# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f1b66b5e-9b0c-5266-a187-5e134b592c88
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-08-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.08.2014 C-4798/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4798-2012_2014-08-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung III 

C-4798/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  A u g u s t  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richter Maurizio Greppi (Vorsitz), 

Richter David Weiss, Richterin Madeleine Hirsig-Vouilloz,    

Gerichtsschreiber Yves Rubeli. 

 

 
 

Parteien 

 
A._______,  

vertreten durch Rechtsanwältin Claudia Rohrer,  

Baslerstrasse 15, Postfach 44, 4310 Rheinfelden, 

Beschwerdeführer,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Invalidenversicherung, Rentenanspruch,  

Verfügung vom 23. Juli 2012. 

 

 

C-4798/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A. 

Der 1953 geborene und in seiner Heimat wohnhafte deutsche Staatsan-

gehörige A._______ (im Folgenden: Beschwerdeführer) arbeitete als 

Grenzgänger in der Schweiz (IV-act. 2 S. 4). Seit 1989 war er als Schlos-

ser in einem vollen Pensum bei der B._______ AG angestellt, als er sich 

am 20. Juli 1995 bei der Arbeit das rechte Knie an einem Ölrohr einer 

Meyerpresse verletzte (Unfallmeldung vom 24. Juli 1995, IV-act. 9 S. 13). 

Laut (kreisärztlicher) Beurteilung der Schweizerischen Unfallversiche-

rungsanstalt (SUVA), welche die gesetzlichen Unfall-Leistungen erbrach-

te, resultierten als Unfallfolgen eine Pangonarthrose im rechten Kniege-

lenk und ein postthrombotisches Syndrom im Bereich des rechten Unter-

schenkels (Kreisarztberichte vom 5. November 2009 und vom 

25. Februar 2011 [IV-act. 12 S. 21, IV-act. 14 S. 8]). Mit Verfügung vom 

10. November 2011 (IV-act. 23) sprach die SUVA dem Beschwerdeführer 

eine Invalidenrente der Unfallversicherung gestützt auf einen Invaliditäts-

grad von 33 % ab dem 1. November 2011 und eine Integritätsentschädi-

gung gestützt auf eine Integritätseinbusse von 30 % zu (vgl. auch IV-

act. 14 S. 4). In ihrer Verfügung hielt die SUVA fest, dass sie die krank-

heitsbedingte Einschränkungen von Seiten der Wirbelsäule, der Ham-

merzehen am linken Fuss, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit 

(PAVK) am rechten Bein, der demyelinisierenden Neuropathie an der lin-

ken Hand, der Lungenembolie und der Infarktpneumonie bei ihrer Invalidi-

tätsbemessung nicht berücksichtigten könne (IV-act. 23 S. 2 am Ende). 

B. 

Am 12. Oktober 2010 (Eingangsstempel) meldete sich der Beschwerde-

führer unter Hinweis auf ein seit 20. August 2008 bestehendes unfallbe-

dingtes postthrombotisches Syndrom im Bereich des rechten Knies mit 

venöser Insuffizienz und eine krankheitsbedingte demyelinisierende sen-

sorische und motorische Neuropathie zum Bezug von Leistungen der 

Schweizerischen Invalidenversicherung an (Antrag auf Massnahmen für 

die berufliche Eingliederung, IV-act. 1 S. 7). Die Sozialversicherungsan-

stalt des Kantons Aargau, IV-Stelle, traf erwerbliche und medizinische 

Abklärungen. Insbesondere zog sie die Akten der SUVA bei. Mit Mitteilung 

vom 17. Juni 2011 wies die IV-Stelle Aargau den Anspruch auf berufliche 

Eingliederungsmassnahmen ab, da der 1953 geborene Beschwerdefüh-

rer bei seinem langjährigen Arbeitgeber angesichts seines Alters, seiner 

gesundheitlichen Einschränkungen und des gesicherten Arbeitsplatzes 

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Seite 3 

beruflich angemessen eingegliedert sei (IV-act. 18 = BVGer-act. 1 Beilage 

16, vgl. auch IV-act. 17). 

Nach Einholung einer Stellungnahme von RAD-Arzt Dr. C._______, 

Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 22. Dezember 2011 (IV-

act. 25) stellte die IV-Stelle Aargau dem Beschwerdeführer mit Vorbe-

scheid vom 3. Februar 2012 die Abweisung seines Anspruchs auf eine 

Invalidenrente in Aussicht (IV-act. 27). Nach Kenntnisnahme der dagegen 

erhobenen Einwände des durch Rechtsanwältin Claudia Rohrer, Rhein-

felden, vertretenen Beschwerdeführers vom 24. Februar 2012 (IV-act. 30) 

und nach Einholung einer weiteren Stellungnahme von RAD-Arzt 

Dr. C._______ vom 17. Juli 2012 (IV-act. 32) verfügte die IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland (IVSTA, nachfolgend auch Vorinstanz) am 23. Juli 

2012 im angekündigten Sinne (rentenausschliessender Invaliditätsgrad 

von 32 %, IV-act. 37). 

C. 

Gegen die Verfügung der IVSTA liess der Beschwerdeführer, wiederum 

vertreten durch Rechtsanwältin Claudia Rohrer, am 14. September 2012 

Beschwerde erheben und beantragen, die angefochtene Verfügung sei 

aufzuheben und das Verfahren zur Klärung des Sachverhalts mit umfas-

sender medizinischer Begutachtung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

Zudem sei ihm für das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädi-

gung von Fr. 1'200.– zuzusprechen; unter Kosten- und Entschädigungs-

folgen zu Lasten der Vorinstanz (BVGer-act. 1 S. 2). Die Vorinstanz bean-

tragte mit Vernehmlassung vom 12. November 2012 (BVGer-act. 3) die 

Abweisung der Beschwerde. 

D. 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-

weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich im We-

sentlichen nach den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 

über das Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundesge-

setzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, 

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Seite 4 

SR 172.021 [vgl. auch Art. 37 VGG]) sowie des Bundesgesetzes vom 

6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

(ATSG, SR 830.1 [vgl. auch Art. 3 Bst. d
bis

 VwVG]). Dabei finden nach 

den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln diejenigen Verfahrens-

regeln Anwendung, welche im Zeitpunkt der Beschwerdebeurteilung in 

Kraft stehen (BGE 130 V 1 E. 3.2; vgl. auch Art. 53 Abs. 2 VGG). 

1.2 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen im Sinne von Art. 5 VwVG, sofern – wie 

vorliegend – keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. Als Vorin-

stanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört 

auch die IV-Stelle für Versicherte im Ausland, die mit Verfügungen über 

Leistungen der IV befindet (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. auch Art. 69 Abs. 1 

Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversi-

cherung [IVG, SR 831.20]). Das Bundesverwaltungsgericht ist somit zur 

Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

1.3 Nach Art. 59 ATSG ist zur Beschwerdeführung vor dem Bundesver-

waltungsgericht legitimiert, wer durch die angefochtene Verfügung berührt 

ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

hat (vgl. auch Art. 48 Abs. 1 VwVG). 

Der Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren als Partei teil-

genommen. Als Verfügungsadressat ist er durch die angefochtene Verfü-

gung besonders berührt und hat an deren Aufhebung bzw. Änderung ein 

schutzwürdiges Interesse. Nachdem auch der Verfahrenskostenvor-

schuss innert Frist geleistet worden ist, kann auf die im Übrigen form- und 

fristgerecht eingereichte Beschwerde eingetreten werden (vgl. Art. 60 

ATSG, Art. 21 Abs. 3, 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

1.4 Gemäss Art. 40 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die 

Invalidenversicherung (IVV, SR 831.201) ist bei Grenzgängern die IV-

Stelle, in deren Tätigkeitsgebiet diese eine Erwerbstätigkeit ausüben, zur 

Entgegennahme und Prüfung der Anmeldungen zuständig. Dies gilt auch 

für ehemalige Grenzgänger, sofern sie bei der Anmeldung ihren ordentli-

chen Wohnsitz noch in der benachbarten Grenzzone haben und der Ge-

sundheitsschaden auf die Zeit ihrer Tätigkeit als Grenzgänger zurückgeht. 

Die Verfügungen werden von der IVSTA erlassen.  

Da der Beschwerdeführer bei Eintritt des geltend gemachten Gesund-

heitsschadens als Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland im Kanton 

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Aargau einer Arbeit nachging und zum Anmeldungszeitpunkt (nach wie 

vor) in D._______ Wohnsitz hatte, war die IV-Stelle Aargau für die Entge-

gennahme und Prüfung der Anmeldung zuständig. Die angefochtene Ver-

fügung vom 23. Juli 2012 wurde zu Recht von der IVSTA erlassen. 

2.  

2.1 Der Beschwerdeführer ist deutscher Staatsangehöriger, weshalb das 

am 1. Juni 2002 in Kraft getretene Abkommen vom 21. Juni 1999 zwi-

schen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Euro-

päischen Gemeinschaft und ihrer Mitgliedsstaaten andererseits über die 

Freizügigkeit (FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist. 

2.2 Nach Art. 1 Abs. 1 des auf der Grundlage des Art. 8 FZA ausgearbei-

teten und Bestandteil des Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs 

II ("Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Ver-

bindung mit Abschnitt A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien un-

tereinander insbesondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates 

vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit 

auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren Familienangehörige, 

die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (nachfolgend: Ver-

ordnung Nr. 1408/71), und die Verordnung Nr. 574/72 oder gleichwertige 

Vorschriften an. Diese sind am 1. April 2012 durch die Verordnungen 

(EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit so-

wie (EG) Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

16. September 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung 

der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 über die Koordinierung der Systeme 

der sozialen Sicherheit abgelöst worden.  

2.3 Nach Art. 4 der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 haben Personen, für 

die diese Verordnung gilt, die gleichen Rechte und Pflichten aufgrund der 

Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats wie die Staatsangehörigen dieses 

Staates. Dabei ist im Rahmen des FZA auch die Schweiz als "Mitglied-

staat" im Sinne dieser Koordinierungsverordnungen zu betrachten (Art. 1 

Abs. 2 Anhang II des FZA).  

2.4 Soweit das FZA bzw. die auf dieser Grundlage anwendbaren gemein-

schaftsrechtlichen Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vor-

sehen, ist mangels einer einschlägigen gemeinschaftsrechtlichen bzw. 

abkommensrechtlichen Regelung die Ausgestaltung des Verfahrens so-

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wie die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen einer schweizerischen 

Invalidenrente grundsätzlich Sache der innerstaatlichen Rechtsordnung.  

Demnach bestimmt sich die Frage, ob und gegebenenfalls ab wann An-

spruch auf Leistungen der schweizerischen Invalidenversicherung be-

steht, allein aufgrund der schweizerischen Rechtsvorschriften. 

3.  

In zeitlicher Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher 

Regelungen – grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei 

der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestandes Geltung haben (BGE 132 V 220 E. 3.1.1 und 131 V 11 E. 

1). Ein allfälliger Leistungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechts-

wechsel aufgrund der bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neu-

en Normen zu prüfen (pro rata temporis; vgl. BGE 130 V 445 E. 1.2.1). 

Nach der Rechtsprechung stellt das Sozialversicherungsgericht bei der 

Beurteilung einer Streitsache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des 

Erlasses der streitigen Verwaltungsverfügung (hier: 23. Juli 2012) einge-

tretenen Sachverhalt ab (BGE 129 V 1 E. 1.2 mit Hinweis). 

4.  

4.1 In materiell-rechtlicher Hinsicht ist auf jene Bestimmungen des IVG 

und der IVV respektive des ATSG und der ATSV abzustellen, die für die 

Beurteilung eines Rentenanspruchs jeweils relevant waren und in Kraft 

standen. Vorliegend ist der Anspruch auf einen Invalidenrente ab April 

2011 (vgl. nachfolgende E. 6.3) strittig, weshalb insbesondere das IVG in 

der Fassung vom 6. Oktober 2006 (5. IV-Revision; AS 2007 5129) sowie 

vom 18. März 2011 (6. IV-Revision, erstes Massnahmenpaket; AS 2011 

5659) und die Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversi-

cherung (IVV, SR 831.201; in den entsprechenden Fassungen der 5. und 

6. IV-Teilrevision) massgebend sind. Ferner sind das ATSG und die Ver-

ordnung vom 11. September 2002 über den Allgemeinen Teil des Sozial-

versicherungsrechts (ATSV, SR 830.11) anwendbar. 

4.2 Die 5. IV-Revision brachte für die Invaliditätsbemessung keine sub-

stanziellen Änderungen gegenüber der bis zum 31. Dezember 2007 gültig 

gewesenen Rechtslage, sodass die zur altrechtlichen Regelung ergange-

ne Rechtsprechung weiterhin massgebend ist (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 8C_373/2008 vom 28. August 2008 E. 2.1). Ebensowenig brachte 

die 6. IV-Revision – mit Ausnahme der auf die Schlussbestimmungen der 

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Änderung vom 18. März 2011 gestützten Rentenrevisionen - substantielle 

Änderungen bei der Bemessung der Invalidität. 

5.  

Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens können die Verletzung von Bun-

desrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder der Überschreitung des 

Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachver-

halts sowie die Unangemessenheit des Entscheids gerügt werden 

(Art. 49 VwVG). 

6.  

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invali-

dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung 

des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs-

unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über-

windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

7.  

7.1 Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG Versicher-

te, die: 

a. ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu 

betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 

herstellen, erhalten oder verbessern können; 

b. während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und 

c. nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid (Art. 8 

ATSG) sind. 

Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent besteht Anspruch 

auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 Prozent auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindes-

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tens 60 Prozent auf eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 70 Prozent auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

7.2 Viertelsrenten werden allerdings gemäss Art. 29 Abs. 4 IVG nur an 

Versicherte ausbezahlt, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Sinn von 

Art. 13 ATSG in der Schweiz haben. Nach der Rechtsprechung des Eid-

genössischen Versicherungsgerichts (EVG, heute: Bundesgericht) stellt 

Art. 29 Abs. 4 IVG eine besondere Anspruchsvoraussetzung dar (vgl. 

BGE 121 V 264 E. 6c). Gestützt auf das FZA können indessen Angehöri-

ge von EU-Staaten sowie dort lebende Schweizer Bürgerinnen und Bür-

ger ebenfalls eine Viertelsrente beanspruchen. 

7.3 Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach 

Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsan-

spruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf 

die Vollendung des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1). Die Rente wird vom 

Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenanspruch entsteht 

(Abs. 3). 

8.  

Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 

Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist 

(BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine 

wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistun-

gen der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 132 V 

93 E. 4; 125 V 261 E. 4 mit Hinweisen). 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-

gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der me-

dizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Ex-

pertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 

351 E. 3a).  

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Seite 9 

Auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte und Ärz-

tinnen kommt Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nach-

vollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indi-

zien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der 

befragte Arzt oder die befragte Ärztin in einem Anstellungsverhältnis zum 

Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität 

und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Um-

stände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung ob-

jektiv als begründet erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Be-

deutung, welche den Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zu-

kommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters oder der Gutachterin al-

lerdings ein strenger Massstab anzulegen (RKUV 1999 Nr. U 356 S. 572; 

BGE 122 V 157 E. 1c; vgl. auch 123 V 331 E. 1c; zur Beweiskraft von 

Stellungnahmen der Regionalen Ärztlichen Diensten (RAD) vgl. etwa 

auch Bundesgerichtsurteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4; BGE 137 

V 210 E. 1.2.1). 

9.  

9.1 In Ihrer Verfügung vom 23. Juli 2012 erwog die Vorinstanz, den medi-

zinischen Unterlagen sei zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer sei-

ne bisherige Tätigkeit bei der Firma B._______ AG seit Mai 2010 nur 

noch eingeschränkt ausüben könne, dagegen seien ihm angepasste, 

d. h. leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, im Rahmen eines vollen Pen-

sums zumutbar. Dabei könne der Beschwerdeführer unter Berücksichti-

gung eines Leidensabzugs von 10 % auf dem Tabellenlohn, welcher der 

Tatsache Rechnung trage, dass nur noch leichte bis mittelschwere wech-

selbelastende Tätigkeiten zumutbar seien, ein Invalideneinkommen von 

Fr. 53'375.– pro Jahr erzielen. Dies führe bei einem Valideneinkommen 

von Fr. 78'975.– zu einem Invaliditätsgrad von 32 %, bei welchem kein 

Rentenanspruch bestehe.  

9.2 Dagegen macht der Beschwerdeführer geltend, auf die RAD-

Beurteilung könne nicht abgestellt werden. Die untersuchenden Fachärz-

te der orthopädischen, neurologischen und medizinischen Klinik des Kan-

tonsspitals E._______ würden von einem erheblichen Beschwerdebild 

ausgehen. Der Facharzt für Orthopädie gehe im Jahr 2009 davon aus, 

dass infolge der Beschwerden in der LWS eine Reduktion der Arbeitsfä-

higkeit erfolgen werde (BVGer-act. 1 S. 3 Mitte). Aber auch der RAD-Arzt 

selbst gehe davon aus, dass eine Leistungsminderung um 10 bis 20 % 

anzunehmen sei; somit könne bei der Invaliditätsbemessung nicht von ei-

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Seite 10 

nem vollen Pensum ausgegangen werden (S. 6 Ziff. 4). Die Sache sei zur 

Einholung eines umfassenden medizinischen Gutachtens (Orthopädie, 

Fachärzte zur Beurteilung der Thrombosen, Neurologie, Angiologie, 

Röntgenuntersuchungen, aktuelle MRI-Befunde des Bewegungsappara-

tes, Schulter, Hals- und Lendenwirbelsäule usw.) an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen (S. 5). 

9.3 Streitig und zu beurteilen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 

eine Rente. 

10.  

Vorweg ist festzuhalten, dass sich der Beschwerdeführer im Oktober 

2010 bei der Invalidenversicherung anmeldete (Eingangsstempel vom 

12. Oktober 2010, IV-act. 1), weshalb ein etwaiger Rentenanspruch frü-

hestens ab 1. April 2011 besteht (E. 7.3 hievor). Zu prüfen ist demnach 

die Arbeitsfähigkeit ab diesem Zeitpunkt. 

11.  

11.1 Dr. med. F._______, Chefarzt der Orthopädischen Klinik des 

E._______, auf welchen sich der Beschwerdeführer unter anderem stützt, 

hielt am 10. September 2009 fest, beim Beschwerdeführer bestünden ei-

ne valgusbetonte Pangonarthrose rechts und ein ausgeprägtes post-

thrombotisches Syndrom rechts. Der Beschwerdeführer arbeite im Mo-

ment noch vollzeitlich. Aus seiner Sicht werde aber in absehbarer Zeit die 

Arbeitsfähigkeit reduziert werden müssen wegen den Problemen des Be-

schwerdeführers in den Beinen und auch der LWS, wo ebenfalls chroni-

sche Schmerzen vorhanden seien (IV-act. 12 S. 30 = BVGer-act. 1 Beila-

ge 6). 

11.2 Der SUVA-Kreisarzt Dr. med. G._______, Arzt für Allgemeinmedizin, 

nannte in seinem Untersuchungsbericht vom 5. November 2009 als un-

fallkausale Diagnosen eine Pangonarthrose am rechten Kniegelenk sowie 

ein postthrombotisches Syndrom im Bereich des rechten Unterschenkels. 

Als nicht unfallkausale Diagnose gab der SUVA-Kreisarzt Wirbelsäulen-

beschwerden an (IV-act. 12 S. 21). 

11.3 Die Ärzte der Abteilung für Angiologie der Medizinischen Klinik des 

E._______ nannten in ihrem Untersuchungsbericht vom 3. März 2010 

folgende Diagnosen (IV-act. 12 S. 15 – 17 = BVGer-act. 1 Beilage 8): 

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Seite 11 

1. Periphere arterielle Verschlusskrankheit der unteren Extremitäten im 

Stadium I rechts 

- Unterschenkelbetonte Sklerose der beinversorgenden Arterien rechts 

(Duplex 03/10) 

2. Postthrombotisches Syndrom rechts mit sekundärer venöser Insuffi-

zienz 

- Status n. Thrombose nach Arthroskopie 1995 mit postthrombotischen 

Veränderungen der Unterschenkelvenen sowie der V. poplitea 

(Duplex 5/09) 

- St. n. Perforantenligatur 4/01 

- St. n. Magnacrossectomie und Stripping sowie Perforantenligatur 

rechts am 18. Januar 2008 

3. St. n. Thrombophlebitis nach Trauma der V. saphena magna Unter-

schenkel links 09/09 

4. Arterielle Hypertonie (ED 2007) 

5. St. n. Carpaltunneloperation links 01/08  

6.  Schlafapnoesyndrom mit CPAP-Gerät 

In ihrer Zwischenanamnese hielten die Ärzte der Abteilung für Angiologie 

fest, die Gehfähigkeit des Beschwerdeführers sei durch eine Schwellung 

und Druckgefühl im rechten Bein und im Fuss auf unter einen Kilometer 

limitiert. 

11.4 Die Ärzte der neurologischen Klinik des E._______ diagnostizierten 

in ihrem Bericht vom 25. Juni 2010 eine demyelinisierende sensorische 

und motorische Neuropathie, eine periphere arterielle Verschlusskrank-

heit (PAVK) der unteren Extremitäten im Stadium I rechts sowie ein post-

thrombotisches Syndrom rechts mit sekundärer venöser Insuffizienz (IV-

act. 12 S. 7 = BVGer-act. 1 Beilage 7). Die Neurologen des E._______ 

hielten fest, der Beschwerdeführer habe angegeben, im Alltag und bei der 

Arbeit durch die Schwäche und die Kribbelparästhesien in den Händen 

nicht gestört zu sein, er könne dies gut kompensieren. Die Ungeschick-

lichkeit der Hände hindere ihn jedoch daran, Kompressionsstrümpfe über 

das ganze Bein anzulegen. In ihrer Beurteilung erklärten die E._______-

Neurologen, zwischen der geklagten Beschwerdesymptomatik im rechten 

Kniegelenk und der demyelinisierenden sensorischen und motorischen 

Neuropathie sei kein Zusammenhang anzunehmen. Eine Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit alleine aufgrund der demyelinisierenden sensorischen 

und motorischen Neuropathie liege derzeit nicht vor, da der Beschwerde-

führer die Ausfälle bisher gut kompensieren könne. 

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11.5 Am 22. Februar 2011 führte der SUVA-Kreisarzt Dr. G._______ eine 

Abschlussuntersuchung durch (Bericht vom 25. Februar 2011, IV-act. 14 

S. 4 - 11). In seiner Beurteilung (S. 4 ff. Ziff. 5) bezeichnete 

Dr. G._______ die Pangonarthrose im rechten Kniegelenk und das post-

thrombotische Syndrom im rechten Unterschenkel als unfallkausale Di-

agnosen und nannte als nicht unfallkausale Diagnosen Wirbelsäulenbe-

schwerden, Hammerzehen Dig 2 bis 5 links, PAVK Bein rechts sowie eine 

demyelinisierende Neuropathie. In seiner Stellungnahme zur Arbeitsfä-

higkeit hielt Kreisarzt Dr. G._______ fest, aufgrund der objektivierbaren 

Befunde sei für körperlich leichte bis mittelschwere, wechselbelastende 

Tätigkeiten weiterhin eine ganztägige Arbeitsfähigkeit zu attestieren. Der 

Beschwerdeführer habe angegeben, während der ausgeübten halbtägi-

gen Arbeitstätigkeit zeitweise entweder den ganzen halben Tag Sitzen 

oder Stehen zu müssen. Aus kreisärztlicher Sicht sei ein durchgehendes 

längeres Stehen von mehr als einer halben Stunde am Stück zu vermei-

den und während des Sitzens solle die Gelegenheit zur Positionsände-

rung des rechten Beins und vorzugsweise auch zwischendurch zur Hoch-

lagerung gegeben sein. Allenfalls müsse eine entsprechende angepasste 

Tätigkeit an einer anderen Arbeitsstelle in Betracht gezogen werden. 

Trotz der Schwellungsneigung sei aufgrund der objektivierbaren Befunde 

grundsätzlich eine ganztägige Arbeitsfähigkeit gegeben. 

11.6 Der RAD-Arzt Dr. C._______, Facharzt für Allgemeine Innere Medi-

zin, führte in seiner Stellungnahme vom 22. Dezember 2011 aus (IV-

act. 25 = BVGer-act. 1 Beilage 13), der 58-jährige Versicherte habe am 

20. Juli 1995 das rechte Knie angeschlagen und einen Bluterguss im Ge-

lenk erlitten. Am 2. Dezember 1995 sei eine Arthroskopie im rechten 

Kniegelenk erfolgt mit Resektion des Hinterhorns des lateralen Meniskus 

und Gelenkstoilette. Nach der Operation sei eine tiefe Venenthrombose 

im rechten Unterschenkel aufgetreten und es habe sich 1997 eine chro-

nisch venöse Insuffizienz entwickelt. Die SUVA habe dies als Rückfall an-

erkannt. Am 19. April 2001 sei die Venae perforantes am rechen Unter-

schenkel ligiert worden. Es habe sich ein postthrombotisches Syndrom 

rechts entwickelt. Am 18. Januar 2008 sei die Crossectomie der Vena 

saphena magna rechts und ein Stripping mit Ligatur der Perforantes 

durchgeführt worden. 2008 sei eine demyelinisierende sensorische und 

motorische Neuropathie im Bereich der Hände links stärker als rechts 

festgestellt worden. Weil die Sensibilitätsstörung auch durch Kompression 

des Medianusnervs links verursacht worden sei, sei 2008 das Karpaltun-

nelsyndrom links operiert worden. Am 29. Mai 2008 habe sich der Versi-

cherte das linke Fussgelenk verstaucht. Im September 2009 sei eine 

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Thrombophlebitis am linken Unterschenkel aufgetreten. Eine 

Pangonarthrose rechts sei festgestellt worden und dem Versicherten eine 

Knieoperation empfohlen worden. Als weitere Diagnosen seien aufgeführt 

worden: Adipositas permagna, arterielle Hypertonie, Schlafapnoesyndrom 

mit CPAP behandelt, Ulcus cruris rechts lateral und Hammerzehen II – IV 

links. Die SUVA habe den Versicherten am 5. November 2009 in seiner 

angestammten Tätigkeit für voll arbeitsfähig erachtet. 2010 sei eine peri-

phere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) Stadium I im rechten Unter-

schenkel festgestellt worden. Am 22. Februar 2011 sei der Versicherte er-

neut durch die SUVA beurteilt worden (IV-act. 14 S. 5 – 10, vgl. E. 10.5 

hievor). Seit 11. Mai 2010 bestehe ein Gesundheitsschaden mit Auswir-

kungen auf die Arbeitsfähigkeit. In der angestammten Tätigkeit sei der 

Versicherte vom 11. Mai bis 6. Juni und vom 18. Juni bis 23. August 2010 

zu 100 % arbeitsunfähig gewesen. Vom 7. Juni bis 17. Juni und seit dem 

24. August 2010 sei der Versicherte zu 50 % arbeitsfähig in der ange-

stammten Tätigkeit (vgl. IV-act. 12 S. 2). In einer angepassten, leichten 

bis mittelschweren Tätigkeit mit einer Gewichtsbelastung bis 15 kg (gele-

gentlich bis 25 kg) und mit der Möglichkeit, die Position zu wechseln und 

ohne Arbeit auf Leiter, Gerüst oder unebenem Boden oder verbunden mit 

häufigem Treppensteigen sei der Versicherte ganztags arbeitsfähig. Die-

se medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit bestehe mit kurzen Unterbü-

chen seit dem 20. Juli 1995. 

11.7 Am 23. Dezember 2011 stellte der Beschwerdeführer der IV-Stelle 

Aargau weitere medizinische Berichte zu (IV-act. 26 S. 1), darunter einen 

aktuellen Bericht des Spitals H._______ vom 18. März 2011 (IV-act. 26 

S. 2 - 6). 

RAD-Arzt Dr. C._______ nahm aufgrund der vom Beschwerdeführer ge-

gen den Vorbescheid vom 3. Februar 2012 erhobenen Einwände am 

17. Juli 2012 erneut Stellung (IV-act. 32 S. 2 = BVGer-act. 1 Beilage 14). 

Dr. C._______ führte aus, der Bericht vom 18. März 2011 des Spitals 

H._______ (IV-act. 26 S. 2 - 6) habe ihm am 22. Dezember 2011 (frühere 

RAD-Stellungnahme, IV-act. 25 S. 2) nicht vorgelegen. Am 1. März 2011 

sei eine Nabelhernie operiert worden. Nach einer Lungenembolie sei eine 

Infarktpneumonie links aufgetreten, die antibiotisch behandelt worden sei. 

Der Beschwerdeführer sei mit Marcoumar antikoaguliert. Im Weiteren sei 

der Beschwerdeführer gemäss Bericht vom 25. Juni 2010 der Neurologie 

des E._______ im Alltag und bei der Arbeit durch die Schwäche und die 

Kribbelparästhesien in den Händen nicht gestört; der Zustand sei seit 

2008 stabil. Der Beschwerdeführer habe aber Mühe, die Kompressions-

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strümpfe anzuziehen. Im Bericht vom 10. September 2009 der Orthopä-

die E._______ sei die Pangonarthrose mit Valgusstellung des rechten 

Knies und mit Gelenkserguss geschildert und auf die chronischen 

Schmerzen im Bereiche der LWS hingewiesen worden. Die Arbeitsfähig-

keit sei wegen der Beine und der LWS reduziert. Die vorgeschlagene 

Knieersatzoperation sei vom Beschwerdeführer nicht gewünscht worden. 

Im Bericht der Angiologie des E._______ vom 3. März 2010 sei eine Geh-

fähigkeit von weniger als einem Kilometer beschrieben worden, auf die 

Schwellung mit Druckgefühl im rechten Bein und Fuss hingewiesen und 

festgestellt worden, dass keine relevante Minderperfusion im rechten 

Bein bestehe. Der Beschwerdeführer müsse aber lebenslang Kompressi-

onsstrümpfe beidseits tragen. Der Beschwerdeführer arbeite seit 1989 als 

Schlosser in der Firma B._______. Wegen seinen Schmerzen arbeite er 

50 % (vormittags). Weil eine periphere arterielle Verschlusskrankheit im 

Stadium I, ein postthrombotisches Syndrom mit sekundärer venöser In-

suffizienz, eine Neuropathie der Hände, LWS-Schmerzen, ein behandel-

tes Schlafapnoesyndrom, Hammerzehen und ein Ulcus cruris die Arbeits-

fähigkeit in einer angepassten Tätigkeit nicht wesentlich beeinflusse, be-

stehe medizinisch-theoretisch eine volle Arbeitsfähigkeit in einer ange-

passten Tätigkeit. Die Adipositas und die arterielle Hypertonie würden 

nicht als invalidisierend gelten. Die genannten Befunde hätten höchstens 

einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, die dadurch 10 - 20 % reduziert 

sei. Der Versicherte sei seit seinem Unfall von 1995 wiederholt spezial-

ärztlich abgeklärt worden. Eine erneute Abklärung sei nicht angezeigt. 

12.  

Die Stellungnahmen von RAD-Arzt Dr. C._______ vom 22. Dezember 

2011 und vom 17. Juli 2012 (IV-act. 25 und 32) erfüllen die beweisrechtli-

chen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht. Sie sind insbesondere in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden und leuchten in 

der Beschreibung der medizinischen Situation und der Zusammenhänge 

ein; die Schlussfolgerungen sind begründet. Dabei durfte Dr. C._______ 

von einer eigenen Untersuchung absehen, da es vorliegend im Wesentli-

chen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen Sachverhalts 

geht, bei welchem die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten 

Person in den Hintergrund rückt (vgl. etwa Bundesgerichtsurteil 

9C_323/2009 vom 14. Juli 2009 E. 4). Die unfallbedingte Beeinträchti-

gung des Beschwerdeführers wurde von SUVA-Kreisarzt Dr. G._______ 

sorgfältig abgeklärt, gemäss welchem trotz der Pangonarthrose im rech-

ten Kniegelenk und dem postthrombotischen Syndrom im Bereich des 

rechten Unterschenkels grundsätzlich eine betrieblich angepasste ganz-

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Seite 15 

tägige Arbeitsfähigkeit gegeben ist. In Bezug auf die von SUVA-Kreisarzt 

Dr. G._______ als nicht unfallkausal bezeichnete Diagnose einer demye-

linisierenden Neuropathie stellten die Neurologen des E._______ zuver-

lässig fest, dass dadurch derzeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

gegeben sei. Was die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Be-

schwerden der Wirbelsäule und des Bewegungsapparates betrifft, ist so-

dann festzustellen, dass Dr. F._______, Chefarzt der Orthopädischen Kli-

nik des E._______, in seinem Bericht vom 10. September 2009 (IV-

act. 12 S. 30) zwar wegen Problemen des Beschwerdeführers im Berei-

che der Beine und auch der Lendenwirbelsäule (LWS) eine Reduktion der 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführers in der 

Werkzeugmaschinenfabrik erwartete (vgl. auch Befund des MRI der LWS 

vom 15. September 2008 mit Angabe von Osteochondrosen mit ventralen 

Spondylosen im thoraco-lumbalen Übergang, breitbasige kleine medio 

linksseitige Diskushernie LWK 3/4 mit Kontakt zur recessalen Wurzel L4 

ohne diese zu verlagern oder zu komprimieren, mediale Diskusprotrusi-

on/kleine Hernie LWK4/5, Facettenarthrosen L4/5, L5/S1, höhengemin-

derte Bandscheibe im Segment LWK1/2 mit flacher Diskushernie ohne 

Neurokompression [BVGer-act. 1 Beilage 10]), er sich aber nicht zur Ar-

beitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit äusserte und er in seinem 

späteren Bericht vom 16. Februar 2010 (IV-act. 12 S. 18) dem von SUVA-

Kreisarzt Dr. G._______ am 5. November 2009 erhobenen zumutbaren 

Arbeitsplatzprofil - leichte bis gelegentlich mittelschwere, wechselbelas-

tende Tätigkeit (IV-act. 12 S. 3 am Ende) - zustimmte. In Bezug auf die 

von Dr. I._______, Facharzt für Orthopädie, am 13. Mai 2008 angegebe-

nen Diagnosen im Bereich der Schultern (aktiv. begin. Omararthrose 

links, Supraspinatus-Syndrom links, aktiv. begin. AC-Gelenkarthrose links 

[BVGer-act. 1 Beilage 11]) ist darauf hinzuweisen, dass dieser Arzt keine 

entsprechende Arbeitsunfähigkeit attestierte, sondern einzig intensive 

Physiotherapie empfahl. Nur nebenbei ist darauf hinzuweisen, dass der 

Beschwerdeführer in seiner Anmeldung vom 12. Oktober 2010 zum Be-

zug von Leistungen der Schweizerischen Invalidenversicherung (IV-act. 1 

S. 7) auch einzig ein seit 20. August 2008 bestehendes (unfallbedingtes) 

postthrombotisches Syndrom im rechten Knie mit venöser Insuffizienz 

und eine (krankheitsbedingte) demyelinisierende sensorische und motori-

sche Neuropathie erwähnte.  

Insgesamt tragen die Beurteilungen von RAD-Arzt Dr. C._______ vom 

22. Dezember 2011 und vom 17. Juli 2012 (IV-act. 25 und 32) den von 

den behandelnden Klinikärzten (des E._______) und den vom SUVA-

Kreisarzt festgestellten körperlichen Einschränkungen vollumfänglich 

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Seite 16 

Rechnung, welche Berichte auf eigenen, ausgedehnten Untersuchungen 

beruhen und wohlbegründet sind. Abweichende ärztliche Beurteilungen 

bestehen sodann nicht. Was die neuen Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers betrifft, wonach er im August/September 2012 erneut Thrombosen 

erlitten habe und wegen einer Lungenembolie ins Spital eingeliefert wor-

den sei (wobei der aktuelle Austrittsbericht noch nicht vorliege [BVGer-

act. 1 S. 4 zweiter Absatz; siehe Kurzbericht des Spitals H._______ vom 

7. September 2009, Beilage 12]), ist festzustellen, dass es sich hierbei 

um nach Erlass der angefochtenen Verfügung vom 23. Juli 2012 aufge-

tretene Beschwerden handelt, welche in diesem Verfahren nicht zu be-

rücksichtigen sind (vgl. vorstehende E. 3 Absatz 2). 

Der medizinische Sachverhalt ist damit für die vorliegend zu beurteilen-

den Fragen als erstellt zu betrachten. Von der beantragten umfassenden 

medizinischen Begutachtung (BVGer-act. 1 S. 2 Antr.-Ziff. 1) sind keine 

entscheidwesentlichen neuen Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf 

zu verzichten ist (antizipierte Beweiswürdigung, BGE 124 V 94 E. 4b; 122 

V 162 E. 1d). Demnach ist im Zeitpunkt des mutmasslichen Rentenbe-

ginns (April 2011) gemäss Stellungnahme des RAD vom 17. Juli 2012 

von einer vollen Arbeitsfähigkeit bei einer um 10 bis 20% reduzierten 

Leistungsfähigkeit in einer den körperlichen Einschränkungen angepass-

ten Tätigkeit auszugehen.  

Zu prüfen bleibt die erwerbliche Seite für den massgebenden Zeitpunkt 

des hypothetischen Rentenbeginns (1. April 2011). Dem um höchstens 

20 % reduzierten Leistungsvermögen ist mit der Anerkennung einer bloss 

80%igen Arbeitsfähigkeit Rechnung zu tragen (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 9C_362/3008 vom 14. November 2008, E. 3.2.3). 

13.  

13.1 Der für die Invaliditätsbemessung und damit den Rentenanspruch 

massgebende Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu er-

folgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 

möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 

sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt 

(BGE 130 V 349 E. 3.4.2). Für die Ermittlung des Valideneinkommens, al-

so des Einkommens, welches die versicherte Person nach dem Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich ver-

dient hätte, wird in der Regel am zuletzt erzielten Verdienst angeknüpft. 

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Seite 17 

Die Vorinstanz ermittelte - in Abweichung von der Regel, dass die Ver-

gleichseinkommen für den massgebenden Zeitpunkt des hypothetischen 

Rentenbeginns zu erheben sind (BGE 129 V 222) - ein auf die Arbeitge-

berangabe vom 8. Juli 2011 gestütztes hypothetisches Valideneinkom-

men von Fr. 78'975.– per 2010 (13 x Fr. 6'075.–, IV-act. 20.1), was un-

bestritten geblieben ist (vgl. IV-act. 30 S. 4 Ziff. 1.4). Per 2011 (Zeitpunkt 

des etwaigen Rentenbeginns) resultiert angepasst an die geschlechts-

spezifische Nominallohnentwicklung ein anrechenbares Valideneinkom-

men von Fr. 79'746.40 (Fr. 78'975.– : 2150 Pkte. x 2171 Pkte.; Die Volks-

wirtschaft 5-2014 S. 89 Tabelle B10.3). 

13.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Recht-

sprechung primär von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in 

welcher die versicherte Person konkret steht. Übt sie nach Eintritt der In-

validität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile 

Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr 

verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und 

erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemes-

sen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte 

Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein solches tatsächlich erzieltes Er-

werbseinkommen gegeben, namentlich weil die versicherte Person nach 

Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich 

zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik 

periodisch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezo-

gen werden (BGE 129 V 475 E. 4.2.1 mit Hinweisen). 

Da die Schlosserstelle dem RAD- und kreisärztlichen Anforderungsprofil 

nicht entspricht bzw. der Beschwerdeführer in einer anderen, besser an-

gepassten Tätigkeit zu 80 % arbeitsfähig ist, hat die Vorinstanz zu Recht 

der Invaliditätsbemessung nicht den aktuellen Lohn als Invalideneinkom-

men zugrunde gelegt, sondern anhand der LSE ein hypothetisches Ein-

kommen ermittelt.  

13.3  

13.3.1 Was die wirtschaftliche Verwertbarkeit der medizinisch-

theoretischen Restarbeitskraft angeht, ist zu beachten, dass der theoreti-

sche und abstrakte Begriff des ausgeglichenen Arbeitsmarktes (welcher 

dazu dient, den Leistungsanspruch der Invalidenversicherung von jenem 

der Arbeitslosenversicherung abzugrenzen) einerseits ein bestimmtes 

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Seite 18 

Gleichgewicht zwischen dem Angebot von und der Nachfrage nach Stel-

len umschliesst und anderseits einen Arbeitsmarkt bezeichnet, der von 

seiner Struktur her einen Fächer verschiedenartiger Stellen offen hält, 

und zwar sowohl bezüglich der dafür verlangten beruflichen und intellek-

tuellen Voraussetzungen wie auch hinsichtlich des körperlichen Einsatzes 

(BGE 110 V 273 E. 4b; ZAK 1991 S. 321 E. 3b und 1985 S. 462 E. 4b; 

vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.2). An die Konkretisierung von Arbeitsgele-

genheiten und Verdienstaussichten sind praxisgemäss nicht übermässige 

Anforderungen zu stellen; diese hat vielmehr nur soweit zu gehen, als im 

Einzelfall eine zuverlässige Ermittlung des Invaliditätsgrades gewährleis-

tet ist. Für die Invaliditätsbemessung ist nicht darauf abzustellen, ob eine 

invalide Person unter den konkreten Arbeitsmarktverhältnissen vermittelt 

werden kann, sondern einzig darauf, ob sie die ihr verbliebene Arbeits-

kraft noch wirtschaftlich nützen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplät-

ze dem Angebot an Arbeitskräften entsprechen würden (AHI 1998 S. 290 

f. E. 3b; Urteile des Bundesgerichts I 273/04 vom 29. März 2005, I 591/02 

vom 5. Mai 2004, I 285/99 vom 13. März 2000 und U 176/98 vom 17. Ap-

ril 2000). Zum ausgeglichenen Arbeitsmarkt zählen auch sogenannte Ni-

schenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, bei welchen Be-

hinderte mit einem sozialen Entgegenkommen von Seiten des Arbeitge-

bers rechnen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_831/2013 vom 

24. Januar 2014 E. 4.4).  

13.3.2 Das fortgeschrittene Alter, auf welches sich der Beschwerdeführer 

- unter Verweis auf die Mitteilung der IV-Stelle Aargau vom 17. Juni 2011, 

mit welcher diese den Anspruch des Beschwerdeführers auf berufliche 

Eingliederungsmassnahmen abgewiesen hatte (IV-act. 18) – unter ande-

rem beruft (BVGer-act. 1 S. 6 am Anfang), wird, obgleich an sich invalidi-

tätsfremder Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, wel-

ches zusammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenhei-

ten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene 

Resterwerbsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

realistischerweise nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Ver-

wertung auch gestützt auf die Selbsteingliederungspflicht nicht mehr zu-

mutbar ist (vgl. zum Ganzen Urteil 8C_482/2010 vom 27. September 

2010 E. 4.2 mit Hinweisen). Der Einfluss des Lebensalters auf die Mög-

lichkeit, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt zu verwerten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel 

bemessen, sondern hängt ab von den Umständen, die mit Blick auf die 

Anforderungen der Verweisungstätigkeiten massgebend sind (beispiels-

weise Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Fol-

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Seite 19 

gen; absehbarer Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem 

Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen 

und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit 

von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich). Das Eidgenössi-

sche Versicherungsgericht hat etwa einen 60-jährigen Versicherten, wel-

cher mehrheitlich als Wirker in der Textilindustrie tätig gewesen war, als 

zwar nicht leicht vermittelbar erachtet. Es sah aber mit Bezug auf den hy-

pothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt gleichwohl Möglichkeiten, eine 

Stelle zu finden, zumal Hilfsarbeiten auf dem hypothetischen, ausgegli-

chenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt werden 

und der Versicherte zwar eingeschränkt (weiterhin zumutbar waren leich-

te und mittelschwere Arbeiten im Gehen, Stehen und Sitzen in geschlos-

senen Räumen), aber immer noch im Rahmen eines Vollpensums ar-

beitsfähig war. Bejaht hat das Bundesgericht auch die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit eines (ebenfalls) 60-jährigen Versicherten mit einer 

aufgrund verschiedener psychischer und physischer Limitierungen (es 

bestanden u.a. rheumatologische und kardiale Probleme) um 30 % ein-

geschränkten Leistungsfähigkeit. Verneint wurde hingegen die Verwert-

barkeit der Restarbeitsfähigkeit eines über 61-jährigen Versicherten, der 

über keine Berufsausbildung verfügte, bezüglich der aus medizinischer 

Sicht im Umfang von 50 % zumutbaren feinmotorischen Tätigkeiten kei-

nerlei Vorkenntnisse besass, dessen Teilarbeitsfähigkeit weiteren krank-

heitsbedingten Einschränkungen unterlag und dem von den Fachleuten 

der Berufsberatung die für einen Berufswechsel erforderliche Anpas-

sungsfähigkeit abgesprochen wurde. Als unverwertbar erachtet wurde 

auch die 50%ige, durch verschiedene Auflagen zusätzlich limitierte Ar-

beitsfähigkeit eines knapp 64-jährigen Versicherten mit multiplen, die Ar-

beitsfähigkeit einschränkenden Beschwerden, ebenso eine 50%ige Ar-

beitsfähigkeit einer im Verfügungszeitpunkt 61 Jahre und einen Monat al-

ten Versicherten, die bezüglich der für sie in Frage kommenden Tätigkei-

ten einer Umschulung bedurft hätte (Rechtsprechungsübersicht aus dem 

Urteil des Bundesgerichts 8C_482/2010 vom 27. September 2010, E. 4.2 

mit Hinweisen). 

Im Lichte der dargelegten Grundsätze und der relativ hohen Hürden, wel-

che das Bundesgericht für die Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 

älterer Menschen entwickelt hat, ist - entgegen der Einschätzung des Be-

schwerdeführers - davon auszugehen, dass die Verwertbarkeit der noch 

vorhandenen Restarbeitsfähigkeit des gelernten KFZ-Mechanikers und 

erfahrenen Schlossers auf dem als ausgeglichen unterstellten Arbeits-

markt grundsätzlich gewährleistet ist. Dieser war im Verfügungszeitpunkt 

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Seite 20 

(bzw. im massgeblichen Zeitpunkt, BGE 138 V 457 E. 3.3) 59 Jahre alt, 

weshalb noch eine ausreichende Aktivitätsdauer bis zum Erreichen des 

AHV-Alters verblieb (vgl. betreffend einen 58 Jahre alten Versicherten Ur-

teil des Bundesgerichts I 336/03 vom 8. Januar 2004 E. 2), da vorliegend 

beim Einkommensvergleich auf Hilfsarbeiten (einfache und repetitive Tä-

tigkeiten des Anforderungsniveaus 4 der LSE, vgl. dazu die nachfolgende 

Erwägung) abzustellen ist, für welche keine lange Einarbeitungszeit oder 

Umschulung erforderlich ist und welche auf dem hypothetischen, ausge-

glichenen Arbeitsmarkt grundsätzlich altersunabhängig nachgefragt wer-

den. Dabei vermag die vor Erstattung der RAD-ärztlichen Stellungnah-

men (vom 22. Dezember 2011 und vom 17. Juli 2012, IV-act. 25 und 32) 

ergangene Mitteilung der IV-Stelle Aargau vom 17. Juni 2011 (IV-act. 18), 

mit welcher der Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen ab-

gewiesen worden war, die Bejahung der wirtschaftlichen Verwertbarkeit 

der Restarbeitsfähigkeit nach Erstattung der RAD-ärztlichen Stellung-

nahmen nicht in Frage zu stellen.  

13.4 Der monatliche Bruttolohn (Zentralwert) männlicher Arbeitskräfte im 

privaten Sektor für einfache und repetitive Tätigkeiten (Anforderungsni-

veau 4) betrug im Jahr 2010 im Gesamtdurchschnitt Fr. 4'901.– (LSE 

2010, S. 26, Tabelle TA1). Bei Umrechnung des auf 40 Wochenstunden 

basierenden Werts auf die im Jahr 2010 betriebsübliche wöchentliche Ar-

beitszeit von 41.6 Stunden (Die Volkswirtschaft 5-2014 S. 88 Tabelle 

B9.2) ergibt dies Fr. 5'097.05 pro Monat beziehungsweise Fr. 61'164.60 

pro Jahr. Bei einer Arbeitsfähigkeit von wenigstens 80 % und einem im 

Rahmen des Ermessens nicht zu beanstandenden behinderungsbeding-

ten Abzugs (zum Ganzen vgl. BGE 126 V 75) von 10 % (da nur noch 

leichte bis mittelschwere wechselbelastende Tätigkeiten zumutbar sind 

[IV-act. 37]) auf dem LSE-Tabellenlohn, führt dies zu einem anrechenba-

ren Verdienst von Fr 44'038.50. Nominallohnentwicklungsbereinigt per 

2011 resultiert ein statistischer Jahreslohn von Fr. 44'468.65 

(Fr 44'038.50 : 2150 x 2171 Pkte.). 

Entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (vgl. BVGer-act. 1 S. 6 

Mitte) sind vorliegend beim Leidensabzug keine weiteren Merkmale zu 

berücksichtigen: Namentlich das Alter des Beschwerdeführers fällt kaum 

ins Gewicht, weil Hilfsarbeiten auf dem massgebenden hypothetischen 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) grundsätzlich altersunab-

hängig nachgefragt werden und bei diesen auch die Dauer der Betriebs-

zugehörigkeit nur eine marginale Rolle spielt. Die Ausländereigenschaft 

bzw. der Aufenthaltsstatus hat bei dem lange in der Schweiz erwerbstätig 

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Seite 21 

gewesenen Beschwerdeführer auch keine negativen Auswirkungen auf 

den Verdienst (vgl. etwa Urteil des Bundesgerichts 8C_17/2011 vom 

21. April 2011 E. 6.2 mit Hinweisen). 

Bei Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen von Fr. 79'746.40 und 

Fr. 44'468.65 resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 35'277.75 respekti-

ve ein Invaliditätsgrad von (ab-)gerundet 44 %. Selbst wenn gestützt auf 

das im Vergleich höhere Valideneinkommen (einschliesslich einer Er-

folgsbeteiligung) gemäss der SUVA-Renten-Verfügung vom 

10. November 2011 von Fr. 84'029.– (IV-act. 23 S. 2) auszugehen wäre, 

würde dies nicht zu einer höheren Rente führen (Invaliditätsgrad: 47 %). 

Demnach ist dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. April 2011 eine 

Viertelsrente der Invalidenversicherung zuzusprechen. Die Akten gehen 

zurück an die Vorinstanz. Diese ist anzuweisen, entsprechende Verfü-

gungen zu erlassen, die entsprechenden Rentenbetreffnisse zu berech-

nen und diese unter Berücksichtigung von Art. 26 ATSG rückwirkend aus-

zurichten. 

14.  

Was die vom Beschwerdeführer im Weiteren beantragte Parteientschädi-

gung für das erstinstanzliche Verfahren im Betrag von Fr. 1'200.– anbe-

langt (BVGer-act. 1 S. 2), ist festzustellen, dass im Vorbescheidverfahren 

der Invalidenversicherung mangels gesetzlicher Grundlage kein Anspruch 

auf Parteientschädigung besteht. Nur im Rahmen der unentgeltlichen 

Verbeiständung kann eine Entschädigung geschuldet sein (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_57/2014 vom 14. April 2014 E. 3.4 mit Hinweisen). 

Da der Beschwerdeführer im Verfahren vor der Vorinstanz – wie auch im 

vorliegenden Verfahren - keine prozessuale Bedürftigkeit geltend machte, 

ist die Beschwerde in diesem Punkt ohne weitere Prüfung abzuweisen. 

15.  

Zu befinden bleibt noch über die Verfahrenskosten und eine allfällige Par-

teientschädigung für das vorliegende Verfahren. 

15.1 Der Beschwerdeführer, der im Vorbescheidverfahren die Zusprache 

einer (ganzen) Invalidenrente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von 72 % 

(IV-act. 30) und im Beschwerdeverfahren die Rückweisung der Sache zur 

umfassenden medizinischen Abklärung beantragte (BVGer-act. 1), ist mit 

seinem Antrag teilweise durchgedrungen. Der Umstand, dass vorliegend 

abweichend von dem auf eine Rückweisung der Sache zur weiteren me-

dizinischen Abklärung gerichteten Antrag eine Viertelsrente zuzusprechen 

C-4798/2012 

Seite 22 

ist, rechtfertigt es nicht, ihm Kosten zu auferlegen, da weder Umfang 

noch die Schwierigkeit der Streitsache (vgl. Art. 2 Abs. 1 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) davon abhängig war, 

ob der Antrag auf Zusprache einer Rente oder auf Rückweisung gefasst 

war. 

Der unterliegenden Vorinstanz sind keine Verfahrenskosten aufzuerlegen 

(Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

15.2 Der durch eine schweizerische Anwältin vertretene Beschwerdefüh-

rer hat Anspruch auf eine Parteientschädigung, die von der Vorinstanz zu 

leisten ist (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art. 7 ff. VGKE). Unter Be-

rücksichtigung des gebotenen und aktenkundigen Aufwandes der anwalt-

lichen Vertreterin wird die Parteientschädigung inklusive Auslagenersatz 

antragsgemäss (BVGer-act. 1 S. 7) auf Fr. 1'900.– (ohne MWSt) festge-

setzt.  

Der Umstand, dass vorliegend abweichend von dem auf Rückweisung 

gerichteten Antrag eine Viertelsrente zuzusprechen ist, rechtfertigt keine 

Reduktion der Prozessentschädigung, da weder Arbeitsaufwand der 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers noch die Wichtigkeit und 

Schwierigkeit der Streitsache davon abhängig war, ob der Antrag auf 

Rentenzusprache oder auf Rückweisung gefasst war. 

Auch der vorliegend abzuweisende nebensächliche Antrag auf Parteient-

schädigung im Vorbescheidverfahren im Betrag von Fr. 1'200.–, zu wel-

chem die Vorinstanz keine Stellung genommen hat, rechtfertigt vorliegend 

keine Reduktion. 

 

  

C-4798/2012 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-

Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA vom 23. Juli 2012 aufgehoben 

und es wird festgestellt, dass der Beschwerdeführer ab 1. April 2011 An-

spruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung hat. Im Übrigen 

wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Die Vorinstanz wird angewiesen, im Sinne der Erwägung 13.4 zu verfah-

ren und neu zu verfügen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. Der bereits geleistete Ver-

fahrenskostenvorschuss von Fr. 400.– wird dem Beschwerdeführer nach 

Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

4.  

Dem Beschwerdeführer wird eine von der Vorinstanz zu leistende Partei-

entschädigung von Fr. 1'900.– (inkl. Auslagen, ohne MWSt) zugespro-

chen. 

5.  

Dieses Urteil geht an: 

– den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde; Beilage: Formular 

Zahladresse) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr._______; Einschrieben) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen (Einschreiben) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Maurizio Greppi Yves Rubeli 

C-4798/2012 

Seite 24 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 

Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 

Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid 

und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen 

hat, beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

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