# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c9d1a087-c700-50ce-a0c4-7103e3aa0a2a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.11.2022 D-4941/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-4941-2022_2022-11-29.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-4941/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 9 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Einzelrichterin Nina Spälti Giannakitsas, 

mit Zustimmung von Richterin Esther Marti,  

Gerichtsschreiberin Sara Steiner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kolumbien,   

vertreten durch Christian Bignasca,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 26. September 2022 / N (…). 

 

 

 

D-4941/2022 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge Kolumbien am 

4. Mai 2022 verliess und am 5. Mai 2022 in die Schweiz einreiste, wo er 

am 11. Mai 2022 gemeinsam mit seiner Mutter (D-4959/2022) um Asyl 

nachsuchte, 

dass er anlässlich der Anhörungen zu den Asylgründen vom 9. August 

2022 und 20. September 2022 im Wesentlichen geltend machte, im Jahr 

2007 sei von seiner Familie eine Stiftung für benachteiligte Kinder gegrün-

det worden, in der insbesondere gegen die Anwerbung von Kindern durch 

gewalttätige Gruppen gekämpft worden sei, 

dass sie im Jahr 2015 zudem die Partei Movimento Politico Cristiano 

(MPC) gegründet hätten und seine Mutter bei den Wahlen im Jahr 2019 in 

die Politik eingetreten sei, wobei er (der Beschwerdeführer) sie bei ihrer 

Kampagne immer begleitet und ihre politischen Veranstaltungen organi-

siert habe, 

dass er sich bereits seit dem Alter von 15 oder 16 Jahren, das heisst ab 

dem Jahr 2018 aktiv engagiert habe, indem er Veranstaltungen organisiert 

habe, 

dass er im Rahmen von MPC Kids auch Veranstaltungen für Kinder orga-

nisiert habe, 

dass seine Mutter kurze Zeit vor den Wahlen 2019 bedroht worden sei, 

damit sie ihre Kandidatur zurückziehe, was sie dann auch gemacht habe,  

dass sie am (…) Januar 2021 erneut schwer bedroht worden sei, woraufhin 

sie um Schutz durch die Unidad Nacional de Proteccion (UNP) ersucht hät-

ten, welchen sie erst im Juni 2021 für drei Monate und nur ungenügend 

erhalten hätten, 

dass sie anschliessend die meiste Zeit zu Hause geblieben seien, 

dass sein jüngerer Bruder im September 2021 für einige Stunden ver-

schwunden sei, was für die Familie sehr einschneidend gewesen sei, wes-

halb sie den Umzug in eine andere Stadt in Betracht gezogen hätten, 

D-4941/2022 

Seite 3 

dass er sich im Februar 2022 für die Universität in Bogotá eingeschrieben 

habe und dort im März 2022 mit seiner Mutter zu einer Wohnungsbesichti-

gung unterwegs gewesen sei, als ein Lieferwagen angehalten und bewaff-

nete Männer ausgestiegen seien, die sie als Mitglieder der AGC (Autode-

fensas Gaitanistas de Colombia; Clan del Golfo) erkannt hätten,  

dass in der Folge ein Schuss gefallen sei, woraufhin sie geflohen und sich 

in einem Einkaufszentrum versteckt hätten, 

dass sie aufgrund dieses Ereignisses am 30. März 2022 das Flugbillett für 

die Schweiz gekauft hätten und anschliessend ausgereist seien, ohne sich 

zuvor noch einmal um behördlichen Schutz zu bemühen, weil sie das Ver-

trauen in die Behörden verloren hätten, 

dass der Beschwerdeführer zur Stützung seiner Vorbringen unter anderem 

diverse Beweismittel bezüglich der Kandidatur seiner Mutter, der Stiftungs-

gründung, der beantragten Schutzgewährung durch die UNP, des Ver-

schwindens seines jüngeren Bruders und der Anzeigeerstattung durch 

seine Tante zu den Akten reichte, 

dass das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 

26. September 2022 – gleichentags eröffnet – im Rahmen des beschleu-

nigten Verfahrens ablehnte sowie die Wegweisung aus der Schweiz und 

den Vollzug anordnete, 

dass das SEM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Beschwer-

deführer selbst sei nicht bedroht worden und mache eine Reflexverfolgung 

im Zusammenhang mit seiner Mutter geltend, 

dass er dabei eine Verfolgung durch Dritte geltend mache, gegen die der 

kolumbianische Staat grundsätzlich schutzfähig und schutzwillig sei (vgl. 

E-3889/2019 vom 5. Juli 2021 E. 4.3), 

dass es vorliegend keine Hinweise gebe, wonach er gegen die Verfolgung 

keinen Schutz erhalten hätte, wenn er einen solchen beantragt hätte, was 

er versäumt habe, 

dass sich seine Behauptungen über die Schutzunfähigkeit der Behörden in 

allgemeinen Überlegungen erschöpfen und nicht auf persönlichen Erfah-

rungen basieren würden, zumal seine Mutter und er Schutz erhalten hät-

ten, ihnen während dieser Zeit nichts passiert sei und die Entführung des 

Bruders sich erst später zugetragen habe,   

D-4941/2022 

Seite 4 

dass die geltend gemachte Verfolgung zudem lokal begrenzt und es ihm 

möglich sei, in einem anderen Landesteil Schutz zu suchen, wo der Clan 

del Golfo nicht aktiv sei, 

dass angesichts der Schutzfähigkeit seines Landes und der Unterlassung 

seinerseits, bei den zuständigen kolumbianischen Behörden um Schutz zu 

ersuchen, nicht von der Asylrelevanz des vorliegenden Antrags ausgegan-

gen werden könne, 

dass der Stellungnahme zum Verfügungsentwurf entgegenzuhalten sei, 

dass die im Entscheid zitierte Rechtsprechung aktuell und der in der Be-

schwerde zitierte Entscheid D-475/2020 vom 12. Februar 2020 nicht an-

wendbar sei, da im vorliegenden Fall wirksam Schutz gewährt worden sei, 

dass dem weiteren Argument in der Stellungnahme, wonach die Aktivität 

des Clan del Golfo nicht lokal beschränkt sei, die mehr als erklärende, im 

Entscheid zitierte Karte widerspreche, 

dass der Vollzug der Wegweisung zudem zulässig, zumutbar und möglich 

sei, zumal der Beschwerdeführer jung und gesund sei und über eine gute 

Schulbildung, etwas Berufserfahrung sowie ein Beziehungsnetz in Kolum-

bien verfüge, 

dass die zugewiesene Rechtsvertretung mit Schreiben vom 27. September 

2022 mitteilte, der Beschwerdeführer habe auf eine weitere Vertretung ver-

zichtet, weil er einen anderen Rechtsvertreter beauftragen wolle, 

dass der Beschwerdeführer – handelnd durch seinen neu mandatierten 

Rechtsvertreter – mit Eingabe vom 26. Oktober 2022 gegen diesen Ent-

scheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und dabei die 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlings-

eigenschaft und die Asylgewährung, eventualiter die Feststellung der Un-

zulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 

und die Erteilung einer vorläufigen Aufnahme sowie subeventualiter die 

Rückweisung der Sache an die Vorinstanz beantragte,  

dass er in formeller Hinsicht um Vereinigung seines Verfahrens mit demje-

nigen seiner Mutter (D-4959/2022), um Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

ersuchte, 

D-4941/2022 

Seite 5 

dass er zur Begründung seiner Beschwerde zunächst geltend machte, das 

SEM habe den Sachverhalt nicht richtig festgestellt beziehungsweise den 

Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem es willkürlich behaupte, die poli-

zeiliche Schutzmassnahme sei zum Zeitpunkt der Entführung seines jün-

geren Bruders und beim erlittenen bewaffneten Angriff erloschen, weshalb 

er eine Neugewährung hätte beantragen müssen, und indem es die 

Schutzfähigkeit und –willigkeit des kolumbianischen Staates nicht ausrei-

chend geprüft habe, 

dass er der Verfügung inhaltlich entgegenhielt, die Schutzgewährung sei 

zu spät und nicht ausreichend erfolgt, zumal lediglich einmal pro Tag ein 

Polizist vorbeigekommen sei, ihnen nur nichts passiert sei, weil sie das 

Haus nicht verlassen hätten, und sein Bruder trotz der Schutzmassnahmen 

entführt worden sei, 

dass sie sich nicht erneut an die Behörden gewandt hätten, weil sie ver-

ständlicherweise das Vertrauen in den Staat verloren hätten, und ihnen das 

spätestens nach dem Anschlag in Bogotá auch nicht mehr zuzumuten ge-

wesen sei, 

dass er somit die Schutzunfähigkeit persönlich miterlebt habe und die 

Schutzfähigkeit des kolumbianischen Staates nicht einfach angenommen 

werden könne, nur weil die Möglichkeit bestehe, per Formular Schutz der 

UNP zu beantragen, 

dass das von der Vorinstanz verwendete Dokument zur Aufzeigung der lo-

kalen Begrenztheit der Verfolgung nicht zeige, in welchen Staatsgebieten 

der Clan del Golfo Einfluss habe, sondern lediglich welche Gemeinden im 

Zusammenhang mit den Wahlen im Jahr 2022 einem Risiko ausgesetzt 

seien, dass der Wahlprozess von bewaffneten Gruppierungen gestört 

werde, 

dass der Clan del Golfo aktuell die mächtigste und einflussreichste para-

militärisch-kriminelle Organisation in Kolumbien und faktisch in jeder Mak-

roregion anwesend sei und versuche, seine Macht durch die Einschüchte-

rung von «lideres y lideresas sociales» sowie von politischen Opponenten 

durchzusetzen, 

dass gemäss Berichten von Menschenrechtsorganisationen die Ermordun-

gen von sozialen Führern und Führerinnen schockierende Zahlen ange-

nommen hätten und der Schutz durch die UNP ungenügend sei, 

D-4941/2022 

Seite 6 

dass seine Mutter unbestritten eine «lideresa social» sei und sich ihr Profil 

mit der Kandidatur für die Wahlen verschärft habe, weshalb sie bedroht 

worden sei, 

dass sich die gegen seine Mutter ausgesprochene Morddrohung gegen die 

ganze Familie gerichtet habe und er selber einem bewaffneten Übergriff 

habe beiwohnen müssen, sodass für ihn eine Reflexverfolgung anzuneh-

men sei, 

dass der Versuch der Schutzsuche in einem anderen Landesteil mit dem 

Attentat in Bogotá gescheitert sei, 

dass ihm bei einer Rückkehr ein menschwürdiges Leben verwehrt würde, 

da er sich ständig verstecken müsste, 

dass seine Mutter seit den Ereignissen psychisch angeschlagen sei, so-

dass eine Rückkehr in die Heimat eine Retraumatisierung und Dekompen-

sation zur Folge hätte, und eine Trennung von ihm und seiner Mutter nach 

der Entführung ihres jüngsten Sohnes dieselben Folgen hätte, weshalb 

eine vorläufige Aufnahme beantragt werde, 

dass er zur Stützung seiner Vorbringen neu unter anderem eine fotografi-

sche Dokumentation der Aktivitäten der Stiftung und betreffend den Wahl-

kampf, eine Dokumentation aus den sozialen Medien zum Verschwinden 

des jüngeren Bruders, eine Chronologie der Ereignisse, ein Schreiben der 

Veeduria Nacional vom 21. Oktober 2021, wonach er neben seiner Mutter 

ebenfalls als «lider social» gefährdet sei, und einen kolumbianischen Arzt-

bericht vom 11. April 2022 betreffend seine Mutter zu den Akten reichte, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 1. No-

vember 2022 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Regel 

– so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügungen 

(Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31–33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

D-4941/2022 

Seite 7 

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG richtet, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 10 Covid-19-Verordnung Asyl 

[SR 142.318] und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass das vorliegende Verfahren mit demjenigen der Mutter des Beschwer-

deführers (D-4959/2022) koordiniert behandelt wird, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb das Urteil 

nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass das SEM den Sachverhalt richtig festgestellt hat, indem es die vom 

Beschwerdeführer geltend gemachte Bedrohung seitens dritter Personen 

zur Kenntnis genommen und sich in der angefochtenen Verfügung mit der 

Schutzfähig- und Schutzwilligkeit Kolumbiens sowie innerstaatlichen 

Fluchtmöglichkeiten unter Würdigung der aktuellen Rechtsprechung und 

der eingereichten Beweismittel auseinandergesetzt hat,  

dass sich allein aus der vom Beschwerdeführer abweichenden Einschät-

zung der Gefahrenlage durch das SEM weder auf eine unvollständige oder 

unrichtige Sachverhaltsfeststellung noch auf eine Verletzung des Untersu-

chungsgrundsatzes schliessen lässt und sich die Kritik im Kern vielmehr 

gegen die rechtliche Würdigung der Vorbringen richtet, 

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Seite 8 

dass der Beschwerdeführer an der Anhörung im Übrigen angab, die 

Schutzgewährung habe von Juni bis August gedauert und sein Bruder sei 

im September 2021 verschwunden, was für die Argumentation des SEM 

spricht (vgl. A17 D28),  

dass der Sachverhalt insgesamt als genügend erstellt zu qualifizieren ist, 

eine Rückweisung damit ausser Betracht fällt und das Gericht in der Sache 

entscheidet, 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass das Gericht die Einschätzung der Vorinstanz teilt, der Beschwerde-

führer könne in seinem Heimatstaat hinreichenden Schutz durch heimatli-

che Sicherheitskräfte gegen die geltend gemachte Verfolgung im Sinne der 

Schutztheorie (vgl. BVGE 2011/51 E. 7 m.w.H.) erhalten, 

dass im Wesentlichen auf die überzeugenden Erwägungen in der ange-

fochtenen Verfügung zu verweisen ist, 

dass das Bundesverwaltungsgericht in ständiger Praxis, ohne die in der 

Rechtsmittelschrift dargelegte schwierige Sicherheitslage Kolumbiens in 

Abrede stellen zu wollen, von der grundsätzlichen Schutzfähigkeit und  

-willigkeit der kolumbianischen Strafverfolgungs- und Justizbehörden aus-

geht (vgl. hierzu Urteil des BVGer D-1633/2021 vom 25. Mai 2021 E. 7.1.3 

m.w.H. sowie jüngst D-3900/2022 vom 29. September 2022 E. 7.1), 

dass aus den vorliegenden Akten sodann hervorgeht, dass sich die kolum-

bianischen Behörden gegenüber dem Beschwerdeführer bereits in der Ver-

gangenheit als schutzfähig und -willig zeigten, sodass nicht auf eine gene-

relle Schutzverweigerung geschlossen werden kann, woran auch der Um-

stand nichts zu ändern vermag, dass sich der Beschwerdeführer umfas-

sendere Schutzmassnahmen gewünscht hätte,  

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Seite 9 

dass er im Weiteren auf die Möglichkeit hinzuweisen ist, sich – nötigenfalls 

mit Hilfe einer Anwältin oder eines Anwalts – an eine andere oder überge-

ordnete Stelle zu wenden, um sich mit ihrem Anliegen Gehör zu verschaf-

fen, 

dass die in der Beschwerde mit Hinweis auf entsprechende Literatur vor-

getragenen Zweifel an der Effizienz der kolumbianischen Schutzstrukturen 

ebenfalls zu keinem anderen Ergebnis führen und darüber hinaus darauf 

hinzuweisen ist, dass es keinem Staat gelingt, seinen Bürgerinnen und 

Bürgern immer und überall vollumfänglichen Schutz zu gewährleisten, 

dass aus den vorliegenden Akten überdies kein klarer Zusammenhang zwi-

schen den politischen Aktivitäten der Mutter des Beschwerdeführers und 

dem Verschwinden seines jüngeren Bruders sowie den Ereignissen im 

März 2022 ergibt, zumal der Beschwerdeführer in Bezug auf die Täter-

schaft bloss Mutmassungen anstellt beziehungsweise sie im März 2022 

gar nicht persönlich angegriffen wurden, und der Sachverhalt in der Be-

schwerde stark übertrieben dargestellt wird, wenn ausgeführt wird, sie 

seien angeschossen worden, 

dass die Mutter des Beschwerdeführers, nachdem sie sich von den Wahlen 

zurückgezogen und schliesslich auch ihr Engagement in der Organisation 

aufgegeben habe, wohl nicht mehr im Visier des AGC stand, 

dass das SEM im Übrigen zu Recht ergänzend darauf hinwies, dass der 

Beschwerdeführer über innerstaatliche Aufenthaltsmöglichkeiten verfügt 

und sich alternativ auch in einer anderen Region Kolumbiens aufhalten 

kann, wobei es die zitierte Karte über Risiken bei den Wahlen als Indiz auf 

eine lokale Begrenztheit der Aktivitäten des Clan del Golfo interpretieren 

durfte, und das SEM dieses Argument ohnehin nur als Zusatz anbrachte, 

dass das angebliche Attentat in Bogotá am Gesagten nichts zu ändern ver-

mag, 

dass vor diesem Hintergrund nicht davon auszugehen ist, der Beschwer-

deführer müsste sich bei einer Rückkehr ständig verstecken und könnte so 

kein menschenwürdiges Leben führen, 

dass weder die bei der Vorinstanz noch die auf Beschwerdeebene neu ein-

gereichten Beweismittel an dieser Einschätzung etwas zu ändern vermö-

gen, da sie Sachverhalte betreffen, die vorliegend unbestritten blieben, be-

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Seite 10 

ziehungsweise das Schreiben der «Veeduria Nacional» als Gefälligkeits-

schreiben die mangelnde staatliche Schutzwilligkeit oder -fähigkeit nicht zu 

belegen vermag,  

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

Staatssekretariat das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom Staatssekretariat ebenfalls zu Recht angeordnet 

wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

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Seite 11 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass sodann keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat 

drohende menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 

BV, von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter 

und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung 

oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,  

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- beziehungsweise Herkunfts-

staat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine konkrete 

Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-

zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, 

dass das SEM zu Recht feststellte, der Beschwerdeführer sei jung und ge-

sund und verfüge über eine gute Schulbildung, etwas Berufserfahrung so-

wie ein Beziehungsnetz in Kolumbien, 

dass dem in der Beschwerde lediglich entgegengehalten wurde, die Tren-

nung von der Mutter hätte eine Dekompensation ihrerseits zur Folge, deren 

Vollzug der Wegweisung aber mit gleichentags ergehender Verfügung 

ebenfalls für zumutbar erklärt wird,  

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer, der über einen kurz 

vor der Ausreise erstellten gültigen Reisepass verfügt, obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom Staatssekretariat verfügte Vollzug der 

Wegweisung zu bestätigen ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 

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AsylG) und – soweit überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Be-

schwerde abzuweisen ist, 

dass das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Rechtspflege abzuweisen ist, da die Begehren – wie sich aus 

den vorstehenden Erwägungen ergibt – als aussichtlos zu bezeichnen wa-

ren, weshalb die Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt 

sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner