# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7b5d9b5c-8587-515a-9ad4-6a3d9392a986
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-26
**Language:** de
**Title:** Befristete ganze Rente bestätigt, keine erneute Verschlechterung im massgeblichen Überprüfungszeitraum. Restarbeitsfähigkeit im Alter von 59 Jahren verwertbar.
**Docket/Reference:** IV.2012.00409
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.00409.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.00409
I. Kammer
Sozialversicherungsrichterin Grünig, Vorsitzende
Sozialversicherungsrichterin Maurer Reiter
Ersatzrichter Wilhelm
Gerichtsschreiberin Hartmann
Urteil
vom
26. Februar 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt Roger
Zenari
Advokatur
Notariat, Schaffner
Zenari
Thomann
Dornacherstrasse
10, Postfach, 4603 Olten
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 195
2
,
arbeitete als selbständiger Wirt eines Re
staurant
betriebs
(Urk. 7/1/4)
,
als er
sich
am 25. Mai 2001 bei einem
Sturz eine Schulterluxation mit
Fraktur des
Tuberculum
majus
und
(passagerer)
Arm
-
p
le
x
us-
sowie
Axillaris
parese
rechts
zuzog
, woraufhin sich ein
s
ubac
romiales
Impig
nement
entwickelte.
Am 12.
August 2002 wurde eine
arthroskopische
Ac
romio
plastik
durchgeführt (Urk. 7/5/6-7
, Urk. 7/5/22
, Urk. 7/10/1
, Urk. 7/15/3
).
In der Folge litt er an rechtsseitigen Schulter- und Arm- sowie Handbeschwerden (Urk. 7/5/12) mit reduzierter Arbeitsfähigkeit von 50 % als Wirt (Urk. 7/5/17
, Urk. 7/10/4
).
Am 25. Feb
ruar 2004 meldete sich die Versicherte bei der Eidge
nössischen In
va
lidenver
sicherung zum Leistungsbezug an (Urk. 7/1). Die Sozial
versicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle (nach
folgend: IV-Stelle), klärte die erwerb
lich
en und medizinischen Verhältnisse ab.
Per Ende April 2004 gab der Versicherte seine Tätigkeit als Wirt und den Restaurantbetrieb auf (Urk. 7/12
, Urk. 7/30/3
). Mit Verfügung vom 6.
Dezember 2004 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch des Versicherten auf eine Invaliden
rente
bei einem
Invali
ditätsgrad
von
unter 40 %
(Urk. 7/17).
Dieser Entscheid erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
1.2
Der Versicherte
arbeitete
ab
Juli 2009 als
Serviceangestellter
bei der
Y.___
in einem 100%igen Pensum
(Urk. 7/33, Urk. 23 S. 15)
.
Am
23. Mai 2010
erlitt er
einen weiteren Unfall (Urk. 11/1), bei dem er sich erneut eine
Schulter
luxation
mit Abriss
fraktur
des
Tuberculum
majus
auf der rechten Seite zuzog.
In stationärer Behandlung in der Chirurgischen Klinik des
Z.___
wurde d
ie Schulter
am
24. Mai 2010
repo
sitioniert
und hernach konservativ behandelt
.
Am 30.
März 2011 wurde eine Schulterarthroskopie mit
Tenotomie der langen
Bicepssehne
,
Acromio
plas
tik
und
Acromic
lavikular
-(AC-)
Gelenksresektion
rechts durchgeführt (
Urk. 7/36/6
-7
, Urk. 11/62-65)
.
Die Wiederauf
nahme der Arbeit war ab Mitte August 2010 in reduziertem Pensum erfolgt (Urk. 11/19-21, Urk. 11/32, Urk. 11/56, Urk. 11/61
, Urk.
23 S. 15
).
W
egen Konkurs der Arbeitgeberin
wurde
das Arbeitsverhältnis p
er
31.
März 2011
gekündigt
(Urk. 7/40/29).
Die Unfall
versicherung, die SWICA Ver
sicherungen AG (nachfolgend: SWICA), erbrachte im Anschluss an den Unfall die gesetzlichen Leistungen.
Nebst anhaltender rechtsseitiger Schulter-, Arm- und Handbeschwerden leidet der Versicherte zudem an Blasenkrebs.
Am 25.
Januar 2011
(Urk. 11/71) und
- aufgrund eines
multilokulären
Rezidivs -
am 18.
Mai 2012
(Urk.
15/5
)
,
am 4. April (Urk. 33/8)
sowie am
1
2.
August 2013 (Urk. 36)
wurden
endoskopische
Resek
tion
en
der
Blasen
karzinome
vorgenommen
.
Ausserdem leidet der Ver
si
cherte
an Rücken
- und
Kopfb
eschwerden
sowie seit einem Unfall im Jahr 1980 mit Rippenbrüchen an Beschwerden im Bereich der rechten
Thoraxhälfte
(Urk.
23 S.
17 f. und S. 27, Urk. 24 S. 2 f.
).
1.3
Am 23. November 2010 hatte sich der Versicherte erneut bei der Invaliden
ver
sicherung zum Leistungsbezug angemeldet (Urk. 7/24).
Nach Abklärung
des
erwerblichen und medizinischen
Sachverhalts kündigte die IV-Stelle mit Vor
bescheid vom 13. September 2011 die
Abweisung
des
Begehrens
um
beruf
liche Massnahmen an (Urk. 7/46
) und mit
Vorbescheid vom 14. September 2011 die
Zusprache
einer vom 1. Mai bis 31. Oktober 2011 befristeten ganzen Rente (Urk. 7/47).
Der Versicherte erhob mit Schreiben vom 12. Ok
tober 2011 gegen beide Vorbescheide
Einwände
(Urk. 7/56).
Am
3. Januar 2012
verfügte die IV-Stelle
wie angekündigt die Abweisung des Begehrens um be
rufliche Mass
nah
men (Urk. 7/70). Mit Verfügung vom 14. März 2012 sprach sie dem Ver
sicher
ten
eine
vom 1. Mai bis 31. Oktober 2011 befristete ganze Rente
bei einem Invaliditätsgrad von 100 %
zu (Urk. 2).
1.4
Am
10.
Oktober 2011 hatte sich der Versicherte bei der Invalidenversicherung
des Weiteren
wegen Schwerhörigkeit auf der linken Seite
zum Bezug eines Hör
gerätes ange
meldet (Urk. 7/54).
Die IV-Stelle übernahm gestützt
auf den Bericht von Dr. med.
A.___
, Facharzt für
Oto
-
Rhino
-Laryngologie
,
vom 25. No
vember 2011 (Urk. 7/63 S. 2)
mit Mitteilung vom 1. Dezember 2011 eine Pauschale für eine einseitige Hörgerätversorgung (Urk. 7/64).
2.
M
it Eingabe vom 18. April 2012
erhob
der Versicherte
Beschwerde und bean
tragte, die Ver
fügung vom
14. März
2012 sei aufzuheben und es sei ihm auch über den 31. Oktober 2011 hinaus eine ganze Invalidenrente nach Mass
gabe eines Invaliditätsgrades von mindestens 70 % zuzusprechen; even
tualiter sei die Streitsache zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück
zuweisen (Urk. 1 S. 2).
Mit der Beschwerde reichte er den Bericht von
Dr.
med.
B.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, vom 17. Februar 2012 ein (Urk. 3).
Die Beschwerdegeg
nerin schloss in der Beschwerde
antwort vom 24. Mai 2012 auf Abweisung der Beschwerde (Urk. 6). Mit Ver
fügung vom 18. Juni 2012 wurden die Unfallversicherungsakten der SWICA beigezogen (Urk. 8). Mit als Replik bezeich
neter Eingabe vom 27. August 2012 stellte der Beschwerdeführer den Antrag, das Verfahren sei bis zum Vorliegen des Gutach
tens der MEDAS
C.___
im parallel
laufenden
unfallver
sicherungs
rechtlichen
Verfahren zu sistieren. Ausserdem machte er weitere Ausfüh
rungen zur Streitsache
(Urk. 14)
und reichte die Berichte von Dr. med.
D.___
,
Fach
ärztin
für Neurologie, vom
E.___
vom 19.
April und 7. Mai 2012 (Urk. 15/4.1-3) sowie den Bericht der Klinik für Urologie des
F
.___
vom 22. Mai 2012 (
Urk. 15/5)
ein
. Mit Verfügung vom 11. Sep
tember 2012 wurde der Beschwerdegegnerin Gelegen
heit zur Stellung
nahme zum Sistierungsantrag gegeben (Urk. 16). Die Beschwerdegegnerin er
stattete unter Beilage der Stel
lung
nahme von
pract
. med.
G
.___
des Regionalen Ärzt
li
chen Dienstes
(RAD)
vom 1. Oktober 2012 (Urk. 18)
mit Ein
gabe vom 1. Okto
ber 2012
die Duplik
und hielt an ihrem Antrag auf Abweisung fest
(Urk. 17). Mit Eingabe vom 3. Oktober 2012 nahm sie zum Sistierungsantrag Stellung und beantragte des
sen Abweisung (Urk. 20). Das Gericht holte
im weiteren Verlauf
von der SWICA
das Gutachten der MEDAS
C.___
vom 25. Januar 2013 (Urk. 23) mit den
Konsiliargutachten
von
Dr.
med.
H
.___
vom 2
1.
Dezember 2012 (Urk. 24) und der Orthopädischen Klinik der
I
.___
vom 2
5.
November 2012 (Urk. 25)
ein
(Urk. 21-22)
. Das Sistierungsgesuch des Be
schwerdeführers wurde mit Ver
fügun
g vom 7.
Februar 2013 als gegenstands
los geworden abgeschrieben (Urk. 26 S. 2).
Mit Eingabe vom 28. Juni 2013 nahm der Beschwerdeführer zum Gutachten der MEDAS
C.___
Stel
lung (Urk. 32) und
hielt an seinen Anträgen fest (Urk. 32 S. 2).
Ausserdem
reichte
er
das Gutachten
von Dr. med.
J
.___
,
Facharzt für
Neuro
log
i
e
,
vom 24. Juni 2013 (Urk. 33/6)
und
den Bericht
von Dr.
med.
K
.___
, Facharzt für Neurologie, vom 15. Mai 2013 (Urk. 33/7)
sowie
den Kurzbericht der Klinik für Urologie des
F
.___
vom 5. April 2013 (Urk. 33/8) ein.
Mit Eingabe vom 19. August 2013 (Urk. 35) gab e
r zudem den Bericht des
F
.___
vom 13. August 2013 (Urk. 36) zu den Akten.
Die Beschwerdegegnerin
hielt in der
Duplik vom 2. September 2013
an ihrem Antrag auf Abweisung der Beschwerde fest (Urk. 38) und reichte d
ie S
tellungnahme von
pract
. med.
G
.___
vom 13.
August 2013 (Urk. 39) ein
. Dazu liess sich der Beschwerdeführer mit Ein
gabe vom 7. November 2013 ver
lauten (Urk. 43).
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Unterlagen wird, so
weit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
Am
1. Januar 2012
sind d
ie im Rahmen der IV-Revision 6a
vorgenommenen
Än
de
rungen des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) und der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) in Kraft getreten.
In
materiell
rechtlicher
Hinsicht gilt jedoch der allgemeine übergangsrechtliche Grundsatz, dass der Beurteilung jene Rechtsnormen zu Grunde zu legen sind, die bei Erlass des angefochtenen Entscheids respektive im Zeitpunkt gegolten haben, als sich der zu den materiellen Rechtsfolgen führende Sachverhalt verwirklicht hat
(vgl. BGE 127 V 466 E. 1, 126 V 134 E. 4b, je mit Hinweisen). Die angefochtene Verfügung ist am
14. März 2012 (Urk. 2) ergangen,
wobei ein Sachverhalt zu beur
teilen ist, der vor dem Inkrafttreten der revidierten Bestim
mungen
der IV-Revision 6a
am 1. Januar 20
12
begonnen hat. Daher und aufgrund dessen, dass der Rechtsstreit eine Dauerleistung betrifft, über welche noch nicht rechtskräftig verfügt wurde, ist entsprechen
d den allgemeinen intertemporal
rechtlichen Re
geln für die Zeit bis 31. Dezember 20
11
auf die damals
seit der 5. IV-Revision
(
ab dem 1. Januar 2008;
AS 2007 5129 ff.
)
geltenden Bestimmungen und ab
dem 1. Januar 2012
auf die neuen Normen der
IV-Revision 6a
abzustellen
(vgl. zur
5
. IV-Revision: Urteil des Bundesgerichts
8C_829/2008 2
3.
Dezember 2008
E. 2.1
). Im Folgenden werden die massgeblichen Gesetzes
bestimmungen - so
weit nichts anderes vermerkt ist - in der seit dem
1.
Januar 20
12
geltenden Fassung zitiert
.
2.
2
.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1
des Bundes
gesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG
). Die Invalidität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körper
lichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmög
lichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbs
unfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beein
trächtigung zu berück
sichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
2
.2
Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei
einem In
validitätsgrad von mindestens 40 Prozent Anspruch auf eine
Viertelsrente
, bei
einem Invaliditätsgrad von min
destens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Ren
te, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine
Drei
viertelsrente
und bei einem
Invali
ditätsgrad
von mindestens 70 Prozent An
spruch
auf eine ganze Rente
.
2
.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invaliden
ein
kom
men
), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensvergleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommens
ver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
2
.4
War eine Rente wegen eines zu geringen
Invaliditäts
grades
verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung (hier vom 28. Oktober 2009; Urk. 6/98) eingetreten (Art. 87 Abs. 4 IVV in der bis Ende 2011 gültig gewese
nen Fassung; ab 2012: Art. 87 Abs. 3 IVV), so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Renten
anspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades erfolgt ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hinweis).
2.5
Die rückwirkend ergangene Verfügung über eine befristete oder im Sinne einer Reduktion abgestufte Invalidenrente umfasst einerseits die Zusprechung der Leistung und andererseits deren Aufhebung oder Herabsetzung. Letztere setzt voraus, dass Revisionsgründe (BGE 133 V 263 E. 6.1 mit Hinweisen) vorliegen, wobei der Zeitpunkt der Aufhebung oder Herabsetzung nach Massgabe des analog anwendbaren (AHI 1998 S. 121 E. 1b mit Hinweisen) Art. 88a IVV fest
zusetzen ist (vgl. BGE 121 V 264 E. 6b/
dd
mit Hinweis). Ob eine für den Ren
tenanspruch erhebliche Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten und damit der für die Befristung oder Abstufung erforderliche Revisionsgrund gegeben ist, beurteilt sich durch Vergleich des Sachverhalts im Zeitpunkt der
Rentenzuspre
chung
oder des Rentenbeginns mit demjenigen zur Zeit der Aufhebung bzw. Herabsetzung der Rente (BGE 125 V 413 E. 2d am Ende, 369 E. 2, 113 V 273
E. 1a, 109 V 262 E. 4a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5). Spricht die Verwaltung der versicherten Person eine befristete Rente zu und wird
be
schwerdeweise
einzig die Befristung der Leistungen angefochten, hat dies nicht eine Einschränkung des Gegenstandes des Rechtsmittelverfahrens in dem Sinne zur Folge, dass die unbestritten gebliebenen Bezugszeiten von der Beur
teilung ausgeklamme
rt bleiben (BGE 125 V 413 f. E.
2d mit Hinweisen). Die gerichtliche Prüfung hat vielmehr den Rentenanspruch für den gesamten
ver
fügungsweise
geregelten Zeitraum und damit sowohl die Zusprechung als auch die Aufhebung der Rente zu erfassen (Urteil des Bundesgerichts I 526/06 vom 31. Oktober 2006 E. 2.3 mit Hinweisen).
3
.
3
.1
Die Beschwerdegegnerin stellte sich im angefochtenen Entscheid auf den Stand
punkt,
die Arbeitsfähigkeit
de
s
Beschwerdeführer
s
sei seit dem 23. Mai 2010 erheblich eingeschränkt gewesen und es habe nach Ablauf des Wartejahres am 23. Mai 2011 bis Ende Juli 2011 eine vollständige Erwerbsunfähigkeit be
stan
den.
Seit
dem 1. August 2011
sei ihm
indes
eine leidensangepasste Tätigkeit ohne Belastung des rechten Arms und der rechten Schulter in einem 100%igen Pen
sum zumutbar. Der Einkommensvergleich ergeb
e einen Invaliditätsgrad von 10
%, weshalb die Rente in Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV
auf Ende Oktober 2011 zu befristen sei (Urk. 2 S. 5 f.).
Die Beschwerdegegnerin stützte sich
bei
ihrem Entscheid auf die Stellung
nah
men von
pract
. med.
G
.___
vom 7. September 2011 (Urk. 7/43 S. 6 f.) und vom 24. November 2011 (Urk. 7/69 S. 2), der ausgehend von den Berichten von Dr.
L
.___
des
Z.___
vom 5. Juli 2011 (Urk. 7/41 S.
5
f.
) und von Dr. med.
M
.___
, Facharzt für Allgemeine Medizin, vom 2. September 2011 (Urk. 7/41 S. 1 ff.) in der angestammten Tätigkeit vom 24. Januar bis 13. Feb
ruar 2011 und vom 29. März bis 31. Juli 2011 auf eine 100%ige Arbeitsun
fä
higkeit sowie vom 14. Februar bis 28. März 2011 und ab dem 1.
August 2011 auf eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit schloss. Bezüglich der Arbeitsunfähigkeit für die Zeit vom Unfall bis Januar 2011 könne die von der SWICA festgehaltene Arbeitsun
fähigkeit (100 % vom 26. Mai bis 11. August 2010, 80 % vom 1
2.
bis 18. August 201
0
, 50 % ab 19. August 201
0
bis auf Weiteres; Urk. 7/28 S.18 f., Urk. 7/43 S. 3; vgl. auch den undatierten Bericht von
Dr.
M
.___
zuhanden der Beschwerdegegnerin, Urk. 7/31 S. 2) übernommen werden (Urk. 7/43 S. 6 f.). In einer leidensangepassten Tätig
keit sei (entsprechend der Einschätzung von Dr.
L
.___
, Urk. 7/41/6) ab dem 1. August 2011 eine 100%ige Arbeits
fähig
keit ausge
wiesen
(Urk. 7/69 S. 2).
3
.2
D
er
Beschwerdeführer wendet dagegen ein,
er leide aufgrund des Unfalls vom 23. Mai 2010 unter mehrfachen Einschränkungen an der rechten Schulter und
am rechten Arm, so etwa
an
ungleiche
n
Kraftverhältnisse
n
beider Arme,
einer
Klam
merhaltung
der Finger und eingeschränkte
r
Bewegungsfähigkeit rechts
. Es sei
von Dr.
K
.___
apparativ eine
Armplexusläsion
nachgewiesen
worden
und Dr.
J
.___
habe ein CRPS (
Complex
Regional
Pain
Syndrome
; kompl
exes regionales Schmerzsyndrom) Typ
II diagnostiziert
. B
ereits Dr.
D.___
v
om
F
.___
sei
von einer
Arm
plexusläsion
und einem CRPS I (Mor
bus
Sudeck
) ausge
gangen. Zudem habe
Dr.
med.
N
.___
von der
O
.___
schon im Januar 2011 auf eine in der Magnetresonanztomographie (MRT) sichtbare Nekrose-Zone hinge
wiesen.
Da
neben
bestünden
diverse andere körperliche Beschwerden
, namentlich
eine
ein
ge
schränk
te
Hörfähigkeit,
Prob
leme
mit
der rechten Rippe, Einschränkungen in der lin
ken Schulter,
Rücken
beschwerden
, Gicht
und Hypertonie.
Die
Rücken
be
schwerden
seien bisher weder bildgebend noch gutachterlich abgeklärt worden. Auch die Gicht sei bisher noch keinerlei gutachterlicher Beurteilung zugeführt worden.
Zudem sei er auf
grund des Status nach Krebs
leiden in ärztlicher Kontrolle.
Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin sei das Krebsleiden nicht re
mittiert, sondern trete rezidiv auf
, was regelmässige Operationen nötig mache. Mittler
weile habe er deswegen erhebliche Schmerzen, insbesondere auch beim Sitzen, was zu einer entspre
chenden Arbeitsunfähigkeit führe.
Die ge
samte körperliche
Beschwerde
proble
matik
mache sich natürlich auch psychisch bemerkbar.
Auf die Ein
schät
zung des Operateurs Dr. med.
L
.___
, Facharzt für Chirurgie,
des
Z.___
, de
r
MEDAS
C.___
und
des RAD
pract
. med.
G
.___
könne nicht ab
gestellt werden, da deren Berichte
beziehungsweise Gutachten
beweisuntauglich seien.
Es sei
insbesondere
a
uf
grund der
orthopädischen
Beurteilung von Dr.
B.___
bis auf
W
eiteres
von einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit auch über den 31. Oktober (richtig: Juli) 2011 hinaus aus
zu
gehen
. A
llein aus neurologischer Sicht
sei
gemäss der
Einschätzung von Dr.
J
.___
und Dr.
K
.___
eine
100%ige Arbeits
unfähig
keit in der ange
stammten Tätigkeit und
eine
20%ige Arbeitsunfähigkeit in einer
leidensange
passten
Tätigkeit
,
welche angesichts des beschriebenen Profils
einer
Tätigkeit in einer geschützten Werk
statt
entspreche
,
gegeben. Für den Fall, dass d
a
rauf nicht abgestellt werde,
sei vom Gericht ein inter
disziplinäres Gutachten einzu
holen. Des Weiteren ha
be die
Beschwerde
gegnerin
sein fortgeschrittenes Alter ausser Acht gelassen, aufgrund dessen die behaup
tete verbliebene
Rest
arbeitsfähigkeit
auf dem ausgeglichenen Arbeits
markt ohnehin
realistischer
weise
nicht mehr nach
gefragt sei. Ebenfalls unbe
rück
sichtigt geblieben sei die
Revisionsvoraus
setzung
von Art. 17 ATSG.
Denn e
ine
wesentliche Verbesserung des Ge
sund
heitszustan
des sei
nicht ein
getreten. Schliesslich habe die Beschwerdegegnerin den
Einkom
mens
vergleich
fehlerhaft durchgeführt
, indem sie nicht vom Total, Anforderungs
niveau vier
,
der
Ta
bellenlöhne
ausgegangen sei
und
beim
Invali
deneinkommen
nicht 25 % in Ab
zug gebracht habe
(Urk. 1 S.
4 ff.
, Urk. 14 S. 3 ff., Urk. 32 S. 2 ff.,
Urk. 35,
Urk. 43
).
3
.3
3.3.1
Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom 23. November 2010 (Urk. 7/24) eingetreten.
Seit der rentenverneinenden Verfügung vom 6. De
zem
ber 2004 (Urk. 7/17
) ist im Anschluss an den Unfall vom 23. Mai 2010
mit
Schulter
luxation
und Abrissfraktur des
Tuberculum
majus
(
Urk. 7/36/6-7
)
un
strittig
eine gesundheitliche Verschlechterung eingetreten, welche
im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Renten
anspruch relevante Änderung des
In
validi
tätsgrades
ergab
.
Und zwar sind sich d
ie Parteien im Hinblick auf den strittigen Rentenanspruch zu Recht darin einig, dass die Arbeitsfähigkeit
des Beschwer
deführers
in der ange
stammten Tätigkeit
als Serviceangestellter
nach dem Un
fall vom 23.
Mai 2010
und der Schulteroperation vom 30. März 2011
(
Schulter
arthroskopie
mit
Tenotomie der langen
Bicepssehne
,
Acromioplastik
und
AC-
Gelenksresektion
rechts
; Urk. 7/36/6-7, Urk. 11/62-65)
wäh
rend des soge
nann
ten Wartejahres
insbesondere aufgrund der Schulterverletzung am rechten Arm
erheblich im Sinne von Art.
28 Abs. 1
lit
. b IVG
, mithin
bis zum 23. Mai 2011
ohne we
sentlichen Unterbruch minde
stens zu
40
%
einge
schränkt war
(Urk. 7/31/2, Urk. 7/32/6, Urk. 7/41)
.
Eben
falls unstrittig
und ausgewiesen
ist, dass
der Beschwerde
führer
bis am
31. Juli 2011
in einer leidensangepassten Tä
tigkeit zu 100 % arbeitsunfähig war
(Urk. 7/38/3-6, Urk. 7/40/4-5)
.
3.3.2
Strittig und zu prüfen ist nachfolgend für den Zeitraum
von August 2011
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom
14. März 2012 (Urk. 2
), was recht
sprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen
Überprüfungsbe
fugnis
bildet (BGE 132 V 220 E. 3.1.1, BGE
122 V 77 E. 2b, Urteil des Bundes
gerichts 8C_76/2009 vom 19. Mai 2009 E. 2, je mit Hinweis), ob sich der Ge
sundheits
zustand de
s
Beschwerdeführer
s
soweit ver
bessert hat, dass
ihm
ab dem 1. August 2011
eine leidensangepasste Tätigkeit in einem
rentenausschlies
sen
den
Umfang zumutbar war.
Dabei
sind nach dem 14. März 2012 erstellte ärztli
che Berichte
nur insofern zu be
rücksichtigen, als daraus Rückschlüsse auf den Sachverhalt
im massgeblichen Zeitraum bis zur
angefochtenen
Verfügung zu
lässig er
scheinen.
4
.
4
.1
Die Krebserkrankung des Beschwerdeführers trat soweit aktenkundig Anfang 2011 auf.
Drei Monate nach
der ersten Resektion des Blasentumors
vom 25.
Januar 2011 war der Beschwerdeführer gemäss dem Bericht der Klinik für Urologie des
F
.___
vom 26.
April 2011 diesbezüglich „absolut be
schwerdefrei“.
Auch habe sich kein Hinweis für ein Rezidiv des Blasentumors gezeigt (Urk. 7/41/7). Ein solches wurde erst im Mai 2012, mithin nach dem hier relevanten Überprüfungszeitraum bis zum 14. März 2012 (Urk. 2)
,
festgestellt
und wiederum endoskopisch mittels
transurethraler
Blasentumorresektion (TUR-B)
am 18.
Mai 2012 entfernt (Urk. 15/5)
.
Eine Chemo- oder Strahlentherapie fand nicht statt.
Es ist bei dieser Sachlage daher
mit der
Beschwerdegegnerin
davon auszugehen, dass in der Zeit von August 2011 bis Mitte März 2012 die Arbeitsfähigkeit aufgrund der Krebserkrankung nicht eingeschränkt war.
4.2
Auch in Bezug auf die geltend gemachten Rückenbeschwerden ist für die Zeit bis zum 14. März 2012 nicht von einer zusätzlichen Einschränkung der Arbeits
fähigkeit auszugehen.
Denn s
olche Beschwerden
äusserte der Beschwerde
führer
erstmals
gegenüber den Gutachtern der MEDAS
C.___
.
Und zwar gab er g
emäss dem Gutachten vom
25. Januar 2013
in der Untersuchung Ende Sep
tember 2012
an,
er sei nebst den rechtsseitigen Beschwerden am rechten Arm am zweit
stärksten durch starke linksseitige Kreuzschmerzen, jeweils ausgelöst durch Staubsaugen oder durch das Tragen von zu grossen Gewichten, gestört
, welche über das linke Gesäss der Aussenseite des Ober
schenkels entlang bis zum Knie ausstrahlen würden. Eine gewisse Müdigkeit im Rücken habe er stän
dig.
Er könne nicht lange stehen oder in der gleichen Position sitzen
(Urk. 23 S. 17)
.
Ob die Beurteilung der MEDAS-Gutachter, welche die dies
bezügliche Diagnose eine
s chronisch rezidivierenden
Pan
vertebralsyn
droms
mit
thorako
-lumbaler Haltungsinsuffizienz als Diagnose ohne wesent
liche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit beurteilten (Urk. 23 S. 27), zutrifft, kann hier offen bleiben.
Solche Beschwerden wurden jedenfalls weder bei der Anmeldung zum
Leis
tungsbezug
(Urk. 7/24 S. 7) noch bis zum 14. März 2012 (Urk. 2) in einem
Arzt
bericht
aufgeführt. Insbesondere sind in den Berichten des Hausarztes Dr.
M
.___
(Urk. 7/28/28, Urk. 7/31, Urk. 7/62) und auch in der ortho
pädischen
Kurzbeur
teilung
von
Dr.
B.___
vom 17. Februar 2012 (Urk. 3) keine
Rückenbe
schwerden
festgehalten
.
In der Zeit bis zum 14. März 2012 ist eine die Arbeits
fähigkeit einschränkende Rückenproblematik
daher
nicht ausge
wiesen.
4.3
Dasselbe
trifft auch auf die
medizinisch
erstmals
im
MEDAS
-Gutachten vom 25. Januar 2013 (respektive in den Teilgutachten vom 25. November und
21.
Dezember 2012) festgehaltenen
Kopfbeschwerden,
auf die
alle paar Wochen auf
tretende
n
Beschwerden an der linken Schulter
und
auf die
Schmerzepisode in den Zehen am linken Fuss, welche nach Angaben des Beschwerdeführers als Gicht behandelt worden sei
(Urk. 23 S. 17 f., Urk. 24 S. 2)
, zu. Dies gilt umso mehr, als
es sich
hierbei
lediglich um intermittierend auftretende Beschwerden handelt, welche von den Gutachtern nachvollziehbar als Krankheitsbilder ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit beurteilt wurden (Urk.
23 S. 27
).
4.
4
Die ebenfalls erstmals im MEDAS-Gutachten aufgeführten Schmerzen i
m Bereich der Rippen rechts
tra
ten
nach Angaben des Beschwerdeführers
bereits
seit dem 1980 erlittenen Arbeits
unfall bewegungsabhängig intermittierend auf (Urk. 23 S. 17 f., Urk. 24 S. 2). Diese Beschwerden bestanden somit bereits vor Beginn der Arbeitsun
fähigkeit
per 23.
Mai 2010 während seiner 100%igen Tätigkeit als Serviceangestellter, ohne dass sie eine Einschränkung der Erwerbs
tätigkeit
verur
sacht hätte
n
; d
ies obschon, wie dem Bericht von
Dr.
J
.___
vom 24. Juni 2013 zu entnehmen ist, diese Tätigkeit nebst
der Bedienung der Gäste auch körperlich schwerere Arbeiten wie
das Tragen von
mehr als
50
Kilo
gramm schweren Fässern
und der vollen
Har
assen, das Auf
stellen der Tische und Stühle im Garten und das Staubsaugen und Auf
nehmen der Böden
bein
haltete (Urk. 33/6 S. 4).
Dass in der hier betreffenden Zeit von August 2011 bis Mitte März 2012 eine Verschlechterung dieser Beschwerden aufgetreten ist, wurde nicht geltend gemacht und ist vor allem auch deshalb nicht anzunehmen, weil diese Beschwerden vor der MEDAS-Begutachtung in den zahlreichen
Arzt
konsultationen
nach dem Unfall vom 23.
März
2010 nie ein Thema waren.
4.5
Schliesslich ist auch aufgrund der beim Beschwerdeführer vorliegenden
arte
riellen
Hyper
tonie und Beeinträchtigung der Hörfähigkeit keine zur rechts
seiti
gen
Hand-/Arm- und
Schulterproblematik zusätzliche Einschränkung der Arbeits
fähigkeit im hier betref
fenden Zeitraum
gegeben
. D
enn die Hypertonie wurde sowohl von Dr.
M
.___
(im Bericht vom
2.
September 2011, Urk. 7/41/1) als auch von den MEDAS-Gutachtern (Urk. 23 S. 27)
als Diagnose ohne Einfluss auf die Arbeits
fähigkeit beurteilt.
Die im Oktober 2011 geltend gemachte
Be
einträchtigung der Hörfähigkeit betrifft lediglich das linke Ohr und besteht be
reits seit 1989 (Urk. 7/54/4
, Urk. 7/64/1
). Zudem wurde sie mittels eines Hörge
rätes versorgt (Urk. 7/64). Insbesondere in Bezug auf die für den Be
schwerde
führer in Frage kommenden Tätigkeiten ist
insofern
keine wesent
liche Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit
für die Zeit bis zum 14. März 2012
an
zuneh
men.
Im Übrigen sind den Akten auch keine
Hinweise auf eine psychische
Symptomatik im massgeblichen Zeitraum
zu entnehmen.
Eine derartige Erkran
kung wird denn auch nicht behauptet.
5.
5.1
.1
Somit
kommt
in der Zeit
vom 1. August 2011 bis zum 14. März 2012 (
Urk.
2)
eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit
allein zufolge der Be
schwerden an der oberen rechten Extremität und Schulter in Frage.
5.1
.2
Dr.
L
.___
vom
Z.___
, wo
am 30. März 2011 die
Schulterarthroskopie mit
Tenotomie der langen
Bicepssehne
,
Acromioplastik
und
AC-Gelenksresek
tion
rechts
durchgeführt
wurde
,
hielt im Bericht vom 30. Juni 2011
im We
sent
lichen
die Diagnosen eines
subacromialen
Impingements
und einer symp
toma
tischen AC-Gelenksarthrose der rechten Schulter fest. Z
ur Anam
nese
führte er aus
, drei Monate postoperativ habe der Beschwerdeführer weiterhin eine deut
li
che Bes
serung der präoperativ beschriebenen
(Arm-)
Beschwerden erfah
ren. Die Beweg
lichkeit habe erheblich zugenommen und die Schmerzsymptomatik habe sich gebessert. Er habe jedoch vor allem nachts und morgens noch Schmerzen und nehme deshalb zwei Mal am Tag
Irfe
n
. Er sei im Moment noch zu 100
% arbeits
unfähig
. Zur
Beurteilung führte Dr.
L
.___
nach der Befunderhebung aus, es zeige sich weiterhin ein sehr guter Verlauf. Die Be
handlung sei vorerst abge
schlossen. Die Physiotherapie werde bis zum Ende der Serie noch einmal pro Woche weitergeführt.
Der Beschwerdeführer sei noch bis zum 31. Juli 2011 zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben worden, an
schliessend könne er voll arbeiten
(Urk. 7/41 S. 5).
Im Bericht
vom 5. Juli 2011 erklärte Dr.
L
.___
zu
dem,
der Beschwerdeführer sei ab August 2011 als Serviceangestellter voll arbeitsfähig mit 100 % Leistung. Eingeschränkt sei seine Arbeits
fähigkeit indes bei Überkopfarbeiten und Heben von schweren Lasten über Brusthöhe. Zu ver
meiden seien ausserdem die Schulter belastende repe
titive Arbeiten (Urk. 7/40/5).
Nach der Untersuchung vom 10. Oktober 2011 befand Dr.
L
.___
im Bericht vom 24. Oktober 2011, er sei nach wie vor der Meinung, dass der Beschwerdeführer in (körperlich) leichten Tätigkeiten vollumfänglich arbeits
fä
hig sei. Für eine schwere Arbeit in einem stressigen Betrieb mit schweren
Hebe
arbeiten
, etwa in der Küche oder mit dem Tragen von Geschirr oder mit
Über
kopfarbeiten
sollte er für mindestens 75 % arbeitsfähig sein.
Repetitive Tätig
keiten wie Heben über Brusthöhe und über Kopf sollten v
ermieden werden. Dies sollte in der Tätigkeit als Kellner
möglich sein (Urk. 11/108).
5.1
.3
Dr.
M
.___
hatte
sich im Bericht vom 20. Oktober 2011 aufgrund der Be
schwer
den am rechten Arm für eine kör
perlich leich
tere Arbeit aus
gesprochen
, welche dem rechtshändigen Beschwerdeführer be
reits wegen der belastungsunabhängigen Schmerzen nicht ganztags zumutbar sei. Die angestammte Tätigkeit als Kellner sei höchstens zu 50 % zumutbar (Urk. 7/62).
Dr.
B.___
, der den Beschwerdeführer
n
ach Zuweisung
von Dr.
M
.___
unter
sucht hat
te
,
kam gemäss seiner orthopädischen Kurzbeurteilung vom 17. Februar 2012
im Gegensatz zu
Dr.
L
.___
zum Schluss,
der rechte Arm beziehungsweise die rechte Hand seien momentan wenig gebrauchsfähig und der Beschwerdeführer sei nicht arbeitsfähig.
Eine Arbeitsfähigkeit auch für leichte manuelle Tätigkeiten sei zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht zu denken.
E
s bestehe weiterhin eine un
befriedigende Schmerz- und
Bewe
gungs
situation
der rechten Schulter sowie zu
nehmend der rechten Hand.
Die vom Beschwerdeführer geschilderten Be
schwer
den
(Nachtschmerzen an der rechten Schulter, Handgelenksschmerzen rechts, Hängenbleiben der Finger bei
Faust
schluss
, Ausstrahlung der Schmerzen in den rechten Unterarm bis in die Schul
ter, Urk. 3 S. 2)
und Bewegungseinschränkungen
(Schulter, Nackengriff rechts, Urk. 3 S. 2 f.)
seien klar nachvollziehbar und würden für die Schulter ein radi
ologisches Korrelat finden.
Wegen beginnenden, sehr wahr
scheinlich reak
tiven oder schmerzbedingten Flexions
kontrakturen der rechten Hand sei der Be
schwerde
führer in ergo
therapeutischer Behandlung. Die be
handelnde Ergo
thera
peutin habe den Ver
dacht ge
äussert, dass es sich an der rechten Hand um einen Status nach Morbus
Sudeck
handeln könnte, der nach dem ersten Traum
a
(im Jahr 20
01) aufgetreten sei. Die jetzigen Befunde würden
darauf hinweisen. Zusätzlich habe sie neurologische Ausfälle festgestellt. Eine neuro
logische Standort
bestimmung sei angezeigt
. Seine Diagnose laute rezidiv CRPS I rechte Hand/Vorderarm bei Status nach vorderer Schulterluxation mit Abriss
Tuber
culum
majus
im Mai 2010 und Status nach Schulterarthroskopie sowie Status nach AC-Resektion 2002 und bei unklarer Neurologie am rechten Vorderarm
(
Urk.
3 S. 4 f.).
Die neurologische Abklärung, welche von
Dr.
D.___
vom
E
.___
im April 2012 durchgeführt wurde, ergab gemäss deren Bericht vom 7. Mai 2012 Befunde, welche zu einer
Armplexusläsion
rechts passen würden. Ein abgelaufenes CRPS I sei aufgrund der geschilderten Symptome und des
von Dr.
B.___
erhobenen Befundes wahrscheinlich
(Urk. 15/4.1 S. 2)
.
5.1
.4
Die MEDAS-Gutachter kamen gemäss dem polydisziplinären Gutachten zuhan
den des Unfallversicherers vom 25. Januar 2013 zum Schluss, aus rein ortho
pä
discher Sicht bestehe in der Tätigkeit als Serviceangestellter in zeitlicher Hin
sicht eine volle Arbeitsfähigkeit. Eine Einschränkung sei für wieder
holtes Arbeiten über Kopfhöhe unter Kraftanwendung gegeben. Es bestehe eine Dis
krepanz zwischen den geklagten Beschwerden und den orthopädischen Befun
den. Aus neurologischer Sicht bestehe hauptsächlich wegen der
Bewegungsein
schränkungen
der rechten Hand keine verwertbare Arbeitsfähigkeit als
Service
angestellter
mehr. Eine
Plexusschädigung
als Kernproblem könne nicht be
wie
sen, aber auch nicht aus
ge
schlossen werden. Insgesamt seien leichte bis mittel
schwere Tätigkeiten ohne Anforderungen an die
Fein
motorik
, ohne grös
sere Kraftanwendung der rechten Hand, ohne häufiges, regel
mässiges Heben von Gewichten bis 5 Kilogramm über Kopfhöhe in einem 100%igen Pensum bei voller Leistung zumutbar (Urk. 23 S. 30 f., Urk. 24 S. 6 f., Urk. 25 S. 8 ff.).
5.1.5
Der
Neurologe
Dr.
K
.___
,
der den Beschwerdeführer am 6.
Mai 2013 klinisch und mittels
Elektroneuromyographie
(ENMG
; Neurographie mittels Nadel
elekt
roden)
unter
suchte, befand
gemäss dessen Bericht vom 15. Mai 2013
, dass beim Beschwerde
führer eine
leichtgradige
Läsion des Plexus
brachialis
rechts und
zu
dem
ein sensibles
sulcus
ulnaris
Syndr
om rechts vorliege (
Urk.
33/7 S.
1
).
Zwar würden die erhobenen Befunde keinen zwin
genden
Beweis für eine
Ple
xusläsion
rechts ergeben, aber sie seien als Hinweise darauf zu werten und es würde sich keine plausiblere Erklärung dafür finden
. Zusätzlich könnte auf der rechten Seite eine fokale Dystonie vorliegen. Die vom Beschwerdeführer ge
schilderten krampfartigen Bewegungen der rechten Hand, die auch in der
Un
tersuchungs
situation
zu beobachten gewesen sei
en
, müssten im Verlauf aller
dings noch weiter beobachtet werden. Die Arbeitsfähigkeit sei für kör
perlich leic
ht belas
tende Tätigkeiten um 20
% infolge verstärkter Ermüd
barkeit bei chro
nischen Schmerzen eingeschränkt. Körperlich mittelschwer belastende Tätig
keiten seien nur bedingt zumutbar, körperlich schwer be
lastende Tätig
keiten oder repetitive Belastungen des rechten Armes seien nicht mehr möglich
(
Urk.
33/7 S.
8 f.
).
Dr.
J
.___
, der sich im neurologischen Gutachten vom 24. Juni 2013 auch auf das A
bklärungsergebnis von
Dr.
K
.___
und die eigene Unter
suchung vom 14. Mai 2013 stützte, stellte
als
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeits
fä
higkeit ein CRPS II mit neuropathischen Schmerzen im rechten Arm, ein sen
sible
s
Sulcus
ulnaris
Syndrom rechts, chronische Schulterschmerzen rechts und ein
Morbus
Dupuytren
,
Strahl IV
,
beidseitig (
letztere mit
geringe
r
Einschrän
kung der Arbeitsfähigkeit; Urk. 33/6 S. 10)
. Die Tatsache, dass die aktiven und pas
siven Bewegungsamplituden nahe beieinander seien, spreche gegen eine
aus
schliesslich muskuläre, schmerzbedingte Bewegungseinschränkung. Sehr wahr
scheinlich hätten die wiederholten chirurgischen Eingriffe und die beiden Ver
letzungen Schäden an der rechten Schulter hinterlassen, die die
Oberarm
be
weg
lichkeit
rechts schmerzbedingt verringern würden.
Die zumutbare Belastung des rechten Armes sei deutlich reduziert. Unter Berücksichtigung der gesamten Beschwerden im rechten Arm und der Beschreibung der Beein
trächtigung des Beschwerdeführers im Alltag sei die Tätigkeit als Kellner in e
inem Betrieb mit mässiger bis ho
her Arbeitsintensität nicht mehr zumutbar. Chronische Schmer
zen würden unabhängig von der Lokalisation und von der körperlichen Bean
spruchung im Alltag eine verstärkte Ermüdbarkeit und damit eine
Leistungs
minderung
verursachen.
In einer optimal angepassten, körperlich leich
ten
, wechselbelastenden
Tätig
keit
mit Tagesarbeit, geringer Hektik und
geringer
Gefahr einer erneuten Schulterprellung,
ohne Heben von Lasten rechts
über 5
Kilogramm, ohne repetitiven Be
lastungen des rechten Armes
mit Gewichten über zwei Kilo
gramm, ohne Heben des rechten Armes auf Schulterhöhe und darüber, ohne Arbeiten auf Leitern, ohne Arbeiten in für den rechten Arm un
günstiger Hal
tung und ohne Anforderungen an eine intakte Feinmotorik der rechten Hand
sei der Be
schwerde
führer mit
vermehrten Pausen (
Leistungs
ein
busse
von 20
%)
voll arbeitsfähig
(Urk. 33/6 S. 13
und S. 18 f
f
.
)
.
5.2
5.2
.1
Hinsichtlich der
angestammte
n
Tätigkeit ist angesichts der teil
weise schweren körper
lichen Arbeiten, welche der Beschwerdeführer in seiner Tätig
keit im Res
taurant
Y.___
nebst dem Service zu verrichten hatte (Urk. 33/6 S. 4; vgl. auch den Arbeitgeberbericht vom 27. Januar 2011, Urk. 7/33/6),
und gestützt auf die neurologischen Beurteilungen gemäss dem MEDAS-Gutachten (Urk. 23 S. 30, Urk. 24 S. 6)
sowie
dem Gutachten von
Dr.
J
.___
vom 24. Juni 2013 (Urk. 33/6 S. 18)
wei
terhin von einer 100%igen Arbeits
unfähig
keit auch nach dem 1. August 2011 auszugehen; dies obschon Dr.
L
.___
die bisherige Tätigkeit als Kellner als vollständig
respektive im Umfang von 75 %
zu
mutbar erachtete
(Urk. 7/40/5, Urk. 11/108)
. Denn der Beschwerdeführer war nicht aus
schliesslich im Service im engeren Sinn tätig
.
Massgeblich ist aber ohnehin die Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit, zumal die Anstellung beim Restaurant
Y.___
per Ende März 2011 wegen Konkurs des Betriebes aufge
hoben wurde (Urk. 11/72, Urk. 11/87).
5.2.
2
Bezüglich der
Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
kann entge
gen der Ansicht des Beschwerdeführers aufgrund des Berichts von Dr.
B.___
vom 17. Februar 2012 (Urk. 3) nicht geschlossen werden,
es sei in der hier massgeblichen Zeit von August 2011 bis Juli 2012 keine Er
werbs
tätigkeit
mehr zumutbar.
Denn
Dr.
B.___
bezog seine Ein
schät
zung der Arbeits
un
fähigkeit einzig auf manuelle Tätigkeiten und befand dabei allein den rechten Arm beziehungsweise die rechte Hand als momentan wenig gebrauchsfähig (Urk. 3 S. 4). Daraus eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit abzuleiten, ginge zu weit, zumal
sämtliche
übrigen Ärzte eine (rechtsseitig) arm- und handschonende Tätigkeit als zumutbar erachteten
. Es ist denn auch
nicht einzusehen, weshalb eine Gesundheitsbeeinträchtigung am rechten Arm
und an der rechten Hand
jegliche Erwerbstätigkeit,
so
etwa
auch
eine Kontrolltätigkeit
aus
schlies
sen sollte, obschon
im hier massgeblichen Zeit
raum
der linke Arm und die linke Hand einsetzbar
waren
u
nd keine Ein
schrän
kungen im Sitzen, Gehen und Stehen bestanden
.
Ob
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 14. März 2012 (Urk. 2)
eine
gemäss den Beur
teilungen von Dr.
L
.___
und der MEDAS-Gutachter
attestierte
100%ige Arbeits
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
(Urk. 7/40/5
, Urk. 23 S. 30 f.
) zumut
bar war oder ob
eine zusätzliche 20%ige Leistungseinbusse entsprechend der Ein
schätzung
und dem Anforderungsprofil
von
Dr.
K
.___
und
Dr.
J
.___
im Gutachten vom 24. Juni 2013
(
Urk.
33/6 S. 17
) bestand, ist letztlich uner
heblich, wie sich aus dem
Nachf
olgenden ergibt. Es ist
aufgrund dieser
, insofern übereinstimmenden
Ein
schätzungen
jeden
falls
erwiesen
, dass ab August 2011 mindestens eine 80%ige Arbeits
fähigkeit in einer arm- und handschonenden, körperlich leichten Tätigkeit
bestand
,
wie
sie
im neurologischen
G
utachten
von
Dr.
J
.___
vom 24. Juni 2013 (
Urk.
33/6 S. 17)
nachvollzieh
bar
beschrieben
wurde
.
Damit ist auch erwiesen,
dass
nach der Ope
ration vom 30. März 2011 bis Ende Juli 2011
eine erhebliche Verbes
se
rung der
Gesund
heitsbeeinträchtigung
eingetreten ist.
6
.
6
.1
Bei dieser Ausgangslage ist sodann der Einwand
des Beschwerde
führers
zu prü
fen
, es sei selbst bei Annahme einer Restarbeitsfähigkeit wegen seines
fort
ge
schrittenen Alters von
60
Jahren
realistischerweise
die
erwerbliche
Ver
wert
bar
keit
zu verneinen (
Urk.
1 S.
14 f.
)
.
6.2
Das trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung
zumutbarerweise
erzielbare Ein
kommen ist bezogen auf einen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu ermitteln, wobei an die Konkretisierung von Arb
eitsgelegenheiten und
Verdienst
aussich
ten
keine
übermässigen
Anforderungen zu stellen sind (im Einzelnen dazu Urteil des Bundes
gerichts 9C_830/2007 vom 29. Juli 2
008 E. 5.1, in: SVR 2008 IV Nr.
62 S. 203). Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein
invaliditäts
fremder
Faktor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zu
sammen mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, dass die einer versicherten Person verbliebene
Resterwerbs
fähigkeit
auf dem ausge
gli
chenen Arbeitsmarkt
realistischerweise
nicht mehr nachgefragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die
Selbsteingliede
rungslast
nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirt
schaftlich verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Er
werbs
unfähigkeit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet (Urteil des Bundesgerichts I 831/05 vom 21. August 2006 E. 4.1.1 mit Hin
weisen). Der Einfluss des Lebens
alters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungs
ver
mögen auf dem ausge
glichenen Arbeitsmarkt zu ver
werten, lässt sich nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.
Massge
bend
können die Art und Be
schaffen
heit des Gesundheitsschadens und
seiner Folgen, der absehbare Um
stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch Persön
lichkeits
struktur, vorhan
dene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruf
li
cher Werdegang oder Anwendbarkeit von Be
rufserfahrung aus dem ange
stammten Bereich sein. Die Mög
lichkeit, die ver
bliebene Arbeitsfähigkeit auf dem aus
ge
glichenen Arbeits
markt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, wel
cher Zeitraum der ver
sicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Für den Zeit
punkt, in welchem die Frage nach der Ver
wertbarkeit der (Rest-)Arbeits
fähigkeit bei vorgerücktem Alter beantwortet wird, ist auf das Feststehen der medizi
ni
schen Zumutbarkeit einer (Teil-)Erwerbstätig
keit abzustellen (zum Gan
zen: BGE 138 V 457 E. 3 mit Hinweisen).
6.3
Massgeblich
bei der Beurteilung der Frage nach der Verwertbarkeit der
Rest
arbeitsfähigkeit
ist hier somi
t der 1.
August 2011, in welchem Zeitpunkt der Beschwerdeführer rund zwei Wochen vor der Vollendung seines 59. Altersjahr stand.
Bis zur Pen
sionierung wäre somit eine Erwerbsdauer von
immerhin noch
sechs
Jahren verblieben, was für sich allein
die Verwertbarkeit noch nicht aus
schliesst
(vgl. Urteil des Bun
desgerichts
9C_954/2012
vom 10.
Mai 2013
E. 3.2.1).
Für die
Annahme der
Verwertbarkeit
spricht zudem
, dass
der Be
schwerde
führer
nicht seit Jahren, sondern erst seit
wenigen Monaten, nämlich seit
dem 1. April 2011 ohne Arbeitsstelle war und nach dem Unfall vom 23. Mai 2010
ab Mitte August 2010 bis zur Schulteroperation Ende März 2011 - mit Ausnahme weniger Wochen vom
24. Januar bis 13. Feb
ruar 2011
- zu 50
%
im Restaurant gearbeitet hat (
Urk. 7/31 S. 2
, Urk. 7/41).
Ausserdem
verfügt der Beschwerdeführer
über die Aufenthaltsbewilligung C
(Urk. 7/66/1)
, kann nach wie vor zumindest kurze Strecken mit dem Auto fahren (Urk. 23 S. 16)
und verfügt über Arbeitserfahrungen in verschiedenen
B
erufsb
ereichen
. So war er in den ersten Jahren seines Berufs
lebens in
P.___
als Polizist
tätig
, danach
ab 1980
in der Schweiz als Metallsortierer, als Chauffeur und Lagerist
in der Spedition
, als
Restaurations
mitarbeiter
sowie
von 1996 bis 2004
als
selb
ständi
ger
Wi
rt eines gepachteten Restaurants (Urk.
7/66
).
Als Servicemitarbeiter im Restaurant
Y.___
war er erst seit Juli 2009 tätig (Urk. 7/33/1).
Sodann beschränken sich die im hier beachtlichen Zeitraum von August 2011 bis Mitte April 2012 be
stehenden Gesundheitsbeeinträchtigungen auf die somatische Problematik an der rechten oberen Extremität und es ist von einer mindestens 80%igen Leistungsfähigkeit bei ganztägiger Präsenz auszugehen.
Damit
waren
verschiedenste Einsatzmöglichkeiten
gegeben
.
Als zu
mutbare Tätig
keiten nannte Dr.
J
.___
die Bedienung der Kasse einer
K
an
tine und leichte
Reini
gungsarbeiten
, beispiels
weise Tische abwischen, Eingangskontrollen in ei
nem Museum, Wegweisungen in einer grossen Firma, leichte
Sicherheits
kon
trollen
,
„etc.“
(Urk. 33/6 S. 19).
In Frage kommen auch
Kontroll- oder
Über
wa
chungsarbeiten
in der Industrie.
Dass mit dem gegebenen Anforderungsprofil lediglich noch Erwerbstätigkeiten in geschütztem Rahmen in Frage kom
men würden, wie der Beschwerdeführer vorbringt, trifft nicht zu. Auch ist die Not
wendigkeit einer intensiven und zeitlich längeren Einarbeitung in die in Frage kommenden Tätigkeiten als Hilfsarbeiter
bei gegebener Sachlage
nicht anzu
nehmen
. E
benso wenig
liegen
Persönlichkeitsprobleme
vor
, welche eine
Ar
beitsintegration
und Teamfähigkeit
erheblich er
schweren
würden
.
Stellt man die
persönlichen und beruflichen Gegebenheiten den objektiven An
forderungen eines ausgeglichenen Arbeitsmarktes gegenüber, kommt man zum
Schluss, dass
sie einen Arbeitgeber
realistischerweise
nicht davon abhalten wür
den,
d
en
59-jährigen Beschwerdeführer
ab August 2011
für eine
ganztägige Ver
weisungstätigkeit
zu 80
%
mit der Möglichkeit zu
vermehrten Pausen
ein
zustel
len
(vgl. zur damit übereinstimmenden
bundesgerichtlichen Kasuistik
: Urteil
des Bundesgerichts
9C_124/2010 vom 21. September 2010
E.
5.2-3)
.
Die
erwerbli
che
Verwertbarkeit der
80%igen
Restarbeitsfähigkeit
auf dem aus
geglichenen Arbeitsmarkt
in einer leidensangepassten Tätigkeit
ab August 2011 ist folglich zu bejahen.
6.4
Sämtliche
übrige
n
Vorbringen des
Beschwerdeführers
führen zu keinem anderen Ergebnis. Das gilt insbesondere auch, soweit weitere medizinische Abklärungen verlangt werden. Der rechtsrelevante Sachverhalt
im hier relevanten Zeitraum
ist genügend abgeklärt
. Von z
usätzliche
n
Beweismassnahmen
sind keine
zu
sätzlichen
ent
scheidrelevanten
Erkenntnisse darüber zu erwarten, weshalb da
von abzu
sehen ist
(anti
zipierte Beweiswürdigung; vgl. dazu BGE 124 V 90 E. 4b, 122 V 157 E. 1d)
.
7
.
7
.1
Betreffend die
Zeit vom 1. Mai 2011 bis Ende Juli 2011 schloss die
Beschwerde
gegnerin
zutreffend von der 100%igen Arbeitsun
fähigkeit in jeglicher Tätigkeit ohne Weiteres auf einen Invaliditätsgrad von 100 % und
somit auf
den An
spruch auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG; vgl. zur Zulässigkeit des soge
nannten
Prozent
vergleichs
:
Urteil des Bundesgerichts I
315/02
vom 9.
De
zember 2003
E.
4.2
). Ebenfalls korrekt sprach sie die ganze Rente in An
wendung von Art. 88a Abs. 1 IVV (Aufhebung der Leistung erst drei Monate nach Verbesse
rung der Erwerbs
fähigkeit) bis zum 31. Oktober 2011 zu.
7.2
Der Invaliditätsgrad
ab August 2011
ist mittels eines Vergleichs von
Validen- und Invalidenein
kommen auf zeitidentischer Grundlage
im Jahr 2011
zu er
he
ben (vgl. BGE 129 V 222 f. E. 4.2 in
fine
, 128 V 174).
7
.
3
7.3
.1
Die Beschwerdegegnerin ging
zur Bestimmung des
Valideneinkommens
von den Angaben der ehemaligen Arbeit
geberin
des Beschwerdeführers zum Einkommen im Jahr 2010 von Fr. 48‘200.--
(
Urk.
7/33/
3) aus (Urk. 2 S. 6
, Urk. 7/42/1
).
Dagegen bringt der Beschwerdeführer zu Recht vor, dass
sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen auf das Total aller Arbeiten gemäss der
vom Bundesamt für Sta
tistik perio
disch herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustützen sei (vgl. auch BGE 126 V 75 E. 3b), da er die Stelle beim Re
staurant
Y.___
(wegen des Konkurses des Betriebes per Ende März 2011, Urk. 11/72) ohnehin verloren habe
(
Urk.
1 S. 16).
Gestützt auf die LSE 2010 mit einem statistischen Monatseinkommen von Fr. 4'901.-- bei Männern (LSE 2010, Kommentierte Er
gebnisse, Ne
uchâtel 2012, TA1, S. 26, Anfor
derungsniveau 4, Total Männer) und unter Berücksichtigung einer durch
schnittlichen wöchent
lichen Arbeitszeit von 41,
6
Stunden im Jahr 2010 (
Die Volks
wirtschaft, Heft
12
/2013 S. 90, Tabelle B9.2, Abschnitt A-0, Total)
sowie der Nominallohnentwicklung im Jahr 2011 (
vgl. Bundesamt für Statistik [BFS], Schweizerischer Lohnindex nach Branche [2010 = 100; im Internet abrufbar], Nominallohnindex nach Geschlecht, Männer [T1.1.10], Ab
schnitt Total, 2010: 100; 2011: 101)
ist von einem
Valideneinkommen
von Fr. 61‘776.15 (Fr. 4'901.-- x 12; : 40, x 41,6; : 100 x 101) auszugehen.
7.3
.2
Zur Bestimmung des Invalideneinkommens ist
die
Leistungseinbusse
von
20 %
zu berücksichtigen und es ist
ein sogenannt leidensbedingter Abzug
vorzu
neh
men, der
recht
sprechungs
gemäss
nicht mehr als
25 %
betragen darf
(vgl. dazu BGE 129 V 481 E. 4.2.3 mit Hin
weisen).
Weil
im hier mass
geblichen Zeitraum bis zum 14. März 2012 (
Urk.
2)
allein die
Beschwerden
an der rechten oberen
Extremität
beachtlich sind
und
angesichts
der persönlichen sowie
be
ruflichen Umstände des konkreten Einzelfalls (leidensbedingte Ein
schränkung, Alter, Dienstjahre, Natio
nali
tät/Aufenthaltskategorie und Be
schäf
tigungs
grad) ist
der
Abzug
von
15
%
, wie ihn die Beschwerdegegnerin vorgenommen hat (Urk. 2 S. 6)
,
nicht
zu beanstanden
. Dabei ist
insbesondere
zu beachten, dass im Rah
men des leidensbedingten Abzuges lediglich noch die schmerz- und/oder funk
tional bedingten Bewegungseinschränkungen am rechten Arm und
das dadurch be
gründete eingeschränkte Belastungsprofil
zu berücksichtigen sind
. D
ie schmerzbedingte
raschere Ermüdbarkeit
, welche
laut Dr.
J
.___
zu
sätzliche Pausen
notwendig macht (Urk. 33/6 S. 13), ist hingegen bereits mit der 20%igen Leistungseinbusse abgegolten. Denn
die
in der Beurteilung der medi
zinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkun
g
darf
recht
spre
chungsgemäss
nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten
Ab
zuges
einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichts
punktes führen
(Urteil des Bundesgerichts
8C_75/2008
vom 14.
Novem
ber 2008
E. 4.3)
.
Auch vermögen r
echt
sprechungsgemäss weder
das
Angewiesensein
auf das Entgegen
kom
men eines verständnisvollen Arbeitgebers
noch ein
höhere
s
Risiko, aus krankheitsbedingten Gründen der Arbeit fern
bleiben zu müssen, einen zu
sätzlichen Tabellenlohnabzug zu begründen (Urteil
e des Bundes
gerichts
8C_91/2013
vom 22.
August 2013
E.
3.3.4
und
8C_176/2
012 vom 3. September 2012 E. 8).
Auch d
as fortgeschrittene Alter
fällt
entgegen der Ansicht des Beschwerde
füh
rers, der einen Abzug von 25
%
geltend macht (Urk. 1 S. 16)
,
nicht negativ ins Gewicht. Denn
Hilfsarbeiten
werden
auf dem mass
gebenden hypothe
tischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) g
rund
sätz
lich altersun
abhängig angeboten
. Zudem wirkt
sich das Alter bei
Männern
im hier re
levanten
Anfor
derungsniveau
4 im Alter von 40 bis 6
4
/65 lohnerhöhend aus (
LSE
2010
, Tabelle TA9
).
Dass das Alter die Stellensuche faktisch negativ beeinflussen kann, muss als invaliditätsfremder Faktor unberücksichtigt bleiben
.
Aufgrund der Ausländer
eigenschaft
ist
beim über
3
0 Jahre in der Schweiz erwerbstätig gewesenen Beschwerdeführer (Urk. 7/
30
)
ebenfalls
keine negative
Abweichung vom Tabellenlohn
anzunehmen
. Eine solche wäre
jedenfalls durch die alters
be
dingt zu erwartende
Lohnhöhe ausgeglichen
.
Des Weiteren recht
fertigt
auch
d
er Umstand, dass
beim
Beschwerdeführer
bei ganztägiger Arbeits
fähigkeit
eine
20
%ige Leistungseinbusse für vermehrte Pausen gegeben ist,
keinen
zu
sätz
li
chen
Abzug
unter dem Titel "Beschäftigungsgrad" (Urteil des Bundes
gerichts vom
5.
Januar 2012
8C_639/2011 E. 5.3.1
mit Hinweisen;
zum Ganzen
vgl.
Ur
teil des Bundesgerichts 8C_939/2011 vom 13. Februar 2012 E. 5.2.3
[mit Hin
weisen]
, in welchem bei vergleichbaren Verhältnissen
insgesamt
kein Abzug
vor
ge
nommen wurde).
Im Übrigen würde sich selbst
bei einem Abzug von 20
%
am Ergebnis nichts änd
ern (vgl. Erwägung 7.3 hernach); für einen maximalen Abzug von 25% besteht bei den Verhältnissen des Beschwerdeführers kein Raum.
Somit
resultiert
ein Invalideneinkommen von Fr.
42‘007.80
(Fr. 61‘776.15
x 0,8
x
0,85).
7
.4
Gemessen am
Validenein
kom
men
von
Fr. 61‘776.15
ergibt dies bei einer
8
0%igen Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit
ab August 2011
eine Einbusse von Fr. 19‘
768.35
respektive einen Invaliditäts
grad von gerundet
32
%, was ge
mäss Art. 28 Abs. 2 IVG keinen Anspruch auf eine Ren
te be
grün
det.
Bei einem leidensbedingten
Abzug von 20
% würde der
Invaliditäts
grad
bei einem ent
sprechenden Invaliditätseinkommen von Fr. 39‘536.75 und einer Dif
ferenz von Fr. 22‘239.40
36
%
betragen
und damit ebenfalls keinen An
spruch auf eine Rente begründen.
Die Befristung der ausgesprochenen ganzen Rente per Ende Oktober 2011 (
Art.
88a
Abs.
1 IVV) ist somit rechtens
. D
ie Beschwerde ist folglich abzuweisen.
8
.
Streitgegenstand des Verfahrens bildet die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen. Das Verfahren ist daher kostenpflichtig. Die Gerichts
kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert fest
zulegen (Art. 69 Abs. 1
bis
IVG) und ermessensweise auf Fr.
8
00.-- anzusetzen. Ausgangsgemäss
sind die Gerichtskosten
d
em
Beschwerde
führer
aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr.
8
00.-- werden
dem
Beschwerde
führer
auferlegt. Rech
nun
g und Einzahlungsschein werden der Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Roger
Zenari
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse
(im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4
.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zu
zustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu ent
hal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Die VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
GrünigHartmann