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**Case Identifier:** d040952c-d0e1-5e63-a727-75295b2e65db
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.05.2021 200 2020 817
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-817_2021-05-11.pdf

## Full Text

200 20 817 IV
FUE/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Mai 2021

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 30. September 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1979 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin), gelernte … mit …, bei der C.________ AG mit einem Vollpen-
sum angestellt gewesen, meldete sich am 25. November 2009 aufgrund 
einer inkompletten Querschnittlähmung, bestehend seit dem 20. Septem-
ber 2009 (…), bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Ak-
ten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 
2, 13, 88/5). Die IVB holte die Akten des zuständigen Unfallversicherers, 
der D.________, ein und nahm erwerbliche sowie medizinische Abklärun-
gen vor (act. II 10, 13, 17 f., 32, 40 f., 48 f., 55). Weiter gewährte die IVB 
bauliche Änderungen und Hilfsmittel (act. II 26 - 28, 30 f., 35, 45). Im weite-
ren Verlauf liess die D.________ unter Einbezug der IVB (act. II 59 f.) die 
Versicherte durch Dr. med. E.________, Facharzt für Chirurgie, begutach-
ten (Expertise vom 23. August 2012 [act. II 61]) und sprach ihr mit Verfü-
gung vom 6. November 2012 (act. II 62) ab dem 1. Januar 2013 eine 
Invalidenrente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % sowie eine Integritäts-
entschädigung von 55 % zu. Mit Verfügung vom 24. September 2013 (act. 
II 80) sprach die IVB der Versicherten mit Wirkung ab dem 1. September 
2010 eine halbe Rente bei einem Invaliditätsgrad von 50 % zu. Diese Ver-
fügung blieb unangefochten. Der Anspruch auf eine halbe Invalidenrente 
wurde von der IVB am 16. Dezember 2014 und 2. November 2016 bestätigt 
(act. II 112, 121).

Im Rahmen einer im Juni 2019 von Amtes wegen eingeleiteten Revision 
gab die Versicherte einen unveränderten Gesundheitszustand an (act. II 
122, 129). Die IVB holte erwerbliche sowie medizinische Unterlagen ein 
(act. II 124, 132, 134) und liess die Versicherte durch die F.________ 
(MEDAS) orthopädisch/traumatologisch und neurologisch begutachten 
(Expertise vom 29. Januar 2020 [act. II 149.1], neurologisches Teilgutach-
ten vom 3. Dezember 2019 [act. II 149.4] und orthopä-
disch/traumatologisches Teilgutachten vom 21. Dezember 2019 [act. II 
149.3]). Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren und Einholung einer 
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) verfügte die IVB 

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am 30. September 2020 die Aufhebung der bisherigen halben Rente auf 
das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats (act. II 152, 
159, 162 f.).

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
am 29. Oktober 2020 Beschwerde. Sie beantragt, unter Aufhebung der 
angefochtenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr 
weiterhin eine halbe Invalidenrente auszurichten, unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolgen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 4. Dezember 2020 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 

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über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 30. September 2020 (act. II 
163). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente und 
hierbei insbesondere die revisionsweise Aufhebung der halben Invaliden-
rente per 30. November 2020.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

2.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-

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rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4

2.4.1 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.2 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 
E. 2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4.3 Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeit-
punkt der ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur 
Zeit der streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 
E. 3.5.2 S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). 
Wurde die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche 

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Vergleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern 
eine materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattge-
funden hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsab-
klärung, eine Beweiswürdigung und gegebenenfalls – sofern Hinweise für 
eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszu-
stands bestanden – ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind 
(BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2019 IV Nr. 68 S. 220 E. 2).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b 
S. 200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

3.

3.1 Zunächst ist zu prüfen, ob sich der Sachverhalt im Zeitraum zwi-
schen der ursprünglichen Rentenverfügung vom 24. September 2013 (act. 
II 80) und der angefochtenen Verfügung vom 30. September 2020 (act. II 
163) massgebend verändert hat (vgl. E. 2.4.2 und 2.4.3 hiervor). Die Mittei-
lungen vom 16. Dezember 2014 (act. II 112) und 2. November 2016 (act. II 
121) sind entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 5 
Art. 3) keine massgebenden Vergleichszeitpunkte, beruhten sie doch nicht 
auf einer umfassenden Überprüfung des Rentenanspruchs mit rechtskon-
former Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 
Einkommensvergleichs (vgl. 2.4.3 hiervor).

3.2 In medizinischer Hinsicht basierte die rentenzusprechende Verfü-
gung vom 24. September 2013 (act. II 80) im Wesentlichen auf dem chirur-
gischen Gutachten von Dr. med. E.________ vom 23. August 2012 (act. II 
61). Darin wurden die folgenden Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit aufgeführt (act. II 61/32 i.V.m. 37): 

… am 3. April 2011 (richtig: 20. September 2009) mit/bei:
1. Thoraxtrauma mit:

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S22.4 Rippenserienfraktur beidseits, rechts 7 Rippen, links 11 Rippen
S22.2 Mehrfragmentäre Fraktur des Sternums
S27.0 Traumatischer Pneumothorax links und apikal rechts
S27.3 Lungenkontusionsblutung beidseits mit Dystelektasen und Erguss 

beidseits
2. Wirbelsäulentrauma mit:

S22.0 Instabiler BWK7-Fraktur mit Hinterkantenbeteiligung
S22.1 Fraktur der Processus transversi BWK7 beidseits
S32.0 Fraktur der Processus transversi LWK1 und 4 links
S34.3 Verletzung der Cauda equina mit passagerer schlaffer Parese der un-

teren Extremitäten
3. Abdominaltrauma mit:

S36.1 Subkapsuläres Hämatom der Leber
S35.7 Paravasat unterhalb der Aortenbifurkation und paraaortal links auf 

Höhe des linken Nierenunterpools
Freie Flüssigkeit perihepatisch und perisplenisch
Klinisch abdominellem Kompartmentsyndrom bei massivem retroperi-
tonealen Hämatom

4. Beckentrauma mit:
S32.7 Beckenringverletzung Typ C mit Acetabulum-Fraktur beidseits, mehr-

fragmentärer Sakrumfraktur mit Intraforamina Beteiligung, unterer und 
oberer Schambeinastfraktur beidseits

S39.0 Quetschung und Ruptur peritrochantärer Muskeln beidseits
5. S72.3 Femurschafttrümmerfraktur links mit Ausbildung multipler

Ossifikationen
6. S82.1 Zweitgradig offene Tibiaplateau-Fraktur rechts

S09.9 Nasenbeinfraktur

Dr. med. E.________ hielt fest (act. II 61/35 und 37), die Beschwerdeführe-
rin sei schwerst polytraumatisiert worden. Im Vordergrund stünden Verlet-
zungsfolgen aufgrund der instabilen Beckenfrakturen, das Becken sei 
regelrecht zertrümmert worden, insbesondere das Sakrum. Hier sei es zu 
Nervenschäden gekommen. Die Muskulatur sei zum Teil zerfetzt und nar-
big adhärent. Beide Hüftgelenkspfannen seien frakturiert, links mit einer 
Impression. Auch von Seiten der Wirbelsäule ergäben sich Auswirkungen 
auf die Arbeitsfähigkeit, das Hauptproblem bestehe aber in den neurogen 
bedingten Schmerzen aufgrund der Beckenfrakturen. Die Beschwerden 
seien nachvollziehbar, es bestünden Dauerschmerzen sowohl im Sitzen 
wie auch bei Bewegung und auch im Stehen. Zusätzlich gebe die Be-
schwerdeführerin eine psycho-physische Ermüdbarkeit an, die im Laufe 
des Tages zunehme. Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit als … 

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bei der C.________ AG hielt Dr. med. E.________ fest (act. II 61/39), es 
bestehe eine ideal angepasste Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin werde 
von belastenden Arbeiten soweit wie möglich entbunden, so müsse sie 
nicht vor Ort bestimmte Destinationen, die in der Peripherie lägen, mit den 
Teilnehmern besichtigen. Sie sei auch entbunden worden von Besuchen 
mehrerer … . Zurzeit arbeite sie zu 90 % im Rahmen der aktuellen 50 %-
Tätigkeit an einem Projekt, ausschliesslich sitzend-stehend. Das Projekt 
sollte allerdings im nächsten Monat beendet werden, so dass sie wieder die 
übliche Tätigkeit als … durchführe. Eine Steigerung über vier Stunden sehe 
er nicht. Dass die Beschwerdeführerin mit den bestehenden Schmerzen 
arbeite, beweise eine hohe Motivation und Selbstdisziplin. Zusätzlich zur 
zeitlichen Einschränkung bestünden keine leistungsmässige Einbusse oder 
weitere Limitierungen. Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
hielt Dr. med. E.________ fest (act. II 61/39), wie bereits erwähnt, handle 
es sich um eine optimal adaptierte Tätigkeit, diese sei problemangepasst 
und zumutbar, allerdings nur im Rahmen eines vierstündigen Einsatzes. 

3.3 Bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 30. September 2020 
(act. II 163) präsentierte sich die medizinische Aktenlage wie folgt:

3.3.1 In der bidisziplinären Gesamtbeurteilung des orthopädisch-/trauma-
tologisch-neurologischen Gutachtens der MEDAS vom 29. Januar 2020 
wurden keine Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit angege-
ben (act. II 149.1/7). Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit wurden die folgenden aufgeführt (act. II 149.1/7): 

1. Status nach Polytrauma am 20. September 2009 mit
 Knöchern konsolidierten Rippenserienfrakturen beidseits
 Knöchern konsolidierter instabiler BWK-7-Fraktur mit Hinterkantenbeteili-

gung
 Status nach stumpfem Bauchtrauma und abdominellem Kompartmentsyn-

drom
 Knöchern konsolidierte Beckenringverletzung Typ C mit Acetabulumfraktu-

ren beidseits, mehrfragmentärer Sacrum-Fraktur mit interforaminaler Betei-
ligung, unterer und oberer Schambeinastfraktur beidseits

 Knöchern konsolidierte Femurschaftfraktur links
 Status nach Implantation einer Hüftgelenkstotalendoprothese links auf-

grund einer posttraumatischen Coxarthrose 09/2018
 Knöchern konsolidierte Tibiaplateaufraktur rechts

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 Knöchern konsolidierte Nasenbeinfraktur
 Minimale residuelle sensomotorische Defizite (minime Schwäche der pero-

nealen Muskulatur rechts, ausserdem sensible diskrete Ausfälle sub L4 mit 
Schwerpunkt der sakralen Segmente) mit/bei
 Status nach sensomotorisch inkompletter Paraplegie sub L4
 belastungsabhängige Schmerzen tieflumbal bis sakral

2. Degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule ohne klinische Bewegungs-
einschränkung und ohne neurologische Auffälligkeiten

Die Gutachter hielten fest (act. II 149.1/ 8 ff.), nach der schweren Polytrau-
matisierung sei es erstaunlich schnell zu einer deutlichen Besserung insbe-
sondere der Lähmung der unteren Extremitäten gekommen. Die 
Beschwerdeführerin habe ihre bis dato ausgeübte Tätigkeit wieder auf-
nehmen können. Die klinische Untersuchung anlässlich der vorliegenden 
Begutachtung sei erstaunlich unauffällig gewesen, es hätten sich keine 
wesentlichen Einschränkungen mehr ergeben, die Beweglichkeit der HWS 
sei frei gewesen, bei der Untersuchung der Funktion der Brust- und Len-
denwirbelsäule habe die Beschwerdeführerin augenscheinlich mühelos mit 
durchgestreckten Kniegelenken mit den Fingerkuppen den Boden erreicht. 
Einschränkungen der Gelenkfunktion der unteren Extremitäten seien nicht 
mehr zu objektivieren gewesen, insbesondere nicht des linken Hüftgelenks 
nach Totalendoprothesen(TEP)-Implantation. Aus heutiger Sicht sei der 
Verlauf und die Prognose des Krankheitsgeschehens sehr positiv, weitere 
Behandlungsoptionen seien nicht mehr anzugeben. Die Beschwerdeführe-
rin selber gebe keine wesentlichen Einschränkungen des Aktivitätenni-
veaus in vergleichbaren Lebensbereichen an. Sie beschreibe freizeitliche 
Aktivitäten wie … , … , … , etc. Insofern sei auch aus Sicht der Beschwer-
deführerin wieder eine erhebliche Besserung eingetreten, die eine nahezu 
normale Freizeitaktivität ermögliche. Auch sei nach eigenen Angaben das 
… wieder möglich. Insofern ergäben sich keine Einschränkungen für eine 
Berufstätigkeit in angepasster Tätigkeit. Die zwischenzeitlich aufgetretenen 
Schmerzen der Halswirbelsäule seien zum Zeitpunkt der jetzigen Untersu-
chung nicht mehr vorhanden. Die Beschwerdeführerin sei in der Lage, kör-
perlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten auszuführen. Diese müssten 
überwiegend im Sitzen mit der Möglichkeit von eigengewählten Positions-
wechseln durchgeführt werden. Keine Zwangshaltungen für die unteren 
Extremitäten, keine Gerüst- und Leitertätigkeiten, keine Zwangshaltungen 
für die Wirbelsäule. Bei der Selbsteinschätzung stelle die Beschwerdefüh-

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rerin im Wesentlichen chronische Schmerzen dar, die phasenweise, jedoch 
eher selten, die Einnahme von Schmerzmedikamenten (MST 10) notwen-
dig machten. Vor dem Hintergrund der Freizeitaktivitäten sei hier jedoch 
nicht von invalidisierenden Schmerzen auszugehen.

Zu den Fragen, ob sich im Vergleich zur medizinischen Aktenlage, die der 
Verfügung vom 24. September 2013 zugrunde gelegen habe, eine Verän-
derung des Gesundheitszustandes ergeben habe und falls ja, ob sich durch 
die genannten Veränderungen die Arbeitsunfähigkeit in angestammter und 
die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit verändert habe, hielten die 
Gutachter fest (act. II 149.1/9 ff.), es sei, wie schon im Gutachten vom 
23. August 2012 prognostiziert, zu einer zunehmenden posttraumatischen 
Arthrose des linken Hüftgelenks gekommen, so dass im September 2018 
die Hüft-TEP-Implantation links notwendig geworden sei. Somit habe sich 
zwischen August 2012 und September 2018 eine signifikante Verschlechte-
rung der Situation des linken Hüftgelenks eingestellt, deren genaue Termi-
nierung aufgrund der diesbezüglich dürftigen Aktenlage und Berichter-
stattung schwierig sei. Aussagekräftige Unterlagen und insbesondere eine 
Funktionsbeschreibung des linken Hüftgelenks vor der TEP-Implantation 
lägen nicht vor. Des Weiteren verliefen solchermassen geartete posttrau-
matische Veränderungen schleichend und ein genauer Zeitpunkt der Ver-
schlechterung sei nur sehr ungenau anzugeben. Daher werde vorge-
schlagen, die Einschätzungen des Gutachtens von Dr. med. E.________ 
vom 23. August 2012 mit einer Arbeitsfähigkeit von 50 % bis zur Implanta-
tion der Hüfttotalprothese links zugrunde zu legen und drei Monate nach 
der Hüfttotalprothese links würden die aktuell ausführlich begründeten Ar-
beitsfähigkeiten von 100 % in der angestammten bzw. in einer adaptierten 
Tätigkeit gelten.

3.3.2 Im Bericht vom 18. März 2020 (Akten der Beschwerdeführerin 
[act. I] 4) führte Prof. Dr. med. G.________, Facharzt für Chirurgie sowie 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, die 
folgende (Haupt-)Diagnose auf:

 Chronischer Low back pain sowie Schmerzen beim Sitzen rechtsbetont bei 
heterotopen Ossifikationen Os ischium resp. Adduktorenansatz rechts sowie 
heterotope Ossifikationen Gluteus medius links sowie Spondylarthrose L5/S1 
und Ossifikationen L5/S1

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Prof. Dr. med. G.________ hielt – Stellung nehmend zum bidisziplinären 
Gutachten – fest, es sei richtig, dass durch die Implantation der Hüfttotal-
prothese links eine Verbesserung der Schmerzsituation eingetreten sei. Es 
bestünden aber weiterhin Restbeschwerden, die gut nachzuvollziehen sei-
en wie der low back pain, aber auch der Unmöglichkeit des längeren Sit-
zens aufgrund der Ossifikationen in den Adduktoren resp. auch der 
Ossifikation im lumbosakralen Übergang, nachdem dort ausgedehnte hete-
rotope Ossifikationen entfernt worden seien und auch Spondylarthrosen 
bestünden. Er empfehle, dass eine Neubeurteilung mittels Gutachten 
durchgeführt werden sollte, allenfalls auch mittels MRI-Untersuchung der 
LWS und des Beckens zur Beurteilung der fettigen Degeneration der ge-
samten tieflumbalen Muskulatur, aber auch der Glutealmuskulatur, nach-
dem ausgedehnte Ossifikationen über die Jahre nicht nur abdominal, 
sondern auch am Os ischium und auch gluteal hätten entfernt werden 
müssen. In dieser Hinsicht sei weiterhin ein gewisser Integritätsschaden 
vorhanden, vor allem aufgrund der chronischen Lumbalgien bei Spondylar-
throsen und Verfettung der tiefen Muskulatur, was sicher in Zukunft noch 
zu weiteren Folgeschäden führen werde. Ebenfalls müsse bei der doch 
noch jungen Patientin davon ausgegangen werden, dass auch eine Über-
beanspruchung der Hüfttotalprothese eintreten werde mit gewissem Risiko 
der frühzeitigeren Lockerung.

3.3.3 Prof. Dr. med. G.________ gab im Bericht vom 23. April 2020 (act. 
II 159/5 f.) zur durchgeführten MRI-Untersuchung der HWS, der LWS sowie 
des Beckens die folgenden (Haupt-)Diagnosen an:

 Fettige Degeneration L4 - S1 des Erector trunci sowie ausgeprägte Spondylar-
throse L4/5 rechts sowie heterotope Ossifikationen und Verknöcherungen 
L5/S1 links mit minimaler linkskonvexer lumbaler Skoliose

 Fettige Degeneration des M. gluteus minimus sowie Atrophie Gluteus maximus 
und medius links

 Bewegungseinschränkung bei Status nach dorsaler offener Stabilisierung Th5 
- 9 bei instabiler Th7-Fraktur am 29. September 2009 sowie Materialentfernung 
an der BWS am 5. Juli 2011

 Muskeldefekte Hamstrings rechts und ausgedehnte Vernarbungen sowie Ossi-
fikationen in der Adduktorenmuskulatur rechts

Prof. Dr. med. G.________ führte aus, objektiv müsse festgehalten werden, 
dass sowohl im Glutealbereich Muskelatrophien auf der linken Seite 

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bestünden als auch in den Adduktoren auf der rechten Seite mit Hamstring-
Defekten als auch heterotopen Ossifikationen. Daneben zeige sich eine 
Synostose L5/S1 nach komplexer Beckenfraktur und lumbopelviner Stabili-
sierung sowie auch massive fettige Degenerationen der tiefen LWS-
Muskulatur mit zudem auch deutlicher Spondylarthrose L4/L5 rechts. In 
dem Sinn könne auch bei klinisch guter Beweglichkeit nachvollzogen wer-
den, dass die Patientin chronische Lumbalgien habe und diese im Verlauf 
wahrscheinlich zunehmen würden und zu einer progredienten Degenerati-
on L4/5 posttraumatisch führten; dies müsse in Zukunft allenfalls mit einer 
Neuinstrumentierung gelöst werden. Die Adduktorenprobleme auf der rech-
ten Seite mit Vernarbungen würden kaum angegangen werden können bei 
diffusen kleinen Ossifikationen. Ebenfalls habe die Glutealmuskulatur auf 
der linken Seite einen gewissen Schaden erlitten. Zudem müsse auch lang-
fristig mit einer Revisionshüftprothese bei doch sehr mobiler und aktiver 
Patientin gerechnet werden.

3.4 Aus dem Vergleich des zu Handen des Unfallversicherers erstellten 
Gutachtens des Dr. med. E.________ vom 23. August 2012 (act. II 61), das 
Basis für die rentenzusprechende Verfügung vom 24. September 2013 
(act. II 80) bildete, mit dem bidisziplinären Gutachten der MEDAS vom 
29. Januar 2020 (act. II 149.1 - 149.6), welches in medizinischer Hinsicht 
als Grundlage für die angefochtene Verfügung vom 30. September 2020 
(act. II 163) diente, erhellt, dass sich in orthopädischer Hinsicht Verände-
rungen dergestalt ergeben haben, dass sich zunächst eine – durch die 
Gutachter der MEDAS zeitlich nicht klar verortbare – signifikante Ver-
schlechterung der Situation des linken Hüftgelenks (posttraumatische Ar-
throse) eingestellt hatte, weshalb eine Totalprothesen-Implantation links im 
September 2018 erfolgte (act. II 134/2). Durch die Hüftoperation hat sich 
die Beweglichkeit des linken Hüftgelenks im Vergleich zum Vorgutachten 
alsdann erheblich verbessert (act. II 61/27, 149.3/15 Ziff. 2, 149.5/1). Fer-
ner hat sich auch die Beweglichkeit der oberen Extremitäten sowie des 
Achsorgans verbessert (act. II 149.1/10 Ziff. 2). Aus neurologischer Sicht 
gab die Beschwerdeführerin im Rahmen der Exploration an, bezüglich 
HWS-Probleme sei sie nunmehr eigentlich beschwerdefrei und seit der 
Hüfttotalprothese im September 2018 sei sie bezüglich dieser Schmerzen 
beschwerdefrei, das Hüftgelenk funktioniere "wie geschmiert" (act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 13

149.3/3 oben). Diese Angaben korrelieren mit dem Bericht des behandeln-
den Prof. Dr. med. G.________ vom 18. März 2020, der bestätigte, dass es 
durch die Implantation der Hüftgelenksprothese links zu einer Verbesse-
rung der Schmerzsituation gekommen sei (act. I 4). Ferner hat gemäss der 
neurologischen Expertin der MEDAS im Vergleichszeitpunkt eine ausge-
prägte Muskelschwäche der unteren Extremitäten und vor allem des rech-
ten Beins bestanden, woraus sie überzeugend folgerte, dass sich die 
Motorik weitgehend erholt habe (act. II 149.4/11). 

Mithin hat sich die somatische Situation seit der ursprünglichen Rentenver-
fügung vom 24. September 2013 (act. II 80) zunächst erheblich verschlech-
tert, indes nach der Totalprothesen-Implantation links im September 2018 
massgebend verbessert, indem nun eine verbesserte Beweglichkeit des 
linken Hüftgelenks im Vergleich zum Vorgutachten besteht und auch die 
diesbezüglichen Schmerzen nicht mehr bestehen. Ferner hat sich die Mo-
torik der unteren Extremitäten weitgehend erholt. Damit liegt ein medizini-
scher Revisionsgrund bzw. liegen allenfalls mehrere Revisionsgründe vor 
(vgl. E. 3.5 sogleich).

3.5 In erwerblicher Hinsicht ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführe-
rin die Festanstellung bei der H.________ AG (act. II 111/2) per 31. August 
2019 kündigte und fortan bei dieser Arbeitgeberin im Stundelohn mit einem 
Pensum von 20 - 30 % arbeitete und daneben ein Fernstudium für … be-
suchte (act. II 129/3, 134/3, 149.4/3). Mithin ist mit dem Wegfall der Fest-
anstellung bzw. der damit einhergehenden Pensums- und Lohnreduktion 
(auch) ein erwerblicher Revisionsgrund eingetreten (THOMAS ACKERMANN, 
Die Bemessung des Invaliditätsgrades, in: KIESER/LENDFERS [Hrsg.], Sozia-
lversicherungsrechtstagung 2012, S. 34). 

Wegen des medizinischen und erwerblichen Revisionsgrundes ist der Ren-
tenanspruch frei zu prüfen (vgl. E. 2.4.4 hiervor).

4.

4.1

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 14

4.1.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

4.1.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.3 Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt 
durch eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zu-
standes. Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer 
entscheidungserheblichen Differenz in den medizinischen Unterlagen zu 
entnehmenden Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision 
erstellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich aus-
reichend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachver-
halts – bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvoll-
ziehbaren und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf 
eine erstmalige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, 
mangelt es daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, 
wenn sich die (von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung 
nicht hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 15

des Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachla-
gen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich 
verändert haben (SVR 2018 IV Nr. 13 S. 40 E. 4.2 und 4.2.1).

Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Be-
weisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen 
von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich wer-
den, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind 
oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ih-
rem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung 
der tatsächlich eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist 
als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Dif-
ferenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der 
früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hingegen 
genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, 
welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Ver-
lauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und 
Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (SVR 2018 
IV Nr. 13 S. 41 E. 4.2.2).

4.1.4 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

4.2 Das bidisziplinäre Gutachten der MEDAS vom 29. Januar 2020 (act. 
II 149.1), auf das sich die Beschwerdegegnerin bei der im Streit liegenden 
Rentenaufhebung stützte, genügt den Anforderungen sowohl an die Be-
weiskraft hinsichtlich des Beweisthemas im Revisionskontext – erhebliche 
Änderungen des Sachverhalts (vgl. E. 4.1.3 hiervor) – als auch der Ein-
schätzung der Arbeitsfähigkeit nicht in allen Teilen und zwar aus den fol-
genden Gründen:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 16

4.2.1 Zunächst imponiert, dass der orthopädische Experte zur Anamnese 
festhielt, es sei "Im Laufe der Zeit zu einer zunehmenden schmerzhaften 
Bewegungseinschränkung des linken Hüftgelenks gekommen, so dass im 
September 2018 […] die Implantation einer Hüftprothese links notwendig 
geworden sei" (act. II 149/3). Zur Frage nach dem zeitlichen Verlauf legte 
er dar, die Aktenlage und die Berichterstattung seien "eher dürftig", aussa-
gekräftige Unterlagen vor der Totalprothesen-Implantation lägen nicht vor, 
weshalb – quasi notgedrungen – bis zur Operation die Einschätzung von 
Dr. med. E.________ zugrunde zu legen sei und drei Monate nach der 
Operation die Arbeitsfähigkeit von 100 % in der bisherigen Tätigkeit (act. II 
149.3/14). In diesem Zusammenhang hatte bereits der RAD-Arzt Dr. med. 
I.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, der aufgrund der offenen Fragen eine Begutachtung 
empfohlen hatte, am 20. September 2019 konstatiert, der Krankheitsverlauf 
prä- und postoperativ sei "im Dossier nicht dokumentiert", so dass zum 
Verlauf der Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit dem Hüftgelenkser-
satz "keine Aussage getroffen werden" könne. Er äusserte sich lediglich – 
aber immerhin – insoweit, dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Ope-
ration für einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten für jedwede Tätigkeit 
arbeitsunfähig geworden sei (act. II 136/6). Den Akten ist zusätzlich zu ent-
nehmen, dass die Beschwerdeführerin das Arbeitspensum per 1. Juli 2017 
aufgrund der körperlichen Leistungsfähigkeit und der immer wieder auftre-
tenden Schmerzen von 50 % auf 40 % reduziert habe (Fragebogen für Ar-
beitgebende vom 24. Juli 2019 [act. II 132]; vgl. auch act. II 149.3/3). Im 
Revisionsfragebogen vom 21. Juni 2019 (act. II 129) gab die Beschwerde-
führerin an, aus gesundheitlichen Gründen sei per August 2018 eine Re-
duktion des Pensums von 50 % auf 40 % erfolgt. Schliesslich wurde im 
Einwand vom 5. Mai 2020 festgehalten, die Hüftbeschwerden (links) hätten 
seit April 2018 bestanden (act. II 159/1). Das Gutachten der MEDAS ist 
somit bezüglich der prä- und postoperativen Arbeitsunfähigkeit nicht be-
weiskräftig. Diesbezüglich besteht jedoch Abklärungsbedarf erst ab Juni 
2019, da das vorliegende Revisionsverfahren im Juni 2019 von Amtes we-
gen eingeleitet und eine allfällige Rentenerhöhung aufgrund einer allfälligen 
Gesundheitsverschlechterung erst von dem für die Revision von Amtes 
wegen vorgesehenen Monat an erfolgen würde (Art. 88bis Abs. 1 lit. b der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 17

831.201]). Auch wenn die nicht beweiskräftigen Aussagen zur Arbeitsfähig-
keit betreffend Operation von September 2018 hier nicht massgebend sind, 
führen sie zusammen mit den anderen Mängeln der Expertise (vgl. E. 4.2.2 
hiernach) zu deren Unverwertbarkeit.

4.2.2 Was die gutachterliche Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in der bis-
herigen sowie einer adaptierten Tätigkeit – vollschichtige Arbeitsfähigkeit 
bei vollem Rendement (act. II 149.1/9) – anbelangt, fehlt eine nachvollzieh-
bare und einleuchtende Begründung für die erhebliche Verbesserung im 
Vergleich zur Einschätzung des Vorgutachters Dr. med. E.________ aus 
dem Jahr 2012. Allein mit Blick auf die postoperativ eingetretenen funktio-
nellen Verbesserungen, namentlich der Beweglichkeit des linken Hüftge-
lenks und der oberen Extremitäten sowie des Achsorgans (act. II 149.1/10 
Ziff. 2), sowie die Verbesserung der Schmerzsituation im Hüftgelenksbe-
reich (act. II 149.3/3 oben) erklärt sich die nunmehr – laut den Experten der 
MEDAS – uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig. Dies deshalb 
nicht, weil laut dem Vorgutachter Dr. med. E.________ die 50 %-ige Ar-
beitsunfähigkeit vor allem den sakralen (d.h. auf das Kreuzbein bezogenen) 
Schmerzen (im Sitzen wie auch bei Bewegung und im Stehen) geschuldet 
war, denen ein erklärbares somatisches Korrelat namentlich in Form der 
Sakrumtrümmerfraktur mit Läsionen des lumbosakralen Plexus zugrunde 
lag (act. II 61/30 und 34 f.). Inwiefern sich diese lumbosakralen Schmerzen 
durch die Hüftoperation verbessert haben sollten, erhellt aus dem Gutach-
ten der MEDAS nicht. Im Rahmen der neuerlichen Begutachtung gab die 
Beschwerdeführerin zu ihrem jetzigen Leiden denn auch an, dies seien die 
Schmerzen des Beckens, des Kreuz- und Steissbeins. Diese Schmerzen 
seien eigentlich seit dem Unfall unverändert vorhanden. Die Schmerzen 
träten vor allem beim längeren Sitzen, Stehen oder Gehen auf (act. II 
149.3/2 Ziff. 3.2, 149.4/2 Ziff. 3.2). Korrelierend dazu schilderte sie zum 
arbeitsbezogenen Beschwerdebild, dass sie in der jetzigen Tätigkeit über-
wiegend sitzen müsse, bereite ihr Schmerzen tiefsakral bis zum Steissbein 
und ins Gesäss ziehend, wobei ein Stehpult nicht den gewünschten Effekt 
gebracht habe (act. II 149.3/3, 149.4/3). Dass die Beschwerdeführerin unter 
chronischen Schmerzen leidet, zogen die Experten nota bene auch nicht in 
Zweifel. Gegenteils hielt die neurologische Expertin die geschilderten Be-
schwerden ("geblieben ist eine konstante Schmersymptomatik tieflumbal 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 18

bis sakral") für konsistent und plausibel bzw. konstatierte, die Schmerzan-
gaben entsprächen den erlittenen Verletzungen und die Untersuchungser-
gebnisse seien valide und nachvollziehbar (act. II 149.4/8 Ziff. 7.3 - 7.4). 

Die im Vergleich zum Vorgutachten um 100 % höhere Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit begründeten die Gutachter der MEDAS letztlich einzig mit 
den Freizeitaktivitäten. Diesbezüglich gingen sie offenkundig davon aus, 
dass die Beschwerdeführerin im hier relevanten Zeitraum einen erhebli-
chen Zuwachs an Freizeitaktivitäten bzw. eine nahezu normale Freizeitakti-
vität ausweise. Hingewiesen wurde darauf, dass sie … … , … betreibe, … 
und auch … wieder möglich sei. Aus diesen Aktivitäten schienen die Gut-
achter alsdann den direkten Schluss auf eine erheblich verbesserte 
Schmerzsituation und eine fehlende Einschränkung für eine Berufstätigkeit 
zu ziehen, wie aus den verwendeten Formulierungen "Insofern [aufgrund 
der geschilderten Aktivitäten] ergeben sich keine Einschränkungen für eine 
Berufstätigkeit in angepasster Tätigkeit", "Vor dem Hintergrund der Frei-
zeitaktivitäten ist hier jedoch nicht von invalidisierenden Schmerzen auszu-
gehen" und "Was auffällt ist, dass die Versicherte trotz der geklagten 
Schmerzen wieder einige Freizeitaktivitäten […] durchführen kann" erhellt 
(act. II 149.3/12 f. Ziff. 7.3 - 7.4, 149.4/8 Ziff. 7.3). Diese Begründung über-
zeugt nicht. Bereits gegenüber Dr. med. E.________ gab die Beschwerde-
führerin zu den "Activities of Daily Living" (ADL) und den Hobbys an, … zu 
gehen, … … … und zu … (act. II 61/21). Desgleichen gab sie bereits in der 
Rehakonferenz vom 9. Februar 2011 – nota bene noch vor der Begutach-
tung durch Dr. med. E.________ – an, … … … und erstmals wieder einmal 
… gegangen zu sein (act. II 41). Mithin konnte sie diese Freizeitaktivitäten 
bereits im Zeitpunkt des Erstgutachtens ausüben bzw. ist ein wesentlicher 
Ausbau solcher Aktivitäten entgegen den Gutachtern der MEDAS nicht 
erkennbar. Dass die Beschwerdeführerin die genannten Freizeitaktivitäten 
nunmehr wesentlich intensiver bzw. uneingeschränkter ausüben könnte, 
wie der orthopädische Gutachter annahm ("nahezu normale Freizeitaktivität 
ermöglicht"; act. II 149.3/12 Ziff. 7.3), was von der Beschwerdeführerin in-
des – wenn auch ohne Begründung – bestritten wird (Beschwerde S. 6; vgl. 
aber die Ausführungen im Einwand [act. II 159/2 f.]), ist gestützt auf das in 
diesem Punkt bloss oberflächlich ausgefallene Gutachten der MEDAS 
ebenfalls nicht ausgewiesen, hat der orthopädische Experte insbesondere 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 19

keinerlei konkreten Angaben zur Art und Weise bzw. Dauer der Ausübung 
der Freizeitaktivitäten erhoben (act. II 149.3/4 und 12). Gegenüber der 
Neurologin hat die Beschwerdeführerin lediglich angegeben, … … , "soweit 
es gehe" und aktuell "natürlich viel kürzer und zurückhaltender …" … … als 
vor dem Unfall (act. II 149.4/4). Allein damit und ohne nähere Befragung ist 
jedenfalls keine wesentliche Steigerung der Freizeitaktivitäten seit dem 
Vorgutachten des Dr. med. E.________ erstellt, welche den gutachterli-
chen Schluss auf eine nunmehr gänzliche Arbeitsfähigkeit untermauerte. 

Schliesslich ist auch der verminderte Konsum von MST® (Wirkstoff Mor-
phin; vgl. <www.Compendium.ch>) als weitere Begründung für die von den 
Gutachtern angenommene verbesserte Schmerzsituation (und damit ein-
hergehender Verbesserung der Arbeitsfähigkeit) mit einem Mangel behaf-
tet. Die neurologische Expertin der MEDAS stützte sich bei ihrer 
Einschätzung, wonach die Beschwerdeführerin 2013 noch viel höhere Do-
sen MST gebraucht habe als aktuell (bei Bedarf MST Continus 10mg, zirka 
einmal pro Woche oder auch nur alle zwei Wochen) auf einen Bericht des 
Zentrums L.________ (act. II 149.4/4, 6, 11) vom 3. Januar 2013 (act. II 
90/7 - 10), wonach aktuell die Schmerzen unter bedarfsweiser Einnahme 
von MST 10mg weitgehend gut kompensiert seien. Die Beschwerdeführerin 
gab indes auch gegenüber Dr. med. E.________ (Exploration vom 6. Au-
gust 2012; act. II 61/2) an, MST 10 Continus – mithin dieselbe Dosis wie im 
Gutachten der MEDAS geschildert – nehme sie nach Bedarf ein, wobei sie 
namentlich aufgrund der Nebenwirkungen weitgehend auf dieses Medika-
ment verzichten möchte (act. II 19 Ziff. 5). Dr. med. J.________, Facharzt 
für Allgemeine Innere Medizin, erwähnte am 14. April 2014 eine MST-10-
Einnahme bei Bedarf (act. II 90/3). Ferner berichtete Dr. med. K.________, 
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, am 18. Juli 2016 von einer Ein-
nahme von MST 10mg bei Bedarf (alle paar Tage; act. II 118/3) und erneut 
am 16. August 2019 von einer Einnahme von MST 10mg bei Bedarf (act. II 
134/3). Ob im Vergleichszeitraum somit eine relevante Reduktion des MST-
Konsums tatsächlich stattgefunden hat, ist nicht erstellt. Dies umso weni-
ger, als die Beschwerdeführerin zwischen der orthopädischen und 
neurologischen Begutachtung der MEDAS ebenfalls MST Continus ein-
nahm (act. II 149.4/5, 159/2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 20

4.2.3 Was allfällige psychische Beschwerden betrifft, ist festzuhalten, 
dass die Beschwerdeführerin phasenweise das Antidepressivum Duloxetin 
über mehrere Wochen und Monate einnahm, Konzentrations- und Auf-
merksamkeitsschwierigkeiten, rasche Ermüdbarkeit, Schlafstörungen, ver-
minderter Belastbarkeit beklagte sowie über das Wiederauftreten einer 
Essstörung berichtete (act. II 149.3/4, 149.6/1, 159/3). Dies Umstände 
rechtfertigen eine Abklärung auch in psychiatrischer Hinsicht. 

4.3 Zusammenfassend ist das bidisziplinäre Gutachten der MEDAS von 
29. Januar 2020 (act. II 149.1) mit erheblichen Mängeln behaftet und 
genügt daher den Anforderungen an die Beweiskraft (vgl. E. 4.1.2 hiervor) 
nicht, weshalb weitere Abklärungen notwendig sind. Folglich ist die Be-
schwerde gutzuheissen und die Sache ist an die Verwaltung zurückzuwei-
sen, da es sich bei der Abklärung der psychischen Problematik (vgl. 
E. 4.2.3 hiervor) um eine bisher vollständig ungeklärte Frage handelt (BGE 
137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264). Die Beschwerdegegnerin hat eine polydiszi-
plinäre Begutachtung bei einer bislang nicht involvierten MEDAS zu veran-
lassen sowie über den Leistungsanspruch neu zu verfügen. 

5.

5.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-
schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 21

setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG).

Rechtsanwalt B.________ macht mit Kostennote vom 16. Dezember 2020 
ein Honorar von Fr. 3'037.50 (11.25 Std. à Fr. 270.--) zuzüglich Auslagen 
von Fr. 25.20 und Mehrwertsteuer von Fr. 235.85 (7.7 % von Fr. 3'062.70), 
total Fr. 3'298.55, geltend, was nicht zu beanstanden ist. Die Parteien-
tschädigung wird demnach für das vorliegende Verfahren auf Fr. 3'298.55 
(inkl. Auslagen und MWST) festgesetzt; diesen Betrag hat die Beschwer-
degegnerin der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 30. September 2020 aufgehoben und die Sache an 
die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme 
der Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3'298.55 (inkl. Auslagen und MWST), zu 
ersetzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Mai 2021, IV/20/817, Seite 22

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.