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**Case Identifier:** 986cb85e-b433-5bb3-a681-8ff29d901bfb
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.09.2023 BVGE 2023 I/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_BVGE-2023-I-3_2023-09-13.pdf

## Full Text

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 2023 I/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 29 

 

2023 I/3 

Auszug aus dem Urteil der Abteilung II 
i.S. A. gegen Bundesamt für Zivildienst (ZIVI) 

B-2840/2023 vom 13. September 2023 

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten. Ausle-

gung des Begriffs « Aufsichtspersonen » hinsichtlich Arbeitsagogen 

im Massnahmenvollzug in Jugendheimen. 

Art. 13 Abs. 1 ZDG i.V.m. Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG.  

1. Dienstbefreiung aufgrund unentbehrlicher Tätigkeit. Eine Person 
hat Anspruch auf Dienstbefreiung, wenn sie hauptberuflich als 

« Aufsichtsperson » in einer Institution tätig ist, in welcher Strafen 
und Massnahmen vollzogen werden (E. 3.1 und 3.4). 

2. Die in Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG vorausgesetzte Aufsichts-
tätigkeit umfasst im Bereich des Massnahmenvollzugs in Heimen 

grundsätzlich auch die arbeitsagogische Begleitung und Betreu-

ung von massnahmebedürftigen Jugendlichen, ohne welche die 

vom Massnahmenrecht (für Jugendliche und Erwachsene) anvi-

sierte integrierende und resozialisierende Wirkung nicht erreicht 

werden kann (E. 5.3–5.5.1).  

Service civil. Exemption du service pour les personnes exerçant des 

activités indispensables. Interprétation de la notion de « membres du 

personnel de surveillance » s'agissant des accompagnants sociopro-

fessionnels dans l'exécution de mesures dans des foyers pour jeunes.  

Art. 13 al. 1 LSC en relation avec l'art. 18 al. 1 let. c ch. 3 LAAM. 

1. Exemption de servir des personnes exerçant des activités indispen-
sables. Une personne a le droit d'être exemptée du service si elle 

travaille à titre principal comme « membre du personnel de sur-

veillance » au sein d'une institution dans laquelle sont exécutées 

des peines et des mesures (consid. 3.1 et 3.4). 

2. L'activité de surveillance prévue à l'art. 18 al. 1 let. c ch. 3 LAAM 
comprend en principe également, s'agissant de l'exécution des 

mesures dans les foyers, l'accompagnement socioprofessionnel et 

la prise en charge de jeunes nécessitant des mesures sans lesquelles 

l'objectif d'intégration et de resocialisation visé par le droit des 

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mesures (pour les jeunes et les adultes) ne peut être atteint 

(consid. 5.3–5.5.1).  

Servizio civile. Esenzione dal servizio per attività indispensabili. Inter-

pretazione dell'espressione « personale di sorveglianza » in relazione 

agli accompagnatori socioprofessionali incaricati dell'esecuzione delle 

misure negli istituti per minorenni e giovani adulti.  

Art. 13 cpv. 1 LSC in combinazione con l'art. 18 cpv. 1 lett. c n. 3 LM.  

1. Esenzione dal servizio per attività indispensabili. Ha diritto 
all'esonero dal servizio la persona che è impiegata a titolo princi-

pale come « personale di sorveglianza » in un istituto per l'esecu-
zione di pene e misure (consid. 3.1 e 3.4).  

2. Nel settore dell'esecuzione di misure in un istituto, l'attività di sor-
veglianza ai sensi dell'art. 18 cpv. 1 lett. c n. 3 LM comprende di 

principio anche l'accompagnamento e l'assistenza socioprofessio-

nale di giovani necessitanti di misure senza i quali l'obiettivo di 

integrazione e reinserimento sociale previsto dal diritto delle mi-

sure (per giovani e adulti) non può essere raggiunto (consid. 5.3–

5.5.1). 

 

Mit Verfügung vom 27. Juni 2018 liess das Bundesamt für Zivildienst 

(ZIVI, nachfolgend: Vorinstanz) den Beschwerdeführer zum Zivildienst 

zu. Sie verpflichtete ihn zur Leistung von 329 Diensttagen, wovon er bis 

heute 176 Tage geleistet hat. 

Am 26. Januar 2023 ersuchte der Beschwerdeführer die Vorinstanz um 

Dienstbefreiung aufgrund seiner Anstellung als Arbeitsagoge beim Ju-

gendheim B., welches sich insbesondere milieugeschädigten, delinquenten 

Jugendlichen in Entwicklungskrisen annimmt.  

Mit Verfügung vom 3. Mai 2023 lehnte die Vorinstanz das Dienstbefrei-

ungsgesuch mit der Begründung ab, dass seine Tätigkeit als Arbeitsagoge 

zwar unentbehrlich im Sinne des Gesetzes sei, jedoch arbeite er nicht im 

« Sicherheitsdienst » und sei nicht mit der direkten « Beaufsichtigung » 

straffälliger Bewohner beauftragt. Zudem würden im beigelegten Stellen-

beschrieb insbesondere Hinweise auf eine « Kontrollfunktion » fehlen, 
weshalb er nicht zum « essentiellen Aufsichtspersonal » zu zählen sei. 

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 2023 I/3 

 

 

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Am 17. Mai 2023 reichte der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungs-

gericht Beschwerde ein. Er rügt, dass es sich bei seiner Arbeit als Arbeits-

agoge um eine unentbehrliche Tätigkeit handle, da er die im Jugendheim 

B. untergebrachten milieugeschädigten, delinquenten Jugendlichen nicht 

nur begleite und betreue, sondern auch beaufsichtigen müsse. Insofern sei 

er eine « Aufsichtsperson » im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 des 

Militärgesetzes vom 3. Februar 1995 (MG, SR 510.10), welche gestützt 

auf Art. 13 Abs. 1 des Zivildienstgesetzes vom 6. Oktober 1995 (ZDG, SR 

824.0) vom Zivildienst zu befreien sei. 

Das Bundesverwaltungsgericht heisst die Beschwerde gut.  

Aus den Erwägungen: 

3.  
Strittig ist, ob die Vorinstanz das Dienstbefreiungsgesuch des Beschwerde-

führers zu Recht abgewiesen hat. 

3.1 Für unentbehrliche Tätigkeiten sieht Art. 13 Abs. 1 ZDG eine Be-
freiung vom Zivildienst vor und verweist diesbezüglich auf den für sinnge-

mäss anwendbar erklärten Art. 18 MG. Solche Dienstbefreiungen werden 

durch die Vollzugsstelle verfügt (Art. 13 Abs. 2 ZDG). 

Vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen sind in zeitli-

cher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei 

der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden 

Tatbestands Geltung haben (statt vieler BGE 144 V 210 E. 4.3.1). Da das 

Dienstbefreiungsgesuch am 26. Januar 2023 eingereicht wurde, ist im Un-

terschied zur angefochtenen Verfügung, welche sich fälschlicherweise auf 

den damals aufgehobenen aArt. 18 Abs. 1 Bst. e MG (AS 1995 4093) 

stützt, der neu gegliederte Art. 18 MG massgeblich. Dieser ist am 1. Januar 

2023 in Kraft getreten (AS 2022 725; Botschaft vom 1. September 2021 

zur Änderung des Militärgesetzes und der Armeeorganisation, BBl 2021 

2198, nachfolgend: Botschaft MG 21), was die Vorinstanz zu einer ent-

sprechenden Korrektur in ihrer Vernehmlassung vom 15. Juni 2023 ([…]) 

veranlasst hat. 

Nach Art. 18 Abs. 1 MG (mit der Marginalie « Dienstbefreiung für unent-

behrliche Tätigkeiten ») werden für die Dauer ihres Amtes oder ihrer An-

stellung von der Militärdienstpflicht befreit: 

a. die Mitglieder des Bundesrates, der Bundeskanzler und die Vize-
kanzler; 

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b. Geistliche, die nicht der Armeeseelsorge angehören; 

c. die folgenden hauptberuflich tätigen Personen: 

1. Medizinalpersonen, die für die Sicherstellung des Betriebs 
von sanitätsdienstlichen Einrichtungen des zivilen Gesund-

heitswesens notwendig sind und von der Armee nicht zwin-

gend für sanitätsdienstliche Aufgaben benötigt werden, 

2. Angehörige von Rettungsdiensten, die von der Armee nicht 
zwingend für eigene Rettungsdienste benötigt werden, 

3. Direktorinnen, Direktoren und Aufsichtspersonen von An-
stalten, Gefängnissen oder Heimen, in denen Untersuchungs-

haft, Strafen oder Massnahmen vollzogen werden, 

4. Angehörige von Polizeidiensten, die von der Armee nicht 
zwingend für polizeiliche Aufgaben benötigt werden, 

5. Angehörige des Grenzwachtkorps, 

6. Angestellte der Postdienste, der vom Bund konzessionierten 
Transportunternehmen sowie der Verwaltung, die in ausser-

ordentlichen Lagen für den Sicherheitsverbund Schweiz un-

entbehrlich sind, 

7. Angehörige von staatlich anerkannten Feuerwehren und 
Wehrdiensten, 

8. Angestellte der zivilen Flugsicherungsdienste, die für die 
Sicherstellung der zivilen Flugsicherung unentbehrlich sind 

und nicht zwingend für die militärische Flugsicherung be-

nötigt werden. 

Sind die Voraussetzungen nach Art. 18 MG erfüllt, besteht Anspruch auf 

Dienstbefreiung (vgl. Urteil des BVGer A-2884/2019 vom 17. Februar 

2020 E. 6.3.2). 

Die in Art. 18 Abs. 1 Bst. c MG verlangte Hauptberuflichkeit liegt vor, 

wenn die zivildienstpflichtige Person in einem mindestens auf ein Jahr ab-

geschlossenen befristeten oder in einem unbefristeten Arbeitsvertragsver-

hältnis steht und die unentbehrliche Tätigkeit durchschnittlich mindestens 

einem 80-Prozent-Pensum entspricht (Art. 25 Abs. 1 der Verordnung vom 

22. November 2017 über die Militärdienstpflicht [VMDP, SR 512.21] 

i.V.m. Art. 20 der Zivildienstverordnung vom 11. September 1996 [ZDV, 

SR 824.01]). 

Nach Art. 21 ZDV werden die in Art. 18 Abs. 1 Bst. c MG aufgeführten 

Personen vom Zivildienst befreit, wenn sie Zivildienstleistungen erbracht 

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 2023 I/3 

 

 

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haben, deren Dauer 1,5‑mal so lange ist wie diejenige der Rekrutenschule. 
Die teilweise Absolvierung der Rekrutenschule wird berücksichtigt. 

3.2 Da der Beschwerdeführer wegen seiner Tätigkeit im Massnah-
menvollzug eines Jugendheimes um Dienstbefreiung ersucht, ist nachfol-

gend lediglich zu prüfen, ob er die Voraussetzungen von Art. 18 Abs. 1 

Bst. c Ziff. 3 MG erfüllt.  

Andere der in Art. 18 Abs. 1 MG vorgesehenen Personenkategorien 

kommen in Bezug auf den Beschwerdeführer nicht infrage, was zu Recht 

auch nicht behauptet wird. Auch eine allfällige Anwendung der « Ventil-

klausel » nach Art. 18 Abs. 2 MG scheidet hier aus (vgl. hierzu Botschaft 

MG 21, BBl 2021 2198, 2209). 

3.3 Der Beschwerdeführer leistete vor seiner Zulassung zum Zivil-
dienst in der Armee 26 Diensttage, welche gemäss Art. 21 ZDV an die 

Dauer der Rekrutenschule von 124 Tagen anzurechnen sind. Da der Be-

schwerdeführer bereits 176 Zivildiensttage geleistet hat, was mehr als dem 

1,5-fachen der Rekrutenschule entspricht ([124 Tage – 26 Tage] x 1,5 = 

147 Tage), könnte er vom Zivildienst befreit werden, wenn er unter die in 

Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG erwähnten Personenkategorien fiele 

([…]).  

3.4 Unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer unbefristet und mit 
einem Arbeitspensum von 100 % beim Jugendheim B. angestellt ist. Nach 

unstreitiger Darstellung des Beschwerdeführers und seiner Arbeitgeberin 

beherbergt das Heim B. normal begabte, 13- bis 22-jährige männliche 

Jugendliche in Entwicklungskrisen. Die Heimeinweisungen erfolgen auf-

grund von Milieuschädigungen, Lernschwierigkeiten, Suchtproblemen, 

Dissozialität und/oder Delinquenz und beruhen auf straf- oder zivilrecht-

lichen Grundlagen. Als interdisziplinär geführte Sozialisationseinrichtung 

bietet die Institution umfassende Bildungs- und Förderungsangebote, wo-

bei die Betreuung der Jugendlichen während 24 Stunden an 7 Wochen-

tagen während 365 Tagen im Jahr erfolgt.  

Dieses Jugendheim steht im Verzeichnis der vom Bundesamt für Justiz 

(BJ) anerkannten Erziehungseinrichtungen ([…]). Darin sind ausschliess-

lich Institutionen aufgeführt, die zu mindestens einem Drittel aufgrund 

von Massnahmen eingewiesene Kinder und Jugendliche aufzunehmen 

verpflichtet sind (vgl. Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 5. Oktober 

1984 über die Leistungen des Bundes für den Straf- und Massnahmenvoll-

zug [LSMG, SR 341] i.V.m. Art. 1 Abs. 2 sowie insb. Art. 4 der Ver-

ordnung vom 21. November 2007 über die Leistungen des Bundes für den 

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Straf- und Massnahmenvollzug [LSMV, SR 341.1] zur gesetzlichen Um-

schreibung der im Sozialverhalten erheblich gestörten Kinder und Jugend-

lichen).  

Somit ist die Voraussetzung von Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG insoweit 

erfüllt, als der Beschwerdeführer hauptberuflich in einem Heim tätig ist, 

in dem Strafen oder Massnahmen vollzogen werden. Dies anerkennt zu 

Recht auch die Vorinstanz ([…]). 

4.  
Die Vorinstanz vermag in der arbeitsagogischen Tätigkeit des Beschwer-

deführers im Jugendheim keine « unentbehrliche Aufsichtsrolle » zu er-

blicken, da dessen Tätigkeit nicht auf die « Sicherstellung der Verwahrung 

der Jugendlichen » abziele, sondern « eher » der Reintegration diene. 

Demgegenüber vertritt der Beschwerdeführer die Auffassung, er übe mit 

der direkten Betreuung von straffälligen Jugendlichen als deren Aufsichts- 

und Betreuungsperson eine unentbehrliche Tätigkeit aus, weshalb er vom 

Zivildienst zu befreien sei.  

Somit bleibt als Nächstes zu klären, ob der Beschwerdeführer im Rahmen 

seiner arbeitsagogischen Heimtätigkeit mit massnahmebedürftigen 

Jugendlichen als Aufsichtsperson im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 

MG zu qualifizieren ist. 

Da weder im MG noch in der VMDP der Begriff « Aufsichtsperson » im 

Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG definiert wird, ist nachfolgend 

mittels Auslegung dessen Sinngehalt im Kontext des Heimaufenthalts von 

massnahmebedürftigen Jugendlichen zu ermitteln.  

5.  
Das Gesetz muss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach dem 

Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zugrunde liegenden Wertungen auf 

der Basis einer teleologischen Verständnismethode ausgelegt werden. Die 

Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht 

schon der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten 

verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige 

Entscheidung im normativen Gefüge, ausgerichtet auf ein befriedigendes 

Ergebnis der ratio legis. Dabei befolgt das Bundesgericht einen pragmati-

schen Methodenpluralismus, wobei die einzelnen Auslegungselemente 

keiner hierarchischen Ordnung unterstehen (BGE 149 II 43 E. 3.2; 149 I 

91 E. 2.2; 148 III 314 E. 2.2; 146 V 224 E. 4.5.1, je m.H.; Urteile des 

BVGer A-2585/2022 vom 29. Juni 2023 E. 2.7; A-4705/2022 vom 

27. Juni 2023 E. 6.1 und B-96/2022 vom 5. April 2022 E. 1.2.4, je m.H.). 

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 2023 I/3 

 

 

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5.1  
5.1.1 Die grammatikalische Auslegung stellt auf Wortlaut, Wortsinn 
und Sprachgebrauch ab, wobei die Formulierungen in den drei Amts-

sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch gleichwertig sind (vgl. 

Art. 14 Abs. 1 Satz 2 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 [PublG,  

SR 170.512]; BVGE 2016/9 E. 7). 

5.1.2 Die in Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG verwendete Begriffsfü-
gung « Aufsichtspersonen von Heimen, in denen Massnahmen vollzogen 

werden » lässt auf einer wortlautbezogenen Ebene nicht erkennen, was die 

fragliche « Aufsicht » der dazu verpflichteten Personen genau beinhaltet, 

sei es im Sinne von « Beaufsichtigen » (wie beispielsweise bei der 

« Schulaufsicht » oder wenn Personen « unter Aufsicht arbeiten ») oder 

etwas einschränkender im Sinne von « Überwachen » (wie z.B. bei Wärte-

rinnen oder Wärtern, welche berufsmässig Personen bewachen bzw. be-

treuen). 

Nach allgemeinem Sprachgebrauch haben « Aufsichtspersonen » darauf 

zu achten, dass insbesondere bestimmte Vorschriften eingehalten oder Ar-

beiten erledigt werden (vgl. die entsprechende Begriffsdeutung im Duden, 

Deutsches Universalwörterbuch, 9. Aufl. 2019, S. 212, sowie im Duden, 

Bedeutungswörterbuch, 5. Aufl. 2018, S. 137). Nach dem Duden (Her-

kunftswörterbuch, 6. Aufl. 2020, S. 769) wird « Aufsicht » von « sehen » 

abgeleitet, was z.B. den « Aufseher » zur Person macht, die « auf etwas 

achtet, aufpasst ». Ob daher im vorliegenden Kontext « Aufsichtsperso-

nen » in ihrer Funktion einfach nur Türen « auf- und abzuschliessen » be-

ziehungsweise einzig Sicherungs- und Überwachungsfunktionen wahrzu-

nehmen haben oder darüber hinaus – im Sinne einer « Fachaufsicht » – die 

zu Beaufsichtigenden auch (oder gar hauptsächlich) betreuen und beglei-

ten, um im Rahmen ihrer Funktion eine optimale fachliche Aufgabener-

ledigung gewährleisten zu können, lässt sich gestützt auf eine rein gram-

matikalische Auslegung nicht entscheiden.  

Aus der italienischen (« il personale di sorveglianza di riformatori, nei 

quali si eseguono misure ») wie auch der französischen Fassung (« le  

personnel de surveillance de foyers dans lesquels sont exécutées des me-

sures »), welche beide einen gleichwertigen Aussagegehalt wie der deut-

sche Text aufweisen, ergeben sich keinerlei klärende Hinweise zur frag-

lichen Begriffsfügung.  

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Lässt sich somit auf einer wortlautbezogenen Ebene kein klarer Sinngehalt 

erkennen, sind die weiteren Auslegungsmethoden heranzuziehen, um die 

wahre Normtragweite zu ermitteln. 

5.2  
5.2.1 Die historische Auslegung stellt auf den Sinn und Zweck ab, den 
man einer Norm zur Zeit ihrer Entstehung gab. Eine Norm soll so gelten, 

wie sie vom Gesetzgeber vorgesehen worden war. Insbesondere bei jungen 

Erlassen muss dem Willen des Gesetzgebers ein grosses Gewicht bei-

gemessen werden (BGE 137 V 167 E. 3.2; 136 V 216 E. 5.1 […]; BVGE 

2015/32 E. 3.4; HÄFELIN et al., Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 

10. Aufl. 2020, Rz. 101). 

5.2.2 Der hier zur Diskussion stehende Dienstbefreiungsgrund steht, 
wie nachfolgend zu zeigen ist, im unmittelbaren Zusammenhang mit der 

historischen Entwicklung der eidgenössischen « Wehrverfassung ». Daher 

ist zur besseren Erfassung der Bedeutung des Schlüsselbegriffs « Auf-

sichtspersonen » – innerhalb der strittigen Begriffsfügung von Art. 18 

Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG – nachfolgend ein Blick zurück auf die vom Mili-

tärgesetz abgelöste Militärorganisation (MO, AS 23 781) zu werfen und 

die zeitliche Entwicklung der Formulierungen des Ausnahmekataloges 

darzustellen:  

In der Militärorganisation der schweizerischen Eidgenossenschaft vom 

21. November 1874 (MO 1874), welche im Interesse der Durchsetzung 

einer umfassenden Wehrpflicht die bis anhin kantonal zerstückelte Orga-

nisation des Wehrwesens schweizweit zusammenfasste (vgl. Botschaft 

vom 13. Juni 1874 über den Entwurf einer Militärorganisation, BBl 1874 

II 1, 1 ff., 28, nachfolgend: Botschaft MO 1874), stand unmittelbar nach 

Art. 1 (Wehrpflicht jedes Schweizers) in Art. 2 (BBl 1874 III 421, 421 f.): 

Von der Wehrpflicht sind während der Dauer ihres Amtes oder ihrer 

Anstellung enthoben:  

a. Die Mitglieder des Bundesrathes, der Kanzler und die Bundesge-
richtschreiber. 

b. Die Beamten und Angestellten der Post- und Telegraphenverwal-
tung, der Verwaltung des eidg. Kriegsmaterials, der Pulverver-

waltung, der eidg. Militärwerkstätten, der eidgenössischen und 

kantonalen Zeughäuser, sowie die Kantonskriegskommissäre. 

c. Die unentbehrlichen Vorsteher und Krankenwärter der öffent-
lichen Spitäler, die Direktoren und Gefangenwärter der Straf-

anstalten und Untersuchungsgefängnisse, die Offiziere und 

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 2023 I/3 

 

 

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Soldaten der kantonalen Polizeikorps, sowie die Zoll- und Grenz-

wächter. 

d. Die Geistlichen, welche nicht zu Feldgeistlichen bestellt sind. 

e. Die Lehrer der öffentlichen Schulen können nach bestandener 
Rekrutenschule von weitern Dienstleistungen dispensirt werden, 

wenn die Erfüllung ihrer Berufspflichten dieß nothwendig macht 

(Art. 81). 

f. Die Angestellten der Eisenbahnunternehmungen, denen der Un-
terhalt und die Bewachung der Bahn obliegt, die Angestellten des 

Bahnbetriebs, das Bahnhof- und Stations-Personal, endlich die 

Angestellten der konzessionirten Dampfschiffunternehmungen, 

denen der Fahrdienst obliegt. Wenn der Kriegsbetrieb der Eisen-

bahnen und Dampfschiffe angeordnet wird (Art. 207), so leisten 

die genannten Eisenbahn- und Dampfschiff-Angestellten ihren 

Dienst als solchen und sind auch für die betreffende Zeit von je-

der Ersazsteuer befreit. 

In Bezug auf die Eisenbahnangestellten bleiben die Bestimmun-

gen der Art. 29, 72 und 209 vorbehalten. 

Diese erste gesamteidgenössische « Wehrverfassung » war darauf ausge-

richtet, die Befreiung von der Militärdienstpflicht auf die im Kriegsfalle 

unentbehrlichen Personen zu beschränken (vgl. BBl 1907 II 1013, 1017), 

zumal damals ein grosser Wert auf den Charakter der Armee als kriegs-

taugliche, wohlausgebildete Milizarmee gelegt wurde (vgl. Botschaft MO 

1874, BBl 1874 II 1, 31, 34 ff., 43 ff.).  

Da sich dieser erste gesetzgeberische Vereinheitlichungsversuch als man-

gelhaft erwies, wurde er wenige Jahrzehnte später in die neue Militärorga-

nisation der schweizerischen Eidgenossenschaft vom 12. April 1907 über-

führt, welche die Militärdienstpflicht detaillierter regelte und in Art. 13 

auch gewisse Präzisierungen zum Dienstbefreiungskatalog anbrachte (BBl 

1907 II 1013, 1016 f.): 

Während der Dauer ihres Amtes oder ihrer Anstellung haben keinen 

Militärdienst zu leisten:  

1. die Mitglieder des Bundesrates und der Bundeskanzler; 

2. die Geistlichen, die nicht als Feldprediger eingeteilt sind; 

3. die ärztlichen Direktoren, die ständigen Vorsteher und die Kran-
kenwärter der öffentlichen Spitäler; 

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38 I BVGE / ATAF / DTAF  

 

4. die Direktoren und Gefangenwärter der Strafanstalten und Unter-
suchungsgefängnisse, die Angehörigen organisierter Polizei-

korps, letzteres unter Vorbehalt von Art. 62; 

5. das Personal des Grenzwachtkorps; der Bundesrat kann im Mo-
bilmachungsfalle über dieses Personal zu Kriegszwecken verfü-

gen; 

6. die im Kriegsfalle unentbehrlichen Beamten und Angestellten der 
einem allgemeinen Interesse dienenden öffentlichen Verkehrsan-

stalten und der Militärverwaltung. Eine Verordnung des Bundes-

rates bezeichnet diese Verkehrsanstalten und die im Kriegsfalle 

unentbehrlichen Beamten und Angestellten. 

Laut der dazugehörigen Botschaft vom 10. März 1906 wurde in Bezug auf 

die hier interessierende Stelle (Art. 13 Abs. 4 MO 1907) die bisherige 

Militärorganisation von 1874 lediglich weitergeführt (BBl 1906 I 795 ff., 

810, 826). 

Im Rahmen der letzten Revision der Militärorganisation vom 22. Juni 

1984 (BBl 1984 II 807, 808) wurde lediglich der Wortlaut von Art. 13 

Abs. 1 Ziff. 4 MO redaktionell angepasst:  

Während der Dauer ihres Amtes oder ihrer Anstellung haben keinen 

Militärdienst zu leisten: […] die Direktoren und Gefangenenwärter der 

Strafanstalten und Untersuchungsgefängnisse. 

Den Erläuterungen des Bundesrates lässt sich hierzu nichts entnehmen 

(vgl. Botschaft vom 28. Februar 1983 betreffend die Teilrevision des Bun-

desgesetzes über die Militärorganisation der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft, BBl 1983 II 462, 477, 492). 

Mit der Ablösung der Militärordnung und dem Inkrafttreten des Militär-

gesetzes am 1. Januar 1996 (AS 1995 4093) – im Rahmen einer formalen 

Totalrevision der bisherigen Wehrverfassung (so die Botschaft vom 

8. September 1993 zum Militärgesetz, BBl 1993 IV 1, 6, nachfolgend: 

Botschaft MG) – wurde durch den neuen Art. 18 Abs. 1 MG (mit der Mar-

ginalie « Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten ») der bestehen-

de Katalog von Art. 13 MO materiell kaum geändert (AS 1995 4097 f. so-

wie Botschaft MG, BBl 1993 IV 1, 6, 41 f.):  

1. Für die Dauer ihres Amtes oder ihrer Anstellung werden von der 
Militärdienstpflicht befreit:  

a. die Mitglieder des Bundesrates, der Bundeskanzler und die 
Vizekanzler; 

b. Geistliche, die nicht der Armeeseelsorge angehören; 

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 2023 I/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 39 

 

c. das unentbehrliche Personal für die Sicherstellung des Be-
triebs von sanitätsdienstlichen Einrichtungen des Gesund-

heitswesens; 

d. hauptberufliche Angehörige von Rettungsdiensten, die von 
der Armee nicht zwingend für eigene Rettungsdienste benö-

tigt werden; 

e. Direktoren, Direktorinnen und Aufsichtspersonal von Anstal-
ten, Gefängnissen oder Heimen, in denen Untersuchungshaft, 

Strafen oder Massnahmen vollzogen werden; 

f. hauptberufliche Angehörige von organisierten Polizeidiens-
ten, die von der Armee nicht zwingend für polizeiliche Auf-

gaben benötigt werden; 

g. Angehörige des Grenzwachtkorps; 

h. Beamte, Beamtinnen und Angestellte der Postdienste, der 
staatlichen und vom Bund konzessionierten Transportunter-

nehmen sowie der Verwaltung, die in ausserordentlichen La-

gen für die Gesamtverteidigung unentbehrlich sind; 

i. hauptberufliche Angehörige von staatlich anerkannten Feuer-
wehren und Wehrdiensten.  

Gemäss Botschaft zum Militärgesetz wurden diese Bestimmungen ledig-

lich an den heutigen Sprachgebrauch und an die Praxis angepasst (Bot-

schaft MG, BBl 1993 IV 1, 42), wobei betont wird, dass eine Aufhebung 

oder Einschränkung der berücksichtigten Tätigkeiten vom Grossteil der 

Arbeitgeber personell nicht verkraftet werden könnte (Botschaft MG, BBl 

1993 IV 1, 41 f.).  

5.2.3 Mit Bezug auf die hier interessierende Begriffsfügung fällt auf, 
dass in Art. 18 Abs. 1 Bst. e MG – im Unterschied zur altrechtlichen Mili-

tärorganisation 1874/1907 – eine erweiterte Formulierung gewählt wurde, 

welche erstmals auch den Massnahmenvollzug in Heimen erwähnt (AS 

1995 4097).  

Vergleicht man im Rahmen einer historischen Auslegung die jeweilen vom 

Gesetzgeber – im Zusammenhang mit « freiheitsentziehenden » Institutio-

nen – verwendeten Umschreibungen der dienstbefreiten Personenkatego-

rien (« Gefangenwärter » [MO 1874], « Gefangenwärter » [MO 1907], 

« Aufsichtspersonal » [MG 1996]), erlaubt dies einzig den Schluss, dass 

lediglich diejenigen Personen dienstbefreit werden sollen, die im Rahmen 

ihrer « Aufsichtsaufgabe » für die volle Funktionsfähigkeit der – vom Ge-

setzgeber für privilegierungswürdig erachteten – Institutionen notwendig 

2023 I/3 Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 

 

 

40 I BVGE / ATAF / DTAF  

 

sind (und insofern Tätigkeiten verrichten, die als « unentbehrlich » erach-

tet werden).  

Doch welche Personen dies im Rahmen von – gegenüber heimbedürftigen 

Jugendlichen – zu vollziehenden Massnahmen im Einzelnen sind, lässt 

sich im Rahmen einer historischen Auslegung nicht beantworten, zumal 

sich dazu sowohl die Gesetzesmaterialien zum Militärgesetz (Botschaft 

MG, BBl 1993 IV 1, 41 ff.; AB 1994 N 1755 f.; AB 1994 S 293 f.) als auch 

zum Zivildienstgesetz (Botschaft vom 22. Juni 1994 zum Bundesgesetz 

über den zivilen Ersatzdienst, BBl 1994 III 1609, 1613, 1665; AB 1995 N 

659 ff.; AB 1995 S 711, 726 f.) ausschweigen. In diesem Zusammenhang 

ist der Vorinstanz insoweit nicht zu folgen, als sie, ohne ihren Gedanken-

gang offenzulegen, nur « Justizvollzugsbeamte » in Gefängnissen oder 

Heimen, welche « die Verwahrung und Sicherheit der Insassen » gewähr-

leisten, als « essentielles Aufsichtspersonal » anerkennen will ([…]). Wäre 

diese Sicht zutreffend, wäre wohl vom Gesetzgeber zu erwarten gewesen, 

dass er einen spezifischeren Terminus, wie z.B. « Sicherheitspersonal » 

wählt, wenn er tatsächlich eine restriktive Einschränkung auf die eigent-

lichste « Gefangenenwärter-Funktion » (Bewachen, Auf- und Zuschlies-

sen von Türen und Toren) beabsichtigt hätte. 

Mit ihrer einschränkenden Auslegung von Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG 

übersieht die Vorinstanz, dass zum gesetzeskonformen Verständnis des Be-

griffs « Aufsichtspersonen » der spezifisch massnahmenrechtliche Kon-

text nicht ausgeblendet werden darf, soweit hier die berufliche Tätigkeit 

des Beschwerdeführers in einem Heim in Frage steht, wo massnahmebe-

dürftige 13- bis 22-jährige männliche Jugendliche in Entwicklungskrisen 

massnahmenkonform betreut werden sollen.  

Weiter fällt auf, dass – im Zuge der stärker auf Wiedereingliederung ge-

richteten Strafrechtsreformen der letzten Jahrzehnte – selbst der Beruf des 

vormaligen « Gefangenenwärters » einem grundlegenden Wandel unter-

worfen wurde, indem heute – in Gefängnissen – der Fachfrau respektive 

dem Fachmann für Justizvollzug (vgl. Art. 25 Abs. 2 Bst. b VMDP) neben 

Sicherheits- auch vielseitige Betreuungsaufgaben obliegen (vgl. Schwei-

zerisches Kompetenzzentrum für den Justizvollzug < www.skjv.ch/de > 

Was ist Justizvollzug > Arbeiten im Justizvollzug > Die Arbeit als Fach-

frau/Fachmann Justizvollzug, wo insb. auf den im Berufsalltag zu leisten-

den « Spagat » zwischen Aufsicht und Betreuung hingewiesen wird, wobei 

auch agogische Betreuung und Begleitung sowie Unterstützung bei der 

Reintegration der Inhaftierten das neue Berufsbild prägen). 

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 2023 I/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 41 

 

Im Lichte dieser Überlegungen lässt sich ausgehend vom Wortlaut allein 

gestützt auf eine historische Auslegung die zu klärende Frage nicht beant-

worten, welcher Personenkreis als « Aufsichtspersonal » für das reibungs-

lose Funktionieren von Heimen notwendig ist, wenn an Jugendlichen 

Massnahmen zu vollziehen sind. Vielmehr muss in systematischer Hin-

sicht zum Verständnis der fraglichen Begriffsfügung auf die hierzu ein-

schlägigen Bestimmungen zurückgegriffen werden. 

5.3  
5.3.1 Bei der systematischen Auslegung wird auf den Sinn abgestellt, 
welcher einer Norm im Kontext zukommt, sowie auf das Verhältnis, in 

welchem sie zu anderen Gesetzesvorschriften steht (BGE 146 III 217 

E. 5). Zu erforschen ist die Tragweite einer Norm unter Berücksichtigung 

des umgebenden Normengefüges und der institutionellen Rahmenbe-

dingungen (BGE 138 I 305 E. 1.4.4). Einzelne Regelungen sind im Lichte 

des inneren Systems des fraglichen Rechtsgebiets und letztlich der Ge-

samtrechtsordnung möglichst « systemkonform » zu deuten (vgl. ERNST 

A. KRAMER, Juristische Methodenlehre, 6. Aufl. 2019, S. 116). 

5.3.2 Angesichts des jugendstrafrechtlichen Massnahmenkontexts sind 
im Rahmen einer systematischen Auslegung zum Verständnis der strittigen 

Begriffsfügung, soweit hier nötig, insbesondere das Jugendstrafgesetz 

vom 20. Juni 2003 (JStG, SR 311.1; in Kraft am 1. Januar 2007), der 

Art. 61 StGB (zu Massnahmen für junge Erwachsene bis 25 Jahre) und die 

Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009 (JStPO, SR 312.1; in 

Kraft am 1. Januar 2011) sowie die dazugehörigen Materialien von Bedeu-

tung und heranzuziehen: 

Heutzutage spielen – neben zivilrechtlichen Kindesschutzmassnahmen 

(vgl. Art. 307 und Art. 311 ZGB) – auch Massnahmen nach Jugendstraf-

gesetz eine Rolle, die sich an Jugendliche richten, die zwischen dem 10. 

und 18. Lebensjahr eine Straftat begangen haben und eine besondere er-

zieherische Betreuung oder therapeutische Behandlung benötigen. 

Im Unterschied zum Erwachsenenstrafrecht ist das Jugendstrafrecht nicht 

tat- sondern täterorientiert (vgl. Art. 2 Abs. 1 JStG und Art. 4 Abs. 1 

JStPO, wonach der Schutz und die Erziehung des Jugendlichen für die An-

wendung von JStG und JStPO wegleitend sind; vgl. HUG/SCHLÄFLI/ 

VALÄR, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 1 zu Art. 2 

JStG; MARCEL RIESEN-KUPPER, in: StGB/JStGB Kommentar, 21. Aufl. 

2022, N. 3 zu Art. 2 JStG).  

2023 I/3 Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 

 

 

42 I BVGE / ATAF / DTAF  

 

Da sich Jugendliche in ihrer Einstellung und ihrem Verhalten noch in der 

Entwicklung befinden, sind sie für pädagogische Massnahmen erreichbar, 

was die jugendstrafrechtliche Beurteilung ihrer Straftaten beeinflusst (Bot-

schaft vom 21. September 1998 zur Änderung des Schweizerischen Straf-

gesetzbuches und des Militärstrafgesetzes sowie zu einem Bundesgesetz 

über das Jugendstrafrecht, BBl 1999 II 1979, 2081, 2222, nachfolgend: 

Botschaft StGB; RIESEN-KUPPER, a.a.O., N. 1 zu Vorbemerkungen Art. 1 

JStG). Daher sind jugendstrafrechtliche Sanktionen (und Strafverfahren) 

anders ausgestaltet als im Erwachsenenstrafrecht, indem Schutzmassnah-

men, soweit Erziehungs- oder Therapiebedarf besteht, den Strafen (Ver-

weis, persönliche Leistung [Arbeitsleistung, Kursteilnahme], Busse und 

Freiheitsentzug, vgl. Art. 22–25 JStG) vorgehen. Benötigen daher Jugend-

liche eine besondere erzieherische Betreuung oder therapeutische Behand-

lung, sind gemäss Art. 10 Abs. 1 JStG (i.V.m. Art. 12–20 JStG) die nach 

den Umständen erforderlichen Schutzmassnahmen anzuordnen. Dadurch 

soll eine erneute Straffälligkeit der jugendlichen Person verhindert und 

ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft ermöglicht werden (vgl. auch 

HUG/SCHLÄFLI/VALÄR, a.a.O., N. 67 zu Art. 1 JStG zur in der Schweiz 

konsequent pädagogisch ausgerichteten Sanktionspraxis und zu den haupt-

sächlich offen geführten Vollzugseinrichtungen; vgl. zur Wichtigkeit der 

Prävention: SANDRINE HAYMOZ, Délinquance juvénile et prévention: entre 

défis et prudence, in: Von Repression zur Prävention: Antagonistische oder 

komplementäre Logiken?, 2022, S. 120 f., nachfolgend: von Repression 

zur Prävention).  

Diesem Zweck dienen vier Typen von Schutzmassnahmen: die Aufsicht 

(Art. 12 JStG), die persönliche Betreuung (Art. 13 JStG), die ambulante 

Behandlung (Art. 14 JStG) und die Unterbringung (in offenen oder ge-

schlossenen Einrichtungen, vgl. Art. 15 f. JStG). Nach Art. 15 Abs. 1 JStG 

wird die Unterbringung (offen oder geschlossen) angeordnet, wenn die 

notwendige Erziehung oder Behandlung des Jugendlichen nicht anders 

sichergestellt werden kann, wobei diese bei Privatpersonen oder in Erzie-

hungs- oder Behandlungseinrichtungen erfolgt, welche in der Lage sind, 

die erforderliche erzieherische oder therapeutische Hilfe zu leisten (vgl. 

RIESEN-KUPPER, a.a.O., N. 3 ff. zu Art. 15 Abs. 1 JStG). Nach Art. 17 

Abs. 3 JStG ist beim Vollzug der Massnahmen dafür zu sorgen, dass  

der Jugendliche angemessen unterrichtet und ausgebildet wird (HUG/ 

SCHLÄFLI/VALÄR, a.a.O., N. 4 zu Art. 17 JStG). 

Derselbe spezialpräventive Resozialisierungsgedanke findet sich auch im 

Zusammenhang mit Massnahmen für junge Erwachsene bis 25 Jahren 

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 2023 I/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 43 

 

(vgl. JEANNE SCHROETER, Mineurs et jeunes adultes en droit suisse des 

sanctions: un système par étapes?, in: von Repression zur Prävention, 

a.a.O., S. 125 ff.): 

Gemäss Art. 61 Abs. 3 StGB sollen dem Täter die Fähigkeiten vermittelt 

werden, selbstverantwortlich und straffrei zu leben, wobei insbesondere 

seine berufliche Aus- und Weiterbildung zu fördern ist. Im Massnahmen-

vollzug ist die schulische und berufliche Aus- und Fortbildung für die Ent-

wicklung des Selbstwertgefühls und die Verbesserung der Zukunftschan-

cen des Jugendlichen von entscheidender Bedeutung. Daher schreibt 

Abs. 3 von Art. 61 StGB die angemessene Ausbildung und Unterrichtung 

der Jugendlichen ausdrücklich vor, gerade auch mit Blick darauf, dass bei 

untergebrachten Jugendlichen wegen sozialer Einordnungsschwierigkei-

ten und gestörten Lernbiografien besondere personelle und organisatori-

sche Vorkehren nötig sein können (Botschaft StGB, BBl 1999 II 1979, 

2239). Insbesondere geht es bei der Massnahme nach Art. 61 StGB nicht 

um eine « Nacherziehung » oder um die Disziplinierung des jungen Er-

wachsenen, sondern um eine sozialpädagogische und therapeutische Hil-

fe, die dem Eingewiesenen die Fähigkeit vermitteln soll, inskünftig selbst-

verantwortlich und deliktsfrei zu leben (Botschaft StGB, BBl 1999 II 

1979, 2081). 

5.3.3 Sind, wie oben gezeigt wurde, strafrechtliche Schutzmassnahmen 
für Jugendliche und junge Erwachsene – wie z.B. Heimeinweisungen (im 

offenen oder geschlossenen Vollzug) – hauptsächlich auf die Erreichung 

erzieherischer oder therapeutischer Wirkungen ausgelegt, ist im Rahmen 

einer systematischen Auslegung der in Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG 

verwendete Personenkreis der « Aufsichtspersonen » im Interesse eines 

funktionierenden Massnahmenvollzugs in Heimen, wie er hier infrage 

steht, entsprechend der vorrangig auf Resozialisierung und Integration 

ausgerichteten Zweckbestimmung des Jugendstrafgesetzes (i.V.m. der 

JStPO) sowie Art. 61 StGB weit auszulegen.  

Diesen zentralen Aspekt verkennt die Vorinstanz mit ihrer Ansicht, wo-

nach die Resozialisierung heimplatzierter Jugendlicher « zwar ein wichti-

ger Bestandteil » sei, aber die arbeitsagogischen Tätigkeiten, wie das An-

leiten und Unterstützen bei der Arbeit, keine « unentbehrliche Tätigkeit » 

darstellten ([…]). Die Vorinstanz übersieht, dass das Jugendstrafrecht in 

erster Linie vom Erziehungsgedanken bestimmt wird (vgl. für viele: 

RIESEN-KUPPER, a.a.O., N. 1 zu Art. 2 JStG). In diesem Sinne verfolgt das 

einschlägige Massnahmenrecht, wie in der E. 5.3.2 gezeigt, als Haupt-

stossrichtung die spezialpräventive Resozialisierung und Integration von 

2023 I/3 Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 

 

 

44 I BVGE / ATAF / DTAF  

 

Jugendlichen, was (auch) der agogischen Jugendarbeit des Beschwerde-

führers eine ganz andere Tragweite verleiht, als die Vorinstanz fälsch-

licherweise annimmt. Vielmehr dient auch die agogische Begleitung und 

Betreuung der massnahmebedürftigen Jugendlichen und die Gewährleis-

tung einer dafür geeigneten Tagesstruktur in der Trainings- und Orientie-

rungswerkstatt diesen Resozialisierungszielen (vgl. […] der Stellenbe-

schreibung des Beschwerdeführers; vgl. auch […] mit dem Beschrieb des 

Berufsbildes, < www.berufsberatung.ch >, wonach Arbeitsagogen Men-

schen mit erschwertem Zugang zur Arbeitswelt bei der beruflichen In-

tegration begleiten und mit geeigneten Arbeitsarrangements Betroffene in 

ihrer Kompetenzerweiterung und Eigenständigkeit unterstützen). 

Im Sinne einer historisch-systematischen Auslegung erfasst somit beim 

Massnahmenvollzug in Jugendheimen die Aufsichtstätigkeit nach Art. 18 

Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG grundsätzlich auch die sozialpädagogische sowie 

arbeitsagogische Betreuungs- und Unterstützungsarbeit, soweit sie auf 

eine massnahmenwirksame Persönlichkeitsförderung, Wiedereingliede-

rung und Rückfallprävention gerichtet ist.  

Dieses Auslegungsergebnis ist nachfolgend noch aus teleologischer Sicht 

auf seine Tragfähigkeit hin zu untersuchen. 

5.4  
5.4.1 Gemäss teleologischer Auslegung ist auf die Zweckvorstellung 
abzustellen, welche mit einer Rechtsnorm verbunden ist (sog. ratio legis; 

statt vieler BGE 149 II 43 E. 3.2 m.H.; BVGE 2015/32 E. 3.4). 

5.4.2 Die Zivildienstpflicht wird in Art. 2 Abs. 2 MG als Teil der Mili-
tärdienstpflicht (« Wehrpflicht », Botschaft MG, BBl 1993 IV 1, 33) auf-

geführt, zumal der « zivile Ersatzdienst » konzeptionell anstelle des Mili-

tärdienstes zu leisten ist (Botschaft MG, BBl 1993 IV 1, 33). Insofern 

knüpft der Ersatzdienst nicht an eine eigenständige Bürgerpflicht (als Na-

turallast), sondern einzig an das Bestehen der Militärdienstpflicht als Son-

derstatusverhältnis an (MÜLLER/MEYER, in: Die schweizerische Bundes-

verfassung, St. Galler Kommentar, 4. Aufl. 2023, N. 7, 8, 13, 15 zu Art. 59 

BV). Das aus Art. 59 BV ableitbare Postulat der Wehrgerechtigkeit erfor-

dert, dass sich die Dienstpflicht nach objektiven Kriterien richtet, ein mög-

lichst grosser Teil der Dienstpflichtigen ihren Dienst persönlich erfüllt und 

die Belastungen nach Massgabe ihrer Leistungsfähigkeit erfolgt (MÜLLER/ 

MEYER, a.a.O., N. 14 zu Art. 59 BV). 

In der vom Bundesgesetzgeber gewählten Aufzählung in Art. 18 Abs. 1 

MG sind diejenigen Personen in bestimmten Funktionen aufgelistet, die 

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 2023 I/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 45 

 

nach der ratio legis für die Belange der Gesamtverteidigung als unentbehr-

lich erachtet werden. Damit die Arbeitgeber ihre Dienstleistungen zur Ge-

samtverteidigung in genügender Art und Weise anbieten können, sind sie 

auf die volle Kapazität ihrer Mitarbeitenden angewiesen. Wie der Bundes-

rat in seiner Botschaft zum Militärgesetz festhielt, könnte eine Einschrän-

kung der berücksichtigten Tätigkeiten von einem Grossteil der Arbeit-

geber in personeller Hinsicht nicht verkraftet werden (Botschaft MG, BBl 

1993 IV 1, 41 f.; vgl. auch Urteil A-2884/2019 E. 5.3).  

Wie die Vorinstanz hierzu zutreffend festhält, bezweckt die Dienstbefrei-

ung insbesondere auch die Aufrechterhaltung unentbehrlicher Dienste in 

ausserordentlichen Lagen (vgl. Botschaft MG, BBl 1993 IV 1, 41 f.). Da 

damit ein gewisser Einbruch in die allgemeine Wehrpflicht verbunden ist, 

hat der Gesetzgeber die Liste dienstbefreiter Tätigkeiten, welche die 

wesentlichsten unentbehrlichen Funktionen enthält, « knapp » gehalten 

(Botschaft MG, BBl 1993 IV 1, 43) und abschliessend formuliert (Urteil 

des BVGer B-5922/2012 vom 23. Januar 2013 E. 5.1 m.H.). Deshalb ist 

nach allgemeiner Auffassung diese Liste auch « restriktiv » zu handhaben 

(Botschaft MG, BBl 1993 IV 1, 43; vgl. für viele Urteile des BVGer 

A-5835/2019 vom 27. April 2020 E. 3.3.4; B-1832/2009 vom 27. Mai 

2009 E. 2.3 m.H.). 

5.4.3 Doch folgt aus dieser Praxis « restriktiver Handhabung » – ent-
gegen dem, was die Vorinstanz annimmt – gerade nicht, dass z.B. Art. 18 

Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG nur « essentielles Aufsichtspersonal » (d.h. nur 

«Justizvollzugsbeamte ») mit einer « unentbehrlichen Aufsichtsrolle » er-

fassen würde ([…]). 

Diese von der Vorinstanz neu eingeführte Begriffsbildung findet sich nicht 

im Gesetz und hat insofern keine gesetzliche Grundlage: So spricht Art. 18 

Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG einzig von « Aufsichtspersonen », ohne dass die-

se Personenkategorie durch zusätzliche – das heisst den Personenkreis 

noch weiter einschränkende – Attribute (wie « essentiell » oder « unent-

behrlich ») versehen wäre. Denn der Gesetzgeber hat bereits in Art. 18 

Abs. 1 MG eine knappe Liste wesentlicher Funktionen ausgewählt und da-

mit abschliessend und verbindlich den Personenkreis umschrieben, wel-

cher für die Belange der Gesamtverteidigung « unentbehrliche Tätigkei-

ten » vollbringt und daher vom Dienst zu befreien ist (vgl. Botschaft MG, 

BBl 1993 IV 1, 41 ff.; vgl. auch die Botschaft MG 21, BBl 2021 2198, 

2209, 2230 ff. zur abgelehnten Erweiterung des Ausnahmekatalogs nach 

2023 I/3 Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 

 

 

46 I BVGE / ATAF / DTAF  

 

Art. 18 Abs. 1 Bst. c auf weitere Berufskategorien, da der Katalog ange-

sichts des Gleichbehandlungsgebots und der Wehrgerechtigkeit weiterhin 

klein gehalten werden solle).  

Erfüllt demnach eine Person die Voraussetzungen nach Art. 18 Abs. 1 MG 

(i.V.m. Art. 13 ZDG), ist sie vom Zivildienst zu befreien, wobei es unzu-

lässig wäre, weitere einschränkende Gesichtspunkte zu berücksichtigen, 

um den Katalog über den gesetzlichen Rahmen hinaus noch zusätzlich ein-

zuschränken, wie die Vorinstanz fälschlicherweise annimmt.  

5.4.4 Vor diesem Hintergrund sprechen keine teleologischen Ge-
sichtspunkte gegen die in E. 5.3.3 gewonnene Erkenntnis, dass auch ein 

Arbeitsagoge – angesichts der von ihm wahrgenommenen Betreuung (und 

Begleitung) von massnahmebedürftigen Heimjugendlichen – « Aufsichts-

funktionen » im Sinne von Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG wahrnimmt, 

welche zu einer Dienstbefreiung führen.  

In diesem Sinne hatte selbst die Vorinstanz noch in der angefochtenen Ver-

fügung ([…]) zu Recht die Ansicht vertreten, dass es sich beim Beruf des 

Arbeitsagogen um eine « unentbehrliche Tätigkeit » im Sinne von Art. 18 

Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG handle ([…]). 

5.5  
5.5.1 Zusammengefasst folgt somit aus einer historischen, syste-
matischen und teleologischen Auslegung, dass – im Bereich des Jugend-

massnahmenvollzugs – die in Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG von « Per-

sonen » vorausgesetzte « Aufsichtstätigkeit » auch die sozialpädagogische 

beziehungsweise arbeitsagogische Begleitung und Betreuung von mass-

nahmebedürftigen Jugendlichen umfasst, ohne welche die vom Massnah-

menrecht (für Jugendliche und junge Erwachsene) anvisierte sozialpäd-

agogisch-erzieherische sowie resozialisierende Wirkung nicht erreicht 

werden kann. 

5.5.2 Im Lichte dieser Betrachtungen liegen im Fall des Beschwerde-
führers die Voraussetzungen für eine Dienstbefreiung nach Art. 18 Abs. 1 

Bst. c Ziff. 3 MG vor:  

Der Beschwerdeführer ist als Arbeitsagoge im Rahmen der Tagesstruktur 

der Trainings- und Orientierungswerkstatt im vom BJ anerkannten Heim 

B. (vgl. E. 3.4) mit der direkten agogischen Betreuung von Jugendlichen 

betraut und nimmt diese Aufgabe während Werktagen von 8.00 Uhr bis 

16.00 Uhr wahr.  

Zivildienst. Dienstbefreiung für unentbehrliche Tätigkeiten 2023 I/3 

 

 

BVGE / ATAF / DTAF I 47 

 

Wie der Beschwerdeführer überzeugend ausführt, ist die von der Vorin-

stanz mit Bezug auf den Stellenbeschrieb problematisierte Frage, ob der 

Begriff Aufsicht oder Betreuung verwendet wird, rein semantischer Natur 

und geht an der Sache vorbei. Wie der Beschwerdeführer zu Recht aus-

führt, beinhaltet im Heimkontext die agogische Begleitung und Betreuung 

der Jugendlichen selbstverständlich implizit auch deren Beaufsichtigung. 

Aus dem eingereichten Stellenbeschrieb geht klar hervor, dass der Be-

schwerdeführer für die agogische Begleitung und Betreuung der Jugendli-

chen sowie für die Gewährleistung ihrer Tagesstruktur verantwortlich ist. 

Auch wenn eine Aufsichtsfunktion im Stellenbeschrieb nicht explizit er-

wähnt wird, ist diese Aufgabe eng mit dessen Verantwortung für die Si-

cherheit und das Wohl der Jugendlichen verbunden. Die Tätigkeiten eines 

Arbeitsagogen, wie sie aus dem Stellenbeschrieb ersichtlich sind, zielen 

nicht nur auf die Resozialisierung der Jugendlichen, sondern beinhalten 

implizit auch die Überwachung ihrer Aktivitäten. Wie der Beschwerdefüh-

rer anführt, ist diese Aufsicht notwendig, um die Sicherheit der Jugendli-

chen zu gewährleisten und mögliche Gefahrensituationen zu erkennen 

([…]).  

Weiter ist unbestritten, dass die Tätigkeiten des Beschwerdeführers diesel-

ben sind wie jene eines Sozialpädagogen (oder von Lehrpersonen), abge-

sehen davon, dass er nachts und am Wochenende nicht arbeiten muss. Wie 

der Beschwerdeführer zu bedenken gibt, entstünde eine Lücke, wenn er an 

Werktagen nachmittags abwesend wäre, was sich mit seiner Betreuungs- 

beziehungsweise (faktischen) Aufsichtspflicht nicht vertragen würde. 

Was die Vorinstanz dagegen vorbringt ([…]), gründet auf ihrer unzutref-

fenden Auslegung von Art. 18 Abs. 1 Bst. c Ziff. 3 MG (vgl. E. 5.3.2 f.) 

und auf ihrer zu kurz greifenden Sicht zur Natur des Massnahmenvollzugs 

bei Jugendlichen. Deshalb ist darauf nicht weiter einzugehen. 

6.  
6.1 Damit ergibt sich, dass die Vorinstanz das Gesuch des Beschwer-
deführers um Dienstbefreiung zu Unrecht abgewiesen hat, weshalb die Be-

schwerde als begründet gutzuheissen ist. 

Bei dieser Sachlage kann die vom Beschwerdeführer aufgeworfene Frage, 

ob allenfalls eine unzulässige rechtsungleiche Behandlung von Sozialpäd-

agogen, Lehrpersonen und Arbeitsagogen vorliegt, offenbleiben.