# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** efe76946-e053-5ff6-b179-ae81807a0f72
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-18
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 18.08.2025 D-1992/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1992-2025_2025-08-18.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1992/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 8 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richter Mathias Lanz,  

Gerichtsschreiber Jonas Perrin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  

Advokaturbüro,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 19. Februar 2025 / N (…). 

 

 

 

D-1992/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Vater des Beschwerdeführers – B._______, geboren am (…), 

N (…) – stellte am 20. Dezember 2012 in der Schweiz ein Asylgesuch, wel-

ches das SEM mit Verfügung vom 6. August 2015 abwies und die Wegwei-

sung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete. 

A.b Mit Urteil D-5456/2015 vom 30. September 2015 trat das Bundesver-

waltungsgericht nach ausgebliebener Bezahlung des erhobenen Kosten-

vorschusses nicht auf die Beschwerde von B._______ gegen die Verfü-

gung des SEM vom 6. August 2015 ein. 

A.c Mit Eingabe vom 2. Dezember 2015 ersuchte B._______ das SEM um 

Wiedererwägung seiner Verfügung. 

A.d Mit Verfügung vom 14. März 2017 lehnte das SEM das Asylgesuch von 

B._______ wegen Asylunwürdigkeit ab, stellte jedoch seine Flüchtlingsei-

genschaft fest und ordnete eine vorläufige Aufnahme wegen Unzulässig-

keit des Wegweisungsvollzugs an. 

A.e Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesverwaltungsge-

richt mit Urteil D-2243/2017 vom 31. Juli 2020 gut und wies das SEM an, 

B._______ Asyl zu gewähren. Am 6. August 2020 gewährte das SEM ihm 

Asyl. 

B.  

B.a Am 28. September 2020 stellte der Beschwerdeführer, der sich zum 

damaligen Zeitpunkt in Marokko aufhielt, ein Gesuch um Erteilung eines 

humanitären Visums. Mit Verfügung vom 7. Oktober 2020 lehnte die 

schweizerische Vertretung in Rabat das Gesuch ab. 

B.b Mit Eingabe seiner damaligen Rechtsvertretung vom 2. November 

2020 erhob der Beschwerdeführer dagegen Einsprache, welche das SEM 

mit Verfügung vom 17. März 2021 abwies. 

C.  

C.a Am 27. September 2021 stellte B._______ beim SEM ein Gesuch um 

Einreisebewilligung zwecks Familienasyl zugunsten des Beschwerdefüh-

rers. 

D-1992/2025 

Seite 3 

C.b Mit Verfügung vom 16. November 2021 wies das SEM das Gesuch 

angesichts der Volljährigkeit des Beschwerdeführers ab. 

D.  

D.a Am 30. November 2021 suchten C._______, geboren am (…), und 

D._______, geboren (…) (N […]) – die Mutter sowie die Schwester des 

Beschwerdeführers –, in der Schweiz um Asyl nach. 

D.b Mit Verfügung vom 27. Januar 2022 schloss das SEM C._______ und 

D._______ in die Flüchtlingseigenschaft von B._______ ein und gewährte 

ihnen Familienasyl.  

E.  

Am 30. März 2022 reiste der Beschwerdeführer in die Schweiz ein und er-

suchte gleichentags um Asyl. 

F.  

Am 4. April 2022 nahm das SEM die Personalien des Beschwerdeführers 

auf. 

G.  

Anlässlich des persönlichen Gesprächs gemäss Art. 5 der Verordnung 

(EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 

des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehö-

rigen oder Staatenlosen in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf inter-

nationalen Schutz zuständig ist (nachfolgend: Dublin-III-VO) vom 8. April 

2022 machte der Beschwerdeführer geltend, er habe im Jahr 2018 Sri 

Lanka mit eigenem Reisepass auf dem Luftweg nach Katar verlassen. Von 

dort sei er auf dem Luftweg mit gefälschtem malaysischem Reisepass über 

Mauretanien nach Marokko gelangt, wo er sich ungefähr drei Jahre und 

acht Monate aufgehalten habe. Dort sei er etwa ein Jahr lang in einer Woh-

nung festgehalten worden; nach seiner Flucht habe er sich an den Hohen 

Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) gewandt, welcher 

ihm ein Zertifikat für Asylsuchende («Certificat de Demandeur d’Asile du 

HCR» vom 29. November 2019, verlängert am 6. April 2021) ausgestellt 

habe. Von Marokko sei er auf dem Seeweg in ein europäisches Land – 

mutmasslich Spanien – gelangt, von wo aus er in die Schweiz weitergereist 

sei. 

  

D-1992/2025 

Seite 4 

H.  

H.a Anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen vom 21. Juli 2022 

machte der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, das Criminal In-

vestigation Department (CID) habe seinen Vater gesucht, weshalb dieser 

Sri Lanka im Jahr 2012 verlassen und in der Schweiz um Asyl nachgesucht 

habe. Er – der Beschwerdeführer – sei ab dem Jahr 2013 wegen der Akti-

vitäten seines Vaters in den Fokus der sri-lankischen Behörden geraten. Er 

wisse nichts Genaues über die Fluchtgründe seines Vaters, seine Mutter 

habe ihm jedoch erzählt, dass sein Vater die Liberation Tigers of Tamil 

Eelam (LTTE) unterstützt habe. Es seien daher regelmässig – etwa alle 

zwei bis drei Monate – Beamte des CID zum Haus seiner Familie gekom-

men, die nach dem Aufenthaltsort seines Vaters gefragt hätten. Dabei 

seien er und seine Familienmitglieder jeweils mit dem Tod bedroht worden. 

Einmal, etwa im zehnten Monat des Jahres 2017, sei er auf dem Schulweg 

von fünf bewaffneten Personen in einem schwarzen Jeep angehalten und 

nach seinem Vater gefragt worden. Dabei sei ein Gewehr auf ihn gerichtet 

und er mit dem Tod bedroht worden, sollte er keine Auskunft über den Auf-

enthaltsort seines Vaters geben. Er habe versichert, dessen Aufenthaltsort 

nicht zu kennen, woraufhin er gezwungen worden sei, in den Jeep einzu-

steigen. Die bewaffneten Männer hätten ihn ein Stück mitgenommen, be-

vor sie ihn freigelassen und erneut bedroht hätten.  

Ungefähr zwei oder drei Monate später seien erneut Beamte des CID zum 

Haus seiner Familie gekommen. Seine Mutter habe ihn – den Beschwer-

deführer – unverzüglich angewiesen, sich zu verstecken. Dieses Mal hät-

ten die Männer nach ihm – dem Beschwerdeführer – gefragt und seiner 

Mutter mitgeteilt, sie würden wieder kommen. Anschliessend habe seine 

Mutter seine Unterbringung bei einem Cousin veranlasst; dieser habe ihn 

schliesslich nach Colombo gefahren. 

Etwa zehn Tage darauf – am 18. Juni 2018 beziehungsweise am 19. Juni 

2018 – habe er seinen Heimatstaat auf dem Luftweg über Katar nach Ma-

rokko verlassen. In Marokko habe er sich etwa drei Jahre und fünf Monate 

aufgehalten. Dort sei er ein Jahr in einer Wohnung festgehalten worden, 

bevor ihm die Flucht gelungen sei. Anschliessend sei er bei einem Tamilen 

untergebracht gewesen, der Überfahrten nach Europa organisiert habe. Er 

– der Beschwerdeführer – habe ungefähr zehn Monate lang erfolglos ver-

sucht, nach Europa zu reisen. Danach habe er sich an das UN-Hochkom-

missariat für Flüchtlinge, UNHCR, gewendet.  

D-1992/2025 

Seite 5 

Im Falle einer Rückkehr nach Sri Lanke befürchte er, kontrolliert und inhaf-

tiert werden, um seinen Vater zu einer Rückkehr nach Sri Lanka zu bewe-

gen.  

Zur Stützung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer eine sri-lan-

kische Geburtsurkunde im Original ein. 

H.b Anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen teilte der Befrager dem 

Beschwerdeführer mit, es werde auf jeden Fall eine ergänzende Anhörung 

stattfinden, sollte der Fall nicht aufgrund des bisher festgestellten Sachver-

halts zu einem positiven Asylentscheid führen. 

I.  

Mit Entscheid vom 27. Juli 2022 teilte das SEM das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers zur weiteren Behandlung dem erweiterten Verfahren zu. 

J.  

Mit Entscheid vom 29. Juli 2022 wies das SEM den Beschwerdeführer dem 

Kanton E._______ zu. 

K.  

K.a Mit elektronischer Korrespondenz vom 13. September 2022 schlug der 

damals zuständige Sachbearbeiter des SEM der damaligen Rechtsvertre-

tung des Beschwerdeführers vor, ihr anstelle der Durchführung einer er-

gänzenden Anhörung einen schriftlichen Fragekatalog zukommen zu las-

sen, zumal das vorliegende Verfahren aufgrund des Dossiers des Vaters 

des Beschwerdeführers nicht besonders komplex erscheine. 

K.b Mit elektronischer Korrespondenz vom 22. September 2022 bat die 

damalige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers den Sachbearbeiter 

des SEM um Auskunft über die Anzahl der Fragen. 

K.c Mit elektronischer Korrespondenz vom 22. September 2022 antwor-

tete der Sachbearbeiter des SEM, er habe die Fragen noch nicht ausfor-

muliert, es sei aber von fünf bis zehn Fragen auszugehen, die insbeson-

dere die Reflexverfolgung, die familiären Bezüge sowie eine persönliche 

Verfolgung des Beschwerdeführers thematisieren würden. Er – der Sach-

bearbeiter – schlage vor, zu schauen, ob dieses Vorgehen für eine positi-

ven Asylbescheid ausreiche; andernfalls könne immer noch eine ergän-

zende Anhörung angesetzt werden. 

D-1992/2025 

Seite 6 

K.d Mit elektronischer Korrespondenz vom 22. September 2022 erklärte 

sich die damalige Rechtsvertretung des Beschwerdeführers mit der Zustel-

lung eines schriftlichen Fragekatalogs einverstanden; sie behielt sich aber 

die Durchführung einer ergänzenden Anhörung vor. 

L.  

Mit Schreiben vom 30. Januar 2025 erklärte die aktuell zuständige Sach-

bearbeiterin des SEM, eine ergänzende Anhörung sei aus Sicht des SEM 

nicht notwendig, der rechtserhebliche Sachverhalt sei richtig und vollstän-

dig festgestellt worden. Sollte aus Sicht der Rechtsvertretung beziehungs-

weise des Beschwerdeführers die Durchführung einer ergänzenden Anhö-

rung trotzdem angezeigt sein, sei dies schriftlich zu begründen und dem 

SEM noch offene Fragen zu Asylgründen, welche für sein Asylgesuch re-

levant seien und welche er in der Anhörung nicht habe vorbringen können, 

schriftlich darzulegen. 

M.  

Mit Eingabe seiner damaligen Rechtsvertretung vom 14. Februar 2025 er-

klärte der Beschwerdeführer, er gehe davon aus, dass das SEM alle erfor-

derlichen Abklärungen getroffen habe und seinerseits nicht vom Bestehen 

von allfälligen Widersprüchen beziehungsweise Ungereimtheiten ausgehe, 

zumal ihm ansonsten das rechtliche Gehör zu gewähren wäre. 

N.  

Mit Verfügung vom 19. Februar 2025 – eröffnet am 20. Februar 2025 – 

lehnte das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und verfügte 

die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug. 

Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, die geltend gemachten 

Nachteile würden die Schwelle zur Ernsthaftigkeit nicht überschreiten. Fer-

ner könne bei offensichtlich fehlender Asylrelevanz auf eine Auseinander-

setzung mit den bestehenden Unglaubhaftigkeitselementen verzichtet wer-

den. Schliesslich bestünden auch keine Hinweise auf das Bestehen einer 

Reflexverfolgung aufgrund der Tätigkeiten seines Vaters.  

O.  

Mit Eingabe seines mandatierten Rechtsvertreters vom 24. März 2025 er-

hob der Beschwerdeführer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. 

Dabei beantragte er, das Bundesverwaltungsgericht habe nach dem Ein-

gang der Beschwerde unverzüglich mitzuteilen, welche Gerichtspersonen 

mit der Behandlung der vorliegenden Sache betraut würden; gleichzeitig 

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Seite 7 

sei bekannt zu geben, wie diese Gerichtspersonen ausgewählt worden 

seien; falls in die Auswahl eingegriffen worden sei, seien die objektiven Kri-

terien bekannt zu geben, nach welchen die Auswahl erfolgt sei (Beschwer-

debegehren 1); die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und zur rich-

tigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts 

sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; das SEM sei 

zudem anzuweisen, eine erneute Anhörung zu den Asylgründen durchzu-

führen (Beschwerdebegehren 2); eventualiter sei die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben, es sei eine Verletzung des rechtlichen Gehörs festzu-

stellen und die Sache sei zur Neubeurteilung an das SEM zurückzuweisen; 

das SEM sei zudem anzuweisen, eine erneute Anhörung zu den Asylgrün-

den durchzuführen (Beschwerdebegehren 3); sub-eventualiter – bei Ver-

zicht auf Rückweisung der Sache an die Vorinstanz – habe das Bundes-

verwaltungsgericht ein Gutachten einer sachverständigen Person betref-

fend die Rolle des ältesten Sohnes in der tamilischen Kultur einzuholen; 

sub-sub-eventualiter sei ihm eine angemessene Frist zur Einholung und 

Nachreichung eines solchen Gutachtens einzuräumen; sub-sub-sub-even-

tualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben, es sei seine Flücht-

lingseigenschaft festzustellen und es sei ihm Asyl zu gewähren (Beschwer-

debegehren 4); sub-sub-sub-sub-eventualiter seien die Dispositivziffern 4 

und 5 der angefochtenen Verfügung aufzuheben, es sei die Unzulässigkeit 

beziehungsweise die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzu-

stellen und es sei eine vorläufige Aufnahme anzuordnen (Beschwerdebe-

gehren 5); es seien die Asylakten seines Vaters B._______ beizuziehen. 

P.  

Mit Schreiben vom 25. März 2025 bestätigte das Bundesverwaltungsge-

richt den Eingang der Beschwerde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende 

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Seite 8 

Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt 

nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher Zu-

ständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise einer 

zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend 

aufgezeigt, handelt es sich um eine solche, weshalb das Urteil nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Die vorinstanzlichen Akten N (…) sowie die Verfahrensakten D-5456/2015 

und D-2243/2017 betreffend B._______ – den Vater des Beschwerdefüh-

rers – wurden von Amtes wegen beigezogen. 

5.  

5.1 Der Beschwerdeführer macht in seiner Beschwerde zunächst verschie-

dene formelle Rügen geltend. Diese sind vorab zu prüfen, da sie geeignet 

sein könnten, eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu bewirken. 

5.1.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, die Vorinstanz habe den rechtser-

heblichen Sachverhalt unvollständig festgestellt. Die Anhörung zu den 

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Seite 9 

Asylgründen vom 21. Juli 2022 sei sehr kurz ausgefallen – sie habe ledig-

lich ungefähr zwei Stunden gedauert. Dieser Umstand sei dem damaligen 

Sachbearbeiter des SEM durchaus bewusst gewesen, weshalb dieser die 

Ansetzung einer ergänzenden Anhörung beabsichtigt habe, sofern die An-

hörung vom 21. Juli 2022 nicht bereits hinreichend für die Asylgewährung 

sein sollte. Aus den elektronischen Korrespondenzen zwischen dem da-

maligen Sachbearbeiter und seiner damaligen Rechtsvertretung gehe her-

vor, dass ihm entweder die Asylgewährung oder weitere Verfahrensschritte 

zur Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts – eine ergänzende 

Anhörung oder die schriftliche Beantwortung ergänzender Fragen – in Aus-

sicht gestellt worden sei. 

Es sei jedoch weder ein schriftliches Verfahren noch eine ergänzende An-

hörung durchgeführt worden; stattdessen habe die neuerdings zuständige 

Sachbearbeiterin in ihrem Schreiben vom 30. Januar 2025 – rund zweiein-

halb Jahre nach der letzten elektronischen Korrespondenz – festgestellt, 

die Durchführung einer ergänzenden Anhörung sei nicht notwendig, sie er-

achte den rechtserheblichen Sachverhalt als vollständig erstellt. 

Somit sei es bei der lediglich rudimentären Anhörung vom 21. Juli 2022 

geblieben, obwohl das SEM seinerseits zu diesem Zeitpunkt davon ausge-

gangen sei, dass der insoweit festgestellte Sachverhalt für die Begründung 

eines ablehnenden Asylentscheids nicht ausreiche. 

Die Anhörung zu den Asylgründen diene als «Kernstück des Asylverfah-

rens» der richtigen und vollständigen Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts; vorliegend sei der rechtserhebliche Sachverhalt jedoch le-

diglich oberflächlich erstellt worden, zumal ein enger Zusammenhang mit 

der Verfolgung seines Vaters – welchem Asyl gewährt worden sei – evident 

sei. 

Die unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zeige 

sich exemplarisch darin, dass in der angefochtenen Verfügung seine Mit-

nahme durch die bewaffneten Männer in einem schwarzen Jeep als ein-

maliger Vorfall dargestellt werde, obwohl er tatsächlich mehrmals auf diese 

Weise mitgenommen und befragt worden sei. 

Überdies seien verschiedene Sachverhaltselemente unrichtig festgestellt 

worden. So sei das SEM etwa fälschlicherweise davon ausgegangen, dass 

er dem CID lediglich als Auskunftsperson betreffend den Aufenthalt seines 

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Seite 10 

Vaters diene; tatsächlich sei er aber als Druckmittel benutzt worden, um 

seinen Vater zur Rückkehr nach Sri Lanka zu bewegen.  

Des Weiteren sei zu beachten, dass in der tamilischen Kultur der älteste 

Sohn eine bedeutende Rolle innerhalb der Familie einnehme; insbeson-

dere obliege es diesem, seinen Vater zu bestatten, um dessen Wieder-

geburt positiv zu beeinflussen oder ein ewiges Leben zu ermöglichen. 

Sterbe der älteste Sohn vor dem Vater oder werde dieser gequält, habe 

dies einen negativen Einfluss auf das Karma des Vaters. Dass sich die sri-

lankischen Sicherheitsbehörden solche kulturellen Gepflogenheiten 

zunutze machten, sei nicht weiter erstaunlich. Das SEM habe es jedoch 

versäumt, diesbezügliche Sachverhaltsabklärungen vorzunehmen. 

Ferner habe das SEM entgegen seinen in der Anhörung gemachten Anga-

ben festgestellt, die sri-lankischen Behörden hätten erst fünf Jahre nach 

der Ausreise seines Vaters nach diesem gefragt. Dies zeuge von einer un-

genauen Lektüre des Anhörungsprotokolls; er habe lediglich angegeben, 

dass seine Mitnahme im Jeep im Jahr 2017 stattgefunden habe, er habe 

aber auch dargetan, dass CID-Angehörige nach der Ausreise in regelmäs-

sigen Zeitabständen das Haus seiner Familie aufgesucht hätten. Wann ge-

nau diese Vorfälle begonnen hätten, sei dem Anhörungsprotokoll nicht zu 

entnehmen, zumal in der lediglich kurzen Anhörung keine Fragen dazu ge-

stellt worden seien. Das SEM habe selbst zugegeben, dass dieser Um-

stand «ungeklärt» geblieben sei. Dies verdeutliche, dass der rechtserheb-

liche Sachverhalt nicht vollständig erhoben worden sei. 

Darüber hinaus erwähne die angefochtene Verfügung eine Schwester des 

Beschwerdeführers, die in den Vereinigten Staaten von Amerika lebe. Da-

bei handle es sich jedoch um eine Schwester seiner Mutter. Auch treffe es 

nicht zu, dass er die Schule mit dem A-Level abgeschlossen habe. Aus 

dem Anhörungsprotokoll gehe hervor, dass er während des Besuchs des 

A-Levels die Schule abgebrochen und entsprechend das A-Level nicht ab-

geschlossen habe. Auch diese Beispiele zeigten die ungenaue Arbeits-

weise des SEM im vorliegenden Fall. 

Es sei daher festzustellen, dass der rechtserhebliche Sachverhalt unrichtig 

beziehungsweise unvollständig festgestellt worden sei, weshalb das SEM 

gehalten gewesen wäre, eine ergänzende Anhörung anzusetzen. 

5.1.2 Weiter machte der Beschwerdeführer eine Verletzung des rechtli-

chen Gehörs geltend. Zur Begründung führte er an, er habe sich nur im 

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Seite 11 

Rahmen der äusserst kurzen Anhörung vom 21. Juli 2022 zu seinen Asyl-

gründen äussern können. Zwar sei ihm die Durchführung einer ergänzen-

den Anhörung beziehungsweise zumindest die schriftliche Beantwortung 

ergänzender Fragen als Ersatzmassnahme in Aussicht gestellt worden, 

das SEM habe aber, nachdem es über zwei Jahre keine Verfahrensschritte 

vorgenommen habe, sowohl auf eine ergänzende Anhörung als auch auf 

schriftliche Ergänzungsfragen verzichtet und gar keine Verfahrensschritte 

mehr durchgeführt. Dadurch sei es ihm unmöglich gewesen, bei der Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts mitzuwirken und sein diesbe-

zügliches Äusserungsrecht wahrzunehmen. 

6.  

6.1 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG), wonach die Be-

hörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Verfahren notwen-

digen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten Umstände abzu-

klären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat (BVGE 2015/10 

E. 3.2 m.w.H.). Gemäss dem Untersuchungsgrundsatz im Sinne von 

Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG ist eine Sachverhaltsfeststellung dann un-

vollständig, wenn nicht alle für den Entscheid rechtsrelevanten Sachum-

stände berücksichtigt wurden, beziehungsweise dann unrichtig, wenn der 

Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt 

wurde (vgl. BVGE 2016/2 E 4.3). 

Die Behörde ist zwar nicht verpflichtet, zu jedem Sachverhaltselement um-

fangreiche Nachforschungen anzustellen; zusätzliche Abklärungen sind je-

doch dann vorzunehmen, wenn sie aufgrund der Aktenlage als angezeigt 

erscheinen (vgl. dazu AUER/BINDER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], 

Kommentar zum VwVG, 2. Aufl. 2019, Rz. 16 zu Art. 12). Die Untersu-

chungspflicht der Behörden findet ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht 

der Gesuchstellenden (Art. 8 AsylG), die auch die Substantiierungslast tra-

gen (Art. 7 AsylG). 

6.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör. Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander-

seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass 

eines Entscheides dar, welcher in die Rechtsstellung des beziehungsweise 

der Einzelnen eingreift. Dazu gehört insbesondere das Recht der betroffe-

nen Person, sich vor Erlass eines solchen Entscheides zur Sache zu äus-

sern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, 

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Seite 12 

mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung 

wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Be-

weisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu be-

einflussen.  

Der Anspruch auf rechtliches Gehör umfasst als Mitwirkungsrecht somit 

alle Befugnisse, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Ver-

fahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 135 

II 286 E. 5.1; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert 

die Pflicht der Behörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu 

prüfen und in ihrer Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Das 

gilt für alle form- und fristgerechten Äusserungen, Eingaben und Anträge, 

die zur Klärung der konkreten Streitfrage geeignet und erforderlich erschei-

nen. Die Begründung des Entscheids muss so abgefasst sein, dass der 

oder die Betroffene den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten 

kann. Sie muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen 

sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sie ihren Entscheid stützt. 

Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunk-

ten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrück-

lich widerlegt (vgl. BGE 136 I 184 E. 2.2.1). 

6.3 Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts kann die 

familiäre Zugehörigkeit zu einer Person, welche einer Verfolgung ausge-

setzt ist, grundsätzlich zu einer Reflexverfolgung führen (vgl. Urteile des 

BVGer D-3396/2022 vom 29. September 2022 E. 6.2.1, D-1728/2022 vom 

10. Mai 2022 E. 7.4, D-2161/2021 vom 12. Januar 2022 E. 7.2 ff., 

E-3520/2014 vom 3. November 2015 E. 7.3). Dazu muss glaubhaft ge-

macht werden, dass begründeter Anlass zur Annahme besteht, die Verfol-

gung werde sich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zu-

kunft verwirklichen. Eine begründete Furcht vor künftiger Verfolgung ist mit-

hin zu bejahen, wenn eine Person aufgrund konkreter Indizien mit guten 

Gründen, das heisst objektiv nachvollziehbar, befürchten muss, dass ihr 

mit Wahrscheinlichkeit Verfolgung droht, und ihr deshalb ein weiterer Ver-

bleib im Heimatstaat nicht zugemutet werden kann (vgl. Entscheidungen 

und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

1994 Nr. 5; Urteil des BVGer E-4140/2014 vom 13. Oktober 2014 E. 5.4). 

  

D-1992/2025 

Seite 13 

7.  

7.1 Nach Durchsicht der Akten stellt das Bundesverwaltungsgericht betref-

fend die geltend gemachte Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes Fol-

gendes fest:  

7.1.1 Vorliegend machte der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung 

vom 21. Juli 2022 geltend, er werde in Sri Lanka in erster Linie aufgrund 

der Tätigkeiten seines Vaters verfolgt (vgl. SEM-eAkte […]-21/11 [nachfol-

gend A21/11] F56, 44 ff., 47, 69 ff.). Da der damalige Sachbearbeiter des 

SEM offenbar davon ausging, dass der diesbezügliche Sachverhalt nicht 

vollständig erhoben worden war, stellte er – sollte der Sachverhalt für einen 

positiven Asylentscheid nicht genügen –, eine ergänzende Anhörung in 

Aussicht (vgl. A21/11 F62). Mittels elektronischer Korrespondenzen bestä-

tigte der Sachbearbeiter gegenüber der damaligen Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers die Notwendigkeit weiterer Verfahrensschritte zur voll-

ständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (vgl. SEM-e-

Akte […]-34/7 [nachfolgend A34/7].  

7.1.2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass in der Anhörung vom 

21. Juli 2022 die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Reflexverfol-

gung zwar kurz angesprochen wurde (vgl. A21/11 insbesondere F52 ff.), 

allerdings wurde der Beschwerdeführer darauf hingewiesen, nicht die Asyl-

gründe seines Vaters, sondern seine eigenen darzulegen (vgl. A21/11 

F47). Zudem fällt auf, dass die Anhörung offensichtlich ohne Kenntnisse 

der Asylakten des Vaters des Beschwerdeführers stattgefunden hat (vgl. 

A21/11 F53), weshalb eine vertiefte Abklärung einer möglichen Reflexver-

folgung zum damaligen Zeitpunkt gar nicht möglich gewesen sein dürfte. 

7.1.3 Ungeklärt geblieben ist ausserdem, ab wann die seitens des Be-

schwerdeführers geltend gemachte Verfolgung eingesetzt hat, zumal er 

anlässlich der Anhörung vom 21. Juli 2022 angab, die Probleme hätten im 

Jahr 2013 angefangen (A21/11 F46), in der Verfügung jedoch festgestellt 

worden ist, die geltend gemachte Verfolgung habe erst fünf Jahre nach der 

Ausreise seines Vaters – also im Jahr 2017 – begonnen (vgl. SEM-eAkte 

[…]-38/9 [nachfolgend A38/9] S. 5). Insofern ist nicht nachvollziehbar, auf 

welcher Grundlage die Sachverhaltsdarstellung des SEM beruht.  

7.1.4 Ebenfalls unrichtig beziehungsweise unvollständig erweist sich die 

Sachverhaltsfeststellung in Bezug auf die Aktualität einer allfälligen (Re-

flex-)Verfolgung: Obwohl der Beschwerdeführer angab, er befürchte, von 

den sri-lankischen Sicherheitsbehörden als Druckmittel benutzt zu werden, 

D-1992/2025 

Seite 14 

um seinen Vater zu einer Rückkehr nach Sri Lanka zu bewegen (vgl. 

A21/11 F69 ff.), stellte das SEM lediglich fest, das Interesse am Beschwer-

deführer seitens der sri-lankischen Behörden sei mit dem Aufenthalt seines 

Vaters in der Schweiz erloschen, zumal der Beschwerdeführer lediglich als 

Auskunftsquelle gedient habe (vgl. A38/9 S. 5).  

7.1.5 Ergänzend ist festzuhalten, dass der Sachverhalt auch mit Blick auf 

die individuellen Wegweisungsvollzugshindernisse unvollständig festge-

stellt worden ist. So erscheint etwa ungeklärt, ob der Beschwerde-führer 

das A-Level abgeschlossen oder die Schule ohne Abschluss abgebrochen 

hat (vgl. A21/11 F14 ff.); auch ist dem Anhörungsprotokoll nicht zu entneh-

men, ob eine Kontaktaufnahme mit in Sri Lanka wohnhaften Verwandten 

weiterhin möglich und zumutbar ist (vgl. A21/11 F37 ff., A38/9 S. 7). Ange-

sichts der Angaben, wonach der Beschwerdeführer bis zur Ausreise seines 

Vaters in einer Lehmhütte auf dem Grundstück seiner Tante gewohnt habe 

(vgl. A21/11 F30 ff.) und sie – der Beschwerdeführer, seine Mutter und 

seine Schwester – anschliessend eine Hütte auf einem eigenen Grund-

stück gebaut hätten (vgl. A21/11 F32), wären weitere Abklärungen zu den 

sozio-ökonomischen Verhältnissen des Beschwerdeführers angezeigt ge-

wesen.  

7.1.6 Es ist augenfällig, dass die Anhörung vom 21. Juli 2022 dergestalt 

aufgebaut war, dass in einem ersten Schritt die Grundzüge des rechtser-

heblichen Sachverhalts festgestellt werden sollten. Dies dürfte in erste Li-

nie dem Umstand geschuldet gewesen sein, dass dem damaligen Sach-

bearbeiter bewusst gewesen sein dürfte, dass die Fortsetzung der Anhö-

rung des Beschwerdeführers ohne vertiefte Kenntnis des Dossiers von 

B._______ – mit Blick auf den Untersuchungsgrundsatz – nicht zweckdien-

lich wäre. Darauf deutet denn auch der Umstand hin, dass die Anhörung 

bereits nach rund zwei Stunden mit dem Hinweis auf die Ansetzung einer 

ergänzenden Anhörung beendet wurde (vgl. A21/11 F62, nach 71). 

Indem das SEM keine weiteren Verfahrensschritte zur Klärung der offen 

gebliebenen Sachverhaltselemente veranlasste, sind wesentliche, für den 

Entscheid rechtsrelevante Sachumstände unberücksichtigt geblieben. Da-

ran ändert auch das Schreiben vom 30. Januar 2025 nichts, worin die neu 

zuständige Sachbearbeiterin des SEM dem Beschwerdeführer mitteilte, 

aus ihrer Sicht sei der Sachverhalt genügend erstellt, es werde ihm daher 

eine Frist gesetzt, stichhaltig zu begründen, welche offenen Fragen zu den 

Vorbringen oder Asylgründen in einer Anhörung noch nicht geklärt worden 

seien (vgl. A35). In der Beschwerde wird diesbezüglich – unter Hinweis auf 

D-1992/2025 

Seite 15 

A36 – dargelegt, dass sich die frühere Rechtsvertreterin mit dem Verzicht 

auf eine ergänzende Anhörung wohl nur deshalb einverstanden erklärte, 

weil sie nach den seitens des SEM zuvor getroffenen Aussagen davon aus-

ging, es ergehe betreffend den Beschwerdeführer ein positiver Asylent-

scheid (vgl. Beschwerde, S. 13 unten, S. 14).   

7.1.7 Das dem Asylverfahren systeminhärente Zusammenspiel zwischen 

Mitwirkungsplicht und Untersuchungsgrundsatz verlangt, dass die asylsu-

chende Person umfassend und korrekt angehört wird (Art. 29 AsylG und 

Art. 30 VwVG) und, dass die asylsuchende Person ihrerseits anlässlich der 

Anhörung ihre Asylgründe angibt (Art. 8 Abs. 1 Bst. c AsylG). Dabei ist das 

SEM gehalten, eine mündliche und persönliche Anhörung zu den Asylgrün-

den durchzuführen (Art. 29 Abs. 1 und 2 AsylG), welche als Kernelement 

der Abklärung darstellt, ob eine asylsuchende Person auf flüchtlingsrecht-

lichen Schutz angewiesen ist (vgl. CONSTANTIN HRUSCHKA in: SPE-

SCHA/ZÜND/BOLZLI/HRUSCHKA/DE WECK (Hrsg.), Kommentar zum Migrati-

onsrecht, 5. Aufl. 2019, N 1 zu Art. 29 AsylG). Sofern aus der Anhörung 

hervorgeht, dass Hinweise auf eine mögliche asylrechtliche Relevanz der 

Vorbringen bestehen, löst dies – unter der Voraussetzung der Einhaltung 

der Mitwirkungspflicht seitens der asylsuchenden Person – eine weitere 

Abklärungspflicht des SEM hinsichtlich der Richtigkeit und Relevanz der 

vorgebrachten Sachverhaltselemente aus (vgl. HRUSCHKA, a.a.O., N 1 zu 

Art. 8 AsylG). 

Vorliegend hat das SEM für die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft re-

levante Sachverhaltselemente – trotz Hinweisen auf eine allfällige Re-

flexverfolgung – nicht weiter abgeklärt. Das vorliegend gewählte Vorgehen 

der Vorinstanz genügt der ihr obliegenden Abklärungspflicht im vorliegen-

den Fall nicht, zumal sich angesichts der vorherigen Korrespondenz mit 

dem erstzuständigen Sachbearbeiter des SEM (vgl. Sachverhalt Bst. K) 

der Beschwerdeführer auch nicht veranlasst sehen musste, seinerseits 

weitere Aspekte schriftlich darzulegen. Das SEM wäre daher gehalten ge-

wesen, insbesondere die Umstände mit Blick auf die geltend gemachte Re-

flexverfolgung – in Kenntnis der Asylakten des Vaters des Beschwerdefüh-

rers – im Rahmen einer erneuten Anhörung sowie erforderlichenfalls durch 

andere adäquate Instruktionsmassnahmen abzuklären. Somit stellt das 

Vorgehen des SEM eine systemwidrige Überbürdung der Untersuchungs-

pflicht auf den Beschwerdeführer dar.  

D-1992/2025 

Seite 16 

7.1.8 Nach dem Gesagten unterliess es das SEM, für den Entscheid 

rechtsrelevante Sachumstände abzuklären, wodurch es die Untersu-

chungspflicht verletzte. 

7.2 Mit Blick auf die Rüge der Verletzung des rechtlichen Gehörs stellt das 

Bundesverwaltungsgericht Folgendes fest: Durch das gewählte Vorgehen 

– den Verzicht auf die Durchführung weiterer Verfahrensschritte zur Sach-

verhaltsfeststellung sowie die Überbürdung der Untersuchungspflicht auf 

den Beschwerdeführer (vgl. Bst. H ff. sowie E. 7.1.1 ff.) – war es dem Be-

schwerdeführer nicht möglich, das Bestehen einer begründeten Furcht auf-

grund der Tätigkeiten seines Vaters und mithin die Voraussetzungen einer 

Reflexverfolgung (vgl. E. 6.3) glaubhaft zu machen. Dadurch verunmög-

lichte das SEM die Mitwirkung des Beschwerdeführers an der Beweiserhe-

bung, wodurch er seinen Standpunkt nicht wirksam und vollständig zur Gel-

tung bringen konnte. Somit verletzte das SEM durch das erwähnte Vorge-

hen die Mitwirkungs- und Äusserungsrechte im Beweiserhebungsverfah-

ren, und somit seinen Anspruch auf rechtliches Gehör. 

7.3 Nach dem Gesagten ist eine Verletzung des Untersuchungsgrundsat-

zes und des Anspruchs auf rechtliches Gehör festzustellen.  

7.4 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit verbindlichen 

Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an 

die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festge-

stellt werden müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzufüh-

ren ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätz-

lich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, 

wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht er-

scheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5). Vorliegend liegt 

der Mangel in der unrichtigen beziehungsweise unvollständigen Feststel-

lung des rechtserheblichen Sachverhalts und der Verletzung des rechtli-

chen Gehörs. Dies stellt einen schweren Mangel dar, der eine vernünftige 

Prozesserledigung der Rechtsmittelinstanz verunmöglicht. Es liegt nicht 

am Bundesverwaltungsgericht, anstelle der Vorinstanz als sachverhaltsab-

klärende Behörde, den Sachverhalt richtig und vollständig zu erheben; 

auch ist es nicht seine Aufgabe, Versäumnisse des SEM auf Beschwerde-

ebene systematisch zu beheben und damit die Vorinstanz gleichsam von 

einer sorgfältigen Verfahrensführung zu entbinden, zumal dem Beschwer-

deführer durch ein solches Vorgehen eine Instanz verloren ginge. Somit 

D-1992/2025 

Seite 17 

fällt eine Heilung der festgestellten Mängel in der angefochtenen Verfü-

gung nicht in Betracht (vgl. zum Ganzen BVGE 2009/53 E. 7.3).  

7.5 Angesichts der Rückweisung der Sache erübrigt sich eine Auseinan-

dersetzung mit den in reformatorischer Hinsicht gestellten Rechtsbegeh-

ren. 

7.6 Der Antrag auf Einholung eines Sachverständigengutachtens, bezie-

hungsweise auf Ansetzung einer angemessenen Nachfrist zur Nachrei-

chung eines solchen, erweist sich angesichts des Verfahrensausgangs als 

gegenstandslos. 

7.7 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen, soweit die Auf-

hebung der angefochtenen Verfügung beantragt worden ist. Die Verfügung 

des SEM vom 19. Februar 2025 ist aufzuheben und das SEM ist anzuwei-

sen, den rechtserheblichen Sachverhalt – anhand der Durchführung einer 

ergänzenden Anhörung sowie erforderlichenfalls durch andere adäquate 

Instruktionsmassnahmen – vollständig festzustellen sowie einen neuen 

Entscheid in der Sache zu erlassen. 

8.  

8.1 Angesichts des direkten Entscheids in der Sache erweist sich der An-

trag auf Bekanntgabe der Gerichtspersonen (Beschwerdebegehren 1) als 

gegenstandslos. 

8.2 Eine manuelle Anpassung der Spruchkörperbildung wurde im vorlie-

genden Fall nicht vorgenommen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

10.  

Dem vertretenen Beschwerdeführer ist angesichts seines Obsiegens in An-

wendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihm 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Es wurde 

keine Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen Parteikosten auf-

grund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt 

auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) 

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Seite 18 

ist dem Beschwerdeführer zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-

gung von insgesamt Fr. 3'600.– zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der angefochte-

nen Verfügung beantragt wird. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache im Sinne der 

Erwägungen zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 3'600.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Bolz-Reimann Jonas Perrin 

 

 

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