# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 14902a48-0f42-530c-b925-fb7a56319314
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1999-12-15
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 15.12.1999 OG ARGVP 1999 2183
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_OG-ARGVP-1999-2183_1999-12-15.pdf

## Full Text

B. Gerichtsentscheide 2183

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Öffentliches Beschaffungswesen. Ermessen der Vergabebehörde

Sachverhalt:
A. Im Frühjahr 1999 war der Winterdienst auf der Unterstrasse in 

der Gemeinde X. neu zu vergeben. Mit Schreiben vom 4. Mai 1999 
hatten sich F. und mit Schreiben vom 11. Mai 1999 B. und W. um die 
Übernahme des Auftrages beworben. Mit Verfügung vom 
16. September 1999 hatte die Baukommission die Schneeräumungs­
arbeiten auf der Unterstrasse an F. vergeben. Diese Verfügung wurde 
den Mitbewerbern B. und W. am 17. September 1999 mitgeteilt. Mit 
Eingabe vom 19. September 1999 haben B. und W. diesen Vergabe­
entscheid angefochten. Sie machten zur Begründung im wesentlichen 
geltend, dass sie nur per Zufall erfahren hätten, dass der Schneeräu­
mungsauftrag neu zu vergeben sei. Sie würden sich fragen, ob die 
Gemeinde den Auftrag nicht hätte öffentlich ausschreiben müssen. F., 
der den Zuschlag erhalten habe, komme aus der ausserkantonalen 
Gemeinde E. und habe seine Schriften erst seit dem 1. Mai 1999 in X. 
Er habe in X. noch nie einen Franken Steuern bezahlt. Sie (die Be­
schwerdeführer) seien der Gemeinde X im Zusammenhang mit der 
Abwassererschliessung hingegen in überaus grosszügigem Masse 
entgegengekommen. Seit dem 1. August 1999 hätten sie zudem einen 
landwirtschaftlichen Lehrling. Zusammen mit den Eltern und den Ar­
beitskräften der Beschwerdeführer selbst, sei bei ihnen die personelle 
Ausgangslage für eine jederzeit prompte Schneeräumung besser ge­
währleistet als bei F. Die Regelung der Fahrrechte auf der Privat­
strasse G./S. habe letztes Jahr neu geregelt werden können. Dabei 
entfalle für sie (Beschwerdeführer) eine Unterhaltspflicht von 50% auf 
einer Strecke von mehr als einem Kilometer. Wegen der hohen 
Kosten, die ihnen entstehen würden, wenn sie die Schneeräumung an 
eine Drittperson vergeben müssten, würden sie sich gezwungen 
sehen, einen eigenen Pfadschlitten zu kaufen. Diese Tatsache sei 
bereits im Bewerbungsschreiben erwähnt gewesen. In der Begrün­
dung der Vergabe des Auftrages an F. sei angegeben worden, dass 
die Arbeit durch diesen zuverlässig und sorgfältig ausgeführt worden 
sei. Das sei aber bei jedem Auftrag selbstverständlich und rechtfertige

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es nicht, dass ein Auftrag danach immer wieder an die gleiche Firma 
vergeben werde.

B. In ihrer Vernehmlassung vom 3. November 1999 führte die Bau­
kommission aus, dass für die Vergabe des Auftrages an F. vor allem 
ausschlaggebend gewesen sei, dass dessen Traktor bereits mit 
Schneeketten und dem fast neuen Pflug der Gemeinde ausgerüstet 
gewesen sei. Die Anpassung dieser Ausrüstung an einen anderen 
Traktor hätte Kosten im Umfange von einigen tausend Franken verur­
sacht. F. habe die Pfadarbeiten auf der Unterstrasse bereits im letzten 
Winter zur vollen Zufriedenheit der Gemeinde ausgeführt. Die wieder­
kehrenden Kosten für das Pfaden seien nicht im Vordergrund gestan­
den, weil bei Schneeräumungsaufträgen jeweils die aktuellen Tarife 
der kantonalen Tiefbauverwaltung angewendet würden. Die Baukom­
mission habe sich zudem von der aktuellen Gesetzgebung über das 
öffentliche Beschaffungswesen leiten lassen, wonach Herkunft, Kon­
fession, öffentliche Ämter, bisherige Steuerzahlungen oder ähnliches 
seitens der Bewerber für den Zuschlag keine Rolle spielen dürften. 
Der Anbau des Pfadschlittens an den Traktor von F. habe rund 
Fr. 5'000.-- gekostet. Diese Kosten wären bei einer Umrüstung auf den 
Traktor von B. und W. nochmals angefallen. Selbst wenn diese Kosten 
von B. und W. übernommen worden wären, ergäbe sich für die Ge­
meinde dadurch kein Vorteil.

Aus den Erwägungen:
1. Nachdem dieser Entscheid das erste Gerichtsurteil auf dem 

Gebiete des öffentlichen Beschaffungswesens im Kanton Appenzell 
A.Rh. ist und die kantonalen Rechtsgrundlagen noch nicht bereinigt 
sind, besteht Anlass, die aktuelle Rechtslage zusammenzufassen, 
zumal das öffentliche Beschaffungswesen auf verschiedenen Rechts­
grundlagen basiert.

a) Auf internationaler Ebene relevant sind die GATT/WTO-Abkom- 
men und darunter vor allem das am 15. April 1994 in Marrakesch ab­
geschlossene Übereinkommen über das öffentliche Beschaffungswe­
sen, das am 1. Januar 1996 für die Schweiz in Kraft getreten ist 
(GATT Government Procurement Agreement, GPA, SR 
0.632.231.422). Das GAP gilt für Beschaffungen des Bundes und der 
Kantone ab bestimmten Schwellenwerten. In den Sektoren Wasser- 
und Energieversorgung sowie Verkehrsmittel gilt es zusätzlich auch

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für die Gemeinden sowie öffentliche Unternehmungen (Pra 1999/571; 
Karl Weber, Das neue Binnenmarktgesetz, SZW 1996, S. 169).

b) In Ausführung dieses Übereinkommens (GAP) traten am 1. Juli 
1996 das Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen 
(BöB; SR 172.056.1) und die Verordnung über das öffentliche Be­
schaffungswesen (VöB; SR 172.056.11) in Kraft. Diese beiden Erlasse 
finden auf Beschaffungen des Bundes, nicht jedoch auf jene der Kan­
tone oder Gemeinden Anwendung.

c) Das GPA verpflichtet auch die Kantone. Diese können die ent­
sprechenden Verpflichtungen entweder autonom oder konkordats­
weise umsetzen. Am 25. November 1994 nahm die Konferenz der 
kantonalen Bau-, Planungs- und Umweltschutzdirektoren und die 
Konferenz der kantonalen Volkswirtschaftsdirektoren die Interkanto­
nale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen an, die am 
14. März 1996 vom eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement 
genehmigt wurde (IVöB, SR 172.056.4). Dieser Vereinbarung ist der 
Kanton Appenzell A.Rh. mit Beschluss der Landsgemeinde vom 27. 
April 1997 beigetreten (bGS 712.2). Die Vereinbarung erfasst die Ver­
gabe von Bau-, Liefer- und Dienstleistungsaufträgen, sofern diese die 
im GPA festgelegten Schwellenwerte erreichen. Der Geltungsbereich 
der Vereinbarung geht indessen über denjenigen des GPA hinaus, 
indem nicht nur Beschaffungen auf Kantonsebene, sondern auch sol­
che auf Gemeindeebene gegenüber Anbietern aus andern Kantonen 
und GPA-Vertragsstaaten erfasst werden, vorausgesetzt die kantonale 
Regelung sehe dies vor und der andere Kanton oder GPA-Vertrags- 
staat gewähre Gegenrecht (Art. 8 IVöB; vgl. Markus Metz/Gerhard 
Schmid, Rechtsgrundlagen des öffentlichen Beschaffungswesens, ZBI 
1998, S. 55).

d) Am 1. Juli 1996 schliesslich ist das Bundesgesetz über den Bin­
nenmarkt (BGBM, SR 943.02) mit Ausnahme der Bestimmungen über 
den Rechtsschutz (Art. 9) in Kraft getreten. Art. 9 BGBM gelangt seit 1. 
Juli 1998 zur Anwendung. Das BGBM ist als Grundsatzerlass konzi­
piert, das Mindestanforderungen auf den Gebieten des Marktzugan­
ges, der Nichtdiskriminierung bei öffentlichen Beschaffungen, der bun­
desweiten Geltung kantonaler oder kantonal anerkannter Fähigkeits­
ausweise, der Vermeidung der Inländerdiskriminierung gewährleistet 
und der rechtsschutzmässigen Durchsetzung dieser Ansprüche dient

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(Karl Weber, a.a.O., S. 164 f.). Die Mindestgarantien des BGBM auf 
dem Gebiete des öffentlichen Beschaffungswesens sind direkt an­
wendbar und gelten für die Beschaffungen durch Kanton, Gemeinden 
und andere Träger kantonaler oder kommunaler Aufgaben (Art. 5). 
Nach Art. 11 BGBM bringen Kantone und Gemeinden sowie andere 
Träger öffentlicher Aufgaben ihre Vorschriften innert zwei Jahren seit 
dem Inkrafttreten des Binnenmarktgesetzes mit diesem in Einklang 
und erlassen die erforderlichen organisatorischen Bestimmungen.

e) Innerkantonal besteht die Verordnung über die Vergebung von 
Arbeiten und Lieferungen für den Staat vom 21. August 1919 (Sub­
missionsordnung, bGS 712.1). Diese Verordnung gilt ausschliesslich 
für öffentliche Beschaffungen durch den Kanton.

f) Eine telefonische Abklärung bei der Gemeindekanzlei X. hat er­
geben, dass die Gemeinde X. über kein Submissionsreglement ver­
fügt.

g) Der Kanton verfügt noch nicht über die Ausführungsbestimmun­
gen zum Binnenmarktgesetz und zur interkantonalen Vereinbarung 
über das öffentliche Beschaffungswesen. Das entsprechende kanto­
nale Gesetz über das öffentliche Beschaffungswesen wurde vom 
Kantonsrat am 15. November 1999 in erster Lesung angenommen und 
untersteht zur Zeit der Volksdiskussion (Amtsblatt Nr. 46, S. 849-851, 
862).

3. Bezüglich der Anwendbarkeit der in Ziff. 2 dargestellten Rechts­
quellen ergibt sich für den vorliegenden Streitfall folgendes:

a) Die Gemeinde X. und der Kanton verfügen derzeit (noch) nicht 
über eigene, auf die Beschaffungen durch die Gemeinden anwend­
bare Rechtsgrundlagen.

b) Die Bestimmungen der Interkantonalen Vereinbarung über das 
öffentliche Beschaffungswesen sind mangels Erreichens des Schwel­
lenwertes nicht anwendbar. Gemäss Art. 7 Abs. 1 lit. b IVöB beläuft 
sich der Schwellenwert bei Lieferungen und Dienstleistungen auf 
Fr. 403'000.--. Der vorliegend zu beurteilende Streit über die Vergabe 
der Schneeräumung auf der Unterstrasse in X. hat aufgrund der im 
Recht liegenden Abrechnungen für die Winterdienste 1996/97 bis 
1998/99 einen jährlich wiederkehrenden Wert von rund Fr. 10'000.— . 
Im Entwurf der Baudirektion zu einer Verordnung über das öffentliche 
Beschaffungswesen ist vorgesehen (Art. 9), den Wert von wiederkeh­

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renden Liefer- oder Dienstleistungsaufträgen dem tatsächlichen Ge­
genwert während der letzten 12 Monate resp. dem geschätzten Wert 
von wiederkehrenden Aufträgen in den 12 Monaten, die dem Erstauf­
trag folgen, gleichzusetzen. Würden diese Bewertungsregeln im Sinne 
einer Vorwirkung zur Anwendung gelangen, wäre der Schwellenwert 
der IVöB offensichtlich auch nicht erreicht. Er wäre es selbst dann 
nicht, wenn der Wert sinngemäss nach Art. 115 der Zivilprozessord­
nung (ZPO, bGS 231.1; Streitwert im Zivilprozess) berechnet würde. 
Nach Art. 115 Abs. 3 ZPO beläuft sich der Streitwert bei wiederkeh­
renden Leistungen von ungewisser Dauer auf den zwanzigfachen 
Betrag der einjährigen Leistung. Das würde hier einem Gesamtwert 
von rund Fr. 200’000.- entsprechen.

c) Von Bundesrechtes wegen direkt anwendbar sind trotz Fehlens 
von kantonalen Einführungsbestimmungen die materiellen und for­
mellen Mindestgarantien, die das Binnenmarktgesetz gewährleistet. 
Es sind dies im öffentlichen Beschaffungswesen in materieller Hinsicht 
nach Art. 5 BGBM die Nichtdiskriminierung und die Publikation um­
fangreicher Vorhaben. Als formelle Garantie sieht das BGBM in Art. 5 
Abs. 1 Satz 2 und Art. 9 die Verfügungsform von Auftragsvergaben 
und die Rechtsweggarantie vor. Zur innerkantonalen Umsetzung der 
Rechtsweggarantie hat der Regierungsrat am 23. Juni 1998 die Ver­
ordnung über den Rechtsschutz im öffentlichen Beschaffungswesen 
erlassen (bGS 712.3). Die Verordnung wird ab dem 1. Juli 1998 an­
gewendet.

Nach Art. 1 der Verordnung über den Rechtsschutz im öffentlichen 
Beschaffungswesen gilt die Rechtsweggarantie des Binnenmarktge­
setzes für den Kanton, die Gemeinden, die Zweckverbände, andere 
öffentliche Körperschaften sowie Dritte, soweit diese Träger öffentli­
cher Aufgaben sind. Der Rechtsschutz richtet sich gemäss Art. 2 der 
Verordnung nach den Art. 15 bis 18 IVöB.

4. Mit der Beschwerde an die unabhängige kantonale Instanz kön­
nen nach Art. 16 IVöB Rechtsverletzungen einschliesslich Über­
schreitung oder Missbrauch des Ermessens sowie die unrichtige oder 
unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes ge­
rügt werden. Unangemessenheit kann nicht geltend gemacht werden. 
Gegen den Entscheid des kantonalen Gerichtes ist kein ordentliches

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Rechtsmittel gegeben. Vorbehalten bleibt gemäss Art. 9 Abs. 2 BGBM 
einzig die staatsrechtliche Beschwerde an das Bundesgericht.

Für das vorliegende Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass die 
Beurteilung lediglich mit sogenannt eingeschränkter Kognition erfolgen 
kann. Die Beschwerdeführer können nur Rechtsverletzungen rügen. 
Zu den Rechtsverletzungen gehört die Ermessensüberschreitung. 
Soweit die Vorinstanz ihren Entscheid innerhalb des ihr vom Gesetz 
eingeräumten Ermessensspielraumes gefällt hat, kann die Rechtsmit­
telinstanz nicht einschreiten. Selbst dann nicht, wenn neben der von 
der Vorinstanz getroffenen Entscheidung auch andere Lösungen al­
lenfalls möglich und zweckmässig gewesen wären.

5. Im Lichte dieser Rechtslage ergibt sich in bezug auf die einzel­
nen von den Beschwerdeführern vorgetragenen Rügen folgendes:

a) Die Beschwerdeführer sind der Ansicht, dass die Gemeinde den 
Auftrag hätte publizieren müssen. Aus der oben dargestellten Rechts­
lage ergibt sich, dass auf die vorliegende Streitsache einzig das Bin­
nenmarktgesetz direkt anwendbar ist. Art. 5 Abs. 2 BGBM schreibt die 
Publikation für umfangreiche öffentliche Einkäufe, Dienstleistungen 
und Bauten vor. Im zu beurteilenden Falle ist es unbestritten, dass der 
jährliche Wert der vergebenen Dienstleistung circa Fr. 10'000.-- be­
trägt. Wenn die Vorinstanz diesen Betrag nicht als umfangreiche 
Dienstleistung qualifiziert hat, hat sie ihr Ermessen damit keineswegs 
überschritten, weshalb sie zur Publikation nicht verpflichtet war. Im 
übrigen ist den Beschwerdeführern aus der Unterlassung der Publika­
tion kein Nachteil erwachsen, weil sie von der Neuvergabe ohnehin 
Kenntnis erhalten und sich auch rechtzeitig um den Auftrag beworben 
hatten.

b) Die Gemeinde X. hatte seinerzeit den Traktor von F. mit einem 
Pfadschlitten und Schneeketten auf Kosten der Gemeinde ausge­
rüstet. Die Beschwerdeführer bringen hierzu vor, dass sie den Ge­
meindeingenieur darüber orientiert hätten, dass sie sogar bereit wä­
ren, einen eigenen Schneepflug zu kaufen, wenn sie den Schneeräu­
mungsauftrag erhalten würden. Sie machen damit sinngemäss gel­
tend, dass ihr Angebot für die Gemeinde das wirtschaftlich günstigere 
gewesen sei. Wenn die Vorinstanz dazu nun ausführt, dass dieses 
Angebot für die Gemeinde kostenneutral gewesen wäre, kann das 
nicht als Ermessensüberschreitung beanstandet werden. Wäre das

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Angebot der Beschwerdeführer berücksichtigt worden und hätten sie 
einen eigenen Schneepflug und eigene Schneeketten angeschafft, 
hätte F. den Schneepflug an seinem Traktor entweder der Gemeinde 
abkaufen müssen, oder die Gemeinde hätte einen Schneepflug ge­
habt, den sie eigentlich nicht brauchen konnte. Alle Varianten 
(Schneebruch durch F. mit Pflug der Gemeinde, Schneebruch durch 
Beschwerdeführer mit eigenem Pflug, dabei Rückgabe oder Erwerb 
des Pfluges der Gemeinde durch F.) wären durchaus möglich und 
auch zweckmässig gewesen. Indem sich die Gemeinde für die eine 
Variante entschieden hatte, hat sie ihr Ermessen nicht missbraucht, 
weshalb der Zuschlag an F. gesetzmässig und nicht zu beanstanden 
ist.

c) Die Vorinstanz hat als Zuschlagskriterium auch berücksichtigt, 
dass der Schneebruch durch F. in den vergangenen Jahren zuverläs­
sig besorgt worden ist. Die Beschwerdeführer bringen vor, dass glei­
ches auch von ihnen hätte erwartet werden können. Das trifft zweifel­
los zu. Trotzdem hat die Vorinstanz ihr Ermessen nicht missbraucht 
oder überschritten, wenn sie den Zuschlag an F. erteilt hatte.

d) Die Rüge der Beschwerdeführer, F. sei erst seit kurzem in der 
Gemeinde X. wohnhaft, habe dort noch nie Steuern bezahlt und sich 
auch sonst am öffentlichen Leben noch nicht beteiligt, ist ein sach- 
fremdes Argument, das aufgrund des Gebotes der Nichtdiskriminie­
rung gemäss Art. 5 BGBM für die Erteilung des Zuschlages gerade 
nicht ausschlaggebend sein durfte.

e) Die Neuregelung der Fahrrechte auf der Privatstrasse G./S. hat 
für die Vergabe des Winterdienstes auf der Unterstrasse rechtlich 
keine Bedeutung. Dass die Beschwerdeführer nach der Neuregelung 
eine Unterhalts- und damit eine Schneebruchpflicht auf einer Strecke 
von mehr als einem Kilometer trifft, mag ein Grund dafür sein, dass sie 
sich entschlossen haben, einen eigenen Schneepflug zu kaufen und 
der Gemeinde ein Angebot mit eigenem Pflug zu unterbreiten. Ein 
solches Angebot macht durchaus Sinn. Die Vorinstanz hat trotzdem 
das ihr zustehende Ermessen nicht überschritten oder missbraucht, 
wenn sie den Auftrag in der Weise vergab, dass ihr eigener Schnee­
pflug verwendet wird.

f) Zusammenfassend ergibt sich, dass die Vorinstanz das ihr auf­
grund der Rechtslage im Kanton Appenzell A.Rh. zustehende, sehr

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weite Ermessen bei der Vergabe des Auftrages zum Schneebruch auf 
der Unterstrasse nicht überschritten hat. Der Zuschlag an F. ist daher 
nicht zu beanstanden, und die Beschwerde ist abzuweisen.

VGP 15.12.1999

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Finanzausgleich. Reduktion oder Entzug des Staatsbeitrages nach 
Art. 14 FAV.

Aus den Erwägungen:
2. Nach Art. 1 der Finanzausgleichsverordnung (FAV, 

bGS 613.1) erfolgt die staatliche Unterstützung der Gemeinden alljähr­
lich aufgrund der gemäss FAV sich ergebenden Rechnungen der ver­
gangenen drei Jahre. Die gesamten Unterstützungsbeiträge des 
Staates dürfen den Betrag einer Landessteuer von Yi %o (14 Einheit) 
nicht übersteigen. Verfassungsmässiges Ziel dieses Finanzausglei­
ches ist, dass die Steuerbelastung in den Gemeinden nicht unverhält­
nismässig variiert (J. Schoch, Leitfaden durch die Ausserrhodische 
Kantonsverfassung, N1 zu Art. 104). Voraussetzung für den sog. 
Hauptbeitrag ist nach Art. 2 FAV, dass die Gemeinde im Dreijahres­
durchschnitt einen Steuerfuss erhebt, der nicht unter dem Durchschnitt 
aller 20 Gemeinden liegt. Nach Abs. 2 dieser Bestimmung haben die­
jenigen Gemeinden Anspruch auf einen Beitrag, deren durchschnittlich 
nötiger Steuerbedarf mit Ausschluss von Landes- und Kirchensteuern 
über dem Durchschnitt aller 20 Gemeinden steht. Dieser Anspruch auf 
einen Hauptbeitrag wird weitestgehend durch die präzisen Berech­
nungsvorgaben in Art. 11 FAV bestimmt. Vorbehaltlich der Plafonie- 
rung auf eine halbe Einheit der Landessteuer (Art. 11 Abs. 2) besteht 
somit ein Rechtsanspruch auf einen Hauptbeitrag in bestimmter Höhe. 
Der Hauptbeitrag einer Gemeinde bemisst sich einerseits nach dem 
über dem Dreijahresdurchschnitt aller Gemeinden liegenden Mehrbe­
darf an Steuereinheiten und anderseits nach der Steuerkraft, d.h. dem 
durchschnittlichen Ertrag einer Steuereinheit in den vorangehenden

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