# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a5e67ccb-a046-57a5-a8f1-441e69e3ed04
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-16
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 16.06.2010 SK1 2010 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-8_2010-06-16.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 16. Juni 2010 Schriftlich mitgeteilt am: 
SK1 10 8 (nicht mündlich eröffnet)

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 11. Januar 2011 abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war).

Urteil 
I. Strafkammer

Vorsitz Schlenker 
RichterInnen Brunner und Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

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In der strafrechtlichen Berufung

der S taa tsanwa l tscha f t  Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Anklägerin und Berufungsklägerin,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 17. Dezember 2009, 
mitgeteilt am 4. Februar 2010, in Sachen gegen A., Angeklagter und 
Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. HSG Hermann Just, 
Masanserstrasse 35, Postfach 414, 7001 Chur,

betreffend Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte
(Art. 285 Ziff. 1 StGB),

hat sich ergeben:

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A. A. wuchs in J. auf und besuchte dort die Primarschule. 
Anschliessend absolvierte er eine Lehre als Motorradmechaniker. Nachdem er 
während zwei Jahren auf dem erlernten Beruf gearbeitet hatte, trat er eine Stelle 
bei der Firma B. an, wo er heut noch tätig ist. A. hat sich an dieser Firma auch 
finanziell beteiligt.

A. war mit C., geborene D., verheiratet. Aus dieser mittlerweile 
geschiedenen Ehe gingen zwei Kinder hervor. Der Sohn wohnt bei A., während 
die Tochter bei ihrer Mutter lebt.

A. verfügt nach eigenen Angaben über ein Monatseinkommen von Fr. 
6'800.-- netto. Davon bezahlt er Fr.  1'700.-- Alimente für seine Tochter und seine 
frühere Ehefrau. Er hat weder Schulden noch Vermögen.

Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist A. nicht verzeichnet.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 13. Oktober 
2009 wurde A. wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 1 
StGB in Anklagezustand versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der 
Staatsanwaltschaft Graubünden vom 13. Oktober 2009 folgender Sachverhalt 
zugrunde:

„Im September 2007 – das genaue Datum ist nicht bekannt – teilte 
der Angeklagte E., der damals Lehrer in I. war, telefonisch mit, er 
werde mit dem Gewehr in der Schule erscheinen und alle umlegen.

A. hatte sich zu diesem Telefonanruf veranlasst gesehen, weil seiner 
Meinung nach sein Sohn F., geb. 30. März 1995, von E. beschuldigt 
worden war, im Schulhaus einen Lichtschalter beschädigt zu haben. 
Der Lehrer habe – so A. – F. gepackt und gegen die Wand gedrückt.

E. fühlte sich durch die erwähnte Äusserung des Angeklagten 
nachhaltig bedroht, zumal er wusste, dass A. Jäger ist. In der Folge 
getraute er sich während einer Woche nicht mehr, mit dem Fahrrad 
zur Schule zu fahren, sondern benützte jeweils das Postauto. Aus 
Angst vor dem Angeklagten schloss er nach dem Betreten des 
Schulhauses in I. jeweils die Türen ab. Wenn während des 
Schulunterrichts ein Fahrzeug vor dem Schulhaus anhielt, schaute er 
immer sofort zum Fenster hinaus, weil er befürchtete, es könnte der 
Angeklagte sein.

G. und H. waren damals ebenfalls als Lehrerinnen in I. tätig. Sie 
hatten zusammen ein volles Pensum und lösten sich gegenseitig ab. 
Nachdem H. von der Drohung von A. Kenntnis erhalten hatte, blieb 
sie zuhause und liess den Schulunterricht während eines Tages 
ausfallen. Wegen der Drohung des Angeklagten waren auch die 
beiden Lehrerinnen nicht in der Lage, normalen Schulunterricht zu 

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erteilen. Während des Unterrichtes mussten sie ständig die 
Vorgänge vor dem Schulhaus beobachten, weil sie ein Auftauchen 
von A. befürchteten.

Der Angeklagte will zu E. lediglich gesagt haben, er – E. – müsse 
sich nicht wundern, wenn jemand in die Schule komme und alle 
ummähe. Kurze Zeit vorher sei es nämlich an einer Schule im 
Ausland zu einem Amoklauf gekommen.

Mit Strafmandat vom 16. Januar 2009 verurteilte der Kreispräsident 
Schanfigg den Angeklagten zu einer bedingten Geldstrafe von 30 
Tagessätzen zu je Fr. 60.-- und zu einer Busse von Fr. 700.--. Gegen 
dieses Strafmandat liess A. am 21. Januar 2009 rechtzeitig 
Einsprache erheben.“

C. An der Hauptverhandlung vor dem Bezirksgerichtsausschuss Plessur 
am 17. Dezember 2009 waren der Angeklagte A. und sein privater Verteidiger, 
Rechtsanwalt lic. iur. HSG Hermann Just, anwesend. Die Staatsanwaltschaft 
Graubünden hatte auf eine mündliche Anklagevertretung verzichtet. 

In der Ergänzung zur Anklageschrift stellte und begründete die 
Staatsanwaltschaft Graubünden folgende Anträge:

„1. A. sei der Gewalt und Drohung gegen Beamte gemäss Art. 285 
Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er zu verurteilen

- zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je Fr. 110.--.

Der Vollzug der Geldstrafe sei aufzuschieben, unter 
Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren.

- zur Bezahlung einer Busse von Fr. 800.--, ersatzweise zu 
einer Freiheitsstrafe von 7 Tagen.

3. Kostenfolge sei die gesetzliche.“

Der Verteidiger beantragte in seinem Plädoyer, A. vom Vorwurf der 
Widerhandlung gegen Art. 285 Ziff. 1 StGB unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge freizusprechen.

D. Mit Urteil vom 17. Dezember 2009, mitgeteilt am 4. Februar 2010, 
erkannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur wie folgt:

„1. A. wird vom Tatvorwurf der Gewalt und Drohung gegen Beamte 
gemäss Art. 285 Ziff. 1 StGB freigesprochen.

2. Die Kosten des Verfahrens von CHF 4'154.00 
(Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 
2'654.00, Gerichtskosten CHF 1'500.00) gehen im Umfang von 
CHF 2'654.00 zu Lasten des Kantons und im Betrag von CHF 

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1'500.00 zu Lasten der Gerichtskasse. A. wird eine 
Entschädigung in Höhe von CHF 7'153.60 zuzüglich 7.6% 
MwSt., inkl. Barauslagen, zugesprochen ([29.10 x CHF 240.00] 
+CHF 169.60). Davon gehen CHF 4'900.00 zuzüglich MwSt. zu 
Lasten des Kantons Graubünden und CHF 2'253.60 zuzüglich 
MwSt. zu Lasten der Gerichtskasse.

Die Kosten des Kreisamtes Schanfigg gehen zu Lasten des 
Kreisamtes.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung):“

In der Begründung hielt er zusammengefasst fest, es sei aufgrund der 
Beweismittel davon auszugehen, dass A. dem Lehrer E. gegenüber im Herbst 
2007 anlässlich eines Telefongespräches gesagt habe, er müsse sich nicht 
wundern, wenn jemand in die Schule komme und alle „ummähe“. E. habe diese 
Äusserung dahingehend verstanden, dass A. selbst beabsichtige, mit dem 
Gewehr in die Schule zu kommen, um alle umzubringen. Er habe das 
Lehrerkollegium und den Schulratspräsidenten über diese Drohung informiert. 
Darauf sei während mehreren Tagen die Eingangstür zum Schulhaus 
abgeschlossen worden, um ein unvermitteltes Eindringen des Angeklagten zu 
verhindern. Die Lehrer seien während längerer Zeit alarmiert und angespannt 
gewesen, wodurch der Schulunterricht gelitten habe. An einem Tag sei dieser 
ausserdem ausgefallen. Primarlehrer seien als Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 
1 StGB zu qualifizieren. Die Aussage von A. sei von einer verständigen Person 
dahingehend zu verstehen, dass A. selbst oder allenfalls sein Sohn F. in die 
Schule komme und wahllos Personen erschiesse. A. habe damit die 
Verwirklichung eines zukünftigen Ereignisses in Aussicht gestellt, das er 
beeinflussen könne. Es stehe ausser Frage, dass die in Aussicht gestellte Amoktat 
einen ausreichenden Nachteil darstelle, um einen Primarlehrer zu dem 
gewünschten Verhalten zu bestimmen. A. habe damit E. und den übrigen Lehrern 
gedroht. Darunter habe der Unterricht gelitten. Durch sein Verhalten habe A. den 
reibungslosen Ablauf des Schulbetriebes und damit eine Amtstätigkeit behindert. 
Da die Handlung von A. für den tatbestandsmässigen Erfolg zudem kausal 
gewesen sei, habe er den objektiven Tatbestand von Art. 285 Ziff. 1 StGB erfüllt. 
In subjektiver Hinsicht habe A. gewusst, dass E. als Beamter im Sinne von Art. 
285 Ziff. 1 StGB gelten müsse. Auch müsse er sich bewusst gewesen sein, dass 
seine Äusserung als Drohung zu verstehen sei. Jedoch sei diese weder darauf 
gerichtet gewesen, den Schulunterricht zu beeinträchtigen, noch habe A. ein 
solches Ergebnis billigend in Kauf genommen. Es sei ihm einzig darum gegangen, 

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E. für die besonderen Bedürfnisse seines Sohnes zu sensibilisieren und ihn davon 
abzuhalten, seinen Sohn unangemessen zu behandeln. Dieses Ziel habe er 
erreichen wollen, indem er E. vor Augen geführt habe, dass Jugendliche mit 
ADHS, wie sein Sohn, zu Gewalttaten neigen würden, wenn sie unter Druck 
gesetzt und in die Enge getrieben würden. Im weiteren sei A. davon ausgegangen, 
E. habe F. zu Unrecht der Sachbeschädigung bezichtigt und gegen die Wand 
gedrückt, so dass diese Amtshandlung in seinen Augen mit einem offensichtlichen 
und schwerwiegenden Fehler behaftet gewesen sei. Mit seinem Verhalten habe A. 
somit weder wissentlich noch willlentlich eine schützenswerte Amtshandlung 
beeinträchtigt oder einen solchen Erfolg billigend in Kauf genommen, weshalb der 
subjektive Tatbestand nicht erfüllt sei.

E. Gegen dieses Urteil erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden mit 
Eingabe vom 17. Februar 2010 beim Kantonsgericht von Graubünden Berufung 
mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Das Urteil sei aufzuheben.

2. A. sei der Gewalt und Drohung gegen Beamte gemäss Art. 285 
Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.

3. Dafür sei er zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 
110.-- und zu einer Busse von CHF 800.-- ersatzweise zu einer 
Freiheitsstrafe von 7 Tagen zu verurteilen. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe sei unter Ansetzung einer Probezeit 
von 2 Jahren aufzuschieben.

5. Gesetzliche Kostenfolge.“

In der Begründung führte sie aus, E. habe in seinen Einvernahmen klar 
ausgesagt, dass er im Zeitpunkt der Drohung durch den Angeklagten davon 
ausgegangen sei, dieser selbst werde in der Schule erscheinen. Alle 
Sicherheitsmassnahmen seien in der Folge auf A. ausgerichtet worden. Alle 
Beteiligten hätten sich vor dem Angeklagten und nicht vor dessen Sohn 
gefürchtet. Selbst wenn man davon ausgehen wolle, A. habe „jemand“ gesagt, so 
hätten E. und seine Kolleginnen dies auf A. bezogen. Aus allen Aussagen gehe 
hervor, dass die Lehrer befürchtet hätten, der Angeklagte könnte im Schulhaus 
auftauchen und seine Drohung wahr machen. Dass unter diesen Umständen der 
Schulunterricht massiv behindert worden sei, ergebe sich mit aller Deutlichkeit aus 
den Zeugenaussagen. Damit sei der objektive Tatbestand erfüllt. Die Drohung 
habe sich im weiteren nicht nur gegen E. gerichtet, habe A. doch gedroht, man 
müsse sich nicht wundern, wenn jemand in die Schule komme und alle ummähe. 
Die Annahme, A. habe ausschliesslich das Verhalten von E. ins Visier genommen, 

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sei damit widerlegt. Auch die Annahme des Bezirksgerichtsausschusses, A. habe 
davon ausgehen können, die Amtshandlungen von Lehrer E. seien nichtig 
gewesen, sei nicht nachvollziehbar. Der Eingriff von Lehrer E. gegenüber dem 
Schüler sei weder offensichtlich unverhältnismässig gewesen, noch könne davon 
gesprochen werden, es handle sich dabei um einen schweren Eingriff in ein 
Freiheitsrecht oder in ein anderes Rechtsgut des Schülers. Dass der Angeklagte 
angenommen haben wolle, der Eingriff von Lehrer E. sei unrechtmässig gewesen, 
genüge nicht. A. habe ganz klar auch den subjektiven Tatbestand von Art. 285 
Ziffer 1 StGB erfüllt. Sein Verhalten dürfe nicht bagatellisiert werden. 
Strafmindernd seien der rechte Leumund und die Vorstrafenlosigkeit zugute zu 
halten. Strafmilderungs- und Strafschärfungsgründe seien keine gegeben. Eine 
Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je CHF 110.--, verbunden mit einer Busse von 
CHF 800.--, ersatzweise einer Freiheitsstrafe von 7 Tagen, sei angemessen. Es 
könne der bedingte Vollzug der Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit von 
zwei Jahren gewährt werden.

F. Mit Schreiben vom 11. März 2010 verzichtete der 
Bezirksgerichtsausschuss Plessur auf die Einreichung einer Vernehmlassung. In 
seiner Vernehmlassung vom 7. April 2010 beantragte A. die kostenfällige 
Abweisung der Berufung unter Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 
Gleichzeitig stellte er den Antrag auf Durchführung einer mündlichen 
Berufungsverhandlung. In der Begründung hielt er fest, aus den im Strafverfahren 
eingereichten Unterlagen sei ersichtlich, dass ADHS-Kinder, wie F. eines sei, zu 
gewalttätigen Reaktionen neigen würden, wenn sie unter Druck gesetzt und in die 
Enge getrieben würden. A. habe sich immer wieder dafür einsetzen müssen, dass 
die Empfehlungen des behandelnden Psychologen, wie mit der Krankheit seines 
Sohnes F. umzugehen sei, von der Schulbehörde und den Lehrern beachtet 
würden. In diesem Sinne sei es in den letzten Jahren immer wieder zu 
Besprechungen und auch zu Telefongesprächen zwischen den Lehrpersonen und 
dem Angeschuldigten sowie anderen an der Schule tätigen Personen gekommen. 
E. sei zudem im Zeitpunkt, als A. die Drohung geäussert haben solle, nicht F.s 
Lehrer gewesen. Beim Telefongespräch sei es um eine Rüge des 
Angeschuldigten betreffend eine körperliche Massregelung durch den Lehrer 
gegenüber F. gegangen, welche A. nicht habe akzeptieren können, dies 
insbesondere auch aufgrund der Krankheit von F., deren Symptome durch 
körperliche Massregelungen verstärkt würden. Bemerkenswert sei auch, dass von 
den Lehrern, die nach eigenen Angaben durch die Äusserungen von A. so 
verängstigt gewesen seien, dass sie in ihrem Handeln eingeschränkt gewesen 

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seien, keine Anzeige erstattet worden sei. A. stelle sich auf den Standpunkt, er 
habe mit seiner Äusserung niemanden bedrohen wollen. Vielmehr sei es lediglich 
um einen Hinweis darauf gegangen, was geschehen könnte, wenn ADHS-Kinder 
unter Druck gesetzt würden. Im weiteren ergebe sich aus den Akten weder ein 
Hinweis darauf, dass A. seine Waffen nicht sachgemäss aufbewahrt hätte, noch 
dass er auf andere Art eine allfällige Amoktat seines Sohnes hätte begünstigen 
wollen, um E. gefügig zu machen. Die entsprechenden Unterstellungen der 
Vorinstanz seien aktenwidrig. Die Staatsanwaltschaft verkenne im weiteren, dass 
die Vorinstanz den objektiven Tatbestand als erfüllt betrachtet habe. Damit aber 
liege die Vorinstanz falsch. Im vorliegenden Fall stünden sich die Aussagen von A. 
und E. gegenüber. Die Aussagen von A. seien plausibel. Die Verwirklichung des 
objektiven Tatbestandes, wie ihn die Vorinstanz A. vorwerfe, nämlich dass er mit 
einem Hinweis auf eine mögliche Amoktat seines Sohnes den Lehrer E. habe 
gefügig machen wollen, sei aktenwidrig. Zudem würden Vorinstanz und 
Staatsanwaltschaft verkennen, dass im Zeitpunkt des Telefongespräches die 
entsprechende Amtshandlung – die Züchtigung des Schülers wegen einem 
beschädigten Lichtschalter – bereits abgeschlossen gewesen sei. A. habe E. für 
die Situation von F. sensibilisieren wollen. Eine Beeinträchtigung des 
Schulunterrichts sei nie seine Absicht gewesen. So sei sein Verhalten auch 
objektiv nicht tatbestandsmässig, weil nicht ersichtlich sei, welche konkrete 
Amtshandlung A. mit seiner Äusserung hätte behindern wollen. In subjektiver 
Hinsicht habe die Vorinstanz richtig festgestellt, dass die Äusserung von A. weder 
darauf gerichtet gewesen sei, den Schulunterricht zu beeinträchtigen, noch habe 
er ein solches Ergebnis billigend in Kauf genommen. A. sei es immer nur darum 
gegangen, E. für die Bedürfnisse von F. zu sensibilisieren. Er habe weder gewollt, 
noch damit gerechnet, dass eine Person an der Schule I. an einer Amtshandlung 
gehindert oder zu einer Amtshandlung genötigt werde, noch sei seine Äusserung 
im Wissen erfolgt, dass sie vom Gegenüber als gewaltsam oder drohend 
wahrgenommen werde. Selbst wenn man davon ausginge, dass A. mit seinen 
Äusserungen habe Einfluss auf E.s Amtshandlungen nehmen wollen, so sei es 
einzig um die seiner Ansicht nach unverhältnismässigen und daher nichtigen 
körperlichen Massregelungen gegangen, weshalb A. aufgrund eines 
Sachverhaltsirrtums freizusprechen wäre. 

G. An der Hauptverhandlung vor der I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts von Graubünden am 16. Juni 2010 waren A. und sein privater 
Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. HSG Hermann Just, sowie als Vertreter der 
Anklage Staatsanwalt Dr. iur. Alex Zindel anwesend. Gegen die Zuständigkeit und 

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die Zusammensetzung des Gerichts wurden keine Einwände erhoben. Der 
Staatsanwalt und der Verteidiger verzichteten auf das Verlesen von Aktenstücken. 
In der Befragung äusserte sich A. eingehend zu den Ereignissen vom September 
2007. Danach hielt der Staatsanwalt ein kurzes Plädoyer, worauf der Verteidiger 
sein Plädoyer vortrug, in welchem er sich weitgehend an die bereits in der 
Vernehmlassung zur Berufung gemachten Ausführungen hielt. Der Staatsanwalt 
verzichtete auf eine Replik, weshalb auch die Duplik entfiel. Abschliessend erhielt 
A. die Gelegenheit zum Schlusswort. Er erklärte, er habe niemanden bedroht. Er 
sei immer derjenige gewesen, der geschlichtet habe, auch schon, als er noch mit 
seiner ehemaligen Frau zusammen gewesen sei. Lehrer E. habe damals viele 
private Probleme gehabt und er habe F. erziehen wollen. Er, A., habe einmal mit 
der Ehefrau von Lehrer E. gesprochen, die damals als Aushilfe in I. Schule 
gegeben habe, dass man den Psychologen von F. konsultieren müsse. Sie habe 
jedoch gemeint, sie gebe nur ein paar Monate in I. Schule, das lohne sich nicht. 
Er, A., habe nie Probleme gehabt oder gemacht. Er habe F. am Nachmittag immer 
von der Schule abgeholt, weil sie ausserhalb wohnten, habe sogar extra mit der 
Arbeit früher Schluss gemacht. Sie seien dann heim gegangen und F. habe die 
Hausaufgaben gemacht.

H. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil, in den 
Rechtsschriften, im Sachvortrag an der mündlichen Berufungsverhandlung sowie 
in der persönlichen Befragung von A. wird, soweit erforderlich, in den 
nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die I. Strafkammer zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer 
Ausschüsse können der Verurteilte, das Opfer und der Staatsanwalt beim 
Kantonsgericht gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO innert 20 Tagen seit der schriftlichen 
Eröffnung des angefochtenen Entscheides Berufung einlegen. Diese ist zu 
begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides 
oder Gerichtsverfahrens gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich 
Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen 
vermag die vorliegende Berufung zu genügen. Auf die frist- und formgerecht 
eingereichte Berufung ist daher einzutreten.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass der I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts als Berufungsinstanz grundsätzlich eine umfassende, 
uneingeschränkte Kognition - auch mit Bezug auf Ermessensfehler, bei deren 

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Prüfung sie sich aber eine gewisse Zurückhaltung auferlegt - zukommt (Art. 146 
Abs. 1 StPO). Sie überprüft das vorinstanzliche Urteil jedoch nur im Rahmen der 
in der Berufung oder Anschlussberufung gestellten Anträge. Wenn die Aktenlage 
die Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt oder 
der Mangel geheilt ist, entscheidet die Strafkammer des Kantonsgerichts in der 
Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario), eine Rückweisung an die 
Vorinstanz bildet die Ausnahme (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung 
des Kantons Graubünden, 2. Auflage, Chur 1996, S. 375 f.).

3. Der Vorsitzende kann gemäss Art. 144 Abs. 1 StPO eine mündliche 
Berufungsverhandlung von Amtes wegen oder auf Antrag durchführen, wenn die 
persönliche Befragung des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache 
wesentlich ist. Auf die Berufungsverhandlung finden unter Vorbehalt abweichender 
Bestimmungen die Vorschriften der Strafprozessordnung über das 
Gerichtsverfahren sinngemäss Anwendung (vgl. Art. 144 Abs. 2 StPO). A. hat in 
seiner Vernehmlassung zur Berufung den Antrag auf eine mündliche 
Berufungsverhandlung gestellt. Mit der Vorladung zur Berufungsverhandlung vom 
16. Juni 2010 (vgl. Verfügung vom 19. April 2010, act. 08) sowie der Durchführung 
der Berufungsverhandlung selbst wurde diesem Antrag entsprochen.

4. a) Wer eine Behörde, ein Mitglied einer Behörde oder einen Beamten 
durch Gewalt oder Drohung an einer Handlung, die innerhalb ihrer 
Amtsbefugnisse liegt, hindert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit 
Geldstrafe bestraft (Art. 285 Ziff. 1 StGB). Beamte im Sinne dieser Bestimmung 
sind Personen, die öffentlich-rechtliche Funktionen ausüben, das heisst, eine dem 
Gemeinwesen zustehende öffentlich-rechtliche Aufgabe erfüllen und sei es nur 
vorübergehend. Eine Amtshandlung ist jede Tätigkeit innerhalb der 
Amtsbefugnisse des Beamten. Als solche hat grundsätzlich jede Betätigung in 
seiner öffentlich-rechtlichen Funktion zu gelten. Innerhalb der Amtsbefugnisse 
wiederum liegt die Handlung, wenn der Beamte sowohl örtlich als auch sachlich 
zuständig ist. Fehlende örtliche oder sachliche Zuständigkeit schliessen das 
Vorliegen einer Amtshandlung ohne weiteres aus. Daneben kann eine Handlung 
des Amtsträgers an weiteren formellen und materiellen Mängeln leiden. Gemäss 
herrschender Lehre ist eine Handlung auch dann als Amtshandlung zu werten, 
wenn sie unter Missachtung der Voraussetzungen der formellen Rechtmässigkeit 
erfolgt ist. Ebenso wenig wird vorausgesetzt, dass die Handlung in materieller 
Hinsicht rechtmässig ist. Leidet die Handlung jedoch an einem Nichtigkeitsgrund, 
liegt keine Amtshandlung im Rechtssinne vor, was bereits die 
Tatbestandsmässigkeit ausschliesst. Nichtigkeit liegt gegebenenfalls bei sehr 

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schwerwiegenden, ohne weiteres erkennbaren Verfahrens- und Formfehlern vor. 
Inhaltliche Mängel führen hingegen nur in seltenen Ausnahmefällen zur Nichtigkeit 
(vgl. zum Ganzen Heimgartner, Basler Kommentar, N 4, 9, 12 ff. und 15 ff. vor Art. 
285 StGB). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird neben der 
Nichtigkeit zudem weiter vorausgesetzt, dass Rechtsmittel keinen wirksamen 
Schutz erwarten lassen und der Widerstand der Bewahrung oder 
Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes dient (vgl. Heimgartner, a.a.O., 
N 24 vor Art. 285 StGB). Eine Hinderung einer Amtshandlung liegt im weiteren 
bereits dann vor, wenn diese in einer Art und Weise beeinträchtigt wird, dass sie 
nicht reibungslos durchgeführt werden kann. Eine Behinderung ist somit 
ausreichend und eine Verhinderung der Amtshandlung nicht vorausgesetzt (vgl. 
Heimgartner, a.a.O., N 5 zu Art. 285 StGB; Trechsel/Vest, N 2 zu Art. 285 StGB). 
Bezüglich der Drohung wird gefordert, dass ein ernstlicher Nachteil angedroht wird 
(vgl. Trechsel/Vest, N 6 zu Art. 285 StGB). Der Praxis zu Art. 181 StGB folgend 
muss die Androhung geeignet sein, einen besonnenen Beamten in der Lage des 
Betroffenen gefügig zu machen (vgl. Heimgartner, a.a.O., N 11 zu Art. 285 StGB). 

b) Nach Aussage von E. hat A. ihm gegenüber in einem Telefonat erklärt, er 
werde mit dem Gewehr in der Schule erscheinen und alle umlegen 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. Oktober 2008, act. 4.2, S. 2; 
untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. Juni 2009, act. 4.8, S. 1). A. 
macht geltend, er habe gesagt, E. müsse sich nicht wundern, wenn jemand in die 
Schule komme und alle ummähe (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. 
April 2009, act. 4.6, S. 1). Der Verteidiger hat in der Vernehmlassung zur Berufung 
grossen Wert auf diesen Unterschied in den Aussagen gelegt. Entscheidend für 
den objektiven Tatbestand ist jedoch einzig, wie E. die Aussage von A. verstanden 
hat und ob er sie nach objektiven Massstäben so verstehen durfte. E. hat in 
diesem Zusammenhang ausgesagt, er habe damals wirklich befürchtet, dass A. 
selber mit dem Gewehr erscheine, um seine Drohung wahr zu machen. In diesem 
Sinne habe er die Drohung verstanden (untersuchungsrichterliche Einvernahme 
vom 1. Oktober 2008, act. 4.2, S. 3). In einer weiteren Einvernahme hat er erklärt, 
damals sei er schon der Meinung gewesen, dass A. mit seiner Drohung gemeint 
habe, er komme in die Schule und bringe alle um. Retrospektiv könne er aber 
nicht ausschliessen, dass A. damit möglicherweise auch seinen Sohn F. gemeint 
habe (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. Juni 2009, act. 4.8, S. 3 
Mitte). E. ist mithin im September 2007 ganz klar davon ausgegangen, dass A. mit 
seiner Aussage sich selbst gemeint hat. Dass E. im Juni 2009 rückblickend nicht 
mehr ausschliessen konnte, dass A. damals auch seinen Sohn hätte gemeint 

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haben können, ändert daran nichts. Im Moment, als A. sich gegenüber E. 
äusserte, verstand dieser die Aussage so, dass A. selbst in die Schule kommen 
würde, um alle umzulegen. Insofern enthält seine Aussage gegenüber dem 
Untersuchungsrichter am 17. Juni 2009 entgegen den Ausführungen in der 
Vernehmlassung zur Berufung und im angefochtenen Urteil weder eine 
Zurücknahme noch eine Korrektur dessen, was er früher ausgesagt hatte. Im 
weiteren durfte E. in der damaligen Situation die Aussage von A. auf diesen 
beziehen, selbst wenn A. gesagt haben sollte, E. müsse sich nicht wundern, wenn 
jemand in die Schule komme und alle ummähe. Dies aus folgenden Gründen. Wie 
die Vorinstanz bereits festgestellt hat, hat A. in jenem Telefongespräch das 
Verhalten von E. kritisiert und er hat auch seinen Unmut darüber zum Ausdruck 
gebracht. E. hat ausgesagt, wenn es Probleme mit F. gegeben habe, hätten sie 
immer ein ungutes Gefühl gehabt und sie hätten befürchtet, dass die Situation 
wegen des Verhaltens von A. eskalieren könnte (untersuchungsrichterliche 
Einvernahme vom 1. Oktober 2008, act. 4.2, S. 2, Hervorhebung hinzugefügt). 
Ebenso hat er ausgesagt, er habe gewusst, dass A. eine impulsive Person sei 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 17. Juni 2009, act. 4.8, S. 3). G. 
wiederum hat in ihrer untersuchungsrichterlichen Einvernahme am 1. April 2009 
ausgesagt, ganz am Anfang ihrer Stellvertretung in I. habe sie F. während einer 
Turnstunde hinausgeschickt, damit er sich beruhigen könne. Kurze Zeit später 
habe sie ein Telefonat von A. erhalten. Dieser sei sehr aufgebracht gewesen und 
habe in einer forschen beziehungsweise ruppigen Art ihr Vorgehen gegenüber F. 
kritisiert. [...] A. habe sich bei diesem ersten Telefonat mit ihr sehr impulsiv 
verhalten. Er habe ihr Vorwürfe gemacht, ohne sie vorher anzuhören. [...] Später 
habe sie realisiert, dass A. ein impulsiver Mensch sei (act. 4.5, S. 2 ff.). Die 
Aussagen von G. sind klar, widerspruchsfrei und in sich geschlossen. Es sind 
keine Anzeichen vorhanden, die auf eine unwahre Aussage hindeuten würden. 
Zwar hat sie auch ausgesagt, sie hätten den Schulratspräsidenten informiert, der 
wiederum mit der Polizei ein Gespräch geführt und sie darüber informiert habe 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. April 2009, act. 4.5, S. 2). In den 
Unterlagen der Kantonspolizei fanden sich aber keine Hinweise auf ein Gespräch 
mit dem Schulratspräsidenten (vgl. Aktennotiz vom 7. April 2009, act. 1.30). In 
diesem Zusammenhang ist jedoch auch festzuhalten, dass alle übrigen Zeugen, 
inklusive dem Schulratspräsidenten, grundsätzlich der Meinung waren, die Polizei 
sei informiert worden (act. 4.2, S. 2 unten und S. 3 Mitte; act. 4.4, S. 3 oben; act. 
4.7, S. 1; act. 4.8, S. 2). Dass sich G. diesbezüglich offenbar geirrt hat, spricht 
unter diesen Umständen nicht gegen ihre übrigen Aussagen. Gerade weil auch 
der Schulratspräsident davon überzeugt war, es sei damals die Polizei von 

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jemandem informiert worden (act. 4.7, S. 1 f.), ist diese übereinstimmende 
Aussage der Lehrpersonen im übrigen auch kein Hinweis, dass sie sich 
abgesprochen haben könnten. Ebenso wenig aber kann aus dem Umstand, dass 
die beiden Lehrerinnen die Aussagen von E. bestätigen, abgeleitet werden, sie 
würden diesem nachsprechen. Und schliesslich ist auch darauf hinzuweisen, dass 
G. als Zeugin und damit unter der Strafdrohung von Art. 307 StGB ausgesagt. 
Zudem hat sie überhaupt kein ersichtliches Interesse am Ausgang des Verfahrens 
gegen A.. Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts gelangt unter diesen 
Umständen zum Schluss, dass die Aussagen von G. bezüglich dem Verhalten von 
A. glaubhaft sind. Sie bestätigen die Ausführungen von E., dass A. ein impulsiver 
Mensch sei. A. hat mithin gegenüber den Lehrpersonen mehrfach impulsiv 
reagiert. E. wusste überdies, dass A. auf die Jagd ging (act. 4.8, S. 1), weshalb er 
durchaus davon ausgehen konnte, dass A. über ein Gewehr verfügte (A. hat im 
übrigen selbst ausgesagt, dass er auf die Jagd geht und dass er ein Gewehr 
besitzt, vgl. untersuchungsrichterliche Einvernahme von H. vom 1. April 2009, act. 
4.4, S. 3). Wenn E. unter diesen Umständen anlässlich des Telefonats, in 
welchem A. seinem Unmut über E.s Verhalten Luft machte und dabei auch 
erklärte, dieser müsse sich nicht wundern, wenn jemand in der Schule erscheine 
und alle ummähe, diese Aussage auf A. selbst bezog, so ist dies auch unter 
objektiven Massstäben leicht nachvollziehbar. A. hat im übrigen zwar geltend 
gemacht, er habe seine Aussage im Zusammenhang mit Amoktaten an Schulen 
gesehen, insbesondere auch deshalb, weil ADHS-Kinder zu solchen Amoktaten 
neigten. Aus seinen Aussagen geht jedoch in keiner Weise hervor, dass er auch 
gegenüber E. diesen Zusammenhang hergestellt hätte. E. hat denn auch nichts 
dergleichen ausgesagt. Das Argument von A. verfängt daher nicht und es spricht 
insbesondere nicht dagegen, dass E. die Aussage von A. auf diesen beziehen 
durfte. In diesem Sinne spielt es vorliegend keine Rolle, ob A. konkret sagte, er 
werde in die Schule kommen und alle umlegen, oder ob er sagte, jemand werde in 
die Schule kommen und alle ummähen. Wichtig ist mit Bezug auf den objektiven 
Tatbestand einzig, dass E. die Aussage von A. dahingehend verstand, dass dieser 
in der Schule erscheinen und alle umlegen würde, und dass er die Aussage unter 
den gegebenen Umständen auch so verstehen durfte. 

c) Die Vorinstanz hat festgestellt, dass es sich bei Primarlehrern um 
Beamte im Sinne von Art. 285 StGB handelt. Dies ist weder von der 
Staatsanwaltschaft noch von A. beanstandet worden. Zu Recht haben die Parteien 
das Urteil in dieser Hinsicht nicht angefochten (siehe Art. 110 Abs. 3 StGB). Im 
weiteren ist die Vorinstanz davon ausgegangen, dass es sich bei der Äusserung 

13

von A. objektiv betrachtet um eine Drohung handelt, die einen erheblichen 
Nachteil in Aussicht stellt. Auch dies haben die Parteien – augenscheinlich zu 
Recht – nicht in Frage gestellt. Mit der Vorinstanz muss nämlich davon 
ausgegangen werden, dass mit dem Worten „umlegen“ beziehungsweise 
„ummähen“ offenkundig „erschiessen“ gemeint war. Die Drohung aber, jemanden 
beziehungsweise sogar mehrere Personen zu erschiessen, ist eine sehr 
schwerwiegende Drohung, die den schwersten Nachteil in Aussicht stellt, den es 
gibt, nämlich den Tod mehrerer Personen. Dass eine solche Drohung 
grundsätzlich auch das Verhalten eines besonnenen Primarlehrers zu 
beeinflussen vermag, ist offensichtlich und bedarf keiner weiteren Begründung.

d) E. erklärte, durch die Äusserung von A. habe er sich nachhaltig bedroht 
gefühlt mit der Folge, dass er das Schulhaus eine Woche lang regelmässig 
abgeschlossen habe, auch nachdem die Schulkinder eingetroffen gewesen seien. 
Er sei in dieser Woche während des Unterrichts sehr unruhig gewesen, wovon die 
Kinder aber nichts mitbekommen hätten. Bei jedem Motorengeräusch sei er ans 
Fenster getreten, um nachzusehen, wer mit dem Fahrzeug vor das Gebäude 
gefahren sei. Er habe immer Angst gehabt, A. könnte auftauchen. Er sei in dieser 
Woche sehr unruhig gewesen. Er sei auch später unruhig gewesen und habe 
gehofft, A. im Dorf nicht zu begegnen (untersuchungsrichterliche Einvernahme 
vom 17. Juni 2009, act. 4.8, S. 1 f.). H. hat ausgesagt, sie habe sich mit G. ein 
volles Pensum geteilt. Am dem Vorfall folgenden Montag habe G. Schule geben 
müssen. Am Sonntagabend habe sie aber angerufen und gesagt, sie sei krank. 
Normalerweise hätten sie sich bei Krankheit gegenseitig vertreten. G. habe ihr 
aber geraten, am folgenden Morgen nicht nach I. zu gehen und zwar wegen der 
Drohung von A.. Sie habe diesen Rat befolgt und den Schulunterricht erst am 
Dienstagmittag aufgenommen, wie ursprünglich geplant. Die Frage, ob der 
Unterricht wegen der Drohung von A. gelitten habe, beantwortete sie mit einem 
klaren ja, in diesen Tagen ganz sicher. Sie seien einfach die ganze Zeit sehr 
angespannt gewesen. Den Kindern gegenüber hätten sie versucht, so normal als 
möglich aufzutreten. Im Hinterkopf habe sie aber ständig überlegt, was sie wohl 
tun würde, wenn A. auftauchen würde. Auf die Frage, ob sie auch zum Fenster 
hinaus geschaut habe, wenn ein Fahrzeug aufgetaucht sei, erklärte sie, das habe 
sie getan, innerlich sei sie nämlich absolut unruhig gewesen 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. April 2009, act. 4.4, S. 2 f.). G. hat 
gegenüber dem Untersuchungsrichter ausgesagt, die Drohung von A. habe sie 
sehr beängstigt. Kurze Zeit später sei sie krank geworden. Normalerweise sei sie 
im Krankheitsfall von H. vertreten worden. Sie habe dieser mitgeteilt, dass sie 

14

krank sei, aber sie habe ihr abgeraten, für sie einzuspringen. Es wäre für sie 
unerträglich gewesen, wenn H. etwas zugestossen wäre während der Zeit, in der 
sie für sie eingesprungen wäre. Sie als Lehrer hätten im weiteren am Morgen, 
wenn sie zur Schule gekommen seien, die Türe wieder abgeschlossen. Sie habe 
immer zum Fenster hinausgeschaut, wenn sich ein Auto dem Schulhaus genähert 
habe, und zwar aus Angst, es könnte A. sein. Sie habe wirklich Angst gehabt, es 
könnte etwas passieren. Den Kindern gegenüber habe sie versucht, sich diese 
Angst nicht anmerken zu lassen. Sie habe sich beim Aussteigen aus dem Auto vor 
dem Schulhaus immer umgeschaut, ob A. möglicherweise anwesend sei. Dann 
sei sie so rasch als möglich ins Schulhaus gegangen. Der Schulunterricht wäre mit 
Sicherheit qualitativ besser gewesen, wenn die Drohung von A. nicht im Raum 
gestanden hätte. Sie habe sich einfach nicht frei und unbeschwert gefühlt beim 
Unterricht. Sie habe immer wieder an die Drohung von A. denken müssen 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. April 2009, act. 4.5, S. 2 ff.). Der 
Schulratspräsident schliesslich hat bestätigt, dass es schon vorgekommen sei, 
dass Lehrer die Schulzimmertüre verschlossen hätten. Er könne sich erinnern, 
dass er eines Morgens zwischen 7.15 Uhr und 7.30 Uhr die Türe des Schulhauses 
verschlossen vorgefunden habe. Er habe deshalb zu seinem Auto zurückgehen 
und den Schlüssel holen müssen. Im Schulhaus habe ihm später E. erklärt, dass 
die Schulhaustüre aus Angst vor A. abgeschlossen gewesen sei 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 1. Oktober 2008, act. 4.1, S. 2). 
Übereinstimmend haben somit die Zeugen ausgesagt, dass aus Angst vor A. die 
Schulhaustüre verschlossen worden ist. Alle Lehrpersonen haben erklärt, sie 
hätten wirklich Angst gehabt und hätten während des Unterrichts darauf geachtet, 
was vor dem Schulhaus vor sich ging. Beide Lehrerinnen haben bestätigt, dass 
der Unterricht qualitativ gelitten habe, weil sie die Drohung von A. sehr beschäftigt 
habe. Und schliesslich haben auch beide Lehrerinnen ausgeführt, dass sie einen 
Schultag ausfallen liessen, weil sie sich vor A. fürchteten. Die Aussagen der 
Zeugen sind klar, widerspruchsfrei und in sich stimmig. Sie machen ihre 
Gemütslage klar kenntlich, ihre Schilderungen sind anschaulich, logisch in der 
Abfolge und gut einfühlbar. Es sind keine Anzeichen vorhanden, dass sie 
wahrheitswidrig ausgesagt hätten. Allein aus dem Umstand, dass sie ihre 
Empfindungen und die Ereignisse ähnlich oder auch gleich geschildert haben, 
kann augenscheinlich nicht geschlossen werden, sie hätten sich abgesprochen. 
Vielmehr weist dies darauf hin, dass sie dasselbe erlebt haben. Es sind im 
weiteren auch keine Gründe ersichtlich, weshalb sie A. zu Unrecht belasten 
sollten. Und schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass sie allesamt kein 
ersichtliches Interesse am Ausgang des Verfahrens haben und dass alle unter der 

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Strafdrohung von Art. 307 StGB ausgesagt haben. Die I. Strafkammer des 
Kantonsgerichts kommt unter diesen Umständen zum Schluss, dass die Aussagen 
der Zeugen glaubhaft sind. A. bringt in diesem Zusammenhang vor, es sei 
bemerkenswert, dass damals keine Anzeige erstattet worden sei, obwohl alle 
Lehrpersonen nach ihren Aussagen durch seine behauptete Drohung derart 
verängstigt gewesen seien, dass sie in ihrem Handeln eingeschränkt gewesen 
seien. Dies spricht seiner Ansicht nach offenbar gegen die Glaubhaftigkeit der 
Schilderungen der Lehrpersonen beziehungsweise dagegen, dass sie tatsächlich 
verängstigt und in ihren Handlungen behindert gewesen seien. In diesem 
Zusammenhang ist festzustellen, dass die Lehrpersonen den 
Schulratspräsidenten über die Vorkommnisse informiert haben und davon 
ausgingen, dieser werde die notwendigen Schritte einleiten (act. 4.4, S. 3 oben; 
act. 4.5, S. 2 unten; act. 4.7, S. 1; act. 4.8, S. 2). Es ist durchaus nachvollziehbar, 
dass sie den Entscheid über das weitere Vorgehen und damit auch über die 
Information der Polizei dem Schulratspräsidenten beziehungsweise dem Schulrat 
als Gremium überlassen wollten, da die Drohung ja die gesamte Schule betraf 
(A./jemand werde kommen und alle ummähen). Der Schulratspräsident hat denn 
auch ausgesagt, dass seiner Meinung nach die Polizei informiert worden sei, er 
könne aber nicht mehr sagen, ob er selbst dies getan habe oder ein anderes 
Mitglied des Schulrates (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 13. Mai 
2009, act. 4.7, S. 2 Mitte). Offenbar war die Information der Polizei geplant, wurde 
dann aber aus heute nicht mehr bekannten Gründen unterlassen. Dies haben 
jedoch nicht die Lehrpersonen zu vertreten. Insofern spricht der Umstand, dass 
sich bei der Kantonspolizei kein Hinweis auf ein Gespräch mit dem 
Schulratspräsidenten oder einem anderen Mitglied des Schulrates gefunden hat, 
nicht gegen die von den Lehrpersonen geschilderte Angst vor A. und der daraus 
folgenden Beeinträchtigung des Schulbetriebes. Es steht somit fest, dass sich die 
Lehrpersonen an der Schule I. vor A. geängstigt haben, dass sie während des 
Unterrichts abgelenkt waren, weil sie zum einen über die Drohung und was zu tun 
wäre, wenn A. die Drohung wahr machen würde, nachdachten und weil sie zum 
andern beobachten mussten, was vor dem Schulhaus vor sich ging. Und 
schliesslich liessen die beiden Lehrerinnen einen Schultag aus Furcht vor A. 
ausfallen. Damit aber ist erstellt, dass durch die Drohung von A., E. müsse sich 
nicht wundern, wenn jemand in die Schule komme und alle ummähe, die 
Lehrpersonen in ihren Amtshandlungen, nämlich dem Erteilen von Unterricht, 
behindert waren und an einem Tag sogar der Unterricht verhindert wurde. Der 
objektive Tatbestand von Art. 285 Ziff. 1 StGB ist damit erfüllt. Dies hat bereits die 
Vorinstanz zu Recht erkannt. 

16

e) Nebenbei sie noch darauf hingewiesen, dass der objektive Tatbestand 
erfüllt wäre, selbst wenn man von den Ausführungen von A. ausginge. Der 
Verteidiger hat geltend gemacht, A. habe seine Aussage, dass E. sich nicht 
wundern müsse, wenn jemand komme und alle ummähe, im Zusammenhang mit 
Amoktaten von Schülern gesehen. Aus den Akten ergebe sich, dass der Sohn F. 
an ADHS erkrankt sei und dass Schüler mit solchen Krankheitsbildern zu 
Amoktaten neigten (Vernehmlassung zur Berufung, act. 06, S. 9, Zeilen 7 – 10). 
Im Gespräch mit E. sei es lediglich um einen Hinweis darauf gegangen, was 
geschehen könne, wenn ADHS-Kinder unter Druck gesetzt würden 
(Vernehmlassung zur Berufung, act. 06, S. 5 Ziff. 7 in fine). Aus diesen 
Ausführungen kann nur geschlossen werden, dass gemäss Argumentation von A. 
er darauf habe hinweisen wollen, dass sein Sohn in die Schule komme und alle 
ummähe. F. war im September 2007 etwa 12 ½ Jahre alt. Es ist offensichtlich, 
dass er in diesem Alter kaum Zugang zu Waffen hatte, ausser er konnte der 
Jagdwaffe seines Vaters samt Munition habhaft werden, was wiederum nur 
möglich gewesen wäre, wenn A. sein Jagdgewehr und die Munition nicht sorgfältig 
verwahrt hätte. Ginge man also davon aus, A. habe mit seiner Aussage seinen 
Sohn gemeint, wie sich dies aus den Ausführungen des Verteidigers ergibt, so 
würde die Verwirklichung des Sachverhalts doch vom Verhalten von A. abhängen. 
Es würde nämlich in seiner Hand liegen, ob sein Sohn die Jagdwaffe behändigen 
könnte oder nicht. Ebenso wäre es an A. gelegen, wenn er schon die Möglichkeit 
einer Amoktat seines Sohnes sah, auf F. einzuwirken und auch sonst alle 
Vorsichtsmassnahmen zu ergreifen, um eine Amoktat zu verhindern. Die 
Verwirklichung des Sachverhalts wäre mithin vom Verhalten von A. abhängig. 
Damit aber könnte es sich bei der Aussage von A. nicht mehr nur um einen 
Hinweis beziehungsweise um eine Warnung handeln, denn eine Warnung ist nur 
gegeben, wenn die Erfüllung des Übels nicht vom Warnenden abhängt. Hängt sie 
von ihm ab, so ist die Äusserung als Drohung zu qualifizieren (BGE 106 IV 125). 
Selbst wenn man daher der Argumentation der Verteidigung folgen wollte, A. habe 
mit dem Ausdruck „jemand“ seinen Sohn gemeint, so würde das Verhalten von A. 
trotzdem den objektiven Tatbestand von Art. 285 Ziff. 1 StGB erfüllen, denn er 
hätte auch in diesem Fall gegenüber einem Beamten eine Drohung geäussert, die 
zur Behinderung, ja sogar zur Verhinderung von Amtshandlungen führte und 
deren Verwirklichung von ihm abhing. 

5. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz 
genügt. Insbesondere muss die Handlung des Täters mit Wissen und J.len um die 
möglicherweise hindernde Wirkung erfolgen. Weiter muss er wissen, dass seine 

17

Handlung drohend ist (Heimgartner, a.a.O., N 23 zu Art. 285 StGB). Wie die 
Vorinstanz bereits richtigerweise festgestellt hat, war für A. ohne weiteres 
ersichtlich, dass Primarlehrer eine öffentliche Aufgabe erfüllen. Damit aber waren 
ihm die Faktoren bewusst, die gemäss Art. 110 Abs. 3 StGB einen Beamten im 
Sinne des Gesetzes charakterisieren. In diesem Sinne war A. bewusst, dass es 
sich bei Primarlehrern um Beamte handelte. A. macht nun in der Vernehmlassung 
zur Berufung geltend, er habe keine Drohung aussprechen und auch keine 
rechtmässige Amtshandlung behindern wollen. Er habe nur E. für die Bedürfnisse 
seines Sohnes sensibilisieren und ihn davon abhalten wollen, F. unangemessen 
zu behandeln. Dazu ist folgendes festzuhalten: Wer in einer aufgeheizten 
Atmosphäre – es wurde bereits dargelegt, dass A. von den Lehrpersonen als sehr 
impulsiv erlebt wurde, als eine Person, die ihre Argumente sehr heftig vortrug, und 
A. hat selbst ausgesagt, er habe E. Vorwürfe gemacht – sagt, der andere müsse 
sich nicht wundern, wenn jemand komme und alle ummähe, muss damit rechnen, 
dass dies von seinem Gegenüber als Drohung aufgefasst wird. Dies ist 
offensichtlich und bedarf keiner weiteren Begründung. Wenn daher A. die 
entsprechende Äusserung getan hat, so hat er zumindest in Kauf genommen, 
dass E. diese als Drohung auffasst, denn diese Möglichkeit hat sich aufgrund der 
Situation als so wahrscheinlich aufgedrängt, dass das Verhalten von A. 
vernünftigerweise nur als Inkaufnahme der Verwirklichung dieser Möglichkeit 
interpretiert werden kann (vgl. BGE 131 IV 1 E 2.2, BGE 109 IV 137 E 2b mit 
Hinweisen). Damit aber hat er die Drohung eventualvorsätzlich geäussert. 
Eventualvorsatz zeichnet sich gerade dadurch aus, dass der eingetretene Erfolg 
nicht das eigentliche Ziel des Täters gewesen zu sein braucht. Der Täter muss 
jedoch die Möglichkeit des Eintritts dieses Erfolges erkannt und für den Fall des 
Eintritts diesen in Kauf genommen haben, mag ihm dieser „Nebenerfolg“ auch 
(sehr) unerwünscht sein (vgl. BGE 133 IV 9 E 4.1; BGE 131 IV 1 E 2.2 mit 
Hinweisen). Selbst wenn es A. mithin tatsächlich darum gegangen sein sollte, E. 
für die Bedürfnisse von F. zu sensibilisieren, spricht dies nicht dagegen, dass er 
eventualvorsätzlich eine Drohung ausgesprochen hat. Im weiteren macht A. 
geltend, es sei ihm nie darum gegangen, eine Amtshandlung der Lehrpersonen in 
I. zu hindern oder zu behindern, es sei immer nur sein Ziel gewesen, E. für die 
besonderen Bedürfnisse von F. zu sensibilisieren. Auch in diesem 
Zusammenhang ist festzustellen, dass eine Person, die einem Lehrer gegenüber 
die Drohung äussert, er müsse sich nicht wundern, wenn jemand in die Schule 
komme und alle ummähe, klarerweise damit rechnen muss, dass der Lehrer 
zumindest geängstigt und dadurch in seinen Handlungen behindert wird. Ebenso 
ist offensichtlich, dass der Lehrer seine Arbeitskollegen darüber informieren wird, 

18

richtet sicht die Drohung doch klarerweise gegen Leib und Leben aller in der 
Schule anwesenden Personen. Es ist sogar damit zu rechnen, dass 
Schutzmassnahmen eingeleitet werden, die wiederum die täglichen Handlungen 
der Lehrpersonen beeinträchtigen können. Dies drängt sich in so klarer Weise und 
leicht erkennbar auf, dass es keiner weiteren Begründung bedarf. Auch für A. war 
dies ohne weiteres vorhersehbar. Wenn er unter diesen Umständen die Drohung 
aussprach, so nahm er augenscheinlich in Kauf, dass E. und die anderen 
Lehrpersonen an der Schule I. in Angst versetzt wurden und dadurch ihren 
Unterricht nicht in der gewohnten Qualität durchführen konnten. Er musste sogar 
damit rechnen, dass einzelne Stunden oder auch ganze Tage ausfallen könnten, 
handelt es sich doch um eine ganz massive Drohung gegen das kostbarste 
Rechtsgut, nämlich das Leben selbst. A. hat mithin in Kauf genommen, dass durch 
seine Drohung der Unterricht in I. und damit rechtmässige Amtshandlungen 
behindert wurden, weshalb er auch in dieser Hinsicht eventualvorsätzlich 
gehandelt hat. A. macht in diesem Zusammenhang geltend, selbst wenn ihm 
vorgeworfen werden könnte, er habe mit seiner Äusserung gegenüber E. einen 
Einfluss auf dessen Amtshandlungen ausüben wollen, so sei es ihm dabei doch 
unbestrittenermassen einzig und allein um die unverhältnismässigen und daher 
seines Erachtens nichtigen körperlichen Massregelungen gegangen, so dass er 
aufgrund eines Sachverhaltsirrtums freizusprechen sei. Diesbezüglich ist zunächst 
festzustellen, dass sich dieses Argument entgegen den Erwägungen im 
vorinstanzlichen Entscheid nicht auf das Verhalten von E. gegenüber F. beziehen 
kann, welches A. zum Telefonanruf veranlasst hat, in dessen Verlauf er die 
Drohung ausgesprochen hat. Denn die Handlung von E., die A. in seinem 
Telefonat beanstandete, war – wie A. in seiner Vernehmlassung zur Berufung 
richtig ausführt – bereits abgeschlossen. Sie konnte mithin weder verhindert noch 
behindert werden. Gegen diese Handlung konnte A. auch keinen Widerstand mehr 
leisten, er konnte höchstens noch protestieren. Insofern spielt es keine Rolle, ob 
A. das Verhalten von E., das den Telefonanruf nach sich zog, als nichtige 
Amtshandlung ansah beziehungsweise ansehen durfte oder nicht, weshalb diese 
Frage vorliegend nicht entschieden zu werden braucht. Die Argumentation von A. 
kann sich daher nur auf künftige unangemessene körperliche Massregelungen 
beziehen, die er habe verhindern wollen. A. hat am 1. Oktober 2008 gegenüber 
dem Untersuchungsrichter ausgesagt, es treffe nicht zu, dass er gesagt habe, er 
würde mit dem Gewehr in der Schule erscheinen und alle umlegen. Er habe nur 
gesagt, er – E. – müsse sich nicht wundern, wenn jemand in die Schule komme 
und alle „ummähe“. Sein Sohn F. sei nämlich vorher von E. provoziert worden 
(act. 4.2, S. 3 oben). Am 1. April 2009 erklärte er gegenüber dem 

19

Untersuchungsrichter, F. sei von E. beschuldigt worden, im Schulhaus einen 
Lichtschalter beschädigt zu haben. E. habe in der Folge F. gepackt und gegen die 
Wand gedrückt. Dies habe er, A., später von F. und von anderen Schülern 
erfahren. Er habe dann E. angerufen und ihm wegen seines Verhaltens Vorwürfe 
gemacht. Er habe ihm gesagt, es gehe nicht an, ein Kind so zu packen. Es sei 
möglich, dass er E. bei dieser Gelegenheit gesagt habe, man müsse sich nicht 
wundern, wenn jemand in die Schule komme und alle ummähe. Kurze Zeit vorher 
sei es an einer Schule im Ausland zu einem Amoklauf gekommen, er wisse nicht 
mehr wo (act. 4.6, S. 1). Aus diesen Aussagen von A. geht in keiner Weise hervor, 
dass es im Gespräch mit E. um etwas anderes gegangen wäre als um dessen 
Verhalten, das Anlass zum Telefonat gegeben hatte. Insbesondere ergibt sich 
eine klare Verbindung zwischen dem beanstandeten Verhalten von E. und der 
angedrohten Bluttat. Auch aus der Reaktion von E. auf die Äusserung von A. lässt 
sich ganz deutlich schliessen, dass er diese nicht auf zukünftige Sachverhalte 
bezogen hat und dass er auch nicht der Meinung war, es würde von seinem 
künftigen Verhalten abhängen, ob etwas geschehe oder nicht. Vielmehr hat er die 
Drohung als unmittelbar bestehend empfunden und eingeschätzt. Schliesslich ist 
auch darauf hinzuweisen, dass der Verteidiger in seiner Argumentation im Laufe 
des Verfahrens augenscheinlich selbst davon ausgegangen ist, dass sich die 
inkriminierte Äusserung von A. (auch) auf die Gegenwart bezogen hat. So hat er in 
seinen Eingaben jeweils festgehalten, A. habe gegenüber E. gesagt, dass man 
sich nicht wundern müsse, dass, wenn man jemanden so [also wie E. dies 
gegenüber F. getan hatte] behandle, jemand in die Schule komme und alle 
ummähe, beziehungsweise A. habe mit seiner Aussage gemeint, dass man sich 
nicht wundern müsse, wenn man einen Schüler derart [also wie es E. getan hatte] 
behandle, dass dieser in die Schule komme und alle ummähe (vgl. zum Beispiel 
act. 1.11, S. 3 Mitte; act. 1.29, S. 2; act. 1.38, S. 1 und S. 2; act. 1.40, S.4 Ziff. 6 
und 9; act. 1.42, S. 3 Ziff. 2, S. 4 Ziff. 6 und S. 5 Ziff. 9). Auch die Ausführungen 
des Verteidigers zeigen eine klare Verbindung zwischen dem Verhalten von E., 
das A. in seinem Telefonat beanstandet hat, und der Möglichkeit, dass jemand in 
die Schule komme und alle ummähe, auf. Aus den Aussagen von A. sowie aus 
den Ausführungen des Verteidigers ergibt sich mithin klar, dass A. mit seiner 
Äusserung nicht nur erreichen wollte, dass E. in Zukunft anders handeln würde, 
sondern dass seine Aussage sich auch auf den damaligen, durch das Verhalten 
von E. gegenüber F. hervorgerufenen Zustand bezog. A.s Argument, er habe mit 
seiner Äusserung nur zukünftige, nach seiner Einschätzung unrechtmässige 
Amtshandlungen von E. verhindern wollen, überzeugt daher nicht. Damit aber 
kann dahin gestellt bleiben, ob er sich überhaupt in einem zu beachtenden 

20

Sachverhaltsirrtum bezüglich der Nichtigkeit der Amtshandlungen, die er 
verhindern wollte, befunden haben konnte. Somit steht fest, dass A. bewusst war, 
dass Primarlehrer Beamte im Sinne von Art. 285 Ziff. 1 StGB sind, dass er 
eventualvorsätzlich eine Drohung aussprach und dass er in Kauf nahm, dass der 
Unterricht der Lehrpersonen in I. und damit rechtmässige Amtshandlungen durch 
die Drohung zumindest behindert würden. Schliesslich sei noch darauf 
hingewiesen, dass der Täter die Drohung nicht ernst zu meinen braucht. Er muss 
nicht einmal in der Lage sein, diese zu verwirklichen. Es genügt, wenn die 
Drohung nach aussen als ernsthaft in Erscheinung tritt (vgl. Delnon/Rüdy, Basler 
Kommentar, N 17 zu Art. 181 StGB). Dies ist vorliegend unzweifelhaft gegeben. 
Es kommt daher nicht darauf an, ob A. die Drohung überhaupt verwirklichen wollte 
beziehungsweise konnte. A. hat nach dem Gesagten den subjektiven Tatbestand 
erfüllt. Nachdem bereits der objektive Tatbestand bejaht werden musste, hat sich 
A. mithin der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte im Sinne von Art. 
285 Ziff. 1 StGB schuldig gemacht. Die Berufung der Staatsanwaltschaft 
Graubünden ist daher gutzuheissen und das vorinstanzliche Urteil aufzuheben. A. 
ist wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 Ziff. 
1 StGB zu verurteilen.

6. Da sich gezeigt hat, dass A. entgegen dem Urteil der Vorinstanz 
schuldig zu sprechen ist, ist auch über die Strafe zu befinden. 

a) Gemäss Art. 47 StGB misst der Richter die Strafe nach dem Verschulden 
des Täters zu. Unter dem Begriff des Verschuldens ist das Mass an 
Vorwerfbarkeit des Rechtsbruchs zu verstehen; der Begriff bezieht sich auf den 
gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der Straftat (BGE 134 IV 1 E 5.3.3 mit 
Hinweis) und ist damit das wesentliche Strafzumessungskriterium (BGE 127 IV 
101 E 2a). Die Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 Abs. 2 StGB 
dahingehend präzisiert, dass dieses nach der Schwere der Verletzung oder 
Gefährdung des betroffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, 
den Beweggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt wird, wie weit 
der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die 
Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Neben dem Verschulden hat der 
Richter jedoch auch das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die 
Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters zu berücksichtigen (Art. 47 Abs. 1 
StGB). Die Kriterien der Strafzumessung blieben somit anlässlich der Revision 
weitgehend unverändert (Urteile des Bundesgerichts vom 17. April 2007, 
6B_14/2007, E 5, sowie vom 14. Mai 2008, 6B_785/2007, E 2.1; Greiner, Bedingte 
und teilbedingte Strafen, Strafzumessung, in: Bänziger/Hubschmid/Sollberger, Zur 

21

Revision des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafrechts und zum neuen 
materiellen Jungendstrafrecht, Bern 2006, S. 128; Manhart, Bedingte und 
teilbedingte Strafen sowie kurze unbedingte Freiheitsstrafen, in: Tag/Hauri, Die 
Revision des Strafgesetzbuches Allgemeiner Teil, Zürich/St. Gallen 2006, S. 123; 
Riklin, Strafen und Massnahmen im Überblick, in: Tag/Hauri, a.a.O., S. 78).

b) Art. 285 Ziff. 1 StGB sieht als Strafrahmen Freiheitsstrafe bis zu drei 
Jahren oder Geldstrafe vor. Bestimmt es das Gesetz nicht anders, so beträgt die 
Geldstrafe höchstens 360 Tagessätze. Das Gericht bestimmt deren Zahl nach 
dem Verschulden des Täters (Art. 34 Abs. 1 StGB). Ein Tagessatz beträgt 
höchstens 3000 Franken. Das Gericht bestimmt die Höhe des Tagessatzes nach 
den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des 
Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, Lebensaufwand, allfälligen 
Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach dem Existenzminimum (Art. 34 
Abs. 2 StGB). 

c) Das Verschulden von A. wiegt nicht leicht, denn die Drohung, jemanden 
umzubringen, kann nicht als Kleinigkeit betrachtet werden. Aufgrund seines 
gesamten Verhaltens fürchteten die damals in I. tätigen Lehrer das Schlimmste, 
zumal sie wussten, dass A. eine Waffe besass. Aus den Aussagen der 
Lehrpersonen geht im weiteren mit aller Deutlichkeit hervor, dass sie sich 
erheblich bedroht fühlten, dass die geäusserte Drohung sie über längere Zeit 
ängstigte und dass sie auch die Qualität des Unterrichts längere Zeit negativ 
beeinflusste. Ein Schultag fiel sogar gänzlich aus. Es handelt sich daher zweifellos 
nicht um eine Bagatelle. Andererseits ist in die Überlegungen miteinzubeziehen, 
dass A. aufgrund der besonderen Bedürfnisse seines Sohnes zweifellos stark 
gefordert war. Insbesondere dürfte ihn die Situation in der Schule, in der nach 
Aussagen von E. kaum eine Woche ohne Schwierigkeiten und 
Auseinandersetzungen vorbei ging (untersuchungsrichterliche Einvernahme vom 
17. Juni 2009, act. 4.8, S. 4), belastet haben. Nach Auffassung der I. Strafkammer 
des Kantonsgerichts ist aufgrund der belastenden Gesamtsituation, welche aber 
klarerweise nicht die für die Anwendung von Art. 48 lit. c StGB geforderte 
Intensität erreicht, eine Strafminderung vorzunehmen. Ebenso strafmindernd ist 
der gute Leumund zu veranschlagen. Die Vorstrafenlosigkeit jedoch wirkt sich 
nicht strafmindernd aus, weil sie als Normalfall angesehen werden muss. Sie ist 
deshalb neutral zu behandeln, also bei der Strafzumessung nicht zwingend 
strafmindernd zu berücksichtigen, ausser es liegen besondere Umstände vor, die 
auf eine aussergewöhnliche Gesetzestreue hinweisen (BGE 136 IV 1). Solche 
besonderen Umstände sind vorliegend keine gegeben, weshalb sich die 

22

Vorstrafenlosigkeit nicht zu Gunsten von A. auswirkt. Straferhöhungs-, 
Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe sind keine ersichtlich. In Anbetracht 
der gesamten Umstände und unter Würdigung sämtlicher 
Strafzumessungsgründe, insbesondere auch unter Berücksichtigung, dass eine 
Verbindungsbusse gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB ausgesprochen wird (Erwägung 
7b), erscheint der I. Strafkammer des Kantonsgerichts eine Geldstrafe in Höhe 
von 20 Tagessätzen dem Verschulden von A. angemessen.

d) Ausgangspunkt für die Errechnung der Höhe des Tagessatzes bildet das 
Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst, ganz gleich, 
aus welcher Quelle die Einkünfte stammen. Nach dem Nettoeinkommensprinzip 
ist indes bei den ermittelten Einkünften nur der Überschuss der Einnahmen über 
die damit verbundenen Aufwendungen zu berücksichtigen. Vom Einkommen ist 
daher abzuziehen, was gesetzlich geschuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich 
nicht zufliesst, so etwa die laufenden Steuern, die Beiträge an die 
Sozialversicherungen und an die obligatorische Kranken- und Unfallversicherung 
sowie die notwendigen Berufsauslagen beziehungsweise bei 
Selbständigerwerbenden die branchenüblichen Geschäftsunkosten. Es kann sich 
in einem Regelfall als sachgerecht erweisen, dem Täter für Kranken- und 
Unfallversicherung sowie Steuern je nach Höhe des Einkommens einen 
Pauschalabzug vom Einkommen von 15% bis 30% zuzugestehen. Auch bei 
Vornahme eines Pauschalabzuges gilt es jedoch, die für den konkreten Fall 
relevanten Abzüge gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als Massstab im 
Auge zu behalten. Vom Nettoeinkommen abzuziehen sind sodann allfällige 
Familien- und Unterstützungspflichten, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich 
nachkommt. Für deren Berechnung kann sich das Gericht weitgehend an den 
Grundsätzen des Familienrechts orientieren. Anderweitige finanzielle Lasten 
können nur im Rahmen der persönlichen Verhältnisse berücksichtigt werden. 
Weiter nennt Art. 34 Abs. 2 StGB das Vermögen als Bemessungskriterium. Dieses 
ist jedoch nur von Bedeutung, wenn der Täter ohnehin von der Substanz lebt, und 
es bildet Bemessungsgrundlage in dem Ausmass, in dem er selbst es für seinen 
Alltag anzehrt. Schliesslich ist bei der Bemessung des Tagessatzes das 
Existenzminimum zu berücksichtigen (Art. 34 Abs. 2 StGB). Der Tagessatz für 
Verurteilte, die nahe oder unter dem Existenzminimum leben, ist in einem Masse 
herabzusetzen, das einerseits die Ernsthaftigkeit der Sanktion erkennen, 
andererseits den Eingriff nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen 
noch als zumutbar erscheinen lässt. Als Richtwert ist von einer Herabsetzung des 
Nettoeinkommens um mindestens die Hälfte auszugehen. Um eine übermässige 

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Belastung zu vermeiden, sind jedoch in erster Linie Zahlungserleichterungen 
durch die Vollzugsbehörde nach Art. 35 Abs. 1 StGB zu gewähren, soweit die 
Geldstrafe unbedingt ausgefällt wird. Bei einer hohen Anzahl Tagessätze – 
namentlich bei Geldstrafen von mehr als 90 Tagessätzen – ist eine Reduktion um 
weitere 10 – 30 Prozent angebracht, da mit zunehmender Dauer die 
wirtschaftliche Bedrängnis und damit das Strafleiden progressiv ansteigt. 
Massgebend sind immer die konkreten finanziellen Verhältnisse (vgl. zum Ganzen 
BGE 134 IV 60 sowie das Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2008, 
6B_476/2007). – A. verdient gemäss eigenen Aussagen monatlich Fr. 6'800.-- 
netto. Für Kranken- und Unfallversicherung sowie Steuern erscheint vorliegend ein 
Pauschalabzug von 20%, wie ihn die Staatsanwaltschaft Graubünden in ihrem 
Berechnungsformular heranzieht, sachgerecht. Bezüglich familienrechtlicher 
Unterstützungspflichten ergibt sich aus den Akten, dass A. geschieden ist und für 
seine geschiedene Ehefrau und die gemeinsame Tochter grundsätzlich 
monatliche Leistungen in Höhe von Fr. 2'000.-- zu erbringen hat 
(untersuchungsrichterliche Einvernahme zur Person vom 1. April 2009, act. 2.5). 
Nun hat A. anlässlich der Berufungsverhandlung jedoch erklärt, er bezahle für 
seine Ehefrau und die gemeinsame Tochter nur Fr. 1'700.-- im Monat. Auf 
entsprechende Frage des Vorsitzenden hat er ausgeführt, er habe kein 
gerichtliches Herabsetzungsverfahren angestrengt, sondern seine Frau einfach 
angerufen und gesagt, aufgrund seiner und ihrer finanziellen Situation werde er in 
Zukunft nur noch so viel bezahlen. Für die Berechnung des Tagessatzes sind nur 
Unterstützungspflichten zu berücksichtigen, soweit der Verpflichtete diesen auch 
tatsächlich nachkommt. Dies führt vorliegend dazu, dass in der Berechnung der 
Höhe des Tagessatzes für die Unterstützungsleistungen an die geschiedene 
Ehefrau und die gemeinsame Tochter nur Fr. 1'700.-- eingesetzt werden können, 
auch wenn A. grundsätzlich zu einer höheren Leistung verpflichtet wäre. Für den 
Sohn F., der bei A. lebt, ist ein Abzug in Höhe von 15% des Nettoeinkommens 
gerechtfertigt. Diesbezüglich ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass die Mutter 
von F. gemäss Aussagen von A. anlässlich der Berufungsverhandlung keine 
Unterhaltungsbeiträge für F. bezahlt, so dass der Abzug in voller Höhe 
angemessen ist. Abzüge aufgrund des Existenzminimums oder der Anzahl der 
ausgesprochenen Tagessätze sind nicht angezeigt, da A. offensichtlich weder 
nahe am noch unter dem Existenzminimum lebt und auch die Anzahl der 
Tagessätze nicht sehr hoch ist. Keine Beachtung finden kann im weiteren auch 
das Vermögen, da nicht nachgewiesen ist, dass A. ein solches besitzt und von 
dessen Substanz lebt. Damit ergibt sich für die Höhe des Tagessatzes folgende 
Berechnung:

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Einkommen A. netto Fr. 6’800.-- 
 ./. Pauschale (20%) Fr. 1’360.--

./. Unterstützungsbeitrag F. (15%) Fr. 1’020.--
 ./. Unterstützungsbeitrag an Ex-Ehefrau
     und Tochter Fr. 1'700.--
 Total Fr. 2’720.--

Dieses Total ist durch 30 Tage zu teilen, was Fr. 90.65 pro Tag ergibt. Ein 
Tagessatz in Höhe von Fr. 90.-- entspricht daher der wirtschaftlichen 
Leistungsfähigkeit von A.. A. ist folglich zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen 
zu je Fr. 90.-- zu verurteilen. 

7. Nach der Bemessung von Zahl und Höhe des Tagessatzes hat das 
Gericht darüber zu befinden, ob die Geldstrafe bedingt (Art. 42 StGB), teilbedingt 
(Art. 43 StGB) oder unbedingt auszusprechen ist. Hinzu kommt die Möglichkeit, 
den Vollzug der Geldstrafe aufzuschieben und diese mit einer unbedingten 
Geldstrafe oder Busse zu verbinden (Art. 42 Abs. 4 StGB).

a) Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer 
Geldstrafe in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig 
erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 
abzuhalten. Das Gericht hat also eine Prognose über das zukünftige Verhaltend 
des Täters zu stellen. Für die Gewährung des bedingten Geldstrafenvollzugs 
genügt, dass keine Befürchtung besteht, der Täter werde sich in Zukunft nicht 
bewähren. Die Anforderungen an die Prognose der Legalbewährung sind die 
gleichen wie bei der Freiheitsstrafe (Art. 42 Abs. 1 bis 3 StGB; BGE 134 IV 1 E 
4.2). Im Unterschied zur Freiheitsstrafe kennt das Gesetz jedoch keine objektive 
Schranke, die dem Aufschub des Geldstrafenvollzugs entgegenstehen könnte. 
Der Strafaufschub findet seinen Grund allein darin, dass auf die Vollstreckung der 
Strafe (vorerst) verzichtet werden soll, wenn dies unter spezialpräventiven 
Gesichtspunkten als sinnvoll erscheint. Bezüglich der Prognosestellung wiederum 
ist festzuhalten, dass nicht die positive Erwartung vorausgesetzt wird, der Täter 
werde sich bewähren, sondern es genügt die Abwesenheit der Befürchtung, dass 
er es nicht tun werde. Der Strafaufschub ist deshalb die Regel, von der 
grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf. Er hat im 
breiten Mittelfeld der Ungewissheit den Vorrang (Art. 134 IV 1 E 4.2.2 mit 
Hinweisen). Vorliegend ergibt sich aus den Akten, dass A. gegenüber den 
Lehrpersonen und auch gegenüber dem Schulratspräsidenten immer wieder sehr 
impulsiv beziehungsweise sehr heftig reagiert hat. Da kaum davon auszugehen 

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ist, dass A. sein Temperament geändert hat, besteht daher eine gewisse 
Unsicherheit, ob es in Zukunft im Zusammenhang mit den schulischen 
Schwierigkeiten seines Sohnes erneut zu Drohungen kommen könnte. Diese 
Unsicherheit genügt jedoch (noch) nicht, um eine ungünstige Prognose zu 
begründen. A. ist daher der bedingte Strafvollzug für die ausgefällte Geldstrafe zu 
gewähren.

b) aa) Gemäss Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Geldstrafe mit einer 
unbedingten Geldstrafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden 
werden. Verbindungsstrafen kommen insbesondere in Betracht, wenn dem Täter 
der bedingte Vollzug einer Geld- oder Freiheitsstrafe gewährt, ihm aber dennoch 
in gewissen Fällen mit der Auferlegung einer zu bezahlenden Geldstrafe oder 
Busse ein spürbarer Denkzettel erteilt werden soll. Die Strafenkombination dient 
hier spezialpräventiven Zwecken. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass der 
Verbindungsgeldstrafe beziehungsweise der Verbindungsbusse nur 
untergeordnete Bedeutung zukommt und das Hauptgewicht auf der bedingten 
Freiheits- oder Geldstrafe liegt. Die Verbindungsstrafe soll weder zu einer 
Straferhöhung führen, noch eine zusätzliche Strafe ermöglichen. Andererseits soll 
ihr aber auch nicht nur eine symbolische Bedeutung zukommen (vgl. zum Ganzen 
BGE 134 IV 1; BGE 134 IV 60 E 7.3, BGE 135 IV 188 E 3.3). Um dem 
akzessorischen Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu werden, erscheint es 
gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung als sachgerecht, die Obergrenze 
grundsätzlich bei einem Fünftel beziehungsweise bei 20% der bedingten 
Geldstrafe festzulegen. Abweichungen von dieser Regel sind im Bereich tiefer 
Strafen denkbar (BGE 135 IV 188 E 3.4.4 mit Hinweisen). Nach Art. 106 Abs. 3 
StGB bemisst das Gericht die Busse zudem nach den Verhältnissen des Täters 
so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist (BGE 
134 IV 76 E 7.3.3). Vorliegend wird A. für die Geldstrafe der bedingte Strafvollzug 
gewährt. Wie bereits festgestellt, besteht jedoch eine gewisse Unsicherheit, ob 
sich im Zusammenhang mit den Schwierigkeiten von F. und dem Temperament 
von A. wieder Situationen ergeben können, in denen A. sich zu einer Drohung 
hinreissen lässt. Aufgrund dieser Unsicherheit und um A. deutlich aufzuzeigen, 
dass Drohungen nicht akzeptabel sind und was für Folgen eine erneute 
Delinquenz haben kann, rechtfertigt es sich, eine Verbindungsbusse 
auszusprechen, welche das Gericht in Anbetracht des Verschuldens von A., 
aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse und unter Berücksichtigung der Höhe der 
bedingten Geldstrafe auf Fr. 360.-- festsetzt. 

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bb) Das Gericht hat gemäss Art. 106 Abs. 2 StGB für eine ausgesprochene 
Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von mindestens einem Tag und höchstens drei 
Monaten festzulegen. Ist eine Ersatzfreiheitsstrafe für eine Verbindungsbusse im 
Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB festzulegen, besteht die Besonderheit, dass das 
Gericht sich mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Täters bei der 
Bestimmung des Tagessatzes bereits befasst hat. Dies lässt es als sachgerecht 
erscheinen, die Tagessatzhöhe als Umrechnungsschlüssel zu verwenden, indem 
der Betrag der Verbindungsstrafe durch den Tagessatz dividiert wird (BGE 134 IV 
60 E 7.7.3). Für den Fall, dass A. die Verbindungsbusse schuldhaft nicht bezahlen 
sollte, wird unter Beachtung dieser Grundsätze daher eine Ersatzfreiheitsstrafe 
von vier Tagen ausgesprochen.

8. Aus dem Gesagten erhellt, dass die Vorinstanz A. zu Unrecht vom 
Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 285 
Ziff. 1 StGB freigesprochen hat. Die Berufung der Staatsanwaltschaft Graubünden 
war daher begründet. A. ist im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen. Unter 
diesen Umständen aber hat er die Kosten der Strafuntersuchung sowie diejenigen 
des Kreisamtes Chur und der Vorinstanz zu tragen (Art. 158 Abs. 1 StPO). Auch 
die ausseramtlichen Kosten für das Untersuchungs- und das erstinstanzliche 
Verfahren hat er in diesem Fall selbst zu tragen. Jedoch hat es A. nicht zu 
verantworten, dass sich zwei Gerichtsinstanzen mit der Sache befassen mussten, 
weshalb es sich nicht rechtfertigt, ihm die Kosten des Berufungsverfahrens zu 
überbinden. Diese hat vielmehr der Kanton Graubünden zu tragen. Nachdem A. 
im Berufungsverfahren mit seinen Rechtsbegehren nicht durchgedrungen ist und 
er sich zudem gegen eine Verurteilung vehement zur Wehr gesetzt hat, ist es aber 
auch nicht angezeigt, ihm eine ausseramtliche Entschädigung zuzusprechen. 

27

Demnach erkennt die I. Strafkammer :

1. Die Berufung wird gutgeheissen und das angefochtene Urteil wird 
aufgehoben.

2. A. wird der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte gemäss Art. 
285 Ziff. 1 StGB schuldig gesprochen.

3. Dafür wird er bestraft:

– mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 90.-- bedingt unter 
Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren.

– mit einer Busse von Fr. 360.--, ersatzweise mit einer Freiheitsstrafe von 
vier Tagen.

4. Die Kosten des Kreisamtes Schanfigg von Fr. 350.--, die Kosten der 
Staatsanwaltschaft Graubünden von Fr. 2'654.-- sowie die Kosten des 
Bezirksgerichtsausschusses Plessur von Fr. 1'500.-- gehen zu Lasten von 
A..

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.-- gehen zu Lasten des 
Kantons Graubünden.

6. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des 
Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das 
Schweizerische Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem 
Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen 
Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG 
vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die 
Beschwerdelegitimation, die weiteren Vorausserzungen und das Verfahren 
der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

7. Mitteilung an: