# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e91e8230-0ef5-5e66-9276-f672544300e6
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-12-14
**Language:** de
**Title:** Rückweisung an die Beschwerdegegnerin zu ergänzender Sachverhaltsabklärung und anschliessend erneuter Verfügung über den Rentenanspruch des Beschwerdeführers.
**Docket/Reference:** IV.2015.00470
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2015.00470.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2015.00470
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiber Volz
Urteil
vom
14. Dezember 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Daniel
Christe
Christe
& Isler Rechtsanwälte
Obergasse 32, Postfach 1663, 8401 Winterthur
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1963, war seit
März 1991 als Maler
/
Vorarbeiter
bei der
Y.___
AG,
Z.___
,
tätig (
Urk.
9/14
Ziff.
2.1),
als er am
1
9.
Janu
ar
2012 mit gestrecktem Arm einen Farbkessel anhob und anschlies
send unter Schmerzen im Bereich seiner rechten Schulter litt
(Urk.
9/9/102,
Urk.
9/9/89
). Dabei zog er sich
unter anderem eine
Supraspinatussehnenläsion
zu, welche am
2
7.
März 2012
arthroskopisch
behandelt wurde (
Urk.
9/9/80-81).
Am
1
2.
Februar
2013
meldete sich der Versicherte bei der Invalidenver
siche
rung
zum
Leis
tungs
bezug
an (Urk. 9/4
). Die
Sozialversicherungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle,
zog Akten der Schweizerischen
Unfallversicherungs
anstalt
(SUVA) bei (Urk. 9/
9
/1-
105
,
Urk. 9/20/1-187
) und holte einen beruflichen
Ab
klärungs
be
richt
(Urk.
9/38
) ein. Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
9/48
, Urk.
9/56
) verneinte die IV-Stelle
mit Verfügung vom
1
8.
März 2015
(Urk.
9/73
= Urk. 2) einen An
spruch des Versicherten auf
eine Invalidenrente
.
2.
Am 3
0.
April 2015 erhob der Versicherte
Beschwerde (Urk. 1) gegen die Ver
fü
gung vom
1
8.
März 2015
(Urk. 2) und beantragte, diese sei aufzuhe
ben und
es sei
ihm
eine ganze Rente
zuzusprechen
; eventuell sei die Sache zu ergänzenden Abklärungen und zum Neuentscheid an die IV-Stelle zurückzuweisen
(Urk. 1 S.
2).
Mit Beschwerdeantwort vom
2
9.
Juni 2015
(Urk. 8) beantragte die IV-Stelle
, die Sache sei in teilweiser Gutheissung der Beschwerde zu ergänzender medizini
scher Sachverhaltsabklärung an sie zurückzuweisen
,
wovon dem
Beschwerde
führer
am 1
0.
Juli 2015 (
Urk.
10)
eine Kopie zugestellt wurde.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Sie kann Folge von
Ge
burts
gebrechen
, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung, IVG
).
Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein
träch
ti
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verur
sachte und
nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil
weise
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen
den aus
ge
glichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vor
lie
gens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesund
heit
li
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher Weise wie kör
perliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Nicht als Folgen eines psychischen
Ge
sundheitsschadens
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als rele
vant gelten Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Per
son bei Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könnte; das Mass des
Forderbaren
wird dabei weitgehend objektiv be
stimmt. Festzustellen ist, ob und in welchem Umfang die Ausübung
einer Er
werbstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt mit der psychi
schen
Beein
trächtigung vereinbar ist. Ein psychischer
Gesundheits
schaden
führt also nur so
weit zu einer Erwerbsunfähigkeit (Art. 7 ATSG), als angenommen werden
kann, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit (Art. 6 ATSG) sei der versi
cherten Person sozial-praktisch nicht mehr zumutbar (BGE 131 V 49 E. 1.2 mit Hin
wei
sen)
.
1.3
Nach der Rechtsprechung werden leicht- bis mittelgradige Episoden einer De
pression und selbst mittelgradige depressive Episoden regelmässig nicht als von
depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depres
sion
im Sinne eines verselbständigten Gesundheitsschadens betrachtet, die es der be
troffenen Person verunmöglicht, die Folgen der bestehenden
Schmerz
proble
ma
tik
zu überwinden. Daran ändert nichts, wenn die depressive Episode vor dem Hintergrund einer rezidivierenden depressiven Störung diagnostiziert worden ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_104/2014 vom 2
6.
Juni 2014 E. 3.3.4 mit Hin
weisen; vgl. auch Urteil 9C_856/2013 vom 8. Oktober 2014 E. 5.1.2).
1.4
Anspruch auf eine Rente haben gemäss
Art.
28
Abs.
1 IVG Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betäti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min
des
tens 40 % arbeitsunfähig (
Art.
6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (
Art.
8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (
Art.
28
Abs.
2 IVG).
1.5
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärzt
lichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis
der
Vor
ak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen
Zu
sam
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet
und ob die Schlussfolge
rungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) davon aus, dass in Bez
ug auf die bisherige Tätigkeit
als Maler eine vollständige Ar
bei
ts
unfähigkeit ausgewiesen sei, dass dem Beschwerd
eführer indes die Aus
übung einer behinderungsangepassten, körperlich leichten Tätigkeit im Umfang eines Arbeitspensums von 80
%
zuzumuten sei, weshalb ein keinen Rentenan
spruch begründender Invaliditätsgrad von 23
%
resultiere.
2.2
Der Beschwerdeführer brachte
hiegegen
vor, dass ihm
aus somatischen Gründen
lediglich die Ausübung einer behinderungsangepassten Tätigkeit im Umfang eines
Arbeitspensums von 80
%
zuzumuten sei, weshalb bereits aus somatischen Gründen ein einen Anspruch auf eine halbe Rente begründender
Invaliditäts
grad
von 52
%
resultiere (
Urk.
1 S.
7). Da jedoch aus psychischen Gründen selbst
in Bezug auf behinderungsangepasste Tätigkeit
en
eine vollständige Arbeits
un
fähigkeit ausgewiesen sei, bestehe
bei einem Invaliditätsgrad von 100 %
ein An
spruch auf eine
ganze Rente (
Urk.
1 S. 6).
3.
3.1
Während sich die Beschwerdegegnerin bei Erlass der angefochtenen Verfügung
vom 1
8.
März 2015 (
Urk.
2) zur Hauptsache auf die abschliessende Stellung
nahme
von
Dr.
med.
A.___
vom R
egionalen
Ärztlichen Dienst
(RAD) vom
5.
Februar 2014 (
Urk.
9/46/4-5) stützte, reichte der Beschwerdeführer mit seiner Beschwerde vom 3
0.
April 2015 (Urk. 1) unter anderem einen psychiatri
schen Bericht von
Dr.
med.
B.___
vom
3.
Juli 2014 (
Urk.
3/4) sowie einen vorläufigen Aus
trittsbericht der Ärzte der psychiatrischen Klinik
C.___
vom 2
7.
Oktober 2
014 (
Urk.
3/5) ein.
Mit Beschwerdeantwort vom
2
9.
Juni 2015 (
Urk.
8), worin eine Rückweisung der Sache zu ergänzender
Sach
verhaltsabklärung
beantragt
wurde, stützte sich die Beschwerde
gegnerin
auf die Stellungnahme des RAD-Arztes
Dipl. med.
D.___
vom 2
7.
Juni 2015 (
Urk.
9/0).
3.2
PD
Dr.
med.
E.___
, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Rheu
ma
tologie und Physikalische Medizin und Rehabilitation, und
Dr.
med.
F.___
,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinik
G.___
, stellten in ih
rem Be
richt betreffend interdisziplinäre arbeitsspezifische Abklärung vom 1
0.
Septem
ber 2013 (
Urk.
9/18/1-2) die folgenden Diagnosen (S. 1):
-
postoperative Schultersteife rechts
mit/bei:
-
Status nach Schulterarthroskopie, mikroskopischer Dekompression mit
Akromioplast
ik
und AC-Gelenksresektion sowie Naht des
Muscu
lus
subscapularis
und des
Musculus
supraspinatus
und
Tenodese
der langen
Bizepssehne
rechts im März 2012
-
Status nach Arbeitsunfall im Januar 2012 mit Teilruptur der
Supra
spinatussehne
und Unterflächenläsion des
Musculus
subscapularis
sowie longitudinalem Riss im Bereich der langen
Bizepssehne
bei AC-Gelenksarthrose
-
mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom
Die Ärzte der Klinik
G.___
erwähnten, dass im Bereich der rechten Schulter weiterhin eine deutliche Schultersteife mit mässig ausgeprägten
myofaszialen
Befunden im Bereich des Nackens und des rechten Schultergürtels bestehe. Der Beschwerdeführer weise ein vollständig auf die Schmerzen fixiertes, demonst
ratives
Schmerzverhalten auf, welches durch die unverändert bestehende, mit
tel
gradige depressive Symptomatik zu erklären sei. Aus psychiatrischer Sicht sei
eine intensive fachpsychiatrische und psychopharmakologische Therapie indi
ziert.
Sollte sich der psychische Gesundheitszustand dadurch innerhalb der nächsten
zwei bis drei Monate nicht wesentlich verändern, müsste eine statio
näre psy
chi
a
trische Behandlung in Erwägung gezogen werden.
Aus interdisziplinärer Sicht bestehe in der Ausübung behinderungsangepasster, körperlich leichter und wechselbelastender Tätigkeiten ohne Arbeiten auf Schul
terhöhe und ohne Überkopfarbeiten eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
, wobei die
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im Umfang von 50
%
durch eine reakti
ve depressive Symptomatik verursacht werde (S. 2).
3.
3
Dr.
med.
H.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie,
diagnosti
ziert
e in seinem Bericht vom 1
7.
Januar 2014 (
Urk.
9/42/1-5) eine mittelgradige de
pressive Episode mit somatischem Syndrom und eine postoperative
Schulter
steife
(
Ziff.
1.1) und erwähnte, dass er den Beschwerdeführer lediglich im Rah
men einer einzigen Konsultation behandelt habe (
Ziff.
3.3). Der Beschwerde
führer, welchem in der Klinik
G.___
eine psychiatrische Behandlung empfohlen
worden sei, habe nicht gewusst, weshalb er psychiatrisch behandelt werden
s
olle.
Da es dem Beschwerdeführer an Verständnis und an einer notwendigen Moti
va
tion für eine Psychotherapie fehle,
sei von einer psychiatrisch-psycho
therapeu
ti
schen Behandlung kein Erfolg zu erwarten. Er habe den Beschwerde
führer daher an seinen Hausarzt verwiesen (
Ziff.
3.5). Die Arbeitsfähigkeit könne er schlecht beurteilen; aus psychiatrischer Sicht sei sie aber nur wenig einge
schränkt (
Ziff.
3.7).
3.4
RAD-Arzt
Dr.
med.
A.___
, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates
, führte in seiner anhand der Akten
ver
fassten Stellungnahme
vom
5.
Februar 2014 (
Urk.
9/46/4-5) aus, dass die betei
ligten psychiatrischen Fachärzte in ihre
r
Beurteilung der Arbeitsfähig
keit des Be
schwerdeführers in behinderungsangepassten Tätigkeiten in psychi
scher Hin
sicht teilweise voneinander abweichen
würden
. Während die Ärzte der Klinik
G.___
in ihrem Bericht vom 1
0.
September 2013 auf Grund einer reaktiven de
pressiven Symptomatik eine Arbeitsunfähigkeit von 50
%
festgestellt hätten, sei
Dr.
H.___
in seinem Bericht vom 1
7.
Januar 2014 davon ausgegangen, dass er die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers (aus psychischen Gründen) schlecht beurteilen könne, dass dieser aber aus psychiatrischer Sicht nur wenig in seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Da die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung durch
Dr.
H.___
nicht derjenigen durch die Ärzte der Klinik
G.___
entspreche, sei „
me
dizintheoretisch
“ für eine angepasste Tätigkeit in der Zeit nach dem
Unfall
datum
vom 1
9.
Januar 2012 bis zum Zeitpunkt des Austritts aus der Klinik
G.___
am 1
7.
Juni 2013 von einer Arbeitsunfähigkeit von 100
%
und danach bis zum 2
3.
Oktober 2013 von einer solchen von 50
%
auszugehen. Anschlies
send sei davon auszugehen, dass ab dem Zeitpunkt der Konsultation bei
Dr.
H.___
vom 2
4.
Oktober 2013 eine Arbeitsunfähigkeit in behinderungsangepassten Tä
tigkeiten von 20
%
bestanden habe (S. 2).
3.5
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte
in seinem Bericht vom
3.
Juli 2014 (
Urk.
3/4) die folgenden psychiatrischen Di
ag
nosen (S. 2):
-
schwere depressive Episode
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
Der Beschwerdeführer leide unter einer
schwergradigen
depressiven Symptoma
tik. Neben einer deprimierten Stimmung leide er insbesondere unter Freudlosig
keit, Antriebsmangel, rascher Erschöpfbarkeit, Störungen im formalen Denken, vermindertem Selbstwertgefühl, Schuldgefühlen und Schlaflosigkeit. Auf Grund der Symptome der
affektiven Störung bestehe seit der Behandlungsaufnahme am
3.
Dezember 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % für jegliche Tätigkeit (S. 2).
3.6
Die Ärzte der Klinik
C.___
stellten
im vorläufigen
Austrittsbe
richt
vom 2
7.
Oktober 2014 (
Urk.
3/5)
die folgenden Diagnosen (S.
1):
-
mittelgradige depressive Episode
-
anhaltende
somatoforme
Schmerzstörung
Sie erwähnten, dass der Beschwerdeführer vom
6.
bis 2
0.
Oktober 2014 hospita
lisiert gewesen sei.
3.7
RAD-Arzt
d
ipl.
med.
D.___
, Facharzt für Neurologie und für Psychiatrie
und Psychotherapie, führte in seiner Stellungnahme vom 2
7.
Juni 2015 (Urk. 9/0)
auf Grund der Akten aus, dass die psychischen Einschränkungen des Be
schwe
r
deführers aus versicherungspsychiatrischer Sicht nicht genügend ab
ge
klärt wor
den
seien
.
4.
4.1
In ihren Beurteilungen der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit des Beschwer
defü
hrers aus psychischen Gründen w
ichen die beteiligten Ärzte teilweise er
heblich voneinander ab.
Während die Ärzte der Klinik
G.___
in ihrem Bericht vom 1
0.
September 2013 (vorstehend E.
3.2
) ein demonstratives
Schmerzver
hal
ten
feststellten und davon ausgingen, dass der Beschwerdeführer auf Grund einer
mittelgradige
n
depressive
n
Symptomatik
in Bezug auf die Ausübung
be
hinderungsangepasster
, körperlich leichter Tätigkeiten im Umfang von 50
%
in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt sei,
vertrat
Dr.
H.___
am
1
7.
Januar 2014 (
vorstehend E.
3.3
)
die Ansicht
, dass der Beschwerdeführer auf Grund
eine
r
mittel
gradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom in seiner Ar
beits
fähigkeit nur geringfügig
eingeschränkt
werde. Gestützt auf die Beurteilun
gen
durch die Ärzte der Klinik
G.___
und durch
Dr.
H.___
ging
Dr.
A.___
in sei
ner
Stellungnahme
vom
5.
Februar
2014 (
vorstehend E.
3.4
)
davon
aus,
dass gestützt
auf die Beurteilung durch die
Ärzte der Klinik
G.___
für den Zeitraum
vom 1
9.
Januar 2012 bis 1
7.
Juni 2013 eine Arbeitsunfähigkeit von 100
%
, vom 1
8.
Juni
bis 2
3.
Oktober
2013 eine solche von 50
%
bestan
den habe, und dass seit dem
2
4.
Oktober 2013
gestützt
auf
die Beurteilung durch
Dr.
H.___
eine
Arbeitsunfähigkeit in behinderungsangepassten Tätigkeiten von 20
%
ausgewie
sen sei
.
Während dem Austrittsbericht der Ärzte der Klinik
C.___
vom 2
7.
Oktober 2014 (vorstehend E.
3.6
) keine Beurteilung der Arbeits
fähigkeit zu entnehmen ist, vertrat
Dr.
B.___
in seinem Bericht vom
3.
Juli
2014 (vorstehend E.
3.5
) die Ansicht, dass auf Grund einer schweren depressi
ven
Episode und einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstörung ab dem
3.
Dezem
ber 2013 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit des
Beschwerde
führes
in Bezug auf jegliche
Erwerbstätigkeit bestanden habe
.
4.2
In Bezug auf die Beurteilung durch
Dr.
A.___
vom
5.
Februar 2014 (vorstehend E.
3.4
)
gilt es zu berücksichtigen, dass
nach der Rechtsprechung bei einer psy
chischen Störung im Einzelfall zu prüfen ist, ob dieser Krankheitswert zu
kommt,
dass für
die verlässliche Beurteilung des psychischen Gesundheitszu
standes und seiner Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit in der Regel psychi
atrische Fach
ärzte beizuziehen
sind
(BGE 130 V 352 E.
2.2.3., Urteil des Bun
desgerichts 8C_989/2010 vom 16. Febru
ar 2011 E.
4.4.2 mit Hinweisen), und dass
psychia
trische Berichte in der Regel auf einer persönlichen Untersuchung
zu
beruhen
haben
(RKUV 2001 Nr. U 438 S. 345, Urteile des Bundesgerichts 9C_602/2007 vom 11. April 2008 E.
5.3 und I 169/06 vom 8. August
2006 E.
4.4 mit Hin
wei
sen).
Dr.
A.___
verfügte als
Facharzt für
Orthopädische Chirurgie und Trau
ma
to
logie des Bewegungsapparates
indes
nicht über eine für die Beur
teilung des psy
chischen Leidens
des Beschwerdeführers
angezeigte
fachmedizi
nische
Spezia
li
sierung als
Facharzt
für Psychiatrie und Psychotherapie, weshalb auf
dessen
Beurteilung schon aus diesem Grunde nicht abgestellt werden kann.
Die Beurteilung durch
Dr.
A.___
vermag indes auch in inhaltlicher Hinsicht nicht zu überzeugen. Obwohl der Umstand, dass es sich bei der Stellungnahme von
Dr.
A.___
vom
5.
Februar 2014 um eine Beurteilung auf Grund der Akten han
delt,
allein nicht grundsätzlich gegen
dessen
Beweiswert
spricht
(SZS 2008 S. 393, I 1094/06 E.
3.1.1 in
fine
; Urteil
des Bundesgerichts
U 26
0/04 vom 1
2.
Oktober 2005 E.
5b), vermag vorliegend nicht zu überzeugen, dass
Dr.
A.___
aus der Beurteilung durch
Dr.
H.___
vom
1
7.
Januar 2014
herleiten will, dass dieser
eine Verbesserung des psychischen Gesundheitszustandes festgestellt habe. Anderer
seits vermag nicht zu überzeugen, dass
Dr.
A.___
auf Grund der Beurteilung durch
Dr.
H.___
, wonach der Beschwerdeführer aus psychischen
Gründen nur in g
eringem Umfang in der Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei, da
von ausging, dass
seit dem Zeitpunkt der Konsultation von
Dr.
H.___
am 2
4.
Oktober 2013 eine
Ar
beitsunfähigkeit in behinderungsangepassten Tätig
keiten im Umfang von 20
%
bestanden habe.
Es handelt
sich bei der Beurtei
lung durch
Dr.
A.___
insofern
daher
um
eine
nachträgliche medizinisch-theore
tische
Arbeitsfähigkeitsbeur
tei
lung
auf
G
rund spekulativer Annahmen und Überlegungen
, weshalb vorliegend
darauf
nicht abgestellt werden kann.
4.3
Auf die Beurteilung durch
Dr.
H.___
vom 1
7.
Januar 2014 (vorstehend E.
3.3
) kann
vorliegend nicht abgestellt werden, weil es dessen Beurteilung, wonach
die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers nur wenig eingeschränkt sei, an ei
ner genügenden Bestimmtheit fehlt. Sodann fehlt
es
dieser
Beurteilung
an einer nachvollziehbaren Begründung der festgestellten Beeinträchtigung der Arbeits
fähigkeit, weshalb auch aus diesem Grunde nicht darauf abgestellt werden kann
.
4.4
Sowohl dem Bericht der Ärzte der Klinik
G.___
vom
10. September 2013
(vor
stehend E.
3.2
) als auch demjenigen von
Dr.
B.___
kommt Beweiswert zu
(vgl.
vorstehend E. 1.5)
.
Vorliegend kann indes weder auf die Beurteilung durch die Ärzte der Klinik
G.___
noch auf diejenige durch
Dr.
B.___
alleine abgestellt werden. Der Sachverhalt erscheint in Bezug auf die Frage nach der Beein
träch
tigung
der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in behinderungsangepasste
n
Tätigkeiten
aus psychischen Gründen als widersprüchlich und als nicht
rechts
genügend
ab
geklärt.
5
.
5
.1
Das Gericht kann die Angelegenheit zu neuer Entscheidung an die Vor
instanz
zurückweisen, besonders wenn mit dem angefochtenen Entscheid nicht auf die Sache
eingetreten oder der Sachverhalt ungenügend festgestellt wurde (§ 26 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialversicherungsgericht,
GSVGer
). Gemäss der Rechtsprechung ist eine Rückweisung an die IV-Stelle möglich, wenn sie in der
notwendigen Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet ist,
oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung oder Ergän
zung von gutacht
lichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 mit Hinweisen).
5
.2
Vorliegend ist die Frage nach dem Umfang der hypothetischen Arbeitsfähig
keit
des Beschwerdeführers
in zumutbaren
behinderungsange
passten
Tätigkeiten
in psychischer Hinsicht
bisher im Wesentlichen ungeklärt geblieben, weshalb die Sache an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen ist, damit sie den Sachverhalt diesbezüglich ergänzend abkläre. Die
Beschwerde
gegnerin
wird
dabei
sinnvoll
erweise
eine polydisziplinäre
Beg
utachtung
des Beschwerdeführers
, unter Ein
schluss der Fachgebiete der Psychiatrie, Neurologie und Rheumatologie,
veran
lassen
und anschliessend über
dessen
Rentenan
spruch neu verfügen.
Demnach
ist die Beschwerde gutzuheissen.
6
.
6.1
G
emäss
Art. 69 Abs. 1
bis
IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem kan
tonalen Versicherungsgericht bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Ver
weige
rung von IV-Leistungen kostenpflichtig.
Die Kosten
sind
nach dem
Verfahrens
aufwand
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von
Fr.
200
.-- bis
Fr.
1‘
000
.--
festzulegen und der unterliegenden Partei aufzuerlegen. Daneben
können einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verhält, die
Verfah
rens
kosten
auferlegt werden
(
Art.
61
lit
. a ATSG)
.
6.2
Vorliegend hat sich die Beschwerdegegnerin bei Erlass der angefochtenen Ver
fügung vom 1
8.
März 2015 (
Urk.
2) zur Hauptsache auf die Stellungnahme des
RAD-Arztes
Dr.
A.___
vom
5.
Februar 2014 (vorstehend E.
4.2
) gestützt. Auf die
se Beurteilung hätte die Beschwerdegegnerin indes nicht
alleine
abstellen dürfen
. Denn,
wie bereits erwähnt (vorstehend E.
4.2
)
, verfügte
Dr.
A.___
nicht über eine
vorliegend angezeigte psychiatrische Weiterbildung
. Des Weiteren erschien dessen
Beurteilung
auch
in inhaltlicher Hinsicht nicht als schlüssig. Auf Grund der widersprüchlichen medizinischen Aktenlage wäre die
Beschwer
degegnerin
vielmehr gehalten gewesen, den Beschwerdeführer psychiatrisch be
gutachten oder
zumindest
durch eine psychiatrische Fachperson ihres RAD
un
tersuchen zu lassen.
6.3
Unter diesen Umständen ist der Beschwerdegegnerin daher nicht zu folgen, wenn
s
ie auf Grund des Umstandes, dass der Beschwerdeführer den Bericht von
Dr.
B.___
vom
3.
Juli 2014 erst im Beschwerdeverfahren
eingereicht hatte
, in
der Beschwerdeantwort vom 2
9.
Juni 2015 (
Urk.
8 S. 2) die Ansicht vertrat, dass
die Verfahrenskosten vom Beschwerdeführer zu tragen seien.
Auf Grund des Um
standes, dass
e
ine Rückweisung an die
Verwaltung
unabhängig davon, ob sie beantragt ist, kostenmässig als ein Obsiegen der
beschwerdeführenden
Partei zu betrachten
ist
(BGE 137 V 210 E.
7.1)
, sind die Gerichtskosten, welche auf
Fr.
400.-- festzusetzen sind,
vorliegend
v
i
el
mehr dem
Ausgang des Verfah
rens entsprechend
von der
Beschwerdegegner
in
zu tragen
.
7.
7.1
Nach § 34 Abs. 1 des Gesetzes über das Sozialver
sicherungsgericht (
GSVGer
) hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf Ersatz der
Partei
kosten
. Diese werden ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache, der Schwierigkeit des Prozesses und dem Mass des Obsiegens be
messen (§ 34 Abs. 3
GSVGer
).
7.2
Ausgangsgemäss
hat der Beschwerdeführer
Anspruch auf
eine
Pro
zessent
schädigung
, welche in Berücksichtigung
der Bedeutung der Streitsache
und
der Schwierigkeit des Prozesses
und eines
gerichtsüblichen Stundenansatz
es
von
Fr. 220.-- (zuzüglich Mehr
wertsteuer) auf Fr.
2‘400
.-- (inklusive Barauslagen un
d Mehrwertsteuer) festzu
setzen ist.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung der
Sozialversi-
cherungsanstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, vom 1
8.
März 2015 aufgehoben und die
Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiese
n wird, damit diese nach erfolg
ten Ab
klärungen im Sinne der Erwägungen,
über den An
spruch des Beschwerdeführers auf ei
ne Invalidenrente
neu verfüge.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
400
.-- werden
der Beschwerdegegnerin
auferlegt. Rech
nung
und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Die Beschwerdegegnerin wird
verpflichtet,
dem Beschwerdeführer
eine
Prozessent
schädigung
von
Fr.
2'400
.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer
) zu bezahlen.
4.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Daniel
Christe
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
5.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannVolz