# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 83be616f-7024-59ac-9b8a-342e48c72f4d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 23.03.2021 SK1 2021 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2021-14_2021-03-23.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Verfügung vom 23. März 2021

Referenz SK1 21 14

Instanz I. Strafkammer 

Besetzung Moses, Vorsitzender
Richter, Aktuarin

Parteien A._____
Gesuchsteller

gegen

Staatsanwaltschaft Graubünden
Sennhofstrasse 17, 7001 Chur
Gesuchsgegnerin

in Sachen

B._____, 
vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Tobias Brändli
Aquasanastrasse 8, 7000 Chur 

Gegenstand Vollzugslockerungen

Mitteilung 25. März 2021

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I. Sachverhalt

A. Mit Urteil vom 12. September 2019 stellte das Regionalgericht Prätti-
gau/Davos fest, dass B._____ die Tatbestände der strafbaren Vorbereitungshand-
lungen zur Brandstiftung, der mehrfachen Sachbeschädigung, der mehrfachen 
Drohung und des Hausfriedensbruchs erfüllt habe. Er habe diese Straftaten 
schuldlos begangen, da er aufgrund einer psychischen Erkrankung nicht in der 
Lage gewesen sei, deren Unrecht einzusehen. Das Regionalgericht ordnete eine 
stationäre therapeutische Massnahme im Sinne von Art. 59 StGB (Behandlung 
von psychischen Störungen) an. Aus seinem Urteil geht hervor, dass sich B._____ 
am 11. Februar 2019 gewaltsam Zugang zum elterlichen Wohnhaus verschafft 
hatte, woraufhin sich seine Mutter und sein Bruder aufgrund früherer Erfahrungen 
in ein Zimmer einsperrten. B._____ habe daraufhin brennbares Material vor die 
Zimmertüre gelegt und einen Lappen mit Benzin getränkt. Die zwischenzeitlich 
informierte Polizei habe ihn festgenommen und in der Psychiatrischen Klinik 
C._____ fürsorgerisch untergebracht.

B._____ war am 21. März 2019 vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons 
Graubünden in Untersuchungshaft versetzt worden. Nach Einholung eines psych-
iatrischen Gutachtens hatte die Staatsanwaltschaft Graubünden am 7. Mai 2019 
das von B._____ gestellte Gesuch um vorzeitigen Massnahmenantritt bewilligt und 
hatte ihn per 28. Mai 2019 in den vorzeitigen Massnahmenvollzug in die Klinik 
D._____ (fortan D._____) in E._____ versetzen lassen. Im Rahmen des vorzeiti-
gen Massnahmenvollzugs hatten die D._____ die Ermächtigung zur Zwangsmedi-
kation von B._____ erhalten. 

B. Gegen das Urteil des Regionalgerichts erhob B._____ am 11. Mai 2020 
Berufung. Das Berufungsverfahren ist hängig (SK1 20 25). 

C. GIeichentags, am 11. Mai 2020, ersuchte B._____ das Kantonsgericht von 
Graubünden, ihn aus dem vorzeitigen Massnahmenvollzug zu entlassen. Dieses 
Gesuch wies das Kantonsgericht mit Verfügung vom 2. Juni 2020 ab. Die hierge-
gen erhobene Beschwerde von B._____ wies das Bundesgericht mit Urteil vom 
3. August 2020 ebenfalls ab, soweit es darauf eintrat.

D. Am 12. März 2021 stellte das Amt für Justizvollzug (fortan AJV oder Ge-
suchstellerin) den Antrag, B._____ seien begleitete Ausgänge auf dem Klinikareal 
der Klinik D._____, zu bewilligen. B._____ erhielt das Gesuch zur Kenntnisnahme 
zugestellt.

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E. Die Staatsanwaltschaft Graubünden (fortan Staatsanwaltschaft) verzichtete 
am 18. März 2021 auf eine Stellungnahme. Ebenso wenig liess sich B._____ (un-
aufgefordert) zur Sache vernehmen.

F. Die Akten des Berufungsverfahrens (SK1 20 25) sowie des Verfahrens be-
treffend Entlassung aus dem vorzeitigen Massnahmenvollzug (SK1 20 29) sind 
beigezogen.

II. Erwägungen

1. Während des vorzeitigen Massnahmenvollzugs stellt das AJV beim zustän-
digen Gericht einen Antrag für Vollzugslockerungen (Art. 3 Abs. 1 lit. a des Justiz-
vollzugsgesetzes [JVG; BR 350.500] in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. l der Jus-
tizvollzugsverordnung [JVV; BR 350.510]). Aufgrund des hängigen Berufungsver-
fahrens (SK1 20 25) fällt dessen Beurteilung in die einzelrichterliche Zuständigkeit 
der Verfahrensleitung (Art. 19 JVV; vgl. Art. 233 und 236 StPO; Art. 9 und Art. 12 
der Kantonsgerichtsverordnung [KGV; BR 173.100]; vgl. ferner SK1 20 29). Die 
Verfahrensleitung obliegt dem jeweiligen Kammervorsitzenden, im konkreten Fall 
dem Vorsitzenden der I. Strafkammer (Art. 9 des Gerichtsorganisationsgesetzes 
[GOG; BR 173.000]).

2. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Gewährung von Voll-
zugslockerungen im vorzeitigen Massnahmenvollzug in Form von begleiteten 
Ausgängen auf dem Klinikareal für B._____. 

3.1. Der vorzeitige Straf- oder Massnahmenantritt stellt seiner Natur nach eine 
strafprozessuale Zwangsmassnahme auf der Schwelle zwischen Strafverfolgung 
und Strafvollzug dar. Damit soll schon vor Erlass des rechtskräftigen Strafurteils 
ein Haftregime ermöglicht werden, das auf die persönliche Situation der beschul-
digten Person zugeschnitten ist; ausserdem können erste Erfahrungen mit der 
voraussichtlich sachlich gebotenen Vollzugsform gesammelt werden. Der vorzeiti-
ge Strafantritt betrifft nur das Vollzugsregime. Damit ändern sich allein die Voll-
zugsmodalitäten, indem das Regime der Vollzugsanstalt zur Anwendung gelangt. 
Dies ändert nichts daran, dass es sich beim vorzeitigen Strafantritt um nichts an-
deres als um eine Variante der strafprozessualen Haft handelt (BGE 143 IV 160 
E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_453/2018 E. 2.6; Art. 236 Abs. 4 StPO).

3.2. Das Bundesrecht regelt die Grundzüge des Straf- und Massnahmenvoll-
zugs. Die Einzelheiten des Vollzugs richten sich nach kantonalem Recht und den 
für den einzelnen Kanton jeweils massgebenden Konkordatsrichtlinien. Was den 
vorzeitigen Straf- und Massnahmenvollzug anbelangt, so finden sich die rechtli-

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chen Grundlagen primär in der StPO. Zum Vollzug des vorzeitigen Straf- und 
Massnahmenvollzugs gibt es indes keine Vorschriften im Bundesrecht. Unbestrit-
ten ist heute, dass im vorzeitigen Strafvollzug das normale Vollzugsrecht anwend-
bar ist, dass aber Interessen der Strafuntersuchung bzw. der Zweck der Untersu-
chungs- oder Sicherheitshaft zu abweichenden Regelungen führen können (vgl. 
BGE 143 IV 160; 123 I 221; 117 Ia 257).

4.1. Vorliegend sind die von der Ostschweizerischen Strafvollzugskommission 
beschlossenen und als verbindlich erklärten Richtlinien unmittelbar anwendbar 
(Art. 1 Abs. 2 JVG). Gemäss Ziff. 2.2 Abs. 3 der Richtlinien der Ostschweizer 
Strafvollzugskommission über den Vollzug von Freiheitsstrafen und freiheitsent-
ziehenden Massnahmen bei potentiell gefährlichen Straftätern und Straftäterinnen 
vom 26. Oktober 2012 (fortan RL OSK) stellen begleitete Ausgänge Vollzugsöff-
nungen dar. Mit Blick auf das Anlassdelikt handelt es sich bei B._____ um einen 
Täter, dessen Gemeingefährlichkeit im Rahmen von Vollzugslockerungen zu prü-
fen ist (vgl. act. A.1; AJV act. 1 und 3; Anhang zur RL OSK mit Verweis auf Art. 64 
Abs. 1 StGB). Die Fachkommission des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats ist 
beizuziehen, wenn die Einweisungsbehörde eine Vollzugsöffnung erwägt und sie 
die Gemeingefährlichkeit nicht selber eindeutig beantworten kann oder Zweifel 
hinsichtlich der zu treffenden Massnahmen hat (vgl. Ziff. 2.3 RL OSK; vgl. ferner 
Art. 75a Abs. 1 in Verbindung mit Art. 62d Abs. 2 StGB). 

4.2. Ob eine Vollzugslockerung im Einzelfall bewilligt werden kann, ist aufgrund 
einer Analyse der konkreten Risiken in Berücksichtigung des Zwecks und der kon-
kreten Modalitäten der geplanten Lockerung sowie der aktuellen Situation der ein-
gewiesenen Person zu entscheiden. Die Nichtbewilligung von Vollzugslockerun-
gen muss sich jedoch auf ernsthafte und objektive Gründe stützen, wobei die 
Behörden insofern über ein weites Ermessen verfügen (vgl. Urteile des Bundesge-
richts 6B_240/2018 vom 23. November 2018 E. 2.3; 6B_1151/2019 vom 21. Ja-
nuar 2020 E. 1.3.5; je mit Hinweisen).

5. Dem Gericht liegen die Einschätzungen und Empfehlungen verschiedener 
beigezogenen Fachpersonen vor.

5.1. Im forensisch-psychiatrischen Gutachten der D._____ vom 3. April 2019 
diagnostizierte die beauftragte Gutachterin bei B._____ eine episodisch verlaufen-
de paranoide Schizophrenie (ICD-10: F 20.0), welche seit dem Jahr 2014 bestehe. 
Es handle sich im vorliegenden Fall um eine schwere psychische Störung, die zu 
erheblichen Beeinträchtigungen des psychosozialen Funktionsniveaus, der psy-
chischen Grundfunktionen (Kognition, Emotion, Realitätswahrnehmung und Rea-

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litätsbeurteilung) und des sozialen Umfelds geführt habe. Das Risiko für Gewaltta-
ten sei bei B._____ aufgrund seiner psychischen Erkrankung in ungenügend be-
handeltem Zustand gegenüber der Allgemeinbevölkerung deutlich erhöht. Es sei-
en fremdgefährdende Handlungen aus den Kategorien der bisher beschriebenen 
Verhaltensweisen bzw. der aktuell vorgeworfenen Straftaten zu erwarten. Auf-
grund der in den letzten zwei bis drei Jahren beobachtbaren Progression und der 
krankheitsbedingt fehlenden Verhaltenskontrolle bei subjektivem Gefühl von Be-
drohung sei auch von einem stark erhöhten Risiko für schwerwiegende Gewaltde-
likte auszugehen, wobei aufgrund der Vorgeschichte besonders Personen aus 
dem sozialen Nahraum des Exploranden betroffen sein dürften (AJV act. 1).

5.2. Im Therapiebericht der D._____ vom 15. Mai 2020 legten die behandelnden 
Ärzte dar, dass das fremdaggressive Verhalten bei B._____ einerseits auf dem 
Boden spezifischer Krankheitssymptome entstehe, die mit subjektivem Bedro-
hungsgefühl und nachfolgender Selbstverteidigungsnotwendigkeit einhergingen. 
Diese Symptome könnten durch Medikation aktuell soweit beeinflusst werden, 
dass im geschlossenen stationären Setting daraus kein erhöhtes Risiko resultiere. 
Eine zweite delikt- bzw. risikorelevante Dynamik bestehe im Zusammenhang mit 
der vollständig fehlenden Krankheitseinsicht: Der Gesuchsteller mache seine Fa-
milie, insbesondere seine Mutter, für seine früheren und die aktuelle Unterbrin-
gung in der Psychiatrie und mittelbar für das Scheitern seiner Lebensziele verant-
wortlich. Daraus resultiere eine angespannt-feindselige Grundstimmung, die aktu-
ell episodisch spürbar sei und ohne Medikation, insbesondere ausserhalb einer 
gesicherten Unterbringung, sehr wahrscheinlich rasch handlungsrelevant werden 
würde (act. C.1 [SK1 20 29]).

5.3. Schliesslich liegt das Schreiben der D._____ vom 17. Februar 2021 im 
Recht, auf welches die Gesuchstellerin denn auch das zu beurteilende Gesuch 
stützt. In besagtem Schreiben äussern sich die D._____ wie folgt: Nach einem 
schwierigen Behandlungsverlauf, wie im Verlaufsbericht vom 15. Mai 2020 be-
schrieben, zeichne sich mittlerweile hinsichtlich der verschriebenen oralen 
Zwangsmedikation eine merkliche psychische Stabilisierung mit Rückgang der 
Positivsymptomatik sowie Verbesserung der kognitiven Funktionsfähigkeit ab. 
B._____ nehme jeweils zuverlässig an den ihm angebotenen Therapien teil und 
sei im Kontakt sowohl zu Mitpatienten wie auch Pflegenden stets höflich und an-
gepasst. Ferner gelinge es B._____ zunehmend, in den ihm angebotenen Einzel-
psychotherapiestunden offener über die bestehende Positivsymptomatik zu be-
richten, was als deutlicher Fortschritt hinsichtlich Transparenz gewertet werde. 
Auch die laborchemisch gemessenen Paliperidonspiegel befänden sich nun seit 

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Anfang Dezember 2020 konstant im therapeutischen Bereich, was für eine deutli-
che Besserung hinsichtlich der Medikamententoleranz spreche. Nach wie vor be-
stehe jedoch eine unzureichende Medikamentencompliance. Aufgrund der be-
schriebenen günstigen Entwicklung beantragen die D._____ die Lockerungsstufe 
3 (1:1 personalbegleitete Ausgänge im Klinikareal). Aufgrund der Symptomremis-
sion und des angepassten Verhaltens von B._____ sowie der ohne nennenswerte 
Zwischenfälle verlaufenen zweimaligen externen Untersuchungen im Kantonsspi-
tal F._____ gehen die D._____ nicht von einem erhöhten Risiko für einen Locke-
rungsmissbrauch aus. Zur besseren Einschätzung empfehlen die D._____, die 
Lockerungsstufe 3 dennoch vorerst an häufigere Paliperidonspiegelkontrollen so-
wie 2:1 Begleitung (Psychotherapeutin, Pflegeperson) zu knüpfen, welche erst im 
weiteren Verlauf bei guter Bewährung zu lockern seien. Das Ziel der Vollzugslo-
ckerung sei der Ausbau der Tagesstruktur, der Aktivierung sowie der weitere Auf-
bau der Beziehung zu den Mitgliedern des Behandlungsteams (AJV act. 7).

6.1. Zu betonen gilt, dass vorliegend lediglich begleitete Ausgänge auf dem Kli-
nikareal beantragt sind. B._____ befindet sich bereits seit dem 28. Mai 2019 im 
vorzeitigen Massnahmenvollzug. Er nimmt seine Medikamente zurzeit regelmäs-
sig ein und die behandelnden Fachpersonen attestieren ihm eine günstige Ent-
wicklung. Die Lockerungen sollen zudem von weiteren Bedingungen (häufigere 
Paliperidonspiegelkontrollen und gute Bewährung) abhängen. In der Folge gehen 
die Gesuchstellerin und die Fachpersonen davon aus, dass im angedachten Lo-
ckerungssetting und der damit einhergehenden Begleitung weder die Gefahr be-
stehe, dass B._____ fliehe, noch zu befürchten sei, dass er eine weitere Straftat 
begehe, durch die er die physische, psychische oder sexuelle Integrität einer an-
deren Person schwer beeinträchtige. Ebenso wenig erkennen sie anderweitige 
Probleme, die sich im Zusammenhang mit begleiteten Ausgängen ergeben könn-
ten (vgl. act. A.1; AJV act. 7). 

6.2. Die D._____ und die Gesuchstellerin empfehlen nachvollziehbar, weshalb 
B._____ Vollzugslockerungen zu gewähren seien, wobei seitens der Behörden 
und Fachpersonen das Vertrauen besteht, dass B._____ befähigt ist, sich an den 
Rahmen der Vollzugslockerung zu halten und zu bewähren. Unter Berücksichti-
gung der konkreten Modalitäten, des Ziels der Lockerungen sowie der merklichen 
psychischen Stabilisierung von B._____ besteht für das Gericht kein Anlass, die 
Vollzuglockerungen nicht zu bewilligen. Schliesslich steht den Vollzugslockerun-
gen auch mit Blick auf den vorzeitigen Massnahmenvollzug als Mischform zwi-
schen strafprozessualer Haft und eigentlichem Strafvollzug nichts entgegen. Na-
mentlich sind keine Beschränkungen nach Massgabe der Erfordernisse des Ver-

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fahrenszwecks oder gemäss den Notwendigkeiten, die sich aus dem bestehenden 
besonderen Haftgrund (Wiederholungsgefahr) ergeben könnten, ersichtlich. Dies 
gilt umso mehr, als keine Kollusionsgefahr besteht (vgl. act. F.1 und G.5 
[SK1 20 29]; Art. 221 Abs. 1 StPO). Entsprechend verzichtete denn auch die 
Staatsanwaltschaft im vorliegenden Verfahren auf eine Stellungnahme (act A.2). 

6.3. Es liegen keine triftigen Gründe vor, weshalb von den dargelegten, nach-
vollziehbaren Einschätzungen und Empfehlungen der Fachpersonen sowie der 
Gesuchstellerin abgewichen werden sollte. Mit der Gesuchstellerin kann auf den 
Beizug der Fachkommission zur Beurteilung der zur Diskussion stehenden beglei-
teten Ausgänge verzichtet werden.

7. Demzufolge ist das Gesuch gutzuheissen. B._____ sind Vollzugslockerun-
gen im vorzeitigen Massnahmenvollzug in Form von begleiteten Ausgängen auf 
dem Klinikareal der Klinik D._____ in 1:1 Begleitung zu bewilligen. Gemäss Emp-
fehlung der D._____ ist jedoch zur besseren Einschätzung die Lockerung vorerst 
an häufigere Paliperidonspiegelkontrollen sowie eine 2:1 Begleitung (Psychothe-
rapeutin, Pflegepersonal) zu knüpfen. Diese Modalitäten sind erst im weiteren Ver-
lauf bei guter Bewährung zu lockern (vgl. AJV act. 7). Bei Verschlechterung des 
psychischen Zustandsbildes oder Hinweisen auf Lockerungsmissbrauch ist die 
Vollzugslockerung zurückzunehmen.

8. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens sind bei der Hauptsache zu belas-
sen (SK1 20 25).

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III. Demnach wird erkannt:

1. Das Gesuch um Gewährung von Vollzugslockerungen für B._____ im vor-
zeitigen Massnahmenvollzug in Form von begleiteten Ausgängen auf dem 
Klinikareal der Klinik D._____, wird im Sinne der Erwägungen bewilligt.

2. Die Kosten des Verfahrens werden bei der Hauptsache belassen 
(SK1 20 25).

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 
30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

4. Mitteilung an: