# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 149becd3-5983-54f2-bd85-4c44bd251fd7
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-31
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 31.12.2017 PVG 2017 7
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2017-7_2017-12-31.pdf

## Full Text

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Pflegekostenrestfinanzierung. Herkunfts- oder Wohnsitz- 
prinzip. Widerruf der Kostengutsprache.
– Es gibt bis zum heutigen Zeitpunkt für die Pflegekos- 

tenrestfinanzierung keine bundesrechtliche Zuständig- 
keitsregelung für interkantonale Sachverhalte (E.2a, b).

– Seit der mit BGE 140 V 563 begründeten Praxis ist − in 
der Übergangszeit bis zum Inkrafttreten einer bundes- 
rechtlichen Zuständigkeitsregelung − bei interkantona- 
len Sachverhalten auf das Wohnsitzprinzip abzustellen 
(E.2c, d).

– Festlegung des zivilrechtlichen Wohnsitzes nach Wech- 
sel des Pflegeheims (E.3).

– Da der Kanton Graubünden seit dem Inkrafttreten des 
Bundesgesetzes über die Neuordnung der Pflegefinan- 
zierung das Herkunftsprinzip anwendet, war es − bis 
zum Zeitpunkt, in welchem sich das Bundesgericht mit 
BGE 140 V 563 für das Wohnsitzprinzip ausgesprochen 
hat − legitim, die Finanzierungszuständigkeit nach dem 
Herkunftsprinzip festzulegen (E.4).

– Verfahrensrechtliche Fragen im Zusammenhang mit der 
Pflegekostenrestfinanzierung und der Rückforderungs- 
frage beurteilen sich nach VRG und nicht nach ATSG 
(E.5a, 6c).

– Hier sind die Voraussetzungen für den Widerruf der 
Kostengutsprache ex nunc erfüllt, weil sich mit BGE 
140 V 563 die Rechtslage bezüglich der Zuständigkeit für 
die Pflegekostenrestfinanzierung geändert hat und weil 
dem Widerruf keine überwiegenden öffentlichen oder 
privaten Interessen entgegenstehen (E.5b–e).

– Die Rückforderung der bezahlten Leistungen für die Zeit 
seit Inkrafttreten der neuen Praxis (ex nunc et pro futu- 
ro) verstösst nicht gegen das Verbot der echten Rück- 
wirkung (E.6a, b).

Finanziamento delle spese di cura residue. Principio del 
luogo di provenienza o di quello del domicilio. Revoca di 
una garanzia dei costi.
– Fino ad oggi non vi è una competenza federale in mate- 

ria di finanziamento dei costi di cura residui nei contesti 
intercantonali (cons. 2a, b).

– Dopo la prassi introdotta con la DTF 140 V 563 occorre 
applicare nelle fattispecie che concernono più cantoni –

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per il periodo transitorio fino all’introduzione di una re- 
gola di diritto federale sulla competenza – il principio del 
luogo di domicilio (cons. 2c, d).

– Determinazione del domicilio civile dopo un cambiamen- 
to di casa di cura (cons. 3).

– Poiché il Cantone dei Grigioni dopo l’entrata in vigore 
della nuova regolamentazione sul finanziamento delle 
spese di cura residue applicava il principio del luogo di 
provenienza per determinare la competenza al finanzia- 
mento, tale scelta era, fino a quanto il Tribunale federale 
non si è chiaramente espresso a favore del principio del 
luogo di domicilio, legittima (cons. 4).

– Questioni procedurali in relazione al finanziamento dei 
costi della cura residui e la restituzione delle prestazioni 
vanno giudicate secondo la LGA e non la LPGA (cons. 5a, 
6c).

– Nell’evenienza i presupposti per la revoca della garan- 
zia dei costi ex nunc sono dati, giacché la situazione di 
diritto è cambiata quanto alla competenza per il finan- 
ziamento dei costi residui con la DTF 140 V 563 e non 
vi sono interessi pubblici o privati preponderanti che si 
opporrebbero alla revoca (cons. 5b–e).

– La restituzione delle prestazioni per il periodo dopo 
l’entrata in vigore della nuova prassi (ex nunc et pro futu- 
ro) non contravviene al principio della non retroattività 
in senso proprio (cons. 6a, b).

Erwägungen:
2. Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwer- 

degegnerin die Finanzierung der Restkosten im Zusammenhang mit der 
Pflege von A.       im Pflegeheim C.       in Y.      im    Kanton Z. zu Recht 
ab dem 1. Januar 2015 eingestellt hat, be- ziehungsweise ob sie die 
Kostengutsprache vom 31. Januar 2013 zu Recht mit Wirkung ab dem 1. 
Januar 2015 widerrufen hat. Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich 
im Wesentlichen gel- tend, die Beschwerdegegnerin sei nach wie vor zur 
Bezahlung der Pflegekosten verpflichtet, die Voraussetzungen für einen 
Widerruf der Kostengutsprache seien nicht erfüllt, weder die Sach- noch 
die Rechtslage hätten sich geändert.

a) Am 1. Januar 2011 ist das Bundesgesetz über die Neu- 
ordnung der Pflegefinanzierung in Kraft getreten. Damit sollte ei- nerseits 
die bisherige sozialpolitisch schwierige Situation vieler

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pflegebedürftiger Personen entschärft, zugleich aber eine zusätzli- che 
Belastung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ver- hindert 
werden. Deshalb wurde einerseits in Art. 25a Abs. 1 KVG ausdrücklich 
festgelegt, dass die Krankenversicherung nicht die ge- samten 
Pflegekosten übernimmt, sondern nur einen Beitrag daran leistet. 
Anderseits begrenzte der Gesetzgeber aus sozialpolitischen Gründen die 
von den Heimbewohnern zu leistenden Pflegekosten betragsmässig (Art. 
25a Abs. 5 KVG) und erleichterte zugleich für bedürftige Heimbewohner 
die Bezahlung dieser Pflegekosten durch eine Erhöhung der 
Ergänzungsleistungen. Gemäss Art. 25a Abs. 5 KVG regeln die Kantone 
die Restfinanzierung. Das bedeutet, dass der verbleibende Betrag, der 
weder von der Krankenversicherung noch von den Pflegeheimbewohnern 
bezahlt wird, von der öffent- lichen Hand zu übernehmen ist. 
Leistungserbringer sind – je nach kantonaler Regelung – Kantone oder 
Gemeinden (BGE 138 V 377
E.5.1 und E.5.2). Im Kanton Graubünden wird Art. 25a Abs. 5 KVG im 
KPG umgesetzt. Gemäss Art. 21c Abs. 2 KPG (beziehungsweise gemäss 
Art. 34 Abs. 2 KPG in der seit dem 1. Januar 2018 geltenden Version) sind 
die nicht durch die obligatorische Krankenpflegever- sicherung und die 
maximale Kostenbeteiligung der Bewohner ge- deckten anerkannten 
Pflegekosten zu 25 Prozent vom Kanton und zu 75 Prozent von der 
Gemeinde zu übernehmen. Für den Kanton Z. sieht Art. 9 Abs. 1bis PFG 
vor, dass die zuständige politische Gemeinde die Pflegekosten trägt, 
soweit diese nicht von Sozialver- sicherungen und dem Beitrag der 
versicherten Person gedeckt sind. Der Kanton Z. hat sich nicht an den 
Pflegekosten zu beteiligen, übernimmt aber durch die kantonale 
Sozialversicherungsanstalt die Durchführung der Abrechnungsverfahren 
und damit einen grossen Teil der Verwaltungskosten (Art. 10 Abs. 1 PFG).

b) Bei einem interkantonalen Sachverhalt stellt sich die Fra- ge, 
ob die Finanzierungszuständigkeit für die ungedeckten Kosten bei der 
stationären Pflege wohnsitzunabhängig – wie im Recht der 
Ergänzungsleistungen und der Sozialhilfe – zu bestimmen ist, oder ob der 
wohnsitzbegründende Eintritt in ein Alters- oder Pflegeheim zur 
Finanzierungszuständigkeit des Standortkantons führt. Diese Frage 
wurde im Bundesgesetz über die Neuordnung der Pflege- finanzierung 
nicht geregelt, so dass in der Folge die Umsetzung   in den Kantonen 
nicht einheitlich war. Während 14 Kantone, da- runter die Kantone 
Graubünden und Z.      , in Analogie zu Art.    21 ELG und zu Art. 5 ZUG 
das Herkunftsprinzip anwendeten, stell- ten die übrigen Kantone auf das 
Wohnsitzprinzip ab (Bericht der ständerätlichen Kommission für soziale 
Sicherheit und Gesundheit

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SGK-S vom 28. Juli 2011 zur Umsetzung der Pflegefinanzierung; zi- tiert 
in BGE 140 V 563 E.5.1 und abrufbar unter www.parlament.ch). Dies 
führte zu Umsetzungsschwierigkeiten, welche wiederum zur Folge hatten, 
dass verschiedene parlamentarische Vorstösse zur Schaffung einer 
bundesrechtlichen Zuständigkeitsregelung einge- reicht wurden (z.B. 
Standesinitiative «Ergänzung von Art. 25a KVG betreffend die 
Pflegefinanzierung», eingereicht am 4. November 2013; parlamentarische 
Initiative «Nachbesserung der Pflegefinan- zierung», eingereicht am 21. 
März 2014 [vgl. BGE 142 V 94 E.3.3]).

In seinem grundsätzlichen Urteil 9C_54/2014 vom 18. Dezember 
2014, publiziert in BGE 140 V 563, kritisierte auch das Bundesgericht die 
uneinheitliche Anwendung von Herkunfts- und Wohnsitzprinzip in den 
Kantonen. Es führte aus, die interkanto- nale Zuständigkeit bei der 
Restfinanzierung der Pflegekosten sei nicht bundesrechtlich geregelt. Bis 
zum Inkrafttreten einer bundes- rechtlichen Regelung bestimme sich 
zumindest im interkantonalen Verhältnis die Finanzierungszuständigkeit 
nach dem Wohnsitzprin- zip. Dies weil die aktuellen kantonalen und 
kommunalen Legife- rierungskompetenzen nicht über die Kantonsgrenze 
hinausgehen und keine Regelung im Sinne einer 
«Zuständigkeitsperpetuierung» begründen könnten, wie sie in Art. 21 ELG 
und in Art. 5 ZUG vor- gesehen sei (BGE 140 V 563 E.5.3 und 5.4). Seit 
dieser Entscheid im Dezember 2014 erging, hat sich die Rechtslage auf 
Bundesebene nicht verändert, es gibt bis zum heutigen Zeitpunkt für die 
Pflege- kostenrestfinanzierung keine bundesrechtliche Zuständigkeitsre- 
gelung für interkantonale Sachverhalte.

c) Im vorliegenden Fall sind sich die Parteien nicht einig darin, 
wie BGE 140 V 563 zu interpretieren ist. Die Beschwerde- gegnerin ist 
der Ansicht, seit dem Erlass dieses Entscheides sei interkantonal immer 
auf das Wohnsitzprinzip abzustellen. Die Beschwerdeführerin hingegen ist 
der Meinung, BGE 140 V 563 schliesse eine Anwendung des 
Herkunftsprinzips jedenfalls dann nicht aus, wenn bei 
kantonsübergreifenden Sachverhalten zwi- schen zwei Kantonen 
hinsichtlich der interkantonal geltenden Re- gelung Übereinstimmung 
beziehungsweise ein Konsens bestehe. Dieser Auffassung kann, aus den 
nachstehend dargelegten Grün- den, nicht gefolgt werden.

aa) Das Bundesgericht kam in BGE 140 V 563 in einer abso- 
luten Weise zum Schluss, dass sich die Finanzierungszuständigkeit bis 
zum Inkrafttreten einer bundesrechtlichen Regelung nach dem 
Wohnsitzprinzip bestimmt (E.5.4). Hinweise darauf, dass Ausnah- men 
möglich sein sollen, finden sich in diesem Entscheid nicht.

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bb) Mit dem Entscheid 9C_822/2015 vom 6. Januar 2016 be- 
stätigte das Bundesgericht die in BGE 140 V 563 geäusserte Sicht- 
weise. Dabei hielt es fest, eine kantonale Finanzierungszustän- digkeit, 
welche an den Wohnsitz vor dem Heimeintritt anknüpfe («Modell ELG»), 
könne bei interkantonalen Sachverhalten keine An- wendung finden, 
bevor der Bundesgesetzgeber entsprechend tätig geworden sei (E.2.1). 
Bis zum Inkrafttreten einer bundesrechtlichen Regelung richte sich die 
Finanzierungszuständigkeit – unabhän- gig von der Ausgestaltung einer 
kantonalen Regelung – nach dem massgeblich aufgrund zivilrechtlicher 
Kriterien zu bestimmenden Wohnsitz. Davon abzuweichen bestehe kein 
Anlass. Insbesondere hänge das – bis auf Weiteres – massgebliche 
Wohnsitzprinzip nicht ab von der im betreffenden kantonalen Erlass 
gewählten Zustän- digkeitsordnung und es finde namentlich auch dann 
Anwendung, wenn die kantonale Regelung bereits das «Modell ELG» 
vorsehe (E.2.2).

cc) Die bundesgerichtliche Rechtsprechung ist somit – wie dies 
die Beschwerdegegnerin geltend macht – in dem Sinne zu in- 
terpretieren, dass in der Übergangszeit bis zum Inkrafttreten einer 
bundesrechtlichen Zuständigkeitsregelung bei interkantonalen 
Sachverhalten in jedem Fall auf den zivilrechtlichen Wohnsitz ab- 
zustellen ist. Weil dabei nach der Rechtsprechung nicht einmal ein im 
kantonalen Recht vorgesehenes ELG-Prinzip eine Abweichung vom 
Wohnsitzprinzip rechtfertigt, vermag ein blosser Konsens der 
Verwaltungsorgane die Anwendbarkeit des Herkunftsprinzips nicht zu 
legitimieren.

d) Somit ergibt sich, dass im Verhältnis der Kantone Grau- 
bünden und Z.  gemäss der mit BGE 140 V 563 begründeten  Praxis auf 
das Wohnsitzprinzip abzustellen ist. Dabei spielt es keine Rolle, dass 
weder das KPG (GR) noch das PFG (Z. ) eine inter- kantonale 
Zuständigkeitsregelung enthalten. Ebenfalls nicht rele- vant ist, dass die 
Kantone Graubünden und Z. zunächst das Herkunftsprinzip angewendet 
hatten (Bericht der ständerätlichen Kommission für soziale Sicherheit und 
Gesundheit SGK-S vom 28. Juli 2011 zur Umsetzung der 
Pflegefinanzierung; zitiert in BGE 140 V 563 E.5.1). Unerheblich ist 
schliesslich auch, ob zwischen den Kan- tonen Graubünden und Z.    
nach wie vor ein Konsens bezüglich der Anwendung des 
Herkunftsprinzips besteht. Die diesbezügliche Uneinigkeit der Parteien 
kann deshalb im vorliegenden Verfahren ungeklärt bleiben.

3. Weil sich die interkantonale Zuständigkeit zur Finanzie- rung 
der Pflegerestkosten seit BGE 140 V 563 – wie gerade gezeigt

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– nach dem zivilrechtlichen Wohnsitz richtet, ist nun zu klären, wo sich 
dieser im Falle von A. befindet.

a) Der Wohnsitz einer Person befindet sich gemäss Art. 23 Abs. 
1 ZGB an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden Verbleibens 
aufhält. Massgeblich sind zwei Kriterien, einerseits der tatsächliche 
physische Aufenthalt an einem bestimmten Ort und andererseits die 
Tatsache, dass dieser Ort aufgrund sämtlicher ob- jektiver Umstände als 
Mittelpunkt der Lebensinteressen erscheint. Hält sich eine Person in 
einem Heim auf, setzt die Wohnsitznah- me am Standort des Heims 
voraus, dass der Aufenthalt auf Dauer angelegt und nicht bloss 
vorübergehend ist, und dass die Person sich freiwillig und eigenständig 
für den Einzug in dieses Heim ent- schieden und ihren Lebensmittelpunkt 
dorthin verlegt hat (Art. 23 Abs. 1 Satz 2 ZGB; BGE 137 III 93 E.4.1; Urteil 
des Bundesgerichts 9C_181/2015 vom 10. Februar 2016 E.2.2). Für 
verbeiständete Perso- nen gelten die dargelegten Regeln ebenfalls, 
ausser bei umfassen- der Beistandschaft, wo der Wohnsitz gemäss Art. 
26 ZGB am Sitz der Erwachsenenschutzbehörde liegt.

b) Vorliegend sind sich die Parteien zu Recht darin einig, dass  A.   
am  31.  August  2010,  als  sie  ins  Pflegeheim  C. eintrat, ihren 
Lebensmittelpunkt in dieses Heim verlegte und damit in dessen 
Standortgemeinde Y.        im Kanton Z.          einen neu- en zivilrechtlichen 
Wohnsitz begründete. A. trat freiwillig und selbstbestimmt ins Pflegeheim 
C.      ein, welches sie zusammen mit ihrem Sohn ausgewählt hatte, um 
näher bei dessen Wohnort   zu leben. Sodann steht A. nicht unter einer 
umfassenden Beistandschaft im Sinne von Art. 398 ZGB, sondern nur 
unter ei- ner Vertretungsbeistandschaft gemäss Art. 394 ZGB, so dass sie 
frei war, ihren Wohnsitz eigenständig zu wählen. Für die Begrün- dung des 
Wohnsitzes in Y.       spricht schliesslich auch, dass sich A. am 1. 
September 2010 bei den Einwohnerdiensten der Ge- meinde X.   
abmeldete, und dass ihr die Vormundschaftsbe-    hörde Y.     am 26. 
Januar 2011 einen neuen Beistand ernannte. Dass die 
Beschwerdegegnerin auf der Kostengutsprache vom 31. Januar 2013  
irrtümlich eine Wohnsitzbestätigung für X.      ab-  gab, vermag hieran 
nichts zu ändern.

4. Im Folgenden wird geklärt, wie sich die Wohnsitznahme von 
A. in Y. per 1. September 2010 auf die interkantonale 
Finanzierungszuständigkeit für die Pflegerestkosten auswirkt.

a) Wie erwähnt wendeten die Kantone Graubünden und Z. 
nach dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes über die Neuordnung der 
Pflegefinanzierung das Herkunftsprinzip an (vorne

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E.2b). Entsprechend übernahm der Herkunftskanton Graubünden die 
Restkosten für die Pflege von A.      im Pflegeheim C.      ab dem 1. 
Januar 2011. Die Beschwerdegegnerin übernahm 75 % der Restkosten, 
der Kanton Graubünden 25 %. Sie stützten sich dabei auf Art. 21c Abs. 3 
KPG, wonach bei einem Aufenthalt in einem ausserkantonalen Alters- 
und Pflegeheim die ungedeckten Pfle- gekosten maximal in dem Umfang 
übernommen werden, der bei einem Aufenthalt in einer kantonalen 
Einrichtung anfallen würde. Aktenkundig sind diverse Schreiben des 
Gesundheitsamtes Grau- bünden, in welchen die Beschwerdegegnerin 
über ihren Kostenan- teil informiert und zu dessen Zahlung aufgefordert 
wurde, sowie eine Zusammenstellung der geleisteten Beiträge. 
Aktenkundig ist sodann die «Kostengutsprache für Heimaufenthalte  
ausserhalb  des Kantons Graubünden» vom 31. Januar 2013, worin die 
Be- schwerdegegnerin  dem  Pflegeheim  C.  bestätigte,  dass  sie bereit 
sei, ihren Anteil an den ungedeckten Pflegekosten gestützt auf Art. 21c 
Abs. 3 KPG zu übernehmen. Bis zum Ende des Jahres 2014 leistete die 
Beschwerdegegnerin im Rahmen der Pflegerest- kostenfinanzierung für 
A. insgesamt Fr. 79‘153.10. Diese Zah- lungen ergingen vor der Klärung 
der Rechtslage durch BGE 140     V 563 in einer Phase, in welcher auch 
zahlreiche andere Kantone das Herkunftsprinzip anwendeten (vgl. vorne 
E.2b). Wie das Bun- desgericht in BGE 140 V 563 ausführte, war die 
Anwendung des Herkunftsprinzips nicht ungerechtfertigt. Vielmehr 
sprachen gute Gründe für das Herkunftsprinzip, einerseits die Analogie 
zur Nor- mierung in Art. 21 Abs. 1 ELG und in Art. 5 ZUG und 
andererseits die Tatsache, dass bei dieser Variante eine Benachteiligung 
jener Kantone verhindert wurde, welche gemessen am eigenen Bedarf 
über ein überdurchschnittliches Pflegeplatzangebot  verfügten (BGE 140 
V 563 E.5.2). Bis zu dem Zeitpunkt, in welchem sich das Bundesgericht 
mit BGE 140 V 563 eindeutig und absolut für das Wohnsitzprinzip 
aussprach, war es deshalb legitim, die Finanzie- rungszuständigkeit nach 
dem Herkunftsprinzip festzulegen. Daraus folgt, dass die 
Beschwerdegegnerin in den Jahren 2011 bis und mit 2014  ungeachtet 
des Wohnsitzes von A.         in Y.         gestützt auf das Herkunftsprinzip 
zur Finanzierung der Pflegerestkosten zu- ständig war, und dass die 
Kostengutsprache vom 31. Januar 2013 zunächst rechtmässig war.

b) Ab dem 1. Januar 2015 stellte die Beschwerdegegnerin
die Bezahlung des Gemeindeanteils an den Restkosten für die Pfle- ge 
von A. ein. Sie setzte damit – in materiell korrekter Weise
– den am 18. Dezember 2014 gefällten BGE 140 V 563 um, gemäss

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welchem der Kanton  Z.  beziehungsweise  die  Wohnsitzge- meinde Y. 
zur Pflegekostenrestfinanzierung verpflichtet ist.

5. Zu prüfen ist nun, ob die Beschwerdegegnerin die unbe- fristet 
ausgesprochene Kostengutsprache vom 31. Januar 2013 mit Wirkung ab 
dem 1. Januar 2015 aufheben durfte.

a) Vorneweg ist dabei zu klären, welches Verfahrensrecht für die 
Beurteilung von Ansprüchen nach Art. 25a Abs. 5 KVG zur Anwendung 
kommt. Diese Frage ist bundesrechtlich nicht geregelt. Ob sich das 
Verfahren gestützt auf Art. 1 KVG nach dem ATSG rich- tet oder ob das 
kantonale Verwaltungsverfahrensrecht anwendbar ist, entscheidet sich 
gemäss der bundesgerichtlichen Rechtspre- chung nach dem kantonalen 
Recht (BGE 138 V 2012 E.5.6). Für den Kanton Graubünden bedeutet 
dies, dass die verfahrensrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der 
Pflegekostenrestfinanzierung nach dem kantonalen Verfahrensrecht zu 
beurteilen sind,  weil  sich im KPG keinerlei Hinweise auf die 
Anwendbarkeit des ATSG finden und weil nicht die 
Sozialversicherungsanstalt sondern das Gesundheitsamt für die 
Abwicklung der Pflegekostenrestfinanzie- rung zuständig ist (Art. 17 
VOzKPG). Vorliegend beurteilen sich die verfahrensrechtlichen Fragen 
somit nach dem VRG, welches nicht nur auf das Verwaltungsverfahren 
vor Kantonalbehörden sondern auch auf das Verwaltungsverfahren vor 
Regional- und Gemeinde- behörden anwendbar ist (Art. 2 VRG).

b) Die Beschwerdegegnerin hat ihre Pflicht zur Pflegekos- 
tenrestfinanzierung im Falle von A. zunächst durch ihre ent- sprechenden 
Zahlungen informell anerkannt und dann mittels der Kostengutsprache 
vom 31. Januar 2013 explizit festgestellt. Die Parteien sind sich darin 
einig, dass diese Kostengutsprache als Ver- fügung zu qualifizieren ist, 
regelt sie doch in der Form eines indivi- duellen Hoheitsaktes eine 
konkrete verwaltungsrechtliche Rechts- beziehung in verbindlicher und 
erzwingbarer Weise (BGE 126 II 300 E.1a). Nach ihrer zeitlichen Geltung 
ist die Kostengutsprache an ein Pflegeheim der Kategorie der 
Dauerverfügungen zuzuteilen. Sie bezieht sich auf den Aufenthalt von A.    
im Pflegeheim C.    , mithin auf einen zeitlich nicht abgeschlossenen 
Sachverhalt, und sie regelt ein Rechtsverhältnis angesichts eines in 
einem bestimm- ten Zeitpunkt gegebenen Sachverhaltes, hat aber 
Rechtsfolgen in die Zukunft (Urteil des Bundesgerichts 2C_495/2015 vom 
13. April 2016 E.5.1, PVG 2010 Nr. 24 E.4).

c) Erstinstanzliche Verwaltungsverfügungen entfalten kei- ne 
materielle Rechtskraft; sie werden lediglich rechtsbeständig be- 
ziehungsweise formell rechtskräftig. Sie sind daher grundsätzlich

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nicht unabänderlich, sondern unter bestimmten Voraussetzungen 
revidierbar (TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER, Allgemeines Verwaltungs- recht, 4. 
Aufl. 2014, S. 299 Rz. 9 und S. 303 Rz. 21). Mit Bezug auf formell 
rechtskräftige Dauerverfügungen werden vier Konstella- tionen 
unterschieden, in denen sich die Frage eines Rückkommens stellt:

1. Anfängliche tatsächliche Unrichtigkeit (fehlerhafte Sach- 
verhaltsfeststellung)

2. Anfängliche rechtliche Unrichtigkeit (fehlerhafte Rechts- 
anwendung)

3. Nachträgliche tatsächliche Unrichtigkeit (Änderung des 
Sachverhalts)

4. Nachträgliche rechtliche Unrichtigkeit (Änderung der 
Rechtsgrundlagen)

Das VRG sieht zur Korrektur von formell rechtskräftigen 
Verfügungen zwei Rechtsmittel vor, für anfänglich unrichtige Verfü- 
gungen die Revision gemäss Art. 67 VRG und für Verfügungen, wel- che 
ursprünglich rechtmässig waren und erst nachträglich unrichtig geworden 
sind, den Widerruf gemäss Art. 25 Abs. 1 VRG (PVG 2010 Nr. 24 E.4). 
Vorliegend kommt eine Revision infolge anfänglicher Unrichtigkeit nicht in 
Frage. Die Kostengutsprache vom 31. Januar 2013 beruhte zum Zeitpunkt 
ihres Erlasses weder auf fehlerhafter Rechtsanwendung noch auf 
fehlerhafter Sachverhaltsfeststellung. Wie bereits dargelegt – vgl. vorne 
E.4a – wendeten damals zahl- reiche Kantone inklusive Graubünden und 
Z.   bei interkanto-  nalen Sachverhalten mit guten Gründen das 
Herkunftsprinzip an. Die Zuständigkeit für die Finanzierung der 
Restkosten der Pflege von A.        im Pflegeheim C.        lag deshalb nach 
der damali-  gen Praxis beim Kanton Graubünden als «Herkunftskanton», 
unge- achtet dessen, dass A.      seit dem 1. September 2010 Wohnsitz 
im Kanton Z.   hatte. Eine Revision gemäss Art. 67 VRG ziehen denn 
auch die Parteien nicht in Betracht. Hingegen stellt sich die Frage, ob die 
Kostengutsprache nachträglich unrichtig wurde und ob die 
Voraussetzungen für einen Widerruf erfüllt sind.

d) Nach Art. 25 Abs. 1 VRG kann die Verwaltungsbehörde einen 
rechtskräftigen Entscheid von Amtes wegen oder auf Gesuch hin ändern 
oder aufheben, wenn sich die Sach- oder Rechtslage gegenüber der 
ursprünglichen Entscheidungsgrundlage geändert hat (lit. a) und nicht 
überwiegende öffentliche oder private Interes- sen dem Widerruf 
entgegenstehen (lit. b). Diese Voraussetzungen sind vorliegend, wie 
nachstehend gezeigt wird, erfüllt.

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aa) Die Beschwerdegegnerin macht geltend, die Rechtsla- ge 
habe sich aufgrund von BGE 140 V 563 geändert. Dies trifft zu. Vor dem 
Erlass von BGE 140 V 563 war unklar, ob bei interkanto- nalen 
Sachverhalten auf das Herkunfts- oder das Wohnsitzprinzip abzustellen 
ist, so dass rund die Hälfte der Kantone sich für die Anwendung des 
Herkunftsprinzips entschied, während die  übri- gen Kantone auf das 
Wohnsitzprinzip abstellten (vorne E.2b). Mit BGE 140 V 563 legte das 
Bundesgericht dann aber fest, dass bis zum Erlass einer 
bundesrechtlichen Zuständigkeitsregelung immer auf das Wohnsitzprinzip 
abzustellen ist (vorne E.2c). Mit BGE 140 V 563 änderte sich somit die 
Rechtslage für den Kanton Graubünden und für alle Kantone, welche 
bisher auf das Herkunftsprinzip ab- gestellt hatten. Die Kostengutsprache 
vom 31. Januar 2013 wurde deshalb vor dem Hintergrund der durch BGE 
140 V 563 geänderten Rechtsgrundlage nachträglich unrichtig. Die in 
Art. 25 Abs. 1 lit. a VRG für einen Widerruf vorausgesetzte Änderung der 
Rechtslage   ist deshalb vorliegend gegeben. Bei diesem Ergebnis kann 
offen bleiben, ob auch eine nachträgliche Änderung des Sachverhalts 
vorliegt, wie dies die Beschwerdegegnerin geltend macht mit ihrer 
Behauptung, sie habe erst im  Mai  2015  festgestellt,  dass  A. ihren 
Wohnsitz nach Y. verlegt habe.

bb) Als zweite Voraussetzung statuiert Art. 25 Abs. 1 lit. b VRG, 
dass nicht überwiegende öffentliche oder private Interessen dem Widerruf 
entgegenstehen dürfen. Auch diese Voraussetzung  ist vorliegend erfüllt. 
A. erleidet keine relevanten Nachteile dadurch, dass ab dem 1. Januar 
2015 im interkantonalen Verhältnis nicht mehr der Kanton Graubünden, 
sondern der Kanton Z. zuständig ist für die Finanzierung der 
Pflegerestkosten.

cc) Mit einem Widerruf gemäss Art. 25 Abs. 1 VRG können die 
nachträglich unrichtig gewordenen Dauerverfügungen frühes- tens ab 
dem Zeitpunkt geändert werden, in welchem die Fehler- haftigkeit 
eingetreten ist, die Wirkung ist mit anderen Worten «ex nunc» (PROF. A. 
KLEY, Verwaltungsverfahrensrecht online,  Kapitel 4.6, zuletzt eingesehen 
auf www.rwi.uzh.ch am 8. Januar 2018). Vorliegend ergab sich die 
Unrichtigkeit der Kostengutsprache durch BGE 140 V 563 am 18. 
Dezember 2014. Dass die Beschwer- degegnerin den Widerruf per 1. 
Januar 2015 ansetzte, ist deshalb korrekt.

e) Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die 
Voraussetzungen für den Widerruf der Kostengutsprache der Be- 
schwerdegegnerin vom 31. Januar 2013 erfüllt sind, weil sich mit

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BGE 140 V 563 im Kanton Graubünden die Rechtslage bezüglich der 
Zuständigkeit für die Pflegekostenrestfinanzierung geändert hat, und weil 
dem Widerruf keine überwiegenden öffentlichen oder privaten Interessen 
entgegenstehen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb die 
Kostengutsprache vom 31. Januar 2013 zu Recht mit Wirkung ab dem 1. 
Januar 2015 widerrufen und die Beschwerde ist in diesem Punkt nicht 
begründet.

6. Zu prüfen ist nun, ob die Beschwerdegegnerin die Be- 
schwerdeführerin und die Gemeinde Y.       zu Recht verpflichtet hat, die 
für den Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis zum 31. Dezember 2014 
geleisteten Beiträge in der Höhe von Fr. 79‘153.10 zurückzuer- statten. Die 
Beschwerdeführerin macht in diesem Zusammenhang im Wesentlichen 
geltend, die Rückforderung verstosse gegen das Verbot der echten 
Rückwirkung. Die Beschwerdegegnerin ist dem- gegenüber der Ansicht, 
es liege keine echte, sondern nur eine un- echte Rückwirkung vor, welche 
grundsätzlich zulässig sei.

a) Nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grund- sätzen 
wird der zeitliche Geltungsbereich der Gesetzesregeln vom Prinzip der 
Nichtrückwirkung beherrscht (BGE 141 III 1 E.2). Die- ses resultiert aus 
dem in Art. 5 BV verankerten Rechtsstaatsprinzip und hängt zusammen 
mit den Geboten der Rechtssicherheit, der Rechtsgleichheit (Art. 8 BV) 
und dem Vertrauensschutz (Art. 9 BV). Eine echte Rückwirkung liegt vor, 
wenn bei der Anwendung neuen Rechts an ein Ereignis angeknüpft wird, 
das sich vor dessen In- krafttreten ereignet hat und das im Zeitpunkt des 
Inkrafttretens der neuen Norm abgeschlossen ist. Von dieser eigentlichen, 
echten Rückwirkung, die verfassungsrechtlich nur ausnahmsweise zuläs- 
sig ist, muss nach der Praxis des Bundesgerichts die unechte Rück- 
wirkung unterschieden werden. Bei der unechten Rückwirkung  wird auf 
Verhältnisse abgestellt, die zwar unter der Herrschaft des alten Rechts 
entstanden sind, beim Inkrafttreten des neuen Rech- tes aber noch 
andauern, wobei das neue Recht lediglich für die Zeit seit Inkrafttreten 
des neuen Rechtes Anwendung findet (ex nunc  et pro futuro). Diese 
unechte Rückwirkung wird als verfassungs- rechtlich unbedenklich 
betrachtet, soweit ihr nicht wohlerworbe-  ne Rechte entgegenstehen 
(BGE 138 I 189 E.3.4). Die dargelegten intertemporalrechtlichen 
Grundsätze gelten primär bei einer Än- derung des objektiven Rechts, sie 
sind sinngemäss aber auch bei einer Änderung der Rechtsprechung 
anwendbar. Auch bei Praxis- änderungen gilt mit anderen Worten der 
Grundsatz der Nichtrück- wirkung (Urteil des Bundesgerichts 2A.321/2002 
vom 2. Juni 2003 E.2.4.3.7). Dabei ist die neue Rechtsprechung 
grundsätzlich sofort

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auf alle offenen Sachverhalte anzuwenden (Urteil des Bundesge- richts 
2A.471/2005 vom 10. November 2006 E.3.7).

b) Vorliegend fällte das Bundesgericht den Entscheid BGE 
140 V 563 am 18. Dezember 2014. Mit diesem Entscheid änderte sich 
für den Kanton Graubünden die Rechtslage in der Frage der 
Zuständigkeit bei interkantonalen Sachverhalten zur Restfinanzie- rung 
der Pflegekosten. Indem die Beschwerdegegnerin ihre Kos- 
tengutsprache per 1. Januar 2015 widerrief, wendete sie die neue 
Rechtsprechung im Sinne einer unechten Rückwirkung ab dem 
Zeitpunkt der veränderten Rechtslage an, was – wie gezeigt – nicht zu 
beanstanden ist. Mit der Rückforderung der Beiträge für die Jah- re 2011 
bis und mit 2014 hingegen weitete die Beschwerdegegnerin die neue 
Rechtsprechung auf die Zeit vor der Änderung der Rechts- lage aus, was 
vor dem Hintergrund der dargelegten intertemporal- rechtlichen 
Grundsätze nicht zulässig ist. Der Beschwerdeführerin ist deshalb darin 
beizustimmen, dass die Rückforderung der Beiträ- ge der Jahre 2011 bis 
und mit 2014 nicht rechtmässig ist.

c) Die Beschwerdegegnerin stützt ihren Rückforderungsan- 
spruch auf Art. 25 Abs. 1 ATSG, wonach unrechtmässig bezogene 
Sozialversicherungsleistungen zurückzuerstatten sind. Dem kann nicht 
gefolgt werden. Zum einen ist die Restfinanzierung der Pfle- gekosten 
nicht als Leistung einer Sozialversicherung im Sinne von Art. 25 Abs. 1 
ATSG zu qualifizieren. Die Pflegekostenrestfinanzie- rung betrifft weder 
den Umfang der krankenversicherungsrechtli- chen Grundversorgung 
noch die Leistungspflicht der Grundversi- cherung, sondern das Ausmass 
einer Vergütung, die nicht von der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung zu bezahlen ist. Leis- tungserbringer sind – je 
nach kantonaler Regelung – Kantone oder Gemeinden, also Personen 
öffentlichen Rechts, die grundsätzlich nicht dem KVG unterstellt sind, 
zumal sie ihre Leistungen nicht zu Lasten der obligatorischen 
Krankenpflegeversicherung abrechnen (BGE 138 V 377 E.5.2). Sodann 
ist im Kanton Graubünden im Zu- sammenhang mit der 
Pflegekostenrestfinanzierung ohnehin nicht das ATSG sondern das VRG 
anwendbar (vorne E.6a). Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin 
ist Art. 25 Abs. 1 ATSG aus die- sen Gründen vorliegend nicht 
anwendbar.
S 16 112 Urteil vom 10. Oktober 2017