# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21467186-1a99-5c0f-9cbc-303c3191717d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-08
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 08.12.2022 LC210016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LC210016_2022-12-08.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LC210016-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, die Oberrichterinnen 

Dr. S. Janssen und lic. iur. Ch. von Moos Würgler sowie Gerichts-

schreiber MLaw T. Gähwiler 

Beschluss und Urteil vom 8. Dezember 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Kläger und Berufungskläger 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 

B._____,  
Beklagte und Berufungsbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____,  

 

sowie 

 

C._____,  
Verfahrensbeteiligte 

 

vertreten durch Dr. iur. Z._____,  

 

betreffend Abänderung Scheidungsurteil 
 

- 2 - 

 
 
Berufung gegen ein Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am 
Bezirksgericht Zürich, 10. Abteilung, vom 14. April 2021 (FP190028-L) 
 

* * * * * * * * * * * * *  

 

Rechtsbegehren: 

Es wird auf die Seiten 3-8 des Urteils der Vorinstanz vom 14. April 2021 verwie-
sen (vgl. Urk. 98). 
 
 

Urteil des Einzelgerichts im ordentlichen Verfahren am Bezirksgericht Zü-
rich, 10. Abteilung, vom 14. April 2021 (Urk. 98 S. 54 f.): 

1. Die Klage wird abgewiesen. 

2. Die Entscheidgebühr wird auf CHF 8'995.– festgesetzt.  

Weitere Kosten bleiben vorbehalten. Die Entschädigungen der 

Kindsvertreterin und der Mediatorin, welche einstweilen aus der 

Gerichtskasse zu entschädigen sind, werden mit separatem Entscheid 

festgelegt. Die Kindsvertreterin und die Mediatorin werden ersucht, ihre 

Honorarnoten einzureichen.  

3. Die Gerichtskosten, inklusive derjenigen der Kindsvertretung und der Media-

torin, werden der Beklagten im Umfang von 1/4 und dem Kläger im Umfang 

von 3/4 auferlegt, diejenigen des Klägers jedoch zufolge Gewährung der un-

entgeltlichen Rechtspflege einstweilen auf die Staatskasse genommen. Der 

Kläger wird auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO hingewiesen. 

4. Der Kläger wird verpflichtet, der Beklagten eine Parteientschädigung von 

CHF 7'131.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

5. [Schriftliche Mitteilung.] 

- 3 - 

6. [Rechtsmittelbelehrung: Berufung: 30 Tage.]  

 
 

Berufungsanträge: 

des Klägers und Berufungsklägers (Urk. 97 S. 3 ff.): 
 
"1. Dispositiv-Ziffer 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung - Ein-

zelgericht, vom 14. April 2021 (Geschäfts-Nr. FP190028-L), sei aufzuheben 
und  

 
a) es sei in Abänderung der Dispositiv-Ziffern 3. und 4.2.b) des Schei-

dungsurteils des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung – Einzelgericht, 
vom 26. November 2014 (Geschäfts-Nr. FE140710) C._____, geboren 
am tt.mm.2011, unter die hälftige alternierende Obhut der Parteien zu 
stellen, wobei sich der zivilrechtliche Wohnsitz von C._____ bei der 
Z._____ befinden soll. 

b) es sei Dispositiv-Ziffer 4.2.c) des vorgenannten Scheidungsurteils auf-
zuheben und durch folgende Fassung zu ersetzen: 

"Die Parteien übernehmen die Betreuung der gemeinsamen 
Tochter C._____ je zur Hälfte und zwar wie folgt: 
Betreuung durch den Vater: 
-  wöchentlich vom Mittwoch, ab 12.00 Uhr, bis am Freitag, 

18.00 Uhr; 
-  in ungeraden Kalenderwochen von Freitag, 18.00 Uhr, bis 

Montag, vor Schulbeginn; 
-  in Jahren mit gerader Jahreszahl vom 24. Dezember, 12.00 

Uhr, bis am 25. Dezember, 14.00 Uhr, und in Jahren mit un-
gerader Jahreszahl vom 25. Dezember, 12.00 Uhr, bis am 
26. Dezember, 14.00 Uhr, sowie über Neujahr (31. Dezem-
ber, 12.00 Uhr, bis am 1. Januar, 14.00 Uhr); 

-  in Jahren mit gerader Jahreszahl über die Osterfeiertage 
(von Gründonnerstag, nach Schulschluss, bis Ostermontag, 
18.00 Uhr) und in Jahren mit ungerader Jahreszahl an 
Pfingsten (Freitag vor Pfingsten, nach Schulschluss, bis 
Pfingstmontag, 18.00 Uhr); sowie  

-  während der Hälfte aller Schulferien, wobei diese Ferienre-
gelung der vorstehenden Feiertagsreglung nachgeht. Die 
Parteien sollen sich jedes Jahr bis spätestens Ende Oktober 
betreffend die Aufteilung der Ferien im Folgejahr abspre-
chen. Können sie sich über die Aufteilung der Ferien nicht 
einigen, so kommt dem Berufungskläger bezüglich der Feri-

- 4 - 

en in Jahren mit gerader Jahreszahl und der Berufungsbe-
klagten bezüglich der Ferien in Jahren mit ungerader Jah-
reszahl das Entscheidungsrecht zu.  

ln der übrigen Zeit (inklusive der übrigen Schulferien und Feierta-
ge) wird C._____ von der Z._____ betreut." 

c) es seien in Abänderung von Dispositiv-Ziffer 4.3 des vorgenannten 
Scheidungsurteils die Erziehungsgutschriften für die Berechnung künf-
tiger AHV-/IV-Renten den Parteien je hälftig anzurechnen. 

d) es seien Dispositiv-Ziffern 4.4 und 4.5 des vorgenannten Scheidungs-
urteils aufzuheben und der Kinderunterhalt sowie nacheheliche Unter-
halt seien neu wie folgt zu regeln:  
 "1. Phase (ab April 2019 bis Dezember 2019)  

a) Der Berufungskläger sei zu verpflichten, für die gemeinsame 
Tochter angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge (zu-
züglich allfälliger vertraglich geregelter oder gesetzlicher 
Familienzulagen), höchstens jedoch CHF 1'000.00 pro Mo-
nat (nur Barunterhalt), zu bezahlen. 
Diese Unterhaltsbeiträge seien an die Z._____ zahlbar und 
zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 

b) Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbe-
klagten angemessene monatliche nacheheliche Unterhalts-
beiträge, höchstens jedoch CHF 487.50 pro Monat, zu be-
zahlen.  

  

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 2. Phase (ab Januar 2020 bis März 2020) 
a) Der Berufungskläger sei zu verpflichten, für die gemeinsame 

Tochter angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge (zu-
züglich allfälliger vertraglich geregelter oder gesetzlicher 
Familienzulagen), höchstens jedoch CHF 1'130.00 pro Mo-
nat (davon CHF 130.00 Betreuungsunterhalt), zu bezahlen.  
Diese Unterhaltsbeiträge seien an die Z._____ zahlbar und 
zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 

b) Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbe-
klagten angemessene monatliche nacheheliche Unterhalts-
beiträge, höchstens jedoch CHF 385.00 pro Monat, zu be-
zahlen.  

 
3. Phase (ab April 2020 bis Mitte Mai 2020) 
a) Der Berufungskläger sei zu verpflichten, für die gemeinsame 

Tochter angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge (zu-
züglich allfälliger vertraglich geregelter oder gesetzlicher 
Familienzulagen), höchstens jedoch CHF 1'000.00 pro Mo-
nat (nur Barunterhalt), zu bezahlen. 
Diese Unterhaltsbeiträge seien an die Z._____ zahlbar und 
zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 

b) Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbe-
klagten angemessene monatliche nacheheliche Unterhalts-
beiträge, höchstens jedoch CHF 275.00 pro Monat, zu be-
zahlen.  
 

4. Phase (ab Mitte Mai 2020 bis zur Umsetzung der gemäss Ziff. 
2 hiervor beantragten Obhuts- und Betreuungsregelung):  
a) Der Berufungskläger sei zu verpflichten, für die gemeinsame 

Tochter angemessene monatliche Unterhaltsbeiträge (zu-
züglich allfälliger vertraglich geregelter oder gesetzlicher 
Familienzulagen), höchstens jedoch CHF 1'000.00 pro Mo-
nat (nur Barunterhalt), zu bezahlen.  
Diese Unterhaltsbeiträge seien an die Z._____ zahlbar und 
zwar im Voraus auf den Ersten eines jeden Monats. 

b) Der Berufungskläger sei zu verpflichten, der Berufungsbe-
klagten angemessene monatliche nacheheliche Unterhalts-
beiträge, höchstens jedoch CHF 155.00 pro Monat, zu be-
zahlen.  

  

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5. Phase (ab dem Zeitpunkt der Umsetzung der gemäss Ziff. 2 
hiervor beantragten Obhuts- und Betreuungsregelung):  
a) Die Parteien seien zu verpflichten, diejenige Kosten für 

C._____, die während der Zeit anfallen, die sie beim betreu-
enden Elternteil verbringt (insbesondere Kosten für Verpfle-
gung, Kleidung, Anteil Miete, Fremd- bzw. Ferienbetreuung, 
Ferienaufenthalte, Ausflüge etc.) jeweils selber zu überneh-
men.  
Die Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, sämtliche regel-
mässig anfallenden, ordentlichen Kosten von C._____, näm-
lich die Krankenkassenprämien, die zusätzlichen Gesund-
heitskosten, die Mobilitätskosten, die Kosten für das Mobilte-
lefon sowie die Kosten für Hobbies zu bezahlen.  
Der Berufungskläger sei zu verpflichten, sich zur Hälfte an 
den vorgenannten regelmässig anfallenden, ordentlichen 
Kinderkosten von C._____ zu beteiligen und der Berufungs-
beklagten nach Vorlage der jeweiligen Belege für diese Kin-
derkosten den hälftigen Auslagebetrag zu ersetzen.  
Ausserordentliche Kinderkosten (z.B. Zahnarztkosten, aus-
serordentliche Schulkosten, Kosten für schulische Förde-
rungsmassnahmen etc.) seien von den Parteien je zur Hälfte 
zu übernehmen. Voraussetzung für die hälftige Kostentra-
gung sei, dass sich die Parteien vorgängig über die ausser-
ordentlichen Ausgabe geeinigt haben. Kommt keine Eini-
gung zustanden, so habe [recte: hat] der veranlassende El-
ternteil die entsprechende Ausgabe einstweilen allein zu tra-
gen, wobei die gerichtliche Geltendmachung der Kostenbe-
teiligung vorbehalten bleibt.  

b) Es sei festzustellen, dass die Parteien sich gegenseitig kei-
nen nachehelichen Unterhalt schulden.  

2. Dispositiv-Ziffern 3 und 4 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. 
Abteilung - Einzelgericht, vom 14. April 2021 (Geschäfts-Nr. 
FP190028-L), seien aufzuheben und die Kosten des vorinstanzlichen 
Verfahrens seien der Berufungsbeklagten aufzuerlegen und sie sei zu 
verpflichten, dem Berufungskläger für das vorinstanzliche Verfahren 
eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen.  

 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.7% MwSt.) zu Lasten 
der Berufungsbeklagten." 
 
 
 
 

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Prozessualer Antrag 
"Es sei dem Berufungskläger die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und 
ihm in der Person des Unterzeichnenden ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bei-
zugeben." 
der Beklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 103 S. 2): 
 
"1. Die Berufung sei vollumfänglich abzuweisen;  
 
2. Das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich vom 28. Juni [recte: 14. April] 2021 

sei vollumfänglich zu bestätigen; 
 
3. unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer, 

zulasten des Berufungsklägers." 
 
der Verfahrensbeteiligten (Urk. 106 S. 2): 
 
"1. Dispositiv Ziff. 1 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung – Ein-

zelgericht, vom 14.04.2021 (Geschäfts-Nr. FP190028-L) sei aufzuheben und 
es sei in Abänderung des Scheidungsurteiles vom 26.11.2014 Ziff. 3 und 4b 
C._____ gemäss den Anträgen des Klägers/Berufungsklägers vom 
03.12.2019 resp 17.05.2021 unter die hälftige Obhut beider Eltern zu stellen; 

 
2. dem Antrag des Klägers/Berufungsklägers betreffend Betreuungsregelung 

sei stattzugeben; 
 
2. dem Antrag des Klägers/Berufungsklägers betreffend Ferien- und Feiertags-

regelung sei stattzugeben; 
 
3. das Begehren des Klägers/Berufungsklägers um hälftige Teilung der Erzie-

hungsgutschriften sei abzuweisen; 
 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers/Berufungsklägers   
und der Beklagten/Berufungsbeklagten." 
 

Erwägungen: 

I. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

1. Sachverhalt 

A._____ (nachfolgend: Kläger) und B._____ (nachfolgend: Beklagte) heirateten 

am tt.mm.2011. Am tt.mm.2011 kam die gemeinsame Tochter C._____ auf die 

Welt. Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 26. November 2014 wurde die 

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Ehe der Parteien gestützt auf eine am tt. November 2014 getroffene vollständige 

Vereinbarung geschieden, die Tochter C._____ unter der gemeinsamen elterli-

chen Sorge der Parteien belassen und die Obhut über die Tochter der Beklagten 

zugeteilt. Die Parteien einigten sich über die Aufteilung der Betreuung der Tochter 

C._____. Der Kläger wurde ausserdem verpflichtet, für C._____ einen monatli-

chen Unterhaltsbeitrag zu bezahlen; die Erziehungsgutschriften sollten der 

Z._____ angerechnet werden. Letzterer gegenüber wurde der Kläger zu abgestuf-

tem nachehelichen Unterhalt verpflichtet. Ebenfalls wurden eine Anpassung und 

eine Konkubinatsklausel vereinbart (vgl. Urk. 7/20).  

2. Prozessgeschichte 

2.1. Mit Eingabe vom 29. März 2019 leitete der Kläger die vorliegende Klage 

auf Abänderung des Scheidungsurteils vom 26. November 2014 ein (Urk. 1). Am 

12. Juli 2019 fand eine Einigungsverhandlung statt, die jedoch zu keiner Einigung 

führte (Prot. I S. 5-22). Am 28. August 2019 wurde das Kind C._____ angehört 

(Urk. 20). Der weitere Verfahrensverlauf vor Vorinstanz kann dem angefochtenen 

Urteil vom 14. April 2021 entnommen werden (Urk. 98 S. 8 ff.).  

2.2. Mit Eingabe vom 17. Mai 2021 erhob der Kläger Berufung gegen das vor-

instanzliche Urteil mit den eingangs angeführten Berufungsanträgen (Urk. 97 S. 3 

ff.) und stellte einen Antrag um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

(Urk. 97 S. 7). Mit Präsidialverfügung vom 28. Juni 2021 wurde der Beklagten 

Frist für die Berufungsantwort angesetzt (Urk. 102). Ihre Berufungsantwort mit 

dem Begehren auf Abweisung der Berufung datiert vom 30. August 2021 

(Urk. 103). Mit Verfügung vom 23. September 2021 wurde die Berufungsantwort-

schrift dem Kläger und der Verfahrensbeteiligten zur Kenntnisnahme zugestellt 

(Urk. 104).  

2.3. Mit Verfügung vom 23. Mai 2022 wurde der Kindsvertreterin Frist ange-

setzt, um sich zu den Kinderbelangen zu äussern sowie diesbezüglich ihre Anträ-

ge zu stellen und zu begründen (Urk. 105). Die Eingabe der Kindsvertreterin vom 

10. Juni 2022 (Urk. 106) wurde den Parteien mit Verfügung vom 13. Juni 2022 zur 

Stellungnahme zugestellt (Urk. 107). Die Stellungnahme des Klägers datiert vom 

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17. Juni 2022 (Urk. 108) und diejenige der Beklagten vom 27. Juni 2022 (Urk. 

109). Die Kindsvertreterin reichte, nach entsprechender schriftlicher Aufforderung 

durch die Referentin (Urk. 110), ihre Honorarnote vom 7. Juli 2022 ein (Urk. 111). 

Mit Verfügung vom 11. Juli 2022 wurden die Doppel der Eingabe des Klägers vom 

17. Juni 2022 der Beklagten und der Verfahrensbeteiligten, die Doppel der Einga-

be der Beklagten vom 27. Juni 2022 dem Kläger und der Verfahrensbeteiligten 

und die Doppel der Honorarnote der Kindsvertreterin vom 7. Juli 2022 dem Kläger 

und der Beklagten zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 112). Nachdem sich der 

klägerische Rechtsvertreter über den Stand des Verfahrens erkundigt hatte (Urk. 

113), reichte er mit Eingabe vom 11. November 2022 (Urk. 115) seine Honorarno-

te (Urk. 114) ein.  

2.4. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Urk. 1-96). Das Verfahren 

erweist sich als spruchreif.  

2.5. Auf die Parteivorbringen ist nachfolgend nur insoweit einzugehen, als dies 

für die Entscheidfindung notwendig ist.  

II. Prozessuales 

1. Nach Eingang der Berufung prüft die Rechtsmittelinstanz von Amtes wegen 

das Vorliegen der Rechtsmittelvoraussetzungen. Die Berufung ging rechtzeitig, 

schriftlich begründet und mit konkreten Anträgen versehen bei der Rechtsmittel- 

instanz ein (Urk. 92 und 97). Der Kläger ist durch das vorinstanzliche Urteil be-

schwert und zur Rechtsmittelerhebung legitimiert; für das Rechtsmittel gegen den 

vorinstanzlichen Entscheid ist das angerufene Obergericht zuständig. Unter dem 

Vorbehalt rechtsgenügender Begründung (Art. 311 Abs. 1 ZPO) ist auf die Beru-

fung einzutreten.  

2. Mit der Berufung kann die unrichtige Rechtsanwendung und die unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden (Art. 310 ZPO). Die Beru-

fungsinstanz verfügt über unbeschränkte Kognition bezüglich Tat- und Rechtsfra-

gen, einschliesslich der Frage richtiger Ermessensausübung (Angemessenheits-

prüfung; BGer 5A_184/2013 vom 26. April 2013, E. 3.1). In der schriftlichen Beru-

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fungsbegründung (Art. 311 ZPO) ist hinreichend genau aufzuzeigen, inwiefern der 

erstinstanzliche Entscheid in den angefochtenen Punkten als fehlerhaft zu be-

trachten ist bzw. an einem der genannten Mängel leidet. Dies setzt die genügen-

de Bezeichnung der angefochtenen vorinstanzlichen Erwägungen sowie eine ar-

gumentative Auseinandersetzung mit diesen voraus (vgl. BGE 138 III 374 

E. 4.3.1; BGer 5A_247/2013 vom 15. Oktober 2013, E. 3.2; BGer 5A_751/2014 

vom 28. Mai 2015, E. 2.1). Was nicht oder nicht in einer den gesetzlichen Be-

gründungsanforderungen entsprechenden Weise beanstandet wird, braucht von 

der Rechtsmittelinstanz nicht überprüft zu werden; diese hat sich – abgesehen 

von offensichtlichen Mängeln – grundsätzlich auf die Beurteilung der Beanstan-

dungen zu beschränken, die in der schriftlichen Begründung formgerecht gegen 

den erstinstanzlichen Entscheid erhoben werden (vgl. BGer 5A_111/2016 vom 6. 

September 2016, E. 5.3). Insofern erfährt der Grundsatz der Rechtsanwendung 

von Amtes wegen (Art. 57 ZPO) im Berufungsverfahren eine Relativierung (BK 

ZPO-Hurni, Art. 57 N 21 und N 39 ff.; Glasl, DIKE-Komm-ZPO, Art. 57 N 22). Un-

geachtet dessen ist die Berufungsinstanz bei der Rechtsanwendung weder an die 

in den Parteieingaben geltend gemachten Argumente noch an die Erwägungen 

der Vorinstanz gebunden (BGer 2C_124/2013 vom 25. November 2013, E. 2.2.2; 

Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm et al., ZPO-Komm., Art. 318 N 21; Seiler, Die Beru-

fung nach ZPO, 2013, S. 652 N 1507). Die dargelegten Anforderungen an die Be-

gründung einer Berufung gelten sinngemäss auch für die Berufungsantwort (BGer 

4A_580/2015 vom 1tt.mm.2016, E. 2.2, nicht publiziert in BGE 142 III 271). 

3. Betreffend Kinderbelange gelten die Offizial- und Untersuchungsmaxime 

(Art. 55 Abs. 2 ZPO; Art. 58 Abs. 2 ZPO; Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO). Das Gericht 

ist demgemäss nicht an die Anträge und tatsächlichen Vorbringen der Parteien 

gebunden (BGE 128 III 411 E. 3.2.1; BGE 137 III 617 E. 4.5.2) und auch das Ver-

bot der reformatio in peius greift nicht (BSK ZPO-Mazan/Steck, Art. 296 N 30b). 

Diese Maximen wirken umfassend, d. h. zugunsten sämtlicher Parteien 

(BGer 5A_745/2014 vom 16. März 2015, E. 2.3 mit weiteren Hinweisen). Trotz 

Untersuchungs- und Offizialmaxime haben die Parteien das Tatsächliche vorzu-

tragen und bei der Sammlung des massgebenden Prozessstoffs mitzuwirken. 

Insbesondere obliegt es ihnen, dem Gericht das Tatsachenmaterial mit vollständi-

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gen und bestimmten Behauptungen zu unterbreiten und die Beweismittel zu be-

zeichnen (Mitwirkungspflicht; BGer 5A_357/2015 vom 19. August 2015, E. 4.2). 

Dies gilt verstärkt bei anwaltlicher Vertretung beider Parteien (OGer ZH LE190027 

vom 18. Dezember 2019, E. B/3 mit weiteren Hinweisen).  

4. Schliesslich können die Parteien bei Verfahren betreffend Kinderbelange im 

Berufungsverfahren auch dann neue Tatsachen und Beweismittel vorbringen, 

wenn die Voraussetzungen nach Art. 317 Abs. 1 ZPO nicht erfüllt sind (BGE 147 

III 301 E. 2.2; BGE 144 III 349 E. 4.2.1). 

III. Materielle Beurteilung 

A. Ausgangslage 

1. Mit Scheidungsurteil vom t. November 2014 wurde die Tochter der Parteien, 

C._____, gemäss der Vereinbarung vom 12. November 2014 unter der gemein-

samen elterlichen Sorge der Parteien belassen und die Obhut über die Tochter 

der Beklagten zugeteilt. Die Parteien einigten sich über die Aufteilung der Betreu-

ung der Tochter C._____, den Unterhalt und kamen überein, dass die Erzie-

hungsgutschriften der Z._____ angerechnet werden (Urk. 7/20 S. 2 ff.).  

2. Mit der vorliegenden Klage verlangt der Kläger eine Abänderung dieses Schei-

dungsurteils in Bezug auf die Obhutsregelung, den Umfang der Betreuung, die 

Unterhaltsbeiträge sowohl für C._____ als auch für die Beklagte und die Abrech-

nung der Erziehungsgutschriften für die Berechnung künftiger AHV-/IV-Renten. Er 

begründet seine Abänderungsklage mit einer dauernden und erheblichen Verän-

derung seines Einkommens, dem aufgrund einer Änderung der Rechtsprechung 

der Beklagten anzurechnenden höheren Einkommen sowie veränderten Bedürf-

nissen und Wünschen von C._____, welche sie nun zu äussern in der Lage sei 

(Urk. 1 S. 7 f.).  

3. Nach durchgeführtem Verfahren und insbesondere der Kinderanhörung kam 

die Vorinstanz zusammenfassend zum Schluss, dass selbst bei einem tatsächlich 

bestehenden, stabilen Wunsch von C._____ auf eine Ausweitung des Besuchs- 

bzw. Betreuungsrechts noch kein Abänderungsgrund vorliege. Die aktuell gelten-

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de Betreuungsreglung gehe bereits über ein gewöhnliches Besuchsrecht hinaus. 

Dies wie auch die über die strikte Befolgung dieser gerichtlich festgelegten Be-

treuungsregelung hinaus fehlende Kommunikations- und Koordinationsfähigkeit 

der Parteien spreche mit Blick auf das Kindswohl gegen eine noch weitere Aus-

dehnung im Sinne einer alternierenden Obhut mit wechselnder Betreuung (Urk. 

98 S. 35 Ziff. 4.5.). In Bezug auf die Regelung des Unterhalts hielt die Vorinstanz 

fest, dass keine konkreten Abänderungsgründe und letztlich auch kein unzumut-

bares Ungleichgewicht in den finanziellen Verhältnissen der Parteien vorlägen, 

was zur Abweisung der Klage auf Abänderung der Unterhaltsbeiträge führe 

(Urk. 98 S. 51). Nachdem keine Neuregelung der Obhut oder Betreuungsanteile 

vorgenommen worden sei, bedürfe die Anrechnung der Erziehungsgutschriften 

keiner Anpassung, weshalb auch das diesbezügliche Begehren des Klägers ab-

zuweisen sei (Urk. 98 S. 51 Ziff. 6).  

4. Der Kläger rügt in seiner Berufung sowohl die unrichtige Rechtsanwendung als 

auch die unrichtige Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz (Urk. 97 

S. 8 Ziff. 3). 

B. Grundsätzliches zur Abänderungsklage 

1. Wie die Vorinstanz richtig ausführte, bezweckt die Abänderungsklage nicht die 

Korrektur eines fehlerhaften rechtkräftigen Urteils, sondern nur die Anpassung ei-

nes rechtskräftigen Urteils an veränderte Verhältnisse. Diese dürften nicht schon 

im Scheidungsurteil zum Voraus berücksichtigt worden sein. Massgebender Zeit-

punkt zur Beurteilung der Frage, ob sich die Verhältnisse geändert hätten, sei das 

Datum der Einreichung der Abänderungsklage. Grundlage des Abänderungspro-

zesses könnten nur echte Noven sein, d.h. Tatsachen und Beweismittel, die erst 

nach dem Zeitpunkt eingetreten oder verfügbar geworden seien, in dem im frühe-

ren, durch rechtskräftiges Urteil abgeschlossenen Verfahren letztmals neue An-

griffs- und Verteidigungsmittel vorgebracht hätten werden können. Neue Vorbrin-

gen, mit denen geänderte Verhältnisse behauptet und belegt würden, seien im 

Abänderungsverfahren nicht zu berücksichtigen, wenn und soweit sie gestützt auf 

Art. 317 Abs. 1 ZPO bereits mit Berufung hätten vorgebracht werden können 

(BGE 143 III 42 E. 5.2 f. mit Hinweisen). Sei eine Scheidungsvereinbarung ge-

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schlossen worden, könne eine Anpassung im Übrigen nur verlangt werden, wenn 

erhebliche tatsächliche Änderungen Teile des Sachverhalts betreffen würden, 

welche im Zeitpunkt der Vereinbarung als feststehend angesehen worden seien. 

Keine Anpassung an wesentlich und dauernd veränderte Verhältnisse gebe es 

hingegen bezüglich Tatsachen, welche vergleichsweise definiert worden seien, 

um eine ungewisse Sachlage zu bewältigen (sog. caput controversum), zumal 

hier eine Referenzgrösse fehle, an welcher die Erheblichkeit einer allfälligen Ver-

änderung gemessen werden könnte. Vorbehalten blieben neue Tatsachen, die 

klarerweise ausserhalb des Spektrums der künftigen Entwicklung lägen, welche 

aus Sicht der Vergleichsparteien möglich (wenn auch ungewiss) erschienen (BGE 

142 III 518 E. 2.6.1 mit Hinweisen; Urk. 98 S. 26 Ziff. 4.2.1.).  

2. Gemäss Art. 134 Abs. 1 ZGB ist auf Begehren eines Elternteils, des Kindes  

oder der Kindesschutzbehörde die Zuteilung der elterlichen Sorge neu zu regeln, 

wenn dies wegen wesentlicher Veränderung der Verhältnisse zum Wohl des Kin-

des geboten ist. Wie die Vorinstanz richtig festhielt, gilt dieser Grundsatz auch für 

eine Neuregelung der Obhut (BGer 5A_781/2015 vom 14. März 2016 E. 3.2.2), 

welche nach neuem Recht von der elterlichen Sorge losgelöst ist (BGE 142 III 

612 E. 4.1). Auch wenn an sich eine einmal getroffene rechtliche Ordnung auf 

Dauer angelegt ist, muss sie allerdings bei entscheidend und ihrerseits wieder auf 

eine relevante Dauer veränderten Verhältnissen angepasst werden können. Kin-

derbelange werden in diesem Sinne nie "rechtskräftig"; die einmal getroffene 

Ordnung ist um des Kindes willen sowohl zu respektieren als gegebenenfalls 

auch anzupassen. Ob eine Änderung der tatsächlichen Verhältnissen eine Abän-

derung der getroffenen Regelung bewirken soll (Interventionsschwelle), beurteilt 

sich aus der Perspektive des Kindswohls. Einerseits sollen stabile und kontinuier-

liche Rahmenbedingungen eine harmonische Entwicklung gewährleisten, ande-

rerseits muss die Möglichkeit bestehen, den rechtlichen Rahmen den Entwicklun-

gen anzupassen. Eine Neuregelung der Elternrechte (elterliche Sorge, Obhut, Be-

treuung, persönlicher Verkehr) setzt voraus, dass die Beibehaltung der geltenden 

Regelung das Wohl des Kindes ernsthaft zu gefährden droht; das Gericht muss 

zum Schluss kommen, dass die aktuelle Regelung dem Kind mehr schadet als 

der Verlust an Kontinuität in der Erziehung und den Lebensumständen, die mit 

- 14 - 

der Änderung einhergeht (BGer 5A_266/2017 vom 29. November 2017 E. 8.3; 

BSK ZGB I-Fountoulakis/Breitschmid, Art. 134 N 2 und N 3).  

3. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte (Urk. 98 S. 27), sind stets die konkre-

ten Verhältnisse im Einzelfall massgeblich. Ein Abänderungsgrund ist lediglich 

gegeben, wenn das Kindswohl eine Abänderung gebietet, was nicht der Fall ist, 

wenn die bestehende Regelung das Kindswohl bereits wahrt.  

 

C.   Kindeswohl 

Das Leitprinzip bei allen Fragen, die Kinder betreffen, ist das Kindeswohl und es 

hat stets Vorrang vor den Interessen der Eltern (BGer 5A_985/2014 vom 25. Juni 

2015, E. 3.2.1.). Gemeint ist das körperliche, geistig-seelische, soziale, materielle, 

finanzielle und rechtliche Wohlergehen des Kindes. Das Kindeswohl bezieht sich 

auf die Notwendigkeit, die am besten auf die Bedürfnisse des Kindes angepasste 

Lösung zu finden (Leuenberger, Alternierende Obhut auf einseitigen Antrag, in: 

FamPra.ch 4/2019, S. 1108). Dem Wunsch des Kindes ist Beachtung zu schen-

ken (Brändli, Die Voraussetzungen der alternierenden Obhut in: Plädoyer 1/2019, 

S. 45). Der Kinderwille kann nicht per se mit dem Kindeswohl gleichgesetzt wer-

den. Die kindlichen Willensäusserungen sind häufig von Ambivalenz, Unsicherheit 

und dem Bemühen um Schadensbegrenzung beeinflusst (FamKomm Scheidung-

Schreiner, Anh. Psych. N 146). An den Kinderwillen sind psychologische Min-

destanforderungen zu stellen: Das Kind soll eine Vorstellung darüber haben, was 

sein soll (=Zielorientierung), diese Vorstellung soll mit einer gewissen Nachdrück-

lichkeit und Entschiedenheit angestrebt (=Intensität) und gegen unterschiedliche 

Personen oder bei verschiedenen Gelegenheiten beibehalten werden 

(=Stabilität). Zudem sollte dieser Wille Ausdruck einer selbst initiierten Strebung 

des Kindes sein (FamKomm Scheidung-Schreiner, Anh. Psych. N 136).  

D. Obhut 

1. Es stellt sich die Frage, ob die Obhutsregelung gemäss dem Scheidungsurteil 

vom 26. November 2014 beibehalten werden soll, was die Beklagte will, oder ob 

- 15 - 

die alternierende Obhut wie vom Kläger beantragt, angeordnet werden soll. Es ist 

somit zu prüfen, ob sich die tatsächlichen Verhältnisse geändert haben, und beja-

hendenfalls, ob diese Veränderungen dauerhaft sind.  

2.1. Die Vorinstanz erwog, dass im Rahmen des Scheidungsverfahrens der 

Kläger geltend gemacht habe, eigentlich eine alternierende elterliche Obhut mit 

einem Betreuungsanteil von mindestens 30% bei einem hälftigen Ferienbesuchs-

recht zu wünschen, was ihm in zeitlicher Hinsicht auch möglich sei (Urk. 7/11 

S. 2, Urk. 7 Prot. S. 5). Die Beklagte hätte dem Kläger damals neben wöchentli-

chen Papi-Tagen lieber nur ein Wochenendbesuchsrecht pro Monat sowie ein Fe-

rienbesuchsrecht von vier Wochen eingeräumt (Urk. 7/13 S. 1; Urk. 7 Prot. S. 9). 

Die schliesslich unter Berücksichtigung der bisherigen Betreuungsverhältnisse 

mehrheitlich durch die Z._____ nach längerem Konventionsgespräch (Urk. 7 Prot. 

S. 23) in der Scheidungsvereinbarung getroffene, ab dem Jahr 2016 geltende 

Kontaktregelung zwischen dem Kläger und C._____ bedeute, dass C._____ über 

das ganze Jahr rund einen Drittel sämtlicher Tage beim Kläger verbringe - mit an-

deren Worten habe die damals getroffene Vereinbarung gesamthaft weitgehend 

den Wünschen des Klägers entsprochen und finde entsprechend seit bald fünf 

Jahren etwas mehr als 30% der Betreuung von C._____ durch den Vater statt 

(Urk. 98 S. 27 f. Ziff. 4.3.).  

2.2. Der Kläger rügt diese Ausführungen der Vorinstanz und macht geltend, 

dass nicht ersichtlich sei, weshalb die Vorinstanz dies gleich zu Beginn ihrer Wür-

digung erwähne. Abgesehen davon, dass es nicht zutreffe, dass die damalige 

Vereinbarung seinen Wünschen entsprochen habe, entstehe bereits an dieser 

Stelle der Eindruck, dass die Vorinstanz offenbar der Ansicht sei, dass der Kläger 

sich zufrieden geben solle mit dem, was er bereits habe, was umso mehr zu gel-

ten habe, da er C._____ bereits jetzt in einem grösseren Umfang betreue als im 

Rahmen eines "gerichtsüblichen" Minimal-Betreuungsrechts von jedem zweiten 

Wochenende. Dieser Eindruck bestätige sich an weiteren Stellen im vorinstanzli-

chen Urteil, und die Vorinstanz greife noch weitere Punkte auf, an denen sich 

letztlich erkennen lasse, dass sie das Begehren des Klägers, der ihr schon aus 

- 16 - 

dem Scheidungsverfahren bekannt gewesen sei, letztlich als querulatorisch er-

achte (Urk. 97 S. 10 Rz 10).  

2.3. Um überhaupt prüfen zu können, ob ein Abänderungsgrund, nämlich eine 

wesentliche Änderung der Verhältnisse vorliegt, muss in einem ersten Schritt er-

mittelt werden, welche Regelungen die Parteien in der Scheidungsvereinbarung, 

gestützt auf welche Grundlagen, getroffen haben.  

2.3.1. Der damals durch einen anderen Rechtsanwalt vertretene Kläger beantrag-

te im Rahmen der vorsorglichen Massnahmen im Scheidungsverfahren 

(FE140710; Urk. 7) mit Eingabe vom 31. Oktober 2014, dass die Betreuungsan-

teile der Parteien bezüglich der gemeinsamen Tochter C._____ zu regeln seien, 

wobei für den Gesuchsteller (Kläger) mindestens folgende Betreuungszeiten fest-

zulegen seien: Jede zweite Woche von Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 

18.00 Uhr, sowie während sieben Wochen in den Schulferien (Urk. 7/11 S. 2). 

Dazu liess er ausführen, dass die gemeinsame elterliche Sorge der Parteien über 

C._____ im vorliegenden Fall nicht nur auf dem Papier bestehe. Der Gesuchstel-

ler (Kläger) übernehme höhere Betreuungsanteile als in einer klassischen Rollen-

verteilung. Dies zeige sich daran, dass er seit neun Jahren ein 85%-

Arbeitspensum versehe und sich einen vollen Tag pro Woche (nämlich am Frei-

tag) C._____ widme. Dieser sogenannte "Papi-Tag" sei schon während des Zu-

sammenlebens der Parteien beschlossen worden. Der Gesuchsteller habe denn 

auch schon während der ungetrennten Ehe seine Freizeit fast ausschliesslich mit 

C._____ verbracht. Entsprechend würde er auch heute noch so gerne noch grös-

sere Betreuungsanteile übernehmen, am liebsten eine alternierende geteilte Ob-

hut mit einem Betreuungsanteil von mindestens 30%. Vor diesem Hintergrund 

scheine es folgerichtig und selbstverständlich, dass einerseits der "Papi-Tag" von 

Donnerstag, 18.00 Uhr, bis Freitag, 18.00 Uhr, gerichtlich festgehalten werde, und 

dass der Gesuchsteller (Kläger) C._____ in Zukunft jede zweite Woche auch noch 

am Wochenende betreuen könne, d.h. dann durchgehend von Donnerstag, 18.00 

Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr. Ebenfalls stelle er den Antrag auf sieben Wochen 

Ferien mit C._____ (Urk. 7/11 S. 3 Ziff. III.1.). Anlässlich der Verhandlung vom 12. 

November 2014 (Anhörung/Einigungsverhandlung samt Verhandlung über die 

- 17 - 

vorsorglichen Massnahmen) liess der Kläger seine Anträge der Eingabe vom 31. 

Oktober 2014 wiederholen und wies darauf hin, dass er nur das verlange, was er 

beantragt habe (Urk. 7 Prot. S. 5). 

2.3.2. In der Scheidungsvereinbarung vom 12. November 2014 (Urk. 7/15) bean-

tragten die Parteien dem Gericht, es sei die Obhut für die Tochter C._____ der 

Z._____ zuzuteilen. Sodann einigten sie sich über die Aufteilung der Betreuung 

der Tochter C._____ wie folgt:  

 

"Betreuung durch den Vater:  

- bis Ende Juli 2016 an den ungeraden Wochenenden alternierend von Donnerstag-Abend, 18.00 

Uhr, bis Samstagabend, 18.00 Uhr sowie von Donnerstagabend, 18.00 Uhr bis Sonntagabend, 

18.00 Uhr,  

- ab August 2016 an allen ungeraden Wochenenden eines jeden Monats jeweils ab Donnerstag-

abend, 18.00 Uhr, bis Sonntagabend, 18.00 Uhr,  

- in den übrigen Wochen jeweils von Donnerstagabend, 18.00 Uhr, bis Freitagabend, 18.00 Uhr,  

- jeweils in geraden Jahren am 24. Dezember und in ungeraden Jahren am 25. Dezember sowie 

über Neujahr,  

- in Jahren mit gerader Jahreszahl von Karfreitag bis Ostermontag und in Jahren mit ungerader 

Jahreszahl von Pfingstsamstag bis Pfingstmontag,  

- während 4 Wochen Ferien pro Jahr, davon jeweils höchstens zwei Wochen aneinander.  

(…) 

In der übrigen Zeit wird die Tochter von der Z._____ betreut. 

(…)" 

2.3.3. Vergleicht man die von den Parteien vereinbarte heute geltende Betreu-

ungsregelung mit den Anträgen des Klägers im Scheidungsverfahren, so wurden 

einzig die beantragten sieben Wochen Ferien auf vier Wochen reduziert. Hochge-

rechnet auf ein Jahr betreut der Kläger C._____ im Umfang von über 33%. Somit 

- 18 - 

ist die vorinstanzliche Feststellung, dass die in der Vereinbarung getroffene Rege-

lung in Bezug auf den Betreuungsumfang im Wesentlichen dem damaligen Antrag 

des Klägers entsprochen habe, nicht zu beanstanden. Eine besondere Haltung 

des Gerichts, wie vom Kläger geltend gemacht, lässt sich daraus nicht ablesen. 

2.4. Die Vorinstanz erwog weiter, zwischen den Prozessbeteiligten sei unum-

stritten und auch für das Gericht sei ohne Weiteres erkennbar, dass sowohl der 

Kläger als auch die Beklagte als erziehungs- und betreuungsfähig gelten könnten. 

Ihre Wohnungen lägen wie zur Zeit der Scheidung noch immer nur wenige 

Gehminuten auseinander. So lasse sich eine wechselnde Betreuung recht leicht 

organisieren, auch ohne dass C._____ etwa einen komplizierteren Schulweg zu 

absolvieren hätte. Ebenso könne C._____ weiterhin unproblematisch alle ihre 

gleichaltrigen Kameraden aus der Umgebung treffen. Sowohl am Wohnort des 

Klägers als auch am Wohnort der Beklagten lägen zudem kindsgerechte Verhält-

nisse vor. Und schliesslich seien - wie aus den Angaben der Parteien selber und 

von Dritten sowie aus eingereichten Belegen ersichtlich sei (Prot. S. 6 ff., S. 37 ff.; 

Urk. 20, 30 S. 12 f., 31/1-7, 44 S. 3, 85/20-24) - beide Parteien bemüht und ver-

fügten über die zeitlichen Ressourcen, C._____ schulisch zu unterstützen und zu 

fördern und ihr mit Reisen, (Haus-)Tieren und etwa dem Besuch von Veranstal-

tungen eine altersgerechte und spannende Freizeitgestaltung zu bieten. Dies al-

les würde bei einer erstmaligen Beurteilung durchaus die Anordnung einer alter-

nierenden Obhut mit wechselnder Betreuung begünstigen (eine erstmalige Beur-

teilung nach Trennung und weiteren Änderungen habe auch im vom Kläger zitier-

ten BGer 5A_198/2013 vorgelegen; Urk. 30 S. 9). Allerdings hätten solch günstige 

Verhältnisse bereits im Jahr 2014 anlässlich der Scheidung der Parteien vorgele-

gen, als sich diese auf die bis heute geltende Regelung einer mütterlichen Obhut 

mit den erwähnten (überdurchschnittlichen) Besuchs- bzw. Betreuungskontakten 

für den Vater geeinigt hätten. Die Ausführungen des Klägers gingen insofern am 

Thema eines Abänderungsverfahrens vorbei (BGer 5A_105/2012 vom 9. März 

2012; Urk. 98 S. 28 Ziff. 4.4.1.). 

2.4.1. Der Kläger führt in seiner Berufung aus, dass die Vorinstanz zutreffend 

wiedergebe, dass grundsätzlich sämtliche Voraussetzungen für die Anordnung 

- 19 - 

einer alternierenden Obhut mit wechselnder Betreuung gegeben seien. Zwar sei 

es zutreffend, dass diese Voraussetzungen bereits im Zeitpunkt der Scheidung 

vorgelegen hätten. Anders als damals habe sich heute aber eine hälftige Auftei-

lung der Kinderbetreuung bei getrenntlebenden Eltern als Regelfall etabliert, die 

nur dann nicht angeordnet werde, wenn konkrete Gründe dagegen sprechen wür-

den (vgl. Urteile BGer 5A_629/2019 vom 13. November 2020 und BGer 

5A_367/2020 vom 19. Oktober 2020). Insofern gingen die diesbezüglichen Aus-

führungen des Klägers im vorinstanzlichen Verfahren nicht am Thema eines Ab-

änderungsverfahrens vorbei. Er habe nie ausgeführt, dass all diese Umstände 

den Abänderungsgrund bildeten. Dem Kläger sei lediglich klar, dass neben einem 

Abänderungsgrund auch sämtliche anderen Voraussetzungen für die Anordnung 

einer alternierenden Obhut mit hälftiger Betreuung gegeben sein müssten, wes-

halb er diese dargelegt habe. Offenkundig sei der vorliegende Fall indes einer, 

der mit der aktuell geltenden Rechtsprechung ohne Weiteres zur Anordnung der 

alternierenden Obhut mit hälftiger Betreuung beider Elternteile geführt hätte, zu-

mal auch aus Sicht der Vorinstanz keinerlei Gründe vorlägen, die dagegen spre-

chen würden. Stattdessen scheue es indes die Vorinstanz nicht, bereits an dieser 

Stelle zu wiederholen, dass der Kläger bereits über überdurchschnittliche Be-

suchs- bzw. Betreuungskontakte zu C._____ verfüge. Diese Haltung des Gerichts 

sei in der heutigen Zeit, in welcher sogar das Bundesgericht klar festhalte, dass 

die alternierende Obhut die Regel sein solle und davon nur abgewichen werden 

dürfe, wenn es für das Kind aus besonderen Gründen schädlich wäre, äusserst 

befremdlich und zeige, dass das zuständige Gericht hier im traditionellen Famili-

enmodell gefangen sei, wonach der Vater dankbar und zufrieden sein solle, wenn 

er seine Kinder mehr als nur alle zwei Wochenenden sehen dürfe (Urk. 97 S. 10 f. 

Rz 11).  

2.4.2. Der Kläger nimmt mit diesen Ausführungen keinen Bezug auf die vorin-

stanzlichen Erwägungen zur Abänderungsklage und zur Anpassung einer Schei-

dungsvereinbarung (Urk. 98 S. 26 Ziff. 4.2.1.). Wie die Beklagte zu Recht geltend 

macht (Urk. 103 S. 9 zu Rz 11), hat die Rechtsprechung zur alternierenden Obhut 

geändert. Nicht geändert haben sich die rechtlichen Grundlagen und die Recht-

sprechung zur Abänderung eines Scheidungsurteils, das auf einer umfassenden 

- 20 - 

Vereinbarung der Parteien beruht. Gestützt auf diese Grundlagen und nach sorg-

fältigen Erwägungen hat die Vorinstanz ihr Urteil gefällt und es kann keine Rede 

davon sein, dass sie in einem traditionellen Familienmodell gefangen ist. Die vom 

Kläger zitierten Entscheide beziehen sich zudem nicht auf Abänderungsverfahren, 

sondern es geht darin um die erstmalige Regelung der Obhut im Rahmen einer-

seits einer Trennung von unverheirateten Eltern (Urteil BGer 5A_629/2019 vom 

13. November 2020) und andererseits einer gerichtlichen Regelung des Getrennt-

lebens von verheirateten Eltern (Urteil BGer 5A_367/2020 vom 19. Oktober 

2020).  

2.4.3. Der Kläger macht weiter geltend, dass die Vorinstanz den Fokus in der Be-

gründung der Klageabweisung darauf lege, dass entsprechend der bundesge-

richtlichen Rechtsprechung ein Abänderungsgrund mit Bezug auf Betreuungsan-

teile nur dann vorliegen solle, wenn die Beibehaltung der geltenden Reglung für 

das Kind nachteilig sei bzw. sogar eine Kindswohlgefährdung darstelle. Bei ge-

nauerer Betrachtung der von der Vorinstanz angeführten Entscheide stelle man 

jedoch fest, dass diese Rechtsprechung für den vorliegenden Fall nicht relevant 

sein könne respektive die Hürden für eine Abänderung der Betreuungsanteile viel 

weniger hoch sein müssten. Er habe dies bereits im vorinstanzlichen Verfahren 

eingehend dargelegt (Urk. 97 S. 11 Rz 12). Unter Hinweis auf BGer 5A_428/2014 

vom 22. Juli 2014, welcher von der Vorinstanz zitiert wird, macht der Kläger gel-

tend, dass es sich vorliegend keineswegs rechtfertigen würde, das Kriterium der 

Stabilität und der Kontinuität über alle anderen Kriterien zu stellen, zumal unbe-

strittenermassen keine fragile Situation bestehe und auch eine Ausdehnung sei-

ner Betreuungsanteile keinen Abbruch der vorhandenen Stabilität und Kontinuität 

für C._____ zur Folge hätte. C._____ würde lediglich in einem grösseren Umfang 

als bisher von ihrem Vater betreut werden, so wie sie sich dies wünsche. Darüber 

hinaus sei zu berücksichtigen, dass der erwähnte Bundesgerichtsentscheid mitt-

lerweile rund sieben Jahre alt sei und in der Zwischenzeit weitere - auch von der 

Vorinstanz angeführte - Entscheide gefällt worden seien, die keine Gefährdung 

des Kindswohls als Grund für eine Abänderung verlangten. Es müsse also inso-

fern davon ausgegangen werden, dass der Grundsatz ("ändern nur wenn nötig") 

nicht ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung entspreche, in jedem Fall 

- 21 - 

aber nicht auf den vorliegenden Sachverhalt übertragen werden könne (Urk. 97 

S. 12 Rz 14).  

2.4.4. Entgegen den Ausführungen des Klägers geht die Vorinstanz nicht davon 

aus, dass es schädlich wäre für C._____, die Betreuungsanteile des Klägers aus-

zubauen, sondern sie geht davon aus, dass mit der Beibehaltung der geltenden 

Regelung das Wohl von C._____ gewahrt ist. 

2.5. Der Kläger nennt als hauptsächlichen Abänderungsgrund den Wunsch von 

C._____, die am 8. November 2018 zum ersten Mal ihm gegenüber geäussert 

habe, dass sie gleich viel von ihren Eltern betreut werden möchte (Urk. 30 S. 10 

Rz 16).  

2.6. Unter Hinweis auf die Kinderanhörung vom 28. August 2019 (Urk. 20) er-

wog die Vorinstanz, dass C._____ selber zunächst ausgeführt habe, sie könne 

sich nicht mehr daran erinnern, mit ihrem Vater darüber gesprochen zu haben, 

mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Auf weiteres Befragen habe sie angeblich nicht 

mehr wissen wollen, was sie genau besprochen hätten. Schliesslich solle es eine 

gemeinsame Idee von ihr und ihrem Vater gewesen sein. Darüber gesprochen 

hätten sie vor ein bis zwei Wochen, davor sei dies nie der Fall gewesen. Es sei of-

fensichtlich, dass C._____ sehr verunsichert gewesen sei, was sie zu diesem 

Thema sagen solle und dürfe. Und es werde nachvollziehbar, wenn die Beklagte 

aufgrund dieses Aussageverhaltens von C._____ in der Kinderanhörung die Ver-

mutung geäussert habe, dass das Kind vom Kläger, der diesen behaupteten Kin-

derwunsch schon im Herbst 2018 erstmals gehört haben wolle, während längerer 

Zeit beeinflusst worden sei. Bewiesen oder auch nur beweisbar sei dies allerdings 

nicht. Soweit C._____, welche nach der Darstellung des Klägers, der Kindsvertre-

terin wie auch nach dem vom Gericht gewonnenen Eindruck durchaus schon als - 

jedoch stets gemessen an ihrem Alter von noch nicht einmal 10 Jahren - relativ 

reif und mit einem guten Zeitgefühl ausgestattet erscheine, in der Anhörung kon-

krete Angaben gemacht habe, lasse sich immerhin erstellen, dass sie offenbar 

erst etwa zwei Wochen vor der Kinderanhörung - und damit lange nach der Kla-

geeinleitung - sich erstmals für sie erinnerungswürdig und damit bewusst mit dem 

Kläger über eine Erhöhung seines Betreuungsanteils unterhalten habe. Dies wie 

- 22 - 

auch der Umstand, dass es "eine gemeinsame Idee" (oder wie der Kläger ausfüh-

re, man habe im November 2018 "gemeinsam überlegt", wie man den Wunsch 

von C._____ in die Wirklichkeit umsetzen könne; Urk. 30 S. 10) gewesen sein sol-

le, deute nicht eben auf einen seit langer Zeit bestehenden, dringenden und letzt-

lich im Falle eines Negativentscheides durch das Gericht das Kindswohl beein-

trächtigenden Wunsch von C._____ hin - was auch gegen die Notwendigkeit der 

Berücksichtigung eines allenfalls von einem Elternteil induzierten Willens spreche 

(vgl. Kindsvertreterin in Urk. 44 S. 7). Auch wolle C._____ nie mit der Beklagten 

über diesen Wunsch gesprochen haben, woran sich auch im Laufe des vorliegen-

den Verfahrens offenbar nichts geändert habe. Zwar könne dies durchaus daran 

liegen, dass C._____ ihre Z._____ nicht traurig machen wolle, doch hätte von ei-

nem - wie der Kläger ausführe - sehr selbständigen Kind erwartet werden dürfen, 

dass es über dieses Thema auch mit dem anderen Elternteil spreche, wenn es 

sich mit der seit dem Jahr 2016 geltenden Regelung der Betreuung erheblich un-

wohl gefühlt hätte. Im Resultat ergebe sich, dass jedenfalls im Zeitpunkt der An-

hörung von C._____ keine das Kindswohl beeinträchtigenden Auswirkungen der 

Betreuungsregelung gemäss Scheidungsurteil bestanden hätten. Angesichts der 

von der Kindsvertreterin gestellten und begründeten Anträge könnte sich an die-

sen Erkenntnissen allerdings im Laufe des vorliegenden Verfahrens etwas geän-

dert haben. Dem sei weiter nachzugehen (Urk. 98 S. 31 f. Ziff. 4.4.6.). 

2.6.1. Der Kläger beanstandet diese Ausführungen der Vorinstanz und führt aus, 

entgegen der offenbaren Auffassung der Vorinstanz sei C._____ bei ihrer Wil-

lensbildung, gleich viel Zeit mit ihm wie mit der Beklagten verbringen zu wollen, 

nicht von ihm beeinflusst worden. Er könne sich so gut an den Tag des 8. No-

vember 2018 erinnern, da er sich natürlich sehr über diese Willensäusserung von 

C._____ gefreut und dies deshalb in seiner Agenda vermerkt habe. Der Umstand, 

dass C._____ an der Kinderanhörung ausgeführt habe, dass sie erst vor ein bis 

zwei Wochen mit ihrem Vater darüber gesprochen habe und vorher nie, stimme 

zwar nicht, zeige aber auf, dass es eben nicht etwas gewesen sei, dass der Klä-

ger ständig mit C._____ thematisiert habe. Andernfalls hätte sie gegenüber der 

Vorinstanz sicherlich ohne Weiteres gesagt, dass es die Idee des Klägers gewe-

sen sei und dieser dies immer wieder thematisiere. Jedenfalls komme die Vo-

- 23 - 

rinstanz immerhin selber zur Auffassung, dass eine Beeinflussung C._____s 

durch den Kläger weder bewiesen noch beweisbar sei (Urk. 97 S. 15 Rz 20).  

2.6.2. Mit der Vorinstanz sind die Antworten von C._____ als glaubhaft zu werten. 

Wenn die Vorinstanz nach einer entsprechenden Würdigung zum Schluss kommt, 

dass der vom Kläger behauptete Wunsch von C._____ jedenfalls im Zeitpunkt der 

Kinderanhörung noch nicht genügend lange bestanden habe und auch nicht drin-

gend gewesen sei und dass jedenfalls im Zeitpunkt der Anhörung von C._____ 

keine das Kindswohl beeinträchtigende Auswirkung der Betreuungsregelung ge-

mäss Scheidungsurteil bestanden habe (Urk. 98 S. 31 f. Ziff. 4.4.6.), so ist dies 

nicht zu beanstanden.  

2.6.3. Der Kläger macht weiter geltend, dass das Wohl von C._____ gefährdet 

sei, wenn ihrem Wunsch nach mehr Zeit mit ihrem Vater nicht entsprochen werde, 

zumal ihr somit die Möglichkeit genommen werde, sich nach ihren Wünschen und 

Vorstellungen zu entfalten. Mit diesem Argument habe sich die Vorinstanz indes 

nicht auseinandergesetzt. Offenkundig erreiche dies aber die Schwere der vom 

Bundesgericht geforderten Gefährdung des Kindswohls, wenn dieses im gleichen 

Atemzug sage, es seien keine besonders schweren Voraussetzungen zu erfüllen. 

In jedem Fall aber sei aufgrund des Wunsches von C._____ eine Änderung der 

bestehenden Betreuungsregelung angezeigt, da nur auf diese Weise das Wohl 

von C._____ gewahrt werden könne (Urk. 97 S. 13 Rz 16).  

2.6.4. Entgegen diesem Vorbringen des Klägers hat sich die Vorinstanz mit der 

Frage des Wohls von C._____ auseinandergesetzt und dazu festgehalten, dass 

es zwar zutreffe, dass dem Kinderwunsch bei der Regelung des Besuchsrechts 

Beachtung zu schenken sei und ein solcher Wunsch sogar dazu führen könne, 

dass eine bestehende Regel abgeändert werden müsse. Dies sei dann der Fall, 

wenn die Beibehaltung der geltenden Regelung das Wohl des Kindes ernsthaft zu 

gefährden drohe. Vorliegend sei dies jedoch nicht der Fall, zumal der Wille des 

Kindes nicht mit dem Kindswohl gleichgesetzt werden dürfe (BGer 5A_266/2017 

vom 29. November 2017; Urk. 98 S. 35 Ziff. 4.5.). 

- 24 - 

2.6.5. Der Kläger rügt weiter, es sei nicht nachvollziehbar, wie die Vorinstanz die 

Haltung vertreten könne, es liege kein dringender und letztlich im Falle eines Ne-

gativentscheides durch das Gericht das Kindswohl beeinträchtigender Wunsch 

von C._____ vor, was gegen die Notwendigkeit der Berücksichtigung eines allen-

falls von einem Elternteil induzierten Willens spreche. Für C._____ sei im vo-

rinstanzlichen Verfahren eine Kindsvertreterin bestellt worden, deren Aufgabe es 

sei, nicht in erster Linie subjektive Standpunkte zu vertreten, sondern das objekti-

ve Kindswohl zu ermitteln und zu dessen Verwirklichung beizutragen. Dass die 

Haltung der Kindsvertreterin, die eine hälftige alternierende Obhut befürworte, de-

ckungsgleich sei mit dem Willen von C._____, sei "Zufall", zumal es gerade nicht 

die Aufgabe der Kindsvertreterin gewesen sei, einfach den Willen von C._____ 

wiederzugeben, was ihr die Vorinstanz korrekterweise auch nicht vorwerfe. Viel-

mehr sei die Vorinstanz ohne sachliche und nachvollziehbare Gründe von den 

Anträgen der Kindsvertreterin abgewichen. Die Vorinstanz vertrete somit - ohne 

dies jedoch näher zu begründen und entgegen der Ansicht der Kindsvertreterin - 

die Haltung, dass es schädlicher wäre für C._____, die Betreuungsanteile des 

Klägers auszubauen als den Willen von C._____, der gemäss der eigenen Auf-

fassung der Vorinstanz weder bewiesenermassen noch beweisbar von einem El-

ternteil induziert sei, nicht zu berücksichtigen. Diese Auffassung sei absurd, zumal 

die Vorinstanz dies einzig daran aufhänge, dass der Wille bei C._____ nicht ge-

festigt und dauerhaft sei, weil sie im Rahmen der gerichtlichen Anhörung nicht 

diesen Anschein gemacht habe (Urk. 97 S. 15 f. Rz 21).  

2.6.6. Die Vorinstanz hat die Anträge und die diesbezügliche Begründung der 

Kindsvertreterin zutreffend wiedergegeben (Urk. 98 S. 22 f. Ziff. 3.3.1.-3.3.2.) und 

ist, soweit notwendig, auf diese eingegangen (Urk. 98 S. 32 Ziff. 4.4.7.). Ergän-

zend ist anzufügen, dass die Kindsvertreterin in ihrer Eingabe vom 12. Februar 

2020 festhielt, dass die Eruierung des von C._____ geäusserten Willens ohne 

psychologische Sachverständige nicht möglich sei. Der Beizug einer Fachperson 

wäre hier jedoch unverhältnismässig. C._____ habe eine gute Beziehung zu ih-

rem Vater und verbringe regelmässig Zeit mit ihm. Was also sei die weniger 

schädliche Alternative für ihr Wohl: ihren geäusserten Wunsch nicht zu berück-

sichtigen oder eine Ausweitung der Betreuungsanteile beim Vater zu gewähren? 

- 25 - 

(Urk. 44 S. 7). Diese Ausführungen der Kindsvertreterin illustrieren, dass der 

Wunsch von C._____ nicht wirklich eruiert werden konnte, was auch die Vo-

rinstanz so feststellte.  

2.7. Die Vorinstanz erwog weiter, dass C._____ anlässlich ihrer Anhörung 

schüchtern und zurückhaltend gewesen sei. Auf das Thema der Betreuungsrege-

lung angesprochen habe sie nervös gewirkt und sehr darauf bedacht, was sie sa-

ge (Urk. 20 S. 2). Diesen Eindruck habe sie auch auf die Kindsvertreterin (Urk. 44 

S. 3) gemacht, welche zudem Indikatoren für einen Loyalitätskonflikt zitiert habe 

(Urk. 76 S. 2, vgl. auch Urk. 44 S. 7), vor welchem Umstand der Kläger offenbar 

die Augen verschliesse (Urk. 48 S. 13). Ein solcher Loyalitätskonflikt trete oft dann 

auf, wenn die Eltern um die Gunst des Kindes konkurrierten. Die Idee für eine "ge-

rechtere" Aufteilung der Betreuung habe die damals achtjährige C._____ nach ei-

gener Auffassung erst zwei Wochen vor ihrer Anhörung gemeinsam mit ihrem 48-

jährigen Vater entwickelt. Der Kläger sehe dies - wie auch andere Angaben von 

C._____, die nicht mit seiner Darstellung übereinstimmten - bekanntlich anders 

(Urk. 98 S. 32 Ziff. 4.4.7.).  

2.7.1. Mit diesen Erwägungen der Vorinstanz zum - auch von der Kindsvertreterin 

thematisierten - Loyalitätskonflikt von C._____ setzt sich der Kläger in dem Sinne 

auseinander, als dass er die Beklagte letztlich dafür verantwortlich macht, dass 

ein solcher besteht. So führt er dazu aus, dass die Beklagte nicht wolle, dass er 

gleich viel Betreuungszeit mit C._____ bekomme wie sie selber, was auch 

C._____ mittlerweile mitbekommen habe. Schliesslich sei ihr entsprechender 

Wunsch bisher nicht erfüllt worden, obwohl auch der Kläger dies wolle. Mit ande-

ren Worten könne es nur an der Beklagten liegen. Schliesslich solle die Beklagte 

C._____ direkt gesagt haben, dass "Männer zum Zahlen da seien", als C._____ 

ihr gegenüber den Wunsch geäussert habe, gleich viel Zeit mit beiden Elternteilen 

verbringen zu wollen. Logischerweise versuche ein Kind nach so einer Antwort 

nicht noch einmal, Anliegen mit der Z._____ zu besprechen (Urk. 97 S. 16 Rz 22).  

2.7.2. Die Behauptung, dass die Beklagte eine solche Äusserung gegenüber 

C._____ gemacht haben soll, ist neu. Sie bestätigt aber im Ergebnis, was die Vo-

rinstanz festgestellt hat, nämlich dass der Kläger sich herablassend über die Be-

- 26 - 

klagte äussert, und dies, obwohl er keine sichere Kenntnis davon hat, dass die 

Beklagte diese Aussage tatsächlich getätigt hat. Wie die Vorinstanz zutreffend 

darlegte, schafft er damit, selbst wenn solche Äusserungen nicht vor C._____ 

vorgetragen werden, eine für die Bindungstoleranz ungünstige Stimmung, welche 

dem Kind, seinem Wohl und auch dessen Urvertrauen gegenüber beiden Eltern-

teilen schadet (Urk. 98 S. 33 Ziff. 4.4.7.).  

2.7.3. In diesem Zusammenhang rügt der Kläger die vorinstanzliche Würdigung 

seiner Nachricht an die Kindsvertreterin nach Scheitern der Mediation. Diese 

Nachricht sei von der Vorinstanz komplett falsch interpretiert worden. Offenkundig 

habe er damit gemeint, dass die Zeit, welche C._____ und er wegen fortdauern-

der Nicht-Umsetzung einer hälftigen alternierenden Obhut nicht miteinander ver-

bringen könnten, verloren sei und ihnen nicht zurückgegeben werden könne. Mit 

"ihrem anderen Umfeld" habe er logischerweise sein Umfeld im Unterschied zum 

Umfeld der Beklagten gemeint. Mitnichten habe er gemeint, dass die Zeit, die 

C._____ im Umfeld der Beklagten verbringe, verlorene Zeit sei. Dass, wie von der 

Vorinstanz ausgeführt, diese Nachricht "herablassende Äusserungen und Mei-

nungen über den angeblichen Erziehungs- und Betreuungsstil des anderen El-

ternteils" beinhalten solle, sei falsch und nicht nachvollziehbar. Die Vorinstanz 

habe damit den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt (Urk. 97 S. 16 f. 

Rz 23).  

2.7.4. In der E-Mail-Nachricht vom 26. Oktober 2020 an die Kindsvertreterin 

schrieb der Kläger das Folgende (Urk. 81/2):  

"Sehr geehrte Frau Z._____ 

Meinerseits habe ich bezüglich der Fortsetzung der Hauptverhandlung leider auch noch nichts ge-

hört.  

C._____ und ich durften aber ein schönes Wochenende zusammen geniessen.  

Gerade gestern hat mir C._____ mitgeteilt, dass sie gerne wieder mit Ihnen ein Gespräch hätte. 

C._____ weiss über den Ausgang der Mediation bescheid und sie war sichtlich enttäuscht, dass 

ihr Anliegen vielleicht noch nicht wie erhofft, schon bald gelebt werden kann. Die verlorene Zeit mit 

ihrem anderen Umfeld kann ihr leider niemand zurückgeben.  

- 27 - 

(…)".  

2.7.5. Der zitierte Satz könnte, wenn er für sich alleine stehen würde, tatsächlich 

verschieden interpretiert werden. Im Gefüge der ganzen Nachricht, in welcher der 

Kläger von C._____ und sich spricht und dass sie zusammen ein schönes Wo-

chenende hätten geniessen können, mutet es indes merkwürdig an, dass er sich 

dann als "ihr anderes Umfeld" bezeichnen würde. Die Interpretation der Vo-

rinstanz ist damit nicht völlig abwegig. Sie ist aber letztlich nicht ausschlagge-

bend, zumal die Vorinstanz auch die weiteren Umstände, wie zum Beispiel das 

Umfeld der Parteien, in ihre Würdigung miteinbezog. So hat sie darauf hingewie-

sen, dass entgegen der Darstellung des Klägers es deshalb im weiteren Zusam-

menhang auch nicht irrelevant (aber doch unbestritten geblieben) sei, wenn of-

fenbar das Verhältnis auch zwischen den Eltern des Klägers und der Beklagten 

deutlich getrübt sei. Unter diesen Umständen erstaune es auch nicht, wenn 

C._____ bewusst bei beiden Eltern nichts betreffend den andern Elternteil berich-

te - der Grund könne nur darin liegen, unangenehme Situationen für sie sowie all-

fällige neue Konfliktpunkte zwischen den Eltern zu vermeiden. Auch das kontras-

tiere wiederum stark mit der Ansicht des Klägers, mit ihr im Rahmen einer offenen 

Beziehung sehr offen und transparent zu sprechen und ihr Raum zu geben, Ängs-

te und Sorgen mit ihm zu teilen. Und wenn er noch unbelegt anfüge, dass 

C._____ dies bei der Beklagten anders erlebe, so frage sich, ob er dies bloss 

vermute bzw. woher er dies wissen wolle. Als Resultat ergebe sich, dass C._____ 

vorab beim Kläger in einem Klima lebe, das dem anderen Elternteil abspreche, ih-

rem Wohlergehen förderlich zu sein (Urk. 98 S. 33).  

2.7.6. Der Kläger rügt auch diese Ausführungen der Vorinstanz und macht gel-

tend, dass sich die Vorinstanz auf offenkundig unbelegte Behauptungen der Be-

klagten stütze. Es erhelle denn auch nicht, inwieweit dies für das vorliegende Ver-

fahren von Relevanz sein solle. Auf jeden Fall handle es sich um eine aufge-

bauschte Sache, gehe es letztlich einzig darum, dass die Z._____ des Klägers 

der Beklagten einmal nicht die Hand habe reichen wollen (Urk. 97 S. 17 Rz 24). 

2.7.7. Vor Vorinstanz machte die Beklagte zur Kommunikation zwischen den Par-

teien geltend, dass sich die Familie des Klägers vollständig von ihr abgewendet 

- 28 - 

habe und die Z._____ des Klägers und damit Grossmutter von C._____ sie nicht 

mehr grüsse (Urk. 40 S. 9). Der Kläger liess dazu im Rahmen der Hauptverhand-

lung vom 11. Juni 2020 ausführen, es erhelle nicht, was das Verhältnis zwischen 

den Grosseltern von C._____ und der Beklagten vorliegend für eine Relevanz für 

die Frage haben solle, ob C._____ künftig mehr von ihm betreut werde solle (Urk. 

48 S. 8).  

2.7.8. Wie die Vorinstanz richtig festhielt, hat der Kläger diese Behauptung der 

Beklagten nicht bestritten. Wenn die Vorinstanz aufgrund dessen zum Schluss 

kommt, dass C._____ vorab beim Kläger in einem Klima lebe, das dem andern 

Elternteil abspreche, ihrem Wohlergehen förderlich zu sein, ist dies nicht zu bean-

standen.  

2.8. Die Vorinstanz erwog weiter, dass der Kläger bestreite, auf C._____ ein-

gewirkt zu haben, um bei ihr den Wunsch zu erzeugen, gleich viel Zeit bei beiden 

Eltern zu verbringen. Er wolle sich darüber gefreut haben und sich zusammen mit 

seinem Umfeld tagesgenau gemerkt haben, wann C._____ diesen Wunsch ge-

äussert haben solle. Andererseits habe er nie geltend gemacht, auch nur einen 

Versuch unternommen zu haben, C._____ verständlich zu machen, dass ihre Be-

treuungssituation auf einer Vereinbarung der Eltern beruhe, welche nicht nur 

weitgehend seinen Anträgen bei der Scheidung entsprochen, sondern mit welcher 

er sich auch einverstanden erklärt habe. Genau dies, die Schaffung von Akzep-

tanz und nicht das Pflegen einer zumindest unterschwelligen Aversion gegen die 

Beklagte, wäre unter den gegebenen Umständen jedoch zur Förderung der Bin-

dung zwischen C._____ und den beiden Eltern sowie zur Erzeugung von Stabilität 

und Kontinuität eine prioritäre Aufgabe gewesen. Das gelte auch heute und dann 

noch, wenn C._____ seit der Scheidung sechs Jahre älter und selbständiger ge-

worden sei, was indessen stets absehbar gewesen sei und daher für sich keinen 

Abänderungsgrund bilde (Urk. 98 S. 33 f.).  

2.8.1. Der Kläger führt in diesem Zusammenhang aus, dass er durchaus (auch) 

bemüht gewesen sei, insofern Stabilität und Kontinuität für C._____ zu schaffen, 

als diese bereits im Jahr 2018 ihm gegenüber mehrfach geäussert habe, dass sie 

nach der Betreuungszeit beim Vater nicht mehr zur Z._____ zurückwolle. Er habe 

- 29 - 

dann C._____ jeweils davon überzeugt, dass die geltende Regelung vorsehe, 

dass C._____ nun zur Z._____ gehe und dass diese Regelung einzuhalten sei 

(Urk. 97 S. 17 f. Rz 25).  

2.8.2. Mit diesen neuen Ausführungen setzt sich der Kläger aber nicht wirklich mit 

den Erwägungen der Vorinstanz auseinander, insbesondere mit der Argumentati-

on, dass der Kläger nie geltend gemacht habe, dass er versucht habe, C._____ 

verständlich zu machen, dass die Betreuungssituation zwischen den Eltern, also 

ihm und der Beklagten, vereinbart worden sei und damit auch sein Einverständnis 

dazu vorgelegen habe (Urk. 98 S. 33 f.). Abgesehen davon sind Situationen wie 

die vom Kläger geschilderte nicht aussergewöhnlich und sollte es in solchen eine 

Selbstverständlichkeit sein, dass der im fraglichen Zeitpunkt betreuende Elternteil 

- spezielle Konstellationen wie beispielsweise Krankheit des Kindes vorbehalten - 

auf die Einhaltung der geltenden Regelung besteht.  

2.9.  Die Vorinstanz erwog weiter, es möge also sein, dass C._____ als bei 

Klageeinreichung acht- und heute bald zehnjähriges Kind entwicklungsbedingt 

durchaus besser in die Lage gekommen sei, sich eine Meinung zu bilden und ihre 

aktuellen Wünsche zu äussern. All dies werde aber von ihrem beschriebenen Um-

feld mitgeprägt. Richtigerweise bleibe daher der Wille des Kindes in diesem Ge-

füge verschiedener Aspekte doch stets nur eines von mehreren Kriterien beim 

Entscheid über den persönlichen Verkehr. Dabei sei schliesslich auch das Alter 

des Kindes bzw. dessen Fähigkeit zu autonomer und insbesondere stabiler Wil-

lensbildung zu berücksichtigen, von welcher Fähigkeit nach der langjährigen 

Rechtsprechung des Bundesgerichts ungefähr ab dem 12. Altersjahr auszugehen 

sei (mit Verweis u.a. auf BGer 5A_875/2017 vom 6. November 2018). Gerade im 

Streitfall blieben die Willensbekundungen des Kindes dann immer nur ein Element 

der richterlichen Entscheidfindung und bestehe kein freies Wahlrecht des Kindes, 

wo und bei wem es leben wolle. Vorliegend ergebe sich daher, dass C._____ 

noch in einem Alter sei, in welchem nicht zweifelsfrei von einer durchwegs auto-

nomen und stabilen Willensbildung ausgegangen werden könne, zumal die Eltern 

über den Umfang ihrer jeweiligen Betreuung im Streit lägen. Da nach dem Gesag-

ten seit Klageeinleitung keine wesentlichen Änderungen oder Erkenntnisse er-

- 30 - 

sichtlich seien, bleibe es dabei, dass die derzeit gelebte Betreuung von C._____ 

jedenfalls ihr Wohl nicht mehr gefährde als eine von C._____ im Wesentlichen 

hauptsächlich als "gerechter" empfundene Änderung dieser Situation (Urk. 98 S. 

34 f.). 

2.10. Gemäss Eingabe der Kindsvertreterin vom 10. Juni 2022 habe C._____ ihr 

gegenüber im persönlichen Gespräch vom 3. Juni 2022 bekundet, dass das lang-

andauernde Verfahren für sie sehr belastend sei und sie sich sehnlichst wünsche, 

dass zeitnah eine Entscheidung vorliege, welche ihrem Wunsch nach hälftiger Be-

treuung durch ihre Eltern endgültig nachkomme (Urk. 106 S. 2 und S. 7).  

2.10.1. Die Beklagte rügt diese Ausführungen der Kindsvertreterin und macht gel-

tend, dass es primäre Aufgabe einer Kindsvertreterin sei, "der Stimme des Kindes 

im Verfahren Gehör zu verschaffen". Es gehe darum, "den subjektiven Kindeswil-

len sorgfältig und umfassend abzuklären und dem Gericht zur Kenntnis zu brin-

gen". Indessen halte die Kindsvertreterin in ihrer 7-seitigen Eingabe in einem ein-

zigen Satz einmal mehr fest, dass sich C._____ "eine hälftige Betreuung durch ih-

re Eltern" wünsche. Diesen angeblichen Kindeswillen habe die Kindsvertreterin 

seit Erlass des vorinstanzlichen Urteils vom 14. April 2021 in einem einzigen Ge-

spräch mit C._____ am 3. Juni 2022 ermittelt. Von einer sorgfältigen und umfas-

senden Abklärung könne keine Rede sein. Die Kindsvertreterin sei nicht in der 

Lage, die Befindlichkeit des Kindes zum Beispiel in Worten des Kindes zu fassen 

und/oder darzulegen, worauf sich der "sehnlichste Wunsch" des Kindes nach ei-

ner zeitnahen Entscheidung denn stütze. Wie die Kindsvertreterin selber darlege, 

wünsche sich C._____ nicht etwa "sehnlichst" eine hälftige Betreuung, sondern 

eine Beendigung des bereits mehr als dreijährigen Verfahrens. Wünsche eines 

Kindes könnten "auf elterlichem Drängen beruhen und so im Ergebnis zu einer 

Verdoppelung der Interessenvertretung der Eltern führen". Dies habe die Vo-

rinstanz erkannt (Urk. 109 S. 3 f. Rz 6-8). Die Kindsvertreterin bringe keine "Kin-

deroptik" ins Verfahren ein. Kinder wünschten sich keine "Gerechtigkeit", sondern 

liebende und verständnisvolle Eltern. Anstatt sich um eine Kinderoptik zu bemü-

hen, verliere sich die Kindsvertreterin in einer Schelte des vorinstanzlichen Urteils 

und theoretisiere über Menschenrechte. Ebenso wenig lege die Kindsvertreterin 

- 31 - 

dar, inwiefern sich Kindeswille und Kindeswohl im vorliegenden Fall decken oder 

eben nicht decken würden. Sie habe es nicht für nötig befunden, im Rahmen des 

Berufungsverfahrens nochmals mit jedem Elternteil oder gar etwa einer Lehrerin 

zu reden. Die Kindsvertreterin habe das Drängen des Vaters nach einer "gerech-

ten" Betreuungslösung verinnerlicht, ohne die Idee der "Gerechtigkeit" mit dem 

Kindeswillen und dem Kindeswohl in Einklang zu bringen. Der Kindsvertreterin sei 

vollkommen entgangen, dass sich C._____ inzwischen - auch auf Wunsch des 

Vaters - in einer ADS-Abklärung befinde, und - nach einem Elterngespräch in der 

Schule - Logopädie-Unterricht benötige (Urk. 109 S. 4 Rz 9-11). Zusammenfas-

send habe die Kindsvertreterin weder Kindeswillen noch Kindeswohl abgeklärt, 

und schon gar nicht "umfassend" abgeklärt. Den grossen Loyalitätskonflikt des 

Kindes C._____ erkenne sie nicht (Urk. 109 S. 4 Rz 12).  

2.10.2. Es trifft zu, dass aus der Eingabe der Kindsvertreterin vom 10. Juni 2022 

nicht hervorgeht, wo das Gespräch zwischen ihr und C._____ stattgefunden und 

wie lange dieses gedauert hat. Daraus kann aber nicht geschlossen werden, dass 

keine vertiefte Unterhaltung zwischen C._____ und der Kindsvertreterin erfolgt ist. 

Soweit die Beklagte geltend macht, dass inzwischen bei C._____ eine ADS-

Abklärung erfolgt sei und C._____ Logopädie-Unterricht benötige und dies der 

Kindsvertreterin entgangen sei, erhellt nicht, was die Beklagte daraus ableiten 

will.  

2.11. Inzwischen ist C._____ über elf Jahre alt. Seit der Kinderanhörung vom 28. 

August 2019 (Urk. 20) sind gut drei Jahre vergangen und es kann mit der klaren 

und unmissverständlichen Bestätigung gegenüber der Kindsvertreterin (Urk. 106) 

von einem konstanten und stabilen Wunsch von C._____ nach einer je hälftigen 

Betreuung durch ihre Eltern ausgegangen werden. Aufgrund ihres Alters ist sie 

sich der Tragweite einer solchen Regelung in Bezug auf ihren gelebten Alltag be-

wusst. Damit hat sich die Ausgangslage gegenüber dem Zeitpunkt des vo-

rinstanzlichen Urteils geändert.  

2.12. Mit Blick auf das Alter von C._____ ist ihr Wunsch in den Vordergrund zu 

stellen. Das Kindswohl wird durch die Anordnung einer alternierenden Obhut mit 

je hälftigen Betreuungsanteilen nicht tangiert, denn bereits jetzt verbringt C._____ 

- 32 - 

jeden Freitag und jedes zweite Wochenende beim Kläger, der unbestrittenermas-

sen eine enge Bezugsperson ist. Weder der Kläger noch die Beklagte haben gel-

tend gemacht, dass C._____ sich in einer fragilen Situation befinde. Die von der 

Beklagten behauptete ADS-Abklärung bei C._____ und der benötigte Logopädie-

Unterricht blieben zwar unbelegt, erscheinen aber, auch angesichts der Tatsache, 

dass viele Kinder und Jugendliche besondere Abklärungen oder spezielle Schu-

lungen benötigen, nicht besorgniserregend.  

2.13. Insgesamt ergibt sich, dass mit dem klaren, mit Entschiedenheit und Nach-

druck geäusserten und seit nunmehr über drei Jahren bestehenden Wunsch von 

C._____ nach einer je hälftigen Betreuung durch ihre Eltern ein konkreter Abän-

derungsgrund vorliegt.  

E. Alternierende Obhut 

Bei gemeinsamer elterlicher Sorge ist auf Begehren eines Elternteils oder des 

Kindes die Anordnung einer alternierenden Obhut zu prüfen (Art. 298 Abs. 2ter 

ZGB). Das Gesetz definiert nicht, bei welchen Betreuungsverhältnissen von einer 

alternierenden Obhut auszugehen ist. Das Bundesgericht hielt in diesem Zusam-

menhang fest, die Bedeutung der "Obhut" reduziere sich auf die "faktische Ob-

hut", daher auf die Befugnis zur täglichen Betreuung des Kindes und auf die Aus-

übung der Rechte und Pflichten in Zusammenhang mit seiner Pflege und laufen-

den Erziehung (BGer 5A_418/2019 vom 29. August 2019, E. 3.5.2). In diesem 

Sinne wurde bereits früher klargestellt, dass die Bestimmung nicht nur bei einer 

hälftigen Betreuung zur Anwendung gelange, sondern auch dann zum Tragen 

komme, wenn ein Elternteil sein Kind auch unter der Woche betreuen wolle, an-

statt es nur über das Wochenende zu sich auf Besuch zu nehmen 

(BGer 5A_373/2018 vom 8. April 2019, E. 3.1). Das Gericht hat gestützt auf fest-

gestellte Tatsachen der Gegenwart und der Vergangenheit eine sachverhaltsba-

sierte Prognose darüber zu stellen, ob die alternierende Obhut als Betreuungslö-

sung aller Voraussicht nach dem Wohl des Kindes entspricht. Unter den Kriterien, 

auf die es bei dieser Beurteilung ankommt, ist zunächst die Erziehungsfähigkeit 

der Eltern hervorzuheben, und zwar in dem Sinne, dass die alternierende Obhut 

grundsätzlich nur dann in Frage kommt, wenn beide Eltern erziehungsfähig sind. 

- 33 - 

Weiter erfordert die alternierende Obhut organisatorische Massnahmen und ge-

genseitige Informationen. Insofern setzt die praktische Umsetzung einer alternie-

renden Betreuung voraus, dass die Eltern fähig und bereit sind, in den Kinderbe-

langen miteinander zu kommunizieren und zu kooperieren. Allein aus dem Um-

stand, dass ein Elternteil sich einer alternierenden Betreuungsregelung wider-

setzt, kann indessen nicht ohne Weiteres auf eine fehlende Kooperationsfähigkeit 

der Eltern geschlossen werden, die einer alternierenden Obhut im Wege steht. 

Ein derartiger Schluss könnte nur dort in Betracht fallen, wo die Eltern aufgrund 

der zwischen ihnen bestehenden Feindseligkeiten auch hinsichtlich anderer Kin-

derbelange nicht zusammenarbeiten können, mit der Folge, dass sie ihr Kind im 

Szenario einer alternierenden Obhut dem gravierenden Elternkonflikt in einer 

Weise aussetzen würden, die seinen Interessen offensichtlich zuwiderläuft. Zu be-

rücksichtigen ist ferner die geographische Situation, namentlich die Distanz zwi-

schen den Wohnungen der beiden Eltern, und die Stabilität, welche die Weiterfüh-

rung der bisherigen Regelung für das Kind gegebenenfalls mit sich bringt. In die-

sem Sinne fällt die alternierende Obhut eher in Betracht, wenn die Eltern das Kind 

schon vor ihrer Trennung abwechselnd betreuten. Weitere Gesichtspunkte sind 

die Möglichkeit der Eltern, das Kind persönlich zu betreuen, das Alter des Kindes, 

seine Wünsche sowie seine Beziehungen zu (Halb- oder Stief-) Geschwistern und 

seine Einbettung in ein weiteres soziales Umfeld. Während die alternierende Ob-

hut in jedem Fall die Erziehungsfähigkeit beider Eltern voraussetzt, sind die weite-

ren Beurteilungskriterien oft voneinander abhängig und je nach den konkreten 

Umständen des Einzelfalls von unterschiedlicher Bedeutung. Das Kriterium der 

Stabilität und dasjenige der Möglichkeit zur persönlichen Betreuung des Kindes 

spielen bei Säuglingen und Kleinkindern eine wichtige Rolle. Geht es hingegen 

um Jugendliche, kommt der Zugehörigkeit zu einem sozialen Umfeld grosse Be-

deutung zu. Die Kooperationsfähigkeit der Eltern wiederum verdient besondere 

Beachtung, wenn das Kind schulpflichtig ist oder die geografische Entfernung 

zwischen den Wohnorten der Eltern ein Mehr an Organisation erfordert. Folgt aus 

der Beurteilung, dass eine alternierende Obhut nicht im Kindeswohl ist, ist anhand 

der vorstehenden Kriterien zu entscheiden, welchem Elternteil die Obhut über das 

Kind zuzuteilen ist. Zusätzlich ist die Fähigkeit eines jeden Elternteils zu würdigen, 

- 34 - 

den Kontakt zwischen dem Kind und dem andern Elternteil zu fördern (BGE 142 

III 612 E. 4.2 - 4.4 mit weiteren Hinweisen).  

Nachfolgend ist somit zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Anordnung einer 

alternierenden Obhut erfüllt sind.  

1. Erziehungsfähigkeit 

1.1. Die Vorinstanz hielt fest, dass es zwischen den Prozessbeteiligten unum-

stritten und auch für das Gericht ohne Weiteres erkennbar sei, dass sowohl der 

Kläger als auch die Beklagte als erziehungs- und betreuungsfähig gelten könnten 

(Urk. 98 S. 28 Ziff. 4.4.1.). Diese zutreffende Feststellung wurde von keiner der 

Parteien gerügt.  

1.2. Allerdings erwog die Vorinstanz, dass der Kläger eine nicht weiter begrün-

dete und potentiell durchaus kindswohlgefährdende Geringschätzung des mütter-

lichen Umfelds zeige (Urk. 98 S. 35) und er der Beklagten abspreche, dem Wohl-

ergehen von C._____ förderlich zu sein (Urk. 98 S. 33). Eine solche Haltung be-

schlägt die Bindungstoleranz. Es ist allerdings davon auszugehen, dass sich die-

se Haltung beim Kläger ändern wird, wenn er C._____ gleich viel betreuen kann 

wie die Beklagte. Auf jeden Fall ist der Kläger darauf hinzuweisen, dass seine 

Haltung gegenüber der Beklagten seine Erziehungsfähigkeit beeinträchtigen wird, 

wenn er nicht gewillt ist, diese zu ändern.  

1.3. Konkrete Umstände, aufgrund derer einer Partei die Erziehungsfähigkeit 

abzusprechen wäre, werden nicht vorgebracht. Weitere Ausführungen erübrigen 

sich insoweit an dieser Stelle.  

2. Kontinuität, Stabilität sowie persönliche Beziehung 

C._____ hat unbestrittenermassen zu beiden Parteien eine gute Beziehung. Sie 

wird vom Kläger bereits jeden Freitag und jedes zweite Wochenende betreut, so-

dass eine Ausdehnung der Betreuung nicht einschneidend ist.  

- 35 - 

3. Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit 

3.1. Die Vorinstanz erwog, dass die Beteiligten und Betroffenen übereinstim-

mend davon ausgingen, dass eine für die Regelung der Angelegenheiten von 

C._____ genügende Kommunikation zwischen den Parteien möglich sei. Proble-

matisch und Spannungen erzeugend sei dabei vor allem, dass offensichtlich bei-

de Elternteile den starken Wunsch hätten, C._____ möglichst oft bei sich zu ha-

ben. Auch C._____ möchte - in einem "gerechten" Rahmen - jeweils möglichst 

lange bei jedem Elternteil weilen. Bei einer solchen Konstellation werde es 

schwierig, bei Bedarf oder gar aus freien Stücken von der anlässlich der Schei-

dung getroffenen Regelung abweichende Besuchs- und Ferienkontakte zu bere-

den und zu vereinbaren. Indessen liessen sich damals wie heute schwerwiegende 

Konflikte betreffend Kontaktausübung vermeiden, indem sich die Parteien mög-

lichst strikt an die getroffenen Regelungen hielten (Urk. 98 S. 29 f.).  

3.2. Soweit die Vorinstanz zusammenfassend darauf hinwies, dass die Kom-

munikations- und Koordinationsfähigkeit der Parteien leicht eingeschränkt sei 

(Urk. 98 S. 35), ist festzuhalten, dass diese sich offensichtlich über für C._____ 

relevanten Themen verständigen können. Auch sind sie in der Lage, die für 

C._____ notwendigen Massnahmen zu ergreifen oder in die Wege zu leiten, was 

sich an der von der Beklagten angeführten ADS-Abklärung und dem Logopädie-

Unterricht (Urk. 109 S. 4 Rz 9-11) zeigt. 

3.3. Insgesamt ergibt sich, dass die Voraussetzungen für eine alternierende 

Obhut gegeben sind und eine solche auch dem Wohl von C._____ gerecht wird, 

weshalb eine solche anzuordnen ist.  

4. Wohnsitz 

4.1. Als Wohnsitz des Kindes gilt der Wohnsitz desjenigen Elternteils, unter 

dessen Obhut das Kind steht (Art. 25 Abs. 1 ZGB). Was gilt, wenn das Kind unter 

der alternierenden Obhut beider Eltern steht, regelt das Gesetz nicht.  

- 36 - 

4.2. Der Kläger beantragt, dass sich der zivilrechtliche Wohnsitz von C._____ 

bei der Beklagten befinden solle (Urk. 97 S. 3). Dies entspricht der bisherigen Re-

gelung.  

4.3. Der zivilrechtliche Wohnsitz von C._____ bleibt am Wohnsitz ihrer 

Z._____.  

5. Betreuungsanteile 

5.1. Die Betreuungsanteile sind gemäss den übereinstimmenden Anträgen des 

Klägers und der Kindsvertreterin auf je 50% (gerundet) festzusetzen. 

5.2. Wie die Wochenenden soll auch der Mittwoch-Nachmittag, der üblicher-

weise schulfrei ist, in der einen Woche der Z._____, in der folgenden Woche dem 

Vater zugeteilt werden. Die Betreuungsanteile sind demnach wie folgt festzule-

gen: Die Beklagte betreut C._____ jeweils in den geraden Kalenderwochen von 

Freitag, Schulschluss, bis zum Mittwoch der darauffolgenden ungeraden Kalen-

derwoche, 18:00 Uhr, und in ungeraden Kalenderwochen von Sonntag, 18:00 

Uhr, bis zum darauffolgenden Dienstag der geraden Kalenderwoche, Schul-

schluss. Der Kläger betreut C._____ jeweils in den geraden Kalenderwochen von 

Dienstag, Schulschluss, bis Freitag, Schulschluss, und in den ungeraden Kalen-

derwochen von Mittwoch, 18:00 Uhr, bis Sonntag, 18:00 Uhr. 

5.3. C._____ kann den Wechsel selbständig bewältigen, weshalb diesbezüglich 

keine Anordnungen zu treffen sind.  

6. Ferienregelung 

6.1. In der Scheidungsvereinbarung habe die Parteien sich darauf geeinigt, 

dass der Kläger C._____ während 4 Wochen Ferien pro Jahr, davon jeweils 

höchstens zwei Wochen aneinander, betreut (Urk. 7/20 S. 3).  

6.2. Hinsichtlich der Ferienaufteilung beantragt der Kläger eine hälftige Auftei-

lung aller Schulferien, wobei diese Ferienregelung der Feiertagsregelung nachge-

hen solle. Ferner sei die Ferienbetreuung zwischen den Parteien jeweils bis spä-

testens Ende Oktober betreffend die Aufteilung der Ferien im Folgejahr abzuspre-

- 37 - 

chen, wobei bei Uneinigkeit das Entscheidungsrecht betreffend Aufteilung der Fe-

rien in Jahren mit gerader Jahreszahl dem Kläger und in Jahren mit ungerader 

Jahreszahl der Beklagten zukommen solle (Urk. 97 S. 4).  

6.3. Je mehr Ferienwochen dem einen Elternteil zugestanden werden, umso 

weniger Kontakt hat das Kind während dieser Zeit zum anderen Elternteil. Dies ist 

nicht im Interesse von C._____.  

6.4. Mit der Etablierung der alternierenden Obhut mit je hälftigen Betreuungsan-

teilen übernehmen beide Parteien gewichtige Anteile der Betreuung von C._____. 

Bei der Ferienregelung geht es daher im Wesentlichen bloss darum, beiden El-

ternteilen zu ermöglichen, mit C._____ verreisen zu können. Vier Wochen pro 

Jahr für jeden Elternteil, mindestens eine Woche, längstens zwei Wochen am 

Stück, sollten dafür ausreichen. Selbstverständlich steht es den Parteien frei, den 

Ferienanspruch im gegenseitigen Einvernehmen auszudehnen.  

6.5. Was die Absprache zwischen den Parteien über die Aufteilung der Ferien 

betrifft, ist die gerichtsübliche Regel anzuordnen, wonach diese mindestens drei 

Monate im Voraus zu erfolgen hat. Der Modus, dass dem einen Elternteil im einen 

Jahr und dem anderen im anderen Jahr das Entscheidungsrecht bezüglich der 

Aufteilung zukommt, falls sie sich nicht einigen können, ist gerichtsüblich und 

dementsprechend vorzusehen.  

7. Feiertagsregelung 

Der Kläger beantragt eine vom Scheidungsurteil abweichende Feiertagsregelung, 

begründet aber mit keinem Wort, inwieweit diesbezüglich wesentliche Verände-

rungen vorliegen sollen. Es bleibt somit bei der Feiertagsregelung gemäss Schei-

dungsurteil vom 26. November 2014.  

F. Erziehungsgutschriften 

1. Bei der Regelung der Kinderbelange hat das Gericht auch über die Anrechnung 

der Erziehungsgutschriften (Art. 29sexies AHVG) für die Berechnung der AHV/IV-

Renten zu entscheiden (Art. 52fbis Abs. 1 AHVV).  

- 38 - 

2. Da eine alternierende Obhut mit gleich grossen Betreuungsanteilen angeordnet 

wird, sind die Erziehungsgutschriften ab Rechtskraft dieses Entscheides beiden 

Elternteilen je hälftig anzurechnen (Art. 52fbis Abs. 2 AHVV).  

G. Unterhalt 

1. Grundlagen 

1.1. In Bezug auf die rechtlichen Grundlagen zur Abänderung von Unterhalts-

beiträgen kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-

den (Urk. 98 S. 36 ff. Ziff. 5.1.-5.2.).  

1.2. Da eine alternierende Obhut mit je hälftigen Betreuungsanteilen angeord-

net wird, ist gestützt auf diese veränderte Ausgangslage zu prüfen, wie sich die fi-

nanziellen Verhältnisse der Parteien verändern.  

1.3. Grundsätzlich sorgen beide Elternteile, ein jeder nach seinen Kräften, für 

den in Form von Pflege, Erziehung und Geld zu erbringenden Unterhalt (Art. 276 

Abs. 1 und 2 ZGB). Dies gilt an sich auch für den gesamten Geldunterhalt, des-

sen Umfang sich nach Art. 285 Abs. 1 und 2 ZGB bemisst. Steht das Kind unter 

der alternierenden Obhut der Elternteile, so sind die finanziellen Lasten bei ähnli-

cher Leistungsfähigkeit umgekehrt proportional zu den Betreuungsanteilen zu tra-

gen (Urteil 5A_727/2018 vom 22. August 2019 E. 4.3.2.1; 5A_1032/2019 vom 

9. Juni 2020 E. 5.4.1, in FamPra.ch 2020 S. 1068), bei hälftigen Betreuungsantei-

len proportional zur Leistungsfähigkeit (Urteil 5A_743/2017 vom 22. Mai 2019 

E. 5.3.2, 5.4.3 und 5.4.4, in FamPra.ch 2019 S. 1000).  

1.4. Im vorliegenden Sachzusammenhang gilt ein Elternteil als leistungsfähig, 

wenn er mit seinem eigenen Einkommen seinen Bedarf zu decken vermag und 

darüber hinausgehend über einen Überschuss verfügt (Urteil 5A_727/2018 vom 

22. August 2019 E. 4.3.2.2.). 

1.5. Bei der Unterhaltsberechnung ist grundsätzlich nach der zweistufig-

konkreten Methode vorzugehen (BGE 147 III 265 E. 6.6.). Ausgangspunkt der 

Bedarfsrechnung stellen die Richtlinien der Konferenz der Betreibungs- und Kon-

- 39 - 

kursbeamten der Schweiz für die Berechnung des betreibungsrechtlichen Exis-

tenzminimums vom 1. Juli 2009 dar (Richtlinien; BGE 147 III 265 E. 7.2.).  

1.6. Bei der zweistufigen Methode werden zum einen die zur Verfügung ste-

henden finanziellen Mittel festgestellt; hierfür sind in erster Linie die effektiven o-

der hypothetischen Einkommen relevant. Zum anderen wird der Bedarf der von 

der Unterhaltsberechnung betroffenen Person ermittelt (sog. gebührender Unter-

halt); dieser ist keine feste Grösse, sondern er ergibt sich aus den konkreten Be-

dürfnissen und den verfügbaren Mitteln. Schliesslich werden die vorhandenen 

Ressourcen auf die beteiligten Familienmitglieder dahingehend verteilt, dass in 

einer bestimmten Reihenfolge das betreibungsrechtliche bzw. bei genügenden 

Mitteln das sog. familienrechtliche Existenzminimum der Beteiligten gedeckt und 

alsdann ein verbleibender Überschuss nach der konkreten Situation ermessens-

weise verteilt wird; beim daraus resultierenden Unterhaltsbeitrag sind insbesonde-

re auch die Betreuungsverhältnisse zu berücksichtigen (BGE 147 III 265 E. 7).  

1.7. Der Kläger stützt sich für die Klage betreffend Abänderung des Unterhalts 

auf drei behauptete Veränderungen, die seit dem Scheidungsurteil aufgetreten 

seien: Sein um mehr als 10% gesunkenes Einkommen, den um mehr als 10% 

bzw. rund CHF 500.00 gesunkenen Bedarf der Beklagten und von C._____ sowie 

das aufgrund der bundesgerichtlichen Rechtsprechung gestiegene bzw. hypothe-

tisch für ein 50%-Pensum anzurechnende höhere Einkommen der Beklagten von 

behaupteten CHF 3'700.00 netto pro Monat (Urk. 48 S. 20, Urk. 79 S. 4).  

1.8. Die Vorinstanz fasste die Grundlagen der finanziellen Vereinbarung zwi-

schen den Parteien gemäss Scheidungsurteil vom 26. November 2014 zutreffend 

zusammen und führte aus, dass - alle nachfolgenden Beträge pro Monat - von ei-

nem Erwerbseinkommen der Beklagten von netto CHF 2'500.- bzw. ab 

tt.mm.2023 von netto CHF 3'000.- (inkl. Kinderzulagen), und von einem Nettoein-

kommen des Klägers von CHF 6'227.- (inkl. 13. Monatslohn, exkl. Kinderzulagen) 

sowie einem angemessenen Bedarf des Klägers von CHF 3'725.- und der Beklag-

ten zusammen mit der Tochter C._____ in der Höhe von CHF 5'000.- ausgegan-

gen worden sei. Gestützt auf diese Grundlagen habe sich der Kläger zur Zahlung 

von Kinderunterhaltsbeiträgen von CHF 1'200.- bis und mit März 2023 sowie ab 

- 40 - 

dann bis zum Abschluss einer angemessenen Ausbildung der Tochter C._____ 

von CHF 1'500.- verpflichtet. Zudem habe sich der Kläger zur Zahlung von nach-

ehelichem Unterhalt an die Beklagte in der Höhe von CHF 1'300.- bis und mit 

März 2023 sowie anschliessend CHF 800.- bis und mit März 2027 verpflichtet. 

Neben einer Indexierung der Unterhaltsbeiträge sei auch eine Anpassungsklausel 

vereinbart worden, wonach bei einem CHF 2'500.- bzw. ab tt.mm.2023 einem 

CHF 3'000.- übersteigenden Einkommen der Beklagten sich der nacheheliche 

Unterhalt ab dem Folgejahr um 50% des Mehreinkommens vermindere (Urk. 98 

S. 41 Ziff. 5.5.).  

1.8.1. Das Bundesgericht hat in BGE 144 III 481 das sog. Schulstufenmodell 

etabliert. Nach diesem ist dem hauptbetreuenden Elternteil ab der obligatorischen 

Einschulung des jüngsten Kindes eine Erwerbsarbeit von 50%, ab dessen Eintritt 

in die Sekundarstufe I eine solche von 80% und ab dessen Vollendung des 

16. Lebensjahres einen Vollzeiterwerb zuzumuten (BGE 144 III 481). Grundsätz-

lich ist diese Regelung auch vorliegend anzuwenden. Da sich die Parteien die Be-

treuungsaufgaben ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils gleichmässig aufteilen, 

ist beiden Parteien ab dem Eintritt von C._____ in die Oberstufe ein 90%-Pensum 

anzurechnen und ihnen ab Vollendung des 16. Lebensjahres von C._____ ein 

Vollzeiterwerb zuzumuten. Gemäss diesen Vorgaben sind für den Zeitraum ab 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils drei Phasen zu bilden: Phase 1 (ab Rechts-

kraft des vorliegenden Urteils bis zum Eintritt von C._____ in die Oberstufe, d.h. 

bis 31. August 2023, Phase 2 (1. September 2023 bis zur Vollendung des 16. Al-

tersjahr von C._____, d.h. bis zum tt.mm.2027) und Phase 3 (ab tt.mm.2027). 

1.8.2. Ab Umsetzung der alternierenden Obhut mit je hälftigen Betreuungsantei-

len, wäre die Beklagte grundsätzlich verpflichtet, ihr Arbeitspensum heraufzuset-

zen. Die Beklagte hat ursprünglich Anglistik studiert und dann an der Universität 

gearbeitet. Danach hat sie an einem Institut für Schulevaluation gearbeitet und 

sich dann im Bereich Erwachsenenbildung weitergebildet. Ebenfalls hat sie eine 

Weiterbildung zur Sprachkursleiterin im Integrationsbereich gemacht. Gemäss ei-

genen Angaben hat die Beklagte auch schon Kinder unterrichtet, ist aber nicht In-

haberin eines Lehrpatentes. Ein solches könnte sie allerdings noch nachholen 

- 41 - 

(vgl. Prot. VI S. 22). Angesichts dieser Ausgangslage ist der Beklagten eine an-

gemessene Übergangsfrist bis zum Beginn des Schuljahres 2023/2024 einzu-

räumen. In der Phase 1 (Rechtskraft des vorliegenden Entscheides bis und mit 

August 2023) ist ihr daher das bisher erzielte Einkommen anzurechnen.  

1.9. Nachfolgend ist anhand der zweistufigen Methode die finanzielle Situation 

der Parteien zu ermitteln.  

 

2. Einkommen 

2.1. Einkommen Kläger 

2.1.1. Zum Einkommen des Klägers vom Zeitpunkt der Klageerhebung bis zum 

Urteilszeitpunkt führte die Vorinstanz aus, dass dieser seit einigen Jahren zu 80% 

bei der Stiftung D.______ in E.______ arbeite und im Jahr der Klageerhebung, 

d.h. 2019, sein monatliches Nettoeinkommen CHF 5'740.15 (Urk. 71/2) betragen 

habe. Das seien monatlich knapp CHF 500.- weniger als im Zeitpunkt der Schei-

dung gewesen. Zu dieser Einkommensreduktion erwog die Vorinstanz, dass dem 

Kläger grundsätzlich zu glauben sei, dass er seine frühere Anstellung nach einer 

Änderungskündigung mit Reduktion seines Pensums auf 50% per 1. September 

2017 habe kündigen und eine neue Anstellung habe suchen müssen. Dass der 

von ihm erwähnte Velounfall Auswirkungen auf seine Arbeitsfähigkeit gehabt ha-

be, sei weder behauptet noch ersichtlich. Nicht nachvollziehbar sei, weshalb der 

Kläger trotz spürbarer Einkommenseinbusse seit Herbst 2017 keine (gegebenen-

falls aufgrund eines höheren Pensums) besser bezahlte Anstellung gesucht und 

gefunden habe. Mitte März 2021 etwa habe im Tätigkeitsfeld des Klägers nur 

schon sein eigener Arbeitgeber auch (leitende) Anstellungen in Zürich und 

E.______ mit einem Beschäftigungsgrad von bis zu 100% angeboten. Schon mit 

einer Aufstockung seiner aktuellen Anstellung auf 85% würde der Kläger bereits 

wieder ein Erwerbseinkommen nahezu in der Höhe desjenigen im Zeitpunkt der 

Scheidung erzielen können. Dies könne ihm ohne Weiteres zugemutet werden. 

Die Anforderungen an die Ausschöpfung der Arbeitskraft des Unterhaltsschuld-

- 42 - 

ners seien durchaus streng: Es werde verlangt (wie dies der Kläger auch gegen-

über der einen Mehrverdienst erzielenden Beklagten tue), dass er alles in seiner 

Macht Stehende tue, um seiner Unterhaltspflicht nachzukommen, andernfalls 

könne ihm ein höheres hypothetisches Einkommen angerechnet werden (BGE 

137 III 118). Beim 50-jährigen Kläger heisse dies, dass er eine seiner Erfahrung 

und Stellung sowie seiner Ausbildung und auch seinem durchaus guten Auftreten 

und seinen zeitlichen Ressourcen angemessene Anstellung zu finden habe. Unter 

Berücksichtigung dieser Eckwerte sei es ihm ohne Weiteres möglich, ein 

CHF 6'000.- deutlich übersteigendes Nettoeinkommen zu erzielen (Urk. 98 

S. 41 f. Ziff. 5.6.1.).  

2.1.2. Der Kläger rügt diese Ausführungen der Vorinstanz und macht geltend, 

dass aus dem Umstand, dass sein Arbeitgeber leitende Anstellungen mit einem 

Beschäftigungsgrad von bis zu 100% ausgeschrieben habe, nicht geschlossen 

werden könne, dass es ihm ohne Weiteres zumutbar sei, sein Arbeitspensum von 

80% um 5% auf 85% zu erhöhen, so dass er wie zur Zeit der Scheidung wieder in 

einem - durchaus unüblichen - Pensum von 85% arbeitstätig wäre. Fakt sei, dass 

er C._____ jeden Freitag betreue, was im Grundsatz schon einmal bedeute, dass 

er nur an vier Tagen unter der Woche arbeitstätig sein könne. Dass er bei seinem 

alten Arbeitgeber die zusätzlichen 5% "nebenbei" an diesen vier Arbeitstagen ha-

be absolvieren können, sei eher unüblich gewesen und habe von vornherein so 

nicht von einem künftigen Arbeitgeber erwartet werden können. Er habe eine gute 

Stelle in einem (üblichen) 80%-Pensum gefunden. Offenkundig könne nicht er-

wartet werden und habe nicht erwartet werden können, dass er nur dann eine 

neue Stelle annehme, wenn er wieder in einem 85%-Pensum, verteilt auf vier Ar-

beitstage, arbeiten könne. Vielmehr sei er seiner Pflicht als Unterhaltsschuldner 

nachgekommen und habe nach seinem Unfall und der teilweisen Arbeitsunfähig-

keit schnellstmöglich wieder eine neue Stelle in einem ähnlichen Pensum wie bis-

her angetreten. Es liege mithin kein ihm anzulastendes Selbstverschulden vor und 

die Einkommensreduktion sei auch dauerhaft, da er angesichts der aktuell gelten-

den Betreuungsregelung ohnehin nicht in der Lage sei, ein 85%-Pensum zu ab-

solvieren. Die Anrechnung eines hypothetischen 85%-Arbeitspensums sei daher 

nicht gerechtfertigt und es sei vom tatsächlich erzielten Einkommen von 

- 43 - 

CHF 5'645.- netto pro Monat (bis und mit 2019) bzw. CHF 5'570.- netto pro Monat 

(seit 2020) auszugehen. Somit verdiene er rund CHF 580.- bzw. CHF 660.- weni-

ger als im Zeitpunkt der Scheidung (damals seien es CHF 6'227.- netto pro Monat 

gewesen), so dass die Hürde der 10% Verminderung der Leistungsfähigkeit des 

Unterhaltspflichtigen erreicht sei (Urk. 97 S. 21 Rz 32).  

2.1.3. Der Kläger hat vor Vorinstanz ausgeführt, dass C._____ seit dem Sommer 

2019 die "Tagesschule F._____" besuche (Urk. 30 S. 14), was C._____ in der 

Anhörung vom 28. August 2019 bestätigt hat (Urk. 20 S. 2). Das Pilotprojekt der 

Stadt Zürich "Tagesschule F._____" sieht vor, dass alle Kinder von der 1. bis 6. 

Klasse am Montag- und Freitag-Nachmittag Schule haben (vgl. Urk. 31/8 S. 2). 

Gemäss dem Stundenplan der Schule G._____ (Urk. 31/9) hat C._____ am Frei-

tag bis um 15.10 Uhr Unterricht und kann noch Angebote der Tagesschule bis 

16.00 Uhr in Anspruch nehmen. Aufgrund des Stundenplans der Tagesschule 

weilt C._____ am Freitag und damit am Tag, an dem sie vom Kläger betreut wird, 

somit bis mindestens um 15.10 Uhr in der Schule, sodass es dem Kläger möglich 

ist, am Freitag zusätzlich zu arbeiten. Das Gleiche gilt für den Donnerstag. Da der 

Mittwoch-Nachmittag zur Zeit noch schulfrei ist, kann der Kläger jede zweite Wo-

che an diesem Halbtag nicht arbeiten.  

2.1.4. Mit Blick auf die erwähnte Rechtsprechung, wonach bei wirtschaftlich en-

gen Verhältnissen an die Ausnützung der Erwerbskraft des unterhaltspflichtigen 

Elternteils besonders hohe Anforderungen zu stellen sind (BGE 137 III 118 

E. 3.1), hat die Vorinstanz zu Recht festgehalten, dass es dem Kläger ohne Wei-

teres möglich sei, ein CHF 6'000.- deutlich übersteigendes Nettoeinkommen zu 

erzielen. Für den Zeitraum vom tt.mm.2019 bis zum Beginn der alternierenden 

Obhut ist beim Kläger von einem hypothetischen Einkommen von CHF 6'000.- 

auszugehen.  

2.1.5. Ab Beginn der alternierenden Obhut bis zum Eintritt von C._____ in die 

Oberstufen ist dem Kläger das aktuell erzielte Einkommen von gerundet CHF 

5'600.- netto anzurechnen. Unter Hinweis auf die obigen Ausführungen zum an-

rechenbaren 90%-Pensum ab Eintritt von C._____ in die Oberstufe (vgl. E. G. 

1.8.1.) und vor dem Hintergrund, dass der Kläger ein höheres Einkommen erzie-

- 44 - 

len könnte (vgl. vorstehend E. G. 2.1.4.), ist dem Kläger ab dem 1. September 

2023 ein Einkommen für 90% entsprechend CHF 6'750.- netto pro Monat anzu-

rechnen.  

2.1.6. Mit Vollendung des 16. Altersjahrs von C._____ ist dem Kläger eine volle 

Erwerbstätigkeit zuzumuten und demgemäss ein Einkommen von CHF 7'500.- 

netto pro Monat anzurechnen.  

 

2.2. Einkommen Beklagte 

2.2.1. Zum Einkommen der Beklagten erwog die Vorinstanz, dass diese im Laufe 

des Jahres 2020 ein Nettoerwerbseinkommen von CHF 38'945.10 (inkl. Kinderzu-

lagen) erzielt habe, was einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 

CHF 3'070.40 netto exkl. Kinderzulagen entspreche (Urk. 85/1-11). Im Jahr 2018 

habe die Beklagte noch ein monatliches Nettoeinkommen von CHF 2'838.70 und 

2019 ein solches von CHF 2'795.10 (je inkl. Kinderzulagen; Urk. 16/1 und 74/2) 

erzielt, was den Kläger in den Folgejahren zu Reduktionen des Unterhalts um die 

Hälfte des Mehreinkommens (exkl. Kinderzulagen) gegenüber CHF 2'500.- be-

rechtigt habe, wovon dieser auch Gebrauch gemacht habe (Urk. 4/16/1-2). Seit 

Mitte März 2020 sei die Beklagte im Stundenlohn bei der Asyl-Organisation Zürich 

tätig und habe dabei ein durchschnittliches Monatseinkommen von netto 

CHF 3'609.70 (exkl. Kinderzulagen; Urk. 85/2-11) erarbeitet. Die seit April 2020 

geleisteten 773.13 Stunden innert 10 Monaten dürften sodann im Lehrerberuf gut 

einem 50%-Pensum entsprechen (Urk. 98 S. 45 Ziff. 5.6.3.).  

2.2.2. Diese Ausführungen der Vorinstanz werden vom Kläger nicht bestritten und 

es sind auch keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass sie nicht zutreffend wä-

ren. Mit der Vorinstanz ist somit davon auszugehen, dass die Beklagte seit Mitte 

März 2020 ungefähr in einem 50%-Pensum erwerbstätig ist. Vergleicht man das 

so erwirtschaftete Einkommen in der Höhe von monatlich CHF 3'609.70 mit dem 

gemäss Scheidungsurteil vom 26. November 2014 angerechneten Erwerbsein-

kommen von CHF 2'500.- bzw. ab tt.mm.2023 in der Höhe von CHF 3'000.- netto, 

- 45 - 

so erwirtschaftet die Beklagte bereits seit März 2020 rund CHF 600.- (exkl. Kin-

derzulagen) mehr pro Monat als ihr gemäss Scheidungsurteil vom 26. November 

2014 ab tt.mm.2023 angerechnet werden. 

2.2.3. Wie bereits ausgeführt, wäre der Beklagten ab Umsetzung der alternieren-

den Obhut mit je hälftigen Betreuungsanteilen grundsätzlich ein höheres Arbeits-

pensum zuzumuten. Unter Berücksichtigung von allfälligen Schulungen und/oder 

Weiterbildungen ist ihr eine längere Übergangsfrist bis zum Beginn des neuen 

Schuljahres Ende August 2023 zu gewähren und ihr daher bis zu diesem Zeit-

punkt das bisherige Einkommen anzurechnen.  

2.2.4. C._____ wird Ende August 2023 in die Oberstufe eintreten und ab diesem 

Zeitpunkt ist der Beklagten eine Arbeitstätigkeit von 90% zuzumuten. Ausgehend 

von einem erzielten Einkommen von CHF 3'600.- für ein Pensum von 50% ist bei 

einem Arbeitspensum von 90% von CHF 6'480.- netto pro Monat auszugehen, 

wobei ihr dieses ab dem 1. September 2023 anzurechnen ist.  

2.2.5. Mit Vollendung des 16. Altersjahrs von C._____ ist der Beklagten eine volle 

Erwerbstätigkeit zuzumuten und ihr somit ab dem tt.mm.2027 ein Einkommen von 

CHF 7'200.- netto pro Monat anzurechnen.  

2.3. Einkommen C._____ 

Die Familienzulagen von C._____ betragen derzeit monatlich CHF 200.-. Sie 

werden von der Beklagten bezogen (Urk. 74/4-11). Ab dem 1. Mai 2023 (Monat 

nach Vollendung des 12. Altersjahrs) erhöhen sich die Zulagen auf CHF 250.- pro 

Monat. 

2.4. Zusammenfassung Einkommen (gerundet) 

Kläger 
CHF 6'000.- bis Rechtskraft des vorliegenden Urteils 
CHF 5'600.- ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils bis 31. August 2023 
CHF 6'750.- ab 1. September 2023 bis tt.mm.2027 
CHF 7'500.- ab tt.mm.2027 
 
Beklagte 
CHF 3'600.- bis 31. August 2023 

- 46 - 

CHF 6'480.- ab 1. September 2023 bis tt.mm.2027 
CHF 7'200.- ab tt.mm.2027 
 
Einkommen C._____ 
CHF 200.- bis 30. April 2023 
CHF 250.- ab 1. Mai 2023 

3. Bedarfe 

3.1. Bedarf des Klägers 

3.1.1. Die Vorinstanz setzte den Bedarf 2020/21 des Klägers auf monatlich 

CHF 3'760.25 (Grundbetrag CHF 1'200.-, Wohnung CHF 1'580.-, Krankenkasse 

KVG/VVG CHF 405.05, Gesundheitskosten CHF 50.-, Kommunikationskosten 

CHF 130.-, Haushaltversicherung CHF 19.70, Fahrkosten öV CHF 185.50, Steu-

ern CHF 190.-) fest (Urk. 98 S. 42 ff.).  

3.1.2. Zum Bedarf des Klägers führte die Vorinstanz aus, dass dieser unter Be-

rücksichtigung der Krankenkassenprämienverbilligung 2019 sowie auswärtiger 

Verpflegung im Umfang von CHF 75.- einen solchen von CHF 3'716.30 geltend 

mache. Eine erhebliche Veränderung gegenüber dem angemessenen Bedarf im 

Scheidungszeitpunkt von CHF 3'725.- sei nicht ersichtlich. Auch bei einzelnen 

Faktoren des Bedarfs hätten sich offensichtlich keine entscheidenden Verände-

rungen ergeben; so sei ihm z.B. weiterhin der Grundbetrag von CHF 1'200.- anzu-

rechnen. Die vom Kläger zur Zeit der Scheidung gemietete 2 ½-Zimmerwohnung 

habe CHF 1'365.- gekostet, ab 1. Oktober 2017 CHF 1'335.- (Urk. 4/8/1 f.). Neu 

habe der Kläger ab 16. Mai 2020 eine 3 ½-Zimmerwohnung gemietet, um 

C._____ ein eigenes Zimmer bieten zu können. Die Miete betrage monatlich CHF 

1'580.- (Urk. 49/1). Selbstredend sei bereits im Zeitpunkt der Scheidung und der 

damals vereinbarten ausgedehnten Betreuungsregelung absehbar gewesen, dass 

C._____ mit dem Heranwachsen ein eigenes Zimmer benötigen würde. Es könne 

insofern nicht von einer nicht absehbaren Änderung in den Verhältnissen des 

Klägers ausgegangen werden (Urk. 98 S. 43 Ziff. 5.6.2.). 

3.1.3. Der Kläger rügt die Ausführungen der Vorinstanz zu den Wohnkosten und 

macht geltend, dass diese nicht nachvollziehbar seien. Zwar sei absehbar gewe-

- 47 - 

sen, dass C._____ heranwachse und dass sie ein eigenes Zimmer benötigen 

würde, indes sei nicht absehbar gewesen, um wie viel der Mietzins für ihn anstei-

gen würde. Somit stelle der höhere Mietzins von CHF 1'580.- ab Mitte Mai 2020 

ohne Weiteres eine Änderung in seinem Bedarf dar, die zu berücksichtigen sei. 

Was den Mietzins bis Mitte Mai 2020 betreffe, so habe die Vorinstanz zu Unrecht 

nicht berücksichtigt, dass sein monatlicher Akonto-Beitrag jeweils nicht ausge-

reicht habe und er rund CHF 5.- pro Monat habe nachzahlen müssen. Der monat-

liche Mietzins bis und mit Mai 2020 habe daher CHF 1'340.- und nicht - wie von 

der Vorinstanz ausgeführt - CHF 1'335.- betragen (Urk. 97 S. 21 f. Ziff. 33).  

Die Miete plus Nebenkosten betrug für die 2 1/2 -Zimmerwohnung CHF 1'340.- 

pro Monat, was der Kläger in seiner Befragung vom 12. Juli 2019 bestät