# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1476e64b-bd9c-53f4-80a4-e5c62f184028
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.10.2010 C-109/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-109-2006_2010-10-04.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-109/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  4 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Rudolf Grun.

B._______,
vertreten durch lic. iur. Katja Ammann, Rechtsanwältin, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisesperre.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-109/2006

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  1976  geborener  indischer  Staats-
angehöriger, reiste am 1. August 2005 angeblich wegen einer Musik-
produktion  in  die  Schweiz  ein.  Anfangs  September  2005  traf  er  in 
Basel M._______. Dabei soll  sich der Beschwerdeführer gemäss An-
gaben  von  M._______  als  indischer  Geistheiler  mit  besonderen 
spirituellen Fähigkeiten ausgegeben haben. Sie  hätten sich beide in 
ein Restaurant  begeben, wo M._______ derart  in  ein Gespräch ver-
wickelt  worden  sei,  indem  der  Beschwerdeführer  Komplimente  aus-
gesprochen,  ihn  ausgehorcht,  sein  Vertrauen  erschlichen,  Geld  ver-
langt  und Prophezeiungen  ausgesprochen habe. Dadurch habe sich 
M._______ täuschen lassen und dem Beschwerdeführer innert kurzer 
Zeit Bargeld in der Höhe von Fr. 7'260.- ausgerichtet.
Nachdem der  Beschwerdeführer  am 21. Febraur  2006 erneut  in  die 
Schweiz eingereist war, habe er mit M._______ am 1. März 2006 tele-
fonisch Kontakt aufgenommen, um ihn sogleich zu treffen. M._______, 
der  inzwischen  immer  mehr  an  den  lauteren  Absichten  des  Be-
schwerdeführers zu zweifeln begonnen hatte, verschob das Treffen auf 
den folgenden Tag und vertraute die Geschichte einem Mitarbeiter des 
Kriminalkommissariats  Basel-Stadt  an.  Am 2.  März  2006  wurde  der 
Beschwerdeführer am vereinbarten Treffpunkt von der Kantonspolizei 
Basel-Stadt  festgenommen  und  bis  am  6.  April  2006  in  Unter-
suchungshaft gesetzt.

B.
Mit Verfügung vom 5. April 2006 (eröffnet am 6. April 2006) verhängte 
die Vorinstanz gegen den Beschwerdeführer eine Einreisesperre von 
fünf  Jahren.  Die  Massnahme  wurde  damit  begründet,  der  Be-
schwerdeführer  habe  wegen  Betrugs  zu  Klagen  Anlass  gegeben. 
Seine Anwesenheit sei deshalb unerwünscht. Gleichzeitig wurde einer 
allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  die  aufschiebende 
Wirkung entzogen.

Am  8.  April  2006  verliess  der  Beschwerdeführer  die  Schweiz  und 
kehrte nach Indien zurück.

C.
Mit  Verwaltungsbeschwerde  an  das  Eidgenössische  Justiz-  und 
Polizeidepartement  (EJPD)  vom  27.  April  2006  beantragt  der  Be-

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schwerdeführer  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung; 
eventualiter  sei  die Einreisesperre bis zum rechtskräftigen Strafurteil  
zu  suspendieren.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  er  um 
Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde.  In 
seiner  Begründung  bestreitet  er  im  Wesentlichen  den  ihm  zur  Last 
gelegten Sachverhalt. Insbesondere verweist er darauf, dass noch kein 
rechtskräftiges Strafurteil vorliege. Selbst wenn wider Erwarten davon 
ausgegangen  werden  müsste,  dass  er  verurteilt  würde,  wäre  eine 
Einreisesperre von fünf Jahren für die Entgegennahme von Fr. 7'000.- 
ohne  Gefährdung  von  Leib  und  Leben  unverhältnismässig.  Beim 
Beschwerdeführer handle es sich um einen Geschäftsmann, der sich 
in  der  grössten  Filmindustrie  der  Welt  (Bollywood)  als  Schauspieler, 
Location  Manager,  Produzent  und  Liederschreiber  einen  Namen 
gemacht habe. Es handle sich somit um einen rechtschaffenen Mann, 
der noch nie mit  dem Gesetz, geschweige mit  der Polizei  in Konflikt 
gekommen sei. Für seinen Job habe der Beschwerdeführer die ganze 
Welt bereist, wobei er schon mehrere Male in der Schweiz gewesen 
sei, ohne sich je etwas zuschulden kommen zu lassen. Nun habe er 
wieder einen Auftrag für einen neuen Spielfilm erhalten, wobei er so 
bald wie möglich geeignete Drehorte in der Schweiz suchen müsse. 
Ausserdem plane er als Produzent, ein weiteres Video in der Schweiz 
zu drehen. 
Der Beschwerde beigelegt waren diverse Beweismittel (u.a. Ausschnitt 
eines Filmplakats, Bestätigungsschreiben vom 21. und 23. März 2006 
in Kopie sowie eine CD).

D.
Mit  Zwischenverfügung  vom 4.  Mai  2006  stellte  das  EJPD  die  auf-
schiebende Wirkung der Beschwerde wieder her.

E.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 17. Juli 2006 auf 
Abweisung der Beschwerde.

F.
Mit  Replik  vom 13.  September  2006  hält  der  Beschwerdeführer  an 
seinen Begehren und deren Begründung fest, wobei er nochmals be-
tont, dass die Einreisesperre jederzeit auch noch nach einer allfälligen 
(strafrechtlichen) Verurteilung verhängt werden könne.

G.
Am  10.  August  2007  wurde  der  Beschwerdeführer  von  der  Staats-

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anwaltschaft  Basel-Stadt wegen Betrugs verzeigt. Am 20. September 
2007  erging  der  entsprechende  Strafbefehl,  wobei  eine  bedingte 
Geldstrafe  von  60  Tagessätzen  zu  Fr.  30.-,  unter  Einrechnung  der 
Untersuchungshaft  vom 2. März bis 6. April  2006, sowie eine Busse 
von  Fr.  500.-  verhängt  wurde.  Nachdem  der  Beschwerdeführer  da-
gegen  Einsprache  erhoben  hatte,  verurteilte  ihn  der  Strafgerichts-
präsident  Basel-Stadt  am 9. Juni  2009 wegen Betrugs  zu  einer  be-
dingten  Geldstrafe  von  90  Tagessätzen  zu  Fr.  50.-,  abzüglich  35 
Tagessätzen für 35 Tage Untersuchungshaft, unter Auferlegung einer 
Probezeit  von  zwei  Jahren.  Ferner  wurde  er  auch  zu  Fr.  5'000.- 
Schadenersatz  an  M._______  verurteilt.  Die  Mehrforderung  von 
Fr. 2'260.-  wurde  auf  den  Zivilweg  verwiesen.  Gegen  dieses  Urteil 
reichte  der  Beschwerdeführer  beim  Appellationsgericht  Basel-Stadt 
Berufung ein. Nachdem der Beschwerdeführer am 27. Januar 2010 die 
Appellation zurückgezogen hatte, schrieb das Appellationsgericht das 
Verfahren am 1. Februar 2010 ab, wodurch das Strafurteil vom 9. Juni 
2009 in Rechtskraft erwuchs.

H.
Am  23.  August  2010  teilte  die  Rechtsvertreterin  dem  Bundesver-
waltungsgericht  telefonisch  mit  (vgl.  die  entsprechende Notiz  in  den 
Akten), dass ihr Mandant trotz Wiederherstellung der aufschiebenden 
Wirkung der Beschwerde bisher nicht mehr in die Schweiz eingereist 
sei.  Dabei  erwähnte  sie  erstmals,  dass  die  Berufung  gegen  das 
Strafurteil vom 9. Juni 2009 zurückgezogen worden sei.

I.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungericht  Be-
schwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art.  5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG vor-
liegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. 
Dazu gehört  auch das BFM, das mit  der  Anordnung einer  Einreise-

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sperre eine Verfügung im erwähnten Sinne und daher ein zulässiges 
Anfechtungsobjekt  erlassen  hat.  Eine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG 
liegt  nicht  vor.  Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
richtet sich nach dem VwVG (vgl. Art. 37 VGG).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  sofern  es  zuständig 
ist,  die  bei  Inkrafttreten  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  bei  Eid-
genössischen  Rekurs-  oder  Schiedskommissionen  oder  bei  Be-
schwerdediensten  der  Departemente  hängigen  Rechtsmittel. Für  die 
Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (vgl. Art. 53 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer ist  als  materieller  Verfügungsadressat  zur 
Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die 
frist-  und formgerecht  eingereichte Beschwerde ist  somit  einzutreten 
(Art. 50 und 52 VwVG).

1.4 Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet endgültig (Art. 83 Bst. 
c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [BGG,  SR 
173.110]).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhaltes sowie  – soweit nicht eine kantonale 
Behörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat  – die Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet 
das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist gemäss Art. 62 Abs. 4 
VwVG an die Begründung der Begehren nicht gebunden und kann die 
Beschwerde auch aus anderen  Gründen gutheissen  oder  abweisen. 
Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines 
Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten 
Urteils  des  Bundesgerichts  2A.451/2002  vom 28.  März  2003  sowie 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-135/2006 vom 20. Dezember 
2007 E. 2 mit weiteren Hinweisen).

3.
Mit  Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 16. Dezember  2005 über 
die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  am 1.  Januar 
2008  wurde  das  Bundesgesetz  vom 26. März  1931  über  Aufenthalt 
und  Niederlassung  der  Ausländer  (ANAG,  BS  1  121)  abgelöst  (vgl. 
Art. 125 AuG i.V.m. Ziff. I des Anhangs 2 zum AuG). Auf Verfahren, die 

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vor dem Inkrafttreten des AuG eingeleitet wurden, bleibt das bisherige 
Recht anwendbar. Dabei  ist  ohne Belang,  ob das Verfahren auf  Ge-
such hin oder von Amtes wegen eröffnet wurde (vgl. 126 Abs. 1 AuG; 
BVGE 2008/1 E. 2 mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung erging 
vor dem Inkrafttreten des AuG. Für die materielle Beurteilung der vor-
liegenden Beschwerde ist  daher  auf  die  altrechtliche Regelung,  ins-
besondere auf Art. 13 Abs. 1 ANAG abzustellen.

4.
4.1 Gemäss Art. 13 Abs. 1 ANAG kann die eidgenössische Behörde 
über unerwünschte Ausländerinnen und Ausländer die Einreisesperre 
verhängen.  Dies  kann  sie  ferner,  jedoch  für  höchstens  drei  Jahre, 
gegenüber  ausländischen  Personen,  die  sich  grobe  oder  mehrfache 
Zuwiderhandlungen  gegen  fremdenpolizeiliche  oder  andere  gesetz-
liche  Bestimmungen und  gestützt  darauf  erlassene  behördliche  Ver-
fügungen haben zuschulden kommen lassen. Während der  Einreise-
sperre  ist  der  Ausländerin  bzw. dem Ausländer  jeder  Grenzübertritt 
ohne ausdrückliche Ermächtigung der verfügenden Behörde untersagt.

4.2 Die  Einreisesperre  ist  der  Natur  nach  eine  präventivpolizeiliche 
Administrativmassnahme. Sie will der Gefahr künftiger Störungen der 
öffentlichen Ordnung und Sicherheit sowie anderer unter den Schutz 
des  Ausländerrechts  fallender  Polizeigüter  begegnen,  die  von  Aus-
länderinnen und Ausländer ausgehen können. Ob eine solche Gefahr 
besteht, lässt sich erfahrungsgemäss nur in Form einer Prognose be-
urteilen,  die  sich  auf  das  bisherige  Verhalten  der  ausländischen 
Personen abstützt. In diesem Sinne gelten nach ständiger Praxis Aus-
länderinnen und Ausländer als "unerwünscht", deren Vorleben darauf 
schliessen lässt, dass sie nicht willens oder nicht fähig sind, sich in die 
geltende  Ordnung  einzufügen  und  deren  Fernhaltung  daher  im 
öffentlichen Interesse liegt (vgl. BVGE 2008/24 E. 4.2 mit Hinweisen). 
Der  Tatbestand  der  Unerwünschtheit  wird  typischerweise  durch  die 
Straffälligkeit einer ausländischen Person gesetzt.

4.3  Die Fernhaltemassnahme knüpft  – wie ausgeführt  – an das Vor-
liegen einer Polizeigefahr an. Ob eine solche besteht und wie sie zu 
gewichten ist, hat die zuständige Behörde in eigener Kompetenz unter 
Zugrundelegung  spezifisch  ausländerrechtlicher  Kriterien  zu  be-
urteilen. Entsprechend ist sie in der Regel nicht gehalten, den rechts-
kräftigen Abschluss eines Strafverfahrens abzuwarten. Eine Einreise-
sperre  kann  – entgegen  der  Meinung  des  Beschwerdeführers  – 

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grundsätzlich auch dann ergehen, wenn ein rechtskräftiges Strafurteil 
fehlt, sei es, weil ein Strafverfahren noch hängig ist, gar nicht eröffnet 
oder eingestellt  wurde. (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts C-
7152/2008 vom 16. Juni 2010 E. 3.3 mit Hinweis). Insofern konnte sich 
der  Beschwerdeführer  im  vorliegenden  Verfahren  auch  vor  dem 
rechtskräftigen  Abschluss  des  Strafverfahrens  nicht  auf  die  Un-
schuldsvermutung berufen.

5.
Der Beschwerdeführer wurde – wie bereits erwähnt – für das ihm von 
der Vorinstanz vorgeworfene Verhalten (Betrug) strafrechtlich zur Ver-
antwortung  gezogen.  Nachdem er  die  Appellation  gegen  das  Straf -
urteil vom 9. Juni 2009 zurückgezogen hatte, hat er den vorher noch 
bestrittenen Sachverhalt, welcher sowohl die Grundlage für das Straf-  
als auch für das Massnahmeverfahren bildete, schliesslich anerkannt. 
Obwohl das Verhalten des Beschwerdeführers keine Gefährdung von 
Leib und Leben darstellte, kann von einem Bagatelldelikt keine Rede 
sein.  Schliesslich  handelt  es  sich  bei  Betrug  weder  um  eine  Über-
tretung  noch  um ein  Vergehen,  sondern  um ein  Verbrechen. Er  hat 
damit  zweifellos  in  gravierender  Weise  gegen   die  Rechtsordnung 
verstossen. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz in  
der  angefochtenen Verfügung zum Schluss  gekommen ist,  dass  der 
Beschwerdeführer aufgrund seines Verhaltens als unerwünschter Aus-
länder im Sinne von Art. 13 Abs. 1 Satz 1 ANAG zu betrachten sei.

6.
Es bleibt  somit  zu prüfen,  ob die Massnahme in  richtiger  Ausübung 
des  Ermessens  ergangen  und  angemessen  ist.  Der  Grundsatz  der 
Verhältnismässigkeit  steht  dabei  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Ge-
sichtspunkt ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem 
öffentlichen Interesse an der Massnahme einerseits und den von der 
Massnahme  beeinträchtigten  privaten  Interessen  des  Betroffenen 
andererseits.  Die  Stellung  der  verletzten  oder  gefährdeten  Rechts-
güter,  die  Besonderheiten  des  ordnungswidrigen  Verhaltens  und  die 
persönlichen Verhältnisse des Verfügungsbelasteten bilden dabei den 
Ausgangspunkt der Überlegungen (vgl. ULRICH HÄFELIN / GEORG MÜLLER / 
FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl., Zürich / Basel / 
Genf 2006, Rz 613 ff.).

6.1 Wie  bereits  erwähnt,  hat  der  Beschwerdeführer  durch  sein  Ver-
halten zu Klagen Anlass gegeben. Ein gewichtiges Interesse an der 

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Fernhaltung des Beschwerdeführers ergibt sich deshalb ohne weiteres 
aus seiner  Qualifizierung als  unerwünschte Person. Auch wiegt  sein 
Verschulden  nicht  leicht.  Nach  den  Feststellungen  des  Strafrichters 
(vgl. Strafurteil vom 9. Juni 2009 S. 21) hat der Beschwerdeführer sein 
Opfer professionell und raffiniert  durch Prophezeiungen verunsichert, 
durch  allerlei  Tricks  und  Rituale  verwirrt  und  schliesslich  in  seinen 
Bann gezogen. Sein von Anfang an auf Täuschung beruhendes Vor-
gehen kann als dreist bezeichnet werden. Nicht  leicht hingenommen 
werden  darf,  dass  er  nicht  davor  zurückschreckte,  sein  Opfer  auf 
psychologischer Ebene gezielt zu manipulieren. Der Beschwerdeführer 
verletzte  mit  seinem  deliktischen  Handeln  nicht  nur  die  finanziellen 
Interessen von M._______, sondern tangierte auch dessen psychische 
Integrität. Bei dem ertrogenen Betrag von über Fr. 7'200.- kann auch 
nicht  von  einer  geringen  Deliktsumme  gesprochen  werden.  Hinzu 
kommt, dass der Beschwerdeführer bis zum Rückzug der Appellation 
Ende Januar  2010 keine Einsicht  bezüglich  seines unrechtmässigen 
Verhaltens  zeigte,  was  – trotz  der  eingereichten  Bestätigungs-
schreiben in Bezug auf seine berufliche Tätigkeit bzw. seinen Leumund 
und auf die früheren Aufenthalte in der Schweiz, welche offenbar zu 
keinen  Beanstandungen  Anlass  gegeben  haben  – nicht  auf  eine 
günstige Prognose schliessen lässt. Sowohl aus Gründen der Spezial-  
als  auch  der  Generalprävention  bestehen  demnach  gewichtige 
öffentliche Interessen an der Fernhaltung des Beschwerdeführers.

6.2 Bezüglich  eines  persönlichen  Interesses  an  ungehinderten  Ein-
reisen  verweist  der  Beschwerdeführer  auf  seine  berufliche  Tätigkeit 
(Abklärung  von  Drehorten  und  Produktion  eines  Videos  in  der 
Schweiz). Offensichtlich handelte es sich dabei aber nicht um derart  
konkrete  Vorhaben,  die  gemäss  seinen  Vorbringen  in  der  Rechts-
mitteleingabe  Einreisen  des  Beschwerdeführers  während  der  Dauer 
der Fernhaltemassnahme erfordert hätten. Trotz Wiederherstellung der 
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde war er seit der Verhängung 
der  Einreisesperre  offenbar  während  mehr  als  vier  Jahren  in  beruf-
licher  Hinsicht  nicht  darauf  angewiesen,  in  die  Schweiz  einzureisen 
(vgl. Aktennotiz vom 23. August 2010). Zudem bestehen die Wirkungen 
der Einreisesperre nicht darin, dass dem Beschwerdeführer während 
deren Geltungsdauer Besuchsaufenthalte in der Schweiz schlichtweg 
untersagt  wären.  Es  steht  ihm  vielmehr  die  Möglichkeit  offen,  aus 
wichtigen  Gründen  die  zeitweilige  Suspension  der  angeordneten 
Fernhaltemassnahme zu beantragen (vgl. Art. 13 Abs. 1 ANAG bzw. 
Art. 67 Abs. 4 AuG). Die Suspension wird aber praxisgemäss nur für 

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eine kurze und klar  begrenzte Zeit  gewährt  (vgl. Urteil  des Bundes-
verwaltungsgerichts  C-8229/2008  vom 8.  Juli  2009  E.  6.4  mit   Hin-
weisen). Weitere  persönliche Interessen an ungehinderten  Einreisen 
bringt der Beschwerdeführer nicht vor und ergeben sich auch nicht aus 
den Akten.

6.3 Eine  wertende  Gewichtung  der  sich  entgegenstehenden 
Interessen  führt  das  Bundesverwaltungsgericht  somit  zum  Schluss, 
dass  die  auf  fünf  Jahre  befristete  Einreisesperre  eine  verhältnis-
mässige und angemessene Massnahme zum Schutz der öffentlichen 
Sicherheit und Ordnung darstellt.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
im  Lichte  von  Art.  49  VwVG  rechtsmässig  ist.  Die  Beschwerde  ist  
daher abzuweisen. Damit wird die mit  Zwischenverfügung des EJPD 
vom 4. Mai 2006 angeordnete Wiederherstellung der aufschiebenden 
Wirkung der Beschwerde hinfällig.

8.
Entsprechend  dem Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem Beschwerde-
führer die Kosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf 
Fr. 700.- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements 
vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 

Dispositiv Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt und mit dem am 13. Juni 2006 geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: CD)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] zurück)
- das Migrationsamt des Kantons Basel-Stadt mit den Akten BS [...]

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Rudolf Grun

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