# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6e9727bd-daeb-5f45-a0f2-914006beaec9
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-06-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.06.2010 KV 2010/3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KV-2010-3_2010-06-11.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KV 2010/3

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: KV - Krankenversicherung

Publikationsdatum: 23.03.2020

Entscheiddatum: 11.06.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2010
Art. 64a KVG; Art. 90 KVV: Erteilung der definitiven Rechtsöffnung für 
ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen im Bereich der 
obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Juni 2010, KV 2010/3).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichter Joachim Huber und 

Versicherungsrichterin Miriam Lendfers; Gerichtsschreiber Adrian Rothenberger

Entscheid vom 11. Juni 2010

in Sachen

J.___,

Beschwerdeführerin,

gegen

Avenir Versicherungen, Verwaltung, Rue du Nord 5, 1920 Martigny,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Forderung

Sachverhalt:

A.       

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.a   J.___ war seit Februar 2008 mit einer Jahresfranchise von Fr. 1'000.-- bei den 

Avenir Versicherungen obligatorisch krankenversichert (act. G 5.1/2). Gleichzeitig hatte 

die Versicherte drei Zusatzversicherungen abgeschlossen, die jedoch von Seiten der 

Avenir Versicherungen aufgrund von Zahlungsrückständen per 30. September 2009 

gekündigt wurden (act. G 5.1/3).

A.b   Am 23. Februar 2009 stellten die Avenir Versicherungen die Prämie der obliga­

torischen Krankenpflegeversicherung für den Monat Juni 2009 für die Versicherte 

(Fr. 199.--) und ihre Tochter (Fr. 56.10) in Rechnung (Rechn.-Nr. 104836515; act. 

G 5.1/21).

A.c   Ebenfalls am 23. Februar 2009 stellten die Avenir Versicherungen der Versicherten 

eine Behandlung bei Dr. med. A.___, Allgemeine Medizin FMH, im Dezember 2008 mit 

Fr. 267.60 zu Lasten der Franchise in Rechnung. Gleichzeitig forderten sie die 

Bezahlung eines Selbstbehalts von Fr. 9.-- für von der Tochter der Versicherten bei 

Dr. A.___ aus dem Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bezogene 

Leistungen (Rechn.-Nr. 103868554; act. G 5.1/15).

A.d   Am 30. März 2009 verrechneten die Avenir Versicherungen der Versicherten zu 

Lasten der Franchise weitere, im Januar 2009 bei Dr. A.___ bezogene medizinische 

Leistungen im Umfang von Fr. 284.80. Gleichzeitig forderten sie die Bezahlung eines 

Selbstbehalts von Fr. 2.55 für von der Tochter der Versicherten im Januar 2009 bei 

Dr. A.___ bezogene Leistungen (Rechn.-Nr. 106349621; act. G 5.1/18).

A.e   Nachdem diese drei Rechnungen trotz jeweils zweimaliger Mahnung (vgl. act. 

G 5.1/16, 17, 19, 20, 22 und 23) unbezahlt geblieben waren, setzten die Avenir 

Versicherungen mit Zahlungsbefehl Nr. 09.190 des Betreibungsamtes Amden vom 

3. September 2009 eine Forderung von Fr. 975.75 nebst Zins zu 5% seit 20. August 

2009, Fr. 90.-- Mahnkosten, Fr. 80.-- Dossiereröffnungskosten und Fr. 70.-- 

Zahlungsbefehlskosten in Betreibung. Der Zahlungsbefehl wurde am 4. September 

2009 zugestellt. Am 14. September 2009 erhob die Versicherte Rechtsvorschlag (act. 

G 5.1/25).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.f    Mit Verfügung vom 13. Oktober 2009 reduzierten die Avenir Versicherungen die in 

Betreibung gesetzte Forderung von Fr. 975.75 um die darin enthaltenen VVG-Prämien 

und -Selbstbehalte im Umfang von Fr. 156.70 und beseitigten gleichzeitig den von der 

Versicherten erhobenen Rechtsvorschlag im Umfang der verbliebenen Forderung (act. 

G 5.1/26).

B.       

B.a   Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Schreiben vom 7. November 

2009 Einsprache. Zur Begründung führte sie an, ihr seien nicht sämtliche 

Abrechnungen zugestellt worden. Damit sei ihr die Möglichkeit genommen worden, 

eine entsprechende Kontrolle der Abrechnungen durchzuführen. Im Jahr 2009 seien 

zudem Leistungen von rund Fr. 1'559.15 über die Franchise abgerechnet worden, 

obwohl lediglich eine solche von Fr. 1'000.-- vereinbart sei. Des Weiteren habe sie 

selbst diverse Arztrechnungen bezahlt, die unberücksichtigt geblieben seien (act. 

G 5.1/27).

B.b   Mit Entscheid vom 18. Dezember 2009 wiesen die Avenir Versicherungen die 

Einsprache ab. Entgegen der Ansicht der Versicherten sei von jeder Leistungsrechnung 

eine verständliche Abrechnung erstellt und ihr zugestellt worden. Am 29. September 

2009 seien der Versicherten zum besseren Verständnis zudem nochmals sämtliche 

detaillierten Abrechnungen und Selbstbehaltrechnungen geschickt worden. Es treffe 

auch nicht zu, dass eine höhere als die vertraglich vereinbarte Franchise belastet 

worden sei (act G 5.1/28).

C.       

C.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die von der Versicherten am 15. Januar 2010 

beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen angehobene Beschwerde mit dem 

sinngemässen Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben. Zur Begründung 

führt die Beschwerdeführerin erneut an, bis zum Zeitpunkt der Beschwerde sei von 

Seiten der Beschwerdegegnerin keine ordnungsgemässe Aufrechnung der bezahlten 

Prämien und der Selbstbehalte erfolgt und es seien von ihr selbst bezahlte 

Arztrechnungen nicht berücksichtigt worden (act. G 1).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.b   In der Beschwerdeantwort vom 22. Februar 2010 beantragt die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde und Erteilung der definitiven 

Rechtsöffnung. Entgegen den Einwänden der Beschwerdeführerin seien die jeweiligen 

Rechnungsbeträge mehrfach und mit verschiedenen Darstellungen substantiiert 

worden. Darüber hinaus sei der Beschwerdeführerin sogar die Klärung des 

Sachverhalts in einem persönlichen Gespräch angeboten worden. Davon habe sie aber 

keinen Gebrauch machen wollen. Die pauschalen Behauptungen der 

Beschwerdeführerin, sie verfüge über ein Guthaben zu ihren Gunsten und die 

Abrechnungen seien nicht korrekt, genügten nicht, um die von ihr korrekt 

ausgewiesenen Beträge in Abrede zu stellen. Die geforderten Verzugszinsen und 

Verwaltungskosten fänden ihre Grundlage in Art. 3 Abs. 1 der Ergänzenden 

Ausführungsbestimmungen zur obligatorischen Krankenpflegeversicherung gemäss 

KVG (act. G 5).

C.c   In der Replik vom 14. März 2010 hält die Beschwerdeführerin entsprechen im 

Wesentlichen an den bereits dargelegten Rügen fest, und ergänzt diese durch die 

Anmerkung, dass die Kündigung der Zusatzversicherungen Mitte 2009 ungerechtfertigt 

gewesen sei. Zudem mahne die Beschwerdegegnerin weiterhin Beträge aus dem Jahr 

2009 mahne, die bereits Gegenstand des vorliegenden Gerichtsverfahrens bildeten 

(act. G 7).

C.d   Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik (act. G 9).

C.e   Mit Schreiben vom 1. April 2010 forderte das Gericht die Beschwerdegegnerin 

auf, die detaillierten Leistungsabrechnungen der Jahre 2008 und 2009 sowie sämtliche 

diesen Leistungsabrechnungen zugrunde liegenden Rechnungen der 

Leistungserbringer einzureichen (act. G 11). Dieser Aufforderung kam die 

Beschwerdegegnerin am 26. April 2010 nach. Das Gericht informierte die 

Beschwerdeführerin am 29. April 2010 über den Akteneingang und räumte ihr 

Gelegenheit ein, die eingereichten Akten einzusehen und allenfalls eine Stellungnahme 

abzugeben (act. G 13). Von diesem Recht machte die Beschwerdeführerin keinen 

Gebrauch.

Erwägungen:

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.        

Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens sind die offene Prämienforderung aus 

der obligatorischen Krankenpflegeversicherung der Beschwerdeführerin und ihrer 

Tochter betreffend den Monat Juni 2009 sowie offene Kostenbeteiligungen für von der 

Beschwerdeführerin und ihrer Tochter im Dezember 2008 und Januar 2009 bei 

Dr. A.___ bezogene kassenpflichtige Leistungen (vgl. act. G 5.1/24), wie sie mit 

Zahlungsbefehl vom 12. September 2009 seitens der Beschwerdegegnerin geltend 

gemacht wurden und an welchen sie mit Verfügung vom 13. Oktober 2009 und im 

angefochtenen Einspracheentscheid festhielt. Auf die von der Beschwerdeführerin mit 

der Replik erhobenen Rügen, wonach die Zusatzversicherungen ungerechtfertigt 

aufgelöst worden seien und von der Beschwerdegegnerin Positionen gemahnt würden, 

die Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildeten, kann im vorliegenden 

Beschwerdeverfahren mangels entsprechenden Anfechtungsgegenstands nicht 

eingetreten werden.

2.        

Der Krankenversicherer fällt in seinen Verfügungen und Einspracheentscheiden 

betreffend ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen nicht bloss einen 

sozialversicherungsrechtlichen Sachentscheid über die Verpflichtung der versicherten 

Person zu einer Geldzahlung, sondern kann gleichzeitig auch als 

Rechtsöffnungsinstanz über die Aufhebung des Rechtsvorschlags befinden (BGE 119 V 

331 f. E. 2b mit Hinweisen). Das Versicherungsgericht ist daher verpflichtet, im 

Rechtsmittelverfahren eine umfas-sende Kontrolle der geforderten Kostenbeteiligungen 

vorzunehmen (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; ab 1. Januar 

2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 23. Juni 2003, K 99/02, 

E. 4.2.1).

2.1    Am 26. April 2010 reichte die Beschwerdegegnerin die der Leistungsabrechnung 

vom 23. Februar 2009 zugrunde liegenden detaillierten Abrechnungen von Dr. A.___ ins 

Recht (act. G 12.1/4). Danach belastete Dr. A.___ der Beschwerdegegnerin Fr. 267.60 

für eine Behandlung der Beschwerdeführerin zwischen dem 20. und 25. Dezember 

2008 und Fr. 89.95 sowie Fr. 13.15 für zwei Behandlungen ihrer Tochter am 11. und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

24. Dezember 2008, wobei nur die Behandlung vom 11. Dezember 2008 eine von der 

obligatorischen Krankenpflegeversicherung zu vergütende Leistung zum Gegenstand 

hatte. Die von der Beschwerdeführerin bezogenen Leistungen wurden ihr auf die 

vertraglich vereinbarte Jahresfranchise von Fr. 1'000.-- (Art. 64 Abs. 2 lit. a des 

Bundesgesetzes über die Krankenversicherung [KVG; SR 832.10] i.V.m. Art. 93 Abs. 1 

der Verordnung über die Krankenversicherung [KVV; SR 832.102]) angerechnet, was 

sich im Hinblick darauf, dass im Jahr 2008 bis zu diesem Zeitpunkt soweit ersichtlich 

erst Fr. 335.20 belastet worden waren (act. G 12.1/9), nicht beanstanden lässt. Für die 

von der Tochter bezogenen Leistungen stellte die Beschwerdegegnerin unter dem Titel 

Selbstbehalt korrekt Fr. 9.-- und Fr. 1.30 in Rechnung (Art. 64 Abs. 2 lit. b KVG).

2.2    Der Leistungsabrechnung vom 30. März 2009 liegen Abrechnungen von Dr. A.___ 

vom 11./16. Februar 2009 über Fr. 25.40 für von der Tochter und Fr. 284.40 für von der 

Beschwerdeführerin anfangs Januar 2009 bezogene kassenpflichtige Leistungen zu 

Grunde (act. G 12.1/5). Auch in diesem Fall rechnete die Beschwerdegegnerin die 

Behandlung der Beschwerdeführerin vollumfänglich auf die Jahresfranchise an. Eine 

Überschreitung der vereinbarten Jahresfranchise ist dabei allein schon deswegen, weil 

es sich um die erste Behandlung der Beschwerdeführerin im Jahr 2009 gehandelt hat, 

von vornherein ausgeschlossen. Hinsichtlich der für die Tochter erbrachten Leistungen 

stellte die Beschwerdegegnerin korrekt einen Selbstbehalt von Fr. 2.55 in Rechnung.

2.3    Die am 23. Februar 2009 für den Monat Juni 2009 in Rechnung gestellte Prämie 

für die obligatorische Krankenpflegeversicherung in Höhe von Fr. 199.-- (act. G 5.1/21) 

entspricht der im Versicherungsausweis des Jahres 2009 aufgeführten Prämie. Ob die 

Prämie von Fr. 56.10 für die Tochter ebenfalls korrekt ist, lässt sich den Akten nicht 

entnehmen. Nachdem sich der Betrag aber in der zu üblichen Grössenordnung bewegt 

und die Beschwerdeführerin keine substantiierten Einwendungen dagegen erhebt, ist 

indessen von der Richtigkeit dieser Forderung auszugehen.

2.4    Die Beschwerdeführerin rügt weiter, die Beschwerdegegnerin habe ihr bislang 

"keine ordnungsgemässe Aufrechnung der gezahlten Prämien und der Selbstbehalte" 

zugestellt. Dabei verkennt sie, dass die Beschwerdegegnerin gesetzlich nicht zur 

Erstellung einer solchen Zusammenstellung verpflichtet ist, obliegt es doch der 

versicherten Person, die Richtigkeit der ihr zugestellten Prämienrechnungen und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Leistungsabrechnungen fortlaufend zu überprüfen bzw. die entsprechenden Unterlagen 

aufzubewahren und so eine nachträgliche selbständige Überprüfung zu ermöglichen. 

Unterlässt sie dies, kann die Bezahlung von Prämien- und Leistungsabrechnungen 

nicht einfach mit dem Hinweis auf die fehlende Kontrollierbarkeit resp. 

Nachvollziehbarkeit verweigert werden. Obwohl dazu nicht verpflichtet, erstellte die 

Beschwerdegegnerin am 29. September 2009 zuhanden der Beschwerdeführerin eine 

Zusammenstellung über sämtliche seit Februar 2008 erbrachten Leistungen und liess 

ihr zudem anfangs November 2009 sämtliche Einzelabrechnungen nochmals 

zukommen, was die Beschwerdeführerin mit E-Mail vom 6. November 2009 auch 

bestätigte (act. G 5.1/7). Dass diese zudem - wie insbesondere gegenüber dem 

Betreibungsamt Amden gerügt - vorgängig zur Betreibung weder eine Rechnung noch 

eine Mahnung erhalten haben soll, erscheint schon deshalb nicht glaubwürdig, als sie 

gemäss elektronischem Kontoauszug im fraglichen Zeitraum Rechnungen der 

Beschwerdegegnerin bezahlt hat und demzufolge auch erhalten haben muss (vgl. act. 

G 5.1/29 S. 3 f.).

2.5    Nach dem Gesagten sind Bestand und Umfang der von der Beschwerdegegnerin 

mit den Leistungsabrechnungen Nr. 103868554 und Nr. 104836515 vom 23. Februar 

2009 und Nr. 106349621 vom 30. März 2009 in Rechnung gestellten, korrekt 

gemahnten und in Betreibung gesetzten Forderungen rechtsgenüglich ausgewiesen. 

Daran vermag auch der nicht näher substantiierte Hinweis der Beschwerdeführerin auf 

zusätzlich von ihr bezahlte Rechnungen nichts zu ändern, zumal es an ihr gelegen 

hätte, diese Rechnungen der Beschwerdegegnerin zur Bearbeitung einzureichen bzw. 

sich nach dem Bearbeitungsstand zu erkundigen, falls diese auf eine eingereichte 

Rechnung nicht reagiert hätte.

3.        

Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin im angefochtenen 

Einspracheentscheid zudem verpflichtet, ihr Fr. 90.-- Mahnkosten und Fr. 80.-- 

Dossiereröffnungskosten zu bezahlen. Verschuldet die versicherte Person 

Aufwendungen, die bei rechtzeitiger Zahlung nicht entstanden wären, so kann der 

Versicherer angemessene Bearbeitungsgebühren erheben, sofern er in seinen 

allgemeinen Bestimmungen über die Rechte und Pflichten der Versicherten eine 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

entsprechende Regelung vorsieht (Art. 105b Abs. 3 KVV). Nach Art. 3 Ziff. 1 der 

Ergänzenden Ausführungsbestimmungen zur obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung gemäss KVG der Avenir Versicherungen als Mitglied der 

Groupe Mutuel, Ausgabe 1. Januar 2008 (nachfolgend: AVB), werden bei 

Zahlungsverzug insbesondere für Mahnungen, Zahlungsaufforderungen und 

Betreibungen Verwaltungskosten erhoben (act. G 5.1/1). Die Höhe der jeweilig zu 

erhebenden Kosten ist nicht festgelegt, weshalb die Beurteilung der Angemessenheit 

unter Berücksichtigung des Äquivalenzprinzips zu erfolgen hat (Gebhard Eugster, 

Krankenversicherung, in Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band 

Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel 2007, Rz 1045 FN 1635). Die Beschwerdegegnerin 

stellte der Beschwerdeführerin für jede der drei streitigen Rechnungen zwei 

Mahnungen zu. Die dafür geforderten Mahnkosten von Fr. 90.-- sind angemessen. Die 

ebenfalls in Betreibung gesetzten "Dossiereröffnungskosten" von Fr. 80.-- lassen sich 

dagegen nicht ohne weiteres unter Verwaltungskosten im Sinn von Art. 3 Abs. 1 AVB 

subsumieren. Inwiefern sie mit den durch die Zahlungsausstände bedingten Umtrieben 

und Korrespondenzen begründet sind und ob sich ihr sachlicher Anwendungsbereich 

nicht mit den erwähnten Mahngebühren deckt, lässt sich den Akten nicht entnehmen. 

Mangels ausreichend bestimmter reglementarischer Grundlage kann der erwähnte 

Betrag von Fr. 80.-- nicht in die Rechtsöffnung mit einbezogen werden.

4.        

Für fällige Beitragsforderungen sind gemäss Art. 26 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) Verzugszinsen 

zu leisten. Der Satz für den Verzugszins auf fälligen Prämien beträgt 5 Prozent im Jahr 

(Art. 105a KVV), wobei im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

lediglich ausstehende Prämien, nicht aber Kostenbeteiligungen als 

Beitragsforderungen im Sinne von Art. 26 Abs. 1 ATSG zu qualifizieren und daher 

verzugszinspflichtig sind (Urteil des EVG vom 12. Januar 2006, K 40/05, E. 4.2.1). 

Entsprechend hat die Beschwerdeführerin auch nur die in Betreibung gesetzte 

Prämienforderung von Fr. 255.10 mit 5% zu verzinsen, dies jedoch nicht erst seit 

20. August 2009, sondern bereits seit Eintritt der Fälligkeit per 1. Juni 2009 (vgl. Art. 26 

Abs. 1 ATSG; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2009, N 12 zu Art. 26 

ATSG). Nachdem aufgrund der deutlichen Verringerung des zinspflichtigen Betrags 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/9

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

durch die geringe Verlängerung der Zinspflicht insgesamt keine Schlechterstellung der 

Beschwerdeführerin resultiert, kann eine Androhung im Sinn von Art. 61 lit. d ATSG 

vorliegend unterbleiben.

5.

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Die Beschwerdeführerin ist zu 

verpflichten, der Beschwerdegegnerin Prämien und Kostenbeteiligungen in Höhe von 

insgesamt Fr. 819.15 zuzüglich 5% Zins auf Fr. 255.10 seit 1. Juni 2009 sowie 

Mahnkosten von Fr. 90.-- zu bezahlen. Dafür ist der Beschwerdegegnerin auch 

definitive Rechtsöffnung zu erteilen. Die Kosten der Betreibung sind vom Schuldner 

von Gesetzes wegen zu bezahlen (Art. 68 SchKG), weshalb dafür keine Rechtsöffnung 

zu erteilen ist. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Die Beschwerdeführerin wird verpflichtet, der Beschwerdegegnerin für 

ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen gemäss Leistungsabrechnungen 

Nr. 103868554 und Nr. 104836515 vom 23. Februar 2009 und Nr. 106349621 vom 

30. März 2009 den Betrag von Fr. 819.05 zuzüglich 5% Zins auf Fr. 255.10 seit 1. Juni 

2009 sowie Mahnspesen von Fr. 90.-- zu bezahlen.

3.       Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 09.190 des Betreibungsamts Amden 

wird aufgehoben und der Beschwerdegegnerin für den Betrag von Fr. 909.05 zuzüglich 

5% Zins auf Fr. 255.10 seit 1. Juni 2009 definitive Rechtsöffnung erteilt.

4.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2010
	Art. 64a KVG; Art. 90 KVV: Erteilung der definitiven Rechtsöffnung für ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen im Bereich der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Juni 2010, KV 2010/3).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T13:43:00+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen