# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac2c5063-f5da-54cc-a970-c34545d26690
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-09
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 09.06.2020 IV 2017/209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2017-209_2020-06-09.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/209

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 07.01.2021

Entscheiddatum: 09.06.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 09.06.2020
Art. 28 ff. IVG. Anspruch auf eine befristete IV-Rente. Würdigung des 
polydisziplinären Gutachtens und der Berichte der behandelnden Ärzte. 
Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 9. Juni 2020, IV 2017/209).

Entscheid vom 9. Juni 2020

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.

IV 2017/209

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Linda Keller, Grand & Nisple Rechtsanwälte, 

Oberer Graben 26, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente (Befristung)

Sachverhalt

A.

A.a. A.___ meldete sich erstmals im Oktober 2007 wegen eines Rückenleidens bei der 

IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 1). Gestützt 

auf ein rheumatologisches Gutachten (vom 28. August 2008, IV-act. 42), laut dem in 

der aktuellen Tätigkeit als Hilfsmetzgerin eine Arbeitsfähigkeit von 30 % und in einer 

leidensangepassten Tätigkeit eine solche von 100 % bestand, wies die IV-Stelle das 

Rentengesuch mit Verfügung vom 20. November 2008 ab (IV-act. 47).

A.b. Im Januar 2012 meldete sich die Versicherte wegen Schmerzen am ganzen 

Körper, Depressionen, Schlaflosigkeit, Unruhe, Angstzuständen und wegen eines 

Unfalls erneut zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 53).

A.c. Der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B.___, teilte der RAD-Ärztin Dr. med. 

C.___ am 10./13. Januar 2012 mit (IV-act. 62), dass die Versicherte an einem Status 

nach einem Mammakarzinom rechts (ED Juni 2010), an multiplen Lipomen am ganzen 

Körper, an einem Status nach einem Abriss des Radius Processus styloideus rechts 

am 6. Juni 2011 bei Osteoporose, an einer Frozen Shoulder rechts (entwickelt nach 

Handbruch) und an einer depressiven Entwicklung im Rahmen des Mammakarzinoms/

an einer Anpassungsstörung leide. Von onkologischer Seite her könne eine vollständige 

Remission bestätigt werden. Am 6. Juni 2011 habe sich die Versicherte beim Hantieren 

mit einem Kochtopf einen Handgelenksbruch zugezogen. Der Heilungsverlauf sei 

verzögert.

A.d. RAD-Ärztin Dr. med. C.___ notierte am 25. Januar 2012, dass zurzeit kein 

Eingliederungspotenzial resp. keine Arbeitsfähigkeit gegeben sei (IV-act. 63). Am 27. 

Januar 2012 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund ihres 

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Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

seien (IV-act. 66).

A.e. Die Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des 

Kantonsspitals St. Gallen (KSSG) berichteten der IV-Stelle am 19. Juli 2012 (IV-act. 77), 

dass die Versicherte an einem CRPS Typ I Unterarm rechts mit/bei einem Ulna-

Impaktionssyndrom Handgelenk rechts und einem Status nach 

Ulnaverkürzungsosteotomie rechts am 21. März 2012, an einer Radiocarpal-Arthrose 

am Handgelenk rechts und an einer Frozen Shoulder rechts leide. In der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit bestehe seit dem 21. März 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit. 

Wegen der Schmerzen, der Schwellung und der Bewegungseinschränkung des rechten 

Unterarms und Handgelenks sei bei Rechtsdominanz der Versicherten zum jetzigen 

Zeitpunkt auch eine adaptierte Tätigkeit nicht möglich. Es sei ein langwieriger 

Krankheitsverlauf zu erwarten.

A.f. Dr. med. D.___, Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik E.___, berichtete der IV-

Stelle am 13. September 2012 (Posteingang; Ausstellungsdatum unbekannt, IV-act. 

82), dass die Versicherte seit 2011 an einer Anpassungsstörung mit längerer 

depressiver Reaktion (F43.21) leide. Aus psychiatrischer Sicht bestehe seit 

Behandlungsbeginn am 14. Dezember 2011 für jegliche Tätigkeit eine 

Arbeitsunfähigkeit von 40 %.

A.g. Vom 10. Oktober bis 22. November 2012 befand sich die Versicherte in der 

Rehaklinik Bellikon (Austrittsbericht vom 27. November 2012, IV-act. 103-4 ff.). Die 

Ärzte hielten in ihrer Beurteilung fest, dass sich eine fortgeschrittene DRUG-Arthrose 

rechts sowie ein Neurom des N. radialis superfizialis im Bereich des Handgelenks 

rechts entwickelt hätten. Die Schmerzen im rechten Handgelenk persistierten weiterhin. 

Zudem bestehe, begleitet von einer Bewegungseinschränkung, eine ausgeprägte 

Schwellung sowie Allodynie. Insgesamt könne von einem Mindergebrauch der rechten 

oberen Extremität gesprochen werden. Die Budapester Kriterien für ein CRPS seien 

aktuell knapp nicht erfüllt. Die Ärzte empfahlen ein operatives Vorgehen. Der ängstlich-

depressiven Reaktion massen sie eine wichtige Rolle für den Schweregrad und die 

Aufrechterhaltung der Schmerzen bei. Im Verlauf des Aufenthalts habe eine leichte 

Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht werden können.

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A.h. Die Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des 

KSSG berichteten dem Hausarzt am 14. Dezember 2012 (IV-act. 101), dass durch den 

Aufenthalt in der Rehaklinik Bellikon keine Verbesserung der Schmerzen an der rechten 

Hand habe erzielt werden können. Die Versicherte sei nach wie vor zu 100 % 

arbeitsunfähig.

A.i. Der Hausarzt berichtete der IV-Stelle am 2. April 2013 (IV-act. 103), dass die rechte 

Hand immer noch weitgehend gebrauchsunfähig sei. Rein theoretisch wäre eine sehr 

leichte Arbeit, bei der die Versicherte die rechte Hand nicht gebrauchen müsse, 

denkbar. Aber für eine ungelernte Arbeiterin ohne Deutschkenntnisse mit einer 

therapieresistenten Depression gebe es ausserhalb einer geschützten Werkstatt keine 

solche Beschäftigung.

A.j. Die Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des 

KSSG berichteten der IV-Stelle am 8. Mai 2013 (IV-act. 105), dass am 5. April 2013 eine 

Osteosynthesematerialentfernung Ulna rechts und eine Testinfiltration erfolgt seien. 

Weitere Testinfiltrationen zur Simulation bzw. Vorbereitung einer 

Handgelenksdenervation nach Wilhelm und/oder DRUG-Arthrodese seien geplant. Die 

Versicherte könne ihre rechte Hand kaum bzw. nur für Hilfsfunktionen einsetzen. 

Jedoch sei ihr eine adaptierte Tätigkeit ganztags mit reduzierter Leistung zumutbar. Dr. 

C.___ notierte am 22. Mai 2013 (IV-act. 108), dass für adaptierte Tätigkeiten wieder 

eine Arbeitsfähigkeit erreicht werden könne. Der Verlauf bleibe jedoch abzuwarten.

A.k. Vom 21. Oktober 2013 bis 29. November 2013 fand eine 

Rehabilitationsbehandlung in der Klinik E.___ statt (Bericht vom 2. Januar 2013 [richtig 

2014, UV-act. 21-11 ff.). Dr. D.___ hielt fest, dass die Versicherte an einer 

mittelgradigen depressiven Episode mit somatischen Symptomen (F32.11) leide. Der 

psychische Zustand habe sich im Verlauf der Rehabilitation zunehmend gebessert. Im 

Zeitpunkt des Austritts habe aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit mehr bestanden.

A.l. Med. pract. F.___ hielt im Bericht über die ärztliche Abschlussuntersuchung der 

Suva St. Gallen vom 15. Januar 2014 fest (UV-act. 24-13 ff.), dass subjektiv eine 

schmerzhaft eingeschränkte Beweglichkeit des Handgelenks und ein 

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belastungsabhängig progredientes Beschwerdebild mit Schwellneigung bestehe. 

Objektiv sei die Beweglichkeit des Handgelenks in allen Ebenen deutlich 

eingeschränkt. Aktuell bestünden keine Zeichen eines CRPS. An weitergehenden 

Behandlungen/Therapien sei lediglich die von den Handchirurgen vorgeschlagene 

Arthrodese zumindest teilweise erfolgversprechend. Die Versicherte lehne einen 

operativen Eingriff zurzeit jedoch ab. Leichte bis maximal mittelschwere Tätigkeiten, bei 

denen die rechte Hand nur noch als Hilfshand diene, seien ihr zweimal drei Stunden 

pro Tag, gegebenenfalls mit einer längeren Pause, zumutbar. Rotationsbewegungen 

sowie Schläge und Vibrationen auf die rechte obere Extremität müssten vermieden 

werden.

A.m. RAD-Ärztin Dr. C.___ führte am 18. Februar 2014 aus (IV-act. 115), dass der 

Gesundheitszustand aus versicherungsmedizinischer Sicht stabil sei. In der 

angestammten Tätigkeit als Metzgereigehilfin bestehe seit dem 29. Juli 2010 eine 

bleibende Arbeitsunfähigkeit. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten 

stellte die RAD-Ärztin auf die Beurteilung der Suva-Ärztin med. pract. F.___ ab.

A.n. Mit Vorbescheid vom 6. März 2014 (IV-act. 119) stellte die IV-Stelle der 

Versicherten bei einem IV-Grad von 26 % die Abweisung des Rentengesuchs in 

Aussicht. Zur Begründung hielt sie fest, dass der Versicherten eine adaptierte Tätigkeit 

während zweimal drei Stunden mit gegebenenfalls längeren Pausen zumutbar sei. 

Dagegen liess die Versicherte am 24. April 2014 durch ihren Rechtsvertreter einwenden 

(IV-act. 123-1 f.), dass die psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit nicht berücksichtigt 

worden sei. Dr. D.___ hatte dem Rechtsvertreter am 22. April 2014 angegeben (IV-

act. 123-3), dass die depressive Symptomatik seit Dezember 2011 einen fluktuierenden 

Verlauf mit kürzeren, wochenlangen Remissionsphasen und einer vorwiegend 

depressiven Symptomatik im mittelgradigen Ausmass genommen habe. Vom 14. 

Dezember 2011 bis Ende 2013 habe eine anhaltende Arbeitsunfähigkeit von 40 % 

bestanden. Seit Januar 2014 habe sich der psychische Zustand erheblich 

verschlechtert, sodass gegenwärtig von einer mittelschweren bis schweren 

depressiven Episode mit somatischen Symptomen ausgegangen werden könne, 

welche die Arbeitsfähigkeit der Versicherten zu 100 % einschränke.

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A.o. Im Verlaufsbericht vom 4. September 2014 gab Dr. D.___ an, dass die Versicherte 

weiterhin für jegliche Tätigkeiten voll arbeitsunfähig sei (IV-act. 125). Bei einem guten 

Verlauf könne in zwei bis drei Wochen eine Arbeitsfähigkeit von 50 % erreicht werden. 

Am 10. Oktober 2014 erklärte Dr. D.___, dass der Gesundheitszustand stationär sei (IV-

act. 126). Er schätzte die Arbeitsfähigkeit neu auf vier Stunden pro Tag (ohne 

Leistungsverminderung). RAD-Ärztin Dr. C.___ notierte (nach Rücksprache mit der 

RAD-Psychiaterin Dr. G.___) am 25. November 2014 (IV-act. 127), dass die Angaben 

von Dr. D.___ inkonsistent und widersprüchlich seien: Trotz der exakt gleichen 

Befundbeschreibung in den Verlaufsberichten habe er unterschiedliche 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen abgegeben. Ausserdem sei die Befundbeschreibung 

unvollständig und reiche nicht aus, um eine mittelgradige depressive Störung gemäss 

ICD-10 zu diagnostizieren. Der Gesundheitszustand der Versicherten habe sich seit 

dem Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik E.___ vom Oktober/November 2013 nicht 

relevant verändert.

A.p. Am 27. November 2014 informierte die IV-Stelle den Rechtsvertreter der 

Versicherten darüber, dass sie am bisherigen Entscheid festhalte (IV-act. 128). 

Dagegen wendete der Rechtsvertreter am 11. Dezember 2014 ein (IV-act. 129), dass 

die Versicherte weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Am 2. April 2015 reichte der 

Rechtsvertreter zwei neu medizinische Berichte ein (IV-act. 136). Die Klinik für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des KSSG hatte 

am 26. Januar 2015 über eine Indikation zur arthroskopischen Teilmeniskektomie 

wegen eines positiven Meniskuszeichens für die mediale Seite berichtet (IV-act. 137). 

Die Klinik für Psychosomatik des KSSG hatte am 4. Februar 2015 berichtet (IV-act. 

138), dass die Versicherte an einer somatoformen Schmerzstörung mit psychischen 

und somatischen Anteilen (F45.41) und an einer mittelschweren bis schweren 

depressiven Störung (F33.2) leide. Im Bericht vom 28. April 2015 hatte dieselbe Klinik 

festgehalten (IV-act. 143), dass aufgrund der depressiven Symptomatik und der 

Konzentrationsprobleme eine deutlich verminderte bis ganz aufgehobene 

Leistungsfähigkeit bestehe. Sie empfahl eine stationäre psychiatrische Behandlung 

einschliesslich einer Temesta-Entwöhnung.

A.q. Die Klinik für Neurologie des KSSG berichtete dem Hausarzt am 3. Juni 2015 (IV-

act. 152), dass sich bei der mit Ausnahme der schmerzbedingten Veränderungen 

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unauffälligen neurologischen Untersuchung bei zusätzlich einer unauffälligen zerebralen 

Bildgebung mittels MRI keine Hinweise für eine intrakranielle organische Pathologie 

ergeben hätten und somit keine sekundäre Kopfschmerzursache vorliege. Es handle 

sich am ehesten um chronische Kopfschmerzen im Rahmen des chronifizierten 

generalisierten Schmerzsyndroms. Differentialdiagnostisch müsse an einen Analgetika-

induzierten Kopfschmerz gedacht werden. Einen am 23. November 2015 begonnenen 

Aufenthalt in der psychiatrischen Tagesklinik H.___ brach die Versicherte am 

18. Dezember 2015 ab, weil sie das Angebot als nicht nützlich empfand 

(Austrittsbericht vom 18. Dezember 2015, IV-act. 165-2 ff.).

A.r. RAD-Arzt Dr. med. I.___ schlug am 23. März 2016 die Durchführung eines 

polydisziplinären Gutachtens mit den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medizin, 

Neurologie, Orthopädie und Psychiatrie vor (IV-act. 169).

A.s. Dr. med. J.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete dem 

Hausarzt am 23. Mai 2016 (IV-act. 177-89) über die ersten sieben 

Behandlungssitzungen. Als Diagnosen nannte sie eine mittelschwere bis schwere 

depressive Störung mit wahnhaften Symptomen, Verfolgungs- und Schuldwahn 

zeitweise (F33.3), eine gemischte Angststörung (F41.3) und eine Temesta-Abhängigkeit 

seit 2012 (F13.2). Aufgrund der Komplexität des Krankheitsbildes seien die 

Optimierung der Medikation und eine mitarbeitfokussierte Psychotherapie nur begrenzt 

möglich.

A.t. Im Juni und Juli 2016 wurde die Versicherte durch die Medas Neurologie 

Toggenburg AG allgemein-internistisch, orthopädisch und psychiatrisch abgeklärt 

(Gutachten vom 22. August 2016, IV-act. 177). Die angekündigte Untersuchung in der 

Disziplin Neurologie fand − ohne Angabe von Gründen − nicht statt. Die Diagnosen mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lauteten:

Chronisches Panvertebralsyndrom seit 2008–

Mammakarzinom Erstbehandlung 2010, seither ohne Rezidiv–

Osteopenie im Rahmen der anhaltenden adjuvanten Behandlung des 

Mammakarzinoms

–

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Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gaben die Gutachter unter 

anderem eine Dysthymie (F34.1), andere gemischte Angststörungen (F41.3) und eine 

chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41) an 

(vollständige Liste: Siehe IV-act. 177-79). Der allgemein-internistische Gutachter hielt 

fest, dass der Versicherten infolge der Situation nach der Behandlung des 

Mammakarzinoms, welche auch zu einer Osteopenie geführt habe, die bisherige 

Tätigkeit in der Fleischverarbeitung wie auch andere mittelschwere und schwere 

Tätigkeiten nicht mehr vollumfänglich zumutbar seien. In einer angepassten Tätigkeit 

bestehe aus allgemein-internistischer Sicht keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 

Der orthopädische Gutachter Dr. med. K.___ erklärte, dass wegen des 

lumbovertebralen Schmerzsyndroms und des Zervikalsyndroms seit 2008 eine 

verminderte Belastbarkeit für das Tragen und Heben bestehe. Aktuell habe die 

Versicherte glaubhaft Schmerzen in der HWS, der BWS und der LWS angegeben. In 

der Untersuchung habe sich gegenüber einer alters- und geschlechtsentsprechenden 

Vergleichsperson eine leichte bis mässiggradige Gebrauchsminderung der rechten 

Hand und des rechten Armes gezeigt. Aus rein orthopädischer Sicht bestehe in der 

angestammten Tätigkeit als Hilfsmetzgerin seit dem 15. Januar 2014 eine 

Arbeitsfähigkeit von 30 % und in einer leidensangepassten Tätigkeit eine volle 

Arbeitsfähigkeit. Zumutbar seien leichte manuelle Tätigkeiten, wobei die rechte Hand 

nicht speziell belastet werden dürfe (negatives Fähigkeitsprofil: Siehe S. 38 f. des 

Gutachtens; positives Fähigkeitsprofil: Siehe S. 40 f. des Gutachtens). Vom 6. Juni 

2011 bis 14. Januar 2014 habe aus rein orthopädischer Sicht für jegliche Tätigkeiten 

eine volle Arbeitsunfähigkeit bestanden (Hand). Die von der Suva-Ärztin attestierte 

zeitliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit könne aus 

orthopädischer Sicht nicht nachvollzogen werden. Der Suva-Einschätzung fehle eine 

Feststellung zu den Pausen und der tatsächlichen Handbelastung, wenn die rechte 

Hand nur als Hilfshand eingesetzt werde. Der psychiatrische Gutachter Prof. Dr. L.___ 

notierte, dass bei der Versicherten zum einen "Krebsängste" nach der Diagnose eines 

Mammakarzinoms ab Mitte 2010 im Sinne einer gemischten Angststörung bestünden. 

Ausgangspunkt dieser Störung könne eine ängstlich-depressive Anpassungsstörung 

gewesen sein. Zwischenzeitlich könne eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen 

vorgelegen haben. Insgesamt spreche der psychopathologische Befund für eine 

distale Handgelenksarthrosen rechts (Unfall vom 6. Juni 2011).–

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Dysthymie, die nie schwer genug gewesen sei, um die für die Versicherte wesentlichen 

Aktivitäten zu unterbinden. Die Therapieadhärenz sowohl in der Psychotherapie als 

auch hinsichtlich der Medikamenteneinnahme sei nicht ausreichend. Es bestehe ein 

verfestigtes Krankheitsverständnis, das per se nicht von Krankheitswert sei. Dieses 

Krankheitsverständnis umfasse auch passive Versorgungswünsche. Das Erleben sei 

auf den Schmerz und dessen Vermeidung eingeengt. Aus psychiatrischer Sicht 

ergäben sich keine Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit. Befundlich lägen keine 

Fakten vor, die die von Dr. D.___ ab dem 14. November 2012 attestierte 

Arbeitsunfähigkeit von 40 % begründen könnten. Auch sei die psychiatrische Therapie 

nicht dicht genug gewesen, um eine derart schwere Störung annehmen zu können. 

Ebenso könnten die Diagnose einer ab Januar 2014 bestehenden mittelgradigen bis 

schweren depressiven Episode und die Aussage, dass sich die Arbeitsunfähigkeit von 

100 % bei einem guten Verlauf innert zwei bis drei Wochen auf 50 % verbessern 

könne, nicht nachvollzogen werden. Der angegebene Schweregrad der Depression 

entspreche nicht der aktuell gezeigten Vitalität und Modulationsfähigkeit der 

Versicherten. Ausserdem liessen die Aussagen von Dr. D.___, wonach berufliche 

Massnahmen angezeigt seien und die Versicherte keine Hilfe bei den Alltagsaktivitäten 

brauche, erhebliche Zweifel an dem von Dr. D.___ angegebenen Schweregrad der 

depressiven Störung aufkommen. In polydisziplinärer Hinsicht hielten die Gutachter 

fest, dass die Versicherte vom 6. Juni 2011 bis 14. Januar 2014 für jegliche Tätigkeit 

voll arbeitsunfähig gewesen sei. Seit dem 15. Januar 2014 bestehe für die 

angestammte Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 30 % und für adaptierte Tätigkeiten 

eine Arbeitsfähigkeit von 100 %. RAD-Arzt Dr. I.___ notierte am 10. Oktober 2016 

sinngemäss, dass für die Rentenprüfung auf das Gutachten abgestellt werden könne 

(IV-act. 178). Zur fehlenden neurologischen Untersuchung äusserte er sich nicht.

A.u. Mit einem zweiten Vorbescheid vom 22. November 2016 (IV-act. 182) kündigte die 

IV-Stelle der Versicherten an, dass ab dem 1. Juli 2012 (sechs Monate nach der 

Anmeldung) bis 30. April 2014 (befristet) ein Anspruch auf eine ganze Rente bestehe. 

Für die Zeit vom 7. Juni 2011 bis 13. Januar 2014 erachtete die IV-Stelle die 

Versicherte als für sämtliche Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig. Der IV-Grad betrug 

für diese Zeitperiode somit 100 %. Für die Zeit ab dem 14. Januar 2014 ging die IV-

Stelle wieder von einer vollen Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten aus. Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 54'644.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 48'414.-- 

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betrug der IV-Grad ab diesem Zeitpunkt 11 %. Für die Ermittlung des 

Valideneinkommens verwies die IV-Stelle im Berechnungsblatt "Einkommensvergleich" 

auf die Suva-Verfügung vom 4. Februar 2014 (IV-act. 180). Die Suva hatte das 

Valideneinkommen anhand der Durchschnittslöhne der Branche Detailhandel in der 

Grossregion Ostschweiz im Jahr 2010 ermittelt (LSE 2010, Tabelle A1) und der 

Nominallohnentwicklung bis 2014 angepasst (UV-act. 26). Die IV-Stelle errechnete das 

Invalideneinkommen anhand des durchschnittlichen Einkommens einer Hilfsarbeiterin 

im Jahr 2014 (Fr. 53'793.--; LSE 2014, Schweiz, privater Sektor, Niv. 1). Aufgrund der 

qualitativen und quantitativen "Handeinschränkungen" berücksichtigte sie einen 

"Leidensabzug" von 10 %. Dagegen liess die Versicherte einwenden (IV-act. 188, 192, 

194), dass sie rückwirkend ab dem 1. Juli 2012 Anspruch auf eine (unbefristete) ganze 

IV-Rente habe. Die Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit seien insbesondere 

psychisch bedingt. Am 21. März 2017 (IV-act. 198) reichte die Rechtsvertreterin der 

Versicherten eine von Dr. J.___ abgegebene "Gegendarstellung" zum psychiatrischen 

Teilgutachten der Medas vom 15. März 2017 ein (act. G 1.1.4). Dr. J.___ hatte kritisiert, 

dass die aktuelle psychiatrische Behandlung im psychiatrischen Teilgutachten nicht 

erwähnt werde. Sie gehe davon aus, dass der Gutachter keine Kenntnis ihres Berichts 

vom 23. Mai 2016 gehabt habe. Zwar könne sie die vom Gutachter gestellten 

Diagnosen bestätigen. Es sei jedoch nicht vorstellbar, dass keine der gestellten 

psychiatrischen Diagnosen einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe. Die 

Einschätzung der Gutachter, wonach die Versicherte in einer angepassten Tätigkeit zu 

100 % arbeitsfähig sei, könne sie nicht teilen, da die Versicherte aufgrund ihres Alters 

und der gesamten Berufs- und Lebenssituation nicht vermittelbar sei; eine derartige 

Tätigkeit sei nur rein "versicherungsmedizinisch-theoretisch" möglich.

A.v. RAD-Arzt Dr. med. I.___ notierte am 6. April 2017 (IV-act. 199), dass der Bericht 

von Dr. J.___ kleine "Unschärfen" enthalte: Entgegen ihrer Behauptung sei ihr Bericht 

vom 23. Mai 2016 im Gutachten erwähnt worden. Der Gutachter habe die Versicherte 

auch zu den ambulanten Kontakten bei Dr. J.___ befragt. Dr. J.___ sei in ihrer 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit zu einem anderen Ergebnis als der Gutachter 

gekommen, ohne auf differente Befunde oder konkrete funktionelle Einschränkungen 

zu verweisen. Auch habe sie die Diskrepanz zwischen der im Gutachten von der 

Versicherten angegebenen Medikation und dem für alle Substanzen "negativen" 

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Medikamentenspiegel nicht kommentiert. Der RAD-Arzt kam zum Schluss, dass sich 

die medizinische Sachlage nicht geändert habe.

A.w. Mit Verfügung vom 25. April 2017 (IV-act. 195, 201) sprach die IV-Stelle der 

Versicherten wie angekündigt vom 1. Juli 2012 bis 30. April 2014 eine (befristete) ganze 

Rente zu. Zum Einwand hielt sie fest, dass gemäss den Medas-Gutachtern ab Januar 

2014 von einer rentenausschliessenden Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 

ausgegangen werden könne.

B.

B.a. Gegen diese Verfügung liess die Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) 

am 31. Mai 2017 Beschwerde erheben (act. G 1). Ihre Rechtsvertreterin beantragte die 

Aufhebung der Verfügung, soweit ein Rentenanspruch ab dem 1. März 2014 verneint 

werde; der Beschwerdeführerin sei auch ab dem 1. März 2014 eine Rente basierend 

auf einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % auszurichten. Eventualiter sei ein 

neues psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben. Die Rechtsvertreterin stellte 

ausserdem ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung. Zur 

Begründung der Beschwerde machte sie geltend, die Medas-Gutachter seien 

fälschlicherweise davon ausgegangen, dass keine psychiatrische Behandlung 

stattfinde. Die aktuelle psychiatrische Behandlung zeige, dass es sich bei den 

Ausführungen der Gutachter, die Beschwerdeführerin sei nicht bereit, ihre Ressourcen 

zu mobilisieren, um eine wahrheitswidrige Unterstellung handle. Dr. J.___ habe 

aufgezeigt, dass die psychischen Einschränkungen so stark seien, dass ein Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit vorliege. Des Weiteren sei angesichts des Alters der 

Beschwerdeführerin, der schlechten Deutschkenntnisse, der fehlenden Ausbildung und 

der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt ein Maximalabzug von 25 % gerechtfertigt. 

Das Schmerzzentrum des KSSG hatte in einem Bericht vom 22. Februar 2017 

angegeben (act. G 1.1.3), dass die Schmerzkontrolle nicht zufriedenstellend sei. 

Darüber hinaus zeige die Beschwerdeführerin weiterhin eine deutliche psychische 

Belastung bei einer bekannten Depression. Am 18. Mai 2017 hatten die Ärzte derselben 

Klinik festgehalten (act. G 4), dass sich die Beschwerdeführerin weiterhin deutlich 

depressiv und schwer zugänglich präsentiert habe. Unter diesen Umständen sei keine 

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adäquate multimodale, schmerztherapeutische Behandlung möglich. Es bestehe eine 

Indikation für eine stationäre Behandlung.

B.b. Die IV-Stelle beantragte am 8. September 2017 die Abweisung der Beschwerde 

(act. G 10). Zur Begründung führte sie an, dass nicht jedem diagnostizierten Leiden 

Krankheitswert zukomme. Die Beschwerdeführerin habe keine Gründe vorgebracht, die 

ernsthafte Zweifel am Beweiswert des Gutachtens erwecken könnten. Weder der 

Umstand, dass die Beschwerdeführerin seit Juni 2010 nicht mehr erwerbstätig 

gewesen sei, noch die mangelhaften Sprachkenntnisse rechtfertigten einen Abzug vom 

Tabellenlohn.

B.c. Das Gericht bewilligte am 12. September 2017 das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 11).

B.d. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin machte in ihrer Replik vom 11. 

Oktober 2017 ergänzend geltend (act. G 13), dass dem "Gutachten" von Dr. J.___ 

zumindest der gleich hohe Stellenwert zukommen müsse wie dem Medas-Gutachten, 

da es sich bei Dr. J.___ um eine zertifizierte Gutachterin SIM handle. Die Gutachter 

hätten sich nicht mit den Befunden von Dr. J.___ auseinandergesetzt. Gemäss ICD-10 

habe die Diagnose einer "anderen gemischten Angststörung" Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit, wenn die Diagnosekriterien mehrerer Angststörungen erfüllt seien. Des 

Weiteren könne eine Dysthymie durchaus einen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit haben, 

zumal auch noch andere psychiatrische Diagnosen gestellt worden seien. Aus den 

Berichten des Schmerzzentrums des KSSG und von Dr. J.___ gehe hervor, dass die 

psychischen Einschränkungen trotz regelmässiger Therapie so stark seien, dass sie 

sich auf den Alltag der Beschwerdeführerin auswirkten und somit einen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit hätten. Schliesslich habe die Beschwerdeführerin entgegen der 

Angabe der Gutachter die Psychotherapien nicht wegen fehlender Motivation, sondern 

wegen fehlender Vertrauensverhältnisse zu den behandelnden Therapeuten 

abgebrochen.

B.e. Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 15).

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 13/27

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B.f. Am 16. Januar 2020 bat das Gericht die Beschwerdegegnerin darum, Stellung 

dazu zu nehmen, weshalb sie das Weglassen der in Auftrag gegebenen neurologischen 

Begutachtung akzeptiert habe (act. G 17). Die Beschwerdegegnerin verwies in ihrer 

Eingabe vom 9. März 2020 (act. G 22) auf eine beiliegende Stellungnahme des RAD-

Arztes Dr. I.___ vom 18. März 2020 (act. G 22.1). Dieser hatte festgehalten, dass die 

Auswahl der Gutachtensdisziplinen der durchführenden Gutachterstelle obliege. Der 

Vorschlag des RAD, die Disziplin Neurologie in die Begutachtung miteinzubeziehen, 

habe mehr formale als inhaltliche Gründe gehabt, da hinsichtlich der letztlich 

unspezifischen Kopfschmerzproblematik bereits einmal ein Neurologe involviert 

gewesen sei. Bei den Kopfschmerzen handle es sich um einen funktionell nicht 

relevanten Nebenaspekt, der in der Beschwerdeschilderung und in den Befunden, aber 

auch im Dossier keinen prominenten somatischen Stellenwert gehabt habe. Ausserdem 

sei die Schmerzproblematik im psychiatrischen Teilgutachten thematisiert worden. 

Schliesslich falle die Beurteilung eines als leichtgradig beschriebenen CRPS durchaus 

gleichrangig in die Expertise eines Orthopäden. Zusammengefasst sei der Verzicht auf 

eine neurologische Begutachtung weder formal noch inhaltlich zu beanstanden. Die 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Stellungnahme hierzu 

(act. G 24).

Erwägungen

1.

Vorab ist zu prüfen, ob die Beschwerde rechtzeitig erhoben worden ist. Gemäss Art. 60 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1) ist die Beschwerde innerhalb von 30 Tagen nach der Eröffnung der 

Verfügung einzureichen. Die angefochtene Verfügung datiert vom 25. April 2017, die 

Beschwerde ist am 31. Mai 2017 erhoben worden. Die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin hat angegeben, dass ihr die Verfügung am 1. Mai 2017 zugestellt 

worden sei. Die Frist hat also am 2. Mai 2017 zu laufen begonnen. Der 30. Tag der Frist 

ist folglich auf den Mittwoch, 31. Mai 2017 gefallen. Die Rechtsvertreterin hat an 

diesem letzten Tag der Frist Beschwerde erhoben. Die Beschwerde ist demnach 

rechtzeitig erfolgt, weshalb auf sie einzutreten ist.

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 14/27

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2.  

3.  

Die Beschwerdeführerin hatte sich erstmals im Oktober 2007 zum Bezug von IV-

Leistungen angemeldet. Ein Rentenanspruch war damals verneint worden. Bei der 

Anmeldung vom Januar 2012 hat es sich somit um eine Neu- bzw. Wiederanmeldung 

gehandelt.

2.1. 

Gemäss Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV, 

SR 831.201) wird eine neue Anmeldung nur geprüft, wenn darin glaubhaft gemacht 

wird, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise 

geändert hat. Die erste Anmeldung war wegen eines Rückenleidens erfolgt. Bei der 

zweiten Anmeldung haben ein Ganzkörperschmerzsyndrom, Depressionen, Ängste 

(infolge einer Brustkrebsdiagnose im Juni 2010) und die Folgen eines Handbruchs 

rechts im Juni 2011 im Vordergrund gestanden. Da es sich im Vergleich zur ersten 

Anmeldung um andere/neue gesundheitliche Beeinträchtigungen gehandelt hat, ist die 

Beschwerdegegnerin zu Recht (voraussetzungslos) auf die Neuanmeldung eingetreten.

2.2. 

Mit der angefochtenen Verfügung vom 25. April 2017 hat die Beschwerdegegnerin 

der Beschwerdeführerin lediglich eine befristete (ganze) Rente für den Zeitraum 1. Juli 

2012 bis 30. April 2014 zugesprochen. Nach der Auffassung des Bundesgerichts muss 

bei einer erneuten Anmeldung nach einer vorausgegangenen rechtskräftigen 

Abweisung eines Rentenbegehrens geprüft werden, ob ein Revisionsgrund im Sinne 

von Art. 17 ATSG vorliegt (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 4. März 2015, 

9C_9/2015). Diese Praxis ist jedoch gesetzwidrig, da mit Art. 29 Abs. 1 ATSG eine 

abschliessende gesetzliche Regelung der Wirkung von Neuanmeldungen besteht, 

sodass keine ausfüllungsbedürftige Gesetzeslücke vorliegt, die durch eine analoge 

Anwendung des Art. 17 ATSG auf die Neuanmeldung auszufüllen wäre (vgl. Entscheid 

des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Dezember 2016, IV 2014/188 

E. 1.3 ff.). Die Neuanmeldung unterscheidet sich also nicht von einer erstmaligen 

Anmeldung. Demnach ist im vorliegenden Fall gemäss der ständigen Praxis der 

Abteilung II des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen nur zu prüfen, ob die 

Beschwerdeführerin bleibend oder während einer längeren Zeit in einem 

rentenbegründenden Ausmass invalid (gewesen) ist.

2.3. 

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 15/27

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4.  

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die 

voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Bei nicht erwerbstätigen 

Versicherten erfolgt die Bemessung der Invalidität nach Art. 28a Abs. 2 IVG, bei zum 

Teil erwerbstätigen Versicherten nach Art. 28a Abs. 3 IVG.

3.2. 

Die Beschwerdeführerin hat ab dem 1. Januar 2000 zu 100 % als Hilfsarbeiterin in 

einer Metzgerei gearbeitet (IV-act. 21-7 ff.). Per 14. Februar 2008 hat sie das 

Arbeitspensum auf 50 % reduziert (IV-act. 21-6). Die Reduktion des Arbeitspensums ist 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nur aus gesundheitlichen Gründen erfolgt (vgl. 

IV-act. 23). Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin daher zu Recht als 

Vollerwerbstätige qualifiziert und den Invaliditätsgrad anhand eines reinen 

Einkommensvergleichs ermittelt.

3.3. 

Um den IV-Grad ermitteln zu können, muss die Arbeitsfähigkeit bzw. die 

Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin mit dem Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit feststehen.

4.1. 

In medizinischer Hinsicht liegen insbesondere die Berichte der Klinik für Hand-, 

Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG vom 19. Juli 2012, 14. 

Dezember 2012 und 8. Mai 2013, der Austrittsbericht der Rehaklinik Bellikon vom 27. 

November 2012, der Bericht der Klinik für Neurologie des KSSG vom 3. Juni 2015, der 

kreisärztliche Abschlussbericht vom 15. Januar 2014, die Berichte von Dr. D.___ vom 

13. September 2012, 2. Januar 2014, 22. April 2014 und 4. September 2014, die 

4.2. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 16/27

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Berichte von Dr. J.___ vom 23. Mai 2016 und 15. März 2017 und das Medas-Gutachten 

vom 22. August 2016 im Recht.

Zunächst ist die Frage zu klären, ob das Fehlen einer neurologischen 

Begutachtung ein Mangel ist, der den Beweiswert des polydisziplinären Medas-

Gutachtens unter das notwendige Mass (überwiegende Wahrscheinlichkeit) reduziert. 

RAD-Arzt Dr. I.___ hat hierzu festgehalten, dass die Auswahl der Gutachtensdisziplinen 

der durchführenden Gutachterstelle obliege und dass der Wunsch der IV-Stelle (bzw. 

des RAD) nach bestimmten Disziplinen formal gesehen lediglich einen Vorschlag 

darstelle. Gemäss der Auffassung des Bundesgerichts sind die beauftragten 

medizinischen Sachverständigen letztverantwortlich für die Qualität ("fachliche Güte") 

und die Vollständigkeit der interdisziplinär erstellten Entscheidungsgrundlage, aber 

auch für eine wirtschaftliche Abklärung. Mit dieser Gutachterpflicht nicht vereinbar 

wäre es, wenn den Sachverständigen eine Disziplinenwahl aufgezwungen würde, die 

sie − auch nach pflichtgemässer Würdigung der für den Auftrag ausschlaggebenden 

Überlegungen − für (versicherungs-) medizinisch nicht vertretbar hielten (vgl. BGE 139 

V 349 E. 3.3; vgl. auch Rz. 2077.7 des Kreisschreibens über das Verfahren in der 

Invalidenversicherung, KSVI, welche aber erst per 1. Januar 2018 und damit erst nach 

Beendigung des dem Beschwerdeverfahren zugrunde liegenden 

Verwaltungsverfahrens Eingang ins Kreisschreiben gefunden hat). Hieraus lässt sich 

schliessen, dass es sich bei den von der Beschwerdegegnerin bzw. dem RAD 

angegebenen Gutachtensdisziplinen tatsächlich lediglich um Vorschläge bzw. 

Empfehlungen zuhanden der Gutachterstelle gehandelt hat. Die Neurologie 

Toggenburg AG ist also nicht verpflichtet gewesen, eine neurologische Begutachtung 

durchzuführen. Der Umstand, dass die Gutachterstelle auf eine neurologische 

Begutachtung verzichtet hat, bedeutet somit nicht, dass dem Medas-Gutachten vom 

22. August 2016 die Beweiskraft per se abgesprochen werden müsste. Nach der 

Ansicht von RAD-Arzt Dr. I.___ ist eine neurologische Begutachtung nicht notwendig 

gewesen. Er hat erklärt, dass sein Vorschlag, die Disziplin Neurologie in die 

Begutachtung miteinzubeziehen, mehr formale als inhaltliche Gründe gehabt habe, da 

nach der Aktenlage hinsichtlich der letztlich unspezifischen Kopfschmerzproblematik 

bereits einmal ein Neurologe involviert gewesen sei. Des Weiteren falle die Beurteilung 

eines als leichtgradig beschriebenen CRPS durchaus gleichrangig in die Expertise des 

Orthopäden. Der entsprechende klinische Untersuchungsbefund im orthopädischen 

Teilgutachten der Neurologie Toggenburg AG gehe über den bei einer allgemeinen 

neurologischen Untersuchung zu erwartenden Detaillierungsgrad hinaus, weshalb kein 

Mangel in der faktischen Befundung innerhalb des Gutachtens zu erkennen sei. Die 

Ausführungen von Dr. I.___ überzeugen. Insbesondere ist in antizipierender 

4.3. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 17/27

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Beweiswürdigung davon auszugehen, dass eine neurologische Begutachtung keine 

weiteren Erkenntnisse bezüglich der Kopfschmerzproblematik gebracht hätte, da diese 

bereits im Juni 2015 umfassend durch die Klinik für Neurologie des KSSG abgeklärt 

worden war. Schliesslich bleibt noch darauf hinzuweisen, dass die Medas-Gutachter 

die Beschwerdegegnerin darüber informiert respektive im Gutachten darauf 

hingewiesen hätten, wenn sie eine neurologische Begutachtung für die Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit als notwendig erachtet hätten. Dies haben sie jedoch nicht getan. 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Fehlen einer neurologischen 

Begutachtung im vorliegenden Fall keinen Mangel darstellt. Es ist keine neurologische 

Begutachtung notwendig gewesen, um den medizinischen Sachverhalt 

rechtsgenüglich zu ermitteln.

Somit bleibt zu prüfen, ob das Medas-Gutachten inhaltlich überzeugt. In 

somatischer Hinsicht sind die Gutachter zum Schluss gekommen, dass die 

Beschwerdeführerin infolge des Handgelenkbruchs rechts vom 6. Juni 2011 bis 14. 

Januar 2014 für jegliche Tätigkeiten vollständig arbeitsunfähig gewesen sei. Nach der 

konservativen Behandlung des am 6. Juni 2011 erlittenen Handgelenksbruchs hatten 

sich ein Ulnaimpaktionssyndrom und eine Radiocarpalarthrose an der rechten Hand 

entwickelt (Bericht des KSSG vom 19. März 2012, IV-act. 96-17 f.). Am 21. März 2012 

war eine Ulnaverkürzungsosteotomie rechts erfolgt (Bericht des KSSG vom 26. März 

2012, IV-act. 96-13 f.). Wegen weiterhin bestehender starker Schmerzen hatten die 

Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG im 

Mai/Juni 2012 die Diagnose eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS Typ 

I) gestellt (IV-act. 96-7 ff.). Während des Aufenthalts in der Rehaklinik Bellikon vom 10. 

Oktober bis 22. November 2012 hatten die dortigen Ärzte die Kriterien für die Diagnose 

eines CRPS als aktuell knapp nicht erfüllt angesehen. Da sich zwischenzeitlich aber 

eine fortgeschrittene DRUG-Arthrose rechts sowie ein Neurom des N. radialis 

superfizialis im Bereich des Handgelenks rechts entwickelt hatten, hatten die Ärzte ein 

operatives Vorgehen empfohlen. Am 5. April 2013 waren eine 

Osteosynthesematerialentfernung Ulna rechts und eine Testinfiltration erfolgt. Am 

14. Juni 2013 hatte dann die Handgelenksdenervation stattgefunden (siehe z.B. Bericht 

vom 26. Januar 2015, IV-act. 142-15 f.). Am 20. August 2013 (UV-act. 19-25 f.) hatten 

die Chirurgen über eine Schmerzreduktion berichtet und die weitere Steigerung des 

Handeinsatzes, die Reduktion des NSAR-Konsums und die Weiterführung der 

Ergotherapie empfohlen. Die Chirurgen hatten die Beschwerdeführerin anlässlich einer 

Nachkontrolle vom 13. November 2013 wegen des weiterhin sehr ausgeprägten 

Schmerzempfindens nochmals über die operativen Möglichkeiten (RSL-Fusion und 

DRUG-Arthrodese) aufgeklärt (Bericht vom 14. November 2013, UV-act. 21-21 f.). Die 

4.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 18/27

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Beschwerdeführerin hatte im damaligen Zeitpunkt keine weiteren Behandlungen 

gewünscht. Am 15. Januar 2014 hatte die kreisärztliche Abschlussuntersuchung der 

Suva stattgefunden. Im entsprechenden Bericht vom 16. Januar 2014 hatte die 

Kreisärztin festgehalten, dass weitergehende Behandlungen/Therapien nicht 

überwiegend wahrscheinlich zu einer namhaften Verbesserung des unfallbedingten 

Gesundheitszustandes führen würden. Lediglich die von den Handchirurgen 

vorgeschlagene Arthrodese sei zumindest teilweise erfolgversprechend. Die 

Beschwerdeführerin lehne einen (weiteren) operativen Eingriff zurzeit jedoch ab. Am 18. 

Februar 2014 hatte RAD-Ärztin Dr. C.___ den Gesundheitszustand aus 

versicherungsmedizinischer Sicht erstmals als stabil bezeichnet. Zwar hat der Hausarzt 

im Bericht vom 2. April 2013 eine sehr leichte Arbeit, bei der die Beschwerdeführerin 

die rechte Hand nicht gebrauchen müsse, (zumindest aus somatischer Sicht) als 

denkbar erachtet. Und auch die Chirurgen haben der Beschwerdeführerin im Bericht 

vom 8. Mai 2013 für adaptierte Tätigkeiten eine Arbeitsfähigkeit (mit reduzierter 

Leistung) bescheinigt. Diese Beurteilungen überzeugen jedoch nicht, denn zum 

Zeitpunkt der Berichterstattung war die am 14. Juni 2013 stattfindende 

Handgelenksdenervation schon geplant gewesen; bereits am 5. April 2013 war nämlich 

eine Testinfiltration erfolgt. RAD-Ärztin Dr. C.___ hatte daher am 22. Mai 2013 zu Recht 

notiert, dass aufgrund der geplanten medizinischen Massnahmen weiterhin keine 

Arbeitsfähigkeit bestehe und der Verlauf abzuwarten sei. Zusammenfassend ist 

festzuhalten, dass bezüglich der Handgelenksproblematik erst im Januar 2014 ein 

stabiler Gesundheitszustand erreicht worden ist. Die Medas-Gutachter sind daher zu 

Recht für die Zeit ab dem Unfallereignis (6. Juni 2011) bis Mitte Januar 2014 von einer 

vollen Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ausgegangen.

Demnach bleibt zu prüfen, ob aus somatischer Sicht ab dem 14./15. Januar 2014 

weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Die Medas-Gutachter haben der 

Beschwerdeführerin wegen eines chronischen Panvertebralsyndroms, einer 

Osteopenie und einer distalen Handgelenksarthrose rechts für die angestammte 

Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in einer Metzgerei ab dem 14. Januar 2014 eine 

Arbeitsfähigkeit von 30 % attestiert. Die Beschwerdeführerin hat in der zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in der Metzgerei offenbar bei (praktisch) allen 

Arbeitsschritten mitgeholfen, so beispielsweise beim Verkauf der Fleischwaren, aber 

auch bei der Fleischverarbeitung (vgl. IV-act. 177-65). Die Tätigkeit hat deshalb auch 

das Heben oder Tragen von Lasten von 10-25 kg umfasst, d.h. es hat sich teilweise um 

eine mittelschwere Tätigkeit gehandelt (siehe Arbeitgeberbericht vom 7. Juli 2008, IV-

act. 39). Angesichts des Arbeitsprofils überzeugt die Einschätzung der Gutachter, dass 

der Beschwerdeführerin die meisten Arbeiten bzw. Arbeitsschritte als Hilfsarbeiterin in 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 19/27

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einer Metzgerei aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigungen (Rücken, Hand rechts, 

Osteopenie) nicht mehr zumutbar sind. Zwar hat RAD-Arzt Dr. I.___ bezweifelt, dass 

mit Blick auf das von den Gutachtern beschriebene negative Leistungsprofil überhaupt 

noch eine Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit bestehe (IV-act. 178). Er hat 

aber zu Recht bemerkt, dass für die Beurteilung des Rentenanspruchs im vorliegenden 

Fall ohnehin die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ausschlaggebend sei. 

Demnach steht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit fest, dass die 

Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in einer 

Metzgerei ab Mitte Januar 2014 weiterhin zumindest zu 70 % eingeschränkt gewesen 

ist. Hinsichtlich einer leidensangepassten Tätigkeit sind die Medas-Gutachter zum 

Schluss gekommen, dass für leichte manuelle Tätigkeiten, bei denen die 

Beschwerdeführerin die rechte Hand nicht speziell belasten müsse und welche die 

weiteren Adaptionskriterien erfüllten (siehe IV-act. 177-38 f.), seit dem 15. Januar 2014 

wieder eine volle Arbeitsfähigkeit bestehe. Diese Beurteilung steht in Widerspruch zu 

derjenigen der Suva-Kreisärztin med. pract. F.___, welche die Arbeitsfähigkeit für 

adaptierte Tätigkeiten in ihrem Abschlussbericht vom 16. Januar 2014 auf zweimal drei 

Stunden, gegebenenfalls mit einer längeren Pause, geschätzt hat. Der orthopädische 

Medas-Gutachter hat die Arbeitsfähigkeitsschätzung der Suva-Ärztin als nicht 

nachvollziehbar bezeichnet, weil eine Feststellung zu den Pausen und der tatsächlichen 

Handbelastung, wenn die rechte Hand nur als Hilfshand eingesetzt werde, fehle. 

Tatsächlich hat die Suva-Ärztin nicht begründet, weshalb die Beschwerdeführerin eine 

optimal adaptierte Tätigkeit, in welcher sie die rechte Hand nur als Hilfshand hätte 

einsetzen müssen, lediglich noch sechs Stunden pro Tag, allenfalls zusätzlich mit einer 

längeren Pause, hätte ausüben können. Demgegenüber hat sich der orthopädische 

Medas-Gutachter eingehend mit den Funktionseinschränkungen insbesondere der 

rechten Hand und dem positiven und negativen Leistungsprofil auseinandergesetzt 

(vgl. IV-act. 177-38 ff./42 f.). Aus diesem Grund ist auf die gutachterliche Beurteilung 

abzustellen, laut der die Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht ab Mitte Januar 

2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für adaptierte Tätigkeiten wieder voll 

arbeitsfähig gewesen ist.

Der psychiatrische Gutachter hat den von ihm gestellten Diagnosen einer 

Dysthymie, anderer gemischter Angststörungen und einer chronischen 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren keinen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit beigemessen. Daher ist er aus psychiatrischer Sicht − auch 

retrospektiv − von einer vollen Arbeitsfähigkeit ausgegangen. Demgegenüber hat Dr. 

D.___ der Beschwerdeführerin ab dem 14. November 2012 (Behandlungsbeginn) 

wegen einer Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion eine 

4.6. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 20/27

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Arbeitsunfähigkeit von 40 % bescheinigt. Dr. D.___ hat als Grund für die Einschränkung 

der Leistungsfähigkeit eine Affektlabilität bzw. eine reduzierte Belastbarkeit genannt. 

Der psychiatrische Gutachter hat überzeugend erklärt, dass diese Befunde nicht 

ausreichten, um eine Arbeitsunfähigkeit von 40 % zu begründen. Ausserdem sei die 

psychiatrische Therapie nicht dicht genug gewesen, um eine derart schwere Störung 

annehmen zu können. Tatsächlich hatte die damalige kognitive Verhaltenstherapie nur 

ca. alle drei Wochen stattgefunden (IV-act. 82-2). Laut Dr. D.___ hat sich der 

psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ab Januar 2014 erheblich 

verschlechtert. Wegen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig 

mittelschwere bis schwere Episode mit somatischen Symptomen, hat er der 

Beschwerdeführerin ab Januar 2014 eine volle Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Im 

Verlaufsbericht vom 4. September 2014 ist er weiterhin von einer vollen 

Arbeitsunfähigkeit ausgegangen. Er hat jedoch angemerkt, dass bei einem guten 

Verlauf in zwei bis drei Wochen eine Arbeitsfähigkeit von 50 % erreicht werden könne. 

Obwohl Dr. D.___ der Beschwerdegegnerin am 10. Oktober 2014 mitgeteilt hat, dass 

der Gesundheitszustand gleich geblieben sei, hat er die Arbeitsfähigkeit neu auf vier 

Stunden pro Tag festgelegt. RAD-Ärztin Dr. C.___ am 25. November 2014 hat die 

Angaben von Dr. D.___ in den Verlaufsberichten vom 4. September und 2. Oktober 

2014 zu Recht als inkonsistent und widersprüchlich bezeichnet: Trotz exakt gleicher 

Befundbeschreibung hat Dr. D.___ unterschiedliche Arbeitsfähigkeitsschätzungen 

abgegeben. Auch die Kritik der RAD-Ärztin, dass die Befundbeschreibung 

unvollständig sei und nicht ausreiche, um die Diagnose einer mittelgradigen 

depressiven Störung gemäss ICD-10 nachzuvollziehen, überzeugt. Darüber hinaus hat 

auch der psychiatrische Medas-Gutachter erhebliche Zweifel am Schweregrad der 

depressiven Störung geäussert, namentlich weil Dr. D.___ im Bericht vom 4. 

September 2014 angegeben hatte, dass berufliche Massnahmen angezeigt seien und 

dass die Beschwerdeführerin keine Hilfe bei den Alltagsaktivitäten benötige. Auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzungen von Dr. D.___ kann somit nicht abgestellt werden. Die 

Beschwerdeführerin befindet sich seit dem 22. Januar 2016 bei der Psychiaterin Dr. 

J.___ in ambulanter Behandlung. Entgegen der Behauptung der Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin hat der psychiatrische Gutachter Kenntnis des Berichts von Dr. 

J.___ vom 23. Mai 2016 und damit auch von der aktuell laufenden 

psychotherapeutischen Behandlung gehabt. Eine Zusammenfassung des Berichts vom 

23. Mai 2016 ist dem Aktenauszug des psychiatrischen Teilgutachtens zu entnehmen 

(IV-act. 177-60). Der Bericht ist ausserdem im Anhang des Gutachtens als Kopie 

beigelegt (IV-act. 177-89). Zwar hat sich der psychiatrische Gutachter nicht explizit 

zum Bericht von Dr. J.___ vom 23. Mai 2016 geäussert. Dieser Bericht ist allerdings 

auch nicht aussagekräftig, denn es hat sich um einen Kurzbericht gehandelt, der weder 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 21/27

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Befunde zu den gestellten Diagnosen noch eine Arbeitsfähigkeitsschätzung enthalten 

hat. Der psychiatrische Gutachter hat sich aber − und das ist entscheidend − mit den 

von Dr. J.___ gestellten Diagnosen einer mittelschweren bis schweren depressiven 

Störung, einer gemischten Angststörung und einer Temesta-Abhängigkeit 

auseinandergesetzt. Auch zum angegebenen Verfolgungswahn hat er sich geäussert 

(IV-act. 177-70). Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat argumentiert, die 

Aussage der Gutachter, die Beschwerdeführerin sei nicht bereit, ihre Ressourcen zu 

mobilisieren, sei angesichts der aktuellen psychiatrischen Behandlung wahrheitswidrig. 

Die Gutachter haben festgehalten, dass die Beschwerdeführerin keine Bereitschaft 

gezeigt habe, ihre Ressourcen im Sinne einer Wiedereingliederung zu mobilisieren, 

obwohl sie das nachweisbar bzw. aus der Sicht ihrer Therapeuten gekonnt hätte (IV-

act. 177-80). Dass eine versicherte Person motiviert ist, eine Psychotherapie zu 

absolvieren, lässt noch nicht den Schluss zu, dass sie auch gewillt sei, sich beruflich 

einzugliedern. Vom Therapiewillen kann also nicht auf einen Eingliederungswillen 

geschlossen werden. Tatsächlich geht aus den Akten nicht hervor, dass die 

Beschwerdeführerin motiviert wäre, wieder in das Berufsleben einzusteigen. Vielmehr 

besteht gemäss dem psychiatrischen Gutachter ein verfestigtes Krankheitsverständnis, 

welches auch passive Versorgungswünsche umfasst (IV-act. 177-77). Die Aussage der 

Gutachter, dass die Beschwerdeführerin keine Bereitschaft gezeigt habe, ihre 

Ressourcen im Sinne einer Wiedereingliederung zu mobilisieren, ist somit durchaus 

plausibel. Die Rechtsvertreterin hat ausserdem geltend gemacht, dass die 

Beschwerdeführerin entgegen den Angaben der Gutachter die Psychotherapien nicht 

wegen fehlender Motivation, sondern wegen eines jeweils fehlenden 

Vertrauensverhältnisses zu den Therapeuten abgebrochen habe. Der psychiatrische 

Gutachter hat festgehalten, dass die Beschwerdeführerin die verordneten und von ihr 

als eingenommen angegebenen Psychopharmaka gemäss den 

Serumspiegelmessungen wahrscheinlich gar nicht einnehme. Psychiatrische Therapien 

würden nur gering befolgt und nach der ärztlichen Anordnung bald wieder in für die 

Behandler frustrierender Art abgebrochen. Das Krankheitsverständnis sei ganz 

körperlich orientiert (IV-act. 177-81). Der Austrittsbericht der psychiatrischen 

Tagesklinik H.___ vom 18. Dezember 2015 (IV-act. 165-2 ff). bestätigt die Sichtweise 

des Gutachters: Die Beschwerdeführerin hatte diese Therapie vorzeitig abgebrochen, 

da sie das tagesklinische Angebot als für sie nicht nützlich erlebt hatte; insbesondere 

hatten ihr ein Massage- und Physiotherapieangebot gefehlt. Bei einem somatisch 

orientierten Krankheitsverständnis erscheint es aus der Sicht eines medizinischen Laien 

aber auch nachvollziehbar, dass es für die Beschwerdeführerin schwierig sein muss, 

ein Vertrauensverhältnis zum behandelnden Psychotherapeuten aufzubauen. Demnach 

stehen die Aussagen des psychiatrischen Gutachters, wonach die Beschwerdeführerin 

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die Psychotherapien wegen fehlender Motivation, und die Aussage der 

Beschwerdeführerin, sie habe die bisherigen Psychotherapien wegen eines jeweils 

fehlenden Vertrauensverhältnisses zu den Therapeuten abgebrochen, nicht in einem 

Widerspruch zueinander. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat weiter 

geltend gemacht, dass dem Bericht von Dr. J.___ vom 15. März 2017 zumindest der 

gleich hohe Stellenwert zukommen müsse wie dem Medas-Gutachten, da es sich bei 

Dr. J.___ um eine zertifizierte Gutachterin SIM handle. Die Berichte von behandelnden 

Ärzten weisen insoweit eine generelle Schwäche auf, als diese aufgrund der 

auftragsrechtlichen Vertrauensstellung und im Hinblick auf einen möglichen Ziel- und 

Interessenskonflikt im Zweifel regelmässig eher zugunsten der Patienten aussagen (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 25. Februar 2015, 8C_616/2014 E. 5.3.3.3 mit 

Hinweisen). Trotzdem ist immer zu prüfen, ob eine abweichende Beurteilung durch 

einen behandelnden Arzt die gutachterliche Einschätzung in Zweifel zu ziehen vermag. 

Ob der behandelnde Arzt über ein Zertifikat als Gutachter verfügt oder nicht, ist dabei 

jedoch nicht relevant. Entscheidend ist vielmehr, ob der Bericht des behandelnden 

Arztes inhaltlich überzeugt. Allein die Tatsache, dass Dr. J.___ über ein Zertifikat als 

Gutachterin verfügt, erhöht somit die Beweiskraft ihrer Berichte nicht. Die 

Rechtsvertreterin hat schliesslich noch angeführt, dass gemäss ICD-10 die Diagnose 

einer anderen gemischten Angststörung Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe, 

wenn die Diagnosekriterien mehrerer Angststörungen erfüllt seien. ICD-10 ist eine 

internationale statische Klassifikation der Krankheiten und verwandter 

Gesundheitsprobleme (siehe www.dimdi.de/static/de/klassifikationen/ icd/icd-10-gm/

kode-suche/htmlgm2019/, besucht am 16. Mai 2020). Entgegen der Behauptung der 

Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin sagt die ICD-10 natürlich nichts darüber aus, 

ob und gegebenenfalls welchen Einfluss eine medizinische Diagnose auf die 

Arbeitsfähigkeit hat. Auch diese Argumentation der Rechtsvertreterin ist somit nicht 

stichhaltig. Dr. J.___ hat in ihrem Bericht vom 15. März 2017 festgehalten, dass sie mit 

den vom psychiatrischen Gutachter gestellten Diagnosen einverstanden sei. Sie hat 

jedoch erklärt, dass nicht vorstellbar sei, dass keine dieser Diagnosen einen Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit habe. Dem Bericht vom 15. März 2017 ist zu entnehmen, dass 

Dr. J.___ von einem falschen Arbeitsunfähigkeitsbegriff ausgegangen ist. Dr. J.___ hat 

nämlich festgehalten, dass eine körperlich leichte Tätigkeit nur rein medizinisch-

theoretisch denkbar sei, da die Beschwerdeführerin über keine ausreichenden 

Deutschkenntnisse verfüge und keine abgeschlossene Lehre habe. Die 

Beschwerdeführerin sei aufgrund ihres Alters und der gesamten Berufs- und 

Lebenssituation nicht vermittelbar. Dr. J.___ hat verkannt, dass bei der Bemessung der 

Invalidität gerade die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit relevant ist. 

Entscheidend ist, welche Arbeitsleistung einer versicherten Person objektiv betrachtet 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 23/27

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aus medizinischer Sicht noch zumutbar ist. Das Alter, die Ausbildung, die 

Sprachkenntnisse und die Lebenssituation sind also bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit unberücksichtigt zu lassen; die (fehlende) Ausbildung und die 

Sprachkenntnisse sind nur insoweit relevant, als die Arbeitsfähigkeit mit Bezug auf eine 

für die versicherte Person in Frage kommende (bzw. insbesondere ihrer Ausbildung 

entsprechende) Tätigkeit zu ermitteln ist. Die Beurteilung von Dr. J.___ stimmt also 

eigentlich mit jener des psychiatrischen Medas-Gutachters überein: Dr. J.___ dürfte 

also mit den vom Gutachter angegebenen Diagnosen einverstanden gewesen sein und 

eine Arbeitsfähigkeit von 100 % für adaptierte Tätigkeiten rein medizinisch-theoretisch 

für möglich erachtet haben. Die Klinik für Psychosomatik des KSSG hat in ihren 

Berichten vom 4. Februar 2015 und 28. April 2015 als Diagnose unter anderem eine 

mittelschwere bis schwere depressive Störung angegeben und von einer deutlich 

verminderten bis ganz aufgehobenen Leistungsfähigkeit aufgrund der depressiven 

Symptomatik und der Konzentrationsprobleme gesprochen. Gemäss dem von den 

Ärzten der Klinik für Psychosomatik angegebenen psychopathologischen Status sind 

die kognitiven Einschränkungen jedoch mild gewesen. Die Beschwerdeführerin habe im 

Affekterleben schwer depressiv, dysthym, weinerlich, jammerig und klagsam mit 

massiven Insuffizienzgefühlen gewirkt. Die affektive Schwingungsfähigkeit sei deutlich 

eingeschränkt und durchgehend depressiv gewesen. Die Beschwerdeführerin habe 

Suidzidgedanken bejaht. Dieser psychopathologische Befund zeigt, dass die Diagnose 

der Ärzte der Klinik für Psychosomatik wesentlich auf den Angaben der 

Beschwerdeführerin beruht. Die subjektiven Angaben sind jedoch, gerade in Fällen wie 

dem vorliegenden − die Gutachter haben von einem leidenszentrierten, demonstrativ 

behinderungsbetonten, extrem appellativ erlebten Auftritt anlässlich der Untersuchung 

gesprochen (IV-act. 177-80) − kritisch und anhand der objektiven Befunde zu 

hinterfragen. Vor diesem Hintergrund überzeugt weder die von den Ärzten der Klinik für 

Psychosomatik angegebene Diagnose einer mittelschweren bis schweren depressiven 

Störung noch die darauf basierende Arbeitsfähigkeitsschätzung. Im Mittelpunkt der 

Berichte des Schmerzzentrums M.___ vom 22. Februar 2017 und vom 18. Mai 2017 

haben die Schmerzen gestanden. Zwar ist den Berichten auch die Diagnose einer 

mittelgradigen depressiven Störung resp. einer rezidivierenden depressiven Störung, 

gegenwärtig mittelgradig bis schwere Episode, zu entnehmen. Sie haben aber weder 

einen psychopathologischen Befund, welcher diese Diagnosen untermauern würde, 

noch einen Hinweis darauf, dass sich der psychiatrische Gesundheitszustand in den 

letzten Wochen/Monaten verschlechtert hätte, enthalten. Die Berichte des 

Schmerzzentrums enthalten somit keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich der 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Der psychiatrische Gutachter hat 

überzeugend festgehalten, dass der psychopathologische Befund einer morosen mit 

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5.  

über das Mass der Verdeutlichung der körperlichen Beschwerden hinausgehenden 

Missstimmung behafteten Beschwerdeführerin zusammen mit den aus den 

Dokumenten belegten Anhaltspunkten einer Verbitterung gegenüber Behandlern und 

auch in geringerem Umfang gegenüber dem Ehemann, und dem insgesamt 

chronischen Verlauf für eine Dysthymie spreche, die nie schwer genug gewesen sei, 

um für die Beschwerdeführerin wesentliche Aktivitäten zu unterbinden (IV-act. 177-75). 

Auch ist nachvollziehbar, dass der psychiatrische Gutachter der Angststörung im Sinne 

einer "Tumorangst" keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit beigemessen hat. Der 

psychiatrische Gutachter hat sich zudem mit den gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung zu prüfenden Standardindikatoren befasst (vgl. BGE 141 V 281; IV-

act. 177-72 ff.). Seine Schlussfolgerung, dass die Beschwerdeführerin aus 

psychiatrischer Sicht weder in der Vergangenheit noch im Gutachtenszeitpunkt in ihrer 

Arbeitsfähigkeit eingeschränkt gewesen ist, überzeugt insbesondere vor dem 

Hintergrund, dass gemäss dem psychiatrischen Gutachter die Schmerzen und die 

depressiven Verstimmungen die Beschwerdeführerin bei anderen (als beruflichen) 

Aktivitäten nicht behindern, dass die Therapieadhärenz sowohl in der Psychotherapie 

als auch hinsichtlich der Medikamenteneinnahme bisher nicht ausreichend gewesen ist 

und dass keine ausreichende Motivation zur beruflichen Wiedereingliederung besteht 

(IV-act. 177-77). Demnach ist auf die Beurteilung des psychiatrischen Medas-

Gutachters abzustellen, wonach aus psychiatrischer Sicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit besteht.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Zeitraum vom 6. Juni 2011 bis 14. 

Januar 2014 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für jegliche Tätigkeiten eine volle 

Arbeitsunfähigkeit bestanden hat. Seit dem 15. Januar 2014 ist die Beschwerdeführerin 

in einer angepassten Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder zu 100 % 

arbeitsfähig.

4.7. 

Somit bleibt noch der Einkommensvergleich vorzunehmen. Bei einer 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % für jegliche Tätigkeiten hat der IV-Grad im Zeitraum 6. 

Juni 2011 bis 14. Januar 2014 bei einem Invalideneinkommen von Fr. 0.-- 100 % 

betragen. Ab Mitte Januar 2014 ist die Beschwerdeführerin in einer adaptierten 

Tätigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit wieder zu 100 % arbeitsfähig gewesen. 

Die Beschwerdeführerin hat in der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als Hilfsarbeiterin in 

einer Metzgerei ein deutlich unterdurchschnittliches Einkommen erzielt: Im Jahr 2007 

hatte es Fr. 42'000.-- betragen (12 x Fr. 3'500.--; IV-act. 21-7). Zum Vergleich: Das 

durchschnittliche Einkommen einer Hilfsarbeiterin hatte im selben Jahr, aufgerechnet 

5.1. 

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6.  

auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden, Fr. 51'047.-- 

betragen (Anhang 2 der IVG-Ausgabe der Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015). 

Das Valideneinkommen ist anhand der (hypothetischen) Verhältnisse auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt festzulegen. Es ist nicht davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin freiwillig zu einem unterdurchschnittlichen Lohn gearbeitet hat, 

sondern dass sie aufgrund der Wirtschaftslage bzw. der Situation auf dem realen 

Arbeitsmarkt keine besser bezahlte Arbeitsstelle gefunden hat. Hätte der damalige 

Arbeitsmarkt ihr eine durchschnittlich entlöhnte Hilfsarbeiterinnenstelle geboten, hätte 

die Beschwerdeführerin diese Stelle angenommen. Dem Valideneinkommen ist daher 

nicht das zuletzt erzielte, unterdurchschnittliche Erwerbseinkommen als Hilfsarbeiterin 

in einer Metzgerei zugrunde zu legen, sondern der Lohn, den die Beschwerdeführerin 

bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage hätte erzielen können, nämlich der 

durchschnittliche Lohn einer Hilfsarbeiterin (d.h. der Zentralwert der Löhne aller 

Hilfsarbeiterinnen). Die Invalidenkarriere entspricht somit der Validenkarriere, weshalb 

sich eine ziffernmässige Festlegung der Vergleichseinkommen erübrigt und der IV-Grad 

anhand einer Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen berechnet werden kann (vgl. 

BGE 114 V 310 E. 3a). Ob im vorliegenden Fall ein Tabellenlohnabzug zu gewähren ist, 

kann offen gelassen werden, denn selbst bei einem maximalen Tabellenlohnabzug von 

25 % würde − für die Zeit ab Mitte Januar 2014 − ein IV-Grad von weit unter 40 % 

resultieren.

Die Beschwerdeführerin hat sich im Januar 2012 zum Bezug von IV-Leistungen 

angemeldet. Aufgrund der sechsmonatigen Wartezeit gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG hat 

sie somit ab dem 1. Juli 2012 Anspruch auf eine ganze IV-Rente; das Wartejahr ist in 

diesem Zeitpunkt erfüllt gewesen (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Eine Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit ist für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 

Zeitpunkt an zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei 

Monate gedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (vgl. Art. 88a Abs. 1 

IVV). Ab Mitte Januar 2014 ist die Beschwerdeführerin in einer adaptierten Tätigkeit 

wieder voll arbeitsfähig gewesen. Die Rente ist somit per 30. April 2014 aufzuheben.

5.2. 

Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis 

Fr. 1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- 

erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die 

6.2. 

bis

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 26/27

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Die Beschwerdeführerin wird von der Bezahlung der Gerichtskosten von Fr. 600.-- 

zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3.

Der Staat entschädigt die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin zufolge 

Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 600.-- ist der unterliegenden Beschwerdeführerin 

aufzuerlegen. Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist sie von der Bezahlung zu 

befreien.

Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 

12'000.--. Die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin hat keine Honorarnote 

eingereicht. In einem durchschnittlich aufwändigen IV-Fall wird praxisgemäss eine 

pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- zugesprochen. Der vorliegende Fall ist 

leicht überdurchschnittlich aufwändig gewesen: Das Aktendossier ist umfangreich und 

der medizinische Sachverhalt ist komplex gewesen. Deshalb wäre im vorliegenden Fall 

die Zusprache einer Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4'000.-- gerechtfertigt. 

Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit entschädigt der Staat 

die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin mit Fr. 3'200.-- (einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer).

6.3. 

Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung 

verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).

6.4. 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 27/27

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unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 3'200.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 09.06.2020
	Art. 28 ff. IVG. Anspruch auf eine befristete IV-Rente. Würdigung des polydisziplinären Gutachtens und der Berichte der behandelnden Ärzte. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 9. Juni 2020, IV 2017/209).

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