# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ab4b6394-257c-58d0-8b2f-179ed1e97929
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 30.03.2021 S 2019 145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2019-145_2021-03-30.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 145

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

Richter Meisser, Audétat

Aktuarin ad hoc Strässle

URTEIL

vom 30. März 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. et oec. Christian Thöny,

Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA),

vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. Sabine Baumann Wey,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Staatsangehöriger von B._____ mit B-Bewilligung, war bei der 

C._____ AG als Produktionsmitarbeiter angestellt und dadurch bei der 

Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen 

die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert, als er am 

10. November 2016 bei der Arbeit verunfallte. Dabei wurde seine rechte 

Hand beim Reinigen einer Arbeitsmaschine plötzlich nach oben gezogen, 

angesaugt, in einer Förderschnecke eingeklemmt und durch ein schnell 

rotierendes, scharfes Stahlförderrad praktisch gehäckselt. Gleichentags 

wurde A._____ im Kantonsspital Graubünden (G._____) an der rechten 

Hand operiert. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte 

die gesetzlichen Leistungen (Taggeld, Heilkosten).

2. Im August 2017 folgten weitere Operationen zur Korrektur der 

Rotationsfehlstellung des Mittelfingers und weiterer Unfallfolgen, 

verbunden mit anschliessender intensiver Therapie. 

3. In der Aktenbeurteilung vom 15. November 2018 schätzte der Kreisarzt, 

Dr. med. D._____ den Integritätsschaden auf 17.5 % und kam in seiner 

Aktenbeurteilung vom 21. November 2018 nach Zusammenfassung des 

aktenmässigen Verlaufs zum Schluss, dass von einer weiteren 

Behandlung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte 

Besserung des unfallbedingten Gesundheitsschadens erwartet werden 

könne, nachdem sich zwischen der ambulanten Verlaufskontrolle am 

G._____ Anfang April 2018 bis Ende Juli 2018 trotz durchgeführter 

Ergotherapie der Zustand der rechten Hand hinsichtlich Trophik und 

Beweglichkeit nicht verbessert habe.

4. Gestützt auf diese kreisärztlichen Beurteilungen sprach die SUVA 

A._____ mit Verfügung vom 19. Dezember 2018 ab 1. Dezember 2018 

eine Invalidenrente gemäss dem Bundesgesetz über die 

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Unfallversicherung (UVG) von monatlich CHF 392.80 zu. Diese Rente 

basierte auf einer Erwerbsunfähigkeit von 11 % und einem versicherten 

Jahresverdienst von CHF 53'563.--. Für die psychogenen Störungen 

verneinte die SUVA den Anspruch auf Leistungen, da diese nicht in einem 

adäquaten Kausalzusammenhang mit dem erlittenen Erlebnis stünden. 

Für die Folgen des Unfalls sprach die SUVA A._____ zudem eine 

Integritätsentschädigung in der Höhe von CHF 25’935.--, basierend auf 

einem Integritätsschaden von 17.5 % und einem Jahresverdienst von 

CHF 148'200.-- zu. Die von A._____ dagegen erhobene Einsprache vom 

15. Januar 2019 wies die SUVA mit Einspracheentscheid vom 

5. November 2019 ab.

5. Gegen diesen Einspracheentscheid erhob A._____ (nachfolgend: 

Beschwerdeführer) am 6. Dezember 2019 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Darin beantragte er, der 

angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Angelegenheit sei zur 

nochmaligen Abklärung durch ein externes medizinisches Gutachten und 

zum neuen Entscheid an die SUVA zurückzuweisen. Weiter sei ihm die 

unentgeltliche Rechtsverbeiständung zu gewähren. Zur Begründung 

führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, die SUVA habe ohne 

ausreichende medizinische Grundlage entschieden. Erstens habe sie die 

Schmerzproblematik und deren Folgen nicht berücksichtigt und zweitens 

in einer antizipierenden Beweiswürdigung die Adäquanz verneint, ohne 

eine Diagnose der psychiatrischen Beschwerden zu kennen und damit 

ohne Beurteilung von deren natürlicher Unfallkausalität. Es sei derzeit 

ungewiss, ob der Beschwerdeführer nebst der in den Psychiatrischen 

Diensten des Kantons Graubünden (PDGR) anlässlich der ambulanten 

Erstkonsultation vom 5. November 2019 diagnostizierten mittelgradig 

depressiven Episode sowie Angst- und depressiven Störung auch an einer 

posttraumatischen Belastungsstörung leide. Genauere Diagnosen und 

mögliche Behandlungen würden derzeit abgeklärt. Ebenso werde im 

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Verlaufe der Behandlung evaluiert, ob die depressive Symptomatik im 

Rahmen der vorbestehenden traumatischen Erlebnisse oder unabhängig 

davon auftreten würden. Im Weiteren brachte der Beschwerdeführer vor, 

bei einem mittelschweren Unfall im engeren Sinne reiche ein einziges 

Kriterium aus, die Adäquanz zu bejahen, falls es in ausgeprägter Weise 

erfüllt sei. Entgegen der Auffassung der SUVA sei das Kriterium der 

Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere 

deren erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen 

auszulösen, offensichtlich und in ausgeprägter Weise erfüllt. Ebenso 

scheine das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufes und der 

erheblichen Komplikationen gemäss der Praxis erfüllt zu sein sowie das 

Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen. Im Weiteren führte der 

Beschwerdeführer aus, zum Invaliditätsgrad könne keine Stellung 

genommen werden, da eine Einschätzung aufgrund vorhandener dürftiger 

medizinischer Aktenlage noch nicht möglich sei. Es brauche vorher ein 

multidisziplinäres (orthopädisch, rheumatologisch und psychiatrisch) 

Gutachten. Sodann seien bei der Einschätzung des Integritätsschadens 

auch schmerzbedingte Einschränkungen zu berücksichtigen sowie 

psychische Beschwerden, was wahrscheinlich zu einer wesentlichen 

Erhöhung der Integritätsentschädigung führen müsste. Dazu werde 

ebenfalls ein Gutachten erforderlich sein.

6. In ihrer Vernehmlassung vom 6. Februar 2020 beantragte die SUVA 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde. 

Begründend führte sie im Wesentlichen aus, auf die kreisärztlichen 

Beurteilungen von Dr. med. D._____ vom 9. bzw. 11. November 2018 

könne ohne Weiteres abgestellt werden. Angesichts des Umstands, dass 

sich zwischen Anfang April 2018 bis Ende Juli 2018 trotz durchgeführter 

Ergotherapie hinsichtlich Trophik und Beweglichkeit der rechten Hand 

keine Verbesserung eingestellt habe, sei von einer weiteren Behandlung 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine namhafte Besserung zu 

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erwarten. Wie von handchirurgisch-fachärztlicher Seite Ende Juli 2018 

festgehalten worden sei, könne der Beschwerdeführer keine belastenden 

Tätigkeiten mehr durchführen. Die rechte Hand sei lediglich noch 

ganztägig unbelastet als Hilfshand ohne Krafteinsatz oder Durchführen 

feinmotorischer Tätigkeiten einsetzbar. Dem Einwand des 

Beschwerdeführers, der die Berücksichtigung weitergehender 

schmerzbedingter Einschränkungen postulierte, könne nicht gefolgt 

werden. Wie Kreisarzt Dr. med. D._____ unter Hinweis auf den klinischen 

Befundbericht des Kantonsspitals E._____ vom 5. April 2018 ausführe, sei 

wegen eines am ehesten amputationsbedingten neuropathischen 

Schmerzes eine Lyrica-Therapie verordnet worden, die gemäss Aussage 

des Beschwerdeführers vom 31. Juli 2018 eine Besserung gebracht habe, 

so dass das obige Zumutbarkeitsprofil erstellt worden sei. Weitergehende 

Einschränkungen als diejenigen gemäss Zumutbarkeitsprofil seien nicht 

zu berücksichtigen. Weitere medizinische Abklärungen seien somit nicht 

angezeigt. Auch bezüglich psychischer Problematik seien keine weiteren 

Abklärungen angezeigt. Entgegen dem Einwand des Beschwerdeführers 

sei die Frage nach der natürlichen Unfallkausalität nicht verneint, sondern 

offen gelassen worden. Aus dem Bericht der PDGR vom 5. November 

2019 lasse sich ebenfalls kein weiterer Abklärungsbedarf konstruieren. 

Die Adäquanz der psychischen Beschwerden sei nicht gegeben. Es 

handle sich um ein Unfallereignis im Bereich der mittelschweren Unfälle 

im engeren Sinne und nicht im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen 

und keines der Adäquanzkriterien sei erfüllt. Auch die Einwände bezüglich 

Berechnung des Invaliditätsgrades sowie der Beurteilung des 

Integritätsschadens seien unzutreffend. Diesbezüglich werde auf die 

Ausführungen im Einspracheentscheid verwiesen. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

auf den angefochtenen Einspracheentscheid sowie auf die im Recht 

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liegenden Beweismittel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt ist der Einspracheentscheid vom 5. November 2019 

(Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 204). Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil 

des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen 

Einspracheentscheide der Unfallversicherer beim Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons Beschwerde erhoben werden, in dem die versicherte 

Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat. Der versicherte 

Beschwerdeführer wohnt in Chur, weshalb die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich alsdann aus Art. 57 ATSG i.V.m. 

Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Damit ist die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts zu 

bejahen. Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Entscheides ist der Beschwerdeführer vom angefochtenen 

Einspracheentscheid berührt und weist ein schutzwürdiges Interesse an 

dessen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (Art. 1 UVG 

i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. a ATSG).

2. Bezüglich des anwendbaren Rechts gilt zu beachten, dass am 1. Januar 

2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über 

die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten sind. Gemäss 

Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 

2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem 

Inkrafttreten ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem 

Zeitpunkt ausgebrochen sind, nach bisherigem Recht gewährt. Vorliegend 

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ereignete sich der Unfall im November 2016, so dass diesbezüglich 

grundsätzlich die bis zum 31. Dezember 2016 gültigen Bestimmungen 

Anwendung finden. Hinsichtlich der für das vorliegende Verfahren 

anwendbaren Bestimmungen haben sich indessen mit Inkrafttreten der 

neuen Rechtsbestimmungen keine Änderungen ergeben.

3. Vorliegend ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht eine 

Invalidenrente gemäss UVG von 11 % und eine Integritätsentschädigung 

von 17.5 % gesprochen hat, oder ob es zwecks Erlasses eines neuen 

Entscheids eines externen medizinischen Gutachtens bedarf.

4.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalls zu mindestens 10 % invalid, 

so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet 

die versicherte Person durch den Unfall eine dauernde erhebliche 

Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat 

sie Anspruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 

Abs. 1 UVG). Der Unfallversicherer ist demnach nur für 

Gesundheitsschäden leistungspflichtig, die natürlich und adäquat kausal 

mit einem versicherten Unfallereignis zusammenhängen.

4.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle 

Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 

eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur 

gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige 

oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, 

dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die 

körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt 

hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 

dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 

177 E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je mit Hinweisen).

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4.3 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache 

eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 

und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen 

Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses 

Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 

129 V 177 E.3.2, 125 V 456 E.5a).

4.4 Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 

Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 

worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 

der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im 

Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines 

Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches 

nicht (BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1, 118 V 286 E.1b, je mit 

Hinweisen). Die Frage der Adäquanz ist demgegenüber eine Rechtsfrage, 

sie ist nicht von medizinischen Sachverständigen, sondern vom Richter zu 

beurteilen (Urteil des Bundesgerichts 8C_770/2008 vom 21. April 2009 

E.5.5.2).

5. Zur Abklärung des Kausalzusammenhangs ist die rechtsanwendende 

Behörde auf Unterlagen von medizinischen Fachpersonen angewiesen 

(BGE 122 V 157 E.1b). Die medizinischen Unterlagen unterliegen wie 

sämtliche Beweismittel in sozialversicherungsrechtlichen Verfahren der 

freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Es gilt, das gesamte 

Beweismaterial objektiv zu würdigen, bei sich widersprechenden 

medizinischen Berichten die Gründe anzugeben, warum auf die eine oder 

andere medizinische These abzustellen ist, und zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

Rechtsanspruches gestatten (BGE 143 V 124 E.2.2.2). Hinsichtlich des 

Beweiswertes ärztlicher Stellungnahmen ist entscheidend, ob diese für die 

streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen Untersuchungen 

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beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchten und in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu 

überzeugen vermögen (BGE 135 V 465 E.4.6, 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 

E.3a). Ausschlaggebend für den Beweiswert ärztlicher Stellungnahmen ist 

folglich grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch dessen 

Bezeichnung als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a). Dennoch 

hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG) als vereinbar erachtet, in Bezug auf 

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für 

die Beweiswürdigung aufzustellen. So kommt den Berichten und 

Gutachten versicherungsinterner Ärzte voller Beweiswert zu, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

sprechen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem 

Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 

mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf 

vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. 

Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Arztes 

allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). 

Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und 

Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind 

ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_246/2020 vom 10. September 2020 E.2.3).

6. Im Sozialversicherungsprozess tragen die Parteien in der Regel eine 

Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu 

Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen 

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Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, 

wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des im 

Verwaltungsverfahren wie auch im kantonalen 

Sozialversicherungsprozess geltenden Untersuchungsgrundsatzes 

aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der 

zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu 

entsprechen (vgl. BGE 138 V 218 E.6; Urteil des Bundesgerichts 

8C_17/2017 vom 4. April 2017 E.2.2). 

7.1 Vorab ist abzuklären, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen als 

unfallkausal zu betrachten sind und damit für die Festlegung der 

Leistungsfähigkeit, der Rentenleistungen sowie der 

Integritätsentschädigung relevant sind. 

7.2.1 Anlässlich des Unfallereignisses vom 10. November 2016 erlitt der 

Beschwerdeführer gemäss dem Operationsbericht des G._____ vom 14. 

November 2016 über die Operation vom 10. November 2016 durch Dr. 

med. F._____, Chefarzt G._____ Departement Chirurgie/Abteilung 

Handchirurgie, unbestrittenermassen folgende Verletzungen 

(Beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 7; Bg-act. 8):

Polytraumatisierte Hand rechts durch Häckslermaschine mit/bei:

Dig. II:

Frakturen am proximalen Mittel- und Endphalanx und vollständig asensiblen Finger 

Dig. III:

Frakturen der Basis der proximalen Phalanx und Abrissfraktur der Kondylen der 

proximalen Phalanx und Kondylenfraktur der Mittelphalanx

Läsion der Strecksehne über der proximalen Phalanx und proximal des DIP-Gelenkes. 

Zirkumferenzielle Hautläsion der proximalen Phalanx-Dig IV: offene Querfraktur 

proximale Phalanx und offene Querfraktur Mittelphalanx, offene Fraktur Endphalanx mit 

Nagelluxation

Strecksehnenläsion der Mittel- und Endphalanx

Rissquetschwunde interdigital VI/V

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7.2.2 Dem Austrittbericht des G._____ vom 18. November 2016 (Bf-act. 8; Bg-

act. 14) ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer initial unter starken 

Schmerzen litt, so dass er eine PCA-Pumpe benötigte. Diese konnte im 

Verlauf entfernt werden und es kam täglich zu einer Regredienz der 

Beschwerden. Vom 10. November 2016 bis zum 8. Dezember 2016 wurde 

eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. 

7.2.3 Anlässlich der Besprechung vom 24. Februar 2017 zwischen dem 

Beschwerdeführer, seiner Ehefrau und der Beschwerdegegnerin 

berichtete der Beschwerdeführer, dass es aktuell zuhause einigermassen 

gehe. Draussen werde die Hand sofort kalt. Es bestehe ein grosses Kraft- 

und Beweglichkeitsmanko. Die Handschiene trage er Tag und Nacht. Der 

Schlaf sei noch mehrfach gestört, er träume immer wieder vom Unfall. 

Aktuell sei er psychisch aber wieder etwas stabiler. Er habe auch mit dem 

Handspezialisten darüber gesprochen. Gemäss dem behandelnden Arzt 

sei nochmals ein Eingriff nötig (Bg-act. 29).

7.2.4 Am 9. August 2017 fand der weitere Eingriff, namentlich eine 

Derotationsosteotomie und Osteosynthese, eine Nachresektion Os 

metacarpale II und eine Neuromexzision im G._____ bei Dr. med. F._____ 

statt. Im Operationsbericht vom 18. August 2017 (Bf-act. 9; Bg-act. 82) ist 

folgende OP-Diagnose aufgeführt: Rotationsfehlstellung Dig. III rechte 

Hand bei St.n. komplexer Handverletzung 11/2016; störender 

Amputationsstumpf Os Metacarpale II rechte Hand; Narbenneurom. Bei 

der Indikation wurde festgehalten, der zweite Strahl habe amputiert 

werden müssen und die übrigen Finger hätten rekonstruiert werden 

können, wobei von Anfang an klar gewesen sei, dass die rechte Hand 

lediglich noch als Hilfshand eingesetzt werden könne. Die 

Wundverhältnisse seien reizlos, die Hauttrophik jedoch etwas verändert. 

Die Sensibilität und Zirkulation seien intakt. Die Frakturen seien 

radiologisch konsolidiert. Am Mittelfinger bestehe eine 

Rotationsfehlstellung von ca. 20°. 

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7.2.5 Am 3. Januar 2018 fand eine Nachkontrolle in der handchirurgischen 

Sprechstunde des G._____ satt, anlässlich welcher der Beschwerdeführer 

über persistierende Beschwerden der rechten Hand berichtete, unter 

denen er aufgrund der deutlich eingeschränkten Beweglichkeit die Hand 

im Alltag nur sehr wenig einsetzen könne. Sodann klagte er über eine 

vermehrte Schmerzsymptomatik bei Kälte. Als Befund ist dem Bericht vom 

4. Januar 2018 eine persistierende Druckdolenz über den weichen und gut 

verschieblichen Narben über dem Amputationsstumpf sowie insgesamt 

eine regrediente Druckdolenz entlang der Strahlen III, IV und V zu 

entnehmen. Es wurde weiterhin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis zum 

5. April 2018 bescheinigt (Bg-act. 117, siehe auch Bg-act. 107).

7.2.6 Anlässlich der Verlaufskontrolle vom 5. April 2018 in der 

handchirurgischen Sprechstunde des G._____ berichtete der 

Beschwerdeführer von unveränderten Beschwerden. Störend sei 

einerseits eine schmerzhafte Dysästhesie auf Höhe des 

Amputationsstumpfes des Dig. II und andererseits Schmerzen über dem 

PIP-Gelenk des Dig. III. Wegen am ehesten amputationsbedingt 

neuropathischen Schmerzen wurde eine Lyrica-Therapie verordnet. Eine 

prothetische Versorgung wurde als nicht sinnvoll erachtet (Bg-act. 135).

7.2.7 Am 31. Juli 2018 fand eine klinische und radiologische Verlaufskontrolle 

am G._____ (Bg-act. 150) statt. Dem entsprechenden Krankeneintrag ist 

zu entnehmen, dass sowohl die Handtherapie als auch die psychiatrische 

Behandlung in B._____ sehr geholfen hätte, so dass aktuell keine 

Schmerzen in der rechten Hand bestünden. Die intermittierende 

Einnahme von Lyrica habe eine Besserung gebracht. Klinisch zeigte sich 

die rechte Hand gesamt atroph, gleichbleibend zum Vorbefund ohne 

auslösbare Druckdolenz im Bereich des gesamten Armes und der Hand, 

Beweglichkeit in etwa gleichbleibend zum Vorbefund. Radiologisch zeigte 

sich vergleichend zu den Voraufnahmen keine sekundäre Dislokation des 

Osteosynthesematerials. In der lateralen Projektion zeigte sich die 

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Schraube distal nur wenig prominent, ansonsten gut mit Knochen umbaut. 

Weiter ist festgehalten, dass der Beschwerdeführer keine belastenden 

Tätigkeiten mehr durchführen können werde. 

7.2.8 Mit Schreiben vom 19. Oktober 2018 (Bf-act. 15; Bg-act. 166) – aus dem 

Singhalesischen beglaubigt übersetzt am 31. Oktober 2018 – informierte 

Ayurveda Dr. H._____ von B._____ darüber, dass der Beschwerdeführer 

von ihm wegen seiner Betäubung in den Fingern und wegen des 

psychischen Stresses aufgrund der Störung in seiner Hand behandelt 

werde und er drei Monate lang eine medizinische Behandlung brauche.

7.2.9 Am 1. November 2018 berichtete die Ehefrau des Beschwerdeführers 

gegenüber der Beschwerdegegnerin, dass dessen psychischer Zustand 

nicht gut sei, weshalb ihn der Arzt in B._____ nicht habe zurückfliegen 

lassen. Man spreche von zwei bis drei weiteren Monaten bis der 

Beschwerdeführer in die Schweiz zurückfliegen könne. Das Hauptproblem 

sei wirklich die Psyche, die Hand schmerze auch manchmal, aber die 

psychische Situation sei sehr schwierig (Bg-act. 167).

7.2.10 Der Kreisarzt Dr. med. D._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, hielt in seiner Aktenbeurteilung 

betreffend Integritätsentschädigung vom 15. November 2018 (Bg-

act. 172) als Befund Folgendes fest:

«Polytraumatisierte rechte Hand durch Häckslermaschine am 10.11.2016 mit/bei:

Dig. II: Frakturen an der proximalen Mittel- und Endphalanx und vollständig asensiblen 

Finger

Dig. III: Frakturen der Basis der proximalen Phalanx und Abrissfraktur der Kondylen der 

proximalen Phalanx und Kondylenfraktur der Mittelphalanx, Läsion der Strecksehne über 

der proximalen Phalanx und proximal des DIP-Gelenkes. Zirkumferenzielle Hautläsion 

der proximalen Phalanx

Dig IV: Offene Querfraktur proximale Phalanx und offene Querfraktur Mittelphalanx, 

offene Fraktur Endphalanx mit Nagelluxation

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Strecksehnenläsion der Mittel- und Endphalanx

Rissquetschwunde interdigital IV/V

Operation: Wundexploration dreimal, transmetacarpale Strahlenresektion Dig. II, 

Osteosynthese Dig. III, Spickdraht/Medartis SpeedTip Schraube 2,1 mm, 

Strecksehnennaht zweimal

Dig. IV: Reposition und Osteosynthese proximal Phalanx mit 3.0 Medartis SpeedTip 

Schraube

Osteosynthese Mittel- und Endphalanx mit Spickdrähten

Wundrevision und Strecksehnennaht zweimal

Wundversorgung interdigital IV/V»

Zusätzlich hielt er fest, in der abschliessenden Untersuchung am G._____ 

am 31. Juni (recte: Juli) 2018 habe sich vergleichsweise zur 

Voruntersuchung im April 2018 ein klinisch gleichbleibend beurteilter 

Befund mit atropher rechter Hand mit in etwa gleichbleibender 

Beweglichkeit für den Mittel-, Ring- und Kleinfinger bei transmetacarpal 

amputiertem Zeigefinger gezeigt: Am Mittelfinger Bewegungsamplitude 

55-0-10° bei fixiertem PIP-Gelenk (60 Grad) und in Streckstellung fixiertem 

DIP-Gelenk; am Ringfinger im MCP-Gelenk maximale Flexionsfähigkeit 

60° bei Extensionsdefizit 10°, fixiertes PIP-Gelenk in annähernd 35° und 

in 20° Beugung fixiertes DIP-Gelenk; gleichermassen wie am Ringfinger 

äquivalente Bewegungseinschränkung des Kleinfingers im MCP-Gelenk 

mit gleichermassen maximaler Flexionsfähigkeit im PIP-Gelenk bei jedoch 

voller Streckfähigkeit und besserer Beweglichkeit im DIP-Gelenk bei 

maximaler Flexion von 40° mit geringem Extensionsdefizit. Radiologisch 

habe sich am Untersuchungstag vergleichend zu den Voraufnahmen 

keine sekundäre Dislokation des Osteosynthesematerials sowie in der 

lateralen Projektion nur wenig prominent erkennbare distale Schraube, 

welche ansonsten gut mit Knochen umbaut sei, gezeigt. 

7.2.11 In der kreisärztlichen Aktenbeurteilung vom 21. November 2018 (Bg-act. 

178) kommt Kreisarzt Dr. med. D._____ zum Schluss, dass von einer 

weiteren Behandlung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine 

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namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitsschadens erwartet 

werden könne, nachdem sich zwischen der ambulanten Verlaufskontrolle 

am G._____ Anfang April 2018 bis Ende Juli 2018 trotz durchgeführter 

Ergotherapie der Zustand der rechten Hand hinsichtlich Trophik und 

Beweglichkeit nicht verbessert habe. Wie von handchirurgisch-

fachärztlicher Seite Ende Juli 2018 festgehalten, könne der 

Beschwerdeführer keine belastenden Tätigkeiten mehr durchführen, die 

rechte Hand sei lediglich noch als Hilfshand einsetzbar. Somit könne unter 

Berücksichtigung des letzten klinischen Untersuchungsbefundes von 

Anfang April 2018 davon ausgegangen werden, dass der 

Beschwerdeführer in Anbetracht der Unfallfolgen die rechte Hand 

ganztägig nur noch unbelastet als Hilfshand ohne Krafteinsatz oder 

Durchführen feinmotorischer Tätigkeiten einsetzen könne. 

7.2.12 Am 5. November 2019 diagnostizierten Dres. med. I._____ und J._____ 

der PDGR als Hauptdiagnose eine mittelgradige depressive Episode 

F32.1 und als Nebendiagnose Angst und depressive Störung, gemischt 

F41.2. Es wurde eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Zudem hielten 

die Ärzte fest, ob die depressive Symptomatik im Rahmen der 

vorbestehenden traumatischen Erlebnisse oder unabhängig davon 

auftreten würden, werde im Verlauf der Behandlung evaluiert werden. Als 

Behandlung wurde eine ambulante integrativ psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung vorgeschlagen (Bf-act. 17).

7.2.13 Die Ärzte der handchirurgischen Sprechstunde des G._____, Dr. med. 

K._____ und L._____, berichten am 18. November 2019 von mehr oder 

weniger stationären Verhältnissen der Beweglichkeit bzw. Funktion der 

rechten Hand im Vergleich zur Vorbeurteilung im April 2018. Eine 

Entfernung des Osteosynthesematerials am Mittelfinger sei zwar möglich, 

allerdings mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht geeignet, um die 

Beschwerdesymptomatik des Beschwerdeführers bzw. die Funktion der 

rechten Hand günstig zu beeinflussen. Die Kälteüberempfindlichkeit der 

- 16 -

gesamten radialen Handseite sei mit dem schweren Trauma zu erklären 

und werde unabhängig von einer Metallentfernung persistieren. Aus 

handchirurgischer Sicht bestünden keine weiteren 

Interventionsmöglichkeiten. Die reduzierte Kraft bzw. Einsatzfähigkeit der 

rechten Hand werde im Hinblick auf die Reintegration in ein Berufsleben 

so akzeptiert werden müssen. Zusätzlich beschreibe der 

Beschwerdeführer eine deutliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit 

durch die andauernden Flashbacks des Unfallgeschehens. In der 

handchirurgischen Sprechstunde seien keine weiteren Nachkontrollen 

mehr vorgesehen (Bf-act. 16; Bg-act. 206). 

7.3 Aufgrund der dargelegten Aktenlage ist festzuhalten, dass der 

Beschwerdeführer infolge des Unfalls vom 10. November 2016 unter 

Schmerzen bzw. Einschränkungen an seiner rechten Hand leidet, welche 

im Rahmen der Invaliditätsbemessung und der Schätzung der Höhe des 

Integritätsschadens zu berücksichtigen sind, was vorliegend unbestritten 

ist. Ebenfalls ergibt sich, dass der Beschwerdeführer an psychischen 

Beschwerden leidet, wobei diesbezüglich strittig ist, inwiefern diese bei der 

Berechnung des Invaliditätsgrades und der Integritätsentschädigung 

zusätzlich zu berücksichtigen sind bzw. ob ein Kausalzusammenhang 

zwischen den geklagten psychischen Beschwerden und dem 

Unfallereignis vom 10. November 2016 besteht. 

7.4 Die Beschwerdegegnerin liess in ihrem Einspracheentscheid vom 

5. November 2019 die Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs 

zwischen dem Unfallereignis vom 10. November 2016 und den geklagten 

psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers offen, zumal sie 

diesbezüglich den adäquaten Kausalzusammenhang verneinte (vgl. Bg-

act. 204 E.3.a). Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, die 

Beschwerdegegnerin habe auf ungenügende medizinische Beurteilungen 

abgestellt, indem sie einfach die kreisärztliche 

Leistungsfähigkeitsschätzung und damit lediglich funktionelle 

- 17 -

Beeinträchtigungen berücksichtigt und damit der psychischen Dimension 

nicht genügend Rechnung getragen habe (vgl. Beschwerdeschrift Rz. 6). 

7.5.1 Auffallend ist, dass die Beschwerdegegnerin den Einspracheentscheid am 

5. November 2019 erliess und die psychiatrischen Beschwerden nicht als 

adäquat kausal beschrieb, obschon sie mit Schreiben vom 31. Oktober 

2019 vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers darauf aufmerksam 

gemacht worden war, dass sich der Beschwerdeführer nun in ambulante 

psychiatrische Behandlung bei den PDGR begeben werde und die 

Beschwerdegegnerin gebeten wurde, einen aktuellen Bericht beim 

Hausarzt einzuholen (Bg-act. 203), was sodann unterblieb.

7.5.2 Bezüglich des natürlichen Kausalzusammenhangs ist sodann 

festzuhalten, dass bereits kurze Zeit nach dem Unfall vom 10. November 

2016, mithin am 24. Februar 2017, der Beschwerdeführer gegenüber der 

Beschwerdegegnerin über ein grosses Kraft- und Beweglichkeitsmanko 

der Hand berichtete und ausführte, dass sein Schlaf mehrfach gestört sei, 

er immer wieder Träume vom Unfall habe, wobei er aktuell psychisch 

wieder etwas stabiler sei (vgl. Bg-act. 29). Seit dieser Besprechung war 

der Beschwerdegegnerin somit bekannt, dass der Beschwerdeführer unter 

psychischen Beschwerden litt. Die Beschwerdegegnerin hätte sodann 

auch die Kosten für eine psychiatrische Behandlung im November 2017 

übernommen (Bg-act. 104 ff.), wozu es dann aber nicht kam. Gemäss 

Telefonnotiz der Beschwerdegegnerin vom 12. Januar 2018 bezüglich 

eines Telefonats mit der Ehefrau des Beschwerdeführers (Bf-act. 10; Bg-

act. 120) hatte sich die psychische Situation dannzumal zwar etwas 

verbessert. So führte diese aus, es gebe noch Tage, an denen der 

Beschwerdeführer sehr weine. Sie könne ihn dann jedoch beruhigen und 

er höre auf zu weinen. Dennoch unterzog sich der Beschwerdeführer 

zumindest im Sommer 2018 in B._____ einer handtherapeutischen und 

psychiatrischen Behandlung, was von der Beschwerdegegnerin nicht in 

Frage gestellt wird (Beschwerdeantwort Ziff. 5; Bg-act. 165-167; Bf-

- 18 -

act. 15). Am 1. November 2018 berichtete die Ehefrau des 

Beschwerdeführers, dass der psychische Zustand des 

Beschwerdeführers nicht gut sei, weshalb ihn der Arzt in B._____ nicht 

habe zurückfliegen lassen. Hauptproblem sei die Psyche, die Hand 

schmerze auch manchmal, die psychische Situation sei sehr schwierig 

(Bg-act. 167). Diese Aussage wurde denn auch mittels eines 

entsprechenden ärztlichen Schreibens des behandelnden Arztes in 

B._____ belegt (Bf-act. 15; Bg-act. 166). Am Datum des 

Einspracheentscheids, namentlich am 5. November 2019, unterzog sich 

der Beschwerdeführer in den PDGR einer ambulanten Erstkonsultation. 

Gemäss Bericht der PDGR vom 5. November 2019 erfolgte die 

Anmeldung auf freiwilliger Basis durch den Hausarzt des 

Beschwerdeführers aufgrund einer psychischen Dekompensation mit 

zunehmender Antriebs- und Freudlosigkeit, Schlafstörungen, innerer 

Unruhe sowie Gedankenkreisen um negative Inhalte seit mehreren 

Monaten bei Statuts nach komplexer Handverletzung ED 11/2016 mit 

persistierender Bewegungseinschränkung PIP-Gelenk Dig. III (Bf-act. 17). 

Anlässlich dieser Erstkonsultation wurde als Hauptdiagnose eine 

mittelgradige depressive Episode (F32.1) sowie als Nebendiagnose Angst 

und depressive Störung, gemischt (F41.2) gestellt und eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % bescheinigt (Bf-act. 17). Zusammenfassend 

kann demnach festgehalten werden, dass nach dem Unfall am 

10. November 2016 anamnestisch wie ärztlich beschrieben psychische 

Beschwerden beim Beschwerdeführer auftraten und in der Folge 

persistierten. Sodann hatte beim Beschwerdeführer nach Aktenlage kein 

depressiver oder sonstiger psychopathologischer Vorzustand vorgelegen. 

Die Indizien sprechen folglich überwiegend wahrscheinlich für einen 

natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den psychischen 

Beschwerden und dem Unfall vom 10. November 2016. Da es sich aber 

um eine Tatfrage handelt und die PDGR am 5. November 2019 festhielten, 

im Rahmen der Behandlung werde evaluiert, ob die depressive 

- 19 -

Symptomatik (Anm. des Gerichts: nicht aber die Angst) im Rahmen der 

vorbestehenden traumatischen Erlebnisse oder unabhängig davon 

auftrete (Bf-act. 17), wird die Beschwerdegegnerin im Falle einer 

Rückweisung zur Einholung eines externen medizinischen Gutachtens 

und zu neuem Entscheid auch den natürlichen Kausalzusammenhang zu 

beurteilen haben (vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts 8C_289/2020 

vom 17. Februar 2021 E.6.1 f.). Zunächst ist allerdings noch zu prüfen, ob 

die psychischen Beschwerden des Beschwerdeführers auch in einem 

adäquaten Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 10. November 

2016 stehen. Je nach Ausgang dieser Prüfung erübrigen sich nämlich 

weitergehende Abklärungen bezüglich der natürlichen Kausalität dieser 

Beschwerden. 

7.6.1 Im vorliegenden Fall fand bezüglich der Adäquanzprüfung die Psycho-

Praxis Anwendung, was zu Recht nicht beanstandet wird. Ausgangspunkt 

der Adäquanzbeurteilung entsprechend der Psycho-Praxis bildet das 

objektiv erfassbare Unfallereignis. Im Rahmen einer objektivierten 

Betrachtungsweise ist zu untersuchen, ob der Unfall eher als leicht, als 

mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich 

gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der Nähe zu den 

leichten oder schweren Unfällen erfolgt. Massgebend für die Beurteilung 

der Unfallschwere ist der augenfällige Geschehensablauf mit den sich 

dabei entwickelnden Kräften und die unmittelbar beim Unfall erlittenen 

Verletzungen (BGE 140 V 356 E.5.1, 115 V 133 E.6; vgl. z.B. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_77/2009 vom 4. Juni 2009 E.4). Nicht zu 

berücksichtigen sind das subjektive Erleben des Unfalls durch die 

verunfallte Person und die Folgen, welche sich im Lauf der Zeit als 

Reaktion auf den Unfall entwickeln (BGE 140 V 356 E.5.3, 115 V 133 E.6). 

Vorliegend sind sich die Verfahrensbeteiligten zu Recht einig, dass es sich 

um einen Unfall im Bereich der mittelschweren Unfälle im engeren Sinne 

handelt (vgl. hierzu auch Urteil des Bundesgerichts 8C_762/2019 und 

- 20 -

8C_763/2019 vom 12. März 2020 E.4.2.1.1 f.). Die Adäquanz eines 

Kausalzusammenhanges ist zu bejahen, wenn eines der relevanten 

Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere (mindestens 

drei) dieser Kriterien in gehäufter Weise erfüllt sind. Der Katalog dieser 

Kriterien lautet wie folgt (vgl. Kriterienkatalog in Urteil des Bundesgerichts 

8C_473/2019 vom 11. November 2019 E.5.1): 

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere 

Eindrücklichkeit des Unfalls;

- die Schwere oder die besondere Art der erlittenen (somatischen) 

Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen; 

- eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;

- (körperliche) Dauerschmerzen;

- eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich 

verschlimmert; 

- ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 

- der Grad und die Dauer der (physisch) bedingten Arbeitsunfähigkeit 

7.6.2 Die Beschwerdegegnerin prüfte im angefochtenen Einspracheentscheid 

die oben erwähnten Adäquanzkriterien mit Ausnahme des Kriteriums der 

besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalls und verneinte in der Folge den adäquaten 

Kausalzusammenhang. Demgegenüber ist der Beschwerdeführer der 

Ansicht, dass sowohl das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der 

erlittenen Verletzungen, des schwierigen Heilungsverlaufs und der 

erheblichen Komplikationen sowie der körperlichen Dauerschmerzen 

erfüllt seien, ersteres sogar in ausgeprägter Weise. 

7.6.3 Gerade das von der Beschwerdegegnerin nicht geprüfte Kriterium der 

besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen 

Eindrücklichkeit des Unfalls ist vorliegend – wie nachfolgend aufgezeigt 

- 21 -

wird – eindeutig und in besonders ausgeprägter Weise erfüllt. Der 

Berücksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen 

Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls liegt der 

Gedanke zugrunde, dass solche Umstände geeignet sind, bei der 

betroffenen Person während des Unfallgeschehens oder nachher 

psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, die an den nachfolgenden 

psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können. Dabei sind 

objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht was im einzelnen Betroffenen 

beim Unfall psychisch vorgeht - sofern sich dies überhaupt zuverlässig 

feststellen liesse - soll entscheidend sein, sondern die objektive Eignung 

solcher Begleitumstände, bei Betroffenen psychische Vorgänge der 

genannten Art auszulösen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_473/2019 

vom 11. November 2019 E.5.2). Zu beachten ist zudem, dass jedem 

mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit zu eigen 

ist, welche somit noch nicht für eine Bejahung des Kriteriums ausreichen 

kann. Im Rahmen dieses Kriteriums wird nur das Unfallgeschehen an sich 

und nicht die dabei erlittene Verletzung betrachtet (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_114/2018 vom 22. August 2018 E.6.3 mit Hinweisen). 

7.6.4 Gemäss dem Kriminalrapport der Kantonspolizei Graubünden vom 

23. Dezember 2016 (Bg-act. 39 S. 2; Bf-act. 1 S. 2) geriet der 

Beschwerdeführer mit seiner rechten Hand in die M._____ und steckte in 

dieser fest. Weiter ist dem besagten Kriminalrapport zu entnehmen, dass 

der Beschwerdeführer beim Eintreffen der Polizei durch die Mitarbeiter der 

C._____ AG und der aufgebotenen Sanitäter bereits aus der Anlage 

befreit werden konnte, er auf dem Boden lag und an seiner verletzten 

rechten Hand medizinisch versorgt wurde. Die M._____ musste für die 

Befreiung des Beschwerdeführers zerlegt werden und entsprach folglich 

nicht mehr dem Zustand vor dem Unfall (Bg-act. 39 S. 2; Bf-act. 1 S. 2; Bf-

act. 2 S. 3 f., 6). Nach der Aussage des Beschwerdeführers vom 

22. November 2016 hat dieser mit der Reinigung der M._____ begonnen. 

- 22 -

Nach ca. 45 Minuten begann er den Auffangkessel der gereinigten Bohnen 

auszuspülen. Dabei hielt er mit seiner linken Hand einen Wasserschlauch 

und reinigte mit seiner rechten Hand den Kessel. Aufgrund des starken 

Wasserdrucks geriet er in der Folge mit seiner rechten Hand in den 

Wasserstrahl, woraufhin diese nach oben gedrückt wurde. Als Folge 

davon geriet seine rechte Hand in das sich direkt darüber befindliche 

Förderrad der Anlage, welches nicht, wie vom Beschwerdeführer 

angenommen, ausgeschaltet war. Dabei wurde das Förderrad durch die 

eingeklemmte Hand blockiert und der Beschwerdeführer zog sich die 

besagten Verletzungen zu. Durch den Aufschrei des Beschwerdeführers 

wurden die Mitarbeiter im Nebenraum auf ihn aufmerksam und konnten 

die Anlage mittels Notstopp anhalten (Bg-act. 39 S. 3; Bf-act. 1 S. 3, Bf-

act. 3 S. 2 f., Bf-act. 5 S. 11). Die Aufnahme des Förderrads (Bf-act. 2 S. 

6) zeigt, dass ein metallenes Förderblatt verbogen ist, was auf die grossen 

Kräfte hinweist, die auf die verletzte Hand des Beschwerdeführers 

einwirkten. Wenn dem Beschwerdeführer die rechte Hand in einen Trichter 

gezogen wurde, an dessen Ende ein scharfkantiges metallenes Förderrad 

schnell rotierte, ihm dann ein Finger abgerissen und alle anderen teils 

schwer verletzt wurden und die Hand zerquetscht wurde, wenn er festsass 

und dies andauerte, bis endlich der Notstopp gedrückt wurde und die 

Maschine partiell zerlegt werden musste, damit der Beschwerdeführer 

überhaupt befreit werden konnte (Bf-act. 1, 2, 7 und 8), so ist von einer 

besonderen Eindrücklichkeit oder Dramatik der Begleitumstände zu 

sprechen, die durchaus geeignet ist, psychische Vorgänge beim 

Beschwerdeführer auszulösen. Aufgrund des beschriebenen 

Unfallgeschehens ist dieses Kriterium in ausgeprägter Weise erfüllt. 

7.6.5 Ebenso ist das Kriterium der Schwere oder besondere Art der (somatisch) 

erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen, zumindest in einfacher Form, 

wenn nicht sogar in ausgeprägter Weise erfüllt. Der Beschwerdegegnerin 

- 23 -

lagen nur der Kriminalrapport der Kantonspolizei Graubünden vom 23. 

Dezember 2016 ohne Beilagen, nicht aber weitere Unfallakten und 

insbesondere nicht die Fotos der Unfallsituation vor, wie sie erst mit 

Beschwerdeeingang vom Beschwerdeführer ins Recht gelegt wurden (vgl. 

Bf-act. 2-6). Gerade aber die Fotos und die Unfallakten verbildlichen, 

welch schwere Handverletzungen der Beschwerdeführer davontrug. So 

erlitt der Beschwerdeführer gemäss den Diagnosen im Operationsbericht 

des G._____ vom 14. November 2016 (Bf-act. 7) und im Austrittsbericht 

des G._____ vom 18. November 2016 (Bf-act. 8) eine «Polytraumatisierte 

Hand rechts durch Häcksler-Maschine mit/bei:

Dig. II:

Frakturen am proximalen Mittel- und Endphalanx und vollständig 

asensiblen Finger 

Dig. III:

Frakturen der Basis der proximalen Phalanx und Abrissfraktur der 

Kondylen der proximalen Phalanx und Kondylenfraktur der Mittelphalanx

Läsion der Strecksehne über der proximalen Phalanx und proximal des 

DIP-Gelenkes. Zirkumferenzielle Hautläsion der proximalen Phalanx-Dig 

IV: offene Querfraktur proximale Phalanx und offene Querfraktur 

Mittelphalanx, offene Fraktur Endphalanx mit Nagelluxation

Strecksehnenläsion der Mittel- und Endphalanx

RQW interdigital VI/V»

Sodann ist in den erwähnten ärztlichen Berichten von massivsten 

Verletzungen der rechten Hand die Rede, wobei u.a. der rechte 

Zeigefinger vollständig zerstört war und lediglich noch an den 

Beugesehnen hing (Bf-act. 7 und 8). Die verletzte Hand musste zweimal 

operiert werden und dient nur mehr als Hilfshand (Bf-act. 9). Die Schwere 

dieser Verletzung sowie die besondere Art der erlittenen somatischen 

- 24 -

Verletzungen, insbesondere die damit verbundene Verstümmelung und 

eingeschränkte Funktionalität als reine Hilfshand, scheint geeignet, 

psychische Fehlentwicklungen auszulösen ist.

Nachdem somit zumindest ein Kriterium, wenn nicht sogar zwei, in 

ausgeprägter Weise erfüllt ist bzw. sind, erübrigt sich eine Prüfung der 

weiteren Kriterien. Folglich ist ein adäquater Kausalzusammenhang für die 

nach dem Unfall aufgetretenen psychischen Probleme zum versicherten 

Unfallereignis vom 10. November 2016 zu bejahen. Damit stellt sich 

zusätzlich auch die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang, 

damit über die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin für die daraus 

resultierende Erwerbseinbusse befunden werden kann. 

7.6.6 Nachdem der Unfall vom 10. November 2016 geeignet war, eine 

psychische Fehlentwicklung adäquat kausal zu bewirken, kann es nicht 

bei der Beurteilung des Kreisarztes Dr. med. D._____ vom 21. November 

2018 (Bg-act. 178) bzw. dessen Zumutbarkeitsprofil bleiben, da dieser 

sich gemäss dem Wortlaut, wonach der Beschwerdeführer in Anbetracht 

der Unfallfolgen die rechte Hand ganztägig nur noch als Hilfshand ohne 

Krafteinsatz oder Durchführen feinmotorischer Tätigkeiten einsetzen 

könne, nur zu den somatischen Einschränkungen äussert. Daraus geht 

nicht hervor, ob die Beurteilung auch schmerzbedingte 

Beeinträchtigungen einschliesst. Abgesehen davon, dass es sich beim 

Kreisarzt Dr. med. D._____ nicht um einen psychiatrischen Facharzt 

handelt, wurde die in der Beurteilung erwähnte psychische Verfassung 

des Beschwerdeführers nicht berücksichtigt, zumindest geht nicht hervor, 

inwiefern Kreisarzt Dr. med. D._____ eine psychische Komponente neben 

den rein somatischen Einschränkungen als leistungseinschränkend 

beurteilt hat. Bevor beurteilt werden kann, welche Arbeitsleistung dem 

Beschwerdeführer noch zugemutet werden kann, ist die (neuropathische) 

Schmerzproblematik und das psychische Leiden des Beschwerdeführers 

genauer abzuklären. Zur Klärung der offenen Fragen ist daher vorerst eine 

- 25 -

fachärztliche Begutachtung des Beschwerdeführers – zumindest in den 

Disziplinen Psychiatrie und Orthopädie – durch einen externen Experten 

unter Berücksichtigung der medizinischen Unterlagen unumgänglich. 

Ergibt sich daraus ein erwerblich relevanter Befund, ist die zumutbare 

Arbeitsfähigkeit unter Einbezug der somatischen und psychischen 

Einschränkungen durch einen - ebenfalls externen - Facharzt für 

Arbeitsmedizin gesamthaft zu beurteilen. Erst wenn diese Beurteilung 

vorliegt, kann die zumutbare Arbeitsfähigkeit mit genügender Genauigkeit 

festgestellt werden.

8.1 Streitig ist schliesslich die Höhe des Integritätsschadens. Die 

Beschwerdegegnerin ist im angefochtenen Einspracheentscheid vom 

5. November 2019 aufgrund der vom Kreisarzt Dr. med. D._____ in seiner 

Beurteilung vom 15. November 2018 (Bg-act. 172) festgestellten 

Unfallverletzungen an der rechten Hand von einem Integritätsschaden von 

17.5 % ausgegangen (vgl. BG-act. 204 E.7). Der Beschwerdeführer 

verlangt in diesem Zusammenhang ebenfalls die Einholung eines 

externen Gutachtens, insbesondere zur Beurteilung der psychischen 

Beschwerden, und bringt diesbezüglich vor, in einer rein funktionellen 

Betrachtung wäre die Einschätzung des Integritätsschadens 

wahrscheinlich nicht zu beanstanden. Hinzu kämen aber schmerzbedingte 

Einschränkungen sowie vor allem die psychischen Beschwerden, welche 

ebenfalls zu berücksichtigen seien und wahrscheinlich zu einer 

wesentlichen Erhöhung des Integritätsschadens führten (vgl. 

Beschwerdeschrift Rz. 13).

8.2 Im angefochtenen Einspracheentscheid werden die für die Bemessung 

von Integritätsschäden nach Art. 25 Abs. 1 UVG und Anhang 3 der UVV 

geltenden Regeln zutreffend dargelegt, sodass darauf verwiesen werden 

kann (vgl. Bg-act. 204 E.6). Das Gleiche gilt hinsichtlich der von der SUVA 

in Ergänzung der bundesrätlichen Skala herausgegebenen 

Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form, welche nach der 

- 26 -

Rechtsprechung mit Anhang 3 zur UVV vereinbar sind, soweit sie lediglich 

Richtwerte enthalten, mit denen die Gleichbehandlung aller Versicherten 

gewährleistet werden soll (BGE 124 V 32 E.1c).

8.3 Der Kreisarzt Dr. med. D._____ hat in seiner Beurteilung vom 15. 

November 2018 (Bf-act. 172) dargelegt, dass im vorliegenden Fall im 

Vergleich zur Krallenhand eine etwas bessere Funktionsfähigkeit bestehe. 

Aufgrund der vorliegend vorhandenen Restbeweglichkeit für den Mittel- 

und Ringfinger verglichen mit Bild 32 Tabelle 3 und dem fehlenden 

Zeigefinger mit erheblich eingeschränkter Funktion im Mittel- und 

Ringfinger verglichen mit dem Bild 31 Tabelle 3 sei der Mittelwert von 

17.5 % als gerechtfertigt zu erachten. Damit hat Dr. med. D._____ 

lediglich den körperlich sichtbaren Schaden beurteilt. 

8.4 Schmerzzustände sowie die psychischen Beschwerden wären allenfalls 

im Rahmen einer Beeinträchtigung der psychischen Integrität zusätzlich 

zu berücksichtigen. Somit drängt es sich auf, die Frage, ob den 

psychischen Beschwerden vorliegend die notwendige Dauerhaftigkeit 

zukommt, um Anspruch auf eine Integritätsentschädigung zu begründen, 

im Rahmen der ohnehin noch vorzunehmenden fachärztlichen 

Abklärungen beantworten zu lassen und den Entscheid über den 

gesamten Integritätsschaden danach aufgrund dieser Beurteilung 

vorzunehmen.

9. Im Sinne der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter 

Aufhebung des Einspracheentscheids vom 5. November 2019 (Bg-

act. 204) gutzuheissen und die Streitsache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen, damit diese ergänzende Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen vornehme und gestützt darauf über die Invalidenrente und 

über den Anspruch auf eine für den ganzen (somatischen und 

psychischen) Unfallschaden auszurichtende Integritätsentschädigung 

einen neuen Entscheid fälle.

- 27 -

10.1 Gerichtskosten werden vorliegend keine erhoben, da das kantonale Be-

schwerdeverfahren in Sozialversicherungsstreitigkeiten gemäss aArt. 61 

lit. a ATSG i.V.m. Art. 83 ATSG grundsätzlich kostenlos ist. 

10.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende 

Person Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen. Die vom Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

eingereichte Honorarnote vom 12. Februar 2020 beläuft sich auf 

CHF 2'824.75 (10.61 Stunden à CHF 240.-- zuzüglich 3 % Spesen von 

CHF 76.40 und 7.7 % Mehrwertsteuer von CHF 201.95). Der geltend 

gemachte Aufwand beinhaltet diverse Aktivitäten im Zusammenhang mit 

der Invalidenversicherung und dem Steueramt, welche für das vorliegende 

Verfahren kaum relevant sind, weshalb diese nicht zu berücksichtigen sind. 

Dementsprechend ergibt sich eine Kürzung des geltend gemachten 

Aufwandes von 1.09 Stunden auf 9.52 Stunden à CHF 240.-- pro Stunde, 

was CHF 2'284.80 entspricht. Unter Berücksichtigung von 3 % Spesen 

(CHF 68.50) sowie 7.7 % Mehrwertsteuer (CHF 181.20) resultiert ein 

Honorar von CHF 2'534.50. Demzufolge hat die Beschwerdegegnerin den 

Beschwerdeführer im Umfang von CHF 2'534.50 (inkl. Spesen und MWST) 

aussergerichtlich zu entschädigen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens 

wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

gegenstandslos.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 5. November 2019 wird aufgehoben und die 

Sache wird zu weiteren medizinischen Abklärungen im Sinne der 

Erwägungen und neuem Entscheid bezüglich Invalidenrente nach UVG 

und Integritätsentschädigung an die SUVA zurückgewiesen. 

- 28 -

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die SUVA hat A._____ aussergerichtlich mit CHF 2'534.50 (inkl. Spesen 

und MWST) zu entschädigen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 15. 

September 2021 teilweise gutgeheissen (8C_409/2021).