# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd7f4fa4-9631-566c-a0c8-b65e118e364a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.04.2014 100 2013 62
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2013-62_2014-04-15.pdf

## Full Text

100.2013.62U   publiziert in BVR 2014 S. 417
BUC/BAM/RAP

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. April 2014

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
a.o. Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Müller
Gerichtsschreiberin Baldegger

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt ...
Appellant 

gegen

Kanton Bern
handelnd durch die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, Tiefbauamt, 
Oberingenieurkreis II, Schermenweg 11, Postfach, 3001 Bern
vertreten durch Fürsprecher …
Appellat

und

Enteignungsschätzungskommission des Kantons Bern
Weltpoststrasse 5, Postfach 208, 3000 Bern 15

betreffend formelle Teilenteignung; Enteignungsentschädigung, Realersatz 
(Teilentscheid der Enteignungsschätzungskommission des Kantons Bern vom 
17. Januar 2013; 2011 17)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Am 15. Juni 2010 genehmigte die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons 
Bern (BVE) den Strassenplan «Schulwegsicherung …» für die Kantonsstrasse Nr. … 
(B.___strasse). Dieser sieht als Teil des Schulwegsicherungsprojekts für die Strecke … 
die etappenweise Schaffung von Velo- oder Fusswegen entlang des östlichen bzw. 
südöstlichen Rands der B.___strasse vor. Teil der Etappe … bildet ein mittlerweile 
bereits realisierter neuer Fuss- bzw. Radweg ab dem Ortsrand F.________ in Richtung 
G.________ bis ungefähr zum nördlichen Ende der D.___siedlung. Von dort bis zur 
Postautohaltestelle E.___ ist – in Fortführung dieses neuen Fuss- bzw. Radwegs – ein 
1 m breiter Wanderweg ohne Radverkehr geplant, der eine Länge von gut 130 m 
aufweist und auf einer Distanz von etwa 95 m auf der östlich an die B.___strasse 
angrenzenden und im Eigentum von A.________ stehenden Parzelle H.________ 
Gbbl. Nr. 1____ erstellt werden soll, weshalb der Strassenplan die dauernde 
Enteignung von ca. 95 m2 und die vorübergehende Beanspruchung von ca. 260 m2 
Land ab dieser Parzelle vorsieht. Zur Verbreiterung der Einmündung D.___-
/B.___strasse ist sodann die dauernde Enteignung von ca. 55 m2 und die 
vorübergehende Beanspruchung von ca. 115 m2 Land ab dem ebenfalls im Eigentum 
von A.________ stehenden Grundstück H.________ Gbbl. Nr. 2____ erforderlich. 

B.

Am 31. August 2011 ersuchte der Kanton Bern gestützt auf den rechtskräftigen 
Strassenplan die Enteignungsschätzungskommission des Kantons Bern (ESchK) um 
Festlegung der Entschädigungen für die Teilenteignung und die vorübergehende 
Beanspruchung der Grundstücke 1____ und 2____ sowie um vorzeitige 
Besitzeinweisung in die betroffenen Flächen. Am 19. Oktober 2011 führte die ESchK 
einen Augenschein mit Einigungsverhandlung durch, die aber zu keiner Einigung 
führte. Mit Verfügung vom 27. Oktober 2011 wies die ESchK den Kanton Bern vorzeitig 
ab dem 1. November 2011 in den Besitz der betroffenen Teilflächen der Grundstücke 
1____ und 2____ ein. Dagegen appellierte A.________ am 28. November 2011 beim 
Verwaltungsgericht, welches mit Urteil vom 29. Juni 2012 (VGE 2011/462) das Gesuch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 3

um vorzeitige Besitzeinweisung betreffend die Teilfläche auf Parzelle 1____ abwies 
und hinsichtlich derjenigen auf Parzelle 2____ guthiess. 

C.

Mit «Teil-Entscheid» vom 17. Januar 2013 urteilte die ESchK wie folgt: 

«1. Die Entschädigung für die Enteignung von ungefähr 95 m2 der Parzelle 
H.________-Gbbl. Nr. 1____ zum Bau eines Wanderweges wird festgelegt auf Fr. 
1ꞌ900.--.

2. Die Entschädigung für die Enteignung von ungefähr 55 m2 der Parzelle 
H.________-Gbbl. Nr. 2____ zum Bau einer Einmündung wird festgelegt auf Fr. 
550.--.

3. Die Entschädigung für die vorübergehende Beanspruchung von insgesamt 375 m2 
der Parzellen H.________-Gbbl. Nr. 1____ und 2____ wird später festgelegt.

4. Das Verfahren vor der Enteignungsschätzungskommission wird […] sistiert. Der 
Gesuchsteller hat die nach der Erstellung des Bauwerks in Auftrag gegebene 
Messurkunde (oder eine Kopie davon) und das ebenfalls in Ziffer 6 der 
Erwägungen erwähnte Dokument über die Dauer der vorübergehenden 
Beanspruchung unverzüglich der Enteignungsschätzungskommission zuzustellen. 

5. [Verfahrenskosten]

6. [Parteikosten]

…»

D.

Dagegen hat A.________ am 20. Februar 2013 beim Verwaltungsgericht appelliert und 
folgende Anträge gestellt: 

«1. Ziffer 1 des Teilentscheids der [ESchK] vom 17. Januar 2013 […] sei aufzuheben 
und der Kanton Bern sei anzuweisen, dem Appellanten den zehnfachen 
Realersatz zu leisten für das enteignete Land auf der Parzelle H.________ Gbbl.-
Nr. 1____.

2. Eventuell: Der Teilentscheid der [ESchK] vom 17. Januar 2013 […] sei 
aufzuheben und die Sache sei zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -»

Die ESchK und der Kanton Bern beantragen am 11. bzw. 25. März 2013 die 
Abweisung der Rechtsbegehren. Am 17. Dezember 2013 hat der (damalige) 
Instruktionsrichter das Verfahren gestützt auf den Antrag des Appellanten zwecks 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 4

Durchführung von aussergerichtlichen Vergleichsverhandlungen sistiert. Aufgrund der 
Eingabe des Appellanten vom 30. Januar 2014, wonach die Vergleichsverhandlungen 
gescheitert seien, ist das Verfahren am 31. Januar 2014 wieder aufgenommen worden. 

Erwägungen:

1.

1.1 Gemäss Art. 93 Abs. 1 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) können im Klageverfahren ergangene 
Urteile unterer Verwaltungsjustizbehörden mit Appellation vor das Verwaltungsgericht 
gebracht werden, soweit die Gesetzgebung nichts anderes vorsieht. Der Entscheid der 
ESchK vom 17. Januar 2013 stellt ein solches Urteil dar (Art. 54 Abs. 1 des Gesetzes 
vom 3. Oktober 1965 über die Enteignung [EntG; BSG 711.0]), zumal es sich dabei – 
jedenfalls soweit hier angefochten (vgl. E. 1.2 hiernach) – um einen Teilentscheid im 
Sinn von Art. 91 Bst. a des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundes-
gericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) handelt (statt vieler BGE 139 V 42 
E. 2.3), der (auch) in der kantonalen Verwaltungsrechtspflege wie ein Endentscheid 
anfechtbar ist (BVR 2010 S. 411 E. 1.2.2 ff.; vgl. neuerdings etwa VGE 2013/92 vom 
12.2.2014, E. 3.1). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Appellation ist 
einzutreten (Art. 36 EntG i.V.m. Art. 94 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG).

1.2 Der Überprüfung unterliegt das gesamte Verfahren der Vorinstanz mit 
Einschluss der Angemessenheit der Schätzung, soweit es nach dem Willen der 
klagenden bzw. appellierenden Partei Gegenstand des Appellationsverfahrens bildet 
(vgl. Art. 93 Abs. 2 VRPG und Art. 54 Abs. 1 EntG; BVR 2000 S. 22 E. 1; 
VGE 2013/170 vom 11.2.2014, E. 1.2.1, 2009/225 vom 10.5.2010, E. 2; Markus Müller, 
Bernische Verwaltungsrechtspflege, 2. Aufl. 2011, S. 220, 223). Das 
Verwaltungsgericht ist allerdings bei der Festsetzung der Höhe der Entschädigung an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (vgl. Art. 54 Abs. 2 EntG). – Der Appellant 
beantragt zwar eventualiter uneingeschränkte Aufhebung des «Teil-Entscheids» und 
Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die ESchK (vorne Bst. D). Aus der 
Begründung der Appellation ergibt sich jedoch, dass dieser Antrag – wie das 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 5

Hauptbegehren – auf Ziff. 1 und die damit zusammenhängenden Verfahrens- und 
Parteikostenregelung in den Ziff. 5 und 6 des angefochtenen Entscheids beschränkt 
ist. Da Parteieingaben nach ihrem erkennbaren, wirklichen Sinn auszulegen sind (vgl. 
etwa BGE 137 II 313 E. 1.3; VGE 2013/170 vom 11.2.2014, E. 1.2.3), ist somit davon 
auszugehen, dass der Eventualantrag allein die Ziff. 1, 5 und 6 des angefochtenen 
Entscheids betrifft bzw. die Appellation auf diese Punkte beschränkt ist. Die übrigen 
Anordnungen im Entscheid der ESchK bilden nicht Gegenstand des ver-
waltungsgerichtlichen Verfahrens und sind in Rechtskraft erwachsen, was aus 
Gründen der Rechtssicherheit im vorliegenden Urteil festzustellen ist. 

1.3 Es ist unklar, ob die vorliegende Angelegenheit den Streitwert von Fr. 20ꞌ000.-- 
erreicht (vgl. Art. 57 Abs. 1 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Diese Frage kann 
aber offen bleiben, da die Verhältnisse ohnehin eine Beurteilung in Dreierbesetzung 
rechtfertigen (Art. 57 Abs. 1 und 6 i.V.m. Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

2.

2.1 Der Appellant führt gemeinsam mit seinem Sohn einen Landwirtschafsbetrieb 
mit knapp 14 Hektaren Land (rund 5,25 ha Eigen- und 8,5 ha Pachtland). 
Haupterwerbszweig bildet die Zucht und Haltung von Freilandschweinen. Nach seinen 
Angaben werden auf dem Betrieb ein Eber, ca. 88 Mutterschweine und 30 
Zuchtremonten (total 44 Grossvieheinheiten) gehalten. Die Schweinezucht wird auf der 
Parzelle 1____ betrieben. Diese besteht aus einem nördlichen, zwischen der 
B.___strasse und dem C.___weg gelegenen Teil mit einer Fläche von knapp 9ꞌ800 m2, 
und einem südlichen ca. 14ꞌ000 m2 grossen Teil, dazwischen liegt der Hof (Orthofoto, 
Beilage Appellation [BA] 5; Totalfläche der Parzelle inkl. Hofbereich: 31ꞌ116 m2). Im 
Rahmen der Fruchtfolge werden jeweils auf einer dieser beiden Flächen die Schweine 
gehalten, während auf der anderen Ackerbau betrieben wird (vgl. etwa Protokoll 
Augenscheins-/Einigungsverhandlung vom 24.10.2011 [unpag. Vorakten ESchK, 
act. 3A; nachfolgend: Augenscheinprotokoll], S. 2 [Aussagen Appellant]). 

2.2 Enteignungsgrund bzw. -titel bildet vorliegend der rechtskräftige Strassenplan 
Nr. … betreffend das Strassenbauprojekt zur Sicherung des Schulwegs … [act. 4B1; 
nachfolgend: Strassenplan]): Darin ist als erster Abschnitt ab der Bushaltestelle 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 6

I.________ bis ungefähr zur Einmündung der Quartierstrasse D.___ in die 
B.___strasse (Kantonsstrasse) an deren südöstlichem Rand ein durch einen 
Grünstreifen abgetrennter, 1,5 m breiter Fussweg vorgesehen, der auch als Radweg 
dient. Dieses Wegstück ist bereits realisiert. Die Teilenteignung von 55 m2 ab Parzelle 
2____, welche in der nördlichen Ecke der Kreuzung D.___-/B.___strasse liegt, dient 
der Fahrbahnverbreiterung im Bereich der Einmündung der D.___- in die B.___strasse 
und liegt nicht im Streit (vgl. vorne E. 1.2; Bericht zum Strassenbauprojekt Schulweg-
sicherung … [act. 4B8; nachfolgend: Technischer Bericht], insb. Ziff. 1.2, 3.2 f., 5.2, je 
auch zum Folgenden). Streitbetroffen ist hingegen der zweite Abschnitt des Teilstücks 
B der Schulwegsicherung … ab dem nördlichen Ende des D.___quartiers bis E.___. 
Für diesen ist – in Verlängerung des vorerwähnten Fuss- bzw. Radwegs – am 
östlichen bzw. südöstlichen Rand der B.___strasse bis zum C.___weg ein durch einen 
rund 0,9 m breiten Grünstreifen von der Fahrbahn der B.___strasse abgetrennter, 1 m 
breiter Wanderweg ohne Deckbelag vorgesehen. Während dabei der Grünstreifen zur 
Strassenparzelle gehört, führt der Wanderweg auf einer Teilstrecke von rund 95 m 
über den nördlichen Teil der Parzelle 1____ des Appellanten und bedingt die strittige 
Teilenteignung von 95 m2 (vgl. Strassenplan; Gesamtkonzept Schulwegsicherung … 
[act. 4B2; nachfolgend: Gesamtkonzept]; Querprofile Schulwegsicherung … [act. 4B7]). 

2.3 Mit dem bereits gebauten Fuss- bzw. Radweg ab der Bushaltestelle I.________ 
bis zur Einmündung der D.___- in die B.___strasse ist eine neue Fusswegverbindung 
geschaffen und zugleich eine wichtige Massnahme für die Sicherheit des Radverkehrs 
realisiert worden. Das anschliessende Wanderwegstück D.___-E.___, das über die 
Parzellen 2103 und 1____ führt, schliesst keine eigentliche Netzlücke der 
Fusswegverbindung F.________-E.___, da bereits heute ein Trampelpfad besteht, der 
aber auf der gegenüberliegenden Seite der B.___strasse entlang bzw. über das im 
Eigentum der Burgerkooperation H.________ stehende, vom Appellanten gepachtete 
Grundstück H.________ Gbbl. Nr. 3____ führt und auf Wegrechten basiert (vgl. 
Gesamtkonzept; erstes Foto Augenscheinprotokoll). Nicht zuletzt aufgrund dieses 
Trampelpfads wird im Technischen Bericht (a.a.O., Ziff. 3.2 f.) der Handlungsbedarf für 
die Verbesserung der Schulwegsicherheit für das Stück D.___-E.___ «nicht als 
dringlich» eingestuft. Allerdings steigert (auch) dieses Wanderwegstück die 
Verkehrssicherheit insbesondere für Schülerinnen und Schüler und bezweckt konkret 
eine verbesserte Fusswegerschliessung der Bushaltestelle E.___ namentlich für die 
Bewohnerinnen und Bewohner des D.___quartiers, das gut 400 m vom nordöstlichen 
Dorfausgang F.________ entfernt liegt und knapp 20 Wohnhäuser umfasst (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 7

Schreiben Einwohnergemeinde [EG] H._______ vom 2.2.2012 [unpag. Vorakten 
ESchK]). Die Haltestelle E.___ befindet sich gut 150 m vom nordöstlichen Ende des 
D.___quartiers entfernt (Richtung G.________) am südöstlichen Fahrbahnrand der 
B.___strasse und nordöstlich des C.___wegs. Neben der Haltestelle E.___ verfügt 
F.________ über die beiden Stationen «F.________» und «I.________», welche sich 
eingangs und ausgangs von F.________ an der B.___strasse befinden. Bei diesen 
Gegebenheiten ist davon auszugehen, dass die Haltestelle E.___ hauptsächlich von 
den Bewohnern des D.___quartiers genutzt wird. Für die übrigen Einwohner von 
F.________ liegen die Haltestellen F._______ und I.________ deutlich näher (vgl. 
VGE 2011/462 vom 29.6.2012, E. 4.2).

2.4 Es ist unbestritten, dass der Kanton mit dem rechtskräftigen Strassenplan (vgl. 
vorne Bst. A, E. 2.2) über einen rechtsgenüglichen Enteignungstitel verfügt. Die ESchK 
hat am 19. Oktober 2011 einen Augenschein mit Einigungsverhandlung durchgeführt 
(vgl. vorne Bst. B). Umstritten sind die vermögensrechtlichen Folgen der durch den 
Bau des Wanderwegs nötig gewordenen Teilenteignung des 95 m2 ausmachenden 
Landstreifens auf der Parzelle 1____ entlang der B.___strasse. Der Appellant rügt 
diesbezüglich verschiedene Verfahrensfehler (vgl. E. 3 hiernach). In der Sache fordert 
er eine Enteignungsentschädigung nicht in Geld, sondern in Form von zehnfachem 
Realersatz (hinten E. 4). Eventualiter beantragt er die Rückweisung der Sache an die 
ESchK zur neuen Festlegung der Enteignungsentschädigung (hinten E. 5). 

3.

Der Appellant rügt die fehlerhafte Feststellung des Sachverhalts sowie die Verletzung 
seines Anspruchs auf rechtliches Gehör durch die ESchK. 

3.1 Er wirft der ESchK zunächst vor, nicht geprüft zu haben, ob die 
Voraussetzungen für einen Realersatz nach Art. 15 EntG gegeben seien. Weiter rügt 
er, die ESchK habe weder seine konkrete Betriebssituation noch die Auswirkungen des 
Wanderwegs auf sein Gewerbe gewürdigt und dabei das eingereichte Schreiben des 
Schweinegesundheitsdiensts nicht berücksichtigt. Auch seine Schlussbemerkungen 
vom 24. August 2012 seien im angefochtenen Entscheid vollständig unerwähnt 
geblieben. 

3.1.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör richtet sich in erster Linie nach Art. 21 ff. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 8

VRPG, subsidiär nach den Mindestgarantien gemäss Art. 29 Abs. 2 der 
Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 26 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Bern 
(KV, BSG 101.1; vgl. BGE 134 I 159 E. 2.1.1). Er verpflichtet die Behörden unter 
anderem, die Vorbringen der in ihrer Rechtsstellung Betroffenen effektiv zu prüfen und 
beim Entscheid zu berücksichtigen (vgl. Art. 21 Abs. 1 VRPG). Folge dieser 
Prüfungspflicht und zugleich Bedingung einer wirksamen Selbstkontrolle ist die 
behördliche Begründungspflicht (vgl. auch Art. 92 Abs. 4 i.V.m. Art. 52 Abs. 1 Bst. b 
VRPG). Die Begründung muss so abgefasst sein, dass sich die betroffene Person über 
die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der 
Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn müssen wenigstens 
kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen 
und auf die sich ihr Entscheid stützt (statt vieler: BGE 136 I 229 E. 5.2; BVR 2013 
S. 407 E. 3.2, 2012 S. 326 E. 4.1, S. 109, E. 2.3.3). 

3.1.2 Der Entscheid der ESchK nimmt zwar nicht ausdrücklich auf Art. 15 EntG 
Bezug, obschon eben diese Bestimmung den vom Appellanten geltend gemachten 
Realersatz regelt. Ihm ist aber zu entnehmen, dass die ESchK davon ausgeht, die 
Gefahr einer Übertragung von Krankheitserregern von Menschen und Hunden auf die 
Schweine bestehe bereits heute und werde durch den geplanten Wanderweg 
höchstens geringfügig zunehmen. Die ESchK hat dieser Gefährdungszunahme mit der 
Verdoppelung des Landwerts für den zu enteignenden Teil der Parzelle 1____ 
Rechnung getragen. Indem sie überdies ausführt, der Appellant werde entgegen 
seinen Vorbringen mangels einer erheblichen Zunahme der Gefährdung auch weiterhin 
ohne finanzielle Einbussen die Schweinezucht betreiben können, verneint die ESchK, 
dass sein landwirtschaftliches Gewerbe wegen der Teilenteignung von 95 m2 ab 
Parzelle 1____ die Wirtschaftlichkeit einbüssen wird (E. 9 f.). Damit sind dem 
Appellanten die Überlegungen bekannt, welche die ESchK zur Verweigerung des 
anbegehrten Realersatzes veranlasst haben. Eine Verletzung der behördlichen Pflicht, 
die Parteivorbringen zu prüfen und den Entscheid zu begründen, liegt nicht vor, zumal 
die behördliche Begründungspflicht nicht bedeutet, dass sich die Behörde ausdrücklich 
mit jeder tatbeständlichen Behauptung und mit jedem rechtlichen Einwand 
auseinandersetzen muss, sondern sich vielmehr auf die für ihren Entscheid 
wesentlichen Gesichtspunkte beschränken darf. Ob die vorinstanzlichen Erwägungen 
richtig sind und namentlich auf einer vollständigen und zutreffenden 
Sachverhaltswürdigung basieren, ist nicht unter dem Gesichtswinkel der genügenden 
Entscheidbegründung, sondern im Rahmen der materiellen Beurteilung zu prüfen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 9

(dazu hinten E. 4 f.). 

3.2 Der Appellant wirft der ESchK sodann in verschiedener Hinsicht eine unrichtige 
Sachverhaltsfeststellung vor und rügt überdies, sie habe seine Anträge, es seien eine 
Expertise betreffend Schweinekrankheiten bzw. Seuchenhygiene sowie eine solche zu 
den sich im Zusammenhang mit Art. 15 EntG stellenden Fragen einzuholen, 
übergangen und auch dadurch seinen Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. 

3.2.1 Die Behörden stellen den Sachverhalt von Amtes wegen fest, wobei die 
Parteien zur Mitwirkung verpflichtet sind (vgl. Art. 18 Abs. 1 und Art. 20 VRPG). Weiter 
sind sie sowohl aufgrund dieser Untersuchungsmaxime als auch gestützt auf den 
Anspruch auf rechtliches Gehör grundsätzlich verpflichtet, die von den Parteien 
angebotenen Beweise abzunehmen, sofern diese geeignet sind, den rechtserheblichen 
Sachverhalt zu erhellen. Ergibt sich, dass ein Beweis nicht geeignet ist, das 
Beweisergebnis zu verändern oder den Entscheid zu beeinflussen, dürfen sie von der 
Beweisabnahme absehen und den Beweisantrag ablehnen (vgl. statt vieler BVR 2012 
S. 252 E. 3.3.3, 2011 S. 97 E. 4.2.1; BGE 136 I 229 E. 5.3). 

3.2.2 Zur gerügten Verletzung des Beweisanspruchs ist vorwegzuschicken, dass die 
Gesundheitsgefährdung, welcher die Freilandschweine durch die Gegenwart von 
Personen, die sich im Bereich der nordwestlichen bzw. -östlichen Begrenzung der 
Parzelle 1____ aufhalten, grundsätzlich bereits heute besteht. Dass sich die 
Verwirklichung dieser Gefahr finanziell auf das landwirtschaftliche Gewerbe des 
Appellanten auswirken kann, ist unbestritten. Streitig ist einzig, ob diese Gefahr durch 
die (die Teilenteignung erfordernde) Erstellung des Wanderwegs bei gleichzeitiger Auf-
hebung des auf der gegenüberliegenden Seite der B.___strasse liegenden 
Trampelpfads – unter Berücksichtigung der vom C.___weg ausgehenden Gefahr – in 
einem Ausmass zunimmt, dass der landwirtschaftliche Betrieb des Appellanten in 
seiner Existenz gefährdet würde (vgl. hinten E. 4.3.1 ff.). Dabei stellen sich Fragen, die 
nicht spezifisches Fachwissen in den Bereichen Schweinehaltung und -krankheiten 
und damit keinen Sachverständigenbeweis, sondern vielmehr Prognosen insbesondere 
darüber erfordern, inwieweit aufgrund der Teilenteignung bzw. des neuen Wander-
wegstücks im Ergebnis mit einem im Vergleich zu heute gesteigerten 
Fussgängerverkehrsaufkommen im hier interessierenden Grenzbereich der 
Schweineweide zu rechnen ist. Diese Fragen können gestützt auf die vorhandenen 
Akten ohne weiteres geklärt werden. Demgegenüber lassen die beantragten Gutachten 
diesbezüglich keine rechtlich relevanten Erkenntnisse erwarten und sind nicht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 10

geeignet, das Beweisergebnis zu verändern oder den Entscheid zu beeinflussen. 
Deshalb kann der ESchK nicht vorgeworfen werden, sie habe das rechtliche Gehör des 
Appellanten und den Untersuchungsgrundsatz verletzt, wenn sie auf das Einholen der 
beantragten Expertisen verzichtet hat (vgl. Verfügung vom 5.8.2012 [unpag. Vorakten 
ESchK]). Entsprechend erübrigen sich solche Beweismassnahmen auch im 
Appellationsverfahren, weshalb die Beweisanträge abgewiesen werden. 

3.2.3 Dem Appellanten kann zwar beigepflichtet werden und die ESchK räumt selber 
ein, dass im angefochtenen Entscheid teils zu Unrecht vom Neubau eines Fuss- und 
Velowegs entlang der Parzelle 1____ die Rede ist, obschon das neue Wegstück 
ausschliesslich als Wanderweg dienen soll. Es ist jedoch nicht ersichtlich und wird 
denn auch nicht dargetan, inwiefern dies dem Appellanten hätte zum Nachteil 
gereichen können, ist doch die angeblich hauptsächlich auf den geplanten Wanderweg 
zurückzuführende Gefahr für die Gesundheit der Schweine in die Entscheidfindung 
eingeflossen und nicht unter von vornherein falschen Prämissen gewürdigt worden. 
Selbst wenn die ESchK – was sie in Abrede stellt – zu Unrecht auch die von einem 
Veloweg ausgehende Gefährdung mitberücksichtigt hätte, hätte dies im Übrigen zur 
Annahme einer höheren Gefährdung geführt und sich damit zugunsten des 
Appellanten ausgewirkt. Nicht rechtserheblich ist überdies, dass der angefochtene 
Entscheid in E. 11 unrichtige Angaben zur Fläche des vorübergehend beanspruchten 
Landes enthält. Denn in Ziff. 3 des Dispositivs sind die korrekten, d.h. mit dem 
Strassenplan (act. 4B1) übereinstimmenden Quadratmeterzahlen eingesetzt, was 
zeigt, dass der Entscheid zwar ungenau redigiert, die ESchK aber letztlich nicht von 
falschen Zahlen ausgegangen ist. Anders als der Appellant behauptet, verkennt die 
Vorinstanz auch nicht, dass der Trampelpfad als heutige Fusswegverbindung zwischen 
dem D.___quartier und der Bushaltestelle E.___ nicht über die Parzelle 1____ führt, 
sondern auf der gegenüberliegenden Seite der B.___strasse liegt (vgl. angefochtener 
Entscheid, E. 1, 9 f.). Weiter beanstandet der Appellant, dass die ESchK zwar zutref-
fend davon ausgehe, dass der C.___weg den Oberstufenschülern als Schulweg nach 
J.________ diene, aber insoweit verkenne, dass diese mit dem Velo und nicht zu Fuss 
unterwegs seien. Die ESchK stützt ihre Ausführungen auf Angaben des Appellanten 
(Eingabe vom 9.10.2011, S. 1 [unpag. Vorakten ESchK]). Präzisierungen zur Art der 
Fortbewegung bringt der Appellant erstmals in der Appellation vor (S. 7). Selbst wenn 
die ESchK entgegen den tatsächlichen Gegebenheiten der Auffassung gewesen sein 
sollte, dass jedenfalls ein Teil der Oberstufenschülerinnen und -schüler den Weg nach 
J._________ zu Fuss zurücklegt, dürfte dies an ihrer Einschätzung, dass die von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 11

Benützern des neuen Wanderwegs ausgehende Gefahr nicht erheblich zunimmt, 
nichts ändern und begründet ebenfalls keine Gehörsverletzung. 

3.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den Sachverhalt weder 
unrichtig noch unvollständig festgestellt und das rechtliche Gehör des Appellanten 
auch sonst nicht verletzt hat.

4.

In der Sache ist im Wesentlichen streitig, ob der Kanton dem Appellanten als 
Entschädigung für die Teilenteignung Realersatz zu leisten hat. 

4.1 Der Appellant bringt vor, der neue Wanderweg gefährde die Wirtschaftlichkeit 
und im Extremfall die Existenz seines Landwirtschaftsbetriebs, weil 
Spaziergängerinnen und Spaziergänger eine Gefahr für die Tiergesundheit darstellten. 
Es sei in der Fachwelt anerkannt, dass Krankheitserreger (Schweinepest, Zoonosen, 
Grippeviren) von Menschen auch ohne Berührung auf Schweine übertragen werden 
könnten, etwa über weggeworfene Speisereste oder durch Husten oder Niessen. 
Durch unbedachte Handlungen von Passanten bestehe demnach eine reale Gefahr, 
dass einzelne Tiere erkrankten oder sich gar eine Seuche ausbreiten könnte, was den 
gesamten Tierbestand gefährde. Das wirke sich auf den Betriebserlös aus und könne 
weitere Folgen nach sich ziehen wie zum Beispiel einen Vertrauensverlust bei den 
Konsumentinnen und Abnehmern. Es müsse sogar mit einer Verweigerung der 
Abnahme von Schweinen gerechnet werden. Die Gesundheits- und Seuchengefahr 
lasse sich nur durch das Errichten einer 15 Meter breiten Pufferzone zwischen 
Wanderweg und Weide vermeiden, wie dies eine Fachstelle für Schweinegesundheit 
empfohlen habe. Ein solcher Puffer nehme jedoch zusammen mit dem Wanderweg 
rund 1ꞌ400 m2 in Anspruch, was mehr als 14 % des nördlichen Teils der Parzelle 1____ 
(9ꞌ800 m2) ausmache und damit eine wesentliche Verkleinerung der Weide bedeute 
(vgl. Stellungnahme vom 28.11.2011, S. 2, 4 f. [unpag. Vorakten ESchK]). Die Parzelle 
1____ grenze unmittelbar an die Ställe und sei deshalb für die Schweinezucht 
unabdingbar. Aus diesen Gründen sei ihm für die dauernd enteignete Fläche von 
95 m2 nicht eine Entschädigung in Geld auszurichten, sondern zehnfacher Realersatz 
zuzusprechen. – Der Kanton und die ESchK halten diesen Vorbringen entgegen, die 
Gesundheitsgefährdung sei vorbestehend und steige durch den neuen Wanderweg 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 12

höchstens unwesentlich. Bereits heute könnten Personen auf der Südseite der 
B.___strasse an der Schweineweide entlang spazieren. Zudem könnten Abfälle aus 
vorbeifahrenden Autos auf die Weide geworfen werden. Eine mit dem Wanderweg 
vergleichbare Gefahr gehe überdies von Benützern des C.___wegs aus. Der Appellant 
müsse die bestehende Ansteckungsgefahr durch eigene Massnahmen vermindern. Die 
Empfehlung eines Pufferstreifens stamme von einer privaten Organisation und stelle 
keine amtliche Auflage dar. Wegen der vorbestehenden Gesundheitsgefährdung 
müsste der Pufferstreifen – soweit dieser wirklich zwingend sei – auch ohne kantonales 
Schulwegprojekt errichtet werden. Die Enteignung von 95 m2 könne für den Betrieb des 
Appellanten keinen existenzgefährdenden Einkommensrückgang bewirken, weshalb 
die Voraussetzungen für das Gewähren von Realersatz nicht gegeben seien. 

4.2 Bei Enteignungen ist volle Entschädigung zu leisten (Art. 26 Abs. 2 BV; Art. 24 
Abs. 2 KV; Art. 10 EntG; BVR 2002 S. 381 nicht publ. E. 2a, 2000 S. 22 E. 2a; VGE 
2013/170 vom 11.2.2014, E. 4.3; Ludwig/Stalder, in Müller/Feller (Hrsg.), Bernisches 
Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 2013, S. 537 ff., 548 ff., auch zum Folgenden). Diese soll die 
mit dem Rechtsverlust in einem adäquaten Kausalzusammenhang stehenden 
vermögensrechtlichen Nachteile des Eingriffs ausgleichen und so beschaffen sein, 
dass der oder die Enteignete weder Schaden erleidet noch durch die Enteignung einen 
Vermögenszuwachs erfährt. Für die Bemessung der Entschädigung ist dabei in der 
Regel der rechtliche und tatsächliche Zustand im Zeitpunkt des Entscheids der ESchK 
massgebend (vgl. Art. 21 Abs. 1 EntG). Anspruch auf Entschädigung hat, wer durch 
die Enteignung einen Vermögensschaden erleidet (Art. 11 Abs. 2 EntG). Die 
Entschädigung ist in der Regel in Geld zu leisten, und zwar in einem einmaligen Betrag 
(vgl. Art. 11 Abs. 1 EntG). Gemäss Art. 15 Abs. 1 EntG kann der Enteigner aber auch 
zur Leistung von Realersatz verpflichtet werden, wenn infolge der Enteignung ein 
landwirtschaftliches Gewerbe seine Wirtschaftlichkeit einbüssen würde oder wenn der 
Enteignete auf ein Grundstück in einer bestimmten Lage für seine Berufsausübung 
unbedingt angewiesen ist. Das Verwaltungsgericht hat sich bislang soweit ersichtlich 
nicht zu den Voraussetzungen geäussert, unter denen der Enteigner nach Art. 15 EntG 
(gegen seinen Willen) im Einzelfall zur Leistung von Realersatz verpflichtet werden 
kann. 

4.2.1 Eine mit Art. 15 Abs. 1 EntG vergleichbare Regelung enthält Art. 18 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. Juni 1930 über die Enteignung (eidg. EntG; SR 711). Danach 
kann an Stelle der Geldleistung ganz oder teilweise eine Sachleistung treten, wenn 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 13

infolge der Enteignung ein landwirtschaftliches Gewerbe nicht mehr fortgeführt werden 
kann. Inhaltlich sind die beiden Vorschriften, soweit hier interessierend, weitgehend 
vergleichbar, da das Einbüssen der Wirtschaftlichkeit eines landwirtschaftlichen 
Gewerbes nach Art. 15 Abs. 1 EntG einen Fall darstellt, in dem ein landwirtschaftliches 
Gewerbe gemäss dem Bundesrecht nicht mehr fortgeführt werden kann. Zudem 
handelt es sich bei beiden Normen um Kann-Vorschriften, d.h. um Bestimmungen, die 
den rechtsanwendenden Behörden einen Spielraum vermitteln (vgl. BGE 128 II 368 
E. 4.1 mit Hinweisen; Hess/Weibel, Das Enteignungsrecht des Bundes, Kommentar, 
1986, Art. 18 N. 7 ff.; Rudolf Merker, Der Grundsatz der «vollen Entschädigung» im 
Enteignungsrecht, Diss. 1975, S. 124 ff.; Beat Rauss, Der Realersatz im 
schweizerischen Enteignungsrecht, Diss. 1980, S. 42 ff., 110 f., auch zum Folgenden). 
Vor diesem Hintergrund können Lehre und Rechtsprechung zu Art. 18 Abs. 1 eidg. 
EntG Anhaltspunkte für die Auslegung und Anwendung von Art. 15 Abs. 1 EntG 
vermitteln. 

4.2.2 Nicht eindeutig geklärt ist, ob die enteignete Person einen eigentlichen 
Rechtsanspruch auf Leistung von Realersatz hat, wenn die gesetzlichen 
Voraussetzungen an sich erfüllt sind, oder ob selbst in diesem Fall der Entscheid über 
die Realersatzleistung im Ermessen der zuständigen Behörden steht (offen gelassen in 
BGE 128 II 368 E. 4.1, 105 Ib 88 E. 2 und 3, je mit Hinweisen, auch zum Folgenden). 
Selbst wenn von einem Rechtsanspruch auszugehen wäre, besteht dieser aber nicht 
unbedingt und absolut. Vielmehr erfordert die Beurteilung, ob Realersatz zu gewähren 
ist, eine Abwägung zwischen den Interessen des Enteigners und der enteigneten 
Person, wobei in die Bewertung der Letzteren nur diejenigen Beeinträchtigungen 
einfliessen, die in einem adäquaten Kausalzusammenhang mit der (Teil-)Enteignung 
stehen (vgl. Art. 15 Abs. 1 EntG bzw. Art. 18 Abs. 1 eidg. EntG, wonach vorausgesetzt 
ist, dass «infolge» der Enteignung das betroffene landwirtschaftliche Gewerbe seine 
Wirtschaftlichkeit einbüsst; vgl. hiervor E. 4.2.1; für das aargauische Recht vgl. etwa 
VGer AG 18.8.1998, in AGVE 1998 S. 504 E. 5.1, 17.12.1984, in ZBl 1986 S. 278 
E. 1b und 2, 25.7.1974, in AGVE 1974 S. 177 E. IV./1.). Wie aus den Materialien zum 
EntG hervorgeht, war sich der Gesetzgeber bewusst, dass eine Verurteilung des 
enteignenden Gemeinwesens zur Leistung von Realersatz mit erheblichen Problemen 
verbunden sein kann (insb. weitere Streitfälle, Kettenreaktion), weshalb diese 
Anordnung auf besondere Ausnahmefälle beschränkt bleiben muss (Vortrag der 
Justizdirektion an den Regierungsrat zuhanden des Grossen Rates betreffend das 
Gesetz über die Enteignung, in Tagblatt des Grossen Rates 1965, Beilage 3, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 14

Kommentierung zu Art. 15 und 5 Bst. c; vgl. auch Wagner/Gebhardt, 
Enteignungsrechtliche Entschädigungsansprüche beim Bau der Nordtangente – aus 
der Praxis der Eidgenössischen Schätzungskommission Kreis 7, in BJM 2000 S. 1 ff., 
25 f., wonach Realersatz nur in besonderen Ausnahmefällen in Betracht kommt, wenn 
dadurch ein Härtesituation vermieden werden und ein geeignetes Grundstück 
angeboten werden kann und die öffentlichen Interessen gewahrt bleiben; ferner die 
Hinweise vorne in E. 4.2.1).

4.3 Zunächst ist also auf die Interessen des Appellanten einzugehen und zu prüfen, 
ob die Teilenteignung einen Verlust der Wirtschaftlichkeit seines landwirtschaftlichen 
Betriebs oder eines für seine Berufsausübung unbedingt erforderlichen Grundstücks 
bewirkt. 

4.3.1 Dass Menschen, die sich an der westlichen bzw. nordwestlichen Begrenzung 
(B.___strasse) oder am nordöstlichen Rand (C.___weg) der Schweineweide auf der 
Parzelle 1____ aufhalten, durch Berührungen, Niessen, Husten oder Zuführen 
menschlicher Speisereste (z.B. Rohwurstreste) oder anderer Abfälle gewisse 
Infektionskrankheiten auf die Freilandschweine übertragen können, ist unbestritten. 
Diese Gefährdung besteht grundsätzlich bereits heute, zumal der Appellant bislang 
keine Abzäunung erstellt oder andere Massnahmen zur Eindämmung der Gefahr 
ergriffen hat und im Übrigen eine vollständige seuchenhygienische Abschirmung prak-
tisch unmöglich wäre (vgl. Kerstin Thies, Tiergesundheit und seuchenhygienische 
Aspekte bei extensiver Schweinefreilandhaltung im Rahmen der Landschaftspflege, 
Diss. 2003, S. 143 [Schlussfolgerungen; in BA 15]; Merkblatt Zoonosen, Richtlinie 
Nr. 3.11 «Schweine-Influenza» sowie Schreiben «Pufferstreifen zwischen Geh-
/Radweg und Schweineweide» vom 14.11.2011, alles von SUISAG, Aktiengesellschaft 
für Dienstleistungen in der Schweineproduktion [BA 16-18]; Bild in K.______-Zeitung 
vom … [BA 20]; Fotos Augenscheinprotokoll). Die Verwirklichung dieser Gefahr kann 
sich namentlich dann finanziell auf den Betrieb des Appellanten auswirken, wenn sich 
die Schweine gegenseitig anstecken. – Der Kanton und die ESchK stellen eine 
Ansteckungsgefahr mit entsprechenden finanziellen Folgen für den Betrieb des 
Appellanten nicht grundsätzlich in Frage, sind aber entgegen dem Appellanten der 
Meinung, dass die Gefahr infolge der Teilenteignung nicht erheblich, sondern 
höchstens geringfügig zunimmt. 

4.3.2 In Bezug auf das Ausmass der Gesundheitsgefährdung, der die 
Freilandschweine durch die Gegenwart von Personen, die sich im Bereich der 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 15

nordwestlichen bzw. -östlichen Begrenzung der Parzelle 1____ aufhalten, bereits heute 
– d.h. ohne Teilenteignung der ca. 95 m2 bzw. ohne das neue Wanderwegstück – 
ausgesetzt sind, ergibt sich was folgt: Die B.___strasse ist auch im hier 
interessierenden Streckenteil eine vergleichsweise schwach benutzte Kantonsstrasse 
(vgl. Technischer Bericht, Ziff. 2.3; vgl. auch etwa Appellation, S. 7). Die wenigen Fuss-
gängerinnen und Fussgänger, die sich dort entlang der B.___strasse bewegen, gehen 
zumindest dann in der Regel auf dem heutigen Trampelpfad und passieren damit nicht 
direkt die Schweineweide, wenn sie aus dem D.___quartier kommen und Richtung 
Norden bzw. Nordosten z.B. zur Haltestelle E.___ unterwegs sind. Gemäss den 
Ausführungen des Appellanten benutzt allerdings «nur eine sehr geringe Zahl von 
Personen den [bestehenden] ꞌTrampelpfadꞌ» (Appellation vom 28.11.2011, S. 6 [unpag. 
Vorakten ESchK]). Dies gilt namentlich auch für Schülerinnen und Schüler: Diejenigen, 
welche im D.___quartier wohnen und die Oberstufenschule in J.________ besuchen, 
wählen als Schulweg zwar häufig die B.___strasse und anschliessend den C.___weg, 
sind dabei aber gemäss den glaubhaften Angaben des Appellanten in aller Regel nicht 
zu Fuss, sondern mit dem Velo unterwegs. Und von denjenigen, welche die Schule in 
G.________ besuchen (im Schuljahr 2011/2012: insgesamt 17 Kinder sowie einige 
Musikschülerinnen und -schüler; vgl. Schreiben Einwohnergemeinde [EG] H.________ 
vom 2.2.2012 [unpag. Vorakten ESchK]), besteigen nur wenige das Postauto bei der 
Haltestelle E.___, da wiederum ein massgeblicher Teil mit dem Velo fährt, bereits 
früher in den Bus einsteigt (z.B. an den Haltestellen I._______ oder F.________) oder 
mit dem Auto gefahren wird (vgl. VGE 2011/462 vom 29.6.2012, E. 4.2, auch zum 
Folgenden; Stellungnahme Appellant vom 12.3.2012, Ziff. 5 [unpag. Vorakten ESchK]). 
Weiter ist davon auszugehen, dass jedenfalls jene Personen, welche von F._________ 
kommen und den neuen und bereits realisierten Fuss- bzw. Radweg ab der 
Bushaltestelle I.________ bis zur Einmündung D.___-/B.___strasse benutzen, nicht in 
jedem Fall (zweimal) die Seite der B.___strasse wechseln, um auf dem Trampelpfad 
zu benützen, sondern vielmehr naheliegenderweise die verbleibenden ca. 95 m bis 
zum C.___weg auf der gleichen Strassenseite zurücklegen und damit unmittelbar 
entlang der nordwestlichen Seite der Weide weitergehen (vgl. etwa Bild in K.________-
Zeitung vom … [BA 20]; vorne E. 2.2). Aus den Akten ergibt sich sodann, dass auch 
auf dem C.___weg ein geringes Verkehrsaufkommen herrscht, wobei der Rad- und 
Fussverkehr dominiert (vgl. etwa Appellation, S. 7). Die Bushaltestelle C.___weg liegt 
auf der gegenüberliegenden Seite der Schweineweide an der B.___strasse, wird vor 
allem von Bewohnern des D.___quartiers benutzt und ist insgesamt «nur sehr schwach 
frequentiert» (Appellation, S. 13; vgl. VGE 2011/462 vom 29.6.2012, E. 4.2). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 16

4.3.3 Aus dem soeben Ausgeführten folgt, dass sich bereits heute Fussgängerinnen 
und Fussgänger (zumindest) vereinzelt direkt an der nordwestlichen bzw. -östlichen 
Begrenzung der Schweineweide aufhalten, zumal die Schweine Zuschauerinnen und 
Zuschauer anlocken können (vgl. etwa Schreiben SUISAG vom 14.11.2011 [BA 18]). 
Diese stellen, wie dargelegt, insofern eine Gefahr für die Schweine dar, als sie die 
Letzteren mit Viren oder anderen Krankheitserregern anstecken können. Hinzu kommt 
die Gefährdung, die vom vorbeifahrenden Verkehr auf der B.___strasse bzw. auf dem 
C.___weg ausgeht, können doch etwa Abfälle und Speisereste nicht nur von 
Fussgängern, sondern auch von Velofahrerinnen und Velofahrern sowie aus 
vorbeifahrenden Autos auf die Schweineweide geraten. Ferner ist es ohne weiteres 
möglich, dass Velofahrer auf der B.___strasse oder dem C.___weg anhalten, um die 
Schweine zu beobachten. Dabei erscheint unwahrscheinlich, dass vom Hof des 
Appellanten aus konsequent verhindert werden kann, dass Personen auf dem 
C.___weg oder von der Postautohaltestelle her oder allenfalls auch Velofahrerinnen 
und Velofahrer auf dem C.___weg an der Weide stehenbleiben und die Schweine 
gefährden (in diese Richtung gehend aber noch die Eingabe vom 9.10.2011, S. 2 
[unpag. Vorakten ESchK]; vgl. aber Appellation, S. 7, wo lediglich noch ausgeführt 
wird, dass vom Hof aus ein «gewisser Einfluss» genommen werden könne, wenn 
Personen vom C.___weg aus die Schweine betrachten). In diesem Sinn sind die 
Freilandschweine, wenn sie sich auf dem nördlichen Teil der Parzelle 1____ aufhalten, 
bereits heute einem gewissen Gesundheitsgefährdungsrisiko ausgesetzt. Dieses 
könnte nur signifikant verringert werden, wenn (mindestens) gegen die B.___strasse 
und den C.___weg hin eine Pufferzone abgezäunt würde, was der Appellant bislang 
jedoch nicht getan hat. Namentlich hat er keine Massnahmen der empfohlenen Art 
ergriffen, sondern vielmehr ausgeführt, ein Zaun sei «wegen des Vorgewendes», das 
für die Ackerbewirtschaftung benötigt werde, «unmöglich» (vgl. vorne E. 4.3.1; Eingabe 
vom 9.10.2011 und Stellungnahme vom 28.11.2011, S. 2 f. [unpag. Vorakten ESchK], 
auch zum Folgenden; Bild K.________-Zeitung vom … [BA 20]; Fotos Augen-
scheinprotokoll). Der Appellant bringt zwar vor, es gebe bereits heute «Probleme, dass 
viele Leute mit Kindern oder auch mit Hunden [die] Schweineweide bei der 
C.________strasse betreten», er nennt jedoch keine konkreten Vorfälle auf seinem 
Betrieb, sondern wies im Verfahren vor der ESchK bloss darauf hin, dass sich laut 
Schweinegesundheitsdienst im Winter 2010/2011 Fälle ereignet hätten, «in welchen 
das Grippevirus von Menschen auf Schweine übertragen» worden sei.

4.3.4 Mit dem über die Parzelle 1___ führenden neuen Wegstück wird die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 17

Fusswegverbindung zwischen H.________ und E.___ insofern verbessert, als auf der 
Ost- bzw. Südostseite der B.___strasse nunmehr ein durchgehender Fussweg 
verlaufen wird. Allerdings ist der im Strassenplan vorgesehene Weg bis zur 
Einmündung D.___-/B.___strasse bereits realisiert und es ist davon auszugehen, dass 
jedenfalls jene Personen, die sich auf diesem Weg Richtung E.___ bewegen, auch die 
verbleibenden ca. 95 m bis zum C.___weg auf der gleichen Strassenseite zurücklegen, 
d.h. unmittelbar entlang der nordwestlichen Seite der Weide eben dort weitergehen, wo 
das strittige Wanderwegstück gebaut werden soll (vgl. vorne E. 4.3.2). Damit kann 
zwar nicht ausgeschlossen werden, dass die Realisierung des über die Parzelle 1___ 
führenden Wanderwegstücks zu einer Zunahme von Personen führt, welche die 
Schweineweide unmittelbar an deren westlichen bzw. nordwestlichen Begrenzung 
passieren. Dementsprechend ist es möglich, dass in diesem Bereich der 
Parzellengrenze die von Fussgängerinnen und Fussgängern ausgehende 
Ansteckungsgefahr infolge der Teilenteignung tendenziell steigt, zumal der neue 
Wanderweg auch mehr dazu verleiten könnte, langsamer zu gehen oder anzuhalten, 
um die Schweine zu beobachten, wie der Appellant insoweit plausibel vorbringt. 
Insgesamt ist aber, wie der Kanton und die ESchK zutreffend ausführen, aufgrund der 
Teilenteignung bzw. des neuen Wanderwegstücks dennoch im Ergebnis mit einer 
gegenüber der heutigen Situation höchstens geringfügigen Zunahme der Gefährdung 
zu rechnen: Zum einen ist nach dem vorne Ausgeführten (E. 4.3.2 f.) nicht zu erwarten 
und wird vom Appellanten denn auch nicht substantiiert geltend gemacht, dass allein 
wegen des neuen Wanderwegstücks von 95 m auf diesem Abschnitt eine erhebliche 
Zunahme des Fussgängerverkehrs zu erwarten ist, womit die Gefahr entlang des 
neuen Wanderwegstücks höchstens leicht steigen dürfte. Zum anderen erfährt das 
vorbestehende, auf den motorisierten Verkehr auf der B.___strasse und auf den 
Veloverkehr und die Fussgängerpräsenz auf dem C.___weg zurückzuführende 
Gefährdungspotenzial durch die Teilenteignung keine Veränderung. Die mit den 
Fahrzeugen auf der B.___strasse zusammenhängende Ansteckungsgefahr 
(Wegwerfen von Abfall) wird möglicherweise sogar (leicht) abnehmen, da der 
Grünstreifen zusammen mit dem Wanderweg einen natürlichen Pufferstreifen bildet. 
Gemessen am vorbestehenden Krankheitsübertragungspotenzial erweist sich die 
infolge der Teilenteignung bzw. des neuen Wanderwegstücks möglicherweise (aber 
keineswegs zwingend) zu erwartende Zunahme der Gefahr durch Fussgängerinnen 
und Fussgänger an der nordwestlichen Grenze der Schweineweide als vernach-
lässigbar. Die Gefährdung bewegt sich vielmehr insgesamt in einem mit der heutigen 
Situation vergleichbaren Rahmen und erfährt wegen der Teilenteignung höchstens 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 18

eine geringfügige Zunahme. 

4.3.5 Unter diesen Umständen kann die Teilenteignung nicht bewirken, dass der 
landwirtschaftliche Betrieb deswegen seine Wirtschaftlichkeit einbüssen würde: Zwar 
erscheint nach den glaubhaften Angaben des Appellanten plausibel, dass die 
Freilandschweinehaltung auf der Parzelle 1____ für seinen Betrieb eine grosse 
Bedeutung hat und eine möglichst grosse Fläche das Halten einer entsprechend 
grösseren Zahl von Schweinen ermöglicht, was sich entsprechend positiv auf den 
Betriebsertrag auswirkt. Insofern ist nicht zu verkennen, dass auf der fraglichen 
Parzelle «jeder Quadratmeter […] wichtig» ist (Appellation, S. 4). Dass aber die Teil-
enteignung im Umfang von 95 m2 im Ergebnis die Wirtschaftlichkeit des 
landwirtschaftlichen Gewerbes gefährdet, ist nicht zuletzt in Anbetracht der 
verhältnismässig kleinen Fläche des enteigneten Landes ausgeschlossen. Der 
Appellant bringt dies denn auch nicht vor, sondern macht geltend, wegen der vom 
neuen Wanderweg ausgehenden grossen Gefahr für die weidenden Zuchtschweine 
müsse zwischen diesem und der Schweineweide ein 15 Meter breiter Pufferstreifen 
errichtet werden, was die Fläche für die Schweineweide «empfindlich» verkleinere und 
die Wirtschaftlichkeit seines Betriebs gefährde (Appellation, S. 8). Dem ist ent-
gegenzuhalten, dass sich die Gefährdung der Schweine nach der Realisierung des 
Wanderwegstücks in einem mit der heutigen Situation vergleichbaren Rahmen 
bewegen bzw. infolge der Teilenteignung höchstens eine geringfügige Zunahme 
erfahren wird. Bereits aus diesem Grund ist ausgeschlossen, dass als Folge der 
Teilenteignung ein 15 Meter breiter Pufferstreifen abgezäunt werden muss, um der mit 
dem neuen Wanderweg einhergehenden Gefahrenzunahme Rechnung zu tragen. 
Daran ändert das vom Appellanten vorgelegte Schreiben der SUISAG vom 
14. November 2011 (BA 18) bereits deshalb nichts, weil darin – gestützt auf die 
(erheblich zu relativierenden) Angaben des Appellanten zur Gefährdungszunahme – 
das Errichten eines «Pufferstreifens von 15 Meter zwischen dem vorgesehenen 
Gehweg / Radweg [richtig: Wanderweg] und [der] Schweineweide» des Appellanten 
lediglich «befürwortet», aber nicht zwingend gefordert wird. Gestützt auf die 
vorangehenden Ausführungen und unter Berücksichtigung der gesamten räumlichen 
und betrieblichen Verhältnisse ist vielmehr davon auszugehen, dass der 
landwirtschaftliche Betrieb des Appellanten infolge der Teilenteignung auch im 
Ergebnis, d.h. unter Berücksichtigung der zum Schutz der Tiergesundheit 
erforderlichen Massnahmen, seine Wirtschaftlichkeit nicht einbüssen wird (vgl. auch 
hinten E. 5). Soweit aufgrund der im Jahr 2012 erfolgten Anpassung des Betriebs an 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 19

die Richtlinien der Bio Suisse die hygienischen Anforderungen an die Betreuung und 
Fütterung der Schweine – und damit auch die Investitions- und Betriebskosten – 
gestiegen sind, kann der Appellant aus diesem Umstand nichts zu seinen Gunsten ab-
leiten, durfte er doch gemäss Art. 31 Abs. 1 EntG ab dem Zeitpunkt der 
Bekanntmachung der Einleitung des Enteignungsverfahrens (vgl. vorne Bst. B) ohne 
Zustimmung des Kantons keine die Enteignung erschwerenden rechtlichen oder 
tatsächlichen Verfügungen treffen, wie der Kanton zu Recht anmerkt. 

4.3.6 Als Zwischenergebnis ist festzuhalten, dass die Teilenteignung von 95 m2 ab 
der Parzelle 1____ weder unmittelbar noch im Ergebnis – d.h. unter Berücksichtigung 
der voraussichtlichen Auswirkungen des Wanderwegstücks auf die Tiergesundheit – 
bewirken wird, dass der landwirtschaftliche Betrieb seine Wirtschaftlichkeit einbüsst 
oder der Appellant deswegen das insgesamt rund 31ꞌ116 m2 bzw. 24ꞌ000 m2 (mit bzw. 
ohne Hofbereich) grosse Grundstück faktisch verliert, auf das er für seine 
Berufsausübung angewiesen ist. Seine Interessen an einer Entschädigungsleistung in 
Form von Realersatz sind daher sehr gering. 

4.4 Den Interessen des Appellanten sind diejenigen des Kantons im Fall einer 
Verpflichtung zur Leistung einer Enteignungsentschädigung in Form von Realersatz 
gegenüberzustellen (vgl. vorne E. 4.2.2). 

4.4.1 Eine Verpflichtung des Appellaten zur Leistung von Realersatz setzt 
grundsätzlich voraus, dass dieser über geeignetes Ersatzland im Umfang von 
mindestens 95 m2 – bzw. laut dem Antrag des Appellanten von 950 m2 – verfügt oder 
solches verfügbar machen und an den Appellanten abtreten könnte. Das Ersatzland 
müsste sich dabei gestützt auf die Ausführungen des Appellanten in unmittelbarer 
Nähe zum Hof befinden, damit es sich für die Schweinehaltung eignet. Folglich fällt 
namentlich Land ausser Betracht, das die Tiere nur durch Überqueren der 
B.___strasse erreichen (Appellation, S. 4; vgl. allerdings Stellungnahme vom 
28.11.2011, S. 5 [unpag. Vorakten ESchK], in welcher der Appellant noch – als «Alter-
native zu einem Realersatz» – den Bau eines Tunnels unter der B.___strasse hindurch 
anregte, damit seine Schweine direkt auf die Grundstücke 2____ und 3____ gelangen 
könnten). Damit kommen für einen Realersatz praktisch nur die Grundstücke 2103 und 
2104 in Frage, welche west- bzw. ostseitig an die Parzelle 1____ angrenzen, zumal die 
Parzelle 1____ südlich an Wald grenzt. Über die Grundstücke 2103 und 2104 können 
jedoch weder der Kanton noch die EG H.________ verfügen, da sie im Privateigentum 
stehen (vgl. Stellungnahme des Appellanten vom 28.11.2011, S. 5, sowie Gesuch um 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 20

Durchführung des Enteignungsverfahrens vom 31.8.2011, S. 7 [unpag. Vorakten 
ESchK]). Es liegen keinerlei konkrete Hinweise vor, dass der betroffene Eigentümer 
tatsächlich Hand bieten würde zu einer entsprechenden Lösung. Eine Verpflichtung 
des Appellaten zur Leistung von Realersatz führte damit zu weiteren Enteignungen. 
Dies ist zwar mit Blick auf Art. 5 Bst. c EntG nicht grundsätzlich ausgeschlossen, 
könnte aber weitere Streitigkeiten und weitere Realersatzforderungen und letztlich eine 
Kettenreaktion auslösen. 

4.4.2 Demnach fehlt es an einem geeigneten Ersatzgrundstück, das dem Kanton zur 
Leistung des geforderten Realersatzes zur Verfügung steht bzw. er sich zu diesem 
Zweck ohne weiteres beschaffen könnte. Seine Interessen, die Entschädigung für die 
Teilenteignung nicht durch Realersatz, sondern in Geld zu leisten, sind folglich 
gewichtig. 

4.5 Zusammenfassend stehen infolge der Enteignung von 95 m2 – und damit eines 
verhältnismässig kleinen Teils ab der 31ꞌ116 m2 bzw. 24ꞌ000 m2 grossen Parzelle – 
keine wesentlichen, für den Betrieb des Appellanten existenziellen Interessen auf dem 
Spiel, deren Befriedigung nur durch Realersatz sichergestellt werden könnten. Seine 
Interessen an einer Entschädigung in Form von Realersatz sind als sehr gering zu be-
werten. Ihnen stehen die allein wegen Fehlens eines verfügbaren und geeigneten 
Ersatzgrundstücks als gewichtig einzustufenden Interessen des Kantons gegenüber, 
die Teilenteignung mit Geld zu entschädigen. Bei dieser Interessenlage kann der 
ESchK nicht vorgeworfen werden, sie habe den Realersatz nach Art. 15 Abs. 1 EntG 
zu Unrecht verweigert. 

5.

Der Appellant beantragt eventualiter, es sei Ziff. 1 des Entscheids der ESchK 
aufzuheben und die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen 
(vorne Bst. D, E. 1.2). – In Bezug auf die geforderte Realersatzleistung besteht von 
vornherein kein Anlass zur Rückweisung (vgl. hiervor E. 4). Für diesen Fall beantragt 
der Appellant, es sei «die Frage nach der Höhe der Entschädigung neu 
aufzunehmen», wobei es darum gehe, «die Differenz der Werte des Besitzstandes vor 
und nach der Enteignung, unter Berücksichtigung sämtlicher weiterer vermögenswerter 
Nachteile auszugleichen» (Appellation, S. 15 f.).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 21

5.1 Die Entschädigung soll die mit dem Rechtsverlust in einem adäquaten 
Kausalzusammenhang stehenden vermögensrechtlichen Nachteile des Eingriffs 
ausgleichen (vgl. vorne E. 4.2). Dabei bemisst sich bei einer Teilenteignung die 
Entschädigung in Geld für das Landstück selber nach der Differenz der Werte des 
Besitzstandes vor und nach der Enteignung, sofern nicht Gründe für eine andere 
Berechnungsart dargetan sind (vgl. Art. 14 Abs. 1 EntG), wobei der Verkehrswert des 
von der Enteignung betroffenen Grundstücks die massgebende Ausgangsgrösse bildet 
(BVR 2002 S. 381, nicht publ. E. 2c, 2000 S. 197 E. 2, 1994 S. 258 E. 2b, 1992 S. 459 
E. 3b; BGE 122 II 246 E. 4; VGE 2013/170 vom 11.2.2014, E. 4.3). Gestützt auf Art. 14 
Abs. 3 EntG sind dem oder der Enteigneten sodann nebst einem allfälligen Minderwert 
des verbleibenden Grundstücks oder Grundstückteils der möglicherweise eintretende 
weitere Schaden im Sinn von Art. 13 EntG zu ersetzen (sog. 
Inkonvenienzentschädigung; vgl. Ludwig/Stalder, a.a.O., S. 549 f.; zu diesen drei 
Bestandteilen der Enteignungsentschädigung vgl. auch Art. 19 eidg. EntG). Auch wenn 
sich damit bei einer Teilenteignung die Entschädigung in Geld aus drei Teilen zu-
sammensetzen kann, so bildet sie doch eine Einheit und ist als Ganzes festzusetzen 
bzw. zu überprüfen (vgl. BVR 1984 S. 262 E. 3; BGE 129 II 420 E. 3.2.1; 
Ludwig/Stalder, a.a.O., S. 551).

5.2 Die ESchK hat angesichts der Lage, Qualität und Beschaffenheit des 
Grundstücks und gestützt auf einen Vergleich mit anderen landwirtschaftlichen 
Parzellen die Entschädigung für das Land auf Fr. 10.-- pro Quadratmeter festgesetzt. 
Der höchstens geringfügigen Zunahme des Gesundheitsrisikos für die Schweine im 
Bereich des neuen Wanderwegs hat sie mit einer Verdoppelung der Entschädigung 
von Fr. 10.-- auf Fr. 20.-- pro Quadratmeter Rechnung getragen; damit könne der 
Appellant ohne finanzielle Einbusse eine kleine Pufferzone entlang des Wanderwegs 
errichten und so die Weide etwas absetzen (angefochtener Entscheid, E. 8, 10). Bei 
dieser Verdoppelung des Landpreises bzw. dem damit von der ESchK – zusätzlich zur 
Entschädigung für das Land – zugesprochenen Betrag von Fr. 950.-- handelt es sich 
nach dem in E. 5.1 Ausgeführten um eine Inkonvenienzentschädigung im Sinn von 
Art. 13 EntG. – Der Appellant macht nicht geltend, der von der ESchK auf Fr. 10.-- pro 
Quadratmeter festgesetzte Landpreis sei zu tief ausgefallen oder der Verkehrswert des 
nach der Enteignung von 95 m2 verbleibenden Teils der Parzelle 1____, die heute eine 
Gesamtfläche von 31ꞌ116 m2 aufweist (inkl. Hofbereich; ohne diesen ca. 24ꞌ000 m2; 
vgl. vorne E. 2.1), sei vermindert. Er bringt jedoch vor, die von der ESchK 
zugesprochene Enteignungsentschädigung von total Fr. 1ꞌ900.-- stehe in keinem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 22

Verhältnis zu den möglichen Schäden, die aus dem Bau und Betrieb des Wanderwegs 
entstehen könnten. Ein einziger Schadensfall, zum Beispiel durch eine unbedachte 
«Fütterung» durch einen Wanderer, könne enorm kostspielige Bestandssanierungen 
wegen Seuchenausbruch erfordern. Hinzu kämen nicht bezifferbare Verluste durch die 
Imageschäden, die durch tote Tiere oder einen Seuchenausbruch entstehen könnten. 
Die Vorinstanz sei anzuweisen, die gesamten sich für den Betrieb des Appellanten 
ergebenden vermögenswerten Nachteile durch einen Experten schätzen zu lassen 
(Appellation, S. 11, 15 f.). Damit kritisiert er im Wesentlichen die Höhe der von der 
ESchK auf Fr. 950.-- festgelegten Inkonvenienzentschädigung. 

5.3 Mit der Inkonvenienzentschädigung nach Art. 13 EntG sind alle weiteren 
vermögenswerten Nachteile zu ersetzen, die nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge 
und der allgemeinen Erfahrung mit der Teilenteignung verbunden und nicht in der 
Entschädigung für den Landverlust inbegriffen sind (vgl. Ludwig/Stalder, a.a.O., 
S. 549 f.). Für die Ersatzfähigkeit solcher Nachteile wird damit ein bestimmtes Mass an 
Gewissheit, ein erhöhter Grad an Wahrscheinlichkeit verlangt; die blosse Befürchtung, 
dass einmal ein Schaden eintreten könnte, genügt nicht (vgl. Hess/Weibel, a.a.O., 
Art. 19 N. 197, mit Hinweisen auch zum Folgenden). Der Enteignete muss zudem nach 
allgemeinen Regeln des Schadenersatzrechts das ihm Zumutbare vorkehren, um den 
Schaden soweit möglich begrenzt zu halten (BGE 119 Ib 348 E. 6c/cc; VGE 17855 
vom 14.1.2002, E. 7b/aa; Ludwig/Stalder, a.a.O., S. 551). 

5.4 Wie dargelegt, führt das streitbetroffene Wanderwegstück zu keinem Verlust 
der Wirtschaftlichkeit des landwirtschaftlichen Betriebs des Appellanten, da die 
Gesundheitsgefährdung bereits heute besteht und aufgrund der Teilenteignung 
höchstens eine geringfügige Zunahme erfahren wird. Allerdings ist im Bereich der 
neuen Wegführung unmittelbar entlang des Grundstücks des Appellanten von einer 
leichten Zunahme des Gefährdungspotentials auszugehen (vgl. vorne E. 4.3.3 ff.) und 
damit nicht von der Hand zu weisen, dass aufgrund dieser neuen Situation kleinere 
Massnahmen wie namentlich das von der ESchK angeführte Absetzen der Weide vom 
Wanderweg oder ein Abzäunen erforderlich werden könnten. Damit hat die ESchK 
grundsätzlich zu Recht eine Entschädigung für Inkonvenienzen gesprochen. Dabei 
erweist es sich als angemessen, diese mit der ESchK auf Fr. 950.-- festzusetzen: Die 
Verdoppelung des Landpreises vermöchte sogar die dauerhafte Enteignung der 
doppelten Landmenge (190 m2 statt der effektiv enteigneten 95 m2) abzugelten, d.h. 
faktisch eines ca. 2 Meter anstelle des 1 Meter breiten Landstreifens zur B.___strasse. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 23

Folglich erleidet der Appellant bei dieser Ausgangslage keinen finanziellen Schaden, 
wenn er – was ihm freisteht – dauerhaft oder jedes zweite Jahr, wenn die Schweine auf 
dem nördlichen Teil des Grundstücks  1____ weiden, zum Wanderweg hin einen 1 m 
breiten Pufferstreifen abzäunt. Damit lässt sich nicht nur die Gefahr einer direkten 
Berührung oder Fütterung der Schweine durch Spaziergängerinnen und Spaziergänger 
oder ein allfälliger Kontakt mit mitgeführten Hunden, sondern auch eine Übertragung 
von Krankheiten durch die Luft auf ein Ausmass reduzieren, das nicht oder nur 
unwesentlich über dem heute in diesem Grenzbereich bestehenden Risiko liegt. 
Zudem sinkt so auch die Wahrscheinlichkeit, dass Speisereste auf die Weide 
gelangen. Soweit dem Appellanten aufgrund der im Jahr 2012 erfolgten Anpassung 
des Betriebs an die Richtlinien der Bio Suisse im Zusammenhang mit dem 
Wanderwegstück weitere Nachteile erwachsen sollten, rechtfertigen diese nach dem in 
E. 4.3.5 und E. 5.3 hiervor Ausgeführten von vornherein keine Erhöhung der 
Inkonvenienzentschädigung. Weshalb die von der ESchK zugesprochene 
Entschädigung von Fr. 950.-- für die Abzäunung eines solchen Pufferstreifens nicht 
ausreichen soll, um die mit dem Bau des Wanderwegstücks einhergehende leichte 
Zunahme des Ansteckungsrisikos zu neutralisieren, legt der Appellant denn auch nicht 
dar; seine Ausführungen insbesondere zur Seuchenansteckung und -ausbreitung 
erschöpfen sich vielmehr in Befürchtungen, die aber keine Entschädigung 
rechtfertigen. 

5.5 Aus dem Gesagten folgt, dass mit einer Gesamtentschädigung von Fr. 1ꞌ900.--, 
bestehend aus einer Entschädigung von Fr. 950.-- für den Verlust des 
Landwirtschaftslands (95 m2 x Fr. 10.--) sowie einer Inkonvenienzentschädigung von 
Fr. 950.--, sämtliche nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge mit der Teilenteignung 
verbundenen vermögenswerten Nachteile abgegolten sind. Damit erweist sich das 
Eventualbegehren des Appellanten als unbegründet und eine Schätzung der 
vermögenswerten Nachteile durch einen Experten (auch insoweit) als entbehrlich, 
weshalb der Beweisantrag abgewiesen wird (vgl. vorne E. 3.2.1 f.). 

6. 

Zusammenfassend ergibt sich, dass die Voraussetzungen nicht gegeben sind, um den 
Kanton gestützt auf Art. 15 Abs. 1 EntG zu verpflichten, dem Appellanten Realersatz 
zu leisten. Der Kanton ist jedoch in Übereinstimmung mit dem angefochtenen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 24

Entscheid zu verurteilen, infolge der dauerhaften Enteignung von 95 m2 Land ab 
Parzelle 1____ innert 30 Tagen ab Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine 
Entschädigung bzw. Wertdifferenz von Fr. 950.-- (95 m2 x Fr. 10.--) sowie eine 
Inkonvenienzentschädigung von Fr. 950.-- zu bezahlen. Da das Gesuch um vorläufige 
Besitzeseinweisung rechtskräftig abgewiesen wurde (vgl. vorne Bst. B), scheidet eine 
Verzinsung auf diesen Zeitpunkt hin aus (vgl. Art. 22 Abs. 5 und Art. 32 EntG). Die 
Entschädigung für die Enteignung ist zu Handen des Appellanten an das 
Grundbuchamt Bern-Mittelland zu zahlen, die Inkonvenienzentschädigungen direkt an 
diesen (vgl. Art. 55 Abs. 1 und 2 EntG). 

7.

Bei diesem Verfahrensausgang hat der unterliegende Appellant die Verfahrenskosten 
zu tragen und dem Kanton die Parteikosten zu ersetzen (Art. 109 Abs. 1 VRPG). Die 
Kostennote des Rechtsvertreters des Kantons gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Es wird festgestellt, dass die Ziffern 2 bis 4 des Entscheids der Enteig-
nungsschätzungskommission vom 17. Januar 2013 in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. a)Der Kanton Bern wird verpflichtet, dem Grundbuchamt Bern-Mittelland zuhanden 
des Appellanten für die Enteignung von 95 m2 Land ab dessen Grundstück 
H.________ Gbbl. Nr. 1____ innert 30 Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils den 
Betrag von Fr. 950.-- zu bezahlen.

b) Der Kanton Bern wird verpflichtet, dem Appellanten aufgrund der Enteignung von 
95 m2 Land ab dessen Grundstück H._________ Gbbl. Nr. 1____ innert 30 
Tagen ab Rechtskraft dieses Urteils eine Inkonvenienzentschädigung von 
Fr. 950.-- zu bezahlen.

3. Die Kosten des Verfahrens vor der Enteignungsschätzungskommission, bestimmt 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15.04.2014, Nr. 100.2013.62U, Seite 25

auf eine Pauschalgebühr von Fr. 350.--, werden dem Kanton Bern auferlegt. 

4. Der Kanton Bern hat dem Appellanten die Parteikosten für das Verfahren vor der 
Enteignungsschätzungskommission, bestimmt auf Fr. 6'270.90 (inkl. Auslagen und 
MWSt), zu ersetzen. 

5. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf eine 
Pauschalgebühr von Fr. 3ꞌ000.--, werden dem Appellanten auferlegt. 

6. Der Appellant hat dem Kanton Bern die Parteikosten für das Verfahren vor dem 
Verwaltungsgericht, bestimmt auf Fr. 4'850.30 (inkl. Auslagen und MWSt), zu 
ersetzen. 

7. Zu eröffnen:
- dem Appellanten
- dem Appellaten
- der Enteignungsschätzungskommission des Kantons Bern

und mitzuteilen:
- dem Grundbuchamt Bern-Mittelland

Der Abteilungspräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 
gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.