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**Case Identifier:** 62dd607b-a341-5e05-a7f0-48834f5e89ef
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 16.11.2023 IV 2023/21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2023-21_2023-11-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2023/21

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.02.2024

Entscheiddatum: 16.11.2023

Entscheid Versicherungsgericht, 16.11.2023
Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG. Bestätigung der Abweisung eines 
Rentenanspruchs. Gemäss beweistauglichem Gutachten ist der 
Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit nahezu 100 % arbeitsfähig. 
Die geltend gemachten starken (subjektiven) Beschwerden und 
Einschränkungen konnten nicht genügend nachgewiesen (objektiviert) 
werden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 
16. November 2023, IV 2023/21). Beim Bundesgericht angefochten.

Entscheid vom 16. November 2023

Besetzung

Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Tanja 

Petrik-Haltiner und Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Beatrix Zahner

Geschäftsnr.

IV 2023/21

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) war zuletzt seit 1. September 2015 als 

Nasslackierer bei der B.___ AG tätig (Angaben Arbeitgeberin vom 31. August 2017, IV-

act. 18). Nach einer Früherfassung (IV-act. 1  f.) meldete er sich am 31. Juli 2017 

aufgrund von LWS-Beschwerden (Schmerzen) bei der Invalidenversicherung (IV) zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 5). Vom 5. September bis 30. September 2017 absolvierte 

er ein aktives leistungsorientiertes Ergonomietrainingsprogramm in der Klinik Valens 

(Austrittsbericht vom 29. September 2017, IV-act. 23). Ein Arbeitsversuch mit Einsatz 

von zwei Stunden täglich musste nach zwei Monaten wegen Eintritts einer 100 %igen 

Arbeitsunfähigkeit wieder abgebrochen werden, worauf das Gesuch um berufliche 

Massnahmen abgewiesen wurde (vgl. IV-act. 31, IV-act. 41-8 f., Mitteilung vom 

14. September 2018, IV-act. 56).

A.a. 

Nach Würdigung der inzwischen eingegangenen medizinischen Unterlagen 

veranlasste die IV-Stelle eine polydisziplinäre Begutachtung (Allgemeine/Innere 

Medizin, Orthopädie, Pneumologie und Psychiatrie), welche der SMAB AG Bern 

zugeteilt wurde. Die Gutachter diagnostizierten im Wesentlichen als Erkrankung mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit chronische Schmerzen der Brustwirbelsäule bei 

mässigen degenerativen Veränderungen und attestierten in der bisherigen Tätigkeit 

eine Leistungsfähigkeit von 50 % (bei vollzeitlicher Anwesenheit) und in einer 

adaptierten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (Gutachten vom 28. Oktober 

2019, IV-act. 109-7, 10). Gestützt auf dieses Gutachten und weitere medizinische 

Akten wies die IV-Stelle nach Vorbescheidverfahren (IV-act. 115; IV-act. 120; IV-

act. 121) das Gesuch des Versicherten mit Verfügung vom 2. April 2020 (IV-act. 122) 

ab, widerrief diese jedoch am 12. August 2020 (IV-act. 131), nachdem der Versicherte 

A.b. 

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am 14. Mai 2020 Beschwerde erhoben hatte (IV-act. 124; Abschreibungsverfügung des 

Versicherungsgerichts vom 20. August 2020, Verfahren IV 2020/92, IV-act. 138).

Die IV-Stelle eröffnete dem Versicherten mit Mitteilung vom 12. Februar 2021, es 

sei eine medizinische Verlaufsbegutachtung (Allgemeine/Innere Medizin, Dermatologie, 

Neurologie, Orthopädie, Pneumologie, Psychiatrie) durch die SMAB AG vorgesehen 

(IV-act. 169). Mit Zwischenverfügung vom 26. April 2021 hielt die IV-Stelle an der 

vorgesehenen Abklärungsstelle fest (IV-act. 178). Eine dagegen gerichtete Beschwerde 

vom 6. Mai 2021 (IV-act. 180) wies das Versicherungsgericht mit Entscheid vom 

10. November 2021 ab (Verfahren IV 2021/96, IV-act. 188, mit ausführlicher 

Sachverhaltsdarstellung).

A.c. 

Weil durch die SMAB AG Bern keine dermatologische Begutachtung durchgeführt 

werden konnte (Aktennotiz vom 24. Januar 2022, IV-act. 201), wurde der 

Gutachtensauftrag neu der MEDAS Bern zugeteilt (IV-act. 209). Die Gutachter kamen 

zum Ergebnis, objektivierbar seien im Wesentlichen anamnestisch ein chronisches, 

vorrangig thorakolumbales Schmerzsyndrom bei leichten degenerativen 

Wirbelsäulenveränderungen, jedoch ohne hinreichendes orthopädisches und ohne 

neurologisches Korrelat, eine leichtgradige obstruktive Ventilationsstörung, ein 

aktenkundiges Schlafapnoe-Syndrom, Hinweise auf eine deutliche Symptom- und 

Beschwerdeausweitung sowie eine Psoriasis vulgaris. Es bestehe eine minim 

reduzierte Rückenbelastbarkeit und eine geringe Einschränkung der 

Lungenbelastbarkeit. In der bisherigen Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit nicht relevant 

eingeschränkt. In körperlich leichten bis mittelschweren, optimalerweise 

rückengerechten und wechselbelastenden Tätigkeiten bestehe eine Arbeitsfähigkeit 

von 100 % (Gutachten vom 13. September 2022, IV-act. 238-7 ff.). Der RAD würdigte 

das Gutachten als ausgesprochen ausführlich, umfassend und widerspruchsfrei. Es 

könne somit darauf abgestellt werden (Stellungnahme vom 26. Oktober 2022, IV-

act. 242).

A.d. 

Mit Vorbescheid vom 27. Oktober 2022 gewährte die IV-Stelle dem Versicherten 

das rechtliche Gehör zur gestützt auf das MEDAS-Gutachten und einem errechneten 

Invaliditätsgrad von 0 % vorgesehenen Abweisung der Beschwerde (IV-act. 245). Am 

12. Dezember 2022 verfügte sie gemäss Vorbescheid (IV-act. 247).

A.e. 

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B.  

Gegen die Verfügung vom 12. Dezember 2022 erhebt der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 30. Januar 2023 Beschwerde. Er beantragt 

sinngemäss, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und über seinen Anspruch 

sei nach Neubeurteilung des medizinischen Sachverhalts neu zu entscheiden. Zur 

Begründung macht er geltend, sein Behandlungsverlauf (act. G 1.2) sei zu 

berücksichtigen. Weiter stützt er sich auf einen Bericht von Dr. med. C.___, Fachärztin 

für Neurochirurgie und Schmerzspezialistin, wonach Schmerzen, für welche keine 

periphere Ursachen gefunden werden könnten, nach aktuellem Medizinverständnis als 

primäre Schmerzsymptome als eigenständige Erkrankung zu würdigen seien und bei 

ihm dringend eine schmerzmedizinische Beurteilung erfolgen sollte (act. G 1.3). Er habe 

sich während sechs Jahren bei diversen Ärzten, Spitälern, Therapeuten und im 

Schmerzzentrum behandeln lassen. Dabei seien diverse Auffälligkeiten im 

Brustwirbelbereich festgestellt worden. Die Schmerzen verstärkten sich in aufrechter 

Haltung, beim Heben der Arme und bei Rotation des Oberkörpers, was in den im 

Liegen erhobenen MRI-Befunden nicht abgebildet werde. Sie verhinderten einen 

normalen Alltag mit Aktivitäten, wie er sie früher gepflegt habe, und hätten zu einem 

sozialen Rückzug geführt. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die IV-Stelle (nachfolgend: 

Beschwerdegegnerin) und die Gutachter eine 100%ige Arbeitsfähigkeit annähmen, 

während er über lange Zeit von behandelnden Fachpersonen als arbeitsunfähig 

eingestuft worden sei (act. G 1).

B.a. 

Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2023 beantragt die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, die Gutachten (vom 28. Oktober 2019 und 

vom 13. September 2022) seien ausführlich abgefasst und deren Schlussfolgerungen 

zusammen mit den Arbeitsfähigkeitsschätzungen seien in jeder Hinsicht 

nachvollziehbar. Den Gutachtern hätten die relevanten medizinischen Vorakten zur 

Verfügung gestanden und sie hätten diese berücksichtigt. Die Berichte der den 

Beschwerdeführer behandelnden Ärzte einschliesslich desjenigen von Dr. C.___ vom 

29. Dezember 2022 enthielten keine objektiv feststellbaren Gesichtspunkte, die im 

Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben und geeignet seien, zu einer 

abweichenden Beurteilung zu führen. Damit sei auf die beiden Gutachten abzustellen 

(act. G 4).

B.b. 

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Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge 

sowie die Akten wird, soweit für den Entscheid relevant, in den nachstehenden 

Erwägungen eingegangen.

Mit Replik vom 21. April 2023 bestreitet der Beschwerdeführer Inkonsistenzen, 

Simulation, Zweckverhalten und Fehlen eines objektiven Befundes; vielmehr wünsche 

er sich sehnlichst eine Verbesserung des Gesundheitszustandes. Ausschlaggebend für 

seine Arbeitsunfähigkeit seien die Beschwerden am Rücken (hauptsächlich BWS). Für 

sämtliche Beteiligte (Krankentaggeldversicherung, insbesondere auch die 

Eingliederungsverantwortliche der IV, die Arbeitslosenversicherung und die 

Arbeitgeberin) seien seine Beschwerden plausibel gewesen. Im Oktober 2017 sei ihm 

der geschätzte bisherige Beruf als Lackierer "verboten" worden. Seine Bemühungen, 

eine angepasste Verweistätigkeit zu finden, seien erfolglos geblieben. Er habe stets 

Willen gezeigt und sei für alles bereit gewesen. Von einer Operation sei ihm von 

diversen Ärzten abgeraten worden. Verschiedene MRI-Untersuchungen hätten diverse 

Auffälligkeiten an der Wirbelsäule gezeigt. Weder die Fachärzte noch er könnten 

verstehen, weshalb seine Beschwerden "nicht objektivierbar" sein sollen. Auf Rat der 

behandelnden Ärzte hätten seine Frau und er vor etwa einem Jahr beschlossen, einen 

Hund anzuschaffen. Dieser gebe ihm täglich eine Aufgabe. Jeden Tag gerate er ins 

Grübeln, auch schäme er sich seiner Familie gegenüber. Lediglich zu einer 

psychiatrischen / psychopharmakologischen Behandlung sei er nicht bereit. Er habe in 

der Vergangenheit Opiate erhalten, durch die er schläfrig, konfus und noch stärker von 

der Umwelt abgegrenzt gewesen sei als im vorherigen Zustand. Die gutachterlichen 

Anamnesen hätten einem Verhör geglichen und es seien mehrfach dieselben Fragen 

nach seinem Alltag und seiner familiären und haushaltlichen Situation gestellt worden. 

Auch beim aktuellen im Sitzen angefertigten MRI vom 18. April 2023 (act. G 6.7) seien 

diverse Auffälligkeiten festgestellt worden. Er fühle sich von den Institutionen im Stich 

gelassen und unnütz. Hinzu kämen nun Existenzängste (act. G 6). Weiter reicht der 

Beschwerdeführer einen Bericht von Dr. med. D.___, Facharzt für Chirurgie, vom 

2. März 2023 (act. G 6.4) ein, wonach die konservativen Therapiemöglichkeiten 

ausgeschöpft seien.

B.c. 

Die Beschwerdegegnerin verzichtet stillschweigend auf eine Duplik (act. G 8).B.d. 

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Erwägungen

1.

Streitgegenstand bildet der Rentenanspruch des Beschwerdeführers.

2.  

Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die 

Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 

40 % arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) gewesen sind (lit. b), und nach Ablauf 

dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Vorliegend besteht 

ein allfälliger Rentenanspruch bei ab 16. März 2017 attestierter 50%iger und ab 15. Juli 

2017 bestätigter 100 %iger Arbeitsunfähigkeit (IV-act. 5-4), frühestens ab Ablauf des 

Wartejahres gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b, mithin ab 1. März 2018.

1.1. 

Am 1. Januar 2022 sind mit der Revision zur Weiterentwicklung der 

Invalidenversicherung verschiedene Änderungen des IVG und der IVV in Kraft getreten. 

Die vorliegend angefochtene Verfügung datiert vom 12. Dezember 2022. In zeitlicher 

Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 

des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung 

haben (BGE 144 V 213 E. 4.3.1). Demnach sind die Bestimmungen in der bis 

31. Dezember 2021 gültigen Fassung anwendbar, da die angefochtene Verfügung 

einen noch unter Geltung des alten Rechts entstandenen Rentenanspruch zum 

Gegenstand hat (vgl. auch Kreisschreiben über Invalidität und Rente in der 

Invalidenversicherung [KSIR], Rz 9101). Sie werden nachfolgend in dieser Fassung 

zitiert.

1.2. 

Art. 8 Abs. 1 ATSG umschreibt Invalidität als voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist 

der durch die gesundheitliche Beeinträchtigung verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem 

in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die 

Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

2.1. 

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der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit 

liegt nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 %, und auf eine 

Viertelsrente, wenn sie mindestens zu 40 % invalid ist. Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach 

Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 

allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung 

gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 

geworden wäre (Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.2. 

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, sind die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist (BGE 132 V 93 E. 4 mit Hinweisen). Die urteilenden Instanzen 

haben die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie 

umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet und ob 

die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit 

Hinweisen). Rechtsprechungsgemäss ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens 

gemäss Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten und -

ärztinnen, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie 

nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 

schlüssigen Ergebnissen gelangen, volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 227 

E. 1.3.4; Urteil des Bundesgerichts vom 13. Februar 2019, 8C_801/2018, E. 4.3).

2.3. 

Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und 

Sozialversicherungsgericht haben von sich aus für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle 

2.4. 

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3.

Nachfolgend ist zu prüfen, ob der medizinische Sachverhalt aufgrund der Gutachten 

der SMAB AG Bern vom 28. Oktober 2019 (IV-act. 109) und der MEDAS Bern vom 

13. September 2022 (IV-act. 238) rechtsgenüglich erstellt und insbesondere das 

Gutachten der MEDAS Bern beweistauglich ist.

Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder 

anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen haben Verwaltungsbehörden und das 

Versicherungsgericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder zu 

veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den 

Akten ergebenden Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (Ueli Kieser, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Bern/St. Gallen/Zürich 2020, Art. 61 N 107).

Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz 

nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit 

Hinweisen).

2.5. 

Die Gutachter verfügten über die relevanten Akten (IV-act. 238-12 ff.) und 

diskutierten sie in den Teilgutachten, soweit fachspezifisch wesentlich und von der 

eigenen Einschätzung abweichend (IV-act. 268-63, 68 ff., 71, 89, 98, 108 ff., 123, 135, 

148). Sie befragten den Beschwerdeführer ausführlich, insbesondere zu seinen 

Rückenbeschwerden, deren Auswirkungen auf seinen Alltag und zur bisherigen 

Behandlung (IV-act. 238-63 ff., 82 ff., 98 ff., 129 ff., 149). Dabei schilderte er vor allem 

Rückenschmerzen im Brust- und Lendenbereich, die etwa sechs Jahre vor der 

Begutachtung (demnach etwa Mai 2016) aufgetreten seien und im Jahr 2017 zur 

Arbeitsunfähigkeit als Lackierer geführt hätten. Ab 2017 seien physiotherapeutische 

Massnahmen und eine Reha in Valens durchgeführt worden. Die Schmerzen lägen auf 

der visuellen Analogskala am Morgen zwischen 3 und 4/10 und steigerten sich bei 

Bewegung auf 7/10. Die Medikation erfolge nach Bedarf mit Voltaren retard (ca. 

dreimal wöchentlich), Dafalgan und Ibuprofen im Wechsel. Daneben nehme er 

regelmässig Atorvastin, Lisinopril und Nebivolol ein. Früher habe er Morphine und 

diverse weitere Medikamente erhalten. Auch Infiltrationen, naturheilkundliche Verfahren 

und Akkupunktur habe er schon versucht (IV-act. 238-62 f., 65, 98, 100 f., 119 f., 151). 

Sodann leide er unter Schmerzen im lumbosakralen Übergang, ausstrahlend in den 

oberen Gesässbereich links, und an Beschwerden am rechten Knie (IV-act. 238-101). 

Weiter komme es bereits bei geringen körperlichen Belastungen zu einer 

Belastungsdyspnoe (IV-act. 238-149). Die Behandlung einer im Jahr 2017 festgestellten 

3.1. 

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Schlafapnoe mittels CPAP-Maske habe er eingestellt, da er keine Verbesserung 

verspürt und die Maske Undichten aufgewiesen habe (IV-act. 238-149). Den 

Tagesablauf beschrieb er als gleichförmig, im Wesentlichen mit Spazieren, 

eingeschränkten sozialen Kontakten und ohne wesentliche Beteiligung an den 

Hausarbeiten (IV-act. 238-65 ff., 102, 121, 150). Seit etwa einem Jahr habe sich der 

psychische Gesundheitszustand verschlechtert. Er sei müde und es bestehe eine 

finanzielle Belastung. Tagsüber komme er ins Grübeln. Der ausbleibende 

Behandlungserfolg mache ihn wütend, verzweifelt und resignativ (IV-act. 238-82 f., 99). 

Die Befunderhebungen (IV-act. 238-67 ff., 86 ff., 103 ff., 122, 132 f., 151 f.) wurden von 

allen Gutachtern regelrecht vorgenommen. Es ist nicht ersichtlich, dass sie etwas 

Wesentliches übersehen hätten. Die Herleitung der Diagnosen eines anamnestisch 

chronischen, vorrangig thorakolumbalen Schmerzsyndroms bei leichten degenerativen 

Wirbelsäulenveränderungen, jedoch ohne hinreichendes orthopädisches und ohne 

neurologisches Korrelat, einer leichtgradigen obstruktiven Ventilationsstörung, eines 

aktenkundig bestehenden Schlafapnoe-Syndroms ohne nachweisbare pathologische 

Tagesschläfrigkeit und einer Psoriasis vulgaris (gekürzte Wiedergabe, vgl. IV-

act. 238-7) und die daraus resultierenden Einschränkungen begründen die 

Sachverständigen differenziert und nachvollziehbar. Dazu wird nachfolgend auf die 

einzelnen Teilgutachten näher eingegangen. Insbesondere werden die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten Schmerzen im Brustwirbelbereich näher 

betrachtet.

 3.2. 

Der orthopädische Gutachter würdigte die bildgebenden Befunde (IV-

act. 238-68 ff.) und hielt fest, gemäss dem Ganzkörper-MRI vom 21. Juni 2019 zeige 

die gesamte Wirbelsäule keine suspekten Signalalterationen. Es bestünden mehrere 

Diskusprotrusionen, jedoch keine Vorfälle oder Einengung von Nervenwurzeln (IV-

act. 238-71). Die in der Wirbelsäule beschriebenen Schmerzen könnten aufgrund der 

manuellen Untersuchung nicht bestätigt werden (IV-act. 238-71). Insgesamt lägen 

lediglich leichte degenerative Wirbelsäulenveränderungen vor, anhand derer die 

angegebenen Beschwerden und Funktionseinschränkungen nicht nachvollzogen 

werden könnten. Es könne deshalb nur eine minimale verminderte Belastbarkeit der 

Wirbelsäule aufgrund einer leichten Fehlhaltung angenommen werden (IV-act. 238-72). 

Mit Hilfe entsprechendem Eigentrainings und physiotherapeutischen Massnahmen 

sollten diese Einschränkungen gut zu kompensieren sein (IV-act. 238-73). Zudem 

stellte er Inkonsistenzen fest (vgl. IV-act. 238-67, 71, 73). Er kam zum Schluss, sowohl 

in seiner bisherigen Tätigkeit als Lackierer als auch in einer leichten bis mittelschweren 

3.2.1. 

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Verweistätigkeit sei auch retrospektiv eine 100%ige Arbeitsfähigkeit anzunehmen (IV-

act. 238-73). Die im SMAB-Gutachten angenommene Arbeitsfähigkeit von 50 % in der 

bisherigen Tätigkeit sei sehr vorsichtig, wobei das Ausmass der Inkonsistenzen die 

Bewertung auch erschwert habe. Theoretisch-medizinisch begründe der Befund an der 

Wirbelsäule keine relevante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 238-74).

Der neurologische Gutachter wies auf die eher geringe Korrelation von 

Bildbefunden und klinischen funktionalen Befunden hin, und betonte, dass Bildbefunde 

nur im klinischen Kontext bewertet werden dürften (IV-act. 238-112). Im aktuellen MRI 

LWS vom Mai 2022 hätten sich keine neurokompressiven Befunde, sondern nur leichte 

degenerative Veränderungen nachweisen lassen. Die radiologisch allenfalls denkbaren 

Wurzelaffektionen in verschiedenen Ebenen seien klinisch-neurologisch ohne 

radikuläres Korrelat. Die Beweglichkeit der LWS sei nicht eingeschränkt (IV-

act. 238-110). Der radiologische Befund sei letztlich nur leichtgradig und vermöge wohl 

ein gewisses Mass an lokalen Beschwerden, nicht aber eine völlige, auf alle 

Massnahmen therapieresistente subjektiv so hochskalierte Schmerzsymptomatik zu 

erklären. Eine neuroradikuläre thorakale Symptomatik oder eine Irritation der dorsalen 

Spinalwurzeln habe nicht festgestellt werden können. Auch lumbal hätten sich keine 

Hinweise für radikuläre Reiz- oder gar Defizitsymptome gezeigt (IV-act. 238-110). Es 

würden vorrangig nozizeptive Schmerzqualitäten beschrieben; eine konkrete, einem 

Dermatom folgende radikuläre Schmerzausstrahlung werde nicht angegeben (IV-

act. 238-111 f.). Die subjektiv hochgradig einschränkend angegebenen 

Rückenschmerzen (insbesondere thorakal und lumbal) fänden kein hinreichendes 

pathophysiologisches Korrelat (IV-act. 238-112). Er stellte Diskrepanzen und deutliche 

Hinweise für eine negative Antwortverzerrung im Sinne eines Zweckverhaltens fest (IV-

act. 238-111 ff.) Insgesamt folgerte er, ausser einer leicht reduzierten 

Rückenbelastbarkeit seien keine Einschränkungen plausibel belegbar. Aus 

neurologischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit für körperlich leichte bis mittelschwere 

Arbeiten nicht eingeschränkt (IV-act. 238-113 f.).

3.2.2. 

Der dermatologische Gutachter erhob geringe aktive Psoriasisherde im Bereich 

der Ellenbogen, an den Fingergrundgelenken, an den Unterarmen und den 

Unterschenkeln (IV-act. 238-122). Er befand nachvollziehbar, diese schränkten die 

Arbeitsfähigkeit nicht ein (IV-act. 238-124).

3.2.3. 

Die internistischen Befunde (Herz-Kreislaufsystem, Thorax inkl. Lunge, 

Abdomen, Urogenitalsystem) waren unauffällig (IV-act. 238-132 f.). Die internistische 

Expertin hielt auch fest, gemäss Skelettszintigraphie bestünden keine entzündlichen 

3.2.4. 

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Gelenksveränderungen (IV-act. 238-134). Sie attestierte eine uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 238-136 f.), was nicht zu beanstanden ist.

Der pneumologische Gutachter beobachtete keine verstärkte Müdigkeit, 

Ermüdbarkeit oder kognitive Probleme (IV-act. 238-152). Nebst den unauffälligen 

Laboruntersuchungen (IV-act. 238-152) wurden eine allergologische Untersuchung, ein 

EKG, ein ABI-Test ohne Hinweis auf einen Gefässverschluss, kapilläre 

Ruheblutgasanalysen sowie eine Bodyplethysmographie ("grosse Lungenfunktion") 

durchgeführt, die lediglich grenzwertige bzw. leicht veränderte Befunde ergaben (IV-

act. 238-153). Insgesamt bestand ein führendes Bild einer Leistungslimitierung durch 

Dekonditionierung DD Adipositas (IV-act. 238-154). Die diagnostizierte diskrete 

obstruktive Ventilationsstörung mit ebenfalls diskreter Restriktion sei ohne Relevanz, da 

der Beschwerdeführer seine Arbeit als Lackierer auch unter dem Tragen einer 

Atemschutzmaske habe ausführen können. Dass der Therapieversuch mit dem CPAP-

System nach einem halben Jahr bei verstärkten Beschwerden wegen fehlender 

Wirksamkeit eingestellt worden sei, ohne dass später ein neuer Versuch stattfand, 

lasse den Leidensdruck nicht als gross erscheinen (IV-act. 238-154). Es habe nur 

zeitweise eine inhalative Therapie mit wohl Ventolin stattgefunden (IV-act. 238-156). 

Auf pneumologischem Gebiet lägen keine wesentlichen Funktionsstörungen vor (IV-

act. 238-156). Es bestehe auch retrospektiv eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (IV-

act. 238-156 f.). Auch diese Beurteilung erweist sich als plausibel begründet.

3.2.5. 

Der psychiatrische Gutachter erhob weitgehend unauffällige Befunde bei 

testpsychologischen Hinweisen auf eine negative Antwortverzerrung und eine klinisch 

nicht zu bestätigende mittelgradige Depression. Er führte aus, der Beschwerdeführer 

klage im Rahmen der aktuellen Begutachtung zwar subjektiv über 

Niedergeschlagenheit und dysthyme Gedankeninhalte. Es bestehe auch eine gewisse 

themenabhängige leichte Affektlabilität. Der Beschwerdeführer sei jedoch affektiv 

immer wieder auslenkbar. Die erhobene Stimmungstrübung im Sinne einer Dysthymie 

sei reaktiv als Folge der sozialen und finanziellen Einschränkungen aufgrund der 

Arbeitsunfähigkeit zu sehen und auch überwindbar. Es müsse von einer leichten 

Verdeutlichung ausgegangen werden, jedenfalls bestehe keine wesentliche 

psychiatrische Störungssymptomatik mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Gemäss 

Aktenlage und Biografie bestünden keine Hinweise für relevante psychische 

Belastungen oder die Entwicklung einer psychisch-strukturellen Beeinträchtigung. Der 

Beschwerdeführer habe nie in psychiatrischer Behandlung gestanden (IV-

act. 238-89 f.). In Anbetracht der subjektiv so ausgeprägten Schmerzen ohne 

somatische Grundlage stelle sich die Frage nach einer allfälligen Überlagerung durch 

3.2.6. 

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eine somatoforme Schmerzstörung. Dagegen spreche jedoch, dass sich aus den Akten 

und der Biografie des Beschwerdeführers keine Hinweise für psychisch-strukturelle 

Störungen ergäben. Es könne von guten psychischen Ressourcen und einer 

kompetenten Abwehrorganisation ausgegangen werden. Ausser den Schwierigkeiten 

im Umgang mit den Rückenbeschwerden bestünden keine schwerwiegenden 

Konfliktkonstellationen, die Grundlage einer Somatisierungsstörung bilden könnten. Die 

sehr geringe Therapieaktivität spreche gegen einen entsprechenden Leidensdruck. Die 

Kriterien einer somatoformen Schmerzstörung bzw. einer chronischen Schmerzstörung 

mit somatischen und psychischen Faktoren seien somit nicht erfüllt (IV-act. 238-89 f.). 

Seit dem Vorgutachten der SMAB AG habe sich eine leichte Anpassungsstörung mit 

dysthymer Grundstimmung entwickelt. Diese habe jedoch keine Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit und könne mit zumutbarer Willensanstrengung überwunden werden 

(IV-act. 238-91). Das insbesondere auch somatisch dargestellte inkonsistente Verhalten 

könne nicht durch eine krankheitswertige psychische Störung erklärt werden. Aus rein 

psychiatrischer Sicht sei die Arbeitsfähigkeit auch retrospektiv nicht eingeschränkt (IV-

act. 238-91 f.).

Gesamtbetrachtend sind die Ausführungen im MEDAS-Gutachten vom 

13. September 2022 nachvollziehbar. Dabei ist hervorzuheben, dass für die IV nicht das 

subjektive Empfinden, sondern die objektivierte Betrachtungsweise massgeblich ist 

(BGE 141 V 295 E. 3.7.1; Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2023, 8C_660/2022, 

E. 3.1). Ein invalidisierender Gesundheitsschaden kann nur anerkannt werden, wenn 

die Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden 

Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen 

(Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 V 427, E. 6 a. E.). 

Die Gutachter begründen plausibel, dass in den einzelnen Fachgebieten keine 

objektiven Befunde zu erheben waren, welche schwerwiegende, 

invalidenversicherungsrechtlich relevante Einschränkungen – vor allem die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachten Schmerzen – zu objektivieren vermögen. 

Aufgrund der Befunde waren lediglich leichte Einschränkungen nachweisbar. Im 

Übrigen wurden die festgestellten Inkonsistenzen bei den klinischen Untersuchungen 

und hinsichtlich der in Anspruch genommenen Behandlung (IV-act. 238-67, 71; IV-

act. 238-111 f., IV-act. 238-67, 89 f.) hinreichend berücksichtigt. Dem 

Beschwerdeführer wird indes keine bewusstseinsnahe Aggravation oder gar Simulation 

unterstellt. Lediglich konnten die geltend gemachten Beschwerden bzw. deren Ursache 

aufgrund der vollständig erhobenen Befunde nicht hinreichend nachgewiesen werden, 

was für die Anerkennung eines invalidenversicherungsrechtlich relevanten 

Gesundheitsschadens massgebend wäre.

3.3. 

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4.

Wie sich nachfolgend zeigt, vermögen die Einwände des Beschwerdeführers mit Bezug 

auf die Behandlerberichte nichts an der Einschätzung der Gutachter zu ändern.

Bei der Würdigung der medizinischen Aktenlage ist der Erfahrungstatsache 

Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen. 

Dies gilt für Hausärzte wie auch für spezialärztliche behandelnde Medizinalpersonen 

(Urteil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2021, 8C_164/2021, E. 3.2.1). Die 

unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen 

(Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 

fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein Administrativ- oder 

Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu 

nehmen, wenn die behandelnden Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. 

Anders verhält es sich nur, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte vorgebracht 

werden, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren und die geeignet 

sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (vgl. statt vieler: Urteile des 

Bundesgerichts vom 17. Februar 2021, 8C_783/2020, E. 5.2 und vom 15. Oktober 

2020, 8C_370/2020., E. 7.2).

4.1. 

Zwar zeigten sich in der MRT-Untersuchung vom 24. Mai 2017 entgegen den 

Ausführungen des orthopädischen Gutachters unter anderem Diskusherniationen mit 

Kompression der Nervenwurzeln Th 7 bis Th 9 (IV-act. 2). Der MRI-Bericht von 

Dr. E.___, Facharzt für Neurochirurgie, erwähnt eine Berührung des Foramens 

("interessamento foraminale") und eine Kompression von Rückenmarksstrukturen 

("compressione esercita sulle strutture midollari" IV-act. 120-11). Der RAD hielt dazu in 

seiner Stellungnahme vom 2. April 2020 indes fest, die geltend gemachten 

Diskusprotrusionen seien vom damaligen orthopädischen Gutachter, dem MRI-

Befunde der Klinik F.___ vom Juni 2019 zur Verfügung standen, berücksichtigt worden. 

Zu Recht habe er aber nicht auf die eingestanden erheblichen degenerativen 

Veränderungen, sondern auf die von ihm ermittelten klinischen 

Untersuchungsergebnisse abgestellt (IV-act. 121-1). Im Austrittsbericht der Klinik 

Valens vom 29. September 2017 wurde damit übereinstimmend festgehalten, die im 

MRI nachgewiesene Diskopathie sowohl cervical als auch thorakal habe eher keine 

Auswirkung auf die Beschwerden (IV-act. 23-2). Im Schmerzzentrum des KSSG riet 

man dem Beschwerdeführer von einer Operation ab, da keine klare Korrelation 

zwischen Bildbefund und Klinik bestehe (Bericht vom 17. August 2020, IV-act. 152). 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/17

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Dies ist nachvollziehbar, denn durch Bildgebung erhobene Befunde sind für die 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit nicht alleine aufgrund ihres Vorhandenseins 

massgebend, sondern nur, soweit sie sich klinisch objektivierbar auf die funktionelle 

Leistungsfähigkeit auswirken (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 19. Juli 2020, 

8C_737/2019, E. 5.1.2 und vom 19. September 2019, 8C_82/2019, E. 5.3). Zudem sind 

dem Bericht über die Ganzkörper-MRI-Untersuchung vom 27. April 2018 (IV-act. 40) 

und vom 19. Mai 2022 (IV-act. 238-63) keine ersichtlichen Neurokompression zu 

entnehmen. So führte der Gutachter schlüssig aus, die klinischen bzw. manuellen 

Befunde und die geklagten Beschwerden seien nicht auf die bildgebend festgestellten, 

im Übrigen im Wesentlichen altersgerechten Degenerationen zurückzuführen (IV-

act. 238-71 f.).

Weiter wendet der Beschwerdeführer ein, der RAD habe in seiner Stellungnahme 

vom 25. Mai 2019 ausgeführt, aus seiner Sicht sei plausibel nachvollziehbar, dass die 

Beschwerden ihn gezwungen hätten, den erlernten Beruf als Lackierer aufzugeben 

(siehe IV-act. 91-2). Für die Erwerbsunfähigkeit ist allerdings nicht die verbleibende 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen bzw. angestammten Tätigkeit massgebend, sondern 

der Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden gesamten 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 i.V.m. Art. 8 Abs. 1 ATSG). Abzustellen ist 

demnach auf die Arbeitsfähigkeit in einer zumutbaren, angepassten Verweistätigkeit 

und nicht auf diejenige im ursprünglichen Beruf als Lackierer. Die Aussage des RAD-

Arztes bezieht sich hingegen auf die lediglich für den allfälligen Einkommensvergleich 

relevante bisherige Tätigkeit. Zudem stellte der RAD seine Beurteilung, wonach 

plausibel erscheine, dass der Beschwerdeführer in seiner angestammten Tätigkeit nicht 

mehr arbeitsfähig sei, unter den Vorbehalt des Ergebnisses der anzuordnenden 

polydisziplinären Begutachtung, da die degenerativen Veränderungen die 

Schmerzsymptomatik nicht vollumfänglich zu erklären vermöchten (IV-act. 91-2). 

Insofern ist dieser geltend gemachte Widerspruch zu relativieren.

4.3. 

Dem Bericht von Dr. med. D.___, Facharzt für Chirurgie, vom 2. März 2023 ist im 

Wesentlichen zu entnehmen, bei Rotationsbewegungen lasse sich der beschriebene 

Schmerz nach rechts subkapsulär ausstrahlend auslösen mit moderatem Charakter 

(act. G 6.4). Dies deckt sich mit den Aussagen der Gutachter, dass die Beschwerden 

nicht in der angegebenen bzw. in einer eine relevante Arbeitsunfähigkeit 

rechtfertigenden Schwere objektivierbar seien.

4.4. 

Schliesslich beruft sich der Beschwerdeführer auf einen Bericht von Dr. med. 

C.___. Die Ärztin befürwortet darin die Anerkennung chronischer Schmerzen als 

selbständige Krankheit, wie sie in der neuen Diagnoseklassifikation ICD-11 vorgesehen 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/17

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sei. Dass für Schmerzen keine periphere Ursache gefunden werden könne, bedeute 

nicht, dass diese eingebildet seien (act. G 1.3; act. G 1.4). Damit werden keine 

konkreten objektiven Anhaltspunkte geltend gemacht, welche das Gutachten in Frage 

stellen. Vielmehr handelt es sich um allgemeine, sich nicht auf die konkreten Befunde 

des Beschwerdeführers beziehende Äusserungen aus Behandleroptik. In der 

Versicherungsmedizin sind Beschwerden ohne organisches Korrelat nach wie vor nach 

dem allgemeinen ergebnisoffenen strukturiertem Beweisverfahren unter Zuhilfenahme 

der massgeblichen Indikatoren zu beurteilen, was die Gutachter auch getan haben. 

Weiter hält die Ärztin fest, dass dringend eine schmerzmedizinische Beurteilung 

erfolgen sollte. Wie bereits aufgezeigt, war der Beschwerdeführer in den 

Schmerzzentren Zürich und des KSSG sowie im Palliativzentrum G.___ in Abklärung 

bzw. Behandlung, was Dr. C.___ auch bekannt war (vgl. Schmerzanamnese). Die 

Gutachter haben die vorhandenen schmerzmedizinischen Beurteilungen berücksichtigt 

und gewürdigt. Dr. C.___ zeigt keine konkreten von deren Einschätzungen 

abweichenden objektiven Gesichtspunkte auf, weshalb in antizipierter 

Beweiswürdigung nicht davon auszugehen ist, dass eine gutachterliche 

schmerzmedizinische Abklärung zu relevanten, die bisherige Einschätzung in Frage 

stellenden neuen Erkenntnissen führen würde.

Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, dass er zahlreiche Therapien in 

Anspruch genommen habe, aber alle gescheitert seien (act. G 6; vgl. Bericht Dr. med. 

H.___, Facharzt für Neurochirurgie, vom 8. August 2017, IV-act. 17-5 f.; Austrittsbericht 

Klinik Valens vom 29. September 2017, IV-act. 23; Bericht Dr. med. I.___, Facharzt für 

Neurochirurgie, vom 4. Dezember 2017, IV-act. 52-17 f.; Berichte Dr. med. J.___, 

Schmerzklinik Zürich, vom 14. November 2018, IV-act. 57-7 ff., vom 15. März 2019, IV-

act. 76, und vom 17. April 2019, IV-act. 81; Bericht Zentrum für integrative Medizin des 

Kantonsspitals St. Gallen [KSSG] vom 4. November 2020, IV-act. 144-1 ff.; Bericht der 

Klinik für Rheumatologie des KSSG vom 15. Oktober 2020, IV-act. 147-8 ff.; Berichte 

Schmerzzentrum KSSG vom 8. Mai 2020, IV 151, und vom 17. August 2020, IV-

act. 152; Austrittsbericht Palliativzentrum Spital G.___ vom 11. August 2020, IV-

act. 156). In Anbetracht derer dürfe nicht auf einen geringen Leidensdruck geschlossen 

werden. Dies mag aufgrund der Häufigkeit der Behandlungen und der Zeitspanne, über 

welche sie erfolgten, sowie da sie grundsätzlich nicht durch den Beschwerdeführer 

abgebrochen wurden, zutreffen. Massgebend ist jedoch, dass die zahlreichen 

Behandler, wie auch die Gutachter kein organisches Korrelat zu den Beschwerden 

finden bzw. keine diese erklärenden Befunde erheben konnten.

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/17

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5.

Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitsschadens, also der 

Einkommensvergleich. Der Beschwerdeführer erzielte als Lackierer zuletzt im Jahr 2016 

bei der B.___ AG ein Jahreseinkommen von Fr. 66'600.-- (Auszug aus dem 

individuellen Konto, IV-act. 11) bzw. von 13 x Fr. 5'100.-- = Fr. 66'300.-- (Angaben 

Arbeitgeberin, IV-act. 18-4 f., 10) brutto. Dieses Einkommen liegt im Bereich des 

Durchschnittseinkommens Kompetenzniveau 1, Männer gemäss Lohnstrukturerhebung 

(LSE) des Bundesamtes für Statistik (BSV) (vgl. dazu Informationsstelle AHV/IV, IV, 

Ausgabe 2022, Anhang 2), welches für das Jahr 2016 Fr. 66'803.— beträgt. Es spricht 

also nichts dagegen, den Tabellenlohn als Valideneinkommen heranzuziehen, zumal 

der Beschwerdeführer nicht über eine abgeschlossene Ausbildung verfügt. Beim 

Invalideneinkommen ist ebenfalls dieser Tabellenlohn massgebend, der sich hier auf 

eine ungelernte leidensadaptierte Tätigkeit bezieht. Somit kann ein sogenannter 

Prozentvergleich vorgenommen werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad ohne 

Vornahme eines Tabellenlohnabzugs der gutachterlich attestierten Arbeitsunfähigkeit 

von (rund) 0 % (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 27. Juni 2022, 8C_104/2021, 

E. 6.2 [amtlich publiziert in BGE 148 V 321], und vom 4. November 2022, 9C_395/2022, 

E. 4.2). Auf die Vornahme eines allfälligen Tabellenlohnabzuges, wofür vorliegend im 

Übrigen weder Gründe geltend gemacht werden noch ersichtlich sind, muss vorliegend 

nicht ausführlicher eingegangen werden, da selbst der höchstmögliche 

Tabellenlohnabzug von 25 % nicht zu einem rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 

40 % führen würde. Die Beschwerdegegnerin hat somit einen Rentenanspruch zu 

Recht verneint.

Abweichend vom psychiatrischen Gutachter wurde in den Berichten des Zentrums 

für integrative Medizin des KSSG (Bericht vom 4. November 2020, IV-act. 144) sowie 

des Palliativzentrums des Spitals G.___ (Bericht vom 11. August 2020, IV-act. 156) das 

Vorliegen eines chronischen Schmerzsyndroms mit somatischen und psychischen 

Faktoren (ICD-10: F45.41) bejaht. Eine begründende Herleitung der Diagnose lässt sich 

den Berichten jedoch nicht entnehmen, weshalb diese das psychiatrische 

Teilgutachten nicht in Frage zu stellen vermögen.

4.7. 

Nach dem Gesagten erweist sich das Gutachten der MEDAS Bern als 

beweistauglich. Auf die darin attestierte nahezu 100%ige Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit als Lackierer und von 100 % in einer adaptierten Tätigkeit ist 

abzustellen. Diese Beurteilung gilt gemäss Gutachten auch retrospektiv, was nicht zu 

beanstanden ist.

4.8. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/17

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6.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer hat die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen; der in 

gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird angerechnet.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

unterliegenden Beschwerdeführer sind die Gerichtskosten vollumfänglich aufzuerlegen. 

Mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist die geschuldete 

Gerichtsgebühr getilgt.

6.2. 

bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 16.11.2023
	Art. 7 ATSG; Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG. Bestätigung der Abweisung eines Rentenanspruchs. Gemäss beweistauglichem Gutachten ist der Beschwerdeführer in einer adaptierten Tätigkeit nahezu 100 % arbeitsfähig. Die geltend gemachten starken (subjektiven) Beschwerden und Einschränkungen konnten nicht genügend nachgewiesen (objektiviert) werden (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 16. November 2023, IV 2023/21). Beim Bundesgericht angefochten.

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