# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c2259534-e4a5-5178-a790-89a43634fca9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-05-28
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 28.05.2020 200 2020 245
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-245_2020-05-28.pdf

## Full Text

200 20 245 UV
SCP/IMD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 28. Mai 2020

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 20. Februar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, UV/20/245, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1969 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
war über ihre diversen Arbeitgeberinnen bei der Schweizerischen Unfall-
versicherungsanstalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfall-
versichert, als sie gemäss Unfallmeldungen am 1. August 2017 beim Über-
queren einer Strasse von einem Auto angefahren wurde (Akten der Suva, 
Antwortbeilage [AB] 1, 3, 25). Dabei zog sie sich eine proximale Fibulafrak-
tur rechts, ein OSG-Distorsionstrauma rechts und eine Thoraxkontusion zu 
(AB 32).

Die Suva erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld 
[AB 8 ff., 53 f.]) und klärte den Sachverhalt in beruflicher und medizinischer 
Hinsicht ab. Mit Verfügung vom 17. April 2019 (AB 131) stellte sie die vorü-
bergehenden Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung per 
30. April 2019 ein und verneinte den Anspruch auf weitere Geldleistungen 
in Form einer Invalidenrente und einer Integritätsentschädigung. Die dage-
gen erhobene Einsprache (AB 139) wies die Suva mit Einspracheentscheid 
vom 20. Februar 2020 (AB 158) ab.

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Fürsprecher B.________, 
mit Eingabe vom 20. März 2020 Beschwerde mit den Anträgen, der Ein-
spracheentscheid vom 20. Februar 2020 sei aufzuheben und die Be-
schwerdegegnerin sei anzuweisen, nach weiteren medizinischen Abklärun-
gen neu über die Ansprüche der Beschwerdeführerin zu entscheiden.

Mit prozessleitender Verfügung vom 24. März 2020 hielt der Instruktions-
richter fest, soweit die Beschwerdeführerin unter Bezugnahme auf eine 
durch die Invalidenversicherung angeordnete psychiatrische Begutachtung 
eine Sistierung des Verfahrens beantragen sollte, wäre dieser Antrag ab-
zuweisen, da es sich bei der Unfallversicherung im Gegensatz zur Invali-

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denversicherung nicht um eine finale Versicherung handle und bei psychi-
schen Gesundheitsschäden die gerichtliche Überprüfung der im angefoch-
tenen Entscheid im Sinne einer rechtlichen Haftungsbegrenzung vorge-
nommenen Adäquanzprüfung nicht aufgrund von medizinischen, sondern 
ausschliesslich nach rechtlichen Kriterien zu erfolgen habe.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 21. April 
2020 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 20. Febru-
ar 2020 (AB 158). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerde-
führerin auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung über den 
30. April 2019 hinaus.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 UVG). 
Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines 
ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 
oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 
2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 21. September 2018, 
8C_781/2017, E. 5.1).

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Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ur-
sache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als einer Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.5

2.5.1 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

Objektivierbar sind Untersuchungsergebnisse, die reproduzierbar sind und 
von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten un-
abhängig sind. Von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann 
somit erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit ap-

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parativen, insbesondere bildgebenden Abklärungen bestätigt wurden und 
die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden wissenschaftlich aner-
kannt sind (BGE 138 V 248 E. 5.1 S. 251; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 
E. 3.1).

2.5.2 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für 
die Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf aus-
zugehen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzu-
beziehen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 
V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140). Ebenfalls nach BGE 115 
V 133 vorzugehen ist, wenn bei einer versicherten Person bereits vor dem 
Unfall psychische Beschwerden vorlagen, die durch das Unfallereignis ver-
stärkt wurden (Entscheid des BGer vom 15. Juni 2007, U 159/05, E. 2.2).

2.6 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbe-
handlung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente 
und Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung 
der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszu-
standes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmass-
nahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 
UVG; BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Bes-
serung bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Stei-
gerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt 
beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Bes-
serung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2019 UV Nr. 4 
S. 16 E. 3.2.3.1).

Der Unfallversicherer hat die Möglichkeit, die durch Ausrichtung von Heil-
behandlung und Taggeld anerkannte Leistungspflicht mit Wirkung ex nunc 
et pro futuro ohne Berufung auf den Rückkommenstitel der Wiedererwä-
gung oder der prozessualen Revision einzustellen, d.h. den Fall abzusch-
liessen, dies mit der Begründung, ein versichertes Ereignis liege – bei rich-
tiger Betrachtungsweise – gar nicht vor. In gleichem Sinne ist auch hin-
sichtlich der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen Unfall und Ge-

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sundheitsschaden zu entscheiden. Danach kann der Unfallversicherer trotz 
vorheriger Ausrichtung von Heilbehandlung und Taggeld ohne Berufung 
auf Wiedererwägung oder prozessuale Revision die Adäquanz verneinen 
und gestützt hierauf die Leistungen ex nunc einstellen. Nur im Rahmen 
einer allfälligen Leistungsrückerstattung sind die Rückkommensvorausset-
zungen zu beachten (vgl. BGE 130 V 380 E. 2.3.1 S. 384).

2.7 Um den Leistungsanspruch beurteilen zu können, ist die Verwal-
tung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-
ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Aufgrund der Akten steht fest und ist unbestritten, dass das Ereignis 
vom 1. August 2017 (AB 1, 3, 25) die kumulativen Anspruchsvorausset-
zungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. E. 2.1 hiervor) er-
füllt. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entsprechende Versiche-
rungsleistungen erbracht (AB 8 ff., 53 f.). Umstritten ist hingegen, ob die 
Beschwerdeführerin – basierend auf dem besagten Unfall – über die von 
der Beschwerdegegnerin vorgenommene Leistungseinstellung per 30. April 
2019 (AB 131) hinaus weiterhin Anspruch auf Leistungen der obligatori-
schen Unfallversicherung hat. Aus den medizinischen Unterlagen ergibt 
sich hierzu – soweit entscheidwesentlich – das Folgende:

3.1.1 Im Austrittsbericht des Spitals C.________ vom 11. August 2017 
(AB 32) wurden eine proximale Fibulafraktur rechts, ein OSG-
Distorsionstrauma Grad 1 rechts und eine Thoraxkontusion diagnostiziert. 
Ein CT des Thorax habe keine Auffälligkeiten gezeigt. Eine Sonographie 
des Abdomens sei blande gewesen. Im Röntgenbild habe sich eine proxi-

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male Fibulafraktur bei unauffälligem OSG gezeigt. Ein zum Ausschluss 
einer Maisonneuve-Fraktur durchgeführtes MRI des OSG sei unauffällig 
gewesen.

3.1.2 Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
diagnostizierte im Bericht vom 28. September 2017 (AB 20) eine proximale 
Tibiafraktur (richtig: Fibulafraktur [vgl. AB 30, 32]) rechts, eine OSG-
Distorsion rechts und eine Thoraxkontusion rechts. Anamnestisch hielt er 
darüber hinaus eine im Mai 2016 erlittene Streifkollision mit Schädelprel-
lung links und eine Prellung an der linken Körperseite mit Verdacht auf 
Schmerzverarbeitungsstörung fest. Aktuell werde die Rehabilitation der 
Verletzungen mittels Physiotherapie und Analgetika durchgeführt. Wie 
schon bei der Verletzung im Jahr 2016 sei der Heilungsverlauf äusserst 
zögerlich und es bestehe nun zwei Monate nach dem Unfall eine unbefrie-
digende Gehfähigkeit, aktuell immer noch mit zwei Stöcken und knappem 
Auftreten des rechten Beines. Auch die Schmerzmedikation habe nicht 
reduziert werden können.

3.1.3 Dem Austrittsbericht der Rehaklinik E.________ vom 12. Dezem-
ber 2017 (AB 44) ist zu entnehmen, dass die Patientin bei Austritt noch 
über Schmerzen im rechten Knie und dem gesamten rechten Unterschen-
kel, Belastungseinschränkungen des rechten Beins, über eine Bewegungs-
einschränkung des rechten Knies bei Flexion, über eine Fussheber-
schwäche rechts und eine Sensibilitätsminderung interdigital I/II im rechten 
Fuss berichtet habe. Das Ausmass der physischen Einschränkungen lasse 
sich mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Un-
tersuchung und den bisherigen bildgebenden Abklärungen sowie den Dia-
gnosen aus somatischer Sicht nur zum Teil erklären. Aus psychiatrischer 
Sicht sei von einer Anpassungsstörung mit psychotraumatologischer Sym-
ptomatik (ICD-10: F43.28) auszugehen. Die diesbezüglichen Symptome 
hätten seit dem Unfall leicht abgenommen. Die Patientin wünsche nach 
Austritt keine spezifischen Massnahmen aus dem psychosomatischen Be-
reich, was nicht als dringend beurteilt werde.

3.1.4 Im Sprechstundenbericht des Zentrums F.________ vom 20. Fe-
bruar 2018 (AB 65) wurde festgehalten, es habe sich ein etwas unklarer 
Befund gezeigt. Radiologisch erscheine die Fibulafraktur konsolidiert. Es 

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bestehe jedoch eine Fussheberschwäche, was auf eine Peroneusläsion 
hinweisen könnte. Möglicherweise bestehe jedoch eine Pseudoarthrose, 
die diese lokalisierten Schmerzen im Bereich der proximalen Fibula verur-
sache. Es sei eine CT-Untersuchung des rechten Kniegelenks mit der pro-
ximalen Fibula zu empfehlen.

3.1.5 Im Bericht des Spitals C.________ vom 13. März 2018 (AB 76) 
wurde eine Peroneusparese klinisch-neurologisch ausgeschlossen. Die 
Gangstörung sei nicht neurogen begründbar sowie nicht alleinig durch or-
thopädische Störungen verursacht. Ein neurologischer Therapieansatz be-
stehe nicht.

3.1.6 Die Suva-Ärztin Dr. med. G.________, Fachärztin für Chirurgie, 
hielt im Bericht vom 15. August 2018 (AB 105) fest, die bezüglich der Fibu-
lafraktur aktuell geltend gemachten Beschwerden seien mit überwiegender 
Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis zurückzuführen. Unfallbedingt 
liege wahrscheinlich ein stabiler Gesundheitszustand vor. Die bisherige 
Tätigkeit sollte wieder zumutbar sein.

3.1.7 Dem Bericht des Spitals C.________ vom 15. November 2018 
(AB 106) sind die Diagnosen Status nach Verkehrsunfall, komplexes, 
streng rechtsseitiges Schmerzsyndrom, Besiedlung mit multiresistenten 
Keimen sowie Adipositas zu entnehmen. Bei bekannter Besiedlung mit 
multiresistenten Keimen werde das Kontrollgespräch in Kontaktisolation 
durchgeführt. Nach dem Verkehrsunfall sei ausser der Fibulafraktur rechts 
keine weitere wesentliche Schädigung festgestellt worden. Bei protrahier-
tem Heilungsverlauf mit Schmerzexazerbation streng rechtsseitig vom 
Scheitel bis zum Fuss seien diverse Untersuchungen (MRI, neurologische 
Abklärung inkl. Messungen) ohne wesentliche Pathologien durchgeführt 
worden. Bei der orientierenden Untersuchung zeige sich eine beinbetonte 
rechtsseitige Hyperalgesie schon bei leichtem Druck. Am ehesten sei von 
einer zentralen Sensibilisierung und einer schmerzbedingten Fehlverarbei-
tung des sensiblen Inputs aus der Peripherie auszugehen.

3.1.8 Im Bericht des Zentrums H.________ vom 23. August 2019 
(AB 157) wurde ein vom Hausarzt als Verdachtsdiagnose geäussertes (vgl. 
AB 134 S. 2) Complex Regional Pain Syndrome (CRPS) ausgeschlossen. 

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Die Ursache des im Anschluss an den Verkehrsunfall bestehenden 
Schmerzsyndroms im Bereich des Knies, des Unterschenkels und des 
Fusses rechts sei neurologisch nicht zuordenbar. Es liege ein chronisch 
nozizeptiver am ehesten muskuloskelettaler Schmerz vor.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 

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lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E. 3b 
ee S. 354).

3.4 Für die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden lies-
sen sich zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per Ende April 2019 
(AB 131) keine nachweisbaren organischen Unfallfolgen feststellen. Die 
vorgenommenen bildgebenden Untersuchungen zeigten eine Konsolidie-
rung der beim Unfall erlittenen Fibulafraktur; Zeichen einer Algodystrophie 
lagen keine vor (AB 71). Mit Bezug auf die vorhandene Fussheber-
schwäche wurde gestützt auf eine neurologische Untersuchung eine Ner-
venverletzung ausgeschlossen und die demonstrierte Gangstörung als 
nicht neurogen begründbar sowie nicht alleinig durch orthopädische 
Störungen verursacht beurteilt (AB 70). Hinsichtlich der diagnostizierten 
Thoraxkontusion wurden im zeitnah zum Unfall durchgeführten CT keine 
Auffälligkeiten festgestellt (AB 30 S. 2, 32). Dementsprechend überzeugt 
die sich auf die Unfallfolgen aus somatischer Sicht beziehende Einschät-
zung der Suva-Ärztin Dr. med. G.________ vom 15. August 2018 (AB 105), 
wonach die bisherige Tätigkeit wieder zumutbar ist. Dieser Bericht erfüllt 
die vorgenannten höchstrichterlichen Beweisanforderungen und erbringt 
vollen Beweis. Insbesondere ist nicht zu beanstanden, dass die Suva-
Ärztin die Beschwerdeführerin nicht persönlich untersucht hat (RKUV 2006 
U 578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b). Soweit die Beschwerdefüh-
rerin auf die im Zentrum H.________ im Rahmen einer quantitativen senso-
rischen Testung (QST) festgestellte sensible Störung im Unterschenkelbe-
reich rechts verweist (Beschwerde S. 3 Ziff. 2.3, S. 4 Ziff. 3.1; AB 157 S. 2, 
6 f.), ist mit der Beschwerdegegnerin (Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 5.6) 
festzustellen, dass mit dem entsprechenden Verfahren keine objektivierba-
ren Untersuchungsergebnisse erzielt werden (vgl. E. 2.5.1 hiervor). Dies 
insbesondere deswegen, weil die Grundlage der QST die Rückmeldung 
des Patienten für die Reizwahrnehmung ist, was die aktive Mitarbeit des 
Patienten fordert, womit die QST etwa bei mangelnder Mitarbeit oder 
sprachlichen Einschränkungen keine validen Ergebnisse liefern kann. 
Darüber hinaus erlaubt die QST keine ätiologische Zuordnung der festge-
stellten Störungen (vgl. Diagnose und nicht interventionelle Therapie neur-

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opathischer Schmerzen – Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neu-
rologie, herausgegeben von der Kommission Leitlinien der Deutschen Ge-
sellschaft für Neurologie, S. 21 ff.).

Zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung per Ende April 2019 war schliess-
lich auch die Behandlung hinsichtlich der multiresistenten Keime, von wel-
chen die Beschwerdeführerin nach der Aktenlage (AB 32 S. 2, 106, 114) im 
Rahmen der Heilbehandlung befallen wurde (vgl. dazu Art. 6 Abs. 3 UVG), 
abgeschlossen, ohne dass sich diese Keime auf die Heilbehandlung der 
Unfallverletzungen ausgewirkt hätten (AB 132). Etwas anderes wird von 
der Beschwerdeführerin nicht geltend gemacht.

Es bestehen somit keine hinreichend erstellten Anhaltspunkte für organisch 
nachweisbare Unfallfolgen, welche die über den 30. April 2019 hinaus ge-
klagten Beschwerden zu erklären vermöchten. Da von weiteren medizini-
schen Abklärungen keine neuen Erkenntnisse zur Frage eines objektivier-
baren organischen Substrats des Gesundheitsschadens erwartet werden 
konnten bzw. die erforderlichen bildgebenden Verfahren bereits durchge-
führt worden waren (Röntgen, CT, MRI), ist nicht zu beanstanden, dass die 
Beschwerdegegnerin auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet hat 
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 
E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). Wie 
es sich beim Fehlen organisch objektivierbarer unfallkausaler Befunde mit 
dem natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vom 1. Au-
gust 2017 sowie den noch geklagten Beschwerden bzw. dem allfälligen 
Bestehen eines psychischen Gesundheitsschadens verhält (vgl. Be-
schwerde S. 5), braucht nicht abschliessend beurteilt zu werden, da es 
vorliegend an der für die Leistungspflicht im Weiteren vorausgesetzten 
Adäquanz des Kausalzusammenhanges fehlt (BGE 135 V 465 E. 5.1 
S. 472; vgl. nachfolgend E. 4.3). Die in der Beschwerde beantragten weite-
ren medizinischen Abklärungen (Beschwerde S. 2 Rechtsbegehren 2) kön-
nen allein den natürlichen Kausalzusammenhang betreffen und sind des-
halb nicht notwendig. Dies betrifft insbesondere den von den Ärzten des 
Zentrums H.________ geäusserten Verdacht auf eine posttraumatische 
Belastungsstörung nach Autounfall, welche als Unfallfolge und als auslö-
sender Faktor für die Schmerzchronifizierung zu diskutieren wäre (AB 157 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Mai 2020, UV/20/245, Seite 13

S. 1 f.). Dementsprechend ist entgegen der Vorbringen der Beschwerde-
führerin (Beschwerde S. 5 Ziff. 3.3) die seitens der IV-Stelle Bern in Auftrag 
gegebene psychiatrische Begutachtung (Beschwerdebeilage [BB] 8) nicht 
abzuwarten (vgl. bereits prozessleitende Verfügung vom 24. März 2020). 
Anzufügen bleibt diesbezüglich, dass den Ärzten des Zentrums 
H.________ offenbar nicht bekannt war, dass die Beschwerdeführerin nach 
der Aktenlage bereits vor dem Unfall vom 1. August 2017 an einer 
Schmerzstörung litt bzw. vom Hausarzt zumindest ein entsprechender Ver-
dacht geäussert worden war (AB 20, 60, 63) und sie sich bereits im Jahr 
2016 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet hatte 
(AB 89).

4.

4.1 Bei psychischen Unfallfolgen setzt die Bejahung des adäquaten 
Kausalzusammenhangs grundsätzlich voraus, dass dem Unfallereignis für 
die Entstehung einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit eine mass-
gebende Bedeutung zukommt. Das trifft dann zu, wenn es objektiv eine 
gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht 
fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist gemäss BGE 115 V 133 E. 6 
S. 138 an das objektiv erfassbare Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – 
ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf mit den sich dabei entwi-
ckelnden Kräften – eine Katalogisierung der Unfälle in leichte (banale), im 
mittleren Bereich liegende und schwere Unfälle vorzunehmen ist. Die erlit-
tenen Verletzungen können dabei Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich 
beim Unfall entwickelt haben, gestatten. Abhängig von der Unfallschwere 
sind je nachdem weitere Kriterien in die Beurteilung einzubeziehen. Diese 
werden unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 V 356 
E. 5.1 S. 359, 129 V 177 E. 4.1 S. 183; SVR 2018 UV Nr. 21 S. 76 E. 4.2, 
2011 UV Nr. 10 S. 36 E. 4.2.2).

Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausal-
zusammenhang besteht, nicht auf Grund des Unfalles allein schlüssig be-
antworten. Das Bundesgericht hat daher festgestellt, dass weitere, objektiv 

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erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammen-
hang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 
eine Gesamtwürdigung einzubeziehen sind. Als wichtigste Kriterien sind zu 
nennen (BGE 129 V 177 E. 4.1 S. 183, 115 V 133 E. 6c aa S. 140):

 besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrück-
lichkeit des Unfalles;

 die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen) Verlet-
zungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische 
Fehlentwicklungen auszulösen;

 ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
 körperliche Dauerschmerzen;
 ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich ver-

schlimmert;
 schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
 Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist 
jedoch nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen 
kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen 
Unfall und psychisch bedingter Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allen-
falls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es 
sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittle-
ren Bereich zu zählen ist oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Un-
fall zu qualifizieren ist. Sowohl einem mittelschweren wie auch einem im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen liegenden Ereignis kommt nur dann 
im Sinne adäquater Kausalität massgebende Bedeutung für die aktuelle 
Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu, wenn ein einzelnes der unfallbezoge-
nen Kriterien in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist oder aber diese in 
gehäufter oder auffallender Weise gegeben sind (RKUV 2005 U 548 S. 232 
E. 3.2.3). Liegt im eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien 
in besonders ausgeprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die 
Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein 
(SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um einen mittelschwe-
ren Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Beja-
hung der Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2018 UV Nr. 29 

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S. 102 E. 4.2.2). Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objekti-
ven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz (BGE 117 
V 359 E. 6b S. 367, BGE 115 V 133 E. 6c bb S. 140; vgl. RKUV 1997 U 
272 S. 174 E. 4b).

4.2 Die Beschwerdeführerin beschrieb den Unfallhergang vom 1. Au-
gust 2017 dahingehend, dass sie als Fussgängerin die Strasse habe über-
queren wollen. Ein Auto auf der linken Seite sei stillgestanden, von rechts 
sei ein Auto mit viel zu hoher Geschwindigkeit gekommen, so dass die Re-
aktionszeit zu kurz gewesen sei. Anschliessend sei sie ohne Bewegungs-
möglichkeiten am Boden gelegen und sei kurze Zeit darauf von der Ambu-
lanz abgeholt worden (AB 7). Die Beschwerdegegnerin hat das Ereignis 
vom 1. August 2017 als mittelschweren Unfall im Grenzbereich zu den 
leichten Unfällen qualifiziert (AB 158 S. 6 Ziff. 4b.). Dies ist nicht zu bean-
standen, zumal gemäss Unfallprotokoll der lokalen Behörden am beteiligten 
Fahrzeug kein Sachschaden entstanden ist (AB 7 S. 5) und somit nicht von 
einem starken Aufprall auszugehen ist.

4.3 Bei einem mittleren Unfall an der Grenze zu den leichten Unfällen 
liegen die nach der Rechtsprechung notwendigen Kriterien für die Beja-
hung des adäquaten Kausalzusammenhangs gehäuft vor, wenn vier davon 
erfüllt sind (E. 4.1 hiervor). Die Beschwerdegegnerin hat mit zutreffender 
Begründung (AB 158 S. 6 f. Ziff. 4b. und 4c.) festgehalten, dass keines 
dieser Kriterien erfüllt ist. Insbesondere hat sie zu Recht darauf hingewie-
sen, dass eine allfällige Verzögerung im Heilungsprozess und die über län-
gere Zeit attestierte Arbeitsunfähigkeit hauptsächlich auf (auszuklammern-
de) psychische Gründe zurückzuführen sind. Damit ist der adäquate Kau-
salzusammenhang zwischen dem Unfall vom 1. August 2017 und den wei-
terhin geklagten Beschwerden zu verneinen. Die Beschwerdegegnerin hat 
demnach die Leistungen für den Unfall vom 1. August 2017 zu Recht ein-
gestellt bzw. einen Anspruch auf weitere Leistungen (Invalidenrente und 
eine Integritätsentschädigung) verneint.

4.4 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 20. Februar 2020 (AB 158) nicht zu beanstanden. Die dagegen erho-
bene Beschwerde ist abzuweisen.

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5.

5.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang hat die unterliegende Beschwer-
deführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss 
aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG); auch die obsiegende Be-
schwerdegegnerin hat als mit der Durchführung der obligatorischen Unfall-
versicherung beauftragte öffentlich-rechtliche Anstalt praxisgemäss keinen 
Anspruch auf Ausrichtung einer Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 4 VR-
PG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch Parteientschädi-
gungen zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.

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