# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0eeec81-6ac6-52be-8da0-21ba5a67c273
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-25
**Language:** de
**Title:** Abklärung hinsichtlich Bestehen eines Sulcus ulnaris-Syndroms, dessen Ursächlichkeit sowie allfällige Arbeitsunfähigkeit mittels Gerichtsgutachten (Rückweisung durch BGer); Abweisung. (BGE 8C_278/2015)
**Docket/Reference:** UV.2013.00110
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/UV.2013.00110.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
UV.2013.00110
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Käch
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Fonti
Urteil
vom
25. Februar 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Fürsprecher Miroslav
Paták
Advokatur
Paták
Seegässli
5, 3633
Amsoldingen
gegen
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1977, war zuletzt bei der
Y.___
AG als
Bau
hilfsarbeiter
angestellt und damit bei der Schweizerischen
Unfallversiche
rungsanstalt
(Suva) versichert. Am
7.
April 2009 erlitt er einen Unfall, als er beim Hinabstieg in eine Baugrube auf einer Stahltreppe ausrutschte und hinfiel, wobei er sich den linken Ellbogen und das Knie anschlug (
Urk.
2/11/1). Im Rahmen der Erstbehandlung am
5.
Mai 2009 wurde ein Verdacht auf eine
Ell
bogenfraktur
links diagnostiziert (
Urk.
2/11/2), wobei noch gleichentags eine knöcherne Läsion ausgeschlossen werden konnte (
Urk.
2/11/3/1 Mitte). Mit Verfügung vom
7.
Mai 2010 (
Urk.
2/11/36)
und
Einspracheentscheid
vom 1
4.
März 2011 (Urk. 2/11/71)
stellte
die
Suva ihre Leistungen per 1
7.
Mai 2010 ein. Die dagegen vom Versicherten erhobene Beschwerde (
Urk.
2/1/1)
wies das hiesige Gericht
mit Urteil vom 22. August 2012 ab (Urk. 2/19
; Prozess UV.2011.00135
).
Dieses Urteil zog der Versicherte weiter ans Bundesgericht, welches die Be
schwerde
am
16. April 2013 teilweise guthiess und die Angelegenheit zur Ein
holung eines Gutachtens an das hiesige Gericht zurückwies (
Urk. 1
; Urteil 8C_851/2012
).
Es sei durch ein Gutachten die Frage nach dem Bestehen eines
Sulcus
ulnaris
-Syndroms, dessen Ursächlichkeit und mögliche Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit abzuklären (E. 3.3.2).
2.
In der Folge legte das hiesige Gericht das Verfahren unter der Prozessnummer UV.2013.00110 neu an. Die Prozessakten aus dem Verfahren UV.2011.00135 wurden als Urk. 2/0-22 zu den Akten genommen.
Mit Verfügung vom 15. Mai 2013 wurde den Parteien Gelegenheit eingeräumt, sich zu dem in Aussicht genommenen Gutachter Prof. Dr. med.
Z.___
, Chefarzt der neurologischen Poliklinik des
A.___
, sowie zu den Fragen des Gerichts an den Gutachter zu äussern und Änderungs- oder Ergänzungsfragen zu stellen (Urk. 3).
Sowohl der Beschwerdeführer als auch die Beschwerdegegnerin erhoben Ein
wendungen gegen Prof.
Z.___
(vgl. Urk. 6-7) und schlugen schliesslich Prof. Dr. med.
B.___
und Prof. Dr. med.
C.___
, beide Fachärzte für Neurologie,
Spital D.___
, als Gutachter vor (Urk. 10-11).
Bei den vorgeschla
genen Professoren wurde schliesslich mit Verfügung vom 16. August 2013 ein neurologisches Gutachten in Auftrag gegeben (Urk. 12). Mit Verfügung vom 28. August 2013 wurde der Gutachtensauftrag modifiziert und Prof.
C.___
als Einzelgutachter beauftragt (Urk. 16; vgl. auch Aktennotiz vom 28. August 2013, Urk. 15).
Das
am 24. April 2014 erstattete Gutachten (Urk. 19) wurde den Par
teien mit Verfügung vom 6. Mai 2014 zur Stellungnahme zugestellt (Urk. 21).
Der Beschwerdeführer reichte am
17. November 2014 (Urk. 34)
eine
n Bericht
von Dr. med.
E.___
, Facharzt für Neurologie
(Urk. 35) ein
.
Am 19. Dezember 2014 nahm die Beschwerdegegnerin Stellung zum Gutachten von Prof.
C.___
(Urk. 42), was dem Beschwerdeführer am 9. Januar 2015 zur Kenn
tnis gebracht wurde (Urk. 43). Mit Eingabe vom 23. Januar 2015
(Urk. 44/1)
reichte der Beschwerdeführer einen Bericht des
F.___
ein (Urk. 44/2
= Urk. 41
).
3.
Zwischenzeitlich
hatte
sich der Beschwerdeführer bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
gemeldet
.
Gegen die im
invalidenversicherungsrechtli
chen
Verfahren ergangene Verfügung vom 2
1. Juni 2013
erhob der Beschwer
deführer am 19. August 2013 ebenfalls Beschwerde am hiesigen Gericht. Das Verfahren ist unter der Nummer IV.2013.00694 angelegt. Über die Beschwerde wurde mit Urteil vom heutigen Tag entschieden.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Die massgebenden rechtlichen Grundlagen sind im Urteil des hiesigen Gerichts von
22. August 2012
(
Urk.
2/
19
S. 3
f. E. 2
) angeführt. Darauf wird verwiesen.
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin
vertrat die Ansicht (Urk. 42), das Gerichtsgutachten von Prof.
C.___
ergebe, dass sic
h keine
Ulnaris
-Läsion nachweis
en lasse und überhaupt keine neurologische Diagnose gestellt werden könne, was ihren bis
he
rigen Standpunkt bestätige. Auch ergebe sich nichts anderes aus dem Bericht von
Dr.
E.___
(S. 1). Sie halte daher an ihren bisherigen Ausführungen fest und beantrage erneut die Abweisung der Beschwerde (S. 2).
2.2
Demgegenüber stellte sich
der Beschwerdeführer
auf den Standpunkt
,
dem Gut
achten von Prof.
C.___
könne keine Erklärung zur angeblichen Falschmessung von
Dr.
G.___
entnommen werden. Zudem liege der Verdacht nahe, dass Prof.
C.___
wegen Befangenheit hätte in den Ausstand treten müssen, da gemäss
Dr.
G.___
in der Vergangenheit schon einmal
Neurographieergebnisse
negiert habe, sich in der Folge aber dennoch deren Richtigkeit herausgestellt habe
(Urk. 29)
.
Zudem belege der radiologische Bericht vom 26. November 2014 des
F.___
, dass Zeichen eines
Sulcus
ulnaris
-Syndroms vor
liegen würden. Die
Beschwerde sei daher gutzuheissen und dementsprechend seien über die Leistungseinstellung (per 17. Mai 2010) hinaus Leistungen der Beschwerdegegnerin geschuldet (Urk. 44/1-2).
Aufgrund der Ausführungen von
Dr.
E.___
werde beantragt, es sei ein technisch optimaler Nerven-Ultraschall durchzuführen (Urk. 34).
2.3
Aufgrund des Rückweisungsurteils des Bundesgerichts bleibt vorliegend die Frage nach dem Bestehen eines
Sulcus
ulnaris
-Syndroms, dessen Ursächlichkeit und allfällige Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zu prüfen.
Im Prozess UV.2011.00135 wurde der adäquate Kausalzusammenhang
hinsicht
lich der
im Zeitpunkt des Fallabschlusses
noch geklagten psychischen Be
schwer
den
und dem Unfall vom 7. April 2009 verneint
(vgl. Urk. 2/19 S. 9 f. E. 7). Ge
gen d
iese Erwägung wurde
letztinstanzlich
nicht opponiert, weshalb - wie das Bundesgericht bereits ausführte (vgl. Urk. 2/22 S. 7 E. 3.3.2) - rechtskräftig feststeht, dass die Beschwerdegegnerin nicht für mit einer psychischen Fehlent
wicklung in Verbindung stehende Einschränkungen einzustehen hat.
3.
3.1
Am 4. Januar 2011 wurde der Beschwerdeführer von Dr. med.
H.___
, Facharzt für Neurologie, Suva Versicherungsmedizin, untersucht (Urk. 2/11/69). Dieser führte aus, die vom Beschwerdeführer präsentierten Symp
tome seien in Übereinstimmung mit den Beurteilungen des Kreisarztes Dr. med.
I.___
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilita
tion, nicht durch eine Läsion eines peripheren Nervs (
Nervus
ulnaris
) erklärbar. Zusätzlich fänden sich weitere - im Einzelnen näher dargelegte - In
konsistenzen (S. 14 f.).
Dr.
H.___
räumte ein, dass der Anprall des Ellenbogens, eventuell mit Betei
ligung des
Nervus
ulnaris
im Bereich des
Sulcus
, selbstverständlich akut schmerzhaft sei, diese Schmerzen jedoch langsam wieder abheilen würden. Es sei also typischerweise eine
Regredienz
- und nicht wie im vorliegenden Falle ein
e
Zunahme - der Beschwerden zu verzeichnen. Die Einordnung des präsen
tierten Schmerzbildes sei schwierig, da die Ausprägung der Schmerzen im
ulna
ren
Versorgungsgebiet nicht parallel mit den klinischen und
elektrophysiologi
schen
Befunden einhergehe (S. 16 Mitte).
Aufgrund der klinischen Beobachtungen des Hausarztes, des erstbehandelnden Chirurgen, der ersten neurologischen Untersuchung, der Persistenz der sensiblen Ausfallmuster und der Schmerzen im Bereich des
ulnaren
Ellbogens sei mit Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass beim Beschwerdeführer tatsächlich
initial
eine Anprallkontusion des
Nervus
ulnaris
ohne erhebliche Verletzung des
Nervs vorgelegen sei, welche nach den Kriterien von
Seddon
als leicht- bis allen
falls mittelgradig einzuordnen sei und spontan abheile. Die Messung der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit durch Dr.
G.___
im Juni 2010 belege objektiv einen Geschwindigkeitssprung im Bereich des
Sulcus
ulnaris
als Aus
druck einer lokalen
Demyelinisierung
des Nervs. Über die Ursache dieser
Demyelinisierung
könne die Messung aber keine Aussage machen. Klinisch und elektrophysiologisch objektivierbar habe keine Verschlimmerung in den ersten eineinhalb Jahren nach dem Unfall nachgewiesen werden können. Das heutige Beschwerdebild könne nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in Zusam
menhang mit dem Unfall gebracht werden. Das heutige Beschwerdebild sei ge
prägt durch eine nicht traumatisch begründete Symptomausweitung (S. 17 ff.).
3.2
Im Urteil vom 22. August 2012 wurde gestützt auf die Beurteilung
durch
Dr.
H.___
ausgeführt, es fehle bezüglich des
Nervus
ulnaris
-Syndroms be
reits am natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den geklagten Beschwer
den und dem Unfallereignis vom 7. April 2009 (Urk. 2/19 S. 8 f. E. 6).
3.3
Das Bundesgericht führte in seinem Urteil vom 16. April 2013 (Urk. 1) unter anderem aus:
3.3.1
Nach dem Gesagten ist es anlässlich des Unfalles vom
7.
April 2009 zu einer Anprallkontusion des
Nervus
ulnaris
am linken Ellbogen gekommen, woraufhin verdachtsweise ein
Sulcus
ulnaris
-Syndrom diagnostiziert wurde. Wie die Kriterien nach
Seddon
(lediglich leicht- bis mittelgradige Verletzung) und die Tatsache belegen, dass der Beschwerdeführer erst einen Monat nach dem Ereig
nis einen Arzt aufgesucht hatte, ist der Unfallhergang samt Folgen als nicht besonders gravierend einzustufen, zumal eine Pathologie des Ellbogens mittels MRI ausgeschlossen werden konnte (keine erheblichen
axonalen
oder
demyelini
sierenden
Läsionen des
Nervus
ulnaris
). Eine - wenn auch unter messtechnisch suboptimalen Bedingungen - am
5.
Oktober 2009 durchgeführte
Elektroneuro
graphie
und -
myographie
ergab sodann keine signifikanten Werte, welche die Verdachtsdiagnose erhärtet hätten. Dieser Befund wurde in der Folge
kreisärztli
cherseits
unter Hinweis auf sich verstärkende psychische Begleiterscheinungen bestätigt. Demgegenüber folgerten die
Dres
. med.
G.___
und
J.___
aus einer am 2
1.
Juni 2010 durchgeführten
Elektroneuromyographie
,
dass
ein mittel
schweres, weitgehend
demyelinisierendes
Sulcus-ulnaris
Syndrom links bestehe (ebenso der Bericht vom 2
9.
April 2011).
Dr.
med.
H.___
bekräftigte dieses Messergebnis am
1.
Dezember 2010 zwar in grundsätzlicher Hinsicht, führte indessen ins Feld, dass die beschriebene
Demyelinisierung
auf Grund des Umstands, dass die unfallbedingte leichte Ellbogenverletzung als folgenlos abge
heilt betrachtet werden könne, keiner Ursache zuzuordnen und daher
vermu
tungsweise
durch eine alltägliche Spontanbewegung (vermehrtes Beugen des Armes im Schlaf etc.) ausgelöst worden sei.
3.3.2
Angesichts der echtzeitlich belegten Ellbogenverletzung und der kurz nach dem Unfallereignis gestellten Verdachtsdiagnose eines
Sulcus
ulnaris
-Syndroms vermag die Einschätzung des
Dr.
med.
H.___
nicht ohne weiteres zu über
zeugen. Soweit der Arzt dafür hält, dass auch ein Verhalten des Versicherten sel
ber oder eine Spontanbewegung im Schlaf das Syndrom auszulösen vermöchten, blendet er offenkundig aus, dass genau der
ulnaris
-Nerv von der Kontusion betroffen war. Von einer unzulässigen "
post
hoc ergo
propter
hoc"-Sichtweise kann, nachdem die anfänglich
geäusserte
Verdachtsdiagnose insbesondere durch die Beurteilung der
Dres
. med.
G.___
und
J.___
gefestigt wurde, gerade nicht gesprochen werden. Vielmehr sind im Lichte der aufgeführten medizini
schen Akten gewichtige Anhaltspunkte dafür vorhanden, dass zwischen dem Sturz vom
7.
April 2009 und dem
Sulcus
ulnaris
-Syndrom ein Kausalzusammen
hang besteht. Daran ändert auch die als gering einzustufende Unfallschwere nichts, zumal
Dr.
med.
H.___
ebenfalls eine (wenn auch andere) geringfügi
ge Einwirkung als kausal erachtet.
Vor diesem Hintergrund lässt sich die Einstellung der Leistungen allein auf der Basis der Erläuterungen des
Dr.
med.
H.___
nicht rechtfertigen. Die Angele
genheit ist daher an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie die Frage nach dem Bestehen des besagten Syndroms, dessen Ursächlichkeit und möglichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gutachtlich abkläre.
Anschliessend
wird sie erneut über die Beschwerde zu befinden haben.
4.
4.1
Prof.
C.___
nannte in seinem am 24. April 2014 erstatteten Gutachten (Urk. 19) folgende Diagnosen (S. 29 Ziff. 4):
-
Status nach leichter unfallbedingter Kontusion des
Nervus
ulnaris
links
-
chronisches Schmerzsyndrom des linken Armes
In seiner Beurteilung
(S.  23 ff.)
führte Prof.
C.___
aus, der linke Arm des Be
schwerdeführers sei seit dem Unfall im Jahr 2009 mehrfach klinisch unter
sucht worden. Es habe sich zu Beginn der Beschwerden eine Hypästhesie des
Nervus
ulnaris
links versorgten Hautareals, zudem wahrscheinlich auch eine leichte Lähmung des Fingerspreizens beziehungsweise der Abduktion des
Klein
fingers
gezeigt. Dieses Ausfallsmuster entspreche einer
leichtgradigen
Funktionsstörung des
Nervus
ulnaris
links, so
dass
zu Recht
davon ausgegangen worden sei, es sei beim Unfall zu einer leichten
Kontusionierung
des linken
Nervus
ulnaris
gekom
men. In den späteren Untersuchungen sei, wohl wegen der Ausweitung der Schmerzen, der damit verbundenen Schonhaltung und dem deshalb vermin
derten Mitmachen des Beschwerdeführers, die klinische Symptomatik nicht
mehr so klar gewesen. Es könne aber immerhin festgestellt werden, das
s
Echt
zeitdokumente
tatsächlich auf eine leichte, klinisch feststellbare Funktionsstö
rung des
Nervus
ulnaris
hinweisen würden, die durch den erlittenen Unfall mit Anschlagen des Ellenbogens zu erklären gewesen sei. Derartige leichte
Nerven
kontusionen
hätten eine sehr günstige Prognose, würden sie doch nach wenigen Wochen ohne Residuen ausheilen
(S. 24 oben)
.
Ab etwa Juli 2009 seien von den untersuchenden Ärzten zunehmend Beschwer
den notiert worden, die über eine reine
Ulnarisstörung
links hinausgegangen seien. Auch bei der aktuellen Untersuchung habe der Beschwerdeführer über Beschwerden geklagt (Schmerzen linker Kopf, linkes Bein, rechte Hand, Mus
kel
schwäche praktisch aller Muskeln des linken Armes, sensibles
Hemisyndrom
links), welche nicht durch eine Ellenbogenkontusion und/oder eine Funktions
stö
rung des
Nervus
ulnaris
links verursacht sein könnten.
Es sei davon auszu
ge
hen, dass es seit dem Unfall zu einer Ausweitung der anfänglichen Sympto
ma
tik gekommen sei, die nicht durch eine organische Störung des
Nervus
ulnaris
links erklärbar sei
(S. 24 f.)
.
Hinsichtlich der Frage wie gross der Anteil organisch begründeter Beschwerden am gesamten Beschwerdebild sei, sei bemerkenswert, dass keine objektiven kli
nischen Befunde einer Nervenschädigung des
Nervus
ulnaris
haben gefunden werden können: So liege keine spürbare Temperaturdifferenz zwischen den Händen vor, ebenso wenig eine deutliche Muskelatrophie der vom
Nervus
ulna
ris
versorgten intrinsischen Handmuskulatur und auch kein vermehrtes oder vermindertes Schwitzen an der linken Hand. Sodann seien die
Muskeleigenre
flexe
seitengleich, obwohl bei der Kraftprüfung weitreichende linksseitige Mus
kelschwächen demonstriert worden seien, dementsprechend die
Muskeleigenre
flexe
links also hätten vermindert sein müssen.
Alle anderen klinischen Befunde (insbesondere Kraft, motorische Prüfung, Sensibilität) seien nur bei einwand
freier Kooperation des Beschwerdeführers „objektiv“ und deshalb nicht zur kli
nischen Objektivierung oder Quantifizierung einer allfälligen Nervenschädigung geeignet
(S. 25)
.
Bei der aktuellen Messung seien normale Nervenleitgeschwindigkeiten des
Ner
vus
ulnaris
im Bereich des linken
Sulcus
ulnaris
gemessen worden. Es seien nie Zeichen einer
axonalen
Nervenschädigung nachgewiesen worden. In diesem Punkt seien sich die vier bisher durchgeführten Neurographien einig.
Axonale
Nervenschädigungen könnten auch in der
Nadelmyographie
nachgewiesen wer
den. Alle, auch die aktuell durchgeführte
Nadelmyographie
, hätten keine
Dener
vationszeichen
und damit keine Zeichen einer
axonalen
Ulnarisschädigung
gezeigt. Auch die aktuell durchgeführte quantitative
Nadelmyographie
, welche
Veränderungen erfasse, die durch eine in der Vergangenheit abgelaufene
axo
nale
Nervenverletzung entstehen würden, sei normal. Dementsprechend habe auch diese Untersuchung also keine Hinweise auf eine früher abgelaufene Läsion des
Nervus
ulnaris
links gezeigt
(S. 25 ff.)
.
Zusammengefasst habe beim Beschwerdeführer keine nennenswerte Läsion des
Nervus
ulnaris
links nachgewiesen werden können. Es fänden sich auch keine objektiven klinischen Zeichen einer
Ulnaris
-Läsion
. Im gutachterlichen
Gesamt
zusammenhang
könne damit gefolgert werden, dass kein organisches Korrelat der enormen vom Beschwerdeführer geklagten Schmerzen habe gefunden wer
den können
(S. 28)
.
Eine Kausalität der aktuellen, subjektiv massiven Schmerzen mit dem Unfall vom 7. April 2009 sei unwahrscheinlich. Dies gelte insbesondere auch in der Annahme, es sei beim Unfall tatsächlich zu einer leichten Kontusion des
Nervus
ulnaris
links gekommen (S. 29 Ziff. 5).
4.2
Dr.
E.___
hielt in seinem Bericht vom 8. Oktober 2014
fest,
es bestünden keine Hinweise auf eine
Ulnaris
-Läsion links am
Sulcus
, auch seien keine signifikan
ten Seitendifferenzen feststellbar. Ebenfalls habe die neurographische Untersu
chung für den
Nervus
medianus
beidseits normale Verhältnisse aufgezeigt. Auch die Tatsache, dass das quantitative EMG eines
Ulnaris
-versorgten kleinen Handmuskels im April 2014 völlig normal ausgefallen sei, spreche gegen eine signifikante
Ulnaris
-Läsion (Urk. 35 S. 2 f.).
4.3
Am 26. November 2014 wurde im
F.___
ein MRI bei
der Ellbogen durchgeführt
(Urk. 4
1
)
.
Im entsprechenden Bericht wurde ausge
führt, es
seien Zeichen eines
Sulcus
ulnaris
-Syndroms links mit deutlicher Neuropathie des
Nervus
ulnaris
festzustellen. Ansonsten habe sich ein normaler Befund ergeben.
5.
5.1
Das Bundesgericht taxierte die vorangegangene Sachverhaltsabklärung als unzu
reichend, weil in den
medizinischen Akten
Anhaltspunkte vorhanden
gewesen seien
, dass zwischen dem Sturz vom
7.
April 2009 und dem
Sulcus
ulnaris
-Syndro
m ein Kausalzusammenhang bestünde. Dies war der Anlass für die Rückweisung mit der Anweisung
,
die Frage nach dem Bestehen des besagten Syndroms, dessen Ursächlichkeit und möglichen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit gutachtlich
abzuklären
(vorstehend
E. 3.3).
5.2
Prof.
C.___
nahm Bezug auf die gestellten Diagnosen sowie die - insbesondere auch durch elektrophysiologische Messungen - erhobenen Befunde und legte ausführlich sowie nachvollziehbar dar, dass kein organisches Korrelat der
geklagten Beschwerden vorliegt. Er berücksichtigte die medizinischen
Vorakten
ebenso wie die geklagten Be
schwerden des Beschwerdeführers. D
ie Darlegung der medizinischen Befunde sowie deren Beurteilung ist einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet, mithin erfüllt das
Gerichts
gutachten
die seitens der Rechtsprechung konkretisierten Anforderungen (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c) vollumfänglich.
Wie Prof.
C.___
ausführlich und nachvollziehbar darlegte
(vorangehend E. 4.1)
, konnten
keine objektiven klinischen Befunde einer Nervenschädigung des
Nervus
ulnaris
gefunden werden. Die elektrophysiologischen Untersuchungen erga
ben einen Normalbefund. Es fehlt sowohl an objektivierbaren klinischen Befunden als auch an einem elektrophysiologischen Korrelat hinsichtlich
der
geklagten Beschwerden.
Die Diagnose eines
Sulcus
ulnaris
-Syndroms sei wegen der generellen Schmerzschonung klinisch nicht nachvollziehbar (vgl. Urk. 19 S. 31 unten).
Demnach verneint Prof.
C.___
das Vorliegen eines
Sulcus
ulnaris
-Syndroms und den kausalen Zusammenhang zwischen den aktuellen Beschwer
den und dem Unfall vom 7. April 200
9.
5.3
Nichts anderes ergibt sich aus dem Bericht von
Dr.
E.___
(vorangehend E. 4.2)
, den der Beschwerdeführer im Nachgang an das erstattete Gerichtsgutachten zur „Bestätigung oder Verwerfung der Diagnose
Nervus
ulnaris
Syndrom“ (vgl. Urk. 30) aufsuchte:
Dr.
E.___
sprach von einer nicht nachvollziehbaren Symptomausweitung. Die neurographischen Werte seien normal und eine Läsion des
Nervus
ulnaris
links lasse sich nicht nachweisen. Soweit er allerdings trotzdem einen kausalen Zusammenhang zwischen den aktuellen Beschwerden und dem früheren Unfall geltend macht
e
, wurde dies nicht nachvollziehbar
begründet
und
steht
insbesondere
im Widerspruch
zu
den von ihm
erhobenen Befunden.
5.4
Schliesslich vermag auch der Bericht
der Ärzte
des
F.___
zum MRI vom 26. November 2014 das Gerichtsgutachten nicht in Frage zu stellen. In ihrer Beurteilung
schlossen die Ärzte des
F.___
zwar auf Zeichen eines
Sulcus
ulnaris
-Syndroms links mit deutlicher Neuropathie des
Nervus
ulnaris
(vorangehend E. 4.3).
Dass dieser Befund allerdings in einem Zusammenhang mit dem Unfall vom 7. April 2009
sei
,
wurde
von den Ärzten des
F.___
nicht postuliert.
Denn i
m früheren MRI vom 6. Juli 2009 konnte eine Pathologie des linken Ellen
bogens ausgeschlossen werden. Die damaligen Ärzte führten weiter aus (Urk. 2/11/7 S. 2): „Sollte sich in der neurologischen Untersuchung ein deutli
ches
Sulcus
ulnaris
-Syndrom mit Veränderung der Nervenleitgeschwindigkeit zeigen, bitten wir um direkte Zuweisung zu unseren
Handchirurgen.“ In der Folge zeigte sich eine normale Nervenleitgeschwindigkeit
(vgl. Urk. 2/11/19 S. 1 unten, sowie Urk. 19 S. 26).
Im Übrigen nahm Prof.
C.___
zur Interpretation der verschiedenen Messwerte Stellung und legte ausführlich dar, weshalb
diese Messparameter nicht als orga
nisches Korrelat der beklagten Schmerzen herangezogen werden könne
n bezie
hungsweise weshalb
der Befund einer Verlangsamung der Leitgeschwindigkeit im
Sulcus
ulnaris
zur Objektivierung des organischen Ursprunges der Beschwer
den ungeeignet sei (
vgl.
Urk. 19 S. 27).
5.5
N
achdem
dem Beschwerdeführer
das Gutachten zur Stellungnahme zugestellt
wurde, machte dieser geltend
, Prof.
C.___
hätt
e in den Ausstand treten sollen. Zur Begründung führte er an, Prof.
C.___
habe
gemäss Auskunft seines behan
delnden Arztes
Dr.
G.___
bereits in der Vergangenhe
it
Neurographieergeb
nisse
des Letzteren
negiert,
die
sich in der Folge
dennoch als richtig heraus
gestellt hätten. Es liege auch ein Entschuldigungsschreiben vor (Urk. 29).
Dem Beschwerdeführer wurde im Vorfeld an die Gutachtensvergabe mit Verfügung vom 27. Juni 2013 Gelegenheit gegeben, sich zu den in Aussicht gestellten Gut
achtern, worunter unter anderem Prof.
C.___
gehörte, zu äussern sowie allfäl
lige Ausstands- und Ablehnungsgründe bekannt zu geben (vgl. Urk. 8). Der Beschwerdeführer machte nichts derg
leichen geltend (vgl. Urk. 11) und es sind auch keine Ausstands- oder Ablehnungsgründe gegen Prof.
C.___
ersichtlich. Der vom Beschwerdeführer umschriebene Sachverhalt - sofern er den
n
zutreffen würde, was unbelegt blieb - wäre ohnehin nicht geeignet, eine Befangenheit von Prof.
C.___
zu belegen.
Sodann äusserte sich Prof.
C.___
ausführlich zu den unterschiedlichen Mess
werten
der diversen
elektrophysiologischen Untersuchungen (vgl. vorangehend E. 5.4).
5.6
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die auftragsgemäss durchgeführten zusätzlichen Abklärungen zum Schluss führen,
dass mit überwiegender Wahr
scheinlichkeit kein
Sulcus
ulnaris
-Syndrom vorliegt und die geklagten Beschwer
den auf kein organisches Korrelat zurückzuführen sind.
Damit fehlt es an unfallkausalen, objektiv ausgewiesenen Beschwerden im massgebenden Zei
tpunkt.
Demnach ist der angefochtene
Einspracheentscheid
vom 14. März 2011 zu bestä
tigen, was zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6
.
6
.1
Der Sachverhalt war gemäss verbindlicher Fes
tstellung des Bundesgerichts unge
nügend abgeklärt.
Die Kosten des Gerichtsgutachtens, das erforderlich wurde, weil (gemäss Bundesgericht) der Sachverhalt ungenügend abgeklärt wurde, sind rechtsprechungsgemäss der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (BGE 139 V 496 E. 4.4).
6
.2
Somit sind die Kosten des Gerichtsgutachtens im Betrag von
Fr.
7
‘
000.--
(Urk.
20
) von der Beschwerdegegnerin dem Gericht zu erstatten.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gutachtenskosten von
Fr.
7
‘
0
00.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. Rechnung und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der
Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Fürsprecher Miroslav
Paták
-
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt unter Beilage einer Kopie von Urk. 44/1
-
Bundesamt für Gesundheit
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannFonti