# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91fb3dd8-161e-5d4c-b2c1-b341dd68e355
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2010 D-1030/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1030-2010_2010-06-16.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1030/2010
law/bah/cvv
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Walter Lang (Vorsitz), 
Richterin Gabriela Freihofer, Richter Daniele Cattaneo;
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

A.___________, geboren (...),
B.____________, geboren (...),
C.___________, geboren (...),
D.____________, geboren (...),
E.___________, geboren (...),
Serbien,
(...)
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 22. Januar 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1030/2010

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführenden,  Staatsangehörige  Serbiens  mit  letztem 
Wohnsitz in F.___________, verliessen ihr Heimatland zusammen mit 
ihren beiden älteren Kindern gemäss eigenen Angaben am 23. August 
2008  und  gelangten  am  25.  August  2008  in  die  Schweiz,  wo  sie 
gleichentags um Asyl nachsuchten.

A.a Bei  der  Erstbefragung  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
Chiasso vom 2. September 2008 gab der Beschwerdeführer zu Proto-
koll, er sei aufgrund seiner ethnischen Herkunft – er gehöre der Volks-
gruppe der Ashkali  an – oftmals von Serben und Roma misshandelt  
worden. Man habe ihnen angedroht, ihr Haus niederzubrennen und ein 
Ultimatum gesetzt, bis zu dem sie das Haus zu verlassen hätten. Seit 
der  Kosovo unabhängig sei,  seien sie  ständig  bedroht  worden. Sein 
Vater  habe  den Kosovo verlassen,  bevor  er  (der  Beschwerdeführer) 
geboren  worden  sei.  Sowohl  sein  Vater  als  auch  er  lebten  in  einer 
gemischt-ethnischen Ehe. In den letzten fünf Monaten sei er dreimal 
von  Privatpersonen  geschlagen  worden.  Er  habe  auf  dem  Polizei-
posten von F.___________ Anzeige erstattet. 

Die  Beschwerdeführerin  gab an,  der  Ethnie  der  Roma anzugehören 
und katholischen Glaubens zu sein. Ihr Ehemann sei von den Serben 
misshandelt  worden.  Serbische  Privatpersonen  hätte  ihn  auf  der 
Strasse  angegriffen  und  als  Albaner  bezeichnet.  Am  Abend  des 
23. August  2008 sei  ihr  Schwiegervater  blutunterlaufen zu ihnen ge-
kommen und habe gesagt,  sie müssten weggehen, um ihre Haut zu 
retten. Ihr sei  gesagt worden, sie solle in den Kosovo zurückkehren, 
und man habe Steine nach ihr geworfen.

A.b Am 26. November  2008  wurden die  Beschwerdeführenden  vom 
BFM zu ihren Asylgründen angehört. Der Beschwerdeführer machte im 
Wesentlichen geltend, er habe schon früher Probleme gehabt und sei  
verprügelt  worden. Nach der  Unabhängigkeitserklärung des Kosovos 
hätten  sie  vermehrt  Schwierigkeiten  gehabt.  Er  könne  nicht  in  den 
Kosovo gehen, ein Onkel väterlicherseits sei am 19. Mai 1999 dort um-
gebracht  worden.  Er  habe  mit  seiner  Familie  ein  normales  Leben 
führen wollen. Sie seien von den Serben aufgefordert worden, Serbien 
innerhalb von zwei oder drei Monaten zu verlassen, ansonsten man ihr 
Haus in  Brand setzen werde. Als  er  auf  dem Polizeiposten Anzeige 

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erstattet habe, weil er verprügelt worden sei, hätten ihn die Polizisten 
ausgelacht.  Zuletzt  habe  es  auch  Schwierigkeiten  mit  der  Familie 
seiner Frau gegeben, die sie habe überreden wollen, ihn zu verlassen.

Die Beschwerdeführerin erklärte, ihr Ehemann und ihr Schwiegervater 
seien in Serbien verprügelt worden. Sie stamme nicht aus dem Kosovo 
und  habe  keine  Schwierigkeiten  gehabt,  aber  ihr  Ehemann  habe 
immer wieder Probleme gehabt. Sie hätten sich in einer schwierigen 
Situation  befunden. Sie  habe  zuletzt  mit  ihrer  Familie  Probleme ge-
habt, weil sie ihren Ehemann geheiratet habe. Obwohl sie eine glück-
liche  Ehe  führe,  sei  sie  immer  wieder  gefragt  worden,  weshalb  sie 
einen Albaner geheiratet habe. Sie hätten sowohl in der Stadt als auch 
im Dorf Probleme gehabt. 

A.c Am  2.  Mai  2009  brachte  die  Beschwerdeführerin  ihre  Tochter 
E.___________ zur Welt.

A.d Das BFM führte am 20. Januar 2010 eine ergänzende Anhörung 
der Beschwerdeführenden durch. Der Beschwerdeführer führte dabei 
im  Wesentlichen  aus,  seine  Eltern  seien  krank,  weshalb  sie  nach 
Serbien hätten zurückkehren wollen. Dies sei publik geworden, worauf 
Serben und die Familie seiner Frau ihnen gedroht hätten, man werde 
das Haus,  das er  zu kaufen beabsichtigt  habe, anzünden. Er  könne 
nicht zurückkehren, da er die Leute, die ihnen gedroht hätten, kenne. 
Die Angehörigen seiner Ehefrau hätten ihn bereits vor seiner Ausreise 
aus Serbien bedroht. Etwa eine Woche vor seiner Ausreise sei er von 
zwei Onkeln seiner Frau und zwei Serben geschlagen worden. Diesen 
Vorfall habe er der Polizei gemeldet, die sich zur Familie seiner Frau 
begeben habe. Die Familie habe ihm gedroht, er werde vom Erdboden 
verschwinden, falls er nochmals zur Polizei ginge. Sein Vater sei am 
Tag  ihrer  Ausreise  zusammengeschlagen  worden.  Man  habe  ihm 
gesagt, er dürfe dies nicht der Polizei melden. 

Die  Beschwerdeführerin  machte  geltend,  sie  hätten  nach  Serbien 
zurückkehren wollen, hätten aber von ihren Schwiegereltern erfahren, 
dass Drohungen für den Fall ihrer Rückkehr dorthin im Umlauf seien 
und man ihnen das Haus anzünden werde. Sie sei in Serbien von ihrer 
Familie verstossen und bedroht worden, weil  sie ohne deren Einver-
ständnis einen der Familie nicht genehmen Mann geheiratet habe. 

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B.
Mit Verfügung vom 22. Januar 2010 – eröffnet am 25. Januar 2010 – 
stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführenden  würden  die  Flücht-
lingseigenschaft nicht erfüllen, und lehnte die Asylgesuche ab. Gleich-
zeitig verfügte es die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den 
Vollzug der Wegweisung an.

C.
C.a Mit  Eingabe  vom  19.  Februar  2010  erhoben  die  Beschwerde-
führenden  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  und  beantragten,  es  sei  die  Verfügung  des  BFM  vom 
22. Januar 2010 aufzuheben, und es sei ihnen Asyl zu erteilen. Even-
tualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzu-
weisen. Subeventualiter sei  festzustellen, dass der Wegweisungsvoll-
zug unzulässig und unzumutbar sei und ihnen die vorläufige Aufnahme 
zu gewähren. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragten sie, es sei 
die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  bewilligen  und  auf  die  Erhebung 
eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten.  Der  Eingabe  lag  eine  Ent-
bindungserklärung  der  die  Beschwerdeführerin  behandelnden  Ärzte 
von ihrer Schweigepflicht vom 19. Februar 2010 bei.

C.b Am  5.  März  2010  übermittelte  die  Beschwerdeführerin  dem 
Bundesverwaltungsgericht ein ärztliches Zeugnis der Psychiatrischen 
Dienste der G.___________ vom 2. März 2010.

D.
D.a Mit Verfügung vom 8. März 2010 hiess der Instruktionsrichter das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss 
Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  unter  der  Voraussetzung 
gut, dass die Beschwerdeführenden eine Bestätigung ihrer Fürsorge-
abhängigkeit nachreichten. Das Gesuch um Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtsverbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 2 VwVG wies er ab. 

D.b Am 17. März 2010 ging beim Bundesverwaltungsgericht eine vom 
Vortag  datierende  Bestätigung  der  Fürsorgeabhängigkeit  des  Be-
schwerdeführers ein.

E.
Der Instruktionsrichter  übermittelte  die Akten am 18. März  2010 zur 
Vernehmlassung an das BFM. Dieses beantragte in seiner Vernehm-
lassung  vom  22.  März  2010  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Der 

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Instruktionsrichter  brachte  den  Beschwerdeführenden  die  Vernehm-
lassung am 24. März 2010 zur Kenntnis.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und ist  daher  eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Aus-
nahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesver-
waltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vor-
liegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls end-
gültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1 AsylG,  Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und Art. 52  Abs. 1 
VwVG). Die Beschwerdeführenden sind durch die angefochtene Ver-
fügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an 
deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie sind daher zur Ein-
reichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG 
und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 

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Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist  Rechnung 
zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nach-
weisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  ge-
macht, wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vor-
bringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeb-
lich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden 
(Art. 7 AsylG).

4.  
4.1 Das BFM begründete seinen Entscheid damit, dass die Aussagen 
der  Beschwerdeführenden zu den angeblichen Schikanen und Miss-
handlungen  durch  die  Serben  wegen  der  albanischen  Herkunft  des 
Beschwerdeführers in wesentlichen Punkten Widersprüche aufwiesen. 
Die Beschwerdeführerin habe bei der Erstbefragung gesagt, ihr Mann 
sei insgesamt fünf Mal von Serben geschlagen worden, während der 
Beschwerdeführer gesagt habe, er sei in den letzten drei Monaten vor 
der  Ausreise fünf  Mal  von Serben verprügelt  worden; man habe ihn 
bereits  früher  regelmässig  zusammengeschlagen.  Darauf  angespro-
chen habe er gesagt,  er  sei  in den letzten drei  Monaten nur einmal 
wirklich verprügelt worden, zuvor habe er nur hin und wieder eine Ohr -
feige erhalten. Dies decke sich nicht mit seiner früheren Aussage, er 
sei etwa im August 2008 von Serben massiv geschlagen worden, die 
ihn kurze Zeit später erneut verprügelt hätten. Er habe angegeben, er 
sei letztmals etwa zehn Tage vor seiner Ausreise geschlagen worden, 
während die Beschwerdeführerin gesagt habe, ein solcher Vorfall habe 
sich am Tag vor der Ausreise zugetragen. Zudem habe sie gesagt, ihr 
Ehemann habe diesen letzten Vorfall der Polizei gemeldet, während er 
ausgeführt habe, er habe nach dem letzten Angriff durch die Serben 
keine  Anzeige  erstattet.  Aufgrund  dieser  erheblichen  Widersprüche 
und Ungereimtheiten könnten die Übergriffe durch die Serben in der 
von  den  Beschwerdeführenden  geschilderten  Art  nicht  geglaubt 
werden.  Diese  Annahme  werde  dadurch  gestützt,  dass  die  Be-
schwerdeführenden im Sommer 2009 beabsichtigt  hätten,  nach Ser-
bien zurückzukehren. Es könne davon ausgegangen werden, dass die 
Schikanen durch die Serben – sollten sie stattgefunden haben – nicht 
eine derartige Intensität erreicht hätten, die die Familie an einer Rück-

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kehr nach Serbien gehindert hätte. 

Die  Beschwerdeführenden  hätten  auch  das  Vorbringen,  sie  würden 
von der Familie der Beschwerdeführerin bedroht, widersprüchlich ge-
schildert. Sie habe bei der ergänzenden Anhörung gesagt,  sie habe 
ihren Vater und ihren Bruder zirka dreimal in der Woche angetroffen.  
Sie  sei  jeweils  mit  ihrem  Ehemann  unterwegs  gewesen,  der  von 
diesen  dann bedroht  worden sei. Der  Beschwerdeführer  habe indes 
angegeben, er habe den Vater seiner Ehefrau in den fünf Jahren vor 
der Ausreise nie direkt gesehen, deren Bruder sei er insgesamt etwa 
zehnmal  begegnet.  Ausserdem  habe  sie  ausgeführt,  ihr  Ehemann 
habe die Drohungen durch ihre Angehörigen nie der Polizei gemeldet, 
während er angegeben habe, er habe zirka im Jahr 2005 und einmal 
im  August  2008  nach  Drohungen  durch  die  Schwiegerfamilie  die 
Polizei benachrichtigt; dies habe er auch seiner Ehefrau erzählt. Auch 
die Bedrohungen durch die Onkel der Beschwerdeführerin hätten sie 
widersprüchlich geschildert. Die Beschwerdeführerin habe bei der er-
gänzenden Anhörung ausgesagt, sie sei ihren Onkeln H.___________ 
und  I.___________  in  den  fünf  Jahren  vor  der  Ausreise  zweimal 
begegnet, einmal sechs, das andere Mal zwei Wochen vor ihrer Flucht.  
Ihr  Ehemann  sei  beide  Male  dabei  gewesen;  sie  hätten  auf  die 
Drohungen  der  Onkel  nicht  reagiert  und  seien  weitergelaufen.  Der 
Beschwerdeführer habe indessen geltend gemacht, er sei den Onkeln 
seiner  Frau  unzählige  Male  begegnet,  einmal  sei  er  von  ihnen 
zusammengeschlagen worden; seine Ehefrau sei  dabei  nie zugegen 
gewesen. Sie habe gesagt,  sie  habe einmal  versucht,  den Streit  mit 
ihren  Eltern  beizulegen,  indem  sie  diese  vor  einem  Restaurant 
angesprochen  habe;  ihr  Ehemann  sei  dabei  gewesen.  Er  habe 
angeführt, seine Ehefrau habe einmal telefonisch versucht, Kontakt mit 
ihren Angehörigen aufzunehmen, sie habe seines Wissens jedoch nie 
direkt mit ihren Eltern gesprochen. Ein Vergleich der Aussagen zu den 
neusten  Drohungen  der  Eltern  ergebe  ebenfalls  Widersprüche. 
Während der  Beschwerdeführer  gesagt  habe, seine Schwiegereltern 
hätten  nur  gedroht,  das  Haus  in  Brand  zu  stecken,  habe  die 
Beschwerdeführerin angegeben, ihre Eltern seien dabei gewesen, das 
Haus anzuzünden, aber von Nachbarn daran gehindert worden. Es sei 
nicht  nachvollziehbar,  dass  die  Eltern  der  Beschwerdeführerin  diese 
zuerst  aufgefordert  hätten,  zu  verschwinden,  sie  jedoch  wegen  der 
Flucht in die Schweiz noch stärker bedrohen sollten. Sie habe bei der 
ergänzenden  Anhörung  angegeben,  die  Probleme  mit  ihrer  Familie 
seien  noch  schlimmer  geworden,  da  ihre  Angehörigen  von  ihrem 

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Aufenthalt in der Schweiz erfahren hätten. Dies sei für ihre Eltern ein 
Problem, da sie nun nicht mehr in Reichweite sei und sie ihr so nicht  
mehr drohen können. Warum ihre Eltern sie durch massive Drohungen 
an  einer  Rückkehr  hindern  sollten,  wenn  sie  sie  gleichzeitig  unter 
Kontrolle  haben  möchten,  sei  schleierhaft.  Zudem  sei  auch  die 
Aussage  der  Beschwerdeführerin  realitätsfremd,  sie  könne  nicht  an 
einen anderen Ort  in  Serbien zurückkehren,  da ihr  Vater  sie überall  
finden werde. 

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, die Beschwerdeführerin 
sei  psychisch  krank  und  habe  sehr  grosse  Konzentrationsprobleme. 
Zudem habe sie eine schlechte Schulbildung und generell ein schlech-
tes Gedächtnis. Die ihnen angelasteten Widersprüche seien nicht gra-
vierend. Sie wisse nicht mehr genau, wie oft ihr Ehemann geschlagen 
worden sei,  zumal  das Geschlagenwerden an der Tagesordnung ge-
wesen sei. Die Schilderung der Drohungen durch die Eltern der Be-
schwerdeführerin seien unterschiedlich ausgefallen, da sie nicht selbst 
bedroht worden seien, sondern dies von den Eltern des Beschwerde-
führers erfahren hätten. Auch diese seien nicht immer selbst bedroht 
worden, sondern hätten es von Bekannten gehört. Die Eltern der Be-
schwerdeführerin wollten ihre Tochter zurück haben, nicht aber deren 
Kinder. Der  serbische  Staat  schütze die  Roma nicht  vor  Übergriffen 
der Serben. Sie würden auch keinen Schutz vor den Übergriffen der 
Familie  der  Beschwerdeführerin  erhalten.  Wenn  sie  Anzeige  erstat-
teten,  würden die Probleme mit  den Serben noch grösser. Bei  einer 
Rückkehr  wären  sie  den  Übergriffen  der  Familie  der  Beschwerde-
führerin  ausgesetzt;  diese  habe  gedroht,  ihr  Haus  anzuzünden  und 
ihre Kinder auszulöschen. Aufgrund ihrer anderen Glaubenszugehörig-
keit könnten sie in Serbien nicht leben. In Serbien sei ihr Leben in Ge-
fahr. 

5.
5.1 Glaubhaft sind die Vorbringen eines Asylsuchenden grundsätzlich 
dann, wenn sie genügend substanziiert, in sich schlüssig und plausibel 
sind;  sie  dürfen  sich  nicht  in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in 
wesentlichen  Punkten  nicht  widersprüchlich  sein  oder  der  inneren 
Logik entbehren und auch nicht den Tatsachen oder der allgemeinen 
Erfahrung  widersprechen. Darüber  hinaus muss die  gesuchstellende 
Person  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere  dann 
nicht  der  Fall  ist,  wenn sie  ihre  Vorbringen auf  gefälschte  oder  ver-
fälschte Beweismittel abstützt, aber auch dann, wenn sie wichtige Tat-

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sachen unterdrückt  oder  bewusst  falsch darstellt,  im Laufe des Ver-
fahrens  Vorbringen  auswechselt,  steigert  oder  unbegründet  nach-
schiebt, mangelndes Interesse am Verfahren zeigt oder die nötige Mit-
wirkung verweigert. Glaubhaftmachung bedeutet  ferner  – im Gegen-
satz  zum  strikten  Beweis  –  ein  reduziertes  Beweismass  und  lässt 
durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen 
des Gesuchstellers. Entscheidend ist,  ob  im Rahmen einer  Gesamt-
würdigung  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdar-
stellung des Asylsuchenden sprechen, überwiegen oder nicht. Dabei 
ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen (vgl. Art.  7 Abs. 2 und 
3 AsylG; Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl -
rekurskommission [EMARK] 2005 Nr. 21 E. 6.1 S. 190 f.).

5.2 Das BFM hat in der angefochtenen Verfügung ausführlich darge-
legt,  dass die Aussagen der Beschwerdeführenden in verschiedenen 
Punkten  widersprüchlich  sind.  Die  voneinander  abweichenden  Aus-
sagen betreffen teilweise zentrale Punkte der Vorbringen und können 
entgegen der in der Beschwerde vertretenen Auffassung nicht generell 
als nicht gravierend bezeichnet werden. In der Beschwerde wird den 
von  der  Vorinstanz  festgestellten,  nicht  abschliessend  aufgelisteten 
Widersprüchen und Ungereimtheiten nichts Substanziiertes und Kon-
kretes entgegengehalten, so dass diesbezüglich auf die zutreffenden 
vorinstanzlichen  Erwägungen  zu  verweisen  ist.  Insofern  auf  die 
psychische Erkrankung der Beschwerdeführerin und deren Konzentra-
tionsprobleme hingewiesen  wird,  ist  festzustellen,  dass  den  bei  den 
Akten  liegenden  Protokollen  keine  Hinweise  auf  erhebliche  Konzen-
trationsprobleme  der  Beschwerdeführerin  zu  entnehmen  sind.  Dem 
eingereichten Arztzeugnis vom 2. März 2010 ist zwar zu entnehmen, 
dass sie in der Schweiz seit dem 24. August 2009 in psychiatrischer 
Behandlung  sei,  jedoch  können  dem  Zeugnis  keine  Anhaltspunkte 
dafür  entnommen  werden,  dass  sie  nicht  in  der  Lage  ist,  selbst 
Erlebtes anschaulich wiederzugeben. Aufgrund der Aktenlage ist über-
einstimmend  mit  dem  BFM  nicht  davon  auszugehen,  dass  die 
Schwierigkeiten,  denen die Beschwerdeführenden in der  Vergangen-
heit  in  Serbien  aufgrund  ihrer  ethnischen  Herkunft  begegneten,  das 
von ihnen geschilderte, drastische Ausmass erreichten.

5.3 Die Aussagen der Beschwerdeführenden zu den Problemen, die 
sie  mit  den  Familienangehörigen  der  Beschwerdeführerin  gehabt 
hätten, sind bei der Erstbefragung nicht erwähnt und danach von Be-
fragung zu Befragung gesteigert dargestellt worden. Der Beschwerde-

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führer  erwähnte  bei  der  Erstbefragung  keine  Probleme  mit  seiner 
Schwiegerfamilie  und  erklärte,  er  sei  vor  zirka  zehn  Tagen  von 
serbischen  Privatpersonen  zusammengeschlagen  worden  (act.  A2/9 
S. 6). Auch die Beschwerdeführerin sagte bei der Erstbefragung aus, 
ihr  Ehemann  sei  von  serbischen  Privatpersonen  zusammenge-
schlagen worden, wobei sie den entsprechenden Vorfall auf den Vortag 
der Flucht datierte (act. A1/9 S. 5). Probleme mit der eigenen Familie 
erwähnte  auch  sie  nicht  ansatzweise.  Bei  der  Anhörung  durch  das 
BFM sagte der Beschwerdeführer aus, es habe zuletzt  auch mit  der 
Familie  seiner  Ehefrau  Probleme  gegeben,  die  seine  Frau  zur 
Trennung  von  ihm  habe  überreden  wollen  (act.  A14/10  S.  5).  Zehn 
Tage vor der Ausreise sei  er  schwer  verprügelt  worden; er  habe die 
Leute vom Sehen her gekannt, es seien Serben gewesen (act. A14/10 
S. 6). Die Beschwerdeführerin sagte bei der Anhörung aus, sie habe 
zuletzt auch mit ihrer Familie Probleme gehabt, da ihre Eltern gegen 
ihre Heirat gewesen seien (act. A15/8 S. 4). Die Beschwerdeführenden 
erwähnten  bei  ihren  Anhörungen  indessen  mit  keinem  Wort,  dass 
Familienangehörige  der  Beschwerdeführerin  dem  Beschwerdeführer 
gedroht oder diesen tätlich angegriffen hätten. Erst bei der ergänzen-
den  Anhörung  durch  das  BFM rückten  beide  Beschwerdeführenden 
die angeblichen Probleme des Beschwerdeführers mit der Schwieger-
familie  in  den  Vordergrund.  Der  Beschwerdeführer  machte  nicht  nur 
geltend,  er  könne nicht  nach Serbien zurückkehren,  weil  die Familie 
seiner Ehefrau ihm gedroht habe (act. A25/15 S. 3), sondern auch, er 
sei bereits vor dem Verlassen der Heimat von dieser bedroht worden. 
Er  habe sich  fast  nicht  in  die  Stadt  gewagt  und sei  einmal  von der 
Schwägerin  seiner  Ehefrau  geschlagen  worden  (act.  A25/15  S.  5). 
Etwa eine Woche vor seiner Ausreise sei er von zwei Onkeln seiner 
Ehefrau – ethnische Roma – und zwei Serben verprügelt worden (act.  
A25/15 S. 6); er habe deswegen bei der Polizei Anzeige erstattet. Die 
Beschwerdeführerin  gab  an,  ihre  Eltern  hätten  geschimpft  und  ge-
droht, ihren Mann umzubringen, wenn sie ihnen begegnet sei. Auch ihr 
Bruder  habe  Drohungen  ausgestossen  (act.  A24/14  S. 5).  Aufgrund 
des  Aussageverhaltens  der  Beschwerdeführenden  ist  davon  auszu-
gehen, dass sie die Probleme mit der Familie der Beschwerdeführerin 
bei der ergänzenden Anhörung – sofern es solche tatsächlich gegeben 
hat – stark übersteigert dargestellt haben. Es ist nicht nachvollziehbar, 
dass  der  Beschwerdeführer  einen  wesentlichen  Ausreisegrund 
(act. A25/15 S. 8) – sollte dieser tatsächlich bestanden haben – erst 
bei der ergänzenden Anhörung geltend macht.

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5.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass aufgrund der zahlreichen 
Widersprüche und Ungereimtheiten in den Aussagen der Beschwerde-
führenden  und  der  gesteigert  dargelegten  Probleme mit  der  Familie 
der Beschwerdeführerin davon auszugehen ist, die Beschwerdeführen-
den hätten die in Serbien erlittenen Benachteiligungen stark übertrie-
ben dargestellt.

6.
6.1 Die Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG erfüllt  eine asyl-
suchende  Person  nach  Lehre  und  Rechtsprechung  dann,  wenn  sie 
Nachteile  von bestimmter  Intensität  erlitten  hat  beziehungsweise mit 
beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründe-
terweise befürchten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter 
Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates oder durch nicht -
staatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu 
werden  drohen  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesver-
waltungsgerichts  [BVGE]  2008/4  E. 5.2  S. 37,  EMARK  2006  Nr. 18 
E. 7 und 8 S. 190 ff.,  EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Aufgrund der 
Subsidiarität  des  flüchtlingsrechtlichen  Schutzes  setzt  die  Zuerken-
nung der  Flüchtlingseigenschaft  ausserdem voraus,  dass  die  betrof-
fene Person in ihrem Heimatland keinen ausreichenden Schutz finden 
kann  (vgl.  BVGE 2008/12  E. 7.2.6.2  S. 174  f.,  BVGE 2008/4  E. 5.2 
S. 37 f.,  EMARK  2006  Nr. 18  E. 10  S. 201  ff.,  EMARK  2005  Nr. 21 
E. 7.3 S. 194 und E. 11.1 S. 201 f.). Ausgangspunkt für die Beurteilung 
der Flüchtlingseigenschaft ist die Frage nach der im Zeitpunkt der Aus-
reise vorhandenen Verfolgung oder begründeten Furcht vor einer sol-
chen.  Die  Situation  im  Zeitpunkt  des  Asylentscheides  ist  jedoch  im 
Rahmen der Prüfung nach der Aktualität der Verfolgungsfurcht eben-
falls  wesentlich.  Veränderungen  der  objektiven  Situation  im  Heimat-
staat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  sind  deshalb  zugunsten 
und  zulasten  der  das  Asylgesuch  stellenden  Person  zu  berück-
sichtigen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f., EMARK 2000 Nr. 2 E. 8a 
S. 20, WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser [Hrsg.], 
Ausländerrecht, Basel/Bern/Lausanne 2009, Rz. 11.17 und 11.18).

6.2 Begründete Furcht vor Verfolgung liegt vor, wenn konkreter Anlass 
zur Annahme besteht,  eine Verfolgung hätte sich – aus der Sicht im 
Zeitpunkt  der  Ausreise  –  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in 
absehbarer Zeit verwirklicht beziehungsweise werde sich – auch aus 
heutiger  Sicht  –  mit  ebensolcher  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer 
Zukunft  verwirklichen. Eine bloss entfernte Möglichkeit  künftiger  Ver-

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folgung genügt nicht; es müssen konkrete Indizien vorliegen,  welche 
den  Eintritt  der  erwarteten  –  und  aus  einem  der  vom  Gesetz  auf-
gezählten  Motive  erfolgenden  –  Benachteiligung  als  wahrscheinlich 
und dementsprechend die  Furcht  davor  als  realistisch  und nachvoll-
ziehbar  erscheinen  lassen  (vgl.  EMARK  2005  Nr. 21  E. 7  S. 193 f., 
EMARK 2004 Nr. 1 E. 6a S. 9).

6.3
6.3.1 Wie vorstehend ausgeführt ist davon auszugehen, dass die Be-
schwerdeführenden die Belästigungen, die sie seitens der Mehrheits-
bevölkerung der Serben erlitten haben sollen, übersteigert dargestellt 
haben. Insbesondere die vom Beschwerdeführer genannten massiven 
körperlichen  Übergriffe  auf  seine  Person  erscheinen  angesichts  der 
Widersprüche und Ungereimtheiten in den Aussagen der Beschwerde-
führenden als unglaubhaft. Der Beschwerdeführer sagte bei der Erst -
befragung aus,  er  habe mit  den serbischen Behörden nie  Probleme 
gehabt (act. A2/9 S. 6). Angesichts der allgemeinen Lage in Serbien 
und den bekannten Problemen, denen Angehörige ethnischer Minder-
heiten dort begegnen können, ist nicht auszuschliessen, dass die Be-
schwerdeführenden Unmutsbezeugungen und Anfeindungen der  ser-
bischen Bevölkerungsmehrheit ausgesetzt waren. Es gelang ihnen je-
doch nicht, glaubhaft zu machen, dass sie Benachteiligungen in asyl -
rechtlich relevantem Ausmass erlitten haben. Sie konnten auch nicht 
plausibel  vermitteln,  weshalb  sie  im  August  2008  fluchtartig  ihr 
Heimatland  hätten  verlassen  müssen,  da  der  massive  Übergriff  auf 
den Beschwerdeführer, der zehn Tage zuvor stattgefunden haben soll,  
aufgrund  der  ungereimten  Angaben  dazu  nicht  glaubhaft  erscheint. 
Den  Beschwerdeführenden  kann  somit  keine  begründete  Furcht  vor 
asylrechtlich  relevanten  Übergriffen  durch  serbische  Privatpersonen 
zuerkannt werden. Diese Auffassung wird dadurch bestätigt, dass sie 
gemäss eigenen Angaben eine Rückkehr nach Serbien planten,  von 
der  sie  dann  aus  als  nicht  plausibel  und  damit  als  unglaubhaft  zu 
erachtenden Gründen wieder absahen.

6.3.2 Die von den Beschwerdeführenden geltend gemachte Furcht vor 
Übergriffen  seitens  der  Familie  der  Beschwerdeführerin  ist  weder 
objektiv noch subjektiv nachvollziehbar. Sie haben erst bei der ergän-
zenden Anhörung geltend gemacht, bereits vor ihrer Ausreise aus Ser-
bien im August 2008 von derselben massiv bedroht worden zu sein. 
Auch die  angeblichen gewalttätigen  Übergriffe  auf  den  Beschwerde-
führer durch zwei Onkel der Beschwerdeführerin erwähnte dieser erst -

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mals bei der ergänzenden Anhörung. Die entsprechenden Vorbringen 
sind  als  nachgeschoben  zu  werten,  da  nicht  nachvollziehbar  ist, 
weshalb die Beschwerdeführenden diesen Ausreisegrund nicht bereits 
bei  der  Erstbefragung  geltend  gemacht  haben. Wie  vorstehend  auf-
gezeigt  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführenden  zum 
Zeitpunkt  ihrer  Ausreise  aus  Serbien  keine  begründete  Furcht  vor 
Übergriffen durch die Familie der Beschwerdeführerin hegen mussten. 
Da das Ausmass der Schwierigkeiten, welche die Beschwerdeführen-
den mit der Familie der Beschwerdeführerin gehabt haben sollen, als 
drastisch übersteigert erscheint, besteht kein Anlass zur Annahme, die 
von den Beschwerdeführenden geschilderten Drohungen derselben für 
den Fall ihrer Rückkehr entsprächen den Tatsachen.

6.3.3 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  den  Beschwerde-
führenden keine begründete Furcht vor ihnen drohender, asylrechtlich 
relevanter Verfolgung zuerkannt werden kann. Es erübrigt sich, auf die 
weiteren Ausführungen in der Beschwerde einzugehen, da sie an die-
ser Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern vermögen. Das BFM 
hat ihre Asylgesuche demnach zu Recht abgelehnt.

7.  
7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine  ausländer-
rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei -
lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht ange-
ordnet (Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

8.
8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme  von  Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]).

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-
mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts und seiner Vor-
gängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 

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Flüchtlingseigenschaft,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

8.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflich tun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders  in  den  Heimat-,  Herkunfts-  oder  in  einen  Drittstaat  entgegen-
stehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen  werden,  in  dem ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie  
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter  und andere 
grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grund-
freiheiten (EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmensch-
licher  oder  erniedrigender  Strafe  oder  Behandlung  unterworfen  wer-
den.

8.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  es  den  Be-
schwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche 
Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in 
Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-
Refoulements  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden. 
Eine Rückkehr der Beschwerdeführenden nach Serbien ist  demnach 
unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerde-
führenden noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den 
Fall  einer  Ausschaffung  nach  Serbien  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 

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Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss Praxis des Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des 
UN-Anti-Folterausschusses  müssten  sie  eine  konkrete  Gefahr  ("real 
risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihnen  im  Fall  einer 
Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 
(vgl.  EGMR,  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom 
28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124-127, mit weiteren 
Hinweisen), was ihnen unter Hinweis auf die vorstehenden Erwägun-
gen nicht gelungen ist. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation 
in Serbien lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht 
als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem Gesagten  ist  der  Vollzug  der 
Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 
Bestimmungen zulässig.

8.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

8.4.1 In Serbien herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt aufgrund 
derer die Bevölkerung generell  als konkret  gefährdet betrachtet wer-
den  müsste.  Zwar  können  Übergriffe  von  Privatpersonen  auf  Ange-
hörige  der  ethnischen  Minderheiten  und  teilweise  behördliche 
Schikanen  sowie  Diskriminierungen  nicht  völlig  ausgeschlossen 
werden, indessen erreichen diese im Allgemeinen nicht ein Ausmass, 
das den Vollzug der Wegweisung als  unzumutbar  erscheinen liesse. 
Auch in Anbetracht der persönlichen Situation der jungen Beschwerde-
führenden wird nicht  ersichtlich,  inwiefern  sie im Falle der  Rückkehr 
nach Serbien aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer oder 
gesundheitlicher Natur in  eine existenzbedrohende Situation geraten 
könnten. Sie haben den überwiegenden Teil ihres Lebens in Serbien 
verbracht und verfügen dort über ein Beziehungsnetz. Es kann davon 
ausgegangen  werden,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  gelingt,  den 
Lebensunterhalt  seiner  Familie  durch  die  Wiederaufnahme  einer 
Arbeitstätigkeit zu bestreiten (act. A2/9 S. 2). Sollte der Verdienst des 
Beschwerdeführers  dafür  nicht  ausreichen,  werden  sie  mit  der  Aus-
richtung staatlicher  Unterstützung rechnen können (act. A15/8 S. 5). 

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Im  Übrigen  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  allein  wirtschaftliche 
Schwierigkeiten,  von  welchen  die  vor  Ort  ansässige  Bevölkerung 
generell  betroffen  ist,  wie  beispielsweise  Wohnungsnot  oder  ein 
schwieriger Arbeitsmarkt, für sich allein keine konkrete Gefährdung im 
Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG  darstellt  (vgl.  EMARK  2005  Nr.  24 
E. 10.1 S. 215, EMARK 2003 Nr. 24 E. 5e S. 159). Dem eingereichten 
Arztzeugnis vom 2. März 2010 ist alsdann zu entnehmen, dass die Be-
schwerdeführerin  unter  einer  Anpassungsstörung  mit  verlängerter 
depressiver  Reaktion  bei  psychosozialer  Belastung  nach  Auswan-
derung in die  Schweiz leide. Im August  2009 habe sie  einen disso-
ziativen  Krampfanfall  erlitten.  Es  liege  keine  Krankheit  vor,  die  in 
Serbien nicht zu behandeln wäre. Demnach stehen auch die psychi-
schen Probleme der Beschwerdeführerin einem Wegweisungsvollzug 
nicht  entgegen. Die  Kinder  der  Beschwerdeführenden sind aufgrund 
ihres  kindlichen  Alters  noch  stark  an  die  Eltern  gebunden,  weshalb 
ihre  Rückkehr  nach  Serbien  keine  Härten  zur  Folge hat,  welche  im 
Lichte von Art. 3 Abs. 1 der Konvention vom 20. November 1989 über 
die  Rechte  des  Kindes  (KRK,  SR  0.107)  zu  beachten  wären  (vgl.  
BVGE 2009/28 E. 9.3.2 S. 367 f., EMARK 2005 Nr. 6 E. 6. S. 55 ff.).  
Der Vollzug der Wegweisung erweist sich somit nicht als unzumutbar.

8.5 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zu-
ständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  not-
wendigen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), wes-
halb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

9.
Zusammenfassend ergibt  sich,  dass das BFM den Vollzug der Weg-
weisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet hat. Die 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  fällt  somit  nicht  in  Betracht 
(Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist demnach abzuweisen.

11.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  den 
Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG). Da 

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ihnen  mit  Zwischenverfügung  vom  8.  März  2010  unter  der  Voraus-
setzung  des  Nachreichens  einer  Fürsorgebestätigung  die  unent-
geltliche Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gewährt  wurde, 
und  sie  eine  entsprechende  Bestätigung  nachreichten,  ist  auf  die 
Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführenden (Einschreiben)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N (...)  (per 

Kurier; in Kopie)
- (zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Walter Lang Christoph Basler

Versand: 

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