# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 959997fa-41d4-5b4f-ad31-927475c4baff
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 15.09.2016 SK 2015 371
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2015-371_2016-09-15.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 15 371

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. September 2016 

Besetzung Oberrichter Aebi (Präsident i.V.), Oberrichter Weber, Oberrichterin 
Bratschi
Gerichtsschreiberin Eggli

Verfahrensbeteiligte A.________
v.d. Rechtsanwalt B.________ 
(a.v.d. Fürsprecher M.________)

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern

und

1. C.________
v.d. Rechtsanwalt D.________
Straf- und Zivilkläger/Anschlussberufungsführer

2. E.________
v.d. Rechtsanwalt F.________

3. G.________

4. H.________
beide a.v.d. Rechtsanwalt F.________

5. I.________, gesetzlich v.d. N.________

6. J.________, gesetzlich v.d. N.________
beide a.v.d. Rechtsanwalt K.________

7. L.________

Straf- und Zivilkläger

2

Gegenstand vorsätzliche Tötung, Raufhandel, Angriff etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland 
(Kollegialgericht) vom 18. September 2015 (PEN 15 338)

3

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Bern-Mittelland hat mit Urteil vom 18. September 2015 (und 
Berichtigung vom 27. November 2015, pag. 3027) Folgendes erkannt (pag. 2981 
ff.):

I. Freisprüche A.________

A.________ wird freigesprochen:

1. von der Anschuldigung der Freiheitsberaubung, angeblich begangen am 17.11.2011 in Interla-
ken bzw. auf der Strecke Interlaken bis Mülenen, zum Nachteil von O.________,

2. von der Anschuldigung der Nötigung und des Versuchs dazu, angeblich begangen am 
05.03.2011 sowie am ca. 14.03.2011 in Tramelan, […], bzw. Bern zum Nachteil von 
L.________,

unter Ausrichtung einer Entschädigung an A.________ von CHF 3‘000.00 für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte,
unter Auferlegung der anteilsmässigen Verfahrenskosten, bestimmt auf CHF 3‘940.30, an den Kan-
ton Bern.

II. Schuldsprüche A.________

A.________ wird hingegen schuldig erklärt:

1. der vorsätzlichen Tötung, begangen in Notwehrexzess am 26.12.2011 in Köniz/Liebefeld zum 
Nachteil von P.________,

2. des Raufhandels, begangen gemeinsam mit anderen Personen am 26.12.2011 in Kö-
niz/Liebefeld,

3. des Angriffs, begangen mit einer anderen Person am 17.11.2011 in Mülenen zum Nachteil von 
O.________,

4. der Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, begangen durch Erwerb, Besitz und mit sich 
Tragen einer Schusswaffe im Zeitraum vom 08.08.2011 bis am 26.12.2011 in Bern und evtl. an-
derswo.

und in Anwendung der Art. 

Art. 16 Abs. 1, 40, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 111, 133, 134 StGB;
Art. 7, 7a, 8, 27 und 33 Abs. 1 Bst a WG; 

4

Art. 12 Abs. 1 WV
Art. 426 Abs. 1 StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren und 7 Monaten. [im Motiv steht fälschlicherweise 11 
Jahre und 8 Monate; pag. 3124]

Die Untersuchungshaft vom 26.12.2011 bis 15.11.2012 wird im Umfang von 326 Tagen auf die 
Freiheitsstrafe angerechnet.

2. Zu den auf den Schuldspruch entfallenden Verfahrenskosten insgesamt bestimmt auf 
CHF 74‘865.85.

III. Verfahrenskosten

Die Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren und Auslagen, werden wie folgt be-
stimmt:

Gebühren
CHF 22'500.00

Persönliche Gebühren Untersuchung CHF 2'800.00
Auftritt Staatsanwaltschaft an HV CHF 2'500.00
Kosten des Gerichts (inkl. schriftl. Begründung) CHF 21'000.00
Total CHF 48'800.00

Auslagen
Allgemeine Auslagen Untersuchung CHF 29'722.15
Persönliche Auslagen Untersuchung CHF 64.00
Zeugengelder Hauptverhandlung CHF 20.00
Allgemeine Kanzleiauslagen Gericht CHF 200.00
Total CHF 30'006.15

Total Verfahrenskosten CHF 78'806.15

Davon 95% (Schuldsprüche) CHF 74'865.85
Davon 5% (Freisprüche) CHF 3'940.30

Allgemeine Gebühren Untersuchung

IV. Entschädigung amtliche Verteidigung

1. Es wird festgestellt, dass die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Fürsprecher Q.________ am 27.12.2011 mit Verfügung vom 17.01.2012 auf 
CHF 864.00 festgelegt und durch den Kanton Bern ausgerichtet wurde.

5

A.________ hat dem Kanton Bern die an Fürsprecher Q.________ ausgerichtete amtliche Ent-
schädigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

2. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Fürsprecher 
M.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 214.07 200.00 CHF 42'814.00

CHF 3'555.40
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 46'369.40 CHF 3'709.55

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 50'078.95
Vorschusszahlung vom 29.01.2013 (pag. 2370) CHF -25'000.00
Differenz CHF 25'078.95

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Fürsprecher M.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit total CHF 50‘078.95. Mit Verfügung vom 29.01.2013 wurde ihm bereits eine 
Vorschusszahlung von CHF 25‘000.00 geleistet. Der Kanton Bern hat demnach noch die Dif-
ferenz von CHF 25‘078.95 an Fürsprecher M.________ auszuzahlen.

A.________ hat dem Kanton Bern die insgesamt ausgerichtete amtliche Entschädigung von 
CHF 50‘078.95 zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 
Abs. 4 StPO).

V. Zivilklage C.________

A.________ wird in Anwendung von Art. 47 OR sowie Art. 126 und 432 ff. StPO verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 3‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 26.12.2011 an den 
Straf- und Zivilkläger C.________.

2. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 30‘000.00 an den Straf- und Zivilkläger 
C.________.

VI. Privatklage E.________

1. A.________ wird in Anwendung von Art. 47 OR sowie Art. 126 StPO verurteilt:

Zur Bezahlung von CHF 1‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 26.12.2011 an die 
Straf- und Zivilklägerin E.________.

2. Zur Bezahlung einer Parteientschädigung von CHF 810.00 an die Straf- und Zivilklägerin 
E.________.

3. Auf den persönlichen Entschädigungsantrag der Straf- und Zivilklägerin E.________ wird hin-
gegen nicht eingetreten (Art. 433 Abs. 2 StPO).

6

VII. Privatklage G.________ und H.________

A.________ wird in Anwendung von Art. 47 OR sowie Art. 126 StPO verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 8‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 26.12.2011 an den 
Straf- und Zivilkläger G.________.

2. Zur Bezahlung von CHF 8‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 26.12.2011 an die 
Straf- und Zivilklägerin H.________.

VIII. Entschädigung unentgeltliche Vertretung von G.________ und H.________

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung der Privat-
kläger G.________ und H.________ durch Rechtsanwalt F.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 43.75 200.00 CHF 8'750.00

CHF 1'463.00
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 10'213.00 CHF 817.05

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 11'030.05

volles Honorar CHF 10'937.50
CHF 1'463.00

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 12'400.50 CHF 992.05
CHF 0.00

Total CHF 13'392.55

nachforderbarer Betrag CHF 2'362.50

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt F.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
G.________ und H.________ mit CHF 11‘030.05. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die unentgelt-
liche Rechtsvertretung von G.________ und H.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirt-
schaftlichen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, G.________ und H.________ zuhanden von Rechtsanwalt F.________ 
als Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vol-
len Honorar CHF 2‘362.50 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Rechtsanwalt F.________ hat in die-
sem Umfang gegenüber seiner Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

IX. Privatklagen I.________ und J.________

A.________ wird in Anwendung von Art. 47 OR sowie Art. 126 StPO verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 6‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 26.12.2011 an die 
Straf- und Zivilklägerin I.________.

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2. Zur Bezahlung von CHF 6‘000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 26.12.2011 an die 
Straf- und Zivilklägerin J.________.

X. Entschädigung unentgeltliche Rechtsvertretung von I.________ und J.________

Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
I.________ und J.________ durch Rechtsanwalt K.________ werden wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 45.30 200.00 CHF 9'060.00

CHF 119.60
Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 9'179.60 CHF 734.35

CHF 0.00
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 9'913.95

volles Honorar CHF 11'298.00
CHF 119.60

Mehrwertsteuer 8.0% auf CHF 11'417.60 CHF 913.40
CHF 0.00

Total CHF 12'331.00

nachforderbarer Betrag CHF 2'417.05

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen ohne MWSt

Auslagen MWST-pflichtig

Auslagen ohne MWST

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt K.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung von 
I.________ und J.________ mit CHF 9‘913.95. 

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die unentgelt-
liche Rechtsvertretung von I.________ und J.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirt-
schaftlichen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO). 

A.________ wird verpflichtet, I.________ und J.________ zuhanden von Rechtsanwalt K.________ 
als Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung für die unentgeltliche Rechtspflege und dem vol-
len Honorar CHF 2‘417.05 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 StPO). Rechtsanwalt K.________ hat in die-
sem Umfang gegenüber seiner Klientschaft ein Nachforderungsrecht (Art. 42a KAG). 

XI. Weitere Verfügungen

Weiter wird verfügt:

1. Folgende Gegenstände werden zur Vernichtung eingezogen (Art. 69 StGB):
Nr. Gegenstand (alles beim Gericht lagernd) 
001 1 Pistole „Sig-Sauer", Model P220, Nr. JP 183, Kaliber 9mm Luger
002 1 Magazin 

Nr. Gegenstand (alles beim Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Bern lagernd) 
003 1 Hülse, Kaliber 9 x 19, Fabrikat „MFS" 
004 1 Softballschläger „Wilson", rot/schwarz
005 1 Hülse, Kaliber 9 x 19, Fabrikat „MFS" 
006 1 Patrone, Kaliber 9 x 19, Fabrikat „MFS" 
007 1 Patrone, Kaliber 9 x 19, Fabrikat „MFS" 
0321 Projektil 

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650 1 Pistole „Zavasta", Nr. ET-831796, Kaliber, mit eingestecktem Magazin (aus HD 
R.________ (AG))
651 1 Schachtel Munition „6,35 Browning/25. Auto", 48 Stück (aus, HD R.________ 
(AG)) 
652 1 Pfeffermühle in Form eines Baseballschlägers (aus HD R.________ (AG))
656 4 Patronen (aus HD R.________ (AG)) 

2. Folgende Gegenstände werden nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils der be-
rechtigten Person zurückgegeben; respektive sind, soweit es sich um Abfall handelt, zu entsor-
gen:

Nr. Gegenstand (alles beim Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Bern lagernd) 
008 1 Armbanduhr 
009 1 Papiertaschentuch mit Blutanhaftungen 
010 1 Schachtel Zigaretten „Marlboro" rot
011 1 Feuerzeug 
012 1 Regenschirm (Knirps), schwarz, mit abgerissener Handschlaufe
013 1 Verpackung mit Batterien „Ultra Alkaline", AA 
024 1 Zigarettenstummel „Kent"
025 1 Zigarettenstummel „Parisienne verte" 
026 1 Zigarettenstummel „Parisienne orange"
027 1 Zigarettenstummel „Winston blue"
028 1 Zigarettenstummel „Marlboro"
029 1 Zigarettenstummel „Muratti Ambassador"
030 1 Zigarettenstummel „Parisienne blue"
031 1 Zigarettenstummel „Marlboro"
050 1 Halbschuh links, schwarz „Farfan", Grösse 42
051 1 Halbschuh rechts, schwarz „Farfan", Grösse 42
052 1 Jeanshose, blau „G-Star", Grösse 33/34, mit schwarzem Ledergurt 
057 Wolljacke, schwarz, „Imza", Grösse 3 XL
058 1 Unterhose, schwarz, „H&M" 
059 1 Schal, schwarz/grau, „Imza" 
060 1 Pullover, bordeauxrot, „Güleray", Grösse unbekannt 
061 1 Unterleibchen, weiss, „Futku", Grösse unbekannt 
062 1 Halskette, goldfarben, und Armkette, goldfarben 
070 1 Feuerzeug, weiss, mit Aufschrift „Krebs Baumaterial AG"
130 1 Zigarettenkippe, Marke Parisienne bleu 
131 13 Zigarettenkippen, Marke Marlboro
132 1 Verpackung Marlboro Gold, geöffnet aber voll 
133 1 Verpackung Marlboro Gold, leer
134 1 Messer Victorinox, Griff schwarz 
135 1 Redbull Dose, leer
136 1 Evian PET-Flasche 5 dl, '/2 voll 
137 1 Coca-Cola PET-Flasche 5 dl, '/4 voll 
138 1 Verpackung Marlboro Gold, leer, beinhaltet gebrauchtes Haushaltpapier 
168 1 Zigarettenpackung „Muratti Ambassador"
169 1 Taschenmesser, silber 
171 1 PET-Flasche „M-Budget", 1.5 Liter, Mineralwasser ohne Kohlensäure, ca. 1/10 

voll
172 1 PET-Flasche „Aqua-Classique", ungeöffnet 
215 1 Fantaflasche, 5 dl, %2 voll 216 1 Teeglas 
217 1 Coca-Cola Flasche, 5 dl, voll 
218 1 Fantaflasche, 5 dl, '/2 voll 
219 1 Paar Socken, grau, getragen 
220 1 Mineralwasserflasche, Cristalp, 7.5 dl, % voll 
222 1 Paar graue Handschuhe „Atrium", Gr. XL
223 1 Zigarettenschachtel „Camel", leer
224 1 Halbschuh rechts, schwarz, „Hugo Boss", Grösse 42
225 1 Mineralwasserflasche, Evian, 1.5 Liter, leer
226 1 Mineralwasserflasche, Evian, 1.5 Liter, % voll 
227 1 Coca-Cola Flasche, 5 dl, leer 
228 1 Coca-Cola Flasche, 5 dl, leer 
229 1 Coca-Cola Flasche, 5 dl, mit Restmenge 
264 1 Redbull Dose
267 1 Mütze schwarz „Mammut" 
400 1 Lederjacke, braun, „Maddison", Grösse 50 

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401 1 Jeanshose, blau, „Duck an Cover", Grösse 34/34 mit Ledergürtel schwarz 
401 1 Pullover, grau, „Colins", Grösse L [recte gem. pag. 2770 und Berichtigung vom 

27.11.2015, pag. 3027: 402]
403 1 Unterleibchen, weiss, „Carsibasi", Grösse L 
404 1 Paar Socken, grau 
405 1 Halbschuh links, schwarz, „Hugo Boss", Grösse 42
653 1 Geldkassette, blau, mit 2 Schlüssel, mit Münzeinlagefach (aus HD R.________ 

(AG)) 
655 1 Koran in Taschenformat an goldfarbener Kette (aus HD R.________ (AG))  

3. Der beschlagnahmte Geldbetrag von CHF 1‘500.00 sowie das beschlagnahmte Hartgeld (CHF 
29.15; beim Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Bern lagernd; Nr. 654 gemäss KTD 
Verzeichnis) werden zur anteilsmässigen Deckung der Verfahrenskosten verwendet.

4. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr.________) ist nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

5. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten ist 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrischer erkennungsdienstlicher Daten).
[…]

XII.  [gem. Berichtigung vom 27.11.2015; pag. 3027] 

1. Der A.________ mit Urteil des Bezirksamts Baden vom 11.12.2009 gewährte bedingte Straf-
vollzug für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen à CHF 80.00 wird widerrufen. Die Geldstrafe von 
CHF 1‘600.00 ist zu vollziehen.

2. Für das Widerrufsverfahren werden keine Verfahrenskosten erhoben.

2. Berufung

Am 23. September 2015 meldete Rechtsanwalt B.________ namens des Beschul-
digten/Berufungsführers (nachfolgend: Beschuldigter) gegen dieses Urteil form- 
und fristgerecht Berufung an (pag. 3003). Mit Berufungserklärung vom 14. Dezem-
ber 2015 (pag. 3162 f.) verlangte Rechtsanwalt B.________ für seinen Mandanten 
grundsätzlich einen vollumfänglichen Freispruch. Explizit anerkannt wurde einzig 
der Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz gemäss Ur-
teilsdispositiv Ziffer II.4. Als angefochten bezeichnete Rechtsanwalt B.________ im 
Einzelnen die Dispositivziffer II (ausgenommen Schuldspruch wegen Widerhand-
lungen gegen das Waffengesetz), Dispositivziffer IV (Zahlungspflicht des Beschul-
digten), sämtliche unter den Dispositivziffern V – VII sowie IX behandelte (von der 
Vorinstanz teilweise als Privatklagen bezeichnete) Zivilklagen, Dispositivziffer VIII 
und X (jeweilige Zahlungspflicht des Beschuldigten) sowie Dispositivziffer XII (Wi-
derruf). Nicht angefochten wurde indessen auch die ganze Ziffer I des Dispositivs 
(Freisprüche von der angebliche Freiheitsberaubung z.N. O.________ und der an-
gebliche Nötigung z.N. L.________ sowie die entsprechenden Kostenfolgen). An-
lässlich der oberinstanzlichen Verhandlung zog Rechtsanwalt B.________ die Be-
rufung bezüglich des Widerrufs (Ziff. XII) zurück.

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Innert Frist erklärte Rechtsanwalt D.________ namens des Straf- und Zivilklä-
gers/Anschlussberufungsführers C.________ die Anschlussberufung (pag. 3175 f.). 
Im Strafpunkt stellte er den Antrag, der Beschuldigte sei ohne Zubilligung der Not-
wehr der vorsätzlichen Tötung schuldig zu erklären. Im Zivilpunkt verlangte er die 
Verurteilung des Beschuldigten zur Bezahlung von CHF 10‘000.00 Genugtuung 
zuzüglich 5 % Zins seit dem 26. Dezember 2011 an C.________ (pag. 3175 f.). 

Von Seiten der Generalstaatsanwaltschaft und der übrigen Straf- und Zivilkläger 
wurde kein Rechtsmittel ergriffen und es wurden auch keine formellen Einwände 
gegen die Berufung des Beschuldigten / die Anschlussberufung des Straf- und Zi-
vilklägers erhoben (pag. 3201 ff.). Der Straf- und Zivilkläger L.________ liess sich 
in Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung nicht vernehmen.

Die Parteien wurden am 27. April 2016 zur Berufungsverhandlung vom 6. bis am 
8. September 2016 vorgeladen (pag. 3234 ff.). Die für am 8. September 2016 vor-
gesehene Urteilseröffnung musste aufgrund der länger als erwartet dauernden Par-
teiverhandlungen verschoben werden. In Absprache mit den Parteien fand diese 
am 15. September 2016 statt.

3. Oberinstanzliche Beweismassnahmen

Im Hinblick auf die Hauptverhandlung wurden von Amtes wegen ein aktueller 
Strafregisterauszug, datierend vom 19. August 2016 (pag. 3405), und ein aktueller 
Leumundsbericht, datierend vom 17. August 2016 (pag. 3399, inkl. Betreibungsre-
gisterauszug sowie Steuerausweis 2012) des Beschuldigten eingeholt. Bei den Ak-
ten befinden ausserdem zwei Kontrolllisten der Polizeiwache S.________ betref-
fend die am 18. September 2015 als Ersatzmassnahme verfügte wöchentliche 
Meldepflicht des Beschuldigten (pag. 3209 und pag. 3269).

Am 2. August 2016 reichte Rechtsanwalt B.________ ein beim Forensischen Insti-
tut Zürich in Auftrag gegebenes ballistisches Gutachten, datierend vom 25. Juli 
2016, ein. Er ersuchte darum, dieses zu den Akten zu erkennen und gegebenen-
falls den Verfasser sowie die Experten des IRM Bern als Sachverständige zur 
Hauptverhandlung vorzuladen (pag. 3272 ff.). Mit Verfügung vom 8. August 2016 
gab der Verfahrensleiter den übrigen Parteien von den Beweisanträgen Kenntnis 
und stellte ihnen die eingereichten Dokumente, unter Ansetzung einer Frist von 
10 Tagen zur Stellungnahme, zu (pag. 3364 f.). In Kenntnis der jeweiligen Stel-
lungnahmen und Anträgen erkannte die Kammer mit begründetem Beschluss vom 
19. August 2016 einerseits das vom Beschuldigten privat in Auftrag gegebene Gut-
achten zu den Akten und wies andererseits die Anträge soweit weitergehend ab 
(pag. 3395 ff.).

Mit Schreiben vom 1. September 2016 stellte Rechtsanwalt B.________ ein «Ge-
such um Wiedererwägung des Obergerichtsbeschlusses / Erneuerung des Bewei-
santrages» (pag. 3421 ff.). Gleichzeitig reichte er eine schriftliche Stellungnahme 
des Forensischen Instituts Zürich zum obergerichtlichen Beschluss vom 19. August 
2016 ein. Gestützt auf diese Stellungnahme kritisierte Rechtsanwalt B.________ 
den obergerichtlichen Beschluss in verschiedener Hinsicht. Insbesondere machte 
er geltend, das Obergericht vertrete fälschlicherweise die Ansicht, das ballistische 
Gutachten des Forensischen Instituts Zürich sei zwar zu den Akten zu nehmen, 

11

nicht aber in die Beweiswürdigung miteinzubeziehen. Damit würden elementare 
Verfahrensrechte des Beschuldigten verletzt und die bundesgerichtliche Recht-
sprechung missachtet. Wie bei jeder substantiierten Einwendung sei das Gericht 
verpflichtet zu prüfen, ob das Privatgutachten die Schlussfolgerungen des amtli-
chen Gutachters derart zu erschüttern vermöge, dass davon abzuweichen sei. Mit 
Verfügung vom 2. September 2016 stellte der Verfahrensleiter in Aussicht, über 
das Gesuch der Verteidigung vorfrageweise zu Beginn der oberinstanzlichen 
Hauptverhandlung zu entscheiden (pag. 3438 f.). Anlässlich der Hauptverhandlung 
beantragten sowohl Rechtsanwalt D.________ als auch die a.o. Generalstaatsan-
wältin T.________ die Abweisung des Gesuchs. Die Kammer wies daraufhin das 
Gesuch ab. Sie hielt fest, dass sie die ganze Aufregung um den Beschluss vom 
19. August 2016 bis heute nicht ganz verstehe, sei doch darin entschieden worden, 
das Zürcher Gutachten zu den Akten zu erkennen. In der Begründung sei einzig 
verdeutlicht worden, dass es sich um ein Privatgutachten handle, das als solches 
der freien richterlichen Beweiswürdigung unterliege. Zudem sei festgestellt worden, 
dass das Privatgutachten das Gutachten des IRM Bern nicht grundsätzlich in Frage 
stelle. Dass man für diese Feststellung die beiden Gutachten habe prüfen und ver-
gleichen müssen, verstehe sich von selbst. Dies sei aber noch keine unzulässige, 
vorgezogene Beweiswürdigung. 

4. Anträge der Parteien

4.1 Beschuldigter

Rechtsanwalt B.________ stellte und begründete für den Beschuldigten anlässlich 
der oberinstanzlichen Hauptverhandlung folgende Haupt- und Eventualanträge 
(pag. 3495 ff.):

«Hauptanträge

1. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen der vorsätzlichen Tötung, des Raufhandels und des 
Angriffs (=Anklageziffern 1, 2, und 4) freizusprechen. Eventualiter sei das Verfahren wegen pro-
zessualer Mängel an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. Der Beschuldigte sei für die rechtskräftige Verurteilung wegen Widerhandlung gegen das Waf-
fengesetz mit einer teilbedingten Geldstrafe von maximal 120 Tagessätzen zu bestrafen.

3. Die Sicherheitsleistung von CHF 100‘000 sei freizugeben. 

4. Die Zivilforderungen der Privatklägerschaft seien abzuweisen, eventualiter auf den Zivilweg zu 
verweisen.

5.1 Dem Beschuldigten sei für die unschuldig erlittene Haft von 326 Tagen ein Schadenersatz von 
CHF 48‘900 und eine Genugtuung von CHF 55‘000 zuzusprechen.

5.2 Dem Beschuldigten sei für die Wahlverteidigung eine Prozessentschädigung gemäss den Hono-
rarnoten zuzusprechen. 

6. Aufgrund der Verurteilung wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz seien die Verfah-
renskosten im Umfang von fünf Prozent dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die übrigen Kosten 
seien vom Staat zu tragen.

12

Eventualanträge:

1. Der Beschuldigte sei der vorsätzlichen Tötung, begangen in Notwehrexzess, des Raufhandels 
und des Angriffs (Anklageziffern 1, 2 und 4) schuldig zu sprechen.

Für das Tötungsdelikt sei der Beschuldigte mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von maximal 3 
Jahren und für die weiteren Delikte mit einer teilbedingten Geldstrafe von maximal 240 Tages-
sätzen zu bestrafen.

Die erstandene Untersuchungshaft von 326 Tagen sei an die Freiheitsstrafe anzurechnen. Der 
zu vollziehende Teil der Freiheitsstrafe sei auf maximal 10 Monate und die Probezeit auf maxi-
mal 3 Jahre festzusetzen.

2. Die Sicherheitsleistung von CHF 100‘000 sei freizugeben.

3. Die Genugtuungen zugunsten der Privatkläger seien gemäss dem vorinstanzlichen Urteil zuzu-
sprechen. Die von der Vorinstanz festgesetzten Prozessentschädigungen zugunsten der Privat-
kläger seien wegen Selbstverschuldens P.________ gebührend zu reduzieren.»

4.2 Straf- und Zivilkläger/Anschlussberufungsführer

Rechtsanwalt D.________ stellte und begründete für den Straf- und Zivilklä-
ger/Anschlussberufungsführer unter Verweis auf seine Eingabe vom 21. Dezember 
2015 (pag. 3175) folgende Anträge:

«II./1.: A.________ sei schuldig zu erklären der vorsätzlichen Tötung am 26.12.2011 in Kö-
niz/Liebefeld zum Nachteil von P.________.

V./1.: A.________ sei zu verurteilen, C.________ CHF 10‘000 zuzüglich 5% Zins seit dem 26.12.2011 
zu bezahlen.»

4.3 Generalstaatsanwaltschaft

Die a.o. Generalstaatsanwältin T.________ stellte und begründete ihrerseits fol-
gende Anträge (pag. 3501 f.):

«I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland (Kollegial-
gericht in Fünferbesetzung) vom 18. September 2015 in Rechtskraft erwachen ist hinsichtlich

1. der Freisprüche von den Anschuldigungen der Freiheitsberaubung und der Nötigung unter Aus-
richtung einer Entschädigung von CHF 3‘000.00 an A.________ und unter Ausscheidung der 
anteilsmässigen Verfahrenskosten von CHF 3‘940.30; 

2. des Schuldspruchs wegen Widerhandlungen gegen das Waffengesetz;

3. der weiteren Verfügungen betreffend Einziehung und Rückgabe der beschlagnahmten Ge-
genstände und betreffend Verwendung des beschlagnahmten Geldes zur anteilsmässigen De-
ckung der Verfahrenskosten.

4. des Widerrufs [mündliche Ergänzung anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung, nachdem 
der Beschuldigte seine Berufung diesbezüglich zurückgezogen hat]

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

13

1. der vorsätzlichen Tötung, begangen in Notwehrexzess am 26.12.2011 in Köniz/Liebefeld zum 
Nachteil von P.________;

2. des Raufhandels, begangen gemeinsam mit anderen Personen am 26.12.2011 in Kö-
niz/Liebefeld;

3. des Angriffs, begangen mit einer anderen Person am 17.11.2011 in Mülenen zum Nachteil von 
O.________;

und er sei in Anwendung von 
Art. 16 Abs. 1, 40, 47, 48a, 49 Abs. 1, 51, 111, 133, 134 StGB;
Art. 7, 7a, 8, 27 und 33 Abs. 1 Bst a WG; 
Art. 12 Abs. 1 WV
Art. 426 Abs. 1 StPO

III.

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren und 7 Monaten, unter Anrechnung der ausgestande-
nen Untersuchungshaft von 326 Tagen;

2. zur Bezahlung der auf die Schuldsprüche entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
sowie der gesamten oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessenen Gebühr 
gemäss Art. 21 VKD).

IV.

[…]

V.

Im Weiteren sei zu verfügen:

1. Die Zustimmung zur Löschung des erstellten DNA-Profils (PCN-Nr.________) sei nach Ablauf 
der Frist durch das zuständige Bundesamt einzuholen (Art. 16 Abs. 4 DNA-ProfilG).

2. Die Zustimmung zur Löschung der erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten sei 
nach Ablauf der Frist durch die auftraggebende Behörde einzuholen (Art. 17 Abs. 4 i.V.m. Art. 19 
Abs. 1 Verordnung über die Bearbeitung biometrische erkennungsdienstlicher Daten).»

4.4 Weitere Straf- und Zivilkläger

Die (z.T. amtlichen) Vertreter der Kinder sowie der Schwester und der Eltern des 
Opfers P.________ (Straf- und Zivilklägerinnen I.________ und J.________, 
E.________ sowie G.________ und H.________), Rechtsanwalt K.________ und 
Rechtsanwalt F.________, haben ihre Anträge schriftlich eingereicht und begrün-
det (pag. 3455 und pag. 3477 ff.). Beide beantragten, die Berufung des Beschuldig-
ten sei abzuweisen und das Urteil des Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 
18. September 2015 sei zu bestätigen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Aufgrund der bloss beschränkten Berufung des Beschuldigten ist das Urteil des 
Regionalgerichts Bern-Mittelland vom 18. September 2015 bezüglich der Frei-
sprüche gemäss Ziffer I des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs (angebliche Frei-

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heitsberaubung z.N. O.________, angebliche Nötigung z.N. L.________, je mit 
entsprechenden Kostenfolgen), der Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen 
das Waffengesetz gemäss Ziffer II.4 des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs sowie 
der Widerruf der mit Urteil des Bezirksamts Baden vom 11. Dezember 2009 ausge-
sprochenen Geldstrafe (Ziffer XII. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs) in 
Rechtskraft erwachsen. Abgesehen davon ist das ganze Urteil zu überprüfen. Die 
Kammer verfügt dabei über volle Kognition (Art. 398 Abs. 3 der Schweizerischen 
Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 [StPO; SR 312]). 

Aufgrund der Tatsache, dass C.________ Anschlussberufung erklärt hat, ist die 
Kammer nicht an das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO ge-
bunden. Sie darf sowohl auf eine Verschärfung im Schuldpunkt als auch auf eine 
solche im Zivilpunkt erkennen (SCHMID, Praxiskommentar, N. 6 zu Art. 382 StPO, 
mit Verweis auf BGE 139 IV 84 = Pra 2013 Nr. 59 E.1.2.). Hinsichtlich der Zivilfor-
derungen der übrigen Straf- und Zivilkläger gilt hingegen das Verschlechterungs-
verbot, das heisst, die Genugtuungssummen können nicht zu Lasten des Beschul-
digten erhöht werden. 

II. Formelle Rügen

Rechtsanwalt B.________ rügte vor oberer Instanz zahlreiche Verletzungen des 
Prozessrechts. Bereits die Vorinstanz prüfte die (schon vor erster Instanz identisch) 
aufgeworfenen Fragen eingehend und kam in allen Fällen zum Schluss, dass keine 
Verfahrensrechte des Beschuldigten verletzt worden sind. Nachfolgend setzt sich 
die Kammer mit den vom Verteidiger vorgebrachten Kritikpunkten am erstinstanzli-
chen Motiv auseinander (pag. 3054 ff.). Auch sie kommt zum Schluss, dass die 
Verfahrensrechte des Beschuldigten nicht verletzt worden sind.

6. Zur Verletzung des Teilnahmerechts des Beschuldigten und der Verteidigung

Die Vorinstanz setzte sich ausführlich mit der Frage auseinander, ob dem Beschul-
digten und seiner Verteidigung die Teilnahme an diversen Einvernahmen am 
27. Dezember 2011, also am Tag nach dem Vorfall, zu Unrecht nicht gewährt wur-
de (pag. 3054 ff.). Sie kam zum Schluss, dass für den Parteiausschluss genügend 
sachliche Gründe vorgelegen hätten. Vor oberer Instanz brachte Rechtsanwalt 
B.________ vor, die Argumentation der Vorinstanz sei völlig verfehlt und entbehre 
jeglicher Grundlage. Insbesondere beziehe sich die Möglichkeit der Beschränkung 
der Parteiöffentlichkeit in Anlehnung an Art.  101 StPO (Verweigerung des Teil-
nahmerechtes bei Vorliegen sachlicher Gründe) gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung einzig auf Mitbeschuldigte, nicht aber auf Auskunftspersonen.

Dieser Auffassung der Verteidigung kann nicht gefolgt werden. Wie die Beschwer-
dekammer des Obergerichts des Kantons Bern in ihrem Entscheid BK 15 262 vom 
9. November 2015 nachvollziehbar darlegte, hat die Möglichkeit der Beschränkung 
der Parteiöffentlichkeit mit Blick auf Art. 3 Abs. 2 lit. c StPO, wonach alle Verfah-
rensbeteiligten gleich und gerecht zu behandeln sind, auch für Einvernahmen von 
Auskunftspersonen zu gelten. 

15

Das Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden scheint denn auch im konkreten Fall 
korrekt und angemessen. Polizei und Staatsanwaltschaft handelten angesichts der 
damals vorliegenden Verhältnisse am Tag nach der Tat rasch, zielgerichtet und 
geordnet. Es liegt auf der Hand, dass bei einem solchen Ereignis (Schiesserei und 
Raufhandel am frühen Abend mitten auf der Strasse in einem belebten Quartier mit 
vielen Beteiligten und noch mehr Zeugen) in einer Anfangsphase gewisse zeitliche 
Überschneidungen bei den Einvernahmen nicht vermieden werden können. Aus 
Sicht der Strafverfolgungsbehörden geht es darum, sich möglichst schnell einen 
Überblick zu verschaffen und zu begreifen, was überhaupt passiert ist. An diesem 
ersten Tag stand zudem überhaupt noch nicht fest, wer Mitbeschuldigter ist und 
wer nicht. Im Übrigen wurde nur ein geringer Anteil der Einvernahmen vom 27. De-
zember 2011 nach Abschluss der ersten Einvernahme mit dem Beschuldigten und 
damit nach dem Zeitpunkt, ab welchem überhaupt ein Teilnahmeanspruch bestand, 
vorgenommen. Bereits am drauffolgenden Tag wurde dem Beschuldigte bzw. sei-
nem damaligen amtlichen Verteidiger das Teilnahmerecht denn auch gewährt (vgl. 
beispielsweise die Einvernahme von U.________, pag. 1298 ff.). Nicht zuletzt ist 
darauf hinzuweisen, dass jede der am 27. Dezember 2011 einvernommenen Per-
sonen noch mindestens einmal befragt wurde, wobei der damalige amtliche Vertei-
diger des Beschuldigten jedes Mal die Gelegenheit zur Teilnahme erhielt. Folglich 
wurde Art. 147 StPO auch unter diesem Blickwinkel Rechnung getragen.

Soweit Rechtsanwalt B.________ zudem rügte, bei der Einvernahme von 
O.________ vom 23. Januar 2012 (pag. 1999 ff.) sei dem Verteidiger kein Teil-
nahmerecht gewährt worden und die Einvernahme sowie die weiteren Beweiserhe-
bungen seien deshalb unverwertbar, ist ihm Folgendes entgegenzuhalten: Die Ein-
vernahme vom 23. Januar 2012 war die erste Einvernahme des Geschädigten 
O.________ zu den Tatvorwürfen des Raubes und der Körperverletzung. Die 
frühere Einvernahme vom 11. Januar 2012 befasste sich einzig mit den Vorwürfen 
des Beschuldigten gegenüber dem Geschädigten O.________ (Drohung, Be-
schimpfung und Missbrauch des Telefons). Weil der Beschuldigte zu den Vorwür-
fen des Raubes und der Körperverletzung jedoch noch nicht einvernommen wor-
den war, durfte er von der Teilnahme ausgeschlossen werden (analoge Anwen-
dung von Art. 101 StPO). Bei der darauffolgenden Einvernahme wurden die Partei-
rechte des Beschuldigten dann gewahrt, sein damaliger amtlicher Verteidiger, sub-
stituiert durch seinen Praktikanten, hat daran teilgenommen (pag. 2007 ff.).

7. Zur Verletzung des persönlichen Teilnahmerechts des Beschuldigten

Rechtsanwalt B.________ rügte weiter, in einer Vielzahl der Einvernahmen sei zu 
Unrecht nur gerade der Verteidigung, nicht aber dem Beschuldigten persönlich ein 
Teilnahmerecht gewährt worden. Er verwies auf den Entscheid des Bundesgerichts 
6B_98/2014 vom 30. September 2014, wonach eine förmliche und unzweideutige 
Verzichtserklärung des Beschuldigten auf seine Teilnahme vorliegen müsste. Die 
Vorinstanz stützte sich indes auf den (neueren) Bundesgerichtsentscheid 
6B_16/2015 vom 12. März 2015, worin ausdrücklich festgehalten wurde, dass es 
neben der schriftlichen Mitteilung an den Verteidiger keiner separaten, persönli-
chen «Vorladung» des Beschuldigten bedürfe. Die persönliche Teilnahme der be-

16

schuldigten Person an Beweiserhebungen und Einvernahmen sei fakultativ 
(E.1.4.2). 

Die Kammer sieht keinen Grund, von dieser von der Vorinstanz zitierten Recht-
sprechung abzuweichen. Insbesondere besteht zwischen den beiden zitierten Bun-
desgerichtsentscheiden entgegen der Auffassung der Verteidigung kein unlösbarer 
Widerspruch, im Entscheid von 2014 wurde die hier interessierende Frage nämlich 
letztlich offen gelassen. 

Vorliegend wurde der damalige amtliche Verteidiger ab dem 28. Dezember 2011 
über jede bevorstehende Einvernahme informiert. Es lag mithin in seiner anwaltli-
chen Pflicht, den Beschuldigten darüber in Kenntnis zu setzen und ihn bezüglich 
seiner Möglichkeit zur Teilnahme zu informieren. Etwas anderes ergibt sich auch 
nicht aus Art. 87 StPO. Dort wird festgehalten, dass Mitteilungen an Parteien, die 
einen Rechtsbeistand bestellt haben, rechtsgültig an diesen zugestellt werden 
(Abs. 3). Nur wenn eine Partei persönlich zu erscheinen oder Verfahrenshandlun-
gen selbst vorzunehmen hat, wird ihr die Mitteilung direkt zugestellt (Abs. 4). Eine 
persönliche Teilnahme des Beschuldigten an den zahlreichen Einvernahmen war 
gestützt auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung aber eben nicht notwendig, 
sodass eine Mitteilung an den Verteidiger ausreichend war. Der Beschuldigte kann 
diesbezüglich nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

8. Zum fehlenden Tatvorhalt beim Vorwurf des Angriffs

Die Vorinstanz setzte sich ausführlich mit dem Vorbringen von Rechtsanwalt 
B.________ auseinander, wonach der Beschuldigte zu Beginn seiner Einvernah-
men jeweils nicht oder nur ungenügend über den Verfahrensgegenstand informiert 
worden sei (pag. 3057). Rechtsanwalt B.________ beschränkte seine Kritik vor 
oberer Instanz auf die Einvernahme vom 12. November 2013 zum Angriff z.N. von 
O.________ und rügte, dass damals bloss der Tatbestand vorgehalten worden sei. 
Bei der ersten Einvernahme zum Vorwurf des Angriffs habe es sich gleichzeitig 
auch um die Schlusseinvernahme gehandelt, es gehe folglich nicht mehr um einen 
blossen Anfangsverdacht. 

Die Kammer schliesst sich vollumfänglich den zutreffenden Ausführungen der Vor-
instanz an. Dem Beschuldigten wurde zu Beginn der fraglichen Einvernahme Ort, 
Datum und Opfer präzise sowie das strafbare Verhalten in groben Zügen genannt 
(pag. 909). Zudem wies die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass die Verteidigung 
des Beschuldigten sowohl bei der Einvernahme vom 11. Januar 2012, als der Ge-
schädigte O.________ als Auskunftsperson erstmals detailliert schilderte, was am 
17. November 2011 geschehen sein soll (pag. 1993 ff.), als auch bei dessen 
staatsanwaltschaftlicher Einvernahme vom 23. Oktober 2012 (pag. 2007) anwe-
send war. Vom Fragerecht machte die Verteidigung am 11. Januar 2012 explizit 
Gebrauch (pag. 1997). Dass der Beschuldigte von seinem Anwalt über den Inhalt 
dieser Befragungen informiert wurde, ergibt sich aus seinen eigenen Aussagen an-
lässlich der Schlusseinvernahme. So führte er auf die Frage, was am Folgetag 
nach der Beschimpfung durch den Geschädigten O.________ geschehen sei, aus 
(pag. 917 Z. 273 ff.): «Wir haben zusammen in einem Restaurant ein Kaffee getrunken. Er meint 
ja, dass eine unbekannte Person bei mir war. Das war aber nicht so, es war ein Arbeitskollege von 

17

ihm dabei.» Offensichtlich wusste der Beschuldigte genauestens darüber Bescheid, 
was ihm vorgeworfen wird. Eine effektive Verteidigung war damit jederzeit gewähr-
leistet. 

9. Zur fehlenden Protokollierung des erstinstanzlichen Plädoyers

Rechtsanwalt B.________ führte weiter aus, er habe bei der Erstellung des oberin-
stanzlichen Parteivortrags festgestellt, dass es bei den erstinstanzlichen Plädoyers 
sämtlicher Parteien an einer inhaltlichen Protokollierung völlig fehle. Nur die Anträ-
ge, nicht aber deren Begründung würden aus den Akten hervorgehen. Die Plädoy-
ernotizen des Staatsanwalts seien zudem erst nachträglich eingereicht worden und 
hätten folglich vom Gericht gar nicht überprüft werden können. Damit sei keiner der 
Parteivorträge inhaltlich protokolliert, nicht einmal in den Grundzügen. Gemäss Art. 
76 Abs. 1 i.V.m. Art. 77 Abs. 1 StPO sei dies jedoch zwingend. Rechtsanwalt 
B.________ verwies auf verschiedene Autoren sowie auf die bundesgerichtliche 
Rechtsprechung (Urteil des Bundesgerichts 6B_84/2008; BGE 124 IV 389). Dem-
nach müssten bei den unmittelbar vor dem erkennenden Gericht gehaltenen Plä-
doyers zumindest die entscheidwesentlichen Ausführungen in das Protokoll aufge-
nommen werden. Geschehe dies nicht, liege eine Verletzung des rechtlichen 
Gehörs und damit ein wesentlicher Verfahrensmangel vor. Diese Verletzung könne 
von der Kammer nicht geheilt werden, ansonsten das Prinzip der «double instan-
ce» ausgehöhlt werde. Folglich müsse das Urteil aufgehoben und zur Durch-
führung einer neuen Hauptverhandlung an die Vorinstanz zurückgewiesen werden. 

Der Verteidigung ist vorliegend insoweit Recht zu geben, als dass die erstinstanzli-
chen Parteivorträge tatsächlich nicht einmal in den Grundzügen protokolliert wur-
den. Das Bundesgericht verlangt bei einer solchen Nichtprotokollierung jedoch 
nicht kategorisch eine Rückweisung des Verfahrens (Urteil des Bundesgerichts 
6B_84/2008 vom 27. Juni 2008 E. 1.4 f.): «Von der Feststellung des Verfahrensmangels un-
abhängig zu beurteilen, sind die Folgen der unterbliebenen Protokollierung. Nach der Rechtspre-
chung kann eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs dadurch geheilt 
werden, dass der Betroffene die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu äussern, die 
den Sachverhalt und die Rechtslage frei überprüfen kann. […] Vorliegend kann eine Rückweisung an 
die erste Instanz unterbleiben, da der Verfahrensmangel in zweiter Instanz vollumfänglich behoben 
wurde. Der Beschwerdeführer konnte seinen Standpunkt und seine Einwendungen in der Appellati-
onsbegründung (kant. act. 3468 ff.) sowie anlässlich der mündlichen Appellationsverhandlung (kant. 
act. 3551 f.) nochmals ausführlich vorbringen. Das basel-städtische Appellationsgericht überprüft den 
Sachverhalt und die Rechtslage frei (vgl. § 180 Abs. 2 und § 183 Abs. 3 StPO/BS). Hinzu kommt, 
dass die fehlende Protokollierung der Anträge und der Begründung in ihren Grundzügen zwar einen 
Verfahrensmangel darstellt, dieser aber weniger schwer wiegt als die Nichtprotokollierung von Verfah-
renshandlungen, über die sich das Gericht nur indirekt aufgrund der Akten ein Bild verschafft (polizei-
liche oder staatsanwaltschaftliche Einvernahmeprotokolle etc.). […] Vor diesem Hintergrund kann 
ausnahmsweise davon abgesehen werden, das gesamte erst- und zweitinstanzliche kantonale Ge-
richtsverfahren wiederholen zu lassen.»

Diese Rechtsprechung bestätigte das Bundesgericht in seinem neueren Entscheid 
6B_2064/2015 vom 6. September 2016. Es hielt fest, die Vorinstanz verfüge so-
wohl in Bezug auf die Sachverhaltsfeststellung als auch hinsichtlich rechtlicher 

18

Fragen über dieselbe Prüfungsbefugnis wie die erste Instanz. Der Beschwerdefüh-
rer habe demnach sämtliche bereits vor der ersten Instanz geltend gemachten 
Einwände und Argumentationen im vorinstanzlichen erneut vorbringen können. 
Das Bundesgericht erachtet damit allfällige Mängel als geheilt (E. 4.2).

Vorliegend waren die Verteidigungsrechte des Beschuldigten zu keinem Zeitpunkt 
eingeschränkt. So konnte Rechtsanwalt B.________ seinen Standpunkt und seine 
Einwendungen anlässlich der oberinstanzlichen Hauptverhandlung noch einmal 
ausführlich vorbringen. Der Umstand, dass er während rund sechs Stunden plädie-
ren konnte, zeigt zudem, dass er durchaus über den notwendigen Wissenstand 
verfügte, um das erstinstanzliche Motiv fundiert zu kritisieren. Zudem nahm 
Rechtsanwalt B.________ ja selber an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung teil 
und hörte folglich alle Plädoyers persönlich. Was vom Gesagten verwendet wurde, 
ergibt sich dann aus dem Motiv. Folglich handelt es sich vorliegend bei der Nicht-
protokollierung der erstinstanzlichen Parteivorträge nicht um einen «wesentlichen 
Verfahrensmangel» im Sinne von Art. 409 StPO, welcher zu einer Rückweisung 
führen würde. 

III. Zum Vorfall vom 26. Dezember 2011

10. Sachverhalt und Beweiswürdigung

10.1 Vorbemerkung

Die Vorinstanz hat in ihrer Begründung vorab die grundsätzlich unbestrittene 
«Rahmengeschichte» (besser: Vorgeschichte, pag. 3061 ff.) zusammengefasst und 
dann in einem zweiten Schritt die Beweiswürdigung zum Kerngeschehen vorge-
nommen (pag. 3065 ff.). Die Kammer folgt grundsätzlich diesem Aufbau, stellt aber 
der Würdigung des eigentlichen Kerngeschehens, das heisst der Frage nach den 
Umständen der Schussabgabe bei der Bushaltestelle Steinhölzli, noch die zutref-
fende Analyse der Vorinstanz über die Vorgänge unmittelbar vor bzw. zu Beginn 
des Aufeinandertreffens des Beschuldigten und P.________ voran. Gestützt auf 
die von den Parteien vorgebrachten Kritikpunkte an der erstinstanzlichen Urteilsbe-
gründung stehend insbesondere folgende Fragen im Vordergrund:

- Wie verhielten sich der Beschuldigte und P.________ zu Beginn der Ausein-
andersetzung und was beabsichtigten sie dabei? (vgl. nachfolgend Ziff. 10.3)

- Wie war die Situation unmittelbar vor bzw. während der Schussabgabe und in 
welcher Position befanden sich Schütze und Opfer im Moment der Schuss-
abgabe? (vgl. nachfolgend Ziff. 10.4)

10.2 Die Vorgeschichte

Zur Vorgeschichte führte die Vorinstanz folgendes aus (pag. 3061 ff.):

«A.________ ist am 23.09.2004 in die Schweiz eingereist und hat am Folgetag in Vallorbe um Asyl 
ersucht (vgl. Einvernahmeprotokoll vom 05.10.2004 in den unpaginierten Asylakten des Bundesamts 
für Migration). Per 01.04.2006 erhielt er eine Anstellung bei der V.________ (GmbH) im Stundenlohn 
(vgl. Seite 84 der Asylakten des Migrationsdienstes des Kantons Bern). Bei der V.________ (GmbH) 
handelt es sich um die Umzugsfirma von P.________ (pag. 2250; per 10.06.2008 Umwandlung in die 

19

V.________ (AG)). Bald schon machte sich A.________ selbständig und gründete am 20.06.2008 
durch Sacheinlage des im Handelsregister eingetragenen Einzelunternehmens "W.________" die 
R.________ (GmbH). Per 01.04.2011 erfolgte dann die Umwandlung in die R.________ (AG) (vgl. 
www.zefix.ch, zuletzt besucht am 23.10.2015). Der ehemalige Mitarbeiter entwickelte sich damit für 
P.________ in Bezug auf das Geschäftsmodell, die Marktanteile und die Mitarbeiter schnell zum Kon-
kurrenten.

Anstelle eines gesunden Wettbewerbs entstand dabei mehr und mehr eine offene Feindschaft zwi-
schen P.________ und A.________. Wobei sie sich zunehmend in die Auseinandersetzung verbis-
sen, und sich gegenseitig vor Handelsgericht zogen (vgl. pag. 1910 ff.). Dabei eskalierte der Streit im 
Juli 2011 mittels E-Mail Zusendungen. P.________ schrieb am 13. und 15.07.2011 in 11 E-Mails 
sinngemäss und immer wieder ähnlich lautend, er werde A.________ und insbesondere dessen Frau 
und Mutter „ficken“ (pag. 1919 ff.). Dabei griff er A.________ auch in dessen Ehre an (pag. 1931):

„Ich werde deine Ehre ficken, weist du wann ich den Leuten zeigen werde, was ich dir geschrieben habe, warte du 

wirst sehen woher du raus gekommen bist, ich werde dich ficken du Gauner, du Lump, du hast keine Ehre, wer 

dich sieht, kann denken dass du ein vernünftiger Mann wärst. Ich werde dich ficken, ich und die Mitarbeiter von 

mir. […] Wenn du ein bisschen Manneskraft besitzt, gibst du mir eine Adresse oder ein Treffpunkt damit ich dorthin 

komme und deine Frau und deine Mutter ficken kann okey. Ich warte auf deine Antwort du Kuppler, du Luder.“

A.________ antwortete darauf mit E-Mail vom 18.07.2011 (pag. 1899 ff.). Insbesondere schrieb er 
dabei (pag. 1904):

„So, und jetzt entschuldigst du dich bei mir für alle Beschimpfungen. Wenn du beschimpfen oder dein Wut ausle-

ben willst, dann richte diese an mich persönlich. Ich glaube du hast mich schon verstanden. Ich habe dir gesagt. 

Die ganze Angelegenheit ist für mich ab jetzt ein Grund für eine Blutrache. Ich bin nicht so breit gefächert wie du 

und bin nicht in der Lage so viele Wörter zu schlucken. Ich kann dich diesbezüglich schon zur Rechenschaft zie-

hen.“

Die gegenseitigen Beschimpfungen und Beschuldigungen betreffend Schwarzarbeit, Steuerhinterzie-
hung und Verbreiten von geschäftsschädigenden Unwahrheiten, etc. führten dazu, dass die Staats-
anwaltschaft auch entsprechende Untersuchungen eröffnete (vgl. A.________ betreffend Ziff. I.1.1 
hiervor, respektive pag. 7). In diesen Verfahren wurden am 22.12.2011 sowohl bei P.________ wie 
auch bei A.________, respektive deren Firmen Hausdurchsuchungen durchgeführt (vgl. pag. 356; die 
entsprechenden Akten befinden sich jedoch nicht bei den Akten des vorliegenden Verfahrens).

Mithin hatte sich der Ton zwischen den beiden Firmeninhabern – Rechtsanwalt D.________ verwen-
dete im Parteivortrag den Begriff „Platzhirschen“ – ab Sommer 2011 zunehmend verschärft. Mit den 
Hausdurchsuchungen am 22.12.2011 wurde zudem in die jeweiligen Geschäfts- bzw. Privatbereiche 
eingegriffen, so dass die Voraussetzungen vorhanden waren, dass eine nächste direkte Begegnung 
handgreiflich eskalieren könnte.

So kam es denn auch, dass die beiden am Nachmittag des 26.12.2011 im X.________ (Restaurant) 
in Ausserholligen aufeinandertrafen. Die Kantonspolizei Bern fasste dieses Geschehen im Rapport 
wie folgt zusammen (pag. 363 ff.):

„Am Montagnachmittag des 26.12.2011 treffen sich A.________ und Y.________ im Büro der R.________ (AG). 

Um ca. 17:00 Uhr fahren die beiden dann gemeinsam zum X.________ (Restaurant), wo sie ca. 5 Minuten später 

ankommen. Für diese Fahrt benutzen sie das Fahrzeug von A.________, einen weissen BMW X6, mit den Kon-

trollschildern BE .________. Das X.________ (Restaurant) wird überwiegend von türkischen Staatsangehörigen 

besucht und gilt als ein Treffpunkt von Türken in Bern.

http://www.zefix.ch

20

Im Lokal geraten P.________ und A.________ in einen Streit, der in eine Schlägerei ausartet. Wer diesen letztlich 

angezettelt hat, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Jedenfalls mischen sich zahlreiche Personen ein, um 

die beiden zu trennen. […] Beim Versuch, die beiden zu trennen, geraten nun auch Z.________ und Y.________ 

aneinander. […] Nach der Trennung von A.________ und P.________ verlassen A.________ und Y.________ 

das Lokal und begeben sich nach draussen, wo Y.________ mit AA.________ telefoniert. Er erzählt ihm von der 

Schlägerei im X.________ (Restaurant) und bittet ihn um Hilfe. AA.________ fährt in der Folge zusammen mit 

AB.________ vom Liebefeld aus nach Ausserholligen zum X.________ (Restaurant). Für die Fahrt benutzen sie 

ein „AC.________ (Restaurant)-Kurier-Auto ", welches auch entsprechend beschriftet und deutlich als solches zu 

erkennen ist. In Ausserholligen treffen sie zahlreiche Personen vor dem X.________ (Restaurant) an, die Stim-

mung ist nach wie vor aufgeheizt und AA.________ fordert A.________ auf, in den BMW X6 zu steigen. Gemein-

sam fahren sie zum Büro der „R.________ (AG)". Später tauchen auch Y.________ und AB.________ [dort] auf.

C.________, AD.________ und AE.________ halten sich während der Zeit, als die Schlägerei im X.________ 

(Restaurant) stattfindet, in Basel auf. P.________ telefoniert seinem Bruder C.________ und erzählt ihm davon. 

C.________ selber telefoniert noch mit seinem Cousin, Z.________, welcher ihm erzählt, dass drei Personen 

P.________ zusammengeschlagen haben sollen. Aufgrund dieser Informationen fährt C.________ mit seinem 

Fahrzeug, ein grauer Mercedes Benz S350, BE .________, zusammen mit seiner Ehefrau und seiner Tochter von 

Basel nach AH.________, in das Büro der „V.________ (AG)". Auch AD.________ und dessen Ehefrau 

E.________ sowie AE.________ und dessen Ehefrau fahren nach AH.________.

Nach der Schlägerei im X.________ (Restaurant) bleibt P.________ noch im Innern des Lokals. Bei ihm bleiben 

unter anderem sein Cousin Z.________ sowie AF.________. Nach einem Kaffee fahren P.________ und 

Z.________ mit dem Fahrzeug von P.________, einem weissen BMW M5, Kontrollschilder BE .________, weg. 

AF.________ folgt den beiden mit seinem dunklen Passat, da er Angst hat, dass die Situation wieder eskalieren 

könnte. 

AF.________ erklärte [pag. 1137 Z 59 ff.]: „…Ich habe dem P.________ vorher mitgeteilt, dass ich ihm nachfahren 

würde und besorgt sein werde, dass er nach Hause gehe... Am Anfang sind keine weiteren Fahrzeuge 

P.________ gefolgt. Später kam noch ein anderes hinzu. P.________ versuchte mich abzuhängen. Beim Kreisel 

fuhr P.________ dann Richtung Autobahn. Ich verlor kurz den Anschluss, konnte ihn jedoch auf der Autobahn 

wieder einholen. Auf dem Felsenauviadukt sah ich dann, dass noch ein AC.________ (Restaurant) -Fahrzeug folg-

te. Dieses Auto sah ich bereits vorher vor dem X.________ (Restaurant). Ich weiss, dass dieses AC.________ 

(Restaurant) -Auto AB.________ gefahren hat. Ich folgte dem P.________ bis zur Ausfahrt Wankdorf. Dort verfolg-

te ihn auch das AC.________ (Restaurant) -Auto. Ich versuchte P.________ telefonisch zu erreichen. Ich erreichte 

ihn und sagte ihm, dass er von einem AC.________ (Restaurant) -Auto verfolgt werde. Ich telefonierte auch dem 

AG.________ und bat diesen, dass er dem Beifahrer von AB.________ mitteilen solle, dass sie es mit P.________ 

nicht übertreiben sollen. Die Leute aus dem AC.________ (Restaurant) -Auto haben mich nicht gesehen... Das 

AC.________ (Restaurant) -Auto fuhr dann bei der Wankdorfkreuzung in Richtung Stadion (Stade de Suisse). Ich 

selber fuhr nach AH.________ zur Firma V.________ (AG). Dort traf ich vor dem Büro auf P.________ und 

Z.________. P.________ fragte mich, ob ich wisse, wo sich [das Restaurant] vom Auto, welches ihn verfolgt habe, 

sei. Ich sagte zu ihm, dass ich das nicht wisse. Ich fragte P.________, was er nun vorhabe. Er sagte mir, dass er 

nun der Polizei anrufen werde. Er hatte Angst, dass ein Überfall auf ihn stattfinden werde und hat sogleich in mei-

ner Gegenwart der Polizei telefoniert…“ AF.________ erklärt weiter, dass P.________ dann tatsächlich weggefah-

ren ist. Er hätte ihm gesagt, dass er nun zur Polizei in AH.________ fahren wolle. Er sei alleine weggefahren.

Später telefoniert AF.________ erneut mit P.________. Er fragt ihn wo er sei [pag. 1137 Z 101 ff.]: „…Er sagte mir, 

dass er in Köniz sei. Daraufhin bin ich wütend geworden und fragte ihn, was er dort zu suchen habe. Ich sagte zu 

ihm, dass ich auch dorthin kommen werde. Alle Leute, welche sich beim V.________ (AG) in AH.________ befan-

den fuhren dann Richtung Köniz. Etwas vor Köniz wendeten wir und alle fuhren zum Lokal X.________ (Restau-

21

rant) nach Ausserholligen. Dort trafen wir auf dem Parkplatz auf P.________. Ich parkierte dort mein Auto. Bei 

P.________ seinem l-Phone sah ich dann, dass er auf dem Display die Adresse des „ AC.________ (Restaurant) " 

hatte. Z.________ und P.________ fuhren dann mit dem BMW M5 weg.“

Bemerkung: Aus der „web history" des iPhone von P.________ konnten die entsprechenden Verbindungsdaten 

erhoben werden. Demnach suchte er mit verschiedenen Suchbegriffen nach der „ AC.________ (Restaurant) " im 

Internet, und zwar in der Zeitspanne von 18:25 bis zum Sucherfolg um 18:34 Uhr.

Zu dieser Zeit telefoniert C.________ mit U.________, einem Mitarbeiter der V.________ (AG). C.________ sagt 

zu ihm, dass er 2 bis 3 Personen mitnehmen und ins Büro nach AH.________ kommen soll. Da U.________ kein 

Auto besitzt, wird dieser von Z.________ und AE.________ zu Hause abgeholt und nach AH.________ ins Büro 

gefahren, wo er angeblich auf die Frauen aufpassen soll. Währendem fahren C.________ und AF.________ nach 

Köniz. Auf der Fahrt dorthin telefoniert C.________ mit seinem Bruder P.________, welcher nun in Ausserholligen 

vor dem X.________ (Restaurant) steht. Auch Z.________, AE.________ und U.________ fahren nun nach Aus-

serholligen.

In Ausserholligen steigt P.________ in seinen BMW, wo er eine SMS erhalten haben soll und danach wegfährt. Im 

BMW sitzen auch C.________ und U.________. Beide erklären später lapidar bei den Einvernahmen, dass sie 

nicht hätten herumstehen wollen und deshalb in den BMW eingestiegen seien.

P.________ fährt auf dem direkten Weg in Steinhölzli, wo er sein Fahrzeug neben der Tankstelle parkiert. Die drei 

steigen aus und wollen anfänglich zu Fuss zur „ AC.________ (Restaurant) ", wo auch der weisse BMW X6 von 

A.________ steht. Nun fährt auch der Mercedes von C.________ vor. Im Fahrzeug sitzen AE.________ als Fah-

rer, Z.________ als Beifahrer und im Fond des Fahrzeuges AF.________ und AD.________. Die vier fahren vor-

erst aus Richtung Köniz herkommend zu weit und müssen deshalb wenden. Sie werden telefonisch von 

P.________ dirigiert, welcher den Mercedes vorbeifahren gesehen hat. Als sie nach dem Wenden auf Höhe des 

Kreisels Morillonstrasse/Kirchstrasse sind, verlassen A.________ und AB.________ die 

AC.________.(Restaurant). Die beiden steigen in den BMW X6 ein und fahren auf der Morillonstrasse in Richtung 

Seftigenstrasse davon. P.________ und U.________ steigen sofort in den BMW M5 und folgen dem BMM X6 von 

A.________. Dieser muss bei der BERNMOBIL-Haltestelle Steinhölzli hinter einem Bus warten.

P.________ fährt auf Höhe der Haltestelle schräg zwischen den BMW X6 und einen Bus von BERNMOBIL, so 

dass A.________ nicht weiterfahren kann. P.________ steigt aus, begibt sich zum Kofferraum, entnimmt einen 

Baseballschläger und tritt mit diesem bewaffnet an die Fahrertüre des BMW X6. U.________, Beifahrer des BMW 

M5, steigt ebenfalls aus und geht sofort zur Beifahrertüre des BMW X6, wo er zuerst das Aussteigen von 

AB.________ verhindert, in dem er die Türe zuschlägt, um ihn aber kurze Zeit später aus dem Fahrzeug zu zer-

ren.“

Auf diese Darstellung der Kantonspolizei Bern wird verwiesen, da das Rahmengeschehen grundsätz-
lich unbestritten ist. Ergänzend kann dazu noch angefügt werden, dass P.________ am 26.12.2011 
um 17:40:41 tatsächlich den Polizeinotruf 117 gewählt hatte (Gesprächsdauer 00:01:37), was sich mit 
der Aussage von AF.________ deckt (vgl. pag. 1976, Auswertung des i-Phone 4 von P.________, 
Bericht MSAB, Seite 19). Sodann handelt es sich beim erwähnten Sucherfolg der Internetrecherche 
von P.________ um die Website: AC.________ (Restaurant), welche er am 26.12.2011, 18:34:39 be-
suchte (pag. 1976, Auswertung des i-Phone 4 von P.________, Bericht Cellebrite PA, Seite 32). Die-
se enthält jedenfalls heute (besucht am 23.10.2015) unter anderem die Adresse AC.________ (Re-
staurant).

In der Folge kam es zur tätlichen Auseinandersetzung, während welcher der tödliche Schuss gefallen 
ist. Darauf ist nachfolgend im Detail einzugehen.»

22

Diese Geschehnisse blieben vor oberer Instanz unbestritten, sodass für die Vorge-
schichte auf die soeben zitierten Ausführungen abgestellt wird. 

10.3 Verhalten und Absichten des Beschuldigten und P.________ zu Beginn der 
Auseinandersetzung

Die Vorinstanz kam gestützt auf die Würdigung der Aussagen verschiedener Zeu-
gen und insbesondere des Beschuldigten sowie gestützt auf die Auswertung von 
Randdaten aus der rückwirkenden Telefonüberwachung zu folgenden Schlüssen 
(pag. 3081 ff.):

- Dem Beschuldigten müsse bewusst gewesen sein, dass er mit seinem Angriff 
im X.________ (Restaurant) im ohnehin schon brodelnden Konflikt zwischen 
ihm und P.________ eine Schwelle überschritten habe, welche die Konfron-
tationen auf eine neue Ebene katapultiert habe. 

- Er habe sich deshalb unmittelbar nach der tätlichen Auseinandersetzung ins 
Büro zurückgezogen und sich dort bewaffnet. Dies zeige, dass er sich der 
Konsequenzen seiner Provokation im X.________ (Restaurant) bewusst ge-
wesen sei und mit einem direkten Vergeltungsschlag durch P.________ ge-
rechnet habe. 

- Weiter sei kein anderer Schluss möglich, als dass sich der Beschuldigte bei 
den im X.________ (Restaurant) zurückgebliebenen Personen genauestens 
über das Verhalten von P.________ informiert habe. Er habe damit gewusst, 
dass P.________ ausser sich gewesen und Leute am Zusammentrommeln 
gewesen sei. Dabei erachtete die Vorinstanz die Behauptung des Beschul-
digten, nichts von der Verfolgung von P.________ durch das AC.________ 
(Restaurant)-Fahrzeug (AB.________ und Y.________) gewusst zu haben, 
als Schutzbehauptung. 

- Der Beschuldigte habe dann die AC.________ (Restaurant) aufgesucht, weil 
er P.________ aus dem Weg habe gehen wollen. Die Vorinstanz erachtete 
als erstellt, dass der Beschuldigte nicht damit gerechnet habe, dass 
P.________ ihn dort suchen könnte. Gleichzeitig habe er aber eine Konfron-
tation mit P.________ grundsätzlich für möglich gehalten. Er sei bereit gewe-
sen, sich dieser zu stellen und dabei zu seiner Verteidigung die mitgeführte 
Waffe einzusetzen. Ort und Zeit der Konfrontation seien für ihn jedoch über-
raschend erfolgt.

- Der Beschuldigte habe sich dann mit einem Angriff von P.________ und sei-
ner Gruppe konfrontiert gesehen, welchem er sich im ersten Moment nicht 
habe stellen wollen und daher versucht habe, sich zu entfernen. Als er jedoch 
wenig später von P.________ ausgebremst worden sei, habe er sich für den 
Kampf entschieden. 

- P.________ seinerseits sei nach dem Vorfall im X.________ (Restaurant) in 
Rage gewesen und habe begonnen, Personen zusammenzuziehen. Aus den 
Akten und Umständen ergebe sich, dass P.________ für sich einen konkre-
ten Plan und einen gezielten Schlag gegen die AC.________ (Restaurant) im 
Kopf gehabt habe. Er habe den Beschuldigten effektiv angreifen wollen. 

23

Diese Ausführungen der Vorinstanz sind im Wesentlichen unbestritten. So gibt 
auch der Beschuldigte an, sich der Wut P.________ bewusst gewesen zu sein. 
Soweit der Beschuldigte bestreitet, die Verfolgung seines Kontrahenten mit dem 
AC.________ (Restaurant)-Fahrzeug in Auftrag gegeben zu haben, handelt es sich 
um einen Nebenpunkt. Für die Kammer ist nämlich auf jeden Fall erstellt, dass er 
einen Angriff durch P.________ grundsätzlich erwartete und sich aus diesem 
Grund bewaffnet hatte. Dies geht aus den Aussagen des Beschuldigten klar hervor. 
So gab er anlässlich seiner ersten Befragung am Tag nach dem Vorfall auf die 
Frage, warum er die Waffe Gestern Abend auf sich getragen habe, zu Protokoll 
(pag. 818 Z. 111 ff.): «Weil ich gewusst habe, dass eine Schlägerei auf mich zukommt, ich muss-
te mich schützen». Gleichentags führte er weiter aus (pag. 829 Z. 225 ff.): «Ich hatte 
gehört, dass er Leute sucht um mich zu schlagen. Ich wollte mich schützen und habe die Pistole ge-
holt. […] Ich wollte nicht im Quartier meiner Firma bleiben, damit es nicht dort zu einer Schlägerei 
kommt.» Bei dieser Darstellung blieb er (pag. 857 Z. 328 f.; pag. 2774 Z. 26 f.; pag. 
2776 Z. 5 f.). 

Bestritten ist hingegen, wie der Beschuldigte reagierte, nachdem ihn P.________ 
vor der Bushaltestelle Steinhölzli gestellt bzw. ihm den Weg abgeschnitten hatte. 
Rechtsanwalt B.________ machte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
geltend, die diesbezüglichen Feststellungen der Vorinstanz seien willkürlich. 
P.________ habe den bewaffneten Kampf gesucht, den Beschuldigten aus dem 
Fahrzeug gezogen und mehrfach auf den Kopf geschlagen. Es könne nicht gesagt 
werden, der Beschuldigte habe sich aktiv dem Kampf gestellt, er habe vielmehr mit 
aller Kraft versucht, sich diesem zu entziehen. Rechtsanwalt B.________ zitierte 
hierfür die Aussagen der Zeugen AA.________ und AJ.________. Diese würden 
belegen, dass der Beschuldigte aus dem Fahrzeug gezerrt und von mehreren Per-
sonen mit Schlägen traktiert worden sei. Die Vorinstanz habe sich über all dies 
hinweggesetzt.

Die Vorinstanz hat sich mit dieser Darstellung der Verteidigung bereits eingehend 
auseinander gesetzt und sie dabei nachvollziehbar widerlegt (pag. 3086 f.):

«Die Verteidigung versuchte zwar noch aufwendig zu belegen, dass ihr Klient regelrecht aus dem 
Fahrzeug gezerrt worden sei, was aber vor allem den eigenen Angaben von A.________ widerspricht. 
So sagte er am 27.12.2011 gegenüber der Polizei (pag. 816 Z 37 ff.):

„Ich stieg nun auch aus. Damit P.________ mich nicht schlagen konnte, er war mir von allen am nächsten, ging ich 

sofort auf ihn los. Ich habe ihn mit beiden Händen an den Kleidern, vorne auf Brusthöhe, gepackt und ihn seitwärts 

auf den Boden gelegt.“

Am gleichen Tag sagte er gegenüber der Staatsanwaltschaft (pag. 831 Z 302 ff.):

„Sind Sie ausgestiegen? Es sind zuerst die anderen ausgestiegen und ich musste auch aussteigen. P.________ 

hat einen Baseballschläger aus dem Kofferraum genommen und ich musste auch aussteigen. Wenn ich im Auto 

sitze, wie kann ich eine Antwort geben, wenn er mit dem Schläger auf mein Auto schlägt? Wieso sind Sie ausge-

stiegen? Ich konnte nichts anderes machen. Aussteigen war besser als im Auto bleiben.“

Am 02.02.2012 bestätigte er seine diesbezügliche Aussagen gegenüber der Polizei (pag. 859 Z 430 
ff.) ebenso am 30.05.2012 anlässlich der Rekonstruktion (pag. 1777 Z 160 f.) und am 12.11.2013 in 
der Schlusseinvernahme (pag. 927 Z 618 f.) gegenüber der Staatsanwaltschaft.»

24

Die Kammer verweist auf diese zutreffenden Ausführungen und stellt auf die kon-
stanten eigenen Aussagen des Beschuldigten ab. Er machte zu keinem Zeitpunkt 
(nicht einmal anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung) geltend, aus sei-
nem Fahrzeug gezerrt worden zu sein. Indizien dafür, dass er sich – wie von der 
Verteidigung geltend gemacht – wegen seines enormen Stresses nicht mehr an 
den korrekten Ablauf erinnern konnte, liegen keine vor. Seine diesbezüglichen 
Aussagen sind klar und schlüssig, er begründete sein damaliges Handeln nachvoll-
ziehbar. 

Demgegenüber vermögen die von der Verteidigung zitierten Zeugenaussagen von 
AA.________ und AJ.________ nicht zu überzeugen. So schilderte AA.________ 
erstmals bei seiner vierten Einvernahme, «sie» hätten den Beschuldigten aus dem 
Auto gezogen (pag. 1030 Z. 231). Vorher gab er stets an, erst viel später auf die 
Szene beim Fahrzeug aufmerksam geworden zu sein: Er sei vom Restaurant weg-
gelaufen und habe sich auf der Höhe der Tankstelle befunden, als er zurückge-
blickt und gesehen habe, dass sich viele Personen auf der Strasse befunden hät-
ten. Als er dort angekommen sei, sei P.________ bereits auf dem Boden gelegen 
(pag. 996 Z. 84 ff.; pag. 1004 Z. 269 ff.; pag. 1015 Z. 179 ff.). Inwiefern diese Aus-
sagen – wie von der Verteidigung geltend gemacht – in einer mangelhaften Befra-
gung gründen sollen, ist nicht nachvollziehbar. So wurde bei der ersten (am Tag 
nach dem Vorfall!) und zweiten Befragung offen gefragt, «was er [AA.________] 
gemacht habe». Der Zeuge schilderte daraufhin frei, was er gesehen hat. Erst im 
Rahmen der dritten Befragung wurden ihm dann seine früheren Aussagen vorge-
halten, welche er wiederum vorbehaltlos bestätigte. Demgegenüber fällt auf, dass 
er anlässlich seiner vierten Befragung nicht nur diese Aussage anpasste. Er änder-
te vielmehr die Schilderung der gesamten Geschehnisse zugunsten des Beschul-
digten (pag. 1030 ff.); so sprach er plötzlich von einer überstürzten Flucht des Be-
schuldigten, nachdem dieser P.________ gesehen habe, von einem Gerangel vor 
der Schussabgabe, wobei der Beschuldigte massiv bedrängt worden sei und sich 
sogar ein Schuss gelöst habe, welcher P.________ dann schliesslich getroffen ha-
be etc. Als Grund für seine Kehrtwendung gibt er an, damals noch beim Beschul-
digten gearbeitet zu haben. Er habe deshalb nicht sagen wollen, dass dieser eine 
Pistole in der Hand gehalten habe. Damals habe er noch Angst gehabt, jetzt habe 
er keine Angst mehr (pag. 1031 Z. 241 ff.). Diese Begründung leuchtet nicht ein, 
zumal AA.________ auch noch zum Zeitpunkt der vierten Befragung für den Be-
schuldigten arbeitete (pag. 1025 Z. 21 ff.). Für die Kammer steht mithin fest, dass 
auf diese neuesten Aussagen von AA.________ nicht abgestellt werden kann. 

Der Zeuge AJ.________ führte anlässlich seiner ersten Befragung aus (pag. 1636 
Z. 35 ff.): «Als erstes stieg der Lenker des verbreiterten Fahrzeuges aus und ging zurück zum 
BMW, öffnete die Fahrertür und zog den Lenker aus dem Fahrzeug. Ich habe nicht gesehen wie heftig 
er diesen aus dem Fahrzeug zog.» Diese Schilderung bestätigte er anlässlich seiner 
zweiten Einvernahme (pag. 1646 Z. 78). Auch wenn es sich bei AJ.________ um 
einen unbeteiligten Dritten handelt, welcher seine Wahrnehmungen sicherlich nach 
bestem Wissen und Gewissen wiedergab, vermag diese Aussage die konstanten 
Schilderungen des Beschuldigten selber nicht zu widerlegen. Zum einen hat 
AJ.________ schon während seiner Erstaussage angegeben, dass er nicht genau 
sagen könne, wie heftig der Beschuldigte aus dem Fahrzeug gezogen worden sei. 

25

Zum anderen führte er aus, es sei dunkel gewesen. Alles sei in Bewegung gewe-
sen und der ganze Vorfall habe ungefähr eine Minute gedauert (pag. 1637 Z. 94 
ff.). Es kann mithin nicht ausgeschlossen werden, dass AJ.________ die Gescheh-
nisse einfach so interpretierte. 

Die angerufenen Aussagen von AA.________ und AJ.________ sind damit kein 
Beleg dafür, dass P.________ den Beschuldigten aus dem Auto herausrausgeris-
sen hat. Die Kammer stellt vielmehr auf die diesbezüglich glaubhaften Aussagen 
des Beschuldigten selber ab.

Auf das Vorbringen von Rechtsanwalt D.________, es handle sich aufgrund des 
engen zeitlichen Rahmens der beiden Vorfälle im X.________ (Restaurant) und im 
Steinhölzli um eine Absichtsprovokation seitens des Beschuldigten, ist im Rahmen 
der rechtlichen Würdigung einzugehen. 

10.4 Umstände der Schussabgabe 

Weiter stellt sich die Frage nach den Umständen der Schussabgabe. Für die Auflis-
tung der hierzu vorhandenen objektiven und subjektiven Beweismittel wird auf das 
erstinstanzliche Motiv verwiesen (pag. 3065 f.). Ebenfalls auf das erstinstanzliche 
Motiv verwiesen wird für die objektiven Feststellungen zum Spurenbild betreffend 
die Tatwaffe (pag. 3066 bis pag. 3071), zum Spurenbild betreffend die Kleidung 
von P.________ (pag. 3071), zum Spurenbild am Leichnam von P.________ (pag. 
3072 f.) sowie zum Spurenbild betreffend das Projektil (pag. 3073). 

Kurz zusammengefasst geht die Kammer wie die Vorinstanz gestützt auf die objek-
tiven Beweismittel von folgenden Feststellungen aus:

- Bei der vorliegenden Funktionsweise der Waffe deutet das festgestellte Spu-
renbild darauf hin, dass aufgrund der zwei verschossenen Hülsen auch zwei 
Schüsse abgegeben wurden und dass aufgrund der beiden am Boden aufge-
fundenen intakten Patronen zweimal eine manuelle Ladebewegung ausge-
führt wurde. Berücksichtigt man die Tatdynamik und die eine erstellte 
Schussrichtung – beides von links nach rechts, ist folgende Hypothese am 
wahrscheinlichsten: (a) bei der Waffe wurde als erstes eine Ladebewegung 
ausgeführt, was zum Auswurf der Patrone Ass. 007 führte; (b) als nächstes 
wurde ein Schuss abgegeben, was durch den Rückstossladevorgang auto-
matisch zum Auswurf der Hülse Ass. 005 führte; (c) mit dem zweiten manuel-
len Ladevorgang wurde nunmehr die Patrone Ass. 006 ausgeworfen; 
schliesslich wurde (d) ein zweiter Schuss ausgelöst, wobei der automatische 
Nachladevorgang behindert wurde und die Patrone Ass. 003 im Patronenla-
ger verblieb.

- Es ist belegt, dass der tödliche Schuss aus einer Entfernung (Waffenmün-
dung – Ziel) von mindestens 10 cm und maximal 40 cm und damit aus nächs-
ter Nähe abgegeben wurde.

- Dem Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin Bern (IRM) vom 11. Januar 
2012 kann entnommen werden, dass die Einschussstelle am Brustkorb vorne 
links, knapp unterhalb der linken Brustwarze liegt. Der Schuss verlief nahezu 
horizontal durch den Brustkorb nach rechts mit Durchschlagen der linken 

26

Herzkammer, des rechten Herzvorhofes und des rechten Lungenmittellap-
pens, Anritzen der Unterkante der 7. Rippe rechts seitlich. Die Ausschuss-
stelle befindet sich an der rechten Rumpfseite achselnah.

- Die Gutachter kamen weiter zum Schluss, dass die Verletzung von 
P.________ an der linken Wange/Jochbeinregion am ehesten durch einen 
heftigen Anprall bzw. Schlag mit einem stumpfen Gegenstand entstanden 
sein muss, welcher eine haarkammartige Struktur mit einem ungefähren Ab-
stand zwischen den „Zinken" von 2.5 mm aufweist (pag. 685). Die Verletzung 
entstand sicher vor dem Tod. Wann genau vorher, ist nicht beurteilbar 
(pag. 686). Die Tatwaffe zeigt morphometrisch eine sehr gute Übereinstim-
mung in Abstand, Form und Winkel der Strukturen des Griffprofils am hinte-
ren, rechtsseitigen Anteil des Verschlussstückes der Waffe bezogen auf die 
Verletzung an der linken Wange/Jochbeinregion des P.________ (pag. 708). 

- Am Projektil (Ass. 032), welches vor dem Personalrestaurant des Zieglerspi-
tals aufgefunden und der Tatwaffe zugeordnet werden konnte, haftete eine 
Blutspur an. Diese konnte mittels DNA-Analyse eindeutig P.________ zuge-
ordnet werden (pag. 519).

Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass die Version des Beschuldigten in Bezug 
auf die Anzahl der abgegebenen Schüsse (nur einer statt zwei) aufgrund des fest-
gestellten Spurenbilds zweifelsfrei widerlegt werden kann. Dasselbe gilt für die 
Darstellung des Beschuldigten, wonach er die Waffe am Boden liegend hervorge-
nommen, durchgeladen und sofort geschossen haben will. Der Abdruck der Waffe 
im Gesicht von P.________ und die Feststellung der Experten, dass diese Verlet-
zung vor dem Tod entstanden sein muss, zeigt vielmehr, dass der Beschuldigte die 
Waffe früher (also schon während der Auseinandersetzung) hervorgenommen hat. 

Ein weiteres zentrales Beweismittel ist das ballistische Gutachten vom 11. Februar 
2013 des IRM Bern (pag. 767 ff.). Dieses Gutachten wurde von der Verteidigung 
schwer kritisiert und anhand eines eigens in Auftrag gegebenen Gutachtens beim 
IRM Zürich zu widerlegen versucht. Darauf wird nachfolgend unter Ziff. 10.4.2 ein-
gegangen.

Zu den Umständen der Schussabgabe sind aus Sicht der Kammer und gestützt auf 
die von der Verteidigung vorgebrachten Rügen an der erstinstanzlichen Begrün-
dung zwei zentrale Fragen zu klären: 

- Wurde der Beschuldigte bereits von mehreren Leuten aus der P.________-
Gruppe geschlagen, als er die beiden Schüsse abgab? (nachfolgend 
Ziff. 10.4.1)

- In welchen Positionen befanden sich der Beschuldigte und P.________ zum 
Zeitpunkt der Schussabgaben? (nachfolgend Ziff. 10.4.2)

10.4.1 Wurde der Beschuldigte im Moment der Schussabgabe bereits von mehreren 
Leuten aus der P.________-Gruppe geschlagen?

Der Beschuldigte machte von Beginn an geltend, dass er bereits zum Zeitpunkt der 
Schussabgabe von mehreren Personen aus der Gruppe von P.________ bedrängt 
und geschlagen worden sei. 

27

Die Vorinstanz legte in ihrem Motiv zunächst nachvollziehbar dar, dass vom Mo-
ment des Ausbremsens bis zur tödlichen Schussabgabe nur eine sehr kurze Zeit, 
d.h. maximal ein- bis eineinhalb Minuten vergangen sein können (pag. 3087 ff.). 
Dies wurde von keiner der Parteien bestritten bzw. vom Beschuldigten als unwe-
sentlich erachtet. Auf diese Feststellung wird daher verwiesen. Ergänzend ist dar-
auf hinzuweisen, das AF.________, AD.________ und AE.________ (im Gegen-
satz zu Z.________, der mit allen zusammen im Auto angekommen sein will; pag. 
1219 Z. 133 ff., vgl. auch die Skizze auf pag. 1212) übereinstimmend angaben, den 
Weg vom Parkplatz bei der Tankstelle bis zum Tatort zu Fuss zurückgelegt zu ha-
ben.

Weiter kam die Vorinstanz gestützt auf zahlreiche Aussagen von Beteiligten und 
Zeugen zum Schluss, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der Schussabgabe noch 
nicht von mehreren Personen zusammengeschlagen wurde. Die P.________-Leute 
seien zu diesem Zeitpunkt erst am Anrücken gewesen. Von mehreren Personen 
verprügelt worden sei der Beschuldigte erst nach der Schussabgabe (pag. 3090 
ff.):

«Geht man bei dieser Situation von einer zeitlichen Verzögerung des Eintreffens der übrigen Mitglie-
der der Gruppe P.________ aus, müssen zum Zeitpunkt der Schussabgabe vor allem deren Aussa-
gen analysiert werden. Es handelt sich dabei um C.________, AD.________, AF.________, 
Z.________ und AE.________.

C.________ schilderte dazu in der ersten Einvernahme folgendes (pag. 1386 Z 92 ff.):

„Mein Bruder ist dann sofort in sein Fahrzeug eingestiegen um ihnen nachzufahren. Ich wollte ebenfalls zusteigen, 

doch es hat mir nicht mehr gereicht zuzusteigen. A.________ und die anderen Männer sind weggefahren. An der 

Bushaltestelle hielt ein Bus, deshalb musste A.________ auf die Abfahrt des Buses warten. Mein Bruder hat sein 

Fahrzeug links neben dem Fahrzeug von A.________ abgestellt. Dies habe ich in einer Distanz von ca. 500 Meter 

aus beobachtet. Mein Bruder stieg aus dem Auto. Alle stiegen etwa gleichzeitig aus. A.________ hatte eine Waffe 

in der Hand, ich weiss aber nicht in welcher Hand. Ich habe dann gesehen, wie mein Bruder vom Hintersitz einen 

Stock genommen hat. Ich wusste, dass dort einer ist. Ich vermag mich zu erinnern, dass ein Schuss gefallen ist 

und dass mein Bruder mit dem Stock 1-2 gegen A.________ geschlagen hat. Ich war ca. 10 Minuten „weg", 

während dieser Zeitspanne kann ich mich an nichts erinnern. Ich habe meinen Bruder am Boden liegen gesehen, 

bin dann zu ihm gegangen.“

Im Rahmen der zweiten Einvernahme sagte er (pag. 1393 Z 25 ff.):

„Ich habe heute Morgen nicht gesagt, dass ich ca. 500 Meter vom Tatort weg gewesen bin. Ich war ca. 500 Meter 

vom Fahrzeug meines älteren Bruders entfernt. Ich habe mich dorthin genähert und dann fiel der Schuss. Als der 

Schuss fiel, befand ich mich auf der linken Seite des Fahrzeuges des Mannes, der die Pistole gezogen hatte. Als 

der Schuss fiel, ist mein älterer Bruder zu Boden gefallen. Ich versuchte dem Schiessenden die Waffe zu entreis-

sen. […] Nachdem der Mann geschossen hatte, lag er auf der rechten Seite auf dem Boden. Können Sie sagen, 

wann der Täter geschossen hat und woher er die Waffe genommen hat? Im Augenblick als er aus dem Fahr-

zeug gestiegen war, hatte er die Waffe schon in der Hand. […] Bevor der Schuss gefallen ist, was ist genau 

geschehen? Mein älterer Bruder hat vor dem Auto des Täters parkiert. Danach hat er einen Baseballschläger 

behändigt, weil er gesehen hatte, dass der Täter eine Waffe in der Hand hatte. Mein Bruder ist aus dem Fahrzeug 

gestiegen und hat mit dem Baseballschläger zugeschlagen. Er hat ein oder zweimal zugeschlagen. Dann ist der 

Täter auf den Boden gefallen. In diesem Moment ist der Schuss losgegangen. Danach haben wir versucht dem 

Täter die Waffe wegzunehmen.“

28

Beim Staatsanwalt schilderte er die Schussabgabe wie folgt (pag. 1414 Z 505 ff.):

„Als mein Bruder A.________ auf den Kopf geschlagen hat, fiel er zu Boden. Als er am Boden lag, schoss er mit 

der Pistole. Als A.________ mit der Pistole schoss und meinen Bruder in die Bauchgegend traf, wurde mir 

schlecht. Ich konnte nicht mehr stehen und ich ging zur Mauer und setzte mich hin. […] War A.________ zu der 

Zeit, als er auf der Seite am Boden lag, bedrängt, d.h., haben andere Personen von Ihrer Seite auf ihn ein-

geschlagen? Als er auf den Boden fiel, habe ich nicht gesehen, dass er bedrängt oder von anderen Leuten ge-

stört worden wäre.“

C.________ hat in allen Aussagen konstant ausgesagt, dass er sich zu Fuss von der Tankstelle zum 
Tatort begeben hat und gerade dort angekommen war, als der Schuss gefallen ist. Er hat nie ausge-
sagt, dass er bis zu diesem Zeitpunkt in die Schlägerei involviert war. Im Gegenteil hat er angegeben, 
dass einzig sein Bruder A.________ mit dem Baseballschläger geschlagen habe.

AD.________ schilderte bei seiner ersten Einvernahme die entscheidende Sequenz wie folgt (pag. 
1047 Z 35 ff.):

„C.________ ist mit einem anderen Auto und einer weiteren Person schon vorher gefahren. Ich weiss nicht mit 

welchem Auto. Wir sind nach Köniz zu einem Kreisel gefahren. […] Ich bin hinten gesessen und konnte nicht 

aussteigen, da die Kindersicherung eingestellt war. Es war Stau auf der Strasse. Es waren viele Autos und Perso-

nen dort. Es war auch ein Linienbus am warten. Eine Person hat mir dann die Türe aufgemacht. Die anderen vor-

ne waren schon ausgestiegen. Als die Türe ein bisschen offen war, habe ich einen Schuss gehört.“

Diese Erstaussage enthält einige Details (wartender Bus, Kindersicherung), welche für einen hohen 
Wahrheitsgehalt der Aussage sprechen. Entscheidend ist, dass er den Schuss hörte, als er am 
Aussteigen war. Er konnte demnach zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch nicht an der Schlägerei be-
teiligt gewesen sein. Interessant ist was er in der Folge ausführte (pag. 1047 Z 41 ff.):

„P.________ lag am Boden. Bei P.________ habe ich ein wenig Blut in der Bauchgegend gesehen. Ich sagte so-

fort müsse die Ambulanz gerufen werden. A.________ hatte eine Pistole in der Hand. Ich habe A.________ die 

Pistole aus der Hand genommen. Jemand hat mir geholfen, ich weiss aber nicht wer. Ich hatte die Pistole dann in 

der Hand und habe diese der Polizei übergeben.“

Dies zeigt, dass es eine zweite Phase gab, wo man A.________ die Pistole entwunden hat. In den 
späteren Aussagen korrigierte er seine Aussage leicht, blieb aber immer dabei, dass P.________ be-
reits angeschossen am Boden lag, als er am Tatort angekommen war.

AF.________ schilderte seine Ankunft am Tatort anlässlich der ersten Einvernahme folgendermassen 
(pag. 1123 Z 57 ff.):

„Als wir beim AC.________ (Restaurant) ankamen, sah ich auf der Strasse einen Tumult. Diverse Fahrzeuge ver-

sperrten die Strasse und es wurde aufeinander eingeschlagen. […] Ich kann jedoch nicht sagen wer wenn ge-

schlagen hatte, es herrschte ein grosser Tumult. Sicher waren auch noch zwei Kollegen von A.________ an der 

Schlägerei beteiligt. A.________ lag am Boden und ich sah viel Blut bei ihm. Ich wusste nicht, dass P.________ 

angeschossen worden war. Als ich eintraf hörte ich keinen Schuss. P.________ lag ebenfalls am Boden.“

Bei der zweiten Einvernahme sagte er (pag. 1131 Z 212 ff.):

„Aus welcher Distanz haben Sie die Schlägerei beobachtet? Aus etwa 50 bis 60 Meter. Als ich dieses gesehen 

habe bin ich schnell dorthin gelaufen. Dort habe ich eben P.________ am Boden gesehen.“

Bei der dritten Einvernahme bestätigte er (pag. 1139 Z 195 f.):

„P.________ war bei meiner Ankunft bereits am Boden. Er lag auf dem Rücken.“

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Bei der Staatsanwaltschaft sagte er dann (pag. 1152 Z 175 ff.):

„Ich kann mich nicht genau erinnern, was ich bei der Polizei gesagt habe, aber als ich aus dem Auto ausstieg, hör-

te ich einen Knall. In einem solchen Zustand merkt man sich nicht alles. Dort am Tatort war eine „Karambolage". 

Ein Auto hat dem anderen den Weg abgeschnitten. Als wir den Knall hörten, rannten wir zum Tatort. Einer lag am 

Boden, war erschossen.“

AF.________ schilderte damit auch konstant, dass er erst nach den Schüssen am Tatort eingetroffen 
war.

Z.________ sagte in der ersten Einvernahme wie folgt aus (pag. 1174 Z 27 ff.):

„Wir haben das Auto parkiert und gesehen dass C.________ sowie sein Bruder P.________ dort waren. Ich habe 

einen Schuss gehört und P.________ ist zu Boden gefallen. C.________ hat A.________ von hinten gehalten, wie 

umarmt. A.________ hatte eine Pistole in der glaublich rechten Hand gehalten. A.________ hat gesagt, dass er 

geschossen habe und dass wir die Ambulanz rufen sollen.“

Anlässlich der zweiten Einvernahme machte er detailliertere Schilderungen (pag. 1182 Z 107 ff.):

„Als A.________ uns gesehen hatte, hat er darauf verzichtet zu uns zu kommen. Er fuhr davon. Darauf stiegen 

P.________ mit U.________ ins Auto. Sie fuhren in Richtung der Kreuzung, dort hat es eine Bushaltestelle. Das 

war zwei- bis dreihundert Meter von uns entfernt. Wir stiegen auch ins Auto ein. C.________ ist den anderen ren-

nend gefolgt. Also nachgerannt. Als wir ins Auto stiegen verloren wir natürlich Zeit. C.________ rannte zum Un-

fallplatz. Als wir eingestiegen sind, haben wir gesehen, dass A.________ hinter dem wartenden Bus nicht wegfah-

ren konnte. P.________ ist mit dem Auto vor das Auto von A.________ gefahren. Also zwischen den Bus und das 

Auto von A.________. Bis P.________ ausgestiegen war, fuhren wir auch dahin. Wir parkierten unser Auto. Es 

war ca. 5 bis 10 Meter Distanz zu P.________. Als wir ausgestiegen sind habe ich plötzlich einen Schuss gehört. 

Darauf habe ich P.________ gesehen. Nachdem er erschossen worden war, war er an der Wand. Ich wollte ihn 

noch halten, damit er nicht umfiel. C.________ hat A.________ festgehalten und ihm die Pistole aus dessen Hand 

zu nehmen versucht. Das gelang ihm nicht. A.________ schrie als C.________ auf ihn los kam. A.________ lag 

unter C.________ in diesem Moment. A.________ schrie, er habe P.________ erschossen, man solle ihn sehr 

schnell ins Spital bringen. Inzwischen begaben wir uns auch zu diesem Geschehen. C.________ konnte mit gros-

ser Mühe die Pistole aus der Hand von A.________ nehmen. Aus Wut habe ich A.________ eine verpasst. Ich 

fragte, ob er das jetzt gut gemacht hätte. […] Unsere Leute sind erst auf ihn losgegangen, als sie sahen, dass 

P.________ erschossen worden war.“

Am 25.01.2012 bestätigte er seine Aussagen (pag. 1202 Z 294 ff.):

„P.________ stieg sofort wieder in sein Auto. Ebenfalls stieg U.________ auf den Nebensitz. Wir haben hinter ih-

nen auf der .________strasse parkiert. C.________ wollte auch einsteigen, es gelang ihm jedoch nicht mehr. 

P.________ ist zu schnell abgefahren. C.________ ist zu Fuss an den Tatort gelaufen. Ich stieg dann ebenfalls in 

das Fahrzeug, wir wollten P.________ aufhalten. Sobald ich das Auto gestoppt hatte, dies war. ca. 5 Meter vom 

Tatort entfernt, hörten wir einen Schuss. Ich sah wie P.________ mit dem Rücken zur Wand und danach zu Boden 

fiel. C.________ versuchte A.________ die Waffe zu entreissen. Als ich sah in welchem Zustand sich P.________ 

befand, ging ich zu A.________ und trat zweimal mit den Füssen zu. Ich fragte ihn, ob er nun zufrieden sei, mit 

dem was er gemacht habe.“

Beim Staatsanwalt bestätigte er nochmals (pag. 1219 Z 137 ff.):

„Als wir hinter dem Auto von A.________ ankamen, stiegen wir alle vier sofort aus und haben an der Schlägerei 

teilgenommen. Wo waren Sie, als Sie den Schuss hörten? Wir waren etwa noch 9 bis 10 Meter vom Ort der 

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Schlägerei entfernt, als wir den Schuss hörten. Wir rannten zum Tatort, als der Schuss fiel. Wir standen ungefähr 

auf der Höhe des Autos von A.________.“

Auch Z.________ bestätigt damit, dass der Schuss gefallen war, bevor er sich an der Schlägerei be-
teiligt hat. Er gibt auch klar zu, anschliessend auf A.________ eingeschlagen beziehungsweise einge-
treten zu haben.

AE.________ sagte anlässlich der ersten Einvernahme am 26.12.2011 (pag. 1512 Z 92 f.):

„Als ich dort ankam, ist P.________ am Boden gelegen, er war vor seinem Auto am Boden.“

Er habe aber nicht realisiert, dass ein Schuss abgegeben worden sei. Bei der nächsten Einvernahme 
gab er dann an, den Schuss gehört zu haben (pag. 1527 Z 427 ff.):

„Als die Personen aus den Fahrzeugen ausgestiegen sind, befand ich mich in der Mitte der Strecke, ca. 25-30 Me-

ter entfernt. P.________ stieg aus, danach habe ich A.________ gesehen. Dann ist ein Gerangel passiert und ich 

hörte einen Schuss. Nachher sind wir dort eingetroffen und haben das Gesicht von A.________ gesehen, welches 

voll Blut war. P.________ war am Boden, ungefähr vorne rechts. Das Ganze dauerte ca. 2 Minuten, d.h. von der 

Wegfahrt von P.________ bis zur Schussabgabe. […] Sie haben vorher von einem Gerangel gesprochen. Wer 

war alles involviert? Das Gerangel war nach der Schussabgabe.“

Bei der Staatsanwaltschaft bestätigte er das gesagte (pag. 1542 Z 211 ff.):

„Als ich den Tatort erreicht habe, lag P.________ am Boden. Zwei Personen haben A.________ festgehalten, er 

hielt noch eine Waffe in der Hand. A.________ schrie herum, dass er P.________ erschossen habe und dass man 

ihn ins Spital bringen müsse.“

Auch er bestätigt damit, dass er erst dazugekommen ist, als der Schuss schon gefallen war.

Insgesamt hat damit niemand der Gruppe P.________ angegeben, vor der Schussabgabe auf 
A.________ eingewirkt zu haben. Die erwähnten Aussagen bestätigen aber allesamt, dass die zeitli-
chen Verhältnisse sehr eng waren, d.h. man war im Zeitpunkt der Schussabgabe praktisch schon am 
Tatort, konnte diese aber nicht verhindern, hat dann aber umgehend auf A.________ eingewirkt, un-
ter anderem um diesem die Waffe zu entreissen.»

Auch die Kammer stellt auf diese zahlreichen und im Grundsatz übereinstimmen-
den Aussagen ab und schliesst sich diesbezüglich dem Beweisergebnis der Vorin-
stanz an. Die P.________-Leute gaben – vor allem bei ihren ersten Einvernahmen 
– klar an, sich bei der Schussabgabe noch in einiger Distanz zu Opfer und Be-
schuldigtem befunden zu haben. In diesem Moment konnten sie nicht wissen, dass 
der Beschuldigte zu seiner Verteidigung vorbringen wird, er sei bereits bei bzw. vor 
der Schussabgabe zusammengeschlagen worden. Eine gezielte Mehrbelastung 
des Beschuldigten (wie von der Verteidigung geltend gemacht) kann zu diesem 
frühen Zeitpunkt ausgeschlossen werden.

Hingegen ist bei den meisten von ihnen von Einvernahme zu Einvernahme eine 
Tendenz erkennbar, wonach alle näher am Geschehen gewesen sein wollen. So 
gab beispielsweise C.________ beim Staatsanwalt plötzlich an, er sei in dem Mo-
ment der Schussabgabe sehr nahe gestanden, fast neben seinem Bruder (pag. 
1413 Z. 491 ff.). Diese Tendenz lässt sich allenfalls damit erklären, dass durch das 
Schaffen einer grösseren Nähe im Moment der Schussabgabe der Beschuldigte 
mehr belastet werden sollte. Umso glaubhafter erscheinen die ersten Aussagen, 
wonach sich keiner der weiteren Beteiligten in unmittelbarer Nähe befunden hat.

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Gestützt auf diese Ausführungen erachtet auch die Kammer als erstellt, dass die 
Schussabgabe zu einem Zeitpunkt erfolgte, als sich nur wenige Personen bereits 
vor Ort befanden und sich der Beschuldigte einzig mit P.________ befasste und 
prügelte. Die Verletzungen wurden ihm erst nach der Schussabgabe zugefügt. 

Die Vorinstanz setzte sich weiter eingehend mit den Argumenten der Verteidigung 
bzw. den von Rechtsanwalt B.________ zitierten Zeugenaussagen auseinander. 
Weil Rechtsanwalt B.________ das erstinstanzliche Motiv vor oberer Instanz mit 
denselben Vorbringen zu widerlegen versuchte, wird nachfolgend zunächst die 
Vorinstanz zitiert (pag. 3094 ff.): 

«Die Verteidigung hat im Parteivortrag zahlreiche Zeugen angerufen, welche angeblich das Gegenteil, 
d.h. eine Schussabgabe in Bedrängnis durch mehrere Personen, belegen sollen (pag. 2911 ff.). Dar-
auf gilt es nachfolgend noch einzugehen – die entsprechenden Stellen der Plädoyernotizen der Ver-
teidigung werden der Einfachheit halber zitiert:

„(6) AA.________, […] Er habe gesehen, wie P.________ mit seinem Auto A.________ Fahrzeug den Weg abge-

schnitten und diesen dann aus dem Auto gezogen habe […].“

Die Passage, auf welche sich die Verteidigung bezieht, lautet wörtlich (pag. 1030 Z 231):

„P.________ schnitt den Weg von A.________ ab. Sie haben A.________ aus dem Auto gezogen.“

AA.________ verwendete erst bei der vierten Einvernahme beim Staatsanwalt die Wendung „aus 
dem Auto gezogen“. Zudem verwendete er mit „sie“ den unbestimmten Plural. Es handelt sich damit 
bei diesem Zitat um eine Interpretation der Situation seinerseits. Er hat in allen vier Einvernahmen 
immer frei geschildert, dass er dabei war in Richtung Tankstelle zu gehen, als P.________ an ihm 
vorbei gefahren sei. Als er zurück geschaut habe, habe er einen Tumult festgestellt und sei auch zur 
Bushaltestelle gegangen. Die angerufene Aussage von AA.________ ist damit kein Beleg dafür, dass 
P.________ A.________ aus dem Auto herausrausgerissen haben soll. 

„(7) AD.________, […] Als er selber A.________ die Pistole entrissen habe, seien P.________ und A.________ 

am Boden gewesen. Vier oder fünf Personen seien daneben gestanden. Nach Abnahme der Waffe habe er diese 

während etwa drei Minuten in der Hand gehalten und nach unten gerichtet. Von der P.________-Gruppe seien, 

abgesehen von P.________, fünf Personen (= also sechs insgesamt!) an der Schlägerei beteiligt gewesen 

[…].“

Es kann auf die obenstehende Analyse der Aussagen von AD.________ verwiesen werden, welche – 
genau analysiert – zeigen, dass er die Waffe erst nach der tödlichen Schussabgabe A.________ ent-
rissen hat. Die Beteiligung der insgesamt sechs Personen bezieht sich ebenfalls nicht auf den Zeit-
punkt vor der Schussabgabe. 

„(8) Gemäss AI.________, einem unbeteiligten, unabhängigen Augenzeugen, sei in der Autokolonne auch ein 

Mercedes gestanden. Eine Person habe mit einem Holzstock auf einen am Boden liegenden Mann einge-

schlagen. Weitere drei Personen hätten mit den Füssen auf diesen Mann eingetreten. Daraufhin habe er ei-

nen lauten Knall gehört (pag. 1108 obere Hälfte; pag. 1113 Zeilen 134, 145). Die Schilderungen AI.________ be-

ziehen sich daher auf die Phase vor der Schussabgabe.“

Die Verteidigung bezieht sich bei diesem Zitat primär auf den Wahrnehmungsbericht des Polizisten 
[…] vom 27.12.2011 (pag. 1107 f.). Herr AI.________ bestätigte zwar diese Angaben auch bei der 
Einvernahme (pag. 1113 Z 131 ff.). Die genauen Nachfragen ergaben dann aber, dass er erst nach 
dem Knall – welcher ihn an das Schliessen einer Autotüre erinnerte – vom Balkon heruntergeschaut 

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habe. Er habe aber nichts gesehen (pag. 1113 Z 159 ff.). Da sei die Polizei schon unterwegs gewe-
sen (pag. 1114 Z 192). Insgesamt wirken seine Aussagen eher etwas verwirrt. A.________ kann dar-
aus nichts zu seinen Gunsten ableiten.

Bezüglich der Zitate von AF.________ und Z.________ kann auf die obigen Analysen verwiesen 
werden. Auch daraus kann A.________ nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

„(11) AB.________, […] A.________ sei von P.________ aus dem Auto gerissen worden und dann am Boden ge-

legen (pag. 1228 Zeilen 118, 132; pag. 1271 Zeilen 76 ff., 87).“

Es ist zutreffend, dass AB.________ sagte (pag. 1228 Z 131 f.):

„Ich habe nur festgestellt, dass er mit mir aus dem Auto gerissen wurde.“

Dabei handelt es sich aber eher um eine unspezifische Aussage, welche den gesamten Kontext aus 
der eigenen Wahrnehmung widergibt. Die Aussage, A.________ sei am Boden gelegen bezieht sich 
auf die Beobachtung am Ende der Geschehnisse (pag. 1228 Z 118 f.) und liefert keine Hinweise über 
die Umstände der Schussabgabe. Auch daraus kann A.________ nichts zu seinen Gunsten ableiten.

(14) AK.________, eine unbeteiligte, unabhängige Augenzeugin, schilderte, dass der Fahrer des ersten Autos ag-

gressiv gewesen sei und einen Baseballschläger gehabt habe. Danach sei ein Mann mit einer braunen Jacke 

am Boden gelegen. Vor der Schussabgabe hätten Männer auf diesen und auch auf seinen Kopf mit einem 

Baseballschläger eingeschlagen. Dieser Mann sei stark geschlagen worden und habe sehr geblutet. Er habe 

flüchten wollen, aber es sei ihm nicht gelungen. Am Schluss hätten Personen den Baseballschläger mitgenommen 

und seien weggefahren. Anhand der Kleiderdokumentation (braune Jacke) identifizierte AK.________ den Be-

schuldigten als die Person, welche mit dem Baseballschläger geschlagen worden sei (pag. 1446 ff. Zeilen 26 

f., 34 f., 91 f., 114 ff., 168 ff.; pag. 1459 f. Zeilen 241,244 f., 264).

Dieses Zitat gibt die Aussage von AK.________ unzutreffend wieder. Es werden daher hier nochmals 
die Originalpassagen vom 27.12.2011 wiedergegeben (pag. 1446 Z 34 ff.):

Der Fahrer des ersten weissen Autos war aggressiv und dieser holte aus dem Kofferraum den Baseballschläger. 

[…] Ich habe das ziemlich gut gesehen, dass der Fahrer des zweiten weissen Autos mit der Waffe ausgestiegen 

ist. […] Es waren zuerst vier Personen auf der Strasse, welche sich geschlagen haben. Es kamen dann noch mehr 

Personen dazu. Es war meistens eine Person am Boden, auf welche sie eingeschlagen haben. […] Was passier-

te mit den Personen, welche Beifahrer waren? Sie haben sich mit den Fäusten geschlagen. Sie gingen auf die 

Strasse, damit jeder sie sieht. Sie hatten beide keine Waffen. […] Der mit dem Baseballschläger ging zu den zwei 

Personen, welche sich mit den Fäusten geprügelt haben. Gleich unmittelbar danach kam derjenige mit der gezo-

genen Waffe auf die drei Personen zu. […] So, wie ich gesehen habe, waren immer zwei Personen gegeneinan-

der. Ich habe zwei Schüsse gehört. Ich habe diese gesehen, als ich zur Garage ging. Ich sah, wie jemand verletzt 

am Boden lag. Es lag eine Person am Boden, dies war derjenige mit der braunen Jacke. Auf ihn haben sie mit 

dem Baseball-Schläger eingeschlagen. […] Sie haben am meisten auf die Person mit der braunen Jacke einge-

schlagen. So wie ich es gesehen habe, wurde er überall geschlagen, auch am Kopf. Er wollte flüchten, aber es ge-

lang ihm nicht. […] Die Schüsse passierten, bevor die Person mit der braunen Jacke am Boden lag. Als die Person 

mit der Waffe auf die anderen zuging, fielen die Schüsse.

Bei der Staatsanwaltschaft bestätigte sie knapp fünf Monate später diese Aussagen, jedoch weniger 
detailreich und weniger spontan (pag. 1453 ff.). Es ist daher primär auf die ersten Aussagen abzustüt-
zen. Diese stützen aber gerade nicht die Version von A.________. Die Zeugin AK.________ schilder-
te klar, dass der Schütze bei der Schussabgabe gestanden habe. Zudem seien dabei nur die vier 
Personen aus den ersten beiden Autos involviert gewesen. Dass der Mann mit der braunen Jacke an-

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schliessen verprügelt worden sei, bestätigt sie. Sie ordnet dies aber klar der Sequenz nach der 
Schussabgabe zu.

(15) AL.________, eine unbeteiligte, unabhängige Augenzeugin, schilderte, dass der Lenker des vordersten Fahr-

zeugs vor der Schussabgabe aus dem Kofferraum einen Baseballschläger geholt und mit diesem mehrfach 

auf den Kopf eines Mannes geschlagen habe. Bei der Schussabgabe seien etwa zehn Personen an der 

Schlägerei beteiligt gewesen. Sie habe zwei Baseballschläger gesehen (pag. 1712 f., 1718 ff.). 

Auch hier hat die Verteidigung die Aussagen unzutreffend widergegeben. AL.________ hatte am 
27.12.2011 ausgesagt, dass nach den zwei Schüssen, zwei weitere Autos dazugekommen seien 
(pag. 1712 Z 62 f.). Weiter führte sie aus (pag. 1713 Z 72 ff.):

„Von den zwei Autos die später hinzugekommen sind, sind Personen ausgestiegen und haben sich zu dieser 

Schlägerei gesellt. Es waren bis zu 10 Personen an dieser Schlägerei.“

Sie hat damit gerade nicht bezeugt, dass anlässlich der Schussabgabe zehn Personen in die Schlä-
gerei involviert gewesen seien.

„(18) AJ.________, ein unbeteiligter, unabhängiger Augenzeuge, führte aus, dass das zweite Fahrzeug eingek-

lemmt gewesen sei und nicht habe wegfahren können. Der Lenker des ersten Wagens habe aus dem Kofferraum 

einen Baseballschläger geholt und den Fahrer des zweiten Autos aus dem Fahrzeug gezogen. Diese beiden Män-

ner seien dann zu Boden gefallen. Daraufhin seien mehrere Männer auf die beiden am Boden Liegenden zu ge-

rannt. Eine Pistole habe er zu diesem Zeitpunkt ganz klar nicht gesehen (pag. 1636 ff. Zeilen 26 ff., 35 ff., 48 

ff., 56 f., 59, 130 ff., 138 f.; pag. 1646 f. Zeilen 57 ff., 73 ff., 85 ff., 115). AJ.________ Schilderungen beziehen sich 

auf die Phase vor der Schussabgabe.“

Die Aussagen von AJ.________ bestätigen vor allem den zeitlichen Ablauf der Auseinandersetzung 
(vgl. Ziff. II.3.3.5.b). Er befand sich mit seinem Fahrzeug hinter dem stadtauswärts fahrenden Bus und 
konnte nach eigenen Angaben ebenfalls das Ausbremsen von A.________ durch P.________ wahr-
nehmen und will anschliessend den Bus aus Angst überholt haben und habe zwei Schüsse gehört, 
als er den Kreisel befahren habe. Er beschreibt weiter, dass weitere Personen zum Tatort gerannt 
seien, machte aber keine Aussage, dass A.________ bei der Schussabgabe bereits von diesen be-
drängt worden wäre. Seine Aussage deckt sich damit, mit den Schilderungen der anrückenden Per-
sonen der Gruppe P.________.

(19) Y.________, ein Mitarbeiter des Beschuldigten, gab an, dass A.________ beim Kreisel in Richtung Spital ge-

fahren und von drei Autos verfolgt worden sei. Zuvorderst sei P.________ mit dem BMW gewesen. A.________ 

sei dann von mehreren Personen umzingelt und geschlagen worden (pag. 1656 Zeilen 84 ff., 102 f.; pag. 1672 

f. Zeilen 229 ff., 268 f.). [Diese Schilderung betreffe die Phase vor den Schüssen]

Tatsächlich ist Y.________ der einzige, welcher klar schildert, dass A.________ vor der Schussabga-
be von mehreren Personen umzingelt gewesen sei. 

„(20) Gemäss AM.________, einem unbeteiligten, unabhängigen Augenzeugen, hätten mehrere Personen auf 

einen am Boden liegenden Mann eingeschlagen (pag. 1752 Zeilen 212 ff.).“

Auch diese Aussage wurde von der Verteidigung aus dem Zusammenhang gerissen. AM.________ 
sagte aus, dass sie kurz vor dem Ereignis nach Hause gekommen seien. Plötzlich habe er zwei Mal 
einen klaren Knall gehört. Sie seien in diesem Moment in der Küche gestanden. Er habe deswegen 
Nachschau gehalten, habe aber nichts wirklich etwas erkennen können. Daher sei er in den ersten 
Stock gegangen und habe dort das Fenster geöffnet (pag. 1748 Z 14 ff.). Seine Beobachtungen be-

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ziehen sich damit klar auf die Phase nach der Schussabgabe. A.________ kann daraus nichts zu sei-
nen Gunsten ableiten.

„(21) AN.________, ein unbeteiligter, unabhängiger Augenzeuge, gab an, dass vor der Schussabgabe zwei 

Schlägereien stattgefunden hätten. Dabei sei auf einen am Boden liegenden Mann eingeschlagen worden (pag. 

1495 Zeilen 21 ff., 65 ff.; pag. 1503 Zeilen 77 ff., 84 ff.; pag. 1505 Zeilen 150 f.; vgl. auch pag: 356 oben, Polizei-

rapport).“

Die Aussagen von AN.________ zum Tatverlauf sind unpräzise und mit Vorsicht zu geniessen. Er hat 
während den Ereignissen zweimal mit der Polizei telefoniert, hat sich der Zeugin AO.________ ange-
nommen und sich zusätzlich noch in Deckung begeben. Zudem war er offenbar bereits durch ein ähn-
liches Ereignis vorbelastet (pag. 1504 Z 96 ff.). Bei den Aussagen von AN.________ ist daher eher 
Vorsicht geboten. Inhaltlich schilderte er zwei Schlägereien wahrgenommen zu haben, beschrieb aber 
gerade nicht, dass eine Gruppe auf eine am Boden li