# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1abed118-8a32-5134-8102-63cbded7e341
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-05-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 12.05.2003 ZB 2003 8
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2003-8_2003-05-12.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 12. Mai 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 03 8

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Präsident Brunner, Kantonsrichterinnen Heinz-Bommer und Tomaschett-Murer, Ak-
tuar ad hoc Lardi.

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In der zivilrechtlichen Beschwerde 

der E. V., Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Luzi Bardill, Postfach 74, Reichsgasse 71, 7002 Chur,

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichtspräsidenten Albula vom 17. März 2003, mitgeteilt 
am 19. März 2003, in Sachen der Gesuchstellerin und Beschwerdeführerin

betreffend unentgeltliche Rechtspflege,

hat sich ergeben:

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A. Mit Urteil des Bezirksgerichtspräsidiums Oberlandquart vom 25. Au-
gust 2000 wurden E. V. und A. V. geschieden. Darin wurden unter anderem die 
Unterhaltsbeiträge von A. V. an die drei gemeinsamen Kinder und an die Beschwer-
deführerin festgelegt. Als A. V. beim Bezirksgericht Albula einen Prozess um Abän-
derung der Unterhaltspflicht gemäss dem Scheidungsurteil anhob, stellte die Be-
schwerdeführerin am 21. Januar 2003 ein Gesuch um Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege.

B. Mit Entscheid vom 17. März 2003, mitgeteilt am 19. März 2003, hat 
der Bezirksgerichtspräsident Albula wie folgt erkannt:

„1. Das Gesuch von E. V. um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 
im Prozess betreffend Abänderung des Scheidungsurteiles vor Bezirksge-
richt Albula wird abgewiesen.

2. Die Kosten dieser Verfügung in der Höhe von Fr. 200.00 gehen zu Lasten 
von E. V. und sind innert 30 Tagen mittels beiliegenden Einzahlungsschei-
nes an das Bezirksgericht Albula zu überweisen.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung).“

In den Erwägungen wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass es an der Pro-
zessarmut fehlen würde, weil die Beschwerdeführerin weitere Hypotheken auf ihren 
Liegenschaften aufnehmen und das Ferienhäuschen an Dritte vermieten könnte.

C. Gegen diesen Entscheid erhob E. V. am 8. April 2003 Beschwerde an 
den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden und stellte dabei folgende Rechts-
begehren:

„A. Materielles

1. Der angefochtene Entscheid des Bezirksgerichtspräsidenten Albula vom 
17. März 2003 sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin sei die unent-
geltliche Rechtspflege für den Abänderungsprozess des Ehescheidungs-
urteiles vom 25. August 2000 in Sachen A. V. gegen die Beschwerdefüh-
rerin (Prozess-Nr. 03/22) zu gewähren.

2. Als Rechtsvertreter sei mit Wirkung auf den 13. November 2002 Rechts-
anwalt lic. iur. Luzi Bardill, Reichsgasse 71, 7002 Chur zu bezeichnen.

3. Unter voller gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge, zuzüglich 7,5% Mehrwertsteuer, für beide Instanzen zulasten 
der Beklagtschaft.

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B. Formelles

Es sei der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Prozessführung für das 
vorliegende Beschwerdeverfahren zu gewähren und der unterzeichnende 
Rechtsanwalt sei als Rechtsbeistand einzusetzen.“

Die Beschwerde wird im Wesentlichen damit begründet, dass auf dem Mehr-
familienhaus in M. und auf dem Ferienhaus in N. eine Verschuldung zwischen 69% 
und 71% des Verkehrswertes lasten würde und folglich eine Erhöhung der Hypo-
theken undenkbar sei. Dies insbesondere auch deshalb, weil das Einkommen der 
Beschwerdeführerin stark gesunken sei, nachdem A. V. die Unterhaltszahlungen an 
sie ab Juni 2002 eingestellt habe. 

Mit Schreiben vom 29. April 2003 verzichtete der Bezirksgerichtspräsident 
Albula auf eine Vernehmlassung und verwies auf den angefochtenen Entscheid.

Auf die Begründung des angefochtenen Entscheides und der Beschwerde 
sowie auf weitere Akten ist, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen 
einzugehen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Entscheidungen über die unentgeltliche Rechtspflege, die Be-
stellung eines Rechtsvertreters und die Festlegung seiner Entschädigung steht den 
Betroffenen der Beschwerdeweg an den Kantonsgerichtsausschuss offen (Art. 47a 
ZPO/Art. 232 Ziff. 8 ZPO). Das Rechtsmittel ist innert zwanzig Tagen seit Zugang 
des anzufechtenden Erkenntnisses beim Kantonsgerichtspräsidium einzureichen, 
wobei in der Beschwerdeschrift mit kurzer Begründung anzugeben ist, welche 
Punkte beanstandet und welche Änderungen verlangt werden (Art. 233 Abs. 1 und 
2 ZPO). Mit der Eingabe vom 8. April 2003 ist die 20-tägige Beschwerdefrist (Art. 
233 Abs. 1 ZPO) gegen den ablehnenden Entscheid vom 17. März 2002, mitgeteilt 
am 19. März 2003, eingehalten. Auf die im Übrigen formgerecht eingelegte Be-
schwerde ist folglich einzutreten.

2. a) Im zivilrechtlichen Beschwerdeverfahren ist die Kognition des Kan-
tonsgerichtsausschusses auf Rechtsverletzungen und willkürliche Tatsachenfest-
stellungen beschränkt (Art. 235 Abs. 1 und 2 ZPO). Gleiches gilt grundsätzlich auch 
dort, wo dem Richter ein Ermessensspielraum eingeräumt wird; eine Rechtsverlet-
zung liegt in solchen Fällen nur dann vor, wenn sich der Gebrauch des Ermessens 

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als rechtsmissbräuchlich erweist oder wenn es überschritten wird, das heisst, wenn 
sich ein Ermessensentscheid auf keine sachlich vertretbaren Gründe abstützen 
lässt oder er dem Gerechtigkeitsempfinden in stossender Weise zuwiderläuft (PKG 
1987 Nr. 17 E. 1). Die Beschwerde ist somit unter dieser beschränkten Kognitions-
befugnis zu überprüfen.

b) In Sachen der unentgeltlichen Rechtspflege hat der Richter die Tatsa-
chen grundsätzlich von Amtes wegen abzuklären. Die Offizialmaxime gilt indessen 
nur beschränkt. Eine erste Einschränkung besteht darin, dass gemäss Art. 43 Abs. 
1 ZPO das Gesuch zu begründen ist, und ihm die erforderlichen Unterlagen beizu-
legen sind. Die Gesuchstellerin trifft eine primäre Behauptungs- und Beweislast. An-
gesichts dieser Bestimmung muss von einer Partei, welche Armenrecht beantragt, 
verlangt werden, dass sie die ihr leicht zugänglichen beziehungsweise die sich be-
reits in ihrem Besitz befindlichen Unterlagen ohne weiteres, das heisst ohne hierzu 
besonders aufgefordert worden zu sein, einreicht. Die Gesuchstellerin hat eine er-
hebliche Mitwirkungspflicht (vgl. VPB 2000 Nr. 28 E. 3). Sie hat eine klare und um-
fassende Darstellung ihrer gesamten finanziellen Situation abzugeben (BGE 120 Ia 
181 f. E. 3a) und es sind daran um so höhere Anforderungen zu stellen, je komple-
xer diese Verhältnisse sind. Erteilt die Gesuchstellerin die verlangten Auskünfte 
nicht oder bringt sie die verlangten Ausweise nicht bei, so kann die unentgeltliche 
Rechtspflege verweigert werden (ZR 90 Nr. 57 E. 6.1.4 mit Hinweisen; Pra 1994 Nr. 
103 E. 4e).

3. a) Die Beschwerdeführerin rügt, dass die Vorinstanz zu Unrecht ihre pro-
zessuale Bedürftigkeit verneint habe. Obwohl sie Eigentümerin verschiedener Lie-
genschaften sei, sei sie aufgrund der hohen hypothekarischen Belastung der 
Grundstücke und der ausgebliebenen Unterhaltszahlungen des geschiedenen Ehe-
gatten nicht in der Lage, neben den Prozesskosten für sich und die ihren aufzukom-
men. 

In einem neueren Entscheid hat das Kantonsgericht die Grundsätze für die 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 42 ff. ZPO zusammen-
gefasst (Urteil Kantonsgerichtsausschuss vom 10. Februar 2003 i.S. B., ZB 02 14). 
Danach ist zu prüfen, ob die Gesuchstellerin nicht in der Lage ist, neben dem not-
wendigen Lebensunterhalt für die erforderlichen Prozesskosten aufzukommen. 
Dies geschieht, indem zunächst gesondert der notwendige Lebensunterhalt und die 
Mittel der Ansprecherin festgestellt werden. Resultiert ein Überschuss im Sinne frei 

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verfügbarer Mittel, ist sodann zu entscheiden, ob daraus die konkreten Prozesskos-
ten innert einem zumutbaren Zeitraum finanzierbar sind. Kumulativ dazu darf das 
Prozessgebaren der Gesuchstellerin nicht offenbar mutwillig oder aussichtslos sein 
(Art. 42 Abs. 2 ZPO). 

Die Prozessführung der Beschwerdeführerin erscheint nicht als offensichtlich 
aussichtslos oder mutwillig, was vorliegend ohne Zweifel und vorab festgestellt wer-
den kann. Im fraglichen Abänderungsprozess des Scheidungsurteils vom 25. Au-
gust 2000 geht es um wichtige Abklärungen betreffend die wirtschaftliche Leistungs-
fähigkeit der geschiedenen Ehegatten und um die neue Festlegung der künftigen 
Unterhaltspflicht. Andererseits können die Fragen betreffend die prozessuale Be-
dürftigkeit, wie noch zu zeigen sein wird, aufgrund der vorhandenen Akten nicht 
hinreichend beantwortet werden, so dass die Sache zur weiteren Abklärung und 
Neubeurteilung zurückzuweisen ist.

b) Der notwendige Lebensunterhalt im Sinne von Art. 42 Abs. 1 ZPO 
(prozessualer Notbedarf; vgl. Urteil Kantonsgerichtsausschuss vom 10. Februar 
2003 i.S. B., ZB 02 14, E. 3-5, S. 5-16) setzt sich zusammen aus: 

- dem betreibungsrechtlichen Notbedarf gemäss dem aktuellen Kreisschrei-
ben des Kantonsgerichtsausschusses als Aufsichtsbehörde über Schuld-
betreibung und Konkurs betreffend die Änderung der Richtlinien für die Be-
rechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums (Notbedarf) nach 
Art. 93 SchKG vom 17. Januar 2001, 

- erweitert um die laufenden Steuern, unter der Voraussetzung, dass diese 
bislang effektiv bezahlt wurden und inskünftig bezahlt werden, sowie

- einem Zuschlag von 20 % auf dem/den betreibungsrechtlichen Grundbe-
trag/Grundbeträgen gemäss Ziff. I des kantonalen Kreisschreibens zum 
betreibungsrechtlichen Notbedarf.

c) Ausgangspunkt für die Berechnung der prozessualen Bedürftig-
keit ist das betreibungsrechtliche Existenzminimum. Dieses setzt sich aus dem 
Grundbetrag, den effektiven Mietkosten zuzüglich Heizkosten, den obligatori-
schen Kranken- und Sozialversicherungsbeiträgen sowie weiteren ausgewie-
senen Ausgaben wie Transportkosten zum Arbeitsplatz oder erhöhter Kleider- 
oder Nahrungsbedarf zusammen. 

aa) Gemäss Scheidungsurteil vom 25. August 2000 und Versiche-
rungsausweis der Krankenkasse (act. 4.14 und act. 4.15) leben die drei ge-

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meinsamen Kinder bei der Beschwerdeführerin. Ihr steht als alleinerziehende 
Schuldnerin mit Unterstützungspflicht ein Grundbetrag von Fr. 1´250.-- zu. 
Dazu kommen Grundbeträge von Fr. 350.-- für C. V. (Jahrgang 1992) und von 
Fr. 500.-- für B. V. (Jahrgang 1989). Aus den Akten ergibt sich jedoch nicht, 
ob für D. V. (Jahrgang 1979) auch ein Grundbetrag einzusetzen ist. Grundsätz-
lich werden nur für minderjährige Kinder, welche mit der Schuldnerin im glei-
chen Haushalt wohnen, Grundbeträge aufgerechnet. Steht ein volljähriges 
Kind, welches zu Hause wohnt, noch in der Ausbildung und verdient es noch 
kein Geld, so ist ebenfalls ein Grundbetrag anzurechnen (Staehe-
lin/Bauer/Staehelin, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung 
und Konkurs, SchKG II, Basel/Genf/München 1998, N 24 zu Art. 93 SchKG). 
Im Minimum sind Grundbeträge von Fr. 2´100.-- zu berücksichtigen. Ob für D. 
V. ebenfalls ein Grundbetrag zu addieren ist, wird die Vorinstanz noch ab-
klären müssen. Ebenfalls ist unklar, ob D. V. über ein gewisses Einkommen 
verfügt und davon etwas der Mutter für Kost und Logis abgibt. Wäre dies der 
Fall, so müsste dieser Betrag bei E. V. als Einkommen aufgerechnet werden.

bb) Dazu kommen die effektiven Mietkosten, sofern die Schuldnerin 
nicht aus Bequemlichkeit eine teure Wohnung benützt. Wohnt die Schuldnerin 
in ihrer eigenen Wohnung oder in ihrem eigenen Haus, werden die Kosten des 
Hypothekarzinses (ohne Amortisation), die öffentlichrechtlichen Abgaben und 
die durchschnittlichen Unterhaltskosten berücksichtigt. Dazu können noch die 
durchschnittlichen, monatlichen Heizungskosten gerechnet werden (Staehe-
lin/Bauer/Staehelin, a.a.O., N 26 zu Art. 93 SchKG). Im Jahre 2002 beliefen 
sich die Hypothekarzinsen ohne Amortisation für das Mehrfamilienhaus der 
Beschwerdeführerin in O.-M. auf Fr. 34´454.95. Die beiden vermieteten Woh-
nungen ergeben zusammen einen Ertrag aus Mietzinsen von Fr. 27´000.-- im 
Jahr, wobei zu beachten ist, dass die Nebenkosten in den Mietpreisen inbe-
griffen sind. Inwieweit diese Nebenkosten zu berücksichtigen sind, welche öf-
fentlichen Abgaben anfallen und wie hoch der durchschnittliche Unterhalt ist, 
muss von der Vorinstanz noch abgeklärt werden. Bei der Berechnung des not-
wendigen Aufwandes sind an dieser Stelle sämtliche Kosten des Mehrfamili-
enhauses anzurechnen, während die Mieteinnahmen als Einkommen der Be-
schwerdeführerin zu berücksichtigen sind (vgl. nachstehend Ziff. 4. b)).

In diesem Zusammenhang sind hingegen die Hypothekarzinsen für das 
Ferienhaus in N. unbeachtlich. Die Aufwendungen für das Ferienhaus werden 
bei der Berechnung des Notbedarfs nicht berücksichtigt. Dafür ist aber auch 
kein hypothetisches Einkommen aus Vermietung des Maien-sässes aufzu-

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rechnen. Der Aufwand für die Verzinsung der Schuld und allfällige, wohl ge-
ringe Mietzinseinnahmen dürften sich nämlich in etwa die Waage halten.

cc) Die Sozialbeiträge sind ebenfalls zum Notbedarf hinzuzurech-
nen. Als unselbständige Arbeitnehmerin werden der Beschwerdeführerin 
AHV-, IV- und EO-Beiträge direkt vom Lohn abgezogen. Die obligatorischen 
Krankenkassenbeiträge pro Monat belaufen sich bei der Beschwerdeführerin 
auf Fr. 213.15 und bei Stephan und B. V. auf je Fr. 60.45. Unklar ist auch hier, 
ob die Krankenkassenprämie von D. V. von Fr. 140.65 zu berücksichtigen ist. 
Weiter ist nicht ersichtlich, ob die Beschwerdeführerin Prämienverbilligungen 
für die Krankenkassenbeiträge erhält. Dazu kommen Prämien für die Einzel-
Unfallversicherung  von Fr. 166.80 im Jahr sowie einer gemeinsamen Unfall-
versicherung für die Beschwerdeführerin gemeinsam mit Arnold und C. V. von 
Fr. 432.-- im Jahr. 

Die weiteren bei den Akten liegenden Belege betreffend Versicherungs-
prämien wie Hausratversicherung oder Lebensversicherung sind bei der Be-
rechnung des Notbedarfs hingegen nicht zu berücksichtigen. 

dd) Die Beschwerdeführerin macht verschiedene Beträge im Zusam-
menhang mit ihrem Privatauto geltend. Die Kosten für ein Privatfahrzeug wer-
den nur berücksichtigt, wenn diesem Kompetenzcharakter zukommt. Dies ist 
aus den Akten ebenfalls nicht ersichtlich. An dieser Stelle sei noch einmal dar-
auf hingewiesen, dass die Voraussetzungen für die Gewährung der unentgelt-
lichen Rechtspflege von Amtes wegen abgeklärt werden müssen; gleichzeitig 
trifft die Antragstellerin eine erhebliche Mitwirkungspflicht. Sollte die Vorin-
stanz zum Ergebnis gelangen, dass dem Privatfahrzeug der Beschwerdefüh-
rerin kein Kompetenzcharakter zukommt, so können diese Kosten bei der Be-
rechnung des Notbedarfs auch nicht hinzugezogen werden.

ee) Das Darlehen der Mutter von Fr. 20´000.-- für den Kauf des Fahr-
zeugs ist im Existenzminimum nicht zu berücksichtigen, da weder das Institut 
der unentgeltlichen Rechtspflege noch die Vollstreckungsschranke des 
SchKG der Sanierung oder der wirtschaftlichen Erholung der Schuldnerin/Ge-
suchstellerin dienen soll.

d) Der Notbedarf einer Person wird zur Bestimmung der prozessu-
alen Bedürftigkeit in zweierlei Hinsicht ergänzt. Die Steuern werden hinzuge-
zählt, wenn deren Bezahlung nachgewiesen ist und in Zukunft zu erwarten 
sind. Aus den Akten lässt sich nicht entnehmen, wie hoch die Gemeinde-, Kan-
tons- und Bundessteuern zusammengenommen sind. Die aktuelle Steuerrech-

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nung fehlt und die Steuerveranlagung des Jahres 2001 ist nicht vollständig 
vorhanden. Weiter ist unklar, ob die Steuern bislang effektiv bezahlt wurden 
und inskünftig aller Wahrscheinlichkeit nach bezahlt werden. Auch die Er-
höhung der Grundbeträge um 20% kann noch nicht vorgenommen werden, 
weil die Berücksichtigung des Grundbetrages für D. V. nicht geklärt ist.  

Insgesamt ist festzuhalten, dass die Akten in verschiedenen Punkten 
ergänzt werden müssen, um den Notbedarf der Beschwerdeführerin feststel-
len zu können und anschliessend die Grenze der prozessualen Bedürftigkeit 
zu bestimmen. 

4. a) Der prozessuale Notbedarf ist den verfügbaren Mitteln der Antragstel-
lerin gegenüberzustellen. Unter den Mitteln sind sämtliche aktuellen Mittel zu ver-
stehen, über welche die Ansprecherin selbst aus eigener Kraft verfügen kann oder 
sich aus Ansprüchen ergeben, die sie gegenüber Dritten hat und welche dem An-
spruch auf unentgeltliche Rechtspflege vorgehen. Neben dem laufenden Erwerbs-
einkommen fallen aber auch das liquide und gebundene Vermögen, letzteres sofern 
und soweit es innert nützlicher Frist verfügbar gemacht werden kann, in Betracht. 
Einem Grundstückseigentümer ist in diesem Zusammenhang grundsätzlich zumut-
bar, auf sein Grundstück einen Kredit aufzunehmen, soweit dieses noch belastbar 
ist. Massgebend für die Frage, ob es dem Gesuchsteller zumutbar ist, seinen Pro-
zess durch Flüssigmachen von gebundenem Vermögen zu finanzieren, ist dabei 
der Verkehrswert (PKG 2001 Nr. 9; BGE 119 Ia 12 E. 5).

Reichen die Mittel der Gesuchstellerin nicht oder gerade mal aus, um den 
notwendigen Lebensunterhalt zu decken, ist die prozessuale Bedürftigkeit ohne 
weiteres zu bejahen. Wird hingegen mehr als nur ein vernachlässigbarer Über-
schuss erzielt, ist zu prüfen, ob er ausreichend ist, das heisst, ob der Ansprecherin 
möglich und zumutbar ist, daraus ihren Prozess zu finanzieren. Massgebend für 
diesen Vergleich sind die voraussichtlich notwendigen Kosten des konkret ange-
strebten Verfahrens. Die Bedürftigkeit ist in der Regel zu verneinen, wenn ein Über-
schuss resultiert und die Ansprecherin daraus diese Prozesskosten innert Monaten 
(BGE 118 Ia 370, VPB 64 (2000) Nr. 28, E. 2.b/3), beziehungsweise die Prozess-
kosten für ein relativ einfaches Verfahren innert 1 Jahr und jene für ein aufwändige-
res Verfahren innert 2 Jahren bestreiten kann (ZBJV 2000 S. 592 Ziff. E/601 Ziff. 
E).

b) Die Beschwerdeführerin erzielt ein monatliches Nettoeinkommen von 
Fr. 2´240.-- und erhält als 13. Monatslohn zusätzlich einen halben Monatslohn aus-

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bezahlt (act. 4.27). Die monatlichen Nettolohneinkünfte belaufen sich daher auf Fr. 
2´333.--. Im weiteren sind die monatlichen Mietzinseinkünfte von Fr. 2´250.-- zu 
berücksichtigen. Offen ist, ob und inwieweit D. V. zu den Haushaltskosten einen 
Beitrag leistet. Im Scheidungsurteil vom 25. August 2000, mitgeteilt am 30. August 
2000, wurden der Beschwerdeführerin monatliche Unterhaltszahlungen seitens des 
Ehegatten im Umfang von Fr. 1´000.-- bis und mit August 2011 zugesprochen. Für 
die beiden Söhne Arnold und C. V. wurden monatliche Unterhaltsbeiträge von je Fr. 
850.-- und für D. V. bis zum Abschluss ihrer Ausbildung von Fr. 500.-- festgesetzt. 
Ob die Unterhaltspflicht an D. V. noch besteht, ist unklar. Ende Mai 2001 soll nach 
Darstellung der Beschwerdeführerin A. V. die Bezahlung der monatlichen Unter-
haltsbeiträge von Fr. 1´000.-- an sie eingestellt haben. Ob die Unterhaltspflichten 
gegenüber den gemeinsamen Kindern noch erbracht werden, ist hingegen den Ak-
ten nicht zu entnehmen.  Weiter kann auch nicht abgeschätzt werden, mit welchen 
Unterhaltszahlungen die Beschwerdeführerin mindestens noch rechnen kann, da 
die Begehren der Abänderungsklage nicht bei den Akten liegen. Aufgrund der vor-
angehenden Erwägungen ergibt sich, dass eine abschliessende Beurteilung des zu 
erwartenden Einkommens im Beschwerdeverfahren nicht möglich ist. 

Zu Recht weist die Vorinstanz darauf hin, dass eine Grundeigentümerin wie 
auch eine Person mit liquiden Mitteln die Prozesskosten unter Anzehrung ihres Ver-
mögens primär selbst zu tragen hat. Sie begründet den Entscheid insbesondere 
damit, dass die Beschwerdeführerin mit einer leichten Erhöhung der Hypothekar-
schuld die Prozess- und Anwaltskosten begleichen könnte. Die Beschwerdeführerin 
besitzt in O.-M. ein Mehrfamilienhaus im Verkehrswert von Fr. 1´115´000.-- und in 
N. ein Ferienhaus mit einem Verkehrswert von Fr. 102´000.--; demgegenüber lasten 
auf dem Mehrfamilienhaus in O.-M. Hypotheken von Fr. 791´750.-- (71%) und auf 
dem Ferienhaus in N. von Fr. 70´472.-- (69%). Die Feststellung der Vorinstanz, dass 
es sich nur um eine geringfügige Erhöhung von Fr. 6´000.-- bis Fr. 14´000.-- handelt, 
hilft nicht weiter. Zu beantworten ist viel mehr die Frage, ob die kreditgewährenden 
Banken aufgrund der gesamten Umstände bereit wären, die Hypotheken auf den 
Liegenschaften der Beschwerdeführerin in der vorliegenden Situation zu erhöhen. 
Dabei ist insbesondere die aktuelle Einkommenssituation der Beschwerdeführerin 
zu berücksichtigen. Ob sich eine Bank unter den gegebenen Umständen zur weite-
ren Kreditgewährung bereit finden würde, ist wohl zweifelhaft. Eine schriftliche Aus-
kunft einer Bank könnte in diesem Punkt aber Klarheit verschaffen. Ob gar ein Ver-
kauf einer Liegenschaft zumutbar und innert nützlicher Frist zu bewerkstelligen 
wäre, ist ebenfalls vom Bezirksgerichtspräsidenten nach Vorliegen aller massgebli-
chen Beurteilungsgrundlagen zu prüfen.

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5.  Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in vielerlei Hinsicht die 
Sachlage ungenügend belegt ist, um einen Entscheid über die Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege zu fällen. Nach Abklärung der offenen Fragen im Sinne 
der Erwägungen hat die Vorinstanz zu prüfen, ob die Verfahrenskosten und die Kos-
ten für den Rechtsbeistand – allenfalls unter Einräumung angemessener Zahlungs-
fristen – von der Beschwerdeführerin getragen werden könnten. Da die Sache damit 
noch nicht spruchreif ist, ist sie zur Ergänzung des Beweisverfahrens und zu neuer 
Entscheidung an die Vorinstanz zurückzuweisen (Art. 235 Abs. 3 ZPO).

6. Wird die Beschwerde gutgeheissen, gehen die Kosten des Beschwer-
deverfahrens zulasten der Gerichtskasse und die Beschwerdeführerin ist durch den 
Kanton Graubünden aussergerichtlich angemessen zu entschädigen (Art. 122 
ZPO). Der Antrag der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung und 
Rechtsverbeiständung vor dem Kantonsgerichtsausschuss ist insoweit hinfällig.

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Entscheid aufgeho-
ben und die Sache zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen an das 
Bezirksgerichtspräsidium Albula zurückgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden auf die Gerichtskasse ge-
nommen. Der Kanton Graubünden hat die Beschwerdeführerin für das Be-
schwerdeverfahren aussergerichtlich mit Fr. 500.-- zu entschädigen.

3. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident: Der Aktuar ad hoc: