# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fcb3102f-63ca-5125-8b68-80eb4b59fe3c
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-10-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 03.10.2005 ZB 2005 42
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_ZB-2005-42_2005-10-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

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Ref.: Chur, 03. Oktober 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZB 05 42

Urteil
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Präsident Brunner
RichterInnen Rehli und Möhr 
Aktuar ad hoc Scarpatetti

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In der zivilrechtlichen Beschwerde

des D., Kläger und Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Cha-
rlotte Schucan-Albrecht, Chesa Planta, 7524 Zuoz,

gegen

die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja vom 11. August 2005, mitge-
teilt am 12. August 2005, in Sachen des Klägers und Beschwerdeführers,

betreffend Festsetzung der Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters,

hat sich ergeben:

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A. D. arbeitete von Januar 1996 bis April 2000 saisonweise als Taxichauffeur 
für die A. in B.. Am 15. März 2000 kündigte ihm die Arbeitgeberin das Arbeitsver-
hältnis auf Ende Saison. Am 12. November 2002 betrieb D. seine ehemalige Arbeit-
geberin und am 10. Juli 2003 erhob er gegen sie eine Forderungsklage beim Be-
zirksgericht Maloja. Für das eingeleitete arbeitsrechtliche Verfahren ersuchte die 
Rechtsvertreterin der klagenden Partei, Rechtsanwältin lic. iur. Charlotte Schucan, 
am 14. Juli 2003 den Bezirksgerichtspräsidenten Maloja um Bewilligung der unent-
geltlichen Rechtspflege mit Rechtsvertretung. Diesem Gesuch wurde mit Verfügung 
des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja vom 7. August 2003, gleichentags mitgeteilt, 
wie folgt entsprochen:

„1. Dem Gesuchsteller wird für den arbeitsrechtlichen Prozess gegen 
die A., B., die unentgeltliche Prozessführung mit Rechtsvertretung 
durch Rechtsanwältin lic. iur. Charlotte Schucan-Albrecht, Chesa 
Planta, 7524 Zuoz, bewilligt mit Wirkung ab 14. Juli 2003.

2. Die Bewilligung befreit den Gesuchsteller von der Leistung von Pro-
zess- und Anwaltskosten. Für diese hat die Gemeinde B. aufzukom-
men. Dem Gemeinwesen steht ein Rückforderungsrecht gemäss 
Art. 45 Abs. 2 ZPO zu. Zudem erwirbt es die Ansprüche gegenüber 
der Gegenpartei (ausseramtliche Entschädigung) im Umfang der 
erbrachten Zahlungen.

3. Der Stundenansatz des Rechtsbeistandes beträgt Fr. 150.--. Ein 
Streitwertzuschlag oder andere Zuschläge können nicht erhoben 
werden.

4. Die Bewilligung ist auf das Verfahren vor dem Bezirksgericht Ma-
loja, inkl. allfälliger Sühne- oder Schlichtungsverfahren, beschränkt.

5. Der Gesuchsteller und die Kostenträgerin können innert 10 Tagen 
eine detaillierte Begründung dieser Verfügung verlangen.

6. (Rechtsmittelbelehrung).
7. (Mitteilung).“

B. Am 29. September 2003 reichte D. die Prozesseingabe sowie den Leit-
schein vom 5. September 2003 beim Bezirksgericht Maloja ein. Am 11. November 
2003 legte die A. die Prozessantwort vor. Die Hauptverhandlung fand am 19. April 
2005 in Samedan statt.

C. Am 1. Juni 2005 reichte Rechtsanwältin lic. iur. Charlotte Schucan beim 
Bezirksgerichtspräsidenten Maloja eine detaillierte Honorarnote ein. Sie machte für 
den Zeitbereich vom 8. Juli 2003 bis am 1. Juni 2005 einen Zeitaufwand von 68.10 
Stunden à Fr. 150.-, zuzüglich Spesen von Fr. 325.63 sowie 7.6 % Mehrwertsteuer 
im Betrag von Fr. 801.10, also insgesamt Fr. 11`341.73.-, geltend.

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D. Die Gemeinde B. als Kostenträgerin teilte in ihrer Vernehmlassung vom 
13. Juni 2005 mit, dass die Rechnung im Vergleich zu anderen Fällen sehr hoch 
ausgefallen sei. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass die Bewilligung zur unent-
geltlichen Rechtspflege und Ernennung eines Rechtsbeistandes auf das Verfahren 
vor dem Bezirksgericht Maloja beschränkt sei. Aus dem Schreiben von Frau Schu-
can vom 1. Juni 2005 gehe hervor, dass D. gegen das Urteil des Bezirksgerichtes 
Maloja vom 19. April 2005 Berufung an das Kantonsgericht eingelegt habe. Mit Ver-
fügung vom 11. August 2005, mitgeteilt am 12. August 2005, erkannte das Bezirks-
gerichtspräsidium Maloja wie folgt:

„1. Die Entschädigung des Rechtsbeistandes im Forderungsprozess in 
Sachen D. c. A. (Proz.Nr. 110-2003-26) von Frau Rechtsanwältin 
lic. iur. Charlotte Schucan-Albrecht, Zuoz, wird mit Fr. 8`880.58.-, 
inkl. Mehrwertsteuer, festgesetzt.

2. Die Gemeinde B. wird angewiesen, das Honorar an Frau Rechtsan-
wältin Charlotte Schucan zu überweisen.

3. Die Kosten für diese Verfügung im Betrag von CHF 300.- gehen zu-
lasten des Bezirksgerichtes Maloja. Ausseramtliche Entschädigun-
gen werden nicht zugesprochen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung).“

In der Begründung wurde im Wesentlichen geltend gemacht, dass die unent-
geltliche Rechtspflege mit Wirkung ab 14. Juli 2003 erteilt worden sei und daher 
würden Aufwendungen vor diesem Datum dahinfallen. Ausserdem sei die Position 
„Rechtsabklärungen betreffend Entschädigung Überstunden“ vom 27. September 
2003 (1.5 Stunden) zu streichen. Solche Abklärungen hätten vor einer Vermittlungs-
verhandlung erfolgen müssen und zudem seien schon in der Zeit vom 8. – 12. Juli 
2003 Rechtsabklärungen aufgeführt worden. Des Weiteren habe die Rechtsanwäl-
tin in der Honorarnote für die Vorbereitung der Hauptverhandlung 6 Stunden einge-
setzt, obwohl vorgängig immer wieder Abklärungen und Überprüfungen des Pro-
zessstoffes in Rechnung gestellt worden seien. Eine Vorbereitungszeit von 3 Stun-
den hätte wohl durchaus genügt und daher sei eine Reduktion von 3 Stunden vor-
zunehmen.

E. Gegen die Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja erhob D. am 
5. September 2005 Beschwerde beim Kantonsgerichtsausschuss Graubünden. In 
seiner Beschwerdeschrift stellte er folgende Begehren:

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„1. Die Ziff. 1 der Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja vom 
11. August 2005 betreffend Festsetzung der Entschädigung 
gemäss Art. 47 ZPO im arbeitsrechtlichen Prozess Nr. 110-2003-
26 des Beschwerdeführers gegen die A. sei aufzuheben und es sei 
die Entschädigung des Rechtsbeistandes, nämlich der unterzeich-
nenden Rechtsanwältin, im genannten Verfahren auf Fr. 11`341.75 
inkl. Spesen und MWSt gemäss Honorarrechnung vom 01. Juni 
2005 festzusetzen.

2. Eventualiter sei die Sache zur Neufestsetzung der Entschädigung 
der Rechtsbeiständin an die Vorinstanz zurückzuweisen.

3. Für das vorliegende Verfahren sei dem Beschwerdeführer ebenfalls 
die unentgeltliche Rechtspflege und die Ernennung eines Rechts-
beistandes in der Person der Unterzeichnenden zu bewilligen. Die 
Gerichtskosten sowie die Kosten der unterzeichnenden Rechtsan-
wältin seien von der Gemeinde B. zu übernehmen.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich MWSt zulasten 
der Beschwerdegegnerin, der Vorinstanz oder der Gerichtskasse.“

In der Begründung wurde im Wesentlichen ausgeführt, dass gewisse vor Ein-
reichung des Gesuches um unentgeltliche Rechtspflege angefallene Kosten, wie 
der Aufwand für das Gesuch selbst oder ein gleichzeitig mit dem Gesuch einge-
reichte Rechtsschrift, ebenfalls anerkannt werden. Würden die unentgeltliche Ver-
beiständigung für das Gesuch und die entsprechenden Vorarbeiten verweigert, so 
würde dies für die bedürftige Partei auf eine gegen Art. 29 Abs. 3 BV verstossende 
Behinderung bei der gerichtlichen Durchsetzung ihrer Rechte hinaus laufen. Indem 
die Vorinstanz die anwaltlichen Leistungen erst genau ab der formellen Bewilligung 
der unentgeltlichen Rechtspflege, d.h. ab dem 14. Juli 2003, genehmigte, sei sie in 
überspitzten Formalismus verfallen. Des Weiteren seien die Leistungen von 1.5 
Stunden vom 27. September 2003 im Rahmen der Ausarbeitung der Prozessein-
gabe vom 29. September 2003 erbracht worden. Sie seien nicht nur für die genannte 
Rechtsabklärung verrechnet worden, sondern auch für die Neuberechnung der For-
derung der Überstunden infolge Wegfalls der Kinderzulagen. Für die Vorbereitung 
der Hauptverhandlung seien sogar mehr als die verrechneten 6 Stunden nötig ge-
wesen. Nach Vorliegen der gerichtlichen Expertise habe die Forderung neu berech-
net und das Rechtsbegehren angepasst werden müssen; dies sei im Rahmen einer 
sorgfältigen Prozessführung denn auch gefordert gewesen. Es stimme nicht, dass 
vorgängig immer wieder Abklärungen und Überprüfungen des Prozessstoffes in 
Rechnung gestellt wurden. Es seien einzig die notwendigen Arbeiten in der schwie-
rigen rechtlichen und tatsächlichen Frage, wieviel Lohn D. noch zugute habe, ver-
rechnet worden. Daraus resultiere, dass das Gesamthonorar von Fr. 11`341.75 der 

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Komplexität der Sach- und Rechtslage angemessen sei. Dies ergebe sich auch aus 
einem Vergleich mit dem Honorar der Gegenpartei im Prozess vor Bezirksgericht 
Maloja.

F. Das Bezirksgericht Maloja beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 8. 
September 2005 die Abweisung der Beschwerde unter Verweis auf die Vorakten. 
Die Gemeinde B. verzichtete auf die Einreichung einer Stellungnahme.

Auf die weiteren Ausführungen in der angefochtenen Verfügung sowie in der 
Rechtsschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Entscheide über die unentgeltliche Rechtspflege, die Bestellung 
eines Rechtsvertreters und die Festlegung seiner Entschädigung steht den Betrof-
fenen gemäss Art. 47a der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden (ZPO; 
BR 320.000) und Art. 232 Ziff. 8 ZPO der Beschwerdeweg an den Kantonsgerichts-
ausschuss offen. Die Beschwerde ist schriftlich innert der peremptorischen Frist von 
20 Tagen seit Mitteilung des angefochtenen Entscheides beim Kantonsgerichtsprä-
sidenten einzureichen, wobei in der Beschwerde mit kurzer Begründung anzugeben 
ist, welche Punkte des Entscheides angefochten und welche Abänderungen bean-
tragt werden (Art. 233 Abs. 1 und 2 ZPO).  Mit der Eingabe des Beschwerdeführers 
vom 5. September 2005 ist die 20-tägige Beschwerdefrist (Art. 233 Abs. 1 ZPO) zur 
Anfechtung der Verfügung des Bezirksgerichtspräsidiums Maloja betreffend Fest-
setzung der Entschädigung gemäss Art. 47 ZPO vom 11. August 2005, mitgeteilt 
am 12. August 2005 und dem Beschwerdeführer am 15. August 2005 zugegangen, 
eingehalten. Auf die im Übrigen formgerecht eingelegte Beschwerde ist einzutreten.

2. Der Kantonsgerichtsausschuss überprüft im Rahmen der Beschwerdean-
träge, ob der angefochtene Entscheid oder das diesem vorausgegangene Verfah-
ren Gesetzesbestimmungen verletzt, welche für die Beurteilung der Streitfrage we-
sentlich sind (Art. 235 Abs. 1 ZPO). Die Feststellungen der Vorinstanz über tatsäch-
liche Verhältnisse sind für die Beschwerdeinstanz bindend, es sei denn, sie seien 
unter Verletzung von Beweisvorschriften zustande gekommen, erwiesen sich als 
willkürlich oder beruhten auf offensichtlichem Versehen (Art. 232 Abs. 2 ZPO). Bei 
Fragen des Ermessens greift der Kantonsgerichtsausschuss nur ein, wenn die Er-

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messensbetätigung der Vorinstanz mit sachlichen Gründen nicht mehr vertretbar 
und somit willkürlich ist (vgl. PKG 1987 Nr. 17).

3. Gemäss Art. 47 Abs. 4 ZPO setzt der für die Gewährung der unentgeltli-
chen Rechtspflege zuständige Richter nach Abschluss des Verfahrens und An-
hörung des Kostenträgers die Entschädigung für die in seinem Verfahrensabschnitt 
entstandenen Kosten des Rechtsvertreters fest. Dabei darf der Richter nicht von 
sich aus aufgrund einer blossen Schätzung des Verfahrensaufwandes die Entschä-
digung bestimmen. Vielmehr hat er in Gewährung des Anspruchs auf rechtliches 
Gehör auch den Rechtsvertreter anzuhören. Dessen Sichtweise wird in der Regel 
durch Einreichung einer detaillierten Honorarnote kundgetan. In Rechnung gestellt 
werden dürfen nur die notwendigen Aufwendungen des Rechtsvertreters, was 
heisst, dass die in Rechnung gestellten Tätigkeiten in unmittelbarem Zusammen-
hang mit dem instanzierten Gerichtsverfahren zu stehen haben. Sodann hat der 
Richter die eingereichte Kostennote zu prüfen, wobei er anhand der Prozessakten 
unter anderem den Zeitaufwand abzuschätzen, der Komplexität des Falles und der 
Verantwortung des Rechtsvertreters Rechnung zu tragen sowie die Qualität seiner 
Arbeit, die Natur der Sache und das erreichte Resultat zu berücksichtigen hat (BGE 
117 Ia 22 f.). Dabei verfügt der zuständige Richter über ein weites Ermessen (BGE 
122 I 1 E. 3a) und der Kantonsgerichtsausschuss greift nur ein, wenn das Ermessen 
überschritten wurde beziehungsweisse missbräuchlich ausgeübt wurde. Darüber 
hinaus ist stets von der Arbeitsweise eines ausgebildeten und erfahrenen Rechts-
anwaltes auszugehen. Wird von der Honorarnote abgewichen, so sind diese Abwei-
chungen im Einzelnen zu begründen (vgl. Brunner, Die unentgeltliche Rechtspflege 
nach bündnerischem Zivilprozessrecht – unter Berücksichtigung der neueren Praxis 
des Kantonsgerichtsausschusses von Graubünden, in: ZGRG 04/03, S. 166 ff.).

4. Das Bezirksgerichtspräsidium Maloja hat mit Verfügung vom 11. August 
2005 verschiedenen Positionen der Honorarnote die Genehmigung verweigert. Es 
ist im Folgenden zu prüfen, ob diese Kürzungen zu Recht vorgenommen worden 
sind.

a) Die Übernahme der Kosten der Rechtsvertretung erfolgt erst ab dem Zeit-
punkt der Gesuchstellung. Gewisse, vor Einreichung des Gesuches um unentgeltli-
che Rechtspflege angefallene Kosten werden aber anerkannt, so der Aufwand für 
das Gesuch selbst, eine gleichzeitig mit dem Gesuch eingereichte Rechtsschrift, 
oder Tätigkeiten, welche infolge zeitlicher Dringlichkeit keinen Aufschub gestatten 
(vgl. PKG 2002 Nr. 14, Brunner, a.a.O., in: ZGRG 04/03, S. 160). Grundsätzlich 

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genügt es, wenn eine Partei beim zuständigen Richter die Gewährung der unent-
geltlichen Rechtspflege mit Rechtsverbeiständigung für ein bestimmtes Verfahren 
verlangt, ohne genau anzugeben, ab welchem Zeitpunkt die anwaltlichen Aufwen-
dungen vergütet werden sollen. Wenn der Richter anschliessend in der bewilligen-
den Verfügung ebenfalls auf die Fixierung eines bestimmten Stichtages verzichtet, 
so kann der Rechtsvertreter im Sinne der eben zitierten Praxis auch die Vergütung 
gewisser Bemühungen vor Einreichung des Gesuches um unentgeltliche Rechts-
pflege verlangen. Setzt der Richter wie im vorliegenden Fall in der bewilligenden 
Verfügung aber einen ganz bestimmten Stichtag fest, ab wann die unentgeltliche 
Rechtspflege gewährt wird, so hat sich der Rechtsvertreter daran zu halten und 
kann nicht im Rahmen der späteren Festsetzung des Honorars verlangen, dass 
auch frühere Aufwendungen vom Staat übernommen werden. Da der Anwalt um die 
eingangs aufgeführte Praxis wissen muss, wäre er daher vorsorglich gehalten, be-
reits im Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege auf vorher angefallene Bemühun-
gen hinzuweisen, die auch vergütet werden sollen. Setzt der Richter aber einen 
Stichtag in der Verfügung fest, so hat der Rechtsvertreter entweder den Richter um 
entsprechende Anpassung der Verfügung zu ersuchen und/oder Beschwerde 
gemäss Art. 47a ZPO einzureichen. Unternimmt der Rechtsvertreter aber nichts und 
anerkennt er so den in der Verfügung festgesetzten Stichtag, so kann er nicht erst 
im Verfahren betreffend Festsetzung der Entschädigung darauf zurückkommen. 
Vielmehr hat er eine Honorarnote einzureichen, die lediglich Aufwendungen ab dem 
festgesetzten Stichtag aufführt. Der Bezirksgerichtspräsident Maloja hat somit zu 
Recht die aufgeführten 10.3 Stunden zuzüglich Spesen, welche vor dem Stichtag 
vom 14. Juli 2005 angefallen sind, von der Vergütungspflicht ausgenommen.

b) Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers macht in ihrer Honorarnote 
vom 11. August mehrere Zeitaufwendungen für „Rechtsabklärungen betreffend Ent-
schädigung Überstunden“ geltend. Fragwürdig erscheint in diesem Zusammen-
hang, dass am 8. Juli 2003, am 12. Juli 2003, am 27. September 2003 und am 14. 
Oktober 2004 mehrere Rechtsabklärungen in der gleichen Sache vorgenommen 
und berechnet wurden. Im Rahmen der unentgeltlichen Rechtspflege sind nur die 
notwendigen Kosten des Rechtsvertreters zu ersetzen. Aus der Honorarnote ergibt 
sich, dass die Rechtsvertreterin insgesamt 8.5 Stunden für Berechnungen der Über-
stundenentschädigung aufgezeichnet hat. Wenn nun die Vorinstanz die Honorar-
note um 1.5 Stunden kürzte, so liegt keine Ermessensverletzung vor. Insgesamt 
verbleiben immer noch 7 Stunden für diese Position, was dem Kantonsgerichtsaus-
schuss als angemessen und ausreichend erscheint.

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c) Schliesslich ist nicht ersichtlich, inwieweit die Vorbereitung der Hauptver-
handlung beziehungsweise das Ausarbeiten eines etwa neunseitigen Plädoyers 6 
Stunden beanspruchte. Bereits vor der Hauptverhandlung wurden verschiedene 
Aufwendungen für Rechtsabklärungen, Berechnungen und Überprüfungen des Pro-
zessstoffes – unter anderem für die Prozesseingabe –  geltend gemacht, deren Re-
sultate dann auch in das Plädoyer einflossen. Nach einer solch intensiven und ge-
nauen Auseinandersetzung mit dem Prozessstoff erscheint ein Zeitaufwand von 3 
Stunden für die Ausarbeitung des Plädoyers als angemessen. In diesem Zusam-
menhang ist festzuhalten, dass der Grundsatz „iura novit curia“ wohl auch im Ar-
beitsrecht gilt. Sollte die Vorinstanz daraus aber ableiten wollen, dass der Rechts-
vertreter sich deshalb weniger intensiv mit Rechtsfragen zu befassen habe, ist ihr 
nicht beizupflichten. Es gehört nämlich zu einer sorgfältigen Erfüllung der anwaltli-
chen Aufgaben, sich eingehend mit den sich stellenden Rechtsfragen auseinander-
zusetzen. Dies ändert aber nichts daran, dass nach all den getätigten Vorabklärun-
gen 3 Stunden für die Ausarbeitung des Plädoyers ausreichen sollten. Die entspre-
chende Kürzung des Honoraranspruchs durch die Vorinstanz ist deshalb nicht zu 
beanstanden. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die vom Bezirksge-
richtspräsidenten vorgenommenen Kürzungen hinreichend begründet sind und ihm 
keine Ermessensüberschreitung vorgeworfen werden kann. Die Beschwerde ist 
deshalb abzuweisen.

5. Angesichts des Umstandes, dass der Beschwerdeführer mit seinem 
Rechtsmittel nicht durchzudringen vermochte, gehen die Kosten dieses Verfahrens 
vollumfänglich zu dessen Lasten (Art. 122 Abs. 1 ZPO). Die Verfahrenskosten wer-
den, da sie in vergleichbaren Fällen der unentgeltlichen Rechtspflege den ausge-
sprochenen Charakter eines Sozialtarifes tragen und sich somit im unteren Rahmen 
des Kostentarifs im Zivilverfahren bewegen, auf Fr. 500.- festgesetzt (vgl. Kosten-
tarif im Zivilverfahren, BR 320.075).

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 500.- gehen zu Lasten des 
Beschwerdeführers.

3. Mitteilung an:

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Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Präsident: Der Aktuar ad hoc: