# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 917ef79e-fd58-51a3-a179-43c39855bbbd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.03.2010 C-2488/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-2488-2008_2010-03-08.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-2488/2008/mes/wam
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Stefan Mesmer (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Richterin Madeleine Hirsig, 
Gerichtsschreiber Marc Wälti.

X._______,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rainer Niedermann, 
Y._______,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

Invalidenversicherung, Verfügung vom 29. Februar 2008.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-2488/2008

Sachverhalt:

A.
Am  14.  November  2001  stellte  der  am  _______1981  geborene  tür-
kische  Staatsangehörige  X._______  (im  Folgenden:  Beschwerde-
führer) bei der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen (im 
Folgenden:  SVA)  ein  Gesuch  um  Bezug  von  Rentenleistungen  der 
Schweizerischen Invalidenversicherung (IV). Er gab an,  seit  1994 an 
psychischen Beschwerden zu leiden (act. 1). 

B.
Mit in Rechtskraft erwachsener Verfügung vom 25. März 2002 wies die 
SVA dieses Leistungsgesuch insoweit ab, als sie einen Anspruch auf 
eine ordentliche Invalidenrente verneinte. Zur Begründung hielt sie im 
Wesentlichen fest, im massgebenden Zeitpunkt des Invaliditätseintritts 
habe der  Beschwerdeführer  nicht  bereits  während mindestens eines 
Jahres Beiträge an die schweizerische Alters-, Hinterlassenen- und In-
validenversicherung (AHV/IV) geleistet. Man werde aber prüfen, ob er 
Anspruch auf eine ausserordentliche Invalidenrente habe (act. 7). 

C.
Mit rechtskräftiger Verfügung vom 27. Juni 2002 sprach die SVA dem 
Beschwerdeführer  eine  ausserordentliche  ganze  Invalidenrente  von 
monatlich  Fr.  1'340.-  für  die  Zeit  vom  1.  November  2000  bis  zum 
31. Dezember 2000 sowie von monatlich Fr. 1'373.- ab dem 1. Januar 
2001 zu. Dabei ging sie von einer seit dem 18. Altersjahr bestehenden 
100%igen  Dauerinvalidität  des  Beschwerdeführers  aus  und  berück-
sichtigte,  dass  er  sich  am 14.  November  2001  verspätet  zum  Leis-
tungsbezug angemeldet hat (act. 14; vgl. act. 3 bis 5 und 8 bis 10). 

D.
Da der Beschwerdeführer am 12. August 2002 in Untersuchungshaft 
genommen  worden  war,  sistierte  die  SVA  die  Rentenleistungen  ab 
dem 1. September 2002 (act. 15 und 16) und verfügte am 18. Februar 
2003 die Rückforderung der in der Zeit vom 1. September 2002 bis 31. 
Januar 2003 ausbezahlten Rentenbeträge (act. 17). Am 12. November 
2003  wurde  der  Beschwerdeführer  aus  dem vorzeitigen  Strafvollzug 
entlassen (act. 18), weshalb ihm die SVA am 18. Dezember 2003 eine 
ab dem 1. November 2003 auszahlbare ausserordentliche ganze Inva-
lidenrente von monatlich Fr. 1'407.- zusprach (act. 27; vgl. auch act. 24 
und  25).  Nachdem  der  Beschwerdeführer  am  29.  September  2005 

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erneut in Untersuchungshaft genommen worden war (act. 34 bis 36), 
verfügte  die  SVA am  23.  Februar  2006  die  Sistierung  der  Renten-
leistungen ab dem 1. Oktober 2005 (act. 39) und am 1. März 2006 die 
Rückforderung  der  in  der  Zeit  von  Oktober  2005  bis  Januar  2006 
ausbezahlten Rentenbeträge (act. 40). Die erwähnten Verfügungen der 
SVA vom 18. Februar und 18. Dezember 2003 sowie vom 23. Februar 
und 1. März 2006 sind in Rechtskraft erwachsen. 

E.
Am  4.  Februar  2008  wurde  der  Beschwerdeführer  aus  dem  Straf-
vollzug entlassen und gleichentags in die Türkei ausgeschafft (vgl. act. 
43, 45, 46, 49 und 50). Die SVA überwies daher die Akten am 25. Feb-
ruar  2008  der  IV-Stelle  für  Versicherte  im  Ausland  (IVSTA;  im 
Folgenden: Vorinstanz; vgl. act. 52).

F.
Mit  Verfügung vom 29. Februar 2008 hob die Vorinstanz die ausser-
ordentliche ganze Invalidenrente des Beschwerdeführers rückwirkend 
per  1.  Februar  2008  auf.  Zugleich  entzog  sie  einer  gegen  diese 
Verfügung  gerichteten  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung.  Zur 
Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  der  Beschwerdeführer 
habe nicht mehr in der Schweiz Wohnsitz, so dass sein Anspruch auf 
eine ausserordentliche Invalidenrente erloschen sei. Da seine Invalidi-
tät zudem eingetreten sei, bevor er während mindestens eines vollen 
Jahres Beiträge an die schweizerische AHV/IV geleistet  habe, stehe 
ihm auch keine ordentliche Invalidenrente zu (act. 53). 

G.
Mit  Schreiben vom 25. März 2008 (act. 57) sowie mit  den Eingaben 
seines Rechtsvertreters vom 7. März 2008 (act. 55) und 17. April 2008 
(im  Folgenden:  Beschwerde)  focht  der  Beschwerdeführer  die  Ver-
fügung vom 29. Februar 2008 beim Bundesverwaltungsgericht an. Er 
beantragte,  in  Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihm eine 
ordentliche  ganze  Invalidenrente  zuzusprechen;  eventualiter  sei  ihm 
die sistierte ausserordentliche ganze Invalidenrente ab dem 1. Februar 
2008 wieder  auszurichten  – unter  Kosten-  und Entschädigungsfolge. 
Zudem stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. 

Zur Begründung seiner Anträge führte er sinngemäss aus, er habe die 
für einen Anspruch auf eine ordentliche ganze Rente erforderliche Bei-
tragspflicht  dadurch  erfüllt,  dass  er  im  Jahre  2000  den  jährlichen 

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Mindestbeitrag an die schweizerische AHV/IV entrichtet habe. Zudem 
sei er während der Untersuchungshaft und dem Strafvollzug (vom 12. 
August 2002 bis zum 12. November 2003 und vom vom 29. September 
2005 bis 4. Februar 2008) der Beitragspflicht unterstellt gewesen und 
habe  AHV-pflichtige  Erwerbseinkommen  erzielt.  Der  Umstand,  dass 
vom Pekulium keine Beiträge an die AHV/IV abgezogen worden seien, 
sei  nicht  relevant,  könnten  doch  Beiträge  noch  während  5  Jahren 
nachbezahlt werden (vgl. B-act. 6 und 7). Ferner habe er trotz seiner 
Ausschaffung in die Türkei am 4. Februar 2008 (vgl. B-act. 4 und 5) 
seinen Wohnsitz in der Schweiz beibehalten, sei er doch immer noch 
in der Stadt A._______ angemeldet (vgl. act. 48). Seit seiner Ausschaf-
fung  halte  er  sich  zudem  alleine  infolge  einer  vom  Bundesamt  für 
Migration (im Folgenden: BFM) für die Dauer von 10 Jahren verhäng-
ten Einreisesperre  in  der  Türkei  auf. Nach wie  vor  befinde  sich  der 
Schwerpunkt all seiner Beziehungen in der Schweiz. Angesichts dieser 
Umstände sei auch die eventualiter beantragte Weiterausrichtung der 
ausserordentlichen ganzen Invalidenrente gerechtfertigt.

H.
In ihrer Vernehmlassung vom 28. Juli 2008 beantragte die Vorinstanz 
die  Abweisung  der  Beschwerde  und  die  Bestätigung  der  angefoch-
tenen Verfügung. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der 
Beschwerdeführer habe bis zum massgebenden Zeitpunkt des Invalidi-
tätseintrittes keine Beiträge an die schweizerische AHV/IV entrichtet. 
Er erfülle daher ungeachtet der von ihm ab dem Jahre 2000 geleiste-
ten  Beiträge und  seiner  während der  Gefängnisaufenthalte  erzielten 
Einkommen  die  Voraussetzungen  für  einen  ordentlichen  Rentenan-
spruch  nicht.  Angesichts  seiner  Ausschaffung  in  die  Türkei  und  der 
vom BFM verhängten Einreisesperre habe er seit Februar 2008 weder 
Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz. Damit bestehe 
auch kein Anspruch auf eine ausserordentliche Rente mehr.

I.
In der Replik vom 19. September 2008 und der Duplik vom 7. Oktober 
2008 bestätigten die Parteien ihre Anträge und hielten sinngemäss an 
deren Begründung fest.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Mit Beschwerde angefochten und zu beurteilen ist  die Verfügung der 
Vorinstanz vom 29. Februar 2008, mit  welcher sie den sistierten An-
spruch des Beschwerdeführers auf eine ausserordentliche ganze Inva-
lidenrente rückwirkend per 1. Februar 2008 aufhob.

1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im 
Wesentlichen nach den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 17. Juni 
2006 über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG,  SR 172.021  [vgl.  Art.  37  VGG])  sowie  des  Bundesgesetzes 
vom  6.  Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialver-
sicherungsrechts (ATSG, SR 830.1 [vgl. Art. 3 Bst. dbis VwVG]). Dabei 
finden  nach  den  allgemeinen  intertemporalrechtlichen  Regeln  die-
jenigen  Verfahrensregeln  Anwendung,  welche  im  Zeitpunkt  der  Be-
schwerdebeurteilung in Kraft  stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2; vgl. auch 
Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.2 Gemäss  Art.  31  VGG  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern 
– wie vorliegend – keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Als 
Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG  genannten  Behörden.  Zu 
diesen gehört  auch die IV-Stelle  für  Versicherte  im Ausland (Art. 33 
Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 Bst. b  des Bundesgesetzes vom 
19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20]). Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  somit  zur  Beurteilung  der  Beschwerde 
zuständig.

1.3 Der mit der angefochtenen Verfügung umschriebene Anfechtungs-
gegenstand  bildet  nicht  nur  den  Ausgangspunkt,  sondern  grund-
sätzlich  auch  den  Rahmen  und  die  Begrenzung  des  Streitgegen-
standes  im  vorliegenden  Verfahren.  Daher  kann  das  Bundesverwal-
tungsgericht  über  diejenigen  strittigen  Punkte,  welche  nicht  verfüg-
ungsweise entschieden wurden, grundsätzlich nicht urteilen. 

1.3.1 Im Interesse der Prozessökonomie kann aber  der Streitgegen-
stand  ausnahmsweise  auch  auf  eine  ausserhalb  des  Anfechtungs-
gegenstandes  liegende  spruchreife  Streitfrage  ausgedehnt  werden, 
sofern diese mit dem bisherigen Streitgegenstand derart  eng zusam-
menhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen werden 

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kann und sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens in Form 
einer  Prozesserklärung  geäussert  hat  (vgl.  BGE  131  V  164  E.  2.1, 
BGE 125 V 413 E. 1 und E. 2a, BGE 122 V 34 E. 2a und BGE 110 V 48 
E. 3b, je mit Hinweisen).

1.3.2 Mit der angefochtenen Verfügung vom 29. Februar 2008 hob die 
Vorinstanz die mit rechtskräftiger Verfügung der SVA vom 23. Februar 
2006  (act.  39)  sistierte  ausserordentliche  ganze  Invalidenrente  per 
1. Februar  2008  auf  (act.  53).  Über  einen  ordentlichen  Renten-
anspruch des Beschwerdeführers entschied sie indessen – nachdem 
ein  solcher  seitens  der  SVA am  25.  März  2002  rechtskräftig  abge-
wiesen  worden  war  (act.  7)  – nicht verfügungsweise  (act.  53). 
Allerdings nahm sie in der angefochtenen Verfügung und im vorliegen-
den Beschwerdeverfahren auch zur spruchreifen, mit dem zulässigen 
Streitgegenstand  eng  zusammenhängenden  Frage  Stellung,  ob  der 
Beschwerdeführer allenfalls Anspruch auf eine ordentliche Rente hat. 
Unter  diesen  Umständen  ist  es  aus  prozessökonomischer  Sicht  ge-
rechtfertigt,  im  vorliegenden  Verfahren  auch  den  Antrag  des 
Beschwerdeführers auf Zusprache einer ordentlichen Invalidenrente zu 
beurteilen. 

1.4 Gemäss Art. 59 ATSG ist  zur Beschwerdeführung vor dem Bun-
desverwaltungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfüg-
ung berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
oder Änderung hat (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG).

Der  Beschwerdeführer  hat  am  vorinstanzlichen  Verfahren  als  Partei 
teilgenommen. Als Adressat ist  er durch die angefochtene Verfügung 
besonders  berührt  und  hat  an  deren  Aufhebung  bzw. Änderung  ein 
schutzwürdiges Interesse. Auf die frist- und formgerecht eingereichte 
Beschwerde ist daher einzutreten (Art. 60 ATSG; vgl. auch 20 Abs. 1, 
Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG).

1.5 Mit der Beschwerde kann gerügt werden, die vorinstanzliche Ver-
fügung verletze Bundesrecht (einschliesslich der Überschreitung oder 
des  Missbrauchs  von Ermessen),  beruhe  auf  einer  unrichtigen  oder 
unvollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts oder 
sei unangemessen (Art. 49 VwVG).

1.6 Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der 
Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der 
Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die 

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Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen 
gutheissen  oder  die  angefochtene  Verfügung  im  Ergebnis  mit  einer 
Begründung  bestätigen,  die  von  jener  der  Vorinstanz  abweicht  (vgl. 
FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2.  Auflage,  Bern  1983, 
S. 212).

2.
In  formeller  Hinsicht  ist  vorab festzuhalten,  dass die  Vorinstanz  ver-
pflichtet  war,  ein  Vorbescheidsverfahren  durchzuführen  und  den  Be-
schwerdeführer  vor  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  anzuhören 
(vgl. Art. 57a Abs. 1 IVG in der seit 1. Juli 2006 geltenden Fassung). 
Da den Akten nicht entnommen werden kann, dass sie dies getan hat, 
muss davon ausgegangen werden, dass im vorinstanzlichen Verfahren 
der verfassungsmässige Gehörsanspruch des Beschwerdeführers ver-
letzt  wurde (vgl. Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweize-
rischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]). 

Ausnahmsweise  kann  im  vorliegenden  Verfahren  diese  –  vom  Be-
schwerdeführer  nicht  gerügte  –  Gehörsverletzung  aber  als  geheilt 
gelten,  prüft  doch  das  Bundesverwaltungsgericht  den  rechtserheb-
lichen Sachverhalt umfassend und die Rechtslage mit voller Kognition, 
und hatte der Beschwerdeführer, der die amtlichen Akten vor Ablauf 
der Beschwerdefrist einsehen konnte (act. 56), durchaus Gelegenheit, 
sich  in  voller  Kenntnis  des  Sachverhaltes  und  der  Begründung  der 
angefochtenen Verfügung zu äussern (vgl. BGE 126 V 130 E. 2b mit 
Hinweisen).

3.
In  materieller  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen  Rechtssätze 
massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tat-
bestandes Geltung haben (vgl. BGE 130 V 329). Ein allfälliger  Leis-
tungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der 
bisherigen  und  ab  diesem  Zeitpunkt  nach  den  neuen  Normen  zu 
prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445). 

3.1 Der  Beschwerdeführer  ist  türkischer  Staatsangehöriger,  weshalb 
das Abkommen vom 1. Mai 1969 zwischen der Schweiz und der Re-
publik Türkei über soziale Sicherheit (SR 0.831.109.763.1; im Folgen-
den: Abkommen) Anwendung findet. Nach Art. 2 Abs. 1 des Abkom-
mens  sind  die  Staatsangehörigen  der  einen  Vertragspartei  in  ihren 
Rechten und Pflichten aus der Gesetzgebung der  anderen Vertrags-
partei – wozu auch die schweizerische Bundesgesetzgebung über die 

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IV gehört (vgl. Art. 1 lit. B Abs. 1 Bst. b des Abkommens)  – einander 
gleichgestellt, soweit nichts anderes bestimmt ist. Insbesondere steht 
türkischen  Staatsangehörigen  unter  den  gleichen  Voraussetzungen 
wie Schweizer Bürgern ein Anspruch auf ausserordentliche Invaliden-
renten zu, solange sich ihr Wohnsitz in der Schweiz befindet und sie 
unmittelbar  vor  dem  Zeitpunkt,  von  welchem  an  die  Rente  verlangt 
wird, ununterbrochen während mindestens fünf Jahren in der Schweiz 
gewohnt  haben  (vgl.  Art.  11  des  Abkommens).  Weitere,  im  vor-
liegenden  Verfahren  relevante  Abweichungen  vom  Gleichbehand-
lungsgrundsatz  finden  sich  weder  im Abkommen selbst  noch in  der 
dazugehörigen  Verwaltungsvereinbarung  vom  14.  Januar  1970  (SR 
0.831.109.763.11). Daher beurteilt sich die Frage, ob und gegebenen-
falls  ab  wann  ein  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  ordentliche 
Rentenleistungen der IV entstanden sind, alleine aufgrund der schwei-
zerischen Rechtsvorschriften.

3.2 Im vorliegenden Verfahren finden grundsätzlich diejenigen schwei-
zerischen  Rechtsvorschriften  Anwendung,  die  bei  Erlass  der  ange-
fochtenen  Verfügung  vom 29. Februar  2008  in  Kraft  standen; weiter 
aber auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser 
Kraft  getreten  waren,  die  aber  für  die  Beurteilung  eines  allenfalls 
früher entstandenen Rentenanspruchs von Belang sind (für das IVG: 
ab dem 1. Januar 1997 in der Fassung vom 7. Oktober 1994 [AS 1995 
221, AS 1995 1126 sowie AS 1996 2466]; ab dem 1. Januar 2001 in 
der Fassung vom 23. Juni 2000 [AS 2000 2685]; ab dem 1. Juni 2002 
in  der  Fassung vom 8. Oktober  1999 [AS 2002 701 sowie AS 2002 
685]; ab dem 1. Januar 2003 in der Fassung vom 6. Oktober 2000 [AS 
2002 3371 und 3453];  ab  dem 1. Januar  2004 in  der  Fassung vom 
21. März 2003 [AS 2003 3837; 4. IVG-Revision] und ab dem 1. Januar 
2008  in  der  Fassung  vom  6.  Oktober  2006  [AS  2007  5129;  5.  IV-
Revision];  die  Verordnung  vom  17. Januar  1961  über  die  Invaliden-
versicherung [IVV, SR 831.201] in der entsprechenden Fassung der 4. 
und 5. IV-Revision). 

Am 1. Januar 2003 sind das ATSG sowie die Verordnung vom 11. Sep-
tember 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSV, SR 830.11) in  Kraft  getreten,  welche für  die Beurteilung des 
vorliegend geltend gemachten Rentenanspruchs ab diesem Zeitpunkt 
anwendbar  sind. Die  im ATSG enthaltenen Umschreibungen der  Ar-
beitsunfähigkeit,  der  Erwerbsunfähigkeit,  der  Invalidität  sowie  des 
Wohnsitzes  und  des  gewöhnlichen  Aufenthalts  einer  Person  ent-

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sprechen den bisherigen von der  Rechtsprechung dazu in  der  Inva-
lidenversicherung entwickelten  Begriffen  und Grundsätzen (vgl. BGE 
130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). Daran hat sich auch nach Inkrafttreten 
der Revision des IVG und des ATSG vom 6. Oktober 2006 sowie der 
IVV und ATSV vom 28. September 2007 (5. IV-Revision, AS 2007 5129 
bzw. AS 2007 5155, in Kraft seit 1. Januar 2008) nichts geändert. Im 
Folgenden wird  daher  auf  die  Begriffsbestimmungen des ATSG ver-
wiesen.

4.
Unter  den  Parteien  ist  nicht  umstritten  und  angesichts  der 
vorliegenden  ärztlichen  Berichte  und  Stellungnahmen  aus  der  Zeit 
vom 19. Dezember 2001 bis 14. Februar 2008 (act. 3, 4 sowie 47 S. 2 
und  3)  auch  überwiegend  wahrscheinlich  und  somit  rechtsgenüglich 
erstellt (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b, BGE 125 V 193 E.2, je mit Hinwei-
sen), dass der Beschwerdeführer etwa seit dem Jahre 1994 an einer 
schweren dissozialen Persönlichkeitsstörung leidet und infolge dieses 
Leidens  seit  seinem  18.  Altersjahr  andauernd  vollständig  erwerbs-
unfähig (Art. 7 ATSG) ist. Nach Massgabe der anwendbaren Bestim-
mungen ist demnach davon auszugehen, dass seit dem _______1999 
ein  Invaliditätsgrad von 100% gegeben ist,  so dass ab diesem Zeit-
punkt ein Rentenanspruch entstanden sein könnte (vgl. Art. 4 IVG, Art. 
28 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 29 Abs. 1 Bst. a IVG in den bis Ende 2007 
geltenden Fassungen, sowie Art. 28 Abs. 1 und 2 IVG in den seit 1. 
Januar 2008 gelten Fassungen). 

Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist im Folgenden zu prüfen, 
ob  der  Beschwerdeführer  Anspruch  auf  eine  ausserordentliche  oder 
eine ordentliche schweizerische Invalidenrente hat.

4.1 Wie bereits dargelegt, haben türkische Staatsangehörige gemäss 
Art. 11 des Abkommens nur dann unter den gleichen Voraussetzungen 
wie Schweizer Bürger Anspruch auf eine ausserordentliche Invaliden-
rente,  solange sie in der Schweiz Wohnsitz haben und sie zudem un-
mittelbar vor dem Zeitpunkt, von welchem an die Rente verlangt wird, 
ununterbrochen während mindestens fünf Jahren in der Schweiz ge-
wohnt haben  (vgl. dazu Art. 39 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 42 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinter-
lassenenversicherung [AHVG, SR 831.10]; sowie Urteil  des Bundes-
gerichts I  819/05 vom 5. Februar 2007 E. 5.2.1 und E. 5.2.2). Ange-
sichts des klaren Wortlautes von Art. 11 des Abkommens müssen die 

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genannten Voraussetzungen kumulativ gegeben sein, und ist zur Be-
urteilung der Frage, ob der Beschwerdeführer auch nach seiner Aus-
weisung am 4. Februar 2008 in die Türkei noch einen Wohnsitz in der 
Schweiz hat, Art. 13 Abs. 1 ATSG heranzuziehen (vgl. BGE 117 V 268 
E  3b;  SVR 1999  IV  Nr. 19  E. 5a).  Diese  Bestimmung enthält  indes 
keine eigene Wohnsitzumschreibung, sondern verweist auf die Art. 23 
bis 26 des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 
(ZGB,  SR  210),  weshalb  die  zu  diesen  Bestimmungen  entwickelte 
Rechtsprechung massgebend ist  (vgl.  UELI KIESER,  ATSG-Kommentar, 
2. Aufl., Zürich 2009, Rz. 8 zu Art. 13 [im Folgenden: KIESER, ATSG]).

4.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 23 Abs. 1 
ZGB liegt ein Wohnsitz in der Schweiz nur vor, wenn zwei Merkmale 
erfüllt sind: Der tatsächliche, physische Aufenthalt in der Schweiz und 
die Absicht des dauernden Verbleibens in der Schweiz (vgl. BGE 133 V 
309 E. 3.1  und BGE 127 V 237 E. 1,  je  mit  Hinweisen). Das erste, 
objektive Merkmal erfüllt der Beschwerdeführer klarerweise  nicht, hat 
er  sich doch  seit  der  Ausschaffung  in  die  Türkei  nicht  mehr  in  der 
Schweiz  aufgehalten.  Bei  der  Beurteilung des  zweiten,  subjektiven 
Merkmals kommt es sodann nicht auf den inneren Willen einer Person, 
sondern vielmehr darauf an, auf welche Absicht die erkennbaren Um-
stände objektiv schliessen lassen. Die Absicht dauernden Verbleibens 
ist  also nur insoweit  von Bedeutung, als sie nach aussen erkennbar 
geworden ist (vgl. BGE 133 V 309 E. 3.1 mit Hinweisen). Laut bundes-
gerichtlicher Rechtsprechung ist  zudem eine  – erkennbare  – Absicht 
dauernden Verbleibens in der Schweiz solange unbeachtlich, als das 
öffentliche Recht  deren Verwirklichung langfristig  verbietet  (vgl. BGE 
113  V  261  E.  2  b,  BGE  105  V  136  E.  a,  je  mit  Hinweis)  –  so 
insbesondere  dann,  wenn  eine Einreisesperre  verfügt  worden  ist. 
Unter den Parteien ist unbestritten, dass das BFM gegenüber dem Be-
schwerdeführer  für  die Dauer  von 10 Jahren eine in  Rechtskraft  er-
wachsene Einreisesperre verfügt hat. Demnach ist ihm – selbst wenn 
er noch in  der Stadt  A._______ angemeldet  sein mag (vgl. act. 48), 
sich der Mittelpunkt all seiner Beziehungen effektiv noch in A._______ 
befände  und  diese  Umstände  eine  erkennbare  Absicht  dauernden 
Verbleibens  in  der  Schweiz  indizierten  – die  Verwirklichung  einer 
solchen  Absicht  zweifelsohne  langfristig  verboten.  Seit  seiner  Aus-
schaffung  am  4.  Februar  2008  erfüllt  daher  der  Beschwerdeführer 
offenkundigerweise auch die für eine Aufrechterhaltung eines schwei-
zerischen  Wohnsitzes  erforderlichen  subjektiven  Voraussetzungen 
nicht  mehr. Die  Vorinstanz  hat  daher  die  sistierte  ausserordentliche 

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ganze Invalidenrente des Beschwerdeführers zu Recht mit Wirkung ab 
dem 1. Februar 2008 aufgehoben. 

4.3 Im Folgenden bleibt noch zu prüfen, ob der Beschwerdeführer An-
spruch auf eine ordentliche Invalidenrente hat. Dazu sei vorab festge-
halten,  dass  er  seit  seinem  18.  Geburtstag,  also  seit  dem 
_______1999, andauernd in rentenbegründendem Ausmass invalid ist. 
Folglich ist Art. 36 Abs. 1 IVG in der bis Ende 2007 geltenden Fassung 
anzuwenden. Danach hat er nur dann Anspruch auf eine ordentliche 
Invalidenrente,  sofern  er  bei  Eintritt  der  Invalidität  – also  am 
_______1999  – bereits  während mindestens eines vollen Jahres Bei-
träge  an  die  AHV/IV  geleistet  hat.  Gemäss  den  Bestimmungen  des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinter-
lassenenversicherung (AHVG, SR 831.10), die vorliegend sinngemäss 
Anwendung finden (vgl. Art. 36 Abs. 2 IVG in der vorliegend anwend-
baren, bis Ende 2007 gültig gewesenen Fassung), kann dies nur dann 
der  Fall  sein,  sofern  der  Beschwerdeführer  bis  zum  massgeblichen 
Zeitpunkt während insgesamt mehr als elf Monaten im Sinne von Art. 1 
oder Art. 2 AHVG versichert gewesen ist und zudem den gesetzlichen 
Mindestbeitrag einbezahlt hat (vgl. Art. 29ter Abs. 2 Bst. b AHVG i.V.m. 
Art.  50  der  Verordnung  vom 31. Oktober  1947  über  die  Alters-  und 
Hinterlassenenversicherung [AHVV, SR 831.101] in der vorliegend an-
wendbaren, bis Ende 2002 gültig gewesenen Fassung). Das Bundes-
gericht hat wiederholt festgehalten, dass das Mindestbeitragsjahr spä-
testens im Zeitpunkt  des Eintritts  der rentenbegründenden Invalidität 
erreicht  sein  muss,  andernfalls  kein  Anspruch  auf  eine  ordentliche 
Invalidenrente besteht (vgl. BGE 111 V 307 mit Hinweisen sowie zum 
Ganzen  auch:  ULRICH MEYER-BLASER,  Rechtsprechung  des  Bundes-
gerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 249 ).

Der  Beschwerdeführer  war  bis  zum  _______1999  nie  erwerbstätig 
(vgl. act. 1 S. 4, 3 S. 1 und 51) und folglich – als noch nicht zwanzig-
jähriger Nichterwerbstätiger  – nicht verpflichtet gewesen, Beiträge an 
die schweizerische AHV/IV zu leisten (vgl. Art. 2 IVG i.V.m. Art. 3 Abs. 
1 AHVG). Er macht denn auch nicht geltend, bis am _______1999 Bei-
träge an die schweizerische AHV/IV entrichtet zu haben. Aufgrund der 
Auszüge aus seinem individuellen Konto vom 21. November 2001 und 
25. Februar 2008 ist vielmehr davon auszugehen, dass er erstmals in 
der  Zeit  von August  bis  Dezember  2000 Beiträge geleistet  hat  (act. 
51). Ohne Bedeutung ist, dass der Beschwerdeführer  während seiner 
Gefängnisaufenthalte  vom  12.  August  2002  bis  zum  12.  November 

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2003 und vom 29. September 2005 bis zum 4. Februar 2008 Erwerbs-
einkommen erzielt  hat,  von welchem offenbar  keine Beiträge an die 
AHV/IV entrichtet worden sind (vgl. B-act. 6 und 7), und geschuldete 
Beiträge unter gewissen Voraussetzungen durchaus noch nachbezahlt 
werden  können  (vgl.  Art.  39  AHVV  i.V.m.  Art.  16  AHVG).  Da  der 
gesetzliche Mindestbeitrag – spätestens – bis zum Zeitpunkt des Ein-
tritts der rentenbegründenden Invalidität  geleistet  worden sein muss, 
vermögen  diese  Umstände  nichts  daran  zu  ändern,  dass  der 
Beschwerdeführer mangels rechtzeitig geleisteter AHV/IV-Beiträge zu 
keinem  Zeitpunkt  Anspruch  auf  eine  ordentliche  Invalidenrente  er-
worben hat. 

5.
Somit hat der Beschwerdeführer weder Anspruch auf eine ordentliche 
noch – seit seiner Ausweisung in die Türkei am 4. Februar 2008 – auf 
eine  ausserordentliche  schweizerische  Invalidenrente.  Die  ange-
fochtene  Verfügung  vom  29.  Februar  2008  erweist  sich  daher  als 
rechtens und die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen.

6.
Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige 
Parteientschädigung. 

6.1 Als unterliegende Partei  hat der Beschwerdeführer grundsätzlich 
die Verfahrens- und Parteikosten zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG und 
Art.  64  Abs.  1  VwVG  sowie  Art.  7  Abs.  1  des  Reglements  vom 
21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bun-
desverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]). Im  vorliegenden  Ver-
fahren hat  er  aber  ein  Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege  (Be-
freiung von der Bezahlung der Verfahrenskosten und Bestellung eines 
unentgeltlichen Rechtsbeistandes) gestellt, über das noch zu entschei-
den ist. 

6.2 Gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG kann eine Partei, die nicht über die 
erforderlichen Mittel verfügt und deren Begehren nicht als aussichtslos 
erscheinen,  auf  Antrag  von  der  Bezahlung  der  Verfahrenskosten 
befreit werden. Liegen diese Voraussetzungen vor, kann ihr zudem ein 
unentgeltlicher  Rechtsbeistand  bestellt  werden,  sofern  dies  zur 
Wahrung ihrer  Rechte notwendig ist  (Art. 65 Abs. 2 VwVG; vgl. zum 
Ganzen  auch  MARTIN KAYSER,  in:  Auer/Müller/Schindler  (Hrsg.),  Kom-
mentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG), 
Zürich 2008, Rz. 1 ff. zu Art. 65). 

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6.3 Prozessbegehren  sind  gemäss  Rechtsprechung  des  Bundes-
gerichts als aussichtslos anzusehen, wenn die Gewinnaussichten (ex 
ante betrachtet; BGE 124 I 304 E. 2c, 122 I 5 E. 4a) beträchtlich ge-
ringer sind als die Verlustgefahren und deshalb kaum als ernsthaft be-
zeichnet  werden  können.  Dagegen  gilt  ein  Begehren  nicht  als  aus-
sichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungefähr 
die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Mass-
gebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel verfügt, sich bei 
vernünftiger  Überlegung zur  Einlegung des Rechtsmittels  entschlies-
sen oder aber davon absehen würde, soll doch eine Partei einen Pro-
zess,  den sie  auf  eigene Rechnung und Gefahr  nicht  führen würde, 
nicht deshalb anstrengen können, weil er sie nichts kostet (BGE 129 I 
129 E. 2.3.1 mit Hinweis). 

Mit  Blick  auf  die  zutreffenden und angesichts  des klaren Wortlautes 
der  massgebenden  Bestimmungen  ohne  Weiteres  nachvollziehbare 
Begründung  der  angefochtenen  Verfügung  musste  der  Beschwerde-
führer erkennen, dass er die versicherungsmässigen Voraussetzungen 
für  die  Zusprache  sowohl  einer  ordentlichen  als  auch  einer  ausser-
ordentlichen  Invalidenrente  eindeutig  nicht  bzw.  nicht  mehr  erfüllt. 
Seine  Beschwerdebegehren  müssen  daher  als  aussichtslos  be-
zeichnet werden und sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist 
abzuweisen. 

6.4 Aufgrund der vom Beschwerdeführer eingereichten Unterlagen ist 
allerdings nicht  zu  bezweifeln,  dass  er  nicht  in  der  Lage ist,  für  die 
Prozesskosten aufzukommen, ohne dass er Mittel beanspruchen müs-
ste, die zur Deckung seines Grundbedarfs notwendig sind (BGE 127 I 
202 E. 3b). Daher ist mit Rücksicht auf die persönlichen und finanziel-
len Verhältnisse des Beschwerdeführers auf die Erhebung von Verfah-
renskosten  zu  verzichten  (Art.  63  Abs. 1  VwVG i.V.m. Art.  6  Bst.  b 
VGKE).

6.5 Weder der unterliegende Beschwerdeführer noch die obsiegende 
Vorinstanz haben Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 64 Abs. 
1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs.1 und 3 VGKE).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Rechtspflege 
wird abgewiesen.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

4.
Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______; Einschreiben)
- das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Stefan Mesmer Marc Wälti

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in 
öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. 
und 100 des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 
173.110]). Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit 
Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der 
angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  die 
beschwerdeführende  Partei  in  Händen  hat,  beizulegen  (vgl.  Art.  42 
BGG).

Versand: 

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