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**Case Identifier:** d69e2894-0c91-5a5e-9275-bd32be00ca04
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Zivilrecht 27.10.2015 400 2015 317 (400 15 317)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_001_400-2015-317_2015-10-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Zivilrecht 

 

vom 27. Oktober 2015 (400 15 317) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Zivilgesetzbuch 

 

 

Eheschutz: Berücksichtigung des 13. Monatslohns beim Einkommen des Unterhalts-

pflichtigen / Berechnung der Autofahrtkosten im familienrechtlichen Existenzminimum  

 

 

Besetzung  Präsidentin Christine Baltzer-Bader; Gerichtsschreiber i.V. Basil Frey 

  
 

Parteien  A.____,  

vertreten durch Advokat Simon Rosenthaler, Hauptstrasse 12, 

4153 Reinach,  

Klägerin und Berufungsbeklagte 

  gegen 

  B.____,  

vertreten durch Advokat Dr. Alex Hediger, Freie Strasse 82, Postfach, 

4010 Basel,  

Beklagter und Berufungskläger 

   

Gegenstand  Eheschutz  

Berufung gegen den Entscheid der Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel-

Landschaft West vom 14. Juli 2015  

 
 
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A. Mit Entscheid vom 14. Juli 2015 bewilligte die Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel-

Landschaft West den Ehegatten das Getrenntleben und stellte fest, dass sie dieses durch Aus-

zug des Ehemannes aus der ehelichen Liegenschaft am 20. März 2015 aufgenommen hatten 

(Ziffer 1). Der Ehemann wurde verpflichtet, der Ehefrau für die Monate April 2015 bis und mit 

Juni 2015 monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 2‘460.00 und ab Juli 2015 monatliche und 

vorauszahlbare Unterhaltsbeiträge von CHF 2‘244.00 zu bezahlen, wobei diese unter dem Vor-

behalt des Entscheids im laufenden Verfahren der Ehefrau bezüglich ihres geltend gemachten 

Anspruchs auf Arbeitslosenentschädigung stehen (Ziffer 2). Die Unterhaltsregelung begründete 

die Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel-Landschaft West wie folgt: 

Die Ehefrau sei seit 2011 unbestrittenermassen keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgegangen. 

Ab Juni 2015 habe sie begonnen Teilzeit zu arbeiten. Gestützt auf die Vorbringen der Ehefrau 

werde ihr zumutbarer Monatsverdienst auf CHF 650.00 netto geschätzt. Dieser sei ab Juli 2015 

anzurechnen. Das Einkommen des Ehemannes – berechnet nach dem Durchschnitt der drei 

eingereichten Lohnabrechnungen der Monate März, April und Mai 2015 sowie unter Hinzurech-

nung eines 13. Monatslohnes – betrage aufgerundet CHF 6‘370.00 netto pro Monat. Bei der 

Bedarfsrechnung des Ehemannes seien monatlich ein Grundbetrag für alleinstehende Perso-

nen ohne Unterstützungspflichten in der Höhe von CHF 1‘200.00, eine Hypothekarzinsbelas-

tung für die eheliche Liegenschaft in X.____ von CHF 824.00, unbestrittene Nebenkosten von 

CHF 350.00, ein Betrag von CHF 350.00 für die indirekte Amortisation der Hypothek, die aner-

kannten Krankenversicherungskosten von CHF 350.00 sowie auswärtige Verpflegungskosten 

von CHF 239.00 einzubeziehen. Die vom Ehemann geltend gemachten Fahrtkosten zu seinem 

Arbeitsort von CHF 1‘000.00 pro Monat seien nur in einem Umfang von CHF 600.00 zu berück-

sichtigen, da dies gemäss der Weisung vom 28. Dezember 2005 betreffend Anwendung der 

regierungsrätlichen Richtlinien vom 8. Januar 2001 für die Berechnung des betreibungsamtli-

chen Existenzminimums der monatliche Maximalbetrag für Autospesen sei. Für den Grundbe-

darf der Ehefrau seien monatlich ein Grundbetrag von CHF 1‘200.00, die Mietzinskosten von 

CHF 1‘055.00, die zugestandenen Krankenversicherungskosten von CHF 350.00 sowie die 

Kosten für ein U-Abo von CHF 76.00 einzusetzen. Der massgebliche Grundbedarf des Ehe-

mannes betrage somit CHF 3‘913.00 pro Monat, derjenige der Ehefrau CHF 2‘681.00. Daraus 

resultiere ein Gesamtbedarf von CHF 6‘594.00. Gegenüber dem Gesamteinkommen für die 

Monate April 2015 bis Juni 2015 in der Höhe von CHF 6‘370.00 ergebe sich offensichtlich eine 

Unterdeckung. Gegenüber dem Gesamteinkommen ab Juli 2015 in der Höhe von CHF 7‘020.00 

resultiere hingegen ein Überschuss von CHF 426.00, welcher hälftig zu teilen sei. Der Ehemann 

sei daher zu verpflichten, der Ehefrau für den Zeitraum von April 2015 bis und mit Juni 2015 

monatliche Unterhaltsbeiträge von CHF 2‘460.00 und ab Juli 2015 monatliche und vorauszahl-

bare Unterhaltsbeiträge von CHF 2‘244.00 zu leisten.  

B. Mit Eingabe vom 7. September 2015 erhob der Ehemann, vertreten durch Advokat 

Dr. Alex Hediger, Berufung und stellte folgende Anträge: 

„1. Es sei der Entscheid der Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel-Landschaft West vom 14. Juli 

2015 teilweise aufzuheben und 

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a) der vom Berufungskläger an den Unterhalt der Berufungsbeklagten zu bezahlende Un-

terhaltsbeitrag für den Zeitraum April bis und mit Juni 2015 auf CHF 1‘537.00 festzuset-

zen 

b) für den Zeitraum ab Juli 2015 auf CHF 1‘987.00 festzusetzen, wobei dieser Unterhalts-

beitrag in monatlichen Raten von CHF 1‘537.00 zu bezahlen und der Berufungskläger 

bei seiner Bereitschaft zu behaften ist, von seinem 13. Monatslohn der Berufungsbe-

klagten zusätzlich den Betrag von CHF 5‘400.00 zu bezahlen. 

2.  Es sei dem Berufungskläger für die o/e-Kosten des vorliegenden Verfahrens der Kostener-

lass mit dem unterzeichneten Anwalt als unentgeltlichem Rechtsbeistand zu bewilligen. 

3.  Unter o/e-Kostenfolge.“ 

Auf die Begründung der Berufung wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen einge-

gangen. 

C. Mit Berufungsantwort vom 18. September 2015 beantragte die Ehefrau, vertreten durch 

Advokat Simon Rosenthaler, die Abweisung der Berufung unter o/e-Kostenfolge. Gleichzeitig 

ersuchte sie um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege. Auf die Begründung der Anträge 

der Berufungsbeklagten wird ebenfalls, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. 

D. Mit Verfügung vom 21. September 2015 schloss die Präsidentin der Abteilung Zivilrecht 

des Kantonsgerichts Basel-Landschaft den Schriftenwechsel und bewilligte für beide Parteien 

die unentgeltliche Rechtspflege. Weiter verfügte sie, dass aufgrund der Akten entschieden wer-

de.  

Erwägungen 

1. Gegen Eheschutzentscheide, welche in Anwendung des summarischen Verfahrens erge-

hen (vgl. Art. 271 lit. a ZPO), kann gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 ZPO Berufung erho-

ben werden, sofern der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 

CHF 10'000.00 beträgt. Die Berufung ist schriftlich und begründet innert zehn Tagen seit Zustel-

lung des begründeten Entscheids bzw. seit der nachträglichen Zustellung der Entscheidbegrün-

dung bei der Rechtsmittelinstanz einzureichen (Art. 314 Abs. 1 i.V.m. Art. 311 Abs. 1 ZPO). Die 

schriftliche Begründung des Entscheids der Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel-Landschaft West 

vom 14. Juli 2015 wurde dem Ehemann am 27. August 2015 zugestellt. Da der letzte Tag der 

Berufungsfrist, der 6. September 2015, auf einen Sonntag fiel, wurde die am Montag, 

7. September 2015 der Schweizerischen Post übergebene Berufung fristgerecht erhoben 

(Art. 142 Abs. 3 ZPO). Der Streitwert ist ebenfalls erreicht und die Berufungsschrift erfüllt die 

Formalien. Auf die Berufung ist somit einzutreten. Gemäss § 5 Abs. 1 lit. a EG ZPO ist das Prä-

sidium der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts für die Beurteilung von Berufungen gegen 

Entscheide der Präsidien der Zivilkreisgerichte, die im summarischen Verfahren ergangen sind, 

sachlich zuständig. 

2. Vorweg ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Art. 272 ZPO in eherechtlichen Summarver-

fahren der Untersuchungsgrundsatz gilt. Dies bedeutet, dass das Gericht den Sachverhalt von 

Amtes wegen feststellt und nicht an die Parteivorbringen gebunden ist. Betreffend die Bindung 

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an die Parteianträge gilt für die Belange der Ehegatten untereinander die Dispositionsmaxime. 

Vorliegend handelt es sich um ein Verfahren summarischer Natur, in dem die tatsächlichen 

Verhältnisse grundsätzlich nicht bis in alle Einzelheiten zu klären sind. Dies bedeutet, dass das 

Gericht nicht von der Richtigkeit der aufgestellten Behauptungen überzeugt zu sein braucht. 

Vielmehr genügt es, dass aufgrund objektiver Anhaltspunkte eine gewisse Wahrscheinlichkeit 

für die fraglichen Tatsachen besteht. Es liegt mithin in der Natur der Sache, dass das Gericht – 

gerade im summarischen Verfahren mit herabgesetztem Beweismass – mit Bezug auf ein be-

stimmtes Sachverhaltselement auf die Aussagen der Parteien abstellt, wenn weder Urkunden 

noch andere sofort greifbare Beweismittel dargetan sind. Weiter ist zu beachten, dass im sum-

marischen Verfahren zwangsläufig mit Schätzungen und Pauschalen gearbeitet werden muss. 

Dies bewirkt eine gewisse Unschärfe; Berechnungen können nicht auf den Rappen genau 

durchgeführt werden. Die tatsächlichen Kosten werden regelmässig von den Entscheidgrundla-

gen abweichen. Im Eheschutzverfahren muss grundsätzlich rasch eine Regelung des Getrennt-

lebens, welche die Befriedigung der elementaren Bedürfnisse der Parteien sicherstellt, vorge-

nommen werden. Die wichtigsten Punkte sind in praktikabler Weise zu regeln; definitive und 

differenzierte Lösungen sind in einem allfälligen Scheidungsverfahren zu finden. 

3. Zur Berechnung der Ehegattenunterhaltsbeiträge während dem Getrenntleben werden die 

Einkommen beider Ehegatten dem jeweiligen Bedarf gegenübergestellt. Der Bedarf bemisst 

sich nach dem familienrechtlichen Existenzminimum. Das familienrechtliche Existenzminimum 

eines jeden Ehegatten setzt sich aus seinem Grundbetrag, den Grundbeträgen von unmündi-

gen Kindern, die bei ihm wohnen, sowie Zuschlägen für die Wohnkosten, Krankenkassenprä-

mien und weiteren Gesundheitskosten sowie Berufsauslagen zusammen. Weitere Zuschläge 

sind nur dann zu berücksichtigen, wenn der betroffene Ehegatte glaubhaft darlegt, dass ihm die 

damit zusammenhängenden Kosten effektiv anfallen und von ihm auch bezahlt werden, da 

Ausgaben grundsätzlich nur dann in die Bedarfsberechnung aufgenommen werden dürfen, 

wenn sie nachweislich getätigt werden (JANN SIX, Eheschutz, 2. Aufl. 2014, N 2.69). Beim Ein-

kommen ist vom tatsächlich erzielten bzw. noch realisierbaren Nettoeinkommen auszugehen 

(JANN SIX, a.a.O., N 2.128). 

4.1 Der Berufungskläger moniert, die Vorinstanz habe sein Existenzminimum nicht korrekt 

berechnet. Sie habe seine Fahrtkosten zur Arbeit mit CHF 600.00 zu tief angesetzt. Er wohne in 

Y.____ und sei für die Fahrt zu seinem Arbeitsplatz in Z.____ auf ein Auto angewiesen, da er 

Schicht arbeite und nicht auf den öffentlichen Verkehr ausweichen könne. Für die Hin- und 

Rückfahrt zur Arbeit lege er täglich rund 110 km bzw. monatlich rund 2‘400 km zurück (gerech-

net mit 21.7 Arbeitstagen pro Monat). Bei einem Kostenansatz von CHF 0.60 pro km ergäbe 

dies monatliche Fahrtkosten in der Höhe von CHF 1‘440.00. Die von ihm geltend gemachten 

CHF 1‘000.00 pro Monat seien daher nicht zu hoch. Die Vorderrichterin verhalte sich zudem 

widersprüchlich, da sie mit Verfügung vom 10. Juni 2015 noch von Fahrtkosten in der Höhe von 

CHF 1‘000.00 pro Monat ausgegangen sei, als sie die Unterhaltsbeiträge vorsorglich festge-

setzt habe. 

4.2 Es ist richtig, dass die Vorinstanz mit Verfügung vom 10. Juni 2015 beim vorläufig festge-

legten Bedarf des Berufungsklägers für die Fahrtkosten zur Arbeit einen Betrag von 

CHF 1‘000.00 angerechnet hat. Allerdings wurde eine Neubeurteilung und Neuberechnung 

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ausdrücklich vorbehalten. Es ist daher legitim, wenn die Zivilkreisgerichtspräsidentin Basel-

Landschaft West mit Entscheid vom 14. Juli 2015 zu einem neuen Schluss kommt. Die darin 

angerechneten CHF 600.00 sind denn auch im Ergebnis nicht zu beanstanden. Bei der Ermitt-

lung der Autokosten für den Arbeitsweg sind im familienrechtlichen Existenzminimum die Kos-

ten der Amortisation nicht zu berücksichtigen. Eine Kilometerpauschale von CHF 0.60 ist daher 

tendenziell zu hoch kalkuliert. Weiter ist bei der Festlegung der monatlich zurückgelegten Dis-

tanz zum Arbeitsort zu beachten, dass bei der Zahl von durchschnittlich 21.7 Arbeitstagen pro 

Monat die Ferien nicht berücksichtigt sind, weshalb es effektiv weniger Arbeitstage sind und 

somit auch weniger Kilometer zurückgelegt werden müssen. Ferner gab der Berufungskläger 

anlässlich der Eheaudienz vom 14. Juli 2015 an, derzeit arbeitsunfähig und krankgeschrieben 

zu sein (siehe Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 14. Juli 2015, S. 2 und 3). Somit muss er 

in dieser Zeit nicht zur Arbeit fahren, was zu Einsparungen bei den Fahrtkosten führt. Unter 

Einbezug all dieser Faktoren scheinen monatliche Autokosten von CHF 600.00 als nicht zu tief 

angesetzt, zumal dem Gericht die aktuelle Adresse des Berufungsklägers nicht bekannt ist und 

somit eine genauere Berechnung der zu fahrenden Kilometer nicht möglich ist.  

5.1 Weiter macht der Berufungskläger geltend, für die Berechnung der Unterhaltsbeiträge 

vom April 2015 bis Juni 2015 sei der 13. Monatslohn nicht in sein Einkommen miteinzubezie-

hen, da er in diesen Monaten keinen 13. Monatslohn erhalte. Die Unterhaltsbeiträge für diesen 

Zeitraum seien deshalb auf CHF 1‘537.00 festzusetzen. Ab Juli 2015 sei der 13. Monatslohn zu 

berücksichtigen. Allerdings sei zu beachten, dass beim 13. Monatslohn keine Schichtzulagen 

ausbezahlt würden, weshalb dieser netto lediglich CHF 5‘420.00 betrage. Da die Vorderrichterin 

dies ausser Acht gelassen habe, habe sie sein monatliches Einkommen mit CHF 6‘370.00 zu 

hoch berechnet. Sein massgebliches monatliches Einkommen betrage – unter Berücksichtigung 

des tieferen 13. Monatslohns – CHF 6‘300.00, was zu monatlichen Unterhaltsbeiträgen von 

CHF 1‘987.00 führe. Davon sollten jedoch monatlich nur CHF 1‘537.00 an die Ehefrau ausbe-

zahlt werden müssen, da es ihm nicht möglich sei, Rückstellungen zu bilden, und folglich die 

monatliche Überweisung des vollen Unterhaltsbeitrages in sein Existenzminimum eingreifen 

würde. Die daraus entstehende jährliche Differenz von CHF 5‘400.00 (12 * CHF 1‘987.00 -

 12 * CHF 1‘537.00) zu den vollen Unterhaltsbeiträgen soll bei Erhalt des 13. Monatslohns al-

lerdings an die Ehefrau nachgezahlt werden. 

5.2 Der 13. Monatslohn ist anteilsmässig zum monatlichen Nettolohn hinzuzurechnen, unab-

hängig davon, wann er ausbezahlt wird (JANN SIX, a.a.O., N 2.128). Nach Ansicht des Bundes-

gerichts ist ein solches Vorgehen eine unter Verfassungsgesichtspunkten durchaus zulässige 

Vereinfachung. Dem Umstand, dass der Unterhaltsverpflichtete dadurch während elf Monaten 

teilweise "auf Kredit" leiste, sei selbst bei knappen finanziellen Verhältnissen einer 

13. Auszahlung der entsprechend separat berechneten Unterhaltsrente bzw. einer Art Nachzah-

lung vorzuziehen (BGer 5P.172/2002 vom 6. Juni 2002 E 2.2). Die Präsidentin der Abteilung 

Zivilrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft sieht vorliegend keinen Anlass, von diesem 

Regelfall einer Anrechnung des 13. Monatslohns pro rata temporis abzusehen. Zwar sind die 

finanziellen Verhältnisse durchaus knapp, jedoch weist der Berufungskläger nicht genügend 

nach, inwiefern es ihm nicht möglich sei, Rückstellungen zu bilden. Namentlich belegt er nicht, 

ob er die indirekten Amortisationszahlungen von CHF 350.00 monatlich leisten muss, wie die 

Berufungsbeklagte zu Recht anmerkt. Aus der anteilsmässigen Hinzurechnung des 

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13. Monatslohns folgt sodann, dass auch für den Zeitraum vom April 2015 bis Juni 2015 der 

13. Monatslohn bei der Einkommensberechnung zu berücksichtigen ist. Der einzig offene Punkt 

ist somit die tatsächliche Höhe des 13. Monatslohns. Die Berufungsbeklagte anerkennt diesbe-

züglich, dass dem Berufungskläger die Schichtzulagen nur 12 Mal ausbezahlt werden, was zu 

einer Reduktion des massgeblichen Monatseinkommens des Ehemannes von CHF 6‘370 auf 

CHF 6‘300 führt. Allerdings sei – so die Berufungsbeklagte – der von der Vorinstanz festgesetz-

te Unterhaltsbeitrag von CHF 2‘460.00 dennoch nicht zu beanstanden, da der Berufungskläger 

bei einer Kollegin wohne und insofern die Anrechnung des vollen Grundbetrags von 

CHF 1‘200.00 zu grosszügig erscheine. Dieser Einwand der Berufungsbeklagten ist berechtigt. 

So gab der Berufungskläger während der Eheaudienz vom 14. Juli 2015 auf Frage der Zivil-

kreisgerichtspräsidentin Basel-Landschaft West selber an, zwischenzeitlich bei seiner Freundin 

zu leben (siehe Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 14. Juli 2015, S. 4). Es wäre somit nur 

der halbe Ehegatten-Grundbetrag bzw. der Grundbetrag für zwei Personen in einer Hausge-

meinschaft, mithin CHF 850.00, im familienrechtlichen Existenzminimum des Berufungsklägers 

einzusetzen gewesen. Durch den Umstand, dass die Vorinstanz beim Berufungskläger zu des-

sen Gunsten den Grundbetrag für Alleinstehende in der Höhe von CHF 1‘200.00 eingesetzt hat, 

wird der zu hoch angerechnete 13. Monatslohn bzw. das daraus etwas zu hoch berechnete 

monatliche Einkommen des Berufungsklägers kompensiert, weshalb die festgesetzten Unter-

haltsbeitrage der Vorinstanz im Ergebnis nicht zu hoch ausgefallen sind.  

6.1 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist die Berufung vollumfänglich abzuweisen. 

Entsprechend diesem Verfahrensausgang sind die Prozesskosten, bestehend aus den Ge-

richtskosten sowie der Parteientschädigung, dem Berufungskläger aufzuerlegen. Die Ent-

scheidgebühr für das Berufungsverfahren wird in Anwendung von § 9 Abs. 1 i.V.m. § 8 Abs. 1 

lit. h der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (Gebührentarif; SGS 170.31) auf pauschal 

CHF 800.00 festgesetzt. Diese Kosten hat der Staat zu tragen, da dem Berufungskläger die 

unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde. 

6.2 Der obsiegenden Berufungsbeklagten ist für das Rechtsmittelverfahren zulasten des Be-

rufungsklägers eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. Dass dem Berufungs-

kläger die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt wurde, befreit ihn nicht von der Bezahlung einer 

Parteientschädigung an die Gegenpartei (Art. 118 Abs. 3 und Art. 122 Abs. 1 lit. d ZPO). Nach-

dem der Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten für seine Mandatstätigkeit im zweitinstanzli-

chen Verfahren keine Honorarnote eingereicht hat, ist die Parteientschädigung gemäss § 18 

Abs. 1 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte (TO; SGS 178.112) durch das Gericht 

von Amtes wegen nach Ermessen festzulegen. Für das Studium der Berufung und das Verfas-

sen der Berufungsantwort erscheint eine Abgeltung eines Zeitaufwands von 4 Stunden zu ei-

nem Ansatz von CHF 200.00 (§ 3 Abs. 2 TO) angemessen. Im Weiteren sind Auslagen von 

geschätzten CHF 20.00 hinzuzufügen. Der Berufungsbeklagten ist demzufolge eine Parteient-

schädigung von CHF 800.00 zuzüglich Auslagen von CHF 20.00 und 8 % MWST von 

CHF 65.60, total somit CHF 885.60, auszurichten. Da auch der Berufungsbeklagten die unent-

geltliche Rechtspflege bewilligt wurde und die Parteientschädigung voraussichtlich zurzeit nicht 

einbringlich ist, wird dem Rechtsvertreter der Berufungsbeklagten die Parteientschädigung aus 

der Gerichtskasse bezahlt (Art. 122 Abs. 2 ZPO). Mit der Zahlung geht der Anspruch auf den 

Kanton über. 

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6.3 Der unentgeltliche Rechtsbeistand des Ehemannes ist gestützt auf Art. 122 Abs. 1 lit. a 

ZPO ebenfalls aus der Gerichtskasse zu bezahlen. Auch seine Entschädigung ist mangels Ein-

reichens einer Honorarnote in Anwendung von § 18 Abs. 1 TO nach richterlichem Ermessen 

festzulegen. Der Zeitaufwand für das Verfassen der Berufungsschrift wird auf 5 Stunden ge-

schätzt. Bei einem Stundenansatz von CHF 200.00 (§ 3 Abs. 2 TO) und unter Hinzurechnung 

geschätzter Auslagen von CHF 20.00 sowie 8 % MWST von CHF 81.60 ergibt sich somit für 

den Rechtsvertreter des Berufungsklägers ein Honorar von CHF 1‘101.60. 

6.4 Der Berufungskläger ist zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der Entschädigungen 

an die unentgeltlichen Rechtsbeistände verpflichtet, sobald er dazu in der Lage ist. Der An-

spruch des Kantons verjährt zehn Jahre nach Abschluss des Verfahrens (Art. 123 ZPO). In die-

sem Zusammenhang wird der Berufungskläger verpflichtet, dem Kantonsgericht Basel-

Landschaft, Abteilung Zivilrecht, Mitteilung zu erstatten, sobald der allenfalls geplante Verkauf 

der ehelichen Liegenschaft in X.____ vollzogen wurde. 

Demnach wird erkannt: 

://: 1. Die Berufung wird abgewiesen. 

 2. Die kantonsgerichtliche Entscheidgebühr von CHF 800.00 wird dem 

Berufungskläger auferlegt und geht zufolge Bewilligung der unentgeltli-

chen Rechtspflege zu Lasten des Staates. 

 3. Der Berufungskläger hat der Berufungsbeklagten eine Parteientschädi-

gung in der Höhe von CHF 885.60 (inkl. Auslagen von CHF 20.00 und 

8 % MWST von CHF 65.60) zu bezahlen. Gestützt auf Art. 122 Abs. 2 

ZPO wird die Parteientschädigung aus der Gerichtskasse an Advokat 

Simon Rosenthaler ausgerichtet. Mit der Zahlung geht der Anspruch auf 

den Kanton über. Dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Berufungs-

klägers, Advokat Dr. Alex Hediger, wird ein Honorar von CHF 1‘101.60 

(inkl. Auslagen von CHF 20.00 und 8 % MWST von CHF 81.60) aus der 

Gerichtskasse ausbezahlt. 

 4. Der Berufungskläger ist zur Nachzahlung der Gerichtskosten und der 

Entschädigungen an die unentgeltlichen Rechtsbeistände verpflichtet, 

sobald er dazu in der Lage ist. Der Anspruch des Kantons verjährt zehn 

Jahre nach Abschluss des Verfahrens. In diesem Zusammenhang wird 

der Berufungskläger verpflichtet, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, 

Abteilung Zivilrecht, Mitteilung zu erstatten, sobald der allenfalls geplan-

te Verkauf der ehelichen Liegenschaft in X.____ vollzogen wurde. 

Präsidentin 

 

 

Christine Baltzer-Bader 

Gerichtsschreiber i.V. 

 

 

Basil Frey 

 

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