# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 65c2f006-ec81-5db3-8999-f918181dde0d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-06-20
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 20.06.2023 SK 2022 383
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2022-383_2023-06-20.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 22 383

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 20. Juni 2023 

Besetzung Oberrichter Horisberger (Präsident i.V.), Oberrichter Knecht, 
Oberrichterin Friederich Hörr
Gerichtsschreiberin Bucher

Verfahrensbeteiligte A.________
a.v.d. Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Sachbeschä-
digung, einfache Körperverletzung etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Einzelgericht) vom 12. Mai 2022 (PEN 21 658)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Einzelgericht; nachfolgend Vorinstanz) 
erkannte mit Urteil vom 12. Mai 2022 (pag. 587 ff.) Folgendes:

«I.

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung des Besitzes von Waffenzubehör ohne Berechtigung und Verbrin-
gen in das schweizerische Staatsgebiet, angeblich begangen am 20.08.2019 (und früher), an 
der E.________ (Adresse) in F.________ (Ortschaft) 

2. von der Anschuldigung der Nichtabgabe von Ausweis(en) und Kontrollschild(ern) trotz 
behördlicher Aufforderung, angeblich begangen am 10.12.2019, an der G.________ (Adres-
se) in H.________ (Ortschaft)

unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren 
von CHF 500.00 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 735.95, insge-
samt bestimmt auf CHF 1'235.95, an den Kanton Bern.

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Kosten der Untersuchung CHF 200.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 300.00
Total CHF 500.00

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Entschädigung für Zeugen CHF
Übrige Kosten der Beweiserhebung CHF
Kosten für Gutachten CHF
Kosten für die amtliche Verteidigung CHF 735.95
Kosten der Staatsanwaltschaft CHF
Total CHF 735.95

Total Verfahrenskosten CHF 1’235.95

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 100.00. Die reduzier-
ten Verfahrenskosten betragen damit CHF 1'135.95.

Für die amtliche Verteidigung von A.________ wird Rechtsanwalt B.________ eine Entschädigung 
von CHF 735.95 (inkl. MWST) ausgerichtet. 

II.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen durch unbe-
fugten Anbau einer unbekannten Menge von Marihuana im Zeitraum vom 01.01.2019 bis am 
31.07.2020 an der I.________ (Adresse) in J.________ (Ortschaft)

3

2. der Sachbeschädigung, begangen im Zeitraum vom 01.01.2019 bis am 31.07.2020 an der 
I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft) zum Nachteil der C.________ (Deliktsbetrag: 
CHF 23'418.10)

3. der einfachen Körperverletzung, begangen am 08.06.2019 um ca. 01:30 Uhr auf der Südseite 
der K.________ (Örtlichkeit) in J.________ (Ortschaft), anlässlich des Musikfestivals 
L.________, auf der Höhe des M.________ (Örtlichkeit) beim Haupteingangsbereich zum Festi-
valgelände zum Nachteil von N.________

4. der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 08.06.2019 um ca. 
01:30 Uhr auf der Südseite der K.________(Örtlichkeit) in J.________(Ortschaft), anlässlich des 
Musikfestivals L.________, auf der Höhe des M.________(Örtlichkeit) beim Haupteingangsbe-
reich zum Festivalgelände 

5. der Hinderung einer Amtshandlung, begangen am 08.06.2019 um ca. 01:30 Uhr auf der Süd-
seite der K.________(Örtlichkeit) in J.________(Ortschaft), anlässlich des Musikfestivals 
L.________, auf der Höhe des M.________(Örtlichkeit) beim Haupteingangsbereich zum Festi-
valgelände

6. des unsorgfältigen Aufbewahrens von Waffen und Munition als Privatperson, festgestellt 
am 25.10.2019 an der G.________(Adresse) in H.________(Ortschaft)

und in Anwendung der 
Art. 34, 42, 44, 47, 49 Abs. 1, 51, 106, 123 Ziff. 1, 144 Abs. 1 und 3, 285 Ziff. 1 und 286 StGB
Art. 8 lit. d, 19 Abs. 1 lit. a BetmG 
Art. 26 Abs. 1, 34 Abs. 1 lit. e WG
Art. 422 ff., 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 96 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend total CHF 2'880.00.

Die Polizeihaft von einem Tag wird im Umfang von einem Tagessatz auf die Geldstrafe ange-
rechnet.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 3 Jahre festgesetzt.

2. Zu einer Verbindungsbusse von CHF 720.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 24 Tage festgesetzt.

3. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 200.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 2 Tage festgesetzt.

4. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Ge-
bühren von CHF 8'458.50 und Auslagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung) von CHF 
5'814.60, insgesamt bestimmt auf CHF 14'273.10 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung auf 
CHF 9'066.75).

4

 

Kosten der Untersuchung CHF 5’958.50
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 2’500.00
Total CHF 8’458.50

Entschädigung für Zeugen CHF 20.00
Übrige Kosten der Beweiserhebung CHF 588.25
Kosten für die amtliche Verteidigung (vgl. Tabelle) CHF 5206.35
Total CHF 5’814.60

Total Verfahrenskosten CHF 14’273.10

Die Gebühren setzen sich zusammen aus:

Die Auslagen setzen sich zusammen aus:

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 700.00. Die reduzier-
ten Verfahrenskosten betragen damit CHF 13'573.10 (ohne Kosten für die amtliche Verteidigung 
CHF 8'366.75).

III.

Die auf den Schuldspruch entfallende amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche 
Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt B.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 23.00 200.00 CHF 4’600.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 234.10
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 4’834.10 CHF 372.25

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 5’206.35

volles Honorar 23.00 250.00 CHF 5’750.00
Reisezuschlag CHF 0.00

CHF 234.10
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 5’984.10 CHF 460.80

CHF 0.00
Total CHF 6’444.90

nachforderbarer Betrag CHF 1’238.55

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 5'206.35. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen und 
Rechtsanwalt B.________ die Differenz von CHF 1'238.55 zwischen der amtlichen Entschädigung 
und dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

IV.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 47/49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO weiter 
verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 500.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 08.06.2019 an den 
Straf- und Zivilkläger N.________. Soweit weitergehend wird die Zivilklage abgewiesen. 

5

2. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 3'839.75 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer) an den Straf- und Zivilkläger N.________.

3. Zur Bezahlung von CHF 33'670.10 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit dem 31.07.2020 an 
die Straf- und Zivilklägerin C.________.

4. Zur Bezahlung von CHF 6'250.00 Schadenersatz (Mietzinsausfall) zuzüglich 5 % Zins seit dem 
31.07.2020 an die Straf- und Zivilklägerin C.________.

5. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 7'077.80 (inkl. Auslagen und Mehrwert-
steuer) an die Straf- und Zivilklägerin C.________.

V.

Im Zivilpunkt wird weiter verfügt:

1. Für den Zivilpunkt wird keine Kosten ausgeschieden.

2. Die durch die Anträge im Zivilpunkt verursachten Aufwendungen werden wettgeschlagen.

VI.

Weiter wird verfügt:

1. Die beschlagnahmten Drogen und Drogenutensilien gemäss Ziff. II.1.3. AKS werden zur Ver-
nichtung eingezogen (Art. 69 StGB).

2. Folgender Gegenstand wird dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden 
Urteils zurückgegeben:
- 1 iPhone 8

3. Dem für die Führung von AFIS zuständigen Dienst wird die Zustimmung zur Löschung der erho-
benen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten nach Ablauf der gesetzlichen Frist erteilt 
(Art. 17 Abs. 1 lit. e i.V.m. Art. 19 Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erken-
nungsdienstlicher Daten).

[Eröffnungsformel]»

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete Rechtsanwalt B.________ namens und auftrags des 
Beschuldigten/Berufungsführers A.________ (nachfolgend Beschuldigter) mit Ein-
gabe vom 20. Mai 2022 fristgerecht Berufung an (pag. 597). Die Berufungser-
klärung datiert vom 6. Juli 2022 und ging ebenfalls innert Frist beim Obergericht 
des Kantons Bern ein (pag. 669 ff.). 

Der vormalige Straf- und Zivilkläger N.________ teilte mit Eingabe vom 
14. Juli 2022 mit, weder Anschlussberufung zu erklären noch Nichteintretensgrün-
de hinsichtlich der Berufung des Beschuldigten geltend zu machen (pag. 680). Die 
Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 18. Juli 2022 auf die 
Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 682 f.). Die Straf- und Zivilkläge-
rin C.________ (nachfolgend Straf- und Zivilklägerin) erklärte mit Eingabe vom 29. 
Juli 2022 ihren Verzicht auf eine Anschlussberufung und beantragte kein Nichtein-
treten auf die Berufung des Beschuldigten (pag. 685). 

6

Mit Verfügung vom 5. August 2022 stellte die Verfahrensleitung fest, dass die 
Schuldsprüche betreffend einfache Körperverletzung zum Nachteil von 
N.________, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und die Hinderung 
einer Amtshandlung sowie die Bezahlung einer Genugtuung und einer Parteien-
tschädigung an N.________ in Rechtskraft erwachsen würden. Weiter teilte die 
Verfahrensleitung ihre Absicht mit, N.________ ohne Gegenbericht aus dem Ver-
fahren zu entlassen (pag. 689). Nach Einlangen des Schreibens von N.________ 
vom 8. August 2022, in dem dieser sein Einverständnis mit dem beabsichtigten 
Vorgehen bekundete (pag. 694), wurde er mit Verfügung vom 2. September 2022 
ohne Kosten- und Entschädigungsfolge aus dem oberinstanzlichen Verfahren ent-
lassen (pag. 700 f.).

3. Schriftliches Verfahren

Die Verfahrensleitung stellte den Parteien mit Verfügung vom 5. August 2022 das 
schriftliche Verfahren in Aussicht. Weiter wies sie darauf hin, dass die Anwesenheit 
des Beschuldigten an der Verhandlung nicht erforderlich zu sein scheine. So ins-
besondere, falls er wie erstinstanzlich von seinem Aussageverweigerungsrecht 
Gebrauch machen würde (pag. 688 ff.). Innert Frist erklärten sowohl der Beschul-
digte (pag. 696) als auch die Straf- und Zivilklägerin (pag. 698) ihr Einverständnis. 
Mit Verfügung vom 2. September 2022 wurde das schriftliche Verfahren angeord-
net (Art. 406 Abs. 2 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]; 
pag. 700 f.). Die Berufungsbegründung vom 8. November 2022 ging fristgerecht 
beim Obergericht des Kantons Bern ein (pag. 716 ff.). Ebenfalls innert Frist reichte 
die Straf- und Zivilklägerin eine Stellungnahme, datierend vom 14. Dezember 2022, 
ein (pag. 731 ff.). In der Replik vom 22. Dezember 2022 hielt der Beschuldigte un-
ter Verweis auf die Ausführungen in der Berufungsbegründung vom 8. November 
2022 lediglich fest, dass die Angaben der Straf- und Zivilklägerin unzutreffend sei-
en und bestritten würden (pag. 743), worauf der Schriftenwechsel als geschlossen 
erachtet und der schriftliche Entscheid in Aussicht gestellt wurde (pag. 745 f.). 

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Rahmen des Berufungsverfahrens wurden von Amtes wegen über den Be-
schuldigten ein Strafregisterauszug (datierend vom 21. Oktober 2022; pag. 712) 
und ein Bericht über die wirtschaftlichen Verhältnisse (datierend vom 7. Oktober 
2022; pag. 709 f.) eingeholt. 

5. Anträge der Parteien

5.1 Anträge des Beschuldigten

Die Verteidigung stellte für den Beschuldigten mit Berufungserklärung (pag. 670 ff.) 
und mit schriftlicher Berufungsbegründung (pag. 717 ff.) die folgenden Anträge 
(Hervorhebungen im Original):

7

«I. Es sei die Rechtskraft betreffend die nicht angefochtenen Punkte des erstinstanzlichen Urteils, 
insbesondere betreffend 

a) die Freisprüche wegen 

- Besitzes von Waffenzubehör ohne Berechtigung und Verbringen in das schweizerische 
Staatsgebiet, angeblich begangen am 20. August 2019 (und früher), an der 
E.________(Adresse) in F.________ (Ortschaft) (Ziffer I. 4. AKS; Ziffer I. 1. des Urteils 
vom 12. Mai 2022 der Vorinstanz); 

- Nichtabgabe von Ausweis(en) und Kontrollschild(ern) trotz behördlicher Aufforderung, 
angeblich begangen am 10. Dezember 2019, an der G.________(Adresse) in 
H.________(Ortschaft) (Ziffer I. 5. AKS; Ziffer I. 2. des Urteils vom12. Mai 2022 der Vor-
instanz) 

b) die Schuldsprüche wegen 

- einfacher Körperverletzung, begangen am 08. Juni 2019 um ca. 01:30 Uhr auf der Süd-
seite der K.________(Örtlichkeit) in J.________(Ortschaft), anlässlich des Musikfestivals 
L.________, auf der Höhe des M.________(Örtlichkeit) beim Haupteingangsbereich zum 
Festivalgelände zum Nachteil von N.________ (Ziffer I. 3. AKS; Ziffer II. 3. des Urteils 
vom 12. Mai 2022 der Vorinstanz); 

- Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, begangen am 08. Juni 2019 um ca. 
01:30 Uhr auf der Südseite der K.________(Örtlichkeit) in J.________(Ortschaft), anläss-
lich des Musikfestivals L.________, auf der Höhe des M.________(Örtlichkeit) beim 
Haupteingangsbereich zum Festivalgelände (Ziffer I. 3. AKS; Ziffer II. 4. des Urteils vom 
12. Mai 2022 der Vorinstanz); 

- Hinderung einer Amtshandlung, begangen am 08. Juni 2019 um ca. 01:30 Uhr auf der 
Südseite der K.________(Örtlichkeit) in J.________(Ortschaft), anlässlich des Musikfes-
tivals L.________, auf der Höhe des M.________(Örtlichkeit) beim Haupteingangsbe-
reich zum Festivalgelände (Ziffer I. 3. AKS; Ziffer II. 5. des Urteils vom12. Mai 2022 der 
Vorinstanz); 

c) die festgesetzte amtliche Entschädigung gemäss Ziffer III. des Urteils vom 12. Mai 2022 der 
Vorinstanz, nur die Absätze 1 und 2

d) die im Zivilpunkt ergangene Gutheissung von Zivilforderungen gemäss Ziffer 1. und 2. unter Zif-
fer IV. des Urteils vom 12. Mai 2022 der Vorinstanz 

e) die im Zivilpunkt getroffenen weiteren Verfügungen gemäss Ziffer 1. und 2. unter Ziffer V. des 
vorinstanzlichen Urteils vom 12. Mai 2022 

f) die weiteren Verfügungen gemäss den Ziffern 1. bis 4. unter Ziffer VI. des Urteils der Vorinstanz 
vom 12. Mai 2022

festzustellen. 

II. Herr A.________ sei vollumfänglich frei zu sprechen von den Anschuldigungen 

- der einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, angeblich begangen 
durch unbefugten Anbau einer unbekannten Menge von Marihuana im Zeitraum vom 01. Ja-
nuar 2019 bis am 31. Juli 2020 an der I.________ (Adresse) in J.________(Ortschaft) (Ziffer 
I. 1. AKS; Ziffer II. 1. des Urteils vom 12. Mai 2022 der Vorinstanz); 

8

- der Sachbeschädigung, angeblich begangen im Zeitraum vom 01. Januar 2019 bis am 31. 
Juli 2020 an der I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft) zum Nachteil der 
C.________ (angeblicher Deliktsbetrag CHF 23’418.10) (Ziffer I. 2. AKS; Ziffer II. 2. des Ur-
teils vom 12. Mai 2022 der Vorinstanz); 

- des unsorgfältigen Aufbewahrens von Waffen und Munition als Privatperson, angeblich fest-
gestellt am 25. Oktober 2019 an der G.________(Adresse) in H.________(Ortschaft) (Ziffer 
I. 6. AKS; Ziffer II. 6 des Urteils vom 12. Mai 2022 der Vorinstanz); 

unter der Feststellung, dass das Honorar für die amtliche Verteidigung von Herrn A.________ 
durch Rechtsanwalt B.________ im Umfang von 50% gemäss aktenkundiger Honorarnote vom 
12. Mai 2022, ausmachend CHF 3’186.52, nicht der Rückerstattungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 
4 lit. a StPO unterliegt sowie unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten im Umfang 
von 50%, ausmachend CHF 7'136.55, an den Kanton Bern. 

III. Herr A.________ sei in Anwendung der einschlägigen Strafbestimmungen zufolge der hiervor 
gelisteten Schuldsprüche zu einer bedingten Geldstrafe von maximal 30 Tagessätzen zu CHF 
30.00 

unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren 

sowie zu einer Verbindungsbusse von CHF 210.00, unter Festsetzung einer Ersatzfreiheitsstrafe 
bei schuldhafter Nichtbezahlung von 7 Tagen 

unter Anrechnung der erstandenen Polizeihaft 

zu verurteilen. 

IV. Die Zivilforderungen der Privatklägerin C.________ seien vollumfänglich abzuweisen. 

V. Herrn A.________ sei vom Kanton Bern, evtl. anteilsmässig durch die C.________, eine ange-
messene Entschädigung im Umfang der Verteidigungskosten gemäss nachzureichender Hono-
rarnote für das Berufungsverfahren auszurichten. 

VI. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien vollumfänglich dem Kanton Bern, evtl. anteilsmässig 
der C.________, aufzuerlegen. 

VII. Allfällige weitere Verfügungen seien von Amtes wegen zu erlassen.»

5.2 Anträge der Straf- und Zivilklägerin

Rechtsanwalt D.________ stellte für die Straf- und Zivilklägerin mit Stellungnahme 
vom 14. Dezember 2022 folgende Anträge (pag. 732 ff.; Hervorhebungen im Origi-
nal):

«Die Berufung des Berufungsführers sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei und das erstin-
stanzliche Urteil wie folgt zu bestätigen: 

Il. A.________ wird schuldig erklärt: 

1. der einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen durch unbefugten 
Anbau einer unbekannten Menge von Marihuana im Zeitraum vom 01.01.2019 bis am 
31.07.2020 an der I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft). 

2. der Sachbeschädigung, begangen im Zeitraum vom 01.01.2019 bis am 31.07.2020 an der 
I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft) zum Nachteil der C.________ (Deliktsbetrag: 
CHF 23’418.10). 

9

verurteit: 

4. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten. 

IV. A.________ wird in Anwendung von Art. 41 und 47/49 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO wei-
ter verurteilt: 

3. Zur Bezahlung von CHF 33’670.10 Schadenersatz zuzüglich 5% Zins seit dem 31.07.2020 an 
die Straf- und Zivilklägerin C.________. 

4. Zur Bezahlung von CHF 6’250.00 Schadenersatz (Mietzinsausfall) zuzüglich 5% Zins seit dem 
01.01.2021 an die Straf- und Zivilklägerin C.________. 

5. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 7'077.80 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteu-
er) an die Straf- und Zivilklägerin C.________. 

Berufungsverfahren 

ad V. abzuweisen

Der Berufungsführer sei zu verpflichten, der Straf- und Zivilklägerin für das Berufungsverfahren 
eine angemessene Entschädigung im Umfang der nachzureichenden Honorarnote jedenfalls 
mind. CHF 2’500.00 (zzgl. MWST) zu bezahlen. 

ad VI. abzuweisen 

Die Kosten des Berufungsverfahrens seien vollumfänglich dem Berufungsführer aufzuerlegen. 

ad VII. (Erlass allfälliger weiterer Verfügungen von Amtes wegen)»

6. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Der Beschuldigte hat das erstinstanzliche Urteil teilweise angefochten. Seine Beru-
fung richtet sich gemäss Berufungserklärung vom 6. Juli 2022 (pag. 669 ff.) gegen 
die Schuldsprüche wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
Sachbeschädigung und unsorgfältigen Aufbewahrens von Waffen und Munition als 
Privatperson (Ziffern II.1., II.2. und II.6. des erstinstanzlichen Urteilsdispositiv; pag. 
589), die damit verbundenen Sanktionenpunkte (Ziff. II.1.-II.1.3 zweiter Abschnitt 
des erstinstanzlichen Urteilsdispositiv; pag. 589 f.) sowie die damit einhergehende 
Kostenauferlegung (Ziff. II.4. zweiter Abschnitt des erstinstanzlichen Urteilsdisposi-
tiv; pag. 590) und die Rück- und Nachzahlungspflicht betreffend die amtliche Ent-
schädigung (Ziff. III.; pag. 591). Angefochten werden sodann die Verurteilungen im 
Zivilpunkt zugunsten der Straf- und Zivilklägerin (Ziff. IV.3.-IV.5. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositiv; pag. 591 f.). In Bezug auf diese Punkte ist das 
erstinstanzliche Urteil somit durch die Kammer neu zu beurteilen. Weiter ist eine 
neue Strafzumessung vorzunehmen und über die Verlegung der Verfahrenskosten 
zu befinden. Nicht der Rechtskraft zugänglich und deshalb ebenfalls zu überprüfen 
ist die Verfügung betreffend die Löschung der erhobenen biometrischen erken-
nungsdienstlichen Daten (Ziff. VI.3. des erstinstanzlichen Urteilsdispositiv; pag. 
592). 

Demgegenüber sind die Freisprüche sowie die damit zusammenhängenden Kos-
ten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositiv; pag. 
588), die Schuldsprüche wegen einfacher Körperverletzung, Gewalt und Drohung 

10

gegen Behörden und Beamte und Hinderung einer Amtshandlung (Ziffern II.3. bis 
II.5. des erstinstanzlichen Urteilsdispositiv; pag. 589), die Bestimmung des Hono-
rars der amtlichen Verteidigung (Ziff. III. erster Absatz des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositiv; pag. 591), die Verurteilungen im Zivilpunkt zugunsten des vormali-
gen Straf- und Zivilklägers N.________ (Ziffern IV.1. bis IV.2. des erstinstanzlichen 
Urteilsdispositiv; pag. 591), die weiteren Verfügungen im Zivilpunkt (Ziff. V. des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositiv; pag. 592) und die Verfügung betreffend Einzie-
hung zur Vernichtung der beschlagnahmten Drogen und Drogenutensilien sowie 
die Rückgabe des iPhone 8 an den Beschuldigten (Ziffern VI.1. bis VI.2. des erstin-
stanzlichen Urteilsdispositiv; pag. 592) unangefochten geblieben und in Rechtskraft 
erwachsen. 

Die Kammer verfügt über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 StPO). Mangels An-
schlussberufung oder eigenständiger Berufung der Generalstaatsanwaltschaft oder 
der Straf- und Zivilklägerin darf das erstinstanzliche Urteil nicht zum Nachteil des 
Beschuldigten abgeändert werden; es gilt das Verschlechterungsverbot (Art. 391 
Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

7. Vorbemerkungen

Bezüglich der theoretischen Grundlagen der Beweiswürdigung sowie der Aussa-
genanalyse kann auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (pag. 609 ff., S. 8 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Nach Prüfung der formellen Rügen (vgl. E. 8. hiernach) ist der Sachverhalt der ein-
zelnen zur Last gelegten Handlungen – soweit oberinstanzlich noch zu beurteilen – 
zu erstellen. Sofern verschiedene Handlungen im engen Sachzusammenhang ste-
hen, erfolgt die Beweiswürdigung gemeinsam. 

8. Unverwertbarkeit von Beweismitteln

8.1 Oberinstanzliche Vorbringen des Beschuldigten

Wie bereits erstinstanzlich brachte die Verteidigung für den Beschuldigten mit Be-
rufungserklärung (pag. 672 f.) und Berufungsbegründung (pag. 719 ff.) vor, dass 
die im Rahmen der Hausdurchsuchungen vom 23. September 2020 und vom 
9. November 2020 der Wohnung an der I.________ (Adresse) in 
J.________(Ortschaft) gewonnenen Erkenntnisse nicht verwertbar seien. Sie bean-
tragte, es seien sämtliche auf die Erkenntnisse der Hausdurchsuchungen bezug-
nehmenden Aktenstücke aus den amtlichen Akten zu entfernen und sämtliche dar-
auf bezugnehmenden Ausführungen in den Akten unkenntlich zu machen. Zur Be-
gründung brachte die Verteidigung im Wesentlichen vor, gemäss Art. 244 Abs. 2 
StPO dürfe eine Hausdurchsuchung ohne Einwilligung der beschuldigten Person 
nur durchgeführt werden, wenn zu vermuten sei, dass in den Räumen gesuchte 
Personen anwesend seien oder Tatspuren oder zu beschlagnahmende Ge-
genstände oder Vermögenswerte vorhanden seien oder Straftaten begangen wür-
den. Die Hausdurchsuchung setze demnach einen hinreichenden Tatverdacht vor-

11

aus. Der Bestimmung liege entsprechend das Verbot der Beweisausforschung 
(Fishing Expedition) zugrunde. O.________ habe als Vertreter der Vermieterin die 
Wohnung ohne Zustimmung des Beschuldigten als Mieter betreten und dadurch 
das Hausrecht des Beschuldigten verletzt. Aufgrund seiner Wahrnehmungen im 
Rahmen des unzulässigen Betretens der Wohnung habe dieser die Polizei alar-
miert. Ohne Anfangsverdacht hätte die Hausdurchsuchung nicht angeordnet wer-
den können. Der Anfangsverdacht, gestützt worauf die Hausdurchsuchungen 
durchgeführt worden seien, sei rechtswidrig erlangt worden. Entsprechend basiere 
die Beweissicherung, welche im Rahmen der Hausdurchsuchungen gemacht wor-
den sei, auf einem rechtswidrig erlangten Anfangsverdacht. Hinzu komme, dass die 
bei den Hausdurchsuchungen gewonnenen Beweismittel aufgrund fehlender gülti-
ger Hausdurchsuchungsbefehle nicht verwertbar seien. Die ersten beiden Haus-
durchsuchungen hätten am 23. September 2020 stattgefunden, die Durchsu-
chungsbefehle würden aber erst vom 24. September 2020 datieren und enthielten 
keinen Hinweis auf eine vorgängig mündlich erfolgte Anordnung. Der alleinige Hin-
weis im Polizeirapport, wonach die Hausdurchsuchungsbefehle vorab mündlich 
durch die Staatsanwaltschaft angeordnet worden seien, könne mit Verweis auf die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung 6B_307/2017 vom 19. Februar 2018 E. 1.3.1. 
nicht genügen. In diesem Bundesgerichtsentscheid sei festgehalten worden, dass 
ein Vermerk im Polizeirapport betreffend die Anordnung von Zwangsmassnahmen 
nicht genügen könne. Entsprechend seien die Hausdurchsuchungen vom 23. Sep-
tember 2020 unrechtmässig erfolgt und die daraus gewonnenen Erkenntnisse da-
her nicht verwertbar (pag. 719 f.). 

8.2 Oberinstanzliche Vorbringen der übrigen Parteien

Die Rechtsvertretung des vormaligen Straf- und Zivilklägers N.________ verzichte-
te mit Eingabe vom 14. Juli 2022 auf eine Stellungnahme (pag. 680), die Straf- und 
Zivilklägerin beantragte mit Schreiben vom 29. Juli 2022 die Abweisung des An-
trags des Beschuldigten. Zur Begründung verwies sie auf die Ausführungen der 
Vorinstanz und hielt fest, O.________ habe die Wohnung fast zwei Monate nach 
Ende des Mietverhältnisses und nachdem der Beschuldigte nicht mehr auffindbar 
gewesen sei, nicht unrechtmässig, sondern aufgrund eines geöffne-
ten/beschädigten Fensters betreten (pag. 685 f.). Im Rahmen der Stellungnahme 
vom 14. Dezember 2022 führte die Straf- und Zivilklägerin diesbezüglich weiter 
aus, aufgrund offener Fenster und des Umstands, dass der Beschuldigte weder er-
reichbar noch auffindbar gewesen sei, habe O.________ im September 2020 die 
fragliche Wohnung betreten, dies nach Beendigung des Mietverhältnisses und auf-
grund der offensichtlichen Dringlichkeit. Da in der Wohnung zahlreiches Material für 
den Betrieb einer Indoor-Anlage vorgefunden und die Wohnung verwüstet gewesen 
sei, habe O.________ die Polizei alarmiert. Folglich sei weder das Betreten der 
Wohnung noch die im Nachgang erfolgte Hausdurchsuchung unrechtmässig gewe-
sen und die vorgefundenen Beweismittel verwertbar. Zusätzlich wurde auf die be-
gründete Stellungnahme der Staatsanwaltschaft vom 20. April 2022 verwiesen 
(pag. 734).

12

8.3 Theoretische Grundlagen

Nach Art. 141 Abs. 2 StPO dürfen Beweise, welche die Strafbehörden in strafbarer 
Weise oder unter Verletzung von Gültigkeitsvorschriften erhoben haben, nicht ver-
wertet werden, es sei denn, ihre Verwertung sei zur Aufklärung schwerer Straftaten 
unerlässlich. Gemäss Abs. 3 derselben Bestimmung sind Beweise, bei deren Er-
hebung Ordnungsvorschriften verletzt worden sind, verwertbar. Ermöglichte ein 
Beweis, der nach Art. 141 Abs. 2 StPO nicht verwertet werden darf, die Erhebung 
eines weiteren Beweises, so ist dieser nicht verwertbar, wenn er ohne die vorher-
gehende Beweiserhebung nicht möglich gewesen wäre (Art. 141 Abs. 4 StPO).  
Wieweit Beweisverbote auch greifen, wenn nicht staatliche Behörden, sondern Pri-
vatpersonen Beweismittel sammeln, wird in der Strafprozessordnung nicht explizit 
geregelt. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung geht in Anlehnung an die Doktrin 
davon aus, dass von Privaten rechtswidrig erlangte Beweismittel nur verwertbar 
sind, wenn sie von den Strafverfolgungsbehörden rechtmässig hätten erlangt wer-
den können und kumulativ dazu eine Interessenabwägung für deren Verwertung 
spricht (BGE 147 IV 16 E. 1.1, E. 1.3.1; BGE 146 IV 226 E. 2; Urteil des Bundesge-
richts 6B_862/2021 vom 21. Juni 2021 E. 2.1; je mit Hinweisen). 

Ein Tatverdacht muss vorliegen, wenn im strafprozessualen Vorverfahren Erhe-
bungen getätigt und Beweise gesammelt werden sollen (vgl. Art. 299 Abs. 2 StPO). 
Gemäss Art. 197 Abs. 1 StPO können Zwangsmassnahmen (Art. 196-298 StPO) 
nur ergriffen werden, wenn sie gesetzlich vorgesehen sind, ein hinreichender Tat-
verdacht vorliegt, die damit angestrebten Ziele nicht durch mildere Massnahmen 
erreicht werden können und die Bedeutung der Straftat die Zwangsmassnahme 
rechtfertigt. Hinweise auf eine strafbare Handlung müssen erheblich und konkreter 
Natur sein, um einen hinreichenden Tatverdacht begründen zu können (BGE 141 
IV 87 E. 1.3.1). Von einer unzulässigen Beweisausforschung («fishing expedition») 
wird gesprochen, wenn einer Zwangsmassnahme kein genügender Tatverdacht 
zugrunde lag, sondern planlos Beweisaufnahmen getätigt wurden (BGE 137 I 218 
E. 2.3.2).  Gemäss Art. 241 Abs. 1 StPO werden Durchsuchungen in einem schrift-
lichen Befehl angeordnet, wofür in erster Linie der Staatsanwalt und während des 
gerichtlichen Verfahrens das Gericht zuständig ist (Art. 198 Abs. 1 StPO). In drin-
genden Fällen können sie mündlich angeordnet werden. Sie sind aber in diesem 
Fall nachträglich schriftlich zu bestätigen. Die zunächst bloss mündlich erfolgte An-
ordnung und deren Begründung ist im Vollzugsprotokoll zu vermerken (Urteil des 
Bundesgerichts 6B_860/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 2.3.2 mit Hinweis auf 
THORMANN/BRECHBÜHL, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessord-
nung, 2. Aufl. 2014, N. 4 zu Art. 245). Nach Art. 244 Abs. 2 Bst. b und c StPO dür-
fen Häuser, Wohnungen und andere nicht allgemein zugängliche Räume ohne 
Einwilligung der berechtigten Person durchsucht werden, wenn zu vermuten ist, 
dass in diesen Räumen u.a. Tatspuren oder zu beschlagnahmende Gegenstände 
oder Vermögenswerte vorhanden sind oder wenn Straftaten begangen werden. 

8.4 Erwägungen der Kammer

Auch oberinstanzlich kann der Verteidigung nicht gefolgt werden, weshalb vorab 
auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wird (pag. 611 f., S. 
10 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Laut Anzeigerapport vom 

13

1. Juni 2021 erstattete O.________ am 23. September 2020 telefonisch Meldung 
bei der Polizei (pag. 52) und gab gegenüber den ausgerückten Polizisten vor Ort 
an, er habe in der Wohnung Material einer Indooranlage vorgefunden (pag. 53). Ein 
solcher Polizeirapport stellt ein Beweismittel dar (Urteile des Bundesgerichts 
6B_998/2019 vom 20. November 2020 E. 3.3; 6B_1140/2014 vom 3. März 2016 E. 
1.3, nicht publ. in: BGE 142 IV 129) und der Beweiswert bezieht sich auf die Wie-
dergabe der Meldung bzw. Mitteilung von O.________, dass der Beschuldigte in 
der Wohnung womöglich eine Indooranlage betreibe. Wenn der Polizei als Strafver-
folgungsbehörde eine derartige Meldung zugeht, dann liegen Anzeichen für einen 
möglichen Verstoss gegen das Betäubungsmittelgesetz vor. Darin liegt auch der 
Anfangsverdacht im Sinne von Art. 299 Abs. 2 StPO begründet, der in Bezug auf 
Betäubungsmitteldelikte hinreichend war (vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 
6B_181/2021 vom 29. November 2022 E. 1.3.7. im Zusammenhang mit anonymen 
Hinweisen und Stromrechnungen). Ob das Betreten der Wohnung durch 
O.________ in Anbetracht des Rechtsverhältnisses zulässig war, und ob es sich 
hierbei um eine Beweiserhebung durch eine Privatperson gehandelt hat, kann mit 
Verweis auf die überzeugenden staatsanwaltschaftlichen Ausführungen in der Stel-
lungnahme vom 20. April 2022 (pag. 527 f.) offenbleiben. Es sei ergänzt, dass das 
hier zu beurteilende Verhalten nichts mit «fishing expeditions» zu tun hat. Die 
Wohnung wurde betreten, nachdem der Mietvertrag gekündigt worden und der Be-
schuldigte für die Vermieterin nicht mehr auffindbar war. Der Beschuldigte hat es 
sich selber zuzuschreiben, dass er – wohl mangels Respekt vor fremdem Eigentum 
– die Wohnung bei geöffnetem Fenster in diesem Zustand (vgl. E. 9.5. hiernach) 
hinterlassen hat. Die gestützt auf diesen Anfangsverdacht gewonnenen Beweismit-
tel sind demnach verwertbar. 

Sodann sind die formellen Voraussetzungen für die Hausdurchsuchungen erfüllt. 
Zunächst ist nicht zu beanstanden, dass die Hausdurchsuchung an der I.________ 
(Adresse) ________ (Hausnummer) [recte: ________ (Hausnummer)] in 
J.________(Ortschaft) gemäss Anzeigerapport vom 1. Juni 2021 am 
23. September 2020 durch die piketthabende Staatsanwältin mündlich angeordnet 
wurde (pag. 52 f.). Die gestützt auf die Ergebnisse dieser Hausdurchsuchung im 
Anschluss durchgeführte Hausdurchsuchung am Domizil des Beschuldigten an der 
G.________(Adresse) in H.________ (Ortschaft) erfolgte nach Rücksprache mit 
der Pikettstaatsanwältin, mithin ebenfalls auf mündliche Anordnung hin (pag. 54). 
Anders als im seitens der Verteidigung zitierten Urteil des Bundesgerichts erfolgte 
eine nachträgliche schriftliche Bestätigung der mündlichen Anordnungen der 
Staatsanwaltschaft; die Hausdurchsuchungs- und Durchsuchungsbefehle datieren 
vom 24. September 2020 für die I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft) 
(pag. 136 ff.) und für die G.________(Adresse) in H.________(Ortschaft) (pag. 143 
ff.). Weiter wurden die vorerst mündlichen Anordnungen aufgrund Dringlichkeit – 
entgegen der Vorinstanz (pag. 612, S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) 
und der Verteidigung – in den Befehlen entsprechend vermerkt (vgl. letztes Lemma 
pag. 137; letztes Lemma pag. 144). Insofern trifft nicht zu, dass die Durchsu-
chungsbefehle keine Hinweise auf eine vorgängige mündliche Anordnung enthal-
ten. Richtig ist allerdings, dass in den Hausdurchsuchungsprotokollen ein solcher 
Hinweis fehlt. Doch handelt es sich bei den Durchführungsmodalitäten und der 

14

Eröffnung des Hausdurchsuchungsbefehls um Ordnungsvorschriften, deren Verlet-
zung die Hausdurchsuchung nicht ungültig machen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_860/2018 vom 18. Dezember 2018 E. 2.4 mit Hinweis auf THOR-
MANN/BRECHBÜHL, a.a.O., N. 15 f. zu Art. 245). Die Dringlichkeit ergibt sich aus den 
konkreten Umständen, da die Polizei von O.________ avisiert und vor Ort darüber 
informiert worden war, dass sich in der Wohnung eine Indooranlage befinde. Dem-
nach sind sowohl die Hausdurchsuchungen an der I.________(Adresse) in 
J.________(Ortschaft) und an der G.________(Adresse) in H.________(Ortschaft) 
vom 23. September 2020 als auch die erneute Hausdurchsuchung an der 
I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft) vom 9. November 2020 nicht zu be-
anstanden und die gestützt darauf gewonnenen Beweismittel und Erkenntnisse 
verwertbar.

9. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Ziff. I.1. der Anklage-
schrift) und Sachbeschädigung (Ziff. I.2. der Anklageschrift)

9.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird mit Anklageschrift vom 21. September 2021 unter ande-
rem vorgeworfen, sich der einfachen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittel-
gesetz durch unbefugten Anbau von Betäubungsmitteln, begangen in der Zeit vom 
1. Januar 2019 bis am 31. Juli 2020 an der I.________(Adresse) in 
J.________(Ortschaft), schuldig gemacht zu haben. Es wird ihm folgender Sach-
verhalt zur Last gelegt (pag. 293):

[…] indem A.________ an der I.________(Adresse), in J.________ (Ortschaft), eine Wohnung miete-
te (zwecks Anbau von Cannabis) und darin in der Zeit vom 1. Januar 2019 bis am 31. Juli 2020 (Miet-
dauer) eine unbekannte Menge Marihuana anpflanzte, detaillierter wie folgt: 

In der von A.________ gemieteten Wohnung (an der vorstehend aufgeführten Adresse) wurden an-
lässlich einer Hausdurchsuchung vom 6. Oktober 2020 diverse Utensilien (u.a. ein Trockner/Mischer 
mit Marihuana-Rückständen, Transformatoren, Pflanzentöpfe und eine Plastikschüssel mit Pflanzen-
anhaftung) gefunden, welche in der erwähnten Wohnung für den Betrieb einer Cannabis-«Indoor»-
Anlage benützt wurden. Weiter wurden an verschiedenen Orten Cannabisrückstände sichergestellt. 
Die Beprobung aus dem sichergestellten Blütenmischer und dem Trocknungsgerät reagierten in 6 von 
7 Proben positiv auf THC und ergaben einen THC-Gehalt von über 1%. 

In der Wohnung wurde ausserdem eine selbstgebaute 3-Pol-Verkabelung vom Stromanschluss der 
Wohnung zu einem Schalttableau festgestellt. Die Wohnung wies über einen längeren Zeitraum einen 
erhöhten Stromverbrauch aus. 

Daraus ist zu folgern, dass A.________ in der erwähnten 3.5-Zimmer-Wohnung, im 2. OG, auf rund 
70 m2, mittels der erwähnten «Indoor»-Anlage eine unbekannte Menge Hanfpflanzen anbaute bzw. 
aufzog, beleuchtete, bewässerte und pflegte bzw. den entsprechenden Anbauvorgang betrieb, kon-
trollierte, steuerte und überwachte. Die dabei erzielte Menge Haschisch/Marihuana und der erzielte 
Umsatz bzw. Gewinn sind nicht bekannt. Rückschlüsse auf den Betrieb einer «Indoor-Anlage» geben 
allerdings die in der oben erwähnten Wohnung gefundenen Utensilien, sowie die Marihuana-
Rückstände, welche gefunden werden konnten. 

A.________ war sich bewusst, dass es sich um Betäubungsmittel handelte. Er wollte auch Betäu-
bungsmittel anbauen.

15

Wie die Vorinstanz anlässlich der Hauptverhandlung vom 12. Mai 2022 richtig fest-
gestellt hat, findet sich in der Anklageschrift ein offensichtlicher Verschrieb hinsicht-
lich des Datums der Hausdurchsuchung in der vom Beschuldigten gemieteten 
Wohnung. Diese fand bzw. fanden am 23. September 2020 und am 
9. November 2020, nicht am 6. Oktober 2020 statt. Die Kammer stellt mit Blick auf 
den Anklagegrundsatz gemäss Art. 9 StPO auf die anlässlich der Hauptverhand-
lung unter Gewährung des rechtlichen Gehörs der anwesenden Parteien korrigier-
ten Daten ab (vgl. pag. 542).

Weiter soll sich der Beschuldigte der qualifizierten Sachbeschädigung, begangen in 
der Zeit vom 1. Januar 2019 bis am 31. Juli 2020 (Mietdauer) an der 
I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft), zum Nachteil der Straf- und Zivil-
klägerin schuldig gemacht haben. Ihm werden in der Anklageschrift vom 21. Sep-
tember 2021 folgende Handlungen zur Last gelegt (pag. 293):

[…] indem A.________ die an der vorerwähnten Adresse von ihm gemietete Wohnung als «Indoor-
Anlage» benutzte, darin Marihuana anpflanzte und durch den Betrieb einer derartigen Cannabis-
«Indoor»-Anlage, namentlich durch das Anbringen von Haltevorrichtungen für Hanfpflanzen (sog. 
«Growzelte»), Schäden an Wänden, Decken, Fenstern, Böden, Türen, Küchengeräte usw. in sämtli-
chen Räumen der 3.5 Zimmerwohnung (Küche, Zimmer, Badezimmer)» verursachte (gemäss Schrei-
ben von Rechtsanwalt D.________ vom 24. August 2021, inkl. Beilage). 

Sachschaden: CHF 26’000.00 (Art. 144 Abs. 3 StGB)
Privatklägerin: C.________ (Zivilklage: CHF 28'500.00, exkl. Aufwendungen der Privatklägerschaft 

für die Vertretung im Verfahren)

Entgegen der Vorinstanz (pag. 617, S. 16 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) 
wurde nicht der Betrag des Sachschadens, sondern jener der Zivilforderung (Be-
hebung Sachschaden und Mietzinsausfall) mit Adhäsionsklage vom 14. Februar 
2022 auf insgesamt CHF 39'920.10 beziffert (pag. 360). 

9.2 Verletzung des Anklagegrundsatzes

Die Verteidigung rügte oberinstanzlich wie in erster Instanz die Verletzung des An-
klagegrundsatzes. Zur Begründung führte sie zusammengefasst aus, die vom Be-
schuldigten angeblich begangene Sachbeschädigung bzw. der vorgeworfene 
Sachverhalt sei in der Anklageschrift nicht genau genug umschrieben, um dem An-
klagegrundsatz genügen zu können. Gemäss Art. 9 Abs. 1 StPO könne eine Straf-
tat gerichtlich nur beurteilt werden, wenn die Staatsanwaltschaft gegen eine be-
stimmte Person wegen eines genau umschriebenen Sachverhalts beim zuständi-
gen Gericht Anklage erhoben habe. Die in der Anklageschrift festgehaltene Aufzäh-
lung von Räumen bzw. Geräten, an welchen angeblich Schäden festgestellt wor-
den seien, könne dem Anklagegrundsatz, da schlichtweg zu wenig konkret, nicht 
genügen (pag. 722). 

Nach dem Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Ge-
richtsverfahrens (Umgrenzungsfunktion; Art. 9 und Art. 325 StPO; Art. 29 Abs. 2 
und Art. 32 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
[BV; SR 101]; Art. 6 Ziff. 1 und Ziff. 3 Bst. a und b der Konvention zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten [EMRK; SR 0.101]). Das Gericht ist an den in 
der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden (Immutabilitätsprinzip), nicht 

16

aber an dessen rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (vgl. Art. 350 
StPO). Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte 
der beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (In-
formationsfunktion). Die Anklage hat die der beschuldigten Person zur Last geleg-
ten Delikte in ihrem Sachverhalt so präzise zu umschreiben, dass die Vorwürfe in 
objektiver und subjektiver Hinsicht genügend konkretisiert sind. Dies bedingt eine 
zureichende, d.h. möglichst kurze, aber genaue (Art. 325 Abs. 1 Bst. f StPO) Um-
schreibung der Sachverhaltselemente, die für eine Subsumtion unter die anwend-
baren Straftatbestände erforderlich sind. Entscheidend ist, dass die betroffene Per-
son genau weiss, welcher konkreter Handlungen sie beschuldigt und wie ihr Ver-
halten rechtlich qualifiziert wird, damit sie sich für ihre Verteidigung richtig vorberei-
ten kann (BGE 143 IV 63 E. 2.2). Dennoch sind an eine Anklageschrift keine über-
spitzten Anforderungen zu stellen. Das Bundesgericht hielt in zahlreichen Ent-
scheiden fest, die Anklageschrift sei nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck 
der Umgrenzung des Prozessgegenstandes und der Information des Beschuldig-
ten, damit dieser die Möglichkeit habe, sich zu verteidigen (statt vieler Urteile des 
Bundesgerichts 6B_28/2018 vom 7. August 2018 E. 6.3; 6B_760/2017 vom 23. 
März 2018 E. 1.3; 6B_684/2017 vom 13. März 2018 E. 2; je mit Hinweisen).

Was die Verteidigung vorbringt, vermag nicht zu überzeugen. Vorliegend um-
schreibt die Anklageschrift zwar kurz, aber genau, sämtliche Umstände, die nötig 
sind, um beurteilen zu können, ob sich der Beschuldigte der (qualifizierten) Sach-
beschädigung schuldig gemacht hat. In Ziff. I.2. der Anklageschrift wird neben dem 
Deliktszeitraum und -ort auch beschrieben, dass der Beschuldigte «die […] Woh-
nung als «Indoor-Anlage» benutzte […] und durch den Betrieb einer derartigen 
Cannabis-«Indoor»-Anlage, namentlich durch das Anbringen von Haltevorrichtun-
gen für Hanfpflanzen (sog. «Growzelte»), Schäden an Wänden, Decken, Fenstern, 
Böden, Türen, Küchengeräten usw. in sämtlichen Räumen der 3.5-
Zimmerwohnung (Küche, Zimmer, Badezimmer) verursachte […].». Ebenfalls ist 
ein Hinweis auf das Schreiben der Rechtsvertretung der Straf- und Zivilklägerin 
vom 24. August 2021 inkl. Beilagen zu entnehmen (pag. 293). Die in der Beilage 
enthaltene Fotodokumentation, auf denen die geltend gemachten Schäden bildlich 
dokumentiert sind (pag. 257 ff.), war dem Beschuldigten bekannt. Zufolge dieser 
Dokumentation und der Beschreibung der Folgen der Tatausführung in der Ankla-
geschrift wusste der Beschuldigte hinlänglich, was ihm die Strafverfolgungsbehör-
den vorwerfen und er sich rechtzeitig und umfassend verteidigen konnte. Dass die 
Bezeichnung der Schäden nicht aus reinem Selbstzweck je Raum und konkreter 
Örtlichkeit in die Anklageschrift aufgenommen wurde, versteht sich von selbst. In-
wiefern dadurch eine wirksame Verteidigung erschwert oder sogar verunmöglicht 
sein soll, ist nicht ansatzweise ersichtlich und wird auch nicht dargetan. Eine Ver-
letzung des Anklagegrundsatzes ist offensichtlich zu verneinen.

9.3 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Wie bereits die Vorinstanz zutreffend festhielt (pag. 615, S. 14 der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung), ist unbestritten, dass der Beschuldigte per 1. Januar 2019 eine 
3.5-Zimmerwohnung an der I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft) miete-
te. Auch der im Zeitraum von Oktober 2018 bis Oktober 2019 festgestellte, erhöhte 

17

Stromverbrauch wurde vom Beschuldigten nicht in Abrede gestellt. Unbestritten 
sind sodann die Sicherstellungen anlässlich der Hausdurchsuchungen vom 24. 
September 2020 und vom 9. November 2020.

Bestritten ist und beweismässig zu klären bleibt, ob der Beschuldigte in dieser 
Wohnung eine Indooranlage zur Herstellung von Marihuana betrieben und zu die-
sem Zweck gemietet hat. Seitens der Verteidigung wurde im erstinstanzlichen Par-
teivortrag vielmehr geltend gemacht, der Beschuldigte habe CBD-Genetik betrie-
ben und keinen «scharfen» Hanf gezüchtet (pag. 561). Ebenfalls wird der mittels 
Cannabis-Typisierungstests festgestellte THC-Gehalt von über 1% nicht anerkannt 
(pag. 721). Schliesslich ist zu prüfen, ob die Wohnung die von der Straf- und Zivil-
klägerin geltend gemachten Schäden aufwies und falls ja, ob der Beschuldigte die-
se durch den Betrieb der Indooranlage verursacht hatte. Schliesslich bestreitet der 
Beschuldigte die diesbezüglich geltend gemachte Forderung der Straf- und Zivil-
klägerin (pag. 83, Z. 212). 

9.4 Beweismittel

Als Beweismittel liegen der Kammer im Wesentlichen der Anzeigerapport vom 
1. Juni 2021 (pag. 52 ff.), die Fotodokumentationen der Kantonspolizei Bern vom 
6. Oktober 2020 (pag. 57 ff.) und vom 23. September 2020 (pag. 85 ff.; vgl. pag. 
548, Z. 8 ff.), die Cannabis-Typisierungstests vom 23. September 2020 (pag. 99 ff.) 
und vom 9. November 2020 (pag. 102 ff.), der Rapport Forensik vom 
20. Dezember 2020 (pag. 123 ff.), die Durchsuchungsprotokolle vom 
23. September 2020 (pag. 140 f.; pag. 147 ff.) und vom 9. November 2020 (pag. 
159 f.), die Schreiben der P.________ (Unternehmen) (nachfolgend P.________ 
(Unternehmen)) vom 24. November 2020 (pag. 189) und vom 7. Dezember 2020 
(pag. 201) mit den Stromabrechnungen der Perioden Oktober 2019-Oktober 2020 
(pag. 190 ff.) sowie Oktober 2018-Oktober 2019 (pag. 202 ff.), der Mietvertrag der 
I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft) vom 8. Mai 2019 (pag. 219 ff.; pag. 
367 ff.), das undatierte Kündigungsschreiben des Mietvertrags per 31. Juli 2020 
(pag. 223 f.; pag. 380), das Schreiben der Q.________ (Verwaltung) vom 16. Juni 
2020 betreffend Wohnungsabnahmetermin am 31. Juli 2020 (pag. 225; pag. 379), 
das Abgabe-, Übergabe- und Mängelprotokoll mit Bemerkungen vom 31. Juli 2020 
(pag. 226 f.), die Fotodokumentation der Straf- und Zivilklägerin (pag. 255 ff.), der 
Mietvertrag vom 25. Februar 2021 (pag. 382 ff.), die Kostenzusammenstellung der 
R.________ AG vom 14. Februar 2021 und die E-Mail vom 16. Februar 2021 (pag. 
388 ff.), das Schreiben der R.________ AG an die Q.________(Verwaltung) vom 6. 
Februar 2019 (pag. 381), die Aussagen des Beschuldigten (delegierte Einvernah-
me vom 11. Mai 2021 [pag. 78 ff.], Einvernahme an der erstinstanzlichen Haupt-
verhandlung vom 12. Mai 2022 [pag. 554 ff.]) und die Zeugenaussagen von 
S.________ anlässlich der vorinstanzlichen Verhandlung vom 12. Mai 2022 (pag. 
546 ff.) vor. Bereits die Vorinstanz hat diese im Wesentlichen aufgelistet und zu-
sammengefasst, darauf kann vorab verwiesen werden (pag. 613 ff., S. 12 ff. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 617 f., S. 16 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung). Soweit sich Ergänzungen resp. Präzisierungen aufdrängen, er-
folgen diese im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen.

18

9.5 Würdigung der Kammer

Mit der Vorinstanz bestehen auch nach Ansicht der Kammer keinerlei aktenkundi-
gen Hinweise, wonach der Beschuldigte die von ihm gemietete Wohnung an der 
I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft) an Dritte untervermietet oder zur 
Verfügung gestellt hätte. Vielmehr lassen die im Rahmen der Hausdurchsuchungen 
sichergestellten Gerätschaften wie Ventilationszubehör (pag. 57), Transformatoren, 
Pflanzentöpfe, Gartenscheren und Einweghandschuhe (pag. 58; pag. 60; pag. 62), 
Minigrip (pag. 62; pag. 63), ein Joint (pag. 59), Plastikschüssel (pag. 63), Trockner 
und Mischer (pag. 91), Pestizid (pag. 92), eine Vakuummaschine (pag. 93) sowie 
Pflanzenabfälle (pag. 64) aber auch die festgestellten Löcher in den Decken (pag. 
85 ff.), die Stromverkabelung durch die Wohnung zum (pag. 94 f.; pag. 97) und die 
Bezeichnungen «Lampen» und «Wasser» am Stromkasten (pag. 96) keinen ande-
ren Schluss zu, als dass der Beschuldigte in der Wohnung eine Indooranlage für 
den Pflanzenanbau betrieb. Die 3.5-Zimmerwohnung mit ca. 70 m2 im 2. OG (pag. 
256) bot räumlich hinreichend Platz für den Betrieb einer Anlage. Die Growzelte 
wurden wohl entsprechend den Löchern in der Decke auf den aktenkundigen Fotos 
in den Wohn-, Schlaf- oder Esszimmerräumen angebracht (pag. 85 ff.). Das Strom-
tableau, welches vom Stromanschluss der Wohnung mit selbstgebauter 3-Pol Ver-
kabelung angeschlossen wurde, dürfte die Beleuchtung sowie Bewässerung der 
Pflanzen ermöglicht haben (pag. 54; pag. 94 ff.). Nicht nur im beschlagnahmten 
Trockner/Mischer (vgl. Ass.-Nr. 1 [pag. 53; pag. 99; pag. 141]), sondern auch der 
Edelstahlschüssel (vgl. Ass.-Nr. 3 [pag. 100; pag. 141]) und dem Joint (vgl. Ass.-
Nr. 2 [pag. 101; pag. 141]) konnte Marihuana mit einem THC-Gehalt von über 1% 
festgestellt werden, ebenso an der Plastikschüssel (vgl. Ass.-Nr. A2 [pag. 102; pag. 
160]), dem Minigrip (vgl. Ass.-Nr. A1 [pag. 103; pag. 160]) und den Pflanzenresten 
im Abfall (vgl. Ass.-Nr. A8 [pag. 104; pag. 160]). Für den Betrieb einer Anlage mit 
Pflanzen mit einem THC-Gehalt von über 1% spricht auch der Umstand, dass der 
Beschuldigte trotz seines eigentlichen Wohnsitzes an der G.________(Adresse) in 
H.________(Ortschaft) eine zweite Wohnung in J.________ (Ortschaft) mietete. 
Die Massnahme der Miete einer zweiten Wohnung mitten in der Stadt 
J.________(Ortschaft) wäre beim Anbau von legalem Marihuana sicherlich nicht 
notwendig gewesen, sondern hätte in einer zweckmässigeren Umgebung erfolgen 
können. Künstlich belichtetes und unter konstanter Wärme wachsendes Indoor-
Marihuana entwickelt sodann erfahrungsgemäss einen höheren THC-Gehalt als 
Marihuana aus Aussenplantagen. Die Tatsache, dass die Pflanzenreste in einem 
der sichergestellten Minigrip (Ass.-Nr. A3 [pag. 105; pag. 160]) CBD aufwies, än-
dert an dieser Schlussfolgerung nichts. Wenn die Verteidigung mit Hinweis auf 
HUG-BEELI (HUG-BEELI, in: Basler Kommentar Betäubungsmittelgesetz, 2016, N. 
871 zu Art. 19 BetmG) vorbringt, es lägen keine verwertbaren Testergebnisse vor, 
da in den Akten lediglich THC-Schnelltests aufgeführt seien und keine ordnungs-
gemässen THC-Typisierungstests des IRM bzw. entsprechende Auswertungen 
(pag. 721), ist sie nicht zu hören. Zunächst bezieht sich die zitierte Lehrmeinung 
auf den mengenmässig schweren Fall im Sinne von Art. 19 Abs. 2 Bst. a des 
Betäubungsmittelgesetzes (BetmG; SR 812.121), dessen Anwendung das Bun-
desgericht in Bezug auf Cannabisprodukte explizit ausgeschlossen hat (BGE 117 
IV 314). Weiter ist für die Abgrenzung von legalem zu illegalem Cannabis der Ge-

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samt-THC-Gehalt massgebend (HUG-BEELI, a.a.O., N. 438 zu Art. 19 BetmG), was 
sich praxisgemäss mittels Schnelltests ermitteln lässt. Es bestehen keinerlei Hin-
weise, wonach die Schnelltests nicht zuverlässig gewesen wären. Als weiteres be-
lastendes Indiz sind die festgestellten daktyloskopischen Spuren des Beschuldigten 
auf den sichergestellten Vakuumbeuteln zu werten (vgl. pag. 124). Auf bzw. in zwei 
leeren aufgeschnittenen bzw. aufgerissenen Vakuumbeuteln der als Posten sicher-
gestellten Minigrip im Eckzimmer (vgl. Ass.-Nr. A3 [pag. 160]) fanden sich Pflan-
zenrückstände und ein Abdruck des linken Daumens (vgl. Ass. 003. und 003.1 
[pag. 126]) bzw. Abdrücke des linken Zeigefingers und rechten Mittelfingers des 
Beschuldigten (vgl. Ass. 004. und Ass. 004.2, 004.6 und 004.7 [pag. 127 f.]) und 
auf einem weiteren leeren und aufgeschnittenen Vakuumbeutel Abdrücke von Fin-
gern der rechten und linken Hand (vgl. Ass. 005. und 005.1 bis 005.8 [pag. 128 f.]). 
Mit den ebenfalls sichergestellten Schalen, einem Trocken- und einem Vakuum-
gerät sind die Abdrücke auf den Minigrip dadurch erklärbar, dass der Beschuldigte 
die Pflanzen nicht nur aufzog, sondern die geernteten Cannabisblüten zur Aufberei-
tung und Aufbewahrung verarbeitete und hierbei die Minigrip verwendete. Schliess-
lich passt in das Gesamtbild, dass der Beschuldigte die Wohnung – jedenfalls 
überwiegend – zum Zweck des Betriebs der Indooranlage gemietet haben dürfte, 
zumal er weiterhin an seinem Domizil in H.________(Ortschaft) angemeldet blieb 
(pag. 52). 

Für den tatsächlichen Betrieb der Anlage spricht der ab Oktober 2018 bis Oktober 
2019 überdurchschnittlich hohe Stromverbrauch (pag. 189; pag. 204), der gemäss 
Schreiben der P.________(Unternehmen) vom 24. November 2020 der Eigentüme-
rin bzw. der Verwaltung verrechnet wurde, da der Beschuldigte erst per 4. Oktober 
2019 angemeldet worden war (pag. 189). Der Verbrauch betrug in der fraglichen 
Periode insgesamt 25'371.0 kWh, was massiv über dem Durchschnitt des jährli-
chen Stromverbrauchs einer Wohnung mit einer Person von ca. 1'800.0 kWh liegt 
(vgl. dazu S. 1 des Faktenblatts von energieschweiz «Stromverbrauch eines typi-
schen Haushalts» vom August 2021, abrufbar unter: https://pubdb.bfe.admin.ch 
[zuletzt abgerufen am 20. Juni 2023]). Eindrücklich zeigt sich dies auch im Ver-
gleich zum Verbrauch der Vorperiode von 2'230 kWh (pag. 205) und der darauffol-
genden Periode von Oktober 2019 bis Oktober 2020 von 3'012.0 kWh (pag. 192). 
Ein derart hoher Stromverbrauch lässt sich einzig mit dem Betrieb einer Indooran-
lage plausibel erklären. Der Umstand, dass dieser von Oktober 2019 bis Oktober 
2020 wieder tiefer ausgefallen ist, dürfte gemäss Schreiben der 
P.________(Unternehmen) damit zusammenhängen, dass am 9. Juni 2020 auf-
grund unbezahlter Rechnungen die Stromzufuhr unterbrochen wurde (pag. 189). 
Da Marihuanapflanzen u.a. Wärme und Licht benötigen, konnte das Wachstum 
mangels Stromversorgung nicht mehr uneingeschränkt sichergestellt werden. Al-
lerdings musste es dem Beschuldigten noch möglich gewesen sein, die Pflanzen 
zu ernten; so fanden sich im Rahmen der Hausdurchsuchung vom 23. September 
2020 Pflanzenanhaftungen im Trockner, einer Schüssel, in Minigrip und im Abfall-
eimer. Ferner macht Sinn, dass die Anlage zu diesem Zeitpunkt bereits abgebaut 
und die Pflanzen weggeschafft worden waren, zumal dem Beschuldigten der Miet-
vertrag aufgrund ausstehender Mietzinszahlungen per 31. Juli 2020 gekündigt wor-
den war (pag. 223 f.). Der erhöhte Verbrauch im Zeitraum Oktober 2018 bis Okto-

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ber 2019 lässt ebenfalls den Schluss zu, dass der Beschuldigte die Anlage sogleich 
nach seinem Einzug in Betrieb nahm, da die Stromabrechnung per Oktober 2019 
nach Mietbeginn vom 1. Januar 2019 bereits einen derart hohen Verbrauch zu Ta-
ge trug. 

Die Kammer erachtet die Aussagen des T.________ (Funktion) der Ermittlungen 
gegen den Beschuldigten, S.________, als glaubhaft. Diese stimmen im Wesentli-
chen mit den weiteren Beweismitteln überein und S.________ gab an, wenn er sich 
nicht sicher war (pag. 546, Z. 32 f.; pag. 547, Z. 53; pag. 548, Z. 33) oder etwas 
nicht mehr wusste (pag. 547, Z. 12 und Z. 25). Gemäss seiner Aussage hätten die 
Stromverkabelung, der Marihuanatrockner mit Marihuanaanhaftungen und diverse 
kleinere Sachen wie Handschuhe und Gartenscheren darauf hingedeutet, dass in 
der Wohnung Marihuana angepflanzt worden sei (pag. 547, Z. 7 ff.). Die Menge si-
chergestellten Marihuanas wisse er nicht mehr, es sei nicht kiloweise gewesen. 
Das, was man getestet habe, sei THC-positiv gewesen (pag. 547, Z. 12 f.). Zwar 
bestätigte er die Angabe von O.________, wonach die Fenster in der Wohnung of-
fen gewesen seien (pag. 546, Z. 44), ein Taubenschlag auf einem Fenstersims 
oder in der Wohnung selbst, wie er beschrieb (pag. 546, Z. 44 ff.), ist den akten-
kundigen Fotodokumentationen allerdings nicht ersichtlich. Diese einzige auszu-
machende Unklarheit ändert indes nichts an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen. 

Der Beschuldigte selbst verweigerte die Aussagen (pag. 79, Z. 17 ff.; pag. 554, Z. 
14). Er gab einzig an, die Forderungen der Straf- und Zivilklägerin betreffend die 
entstandenen Kosten für die Instandsetzung der geltend gemachten Schäden in 
der Wohnung nicht anzuerkennen (pag. 83, Z. 212). Es ist das Recht des Beschul-
digten, sich selbst nicht belasten zu müssen und seine Aussage zu verweigern. 
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist es mit der Unschuldsvermutung 
allerdings unter gewissen Umständen vereinbar, das Aussageverhalten der be-
schuldigten Person in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen. Dies ist der Fall, 
wenn sich die beschuldigte Person weigert, zu ihrer Entlastung erforderliche Anga-
ben zu machen, bzw. wenn sie es unterlässt, entlastende Behauptungen näher zu 
substanziieren, obschon eine Erklärung angesichts der belastenden Beweisele-
mente vernünftigerweise erwartet werden darf (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1302/2020 vom 3. Februar 2021 E. 1.4.4. mit weiteren Hinweisen, nicht publ. in 
BGE 147 IV 176). Das Schweigen der beschuldigten Person darf in Situationen, die 
nach einer Erklärung rufen, bei der Gewichtung belastender Elemente mitberück-
sichtigt werden, es sei denn, die beschuldigte Person berufe sich zu Recht auf ein 
Zeugnisverweigerungsrecht (Urteile des Bundesgerichts 6B_299/2020 vom 13. No-
vember 2020 E. 2.3.3.; 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 4.4). Vorliegend 
machte der Beschuldigte keinerlei Angaben zu den Vorwürfen und lieferte damit 
auch keine Erklärung für die einschlägigen Sicherstellungen anlässlich der Haus-
durchsuchungen. Entgegen dem Einwand der Verteidigung (pag. 722) durfte die 
Vorinstanz mit Blick auf die hiervor zitierte bundesgerichtliche Rechtsprechung dar-
in ein weiteres, belastendes Indiz sehen. Angesichts der erdrückenden Beweislage 
wäre eine Erklärung des Beschuldigten vernünftigerweise zu erwarten gewesen. 
Die bereits dargelegten belastenden Indizien werden somit mit den Aussagen des 
Beschuldigten bzw. eben dessen Verweigerung abgerundet. 

21

Dass er CBD-Genetik betrieben habe, gab der Beschuldigte anlässlich der Haus-
durchsuchung in H.________(Ortschaft) lediglich informell gegenüber der Polizei 
an (pag. 55), was S.________ so bestätigte und anfügte, er habe dies angespro-
chen auf die Wohnung in J.________(Ortschaft) so gesagt (pag. 548, Z. 14 ff.). In 
diesem Moment sei er aber nicht bereits über sein Aussageverweigerungsrecht 
aufgeklärt worden (pag. 548, Z. 21 ff.). Da bei bloss informellen polizeilichen Befra-
gungen der Schutz der Verfahrensrechte der betroffenen Personen nicht ausrei-
chend gewährleistet werden kann, dürfen solche formlosen Äusserungen zumin-
dest dann nicht verwertet werden, wenn der Beschuldigte nachfolgend anlässlich 
der förmlichen Einvernahme die Aussage verweigert oder widersprechende Aussa-
gen tätigt (Urteil des Obergerichts des Kantons Bern SK 16 196 vom 30. April 2017 
E. 6.3. mit Hinweisen). Aufgrund der darauffolgenden Aussageweigerung seitens 
des Beschuldigten darf diese informelle Äusserung vorliegend nicht verwertet wer-
den. Die somit ausschliesslich seitens der Verteidigung im erstinstanzlichen Partei-
vortrag (pag. 561) und gemäss den Erwägungen im Entscheid ARR 20 332 vom 
21. Oktober 2020 im Entsiegelungsverfahren des Regionalen Zwangsmassnah-
mengerichts (pag. 179) vorgebrachte Erklärung, er habe CBD-Genetik betrieben, 
ist wie bereits dargelegt durch die weiteren Beweismittel widerlegt. Im Übrigen wä-
re es ihm auch hierzu möglich gewesen, sich anlässlich der vorinstanzlichen Ver-
handlung zu erklären. Der Beschuldigte wollte offensichtlich eine THC-
Indooranlage betreiben und tat dies auch. 

Hinsichtlich des Umfangs der Anlage ist nicht bekannt, wie viel der Wohnfläche von 
ca. 70 m2 (pag. 256) für den Betrieb der Indooranlage effektiv genutzt wurde. Da 
mit Blick auf die rechtliche Würdigung (E. III.11. hiernach) die genaue Grösse der 
Anlage und auch die konkret gewonnene Menge Marihuana nicht von Relevanz 
und bei der Strafzumessung nur von untergeordneter Bedeutung ist, kann dies of-
fenbleiben. Die Vorinstanz hat nachvollziehbar dargelegt, dass der Beschuldigte im 
fraglichen Zeitraum nur über ein sehr geringes Einkommen aus zahlreichen kleine-
ren Temporärjobs verfügte und sich der Betrieb der Indooranlage angesichts der 
dadurch anfallenden Mietkosten von monatlich CHF 1'250.00 (pag. 220) zuzüglich 
Stromkosten gelohnt haben musste. Dies jedenfalls bis zu einem Zeitpunkt, als die 
Rechnungen noch hätten bezahlt werden können (pag. 616, S. 15 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). 

Für die Kammer ergibt sich nach Würdigung sämtlicher Beweismittel ein Gesamt-
bild, das dem Sachverhalt, wie in Ziff.I.1. der Anklageschrift umschrieben, ent-
spricht. Der angeklagte Sachverhalt ist demnach erstellt.

Hinsichtlich der seitens der Straf- und Zivilklägerin geltend gemachten Schäden an 
der Mietwohnung monierte die Verteidigung, in der Fotodokumentation seien auf 
teils unscharfen Fotos weder gravierende Schäden noch eine Indooranlage ersicht-
lich. Als Beweis tauge die Fotodokumentation auch nicht, da nicht feststehe, von 
wann die darin enthaltenen Bilder datierten. So könne es durchaus sein, dass die 
von der Straf- und Zivilklägerin reklamierten Schäden vorbestehend gewesen sei-
en. Bezeichnenderweise habe sie das Wohnungsübernahmeprotokoll zur Zeit der 
Wohnungsübernahme durch den Beschuldigten nie zu den Akten gereicht (pag. 
722). Auf der seitens der Straf- und Zivilklägerin eingereichten Fotodokumentation 

22

sind eine Reihe von Abbildungen ersichtlich, die mit «Küche» (pag. 257), «Zim-
mer/Wände/Fenster» (pag. 257 ff.) und «Boden/Türe» (pag. 261 f.) bezeichnet 
sind. Im Besonderen imponiert die Übereinstimmung der Aufnahmen der Schäden 
an der Decke (pag. 260) und der Wand (pag. 258) mit den polizeilichen Fotos der 
Decke (pag. 85 bis pag. 88 und pag. 90) bzw. der Wand (pag. 89) sowie den An-
gaben von S.________ (pag. 548, Z. 32), wonach es diverse Löcher und Umwelt-
einflüsse wegen den offenen Fenster gehabt habe. Ferner geht der seitens der 
Straf- und Zivilklägerin eingereichten Kostenzusammenstellung vom 16. Februar 
2021 hervor, dass die Vornahme der ersten Schadensbehebungen am 
16. November 2020 erfolgte (pag. 389). Da die Wohnung gemäss Anzeigerapport 
vom 1. Juni 2021 im Anschluss an die Hausdurchsuchung vom 9. November 2020 
entsiegelt wurde (pag. 54; pag. 142), dürften die Aufnahmen im Zeitraum zwischen 
der Freigabe der Wohnung durch die Staatsanwaltschaft und dem Beginn der Re-
paraturarbeiten aufgenommen worden sein. Es ist nicht ersichtlich, weswegen die 
Straf- und Zivilklägerin falsche Angaben gemacht haben sollte. Dass sie vorbeste-
hende Schäden ebenfalls geltend gemacht hätte, erscheint doch mehr als unwahr-
scheinlich, zumal dem Schreiben der R.________ AG an die 
Q.________(Verwaltung) vom 6. Februar 2019 mit der Übermittlung der Angaben 
des Beschuldigten hervorgeht, dass die Wohnung vor dem Mieterwechsel renoviert 
worden sei («Küche neu», «Farbe neu», «Bodenbeläge und Sockelleisten neu», 
«WC, Lavabo, Bedezimmermöbel [sic] neu» [pag. 381]). Die Tatsache, dass die 
Straf- und Zivilklägerin das Wohnungsübernahmeprotokoll zur Zeit des Einzugs des 
Beschuldigten nicht zu den Akten reichte, vermag die Beweiskraft der geltend ge-
machten Schäden nicht in Zweifel zu ziehen. Auch die Rechnungsstellung durch 
O.________ der R.________ AG und die Auflistung von Materialaufwänden in ei-
ner Mail desselben als Vertreter der Straf- und Zivilklägerin (pag. 723) ist nicht zu 
beanstanden. Denn dem Abstellen auf die Angaben der Geschädigten steht für die 
Schätzung des Deliktbetrags nichts entgegen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_544/2012 vom 11. Februar 2013 E. 7.3). Ferner wäre es dem Beschuldigten als 
damaliger Mieter der Wohnung auch bezüglich des Vorwurfs der Sachbeschädi-
gung freigestanden, sich zu erklären, wenn er der Meinung gewesen wäre, die 
Schäden seien anderweitig entstanden resp. von jemand anderem verursacht wor-
den. Er beschränkte sich aber einzig darauf, die von der Straf- und Zivilklägerin gel-
tend gemachte Forderung für die Instandsetzung der Schäden in der Wohnung 
nicht anzuerkennen (pag. 83, Z. 212) und verweigerte ansonsten seine Aussagen. 
Es kann auf die zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (pag. 
618, S. 17 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), denen sich die Kammer an-
schliesst:

Gestützt auf die erhobenen Beweise steht fest, dass die vom Beschuldigten angemietete Wohnung an 
der I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft) erheblichen Schaden nahm. So ist erstellt, dass 
unter anderem Schäden an Türen, Fenstern, Tür- und Fensterrähmen, an den Wänden und Decken, 
dem Boden, an Küchentheken und Holzabdeckungen entstanden sind. Auch die selbsterrichteten 
Stromverkabelungen mussten zurückgebaut werden. Taubenschlag oder dergleichen konnte demge-
genüber keiner festgestellt werden. Dennoch sind insbesondere im Bereich um die Fensterrähmen 
mögliche Umwelteinflüsse (Nassflecken) ersichtlich, welche mit an Sicherheit grenzender Wahr-
scheinlichkeit auf die Nebeneffekte der Indooranlage wie z.B. erhöhte Feuchtigkeit oder auch auf die 

23

sonstige Vernachlässigung der Wohnung zurückzuführen sind. Naheliegend ist auch, dass aufgrund 
der notwendigen Beleuchtungsanlagen und der dadurch entstehenden Hitze die Fenster ständig 
geöffnet bleiben mussten, was zusätzliche Schäden begünstigt. Auch wurde durch die notwendigen 
Geräte und Anstalten offensichtlich auch die Böden, Fenster und Türen in Mitleidenschaft gezogen. 
Mit Blick auf den Stromverbrauch ist davon auszugehen, dass in dieser Wohnung eine regelrechte 
Gärtnerei betrieben wurde, weshalb Schimmelbildung und sonstige Schäden die logische Folge wa-
ren. Alles in Allem konnte die Wohnung in diesem Zustand nicht weitervermietet werden.

Hinsichtlich der Höhe des Sachschadens gilt vorab festzuhalten, dass Schätzungen 
grundsätzlich zulässig sind (BGE 136 IV 117 E. 4.3.2; vgl. auch Urteil des Bundes-
gerichts 6B_571/2020 vom 30. Juni 2021 E. 2.4.4). Hinweise, wonach die fragli-
chen Positionen nicht wahrheitsgetreu erhoben bzw. geltend gemacht worden 
wären, sind den Akten nicht zu entnehmen. Die Vorinstanz erwog, der Deliktsbe-
trag setze sich aus sämtlichen Schäden am Gebäude zusammen, die von 
O.________ repariert worden seien, und Aufwände, die nicht in direktem Zusam-
menhang mit der Reparatur stünden, würden für diese Berechnung nicht berück-
sichtigt (pag. 633, S. 32 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Dies ist nicht zu 
beanstanden. Von den mit «Schadenbehebung» bezeichneten Aufwänden, der 
Reinigung, dem Bauleitungsaufwand inkl. Fahrzeug, den Maschinen und Werkzeug 
sowie dem Material inkl. Transporte gemäss der Rechnung vom 16. Februar 2021 
(pag. 389 f.) und gemäss E-Mail vom 14. Februar 2021 (pag. 391) sind demnach 
die sonstig geltend gemachten Aufwände in der Höhe von CHF 10'252.00 (pag. 
389) abzuziehen (vgl. pag. 618, S. 17 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), 
woraus eine Schadenssumme von CHF 23'418.10 resultiert. Der Annahme eines 
höheren Betrags stünde sodann das Verschlechterungsverbot entgegen (vgl. E. I.6. 
hiervor). Wenn die Verteidigung dagegen pauschal vorbringt, die reklamierte Scha-
denssumme, sich zusammensetzend aus einem Betrag von angeblich CHF 
33'670.10 und dem angeblichen Mietzinsausfall von CHF 6'250.00 sei viel zu hoch 
und auch nicht belegt (pag. 723), ist sie nicht zu hören. 

Ebenso wenig überzeugt die Tat- und Rechtsfragen umfassende Argumentation 
der Verteidigung, die Schäden würden höchstens zivilrechtliche Mängel am Mietob-
jekt, insbesondere übermässigen Gebrauch, belegen, und es sei kein vorsätzliches 
Handeln des Beschuldigten betreffend den Vorwurf der Sachbeschädigung erstellt 
(pag. 723; vgl. zur Rechtsfrage E. III.12.2 hiernach). Die Beschädigungen an 
Fensterrähmen und Türen, Abdeckungen der Küche, Böden, Wänden sowie der 
Decke sind, wie dargelegt, mit den zwangsläufigen Folgen des Betriebs einer In-
dooranlage in einer Wohnung gut vereinbar (vgl. auch die zutreffenden Ausführun-
gen der Straf- und Zivilklägerin in der Stellungnahme vom 14. Dezember 2022 
[pag. 735]). Dass sowohl aufgrund der Installation der Growzelte an der Decke als 
auch der durch die Bewässerung und Beleuchtung der Pflanzen entstandenen 
Feuchtigkeit und Schimmel Holz und Wände Schaden nehmen können, entspricht 
allgemeiner Erfahrung. Angesichts der vergleichsweise kurzen Mietdauer von 1.5 
Jahren lassen sich derartige Schäden nicht mit einer übermässigen, sondern einzig 
einer derartigen, zweckwidrigen Nutzung erklären. Im Übrigen hat die Nutzung ei-
ner Mietwohnung zu illegalem Betäubungsmittelanbau nichts mit übermässigem 
Gebrauch zu tun. Der Beschuldigte nahm diese Beschädigungen offensichtlich in 
Kauf.

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Demnach ist auch der in Ziff. I.2. der Anklageschrift angeklagte Sachverhalt erstellt 
mit der Präzisierung, dass die Schadenssumme CHF 23'418.10 beträgt. 

10. Vorwurf des unsorgfältigen Aufbewahrens von Waffen und Munition als Pri-
vatperson (Ziff. I.6. der Anklageschrift)

10.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift

Dem Beschuldigten wird mit Anklageschrift vom 21. September 2021 das unsorg-
fältige Aufbewahren von Waffen und Munition als Privatperson, begangen am 
25. Oktober 2019 und früher in H.________(Ortschaft), vorgeworfen, indem er in 
der von seiner Mutter gemieteten Wohnung in seinem Schlafzimmer drei Langwaf-
fen (Gewehre), unverschlossen an der Wand lehnend, sowie zu den Gewehren 
passende Munition, unverschlossen auf dem Nachttisch liegend, aufbewahrte und 
sie dadurch nicht vor dem Zugriff unberechtigter Dritter schützte. Dabei habe der 
Beschuldigte die unsorgfältige Lagerung der drei Langwaffen zumindest in Kauf 
genommen (pag. 295).

10.2 Unbestrittener / bestrittener Sachverhalt

Der Beschuldigte stellt nicht in Abrede, die drei Langwaffen sowie dazugehörige 
Munition besessen zu haben. Gemäss polizeilicher Auskunft verfügt er über einen 
entsprechenden Waffenschein (pag. 218). Sodann werden auch die polizeilichen 
Feststellungen anlässlich der Hausdurchsuchung vom 25. Oktober 2019, wonach 
die Waffen an der Wand angelehnt und die Munition unverschlossen aufbewahrt 
worden waren, nicht bestritten (vgl. die Ausführungen der Verteidigung in der Beru-
fungsbegründung [pag. 723]). Strittig ist demgegenüber, was unter einer sorgfälti-
gen Aufbewahrung und dem Schutz vor dem Zugriff unberechtigter Dritter zu ver-
stehen ist bzw. ob der Beschuldigte mit seiner Art der Aufbewahrung gegen diese 
Norm verstossen hat. Namentlich ist unklar, ob der Beschuldigte die Waffen und 
Munition jeweils anders aufbewahrte, als anlässlich der Hausdurchsuchung festge-
stellt. 

10.3 Beweismittel

Als Beweismittel berücksichtigt die Kammer im Wesentlichen den Anzeigerapport 
vom 29. Juli 2021 (pag. 68 ff.), das Durchsuchungsprotokoll vom 25. Oktober 2019 
(pag. 134 f.), ein Verbal der Staatsanwaltschaft Besondere Aufgaben vom 
15. November 2019 (pag. 217 f.), ein Schreiben der vormaligen Rechtsvertretung 
des Beschuldigten, Rechtsanwalt U.________, vom 31. Oktober 2019 (pag. 229) 
und die Einvernahme des Beschuldigten an der erstinstanzlichen Hauptverhand-
lung vom 12. Mai 2022 (pag. 554 ff.). Die Vorinstanz hat die verfügbaren Beweis-
mittel zusammengefasst, weshalb vorab darauf verwiesen werden kann (pag. 627 
f., S. 26 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; pag. 630, S. 29 der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung). Drängen sich Ergänzungen oder Präzisierungen auf, 
werden diese in den nachfolgenden Erwägungen aufgegriffen. 

10.4 Erwägungen der Kammer

Die Vorinstanz führte zur Beweiswürdigung aus, was folgt (pag. 630 f., S. 29 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

25

Der Beschuldigte äusserte sich nicht zu den gemachten Vorwürfen. Anders als beim gefundenen 
Schalldämpfer (vgl. Ziff. II.4.4 hiervor) ist unter Bezugnahme auf das Schreiben von Rechtsanwalt 
U.________ allerdings erstellt, dass es sich um Waffen handelt, die zweifelsfrei dem Beschuldigten 
gehören und unter das Waffengesetz fallen. Nach den Feststellungen der Polizei waren diese drei 
Waffen im Moment der Hausdurchsuchung im Zimmer des Beschuldigten hinter der Türe an die Wand 
gelehnt und die Munition unverschlossen im Nachttisch. In seinem Plädoyer vom 12.05.2022 führte 
Rechtsanwalt B.________ aus, dass der Beschuldigte im Zimmer bei den Waffen gewesen sei, als 
diese gefunden wurden und daher kein unsorgfältiges Aufbewahren angenommen werden dürfe (pag. 
562). Es gibt allerdings keinerlei Anhaltspunkte, dass diese Waffen und die Munition ansonsten an-
derweitig aufbewahrt worden wären und sie sich nur genau in diesem Moment vorübergehend aus 
besonderen Umständen dort befanden. Dies wurde denn von der Verteidigung auch nicht konkret 
dargelegt. Ohnehin geht aus dem von der Verteidigung zitierten Dokument nicht hervor, ob sich der 
Beschuldigte tatsächlich bei den Waffen befand. Aufgrund der gesamten Beweislage gilt der Sach-
verhalt als im Sinne der Anklage erstellt.

Was die Verteidigung diesbezüglich vorbringt, verfängt nicht (pag. 724). Gegen die 
Darstellung, dass die Waffen bzw. die Munition üblicherweise anders aufbewahrt 
wurden, sprechen die gesamten Umstände. Gemäss Anzeigerapport vom 
29. Juli 2021 wohnte der Beschuldigte im Zeitpunkt der Hausdurchsuchung mit sei-
ner Mutter zusammen und hatte ein eigenes Zimmer, welches in der Regel nicht 
abgeschlossen gewesen sei (pag. 69). Entsprechend dem Durchsuchungsprotokoll 
vom 25. Oktober 2019 wurden zwar einzig das Schlafzimmer und der Keller durch-
sucht, allerdings sind den Akten keine Hinweise zu entnehmen, wonach sich ir-
gendwo ein Waffenschrank oder dergleichen befunden hätte. Die Hausdurchsu-
chung fand an einem Freitag zwischen 14:20 Uhr und 15:30 Uhr statt (pag. 134). 
Weshalb der Beschuldigte seine Waffen gerade an diesem Freitagnachmittag aus-
nahmsweise an die Wand seines Zimmers anlehnte und die Munition unverschlos-
sen im Nachttisch aufbewahrte, erhellt nicht. Wenn die Verteidigung weiter vor-
bringt, aufgrund der Anwesenheit des Beschuldigten im Zimmer seien die Waffen 
bzw. Munition nicht unbeaufsichtigt gewesen und der Beschuldigte hätte im Falle 
des Zugriffes unberechtigter Dritter intervenieren können (pag. 723 f.), geht dies an 
der Sache vorbei. Angesichts des Umstands, dass der Beschuldigte jagt und über 
ein entsprechendes Patent verfügt (vgl. die Eingabe des vormaligen amtlichen Ver-
teidigers Rechtsanwalt U.________ [pag. 229]), musste er sich seiner Pflichten be-
züglich Aufbewahrung bewusst sein. Stehen drei Langwaffen derart offen mit pas-
sender Munition im unverschlossenen Nachttisch herum, vermag auch die zweit-
weise Anwesenheit des Beschuldigten im Zimmer nichts an der Gefahr eines unbe-
rechtigten Zugriffes – auf die es letztlich ankommt (vgl. E. III.13. hiernach) – zu än-
dern. Die Kammer schliesst sich somit vollumfänglich den Ausführungen der Vorin-
stanz an. 

Da demnach davon auszugehen ist, dass der Beschuldigte die Waffen und die Mu-
nition bereits vor der Hausdurchsuchung derart aufbewahrt hatte, würde der Tat-
zeitraum der Widerhandlung wie angeklagt, d.h. am 25. Oktober 2019 und früher, 
vorliegen. Die Vorinstanz legte den Tatzeitpunkt allerdings auf den 25. Oktober 
2019 fest, weshalb einer Ausdehnung des Tatzeitraums das Verschlechterungs-
verbot entgegensteht (vgl. E. I.6. hiervor). Der Sachverhalt gemäss Ziff. I.6. der An-
klageschrift ist demnach erstellt mit der Präzisierung, dass die Widerhandlung am 

26

25. Oktober 2019 festgestellt wurde. Ebenfalls ist der angeklagte Sachverhalt da-
hingehend zu präzisieren, als die Munition nicht auf, sondern im Nachttisch aufbe-
wahrt wurde.

III. Rechtliche Würdigung

11. Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 Bst. a 
BetmG)

11.1 Theoretische Grundlagen

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen zu Art. 19 Abs. 1 BetmG korrekt 
wiedergegeben, weshalb integral darauf verwiesen werden kann (pag. 631; S. 30 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

11.2 Subsumtion

Die Kammer schliesst sich der rechtlichen Subsumtion der Vorinstanz, auf die ver-
wiesen wird (pag. 632, S. 31 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung), in vollem 
Umfang an:

Indem der Beschuldigte an der I.________(Adresse) in J.________(Ortschaft) eine Wohnung mietete 
und in dieser im Zeitraum vom 01.01.2019 bis am 31.07.2020 eine Indooranlage betrieb, in welcher 
Cannabis angebaut wurde, hat er den Tatbestand des Anbaus von Betäubungsmitteln ohne Weiteres 
erfüllt. Das Beweisverfahren hat ergeben, dass der Beschuldigte die Cannabispflanzen mittels auf-
wändiger Pflege (Beleuchtung, Giessen, Aussprühen von Schädlingsschutz/Pestiziden, Einrichtung 
von Growingzelten, Ernten) kultivierte. Das dadurch gewonnene Marihuana wies sodann nachweislich 
einen THC-Gehalt von über einem Prozent aus. 

Die tatsächlich hergestellte Menge an Cannabis und somit auch der erzielte Umsatz bzw. Gewinn 
lässt sich rückwirkend nicht mehr erörtern. 

Der Beschuldigte handelte beim Anbau der Betäubungsmittel direktvorsätzlich. Sein Wille war offen-
sichtlich darauf gerichtet, Hanfblüten mit einem THC-Gehalt über dem Grenzwert von 1 % ernten zu 
können. Dies wollte er auch, anders hätte er die Zweitwohnung mit an Sicherheit grenzender Wahr-
scheinlichkeit gar nicht erst finanzieren können. 

Ergänzend bzw. präzisierend ist festzuhalten, dass gemäss Beweisergebnis 6 der 
7 beprobten Marihuanaanhaftungen THC-Gehalte von über 1% aufwiesen. Die ge-
wonnenen Hanfpflanzen stellen demnach zweifelsohne verbotene Betäubungsmit-
tel dar. Der Beschuldigte wusste im Zeitpunkt seiner Handlungen um den Anbau 
von Marihuana mit einem THC-Gehalt von über 1%. Er ermöglichte mit der Miete 
der Wohnung sowie der Strom- und Wasserversorgung den Betrieb dieser Anlage 
fortwährend und erntete bzw. verarbeitete die gewonnenen Blüten. Rechtferti-
gungs- oder Schuldausschliessungsgründe sind keine ersichtlich.

Der Beschuldigte ist demnach der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz, begangen durch Anbau einer unbekannten Menge von Marihuana im Zeit-
raum vom 1. Januar 2019 bis am 31. Juli 2020 in J.________(Ortschaft), schuldig 
zu sprechen.

27

12. Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB)

12.1 Theoretische Grundlagen

Vorab kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden 
(pag. 632, f., S. 31 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung).

Ergänzend ist anzumerken, dass sich Umfang und Grenzen des Gebrauchsrechts 
des Mieters in erster Linie nach dem Vertrag bestimmen; subsidiär ist auf die 
Zweckbestimmung der Mietsache abzustellen. Der Mieter ist nur zu vertrags-
gemässem Gebrauch berechtigt (vgl. Art. 256 des Bundesgesetzes über das Obli-
gationenrecht [OR; SR 220]), daneben auch, unabhängig vom Vertrag, zu sorgfälti-
gem Gebrauch verpflichtet (Art. 257f OR). Endet das Mietverhältnis, muss der Mie-
ter die Sache gemäss Art. 267 Abs. 1 OR in dem Zustand zurückgeben, der sich 
aus dem vertragsgemässen Gebrauch ergibt. Der Vermieter muss sich folglich – 
abweichende vertragliche Vereinbarungen vorbehalten – Eingriffe des Mieters, die 
über den blossen Unterhalt und Gebrauch der Sache hinausgehen, nicht gefallen 
lassen. Er kann vielmehr frei entscheiden, ob er einer Änderung der Mietsache 
durch den Mieter zustimmen will oder nicht. Erteilt der Vermieter seine Zustim-
mung, gelten die vom Mieter vorgenommenen Änderungen als genehmigt. Liegt 
hingegen eine vertragswidrige Nutzung der Mietsache vor, entfällt freilich auch die 
Möglichkeit, als Sachbeschädigung qualifizierte Verhaltensweisen gestützt auf das 
Mietrechtsverhältnis bzw. die mietrechtlichen Bestimmungen zu rechtfertigen (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 6S.388/2003 vom 3. Februar 2004 E. 3; WEISSENBER-
GER, a.a.O., N. 93 zu Art. 144 StGB).

12.2 Subsumtion

Bezüglich des objektiven und subjektiven Tatbestands wird auf die korrekten Erwä-
gungen der Vorinstanz verwiesen, denen sich die Kammer anschliesst (pag. 633, 
S. 32 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Vorwegnehmend ist festzuhalten, dass aufgrund des Deliktbetrags die Schwelle zur qualifizierten 
Sachbeschädigung nach Art. 144 Abs. 3 StGB überschritten wurde, weshalb seitens der Privatkläger-
schaft kein Strafantrag notwendig ist. Nichtsdestotrotz wurde ein solcher gestellt (pag. 65). 

Der Beschuldigte mietete die Wohnung der C.________ an der I.________ (Adresse) in 
J.________(Ortschaft) im Zeitraum vom 01.01.2019 bis zum 31.07.2020. Dem Beweisverfahren kann 
entnommen werden, dass der Beschuldigte die Wohnung während der Mietdauer so stark beschädig-
te, dass eine direkte Weitervermietung verunmöglicht wurde. Die Tathandlung des Beschuldigten 
stellt die Beschädigung der Wohnung dar, an welcher wie angedeutet ein fremdes Eigentumsrecht der 
C.________ besteht. Wie Ziff. III.1 hiervor entnommen werden kann, verwendete der Beschuldigte die 
Wohnung zum Betrieb einer Indooranlage. Dafür wurde neben zahlreichen kleineren Modifikationen 
an der Wohnung unter anderem auch ein Schaltkasten installiert, die entsprechende Verkabelung 
musste gesperrt und von einem Experten begutachtet werden. Die Verwendung einer gewöhnlichen 
Mietwohnung zwecks Anbau von Marihuana ist offensichtlich nicht mehr von der zweckgerechten 
Verwendung einer solchen gedeckt. Wie gesehen kann die Eigentümerin einer Mietsache bei einer 
derartigen Zweckentfremdung auch strafrechtlich gegen den Mieter vorgehen (vgl. auch BGer 
6S.388/2003 vom 03.02.2004, E. 3). 

28

Der Deliktsbetrag beläuft sich auf CHF 23'418.10 und wurde im Rahmen des Beweisverfahrens hin-
reichend belegt. Dieser setzt sich zusammen aus sämtlichen Schäden am Gebäude (vgl. II.4.2.3 hier-
vor), welche anschliessend von O.________ repariert wurde. Aufwände von O.________, die nicht in 
direktem Zusammenhang mit der Reparatur standen, wurden zur Berechnung der Deliktssumme nicht 
berücksichtigt. Das Gericht erachtet die geltend gemachten Aufwände als angemessen und plausibel, 
insb. mit Blick darauf, dass die Wohnung vor dem Mietantritt des Beschuldigten gerade teilweise neu 
renoviert war (vgl. pag. 381) und sich der Beschuldigte nur für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum 
in der Wohnung aufhielt. Es handelt sich ohne Weiteres um einen grossen Sachschaden im Sinne 
von Art. 144 Abs. 3 StGB. 

Dem Beschuldigten kann kein direkter Vorsatz nachgewiesen werden. Beim Betrieb einer Indooranla-
ge in einer Wohnung ist aber zwangsläufig damit zu rechnen, dass Schäden entstehen, sei es auf-
grund der allenfalls notwendigen Stromverkabelungen, aufgrund der dafür notwendigen handwerkli-
chen Vorrichtungen und Installationen oder aufgrund der notwendigen gärtnerischen Tätigkeiten. Der 
Beschuldigte hat demnach in Kauf genommen, die Wohnung zu beschädigen und handelte daher 
eventualvorsätzlich.

Dass die Kammer den Begriff der Schadenssumme statt des Deliktsbetrags ver-
wendet, ändert an diesen korrekten Ausführungen nichts. Wenn die Verteidigung 
geltend macht, die Schäden seien höchstens zivilrechtliche Mängel am Mietobjekt 
(pag. 723), geht sie offenbar davon aus, dass im Mietvertrag ein Rechtfertigungs-
grund für das Verhalten des Beschuldigten zu erblicken sei. Die Verwendung der 
Wohnung zum Betrieb einer Hanfindooranlage ist durch den Vertrag, der die Nut-
zung der Mietsache zu Wohnzwecken vorsieht (vgl. Ziff. 6. des Mietvertrags vom 8. 
Mai 2019 i.V.m. Ziff. 8.1 AVB 2014 [pag. 369; pag. 372]), zweifellos nicht gedeckt. 
Demnach liegt eine vertragswidrige Nutzung der Mietsache durch den Beschuldig-
ten vor, weshalb die als Sachbeschädigung qualifizierte Verhaltensweise des Be-
schuldigten gestützt auf das Mietrechtsverhältnis bzw. die mietrechtlichen Bestim-
mungen nicht zu rechtfertigen ist. Schuldausschliessungsgründe sind nicht ersicht-
lich.

Der Beschuldigte hat sich somit der qualifizierten Sachbeschädigung nach Art. 144 
Abs. 3 StGB, begangen im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis am 31. Juli 2020 in 
J.________(Ortschaft) zum Nachteil der Straf- und Zivilklägerin (Schadenshöhe 
CHF 23'418.10), schuldig gemacht.

13. Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 34 Abs. 1 Bst. e WG)

13.1 Theoretische Grundlagen

Auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zum objektiven und subjektiven 
Tatbestand von Art. 34 Abs. 1 Bst. e und Art. 26 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 
Waffen, Waffenzubehör und Munition (WG; BSG 514.54) kann vorab verwiesen 
werden (pag. 640, S. 39 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Ergänzend ist auf Folgendes hinzuweisen: Art. 34 Abs. 1 Bst. e WG schützt primär 
allgemeine Interessen. Die Straftat des unsorgfältigen Aufbewahrens ist ein abs-
traktes Gefährdungsdelikt. Der Tatbestand ist erfüllt, wenn und weil eine Waffe etc. 
nicht sorgfältig aufbewahrt wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_884/2013 vom 
9. Oktober 2014 E. 3.4.3.). Die zu treffenden Sicherheitsvorkehrungen haben sich 

29

nach den jeweiligen Umständen zu richten. Seine Sorgfaltspflichten erfüllt nicht, 
wer als Sportschütze Waffen und Munition im ganzen Haus «frei zugänglich» her-
umliegen lässt, wer eine schussbereite Waffe im verschlossenen Kofferraum eines 
auf einem fremden Grundstück abgestellten Fahrzeugs respektive im unverschlos-
senen Handschuhfach eines unbewacht abgestellten verschlossenen Autos ver-
wahrt oder nachts unter sein Kopfkissen legt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_884/2013 vom 9. Oktober 2014 E. 3.3.3.). 

13.2 Subsumtion

Diesbezüglich führte die Vorinstanz aus, was folgt (pag. 640, S. 39 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung):

Die beim Beschuldigten vorgefundenen drei Langwaffen gelten ohne Weiteres als Waffen im Sinne 
des Waffengesetzes und sind daher gemäss Art. 26 Abs. 1 WG sorgfältig aufzubewahren und vor 
dem Zugriff unberechtigter Dritter zu schützen. Der Beschuldigte bewahrte die Waffen an der Wand 
angelehnt hinter seiner unverschlossenen Zimmertüre auf. Die Munition lag unverschlossen im Nacht-
tisch. Der Tatbestand des unsorgfältigen Aufbewahrens der Waffen, dessen Erfüllung an tiefe Anfor-
derungen geknüpft ist, ist klarerweise erfüllt: die Waffen sind, wenn sie derart offen herumstehen, 
nicht nur jedem Mitbewohner (wie etwa der Mutter des Beschuldigten, die ebenfalls dort wohnt) oder 
Besucher zugänglich, sondern können auch von allfälligen Einbrechern ohne Mühe behändigt wer-
den. 

Wie in der Beweiswürdigung dargelegt, gab es keinerlei Anhaltspunkte, dass diese Waffen und die 
Munition ansonsten anderweitig aufbewahrt worden wären und sie sich nur genau in diesem Moment 
vorübergehen aus besonderen Umständen dort befanden. 

Dem Beschuldigten war als Jäger bewusst, dass er die Waffen sorgfältiger verwahren müsste (vgl. 
pag. 229). Er handelte dementsprechend mindestens eventualvorsätzlich. Schuldausschliessungs- 
und/oder Rechtfertigungsgründe sind keine ersichtlich.

Diesen zutreffenden Erwägungen ist nicht viel anzufügen. Für erhöhte Sorgfalts-
pflichten sprechen die Mehrzahl an Waffen (Flinte, Karabiner, Büchse [pag. 135]) 
sowie die Tatsache, dass sich die passende Munition im gleichen Zimmer unver-
schlossen im Nachttisch befand, was eine Munitionierung ohne Weiteres erlaubt 
hätte. Zudem betreibt der Beschuldigte gemäss eigener Angaben den Jagdsport 
(vgl. die Ausführungen des vormaligen Verteidigers Rechtsanwalt U.________ 
[pag. 229]), was die erhöhte Sorgfaltspflicht akzentuiert. Obwohl Waffen und Muni-
tion getrennt voneinander aufbewahrt wurden, waren zumindest die Waffen auf den 
ersten Blick erkennbar und, wie die Munition, sofort greifbar. Weder hat der Be-
schuldigte die Waffen oder die Munition versteckt noch hat er den Nachttisch abge-
schlossen. Diesbezüglich ist auch das Vorbringen der Verteidigung, wonach keine 
Pflicht existiere, dass Waffen und Munition Zuhause zu jedem Zeitpunkt im Waf-
fenschrank eingeschlossen sein müssten (pag. 723), unbehelflich. Der Beschuldig-
te hat die Vorsichtsmassnahmen, welche möglich und von ihm erwartet werden 
durften, nicht beachtet und seinen Aufbewahrungspflichten ungenügend Rechnung 
getragen. Die Waffen inklusive Munition waren für Dritte in der Wohnung frei 
zugänglich. Dies trifft zweifelsohne in Bezug auf die Mutter des Beschuldigten, aber 
auch auf allfällige Besucher sowie Einbrecher und andere ungebetene Gäste zu. 

30

Der Beschuldigte hat sich folglich der Widerhandlung gegen das Waffengesetz, 
begangen durch unsorgfältiges Aufbewahren von Waffen und Munition als Privat-
person, festgestellt am 25. Oktober 2019 in H.________(Ortschaft), schuldig ge-
macht. 

IV. Strafzumessung

14. Allgemeine Grundlagen, Strafrahmen und Wahl der Strafart

Betreffend die allgemeinen Grundlagen der Strafzumessung kann auf die zutref-
fenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 641 f., S. 40 f. der 
erstinstanzlichen Urteilsbegründung). 

Nebst den rechtskräftigen Schuldsprüchen wegen einfacher Körperverletzung, Ge-
walt und Drohung gegen Behörden und Beamte und Hinderung einer Amtshand-
lung wird der Beschuldigte wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelge-
setz, qualifizierter Sachbeschädigung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz 
schuldig gesprochen. Als schwerste Straftat hat vorliegend die qualifizierte Sach-
beschädigung nach Art. 144 Abs. 3 StGB zu gelten. Aufgrund der fakultativen 
Strafschärfung (WEISSENBERGER, in: Basler Kommentar Strafgesetzbuch, 4. Aufl. 
2019, N. 98 zu Art. 144 StGB) beträgt der Strafrahmen drei Tagessätze Geldstrafe 
bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe. Die einfache Körperverletzung nach Art. 123 Ziff. 1 
StGB wird wie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte (Art. 285 Ziff. 1 
StGB) und die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz (Art. 19 Abs. 1 
Bst. a BetmG) jeweils mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe be-
straft. Die Hinderung einer Amtshandlung nach Art. 286 StGB ist mit Geldstrafe bis 
zu 30 Tagessätzen bedroht, für die Widerhandlung gegen das Waffengesetz ist ei-
ne Übertretungsbusse auszusprechen (Art. 34 Abs. 1 Bst. e WG i.V.m. Art. 333 
Abs. 3 StGB). Nach Ansicht der Kammer kommt vorliegend nur eine Geldstrafe als 
angemessene bzw. verhältnismässige Sanktion in Frage. Im Übrigen wäre ohnehin 
das Verschlechterungsverbot zu beachten (vgl. E. I.6. hiervor). Entsprechend ge-
langt das Asperationsprinzip gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB zur Anwendung und es 
wird eine Gesamtgeldstrafe zu bilden sein. Für die Widerhandlung gegen das Waf-
fengesetz ist eine separate Busse festzusetzen. 

Mit der Vorinstanz sind trotz Vorliegens von Strafschärfungs- und Strafmilderungs-
gründen keine aussergewöhnlichen Umstände ersichtlich, aufgrund welcher der or-
dentliche Strafrahmen zu verlassen wäre (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8 mit Hinweis; 
Urteil des Bundesgerichts 6B_853/2014 vom 9. Februar 2015 E. 4.2). Der Straf-
rahmen der Geldstrafe reicht vorliegend von mindestens drei bis zu höchstens 180 
Tagessätzen (Art. 34 Abs. 1 StGB) bzw. für die Busse bis zu CHF 10'000.00 (Art. 
106 Abs. 1 StGB).

15. Gesamtgeldstrafe

15.1 Einsatzstrafe für die qualifizierte Sachbeschädigung

15.1.1 Objektive Tatkomponenten

Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsguts

31

Die Richtlinien des Verbands Bernischer Richterinnen und Richter, Staatsanwältin-
nen und Staatsanwälte (VBRS, nachfolgend VBRS-Richtlinien; Stand vom 1. Janu-
ar 2020, gleichlautend vom 1. Januar 2021) sehen für gewisse Deliktskategorien 
normierte Strafen vor. Die Kammer ist nicht an diese Richtlinien gebunden, sie 
können jedoch als Orientierungspunkte dienen (Urteil des Bundesgerichts 
6B_510/2019 vom 8. August 2019 E. 4.3).

Geschütztes Rechtsgut des Tatbestands der Sachbeschädigung ist das fremde Ei-
gentum und damit das Vermögen. Angesichts des Sachschadens im Betrag von 
CHF 23'418.10 wurde die Qualifikationsgrenze gemäss Art. 144 Abs. 3 StGB deut-
lich überschritten und das geschützte Rechtsgut nicht unerheblich verletzt. Auch 
innerhalb des qualifizierten Tatbestands hängt die Bewertung der Tatschwere vom 
konkreten Ausmass des verursachten Schadens ab (HANS MATHYS, Leitfaden 
Strafzumessung, 2. Aufl. 2019, N. 104), und dieser fällt vorliegend durchaus ins 
Gewicht. Im Vergleich zu den VBRS-Richtlinien, die bei einem Referenzsachverhalt 
mit einer Schadenshöhe von CHF 300.00 eine Bestrafung mit 15 Strafeinheiten 
vorsehen (VBRS-Richtlinien, S. 47), ist die Schadenshöhe um ein Mehrfaches 
grösser und mit diesem Sachverhalt nicht vergleichbar. Wie die Vorinstanz richtig 
erwog, handelte es sich bei den Beschädigungen um gleichsam notwendige Be-
gleiterscheinungen der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Sie be-
trafen primär Decken, Wände und Abdeckungen sowie Fenster- und Türrahmen 
und gingen diesbezüglich nicht über das für den Betrieb der Anlage Notwendige 
bzw. Unvermeidbare hinaus. Das Ausmass des verschuldeten Erfolgs ist insge-
samt noch als leicht zu bezeichnen.

Art und Weise des Vorgehens / Verwerflichkeit des Handelns

Die Art und Weise des Tatvorgehens geht nicht über das für die Tatbestandsmäs-
sigkeit Erforderliche hinaus und der Beschuldigte handelte nicht besonders ver-
werflich. Entgegen der Vorinstanz (pag. 643, S. 42 der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung) wirken sich diese Umstände neutral und nicht stark strafmindernd aus. 
Auch wenn es sich nicht direkt um einen Vandalenakt handelt, so zeugt es den-
noch deutlich vom fehlenden Respekt gegenüber fremdem Eigentum an einem 
gemieteten Objekt. Die Vorinstanz geht zudem fehl, wenn sie unter dem Titel des 
Doppelverwertungsverbots den Umstand des hohen Schadens unbeachtet lässt 
(pag. 643, S. 42 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Wie sie selbst ausführt, 
enthält die Qualifikation eine fakultative Erweiterung des Strafrahmens auf eine 
Mindeststrafe von 12 Monaten Freiheitsstrafe; wenn die Vorinstanz im Rahmen der 
Strafzumessung im Strafrahmen des Grundstraftatbestands bleibt, ist dieser Um-
stand sehr wohl und zwingend zu berücksichtigen.

Fazit

Obwohl das objektive Tatverschulden insgesamt noch leicht wiegt, erscheint die 
von der Vorinstanz auf 50 Strafeinheiten festgelegte Strafe mit Blick auf den Straf-
rahmen im Bagatellbereich, was angesichts der Höhe des Schadens und des 
Schuldspruchs wegen des qualifizierten Tatbestandes nicht angeht. Die Kammer 
erachtet unter Berücksichtigung vergleichbarer Fälle im ähnlichen Schadensbe-
reich (vgl. Urteile des Obergerichts des Kantons Bern SK 21 458 vom 1. Septem-

32

ber 2022 E. 26.1; SK 19 363+364 vom 16. Oktober 2020 E. 13.4.3) eine Geldstrafe 
von 150 Tagessätzen als dem Verschulden angemessen.

15.1.2 Subjektive Tatkomponenten

Willensrichtung und Beweggründe

Der Beschuldigte handelte eventualvorsätzlich, was verschuldensmindernd zu ge-
wichten ist. Der Beweggrund für die Tat ist im Betrieb der Indooranlage zu verorten, 
weshalb von rein egoistischen Motiven auszugehen ist; selbstlose Motive sind nicht 
auszumachen, was sich neutral auswirkt. 

Vermeidung der Gefährdung oder Verletzung des betroffenen Rechtsguts

Der Beschuldigte hätte sich ohne Weiteres rechtskonform verhalten können. Er be-
fand sich weder in einer Not- noch in einer Zwangslage, die nur noch deliktisches 
Handeln zugelassen hätte. Dieser Umstand wirkt sich neutral aus.

15.1.3 Fazit Tatverschulden

Die subjektiven Tatkomponenten führen zu einer Verschuldensminderung, weshalb 
die gestützt auf das objektive Tatverschulden veranschlagte Geldstrafe von 150 
Tagessätzen auf 120 Tagessätze reduziert wird.

15.2 Asperation der Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz

Das Betäubungsmittelstrafrecht dient dem Schutz der Volksgesundheit (BGE 122 
IV 211 E. 4.). Die VBRS-Richtlinien sehen für den Handel mit Marihuana zwischen 
100g und 1kg eine Strafe zwischen 5 und 30 Strafeinheiten vor (VBRS-Richtlinien, 
S. 26). Vorliegend ist nicht bekannt, wie viel Marihuana tatsächlich angebaut bzw. 
geerntet wurde. Auch konnten weder die konkrete Nutzfläche der 70 m2 Wohn-
fläche noch die Anzahl Pflanzen eruiert werden. Dafür, dass der Beschuldigte eine 
nicht unerhebliche Menge anbauen und ernten konnte, sprechen sowohl die hohen 
Stromkosten als auch der längere Tatzeitraum von rund 18 Monaten. Wie die Vor-
instanz richtig erwog, musste der Beschuldigte mangels anderweitiger Einnahme-
quellen hinreichend Ertrag erwirtschaften, um die Zweitwohnung finanzieren zu 
können. Der Beschuldigte mietete zwecks Bau und Betriebs einer Indooranlage ei-
ne Zweitwohnung und richtete diese entsprechend ein, legte darüber hinaus jedoch 
kein besonders raffiniertes Vorgehen an den Tag. Die objektive Tatschwere wiegt 
unter Berücksichtigung des Strafrahmens noch leicht. Wenn die Vorinstanz zu 
Gunsten des Beschuldigten von einer angebauten bzw. geernteten Menge Marihu-
ana von 1 kg ausgeht und die Strafe auf 30 Strafeinheiten festlegt, ist dies nicht zu 
beanstanden.

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte mit direktem Vorsatz und aus rein 
egoistischen, sprich finanziellen Beweggründen. Sowohl der direkte Vorsatz als 
auch die egoistischen Beweggründe sind indes weitgehend tatbestandsimmanent 
und deshalb verschuldensmässig neutral zu werten. Äussere oder innere Umstän-
de, die es dem Beschuldigten verunmöglicht hätten, sich rechtmässig zu verhalten, 
sind nicht ersichtlich. Ein finanzieller Engpass alleine genügt hierfür nicht, gibt es 
auch legale Wege und Möglichkeiten, um finanzielle Mittel zu erhalten. So stünde 
es dem Beschuldigten frei, längerfristig einer Arbeit nachzugehen. Es bestehen in 

33

den Akten zwar Hinweise, dass der Beschuldigte Marihuana konsumierte (vgl. die 
Zufallsfunde anlässlich der Hausdurchsuchung vom 25. Oktober 2019 [pag. 135]), 
allerdings ist nicht von einer Suchtabhängigkeit auszugehen. Diese Umstände sind 
neutral zu gewichten.

Unter Berücksichtigung der objektiven und subjektiven Tatkomponenten ist vorlie-
gend von einem leichten Tatverschulden auszugehen, wobei die von der Vor-
instanz hierfür festgesetzte Geldstrafe von 30 Tagessätzen angemessen ist. Ent-
gegen der Vorinstanz (pag. 644, S. 43 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung) 
sind hiervon praxisgemäss 2/3, d.h. 20 Tagessätze, asperierend zu berücksichti-
gen. 

15.3 Asperation der einfachen Körperverletzung

Die VBRS-Richtlinien sehen eine Referenzstrafe von 60 Strafeinheiten vor für den 
Täter, der bei einem verbalen Streit in einer Bar die Nerven verliert und dem Opfer 
einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. Dieses erleidet einen Nasenbeinbruch, 
welcher eine ambulante Behandlung und drei Tage Arbeitsunfähigkeit nach sich 
zieht (VBRS-Richtlinien, S. 46). In casu wiegt das Ausmass des verschuldeten Er-
folgs leichter, da N.________ eine Rissquetschwunde, ein Hämatom und einen 
Zahnschaden erlitt, die folgenlos abheilten und keine Arbeitsunfähigkeit zur Folge 
hatten (pag. 552, Z. 1 ff.). Der Vorinstanz ist beizupflichten, die darin einen Grenz-
fall zur Tätlichkeit erblickt (pag. 644, S. 43 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung). Zudem ging dem Faustschlag kein eigentlicher Streit voraus, der Beschul-
digte griff in ein Handgemenge zwischen zwei Polizisten und seinem Kollegen ein. 
Zur Verwerflichkeit des Handelns gilt anzumerken, dass der Beschuldigte nicht be-
sonders brutal oder planmässig vorging. Allerdings kam der Schlag gemäss Bewei-
sergebnis von hinten bzw. von der Seite und damit bis zu einem gewissen Grad 
überraschend für N.________. Insgesamt wiegt das objektive Tatverschulden aber 
noch leicht.

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich, was neutral zu gewichten ist. Zwar soll 
der Beweggrund in der behaupteten Absicht zu verorten sein, seinem Kollegen ge-
holfen haben zu wollen, jedoch steht ein derartiges Vorgehen – entgegen dem 
Vorbringen der Verteidigung (pag. 724) – in keinem Verhältnis zur beabsichtigten 
Hilfeleistung und erscheint völlig unverständlich. Es wäre zu erwarten, dass sich 
der Beschuldigte rechtskonform verhalten hätte. Die subjektive Tatschwere ist neu-
tral zu gewichten.

Mit der Vorinstanz erachtet die Kammer eine Geldstrafe von 25 Tag