# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bd5346aa-55c4-5681-8e87-b4e1eded0b00
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.09.2011 E-4953/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4953-2011_2011-09-21.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung V
E­4953/2011

U r t e i l   v om   2 1 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Gabriela Freihofer,
mit Zustimmung von Richter Markus König;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

Parteien A._______, geboren am (…),
Armenien, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 31. August 2011 / N (…).

E­4953/2011

Seite 2

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  der  Beschwerdeführer,  ein  armenischer  Staatsangehöriger  aus 
B._______,  eigenen  Angaben  zufolge  seinen  Heimatstaat  am  1. 
Dezember  2009  auf  dem  Landweg  verliess  und  nach  einem  Aufenthalt 
von  ungefähr  einem  Monat  in  der  (…)  am  8.  Januar  2010  unter 
Umgehung  der  Grenzkontrollen  und  mit  gefälschten  Papieren  in  die 
Schweiz gelangte, wo er am 11. Januar 2010 um Asyl nachsuchte,

dass  er  gleichentags  im Flughafen C._______  von  der  Flughafenpolizei 
angehalten  wurde,  als  er  versuchte,  mit  einem  gefälschten  (…) 
Reisepass nach D._______ zu fliegen,

dass er am 20. Januar 2010 im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) 
E._______  summarisch  befragt  und  am  1.  Februar  2010  gleichenorts 
gemäss Art. 29 Abs. 1 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 
142.31) zu seinen Asylgründen angehört wurde,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im 
Wesentlichen  geltend  machte,  seine  Eltern  seien  geschieden  und  er 
wisse nicht, wo sich sein Vater aufhalte,

dass er und  (…)  im Jahr  (…) oder  (…) wegen der  fälligen Rückzahlung 
der  Spielschulden  seines  Vaters  von  dessen  Gläubigern  bedrängt  und 
behelligt worden seien,

dass  der  Beschwerdeführer  von  diesen  auch  geschlagen  worden  sei, 
weshalb  er  bei  der  Polizei  Anzeige  erstattet  habe,  diese  jedoch  nichts 
unternommen habe, 

dass  (…),  welcher  infolge  Glückspielschulden  ebenfalls  verschuldet 
gewesen sei, am 22. Juni 2009 (…) getötet habe,

dass er vermute, (...) sei von denselben Leute, welche auch ihn und (...) 
bedroht hätten, zu dieser Tat gedrängt worden,

dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  des  Todes  (...)  auf  einem 
Polizeiposten  verhört  und  wegen  seiner  Weigerung,  das 
Einvernahmeprotokoll  zu unterschreiben,  von den Polizisten geschlagen 
worden sei,

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dass er nach der Festnahme (...) seitens der Polizei und dessen Familie 
genötigt worden sei auszusagen,  (...) sei geisteskrank, was  jedoch nicht 
der Wahrheit entspreche, zumal dieser (…) gewesen sei,

dass dieser schliesslich als unzurechnungsfähig und damit schuldunfähig 
qualifiziert worden sei, weshalb sie ihn in ein Spital interniert und folglich 
nicht verurteilt hätten,

dass  er  nicht  in  sein  Heimatland  zurückkehren  könne,  da  er  dort  in 
Lebengefahr sei,

dass  der  Beschwerdeführer  zur  Stützung  seiner  Vorbringen  im  vor­
instanzlichen  Verfahren  eine  fremdsprachige  Kopie  der  Todesurkunde 
(...) vom 22. Juni 2009, drei  in Französisch übersetzte Zeitungsartikel  in 
Kopie, wonach (...) des Beschwerdeführers aus Rache für den Tod seiner 
kleinen Schwester von (…) umgebracht worden sei, eine  in Französisch 
übersetzte Kopie des polizeilichen Verhandlungsprotokolls vom 17. März 
2009 sowie fremdsprachige Kopien der Strafakten des Mordes an (...) ins 
Recht legte, 

dass  bezüglich  der  weiteren  Vorbringen  im  Einzelnen  auf  die  Akten  zu 
verweisen ist,

dass das BFM mit Schreiben vom 15. April 2010 und vom 23. März 2011 
die Schweizerische Vertretung  in B._______ um eine Stellungnahme zu 
dem vom Beschwerdeführer geschilderten Sachverhalt ersuchte, welche 
am 10. Juni 2011 beim BFM einging,

dass dem Beschwerdeführer am 7. Juli 2011 das rechtliche Gehör zu den 
Ergebnissen  der  Botschaftsabklärungen  gewährt  wurde,  wozu  er  nach 
gewährter  Fristverlängerung  mit  Schreiben  vom  14.  Juli  2011  Stellung 
nahm,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Strafbefehl  des  (…)  vom  (…)  der 
Hehlerei,  des  Diebstahls  sowie  der  Widerhandlung  gegen  das 
Betäubungsmittelgesetz  für  schuldig  befunden  und  mit  einer  bedingten 
Geldstrafe sowie einer Busse bestraft wurde, 

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  31.  August  2011  –  eröffnet  am  2. 
September 2011 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das 
Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung 
aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

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dass  das  Bundesamt  zur  Begründung  anführte,  der  Beschwerdeführer 
habe innerhalb der eingeräumten Frist von 48 Stunden keine Reise­ oder 
Identitätspapiere  abgegeben  und  dafür  keine  entschuldbaren  Gründe 
angegeben,

dass  der  Beschwerdeführer  die  Flüchtlingseigenschaft  nach  Art.  3  und 
Art. 7 AsylG nicht erfülle,

dass  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigen­
schaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund  der  Ak­
tenlage nicht erforderlich seien,

dass daher auf das Asylgesuch nicht einzutreten sei,

dass  die  Wegweisung  die  Regelfolge  eines  Nichteintretensentscheides 
darstelle  und  der  Wegweisungsvollzug  zulässig,  zumutbar  und  möglich 
sei,  da  weder  die  im  Heimatland  des  Beschwerdeführers  herrschende 
politische Situation noch andere Gründe dagegen sprechen würden,

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. September 2011 (Datum 
Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde erhob und dabei sinngemäss beantragte, die angefochtene 
Verfügung  des  BFM  sei  aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur materiellen 
Beurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  andernfalls  sei 
festzustellen,  dass  die  Wegweisung  unzumutbar  sei  und  er  sei  in  der 
Folge vorläufig aufzunehmen,

dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) ersuchte, 

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  12.  September  2011  beim 
Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  Bundesverwaltungsgericht  den  Eingang  der  Beschwerde  mit 
Verfügung vom 13. September 2011 bestätigte,

dass  er  mit  Eingabe  vom  19.  September  2011  –  Eingang 
Bundesverwaltungsgericht: 20. September – seinen Führerschein, den er 
von (…) aus D._______ erhalten habe, ins Recht legte,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig 
über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM 
entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ­ 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 
17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass eine solche Ausnahme  im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG  im 
vorliegenden  Fall  nicht  gegeben  ist,  weshalb  das 
Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung 
besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde  legitimiert  ist,  so  dass  auf  die  frist­  und  formgerecht 
eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 
105 AsylG  i.V.m.  Art.  37 VGG und Art.  48 Abs.  1 VwVG  sowie Art.  52 
VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art.  32  –  35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  ehemaligen 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [ARK;  EMARK]  2004  Nr.  34  E. 
2.1. S. 240 f.),

dass  indessen  im Falle  des Nichteintretens  auf  ein Asylgesuch gemäss 
Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  und  Abs.  3  AsylG  über  das  Nichtbestehen  der 

http://links.weblaw.ch/EMARK-2004/34
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Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit 
dies  im  Rahmen  einer  summarischen  Prüfung  möglich  ist  (vgl.  BVGE 
2007/8 insbes. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend  in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfahren, 
ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides,  auch  die  Flüchtlingseigenschaft 
Prozessgegenstand ist (BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
volle Kognition zukommt,

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise 
einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es 
sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt, 
weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende den 
Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs 
Reise­ oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG),

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn 
Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus 
entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), 
aufgrund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art.  3  und  7  AsylG  die 
Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG) oder 
sich  aufgrund  der  Anhörung  erweist,  dass  zusätzliche  Abklärungen  zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungsvollzugshindernisses  nötig  sind  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  c 
AsylG),

dass – wie das BFM zu Recht ausgeführt hat – ein Reisepapier im Sinne 
von Art.  32 Abs.  2 Bst.  a AsylG  zur Einreise  in  den Heimatstat  oder  in 
andere  Staaten  berechtigt,  während  unter  einem  Identitätspapier  ein 
Ausweis  zu  verstehen  ist,  der  hauptsächlich  zwecks  des 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2007/8
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Identitätsbeweises von den heimatlichen Behörden ausgestellt wird  (vgl. 
BVGE 2007/7 E. 6),

dass  der  Beschwerdeführer  unbestrittenermassen  kein  solches 
Identitätsdokument  innert der Frist von 48 Stunden nach Einreichen des 
Asylgesuchs vorweisen konnte,

dass er keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe eines solchen 
beweistauglichen  Identitätsdokuments  glaubhaft  zu  machen  vermochte 
(Art.  32  Abs.  3  Bst.  a  AsylG;  BVGE  2007/8  E.  3.2),  da  seine 
Ausführungen zu seiner Ausreise aus Armenien – wie vom BFM zu Recht 
erkannt –als widersprüchliche Vorbringen zu qualifizieren sind (vgl. Akten 
BFM A6/12 S. 4 und 9, A11/10 S. 2), 

dass  er  sich  auch  seit  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  nicht  bemühte, 
solche Dokumente zu beschaffen,

dass  aufgrund  dieses  Verhaltens  geschlossen  werden  kann,  dass  der 
Beschwerdeführer  seine  Identität  nicht  belegen  und  eine  allfällige 
Rückkehr in seinen Heimatstaat erschweren will, um den Aufenthalt in der 
Schweiz zu verlängern (BVGE 2010/2 E. 5),

dass  zudem  Moskau  und  Eriwan  ihren  Vertrag  von  1995  über  die 
Stationierung  russischer  Truppen  in  Armenien,  welche  auch  für  die 
Grenzsicherung zuständig sind, von 25 auf 49 Jahren verlängerten,

dass vor diesem Hintergrund die Ausführungen des Beschwerdeführers, 
er  habe  die  armenisch/russische  Grenze  ohne  Identitätsdokumente 
überschritten, unrealistisch erscheint und davon auszugehen ist, er habe 
für seine Ausreise authentische Reise­ und  Identitätspapiere verwendet, 
welche er jedoch in Verletzung seiner Mitwirkungspflicht (vgl. Art. 8 Abs. 
1 Bst. b AsylG) den schweizerischen Asylbehörden vorenthält, 

dass  an  dieser  Beurteilung  auch  die  nachträgliche  Einreichung  von 
gültigen Reise­ oder  Identitätspapieren nichts ändern würde, weil es bei 
der Frist von 48 Stunden gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG nicht um die 
Beschaffung  neuer  Papiere,  sondern  um  die  Abgabe  schon 
existierenden, für die Reise in die Schweiz verwendeten Papiere geht,

dass folglich der nachgereichte Führerschein, welchen er zur Feststellung 
seiner  Identität  von  (...)  besorgte,  nichts  an  der  Sachlage  zu  ändern 
vermag, abgesehen davon, dass es sich hierbei auch nicht um ein Reise­ 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2007/7
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http://links.weblaw.ch/BVGE-2010/2
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oder  Identitätspapier  im  Sinne  von  Art.  32  Abs.  2  Bst. a  AsylG  handelt 
(vgl. BVGE 2007/7 E. 6),

dass,  aufgrund  der  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  und 
aufgrund  der  Aktenlage  in  Beachtung  der  im  Urteil  BVGE  2007/8 
festgestellten  Richtlinien  (vgl.  E.  5.6)  der  Schluss  zu  ziehen  ist,  es 
bestehe  weder  Anlass  zur  Vornahme  zusätzlicher  Abklärungen  zur 
Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines 
Wegweisungshindernisses  noch  zur  direkten  Feststellung  der 
Flüchtlingseigenschaft (Art. 32 Abs. 3 Bst. b und c AsylG; BVGE a.a.O. E. 
5.5 f.),

dass das BFM  in der angefochtenen Verfügung zu Recht  feststellte, der 
Beschwerdeführer  mache  als  einzigen  Ausreisegrund  Übergriffe  durch 
private Drittpersonen geltend,

dass  Behelligungen  durch  private  Dritte  nur  dann  asylrechtlich  relevant 
sein können, wenn kein staatlicher Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung 
erhältlich ist (vgl. EMARK 2006 Nr. 18 E. 10.3),

dass die Einschätzung des BFM zu bestätigen ist, wonach vorliegend die 
armenische  Polizei  infolge  der  Übergriffe  durch  Dritte  Ermittlungen 
aufgenommen  hat  und  den  armenischen  Behörden  folglich  nicht 
mangelnder  Schutzwille  und  mangelnde  Schutzfähigkeit  angelastet 
werden kann,

dass  das  blosse  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in  der  Rechtsmit­
teleingabe, ohne Bezahlung erhalte der einfache Bürger keine polizeiliche 
Unterstützung,  in  Bestätigung  der  Ausführungen  in  der  angefochtenen 
Verfügung  nicht  durchzudringen  vermag  und  die  vorgetragene 
Befürchtung  in  Berücksichtigung  der  Aktenlage  als  unbegründet 
erscheint,

dass  aufgrund  der  Botschaftsabklärung,  der  eingereichten  Akten  sowie 
seiner  Aussagen  erwiesen  ist,  dass  die  Polizei  Ermittlungen 
aufgenommen  hat,  um  den  Tod  von  (...)  aufzuklären  und  der  Täter 
schliesslich  verurteilt  worden  ist  (vgl.  Botschaftsantwort  vom  10.  Juni 
2011; A17/8 S. 3),

dass  das  BFM  aufgrund  der  ins  Recht  gereichten  polizeilichen 
Ermittlungsakten  zu  Recht  davon  ausgeht,  eine  Beteiligung  weiterer 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2007/8
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http://links.weblaw.ch/EMARK-2006/18
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Personen  sei  nicht  ersichtlich  und Gegenteiliges  auch  aus  den  übrigen 
Akten nicht hervorgeht, 

dass  ferner  vollumfänglich  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der 
angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann  und  der 
Beschwerdeführer  in  der  Rechtsmitteleingabe  auch  nicht  ansatzweise 
etwas vorzubringen vermag, das gegen die Erkenntnisse der Vorinstanz 
sprechen würde,

dass  festzustellen  ist,  dass  keiner  der  drei  in  Art.  32  Abs.  3  AsylG 
aufgeführten,  dem  Regelfall  des  Nichteintretens  bei  Erfüllen  des 
Tatbestandes  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  entgegenstehenden 
Gründe vorliegt,

dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. 
Art.  32  Abs.  3  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht 
eingetreten ist,

dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 
(Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine 
Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 
einer  solchen  besteht  (EMARK  2001  Nr.  21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 
Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 
nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn 
völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der 
Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen 
Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 

http://links.weblaw.ch/EMARK-2001/21
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5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, 
da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  und  Art.  33  FK  verankerte  Prinzip  des 
flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im vorliegenden Verfahren keine 
Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine 
menschenrechtswidrige Behandlung  im Sinne von Art. 3 der Konvention 
vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem 
Beschwerdeführer im Heimat­ oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 
erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer 
Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass der russische Kremlchef Medwedew und der armenische Präsident 
Sargsjan  am  20.  August  2010  in  Eriwan  das  Abkommen  zur 
Verlängerung  der  Stationierung  der  russischen  Truppen  zur  Sicherung 
von  Frieden  und  Ordnung  in  der  Ex­Sowjetrepublik  bis  ins  Jahr  2044 
unterzeichnet haben, 

dass  damit  weder  die  allgemeine  Lage  in  Armenien  noch  individuelle 
Gründe  –  der Beschwerdeführer  ist  (...),  arbeitete  in  einem  (...),  verfügt 
über gute (...) und hat Grundkenntnisse der (...) Sprache – eine konkrete 
Gefährdung des Beschwerdeführers  im Falle einer Rückkehr  schliessen 
lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  auch  diesbezüglich  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  in  der 
angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden  kann,  und  der 
Beschwerdeführer  in  der  Rechtsmitteleingabe  in  entscheidwesentlicher 
Hinsicht nichts Stichhaltiges zu entgegnen hat,

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach 
Armenien schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 
(Art. 83  Abs.  2  AuG),  und  es  dem  Beschwerdeführer  obliegt,  bei  der 
Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG),

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dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 
unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen 
ist,

dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als 
aussichtslos  erweist,  weshalb  das  Gesuch  um  unentgeltliche 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Verfahrenskosten  von 
Fr. 600.­ (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1­3 des Reglements vom 
21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem 
Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand: