# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa235761-5d9e-59dd-8449-2196e04d7ad7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-01-07
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 07.01.2013 NQ120060
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_NQ120060_2013-01-07.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: NQ120060-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. A. Katzenstein, Vorsitzende, Oberrichter lic. iur. 

P. Diggelmann und Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider sowie 

Gerichtsschreiberin lic. iur. K. Graf. 

Urteil vom 7. Januar 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Berufungskläger (neu: Beschwerdeführer) 

 

betreffend Errichtung Beistandschaft 
 
Berufung (neu: Beschwerde) gegen einen Beschluss des Bezirksrates  
Dietikon vom 2. Oktober 2012 i.S. B._____, geb. tt.mm.1927; VO.2012.77  
(Sozialbehörde C._____) 

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Erwägungen: 

1.1 Am tt. Juni 2009 verstarb der in C._____ wohnhaft gewesene D._____. 

Er hinterliess als Erben seine Ehefrau B._____, die Tochter E._____ und den 

Sohn A._____. Testamentarisch hatte er die Bank F._____ als Willensvollstrecke-

rin eingesetzt. Diese legte offenbar im März 2011 den Entwurf für eine Erbteilung 

vor.  

Im Dezember 2011 orientierte E._____ die Vormundschaftsbehörde 

C._____ darüber, dass ihr Bruder und ihre Mutter den Teilungsvertrag nicht un-

terschrieben hätten. Gemäss einem beigelegten ärztlichen Zeugnis könnte es die 

Mutter allerdings gar nicht gültig tun, weil sie danach nicht mehr urteilsfähig ist 

(VB-act. 3). Die Erbschafts-Liegenschaft soll nach Darstellung der Tochter im Ein-

vernehmen der Erben auf die Witwe und den Sohn übertragen werden, gegen 

entsprechende Abfindung der Tochter. Das Geschäft konnte bisher nicht abgewi-

ckelt werden, weil der zuständige Notar die Unterzeichnung durch die Witwe nicht 

akzeptierte (VB-act. 6). 

Die Vormundschaftsbehörde setzte sich mit A._____ in Verbindung und teil-

te ihm mit, aus ihrer Sicht sei eine Beistandschaft für seine Mutter nötig. Er wurde 

aufgefordert, allenfalls geeignete Personen aus dem familiären Umfeld vorzu-

schlagen. A._____ war damit aber nicht einverstanden. 

Auf entsprechende Anfrage der Behörde teilte der Hausarzt von B._____ 

mit, diese leide an einer schweren Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten, sei 

zeitlich und örtlich desorientiert, ihr Kurzzeitgedächtnis sei deutlich eingeschränkt, 

sie könne einfache Rechnungen nicht mehr ausführen und auch nicht mehr lesen, 

da sie das Geschriebene nicht mehr verstehe. Beim letzten Besuch habe sie ihn 

─ den Arzt ─ nicht mehr erkannt. Sie sei im Pflegeheim auf dauernde intensive 

Betreuung angewiesen, es sei angezeigt, ihr Vermögen verwalten und sie für 

komplexere Rechtsgeschäfte vertreten zu lassen, zu ihrem Schutz sei eine Be-

schränkung der Handlungsfähigkeit angezeigt, die Wirkung einer entsprechenden 

Massnahme vermöge sie aber nicht mehr zu erfassen (VB-act. 15 in Verbindung 

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mit VB-act. 9). Anlässlich eines Besuchs durch G._____, Präsidentin der Sozial-

behörde, wurde dieser Befund bestätigt (VB-act. 16). 

Mit Beschluss vom 27. März 2012 errichtete die Vormundschaftsbehörde für 

B._____ eine kombinierte Beistandschaft im Sinne der Art. 392 Ziff. 1 und Art. 393 

Ziff. 2 ZGB. Tochter und Sohn wurden aufgefordert, Vorschläge für die zu beauf-

tragende Person zu machen (VB-act. 18). Die Tochter schrieb, sie möchte nicht 

ihren Bruder als Beistand ernannt haben und ersuche um Ernennung einer aus-

sen stehenden Person (VB-act. 20).  

1.2 Am 2. April 2012 wandte sich A._____ mit einem Gesuch um Frister-

streckung an den Bezirksrat, welcher ihm sofort mitteilte, das sei nicht möglich, 

und ihm eine kurze Nachfrist zum begründen einer allfälligen Beschwerde ansetz-

te (BR-act. 4). Am 10. April 2012 kam A._____ der Aufforderung nach; er stellte 

den Antrag, auf eine Beistandschaft für seine Mutter sei zu verzichten, weil das 

nicht nötig und rechtsungleich sei (BR-act. 5).  

Der Bezirksrat führte einen mehrfachen Schriftenwechsel durch, während 

welchem er sowohl die Vormundschaftsbehörde als auch insbesondere A._____ 

je mehrfach zu Stellungnahmen aufforderte. Am 22. August 2012 wies er einen 

Antrag von E._____ auf sofortige Einsetzung eines Beistandes im Sinne einer 

vorsorglichen Massnahme ab. A._____ setzte er Frist an, um die "amtlichen Un-

terlagen und Beweismittel" einzureichen, die er in seinen Eingaben in Aussicht 

gestellt hatte (BR-act. 32). Am 24. August 2012 schrieb A._____ dem Bezirksrat, 

er habe bereits mitgeteilt, "dass meine Stellvertretungsvollmacht [gemeint: für die 

Mutter] rechtsgültig sei" (BR-act. 34/2). Am 3. September 2012 ging dem Bezirks-

rat über die H._____ AG … die Kopie einer Vollmacht zu, mit welcher B._____ am 

7. September 2010 ihren Sohn bevollmächtigte, "sämtliche Erbschaftssachen" 

und "Immobilienangelegenheiten inkl. öffentliche Beurkundungen und Anmeldung 

beim Grundbuch" für sie vorzunehmen (BR-act. 40/2). 

Nach nochmals mehreren Stellungnahmen der Beteiligten wies der Bezirks-

rat am 2. Oktober 2012 die Beschwerde ab (BR-act. 48 = act. 3/3). Der Entscheid 

ging A._____ am 10. Oktober 2012 zu (BR-act. 50). 

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2.1 Mit Eingabe vom 18., zur Post gegeben am 19. Oktober 2012, führt  

A._____ rechtzeitig Berufung gegen den Entscheid des Bezirksrates. Er bean-

tragt, es sei in Aufhebung des angefochtenen Entscheides auf die Errichtung ei-

ner Beistandschaft für seine Mutter zu verzichten (act. 2). 

Es wurden die Akten von Bezirksrat und Vormundschaftsbehörde beigezo-

gen. Den ihm auferlegten Kostenvorschuss zahlte A._____ fristgerecht. Weitere 

prozessleitende Anordnungen wurden nicht getroffen. 

2.2 Am 1. Januar 2013 sind das neue Kindes- und Erwachsenenschutz-

recht und die kantonalen Einführungsbestimmungen in Kraft getreten. 

a) In materieller Hinsicht gilt daher nun das neue Recht (Art. 14 Abs. 1 

SchlT ZGB). Die nach bisherigem Recht angeordneten Massnahmen ─ mit Aus-

nahme der Entmündigungen ─ gelten auch unter neuem Recht weiter; sie verlie-

ren erst nach drei Jahren ihre Wirksamkeit, wenn sie nicht bis dann von einer 

neurechtlichen Massnahme abgelöst werden (Art. 14 Abs. 3 SchlT ZGB). Ob die 

Errichtung der Beistandschaft für B._____ im Sinne dieser Bestimmung bereits 

(gültig) "angeordnet" worden ist, entscheidet sich danach, welche Wirkung die 

gegen den Beschluss vom 27. März 2012 ergriffenen Rechtsmittel hatten.  

Der Weiterzug von der Vormundschaftsbehörde an den Bezirksrat als Auf-

sichtsbehörde (§§ 41 und 75 EG ZGB) stützte sich auf Art. 420 Abs. 2 ZGB und 

war dort als "Beschwerde" bezeichnet. Im kantonalen Recht, welches mangels 

eidgenössischer Verfahrensvorschriften zum Zug kam, lief diese Beschwerde 

nach den Vorschriften des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren zum Rekurs 

ab. Dieser Rekurs hatte aufschiebende Wirkung (§ 25 VRG). Sowohl die erste als 

auch die Rekurs-Instanz konnten diesbezüglich eine andere Anordnung treffen: 

im Fall der Beistandschaft für B._____ war das aber nicht der Fall (VB-act. 18, 

Dossier BR passim). Die Wirksamkeit der Beistandschaft war demnach einstwei-

len aufgeschoben. Der Bezirksrat wies die Beschwerde von A._____ ab und be-

stätigte die Anordnung der Vormundschaftshörde. Gegen den Entscheid richtet 

sich das heute zu beurteilende Rechtsmittel. Der Bezirksrat hat es zutreffend 

noch als Berufung bezeichnet (§ 187 GOG und Art. 308 ZPO). Sowohl Berufung 

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als auch Beschwerde hatten nach altem Recht aufschiebende Wirkung, wenn ─ 

wie hier ─ nichts Anderes angeordnet wurde (§ 189 Abs. 1 und 2 GOG). 

Das bedeutet, dass beim Inkrafttreten des neuen Rechts keine altrechtliche 

Massnahme bereits gültig angeordnet war. Materiell ist also nach neuem Recht zu 

entscheiden. 

b) Das neue Recht sieht in formeller Hinsicht vor, dass bei seinem Inkraft-

treten hängige Verfahren von den neu zuständigen Behörden weitergeführt wer-

den (Art. 14a Abs. 1 SchlT ZGB); entsprechend haben die kommunalen Vor-

mundschaftsbehörden noch vor Ende 2012 alle ihre Dossier den neuen regiona-

len Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (§§ 2 ff. EG KESR) übergeben. Der 

Kanton Zürich hat mit den Bezirksräten und dem Obergericht zwei "gerichtliche 

Beschwerdeinstanzen" im Sinne von Art. 441 Abs. 1 ZGB geschaffen (§§ 63 und 

64 EG KESR). Das entspricht der bisherigen Ordnung (§§ 41 und 75 EG ZGB), 

und an der Zuständigkeit des Obergerichts ändert sich daher nichts. 

Anders als beim Inkrafttreten der neuen Zivilprozessordnung anfangs 2011 

(Art. 404 Abs. 1 ZPO) enthält das Übergangsrecht des Kindes- und Erwachse-

nenschutzrechts keinen Vorbehalt für hängige Verfahren. Gegenteils findet das 

neue Verfahrensrecht sofort Anwendung, und die neu zuständige Behörde muss 

darüber befinden, ob und wie weit das bisherige Verfahren ergänzt werden muss 

(Art. 14a Abs. 2 und 3 SchlT ZGB). Nach neuem Recht heisst das gegen Ent-

scheide der Bezirksräte zulässige Rechtsmittel nicht mehr Berufung, sondern 

"Beschwerde" (§ 64 EG KESR). Das ist terminologisch im Rubrum zu berichtigen. 

Materiell hat es aber keine Auswirkungen: das Rechtsmittel hat wie bisher die Be-

rufung aufschiebende Wirkung, wenn nicht die Vorinstanz oder das Obergericht 

das anders anordnen (Art. 450c ZGB), und die Rügegründe ─ Rechtsverletzung, 

unrichtige oder unvollständige Feststellung des erheblichen Sachverhalts, Unan-

gemessenheit ─ entsprechen ebenfalls dem bisherigen Recht (Art. 310 ZPO). 

Nach wie vor können die Vorinstanzen zur Vernehmlassung angehalten werden, 

und das Obergericht kann nach Ermessen eine mündliche Anhörung durchführen 

oder schriftliche Stellungnahmen einholen (§§ 66 ff. EG KESR). Es gilt weiterhin 

die Praxis des Bundesgerichts, dass wer ein Rechtsmittel ergreift im Einzelnen 

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darlegen muss, weshalb der angefochtene Entscheid unrichtig sei, und das ins-

besondere auch dort, wo das Verfahren dem so genannten Untersuchungsgrund-

satz ( der "maxime inquisitoire") untersteht, die Rechtsmittelinstanz also von sich 

aus Abklärungen treffen muss, wenn es die Akten nahe legen ("L'appel peut être 
formé pour violation du droit (art. 310 let. a CPC [RS 272]) et constatation inexac-
te des faits (art. 310 let. b CPC). […] Que la cause soit soumise à la maxime des 
débats (art. 55 al. 1 CPC) ou, comme en matière de mesures protectrices de 
l'union conjugale, à la maxime inquisitoire (art. 55 al. 2, art. 272 et, pour le sort 

des enfants, art. 296 al. 1 CPC), il incombe toutefois au recourant de motiver son 
appel (art. 311 al. 1 CPC), c'est-à-dire de démontrer le caractère erroné de la mo-
tivation attaquée. Pour satisfaire à cette exigence, il ne lui suffit cependant pas de 

renvoyer aux moyens soulevés en première instance, ni de se livrer à des cri-

tiques toutes générales de la décision attaquée. Sa motivation doit être suffisam-

ment explicite pour que l'instance d'appel puisse la comprendre aisément, ce qui 

suppose une désignation précise des passages de la décision que le recourant 

attaque et des pièces du dossier sur lesquelles repose sa critique.": BGE 138 III 

374, E. 4.3.1). 

3.1 In seinem Rechtsmittel kritisiert A._____ vorab, dass die Vorinstanzen 

es an der Differenzierung hätten fehlen lassen, ob eine Person wegen Krankheit 

etc. weder selber handeln noch einen Vertreter bestellen könne, oder aber ob sie 

zwar nicht mehr selber handeln könne, zum Bestellen eines Vertreters aber noch 

in der Lage sei. Das zweite treffe für seine Mutter zu, was er gerade in einem per-

sönlichen Gespräch bestätigt gefunden habe, und was ja auch in der vorgelegten 

Generalvollmacht Ausdruck fand. ─ Es trifft zu, dass es keiner behördlichen  

Massnahme bedarf, wenn eine Person zwar ihre Geschäfte nicht selber besor-

gen, aber noch einen Vertreter bestimmen kann. Der Arzt hat diese Unterschei-

dung nicht gemacht, sie war aber nach seinen Feststellungen auch nicht nötig. Er 

berichtet, B._____ leide an einer schweren Einschränkung der kognitiven Fähig-

keiten und sei zeitlich und örtlich desorientiert, ihr Kurzzeitgedächtnis sei deutlich 

eingeschränkt, sie könne einfache Rechnungen nicht mehr ausführen und auch 

nicht mehr lesen, da sie das Geschriebene nicht mehr verstehe. Beim letzten Be-

such habe sie ihn ─ den Arzt ─ nicht mehr erkannt (VB-act. 15). Dass der Sohn 

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seine Mutter anders erlebt, und dass insbesondere das Lesen (auch) wegen einer 

Sehschwäche erschwert ist, gibt keinen Anlass, an der Beurteilung des Arztes zu 

zweifeln ─ umso weniger, als sich auch die Präsidentin der Vormundschaftsbe-

hörde ein eigenes Bild machte und die Angaben des Arztes bestätigt fand (VB-

act. 16). Es mag auch sein, dass B._____ ihrem Sohn gegenüber den Wunsch 

äussert, er möge sich um ihre Angelegenheiten kümmern. Nachdem er das offen-

bar schon seit vielen Jahren tat und sich sehr regelmässig um seine Mutter küm-

mert (nach VB-act. 16 besucht er sie jede Woche zwei Mal), liegt das an sich na-

he. Die Urteilsfähigkeit als Voraussetzung der Handlungsfähigkeit (Art. 13 ZGB, in 

diesem Punkt gleich in der alten und der seit dem 1. Januar 2013 geltenden Fas-

sung) setzt aber voraus, dass die Vollmachtgeberin die Tragweite der Bevoll-

mächtigung erkennen und überblicken kann, und dass sie insbesondere in der 

Lage ist, die Tätigkeit des Bevollmächtigten wenigstens in den grossen Zügen 

nachzuvollziehen und in diesem Sinne zu kontrollieren. Das kann B._____ nach 

den Feststellungen von Arzt und Vormundschaftsbehörde nicht mehr. Die Vo-

raussetzungen für eine Vertretungsbeistandschaft sind von da her gegeben. 

A._____ beruft sich auf die erwähnte Generalvollmacht, welche seine Mutter 

am 7. September 2010 unterzeichnete (BR-act. 40/2). Wie ihre Verfassung da-

mals war, ist nicht festgestellt und hinterher wohl nicht mehr zu eruieren. Die Ur-

teilsfähigkeit wird vermutet (Art. 16 ZGB). Nachdem die Präsidentin der Vormund-

schaftsbehörde am 26. März 2012 feststellte, der Zustand der heute 85-jährigen 

B._____ habe sich seit 2009 "stark verschlechtert", ist durchaus möglich, dass 

diese beim Unterzeichnen der Vollmacht dafür noch handlungsfähig war. Diese 

Vollmacht ist aber gerade noch kein Vorsorgeauftrag im Sinne des neuen Art. 360 

ZGB. Sie bestimmt nicht ausdrücklich, sie solle über den Verlust der Handlungs-

fähigkeit hinaus gelten (Art. 35 Abs. 1 OR). Das ist auch darum bedeutsam, weil 

andere, frühere Vollmachten eine solche Bestimmung enthalten (act. 17/9 und 

17/10 aus dem Jahr 2009 gegenüber der … Bank resp. der …kasse). Entgegen 

der Auffassung A._____s ist auch nicht anzunehmen, diese Meinung der Voll-

machtgeberin gehe "aus der Natur des Geschäftes hervor" (Art. 35 Abs. 1 OR). 

Wer eine Vollmacht erteilt, wird gegenteils häufig nicht daran denken, dass er 

einmal die Fähigkeit verliert, den Bevollmächtigten zu überwachen. Die Bestim-

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mung von Art. 35 OR verlöre ihren (guten) Sinn, wenn man aus der Wünschbar-

keit des Geltens einer Vollmacht darauf kurz-schliessen dürfte, das sei seinerzeit 

so gewollt gewesen. A._____ kann sich daher jedenfalls heute nicht (mehr) auf 

die Vollmacht stützen, und diese hebt die Notwendigkeit einer Beistandschaft 

nicht auf. 

Dass nahe Verwandte einer Person vorhanden und auch zur Unterstützung 

willens sind, verschafft ihnen nicht die rechtliche Möglichkeit, mit Wirkung für die 

Person zu handeln. Stehen rechtliche Dispositionen an wie hier der Abschluss ei-

nes Erbteilungsvertrages, ist daher die Errichtung einer Vertretungsbeistandschaft 

im Sinne von Art. 394 Abs. 1 ZGB unumgänglich. Das entspricht der Beistand-

schaft, wie sie das alte Recht in Art. 392 Abs. 1 Ziff. 1 und Art. 393 Ziff. 2 aZGB 

vorsah. 

3.2 Im Beschluss vom 27. März 2012 hat die Vormundschaftsbehörde die 

Person von Beiständin oder Beistand noch offen gelassen. Die neu zuständige 

Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde wird an diesem Punkt einzusetzen und 

das Verfahren weiter zu führen haben. Die Ausführungen A._____s zur Wünsch-

barkeit (s)einer geeigneten und mit der Materie vertrauten Person sind dabei in 

Erwägung zu ziehen, ebenso allerdings der ausdrückliche Wunsch der Tochter 

von B._____ nach einer aussenstehenden Person. Die Behörde wird ─ nachdem 

sie sich einen Überblick über die gesamte Situation verschafft hat, was die bishe-

rigen Akten vermissen lassen ─ den Umfang der Vertretung zu definieren haben 

(Art. 395 ZGB). Jedenfalls für den fälligen Vertrag über die Teilung des Nachlas-

ses von Ehemann und Vater D._____ wird eine Vertretung unumgänglich sein ─ 

anders als nach der Auffassung von A._____ (indirekt zu entnehmen aus seinen 

Glossen auf act. 3/1) kann die als Willensvollstreckerin tätige Bank die Teilung 

nämlich nicht selber zum Abschluss bringen. Sie kann und soll Vorschläge ma-

chen; die Teilung rechtlich vornehmen können nur die Erben selber oder allenfalls 

auf Klage hin das zuständige Gericht, und erst der Vollzug des Vereinbarten oder 

Angeordneten ─ etwa das Ausführen von Zahlungen ─ obliegt dann wieder der 

Willensvollstreckerin (BSK ZGB II-Karrer/Vogt/Leu 4. Aufl. 2011, Art. 518 N. 52 

ff.). Die Behörde wird auch festlegen, wie weit die Handlungsfähigkeit von 

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B._____ zu ihrem Schutz eingeschränkt werden muss. Jedenfalls den bisherigen 

Akten zufolge besteht kaum die Gefahr aktiver selbst-schädigender Dispositionen 

(Art. 394 Abs. 2 ZGB).  

4. Die Kosten des obergerichtlichen Verfahrens gehen zu Lasten von 

A._____ (Art. 106 Abs. 1 ZPO in Verbindung mit § 40 Abs. 3 EG KESR). 

Es wird erkannt:  

1. Die Berufung (neu: Beschwerde) wird abgewiesen, und es wird für B._____, 

geboren am tt.mm.1927, wohnhaft Pflegezentrum "…" … [Adresse], eine 

Vertretungsbeistandschaft im Sinne von Art. 394 Abs. 1 ZGB errichtet. 

2. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde I._____ wird eingeladen, das 

Verfahren im Sinne der Erwägungen zu ergänzen und dann die erforderli-

chen weiteren Entscheidungen zu fällen. 

3. Die Kostenregelung durch den Bezirksrat (Dispositiv Ziff. 2 des angefochte-

nen Entscheides) wird bestätigt. 

4. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 5'000.-- festgesetzt und A._____ auferlegt. 

5. Schriftliche Mitteilung an A._____ und an E._____ (… [Adresse]), unter Bei-

lage aller Akten an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde I._____, an 

den Bezirksrat Zürich und an die Direktion der Justiz und des Innern (Ge-

meindeamt des Kantons Zürich), alles gegen Empfangsschein. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

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Dies ist Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG.  
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Die Gerichtsschreiberin: 

 
 
 

lic. iur. K. Graf 
 
 
versandt am: 

	Urteil vom 7. Januar 2013
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Berufung (neu: Beschwerde) wird abgewiesen, und es wird für B._____, geboren am tt.mm.1927, wohnhaft Pflegezentrum "…" … [Adresse], eine Vertretungsbeistandschaft im Sinne von Art. 394 Abs. 1 ZGB errichtet.
	2. Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde I._____ wird eingeladen, das Verfahren im Sinne der Erwägungen zu ergänzen und dann die erforderlichen weiteren Entscheidungen zu fällen.
	3. Die Kostenregelung durch den Bezirksrat (Dispositiv Ziff. 2 des angefochtenen Entscheides) wird bestätigt.
	4. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 5'000.-- festgesetzt und A._____ auferlegt.
	5. Schriftliche Mitteilung an A._____ und an E._____ (… [Adresse]), unter Beilage aller Akten an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde I._____, an den Bezirksrat Zürich und an die Direktion der Justiz und des Innern (Gemeindeamt des Kantons Zürich)...
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...