# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** acd85a28-2b22-56af-a6cd-b142e0e28eff
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-11-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 24.11.2021 R 2020 34
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2020-34_2021-11-24.pdf

## Full Text

Mitgeteilt am

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 20 34
ang

5. Kammer 

Vorsitz Meisser

Richter Audétat und Racioppi

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 24. November 2021

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Christian Fey,

Beschwerdeführer

gegen

Stadt E.________, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Benz, Rechtskonsulent,

Beschwerdegegnerin

und

D._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp,

Beschwerdegegner

betreffend Baueinsprache

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I. Sachverhalt:

1. Gegen das vom 18. Oktober bis 7. November 2019 öffentlich aufgelegte 

Baugesuch von D._____ vom 7. Oktober 2019 betreffend den Abbruch und 

Neubau des Wohnhauses mit Autounterstand und Abstellraum auf der 

Nordwestseite, Parkplätzen im Freien, einer Wärmepumpenanlage mit Erd-

sonden sowie einer Photovoltaikanlage auf der Dachfläche auf Parzelle 

B.________ am C.________ in E.________ erhoben am 1. November 

2019 unter anderem A._____ bei der Stadt E.________ Einsprache und 

beantragten was folgt:
1. Das Baugesuch vom 7.10.2019 für den Abbruch und Neubau eines Einfamilienhau-

ses mit Carport und Abstellraum, auf Grundstück E.________ Nr. B.________, sei 
abzuweisen.

2. Eventualiter seien bei Erteilung der Baubewilligung folgende Auflagen in den Bau-
entscheid aufzunehmen:

• Die Gesuchsteller haben die Parkierung der Baustellenfahrzeuge auf eige-
nem Boden (Parz. B.________) sicherzustellen.

• Der F.________ darf nicht für Parkierungszwecke benützt werden. Der Bau-
stellenverkehr ist so abzuwickeln, dass der Zugang zu den Nachbargrunds-
tücken und die Sicherheit für Fussgänger und spielende Kinder stets ge-
währleistet ist.

3. Unter Kostenfolge zulasten der Gesuchsteller.

Begründend bemängelten sie insbesondere, dass das neue Einfamilien-

haus gegenüber dem bestehenden Haus massiv erhöht werde. Die 

Firsthöhe betrage beim bestehenden Haus rund 8 m. Das neue Haus solle 

gemäss Profilen rund 11.5 m hoch werden. Das Dachgeschoss werde zu 

einem Vollgeschoss ausgebaut. Damit hebe sich das Bauvorhaben so-

wohl in seiner Höhe als auch von der Gestaltung her deutlich von der be-

stehenden Bebauungsstruktur im Quartier ab. Massgebend seien die Äs-

thetikvorschriften des Baugesetzes der Stadt E.________ und die darauf 

gestützten Erhaltungsbereiche. Die ausgewiesene Gebäudehöhe verletze 

die im G.________ geltenden Gestaltungsvorschriften. Die geplante Baute 

wirke wie ein Fremdkörper im Quartier. Der schützenswerte Charakter die-

ses Quartiers zeichne sich dadurch aus, dass die Einfamilienhäuser die 

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gesetzlich zulässigen Masse der Wohnzone W2 nicht vollends ausschöpf-

ten.

2. Am 2. Dezember 2019 beantragten D._____ die Abweisung der Einspra-

che und die Erteilung der Baubewilligung, unter gesetzlicher Kostenfolge 

zulasten der Einsprechenden. Begründend brachten sie im Wesentlichen 

vor, nach Gesprächen mit den Nachbarn hätten sie sich entschieden, die 

Höhe der geplanten Baute freiwillig um 38 cm zu reduzieren. Im Quartier 

seien mehrere Bauten wie das geplante Haus zweigeschossig und zusätz-

lich werde das Dachgeschoss auch teilweise oder ganz genutzt. Die Vor-

schriften gemäss Zonenschema seien eingehalten. Auch der generelle 

Charakter des Quartiers stehe der Ausnützung der maximal zulässigen Ge-

bäudehöhe nicht entgegen. 

3. D._____ reichten das vorerwähnte Projektänderungsgesuch am 7. Januar 

2020 bei der Stadt E.________ ein.

4. Am 10., mitgeteilt am 23. März 2020, bewilligte der Stadtrat von 

E.________ auf Antrag der Baukommission das Baugesuch inkl. Projek-

tänderung unter Bedingungen und Auflagen. Zudem wies er unter anderem 

die Baueinsprache von A._____ ab, soweit er darauf eintrat. Die Kosten für 

das Einspracheverfahren wurden der Bauherrschaft auferlegt. Der Stadtrat 

erwog im Wesentlichen, unbestritten sei, dass das Bauvorhaben sämtliche 

Baumasse und insbesondere die Gebäudehöhe gemäss Art. 57 BG (Zo-

nenschema) beachte. Umstritten sei dagegen, ob die Ästhetik- und Gestal-

tungsvorschriften, die im Wohnschutzgebiet G.________ zur Anwendung 

gelangten, vom Neubau eingehalten werden könnten. Dies sei vorliegend 

der Fall. Die zulässige Gebäudehöhe von 7.5 m werde gemäss Projektän-

derung sogar um 38 cm unterschritten. Die Gebäudedichte werde respek-

tiert. Die Dachform und die gewählten Baumaterialien entsprächen der 

Quartierüblichkeit. Die (Wohn-) Nutzung bleibe unverändert. Der hohe 

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Grünanteil und die charakteristische Grünstruktur würden nicht tangiert. 

Die Quartierstrassen genügten für eine Erschliessung und die massgebli-

che Ausnützungsziffer von 0.4 werde eingehalten. Aufstockungen seien mit 

Blick auf den Verdichtungsgrundsatz erwünscht und zulässig. Auf die Rüge 

betreffend Entzug von Licht, Sonne und Aussicht sei nicht einzutreten. 

5. Dagegen erhoben A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 5. Mai 

2020 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden und 

beantragten was folgt:

1. Der Baubescheid Nr. H.________ des Stadtrates von E.________ vom I.________, 
mitgeteilt am J.________, sei aufzuheben und die Baubewilligung sei zu verweigern. 

2. Eventualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuwei-
sen, unter der Anweisung, ein unabhängiges Gutachten zum denkmalschützerischen 
Stellenwert der zwischen 1945 und 1955 erstellten Einfamilienhaus-Siedlungen auf 
beiden Seiten der S.________ im Allgemeinen und am 
F.________/K.________/L.________/M.________ im Speziellen einzuholen.

3. Vorsorglicher Verfahrensantrag: Der Beschwerde sei im Sinne einer vorsorglichen 
Massnahme die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdegegner, zzgl. 7.7 % 
MWST.

Die Beschwerdeführer rügten eine fehlerhafte Sachverhaltsfeststellung so-

wie Rechtsverletzungen (Verletzung des Baugesetzes der Stadt 

E.________, Verletzung von Art. 3 RPV, Verletzung des KRG, Rechtsfehler 

bei der Ausübung behördlichen Ermessens, Verletzung des Willkürverbots) 

durch die Vorinstanz. 

Die Einsprecher hätten in ihrer Replik vom 9. Januar 2020 (Rz. 57 ff.) ver-

schiedene Punkte geltend gemacht (die nähere Umgebung des Baugrund-

stücks zeichne sich gestalterisch durch eine typische, kleinformatige Einfa-

milienhaussiedlung aus; das Quartier zwischen F.________, K.________, 

N.________ und L.________ zeichne sich durch eine besonders einheitli-

che und ungestörte Gebäudelandschaft aus; das mehrgeschossige Einfa-

milienhaus am F.________ 13 liege am äussersten Rand des Planungsge-

biets, dort sei das Terrain wesentlich tiefer, ca. 1.6 m abgesenkt, dessen 

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Gesamthöhe betrage ca. 10 m und das Gebäude überrage die Nachbarge-

bäude lediglich um rund 0.8 m; die Häuser auf Parzellen O.________, 

P.________, Q.________ und R.________ befänden sich nicht im Quartier 

und wirkten sich gestalterisch nicht aus; nur das Wohnhaus auf Parzelle 

O.________ bilde hinsichtlich der Höhe eine Ausnahme, dieses sei aber 

schon viele Jahre in seiner heutigen Höhe vorbestehend gewesen). Mit die-

sen Vorbringen habe sich die Vorinstanz nicht auseinandergesetzt. Dies 

sei durch das Verwaltungsgericht zu korrigieren. 

Das Gebiet sei auch im ISOS für die Stadt E.________ als schützenswerte 

Bebauung verzeichnet (Gebiet Nr. 12, Einfamilienhaus-Siedlungen auf bei-

den Seiten der S.________, um 1945-1955; kleine Bauten mit Gie-

beldächern; mit besonderer architekturhistorischer Qualität). Die Stadt 

E.________ habe die Vorgaben des ISOS im GGP mit den entsprechenden 

Erhaltungsbereichen für verschiedene Quartiere umgesetzt. Damit sei das 

ISOS im hier interessierenden Quartier zu berücksichtigen. Ausserdem 

liege das Quartier im Gebiet mit besonderer Wohnqualität und es seien die 

Gestaltungsgrundsätze für das Gebiet G.________ anwendbar (Art. 79 BG 

und Art. 73 Abs. 1 KRG). Mit Art. 79 BG habe die Stadt E.________ Art. 73 

Abs. 1 KRG noch verschärft. 

Vorliegend gehe es um einen Erhaltungsbereich, der – wie die Baumasse 

auch – auf Gesetzesstufe basiere und damit gleichrangig wie die Vorschrif-

ten zu den Gebäudemassen sei. Zudem zeichne sich das Gebiet 

G.________ durch eine bemerkenswerte Homogenität und Einheitlichkeit 

der Gebäudelandschaft aus, womit Gestaltungsvorschriften an Bedeutung 

gewännen. Dies übersehe die Vorinstanz.

Die bauliche maximale Ausnützung müsse in einem Gebiet mit ausgepräg-

tem Gestaltungsbedarf regelmässig hinter der guten Gestaltung und Ein-

ordnung zurückstehen, vor allem in Gebieten mit Erhaltungswert im ISOS. 

Die Auffassung der Vorinstanz, den Baumassevorschriften sei gegenüber 

den Gestaltungsvorschriften den Vorrang zu geben, verletze übergeordne-

tes Recht (Art. 78 Abs. 1 BV, Art. 17 RPG, Art. 43 KRG und Art. 79 BG). 

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Zudem fehle eine Interessenabwägung zwischen den gesetzlich veranker-

ten Interessen der Quartiererhaltung und Wohnqualität und dem Interesse 

an einer maximalen Ausnützung. Der Stadtrat habe einfach der maximalen 

baulichen Ausnützung den Vorzug gegeben und die Interessen der Quar-

tiererhaltung hintenangestellt. 

Mit der Aussage, dass in diesem Quartier generell von einer beschränkten 

Lebensdauer der Häuser auszugehen sei, spreche der Stadtrat dem Gebiet 

G.________ jegliches Erhaltungsbedürfnis ab, was in krassem Wider-

spruch zu den gesetzlich verankerten Erhaltungszielen stehe. 

Das Bauvorhaben auf Parzelle B.________ habe überdies nichts mit Ver-

dichtung zu tun. Eine solche finde nicht statt. Das Bauvorhaben ersetze ein 

Einfamilienhaus und es werde wieder ein solches gebaut. 

Der Stadtrat habe seine Kompetenzen und sein Ermessen überschritten. 

Es gehe nicht an, die Erhaltungsziele gemäss GGP und ISOS durch Nicht-

beachtung faktisch aufzuheben, und das noch mit dem Argument der Ver-

dichtung, das hier völlig sachfremd sei. Wenn schon bedürfte ein solcher 

Paradigmawechsel einer Änderung des GGP.

Die besondere Wohnqualität im Quartier stelle ein öffentliches Interesse 

dar, das bei der Bewilligung von Bauvorhaben in solchen Gebieten berück-

sichtigt werden müsse. Bei kleinen Hausabständen bewirkten schon ge-

ringe Gebäudeerhöhungen eine relevante Zunahme der Beschattung. Bei 

Erhöhung der Baute von über 3 m führe der dadurch verursachte Schatten-

wurf zu einer starken Einschränkung der Besonnung. Was andernorts aus-

drücklich als Vorgabe zur Minimalbesonnung auf Gesetzesstufe verankert 

werde (vgl. Art. 26 Baugesetz Davos), müsse in der Stadt E.________ zu-

mindest in Gebieten mit besonderer Wohnqualität ebenfalls Beachtung fin-

den. Die Vorinstanz habe die Wohnqualität in diesem Sinne nicht gewür-

digt. Damit sei die gemäss Art. 3 RPV für das vorliegende Bauvorhaben 

vorzunehmende Interessenabwägung sachwidrig unvollständig geblieben 

und somit fehlerhaft erfolgt. Es liege nicht im Ermessen der Baubehörde, 

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relevante Interessen zu ignorieren, wenn dafür keine sachlichen Gründe 

vorgebracht werden könnten. Die Vorinstanz sei damit in Willkür verfallen. 

6. Mit Beschwerdeantwort vom 28. Mai 2020 beantragten D._____ (nachfol-

gend: Beschwerdegegner), die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerdeführer. 

Als Entgegenkommen hätten sie ein ebenfalls bewilligungsfähiges Projekt 

durch eines ersetzt, welches 38 cm unter der zulässigen Gebäudehöhe von 

7.5 m liege. 

Die Beschwerdeführer hätten unter anderem versucht, den Stadtrat auf po-

litischer Ebene zu beeinflussen. Es seien Unterschriften im Quartier ge-

sammelt und eine Petition eingereicht worden. Auch die Sprechstunde des 

Stadtrates sei genutzt worden, um das Projekt zu torpedieren. 

Die Visualisierungen der Beschwerdeführer seien irreführend. Sie berück-

sichtigten die geplante Materialisierung (Farbgebung) nicht.

Entscheidend sei nicht die Höhe des bisherigen Hauses, sondern die 

gemäss Zonenschema zulässige Höhe. Im Bereich des Wohnschutzgebie-

tes G.________ seien zahlreiche Aufstockungen vorgenommen worden, 

beispielsweise auf Parzellen T.________, U.________, V.________, 

W.________, X.________, R.________, Q.________, P.________ und 

Y.________. Im Quartier gebe es keine einheitliche Bauhöhe. 

Je nach Argumentationslinie grenzten die Beschwerdeführer das "Quartier" 

weiter oder enger ein. 

Das von den Beschwerdeführern ins Recht gelegte ISOS-Dokument ge-

lange vorliegend nicht zur Anwendung. Das Ortsbild sei noch nicht vollstän-

dig aufgenommen. 

Massgebend seien hier das städtische Baugesetz und die Planungshilfe für 

das Wohnschutzgebiet G.________. Die Planungshilfe verlange den Erhalt 

der zusammenhängenden rasterförmigen Einfamilienhausstruktur mit wür-

felförmigen Einzelbauten und einem hohen Durchgrünungsgrad. Bezüglich 

Höhe der Bauten seien in der Planungshilfe keine Einschränkungen zu fin-

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den. Massgebend sei die maximale Höhe von 7.5 m gemäss Art. 57 BG 

(Zonenschema). 

Werde aus ästhetischen Gründen eine Reduktion der grundsätzlich zuge-

lassenen Baumasse verlangt, müsse diese Reduktion durch überwiegende 

öffentliche Interessen, wie z.B. den Schutz denkmalgeschützter Bauten 

und Gebäudekomplexe, gerechtfertigt werden. Ein solches öffentliches In-

teresse liege nicht vor, zumal die Planungshilfe gerade keine Bestimmun-

gen betreffend Gebäudehöhe enthalte. Aufstockungen seien gemäss der 

Planungshilfe möglich. 

Der Neubau halte die Bestimmungen der Regelbauweise unstreitig ein. Die 

Vorgaben der Planungshilfe würden umgesetzt. Die Zonenordnung könne 

nicht durch Berufung auf die Ästhetikklausel ausser Kraft gesetzt werden. 

Übergeordnetes Recht werde nicht verletzt. Der Gesetzgeber habe das Ge-

biet bewusst der Wohnzone W2 zugeordnet, in welcher Bauten bis 7.5 m 

Höhe zulässig seien. 

Eine Interessenabwägung nach Art. 3 RPV sei hier nicht vorzunehmen. So-

lange die ästhetischen Vorgaben der Planungshilfe und die Masse gemäss 

Zonenschema eingehalten würden, bedürfe es keiner Interessenabwä-

gung. Es gehe auch nicht um eine Interessenabwägung zwischen baulicher 

Ausnützung und Quartiererhaltung. Vielmehr habe der Stadtrat prüfen 

müssen, ob das Projekt den strengen ästhetischen und gestalterischen An-

forderungen der Planungshilfe zu genügen vermöge. Zu Recht sei er zum 

Schluss gekommen, dass diese Vorgaben erfüllt würden.

Eine ausreichende Besonnung sei vorliegend offensichtlich gewährleistet. 

Eine gute Wohnqualität hänge zudem nicht allein von der Besonnung ab, 

sondern ergebe sich aus einem Zusammenspiel zwischen beruhigter Er-

schliessung, fehlendem Gewerbe, grosszügigen Grünflächen und tiefer 

Ausnützungsziffer. Das Projekt beeinträchtige diese hohe Wohnqualität 

nicht. 

Eine Rückweisung sei nicht angezeigt. Das Baugesetz der Stadt 

E.________ sehe gerade bei Baugesuchen in Gebieten mit besonderer 

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Wohnqualität den Beizug der Baukommission vor. Darin sässen Experten 

aus den Bereichen Architektur, Raumplanung und Heimatschutz. Die Bau-

kommission habe sich als Expertengremium mit den hier aufgeworfenen 

Fragen befasst, weshalb ein Gutachten zum denkmalschützerischen Stel-

lenwert der Baute nicht notwendig sei. Die bestehende Baute habe zudem 

keinen denkmalschützerischen Stellenwert. Der Hinweis in der nicht publi-

zierten ISOS-Liste betreffend Einfamilienhaussiedlungen aus den Jahren 

1945-1955 auf beiden Seiten der S.________ habe keinen Einfluss auf das 

Bauvorhaben. 

7. Mit Verfügung vom 29. Mai 2020 erkannte der Instruktionsrichter der Be-

schwerde die aufschiebende Wirkung zu.

8. Mit Vernehmlassung vom 25. Juni 2020 schloss die Stadt E.________ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf kostenfällige Abweisung der Be-

schwerde, soweit darauf einzutreten sei, und Bestätigung des angefochte-

nen Baubescheids.

Das bestehende Gebäude selbst sei in keinem Inventar verzeichnet. Zu-

dem sei der Sachverhalt nicht unzulänglich festgestellt worden. Insbeson-

dere sei daran festzuhalten, dass im Wohnschutzgebiet G.________, wel-

ches sich nicht nur auf die Häuser im Geviert F.________, L.________, 

N.________ und K.________ beschränke, Gebäude mit unterschiedlichs-

ten Ausbaustandards und Abmessungen anzutreffen seien, ohne dass 

diese die vorhandene typische Baustruktur des Quartiers beeinträchtigten. 

Das ISOS gelte nur bei der Erfüllung von Bundesaufgaben unmittelbar. Hier 

stehe keine Bundesaufgabe zur Debatte, weswegen der Schutz von Orts-

bildern durch kantonales und kommunales Recht gewährleistet werde. 

Aber auch bei der Erfüllung kantonaler und kommunaler Aufgaben seien 

Bundesinventare wie das ISOS von Bedeutung. Die Pflicht zur Beachtung 

finde Niederschlag in der Anwendung der die Schutzanliegen umsetzenden 

(Nutzungs-)Planung und auch darin, dass im Einzelfall erforderliche Inter-

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essenabwägungen im Lichte der Heimatschutzanliegen vorzunehmen 

seien. Es sei ein Amtsbericht der Denkmalpflege Graubünden einzuholen, 

zumal das besagte Gebiet (provisorisch) im ISOS aufgenommen sei und 

im Wesentlichen die rechtskonforme Umsetzung und Anwendung im Rah-

men der kommunalen Nutzungsplanung zur Debatte stehe. 

Die Festlegung in der Wohnzone W2 und im Wohnschutzgebiet 

G.________ (Erhaltungsbereich Gebiete mit besonderer Wohnqualität) 

lasse die Errichtung des geplanten Wohngebäudes ohne Weiteres zu. 

Sämtliche Baumasse seien unbestritten eingehalten. Die zulässige Gebäu-

dehöhe werde sogar um 38 cm unterschritten. Die Gestaltungsvorschriften 

des Wohnschutzgebietes G.________ würden mit dem Neubau eingehal-

ten. 

Die Beschwerdegegnerin habe sich nicht nur mit der Einhaltung der Zonen-

ordnung, sondern auch mit der Einhaltung der Gestaltungsvorschriften be-

fasst und diese auf Übereinstimmung mit dem vorliegenden Projekt über-

prüft. Eine Interessenabwägung sei vorgenommen worden. Es habe gegol-

ten, eine einseitige Beurteilung, wonach im gesamten Wohnschutzgebiet 

aufgrund der Ästhetikklausel keine Aufstockungen mehr möglich seien, zu 

verhindern. 

Es sei nicht nachvollziehbar, wenn die Beschwerdeführer in Bezug auf die 

E-Mail des Stadtpräsidenten vom 13. April 2020 ausführten, dadurch werde 

die gesetzliche Vorgabe zur Erhaltung eines im ISOS verzeichneten Quar-

tiers mit Füssen getreten. 

Die Beschwerdegegnerin habe ihr Ermessen nicht überschritten. Sie habe 

im angefochtenen Entscheid darauf hingewiesen, dass ein erhebliches öf-

fentliches Interesse daran bestehe, die Baumasse vollumfänglich aus-

zunützen. Die Siedlungsentwicklung zur haushälterischen Nutzung des Bo-

dens sei nach innen zu lenken und es seien kompakte Siedlungen zu schaf-

fen (Verdichtungsgrundsatz). Werde daher aus ästhetischen Gründen eine 

Reduktion der Baumasse verlangt, müsse dies durch überwiegende öffent-

liche Interessen, wie z.B. durch den Schutz denkmalgeschützter Bauten 

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und Gebäudekomplexe, gerechtfertigt sein. Ein derart gelagertes, überwie-

gendes öffentliches Interesse sei vorliegend nicht ersichtlich. 

Die Ästhetik- und Gestaltungsvorschriften seien eingehalten. Der Gemein-

derat habe Planungs- und Gestaltungsgrundsätze für das Gebiet 

G.________ festgelegt und das Hochbauamt habe eine Entscheidungs-

grundlage in Form einer Planungshilfe verfasst. Die Kompetenz, die Ein-

haltung der darin verankerten Grundlagen anhand eines Bauvorhabens zu 

prüfen, komme der Baubehörde auf Antrag der Baukommission zu. Der 

Baubehörde wiederum stehe bei der Anwendung von Ästhetikbestimmun-

gen ein erheblicher und geschützter Ermessensspielraum zu. Weder die 

Planungsgrundsätze des Gemeinderates noch die Vorgaben der Planungs-

hilfe seien verletzt. 

Zu Recht nicht eingetreten sei die Beschwerdegegnerin auf die Rüge, mit 

dem Neubau werde der einsprecherischen Liegenschaft Licht, Sonne und 

Aussicht entzogen. Diesen Einwänden komme im öffentlich-rechtlichen 

Baueinspracheverfahren keine selbständige Bedeutung zu. Im Gegensatz 

zum geltend gemachten Baugesetz Davos kenne die Beschwerdegegnerin 

keine Vorschriften zur Minimalbesonnung. Entsprechend sei eine solche 

Vorgabe auch nicht anwendbar. 

9. Am 14. Juli 2020 hielten die Beschwerdeführer replicando an ihren Anträ-

gen fest. Hier stelle sich offensichtlich die Grundsatzfrage, welche Bedeu-

tung dem ISOS für das vorliegende Quartier und dessen Umsetzung über 

das Baugesetz der Beschwerdegegnerin und die gestützt darauf erlassene 

Planungshilfe in Zukunft noch zukommen solle, wenn von Bauherrschaften 

der Druck auf bestehende, als erhaltenswert beurteilte Wohnstrukturen ste-

tig erhöht werde. Im Zusammenhang damit sei auch die Frage zu klären, 

welche Bedeutung die Erhaltung von Besonnung in Quartieren mit hoher 

Wohnqualität haben solle, wenn diese durch Neubauten wie im vorliegen-

den Fall ohne grosse Hindernisse derart eingeschränkt werden dürfe. 

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10. Am 17. Juli 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf die Einreichung 

einer Duplik.

11. Mit Duplik vom 7. August 2020 hielten die Beschwerdegegner an ihren 

Rechtsbegehren fest und beantragten zudem, es sei auf die Einholung ei-

nes Amtsberichts der kantonalen Denkmalpflege zu verzichten. 

12. Mit Schreiben vom 11. August 2020 reichten die Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführer und der Beschwerdegegner ihre Honorarnoten im Betrag 

von CHF 6'574.35 bzw. CHF 6'600.10 ein. 

13. Am 16. Juli 2021 ersuchte der Instruktionsrichter die Beschwerdegegnerin 

um Angabe, ob an der Baukommissionssitzung Nr. 01/2020 vom 22. Ja-

nuar 2020 eine Vertreterin resp. ein Vertreter der Denkmalpflege teilge-

nommen habe. Falls ja, würde das Gericht auf die Einholung eines Amts-

berichts der Denkmalpflege verzichten, falls nein, würde es einen solchen 

Bericht einholen. 

14. Nachdem die Beschwerdegegnerin das Gericht am 21. Juli 2021 darüber 

informierte, dass Z.________ von der Denkmalpflege Graubünden beim 

besagten Traktandum Einsitz genommen hatte, teilte der Instruktionsrichter 

den Parteien am 22. Juli 2021 mit, diesfalls werde auf die Einholung eines 

Amtsberichts verzichtet und das Verfahren weitergeführt. 

15. Am 16. September 2021 führte das Verwaltungsgericht im Beisein der Par-

teien einen Augenschein durch. Der Augenschein wurde protokolliert und 

das Protokoll nach der Zustellung zur Stellungnahme an die Parteien unter 

Einschluss ihrer Stellungnahmen zu den Akten genommen. Am 24. Sep-

tember 2021 äusserten sich die Beschwerdegegner dahingehend, dass die 

Ausführungen im Protokoll korrekt und keine Korrekturen notwendig seien. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtete am 4. Oktober 2021 auf die Einrei-

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chung einer Stellungnahme zum Augenscheinprotokoll. Die Beschwerde-

führer hielten in ihrer Stellungnahme vom 7. Oktober 2021 fest, dass das 

Protokoll inhaltlich in Ordnung sei. Jedoch lasse die Qualität der Fotoauf-

nahmen zu wünschen übrig. Die streitrelevanten Profile auf Parzelle 

B.________ seien Gegenstand des Augenscheins an den Standorten I, II, 

V und VIII gewesen. Man sehe die Profile auf den Fotoaufnahmen kaum. 

Immerhin scheine die Aktuarin diesen Mangel selbst erkannt zu haben und 

habe die Aufnahme des Standorts VIII mit roten Markierungen versehen, 

um die Profile sichtbar zu machen. Es werde daher beantragt, solche Mar-

kierungen auch auf den Fotoaufnahmen zu den Standorten I, II, V und VIII 

anzubringen; andernfalls müssten die Aufnahmen mit einer besseren Fo-

tokamera vor Ort wiederholt werden. Diesbezüglich führten die Beschwer-

degegner am 15. Oktober 2021 aus, dass die Nachbearbeitung von Fotos 

nicht statthaft sei. Die Richter hätten sich vor Ort ein umfassendes Bild der 

Situation machen können. 

16. Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und auf 

den angefochtenen Baubescheid sowie auf die vorliegenden Beweismittel 

wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) beurteilt das Verwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Entscheide von Gemeinden, soweit diese nicht bei einer anderen 

Instanz angefochten werden können oder nach kantonalem oder eidgenös-

sischem Recht endgültig sind. Angefochten ist vorliegend der Baubescheid 

vom 10., mitgeteilt am 23. März 2020, mit welchem die Beschwerdegegne-

rin auf Antrag der Baukommission das Baugesuch inkl. Projektänderung 

der Beschwerdegegner unter Bedingungen und Auflagen bewilligte und un-

ter anderem die Baueinsprache der Beschwerdeführer abwies, soweit sie 

darauf eintrat.  Dieser Entscheid ist weder endgültig noch kann er bei einer 

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anderen Instanz angefochten werden. Folglich stellt er ein taugliches An-

fechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden dar. Gemäss Art. 50 Abs. 1 VRG ist zur Beschwerde legiti-

miert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutz-

würdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat oder wer durch 

besondere Vorschrift dazu ermächtigt ist. Die Beschwerdeführer sind Ge-

samteigentümer der Parzelle AA.________, welche unmittelbar an die 

Bauparzelle B.________ grenzt. Demnach kann aufgrund der räumlichen 

Nähe von einer besonderen Beziehungsnähe und grundsätzlich von einem 

schutzwürdigen Interesse an der Aufhebung oder Abänderung des ange-

fochtenen Baubescheids ausgegangen werden. Auf die zudem form- und 

fristgerecht erhobene Beschwerde (vgl. Art. 38 Abs. 1 und 2, Art. 39 Abs. 1 

lit. a sowie Art. 52 Abs. 1 VRG) ist somit im Rahmen der vor Verwaltungs-

gericht zulässigen Rügen einzutreten.

2. Die Kontrollbefugnis des Verwaltungsgerichts bezieht sich gemäss Art. 51 

Abs. 1 VRG auf Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung oder 

Missbrauch des Ermessens (lit. a) sowie auf unrichtige oder unvollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (lit. b).

3.1. Dem prozessualen Antrag der Beschwerdeführer, wonach der Beschwerde 

die aufschiebende Wirkung zu erteilen sei, ist der Instruktionsrichter ge-

stützt auf Art. 53 Abs. 2 VRG mit prozessleitender Verfügung vom 29. Mai 

2020 nachgekommen, weshalb er nicht mehr Beschwerdethema ist. 

3.2. In Bezug auf den Antrag der Beschwerdegegnerin, welchem sich die Be-

schwerdeführer angeschlossen haben, wonach zum vorliegenden Baupro-

jekt ein Amtsbericht der Denkmalpflege Graubünden einzuholen sei, ist auf 

Folgendes hinzuweisen: Nachdem die Beschwerdegegnerin das streitbe-

rufene Gericht am 21. Juli 2021 darüber informierte, dass Z.________ von 

der Denkmalpflege Graubünden beim besagten Traktandum in der Bau-

kommissionssitzung Nr. 01/2020 vom 22. Januar 2020 Einsitz genommen 

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hatte, teilte der Instruktionsrichter den Parteien am 22. Juli 2021 mit, dass 

diesfalls auf die Einholung eines Amtsberichts verzichtet und das Verfahren 

weitergeführt werde. Die entsprechende prozessleitende Verfügung des In-

struktionsrichters erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Folglich ist auch 

dieser Antrag nicht mehr Beschwerdethema. 

3.3. Hinsichtlich des Antrags der Beschwerdeführer, es sei die Denkmalpflege 

Graubünden zu einer schriftlichen Stellungnahme zu ihrer an der Baukom-

missionssitzung Nr. 01/2020 vom 22. Januar 2020 vertretenen Haltung auf-

zufordern, ist darauf hinzuweisen, dass die kantonale Denkmalpflege an-

lässlich der erwähnten Baukommissionssitzung ihren Standpunkt hat ein-

bringen können und ihre allfällige Meinungsäusserung entweder obsiegt 

hat oder unterlegen ist. Eine Stellungnahme der Denkmalpflege Graubün-

den zu ihrer an der besagten Baukommissionssitzung vertretenen Haltung 

einzuholen, erscheint dem streitberufenen Gericht nicht erforderlich. Auch 

eine knappe Niederlage oder ein knapper Sieg stellt eine Niederlage bzw. 

einen Sieg dar. Somit ist dieser Antrag der Beschwerdeführer abzulehnen.

4.1. Die Beschwerdeführer machen geltend, die von der Beschwerdegegnerin 

im angefochtenen Baubescheid übernommenen Behauptungen der Be-

schwerdegegner gemäss Stellungnahme vom 2. Dezember 2019 (vgl. Ak-

ten der Beschwerdegegnerin, Dossier B, act. 10, Rz. 20) seien bereits mit 

der Replik der Beschwerdeführer vom 9. Januar 2020 (vgl. Akten der Be-

schwerdegegnerin, Dossier B, act. 11, Rz. 57 ff.) widerlegt worden und ent-

sprächen daher nicht den Tatsachen, weshalb eine fehlerhafte Sachver-

haltsfeststellung der Beschwerdegegnerin vorliege. Wie die nachstehen-

den Ausführungen (vgl. E.8.1.3) ergeben, entsprechen die Behauptungen 

der Beschwerdegegner in ihrer Stellungnahme vom 2. Dezember 2019 den 

vorliegenden Tatsachen. Die Sachverhaltsrüge der Beschwerdeführer er-

weist sich somit als unbegründet. 

- 16 -

4.2. Soweit die Beschwerdeführer im Zusammenhang mit der Ästhetik- und Ge-

staltungsfrage eine Verletzung der aus dem Anspruch auf rechtliches 

Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eid-

genossenschaft (BV; SR 101) fliessenden Prüfungspflicht behaupten, er-

weist sich ihre Rüge als nicht stichhaltig. Die Beschwerdegegnerin hat sich 

im angefochtenen Baubescheid mit den Vorbringen der Beschwerdeführer 

ernsthaft auseinandergesetzt und ist auf die entscheidwesentlichen Ein-

wände eingegangen (vgl. Akten der Beschwerdeführer, act. 1 S. 7 f.). Damit 

ist die Beschwerdegegnerin ihrer Prüfungspflicht, gestützt auf den Antrag 

der fachkundigen Baukommission (vgl. Art. 3 und 4 des Baugesetzes der 

Beschwerdegegnerin [BG]), in genügender Art und Weise nachgekommen. 

5.1. Die Beschwerdeführer rügen den unzulässigen Entzug von Licht bzw. Son-

neneinstrahlung sowie Aussicht durch das geplante Bauvorhaben. Die Er-

höhung des Wohnhauses bewirke eine massive Beeinträchtigung der Sicht 

und der Belichtung, was in einem Erhaltungsbereich berücksichtigt werden 

müsse. Was andernorts ausdrücklich als Vorgabe zur Minimalbesonnung 

auf Gesetzesstufe verankert werde (vgl. Art. 26 Baugesetz Davos), müsse 

in der Stadt E.________ zumindest in Gebieten mit besonderer Wohnqua-

lität ebenfalls Beachtung finden. Demgegenüber führt die Beschwerdegeg-

nerin aus, dass diesen Einwänden im öffentlich-rechtlichen Baueinsprache-

verfahren keine selbständige Bedeutung zukomme. Im Gegensatz zum 

Baugesetz Davos kenne die Stadt E.________ keine Vorschriften zur Mi-

nimalbesonnung. Entsprechend sei eine solche Vorgabe auch nicht an-

wendbar. Die Beschwerdeführer hätten die mit einer baugesetz- und zo-

nenkonformen Überbauung des Nachbargrundstückes einhergehenden 

Beeinträchtigungen in Kauf zu nehmen und seien – sofern aufgrund der 

erwähnten Einwirkungen dennoch Ansprüche wie eine Wertverminderung 

geltend gemacht werden sollten – auf den Zivilweg zu verweisen. Schliess-

lich halten die Beschwerdegegner fest, die Schlussfolgerung der Be-

schwerdegegnerin, wonach die Besonnung in diesem Verfahren nicht wei-

- 17 -

ter zu prüfen sei, weil die öffentlich-rechtlichen Vorgaben eingehalten wür-

den, sei keinesfalls willkürlich. 

5.2. Grundsätzlich ist es zulässig, zur Wahrung der Wohnqualität Höhenbe-

schränkungen in der Grundordnung vorzusehen. Es ist Aufgabe der Pla-

nungsbehörden die Interessen der Nachbarn an ausreichender Besonnung 

respektive das öffentliche Interesse an gesundem Wohnen (vgl. Art. 3 

Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Raumplanung [Raumplanungsge-

setz, RPG; SR 700]) und dem in Art. 75 Abs. 1 BV und Art. 1 Abs. 1 RPG 

umschriebenen öffentlichen Interesse an der haushälterischen Bodennut-

zung abzuwägen. Im Baubewilligungsverfahren können die entsprechen-

den Entscheidungen in der Regel nicht mehr in Frage gestellt werden (vgl. 

zum Ganzen Urteile des Bundesgerichts 1C_158/2016 vom 18. Oktober 

2016 E.4.4, 1C_114/2015 vom 10. Juli 2015 E.7.2.1 und 1C_539/2011 vom 

3. September 2012 E.4.9). Das BG sieht denn auch in Art. 70 eine spezifi-

sche Regelung für Hochhäuser vor. Gemäss Abs. 2 dieser Bestimmung 

gelten hingegen nur Gebäude mit einer Gebäudehöhe von mehr als 21 m 

als Hochhäuser. Das vorliegend strittige Bauvorhaben erreicht diese Ge-

bäudehöhe im Sinne von Art. 67 Abs. 2 BG aber nicht. Einen Anspruch auf 

(direkte) Besonnung lässt sich auch nicht aus Art. 31 BG ableiten, verlangt 

dieser doch lediglich eine natürliche Belichtung, was insbesondere entspre-

chende Gebäudeöffnungen voraussetzt. Ein weitergehender Schutz der 

Nachbarn vor Schattenwurf und Lichtentzug ist auch im kantonalen Recht 

nicht vorgesehen, auch wenn mit Art. 79 des Raumplanungsgesetzes für 

den Kanton Graubünden (KRG; BR 801.100) eine allgemeine Bestimmung 

bezüglich Sicherheit und Gesundheit von Bauten besteht. Neben den vor-

stehend erwähnten, (auch) den Interessen der Nachbarschaft dienenden 

(Begrenzungs-)Normen, haben die Nachbarn mangels spezifischer gesetz-

licher Regelungen zum Schattenwurf aber keinen Anspruch auf einen darü-

ber hinausgehenden Schutz (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_233/2016 

vom 20. Januar 2017 E.5.4 mit Hinweis auf 1C_539/2011 vom 3. Septem-

- 18 -

ber 2012 E.4.6). Darüber hinausgehende Ansprüche auf die Gewährleis-

tung von Licht- und Sonneneinfall sind nach den zivilrechtlichen Regelun-

gen über Inhalt und Beschränkung des Grundeigentums geltend zu ma-

chen, wobei in der Regel keine Verletzung von Art. 684 des Schweizeri-

schen Zivilgesetzbuches (ZGB; SR 210) vorliegt, wenn – wie im konkreten 

Fall – die massgebenden öffentlich-rechtlichen Bauvorschriften eingehal-

ten werden (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts 1C_506/2008 vom 12. Mai 

2009 E.5). Dementsprechend kann darauf nicht eingetreten werden.

6. Materiell streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Bauvor-

haben der Beschwerdegegner gemäss Baugesuch resp. Projektänderung 

vom 7. Oktober 2019 bzw. 7. Januar 2020 (Abbruch und Neubau des Ein-

familienhauses) zu Recht bewilligte oder nicht.  

7.1. Die Beschwerdegegnerin ist (wohl) seit 1992 im Bundesinventar der schüt-

zenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) 

gemäss der entsprechenden Verordnung (VISOS; SR 451.12) aufgeführt. 

Im (provisorischen) ISOS wird das Gebiet, in welchem die streitge-

genständliche Bauparzelle liegt, der Aufnahmekategorie B (ursprüngliche 

Struktur, d.h. das historische Gefüge der Räume besteht, die Mehrheit der 

Bauten hat ähnliche epochenspezifische oder regionaltypische Merkmale) 

mit dem Erhaltungsziel B (Erhalten der Struktur: Anordnung und Gestalt 

der Bauten und Freiräume bewahren, für die Struktur wesentliche Elemente 

und Merkmale integral erhalten) zugeordnet (vgl. Akten der Beschwerde-

führer, act. 6 und 7). Das streitbetroffene Bauprojekt selbst ist unbestritte-

nermassen nicht als schützenswertes Einzelelement eingestuft. 

7.2. Durch die Aufnahme in ein Inventar des Bundes (z.B. ISOS) wird dargetan, 

dass das Objekt in besonderem Masse die ungeschmälerte Erhaltung, je-

denfalls unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Er-

satzmassnahmen die grösstmögliche Schonung verdient (Art. 6 Abs. 1 des 

- 19 -

Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz [NHG; SR 451]). Diese 

Schutzbestimmung gilt indes, wie Art. 6 Abs. 2 NHG festhält, lediglich bei 

der Erfüllung von Bundesaufgaben (Art. 2 und 3 NHG) in unmittelbarer 

Weise. Was unter der Erfüllung einer Bundesaufgabe im Sinne von Art. 78 

Abs. 2 BV zu verstehen ist, führt Art. 2 Abs. 1 NHG in nicht abschliessender 

Weise aus: Dazu gehören insbesondere die Planung, Errichtung und Ver-

änderung von Werken und Anlagen durch den Bund, wie z.B. Bauten und 

Anlagen der Bundesverwaltung, Nationalstrassen oder Bauten und Anla-

gen der Schweizerischen Bundesbahnen (lit. a), die Erteilung von Konzes-

sionen und Bewilligungen, wie zum Bau und Betrieb von Verkehrsanlagen, 

Transportanstalten, Werken und Anlagen zur Beförderung von Energie, 

Flüssigkeiten oder Gasen oder zur Übermittlung von Nachrichten sowie Be-

willigungen zur Vornahme von Rodungen (lit. b), die Gewährung von Bei-

trägen an Planungen, Werke und Anlagen, wie Meliorationen, Sanierungen 

landwirtschaftlicher Bauten, Gewässerkorrektionen, Anlagen des Gewäs-

serschutzes und Verkehrsanlagen (lit. c). Entscheide kantonaler Behörden 

über Vorhaben, die voraussichtlich nur mit Beiträgen nach Abs. 1 lit. c NHG 

verwirklicht werden, sind der Erfüllung von Bundesaufgaben gleichgestellt 

(Art. 2 Abs. 2 NHG). Steht keine Bundesaufgabe in Frage, wird der Schutz 

des Ortsbildes vorab durch kantonales (und kommunales) Recht gewähr-

leistet. Dies ergibt sich verfassungsrechtlich aus Art. 78 Abs. 1 BV, wonach 

die Kantone für den Natur- und Heimatschutz zuständig sind (vgl. BGE 135 

II 209 E.2.1; MARTI, in EHRENZELLER/SCHINDLER/SCHWEIZER/VALLENDER 

[Hrsg.], St. Galler Kommentar BV, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen 2014, Art. 78 

Rz. 4; DAJCAR/GRIFFEL, in: WALDMANN/BELSER/EPINEY [Hrsg.], Basler Kom-

mentar BV, Basel 2015, Art. 78 Rz. 8 ff.). Auch bei der Erfüllung von kan-

tonalen (und kommunalen) Aufgaben sind Bundesinventare wie das ISOS 

indes von Bedeutung. Die Pflicht zur Beachtung findet ihren Niederschlag 

zum einen in der Anwendung der die Schutzanliegen umsetzenden Nut-

zungsplanung, zum andern darin, dass bei Bauvorhaben im Einzelfall er-

forderliche Interessenabwägungen im Lichte der Heimatschutzanliegen 

- 20 -

vorzunehmen sind (vgl. grundlegend dazu BGE 135 II 209 E.2.1; Urteile 

des Bundesgerichts 1C_488/2015 vom 24. August 2016 E.4.3, 

1C_227/2015 vom 7. Januar 2016 E.3.1 und 1C_130/2014 vom 6. Januar 

2015 E.3.2). 

7.3. Das Erteilen von Baubewilligungen im Baugebiet ist grundsätzlich eine kan-

tonale Aufgabe und für das zu beurteilende Bauvorhaben sind unbestritte-

nermassen keine zusätzlichen "(Bundes-)Bewilligungen" erforderlich. So-

mit steht vorliegend keine Bundesaufgabe in Frage und der Schutz des 

Ortsbildes wird vorab durch das kantonale und kommunale Recht gewähr-

leistet. 

7.4. Die sich aus dem ISOS ergebenden Planungsempfehlungen hat der Kan-

ton Graubünden gestützt auf Art. 17 RPG i.V.m. Art. 43 KRG dahingehend 

umgesetzt, dass er die für die Bauordnung zuständigen Gemeinden ver-

pflichtet hat, Siedlungsbereiche und Einzelbauten von besonderer künstle-

rischer, historischer, architektonischer oder landschaftsprägender Bedeu-

tung gestützt auf Siedlungsanalysen oder auf andere Grundlagen als ge-

nerell geschützte Siedlungsbereiche und Einzelbauten in den Generellen 

Gestaltungsplan (GGP) aufzunehmen (Art. 43 Abs. 1 KRG) (vgl. zu alldem 

Urteil des Bundesgerichts 1C_578/2016 vom 28. Juni 2017 E.3.2). 

7.5. Die Beschwerdegegnerin hat entsprechend diesen kantonalen Vorgaben 

das Gebiet G.________ gestützt auf Art. 79 BG im GGP als Erhaltungsbe-

reich Gebiete mit besonderer Wohnqualität bezeichnet. Art. 79 BG lautet 

wie folgt:

Art. 79 Erhaltungsbereich Gebiete mit besonderer Wohnqualität
1 Zur Erhaltung schützenswerter Wohnlagen werden Gebiete mit besonderer Wohnqualität 
ausgeschieden. Sie sind im Generellen Gestaltungsplan als Erhaltungsbereiche bezeich-
net.
2 In Gebieten mit besonderer Wohnqualität ist die gebietstypische Bau-, Garten- und Frei-
raumstruktur sowie die Qualität des öffentlichen Raumes zu erhalten und nach Möglichkeit 
zu verbessern.

- 21 -

3 Der Gemeinderat erlässt im Anhang zum Baugesetz die Gestaltungsgrundsätze. 

Für die ausgeschiedenen Erhaltungsbereiche gilt gemäss Anhang zum BG 

Folgendes:

Für die folgenden Erhaltungsbereiche gilt als Planungszweck die quartierspezifische Qua-
litätssicherung und Strukturerhaltung von Gebieten mit besonderer Wohnqualität.
Es gelten über die Bestimmungen in Art. 79 hinaus die folgenden Planungsgrundsätze: 

• Überdurchschnittliche Wohnqualität sichern und Wohngebiet vor Übernutzung so-
wie Nutzungsumwandlung schützen

• Gebietstypische Baustruktur sichern
• Neubauten ordnen sich in die vorhandene Quartierstruktur ein
• Hohen Grünanteil und charakteristische Grünstruktur sichern und ergänzen
• Gebietspezifischen Charakter des öffentlichen Raumes pflegen
• Parkierung im Strassenraum anbieten, um Parkierung auf privatem Grund 

zu minimieren
• Quartierdurchlässigkeit verbessern

Für jedes Gebiet mit besonderer Wohnqualität stehen im Sinne von Leitbildern Studien 
zur Verfügung, die jedoch keinen rechtsverbindlichen Charakter haben.
Für die Wohnanteile findet die Regelung über Ausnützungstransporte sinngemäss Anwen-
dung. 

Die beschwerdegegnerische Bauparzelle befindet sich gemäss GGP im Er-

haltungsbereich Gebiete mit besonderer Wohnqualität (Gebiet 

G.________) (vgl. dazu die Ausführungen weiter oben). Das streitbetrof-

fene Wohnhaus der Beschwerdegegner liegt am Rand des besagten Ge-

biets und ist als solches in keinem Inventar verzeichnet (vgl. vorstehend 

E.7.1). Für dieses Gebiet gilt gemäss Anhang zum BG ausserdem Folgen-

des: 

Gebiet G.________
Planungszweck  
Erhalten der Einheit der zusammenhängenden, rasterförmigen Einfamilienhausstruktur 
mit einem hohen Durchgrünungsgrad

Nutzungsart und -mass
Wohnquartier (minimaler Wohnanteil 60 %)
Für die im Zonenplan bezeichneten lärmvorbelasteten Gebiete findet die Vorschrift zur 
minimalen Wohnnutzung keine Anwendung

Gestaltungsgrundsätze
Baustruktur
Erhalten der rasterartigen Quartierstruktur mit würfelförmigen Einzelbauten
Grünstruktur
Sichern der starken Durchgrünung und Verringerung der Versiegelung

- 22 -

Erhalten und langfristiges Gewährleisten des hohen Anteils an hochstämmigen Bäumen 
Fördern der Hecken entlang Parzellengrenzen
Öffentlicher Raum 
Erhalten und Ergänzen von Abschlüssen des privaten Raumes (Parzellengrenzen) ge-
genüber dem öffentlichen Raum mit durchgehenden Einfriedungen (Hecken, Zaun, keine 
Mauern, Öffnungen in Einfriedungen mit Toren schliessen)
Aufwerten des Strassenraumes innerhalb des Quartiers als öffentlicher multifunktioneller 
Raum (Begegnung, Spiel, Erschliessung, Parkierung)
Visualisieren der Eingangssituationen des Quartiers

Erschliessungsgrundsätze 
Reduktion des quartierfremden motorisierten Verkehrs innerhalb des Quartiers
Angebot von anwohnerprivilegiertem Parkieren im öffentlichen Raum, um neuen Parkplät-
zen in Privatgärten aktiv entgegenzuwirken
Parkierung auf privatem Grund gestalterisch der Parzelle zuordnen 
Ergänzen der Quartierdurchlässigkeit für Fussgänger

Schliesslich wurde vom Hochbauamt betreffend Wohnschutzgebiet 

G.________ eine Planungshilfe für Bauherrschaften und Planerinnen und 

Planer sowie eine Entscheidungsgrundlage für Behörden erarbeitet (Pla-

nungshilfe, Ausgabe vom Oktober 2010), womit die Beurteilungspraxis und 

der Ermessensspielraum für die Festlegung der gebietstypischen Bau-, 

Garten- und Freiraumstruktur sowie der Qualität des öffentlichen Raumes 

definiert werden (vgl. Akten der Beschwerdegegnerin, Dossier A, act. 7). 

7.6. Bei der Auslegung dieser kommunalen Bestimmungen, die über die Vorga-

ben des eidgenössischen und kantonalen Rechts hinausgehen, kommt der 

Beschwerdegegnerin ein relativ erheblicher Beurteilungs- und Ermessens-

spielraum und damit Autonomie zu. Nur wenn die Beschwerdegegnerin 

den ihr zuzugestehenden Handlungsspielraum bei der Auslegung der frag-

lichen Bestimmungen in unvertretbarer Weise ausgeübt hat, darf das Ver-

waltungsgericht in deren Ermessensausübung eingreifen und sein Ermes-

sen an die Stelle desjenigen der Beschwerdegegnerin setzen (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 1C_578/2016 vom 28. Juni 2017 E.3.4). 

8.1.1. Die streitgegenständliche Bauparzelle, auf welcher das bestehende Wohn-

haus der Beschwerdegegner abgebrochen und ein neues Einfamilienhaus 

erstellt werden soll, liegt gemäss der Zonenordnung der Beschwerdegeg-

- 23 -

nerin in der Wohnzone W2. Unbestritten ist, dass dieses Bauvorhaben 

sämtliche Baumasse und damit insbesondere die in der Wohnzone W2 ma-

ximal zulässige Gebäudehöhe von 7.5 m gemäss Art. 57 BG (Zonen-

schema) einhält. Hingegen ist umstritten, ob das geplante Bauprojekt die 

Vorgaben des (umgesetzten) ISOS und damit die Bestimmungen von 

Art. 79 BG und die gestützt darauf vom Gemeinderat erlassenen Vorschrif-

ten über die Erhaltungsbereiche, im Speziellen über den Erhaltungsbereich 

G.________, einhält. Diesbezüglich machen die Beschwerdeführer in ihrer 

Beschwerde bzw. Replik geltend, das bestehende Haus befinde sich im 

Gebiet G.________, das sich durch eine regelmässige, einheitliche und 

sehr charakteristische Bebauungsstruktur von Einfamilienhäusern mit ei-

nem Obergeschoss und niedrigem Dachstock von gleicher Gestaltung, Ku-

batur und Bauart auszeichne. Das neue Einfamilienhaus werde gegenüber 

dem bestehenden Haus massiv erhöht. Das Dachgeschoss, das im Be-

stand heute ein niedriger Estrich sei, solle zu einem Vollgeschoss ausge-

baut werden. Die Fassade werde nach oben gezogen, der Dachstuhl an-

gehoben und das Dach stärker geneigt. Das Bauvorhaben hebe sich damit 

sowohl in seiner Höhe als auch von der Gestaltung her deutlich von der 

bestehenden Bebauungsstruktur ab. Das Bauvorhaben sei massiv grösser 

als die rundum bestehenden Häuser. Dabei handle es sich um das erste 

Neubauvorhaben in diesem Quartier, das inmitten der kleinen Einfamilien-

häuser mit relativ flachen Dachneigungen und einheitlichen Gebäu-

dehöhen dermassen heraussteche. Der Neubau steche dominant und 

turmartig aus der bestehenden Kubatur und Gebäudelandschaft heraus. Es 

gebe in diesem Quartier keinen Neubau, der zu einer solchen Veränderung 

des Quartierbildes führe. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. 

8.1.2. Vorab ist darauf hinzuweisen, dass die Anwendung einer positiven Ästhe-

tikklausel nicht dazu führen darf, dass die Zonenordnung generell ausser 

Kraft gesetzt wird. Hat der Gesetzgeber z.B. eine bestimmte Geschosszahl 

zugelassen, geht es nicht an, generell nur ein Geschoss weniger zu bewil-

- 24 -

ligen mit der Begründung, nur dadurch würde eine gute Gesamtwirkung 

erreicht. Die Ästhetikklausel darf auch nicht die Funktion einer Planungs-

zone übernehmen und dazu verwendet werden, die bestehenden Bauvor-

schriften ausser Kraft zu setzen und eine künftige Nutzungsordnung zu si-

chern (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1C_434/2012 vom 28. März 2013 

E.3.3 mit Hinweisen). Ausserdem entspricht die Ausnutzung der maxima-

len Baumasse grundsätzlich einem öffentlichen Interesse, da die schwei-

zerische Raumordnungspolitik das wichtige Ziel verfolgt, die Siedlungsent-

wicklung zur haushälterischen Nutzung des Bodens nach innen zu lenken 

und kompakte Siedlungen zu schaffen. Wird aus ästhetischen Gründen 

eine Reduktion der grundsätzlich zugelassenen Baumasse verlangt, muss 

diese Reduktion deshalb durch überwiegende öffentliche Interessen, wie 

z.B. den Schutz von denkmalgeschützten Bauten oder Gebäudekomple-

xen, gerechtfertigt werden (vgl. BGE 145 I 52 E.4.4 mit Hinweisen). Ein 

solches überwiegendes öffentliches Interesse ist vorliegend nicht ersicht-

lich, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht darauf verzichtete, die 

baugesetzliche Höhenvorschrift einzuschränken. Abgesehen davon haben 

die Beschwerdegegner die in der massgebenden Wohnzone W2 maximal 

zulässige Gebäudehöhe von 7.5 m (vgl. Art. 57 BG) mit Projektänderungs-

gesuch vom 7. Januar 2020 sogar um 38 cm unterschritten (vgl. Akten der 

Beschwerdegegnerin, Dossier A, act. 2). 

8.1.3. Die Auffassung der Beschwerdegegnerin, wonach das streitgegenständli-

che Bauvorhaben die vorliegend einschlägigen Ästhetik- und Gestaltungs-

vorschriften einhalte, ist nicht zu beanstanden. Der umstrittene Neubau ori-

entiert sich an der bestehenden, rasterartigen Quartierstruktur mit würfel-

förmigen Einzelbauten und fügt sich einwandfrei in die Gebäudedichte des 

Quartiers ein (vgl. Akten der Beschwerdegegnerin, Dossier A, act. 7 [Pla-

nungshilfe Wohnschutzgebiet G.________ vom Oktober 2010, P1.01 und 

P1.04], Dossier B, act. 7 [Situationsplan]). Anlässlich des durchgeführten 

Augenscheins konnte festgestellt werden, dass sich die Ausrichtung und 

die flächenmässige Ausdehnung des geplanten Neubaus sowohl am be-

- 25 -

stehenden Wohnhaus wie auch an den Nachbarbauten orientieren. Wie be-

reits erwähnt, wird die Gebäudedichte im Quartier respektiert und die in der 

hier massgebenden Wohnzone W2 maximal zulässige Gebäudehöhe 

gemäss BG eingehalten. Zudem entsprechen die Dachform sowie die ge-

wählten Baumaterialien der Quartierüblichkeit (vgl. Akten der Beschwerde-

gegnerin, Dossier A, act. 1, act. 2, act. 7 [Planungshilfe Wohnschutzgebiet 

G.________ vom Oktober 2010, P1.07 und P1.11], Akten der Beschwer-

degegner, act. 3) und die (Wohn-)Nutzung bleibt unverändert. Der Be-

schwerdegegnerin ist zuzustimmen, wenn sie ausführt, dass die über-

durchschnittliche Wohnqualität und die gebietstypische Baustruktur mit 

dem geplanten Neubau offensichtlich gesichert blieben, auch wenn die 

Giebelhöhe höher ausfalle als in der unmittelbaren Umgebung. Der hohe 

Grünanteil und die charakteristische Grünstruktur werden des Weiteren 

durch das strittige Bauvorhaben nicht tangiert, was sich auch anlässlich 

des durchgeführten Augenscheins bestätigt hat. Die Quartierstrassen 

genügen zudem unbestrittenermassen für eine Erschliessung. Auch wird 

die massgebliche Ausnützungsziffer von 0.4 gemäss Art. 57 BG eingehal-

ten und die geplante Baute führt zu keiner Übernutzung. Ferner kann der 

Ansicht der Beschwerdeführer, wonach sich im Quartier keine höheren 

Bauten befänden und ein Dachgeschossausbau unüblich sei, nicht gefolgt 

werden. Am durchgeführten Augenschein hat sich dem Gericht gezeigt, 

dass sich in der unmittelbaren Umgebung innerhalb des Perimeters des 

Wohnschutzgebiets G.________ zahlreiche Bauten befinden, die deutlich 

höher sind als die bestehenden Gebäude der Beschwerdegegner und Be-

schwerdeführer. Mehrere Bauten sind wie der geplante Neubau zweige-

schossig und zusätzlich wird das Dachgeschoss teilweise oder ganz ge-

nutzt. So wurde z.B. auf der Parzelle T.________ am F.________ 13 ein 

Wohnhaus abgebrochen und durch einen höheren Neubau ersetzt (vgl. 

Foto betreffend Standort VII im Augenscheinprotokoll, S. 9). Soweit die Be-

schwerdeführer bezüglich des mehrgeschossigen Einfamilienhauses am 

F.________ 13 vorbringen, dass dieses am äussersten Rand des Pla-

- 26 -

nungsgebiets liege und dort den Übergang zu wesentlich höheren Mehrfa-

milienhaussiedlungen mache, ist ihnen entgegenzuhalten, dass dasselbe 

auch in Bezug auf den geplanten Neubau der Beschwerdegegner gilt (vgl. 

vorstehend E.7.5, Akten der Beschwerdegegnerin, Dossier B, act. 7 [Situa-

tionsplan]). Sodann wurde auf der Parzelle O.________ an der 

N.________ 44 ein Einfamilienhaus aufgestockt und auf der benachbarten 

Parzelle U.________ an der N.________ 46 steht ein älteres Mehrfamili-

enhaus mit drei Vollgeschossen und einem steilen Satteldach (vgl. Fotos 

betreffend Standort III im Augenscheinprotokoll, S.4, Akten der Beschwer-

degegnerin, Dossier A, act. 7 [Planungshilfe Wohnschutzgebiet 

G.________ vom Oktober 2010, P1.05]). Auf den Parzellen P.________, 

Q.________ resp. AB.________ an der N.________ 36, 38 bzw. 39 befin-

den sich ebenfalls höhere Bauten (vgl. Fotos betreffend Standort IV im Au-

genscheinprotokoll, S. 6). Vor diesem Hintergrund kann von einer einheitli-

chen Bauhöhe bzw. einer einheitlichen Anzahl an Geschossen im Wohn-

schutzgebiet G.________ nicht die Rede sein. An dieser Stelle ist darauf 

hinzuweisen, dass die Beschwerdeführer das "Quartier" je nach Argumen-

tationslinie weiter oder enger eingrenzen. Einerseits verweisen sie auf die 

ISOS-Liste, gemäss der die Einfamilienhaussiedlungen auf beiden Seiten 

der S.________ "geschützt" seien. Geht es jedoch um Vergleiche über die 

Bauhöhe, dann schrumpft das "Quartier" und der Blickwinkel auf ein paar 

wenige Häuser in der nachbarschaftlichen Umgebung der Beschwerdefüh-

rer. Im Übrigen ist festzuhalten, dass die im konkreten Fall zu überprüfen-

den Vorschriften betreffend den Erhaltungsbereich G.________ keine Be-

stimmungen über die Gebäudehöhe enthalten. Im Gegenteil, gemäss der 

Planungshilfe vom Oktober 2010 sind nachträgliche Gebäudeaufstockun-

gen bzw. vertikale Erweiterungen, die mit dem bestehenden Gebäude als 

eine Einheit verschmelzen und optisch nicht als eigenständige Baukörper 

(kein Huteffekt) in Erscheinung treten, zulässig (vgl. Akten der Beschwer-

degegnerin, Dossier A, act. 7 [Planungshilfe Wohnschutzgebiet 

G.________ vom Oktober 2010, P1.08]). Soweit die Beschwerdeführer die 

- 27 -

Auffassung vertreten, der schützenswerte Charakter des Quartiers zeichne 

sich dadurch aus, dass die Einfamilienhäuser die gesetzlich zulässigen 

Masse der Wohnzone W2 nicht vollends ausschöpften, ist ihnen entgegen-

zuhalten, dass hierfür eine gesetzliche Grundlage fehlt. Als zutreffend er-

weist sich demgegenüber die Ansicht der Beschwerdegegner, (auch) der 

generelle Charakter des Quartiers stehe der Ausnützung der maximal 

zulässigen Gebäudehöhe nicht entgegen. Aus dem Gesagten erhellt, dass 

die Beschwerdegegnerin mit Erteilung der Baubewilligung den ihr bei Ge-

staltungsfragen zustehenden, geschützten Beurteilungs- und Ermessens-

spielraum – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer – keinesfalls 

missbraucht oder überschritten hat. 

8.2. Des Weiteren machen die Beschwerdeführer geltend, dass die Beschwer-

degegnerin die rechtliche Bindungswirkung der vorliegend geltenden Ge-

staltungsvorschriften falsch beurteilt und diese zu Unrecht hierarchisch un-

ter die Vorschriften über die Gebäudemasse gestellt habe. Würde man der 

Auffassung der Beschwerdegegnerin folgen, wären Bauvorhaben, welche 

die gesetzlichen Gebäudemasse einhielten, per se auch gut genug gestal-

tet, um Ästhetikvorschriften zu genügen. Zusammengefasst ergebe sich, 

dass die Auffassung der Beschwerdegegnerin, den Baumassevorschriften 

gegenüber den Gestaltungsvorschriften den Vorrang einzuräumen, über-

geordnetes Recht (Art. 78 Abs. 1 BV, Art. 17 RPG, Art. 43 KRG und Art. 79 

BG) verletze. Gemäss ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts ha-

ben Bauten nicht nur die geltende Bau- und Zonenordnung einzuhalten, 

sondern auch den Anforderungen allfälliger ästhetischer Schutzbestim-

mungen zu genügen. Ästhetikvorschriften haben eine eigenständige Be-

deutung. Sie sind nicht von vornherein eingehalten, wenn die Bauvorschrif-

ten respektiert werden, denn die Schutzbereiche der Normen decken sich 

nicht zwingend (vgl. BGE 114 Ia 343 E.4b; Urteile des Bundesgerichts 

1C_42/2018 vom 8. August 2018 E.3.4 und 1C_434/2012 vom 28. März 

2013 E.3.3). Dem angefochtenen Baubescheid ist zu entnehmen, dass die 

- 28 -

Beschwerdegegnerin – in Übereinstimmung mit der dargelegten bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung – sowohl die Einhaltung der geltenden Bau- 

und Zonenordnung als auch die Einhaltung der hier massgeblichen Gestal-

tungsvorschriften überprüft hat und dabei richtigerweise zum Ergebnis ge-

langt ist, dass die Voraussetzungen für beides erfüllt sind (vgl. Akten der 

Beschwerdeführer, act. 1 S. 6 ff.). Die Beschwerdegegnerin hat nach der 

Bejahung der Einhaltung der Bauvorschriften zu Recht nicht automatisch 

darauf geschlossen, dass damit auch die Ästhetikvorschriften eingehalten 

sind. Von einem Vorrang der Bauvorschriften gegenüber den Gestaltungs-

vorschriften und damit einer Verletzung übergeordneten Rechts kann somit 

keine Rede sein. 

8.3. Soweit die Beschwerdeführer schliesslich in Bezug auf Art. 3 der Raumpla-

nungsverordnung (RPV; SR 700.1) behaupten, dass eine Abwägung zwi-

schen den gesetzlich verankerten Interessen der Quartiererhaltung und der 

Wohnqualität und dem Interesse an einer Maximalausnützung im Sinne ei-

ner gesamtheitlichen Betrachtung über die Bauparzelle hinweg nicht statt-

gefunden habe, erweist sich ihre Rüge als nicht stichhaltig. Die Erhaltungs-

interessen, die sich für das fragliche Gebiet aus der (provisorischen) ISOS-

Aufnahme ergeben, sind – wie bereits dargelegt – im Rahmen der Umset-

zung in die Nutzungsplanung eingeflossen. So hat die Beschwerdegegne-

rin das Gebiet G.________ im GGP als Erhaltungsbereich Gebiete mit be-

sonderer Wohnqualität bezeichnet und in Art. 79 BG bzw. im entsprechen-

den Anhang sowie in der Planungshilfe vom Oktober 2010 wurde hinsicht-

lich des Erhaltungsbereichs G.________ insbesondere festgehalten, dass 

die überdurchschnittliche Wohnqualität zu sichern und die rasterartige 

Quartierstruktur mit würfelförmigen Einzelbauten zu erhalten sei (vgl. vor-

stehend E.7.1 ff.). Diesbezüglich ist die Beschwerdegegnerin im angefoch-

tenen Baubescheid – wie ebenfalls bereits erwähnt – zu Recht davon aus-

gegangen, dass sich der geplante Neubau an der bestehenden, rasterarti-

gen Quartierstruktur orientiert und die überdurchschnittliche Wohnqualität 

- 29 -

offensichtlich gesichert bleibt (vgl. vorstehend E.8.1.3). Damit wurden die 

seitens der Beschwerdeführer geltend gemachten Interessen bereits im 

Rahmen der korrekten Rechtsanwendung berücksichtigt, weshalb sie nicht 

noch in eine separate, allgemeine Interessenabwägung nach Art. 3 RPV 

einzufliessen haben. Von einer sachwidrig unvollständig gebliebenen Inter-

essenabwägung resp. von Willkür kann folglich nicht gesprochen werden. 

9. Nach dem Gesagten kann dem beschwerdeführerischen Hauptantrag nicht 

stattgegeben werden. Ebenfalls abzuweisen ist der Eventualantrag der Be-

schwerdeführer auf Einholung eines unabhängigen Gutachtens zur denk-

malschützerischen Bedeutung des Quartiers sowie zu den Auswirkungen 

des Bauprojekts der Beschwerdegegner. Wie die vorstehenden Ausführun-

gen zeigen, lassen sich die strittigen Fragen − nachdem sich das angeru-

fene Gericht anlässlich des Augenscheins vom 16. September 2021 einen 

Eindruck an Ort und Stelle verschaffen konnte − auch ohne Einholung des 

ersuchten Gutachtens beantworten, weshalb diesem Eventualantrag in an-

tizipierter Beweiswürdigung nicht stattgegeben wird. Zudem wurde der An-

trag der Beschwerdegegnerin und der Beschwerdeführer auf Einholung ei-

nes Amtsberichts der Denkmalpflege Graubünden zum umstrittenen Bau-

projekt vom Instruktionsrichter unangefochten abgewiesen (vgl. vorstehend 

E.3.2).

10. Mit Schreiben vom 20. September 2021 erhielten die Parteien das Augen-

scheinprotokoll vom 16. September 2021 zugestellt. Im Rahmen ihrer Stel-

lungnahmen dazu befanden sie dieses inhaltlich für in Ordnung. Neues 

lässt sich dem besagten Augenscheinprotokoll nicht entnehmen. Die Kritik 

der Beschwerdeführer an der Qualität der Fotoaufnahmen ist für das streit-

berufene Gericht nicht nachvollziehbar. Wenn Profile durch Sträucher und 

Bäume teilweise verdeckt werden, gehört dies zu den örtlichen Gegeben-

heiten. Die Aufnahme des Standorts VIII auf S. 10 des Augenscheinproto-

kolls ist auf Ersuchen der Beschwerdeführer vom Arbeitsplatz von 

- 30 -

AC.________ aus erfolgt. Die Distanz zwischen diesem Standort und dem 

Wohnhaus der Beschwerdegegner beträgt schätzungsweise 70 bis 80 m. 

Das Fotografieren mittels Teleobjektiv (Zoomen) würde die entsprechende 

Aufnahme verfälschen. Dies gilt im Übrigen auch für die anderen, näher am 

Augenscheinsobjekt getätigten Aufnahmen. Das Anbringen von Markierun-

gen auch auf den Fotoaufnahmen zu den Standorten I, II, V und VIII (S. 2, 

3, 7 und 10 des Protokolls) bzw. die Wiederholung der Aufnahmen mit einer 

besseren Fotokamera vor Ort mit der Anweisung an die Beschwerdegeg-

ner, die in der Zwischenzeit bereits abgebauten Profile wieder zu errichten, 

erweist sich als nicht notwendig, zumal sich das streitberufene Gericht ein 

umfassendes Bild der Situation vor Ort machen konnte. Ausserdem hätten 

die Beschwerdeführer die Möglichkeit gehabt, selbst vom Büro von 

AC.________ aus Fotos aufzunehmen und diese dem angerufenen Gericht 

einzureichen. Daher sind die dargelegten Anträge der Beschwerdeführer 

abzuweisen. 

11. Zusammenfassend ist der angefochtene Baubescheid vom 10., mitgeteilt 

am 23. März 2020, rechtens, was zur Bestätigung desselben und zur Ab-

weisung der Beschwerde vom 5. Mai 2020 führt. 

12.1. Im Rechtsmittelverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die Kos-

ten zu tragen (Art. 73 Abs. 1 VRG), wobei mehreren Parteien die Kosten 

zu gleichen Teilen aufzuerlegen sind, soweit die Behörde nichts anderes 

entscheidet (Art. 73 Abs. 2 VRG). Die Verfahrenskosten bestehen aus der 

Staatsgebühr, den Gebühren für die Ausfertigungen und Mitteilungen des 

Entscheids sowie den Barauslagen (Art. 75 Abs. 1 VRG). Die Staatsgebühr 

beträgt höchstens CHF 20'000.-- und richtet sich nach dem Umfang und 

der Schwierigkeit der Sache sowie nach dem Interesse und der wirtschaft-

lichen Leistungsfähigkeit der Kostenpflichtigen (Art. 75 Abs. 2 VRG).

- 31 -

Im vorliegenden Beschwerdeverfahren wird die Staatsgebühr im Sinne von 

Art. 75 Abs. 2 VRG auf CHF 4'000.-- festgesetzt. Sie wird zusammen mit 

den Kanzleiausgaben dem Ausgang des Verfahrens entsprechend den un-

terliegenden Beschwerdeführern je zur Hälfte und unter solidarischer Haft-

barkeit auferlegt. 

12.2. Gemäss Art. 78 Abs. 1 VRG wird die unterliegende Partei in der Regel ver-

pflichtet, der obsiegenden Partei alle durch den Rechtsstreit verursachten 

notwendigen Kosten zu ersetzen. Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit 

öffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird in der Regel 

keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn sie in ihrem amtlichen Wir-

kungskreis obsiegen (Art. 78 Abs. 2 VRG).

Vorliegend wird die Parteientschädigung dem Ausgang des Verfahrens 

entsprechend zu Gunsten der obsiegenden Beschwerdegegner und zu 

Lasten der unterliegenden Beschwerdeführer zugesprochen. Der Rechts-

vertreter der Beschwerdegegner legte mit Schreiben vom 11. August 2020 

zwei Honorarnoten über total CHF 6'600.10 (Honoraraufwand von 22.8 h à 

CHF 260.--, Barauslagen von CHF 200.20, 7.7 % MWST von CHF 471.90) 

ins Recht. Wie die Beschwerdeführer zutreffend festhalten, umfassen die 

eingereichten Honorarnoten den Zeitraum vom 20. November 2019 bis und 

mit 7. August 2020 und damit auch das Einspracheverfahren vor der Be-

schwerdegegnerin. Folglich sind bei der Festlegung der Parteientschädi-

gung lediglich die Aufwandpositionen ab dem 3. April 2020 zu berücksich-

tigen. Ausserdem machte der Rechtsvertreter der Beschwerdegegner am 

24. September 2021 weitere 2.5 h à CHF 260.-- für den Augenschein, Kor-

respondenzen, Telefonate sowie Vor- und Nachbesprechungen und damit 

total CHF 650.-- zzgl. 7.7 % MWST geltend. Die Praxis des Verwaltungs-

gerichts (Praxisänderung vom 5. September 2017, vgl. dazu Urteile des 

Verwaltungsgerichts U 16 92 vom 25. Oktober 2017 E.13b, S 17 15 vom 

27. September 2017 E.7b und R 18 17 vom 18. September 2019 E.9.2.1) 

- 32 -

geht gestützt auf die Verordnung über die Bemessung des Honorars der 

Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung [HV; BR 

310.250]) dahin, dass bei Einreichen einer Honorarvereinbarung der gel-

tend gemachte Stundenansatz übernommen wird, sofern er den Ansatz 

von CHF 270.-- nicht überschreitet. Ist Letzteres der Fall, wird er auf 

CHF 270.-- herabgesetzt. Wird keine Honorarvereinbarung eingereicht, be-

trägt der Stundenansatz höchstens CHF 240.-- (vgl. Praxisänderung vom 

5. September 2017). Angesichts dieser Praxis und weil vorliegend keine 

Honorarvereinbarung eingereicht wurde, sind die Honorarrechnungen des 

beschwerdegegnerischen Rechtsvertreters anzupassen, indem nicht ein 

Stundenansatz von CHF 260.--, sondern ein solcher von CHF 240.-- zur 

Anwendung gelangt. Damit resultiert ein zuzusprechendes Honorar von 

CHF 4'680.60. Die Beschwerdeführer haben somit die Beschwerdegegner 

mit total CHF 4'680.60 unter solidarischer Haftbarkeit aussergerichtlich zu 

entschädigen. Der Beschwerdegegnerin steht gemäss Art. 78 Abs. 2 VRG 

keine Parteientschädigung zu. 

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 713.--

zusammen CHF 4'713.--

gehen je zur Hälfte und unter solidarischer Haftbarkeit zulasten von 

A._____. 

3. A._____ haben D._____ mit CHF 4'680.60 (inkl. Barauslagen und MWST) 

unter solidarischer Haftbarkeit aussergerichtlich zu entschädigen.

- 33 -

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

[Mit Urteil 1C_48/2022 vom 29. März 2023 hat das Bundesgericht die gegen diesen 

Entscheid erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit es darauf eingetreten ist.]