# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9a69a04-f2e1-5dc7-b1ab-3eabc8cfaf5e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.09.2023 730 2023 5 / 1036 (730 2023 55 / 195)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_730-2023-5---1036_2023-09-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. September 2023 (730 23 5 / 1036, 730 23 55 / 195) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Krankenversicherung 

 

 

Da zumindest geringe Zweifel an der Aktenbeurteilung des Vertrauenszahnarztes gege-

ben sind, ist eine zuverlässige Beurteilung der Zweckmässigkeit und der Wirtschaftlich-

keit der gewählten Zahnbehandlung nicht möglich und der medizinische Sachverhalt ist 

vom Krankenversicherer durch ein versicherungsexternes zahnärztliches Gutachten 

nochmals abzuklären 

 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Barbara 
Vögtli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Gaël Jenoure, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 Avenir Krankenversicherung AG, Rechtsdienst, Rue des Cèdres 5, 
Postfach, 1919 Martigny, Beschwerdegegnerin 
 
 
Groupe Mutuel Versicherungen GMA AG, Rechtsdienst, Rue des 
Cèdres 5, Postfach, 1919 Martigny Groupe Mutuel, Beschwerdegeg-
nerin 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 

 

 
 
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A. A.____, geboren 1967, war im Jahr 2021 bei der Avenir Krankenversicherung AG (Kran-
kenversicherer) obligatorisch krankenpflege- und unfallversichert und bei der Groupe Mutuel Ver-
sicherungen GMA AG (Zusatzversicherer) zusatzversichert. Beide Versicherer gehören zur 
Groupe Mutuel Holding AG. Am 10. Juni 2021 fiel A.____ gemäss eigener Schilderung eine Glas-
platte ins Gesicht, wodurch sie an verschiedenen Zähnen Verletzungen erlitten habe. Nach Ab-
klärung des Sachverhalts teilte ihr der Zusatzversicherer mit Verfügung vom 8. September 2022 
mit, dass die Voraussetzungen einer Leistungspflicht nach dem Bundesgesetz über die Kranken-
versicherung (KVG) vom 18. März 1994 bezüglich des Kostenvoranschlags der behandelnden 
Zahnärztin Dr. (H) B.____ im Betrag von Fr. 1'687.65 und von Fr. 29'585.10 sowie der Rechnung 
in der Höhe von Fr. 545.90 nicht erfüllt seien, weshalb die Kostenübernahme über die obligatori-
sche Krankenpflegeversicherung abgelehnt werde. Gemäss vertrauenszahnärztlicher Beurtei-
lung von Dr. med. dent. C.____ stehe der Zahnschaden in keinem natürlichen und zweckmässi-
gen Zusammenhang mit dem gemeldeten Ereignis. Die Zahnschäden seien auf den vorhandenen 
Fotos nicht ersichtlich und somit nicht nachgewiesen. Anhand der Fotos sei der Schaden an den 
Porzellankronen so minim, dass dieser mit einer Politur nicht mehr erkennbar und somit behoben 
gewesen wäre. Ausserdem entspreche die Kostenschätzung von Fr. 1'687.65 und Fr. 29'585.10 
nicht Art. 32 KVG. Für die in Rechnung gestellten Leistungen habe man zudem nie Kostengut-
sprache erteilt. Das behauptete Unfallereignis vom 10. Juni 2021 sei lediglich möglich, jedoch 
trotz Abklärungen mangels entsprechender Indizien oder Beweise (Fotos) nicht nach dem im So-
zialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad überwiegend wahrscheinlich. Das Unfallereig-
nis sei damit nicht rechtsgenüglich nachgewiesen und es existiere keine Leistungspflicht. Dage-
gen erhob die Versicherte am 10. Oktober 2022 Einsprache. Mit Einspracheentscheid vom 22. 
November 2022 wies der Zusatzversicherer unter Hinweis auf eine Stellungnahme des Vertrau-
enszahnarztes vom 7. November 2022 die Einsprache ab. In der Begründung hielt er fest, dass 
Dr. C.____ zum Schluss gekommen sei, dass die von Dr. B.____ vorgeschlagene Therapie weder 
zweckmässig noch wirtschaftlich sei. Das Polieren der defekten Stellen anstelle einer Neuanfer-
tigung wäre wirtschaftlicher gewesen und hätte ausgereicht.  
 
B. Gegen diesen Entscheid erhob A.____, vertreten durch Advokat Gaël Jenoure, mit Ein-
gabe vom 6. Januar 2023 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozial-
versicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte unter o/e-Kostenfolge die Aufhebung des 
angefochtenen Entscheids und die Verpflichtung der Beschwerdegegnerin, die gesetzlichen Leis-
tungen nach KVG zu erbringen. Zusammenfassend machte sie geltend, dass die Voraussetzun-
gen für die Annahme eines Unfalles erfüllt seien, weshalb die Beschwerdegegnerin gestützt auf 
Art. 31 Abs. 2 KVG die Behandlungskosten zu übernehmen habe. Auf die versicherungsinternen 
Stellungnahmen von Dr. C.____ könne nicht abgestellt werden, da der Inhalt dieser Stellungnah-
men mindestens mit geringen Zweifeln behaftet sei. Hinzu komme, dass die reine Politur der 
Schäden an den Porzellankronen nicht ausreichend gewesen wäre, weshalb die von Dr. B.____ 
gewählte Therapieform als zweckmässig und, aufgrund der fehlenden alternativen Therapieform, 
auch als wirtschaftlich zu bezeichnen sei. 
 
C. Das Kantonsgericht eröffnete ein Beschwerdeverfahren (730 23 5) und lud den Zusatz-
versicherer zur Vernehmlassung ein. 

 

 
 
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D. Mit Eingang vom 17. Februar 2023 liess der Krankenversicherer dem Kantonsgericht 
eine Kopie eines neuen Einspracheentscheids vom 15. Februar 2023 zukommen. Darin wies er 
den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin darauf hin, dass der Einspracheentscheid vom 22. 
November 2022 keine Gültigkeit habe, da der Versicherungsträger falsch erfasst worden sei. 
Durch den nun erlassenen Einspracheentscheid werde dieser Mangel behoben. 
 
E. Mit Vernehmlassung vom 17. Februar 2023 (Eingang: 20. Februar 2023) beantragte der 
Krankenversicherer, dass auf die Beschwerde vom 6. Januar 2023 gegen den Einspracheent-
scheid vom 22. November 2022 infolge Unzuständigkeit des Zusatzversicherers für Leistungen 
nach KVG nicht einzutreten sei, stattdessen sei er als Partei ins Beschwerdeverfahren aufzuneh-
men und die Beschwerde sei, soweit darauf einzutreten sei, abzuweisen. Jegliche anderen Be-
gehren seien ebenfalls abzuweisen. In der Begründung führte der Krankenversicherer aus, dass 
der Einspracheentscheid vom 22. November 2022 vom Zusatzversicherer erlassen worden sei. 
Dieser könne aber weder verfügen noch Einspracheentscheide erlassen. Mangels rechtlicher 
Grundlage seien diese Entscheide deshalb nichtig. Stattdessen hätte der Entscheid vom Kran-
kenversicherer erlassen werden sollen. Nachdem der Irrtum bemerkt worden sei, habe der Kran-
kenversicherer einen neuen Einspracheentscheid erlassen. Korrekte Partei des Verfahrens sei 
deshalb der Krankenversicherer und Streitgegenstand sei der Einspracheentscheid vom 15. Feb-
ruar 2023. Der Zusatzversicherer sei nicht passiv legitimiert. In materieller Hinsicht führte der 
Krankenversicherer aus, dass er seiner Abklärungspflicht nachgekommen sei, indem er die not-
wendigen Auskünfte eingeholt und die eingereichten medizinischen Akten mit Dr. C.____ bespro-
chen habe. Dr. C.____ gehe in seiner letzten Einschätzung vom 7. November 2022 davon aus, 
dass gestützt auf die ursprünglich eingereichten Röntgenbilder zum Zahnzustand vor und nach 
dem Unfallereignis keine grossen Absplitterungen der Kronen zu erkennen seien. Die am 9. Feb-
ruar 2022 erhaltenen Aufnahmen würden an den Zähnen 13, 12, 22 und 23 minime Porzellanab-
splitterungen von weniger als 1/10 Millimeter erkennen lassen. Die Kanten von Zahn 11 und 21 
seien um maximal 3.5/10 Millimeter verkürzt. Bei Zahn 31 seien ebenso nur minimalste Frakturen 
ersichtlich, eventuell weise Zahn 31 einen schlecht erkennbaren Riss des Porzellans auf. Die am 
24. März 2022 übermittelten Fotos würden nur auf minimalste Porzellanfrakturen schliessen las-
sen. Die minimen Absplitterungen seien für einen neutralen Beobachter kaum ersichtlich. Es sei 
bekannt, dass Glaskeramik sehr fragil sei und zu Absplitterungen neige. In so einem Fall sei die 
Therapie der Wahl das vorsichtige Polieren dieser Stellen. Das Überkronen sei nicht mehr zeit-
gemäss. Das Aufpolieren sei zudem viel wirtschaftlicher. Die Wirksamkeit durch den Ersatz neuer 
Kronen werde von Dr. C.____ nicht in Frage gestellt, vielmehr aber die Zweckmässigkeit und die 
Wirtschaftlichkeit. Es sei auch keine Kostengutsprache erteilt worden. Gestützt auf die Aussagen 
von Dr. C.____ und die vorhandenen Unterlagen könne mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
davon ausgegangen werden, dass der Schaden keine direkte Folge des Unfalles sei. Aus anato-
mischer Sicht sei davon auszugehen, dass der grosse Kieferknochen-Bogen beim Unfallereignis 
eine Lädierung der Seitenzähne verhindert hätte. Geringe Zweifel an der Beurteilung von C.____ 
seien nicht angebracht. Von weiteren medizinischen Abklärungen seien keine relevanten Er-
kenntnisse zu erwarten. 
 

 

 
 
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F. A.____, erneut vertreten durch Advokat Gaël Jenoure, erhob mit Eingabe vom 17. Feb-
ruar 2023 beim Kantonsgericht auch gegen den Einspracheentscheid vom 15. Februar 2023 Be-
schwerde und beantragte unter o/e-Kostenfolge, es sei der angefochtene Einspracheentscheid 
aufzuheben und es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen 
nach KVG zu erbringen. In der Begründung wies die Beschwerdeführerin darauf hin, dass im 
Einspracheentscheid vom 15. Februar 2023 dieselben Argumente vorgebracht würden wie im 
Einspracheentscheid vom 22. November 2022, weshalb die Beschwerde inhaltlich derjenigen 
vom 6. Januar 2023 entspreche. Eine nochmalige Beschwerdeerhebung sei aus formellen Grün-
den notwendig, um den Eintritt der Rechtskraft des vorliegend angefochtenen Einspracheent-
scheids zu verhindern. 
 
G. In der Folge eröffnete das Kantonsgericht ein neues Beschwerdeverfahren (730 23 55) 
und lud die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 21. Februar 2023 zur Vernehmlassung ein. 
Ausserdem forderte das Kantonsgericht Advokat Gaël Jenoure mit Schreiben vom 21. Februar 
2023 dazu auf, zum Antrag des Krankenversicherers, es sei auf die Beschwerde vom 6. Januar 
2023 nicht einzutreten, Stellung zu nehmen. 
 
H. In seinem Schreiben vom 24. Februar 2023 führte der Rechtsvertreter aus, dass nun der 
richtige Versicherungsträger einen Einspracheentscheid erlassen habe und das Kantonsgericht 
aufgrund der dagegen erhobenen Beschwerde ein neues Verfahren eröffnet habe (730 23 55). 
Dem Antrag auf Nichteintreten könne daher stattgegeben werden. Da das Nichteintreten auf ein 
Versäumnis der Beschwerdegegnerin zurückzuführen sei, habe diese für die im Zusammenhang 
mit dem Beschwerdeverfahren 730 23 5 entstandenen Kosten aufzukommen. 
 
I. Die Beschwerdegegnerin liess sich am 10. März 2023 im Beschwerdeverfahren 730 23 
55 vernehmen und beantragte die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. 
 
J. Mit Verfügung des instruierenden Präsidiums der Abteilung Sozialversicherungsrecht 
des Kantonsgerichts vom 19. April 2023 wurden die beiden Verfahren zusammengelegt und die 
Angelegenheit der Dreierkammer zur Beurteilung überwiesen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss § 16 Abs. 2 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (VPO) vom 16. Dezember 1993 muss das Kantonsgericht von Amtes wegen prüfen, ob auf 
eine Beschwerde einzutreten ist, wofür die Prozessvoraussetzungen gegeben sein müssen. 
 
2.1 Zu prüfen ist deshalb zunächst, ob auf die Beschwerde vom 6. Januar 2023 eingetreten 
werden kann. 
 
2.2 Nach Art. 53 Abs. 3 ATSG, der laut Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des KVG 
im Bereich der Krankenversicherung anwendbar ist, kann der Versicherungsträger einen Ein-

 

 
 
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spracheentscheid, gegen den Beschwerde erhoben wurde, so lange wiedererwägen, bis er ge-
genüber der Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Hinter dieser Regelung steht der Gedanke der 
Prozessökonomie im Sinne der Vereinfachung des Verfahrens. Der Versicherungsträger soll 
während des laufenden Beschwerdeverfahrens auf seinen Entscheid zurückkommen können, 
wenn dieser sich, allenfalls im Lichte der Vorbringen in der Beschwerde, als unrichtig erweist 
(BGE 127 V 228 E. 2b/bb mit Hinweisen).  
 
2.3 Der Einspracheentscheid vom 22. November 2022, gegen den sich die Beschwerde vom 
6. Januar 2023 richtet, wurde vom Zusatzversicherer erlassen, der im Bereich des KVG klar un-
zuständig ist. In der Zwischenzeit wurde dieser Einspracheentscheid vom zuständigen Kranken-
versicherer durch den Einspracheentscheid vom 15. Februar 2023 ersetzt. Der angefochtene 
Einspracheentscheid wurde damit noch vor Einreichung der Vernehmlassung im Verfahren 730 
23 5 vom 17. Februar 2023 und somit gemäss den hiervor dargelegten Grundsätzen rechtzeitig 
aufgehoben. Damit kann das Beschwerdeverfahren 730 23 5 infolge Gegenstandslosigkeit abge-
schrieben werden. Hebt ein Versicherungsträger den angefochtenen Einspracheentscheid wäh-
rend des Beschwerdeverfahrens auf, so gilt die Beschwerde führende Partei in prozessualer Hin-
sicht als obsiegende und der Versicherungsträger als unterliegende Partei, was in nachfolgender 
Erwägung 8.2 bei den Kosten der vorliegenden Verfahren zu berücksichtigen sein wird. 
 
3.1 In Bezug auf die Beschwerde vom 17. Februar 2023 ist zunächst in formeller Hinsicht zu 
klären, ob ein taugliches Anfechtungsobjekt vorliegt. Die Beschwerdegegnerin erliess vor dem 
Einspracheentscheid vom 15. Februar 2023 keine neue Verfügung. Die Verfügung vom 8. Sep-
tember 2022 wurde aber vom unzuständigen Zusatzversicherer erlassen. Fraglich ist, ob der kor-
rigierende Einspracheentscheid vom 15. Februar 2023, der an die Stelle der Verfügung vom 8. 
September 2022 trat, allfällige Mängel heilen konnte. 
 
3.2 Die Verfügung vom 8. September 2022 wurde mit "freundliche Grüsse, Groupe Mutuel 
Versicherungen GMA AG" visiert. Auch im unteren Seitenbereich der Verfügung wurde der Zu-
satzversicherer aufgeführt. Der Zusatzversicherer und der Krankenversicherer werden gemein-
sam unter der Groupe Mutuel Holding AG geführt. Aus der Verfügung selbst geht klar und deutlich 
hervor, dass es sich um einen Leistungsanspruch aus der obligatorischen Krankenpflegeversi-
cherung handelt. Es werden die einschlägigen Artikel des KVG und des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 zitiert. Auch 
die inhaltliche Würdigung bezieht sich einzig auf die Frage, ob die Voraussetzungen des KVG 
erfüllt und dementsprechend Leistungen geschuldet sind. Die Verwendung der falschen Bezeich-
nung des Versicherungsträgers bzw. die Verwendung des falschen Briefpapiers sind darum of-
fensichtlich. Es handelt sich um eine Verfügung im Rahmen des KVG, wo nur der Krankenversi-
cherer der Groupe Mutuel Holding AG verfügungsberechtigt ist. Durch die Einsprache gegen die 
Verfügung vom 8. September 2022 und durch den Ersatz des ersten Einspracheentscheids durch 
den ebenfalls beim Kantonsgericht angefochtenen Einspracheentscheid vom 15. Februar 2023 
erwuchs der Beschwerdeführerin kein Nachteil. Es wäre darum überspitzt formalistisch, die Be-
rechtigung des Einspracheentscheids vom 15. Februar 2023 infrage zu stellen, weil die Verfü-
gung irrtümlich auf falschem Papier erlassen wurde. Damit liegt ein taugliches Anfechtungsobjekt 
vor.  

 

 
 
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3.3 Weil auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde 
vom 17. Februar 2023 einzutreten. In materieller Hinsicht ist umstritten, ob die Beschwerdegeg-
nerin die Behandlungskosten des Zahnschadens im Rahmen der Unfalldeckung nach KVG zu 
leisten hat. 
 
4.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt gemäss Art. 31 Abs. 2 in Ver-
bindung mit Art. 1a Abs. 2 lit. b KVG die Kosten der Behandlung von Schäden des Kausystems, 
die durch einen Unfall verursacht worden sind, soweit keine Unfallversicherung dafür aufkommt. 
Gemäss Art. 28 KVG werden dabei die gleichen Leistungen wie bei Krankheit vergütet. Nach Art. 
24 KVG werden die Kosten für die Leistungen gemäss Art. 25 - 31 KVG nach Massgabe der in 
Art. 32 - 34 KVG festgelegten Voraussetzungen übernommen. Bedingung für die Übernahme der 
Kosten ist nach Art. 32 Abs. 1 KVG ihre Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit. 
Die genannten Kriterien enthalten einen gewissen ärztlichen Ermessensspielraum. Eine Therapie 
kann nicht schon als gegen das Gebot einer wirksamen, zweckmässigen und wirtschaftlichen 
Behandlung verstossend betrachtet werden, weil im Nachhinein eine Behandlung als suboptimal 
oder wenig erfolgreich erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 11. September 2009, 
9C_224/2009, E. 1.1). 
 
4.2 Als Unfall gilt nach Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwir-
kung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträch-
tigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit zur Folge hat. Ausserdem muss 
zwischen dem Unfall und der Gesundheitsschädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzu-
sammenhang bestehen. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 
Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht 
als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entspre-
chend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht 
erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körper-
liche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen 
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-
rung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein 
natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Be-
schwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozi-
alversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden 
hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungs-
anspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1). 
 
4.3.1 In verfahrensrechtlicher Hinsicht ist auf folgende Grundsätze hinzuweisen: Der erstin-
stanzliche Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 61 lit. c 
ATSG). Danach haben Sozialversicherungsträger und Gericht von Amtes wegen für die richtige 
und vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz 
gilt indessen nicht uneingeschränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Par-
teien (BGE 125 V 193 E. 2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sinne einer 

 

 
 
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Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in 
der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Un-
gunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 
wollte. Diese Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rah-
men des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu er-
mitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 
117 V 261 E. 3b). 
 
4.3.2 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 
geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wor-
den ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizi-
nischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1).  
 
5.1 Der Sachverhalt stellt sich wie folgt dar: 
 
5.2 Am 10. Juni 2021 wollte die Beschwerdeführerin Kissen aus einem Schrank holen. Dabei 
fiel ihr eine Glasplatte, die sie zwischen zwei Kissen aufbewahrt hatte, frontal ins Gesicht, 
wodurch sie an den Zähnen verschiedene Verletzungen erlitt. Am 25. Juni 2021 meldete sie der 
Beschwerdegegnerin den Unfall und reichte das Zahnschadenformular ein. 
 
5.3 Dr. B.____ erstellte am 28. Juni 2021 zuhanden der Beschwerdegegnerin eine Kos-
tenorientierung im Betrag von Fr. 13'624.05. Darin enthalten waren unter anderem acht Kronen 
und acht provisorische Kunststoffkronen. Gleichzeitig reichte sie eine erste Rechnung in der Höhe 
von Fr. 176.10 ein. 
 
5.4 In der Folge forderte die Beschwerdegegnerin von Dr. B.____ zusätzliche Informationen 
an, namentlich alle vorhandenen Röntgenbilder und eine korrigierte Rechnung sowie eine korri-
gierte Kostenorientierung gestützt auf einen berichtigten Taxpunktwert. 
 
5.5 Am 23. August 2021 erstellte Dr. B.____ einen neuen Kostenvoranschlag, der immer 
noch acht definitive Kronen und acht provisorische Kunststoffkronen enthielt, basierend nun aber 
auf dem von der Beschwerdegegnerin vorgeschriebenen Taxpunktwert von 3.10. Daraus resul-
tierte ein Betrag von Fr. 29'585.10. Auch die Rechnung vom 28. Juni 2021 berechnete Dr. B.____ 
neu gestützt auf den Taxpunktwert von Fr. 3.10, was einen Betrag von Fr. 545.90 ergab. 
 
5.6 Mit Email vom 2. November 2021 meldete Dr. B.____ der Beschwerdegegnerin, dass 
ein weiterer Zahn (24 Krone) abgebrochen sei und stellte der Beschwerdegegnerin den diesbe-
züglichen Kostenvoranschlag (inkl. Labor) im Betrag von Fr. 1'687.65 zu. In der Folge verlangte 
die Beschwerdegegnerin erneut weitere Informationen. 
 
5.7 Dr. B.____ teilte mit Schreiben vom 8. November 2021 mit, dass die Porzellankronen an 
den Zähnen 13, 12, 11, 21, 22, 23 gebrochen seien, so dass die Schneidekanten ca. 1 - 2 mm 

 

 
 
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komplett abgebrochen seien. Bei den Zähnen 31, 32 seien die Porzellankronen gespalten gewe-
sen und neu sei als Folge des Unfalles das Porzellan an der VK-Krone des Zahnes 24 abgesplit-
tert. 
 
5.8 Mit Email vom 9. November 2021 verlangte die Beschwerdegegnerin von Dr. B.____ 
eine Begründung, weshalb die gesamten Kronen neu gemacht worden seien.  
 
5.9 In seiner Aktennotiz vom 30. November 2021 empfahl Dr. C.____ die Ablehnung der 
Leistungspflicht, da die Zahnschäden auf den vorhandenen Fotos nicht ersichtlich und somit nicht 
nachgewiesen seien. Zudem entspreche der Kostenvoranschlag nicht Art. 32 KVG. 
 
5.10 Dr. B.____ erstellte am 1. Dezember 2021 einen neuen Kostenvoranschlag im Betrag 
von Fr. 15'439.20 mit einem Taxwertpunkt von 1.00. 
 
5.11 Mit Schreiben vom 2. Dezember 2021 lehnte die Beschwerdegegnerin die Übernahme 
der Behandlungskosten ab. Aus den Unterlagen von Dr. C.____ gehe hervor, dass der Schaden 
in keinem natürlichen und zweckmässigen Zusammenhang mit dem Unfallereignis stehe. Die 
Zahnschäden seien auf den vorhandenen Fotoaufnahmen nicht ersichtlich und somit nicht nach-
gewiesen. Zudem entspreche die Kostenschätzung nicht den Artikeln 25 - 31 KVG. 
 
5.12 Nachdem Dr. B.____ der Beschwerdegegnerin einen neuen Kostenvoranschlag zuge-
stellt hatte, hielt diese mit Schreiben vom 11. August 2022 an ihrem negativen Entscheid fest. Die 
durchgeführte Zahnbehandlung entspreche nicht Art. 32 KVG. Gemäss Art. 6 des Vertrages zwi-
schen der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) und den Krankenversicherern seien 
Arbeiten, für die keine Gutsprache erteilt worden sei, zudem nicht leistungspflichtig. Daher könne 
man die Rechnungen nicht übernehmen. Dem negativen Entscheid lag eine Kurzstellungnahme 
von Dr. C.____ zugrunde. 
 
5.13 Die Beschwerdeführerin stellte am 20. August 2022 ein Wiedererwägungsgesuch, wobei 
sich Dr. B.____ am 22. August 2022 dahingehend äusserte, dass es sich um einen Unfall handle 
und die Versicherte ein Recht auf eine zweckmässige Behandlung habe. Die in die Länge gezo-
genen Abklärungen seien sehr unschön. Die Patientin habe sich einen Tag nach dem Unfall ge-
meldet und angegeben, dass die abgebrochenen Kanten die Lippen verletzen würden. Da die 
Patientin im Kundenkontakt arbeite, habe sie der Patientin Ende September 2021 geholfen und 
die gebrochenen Kronen erneuert.  
 
5.14 Dr. C.____ empfahl der Beschwerdegegnerin in seiner Stellungnahme vom 30. August 
2022, am ablehnenden Entscheid festzuhalten. Da die Versicherte die obligatorische Kranken-
pflegeversicherung abgeschlossen habe, komme Art. 32 KVG zur Anwendung. Die durchgeführte 
Behandlung sei weder zweckmässig noch wirtschaftlich, da der Schaden an den Porzellankronen 
gemäss den Fotoaufnahmen so minim gewesen sei, dass dieser mit einer Politur nicht mehr er-
kennbar gewesen wäre und damit hätte behoben werden können. Gestützt darauf erliess die 
Beschwerdegegnerin die Verfügung vom 8. September 2022. 
 

 

 
 
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5.15 Im Rahmen des Einspracheverfahrens reichte die Beschwerdeführerin eine Stellung-
nahme von Dr. B.____ vom 27. Oktober 2022 ein. Darin führte Dr. B.____ aus, dass die oberen 
und unteren Schneidezähne aufgrund des Unfallereignisses Porzellanfrakturen und Längsrisse 
erlitten hätten. Die Porzellanfrakturen in der Oberkiefer-Front hätten die Schneidekanten bis zu 
1.0 - 1.5 mm verkürzt. Auf dem Foto vom 11. Juni 2021 hätte die Patientin die Front aufgrund 
bereits entstandener Lippenverletzung schon selbst etwas begradigt, doch die unebenen Schnei-
dekanten seien noch immer sichtbar gewesen und so habe man die Schneidekanten noch weiter 
reduzieren müssen. Die Patientin habe aufgrund der verkürzten Schneidekanten nur mit Mühe 
abbeissen können. Es habe auch eine sichtbare ästhetische Einbusse bestanden. Die Zähne 22, 
31, 32, 24 hätten tiefe Längsrisse gezeigt, sodass sie in kurzer Zeit bei Belastung auseinander-
gebrochen wären. Dies sei am 29. Oktober 2021 bei Zahn 24 auch passiert. Eine Kürzung der 
Schneidekanten wäre daher in der Ober- und Unterkieferfront keine adäquate Lösung gewesen. 
Anders bei den Porzellanfrakturen an den Zähnen 44 und 45, wo eine Politur genügt habe. Da 
die Patientin ihre bereits vorhandene Michiganschiene aufgrund der veränderten Situation nicht 
mehr tragen könne, müsse zusätzlich dringend eine neue angefertigt werden. 
 
5.16 Dr. C.____ führte in seiner Stellungnahme vom 7. November 2022 aus, dass die Zahn-
schäden gemäss Angaben der behandelnden Zahnärztin durch eine von einem Schrank herun-
terfallende Glasplatte verursacht worden seien. Ein Schlag von vorne dürfte jedoch höchstens 
diejenigen Zähne beschädigen, die den Schlag abbekommen würden. Laut Dr. B.____ seien aber 
die Oberkiefer-Zähne 17 bis 44 betroffen, ebenso der Unterkiefer mit den Zähnen 37, 32, 31, 44 
und 45. Aus anatomischer Sicht dürfte der grosse Kieferknochenbogen verhindern, dass die Sei-
tenzähne ebenfalls lädiert würden. Die Röntgenbilder würden den genauen Porzellanverlauf der 
Kronen nicht zeigen und seien daher für die Beurteilung irrelevant. Die Qualität der beiden Ein-
zelröntgenbilder sei schlecht und das OPT vom 16. Januar 2019 diene nur der Erkenntnis, welche 
Zähne zu diesem Zeitpunkt überkront gewesen seien. Die ursprünglich eingesandten "Vor-
her/Nachher" Fotos würden keinesfalls grosse Absplitterungen der Kronen erkennen lassen. Sie 
würden höchstens an Zahn 24 minime Absplitterungen der buccalen Kante zeigen, die aber we-
der ästhetisch noch funktionell stören würden. An den Zähnen 13, 12, 22 und 23 seien minime 
Porzellanabsplitterungen von weniger als 1/10 mm zu erkennen. Die Kanten der Zähne 11 und 
21 seien um maximal 3 - 5/10 mm verkürzt. Bei Zahn 31 seien ebenso nur minimalste Frakturen 
ersichtlich, eventuell weise Zahn 31 einen schlecht erkennbaren Riss des Porzellans auf. Die am 
24. März 2022 übermittelten Fotos würden nur minimalste Porzellanfrakturen erkennen lassen. 
Auch auf den grossen Abbildungen seien nur minime Absplitterungen zu erkennen, die für einen 
neutralen Beobachter kaum ersichtlich seien. Es sei bekannt, dass Glaskeramik sehr fragil sei 
und zu Absplitterungen neige. In so einem Fall sei die Therapie der Wahl das vorsichtige Polieren 
dieser Stellen. Im Zusammenhang mit dem Unfall sei Art. 31 KVG zu berücksichtigen. Die Be-
handlung müsse wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein. Die Wirksamkeit durch den Er-
satz neuer Kronen werde nicht in Frage gestellt, dafür aber die Zweckmässigkeit und die Wirt-
schaftlichkeit, die beim Therapievorschlag von B.____ nicht gegeben seien. Prof. Dr. D.____ 
habe an seinem Vortrag beim SSO-Kongress am 9. Juni 2022 vehement die Auffassung vertre-
ten, dass die Überkronung von Zähnen nicht mehr zeitgemäss und wenn immer möglich zu ver-
meiden sei. Im vorliegenden Fall handle es sich zwar nicht um Neuanfertigungen, sondern um 
den Ersatz bestehender Kronen. Die Gefahr einer Schädigung des Zahnnervs beim Entfernen 

 

 
 
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von Kronen und bei der notwendigen Nachpräparation sei aber hoch. Die Therapie der Wahl wäre 
vorliegend das Polieren der defekten Stellen gewesen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
wären dadurch sowohl die Ästhetik wie auch die Funktion wiederhergestellt worden. Das Aufpo-
lieren wäre auch günstiger gewesen. Weiter verneine Art. 6.2 des Vertrages zwischen der SSO 
und den Krankenversicherer eine Zahlungspflicht für Arbeiten, für die keine Kostengutsprache 
erteilt worden sei. 
 
6.1 Die Beschwerdegegnerin lehnt eine Leistungspflicht zunächst unter Hinweis auf den 
Vertrag zwischen der SSO und den Krankenversicherern ab. Für die Arbeiten, die Dr. B.____ im 
September 2021 ausgeführt habe, habe sie keine Gutsprache erteilt. Insoweit stützt sie sich auf 
Art. 6.2 dieses Vertrages. Abgesehen davon, dass sich dieser Vertrag nicht in den Akten befindet 
und der Beschwerdeführerin auch nicht zugänglich gemacht wurde, betrifft diese Vereinbarung 
nicht die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gegenüber der Beschwerdeführerin als versi-
cherte Person. Diese Leistungspflicht wird einzig durch das KVG und die entsprechenden Ver-
ordnungen des Bundesrats geregelt. Die Beschwerdegegnerin kann deshalb der Beschwerde-
führerin gegenüber keine Leistungsverweigerung geltend machen, weil der Vertrag zwischen der 
SSO und den Krankenversicherern im vorliegenden Fall unter Umständen nicht eingehalten 
wurde. 
 
6.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich weiter auf den Standpunkt, eine Leistungspflicht sei 
nicht gegeben, weil die Zahnbehandlungen nach Art. 32 KVG weder zweckmässig noch wirt-
schaftlich seien. Sie stützt sich dabei auf die Einschätzungen von Dr. C.____, namentlich dieje-
nige vom 7. November 2022. Demgegenüber vertritt Dr. B.____ in ihrer Stellungnahme vom 27. 
Oktober 2022 sinngemäss die Auffassung, dass die durchgeführte Behandlung absolut notwen-
dig gewesen sei. Die Positionen von Vertrauenszahnarzt und behandelnder Zahnärztin in ihren 
jeweiligen Kurzeinschätzungen stehen sich entgegen. Was mit Blick auf die unbestrittenermas-
sen erlittenen Zahnverletzungen durch das unbestrittene Unfallereignis die Therapie der Wahl 
gewesen wäre und was der Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit entsprochen hätte, kann der-
zeit nicht zuverlässig beurteilt werden. Ob sich vorliegend eine Politur der Zahnkronen als aus-
reichend erwiesen hätte oder ob die Neuüberkronung notwendig gewesen war, kann bei der ak-
tuellen Aktenlage nicht beantwortet werden. Zu beachten ist ausserdem, dass Berichten versi-
cherungsinterner medizinischer Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu-
kommt wie einem gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger 
veranlassten Gutachten unabhängiger Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einho-
lung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 
Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs-
sigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen (BGE 139 V 225 E. 5.2 mit Hinweisen). Die Stellungnahmen von Dr. C.____ gehö-
ren zweifellos zu dieser Art von Berichten. Im vorliegenden Fall lassen die Einschätzungen von 
Dr. B.____ durchaus geringe Zweifel an den Stellungnahmen von Dr. C.____ entstehen. Sein 
Argument, dass die Zähne aufgrund des Unfallereignisses zum Teil gar nicht in Mitleidenschaft 
gezogen worden sein könnten, ist erklärungsbedürftig, weil ein Schlag auf die vorderen Zähne 
unter Umständen auch einen schädigenden Schub nach hinten auslösen und insbesondere bei 

 

 
 
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vorbestehenden Kronen Absplitterungen nach sich ziehen könnte. Darüber hinaus sind die Ein-
schätzungen von Dr. C.____ lediglich aktenbasiert und setzen sich grundsätzlich zu wenig mit 
den Argumenten von Dr. B.____ auseinander. 
 
6.3 Hinzu kommt, dass sich beide Fachpersonen nicht vertieft mit der Frage der Kausalität 
zwischen dem Unfallereignis und den Zahnschäden auseinandersetzen. Insbesondere Dr. 
C.____ geht zu wenig auf den Umstand ein, dass das Symptomatischwerden eines bereits vor-
handenen Sanierungszustands ebenfalls eine Leistungspflicht auslösen könnte. Gemäss bun-
desgerichtlicher Praxis gehören zu den im Sinne von Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981 massgebenden Ursachen auch Umstände, ohne 
deren Vorhandensein die gesundheitliche Beeinträchtigung nicht zur gleichen Zeit eingetreten 
wäre. Eine schadensauslösende traumatische Einwirkung wirkt also selbst dann leistungsbegrün-
dend, wenn der betreffende Schaden auch ohne das versicherte Ereignis früher oder später ein-
getreten wäre, der Unfall somit nur hinsichtlich des Zeitpunkts des Schadenseintritts eine uner-
lässliche Bedingung ("conditio sine qua non") darstellte (Urteil des Bundesgerichts vom 27. April 
2021, 8C_287/2020, E. 3.1). Anders verhält es sich, wenn der Unfall nur Gelegenheits- oder Zu-
fallsursache ist, welche ein gegenwärtiges Risiko, mit dessen Realisierung jederzeit zu rechnen 
gewesen wäre, manifest werden lässt, ohne im Rahmen des Verhältnisses von Ursache und Wir-
kung eigenständige Bedeutung anzunehmen. Einem Ereignis kommt demzufolge der Charakter 
einer anspruchsbegründenden Teilursache zu, wenn das aus der potenziellen pathogenen Ge-
samtursache resultierende Risiko zuvor nicht dermassen gegenwärtig war, dass der auslösende 
Faktor gleichsam beliebig und austauschbar erscheint. Wenn vorliegend nun der Unfall vom 10. 
Juni 2021 nicht die einzige, aber doch Mitursache der Schädigung an den Zähnen bzw. den Kro-
nen war, gilt der Unfall als Teilursache und nicht nur als Gelegenheitsursache, was für eine Leis-
tungspflicht der Beschwerdegegnerin bereits ausreichen würde. 
 
6.4 Somit steht gestützt auf die derzeitige Aktenlage fest, dass nach dem Unfall eine zahn-
ärztliche Behandlung notwendig wurde, im Minimum, um die abgesplitterten Stellen zu polieren. 
So oder anders ist damit eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gegeben. Fraglich ist nur, 
in welchem Ausmass. Inwieweit die durchgeführte Behandlung von Dr. B.____ mit Neuüberkro-
nungen wirtschaftlich und zweckmässig war bzw. wieviel eine wirtschaftliche und zweckmässige 
Behandlung gekostet hätte, muss darum noch abgeklärt werden. Eine zusätzliche neutrale zahn-
ärztliche Beurteilung von einer versicherungsexternen Fachperson ist deshalb unabdingbar. Die 
Angelegenheit ist an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie unter Beachtung von 
Art. 44 ATSG ein externes Gutachten bei einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt einholt und da-
nach über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin neu entscheidet. Ob sich für eine 
rechtsgenügliche Beurteilung eine persönliche Untersuchung der Beschwerdeführerin als not-
wendig erweist oder eine blosse Aktenbeurteilung ausreichende Erkenntnisse liefert, ist der zu 
beauftragenden zahnärztlichen Fachperson zu überlassen. Im Rahmen des neuen Entscheids 
über ihre Leistungspflicht ist die Beschwerdegegnerin zudem gehalten, vorstehende Erwägung 
6.3 zur Frage der (Teil-)Kausalität zu berücksichtigen. 
 
7. Zusammenfassend ist nach dem Gesagten als Ergebnis festzuhalten, dass das Be-
schwerdeverfahren 730 23 5 als gegenstandslos geworden abzuschreiben ist. Die Beschwerde 

 

 
 
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vom 17. Februar 2023 wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene Einspracheent-
scheid vom 15. Februar 2023 aufgehoben und die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen im 
Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Beschwerdegegnerin zu-
rückgewiesen wird. 
 
8.1 Es bleibt über die Kosten der beiden Beschwerdeverfahren zu befinden. Nach Art. 61 lit. 
f
bis

 ATSG ist das Verfahren bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, wenn dies im jewei-
ligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Da das KVG keine grundsätzliche Kostenpflicht vorsieht, sind 
für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben.  
 
8.2 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteient-
schädigung zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Be-
schwerdeführerin machte in seinen Honorarnoten vom 24. Februar 2023 und vom 21. April 2023 
für die vorliegenden Beschwerdeverfahren insgesamt 9 Stunden und 10 Minuten gelten. Der Auf-
wand erweist sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als ange-
messen. Da für die Besprechung des vorliegenden Urteils praxisgemäss jedoch nur eine Stunde 
berücksichtigt wird, ergibt sich ein Total von 8 Stunden und 10 Minuten. Die Bemühungen sind 
zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwen-
dung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind 
sodann die geltend gemachten Auslagen von insgesamt Fr. 34.20. Der Beschwerdeführerin ist 
deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'235.75 (8 Stunden und 10 Minuten à Fr. 
250.-- + Auslagen von Fr. 34.20 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegeg-
nerin zuzusprechen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenentscheide sind 
– mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegehren 
(vgl. Art. 92 BGG) – nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) 
oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit 
einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen 
würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt es sich 
bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und an-
schliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 E. 4.2). 
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 

 

 
 
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Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Voraus-
setzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehende 
Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Das Beschwerdeverfahren 730 23 5 betreffend die Beschwerde vom 6. 
Januar 2023 wird als gegenstandslos abgeschrieben. 

 2. Die Beschwerde vom 17. Februar 2023 (Beschwerdeverfahren 730 23 
55) wird in dem Sinne gutgeheissen, als der angefochtene Einsprache-
entscheid vom 15. Februar 2023 aufgehoben und die Angelegenheit zur 
erneuten Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer 
neuen Verfügung an die Avenir Krankenversicherung AG zurückgewie-
sen wird. 

 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 4. Die Avenir Krankenversicherung AG und die Groupe Mutuel Versiche-
rungen AG haben der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 
von insgesamt Fr. 2'235.75 (inkl. Auslagen und 7,7 % Mehrwertsteuer) 
zu bezahlen. 

 

 
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