# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ac34c82d-d3e7-5144-8f57-41629003fe1e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-01-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.01.2014 E-7237/2013
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7237-2013_2014-01-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-7237/2013 

 

 

  U r t e i l  v o m  9 .  J a n u a r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichter Walter Stöckli, 

mit Zustimmung von Richter Hans Schürch;   

Gerichtsschreiber Tobias Grasdorf. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), Vietnam, alias 

B._______, geboren (…), Vietnam, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Flughafen-

verfahren);  

Verfügung des BFM vom 20. Dezember 2013 / N (…). 

 

 

E-7237/2013 

Seite 2 

 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

dass der Beschwerdeführer am 5. Dezember 2013 im Transitbereich des 

Flughafens Zürich um Asyl in der Schweiz nachsuchte, 

dass er am 10. Dezember 2013 zur Person befragt und am 16. Dezember 

2013 zu seinen Fluchtgründen angehört wurde, 

dass er dabei zur Begründung seines Gesuchs lediglich geltend machte, 

er sei sehr arm und sei in die Schweiz gekommen, um hier mehr zu ver-

dienen, 

dass das BFM mit Verfügung vom 20. Dezember 2013 – eröffnet am 

22. Dezember 2013 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asyl-

gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht 

eintrat, die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz verfüg-

te und den Vollzug anordnete, 

dass es zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Beschwerdefüh-

rer habe innert der ihm gesetzten Frist von 48 Stunden ohne entschuld-

bare Gründe keine Reise- oder Identitätspapiere abgegeben, er erfülle 

die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht und es seien keine weiteren 

Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-

weisungsvollzugshindernisses erforderlich, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 24. Dezember 2013 gegen 

diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde in vietna-

mesischer Sprache erhob, 

dass die Flughafenpolizei Zürich auf Bitte des Bundesverwaltungsgerichts 

am 30. Dezember 2013 eine deutsche Übersetzung der Beschwerde ver-

anlasste und einreichte, 

dass der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift beantragt, ihm sei 

in der Schweiz Asyl zu gewähren oder es sei ihm wenigstens die proviso-

rische Einreise in die Schweiz zu bewilligen, damit er die Person, die ihn 

auf der Reise von Hanoi in die Schweiz begleitet und ihm sein Geld und 

seine Papiere abgenommen habe, kontaktieren und sein Eigentum zu-

rückholen könne, 

 

E-7237/2013 

Seite 3 

und erwägt, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls in der Re-

gel – so auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968 

[VwVG, SR 172.021]) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 

ff. des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

[BGG, SR 173.110]),  

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist 

(Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden wird 

(Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufge-

zeigt, um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur 

summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 32 ff. AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerde-

instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (BVGE 2011/9 E. 5), 

dass die Beschwerdeinstanz demnach – sofern sie das Nichteintreten als 

unrechtmässig erachtet – sich einer selbstständigen materiellen Prüfung 

enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu neuer 

Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (BVGE 2007/8 E. 2.1), 

E-7237/2013 

Seite 4 

dass indessen bei Nichteintreten auf ein Asylgesuch gemäss Art. 32 Abs. 2 

Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen der Flüchtlingseigen-

schaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im Rahmen 

einer summarischen Prüfung möglich ist (BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5), 

dass dementsprechend in solchen Beschwerdeverfahren auch die Flücht-

lingseigenschaft Prozessgegenstand bildet (BVGE 2007/8 E. 2.1), 

dass das BFM die Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs 

materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüg-

lich volle Kognition zukommt (BVGE 2007/8 E. 2.1), 

dass gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht einge-

treten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht innert 48 Stunden 

nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben, 

dass diese Bestimmung keine Anwendung findet, wenn Asylsuchende 

glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren Gründen 

nicht in der Lage, oder wenn aufgrund der Anhörung sowie gestützt auf 

Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird oder sich 

aufgrund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Abklärungen zur 

Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Wegweisungsvollzugs-

hindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. a–c AsylG), 

dass der Beschwerdeführer unbestrittenermassen innerhalb der ihm ein-

geräumten Frist von 48 Stunden keine Reise- oder Identitätspapiere i.S. 

von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG (vgl. BVGE 2007/7) abgegeben hat, 

dass er auch auf Beschwerdeebene keine Reise- oder Identitätspapiere 

einreichte, 

dass er geltend macht, er habe nie einen eigenen echten Pass besessen 

und seine Identitätskarte zur Beschaffung eines Passes seinem Schlep-

per gegeben, 

dass er die Papiere, mit denen er gereist sei, nie habe in die Hand neh-

men dürfen, 

dass feststeht, dass der sich als B._______ ausgebende Beschwerdefüh-

rer mit einem vietnamesischen Reisepass, von dem lediglich Scan-

Kopien vorliegen, lautend auf den Namen A._______, in die Schweiz ein-

reiste,  

E-7237/2013 

Seite 5 

dass die Kantonspolizei Zürich in einer Prüfung der vorliegenden Kopien 

des vom Beschwerdeführer benutzten Reisepasses keine objektiven Fäl-

schungsmerkmale feststellen konnte, 

dass das BFM unter diesen Umständen zu Recht davon ausging, dass 

der Beschwerdeführer mit seinem eigenen Pass in die Schweiz eingereist 

war und dass er den schweizerischen Behörden seine Reise- und Identi-

tätspapiere bewusst vorenthalte, um seine Identität zu verschleiern und 

einen allfälligen Wegweisungsvollzug zu erschweren, 

dass damit keine entschuldbaren Gründe i.S. von Art. 32 Abs. 3 Bst. a 

AsylG dafür vorliegen, wieso der Beschwerdeführer innert 48 Stunden 

keine Reise- oder Identitätspapiere vorlegte, 

dass damit zu prüfen bleibt, ob aufgrund der Akten die Flüchtlingseigen-

schaft festgestellt werden kann oder ob sich die Notwendigkeit zusätzli-

cher Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines 

Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt, 

dass der Beschwerdeführer in keiner Weise eine flüchtlingsrechtlich rele-

vante Verfolgung im Heimatland geltend macht, sondern lediglich wirt-

schaftliche Gründe für seine Reise in die Schweiz anführt, 

dass das BFM zu Recht seine Flüchtlingseigenschaft als nicht gegeben 

ansah und keine zusätzlichen Abklärungen bezüglich der Flüchtlingsei-

genschaft oder allfälliger Wegweisungsvollzugshindernisse für notwendig 

erachtete, 

dass das BFM mithin zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 

nicht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers eingetreten ist, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilli-

gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen be-

steht (BVGE 2009/50 E. 9), weshalb die Wegweisung im Einklang mit den 

gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom BFM zu Recht an-

geordnet wurde, 

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen 

Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern regelt, 

wenn der Wegweisungsvollzug unzulässig, unzumutbar oder unmöglich ist 

E-7237/2013 

Seite 6 

(Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 16. De-

zember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-

che Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder 

des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entge-

genstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG und Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend zulässig ist, da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in Art. 5 

AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulements 

keine Anwendung findet und keine Anhaltspunkte für eine menschen-

rechtswidrige Behandlung i.S. von Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung 

der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 

101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und Art. 3 der Konvention vom 

4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreihei-

ten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind, die dem Beschwerdeführer im 

Heimat- oder Herkunftsland droht, 

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von Situatio-

nen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notla-

ge konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), 

dass es sich beim Beschwerdeführer um einen jungen, gesunden Mann 

handelt, der in seinem Heimatland nach eigenen Angaben über ein sozia-

les und familiäres Beziehungsnetz verfügt, 

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat des Be-

schwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung 

im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Vollzug der 

Wegweisung vorliegend zumutbar ist, 

E-7237/2013 

Seite 7 

dass der Vollzug der Wegweisung schliesslich möglich ist, da keine Voll-

zugshindernisse bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG) und es dem Beschwerde-

führer obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken 

(Art. 8 Abs. 4 AsylG und BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom Bundesamt verfügte Vollzug der Weg-

weisung zu bestätigen ist, 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 

inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unan-

gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1–3 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-7237/2013 

Seite 8 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.   

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zuguns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM, die Flughafenpo-

lizei und die kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Stöckli Tobias Grasdorf 

 

 

 

Versand: