# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fad28f7f-4d23-5157-9ad8-535c1d91bb2c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-19
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 19.11.2009 D-6413/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6413-2006_2009-11-19.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6413/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 9 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Robert Galliker, Richter Gérald Bovier,
Gerichtsschreiber Stefan Weber.

A._______, geboren V._______, Ehefrau B._______, 
geboren W._______, sowie Kinder C._______, geboren 
X._______, D._______, geboren Y._______, und 
E._______, geboren Z._______,
Bolivien,
alle vertreten durch Dr. iur. Caterina Nägeli, 
Rechtsanwältin,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), vormals Bundesamt 
für Flüchtlinge (BFF), Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFF vom 13. Ju-
ni 2003 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6413/2006

Sachverhalt:

A.  

A.a Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland nach eigenen An-
gaben am 29. April 2000 auf dem Luftweg und reiste am 1. Mai 2000 
unter Umgehung der Grenzkontrolle von F._______ her in die Schweiz 
ein, wo er gleichentags in der G._______ sein Asylgesuch stellte. Am 
18. Mai 2000 erfolgte eine Kurzbefragung im H._______. Mit Entscheid 
des Bundesamtes vom 19. Mai 2000 wurde der Beschwerdeführer für 
den  Aufenthalt  während  des  Asylverfahrens  dem  Kanton  I._______ 
zugewiesen. Die kantonale Behörde hörte den Beschwerdeführer am 
10. Juli  2000 zu seinen Asylgründen an. Am 5. Juni 2003 führte die 
Vorinstanz  mit  dem  Beschwerdeführer  eine  ergänzende  Anhörung 
durch.

Die Beschwerdeführerin  verliess ihr  Heimatland nach eigenen Anga-
ben am 19. Februar 2001 auf dem Luftweg und reiste am 22. Februar 
2001 mit den gemeinsamen Kindern unter Umgehung der Grenzkont-
rolle von J._______ her in die Schweiz ein, wo sie am gleichen Tag in 
der K._______ für  sich und ihre drei  Kinder Asylgesuche einreichte. 
Am 28. Februar 2001 erfolgte eine Kurzbefragung in der K._______. 
Mit  Entscheid  des  Bundesamtes  vom  1.  März  2001  wurden  die 
Beschwerdeführerin  und ihre Kinder für  den Aufenthalt  während des 
Asylverfahrens  ebenfalls  dem  Kanton  I._______  zugewiesen.  Die 
kantonale Behörde hörte die Beschwerdeführerin am 21. Mai 2001 zu 
ihren  Asylgründen  an.  Das  BFF  führte  am  5. Juni  2003  eine 
ergänzende Befragung der Beschwerdeführerin durch. 

A.b Zur Begründung seines Asylgesuchs machte der Beschwerdefüh-
rer im Wesentlichen geltend, er sei seit dem Jahre (...) in L._______ 
wohnhaft gewesen. Am 12. April 1996 sei das Auto seines Bruders ge-
stohlen worden, welches dieser ihm übergeben habe, um dessen Ver-
kauf durchzuführen. Mit einer Frau, welche den Diebstahl beobachtet 
habe, habe er sich zur Polizei begeben. Mittels Kartei seien die Diebe 
identifiziert  worden. Noch am selben Tag sei bei  ihm zu Hause eine 
Person erschienen und habe ihm gedroht, wegen des Diebstahls keine 
Anzeige zu erstatten. Trotz der Drohung habe er am folgenden Tag An-
zeige bei  der  Polizei  eingereicht. Da die Polizei  jedoch nichts  unter-
nommen  habe,  habe  er  mit  seinen  Geschwistern  eigene  Nachfor-
schungen durchgeführt. Dabei habe sich herausgestellt, dass das Auto 

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von  einer  Drogenschmugglerbande  gestohlen  worden  sei.  Mehrmals 
habe er in der Folge die Diebe bei der Polizei angezeigt. Aufgrund ei-
ner Razzia im Dorf M._______, welche nach Intervention seines Bru-
ders bei einem ehemaligen Minister stattgefunden habe, seien mehre-
re  Leute  festgenommen worden. Unter  anderem seien der  Chef  der 
Drogenbande N._______, der Schwiegersohn eines Expräsidenten so-
wie der Bürgermeister des Dorfes und der Polizeichef und ein Richter 
verhaftet  worden,  welche alle  im Drogengeschäft  involviert  gewesen 
seien.  Dank  Beziehungen  seien  N._______  und  alle  anderen  nach 
kurzer Zeit wieder aus der Haft entlassen worden. In der Folge seien 
der Beschwerdeführer und seine Familie verfolgt worden. Etwa einen 
Monat nach dem Autodiebstahl im Jahre (...) beziehungsweise im (...) 
hätten  unbekannte  Personen  versucht,  seinen  Sohn  zu  entführen. 
Deshalb  sei  die  Ehefrau  mit  den  Kindern  zu  ihrer  Schwester  nach 
O._______  geflohen.  Er  selber  habe  sich  an  verschiedenen  Orten 
aufgehalten.  Im  (...)  beziehungsweise  im  Jahr  (...),  als  er  als 
Taxichauffeur  gearbeitet  habe,  habe  ihm  ein  Auto  mit  mehreren 
Insassen den Weg abgeschnitten. Die darin befindlichen vier Männer 
respektive einer  der Männer, der  einen Revolver gehabt  habe,  habe 
aussteigen wollen. Da sich jedoch Passanten genähert  hätten, seien 
die Männer respektive sei der Mann wieder eingestiegen und das Auto 
habe sich wieder entfernt. Dieser Vorfall  habe bei ihm einen grossen 
Schrecken  ausgelöst.  Im  (...)  habe  er  an  seinem  Arbeitsort  in 
P._______ eine Drohung erhalten. Im (...) beziehungsweise im (...), als 
er  sich als  Taxichauffeur  in  Q._______ aufgehalten  habe,  habe sich 
eine Person telefonisch bei  seinem Arbeitgeber  nach ihm erkundigt. 
Da  sei  ihm  klar  geworden,  dass  die  Drogenschmuggler  seinen 
Aufenthaltsort  wieder  ausfindig  gemacht  hätten.  Wegen  dieser 
Drohungen  habe  er  schliesslich  zusammen  mit  seinem  Bruder  und 
dessen Familie sein Heimatland verlassen.

Die  Beschwerdeführerin  machte  im  Wesentlichen  geltend,  die  Prob-
leme hätten damit angefangen, dass ihrem Mann das Auto des Schwa-
gers gestohlen worden sei, worauf dieser bei der Polizei Anzeige er-
stattet habe. Da diese untätig geblieben sei, habe ihr Mann einen An-
walt  beauftragt,  der Sache nachzugehen. Gemäss dem Anwalt  habe 
es sich bei den Dieben um eine Mafia-Organisation gehandelt, welche 
auch Drogengeschäfte betrieben habe. Als Folge der Anzeige hätten 
im Jahre (...) respektive ein bis zwei Wochen nach Anzeigeerstattung 
zwei blonde Frauen und ein Mann versucht, ihren Sohn zu entführen. 
Da eine Nachbarin geschrien und ihren Sohn als den eigenen ausge-

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geben habe,  hätten die Entführer  vom Kind abgelassen. Sie und ihr 
Mann hätten den Vorfall  bei  der Polizei  zur  Anzeige gebracht. Diese 
habe versprochen, Ermittlungen einzuleiten, es sei  jedoch nichts ge-
macht worden. Deshalb sei sie im Jahre (...) mit ihren Kindern zu ihrer 
Schwester  nach O._______ gezogen. Längere Zeit  nach (...)  sei  sie 
einmal nach L._______ zurückgekehrt. Sie habe bemerkt, dass sie auf 
der Strasse vom Dieb des Autos verfolgt worden sei. Sie habe diesem 
aber entkommen können. Nach diesem Vorfall habe sie sich nicht mehr 
nach  L._______  begeben.  Ihr  sei  es  in  dieser  Zeit  sehr  schlecht 
gegangen,  da  sie  lange  Zeit  nicht  gewusst  habe,  wo sich  ihr  Mann 
aufhalte.  Ihre  Schwester  habe  sie  daraufhin  zu  seiner  Psychologin 
geschickt,  welche  sie  behandelt  habe.  Am  28.  Januar  2001  sei  sie 
wieder in ihr Haus in L._______ zurückgekehrt, weil sie dort habe le-
ben wollen. Sie  habe die Haustüre  offen  vorgefunden und habe be-
merkt, dass eingebrochen worden sei. Im Haus habe sie einen Droh-
brief  vorgefunden. Zudem hätten  Identitätsausweise  und  Fotografien 
ihrer Familie gefehlt. Wegen des Einbruchs habe sie Anzeige bei der 
Polizei erstattet. Aufgrund der erwähnten Probleme sei sie schliesslich 
zusammen mit ihren Kindern ihrem Mann in die Schweiz gefolgt. Für 
die übrigen Aussagen wird auf die Akten verwiesen.

A.c Zum Beweis ihrer  Vorbringen reichten die Beschwerdeführer fol-
gende Dokumente ein: (Auflistung der eingereichten Beweismittel).

B.
Mit Verfügung vom 13. Juni 2003 - eröffnet am 16. Juni 2003 - lehnte 
das  BFF  die  Asylbegehren  der  Beschwerdeführer  ab  und  ordnete 
gleichzeitig deren Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 
Die Vorinstanz begründete ihre Verfügung im Wesentlichen damit, dass 
die  Schilderungen  der  Beschwerdeführer  den  Anforderungen  von 
Art. 7 AsylG des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
an die Glaubhaftigkeit nicht genügten. Weiter sei der Vollzug der Weg-
weisung als zulässig, zumutbar und möglich zu erachten.

C.
Mit Eingabe vom 16. Juli 2003 an die damals zuständige Schweizeri-
sche Asylrekurskommission (ARK) beantragten die Beschwerdeführer 
durch ihre Vertreterin die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 
die Gewährung von Asyl. Eventuell  sei vom Vollzug der Wegweisung 
abzusehen und es sei das BFF anzuweisen, die vorläufige Aufnahme 
anzuordnen. In prozessualer Hinsicht sei ihnen eine Nachfrist von 30 

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Tagen zur Einreichung von zusätzlichen Beweismitteln (Anwaltsbestä-
tigung aus Bolivien; ärztliches Zeugnis) zu gewähren. Auf die Begrün-
dung und auf  die  weiteren Eingaben sowie  auf  die  als  Beweismittel 
eingereichten Dokumente wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in 
den Erwägungen eingegangen.

D.
Mit Zwischenverfügung des Instruktionsrichters der ARK vom 28. Juli 
2003 wurde den Beschwerdeführern mitgeteilt, dass sie den Ausgang 
des Verfahrens in der Schweiz abwarten könnten. Ferner wurde auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtet. Die Beschwerdeführer 
wurden aufgefordert, die in Aussicht gestellten Beweismittel innert 30 
Tagen ab Erhalt der Verfügung - samt den zugehörigen Zustellkuverts - 
und - sofern notwendig - vollständig in eine Amtssprache übersetzt - 
nachzureichen.

E.
Mit Eingabe vom 29. September 2003 reichten die Beschwerdeführer - 
nach  einmalig  gewährter  Fristerstreckung  -  weitere  Unterlagen 
(Auflistung der Unterlagen) zu den Akten. 

F.
In ihrer Vernehmlassung vom 7. November 2003 beantragte die Vorin-
stanz die Abweisung der Beschwerde.

G.  
Mit Zwischenverfügung vom 10. November 2003 der ARK wurde den 
Beschwerdeführern die vorinstanzliche Vernehmlassung zur Kenntnis 
gebracht und ihnen gleichzeitig das Recht zur Stellungnahme einge-
räumt.

H.
Nach einmalig  gewährter  Fristerstreckung replizierten  die  Beschwer-
deführer mit Eingaben vom 5. und 8. Dezember 2003; auf diese Aus-
führungen wird, soweit  entscheidwesentlich,  in den Erwägungen ein-
gegangen.

I.
Mit Eingabe vom 3. Juni 2004 ergänzten die Beschwerdeführer durch 
ihre Vertreterin die Vorbringen und stellten den Antrag auf vorläufige 
Aufnahme  wegen  Vorliegens  einer  schwerwiegenden  persönlichen 
Notlage.

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J.
Im Rahmen der Prüfung einer schwerwiegenden persönlichen Notlage 
fragte  das  BFF  am  25.  November  2004  die  zuständige  kantonale 
Fremdenpolizeibehörde an, ob aus kantonaler Sicht die Voraussetzun-
gen für eine vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführer gemäss der 
damaligen Bestimmung von Art. 44 Abs. 3 AsylG erfüllt seien. Die zu-
ständige  kantonale  Fremdenpolizeibehörde  beantragte  in  ihrem 
Schreiben  vom  19.  Januar  2005  die  vorläufige  Aufnahme  der  Be-
schwerdeführer.

K.
In ihrer Vernehmlassung zur Prüfung einer schwerwiegenden persönli-
chen Notlage vom 31. Januar 2005 stellte die Vorinstanz fest, dass in 
casu die erforderlichen Kriterien zur Anordnung einer vorläufigen Auf-
nahme  nicht  erfüllt  seien,  und  daher  am  angeordneten  Vollzug  der 
Wegweisung festgehalten werde.

L.
Mit Zwischenverfügung vom 21. Februar 2005 der ARK wurde den Be-
schwerdeführern die vorinstanzliche Vernehmlassung vom 31. Januar 
2005 sowie der kantonale Bericht und Antrag vom 19. Januar 2005 zur 
Kenntnis  gebracht  und  diesen  das  Recht  zur  Stellungnahme einge-
räumt.

M.
Mit  Eingabe vom 8. März  2005 ersuchten die  Beschwerdeführer  um 
Fristerstreckung zur Einreichung der Stellungnahme.

Dieses Fristerstreckungsgesuch wurde mit Zwischenverfügung des In-
struktionsrichters vom 22. März 2005 abgewiesen.

N.
Mit  Zwischenverfügung  vom  22.  März  2005  wurde  der  zuständigen 
kantonalen  Fremdenpolizeibehörde  die  vorinstanzliche  Vernehmlas-
sung zur Kenntnis - mit 30-tägigem Replikrecht - gebracht.

Innert Frist liess sich die kantonale Behörde nicht vernehmen.

O.  
Mit Eingabe vom 25. April 2005 liessen die Beschwerdeführer diverse 

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Beweismittel  (Arbeitsbestätigungen;  diverse  Schreiben  von  Lehrern 
und Schülern der Kinder der Beschwerdeführer) ins Recht legen.

P.
Mit  Schreiben des Instruktionsrichters des Bundesverwaltungsgerich-
tes vom 24. Januar 2008 an die zuständige kantonale Fremdenpolizei-
behörde wurde diese ersucht, bis zum 8. Februar 2008 mitzuteilen, ob 
vorliegend allenfalls die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung in  Be-
tracht  gezogen  würde,  zumal  im  damaligen  Bericht  und  Antrag  zur 
Prüfung einer schwerwiegenden persönlichen Notlage gemäss Art. 44 
Abs. 5 aAsylG vom 19. Januar 2005 die vorläufige Aufnahme der Be-
schwerdeführer beantragt worden sei.

Q.
Im  Antwortschreiben  der  zuständigen  kantonalen  Fremdenpolizeibe-
hörde vom 17. Juni 2008 teilte diese mit, dass sie vorliegend nicht be-
reit sei, gestützt auf Art. 14 Abs. 2 AsylG den Beschwerdeführern eine 
Aufenthaltsbewilligung zu erteilen und dem BFM einen entsprechen-
den Antrag zu unterbreiten.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der bei der ARK hängigen Rechtsmittel übernommen. Das neue 
Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG).

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1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Be-
schwerdeführer  sind  durch  die  angefochtene  Verfügung  berührt  und 
haben ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungs-
weise  Änderung.  Die  Beschwerdeführer  sind  daher  zur  Einreichung 
der Beschwerde legitimiert  (Art. 6  AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 sowie 
Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.4 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art.  106  Abs. 1 
AsylG).

2.  

2.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken;  den  frauenspezifischen  Fluchtgründen  ist  Rechnung  zu 
tragen (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

3.  

3.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheides führte die Vor-
instanz  im  Wesentlichen  aus,  der  Beschwerdeführer  habe  wider-
sprüchliche Angaben  bezüglich  der  angeführten  Verfolgungssituation 
gemacht. So habe er bei der kantonalen Anhörung vorgebracht, im (...) 
habe  ihm  ein  Auto  den  Weg  abgeschnitten,  als  er  mit  dem  Taxi 

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unterwegs gewesen sei. Es seien vier Männer im Fahrzeug gewesen 
und diese hätten sich daran gemacht auszusteigen. In diesem Moment 
seien  drei  Personen  vorbeigekommen  und  deshalb  sei  das  Auto 
wieder  abgefahren.  Bei  der  ergänzenden  Anhörung  durch  das  BFF 
habe der Beschwerdeführer hingegen geltend gemacht, es sei kurz vor 
der  Ausreise  vom  (...)  gewesen,  als  ihm  das  Auto  den  Weg 
abgeschnitten habe. Einer der Männer, welcher einen Revolver in der 
Hand gehabt  habe,  sei  ausgestiegen. Er  sei  jedoch wieder  ins Auto 
eingestiegen, weil Leute vorbeigekommen seien. Aufgrund dieser un-
terschiedlichen Angaben würden erste Zweifel an den Aussagen des 
Beschwerdeführers bestehen. Im Weiteren habe der Beschwerdeführer 
bei  der  kantonalen  Anhörung  vorgebracht,  sein  Arbeitgeber  in 
P._______ habe im (...) eine schriftliche Drohung erhalten, welche an 
ihn  gerichtet  gewesen  sei.  Dieser  Drohbrief  sei  von  N._______ 
unterschrieben gewesen. Im Gegensatz dazu habe der Beschwerde-
führer  bei  der  ergänzenden BFF-Anhörung zu Protokoll  gegeben,  in 
P._______ habe eine Person bei seinem Arbeitgeber nach ihm gefragt. 
Auf  diesen  Widerspruch  angesprochen,  habe  der  Beschwerdeführer 
erklärt,  er  könne  sich  nicht  mehr  an  das  Drohschreiben  von 
N._______  erinnern.  Diese  Erklärung  vermöge  indes  nicht  zu 
überzeugen, da es sich bei einem Drohschreiben, welches vom Chef 
der  Drogenbande  ausgestellt  worden  sein  solle,  um  ein  zentrales 
Vorbringen handle. Deshalb würden die Zweifel an den Aussagen des 
Beschwerdeführers  erhärtet.  Ferner  habe  dieser  bei  der  kantonalen 
Anhörung geltend gemacht, jemand habe ins Geschäft angerufen und 
sich  nach  ihm  erkundigt,  als  er  in  Q._______  als  Taxichauffeur 
gearbeitet  habe.  Dieser  Telefonanruf  sei  am  (...)  geschehen. 
Anschliessend  habe  er  sich  nach  L._______  begeben.  Bei  der 
ergänzenden Bundesanhörung habe er jedoch zu Protokoll  gegeben, 
dieser  Anruf  habe  im  (...)  stattgefunden  und  im  (...)  sei  er  nach 
L._______  zurückgekehrt.  Wegen  dieser  divergierenden  Angaben 
könnten die Aussagen des Beschwerdeführers nicht geglaubt werden.

Die Beschwerdeführerin habe ebenfalls widersprüchliche Angaben zur 
Verfolgungssituation gemacht. So habe sie bei der kantonalen Anhö-
rung angeführt,  sie und ihr Ehemann hätten nach dem Entführungs-
versuch Anzeige erstattet. Bei der BFF-Anhörung habe sie hingegen 
ausgeführt,  sie und ihr Ehemann hätten den Vorfall  ihrem Anwalt er-
zählt. Auf Nachfrage hin,  ob sie noch weitere Schritte unternommen 
habe,  habe  die  Beschwerdeführerin  dies  ausdrücklich  verneint.  Auf 
nochmalige Nachfrage hin, ob der Anwalt etwas unternommen habe, 

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habe die Beschwerdeführerin erklärt, der Anwalt habe geraten, etwas 
zu unternehmen, worauf ihr Schwager den Vorschlag gemacht habe, 
die Angelegenheit in der Presse zu veröffentlichen. Erst auf Vorhalt hin 
habe  die  Beschwerdeführerin  die  bei  der  kantonalen  Anhörung  ge-
machte Aussage bestätigt, dass Anzeige erstattet worden sei. Es sei 
jedoch  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  die  Beschwerdeführerin  dies 
erst auf mehrmaliges Nachfragen hin zu Protokoll gegeben habe. Des-
halb könnten ihre Vorbringen nicht geglaubt werden. Ausserdem habe 
der Beschwerdeführer bei der kantonalen Anhörung behauptet, im An-
schluss an den Entführungsversuch keine Anzeige erstattet zu haben. 
Ferner  habe  die  Beschwerdeführerin  bei  der  kantonalen  Anhörung 
ausgesagt, im Drohbrief, den sie am (...) im Haus vorgefunden habe, 
seien  die  Namen von N._______  und  der  Autodiebe  gestanden.  Im 
Widerspruch dazu habe die Beschwerdeführerin bei der ergänzenden 
Anhörung  durch  das  BFF  zu  Protokoll  gegeben,  aus  dem  Droh-
schreiben sei  nicht  ersichtlich  gewesen,  wer  das  Schreiben verfasst 
habe.

Überdies hätten sich die Beschwerdeführer in ihren Aussagen gegen-
seitig widersprochen. So habe die Beschwerdeführerin bei der kanto-
nalen Anhörung ausgesagt, sie sei im Hof ihres Hauses gewesen, als 
zwei blonde Frauen und ein Mann gekommen seien, welche versucht 
hätten, ihren Sohn mitzunehmen. Der Beschwerdeführer habe hinge-
gen bei der kantonalen Anhörung ausgesagt, es sei das Kindermäd-
chen gewesen, das auf den Sohn aufgepasst habe, als eine Frau den 
Sohn  habe  entführen  wollen.  Bei  der  BFF-Anhörung  habe  der  Be-
schwerdeführer jedoch von zwei Männern und einer blonden Frau ge-
sprochen, welche versucht hätten, den Sohn zu entführen. Zudem ha-
be er bei dieser Anhörung zu Protokoll gegeben, es seien seine Frau 
und das Kindermädchen zu Hause gewesen. Die Beschwerdeführerin 
habe hingegen bei  der  ergänzenden Anhörung durch das  BFF erst-
mals ein Kindermädchen erwähnt, welches sich um die Kinder geküm-
mert habe. Zudem habe sie angegeben, es sei vor allem eine blonde 
Frau, welche ihr in Erinnerung geblieben sei. Aufgrund dieser Aussa-
gen müsse davon ausgegangen werden,  dass die Beschwerdeführer 
ihre Aussagen anlässlich der Anhörungen fortlaufend angepasst hät-
ten.

Die eingereichten Beweismittel vermöchten zu keinem anderen Ergeb-
nis zu führen. Die Polizei- und Gerichtsakten sowie die Zeitungsartikel 
hätten den Autodiebstahl zum Inhalt. Die Gerichtsakten betreffend Ver-

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fahren von N._______ stünden in keinem direkten Zusammenhang mit 
dem Beschwerdeführer. Aufgrund dieser Beweismittel könne nicht auf 
eine Verfolgung der Beschwerdeführer  geschlossen werden. Aus der 
von der Beschwerdeführerin  eingereichten Anzeige,  datiert  vom (...), 
könnten  die  Beschwerdeführer  ebenfalls  nichts  zu  ihren  Gunsten 
ableiten. Die Anzeige liege nämlich nur in Form einer Kopie vor. Kopien 
seien  aufgrund  ihrer  leichten  Manipulierbarkeit  jedoch  nicht 
beweistauglich.  Die  Schreiben  der  Kirche  R._______  und  die 
Schreiben  der  U._______  müssten  als  Gefälligkeitsschreiben 
qualifiziert werden. Diese Schreiben seien erst kurz vor Ausreise des 
Beschwerdeführers  verfasst  worden  und  würden  die  Bitte  um 
Aufnahme  durch  die  Schweizer  Behörden  beinhalten.  Ebenfalls  als 
Gefälligkeitsschreiben  müsse  der  von  der  Beschwerdeführerin 
eingereichte  psychologische  Bericht  beurteilt  werden.  Der  Bericht, 
welcher kurz vor der Ausreise der Beschwerdeführerin verfasst worden 
sei,  beinhalte,  dass die Beschwerdeführerin  aufgrund der Verfolgung 
an  (Darlegung  der  Krankheit)  leide. Dieses  Schreiben  weise  jedoch 
nicht  die  inhaltlichen Kriterien  auf,  welche in  einem wissenschaftlich 
fundierten Bericht vorhanden sein müssten. Unter anderem fehlten An-
gaben zur Anamnese oder Dauer der Behandlung. Dafür würden An-
gaben zur angeblichen Verfolgungssituation gemacht, indem festgehal-
ten werde, dass es sich bei den Verfolgern um Drogenhändler handle 
und dass die Beschwerdeführerin nicht mehr in Bolivien leben könne, 
da ihr Leben in Gefahr sei.

3.2 Die  Beschwerdeführer  wenden  in  ihrer  Rechtsmitteleingabe  im 
Wesentlichen  ein,  bereits  die  eingereichten  Dokumente  würden  den 
von ihnen geschilderten Sachverhalt belegen und untermauern, dass 
sie in Bolivien verfolgt worden seien. Dass in ihrer Heimat die Polizei 
und andere Behörden von den Narcos infiltriert  seien,  sei  allgemein 
bekannt. Dass Anzeigeerstatter aus blosser Rache von Mafiaangehöri-
gen verfolgt werden könnten, sei nachvollziehbar. Entgegen der vorins-
tanzlichen Meinung habe die Strafanzeige wegen Drohungen vom (...) 
durchaus  genügende  Beweiskraft.  Beweiskraft  hätten  auch  die 
eingereichten  Fotos  vom  Diebstahl  mit  dem  hinterlegten  Drohbrief. 
Auch  das  Bundesamt  mache  nicht  geltend,  die  Beschwerdeführer 
hätten den Diebstahl inszeniert,  um sich dadurch für ein zukünftiges 
Asylverfahren eine bessere Ausgangsposition zu schaffen. 

Zu den Aussagen der Beschwerdeführerin könne generell gesagt wer-
den, dass diese der spanischen Sprache nur rudimentär mächtig und 

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es deshalb in den Aussagen zu Widersprüchen gekommen sei. Deren 
Muttersprache sei Quechua. Aus Angst und Scham habe sie sich an-
fänglich nicht getraut, bei ihren Befragungen darauf hinzuweisen. An-
lässlich  der  ergänzenden Anhörung habe sie dann darauf  hingewie-
sen, dass sie nicht alles so gut verstanden habe. Niemand habe sich 
aber die Mühe genommen, diesbezügliche Abklärungen zu treffen.

Generell sei nicht nachzuvollziehen, weshalb es ein Zeichen für man-
gelnde Glaubhaftigkeit sein soll, wenn sich die Aussagen von Betroffe-
nen nicht in allen Punkten decken würden. Vielmehr sei es ein Glaub-
haftigkeitsmerkmal, wenn sich - so beispielsweise im Strafverfahren - 
unterschiedliche Aussagen einer Person einerseits und solche von ver-
schiedenen  Personen  andererseits  nicht  vollumfänglich  decken  wür-
den. Allfälligen Ungenauigkeiten könnten daher nicht zu ihren Lasten 
ausgelegt werden. Die von der Vorinstanz angeführten Widersprüche 
würden sich überdies als nicht relevant erweisen.

3.3 Bezüglich  der  angeführten  Verständigungsprobleme  der  Be-
schwerdeführerin  kann  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  gestützt 
auf  die Akten und nach genauer Durchsicht  der in Frage stehenden 
Anhörungsprotokolle  der  auf  Beschwerdeebene  vertretenen  Auffas-
sung, wonach es bei der Beschwerdeführerin wegen ihrer rudimentä-
ren spanischen Sprachkenntnisse zu Ungenauigkeiten in den protokol-
lierten Angaben gekommen sei, nicht anschliessen. Auch wenn ange-
sichts der auf Beschwerdeebene eingereichten Beweismittel nicht aus-
geschlossen  werden  kann,  dass  die  Beschwerdeführerin  im  Spani-
schen grammatikalische Probleme besitzen und Mühe beim Textver-
ständnis bekunden dürfte, so lassen jedenfalls die Befragungsprotokol-
le nicht den Schluss zu, der Beschwerdeführerin sei es nicht möglich 
gewesen, sich in freier Erzählform und auf vertiefte Nachfragen wie-
derholt anschaulich zu ihren Asylgründen zu äussern. Die Beschwer-
deführerin konnte während der Befragungen nach freiem Bericht auf 
die vielen Detailfragen offensichtlich problemlos, und ohne den inhaltli-
chen Faden zu verlieren, antworten. Jedenfalls lassen sich im Proto-
koll  der  kantonalen Anhörung keine Hinweise dafür  finden,  dass die 
Beschwerdeführerin  bei  dieser  Befragung  Verständigungsprobleme 
gehabt hätte. Ferner wurde die Beschwerdeführerin sowohl zu Beginn 
als auch am Schluss der kantonalen Anhörung gefragt, ob sie den Dol-
metscher (in Spanisch) verstehe respektive verstanden habe, was sie 
jeweils bejahte. Sie bestätigte zudem, den Dolmetscher in  der Emp-
fangsstelle verstanden zu haben (vgl. A21/25, S. 3 und 21). Anlässlich 

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der ergänzenden Anhörung durch dass BFF gab die Beschwerdefüh-
rerin bei der Frage, ob sie die Dolmetscherin verstanden habe, zwar 
an, es habe Probleme gegeben. Entgegen der Behauptung in der Be-
schwerdeschrift wurde jedoch nachgefragt, was dies bedeute. Auf die-
se Nachfrage hin gab die Beschwerdeführerin zu Protokoll,  sie habe 
selbst nachgefragt, wenn sie die Dolmetscherin nicht verstanden habe 
(vgl. A25/11, S. 9). Zudem bestätigte die Beschwerdeführerin den In-
halt sämtlicher Protokolle unterschriftlich und muss sich deshalb deren 
Inhalt  entgegenhalten  lassen.  Sowohl  die  kantonale  Anhörung  als 
auch die ergänzende Anhörung des BFF wurden vom jeweils  anwe-
senden Vertreter der Hilfswerke nicht beanstandet. Bei dieser Sachla-
ge kann deshalb nicht davon ausgegangen werden, dass die von der 
Vorinstanz  zutreffend festgehaltenen  Widersprüche in  den Aussagen 
der  Beschwerdeführerin  auf  Verständigungsprobleme zurückzuführen 
sind. Der mit Eingabe vom 5. Dezember 2003 gestellte Antrag auf eine 
Analyse der Spanischkenntnisse der  Beschwerdeführerin  ist  deshalb 
abzuweisen.

Weiter ist hinsichtlich der angeführten Bedrohungslage der Beschwer-
deführer vorweg Folgendes festzuhalten: In den Urteilen gleichen Da-
tums des Bundesverwaltungsgerichts den Bruder und die Schwägerin 
der  Beschwerdeführer  betreffend  (vgl.  S._______;  beide  N_______) 
wurde  festgehalten,  dass  die  von  diesen  angeführten  Asylgründe 
sowie  die  in  diesem  Zusammenhang  zur  Stützung  derselben 
eingereichten Beweismittel den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die 
Glaubhaftigkeit nicht zu genügen vermögen. Ferner vermöge auch bei 
Wahrunterstellung die von den Beschwerdeführern geltend gemachte 
Bedrohungslage keine Asylrelevanz zu begründen.

Da  die  Beschwerdeführer  ihre  Asylgründe  im  Wesentlichen  auf  den 
gleichen Sachverhalt abstützen, wie im oben erwähnten Verfahren des 
Bruders respektive der Schwägerin (Diebstahl des Autos des Bruders, 
der  zur  Anzeige  gebracht  worden  sei  und  in  der  Folge  zu  diversen 
Verfolgungshandlungen  der  Drogenschmuggler  geführt  habe,  welche 
wiederum beanzeigt worden seien), sind demnach die Glaubhaftigkeit 
ihrer Aussagen zu bezweifeln und die Asylrelevanz der Vorbringen zu 
verneinen.

In  den  eingereichten  Strafverfahrensakten  werden  zwar  der  Bruder 
des  Beschwerdeführers  (als  Anzeigeerstatter  oder  Belastungszeuge) 
sowie  der  Beschwerdeführer  selber  wiederholt  namentlich  genannt. 

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Dieser Umstand allein und die übrigen in diesem Zusammenhang als 
Beweismittel  eingereichten Dokumente  vermögen aber  nicht  die  be-
hauptete Bedrohung durch Angehörige der bolivianischen Drogenma-
fia glaubhaft  zu machen, zumal die von der Vorinstanz festgestellten 
Widersprüche und Ungereimtheiten  in  den Aussagen der  Beschwer-
deführer gegen eine Verfolgung durch Dritte im Zeitpunkt der Ausreise 
sprechen.

Soweit  die  Beschwerdeführer  geltend  machen,  dass  es  aufgrund 
sprachlicher  Schwierigkeiten  sowie  aus  Angst  und  Verunsicherung 
nachvollziehbar sei, dass die Beschwerdeführerin erst auf Vorhalt die 
beim Kanton gemachte Aussage, es sei nach dem Entführungsversuch 
Anzeige erstattet worden, bestätigt habe, ist - soweit  nicht auf obige 
Ausführungen zu den angeblichen Sprachschwierigkeiten hinzuweisen 
ist - entgegenzuhalten, dass aus den jeweiligen Protokollinhalten res-
pektive den Antworten der Beschwerdeführerin erkennbar wird,  dass 
sie sehr wohl verstand, was man sie im fraglichen Kontext genau frag-
te. Die Beschwerdeführerin führte denn auch im Rahmen der kantona-
len Anhörung ausdrücklich an, sie und ihr Mann hätten Anzeige erstat-
tet (vgl. A21/25, S. 16 unten), um bei der ergänzenden Anhörung - und 
dies auch erst auf Vorhalt - anzugeben, der Anwalt habe sich „darum“ 
beziehungsweise um die Einreichung einer Anzeige gekümmert  (vgl. 
A25/11, S. 5).

Weiter bringen die Beschwerdeführer vor, hinsichtlich des Vorhalts wi-
dersprüchlicher  Aussagen der  Beschwerdeführerin  zum Urheber  des 
Drohbriefes vom (...) sei anzuführen, dass kein Widerspruch vorliege, 
da  die  jeweils  gegebenen  Aussagen  auf  andere  Fragen  abzielen 
würden  und  nicht  miteinander  verglichen  werden  könnten.  Bei  der 
einen  Frage  sei  die  Urheberschaft  des  Schreibens  und  bei  der 
anderen der Inhalt desselben zur Diskussion gestanden. Das Schrei-
ben sei anonym gewesen, worin aber auf N._______ und Konsorten 
Bezug  genommen  worden  sei.  Den  Beschwerdeführern  ist  insofern 
zuzustimmen,  dass  aufgrund  der  beim  Kanton  protokollierten  Aus-
sagen der Beschwerdeführerin nicht schlüssig ermittelt werden kann, 
ob und falls ja, von wem der Drohbrief allenfalls unterzeichnet worden 
sein  könnte.  In  diesem  Zusammenhang  treten  jedoch  andere  Un-
gereimtheiten zutage: So brachte die Beschwerdeführerin beim Kanton 
vor, die Polizei habe das Schriftstück vorgefunden (vgl. A21/25, S. 13), 
um beim BFF auszusagen, sie persönlich habe den Zettel der Polizei 
gezeigt (vgl. A25/11, S. 8 oben). Zum Beleg dieses Vorfalls reichten die 

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Beschwerdeführer im Übrigen diverse Fotos zu den Akten, wobei auf 
einem  dieser  Fotos  gemäss  den  Ausführungen  auf  Seite  4  der 
Rechtsmitteleingabe  dieser  Drohbrief  respektive  Zettel  auch  zu 
erkennen  sei.  Diesbezüglich  ist  festzustellen,  dass  auf  drei  der  fünf 
eingereichten Fotos diverse Schriftstücke und Blätter ersichtlich sind, 
wobei  jedoch  nicht  erkennbar  ist,  ob  sich  der  angeführte  Drohbrief 
unter  diesen  befindet.  Auf  den  zwei  übrigen  Fotos  ist  der  offene 
Eingang der Wohnung abgebildet,  wobei  auf  einem dieser Fotos ein 
kleiner  weisser Zettel  mit  grüner  Umrandung vor dem Eingang liegt, 
bei  welchem es sich um den angeführten Drohbrief handeln könnte. 
Aufgrund des Bildmaterials (grosse Distanz des Betrachters zum Text; 
schlechte  Papierqualität  des Zettels)  können jedoch keine konkreten 
Rückschlüsse auf den Inhalt und die Urheberschaft des erwähnten Do-
kumentes gezogen werden. Zudem ist nicht klar, ob der Drohbrief le-
diglich zum Zwecke der Fotografie vor dem Eingang platziert  wurde, 
oder ob dieser bereits von Anfang an dort lag. Im letzteren Fall wäre 
es dann logisch nicht nachvollziehbar, dass gemäss Angaben der Be-
schwerdeführerin beim Kanton erst die Polizei diesen Zettel gefunden 
habe, zumal die Beschwerdeführerin ja als Erste und somit noch vor 
der Polizei nach dem Diebstahl in ihre Wohnung gelangt sei und dabei 
den unübersehbar vor der Türe liegenden Zettel hätte bemerken müs-
sen. Den eingereichten Fotos  kann daher  aus  obigen Gründen  zum 
Beleg des angeblich vorgefundenen Schriftstückes, Drohungen seitens 
der Drogenhändler enthaltend, kein rechtserheblicher Beweiswert bei-
gemessen werden. Soweit die Beschwerdeführer bezüglich dieses Vor-
falls eine vom (...)  datierte Anzeige ins Recht  legten, vermag dieses 
Beweismittel  hinsichtlich  der  angeführten  Verfolgung  durch 
Drogenhändler ebenfalls keine Beweiskraft zu entfalten, zumal es le-
diglich in einer leicht zu manipulierenden Kopie sehr schlechter Quali-
tät vorliegt, eine Anzeige ohnehin nur auf den Aussagen der Anzeige-
steller beruht und somit keine amtlichen Feststellungen über die Wahr-
heit der vorgebrachten Drohungen enthält.

Weiter  vermögen  die  Entgegnungen  zu  den  Vorhalten  widersprüch-
licher Aussagen betreffend die versuchte Entführung des Sohnes nicht 
zu  überzeugen.  Auch  wenn  der  Beschwerdeführer  den  Vorfall  nicht 
selber erlebte und nur vom Hörensagen kennt,  so hätten angesichts 
der  Schwere  des  Vorfalls  zumindest  in  den  wesentlichen  Zügen 
wiederholt gleichbleibende Angaben erwartet werden dürfen, zumal es 
sich  -  entgegen der  in  der  Beschwerdeschrift  geäusserten Ansicht  - 
nicht um kleine Abweichungen in den Schilderungen respektive „nicht 

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ganz  identische“  Aussagen,  sondern  um erhebliche  Unterschiede  in 
den Angaben der Beschwerdeführer handelt. 

Dass  gemäss  Beschwerdeschrift  für  den  Beschwerdeführer  Jahres-
zahlen  nicht  ein  so  grosses  Gewicht  besitzen  würden  und  er  sich 
durchaus geirrt haben könnte, jedoch nicht das Jahr, sondern der Vor-
fall an sich massgeblich sei, mag durchaus zutreffen. Jedoch ist in die-
sem  Zusammenhang  festzustellen,  dass  sich  der  Beschwerdeführer 
bezüglich der angeführten Vorfälle nicht nur in den Jahreszahlen, son-
dern auch in anderen Punkten unterschiedlich äusserte. Der Einwand, 
wonach es unfair  sei,  dem Beschwerdeführer in diesem Zusammen-
hang solch unbedeutende Ungenauigkeiten vorzuwerfen, vermag des-
halb nicht zu überzeugen, weil diese Vorfälle gemäss eigenen Anga-
ben der  Beschwerdeführer  letztlich  ihre  Flucht  aus  dem Heimatland 
bewirkt haben sollen und somit eine grosse Bedeutung für sie persön-
lich gehabt haben müssen.

Auch  der  Hinweis  auf  eine  bei  der  Beschwerdeführerin  durch  eine 
Psychologin  diagnostizierte  (Art  des  Leidens)  vermag,  wie  sich  aus 
den  folgenden  Erwägungen  ergibt,  nicht  einen  Hinweis  auf  eine 
Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG zu liefern. Zur Beurteilung der 
Beweiskraft  sind weder die Herkunft  des Beweismittels  noch dessen 
Bezeichnung als Bericht oder Expertise massgeblich; die Beweiskraft 
eines  solchen  Berichts  kann  daher  nur  verneint  werden,  wenn  der 
Richter  über  konkrete  Indizien  verfügt,  welche  geeignet  sind,  die 
Zuverlässigkeit  dieses  Berichts  in  Zweifel  zu  ziehen  (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2002  Nr.  18  E.  4a.aa  S.  145  f.). 
Ärztliche  Berichte,  die  von  Asylsuchenden  eingereicht  werden, 
unterliegen  der  freien  richterlichen  Beweiswürdigung  (vgl.  EMARK 
2002 Nr. 13 E. 6c S. 115;  CLAUDIA COTTING-SCHALCH,  La pratique de la 
Commission  suisse  de  recours  en  matière  d'asile  relative  à 
l'appréciation de documents médicaux, in: Asyl  3/02,  S. 16). In casu 
wird  im  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereichten 
psychologischen Bericht  und der  auf  Beschwerdeebene  mit  Eingabe 
vom  29.  September  2003  eingereichten  Erklärung  der  Psychologin 
festgehalten,  dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  (Diagnose  und 
Therapie). Sie habe sich wegen der Verfolgung ihres Ehemannes einer 
extremen Angstsituation ausgesetzt gesehen. Im ersten Bericht habe 
sie  (die  Psychologin)  die  eigentliche  Ursache  der  (Krankheit  der 
Beschwerdeführerin) der Beschwerdeführerin, die Verfolgung des Ehe-

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mannes, geschildert. Die gestellte Diagnose betreffend die Beschwer-
deführerin  wird  seitens  des  Bundesverwaltungsgerichts  nicht  be-
zweifelt, zumal sich gemäss dem auf Beschwerdeebene eingereichten 
ärztlichen Zeugnis  vom 22. September 2003 die  Beschwerdeführerin 
auch nach ihrer  Einreise in die Schweiz wegen (Darlegung ärztliche 
Behandlung der  Beschwerdeführerin  in der  Schweiz).  Was indes die 
Feststellbarkeit der Ursachen einer Traumatisierung betrifft,  so führte 
die ehemalige ARK bereits 1994 in einem unveröffentlichten Urteil vom 
25.  Mai  1994  (auszugsweise  publiziert  in  Asyl  1994/4,  S. 92)  aus: 
„Glaubhaft gemacht ist aufgrund der gutachterlichen Feststellung einer 
posttraumatischen  Belastungsstörung  einzig,  dass  die  Be-
schwerdeführerin  ein  traumatisierendes  Ereignis  erlebt  haben  muss. 
Die  genauen Umstände  dieses  Erlebnisses  -  was für  die  Frage der 
Asylrelevanz von entscheidender Bedeutung wäre - bleiben indessen 
unklar. Da  im  Asylverfahren  für  den  Nachweis  der  Flüchtlingseigen-
schaft - trotz des herabgesetzten Beweismassstabs und des dabei gel-
tenden  Untersuchungsgrundsatzes  -  der/die  Asylgesuchsteller/in  die 
Beweislast (d.h. die Folgen des misslungenen Nachweises) trägt, kann 
aus diesem Grund der Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft 
nicht  zuerkannt  werden“.  Dieser  Beurteilung  der  Beweiskraft  einer 
psychiatrischen  Diagnose  ist  auch  im  vorliegenden  Verfahren  zuzu-
stimmen, zumal auch nicht jedes festgestellte Erscheinungsbild einer 
seelischen Traumatisierung oder  jedes Krankheitsbild  einer  posttrau-
matischen Belastungsstörung auf Folter und menschenrechtswidriger 
Behandlung  in  einem  Verfolgungskontext  beruhen  muss.  Für  das 
Vorliegen entsprechender Symptome kann es auch andere Ursachen, 
wie Unfälle, Naturkatastrophen, Entwurzelungsprozesse, interfamiliäre 
Spannungen (Fehlgeburten, schwere Erkrankungen oder Tod von Fa-
milienmitgliedern usw.), geben. Somit bildet die bei der Beschwerde-
führerin  diagnostizierte  (Darlegung  Diagnose)  kein  Hinweis  für 
asylrechtlich  relevante  Ereignisse.  Wie  oben  bereits  ausführlich 
dargelegt  wurde,  sind  die  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführer  zu 
Recht als unglaubhaft erachtet worden. Zudem ist diesbezüglich noch 
zu  berücksichtigen,  dass  der  eingereichte  Bericht  der  Psychologin 
lediglich auf den Angaben der Beschwerdeführerin beruht. Bei dieser 
Sachlage  sind  den  eingereichten  medizinischen  Unterlagen  keine 
stichhaltigen  Hinweise  auf  eine  asylrelevante  Verfolgung  zu 
entnehmen.

3.4 Die Beschwerdeführer reichten zum Beleg ihrer Vorbringen diver-
se Beweismittel ein, welche - soweit sie nicht bereits geprüft und ge-

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würdigt wurden - jedoch an obiger Einschätzung nichts zu ändern ver-
mögen. So betreffen sowohl die eingereichten Gerichtsdokumente als 
auch die Zeitungsartikel den von den Beschwerdeführern angeführten 
Autodiebstahl  und Aktionen der Sicherheitskräfte  im Zusammenhang 
mit  den  entsprechenden  Ermittlungshandlungen  sowie  der  Bekämp-
fung des Drogenhandels. Aus diesen Beweismitteln lässt sich jedoch 
keine Verfolgung, wie dies die Beschwerdeführer anführten, herleiten. 
Zu Recht qualifizierte im Übrigen die Vorinstanz die kurz vor der Aus-
reise  der  Beschwerdeführer  verfassten  Schreiben  der  Kirche 
R._______ sowie der U._______, welche im Wesentlichen die Bitte an 
die schweizerischen Behörden enthalten, die Beschwerdeführer in der 
Schweiz aufzunehmen, als blosse Gefälligkeitsschreiben.

In einigen Beweismitteln werden der Beschwerdeführer sowie dessen 
Bruder wiederholt genannt und dass wegen Autodiebstahls gegen di-
verse Personen ein Verfahren eingeleitet worden sei,  so auch in der 
auf  Beschwerdeebene  eingereichten  Erklärung  des  Anwalts  der  Be-
schwerdeführer. Als glaubhaft kann daher erachtet werden, dass das 
Auto  des  Beschwerdeführers  respektive  seines  Bruders  gestohlen 
wurde, der Beschwerdeführer dagegen gerichtliche Schritte einleitete 
und die Sicherheitskräfte deswegen Ermittlungshandlungen durchführ-
ten. Auch wenn die eingeleiteten Bemühungen den Angaben der Be-
schwerdeführer zufolge nicht oder nur bedingt von Erfolg gekrönt ge-
wesen sein sollen, stellen die von den Beschwerdeführern im Asylver-
fahren eingereichten Strafverfolgungsdokumente einen Beleg für  das 
Vorgehen  der  bolivianischen  Behörden  gegen  die  Drogenmafia  und 
das Vorhandensein eines adäquaten Schutzes durch den Heimatstaat 
dar. Daran vermag auch die Existenz einzelner korrumpierter  Perso-
nen innerhalb der Sicherheitskräfte und des Justizapparates - und da-
mit verbundener Schwierigkeiten für den Beschwerdeführer - nichts zu 
ändern, zumal auch gegen solche Staatsbeamte - wie aus den Akten 
denn  auch  unschwer  ersichtlich  wird  -  gerichtlich  vorgegangen  wird 
respektive vorgegangen wurde.

Daher vermag auch bei Wahrunterstellung die von den Beschwerde-
führern  geltend  gemachte  Bedrohungslage  und  in  Berücksichtigung 
der flüchtlingsrechtlichen Relevanz nichtstaatlicher Verfolgung (Wech-
sel  von  der  Zurechenbarkeits-  zur  Schutztheorie;  vgl.  EMARK 2006 
Nr. 18) keine Asylrelevanz zu begründen. So kann keine faktische Ga-
rantie  für  langfristigen  individuellen  Schutz  der  von  nichtstaatlicher 
Verfolgung bedrohten Person verlangt  werden,  weil  es keinem Staat 

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gelingen kann, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger und Bürger-
innen jederzeit und überall zu garantieren. Vorliegend ist, wie oben be-
reits erwähnt, von einer grundsätzlich funktionierenden und effizienten 
Schutzinfrastruktur  auszugehen,  welche  den  Beschwerdeführern  zur 
Verfügung steht und welche sie auch bereits wiederholt  in Anspruch 
nahmen.

3.5 Bei dieser Sachlage erübrigen sich weitere Ausführungen zu den 
Beschwerdevorbringen im Asylpunkt, da sie nicht zu einer anderen Be-
urteilung zu führen vermögen. Somit hat die Vorinstanz die Asylgesu-
che der Beschwerdeführer im Ergebnis zu Recht abgewiesen.

4.  

4.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

4.2 Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

5.

5.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht möglich, nicht zulässig oder 
nicht zumutbar, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis 
nach den gesetzlichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme 
von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG, Art. 83 Abs. 1 des Bundesge-
setzes vom 16. Dezember 2006 über die Ausländerinnen und Auslän-
der [AuG, SR 142.20]).

5.2 Der Vollzug ist  nicht  möglich,  wenn der  Ausländer  weder in  den 
Herkunfts- oder in den Heimatstaat noch in einen Drittstaat verbracht 
werden kann. Er ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in seinen Heimat-, 
Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen. Der Vollzug kann ins-
besondere nicht zumutbar sein, wenn er für den Ausländer eine kon-
krete Gefährdung darstellt (Art. 83 Abs. 2 - 4 AuG).

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5.3 Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Voll-
zug der Wegweisung (Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit, Unmöglichkeit) 
sind alternativer Natur: Sobald eine von ihnen erfüllt ist, ist der Vollzug 
der Wegweisung als undurchführbar zu betrachten und die weitere An-
wesenheit in der Schweiz gemäss den Bestimmungen über die vorläu-
fige Aufnahme zu regeln (vgl. EMARK 2001 Nr. 1 E. 6a S. 2). Gegen 
eine allfällige Aufhebung der vorläufigen Aufnahme steht der (ab- und 
weggewiesenen)  Asyl  suchenden  Person  wiederum die  Beschwerde 
an  das  Bundesverwaltungsgericht  offen  (vgl.  Art.  105  AsylG  i.V.m. 
Art. 44 Abs. 2 AsylG), wobei in jenem Verfahren sämtliche Vollzugshin-
dernisse von Amtes wegen und nach Massgabe der dannzumal herr-
schenden Verhältnisse von Neuem zu prüfen sind (vgl. EMARK 2006 
Nr. 6 E. 4.2. S. 54 f., EMARK 1997 Nr. 27 S. 205 ff.).

6.

6.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG ist der Vollzug der Wegweisung nicht 
zumutbar, wenn die beschwerdeführende Person bei einer Rückkehr in 
ihren Heimatstaat einer konkreten Gefährdung ausgesetzt wäre. Diese 
Bestimmung  wird  vor  allem  bei  Gewaltflüchtlingen  angewendet,  das 
heisst bei Ausländerinnen und Ausländern, die mangels persönlicher 
Verfolgung  weder  die  Voraussetzungen  der  Flüchtlingseigenschaft 
noch jene des völkerrechtlichen Non-Refoulement-Prinzips erfüllen, je-
doch wegen der Folgen von Krieg, Bürgerkrieg oder einer Situation all-
gemeiner Gewalt nicht in ihren Heimatstaat zurückkehren können. Im 
Weiteren findet sie Anwendung auf andere Personen,  die nach ihrer 
Rückkehr ebenfalls einer konkreten Gefahr ausgesetzt wären, weil sie 
die absolut notwendige medizinische Versorgung nicht erhalten könn-
ten oder - aus objektiver Sicht - wegen der vorherrschenden Verhält-
nisse mit grosser Wahrscheinlichkeit unwiederbringlich in völlige Armut 
gestossen  würden,  dem  Hunger  und  somit  einer  ernsthaften  Ver-
schlechterung  ihres  Gesundheitszustands,  der  Invalidität  oder  sogar 
dem Tod ausgeliefert wären (EMARK 1995 Nr. 5 E. 6e S. 47, EMARK 
1994 Nr. 20 S. 155 ff.,  EMARK 1994 Nr. 19 S. 145 ff.,  EMARK 1994 
Nr. 18 S. 139 ff.).

6.2 Sind von einem allfälligen Wegweisungsvollzug Kinder  betroffen, 
so bildet im Rahmen der Zumutbarkeitsprüfung das Kindeswohl einen 
Gesichtspunkt  von gewichtiger  Bedeutung. Dies ergibt  sich nicht  zu-
letzt  aus  einer  völkerrechtskonformen  Auslegung  des  Art. 83  Abs. 4 
AuG im Licht von Art. 3 Abs. 1 der Konvention vom 20. November 1989 

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über die Rechte des Kindes (KRK, SR 0.107). Unter dem Aspekt des 
Kindeswohls sind demnach sämtliche Umstände einzubeziehen und zu 
würdigen, die im Hinblick auf eine Wegweisung wesentlich erscheinen. 
In Bezug auf das Kindeswohl können namentlich folgende Kriterien im 
Rahmen einer gesamtheitlichen Beurteilung von Bedeutung sein: Alter, 
Reife, Abhängigkeiten, Art (Nähe, Intensität, Tragfähigkeit) seiner Be-
ziehungen, Eigenschaften seiner Bezugspersonen (insbesondere Un-
terstützungsbereitschaft  und -fähigkeit),  Stand und Prognose bezüg-
lich Entwicklung/Ausbildung, Grad der erfolgten Integration bei einem 
längeren Aufenthalt in der Schweiz. Gerade letzterer Aspekt, die Dauer 
des Aufenthaltes in der  Schweiz,  ist  im Hinblick auf  die Prüfung der 
Chancen und Hindernisse einer  Reintegration  im Heimatland bei  ei-
nem Kind als gewichtiger Faktor zu werten, da Kinder nicht ohne guten 
Grund  aus  einem  einmal  vertrauten  Umfeld  herausgerissen  werden 
sollten. Dabei ist aus entwicklungspsychologischer Sicht nicht nur das 
unmittelbare persönliche Umfeld des Kindes (d.h. dessen Kernfamilie) 
zu berücksichtigen,  sondern  auch dessen übrige soziale Einbettung. 
Die Verwurzelung in der Schweiz kann eine reziproke Wirkung auf die 
Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs haben, indem eine 
starke Assimilierung in der Schweiz mithin eine Entwurzelung im Hei-
matstaat  zur Folge haben kann,  welche unter  Umständen die Rück-
kehr  dorthin  als  unzumutbar  erscheinen  lässt  (vgl.  zur  Publikation 
vorgesehenes Urteil BVGE D-3357/2006 vom 9. Juli 2009 E. 9.3.2, mit 
weiteren Hinweisen).

7.

7.1 Zunächst ist festzustellen, dass sich aus der allgemeinen Lage in 
Bolivien - auch in Berücksichtigung der derzeit herrschenden innenpo-
litischen Spannungen - kein Wegweisungshindernis ableiten lässt, da 
heute nicht von einer dort herrschenden Situation allgemeiner Gewalt 
oder Bürgerkrieg gesprochen werden kann.

7.2 Bezüglich des vorliegend zu berücksichtigenden Aspekts des Kin-
deswohls ergibt sich aus den Akten, dass das jüngste, am Z._______ 
geborene Kind, E._______, zusammen mit seiner Mutter am 22. Feb-
ruar  2001  in  die  Schweiz  einreiste  und  seine  gesamte  bisherige 
Schulzeit  hier  verbrachte.  Bereits  der  eingereichte  Schulbericht  aus 
dem Jahre 2005 attestiert  ihm sowohl  eine sehr gute schulische als 
auch soziale Integration. Nicht zuletzt aufgrund dieser Referenz kann 
berechtigterweise davon ausgegangen werden, dass eine weitgehen-

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de Assimilierung an die schweizerische Kultur und Lebensweise erfolgt 
ist, zumal im erwähnten Bericht darauf hingewiesen wird, E._______ 
habe keine Mühe, sich im Dialekt auszudrücken. Demgegenüber wird 
er kaum über jene - namentlich schriftlichen - Kenntnisse seiner Mut-
tersprache  verfügen,  welche  für  eine  erfolgreiche  Eingliederung  ins 
Schulsystem respektive in das Berufsleben in der Heimat vorauszuset-
zen wären. Auch angesichts der kulturellen Differenzen zwischen der 
Schweiz und seinem Herkunftsland wäre seine Integration in der Hei-
mat in erhöhtem Mass in Frage gestellt, zumal er seit seinem sechsten 
Lebensjahr in der Schweiz weilt. Es besteht  bei  dieser Sachlage für 
E._______ somit die konkrete Gefahr, dass die mit einem Vollzug der 
Wegweisung verbundene Entwurzelung aus dem gewachsenen sozia-
len Umfeld in der Schweiz einerseits und die sich gleichzeitig abzeich-
nende Problematik einer Integration in die ihm weitgehend fremde Kul-
tur und Umgebung im Heimatland anderseits zu starken Belastungen 
in seiner kindlichen Entwicklung führen würden, die mit dem Schutzan-
liegen des Kindeswohls nicht zu vereinbaren wären.

Auf  die  heute  volljährigen  Kinder  der  Beschwerdeführer,  C._______ 
und  D._______,  ist  die  KRK  nicht  anwendbar.  Indessen  ist  zu  be-
rücksichtigen, dass sie einen wesentlichen Teil  ihrer  Schulzeit  in der 
Schweiz verbrachten. Aus den Schulberichten aus dem Jahre 2005 er-
gibt sich,  dass sie sich bereits zum damaligen Zeitpunkt  sehr gut in 
das  schulische und soziale  Leben integrierten. Sie  haben hier  nicht 
nur einen Teil ihrer Kindheit, sondern die gesamten Jahre der Adoles-
zenz verbracht. Aufgrund des Fehlens anderweitiger Hinweise ist da-
von  auszugehen,  dass  sie  hier  vollumfänglich  integriert  sind.  Es  ist 
demnach darauf zu schliessen, dass sie - ebenso wie ihr jüngerer Bru-
der - an die schweizerische Lebensweise stark assimiliert und dadurch 
in erheblichem Mass durch das hiesige kulturelle und soziale Umfeld 
geprägt worden sind. Zufolge ihrer über achtjährigen Landesabwesen-
heit  müssten sie  im Falle  einer  erzwungenen Rückkehr  in  ein  ihnen 
weitgehend fremd gewordenes Land mit beträchtlichen Reintegrations-
schwierigkeiten rechnen.

7.3 Im Rahmen einer Gesamtwürdigung der genannten Aspekte sowie 
unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Einheit der Familie (vgl. 
Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 1996 Nr. 18 E. 14e S. 189 f., EMARK 
1995 Nr. 24  E. 11 S. 230 ff.)  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss, dass der Vollzug der Wegweisung gegenüber den Be-

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schwerdeführern und ihren Kindern zum heutigen Zeitpunkt als nicht 
(mehr) zumutbar zu erachten ist.

7.4 Im Übrigen liegen gemäss Aktenlage keine Gründe für den Aus-
schluss von der vorläufigen Aufnahme gemäss Art. 83 Abs. 7 AuG vor. 

7.5 Aufgrund vorstehender Ausführungen kann auf die Prüfung weite-
rer Wegweisungsvollzugshindernisse verzichtet werden.

8.
Zusammenfassend ist daher die Beschwerde gutzuheissen, soweit sie 
die  Frage  des  Wegweisungsvollzugs  betrifft.  Im  Übrigen  ist  die  Be-
schwerde abzuweisen. Die Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der vorins-
tanzlich Verfügung vom 13. Juni 2003 sind aufzuheben und die Vorins-
tanz  ist  anzuweisen,  die  Beschwerdeführer  und  ihre  Kinder  in  der 
Schweiz  wegen  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  vorläufig 
aufzunehmen. 

9.  

9.1 Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  -  zufolge  Unterliegens  im 
Asyl- und Wegweisungspunkt - sind den Beschwerdeführern die hälfti-
gen Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 300.-- aufzuerlegen (Art. 63 
Abs. 1 VwVG; Art. 2 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über 
die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE, SR 173.320.2]).

9.2 Nachdem die  vertretenen  Beschwerdeführer  teilweise  -  hinsicht-
lich  der  Frage  des  Wegweisungsvollzuges  -  mit  ihrer  Beschwerde 
durchgedrungen sind, ist ihnen für die ihnen erwachsenen notwendi-
gen und verhältnismässig hohen Kosten eine um die Hälfte reduzierte 
Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 
ff. VGKE).

Von der Rechtsvertretung wurde keine Kostennote eingereicht. Auf das 
Nachfordern einer solchen kann indes verzichtet werden, da sich der 
notwendige  Vertretungsaufwand  aufgrund  der  Akten  hinreichend  zu-
verlässig abschätzen lässt (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE). Gestützt auf die 
in  Betracht  zu ziehenden Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 9-13 VGKE) 
ist die um die Hälfte gekürzte Parteienschädigung - welche vom BFM 
zu entrichten ist - auf Fr. 1'800.-- festzusetzen.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die  Beschwerde  wird  hinsichtlich  des  Wegweisungsvollzugs  gutge-
heissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2.
Ziffern 4 und 5 des Dispositivs der Verfügung des Bundesamtes vom 
13. Juni 2003 werden aufgehoben. Das BFM wird angewiesen, die Be-
schwerdeführer vorläufig aufzunehmen.

3.
Die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 300.--  werden  den  Be-
schwerdeführern auferlegt. Dieser Betrag ist  innert  30 Tagen ab Ver-
sand des Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Das  BFM wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführern  eine  Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 1'800.-- auszurichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: 
Einzahlungsschein; über die Herausgabe der bei der Vorinstanz ein-
gereichten Beweismittel befindet das BFM auf Anfrage)

- das  BFM,  Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N_______ 
(per Kurier; in Kopie)

- T._______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Thomas Wespi Stefan Weber

Versand:

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