# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 86a32413-8668-5421-82f2-16ef2a3421ce
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 16.05.2017 PS170087
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PS170087_2017-05-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer  
 

 

Geschäfts-Nr.: PS170087-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. P. Diggelmann, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. A. Katzenstein und Ersatzrichterin Prof. Dr. I. Jent-Sørensen 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. M. Isler 

Urteil vom 16. Mai 2017 

in Sachen 

 

Aktiengesellschaft A._____ in Liquidation,  

Konkursitin und Beschwerdeführerin, 

 

betreffend 
Anordnung des summarischen Konkursverfahrens 

 
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Konkursgerichtes des Bezirksgerichtes Hinwil 
vom 15. Februar 2017 (EK170041) 

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Erwägungen: 

1. Die Aktiengesellschaft A._____ in Liquidation befindet sich seit dem 11. 

November 2016 im Konkurs. In der Folge führte der Verwaltungsrat B._____ der 

Konkursitin in deren und im Namen anderer von ihm vertretener Gesellschaften 

mehrere Beschwerden, welche von der Kammer alle abgewiesen wurden (Ent-

scheide PS170057 - 61). Am 15. Februar 2017 ordnete das zuständige Gericht 

an, der Konkurs sei im summarischen Verfahren durchzuführen (act. 3). Diese 

Anordnung wurde dem Vertreter der Gemeinschuldnerin nach dessen Darstellung 

am 30. März 2017 zugestellt. Mit Eingabe vom 10. April 2017 beschwerte sich die 

Gemeinschuldnerin bei der Kammer. Sie verlangt Aufhebung des Entscheides 

und Rückweisung an das Einzelgericht, ferner die vorläufige Einstellung des Kon-

kursverfahrens (act. 9). 

Die Akten des Einzelgerichts wurden beigezogen (Dossier EK170041). Mit 

Verfügung vom 20. April 2017 entschied die Stellvertreterin des Kammervorsit-

zenden in dessen Abwesenheit, keine vorsorglichen Massnahmen anzuordnen. 

Sie liess der Beschwerdeführerin wie von dieser verlangt eine Kopie des Antrages 

zukommen, welchen das Konkursamt dem Konkursgericht hinsichtlich der Anord-

nung des summarischen Verfahrens gestellt hatte, unter Ansetzen einer Frist bis 

zum 5. Mai 2017 zur schriftlichen Äusserung (act. 12, insbesondere auch zur Be-

gründung, weshalb keine vorsorglichen Massnahmen angeordnet wurden). Die 

Stellungnahme erfolgte unter dem 5. Mai 2017. Die Konkursitin beantragt damit 

neu, der Konkurs sei mangels Aktiven einzustellen (act. 14). Die Sache ist spruch-

reif. 

2. Über das auf den Konkurs anzuwendende Verfahren entscheidet auf 

Antrag des Konkursamtes das Konkursgericht (Art. 231 SchKG). Damit untersteht 

diese Sache den Regeln der Zivilprozessordnung (Art. 1 lit. c ZPO), und für einen 

Weiterzug kommt (nur) die zivilprozessuale Beschwerde in Frage (Art. 319 in 

Verbindung mit Art. 309 lit. b Ziff. 7 ZPO). 

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In der Verfügung vom 20. April 2017 wurde darauf hingewiesen, dass in der 

Literatur die Legitimation des Konkursiten hinsichtlich der Anordnung des summa-

rischen Konkurs-Verfahrens und der Einstellung des Konkurses postuliert wird 

(act. 12 S. 2, ergänzend ist hinzuwiesen auf BSK SchKG Ergänzungsband-Bauer, 

ad N. 12 zu Art. 231 SchKG und den dort erwähnten Entscheid des Bundesge-

richts). Dem ist zu folgen. 

Die Frist für die Beschwerde (10 Tage: Art. 321 Abs. 2 ZPO) ist nach der 

nicht überprüfbaren Darstellung der Konkursitin eingehalten. Die Beschwerde 

enthält einen sinngemässen Antrag und eine Begründung; insoweit ist darauf ein-

zutreten. 

Die Beschwerde ist innert der gesetzlichen Frist abschliessend zu erheben 

und zu begründen. Das bedeutet, dass nachträgliche Ergänzungen der Begrün-

dung so wenig zulässig sind wie neue Anträge. Immerhin kann der Fall eintreten, 

dass die Beschwerde sachlich zutreffend und der angefochtene Entscheid aufzu-

heben ist und die Rechtsmittelinstanz aus pragmatischen Überlegungen auf eine 

Rückweisung verzichtet und selber entscheidet. Dann scheint es nicht ausge-

schlossen, neue und an sich unzulässige Vorbringen noch zu berücksichtigen, 

falls dem nicht Interessen einer Gegenpartei entgegenstehen. Es wird sich aller-

dings zeigen, dass die Frage im heutigen Fall offenbleiben kann. 

3.1 In der Beschwerde wird es als Verletzung des rechtlichen Gehörs be-

anstandet, dass das Konkursgericht die Konkursitin zum Antrag des Konkursam-

tes auf Anordnung des summarischen Verfahrens nicht anhörte (act. 9 S. 2). Das 

ist allerdings nirgends vorgesehen (Art. 231 Abs. 2 SchKG). Die Anordnung des 

summarischen Verfahrens gilt als Akt der so genannt freiwilligen Gerichtsbarkeit, 

welche kein Parteiverfahren ist; es wird also auf einseitigen Antrag hin entschie-

den (Kommentar KOV-Milani/Wohlgemuth, N. 32 zu Art. 39 KOV und BSK SchKG 

II-Bauer, N. 11 zu Art. 231 SchKG). Die Rüge der Gehörsverletzung ist daher 

nicht berechtigt. 

3.2 In der Ergänzung zur Beschwerde wird auf den Antrag des Konkursam-

tes an das Konkursgericht vom 14. Februar 2017 Bezug genommen, und es wird 

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neu beantragt, das Konkursverfahren solle mangels Aktiven eingestellt werden. 

Ausser ca. Fr. 3'000.-- sei kein Bargeld vorhanden, und daran werde B._____ ein 

Aussonderungsbegehren stellen. Bezüglich der Einrichtungsgegenstände seien 

Eigentumsansprüche Dritter hängig. Das Konkursamt habe den Gläubigern mitge-

teilt, es werde voraussichtlich keine Dividende resultieren. In einem früheren Kon-

kursverfahren über die Konkursitin habe das Konkursamt jener betreibenden 

Gläubigerin Kosten von Fr. 9'000.-- bis Fr. 10'000.-- in Rechnung gestellt. Zudem 

werde ein Nachlassvertrag vorbereitet, welcher zu gegebener Zeit dem Konkurs-

richter unterbreitet werde (im Einzelnen act. 14). 

Ob Eigentumsansprachen begründet sind oder nicht, wird sich im Laufe der 

entsprechenden Verfahren zeigen. Nachdem solche Ansprüche bekanntermassen 

vom einzigen Organ der Konkursitin sowie von mehreren diesem nahestehenden 

Gesellschaften erhoben werden, ist für die Prognose eine gewisse Zurückhaltung 

angezeigt. Jedenfalls kann für den Entscheid über die Durchführung des Konkur-

ses resp. Anordnung des summarischen Verfahrens nicht darauf abgestellt wer-

den, sämtliche streitigen Sachen und Guthaben seien für die Gläubiger verloren. 

Im Interesse der Gläubiger an einer geordneten Abklärung ist der Konkurs im 

Zweifel nicht einzustellen. Selbst wenn aufgrund einer ersten vorläufigen Beurtei-

lung zu befürchten ist, dass über die Verfahrenskosten hinaus keine oder keine 

namhafte Dividende resultieren wird, sind auch bescheidene Aktiven deswegen 

nicht einfach den Organen des Konkursiten zu überlassen. Wie viel ein früheres 

Verfahren kostete, hängt von jenen Umständen ab und kann auf das vorliegende 

nicht unbesehen übertragen werden. Das Konkursamt hat dem Konkursgericht 

mitgeteilt, es erachte das vorhandene Bargeld und die Guthaben (rund Fr. 3'300.--) 

sowie das Mobiliar zur Deckung der Kosten für das voraussichtlich einfache Ver-

fahren als ausreichend (act. 1). Diese naturgemäss vorläufige und aufgrund einer 

summarischen Prüfung zu stellende Prognose vermag die Beschwerde nicht so 

überzeugend in Frage zu stellen, dass der Ermessensentscheid zur Anordnung 

des summarischen Konkursverfahrens aufzuheben wäre.  

3.3 Ob zu einem späteren Zeitpunkt ein erst noch vorzuschlagender Nach-

lassvertrag Aussicht auf Erfolg hat, wird sich zeigen. Sollte die Darstellung der 

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Beschwerde zutreffen, dass schlechterdings keine Aktiven vorhanden sind, ist 

schwer zu sehen, wie ein Nachlassvertrag Sinn machen und für unabhängige 

Gläubiger akzeptabel sein sollte. Darüber ist heute allerdings nicht zu spekulieren, 

weil es (noch) nicht Thema des Verfahrens ist. 

3.4 Damit ist die Beschwerde ohne Weiterungen abzuweisen. Mittels vor-

sorglichen Massnahmen in den Gang des Konkursverfahrens einzugreifen, 

kommt nicht in Frage. 

4. Die Beschwerde des Zivilprozessrechts ist anders als die des SchKG 

nicht kostenlos. Die Gebühr ist auf Fr. 300.-- anzusetzen. Sie ist gestützt auf 

Art. 108 ZPO B._____, welcher das Verfahren initiiert hat, persönlich aufzuerle-

gen. 

Eine Parteientschädigung fällt ausser Betracht. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 300.-- und B._____ persönlich 

auferlegt. 

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4. Schriftliche Mitteilung an B._____ (für sich persönlich und für die Konkur-

sitin), an das Konkursamt Wald und unter Rücksendung der erstinstanzli-

chen Akten an das Bezirksgericht Hinwil. 

5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

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Dies ist ein Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. 

Es handelt sich um einen Entscheid des Konkursgerichts im Sinne von Art. 74 Abs. 2 
lit. a BGG.  

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 
 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

II. Zivilkammer 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Isler 
 
versandt am: 
16. Mai 2017 
 
 
 

	Urteil vom 16. Mai 2017
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschwerde wird abgewiesen.
	2. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 300.-- und B._____ persönlich auferlegt.
	3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.
	4. Schriftliche Mitteilung an B._____ (für sich persönlich und für die Konkursitin), an das Konkursamt Wald und unter Rücksendung der erstinstanzlichen Akten an das Bezirksgericht Hinwil.
	5. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...