# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 740cb551-70f8-53c8-9ad1-ba943ce6b35e
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-01
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 01.09.2014 SR140011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SR140011_2014-09-01.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SR140011-O/U/eh 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, lic. iur. Ch. Prinz  

und Dr. iur. D. Schwander sowie die Gerichtsschreiberin  

lic. iur. A. Truninger 

Beschluss vom 1. September 2014 

in Sachen 
 

A._____,  
Gesuchstellerin 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 
 

gegen 
 

Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich,  
Bewährungs- und Vollzugsdienste,  

Gesuchsgegnerin 
 

sowie 
 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch Stv. Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Steinhauser,  

Gesuchsgegnerin 

 

betreffend Revision 

Revisionsgesuch gegen den Beschluss des Bezirksgerichtes Bülach,  
I. Abteilung, vom 27. Juni 2007 (DA060044)  

Revisionsgesuch gegen den Beschluss des Obergerichts Kanton Zürich,  
III. Strafkammer, vom 17. August 2007 (UK070230) 
 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Mit Beschluss vom 27. Juni 2007 entschied das Bezirksgericht Bülach auf 

Antrag des Justizvollzugs des Kantons Zürich, dass mehrere gegenüber der  

Gesuchstellerin ausgesprochene Freiheitsstrafen, die alle zugunsten einer ambu-

lanten Massnahme aufgeschoben worden waren, zu vollziehen seien, da die  

gegenüber der Gesuchstellerin angeordnete Massnahme eindeutig erfolglos  

gewesen sei (Urk. 9/17). Gegen den Beschluss des Bezirksgerichts Bülach erhob 

die Gesuchstellerin Rekurs beim Obergericht des Kantons Zürich, wobei es  

damals lediglich um die Frage ging, in welchem Umfang die ambulante Mass-

nahme an die noch zu vollziehende Freiheitsstrafen anzurechnen sei (vgl.  

Urk. 2/3 S. 3). Mit Beschluss vom 17. August 2007 wies die III. Strafkammer des 

Obergerichts des Kantons Zürich den Rekurs ab und hielt fest, die Vorinstanz sei 

zu Recht zum Schluss gekommen, dass die an die zu vollziehende Strafe anzu-

rechnende ambulante Massnahme mit 34 Tagen festzusetzen sei (vgl. Urk. 2/3). 

2. Mit Eingabe vom 9. Mai 2014 liess die Gesuchstellerin ein Revisionsbegeh-

ren stellen und beantragen, es sei der Beschluss des Bezirksgerichts Bülach vom 

27. Juni 2007 und der Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 

17. August 2007 aufzuheben und es sei die Sache an das Bezirksgericht Bülach 

zwecks Durchführung eines neuen Verfahrens zurückzuweisen (Urk. 1 S. 2). 

3. In der Folge haben die seitens des hiesigen Gerichtes beim Amt für Justiz-

vollzug getätigten Abklärungen ergeben, dass inzwischen – mit einer Ausnahme – 

sämtliche in Ziffer 1 des Beschlusses des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Juni 

2007 zum Vollzug aufgeführten Zürcher Strafen verjährt sind und lediglich noch 

der Vollzug einer 22 monatigen Gefängnisstrafe gemäss Urteil des Obergerichts 

des Kantons Schaffhausen vom 30. April 1998 offen ist (vgl. Urk. 4 und Art. 99 

Abs. 1 lit. e StGB). 

 

- 3 - 

4. Mit Beschluss vom 3. Juli 2014 wurde der Staatsanwaltschaft Winterthur/ 

Unterland, dem Amt für Justizvollzug sowie der Vorinstanz Frist angesetzt zur  

freigestellten Vernehmlassung zum Revisionsbegehren. Zudem wurde dem Ver-

treter der Gesuchstellerin Frist angesetzt zur Verdeutlichung der Revision in  

Bezug auf den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 17. August 

2007 und zur freigestellten Stellungnahme betreffend zuständige Behörde 

(Urk. 5). Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland, das Amt für Justizvollzug 

sowie die Vorinstanz verzichteten auf Stellungnahme (Urk. 7, 8 und 10). Der  

Vertreter der Gesuchstellerin reichte mit Eingabe vom 14. Juli 2014 seine  

Stellungnahme ein (Urk. 11). Das Revisionsverfahren erweist sich nunmehr als 

spruchreif. 

II. 

1.1. Der Vertreter der Gesuchstellerin erklärte in der Begründung des  

Revisionsbegehrens, bei der Gesuchstellerin liege ein dysexekutives Syndrom 

vor, dessen Existenz bis jetzt nicht bekannt gewesen sei. Diese mangelnde 

Kenntnis habe dazu geführt, dass sowohl das strafbare Verhalten aber vor allem 

auch der Therapieabbruch im Jahre 2004 vollumfänglich der Gesuchstellerin  

angelastet worden sei. Das Gericht hätte in Kenntnis dieses Umstandes die  

Massnahme nicht widerrufen, sondern eine weitere ambulante Massnahme  

anordnen müssen (Urk. 1 S. 5 und S. 9).  

1.2. Der Vertreter der Gesuchstellerin wies zudem auf die Vorgeschichte der  

Gesuchstellerin vor dem Massnahmeentscheid hin. Die Gesuchstellerin sei seit 

den Achtzigerjahren des vorherigen Jahrhunderts immer wieder wegen diverser 

Delikte in Auseinandersetzung mit der Justiz gestanden. In der Folge sei die Ge-

suchstellerin zwei mal begutachtet worden (Gutachten vom 13. Dezember 1989 

und vom 18. April 1995; Urk. 2/5 und Urk. 2/6). Die Gesuchstellerin sei mehrfach  

verurteilt worden, doch seien die Strafen stets zu Gunsten einer ambulanten  

Therapie aufgeschoben worden. Diese Therapie habe die Gesuchstellerin von 

1992 bis November 2004 bei Dr. B._____ absolviert. Danach habe keine Therapie 

  

 

- 4 - 

mehr stattgefunden. Am 1. Juli 1992 habe die Gesuchstellerin einen schweren 

Autounfall erlitten, welcher zu einem Schädel-Hirn-Trauma geführt habe. Am  

4. Februar 2007 (mithin vier Tage nach der Hauptverhandlung am Bezirksgericht 

Bülach) sei die Gesuchstellerin wegen Meningitis notfallmässig in …, Canada, ins 

… Hospital eingeliefert worden. Der Bericht dieses Spitals sei aber erst im Jahre 

2012 bekannt geworden, als dieser Dr. C._____ zugefaxt worden sei. Die Ge-

suchstellerin habe dann in der Zeit vom 24. Juli bis 3. August 2012 stationär in  

einer Klinik in … [D] geweilt. Am 9. April 2014 habe Dr. C._____ über die ihm zur 

Verfügungen stehenden Akten ein Gutachten erstattet, worin er zum Schluss ge-

kommen sei, aus den Berichten des … Hospitals und des …-Klinikums ergebe 

sich, dass bei der Gesuchstellerin ein dysexekutives Syndrom vorliege, dessen 

Existenz bis jetzt nicht bekannt gewesen sei (Urk. 1 S. 3ff.).  

2.1. Die materielle Prüfung eines Revisionsgesuches gestaltet sich zweistufig. In 

einem ersten Schritt prüft das Berufungsgericht, ob die geltend gemachten  

Revisionsgründe gegeben sind, wobei insbesondere bei den Gründen nach 

Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO die Revisionsgründe nur glaubhaft zu machen sind. An 

das Vorhandensein der Revisionsgründe sind nicht allzu hohe Anforderungen zu 

stellen (Heer in: BSK StPO, Basel 2011, N 5 zu Art. 413 StPO; Schmid, Praxis-

kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Zürich 2013, N 2 zu 

Art. 413 StPO). Erachtet das Berufungsgericht einen Revisionsgrund als ge-

geben, so hebt es den angefochtenen Entscheid auf. In einem zweiten Schritt  

entscheidet das Berufungsgericht sodann, ob es die zu beurteilende Sache an die 

Vorinstanz (oder eine andere Behörde) zur neuen Behandlung und Beurteilung 

zurückweist oder selbst einen neuen Entscheid fällt (Art. 413 Abs. 1 und 2 StPO). 

Die eingehende Prüfung der neuen Tatsachen und Beweismittel sowie deren 

Auswirkungen auf das Sachurteil bzw. die Sanktion bleiben bei Gutheissung des 

Gesuchs grundsätzlich dem späteren Entscheid des Sachrichters vorbehalten 

(Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N 2 zu Art. 413 StPO). Einen reformatori-

schen Entscheid fällt das Berufungsgericht nur dann, wenn die Aktenlage  

einen sofortigen Entscheid erlaubt (Art. 413 Abs. 2 lit. b StPO). 

2.2. Gemäss Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO kann die Wiederaufnahme des Verfah-

rens (Revision) unter anderem verlangt werden, wenn neue Tatsachen oder neue 

- 5 - 

Beweismittel (ein sog. Novum) vorliegen, die geeignet sind, einen Freispruch oder 

eine wesentlich mildere Bestrafung des Verurteilten herbeizuführen. "Neu" bedeu-

tet, dass die Tatsache oder das Beweismittel zum Zeitpunkt des Urteils bereits 

vorhanden war, von der Behörde aber nicht zur Grundlage seines Urteils gemacht 

worden ist. Gleichgültig ist jedoch, ob das Novum unberücksichtigt blieb, weil die 

betroffene Person seine Geltendmachung versäumte, wobei Rechtsmissbrauch 

vorbehalten bleibt (Heer in: BSK StPO, a.a.O., N 42 zu Art. 410 StPO).  

2.3. Neben dem Vorliegen neuer Tatsachen oder Beweismittel ist zudem  

erforderlich, dass sie für eine wesentlich mildere oder schärfere Bestrafung oder 

einen Freispruch erheblich sind (Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N 14 zu 

Art. 410; Heer in: BSK StPO, a.a.O., N 65 ff. zu Art. 410).  

3.1. Zur Untermauerung des geltend gemachten dysexekutiven Syndroms wurde 

ein Gutachten von Prof. Dr. med. C._____ über die ihm zur Verfügung stehenden 

Akten (Urk. 2/16/B) eingereicht. Prof. Dr. med. C._____ wies darauf hin, dass das 

Ausmass des Schädel-Hirn-Traumas der Gesuchstellerin aus dem Jahre 1992 un-

terschätzt worden sei. Er kommt zum Schluss, dass bei der Gesuchstellerin ein 

dysexekutives Syndrom vorgelegen habe, welches die Rückbesinnung und das 

Nachreifen der Persönlichkeit der Gesuchstellerin verhindert habe. Rechtzeitige 

neuropsychologische Massnahmen seien der Gesuchstellerin wegen der nicht er-

kannten Zusammenhänge vorenthalten worden (Urk. 2/16/A S. 5 und S. 9). Den 

Akten ist zu entnehmen, dass bisher nicht bekannt war, dass bei der Gesuchstel-

lerin ein dysexekutives Syndrom vorliegt. Es wurde zwar von einem Schädel-Hirn-

Trauma ausgegangen (vgl. Urk. 2/10), das dysexekutive Syndrom wurde aber 

erstmals im … Hospital in … umschrieben, wo sich die Gesuchstellerin wegen  

einer wiederholt aufgetretenen Meningitis nur vier Tage nach der Hauptverhand-

lung des Bezirksgerichts Bülach vom 31. Januar 2007, zu welcher die Gesuch-

stellerin unentschuldigt nicht erschienen war (vgl. Prot. in Urk. 9 S. 3), hatte einlie-

fern lassen (Urk. 2/14 S. 2). 

Der Bericht des … Hospital wurde dann in der Folge erst im April 2012 bekannt, 

als dieser Prof. Dr. med. C._____ zugefaxt wurde (Urk. 2/14). Nachdem demnach 

das dysexekutive Syndrom zwar zum Zeitpunkt des Beschlusses des Bezirksge-

- 6 - 

richts Bülach vorlag, aber erst kurz danach entdeckt wurde, kann nicht davon 

ausgegangen werden, dass die Gesuchstellerin seine Geltendmachung versäum-

te. 

Aufgrund des eingereichten Gutachtens vermag die Gesuchstellerin glaubhaft 

darzulegen, dass bei ihr zum Zeitpunkt des Beschlusses des Bezirksgerichts 

Bülach ein dysexekutives Syndrom vorlag, dieses aber vom Bezirksgericht Bülach 

nicht zur Grundlage seines Beschlusses gemacht wurde. Ebenfalls glaubhaft  

dargelegt ist, dass dieses dysexekutive Syndrom einen Einfluss auf das Verhalten 

der Gesuchstellerin hatte. Prof. Dr. med. C._____ wies nämlich darauf hin, dass 

mit dem dysexekutiven Syndrom die eingeschränkte Entwicklung einer kritischen 

Reflexion strafbaren Tuns ebenso erklärt werden könne, wie das Scheitern  

psychologischer und psychiatrischer Therapieansätze (vgl. Urk. 2/16/A S. 5);  

insofern stellt es ein Novum dar. 

3.2. Es stellt sich aber die Frage, ob dieses Novum für eine wesentlich mildere 

oder schärfere Bestrafung oder einen Freispruch erheblich ist. Angestrebt werden 

kann auch die Anordnung einer für den Betroffenen günstigeren Massnahme 

(Heer in: BSK StPO, a.a.O., N 81 ff. zu Art. 410). Nicht gesagt werden kann, dass 

eine therapeutische Massnahme gegenüber einem Freiheitsentzug grundsätzlich 

die mildere Massnahme ist, ist doch zu berücksichtigen, dass auch eine therapeu-

tische Massnahme einen schweren Eingriff in die Freiheit einer Person bedeutet 

(Heer in: BSK StPO, a.a.O., N 81 zu Art. 410). Gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung kann aber eine ambulante Massnahme unter Aufschub des 

Strafvollzugs gegenüber einer unbedingten Freiheitsstrafe als eine mildere Mass-

nahme erachtet werden, wobei es darauf ankommt, welche Sanktion für die  

Besserung der Betroffenen die richtige ist (BGE 117 IV 40 E. 2 a.).  

Das Bezirksgericht Bülach erwog in seinem Beschluss vom 27. Juni 2007, dass 

die Gesuchstellerin trotz der sie unterstützenden Therapie immer wieder in alte 

Verhaltensmuster zurückgefallen sei, weshalb die Anordnung einer neuen ambu-

lanten Massnahme nicht mehr in Frage komme (Urk. 2/2 S. 15). Aufgrund des 

glaubhaft gemachten dysexekutiven Syndroms kann nun aber nicht ausgeschlos-

sen werden, dass das von der Vorinstanz beschriebene Verhalten der Gesuch-

stellerin diesem Syndrom zuzuschreiben ist. Gemäss vorliegendem Gutachten 

- 7 - 

hätte der gesundheitliche Zustand der Gesuchstellerin einer neuropsychologi-

schen Massnahme bedurft (Urk. 2/16/A S. 9), die aber mangels Kenntnis des Vor-

liegens eines dysexekutiven Syndroms nie durchgeführt wurde. Es ist demnach 

nicht ausgeschlossen, dass die Durchführung einer solchen neuropsychologi-

schen Massnahme zur Besserung der Gesuchstellerin führen könnte und dies 

demnach die mildere Massnahme für die Gesuchstellerin wäre. Demzufolge ist 

das vorliegende Novum für eine wesentlich mildere oder schärfere Bestrafung er-

heblich. 

4. Nachdem die von der Gesuchstellerin geltend gemachten Tatsachen sowohl 

neu als auch erheblich sind, ist das Revisionsgesuch der Gesuchstellerin gutzu-

heissen und der Beschluss des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Juni 2007 aufzu-

heben. 

5.1. Vorliegend erlaubt die Aktenlage keinen sofortigen Entscheid durch das  

hiesige Gericht, denn es wird noch eingehend zu prüfen sein, ob das glaubhaft 

gemachte dysexekutive Syndrom bei der Gesuchstellerin tatsächlich vorliegt bzw. 

welche Auswirkungen dieses Syndrom auf den Beschluss des Bezirksgerichts 

Bülach hat. Da diesbezüglich der urteilenden Behörde ein erheblicher Ermes-

sensspielraum zukommt, ist kassatorisch zu entscheiden (vgl. Erw. II/2.1 und 

Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N 2 zu Art. 413 StPO). Demnach ist die Sache 

zur neuen Behandlung und Beurteilung zurückzuweisen.  

5.2. Da inzwischen – mit einer Ausnahme – sämtliche in Ziffer 1 des Beschlus-

ses des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Juni 2007 zum Vollzug aufgeführten  

Zürcher Strafen verjährt sind und lediglich noch der Vollzug einer 22-monatigen  

Gefängnisstrafe gemäss Urteil des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 

30. April 1998 offen bleibt, stellt sich die Frage nach der zuständigen Behörde. 

Die Zuständigkeit des Bezirksgericht Bülach war ursprünglich deshalb gegeben, 

weil das Bezirksgericht Bülach dasjenige Gericht war, welches die Massnahme 

und den Aufschub ursprünglich anordnete (vgl. Urk. 2/2 S. 12). Es erscheint vor-

liegend sinnvoll, an jenes Gericht zu gelangen, welches mit dem Fall am besten 

vertraut ist (vgl. SJZ 78/1982 S. 330 f.) und das dürfte vorliegend das Bezirks-

gericht Bülach und nicht das Obergericht des Kantons Schaffhausen sein. Das 

Bezirksgericht Bülach hat sich bereits am 28. November 1990, dann am  

- 8 - 

15. November 1995, am 10. Mai 2000 und schliesslich noch am 27. Juni 2007 mit 

Fällen der Gesuchstellerin befasst (vgl. Urk. 2/2 S. 4), wobei es stets um die  

vorliegend relevanten Fragen, wie Anordnung ambulanter Massnahmen und Voll-

zug von Freiheitsstrafen, ging. Es rechtfertigt sich deshalb, die Sache an das  

Bezirksgericht Bülach zurückzuweisen. Bezüglich Beschluss des Obergerichts 

des Kantons Zürich vom 17. August 2007 besteht dagegen kein Anlass diesen 

aufzuheben, da das Obergericht damals lediglich zu beurteilen hatte, in welchem 

Umfang die ambulante Massnahme an die noch zu vollziehende Freiheitsstrafen 

anzurechnen ist. 

III. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Revisionsverfahrens auf die Gerichtskasse 

zu nehmen (Art. 428 Abs. 4 StPO) und die Gesuchstellerin für das Revisions-

verfahren mit Fr. 6'833.15 zu entschädigen (vgl. Urk. 13/1). Der Entscheid über 

die Kosten des ersten Verfahrens liegt dagegen im Ermessen der Behörde, die 

anschliessend über die Strafsache zu befinden hat (Art. 428 Abs. 5 StPO). 

IV. 

Nachdem die Gutheissung des Revisionsgesuches einen Zwischenentscheid  

darstellt, ist die Strafrechtsbeschwerde ans Bundesgericht nur unter den ein-

schränkenden Voraussetzungen von Art. 93 BGG zulässig.  

 

Es wird beschlossen: 

1. Das Revisionsgesuch der Gesuchstellerin gegen den Beschluss des  

Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 27. Juni 2007 (DA060044) wird 

gutgeheissen. Das Revisionsgesuch der Gesuchstellerin gegen den  

Beschluss des Obergerichts Kanton Zürich, III. Strafkammer, vom  

17. August 2007 (UK070230) wird abgewiesen. 

- 9 - 

2. Der Beschluss des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Juni 2007 (Geschäft-Nr. 

DA060044) wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur 

neuen Behandlung und Beurteilung an das Bezirksgericht Bülach zurück-

gewiesen. 

3. Die Kosten des Revisionsverfahrens werden auf die Gerichtskasse ge-

nommen.  

4. Der Gesuchstellerin wird für das Revisionsverfahren eine Prozess- 

entschädigung von Fr. 6'833.15 aus der Gerichtskasse bezahlt. 

5. Schriftliche Mitteilung an 

− die Vertretung im Doppel für sich und zuhanden der Gesuchstellerin 
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  
− das Amt für Justizvollzug  

 sowie nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist resp. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an  

− die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten). 
 

6. Gegen diesen Entscheid kann - unter den einschränkenden Voraussetzun-

gen von Art. 93 des Bundesgerichtsgesetzes - bundesrechtliche Beschwer-
de in Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen 

Abteilung (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes 

vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

- 10 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 1. September 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. A. Truninger 
 

 

	Beschluss vom 1. September 2014
	I.
	1. Mit Beschluss vom 27. Juni 2007 entschied das Bezirksgericht Bülach auf Antrag des Justizvollzugs des Kantons Zürich, dass mehrere gegenüber der  Gesuchstellerin ausgesprochene Freiheitsstrafen, die alle zugunsten einer ambulanten Massnahme aufgesc...
	2. Mit Eingabe vom 9. Mai 2014 liess die Gesuchstellerin ein Revisionsbegehren stellen und beantragen, es sei der Beschluss des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Juni 2007 und der Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 17. August 2007 aufzuheb...
	3. In der Folge haben die seitens des hiesigen Gerichtes beim Amt für Justizvollzug getätigten Abklärungen ergeben, dass inzwischen – mit einer Ausnahme – sämtliche in Ziffer 1 des Beschlusses des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Juni 2007 zum Vollzug a...
	4. Mit Beschluss vom 3. Juli 2014 wurde der Staatsanwaltschaft Winterthur/ Unterland, dem Amt für Justizvollzug sowie der Vorinstanz Frist angesetzt zur  freigestellten Vernehmlassung zum Revisionsbegehren. Zudem wurde dem Vertreter der Gesuchstelleri...
	II.
	2.1. Die materielle Prüfung eines Revisionsgesuches gestaltet sich zweistufig. In einem ersten Schritt prüft das Berufungsgericht, ob die geltend gemachten  Revisionsgründe gegeben sind, wobei insbesondere bei den Gründen nach Art. 410 Abs. 1 lit. a S...
	2.2. Gemäss Art. 410 Abs. 1 lit. a StPO kann die Wiederaufnahme des Verfahrens (Revision) unter anderem verlangt werden, wenn neue Tatsachen oder neue Beweismittel (ein sog. Novum) vorliegen, die geeignet sind, einen Freispruch oder eine wesentlich mi...
	2.3. Neben dem Vorliegen neuer Tatsachen oder Beweismittel ist zudem  erforderlich, dass sie für eine wesentlich mildere oder schärfere Bestrafung oder einen Freispruch erheblich sind (Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N 14 zu Art. 410; Heer in: BSK St...
	III.
	Ausgangsgemäss sind die Kosten des Revisionsverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 4 StPO) und die Gesuchstellerin für das Revisions-verfahren mit Fr. 6'833.15 zu entschädigen (vgl. Urk. 13/1). Der Entscheid über die Kosten des erst...
	IV.
	Nachdem die Gutheissung des Revisionsgesuches einen Zwischenentscheid  darstellt, ist die Strafrechtsbeschwerde ans Bundesgericht nur unter den ein-schränkenden Voraussetzungen von Art. 93 BGG zulässig.

	Es wird beschlossen:
	1. Das Revisionsgesuch der Gesuchstellerin gegen den Beschluss des  Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 27. Juni 2007 (DA060044) wird gutgeheissen. Das Revisionsgesuch der Gesuchstellerin gegen den  Beschluss des Obergerichts Kanton Zürich, III...
	2. Der Beschluss des Bezirksgerichts Bülach vom 27. Juni 2007 (Geschäft-Nr. DA060044) wird aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen zur neuen Behandlung und Beurteilung an das Bezirksgericht Bülach zurück-gewiesen.
	3. Die Kosten des Revisionsverfahrens werden auf die Gerichtskasse ge-nommen.
	4. Der Gesuchstellerin wird für das Revisionsverfahren eine Prozess- entschädigung von Fr. 6'833.15 aus der Gerichtskasse bezahlt.
	5. Schriftliche Mitteilung an
	 die Vertretung im Doppel für sich und zuhanden der Gesuchstellerin
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 das Amt für Justizvollzug
	 die Vorinstanz (unter Rücksendung der Akten).
	Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Ersten öffentlich-rechtlichen Abteilung (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise sch...
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.