# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fada8eea-12de-5616-a076-77c06cdc1838
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.08.2008 E-5063/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5063-2006_2008-08-06.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5063/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  6 .  A u g u s t  2 0 0 8

Richterin Gabriela Freihofer (Vorsitz), 
Richter Bruno Huber, Richter Maurice Brodard, 
Gerichtsschreiber Jan Feichtinger.

A._______, geboren (...),
dessen Ehefrau B._______, geboren (...),
und deren gemeinsame Kinder C._______, geboren (...),
D._______, geboren(...),
Sri Lanka,
alle vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, (...)
Gesuchsteller,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern.

Revision; Urteil der Schweizerischen 
Asylrekurskommission (ARK) vom 22. Juni 2006 / 
N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5063/2006

Sachverhalt:

A.
A._______ suchte am 5. Juli 2002 in der Schweiz um Asyl nach. Seine 
Ehefrau B._______ stellte am 14. Oktober  2002 ein Asylgesuch.  Mit 
Verfügung  vom  17.  Dezember  2003  stellte  das  Bundesamt  für 
Flüchtlinge  (BFF; seit  1.  Januar  2005:  BFM)  fest,  die  Gesuchsteller 
erfüllten die Flüchtlingseigeschaft nicht und lehnte die Asylgesuche ab. 
Gleichzeitig  ordnete  es  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  an  und 
erachtete den Vollzug der Wegweisung als durchführbar. Eine gegen 
diese Verfügung eingereichte Beschwerde vom 15. Januar 2004 wies 
die vormals zuständige ARK mit Urteil vom 22. Juni 2006 ab. 

B.
Mit Eingabe vom 2. Juli 2003 zeigte Frau lic. iur. Claudia Lautenschütz 
der  Berner  Rechtsberatungsstelle  für  Asylsuchende  dem 
Bundesverwaltungsgericht  die  Mandatsübernahme  in  vorliegender 
Angelegenheit an.

C.
Mit Eingabe vom 18. August 2006 reichten die Gesuchsteller mehrere 
Dokumente  ein  und  ersuchten  um  revisionsweise  Aufhebung  des 
Urteils vom 22. Juni 2006. Namentlich beantragten sie,  es sei  ihnen 
Asyl  zu  gewähren,  eventualiter  sei  die  vorläufige  Aufnahme  wegen 
Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  anzuordnen.  In 
prozessualer Hinsicht ersuchten sie um Sistierung der Wegweisungs-
massnahmen und um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. 

D.
Mit  Zwischenverfügung  vom  25.  August  2006  setzte  der 
Instruktionsrichter der ARK im Sinne einer vorsorglichen Massnahme 
den Vollzug der Wegweisung bis zum definitiven Entscheid über das 
Gesuch um Aussetzung des Vollzugs der Wegweisung aus. 

E.
Mit  Schreiben  vom  20.  September  2006  reichten  die  Gesuchsteller 
weitere  Unterlagen,  betreffend Exilaktivitäten des  Gesuchstellers,  zu 
den Akten.

F.
Am 25. September 2006 (Poststempel: 26. September 2006) reichten 

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die  Gesuchsteller  ein  ärztliches  Zeugnis  der  E._______  vom  19. 
September 2006 betreffend den Gesuchsteller zu den Akten.

G.
Am 20. Oktober 2006 ging bei der ARK eine Kopie des Schreibens der 
Gesuchstellerin an das BFM vom 16. Oktober 2006 ein. Mit Schreiben 
vom 25.  Oktober  2006  reichten  die  Gesuchsteller  eine  Vielzahl  von 
Unterlagen betreffend die allgemeine Lage in Sri Lanka zu den Akten.

H.
Mit  Schreiben  vom  11.  Dezember  2007  zeigte  Fürsprecher  Peter 
Huber  dem  Bundesverwaltungsgericht  die  Mandatsübernahme  in 
vorliegender Angelegenheit an.

I.
Mit Eingabe vom 4. Juli 2008 zeigte der neue Rechtsvertreter (Gabriel 
Püntener) dem Bundesverwaltungsgericht die Mandatsübernahme an 
und erklärte alle vorgängigen Vertretungsverhältnisse für aufgelöst. In 
der  Sache  machte  er  im  Wesentlichen  geltend,  die  Gesuchsteller 
verfügten in Colombo über keinerlei Beziehungsnetz, weshalb gemäss 
dem  Grundsatzurteil des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
14. Februar 2008  i.S.  E-2775/2007  (zwischenzeitlich  publiziert  unter 
BVGE  2008/2)  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges 
festzustellen sei.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  gemäss Art. 105  des 
Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  endgültig  über 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  des  BFM.  Es  ist  ausserdem 
zuständig  für  die  Revision  von  Urteilen,  die  durch  eine  seiner 
Vorgängerorganisationen, im vorliegenden Fall die ARK, gefällt wurden 
(vgl. BVGE 2007/11 E. 3.3, BVGE 2007/21 E. 3). 

1.2 Gemäss  Art. 37  i.V.m.  Art. 45  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) gelten für Revisionsverfahren vor 
dem  Bundesverwaltungsgericht,  die  sich  gegen  Urteile  der  ARK 
richten,  die  entsprechenden  Art. 66 ff.  des  Bundesgesetzes  vom 

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20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021; vgl. BVGE 2007/11 E. 4.5 f.,  BVGE 2007/21  E. 4.2  und 
5.2 f.).  Nach Art. 47 VGG findet auf Inhalt,  Form und Ergänzung des 
Revisionsgesuchs Art. 67 Abs. 3 VwVG Anwendung.

1.3 Mit  dem  ausserordentlichen  Rechtsmittel  der  Revision  wird  die 
Unabänderlichkeit  und  Massgeblichkeit  eines  rechtskräftigen 
Beschwerdeentscheides  angefochten,  damit  in  der  Sache  neu 
entschieden  werden  kann  (vgl.  PIERRE TSCHANNEN/ULRICH ZIMMERLI, 
Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl., Bern 2005, S. 269). 

1.4 Die  Revision  eines  Entscheids  der  ARK  kann  aus  den  in 
Art. 66 Abs. 1 und 2 VwVG genannten Gründen verlangt werden.  Die 
Revision kann in der Regel nicht aus einem Grund verlangt werden, 
der  schon  im  ordentlichen  Beschwerdeschwerdeverfahren  hätte 
geltend  gemacht  werden  können  (Art. 66  Abs. 3  VwVG;  vgl.  auch 
Art. 46 VGG).

2.
2.1 An die Begründung ausserordentlicher Rechtsmittel  sind strenge 
Anforderungen zu stellen. Aus der Rechtsschrift muss der angerufene 
Revisionsgrund ersichtlich sein. Es muss dargelegt  werden,  weshalb 
die Voraussetzungen erfüllt sind, um gerade diesen Rechtsmittelgrund 
anzurufen.  Im  Revisionsgesuch  ist  deshalb  anzugeben,  welcher 
gesetzliche Revisionstatbestand angerufen und welche Änderung des 
früheren  Entscheides  beantragt  wird  (vgl.  FRITZ GYGI, 
Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl.,  Bern 1983, S. 198). Für die 
Zulässigkeit eines Revisionsbegehrens ist nicht erforderlich, dass die 
Revisionsgründe  wirklich  bestehen,  sondern  es  genügt,  wenn  der 
Gesuchsteller  deren Vorliegen behauptet  und  hinreichend begründet 
(vgl  URSINA BEERLI-BONORAND,  Die  ausserordentlichen Rechtsmittel  des 
Bundes  und  der  Kantone,  Zürich  1985,  S. 148  f.).  Mit  einem 
Revisionsgesuch  können  nur  ganz  bestimmte  Rügen  angebracht 
werden; die in Art. 66 Abs. 1 und 2 VwVG enthaltene Aufzählung der 
Revisionsgründe  ist  abschliessend  (vgl.  ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, 
Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes, 
2. Aufl.,  Zürich 1998, S. 259, Rz. 737). Zudem ist  die Rechtzeitigkeit 
des Revisionsbegehrens darzutun (vgl. Art. 67 VwVG). 

2.2 Die Gesuchsteller machen den Revisionsgrund der neuen erhebli-
chen Tatsachen und Beweismittel (Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG) geltend 
und  zeigen  ausserdem  die  Rechtzeitigkeit  des  Revisionsbegehrens 

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auf.  Auf  das  im  Übrigen  frist-  und  formgerecht  eingereichte 
Revisionsgesuch ist deshalb einzutreten.

2.3 Gemäss  Art.  66  Abs.  2  Bst.  a  VwVG müssen  die  zur  Stützung 
eines  Revisionsgesuches  geltend  gemachten  Tatsachen  und 
eingereichten  Beweismittel  neu  und  erheblich  sein. Nach Lehre  und 
bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  gelten  revisionsweise  geltend 
gemachte  Tatsachen  lediglich  dann  als  neu,  wenn  sie  zur  Zeit  der 
Erstbeurteilung der Sache bereits vorhanden waren, jedoch erst nach-
träglich in Erfahrung gebracht werden konnten. Tatsachen, welche sich 
erst  nachträglich zutragen,  können allenfalls den Erlass einer neuen 
Verfügung  durch  die  erstinstanzliche  Behörde  im  Rahmen  eines 
Wiedererwägungsverfahrens  rechtfertigen,  bilden  aber  keinen  Grund 
zur  Revision  eines  Beschwerdeentscheides  (vgl.  BEERLI-BONORAND, 
a.a.O., S. 99; KÖLZ/HÄNER, a.a.O., S. 260, Rn. 740; GYGI, a.a.O., S. 262; 
BGE 108 V 171). Erheblich im Sinne von Art. 66 Abs. 2 Bst. a VwVG 
sind neue Tatsachen dann, wenn sie geeignet sind, die tatbeständliche 
Grundlage  des  angefochtenen  Entscheides  zu  verändern  und  bei 
zutreffender  rechtlicher  Würdigung  zu  einem  anderen,  für  den 
Gesuchsteller günstigeren Ergebnis zu führen (BEERLI-BONORAND, a.a.O., 
S. 106; KÖLZ/HÄNER, a.a.O., S. 260, Rn. 740), mit anderen Worten, wenn 
sie  den  Ausgang  des  Verfahrens  beeinflussen  können  (RENÉ 
RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS-PETER,  Öffentliches  Prozessrecht 
und  Grundzüge  des  Justizverfassungsrechts  des  Bundes,  Ba-
sel/Frankfurt a.M., 1996, S. 273, Rn. 1431).

2.4 Ähnliches  gilt  für  revisionsweise  eingereichte  Beweismittel:  Sie 
sind  nur  dann  als  neu  zu  qualifizieren  und  erheblich,  wenn  sie 
entweder neue erhebliche Tatsachen erhärten oder geeignet sind, dem 
Beweis  von  Tatsachen  zu  dienen,  die  zwar  im  früheren  Verfahren 
bekannt  gewesen,  aber  zum  Nachteil  der  Gesuchsteller  Partei 
unbewiesen  geblieben  sind  (BEERLI-BONORAND, a.a.O.,  S.  102; 
KÖLZ/HÄNER, a.a.O., S. 260, Rn. 741), respektive wenn sie bei Vorliegen 
im  ordentlichen  Verfahren  vermutlich  zu  einem  anderen  Entscheid 
geführt  hätten  (RHINOW/KOLLER/KISS-PETER,  a.a.O.,  S.  273,  Rn.  1431). 
Hingegen  ist  es  -  im  Gegensatz  zu  den  geltend  gemachten  neuen 
Tatsachen - nicht notwendig, dass die Beweismittel selber aus der Zeit 
vor dem Beschwerdeentscheid stammen (vgl. die weiterhin zutreffende 
Praxis der ARK in Entscheidungen und Mitteilungen der ARK [EMARK] 
1994 Nr. 27 E. 5c S. 199).

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2.5 Gemäss Art. 66 Abs. 3 VwVG ist ein Revisionsgesuch abzuweisen, 
wenn  die  Partei  die  Revisionsgründe  bereits  im  Rahmen  des 
Verfahrens,  das dem Beschwerdeentscheid voranging,  oder auf  dem 
Wege  einer  Beschwerde,  die  ihr  gegen  den  Beschwerdeentscheid 
zustand,  geltend  machen  konnte.  Sowohl  neue  Tatsachen  als  auch 
neue Beweismittel bilden gemäss dieser Bestimmung somit nur dann 
einen  Revisionsgrund,  wenn  der  Gesuchsteller  sie  auch  bei  zu-
mutbarer Sorgfalt im erstinstanzlichen Verfahren oder im ordentlichen 
Rechtsmittelverfahren  nicht  kennen  oder  beibringen  konnte  oder  sie 
aus entschuldbaren Gründen nicht vorgebracht hat.

2.6 Eine  völkerrechtskonforme Auslegung  von Art.  66  Abs. 3  VwVG 
gebietet gemäss Praxis die Revision eines rechtskräftigen Urteils trotz 
an sich verspätet geltend gemachter Vorbringen, wenn aufgrund dieser 
Vorbringen  offensichtlich  wird,  dass  dem  Gesuchsteller  Verfolgung 
oder menschenrechtswidrige Behandlung droht und damit ein völker-
rechtliches  Wegweisungshindernis  besteht  (vgl.  die  weiterhin  zu-
treffende Praxis der ARK [EMARK 1995 Nr. 9 E. 7 insbes. 7g S. 83 ff.]). 
Dabei  genügt  es  nicht,  dass  ein  Gesuchsteller  eine  drohende 
Verletzung von Art. 33 des Abkommens über die Rechtsstellung der 
Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 [FK, SR 0.142.30] respektive Art. 3  der 
Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  lediglich behauptet: Er muss 
die beachtliche Wahrscheinlichkeit einer aktuellen, ernsthaften Gefahr 
vielmehr  schlüssig  nachweisen,  wobei  allerdings  der  herabgesetzte 
Beweismassstab des Glaubhaftmachens genügt. Ein Abweichen vom 
Wortlaut von Art. 66 Abs. 3 VwVG rechtfertigt sich mit anderen Worten 
nicht bereits bei Vorliegen von (neuen) Tatsachen und Beweismitteln, 
welche  geeignet  sein  können,  zu  einem  anderen  Ergebnis  als  im 
vorangegangenen  ordentlichen  Asylverfahren  zu  führen,  sondern 
lediglich dann, wenn die Tatsachen und Beweismittel bei rechtzeitigem 
Bekannt werden zu einem anderen Beschwerdeentscheid und zwar zu 
einer Gutheissung zumindest bezüglich der Frage der Zulässigkeit des 
Wegweisungsvollzugs  geführt  hätten  (vgl.  EMARK 1995  Nr. 9  E. 7g 
S. 89 f.). 

3.
3.1 Als neue und erhebliche Beweismittel im Sinne von Art. 66 Abs. 2 
Bst.  a  VwVG  reichten  die  Gesuchsteller  zusammen  mit  dem 
Revisionsgesuch nachstehende Dokumente zu den Akten:

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- Bestätigungsschreiben des F._______ vom 6. Juli 2006 
(Beweismittel 1)
- „An Appeal from Sri Lankan Tamils“ vom 28. Juli 2006 

(Beweismittel 2)
- Undatiertes, von sechs in der Schweiz wohnhaften Personen 

srilankischer Herkunft unterzeichnetes Bestätigungsschreiben 
(Beweismittel 3)

- Bestätigungsschreiben von G._______ an die ARK vom 
2. August 2006 (Beweismittel 4)
- Schreiben von H._______ zuhanden der zuständigen 

Ausländerbehörde vom 1. August 2006 (Beweismittel 5)
- Schreiben des Vetters des Beschwerdeführers, I._______, vom 29. 
Juli 2006 (Beweismittel 6)
- Bestätigungsschreiben von J._______ vom 
2. August 2006 (Beweismittel 7)
- Bestätigungsschreiben von in Kanada lebenden Personen 

tamilischer Volkszugehörigkeit vom 28. Juli 2006 (Beweismittel 8)
- Bestätigungsschreiben von K._______ vom 
9. August 2006 (Beweismittel 9)
- Bestätigungsschreiben von in Australien lebenden Personen 

srilankischer Herkunft vom 9. August 2006 (Beweismittel 10)
- Als „Appeal to the Gouvernment of Switzerland“ bezeichnetes 

Schreiben des L._______ vom 31. Juli 2006 
(Beweismittel 11)
- Schreiben des UN-Habitat vom 3. August 2006 (Beweismittel 12)
- Schreiben von Swiss-Exile vom 16. August 2006 (Beweismittel 13)
- Handgeschriebene Notizen des Gesuchstellers von 

Mitte August 2006 (Beweismittel 14)

- Kopie der Sterbeurkunde der Mutter der Gesuchstellerin, 
M._______, vom (...) (Beweismittel 15)

- Ärztliches Zeugnis von Dr. med. N._______ vom 
2. August 2006 (Beweismittel 16)
- Ärztliches Zeugnis von Dr. med. N._______ vom 
18. August 2006 (Beweismittel 17)
- Ärztliches  Zeugnis  der  E._______  vom  19.  September  2006 
(Beweismittel 18)

- Schreiben der Gemeindeverwaltung O._______ zuhanden der 
Migrationsbehörden vom 2. August 2006 (Beweismittel 19)

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- Anstellungsbestätigung der Firma P._______ vom 
15. August 2006 (Beweismittel 20)

3.1.1 Beweismittel  1  bis  14  betreffen  die  Mitgliedschaft  des 
Gesuchstellers bei der LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) sowie 
dessen Funktion innerhalb der Organisation. Bei den Beweismitteln 1 
bis 11 handelt  es sich um Schreiben von Drittpersonen srilankischer 
Herkunft,  welche  jeweils  bestätigen,  dass  der  Gesuchsteller  für  die 
LTTE tätig war, respektive dieser als Mitglied angehört hat. Denselben 
Inhalt haben auch die Schreiben der Organisationen L._______, UN-
Habitat  und  Swiss-Exile  (Beweismittel  11  bis  13).  Mittels  einer 
handschriftlichen  Notiz  (Beweismittel  14)  führt  der  Gesuchsteller 
schliesslich  selbst  die  Geschehnisse  nach  der  geltend  gemachten 
Gefangennahme durch die SLA (Sri Lanka Army) im April (...) aus. Es 
ist  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  all  diese  Bestätigungsschreiben 
nicht  bereits  im  ordentlichen  Verfahren  in  Auftrag  gegeben  und 
eingereicht wurden, zumal es einem Gesuchsteller im Rahmen seiner 
Mitwirkungspflicht  während  des  ordentlichen  Verfahrens  obliegt, 
allfällige Beweismittel vollständig zu bezeichnen und beizubringen (vgl. 
Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG). Der in der Revisionsschrift unternommene 
Erklärungsversuch,  man  habe  Angst  gehabt,  von  Bekannten 
Dokumente  zu  verlangen,  da  diese  so  in  Schwierigkeiten  gelangen 
könnten,  erscheint  schon deshalb  als  blosse Schutzbehauptung,  als 
die überwiegende Mehrheit  dieser Bekannten ausserhalb Sri  Lankas 
wohnhaft ist.

Gemäss  den  Ausführungen  in  der  Revisionsschrift  soll  mittels  der 
genannten,  nach  dem  Urteil  der  ARK  datierenden,  Dokumente 
zunächst bewiesen werden, dass der Gesuchsteller für die LTTE tätig 
gewesen  ist.  Diese  Tatsache  wurde  jedoch  durch  die  Gesuchsteller 
bereits im ordentlichen Verfahren geltend gemacht und sowohl von der 
Vorinstanz  als  auch  von  der  Beschwerdeinstanz  entsprechend 
gewürdigt,  wobei  keine  der  angerufenen  Instanzen  die 
diesbezüglichen  Vorbringen  grundsätzlich  in  Zweifel  gezogen  hat. 
Damit werden durch die genannten Dokumente, soweit sie die blosse 
LTTE-Tätigkeit respektive -Mitgliedschaft betreffen, keine unbewiesen 
gebliebenen Tatsachen belegt, weshalb sie sich als revisionsrechtlich 
unerheblich erweisen. 

3.1.2 Zum  Nachteil  der  Gesuchsteller  unbewiesen  gebliebene 
Verfolgungsgründe stellen hingegen die behauptete Führungsposition 

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des  Gesuchstellers  innerhalb  der  Rebellenorganisation  und  seine 
lange Gefangenhaltung durch die srilankischen Behörden dar. Beides 
wurde  bereits  im  ordentlichen  Verfahren  geltend  gemacht,  von  BFF 
und ARK jedoch als unglaubhaft erachtet.

Gemäss der Gesuchseingabe sollen die Beweismittel 6, 7, 8, und 11 
die Beweislage betreffend der LTTE-Führungsposition zu Gunsten der 
Gesuchsteller  ändern.  Vorweg  ist  festzustellen,  dass  Beweismittel 8 
lediglich  die  Tätigkeit  des  Gesuchstellers  für  die  LTTE  belegt,  sich 
aber  mit  keinem  Wort  zu  einer  Führungsposition  äussert,  weshalb 
dieses Dokument  als  revisionsrechtlich  irrelevant  zu qualifizieren ist. 
Die  Beweismittel  6,  7  und  11  hätten  kaum  dazu  gereicht,  im 
ordentlichen Verfahren zu einem anderen Entscheid zu führen, wenn 
sie  denn  zu  diesem  Zeitpunkt  schon  vorgelegen  hätten.  Den 
Beweismitteln 6 und 7 kommt schon deshalb ein geringer Beweiswert 
zu,  weil  es  sich  bei  den  Unterzeichnern  diser  beiden 
Bestätigungsschreiben um Cousins ersten respektive zweiten Grades 
des  Gesuchstellers  handelt  und  bei  Verwandtschaftsverhältnissen 
stets eine erhöhte Vermutung von Gefälligkeitsschreiben besteht. Auch 
fällt  auf,  dass  die  Schreiben untereinander  insoweit  unstimmig sind, 
als  jeweils  unterschiedliche  und  teilweise  recht  unsubstanziierte 
Bezeichnungen für den genauen Rang des Gesuchstellers verwendet 
werden (Beweismittel 6: successful and popular leader; Beweismittel 7: 
post  as  commander;  Beweismittel  11:  area  leader).  Unter 
Berücksichtigung der Tatsache, dass auch der Gesuchsteller selbst im 
ordentlichen  Verfahren  nur  sehr  vage  Ausführungen  über  seine 
Funktion und Stellung innerhalb der LTTE getätigt hat und ausserdem 
über äusserst karge Kenntnisse der Organisation verfügte, vermögen 
die neuen Beweismittel die vom BFF zu Recht erhobenen Zweifel an 
der  Glaubhaftigkeit  der  vorgebrachten  Führungsposition  nicht  zu 
beseitigen. Die als Beweismittel 6, 7 und 11 bezeichneten Dokumente 
sind deshalb nicht als erheblich zu bezeichnen, zumal damit die von 
der  ARK  als  unglaubhaft  erachtete  Führungsposition  des 
Gesuchstellers nicht belegt wird.

Weiter  wird  im  Zusammenhang  mit  der  angeblichen  LTTE-
Führungsposition des Gesuchstellers in der Revisionsschrift  auf zwei 
Fotografien verwiesen. Diese wurden bereits im ordentlichen Verfahren 
eingereicht,  weshalb  damit  offensichtlich  keine  Revisionsgründe 
dargetan  werden.  Soweit  die  Gesuchsteller  durch  die  erneute 
Einreichung  und  mit  den  entsprechenden  Ausführungen  im 

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Revisionsgesuch  ihr  fehlendes  Einverständnis  mit  dem  ergangenen 
Beschwerdeurteil  dartun,  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  dies  die 
rechtliche  Würdigung  aktenkundiger  Tatsachen,  mithin  eine 
Rechtsfrage  und  nicht  den  Sachverhalt  betrifft  und  keinen 
Revisionsgrund darstellt.

Mittels der Beweismittel 1, 2, und 6 soll nach Ansicht der Gesuchstel-
ler  die  Festnahme des Gesuchstellers  durch die  srilankische Armee 
bewiesen werden. Beweismittel 1 und 2 gehen indessen nicht über die 
Feststellung  hinaus,  der  Gesuchsteller  sei  von  der  srilankischen 
Armee  gesucht  worden.  Einzig  I._______,  ein Vetter  des 
Gesuchstellers, führte in seinem Bestätigungsschreiben (Beweismittel 
6)  aus,  der  Letztere  sei  zwischen  (...)  und  (...)  ohne  vorherigen 
Prozess  im  Süden  Sri  Lankas  inhaftiert  gewesen  und  dort  gefoltert 
worden. Es ist nicht davon auszugehen, dass die schriftliche Aussage 
eines  nahen  Verwandten,  hätte  sie  im  ordentlichen  Verfahren 
vorgelegen, die Zweifel des BFF beseitigt und damit zu einem anderen 
Ergebnis  geführt  hätte. Dies umso weniger vor dem Hintergrund der 
Ausführungen  des  Gesuchstellers  im  ordentlichen  Verfahren,  wo  er 
sich,  was  den  Ort  der  Gefangenschaft  und  deren  Urheberschaft 
anbelangt,  mehrfach  widersprüchlich  respektive  tatsachenwidrig 
geäussert  hat.  Auch  unter  dem  Gesichtspunkt  der  angeblichen 
Gefangenschaft des Gesuchstellers ist damit das genannte Schreiben 
als unerheblich zu qualifizieren.

3.1.3 Mittels  der  Sterbeurkunde  vom (...)  (Beweismittel  15) belegen 
die  Gesuchsteller  den  Tod  der  Mutter  der  Gesuchstellerin.  Dazu  ist 
festzustellen,  dass  die  genannte  Urkunde  aus  der  Zeit  des 
ordentlichen  Beschwerdeverfahrens  stammt  (Urteil  der  ARK  vom 
22. Juni  2006),  mithin  damals hätte eingereicht  werden müssen und 
die  Einreichung  im  Revisionsverfahren  als  verspätet  zu  qualifizieren 
ist. Es kann nämlich nicht davon ausgegangen werden, dass es den 
Gesuchstellern  nicht  möglich  oder  nicht  zumutbar  gewesen  wäre, 
dieses  Dokument  bereits  während  des  Beschwerdeverfahrens 
einzureichen.  Diesbezüglich  werden  denn  auch  in  der 
Revisionseingabe  keine  entschuldbaren  Gründe  angegeben,  wobei 
darauf  hinzuweisen  ist,  dass  es  –  wie  bereits  erwähnt  –  einem 
Gesuchsteller  im  Rahmen  seiner  Mitwirkungspflicht  während  des 
ordentlichen  Verfahrens  obliegt,  allfällige  Beweismittel  vollständig  zu 
bezeichnen und beizubringen (vgl. Art. 8 Abs. 1 Bst. d AsylG). Diesem 
Dokument  ist  somit  die  revisionsrechtliche  Neuheit  abzusprechen. 

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Verspätete Beweismittel sind dann zu berücksichtigen, wenn durch sie 
zumindest  die  Unzulässigkeit  eines Wegweisungsvollzuges schlüssig 
nachgewiesen  werden  kann.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers in  den Heimat-,  Herkunfts- oder in 
einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83  Abs.  3  AuG).  Der  über 
(...) Jahre  zurückliegende  Tod  der  Mutter  einer  volljährigen 
Asylbewerberin  vermag  offensichtlich  kein  völkerrechtliches 
Wegweisungshindernis zu begründen, weshalb die genannte Urkunde 
als revisionsrechtlich unerheblich zu qualifizieren ist.

3.1.4 Als  weitere  Beweismittel  im  Sinne  von  Art.  66  Abs.  2  Bst.  a 
VwVG  reichten  die  Gesuchsteller  mit  der  Beschwerdeschrift  zwei 
ärztliche  Zeugnisse  von  Dr.  med.  N._______  vom  2. August 2006 
(Beweismittel  16)  und  vom 18. August 2006  (Beweismittel  17)  sowie 
mit  separater  Eingabe  vom  25.  September  2006  einen  Bericht  der 
E._______ vom 19. September 2006 (Beweismittel 18) zu den Akten. 
Alle  drei  Zeugnisse  sind  nach  dem  Beschwerdeentscheid  der  ARK 
datiert,  weshalb  sich  einzig  die  Frage  stellt,  ob  sie  frühere,  als 
unglaubhaft qualifizierte Aussagen zu belegen vermögen.

Mit Zeugnis vom 2. August 2006 attestierte die unterzeichnende Ärztin, 
Dr.  med.  N._______,  dem  Gesuchsteller  ein  nicht  näher 
umschriebenes, aktuelles Gesundheitsproblem. Dabei handelt es sich 
um  eine  neue  Tatsache,  welche  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  beeinflussen  könnte,  revisionsrechtlich  aber 
unerheblich  ist.  Der  gesundheitliche  Zustand  des  Gesuchstellers  ist 
jedoch durch das BFM unter dem Gesichtspunkt der Wiedererwägung 
zu  prüfen.  Allerdings  wird  hierzu  eine  genauere  Spezifizierung  des 
geltend gemachten Krankheitsbildes unabdingbar sein.

Die genannte Ärztin hat  mit  Zeugnis vom 18. August  2006 bestätigt, 
dass der Körper des Gesuchstellers drei kleine Narben aufweist. Was 
hiermit  belegt  werden  soll,  ist  nicht  ersichtlich.  So  haben  die 
Gesuchsteller  die  Narben im ordentlichen Verfahren nicht  mit  einem 
Wort erwähnt, obschon sich dies etwa im Rahmen der Ausführungen 
der gesundheitlichen Situation des Gesuchstellers in der Beschwerde-
schrift vom 15. Januar 2004 (Ziff. 8) geradezu aufgedrängt hätte. In der 
Revisionseingabe wird  das  Zeugnis  zwar  als  Beilage genannt,  ohne 
jedoch  in  den  Ausführungen  den  geringsten  Bezug  zu  den 
Verfolgungsgründen  herzustellen.  Mangels  Erheblichkeit  ist  das 

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ärztliche  Zeugnis  vom  18.  August  2006  damit  als  unerheblich  zu 
bewerten.

Gemäss dem Bericht der E._______ vom 19. September 2006 leidet 
der Gesuchsteller unter den Symptomen einer Anpassungsstörung. Im 
Bericht  wird  ausgeführt,  er  mache  geltend,  durch  die  drohende 
Ausschaffung in  eine Krise geraten zu sein. Die Anpassungsstörung 
sei  vor  dem  Hintergrund  einer  erhöhten  Verletzlichkeit  des 
Gesuchstellers  zu  sehen,  welche  wahrscheinlich  durch  die 
beschriebenen  traumatischen  Ereignisse  während  seines 
Gefängnisaufenthaltes ausgelöst worden seien. Es stellt sich damit die 
Frage,  inwieweit  die  ärztlich  diagnostizierte  Anpassungsstörung  das 
vom  Gesuchsteller  im  Rahmen  der  Anamnese  behauptete  Ereignis 
(Gefängnisaufenthalt, Foltererfahrungen) zu beweisen vermag.

Die  Anpassungsstörung  (ICD-10:  F  43.2)  gehört  wie  die 
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS; ICD-10: F  43.1)  zu  den 
traumabedingten  Störungen  (ICD-10:  F  43).  Beide  psychischen 
Störungen  stehen  im  Zusammenhang  mit  einem  oder  mehreren 
ursächlichen  Faktoren.  Dabei  stellt  die  Anpassungsstörung  insoweit 
die  mildere  Form  dar,  als  der  PTBS  zwingend  ein  Trauma  von 
katastrophalem Ausmass zugrunde liegen muss, mithin das Vorliegen 
eines  schweren,  tatsächlichen  Traumas  die  "conditio  sine  qua  non" 
einer Diagnose der PTBS ist (vgl. JÜRG HÄFLIGER, Die Posttraumatische 
Belastungsstörung, 1. Teil, in: Ars Medici 13/95, S. 924).

Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  im  Urteil  vom  11.  Juli  2008  i.S. 
D-7830/2006 festgestellt, dass ohne einen konkret überprüfbaren und 
damit beweisbaren Sachverhalt aus psychiatrischer Sicht die genauen 
Ursachen  einer  PTBS  nicht  mit  mindestens  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  im Sinne von Art. 7  Abs. 2 AsylG eruierbar  sind. 
Jede Foltererfahrung  ist  zwar  ein  traumatisches  Erlebnis,  nicht  jede 
Foltererfahrung  aber  führt  zu  einer  PTBS  (s.  zu  den  folgenden 
Erwägungen WILHELM TREIBER,  Flüchtlingstraumatisierung im Schnittfeld 
zwischen Justiz und Medizin,  in: ZAR 2002,  S. 286). Vielmehr hängt 
dies von der psychischen und sozialen Stabilität des Opfers sowie von 
seiner  kulturellen  Einbettung  ab. Umgekehrt  muss  auch  nicht  jedes 
festgestellte  Erscheinungsbild  einer  seelischen  Traumatisierung  oder 
jedes  Krankheitsbild  einer  PTBS  auf  Folter  und 
menschenrechtswidriger  Behandlung  in  einem  Verfolgungskontext 
beruhen. Für das Vorliegen entsprechender Symptome kann es auch 

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andere  Ursachen,  wie  Unfälle,  Naturkatastrophen,  Entwurze-
lungsprozesse, interfamiliäre Spannungen (Fehlgeburten, schwere Er-
krankungen  oder  Tod  von  Familienmitgliedern)  geben.  Die  Behaup-
tung, Folteropfer zu sein, löst zudem nicht jeden Widerspruch in der 
Aussage  auf  und  erklärt  nicht  jede  Steigerung  der  Verfolgungs-
vorbringen. Steigerungen und Widersprüche können zwar infolge trau-
matisierungsbedingter Verzerrungen des Aussageverhaltens zustande 
kommen. Dies ist jedoch nicht zwingend, sondern kann auch schlicht 
ein  Indiz  für  die  Unwahrheit  der  Aussage und der  Folterbehauptung 
selbst  sein  (TREIBER,  a.a.O.,  S.  286).  Die  Feststellungen  zur  PTBS 
haben umso mehr für mildere Formen traumabedingter Störungen wie 
die  vorliegend  diagnostizierte  Anpassungsstörung  zu  gelten,  zumal 
deren Katalog an möglichen Urachen wie festgestellt im Vergleich mit 
der  PTBS  wesentlich  breiter  ist.  Die  beim  Beschwerdeführer  fach-
ärztlich diagnostizierte Anpassungsstörung bildet somit für sich allein 
kein Indiz für die behaupteten Benachteiligungen, vielmehr ist sie im 
Rahmen der  Beweiswürdigung in  Beziehung zu den anderen für  die 
Beurteilung  der  Glaubhaftigkeit  der  behaupteten  Verfolgung 
bedeutsamen Sachverhaltselementen zu bringen. Festzustellen ist im 
vorliegenden Fall, dass sich die behandelnde Ärztin der E._______ in 
ihrer  Beurteilung bezüglich der Ursachen der psychischen Probleme 
nicht  klar  äussert.  Im  ärztlichen  Bericht  wird  lediglich  der  vom 
Gesuchsteller  im  Verlaufe  der  Behandlung  der  Ärztin  mitgeteilte 
Sachverhalt  wiedergegeben.  Dass  die  psychischen  Probleme  des 
Gesuchstellers  auf  die  geltend  gemachten  Probleme  im  Heimatland 
zurückzuführen sind,  lässt  sich  dem Bericht  nicht  entnehmen. Allein 
mit  dem  im  Revisionsverfahren  eingereichten  ärtzlichen  Zeugnis 
lassen  sich  nach  dem  Gesagten  eine  asylrechtlich  relevante 
Verfolgung  denn  auch  nicht  rechtsgenüglich  belegen  respektive  die 
aufgezeigten Ungereimtheiten nicht nachvollziehbar erklären.

3.1.5 Mit den weiteren eingereichten Dokumenten, dem Schreiben der 
Gemeindeverwaltung  O._______  zuhanden  der  Migrationsbehörden 
vom  2.  August  2006  (Beweismittel  19)  sowie  der 
Anstellungsbestätigung  der  Firma  P._______  vom  15. August 2006 
(Beweismittel  20)  werden  offensichtlich  keine  Revisionsgründe 
dargetan.

3.2
3.2.1 Als  neue  und  erhebliche  Tatsachen  führen  die  Gesuchsteller 
zunächst  die Einreichung eines Revisionsgesuchs durch Q._______, 

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die  Mutter  des  Gesuchstellers,  auf. Hierzu  ist  festzuhalten,  dass  im 
Umstand,  dass  die  Mutter  des  Gesuchstellers  ebenfalls  ein 
Revisionsgesuch  gestellt  hat,  offensichtlich  keine  neue  Tatsache  im 
Sinne  des  Revisionsrecht  zu  erblicken  ist.  Im  Übrigen  wird  das  die 
Mutter  betreffende  Revisionsgesuch  (Dossier-Nr.  E-5117/2006)  mit 
Urteil heutigen Datums abgewiesen. 

3.2.2 Ebenfalls  keine  neue  Tatsache  im  Sinne  des  Revisionsrechts 
bildet  sodann die  Geburt  des  Kindes D._______ am (...),  zumal  die 
Gesuchstellerin  bereits  im  ordentlichen  Verfahren  von  der  Geburt 
gewusst hat. Der Beschwerdeentscheid erfolgte zudem erst (...) nach 
der Geburt. Es ist somit weder einsehbar noch der Revisionsschrift zu 
entnehmen, weshalb es den Gesuchstellern nicht möglich oder nicht 
zumutbar  gewesen  sein  sollte,  bereits  während  des 
Beschwerdeverfahrens  ein  entsprechendes  Geburtsdokument 
einzureichen und darzulegen, weshalb die Sachlage für sie in Bezug 
auf ihr hängiges Verfahren ändere.

3.2.3 Mit Schreiben vom 20. September 2006 reichten die Gesuchstel-
ler  schliesslich  verschiedene  Dokumente  (Fotografien,  Zeitungsaus-
schnitte)  betreffend  eine  Kundgebung  in  Bern  über  die  Menschen-
rechtslage  in  Sri  Lanka,  die  am  folgenden  Tag  in  der  Presse 
thematisiert  wurde  und  an  welcher  der  Gesuchsteller  teilgenommen 
hat, zu den Akten. Bei der Kundgebungsteilnahme handelt es sich um 
eine  neu  eintretende  Tatsache,  welche  daher  revisionsrechtlich 
unbeachtlich ist. Sodann begründen subjektive Nachfluchtgründe (vgl. 
Art. 54  AsylG)  zwar  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3 
AsylG, führen jedoch nach Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, 
unabhängig  davon,  ob  sie  missbräuchlich  oder  nicht  missbräuchlich 
gesetzt  wurden.  Allerdings  könnte  vorliegend  die  Frage  der 
Zulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  betroffen  sein,  falls  davon 
auszugehen  ist,  dass  die  srilankischen  Behörden  von  den 
Exilaktivitäten  des  Gesuchstellers  Kenntnis  genommen  haben  und 
dieser  hierdurch  in  seinem  Heimatstaat  in  flüchtlingsrechtlich 
relevanter Weise gefährdet ist. Diese Frage ist durch das zuständige 
BFM  unter  dem  Gesichtspunkt  eines  neuen  Asylgesuchs  zu  prüfen 
(vgl. EMARK 1998 Nr. 1, EMARK 2006 Nr. 20).

3.2.4 Als  weitere  neue  und  erhebliche  Tatsache  wird  in  der 
Revisionsschrift  sowie im Schreiben vom 20. Oktober 2006 auch die 
Situation in Sri Lanka genannt. Der Rechtsvertreter der Gesuchsteller 

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hat sich mit Eingabe vom 4. Juli 2008 hierzu geäussert und – Bezug 
nehmend  auf  den  Entscheid  BVGE  2008/2  –  beantragt,  mangels 
Beziehungsnetz  der  Gesuchstellerin  in  Colombo  sei  die 
Unzumutbarkeit des Vollzuges einer Wegweisung dorthin festzustellen 
und die vorläufige Aufnahme anzuordnen.

In  der  Tat  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  im  angerufenen 
Entscheid  festgestellt,  dass  der  Wegweisungsvollzug  in  die  Distrikte 
der  Nord-  und  Ostprovinz  Sri  Lankas  angesichts  der  dort 
herrschenden  Lage  grundsätzlich  unzumutbar  sei.  Weiter  wurde  die 
Praxis  der  vergangenen  Jahre,  wo  man  stets  vom  Vorliegen  einer 
grundsätzlichen Aufenthaltsalternative für rückkehrende, abgewiesene 
tamilische  Asylgesuchsteller  im  Grossraum  Colombo  ausgegangen 
war (vgl. EMARK 2006 Nr. 6 E. 6.5), differenziert. Bei rückkehrenden 
Tamilen,  die  aus  der  Nord-  oder  Ostprovinz  stammen,  könne  nicht 
mehr  von  der  generellen  Zumutbarkeit  der  Inanspruchnahme  einer 
innerstaatlichen  Aufenthaltsalternative  im  Süden  des  Landes, 
namentlich  im  Grossraum  Colombo,  ausgegangen  werden.  Könnten 
die  Existenz  eines  tragfähigen  Beziehungsnetzes  und  die  konkreten 
Möglichkeiten der Existenzsicherung und der Wohnsituation nicht als 
gesichert  angenommen  werden,  sei  der  Wegweisungsvollzug  daher 
als unzumutbar zu qualifizieren und in der Folge als Ersatzmassnahme 
eine vorläufige Aufnahme anzuordnen. 

Damit  stellt  sich  vorliegendenfalls  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  für  die  Gesuchsteller.  Indessen  sind  neu 
eintretende Tatsachen - wie vorliegend die veränderte Sicherheitslage 
in der Herkunftsregion - revisionsrechtlich ebenso irrelevant wie deren 
rechtliche  Würdigung.  Das  Vorbringen  der  Gesuchsteller  und  deren 
Rechtsvertreters ist jedoch ebenfalls durch das zuständige BFM unter 
dem Gesichtspunkt der Wiedererwägung zu prüfen.

3.3 Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  kein  revisionsrechtlich 
relevanter  Sachverhalt  dargetan wird. Das Gesuch um Revision  des 
Urteils der ARK vom 22. Juni 2006 ist demzufolge abzuweisen. 

3.4 Die Akten sind zur Prüfung von allfälligen Wiedererwägungsgrün-
den im Sinne einer  wesentlich  veränderten Sachlage respektive von 
neuen Asylgründen an das BFM zu überweisen. Der Wegweisungsvoll-
zug bleibt  bis zum Erlass einer entsprechenden Verfügung des BFM 
ausgesetzt.

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4.
4.1 Die  Gesuchsteller  beantragen  die  unentgeltliche  Rechtspflege. 
Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG i.V. mit Art. 68 Abs. 2 VwVG kann die 
Revisionsinstanz  eine  bedürftige  Partei,  deren  Begehren  nicht 
aussichtslos  erscheinen,  davon  befreien,  Verfahrenskosten  zu 
bezahlen. Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  sich,  dass 
das vorliegende Revisionsgesuch als aussichtslos zu bezeichnen ist, 
weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
abzuweisen ist.

4.2 Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  von 
insgesamt  Fr. 1'200.-  den  Gesuchstellern  aufzuerlegen  (vgl.  Art.  68 
Abs. 2 i.V.m. Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Revisionsgesuch wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten,  bestimmt  auf  Fr.  1'200.-,  werden  den 
Gesuchstellern auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen zu Gunsten 
der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Die  Akten  werden  zur  Beurteilung  der  Eingaben  als 
Wiedererwägungsgesuch  respektive  als  neues  Asylgesuch  im  Sinne 
der Erwägungen 3.1.4, 3.2.3 und 3.2.4 an das BFM überwiesen. Der 
Vollzug der Wegweisung bleibt bis zum Erlass einer entsprechenden 
Verfügung ausgesetzt.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Rechtsvertreter  der  Gesuchsteller,  (Einschreiben;  Beilage: 
Einzahlungsschein)

- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 
Akten Ref.-Nr. N_______ (per Kurier; in Kopie)

- den (...) ad (...) (in Kopie)

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Gabriela Freihofer Jan Feichtinger

Versand:

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