# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c1842fd-f391-5641-a1b2-74254c75340a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-03-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.03.2014 D-540/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-540-2014_2014-03-17.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-540/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 7 .  M ä r z  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Robert Galliker (Vorsitz), 

Richterin Regula Schenker Senn,  

Richterin Claudia Cotting-Schalch,    

Gerichtsschreiberin Sandra Min. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Kosovo,  

zurzeit (…), 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren);  

Verfügung des BFM vom 7. Januar 2014 / N (…). 

 

 

D-540/2014 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin am 17. September 2013 (zusammen mit ih-

rer Mutter, N […]) in der Schweiz um Asyl nachsuchte, 

dass am 30. September 2013 die Befragung zur Person (BzP) stattfand 

und der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör in Bezug auf eine Weg-

weisung nach Deutschland gewährt wurde, 

dass das BFM mit Verfügung vom 7. Januar 2014 – eröffnet am 16. Ja-

nuar 2014 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch der Be-

schwerdeführerin nicht eintrat, ihre Wegweisung aus der Schweiz nach 

Deutschland anordnete und sie aufforderte, die Schweiz spätestens am 

Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, 

dass es gleichzeitig feststellte, einer allfälligen Beschwerde gegen den 

Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu, und die Aushändi-

gung der editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis an die Be-

schwerdeführerin verfügte, 

dass die Beschwerdeführerin mit – zunächst irrtümlich an die ehemals 

gültige Adresse des Bundesverwaltungsgerichts in Bern gesandter und 

am 31. Januar 2014 erneut versandter – Eingabe vom 23. Januar 2014 

gegen diesen Entscheid Beschwerde erhob und dabei in materieller Hin-

sicht beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, sie sei als 

Flüchtling anzuerkennen und es sei ihr Asyl zu gewähren, zudem sei 

festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar 

und unmöglich sei, weshalb die vorläufige Aufnahme anzuordnen sei, 

dass sie in verfahrensrechtlicher Hinsicht um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtpflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Verwaltungsver-

fahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021) sowie um 

Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, 

dass eventualiter die aufschiebende Wirkung wiederherzustellen sei, 

dass die zuständige Behörde vorsorglich anzuweisen sei, die Kontaktauf-

nahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaats sowie jegli-

che Datenweitergabe an dieselben zu unterlassen, eventualiter sei bei 

bereits erfolgter Datenweitergabe die beschwerdeführende Person dar-

über in einer separaten Verfügung zu informieren, 

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Seite 3 

dass auf die Begründung der Beschwerdebegehren – soweit für den Ent-

scheid wesentlich – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen 

wird, 

dass der Beschwerde ein Auszug der Dublin-III-Verordnung (Verordnung 

[EU] Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsange-

hörigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf 

internationalen Schutz zuständig ist [Neufassung, ABl. L 180/31 vom 

29.6.2013]) und ein ärztliches Zeugnis der B._______ vom 31. Januar 

2014 beilagen, 

dass sich die Beschwerdeführerin gemäss diesem ärztlichen Zeugnis seit 

dem 28. Januar 2014 "bis auf weiteres" aus nicht näher genannten Grün-

den im Spital befindet, 

dass die Beschwerdeführerin mit Zwischenverfügung vom 12. Februar 

2014 aufgefordert wurde, ein aktuelles und detailliertes ärztliches Zeugnis 

sowie eine Erklärung über die Entbindung von der ärztlichen Schweige-

pflicht gegenüber dem Bundesverwaltungsgericht und den Asylbehörden 

einzureichen, 

dass die Beschwerdeführerin am 25. Februar 2014 (Datum Eingang) eine 

Entbindungserklärung vom 19. Februar 2014 einreichte, 

dass beim Gericht gleichentags auch ein ärztliches Zeugnis der 

B._______ vom 21. Februar 2014 einging, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Re-

gel – wie auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfü-

gungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 31‒33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 

SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass die Beschwerdeführerin am Verfahren vor der Vorinstanz teilge-

nommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, 

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Seite 4 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Än-

derung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde – un-

ter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten ist (Art. 108 

Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts in der Regel in der 

Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (Spruchkörper; vgl. Art. 21 

Abs. 1 VGG) entscheiden, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auch in solchen Fällen auf die 

Durchführung eines Schriftenwechsels verzichten kann (Art. 111a Abs. 1 

AsylG),  

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen, die Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz grundsätzlich 

auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylge-

such nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2011/9 E. 5), 

dass die Fragen der Anerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der 

Gewährung von Asyl demgegenüber nicht Gegenstand des angefochte-

nen Nichteintretensentscheides und damit auch nicht des vorliegenden 

Verfahrens bilden, weshalb auf die entsprechenden Beschwerdeanträge 

nicht einzutreten ist,  

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (alt 

Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG; entspricht neu Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG), 

dass diesbezüglich das Dublin-Assoziierungsabkommen vom 26. Oktober 

2004 (DAA, SR 0.142.392.68) zur Anwendung gelangt und das BFM die 

Zuständigkeitsfrage gestützt auf die Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des 

Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren 

zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 

Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zu-

ständig ist (Dublin-II-Verordnung), geprüft hat, 

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Seite 5 

dass die Schweiz seit dem 1. Januar 2014 einen Grossteil der Bestim-

mungen der Dublin-III-Verordnung vorläufig anwendet, vorliegend jedoch 

aufgrund der Übergangsbestimmungen derselben nach wie vor die Be-

stimmungen der Dublin-II-Verordnung Anwendung finden (Art. 49 Abs. 2 

Dublin-III-Verordnung), da sowohl der Antrag als auch das Ersuchen um 

Übernahme vor dem 1. Januar 2014 gestellt worden sind, 

dass gemäss Art. 3 Abs. 1 Satz 2 Dublin-II-Verordnung jeder Asylantrag 

von einem einzigen Mitgliedstaat geprüft wird, der nach den Kriterien des 

Kapitels III als zuständiger Staat bestimmt wird, 

dass derjenige Mitgliedstaat zuständig ist, welcher einem Familienange-

hörigen das Recht auf Aufenthalt in seiner Eigenschaft als Flüchtling ge-

währt hat, welcher dem Asylbewerber einen gültigen Aufenthaltstitel oder 

ein gültiges Visum ausgestellt hat, dessen Land-, See- oder Luftgrenze 

der Asylbewerber aus einem Drittstaat kommend legal oder illegal über-

schritten hat, oder in welchem der erste Asylantrag gestellt wurde (Art. 5 

i.V.m. Art. 6‒13 Dublin-II-Verordnung), 

dass sodann jedem Mitgliedstaat, in Abweichung von den vorgenannten 

Zuständigkeitskriterien, die Möglichkeit zur Prüfung eines Asylgesuchs 

eingeräumt wird (vgl. zur Souveränitätsklausel Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-

Verordnung und zur humanitären Klausel Art. 15 Dublin-II-Verordnung; 

vgl. auch Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über 

Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]), 

dass die Beschwerdeführerin anlässlich der BzP ausführte, sie sei unge-

fähr am 27. Juli 2013 mit einem deutschen Visum (gültig vom 27. Juli 

2013 bis 25. August 2013) von Prishtina nach Köln geflogen und habe 

sich bei ihren Schwestern aufgehalten, 

dass sie am 15. September 2013 von einer Tante in Deutschland abge-

holt und in die Schweiz gebracht wurde, 

dass das BFM den deutschen Behörden mit Schreiben vom 5. Dezember 

2013 ein Aufnahmegesuch gestützt auf Art. 9 Abs. 4 Dublin-II-Verordnung 

übermittelte, 

dass die deutschen Behörden der Übernahme der Beschwerdeführerin 

am 11. Dezember 2013 ausdrücklich zustimmten, 

dass die Zuständigkeit Deutschlands somit grundsätzlich gegeben ist, 

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Seite 6 

dass sich die Beschwerdeführerin bereits im vorinstanzlichen Verfahren 

gegen eine Rückkehr nach Deutschland aussprach und dabei vorbrachte, 

sie habe Angst, von Deutschland in den Kosovo ausgeschafft zu werden,  

dass sie nie mehr in den Kosovo zurückkehren möchte und sich lieber 

umbringe, bevor sie zurück müsse, 

dass sie zudem geltend machte, es gehe ihr gesundheitlich nicht gut, sie 

habe Schmerzen in der Brust und starke Kopfschmerzen, 

dass sie im Januar 2008 eine Herzoperation gehabt habe, 

dass sie in der Beschwerde sodann erneut auf ihre Herzprobleme ver-

weist und diesbezüglich insbesondere vorbringt, ihre Gesundheit könnte 

durch körperliche Anstrengung (Reisen) und Stress erheblich gefährdet 

werden, 

dass sie mit ihrer Mutter zusammenbleiben möchte, welche ihre wichtigs-

te Bezugsperson sei und im Hinblick auf ihre schwere Krankheit eine 

wichtige Unterstützung darstelle und diesbezüglich durch Einreichung ei-

nes Auszuges der Dublin-III-Verordnung auf deren Erwägungsgrund 16 

hinweist, 

dass das BFM in der angefochtenen Verfügung zum sinngemässen Ein-

wand der Beschwerdeführerin, Deutschland werde sie unter Missachtung 

des Grundsatzes des Non-Refoulement in den Kosovo zurückschicken, 

festhielt, sie könne sich nach ihrer Rückreise nach Deutschland als Asyl-

suchende registrieren lassen; es würden keine Hinweise vorliegen, dass 

Deutschland seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht nachkomme 

und das Asyl- und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführen wür-

de, 

dass diesen zutreffenden vorinstanzlichen Erwägungen in der Beschwer-

de nichts entgegengehalten wird, weshalb sich weitere Ausführungen 

hierzu erübrigen, 

dass zu den Einwänden der Beschwerdeführerin im Zusammenhang mit 

ihrem gesundheitlichen Zustand zunächst festzuhalten ist, dass der Hin-

weis auf den Erwägungsgrund 16 Dublin-III-Verordnung unbeachtlich ist, 

da vorliegend – wie bereits erwähnt – die Dublin-II-Verordnung massgeb-

lich ist, 

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Seite 7 

dass die Beschwerdeführerin daher aus dem Aufenthalt ihrer Mutter in 

der Schweiz nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag, 

dass sodann darauf hinzuweisen ist, dass eine zwangsweise Rückwei-

sung von Personen mit gesundheitlichen Problemen nur dann einen Ver-

stoss gegen Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze 

der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) darstellen 

kann, wenn die betroffene Person sich in einem fortgeschrittenen oder 

terminalen Krankheitsstadium und bereits in Todesnähe befindet (vgl. Eu-

ropäischer Gerichtshof für Menschenrechte [EGMR], N. c. Vereinigtes 

Königreich [Appl. No. 26565/05], Urteil vom 27. Mai 2008),  

dass dies in Bezug auf die Beschwerdeführerin nicht zutrifft, zumal sich 

dem ärztlichen Zeugnis der B._______ vom 21. Februar 2014 entnehmen 

lässt, dass die Beschwerdeführerin keine Probleme mit ihrem Herzen ha-

be und die wahrgenommenen Schmerzen auf die psychische Belastung 

zurückzuführen seien, unter der sie momentan wegen der anstehenden 

Ausschaffung stehe; sie leide an einer somatoformen autonomen Funkti-

onsstörung (im Rahmen einer akuten Belastungsreaktion), 

dass es im Übrigen allgemein bekannt ist, dass Deutschland über eine 

ausreichende medizinische Infrastruktur verfügt, wobei darauf hinzuwei-

sen ist, dass Deutschland der Beschwerdeführerin die erforderliche medi-

zinische Versorgung, die zumindest die Notversorgung und die unbedingt 

erforderliche Behandlung von Krankheiten und schweren psychischen 

Störungen umfasst, zugänglich machen muss (Art. 19 Abs. 1 der Richtli-

nie 2013/33/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Perso-

nen, die internationalen Schutz beantragen [sog. Aufnahmerichtlinie]), 

und ihr – sollte dies aufgrund besonderer Bedürfnisse notwendig sein – 

die erforderliche medizinische oder sonstige Hilfe (einschliesslich erfor-

derlichenfalls einer geeigneten psychologischen Betreuung) zu gewähren 

hat (Art. 19 Abs. 2 Aufnahmerichtlinie), 

dass somit der gesundheitliche Zustand der Beschwerdeführerin einer 

Überstellung nach Deutschland nicht entgegensteht, 

dass allerdings ihrer gesundheitlichen Situation bei der Ausgestaltung der 

Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen ist, wobei diesbezüglich insbe-

sondere auch auf die im ärztlichen Zeugnis der B._______ vom 

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Seite 8 

21. Februar 2014 angesprochenen Selbstmorddrohungen der Beschwer-

deführerin zu verweisen ist, 

dass es der Praxis des BFM entspricht, den zuständigen Dublin-Staat vor 

der Überstellung auf bestehende Krankheiten von rückkehrenden Perso-

nen aufmerksam zu machen, und das BFM auch vorliegend in diesem 

Sinne einzuladen ist, die deutschen Behörden vorgängig über die ge-

sundheitlichen Probleme der Beschwerdeführerin und den indizierten Be-

handlungsbedarf zu informieren, so dass die notwendigen Vorkehrungen 

getroffen werden können, 

dass einer allfälligen Akzentuierung suizidaler Tendenzen bei einem 

zwangsweisen Wegweisungsvollzug bei der Ausgestaltung der Überstel-

lungsmodalitäten beziehungsweise durch geeignete Massnahmen, die im 

Zeitpunkt der Überstellung notwendig erscheinen (beispielsweise dem 

Heranziehen medizinischen Fachpersonals bei der Rückführung), gebüh-

rend Rechnung getragen werden kann, 

dass unter diesen Umständen keinerlei Hindernisse, insbesondere auch 

keine humanitären Gründe im Sinne von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, eine 

Überstellung der Beschwerdeführerin als unzulässig erscheinen lassen 

(vgl. dazu den Unzulässigkeitsentscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 

i.S. D. und andere gegen Deutschland, Nr. 33743/03, angeführt in Ent-

scheidungen und Mitteilungen der [vormaligen] Schweizerischen Asylre-

kurskommission [EMARK] 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212),  

dass es demnach keinen Grund für die Anwendung der Souveränitäts-

klausel (Art. 3 Abs. 2 erster Satz Dublin-II-Verordnung) gibt,  

dass Deutschland somit für die Prüfung des Asylgesuchs der Beschwer-

deführerin gemäss der Dublin-II-Verordnung zuständig und entsprechend 

verpflichtet ist, sie gemäss Art. 17 bis Art. 19 Dublin-II-Verordnung aufzu-

nehmen,  

dass das BFM demnach in Anwendung von alt Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 

beziehungsweise Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG zu Recht auf das Asylge-

such der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist und – da die Be-

schwerdeführerin nicht im Besitz einer gültigen Aufenthalts- oder Nieder-

lassungsbewilligung ist – in Anwendung von Art. 44 AsylG die Überstel-

lung nach Deutschland angeordnet hat (Art. 32 Bst. a AsylV 1),  

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Seite 9 

dass unter diesen Umständen allfällige Vollzugshindernisse gemäss 

Art. 83 Abs. 3 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 

die Ausländerinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20) nicht mehr zu prü-

fen sind, da das Fehlen von Wegweisungsvollzugshindernissen bereits 

Voraussetzung des Nichteintretensentscheides ist (vgl. BVGE 2010/45 

E. 10 S. 645),  

dass die Beschwerde aus diesen Gründen abzuweisen ist, soweit darauf 

einzutreten ist, und die Verfügung des BFM zu bestätigen ist,  

dass das Beschwerdeverfahren mit vorliegendem Urteil abgeschlossen 

ist, weshalb sich die Anträge auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen 

wie Erteilung der aufschiebenden Wirkung und die Unterlassung der Da-

tenweitergabe an die Behörden des Heimatstaates, welche ohnehin nur 

für die Dauer des Beschwerdeverfahrens wirksam sind, als gegenstands-

los erweisen, 

dass im Übrigen aus den dem Gericht vorliegenden Akten nicht hervor-

geht, die Vorinstanz habe die Beschwerdeführerin betreffende Daten an 

deren Heimatstaat weitergegeben, weshalb auf das Eventualbegehren, 

es sei bei bereits erfolgter Datenweitergabe die Beschwerdeführerin dar-

über in einer separaten Verfügung zu informieren, mangels Rechtsschutz-

interesses im Rahmen dieses Verfahrens nicht einzutreten ist, 

dass das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschus-

ses mit vorliegendem Entscheid in der Hauptsache hinfällig wird, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten der Beschwerdefüh-

rerin aufzuerlegen wären (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), 

dass die Beschwerde indessen nicht als aussichtslos bezeichnet werden 

kann und zudem von der Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin auszuge-

hen ist, weshalb in Gutheissung des mit der Beschwerde gestellten Ge-

suchs um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von 

Art. 65 Abs. 1 VwVG von der Auferlegung von Verfahrenskosten abzuse-

hen ist, 

dass für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im 

Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG (vgl. den entsprechenden Antrag in der 

Beschwerde) ausschlaggebend ist, ob die Beschwerde führende Partei 

zur Wahrung ihrer Rechte notwendigerweise der professionellen juristi-

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Seite 10 

schen Hilfe eines Anwaltes bedarf (vgl. dazu BGE 128 I 225 E. 2.5.2 

S. 232 f.; BGE 122 I 49 E. 2c S. 51 ff.; BGE 120 Ia 43 E. 2a S. 44 ff.), 

dass in Verfahren, welche – wie das vorliegende – vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht sind, strenge Massstäbe an die Gewährung der un-

entgeltlichen Verbeiständung anzusetzen sind (vgl. EMARK 2000 Nr. 6 

sowie BGE 122 I 8 E. 2c S. 10), 

dass es im asylrechtlichen Beschwerdeverfahren im Wesentlichen um die 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts geht, 

dass daher besondere Rechtskenntnisse zur wirksamen Beschwerdefüh-

rung im Regelfall nicht unbedingt erforderlich sind, weshalb die unentgelt-

liche Verbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 2 VwVG praxisgemäss 

nur in den besonderen Fällen gewährt wird, in welchen in rechtlicher oder 

tatsächlicher Hinsicht erhöhte Schwierigkeiten bestehen, 

dass sich das vorliegende Verfahren weder in tatsächlicher noch in recht-

licher Hinsicht als besonders komplex erwiesen hat, weshalb das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung im Sinne von 

Art. 65 Abs. 2 VwVG abzuweisen ist. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

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Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird gutgeheissen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 2 VwVG wird abgewiesen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das BFM und die kantona-

le Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Robert Galliker Sandra Min 

 

 

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