# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 92202584-f790-5f5a-a5d3-501b4fd5aa3b
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-12-01
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 01.12.2021 CA.2021.9
**Docket/Reference:** CA.2021.9
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_CA-2021-9_2021-12-01

## Full Text

Beteiligung an / eventualiter Unterstützung einer kriminellen Organisation (Art. 260ter Ziff. 1 StGB) sowie Besitz von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis StGB)
Berufung (teilweise) vom 11. Mai 2021 und Anschlussberufung vom 3. Juni 2021 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.71 vom 11. September 2020
;;Beteiligung an / eventualiter Unterstützung einer kriminellen Organisation (Art. 260ter Ziff. 1 StGB) sowie Besitz von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis StGB)
Berufung (teilweise) vom 11. Mai 2021 und Anschlussberufung vom 3. Juni 2021 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.71 vom 11. September 2020
;;Beteiligung an / eventualiter Unterstützung einer kriminellen Organisation (Art. 260ter Ziff. 1 StGB) sowie Besitz von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis StGB)
Berufung (teilweise) vom 11. Mai 2021 und Anschlussberufung vom 3. Juni 2021 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.71 vom 11. September 2020
;;Beteiligung an / eventualiter Unterstützung einer kriminellen Organisation (Art. 260ter Ziff. 1 StGB) sowie Besitz von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis StGB)
Berufung (teilweise) vom 11. Mai 2021 und Anschlussberufung vom 3. Juni 2021 gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.71 vom 11. September 2020

Urteil vom 1. Dezember 2021 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Olivier Thormann, Vorsitzender, 
Beatrice Kolvodouris Janett und Andrea Blum, 
Gerichtsschreiber Ömer Keskin  

Parteien  A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Stephan A. 
Buchli,  
 

Berufungsführer / Anschlussberufungsgegner  

 
gegen 

  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Staatsanwalt 
des Bundes Kaspar Bünger,  
 

Berufungsgegnerin / Anschlussberufungsführerin  
 

Gegenstand 
 

Beteiligung an / eventualiter Unterstützung einer krimi-
nellen Organisation (Art. 260ter Ziff. 1 StGB) sowie Besitz 
von Gewaltdarstellungen (Art. 135 Abs. 1bis StGB) 
 
Berufung (teilweise) vom 11. Mai 2021 und Anschluss-
berufung vom 3. Juni 2021 gegen das Urteil der Straf-
kammer des Bundesstrafgerichts SK.2019.71 vom 
11. September 2020 
 

  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: CA.2021.9 

- 2 - 

Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte 

A.1 Die Bundeskriminalpolizei wurde ab März 2014 von verschiedenen ausländi-
schen Polizeidienststellen auf Verbindungen von A. (nachfolgend: Beschuldigter) 
zu extremistischen Islamisten aufmerksam gemacht. Sein Name fiel auch im Zu-
sammenhang mit dem jugendlichen Geschwisterpaar C. und D. aus YY., welches 
im Dezember 2014 nach Syrien ins Gebiet der Terrororganisation «Islamischer 
Staat» gereist und vom Beschuldigten und weiteren Akteuren in seinem Umfeld 
dazu verleitet worden sei (BA pag. 05-01-0002). Gestützt auf diese Informationen 
eröffnete die Bundeskriminalpolizei am 9. Januar 2015 ein polizeiliches Ermitt-
lungsverfahren. Am 29. Januar 2015 erstattete die Bundeskriminalpolizei bei der 
Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegen den Beschuldigten und unbekannte Tä-
terschaft wegen Verdachts der Unterstützung einer kriminellen Organisation (Art. 
260ter StGB) und (eventualiter) des Verstosses gegen das Bundesgesetz über 
das Verbot der Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» (nachfol-
gend: IS) sowie verwandter Organisationen vom 12. Dezember 2014 (SR 122; 
nachfolgend: Al-Qaïda/IS-Gesetz [BA pag. 05-01-0001 ff.]). 

A.2 Die Bundesanwaltschaft eröffnete am 12. Februar 2015 eine Strafuntersuchung 
gegen den Beschuldigten und unbekannte Täterschaft wegen Verdachts der Un-
terstützung einer kriminellen Organisation (Art. 260ter StGB) und Verstosses ge-
gen Art. 2 des Al-Qaïda/IS-Gesetzes (BA pag. 01-01-0001 f.). 

A.3 Der Beschuldigte wurde am 16. Februar 2016 verhaftet. Er befand sich vom 
19. Februar 2016 bis am 14. Februar 2017 in Untersuchungshaft, wobei die ers-
ten drei Monate der Haft im Rahmen eines von der Staatsanwaltschaft II des 
Kantons Zürich geführten Verfahrens wegen qualifizierter Widerhandlung gegen 
das Sportförderungsgesetz und Betrugs angeordnet wurden (BA pag. 06-01-
0001 ff.). Mit Bewilligung des zuständigen Zwangsmassnahmengerichts des 
Kantons Bern wurden ab dem Datum der Haftentlassung mehrere Ersatzmass-
nahmen (Ausweis- und Schriftensperre; Einschränkung der Bewegungsfreiheit; 
Kontaktverbote; Teilnahme an einem Beschäftigungsprogramm; Electronic Mo-
nitoring; Begleitung durch den Dienst Gewaltschutz der Kantonspolizei Zürich; 
Gewährung des jederzeitigen Zugangs durch die Bundeskriminalpolizei sowie 
Kantonspolizei Zürich zu den bewohnten Räumlichkeiten, benutzten Fahrzeugen 
und Informatikmitteln; Meldepflicht, etc.) verfügt (BA pag. 06-01-0203 ff.). 

A.4 Am 16. Februar 2016 fand am Domizil des Beschuldigten eine Hausdurchsu-
chung statt, wobei die beweisrelevanten Gegenstände von der Bundesanwalt-
schaft beschlagnahmt wurden (BA pag. 08-05-0007 f.). Die Bundesanwaltschaft 
führte vom 9. März 2015 bis 1. Juli 2016 Telefonüberwachungen (rückwirkend 

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und Echtzeit), Observationen (GPS und IMSI-Catcher), verdeckte Ermittlungen 
(Observationen mit GPS-Tracker) sowie akustische und optische Überwachun-
gen durch (BA pag. 09-01-0035 bis 09-03-0035). Im Zeitraum vom 1. April 2015 
bis 19. September 2019 holte sie im Rahmen der internationalen und nationalen 
Rechtshilfe verschiedene Unterlagen (Einvernahmeprotokolle, Urteile und Gut-
achten im Zusammenhang mit dem IS und Vorgängerorganisationen, Berichte 
über die Sicherstellung und Auswertung elektronischer Datenträger des Beschul-
digten etc.) ein (BA pag. 18-01-01-0001 bis 18-02-04-0215). Mit Verfügungen 
vom 24. November 2016 holte die Bundesanwaltschaft von verschiedenen Fi-
nanzinstituten (E. AG; F. GmbH; G. AG; H. SA; I. SA; J. AG; K. AG) Auskünfte 
über die Geschäfts- und Kreditkartenbeziehungen des Beschuldigten ein und 
ordnete die Herausgabe von Unterlagen zu deren finanziellen Verhältnissen an 
(BA pag. 07-10-01-0001 bis 07-16-02-0004). 

A.5 Die Bundesanwaltschaft dehnte die Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten 
mit Verfügung vom 13. Mai 2019 auf den Tatbestand der Gewaltdarstellungen 
(Art. 135 StGB) sachlich weiter aus (BA pag. 01-01-0012 f.). 

A.6 Am 24. Oktober 2019 erhob die Bundesanwaltschaft gegen den Beschuldigten 
Anklage wegen Beteiligung an bzw. Unterstützung einer kriminellen Organisation 
(Art. 260ter Ziff. 1 StGB) sowie weiterer Delikte (Geschäftsnummer SK.2019.62: 
TPF pag. 41.100.001 ff.). Die Prüfung der Anklageschrift durch die Strafkammer 
des Bundesstrafgerichts (hiernach Strafkammer) vom 24. Oktober 2019 im Sinne 
von Art. 329 StPO ergab, dass gestützt darauf im Hauptanklagepunkt kein Urteil 
ergehen könne, insbesondere wegen fehlender Klarheit, ob und inwiefern der 
Kampfverband «Jaish al-Muhajirin wa-l-Ansar» (nachfolgend: «JAMWA» [«Ar-
mee der Emigranten und Unterstützer»]), an welcher sich der Beschuldigte Ende 
2013 in Syrien beteiligt haben soll, durch eine etwaige organisatorische Einglie-
derung Teil des IS gewesen sein soll. Es sei weiter nicht ersichtlich gewesen, 
wann der formale Anschluss des Kampfverbands «JAMWA» an den IS stattge-
funden haben soll. Mit anderen Worten habe in der Anklageschrift die Umschrei-
bung gefehlt, inwiefern die «JAMWA» im anklagerelevanten Zeitraum Teil des IS 
gewesen sein soll. Mit Beschluss vom 13. November 2019 wies die Strafkammer 
die Anklageschrift deshalb zur Ergänzung an die Bundesanwaltschaft zurück, 
sistierte das Verfahren und hob die Rechtshängigkeit des Verfahrens beim Ge-
richt auf (Geschäftsnummer SK.2019.62: TPF pag. 41.932.001 ff.). 

A.7 Am 18. November 2019 reichte die Bundesanwaltschaft eine neue, ergänzte An-
klageschrift ein (TPF pag. 42.100.001 ff.). Die Hauptverhandlung fand vom 
10. bis und mit 12. August 2020 in Anwesenheit der Bundesanwaltschaft sowie 
des Beschuldigten und seines Verteidigers am Sitz des Bundesstrafgerichts statt 
(TPF pag. 42.720.002). Anlässlich der Hauptverhandlung wurde der Beschul-
digte einvernommen (TPF pag. 42.720.010 sowie 012). 

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A.8 Mit Urteil SK.2019.71 vom 11. September 2020 sprach die Strafkammer den Be-
schuldigten der Unterstützung einer kriminellen Organisation im Sinne von 
Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 StGB in den Anklagepunkten 1.1.2.2.1 bis 1.1.2.2.3 sowie 
des Besitzes von Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis StGB 
schuldig. Sie bestrafte ihn mit einer Freiheitsstrafe von 50 Monaten, wobei die 
Untersuchungshaft von 316 Tagen sowie die Ersatzmassnahmen (Electronic Mo-
nitoring) im reduzierten Umfang von 64 Tagen auf die Strafe angerechnet wur-
den. Ferner bestätigte sie die Weiterführung der gegenüber dem Beschuldigten 
mit Entscheid des kantonalen Zwangsmassnahmengerichts Bern vom 29. Mai 
2019 angeordneten und zuletzt mit Entscheid vom 27. August 2020 verlängerten 
Ersatzmassnahmen. Im Übrigen befand die Strafkammer über einzuziehende 
Gegenstände, Verfahrenskosten, Entschädigungen und Genugtuungsansprüche 
sowie über die Entschädigung der amtlichen Verteidigungen (TPF pag. 
42.930.001 ff.). 

A.9 Das Urteilsdispositiv wurde am 11. September 2020 den Parteien schriftlich aus-
gehändigt (TPF pag. 42.930.005 sowie 42.720.024). 

A.10 Der Beschuldigte liess mit Schreiben vom 14. September 2020 bei der Strafkam-
mer Berufung anmelden (CAR pag. 1.100.163). 

A.11 Die schriftliche Urteilsbegründung wurde am 20. April 2021 versandt und am 
21. April 2021 den Parteien zugestellt (CAR pag. 1.100.160 ff.). 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Mit Schreiben vom 20. April 2021 leitete die Strafkammer das begründete Urteil 
vom 11. September 2020 mitsamt der Berufungsanmeldung des Beschuldigten 
vom 14. September 2020 an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts wei-
ter (CAR pag. 1.100.003 f.). 

B.2 Mit Berufungserklärung vom 11. Mai 2021 liess der Beschuldigte folgende An-
träge stellen (CAR pag. 1.100.178 f.): 

«1. Das Urteil des Bundesstrafgerichts, Strafkammer, SK.2019.71 vom 11. Sep-

tember 2020 wird nur in Teilen angefochten. 

2. Die Schuldsprüche betreffend die Unterstützung einer kriminellen Organisa-

tion im Sinne von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 1.1.2.2.1 bis 

1.1.2.2.3) und den Besitz von Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 

1bis StGB gemäss Ziff. I. 1 des vorinstanzlichen Urteils werden anfochten. Der 

Berufungsführer beantragt im Berufungsverfahren einen vollumfänglichen 

Freispruch. 

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3. Die Strafzumessung und die Anordnung der Zuständigkeit des Kantons Zü-

rich für den Vollzug der Strafe gemäss Ziff. I.2 bzw. Ziff. I.3 des vorinstanzli-

chen Urteils werden entsprechend ebenfalls angefochten. 

4. Die Anordnung der Weiterführung der Ersatzmassnahmen gemäss Ziff. I.4 

des vorinstanzlichen Urteils wird angefochten. Der Berufungsführer beantragt 

im Berufungsverfahren, dass sämtliche ihm auferlegten Ersatzmassnahmen 

aufzuheben seien. 

5. Die angeordnete Einziehung und Vernichtung der aufgeführten beschlag-

nahmten Gegenstände gemäss Ziff. III.1 des vorinstanzlichen Urteils wird 

nicht angefochten. 

6. Die Kostenauflage gemäss Ziff. IV.1.2 des vorinstanzlichen Urteils wird an-

gefochten, soweit es den Berufungsführer betrifft. Der Berufungsführer bean-

tragt im Berufungsverfahren, es seien die Kosten des Untersuchungsverfah-

rens und des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens vollumfänglich auf die 

Staatskasse zu nehmen. Weiter beantragt der Berufungsführer, es seien die 

Kosten des Berufungsverfahrens vollumfänglich auf die Staatskasse zu neh-

men. 

7. Die Entschädigungs- und Genugtuungsfolgen gemäss Ziff. V.1 des vo-

rinstanzlichen Urteils werden angefochten. Der Berufungsführer beantragt im 

Berufungsverfahren, es sei ihm eine angemessene Genugtuung aus der 

Staatskasse auszurichten. 

8. Die Anordnung gemäss Ziff. VI.1 des vorinstanzlichen Urteils, wonach der 

Berufungsführer der Eidgenossenschaft für die Entschädigung seines amtli-

chen Verteidigers Ersatz zu leisten hat, sobald es seine wirtschaftlichen Ver-

hältnisse erlauben, wird angefochten. Der Berufungsführer beantragt im Be-

rufungsverfahren, es seien die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche im 

Untersuchungsverfahren und im erstinstanzlichen Gerichtsverfahren entstan-

den sind, vollumfänglich auf die Staatskasse zu nehmen. Weiter beantragt 

der Berufungsführer, es seien die Kosten der amtlichen Verteidigung, welche 

im Berufungsverfahren entstehen, vollumfänglich auf die Staatskasse zu neh-

men.» 

B.3 Die Bundesanwaltschaft erklärte im Hinblick auf die vom Beschuldigten erhobene 
Berufung mit Schreiben vom 3. Juni 2021 Anschlussberufung (CAR pag. 
2.100.009 ff.). In Bezug auf den Beschuldigten stellte die Bundesanwaltschaft 
folgende Anträge: 

«1. Die Bundesanwaltschaft (BA) verzichtet auf die Beantragung des Nichteintre-

tens hinsichtlich der Berufungen gegen das Urteil SK.2019.71 der Strafkam-

mer des Bundesstrafgerichts vom 11. September 2020. 

2. Die BA erklärt innert Frist Anschlussberufung i.S.v. Art. 400 Abs. 3 Bst. b 

StPO gegen das angefochtene Urteil wie folgt: 

Das Urteil SK.2019.71 der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 

11. September 2020 wird in folgenden Teilen angefochten: 

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i. A. 

a. Schuldpunkt: Schuldspruch wegen der Unterstützung einer kriminel-

len Organisation im Sinne von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 StGB in den 

Anklagepunkten 1.1.2.2.1 bis 1.1.2.2.3 (Ziff. I.1 des Dispositivs des 

angefochtenen Urteils); 

b. Bemessung der Strafe (Ziff. I.2 des Dispositivs des angefochtenen 

Urteils). 

ii. (…) 

3. Die BA beantragt dem Gericht die Abänderung des angefochtenen Urteils wie 

folgt: 

i. A. 

a. A. sei schuldig zu sprechen der Beteiligung an einer kriminellen Or-

ganisation im Sinne von Art. 260ter StGB; 

b. A. sei mit einer Freiheitsstrafe von 55 Monaten zu bestrafen, unter 

Anrechnung von erstandener Untersuchungshaft und Ersatzmass-

nahmen. 

ii. (…) 

4. (…) 

5. (…) 

6. (…)» 

B.4 Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Gericht entsprechend der Verfü-
gung über Beweismassnahmen vom 9. November 2021 (CAR pag. 6.200.041 ff.) 
ergänzende Unterlagen der dem Gericht bereits vorliegenden Akten zum gegen 
D. und C. wegen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über das Verbot der 
Gruppierungen «Al-Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organi-
sationen und Beteiligung an resp. Unterstützung einer kriminellen Organisation 
geführten Verfahren SB190176-O sowie SB190175-O bei der I. Strafkammer des 
Obergerichts des Kantons Zürich ein (CAR pag. 6.400.277 ff.; 6.400.1094 ff.). 
Ferner ersuchte das Gericht die Staatsanwaltschaften Winterthur/Oberland des 
Kantons Zürich sowie Kreuzlingen des Kantons Thurgau mit den Schreiben vom 
11. November 2021 (CAR pag. 6.400.010 f.; 6.400.007 f.) um die Zustellung der 
Akten zum gegen den Beschuldigten wegen Betrug geführten zürcherischen Ver-
fahrens A-4/2021/9106 (CAR pag. 6.400.012 ff.) sowie der Akten zum gegen den 
Beschuldigten wegen Förderung von Doping und unerlaubte Verbreitung von 
Arzneimitteln i.S. des Heilmittelgesetzes geführten thurgauischen Verfahrens 
SUV_K.2021.1134/BRA (CAR pag. 6.400.281 ff.). Schliesslich holte das Gericht 
von Amtes wegen betreffend den Beschuldigten einen Auszug aus dem schwei-
zerischen Strafregister, dessen Betreibungsregisterauszug sowie dessen aktu-
elle Steuerunterlagen ein (CAR pag. 6.400.002 f.; 6.400.005 f. sowie 6.400.1172 
ff.). 

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B.5 Die Berufungsverhandlung fand am 22. und 23. November 2021 in Anwesenheit 
des Beschuldigten und seiner amtlichen Verteidigung sowie der Bundesanwalt-
schaft am Sitz der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts in Bellinzona statt 
(CAR pag. 7.200.002). Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 22. und 23. 
November 2021 liess der Beschuldigte folgende Anträge stellen (CAR pag. 
7.200.007): 

«1. Das Urteil des Bundesstrafgerichts, Strafkammer, SK.2019.71 vom 11. Sep-

tember 2020 sei in Bezug auf die Dispositivziffern I.1, 2, 3 und 4, IV.1.1 und 

1.2, V.1 und Vl.1 aufzuheben. 

2. Der Berufungsführer A. sei vollumfänglich freizusprechen. 

3. Es seien sämtliche, dem Berufungsführer A. auferlegten und mit vorinstanz-

lichem Urteil verlängerten Ersatzmassnahmen aufzuheben. 

4. Es sei dem Berufungsführer A. eine angemessene Genugtuung aus der 

Staatskasse auszurichten. 

5. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens, inklusive 

diejenigen der amtlichen Verteidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

6. Und abschliessend seien die Kosten des Berufungsverfahrens, inklusive die-

jenigen der amtlichen Verteidigung, auf die Staatskasse zu nehmen.» 

Die Bundesanwaltschaft stellte anlässlich der Berufungsverhandlung folgende 
Anträge (CAR pag. 7.200.008): 

«1. Das Urteil SK.2019.71 der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 

11. September 2020 sei wie folgt abzuändern: 

a) Urteilsdispositiv Ziff. I.1: A. wird schuldig gesprochen der Beteiligung 

an einer kriminellen Organisation (Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 1 StGB) in 

den Anklagepunkten 1.1.2.2.1 bis 1.1.2.2.3. 

b) Urteilsdispositiv Ziff. I.2: A. wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 

55 Monaten. Die Untersuchungshaft von 316 Tagen sowie die Ersatz-

massnahmen in reduziertem Umfang werden auf die Strafe angerech-

net. 

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzuerlegen.» 

B.6 Das Urteil CA.2021.9 wurde den Parteien am 1. Dezember 2021 schriftlich im 
Dispositiv eröffnet (CAR pag. 11.100.001 ff.). 

  

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Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Eintretensvoraussetzungen 

1.1 Schweizerische Gerichtsbarkeit 

1.1.1 Der Tatbestand der kriminellen Organisation sieht eine ergänzende Zuständig-
keit zu den allgemeinen Bestimmungen von Art. 6 und 7 StGB für die Verfolgung 
von Auslandtaten im Rahmen von Art. 260ter Ziff. 1 StGB vor: Strafbar ist dem-
nach auch, wer die Tat im Ausland begeht, wenn die Organisation ihre verbre-
cherische Tätigkeit ganz oder teilweise in der Schweiz ausübt oder auszuüben 
beabsichtigt (Art. 260ter Ziff. 3 StGB). 

1.1.2 Die Bundesanwaltschaft wirft dem Beschuldigten im Hauptanklagepunkt Ziff. 
1.1.2.2.1 vor, seine Straftaten nach Art. 260ter StGB (Beteiligung an bzw. eventu-
ell Unterstützung der kriminellen Organisation «IS im Irak und Grosssyrien» 
[nachfolgend: ISIG] bzw. IS) im Jahr 2013 im Ausland in Syrien begangen zu 
haben. Die angeklagten Straftaten unterstehen im Sinne von Art. 260ter Ziff. 3 
StGB der schweizerischen Gerichtsbarkeit, da der ISIG und IS ihre verbrecheri-
schen Tätigkeiten im anklagerelevanten Zeitraum unter anderem mittels Propa-
ganda in der Schweiz ausgeübt haben (Urteile des Bundesstrafgerichts 
SK.2019.23 vom 15. Juli 2019 und SK.2019.63 vom 18. Dezember 2019). In Be-
zug auf die weiteren angeklagten Tatbestände stellen sich keine diesbezüglichen 
Fragen. Die schweizerische Gerichtsbarkeit ist demnach insgesamt gegeben. 

1.2 Bundesgerichtsbarkeit 

Das Gericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen. Die Anklage lautet im 
Hauptanklagepunkt auf Beteiligung an / eventuell Unterstützung einer kriminellen 
Organisation. Art. 260ter Ziff. 1 StGB untersteht nach Art. 24 Abs. 1 StPO der 
Bundesgerichtsbarkeit, wenn die Straftat zu einem wesentlichen Teil im Ausland 
begangen worden ist (lit. a) oder in mehreren Kantonen begangen worden ist und 
dabei kein eindeutiger Schwerpunkt in einem Kanton besteht (lit. b). Vorliegend 
wirft die Bundesanwaltschaft dem Beschuldigten vor, die Straftat nach Art. 260ter 
Ziff. 1 StGB in Syrien begangen zu haben. Die Voraussetzungen von Art. 24 
Abs. 1 StPO sind somit erfüllt. Für die Verfolgung des angeklagten Delikts der 
Gewaltdarstellungen bestünde grundsätzlich kantonale Zuständigkeit 
(Art. 22 StPO). Mit Verfügungen vom 6. März 2019 und 13. Mai 2019 (BA pag. 
01-01-0012 f.) ordnete die Bundesanwaltschaft gestützt auf Art. 26 Abs. 2 StPO 
die Vereinigung der Verfahren in der Hand der Bundesbehörden an (vgl. E. A.5). 
Die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts ist somit in der Besetzung mit 

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drei Richtern oder Richterinnen für die Beurteilung der vorliegenden Berufung 
und der Anschlussberufung örtlich und sachlich zuständig (Art. 21 Abs. 1 
lit. a StPO; Art. 33 lit. c, Art. 38a und Art. 38b StBOG). 

1.3 Eintreten 

1.3.1 Die Berufungsanmeldung und die Berufungserklärung des Beschuldigten erfolg-
ten jeweils fristgerecht (Art. 399 Abs. 1-3 StPO). Die übrigen Eintretensvoraus-
setzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, womit auf die Berufung ein-
zutreten ist. 

1.3.2 Die Bundesanwaltschaft reichte ihre Anschlussberufung unter Fristenwahrung 
ein. Damit ist vorliegend auch auf die Anschlussberufung einzutreten. 

2. Anwendbares Recht 

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB wird nach geltendem Recht beurteilt, wer nach des-
sen Inkrafttreten ein Verbrechen oder Vergehen begangen hat. Massgebend ist 
der Zeitpunkt der Vornahme der tatbestandsmässigen Handlung (POPP/BERKE-
MEIER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 2 StGB N. 5). Als Ausnahme be-
stimmt Art. 2 Abs. 2 StGB, dass eine Tat, welche vor Inkrafttreten des Gesetzes 
begangen wurde, nach dem neuen Recht zu beurteilen ist, wenn dieses für den 
Täter das mildere ist (lex mitior). 

2.2 In den Hauptanklagepunkten 1.1.2.2 betreffend Beteiligung an / eventuell Unter-
stützung einer kriminellen Organisation (ISIG bzw. IS) gemäss Art. 260ter 
Ziff. 1 aStGB werden dem Beschuldigten Tathandlungen vorgeworfen, welche er 
vor Inkrafttreten des Al-Qaïda/IS-Gesetzes am 1. Januar 2015 begangen haben 
soll. Es ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass Art. 260ter Ziff. 1 aStGB in der Ge-
setzesversion, welche zum fraglichen Tatzeitpunkt in Kraft war (in Kraft bis 
30. Juni 2021), und Art. 2 Abs. 2 Al-Qaïda/IS-Gesetz sich hinsichtlich des Straf-
rahmens nicht unterscheiden. Er beträgt in beiden Fällen Geldstrafe oder Frei-
heitsstrafe bis zu 5 Jahren. Entsprechend der vorinstanzlichen Erkenntnis sind 
die dem Beschuldigten vorgeworfenen Tathandlungen in Anwendung von Art. 2 
Abs. 1 StGB nach der im Zeitpunkt deren mutmasslichen Begehung geltende 
und bis zum 30. Juni 2021 beachtliche Fassung der Bestimmung von Art. 260ter 
Ziff. 1 aStGB zum Tatbestand der Beteiligung an bzw. Unterstützung einer krimi-
nellen Organisation zu prüfen (vgl. Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2019.23 
vom 15. Juli 2019 E. 1.6.2.1; Urteil des Bundesstrafgerichts SK.2016.9 vom 
15. Juli 2016 E. 1.15; ENGLER, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 260ter StGB 
N. 30). 

 

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3. Verfahrensgegenstand und Überprüfungsbefugnis 

3.1 Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefoch-
tenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO), wobei es zugunsten der beschuldigten 
Person auch nicht angefochtene Punkte überprüfen kann, um gesetzwidrige oder 
unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 StPO). Die vorliegende 
Berufung richtet sich gegen die Dispositivziffern I., IV.1.1 und 1.2, V.1 und Vl.1 
des Urteils des Bundesstrafgerichts SK.2019.71 vom 11. September 2020 und 
somit gegen den Schuldspruch sowie die Sanktion wegen Unterstützung einer 
kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 aStGB und Besitz 
von Gewaltdarstellungen im Sinne von Art. 135 Abs. 1bis StGB, den Vollzug der 
Strafe durch den Kanton Zürich, die Weiterführung der Ersatzmassnahmen, die 
Auferlegung der Verfahrenskosten, die Rückweisung der Entschädigungs- und 
Genugtuungsansprüche des Beschuldigten und die Anordnung, der Eidgenos-
senschaft für die Entschädigung seines amtlichen Verteidigers Ersatz zu leisten 
(CAR pag. 1.100.178 f.; 7.200.007). Sodann hat die Bundesanwaltschaft die An-
schlussberufung erklärt, welche sich gegen das Urteilsdispositiv Ziff. I.1 sowie 
Ziff. I.2 bzw. den Schuldspruch und die darauf basierende Strafe des Beschul-
digten wegen Unterstützung einer kriminellen Organisation im Sinne von 
Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 aStGB. Damit ist das angefochtene Urteil bezüglich der 
Verurteilung und der dazugehörigen Strafe wegen Unterstützung einer kriminel-
len Organisation im Sinne von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 StGB umfassend zu über-
prüfen und das Verschlechterungsverbot (vgl. Art. 391 Abs. 2 StPO) kommt vor-
liegend diesbezüglich nicht zur Anwendung. Da der Beschuldigte in seiner Beru-
fungserklärung vom 11. Mai 2021 ausdrücklich darauf verzichtet, die vorinstanz-
liche Anordnung Dispositivziffer III.1 hinsichtlich der Einziehung und Vernichtung 
von einer Reihe von Gegenständen zu rügen (vgl. supra E. B.2), und auch der 
Anschlussberufung der Bundesanwaltschaft kein diesbezüglicher Anfechtungs-
wille zu entnehmen ist (vgl. supra E. B.3), ist die vorinstanzliche Anordnung Dis-
positivziffer III.1 betreffend die Einziehung in Rechtskraft erwachsen und bildet 
daher kein Gegenstand im vorliegenden Berufungsverfahren. 

3.2 Der Beschuldigte erhebt gegen die Bundesanwaltschaft den Vorwurf, das aus 
der Objektivitätspflicht fliessende strafprozessuale Fairnessgebot nach Art. 3 
Abs. 2 lit. c StPO verletzt zu haben, indem sie vor der Berufungsinstanz eine 
schwerere Bestrafung des Beschuldigten beantrage als im Verfahren vor der Vo-
rinstanz, obgleich die Ausgangslage dieselbe sei (Plädoyernotizen RA Buchli, 
Rz. 13 f. [CAR pag. 7.300.080]). Diesbezüglich gilt es festzuhalten, dass die Bun-
desanwaltschaft gemäss Art. 104 Abs. 1 lit. c StPO im Haupt- und Rechtsmittel-
verfahren eine Partei ist. Vorliegend hat sie auch eine Anschlussberufung ange-
hoben. Entsprechend unterliegt sie hinsichtlich der Formulierung ihrer Anträge 
keinen Einschränkungen aufgrund des strafprozessualen Fairnessgebots. Die 
Rüge erweist sich demzufolge als unbegründet. 

- 11 - 

4. Rüge der Verletzung des Anklagegrundsatzes 

4.1 Nach dem aus Art. 29 Abs. 2 und Art. 32 Abs. 2 BV sowie aus Art. 6 Ziff. 1 und 
Ziff. 3 lit. a und b EMRK abgeleiteten und in Art. 9 Abs. 1 StPO festgeschriebenen 
Anklagegrundsatz bestimmt die Anklageschrift den Gegenstand des Gerichtsver-
fahrens (Umgrenzungsfunktion; Immutabilitätsprinzip). Das Gericht ist an den in 
der Anklage wiedergegebenen Sachverhalt gebunden, nicht aber an dessen 
rechtliche Würdigung durch die Anklagebehörde (Art. 350 Abs. 1 StPO). In der 
Anklageschrift sind (unter anderem) die der beschuldigten Person vorgeworfe-
nen Taten mit Beschreibung von Ort, Datum, Zeit, Art und Folgen der Tatausfüh-
rung möglichst kurz, aber genau, zu bezeichnen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). 
Zugleich bezweckt das Anklageprinzip den Schutz der Verteidigungsrechte der 
beschuldigten Person und garantiert den Anspruch auf rechtliches Gehör (Infor-
mationsfunktion; BGE 133 IV 235 E. 6.2 f.; 126 I 19 E. 2a; je mit Hinweisen). 
Durch klare Umgrenzung des Prozessgegenstands und Vermittlung der für die 
Verteidigung notwendigen Informationen soll dem Betroffenen ein faires Verfah-
ren garantiert werden. Entscheidend ist, dass der Beschuldigte genau weiss, was 
ihm konkret vorgeworfen wird (Urteile des Bundesgerichts 6B_209/2010 vom 
2. Dezember 2010 E. 2.4 und 6B_794/2007 vom 14. April 2008 E. 2.1, je m.w.H.). 
Ungenauigkeiten sind solange nicht von entscheidender Bedeutung, als für die 
beschuldigte Person keine Zweifel darüber bestehen, welches Verhalten ihr an-
gelastet wird. Überspitzt formalistische Anforderungen dürfen an die Anklage-
schrift nicht gestellt werden (Urteil des Bundesgerichts 6B_114/2019 vom 
26. Februar 2020 E. 2.1; HEIMGARTNER/NIGGLI, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, 
Art. 325 StPO N. 37a). 

4.2 Der Beschuldigte liess im Rahmen seines Parteivortrags in verschiedener Hin-
sicht die Verletzung des Anklagegrundsatzes im Hinblick auf die Gruppierung 
«JAMWA» rügen (Plädoyernotizen RA Buchli, Rz. 22 ff. [CAR pag. 7.300.082 
ff.]). 

4.2.1 Zusammengefasst bringt der Beschuldigte zunächst vor, dass die Vorinstanz die 
erste Anklageschrift mit der Begründung zurückgewiesen habe, dass die gesetz-
lichen Erfordernisse an eine kriminelle Organisation hinsichtlich dieser bestimm-
ten kriminellen Organisation bzw. jeder einzelnen Organisation, auf die sich der 
Handlungsvorwurf beziehe, dargestellt werden müssten. Die Anklageschrift 
müsse dabei namentlich diejenigen Momente umschreiben, welche das Gesetz 
für die Tatbestandselemente der kriminellen Organisation als wesentlich be-
zeichne und dazu Kriterien, welche nach herrschender Gerichtspraxis begriffs-
notwendig seien: Austauschbarkeit der Mitglieder, systematische Arbeitsteilung, 
Professionalität, hierarchische Gliederung und deren Absicherung durch Zwang. 
Gemäss neuer Anklageschrift solle die «JAMWA» somit nur während einiger we-
niger Monate bestanden haben. Sie habe somit definitiv keine auf lange Frist 

- 12 - 

angelegte Struktur aufgewiesen, welche aber gerade eben als zentrales Element 
gegeben sein müsste, um überhaupt eine kriminelle Organisation gemäss dem 
Strafgesetz darzustellen. Die Vorinstanz habe nunmehr in ihrem Urteil mit Bezug 
zum Anklageprinzip ausgeführt, es sei entscheidend, dass der Beschuldigte ge-
nau wisse, was ihm konkret vorgeworfen werde. Gleichzeitig habe sie aber fest-
gehalten, der Anklage sei «implizit» zu entnehmen, dass es sich bei der 
«JAMWA» ebenfalls um eine kriminelle Organisation gehandelt hätte, weshalb 
sich eine nähere Umschreibung der für kriminelle Organisationen charakteristi-
schen Voraussetzungen nun offenbar doch erübrige. Die entsprechende Erwä-
gung der Vorinstanz sei schlicht nicht schlüssig und stehe in einem offensichtli-
chen Widerspruch zu ihrem eigenen Rückweisungsbeschluss. Nachdem also 
auch die Anklageschrift vom 18. November 2019 kein einziges Wort über die 
Geheimhaltung des Aufbaus und der personellen Zusammensetzung der 
«JAMWA» verliere, genüge sie den gesetzlichen Anforderungen offensichtlich 
nicht (Plädoyernotizen RA Buchli, Rz. 22 ff. [CAR pag. 7.300.082 ff.]). 

4.2.2 Ferner liess der Beschuldigte vortragen, dass nach der diesbezüglich gefestigten 
und klaren Rechtsprechung des Bundesgerichts zudem zu prüfen gewesen 
wäre, ob die «JAMWA» im Zeitpunkt der angeblichen Beteiligung überhaupt als 
terroristisch einzustufen gewesen sei. Aufgrund der Anklageumschreibungen 
bleibe dies indes gänzlich unklar. Auch den Akten würden sich hierzu keine ent-
sprechenden Informationen entnehmen lassen. Die Vorinstanz sei diesem offen-
sichtlichen und unlösbaren Mangel in der Folge dann ausgewichen, indem sie 
erwogen habe, dass sich eine nähere Umschreibung der für kriminelle Organisa-
tionen charakteristischen Voraussetzungen erübrige. Dies gehe indes nicht an 
und zeige, wie willkürlich der vorinstanzliche Entscheid sei. Alsdann würden vor-
liegend konkrete Angaben zu allfälligen schweren Anschlägen oder anderen 
Operationen im fraglichen Zeitraum fehlen. Angesichts der mangelnden Tatsa-
chengrundlagen in der Anklageschrift könne somit schlichtweg nicht erstellt wer-
den, ob die «JAMWA» im vorliegend massgeblichen Zeitraum überhaupt an ver-
brecherischen Aktivitäten beteiligt bzw. terroristisch tätig gewesen sei. Entspre-
chend könne auch nicht erstellt werden, inwiefern der Beschuldigte im Hinblick 
auf diese nicht erwähnte, verbrecherische Zweckverfolgung der «JAMWA» Akti-
vitäten entfaltet hätte (Plädoyernotizen RA Buchli, Rz. 28 ff. [CAR pag. 
7.300.085 f.]). 

4.2.3 Weiter liess der Beschuldigte ins Feld führen, dass die Anklage keine Angaben 
darüber enthalte, ob bzw. wie der Beschuldigte in irgendeiner Form funktional in 
die «JAMWA» bzw. den IS eingegliedert gewesen wäre. Die Anklageschrift 
schweige sich sowohl darüber aus, welche Verbrechen die «JAMWA» verfolge 
bzw. ausgeübt haben solle, als auch darüber, wie der Beschuldigte die 
«JAMWA» bzw. den IS konkret gezielt und systematisch unterstützt haben solle. 
Folglich würden auch diese Ausführungen in der Anklage nicht ausreichen, um 

- 13 - 

eine Beteiligung des Beschuldigten an einer kriminellen Organisation in rechts-
genügender Form annehmen zu können. Die Argumentation der Vorinstanz, der 
Anklage sei zu entnehmen, dass der Beschuldigte von Mitte November 2013 bis 
9. Dezember 2013 für die «JAMWA» Kampf- und Wacheinsätze geleistet hätte, 
erfülle die bundesgerichtlichen Vorgaben bei Weitem nicht (Plädoyernotizen RA 
Buchli, Rz. 32 ff. [CAR pag. 7.300.086 f.]). 

4.2.4 Schliesslich moniert der Beschuldigte, dass die Bundesanwaltschaft unter dem 
Anklagepunkt 1.1.2.2.2 (Rekrutierung/Anwerbung von Personen für den IS) nicht 
die Unterstützung einer kriminellen Organisation nach Art. 260ter Ziff. 1 
Abs. 2 aStGB angeklagt habe. Sie habe zwar Art. 260ter Ziff. 1 aStGB angeführt, 
habe aber keine rechtliche Subsumtion des angeklagten Sachverhalts vorge-
nommen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung habe die Staatsanwalt-
schaft die ihres Erachtens erfüllten gesetzlichen Straftatbestände genau zu be-
zeichnen; die blosse Auflistung der angeblich erfüllten Tatbestände genüge nicht. 
Umfasse ein Gesetzesartikel mehrere Varianten, so müsse die Anklageschrift im 
Einzelnen angeben, welche im konkreten Fall anzuwenden sei. Obschon 
Art. 260ter Ziff. 1 aStGB zwei sich gegenseitig ausschliessende Tatvarianten ent-
halte, habe die Bundesanwaltschaft nicht angegeben, welcher Gesetzesartikel 
vorliegend angeblich erfüllt sein solle. Nachdem es sich hierbei jedoch ebenfalls 
um einen wesentlichen Inhalt der Anklageschrift handle, habe die Bundesanwalt-
schaft hier das Anklageprinzip verletzt. Im Inhaltsverzeichnis der Anklage werde 
unter Ziff. 1.1.2.2 die Tathandlung der angeblichen Beteiligung aufgeführt. Wenn 
die Bundesanwaltschaft dem Beschuldigten vorwerfe, sich der «JAMWA» bzw. 
dem IS angeschlossen und sich an diesen Organisationen beteiligt zu haben, 
könne sie ihm aber nicht gleichzeitig die Tatvariante der Unterstützung vorwer-
fen, da diese nur bei Personen in Betracht komme, die nicht in die Organisati-
onsstruktur integriert seien, was die Bundesanwaltschaft ja gerade nicht be-
haupte. In der von der Bundesanwaltschaft in der Anklage aufgeführten Zusam-
menfassung gehe alsdann ebenfalls hervor, dass der Beschuldigte in das Herr-
schaftsgebiet der zur kriminellen Organisation ISIG gehörenden «JAMWA» ge-
reist sei, sich an dieser beteiligt und diese unterstützt haben solle. Ferner habe 
er durch das Nutzen seines Ansehens Personen motiviert, sich der kriminellen 
Organisation IS bzw. deren Vorgänger- und Teilorganisationen (ISI, ISIG, 
«JAMWA») anzuschliessen. Schliesslich solle er den IS bzw. deren Vorgänger- 
und Teilorganisationen (ISI, ISIG, «JAMWA») durch die Verbreitung von ein-
schlägigem Propagandamaterial unterstützt haben, zumal die Bundesanwalt-
schaft ausdrücklich geltend mache, die «JAMWA» habe dem ISIG bzw. IS ange-
hört. Daraus folge, dass die Bundesanwaltschaft nur eine Beteiligung an einer 
kriminellen Organisation im Sinne von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 1 aStGB angeklagt 
habe, zumal sich diese Tathandlung und die Unterstützung nach Art. 260ter Ziff. 
1 Abs. 2 aStGB gegenseitig ausschliessen würden. Falls sich die Bundesanwalt-
schaft bezüglich der rechtlichen Qualifikation nicht sicher gewesen wäre, hätte 

- 14 - 

sie für den Fall der Verwerfung ihrer Hauptanklage eine Eventualanklage erhe-
ben können, was sie aber indes gerade nicht getan habe. Folglich komme die 
Tatvariante der Unterstützung im Sinne von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 aStGB vor-
liegend von vornherein nicht in Frage. Eine Verurteilung wegen Unterstützung 
einer kriminellen Organisation sei somit ausgeschlossen, zumal das Gericht an 
den zur Anklage gebrachten Sachverhalt gebunden sei (Plädoyernotizen RA 
Buchli, Rz. 36 ff. [CAR pag. 7.300.088 ff.]). Im Übrigen werde eine solche Betei-
ligung von der Bundesanwaltschaft nicht mittels Tatsachenbehauptungen darge-
legt (Plädoyernotizen RA Buchli, Rz. 42 [CAR pag. 7.300.091]). Denselben 
Schluss zieht der Beschuldigte im Hinblick auf den Anklagepunkt 1.1.2.2.3 be-
treffend Verbreitung von Propaganda (Plädoyernotizen RA Buchli, Rz. 297 ff. 
[CAR pag. 7.300.208]) 

4.2.5 Im Hinblick auf den Anklagepunkt 1.1.2.2.2 betreffend Rekrutierung/Anwerbung 
von Personen für den IS liess der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhand-
lung wiederum sinngemäss eine Verletzung des Anklageprinzips rügen, da die 
Anklageschrift keine Angaben enthalten würde, worin das angebliche gezielte 
Einbinden in die Projekte «KKK.» und «EE.» durch den Beschuldigten und Hin-
wirken zur Förderung des Abreisewillens bestanden hätte. Aus der Anklage gehe 
nicht hervor, woraus sich konkret ergeben solle, dass die beiden Projekte «KKK.» 
und «EE.» zum Ziel gehabt hätten, auf propagandistische Weise die Ideologie 
des IS bzw. seiner Vorgängerorganisationen zu verbreiten. Es werde ausserdem 
nicht ausgeführt, der Beschuldigte habe Personen überredet, unter Druck gesetzt 
oder gar gezwungen, ihnen die Ideologie des IS eingetrichtert oder auf andere 
Art und Weise hingewirkt, damit deren Willen gefördert worden wäre, in das Ge-
biet des IS zu reisen (Plädoyernotizen RA Buchli, Rz. 205 ff. [CAR pag. 
7.300.163 ff.]). 

4.3 Was die vom Beschuldigten aufgeworfenen Fragen, ob es sich bei der «JAMWA» 
eine kriminelle Organisation im Sinne des Gesetzes handle und ob diese Grup-
pierung terroristisch sei bzw. gehandelt habe, betrifft, ist der Vorinstanz beizu-
pflichten, dass die Anklage mit hinreichender Klarheit umschreibt, dass die 
«JAMWA» eine Teilorganisation der damaligen kriminellen Organisation ISIG ge-
wesen sei. Es wird dargelegt, dass die Gruppierung ein zum ISIG zugehöriger 
Kampfverband gewesen sein soll. Ebenso wird der historische Kontext in zeitli-
cher, personeller und sachlicher Hinsicht erläutert: Es werden nicht nur die ein-
zelnen Entwicklungsstufen bis zur Gründung des IS dargestellt, sondern insbe-
sondere auch das im anklagerelevanten Zeitraum bestehende Verhältnis zwi-
schen der «JAMWA» und dem von Abu Bakr al-Baghdadi (nachfolgend: al-Bagh-
dadi) angeführten ISIG beschrieben (TPF pag. 42.100.009 ff.). Es ist der Vo-
rinstanz zuzustimmen, dass aus der Anklageschrift nicht nur implizit, sondern 
ausdrücklich hervorgeht, dass mit der dargelegten Einbindung der «JAMWA» in 
die Strukturen des ISIG, des Vorgängers des IS, die «JAMWA» eine Organisation 

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im Stile des ISIG bzw. IS geworden sei bzw. in derselben Art wie diese handle. 
Nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung handelt(e) es sich beim IS 
sowie ISIG um kriminelle Organisationen (BGE 142 IV 175 E. 5.8), weshalb sich 
eine nähere Umschreibung der für kriminelle Organisationen charakteristischen 
Voraussetzungen erübrigte. Hinsichtlich des Einwands des Beschuldigten, dass 
Angaben darüber fehlen würden, wie er die «JAMWA» bzw. den IS konkret ge-
zielt und systematisch unterstützt habe, lässt der Anklage entnehmen, dass er 
von Mitte November 2013 bis 8. Dezember 2013 für die «JAMWA» Kampf- und 
Wacheinsätze geleistet habe. Die zu beurteilenden Tatbeiträge gehen aus der 
Anklage demnach klar hervor. Eine Verletzung des Akkusationsprinzips liegt im 
Sinne der vorinstanzlichen Erwägungen nicht vor. Im Zusammenhang mit seinem 
Einwand, die Bundesanwaltschaft habe die Unterstützung einer kriminellen Or-
ganisation nach Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 aStGB nicht angeklagt, gilt es schliesslich 
festzuhalten, dass die Anklageschrift im Wortlaut teilweise unpräzis erscheint. 
Dies gilt zwar auch für die Bezeichnung der Bestimmung, welche gemäss Bun-
desanwaltschaft durch das in der Anklageschrift beschriebene Verhalten des Be-
schuldigten erfüllt sei. Doch zieht die Bundesanwaltschaft im vom Beschuldigten 
gerügten Ziffer 1.1.2.2.2 der Anklageschrift hinsichtlich der Rekrutierung bzw. 
Anwerbung von Personen für den IS sowie Ziffer 1.1.2.2.3 betreffend Verbreitung 
von Propaganda ausdrücklich den Schluss, dass der Beschuldigte mit den zuvor 
beschriebenen Tathandlungen beabsichtigt habe, die kriminelle Organisation 
«Islamischer Staat» (IS) bzw. deren Vorgängerorganisationen (ISI und ISIG) zu 
unterstützen. Dem Beschuldigten erlaubt die durch die Bundesanwaltschaft vor-
genommene rechtliche Einordnung in ihrer Anklageschrift, an die das Gericht im 
Sinne von Art. 350 Abs. 1 StPO im Übrigen nicht gebunden ist, trotz der teilweise 
unpräzisen Begriffsverwendungen und der allgemein belassenen Bezeichnung 
der aus der Sicht der Bundesanwaltschaft einschlägigen Straftatbestände zu er-
sehen, was ihm konkret vorgeworfen wird und wie das ihm vorgeworfene Verhal-
ten strafrechtlich eingeordnet werden könnte, zumal es in diesem Zusammen-
hang ebenfalls herauszustreichen gilt, dass es sich bei der Unterstützung einer 
kriminellen Organisation nach Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 aStGB um die mildere Tat-
bestandsvariante handelt, deren Würdigung weitestgehend die Überprüfung der-
selben Sachverhaltselemente erfordert. Damit genügt die Anklageschrift auch in 
dieser Hinsicht im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung den diesbe-
züglich einschlägigen gesetzlichen Anforderungen und das Gericht ist im Hinblick 
auf beide, in Art. 260ter Ziff. 1 aStGB aufgeführten Tatbestandsvarianten gültig 
befasst (Urteil des Bundesgerichts 6B_879/2018 vom 26. April 2019 E. 1.1). 

4.4 Sofern der Beschuldigte geltend macht, die Anklageschrift würde keine Angaben 
enthalten, worin das angebliche gezielte Einbinden in die Projekte «KKK.» und 
«EE.» durch den Beschuldigten und Hinwirken zur Förderung des Abreisewillens 
bestanden hätte, ist im Sinne der diesbezüglich zutreffenden vorinstanzlichen Er-

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wägungen hervorzuheben, dass die Anklageschrift darlegt, beide in der Verant-
wortung des Beschuldigten geführten Projekte «EE.» und «KKK.» hätten das Ziel 
gehabt, auf propagandistische Weise die salafistische Ideologie des IS zu ver-
breiten, wobei die Projekte in enger sachlicher und personeller Beziehung ge-
standen und bloss Mittel zum Zweck gewesen seien. Der Anklagschrift sind 
ebenfalls die Mittel, der sich der Beschuldigte bedient haben soll, beschrieben 
(Chatgruppen mit dem Thema der radikal-islamischen Glaubenslehre des «wah-
ren Manhaj»; Audiobotschaften mit IS-Gedankengut; Anweisungen des Beschul-
digten [z.B. die Flagge des IS zu benutzen]). Aus der Gesamtbetrachtung der 
Anklageschrift ergibt sich jedenfalls ohne Weiteres, welche Taten dem Beschul-
digten vorgeworfen werden und wie sich der «modus operandi» gestaltet haben 
soll (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_114/2019 vom 26. Februar 2020 E. 2.4). 
Die Sachverhaltsumschreibung in der Anklageschrift in Bezug auf den Vorwurf 
des Anwerbens bzw. Rekrutierens von fünf Personen für den IS genügt demzu-
folge den Erfordernissen des Akkusationsprinzips. Auch diese Rüge erweist sich 
demnach als unbegründet. 

5. Teilnahmerechte und Beweisverwertbarkeit 

5.1 Recht auf Konfrontation und Verwertbarkeit von Einvernahmen 

5.1.1 Der Beschuldigte liess im Rahmen seines Parteivortrags anlässlich der Beru-
fungsverhandlung die Verwertbarkeit einer Reihe von Einvernahmen rügen. 

5.1.1.1 Der Beschuldigte liess zunächst vorbringen, dass gemäss der Vorinstanz die im 
Dezember 2014 erfolgten, belastenden Aussagen von Q., M. und N. im Zusam-
menhang mit dem nach Syrien zum IS ausgereisten Geschwisterpaar C. und D. 
in einem polizeilichen Ermittlungsverfahren der Bundeskriminalpolizei und nicht 
im Auftrag der Bundesanwaltschaft getätigt worden seien. Dem Beschuldigten 
seien damals keine Teilnahmerechte zugestanden worden, weshalb die dort ge-
machten Aussagen unbeschränkt auch gegen ihn verwertet werden dürften. Die 
betreffende Argumentation der Vorinstanz gehe indes vollkommen an der Sache 
vorbei. So gehe es im Bundesgerichtsentscheid, auf welchen die Vorinstanz ver-
weise, um polizeiliche Befragungen im gleichen Verfahren. Die polizeilichen Ein-
vernahmen vom 29. Dezember 2014 seien indes eben nicht im vorliegenden po-
lizeilichen Ermittlungsverfahren der Bundeskriminalpolizei durchgeführt worden, 
was sich bereits aus dem Umstand ergebe, dass dieses ja erst am 9. Januar 
2015 eröffnet worden sei. Vielmehr seien diese Befragungen in separaten, gegen 
das Geschwisterpaar C. und D. geführten Verfahren erfolgt. Bei solchen komme 
Art. 306 Abs. 2 lit. b StPO gerade nicht zur Anwendung. Die in den separaten 
Strafverfahren gemachten Aussagen könnten im vorliegenden Verfahren viel-
mehr nur verwertet werden, wenn der Beschuldigte wenigstens einmal während 
des Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit gehabt habe, die 

- 17 - 

ihn betastenden Aussagen in Zweifel zu ziehen und Fragen an die im getrennten 
Verfahren einvernommene Person zu stellen. Entgegen der Ansicht der Vo-
rinstanz seien die Aussagen von N. folglich nicht zulasten des Beschuldigten ver-
wertbar, da das Konfrontationsrecht unbestrittenermassen nie gewährt worden 
sei. 

5.1.1.2 Nicht verwertbar seien jedoch auch die Aussagen, welche Q. und M. am 29. De-
zember 2014 bei der Bundeskriminalpolizei zu Protokoll gegeben hätten. Diese 
Personen seien zwar anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung in An-
wesenheit des Beschuldigten und seiner Verteidigung befragt worden. Sie hätten 
ihre früher bei der Polizei getätigten Aussagen gerade eben nicht bestätigt. Es 
seien im betreffenden Zeitpunkt somit keine belastenden Aussagen mehr gegen 
den Beschuldigten vorgelegen, sodass dieser keinen Anlass bzw. keine hinrei-
chende Gelegenheit gehabt habe, diese in Zweifel zu ziehen. Die einzigen Be-
lastungen, welche die beiden Personen bestätigten, seien auf die unzulässigen 
Vorhalte durch den Vorsitzenden der Vorinstanz erfolgt. Entsprechend sei dem 
Konfrontationsanspruch des Beschuldigten nur in formeller, nicht aber in materi-
eller Hinsicht Genüge getan worden, weshalb auch die Aussagen von Q. und M. 
vom 29. Dezember 2014 nicht verwertbar seien.  

5.1.1.3 Die Vorinstanz habe alsdann zwar zurecht festgehalten, dass die Einvernahme 
von M. als Auskunftsperson bei der Bundesanwaltschaft vom 11. März 2015 und 
diejenige von Q. bei der Kantonspolizei Zürich vom 3. November 2015 als Aus-
kunftsperson in Verletzung der Teilnahmerechte des Beschuldigten stattgefun-
den hätten. Ihre Schlussfolgerung, dass die Verletzung des rechtlichen Gehörs 
durch das nachträglich gewährte Konfrontationsrecht geheilt worden wäre, nach-
dem die genannten Personen auch an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 
teilgenommen hätten, widerspreche hingegen der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung. Das Bundesgericht habe in einem jüngeren Entscheid zum wieder-
holten Male klargestellt, dass die Durchführung einer Einvernahme ohne Teil-
nahme des Beschuldigten einer Wiederholung dieser Beweiserhebung zwar 
nicht entgegenstehe. Wenn die Einvernahme aber wiederholt bzw. zu einem spä-
teren Zeitpunkt eine Konfrontationseinvernahme durchgeführt werde, dürfe die 
Strafbehörde nicht auf die Ergebnisse der vorausgegangenen Einvernahmen zu-
rückgreifen, soweit diese einem Beweisverwertungsverbot unterliegen würden. 
Vielmehr seien Aufzeichnungen über unverwertbare Beweise aus den Strafakten 
zu entfernen, bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens unter separatem 
Verschluss zu halten und danach zu vernichten. Die Einvernahme von M. als 
Auskunftsperson bei der Bundesanwaltschaft vom 11. März 2015 und diejenige 
von Q. bei der Kantonspolizei Zürich vom 3. November 2015 als Auskunftsperson 
seien folglich nicht verwertbar und aus den Strafakten zu entfernen. Die Vo-
rinstanz habe folglich zu Unrecht auf die unverwertbaren Einvernahmen abge-
stellt (Plädoyernotizen RA Buchli, Rz. 44 ff. [CAR pag. 7.300.092 ff.]). 

- 18 - 

5.1.2 Sofern es um Befragungen im selben Verfahren geht, gilt es im Hinblick auf die 
Teilnahmerechte des Beschuldigten zwischen originär polizeilichen Befragungen 
und von den Strafbehörden durchgeführte Einvernahmen zu unterscheiden. Die 
Anwesenheit der Verteidigung bei polizeilichen Einvernahmen richtet sich nach 
Art. 159 StPO (Art. 147 Abs. 1 Satz 2 StPO). Bei polizeilichen Einvernahmen der 
beschuldigten Person hat diese das Recht, dass ihre Verteidigung anwesend 
sein und Fragen stellen kann (Art. 159 Abs. 1 StPO). Die Parteien haben somit 
kein Recht, bei Beweiserhebungen durch die Polizei, etwa bei originär polizeili-
chen Einvernahmen von Auskunftspersonen, anwesend zu sein (Umkehrschluss 
aus Art. 147 Abs. 1 Satz 1 StPO). Soweit die Polizei dahingegen Einvernahmen 
im Auftrag der Staatsanwaltschaft durchführt, stehen den Verfahrensbeteiligten 
die Verfahrensrechte zu, die ihnen bei Einvernahmen durch die Staatsanwalt-
schaft zukommen (Art. 312 Abs. 2 StPO). Beweise, die in Verletzung dieser Be-
stimmung erhoben worden sind, dürfen gemäss Art. 147 Abs. 4 StPO nicht zu-
lasten der Partei verwertet werden, die nicht anwesend war. Das spezifische Teil-
nahme- und Mitwirkungsrecht fliesst aus dem Anspruch auf rechtliches Gehör 
(Art. 107 Abs. 1 lit. b StPO). Es kann nur unter den gesetzlichen Voraussetzun-
gen (vgl. Art. 108, Art. 146 Abs. 4 und Art. 149 Abs. 2 lit. b StPO; siehe auch 
Art. 101 Abs. 1 StPO) eingeschränkt werden. Spezifisch zur Regelung nach 
Art. 101 Abs. 1 Satz 1 StPO hielt das Bundesgericht fest, dass bei einem noch 
nicht einschlägig einvernommenen Beschuldigten die Staatsanwaltschaft – ähn-
lich wie bei der Akteneinsicht nach Art. 101 Abs. 1 Satz 1 StPO – im Einzelfall 
prüfen kann, ob sachliche Gründe für eine vorläufige Beschränkung der Parteiöf-
fentlichkeit bestehen. Solche Gründe liegen insbesondere vor, wenn im Hinblick 
auf noch nicht erfolgte Vorhalte eine konkrete Kollusionsgefahr gegeben ist. Falls 
die Befragung von Mitbeschuldigten sich auf untersuchte Sachverhalte bezieht, 
welche den (noch nicht einvernommenen) Beschuldigten persönlich betreffen, 
und zu denen ihm noch kein Vorhalt gemacht werden konnte, darf der Beschul-
digte von der Teilnahme ausgeschlossen werden (BGE 139 IV 25 E. 5.5.2 ff.; 
Urteil des Bundesgerichts 1B_404/2012 vom 4. Dezember 2012 E. 2.3). Die 
blosse Möglichkeit einer abstrakten «Gefährdung des Verfahrensinteresses» 
durch rechtmässiges prozesstaktisches Verhalten rechtfertigt hingegen noch kei-
nen Ausschluss von den Einvernahmen (BGE 139 IV 25 E. 5.5.4.1). Auf die Teil-
nahme kann vorgängig oder im Nachhinein ausdrücklich oder stillschweigend 
verzichtet werden, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch von seinem Ver-
teidiger ausgehen kann. Ein Verzicht ist auch anzunehmen, wenn die beschul-
digte Person es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht entsprechende Anträge 
zu stellen. Der Verzicht auf das Anwesenheitsrecht schliesst eine Wiederholung 
der Beweiserhebung aus (Urteil des Bundesgerichts 6B_886/2017 vom 26. März 
2018 E. 2.3.1 mit Hinweisen). 

5.1.3 In Bezug auf das Teilnahmerecht eines Beschuldigten an Beweiserhebungen, 
insbesondere an Einvernahmen, welche in einem engen Sachzusammenhang 

- 19 - 

stehenden, aber gesonderten Strafverfahren erfolgen, gilt es Folgendes festzu-
halten: 

5.1.3.1 Das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die Ge-
richte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen, setzt 
Parteistellung voraus (vgl. Art. 147 Abs. 1 StPO). Parteien sind die beschuldigte 
Person, die Privatklägerschaft sowie im Haupt- und im Rechtsmittelverfahren die 
Staatsanwaltschaft (Art. 104 Abs. 1 StPO). Die Beschränkung der Teilnahme-
rechte auf die Parteien war bereits im Vorentwurf vom Juni 2001 zu einer Schwei-
zerischen Strafprozessordnung (Art. 158 und 159 VE-StPO) und im Entwurf vom 
21. Dezember 2005 zu einer Schweizerischen Strafprozessordnung (BBl 2006 
1389, 1431) vorgesehen (Art. 144 E-StPO). In getrennt geführten Verfahren 
kommt den Beschuldigten im jeweils andern Verfahren keine Parteistellung zu. 
Ein gesetzlicher Anspruch auf Teilnahme an den Beweiserhebungen im eigen-
ständigen Untersuchungs- und Hauptverfahren der anderen beschuldigten Per-
son besteht folglich nicht (Art. 147 Abs. 1 StPO e contrario). Aufgrund dessen 
hielt das Bundesgericht in Bezug auf die Teilnahmerechte von Beschuldigten in 
getrennten Verfahren im Vergleich zu Mitbeschuldigten im gleichen Verfahren 
fest, dass diese Einschränkung vom Gesetzgeber implizit vorgesehen und daher 
hinzunehmen ist (BGE 140 IV 172 E. 1.2.2 f.). Gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung ist dennoch dem Konfrontationsrecht des Beschuldigten Rech-
nung zu tragen, sofern sich die Strafverfolgungsbehörden auf Aussagen eines 
Beschuldigten aus einem getrennt geführten Verfahren abstützen. Diese können 
nur verwertet werden, wenn der Beschuldigte wenigstens einmal während des 
Verfahrens angemessene und hinreichende Gelegenheit hatte, die ihn belasten-
den Aussagen in Zweifel zu ziehen und Fragen an den Beschuldigten im getrenn-
ten Verfahren zu stellen (BGE 140 IV 172 E. 1.3). Ein Beschuldigter aus einem 
getrennt geführten Verfahren wäre sodann abhängig davon, ob dieses in Rechts-
kraft erwachsen ist, im hiesigen Verfahren als Zeuge oder Auskunftsperson zu 
befragen (vgl. BGE 141 IV 220 E. 4.5; Urteil Bundesgerichts 6B_171/2017 vom 
15. Februar 2018 E. 2 f.). 

5.1.3.2 Diese beschriebene bundesgerichtliche Rechtsprechung ist ebenfalls bei der Be-
urteilung der Verwertbarkeit von Aussagen von Zeugen oder Auskunftspersonen, 
welche in einem engen Sachzusammenhang stehenden, anderen Strafverfahren 
erfolgen, heranzuziehen. Dabei ist zunächst festzuhalten, dass einem Beschul-
digten im Rahmen des Verfahrens, in welcher ein Zeuge oder eine Auskunftsper-
son belastende Aussagen getätigt haben, keine Parteistellung im Sinne von 
Art. 147 Abs. 1 StPO zukommt. Ein gesetzlicher Anspruch auf Teilnahme an den 
an den Einvernahmen von Zeugen und Auskunftspersonen im eigenständigen 
Untersuchungs- und Hauptverfahren einer anderen beschuldigten Person be-
steht folglich nicht (Art. 147 Abs. 1 StPO e contrario). In analoger Anwendung 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung und entsprechend dem Geiste des 

- 20 - 

Konfrontationsrechts gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK, wonach ein Beschuldigter 
Anspruch darauf hat, bei der Befragung von Belastungszeugen anwesend zu 
sein und diesem Fragen zu stellen, setzt die Verwertbarkeit von in fremden Ver-
fahren erfolgten Aussagen voraus, dass dem Beschuldigten während des Ver-
fahrens zumindest einmal das Konfrontationsrecht und ihm daher die angemes-
sene und hinreichende Möglichkeit zu gewähren ist, die ihn belastenden Aussa-
gen in Zweifel zu ziehen und den ihn im anderen Verfahren als Zeuge oder Aus-
kunftsperson befragten Personen Fragen zu stellen. 

5.1.4 Das Recht des Beschuldigten, an Beweisabnahmen teilzunehmen und Fragen 
an Belastungszeugen zu stellen, ist Teil des Anspruchs auf ein faires Verfahren 
im Sinne von Art. 6 Ziff. 1 EMRK und Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO. Auch die Bestim-
mung von Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK gewährleistet der beschuldigten Person die 
Konfrontation mit Belastungszeugen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtspre-
chung ist eine belastende Zeugenaussage grundsätzlich nur verwertbar, wenn 
der Beschuldigte wenigstens einmal während des Verfahrens angemessene und 
hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an 
den Belastungszeugen zu stellen. Damit die Verteidigungsrechte gewahrt sind, 
muss der Beschuldigte namentlich in der Lage sein, die Glaubhaftigkeit einer 
Aussage prüfen und den Beweiswert in kontradiktorischer Weise auf die Probe 
und infrage stellen zu können. Das kann entweder zum Zeitpunkt erfolgen, zu 
dem der Belastungszeuge seine Aussage macht, oder auch in einem späteren 
Verfahrensstadium (Urteile des Bundesgerichts 6B_839/2013 vom 28. Oktober 
2014 E. 1.4.1 mit Hinweisen; 6B_886/2017 vom 26. März 2018 E. 2.3.2). Der 
konventionsrechtliche Konfrontationsanspruch verlangt, dass der Beschuldigte in 
die Lage versetzt wird, sein Fragerecht tatsächlich auszuüben und damit die 
Glaubhaftigkeit einer Aussage infrage stellen zu können. Zum einen setzt dies in 
formeller Hinsicht voraus, dass der Beschuldigte tatsächlich die Gelegenheit er-
hält, an der Einvernahme der befragten Person gegenwärtig zu sein, um ihr un-
mittelbar Fragen stellen zu können. Zum anderen ist es in materieller Hinsicht 
erforderlich, dass sich die einvernommene Person in Anwesenheit des Beschul-
digten (nochmals) zur Sache äussert. In diesem Fall steht nichts entgegen, im 
Rahmen einer Gesamtwürdigung auch auf die Ergebnisse der früheren Beweis-
erhebungen zurückzugreifen. Denn die Frage, ob bei widersprüchlichen Aussa-
gen oder späteren Erinnerungslücken eines Zeugen auf die ersten, in Abwesen-
heit des Beschuldigten erfolgten Aussagen abgestellt werden kann, betrifft nicht 
die Verwertbarkeit, sondern die Würdigung der Beweise. Beschränkt sich die 
Wiederholung der Einvernahme aber im Wesentlichen auf eine formale Bestäti-
gung der früheren Aussagen, wird es dem Beschuldigten verunmöglicht, seine 
Verteidigungsrechte wirksam wahrzunehmen (Urteile des Bundesgerichts 
6B_839/2013 vom 28. Oktober 2014 E. 1.4.2; 6B_764/2015 vom 6. Januar 2016 
E. 1.7.3; 6B_542/2016 vom 5. Mai 2017 E. 2.4). In diesem Fall unterliegen die 

- 21 - 

früheren Aussagen mangels effektiver Gewährung des Konfrontationsrechts ei-
nem Beweisverbot (BGE 143 IV 457 E. 1.6.2 f.). Macht anlässlich der Wiederho-
lung einer Einvernahme eine Auskunftsperson von ihrem Schweigerecht oder ein 
Zeuge von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, darf gemäss Recht-
sprechung des EGMR, welche vom Bundesgericht Unterstützung zu finden 
scheint, in einer solchen Situation nicht auf die frühere Aussage der Auskunfts-
person bzw. des Zeugen abgestellt werden, wenn sie das einzige oder aus-
schlaggebende Beweismittel ist (Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Men-
schenrechte i.S. Unterpertinger gegen Österreich vom 24. November 1986, Serie 
A, Band 110, Ziff. 33 sowie i.S. Asch gegen Österreich vom 26. April 1991, Serie 
A, Band 203, Ziff. 30; BGE 131 I 476 E. 2.3.4). Das Fragerecht ist dem Beschul-
digten und seinem Verteidiger gemeinsam einzuräumen, wobei es nach allge-
meiner Auffassung genügt, dass der Befragung des Zeugen der Verteidiger des 
Angeschuldigten beiwohnt (Urteil des Bundesstrafgerichts CA.2020.21 vom 8. 
Juli 2021 E. 3.2.3 m.w.H.). 

5.1.5 Dem Anspruch gemäss Art. 6 Ziff. 3 lit. d EMRK kommt grundsätzlich absoluter 
Charakter zu (BGE 131 I 476 E. 2.2). Nach konstanter Rechtsprechung des Bun-
desgerichts untersteht das Recht, Belastungs- und Entlastungszeugen zu befra-
gen, dem anwendbaren Verfahrensrecht (BGE 125 I 127 E. 6c/bb; BGE 121 I 306 
E. 1b). Aus Art. 147 Abs. 2 StPO geht implizit hervor, dass eine Partei ihre Teil-
nahmerechte bzw. die beschuldigte Person ihr Konfrontationsrecht geltend ma-
chen kann. Aus dieser Bestimmung lässt sich allgemein ableiten, dass die Par-
teien über Ihre Teilnahmerechte verfügen können. Auf die Teilnahme resp. Kon-
frontation kann vorgängig oder auch im Nachhinein ausdrücklich oder stillschwei-
gend verzichtet werden, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch von seinem 
Verteidiger ausgehen kann. Ein Verzicht ist auch anzunehmen, wenn die be-
schuldigte Person es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht entsprechende An-
träge zu stellen. Der Beschuldigte kann den Behörden nach ständiger Rechtspre-
chung grundsätzlich nicht vorwerfen, gewisse Zeugen zwecks Konfrontation 
nicht vorgeladen zu haben, wenn er es unterlässt, rechtzeitig und formgerecht 
entsprechende Anträge zu stellen (BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; Urteil des Bundes-
gerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 E. 4.2.3). Ob ein Antrag auf Befra-
gung von Belastungszeugen unter dem Aspekt von Treu und Glauben rechtzeitig 
vorgebracht wurde, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalles ab. Der 
Beschuldigte verwirkt sein Recht auf die Stellung von Ergänzungsfragen aber 
nicht dadurch, dass er es erst im Rahmen der Berufung geltend macht (Urteile 
des Bundesgerichts 6B_510/2013 vom 3. März 2014 E. 1.3.2 m.w.H.). 

5.1.6 Bei der Frage, ob eine Beschränkung des Konfrontationsrechts das Verfahren in 
seiner Gesamtheit unfair erscheinen lässt, prüft der EGMR anhand folgender drei 
kumulativer Voraussetzungen (vgl. Urteil des Bundesstrafgerichts CA.2020.21 

- 22 - 

vom 8. Juli 2021 E. 3.2.4 m.w.H.): 1. Die Abweichung von der optimalen Kon-
frontationsgelegenheit muss sachlich begründet sein. Der Grund für das Unter-
bleiben bzw. die Einschränkung der Konfrontation darf insbesondere kein Ver-
säumnis oder fehlende Sorgfalt der Behörde darstellen. 2. Die Beschränkung 
muss durch das Verfahren kompensiert werden. Es müssen alle realisierbaren 
Massnahmen getroffen werden, um diese auszugleichen. 3. Dem streitigen 
Zeugnis darf grundsätzlich keine alleinige oder ausschlaggebende Bedeutung 
zukommen (sog. «sole or decisive»-Prüfung). Letzteres Kriterium wurde in der 
neueren Rechtsprechung des EGMR und des Bundesgerichts relativiert 
(SCHLEIMINGER METTLER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 2014, Art. 147 StPO N. 34 
m.w.H.). Ein streitiges Zeugnis von ausschlaggebender Bedeutung kann ohne 
Konfrontation mit dem Belastungszeugen verwertbar sein, wenn ausreichend 
kompensierende Faktoren gegeben sind, die den Anspruch des Beschuldigten 
auf ein faires Verfahren und die Überprüfung der Verlässlichkeit des Beweismit-
tels gewährleisten (Urteil des Bundesgerichts 6B_699/2018 vom 7. Februar 2019 
E. 1.3 mit Hinweisen). 

5.1.7 Hinsichtlich des Teilnahmerechts in Bezug auf die vom Beschuldigten gerügten 
Einvernahmen gilt es im Gegensatz zur Vorinstanz, welche lediglich darauf ach-
tete, ob eine Einvernahme polizeilich oder auf Geheiss der Strafbehörden erfolgt 
ist, zwischen den Befragungen, welche im Rahmen des vorliegenden Verfahrens 
durchgeführt wurden, und solchen, welche ausserhalb des Verfahrens erhoben 
wurden, zu unterscheiden. Dementsprechend ist hinsichtlich des Teilnahme- und 
Konfrontationsrechts des Beschuldigten bezüglich der von ihm gerügten Einver-
nahmen unter Berücksichtigung der vorangehenden Überlegungen Folgendes 
festzuhalten: 

5.1.7.1 Die von der Bundesanwaltschaft an die Bundeskriminalpolizei delegierte Einver-
nahme von M. vom 11. März 2015 als Auskunftsperson (BA pag. 12-01-0003 ff.) 
wurde im Rahmen des vorliegenden Strafverfahrens geführt. Diese Befragung 
erfolgte relativ früh in der Strafuntersuchung, welche gegen den Beschuldigten 
am 12. Februar 2015 eröffnet wurde (BA pag. 01-01-0001 f.). Zwar ist auf dem 
Ermittlungsauftrag der Bundesanwaltschaft an die Polizei unter Hinweis auf Art. 
312 Abs. 2 StPO vermerkt, dass bei dieser Einvernahme die Verfahrensbeteilig-
ten die Verfahrensrechte hätten, die ihnen bei Einvernahmen durch die Bundes-
anwaltschaft zukommen. Doch kann aus den Akten nicht entnommen werden, 
dass der Beschuldigte oder seine Verteidigung an diese Einvernahme vorgela-
den wurden. Entsprechend waren weder der Beschuldigte noch seine Verteidi-
gung an der besagten Einvernahme zugegen (BA pag. 12-01-0003). Die erste 
Einvernahme mit dem Beschuldigten wurde mithin über ein Jahr später, am 1. 
April 2016, durchgeführt (BA pag. 13-01-0001 ff.). Nach der Praxis des Bundes-
gerichtes bestand bis zu diesem Zeitpunkt für den Beschuldigten noch kein ab-
soluter Anspruch auf vollständige Akteneinsicht (vgl. BGE 139 IV 25 E. 5.5.2). 

- 23 - 

Unter Berücksichtigung der Verfahrensgeschichte und des Zeitpunkts, in wel-
chem die von der Bundesanwaltschaft an die Bundeskriminalpolizei delegierte 
Einvernahme von M. vom 11. März 2015 durchgeführt wurde, ist ersichtlich, dass 
die diesbezügliche Offenlegung des Verfahrensstands aufgrund noch nicht er-
folgter Vorhalte eine konkrete Kollusionsgefahr gegeben war. Die Einschränkung 
des Teilnahmerechts des Beschuldigten ist deshalb nicht zu beanstanden. Ge-
mäss der Vorinstanz wurde M. anlässlich der Hauptverhandlung einvernommen, 
um dem Beschuldigten die Wahrnehmung seines Konfrontationsrechts im Hin-
blick auf deren Einvernahme vom 11. März 2015 als Auskunftsperson zu gewäh-
ren. Indessen fällt bei der Durchsicht dieser Einvernahme im Rahmen der vo-
rinstanzlichen Hauptverhandlung auf, dass die Vorinstanz auf eine Fragetechnik 
zurückgreift, welche sich im Grenzbereich des Zulässigen einordnen lässt. Dies 
betrifft insbesondere die wiederkehrende Frage an M., ob sie ihre in der zuvor 
durchgeführten Einvernahme getätigte Aussage jeweils als richtig bestätigen 
könne (vgl. supra E. II.5.1.4). Dennoch kann vorliegend die Frage, ob mit der 
Einvernahme M. anlässlich der Hauptverhandlung dem Konfrontationsrecht des 
Beschuldigten in hinreichender Weise Rechnung getragen wurde, offenbleiben, 
erweist sich doch deren Einvernahme vom 11. März 2015 – wie nachfolgend 
noch zu zeigen sein wird – als nicht entscheidrelevant. 

5.1.7.2 Die Einvernahmen von Q., M. und N. vom 29. Dezember 2014 (BA pag. 05-01-
0005 ff.; 05-01-0017 ff.; 05-01-0027 ff.) als Auskunftspersonen wurden im Rah-
men des Strafverfahrens gegen das Geschwisterpaar D. und C. durchgeführt. Da 
diese Einvernahmen in einem anderen Strafverfahren erfolgten, kam dem Be-
schuldigten in Anwendung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung mangels 
Parteistellung in jenem Verfahren keine Teilnahmerechte zu. Entgegen den vo-
rinstanzlichen Ausführungen gilt dasselbe für die Einvernahme von Q. bei der 
Kantonspolizei Zürich vom 3. November 2015 als Auskunftsperson. Diese er-
folgte ebenfalls im Strafverfahren gegen das Geschwisterpaar D. und C., in wel-
cher der Beschuldigte keine Parteistellung innehat und somit keine Teilnahme-
rechte ausüben kann (TPF pag. 42.262.1.042, Ordner 26, act. 13/2 [Akten des 
Obergerichts des Kantons Zürich inkl. Vorakten]). Hinsichtlich der Einvernahme 
von N. vom 29. Dezember 2014 als Auskunftsperson gilt es zunächst festzustel-
len, dass der Beschuldigte zwar rügt, ihm sei das Konfrontationsrecht nicht ge-
währt worden, ohne aber selber im vorliegenden Verfahren einen entsprechen-
den Beweisantrag zu stellen. Entsprechend ist in Bezug auf diese Einvernahme 
im Lichte der einschlägigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung von einem Ver-
zicht des Beschuldigten auf sein Recht auf Konfrontation auszugehen. Wie zuvor 
im Falle der Einvernahme von M. vom 11. März 2015 (vgl. vorangehende Erwä-
gung) fällt auch mit Blick auf die Einvernahme von M. vom 29. Dezember 2014 
sowie diejenigen von Q. vom 29. Dezember 2014 bzw. vom 3. November 2015 
auf, dass die Vorinstanz anlässlich ihrer Befragungen wiederum auf dieselbe, in 
der vorangehenden Erwägung beschriebene Fragetechnik zurückgreift, welche 

- 24 - 

sich an der Grenze des Zulässigen bewegt. Nämlich betrifft dies die Frage an die 
jeweilige befragte Person, ob sie ihre in den zuvor durchgeführten Einvernahmen 
getätigte Aussage jeweils als richtig bestätigen könne (vgl. supra E. II.5.1.4). Wie 
zuvor kann aber auch vorliegend die Frage, ob mit den Einvernahmen von Q. 
und M. anlässlich der Hauptverhandlung dem Konfrontationsrecht in hinreichen-
der Weise Rechnung getragen wurde, offenbleiben, erweisen sich doch die Ein-
vernahmen von Q. und M. vom 29. Dezember 2014 sowie diejenige von Q. vom 
3. November 2015 – wie nachfolgend noch darzulegen sein wird – für die Würdi-
gung des angeklagten Sachverhalts als nicht relevant. Trotz dieses Ergebnisses 
gilt es schliesslich hervorzuheben, dass es vorliegend ausgeschlossen ist, eine 
mögliche Einschränkung des Konfrontationsrechts im Hinblick auf die vom Be-
schuldigten gerügten Einvernahmen, welche vorliegend in einem fremden Ver-
fahren durchgeführt wurden, auf eine Verletzung der in Art. 29 f. StPO veranker-
ten Grundsätze betreffend die Verfahrenseinheit bzw. -trennung zurückzuführen. 
Diese Einvernahmen wurden in einem Jugendstrafverfahren gegen das Ge-
schwisterpaar D. und C. durchgeführt, für welches gemäss Art. 2 JStPO aus-
schliesslich die kantonale Zuständigkeit vorgesehen ist (vgl. TPF pag. 
42.262.1.017 ff. [Akten des Obergerichts des Kantons Zürich inkl. Vorakten]; 
CAR pag. 6.400.277 ff.; 6.400.1094 ff.). Insofern erfolgten die vorliegend stritti-
gen Befragungen aus nachvollziehbaren sachlichen Gründen in einem getrennt 
geführten Strafverfahren. 

5.2 Verwertbarkeit der rechtshilfeweise erhobenen Beweise 

5.2.1 Der Beschuldigte liess anlässlich der Berufungsverhandlung die Unverwertbar-
keit der rechtshilfeweise im Ausland erhobenen Beweise durch die Bundesan-
waltschaft geltend machen. Er kritisiert, dass die diesbezügliche Begründung der 
Vorinstanz nicht nachvollziehbar sei (Plädoyernotizen RA Buchli, Rz. 54 ff. [CAR 
pag. 7.300.095 ff.]). 

5.2.1.1 Unzutreffend sei bereits, dass aus dem betreffenden Artikel von BOMMER, auf 
welchen sich die Vorinstanz abstütze, hervorgehen würde, bei Beweiserhebun-
gen im Sinne von Art. 147 StPO würde es sich um Beweisabnahmen und nicht 
um Beweissicherungen handeln. Vielmehr könne diesem Artikel gerade entnom-
men werden, dass mit Beweiserhebungen der Vorgang der Gewinnung von In-
formationen bezeichnet werde. Unter den Begriff der Beweiserhebung falle ins-
besondere etwa auch ein Gutachten. Es sei alsdann nur logisch, dass bei der 
Ausarbeitung des Gutachtens selbst keine Teilnahme möglich sei. Bei der Erstat-
tung des Gutachtens sei eine Teilnahme hingegen ohne weiteres möglich, was 
sich denn auch aus dem Artikel ergebe, auf welchen sich die Vorinstanz beziehe. 
Vorliegend wäre es indes ohne weiteres möglich gewesen, den Parteien nach 
Eingang des schriftlich erledigten Rechtshilfegesuchs die Gelegenheit einzuräu-
men, (schriftliche) Ergänzungsfragen an den Gutachter Dr. Guido Steinberg zu 

- 25 - 

stellen. Zudem hätten sowohl die deutschen als auch die österreichischen Be-
hörden in den betreffenden Strafverfahren den sachverständigen Islamwissen-
schaftler, Dr. Guido Steinberg, in der Folge noch detailliert vor Schranken ge-
richtlich befragen lassen. Auch dies wäre vorliegend ohne weiteres eine durch-
führbare Option gewesen. Eine weitere Möglichkeit wäre auch nach wie vor, ein 
eigenes Gutachten in Auftrag zu geben, bei welchem die vorliegenden konkreten 
Umstände berücksichtigt werden könnten. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz 
stehe damit fest, dass eine Teilnahme der Parteien an dieser Beweiserhebung 
ohne weiteres möglich gewesen wäre und weiterhin sei. 

5.2.1.2 Dem Beschuldigten sei nie Gelegenheit gegeben worden, zuhanden der ersuch-
ten deutschen Behörden sowie den von ihnen beigezogenen Gutachtern im 
Nachhinein (schriftliche) Ergänzungsfragen stellen zu können. Demzufolge sei 
der gesetzliche Anspruch des Beschuldigten auf rechtliches Gehör im Sinne von 
Art. 148 Abs. 1 StPO in gravierender Weise verletzt worden. Die entsprechenden 
im Ausland erhobenen Beweise (also nicht nur die Gutachten, sondern auch die 
sich darauf abstützenden Urteile und weiteren Dokumente) dürften somit im vor-
liegenden Verfahren nicht zulasten des Beschuldigten verwertet werden. Es 
handle sich um ein sog. striktes Verwertungsverbot, mithin sei in einem solchen 
Fall eine allfällige Relativierung durch Interessenabwägung von Vornherein nicht 
möglich. 

5.2.2 Unter Beweiserhebung im weiteren Sinne ist die Gewinnung neuer Beweise oder 
die Sicherstellung eines bestehen Beweismittels zu verstehen. Dieses Verständ-
nis ist auch Beweiserhebungen im Ausland gemäss Art. 148 StPO zugrunde zu 
legen. Dieser Schluss ergibt sich auch unter Berücksichtigung von Art. 139 
Abs. 1 StPO aus den folgenden, auf der Materialienlektüre sowie der Beschrei-
bungen der Lehre gründenden Überlegungen: Werden Beweise im Rahmen ei-
nes Rechtshilfegesuchs im Ausland erhoben, so ist dem Teilnahmerecht der Par-
teien gemäss Art. 148 Abs. 1 StPO Genüge getan, wenn diese zuhanden der 
ersuchten ausländischen Behörde Fragen formulieren können (lit. a); nach Ein-
gang des erledigten Rechtshilfegesuchs Einsicht in das Protokoll erhalten (lit. b) 
und schriftliche Ergänzungsfragen stellen können (lit. c). Beweise, die in Verlet-
zung dieser Bestimmungen erhoben worden sind, dürfen nicht zulasten der Par-
tei verwertet werden, deren Teilnahmerecht nicht gewährt worden ist (Art. 148 
Abs. 2 i.V.m. Art. 147 Abs. 4 StPO). Gemäss der Botschaft zur StPO ist der in 
Art. 147 sowie Art. 148 StPO verwendete Begrifflichkeit der Beweiserhebung als 
Beweisabnahme zu verstehen, worunter insbesondere die Einvernahme, der Au-
genschein oder auch eine Tatrekonstruktion fallen (Botschaft vom 7. Februar 
2006 zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, BBl 2006 1085, 1187). Nach 
BOMMER sei unter dem Begriff der Beweiserhebungen der Vorgang der Gewin-
nung von Informationen für das Verfahren zu verstehen. Er führt aus, dass es 

- 26 - 

sich um Beweise handle, deren Gestalt noch nicht bestimmt sei, sondern im Be-
griff seien, ihre definitive Form anzunehmen. Schliesslich stimmt er dem der Bot-
schaft zugrunde gelegten Verständnis zu, dass es sich bei der Beweiserhebung 
um Beweisabnahme handle (BOMMER, Parteirechte der beschuldigten Person bei 
Beweiserhebungen in der Untersuchung, in: recht 2010, Heft 6, S. 197 f.). Ge-
mäss WOHLERS handle es sich um den Akt der Beweisgewinnung (WOHLERS, 
Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 139 StPO N. 4). Im Ergebnis gilt es fest-
zuhalten, dass Art. 148 Abs. 1 StPO auf die Beweisgewinnung im Ausland ab-
zielt, anlässlich deren die Teilnahmerechte eines Beschuldigten zu wahren sind. 

5.2.3 Vorliegend verkennt der Beschuldigte mit seiner Argumentation, dass im Hinblick 
auf das Rechtshilfeersuchen der Bundesanwaltschaft vom 29. Mai 2017 keine 
Beweise erhoben worden sind, an deren Abnahme er im Sinne von Art. 148 StPO 
teilnahmeberechtigt gewesen wäre. Die Bundesanwaltschaft ersuchte mit ihrem 
Rechtshilfeersuchen vom 29. Mai 2017 die deutschen Behörden insbesondere 
auch um die Zustellung von (vorbestehenden) Analyseberichten und von weite-
ren sachdienlichen Akten und Beweismitteln über im Zeitraum ab Herbst 2013 in 
Haritan, Syrien, aktiven terroristische Gruppierungen, namentlich über 
«JAMWA», sowie deren Beziehungen zum Islamischen Staat bzw. dessen Vor-
läufergruppe (BA pag. 18-01-01-0327 ff.). Die von den deutschen Behörden zur 
Verfügung gestellten Unterlagen umfassen unter anderem die vom Beschuldig-
ten gerügten Gutachten von Dr. Guido Steinberg. Zeitlich erfolgten diese, bevor 
die Bundesanwaltschaft ihr Rechtshilfeersuchen bei den deutschen Behörden 
einreichte, und ergingen auch nicht im Hinblick auf das vorliegende Verfahren. 
Dasselbe gilt für die Gutachten von Dr. Guido Steinberg, welche von österreichi-
schen Behörden zur Verfügung gestellt worden sind. Mit Rechtshilfeersuchen 
vom 6. Mai 2015 beantragte die Bundesanwaltschaft die Übermittlung von Doku-
menten zu Kontakten zwischen L. und dem Beschuldigten und zu Erkenntnissen 
aus technischen Überwachungen (BA pag. 18-01-03-0007). Daraufhin sandten 
die österreichischen Behörden unter anderem Gutachten von Dr. Guido Stein-
berg zu. Zwar wurden diese teilweise erstellt, nachdem die Bundesanwaltschaft 
ihr Rechtshilfeersuchen eingereicht hatte (BA pag. 18-01-03-0014). Diese wur-
den allerdings nicht im Hinblick auf das Rechtshilfeersuchen der Bundesanwalt-
schaft erstattet. Demnach erfolgte aufgrund der Rechtshilfeersuchen der Bun-
desanwaltschaft keine Beweisabnahme im Ausland im Sinne von Art. 148 StPO, 
an welcher der Beschuldigte ein Teilnahmerecht gehabt hätte, sondern vielmehr 
ein grenzüberschreitender Beizug von Akten, zu deren Inhalt der Beschuldigte 
im vorliegenden Verfahren in hinreichender Weise Stellung nehmen konnte. Es 
ist der Vorinstanz demnach im Ergebnis beizupflichten, dass die vom Beschul-
digten angefochtenen Gutachten von Dr. Guido Steinberg vorliegend verwertbar 
sind. 

 

- 27 - 

6. Weitere, vom Beschuldigten geltend gemachte Untersuchungsmängel 

6.1 Der Beschuldigte rügt zunächst, dass in der Untersuchung die Bundesanwalt-
schaft nicht bereit gewesen sei, das der beschuldigten Person zustehende Ak-
teneinsichtsrecht im gesetzlich vorgesehenen Rahmen zu gewähren. Der Vertei-
digung seien die TK-Akten erst am 30. August 2019 in Form einer Harddisk zur 
Verfügung gestellt worden und damit in einem Zeitpunkt, als die Schlusseinver-
nahme des Beschuldigten vom 20. August 2019 bereits erfolgt sei. Die Bundes-
anwaltschaft habe damit verhindert, dass der Beschuldigte sich mit seiner Ver-
teidigung gestützt auf die gesamte Aktenlage auf die Schlusseinvernahme habe 
vorbereiten können. Weiter habe die Bundesanwaltschaft Notizen in der Gefäng-
niszelle des Beschuldigten sicherstellen lassen, welche dieser ausdrücklich mit 
«Anwalt» bzw. mit «Buchli» bezeichnet gehabt habe. Es habe sich somit offen-
sichtlich um klassifizierte Unterlagen gehandelt, welche für seinen Verteidiger 
bestimmt gewesen seien. Nachdem solche Korrespondenz bekanntlich weder 
kontrolliert noch beschlagnahmt werden dürfe, seien die Parteirechte des Be-
schuldigten folglich auch aus diesem Grund erheblich verletzt worden. Bereits 
anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung seien die vorstehend aufge-
führten Einwände im Einzelnen vorgebracht worden. Es sei somit klar dargelegt 
worden, dass die Bundesanwaltschaft eine einseitige Untersuchung geführt und 
die Verfahrensrechte des Beschuldigten wiederholt massiv verletzt habe. Den-
noch habe es die Vorinstanz in der Folge nicht für nötig gehalten, auf die diver-
sen, spezifisch aufgezeigten Verletzungen der Verfahrensrechte einzugehen. 
Dadurch sei das rechtliche Gehör des Beschuldigten auch durch die Vorinstanz 
erheblich verletzt worden (Plädoyernotizen RA Buchli, Rz. 19 ff. [CAR pag. 
7.300.081 f.]). 

6.2 Sofern der Beschuldigte argumentiert, die Bundesanwaltschaft habe sein Akten-
einsichtsrecht verletzt, indem sie ihm die TK-Akten erst am 30. August 2019 in 
Form einer Harddisk zur Verfügung habe, nachdem seine Schlusseinvernahme 
bereits stattgefunden habe, gilt es festzuhalten, dass er einen Antrag auf Wie-
derholung der Schlusseinvernahme hätte stellen können, was von seiner Seite 
nicht erfolgte. Der Beschuldigte unterlässt es auch, im vorliegenden Berufungs-
verfahren ein solches Begehren zu stellen, welches aber ohnehin verspätet ge-
wesen wäre. Schliesslich erhielt er spätestens an der vorinstanzlichen Hauptver-
handlung die Gelegenheit, auf die von ihm angeführten TK-Akten einzugehen 
und Stellung zu deren Inhalt zu nehmen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat 
eine Verletzung des Akteneinsichtsrechts demnach als geheilt zu gelten. Soweit 
der Beschuldigte ferner geltend macht, die Bundesanwaltschaft habe die Be-
schlagnahmung geschützter Anwaltskorrespondenz veranlasst, ist hervorzuhe-
ben, dass der anwaltlich vertretene Beschuldigte die Siegelung der vom Be-
schlag betroffenen Unterlagen nach Art. 248 Abs. 1 StPO hätte verlangen kön-
nen. Hiernach sind Aufzeichnungen und Gegenstände, die nach Angaben der 

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Inhaberin oder des Inhabers wegen eines Aussage- oder Zeugnisverweigerungs-
rechts oder aus anderen Gründen nicht durchsucht oder beschlagnahmt werden 
dürfen, zu versiegeln und dürfen von den Strafbehörden weder eingesehen noch 
verwendet werden. Auch reichte der Beschuldigte zu keinem Zeitpunkt einen An-
trag auf Entfernung der besagten Dokumente aus den Akten. Wie nachfolgend 
aufzuzeigen sein wird, erweisen sie sich für den vorliegenden Entscheid ohnehin 
als nicht einschlägig. Im Lichte der vorangehenden Ausführungen erweist sich 
demzufolge auch die Rüge des Beschuldigten, die Vorinstanz habe seine Bean-
standungen nicht gehört, als unbegründet. 

II. Materielle Erwägungen 

1. Beteiligung an oder Unterstützung einer kriminellen Organisation gemäss 
Art. 260ter Ziff. 1 aStGB (Anklagepunkte 1.1.2.2.1-1.1.2.2.3) 

1.1 Anklagevorwurf und vorinstanzliches Urteil 

1.1.1 Dem Beschuldigten wird zusammenfassend zu Last gelegt, Mitte November 
2013 nach Syrien in das Herrschaftsgebiet der zur kriminellen Organisation «Is-
lamischer Staat im Irak und in Grosssyrien» (ISIG) gehörenden Kampftruppe 
«JAMWA» gereist zu sein, um sich an ihr zu beteiligen und sie in ihren Aktivitäten 
zu unterstützen (Anklagepunkt 1.1.2.2.1). Durch das Nutzen seines Ansehens 
als Rückkehrer aus dem Kriegsgebiet Syrien habe er Personen motiviert, sich 
der kriminellen Organisation «Islamischer Staat» (IS) bzw. deren Vorgänger- und 
Teilorganisationen (ISIG, JAMWA) anzuschliessen, indem er diese in das Projekt 
«KKK.» sowie in die von ihm mitgegründete und betriebene Kampfsportschule 
«EE.» eingebunden und dadurch gezielt darauf hingewirkt habe, deren Wille zur 
Ausreise in das Herrschaftsgebiet des «Islamischen Staats» (IS) bzw. deren Vor-
gänger- und Teilorganisationen (ISIG, JAMWA) zu fördern (Anklagepunkt 
1.1.2.2.2). Schliesslich habe er die kriminelle Organisation «Islamischer Staat» 
(IS) bzw. deren Vorgänger- und Teilorganisationen (ISI, ISIG, JAMWA) durch die 
Verbreitung von einschlägigem Propagandamaterial unterstützt (Anklagepunkt 
1.1.2.2.3). 

1.1.2 Zu den einzelnen Anklagepunkten im Hinblick auf den Tatbestand der Beteiligung 
an oder der Unterstützung einer kriminellen Organisation gemäss Art. 260ter 
Ziff. 1 aStGB gelangte die Vorinstanz zu den nachfolgenden Erkenntnissen: 

1.1.2.1 Hinsichtlich des Anklagepunkts 1.1.2.2.1 im Zusammenhang mit der dem Be-
schuldigten Syrienreise erachtete es die Vorinstanz aufgrund der Beweislage für 
erwiesen, dass sich der Beschuldigte vom 13. November 2013 bis mindestens 
7. Dezember 2013 in Syrien in einem vom ISIG – und damit einer Vorgängeror-

- 29 - 

ganisation des IS – kontrollierten Herrschaftsgebiet aufgehalten habe. Insbeson-
dere in der nördlichen Agglomeration von Aleppo (Haritan und Kafr Hamra) habe 
der ISIG und die ihm angehörenden Gruppierungen (wie der Kampfverband 
«JAMWA») über eine starke militärische Präsenz verfügt und seien zu dieser Zeit 
bemüht gewesen, vollständige Kontrolle über diese Gebiete zu erlangen. Zahl-
reiche Beweise und gewichtige Indizien würden dafürsprechen, dass er sich – 
(zu Beginn) gemeinsam mit seinen Begleitern BBB. und DDD. – mit hoher Wahr-
scheinlichkeit in einem Ausbildungslager der Gruppierung «JAMWA» unter der 
Führung von Abu Omar al-Shishani aufgehalten habe, deren lokaler Schwer-
punkt sich im anklagerelevanten Zeitraum im Nordwesten von Aleppo bzw. in 
Haritan befunden habe. Gemäss der Vorinstanz sei die nach den eigenen Anga-
ben humanitäre Natur seiner Reise lediglich vorgeschoben. Es erscheine auch 
plausibel, dass er sich weder in den Kampfverband «JAMWA» noch in den ISIG 
eingliedern gewollt habe, da er nach rund drei Wochen das Herrschaftsgebiet 
des ISIG bereits wieder verlassen habe. Ein faktischer Anschluss bzw. eine funk-
tionelle Eingliederung bzw. Beteiligung an einer dieser Organisationen sei jeden-
falls nicht nachgewiesen. Beweismässig sei aber dennoch erstellt, dass der Be-
schuldigte mit seiner physischen Präsenz vor Ort, mehreren Wacheinsätzen, und 
eigenen Schiessübungen den ISIG und damit eine Vorgängerorganisation des 
späteren IS, unterstützt und dadurch das Potential dieser terroristischen Organi-
sation aktiv gestärkt habe. In subjektiver Hinsicht würden keine Zweifel bestehen, 
dass der Beschuldigte radikalisiert sei und sich mit der Ideologie des ISIG bzw. 
des späteren IS identifiziert habe. Er sei sich bewusst gewesen, dass er im Camp 
in Syrien in der Nähe von Aleppo ISIG bzw. «JAMWA», d.h. Vorgängerorganisa-
tion des späteren IS, faktisch unterstützt habe. Durch seinen Aufenthalt in Syrien 
während drei Wochen habe er die verbrecherische Zweckverfolgung des ISIG 
unmittelbar und wesentlich gefördert. 

1.1.2.2 Im Hinblick auf den Anklagepunkt 1.1.2.2.2 im Zusammenhang mit der Anwer-
bung von Personen für den IS sah es die Vorinstanz als erstellt, dass das Koran-
verteilungsprojekt «KKK.» und die Gründung der Kampfsportschule «EE.» dem 
Beschuldigten als Anwerbungs- und Rekrutierungsplattformen für künftige Mit-
glieder und/oder Unterstützer – vornehmlich Kämpfer – für die terroristischen Or-
ganisationen ISIG/IS gedient hätten. Mindestens vier Personen habe er nach-
weislich für den IS anwerben (D., JJ.) bzw. rekrutieren (FF., LLL.) können. Alle 
Genannten hätten sich nach Syrien zum IS begeben; mutmasslich habe jeder 
der vier Personen aktiv für den IS gekämpft. Mit dem erfolgreichen Anwerben 
bzw. Rekrutieren dieser Personen habe der Beschuldigte die terroristische Orga-
nisation IS nachweislich unterstützt. Dadurch habe er das Potential dieser terro-
ristischen Organisation gestärkt. Es liege vollendete Tatbegehung vor. Der ob-
jektive Tatbestand von Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 aStGB sei damit erfüllt. 

- 30 - 

1.1.2.3 Die Vorinstanz erachtete bezüglich des Anklagepunkts 1.1.2.2.3 im 
Zusammenhang mit der dem Beschuldigten zu Last gelegten Verbreitung von 
Propaganda, die darauf abgezielt habe, den IS bzw. dessen 
Vorgängerorganisationen (ISI, ISIG) zu glorifizieren, deren Stärke zu 
demonstrieren und ein Leben auf deren Herrschaftsgebiet als erstrebenswertes 
Ziel für alle Muslime darzustellen, sechs der 13 auf Datenträgern des 
Beschuldigten sichergestellten und inkriminierten Dateien als deliktisch relevant. 
Diese Dateien und Bilder seien gemäss Vorinstanz als Propaganda für den IS zu 
qualifizieren. Sie seien geeignet gewesen, die Empfänger für die Ideologie des 
IS zu gewinnen bzw. diese in ihrer bejahenden Ideologie für den IS zu bestärken. 
Mit dem Versenden des Propagandamaterials an Dritte habe der Beschuldigte 
somit eine Stärkung des verbrecherischen Potentials der terroristischen 
Organisation bewirkt und habe eben durch deren Verbreitung diesen Zweck 
verfolgt. Gleichzeitig habe er dem IS in dessen Entstehungs- und Aufbauphase 
erhöhte Aufmerksamkeit verschafft und habe in Kauf genommen, dass Dritte es 
sichten und allenfalls weiterverbreiten würden, womit er mit seinem Tun die 
kriminelle Organisation IS wissentlich und willentlich in der Entfaltung ihrer 
kriminellen Aktivitäten unterstützt und dadurch vorsätzlich deren kriminellen 
Zweck gefördert habe. 

1.1.2.4 Aufgrund der aufgeführten Überlegungen sprach die Vorinstanz den 
Beschuldigten in den Anklagepunkten 1.1.2.2.1 (Ausreise nach Syrien), 1.1.2.2.2 
(Anwerben und Rekrutierung) und 1.1.2.2.3 (Verbreiten von Propaganda) wegen 
Unterstützungshandlungen zugunsten der kriminellen (terroristischen) 
Organisationen ISIG/IS schuldig. 

1.1.3 Diesen Schlussfolgerungen stimmt der Beschuldigte nicht zu. Mit seiner Beru-
fung verlangt er zusammengefasst einen Freispruch in sämtlichen Anklagepunk-
ten. Ebenfalls nicht einverstanden ist die Bundesanwaltschaft. In ihrer Anschluss-
berufung stellt sie sich zusammenfassend auf den Standpunkt, dass der Beschul-
digte im Gegensatz zu den Erkenntnissen der Vorinstanz sich am IS bzw. an 
einer ihrer Vorgängerorganisationen beteiligt habe, und begehrt dementspre-
chend dessen Bestrafung wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation 
gemäss Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 1 StGB. Aufgrund der von der Bundesanwaltschaft 
aufgeworfenen Frage, welche eine enge thematische Verknüpfung zwischen den 
Bestimmungen der Beteiligung an (Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 1 aStGB) bzw. Unter-
stützung (Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 aStGB) einer kriminellen Organisation vorweist, 
werden die Elemente beider Tatbestände vorliegend gemeinsam behandelt. 

1.2 Tatbestandselemente (Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 1 und 2 aStGB) 

1.2.1 Gemäss Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 1 und 2 aStGB macht sich strafbar, wer sich an 
einer Organisation beteiligt, die ihren Aufbau und ihre personelle 

- 31 - 

Zusammensetzung geheim hält und die den Zweck verfolgt, Gewaltverbrechen 
zu begehen oder sich mit verbrecherischen Mitteln zu bereichern, oder wer eine 
solche Organisation in ihrer verbrecherischen Tätigkeit unterstützt. 

1.2.2 Der Begriff der kriminellen Organisation setzt eine strukturierte Gruppe von min-
destens drei, im Allgemeinen mehr, Personen voraus, die mit dem Ziel geschaf-
fen wurde, unabhängig von einer Änderung ihrer Zusammensetzung dauerhaft 
zu bestehen, und die sich namentlich durch die Unterwerfung ihrer Mitglieder un-
ter Anweisungen, durch systematische Arbeitsteilung, durch Intransparenz und 
durch in allen Stadien ihrer verbrecherischen Tätigkeit vorherrschende Professi-
onalität auszeichnet. Im Weiteren gehört zum Begriff der kriminellen Organisation 
die Geheimhaltung von Aufbau und Struktur. Eine im Allgemeinen mit jeglichem 
strafbaren Verhalten verbundene Verschwiegenheit genügt nicht. Erforderlich ist 
eine qualifizierte und systematische Verheimlichung, die sich nicht notwendig auf 
das Bestehen der Organisation selbst, wohl aber auf deren interne Struktur sowie 
den Kreis ihrer Mitglieder und Helfer erstrecken muss. Zudem muss die Organi-
sation den Zweck verfolgen, Gewaltverbrechen zu begehen oder sich durch ver-
brecherische Mittel Einkünfte zu verschaffen. Die Bereicherung durch verbreche-
rische Mittel setzt das Bestreben der Organisation voraus, sich durch die Bege-
hung von Verbrechen, namentlich von Verbrechen gegen das Vermögen und von 
als Verbrechen erfassten Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 
rechtswidrige Vermögensvorteile zu verschaffen (BGE 132 IV 132 E. 4.1.1). Als 
Gewaltverbrechen kommen insbesondere mit Zuchthaus bedrohte Delikte gegen 
Leib und Leben sowie gemeingefährliche Verbrechen des 7. Titels, wie Brand-
stiftung (Botschaft über die Änderung des Schweizerischen Strafgesetzbuches 
und des Militärstrafgesetzes [Revision des Einziehungsrechts, Strafbarkeit der 
kriminellen Organisation, Melderecht des Financiers], vom 30. Juni 1993, 
BBl 1993 III 277, 300 [hiernach: Botschaft]). Neben den explizit im Gesetz ge-
nannten Elementen der Geheimhaltung und der kriminellen Zwecksetzung erge-
ben sich aus dieser Begriffsbestimmung die folgenden Merkmale einer Organi-
sation als solcher: Auf Dauer angelegter Personenzusammenschluss, dessen 
Bestehen von der Mitgliedschaft einzelner Personen unabhängig ist, Arbeitstei-
lung, Professionalität, Befehlsunterworfenheit der Mitglieder. Nicht explizit nennt 
das Bundesgericht die hierarchische Struktur, die sich jedoch aus der Arbeitstei-
ligkeit und der Befehlsunterworfenheit der Mitglieder ergibt (vgl. aber Botschaft, 
BBl 1993 III 277, 297). Nach der Praxis des Bundesgerichts fallen unter den Be-
griff der kriminellen Organisation insbesondere hochgefährliche terroristische Or-
ganisationen, wie etwa das internationale Netzwerk Al-Qaïda (BGE 142 IV 175 
E. 5.4; 133 IV 58 E. 5.3.1; 131 II 235 E. 2.12, je mit Hinweisen). Auch der ISI, 
dessen Nachfolgeorganisation ISIG und der IS sind vom Gesetzgeber und in der 
Folge auch vom Bundesgericht als kriminelle Organisationen im Sinne des Tat-
bestandes eingestuft worden (Urteil des Bundesgerichts 6B_1132/2016 vom 
7. März 2017 E. 6.1; BGE 142 IV 175 E. 5.8; Urteil des Bundesstrafgerichts 

- 32 - 

SK.2015.45 vom 18. März 2016 E. 1.4; zum Ganzen ENGLER, a.a.O., Art. 260ter 
StGB N. 7). 

1.2.3 Die Tathandlung der Beteiligung setzt voraus, dass sich der Täter in die kriminelle 
Organisation funktionell eingliedert und im Hinblick auf deren verbrecherische 
Zweckverfolgung tätig wird (BGE 133 IV 58 E. 5.3.1; ENGLER, a.a.O., Art. 260ter 
StGB N. 12). Bei der Beteiligungsvariante wird die Mitgliedschaft in einer krimi-
nellen Organisation vorausgesetzt (PAJAROLA/OEHEN/THOMMEN, in: ACKERMANN 
[Hrsg.], Kommentar, Kriminelles Vermögen / Kriminelle Organisationen, Band II, 
2018, Art. 260ter StGB N. 380, 427). Die einzelnen Aktivitäten des Beteiligten 
brauchen für sich allein nicht notwendigerweise illegal zu sein bzw. konkrete 
Straftatbestände zu erfüllen (BGE 133 IV 58 E. 5.3.1; ENGLER, a.a.O., Art. 260ter 
StGB N. 12). Es genügen namentlich auch logistische Vorkehren, die dem Orga-
nisationszweck unmittelbar dienen (wie Auskundschaften, Planen oder Bereit-
stellen der operativen Mittel, insbesondere Beschaffen von Fahrzeugen, Waffen, 
Kommunikationsmitteln oder Finanzdienstleistungen etc.). Die Beteiligung setzt 
keine massgebliche Funktion innerhalb der Organisation voraus. Sie kann infor-
meller Natur sein oder auch geheim gehalten werden (BGE 133 IV 58 E. 5.3.1; 
Urteil des Bundesgerichts 6B_1132/2016 vom 7. März 2017 E. 6.2.3; Urteil des 
Bundesstrafgerichts SK.2015.45 vom 18. März 2016 E. 1.5; ENGLER, a.a.O., 
Art. 260ter StGB N. 12). Die Aktivitäten des Beteiligten müssen aber für die ver-
brecherische Zweckverfolgung unmittelbar oder mittelbar wesentlich sein. Die 
Wesentlichkeit des Handelns einer Person ist vom Richter im Einzelfall nach den 
konkreten Umständen zu ermessen. Dabei wird ein einzelner, wenn auch ent-
scheidender Beitrag nicht genügen, den Tatbestand der Beteiligung zu erfüllen. 
Beteiligung (ebenso Unterstützung) ist stets Täterschaft und schliesst Gehilfen-
schaft oder Anstiftung zur Beteiligung aus (ENGLER, a.a.O., Art. 260ter StGB 
N. 12). Dennoch ist zu berücksichtigen, dass der Begriff der Beteiligung an einer 
kriminellen Organisation gemäss Bundesgericht mit Rücksicht auf den Zweck der 
Bestimmung und in Anbetracht der alternativen Tatbestandsvariante der Unter-
stützung einer kriminellen Organisation weit zu fassen ist. An einer kriminellen 
Organisation ist nicht nur beteiligt, wer ihrem «harten Kern» angehört. Auch wer 
zu ihrem erweiterten Kreis angehört und längerfristig bereit ist, die ihm erteilten 
Befehle zu befolgen, ist ungeachtet seiner formellen Stellung in der Organisation 
an dieser im Sinne von Art. 260ter aStGB beteiligt (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1132/2016 vom 7. März 2017 E. 6.2.3; ENGLER, a.a.O., Art. 260ter StGB 
N. 12). Neben den Führungspersonen, den Verwaltungsorganen oder den stän-
digen Mitgliedern der Kampf- und Logistikeinheiten umfasst der IS als staatsähn-
liche Entität auch andere Angehörige, die regelmässig oder bei Bedarf Aufgaben 
für die Organisation übernehmen können. Konkret heisst das, dass nebst einer 
«hierarchischen, dauerhaften und arbeitsteiligen Struktur mit Austauschbarkeit 
der Mitglieder» ein Umfeld faktischer (nicht «eingeschriebener») Befehlsempfän-

- 33 - 

ger besteht, die fanatisiert sind, und daher im Rahmen der Zielsetzung der Orga-
nisation in Befolgung von Appellen und Aufforderungen regelmässig oder bei Be-
darf Aufgaben übernehmen, später aber in diesem Umfeld haften bleiben, nicht 
zuletzt auch wegen praktischer Anreize, welche die Organisation zu gewähren 
vorgibt oder gewährt. Auch solche Personen sind letztlich in den IS eingegliedert 
bzw. informell beteiligt im Sinne der Rechtsprechung (Urteil des Bundesstrafge-
richts SK.2015.45 vom 18. März 2016 E. 1.5; vgl. BGE 133 IV 58 E. 5.3.1). 

1.2.4 Die Unterstützung einer kriminellen Organisation kommt bei Personen in 
Betracht, die nicht in die Organisationsstruktur integriert sind. Diese verlangt 
einen bewussten Beitrag zur Förderung der verbrecherischen Aktivitäten der 
kriminellen Organisation (Urteil des Bundesgerichts 6B_1132/2016 vom 7. März 
2017 E. 1.3.3; BGE 132 IV 132 E. 4.1.4; Urteil des Bundesstrafgerichts 
SK.2019.23 vom 15. Juli 2019 E. 3.3.3). Als Unterstützer kommen nur Nicht-
Mitglieder in Frage, die für die Organisation handeln 
(PAJAROLA/OEHEN/THOMMEN, a.a.O., Art. 260ter StGB N. 426 f.). Der 
Gesetzgeber zielt insbesondere auf Mittelspersonen, die als Bindeglieder zur 
legalen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einen entscheidenden Beitrag zur 
Stärkung krimineller Organisationen leisten (PAJAROLA/OEHEN/THOMMEN, a.a.O., 
Art. 260ter StGB N. 427; ARZT, in: Schmid [Hrsg.], Kommentar Einziehung, 
Organisiertes Verbrechen, Geldwäscherei, Bd. I, 2. Aufl. 2007, Art. 260ter StGB 
N. 159; ENGLER, a.a.O., Art. 260ter StGB N. 13; vgl. Botschaft, BBl 1993 III 277, 
301). Zwischen der Unterstützungshandlung und der verbrecherischen Tätigkeit 
muss ein gewisser Zusammenhang bestehen. Würde dies nicht vorausgesetzt, 
dann wäre das gesetzliche Merkmal «in ihrer verbrecherischen Tätigkeit» 
überflüssig. Für die Unterstützung nach Art. 260ter Ziff. 1 Abs. 2 aStGB ist 
indessen der Nachweis von kausalen Tatbeiträgen im Hinblick auf ein konkretes 
Delikt nicht erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 6B_1132/2016 vom 7. März 
2017 E. 1.3.3; BGE 133 IV 58 E. 5.3.1). Die Unterstützungshandlung ist 
erfolgsdeliktisch zu verstehen: Es genügt jede Stärkung des Potentials der 
Organisation (Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2019.23 vom 15. Juli 2019 
E. 3.3.3 und SK.2013.39 vom 2. Mai/22. Juli 2014 E. B.1.2.4). Sodann haben die 
dem Täter vorgeworfenen Handlungen die verbrecherischen Zwecke der 
kriminellen Organisation zu fördern und nicht bloss einem ihrer Mitglieder zu Gute 
zu kommen, damit der Tatbestand der Unterstützung erfüllt ist (TPF 2007 20 
E. 4.3). Die Rekrutierung von neuen Anhängern für den IS durch ein Nicht-
Mitglied des IS stellt eine typische Unterstützungshandlung dar. Das blosse 
Sympathisieren mit einer kriminellen oder terroristischen Organisation oder das 
«Bewundern» einer solchen stellt noch keine Unterstützung dar (BGE 132 IV 132 
E. 4.1.4; 133 IV 58 E. 5.3.1, ENGLER, a.a.O., Art. 260ter StGB N. 14). Bei der 
Unterstützungshandlung muss es sich um ein effektives Bemühen handeln, ein 
blosser Versuch zur Unterstützung bleibt hingegen straflos (ENGLER, a.a.O., 
Art. 260ter StGB N. 13). 

- 34 - 

1.2.5 Strafbar macht sich, wer (eventual-)vorsätzlich handelt (Art. 12 Abs. 1 und 2 
StGB; BGE 132 IV 132 E. 4.1.4; ENGLER, a.a.O., Art. 260ter StGB N. 14; FORSTER, 
ZStrR 2003, 438). Der Täter muss wissen oder es zumindest für möglich halten, 
dass er sich an einer kriminellen Organisation beteiligt (Mitgliedschaft mit 
Aktivität) bzw. eine solche unterstützt (Stärkung des Potenzials der Organisation) 
(PAJAROLA/OEHEN/THOMMEN, a.a.O., Art. 260ter StGB N. 490). Bezüglich seiner 
Tathandlung muss er zumindest eventualvorsätzlich damit rechnen, dass sie der 
kriminellen Zwecksetzung der Organisation dient; ein Zusammenhang mit einem 
konkreten Verbrechen muss indes nicht vom Vorsatz umfasst sein 
(TRECHSEL/VEST, Praxiskommentar, 4. Aufl. 2021, Art. 260ter StGB N. 11). Der 
Vorsatz muss sich bei beiden Tatbestandsvarianten (Beteiligung/Unterstützung) 
auf die Förderung der kriminellen Organisation bzw. ihres kriminellen Zweckes 
beziehen. Die Tatvariante der Unterstützung gemäss Art. 260ter StGB verlangt 
einen bewussten Beitrag zur Förderung der verbrecherischen Aktivitäten der 
kriminellen Organisation (BGE 142 IV 175 E. 5.4.2; 132 IV 132 E. 4.1.4). Nicht 
erforderlich ist, dass der Täter über die effektive deliktische Tätigkeit der 
Organisation im Bilde ist. Der Täter muss jedoch wissen oder in Kauf nehmen, 
dass die Organisation Gewalt- oder Bereicherungsdelikte begeht, die klar über 
Bagatellverstösse hinausgehen (ENGLER, a.a.O., Art. 260ter StGB N. 14; Urteil 
des Bundesstrafgerichts SK.2019.23 vom 15. Juli 2019 E. 3.3.4). 

1.2.6 Der Tatbestand von Art. 260ter StGB kann nicht mit sich selbst in Konkurrenz 
stehen, wenn der Täter mehrere Male zu Gunsten der kriminellen Organisation 
gehandelt hat. Die Beteiligungsvariante von Art. 260ter StGB ist als Dauerdelikt 
anzusehen mit der Konsequenz, dass der Tatbestand bei tatbestandsmässigen 
Einzelhandlungen während eines längeren Zeitraums nur einmal erfüllt ist (Urteil 
des Bundesstrafgerichts SK.2019.23 vom 15. Juli 2019 E. 5.3.2). Mehrfache 
Unterstützungshandlungen stellen der Sache nach eine Stärkung der kriminellen 
Organisation dar, d.h. derselbe Täter kann auch den Tatbestand der 
Unterstützung nur einmal und nicht mehrfach erfüllen. Die gegenteilige Ansicht 
würde auf eine Benachteiligung des Unterstützungstäters im Vergleich zum 
Beteiligungstäter hinauslaufen (Urteile des Bundesstrafgerichts SK.2013.39 vom 
2. Mai/22. Juli 2014, E. B.1.2.7 m.w.H.; SK.2019.23 vom 15. Juli 2019 E. 5.3.2). 

1.3 Historische Entwicklung der kriminellen Organisation IS bzw. deren Vor-
gängerorganisationen (ISI, ISIG) und Teilorganisation («JAMWA») 

Im Hinblick auf die sämtlichen, dem Beschuldigten zu Last gelegten Tathandlun-
gen (Anklagepunkte 1.1.2.2.1-1.1.2.2.3; vgl. supra E. II.1.1.1) ist die Frage zu 
erörtern, ob es sich beim IS, ISIG und ISI um ein und dieselbe Organisation in 
verschiedenen Entwicklungsstufen mit unterschiedlichen Benennungen handelt. 

 

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1.3.1 ISI, ISIG und IS 

Zur historischen Entwicklung der kriminellen Organisation IS bzw. deren Vorgän-
gerorganisationen (ISI, ISIG) wird gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich auf 
die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (vgl. Urteil des Bun-
desstrafgerichts SK.2019.71 vom 11. September 2020 E. 1.1.2). Zusammenge-
fasst ist vorliegend festzuhalten, dass die Gründung des IS auf ein Zerwürfnis 
innerhalb der Al-Qaïda bzw. zwischen dem damaligen Führer des irakischen Al-
Qaïda-Ablegers ISI, al-Baghdadi, und dem Führer des syrischen Al-Qaïda-Able-
gers namens «Jabhat Al-Nusra» im Jahre 2014 zurückgeht. Nachdem sich der 
Streit der beiden Al-Qaïda-Gruppierungen weiter zuspitzte und AA., der Führer 
der Kern-Al-Qaïda, al-Baghdadi deshalb im Februar 2014 aus dem Al-Qaïda-
Verbund ausschloss, nahmen ISIS-Anhänger im Juni 2014 Mossul ein, wo al-
Baghdadi am 29. Juni 2014 eigenmächtig ein sogenanntes Kalifat namens IS 
ausrief und sich selbst als Kalifen bezeichnete. Gemäss der Botschaft vom 
12.  November 2014 zum Bundesgesetz über das Verbot der Gruppierungen «Al-
Qaïda» und «Islamischer Staat» sowie verwandter Organisationen (BBl 2014 
8925, 8930) handelt es sich beim IS um eine unabhängige, von der Gruppierung 
«Al-Qaïda» dissidente, internationale, dschihadistisch motivierte Terrorgruppie-
rung. Die mit dem Namen IS bekanntgewordene Terrororganisation trug be