# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 544f995f-8e38-5a05-841a-2aa500eff1ca
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 03.10.2014 SK2 2014 52
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_SK2-2014-52_2014-10-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 3. Oktober 2014 Schriftlich mitgeteilt am:
SK2 14 52 3. Oktober 2014

Verfügung
II. Strafkammer

Vorsitz Pritzi
Aktuar Nydegger

In der strafrechtlichen Beschwerde

des X._____, Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Sca-
rpatetti, Schulstrasse 1, 7302 Landquart, 

gegen

den Entscheid des Kantonalen Zwangsmassnahmengerichts vom 16. September 
2014, mitgeteilt am 16. September 2014, in Sachen gegen den Beschwerdeführer,

betreffend Entlassung aus der Untersuchungshaft,

hat sich ergeben:

Seite  2 — 16

I. Sachverhalt

A. X._____ wird verdächtigt, am 28. Januar 2014 zusammen mit drei weiteren 
Personen (A._____, B._____ und C._____) in O.1_____ einen Raubüberfall in der 
Bijouterie D._____ begangen zu haben. Dabei wurde das Bijouterie-Personal un-
ter Einsatz von Pfefferspray sowie Waffendrohung zum Widerstand unfähig ge-
macht. Anschliessend wurden nach bisherigen Erkenntnissen 25 Armbanduhren 
und vier Fingerringe im Gesamtwert von ca. Fr. 340'000.-- gestohlen sowie ein 
Sachschaden von Fr. 1'000.-- angerichtet.

B. Zwischen dem 1. Februar 2014 und dem 28. April 2014 sass X._____ in 
L.1_____ in Auslieferungshaft. Am 28. April 2014 wurde er der Kantonspolizei 
übergeben. Mit Entscheid vom 30. April 2014, gleichentags mitgeteilt, ordnete der 
Einzelrichter des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Graubünden an, 
X._____ bis längstens am 28. Juli 2014 in Untersuchungshaft zu nehmen. Mit Ent-
scheid vom 25. Juli 2014, gleichentags mitgeteilt, wurde die Untersuchungshaft bis 
zum 27. Oktober 2014 verlängert. Am 2. September 2014 stellte X._____ bei der 
Staatsanwaltschaft Graubünden ein Gesuch um Haftentlassung. Diesem hat die 
Staatsanwaltschaft nicht entsprochen und das Gesuch mit den Akten und einer 
begründeten Stellungnahme an das Zwangsmassnahmengericht des Kantons 
Graubünden weitergeleitet.

C. Am 16. September 2014 fand vor dem Einzelrichter des Zwangsmassnah-
mengerichts des Kantons Graubünden eine mündliche Verhandlung statt, an wel-
cher auch X._____ teilnahm. Nach Durchführung einer kurzen Einvernahme er-
kannte der Einzelrichter des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Graubün-
den wie folgt:

"1. Das Gesuch um Haftentlassung wird abgewiesen.

2. Die beschuldigte Person kann jederzeit ein Gesuch um Entlassung 
aus der Untersuchungshaft stellen. Dieses ist bei der Staatsanwalt-
schaft mündlich zu Protokoll zu geben oder schriftlich zu stellen und 
kurz zu begründen. Es wird eine Frist von einem Monat angesetzt, in-
nerhalb derer die beschuldigte Person kein Entlassungsgesuch stellen 
kann.

3. Die Verfahrenskosten in Höhe von CHF 500.00 bleiben bei der Proze-
dur. Sie werden vorschussweise von der Staatsanwaltschaft Graubün-
den zu Lasten des Kantons übernommen und sind innert 30 Tagen auf 
das PC-Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichts Plessur zu überweisen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

Seite  3 — 16

5. Der Entscheid wird mündlich eröffnet und X._____, Rechtsanwalt lic. 
iur. Adrian Scarpatetti sowie dem Vertreter der Staatsanwaltschaft 
Graubünden ausgehändigt.

6. [Mitteilung]"

D. Gegen diesen Entscheid erhob X._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) 
mit Eingabe vom 24. September 2014 (Poststempel) beim Kantonsgericht von 
Graubünden Beschwerde, worin er die Aufhebung des angefochtenen Entscheids 
und die Entlassung aus der Untersuchungshaft beantragte.

E. Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Graubünden verzichtete mit 
Schreiben vom 26. September 2014 unter Beilage der Akten auf die Einreichung 
einer Vernehmlassung.

F. Mit Stellungnahme vom 30. September 2014 beantragte die Staatsanwalt-
schaft Graubünden unter Hinweis auf die Akten die kostenfällige Abweisung der 
Beschwerde.

G. Auf die Begründung der Anträge und die Ausführungen im angefochtenen 
Entscheid wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegan-
gen.

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 393 Abs. 1 lit. c der Schweizerischen Strafprozessordnung 
(StPO; SR 312) in Verbindung mit Art. 222 StPO kann gegen Entscheide über die 
Anordnung, die Verlängerung und die Aufhebung der Untersuchungs- oder Si-
cherheitshaft Beschwerde im Sinne von Art. 393 ff. StPO erhoben werden. Legiti-
miert dazu ist jede Partei, die ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhe-
bung oder Änderung des vorinstanzlichen Entscheids hat (Art. 382 StPO). Die Be-
schwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide ist innert 10 Tagen 
schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen (Art. 396 Abs. 1 
StPO). Gestützt auf Art. 22 des Einführungsgesetzes zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) und Art. 10 Abs. 1 der Kantonsgerichts-
verordnung (KGV; BR 173.100) liegt die Zuständigkeit im vorliegenden Beschwer-
deverfahren, zumal keine Ausnahme im Sinne von Art. 395 StPO vorliegt, bei der 
II. Strafkammer des Kantonsgerichts. Mit dem angefochtenen Entscheid wurde 
das Gesuch des Beschwerdeführers um Entlassung aus der Untersuchungshaft 
abgewiesen, wodurch er offensichtlich beschwert ist. Auf die im Übrigen frist- und 

Seite  4 — 16

formgerecht eingereichte Beschwerde vom 24. September 2014 kann demzufolge 
eingetreten werden.

2. a) Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 29. April 2014 (act. 
B.1) wurde Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti gestützt auf Art. 130 lit. b StPO 
und Art. 132 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 StPO mit Wirkung ab dem 28. April 2013 (recte: 
2014) als amtlicher Verteidiger von X._____ eingesetzt, weil dem Beschuldigten 
eine Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr droht.

b) Im Beschwerdeverfahren ist die Beschwerdeinstanz selbst zuständig für die 
Anordnung und Bestellung einer amtlichen Verteidigung (Art. 133 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 388 lit. c StPO; Urteil des Bundesgerichts 1B_705/2011 vom 9. Mai 2012, 
E.2.3.2; für das erstinstanzliche Haftanordnungsverfahren vor dem Zwangsmass-
nahmengericht vgl. auch BGE 137 IV 215, 217 E.2.3). Dies gilt auch, wenn, wie 
vorliegend, die beschuldigte Person im Strafuntersuchungsverfahren gemäss Art. 
130 f. StPO zwingend verteidigt werden muss und zur Sicherstellung der notwen-
digen Verteidigung von der Staatsanwaltschaft in Anwendung von Art. 132 Abs. 1 
lit. a i.V.m. Art. 133 StPO bereits ein amtlicher Verteidiger bestellt worden ist. Der 
im Strafuntersuchungsverfahren eingesetzte amtliche Verteidiger wirkt im Haftbe-
schwerdeverfahren - jedenfalls wenn die beschuldigte Person beschwerdeführen-
de Partei ist - nicht automatisch als unentgeltlicher Rechtsbeistand mit und zwar 
auch dann nicht, wenn die beschuldigte Person im Hauptverfahren notwendiger-
weise verteidigt werden muss (Urteil des Bundesgerichts 1B_705/2011 vom 9. Mai 
2012, E.2.3.2; Niklaus Ruckstuhl, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler 
Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 2011, N 10 zu Art. 
130 StPO). Dies ergibt sich aus der nach dem Inkrafttreten der StPO beibehalte-
nen bundesgerichtlichen Rechtsprechung, wonach die Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege bei Beschwerden gegen die Anordnung bzw. Verlängerung von 
Untersuchungshaft von der Nichtaussichtslosigkeit der Beschwerde abhängig ge-
macht werden kann, und zwar auch dann, wenn die beschuldigte Person im 
Hauptverfahren die Voraussetzungen der notwendigen Verteidigung erfüllt (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts 1B_732/2011 vom 19. Januar 2012, E.7.1 f. m.w.H.).

c) Mit der Beschwerde wird gleichzeitig das Gesuch gestellt, Rechtsanwalt lic. 
iur. Adrian Scarpatetti sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren als amtlicher 
Verteidiger einzusetzen (vgl. Beschwerde, S. 2). Gestützt auf Art. 130 lit. b StPO, 
Art. 132 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO sowie Art. 133 Abs. 1 StPO wird diesem Ge-
such stattgegeben und Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti als amtlicher Ver-
teidiger des Beschwerdeführers bestellt.

Seite  5 — 16

3. Das Beschwerdeverfahren ist unter Vorbehalt von Art. 390 Abs. 5 StPO ein 
schriftliches und nicht öffentliches Verfahren (Art. 397 Abs. 1 StPO). Es richtet sich 
nach den Regeln der Art. 69 Abs. 3 lit. c und Art. 390 ff. StPO. Die Beschwerde 
stellt gemäss Art. 393 Abs. 2 StPO ein umfassendes ordentliches Rechtsmittel 
dar. Sie kann – wenn die entsprechende Verfahrenshandlung beschwerdefähig ist 
– ohne Einschränkung erhoben werden. Mit der Beschwerde können alle Mängel 
des angefochtenen Entscheids geltend gemacht werden. Die Rechtsmittelinstanz 
verfügt über eine volle Kognition und ist befugt und verpflichtet, die ihr unterbreite-
te Sache frei und umfassend zu prüfen (vgl. Jeremy Stephenson/Gilbert Thiriet, in: 
Niggli/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Straf-
prozessordnung, Basel 2011, N 15 zu Art. 393 StPO).

4. a) Der Beschwerdeführer rügt zunächst eine Verletzung der Begründungs-
pflicht und damit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs. Das Zwangsmassnah-
mengericht des Kantons Graubünden habe zur Begründung seines Entscheids 
ausschliesslich auf die Ausführungen der Staatsanwaltschaft in ihrem schriftlichen 
Antrag sowie der mündlichen Verhandlung verwiesen und sodann aus dem Ent-
scheid in Sachen Haftverlängerung vom 25. Juli 2014 zitiert. Mit diesem Vorgehen 
habe das Zwangsmassnahmengericht neue Erkenntnisse aussen vor gelassen. 
Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Haftentlassungsgesuch des Be-
schwerdeführers sowie seiner Replik zum Antrag auf Abweisung dieses Gesuchs 
durch die Staatsanwaltschaft hätte erwartet werden dürfen. Nachdem dies nach-
weislich nicht der Fall gewesen sei, sei das rechtliche Gehör verletzt worden (Be-
schwerde, S. 4 f.).

b) Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-
nossenschaft (BV; SR 101) und Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO haben die Parteien An-
spruch auf rechtliches Gehör. Der Betroffene hat das Recht, sich vor Erlass eines 
in seine Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu äussern. Dazu 
gehört insbesondere das Recht, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen 
Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise 
entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu äussern, wenn 
es geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 133 I 270, 277 E.3.1; 127 I 
54, 56 E.2b). Wesentlicher Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist die 
Begründungspflicht, welche verhindern soll, dass sich die Behörde von unsachli-
chen Motiven leiten lässt. Gemäss Art. 228 Abs. 4 StPO i.V.m. Art. 226 Abs. 2 
StPO entscheidet das Zwangsmassnahmengericht über Haftentlassungsgesuche 
mit kurzer Begründung. Mit Blick auf das Beschwerdeverfahren sollte die Begrün-
dung alles enthalten, was erforderlich ist, damit der Entscheid gegebenenfalls 

Seite  6 — 16

sachgerecht angefochten und von der Beschwerdeinstanz überprüft werden kann. 
In diesem Sinn müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von 
denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihr Entscheid stützt. 
Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Viel-
mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte be-
schränken. Auch Verweisungen auf schriftliche Eingaben, etwa auf den Haftantrag 
der Staatsanwaltschaft, oder summarische Erwägungen sind grundsätzlich zuläs-
sig. Ein bloss pauschaler Hinweis auf "die Haftakten" genügt hingegen nicht (vgl. 
zum Ganzen BGE 133 I 270, 277 E.3.1; Marc Forster, in: Niggli/Heer/Wiprächtiger 
[Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Basel 
2011, N 6 zu Art. 226 StPO). 

c) Im vorliegenden Fall führte das Zwangsmassnahmengericht aus, dass sich 
die Ausführungen der Staatsanwaltschaft Graubünden - die im Anschluss wörtlich 
und einschliesslich der entsprechenden Aktenfundstellen wiedergegeben werden - 
als zutreffend erweisen würden, wonach der Haftgrund der Fluchtgefahr sowie 
derjenige der Kollusions-/Verdunkelungsgefahr gegeben sei. Hinzu komme, dass 
es sehr sonderbar anmute, wenn der finanziell nicht gut dastehende Beschuldigte, 
der von seiner Mutter finanziell unterstützt werde, in das Hochpreisland Schweiz 
zu Ferienzwecken einreise. Der Beschuldigte sei wegen Vermögensdelikten im 
mehreren Staaten vorbestraft. Dass er vor diesem Hintergrund, nachdem ihm 
eröffnet worden sei, dass seine Reisebegleiter einen Überfall vorhätten, nicht das 
Weite gesucht habe, sei nicht nachvollziehbar. Schliesslich habe er anlässlich ei-
ner polizeilichen Einvernahme auch eingeräumt, ihm sei Geld versprochen wor-
den. Dass sein Kumpane ihn entlasten wolle, während er die beiden anderen Mit-
beteiligten belaste, lasse sich ebenfalls erklären. Schliesslich entlaste ihn weder 
die "Flucht" nach L.1_____ noch trage sein Aussageverhalten dazu bei, seine 
Darstellung glaubwürdiger erscheinen zu lassen (angefochtener Entscheid, 
S. 4 f.). Damit hat das Zwangsmassnahmengericht die aus ihrer Sicht wesentli-
chen Gesichtspunkte für die Ablehnung des Haftentlassungsgesuchs dargelegt 
und ist demzufolge ihrer Begründungspflicht nachgekommen. Die Beschwerde 
erweist sich insofern als unbegründet.

5. Die Untersuchungshaft schränkt die persönliche Freiheit des Beschwerde-
führers ein (Art. 10 Abs. 2 i.V.m. Art. 31 BV; Art. 5 der Europäischen Menschen-
rechtskonvention [EMRK; SR 0.101]). Eine Einschränkung dieses Grundrechts ist 
zulässig, wenn sie auf einer gesetzlichen Grundlage beruht, im öffentlichen Inter-
esse liegt und verhältnismässig ist; zudem darf sie den Kerngehalt des Grund-

Seite  7 — 16

rechts nicht beeinträchtigen (Art. 36 BV). Nach Art. 221 Abs. 1 StPO ist Untersu-
chungshaft zulässig, wenn die beschuldigte Person eines Verbrechens oder Ver-
gehens dringend verdächtigt wird. Zum allgemeinen Haftgrund des dringenden 
Tatverdachts muss ein besonderer Haftgrund nach Art. 221 Abs. 1 lit. a-c StPO 
hinzukommen, nämlich entweder Fluchtgefahr (lit. a), Kollusionsgefahr (lit. b) oder 
Wiederholungsgefahr (lit. c). Allgemeiner Haftgrund und besonderer Haftgrund 
müssen kumulativ erfüllt sein. Die besonderen Haftgründe sind untereinander al-
ternativ. Das zuständige Gericht ordnet gemäss Art. 237 Abs. 1 StPO an Stelle der 
Untersuchungshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen an, wenn sie den 
gleichen Zweck wie die Haft erfüllen (Urteil des Bundesgerichts 1B_148/2011 vom 
13. April 2011, E.2; Forster, a.a.O., N 1 und 16 zu Art. 221 StPO). Nachfolgend ist 
somit zu prüfen, ob im konkreten Fall sowohl der allgemeine Haftgrund des drin-
genden Tatverdachts sowie ein besonderer Haftgrund nach Art. 221 Abs.1 lit. a-c 
StPO (immer noch) vorliegen.

6. a) Strafprozessuale Haft darf nur angeordnet werden, wenn und solange der 
Inhaftierte eines Verbrechens oder Vergehens dringend verdächtigt ist (Art. 221 
Abs. 1 StPO). Dabei ist zu prüfen, ob aufgrund der aktuellen Untersuchungser-
gebnisse genügend konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat und eine Beteiligung 
der beschuldigten Person an dieser Tat vorliegen. Im Haftprüfungsverfahren 
genügt dabei der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das in-
kriminierte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbe-
standsmerkmale erfüllen könnte. Das Beschleunigungsgebot in Haftsachen lässt 
keinen Raum für ausgedehnte Beweismassnahmen. Zur Frage des dringenden 
Tatverdachts hat das Haftgericht weder ein eigentliches Beweisverfahren durchzu-
führen, noch dem erkennenden Strafgericht vorzugreifen (vgl. zum Ganzen Urteil 
des Bundesgerichts 1B_466/2012 vom 3. September 2012, E.2.2.2; Forster, 
a.a.O., N 3 zu Art. 221 StPO).

b) Dem Beschwerdeführer wird vorgeworfen, am 28. Januar 2014 zusammen 
mit drei weiteren Personen (A._____, B._____ und C._____) in O.1_____ einen 
Raubüberfall - und damit ein Verbrechen - in der Bijouterie D._____ begangen zu 
haben. Dabei wurde das Bijouterie-Personal unter Einsatz von Pfefferspray sowie 
Waffendrohung zum Widerstand unfähig gemacht. Anschliessend wurden nach 
bisherigen Erkenntnissen 25 Armbanduhren und vier Fingerringe im Gesamtwert 
von ca. Fr. 340'000.-- gestohlen sowie ein Sachschaden von Fr. 1'000.-- angerich-
tet (VV.2014.330 act. 2.1/1).

Seite  8 — 16

aa) Der Beschwerdeführer gibt zu, mit mindestens einem der anderen mut-
masslichen Täter ("E._____") in die Schweiz eingereist zu sein und sich in 
O.1_____ während der Zeit, in der der fragliche Raubüberfall stattgefunden hat, 
aufgehalten zu haben (VV.2014.330 act. 2.3/2-3). Was die übrigen beiden Tatver-
dächtigen betrifft, äussert sich der Beschwerdeführer widersprüchlich: So sagte er 
anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 2. Mai 2014 zunächst aus, dass er 
mit zwei Freunden von "E._____" in die Schweiz eingereist sei (VV.2014.330 act. 
2.3/2, Antwort auf Frage 10). Im Laufe der Einvernahme änderte er seine Aussage 
dahingehend, dass er die beiden anderen Personen erst in der Schweiz getroffen 
habe (VV.2014.330 act. 2.3/2, Antwort auf Frage 16). Fest steht jedoch immerhin, 
dass die vier verdächtigen Personen - X._____, A._____, B._____ und C._____ - 
in O.1_____ in demselben Hotel übernachtet haben (VV.2014.330 act. 2.1/8). Der 
Beschwerdeführer gibt auch zu, am Vortag des Raubüberfalles (27. April 2014) die 
Bijouterie D._____ zusammen mit E._____ besucht zu haben. Diese Aussage wird 
durch Aufzeichnungen der Überwachungskamera in der Bijouterie D._____ 
bestätigt (VV.2014.330 act. 2.1/8). Nach dem Grund für den Besuch gefragt, gab 
der Beschwerdeführer an, es sei einfach interessant gewesen, solche Geschäfte 
anzuschauen. In L.2_____ gebe es solche Bijouterien nicht (VV.2014.330 act. 
2.3/2, Antwort auf Frage 4).

bb) Zutreffend ist der Einwand des Beschwerdeführers, dass er - im Unter-
schied zu den übrigen drei Verdächtigen - auf den Aufzeichnungen der Überwa-
chungskamera der Bijouterie D._____ im Zeitraum des Raubüberfalles nicht zu 
sehen sei (vgl. VV.2014.330 act. 2.1/8). Der Beschwerdeführer zieht daraus den 
Schluss, dass es deshalb jeder Logik widerspreche, weshalb der Beschwerdefüh-
rer, wenn er an der Tat beteiligt gewesen sein sollte, sich nicht ebenfalls im Ge-
schäft aufgehalten habe (Beschwerde, S. 7). Eine solche Argumentation geht an 
der Sache vorbei. Eine Tatbeteiligung kann selbstredend auch in anderer Form - 
ohne Anwesenheit unmittelbar am Tatort - erfolgen. Ebenso schliesst der geltend 
gemachte Einwand, der Beschwerdeführer habe sein Handy zur Tatzeit nicht be-
nutzt (Beschwerde, S. 8), eine Tatbeteiligung desselben nicht zwingend aus. Denn 
für den Fall, dass die Tat planmässig abläuft und die zuvor geplanten Beiträge 
bzw. Rollen der einzelnen Beteiligten nicht kurzfristig geändert werden müssen, ist 
eine Kontaktaufnahme mittels Handy während der Tat nicht unbedingt erforderlich, 
sondern erst, wenn unerwartete Ereignisse eintreten, welche rasche Änderungen 
des Tatablaufes verlangen. Solche sind indes nicht ersichtlich.

cc) Für eine Tatbeteiligung des Beschwerdeführers spricht eine Reihe von An-
haltspunkten: Zunächst fällt, ganz allgemein, auf, dass der Beschwerdeführer über 

Seite  9 — 16

viele Einzelheiten der Tat im Bilde zu sein scheint, jedoch mit dieser nichts zu tun 
haben will, obwohl er selbst zugibt, bereits vor dem Raubüberfall davon gewusst 
zu haben (VV.2014.330 act. 2.3/6, Antworten auf Fragen 20 und 21). Angesichts 
seiner wechselhaften, insgesamt wenig schlüssigen, vagen und daher kaum 
glaubwürdigen Aussagen sind seine Angaben indes mit Vorbehalt zu würdigen. So 
erscheint bereits das vom Beschwerdeführer angegebene Motiv für seinen Auf-
enthalt in der Schweiz kaum glaubhaft. In der polizeilichen Einvernahme vom 2. 
Mai 2014 gab er an, er sei in die Schweiz eingereist, um "die Landschaft anzu-
schauen und skizufahren" (VV.2014.330 act. 2.3/2, Antwort auf Frage 15). Der 
Beschwerdeführer ist jedoch arbeitslos und wird von seiner Mutter finanziell unter-
stützt (VV.2014.330 act. 2.3/2, Antwort auf Frage 2). Ein Aufenthalt zu Ferienzwe-
cken in der Schweiz erscheint vor diesem Hintergrund als unwahrscheinlich. 
Kommt hinzu, dass der Beschwerdeführer nicht imstande ist, plausible Angaben 
darüber zu machen, was er während seines Aufenthaltes in O.1_____ gemacht 
habe. So sagte er aus, dass er in O.1_____ getrunken hätte. Was er sonst noch 
gemacht habe, wisse er nicht mehr. Er sei auch in O.1_____ spazieren gegangen 
und habe sich umgeschaut (VV.2014.330 act. 2.3/3, Antwort auf Frage 21). Diese 
Aussagen erscheinen angesichts der bekanntermassen hohen Preise in der 
Schweiz sowie des Umstandes, dass der aus L.2_____ stammende Beschwerde-
führer in knappen finanziellen Verhältnissen lebt und von seiner Mutter finanziell 
unterstützt wird, alles andere als nachvollziehbar. Da der Beschwerdeführer nicht 
anzugeben vermag, weshalb er sonst in die Schweiz gereist ist und was er hier 
gemacht hat, ist - wie nachfolgend zu zeigen sein wird - mit grosser Wahrschein-
lichkeit davon auszugehen, dass er sich am besagten Raub beteiligt hat. Der Be-
schwerdeführer gibt denn auch selbst zu, sich zur Tatzeit jedenfalls in der Nähe 
der Bijouterie D._____ aufgehalten zu haben (VV.2014.33 act. 2.3/6, Antwort auf 
Frage 22). Im Weiteren fällt auf, dass die Täter für den Raubüberfall den Rucksack 
des Beschwerdeführers verwendet haben (VV.2014.330 act. 2.1/8). Der Be-
schwerdeführer gab schliesslich auch an, es sei seine Aufgabe gewesen, das De-
liktsgut von B._____ entgegenzunehmen. Für seine Beteiligung an der Tat habe er 
rund 1'000 bis 2'000 Euro erhalten. Letztere Angabe stützt sich zwar auf eine Ak-
tennotiz der Kantonspolizei Graubünden (VV.2014.330 act. 2.1/18), allerdings hat 
der Beschwerdeführer, nachdem er eine diesbezügliche Aussage zunächst bestrit-
ten hatte, geltend gemacht, er könne sich daran nicht mehr erinnern (VV.2014.330 
act. 2.4/17, Antwort auf Frage 38). Es besteht daher kein Anlass, am Inhalt der 
polizeilichen Aktennotiz bzw. dessen Richtigkeit zu zweifeln. Dafür, dass der Be-
schwerdeführer, wie er geltend macht (Beschwerde, S. 5 f.), die Aussage nur in 
Anbetracht der angeblich menschenunwürdigen Haftbedingungen gemacht habe, 

Seite  10 — 16

gibt es keinerlei Anhaltspunkte. Wenn dem tatsächlich so wäre, dürfte erwartet 
werden, dass sich der Beschwerdeführer an die Geschehnisse bzw. die behaupte-
te Situation, in der er die entsprechende Aussage gemacht hat, erinnern könnte. 
Indem er vorgibt, dies nicht mehr zu tun, ist davon auszugehen, dass die Aussage 
des Beschwerdeführers freiwillig erfolgte und der Wahrheit entspricht. Vor diesem 
Hintergrund muss folglich auch davon ausgegangen werden, dass der Beschwer-
deführer am Vortag des Raubüberfalles mitgeholfen hat, den späteren Tatort aus-
zukundschaften bzw. dass sein Besuch in der Bijouterie D._____ ebendiesen 
Zweck verfolgte. Schliesslich wäre auch kaum zu erklären, weshalb die anderen 
Tatverdächtigen ihm das Hotel bezahlen sollten (VV.2014.330 act. 2.4/17, Antwor-
ten auf Fragen 52 und 54), wenn er sich am Raubüberfall nicht beteiligt hätte. 

dd) Am dringenden Verdacht einer Beteiligung des Beschwerdeführers am frag-
lichen Raubüberfall vermögen - entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 
(Beschwerde, S. 7 f.) - auch die entlastenden Aussagen von B._____ nichts zu 
ändern. Dass diesem und den übrigen beiden mutmasslichen (nach wie vor flüch-
tigen) Mittätern aufgrund der Aufzeichnungen der Überwachungskamera in der 
Bijouterie D._____ im Falle einer Verhaftung die Tat wird nachgewiesen werden 
können, musste ihm bewusst sein, zumal er den Tatort - zusammen mit dem Be-
schwerdeführer - einen Tag vor dem Überfall inspiziert hatte, wobei er auch die 
Überwachungskameras bemerkt haben dürfte. Umgekehrt wusste B._____ natür-
lich ebenso, dass dieser Nachweis beim Beschwerdeführer - mangels Anwesen-
heit unmittelbar am Tatort - nicht möglich sein würde. Aufgrund einer Gesamtwür-
digung der Ermittlungsergebnisse muss sodann angenommen werden, dass die 
Beziehung des Beschwerdeführers zu B._____ - im Vergleich mit den übrigen 
mutmasslichen Tätern - zumindest näher bzw. persönlicher gewesen war. Vor die-
sem Hintergrund liesse sich, entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers 
(Beschwerde, S. 8), auch erklären, warum B._____ den Beschwerdeführer mit 
seinen Aussagen entlasten will und die übrigen mutmasslichen Täter belastet.

ee) Der dringende Tatverdacht des Beschwerdeführers hinsichtlich des Raubes 
und somit hinsichtlich eines Verbrechens (vgl. Art. 10 Abs. 2 des Schweizerischen 
Strafgesetzbuches [StGB; SR 311]) ist damit evident. Das Hauptverfahren wird die 
Aufgabe haben, die genauere Rolle des Beschwerdeführers zu klären.

7. a) Alsdann ist der besondere Haftgrund zu prüfen. Das Zwangsmassnahmen-
gericht bejahte als besonderen Haftgrund sowohl die Fluchtgefahr als auch die 
Kollusions- bzw. Verdunkelungsgefahr (angefochtener Entscheid, S. 4). Was die 
Fluchtgefahr betrifft, so macht der Beschwerdeführer geltend, dass er zwar keinen 

Seite  11 — 16

festen Wohnsitz in der Schweiz, jedoch einen solchen in L.2_____ besitze. Es sei 
nicht einzusehen, weshalb er sich der Strafverfolgung entziehen sollte. Die Unter-
suchung sei im Übrigen ohnehin abgeschlossen und im nicht zu erwartenden Fall 
der Entziehung der Strafverfolgung könne er problemlos international ausge-
schrieben werden (Beschwerde, S. 12 f.).

b) Beim Haftgrund der Fluchtgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO geht es 
um die Sicherung der Anwesenheit der beschuldigten Person im Verfahren. Nach 
der Rechtsprechung des Bundesgerichts braucht es für die Annahme von Flucht-
gefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich die beschuldigte Person, wenn 
sie in Freiheit wäre, dem Vollzug der Strafe durch Flucht entziehen würde (Urteil 
des Bundesgerichts 1B_148/2011 vom 13. April 2011, E.3.2). Im Vordergrund 
steht dabei eine mögliche Flucht ins Ausland, denkbar ist jedoch auch ein Unter-
tauchen im Inland. Bei der Bewertung, ob Fluchtgefahr besteht, sind die gesamten 
konkreten Verhältnisse zu berücksichtigen. Es müssen Gründe bestehen, die eine 
Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. Die 
Schwere der drohenden Strafe darf als ein Indiz für Fluchtgefahr gewertet werden, 
genügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. Miteinzubezie-
hen sind die familiären Bindungen, die berufliche und finanzielle Situation und die 
Kontakte zum Ausland. Auch psychische Auffälligkeiten, die auf eine besondere 
Neigung zu Impulsausbrüchen bzw. Kurzschlusshandlungen schliessen lassen, 
können eine Fluchtneigung erhöhen (Urteil des Bundesgerichts 1B_102/2011 vom 
22. März 2011, E.3.5).

c) Der Beschwerdeführer verfügt über keinerlei Bindungen zur Schweiz, weder 
in familiärer bzw. persönlicher noch in beruflicher Hinsicht. Es sind keinerlei Grün-
de ersichtlich, die ihn in der Schweiz zurückhalten könnten. Im Gegenteil: Dem 
Beschwerdeführer droht in der Schweiz eine längere Freiheitsstrafe. In Anbetracht 
dessen muss mit grosser Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden, dass er, 
sollte er aus der Untersuchungshaft entlassen werden, in sein Heimatland 
L.2_____ fliehen würde, zumal er dort, wie der Beschwerde (S. 12) zu entnehmen 
ist, einen festen Wohnsitz hat und von seiner dort lebenden Mutter finanziell un-
terstützt wird. Der besondere Haftgrund der Fluchtgefahr ist damit gegeben. Daran 
vermag auch die an sich bestehende Möglichkeit der internationalen Ausschrei-
bung nichts zu ändern. Denn L.2_____ liefert eigene Staatsangehörige nicht aus. 
Sollte sich der Beschwerdeführer also in sein Heimatland absetzen, wäre seine 
Anwesenheit im Verfahren nicht mehr gewährleistet. Im Übrigen vermag die 
Fluchtgefahr eine Untersuchungshaft auch dann zu rechtfertigen, wenn als Ziel 
der Flucht nur oder vor allem ein Land in Betracht fällt, das nötigenfalls die Auslie-

Seite  12 — 16

ferung bewilligen oder selbst die Beurteilung der Sache übernehmen würde. Dem 
Staat, welchem die Strafhoheit zusteht, ist es nicht zuzumuten, auf die Sicherung 
der Person des Angeschuldigten zu verzichten und bei dessen Flucht den lang-
wierigen Weg des Auslieferungsbegehrens oder eines Ersuchens um Übernahme 
der Strafverfolgung zu beschreiten (BGE 123 I 31, 37 E.3d; Forster, a.a.O., N 5 zu 
Art. 221 StPO). 

8. a) Kollusion bedeutet nach der bundesgerichtlichen Praxis insbesondere, dass 
sich der Beschuldigte mit Zeugen, Auskunftspersonen, Sachverständigen oder 
Mitbeschuldigten ins Einvernehmen setzt oder sie zu wahrheitswidrigen Aussagen 
veranlasst, oder dass er Spuren und Beweismittel beseitigt. Die Untersuchungs-
haft wegen Kollusionsgefahr soll verhindern, dass ein Beschuldigter die Freiheit 
dazu missbraucht, die wahrheitsgetreue Abklärung des Sachverhalts zu vereiteln 
oder zu gefährden. Kollusionsfähig ist sodann auch das Deliktsgut, indem der Be-
schuldigte dieses beispielsweise verschwinden lässt bzw. davon auszugehen ist, 
dass er dies beabsichtigen könnte (Niklaus Schmid, Schweizerische Strafprozess-
ordnung, Praxiskommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N 7 zu Art. 221 
StPO). Dabei genügt nach der Rechtsprechung die theoretische Möglichkeit, dass 
der Beschuldigte in Freiheit kolludieren könnte, nicht, um die Fortsetzung der Haft 
unter diesem Titel zu rechtfertigen; vielmehr müssen konkrete Indizien für eine 
solche Gefahr sprechen. Konkrete Anhaltspunkte für die Kollusionsgefahr können 
sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts namentlich ergeben aus dem 
bisherigen Verhalten des Beschuldigten im Strafprozess, aus seinen persönlichen 
Merkmalen, aus seiner Stellung und seinen Tatbeiträgen im Rahmen des unter-
suchten Sachverhaltes sowie aus den persönlichen Beziehungen zwischen ihm 
und den ihn belastenden Personen. Bei der Frage, ob im konkreten Fall eine
massgebliche Beeinflussung des Strafverfahrens wegen Verdunkelung droht, ist 
auch der Art und Bedeutung der von der Beeinflussung bedrohten Aussagen be-
ziehungsweise Beweismittel, der Schwere der untersuchten Straftaten sowie dem 
Stand des Verfahrens Rechnung zu tragen. Je weiter das Strafverfahren vorange-
schritten ist und je präziser der Sachverhalt bereits abgeklärt werden konnte, des-
to höhere Anforderungen sind an den Nachweis von Verdunkelungsgefahr zu stel-
len. Der Haftrichter hat auch zu prüfen, ob einem gewissen Kollusionsrisiko schon 
mit geeigneten Ersatzmassnahmen für Untersuchungshaft ausreichend begegnet 
werden könnte (vgl. zum Ganzen BGE 137 IV 122, 127 f. E.4; 132 I 21, 23 f. E.3.2; 
Urteil des Bundesgerichts 1B_705/2012 vom 10. Dezember 2012, E.1.1, je 
m.w.H.). 

Seite  13 — 16

b) Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fehlt bis heute von der Deliktsbeute 
bis auf zwei Ringe jede Spur (Beschwerdeantwort [act. A.2], S. 2). Die Fragen, wie 
hoch der Deliktsbetrag der untersuchten Vermögensdelikte ist und wohin der Be-
schuldigte deliktisch erworbene (der Einziehung unterliegende) Vermögenswerte 
verschoben hat, bilden einen kollusionsfähigen Untersuchungsgegenstand des 
Strafverfahrens. Auch diese Fragen gehören zur "Wahrheitsfindung" im Sinne von 
Art. 221 Abs. 1 lit. b StPO (bzw. zur "Verfolgung und Beurteilung" von Straftaten 
gemäss Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 6 Abs. 1 StPO). Dementsprechend können straf-
prozessuale Zwangsmassnahmen (insbesondere Einziehungsbeschlagnahmun-
gen) im Rahmen der gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Schranken auch 
der vorläufigen Sicherstellung von strafrechtlichen Ausgleichseinziehungen dienen 
(Urteil des Bundesgerichts 1B_158/2014 vom 25. Juni 2014, E.3.2). Dies gilt umso 
mehr, als sie - je nach Aufenthaltsort - möglicherweise auch Rückschlüsse auf die 
Rolle des Beschwerdeführers beim zur Diskussion stehenden Raubüberfall geben 
können. Im Übrigen sind die zwei übrigen mutmasslichen Mittäter - A._____ und 
C._____ - nach wie vor flüchtig. Auch insoweit besteht Kollusionsgefahr. Dass der 
Beschwerdeführer ausgesagt hat, diese beiden Personen nicht zu kennen, ver-
mag, entgegen dessen Auffassung (Beschwerde, S. 13), nichts zu ändern. Auf-
grund des dringenden Tatverdachts beim Beschwerdeführer sowie des Umstan-
des, dass sämtliche vier Tatverdächtigen in demselben Hotel in O.1_____ logiert 
haben und auch sonst gemeinsam zu tun hatten, muss angenommen werden, 
dass sie einander sehr wohl kannten. Wie gut, kann hier letztlich offen bleiben, da 
für die Annahme einer Kollusionsgefahr eine persönliche Beziehung oder gar ein 
freundschaftliches Verhältnis nicht erforderlich ist. Der angefochtene Entscheid 
erweist sich somit auch in diesem Punkt als rechtens.

9. a) Gemäss Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO können Zwangsmassnahmen, worunter 
auch die Untersuchungshaft fällt, nur ergriffen werden, wenn die damit angestreb-
ten Ziele nicht durch mildere Massnahmen erreicht werden können. Nach Art. 212 
Abs. 2 lit. c StPO sind freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen aufzuheben, so-
bald Ersatzmassnahmen zum gleichen Ziel führen. Diese Bestimmungen ergeben 
sich aus dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit bzw. der Subsidiarität und wer-
den in Art. 237 StPO konkretisiert. Untersuchungs- und Sicherheitshaft sind da-
nach unzulässig, wenn ihr Zweck - die Verhinderung von Flucht, Kollusion, Wie-
derholung oder Ausführung der Tat - durch mildere Massnahmen erreicht werden 
kann. Sofern keine mildere Massnahme zweckgeeignet ist, ist sodann darauf zu 
achten, dass keine Überhaft droht (Art. 212 Abs. 3 StPO). Von Überhaft ist dann 
auszugehen, wenn die Haftdauer in grosse zeitliche Nähe der konkret zu erwar-

Seite  14 — 16

tenden Dauer der freiheitsentziehenden Sanktion rückt, wobei bei sichernden 
Massnahmen auf deren mutmassliche Dauer abzustellen ist (BGE 133 I 270, 281 
E.3.4.2; 126 I 172, 178 E.5e). Für die Verhältnismässigkeit der Haft spielt dabei 
keine Rolle, dass für die in Aussicht stehende Freiheitsstrafe gegebenenfalls der 
bedingte oder teilbedingte Vollzug gewährt werden kann (BGE 133 I 270, 281 f. 
E.3.4.2).

b) Vorliegend sind keine anderen geeigneten Massnahmen als die Untersu-
chungshaft ersichtlich, um der drohenden Flucht- und Kollusionsgefahr begegnen 
zu können. Auch der Beschwerdeführer scheint offensichtlich nicht in der Lage zu 
sein, solche zu benennen. Der Beschwerdeführer befindet sich seit rund 9 Mona-
ten in Auslieferungs- bzw. Untersuchungshaft. Bereits aufgrund des ihm zur Last 
gelegten (allenfalls qualifizierten) Raubes droht dem Beschwerdeführer eine nicht 
unerhebliche Freiheitsstrafe. Hinzu kommen mit gewisser Wahrscheinlichkeit wei-
tere Delikte, sodass die Strafe entsprechend zu erhöhen ist (Art. 49 Abs. 1 StGB). 
Ob der Vollzug der drohenden Freiheitsstrafe allenfalls bedingt oder teilbedingt 
aufgeschoben wird, spielt nach dem zuvor Ausgeführten und entgegen der Auf-
fassung des Beschwerdeführers (Beschwerde, S. 12) keine Rolle. In Ihrer Be-
schwerdeantwort (act. A.2 [S. 3]) weist die Staatsanwaltschaft darauf hin, dass 
das Strafverfahren nächstens abgeschlossen ist; ausstehend seien noch die 
Schlusseinvernahmen. In Anbetracht dessen ist eine Überhaft derzeit nicht zu be-
fürchten. Auch unter diesem Blickwinkel ist die Aufrechterhaltung der Untersu-
chungshaft bzw. die Ablehnung des Haftentlassungsgesuches durch das 
Zwangsmassnahmengericht nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist.

10. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass im Falle von X._____ ein dringen-
der Tatverdacht hinsichtlich des in Frage stehenden Raubes gegeben ist, Flucht- 
und Kollusionsgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. a und b StPO bestehen, Ersatz-
massnahmen im Sinne von Art. 237 StPO zur Erreichung des Haftzwecks nicht 
genügen würden und eine Überhaft derzeit nicht einzutreten droht. Das Zwangs-
massnahmengericht hat somit das Gesuch des Beschwerdeführers um Haftent-
lassung zu Recht abgewiesen. Demzufolge ist die vorliegende Beschwerde abzu-
weisen. Aufgrund der offensichtlichen Unbegründetheit des Rechtsmittels ent-
scheidet der Vorsitzende gemäss Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisationsgeset-
zes (GOG; BR 173.000) in einzelrichterlicher Kompetenz.

11. a) Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens zu Las-
ten des Beschwerdeführers (Art. 428 Abs. 1 StPO). In Anwendung von Art. 8 und 

Seite  15 — 16

10 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in Strafverfahren (VGS; BR 
350.201) werden die Kosten des Beschwerdeverfahrens vorliegend auf Fr. 1'500.-- 
festgesetzt.

b) Über die Entschädigung der amtlichen Verteidigung ist nicht in einem sepa-
raten Erkenntnis, sondern im jeweiligen verfahrenserledigenden Entscheid, mithin 
in der vorliegenden Verfügung, zu befinden (BGE 139 IV 199). Für die Kosten der 
amtlichen Verteidigung, welche als Auslagen ebenfalls Teil der Verfahrenskosten 
sind (Art. 422 Abs. 1 und 422 Abs. 2 lit. a StPO), ergibt sich dieselbe Kostenvertei-
lung wie bei den Gerichtsgebühren. Demzufolge hat X._____ auch die Kosten der 
amtlichen Verteidigung zu tragen, wobei sie vorerst zu Lasten des Kantons 
Graubünden gehen und aus der Gerichtskasse zu bezahlen sind. Sobald es die 
wirtschaftlichen Verhältnisse von X._____ gestatten, wird er verpflichtet sein, die-
se Kosten dem Kanton zurückzuzahlen (vgl. Art. 135 Abs. 4 StPO). Die amtliche 
Verteidigung wird dabei nach dem Anwaltstarif desjenigen Kantons entschädigt, in 
dem das Strafverfahren geführt wurde (Art. 135 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden 
Fall ist demnach die Verordnung über die Bemessung des Honorars der Rechts-
anwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV, BR 310.250) massge-
bend, welche in ihrem Art. 5 Abs. 1 eine – vom Verfahrensausgang unabhängige 
(Entscheid der II. Strafkammer SK2 12 32 vom 12. November 2012; Urteil des 
Bundesgerichts 6B_151/2013 vom 26. September 2013) – Entschädigung des 
berechtigten Aufwandes zu einem Stundenansatz von Fr. 200.-- vorsieht. 

Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti macht vorliegend einen entschädigungs-
pflichtigen Aufwand von 6.75 Stunden zu einem Stundenansatz von Fr. 200.-- (Fr. 
1'350.--) zuzüglich Spesen von Fr. 67.50 sowie der Mehrwertsteuer (8%) in Höhe 
von Fr. 113.40, insgesamt somit Fr. 1'530.90, geltend (act. D.1). Angesichts der 
sich stellenden Sach- und Rechtsfragen erscheint dieser Aufwand angemessen 
und ist demzufolge nicht zu beanstanden. Somit kann festgehalten werden, dass 
Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti für seine Aufwendungen im vorliegenden 
Beschwerdeverfahren vom Kanton Graubünden mit Fr. 1'530.90 (inkl. Barausla-
gen und MWSt) zu entschädigen ist.

Seite  16 — 16

III. Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 1'500.-- gehen zu Lasten 
von X._____.

3.a) Die Kosten des amtlichen Verteidigers für seine im Beschwerdeverfahren 
getätigten Aufwendungen trägt X._____. Sie gehen vorerst zu Lasten des 
Kantons Graubünden und werden aus der Gerichtskasse bezahlt. Vorbehal-
ten bleibt die Rückforderung dieser Kosten, sobald es die wirtschaftlichen 
Verhältnisse von X._____ erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

   b) Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. Adrian 
Scarpatetti, für das Beschwerdeverfahren wird auf Fr. 1'530.90 (inkl. Bar-
auslagen und MWSt) festgelegt.

4.a) Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Diese ist dem Bundes-
gericht schriftlich innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

   b) Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung 
gemäss Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO und Art. 37 Abs. 1 des Strafbehördenor-
ganisationsgesetzes (StBOG; SR 173.71) Beschwerde an das Bundes-
strafgericht, 6501 Bellinzona, führen. Diese ist dem Bundesstrafgericht 
schriftlich innert 10 Tagen seit der Zustellung des Entscheids in der gemäss 
Art. 385 StPO in Verbindung mit Art. 39 Abs. 1 StBOG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdegründe, die weite-
ren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 
393 ff. StPO.

5. Mitteilung an: