# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f1281cd-d0ca-56eb-b694-35d52d816812
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.12.2014 IV 2014/145
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2014-145_2014-12-12.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2014/145

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 12.12.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 12.12.2014
Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG. Würdigung eines medizinischen Gutachtens im 
Zusammenhang mit einer möglichen Borrelien-Infektion. Verneinung eines 
weiteren Abklärungsbedarfs. Einkommensvergleich (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Dezember 2014, IV 
2014/145).

Entscheid Versicherungsgericht, 12.12.2014

Vizepräsidentin Miriam Lendfers, Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider,

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiberin Annina Janett

Entscheid vom 12. Dezember 2014

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Rolf Brägger, Hechtackerstrasse 10, Postfach 

246, 9014 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Rente

Sachverhalt:

A.    

A.a  A.___ meldete sich im Juli 2011 bei der Invalidenversicherung (IV) des Kantons St. 

Gallen zum Bezug von Leistungen an. Er gab an, seit Januar 2001 unter Schmerzen in 

allen grossen Gelenken (Schultern, Knie, Ellbogen) zu leiden (IV-act. 1).

A.b  Im Bericht vom 4. Oktober 2011 nannte Dr. med. B.___, Leitender Arzt der 

Rheumaklinik und Institut für Physikalische Medizin, Universitätsspital Zürich (USZ), die 

Diagnosen zerviko- und thorakospondylogenes Syndrom beidseits bei Bandlaxizität mit 

segmentalen Dysfunktionen obere HWS und kostoverteral mit sekundärer 

Periarthropathia humero-scapularis tendopathica beidseits, Epikondylopathie lateral 

sowie Flachrücken und führte aus, die angegebenen Beschwerden seien mechanischer 

Genese bei Bandlaxizität mit segmentalen Dysfunktionen. Hinweise für ein 

entzündliches-rheumatisches Geschehen fänden sich nicht (IV-act. 24; vgl. auch den 

Arztbericht vom 9. Januar 2012, IV-act. 38). Das  Muskelzentrum des Kantonsspitals 

St. Gallen (KSSG) nannte im Bericht vom 17. November 2011 u.a. die Diagnosen 

abnorme Fatigue, am ehesten postinfektiöse Fatigue, sowie Schmerzen der grossen 

Gelenke (Schulter, Ellbogen, Knie), differentialdiagnostisch persistente Synovitis nach 

Lyme-Arthritis, differentialdiagnostisch sekundäre Periarthropathia humerus scapularis 

bei zerviko- und thorakospondylogenem Syndrom. Die Ärzte führten aus, es sei davon 

auszugehen, dass der Kern der Erkrankung somatogen sei. Inzwischen bestehe jedoch 

ein mehrschichtiges chronifiziertes Schmerzsyndrom (IV-act. 34 f.; vgl. auch den 

Arztbericht vom 25. Januar 2012, IV-act. 40). Im Bericht vom 26. Januar 2012 hielten 

die Ärzte des Palliativzentrums des KSSG fest, beim Versicherten bestünden u.a. ein 

chronisches nozizeptives Schmerzsyndrom bei Schmerzen der grossen Gelenke sowie 

eine abnorme Fatigue (IV-act. 44).

A.c  Dr. med. C.___, Spezialarzt für Physikalische Medizin, spez. Rheumaerkrankungen 

FMH, führte im Bericht vom 24. Februar 2012 aus, er habe den Versicherten im 

Oktober 2004 erstmals aufgrund von beidseitigen Knieproblemen untersucht. Er habe 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

damals die Probleme am ehesten im Rahmen einer Chondrokalzinose gesehen. Eine 

Folge eines Zeckenstichs sei entfernt natürlich auch in Frage gekommen bei Zustand 

nach Borreliose 2001 und Behandlung mit Tetracyclin. Am 9. März 2011 habe ihn der 

Versicherte nun wegen Schmerzen in beiden Schultern aufgesucht. Auch bei den 

Kniegelenken seien in letzter Zeit wieder etwas Beschwerden aufgetreten. Sowohl im 

Bereich der oberen wie auch unteren Extremitäten seien ein deutlicher Rigor und das 

Zahnradphänomen auffallend. Aus rheumatologischer Sicht stehe immer noch eine 

Chondrokalzinose als Ursache der geklagten Beschwerden in den grossen Gelenken 

an erster Stelle (IV-act. 44; vgl. auch den Arztbericht vom 9. März 2012, IV-act. 44). Das 

Schmerzzentrum des KSSG, welches am 24. Februar 2012 eine klinisch-

psychologische Abklärung durchgeführt hatte, nannte im Bericht vom 10. April 2012 

die Diagnosen chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren 

(ICD-10 F45.41) sowie depressive Episode, gegenwärtig remittiert (ICD-10 F32.4; IV-

act. 47). Im Bericht vom 1. Mai 2012 hielten die Ärzte des Zentrums für Schlafmedizin 

des KSSG fest, es bestehe kein Hinweis auf eine wesentliche Schlafstörung (IV-act. 

54).

A.d  Am 13. Juni 2012 erstattete die Klinik für Innere Medizin des Universitätsspitals 

Zürich im Auftrag der PAX, Schweizerische Lebensversicherungs-Gesellschaft AG, ein 

Gutachten über die am 23. Mai 2012 durchgeführte internistische Untersuchung sowie 

das in der Klinik für Infektiologie durchgeführte Konsilium vom 1. Juni 2012. Es wurde 

festgehalten, die Untersuchungen und die Anamnese im rein internistischen Fachgebiet 

hätten keine Hinweise auf eine somatische Ursache der verminderten 

Leistungsfähigkeit ergeben. Im Weiteren sei die Falldefinition einer Borreliose aufgrund 

der Anamnese und der zur Verfügung stehenden Akten nicht gegeben (IV-act. 80; vgl. 

auch den Bericht vom 28. Juni 2012, IV-act. 117-9 ff.).

A.e  Am 22. August 2012 wurde der Versicherte im Auftrag des IV-internen Regionalen 

Ärztlichen Diensts (RAD) von der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) Basel 

internistisch, rheumatologisch, neurologisch und psychiatrisch untersucht. Im 

Gutachten vom 2. Januar 2013 wurden folgende Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit genannt: Anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit 

Verdacht auf somatische Mitbeteiligung im Sinne eines möglichen Post-Borrelien-

Syndroms sowie neurasthenische Symptomatik (ICD-10 F48.0). Aus psychiatrischer 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sicht bestehe aufgrund der neurasthenischen Symptomatik und der 

Schmerzproblematik eine 20%ige Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 

für jegliche Tätigkeit (IV-act. 69, insb. 69-27 f.). In einer internen Stellungnahme vom 

28. Januar 2013 bezeichnete der RAD das Gutachten als ausführlich, schlüssig und 

nachvollziehbar (IV-act. 73).

A.f   Der Arbeitgeber des Versicherten, die D.___ AG, bei der der Versicherte als 

Montageleiter angestellt war, kündigte das Arbeitsverhältnis per  28. Februar 2013 (IV-

act. 82). Ab 1. Mai 2013 war der Versicherte bei der E.___ AG als Hauswart für mehrere 

Liegenschaften in einem 50%-Pensum tätig (vgl. IV-act. 85, 92, 108). Am 17. Mai 2013 

teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, er habe keinen Anspruch auf berufliche 

Massnahmen (IV-act. 94).

B.    

B.a  Mit Vorbescheid vom 29. Mai 2013 stellte die IV-Stelle dem Versicherten die 

Ablehnung des Rentenbegehrens bei einem Invaliditätsgrad von 0% in Aussicht mit der 

Begründung, aus medizinischer Sicht bestehe sowohl in der angestammten Tätigkeit 

als Montageleiter als auch in einer adaptierten Tätigkeit eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. 

Gemäss aktuell geltender Rechtsprechung begründeten die ermittelten psychiatrischen 

Diagnosen jedoch keinen invalidisierenden Gesundheitsschaden und somit auch keine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (IV-act. 98).

B.b  Dagegen erhob der Rechtsvertreter des Versicherten, Rechtsanwalt R. Brägger, 

St. Gallen, am 29. Juli 2013 Einwand und beantragte die Zusprache einer mindestens 

halben IV-Rente sowie eventualiter die Durchführung weiterer medizinischer und 

beruflicher Abklärungen (IV-act. 107).

B.c  Nach Einholung weiterer Akten (IV-act. 114, 117) hielt der RAD in der Stellung­

nahme vom 27. November 2013 fest, der Gesundheitszustand des Versicherten sei im 

Vergleich zum asim-Gutachten vom Januar 2013 stationär. Es könne weiterhin auf das 

Gutachten abgestellt werden (IV-act. 118; vgl. auch die Stellungnahme des RAD vom 

14. August  2013, IV-act. 110). Gestützt darauf hielt die IV-Stelle mit Schreiben vom 13. 

Dezember 2013 am Vorbescheid vom 29. Mai 2013 fest und gewährte dem 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Versicherten Gelegenheit zur Stellungnahme (IV-act. 121). Am 15. Januar 2014 nahm 

der Rechtsvertreter des Versicherten dahingehend Stellung, dass er auf einen Bericht 

von Dr. med. F.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, vom 24. Oktober 2013 verwies, 

in welchem dieser eine ausführliche medizinische Begutachtung als notwendig erachtet 

hatte. Zudem reichte er einen Bericht von Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Allgemeine 

Medizin, vom 11. Oktober 2013 ein (IV-act.122).

B.d  Am 5. Februar 2014 verfügte die IV-Stelle die Abweisung des Rentenbegehrens im 

Sinne des Vorbescheids. Hinsichtlich der Einwände des Rechtsvertreters verwies sie 

auf die Stellungnahme des RAD vom 29. Januar 2014 (IV-act. 123), wonach gemäss 

den Infektiologen des Universitätsspitals Zürich allenfalls ein möglicher, insgesamt aber 

sehr unwahrscheinlicher Kausalzusammenhang der aktuellen Beschwerden mit einem 

Borrelien-Infekt bestehe (IV-act. 124).

C.    

C.a  Dagegen erhob der Rechtsvertreter am 7. März 2014 Beschwerde und beantragte, 

die Verfügung vom 5. Februar 2014 sei aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei 

mindestens eine halbe IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache an die 

Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese weitere medizinische Abklärungen tätige. 

Insbesondere sei ein medizinisches Gutachten bei einem auf Borreliose spezialisierten 

Facharzt einzuholen, alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 

Beschwerdegegnerin. Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, Dr. C.___ habe 

glaubwürdig und schlüssig argumentiert, dass ein Post-Lyme-Disease die 

wahrscheinlichste Ursache der Beschwerden sei. Darauf sei abzustellen (act. G 1).

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2014 beantragte die Beschwerdegegnerin die 

Abweisung der Beschwerde. Sie machte im Wesentlichen geltend, das asim-Gutachten 

sei ausführlich abgefasst und es gebe keinen Hinweis darauf, dass der 

Beschwerdeführer nicht kompetent und umfassend untersucht worden sei. Die 

Gutachter hätten keine pathologischen internistischen, rheumatologischen oder 

neurologischen Befunde erheben können. Sie hätten sich ausserdem auf das 

Gutachten des USZ abstützen können. Eine Borreliose setze unabhängig vom Stadium 

ein entsprechend klinisches Beschwerdebild unter Ausschluss von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Differentialdiagnosen voraus. Zudem müssten entzündliche Liquorveränderungen und 

eine positive Borrelien-Serologie gegeben sein. Im vorliegenden Fall sei lediglich die 

letzte Bedingung erfüllt, was für die Diagnose einer Borreliose nicht ausreichend sei. 

Das asim attestiere dem Beschwerdeführer aus somatischer Sicht eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit. Auch aus psychiatrischer Sicht sei von einer vollen Arbeitsfähigkeit 

auszugehen, da beim Beschwerdeführer weder eine psychische Komorbidität noch 

Foerster-Kriterien im invalidisierenden Schweregrad gemäss der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung vorlägen. Insofern könne vom asim-Gutachten abgewichen werden, 

ohne dass diesem deshalb im restlichen Teil (Befunderhebung, Diagnosestellung) der 

Beweiswert abgesprochen werden müsse. Weitere Abklärungen seien unnötig, weil die 

Gutachter die geltend gemachten Einschränkungen ausführlich abgeklärt hätten (act. G 

4).

C.c  Mit Replik vom 18. August 2014 hielt der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

an seinen Anträgen fest und bestätigte im Wesentlichen seinen bereits dargelegten 

Standpunkt (act. G 12).

C.d  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (vgl. act. G 

14).

Erwägungen:

1.     

1.1   Unter Invalidität wird die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit verstanden (Art. 8 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). 

Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch eine Beeinträchtigung der körperlichen oder 

geistigen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung 

verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Nach Art. 28 Abs. 2 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Invaliditätsgrad von mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

und bei einem IV-Grad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.2   Im Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der Untersuchungspflicht 

und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Demgemäss hat der 

Versicherungsträger bzw. im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheblichen 

Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien 

gebunden zu sein. Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte haben 

zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu aufgrund der 

Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender Anhaltspunkte 

hinreichender Anlass besteht (BGE 110 V 53 E. 4a in fine).

1.3   Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit den Invaliditätsgrad 

bemessen zu können, ist die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht auf 

Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

261 E. 4). Das Gericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und 

demnach zu prüfen, ob die vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung 

des strittigen Leistungsanspruchs gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 

auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet 

sind (BGE 125 V 352 E. 3a).

2.     

2.1   Streitig und vorliegend zu prüfen ist der Rentenanspruch des Beschwerdeführers. 

Dabei ist vorab zu beurteilen, ob der medizinische Sachverhalt rechtsgenüglich 

abgeklärt worden ist.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

2.2   In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin in der 

angefochtenen Verfügung vom 5. Februar 2014 insbesondere auf das asim-Gutachten 

vom 2. Januar 2013 (IV-act. 69). Darin wurden als Diagnosen mit Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) mit 

Verdacht auf somatische Mitbeteiligung im Sinne eines möglichen Post-Borrelien-

Syndroms sowie eine neurasthenische Symptomatik (ICD-10 F48.0) genannt. Die 

Gutachter führten aus, ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden unter anderem 

Müdigkeit und Leistungsintoleranz unklarer Genese, eine Infektion mit Borrelia 

Burgdorferi, unklar, ob Lyme-Borreliose, ED 06/2000 mit dreiwöchiger Doxycyclin-

Therapie, aktuell zweimonatige Doxycyclin-Therapie, ein intermittierend unspezifisches 

zervikales Schmerzsyndrom, ein chronisches Schmerzsyndrom, wahrscheinlich 

syndromaler Ätiologie, sowie Fatigue, neurologisch nicht zuordenbar. Wie die Kollegen 

der Inneren Medizin des USZ (IV-act. 80) festgestellt hätten, könne die Falldefinition 

einer Borreliose-assoziierten Erkrankung aufgrund der Anamnese und der zur 

Verfügung stehenden Akten nicht anerkannt werden. Ein Post-Lyme-Syndrom mit 

einem Beschwerdebeginn unmittelbar oder bis zu sechs Monate nach akuter Lyme-

Borreliose sei ebenfalls nicht dokumentiert worden. Somit handle es sich um 

unspezifische Müdigkeitssymptome sowie Arthralgien, teilweise auch Myalgien und 

Enthesiopathien ohne Zeichen einer stattgehabten entzündlichen oder aktuellen 

(post-)infektiösen Genese. Es bestehe ein syndromales Leiden mit fehlenden 

objektivierbaren pathologischen Veränderungen. Aus internistischer Sicht bestehe ein 

syndromales Leiden, auf körperlicher Ebene seien keine Einschränkungen der 

Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit direkt erkennbar, sodass die Arbeitsfähigkeit nicht 

eingeschränkt sei. Auch in den rheumatologischen und neurologischen 

Untersuchungen hätten keine pathologischen Befunde objektiviert werden  können. Es 

bestehe aus rheumatologischer sowie neurologischer Sicht keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht sei aufgrund der neurasthenischen 

Symptomatik und der Schmerzproblematik die Durchhaltefähigkeit des 

Beschwerdeführers beeinträchtigt, weshalb er eine verlängerte Erholungszeit und 

vermehrte Pausen benötige. Zudem benötige der Beschwerdeführer vermehrt innere 

psychische Energie, um gegen die Schmerzen und Müdigkeit anzukämpfen. Aufgrund 

der psychosomatischen Erkrankung sei hypothetisch eine Schwächung der 

innerpsychischen Ressourcen anzunehmen. Die Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sowie die passive Erwartungshaltung seien Ausdruck davon. Aufgrund der genannten 

Faktoren bestehe aus psychiatrischer Sicht eine 20%ige Beeinträchtigung der Arbeits- 

und Leistungsfähigkeit für jegliche Tätigkeit. Hinsichtlich des Beginns der 

Arbeitsunfähigkeit sei davon auszugehen, dass bereits im April 2004 eine remittierte 

depressive Episode diagnostiziert worden sei. Weiter zurückliegende Hinweise für eine 

Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit fänden sich nicht (IV-act. 69, insb. 

69-25 ff.)

2.3   Der Rechtsvertreter stellt sich insbesondere auf den Standpunkt, die asim-

Gutachter hätten sich mit der Fragestellung der Manifestationsformen insbesondere 

einer chronischen Borreliose nicht wirklich auseinandergesetzt und nicht 

wissenschaftlich erwogen, was für bzw. gegen das Vorliegen eines Borreliose-

Beschwerdebilds spreche (act. G 1, S. 12 f.). Diesbezüglich ist mit der 

Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, dass den asim-Gutachtern der Bericht der 

Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene vom 28. Juni 2012 (IV-act. 117) sowie 

das Gutachten der Klinik für Innere Medizin des USZ vom 13. Juni 2012 (IV-act. 80) 

vorlagen, welche sich ausführlich mit der in Frage stehenden Borrelien-Infektion 

befassten.

2.3.1         Im Bericht vom 28. Juni 2012 führten die Ärzte der Klinik für 

Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des USZ aus, sowohl die Dauer der 

Erkrankung als auch die Klinik sprächen aktuell gegen eine akute Infektion mit Borrelia 

burgdorferi. Der Antikörperverlauf über die Jahre spreche auch gegen ein durch ein 

Antigen getriggertes Geschehen. Zur Komplettierung seien erneut der Borrelien IgG 

und IgM bestimmt worden. Dabei habe der sich über die Jahre deutlich abzeichnende 

Trend eines fallenden Borrelien-Titers bestätigt werden können. In Zusammenschau sei 

jedoch ein post-borrelien Infektionssyndrom weder auszuschliessen noch zu beweisen. 

Insgesamt sei vor allem der klinische Verlauf mit der Gesamtsituation des Patienten 

eher untypisch für eine lavierte Depression oder ein Chronic Fatigue-Syndrom. 

Letztendlich sei es einfach nicht beweisbar, ob die Symptome mit einer 

durchgemachten Borreliose zu tun hätten oder nicht (IV-act. 117-10).

2.3.2         Die Ärzte der Klinik für Innere Medizin des USZ hielten im Gutachten vom 13. 

Juni 2012 zusammenfassend fest, die Persistenz von positiven Borrelien-Serologien sei 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bekannt und habe keinen Krankheitswert. Die Antibiotikatherapie im Jahre 2000 sei 

wegen einer damals erstmals beschriebenen, positiven Borrelien-Serologie 

durchgeführt worden. Echtzeitinformationen bezüglich einer im Jahr 2000 bestehenden 

Arthritis lägen nicht vor. Auch in den späteren Dokumenten seien keine klinisch 

erfassten Gelenksschwellungen oder durchgeführten Gelenkspunktionen beschrieben. 

Die Falldefinition einer Borreliose sei aufgrund der Anamnese und der zur Verfügung 

stehenden Akten nicht gegeben. Zu den wichtigsten Differentialdiagnosen bei Status 

nach Lyme-Borreliose gehörten eine Reinfektion (welche nicht vorliege), unerwünschte 

Wirkungen von Medikamenten (der Beschwerdeführer nehme einzig Dafalgan 

regelmässig zu sich), ein Post-Lyme-Syndrom (für dieses seien zwingend acht Kriterien 

zu erfüllen), ein Fibromyalgie-Syndrom, andere Zecken-assoziierte Infektionen, andere 

internistische, rheumatologische oder neurologische Erkrankungen, eine psychosoziale 

Belastungssituation, ein psychiatrisches Leiden, eine Lyme-Angst oder ein Chronic-

Fatigue-Syndrom. Der Beschwerdeführer erfülle die Kriterien dafür nicht, da er weder 

Kurzzeitgedächtnisstörungen noch Konzentrationsstörungen aufweise, keine 

Halsschmerzen habe und sich ebenso zervikal oder axillär keine schmerzhaften 

Lymphknoten fänden. Er klage auch nicht über Kopfschmerzen und empfinde den 

Schlaf als erholsam. Die Gelenksbeschwerden seien, wie von Dr. B.___ ausgeführt (vgl. 

IV-act. 24), als mechanisch bedingt zu interpretieren (IV-act. 80-6 f.).

2.3.3         Zusammenfassend verfängt das Vorbringen des Rechtsvertreters des 

Beschwerdeführers, man habe sich zu wenig mit der Frage des Vorliegens eines 

Borreliose-Beschwerdebilds auseinandergesetzt, mit Blick auf die schlüssigen 

Ausführungen der Fachärzte des USZ nicht.

2.4   Entgegen dem Vorbringen des Rechtsvertreters des Beschwerdeführers (act. G 1, 

S. 11) ergeben sich aus dem Gutachten auch keine Gesichtspunkte, die Zweifel an der 

Unvoreingenommenheit der Gutachter erwecken. Zwar datiert das jüngste Aktenstück 

in der im Gutachten vorgenommenen Auflistung vom 1. Mai 2012, wie der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zutreffend festhält. Diese Auflistung ist aber 

offensichtlich nicht vollständig, zitieren die Gutachter doch anschliessend in Kap. 3 aus 

dem Gutachten der Klinik für Innere Medizin des USZ vom 13. Juni 2012 und dem 

Bericht der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des USZ vom 28. Juni 

2012 (S. 7 des Gutachtens) und nehmen in ihrer Beurteilung auch auf die Aussagen der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ärzte der beiden Kliniken des USZ Bezug. Der Rechtsvertreter bezeichnet die Zeit ab 

Mai 2012 bis zum Versand des asim-Gutachtens im Januar 2013 als beweismässig 

wichtigsten bzw. „hochrelevanten“ Zeitraum, was er anscheinend aus der 

zweimonatigen Antibiotikatherapie schliesst, die nach seinen Angaben ab 28. Juni 

2012 durchgeführt wurde und zu einer „deutlichen Besserung der Beschwerden“ 

geführt hat (vgl. S. 11 f. der Beschwerde, act. G 1). Unklar ist, weshalb der 

Beschwerdeführer den Beginn dieser Therapie bereits Ende Juni 2012 gegenüber den 

asim-Gutachtern, die ihn am 22. August 2012 untersuchten, nicht erwähnt hat. 

Unabhängig davon kann aus der Therapie-Indikation, die sowohl von der Klinik für 

Infektologie und Spitalhygiene als auch vom asim grundsätzlich bejaht wurde, 

jedenfalls nicht geschlossen werden, dass die Arbeitsfähigkeitsschätzung des asim 

unzuverlässig oder verfrüht vorgenommen worden wäre. Seitens der Klinik für 

Infektologie und Spitalhygiene wurde explizit festgehalten, ein akuter Borrelieninfekt 

und ein Antigen getriggertes Symptom seien sehr unwahrscheinlich. Dennoch scheine 

ein zweiter Therapiezyklus (mit Doxycyklin) bezüglich der Borreliose vertretbar (IV-

act. 117-10). Seitens des asim wurde die Doxycyklin-Therapie für zwei Monate 

ebenfalls empfohlen, „obwohl keiner der aktuellen oder der früheren Experten eine 

Lyme-Borreliose assoziierte Erkrankung als überwiegend wahrscheinlich erachtet, dies 

jedoch nicht 100%ig absichern kann oder möchte […]“ (IV-act. 69-13). Der 

Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wies zwar zutreffend darauf hin, dass die asim-

Gutachter im Anschluss an diese Therapie eine Schlussevaluation empfohlen haben. 

Sie liessen aber keinen Zweifel daran, dass sie sich auch (vermeintlich) vor dieser 

Therapie bzw. ohne die empfohlene Schlussevaluation in der Lage sahen, die 

Arbeitsfähigkeit nach erfolgter Konsensbesprechung zuverlässig zu schätzen: 

Unabhängig von einem allfälligen Erfolg der Antibiotikatherapie sahen sie den 

Beschwerdeführer aus somatischer Sicht (internistisch, rheumatologisch, neurologisch) 

als nicht relevant eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund erscheint das asim-Gutachten 

weder voreingenommen noch widersprüchlich.

2.5   Soweit der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gegen die Beweiskraft des 

Gutachtens verschiedene Berichte der behandelnden Ärzte anführt (act. G 1, S. 9 f.), ist 

darauf hinzuweisen, dass ein den Beweisanforderungen grundsätzlich genügendes 

medizinisches Gutachten (BGE 125 V 351 f. E. 3a und b) nicht in Frage gestellt werden 

muss und auch kein Anlass zu weiteren Abklärungen besteht, wenn und sobald die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

behandelnden medizinischen Fachpersonen nachher zu einer unterschiedlichen 

Beurteilung gelangen oder an vorgängig geäusserten abweichenden Auffassungen 

festhalten. Anders verhält es sich, wenn objektiv feststellbare Gesichtspunkte 

vorgebracht werden, welche im Rahmen der Begutachtung unerkannt geblieben waren 

und die geeignet sind, zu einer anderen Beurteilung zu führen (vgl. das Urteil des 

Bundesgerichts vom 29. Juli 2008, 9C_830/07, E. 4.3 mit Hinweisen). Entgegen der 

Argumentation des Rechtsvertreters beinhalten die Berichte der behandelnden Ärzte 

(act. G 1.4, 1.6) keine Gesichtspunkte, welche Anlass dazu geben könnten, an der 

Schlüssigkeit der übereinstimmenden Äusserungen der medizinischen Gutachter und 

Fachärzte zu zweifeln. Auch kann der Beschwerdeführer aus dem Umstand, dass Dr. 

F.___ in seinem Schreiben vom 24. Oktober 2013 (vgl. act. G 1.7) eine Untersuchung 

durch einen mit Zeckenerkrankungen erfahrenen Gutachter als notwendig erachtete, 

nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal eine solche umfassende Abklärung bereits 

durch die Kliniken für Infektionskrankheiten und Innere Medizin des USZ erfolgte. Wie 

die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort vom 2. Mai 2014 ausführt und Dr. 

F.___ in der entsprechenden Fachliteratur selbst darlegt, setzt die Diagnose einer 

Lyme-Borreliose – gleich welchen Stadiums – ein entsprechendes klinisches 

Beschwerdebild und den Ausschluss von Differentialdiagnosen voraus (N. Satz, Klinik 

der Lyme-Borreliose, 2. Aufl. Bern 2002, vgl. insb. S. 70). Den Berichten der Kliniken für 

Innere Medizin sowie für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des USZ ist eine 

umfassende Auseinandersetzung mit diesen Punkten zu entnehmen, wobei 

nachvollziehbar dargelegt wird, dass gerade aufgrund der Klinik/Anamnese die 

Falldefinition einer Borreliose als nicht gegeben zu erachten ist. Darüber hinaus ist 

darauf hinzuweisen, dass auch Dr. F.___ lediglich festhielt, die Beschwerden seien 

möglicherweise auf eine frühere akute Lyme-Borreliose zurückzuführen. Insgesamt ist 

somit weder aus den Ausführungen von Dr. C.___ und Dr. G.___ noch aus dem 

Schreiben von Dr. F.___ auf weiteren Abklärungsbedarf zu schliessen. Hinsichtlich der 

im Vergleich zur gutachterlichen Beurteilung tieferen Arbeitsfähigkeitsschätzung von 

Dr. C.___ (50%ige Arbeitsunfähigkeit) ist schliesslich darauf hinzuweisen, dass 

behandelnde Ärzte erfahrungsgemäss aufgrund ihrer auftragsrechtlichen 

Vertrauensstellung und der Behandlungsnähe in Zweifelsfällen mitunter eher zugunsten 

ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 353 E. 3b/cc). Damit vermögen die Berichte der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

behandelnden Ärzte an den nachvollziehbaren und lege artis vorgenommenen 

gutachterlichen Einschätzungen des asim keine Zweifel zu begründen.

2.6   Insgesamt vermag das asim-Gutachten den Anforderungen der Rechtsprechung 

im Hinblick auf die Verwertbarkeit bzw. Beweiskraft zu erfüllen. Es beruht auf 

eigenständigen fachärztlichen Untersuchungen in den internistischen, 

rheumatologischen, neurologischen und psychiatrischen Fachbereichen und ist für die 

streitigen Belange umfassend. Die medizinischen Vorakten wurden verwertet und die 

vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden berücksichtigt und gewürdigt. Die 

gutachterlichen Ausführungen erscheinen medizinisch fundiert und die diesbezüglichen 

Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar. Auch weist das Gutachten keine formellen 

Mängel auf, die erhebliche Zweifel an seinem Beweiswert zu begründen vermöchten, 

und es bestehen keine Anhaltspunkte, dass objektiv wesentliche Tatsachen nicht 

berücksichtigt worden wären. Insgesamt leuchtet die Bescheinigung einer 20%igen 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Montageleiter sowie in 

adaptierten Tätigkeiten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation ein. Es besteht deshalb keine 

Veranlassung, von der gutachterlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit abzuweichen. 

Folglich ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer aufgrund psychischer 

Beeinträchtigungen seit 2004 in jeglichen Tätigkeiten zu 20% arbeitsunfähig ist. 

Aufgrund der umfangreichen Abklärungen sowie der Tatsache, dass der 

Beschwerdeführer auf infektiologischem Fachgebiet bereits umfassend abgeklärt 

worden und das Ergebnis dieser Abklärungen als schlüssig zu erachten ist, ist dem 

Antrag auf Rückweisung der Angelegenheit zur Durchführung einer Begutachtung bei 

einem auf Borreliose spezialisierten Facharzt nicht stattzugeben. Bei der vorliegenden 

Ausgangslage sind von einer solchen Begutachtung keine entscheidrelevanten neuen 

Erkenntnisse zu erwarten, weshalb auf solche verzichtet werden kann (antizipierte 

Beweiswürdigung; BGE 136 I 236 E. 5.3; BGE 134 I 148 E. 5.3 und BGE 124 V 94 E. 

4b).

3.       

3.1   Ausgehend von einer 80%igen Restarbeitsfähigkeit in der angestammten sowie in 

adaptierten Tätigkeiten bleiben deren erwerbliche Auswirkungen zu prüfen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.2   Gemäss Art. 28a IVG ist für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen 

Versicherten Art. 16 ATSG anwendbar. Danach ist das Erwerbseinkommen, das die 

versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medi­

zinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der 

Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden 

hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und 

einander gegenübergestellt werden; sie können aber auch nach Massgabe der im 

Einzelfall bekannten Umstände geschätzt werden (AHI 1998 S. 119). Es kann ferner 

auch eine Gegenüberstellung blosser Prozentzahlen genügen (Prozentvergleich; vgl. 

BGE 114 V 312, E. 3a).

3.3   Der Beschwerdeführer arbeitete vor Eintritt des Gesundheitsschadens als 

Montageleiter (IV-act. 1-4, 10), wobei davon auszugehen ist, dass er im Gesundheitsfall 

auch weiterhin in dieser Funktion tätig gewesen wäre. Da ihm die angestammte 

Tätigkeit trotz seiner Gesundheitsbeeinträchtigung weiterhin zumutbar ist (vgl. IV-act. 

69-27 f.), entspricht der Ausgangswert des erzielbaren Invalideneinkommens dem 

Valideneinkommen. Entsprechend kann der Invaliditätsgrad anhand eines 

Prozentvergleichs bemessen werden und der Invaliditätsgrad entspricht somit dem 

Arbeitsunfähigkeitsgrad unter zusätzlicher Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs 

vom Tabellenlohn (vgl. BGE 126 V 75).

3.4   Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen – insbesondere auch von invaliditätsfremden Faktoren – des konkreten 

Einzelfalles ab, die nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen sind, 

wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% festzusetzen ist. Eine schematische 

Vornahme des Abzuges ist unzulässig (BGE 126 V 79 E. 5b, bestätigt in AHI 2002 S. 62 

und BGE 129 V 481 E. 4.2.3, mit Hinweisen). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, 

welche einen Abzug vom durchschnittlichen Lohnniveau gesunder Arbeitnehmer 

rechtfertigen würden, zumal die Leistungseinschränkungen in Bezug auf die längere 

Erholungszeit und den vermehrten Pausenbedarf vom psychiatrischen Gutachter 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

bereits bei der Bestimmung der quantitativen Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt wurden 

(vgl. IV-act. 69-28). Diesen Einschränkungen könnte denn auch durch nötigenfalls 

ganztägige Anwesenheit bei reduzierter Leistungsfähigkeit Rechnung getragen werden. 

Der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers entspricht folglich dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit von 20% und erreicht folglich kein rentenbegründendes Ausmass. 

Die Beschwerdegegnerin hat den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Rente der 

Invalidenversicherung zu Recht verneint. Bei diesem Ergebnis kann die Frage, ob die 

gutachterlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit invalidenversicherungsrechtlich relevant 

ist, offen gelassen werden.

4.     

4.1   Gemäss den obenstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.

4.2   Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1’000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1 IVG). Dem unterliegenden Beschwerdeführer sind 

die Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 600.-- aufzuerlegen. Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm daran anzurechnen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

entschieden:

1.    Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.      Der Beschwerdeführer hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der

geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe wird ihm daran angerechnet.

bis 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 12.12.2014
	Art. 8 ATSG; Art. 28 IVG. Würdigung eines medizinischen Gutachtens im Zusammenhang mit einer möglichen Borrelien-Infektion. Verneinung eines weiteren Abklärungsbedarfs. Einkommensvergleich (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Dezember 2014, IV 2014/145).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T09:25:31+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen