# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a8c927b8-5c5f-58d2-bb5f-0fef70a6f53d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.10.2010 D-7582/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-7582-2010_2010-10-27.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-7582/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiberin Karin Schnidrig.

A._______, geboren (...),
Nigeria,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-
Verfahren); Verfügung des BFM vom 20. Oktober 2010 /
N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-7582/2010

Sachverhalt:

A.
A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen 
Heimatstaat im Jahr 2007 und reiste am 19. August 2010 nach Auf-
enthalten in Niger, Libyen und Italien illegal in die Schweiz ein, wo er 
gleichentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) B._______ 
um Asyl ersuchte. Anlässlich der Befragung vom 31. August 2010 zur 
Person im EVZ B._______ machte er insbesondere geltend, er sei am 
21. Januar 2009 nach Italien gelangt, wo er ein Asylgesuch eingereicht  
habe, welches abgelehnt worden sei. Zunächst habe er sich während 
rund  zwei  Wochen  in  einem  Flüchtlingslager  in  C._______  auf-
gehalten. Dann hätten die italienischen Behörden ihn nach D._______ 
in ein anderes Flüchtlingslager verlegt, in dem er etwa zwei Wochen 
lang  geblieben  sei.  Schliesslich  habe  man  ihn  ins  Flüchtlingslager 
nach E._______ verlegt, wo er während etwa sechs Monaten gewesen 
sei. Sodann habe er sich einige Male bei der Caritas ausserhalb des 
Flüchtlingslagers aufgehalten, bevor er sich in Richtung Schweiz be-
geben habe. 

A.b Das BFM gewährte dem Beschwerdeführer am 31. August 2010 
das  rechtliche  Gehör  zum bevorstehenden  Nichteintretensentscheid, 
zur  Zuständigkeit  Italiens  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens 
beziehungsweise zu einer allfälligen Wegweisung dorthin und gab ihm 
Gelegenheit, sich dazu zu äussern. In diesem Zusammenhang erklärte 
der  Beschwerdeführer,  er  habe  die  Zuständigkeit  Italiens  für  die 
Durchführung des Asylverfahrens verstanden. Dennoch wolle er nicht 
dorthin  zurückgehen,  da  die  Behörden  ihn  nicht  als  Flüchtling  an-
erkannt  hätten,  er  nicht  über  die  nötigen Mittel  für  seinen Unterhalt 
verfüge und keine Arbeit habe.

B.
Gestützt  auf  die  Eurodac-Treffer  vom 23.  Januar  2009  und  5.  März 
2009 sowie die Aussagen des Beschwerdeführers stellte das BFM am 
17. September 2010 an Italien ein Ersuchen um Übernahme des Be-
schwerdeführers im Sinne von Art. 16  Abs. 1 Bst. c der  Verordnung 
[EG] Nr. 343/2003  des  Rates  vom 18.  Februar  2003  [Dublin  II  Ver-
ordnung] zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 
des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsan-
gehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags  zuständig ist 

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(vgl. Akte A10). Bis am 2. Oktober 2010 ging keine Antwort Italiens auf 
das Ersuchen ein.

C.
Mit Verfügung vom 20. Oktober 2010 trat das BFM in Anwendung von 
Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31) auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom 
19. August  2010  nicht  ein  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug nach Italien an. Gleichzeitig 
wurde  festgestellt,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine  auf-
schiebende Wirkung zu.

D.
Mit  Faxeingabe  vom 25. Oktober  2010  erhob  der  Beschwerdeführer 
beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragte,  es  sei 
die angefochtene Verfügung aufzuheben, seine Flüchtlingseigenschaft 
anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. Es sei festzustellen,  dass 
der  Wegweisungsvollzug  unzulässig,  unzumutbar  und  unmöglich  sei 
und die vorläufige Aufnahme sei anzuordnen. Es sei die unentgelt liche 
Prozessführung  zu  gewähren,  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses zu verzichten und ihm eine amtliche Rechtsvertretung bei-
zuordnen. Eventualiter sei die aufschiebende Wirkung der Beschwerde 
wiederherzustellen  (recte:  zu  erteilen).  Die  zuständige  Behörde  sei 
vorsorglich anzuweisen, die Kontaktaufnahme mit den Behörden des 
Heimat- oder Herkunftsstaats sowie jegliche Datenweitergabe an die-
selben  zu  unterlassen. Eventualiter  sei  er  über  eine  bereits  erfolgte 
Datenweitergabe in einer separaten Verfügung zu informieren.

Im  Weiteren  ersuchte  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  um  An-
weisung des BFM, sein Recht zum Selbsteintritt  auszuüben und sich 
für das vorliegende Asylgesuch für zuständig zu erachten.

Auf die Beschwerdebegründung wird, soweit entscheidrelevant, in den 
Erwägungen eingegangen.

E.
Mit  Verfügung  vom  25.  Oktober  2010  setzte  der  zuständige 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  den  Vollzug  der 
Wegweisung per sofort aus.

F.
Am  26.  Oktober  2010  ging  die  Beschwerdeschrift  beim  Bundesver-

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waltungsgericht im Original ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungs-
gericht  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 
VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. 
Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG 
liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist  daher zuständig für 
die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde; es entscheidet auf dem 
Gebiet  des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  fristgerecht  eingereicht  (Art.  105  AsylG, 
Art. 108  Abs. 2  AsylG).  Der  Beschwerdeführer  ist  durch  die  an-
gefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 
Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  er  ist 
daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  AsylG 
i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Die Beschwerde ist zwar 
nicht in einer Amtssprache des Bundes abgefasst. Auf die Ansetzung 
einer Frist zur Beschwerdeverbesserung kann indessen aus prozess-
ökonomischen  Gründen  verzichtet  werden,  da  der  in  Englisch  ver-
fassten  Beschwerdeeingabe  ein  sinngemässes  Rechtsbegehren  mit 
entsprechender  Begründung  zu  entnehmen  ist  und  ohne  weiteres 
darüber befunden werden kann (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und 
Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist daher – unter Vorbehalt 
nachfolgender Erwägung – einzutreten.

1.4 Da  es  im  vorliegenden  Verfahren  lediglich  darum  geht,  die 
Voraussetzungen  einer  Rückführung  des  Beschwerdeführers  nach 
Italien (Drittstaat) im Rahmen der Dublin II Verordnung zu prüfen, ist  

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auf  die  Rechtsbegehren  betreffend  Flüchtlingseigenschaft,  Asyl, 
Kontaktaufnahme mit den Behörden des Heimat- oder Herkunftsstaats 
und Datenweitergabe an diese nicht einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 
BFM ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  über-
prüfen  (Art.  32  -  35  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt,  ob die Vor-
instanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. die vom 
Bundesverwaltungsgericht  fortgeführte  Rechtsprechung  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [ARK] in Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  ARK  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1  S.  240  f.  sowie 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-7878/2008 vom 31. Dezember 
2008).  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich  einer  selbständigen 
materiellen  Prüfung  und  weist  die  Sache  -  sofern  sie  den  Nichtein -
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet - zu neuer Entscheidung 
an die Vorinstanz zurück.

5.
5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG).

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5.2 Das BFM hielt  zur Begründung seines Nichteintretensentscheids 
im  Wesentlichen  fest,  der  Beschwerdeführer  sei  in  Italien  wegen  il -
legaler Einreise angehalten worden, woraufhin er dort ein Asylgesuch 
eingereicht  habe.  Dies  gehe  aus  seinen  Aussagen  und  den 
Informationen der Eurodac-Datenbank hervor. Italien sei gestützt  auf 
das "Abkommen vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für 
die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  ge-
stellten Asylantrags" sowie das "Übereinkommen vom 17. Dezember 
2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, der Republik 
Island  und  dem  Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  An-
wendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands und über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für 
die  Prüfung  eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  ge-
stellten  Asylantrags"  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zu-
ständig. Da Italien innerhalb  der  festgelegten Frist  nicht  geantwortet 
habe, sei die Zuständigkeit gestützt auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin II  
Verordnung auf diesen Staat übergegangen. Die Rückführung habe - 
vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung  oder  Verlängerung 
(Art. 19 f. Dublin II Verordnung) - bis spätestens am 2. April  2011 zu 
erfolgen.

Dem  Beschwerdeführer  sei  dazu  das  rechtliche  Gehör  gewährt 
worden.  Bei  dieser  Gelegenheit  habe  er  erklärt,  er  habe  die  Zu-
ständigkeit Italiens für das Dublinverfahren verstanden. In Italien habe 
er jedoch keine Unterstützung erhalten und sein Asylgesuch sei  ab-
gelehnt worden. Andere Gründe habe er nicht zu Protokoll gegeben.

Die Begründung des Beschwerdeführers stelle indessen kein Hinder-
nis  für  den  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Italien  dar.  In  der  Tat 
respektiere  dieser  Signatarstaat  des  Dublinabkommens  als  Rechts-
staat  die Menschenrechte und das Non-Refoulement-Gebot. Der Be-
schwerdeführer könne dort ohne weiteres um Schutz nachsuchen. Auf 
das Asylgesuch sei somit nicht einzutreten.

Die Folge eines Nichteintretensentscheids sei gemäss Art. 44 Abs. 1 
AsylG  in  der  Regel  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz.  Da  der  Be-
schwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor 
Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, sei das Non-
Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaates nicht 

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zu prüfen. Ferner bestünden keine Hinweise auf eine Verletzung von 
Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) im Falle einer 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Italien.  Weder  die  in  Italien 
herrschende Situation  noch andere Gründe sprächen gegen die Zu-
mutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat. Ausserdem sei der Voll-
zug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar. 
Italien  habe  der  Rückübernahme  stillschweigend  zugestimmt. 
Schliesslich  hätten  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide 
gemäss Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG gestützt auf Art. 107a AsylG keine 
aufschiebende Wirkung.

5.3 In der Rechtsmitteleingabe machte der Beschwerdeführer als Be-
gründung im Wesentlichen geltend, er fürchte sich vor einer Rückkehr 
nach  Italien,  da  er  im  Dezember  2009  vor  einem  Supermarkt  von 
einem Afrikaner mit einer Waffe angegriffen worden sei. Dabei habe er  
eine Kopfverletzung erlitten,  so dass er mit  der Ambulanz ins Spital  
habe  gebracht  werden  müssen. Landsleute,  mit  denen  er  bereits  in 
seiner  Heimat  Probleme  gehabt  habe,  würden  in  Italien  nach  ihm 
suchen. Er brauche Schutz, da sein Leben in Gefahr sei.

5.4
5.4.1 Gemäss den Akten steht  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  am 
23. Januar 2009 und am 5. März 2009 in Italien daktyloskopiert wurde 
und sich in diesem Land während etwa eineinhalb Jahren aufhielt. Da 
die  italienischen Behörden es  unterliessen,  sich  bis  zum 2. Oktober 
2010  zu  einer  Übernahme  des  Beschwerdeführers  vernehmen  zu 
lassen,  ist  davon  auszugehen,  dass  dem  Ersuchen  zugestimmt 
worden ist (Art. 18 Abs. 7 Dublin II Verordnung). Der Beschwerdeführer 
kann  somit  ohne  weiteres  in  den  Dublin-Staat  (Italien)  ausreisen, 
welcher für die Prüfung seines Asylantrags staatsvertraglich zuständig 
ist.

5.4.2 Zunächst  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  Italien  unter  anderem 
Signatarstaat der EMRK, des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 
Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 0.142.30)  und  des  Überein-
kommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) ist. Es bestehen keine Hinweise darauf, dass Italien 
sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden  massgebenden  völkerrecht-
lichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot 

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oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten würde.

Im Weiteren ist der Umstand, in Italien nicht über die nötigen Mittel zu  
verfügen  beziehungsweise  keine  Arbeit  zu  haben,  nicht  als 
Wegweisungshindernis zu erachten. Bei einer allfälligen Mittellosigkeit 
steht es dem Beschwerdeführer offen, sich an die dafür zuständigen 
Behörden  beziehungsweise  karitativen  Organisationen  zu  wenden, 
umso mehr, als er die Unterstützung der Caritas bereits in Anspruch 
genommen haben will (vgl. Befragungsprotokoll vom 31. August 2010; 
A1, S. 2, 8). Darüber hinaus hat  er auch die Möglichkeit,  mit  seinen 
Freunden, bei denen er sich eigenen Angaben zufolge aufgehalten hat 
(vgl. A1, S. 8), erneut in Kontakt zu treten.

Sollte sein Asylgesuch abgelehnt werden, wird der Beschwerdeführer 
auch  in  Italien  die  Möglichkeit  haben,  ein  Rechtsmittel  zu  erheben. 
Infolgedessen  vermag  er  aus  dem  Vorbringen,  die  italienischen 
Behörden hätten ihn nicht  als Flüchtling anerkannt,  nichts zu seinen 
Gunsten abzuleiten. 

Schliesslich vermag ihm der Einwand, wonach er befürchte, in Italien 
von Landsleuten umgebracht zu werden, nicht zu einem Verbleib in der 
Schweiz  zu  verhelfen,  zumal  er  in  Italien  um  behördlichen  Schutz 
gegen allfällige Übergriffe von Seiten Dritter nachsuchen kann.

Angesichts  der  gesamten  Umstände  erweist  sich  der  Vollzug  der 
Wegweisung nach Italien in Berücksichtigung der entscheidrelevanten 
Aspekte unter dem Blickwinkel von Art. 3 EMRK als zulässig, weshalb 
vorliegend kein Anlass zum Selbsteintritt besteht.

6.
Das BFM ist in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG demnach 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten.  Die  Rechtsbegehren,  die  angefochtene  Verfügung  sei  auf-
zuheben, und der sinngemässe Antrag, das BFM sei anzuweisen, sein 
Recht  zum Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  vorliegendes  Asyl-
gesuch für zuständig zu erachten, sind somit abzuweisen.

7.
7.1 Das Nichteintreten auf ein Asylgesuch hat in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Vorliegend 
ist  keine  Ausnahme von  diesem Grundsatz  ersichtlich  (vgl.  EMARK 

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2001 Nr. 21).  In  Verfahren nach Art.  34  Abs. 2  Bst.  d  AsylG ist  die 
Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 
regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheides. Auf die Frage einer drohenden Verletzung 
des Non-Refoulement-Gebots muss an dieser Stelle nicht weiter ein-
gegangen werden.

7.2 Weiter  stellt  sich  die  Frage  nach  der  Zumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht 
unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG, 
SR 142.20), sondern ebenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im 
Rahmen  des  Selbsteintrittsrechts  oder  gegebenenfalls  -  sofern  sich 
Familienmitglieder  in  verschiedenen  Dublin-Staaten  befinden  und 
allenfalls  zusammengeführt  werden  sollten  -  bei  der  Ausübung  der 
sog. Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin II Verordnung).

7.3 Nach dem Gesagten sind die vom BFM verfügte Wegweisung und 
deren Vollzug zu bestätigen.

8.
Dem Beschwerdeführer ist  es nicht  gelungen darzutun, inwiefern die 
angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen 
ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit 
darauf einzutreten ist.

9.
Mit dem Urteil in der Hauptsache sind die Gesuche um Verzicht auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  um  Erteilung  der  auf-
schiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos geworden.

10.
10.1 Aufgrund vorstehender Erwägungen erweist sich die Beschwerde 
als aussichtslos, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgelt -
lichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG unbesehen der 
durch die Fürsorgebestätigung vom 22. Oktober 2010 ausgewiesenen 
Bedürftigkeit des Beschwerdeführers abzuweisen ist. Das Gesuch um 
Beiordnung  einer  amtlichen  Rechtsvertretung  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 2 VwVG ist mangels Erfüllung der Voraussetzungen von Art. 65 
Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen.

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10.2 Bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr. 600.--  festzusetzen  (Art. 1-3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  Dublin-Office,  Ref.-Nr. N _______ 

(per Telefax)
- (...) (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Fulvio Haefeli Karin Schnidrig

Versand:

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