# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3eac690c-65e5-528d-bbc6-5109a321f9f1
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240248-O1
**Docket/Reference:** SB240248-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240248-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240248-O/U/cwo

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. C. Maira und 

lic. iur. B. Amacker sowie der Gerichtsschreiber MLaw W. Dharshing

Urteil vom 19. Mai 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigte und I. Berufungsklägerin

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

sowie

B._____,  

Privatklägerin und II. Berufungsklägerin (Rückzug)

betreffend Verletzung des Berufsgeheimnisses 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzelgericht, 

vom 16. Oktober 2023 (GG230013)

-   2   -

Anklage

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 10. Februar 

2023 (Urk. 45/2) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 79 S. 35 ff.)

"Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der Verletzung des Berufsgeheimnisses 

i.S.v. Art. 321 Ziff. 1 StGB.

2.

3.

Von einer Bestrafung wird gemäss Art. 52 StGB abgesehen. 

Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 22. Juni 2020 beschlagnahmten 

C._____-Unterlagen [Krankenversicherung] werden nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheids sowie der Entscheide in den Parallelverfahren GG230012-K und 

GG230014-K an die C._____ AG herausgegeben.

4.

Die Zivilklage der Privatklägerin wird hinsichtlich des Schadenersatzbegehrens ab-

gewiesen.

5.

Die Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin Fr. 250.– zuzüglich 5 % Zins 

ab 3. November 2016 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen.

6.

Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

2'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr.

425.00

  Auslagen (Gericht OGZ III. Strafkammer: 
  UH200253, Beschluss vom 1. März 2021: 
  1/4 von Fr. 1'200.00 sowie
  UH190298, Beschluss vom 7. April 2020:
  1/4 von Fr. 500.00);

Fr.

150.00

  Auslagen Bezirksgericht Winterthur
  GT210003, Beschluss vom 19. Juli 2021:
  1/4 von Fr. 600.00);

-   3   -

Fr.

15'026.00

  Entschädigung der Privatklägerschaft (Anwaltskosten     
  von Fr. 14'891.– [inkl. MwSt.] und Auslagenersatz von  
  Fr. 135.–)

Fr.

19'201.00   Total

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

Entscheidgebühr auf zwei Drittel.

Die Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 6 werden der Beschuldigten auferlegt. 

(Mitteilungen)

(Rechtsmittel)"

7.

8.

9.

Berufungsanträge der Verteidigung
(Urk. 83 S. 2 ff.; Urk. 98 S. 1 f.)

1.

Ziff. 1  und  2.  des  Dispositivs  des  vorinstanzlichen  Urteils  (i.e.  Urteil 

GG230013-K  des  Bezirksgerichts  Winterthur  vom  16. Oktober  2023)  seien 

aufzuheben und Frau A._____ sei vom Vorwurf der Verletzung des Berufsge-

heimnisses i.S.v. Art. 321 Ziff. 1 StGB und damit von Schuld und Strafe voll-

umfänglich freizusprechen.

2.

Ziff. 5.  des  Dispositivs  des  vorinstanzlichen  Urteils  (i.e.  Urteil  GG230013-K 

des  Bezirksgerichts  Winterthur  vom  16. Oktober  2023)  sei  aufzuheben  und 

das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin sei vollumfänglich abzuweisen.

3.

Ziff. 7.  des  Dispositivs  des  vorinstanzlichen  Urteils  (i.e.  Urteil  GG230013-K 

des  Bezirksgerichts  Winterthur  vom  16. Oktober  2023)  sei  aufzuheben  und 

die gesamten Kosten und Gebühren seien vollumfänglich und definitiv auf die 

Staatskasse zu nehmen.

4.

Es sei eine zusätzliche Ziffer in das Dispositiv aufzunehmen, mit welcher Frau 

A._____ für die Kosten der erbetenen Verteidigung für das Verfahren bis zum 

erstinstanzlichen Urteil eine angemessene Entschädigung aus der Gerichts-

kasse zugesprochen wird.

-   4   -

5.

Es sei eine zusätzliche Ziffer in das Dispositiv aufzunehmen, mit welcher Frau 

A._____ für die durch das Strafverfahren entstandenen wirtschaftlichen Ein-

bussen eine angemessene Entschädigung aus der Gerichtskasse zugespro-

chen wird.

6.

Sämtliche  Kosten  des  Berufungsverfahrens  (SB240248-O)  seien  auf  die 

Staatskasse zu nehmen, allenfalls der Privatklägerin aufzuerlegen und letzte-

rer sei ausgangsgemäss für das Berufungsverfahren keine Prozessentschä-

digung zuzusprechen.

7.

Die Berufungsklägerin sei für ihre anwaltlichen Aufwendungen im Berufungs-

verfahren angemessen zu entschädigen.

8.

Allfällige  weitere  Kosten  zu  Lasten  der  Staatskasse,  eventualiter  zu  Lasten 

der Privatklägerin.

Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales

1.

Verfahrensgang

Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem angefoch-

tenen Entscheid (Urk. 79 S. 6 f. E. I.). Die Beschuldigte wurde von der Vorinstanz 

am  16.  Oktober  2023  gemäss  dem  vorab  wiederholten  Urteilsdispositiv  schuldig 

gesprochen und bestraft (a.a.O., S. 35 ff.). Innert Frist liessen sie und die Privat-

klägerin  Berufung  anmelden  (Urk. 64  und  66).  Während  die  Privatklägerin  ihre 

Berufung zurückzog (Urk. 81), liess die Beschuldigte innert Frist Berufung erklären 

(Urk. 83; vgl. dazu auch Urk. 76). Mit Verfügung vom 17. Juni 2024 ging die Beru-

fungserklärung an die Privatklägerin und die Staatsanwaltschaft und wurde diesen 

Frist  angesetzt,  um  zu  erklären,  ob  Anschlussberufung  erhoben  wird,  oder  um 

begründet  ein  Nichteintreten  auf  die  Berufung  zu  beantragen  (Urk. 85).  Beide 

verzichteten auf eine Anschlussberufung (Urk. 87 f.). Am 19. Mai 2025 fand die Be-

rufungsverhandlung statt, zu welcher die Beschuldigte A._____ in Begleitung ihres 

erbetenen Verteidigers Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, der Beschuldigte im Verfah-

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ren SB240250 D._____ in Begleitung seines erbetenen Verteidigers Rechtsanwalt 

lic. iur. Y._____ und die Privatklägerin B._____ erschienen sind (Prot. II S. 3). Vor-

fragen waren keine zu entscheiden. Das Urteil erging im Anschluss an die Beru-

fungsverhandlung (Prot. II S. 7 ff.).

2.

Umfang der Berufung

Unangefochten  blieben  die  Dispositiv-Ziffern  3,  4  und  6  des  vorinstanzlichen 

Urteils, in welchem Umfang dieses in Rechtskraft erwuchs, was mit Beschluss fest-

zuhalten  ist.  Im  übrigen  Umfang  steht  der  Entscheid  zur  Disposition.  Es  gilt  das 

Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

3.

Prozessuales

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachverhal-

tes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in Anwen-

dung  von  Art.  82  Abs.  4  StPO,  auch  ohne  dass  dies  jeweils  explizit  Erwähnung 

findet. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch auf recht-

liches  Gehör  die  Pflicht  des  Gerichts  folgt,  seinen  Entscheid  zu  begründen.  Die 

Begründung  muss  kurz  die  wesentlichen  Überlegungen  nennen,  von  denen  sich 

das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf sich 

aber  auf  die  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  und  muss  sich  nicht 

ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen  und  diese  widerlegen.  Es  kann  sich  mithin  auf  die  für  den 

Entscheid  wesentlichen  Punkte  beschränken.  Ein  unverhältnismässiger  Motivati-

onsaufwand kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 Ziff. 1 

EMRK in  der  Weise  auslegen,  dass  eine  detaillierte  Antwort  auf  jedes  Argument 

gefordert würde (BGE 146 IV 297 E. 2.2.7; 143 III 65 E. 5.2; 141 IV 249 E. 1.3.1; 

BGer 6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen).

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II. Schuldpunkt

1.

Anklagevorwurf und Ausgangslage

Der  Vorwurf  ergibt  sich  aus  der  beigehefteten  Anklageschrift  (Urk. 45/2  S. 2  f.), 

darauf  kann  verwiesen  werden.  Die  Staatsanwaltschaft  wirft  der  Beschuldigten 

zusammengefasst vor, sie habe zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt vor dem 

19. April 2016 als Oberärztin am E._____ [Spital in F._____] gemeinsam mit dem 

in  separatem  Verfahren  Mitbeschuldigten  Dr.  med.  G._____.,  Leitender  Arzt 

H._____ [Abteilung] am E._____, das von ihnen beiden elektronisch visierte Schrei-

ben vom 19. April 2016 an den Vertrauensarzt der C._____ F._____ verfasst, das 

sodann dem Vertrauensarzt der C._____ zugestellt worden sei. Im zweiten Teil des 

Schreibens habe die Beschuldigte unter dem von ihr verfassten Absatz "Ergänzung 

durch Dr. med. A._____, Oberärztin I._____" über Details der medizinischen Be-

handlung der Privatklägerin informiert. Sie habe dies getan, obschon sie gewusst 

habe, dass die Privatklägerin zuvor mehrmals den Wunsch geäussert gehabt habe, 

dass das Spital keine Auskünfte über die Behandlung und medizinische Informati-

onen an die C._____ weitergeben dürfe, sondern nur an den Vertrauensarzt der 

C._____, wobei bei diesbezüglichen Anfragen zuerst mit der Privatklägerin Kontakt 

aufzunehmen gewesen wäre. Durch ihr Tun habe die Beschuldigte zumindest billi-

gend in Kauf genommen, dass diese dem ärztlichen Berufsgeheimnis unterliegen-

den Angaben gegen den erklärten Willen der Privatklägerin an eine externe Stelle 

weitergegen würden. Hierbei habe sie gewusst, dass es sich bei diesen Informati-

onen um medizinische Geheimnisse aus der Behandlung der Privatklägerin gehan-

delt habe. Die Beschuldigte bestreitet, sich im Sinne des Vorwurfs strafbar gemacht 

zu haben (vgl. dazu im Einzelnen u.a. Prot. I S. 37 ff. und Urk. 97 S. 2 ff. bzw. Urk. 

59 S. 1 ff. und Urk. 98 S. 3 ff.).

2.

Sachverhalt

2.1. Mit der Vorinstanz (Urk. 79 S. 12 f. E. III.1.3, unter Hinweis auf die Akten) ist 

erstellt, dass die Beschuldigte zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt vor dem 

19. April 2016 als Oberärztin am E._____ gemeinsam mit dem in separatem Ver-

fahren  Mitbeschuldigten  Dr.  med.  G._____,  Leitender  Arzt  H._____  am  E._____ 

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das  von  beiden  Personen  elektronisch  visierte  Schreiben  vom  19.  April  2016 

(Urk. 2/13) an den Vertrauensarzt der C._____ F._____ verfasste, das sodann dem 

Vertrauensarzt der C._____ zugestellt wurde, wobei die Beschuldigte den zweiten 

Teil des Schreibens mit dem eingeklagten Inhalt verfasste.

2.2. Die  Frage,  ob  die  Beschuldigte  das  Schreiben  verfasste,  obschon  sie  von 

einem  Auskunftsverbot  der  Privatklägerin  wusste,  liess  die  Vorinstanz  offen 

(Urk. 79 S. 13 E. III.1.3). Die Beschuldigte führte dazu konstant aus, sie habe davon 

keine Kenntnis gehabt, da sie kurzfristig beigezogen worden sei und die Patientin 

[Privatklägerin] zuvor nicht gekannt habe (vgl. dazu im Einzelnen Urk. 24/6 F/A 19 

ff., Prot. I S. 37 ff. und Urk. 97 S. 2 ff. sowie nachfolgend unter E. II.3.5.), was glaub-

haft und im Übrigen nicht widerlegbar ist, weshalb davon auszugehen ist.

2.3. Was  die  Frage  der  vorgängigen  Kenntnis  der  C._____  von  gewissen  im 

Schreiben vom 19. April 2016 enthaltenen Informationen betrifft, so hielt die Vorin-

stanz  unter  Bezugnahme  auf  das  relevante  Beweismaterial  zutreffend  fest,  dass 

die C._____ von der Verspätung der Privatklägerin, von deren Weigerung, sich von 

der … [Orthopädin im Bereich I._____] untersuchen zu lassen, vom Umstand des 

nicht durchgeführten Gipswechsels sowie von deren Informierung, dass ein Gips-

wechsel nur mittels Verordnung eines Arztes des E._____ erfolge, bereits vor dem 

Erhalt des Berichts vom 19. April 2016 Kenntnis hatte. Ebenfalls war der C._____ 

die  Kernproblematik,  nämlich  die  von  der  Privatklägerin  vertretene  und  vom 

E._____ offensichtlich nicht geteilte Ansicht, dass die vom E._____ im Zuge des 

Gipswechsels geplante Untersuchung durch eine interne … [Spezialistin im Bereich 

I._____] bzw. einen internen … [Spezialist im Bereich I._____] von der Kostengut-

sprache der C._____ nicht erfasst sei, wohl zumindest sinngemäss bereits bekannt 

(Urk. 79 S. 13-16 E. III.1.4, unter Hinweis auf die Akten). Umgekehrt schloss die 

Vorinstanz richtig, dass die Ausführungen der Beschuldigten im nämlichen Schrei-

ben auch Informationen enthielten, die über die der C._____ bereits bekannten hin-

ausgingen (Urk. 79 S. 17 f. E. III.2.2.3), namentlich die Folgenden: (a) dass die Pri-

vatklägerin das Spital nicht mehr habe verlassen wollen, ohne den Gipswechsel zu 

erhalten, wobei sie sich dabei immer wieder auf die von der C._____ bereits erteilte 

Kostengutsprache berufen habe, (b) dass die Privatklägerin trotz mehrfachem Er-

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klärungsversuch, wonach ein Gipswechsel nur unter der Bedingung einer ärztlichen 

Stellungnahme  zum  Gipsbruch  bzw.  zu  einem  erneut  notwendigen  Gipswechsel 

erteilt werde, auch der Beschuldigten gegenüber jegliche Aussagen zur genauen 

Diagnose, zum Unfallhergang, zur Anamnese, zur klinischen Untersuchung oder 

bezüglich der Namen der behandelnden Ärzte verweigert habe, (c) dass die Privat-

klägerin  daraufhin  mit  einer  Praxis  telefoniert  habe  und  man  aus  dem  Gespräch 

heraus habe den Schluss ziehen können, dass sie bereits bei ihrem behandelnden 

Arzt eine entsprechende Stellungnahme angefordert habe und er diese direkt an 

die  C._____  schreiben  würde,  (d)  dass  dies  jedoch  bis  anhin  offensichtlich  nicht 

geschehen sei, weshalb man dem Wunsch der Privatklägerin eines Gipswechsels 

im  E._____  nicht  habe  nachkommen  könne  und  (e)  dass  die  Privatklägerin  das 

E._____ nach einer Stunde ohne ein weiteres Wort wieder verlassen habe. Auch 

davon ist auszugehen.

2.4.

In diesem Sinne ist der Sachverhalt erstellt und davon ist bei der rechtlichen 

Würdigung, in deren Rahmen auch auf den inneren Sachverhalt noch vertiefter ein-

zugehen sein wird, auszugehen.

3.

Rechtliches

3.1. Die  Vorinstanz  hat  richtige  theoretische  Ausführungen  zum  objektiven 

Straftatbestand der Berufsgeheimnisverletzung im Sinne von Art. 321 Ziff. 1 StGB 

gemacht (Urk. 79 S. 16 f. E. III.2.2), diese können übernommen werden. 

3.2. Teilweise rekapitulierend sei zum objektiven Tatbestand von Art. 321 Ziff. 1 

StGB  nochmals  festgehalten,  dass  als  Geheimnis  im  Sinne  der  zitierten  Bestim-

mung  jede  Tatsache  gilt,  die  nur  einem  beschränkten  Personenkreis  bekannt  ist 

und an deren Geheimhaltung für den Geheimnisherrn ein berechtigtes bzw. objek-

tives Interesse besteht (vgl. dazu statt Weiterer OBERHOLZER in BSK StGB II, N 14 

zu  Art.  321  sowie  DONATSCH  in  OFK  StGB,  21.  Aufl.,  N  3  Vorbemerkungen  zu 

Art. 320, mit Verweisen).

3.3. Erstellt ist, dass die C._____ betreffend diversen im Schreiben vom 19. April 

2016 enthaltenen Informationen bereits vor dem Verfassen und vor dem Versand 

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desselben Kenntnis hatte, unter anderem im Wesentlichen auch von der Kernpro-

blematik,  nämlich  die  von  der  Privatklägerin  vertretene  und  vom  E._____  offen-

sichtlich nicht geteilte Ansicht, dass die vom E._____ im Zuge des Gipswechsels 

geplante Untersuchung durch eine interne … [Spezialistin im Bereich I._____] bzw. 

einen  internen  …  [Spezialist  im  Bereich  I._____]  von  der  Kostengutsprache  der 

C._____ nicht erfasst sei (vgl. dazu vorne unter E. II.2.3.), mithin die Streitursache, 

die im vorliegenden Strafverfahren mündete. Hinzu kommt, dass die erstellten Tat-

sachen, von denen die C._____ keine Kenntnisse hatte, ausschliesslich den Her-

gang im sogenannten "Gipszimmer" (Urk. 24/6 F/A 16 bzw. Prot. I S. 37) dokumen-

tieren bzw. hauptsächlich das Verhalten der Privatklägerin daselbst schildern und 

keine medizinischen Inhalte aufweisen (vgl. dazu vorne unter E. II.2.3.). Schliess-

lich  ist  zu  beachten,  dass  das  nämliche  Schreiben  an  den  Vertrauensarzt  der 

C._____ ging und – so wurde es auch eingeklagt – die Privatklägerin grundsätzlich 

damit einverstanden war, dass dieser informiert wird, wenn auch erst nach vorgän-

giger Kontaktaufnahme mit ihr. Unter diesen Umständen erscheint es höchst frag-

lich, ob überhaupt ein berechtigtes bzw. objektives Geheimhaltungsinteresse be-

stand bzw. ein objektiv tatbeständliches Geheimnis bzw. Offenbaren eines solchen 

vorliegt, was jedoch aus nachfolgenden Überlegungen offen bleiben kann. 

3.4. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten in subjektiver Hinsicht eventu-

alvorsätzliches Handeln vor. Dazu, was folgt: Bestimmt es das Gesetz nicht aus-

drücklich anders, so ist nur strafbar, wer ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich 

begeht (Art. 12 Abs. 1 StGB). Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, 

wer  die  Tat  mit  Wissen  und  Willen  ausführt.  Vorsätzlich  handelt  bereits,  wer  die 

Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). 

Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens 

aus  pflichtwidriger  Unvorsichtigkeit  nicht  bedenkt  oder  darauf  nicht  Rücksicht 

nimmt.  Pflichtwidrig  ist  die  Unvorsichtigkeit,  wenn  der  Täter  die  Vorsicht  nicht 

beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnis-

sen verpflichtet ist (Art. 12 Abs. 3 StGB). Abs. 2 Satz 1 umschreibt den direkten 

Vorsatz, Abs. 2 Satz 2 den Eventualvorsatz. Eventualvorsatz liegt vor, wenn «der 

Täter  den  Eintritt  des  Erfolgs  bzw.  die  Tatbestandsverwirklichung  für  (ernsthaft) 

möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den möglichen Fall seines 

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Eintritts  ernst  nimmt,  sich  mit  ihm  abfindet,  mag  er  ihm  auch  unerwünscht  sein» 

(vgl. dazu statt Vieler DONATSCH in OFK StGB, 21. Aufl., N 10 zu Art. 12 StGB, mit 

diversen  Verweisen  auf  die  einschlägige  Rechtsprechung).  Ob  der  Täter  die 

Verwirklichung des Tatbestands in Kauf genommen hat, ist aufgrund der Umstände 

zu entscheiden. Zu diesen gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos, 

die  Schwere  der  Sorgfaltsmissachtung,  die  Art  der  Tathandlung  und  die  Beweg-

gründe. Aus dem Wissen des Täters um den möglichen Eintritt des Erfolges allein 

darf auf das Wollen geschlossen werden, dies allerdings nur dann, wenn sich dem 

Täter der Erfolg als so wahrscheinlich aufdrängte, dass sein Verhalten vernünfti-

gerweise  nicht  anders  denn  als  Billigung  jenes  Erfolges  ausgelegt  werden  kann 

(a.a.O.,  N  11,  mit  Verweisen).  Die  Abgrenzung  zwischen  Eventualvorsatz  und 

bewusster Fahrlässigkeit kann schwierig sein. Sowohl der eventualvorsätzlich wie 

auch der bewusst fahrlässig Handelnde wissen um die Möglichkeit des Erfolgsein-

tritts bzw. der Tatbestandsverwirklichung. Für die Abgrenzung ist der Wille mass-

gebend.  Während  der  eventualvorsätzlich  handelnde  Täter  mit  der  Tatbestands-

verwirklichung  rechnet  und  diese  in  Kauf  nimmt,  vertraut  der  bewusst  fahrlässig 

Handelnde  darauf,  dass  sich  das  Risiko  der  Tatbestandserfüllung  nicht  verwirk-

lichen wird (a.a.O., N 12, mit Verweisen).

3.5. Vor Vorinstanz führte die Beschuldigte aus, sie sei vom in separatem Verfah-

ren Mitbeschuldigten Dr. med. G._____, der den ersten Teil des inkriminierten Be-

richts  verfasste,  darum  gebeten  worden,  dessen  Schreiben  um  einen  Absatz  zu 

ergänzen, weil sie die Privatklägerin als einzige Ärztin persönlich gesehen habe. 

Der Bericht an den Vertrauensarzt der C._____ sei dabei entsprechend dem Auf-

trag von †J._____, ehemaliges Mitglied der Spitaldirektion des E._____, erstattet 

worden. Bevor sie dazu gerufen worden sei, habe sie gar keine Kenntnis von der 

Privatklägerin gehabt. Sie habe diese zuvor weder persönlich gesehen noch Ak-

teneinsicht gehabt. Die fragliche Kostengutsprache habe sie erst im Rahmen des 

Gerichtsverfahrens gesehen. Sie sei in keiner Form involviert gewesen. Es sei ein 

Auftrag gewesen, der via I._____ an sie delegiert worden sei. Sie sei lediglich dazu 

gerufen worden, als sich die Patientin geweigert habe, das Gipszimmer ohne Gips-

wechsel zu verlassen (Prot. I S. 37 ff.). Diese Ausführungen der Beschuldigten sind 

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– wie teilweise bereits unter E. II.2.2. erwogen – glaubhaft und jedenfalls nicht zu 

widerlegen, weshalb darauf abzustellen ist.

3.6. Mit  der  Vorinstanz  und  der  Verteidigung  (vgl.  Urk. 98  S. 17  ff.)  ist  vor  dem 

Hintergrund  der  soeben  dargelegten  Sachverhaltsschilderung  der  Beschuldigten 

davon  auszugehen,  dass  unter  den  gegebenen  Umständen  für  sie  kein  Anlass 

bestand, an einer entsprechenden Beauftragung des E._____ durch die C._____ 

bzw. an einer entsprechenden Meldepflicht im Sinne von Art. 42 Abs. 4 KVG zu 

zweifeln,  zumal  sie  im  Schreiben  vom  19.  April  2016  selber  noch  ausführte,  der 

Privatklägerin  gesagt  zu  haben,  dass  ein  Gipswechsel  nur  unter  der  Bedingung 

einer ärztlichen Stellungnahme zum Gipsbruch bzw. zu einem erneut notwendigen 

Gipswechsel erteilt werde, wobei sie auch noch erwähnte, dass aus dem erwähnten 

Telefonat hervorgegangen sei, dass die Privatklägerin bereits bei ihrem behandeln-

den Arzt eine entsprechende Stellungnahme angefordert habe und er diese direkt 

an die C._____ schreiben würde. Damit war der Beschuldigten also bekannt, dass 

die C._____ eine Stellungnahme zur Notwendigkeit des Gipswechsels einforderte. 

Dass  dabei  kein  direkter  Auftrag  an  das  E.____  vorlag,  konnte  sie  nicht  wissen, 

zumal ihr die Kostengutsprache selbst zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt war. 

Folglich  ist  zu  ihren  Gunsten  so  zu  verfahren,  wie  wenn  das  E._____  von  der 

C._____  mit  der  Erteilung  von  Auskünften  in  Bezug  auf  die  Notwendigkeit  eines 

erneuten Gipswechsels tatsächlich beauftragt worden wäre (vgl. in diesem Sinne 

Urk. 79 S. 21 f. E. IV.2.4 f.). Weiter hielt die Vorinstanz in diesem Zusammenhang 

richtig fest, dass die (scheinbare) Legitimation bzw. Beauftragung zum Verfassen 

eines Berichts bezüglich einer Behandlung im Sinne von Art. 42 Abs. 4 KVG auch 

eine "negative Legitimation" umfasst, um im Falle einer nicht möglichen Behand-

lung anzugeben, weshalb diese nicht stattfinden konnte. Die Mitteilung, dass eine 

Patientin die Untersuchung verweigerte und deshalb keine Diagnose gestellt wer-

den  kann,  muss  ebenfalls  möglich  sein.  Wenn  ein  Bericht  verlangt  wurde,  dann 

muss der Krankenkasse auch mitgeteilt werden können, weshalb gerade kein Be-

richt verfasst werden kann. Schliesslich muss es dem Leistungserbringer möglich 

sein, zu begründen, weshalb dieser seiner gesetzlichen Auskunftspflicht im Sinne 

von Art. 42 Abs. 4 KVG nicht nachkommen kann (vgl. in diesem Sinne Urk. 79 S. 

22 E. IV.2.6). In subjektiver Hinsicht kann nun aber vor diesem Hintergrund nicht 

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angenommen werden, dass unter den gegebenen Umständen davon ausgegangen 

werden  müsste,  das  Risiko  der  Tatbestandsverwirklichung,  d.h.  das  Offenbaren 

von geheimen Tatsachen, hätte sich der Beschuldigten als derart wahrscheinlich 

aufgedrängt oder aufdrängen müssen, dass ihr Verhalten als Inkaufnahme dessel-

ben gewertet werden muss. Namentlich wurde sie wie ausgeführt kurzfristig beige-

zogen,  war  mit  dem  Fall  der  Privatklägerin  nicht  näher  vertraut  und  handelte  im 

Auftrag der Spitaldirektion - und zwar in Unkenntnis des seitens der Privatklägerin 

vorliegenden Auskunftsverbots sowie des Nichtvorliegens eines direkten und gülti-

gen  Meldeauftrags  an  das  E._____  (vgl.  zu  letzterem  auch  nachfolgend  unter 

E. II.3.7.). Mit anderen Worten kann der Beschuldigten nicht angelastet werden, ihr 

hätte sich der Taterfolg als so wahrscheinlich aufgedrängt oder aufdrängen müs-

sen, dass ihr Verhalten vernünftigerweise nicht anders denn als Billigung jenes Er-

folges ausgelegt werden könnte. Schliesslich bleibt einmal mehr zu betonen, dass 

es der Staat ist, der einer Beschuldigten die ihr angelastete Täterschaft hinsichtlich 

des ihr vorgeworfenen Deliktes rechtsgenügend nachweisen können muss bzw. es 

Aufgabe  des  Staates  ist,  der  Beschuldigten  alle  eine  Strafbarkeit  begründenden 

Umstände – und zwar nicht nur die den äusseren, sondern auch die den inneren 

Sachverhalt betreffenden – mittels dazu tauglicher Beweismittel nachzuweisen und 

es eben gerade nicht Sache der Beschuldigten ist, nachzuweisen, dass sie die Tat 

nicht  begangen  hat.  Eine  eventualvorsätzliche  Tatbegehung  im  Sinne  der  vorne 

unter E. II.3.4. gemachten Ausführungen ist daher zu verneinen. Eine fahrlässige 

Tatbegehung ist nicht strafbar, womit sich Ausführungen dazu erübrigen.

3.7. Mehr der Vollständigkeit halber bleibt zu erwähnen, dass die Beschuldigte wie 

gesehen  vom  Auskunftsverbot  der  Privatklägerin  und  vom  Nichtvorliegen  eines 

direkten und gültigen Meldeauftrags an das E._____ keine Kenntnis hatte (vgl. dazu 

vorne unter E. II.2.2. und E. II.3.5. f.). Damit aber wäre die Tat – wie die Verteidi-

gung  zu  Recht  einwendete  (vgl.  Urk. 98  S. 15  ff.)  –  zu  ihren  Gunsten  nach  dem 

Sachverhalt zu beurteilen, den sie sich vorstellte, da sie in einer irrigen Vorstellung 

darüber handelte (Art. 13 Abs. 1 StGB), mithin in der irrigen Annahme, es läge kein 

Auskunftsverbot, demgegenüber aber ein direkter und gültiger Meldeauftrag an das 

E._____ vor. Unerheblich dabei wäre, ob sie den Irrtum bei pflichtgemässer Vor-

sicht  hätte  vermeiden  können,  da  eine  fahrlässige  Tatbegehung  wie  ausgeführt 

-   13   -

nicht strafbar ist (Art. 321 StGB i.V.m. Art. 13 Abs. 2 StGB), womit auch aus diesem 

Grund eine Strafbarkeit entfiele.

3.8. Abschliessend ist mit der Verteidigung (vgl. Urk. 98 S. 23) festzuhalten, dass 

–  entgegen  der  Vorinstanz  (Urk. 79  S. 23  E.  IV.2.6)  –  nicht  davon  ausgegangen 

werden  kann,  die  Beschuldigte  hätte  im  Schreiben  vom  19.  April  2016  mehr  als 

nötig preisgegeben. Vielmehr fielen ihre Information sachlich, wertungsfrei, in der 

gebotenen Kürze und den gegebenen Umständen angemessen aus.

4.

Ergebnis 

Die  Beschuldigte  ist  vom  Vorwurf  der  Berufsgeheimnisverletzung  im  Sinne  von 

Art. 321 Ziff. 1 StGB freizusprechen.

III. Zivilansprüche

In Anwendung von Art. 126 Abs. 1 lit. b StPO sind die Zivilforderungen der Privat-

klägerin abzuweisen.

IV. Kosten

1.

Erstinstanzliches Verfahren

Zufolge des vollumfänglichen Freispruchs sind die Kosten der Untersuchung und 

des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens vollumfänglich auf die Gerichtskasse zu 

nehmen.  Der  Beschuldigten  ist  für  die  Untersuchung  und  das  erstinstanzliche 

Gerichtsverfahren  eine  anteilsmässige  Parteientschädigung  von  Fr. 12'000.--  für 

anwaltliche  Verteidigung  aus  der  Gerichtskasse  zuzusprechen  (vgl.  dazu  im 

Einzelnen Urk. 59 S. 1 und 8 und Urk. 64).

2.

Berufungsverfahren

Ausgangsgemäss fällt für das Berufungsverfahren zufolge des Freispruches eine 

Gerichtsgebühr ausser Ansatz. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind definitiv 

auf  die  Gerichtskasse  zu  nehmen.  Gestützt  auf  die  eingereichte  Honorarnote 

(Urk. 99/3)  und  in  Berücksichtigung  der  –  unbesehen  des  geringen  angeklagten 

-   14   -

Strafmasses – relativ hohen Verantwortung des Falls im Hinblick auf das berufliche 

Fortkommen  der  Beschuldigten  (vgl.  AnwGebV  § 17  Abs. 1  lit. a  i.V.m.  § 18 

AnwGebV) ist ihr für ihre erbetene Verteidigung für das Berufungsverfahren eine 

Prozessentschädigung  von  Fr. 14'000.–  (inkl.  Barauslagen  und  MwSt.)  aus  der 

Gerichtkasse zuzusprechen.

Die geltend gemachten wirtschaftlichen Einbussen der Beschuldigten gemäss 

Art. 429 Abs. 1 lit. b StPO erscheinen wenig substantiiert, zumal nicht auf der Hand 

liegt,  dass  eine  Dividierung  des  Jahresumsatzes  auf  einen  durchschnittlichen 

täglichen Umsatz dem entgangenen Gewinn anlässlich jedes der konkreten Tage, 

an  denen  die  Beschuldigte  nicht  habe  arbeiten  können  (vgl.  Urk. 98  S. 27  ff.), 

entspricht.  Daneben  scheint  die  Gleichsetzung  der  Umsatzzahlen  mit  dem 

entgangenen Gewinn ohnehin fraglich. Der als entgangene Gewinn ausgewiesene 

Betrag erweist sich aus diesen Gründen als überhöht. Da ein entgangener Gewinn 

aufgrund  Besprechungen  sowie  behördlicher  Termine  grundsätzlich  belegt,  aber 

ziffernmässig  – wie  die  Verteidigung  zu  Recht  vorbringt  (vgl.  Urk. 98  S. 29)  – 

vorliegend nur schwer nachzuweisen ist, ist dieser mit einem geschätzten Betrag 

von Fr. 10'000.– zu entschädigen.

Es wird beschlossen:

1.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

16. Oktober 2023 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:

"Es wird erkannt:

1.

(…)

2.

(…)

3. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 22. Juni 2020 beschlagnahm-

ten C._____-Unterlagen werden nach Eintritt der Rechtskraft dieses Ent-

scheids sowie der Entscheide in den Parallelverfahren GG230012-K und 

GG230014-K an die C._____ AG herausgegeben.

-   15   -

4. Die Zivilklage der Privatklägerin wird hinsichtlich des Schadenersatzbegeh-

rens abgewiesen.

5.

(…)

6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:

Fr.

Fr.

2'500.00 ; die weiteren Kosten betragen:

1'100.00   Gebühr für das Vorverfahren;

Fr.

425.00

  Auslagen (Gericht OGZ III. Strafkammer: 
  UH200253, Beschluss vom 1. März 2021: 
  1/4 von Fr. 1'200.00 sowie
  UH190298, Beschluss vom 7. April 2020:
  1/4 von Fr. 500.00);

Fr.

150.00

  Auslagen Bezirksgericht Winterthur
  GT210003, Beschluss vom 19. Juli 2021:
  1/4 von Fr. 600.00);

Fr.

15'026.00

  Entschädigung der Privatklägerschaft (Anwaltskosten     
  von Fr. 14'891.– [inkl. MwSt.] und Auslagenersatz von  
  Fr. 135.–)

Fr.

19'201.00   Total

7.

(…)

8.

(Mitteilungen)

9.

(Rechtsmittel)"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

Es wird erkannt:

Die Beschuldigte wird vollumfänglich freigesprochen.

Die Zivilansprüche der Privatklägerin werden abgewiesen.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr fällt ausser Ansatz.

Die Kosten der Untersuchung und beider gerichtlicher Verfahren werden auf 

die Gerichtskasse genommen. 

1.

2.

3.

4.

-   16   -

5.

Der  Beschuldigten  wird  für  das  gesamte  Verfahren  eine  Prozessentschädi-

gung von Fr. 26'000.– (inkl. Barauslagen und MwSt.) für anwaltliche Verteidi-

gung aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

6.

Der  Beschuldigten  wird  für  das  gesamte  Verfahren  eine  Prozessentschädi-

gung von Fr. 10'000.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.

7. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die erbetene Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten (übergeben)

die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich (versandt)

die Privatklägerin B._____ (übergeben)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich 

die Privatklägerin B._____ 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an







die Vorinstanz

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 
Art. 32 Abs. 1 StReG mittels Kopie von Urk. 93.

8. Gegen  diesen  Entscheid  kann  bundesrechtliche  Beschwerde  in  Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschrie-

benen Weise schriftlich einzureichen.

-   17   -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 19. Mai 2025

Der Präsident:

Der Gerichtsschreiber:

lic. iur. S. Volken

MLaw W. Dharshing