# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2f2b6218-c07d-517e-ac57-df7c98cc04f6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2009 C-1835/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1835-2008_2009-11-10.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1835/2008/str
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Johannes 
Frölicher, Richterin Elena Avenati-Carpani, 
Gerichtsschreiber Roger Stalder.

Z._______,
vertreten durch Advokat lic. iur. David Schweizer, 
Wartenbergstrasse 36, 4127 Birsfelden,
Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,
avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 
1211 Genf 2,
Vorinstanz.

IV (Rente).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1835/2008

Sachverhalt:

A.
Der 1949 geborene, aus Grossbritannien stammende Z._______ (im 
Folgenden: Versicherter oder Beschwerdeführer) absolvierte nach der 
obligatorischen Schulzeit  erfolgreich eine Lehre als Gitarrenbauer. In 
der Folge bildete er sich in diversen berufsfremden Bereichen weiter 
und war unter anderem als Projektleiter und Geschäftsführer tätig. Ab 
1. März 1988 ging er einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nach und 
am  a._______  1999  wurde  die  von  ihm  gegründete  Einzelfirma 
Y._______, die mitunter Unternehmensführung auf Mandatsbasis be-
zweckte, ins Handelsregister eingetragen. Der während mehrerer Jahr-
zehnte in der Schweiz wohnhaft, erwerbstätig und obligatorisch bei der 
schweizerischen  Alters-,  Hinterlassenen-  und  Invalidenversicherung 
(im Folgenden: AHV resp. IV) versichert gewesene Versicherte melde-
te sich per Ende Dezember 2005 nach Frankreich ab. Nach erneuter 
Wohnsitzbegründung ab 1. Mai 2006 in der Schweiz meldete er sich 
am 13. Juni 2006 bei der IV-Stelle des Kantons Basel-Stadt (im Fol-
genden: IV-Stelle BS) erstmals zum Bezug von IV-Leistungen in Form 
von Berufsberatung und Arbeitsvermittlung an (act. 1,  4, 5, 7, 8 und 
42).

B.
Nach Durchführung  von Abklärungen  insbesondere  in  medizinischer 
Hinsicht (act. 11, 13, 15, 16 und 22) beauftragte die IV-Stelle BS am 
13. Juli 2007 Dr. med. X._______, FMH Psychiatrie und Psychothera-
pie, mit einer psychiatrischen Abklärung (act. 23). Nachdem der Versi-
cherte seinen Wohnsitz per 31. Juli 2007 erneut nach Frankreich ver-
legt  hatte  (act.  32)  und  am  17.  August  2007  der  Abklärungsbericht 
"Selbständigerwerbende"  verfasst  worden war  (act. 25),  erstellte  der 
Experte  Dr. med. X._______  am  5. September  2007  das  psychiatri-
sche Gutachten bzw. präzisierte dieses am 15. Oktober 2007 (act. 26 
bis 28). Dr. med. X._______ hielt dafür, dass der Versicherte zwar ab 
April 2006 sowohl in der angestammten als auch in einer leidensadap-
tierten Verweistätigkeit eine volle Arbeitsunfähigkeit aufweise, diesem 
jedoch ab Austrittsdatum aus den W._______ (26. Juni 2007) eine an-
gepasste Tätigkeit wieder voll zumutbar sei. Gestützt auf diese Beur-
teilung stellte die IV-Stelle BS dem Versicherten mit Vorbescheid vom 
19. Oktober  2007 mit  Wirkung ab 1. April  2007 bis  Ende Juni  2007 
eine befristete ganze IV-Rente in Aussicht (act. 29). 

Seite 2

C-1835/2008

C.
Nachdem der Versicherte am 23. Oktober 2007 über die Gewährung 
von Beratung und Unterstützung bei der Stellensuche informiert wor-
den war (act. 31) und Dr. med. V._______, Allgemeine Medizin FMH, 
am  7. November  2007  eine  Stellungnahme  verfasst  hatte  (act.  40), 
wurde am 16. November 2007 die Arbeitsvermittlung abgeschlossen; 
der Versicherte selbst war der Ansicht, es sei der IV nicht möglich, ihn 
bei  der  Arbeitsvermittlung  zu  unterstützen  (act.  44).  Ebenfalls  am 
16. November  2007  liess  der  Versicherte,  vertreten  durch  Advokat 
lic. iur. David Schweizer, seine Einwendungen gegen den Vorbescheid 
vom 19. Oktober 2007 vorbringen und beantragen, es seien zusätzli-
che ärztliche Abklärungen vorzunehmen und es sei ihm auch über den 
30. Juni 2007 hinaus eine IV-Rente zuzusprechen (act. 35, 36 und 46). 
Nachdem der Versicherte mit Eingabe vom 6. Februar 2008 eine Ver-
schlechterung  des  Gesundheitszustandes  geltend  gemacht  hatte 
(act. 48),  erliess die IV-Stelle für  Versicherte im Ausland (im Folgen-
den: IVSTA oder  Vorinstanz)  am 26. Februar  2008  eine dem Vorbe-
scheid vom 19. Oktober 2007 im Ergebnis entsprechende Verfügung 
(act. 49).

D.
Mit  Schreiben  vom  4.  März  2008  orientierte  die  IV-Stelle  BS  den 
Rechtsvertreter des Versicherten dahingehend, dass die bis zum Zeit-
punkt des Versands des Vorbescheids zugestellten medizinischen Ak-
ten  keine  rentenwirksame Arbeits-  und  Erwerbsfähigkeit  zu  belegen 
vermöchten und sich der Versicherte bei einer gesundheitlichen Ver-
schlechterung  erneut  anmelden  könne  (act.  50).  Daraufhin  liess  der 
Versicherte mit Eingabe vom 19. März 2008 beim Bundesverwaltungs-
gericht Beschwerde erheben und beantragen, es sei die angefochtene 
Verfügung der IVSTA vom 26. Februar 2008 aufzuheben und es sei die 
Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen, damit diese ihm nach weite-
ren  Abklärungen  die  gesetzlich  zustehenden  Leistungen  zuspreche. 
Soweit sich das Bundesverwaltungsgericht dazu in der Lage sehe, sei-
en  ihm  die  IV-Rente  nebst  Zusatzrente  für  die  Tochter  über  den 
30. Juni 2007 hinaus direkt durch das Gericht zuzusprechen (act. des 
Bundesverwaltungsgericht [im Folgenden: B-act.] 1). Zur Begründung 
wurde  im  Wesentlichen  ausgeführt,  die  Beurteilung  von  Dr.  med. 
X._______  hätte  sich  als  zu  optimistisch und die  Hoffnung auf  eine 
Wiedereingliederung aufgrund der psychischen Erkrankung als  völlig 
unrealistisch  erwiesen.  Dass  sich  die  Befürchtungen  von  Dr.  med. 
X._______ hinsichtlich der Möglichkeit des Scheiterns des Eingliede-

Seite 3

C-1835/2008

rungsversuchs erfüllt  hätten, könnten auch die Dres. med. V._______ 
und U._______ bestätigen. Wenn Dr. med. X._______ angebe, dass 
beim  Versicherten  rasche,  situationsgebundene  Stimmungswechsel 
bestünden,  so  lasse  dies  die  Auffassung  von  Dr. med.  V._______, 
wonach die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit durch Dr. med. X._______ 
als  Momentsicht  zu  werten  sei,  zusätzlich  als  glaubhaft  erscheinen. 
Weiter sei mit Verfügung vom 26. Februar 2008 bis zum Zeitpunkt des 
Verfügungserlasses  und  nicht  bloss  bis  zum  Zeitpunkt  des 
Vorbescheids entschieden worden. Die IV hätte nach Erhalt  des Be-
richts von Dr. med. V._______ vom 7. November 2007, spätestens je-
doch nachdem der Versicherte im Vorbescheidsverfahren um die Ein-
holung weiterer medizinischer Berichte bei den behandelnden Ärzten 
ersucht habe, die Situation umgehend neu abklären müssen; dies sei 
jedoch nicht  erfolgt. Würde der Versicherte lediglich eine Neuanmel-
dung vornehmen und auf eine Beschwerde verzichten, würde er jegli-
chem Rentenanspruch in der Zeit vom 1. Juli 2007 bis zum 26. Februar 
2008 verlustig gehen. Schliesslich sei zu beanstanden, dass beim In-
valideneinkommen  kein  behinderungsbedingter  Abzug  berücksichtigt 
worden sei.

E.
Mit  Zwischenverfügung  vom  2.  April  2008  wurde  den  Parteien  der 
Spruchkörper  für  den  vorliegenden  Entscheid  bekannt  gegeben  und 
der Beschwerdeführer – unter Hinweis auf die massgebliche gesetzli-
che Bestimmung bzw. die Folgen bei Nichtbezahlung – aufgefordert, 
einen Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- zu leisten (B-act. 2). 
Dieser Aufforderung kam der Beschwerdeführer innerhalb dieser Frist 
nach (B-act. 4).

F.
Am  16.  Juni  2008  wurde  das  Bundesverwaltungsgericht  von  der 
Vorinstanz telefonisch darüber in Kenntnis gesetzt, dass das Dossier 
von der IVSTA an die IV-Stelle BS zur Vernehmlassung weitergeleitet 
worden sei (B-act. 5). In der Folge beantragte die Vorinstanz gestützt 
auf  die  von  der  IV-Stelle  BS  ausgearbeitete  Vernehmlassung  vom 
24. Juni 2008 am 26. Juni 2008 die Abweisung der Beschwerde und 
die Bestätigung der angefochtenen Verfügung (B-act. 6). In dieser Ver-
nehmlassung wurde die Beurteilung des Dr. med. V._______, Facharzt 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 24. Juni 2006 (act. 51) wiederge-
geben.

Seite 4

C-1835/2008

G.
Replicando liess  der  Beschwerdeführer  am 12. August  2008 vollum-
fänglich an seinen beschwerdeweise vorgebrachten Rechtsbegehren, 
an  deren  Begründung  sowie  an  den  Beweisanträgen  festhalten  (B-
act. 8). In ihrer Duplik vom 26. Oktober 2008 stellte die Vorinstanz ge-
stützt auf die Stellungnahme der IV-Stelle BS vom 25. August 2008 die 
selben  Rechtsbegehren  wie  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  26.  Juni 
2008 (B-act. 10).

H.
Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften der Par-
teien ist – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen wei-
ter einzugehen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
Ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind und auf eine Beschwerde 
einzutreten ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von Amtes wegen 
und mit freier Kognition (vgl. BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen). 

1.1.1 Laut Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  seit  dem 
1. Januar 2007 Beschwerden gegen Verfügungen gemäss Art. 5 des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfah-
ren (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG 
vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in Art. 33 VGG genannten Behör-
den. Zu diesen gehört auch die IVSTA, die mit Verfügungen auch über 
Rentengesuche von Grenzgängerinnen und Grenzgängern – wie dem 
Beschwerdeführer (vgl. auch E. 2. hiernach) – befindet (Art. 33 Bst. d 
VGG; vgl. Art. 69 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 
über die Invalidenversicherung [IVG, SR 831.20] sowie Art. 40 Abs. 2, 
dritter Satz und Art. 40 Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 
über die Invalidenversicherung [IVV, SR 831.201]).

1.1.2 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach  dem  VwVG,  soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt 
(vgl. Art. 37 VGG). Gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG bleiben in sozialversi-
cherungsrechtlichen  Verfahren  die  besonderen  Bestimmungen  des 

Seite 5

C-1835/2008

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) vorbehalten. 

1.1.3 Die  Beschwerde  wurde  frist-  und  formgerecht  eingereicht 
(vgl. Art.  38  ff.  und Art.  60  ATSG). Als  Adressat  des  angefochtenen 
Entscheides  ist  der  Beschwerdeführer  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  dessen  Aufhebung  oder  Änderung 
(vgl. Art. 59 ATSG). Nachdem auch der Kostenvorschuss fristgerecht 
geleistet  wurde,  ergibt  sich  zusammenfassend,  dass  sämtliche  Pro-
zessvoraussetzungen erfüllt sind. Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt  bildet  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom 
26. Februar 2008. Streitig und zu prüfen ist  der Rentenanspruch des 
Beschwerdeführers und in diesem Zusammenhang insbesondere die 
Frage,  ob  die  Vorinstanz  den  Sachverhalt  rechtsgenüglich  abgeklärt 
und gewürdigt hat.

2.

2.1 Vorliegend steht fest, dass sich der Versicherte per Ende Dezem-
ber 2005 nach Frankreich abgemeldet, ab 1. Januar 2006 eine Grenz-
gängerbewilligung erhalten und im Zeitpunkt der Anmeldung zum Leis-
tungsbezug bei der IV-Stelle BS (13. Juni 2006) wiederum Wohnsitz in 
der Schweiz (ab 1. Mai 2006) gehabt hatte (act. 1). Die IV-Stelle BS 
nahm dieses Leistungsgesuch entgegen und klärte den für die Beur-
teilung des Anspruchs auf eine IV-Rente erheblichen Sachverhalt ab. 
Nach Erlass des Vorbescheids vom 19. Oktober 2007 (act. 29) und der 
Mitteilung betreffs Arbeitsvermittlung vom 23. Oktober 2007 (act. 31) 
erfuhr die IV-Stelle BS am 24. Oktober 2007, dass der Versicherte seit 
dem 1. August 2007 erneut in Frankreich wohnhaft ist und über eine 
Bewilligung  als  Grenzgänger  verfügt  (act.  32).  Aufgrund  dieser  Um-
stände sandte die IV-Stelle BS am 29. Oktober 2007 unter anderem 
eine Kopie des Vorbescheids an die Schweizerische Ausgleichskasse, 
da sie der Auffassung war, dass diese zur Berechnung der IV-Rente 
zuständig sei (act. 33 und 34). Nachdem die IV-Stelle BS am 16. No-
vember 2007 die Arbeitsvermittlung abgeschlossen hatte (act. 44) und 
gleichentags der Versicherte seine Einwendungen gegen den Vorbe-
scheid vom 19. Oktober 2007 hatte vorbringen lassen (act. 46), erliess 
die Vorinstanz am 26. Februar 2008 eine im Sinne des Vorbescheids 
lautende Verfügung (act. 49).

Seite 6

C-1835/2008

2.2 Der Wechsel der IV-Stelle nach Erlass des Vorbescheids und vor 
der Verfügung über den Rentenanspruch widerspricht  Art. 40 Abs. 3 
IVV. Diese Vorschrift, wonach die einmal begründete Zuständigkeit im 
Verlaufe des Verfahrens erhalten bleibt, gilt grundsätzlich auch im Ver-
hältnis kantonale IV-Stellen/IV-Stelle für Versicherte im Ausland. Vorlie-
gend  hätte  somit  richtigerweise  die  kantonale  IV-Stelle  BS verfügen 
müssen. Mit anderen Worten ist der Wechsel der IV-Stelle vor der Ver-
fügung über den Rentenanspruch als gesetzwidrig zu bezeichnen. 

2.3 Da nach dem Dargelegten die Verfügung vom 26. Februar  2008 
von  der  örtlich  unzuständigen  Vorinstanz  erlassen  wurde,  stellt  sich 
die Frage nach deren rechtlichen Schicksal. Die Verfügung einer örtlich 
unzuständigen IV-Stelle ist in der Regel nicht nichtig (ZAK 1989 S. 606 
Erw. 1b; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts I 914/06 vom 3. Oktober 
2007, E. 3.2 und BGE 122 I 97 E. 3a/aa). Da vorliegend die fehlende 
Zuständigkeit nicht gerügt wurde und aufgrund der gegebenen Akten-
lage in der Sache entschieden werden kann, ist aus prozessökonomi-
schen Gründen von der Aufhebung der Verfügung der Vorinstanz und 
von der Überweisung der Sache an die zuständige IV-Stelle BS abzu-
sehen. Im Übrigen ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die  IV-Stelle  BS im 
vorliegenden Verfahren auf Ersuchen der Vorinstanz zu den Vorbringen 
in der Beschwerde (B-act. 6) und in der Replik (B-act. 10) Stellung ge-
nommen hatte. Ob dadurch der Mangel der örtlichen Unzuständigkeit 
der verfügenden IVSTA geheilt  wurde, kann vorliegend offen bleiben, 
da  sich  die  Sache  gemäss  nachfolgender  materieller  Beurteilung 
durch das Bundesverwaltungsgericht als nicht spruchreif  erweist und 
an die IV-Stelle BS zu weiterer Abklärung und neuer Verfügung zurück-
zuweisen ist (vgl. zum Ganzen Urteil I 232/03 des Eidg. Versicherungs-
gerichts  [ab  1.  Januar  2007:  Bundesgericht]  vom  22.  Januar  2004, 
E. 3.1 und 3.3.1 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch die seit  1. Januar 
2003 gültige Rz 4010 [bis Ende Dezember 2002: Rz 4024] des Kreis-
schreibens über das Verfahren in der Invalidenversicherung [KSVI]).

3.

3.1 Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger von Grossbritannien 
und wohnt zur Zeit in Frankreich, weshalb das am 1. Juni 2002 in Kraft 
getretene  Abkommen  vom  21.  Juni  1999  zwischen  der  Schweizeri-
schen  Eidgenossenschaft  einerseits  und  der  Europäischen  Gemein-
schaft  und ihrer  Mitgliedsstaaten andererseits  über  die  Freizügigkeit 
(FZA, SR 0.142.112.681) zu beachten ist. Nach Art. 1 Abs. 1 des auf 

Seite 7

C-1835/2008

der  Grundlage des  Art.  8  FZA ausgearbeiteten  und  Bestandteil  des 
Abkommens bildenden (Art. 15 FZA) Anhangs II  ("Koordinierung der 
Systeme der sozialen Sicherheit") des FZA in Verbindung mit Abschnitt 
A dieses Anhangs wenden die Vertragsparteien untereinander insbe-
sondere die Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 
1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeit-
nehmer und Selbstständige sowie  deren Familienangehörige,  die in-
nerhalb  der  Gemeinschaft  zu-  und abwandern  (SR 0.831.109.268.1; 
nachfolgend:  Verordnung  Nr.  1408/71),  und  die  Verordnung  (EWG) 
Nr. 574/72 des Rates vom 21. März 1972 über die Durchführung der 
Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 über die Anwendung der Systeme der 
sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und Selbstständige sowie deren 
Familienangehörige, die innerhalb der Gemeinschaft  zu-  und abwan-
dern  (SR  0.831.109.268.11;  nachfolgend:  Verordnung  Nr. 574/72), 
oder gleichwertige Vorschriften an. Dabei ist im Rahmen des FZA auch 
die Schweiz als "Mitgliedstaat" im Sinne dieser Koordinierungsverord-
nungen zu betrachten (Art. 1 Abs. 2 Anhang II des FZA). 

Nach Art. 40 Abs. 4 der Verordnung Nr. 1408/71 ist die vom Träger ei-
nes Staates getroffene Entscheidung über die Invalidität eines Antrag-
stellers  für  den  Träger  eines  anderen  betroffenen  Staates  nur  dann 
verbindlich, wenn die in den Rechtsvorschriften dieser Staaten festge-
legten Tatbestandsmerkmale der Invalidität in Anhang V dieser Verord-
nung  als  übereinstimmend  anerkannt  sind.  Eine  solche  anerkannte 
Übereinstimmung besteht  für  das Verhältnis zwischen einzelnen EU-
Mitgliedstaaten und der  Schweiz nicht. Der Invaliditätsgrad bestimmt 
sich daher auch im Geltungsbereich des FZA nach schweizerischem 
Recht ( BGE 130 V 253 E. 2.4).

3.2 Gemäss Art. 2 ATSG sind die Bestimmungen dieses Gesetzes auf 
die  bundesgesetzlich  geregelten  Sozialversicherungen  anwendbar, 
wenn und soweit die einzelnen Sozialversicherungsgesetze es vorse-
hen. Nach Art. 1 IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invali-
denversicherung anwendbar (Art. 1a bis 70 IVG), soweit das IVG nicht 
ausdrücklich eine Abweichung vom ATSG vorsieht. Dabei finden nach 
den allgemeinen intertemporalrechtlichen Regeln in formell-rechtlicher 
Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze Anwendung, welche im 
Zeitpunkt  der  Beschwerdebeurteilung Geltung  haben  (BGE 130 V  1 
E. 3.2). 

Seite 8

C-1835/2008

In  materiellrechtlicher  Hinsicht  sind  grundsätzlich  diejenigen Rechts-
sätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führen-
den Tatbestandes Geltung haben (BGE 130 V 329). Ein allfälliger Leis-
tungsanspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der 
bisherigen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prü-
fen (pro rata temporis; BGE 130 V 445). Im vorliegenden Verfahren fin-
den demnach grundsätzlich jene Vorschriften Anwendung, die bei Ein-
tritt des Versicherungsfalles, spätestens jedoch im Zeitpunkt des Erlas-
ses der Verfügung vom 26. Februar 2008 in Kraft standen; weiter aber 
auch solche Vorschriften, die zu jenem Zeitpunkt bereits ausser Kraft 
getreten waren, die aber für die Beurteilung eines allenfalls früher ent-
standenen Rentenanspruchs von Belang sind (das IVG ab dem 1. Ja-
nuar 2004 in der Fassung vom 21. März 2003 [AS 2003 3837; 4. IVG-
Revision] und ab dem 1. Januar 2008 in der Fassung vom 6. Oktober 
2006 [AS 2007 5129; 5. IV-Revision]; die IVV in den entsprechenden 
Fassungen der 4. und 5. IV-Revision).

3.3 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG), 
die  Folge  von  Geburtsgebrechen,  Krankheit  oder  Unfall  sein  kann 
(Art. 4 Abs. 1 IVG). Invalidität ist somit der durch einen Gesundheits-
schaden verursachte und nach zumutbarer Behandlung oder Einglie-
derung verbleibende länger dauernde (volle oder teilweise) Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichen-
en Arbeitsmarkt resp. der Möglichkeit, sich im bisherigen Aufgabenber-
eich zu betätigen. Der Invaliditätsbegriff  enthält  damit zwei Elemente 
(vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, Art. 8 Rz. 7): 
Ein medizinisches (Gesundheitsschaden mit Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit)  und  ein  wirtschaftliches  im  weiteren  Sinn  (dauerhafte 
oder  länger  dauernde  Einschränkung  der  Erwerbsfähigkeit  oder  der 
Tätigkeit im Aufgabenbereich). 

Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise 
Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Ar-
beit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in 
einem  anderen  Beruf  oder  Aufgabenbereich  berücksichtigt  (Art.  6 
ATSG). 

Erwerbsunfähigkeit  ist  der  durch  Beeinträchtigung  der  körperlichen, 
geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumut-

Seite 9

C-1835/2008

barer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilwei-
se Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). 

3.4  Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 gel-
tenden Fassung) besteht  der Anspruch auf  eine ganze Rente, wenn 
die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditäts-
grad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und 
bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente. Hieran hat  die  5. IV_Revision  nichts  geändert  (Art.  28 
Abs. 2 IVG in der ab 2008 geltenden Fassung). Laut Art. 28 Abs. 1ter 

IVG (in der von 2004 bis Ende 2007 geltenden Fassung) bzw. Art. 29 
Abs. 4 IVG (in der ab 2008 geltenden Fassung) werden Renten, die ei-
nem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, jedoch nur an 
Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und gewöhnlichen Aufent-
halt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben. Nach der Rechtsprechung 
des Eidg. Versicherungsgerichts (EVG; ab 1. Januar 2007: Bundesge-
richt)  stellt  diese  Regelung  nicht  eine  blosse  Auszahlungsvorschrift, 
sondern  eine  besondere  Anspruchsvoraussetzung  dar  (BGE  121  V 
275 E. 6c).

Nach den Vorschriften der 4. IV-Revision entsteht der Rentenanspruch 
frühestens in dem Zeitpunkt,  in dem die versicherte Person mindes-
tens zu 40% bleibend erwerbsunfähig (Art. 7 ATSG) geworden ist oder 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens zu 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen war (Art. 29 
Abs. 1 Bst. a und b IVG in der von 2004 bis Ende 2007 geltenden Fas-
sung). Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG in der ab 1. Januar 2008 geltenden 
Fassung haben jene Versicherten Anspruch auf  eine Rente,  die ihre 
Erwerbsfähigkeit  oder  die  Fähigkeit,  sich  im  Aufgabenbereich  zu 
betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder 
herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), und die zusätzlich 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und auch 
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 
sind (lit. b und c).

3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die 
ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu 

Seite 10

C-1835/2008

stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem 
Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person ar-
beitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichti-
ge Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen 
der versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 
256 E. 4, BGE 115 V 133 E. 2; AHI-Praxis 2002 S. 62 E. 4b/cc). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Be-
richt für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen  beruht,  auch  die  geklagten  Beschwerden  berücksichtigt,  in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Dar-
legung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen be-
gründet  sind. Ausschlaggebend für  den Beweiswert  ist  grundsätzlich 
somit weder die Herkunft  eines Beweismittels noch die Bezeichnung 
der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Be-
richt oder Gutachten, sondern dessen Inhalt  (BGE 125 V 351 E. 3a; 
AHI 2001 S. 113 f. E. 3a; RKUV 2003 U 487 S. 345 E. 5.1).

4.

Die Vorinstanz stütze sich im Rahmen der angefochtenen Verfügung 
vom 26. Februar 2008 insbesondere auf das Gutachten von Dr. med. 
X._______ vom 5. September 2007 (act. 26) und die Stellungnahme 
von Dr. med. T._______ vom 24. Juni 2008 (act. 51). Diese sowie wei-
tere  medizinische  Aktenstücke  sind  nachfolgend  zusammengefasst 
wiederzugeben und zu würdigen.

4.1 Der Experte Dr. med. X._______ diagnostizierte rezidivierende de-
pressive Störungen, aktuell leichte Episode (ICD-10: F33.0), sowie als 
Differentialdiagnose eine bipolare affektive Störung, gegenwärtig leich-
te depressive Episode (ICD-10: F31.3). Weiter erwähnte er eine Per-
sönlichkeitsstörung  emotional  instabilen  Typs  (ICD-10:  F60.30). 
Dr. med. X._______ führte aus, der Versicherte werde aufgrund seines 
schwer depressiven Zustands seit  April  2006 vollständig arbeitsunfä-
hig geschrieben,  was nachvollziehbar  sei. Mittlerweile  habe sich  der 
Zustand gebessert und es könne an eine Wiederaufnahme der Arbeit 
gedacht  werden.  Zurzeit  bestehe  eine  etwa  40%ige  Leistungsein-
schränkung für die bisherige Tätigkeit. Für eine alternative Tätigkeit, in 
der der Versicherte keine Eigenverantwortung übernehmen und die er 
nicht unter hohem Zeitdruck durchführen müsste, könne ab Austrittda-

Seite 11

C-1835/2008

tum aus der Klinik vom 26. Juni 2007 eine volle Arbeitsfähigkeit ange-
nommen werden. Er benötige dringend berufsberaterische Massnah-
men (Hilfe bei der Suche einer Tätigkeit). Zufolge der gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen in psychischer Hinsicht müsse auch in Zukunft mit 
depressiven  Dekompensationen  gerechnet  werden.  Am  15.  Oktober 
2007  präzisierte  Dr.  med.  X._______  seine  Angaben  dahingehend, 
dass der Versicherte ab April 2006 in jeglichen Tätigkeiten voll arbeits-
unfähig sei (act. 28).

Am 7. November 2007 berichtete Dr. med. V._______, Allgemeine Me-
dizin FMH, das Gutachten von Dr. med. X._______ könne lediglich als 
"Momentsicht"  gewertet  werden.  Die  Depression  habe  sich  auf  ein 
stärkeres Mass entwickelt. Zwischenzeitlich laufe das Scheidungsver-
fahren weiter, was den Versicherten zusätzlich deprimiere. Er, Dr. med. 
V._______,  werde  ihn  deshalb  weiterhin  zu  100 %  arbeitsunfähig 
schreiben. Obwohl es dem Versicherten äusserst gut täte, wieder einer 
angepassten Tätigkeit nachzugehen, sei er aufgrund seiner Psychopa-
thologie  (Niedergeschlagenheit,  Antriebsarmut,  Konzentrationsproble-
me) weiterhin nicht integrationsfähig (act. 40).

In seiner Stellungnahme vom 24. Juni 2006 führte Dr. med. T._______, 
Facharzt  Psychiatrie  und  Psychotherapie,  im  Wesentlichen  aus, 
Dr. med. X._______ stütze sich nicht nur auf das im September 2007 
erhobene psychopathologische Zustandsbild, sondern auch auf ande-
re aktenkundige Berichte, welche in der Beurteilung erwähnt worden 
seien. Die rezidivierende depressive Störung bestehe bereits seit vie-
len Jahren und der Versicherte sei – auch wenn schwere depressive 
Phasen  mit  vorübergehender  Arbeitsunfähigkeit  aufgetreten  seien  – 
die meiste Zeit arbeits- und auch überaus leistungsfähig gewesen. Von 
den letzten schweren depressiven Phasen habe sich der Versicherte 
erholt und er sei remittiert. Im Bericht von Dr. med. V._______ würden 
keine grundsätzlich neuen Symptome aufgeführt,  die nicht bereits im 
Gutachten von Dr. med. X._______ beschrieben worden seien. Es lies-
sen sich keine Hinweise darauf finden, dass sich der Gesundheitszu-
stand  seit  der  letzten  Begutachtung  richtunggebend  verschlechtert 
habe. Bei der Diagnose der rezidivierenden depressiven Störung seien 
Verlaufsschwankungen  ein  Kriterium  der  Diagnose,  und  diese 
Schwankungen  seien  im  Gutachten  berücksichtigt  worden.  Zusam-
mengefasst erachte er, Dr. med. T._______, den Versicherten als versi-
cherungsmedizinisch  ausführlich  und  rechtsgenügend  abgeklärt.  Es 

Seite 12

C-1835/2008

fänden sich keine Hinweise, die es erlauben würden, das Gutachten 
von Dr. med. X._______ grundlegend in Zweifel zu ziehen (act. 51).

4.2 Das Gutachten von Dr. med. X._______ beruht zwar auf allseitigen 
Untersuchungen, berücksichtigt auch die geklagten Beschwerden und 
wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben. Auch ist es in 
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurtei-
lung der medizinischen Situation einleuchtend sowie in den Schlussfol-
gerungen begründet,  so dass darauf grundsätzlich abgestellt  werden 
kann. Aufgrund der nachfolgenden Erwägungen lässt sich der psychi-
sche Gesundheitszustand bzw. dessen Auswirkungen auf die Arbeits- 
und  Leistungsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  gemäss  diesem Gut-
achten jedoch erst ab April 2006 bis zum Zeitpunkt der Berichterstat-
tung  anfangs  September  2007  schlüssig  und  zuverlässig  beurteilen 
(vgl. zum Ganzen E. 3.5 hiervor) und der Expertise kommt bloss inso-
fern bzw. für diesen Zeitraum volle Beweiskraft zu (vgl. BGE 125 V 351 
E. 3b/bb). Für die Zeit vor April 2006 bzw. ab Herbst 2007 sind gemäss 
den  nachfolgenden  Erwägungen  weitere  medizinische  Abklärungen 
unabdingbar.

4.2.1 Es trifft  zwar zu,  dass Dr. med. V._______ keine grundsätzlich 
neuen Symptome aufgeführt  hat, die nicht bereits im Gutachten vom 
Experten Dr. med. X._______ Berücksichtigung gefunden hätten. Inso-
fern sind die diesbezüglichen Ausführungen von Dr. med. T._______ 
ohne  weiteres  nachvollziehbar.  Seine  Beurteilung,  wonach  sich  der 
Gutachter nicht nur auf das im Begutachtungszeitpunkt erhobene psy-
chopathologische  Zustandsbild,  sondern  auch  auf  die  Berichte  der 
W._______ vom 21. April 2006 (act. 22), von Dr. med. S._______, Psy-
chiatrie und Psychotherapie FMH, vom 17. August 2006 (act. 11 und 
13) sowie von Dr. med. R._______, Spezialarzt  FMH für  Psychiatrie 
und Psychotherapie, vom 18. bzw. 21. Oktober 2006 (act. 15 und 16) 
gestützt habe, wirft jedoch Fragen auf, die der weiteren Klärung bedür-
fen.

4.2.2 Betreffs  die  von  Dr.  med.  S._______  in  dessen  Bericht  vom 
17. August 2006 gemachten Feststellungen zum Beginn der vollständi-
gen Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit der von der Ehefrau ein-
gegangenen Fremdbeziehung und der von ihr verlangten Trennung ist 
festzuhalten,  dass  diese  Angaben  auch  für  den  Gutachter  Dr. med. 
X._______ plausibel erschienen; auch für diesen war die von Dr. med. 
S._______  ab  18.  April  2006  attestierte  100%ige  Arbeitsfähigkeit 

Seite 13

C-1835/2008

nachvollziehbar. Nichts Gegenteiliges ergibt sich aus dem Bericht der 
W._______ vom 21. April 2006, wo der Versicherte vom 19. bis 20. Ap-
ril 2006 wegen einer schweren Episode der rezidivierenden depressi-
ven Störung stationär hospitalisiert worden war.

4.2.3 Zwar erwähnte Dr. med. X._______ in seiner Beurteilung, dass 
der Versicherte seit etwa dem Jahre 2000 kaum mehr Einkommen er-
zielt habe und seit etwa 2003 intermittierend bei verschiedenen Ärzten 
in psychiatrischer Behandlung stehe. Er setzte sich jedoch mit diesen 
Begebenheiten nicht mit der nötigen Intensität auseinander und ging in 
Übereinstimmung mit  Dr. med. S._______ –  bei  welchem der  Versi-
cherte erst seit 28. April 2006 in Behandlung ist – erst ab April 2006 
von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit aus. Aufgrund der Berichte 
von Dr. med. R._______ vom 18. bzw. 21. Oktober 2006 ergeben sich 
jedoch Hinweise darauf, dass der Versicherte bereits zu einem frühe-
ren Zeitpunkt  während einer länger andauernden Periode vollständig 
arbeitsunfähig  gewesen  sein  und  demnach  bereits  vor  dem  1.  April 
2007 (Ablauf der einjährigen gesetzlichen Wartefrist) einen Anspruch 
auf  eine  Rente  beanspruchen  könnte.  So  erwähnte  Dr.  med. 
R._______, bei dem der Versicherte seit Dezember 2003 in Behand-
lung steht, dass dieser bereits im Herbst 2003 stationär habe behan-
delt werden müssen. Weiter ergab sich im Februar 2004 anlässlich ei-
ner  qualitativen  und  quantitativen  Einschätzung  von  depressiven 
Symptomen bei einer Depressionstiefe von 36 eine schwere Depres-
sion. 

Obwohl der Versicherte damals noch keine Bereitschaft zu einer Medi-
kation mit Psychopharmaka gezeigt hatte und gemäss höchstrichterli-
cher  Rechtsprechung  eine  Diagnose  für  sich  allein  noch  keinen 
Schluss auf die gesundheitlich bedingte Einschränkung in der Arbeits-
fähigkeit zulässt (vgl. BGE 132 V 65 E. 3.4), können diese Umstände 
nicht  unbesehen  bleiben  und  bedürfen  weiterer  Abklärungen.  Dies 
auch vor dem Hintergrund, dass der Versicherte gemäss Auszug aus 
dem individuellen Konto bereits seit vielen Jahren keine nennenswer-
ten Einkommen mehr erzielt hat (act. 7), was aufgrund der gesamten 
Umstände bzw. des Berichts von Dr. med. R._______ vom 18. Oktober 
2006  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  nicht  nur  auf  rein  wirtschaftliche 
bzw. IV-fremde zurückzuführen sein dürfte. Bei diesem Ergebnis kann 
schliesslich auch der Beurteilung von Dr. med. T._______, wonach der 
der Versicherte die meiste Zeit arbeits- und überaus leistungsfähig ge-

Seite 14

C-1835/2008

wesen sei und sich von den letzten schweren depressiven Phasen er-
holt habe, nicht rechtsgenüglich gefolgt werden.

4.2.4 Mit Blick auf die Ausführungen von Dr. med. V._______ bestehen 
weiter  Hinweise darauf,  dass sich der Gesundheitszustand auch be-
reits kurz nach dem Zeitpunkt der Erstellung der Expertise im Septem-
ber  2007  in  rentenrelevanter  Weise  verschlechtert  haben  könnte. 
Nachdem der Versicherte bereits im Rahmen der Einwendungen vom 
16.  November  2007  gegen  den  Vorbescheid  vom 19.  Oktober  2007 
eine Verschlechterung geltend gemacht hatte (act. 46), liess er die IV-
Stelle BS am 6. Februar 2008 – und somit rund drei Wochen vor Erlass 
der angefochtenen Verfügung – wissen, dass er demnächst erneut von 
den W._______ stationär behandelt werden müsse (act. 48).

Unter  diesen Umständen kann nicht  mit  überwiegender  Wahrschein-
lichkeit  davon ausgegangen werden,  dass sich die Ausgangslage im 
massgebenden Zeitpunkt der Verfügung vom 26. Februar 2008 gleich 
präsentiert  hatte  wie  zur  Zeit  der  Begutachtung  durch  Dr.  med. 
X._______. Dies insbesondere auch deshalb nicht, weil in der Experti-
se von einer eher ungünstigen Prognose die Rede war und Dr. med. 
X._______ mit der Möglichkeit einer depressiven Dekompensation ge-
rechnet hatte. Dass diese in der Folge eingetreten sein könnte, ergibt 
sich aus dem Bericht von Dr. med. V._______ sowie der offenbar er-
folgten stationären Behandlung. Mit anderen Worten erlaubt das Gut-
achten von Dr. med. X._______ ab dem Zeitpunkt seiner Erstellung bis 
zum massgebenden Verfügungserlass am 26. Februar 2008 (BGE 130 
V 445 E. 1.2 S. 446 f. mit Hinweisen) kein zuverlässiges und vollständi-
ges Bild der gesundheitlichen Situation des Versicherten und der ihm 
zumutbaren Arbeitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in 
einer leidensadaptierten Verweistätigkeit  (Tätigkeit  ohne Eigenverant-
wortung und hohem Zeitdruck). Die IV-Stelle BS wäre deshalb gehal-
ten gewesen, entsprechende weitere medizinische Abklärungen vorzu-
nehmen, was sie jedoch unterlassen hatte. Diese Unterlassung stellt 
eine  Verletzung  des  Untersuchungsgrundsatzes  (Art.  69  Abs. 2  IVV, 
Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 130 V 6 E. 5.2.5 S. 68 f.) 
und eine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
haltes dar, was eine Rechtsverletzung darstellt.

5.

Aufgrund der vorliegenden Akten ergibt sich demnach zusammenfas-
send, dass die angefochtene Verfügung vom 26. Februar 2008 auf ei-

Seite 15

C-1835/2008

nem unvollständig  ermittelten  Sachverhalt  beruht  und demnach eine 
rechtskonforme Beurteilung des Rentenanspruchs vor April 2006 und 
ab Herbst 2007 nicht möglich ist. Die Beschwerde vom 19. März 2008 
ist  demnach  insoweit  gutzuheissen,  als  dass  die  angefochtene 
Verfügung vom 26. Februar 2008 aufzuheben und die Sache an die IV-
Stelle BS zurückzuweisen ist; soweit weitergehend ist die Beschwerde 
abzuweisen. 

Die kantonale IV-Stelle hat – unter Beilage aktueller Verlaufsberichte 
der behandelnden Fachärzte sowie des (neuen) Austrittsberichts der 
W._______ – ergänzende medizinische Abklärungen in psychiatrischer 
Hinsicht  durchzuführen.  Die  neue  Begutachtung  hat  vorzugsweise 
erneut bei Dr. med. X._______ stattzufinden, da sich dieser Facharzt 
bereits  umfassend  mit  dem  Versicherten  befasst  und  Kenntnis  von 
dessen  gesamtheitlicher  Situation  hat.  Im  Rahmen  dieser 
Nachbegutachtung  hat  sich  Dr.  med.  X._______  nach  dem 
Dargelegten nochmals bzw. ergänzend zu den Fragen hinsichtlich des 
Beginns der (vollständigen) Arbeitsunfähigkeit sowie der Auswirkungen 
der  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen  auf  die  Arbeits-  und 
Leistungsfähigkeit  des  Beschwerdeführers  zu  äussern.  Die  entspre-
chenden Ergebnisse sind von der IV-Stelle BS im Rahmen der neu zu 
erlassenden Verfügung bzw. der Bemessung der Invalidität  resp. Be-
stimmung der massgeblichen hypothetischen Vergleichseinkommen zu 
berücksichtigen.

6.

6.1 Das  Bundesverwaltungsgericht  auferlegt  gemäss  Art.  63  Abs.  1 
VwVG die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei. Da 
eine Rückweisung praxisgemäss als  Obsiegen der  Beschwerde füh-
renden Partei gilt  ( BGE 132 V 215 E. 6), ist dem Beschwerdeführer 
der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.-- zurückzuer-
statten.  Den  Vorinstanzen  werden  keine  Verfahrenskosten  auferlegt 
(Art. 63 Abs. 2 VwVG).

6.2 Der Beschwerdeführer hat gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbin-
dung mit Art. 7 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 
und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 
173.320.2) Anspruch auf eine Parteientschädigung zu Lasten der Ver-
waltung. Vorliegend ist die Entschädigung auf Grund der Akten festzu-
setzen (Art. 14 Abs. 2 Satz 2 VGKE). Unter Berücksichtigung des ge-

Seite 16

C-1835/2008

botenen und aktenkundigen Aufwandes erscheint eine Parteientschä-
digung von Fr. 2'000.-- gerechtfertigt.

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde vom 19. März 2008 wird in dem Sinn gutgeheissen, 
als dass die angefochtene Verfügung vom 26. Februar 2008 aufgeho-
ben und die Sache im Sinne der Erwägungen zum Erlass einer neuen 
Verfügung  an  die  Vorinstanz  zurückgewiesen  wird.  Soweit  weiterge-
hend wird die Beschwerde abgewiesen.

2.
Die Akten werden an die IV-Stelle des Kantons Basel-Stadt überwie-
sen.

3.
Es werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben. Dem Beschwerdeführer 
wird  der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 400.--  nach  Eintritt  der 
Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.

4.
Dem Beschwerdeführer wird zu Lasten der Vorinstanz eine Parteient-
schädigung von Fr. 2'000.-- zugesprochen. 

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. _______)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Seite 17

C-1835/2008

Michael Peterli Roger Stalder

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Vor-
aussetzungen gemäss den Art. 82 ff.,  90 ff. und 100 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. 
Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der 
Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Ent-
scheid und die Beweismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende 
Partei in Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

Seite 18