# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ca0c4174-ed7e-5302-9953-62fa723cabef
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.08.2021 100 2020 238
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-238_2021-08-31.pdf

## Full Text

100.2020.238U
KEP/SES/SPR

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. August 2021

Verwaltungsrichter Häberli, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Daum, Verwaltungsrichter Keller
Gerichtsschreiberin Seiler

1. A.________
2. B.________
3. C.________
4. D.________
alle vertreten durch Rechtsanwalt …

Beschwerdeführende

gegen

Einwohnergemeinde Lützelflüh
handelnd durch den Gemeinderat, Kirchplatz 1, 3432 Lützelflüh-Goldbach

Beschwerdegegnerin

und

Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern
Rechtsamt, Reiterstrasse 11, 3011 Bern

betreffend Baubewilligung für die Altlastensanierung des Kugelfangs einer 
Schiessanlage (Entscheid der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons 
Bern vom 25. Mai 2020; BVD 110/2020/18) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.08.2021, Nr. 100.2020.238U, 
Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die Einwohnergemeinde (EG) Lützelflüh stellte am 21. Februar 2019 ein 
Baugesuch für die altlastenrechtliche Sanierung des Kugelfangs der 300 m-
Schiessanlage, die Installation eines künstlichen Kugelfangsystems sowie 
einer temporären Baupiste und eines temporären Zwischendepotplatzes auf 
der Parzelle Lützelflüh Gbbl. Nr. 1________ (Schiessanlage ...). Das Grund-
stück liegt in der Landwirtschaftszone. Der geplante Kugelfang steht zudem 
grösstenteils im Gewässerraum des eingedolten ...bachs. Gegen das Bau-
vorhaben erhoben unter anderen A.________ und B.________ sowie 
C.________ und D.________ Einsprache. Mit Gesamtentscheid vom 
21. Januar 2020 erteilte die Regierungsstatthalterin des Verwaltungskreises 
Emmental die Baubewilligung (einschliesslich der beantragten Ausnahme für 
das Bauen im Gewässerraum), nachdem das Amt für Gemeinden und 
Raumordnung des Kantons Bern (AGR) dem Vorhaben am 25. März 2019 
zugestimmt hatte.

B.

Dagegen gelangten A.________ und B.________ sowie C.________ und 
D.________ am 20. Februar 2020 gemeinsam an die Bau- und 
Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD). Diese wies die Beschwerde am 
25. Mai 2020 ab und bestätigte den Gesamtentscheid der Regierungsstatt-
halterin vom 21. Januar 2020 sowie die Verfügung des AGR vom 25. März 
2019 (Dispositiv-Ziff. 1). Prozessuale Anträge der Parteien schrieb sie als 
erledigt vom Geschäftsverzeichnis ab (Dispositiv-Ziff. 2). Weiter verlegte sie 
die Verfahrens- und Parteikosten (Dispositiv-Ziff. 3 und 4).

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C.

Gegen diesen Entscheid haben A.________ und B.________ sowie 
C.________ und D.________ am 24. Juni 2020 in einer gemeinsamen 
Eingabe Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie beantragen, der 
Entscheid der BVD vom 25. Mai 2020 sei aufzuheben und dem Vorhaben 
die Baubewilligung zu verweigern, eventuell sei die Sache zu neuem 
Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. Juli 2020 und Vernehmlassung vom 9. Juli 
2020 schliessen die EG Lützelflüh und die BVD auf Abweisung der Be-
schwerde.

Der Instruktionsrichter hat den Verfahrensbeteiligten am 9. Juni 2021 Gele-
genheit gegeben, sich zur Bewilligungsfähigkeit der Altlastensanierung des 
Scheibenstands der Schiessanlage mit neuen Kugelfangkästen im Gewäs-
serraum zu äussern. Davon haben A.________ und B.________ sowie 
C.________ und D.________ am 2. Juli 2021 Gebrauch gemacht, während 
die BVD am 14. Juni 2021 auf eine Stellungnahme verzichtet hat. Die EG 
Lützelflüh hat sich nicht mehr geäussert. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen. Jedenfalls der Beschwerdeführer 1 ist als Alleineigentümer 
der Nachbarparzelle (Gbbl. Nr. 3________) durch den angefochtenen 
Entscheid besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an 
dessen Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 
Abs. 5 i.V.m. Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]). 

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Ob die übrigen Beschwerdeführenden selbständig zur Beschwerde 
legitimiert wären, kann offenbleiben, da sie alle gemeinsam Rechte geltend 
machen (BVR 2019 S. 170 [VGE 2017/342 vom 27.11.2018] nicht publ. 
E. 1.2; VGE 2019/268 vom 13.1.2021 E. 1.1; Michel Daum, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 20a N. 40). 
Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

2.1 Die Beschwerdeführenden beantragen, den angefochtenen Ent-
scheid aufzuheben (Rechtsbegehren 1, vorne Bst. C), stellen die altlasten-
rechtliche Sanierungspflicht für den bestehenden Kugelfang aber ausdrück-
lich nicht in Frage. Wie schon vor der Vorinstanz wehren sie sich nur gegen 
die Neuinstallation eines künstlichen Kugelfangsystems, das ihrer Ansicht 
nach eine Erweiterung der bestehenden Schiessanlage darstellt und rechts-
widrig ist (Beschwerde Art. 1). Nicht Verfahrensthema vor dem Verwaltungs-
gericht sind daher die altlastenrechtliche Sanierung des Kugelfangs der 
300 m-Schiessanlage sowie die Baupiste und der Zwischendepotplatz. 

2.2 Vor der BVD hatte die Gemeinde den Entzug der aufschiebenden 
Wirkung der Beschwerde beantragt, was die Vorinstanz im Endentscheid als 
erledigt vom Geschäftsverzeichnis abschrieb (Dispositiv-Ziff. 2 des an-
gefochtenen Entscheids). Die Vorinstanz gewährte den Beschwerdeführen-
den diesbezüglich gestützt auf den mutmasslichen Verfahrensausgang 
Fr. 500.-- Parteikostenersatz (Dispositiv-Ziff. 4 des angefochtenen Ent-
scheids). Dagegen hat sich die Gemeinde nicht gewehrt; der angefochtene 
Entscheid ist insoweit rechtskräftig. 

2.3 Vor Verwaltungsgericht streitig und zu prüfen ist damit einzig die 
Frage, ob der bestehende Scheibenstand der 300 m-Schiessanlage mit 
einem künstlichen Kugelfang (nachfolgend auch Kugelfangkästen) ergänzt 
werden darf. Dabei ist unbestritten, dass die Schiessanlage andernfalls ein-

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gestellt werden müsste, weil sie nicht mit einem Kugelfangsystem ausgestat-
tet ist, das dem Stand der Technik entspricht (Art. 19a Abs. 1 des Gesetzes 
vom 18. Juni 2003 über die Abfälle [Abfallgesetz, AbfG; BSG 822.1]; ange-
fochtener Entscheid E. II.2d; Beschwerde Art. 2 und 4; Beschwerdeantwort 
Gemeinde act. 4 Ziff. 2a; act. 4a Beilage 3 mit Hinweisen). 

3.

3.1 Das Schützenhaus der Schiessanlage ... steht auf der Parzelle 
Gbbl. Nr. 2________ (Eigentum der EG Lützelflüh), der Scheibenstand auf 
der Parzelle Nr. 1________. Das von den Beschwerdeführenden 
landwirtschaftlich genutzte Grundstück Nr. 3________ liegt dazwischen und 
wird bei Betrieb der Anlage überschossen. Es ist mit einem 
«Geschossbahnrecht» zu Gunsten der Schützengesellschaft ... belastet 
(Dienstbarkeit 026-II/2726 vom 16.12.1948). Nach den 
Beschwerdeführenden setzt der Dienstbarkeitsvertrag für jegliche 
Erweiterung der Schiessanlage ihre Zustimmung voraus. Hier liege sowohl 
eine bauliche als auch eine zeitliche Erweiterung vor, weil der Schiesstand 
ohne das neue Kugelfangsystem nicht weiter betrieben werden könne. Ihrer 
Ansicht nach ist der Umfang der bestehenden Dienstbarkeit auch im 
öffentlich-rechtlichen Bewilligungsverfahren zu berücksichtigen.  

3.2 Gemäss Art. 2 BauG hat die Baubewilligungsbehörde in erster Linie 
zu prüfen, ob ein ihr vorgelegtes Bauvorhaben mit den öffentlich-rechtlichen 
Vorschriften und insbesondere mit der Bau- und Planungsgesetzgebung 
übereinstimmt. Dies bedeutet, dass sie einem Baugesuch stattzugeben hat, 
wenn dieses die formellen Voraussetzungen erfüllt und dem öffentlich-recht-
lichen Baupolizeirecht, den Vorschriften über Raumplanung und Umwelt-
schutz sowie weiteren öffentlich-rechtlichen Vorschriften entspricht, dies 
ungeachtet allfälliger Privatrechte wie z.B. Dienstbarkeiten. Der Grundsatz, 
wonach Privat- und Verwaltungsrecht strikt zu trennen sind, wird nach herr-
schender Lehre und Praxis nur in zwei Fällen durchbrochen: Einerseits wenn 
die Baugesetzgebung – anders als hier – privatrechtliche Tatbestände vo-
raussetzt oder ausdrücklich als massgebend erklärt, um etwa eine Zufahrt 
zu sichern, die über fremden Boden führt (BVR 2004 S. 412 E. 3.2, 2003 
S. 385 E. 4a f. mit Hinweisen; VGE 2018/458 vom 29.7.2019 E. 4.3). Ande-
rerseits können zivilrechtliche Vorfragen dann beantwortet werden, wenn die 

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tatsächliche Verwirklichung des Vorhabens davon abhängt, so z.B. beim 
Bauen auf fremdem Grund, wo in der Regel die Zustimmung der Grundei-
gentümerschaft oder ein genügendes Bebauungsrecht vorausgesetzt wird 
(vgl. Art. 10 Abs. 2 des Dekrets vom 22. März 1994 über das Baubewilli-
gungsverfahren [Baubewilligungsdekret, BewD; BSG 725.1]; BVR 2005 
S. 130 E. 3.1). Wie die Vorinstanz zu Recht ausgeführt hat (angefochtener 
Entscheid E. II/2c), geht es dabei allerdings nur darum, unnötigen Verwal-
tungsaufwand zu vermeiden, indem die Behörde keine Bauvorhaben prüfen 
soll, die mangels Zustimmung der berechtigten Person nicht verwirklicht wer-
den können. Massgebend ist folglich das Rechtsschutzinteresse des Bauge-
suchstellers oder der Baugesuchstellerin. Dieses ist nur dann zu verneinen, 
wenn dem Vorhaben eindeutig zivilrechtliche Hindernisse entgegenstehen 
(BVR 2005 S. 130 E. 3.1). In solchen Fällen ist auf das Baugesuch nicht ein-
zutreten. In beiden Konstellationen vermag der Entscheid der Verwaltungs- 
und Verwaltungsjustizbehörden über die privatrechtliche Vorfrage einen 
allenfalls nachfolgenden Zivilprozess nicht zu präjudizieren (BVR 2004 
S. 412 E. 3.2; VGE 2018/458 vom 29.7.2019 E. 4.3; zum Ganzen Monika 
Hintz, Zivilrechtliche Vorfragen im Baubewilligungsverfahren, in KPG-Bulle-
tin 2014 S. 61 ff., 71 ff.; vgl. auch Zaugg/Ludwig, Kommentar zum berni-
schen BauG, Band I, 5. Aufl. 2020, Art. 2 N. 4a; Michel Daum, a.a.O., Art. 3 
N. 25).

3.3 Der vorab massgebende Grundbucheintrag enthält nur die Stich-
worte «Geschossbahnrecht für Schiesstand GV Nr. 4________» und ist zu 
rudimentär, als dass sich Rechte und Pflichten aus ihm deutlich ergäben. Es 
darf deshalb auf den Erwerbsgrund zurückgegriffen werden (Art. 738 Abs. 2 
des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [ZGB; SR 210]; vgl. für die 
Auslegung einer Dienstbarkeit VGE 2018/458 vom 29.7.2019 E. 4.3 f. mit 
zahlreichen Hinweisen). Die Parzelle Nr. 3________ des 
Beschwerdeführers 1 war ursprünglich Teil des inzwischen geschlossenen 
Grundstücks Gbbl. Nr. 5________, ebenso die Parzelle Nr. 2________, auf 
welcher das Schützenhaus steht. Mit Dienstbarkeitsvertrag vom 
11. Dezember 1948 räumten die damaligen Eigentümer der Parzellen 
Nrn. 1________ und 5________ der Schützengesellschaft ... das Recht ein, 
das erstellte Schützen- bzw. Scheibenhaus dauernd belassen zu können. Im 
Baurecht war u.a. das erforderliche Überschiessrecht inbegriffen (act. 4A 

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Beilage 2 Art. 1 und 2). Art. 5 des Dienstbarkeitsvertrags hält fest: «Perma-
nente wie auch nur provisorische Erweiterungen der heute bestehenden 
Schiessanlage dürfen nur mit Einwilligung der dienstbarkeitsgebenden 
Grundeigentümer vorgenommen werden». Der Eigentümer der Parzelle 
Nr. 1________, wo der Scheibenstand steht, hat dem Vorhaben zugestimmt 
(Baugesuch act. 3B pag. 158). Der Beschwerdeführer 1 ist nicht von 
baulichen Massnahmen betroffen. Es ist deshalb fraglich, ob sein 
Einverständnis zum Bau der Kugelfangkästen notwendig ist, zumal mit dem 
Dienstbarkeitsvertrag vorab Baurechte eingeräumt wurden und das den 
Beschwerdeführer 1 belastende Überschiessrecht lediglich «inbegriffen» ist. 
Wenn überhaupt dürfte seine Zustimmung nur dann notwendig werden, 
wenn der Betrieb der Schiessanlage (erheblich) gesteigert und das 
Überschiessrecht wesentlich stärker beansprucht würde. Hierfür bestehen 
aber keine Anzeichen; namentlich sollen die Schiesszeiten nicht erweitert 
werden (Stellungnahme Gemeinde zur Einsprache, act. 3B pag. 80). Dass 
die Schiessanlage weiter betrieben werden dürfte, wenn das 
Kugelfangsystem installiert werden kann, widerspricht der Dienstbarkeit 
nicht, zumal sie nicht befristet ist. Ob die Dienstbarkeit mit Blick auf die 
veränderten Verhältnisse und betrieblichen Bedürfnisse der 
Beschwerdeführenden (Anpflanzen von hochwachsenden Feldfrüchten) 
noch zumutbar ist, ist in einem zivilrechtlichen Verfahren zu beurteilen 
(Art. 736 Abs. 2 ZGB). Jedenfalls stehen dem Vorhaben nicht in solch 
eindeutiger Weise privatrechtliche Hindernisse entgegen, als dass das 
Rechtschutzinteresse der Gemeinde an der Beurteilung des Bauvorhabens 
zu verneinen wäre (E. 3.2 hiervor). Die Vorinstanz ist folglich zu Recht davon 
ausgegangen, dass die Regierungsstatthalterin auf das Baugesuch eintreten 
durfte.

4.

4.1 Der Scheibenstand der Schiessanlage ... steht teilweise über dem im 
Bereich des Scheibenstands eingedolten ...bach bzw. in dessen 
Gewässerraum (vgl. hierzu Art. 36a Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 24. Ja-
nuar 1991 über den Schutz der Gewässer [Gewässerschutzgesetz, GSchG; 
SR 814.20]; Zonenplan Gewässerraum Teil Süd der EG Lützelflüh vom 

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3.6.2019; Auszug Grundbuchplan act. 3B pag. 159 f.). Dort sind Bauten und 
Anlagen nur eingeschränkt zugelassen (Art. 41c der Gewässerschutzverord-
nung vom 28. Oktober 1998 [GSchV; SR 814.201]). Die Regierungsstatthal-
terin hat das entsprechende Ausnahmegesuch der EG Lützelflüh bewilligt 
(Gesamtentscheid vom 21.1.2020 Ziff. 3.3), die BVD hat sich dazu ebenso 
wenig geäussert wie die Beschwerdeführenden. – Das Verwaltungsgericht 
wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 20a Abs. 1 VRPG). Es ist ins-
besondere nicht an die rechtlichen Vorbringen der Parteien gebunden und 
kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gut-
heissen bzw. eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vor-
instanz abweichenden Begründung abweisen (sog. Substitution der Motive; 
BVR 2021 S. 285 E. 4.2, 2020 S. 7 E. 2.2, je mit Hinweisen).

4.2 Die Kantone haben den Raumbedarf der oberirdischen Gewässer 
festzulegen, der für die Gewährleistung der natürlichen Funktionen der Ge-
wässer, den Schutz vor Hochwasser und die Gewässernutzung erforderlich 
ist (Gewässerraum; zur Breite des Gewässerraums für Fliessgewässer 
Art. 36a Abs. 2 GSchG i.V.m. Art. 41a GSchV). Im Kanton Bern sind dafür 
die Gemeinden zuständig; sie haben den Gewässerraum in ihrer baurecht-
lichen Grundordnung oder in Überbauungsordnungen festzulegen (Art. 5b 
Abs. 1 des Gesetzes vom 14. Februar 1989 über Gewässerunterhalt und 
Wasserbau [Wasserbaugesetz, WBG; BSG 751.11]). Dieser Aufgabe ist die 
EG Lützelflüh mit dem Zonenplan Gewässerraum Teil Süd vom 3. Juni 2019 
nachgekommen. Zwar trat er erst in Kraft, nachdem die Gemeinde das Bau-
gesuch eingereicht hatte (Genehmigungsdatum 10.8.2020; vgl. Hinweis auf 
<www.luetzelflueh.ch>, Rubriken «Politik/Wichtige Projekte/30.10.2020 Teil-
revision Ortsplanung»), zuvor galt jedoch der grössere übergangsrechtliche 
Gewässerraum nach Abs. 2 der Übergangsbestimmung zur Änderung vom 
4. Mai 2011 der GSchV. Unabhängig davon, welcher Gewässerraum mass-
gebend ist, stehen der Scheibenstand der Schiessanlage und die geplanten 
Kugelfangkästen jedenfalls zu einem grossen Teil im Gewässerraum des 
...bachs.

4.3 Im Gewässerraum dürfen – soweit interessierend – nur standortge-
bundene, im öffentlichen Interesse liegende Anlagen wie Fuss- und Wander-
wege, Flusskraftwerke oder Brücken erstellt werden (Art. 41c Abs. 1 

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GSchV). Standortgebunden sind Anlagen, die aufgrund ihres Bestimmungs-
zwecks oder aufgrund der standörtlichen Verhältnisse nicht ausserhalb des 
Gewässerraums angelegt werden können. Die Aufzählung in Art. 41c Abs. 1 
GSchV ist nicht abschliessend, den genannten Anlagen ist aber gemein, 
dass sie ihrem Zweck entsprechend standortgebunden sind oder sein kön-
nen. So ist ein Wanderweg dann standortgebunden, wenn dessen Bach- 
oder Seenähe der Zweck des Weges ist, nicht aber, wenn er im Gewässer-
raum geführt wird, um Kulturland zu schonen. «Standörtliche Verhältnisse» 
sind z.B. Schluchten oder durch Felsen eingeengte Platzverhältnisse, wo 
Fahrwege, Leitungen und dergleichen im Gewässerraum liegen müssen 
(Christoph Fritzsche, in Hettich/Jansen/Norer [Hrsg.], Kommentar zum 
GSchG/WBG, 2016, Art. 36a N. 114 f. mit Hinweisen, namentlich auf den er-
läuternden Bericht des Bundesamts für Umwelt zur Änderung der GSchV 
2011, S. 14). – Der Scheibenstand ist im Gewässerraum offensichtlich nicht 
standortgebunden und dürfte nicht neu bewilligt werden. Daran ändert 
nichts, dass das Schützenhaus selbst von den Baumassnahmen nicht be-
rührt ist und genau 300 m von den Scheiben entfernt stehen muss, denn die 
Bewilligungsfähigkeit der Anlage ist gesamthaft zu betrachten.

4.4 Bestehende Anlagen im Gewässerraum sind in ihrem Bestand grund-
sätzlich geschützt, sofern sie rechtmässig erstellt wurden und bestimmungs-
gemäss nutzbar sind (Art. 41c Abs. 2 GSchV). Nach neuerer bundesgericht-
licher Rechtsprechung kommt der Bestimmung bei zonenfremden Bauten 
und Anlagen ausserhalb der Bauzone auch dann eigenständige Bedeutung 
zu, wenn Art. 24c des Bundesgesetzes vom 22. Juni 1979 über die Raum-
planung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) anwendbar ist. Denn seinem 
Wortlaut nach schütze Art. 41c Abs. 2 GSchV altrechtliche Bauten nur «in 
ihrem Bestand» (wie Art. 24c Abs. 1 RPG), ohne die Änderung, Erweiterung 
oder den Wiederaufbau zu erwähnen, die nach Art. 24c Abs. 2 RPG gestat-
tet sind, und ohne auf diese Bestimmung zu verweisen. Gegen einen solch 
erweiterten Besitzstandsschutz spreche der erhöhte Schutz vor Überbau-
ung, den der Gewässerraum im Vergleich zur Landwirtschaftszone ge-
niesse. Mangels gesetzlicher Grundlage für einen erweiterten Besitzstands-
schutz im GSchG gelte im Gewässerraum nur (aber immerhin) der aus der 
Eigentumsgarantie und dem Vertrauensschutz abgeleitete verfassungs-
rechtliche Besitzstandsschutz. Dieser umfasse den Bestand, die Weiternut-

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zung und den Unterhalt von Bauten. Zulässig dürften, so das Bundesgericht 
– unter Berücksichtigung des Normzwecks und des Verhältnismässigkeits-
prinzips – weiter auch Umbauten sein, welche die Funktion des Gewässer-
raums nicht berühren. Dagegen dürfen zonenwidrige Bauten ausserhalb der 
Bauzone im Gewässerraum weder erweitert noch wiederaufgebaut werden, 
weil dadurch der gewässerrechtswidrige Zustand verstärkt und über die Le-
bensdauer der ursprünglich bewilligten Bauten hinaus perpetuiert würde. 
Dies würde das Ziel von Art. 36a GSchG, die Gewässerräume zumindest auf 
längere Sicht von Bauten und Anlagen freizuhalten, vereiteln (BGE 146 II 
304 E. 9.2; vgl. auch Nina Massüger Sànchez Sandoval, Bestandesschutz 
von Bauten und Anlagen innerhalb des Gewässerraums im Kanton Zürich, 
in PBG aktuell 4/2012 S. 5 ff., 8; Christoph Fritzsche, a.a.O., Art. 36a N. 136; 
Hans W. Stutz, Uferstreifen und Gewässerraum – Umsetzung durch die Kan-
tone, in URP 2012 S. 90 ff., 103, je mit Hinweisen). – Gestützt auf diese 
Überlegungen sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung die Instal-
lation von Solarzellen auf einer bestehenden Baute (Hinweis in BGE 146 II 
304 E. 9.2 auf den Sachverhalt in BGer 1C_345/2014 vom 17.6.2015) sowie 
der Anbau eines Vordachs über einer bestehenden Restaurantterrasse in 
einer gemischten Zone (BGer 1C_13/2020 vom 13.10.2020 E. 4.3.4) bewil-
ligungsfähig. Beiden Konstellationen ist gemein, dass die Ergänzungen auf 
bzw. über bestehenden Bauten errichtet wurden und sie keine zusätzliche 
Fläche des Gewässerraums beanspruchten. Keine dieser Baumassnahmen 
hatte einen Einfluss auf die Lebensdauer der bestehenden Bauten. Das Vor-
dach lag in einem ohnehin bereits weitgehend überbauten Gebiet und tan-
gierte den Gewässerraum nur am Rande. Das war nach dem Verwaltungs-
gericht Zürich hingegen nicht der Fall bei Balkonen, die 4 m in den 8 m brei-
ten übergangsrechtlichen Uferstreifen hineinragten, und zwar unabhängig 
davon, dass sie lediglich die Luftsäule des provisorischen Gewässerraums 
in einem dicht überbauten Gebiet berührten (VGer ZH VB.2013.00012 vom 
16.1.2014 E. 3.5.2).

4.5 Für die Beurteilung eines Baugesuchs sind die eingereichten Pläne 
massgebend (VGE 2018/300 vom 11.7.2019 E. 9.4, 2016/292 vom 4.7.2017 
E. 2.4, je mit Hinweisen; vgl. auch Zaugg/Ludwig, a.a.O., Art. 34/34a 
N. 19a). Nach diesen ragen die geplanten Kugelfangkästen auf der Länge 
von ca. 7,5 m um ca. 1,5 m über die bestehenden Bauten hinaus und liegen, 

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da sie auf der nordwestlichen Seite des Scheibenstands geplant sind, fast 
vollständig im definitiven Gewässerraum des ...bachs (act. 3B pag. 159 f.). 
Sie erweitern mithin den zonenwidrigen Scheibenstand und beanspruchen 
zusätzliche Fläche des geschützten Bereichs (vgl. auch das entsprechende 
Häkchen bei «Erweiterung» im Baugesuch act. 3B pag. 156). Darin unter-
scheiden sich die Kugelfangkästen massgeblich vom Vordach und den Son-
nenkollektoren in den erwähnten Bundesgerichtsentscheiden (E. 4.4 hier-
vor). Für sich betrachtet ist die Erweiterung zwar nicht gross, relativ zum bis-
herigen Scheibenstand (ca. 15 m x 3,5 m) aber auch nicht geringfügig. Im 
Rahmen von Art. 24c RPG würden solche «massvollen Erweiterungen» von 
Abs. 2 RPG erfasst (vgl. allgemein zu den Voraussetzungen etwa Rudolf 
Muggli, in Praxiskommentar RPG: Bauen ausserhalb der Bauzone, 2017, 
Art. 24c N. 24 ff.); eine analoge Bestimmung kennt die GSchV nach dem Ge-
sagten gerade nicht. Sind Erweiterungen – wie nach Art. 41c Abs. 2 GSchV 
– grundsätzlich ausgeschlossen, sind sie allein aufgrund ihrer (absoluten) 
Geringfügigkeit nicht zulässig. Schliesslich würde das künstliche Kugelfang-
system den Weiterbetrieb der Schiessanlage ermöglichen und damit die Le-
bensdauer des bestehenden Scheibenstands verlängern (vorne E. 2 und 
4.4), womit der rechtswidrige Zustand auf unbestimmte Zeit weiterbestünde. 
Das widerspricht dem Ziel des GSchG, wonach der Gewässerraum zumin-
dest langfristig von Bauten und Anlagen möglichst frei zu halten ist. Der 
künstliche Kugelfang ist im Rahmen des Bestandesschutzes nach Art. 41c 
Abs. 2 GSchV folglich nicht bewilligungsfähig. Daran ändert nichts, dass der 
...bach im Bereich des Scheibenstands eingedolt ist, zumal im Zonenplan 
nicht auf die Festlegung eines Gewässerraums verzichtet wurde (vgl. 
Art. 41a Abs. 5 Bst. b GSchV).

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5.

5.1 Die Beschwerde ist nach dem Gesagten begründet und gutzuheis-
sen. Die Dispositiv-Ziffern 1 (Entscheid in der Sache) und 3 (Verfahrenskos-
ten) des angefochtenen Entscheids sind aufzuheben und die Baubewilligung 
für das künstliche Kugelfangsystem ist zu verweigern. Die Dispositivziffern 2 
(Abschreibung) und 4 (Parteikosten) des angefochtenen Entscheids bleiben, 
das sei vollständigkeitshalber erwähnt, bestehen (vgl. vorne Bst. B und E. 2). 

5.2 Die baugesuchstellende und unterliegende Gemeinde hat die Verfah-
renskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 2 VRPG; Ruth Herzog, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 108 N. 31) 
und den vollständig obsiegenden Beschwerdeführenden die Parteikosten zu 
ersetzen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG; Ruth Herzog, a.a.O., 
Art. 104 N. 40 f.). Für das Verfahren vor der BVD sind die Kosten grundsätz-
lich entsprechend dem Ausgang des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens 
neu zu verlegen, zumal der Streitgegenstand im Wesentlichen schon vor der 
Vorinstanz auf die Neuinstallation des Kugelfangs beschränkt war. In seiner 
Kostennote vom 7. Mai 2020 weist der Rechtsvertreter der Beschwerdefüh-
renden indes Aufwand aus für das Verfassen der Beschwerde vom 20. Feb-
ruar 2020. Gemäss Schreiben vom 9. April 2020 war er zu diesem Zeitpunkt 
noch gar nicht mandatiert (act. 3A pag. 38; vgl. auch Anwaltsvollmacht vom 
9.4.2020, act. 3A pag. 43 f.). Wohl musste er sich in die Akten einarbeiten; 
zur Sache hat er aber einzig das Schreiben zum Entzug der aufschiebenden 
Wirkung eingereicht (act. 3A pag. 42). Ebenso sind die geltend gemachten 
Auslagen von Fr. 200.-- überhöht. Der Parteikostenersatz für das vorinstanz-
liche Verfahren ist daher gesamthaft auf pauschal Fr. 1'600.-- festzusetzen, 
einschliesslich Auslagen und MWSt. Davon sind die bereits von der Vor-
instanz zugesprochenen Fr. 500.-- abzuziehen (E. 5.1 hiervor).   

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.08.2021, Nr. 100.2020.238U, 
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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen und die Dispositiv-Ziffern 1 und 3 des 
Entscheids der Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern vom 
25. Mai 2020 werden aufgehoben. Die Baubewilligung für das künstliche 
Kugelfangsystem wird verweigert.  

2. a) Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'500.--, werden der Einwohnerge-
meinde Lützelflüh auferlegt.

b) Die Einwohnergemeinde Lützelflüh hat den Beschwerdeführenden für 
das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht die Parteikosten, bestimmt 
auf Fr. 4'415.70 (inkl. Auslagen und MWSt), zu ersetzen.

3. a) Die Kosten des Verfahrens vor der Bau- und Verkehrsdirektion des 
Kantons Bern, bestimmt auf eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.--, 
werden der Einwohnergemeinde Lützelflüh auferlegt.

b) Die Einwohnergemeinde Lützelflüh hat den Beschwerdeführenden die 
Parteikosten für das Verfahren vor der Bau- und Verkehrsdirektion des 
Kantons Bern in der Hauptsache, bestimmt auf Fr. 1'100.-- (inkl. Aus-
lagen und MWSt), zu ersetzen.

4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende
- Einwohnergemeinde Lützelflüh
- Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern 
- Bundesamt für Umwelt
- Bundesamt für Raumentwicklung

und mitzuteilen:
- Regierungsstatthalteramt Emmental
- Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern

(ad Geschäfts-Nr. 2019.JGK.2207)

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.08.2021, Nr. 100.2020.238U, 
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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.