# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a71e83cb-b78e-548e-813c-bdb21b5e739e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-07-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.07.2014 D-2526/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2526-2014_2014-07-21.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-2526/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 1 .  J u l i  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Fulvio Haefeli, 

mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; 

Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), Nepal, 

vertreten durch lic. iur. LL.M. Susanne Sadri, 

(…), 

Beschwerdeführer, 

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 4. April 2014 / N (…). 

 

 

D-2526/2014 

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Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 

am 24. Mai 2012 und reiste am 7. August 2012 illegal in die Schweiz ein, 

wo er am 8. August 2012 ein Asylgesuch einreichte. Anlässlich seiner 

Kurzbefragung vom 22. August 2012 sowie der einlässlichen Anhörung 

vom 2. April 2014 zu seinen Ausreise- und Asylgründen trug der Be-

schwerdeführer im Wesentlichen Folgendes vor. 

B.  

Er sei nepalesischer Staatsangehöriger und stamme aus dem Dorf 

M._______ bei N._______ (Bezirk O._______, Zone P._______), wo er 

bis zu seiner Ausreise mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern ge-

lebt und Landwirtschaft betrieben habe. Drei bis vier Jahre vor seiner 

Ausreise habe er als einziger seiner Familie zum Christentum konvertiert. 

Daraufhin hätten sich seine Mutter und seine Geschwister von ihm dis-

tanziert, und er sei nicht mehr zu Hindu-Festen eingeladen worden. Die 

Leute seien der Meinung gewesen, er habe für seine Konversion Geld 

erhalten. Ausserdem sei er von Angehörigen der Tarai Jantantrik Mukti 

Morcha (TJMM, Tarai-Volksbefreiungsfront) behelligt worden. Um weite-

ren Behelligungen durch dieTJMM zu entgehen, habe er sich nach Kat-

mandu zu seiner Schwester abgesetzt und sei drei Monate später, nach-

dem nichts mehr vorgefallen sei, zurückgekehrt. Am 28. März 2012 sei er 

in einem Park von Mitgliedern der TJMM wiederum zu einer Geldzahlung 

aufgefordert worden. Als er nicht bezahlt habe, hätten sie ihn entführen 

wollen. Passanten hätten dies verhindern können. Da er unter diesen 

Umständen nicht mehr in Nepal habe bleiben wollen, sei er am 24. Mai 

2012 mit dem Bus nach Indien gereist, von wo aus er sich auf dem Luft-

weg nach Moskau begeben habe und über Rumänien und Österreich in 

die Schweiz gelangt sei. Seit seiner Ausreise erkundige sich die TJMM 

immer noch bei seiner Ehefrau nach ihm. 

C.  

Mit Verfügung vom 4. April 2014 – eröffnet am 9. April 2014 – wies das 

BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 8. August 2012 ab und 

ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie 

den Vollzug der Wegweisung an. Zur Begründung führte es im Wesentli-

chen aus, die seitens des Beschwerdeführers geltend gemachten Vor-

bringen hielten teils den Anforderungen an Flüchtlingseigenschaft ge-

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mäss Art. 3 Asylgesetz (AsylG, SR 142.31), teils denjenigen an die 

Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG nicht stand.  

C.a Seine Angaben zur geltend gemachten Konversion und seine Kennt-

nisse des Christentums seien dermassen rudimentär, dass dieses Vor-

bringen nicht glaubhaft sei. So habe er bei der Anhörung nicht angeben 

können, seit welchem Zeitpunkt oder Ereignis er genau zum Christ ge-

worden sei (vgl. BFM-Akten A20/13 S. 5 F. 45). Er habe den Begriff der 

Taufe nicht gekannt (vgl. A20/13 S. 6 F. 54), noch habe er ein Gebet be-

nennen können, sondern wolle vielmehr nur die Laute nachgesprochen 

haben (vgl. A20/13 S. 6 F. 52). Auch die Bedeutung des Osterfestes sei 

ihm nicht bekannt gewesen (vgl. A20/13 S. 6 F. 60). Seinen Angaben zu-

folge sei er in der Schweiz religiös nicht besonders aktiv. Er besuche nur 

am Donnerstag die Unterhaltungsprogramme der lokalen Kirche an sei-

nem Wohnort (A20/13 S. 6 F. 60). Aufgrund seiner mangelhaften Kennt-

nisse bezüglich einfacher christlicher Begriffe, christlicher Rituale und 

Feste sowie der unsubstanziierten Beschreibung seiner Konversion kön-

ne diese nicht geglaubt werden.  

C.b Bei den geltend gemachten Übergriffen durch Mitglieder der TJMM 

handle es sich um Übergriffe Dritter. Gemäss den Erkenntnissen des 

BFM würden die nepalesischen Behörden gegen die separatistische 

TJMM sowie die davon abgespaltenen Splittergruppen vorgehen, wenn 

sich diese Übergriffe auf Private oder andere kriminelle Aktivitäten zu-

schulden kommen liessen. So würden seit Jahren wiederholt Kader und 

Mitglieder der Partei verhaftet. Ausserdem habe die Partei bereits im Jahr 

2011 verkündet, ihre Forderungen künftig auf dem politischen Weg zu 

manifestieren und die Waffen niedergelegt. In letzter Zeit seien einerseits 

weniger Übergriffe von Mitgliedern der TJMM bekannt geworden und an-

dererseits habe sich die allgemeine Sicherheitslage in Nepal verbessert. 

Der Beschwerdeführer habe auf entsprechende Fragen angegeben, die 

Übergriffe bei der Gemeindeverwaltung und der Polizeibehörde gemeldet 

zu haben (A20/13 S. 8 F. 75 ff.). Diese hätten die Anzeige schriftlich ent-

gegengenommen und ihn angewiesen, sich wieder zu melden, falls die 

TJMM wieder auftauche. Infolgedessen sei davon auszugehen, dass die 

nepalesischen Sicherheitsbehörden mit der nötigen Intensität gegen die 

TJMM vorgehen und die Zivilbevölkerung schützen würden. In seinem 

Fall hätten ihm die Sicherheitsbehörden den nötigen Schutz gewährt, in-

dem sie seine Anzeige entgegen genommen hätten. Es sei anzunehmen, 

dass sie dies auch in Zukunft tun würden, falls es nötig sein sollte. Auch 

wenn nie auszuschliessen sei, dass einige Elemente von politischen Par-

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teien wie der TJMM weiterhin Splittergruppen bilden und mit kriminellen 

Methoden zur Geldbeschaffung weiterfahren würden, könne davon aus-

gegangen werden, dass die nepalesischen Behörden auch weiterhin ge-

gen diese vorgehen würden und der Bevölkerung im Rahmen ihrer Mög-

lichkeiten Schutz zukommen liessen. Deshalb sei das Vorbringen des 

Beschwerdeführers, die TJMM dränge ihn zu Geldzahlungen, nicht asyl-

beachtlich. 

D.  

Mit Eingabe vom 9. Mai 2014 an das Bundesverwaltungsgericht liess der 

Beschwerdeführer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die 

Gewährung von Asyl beantragen. Es sei die Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzuges festzustellen und es sei der Beschwerdeführer infol-

gedessen vorläufig aufzunehmen. In prozessualer Hinsicht liess er die 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beantragen.  

 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

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1.3 Die Schweizerische Bundesversammlung hat am 14. Dezember 2012 

eine Revision des Asylgesetzes verabschiedet (AS 2013 4375), welche 

am 1. Februar 2014 in Kraft getreten ist. Gemäss Abs. 1 der diesbezügli-

chen Übergangsbestimmungen gilt mit Ausnahme der Absätze 2-4 für die 

im Zeitpunkt des Inkrafttretens hängigen Verfahren das neue Recht. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise 

einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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5.  

5.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung mit 

der Vorinstanz festzustellen, dass die Asylvorbringen des Beschwerde-

führers weder den Anforderungen an die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG noch denjenigen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 AsylG 

standzuhalten vermögen, weshalb vorab auf die zutreffende Erwägungen 

der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zu verweisen ist (vgl. 

Bst. C). Der Rechtsmitteleingabe sind keine stichhaltigen Entgegnungen 

zu entnehmen, zumal der Beschwerdeführer im Wesentlichen seine bis-

herigen Vorbringen wiederholt und an deren Asylrelevanz und Glaubhaf-

tigkeit festhält. Widersprüchlich ist vor allem, dass der Beschwerdeführer 

bei der Kurzbefragung erklärte, er sei von der Gruppierung TJMM und der 

Gruppe Goite behelligt worden. Das erste Mal sei er am 30. August 2011 

und das zweite Mal am 28. März 2012 angegriffen worden (vgl. A4/11 

S. 7), währendem er bei der Anhörung drei Behelligungen geltend mach-

te. Im Übrigen ist der Hinweis in der Beschwerdeschrift, wonach es sich 

beim Beschwerdeführer um einen einfachen Landwirt ohne spezielle 

Ausbildung und Erfahrung mit Behörden handle, nicht geeignet, die rudi-

mentären Angaben des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit der 

geltend gemachten Konversion zu erklären. Um Wiederholungen zu ver-

meiden kann diesbezüglich auf die vorstehenden Ausführungen unter 

Bst. C.a verwiesen werden. Es ist davon auszugehen, dass der Be-

schwerdeführer zumindest über das Osterfest einige fundamentale Anga-

ben hätte machen können, wenn er sich – wie behauptet , tatsächlich seit 

mehreren Jahren zum Christentum hingewandt hätte oder sich ernsthaft 

für das Christentum interessieren würde. 

5.2 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Asylvorbringen 

des Beschwerdeführers weder den Anforderungen an das Glaubhaftma-

chen im Sinne von Art. 7 AsylG noch denjenigen an die Flüchtlingseigen-

schaft im Sinne von Art. 3 AsylG genügen. An dieser Einschätzung kön-

nen weder die weiteren Ausführungen in der Rechtsmitteleingabe noch 

das auf Beschwerdeebene eingereichte "Certificate of Nepali Citizenship 

vom 1. April 2014 sowie der "To Whom It May Concern" vom 1. April 2012 

etwas ändern, zumal es sich bei letzterem lediglich um ein Schreiben 

handelt, dem nur ein geringer Beweiswert zukommt. Das BFM hat das 

Asylgesuch des Beschwerdeführers demnach zu Recht abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

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den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der 

Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie 

bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu bewei-

sen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 

10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche 

oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der 

Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 

erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend dar-

auf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

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fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden 

Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerde-

führers nach Nepal ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG 

rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung nach Nepal dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit einer nach 

Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung ausge-

setzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für Men-

schenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses müsste 

der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen 

oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in 

Nepal lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise 

nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der 

Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig. 

7.4  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

Weder herrscht in Nepal eine Situation allgemeiner Gewalt noch besteht 

aufgrund der Akten Grund zur Annahme, der Beschwerdeführer gerate im 

Falle einer Rückkehr nach Nepal aus individuellen Gründen wirtschaftli-

cher, sozialer oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Si-

tuation, die den Vollzug der Wegweisung unzumutbar erscheinen liesse. 

Vielmehr ist aus den Akten ersichtlich, dass der Beschwerdeführer in Ne-

pal zehn Jahre lang die Schule besucht und für sich und seine vierköpfige 

Familie ein Auskommen als Landwirt gefunden hat (vgl. A4/11 S. 4). Im 

Übrigen verfügt der Beschwerdeführer in Nepal nicht nur mit seiner Fami-

lie über ein soziales Netz, sondern auch mit den Verwandten seiner Ehe-

frau. Schliesslich haben ihm diese seinen Aussagen zufolge auch das 

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Geld für die Ausreise (5000 €) geliehen (vgl. A4/11 S. 8). Folglich erweist 

sich der Vollzug der Wegweisung auch als zumutbar. 

7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 

AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

9.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG ist abzuweisen, da die Beschwerde aufgrund der 

vorstehenden Erwägungen als aussichtslos erscheint. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt [VGKE, SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 

Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.  

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.-- werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Fulvio Haefeli Ulrike Raemy 

 

 

Versand: