und G.________.

5. Zur Bezahlung einer oberinstanzlichen Parteientschädigung von CHF 2‘616.40 an die Straf- 
und Zivilklägerin E.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit C.________ und G.________.

4

C.

I.

C.________ wird schuldig erklärt

der Tätlichkeiten, gemeinsam begangen mit A.________ und G.________ am 22.6.2012 in Bern, z.N. 
von E.________;

II.

C.________ wird gestützt darauf sowie in Anwendung der Artikel

30, 47, 103, 106, 126 Abs. 1 StGB

426 ff. StPO

verurteilt

1. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf vier Tage festgesetzt.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrens-
kosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 920.00 und Auslagen von CHF 68.00 (ohne 
Kosten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf CHF 988.00.

3. Zu den anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 600.00.

4. Zur Bezahlung einer anteilsmässigen erstinstanzlichen Parteientschädigung von 
CHF 4‘691.50 an die Straf- und Zivilklägerin E.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit 
A.________ und G.________.

5. Zur Bezahlung einer oberinstanzlichen Parteientschädigung von CHF 2‘616.40 an die Straf- 
und Zivilklägerin E.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit C.________ und G.________.

III.

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Rechtsanwalt D.________, 
wird für das erstinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 12.60 200.00 CHF 2‘52[0].00
Auslagen MWST-pflichtig CHF 57.68
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2‘577.68 CHF 206.20
Auslagen ohne MWST
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2‘783.88

volles Honorar CHF 3‘150.00
Auslagen MWSt-pflichtig CHF 57.68
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3‘207.68 CHF 256.60
Auslagen ohne MWSt CHF 0.00
Total CHF 3‘464.28

nachforderbarer Betrag CHF 680.40

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C.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädigung 
von insgesamt CHF 2‘783.88 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt D.________ die Differenz zwischen 
der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 680.40 zu erstatten, sobald 
es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

D.

I.

G.________ wird schuldig erklärt

der Tätlichkeiten, gemeinsam begangen mit A.________ und C.________ am 22.6.2012 in Bern, z.N. 
von E.________;

II.

G.________ wird gestützt darauf sowie in Anwendung der Artikel

30, 47, 103, 106, 126 Abs. 1 StGB

426 ff. StPO

verurteilt

1. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 400.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf vier Tage festgesetzt.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden anteilsmässigen erstinstanzlichen Verfahrens-
kosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von 920.00 und Auslagen von CHF 68.00 (ohne 
Kosten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf CHF 988.00.

3. Zu den anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten von CHF 600.00.

4. Zur Bezahlung einer anteilsmässigen erstinstanzlichen Parteientschädigung von 
CHF 4‘691.50 an die Straf- und Zivilklägerin E.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit 
A.________ und C.________.

5. Zur Bezahlung einer oberinstanzlichen Parteientschädigung von CHF 2‘616.40 an die Straf- 
und Zivilklägerin E.________, unter solidarischer Haftbarkeit mit A.________ und C.________.

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III.

Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Fürsprecher H.________, 
wird für das erstinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 12.30 200.00 CHF 2‘460.00
Auslagen MWST-pflichtig CHF 38.32
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 2‘498.32 CHF 199.85
Auslagen ohne MWST
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2‘698.17

volles Honorar CHF 3‘075.00
Auslagen MWSt-pflichtig CHF 38.32
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 3‘207.68 CHF 249.05
Auslagen ohne MWSt CHF 0.00
Total CHF 3‘362.37

nachforderbarer Betrag CHF 664.20

G.________ hat dem Kanton Bern die für das erstinstanzliche Verfahren ausgerichtete Entschädi-
gung von insgesamt CHF 2‘698.17 zurückzuzahlen und Fürsprecher H.________ die Differenz zwi-
schen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Honorar, ausmachend CHF 664.20 zu erstatten, 
sobald es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

E.

1. Die Beschuldigten C.________ und G.________ werden verurteilt zur Bezahlung von 
CHF 1‘074.22 Schadenersatz zuzüglich 5% Zins seit dem 22.6.2012 an die Straf- und Zivilkläge-
rin E.________, unter solidarischer Haftbarkeit (Art. 41 OR).

2. Die Beschuldigten C.________ und G.________ werden verurteilt zur Bezahlung von 
CHF 1‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5% Zins seit dem 22.6.2012 an die Straf- und Zivilklägerin 
E.________, unter solidarischer Haftbarkeit (Art. 47 OR).

3. Für die Beurteilung der Zivilklage werden keine Kosten ausgeschieden.

4. Die dem Beschuldigten erstinstanzlich zugesprochene Entschädigung von CHF 7‘551.84 (Lit. A 
Ziff. 1.2 hievor) wird mit den ihm erst- und oberinstanzlich auferlegten Verfahrenskosten (1. In-
stanz CHF 1‘168.00, 2. Instanz CHF 600.00) verrechnet (Art. 442 Abs. 4 StPO).

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2. Urteil des Bundesgerichts 6B_527/2016 und 6B_535/2016 vom 23. Dezember 
2016

Das Bundesgericht hiess die gegen das obengenannte Urteil gerichtete Beschwer-
de von C.________ (nachfolgend: Berufungsführerin) und A.________ (nachfol-
gend: Berufungsführer) gut, soweit es darauf eintrat. Es hob das angefochtene Ur-
teil auf und wies die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurück 
(pag. 876 ff.).

3. Prozessgeschichte im Neubeurteilungsverfahren und Anträge der Parteien

Mit Verfügung vom 18. Januar 2017 wurde/n vom Urteil des Bundesgerichts vom 
23. Dezember 2016 Kenntnis genommen und gegeben, die Durchführung eines 
schriftlichen Verfahrens in Aussicht gestellt sowie die Parteien aufgefordert, innert 
30 Tagen zur Kostenfrage Stellung zu nehmen (pag. 893 f.). Am 30. Januar 2017 
liess sich die Generalstaatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme zur Kostenvertei-
lung vernehmen (pag. 901 f.). Die Berufungsführer äusserten sich je innert er-
streckter Frist. Am 20. Februar 2017 stellte und begründete der Berufungsführer 
folgende Anträge (pag. 908 ff.): 

1. Die auf den erstinstanzlichen Schuldspruch und die Ausarbeitung der schriftlichen Begründung 
entfallenden (anteilsmässigen/noch nicht rechtskräftig ausgeschiedenen) erstinstanzlichen Ver-
fahrenskosten (PEN 13 599) sowie die anteilsmässigen oberinstanzlichen Verfahrenskosten für 
das Berufungsverfahren (SK 140-122) seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

2. Herrn A.________ sei für das erstinstanzliche Verfahren (PEN 13 599) betreffend die noch nicht 
rechtskräftig ausgeschiedenen Anwaltskosten eine Entschädigung (von 2/5 des mit Kostennote 
vom 22. Januar 2014 geltend gemachten Aufwands) in der Höhe von CHF 5'034.56. (inkl. Aus-
lagen und MWST) zuzusprechen. 

3. Herrn A.________ sei für das erste oberinstanzliche Verfahren (SK 14 120-122) eine Entschädi-
gung (gemäss Kostennote vom 5. Oktober 2015) in der Höhe von CHF 8'162.75 (inkl. Auslagen 
und MWST) zuzusprechen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

Am 6. März 2017 stellte und begründete die Berufungsführerin die nachfolgenden 
Anträge (pag. 919 ff.):

1. Die im Zusammenhang mit dem erstinstanzlichen Schuldspruch anteilsmässig ausgeschiedenen 
erstinstanzlichen Verfahrenskosten (PEN 13 599) seien dem Kanton Bern aufzuerlegen. 

2. Die zweitinstanzlichen Verfahrenskosten (SK 14 120) seien der Privatklägerin, eventualiter dem 
Kanton Bern aufzuerlegen. 

3. Die Verfahrenskosten im Zusammenhang mit der Neubeurteilung des zweitinstanzlichen Urteils 
vom 7. April 2016 (SK 17 22 + 23) seien der Privatklägerin, eventualiter dem Kanton Bern auf-
zuerlegen. 

4. C.________ sei im Zusammenhang mit dem erstinstanzlichen Verfahren (PEN 13 599) eine 
Entschädigung für die entstandenen Anwaltskosten in der Höhe von gesamthaft CHF 10'685.70 
(inkl. Auslagen und MwSt) auszurichten; abzüglich des bereits ausgerichteten amtlichen Hono-
rars in der Höhe von CHF 2783.90 [per Valutadatum 03.02.2016], restanzlich somit 
CHF 7'901.80.

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5. C.________ sei im Zusammenhang mit dem zweitinstanzlichen Verfahren (SK 14 120) eine Ent-
schädigung für die entstandenen Anwaltskosten in der Höhe von CHF 7'888.60 (inkl. Auslagen 
und MwSt) auszurichten. 

6. C.________ sei im Zusammenhang mit der Neubeurteilung des zweitinstanzlichen Urteils vom 
7. April 2016 (SK 17 22 + 23) eine Entschädigung für die entstandenen Anwaltskosten in der 
Höhe von CHF 1'642.10 (inkl. Auslagen und MwSt) auszurichten.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -

In ihrer Stellungnahme vom 22. März 2017 liess sich E.________ (nachfolgend: 
Straf- und Zivilklägerin) zur Kostenverlegung vernehmen (pag. 924 f.). Mit Verfü-
gung vom 24. März 2017 verzichtete die Verfahrensleitung auf einen zweiten 
Schriftenwechsel und forderte die Straf- und Zivilklägerin auf, innert 10 Tagen die in 
Aussicht gestellte Kostennote für das Neubeurteilungsverfahren nachzureichen. 

II. Neubeurteilung

4. Allgemeines

Die Behörde, an welche zurückgewiesen wird, ist an die rechtlichen Erwägungen 
im Rückweisungsentscheid gebunden. Dabei betrifft die Verbindlichkeit sowohl 
Punkte, bezüglich denen keine Rückweisung erfolgt, die also «definitiv» entschie-
den wurden, wie auch diejenigen Erwägungen, welche den Rückweisungsauftrag 
umschreiben (MEYER/DORMANN, in: Basler Kommentar BGG, 2. Auf. 2011, N. 18 zu 
Art. 107 BGG m.w.H., sowie BGE 135 III 334 E. 2; bestätigt im Urteil des Bundes-
gerichts 6B_434/2014 vom 24.11.2014 E. 1.3.1). Ergibt sich aus der Urteilsbegrün-
dung des Bundesgerichts, dass es sich materiell um eine Teilaufhebung handelt, 
gilt das kantonale Urteil im Übrigen als bestätigt (BGE 122 I 250 E. 2b). Die kanto-
nale Instanz hat sich demnach bei der neuen Entscheidung auf das zu beschrän-
ken, was sich aus den Erwägungen des Bundesgerichts als Gegenstand der neuen 
Beurteilung ergibt. Wird eine Beschwerde in Strafsachen gutgeheissen und das 
vorinstanzliche Urteil aufgehoben, soll das Verfahren nicht als Ganzes neu in Gang 
gesetzt werden, sondern nur insoweit, als dies notwendig ist, um den verbindlichen 
Erwägungen des Bundesgerichts Rechnung zu tragen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_434/2014 vom 24.11.2014 E. 1.3.3).

5. Erwägungen des Bundesgerichts

Das Bundesgericht erwog im Wesentlichen Folgendes: Die Rüge des Berufungs-
führers sei begründet. Das Strafverfahren gegen ihn wegen wiederholter Tätlichkei-
ten zum Nachteil der Straf- und Zivilklägerin, begangen in den Jahren 2010 bis 
2012 in Niederwangen und anderswo, sei am 24. Oktober 2013 eingestellt worden. 
Bezüglich der angeklagten Tätlichkeiten vom 22. Juni 2012 zum Nachteil der Straf- 
und Zivilklägerin liege daher ein Verfahrenshindernis im Sinne von Art. 329 Abs. 1 
Bst. c Schweizerische Strafprozessordnung (StPO; SR 312) und Art. 339 Abs. 2 
Bst. c StPO vor. Die Vorinstanz hätte das Strafverfahren wegen Tätlichkeiten in 
Anwendung von Art. 379 StPO i.V.m. Art. 329 Abs. 4 StPO einstellen müssen. 

https://www.swisslex.ch/AssetDetail.mvc/Show?assetGuid=4fe38550-7768-4aa2-9e23-ca9402caf415&SP=6|jko0v5#cons_2b

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Wohl sei das abgetrennte Verfahren gegen den Berufungsführer wegen Raubes 
von der Einstellungsverfügung nicht betroffen gewesen. Dem abgetrennten Verfah-
ren sei jedoch ein Aneignungsdelikt zugrunde gelegen, das heisst der Vorwurf, der 
Berufungsführer habe sich des Hundes unrechtmässig behändigt [recte: bemäch-
tigt] (vgl. Art. 140 Ziff. 1 und Art. 139 Ziff. 1 Schweizerisches Strafgesetzbuch 
[StGB; SR 311]). Die Staatsanwaltschaft habe gegen die Berufungsführer am 29. 
August 2013 einzig Anklage wegen Raubes, eventuell Diebstahls erhoben. Auch 
die Straf- und Zivilklägerin habe im erstinstanzlichen Verfahren ausschliesslich ei-
nen Schuldspruch wegen Raubes beantragt. Der Tatbestand des Raubes im Sinne 
von Art. 140 Ziff. 1 StGB sei ein Offizialdelikt, das vom Anwendungsbereich von 
Art. 55a StGB nicht miterfasst werde. Eine Einstellung des Strafverfahrens wegen 
Raubes gestützt auf Art. 55a StGB sei daher nicht möglich gewesen. Ein solches 
Aneignungsdelikt habe sich schlussendlich nicht nachweisen lassen. Dies lasse 
entgegen der Auffassung der Vorinstanz jedoch keinen Raum für einen Schuld-
spruch wegen Tätlichkeiten, begangen im Zusammenhang mit der nicht strafbaren 
Wegnahme des Hundes, da die Strafverfahren gegen die Ehegatten wegen gegen-
seitiger Tätlichkeiten, begangen unter anderem im Jahre 2012, rechtskräftig einge-
stellt worden seien. Der Schuldspruch des Berufungsführers wegen Tätlichkeiten, 
begangen am 22. Juni 2012 zum Nachteil der Straf- und Zivilklägerin, verstosse 
daher gegen Art. 55a StGB sowie den Grundsatz «ne bis in idem» (E.4.4).

Der Berufungsführerin werde vorgeworfen, sie habe sich an den Tätlichkeiten des 
Berufungsführers zum Nachteil der Straf- und Zivilklägerin (Lösen der Arme vom 
Hund) aufgrund eines gemeinsamen Tatplans als Mittäterin beteiligt. Das Gesuch 
der Straf- und Zivilklägerin um Einstellung des Strafverfahrens gegen den Beru-
fungsführer wegen Tätlichkeiten, die im Anschluss daran erfolgte Verfahrenssistie-
rung und das Verstreichenlassen der Frist gemäss Art. 55a Abs. 2 StGB wirkten 
sich angesichts der Unteilbarkeit der Strafverfolgung bei Antragsdelikten auch auf 
die Berufungsführerin aus. Die Prozessvoraussetzungen für eine Strafverfolgung 
der Berufungsführerin wegen des «Lösens der Arme vom Hund» durch den Beru-
fungsführer seien nicht erfüllt. Da Letzterer die Rückführung des Hundes initiiert 
habe und der ganze Vorfall auf einen Streit der Ehegatten über die Zuteilung des 
gemeinsamen Hundes zurückzuführen sei, müsse Gleiches auch für die Handlun-
gen der Berufungsführerin (Wegziehen vom Hund an den Fussgelenken) und die 
dieser vorgeworfene Teilnahme an den Handlungen von G.________ («Zuhalten 
des Mundes» und «Kitzeln unter den Armen») gelten. Das Prozesshindernis führe 
entgegen dem Antrag der Berufungsführerin allerdings nicht zum Freispruch vom 
Vorwurf der Tätlichkeiten, sondern nur zur Einstellung des entsprechenden Straf-
verfahrens (Art. 319 Abs. 1 Bst. d, Art. 329 Abs. 1 Bst. b und Abs. 4 StPO; Urteil 
des Bundesgericht 6B_776/2016 vom 8. November 2016 E. 1.5). Fraglich sei, ob 
die Staatsanwaltschaft die Straf- und Zivilklägerin über die Wirkung der Einstellung 
des Strafverfahrens gegen den Berufungsführer gestützt auf Art. 55a StGB auf die 
Strafverfolgung Dritter hätte aufklären müssen. Die Rechtsprechung habe bisher 
keine generelle Aufklärungspflicht der Behörden über die Unteilbarkeit des Strafan-
trags beziehungsweise des Rückzugs desselben bejaht, welcher gemäss Art. 33 
Abs. 2 StGB ohnehin nicht rückgängig gemacht werden könne. In BGE 121 IV 150 
habe das Bundesgericht lediglich entschieden, dass ein bewusst auf einzelne von 

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mehreren Tatbeteiligten beschränkter Strafantrag entgegen der früheren Recht-
sprechung nicht einfach für ungültig erklärt werden dürfe. Vielmehr müsse die 
Behörde in einem solchen Fall den Antragsteller darüber belehren, dass nach dem 
Gesetz entweder alle Tatbeteiligten zu verfolgen sind oder aber kein Tatbeteiligter 
verfolgt werden kann, und abklären, was dieser wolle. Dies könne mit einer gene-
rellen Aufklärungspflicht der Behörden über die Unteilbarkeit des Rückzugs des 
Strafantrags, wie sie in der Lehre teilweise postuliert werde, nicht gleichgesetzt 
werden. Vorliegend sei der Verzicht auf die Strafverfolgung im Rahmen von Art. 
55a StGB erfolgt. Insoweit lägen besondere Gegebenheiten vor. Eine Aufklärungs-
pflicht über die Unteilbarkeit der Strafverfolgung müsse jedoch auch unter den kon-
kreten Umständen verneint werden, zumal nicht ernsthaft habe davon ausgegan-
gen werden können, die Einwilligung der Straf- und Zivilklägerin in die Einstellung 
des Strafverfahrens wegen Tätlichkeiten gegen ihren Ehemann hänge davon ab, 
ob dessen Schwester und deren Freundin wegen allfälliger Tätlichkeiten im Zu-
sammenhang mit dem Ereignis vom 22. Juni 2012 verfolgt werden könnten. Zu 
berücksichtigen sei dabei, dass sich die Ehegatten gegenseitig der Tätlichkeiten 
beschuldigt hätten. Mit dem Strafverfahren gegen den Berufungsführer sei gleich-
zeitig auch das Strafverfahren wegen Tätlichkeiten gegen die Straf- und Zivilkläge-
rin eingestellt worden, was offensichtlich in deren Interesse gewesen sei. Hinzu 
komme, dass sich diese aufgrund des noch hängigen Verfahrens gegen ihren Ehe-
gatten und dessen Schwester eine Bestrafung wegen Raubes erhofft habe. Ein 
solcher Schuldspruch wäre von einem Rückzug des Strafantrags ohnehin nicht be-
troffen gewesen, da es sich dabei um ein Offizialdelikt handle (E. 5.4 f.).  

6. Fazit

Mit Verweis auf die verbindlichen Erwägungen des Bundesgerichts ist festzuhalten, 
dass das Verfahren gegen die beiden Berufungsführer einzustellen ist. Dasselbe 
gilt zudem hinsichtlich der ebenfalls verurteilten G.________, welche das Urteil der 
2. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern SK 14 120-122 vom 7. April 
2016 nicht weitergezogen hatte und hier somit nicht Partei ist, mittlerweile aber sel-
ber ein Gesuch um Ausdehnung eines gutheissenden Rechtsmittelentscheides ge-
stellt hat (vgl. hängiges Verfahren der 2. Strafkammer des Obergerichts des Kan-
tons Bern SK 17 35; siehe dazu auch ZIEGLER/KELLER, in: Basler Kommentar 
StPO, 2. Aufl. 2014, N. 1 zu Art. 392 StPO). Es verbleibt somit vorliegend die Kos-
tenverlegung vorzunehmen. 

III. Kosten und Entschädigung

7. Argumentation der Parteien

7.1 Generalstaatsanwaltschaft

Die Generalstaatsanwaltschaft bringt vor, die bundesgerichtlichen Erwägungen 
würden deutlich machen, dass bereits das erstinstanzliche Gericht den Sachverhalt 
aufgrund des fehlenden Strafantrags nicht unter dem Gesichtspunkt der Tätlichkei-
ten hätte würdigen dürfen. Es hätte vor der Erstinstanz folglich nur der Freispruch 
wegen Raubes, eventuell Diebstahls, eventuell unrechtmässiger Aneignung erfol-

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gen können. Die auf diesen Freispruch entfallenden Verfahrenskosten seien 
rechtskräftig dem Kanton Bern auferlegt worden. Die Frage eines prozessualen 
Verschuldens der Berufungsführer sei in diesem Zusammenhang nicht geprüft 
worden, weil es zu einem Schuldspruch wegen Tätlichkeiten gekommen sei. Hätte 
das Regionalgericht bereits im Urteilszeitpunkt erkannt, dass ein Schuldspruch we-
gen Tätlichkeiten aus prozessualen Gründen nicht möglich ist, hätte es indessen 
mit grosser Wahrscheinlichkeit sämtliche Verfahrenskosten gestützt auf Art. 426 
Abs. 2 StPO den Berufungsführern auferlegt. Die Berufungsführer hätten bei ihrem 
Vorgehen gegen die Straf- und Zivilklägerin das allgemein übliche und gesellschaft-
lich geduldete Mass an physischer und psychischer Einwirkung klar überschritten. 
Damit hätten die Berufungsführer die Einleitung eines Strafverfahrens selber zu 
verantworten. Es dränge sich auf, die noch nicht rechtskräftig verlegten Verfah-
renskosten aus erster Instanz den Berufungsführern aufzuerlegen. Die weiterrei-
chenden Verfahrenshandlungen vor oberer Instanz hätten die Berufungsführer in-
des nicht zu verantworten, weshalb die Kosten vom Kanton Bern zu tragen seien.

7.2 Berufungsführer

Der Berufungsführer argumentiert, die Generalstaatsanwaltschaft verkenne, dass 
die Berufungsführer in Bezug auf den gleichen Lebenssachverhalt teilweise freige-
sprochen worden seien und ein entsprechendes Verschulden auch in Bezug auf 
den Freispruch eine Rolle gespielt hätte, wobei die erste Instanz eben gerade ein 
solches Verschulden implizit verneint habe. Ansonsten wären den Berufungsfüh-
rern sämtliche, und nicht nur die auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskos-
ten auferlegt worden. Damit einhergehend könne nicht behauptet werden, die erste 
Instanz hätte mit grosser Wahrscheinlichkeit sämtliche Verfahrenskosten gestützt 
auf Art. 426 Abs. 2 StPO den Berufungsführern auferlegt. Des Weiteren sei auch 
nicht nachvollziehbar, dass die Berufungsführer die Einleitung des Strafverfahrens 
zu verantworten hätten: Der fragliche Lebenssachverhalt sei in Bezug auf die Tät-
lichkeiten mit Einstellungsverfügung vom 24. Oktober 2013 rechtskräftig abgeurteilt 
worden, weshalb das Strafverfahren nun (unter anderem) gegen den Berufungsfüh-
rer einzustellen sei. In der genannten Einstellungsverfügung seien dem Berufungs-
führer ebenfalls keine Kosten auferlegt worden; diese seien unter Verweis auf 
Art. 423 Abs. 1 StPO vielmehr vom Kanton Bern getragen worden. Damit stehe 
fest, dass sogar die Staatsanwaltschaft in diesem Verfahrensstadium in Bezug auf 
die angeblich begangenen Tätlichkeiten nicht von einer schuldhaften Einleitung des 
Verfahrens durch den Berufungsführer ausgegangen sei. Andernfalls hätte sie ihm 
die Verfahrenskosten auferlegt. Nicht zuletzt bleibe zu erwähnen, dass der heute 
noch zur Diskussion stehende Verfahrensteil betreffend des einzustellenden Vor-
wurfs der Tätlichkeiten einzig und allein aus dem Würdigungsvorbehalt der ersten 
Instanz zu Beginn der erstinstanzlichen Hauptverhandlung resultiere. Richtigerwei-
se hätte dieser Würdigungsvorbehalt aber nicht erfolgen dürfen, da diesbezüglich 
ein Verfahrenshindernis vorgelegen habe. Ab diesem Zeitpunkt seien sämtliche, 
nicht bereits rechtskräftig verlegten Kosten (d.h. alle auf den damaligen Schuld-
spruch entfallenden Gerichtskosten [Gebühren und Auslagen]) einzig und allein auf 
eine fehlerhafte Verfahrenshandlung der ersten Instanz (Würdigungsvorbehalt und 
anschliessende Verurteilung) zurückzuführen, weshalb eine Auferlegung an den 
Berufungsführer scheitere.

12

Der Berufungsführer habe für das erstinstanzliche Verfahren mit Kostennote vom 
22. Januar 2014 eine Parteikostenentschädigung in der Höhe von CHF 12'586.40 
geltend gemacht (pag. 413 und pag. 437). Die erste Instanz habe den geltend ge-
machten Aufwand von 45.5 Stunden als angemessen erachtet; es sei dem Beru-
fungsführer eine auf den Freispruch entfallende Entschädigung im Umfang von 3/5 
zugesprochen worden (pag. 559). Der Freispruch sowie die damit verbundene zu-
gesprochene Entschädigung seien in Rechtskraft erwachsen. Dem Berufungsführer 
seien für das erstinstanzliche Verfahren also noch die gemäss Kostennote vom 
22. Januar 2014 verbleibenden Anwaltskosten von CHF 5'034.56 (2/5 von 
CHF 12'586.40 bzw. CHF 12'586.40 abzgl. der bereits zugesprochenen bzw. aus-
gerichteten CHF 7'551.84) zu entschädigen. Vor diesem Hintergrund habe der Be-
rufungsführer sodann der Straf- und Zivilklägerin für das erstinstanzliche Verfahren 
auch keine (anteilsmässige) Parteientschädigung zu bezahlen, zumal diese nun 
auch in Bezug auf das erstinstanzliche Verfahren als unterliegend gelte und der 
Berufungsführer für die entsprechenden Verfahrenskosten nicht kostenpflichtig sei 
(Art. 433 Abs. 1 i.V.m. Art. 436 Abs. 1 StPO).

Übereinstimmend mit den Ausführungen der Generalstaatsanwaltschaft sei über-
dies festzuhalten, dass die Kosten für das (erste) oberinstanzliche Verfahren vom 
Kanton Bern zu tragen seien. Aufgrund der Kongruenz von Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen seien dem Berufungsführer auch die Anwaltskosten für dieses erste 
oberinstanzliche Verfahren gemäss Kostennote vom 5. Oktober 2015 in der Höhe 
von CHF 8'162.75 (inkl. Auslagen und MWST) zu entschädigen. In diesem Zu-
sammenhang dürfe nicht unerwähnt bleiben, dass der Berufungsführer mit Blick auf 
die Prozessökonomie zu Beginn des oberinstanzlichen Verfahrens sogar noch die 
Beschränkung des Verfahrens auf die Frage des Prozesshindernisses verlangt ha-
be, damit unnötige Kosten hätten vermieden werden können. Weiter sei festzuhal-
ten, dass der Berufungsführer für das (erste) oberinstanzliche Verfahren keine (an-
teilsmässige) Parteientschädigung an die Straf- und Zivilklägerin zu bezahlen habe, 
zumal sie auch in diesem Verfahren nunmehr als unterliegend gelte. Abschliessend 
werde der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, dass bei der beantragten 
Kostenverlegung dem Berufungsführer (sowohl für das erstinstanzliche, als auch 
für das erste oberinstanzliche Verfahren) keine Verfahrenskosten auferlegt würden, 
die mit der erstinstanzlich zugesprochenen Parteientschädigung verrechnet werden 
könnten. Schliesslich seien die Kosten des vorliegenden Verfahrens auf Neubeur-
teilung ebenfalls vom Kanton Bern zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beru-
fungsführer habe dabei Anspruch auf eine Entschädigung für seine Anwaltskosten 
(Art. 436 Abs. 1 i.V.m. Art. 429 Abs. 1 StPO). 

7.3 Berufungsführerin
Die Berufungsführerin bringt vor, im vorliegenden Fall hätten die Prozessvoraus-
setzungen für eine Strafverfolgung wegen Tätlichkeiten von Anfang an nicht vorge-
legen. Eine Würdigung des Sachverhaltes unter dem Gesichtspunkt der Tätlichkei-
ten sei im Rahmen der Voruntersuchung beziehungsweise des erstinstanzlichen 
Verfahrens weder von der Staatsanwaltschaft noch von der Straf- und Zivilklägerin 
– geschweige denn von den beschuldigten Personen – vorgebracht worden. Die 
Würdigung des Sachverhaltes unter dem Gesichtspunkt der Tätlichkeiten sei un-

13

nötigerweise und fehlerhaft erst im Rahmen der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung durch die erstinstanzliche Gerichtsbehörde erfolgt. Entgegen den Ausführun-
gen der Generalstaatsanwaltschaft liege im Zusammenhang mit dem ergangenen 
Schuldspruch – basierend auf einer fehlerhaften Grundlage, die von der erstin-
stanzlichen Gerichtsbehörde und nicht von den beschuldigten Personen verursacht 
worden sei – kein prozessuales Verschulden seitens der beschuldigten Personen 
vor. Hinzu komme, dass durch die erstinstanzliche Gerichtsbehörde im Zusam-
menhang mit dem ergangenen Freispruch ein prozessuales Verschulden der be-
schuldigten Personen rechtskräftig und rechtsverbindlich negiert worden sei – was 
im Falle der Berufungsführerin mitunter aus dem Kostenentscheid gemäss dem 
erstinstanzlichen Urteilsdispositiv Bst. B, Ziff. I hervorgehe. Im Sinne eines Zwi-
schenergebnisses sei festzuhalten, dass die noch nicht rechtskräftig ausgeschie-
denen Verfahrenskosten für das erstinstanzliche Verfahren in richtiger Rechtsan-
wendung von Art. 426 Abs. 2 StPO vollumfänglich vom Kanton Bern zu tragen sei-
en. Bei der Übernahme der Kosten durch die Staatskasse habe die Berufungsfüh-
rerin zudem Anspruch auf volle Entschädigung für die erstinstanzlich entstandenen 
Anwaltskosten. Im erstinstanzlichen Verfahren sei eine Parteikostenentschädigung 
in der Höhe von CHF 10‘685.70 geltend gemacht worden. Die erste Instanz habe 
den geltend gemachten Aufwand als angemessen erachtet (pag. 560). Unter 
Berücksichtigung des für die amtliche Verteidigung lediglich für eine bestimmte 
Zeitspanne ausgerichteten Betrages in der Höhe von CHF 2'783.90 resultiere 
demzufolge für das erstinstanzliche Verfahren bezüglich den gesamthaft entstan-
denen Anwaltskosten ein noch zu entschädigender Betrag in der Höhe von CHF 
7‘901.80. In Anwendung von Art. 432 Abs. 1 StPO seien die durch die Anträge zum 
Zivilpunkt verursachten Aufwendungen im Rahmen des richterlichen Ermessens 
erforderlichenfalls anteilsmässig auszuscheiden und der Straf- und Zivilklägerin 
aufzuerlegen. 

Sodann sei festzuhalten, dass die Verfahrenskosten für das durchgeführte zweitin-
stanzliche Verfahren nicht von den beschuldigten Personen zu tragen seien. Ge-
stützt auf Art. 428 StPO seien die im zweitinstanzlichen Verfahren entstandenen 
Verfahrenskosten der mit ihren Anträgen und Entschädigungsforderungen unterlie-
genden Straf- und Zivilklägerin, eventualiter dem Kanton Bern aufzuerlegen. Für 
die im zweitinstanzlichen Verfahren entstandenen Anwaltskosten habe die Beru-
fungsführerin zudem Anspruch auf volle Entschädigung gemäss der eingereichten 
detaillierten Honorar- und Kostennote vom 12. Oktober 2015 in der Höhe von CHF 
7'888.60. Die Parteientschädigung für die Rechtsinterventionskosten für das zwei-
tinstanzliche Verfahren seien in Anwendung der massgeblichen prozessualen Be-
stimmungen ebenfalls der Straf- und Zivilklägerin beziehungsweise eventualiter 
dem Kanton Bern aufzuerlegen. Die Verfahrenskosten im Zusammenhang mit dem 
vorliegenden Verfahren SK 17 22 + 23 betreffend Neubeurteilung des zweitinstanz-
lichen Urteils vom 7. April 2016 seien ebenfalls der Straf- und Zivilklägerin bezie-
hungsweise eventualiter dem Kanton Bern aufzuerlegen. Für das vorliegende Ver-
fahren habe die Berufungsführerin schliesslich ebenfalls Anspruch auf volle Ent-
schädigung. Die Parteientschädigung für die mit dem vorliegenden Verfahren ent-
standenen Rechtsinterventionskosten in der Höhe von CHF 1'642.10 seien der 

14

Straf- und Zivilklägerin beziehungsweise eventualiter dem Kanton Bern aufzuerle-
gen.

7.4 Straf- und Zivilklägerin

Die Straf- und Zivilklägerin vertritt die Auffassung, sie habe – insbesondere auch 
aus Kostengründen – selber keine Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil ein-
gereicht. Sie sei berechtigt gewesen, ihren Standpunkt auch in dem nicht von ihr 
veranlassten Berufungsverfahren zum Ausdruck zu bringen, wobei sie sich mit ih-
ren Anträgen im Sinne der Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils auf das Not-
wendigste beschränkt habe. Die Kosten des Verfahrens seien jedoch nicht durch 
sie verursacht worden. Ihr dürften daher keine Verfahrenskosten für das Rechtsmit-
telverfahren auferlegt werden. Im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
habe sie den Berufungsführern für das Rechtsmittelverfahren aufgrund der vorge-
nannten Gründe, und da die entsprechenden Voraussetzungen (vgl. Art. 432 StPO) 
offensichtlich nicht gegeben seien, auch keine Entschädigung zu entrichten. Da die 
Straf- und Zivilklägerin das oberinstanzliche Verfahren nicht zu verantworten habe, 
sei ihr für das oberinstanzliche Verfahren selber eine Parteientschädigung zuzu-
sprechen. Die ergänzte Honorarnote werde auf Verlangen nachgereicht.

Das Bundesgericht sei zum Schluss gekommen, dass das erstinstanzliche Gericht 
den Sachverhalt aufgrund des fehlenden Strafantrags nicht als Tätlichkeit hätte 
würdigen dürfen, sondern nur als Raub, eventuell Diebstahl oder unrechtmässige 
Aneignung. Die auf diesen Freispruch entfallenden Verfahrenskosten seien dem 
Kanton Bern auferlegt worden. Die Generalstaatsanwaltschaft verweise zu Recht 
darauf, dass das erstinstanzliche Gericht nur deswegen kein prozessuales Ver-
schulden der Berufungsführer geprüft habe, weil es zu einem Schuldspruch wegen 
Tätlichkeiten gekommen sei. Gestützt auf Art. 426 Abs. 2 StPO seien die Verfah-
renskosten hier den Berufungsführern aufzuerlegen, da sie die Einleitung des Ver-
fahrens rechtswidrig und schuldhaft bewirkt hätten. Auch wenn gemäss Bundesge-
richt keine Verurteilung wegen Tätlichkeiten möglich sei, hätten die Berufungsfüh-
rer das allgemein übliche und gesellschaftlich geduldete Mass an physischer und 
psychischer Einwirkung überschritten und die Einleitung des Strafverfahrens zu 
verantworten. Aus diesem Grund seien ihnen die Verfahrenskosten zur Bezahlung 
aufzuerlegen. Für eine Parteientschädigung an die Berufungsführer bleibe vorlie-
gend aufgrund der vorgenannten Gründe und gestützt auf Art. 430 StPO ebenfalls 
kein Raum. Falls das Gericht wider Erwarten zu einem anderen Schluss kommen 
sollte, bleibe anzumerken, dass es nicht gerechtfertigt wäre und auch nicht der 
Praxis entspreche, Kosten und Entschädigungen auf den Zivilpunkt auszuscheiden 
und der Straf- und Zivilklägerin aufzuerlegen. Da die Berufungsführer nach Art. 426 
Abs. 2 StPO kostenpflichtig seien, hätten sie der Straf- und Zivilklägerin gestützt 
auf Art. 433 Abs. 1 Bst. b StPO unter solidarischer Haftbarkeit, eventualiter an-
teilsmässig, eine Parteientschädigung gemäss der eingereichten Honorarnote bis 
und mit erster Instanz zu entrichten. 

15

7.5 Würdigung der Kammer

7.5.1 Allgemeines

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 
StPO). Soweit keine abweichende Bestimmung zur Anwendung gelangt, gilt der 
Grundsatz, wonach die Verfahrenskosten vom Kanton getragen werden (Art. 423 
Abs. 1 StPO). Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verur-
teilt wird. Wird das Verfahren eingestellt oder die beschuldigte Person freigespro-
chen, so können ihr die Verfahrenskosten ganz oder teilweise auferlegt werden, 
wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder 
dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 1 und 2 StPO). Der Privatklä-
gerschaft können die Verfahrenskosten, die durch ihre Anträge zum Zivilpunkt ver-
ursacht worden sind, auferlegt werden, wenn (a) das Verfahren eingestellt oder die 
beschuldigte Person freigesprochen wird, (b) die Privatklägerschaft die Zivilklage 
vor Abschluss der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zurückzieht, (c) die Zivilkla-
ge abgewiesen oder auf den Zivilweg verwiesen wird. Bei Antragsdelikten können 
die Verfahrenskosten der antragstellenden Person, sofern diese mutwillig oder grob 
fahrlässig die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung er-
schwert hat, oder der Privatklägerschaft auferlegt werden, (a) wenn das Verfahren 
eingestellt oder die beschuldigte Person freigesprochen wird und (b) soweit die be-
schuldigte Person nicht nach Art. 426 Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist (Art. 427 
Abs. 1 und 2 StPO). Die Regelung der Kostenauflage nach Art. 427 Abs. 1 und 2 
StPO ist dispositiver Natur; das Gericht kann somit von ihr abweichen, wenn die 
Sachlage dies rechtfertigt (DOMEISEN, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, 
N. 7, 12 zu Art. 427 StPO). Soweit es um Verfahrenskosten im Zusammenhang mit 
Anträgen zum Zivilpunkt geht, soll ein Privatkläger nur beziehungsweise höchstens 
für diejenigen Verfahrenshandlungen kostenpflichtig werden, die alleine oder über-
wiegend mit seiner Zivilklage in Zusammenhang stehen (DOMEISEN, a.a.O., N. 4 zu 
Art. 427 StPO).

Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres 
Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei im Rechtsmit-
telverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in welchem 
Ausmass ihre vor Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden. Wenn 
die beschuldigte Person ein Rechtsmittel einlegt und in allen von ihr angefochtenen 
Teilen obsiegt, werden die Verfahrenskosten dem Kanton bzw. den durch Anträge 
am Berufungsverfahren beteiligten Privaten nach Massgabe ihrer gutgeheissenen 
beziehungsweise abgewiesenen Anträge auferlegt (DOMEISEN, a.a.O., N. 6 f. zu 
Art. 428 StPO). Heisst das Bundesgericht eine Beschwerde ganz oder teilweise gut 
und weist es die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurück, so hat diese 
Instanz auch über die Verfahrenskosten des Neubeurteilungsverfahrens nach den 
Regeln von Art. 428 StPO und über diejenigen des ersten aufgehobenen Verfah-
rens nach Billigkeitsüberlegungen zu entscheiden, sofern sie bei ihrem neuen Kos-
tenentscheid nicht an die rechtliche Beurteilung des Bundesgerichts gebunden ist. 
Bei ihren Billigkeitsüberlegungen muss sich die Berufungsinstanz vom Grundsatz 
leiten lassen, dass die Partei, die den kassatorischen Entscheid des Bundesge-

16

richts erwirkt hat, kostenmässig nicht schlechter gestellt wird, als wenn schon im 
ersten Verfahren im Sinne der bundesgerichtlichen Erwägungen entschieden wor-
den wäre. Im Regelfall ist zudem davon auszugehen, dass die beschuldigte Person 
Verfahrenshandlungen, die aufgrund des kassatorischen Entscheid des Bundesge-
richts wiederholt werden müssen, nicht verursacht hat, weshalb die dadurch ent-
standenen Verfahrenskosten grundsätzlich vom Kanton zu tragen sind (DOMEISEN, 
a.a.O., N. 34 zu Art. 428 StPO). 

Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen, so hat sie An-
spruch auf (a) Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Ausübung 
ihrer Verfahrensrechte, (b) Entschädigung der wirtschaftlichen Einbussen, die ihr 
aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind, und (c) Ge-
nugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen Verhältnisse, 
insbesondere bei Freiheitsentzug (Art. 429 Abs. 1 StPO). Der Entschädigungsan-
spruch der beschuldigten Person richtet sich grundsätzlich gegen den Staat. Nach 
Art. 430 Abs. 1 Bst. b StPO kann die staatliche Entschädigungspflicht indes herab-
gesetzt werden, wenn die Privatklägerschaft nach Art. 432 Abs. 2 StPO verpflichtet 
wird, die beschuldigte Person zu entschädigen. Die Formulierung des Art. 432 
Abs. 2 StPO darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass primär der Staat für die 
Entschädigung im Strafpunkt aufzukommen hat (WEHRENBERG/FRANK, in: Basler 
Kommentar StPO, 2. Aufl. 2014, N. 34 zu Art. 429 StPO und N. 16 zu Art. 430 
StPO). Im Übrigen hat die obsiegende beschuldigte Person gegenüber der Privat-
klägerschaft Anspruch auf angemessene Entschädigung für die durch die Anträge 
zum Zivilpunkt verursachten Aufwendungen (Art. 432 Abs. 1 StPO). Obsiegt die 
beschuldigte Person bei Antragsdelikten im Schuldpunkt, so kann die antragstel-
lende Person, sofern diese mutwillig oder grob fahrlässig die Einleitung des Verfah-
rens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat, verpflichtet werden, der be-
schuldigten Person die Aufwendungen für die angemessene Ausübung ihrer Ver-
fahrensrechte zu ersetzen (Art. 432 Abs. 2 StPO).

Gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO richten sich die Ansprüche auf Entschädigung und 
Genugtuung im Rechtsmittelverfahren nach den Art. 429-434 StPO.

7.5.2 Verfahrenskosten erstinstanzliches Verfahren
Nach dem Gesagten sowie vor dem Hintergrund der bundesgerichtlichen Erwä-
gungen drängt es sich auf, dass der Kanton Bern die Verfahrenskosten des erstin-
stanzlichen Verfahrens übernimmt, soweit diese nicht ohnehin bereits rechtskräftig 
ausgeschieden worden sind. Insbesondere mit Blick auf die erwähnte Einstellungs-
verfügung vom 24. Oktober 2013 respektive den Würdigungsvorbehalt der ersten 
Gerichtsinstanz zu Beginn der erstinstanzlichen Hauptverhandlung erscheint es 
nicht als angemessen («kann-Bestimmung»), den beiden Berufungsführern 
gemäss Art. 426 Abs. 2 StPO Kosten aufzuerlegen. 

Folglich trägt diese – bestimmt auf CHF 3‘144.00 (ursprünglich CHF 1‘168.00 Beru-
fungsführer; CHF 988.00 Berufungsführerin; CHF 988.00 G.________) – gestützt 
auf Art. 423 StPO der Kanton Bern.  

17

7.5.3 Verfahrenskosten erstes und zweites oberinstanzliches Verfahren
Sämtliche oberinstanzlichen Verfahrenskosten – bestimmt auf CHF 2‘400.00 (ur-
sprünglich je CHF 600.00 an Berufungsführerin, Berufungsführer sowie an 
G.________; für das zweite oberinstanzliche Urteil neu zusätzlich CHF 600.00) – 
trägt nach Massgabe von Art. 428 Abs. 1 StPO ebenfalls der Kanton Bern. Der 
Straf- und Zivilklägerin sind die Kosten nicht aufzuerlegen, da sie nicht durch diese 
verursacht worden sind. Sie hatte das erstinstanzliche Urteile denn auch nicht wei-
tergezogen. Die Voraussetzungen von Art. 432 StPO sind nicht erfüllt. 

7.5.4 Entschädigungen erstinstanzliches Verfahren
Die beiden Berufungsführer haben Anspruch auf Entschädigung ihrer durch das 
erstinstanzliche Verfahren entstandenen Aufwendungen (Art. 429 StPO). 

Konkret wird dem Berufungsführer durch den Kanton Bern eine Entschädigung von 
CHF 5‘034.55 (inkl. Auslagen und MWST; entspricht CHF 12'586.40 minus 
CHF 7'551.84) ausgerichtet. 

Der Berufungsführerin wird eine Entschädigung von CHF 2‘910.30 (inkl. Auslagen 
und MWST) ausgerichtet. Anders als Rechtsanwalt D.________ ausführt, wurden 
der Berufungsführerin nicht nur CHF 2'783.90 – bezüglich des Schuldspruchs – be-
reits rechtskräftig zugesprochen, sondern zusätzlich CHF 4‘991.50 hinsichtlich des 
rechtskräftigen Freispruchs (vgl. pag. 487 und 763; CHF 10‘685.70 minus 
CHF 2‘783.90 minus CHF 4‘991.50 ergibt: CHF 2‘910.30). Fernerhin besteht 
gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO e contrario kein Anspruch mehr auf das volle Hono-
rar, da die Berufungsführerin nicht zu den Verfahrenskosten verurteilt wird. 

Der Straf- und Zivilklägerin kann keine Entschädigung für das erstinstanzliche Ver-
fahren ausgerichtet werden. Für eine Ausrichtung aus der Staatskasse besteht we-
der eine gesetzliche Grundlage noch ein Anlass. Art. 433 Abs. 1 Bst. b StPO 
kommt nicht zur Anwendung, da die Berufungsführer nicht nach Massgabe von 
Art. 426 Abs. 2 StPO kostenpflichtig geworden sind. Die von der Straf-und Zivilklä-
gerin akzeptierte Einstellungsverfügung der Regionalen Staatsanwaltschaft Bern-
Mittelland vom 24. Oktober 2013 gestützt auf Art. 55a StGB wirkt sich mithin auf 
die Entschädigung des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens aus (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_527/2016 und 6B_535/2016 vom 23. Dezember 2016, E. 5.2.3: 
«die Zustimmung zum Antrag […] auf Verfahrenssistierung […] und das unbenutzte 
Verstreichenlassen der Frist für den Widerruf […] kommen daher dem Rückzug ei-
nes Strafantrags gleich»).

7.5.5 Entschädigungen erstes und zweites oberinstanzliches Verfahren

Die Entschädigungen für die beiden obergerichtlichen Verfahren werden wiederum 
aus der Staatskasse ausgerichtet (Art. 429 Abs. 1 StPO). 

Konkret wird dem Berufungsführer eine Entschädigung von CHF 8‘162.75 (inkl. 
Auslagen und MWST) für das erste oberinstanzliche Verfahren und eine solche von 
CHF 1‘253.45 (inkl. Auslagen und MWST) für das zweite oberinstanzliche Verfah-
ren – insgesamt also CHF 9‘416.20 – ausgerichtet. 

18

Der Berufungsführerin wird eine Entschädigung von CHF 7‘888.60 (inkl. Auslagen 
und MWST) für das erste oberinstanzliche Verfahren und von CHF 1‘642.10 (inkl. 
Auslagen und MWST) für das zweite oberinstanzliche Verfahren – insgesamt also 
CHF 9‘530.70 – ausgerichtet. 

Die Straf- und Zivilklägerin schliesslich hat – als unterliegende Partei – ihre oberin-
stanzlichen Parteikosten selber zu tragen. Die Begründung ist dieselbe wie betref-
fend die erstinstanzliche Entschädigung. Es kann angefügt werden, dass die Straf- 
und Zivilklägerin im bundesgerichtlichen Verfahren sogar dazu verpflichtet wurde, 
den Berufungsführern je eine Entschädigung von CHF 1‘500.00 zu bezahlen (Dis-
positiv Ziff. 4).  

IV. Verfügungen

8. Zivilklage

Bei diesem Ausgang des Verfahrens ist die Zivilklage auf den Zivilweg zu verwei-
sen (Art. 427 Abs. 2 StPO).

19

V. Dispositiv

Die 2. Strafkammer erkennt:

A.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 22.1.2014 
insoweit in Rechtskraft erwachsen ist, als 

1. A.________ freigesprochen wurde 

1.1 von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen An-
eignung, angeblich begangen am 22.6.2012 in Bern;

1.2 von der Anschuldigung der Nichtabgabe von Fahrzeugausweisen und Kontroll-
schildern trotz behördlicher Aufforderung, angeblich begangen am 2.5.2013 in 
Grindelwald;

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 7‘551.84 für die an-
gemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte;

unter Auferlegung der auf die Freisprüche entfallenden anteilsmässigen Verfahrens-
kosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 1‘620.00 und die Auslagen 
von CHF 132.00, insgesamt bestimmt auf CHF 1‘752.00, an den Kanton Bern 
(Ziff. A.I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

2. C.________ freigesprochen wurde

von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneig-
nung, angeblich begangen am 22.6.2012 in Bern;

unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden anteilsmässigen Verfahrens-
kosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 1‘380.00 und Auslagen von 
CHF 102.00 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf 
CHF 1‘482.00 an den Kanton Bern (Ziff. B.I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs);

und unter Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von CHF 4‘991.52 für die auf 
den erstinstanzlichen Freispruch entfallenden der Kosten für die amtliche Verteidigung 
(Ziff. A.1. der Urteilsergänzung). 

3. G.________ freigesprochen wurde

von der Anschuldigung des Raubes, evtl. Diebstahls, evtl. unrechtmässigen Aneig-
nung, angeblich begangen am 22.6.2012 in Bern;

unter Auferlegung der auf den Freispruch entfallenden anteilsmässigen Verfahrens-
kosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 1‘380.00 und Auslagen von 
CHF 102.00 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung), insgesamt bestimmt auf 
CHF 1‘482.00 an den Kanton Bern (Ziff. C.I. des erstinstanzlichen Urteilsdipositivs);

20

und unter Ausrichtung einer Entschädigung in der Höhe von CHF 4‘234.98 für die auf 
den erstinstanzlichen Freispruch entfallenden Kosten für die amtliche Verteidigung 
(Ziff. B.1. der Urteilsberichtigung).

4. betreffend Zivilklage erkannt wurde, dass die Klage der Straf- und Zivilklägerin 
E.________ gegenüber dem Beschuldigten A.________ abgewiesen werde (Ziff. D.1. 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

5. verfügt wurde, dass die Zivilklage soweit weitergehend abgewiesen werde (d.h. den 
der Straf- und Zivilklägerin erstinstanzlich zugesprochenen Schadenersatz überstei-
gend; Ziff. D.4. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs).

B.

1. Das Strafverfahren gegen A.________ und C.________ wird eingestellt.

2. Die noch nicht rechtskräftig ausgeschiedenen Verfahrenskosten des erstinstanzlichen 
Strafverfahrens PEN 13 599 des Regionalgerichts Bern-Mittelland, bestimmt auf 
CHF  3‘144.00, trägt der Kanton Bern.

3. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten für die Strafverfahren SK 14 120-122 sowie 
SK 17 22+23, bestimmt auf CHF 2‘400.00, trägt der Kanton Bern.

4. Dem Berufungsführer wird als Entschädigung ausgerichtet:
a) für das erstinstanzliche Strafverfahren CHF 5‘034.55 (inkl. Auslagen und MWST);
b) für die oberinstanzlichen Strafverfahren CHF 9‘416.20 (inkl. Auslagen und 

MWST).

5. Der Berufungsführerin wird als Entschädigung ausgerichtet:
a) für das erstinstanzliche Strafverfahren CHF 2‘910.30 (inkl. Auslagen und MWST);
b) für die oberinstanzlichen Strafverfahren CHF 9‘530.70 (inkl. Auslagen und 

MWST). 

C.

Die Zivilklage wird auf den Zivilweg verwiesen.

21

D.

Zu eröffnen:
- dem Berufungsführer, v.d. Rechtsanwalt B.________ 
- der Berufungsführerin, v.d. Rechtsanwalt D.________
- der Straf- und Zivilklägerin, v.d. Fürsprecherin F.________
- der Generalstaatsanwaltschaft  

Schriftlich mitzuteilen:
- der Vorinstanz

Bern, 31. Mai 2017
(Ausfertigung: 2. Juni 2017)

Im Namen der 2. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Aebi

Der Gerichtsschreiber: 

Müller 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesge-
richt, Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 
90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 
173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.