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**Case Identifier:** 5c953a7a-3595-5148-ab5b-a81c72c23b49
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 15.10.2020 IV 2018/322
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2018-322_2020-10-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/322

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 19.05.2021

Entscheiddatum: 15.10.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 15.10.2020
Art. 28 und 28a IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Invaliditätsbemessung 
anhand der gemischten Methode. Abweisung des Rentenanspruchs 
(Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. 
Oktober 2020, IV 2018/322).

Entscheid vom 15. Oktober 2020

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Miriam 

Lendfers und Marie-Theres Rüegg Haltinner; Gerichtsschreiberin Sabrina Bleile

Geschäftsnr.

IV 2018/322

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

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Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherte) meldete sich erstmals im September 2003 bei der 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen (nachfolgend: IV-Stelle) für Rentenleistungen an (IV-

act. 1; zum Jahrgang vgl. IV-act. 6, 54 und 107). Sie gab in der Anmeldung an, seit zwei 

Jahren an Schulterproblemen zu leiden (IV-act. 1 S. 5). Bis zum Sommer 2003 war die 

Versicherte als Reinigungsangestellte im Stundenlohn tätig gewesen (vgl. IV-act. 10 ff. 

und 1 S. 4), jedoch ab dem 1. Juni 2003 von ihrem Hausarzt Dr. med. B.___, Facharzt 

FMH für Allgemeinmedizin, zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden (vgl. IV-act. 9 

S. 1). Dr. B.___ erklärte in einem Bericht vom 2. November 2003, dass bei der 

Versicherten rechtsseitige Schulterschmerzen mit praktisch vollständig eingeschränkter 

Beweglichkeit sowie ein chronisches Panvertebralsyndrom bestünden. 

Kernspintomographisch habe sich ein Enthesophyt an der Acromionunterfläche mit 

höhergradigem subacromialem Impingement gezeigt. Leider habe sich die 

Symptomatik durch eine subacromiale Infiltration nicht verbessern lassen, weshalb die 

Orthopäden von einer Operation Abstand genommen hätten. Erschwerend für eine 

Operation dürfte auch der Umstand sein, dass offenbar eine recht schwere psychische 

Überlagerung des Krankheitsbildes vorhanden sei. Eine psychotherapeutische 

Behandlung scheine aufgrund der schlechten Deutschkenntnisse der Versicherten 

kaum möglich, eine antidepressive Medikation sei eingeleitet worden (IV-act. 9 S. 2). 

Anlässlich einer im April 2004 durchgeführten Haushaltsabklärung gab die Versicherte 

an, dass sie ohne gesundheitliche Einschränkung sicher im Rahmen von 50 % als 

Reinigungsangestellte arbeiten würde, da dies schon aus finanziellen Gründen 

unbedingt notwendig wäre (vgl. IV-act. 17). Im Februar 2006 wurde die Versicherte im 

Auftrag der IV-Stelle durch die MEDAS Ostschweiz polydisziplinär begutachtet (vgl. IV-

act. 31 S. 1 ff.). In ihrem Gutachten vom 13. April 2006 nannten die Sachverständigen 

als Diagnosen mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit ein chronifiziertes 

Hemischmerzsyndrom rechts mit im Vordergrund stehender Brachialgie rechts sowie 

eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (IV-act. 31 S. 10). Weiter hielten die 

Gutachter fest, dass der Versicherten eine Teilzeittätigkeit als Raumpflegerin unter 

A.a. 

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Berücksichtigung aller gesundheitsbeeinträchtigenden Faktoren in einem Umfang von 

mindestens 50 % zumutbar sei. Eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

bestehe für sämtliche Arbeiten, welche mit der rechten oberen Extremität über der 

Horizontalen ausgeführt werden müssen. Auch als Hausfrau bestehe eine 

Einschränkung für Tätigkeiten, welche mit der rechten oberen Extremität über der 

Horizontalen ausgeführt werden. Obwohl sich die Versicherte als funktionell Einarmige 

präsentiere, könne aus somatischer Sicht im Haushalt eine Einschränkung von 

insgesamt höchstens 20-30 % attestiert werden. Aus psychiatrischer Sicht sei eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im eigenen Haushalt nicht nachzuvollziehen. 

Körperlich leichte, wechselbelastende berufliche Tätigkeiten unter Vermeidung von 

Arbeiten mit der rechten oberen Extremität über der Horizontalen seien der 

Versicherten medizinisch-theoretisch in einem Umfang von 70 % bei voller Präsenz 

zumutbar (IV-act. 31 S. 12 f.). Mit Verfügung vom 1. Juni 2006 wies die IV-Stelle das 

Rentenbegehren gestützt auf einen im Rahmen der gemischten Methode errechneten 

Invaliditätsgrad von 30.25 % ab. Zur Begründung wurde ausgeführt, dass der 

Versicherten eine leidensadaptierte Tätigkeit noch zu 70 % zumutbar sei. In der 

Haushaltsarbeit sei die Versicherte zu 20 % eingeschränkt. In der Annahme, die 

Versicherte wäre als Gesunde zu 50 % erwerbstätig, ergebe sich in Anwendung der 

gemischten Berechnungsmethode ein Invaliditätsgrad von unter 40 % (IV-act. 39). Die 

gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (vgl. IV-act. 42) wies die IV-Stelle mit 

Einspracheentscheid vom 14. November 2006 ab (IV-act. 46).

Im April 2009 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 54). Nach der Durchführung eines Assessmentgesprächs im 

August 2009, in welchem die Versicherte zu verstehen gegeben hatte, sich subjektiv 

nicht arbeitsfähig zu fühlen (vgl. IV-act. 69), trat die IV-Stelle auf das Rentenbegehren 

mit Verfügung vom 17. November 2009 mangels glaubhaft gemachter 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes nicht ein (IV-act. 74). Eine gegen die 

Verfügung erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons St. 

Gallen mit Entscheid vom 26. Oktober 2011 ab (IV-act. 97).

A.b. 

Am 29. Januar 2016 meldete sich die Versicherte erneut bei der IV-Stelle zum 

Leistungsbezug an (IV-act. 107). Sie gab an, dass sich ihre Depression in den letzten 

drei Jahren massiv verschlechtert habe (IV-act. 107 S. 6). In einem Bericht vom 5. 

A.c. 

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Februar 2016 hielt Dr. med. C.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, fest, dass die 

Versicherte seit ca. einem halben Jahr eine Verschlechterung der Stimmung bemerkt 

und sich seit dem 13. Oktober 2015 zu ihr in Behandlung begeben habe. Als 

Diagnosen nannte sie eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradig, und chronische Schmerzen mit somatischen und psychischen Faktoren. 

Aus psychiatrischer Sicht sei die Versicherte zu 100 % arbeitsunfähig (IV-act. 112).

In einer Mitteilung vom 14. April 2016 informierte die IV-Stelle die Versicherte 

darüber, dass das Leistungsbegehren um berufliche Massnahmen abgewiesen werde, 

da solche aufgrund des Gesundheitszustandes nicht möglich seien (IV-act. 117).

A.d. 

In einem Bericht vom 28. April 2016 attestierte Dr. C.___ der Versicherten bei den 

gleichen Diagnosen noch eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 60-70 % (IV-act. 121). Dr. 

B.___ berichtete am 26. Juni 2016 von einer chronisch invalidisierenden 

Schmerzsymptomatik. Die Versicherte habe erwähnt, dass sie kaum mehr den 

Haushalt meistern könne. Die bisherige Tätigkeit sei ihr aus medizinischer Sicht nicht 

mehr zumutbar (IV-act. 123 f.).

A.e. 

Vom 12. bis 13. Oktober 2016 wurde die Versicherte wegen einer neu 

aufgetretenen B-Symptomatik mit einem Gewichtsverlust von sieben Kilogramm in fünf 

Monaten, Nachtschweiss und intermittierend auftretendem Fieber im Spital D.___ 

hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 20. Oktober 2016 hielten die behandelnden Ärzte 

fest, dass sich die Versicherte in der klinischen Untersuchung weitgehend unauffällig in 

gutem Allgemeinzustand, jedoch im Antrieb reduziert, psychomotorisch verlangsamt 

und in der Stimmung deutlich gedrückt präsentiert habe. Konventionell radiologisch 

bzw. abdomensonographisch hätten sich keine Hinweise für ein Tumorleiden finden 

lassen. Die Ärzte empfahlen die Fortführung der regelmässigen ambulanten 

psychiatrischen Betreuung (IV-act. 138).

A.f. 

Am 30. November 2016 fand eine Haushaltsabklärung bei der Versicherten statt, 

anlässlich welcher eine Einschränkung im Haushalt von rund 50 % ermittelt wurde (IV-

act. 139). Im Abklärungsbericht vom 13. Dezember 2016 hielt die Abklärungsperson 

der IV-Stelle jedoch fest, dass noch Verlaufsberichte von Dr. C.___ und Dr. B.___ 

abzuwarten seien und der regionale ärztliche Dienst (RAD) zur Arbeitsfähigkeit Stellung 

A.g. 

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beziehen sollte (vgl. IV-act. 139 S. 11). Die Versicherte habe eine Verschlechterung 

ihres psychischen Zustandes geltend gemacht. In Bezug auf die Schulter-Arm-

problematik habe sich hingegen eine Besserung eingestellt. Die Versicherte könne den 

Arm wieder besser bewegen, habe weniger Schmerzen und könne auch wieder 

zugreifen und etwas tragen (IV-act. 139 S. 11). Im von der Versicherten unterzeichneten 

Abklärungsbericht wurde sodann festgehalten, dass diese bei voller Gesundheit in 

einem Pensum von 50 % erwerbstätig wäre (IV-act. 139 S. 6). Am 22. Dezember 2016 

attestierte Dr. C.___ der Versicherten in einer leidensadaptierten Tätigkeit aus 

psychiatrischer Sicht noch eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 50 % (IV-act. 140). Dr. B.___ 

führte in einem bei der IV-Stelle am 11. Januar 2017 eingegangen Bericht aus, dass die 

Depressivität zusammen mit den therapieresistenten Schmerzen es der Versicherten 

verunmöglichen würden, einer geregelten Arbeit nachzugehen (IV-act. 142).

Am 12. März 2018 erstattete die medaffairs AG im Auftrag der IV-Stelle ein 

polydisziplinäres (rheumatologisches, neurologisches, psychiatrisches und 

internistisches) Gutachten (IV-act. 169). In ihrer Konsensbeurteilung nannten die 

Gutachter als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit den Verdacht auf ein 

obstruktives Schlafapnoesyndrom, chronische Kopfschmerzen rechtsseitig 

(differentialdiagnostisch eine Migräne ohne Aura, einen 

Analgetikaüberkonsumkopfschmerz, eine zervikal-vertebrale Dysfunktion mit 

Anterolisthesis HWK 2 und zervikogenem Kopfschmerz) sowie ein subakromiales 

Impingement Schulter rechts infolge eines Enthesiophyts (IV-act. 169 S. 19). 

Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin 

führten die Sachverständigen in ihrer Konsensbeurteilung aus, dass aus rein 

neurologischer Sicht aufgrund der chronischen Kopfschmerzsymptomatik ab Januar 

2017 eine 20%ige Einschränkung anzunehmen sei. Aus allgemeininternistischer Sicht 

wäre bei Vorliegen einer Schlafapnoesymptomatik mit assoziierter Tagesmüdigkeit eine 

maximale Leistungsminderung von 20 % zu veranschlagen. Aus rheumatologischer 

Sicht liege bezüglich der Schultersymptomatik eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

in der angestammten Tätigkeit von 50 % vor. Aus psychiatrischer Sicht bestehe keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit und es habe auch 

nie eine solche bestanden. Gesamtmedizinisch liege in der angestammten Tätigkeit ab 

Juni 2003 eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit vor. Die Tätigkeit im eigenen Haushalt sei 

A.h. 

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zwar mit jener als Raumpflegerin vergleichbar, beinhalte jedoch nicht dieselbe 

Intensität. Im eigenen Haushalt könnten vermehrt feinmotorische Arbeiten ausgeführt 

werden, in welchen die Versicherte nicht eingeschränkt sei. In der Führung des 

Haushalts sei die Versicherte deshalb seit Juni 2003 zu 20 % eingeschränkt. In einer 

angepassten beruflichen Tätigkeit bestehe aus psychiatrischer Sicht ebenfalls keine 

Einschränkung. Aus neurologischer Sicht betrage die Einschränkung aufgrund der 

chronischen Kopfschmerzsymptomatik 20 %. Auch aus allgemeininternistischer Sicht 

sei von einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten 

auszugehen. Aus rheumatologischer Sicht bestehe in einer optimal angepassten 

Tätigkeit mit primärem Gebrauch der unteren Extremitäten bzw. der Hände sowie der 

linken oberen Extremität ebenfalls eine 20%ige Einschränkung. Gesamtmedizinisch 

bestehe für eine optimal adaptierte Tätigkeit ab Juni 2003 eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

(IV-act. 169 S. 29 ff.). In einer Stellungnahme vom 16. April 2018 hielt der RAD fest, 

dass das Gutachten im Wesentlichen den geltenden versicherungsmedizinischen 

Kriterien entspreche (IV-act. 170 S. 2).

Mit Vorbescheid vom 1. Mai 2018 stellte die IV-Stelle der Versicherten die 

Abweisung des Rentenbegehrens in Aussicht. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen an, dass die Versicherte ohne gesundheitliche Beeinträchtigung zu 50 % 

erwerbstätig wäre. Aufgrund der gutachterlichen Einschätzung sei die Versicherte 

sowohl in der angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin als auch in jeder anderen 

geeigneten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig. Dasselbe gelte für Tätigkeiten im Haushalt. 

Folglich resultiere ein Invaliditätsgrad von 20 % (IV-act. 178).

A.i. 

Gegen diesen Vorbescheid wandte die Versicherte am 15. Juli 2018 ein (vgl. IV-

act. 184 S. 1), sie sei nicht damit einverstanden, dass ihr eine 80%ige Arbeitsfähigkeit 

attestiert werde. Die chronische Schmerzproblematik wirke sich schon lange auf ihre 

psychische Verfassung aus, weshalb sie monatlich Dr. C.___ konsultiere. Aus einem 

dem Einwand beigelegten Bericht von Dr. C.___ gehe die Tragweite der Einschränkung 

hervor (vgl. Bericht vom 2. Juli 2018, IV-act. 184 S. 6 f.). Auch sei sie aufgrund ihrer 

Schlafproblematik dauernd müde, weshalb sie in ihrer Leistungsfähigkeit und 

Konzentration erheblich eingeschränkt sei. Diesbezüglich legte die Versicherte einen 

Bericht des Zentrums für Schlafmedizin des Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) vom 29. 

Juni 2017 bei (IV-act. 184 S. 5). Schliesslich beantragte die Versicherte einen 

A.j. 

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B.  

"Leidensabzug" von 20 % (IV-act. 184 S. 1). In einer Stellungnahme vom 22. August 

2018 hielt der RAD fest, dass sich aus dem eingereichten Bericht von Dr. C.___ vom 2. 

Juli 2018 keine neuen Aspekte ergeben würden. Die psychiatrischen Diagnosen 

deckten sich hinsichtlich des Störungstyps und Schweregrades mit der Einschätzung 

vom 5. Februar 2016, die bereits Eingang in das Gutachten gefunden habe. In der 

schlafmedizinischen Untersuchung am KSSG hätten sich keine Hinweise auf eine 

organisch begründbare Insomnie ergeben. Der Verdacht auf ein Schlafapnoesyndrom 

habe somit nicht bestätigt werden können. Aus den eingereichten Berichten hätten sich 

keine Aspekte ergeben, welche die gutachterliche Beurteilung in Frage stellen könnten. 

Für weitere medizinische Abklärungen bestehe kein Anlass (IV-act. 185).

Mit Verfügung vom 23. August 2018 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der 

Versicherten bei einem Invaliditätsgrad von 20 % ab. Zur Begründung führte sie neu 

an, dass die Versicherte gemäss der gutachterlichen Abklärung in der angestammten 

Tätigkeit als Raumpflegerin zu 50 % und in leidensangepassten Verweistätigkeiten zu 

80 % arbeitsfähig sei. Die 80%ige Arbeitsfähigkeit gelte auch für die Hausarbeiten (IV-

act. 186).

A.k. 

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 21. September 2018 Beschwerde. Sie beantragte, die Verfügung vom 23. August 

2018 sei aufzuheben, ihr Gesundheitszustand sei unter Berücksichtigung der 

zusätzlichen Abklärungen (gemeint wohl: des zusätzlich eingereichten Berichtes) durch 

Dr. C.___ neu zu beurteilen und es sei ihr eine IV-Rente entsprechend ihrer 

Arbeitsunfähigkeit zu gewähren. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen dieselben 

Argumente wie in ihrem Einwand vom 15. Juli 2018 an (act. G 1). In prozessualer 

Hinsicht stellte die Beschwerdeführerin für das Verfahren vor Versicherungsgericht ein 

Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten, act. G 4 

und 1 S. 2).

B.a. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 15. Oktober 2018 beantragte die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) mit Verweis auf die gutachterliche Beurteilung der 

medaffairs AG die Abweisung der Beschwerde (act. G 5).

B.b. 

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Erwägungen

1.

Vorliegend strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin einen Anspruch auf 

eine Invalidenrente hat.

2.  

Am 22. Oktober 2018 entsprach das Versicherungsgericht dem Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor Versicherungsgericht (Befreiung von 

den Gerichtskosten, act. G 6).

B.c. 

Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 7 f.).B.d. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird in Art. 7 Abs. 1 ATSG als der durch eine 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen 

Arbeitsmarkt definiert. Die Invalidität ist grundsätzlich durch einen 

Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen kann, in Beziehung 

gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Art. 16 ATSG). Wenn eine versicherte Person auch ohne die 

Gesundheitsbeeinträchtigung nicht voll erwerbstätig gewesen wäre, ist der 

Invaliditätsgrad gemäss der langjährigen Praxis des Bundesgerichts nicht anhand eines 

reinen Einkommensvergleichs (vgl. Art. 16 ATSG) zu berechnen, sondern anhand der 

gemischten Methode. Hierbei ist der Anteil der Erwerbstätigkeit und der Anteil der 

2.1. 

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3.  

Tätigkeit im Aufgabenbereich festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen 

zu bemessen (vgl. Art. 28a Abs. 3 IVG; BGE 141 V 20 f. E. 3.2). Ob eine versicherte 

Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichterwerbstätig 

einzustufen ist, ergibt sich gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aus der 

Prüfung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 

gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 

2019, 8C_820/2018, E. 3.2). Vorliegend hat die Beschwerdeführerin deutlich zum 

Ausdruck gebracht, dass sie im Gesundheitsfall weiterhin in einem Pensum von 50 % 

als Raumpflegerin gearbeitet hätte, während sie zu 50 % als Hausfrau tätig gewesen 

wäre (vgl. IV-act. 139 S. 6; vgl. ferner IV-act. 17 S. 2). Folglich ist der Invaliditätsgrad 

gemäss der ständigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung nach der sogenannten 

gemischten Methode zu bemessen.

Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.2. 

Um den Arbeitsfähigkeitsgrad bestimmen zu können, ist die Verwaltung - und im 

Beschwerdefall das Gericht - auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es dabei, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4 und 115 V 134 E. 2). 

Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweis).

2.3. 

Die Beschwerdegegnerin stützt sich sowohl hinsichtlich des Erwerbsteils 

(Gewichtung 50 %) als auch hinsichtlich des Aufgabenbereichs (Gewichtung 50 %) auf 

die gutachterliche Einschätzung der medaffairs AG (vgl. act. G 5). Die 

Sachverständigen haben der Beschwerdeführerin sowohl in einer optimal angepassten 

Erwerbstätigkeit als auch für die Haushaltsarbeit eine 20%ige Einschränkung attestiert 

3.1. 

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(IV-act. 169 S. 31). Demgegenüber bestreitet die Beschwerdeführerin, über eine 

80%ige Leistungsfähigkeit zu verfügen (vgl. act. G 1).

Das Gutachten der medaffairs AG vom 12. März 2018 beruht auf eigenständigen 

Abklärungen. Die medizinischen Vorakten und die von der Beschwerdeführerin 

geklagten Beschwerden sind berücksichtigt worden (vgl. IV-act. 169). Zwar weisen die 

Teilgutachten gewisse Widersprüche auf, jedoch werden diese von den 

Sachverständigen im polydisziplinären Konsens offengelegt und diskutiert (vgl. IV-

act. 169 S. 20 ff.). In einleuchtender Weise gelangen die Sachverständigen im Konsens 

zum Schluss, dass aus gesamtmedizinischer Sicht sowohl in der Haushaltstätigkeit als 

auch in einer optimal adaptierten Erwerbstätigkeit eine Einschränkung von 20 % 

gegeben sei (vgl. IV-act. 169 S. 28 ff.). Diese Einschätzung der Leistungsfähigkeit 

stimmt denn auch im Wesentlichen mit derjenigen der Vorgutachter überein (vgl. IV-

act. 31 S. 12 f.). Zwar haben die Vorgutachter die Einschränkung der Leistungsfähigkeit 

nicht auf dieselben Diagnosen zurückgeführt (vgl. IV-act. 31 S. 10 und 169 S. 19). 

Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die somatischen Beschwerden bei der 

Beschwerdeführerin psychisch überlagert sind und eine Vielzahl von 

Differentialdiagnosen im Raum stehen. Entscheidend sind letztlich nicht die genauen 

Diagnosen, sondern ob die Beschwerdeführerin von den Sachverständigen in ihrem 

funktionellen Leistungsvermögen richtig erfasst worden ist. Der Bericht von Dr. C.___ 

vom 2. Juli 2018, in dem der Beschwerdeführerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 

attestiert wird (vgl. IV-act. 184 S. 6 f.), hat den Sachverständigen der medaffairs AG bei 

der Begutachtung zwar noch nicht vorgelegen. Allerdings haben die Berichte von Dr. 

C.___ vom 5. Februar 2016 (IV-act. 112), 28. April 2016 (IV-act. 121) und 22. Dezember 

2016 (IV-act. 140) Eingang in die gutachterliche Beurteilung gefunden. Wie der RAD in 

seiner Beurteilung vom 22. August 2018 schlüssig ausgeführt hat, ergeben sich aus 

dem Bericht vom 2. Juli 2018 keine neuen Aspekte, da sich die darin genannten 

psychiatrischen Diagnosen hinsichtlich des Störungstyps und des Schweregrades mit 

den vorhergehenden Einschätzungen von Dr. C.___ decken (vgl. IV-act. 185 S. 2). 

Warum Dr. C.___ – bei Nennung der im Wesentlichen gleichen Diagnosen – im Bericht 

vom 2. Juli 2018 von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit ausgeht, während sie in 

demjenigen vom 22. Dezember 2016 noch eine 50%ige Arbeitsfähigkeit in 

leidensangepassten Tätigkeiten angenommen hat, ist denn auch nicht nachvollziehbar, 

zumal Dr. C.___ keine Erklärung für die divergierende Einschätzung abgegeben hat 

(vgl. IV-act. 140 und 184 S. 6 f.). Im Übrigen hat Dr. C.___ bei ihrer Einschätzung vom 

2. Juli 2018 nicht angegeben, ob sich die attestierte Arbeitsfähigkeit auf die 

angestammte Tätigkeit oder auf leidensangepasste Tätigkeiten bezieht (vgl. IV-act. 184 

S. 6 f.). Dr. B.___ hat sich in seinen Berichten vom Juni 2016 und Januar 2017 ebenfalls 

3.2. 

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4.

Ausgehend von den ermittelten Einschränkungen gilt es nun den Invaliditätsgrad zu 

bemessen. Dass die Beschwerdegegnerin bei der Ermittlung des Invaliditätsgrades im 

Erwerbsbereich sowohl für das Valideneinkommen als auch für den Invalidenlohn von 

derselben Lohnbasis ausgegangen ist (vgl. IV-act. 186 S. 2), ist im vorliegenden Fall 

nicht zu beanstanden. Zwar haben die Gutachter der Beschwerdeführerin in der 

angestammten Tätigkeit als Raumpflegerin eine geringere Arbeitsfähigkeit als in 

optimal leidensangepassten Tätigkeiten attestiert (vgl. dazu E. 3). Allerdings ist davon 

auszugehen, dass sich das von der Beschwerdeführerin in einer optimal adaptierten 

Hilfsarbeit erzielbare Einkommen im gleichen Rahmen wie das als Raumpflegerin 

erzielte Einkommen bewegen wird. Demnach kann für die Bemessung des 

Invaliditätsgrades im Erwerbsbereich ein so genannter Prozentvergleich vorgenommen 

werden. Dabei entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der Arbeitsunfähigkeit. Im 

Erwerbsbereich resultiert folglich ein Invaliditätsgrad von 20 %. Ein Tabellenlohnabzug 

drängt sich im vorliegenden Fall, in dem höchstens sinngemäss auf Tabellenlöhne 

abgestellt wird, nicht auf. Selbst wenn aber der für das Invalideneinkommen 

herangezogene Lohn um weitere 10 % reduziert würde, resultiert kein 

rentenbegründender Invaliditätsgrad. Gründe, die, wie von der Beschwerdeführerin 

gefordert (vgl. act. G 1), eine über 10 % hinausgehende Reduktion des anrechenbaren 

Invalideneinkommens rechtfertigen könnten, liegen jedenfalls nicht vor. Da die 

anzunehmende Einschränkung im Haushalt ebenfalls 20 % beträgt, resultiert 

offensichtlich kein rentenbegründender Invaliditätsgrad.

nicht explizit zur Arbeitsfähigkeit in optimal angepassten Tätigkeiten geäussert (vgl. IV-

act. 124 und 142). Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass behandelnde Ärzte aufgrund 

ihrer auftragsrechtlichen Stellung eher geneigt sein können, zu Gunsten ihrer 

Patientinnen und Patienten auszusagen (BGE 125 V 353 E. 3b; Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. November 2019, 8C_549/2019, E. 3.2 mit Hinweisen). Weitere 

Berichte, die geeignet wären, die gutachterliche Einschätzung in Zweifel zu ziehen, 

liegen nicht vor. Aus dem von der Beschwerdeführerin im Einwandverfahren 

eingereichten schlafmedizinischen Bericht gehen ebenfalls keine weitergehenden 

Einschränkungen hervor (vgl. IV-act. 184 S. 5), wie der RAD nachvollziehbar erläutert 

hat (vgl. IV-act. 185 S. 2). Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die 

gutachterliche Einschätzung einer 20%igen Arbeitsunfähigkeit in optimal angepassten 

beruflichen Tätigkeiten sowie auf die gutachterlich attestierte 20%ige Einschränkung 

im Haushalt abgestellt werden kann.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/12

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von 

Fr. 600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Beschwerde gegen die Verfügung 

vom 23. August 2018 im Sinne der vorstehenden Erwägungen abzuweisen ist. Das 

Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Der unterliegenden 

Beschwerdeführerin sind die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. 

Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu befreien.

5.1. 

bis

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden ist, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

5.2. 

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	Entscheid Versicherungsgericht, 15.10.2020
	Art. 28 und 28a IVG: Beweiskraft Gutachten bejaht. Invaliditätsbemessung anhand der gemischten Methode. Abweisung des Rentenanspruchs (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 15. Oktober 2020, IV 2018/322).

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