# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd78986e-806c-562c-a2f3-6cd4be43fcff
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-08-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.08.2019 SU190028
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SU190028_2019-08-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SU190028-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. Ch. Prinz und 

lic. iur. B. Gut sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. S. Maurer 

Beschluss vom 14. August 2019 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

gegen 

 

Statthalteramt Bezirk Dietikon, 
Verwaltungsbehörde und Berufungsbeklagte 

 

betreffend vorsätzliche einfache Verletzung der Verkehrsregeln  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht,  
vom 28. März 2019 (GB180052) 
 

 

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Erwägungen: 

1. Mit Urteil des Bezirksgerichtes Dietikon, Einzelgericht, vom 28. März 2019 

wurde der Beschuldigte der einfachen Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne 

von Art. 90 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 27 Abs. 1 SVG schuldig gesprochen und mit 

einer Busse von Fr. 100.– bestraft. Der Entscheid wurde dem Beschuldigten am 

28. März 2019 mündlich im Dispositiv eröffnet (Urk. 24), wobei der Beschuldigte 

die Verhandlung nach der Eröffnung bzw. während der mündlichen Erläuterung 

verliess (Prot. I S. 14). Das Urteilsdispositiv wurde dem Beschuldigten sodann mit 

Schreiben vom 28. März 2019 zugesandt, wobei ausdrücklich darauf hingewiesen 

wurde, dass die Rechtsmittelfrist am 29. März 2019 zu laufen beginne (Urk. 25).  

In Ziffer 8 des Urteils findet sich die Rechtsmittelbelehrung. Darin werden die 

Formalitäten zur Erhebung der Berufung gemäss den gesetzlichen Vorgaben von 

Art. 399 StPO korrekt und verständlich aufgeführt (Urk. 24 [Urteilsdispositiv]; 

Urk. 29 = Urk. 32 [begründete Fassung]). Mit Schreiben vom 8. April 2019 melde-

te der Beschuldigte fristgerecht Berufung an (Urk. 27).  

2. Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung beim erstinstanzlichen Ge-

richt innert 10 Tagen mündlich oder schriftlich anzumelden. Der Berufungskläger 

hat dann innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Urteils eine schrift-

liche Berufungserklärung einzureichen (Art. 399 Abs. 3 StPO). Das Einreichen 

einer Berufungserklärung ist zwingend und folglich keine blosse Ordnungsvor-

schrift. Dies ergibt sich aus Art. 403 Abs. 1 lit. a StPO, wonach auf die Berufung 

nur eingetreten wird, wenn eine Berufungserklärung rechtzeitig erfolgt ist (HUG, in: 

Donatsch/Hansjakob/Lieber (Hrsg.), Kommentar zur Schweizerischen Straf-

prozessordnung, 2. Auflage, Zürich 2014, Art. 399 N 10; BSK StPO-EUGSTER, 

2. Aufl. 2014, Art. 399 N 2; vgl. auch BGE 143 IV 40 E. 3.4.1 m.H.). 

3. Der Beschuldigte meldete zwar rechtzeitig Berufung an, reichte aber in der 

Folge keine Berufungserklärung ein. Das begründete Urteil wurde von ihm zwar 

nicht abgeholt (vgl. Urk. 31), da eine Zustellung jedoch bei einer eingeschriebe-

nen Postsendung, die nicht abgeholt worden ist, am siebten Tag nach erfolglosem 

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Zustellungsversuch als erfolgt gilt, sofern die Person mit einer Zustellung rechnen 

musste (Art. 85 Abs. 4 lit. a StPO), gilt das begründete Urteil als am 9. Juli 2019 

zugestellt (Urk. 31). Die Frist zur Einreichung einer schriftlichen Berufungserklä-

rung endete somit am 29. Juli 2019. Nachdem bei offensichtlicher Unzulässigkeit 

des Rechtsmittels praxisgemäss auf die Einholung von Stellungnahmen der Par-

teien im Sinne von Art. 403 Abs. 2 StPO verzichtet werden kann (vgl. ZR 

110/2011 Nr. 69), ist auf die Berufung des Beschuldigten gestützt auf Art. 403 

Abs. 1 und Abs. 3 StPO nicht einzutreten. 

4. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens. Das Nichteintreten auf das Rechtsmittel des 

Beschuldigten kommt einem Unterliegen gleich (Art. 428 Abs. 1 StPO). Dem Be-

schuldigten sind somit die Kosten für das Berufungsverfahren aufzuerlegen. Die 

Gerichtsgebühr ist praxisgemäss auf Fr. 600.– festzusetzen.  

Es wird beschlossen: 

1. Auf die Berufung des Beschuldigten vom 8. April 2019 wird nicht einge-

treten.  

2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–. 

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.  

4. Schriftliche Mitteilung an 

− den Beschuldigten 
− das Statthalteramt Bezirk Dietikon 
− die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich 

 sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an die Vorinstanz. 

5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

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Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 14. August 2019 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. S. Volken 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. S. Maurer 
 

 
 

	Beschluss vom 14. August 2019
	 Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Auf die Berufung des Beschuldigten vom 8. April 2019 wird nicht eingetreten.
	2. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 600.–.
	3. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	4. Schriftliche Mitteilung an
	 den Beschuldigten
	 das Statthalteramt Bezirk Dietikon
	 die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich

	5. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.