# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bf4a938e-c362-5825-959d-26197684f290
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-21
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 21.12.2022 VBE.2022.148
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2022-148_2022-12-21.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2022.148 / ms / fi 

Art. 145 

 

 

Urteil vom 21. Dezember 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Merkofer 

Gerichtsschreiber Schweizer 

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____   

vertreten durch MLaw Jonas Steiner, Rechtsanwalt, Buchserstrasse 18, 

Postfach, 5001 Aarau 1    

     

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern   

vertreten durch lic. iur. Christian Leupi, Rechtsanwalt, Zentralstrasse 44, 

6003 Luzern    

     

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 25. März 2022) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Der 1958 geborene Beschwerdeführer war aufgrund seiner selbständigen 

Tätigkeit als Fenstermonteur freiwillig im Rahmen des UVG bei der Be-

schwerdegegnerin versichert, als er am 15. April 2020 beim Spazieren aus-

rutschte, stürzte und sich am linken Arm verletzte. Die Beschwerdegegne-

rin erbrachte daraufhin vorübergehende Leistungen (Heilbehandlung/ Tag-

gelder). In der Folge tätigte sie verschiedene Abklärungen in erwerblicher 

und medizinischer Hinsicht. Mit Mitteilung vom 20. August 2021 stellte die 

Beschwerdegegnerin die Taggeldleistungen und – grundsätzlich – die Heil-

behandlungsleistungen per 30. September 2021 ein, da von der weiteren 

Heilbehandlung keine wesentliche Besserung mehr zu erwarten sei. Mit 

Verfügung vom 12. November 2021 verneinte sie einen Rentenanspruch 

des Beschwerdeführers und sprach ihm eine Integritätsentschädigung 

basierend auf einer Integritätseinbusse von 15 % zu. Die dagegen erho-

bene Einsprache wies die Beschwerdegegnerin mit Einspracheentscheid 

vom 25. März 2022 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 25. März 2022 erhob der Beschwer-

deführer mit Eingabe vom 20. April 2022 fristgerecht Beschwerde und 

stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Der Einsprache-Entscheid vom 25.3.2022 und die Verfügung vom 
12.11.2021 seien aufzuheben. 

 2. Dem Beschwerdeführer sei eine Invalidenrente zuzusprechen. 

 3. Es sei dem Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung in Höhe 
von 25% auszurichten. 

 4. Eventualiter seien weitere Abklärungen zur Ermittlung des Sachver-
halts durch die Beschwerdegegnerin durchzuführen. 

  Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Beschwerde-
gegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 29. Juni 2022 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Im angefochtenen Einspracheentscheid vom 25. März 2022 (Vernehmlas-

sungsbeilage [VB] 174; vgl. auch die diesem zu Grunde liegende Mitteilung 

vom 20. August 2021 [VB 133] sowie die Verfügung vom 12. November 

 - 3 - 

 

 

 

2021 [VB 147]) nahm die Beschwerdegegnerin sinngemäss den Fallab-

schluss per 30. September 2021 vor. Weiter verneinte sie einen Rentenan-

spruch mit der Begründung, für die subjektiven/psychischen Beschwerden 

bestehe mangels eines adäquaten Kausalzusammenhangs zum Unfaller-

eignis vom 15. April 2020 keine (weitere) Leistungspflicht. Unter Berück-

sichtigung der organisch objektivierbaren Unfallfolgen sei der Beschwerde-

führer in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig und damit in 

der Lage, ein 7.3 % unter dem Valideneinkommen liegendes und folglich 

rentenausschliessendes Salär zu erzielen. Aufgrund der verbleibenden un-

fallbedingten schmerzhaften Funktionsstörung des linken Schultergelenks 

bei leichter beginnender Omarthrose links bestehe Anspruch auf eine In-

tegritätsentschädigung von 15 % (VB 174 S. 3 ff.). 

 

Demgegenüber bringt der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, vom In-

valideneinkommen sei ein leidensbedingter Abzug von mindestens 10 % 

vorzunehmen, womit sich ein Anspruch auf eine Invalidenrente ergebe. 

Weiter sei die Integritätsentschädigung gestützt auf die Beurteilung seines 

behandelnden Arztes mit 25 % zu bemessen (Beschwerde S. 6 ff.). 

 

Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin mit Ein-

spracheentscheid vom 25. März 2022 zu Recht einen Anspruch des Be-

schwerdeführers auf eine Invalidenrente verneint und diesem (bloss) eine 

Integritätsentschädigung von 15 % zugesprochen hat. 

 

2. 

2.1. 

In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin im ange-

fochtenen Einspracheentscheid (VB 174) im Wesentlichen auf den Bericht 

von Kreisarzt med. pract. B., Facharzt für Chirurgie, zur kreisärztlichen 

Untersuchung vom 19. August 2021 (VB 127) sowie dessen "Beurteilung 

des Integritätsschadens" vom nämlichen Datum (VB 128). Dieser stellte 

folgende Diagnosen (VB 127 S. 5): 

 

"Chronisches Schmerzsyndrom und eingeschränkte Beweglichkeit des lin-
ken Schultergelenkes bei 

- St. n. Capsulitis adhäsiva Schulter links bei 
- St. n. Schultergelenksarthroskopie und arthroskopisch assistierte 

Supraspinatussehnen-Rekonstruktion sowie V-Shape-Tenodese 
der langen Bizepssehne sowie subacromiale Dekompression Schul-
ter links am 25.06.2020 bei 

- transmuraler Supraspinatussehnenruptur, Auffaserung craniale 
Subscapularissehnenanteile und Tendinopathie sowie Luxation der 
langen Bizepssehne nach einem Trauma vom 15.04.2020 

  Karpaltunnelsyndrom links". 

 

Es handle sich von chirurgischer Seite aktuell um einen medizinisch stabi-

len Zustand. Von weiteren Behandlungen sei aus unfallchirurgischer Sicht 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine namhafte Besserung des 

 - 4 - 

 

 

 

unfallbedingten Gesundheitszustandes zu erwarten. Die zuletzt ausgeübte 

berufliche Tätigkeit als Fenstermonteur sei für den Beschwerdeführer nicht 

geeignet. In einer angepassten leichten bis mittelschweren Tätigkeit sei un-

ter folgenden Voraussetzungen eine ganztägige Arbeitsfähigkeit gegeben: 

Keine Tätigkeiten, welche mit Schlägen und/oder Vibrationen für die linke 

obere Extremität verbunden seien, höchstens mittelschweres Tragen und 

Heben bis Lendenniveau und höchstens leichte und keine repetitiven Tä-

tigkeiten bis Schulterniveau, keine Überkopfarbeiten, kein Tragen/Heben 

sowie Bewegen von mittelschweren bis schweren Lasten mit Hubwagen 

ohne "Eigenbetrieb" sowie aus Sicherheitsgründen auch keine Gerüstar-

beiten und kein Besteigen von Leitern. Ansonsten würden keine anderen 

Einschränkungen bestehen, insbesondere nicht zeitlicher Natur (VB 127 

S. 6). Die schmerzhafte Funktionsstörung des linken Schultergelenks bei 

leichter beginnender Omarthrose stelle eine Integritätseinbusse von 15 % 

dar (VB 128 S. 1). 

 

2.2. 

Die Beurteilung der aus dem Unfall resultierenden somatischen Beeinträch-

tigungen und der dadurch bedingten Arbeits(un)fähigkeit durch Kreisarzt 

med. pract. B. vom 19. August 2021 (VB 127) erfüllt die gesetzlichen und 

rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige ärztliche 

Beurteilung (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352) 

und ist in medizinischer Hinsicht umfassend, was auch unter den Parteien 

(zu Recht) nicht umstritten ist. Es ist deshalb bei der Beurteilung des 

Rentenanspruchs des Beschwerdeführers auf die von Kreisarzt med. pract. 

B. attestierte Arbeitsfähigkeit abzustellen. 

 

3. 

3.1. 

Gemäss Art. 16 ATSG wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein-

gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgegli-

chener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Bezie-

hung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie 

nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). 

  

Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des Be-

ginns des Rentenanspruchs massgebend. Allfällige rentenwirksame Ände-

rungen der Vergleichseinkommen sind bis zum Einspracheentscheid zu be-

rücksichtigen (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 S. 300 mit Hinweisen). 

 

3.2. 

Im angefochtenen Einspracheentscheid zog die Beschwerdegegnerin 

zwecks Bestimmung des Validen- und des Invalideneinkommens die Ta-

bellenlöhne der schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Jahres 

 - 5 - 

 

 

 

2018 des Bundesamtes für Statistik (BFS) heran (VB 174 S. 8 f.; vgl. auch 

VB 147 S. 2; 144 S. 1 f.) und gewährte bei der Festsetzung des Invaliden-

einkommens einen leidensbedingten Abzug in der Höhe von 5 %. Aus dem 

Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 70'703.00 mit dem Invalidenein-

kommen von Fr. 65'542.90 errechnete die Beschwerdegegnerin einen ren-

tenausschliessenden Invaliditätsgrad von 7.3 % (VB 174 S. 8 f.). 

 

3.3. 

3.3.1. 

Der Beschwerdeführer bringt bezüglich der Invaliditätsbemessung einzig 

vor, der von der Beschwerdegegnerin gewährte Tabellenlohnabzug sei zu 

niedrig. Aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen stehe ihm nur 

noch eine stark begrenzte Auswahl an Verweistätigkeiten offen. Zudem 

verfüge er über keine anerkannte Berufsausbildung und habe seit 1990, 

mithin mehr als 30 Jahren, in der körperlich schweren Tätigkeit als Fens-

termonteur gearbeitet und könne nun keine schweren Arbeiten mehr aus-

führen. Es sei daher vom Invalideneinkommen ein leidensbedingter Abzug 

von mindestens 10 % vorzunehmen (Beschwerde S. 9 ff.). 

 

3.3.2. 

Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von lohnstatistischen An-

gaben ermittelt, ist der entsprechende Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 

hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des kon-

kreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 

Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach 

pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind. Ein Abzug soll 

aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im Einzelfall An-

haltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen eines oder 

mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte (Rest-)Arbeitsfä-

higkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem 

Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzuges 

ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalidenein-

kommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu be-

grenzen (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f.; 129 

V 472 E. 4.2.3 S. 481; 126 V 75 [insbesondere E. 5 S. 78 ff.]). 

 

3.3.3. 

Bezüglich der gesundheitlichen Einschränkungen ist darauf hinzuweisen, 

dass der beschränkten Belastbarkeit der linken Schulter sowie dem Belas-

tungsprofil (keine Tätigkeiten in Verbindung mit Schlägen und/oder Vibra-

tionen für die linke obere Extremität, höchstens mittelschweres Tragen und 

Heben bis Lendenniveau und höchstens leichte und keine repetitiven Tä-

tigkeiten bis Schulterniveau, keine Überkopfarbeiten und kein Tragen/He-

 - 6 - 

 

 

 

ben sowie Bewegen von mittelschweren bis schweren Lasten mit Hub-

wagen ohne elektrischen Antrieb; vgl. VB 127 S. 6), bereits mit der Einstu-

fung im Kompetenzniveau 1 Rechnung getragen wurde (vgl. hierzu Urteil 

des Bundesgerichts 8C_48/2021 vom 20. Mai 2021 E. 4.3.4 mit Hinwei-

sen). Diesbezüglich gilt es insbesondere auch zu beachten, dass die ge-

sundheitlich bedingte Unmöglichkeit, körperlich schwere Arbeit zu verrich-

ten, nicht automatisch zu einem (höheren) leidensbedingten Abzug führt. 

Sodann sind dem Beschwerdeführer dem definierten Belastungsprofil ent-

sprechende Tätigkeiten in einem vollen Pensum ohne Leistungseinschrän-

kung zumutbar (vgl. VB 127 S. 6). Dass dem Beschwerdeführer ausserdem 

keine Gerüstarbeiten und kein Besteigen von Leitern möglich ist, vermag 

das Spektrum der zumutbaren Verweisungstätigkeiten nicht derart einzu-

schränken, dass sich diesbezüglich ein leidensbedingter Abzug aufdrän-

gen würde. 

 

Auch begründet eine fehlende Berufsausbildung regelmässig keinen Ab-

zug vom Tabellenlohn, da dieser Umstand ebenfalls bereits mit der Eintei-

lung in das niedrigste Kompetenzniveau 1 der LSE berücksichtigt wurde 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_702/2020 vom 1. Februar 2021 E. 6.3.2 

mit Hinweisen). Weitere Merkmale, welche einen Abzug rechtfertigen wür-

den, sind nicht ersichtlich und werden vom Beschwerdeführer auch nicht 

dargetan. 

 

Es scheint daher fraglich, ob der von der Beschwerdegegnerin gewährte 

Abzug von 5 % überhaupt gerechtfertigt ist. Da aber selbst bei einem 

10%igen Abzug noch ein Invalideneinkommen resultieren würde 

(Fr. 65'542.9 / 95 x 90 = Fr. 62'093.27), aufgrund dessen sich kein Renten-

anspruch ergäbe, wie nachfolgend aufzuzeigen ist, kann dies offenbleiben. 

 

3.4. 

Die Beschwerdegegnerin ermittelte nicht nur das Invaliden-, sondern auch 

das von ihr auf Fr. 70'703.00 festgesetzte Valideneinkommen gestützt auf 

die Tabellenlöhne der LSE (vgl. VB 147 S. 2; 144 S. 2). 

 

Vorliegend musste der Beschwerdeführer seine selbständige Tätigkeit als 

Fenstermonteur unbestrittenermassen aufgrund der unfallbedingten Be-

schwerden aufgeben. Dies rechtfertigt jedoch entgegen der Beschwerde-

gegnerin (vgl. VB 147 S. 2) noch keine Anwendung der Tabellenlöhne, son-

dern das Valideneinkommen ist grundsätzlich anhand des zuletzt erzielten 

Verdienstes zu bemessen, da erfahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit 

ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (vgl. hierzu BGE 135 

V 58 E. 3.1 S. 59; vgl. auch BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 f., 134 V 322 

E. 4.1 S. 325 f. und 129 V 222 E. 4.3.1 S. 224). Bei Selbständigerwerben-

den wird das Valideneinkommen grundsätzlich auf der Basis der Einträge 

im Individuellen Konto (IK-Auszug) bestimmt (vgl. Urteil des Bundesge-

 - 7 - 

 

 

 

richts 9C_413/2017 vom 19. September 2017 E. 3.2.2). Der Beschwerde-

führer erzielte gemäss IK-Auszug in den fünf Jahren vor dem Unfall ein 

Einkommen von jeweils jährlich Fr. 63'600.00 (vgl. VB 89 S. 4), womit ge-

nügend konkrete Angaben für die Bestimmung des Valideneinkommens 

vorliegen. Folglich ist das Valideneinkommen auf Fr. 63'600.00 festzu-

setzen. 

 

Damit würde selbst bei Gewährung eines 10%igen leidensbedingten Ab-

zugs vom Invalideneinkommen (vgl. E. 3.3.3. hiervor) kein rentenbegrün-

dender (vgl. Art. 18 Abs. 1 UVG) Invaliditätsgrad erreicht ([Fr. 63'600.00 – 

Fr. 62'093.27] / Fr. 63'600.00 x 100 = 2.4 %). Die Beschwerdegegnerin hat 

einen Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente somit im 

Ergebnis zu Recht verneint. 

 

4. 

4.1. 

Zu prüfen bleibt die Höhe der Integritätsentschädigung. 

 

4.2. 

Gemäss Art. 36 Abs. 1 UVV gilt ein Integritätsschaden als dauernd, wenn 

er voraussichtlich während des ganzen Lebens mindestens im gleichen 

Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperliche, geistige oder psy-

chische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, augenfällig oder 

stark beeinträchtigt wird (vgl. auch BGE 133 V 224 E. 2.2 S. 227 mit Hin-

weis auf BGE 124 V 29 und 124 V 209). Die Schädigung ist erheblich, so-

bald sie die Schwelle von 5 % erreicht (GUSTAVO SCARTAZZINI, Neuere Fra-

gen zur Integritätsentschädigung, SZS 2007 S. 292; Ziff. 1 Abs. 3 des An-

hangs 3 zur UVV; vgl. auch BGE 116 V 156 E. 3b S. 157). 

 

Die Schätzung des Integritätsschadens ist eine ärztliche Aufgabe (PHILIPP-

PORTWICH, Die Integritätsentschädigung für psychische Unfallfolgen nach 

dem schweizerischen Bundesgesetz über die Unfallversicherung: Grundla-

gen und Hinweise für die gutachterliche Praxis, SZS 53/2009 S. 344). Die 

Schwere des Integritätsschadens beurteilt sich ausschliesslich nach dem 

medizinischen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integri-

tätsschaden für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär be-

messen (RUMO-JUNGO/HOLZER, Schweizerisches Unfallversicherungs-

recht, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, S. 166 mit Hinweisen). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Die Beschwerdegegnerin sprach dem Beschwerdeführer gestützt auf die 

Beurteilung von Kreisarzt med. pract. B., wonach die schmerzhafte 

Funktionsstörung des linken Schultergelenkes (Beweglichkeit bis zur Hori-

zontalen) bei leichter beginnender Omarthrose links eine Integritätsein-

busse in der Höhe von 15 % darstelle (VB 128), sowie in Anwendung der 

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SUVA-Tabelle 1.2 für Integritätsschäden bei Funktionsstörungen an den 

oberen Extremitäten (Schulter bis zur Horizontalen beweglich) eine Integri-

tätsentschädigung von 15 % zu (VB 174 S. 9 ff.).  

 

4.3.2. 

Demgegenüber macht der Beschwerdeführer unter Hinweis auf den von 

ihm im Rahmen des Einspracheverfahrens eingereichten Bericht von 

Dr. med. C., Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, vom 20. Dezember 2021 (VB 162; 163 S. 1 f.) 

geltend, es bestehe eine schwere Form einer Periarthrosis humeroscapula-

ris. Die Integritätsentschädigung sei deshalb auf 25 % festzusetzen (vgl. 

Beschwerde S. 6 ff.). 

 

4.4. 

Im Bericht vom 20. Dezember 2021 stellte Dr. med. C. im Wesentlichen 

eine eingeschränkte glenohumerale Beweglichkeit links fest (vgl. VB 163 

S. 1 f.), was sich mit der Beurteilung von Kreisarzt med. pract. B. deckt 

(VB 127 S. 4 f.). Dem Bericht von Dr. med. C. lässt sich – entgegen den 

entsprechenden Ausführungen des Beschwerdeführers – nicht entnehmen, 

dass eine schwere Form einer Periarthrosis humeroscapularis vorliegen 

würde. So stellte Dr. med. C. gestützt auf die radiologische Diagnostik 

einzig fest, es würde eine beginnende osteophytäre Ausziehung im Sinne 

einer degenerativen Problematik vorliegen (VB 163 S. 2). Von weiteren 

degenerativen Befunden berichtete er nicht. Es bleibt daher unklar, was 

Dr. med. C. mit der Beurteilung "der Integritätsentschädigung auf eine 

schwere Form" (vgl. VB 163 S. 2) überhaupt gemeint hatte. Zudem nahm 

er keinen Bezug auf die massgebende SUVA-Tabelle 1.2 (vgl. E. 4.3.1.) 

und setzte die Integritätseinbusse auch nicht ziffernmässig fest, sondern 

führte vielmehr aus, der entsprechende Entscheid liege bei der 

Beschwerdegegnerin (vgl. VB 163 S. 2). Schliesslich stellte Kreisarzt 

med. pract. B. ebenfalls eine beginnende Omarthrose links fest und wies 

darauf hin, dass bei einer Zunahme die Höhe des Integritätsschadens 

erneut zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen sei (vgl. VB 128 

S. 1). Die Beurteilung von Kreisarzt med. pract. B. ist vor dem Hintergrund 

der aktenkundigen Befunde an der linken Schulter bzw. der damit zu 

erklärenden unfallbedingten funktionellen Einschränkungen und mit Blick 

auf die SUVA-Tabelle 1.2 folglich nicht zu beanstanden, womit es bei der 

von der Beschwerdegegnerin zugesprochenen Integritätsentschädigung 

basierend auf einer Integritätseinbusse von 15 % bleibt. 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten erweist sich der Einspracheentscheid vom 25. März 

2022 als rechtens; die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

 

 - 9 - 

 

 

 

5.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

5.3. 

Dem Beschwerdeführer steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu.  

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreter; 2-fach)   

die Beschwerdegegnerin (Vertreter; 2-fach) 

das Bundesamt für Gesundheit 

 

  

 - 10 - 

 

 

 

   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 21. Dezember 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Schweizer