# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8e346c8-f1bf-5e20-bbd2-0066f0247c28
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-05-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 23.05.2007 BK 2007 23
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2007-23_2007-05-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 23. Mai 2007 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 07 23

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
Richter Rehli und Hubert
Aktuarin ad hoc Bäder Federspiel

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In der strafrechtlichen Beschwerde

der B :  C .  A G , Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mi-
chael Vonmoos, Neuengasse 7, Postfach 8620, 3001 Bern,

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 14. März 
2007, mitgeteilt am 16. März 2007, in Sachen gegen X., Beschwerdegegner,

betreffend ungetreue Geschäftsbesorgung,

hat sich ergeben:

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A. Im Jahr 1974 wurde die B. C. AG gegründet. Die Aktiengesellschaft 
hat ihren Sitz in A. und bezweckt im Wesentlichen die Nutzung und Vermietung 
der in A. gelegenen Immobilie „B.“. Bis am 28. August 2006 waren die insgesamt 
104 Aktien der AG unter drei Kindern der Gesellschaftsgründerin C. bzw. deren 
Familien verteilt. So hielt D. 34 Aktien, E. bzw. deren Familie 35 Aktien und F. 
bzw. deren Familie ebenfalls 35 Aktien. Am 1. März 2003 wählte die Generalver-
sammlung der B. C. AG X. zum Verwaltungsratspräsidenten. Neben ihm übte bis 
am 12. Juli 2005 G. die Funktion eines Verwaltungsrats aus. Danach war X. al-
leiniger Verwaltungsrat der B. C. AG. 

Am 8. März 2006 schlossen D. sowie H., C. und X. mit J. eine Vereinba-
rung, gemäss welcher J. 69 Aktien der B. C. AG zu einem Preis von Fr. 8'500.-- 
pro Aktie, total somit zu Fr. 586'500.--, erwerben sollte, unter gleichzeitiger Ein-
räumung eines Darlehens in Höhe von Fr. 60'000.--. Am 21. Juni 2006 erklärte 
der Aktionär K., er mache das ihm zustehende Vorkaufsrecht geltend und kaufe 
die Aktien unter den Bedingungen der Vereinbarung vom 8. März 2006 mit J.. In 
der Folge unterbreitete K. den verkaufswilligen Aktionären den Entwurf eines Ak-
tienkaufvertrags, in dem er für die 69 Aktien der B. C. AG einen Kaufpreis von Fr. 
586'500.-- bot. Dabei sollte ein von D. der AG gewährtes Darlehen in der Höhe 
von Fr. 60'000.-- als in den Kaufpreis eingeschlossen gelten. Der Verkauf der 69 
Aktien zum Gesamtpreis von Fr. 586'500.-- fand schliesslich am 28. August 2006 
statt.

Am 24. August 2006 nahm X. im Namen der B. C. AG auf deren Grunds-
tück einen Schuldbrief auf und begab diesen der L. als Sicherheit für ein Darlehen 
in der Höhe von Fr. 100'000.--. Mit den durch das Darlehen erlangten Mitteln 
sollte das von D. der B. C. AG gewährte Darlehen in Höhe von Fr. 60'000.-- 
zurückbezahlt werden. Zusätzlich gewährte sich X. daraus ein Verwaltungsrats-
honorar für das Jahr 2006 in der Höhe von Fr. 8’000.--. Per 28. August 2006 
erklärte X. seinen Rücktritt als Verwaltungsratsmitglied der B. C. AG. Anlässlich 
der ausserordentlichen Generalversammlung der AG vom 13. September 2006 
wurde dieser Rücktritt nicht akzeptiert. Die Generalversammlung berief X. indes 
als Verwaltungsrat mit sofortiger Wirkung ab.

B. Am 17. Oktober 2006 reichte die B. C. AG gegen X. Strafanzeige 
wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB ein. 
Zur Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, X. habe durch die 
dingliche Belastung des B. seine verwaltungsrätlichen Treue- und Sorgfaltspflich-

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ten gemäss Art. 717 Abs. 1 OR sowie die sich daraus ergebende Pflicht zur Ver-
mögenserhaltung verletzt. Der Schaden der AG liege in den unnötigen Kosten 
für die Aufnahme des Schuldbriefs und in der Wertverringerung des Grundstücks. 
Eine zusätzliche Schädigung sei in dem unrechtmässig bezogenen Verwaltungs-
ratshonorar zu sehen.

Mit Verfügung vom 19. Oktober 2006 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden gegen X. eine Strafuntersuchung wegen ungetreuer Geschäftsbe-
sorgung nach Art. 158 StGB und beauftragte das Untersuchungsrichteramt Chur 
mit deren Durchführung.

C. Mit Verfügung vom 14. März 2007, mitgeteilt am 16. März 2007, 
stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die gegen X. wegen ungetreuer Ge-
schäftsbesorgung geführte Strafuntersuchung ein.

D. Gegen diese Einstellungsverfügung liess die B. C. AG mit Eingabe 
vom 5. April 2007 bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts Graubünden 
Beschwerde erheben. Sie stellte folgende Anträge:

„1. Die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 
14. März 2007 sei aufzuheben.

2. Der Untersuchungsrichter sei anzuweisen, die ergänzenden Unter-
suchungshandlungen im Sinne der nachstehenden Ausführungen 
vorzunehmen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.“

In ihrer Vernehmlassung vom 23. April 2007 beantragte die Staatsanwalt-
schaft Graubünden unter Hinweis auf die Akten und die angefochtene Verfügung, 
die Beschwerde unter Kostenfolge abzuweisen. Auch der Beschwerdegegner be-
antragte in seiner Vernehmlassung vom 1. Mai 2007 sinngemäss die Abweisung 
der Beschwerde.

Auf die Ausführungen in den Rechtsschriften sowie auf die Erwägungen in 
der angefochtenen Verfügung wird, soweit erforderlich, nachfolgend eingegan-
gen.

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Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1.a. Gegen Verfügungen und Beschwerdeentscheide des Staatsan-
walts sowie von ihm vorgängig genehmigte Amtshandlungen der Untersuchungs-
organe kann bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts wegen Rechts-
widrigkeit oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden (Art. 138 StPO). 
Zur Beschwerdeführung ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid 
berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung 
geltend macht. Insbesondere kann sich der Geschädigte gegen Ablehnungs- und 
Einstellungsverfügungen beschweren (Art. 139 Abs. 1 StPO). Als Geschädigter 
im Sinne des Strafprozessrechts gilt der tatbeständlich Verletzte, der Träger des 
durch die Strafrechtsordnung geschützten Rechtsguts, dessen Verletzung oder 
Gefährdung Gegenstand der Strafverfolgung bildet (PKG 1998 Nr. 45). Der An-
zeigeerstatter ist nur dann zur Beschwerde legitimiert, wenn er direkt geschädigt 
oder kostenbelastet ist (Padrutt Willy, Kommentar zur Strafprozessordnung des 
Kantons Graubünden [StPO], 2. Auflage, Chur 1996, Ziff. 3.1. zu Art. 139 StPO, 
S. 354).

Als durch die mutmassliche Straftat Geschädigte ist die B. C. AG durch 
die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden berührt und hat 
ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung. Sie ist folglich zur Beschwer-
deführung legitimiert. Die Beschwerde wurde zu Recht von der Aktiengesell-
schaft eingereicht, ist bei ungetreuer Geschäftsbesorgung zum Nachteil einer Ak-
tiengesellschaft doch nur diese selbst und nicht der einzelne Aktionär beschwer-
delegitimiert (vgl. PKG 1993 Nr. 42). 

b. Gemäss Art. 139 Abs. 2 StPO ist die Beschwerde innert zwanzig 
Tagen, seit der Betroffene vom angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hat, 
schriftlich einzureichen. Da die vorliegende Beschwerde fristgerecht erhoben 
wurde und den Formerfordernissen entspricht, ist darauf einzutreten.

2.a. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Verfügung der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 14. März 2007, in welcher die gegen X. we-
gen ungetreuer Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB geführte 
Strafuntersuchung eingestellt wurde.

b. Der Untersuchungsrichter erlässt dann eine begründete und von 
der Staatsanwaltschaft zu genehmigende Einstellungsverfügung, wenn er auf-

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grund seiner Erhebungen zum Schluss gelangt, dass das Vorliegen eines Straf-
tatbestands nicht genügend dargetan ist (Art. 82 Abs. 1 und 2 StPO). Eine Ein-
stellungsverfügung ist somit zulässig, wenn das Vorliegen eines Straftatbestands 
objektiv und subjektiv nicht genügend dargetan ist, dem Angeschuldigten also 
kein Straftatbestand zur Last gelegt werden kann.

Nach Art. 138 StPO kann die Beschwerdekammer angefochtene Einstel-
lungsverfügungen im Rechtsmittelverfahren nicht nur auf Rechtswidrigkeit, son-
dern auch auf Angemessenheit überprüfen. Obwohl ihr das Gesetz ausdrücklich 
eine Ermessenskontrolle einräumt, setzt die Beschwerdekammer ihr Ermessen 
nur dort an Stelle desjenigen der Vorinstanz, wo sich deren Verfügung nicht mit 
triftigen Gründen vertreten lässt. Eine Einstellungsverfügung ist dann angemes-
sen und hält der umschriebenen Ermessenskontrolle stand, wenn, wie einleitend 
erwähnt, aufgrund des Untersuchungsergebnisses nicht genügend Anhalts-
punkte für das Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung gegeben sind 
und somit ein Freispruch erwartet werden müsste, und wenn keine neuen Be-
weismittel ersichtlich sind, die das Beweisergebnis beeinflussen könnten. Aufzu-
heben ist eine Einstellungsverfügung hingegen, wenn in objektiver und subjekti-
ver Hinsicht Anhaltspunkte vorliegen, die einen Schuldspruch als wahrscheinlich 
erscheinen lassen (PKG 1997 Nr. 36, PKG 1995 Nr. 45; Padrutt, a.a.O., Ziff. 2.1. 
zu Art. 138 StPO, S. 347).

Im Folgenden ist nun zu prüfen, ob hinreichende Anhaltspunkte gegeben 
sind, die einen Schuldspruch gegen X. wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung 
als wahrscheinlich erscheinen lassen. Ist dies zu verneinen und sind auch keine 
weiteren Beweismittel ersichtlich, welche das Beweisergebnis in die gegenteilige 
Richtung beeinflussen könnten, ist die angefochtene Einstellungsverfügung vom 
14. März 2007 zu Recht ergangen.

3.a. Wer aufgrund des Gesetzes, eines behördlichen Auftrags oder ei-
nes Rechtsgeschäfts damit betraut ist, Vermögen eines anderen zu verwalten 
oder eine solche Vermögensverwaltung zu beaufsichtigen, und dabei unter Ver-
letzung seiner Pflichten bewirkt oder zulässt, dass der andere am Vermögen ge-
schädigt wird, wird nach Art. 158 Ziff. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 
oder Geldstrafe bestraft. Handelt der Täter in der Absicht, sich oder einen ande-
ren unrechtmässig zu bereichern, kann auf Zuchthaus bis zu fünf Jahren erkannt 
werden.

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Der Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Abs. 
1 StGB ist ein Verletzungs-, nicht ein Gefährdungsdelikt. Er setzt einen Vermö-
gensschaden voraus. Ein solcher liegt vor bei tatsächlicher Schädigung durch 
Verminderung der Aktiven, Vermehrung der Passiven, Nicht-Verminderung der 
Passiven oder Nicht-Vermehrung der Aktiven. Er wird aber auch bejaht, wenn 
das Vermögen in einem Masse gefährdet wird, dass es in seinem wirtschaftlichen 
Wert vermindert ist. Dabei genügt schon eine vorübergehende Gefährdung (vgl. 
BGE 129 IV 124 ff. [125 f.], E. 3.1).

b. Die Anzeigeerstatterin machte in ihrer Strafanzeige zunächst gel-
tend, X. habe die B. C. AG geschädigt, indem er deren Grundstück mit einem 
Schuldbrief belastet und diesen der L. als Sicherheit für einen Hypothekarkredit 
in der Höhe von Fr. 100'000.-- begeben habe. In der angefochtenen Einstellungs-
verfügung gelangte die Staatsanwaltschaft zum Schluss, dass die Aktiengesell-
schaft durch dieses Vorgehen keinen Vermögensschaden erlitten habe, nament-
lich weil das Darlehen der L. zu günstigeren Konditionen verzinst worden war als 
dasjenige, welches der ehemalige Aktionär D. der AG gewährt hatte, und welches 
mit dem entsprechenden Bankkredit zurückbezahlt worden war.

Die Aufnahme des Hypothekardarlehens bzw. die damit verbundene ding-
liche Belastung der Liegenschaft der B. C. AG wird in der vorliegenden Be-
schwerde nur noch am Rande thematisiert. Insbesondere wird seitens der Be-
schwerdeführerin zu Recht nicht behauptet, durch dieses Handeln des Be-
schwerdegegners sei ihr ein Vermögensschaden entstanden. Auch setzt sie sich 
nicht mit den diesbezüglichen Ausführungen der Staatsanwaltschaft in der Ein-
stellungsverfügung auseinander. Insofern, als die Beschwerdeführerin in diesem 
Zusammenhang auf ihre Strafanzeige verweist, erweist sich die Beschwerde als 
nicht genügend substanziert. Eine strafrechtliche Beschwerde muss begründet 
werden. Es ist darzulegen, welche Punkte angefochten und worin Rechtswidrig-
keit oder Unangemessenheit erblickt wird. Die Begründung muss sich dabei aus 
der Eingabe selbst ergeben; es genügt nicht, auf andere Schriftstücke, beispiels-
weise auf Rechtsschriften des vorinstanzlichen Verfahrens, zu verweisen 
(Padrutt, a.a.O., Ziff. 6 Vorbemerkungen zu Art. 137-139 StPO, S. 343; PKG 1989 
Nr. 40). Auf die Frage der dinglichen Belastung der Liegenschaft der B. C. AG 
braucht somit mangels entsprechender Vorbringen der Beschwerdeführerin nicht 
weiter eingegangen zu werden. 

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c/aa. Darüber hinaus machte die B. C. AG in ihrer Strafanzeige geltend, 
X. habe sie im Umfang des unrechtmässig bezogenen Verwaltungsratshonorars 
geschädigt. Auch diesbezüglich stellte die Staatsanwaltschaft die Strafuntersu-
chung ein, weil sie keine Vermögensschädigung feststellte.

c/bb. Die Beschwerdeführerin bringt in diesem Kontext vor, das Verwal-
tungsratshonorar von Fr. 8'000.--, das sich X. gewährt habe, sei total unange-
messen und lasse sich in keiner Art und Weise rechtfertigen. Es stehe in keinem 
Verhältnis zu den finanziellen Verhältnissen und zum Geschäftserfolg der Unter-
nehmung. Die Höhe des bezogenen Verwaltungsratshonorars könne überdies 
nicht mit höheren Aufwendungen für verwaltungsrätliche Aufgaben begründet 
werden. Der Zeitaufwand für die Aufgaben als Verwaltungsrat sei nicht grösser 
gewesen als in anderen Jahren. Alle weiteren Aufwendungen im Zusammenhang 
mit dem Aktienverkauf seien im privaten Interesse des Angeschuldigten und der 
verkaufswilligen Aktionäre gelegen und nicht in demjenigen der Beschwerdefüh-
rerin. Falsch sei auch, dass der Beratungsaufwand im Zusammenhang mit der 
Ablösung des Darlehens notwendig geworden sei. Letztlich sei es dem Ange-
schuldigten mit der Kreditaufnahme via Schuldbrief nicht primär um die Ablösung 
des Darlehens von D. gegangen, sondern vielmehr darum, sich selbst ein absolut 
unangemessenes Verwaltungsratshonorar auszubezahlen, um der Beschwerde-
führerin indirekt Leistungen im Privatinteresse verrechnen zu können.

c/cc. Diesen Ausführungen kann sich die Beschwerdekammer nicht an-
schliessen. Bei der Festlegung des Honorars eines Verwaltungsrates besteht ein 
relativ weiter Ermessensspielraum, der seine Grenze im offensichtlichen Miss-
verhältnis zur Gesamtleistung des Verwaltungsratsmitglieds gemäss Art. 678 
Abs. 2 OR findet. Das Mass der Marktüblichkeit darf nicht überschritten werden 
(Böckli Peter, Schweizer Aktienrecht, 3. Aufl., Zürich 2004, § 13, Nr. 242). Die 
Höhe der Entschädigung des Verwaltungsrats bemisst sich in erster Linie nach 
der effektiv vom einzelnen Verwaltungsrat übernommenen Leistung. Die finanzi-
elle Lage des Unternehmens ist nur in untergeordnetem Ausmass zu berücksich-
tigen (Böckli, a.a.O., § 13 Nr. 240; Forstmoser Peter/ Meier-Hayoz Arthur/ Nobel 
Peter, Schweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, § 28 Nr. 130). Wesentlichstes 
Kriterium für die Bemessung des Honorars bildet somit der Umfang der geleiste-
ten Arbeit.

In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass X. in dem in Frage ste-
henden Zeitraum alleiniger Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft war, was sei-

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nen Aufwand im Vergleich zu anderen Jahren vergrösserte. Zudem entstand dem 
Beschwerdegegner fraglos ein Mehraufwand im Zusammenhang mit der Rück-
zahlung des der AG gewährten Darlehens von D. und mit dem Verkauf der Aktien 
von D. und der Familie H., unter anderem durch Besprechungen und Korrespon-
denzen mit Treuhänder, Revisionsstelle, Bank und Grundbuchamt. So äusserte 
sich der Zeuge M., Treuhänder des Beschwerdegegners, anlässlich der untersu-
chungsrichterlichen Einvernahme vom 14. Februar 2007 dahingehend, X. habe 
im Jahr 2006 ungleich höhere Aufwendungen gehabt, da er alleiniger Verwal-
tungsrat gewesen sei und Bemühungen hinsichtlich der Aufnahme des Schuld-
briefs und des Verkaufs der Aktien getätigt habe (act. 3.35, S. 3). Auch der Zeuge 
N., Mitglied der Revisionsstelle der B. C. AG, äusserte anlässlich der untersu-
chungsrichterlichen Einvernahme vom 12. Februar 2007 die Ansicht, dass X. im 
2006 massiv mehr Aufwand für die AG betrieben habe als in den anderen Jahren, 
insbesondere im Hinblick auf die Aktienverkaufsverhandlungen sowie die Auf-
nahme des erwähnten Hypothekardarlehens (act. 3.30, S. 4). Der Aufwand im 
Zusammenhang mit den Kontakten zur L. und zum Grundbuchamt ergibt sich im 
Übrigen auch aus der Natur des getätigten Hypothekargeschäfts.

Weder die Rückzahlung des Darlehens an den Aktionär D. noch die Akti-
enverkäufe können als rein private Interessen von X. und den weiteren verkaufs-
willigen Aktionären betrachtet werden. Bei der B. C. AG handelt es sich um eine 
Familienaktiengesellschaft. Die Aktienverkäufe wurden an den Generalver-
sammlungen jeweils thematisiert und eingehend diskutiert. Bereits anlässlich der 
31. Generalversammlung der B. C. AG vom 6. März 2005 war der Verkauf der 
Aktien von C. und H. diskutiert worden. X. wurde damals beauftragt, Abklärungen 
im Zusammenhang mit diesem Aktienverkauf vorzunehmen. Der Verkauf sämtli-
cher 35 Aktien der Familie H. sowie zusätzlich auch jener der 34 Aktien von D. 
bildeten auch Thema der 32. Generalversammlung der B. C. AG vom 11. April 
2006. Da sich neben dem Aktionär K. auch J. für die Übernahme der Aktien in-
teressierte und Zweifel über die Bonität bzw. die Ernsthaftigkeit des Drittangebots 
geäussert worden waren, wurde X. anlässlich der genannten Versammlung der 
Auftrag erteilt, im Juni 2006 eine ausserordentliche Generalversammlung einzu-
berufen und auf diesen Zeitpunkt eine Garantie beizubringen, um sicherzustellen, 
dass das Drittangebot seriös ist. Im Anschluss machte dann, wie erwähnt, der 
Aktionär K. sein Vorkaufsrecht geltend. Bei all diesen Abklärungen hinsichtlich 
der Aktienverkäufe war das Handeln von X. als Verwaltungsratspräsident gefor-
dert. Auch dass er sich um die Rückzahlung des der AG gewährten Darlehens 
von D., das jener mit Schreiben vom 5. September 2005 gekündigt hatte, küm-

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merte, lag nicht im privaten Interesse von X.. Vielmehr musste dieser sich in sei-
ner Eigenschaft als Verwaltungsratspräsident damit auseinandersetzen, wie die 
notwendige Liquidität für diese Rückzahlung beschafft werden konnte. Auch 
wenn die entsprechenden Abklärungen nach Ansicht des Aktionärs K. nicht not-
wendig waren, kann dem Beschwerdegegner nicht vorgeworfen werden, dass er 
die entsprechenden Vorschläge des genannten Aktionärs nicht unbesehen ak-
zeptierte, sondern fachlichen Rat einholte. Unter diesen Umständen hatte X. als 
Verwaltungsrat im Vergleich zu den Vorjahren zweifellos Mehraufwände.

Nicht gerechtfertigt erscheint im Übrigen die von der Beschwerdeführerin 
vorgenommene Umrechnung des Verwaltungsratshonorars bis Ende August 
2006 auf die Dauer eines gesamten Kalenderjahres. Ist der Arbeitsaufwand eines 
Verwaltungsrates ein Kriterium für die Festlegung des Honorars und entfällt die-
ser Aufwand auf wenige Monate, in casu auf die Monate vor der Demission bzw. 
der Abberufung des Beschwerdegegners, geht es nicht an, die entsprechende 
Entschädigung einfach auf ein Jahr aufzurechnen.

Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass das Honorar von Fr. 8'000.--, 
das sich X. bei seinem Abgang gewährte, zwar hoch, aber in Anbetracht seiner 
Leistungen für die AG nicht nachgerade unangemessen im Sinne von Art. 678 
Abs. 2 OR erscheint. Die Höhe des Honorars bewegt sich zudem in dem in der 
Praxis üblichen Rahmen (Forstmoser/ Meier-Hayoz/ Nobel, a.a.O., § 28 Nr. 133). 
In objektiver Hinsicht ist eine Vermögensschädigung der AG im Sinne von Art. 
158 Ziff. 1 StGB somit grundsätzlich zu verneinen.

c/dd. Letztlich kann diese Frage jedoch offen bleiben, da es vorliegend 
offenkundig an einem Element des subjektiven Tatbestands fehlt, nämlich an der 
Schädigungsabsicht. Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB setzt in subjektiver Hinsicht Vor-
satz voraus – insbesondere auch bezüglich der Schädigung des Geschäftsherrn 
–, wobei Eventualvorsatz genügt. Dieser ist gegeben, wenn der Täter den Scha-
den als möglich voraussieht, aber gleichwohl handelt, weil er sich damit für den 
Fall, dass er eintreten sollte, abfindet (BGE 120 IV 190 ff. [193], E. 2b). Vorsatz 
bzw. Eventualvorsatz dürfen aber nicht leichthin angenommen werden. Der Täter 
muss ernsthaft mit der Möglichkeit rechnen, durch sein Verhalten Schaden zu 
verursachen und dies auch in Kauf nehmen (BGE 123 IV 17 ff. [23], E. 3e; Marcel 
Alexander Niggli, Basler Kommentar zum StGB, Band II, Basel 2003, N 115 f. zu 
Art. 158 StGB). Vorliegend ist nicht nachgewiesen, dass der Beschwerdegegner 
durch sein Verhalten beabsichtigte, der Gesellschaft einen Vermögensschaden 

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zuzufügen, oder dass er einen derartigen Schaden in Kauf nahm. Einerseits ging 
er, wie oben erwähnt, nicht zu Unrecht davon aus, aufgrund seines Mehrauf-
wands Anrecht auf eine im Vergleich zu den früheren Jahren höhere Entschädi-
gung zu haben. Anderseits liess er sich vor der Festsetzung des Honorars von 
einer fachkundigen Person, nämlich seinem Treuhänder M., beraten. Dieser 
bestätigte als Zeuge anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme 
vom 14. Februar 2007, dass ihn X. in Bezug auf die Höhe des Verwaltungsrats-
honorars um Rat gefragt habe. Er habe diesen gestützt auf die Kommentierung 
zum Aktienrecht von Peter Forstmoser darauf hingewiesen, dass bei einer klei-
nen AG das Verwaltungsratshonorar bis Fr. 10'000.-- betragen könne (act. 3.35, 
S. 3). Unter diesen Umständen – namentlich durch die Bemühungen, im gesetz-
lich zulässigen Rahmen zu handeln – kann X. nun aber weder vorgeworfen wer-
den, er habe die B. C. AG willentlich geschädigt noch er habe eine derartige 
Schädigung ernsthaft für möglich gehalten und in Kauf genommen.

d. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Untersuchungser-
gebnis in casu nicht genügend Anhaltspunkte für das Vorliegen einer straf- be-
ziehungsweise verfolgbaren Handlung liefert und daher bei einer Anklage eine 
Verurteilung von X. wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung nach Art. 158 Ziff. 1 
StGB unwahrscheinlich wäre, somit ein Freispruch erwartet werden müsste.

Weitere Beweismittel, welche dieses Resultat im gegenteiligen Sinn be-
einflussen könnten, sind nicht erkennbar. Zwar beantragt die Beschwerdeführe-
rin, es seien J. und K. als Zeugen zu befragen. Diese Befragung soll Aufschlüsse 
zum Hintergrund der Darlehensrückzahlung bringen. Nach Ansicht der Be-
schwerdekammer sind von einer derartigen Befragung indes keine wesentlichen 
neuen Erkenntnisse zu erwarten. Es steht fest, dass D. sein der AG gewährtes 
Darlehen am 5. September 2005 kündigte und zugleich mit dem Verkauf seiner 
Aktien auch die Rückzahlung des Darlehensbetrags von Fr. 60'000.-- geregelt 
werden musste. Ebenso steht fest, dass die AG nicht über die notwendige Liqui-
dität für diese Rückzahlung verfügte und dass sich X. und K. über die Lösung 
dieses Problems nicht einig waren. Schliesslich wählte X., nachdem ihm dies so-
wohl vom Treuhänder als auch von der Revisionsstelle empfohlen worden war, 
den Weg über die Aufnahme eines Hypothekardarlehens. Es ist nicht ersichtlich, 
inwieweit die Aussagen von J., der sich für den Kauf von 69 Aktien der B. C. AG 
interessierte, und diejenigen von K., der die Aktien letztlich erwarb, zu einer wei-
teren Erhellung des Sachverhalts führen oder das Beweisergebnis massgeblich 

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beeinflussen könnten. Von weiteren Beweiserhebungen kann daher abgesehen 
werden.

e. Steht im Ergebnis fest, dass sich aus den Akten keine rechtsgenüg-
lichen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung 
ergeben und dass darüber hinaus keine neuen Beweismittel ersichtlich sind, die 
das Beweisergebnis zu beeinflussen vermögen, so lagen für die Einstellung der 
Strafuntersuchung gegen X. triftige Gründe vor und die angefochtene Einstel-
lungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 14. März 2007 ist zu 
Recht ergangen. Die dagegen erhobene Beschwerde erweist sich folglich als un-
begründet und ist abzuweisen.

4. Für die Kostentragung sind im Beschwerdeverfahren die Art. 154 - 
161 StPO massgeblich (Art. 139 Abs. 3 StPO). Wer ohne Erfolg ein Rechtsmittel 
eingelegt hat oder dieses zurückzieht, trägt in der Regel die Kosten des Rechts-
mittelverfahrens (Art. 160 Abs. 1 StPO).

Im vorliegenden Fall legte die B. C. AG ohne Erfolg Beschwerde ein, so 
dass sie für das Beschwerdeverfahren kostenpflichtig wird. Eine ausseramtliche 
Entschädigung an den Beschwerdegegner entfällt, da sich dieser nicht anwaltlich 
vertreten liess.

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1’000.-- gehen zu Lasten 
der Beschwerdeführerin.

3. Gegen diese Entscheidung kann unter den Voraussetzungen von Art. 78 
ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Allenfalls ist die subsidiäre 
Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 113 ff. BGG gegeben. In beiden Fäl-
len ist das Rechtsmittel dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit 
Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss 
Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, 
die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das Ver-
fahren der Beschwerden gelten die Art. 29 ff., 78 ff., 90 ff. und 113 ff. BGG.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Die Aktuarin ad hoc: