# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b7786732-795b-51f3-80d0-724a4719654f
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-23
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 2. Kammer 23.11.2022 S 2021 43
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_002_S-2021-43_2022-11-23.pdf

## Full Text

Mitgeteilt am

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 21 43
2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis

RichterIn Meisser und Pedretti

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 23. November 2022

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Adrian Scarpatetti, B._____,

Beschwerdeführer

gegen

C._____ AG,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang D._____, ist gelernter Heizungsmonteur und war ab 

dem 1. Juni 1984 bei der E._____ AG als Sportplatzarbeiter in einem 

Vollzeitpensum tätig und damit bei der F._____ (nachfolgend: G._____) 

obligatorisch gegen Unfälle versichert. 

2. Am 19. April 1991 erlitt A._____ einen Unfall, als er in H._____ bei der 

Montage eines fahrbaren Gerüsts aus 4 bis 5 m Höhe zu Boden stürzte, 

direkt auf beiden Füssen landete und sich dabei eine Verletzung am linken 

Bein und an der rechten Ferse zuzog. Der erstkonsultierte Arzt, Dr. med. 

I._____, Allgemeine Medizin FMH, stellte mit Arztzeugnis UVG vom 20. 

April 1991 die Diagnose einer sicheren Fersenbeintrümmerfraktur am 

rechten Fuss und einer linken Unterschenkelfraktur distal. Er attestierte 

A._____ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab dem 19. April 1991. Am 26. 

April 1991 erfolgte im J._____ eine Osteosynthese der Calcaneusfraktur 

rechts und der Pilontibialfraktur links. Die G._____ anerkannte ihre 

Leistungspflicht für die Folgen dieses Unfalls und erbrachte die 

gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggeld). 

3. Im ärztlichen Zwischenbericht UVG der K._____, L._____, vom 19. 

Februar 1992 zuhanden der G._____ wurde eine infizierte Pseudoarthrose 

mit massiver Fehlstellung des Calcaneus rechts bei Status nach 

Calcaneus-trümmerfraktur und Osteosynthese Mai (recte: April) 1991 

diagnostiziert. Es wurde festgehalten, dass A._____ ohne Stock nicht 

gehfähig sei. 

4. Der Schadeninspektor der G._____ hielt in seinem Bericht vom 17. 

September 1992 fest, A._____ habe ab dem 14. September 1992 die 

Arbeit im eigenen Landwirtschaftsbetrieb versuchsweise zu etwa 25 % 

aufgenommen. Es müsse sich erst zeigen, ob er überhaupt in der Lage 

sei, in seinem Landwirtschaftsbetrieb, den er von seinem erkrankten Vater 

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kürzlich übernommen habe, aktiv mitzuarbeiten, und eine gelegentliche 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sei. A._____ möchte, wenn immer 

möglich, als Landwirt tätig sein, statt eine Umschulung zu machen. Auf 

seinem ursprünglich gelernten Beruf als Heizungsmonteur könnte er nicht 

besser eingesetzt werden, und für eine Umschulung zum Zeichner oder 

für eine andere Bürotätigkeit würde er sich nach eigenen Angaben 

überhaupt nicht eignen und den Anforderungen kaum genügen können. 

Der Versuch, mit Hilfe eines Knechts den eigenen Landwirtschaftsbetrieb 

mit ca. 30 Stück Vieh (Milchwirtschaft und Viehzucht) zu betreiben, könne 

somit auch als erster "Umschulungsversuch" betrachtet werden. Die 

körperlichen Anforderungen seien weitgehend vergleichbar mit denen bei 

seiner vorherigen Tätigkeit bei der Versicherungsnehmerin. Somit könne 

auch die auf Drängen von A._____ durch den Arzt attestierte 

versuchsweise Arbeitsfähigkeit von einstweilen 25 % akzeptiert werden. 

Mehr wäre auch im Betrieb der Versicherungsnehmerin nicht zu 

realisieren. A._____ sei sehr arbeitswillig. Durch den Versuch und die 

Absicht, den eigenen Landwirtschaftsbetrieb weiterführen zu können, sei 

eine bessere Motivation vorhanden, als bei einer zwangsweisen 

auferlegten Umschulung für eine ihm nicht zusagende Bürotätigkeit. 

5. Am 6. Oktober 1992 meldete sich A._____ bei der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden zum Bezug von Leistungen an.  

6. Am 19. November 1992 berichtete der Hausarzt Dr. med. M._____, 

Allgemeine Medizin FMH, infolge chronischer Schmerzen vor allem bei 

Belastung sei A._____ als Landwirt in seiner Arbeitsfähigkeit zwischen 

25 % bis 50 % eingeschränkt. Selbstverständlich wäre er als 

Büroangestellter ab sofort zu 100 % arbeitsfähig. A._____ sei jedoch ein 

glücklicher Landwirt, bei dem eine Umschulung vorläufig wenigstens kaum 

zur Diskussion stehe, insbesondere da er bereits unter den jetzigen 

Umständen mit einer Arbeitsfähigkeitseinschränkung von 25 % bis 50 % 

mit Hilfe der Familienangehörigen seine Arbeit als Landwirt durchaus 

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bewerkstelligen könne. Eine schlechte Prognose habe vor allem das linke 

obere Sprunggelenk (OSG), bei dem nach Angaben der Spezialisten 

früher oder später mit zunehmenden arthrotischen Veränderungen zu 

rechnen sei. Der besagte Hausarzt attestierte A._____ eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit vom 19. April 1991 bis 31. Mai 1992 und eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit ab 1. Juni 1992 vorläufig andauernd. 

7. Im Januar 1993 trat ein erneuter stärkerer Schub der Osteitis des rechten 

Calcaneus auf, so dass im J._____ eine Sequestrectomie und eine 

Spongiosaplastik durchgeführt wurden. A._____ wurde eine 100%ige bzw. 

50%ige Arbeitsunfähigkeit ab 26. Januar 1993 bzw. ab 12. Juli 1993 

attestiert.

8. Dr. med. N._____, Leitender Arzt Chirurgie J._____, hielt in seinem 

Bericht vom 28. Oktober 1993 zuhanden der G._____ fest, es handle sich 

um einen Zustand nach Calcaneustrümmerfraktur mit Zerstörung des 

unteren Sprunggelenks, Zusammensinterung des Calcaneus und 

beträchtlicher Deformierung des Rückfusses. Der Endzustand sei erreicht. 

Die bleibende Arbeitsunfähigkeit als Landwirt betrage 50 %. Betreffend 

Zumutbarkeitsprofil und Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten 

Tätigkeit führte Dr. med. N._____ aus, die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit gelte für alle körperlichen Tätigkeiten, die längeres Stehen 

und Gehen bedingten. Eine erhöhte Arbeitsfähigkeit wäre nur bei einer 

sitzenden Tätigkeit zu erwarten. In Anbetracht dessen, dass A._____ ein 

passionierter Landwirt sei, und unter Berücksichtigung seiner sozialen und 

wirtschaftlichen Umstände erscheine eine Umschulung zu einer sitzenden 

Tätigkeit eher unrealistisch. 

9. Mit Verfügung der G._____ vom 10. November 1993 wurde A._____ eine 

Integritätsentschädigung von 20 % (CHF 19'440.--) zugesprochen. Dieser 

Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

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10. Mit Verfügung vom 30. Mai 1994 sprach die G._____ A._____ gestützt auf 

einen versicherten Verdienst von CHF 54'709.-- und einen Invaliditätsgrad 

von 50 % rückwirkend ab dem 1. Mai 1994 eine Invalidenrente gemäss 

UVG zu (monatlich CHF 1'996.--). Gleichzeitig wurde ihm die 

Durchführung einer Revision spätestens nach Ablauf von 3 Jahren ab 

Rentenbeginn, d.h. per 1. Mai 1997, angekündigt. Auch dieser Entscheid 

erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

11. Nachdem im Mai 2000, Juni 2002 und August 2005 Verlaufskontrollen 

stattgefunden hatten, berichtete Dr. med. O._____, Chefarzt Radiologie 

P._____, am 3. Mai 2013 über die gleichentags erfolgte MRT-

Untersuchung des linken und rechten OSG, dass eine ausgeprägte lateral 

betonte OSG-Arthrose links mit ausgedehnten subchondralen Knochen-

ödemzonen der tibialen Gelenkfläche sowie des lateralen Randbereichs 

der Talusrolle vorliege. Rechtsseitig lägen ventromediale Knorpeldefekte 

der Tibia und der ventralen Talusrolle mit Gelenkspaltverschmälerung und 

nur geringen subchondralen talaren Knochenödemzonen vor. 

12. Die Dres. med. Q._____ und R._____, Chefarzt bzw. Assistenzarzt 

Orthopädie P._____, führten im Sprechstundenbericht vom 13. Mai 2013 

über die ambulante Konsultation vom 6. Mai 2013 in befundlicher Hinsicht 

was folgt aus: OSG links: Cutis blande, Narben reizlos, kein Hinweis auf 

Infektion. Druckschmerz über ventralem Gelenkspalt sowie am 

medialen/lateralen Bandapparat. Flexion/Extension 40-0-0°, Pronation/ 

Supination 30-0-20°, Zehenspitzenstand einigermassen gut möglich, 

Hackenstand nicht möglich, deutlicher Pes planus, Rückfussvalgus, 

Insuffizienz Tibialis posterior. pDMS intakt. OSG rechts: Cutis blande, 

Narben reizlos, kein Hinweis auf Infektion. Druckschmerz über ventralem 

und lateralem Gelenkspalt provozierbar. Flexion/Extension 30-0-0°, 

Pronation/Supination 30-0-10°, Zehenspitzenstand möglich, Hackengang 

nicht möglich, pDMS intakt. Unter dem Titel "Beurteilung und Procedere" 

wurde festgehalten, in Zusammenschau der Befunde bestehe bei A._____ 

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eine ausgeprägte OSG-Arthrose beidseits. Im Bereich des linken oberen 

Sprunggelenks zeigten sich MR-tomographisch deutliche chondrale und 

knöcherne Veränderungen, so dass hier sicherlich zeitnah eine OSG-

Arthrodese notwendig sein werde. Im rechten Sprunggelenk sei das 

untere Sprunggelenk (USG) beschwerdeführend. Hier zeige sich ein 

Zusammensinken des Calcaneus, wodurch eine Überbelastung des 

Talushalses entstanden sei. Die derzeitige 50%ige Arbeitsfähigkeit sei bei 

den vorliegenden Befunden angemessen und gut durchführbar. Höhere 

Belastungen seien aus medizinischer Sicht sicherlich nicht zu empfehlen. 

13. Mit Schreiben vom 16. Juli 2013 verzichtete die C._____ AG 

(Rechtsnachfolgerin der G._____, nachfolgend: V._____) explizit auf eine 

wiedererwägungsweise Reduktion der mit Verfügung vom 30. Mai 1994 

von der G._____ zugesprochenen Invalidenrente auf monatlich CHF 548.-

- (versicherter Verdienst CHF 54'709.--, Invaliditätsgrad 15 %), wie sie es 

noch im Februar 2013 in Aussicht gestellt hatte. 

14. Im Sprechstundenbericht vom 10. August 2018 über die tags zuvor 

durchgeführte Untersuchung hielt Dr. med. S._____, Chefarzt Orthopädie 

P._____, in befundlicher Hinsicht fest, das (linke) Gelenk sei reizlos, etwas 

verbreitert und es zeige sich ein intraartikulärer Erguss. Die Beweglichkeit 

sei praktisch aufgehoben. Es zeige sich eine Spitzfussstellung von 5°. 

Unter dem Titel "Beurteilung und Procedere" führte er aus, es zeigten sich 

eine fortgeschrittene Arthrose und ein ventraler Osteophyt. Mit einer 

Infiltration könnte die Arthrodese-OP möglicherweise noch etwas 

hinausgezögert werden. Anamnestisch berichte A._____ über 

progrediente Schmerzen im OSG. Er gehe seit 5 Tagen an Stöcken und 

eine Belastung sei praktisch nicht mehr möglich. 

15. Am 2. November 2018 erfolgte im P._____ eine OSG-Arthrodese links. 

Vom 1. November 2018 bis zum 28. Februar 2019 wurde A._____ eine 

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100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert, ab dem 1. März 2019 eine solche 

von 50 %. 

16. Dr. med. S._____ hielt im Sprechstundenbericht vom 29. April 2019 über 

die Nachkontrolle vom 26. April 2019 betreffend Beurteilung/Verlauf fest, 

dass sich nach der OSG-Arthrodese links weiterhin ein erfreuliches 

Resultat zeige. A._____ sei komplett schmerz- und beschwerdefrei. Er 

habe keinerlei Einschränkungen mehr, auch beim Barfusslaufen resp. 

beim Laufen auf unebenem Grund nicht. Er berichte aber über 

Beschwerden im Bereich des rechten Sprunggelenks. Da die Schmerzen 

jedoch nicht limitierend seien, sei der Verlauf unbedingt zu beobachten. 

17. Im Bericht vom 15. Juli 2019 zuhanden der V._____ gab Dr. med. S._____ 

hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit als Landwirt 

was folgt an: 50 %. Zudem erachtete er eine Ausweichtätigkeit bzw. eine 

Verlagerung der beruflichen Tätigkeit als nicht möglich. A._____ sei 

bezüglich der Arthrodese im Prinzip belastbar. Erschwerend sei die USG-

Arthrose auf der gleichen Seite. Ausserdem bestehe eine eingeschränkte 

Extension aufgrund der OSG-Arthrodese. Weiterhin bestünden 

Schmerzen auf der rechten Seite bei Status nach Calcaneusfraktur mit 

konsekutiver USG-Arthrose. 

18. Im Zuge einer periodischen Prüfung einer allfälligen Rentenrevision wurde 

A._____ am 18. Oktober 2019 im Auftrag der V._____ im Kantonsspital 

Graubünden, Klinik für Orthopädie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, begutachtet. Im Gutachten des T._____ 

(nachfolgend: U._____) vom 21. Oktober 2019 wurden folgende 

unfallkausalen Diagnosen gestellt: Status nach OSG-Arthrodese links am 

2.11.2018 bei posttraumatischer OSG-Arthrose links mit/bei (ICD-10: 

M19.17): Status nach Osteosynthese OSG links am 26.4.1991 bei 

Pilontibialfraktur links vom 19.4.1991; Posttraumatische USG-Arthrose 

rechts mit/bei (ICD-10: M19.17): Status nach Osteosynthese Calcaneus 

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rechts am 26.4.1991 bei Calcaneustrümmerfraktur rechts vom 26.4.1991 

(recte: 19.4.1991), Status nach postoperativem Wunddefekt und Osteitis 

Calcaneus; Pseudoarthrose und Deformität Calcaneus rechts (ICD-10: 

M84.17); Beinlängenverkürzung rechts (ICD-10: T84.4); 

Tarsaltunnelsyndrom rechts (ICD-10: G57.5). Als fraglich unfallkausale 

Diagnose wurde eine chronische Lumbago angeführt. In anamnestischer 

Hinsicht wurde festgehalten, seit der Arthrodese links im Herbst 2018 

bestehe eine Verbesserung der Schmerzsymptomatik des linken Fusses 

mit jedoch deutlich eingeschränkterer Funktion. Rechtsseitig sei es zu 

einer Verschlechterung der Schmerzsymptomatik sowie zur Ausbildung 

einer grotesken Fussdeformität mit Nervenschädigung im Sinne eines 

Tarsaltunnelsyndroms und einer Beinlängenverkürzung gekommen. 

Hilfsmittel in Form von Wanderstöcken und angefertigten orthopädischen 

Schuhen würden zum Gehen benötigt. In befundlicher Hinsicht wurde 

erwähnt, seit der Beurteilung im Oktober 1993 sei es zur Ausbildung einer 

posttraumatischen Arthrose im linken OSG gekommen. Aufgrund dessen 

sei eine Arthrodese des OSG links notwendig gewesen. Deshalb bestehe 

nun eine aufgehobene Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk. 

Rechtsseitig sei es zur Ausbildung einer grotesken Fehlstellung mit 

konsekutiver Nervenschädigung sowie eingeschränkter Funktion und 

Beinlängenverkürzung gekommen. Betreffend Diagnosen seien seit 

Oktober 1993 die OSG-Arthrose und die OSG-Arthrodese links sowie die 

USG-Arthrose rechts neu hinzugekommen, zudem die zunehmende 

Deformität des Calcaneus rechts, die Beinlängenverkürzung rechts und 

das Tarsaltunnelsyndrom rechts aufgrund der grotesken Deformität des 

Calcaneus. Prognostisch bestehe linksseitig nach Durchführung einer 

OSG-Arthrodese der Endzustand. Rechtsseitig könnte im Verlauf bei 

zunehmenden Beschwerden eine USG-Arthrodese mit 

Korrekturosteotomie des Calcaneus notwendig werden. Dies könnte sich 

jedoch aufgrund der schweren Deformität und des Zustands nach Infekt 

als Hochrisikoeingriff erweisen. 

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19. Gestützt auf das U._____ vom 21. Oktober 2019 stellte die V._____ 

A._____ mit Schreiben vom 22. November 2019 die revisionsweise 

Leistungseinstellung (Rente, Heilbehandlung) per 31. Dezember 2019 in 

Aussicht. Zudem kündigte sie die Erhöhung der Integritätsentschädigung 

auf insgesamt 45 % (Nachzahlung von CHF 24'300.--) an. 

20. Mit Verfügung der V._____ vom 27. Dezember 2019 wurden die 

Leistungen (Rente, Heilbehandlung) per 31. Dezember 2019 

revisionsweise eingestellt. Zudem wurde entschieden, dass A._____ 

Anspruch auf eine Integritätsentschädigung von 45 % (CHF 43'740.--) 

habe, weshalb sich abzüglich des bereits bezahlten Betrags von CHF 

19'440.-- (Verfügung vom 10. November 1993) eine Nachzahlung von 

CHF 24'300.-- ergebe. 

21. Am 17. Januar 2020 erhob A._____ Einsprache gegen die 

Leistungseinstellung, wobei die Erhöhung der Integritätsentschädigung 

unangefochten blieb.

22. Mit Einspracheentscheid vom 12. März 2021 wies die V._____ die 

Einsprache ab. Begründend wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass eine 

anspruchsrelevante Änderung des Gesundheitszustandes vorliege, womit 

ein Revisionsgrund zu bejahen sei. Zudem basiere die Rentenzusprache 

auf einer offensichtlich ungenügenden Grundlage, weshalb die Verfügung 

vom 30. Mai 1994 zweifellos unrichtig gewesen sei. Das Erfordernis der 

erheblichen Bedeutung sei ebenfalls erfüllt, weshalb auch die 

Voraussetzungen für eine Wiedererwägung gegeben seien. Ferner stehe 

der Vertrauensschutz einer erneuten Prüfung des Anspruchs nicht 

entgegen. Schliesslich führe die umfassende Prüfung des Anspruchs pro 

futuro ohne Bindung an frühere Beurteilungen zur Leistungseinstellung 

(Rente, Heilbehandlung) per 31. Dezember 2019. 

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23. Gegen den Einspracheentscheid vom 12. März 2021 erhob A._____ 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) am 28. April 2021 Beschwerde an das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden. Er stellte folgende 

Rechtsbegehren: 

1. Der Einsprache-Entscheid der C._____ AG vom 12. März 2021 sei 
aufzuheben und A._____ seien die gesetzlichen Leistungen aus der 
Unfallversicherung, mithin die Heilbehandlungskosten und eine 50%-ige 
UVG-Rente, auch über den 31. Dezember 2019 hinaus auszurichten.

2. Eventualiter sei durch einen unabhängigen Sachverständigen abklären zu 
lassen, mit welchen leistungsmindernden Einschränkungen A._____ in 
einer leidensangepassten Tätigkeit rechnen muss.  

3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. 7.7% MwSt.).

Begründend brachte der Beschwerdeführer im Wesentlichen vor, dass 

sich der Sachverhalt nicht wesentlich geändert habe, denn er sei in der 

täglichen Arbeit immer noch genau gleich eingeschränkt wie im Jahr 1994. 

Sein Gesundheitszustand habe sich eher verschlechtert, was 

grundsätzlich zu einer Rentenerhöhung führe. Gestützt auf Art. 17 ATSG 

könne daher nicht eine Leistungseinstellung verfügt werden. Es müssten 

sich alle anspruchsberechtigten Tatsachen geändert haben und somit der 

veränderte Gesundheitszustand auch zu einer erheblichen Veränderung 

des Invaliditätsgrades führen. Der Invaliditätsgrad habe sich seit dem Jahr 

1994 nicht verändert und wenn, dann wäre er nun auch in der Tätigkeit als 

Landwirt arbeitsunfähig, so dass in der Konsequenz eine Rentenerhöhung 

erfolgen müsste und somit eine Vollrente auszurichten wäre. Betreffend 

die Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit liege kein veränderter 

Sachverhalt vor, d.h. keine anspruchsrelevante Veränderung des 

Gesundheitszustands, so dass sich auch der Invaliditätsgrad nicht 

geändert habe. Auch sei die ursprüngliche Rentenzusprache weder 

zweifellos unrichtig gewesen noch habe diese auf einer nicht 

nachvollziehbaren ärztlichen Einschätzung betreffend die 

Arbeitsunfähigkeit basiert. Es treffe nicht zu, dass die G._____ keinen 

Einkommensvergleich vorgenommen habe. Aufgrund der medizinischen 

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Einschätzung einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit als Landwirt sei der 

Invaliditätsgrad von 50 % ermittelt worden. Die G._____ und die 

Invalidenversicherung hätten bewusst darauf verzichtet, eine Umschulung 

und somit die Aufnahme einer leidensangepassten Tätigkeit ins Auge zu 

fassen. Vielmehr sei die Tätigkeit als Landwirt als adaptierte (und neu 

angestammte) Tätigkeit angesehen worden. Dieser Entscheid sei nicht 

unrichtig oder falsch gewesen, sondern vielmehr habe den involvierten 

Versicherungen ein erheblicher Ermessensspielraum oblegen. Dieser sei 

absichtlich und in vollem Bewusstsein sowie in Kenntnis der Rechtslage 

ausgenutzt worden, womit per se keine zweifellose Unrichtigkeit vorliegen 

könne. Es sei nicht unklar gewesen, ob in einer angepassten Tätigkeit 

Einschränkungen bestünden. Dr. med. M._____ habe schon im November 

1992 eine Tätigkeit als Büroangestellter zu 100 % verwertbar erachtet und 

allen Ärzten sei klar gewesen, dass eine entsprechende Tätigkeit 

grundsätzlich hätte ausgeübt werden können. Die Versicherungen hätten 

aber "mit direktem Vorsatz" darauf verzichtet, dem Beschwerdeführer eine 

solche Tätigkeit anzurechnen. Es könne nicht angehen, dass nun die 

V._____ als Rechtsnachfolgerin der G._____ die damalige 

Rentenzusprache als zweifellos unrichtig taxiere. Eine bewusst 

vorgenommene Entscheidung in Kenntnis der Rechtslage könne nie 

unrichtig sein. Der Einkommensvergleich sei von der G._____ und der 

Invalidenversicherung aus freien Stücken im Rahmen der Tätigkeit als 

Landwirt vorgenommen worden. Im vorliegenden Fall komme dem 

Vertrauensschutz höchste Priorität zu, zumal eine Renteneinstellung den 

finanziellen Ruin für den Beschwerdeführer zur Folge hätte (keine 

Pensionskasse) und er hierfür nicht verantwortlich sei. Es wäre 

rechtsmissbräuchlich, ihm nun plötzlich im Alter von knapp 63 Jahren noch 

eine leidensadaptierte Tätigkeit zuzumuten, obschon die Tätigkeit als 

Landwirt in den letzten 26 Jahren aufgebaut und stets an die Beschwerden 

adaptiert worden sei. Er habe auf die jahrelange konkludente Zusicherung, 

wonach er bis zum Pensionsalter als Landwirt seine Tätigkeit verrichten 

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dürfe, vertrauen dürfen und habe nicht davon ausgehen müssen, dass die 

Gelenkversteifung völlig unerwartet dazu führen würde, dass er plötzlich 

einen Bürojob ausüben sollte. Zudem habe die V._____ bereits im Jahr 

2013 ein Wiedererwägungsverfahren eingeleitet und dabei die genau 

gleichen Argumente wie im angefochtenen Einspracheentscheid 

vorgebracht (100%ige Arbeitsfähigkeit in vorwiegend sitzenden 

Tätigkeiten). Abgesehen davon, dass damals noch ein Invaliditätsgrad von 

15 % ermittelt worden sei, sei in der Folge dennoch auf eine 

Wiedererwägung verzichtet worden. Spätestens nach diesem "Rückzug" 

habe er auf die Beständigkeit der Verhältnisse vertrauen dürfen. De facto 

sei heute eine Tätigkeitsveränderung im Sinne der 

Schadenminderungspflicht altershalber ausgeschlossen. Vor diesem 

Hintergrund sei weder eine Wiedererwägung noch eine materielle 

Revision zulässig.

24. Die V._____ (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte in ihrer 

Beschwerdeantwort vom 26. Mai 2021 die Abweisung der Beschwerde. 

Sie hielt an den Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid 

vom 12. März 2021 fest und führte ergänzend aus, dass bei der 

ursprünglichen Rentenzusprache nicht die Erwerbsfähigkeit, sondern nur 

die Arbeitsfähigkeit beachtet worden sei, so dass die Verfügung vom 30. 

Mai 1994 auf einem fehlerhaften Invaliditätsbegriff und damit auf einer 

Rechtsverletzung basiere. Die Voraussetzungen der Wiedererwägung 

seien somit gegeben. Zudem sei die Anrufung des Vertrauensschutzes 

angesichts der Wirkung der Wiedererwägung ex nunc et pro futuro 

unbegründet. 

25. Am 7. Juni 2021 verzichtete der Beschwerdeführer auf die Einreichung 

einer Replik. 

26. Am 30. August 2022 forderte die zuständige Instruktionsrichterin die 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden auf, die IV-Akten 

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betreffend den Beschwerdeführer zu edieren. Die entsprechenden Akten 

gingen am 6. September 2022 ein. 

27. Der Beschwerdeführer hielt am 8. September 2022 in Bezug auf die 

edierten IV-Akten fest, dass die IV-Stelle damals sauber abgeklärt habe, 

ob eine Umschulung zum Heizungsplaner oder -zeichner Sinn machen 

und eine solche Massnahme dementsprechend im Sinne eines höheren 

Erwerbseinkommens überhaupt einen Einfluss auf den Invaliditätsgrad 

haben würde. Aufgrund der Arztberichte und der Berichte der 

Eingliederungsberater sei auf eine Umschulungsmassnahme verzichtet 

worden, zumal auch dort mit behinderungsbedingten Einschränkungen zu 

rechnen und eine solche aufgrund der ungenügenden 

Berufsanforderungen nicht erfolgsversprechend gewesen wäre. Der 

Invaliditätsgrad sei sauber abgeklärt und mehrfach überprüft worden. Ein 

Einkommensvergleich sei auch vorgenommen worden. Die IV-Stelle und 

die G._____ hätten den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

minutiös abgeklärt und auch den Invaliditätsgrad anhand von konkreten 

Zahlen berechnet. 

28. Die Beschwerdegegnerin hielt am 16. September 2022 an den 

Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid vom 12. März 2021 

fest. 

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 12. März 2021. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

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Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung 

Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben 

werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt 

im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen 

Einspracheentscheids ist der Beschwerdeführer davon überdies berührt 

und er weist ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder 

Änderung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen frist- und 

formgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG) 

ist somit einzutreten. 

2. Im konkreten Fall sind das Vorliegen eines Unfalls im Jahr 1991 im Sinne 

von Art. 4 ATSG und die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin (Rente, 

Heilbehandlung) nach Art. 6 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 10, Art. 18 und Art. 21 

UVG bis zum 31. Dezember 2019 unbestritten. Ebenfalls unbestritten und 

nicht Streitgegenstand des Beschwerdeverfahrens ist die 

Integritätsentschädigung, welche mit Verfügung vom 10. November 1993 

auf 20 % festgelegt und – da es seither zu einer Verschlimmerung des 

Integritätsschadens kam – am 27. Dezember 2019 auf 45 % erhöht wurde 

(vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 1010 und 1082 S. 5 f.). Diese 

Erhöhung wurde mit Einsprache vom 17. Januar 2020 nicht angefochten 

(vgl. Bg-act. 1084). Demgegenüber ist die Leistungspflicht der 

Beschwerdegegnerin (Rente, Heilbehandlung) über den 31. Dezember 

2019 hinaus streitig. Zunächst ist das Vorliegen eines Rückkommenstitels 

(materielle Revision gemäss Art. 17 ATSG oder Wiedererwägung nach 

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Art. 53 Abs. 2 ATSG) zu prüfen. Sollte ein solcher bejaht werden, wäre der 

Anspruch pro futuro (Rente, Heilbehandlung) über den 31. Dezember 

2019 hinaus zu beurteilen. 

3. Mit Verfügung vom 27. Dezember 2019 stellte die Beschwerdegegnerin 

die Leistungen (Rente, Heilbehandlung) per 31. Dezember 2019 

revisionsweise ein, wobei sie sich auf das U._____ vom 21. Oktober 2019 

abstützte (vgl. Bg-act. 42 und 1082). Dieses wurde im Verfahren gemäss 

Art. 44 ATSG eingeholt. 

Im kantonalen Sozialversicherungsprozess gelten die Grundsätze der 

Untersuchungspflicht und der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c 

ATSG). Gemäss dem Untersuchungsgrundsatz hat im Beschwerdefall das 

angerufene Gericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen 

abzuklären, ohne dabei an die Anträge der Parteien gebunden zu sein (vgl. 

auch KIESER, ATSG-Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2020, Art. 43 

Rz. 13 ff.; Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2018 vom 5. Dezember 2019 

E.3.1). Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung besagt, dass das 

angerufene Gericht die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle 

Beweismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine 

zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (vgl. 

KIESER, a.a.O., Art. 43 Rz. 54 ff.). Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange 

umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die beklagten 

Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation 

einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten oder der Expertin 

begründet sind (vgl. BGE 125 V 351 E.3a). Den von Versicherungsträgern 

im Verfahren gemäss Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer 

Spezialärzte – wie vorliegend das U._____ vom 21. Oktober 2019 –, die 

- 16 -

aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 

Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde 

zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist volle Beweiskraft zuzuerkennen, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.4; Urteil des Bundesgerichts 

8C_260/2020 vom 2. Juli 2020 E.2.2). 

Das U._____ vom 21. Oktober 2019 wird von keiner Verfahrenspartei in 

Zweifel gezogen (vgl. beschwerdeführerische Akten [Bf-act.] 1 Rz. 23 ff.). 

Es wurde nach Einsicht in die Akten und mittels eigener Beobachtungen 

und Untersuchungen durch die Gutachter erstattet. Zudem gelangten die 

Gutachter bei der Erörterung der Befunde – zumindest was die zunächst 

zu prüfende Frage des Vorliegens eines Rückkommenstitels anbelangt – 

zu schlüssigen Ergebnissen (siehe auch die nachfolgenden 

Ausführungen), so dass dem U._____ – zumindest diesbezüglich – voller 

Beweiswert beigemessen werden kann. 

4.1. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 

Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 

aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG, in der bis Ende 2021 geltenden 

Fassung [nachfolgend: aArt. 17 Abs. 1 ATSG], vgl. zu den allgemeinen 

intertemporalrechtlichen Grundsätzen: BGE 144 V 210 E.4.3.1 und Urteil 

des Bundesgerichts 8C_767/2021 vom 9. August 2022 E.2.2). Anlass zur 

Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 

Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die 

Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des 

Gesundheitszustands, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 

erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen 

Gesundheitszustands erheblich verändert haben oder eine andere Art der 

Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt (vgl. BGE 130 V 343 

- 17 -

E.3.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom 7. April 2017 E.2.1; 

MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Bundesgesetz über 

die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl., Zürich/Basel/ Genf 2014, Art. 30-

31 Rz. 27). Demgegenüber ist die lediglich unterschiedliche Beurteilung 

eines im Wesentlich gleich gebliebenen Sachverhalts im 

revisionsrechtlichen Kontext unbeachtlich (vgl. BGE 141 V 9 E.2.3 mit 

weiteren Hinweisen, 144 I 103 E.2.1; Urteile des Bundesgerichts 

8C_767/2021 vom 9. August 2022 E.2.3, 8C_475/2020 vom 16. Dezember 

2020 E.3.2, 8C_35/2020 vom 26. Mai 2020 E.2.2.1 mit weiteren 

Hinweisen). Eine Rentenherabsetzung oder Aufhebung im Sinne von aArt. 

17 Abs. 1 ATSG setzt eine anspruchserhebliche Änderung der 

tatsächlichen Verhältnisse voraus, welche entweder in einer objektiven 

Verbesserung des Gesundheitszustandes mit entsprechend gesteigerter 

Arbeitsfähigkeit oder in geänderten erwerblichen Auswirkungen einer im 

Wesentlichen gleich gebliebenen Gesundheitsbeeinträchtigung liegen 

kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_121/2017 vom 5. Juli 2018 E.3.3). 

Die Rentenrevision nach aArt. 17 Abs. 1 ATSG ist jederzeit und 

unabhängig davon möglich, wieviel Zeit seit dem Erlass der zu 

revidierenden Verfügung vergangen ist (vgl. BGE 140 V 514 E.3.3 mit 

weiteren Hinweisen). 

4.2. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt 

wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – 

erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein 

betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen 

medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung 

der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel 

am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die (von einer früheren 

abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend darüber 

ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des 

Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben 

- 18 -

Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse 

sich verändert haben (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_54/2021 vom 

10. Juni 2021 E.2.3, 8C_703/2020 vom 4. März 2021 E.5.2.1.1, 

8C_196/2020 vom 8. Juli 2020 E.6.1 mit Hinweis auf die Urteile 

9C_137/2017 vom 8. November 2017 E.3.1, 9C_710/2014 vom 26. März 

2015 E.2, 9C_418/2010 vom 29. August 2011 E.4.2). Weder eine im 

Vergleich zu früheren ärztlichen Einschätzungen ungleich attestierte 

Arbeitsunfähigkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung 

des geltend gemachten Leidens genügt somit per se, um auf einen 

verbesserten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr 

eine veränderte Befundlage (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_300/2020 

vom 2. Dezember 2020 E.2.6.2 mit weiteren Hinweisen).

4.3. Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrades im Sinne von aArt. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen 

Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 

Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 

Einkommensvergleichs beruht. Dabei braucht es sich nicht um eine 

formelle Verfügung (Art. 49 ATSG) zu handeln (vgl. KIESER, a.a.O., Art. 17 

Rz. 49; BGE 133 V 108 E.5; Urteil des Bundesgerichts 9C_346/2019 vom 

6. September 2019 E.2.1.1 mit weiteren Hinweisen). Ist eine 

anspruchserhebliche Änderung des Sachverhalts nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt, bleibt es nach dem Grundsatz der materiellen 

Beweislast beim bisherigen Rechtszustand (vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_336/2017 vom 11. Oktober 2017 E.4.1,  8C_491/2016 

vom 21. Dezember 2016 E.3.2, 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3); 

die objektive Beweislast für das Vorliegen eines Revisionsgrundes liegt 

beim Sozialversicherungsträger (vgl. analog Urteil des Bundesgerichts 

9C_346/2019 vom 6. September 2019 E.2.1.2). Andernfalls ist das 

- 19 -

Vorliegen eines Revisionsgrundes zu bejahen und die zugesprochene 

Rente entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung 

abzuändern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], 

a.a.O., Art. 30-31 Rz. 13 ff.). Der Rentenanspruch ist dabei in rechtlicher 

und tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine 

Bindung an frühere Beurteilungen besteht (vgl. BGE 141 V 9 E.2.3, E.6.1 

und E.6.4; Urteile des Bundesgerichts 8C_767/2021 vom 9. August 2022 

E.2.3, 8C_475/2020 vom 16. Dezember 2020 E.4.1, 8C_211/2020 vom 

23. September 2020 E.2.2, 8C_35/2020 vom 26. Mai 2020 E.2.2.2).

4.4. Vorliegend ist bei der Prüfung des Revisionsgrundes ein Vergleich zu 

machen zwischen der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der 

ursprünglichen Rentenverfügung vom 30. Mai 1994 und derjenigen im 

Zeitpunkt der Leistungseinstellungsverfügung vom 27. Dezember 2019. 

Den Akten der G._____ (Rechtsvorgängerin der Beschwerdegegnerin) 

und der Rentenverfügung vom 30. Mai 1994 lässt sich keine 

Invaliditätsgradberechnung im Sinne einer Gegenüberstellung von 

Validen- und Invalideneinkommen entnehmen (vgl. Bg-act. 1013). Die 

G._____ ging im Zeitpunkt der besagten Rentenverfügung davon aus, 

dass der Invaliditätsgrad von 50 % der Situation des Beschwerdeführers 

bis auf weiteres sicher Rechnung tragen würde, wobei sie sich auf 

medizinische Dokumente und die ihr vorgelegenen Unterlagen der 

Invalidenversicherung stützte (vgl. Bg-act. 1012 S. 2). Diesen Unterlagen 

der Invalidenversicherung ist eine Invaliditätsgradberechnung zu 

entnehmen, welche auf einem Einkommensvergleich beruht 

(Valideneinkommen CHF 61'100.--, Invalideneinkommen CHF 28'600.--) 

und zu einem Invaliditätsgrad von 53.19 % führt. Der von der 

Invalidenversicherung vorgenommene Einkommensvergleich datiert vom 

5. Februar 1994 und war der G._____ im Zeitpunkt der Rentenverfügung 

vom 30. Mai 1994 bekannt (vgl. Akten der IV-Stelle des Kantons 

Graubünden [IV-act.] 32 S. 71 ff.). In medizinischer Hinsicht bestätigte Dr. 

- 20 -

med. N._____ am 28. Oktober 1993 gegenüber der G._____ den Zustand 

nach Calcaneustrümmerfraktur mit Zerstörung des unteren 

Sprunggelenks, Zusammensinterung des Calcaneus und beträchtlicher 

Deformierung des Rückfusses. Er hielt zudem fest, dass der Endzustand 

erreicht sei, und attestierte dem Beschwerdeführer als Landwirt eine 

bleibende Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Betreffend Zumutbarkeitsprofil 

und Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit führte Dr. med. 

N._____ aus, dass die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für alle 

körperlichen Tätigkeiten gelte, die längeres Stehen und Gehen bedingten. 

Eine erhöhte Arbeitsfähigkeit wäre nur bei einer sitzenden Tätigkeit zu 

erwarten. In Anbetracht dessen, dass der Beschwerdeführer ein 

passionierter Landwirt sei, und unter Berücksichtigung seiner sozialen und 

wirtschaftlichen Umstände erscheine eine Umschulung zu einer sitzenden 

Tätigkeit eher unrealistisch (vgl. Bg-act. 25). Im U._____ vom 21. Oktober 

2019 wurden folgende unfallkausalen Diagnosen gestellt: Status nach 

OSG-Arthrodese links am 2.11.2018 bei posttraumatischer OSG-Arthrose 

links mit/bei (ICD-10: M19.17): Status nach Osteosynthese OSG links am 

26.4.1991 bei Pilontibialfraktur links vom 19.4.1991; Posttraumatische 

USG-Arthrose rechts mit/bei (ICD-10: M19.17): Status nach 

Osteosynthese Calcaneus rechts am 26.4.1991 bei 

Calcaneustrümmerfraktur rechts vom 26.4.1991 (recte: 19.4.1991), Status 

nach postoperativem Wunddefekt und Osteitis Calcaneus; 

Pseudoarthrose und Deformität Calcaneus rechts (ICD-10: M84.17); 

Beinlängenverkürzung rechts (ICD-10: T84.4); Tarsaltunnelsyndrom 

rechts (ICD-10: G57.5) (vgl. Bg-act. 42 Ziff. 1.6). In anamnestischer 

Hinsicht ist dem U._____ zu entnehmen, dass es seit dem Jahr 1993 im 

Verlauf zu einer Verschlechterung der Symptomatik mit mehr Schmerzen 

und eingeschränkter Funktion gekommen sei, so dass im Herbst 2018 die 

Arthrodese des linken OSG notwendig geworden sei. Seither bestehe eine 

Verbesserung der Schmerzsymptomatik des linken Fusses mit jedoch 

deutlich eingeschränkterer Funktion. Rechtsseitig sei es ebenfalls zu einer 

- 21 -

Verschlechterung der Schmerzsymptomatik sowie zur Ausbildung einer 

grotesken Fussdeformität mit Nervenschädigung im Sinne eines 

Tarsaltunnelsyndroms und einer Beinlängenverkürzung gekommen. 

Hilfsmittel in Form von Wanderstöcken und angefertigten orthopädischen 

Schuhen würden zum Gehen benötigt (vgl. Bg-act. 42 Ziff. 1.1). Bezüglich 

der subjektiven Angaben wurde im U._____ festgehalten, dass der 

Beschwerdeführer von einer Verschlechterung der Schmerzsymptomatik 

und einer starken Einschränkung der Funktion berichte (vgl. Bg-act. 42 

Ziff. 1.2). In befundlicher Hinsicht wurde ausgeführt, dass es seit der 

Beurteilung im Oktober 1993 zur Ausbildung einer posttraumatischen 

Arthrose im linken OSG gekommen sei. Aufgrund dessen sei eine 

Arthrodese des OSG links notwendig gewesen. Deshalb bestehe nun eine 

aufgehobene Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk. Rechtsseitig sei es 

zur Ausbildung einer grotesken Fehlstellung mit konsekutiver 

Nervenschädigung sowie eingeschränkter Funktion und 

Beinlängenverkürzung gekommen (vgl. Bg-act. 42 Ziff. 1.3). Laut U._____ 

seien seit der medizinischen Beurteilung im Oktober 1993 die OSG-

Arthrose und die OSG-Arthrodese links sowie die USG-Arthrose rechts 

neu hinzugekommen, zudem die zunehmende Deformität des Calcaneus 

rechts, die Beinlängenverkürzung rechts und das Tarsaltunnelsyndrom 

rechts aufgrund der grotesken Deformation des Calcaneus (vgl. Bg-act. 42 

Ziff. 1.6). Das U._____ vom 21. Oktober 2019 streicht die Befundlage im 

Oktober 1993 im Vergleich zu derjenigen im Oktober 2019 schlüssig und 

nachvollziehbar hervor. Für das Vorliegen eines Revisionsgrundes ist die 

Beschwerdegegnerin die beweisbelastete Partei. Dass zwischen dem 

Verfügungszeitpunkt am 30. Mai 1994 und der Leistungseinstellung 

gemäss Verfügung vom 27. Dezember 2019 mit dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine anspruchserhebliche 

Verbesserung des Gesundheitszustands mit entsprechend gesteigerter 

Arbeitsfähigkeit eingetreten wäre, wird von der Beschwerdegegnerin nicht 

dargetan und ist mit Blick auf die dargelegte Gegenüberstellung der im 

- 22 -

Verfügungszeitpunkt am 30. Mai 1994 gegebenen medizinischen 

Situation mit derjenigen, wie sie sich anlässlich der Revisionsverfügung 

vom 27. Dezember 2019 bot, auch nicht ersichtlich. Damit erübrigen sich 

Weiterungen zu den Auswirkungen auf den Erwerbs- oder 

Aufgabenbereich aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die 

Behinderung. Diesbezüglich sei der Vollständigkeit halber aber erwähnt, 

dass die X._____ den Beschwerdeführer für die Tätigkeit als Landwirt als 

zu 100 % arbeitsunfähig erachten, da infolge des Unfalls eine schwere 

funktionelle und schmerzbedingte Beeinträchtigung an beiden Füssen 

bestehe; durch massiv gut adaptierte Arbeitsbedingungen habe der 

Beschwerdeführer bisher mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50 % 

zurechtkommen können und möchte dies auch bis ins Pensionsalter 

weiterhin fortführen (vgl. Bg-act. 42 Ziff. 4.1). Zudem erachten sie eine 

Verweistätigkeit in Anbetracht des Alters des (damals) 62-jährigen 

Beschwerdeführers nach einer Umschulung als nicht sinnvoll (vgl. Bg-act. 

42 Ziff. 4.2). Seit der Einschätzung von Dr. med. N._____ im Jahr 1993 sei 

es im Verlauf zu einer unfallkausalen Arthrose im USG und einer 

Deformität des Calcaneus rechts sowie zu einer OSG-Arthrose mit 

konsekutiver Arthrodese links gekommen, so dass die Arbeitsfähigkeit nun 

deutlich eingeschränkter sei als noch vor 26 Jahren (vgl. Bg-act. 42 Ziff. 

4.2 und Ziff. 6.2). Die Umschulung ist ein IV-spezifischer Begriff (Art. 17 

des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG]; SR 831.20; 

Art. 6 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV]; SR 831.201), 

kein unfallversicherungsrechtlicher. Eine solche wurde aber im Sinne einer 

Verlagerung der beruflichen Tätigkeit auf andere Arbeiten zur 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit von der Rechtsvorgängerin der 

Beschwerdegegnerin bereits im Jahr 1992 thematisiert, jedoch wieder 

verworfen; auch die Invalidenversicherung verzichtete in den Jahren 1993 

und 1996 auf eine Umschulungsmassnahme (vgl. Bg-act. 1005 sowie IV-

act. 32 S. 59, S. 71 ff. [Jahr 1993], S. 127 f., S. 132 und S. 134 [Jahr 

1996]). Aufgrund der somit fehlenden Verbesserung der Arbeitsfähigkeit 

- 23 -

bzw. Erwerbsfähigkeit des zum Zeitpunkt des angefochtenen 

Einspracheentscheids 64-jährigen Beschwerdeführers liegt kein 

Revisionsgrund gemäss aArt. 17 ATSG vor, womit es beim bisherigen 

Rechtszustand mit der Ausrichtung einer 50%-Rente und der Übernahme 

von Heilbehandlungskosten bleibt. 

5.1. Gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG kann der Versicherungsträger - oder im 

Beschwerdefall das Gericht - auf formell rechtskräftige Verfügungen oder 

Einspracheentscheide zurückkommen, wenn diese zweifellos unrichtig 

sind und wenn ihre Berichtigung von erheblicher Bedeutung ist. Diese 

Bestimmung wurde in Anlehnung an die Kriterien erlassen, welche die 

Rechtsprechung bis zum Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003 

entwickelt hatte (vgl. BGE 133 V 50 E.4.1; siehe auch BGE 138 V 147 

E.2.1). Voraussetzung einer Wiedererwägung ist – nebst der erheblichen 

Bedeutung der Berichtigung –, dass kein vernünftiger Zweifel an der 

Unrichtigkeit der Verfügung (gemeint ist hierbei immer auch ein allfälliger 

Einspracheentscheid) besteht, also nur dieser einzige Schluss denkbar ist. 

Dieses Erfordernis ist in der Regel erfüllt, wenn eine Leistungszusprache 

aufgrund falscher Rechtsregeln erfolgt ist oder wenn massgebliche 

Bestimmungen nicht oder unrichtig angewandt wurden (vgl. BGE 138 V 

324 E.3.3). Ob dies zutrifft, beurteilt sich nach der bei Erlass der Verfügung 

bestandenen Sach- und Rechtslage, einschliesslich der damaligen 

Rechtspraxis (vgl. BGE 138 V 147 E.2.1, 138 V 324 E.3.3; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_35/2020 vom 26. Mai 2020 E.2.3). Um 

wiedererwägungsweise auf eine verfügte Leistung zurückkommen zu 

können, genügt es aber nicht, wenn ein einzelnes Anspruchselement 

rechtswidrig festgelegt wurde. Vielmehr hat sich die Leistungszusprache 

auch im Ergebnis als offensichtlich unrichtig zu erweisen. So muss etwa, 

damit eine zugesprochene Rente wegen einer unkorrekten 

Invaliditätsbemessung wiedererwägungsweise aufgehoben werden kann, 

– nach damaliger Sach- und Rechtslage – erstellt sein, dass eine korrekte 

- 24 -

Invaliditätsbemessung hinsichtlich des Leistungsanspruchs zu einem 

anderen Ergebnis geführt hätte (vgl. BGE 117 V 8 E.2c/aa; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_778/2012 vom 27. Mai 2013 E.3.1 mit weiteren 

Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVGE] U 

378/05 vom 10. Mai 2006 E.5.3). Anders verhält es sich, wenn der 

Wiedererwägungsgrund im Bereich materieller 

Anspruchsvoraussetzungen liegt, deren Beurteilung notwendigerweise 

Ermessenszüge aufweist. Erscheint die Beurteilung einzelner Schritte bei 

der Feststellung solcher Anspruchsvoraussetzungen 

(Invaliditätsbemessung, Arbeitsunfähigkeitsschätzung, Beweiswürdigung, 

Zumutbarkeitsfragen) vor dem Hintergrund der Sach- und Rechtslage, wie 

sie sich im Zeitpunkt der rechtskräftigen Leistungszusprechung darbot, als 

vertretbar, scheidet die Annahme zweifelloser Unrichtigkeit aus. Zweifellos 

ist die Unrichtigkeit, wenn kein vernünftiger Zweifel daran möglich ist, dass 

die Verfügung unrichtig war. Es ist nur ein einziger Schluss – derjenige auf 

die Unrichtigkeit der Verfügung – denkbar (vgl. BGE 148 V 195 E.5.3 mit 

zahlreichen Hinweisen, 141 V 405 E.5.2, 138 V 324 E.3.3; Urteile des 

Bundesgerichts 9C_212/2021 vom 22. Oktober 2021 E.4.5.1, 

8C_784/2020 vom 18. Februar 2021 E.2.2). Eine Wiedererwägung einer 

prozentgenauen Invalidenrente bedingt sodann, dass die Differenz des 

Invaliditätsgrades zu der als zweifellos unrichtig erkannten Verfügung 

mindestens 5 Prozentpunkte beträgt (vgl. BGE 140 V 85 E.4, 140 V 77 

E.3.1).

5.2. Rechtsprechungsgemäss ist die Verwaltung auch über zehn Jahre nach 

Verfügungserlass befugt, auf eine zweifellos unrichtige 

Leistungszusprache oder -verweigerung wiedererwägungsweise 

zurückzukommen (vgl. BGE 140 V 514 E.3.5). Ergänzend ist anzufügen, 

dass der Gesetzgeber mit der positivrechtlichen Regelung der 

Wiedererwägung rechtskräftiger Verfügungen in Art. 53 Abs. 2 ATSG die 

im Rahmen des verfassungsrechtlichen Vertrauensschutzes 

- 25 -

vorzunehmende Abwägung zwischen der Durchsetzung des objektiven 

Rechts und dem Interesse an der Bestandeskraft der Verfügung abstrakt 

und für die rechtsanwendenden Behörden verbindlich vorgenommen hat 

(Art. 190 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

[BV]; SR  101). Die richtige Anwendung von Art. 53 Abs. 2 ATSG ist somit 

von Verfassungs wegen mit dem Vertrauensschutz vereinbar. Vorbehalten 

sind nur jene Situationen, in welchen sämtliche Voraussetzungen für eine 

– gestützt auf den Vertrauensschutz – vom Gesetz abweichende 

Behandlung gegeben sind (vgl. BGE 138 V 258 E.6 mit Hinweis auf BGE 

116 V 298 und seitherige Rechtsprechung; vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_458/2021 vom 25. Januar 2022 E.3.1, 8C_341/2019 vom 30. Januar 

2020 E.2.2).

5.3. Vorliegendenfalls fällt auf, dass die Beschwerdegegnerin mit Verfügung 

vom 27. Dezember 2019 die Leistungen einzig gestützt auf aArt. 17 ATSG 

(materielle Revision) einstellte und die Voraussetzungen der 

Wiedererwägung gemäss Art. 53 Abs. 2 ATSG erst im Rahmen des 

darauffolgenden Einsprachverfahrens prüfte und bejahte (vgl. Bg-act. 

1082 und Bf-act. 1 Rz. 29 ff.). Das Vorliegen der Voraussetzungen der 

Wiedererwägung begründete die Beschwerdegegnerin mit der fehlenden 

Berechnung des Invaliditätsgrads in der ursprünglichen Verfügung vom 

30. Mai 1994 (vgl. Bf-act. 1 Rz. 36 ff.). Im Verfügungszeitpunkt war die 

G._____ über den gesamten medizinischen Verlauf seit dem Unfall vom 

19. April 1991 im Bild (insbesondere betreffend die Berichte der Dres. 

med. M._____ und N._____; vgl. Bg-act. 1-25). Die G._____ hatte 

Kenntnis von der im Bericht ihres Schadeninspektors vom 17. September 

1992 erwähnten versuchsweisen Arbeitsaufnahme des 

Beschwerdeführers zu etwa 25 % im eigenen Landwirtschaftsbetrieb ab 

dem 14. September 1992, wobei der Schadeninspektor nahe legte, dies 

zu akzeptieren, da durch den Versuch und die Absicht des 

Beschwerdeführers, den eigenen Landwirtschaftsbetrieb weiterführen zu 

- 26 -

können, eine bessere Motivation vorhanden sei, als bei einer 

zwangsweisen auferlegten Umschulung für eine ihm nicht zusagende 

Bürotätigkeit (vgl. Bg-act. 1005). Dass der Beschwerdeführer als 

Büroangestellter zu 100 % arbeitsfähig gewesen wäre und er als Landwirt 

aufgrund der Hilfe von Familienangehörigen zu 50 % bis 75 % arbeitsfähig 

war, wusste die G._____ bereits seit November 1992 (vgl. Arztbericht von 

Dr. med. M._____ vom 19. November 1992, Bg-act. 18). Mit Bericht vom 

28. Oktober 1993 bestätigte Dr. med. N._____ gegenüber der G._____ 

den Zustand nach einer Calcaneustrümmerfraktur mit Zerstörung des 

unteren Sprunggelenks, Zusammensinterung des Calcaneus und 

beträchtlicher Deformierung des Rückfusses. Er hielt fest, dass der 

Endzustand erreicht sei. Zudem ging er von einer bleibenden 50%igen 

Arbeitsunfähigkeit des Beschwerdeführers als Landwirt aus. Betreffend 

das Zumutbarkeitsprofil und die Restarbeitsfähigkeit in einer angepassten 

Tätigkeit führte Dr. med. N._____ aus, dass die Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit für alle körperlichen Tätigkeiten gelte, die längeres Stehen 

und Gehen bedingten. Eine erhöhte Arbeitsfähigkeit wäre nur bei einer 

sitzenden Tätigkeit zu erwarten. In Anbetracht dessen, dass der 

Beschwerdeführer ein passionierter Landwirt sei, und unter 

Berücksichtigung seiner sozialen und wirtschaftlichen Umstände 

erscheine eine Umschulung zu einer sitzenden Tätigkeit eher unrealistisch 

(vgl. Bg-act. 25). Gestützt auf diese medizinischen Dokumente und die 

Unterlagen der Invalidenversicherung ging die G._____ im 

Verfügungszeitpunkt davon aus, dass ein Invaliditätsgrad von 50 % der 

Situation des Beschwerdeführers bis auf weiteres sicher Rechnung tragen 

würde (vgl. Bg-act. 1012 S. 2). Diesen Unterlagen der 

Invalidenversicherung kann eine Invaliditätsgradberechnung entnommen 

werden, welche auf einem Einkommensvergleich beruht 

(Valideneinkommen CHF 61'100.--, Invalideneinkommen CHF 28'600.--) 

und zu einem Invaliditätsgrad von 53.19 % führt. Der von Seiten der 

Invalidenversicherung vorgenommene Einkommensvergleich datiert vom 

- 27 -

5. Februar 1994 und war der G._____ im Zeitpunkt des Erlasses ihrer 

Rentenverfügung vom 30. Mai 1994 bekannt (vgl. IV-act. 32 S. 71 ff.). 

Zudem ist zu erwähnen, dass die Invalidenversicherung – welche mit der 

G._____ in jenem Zeitpunkt regelmässig bezüglich der Berentung des 

Beschwerdeführers korrespondierte (vgl. IV-act. 32 S. 71 ff.) und mit 

Verfügung vom 20. Oktober 1994 dem Beschwerdeführer selbst eine 

Invalidenrente zusprach (vgl. IV-act. 32 S. 111 ff.) – mit Schreiben vom 15. 

April 1994 bei der G._____ anfragte, ob die Berentung aufgrund eines 

Einkommensvergleichs oder nach einer medizinisch-theoretischen 

Einschätzung erfolgen sollte (vgl. IV-act. 32 S. 77). Vor diesem 

Hintergrund sprach die G._____ dem Beschwerdeführer mit Verfügung 

vom 30. Mai 1994 die 50%-Rente in umfassender Kenntnis der Sach- und 

Rechtslage zu. Allein mit dem Fehlen eines Einkommensvergleichs bzw. 

einer Berechnung des Invaliditätsgrads in der besagten Verfügung lässt 

sich aufgrund der vorgenannten Umstände dieses Einzelfalls nicht der 

Schluss ziehen, die Zusprache einer 50%-Rente sei im Ergebnis 

offensichtlich und zweifellos unrichtig erfolgt. Die 

Anspruchsvoraussetzungen wurden im damaligen Zeitpunkt aufgrund 

damaliger Sach- und Rechtslage geprüft und deren Beurteilung fiel 

bewusst und – im Rahmen des vorhandenen Ermessens – vertretbar aus, 

was die Annahme einer zweifellosen Unrichtigkeit ausschliesst, weil die 

Unrichtigkeit nicht einzig denkbarer Schluss ist. Dieses Ergebnis wird denn 

auch mit Blick auf folgende Begebenheit verdeutlicht: Am 27. Februar 

2013 kündigte die Beschwerdegegnerin als Rechtsnachfolgerin der 

G._____ dem Beschwerdeführer an, die mit Verfügung vom 30. Mai 1994 

zugesprochene Rente bei einem neu ermittelten Invaliditätsgrad von 15 % 

wiedererwägungsweise zu reduzieren (vgl. Bg-act. 1025). Sie gewährte 

dem Beschwerdeführer das rechtliche Gehör und nahm medizinische 

Abklärungen vor (Berichte der Dres. med. Q._____, R._____ und 

O._____, vgl. Bg-act. 26 und 41). Die Dres. med. Q._____ und R._____ 

hielten im Sprechstundenbericht vom 13. Mai 2013 unter dem Titel 

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"Beurteilung und Procedere" fest, dass in Zusammenschau der Befunde 

beim Beschwerdeführer eine ausgeprägte OSG-Arthrose beidseits 

bestehe. Im Bereich des linken oberen Sprunggelenks zeigten sich MR-

tomographisch deutliche chondrale und knöcherne Veränderungen, so 

dass hier sicherlich zeitnah eine OSG-Arthrodese notwendig sein werde. 

Im rechten Sprunggelenk sei das USG beschwerdeführend. Hier zeige 

sich ein Zusammensinken des Calcaneus, wodurch eine Überbelastung 

des Talushalses entstanden sei. Erwerblicherseits sei die derzeitige 

50%ige Arbeitsfähigkeit bei den vorliegenden Befunden angemessen und 

gut durchführbar. Höhere Belastungen seien aus medizinischer Sicht 

sicherlich nicht zu empfehlen (vgl. Bg-act. 26). Vor diesem Hintergrund 

verzichtete die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 16. Juli 2013 

explizit auf eine wiedererwägungsweise Reduktion der Rente (vgl. Bg-act. 

1038). Eine Rentenrevision im Sinne von aArt. 17 ATSG wurde erst und 

erstmals im Jahr 2019 geprüft (vgl. Bg-act. 1078 und 1082). Somit wurden 

dem Beschwerdeführer (bis zum Erlass der Verfügung vom 27. Dezember 

2019 betreffend die Leistungseinstellung, vgl. Bg-act. 1082) während rund 

25.5 Jahren eine 50%-Rente gemäss UVG und Heilbehandlung gewährt, 

ohne dass zwischenzeitlich eine Revision durchgeführt wurde und mit 

explizitem Verzicht auf eine Wiedererwägung bezüglich einer 

Rentenreduktion auf 15 % im Jahr 2013. Die Voraussetzungen für eine 

wiedererwägungsweise Leistungseinstellung nach Art. 53 Abs. 2 ATSG 

sind – wie bereits ausgeführt – im vorliegenden Fall nicht gegeben. Es 

erübrigen sich somit zwar grundsätzlich Ausführungen zum 

Vertrauensschutz. Der Vollständigkeit halber ist allerdings dennoch darauf 

einzugehen, erweist sich doch das Vorgehen der Beschwerdegegnerin 

auch im Lichte des Vertrauensschutzes als zu beanstanden. 

6. Der in Art. 9 BV verankerte Grundsatz von Treu und Glauben statuiert ein 

Verbot widersprüchlichen Verhaltens und verleiht einer Person Anspruch 

auf Schutz des berechtigten Vertrauens in behördliche Zusicherungen      

- 29 -

oder sonstiges Verhalten der Behörden, das bestimmte Erwartungen zu 

begründen vermag (vgl. BGE 141 V 530 E.6.2, 131 II 627 E.6.1). Für eine 

Berufung auf den Vertrauensschutz, die eine vom materiellen Recht 

abweichende Behandlung der Rechtsuchenden gebieten kann, setzt die 

Rechtsprechung (kumulativ) voraus, dass:

a) es sich um eine vorbehaltlose Auskunft der Behörden handelt;

b) die Auskunft sich auf eine konkrete, eine bestimmte Person 

berührende Angelegenheit bezieht;

c) die Amtsstelle, welche die Auskunft erteilt hat, dafür zuständig war 

oder die rechtsuchende Person sie aus zureichenden Gründen als 

zuständig betrachten durfte;

d) die Person die Unrichtigkeit der Auskunft nicht ohne Weiteres hat 

erkennen können;

e) die Person im Vertrauen hierauf nicht ohne Nachteil rückgängig zu 

machende Dispositionen getroffen hat;

f) die Rechtslage zur Zeit der Verwirklichung noch die gleiche ist wie 

im Zeitpunkt der Auskunftserteilung;

g) das Interesse an der richtigen Durchsetzung des objektiven Rechts 

dasjenige am Vertrauensschutz nicht überwiegt (vgl. zum Ganzen: 

BGE 143 V 95 E.3.6.2, 137 II 182 E.3.6.2 mit weiteren Hinweisen; 

Urteil des Bundesgerichts 8C_306/2015 vom 25. August 2015 

E.3.2; vgl. ferner BGE 143 V 341 E.5.2.1; Urteil des Bundesgerichts 

8C_458/2021 vom 25. Januar 2022 E.3.2).

Als Disposition im Sinne von vorerwähnter lit. e) kann auch eine 

Unterlassung gelten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_458/2021 vom 25. 

Januar 2022 E.5.3.1 mit Hinweis auf BGE 121 V 65 E.2b). Dem 

Beschwerdeführer wurde im Jahr 1994 eine 50%ige-Rente gemäss UVG 

zugesprochen (vgl. Bg-act. 1013), welche von der G._____ bzw. der 

Beschwerdegegnerin als deren Rechtsnachfolgerin erstmals im Jahr 2013 

einer Wiedererwägungs- resp. erstmals im Jahr 2019 einer 

- 30 -

Revisionsprüfung – entgegen der angekündigten Revisionsprüfung 

spätestens per 1. Mai 1997 (vgl. Bg-act. 1013) – unterzogen wurde (vgl. 

Bg-act. 1025, 1038, 1078 und 1082). Im berechtigten Vertrauen auf die 

Weiterausrichtung der Rente arbeitete der Beschwerdeführer seit dem 

Jahr 1992 als Landwirt (vgl. Bg-act. 1005) und sah sich nicht veranlasst, 

eine anderweitige erwerbliche Tätigkeit aufzunehmen. Mit dem expliziten 

Verzicht auf eine wiedererwägungsweise Reduktion der Rente im Juli 

2013 (vgl. Bg-act. 1038) – womit keine res iudicata vorliegt, weil er nicht 

einer gerichtlichen Beurteilung unterlag (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_552/2021 vom 9. Dezember 2021 E.3.1) – und der gleichwohl 

erneuten Geltendmachung einer wiedererwägungsweisen 

Leistungseinstellung mit dem angefochtenem Einspracheentscheid vom 

12. März 2021 (vgl. Bf-act. 1 Rz. 29 ff.), wobei die gleichen Argumente wie 

im Jahr 2013 vorgebracht wurden (100%ige Arbeitsfähigkeit in einer 

vorwiegend sitzenden Tätigkeit) (vgl. Bg-act. 1025 S. 3), verhält sich die 

Beschwerdegegnerin widersprüchlich, was keinen Rechtsschutz verdient. 

Somit lässt sich die Leistungseinstellung per 31. Dezember 2019 auch 

nicht wiedererwägungsweise begründen.  

7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Voraussetzungen für eine 

materielle Revision gemäss aArt. 17 ATSG oder eine Wiedererwägung 

nach Art. 53 Abs. 2 ATSG nicht erfüllt sind. Die Leistungseinstellung 

(Rente, Heilbehandlung) per 31. Dezember 2019 ist damit nicht 

rechtmässig. Es bleibt demnach beim bisherigen Rechtszustand, wonach 

dem Beschwerdeführer die 50%ige-Rente gemäss UVG sowie die 

Heilbehandlungskosten auch über den 31. Dezember 2019 hinaus 

auszurichten sind. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen und der 

angefochtene Einspracheentscheid vom 12. März 2021 ist aufzuheben. 

8.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

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Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in 

der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in 

casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens 

(Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende 

Verfahren sind daher keine Kosten zu erheben. 

8.2. Der obsiegende Beschwerdeführer hat Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG); diese werden vom Versicherungsgericht 

festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der 

Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Im 

Übrigen wird die Bemessung der Parteientschädigung gemäss Art. 61 

Ingress ATSG nach dem kantonalen Recht bestimmt (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_89/2017 vom 27. November 2017 E.1.1). Gemäss Art. 

78 VRG i.V.m. Art. 2 der Verordnung über die Bemessung des Honorars 

der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte (Honorarverordnung, HV; 

BR 310.250) wird die Parteientschädigung nach Ermessen des Gerichts 

festgesetzt, wobei es grundsätzlich von dem in der Honorarnote geltend 

gemachten (und als angemessen zu betrachtenden) Aufwand sowie 

(üblichen) Stundenansatz ausgeht. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers reichte dem Gericht am 8. September 2022 eine 

aktualisierte Honorarnote über CHF 2'755.50 ein (= 10.35 h à CHF 240.-- 

[CHF 2'484.--] zzgl. 3 % Spesen [CHF 74.50] und 7.7 % MWST 

[CHF 197.--]). Der geltend gemachte Stundenansatz von CHF 240.-- ist 

üblich und kann trotz Nichteinreichung einer Honorarvereinbarung 

übernommen werden. Zudem erscheint der ausgewiesene Aufwand von 

insgesamt 10.35 Arbeitsstunden als angemessen. Die 

Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer somit eine 

Parteientschädigung von CHF 2'755.50 zu bezahlen.

III. Demnach erkennt das Gericht:

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1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid der 

C._____ AG vom 12. März 2021 aufgehoben und sind A._____ die 

bisherige Rente sowie die Heilbehandlungskosten auch über den 31. 

Dezember 2019 hinaus auszurichten. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die C._____ AG hat A._____ aussergerichtlich mit CHF 2'755.50 (inkl. 

Spesen und MWST) zu entschädigen. 

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilung]

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

2. Kammer

Die Vorsitzende Die Aktuarin

von Salis Hemmi