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**Case Identifier:** ee5f6b8c-6467-5641-a175-60fd5467b3c4
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.02.2021 200 2020 798
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-798_2021-02-16.pdf

## Full Text

200 20 798 IV
SCP/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Februar 2021

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichter Loosli
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. September 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1983 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich im Juni 2017 unter Hinweis auf ein triple-negatives 
Mammakarzinom bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an 
(Antwortbeilagen der Invalidenversicherung [AB] 10). Nach medizinischen 
und erwerblichen Abklärungen sowie der Durchführung von beruflichen 
Massnahmen (Belastbarkeits- und Aufbautraining [AB 70, 77, 90]) veran-
lasste die IV-Stelle Bern (IVB resp. Beschwerdegegnerin) eine neuro-
psychologische Abklärung durch Dr. phil. C.________, Fachpsychologe für 
Neuropsychologie FSP, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD; Bericht vom 
13. März 2020 [AB 108]). Gestützt darauf sowie auf Aktenbeurteilungen der 
RAD-Ärzte Dr. med. D.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, und Dr. med. E.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, vom 20. März 2020 und 2. April 2020 (AB 111 S. 3 f., AB 
114 S. 3 bis 7) stellte die IVB der Versicherten mit Vorbescheid vom 26. 
Mai 2020 (AB 121) bei einem Invaliditätsgrad (IV-Grad) von 100 % eine 
vom 1. Februar 2018 bis 31. Dezember 2019 befristete ganze Invalidenren-
te bzw. eine Verneinung eines weitergehenden Rentenanspruchs (IV-Grad 
von 24 %) in Aussicht. Sie erwog hauptsächlich, laut ihren Abklärungen 
seien der Versicherten ab dem 1. Oktober 2019 körperlich leichte, ange-
passte Tätigkeiten (wechselbelastend, in einem geregelten Tagesbetrieb, 
mit möglichst konstanter Arbeitslast, in einem temperierten Raumklima und 
kleinen Teams) zu sechs Stunden pro Tag (vormittags und nachmittags je 
drei Stunden) zumutbar. Am 2. Juni 2020 verfügte die IVB den Abschluss 
der beruflichen Eingliederung, da weitere Eingliederungsmassnahmen nicht 
zielführend seien (AB 122). Gegen den Vorbescheid vom 26. Mai 2020 (AB 
121) erhob die Versicherte am 22. Juni 2020 Einwand (AB 125). Mit 
Verfügung vom 29. September 2020 (AB 133) sprach die IVB - nach Einho-
lung weiterer Stellungnahmen des RAD vom 8. Juli 2020 (AB 129 f.) - wie 
in Aussicht gestellt eine ganze Invalidenrente vom 1. Februar 2018 bis 31. 
Dezember 2019 zu bzw. verneinte ab dem 1. Januar 2020 einen Renten-
anspruch. 

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B.

Hiergegen liess die Versicherte, vertreten durch B.________, F.________, 
Sozialarbeiterin, am 22. Oktober 2020 Beschwerde erheben und unter 
Aufhebung des ergangenen Verwaltungsaktes die Zusprechung einer 
Invalidenrente beantragen. Eventualiter sei die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zu weiteren Abklärungen zurückzuweisen. Im 
Weiteren liess die Beschwerdeführerin ein Gesuch um unentgeltliche 
Rechtspflege stellen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 27. Oktober 2020 gab der 
Instruktionsrichter der Beschwerdeführerin Gelegenheit zu einer allfälligen 
Stellungnahme mit Nachbesserung des Gesuchs um unentgeltliche 
Rechtspflege 
oder zur Bezahlung der ersten Rate des Kostenvorschusses von Fr. 300.-- 
bis 12. November 2020 (zweite Rate von Fr. 300.-- bis 4. Dezember 2020, 
dritte Rate von Fr. 200.-- bis 9. Januar 2021); mit der Bezahlung der ersten 
Rate gelte das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege als zurückgezogen. 

Mit Beschwerdeantwort vom 17. November 2020 beantragt die Beschwer-
degegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Mit prozessleitender Verfügung vom 2. Dezember 2020 stellte der Instruk-
tionsrichter fest, dass die Beschwerdeführerin die ersten beiden Raten des 
Kostenvorschusses fristgerecht geleistet habe und damit das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege als zurückgezogen gelte. Das diesbezügliche 
Verfahren wurde vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben. Weiter fasste 
der Instruktionsrichter in der Verfügung die medizinische Aktenlage zu-
sammen und hielt fest, er gedenke, der Spruchbehörde die Rückweisung 
der Streitsache zur Ergänzung des rechtserheblichen Sachverhaltes 
sowohl in medizinischer als auch in erwerblicher Hinsicht zu beantragen. 
Unter Hinweis auf BGE 137 V 314, wonach die Beschwerdeführerin selbst 
im Falle einer Rückweisung zu weiteren Abklärungen auf eine ihr allenfalls 
drohende Schlechterstellung hingewiesen werden müsse, gab er ihr die 
Gelegenheit zum vorbehaltlosen Rückzug der Beschwerde innert Frist; bei 
Festhalten an der Beschwerde bleibe die an sie gerichtete Aufforderung zur 

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Bezahlung der dritten Rate des Kostenvorschusses von dieser Verfügung 
unberührt. Die Beschwerdegegnerin erhielt Gelegenheit zu einer allfälligen 
Stellungnahme.

Mit Eingabe vom 11. Dezember 2020 verzichtete die Beschwerdegegnerin 
auf eine Stellungnahme. 

Die dritte Rate des Kostenvorschusses von Fr. 200.-- wurde am 4. Januar 
2021 fristgerecht bezahlt.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 29. September 2020 
(AB 133). In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein 

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Rechtsverhältnis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete 
IV-Rente zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung 
der Leistungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbe-
fugnis nicht in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen 
Rentenbezugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben 
(BGE 125 V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 
E. 3.2). Streitig und zu prüfen ist demnach der Anspruch auf eine Invaliden-
rente, unter Einschluss der vom 1. Februar 2018 bis 31. Dezember 2019 
zugesprochenen, befristeten ganzen Invalidenrente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können auch 
solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221).

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2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.3 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.4 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV Nr. 27 
S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Bezüglich des Gesundheitszustandes sowie der Arbeits- und Leis-
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin ist den medizinischen Akten im We-
sentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Der behandelnde Dr. med. G.________, Facharzt für 
Medizinische Onkologie und Allgemeine Innere Medizin, Chefarzt des 
Onkologie-/Hämatologiezentrums des Spitals H.________, diagnostizierte 
im Bericht vom 20. November 2018 (AB 47) mit Auswirkung auf die Arbeits-
fähigkeit ein triple-negatives Mammakarzinom nach einer intensiven und 

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sehr belastenden multimodalen Therapie (AB 47 S. 2 Ziff. 3). Er attestierte 
eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % vom 27. Februar 2017 bis 31. Oktober 
2018, anschliessend eine Arbeitsunfähigkeit von 70 % vom 1. November 
2018 bis auf weiteres (AB 47 S. 2 Ziff. 11). Es liege ein leicht gebesserter, 
aber nach wie vor eindeutig reduzierter Allgemeinzustand mit einem Kar-
nofsky-Score von 70 bis 80 % vor (AB 47 S. 2 Ziff. 4). Als körperliche Ein-
schränkungen seien eine deutlich eingeschränkte Leistungsfähigkeit, ein 
Chronic Fatigue-Syndrom, ein posttherapeutisches Schmerzsyndrom sowie 
ausgeprägte klimakterische Beschwerden zu nennen. In psychischer Hin-
sicht bestehe eine Anpassungsstörung bei Mammakarzinom mit einem 
hohem Rezidivrisiko und weit überdurchschnittlichen Nebenwirkungen der 
multimodalen Therapie (AB 47 S. 2 Ziff. 12). Seit dem 1. November 2018 
arbeite die Beschwerdeführerin zu 30 % in ihrer angestammten Tätigkeit. 
Es sei noch zu früh, um zu beurteilen, ob und um wie viel die Arbeitsfähig-
keit gesteigert werden könne. Es sei jedoch höchst unwahrscheinlich, dass 
eine Arbeitsfähigkeit von mehr als 50 % erreicht werden könne (AB 47 S. 3 
Ziff. 13). 

3.1.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ nahm hierzu am 9. Januar 
2019 Stellung und hielt fest, dass die objektiven funktionellen Einschrän-
kungen bis heute nicht dokumentiert seien. Es würden zum Beispiel Anga-
ben über ein nach der Entfernung des axillären Sentinel-Lymphknotens 
möglicherweise entstandenes Lymphödem des rechten Armes, über po-
staktinische Hautschädigungen, über eine Kardio-, Pneumo- oder Myeloto-
xizität der verabreichten Chemotherapeutica sowie über mögliche Ursa-
chen der geklagten Leistungsschwäche (z.B. eine Anämie oder eine 
Schilddrüsenfunktionsstörung) fehlen (AB 51 S. 8 f.). Sollte ein Lymphödem 
des rechten Armes dokumentiert werden, müsste die Beschwerdeführerin 
am angestammten Arbeitsplatz das Hantieren mit Lasten von über 5 kg 
delegieren können oder eine körperlich leichtere Tätigkeit aufnehmen, bei-
spielsweise im erlernten Beruf als …. In einer körperlich leichten, ange-
passten … (unter Ausschluss von Nässe- und Kälteexpositionen und ohne 
hohe Umgebungslast mit Krankheitserregern wegen Infektanfälligkeit) sollte 
nach hinreichender Stabilisierung des Gesundheitszustandes ab der zwei-
ten Jahreshälfte 2019 eine Arbeitsfähigkeit von 80 % erreicht werden kön-

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nen. Die RAD-Ärztin empfahl, beim behandelnden Onkologen einen Ver-
laufsbericht einzuholen (AB 51 S. 9). 

3.1.3 Dr. med. G.________ berichtete am 4. Februar 2019, dass das 
PET/CT vom 12. November 2018 keine Hinweise auf ein Rezidiv des 
rechtsseitigen Mammakarzinoms oder auf ein Zweitmalignom ergeben ha-
be (AB 54 S. 2 Ziff. 1). Es liege jedoch eine objektive funktionelle Ein-
schränkung der oberen Extremität rechts bzw. eine verminderte Ge-
brauchsfähigkeit des rechten Armes durch ein Lymphödem vor (AB 54 S. 2 
Ziff. 2). Als körperliche Einschränkungen bestünden nach wie vor eine 
deutlich verminderte Leistungsfähigkeit, eine rasche Ermüdbarkeit, ein 
chronisches Müdigkeitssyndrom, ein posttherapeutisches Schmerzsyndrom 
sowie ausgeprägte klimakterische Beschwerden. In psychischer Hinsicht 
liege weiterhin eine Anpassungsstörung bei Mammakarzinom mit einem 
sehr hohen Rezidivrisiko, weit überdurchschnittlichen Nebenwirkungen der 
multimodalen Therapie sowie den fehlenden Fortschritten bezüglich der 
komplexen Symptomatik vor (AB 54 S. 3 Ziff. 7). Aktuell arbeite die 
Beschwerdeführerin in der angestammten Tätigkeit zu 30 %; aufgrund des 
Verlaufs sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht realistisch (AB 54 S. 
3 Ziff. 8). Die bisher durchgeführten medizinischen Massnahmen 
(Physiotherapie, Lymphdrainage) würden weitergeführt. Es sei eine erneute 
endokrinologische Beurteilung in der Klinik M.________ wegen einer 
chemotherapiebedingten prämaturen Ovarialinsufiizienz unter einer Substi-
tutionstherapie mit Systen geplant (AB 54 S. 2 Ziff. 5).

3.1.4 Stellung nehmend dazu führte die RAD-Ärztin Dr. med. 
E.________ am 5. April 2019 aus, dass das vom behandelnden Onkologen 
erwähnte Lymphödem des rechten Armes nicht quantifiziert worden sei, 
z.B. durch eine Angabe der Umfangdifferenz. Es bleibe mithin unklar, in-
wieweit das Lymphödem die Beschwerdeführerin bei der Ausübung ihrer 
Erwerbstätigkeit behindere. Die vom Onkologen attestierte Arbeitsunfähig-
keit von 70 % werde weiterhin mit unspezifischen und ausschliesslich sub-
jektiven Symptomen begründet, in erster Linie mit einer raschen Ermüdbar-
keit und einer chronischen Erschöpfung. Das hohe Rezidivrisiko werde vom 
RAD nicht bestritten, jedoch rechtfertige dieses keine dauerhafte Arbeitsun-
fähigkeit. Was die ausgeprägten klimakterischen Beschwerden angehe, so 

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müssten diese unter der im April 2018 begonnenen transdermalen Hor-
monersatztherapie rückläufig sein (AB 63 S. 7). Sodann finde keine psych-
iatrische Behandlung der vom Onkologen diagnostizierten Anpassungs-
störung statt; die Beschwerdeführerin lasse sich lediglich seelsorgerisch 
beraten. Die RAD-Ärztin kam zusammenfassend zum Schluss, dass die 
Auskünfte des behandelnden Onkologen nicht weiterhelfen würden. Der 
RAD habe prinzipiell keine Zweifel an den geltend gemachten Einschrän-
kungen der Beschwerdeführerin. Jedoch müsste es im Laufe der kommen-
den sechs Monate möglich sein, die Beschwerdeführerin unter einer eng-
maschigen Begleitung schrittweise in eine körperlich leichte, weisungsge-
bundene Tätigkeit in einem geregelten Tagesbetrieb und mit einem hohen 
Routineanteil einzugliedern, beginnend mit einer Arbeitsfähigkeit von 30 % 
mit einer sukzessiven Steigerung auf ein Arbeitspensum von 50 % 
innerhalb von vier bis sechs Wochen (AB 63 S. 8).

3.1.5 Dr. med. G.________ hielt im Verlaufsbericht vom 17. Oktober 
2019 (AB 85) einen stationären Gesundheitszustand fest (AB 86 S. 3 Ziff. 
1). Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe ein triple-negatives Mammakarzi-
nom rechts. Diesbezüglich liege ein bislang rezidivfreier Verlauf vor (AB 86 
S. 3 Ziff. 3 und 6). Als körperliche Einschränkungen bestünden eine stark 
verminderte Leistungsfähigkeit, eine rasche Ermüdbarkeit, posttherapeuti-
sche Beschwerden/Schäden wie eine hohe lnfektanfälligkeit, Myoarthralgi-
en sowie eine ausgeprägte hormonelle Dysbalance. In geistiger Hinsicht 
lägen kognitive Einschränkungen wie Konzentrationsstörungen und eine 
verminderte Belastbarkeit vor. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund der 
Grundkrankheit, des hohen Rezidivrisikos sowie der fehlenden Fortschritte 
psychisch reduziert und befinde sich in psychoonkologischer Betreuung 
(AB 86 S. 4 Ziff. 12). Der Onkologe bescheinigte eine seit dem 14. Februar 
2019 bestehende Arbeitsunfähigkeit von 70 % (AB 86 S. 3 Ziff. 11). Trotz 
der maximalen Anstrengung und Unterstützung durch die Invalidenversi-
cherung (berufliche Massnahmen) sei eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit 
über 30 % nicht möglich (AB 86 S. 4 Ziff. 13). Zur Prognose führte der On-
kologe aus, das Rezidivrisiko müsse bei diesem triple-negativen Mamm-
akarzinom als hoch bezeichnet werden; die neoadjuvante Chemotherapie 
habe nicht zu einer pathologischen kompletten Remission geführt und die 
adjuvante Chemotherapie habe wegen einer exzessiven Toxizität abgebro-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 10

chen werden müssen. Aufgrund dieses Verlaufs mit den aufgeführten 
schweren Beeinträchtigungen sei mit einer Steigerung der Arbeitsfähigkeit 
nicht zu rechnen (AB 86 S. 3 Ziff. 9).

3.1.6 Lic. phil. I.________, eidg. anerkannte Psychotherapeutin, psych-
iatrische Dienste J.________, berichtete am 22. Oktober 2019 (AB 87) über 
einen stationären Gesundheitszustand bei einer Anpassungsstörung mit 
Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 F43.22). Die genannte 
Diagnose habe keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit, sie bestehe nur 
aufgrund der somatischen Beschwerden (AB 87 S. 1 Ziff. 1 und 3). Aktuell 
fänden wöchentliche psychoonkologische Gespräche statt 
(AB 87 S. 2 Ziff. 7). Die Beschwerdeführerin nehme keine psychiatrische 
Medikation ein (AB 87 S. 2 Ziff. 8). Als Einschränkungen seien eine grosse 
Verunsicherung, Zukunftsängste, eine verminderte Belastbarkeit aufgrund 
der ausgeprägten Nebenwirkungen im Rahmen der Hormontherapie (vgl. 
Bericht des behandelnden Onkologen), eine begrenzte Energie, eine er-
höhte Ermüdbarkeit sowie eine niedrige Frustrationstoleranz zu nennen. 
Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin werde vorwiegend durch die 
somatischen Symptome beeinträchtigt (AB 87 S. 2 Ziff. 12). 

In einem weiteren Bericht vom 8. Januar 2020 (AB 99) hielten lic. phil. 
I.________ und Dr. med. K.________, leitender Spitalfacharzt der psychia-
trischen Dienste J.________, einen verschlechterten Gesundheitszustand 
fest (AB 99 S. 1 Ziff. 1). Es liege eine mittelgradige depressive Episode mit 
somatischem Syndrom (ICD-10 F32.1) vor (AB 99 S. 1 Ziff. 3). Es fänden 
nach wie vor wöchentliche psychoonkologische Sitzungen statt (AB 99 S. 2 
Ziff. 7). Aufgrund der komplexen somatischen Situation sei vorerst auf eine 
antidepressive Behandlung verzichtet worden (AB 99 S. 2 Ziff. 8). Als 
Einschränkungen bestünden weiterhin eine verminderte Belastbarkeit, eine 
reduzierte Leistungsfähigkeit, ein verminderter Antrieb, eine erhöhte Er-
schöpfbarkeit sowie eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit (AB 99 S. 
3 Ziff. 12). Aus diesen Gründen sei die bisherige Tätigkeit nicht mehr mög-
lich (AB 99 S. 3 Ziff. 13). Hingegen sei eine körperlich leichte, angepasste 
… (mit regelmässigen Pausen, ohne komplexe Arbeiten) in einem ange-
passten Arbeitspensum und -tempo zumutbar (AB 99 S. 3 Ziff. 14). 

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3.1.7 Am 29. Januar 2020 berichtete der behandelnde Onkologe 
Dr. med. G.________ über einen stationären Gesundheitszustand (AB 101 
S. 2 Ziff. 1). Derzeit hätten die ausgeprägten und völlig ungewöhnlichen 
Spätfolgen der multimodalen Therapie des triple-negativen Mammakarzi-
noms Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 101 S. 2 Ziff. 3, S. 3 Ziff. 1). Der 
Onkologe führte aus, dass er in seiner 30-jährigen onkologischen Tätigkeit 
bei Mammakarzinompatientinnen noch nie eine derart ausgeprägte Früh- 
und Spättoxizität erlebt habe. Völlig ungewöhnlich sei zum Beispiel auch 
die Hämatotoxizität unter der Chemotherapie gewesen. Diese habe sowohl 
prä- wie auch postoperativ nicht in der gewünschten Dosisintensität durch-
geführt werden können (AB 101 S. 3 Ziff. 2). Es müsse von irreversiblen 
Spätschäden ausgegangen werden (Abschluss der Chemo- und Radiothe-
rapie: September bzw. Oktober 2017; AB 101 S. 3 Ziff. 3). Als Spätschäden 
seien explizit generalisierte Schleimhautschäden unter anderem mit rezidi-
vierenden Infekten der oberen Luftwege und Bronchien, eine bleibende 
Ovarsuppression, ein sich durch körperliche Tätigkeit des Oberkörpers ver-
stärkendes, postoperatives und posttherapeutisches Lymphödem, bei kör-
perlicher Tätigkeit zu Schmerzen führende, postoperative und postthera-
peutische Verklebungen des Stützapparates bzw. der Muskulatur, ein 
Chronic Fatigue-Syndrom sowie ein "Chemobrain" zu nennen (AB 101 S. 3 
Ziff. 4). Eine körperliche Arbeit sei aufgrund der posttherapeutischen Ein-
schränkungen nicht mehr resp. nur in einem sehr eingeschränkten Aus-
mass möglich. Die aktuelle Arbeitsfähigkeit von 30 % könnte in einer ange-
passten Tätigkeit auf maximal 50 % gesteigert werden. Hierbei müsse je-
doch beachtet werden, dass die Beschwerdeführerin wegen der rezidivie-
renden Infekte infolge des Schleimhautschadens bereits bei einem Pensum 
von 30 % immer wieder Arbeitsausfälle verzeichne (AB 101 S. 3 Ziff. 6). 
Zur Prognose hielt der Onkologe fest, dass die multiportale Therapie des 
triple-negativen Mammakarzinoms in kurativer lntension durchgeführt wor-
den sei. Aufgrund der Biologie des triple-negativen Mammakarzinoms be-
stehe ein hohes Rezidivrisiko (AB 101 S. 2 Ziff. 9). 

3.1.8 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ nahm am 21. Februar 2020 
zur medizinischen Aktenlage Stellung und erachtete - nach telefonischer 
Rücksprache mit der Onkologie (wohl Dr. med. L.________, Fachärztin für 
Medizinische Onkologie und Allgemeine Innere Medizin) - eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 12

neuropsychologische Untersuchung der Beschwerdeführerin als notwendig. 
Der RAD zweifle prinzipiell nicht an der postulierten Einschränkung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin, könne seine defi-
nitive Einschätzung jedoch nicht einzig auf den referierten subjektiven Be-
schwerdevortrag stützen. Deshalb sei eine neuropsychologische Testung 
sinnvoll und vor allem verhältnismässig. Eine Alternative wäre eine polydis-
ziplinäre Abklärung, welche der RAD der Beschwerdeführerin ersparen 
wolle (AB 104 S. 2). 

3.1.9 Dr. phil. C.________, RAD, stellte im Untersuchungsbericht vom 
13. März 2020 (AB 108) als Diagnose eine neuropsychologisch unplausible 
und logisch inkonsistente Symptomproduktion ohne eigenen Krankheits-
wert, deren Art und Ausmass sich weder schlüssig noch hinreichend als 
Folge einer zerebralen Affektion oder Dysfunktion erklären liessen (AB 108 
S. 9). In der neuropsychologischen Untersuchung hätten keine authen-
tischen kognitiven Dysfunktionen psychometrisch objektiviert oder glaub-
haft gemacht werden können. Die produzierten Testdefizite liessen sich 
insbesondere nicht als mögliche oder plausible Folgen einer zerebralen 
Dysfunktion interpretieren, auch nicht im Rahmen eines sogenannten 
"Chemobrains". Die unter diesem Begriff kursierende Hypothese von daue-
rhaften, durch die Chemotherapie verursachten zerebralen Schädigungen 
bzw. kognitiven Dysfunktionen habe in der neuropsychologischen For-
schung nicht bestätigt werden können. Hingegen könne eine erhöhte Er-
müdbarkeit bzw. eine persistierende Fatigue-Symptomatik eine mögliche 
und plausible Folge einer Chemotherapie sein (AB 108 S. 8). Als psycho-
metrisch nicht objektivierbares und nicht quantifizierbares Phänomen oblie-
ge es der onkologischen bzw. medizinischen Expertise, die Fatigue-
Problematik in der Gesamtschau zu würdigen (AB 108 S. 9).

3.1.10 In der provisorischen Beurteilung vom 13. März 2020 hielt die 
RAD-Ärztin Dr. med. E.________ fest, dass nach medizinischem Ermessen 
kein Grund für eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit von 70 % bestehe. Der 
Umstand, dass das triple-negative, wenig differenzierte und lymphonodal 
positive Mammakarzinom bis heute beherrscht geblieben sei, mache die 
Prognose günstiger. Abgesehen davon rechtfertige die Gefahr eines Rezi-
divs (welche nicht definitiv gebannt sei) keine dauerhafte Arbeitsunfähig-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 13

keit. Die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs ändere sich nicht durch äussere 
Umstände. Die (fachfremden) Aussagen des eine Arbeitsunfähigkeit be-
scheinigenden Onkologen hätten nach neuropsychologischer Untersu-
chung durch Dr. phil. C.________ nicht gestützt werden können. Die Test-
ergebnisse hätten eine erhebliche Selbstlimitierung offenbart. Unbeantwor-
tet geblieben sei aber die Frage der psychischen Belastbarkeit der unter 
40-jährigen Beschwerdeführerin (AB 111 S. 2).

3.1.11 Auf interne Zuweisung hin führte der RAD-Psychiater Dr. med. 
D.________ am 20. März 2020 aus, bei der Beschwerdeführerin habe sich 
im Zusammenhang mit der Tumorerkrankung eine psychische Begleitsym-
ptomatik entwickelt, welche von den Behandlern der psychiatrischen Diens-
te J.________ im Oktober 2020 (recte: 2019; vgl. E. 3.1.6 hiervor) nach-
vollziehbar als Anpassungsstörung klassifiziert worden sei. Gemäss Ein-
schätzung der psychiatrischen Therapeuten vom 8. Januar 2020 sei es zu 
einer Verschlechterung der depressiven Symptomatik resp. zu einer mittel-
gradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom gekommen. Die 
neuropsychologischen Ergebnisse hätten jedoch gezeigt, dass sich die 
Beschwerdeführerin aufgrund von Selbstlimitierung und suboptimaler An-
strengungsbereitschaft kognitiv beeinträchtigter und defizitärer darstelle, als 
sie es tatsächlich sei bzw. als es aufgrund einer zerebralen Dysfunktion 
überhaupt plausibel sein könne. Psychometrisch sei nachgewiesen wor-
den, dass die geltend gemachten Beschwerden bzw. die eigenanamnesti-
schen Angaben nicht glaubhaft seien. Die psychiatrische Einschätzung der 
psychiatrischen Dienste J.________ basiere - ganz allgemein gesagt - zu 
einem grösseren Teil auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführe-
rin. Deren ungeachtet blieben als objektive Befunde (gemäss Untersu-
chungen durch Dr. phil. C.________ und die Behandler der psychiatrischen 
Dienste J.________) eine stabile Stimmung bzw. ein stabiler Affekt, ein 
kursorisch unauffälliges Gedächtnis, eine dysthyme Stimmung bei situati-
onsadäquater Affektäusserung und eine unauffällige Psychomotorik. Damit 
liege nach wie vor eine Anpassungsstörung vor, die per definitionem und 
auch aufgrund der leichten Ausprägung der psychopathologischen Sym-
ptome keinen überdauernden Zustand darstelle. Der von den psychiatri-
schen Therapeuten gestellten Diagnose einer mittelgradigen depressiven 
Episode mit somatischem Syndrom könne mithin nicht gefolgt werden. Es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 14

bestehe keine psychiatrisch begründbare Arbeitsunfähigkeit (AB 111 S. 3). 
Aspekte der Selbstlimitierung und der suboptimalen Anstrengungsbereit-
schaft könnten durch ein psychotherapeutisch gezieltes Eingehen aufgelöst 
werden. Der RAD-Psychiater kam zum Schluss, dass von einer psychiatri-
schen Untersuchung bzw. Begutachtung keine neuen Erkenntnisse zu er-
warten seien (AB 111 S. 4). 

3.1.12 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ diagnostizierte im Bericht 
vom 2. April 2020 (AB 114 S. 3 bis 7) mit Auswirkung auf die Arbeitsfähig-
keit einen komplizierten Verlauf nach kurativer Therapie eines triple-
negativen Mammakarzinoms rechts (Diagnose vom Februar 2017 im Sta-
dium cT1c cN1 M0, G3). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit sei eine 
Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion (ICD-10 F43.21; 
unter regelmässiger Psychotherapie). Die Beschwerdeführerin sei in erster 
Linie dekonditioniert. Die objektiven funktionellen Einschränkungen seien 
geringgradig und bestünden in einer vermehrten Ermüdbarkeit nach einer 
Chemotherapie. Körperlich durchgehend mittelschwere und schwere Tätig-
keiten (z.B. Heben und Tragen beladener Harassen, Ziehen beladener Pa-
letten) sowie die bisherige Tätigkeit als … (repetitives Heben und Tragen 
von Gewichten über 5 kg, inkonstante Arbeitslast) seien nicht mehr zumut-
bar (AB 114 S. 6 f.). Hingegen bestehe in einer körperlich leichten, ange-
passten Tätigkeit (wechselbelastend, in einem geregelten Tagesbetrieb, mit 
möglichst konstanter Arbeitslast, in einem temperierten Raumklima und 
kleinen Teams [wegen Infektanfälligkeit]) eine Arbeitsfähigkeit von sechs 
Stunden pro Tag (vormittags und nachmittags je drei Stunden). Die im 
Rahmen der beruflichen Massnahmen gezeigten Leistungen seien nicht 
nachvollziehbar (AB 114 S. 6). 

Zu den im Vorbescheidverfahren vorgebrachten Einwänden nahm die 
RAD-Ärztin Dr. med. E.________ am 8. Juli 2020 Stellung und führte aus, 
die subjektive Leistungsintoleranz der Beschwerdeführerin sei nie prinzipiell 
in Frage gestellt worden. Aus diesem Grunde habe der RAD die zumutbare 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit auf sechs Stunden pro Tag 
(vormittags und nachmittags je drei Stunden) festgelegt. Die vom behan-
delnden Onkologen Dr. med. G.________ bescheinigte Arbeitsunfähigkeit 
von 70 % könne jedoch weder aus den dokumentierten objektiven Befun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 15

den noch aus der - nicht bestrittenen - subjektiven Leistungsintoleranz her-
geleitet werden. Die RAD-Ärztin hielt an ihren Beurteilungen vom 9. Januar 
2019, 5. April 2019 und 2. April 2020 (AB 51 S. 6 bis 10, AB 63 S. 7 bis 9, 
AB 114 S. 3 bis 7) fest (AB 129 S. 2). 

3.1.13 Mit Stellungnahme vom 8. Juli 2020 (AB 130) bekräftigte Dr. phil. 
C.________ seine Beurteilung vom 13. März 2020 (AB 108).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.1 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen an ein 
ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch hin-
sichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen ver-
gleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2018 IV Nr. 4 
S. 12 E. 3.2, 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll ein Versicherungsfall oh-
ne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an 
die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 16

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungs-
internen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzu-
nehmen. Insbesondere sind die von der versicherten Person aufgelegten 
Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte mitzuberücksichtigen. Wird 
die Schlüssigkeit der Feststellungen der versicherungsinternen Fachperso-
nen durch einen nachvollziehbaren Bericht eines behandelnden Arztes in 
Zweifel gezogen, so genügt der pauschale Hinweis auf dessen auftrags-
rechtliche Stellung (BGE 125 V 351 E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zwei-
fel auszuräumen. Vielmehr wird das Gericht entweder ein Gerichtsgutach-
ten anzuordnen oder die Sache an den Versicherungsträger zurückzuwei-
sen haben, damit dieser im Verfahren nach Art. 44 ATSG eine Begutach-
tung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 
V 465 E. 4.4 bis 4.6 S. 469). 

3.2.3 Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein 
lückenloser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärzt-
liche Beurteilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts 
geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in 
den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich auch in Bezug auf Berichte 
und Stellungnahmen Regionaler Ärztlicher Dienste (SVR 2020 IV Nr. 38 
S. 134 E. 4.3).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
vom 29. September 2020 (AB 133) massgeblich auf den Untersuchungsbe-
richt des Dr. phil. C.________ vom 13. März 2020 (AB 108) sowie auf die 
Aktenberichte der RAD-Ärzte Dr. med. D.________ vom 20. März 2020 
(AB 111 S. 3 f.) und Dr. med. E.________ vom 2. April 2020 samt Stel-
lungnahme vom 8. Juli 2020 (AB 114 S. 3 bis 7, AB 129 S. 2) gestützt. Ge-
stützt auf diese Berichte können - wie nachfolgend dargelegt wird - die 
gesundheitliche Gesamtsituation und deren Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht abschliessend beurteilt 
werden.

3.3.1 Bei der Beschwerdeführerin liegen verschiedene, sowohl 
somatische als auch psychische Beschwerden im Zusammenhang mit dem 
triple-negativen Mammakarzinom vor. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 17

In psychiatrischer Hinsicht ging der RAD-Psychiater Dr. med. D.________ 
in seinem Aktenbericht vom 20. März 2020 (AB 111 S. 3 f.) von einer 
Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10 
F43.22) aus und hielt die von den Behandlern der psychiatrischen Dienste 
J.________ aktuell gestellte Diagnose einer mittelgradigen depressiven 
Episode mit somatischem Syndrom für nicht nachvollziehbar, da diese 
hauptsächlich auf den subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin 
beruhe und psychometrisch nachgewiesen worden sei, dass die geltend 
gemachten Beschwerden bzw. die eigenanamnestischen Angaben nicht 
glaubhaft seien. Daraus schlussfolgerte der RAD-Psychiater, dass eine 
psychiatrisch begründbare Arbeitsunfähigkeit nicht vorliege (AB 111 S. 3). 
Seiner Einschätzung fehlt es jedoch an einer Begründung anhand objektiv 
erhobener klinisch-psychiatrischer und psychopathologischer Befunde ins-
besondere auch bezüglich Kinderwunsch nach medizinisch indiziertem 
medikamentösem Schwangerschaftsabbruch vom März 2017 (vgl. AB 9.2 
S. 1 Ziff. 3, AB 59 S. 1). Der RAD-Psychiater gab seine Beurteilung zwar in 
Kenntnis der gesamten Aktenlage, jedoch nicht nach eingehender 
Erhebung der Anamnese und eigener Befunde ab. Er setzte sich 
insbesondere auch nicht vertieft damit auseinander, weshalb die anlässlich 
der neuropsychologischen Untersuchung produzierten Leistungen der 
Beschwerdeführerin unverwertbar waren. Ebenso fehlen Ausführungen zu 
dem von den Behandlern der psychiatrischen Dienste J.________ 
erwähnten und nicht näher erläuterten Verzicht auf eine antidepressive 
Behandlung aufgrund der komplexen somatischen Situation (AB 99 S. 2 
Ziff. 8). Vor diesem Hintergrund kann der Einfluss der von ihm anerkannten 
Anpassungsstörung (AB 111 S. 3) bzw. einer mittelgradigen depressiven 
Episode (AB 99 S. 1 Ziff. 3) auf die Arbeitsfähigkeit jedenfalls nicht ohne 
weiteres ausgeschlossen werden. Der psychiatrische Sachverhalt erweist 
sich somit als nicht umfassend abgeklärt. Eine reine Aktenbeurteilung 
durch den RAD-Psychiater war unter diesen Umständen nicht genügend 
(vgl. E. 3.2.3 hiervor), weshalb darauf nicht abgestellt werden kann.

Des Weiteren kann auch nicht unbesehen und allein auf die 
neuropsychologische Beurteilung des RAD-Neuropsychologen Dr. phil. 
C.________ vom 13. März 2020 (AB 108) abgestellt werden, da gemäss 
Rechtsprechung neuropsychologische Abklärungen lediglich eine 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 18

Zusatzuntersuchung darstellen, und es grundsätzlich Aufgabe des 
psychiatrischen 
(oder allenfalls des neurologischen) Facharztes bleibt, die Arbeitsfähigkeit 
unter Berücksichtigung allfälliger neuropsychologischer Defizite 
einzuschätzen (Entscheid des Bundesgerichts vom 27. Juni 2019, 
9C_299/2019, E. 4). Wie oben dargelegt, vermag die psychiatrische 
Aktenbeurteilung vom 20. März 2020 (AB 111 S. 3 f.) den 
rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine beweiskräftige 
medizinische Entscheidungsgrundlage nicht zu genügen.

Ebenso wenig kann allein auf die Berichte der psychiatrischen Dienste 
J.________ vom 22. Oktober 2019 und 8. Januar 2020 (AB 87, 99) abge-
stellt werden, da sie sich nicht zur quantifizierbaren Arbeitsfähigkeit in einer 
körperlich angepassten Tätigkeit äussern bzw. diesbezüglich sinngemäss 
auf eine in somatischer Hinsicht zu erfolgende Beurteilung verweisen (AB 
87 S. 2 Ziff. 12, AB 99 S. 3 Ziff. 14; vgl. hierzu gleich anschliessend E. 
3.3.2). 

3.3.2 Desgleichen ist der somatische Gesundheitszustand der 
Beschwerdeführerin nicht hinreichend abgeklärt. Gemäss dem 
behandelnden Onkologen Dr. med. G.________ bestehen ausgeprägte 
und völlig ungewöhnliche Spätfolgen der intensiven multimodalen Therapie 
des triple-negativen Mammakarzinoms (vgl. AB 101 S. 2 Ziff. 3 und S. 3 
Ziff. 1). Diesbezüglich nannte er die generalisierten Schleimhautschäden 
mit rezidivierenden Infekten der oberen Luftwege und Bronchien, die blei-
bende Ovarsuppression, die ausgeprägte hormonelle Dysbalance, das 
postoperative und posttherapeutische Lymphödem des rechten Armes, die 
postoperativen und posttherapeutischen Verklebungen des Stützapparates 
bzw. der Muskulatur, die krebsbedingte Fatigue sowie das Chemobrain (AB 
86 S. 4 Ziff. 12, AB 101 S. 3 Ziff. 4). Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ 
erachtete ursprünglich eine polydisziplinäre Abklärung als notwendig, sah 
jedoch - nach telefonischer Rücksprache mit der Onkologin Dr. med. 
L.________ - davon ab, da eine neuropsychologische Testung hier 
sinnvoller und vor allem verhältnismässiger sei (AB 104 S. 2). Gestützt auf 
die neuropsychologischen Abklärungsergebnisse vom 13. März 2020 und 
die Beurteilung des RAD-Psychiaters vom 20. März 2020 - die, wie bereits 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 19

dargelegt, keine rechtsgenüglichen Entscheidungsgrundlagen bilden (vgl. 
E. 3.3.1 hiervor) - schlussfolgerte die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ am 
13. März bzw. 2. April 2020, dass die objektiven funktionellen Einschrän-
kungen geringgradig seien und in einer vermehrten Ermüdbarkeit nach 
einer Chemotherapie bestünden; die Beschwerdeführerin sei in erster Linie 
dekonditioniert. Lediglich die Gefahr eines Rezidivs rechtfertige keine daue-
rhafte resp. die von Dr. med. G.________ postulierte Arbeitsunfähigkeit von 
70 % (AB 111 S. 2, AB 114 S. 6). Sich darauf stützend und ohne weitere 
Abklärungen hinsichtlich des in der Stellungnahme vom 5. April 2019 für 
abklärungsbedürftig erachteten Lymphödems (AB 63 S. 7) formulierte die 
RAD-Ärztin das Zumutbarkeitsprofil, wonach in einer körperlich leichten, 
angepassten Tätigkeit (wechselbelastend, in einem geregelten Tagesbe-
trieb, mit möglichst konstanter Arbeitslast, in einem temperierten Raumkli-
ma und kleinen Teams [wegen Infektanfälligkeit]) eine Arbeitsfähigkeit von 
sechs Stunden pro Tag (vormittags und nachmittags je drei Stunden) 
gegeben sei (AB 114 S. 6). Diese Beurteilung ist insofern ungenügend, als 
sie nicht auf einer sämtliche Aspekte des vorliegenden Falles umfassenden 
medizinischen Untersuchung, sondern ausschliesslich auf allgemeinen 
Annahmen über den Verlauf einer Brustkrebserkrankung beruht (vgl. dazu 
auch prozessleitende Verfügung vom 2. Dezember 2020, Ziff. 1 lit. e ff.). Es 
fehlt eine fachärztliche Gesamtsicht dazu, in welcher Weise die zahlreichen 
verschiedenen somatischen Krankheitsbilder der Beschwerdeführerin 
interagieren bzw. wie sie sich in ihrer Gesamtheit auf die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit auswirken. Weiterer Abklärungsbedarf besteht 
insbesondere bezüglich der vom behandelnden Onkologen konstatierten 
bisher nicht einstellbaren hormonellen Dysbalance und der bleibenden 
Ovarsuppression, wurden diese doch bisher nicht fachärztlich abgeklärt. 
Gleiches gilt auch in Bezug auf das Lymphödem des rechten Armes (AB 
101 S. 3 Ziff. 4). In diesem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass die 
RAD-Ärztin als Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin nur beschränkt 
über die für die Beurteilung des vorliegenden onkologischen und 
gynäkologisch-endokrinologischen Gesundheitszustandes und dessen 
Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit erforderliche Fachkompetenz 
verfügt, weshalb auf ihre diesbezügliche Einschätzung nicht unbesehen 
abgestellt werden kann. Aufgrund dieser Gegebenheiten kann nicht von 
einem vollständigen Bild über die somatischen Beschwerden und deren 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 20

Auswirkungen auf die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der 
Beschwerdeführerin ausgegangen werden, welches eine blosse 
Aktenbeurteilung durch die RAD-Ärztin Dr. med. E.________ als genügend 
erscheinen liesse (vgl. E. 3.2.3 hiervor). Dementsprechend kann auch auf 
die Einschätzung der RAD-Ärztin vom 2. April und 8. Juli 2020 (AB 114 S. 3 
bis 7, AB 129 S. 2) nicht abgestellt werden. 

Ebenso wenig kann jedoch auf die Berichte des behandelnden Onkologen 
Dr. med. G.________ vom 20. November 2018, 4. Februar 2019, 17. 
Oktober 2019 und 29. Januar 2020 (AB 47, 54, 86, 101) abgestellt werden. 
Diesen fehlt es an einer alle Leiden berücksichtigenden fachärztlichen Be-
urteilung des Leistungsvermögens der Beschwerdeführerin. In dieser Hin-
sicht wurde seitens des RAD zutreffend auf die offenen Fragen hingewie-
sen, ohne dass er selbst - wie vorstehend dargelegt - diese denn beantwor-
tet hätte. 

3.4 Mit Blick auf das Gesagte ist zusammenfassend festzuhalten, dass 
zumindest geringe Zweifel (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65) an der Schlüssig-
keit der versicherungsinternen neuropsychologischen Beurteilung des Dr. 
phil. C.________ vom 13. März 2020 (AB 108) sowie der Aktenbeurteilun-
gen der RAD-Ärzte Dr. med. D.________ vom 20. März 2020 (AB 111 S. 3 
f.) und Dr. med. E.________ vom 2. April 2020 samt Stellungnahme vom 
8. Juli 2020 (AB 114 S. 3 bis 7, AB 129 S. 2) gegeben sind bzw. die vor-
handenen medizinischen Akten keine hinreichend zuverlässige Grundlage 
für die Beurteilung der medizinischen Situation bzw. deren Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bieten. Erforderlich ist somit 
- nach vorgängiger Einholung der psychoonkologischen Behandlungsunter-
lagen - eine externe polydisziplinäre Begutachtung in den Disziplinen On-
kologie, Psychiatrie, gynäkologische Endokrinologie und allenfalls weiteren 
Fachdisziplinen. Allfällige psychische Gesundheitsschäden mit Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit wären sodann einem strukturierten Beweisver-
fahren nach BGE 141 V 281 zu unterziehen (vgl. auch BGE 143 V 409 und 
418). 

Anschliessend wird die Beschwerdegegnerin in erwerblicher Hinsicht 
abzuklären haben, ob ohne Vorliegen einer behördlichen Anerkennung des 
im Juni 2003 in … erworbenen Diploms zur … im Bereich …/… (AB 21 S. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 21

13) von einer Gleichwertigkeit mit dem entsprechenden schweizerischen 
Diplom und damit von einer Entlöhnung gemäss dem Tabellenlohn nach 
den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebun-
gen (LSE), Tabelle T17, Wirtschaftszweig 41 (…) ausgegangen werden 
kann (vgl. AB 133 S. 5). Hierbei ist zudem zu beachten, dass die 
Beschwerdeführerin im … Bereich nicht über eine langjährige 
Berufserfahrung verfügt (vgl. AB 21 S. 8; vgl. dazu auch prozessleitende 
Verfügung vom 2. Dezember 2020, Ziff. 1 lit. l).

4.

Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung vom 29. September 
2020 (AB 133) in teilweiser Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und 
die Sache im Sinne des Eventualantrags an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen, damit diese - nach Einholung der erwähnten 
psychoonkologischen Behandlungsunterlagen - eine versicherungsexterne 
polydisziplinäre Begutachtung der Beschwerdeführerin veranlasse und an-
schliessend über deren Rentenanspruch neu verfüge. Eine Rückweisung 
an die Verwaltung ist ohne weiteres geboten und zulässig, wurde doch ins-
besondere in den Fachdisziplinen Onkologie, Psychiatrie und gynäkologi-
sche Endokrinologie der Sachverhalt fachärztlich noch gar nicht gutachter-
lich abgeklärt (BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100, 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264; 
SVR 2016 IV Nr. 4 S. 12 E. 3.1).

5.

5.1 Gemäss aArt. 69 Abs. 1bis IVG in der bis 31. Dezember 2020 gültig 
gewesenen und hier anwendbaren Fassung (vgl. Art. 83 ATSG) ist das 
Beschwerdeverfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitig-
keiten um die Bewilligung oder Verweigerung von IV-Leistungen kosten-
pflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig 
vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der von der Beschwerde-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 22

führerin (in drei Raten) geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist ihr 
nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festge-
setzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streit-
sache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g 
ATSG). 

5.2.1 Nach der Rechtsprechung gilt es unter dem Gesichtspunkt des 
(bundesrechtlichen) Anspruchs auf eine Parteientschädigung im Streit um 
eine Sozialversicherungsleistung bereits als Obsiegen, wenn die versicher-
te Person ihre Rechtsstellung im Vergleich zu derjenigen nach Abschluss 
des Administrativverfahrens insoweit verbessert, als sie die Aufhebung 
einer ablehnenden Verfügung und die Rückweisung der Sache an die Ver-
waltung zu ergänzender Abklärung und neuer Beurteilung erreicht (BGE 
137 V 57 E. 2.1 S. 61). Dies gilt unabhängig davon, ob die Rückweisung 
beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventu-
alantrag gestellt wird (SVR 2017 KV Nr. 9 S. 43 E. 9.1).

5.2.2 Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikosten-
ersatz bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechts-
schutzversicherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund 
eines allgemeingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, 
welcher im konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. 
Der Stundenansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung 
festgelegt, wobei als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juris-
tinnen und Juristen sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversiche-
rungsexpertinnen und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertre-
tung gelten alle übrigen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rund-
schreiben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung 
für französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). Im Falle 
der Vertretung durch eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im 
Sinne der Rechtsprechung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenan-
satz bei einer fachlich qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- und bei einer 
fachlich nicht qualifizierten Vertretung auf Fr. 80.-- festgelegt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 23

5.2.3 Vorliegend wird die Beschwerdeführerin durch F.________, 
Sozialarbeiterin, vom (gemäss UID-Register [vgl. www.uid.admin.ch] 
mehrwertsteuerpflichtigen) B.________ vertreten. Diese verzichtete mit 
Eingabe vom 17. Dezember 2020 auf die Einreichung einer Kostennote. In 
der Folge ist die Parteientschädigung nach gerichtlichem Ermessen festzu-
setzen (vgl. E. 5.2 hiervor). Angesichts des zweifachen Schriftenwechsels, 
der sich im vorliegenden Beschwerdeverfahren stellenden Rechtsfragen 
sowie des Umstandes, dass die Rechtsvertreterin die Beschwerdeführerin 
bereits im Vorbescheidverfahren vertreten hatte (AB 125), rechtfertigt sich 
eine Parteikostenentschädigung von pauschal Fr. 500.-- (inkl. Auslagen 
und Mehrwertsteuer). Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Be-
schwerdeführerin zu ersetzen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Ver-
fügung der IV-Stelle Bern vom 29. September 2020 aufgehoben und 
die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie 
- nach Vornahme der Abklärungen im Sinne der Erwägungen - neu 
verfüge. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. 

3. Der von der Beschwerdeführerin geleistete Kostenvorschuss von 
Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils zurückerstattet.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 500.-- (inkl. Auslagen und MwSt.), zu er-
setzen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 24

- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Feb. 2021, IV/20/798, Seite 25

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.