# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b14c62d9-70c0-5f86-8b65-197650fd3164
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-11-30
**Language:** de
**Title:** Einschätzung 2008 und Direkte Bundessteuer 2008
**Docket/Reference:** ST.2010.256
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2010_256_su.pdf

## Full Text

STEUERREKURSKOMMISSION II 
DES KANTONS ZÜRICH 

2 ST.2010.256 
2 DB.2010.188 

Entscheid 

30. November 2010 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Walter Balsiger und Sekretärin Nadja Obreschkow 

A,   

vertreten durch B,  

In Sachen 

gegen 

Rekurrent/ 
Beschwerdeführer,  

1.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

2.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

Rekursgegner,  

Beschwerdegegnerin,  

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Süd,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

betreffend 

Einschätzung 2008 und Direkte Bundessteuer 2008 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A (nachfolgend der Pflichtige) erreichte als IV-Rentner am 2. Juli 2008 das 

AHV-Alter  (65),  was  Änderungen  bei  seinen  Renteneinkünften  nach  sich  zog.  In  der 

Steuererklärung 2008 deklarierte er in letzterem Zusammenhang den ihm von der Zü-

rich  Versicherungs-Gesellschaft  aus  der  Police  Nr.  1  ausbezahlten  "Saldo  Über-

schusskonto  (einmalig)"  von  Fr. 28'994.60  als  Kapitalleistung  aus  Einrichtung  der  be-

ruflichen Vorsorge (2. Säule). Unter den Einkünften deklarierte er u.a. Renteneinkünfte 

aus der gleichen Police von Fr. 3'816.- (= IV-Rente 1.1.-31.7.2008) und Fr. 4'875.- (= 

Altersrente 1.8.-31.12.2008)  sowie  aus  der  Police  Nr.  2 von  Fr.  1'041.-  (Rente  aus  2. 

Säule), gesamthaft Fr. 9'732.-, steuerbar jeweils zu 80%.  

Gestützt  auf  den  auflageweise  eingeforderten  Versicherungsvertrag  gelangte 

die  Steuerkommissärin  zur  Auffassung,  bei  der  Police  Nr.  1  handle  es  sich  um  eine 

nicht  rückkaufsfähige  Risikoversicherung,  weshalb  die  dem  Pflichtigen  ausbezahlte 

Kapitalleistung (Überschussanteile) zu 100% als Einkommen steuerbar sei. Aus dem-

selben Grund sei auch die dieser Police entstammende IV-Rente zu 100% steuerbar, 

während die Altersrente als Leibrente nur zu 40% steuerbar sei. Als korrekt stufte sie 

demgegenüber die 80%-Besteuerung der Vorsorgerente aus der Police Nr. 2. ein.  

Den  auf  diesen  Korrekturen  basierenden  Einschätzungsvorschlägen  vom 

12. April  2008  mit  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  60'400.-  (Staats-  und  Gemeinde-

steuern)  bzw.  Fr.  61'400.-  (direkte  Bundessteuer)  stimmte  der  Pflichtige  am  26.  Ap-

ril 2008 zunächst zu. 

B.  Gegen  die  entsprechenden  Veranlagungsverfügungen  vom  17.  Mai  2008 

(Direkte  Bundessteuer)  bzw.  28.  Mai  2008  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  liess  der 

Pflichtige dann aber am 28. Mai 2008 Einsprache erheben und beantragen, die Über-

schussanteile  aus  der  Police  Nr.  1  seien  als  Kapitalleistung  aus  Vorsorge  separat  zu 

versteuern und die steuerbaren Einkommen entsprechend zu reduzieren.  

Mit neuerlichen Einschätzungsvorschlägen vom 9. Juni 2010 unterbreitete die 

Steuerkommissärin  dem  Pflichtigen  eine  Korrektur  zu  seinen  Ungunsten,  indem  sie 

darauf hinwies, dass die Altersrente aus der Versicherung Nr. 1, weil einer reinen Risi-

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koversicherung entstammend, nicht als Leibrente zu 40%, sondern zu 100% steuerbar 

sei (= Einkommenserhöhung von Fr. 2'925.-).  

Der  Pflichtige  lehnte  diesen  Vorschlag  mit  Eingabe  vom  22.  Juni  2010  ab, 

wobei er die Auffassung vertrat, die vorerwähnte Altersrente sei zu 80%, statt zu 100% 

steuerbar.  

Am  7.  Juli  2010  wurde  dem  Pflichtigen  erneut  ein  Einschätzungsvorschlag 

unterbreitet. Ausgehend vom abgelehnten Vorschlag sah dieser nun vor, auch die Ren-

te aus der Police Nr. 2 mit 100% (statt 80%) zu besteuern,  weil diese gemäss neuen 

Abklärungen erst am 31. Dezember 2001 zu laufen begonnen habe (= Einkommenser-

höhung um weitere Fr. 209.-).  

Der Pflichtige reagierte darauf nicht. 

Mit  Entscheiden vom  2.  August  2010  wies  das  kantonale  Steueramt  die  Ein-

sprachen  in  der  Folge  ab,  wobei  es  dem  letztgenannten  Einschätzungsvorschlag  fol-

gend  die  steuerbaren  Einkommen  auf  Fr.  63'500.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern) 

bzw. Fr. 64'600.- (direkte Bundessteuer) erhöhte.  

C. Hiergegen liess der Pflichtige am 25. August 2010 Rekurs bzw. Beschwer-

de erheben und beantragen, die Kapitalleistung aus der Police Nr. 1 als Vorsorgeleis-

tung  separat  zu  besteuern,  die  Altersrente  aus  der  gleichen  Police  mit  80%  (statt 

100%) zu besteuern und die Rente aus der Police Nr. 2 ebenfalls zu 80% (statt 100%) 

zu  besteuern,  womit  ein  steuerbares  Einkommen  von  Fr. 33'387.-  (Staats-  und  Ge-

meindesteuern) bzw. Fr. 34'437.- (direkte Bundessteuer) resultiere. 

Mit  Vernehmlassung  vom  13.  September  2010  beantragte  das  kantonale 

Steueramt,  den  Rekurs  und  die  Beschwerde  insoweit  teilweise  gutzuheissen,  als  die 

Rente aus der Police Nr. 2 gestützt auf die eingereichten Unterlagen zu 80% steuerbar 

sei;  im  Übrigen  seien  die  Rechtsmittel  abzuweisen.  Den  gleichen  Antrag  stellte  die 

Eidgenössische  Steuerverwaltung  (EStV)  in  ihrer  allein  auf  die  Beschwerde  Bezug 

nehmenden Stellungnahme vom 29. September 2010. 

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Im Rahmen des angeordneten zweiten Schriftenwechsels hielten die Parteien 

mit Eingaben vom 8. bzw. 14. Oktober 2010 an ihren Anträgen fest.  

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  Zu  Recht  unbestritten  ist  nunmehr,  dass  die  der  Personalvorsorge-

Freizügigkeits-Police  Nr.  2  der  VITA  Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft  (heute 

Zürich-Versicherungs-Gesellschaft)  entstammende  Rente  nur  zu  80%  steuerbar  ist, 

weil  sie  der  beruflichen  Vorsorge  entstammt  sowie  auf  einem  Vorsorgeverhältnis  be-

ruht,  das  per  31.  Dezember  1985  bereits  bestanden  und  vor  dem  1.  Januar  2002  zu 

laufen  begonnen  hat  (vgl.  die  Übergangsregelungen von  §  270  Abs. 1  des  Steuerge-

setzes vom 8. Juni 1997 [StG] bzw. Art. 204 Abs. 1 lit. b des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer [DBG]). 

2.  a) Zu überprüfen bleiben damit noch die Leistungen,  welche dem Pflichti-

gen pro 2008 von der Zürich-Versicherungsgesellschaft aus der Police Nr. 1 der VITA 

Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft ausgerichtet worden sind (Kapitalleistung aus 

Überschussanteilen sowie IV-Rente bzw. Altersrente). 

b) Der Pflichtige macht rekurs- und beschwerdeweise geltend, bei dieser Ver-

sicherungspolice handle es sich um eine "betriebliche Vorsorgeeinrichtung". Sie basie-

re nämlich auf der von der "Stiftung Personalvorsorge der C" abgeschlossenen  Grup-

penversicherung Nr. . Bei der C sei er einst angestellt gewesen. Nach Beendigung des 

Arbeitsverhältnisses habe er die Altersvorsorge dann mittels der besagten Police wei-

tergeführt. Die Versicherungssituation weise damit wesentliche Merkmale einer betrieb-

lichen Vorsorgeeinrichtung auf, vergleichbar mit heutigen Freizügigkeitskonti. 

c)  Die  Police  Nr.  1  wurde  am  15.  November  1979  und  damit  vor  Einführung 

des  BVG-Obligatoriums  abgeschlossen.  Dem  Schlussabschnitt  der  Police  lässt  sich 

entnehmen, dass sie "aus der der Gruppenversicherung Nr. , abgeschlossen durch die 

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Stiftung Personalfürsorge der C, infolge Abtretung an den Versicherten" hervorgegan-

gen ist. Damit ist aber bereits gesagt, dass es sich bei dieser Police nicht um eine Ver-

sicherung der beruflichen Vorsorge im Sinn der heutigen 2. Säule handeln kann, denn 

die  Versicherung  erfolgt  nicht  (kollektiv)  über  eine  betriebliche  Vorsorgeeinrichtung, 

sondern es besteht (aufgrund der erfolgten Abtretung an den Versicherten) ein direktes 

Versicherungsverhältnis zwischen  dem Pflichtigen und der Versicherungsgesellschaft. 

Die Police enthält denn auch keinen Hinweis auf einen Arbeitgeber bzw. eine Vorsor-

geeinrichtung (dies im Gegensatz  zu der unter Ziff. 1 erwähnten  Freizügigkeits-Police 

Nr. 2). Dass die Versicherung aus einer  betrieblichen Gruppenversicherung hervorge-

gangen ist, ändert an alledem nichts: 

Aus den Akten ist zu schliessen, dass die Anstellung des Pflichtigen bei der C 

per 1979 endete. Im Alter von damals 36 Jahren verfügte er bei der Vorsorgeeinrich-

tung  der  Letzteren  über  ein  Freizügigkeitsguthaben von  Fr. 6'701.-,  welches  er  in  der 

Folge  in  die unter  Ziff. 1  erwähnte  "Personalvorsorge-Freizügigkeits-Police"  Nr.  2  ein-

gebracht hat; nur insoweit existierte mithin ein angespartes Vorsorgekapital, welches in 

der Vorsorgeeinrichtung der C und damit im Vorsorgekreislauf verblieben ist. Über wei-

tere  Pensionskassenguthaben  verfügte  der  Pflichtige  im  Zusammenhang  mit  seiner 

Anstellung bei der C offenbar nicht. In die streitbetroffene Police Nr. 1, welche aus der 

Gruppenversicherung  Nr.  der  C  hervorgegangen  ist,  wurde  jedenfalls  kein  Guthaben 

mitgenommen.  Diese  Versicherung  wurde  am  15. November  1979  vielmehr  auf  das 

Leben des Pflichtigen  ausgestellt  und  sicherte  ihm  damals  gegen  eine vierteljährliche 

Prämie  von  Fr.  770.10  eine  Invalidenrente  von  jährlich  Fr. 6'542.-  (bis  längstens  31. 

Juli  2008)  und  danach  eine  Altersrente  von  jährlich  Fr. 11'702.-. Demzufolge  handelt 

sich  bei  dieser  Versicherung  einerseits  um  eine  Lebensversicherung  und  andrerseits 

um  eine  Risikoversicherung;  versichert  sind  der  Invaliditätsfall-  und  der  Erlebensfall 

(vgl.  dazu  nachfolgend  lit.  d/bb).  Wenn  der  Pflichtige  während  seiner  Anstellungszeit 

bei der C im Rahmen der Gruppenversicherung Nr. bereits über eine solche Risikover-

sicherung verfügte,  so  qualifiziert  deswegen die  nach  Beendigung  des  Arbeitsverhält-

nisses privat fortgeführte Lebensversicherung nicht als Versicherung aus betrieblicher 

bzw. beruflicher Vorsorge. Die Abtretung der Gruppenversicherung an den Pflichtigen 

beinhaltete keine Überführung von angesparten Geldern innerhalb des Vorsorgekreis-

laufs,  sondern  ermöglichte  diesem  lediglich  die  Fortführung  der  betrieblichen  Risiko-

versicherung  auf  privater  Basis  zu  vorbestehenden  (wohl  gesundheitsspezifischen) 

Konditionen. 

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d) Aus dem Gesagten folgt zunächst, dass die der Police  Nr. 1 entstammen-

den  Renten  (bis  31.  Juli  2008 IV-Rente, danach  Altersrente)  als  wiederkehrende Ein-

künfte im Sinn der Einkommensgeneralklausel von § 16 Abs. 1 StG bzw. Art. 16 Abs. 1 

DBG zu 100% steuerbar sind. Der 20%-Einschlag von § 270 Abs. 1 StG bzw. Art. 204 

Abs. 1 lit. b DBG kommt nicht in Betracht, weil die Renten nicht der beruflichen Vorsor-

ge entstammen.  

aa)  Fragen  liesse  sich  mit  Bezug  auf  die  Altersrente,  ob  eine  Leibrente  im 

Sinn von § 22 Abs. 3 StG bzw. Art. 22 Abs. 3 DBG vorliegt. In diesem Fall erfolgte die 

Besteuerung lediglich zu 40%, weil gemäss gesetzlicher Konzeption davon ausgegan-

gen  wird,  dass  sich  eine  Leibrente  aus  einem  Kapital-  und  einem  Ertragsteil  zusam-

mensetzt, wobei nur der letztere Teil steuerbar ist. Keine Leibrente im Sinn dieser Privi-

legierungsnormen liegt indes vor, wenn der Rentengläubiger die Leibrente gestützt auf 

eine Risikoversicherung, die er selbst abgeschlossen hat, ausbezahlt erhält. In diesem 

Fall  hat  nämlich  der  Rentengläubiger  die  Leibrente  zwar  mittels  seiner  Prämien  auch 

mitfinanziert,  doch  hat  es  sich  dabei  bloss  um  Risikoprämien  gehandelt,  welche  zu 

keiner Kapitalbildung geführt haben; der Rentengläubiger hat seine Prämien nicht aus-

schliesslich für den Erwerb der Leibrente aufgewendet, sondern in erster Linie für die 

Risikoabdeckung.  Die  ausbezahlte  Leibrente  enthält  folglich  keine  Kapitalrückzah-

lungskomponente,  welche  eine  reduzierte  Besteuerung  rechtfertigen  würde  (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 2. A., 2009, Art. 22 N 58 DBG 

und  Kommentar  zum  harmonisierten  Zürcher  Steuergesetz,  2.  A.,  2006,  §  22    N    57 

StG; jeweils unter Hinweis auf BGr, 23.6.2005, StE 2005 A 24.35 Nr. 4). 

bb)  Vorliegend  geht  es  um  eine  Risikoversicherung.  Eine  solche  liegt  vor, 

wenn eine Versicherung keine Leistung zu erbringen hat, falls das versicherte Ereignis 

(hier  Invalidität  oder  Alter  65)  nicht  eintritt.  Dies  wäre  der  Fall  gewesen,  wenn  der 

Pflichtige  vor  Erreichen  des  65.  Altersjahrs  nicht  invalid  geworden,  jedoch  verstorben 

wäre, denn das Risiko Tod war in seinem Fall nicht versichert. Ist der Eintritt eines ver-

sicherten Ereignisses jedoch sicher (Invalidität, Tod oder Alter), so liegt eine rückkaufs-

fähige  Lebensversicherung  vor,  weil  solche  Versicherungen  naturgemäss  mit  einem 

Sparvorgang  verbunden  sind  und  Deckungskapital  ansammeln.  Aus  diesem  Grund 

unterliegen  sie  mit  ihrem  Rückkaufswert  denn  auch  der  Vermögenssteuer  (§  45  StG; 

vgl. auch Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 45 N 3 ff.).  

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cc) Der Pflichtige hat über die Police Nr. 1 kein Kapital geäufnet. Dementspre-

chend  wurden  auch  keine  Jahresauszüge  betreffend  das  Vorliegen  eines  Spar-  oder 

Deckungskapitals vorgelegt und fehlen in der Police jegliche Hinweise auf Rückkaufs-

möglichkeiten.  Soweit  der  Pflichtige  in  letzterem  Zusammenhang  replicando  auf  Ziff. 

17.1  der  Allgemeinen  Bedingungen  der  Gruppenversicherung  (ABG)  verweist  ("Der 

Rückkaufswert  ist  gleich  dem  vollen  Inventardeckungskapital"),  so  hilft  ihm  dies  nicht 

weiter.  Die  eingereichten  ABG  beziehen  sich  nämlich  auf  verschiedene  (Gruppen-

)Versicherungstypen,  d.h.  auf  Versicherungen  mit  und  ohne  Rückkaufswert 

(vgl. Ziff. 18.2.2 ABG: "Hat die Versicherung einen Rückkaufswert, …"). Die vom Pflich-

tigen erwähnte Bestimmung von Ziff. 17.1 ABG nimmt dergestalt Bezug auf rückkaufs-

fähige Gruppenversicherungen, bei welchen im Zeitpunkt der Auflösung der Gruppen-

versicherung  der  Rückkauf  erfolgt  (vgl.  Ziff.  16.1.3  ABG).  Vorliegend  hat  jedoch  der 

Pflichtige  nach  dem  Ausscheiden  aus  der  Gruppenversicherung  gemäss  Ziff.  16.1.1 

ABG  eine  Freizügigkeits-Police  (Nr.  2)  und  gemäss  Ziff.  16.1.2  ABG  eine  prämien-

pflichtige Versicherungspolice (Nr. 1)  weitergeführt. Dass es sich bei der letztgenann-

ten Police um eine kapitalbildende (rückkaufsfähige) Lebensversicherung oder um eine 

gemischte Versicherung gehandelt hätte und also im Sinn von Ziff. 17.1 ABG auch ein 

Rückkauf möglich gewesen wäre, lässt sich den ABG nicht entnehmen.  

Der fehlenden Rückkaufsfähigkeit entsprechend hat der Pflichtige diese Police 

in der Vergangenheit denn auch nicht im Vermögen deklariert (vgl. Ziff. 30.3 der Steu-

ererklärung 2007).  

dd) Damit bleibt es bei der Besteuerung der Renteneinkünfte nach Massgabe 

der Einkommensgeneralklausel. 

e) Auch die dem Pflichtigen aus der Police Nr. 1 ausgerichtete Kapitalleistung 

(Überschussanteile)  von  Fr. 28'994.60  entstammt  gemäss  den  vorstehenden  Ausfüh-

rungen  einer  Versicherung  ohne Rückkaufswert  bzw.  einer  Risikoversicherung.  Damit 

kann  dem  Antrag  des  Pflichtigen,  diese  Kapitalleisung  als  Einkunft  aus  Vorsorge  ge-

sondert vom übrigen Einkommen zu besteuern (vgl. § 37 StG i.V.m. § 22 StG bzw. Art. 

38 i.V.m Art. 22 DBG), nicht gefolgt werden.  

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Im Rahmen der ordentlichen Besteuerung fragt sich indes, ob eine Privilegie-

rung Platz greift: 

aa)  Ausbezahlt  wurde  dem  Pflichtigen  gemäss  Mitteilung  der  Zürich-

Versicherungs-Gesellschaft vom 25. Juli 2008 der "Saldo Überschusskonto (einmalig)"; 

diese  Auszahlung  erfolgte  offensichtlich  per  Erreichen  des  65.  Altersjahrs  (gemäss 

Police Nr. 1 = Eintritt Erlebensfall und damit Ende der Prämienbeitragspflicht). Es han-

delt sich dergestalt um eine Form der Gewinnbeteiligung aus einer Risikoversicherung 

und  nicht  um  eine  steuerfreie  Kapitalrückzahlung aus  privater  Lebensversicherung  im 

Sinn von § 24  lit. b StG bzw. Art. 24 lit. b DBG, was der Pflichtige denn auch nicht gel-

tend macht. Folglich hat die Besteuerung – gleich wie bei den oben behandelten Ren-

ten  –  grundsätzlich  ebenfalls  gestützt  auf  die  Einkommensgeneralklausel  zu  erfolgen. 

Dies  auch  entsprechend  dem  Grundsatz,  dass  Leistungen  aus  Gewinnbeteiligung 

(Überschussbeteiligung,  Bonus)  steuerlich  das  Schicksal  der  zu  Grunde  liegenden 

Versicherungsleistungen teilen (BGE 130 I 205 = StE 2004 A 24.35 Nr. 3).  

bb)  Besonders  ist  im  vorliegenden  Fall  allerdings,  dass  gemäss  Police  Nr. 1 

die  einmalig  ausbezahlten  Gewinnanteile  einem  über  die Jahre  angewachsenen  "Ge-

winnsparkonto"  entstammen.  Grundlage  dafür  bildet  Ziff.  12.3  der  ABG,  welcher  fest-

hält,  dass  die  den  Versicherten  zustehenden  Gewinnanteile  jeweils  von  den  fälligen 

Prämien  abgezogen  werden,  sofern  nicht  durch  besondere  Abrede  eine  verzinsliche 

Ansammlung  auf  individuellen  Gewinnsparkonti  bei  der  VITA  erfolgt.  Gemäss  Police 

wählte  der  Pflichtige  diese  letztere  Variante,  weshalb  sich  also  der  ihm  ausbezahlte 

Saldo des Überschusskontos aus zwischen dem 15. November 1979 (Versicherungs-

beginn) und dem 31. Juli 2008 (Ende der Beitragspflicht bei Alter 65) alljährlich gutge-

schriebenen Überschussanteilen samt Verzinsung zusammensetzt.  

Vor  diesem  Hintergrund  macht  der  Pflichtige  zurecht  geltend,  dass  die  ihm 

ausbezahlte  Einmalleistung  nicht  einem  Steuerjahr  zugeordnet  werden  kann.  Sie  be-

trifft  unter  den  dargelegten  Umständen  wiederkehrende  Leistungen  im  Sinn  von  §  36 

StG bzw. Art. 37 DBG, weshalb die Besteuerung zum Rentensatz zu erfolgen hat. Bei 

einer  Überschuss-Ansparzeit  von  29.7  Jahren  entspricht  der  ausbezahlte  Saldo  von 

Fr. 28'994.60  einer  jährlichen  Leistung  von  Fr. 976.-,  was  –  satzbestimmend  –  per 

2008 mit einer Einkommensreduktion von Fr. 28'018.- einher zu gehen hat.  

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f) Damit sind die angefochtenen Einschätzungen insgesamt wie folgt zu korri-

gieren: 

            Staats- und Gemeindesteuer 

 Direkte Bundessteuer 

     (Fr.)  

 (Fr.) 

steuerbares Einkommen 
gemäss Einspracheentscheid 

Rente aus Police Nr. ...  
steuerbar zu 80% (= Fr. 832.-) 
statt 100% (= Fr. 1'041.-) 

steuerbares Einkommen  

steuerbares Einkommen 

satzbestimmendes Einkommen  
(Reduktion Fr. 28'018.-) 

satzbestimmendes Einkommen 

steuerbares Vermögen 
(unbestritten) 

63'565.- 

64'615.- 

- 209.- 

63'356.- 

63'300.- 

35'338.- 

35'300.- 

34'000.-. 

- 209.- 

64'406.- 

64'400.- 

36'388.- 

36'300.- 

3.  Diese  Erwägungen  führen  zur  teilweisen  Gutheissung  der  Rechtsmittel. 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Verfahrens den Parteien anteilsmässig aufzuer-

legen (Art. 144 Abs. 1 DBG, § 151 Abs. 1 StG). Weil der Pflichtige  nicht mehrheitlich 

obsiegt,  entfällt  die  Zusprechung  einer  (im  Bereich  der  direkten  Bundessteuer  von 

Amts  wegen  zu  prüfenden)  Parteientschädigung  (Art.  144  Abs.  4  DBG  i.V.m.  Art.  64 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren vom 20. Dezember 1968). 

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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Rekurrent  wird  für  die  Staats-  und 

Gemeindesteuern  wie  folgt  eingeschätzt  (Tarif  gemäss  § 35  Abs. 1  bzw.  § 47 

Abs. 1 StG; Grundtarif): 

Steuerperiode 

Einkommen 

Vermögen 

2008 

steuerbar 

satzbestimmend 

Fr. 

63'300.- 

35'300.-. 

Fr. 

34'000.- 

2.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die 

direkte  Bundessteuer  wie  folgt  veranlagt  (Tarif  gemäss  Art.  214  Abs.  1  DBG;  Al-

leinstehendentarif):  

Steuerperiode 

2005 

steuerbar 

satzbestimmend 

[…] 

Einkommen 

Fr. 

64'400.- 

36'300.-. 

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