# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9479a14b-62e3-5b2f-be60-6b283b8dee46
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-28
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Beschwerdeabteilung 28.04.2022 BZ 2021 86
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_003_BZ-2021-86_2022-04-28.pdf

## Full Text

20220302_124627_ANOM.docx

II. Beschwerdeabteilung BZ 2021 86
VA 2022 55

Oberrichter lic.iur. St. Scherer, Abteilungspräsident
Oberrichter lic.iur. F. Ulrich
Oberrichter lic.iur. M. Siegwart
Gerichtsschreiber lic.iur. J. Lötscher

Urteil und Verfügung vom 28. April 2022 [rechtskräftig]

in Sachen

A.________,
vertreten durch RA Dr.iur. B.________,
Beschwerdeführerin,

gegen

C.________,
vertreten durch RA Dr.iur. D.________,
Beschwerdegegner,

betreffend

definitive Rechtsöffnung in der Betreibung Nr. E.________ des Betreibungsamtes Baar
(Beschwerde gegen den Entscheid des Einzelrichters am Kantonsgericht Zug vom 22. November 
2021)

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Sachverhalt

1. Mit rechtskräftigem Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde des Kantons Zug 
(nachfolgend: KESB) vom 17. Dezember 2013 wurde in der per 25. Juni 2013 errichteten 
Beistandschaft für F.________, G.________ (nachfolgend: Verbeiständete), die 
Entschädigung für die ehemals als Beirätin tätige A.________ (nachfolgend: 
Beschwerdeführerin) für die Zeit vom 1. Januar 2008 bis 31. Mai 2011 auf gesamthaft 
CHF 36'670.00 festgesetzt. Zudem wurde erkannt, dass diese Entschädigung zu Lasten 
des Vermögens der Verbeiständeten geht (Vi act. 9/5). Mit Schreiben vom 11. Mai 2017 
machte die Beschwerdeführerin diese Forderung bei der KESB geltend. Die damalige 
Beiständin der Verbeiständeten erklärte am 19. Mai 2017 die Verrechnung dieser Forderung 
mit einer Forderung der Verbeiständeten gegenüber der Beschwerdeführerin auf 
Rückerstattung unrechtmässig bezogener Akontozahlungen im Betrag von CHF 36'500.00 
nebst Zins (Vi act. 9/11). 

2. Am 29. August 2017 verstarb die Verbeiständete. Am 2. Oktober 2017 ordnete der 
Einzelrichter am Kantonsgericht Zug die amtliche Liquidation der Erbschaft an (ES 2017 
529). Mit Entscheid vom 13. August 2020 wies die 3. Abteilung des Kantonsgerichts Zug die 
Forderungsklage der Beschwerdeführerin über CHF 47'639.55 nebst Zins gegen den 
damaligen Erbschaftsliquidator im Nachlass der Verbeiständeten ab. Ferner schrieb das 
Gericht die Widerklage des damaligen Erbschaftsliquidators über CHF 36'500.00 nebst Zins 
im Umfang von CHF 29'727.10 zufolge Rückzugs ab und wies sie im übrigen Umfang ab, 
soweit es darauf eintrat. Die Kosten wurden der Beschwerdeführerin auferlegt. Ferner wurde 
diese verpflichtet, dem damaligen Erbschaftliquidator den Kostenvorschuss im Umfang von 
CHF 13'000.00 zu ersetzen und ihm eine Parteientschädigung von CHF 40'185.00 (inkl. 
MWST) zu bezahlen (Verfahren A3 2015 9; act. 4/1). Dieser Entscheid erwuchs in 
Rechtskraft.

3. Am 12. Januar 2021 leitete das Erbschaftsamt Baar in seiner Funktion als zuständige 
Behörde für die Durchführung der amtlichen Liquidation der Erbschaft der Verbeiständeten 
beim Betreibungsamt Baar gestützt auf den Entscheid der 3. Abteilung des Kantonsgerichts 
Zug vom 13. August 2020 gegen die Beschwerdeführerin die Betreibung ein für CHF 
53'185.00 nebst Zins zu 5 % seit 16. Oktober 2020. Gegen den Zahlungsbefehl Nr. 
E.________ erhob die Beschwerdeführerin am 29. Januar 2021 Rechtsvorschlag. Am 24. 
März 2021 bestellte der Gemeinderat Baar C.________ (nachfolgend: Beschwerdegegner) 
zum Erbschaftsliquidator im Nachlass der Verbeiständeten. Mit Eingabe vom 18. Juni 2021 
ersuchte der Beschwerdegegner beim Kantonsgericht Zug um definitive Rechtsöffnung im 
oben erwähnten Umfang. Mit Entscheid vom 22. November 2021 erteilte der Einzelrichter am 
Kantonsgericht Zug in der Betreibung Nr. E.________ des Betreibungsamtes Baar definitive 
Rechtsöffnung für CHF 48'656.00 nebst Zins zu 5 % seit 28. Dezember 2020 (Ziffer 1.1). Die 
Spruchgebühr von CHF 450.00 auferlegte er der Beschwerdeführerin. Da der 
Beschwerdeführerin am 5. Oktober 2021 die unentgeltliche Rechtspflege gewährt worden 
war (Verfahren UP 2021 135), wurde diese Gebühr einstweilen auf die Staatskasse 
genommen, mit der Verpflichtung zur Nachzahlung, sobald die Beschwerdeführerin dazu in 
der Lage ist (Ziffer 2). Die Beschwerdeführerin wurde sodann verpflichtet, den 
Beschwerdegegner mit insgesamt CHF 2'000.00 zu entschädigen (Ziffer 3). Der 
unentgeltliche Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin wurde mit CHF 3'660.75 (CHF 

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3'300.00 Honorar, CHF 99.00 Auslagen und CHF 261.75 MWST) aus der Staatskasse 
entschädigt, wobei die Beschwerdeführerin zur Nachzahlung verpflichtet wurde, sobald sie 
dazu in der Lage ist (Ziffer 4; Verfahren ER 2021 437). 

4. Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 3. Dezember 2021 
Beschwerde beim Obergericht des Kantons Zug mit folgenden Anträgen:

1. Der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und das Gesuch um definitive Rechtsöffnung in der 
Betreibung Nr. E.________ des Betreibungsamtes Baar sei abzuweisen.

2. Eventualiter sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und es sei die Angelegenheit im Sinne 
der nachfolgenden Begründung an die Vorinstanz zur neuen Entscheidung zurückzuweisen.

3. Der Beschwerdegegner sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin für das vorinstanzliche 
Verfahren eine Parteientschädigung von CHF 4'991.90 (inkl. Mehrwertsteuer) zu zahlen.

4. Der Beschwerdeführerin sei für das vorliegende Beschwerdeverfahren die unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren und es sei ihr der unterzeichnete Rechtsanwalt als unentgeltlicher 
Rechtsbeistand beizugeben, wobei hierfür im Beweispunkt die Akten des Verfahrens 
UP 2021 135 der Vorinstanz betr. die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege beizuziehen 
seien.

5. Im Beweispunkt wird sodann der Beizug der vorinstanzlichen Akten ("Vorakten") beantragt.

6. Die Vollstreckbarkeit des angefochtenen Entscheids sei aufzuschieben.

7. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zzgl. Mehrwertsteuer zu Lasten des 
Beschwerdegegners.

5. Mit Verfügung vom 6. Dezember 2021 erkannte der Präsident der Beschwerdeabteilung der 
Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu.

6. Während die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung verzichtete, beantragte der 
Beschwerdegegner mit Eingabe vom 15. Dezember 2021 die kostenpflichtige Abweisung der 
Beschwerde. Dazu nahm die Beschwerdeführerin am 22. Dezember 2021 unaufgefordert 
Stellung, worauf der Beschwerdegegner mit Eingabe vom 3. Januar 2022 unaufgefordert 
erwiderte.

Erwägungen

1. Beruht die Forderung auf einem vollstreckbaren Entscheid eines schweizerischen Gerichts 
oder einer schweizerischen Verwaltungsbehörde, so wird die definitive Rechtsöffnung erteilt, 
wenn nicht der Betriebene durch Urkunden beweist, dass die Schuld seit Erlass des 
Entscheids getilgt oder gestundet worden ist, oder die Verjährung anruft (Art. 81 Abs. 1 
SchKG).

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2. Die Vorinstanz hielt im angefochtenen Entscheid fest, die Forderung des 
Beschwerdegegners von CHF 53'185.00 sei gemäss urkundlichem Nachweis im Umfang von 
CHF 4'529.00 durch Zahlung getilgt worden. Die Beschwerdeführerin mache sodann im 
übrigen Umfang Verrechnung geltend. Sie stütze ihre Verrechnungsforderung auf den 
Entscheid der KESB vom 17. Dezember 2013, wonach ihr eine Entschädigung von CHF 
36'670.00 zuzüglich Verzugszinsen seit dem 17. Dezember 2013 (= CHF 12'212.00) aus 
dem Nachlass der Verbeiständeten zustehe. Der Beschwerdegegner bestreite 
demgegenüber die Verrechnung. Er mache geltend, die Beschwerdeführerin könne die 
entsprechende Forderung nicht mehr zur Verrechnung bringen, da diese durch die 
Verrechnungserklärung vom 19. Mai 2017 der damaligen Beiständin der Verbeiständeten in 
der Höhe von CHF 36'670.00 bereits erloschen sei. Die Beschwerdeführerin wiederum 
bestreite die bereits erfolgte Verrechnung der Verrechnungsforderung und mache im Übrigen 
geltend, die bestrittene Verrechnungsforderung aus ungerechtfertigter Bereicherung sei 
bereits verjährt, sofern diese Forderung überhaupt bestehe, was bestritten werde. 

Die Vorinstanz erwog weiter, im Entscheid der 3. Abteilung des Kantonsgerichts Zug vom 
13. August 2020 sei lediglich festgehalten worden, dass der Bereicherungsanspruch des 
Beschwerdegegners spätestens am 18. Dezember 2014 – und damit vor Erhebung der 
Widerklage vom 3. Juni 2015 – verjährt gewesen sei und daher nicht widerklageweise habe 
geltend gemacht werden können. Nicht beurteilt worden sei jedoch die Verrechenbarkeit der 
Forderung der Beschwerdeführerin aus dem Entscheid der KESB vom 17. Dezember 2013 
und der Forderung des Beschwerdegegners aus ungerechtfertigter Bereicherung bzw. die 
erfolgte Verrechnung mit der Verrechnungserklärung vom 19. Mai 2017. Es sei daher nicht 
auszuschliessen, dass die vorgebrachte Verrechnungsforderung der Beschwerdeführerin 
aus dem Entscheid der KESB vom 17. Dezember 2013 mit der Verrechnungserklärung vom 
19. Mai 2017 bereits erloschen sei. Eine Überprüfung würde materiellrechtliche 
Überlegungen nach sich ziehen, die dem Sachrichter vorbehalten seien und über die nicht 
der Rechtsöffnungsrichter zu entscheiden habe (Urteil des Bundesgerichts 5A_279/2012 
vom 13. Juni 2012 E. 4 mit Hinweisen). Der Beschwerdeführerin sei es demnach nicht 
gelungen, die Einrede der Verrechnung zu beweisen. Da die Beschwerdeführerin keine 
weiteren Einwendungen erhoben habe, sei die definitive Rechtsöffnung für CHF 48'656.00 (= 
CHF 53'185.00 minus CHF 4'529.00) zu erteilen.

3. Dagegen bringt die Beschwerdeführerin vor, sie habe im vorinstanzlichen Verfahren durch 
Vorlage eines definitiven Rechtsöffnungstitels (Entscheid der KESB vom 17. Dezember 
2013) bewiesen, dass sie eine verrechenbare Forderung habe und dass diese Forderung zur 
Verrechnung gebracht worden sei. Damit sei sie über die Anforderungen der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung, welche dafür mindestens einen provisorischen 
Rechtsöffnungstitel verlange, hinausgegangen. Sie habe damit die Anforderungen an die 
Einwendungen gemäss Art. 81 Abs. 1 SchKG und den verlangten Urkundenbeweis erbracht. 
Der Beschwerdegegner anerkenne grundsätzlich, dass die Verrechnungsforderung samt 
Verzugszinsen einmal bestanden habe. Demgegenüber habe die Beschwerdeführerin im 
vorinstanzlichen Verfahren den Bestand und die Verrechenbarkeit der angeblichen 
Verrechnungsforderung gemäss Verrechnungserklärung des Beschwerdegegners bestritten. 
Somit hätte es am Beschwerdegegner gelegen, seine Behauptung betreffend die angebliche 
Verrechnung vom 19. Mai 2017 zu beweisen und nicht nur zu behaupten. Indem sich die 
Vorinstanz für die Entkräftung der Verrechnungseinrede, die durch einen definitiven 

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Rechtsöffnungstitel ausgewiesen sei, mit einer – von der Beschwerdeführerin bestrittenen – 
Gegenbehauptung begnügt habe, habe sie nicht nur gegen Art. 81 Abs. 1 SchKG, sondern 
ebenso gegen Art. 150 Abs. 1 ZPO und gegen Art. 8 ZGB verstossen, wonach derjenige das 
Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen habe, der aus ihr Rechte ableite.

4. Gemäss Art. 81 Abs. 1 SchKG obliegt es dem Schuldner durch Urkunden zu beweisen, dass 
seine Schuld getilgt oder gestundet wurde. Die Einwendung der Tilgung durch Verrechnung 
ist im definitiven Rechtsöffnungsverfahren nur dann zu berücksichtigen, wenn die geltend 
gemachte Verrechnungsforderung (Gegenforderung) ihrerseits durch einen vollstreckbaren 
Entscheid im Sinne von Art. 81 Abs. 1 SchKG oder eine vorbehaltlose Anerkennung der 
Gegenpartei belegt ist. Die Entkräftung des definitiven Rechtsöffnungstitels kann nur durch 
den strikten Gegenbeweis mit völlig eindeutigen Urkunden erfolgen; es ist nicht Sache des 
Rechtsöffnungsrichters, über heikle materiellrechtliche Fragen oder Ermessensfragen zu 
befinden (Urteil des Bundesgerichts 5D_211/2018 vom 24. Mai 2019 E. 3.1 mit Hinweisen). 
Legt der Betriebene dagegen einen definitiven Rechtsöffnungstitel als Nachweis seiner 
Gegenforderung vor, so kann auf Grund des Gleichbehandlungsgebots der Betreibende 
dagegen nur noch Einwendungen gemäss Art. 81 SchKG erheben (Staehelin, Basler 
Kommentar, Art. 81 SchKG, 3. A. 2021, Art. 81 SchKG N 10a, mit Hinweisen auf das Urteil 
des Bundesgerichts 5A_709/2014 vom 18. Juli 2016 E. 3.4 und Stücheli, Die Rechtsöffnung, 
2000, S. 239).

5. Die Beschwerdeführerin verwies zur Verrechnung der Forderung des Beschwerdegegners 
aus dem Urteil der 3. Abteilung des Kantonsgerichts vom 13. August 2020 auf den Entscheid 
der KESB vom 17. Dezember 2013, mit welchem ihr eine Forderung von CHF 36'670.00 zu 
Lasten des Vermögens der Verbeiständeten zugesprochen worden war. Beim Entscheid der 
KESB handelt es sich um einen definitiven Rechtsöffnungstitel. Der Beschwerdegegner 
macht geltend, die aus dem Entscheid der KESB resultierende Forderung der 
Beschwerdeführerin sei durch die Verrechnungserklärung der damaligen Beiständin der 
Verbeiständeten vom 19. Mai 2017 untergegangen. 

Die in diesem Schreiben zur Verrechnung gebrachte Forderung von CHF 36'500.00 
zuzüglich Zins wurde mit unrechtmässig bezogenen Akontozahlungen für die umstrittene 
private Mandatierung der Beschwerdeführerin begründet. Für diese Forderung liegt weder 
ein definitiver Rechtsöffnungstitel vor noch wird sie von der Beschwerdeführerin anerkannt. 
Vielmehr bestritt die Beschwerdeführerin diese Forderung nicht nur im vorliegenden 
Rechtsöffnungsverfahren, sondern bereits mit Schreiben vom 31. August 2021 (Vi act. 9/1). 
Dem Beschwerdegegner ist es somit nicht gelungen, Einwendungen gemäss Art. 81 SchKG 
gegen die gestützt auf den Entscheid der KESB vom 17. Dezember 2013 zur Verrechnung 
gebrachte Forderung von CHF 36'670.00 nebst Zins geltend zu machen. Die Vorinstanz hat 
daher den Einwand der Beschwerdeführerin, die Forderung des Beschwerdegegners aus 
dem Urteil der 3. Abteilung des Kantonsgerichts vom 13. August 2020 sei durch Verrechnung 
mit ihrer Forderung aus dem Entscheid der KESB vom 19. Mai 2017 untergegangen, zu 
Unrecht zurückgewiesen.

6. Es bleibt somit zu prüfen, in welchem Umfang die Betreibungsforderung durch Verrechnung 
mit der Forderung der Beschwerdeführerin getilgt wurde. 

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6.1 Dem Rechtsvorgänger des Beschwerdegegners wurden mit Urteil des 3. Abteilung des 
Kantonsgerichts vom 13. August 2020 CHF 53'185.00 zugesprochen. Diese Forderung 
reduzierte sich unbestrittenermassen mit der Zahlung der Beschwerdeführerin von CHF 
4'529.00 auf CHF 48'656.00. Die Verrechnungsforderung gemäss dem Entscheid der KESB 
vom 19. Mai 2017 beträgt CHF 36'670.00. Nach Abzug dieses Betrages beläuft sich die 
Forderung des Beschwerdegegners noch auf CHF 11'986.00. 

6.2 Die Beschwerdeführerin brachte sodann den Verzugszins von 5 % auf CHF 36'670.00 vom 
17. Dezember 2013 bis 13. August 2020 im Betrag von CHF 12'212.00 zur Verrechnung. Die 
Verbeiständete geriet allerdings nicht bereits mit der Fällung des Entscheids der KESB vom 
17. Dezember 2013 in Verzug. Vielmehr war diese Forderung zunächst bloss fällig (Art. 102 
Abs. 1 OR). Eine Mahnung erfolgte gemäss dem Schreiben der damaligen Beiständin der 
Verbeiständeten vom 19. Mai 2017 (Vi act. 9/11) erst mit Schreiben vom 11. Mai 2017. 
Mangels eines urkundlichen Nachweises für eine frühere Mahnung begann der Verzugszins 
erst nach Erhalt dieser Mahnung zu laufen. Weil auch keine Belege für diesen Zeitpunkt 
vorliegen, ist auf den 19. Mai 2017 abzustellen, an welchem die damalige Beiständin der 
Verbeiständeten den Erhalt des Schreibens der Beschwerdeführerin vom 11. Mai 2017 
bestätigte. Die Verbeiständete geriet somit am 20. Mai 2017 in Verzug. Dieser endete mit der 
per 13. August 2020 erfolgten Verrechnung der Forderung gemäss Urteil der 3. Abteilung 
des Kantonsgerichts. Die Verzugszinsforderung beträgt damit CHF 5'923.20 (CHF 36'670 x 5 
% x 1163/360). Damit reduziert sich die Forderung des Beschwerdegegners auf CHF 
6'062.80. Der geltend gemachte Verzugszins zu 5 % ist aufgrund der im Mahnschreiben vom 
17. Dezember 2020 angesetzten Zahlungsfrist von zehn Tagen seit dem 28. Dezember 2020 
ausgewiesen. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist somit dem Beschwerdegegner in 
der Betreibung Nr. E.________ des Betreibungsamtes Baar definitive Rechtsöffnung für 
CHF 6'062.80 nebst Zins zu 5 % seit 28. Dezember 2020 zu erteilen.

7. Der Beschwerdegegner ersuchte im vorinstanzlichen Verfahren um definitive Rechtsöffnung 
für CHF 53'185.00 nebst Zins. Das Rechtsöffnungsgesuch ist lediglich im Umfang von 
CHF 6'062.80 gutzuheissen. Der Beschwerdegegner unterliegt demnach im weit 
überwiegenden Umfang. Es rechtfertigt sich daher, ihm die Kosten beider kantonalen 
Verfahren vollumfänglich aufzuerlegen. Dementsprechend hat er die Beschwerdeführerin für 
beide Verfahren vollumfänglich zu entschädigen. 

8. Auf die Schuldbetreibungs- und Konkurssachen – wozu das Rechtsöffnungsverfahren 
gehört – finden die Bestimmungen der Verordnung über den Anwaltstarif (AnwT) Anwendung 
(§ 7 AnwT). Obsiegt die unentgeltlich vertretene Partei, berechnet sich die 
Parteientschädigung nach denselben Grundsätzen wie das Honorar bei einer entgeltlichen 
Rechtsvertretung (§ 14 Abs. 1 AnwT). Bei einem Streitwert im erstinstanzlichen Verfahren 
von CHF 53'185.00 beträgt das Grundhonorar in diesem Verfahren nach § 3 Abs. 1 AnwT 
CHF 7'287.00. Für die zweite Rechtsschrift ist ein Zuschlag von einem Drittel zu berechnen 
(vgl. § 5 Abs. 1 Ziff. 2 und Abs. 3 AnwT) und das Ergebnis von CHF 9'716.00 ist auf einen 
Drittel zu reduzieren, da es sich beim Rechtsöffnungsverfahren um ein summarisches 
Verfahren handelt (Art. 251 lit. a ZPO i.V.m. § 6 AnwT). Zu diesem Honorar von gerundet 
CHF 3'240.00 sind die Mehrwertsteuer und die Auslagenpauschale von 3 % hinzuzurechnen 
(§ 25 f. AnwT). Das Honorar beträgt damit für das erstinstanzliche Verfahren aufgerundet 
CHF 3'600.00. 

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Im Beschwerdeverfahren gelten grundsätzlich die gleichen Ansätze wie für das 
erstinstanzliche Verfahren. Abweichend davon ist das Grundhonorar anhand des noch in 
Betracht kommenden Streitwerts zu berechnen und im Rechtsmittelverfahren dürfen ein bis 
zwei Drittel des Grundhonorars berechnet werden (§ 8 AnwT). Dies führt zu folgender 
Berechnung: Der Rechtsöffnungsrichter hat dem Beschwerdegegner für CHF 48'656.00 
definitive Rechtsöffnung erteilt. Das Grundhonorar beträgt damit rund CHF 6'680.00 (§ 3 
Abs. 1 AnwT). Für die zweite Rechtsschrift rechtfertigt sich ein Zuschlag von 1/3 (vgl. § 5 
Abs. 1 Ziff. 2 und Abs. 3 AnwT), was CHF 8'906 ergibt. Dieses Honorar ist aufgrund der 
Tatsache, dass es sich beim Rechtsöffnungsverfahren um ein summarisches Verfahren 
handelt, auf rund einen Drittel, somit auf CHF 2'968.00 zu reduzieren (Art. 251 lit. a ZPO 
i.V.m. § 6 AnwT). Eine weitere Reduktion um einen Drittel ist gestützt auf § 8 AnwT 
vorzunehmen. Das Honorar beträgt somit CHF 1'979.00, wozu die Mehrwertsteuer und die 
Auslagenpauschale von 3 % hinzuzurechnen (§ 25 f. AnwT) sind. Das ergibt gerundet CHF 
2'200.00. 

Der Beschwerdegegner hat die Beschwerdeführerin somit für beide kantonale Verfahren mit 
insgesamt CHF 5'800.00 (inkl. MWST) zu entschädigen.

9. Für die Beurteilung des Gesuchs der Beschwerdeführerin um Bewilligung der unentgeltlichen 
Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren ist der Abteilungspräsident zuständig (§ 23 
Abs. 4 GOG). Im vorliegenden Fall ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche 
Rechtspflege gegenstandslos geworden, nachdem ihr für beide kantonale Verfahren keine 
Kosten auferlegt werden und ihrem Rechtsvertreter eine ungekürzte Entschädigung zu 
Lasten des Beschwerdegegners zugesprochen wird. 

Verfügung des Abteilungspräsidenten

1. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege für das 
Beschwerdeverfahren wird zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

Urteilsspruch

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Entscheid des Einzelrichters am 
Kantonsgericht vom 22. November 2021 aufgehoben und dem Beschwerdegegner wird in der 
Betreibung Nr. E.________ des Betreibungsamtes Baar definitive Rechtsöffnung für CHF 
6'062.80 nebst Zins zu 5 % seit 28. Dezember 2020 erteilt.

2. Die Spruchgebühr für beide kantonalen Verfahren von CHF 675.00 wird dem 
Beschwerdegegner auferlegt und mit dem von ihm im erstinstanzlichen Verfahren geleisteten 
Kostenvorschuss in Höhe von CHF 450.00 verrechnet. Im Mehrbetrag (CHF 225.00) stellt die 
Gerichtskasse Rechnung.

Seite 8/8

3. Der Beschwerdegegner wird verpflichtet, die Beschwerdeführerin für beide kantonalen 
Verfahren mit insgesamt CHF 5'800.00 (inkl. MWST) zu entschädigen.

4. Gegen diesen Entscheid mit einem Streitwert von über CHF 30'000.00 ist die Beschwerde in 
Zivilsachen nach den Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) zulässig; die 
Beschwerdegründe richten sich nach den Art. 95 ff. BGG. Eine allfällige Beschwerde ist 
innert 30 Tagen seit Zustellung des Entscheids schriftlich, begründet und mit bestimmten 
Anträgen sowie unter Beilage des Entscheids und der Beweismittel (vgl. Art. 42 BGG) beim 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Die Beschwerde hat nach 
Art. 103 Abs. 1 BGG in der Regel keine aufschiebende Wirkung.

5. Mitteilung an:
- Parteien
- Kantonsgericht, Einzelrichter (ER 2021 437)
- Gerichtskasse (im Dispositiv)

Obergericht des Kantons Zug 
II. Beschwerdeabteilung

lic.iur. St. Scherer lic.iur. J. Lötscher
Abteilungspräsident Gerichtsschreiber

versandt am: