# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 609bc968-6ba7-551d-9576-7a5ca1612751
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-19
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Verwaltungskommission 19.09.2011 VV110015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_004_VV110015_2011-09-19.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
Verwaltungskommission    
 
 

Geschäfts-Nr.: VV110015-O/U 

 

Mitwirkend: Vizepräsident lic. iur. R. Naef, Oberrichter lic. iur. M. Burger und 

Oberrichter Dr. J. Zürcher sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. 

A. Gürber 

 

 

Beschluss vom 19. September 2011 
 

in Sachen 

 

A._____,  
Gesuchsteller und Kläger 

 

gegen 

 

B._____ AG,  
Gesuchsgegnerin und Beklagte 

 

 

betreffend Ablehnung von Ersatzrichter lic. iur. C._____ im Prozess 
CG100118 in Sache der Parteien betreffend Forderung 

 

- 2 - 

Erwägungen: 

I. 

1. Im Rahmen eines am Bezirksgericht Zürich anhängigen Verfahrens betr. 

Forderung (CG100118) stellte der Gesuchsteller und Beklagte mit Eingabe vom 

30. Mai 2011 an den Präsidenten des Bezirksgerichts Zürich sinngemäss ein Ab-

lehnungsbegehren gegen den Referenten im betreffenden Verfahren, Ersatzrich-

ter lic. iur. C._____ (Urk. 2). 

2. Mit Schreiben vom 30. Juni 2011 überwies der Leitende Gerichtsschreiber 

des Bezirksgerichts Zürich das Ablehnungsbegehren an die Verwaltungskommis-

sion des Obergerichts des Kantons Zürich zur Behandlung (Urk. 1). Gleichzeitig 

gab Ersatzrichter lic. iur. C._____ die gewissenhafte Erklärung ab, er fühle sich 

nicht befangen (Urk. 4). 

3. Am 22. August 2011 ging bei der Verwaltungskommission ein am 18. August 

2011 verfasstes Schreiben des Gesuchstellers ein (Urk. 9). 

4. Mit Verfügung vom 29. August 2011 wurde dem Gesuchsteller Frist zur all-

fälligen Stellungnahme zur gewissenhaften Erklärung von Ersatzrichter lic. iur. 

C._____ angesetzt (Urk. 10). Da der Gesuchsteller im Verfahren vor dem Be-

zirksgericht Zürich trotz entsprechender Aufforderung (vgl. Urk. 6/26) keinen Zu-

stellungsempfänger bezeichnete und Zustellungen an den Gesuchsteller und Klä-

ger in der Folge in Anwendung von § 30 ZPO/ZH zu den Akten genommen wur-

den, konnte auch im vorliegenden Verfahren auf eine Zustellung an den Gesuch-

steller und Kläger verzichtet werden (vgl. zur Frage des anwendbaren Prozess-

rechts nachfolgend Ziff. II.1.). Innert Frist liess sich der Gesuchsteller und Kläger 

nicht vernehmen. 

5. Das Verfahren erweist sich damit als spruchreif. 

- 3 - 

II. 

1. Seit dem 1. Januar 2011 gilt in der Schweiz eine neue, Schweizerische Zi-

vilprozessordnung (ZPO), welche die bis anhin gültigen kantonalen Zivilprozess-

ordnungen ablöst. Bei Verfahren, die - wie das vorliegende - bei Inkrafttreten des 

neuen Gesetzes rechtshängig sind, gilt das bisherige Verfahrensrecht und damit 

die Zivilprozessordnung des Kantons Zürich (ZPO/ZH) sowie das Gerichtsverfas-

sungsgesetz (GVG) weiterhin bzw. bis zum Abschluss vor der betroffenen Instanz 

(Art. 404 Abs. 1 ZPO). Für Rechtsmittel gilt das Recht, das bei der Eröffnung des 

Entscheides in Kraft ist (Art. 405 Abs. 1 ZPO), wobei das Stellen eines Ableh-

nungsbegehrens kein Rechtsmittel darstellt. Auf das vorliegende Ablehnungsver-

fahren kommt somit die Zivilprozessordnung des Kantons Zürich (ZPO/ZH) sowie 

das Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) zur Anwendung. 

2. Nach § 101 Abs. 1 GVG sowie § 18 lit. k Ziff. 1 der Verordnung des Oberge-

richts über die Organisation vom 3. November 2010 (LS 212.51) entscheidet die 

Verwaltungskommission des Obergerichts als Aufsichtsbehörde über Ausstands-

begehren, die sich gegen Mitglieder der Bezirksgerichte richten. Die Verwaltungs-

kommission ist daher zur Behandlung des Ablehnungsbegehrens gegen den ab-

gelehnten Ersatzrichter zuständig. 

III. 

1. Die Beurteilung eines Ablehnungsbegehrens liegt im freien, pflichtgemässen 

Ermessen der erkennenden Behörde. Zu entscheiden ist, ob die geltend gemach-

ten Ablehnungsgründe unter den konkreten Umständen Anlass zu objektiv be-

rechtigtem Misstrauen an der Unparteilichkeit des abgelehnten Justizbeamten 

geben. Massgebend ist, ob bestimmte Umstände vorliegen, die auch in den Au-

gen eines objektiven, vernünftigen Menschen geeignet sind, Misstrauen an der 

Unparteilichkeit des abgelehnten Richters zu wecken (BGE 115 V 263 mit Hin-

weisen; Pra. 1989 Nr. 221 S. 769). Es genügt somit nicht, dass das Misstrauen 

bloss im subjektiven Empfinden der gesuchstellenden Partei wurzelt. Das geäus-

serte Misstrauen muss infolge äusserer Gegebenheiten oder durch ein bestimm-

- 4 - 

tes Verhalten des Justizbeamten in objektiver Weise gerechtfertigt erscheinen 

(ZR 82 Nr. 43; LEBRECHT, Der Ausstand von Justizbeamten nach zürcherischem 

Prozessrecht, SJZ 86, 1990, S. 298).  

2. Prozessuale Fehler sind mit ordentlichen oder ausserordentlichen Rechts-

mitteln zu rügen, führen aber nicht dazu, dass Befangenheit der Mitwirkenden an-

zunehmen wäre. In diesem Sinne ist das Ausstandsbegehren subsidiär zu den 

Rechtsmitteln und hat vor allem den Zweck, dass sich die Parteien gegenüber 

sachfremden Einflüssen, die von den Mitwirkenden ausgehen und nicht mit einem 

Rechtsmittel oder Rechtsbehelf geltend gemacht werden können, zur Wehr set-

zen können. Im Ablehnungsverfahren ist daher die Prozessführung des Richters 

nicht zu überprüfen wie in einem Rechtsmittelverfahren (BGE 125 I 119 E. 3e S. 

124; 116 Ia 14 E. 5b S. 20 und 135 E. 3a S. 138; 115 Ia 400 E. 3b S. 404; 114 Ia 

153 E. 3b/bb S. 158/9 mit Hinweisen). Unter dem Gesichtspunkt der Ablehnung 

wegen Befangenheit (§ 96 Ziff. 4 GVG) wären prozessuale Fehler also nur dann 

relevant, wenn ein Richter gegenüber einer bestimmten Partei offensichtlich nicht 

das sonst übliche Mass an Sorgfalt beim Studium und der Führung des Falles 

aufwenden würde, mithin krasse und wiederholte Irrtümer vorlägen, welche als 

schwere Verletzung der Richterpflichten beurteilt werden müssten (LEBRECHT, Der 

Ausstand von Justizbeamten nach zürcherischem Prozessrecht, SJZ 86, 1990, 

S. 300; BGE 115 Ia 400). 

IV. 

1. Der Gesuchsteller und Beklagte begründet sein Ablehnungsbegehren unter 

anderem damit, dass Ersatzrichter lic. iur. C._____ seine - des Gesuchstellers 

und Klägers - Grundrechte und gesetzliche Vorschriften verletzt habe und er - der 

Gesuchsteller und Kläger - in seiner Persönlichkeit widerrechtlich verletzt worden 

sei (Urk. 2 S. 3). Zudem sei Ersatzrichter lic. iur. C._____ unfähig, einen Prozess 

zu leiten (Urk. 2 S. 4). 

Der Gesuchsteller und Beklagte unterlässt es, diese Vorwürfe durch konkrete 

Hinweise auf Handlungen von Ersatzrichter lic. iur. C._____ zu begründen. Aus 

- 5 - 

den Akten sind jedenfalls keine Anhaltspunkte für ein Verhalten ersichtlich, 

wodurch Grundrechte des Gesuchstellers und Klägers verletzt worden wären oder 

wodurch der Gesuchsteller und Kläger widerrechtlich in seiner Persönlichkeit ver-

letzt worden wäre. Insbesondere liegt in der Tatsache, dass dem Gesuchsteller 

und Kläger mehrere Entscheide nicht nach Deutschland zugestellt wurden, keine 

Verletzung des rechtlichen Gehörs, da er es trotz entsprechender Aufforderung 

unterlassen hat, einen Zustellungsempfänger in der Schweiz zu bezeichnen. Wie 

bereits ausgeführt, kann in einem solchen Fall nach § 30 ZPO/ZH eine Zustellung 

durch Veröffentlichung erfolgen oder mit der gleichen Wirkung unterbleiben. So-

dann finden sich keine Anhaltspunkte dafür, dass Ersatzrichter lic. iur. C._____ 

unfähig sei, einen Prozess zu leiten. 

2. Weiter begründet der Gesuchsteller und Kläger seinen Antrag damit, dass 

ein Grund vorliege, der nach dem Urteil eines vernünftigen Menschen geeignet 

sei, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit von Ersatzrichter lic. iur. C._____ zu er-

regen. Entscheidendes Gewicht komme dem Umstand zu, dass Ersatzrichter lic. 

iur. C._____ ausserhalb des Prozessverfahrens mit der Beklagten und (oder) mit 

Rechtsanwalt Dr. X._____ Kontakt aufgenommen habe und sich von der Sache 

habe unterrichten oder in anderer Weise beeinflussen lassen. Ersatzrichter lic. iur. 

C._____ habe hinter dem Rücken des Gesuchstellers und Klägers am 6. Sep-

tember 2010 entschieden, die abgelaufene Frist der Beklagten bis 29. September 

2010 zu erstrecken (Urk. 2 S. 3). 

Praxisgemäss werden den Parteien angesetzte Fristen in der Regel zwei Mal er-

streckt (vgl. ausdrücklicher Hinweis in Urk. 6/3 S. 2). Dabei ist eine vorgängige In-

formation der Gegenpartei über die Fristerstreckung weder notwendig noch üb-

lich. Das Vorgehen von Ersatzrichter lic. iur. C._____ bei der Fristerstreckungs-

verfügung vom 6. September 2010 entsprach somit gängiger Praxis und stellt mit 

Sicherheit keinen Ablehnungsgrund dar. Aus der Gewährung dieser Fristerstre-

ckung kann sodann nicht geschlossen werden, Ersatzrichter lic. iur. C._____ habe 

ausserhalb des Prozessverfahrens mit der Beklagten und/oder mit Rechtsanwalt 

Dr. X._____ Kontakt aufgenommen. Worauf sonst der Gesuchsteller und Beklagte 

diesen Vorwurf stützt, lässt sich seinen Eingaben nicht entnehmen. Auch in den 

- 6 - 

Akten finden sich keinerlei Hinweise für ein derartiges Verhalten von Ersatzrichter 

lic. iur. C._____. 

3. Schliesslich macht der Gesuchsteller und Kläger geltend, Ersatzrichter 

lic. iur. C._____ weigere sich, seinen gesetzlichen Pflichten nachzukommen. Er - 

der Gesuchsteller und Kläger - habe Ersatzrichter lic. iur. C._____ mehrfach ge-

beten, die Vollmacht vom 17. August 2010 zu überprüfen. Ersatzrichter lic. iur. 

C._____ habe diesen Antrag abgelehnt mit der Äusserung, dass sich der Ge-

suchsteller und Kläger an die Polizei wenden könne. Damit bringe er eine Haltung 

zum Ausdruck, dass er ihm obliegende Pflichten nicht erfüllen werde (Urk. 2 S. 4). 

Anlässlich der Referentenaudienz/Vergleichsverhandlung vom 3. März 2011 zwei-

felte der Gesuchsteller und Kläger die Vollmacht vom 17. August 2010 an. Ersatz-

richter lic. iur. C._____ nahm daraufhin die zumutbaren Abklärungen vor und kam 

zum Schluss, dass Rechtsanwalt Dr. X._____ gültig bevollmächtigt wurde (vgl. 

Protokoll im Verfahren CG100118, S. 6 und S. 16). Darin ist weder eine Pflichtver-

letzung noch ein Ablehnungsgrund zu erblicken. Mit dem Hinweis, dass der Ge-

suchsteller und Kläger sich an die Polizei wenden solle, brachte Ersatzrichter lic. 

iur. C._____ in keiner Weise zum Ausdruck, dass er ihm obliegende Pflichten 

nicht erfüllen werde. Zudem war dieser Hinweis korrekt, da der Gesuchsteller und 

Kläger ausdrücklich um eine strafrechtliche Überprüfung bat (vgl. Protokoll im 

Verfahren CG100118, S. 16 und Urk. 9 S. 9). Eine solche kann  - entgegen der 

Ansicht des Gesuchstellers und Klägers - Ersatzrichter lic. iur. C._____ im Rah-

men des hängigen Zivilprozesses nicht vornehmen, vielmehr ist dafür die Polizei 

bzw. die Staatsanwaltschaft zuständig. Von einer direkten Weiterleitung an die 

zuständige Staatsanwaltschaft gemäss § 20 Abs. 2 StPO konnte - wie Ersatzrich-

ter lic. iur. C._____ zutreffend ausführte (vgl. Protokoll des Verfahrens CG100118, 

S. 16 f.) - abgesehen werden, da nicht genügend Hinweise für ein strafbares Ver-

halten vorlagen. 

4. Die von den Gesuchstellern und Beklagten aufgestellten Behauptungen und 

dargelegten Tatsachen stellen nach dem Gesagten keinen Ablehnungsgrund dar, 

weshalb das Ablehnungsbegehren unter Kostenfolge abzuweisen ist. 

- 7 - 

5. Anlässlich zweier Telefongespräche sowie in seinem Schreiben vom 

18. August 2011 erklärte der Gesuchsteller und Kläger, dass er mit seiner Einga-

be vom 30. Mai 2011 nicht ein Ablehnungsbegehren, sondern eine Aufsichtsbe-

schwerde gegen die mit seinem Verfahren befassten Richter des Bezirksgerichts 

Zürich habe erheben wollen, da diese ihren Pflichten nicht nachkommen würden 

(Urk. 7, Urk. 8 und Urk. 9 S. 2). 

Vorab ist festzuhalten, dass der Gesuchsteller und Kläger in seiner Eingabe vom 

30. Mai 2011, welche vom Bezirksgericht Zürich als Ablehnungsbegehren gegen-

über Ersatzrichter lic. iur. C._____ interpretiert wurde, selbst von einem Ableh-

nungsgesuch spricht (Urk. 2 S. 4). Zudem macht er geltend, es liege ein Grund 

vor, der nach dem Urteil eines vernünftigen Menschen geeignet sei, Misstrauen 

gegen die Unparteilichkeit des Instruktionsrichters lic. iur. C._____ zu erregen 

(Urk. 2 S. 3). Damit nimmt er klarerweise Bezug auf die Rechtsprechung des 

Bundesgerichts zur Frage der Befangenheit (vgl. BGE 136 I 210; BGE 134 I 240; 

BGE 116 Ia 487). Die Eingabe des Gesuchstellers und Klägers durfte und musste 

somit als Ablehnungsbegehren entgegengenommen werden. 

Lediglich der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass selbst wenn die 

Eingabe des Gesuchstellers und Klägers vom 30. Mai 2011 als Aufsichtsbe-

schwerde gegen Mitglieder des Bezirksgerichts Zürich im Verfahren CG100118 

aufgefasst würde - wofür ebenfalls die Verwaltungskommission des Obergerichts 

zuständig ist (§ 106 Abs. 1 GVG sowie § 18 lit. k Ziff. 1 der Verordnung des Ober-

gerichts über die Organisation vom 3. November 2010) -, dieser kein Erfolg be-

schieden wäre. Bezüglich mehrerer angeblicher Pflichtverletzungen durch Ersatz-

richter lic. iur. C._____ kann auf die obigen Ausführungen verwiesen werden. Wie 

der Leitende Gerichtsschreiber des Bezirksgerichts Zürich in seinem Schreiben 

vom 23. Mai 2011 ausführte (Urk. 6/38), erfolgte die Umteilung des Verfahrens 

CG100118 von Bezirksrichterin lic. iur. D._____ auf Ersatzrichter lic. iur. C._____ 

rechtskonform und im Einklang mit der Geschäftsordnung des Bezirksgerichts Zü-

rich. Dass Ersatzrichter lic. iur. C._____ Einsicht in die Akten des Verfahrens 

CG100118 nahm, ist somit nicht zu beanstanden und stellt insbesondere - entge-

gen der Ansicht des Gesuchstellers und Klägers (Urk. 7 und Urk. 9 S. 6) - keinen 

- 8 - 

Verstoss gegen das Datenschutzgesetz dar. Weitere Pflichtverletzungen werden 

vom Gesuchsteller und Kläger nicht in nachvollziehbarer Weise geltend gemacht 

und es finden sich dafür auch keine Hinweise in den Akten. 

Es wird beschlossen: 

1. Das Ablehnungsbegehren gegen Ersatzrichter lic. iur. C._____ wird abge-

wiesen. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt. 

3. Die Kosten werden dem Gesuchsteller und Kläger auferlegt. 

4. Schriftliche Mitteilung an: 

− den Gesuchsteller und Kläger (zu den Akten genommen) 
− die Gesuchsgegnerin und Beklagte (gegen Empfangsschein) 
− Ersatzrichter lic. iur. C._____ (gegen Empfangsschein) 
− das Bezirksgericht Zürich, I. Abteilung, Verfahren CG100118, unter 

Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 6; gegen Empfangs-
schein)  

 

5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an ge-

rechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 

13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden. 

Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der 

angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel sind 

genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Materielle und formel-

le Entscheide der Rekursinstanz sind kostenpflichtig; die Kosten hat die im 

Verfahren unterliegende Partei zu tragen. 

Der Rekurs hat keine aufschiebende Wirkung. 

 

Zürich, 19. September 2011 

- 9 - 

__________________________________ 

OBERGERICHT DES KANTONS ZÜRICH 

Verwaltungskommission 

Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

lic. iur. A. Gürber 
 
versandt am: 
 

	Beschluss vom 19. September 2011
	 Erwägungen:
	I.

	1. Im Rahmen eines am Bezirksgericht Zürich anhängigen Verfahrens betr. Forderung (CG100118) stellte der Gesuchsteller und Beklagte mit Eingabe vom 30. Mai 2011 an den Präsidenten des Bezirksgerichts Zürich sinngemäss ein Ablehnungsbegehren gegen den ...
	2. Mit Schreiben vom 30. Juni 2011 überwies der Leitende Gerichtsschreiber des Bezirksgerichts Zürich das Ablehnungsbegehren an die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Zürich zur Behandlung (Urk. 1). Gleichzeitig gab Ersatzrichter lic. ...
	3. Am 22. August 2011 ging bei der Verwaltungskommission ein am 18. August 2011 verfasstes Schreiben des Gesuchstellers ein (Urk. 9).
	4. Mit Verfügung vom 29. August 2011 wurde dem Gesuchsteller Frist zur allfälligen Stellungnahme zur gewissenhaften Erklärung von Ersatzrichter lic. iur. C._____ angesetzt (Urk. 10). Da der Gesuchsteller im Verfahren vor dem Bezirksgericht Zürich trot...
	5. Das Verfahren erweist sich damit als spruchreif.
	II.

	1. Seit dem 1. Januar 2011 gilt in der Schweiz eine neue, Schweizerische Zivilprozessordnung (ZPO), welche die bis anhin gültigen kantonalen Zivilprozessordnungen ablöst. Bei Verfahren, die - wie das vorliegende - bei Inkrafttreten des neuen Gesetzes ...
	2. Nach § 101 Abs. 1 GVG sowie § 18 lit. k Ziff. 1 der Verordnung des Obergerichts über die Organisation vom 3. November 2010 (LS 212.51) entscheidet die Verwaltungskommission des Obergerichts als Aufsichtsbehörde über Ausstandsbegehren, die sich gege...
	III.

	1. Die Beurteilung eines Ablehnungsbegehrens liegt im freien, pflichtgemässen Ermessen der erkennenden Behörde. Zu entscheiden ist, ob die geltend gemachten Ablehnungsgründe unter den konkreten Umständen Anlass zu objektiv berechtigtem Misstrauen an d...
	2. Prozessuale Fehler sind mit ordentlichen oder ausserordentlichen Rechtsmitteln zu rügen, führen aber nicht dazu, dass Befangenheit der Mitwirkenden anzunehmen wäre. In diesem Sinne ist das Ausstandsbegehren subsidiär zu den Rechtsmitteln und hat vo...
	IV.

	1. Der Gesuchsteller und Beklagte begründet sein Ablehnungsbegehren unter anderem damit, dass Ersatzrichter lic. iur. C._____ seine - des Gesuchstellers und Klägers - Grundrechte und gesetzliche Vorschriften verletzt habe und er - der Gesuchsteller un...
	Der Gesuchsteller und Beklagte unterlässt es, diese Vorwürfe durch konkrete Hinweise auf Handlungen von Ersatzrichter lic. iur. C._____ zu begründen. Aus den Akten sind jedenfalls keine Anhaltspunkte für ein Verhalten ersichtlich, wodurch Grundrechte ...
	2. Weiter begründet der Gesuchsteller und Kläger seinen Antrag damit, dass ein Grund vorliege, der nach dem Urteil eines vernünftigen Menschen geeignet sei, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit von Ersatzrichter lic. iur. C._____ zu erregen. Entschei...
	Praxisgemäss werden den Parteien angesetzte Fristen in der Regel zwei Mal erstreckt (vgl. ausdrücklicher Hinweis in Urk. 6/3 S. 2). Dabei ist eine vorgängige Information der Gegenpartei über die Fristerstreckung weder notwendig noch üblich. Das Vorgeh...
	3. Schliesslich macht der Gesuchsteller und Kläger geltend, Ersatzrichter lic. iur. C._____ weigere sich, seinen gesetzlichen Pflichten nachzukommen. Er - der Gesuchsteller und Kläger - habe Ersatzrichter lic. iur. C._____ mehrfach gebeten, die Vollma...
	Anlässlich der Referentenaudienz/Vergleichsverhandlung vom 3. März 2011 zweifelte der Gesuchsteller und Kläger die Vollmacht vom 17. August 2010 an. Ersatzrichter lic. iur. C._____ nahm daraufhin die zumutbaren Abklärungen vor und kam zum Schluss, das...
	4. Die von den Gesuchstellern und Beklagten aufgestellten Behauptungen und dargelegten Tatsachen stellen nach dem Gesagten keinen Ablehnungsgrund dar, weshalb das Ablehnungsbegehren unter Kostenfolge abzuweisen ist.
	5. Anlässlich zweier Telefongespräche sowie in seinem Schreiben vom 18. August 2011 erklärte der Gesuchsteller und Kläger, dass er mit seiner Eingabe vom 30. Mai 2011 nicht ein Ablehnungsbegehren, sondern eine Aufsichtsbeschwerde gegen die mit seinem ...
	Vorab ist festzuhalten, dass der Gesuchsteller und Kläger in seiner Eingabe vom 30. Mai 2011, welche vom Bezirksgericht Zürich als Ablehnungsbegehren gegenüber Ersatzrichter lic. iur. C._____ interpretiert wurde, selbst von einem Ablehnungsgesuch spri...
	Lediglich der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass selbst wenn die Eingabe des Gesuchstellers und Klägers vom 30. Mai 2011 als Aufsichtsbeschwerde gegen Mitglieder des Bezirksgerichts Zürich im Verfahren CG100118 aufgefasst würde - wofü...
	Es wird beschlossen:
	1. Das Ablehnungsbegehren gegen Ersatzrichter lic. iur. C._____ wird abgewiesen.
	2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 500.– festgesetzt.
	3. Die Kosten werden dem Gesuchsteller und Kläger auferlegt.
	4. Schriftliche Mitteilung an:
	 den Gesuchsteller und Kläger (zu den Akten genommen)
	 die Gesuchsgegnerin und Beklagte (gegen Empfangsschein)
	 Ersatzrichter lic. iur. C._____ (gegen Empfangsschein)
	 das Bezirksgericht Zürich, I. Abteilung, Verfahren CG100118, unter Rücksendung der beigezogenen Akten (Urk. 6; gegen Empfangsschein)

	5. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der Zustellung an gerechnet, bei der Rekurskommission des Obergerichts, Hirschengraben 13/15, Postfach 2401, 8021 Zürich, schriftlich Rekurs eingereicht werden.
	Die Rekursschrift muss einen Antrag und dessen Begründung enthalten. Der angefochtene Entscheid ist beizulegen. Die angerufenen Beweismittel sind genau zu bezeichnen und soweit möglich beizulegen. Materielle und formelle Entscheide der Rekursinstanz s...
	Der Rekurs hat keine aufschiebende Wirkung.
	Zürich, 19. September 2011