# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a12c55a5-41c9-56cd-902e-c59b8269037e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-04
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 04.08.2010 UV 2009/44
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2009-44_2010-08-04.pdf

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2009/44

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 07.04.2020

Entscheiddatum: 04.08.2010

Entscheid Versicherungsgericht, 04.08.2010
Art. 6 UVG: Wegfall der Unfallkausalität zweieinhalb Jahre nach Eintritt 
zweier Unfälle mit allfälligen Zerrungen und/oder Kontusionen im Nacken-/
Schulter-/Rücken-Bereich bei degenerativen Vorzuständen und schlechtem 
muskulärem Trainingszustand (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 4. August 2010, UV 2009/44).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Marie Löhrer; Gerichtsschreiberin Jeannine Bodmer

Entscheid vom 4. August 2010

in Sachen

S.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Advokat lic. iur. Martin Boltshauser, c/o procap, Froburgstrasse 4, 

Postfach, 4601 Olten,

gegen

Generali Allgemeine Versicherungen AG, 23, avenue Perdtemps, 1260 Nyon 1,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

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Sachverhalt:

A.       

A.a   Die 1959 geborene S.___ war für die A.___ als Geschäftsführerin tätig und 

dadurch bei der Generali Allgemeine Versicherungen AG (nachfolgend: Generali) gegen 

die Folgen von Unfällen versichert (UV-act. 1), als sie am 9. November 2005 auf einer 

Bockleiter stand, die unter ihr zusammenkrachte. Wegen anhaltender Schmerzen 

suchte die Versicherte erstmals am 29. November 2005 den Hausarzt Dr. med. B.___ 

auf, welcher mit Zeugnis vom 21. Januar 2006 eine Kontusion des Schultergürtels und 

ein HWS-Hyperextensionstrauma bei Neigung zu Hypotonie diagnostizierte. 

Röntgenbilder der HWS ap/lat. vom 13. Dezember 2005 waren unauffällig. Am 27. 

Dezember 2005 stürzte die Versicherte aufs Gesäss, wodurch erneut 

Cervicalschmerzen auftraten (UV-act. 4).

A.b   Mit Bericht vom 8. Februar 2006 hielt Dr. med. C.___, Orthopädie am Rosenberg 

als Untersuchungsdiagnose

eine muskuläre Dysbalance der HWS und unteren BWS fest und verschrieb der 

Versicherten Physiotherapie (UV-act. 9). Gemäss Dokumentationsbogen für 

Erstkonsultation nach kranio-cervicalem Beschleunigungstrauma vom 22. Mai 2006 

war die Versicherte weiterhin 50% arbeitsunfähig (UV-act. 22). Vom 13. bis 20. 

September 2006 war sie zu 100% arbeitsunfähig, da gemäss dem Hausarzt ein 

muskulärer Hartspann der cervicalen Muskulatur als Korrelat für die ausgeprägten 

Spannungskopfschmerzen imponiert hatte (UV-act. 33b, 35).

A.c   Im Gutachten vom 20. April 2007 beantwortete Dr. med. D.___, FMH Innere 

Medizin, spez. Rheumatologie, den Fragenkatalog der Generali mit Bezug auf seine 

Untersuchungsergebnisse vom 12. April 2007. Er beurteilte die Arbeitsunfähigkeit 

hinsichtlich der unfallbedingten Beschwerden als höchstens zu 25% ausgewiesen. 

Zudem war er der Ansicht, dass der Status quo sine nach einer Therapiedauer von drei, 

maximal vier Monaten erreicht sein sollte und dann keine Arbeitsunfähigkeit aus Unfall 

mehr bestehen würde (UV-act. 51). Auf Grund der Überweisung durch Dr. D.___ war 

die Versicherte ab dem 3. September 2007 bei Dr. med. E.___, Innere Medizin/

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Rheumatologie FMH, in Behandlung (UV-act. 74). Mit Verlaufsbericht vom 28. März 

2008 schilderte dieser eine anfängliche Besserung mit anschliessender 

Verschlechterung des Gesundheitszustands. Prognostisch ging er eher von einer 

negativen Entwicklung aus und hielt fest, dass die Versicherte ihre Arbeit momentan 

mit einer Arbeitsleistung von 25% weiterführe (UV-act. 81).

A.d   Am 28. April 2008 hielt Dr. E.___ fest, dass die vorliegenden Beschwerden 

zumindest überwiegend auf das Unfallereignis vom 9. November 2005 zurückzuführen 

seien, wobei allerdings auch degenerative Veränderungen und eine leichte 

Haltungsschwäche, die nicht auf den Unfall zurückgeführt werden könnten, einen 

(untergeordneten) Einfluss auf das Beschwerdebild hätten (Beilage 2 zu UV-act. 96).

A.e   Dr. D.___ befand im Bericht vom 6. Mai 2008 mit Verweis auf die Angaben von 

Dr. E.___ vom 13. September 2007 und 28. März 2008, dass die vorübergehende 

Verschlimmerung nun abgeschlossen, der Status quo sine erreicht und keine 

unfallbedingten Heilbehandlungen mehr ausgewiesen seien (UV-act. 84).

A.f    Am 20. Mai 2008 verfügte die Generali die Einstellung der Leistungen ab 6. Mai 

2008, da zwischen den fortbestehenden Beschwerden und den Ereignissen vom 9. 

November und 27. Dezember 2005 keine Unfallkausalität mehr bestehe (UV-act. 85).

B.       

Die gegen diese Verfügung von der procap für die Versicherte erhobene Einsprache 

(UV-act. 96) wies die Generali mit Einspracheentscheid vom 17. März 2009 ab (UV-

act. 113).

C.       

C.a   Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von der procap für die 

Versicherte erhobene Beschwerde vom 4. Mai 2009 mit den Anträgen, der 

Einspracheentscheid vom 17. März 2009 sowie die Verfügung vom 20. Mai 2008 seien 

aufzuheben und es seien die gesetzlichen Leistungen in Form von Taggeldern weiterhin 

auszurichten. Zudem sei die Angelegenheit zu ergänzenden Abklärungen und zur 

Feststellung der Invalidität an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter Kosten- und 

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Entschädigungsfolgen. Zur Begründung wird im Wesentlichen geltend gemacht, dass 

Dr. E.___ im Gegensatz zu Dr. D.___ der Meinung sei, die fortbestehenden 

Beschwerden seien mit überwiegender Wahrscheinlichkeit noch immer auf den Unfall 

zurückzuführen, weshalb der Status quo sine noch nicht erreicht sei. Somit lägen von 

zwei Spezialisten zwei unterschiedliche Beurteilungen vor, was erhebliche Zweifel an 

der Richtigkeit der gutachterlich von Dr. D.___ festgehaltenen Einschätzung hervorrufe. 

Zudem gehe auch der behandelnde Chiropraktor SCG/ECU Dr. F.___, Chiropraktik 

Zentrum, in seinem Bericht vom 6. August 2008 (UV-act. 105) von unfallkausalen HWS-

Beschwerden aus. Aus diesem Grund sei zur Klärung der Frage nach noch 

unfallbedingt notwendigen Behandlungen und einer allfälligen Invalidität nach 

Behandlungsabschluss nochmals eine gutachterliche Abklärung notwendig.

C.b   Mit Beschwerdeantwort vom 3. Juli 2009 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde.

C.c   Die Beschwerdeführerin verzichtete auf die Einreichung einer Replik (act. G 9).

Erwägungen:

1.        

1.1    Vorliegend anerkannte die Beschwerdegegnerin ihre Leistungspflicht bezüglich 

der Unfallereignisse vom 9. November und 27. Dezember 2005 und erbrachte 

entsprechende Versicherungsleistungen. Streitig und zu prüfen ist, ob sie weitere 

Leistungen ab 7. Mai 2008 zu Recht verweigert hat.

1.2    Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Einspracheentscheid die 

Bestimmungen über die Leistungspflicht des Unfallversicherers nach Art. 6 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) sowie über die 

Voraussetzung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis 

und dem Gesundheitsschaden zutreffend dargelegt (Erwägung II/3). Darauf kann 

verwiesen werden. Der Unfallversicherer haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem 

Unfall adäquat-kausal zusammenhängen, wobei für die Adäquanz nicht die subjektive, 

sondern die objektive Voraussehbarkeit des eingetretenen Erfolgs entscheidend ist 

(SVR 2000 UV Nr. 14 S. 45). Adäquat ist der Kausalzusammenhang dann, wenn ein 

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Ereignis geeignet ist, den eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass an andere 

Ursachen vernünftigerweise nicht zu denken ist (BGE 117 V 359 und 112 V 30). 

Während es Aufgabe des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu 

beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beantworten (PVG 1984 Nr. 82, 174). Im Bereich klar 

ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von nachweisbaren strukturellen 

Veränderungen (organisches Substrat konnte mit bildgebenden 

Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] nachgewiesen 

werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers praktisch keine 

Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu bejahen (BGE 

127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/bb mit 

Hinweisen).

1.3    Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt 

erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der 

(krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss 

mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit 

nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des Unfalls genügt nicht. Da es 

sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende 

Beweislast nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 

2000 Nr. U 363 S. 45, 1994 Nr. U 206 S. 328; siehe ebenso BGE 117 V 261 E. 3b). 

Dabei muss jedoch nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. 

Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es Krankheitsursachen, ein 

Geburtsgebrechen oder degenerative Veränderungen sind, ist unerheblich. Denn es ist 

nicht so, dass der Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, 

als er unfallfremde Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

nachzuweisen vermag. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines 

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Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also dahin gefallen sind 

(RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b).

1.4    Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben die urteilenden Instanzen die 

Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Hinsichtlich Beweiswert eines Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die 

streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in 

der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 

der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a mit Hinweisen).

2.        

2.1    Bei der Beschwerdeführerin traten ein bis zwei Wochen nach dem Unfall vom 

9. November 2005 Schmerzen im Nacken-, Kopf- und Schulterbereich mit 

gelegentlichen Ausstrahlungen in beide Hände und in die Finger, im Bereich der 

mittleren BWS und der oberen LWS, Verspannungen sowie Konzentrationsstörungen 

respektive eine verminderte Belastbarkeit auf, worunter sie seither leidet (UV-act. 9, 22, 

23, 51 S. 4 f., 74 S. 2, 81, 105). Gemäss Arztzeugnis von Dr. B.___ vom 21. Januar 

2006 erlitt sie eine Kontusion des Schultergürtels sowie ein HWS-

Hyperextensionstrauma bei Neigung zu Hypotonie (UV-act. 4), im Zeugnis vom 22. Mai 

2006 wurde die Diagnose des Hausarztes schliesslich mit kompensierter muskulärer 

Dysbalance der HWS-BWS nach Schulter-/Armkontusion umschrieben (UV-act. 22). 

Der Gutachter Dr. D.___ hielt demgegenüber auf Grund der Ereignisschilderung der 

Beschwerdeführerin, wonach sich diese beim Zusammenklappen der bestiegenen 

Bockleiter mit den Händen am Sims der Estrichöffnung auffangen und festhalten 

konnte, fest, dass es nicht zu einer Hyperextension, sondern zu einer 

Rückwärtsbewegung des Oberkörpers inkl. der HWS gekommen sei (UV-act. 51 S. 3). 

Auch Dr. F.___ ging davon aus, dass das versuchte Auffangmanöver am Sims eine 

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starke Zug-/Reissbewegung im Nacken-/Schulterbereich verursacht habe. 

Entsprechend äusserte er den Verdacht auf eine Brachialplexuszerrung. Eine Kontusion 

erwähnte er ebenfalls nicht (vgl. UV-act. 105). Die einen Monat nach diesem Unfall 

durchgeführten röntgendiagnostischen Untersuchungen der HWS ergaben keine 

ossären Befunde (UV-act. 4). Auch die Röntgenbilder der Orthopädie am Rosenberg 

vom 7. Februar 2006 zeigten keine frischen ossären Frakturen. Eine Notwendigkeit 

bildgebender Untersuchungen der Schulterbereiche befanden die Ärzte scheinbar auf 

Grund der Schmerzlokalisationsschilderungen der Beschwerdeführerin nicht für 

angebracht. Gemäss Dr. C.___ zeigte sich bezüglich der HWS ein korrektes 

Alignement, in Bezug auf die BWS waren eine leichte rechtskonvexe Fehlhaltung ohne 

relevante Rotationskomponente und altersentsprechende degenerative Veränderungen 

von cranial nach caudal zunehmend ohne Verschmälerung der Intervertebralräume 

sichtbar (UV-act. 9). Bezogen auf dieselben Bilder machte Dr. D.___ eine 

rechtskonvexe mittlere BWS-Skoliose, leicht ausgeprägt mit plurisegmentalen 

Chondrosen und ventraler Spondylophytenbildung, zum Teil überbrückend, als Hinweis 

für eine mögliche beginnende DISH-Erkrankung im mittleren BWS-Abschnitt und dem 

thorakolumbalen Übergang aus. Hinsichtlich der LWS hielt er eine leichte linkskonvexe 

unter LWS-Skoliose plurisegmental beginnende Chondrose LWK 1 bis S1 mit 

Traktionsspornbildungen, beginnender Spondylarthrose L5/S1 mit dort 

fortgeschrittener Chondrosebildung fest (UV-act. 51 S. 6). Laut Bericht von Dr. E.___ 

vom 13. September 2007 zeigten sich im BWS-Bereich zudem minime 

Keildeformationen Th9 und 10 mit unregelmässigen Deck- und Bodenplatten, was 

wahrscheinlich auf einen Status nach Morbus Scheuermann hindeute. In Bezug auf die 

LWS stellte er zusätzlich Spondylarthrosen im Bereich L4/5 fest (UV-act. 74 S. 3 f.).

2.2    Bei den vorgenannten Gesundheitsschäden handelt es sich zweifelsohne um 

klare organische Substrate, die grundsätzlich immerhin als Ursache der geklagten 

Beschwerden im BWS- und LWS-Bereich in Frage kommen (vgl. dazu Alfred M. 

Debrunner, Orthopädie, Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2002, S. 848 ff.). 

Nachfolgend ist somit zu prüfen, inwieweit die festgestellten Gesundheitsschäden 

durch die Unfälle vom 9. November und 27. Dezember 2005 verursacht wurden. 

Hinsichtlich des späteren Unfallereignisses ist jedoch anzumerken, dass ärztliche 

Diagnosen dazu fehlen. Der Fakt, dass dieser Gesässsturz in den medizinischen Akten 

nur eine äusserst stiefmütterliche Behandlung erfuhr, legt ohnehin den Schluss nahe, 

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dass es sich dabei um ein lediglich bagatelläres Ereignis gehandelt hat, das nicht 

geeignet ist, länger dauernde Beschwerden zu verursachen. Unter diesen 

Voraussetzungen rechtfertigt es sich auch nicht, die LWS- und BWS-Beschwerden 

anders als nach medizinischen Erfahrungstatsachen zu würdigen, wie nachfolgend zu 

geschehen haben wird.

2.3     

2.3.1           Bei der Skoliose handelt es sich um eine seitliche Verkrümmung der 

Wirbelsäule, die entweder im Wachstumsalter entsteht, symptomatisch durch 

vorbestehende morphologische Asymmetrie einzelner Wirbel oder des 

Beckenschiefstands oder durch die Haltung hervorgerufen wird (Debrunner, a.a.O., S. 

827 f.). Unter Chondrosen versteht man degenerativ bedingte Veränderungen des 

Knorpels, also letztlich Abnutzungserscheinungen in den Bandscheiben. Als Folge der 

auch physiologisch (kein Krankheitswert) bedingten Abnahme des Wassergehalts des 

Bandscheibengallertkerns kann eine Veränderung der Zugrichtung des Faserrings 

der Bandscheibe zu Verknöcherungen am Wirbelkörper (Spondylose) führen. Sind 

bereits knöcherne Veränderungen aufgetreten und zeigen die Zwischenwirbelgelenke 

ebenfalls knöcherne Anbauten, spricht man von der Spondylarthrose (vgl. http://

de.wikipedia.org/wiki/Chondrose, Abfrage vom 21. April 2010). Chondrosen, 

Spondylosen und Spondylarthrosen stellen somit verschiedene Stadien einer 

Wirbelsäulendegeneration dar (vgl. dazu Debrunner, a.a.O., S. 852 ff.), können aber 

auch Folgeerscheinung einer Skoliose sein (vgl. Wolfgang Dihlmann, Gelenke - 

Wirbelverbindungen: klinische Radiologie einschliesslich Computertomographie-

Diagnose, Differentialdiagnose, 3. Aufl. Stuttgart 2002, S. 506). Der Morbus 

Scheuermann ist schliesslich eine typische Wachstumskrankheit der Wirbelsäule (vgl. 

dazu Debrunner, a.a.O., S. 821 ff.). Entsprechend haben sowohl Dr. D.___ als auch 

Dr. E.___ das ausschliessliche Vorliegen von Unfallfolgen im BWS- und LWS-Bereich in 

den Berichten vom 20. April bzw. 13. September 2007 verneint. Auf Grund fehlender 

anderweitiger bildgebender Feststellungen auch im Nacken-/Schulterbereich steht 

damit mit dem im Sozialversicherungsrecht geforderten Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. Th. Locher, Grundriss des 

Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S. 451 f.) bereits fest, dass bei der 

Beschwerdeführerin eine durch den Unfall verursachte klar ausgewiesene neue, 

http://de.wikipedia.org/wiki/Bandscheibe
http://de.wikipedia.org/wiki/Bandscheibe
http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylose
http://de.wikipedia.org/wiki/Spondylarthrosis_deformans

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bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen Veränderung 

ausgeschlossen werden kann.

2.3.2           Ebenfalls auszuschliessen ist eine richtunggebende, mithin dauernde, 

unfallbedingte Verschlimmerung ihrer degenerativen Gesundheitsschäden im Bereich 

der Wirbelsäule. Es ist eine medizinische Erfahrungstatsache, dass eine solche 

Verschlimmerung nur dann als erwiesen gelten kann, wenn die Radioskopie ein 

plötzliches Zusammensinken der Wirbel und das Auftreten bzw. die Vergrösserung von 

Randzacken nach einem Trauma aufzeigt (E. Morscher, in: Bauer/Nigst [Hrsg.], 

Versicherungsmedizin, 2. Aufl. Bern 1985, S. 191). Die medizinischen Akten enthalten 

keine Hinweise darauf, dass sich der degenerative Zustand der BWS und der LWS im 

Zeitpunkt der Unfälle vom 9. November oder 27. Dezember 2005 massiv verändert 

hätte. Sodann verneint Dr. D.___ das Vorliegen einer richtunggebenden 

Verschlimmerung explizit, wobei er bei seiner Beurteilung lediglich den Sturz aufs 

Gesäss im Dezember 2005 und diesen auch nur höchstens als vorübergehende 

Verschlimmerung des degenerativen Vorzustands sieht (UV-act. 51 S. 7). Eine allfällige 

richtunggebende Verschlimmerung muss röntgenologisch ausgewiesen sein und sich 

von der altersüblichen Progression abheben; bei einem Unfall ohne strukturelle Läsion 

am Achsenskelett ist die Chronifizierung der Beschwerden zunehmend auf andere 

(unfallfremde) Faktoren zurückzuführen (Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 

[1994], S. 46). Allgemein kann eine Kontusion und/oder Zerrung der Wirbelsäule eine 

bisher stumme Wirbelsäulenerkrankung zwar symptomatisch machen, dabei handelt es 

sich aber meistens nur um eine vorübergehende Verschlimmerung (Debrunner/

Ramseier, Die Begutachtung von Rückenschäden, Bern 1990, S. 52).

2.3.3           Nach dem Gesagten steht fest, dass die Beschwerdeführerin mit dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit durch die fraglichen Unfälle sowohl 

im Bereich HWS, BWS und LWS als auch im Schultergürtelbereich weder eine klar 

ausgewiesene neue, bleibende Gesundheitsschädigung im Sinn einer strukturellen 

Veränderung noch eine richtunggebende Verschlimmerung eines degenerativen 

Vorzustands erlitten hat.

2.4     

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2.4.1           Wie bereits angedeutet, kann ein Vorzustand durch einen Unfall ausgelöst 

oder vorübergehend verschlimmert werden. In diesem Fall übernimmt die 

Unfallversicherung jedoch lediglich den durch das Unfallereignis ausgelösten 

Beschwerdeschub (RKUV 2000 Nr. U 379 S. 193 E. 2a mit Hinweisen). - Dr. D.___ hält 

diesbezüglich in seinem Bericht vom 20. April 2007 fest, dass im Zeitpunkt der 

Begutachtung, d.h. immerhin fast eineinhalb Jahre nach den Unfällen, lediglich noch 

die Beschwerden im Schultergürtel- und HWS-Bereich unfallbedingt behandelt werden 

könnten, für die übrigen erheblichen vorbestehenden Veränderungen thorakal und 

lumbal sei eine unfallkausale Behandlung nicht mehr begründbar. Für die diese 

Bereiche betreffenden Beschwerden sei die Unfallkausalität nicht mehr ausgewiesen 

bzw. höchstens noch möglich (UV-act. 51 S. 7). Bei einer qualitativ guten und 

intensiven Behandlung würden dagegen die unfallbedingten Verletzungen 

grundsätzlich innert drei bis vier Monaten ausgeheilt sein, allfällig danach wieder 

auftretende oder persistierende Beschwerden auch im Bereich der HWS wären nicht 

mehr als alleinige Unfallfolge begründbar (UV-act. 51 S. 10). Nachdem die Behandlung 

durch Osteopathie, aktive Physiotherapie und Triggerpunkt-Manipulationen (vgl. UV-

act. 74, 81) keinen Erfolg gebracht hatten, stellte Dr. D.___ mit Bericht vom 6. Mai 2008 

das Erreichen des Status quo sine fest (UV-act. 84). Gestützt darauf stellte die 

Beschwerdegegnerin ihre Leistungen per 6. Mai 2008 ein.

2.4.2           Es entspricht einer medizinischen Erfahrungstatsache, dass Prellungen 

(Kontusionen), Verstauchungen oder Zerrungen der Wirbelsäule ohne strukturelle 

Läsionen normalerweise innert kurzer Zeit, in der Regel nach sechs bis neun Monaten, 

spätestens aber nach einem Jahr abheilen und sich die damit verbundenen 

Beschwerden gänzlich zurückbilden. Dasselbe gilt allgemein bei harmlosen Traumen 

mit fehlenden strukturellen Schädigungen der Gelenke und Knochen; diese heilen 

selbst bei degenerativen Vorzuständen normalerweise innert kurzer Zeit ab. Dieser 

medizinische Erfahrungssatz darf, zumal er der herrschenden medizinischen 

Lehrmeinung entspricht, im Rahmen des Wahrscheinlichkeitsbeweises berücksichtigt 

werden. Dies hat insbesondere für den Nachweis des Status quo sine zu gelten, bei 

dem es sich um einen hypothetischen Zustand handelt, welcher sich häufig nur mit 

Erfahrungswerten bestimmen lässt (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

[EVG; seit 1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 18. 

September 2002 i/S H. [U 60/02] E. 2.2, E. 3.2 mit Hinweisen auf die medizinische 

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Literatur; Urteil des Bundesgerichts vom 28. Februar 2007 i/S B. [U 357/06] E. 4.5). In 

den Medizinischen Mitteilungen der Suva Nr. 79 (2008), S. 101 hält der Autor Erich Bär 

sogar fest, dass Weichteilzerrungen bzw. -prellungen am Rücken (mithin Verletzungen 

ohne objektivierbaren strukturellen Schaden) ungeeignet seien, länger als einige 

Wochen bis wenige Monate Beschwerden zu machen, die mit organischen Folgen der 

ursprünglichen Verletzung zu erklären wären. Dabei weist er auf zahlreiche weitere 

Publikationen hin (Erich Bär, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der Wirbelsäule. Ein 

Update. in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 79 [2008], S. 100 ff.). Insofern 

zeichnet sich eine vorübergehende Verschlimmerung eines Vorzustands im Bereich der 

Wirbelsäule im Regelfall durch stetige Besserung des unfallkausalen 

Beschwerdeanteils aus (vgl. dazu Bär/Kiener, Prellung, Verstauchung oder Zerrung der 

Wirbelsäule. in: Medizinische Mitteilungen der Suva Nr. 67 [1994], S. 45). Schliesslich 

spricht der Umstand, dass seit dem Unfall anhaltende, zu Beginn als unfallkausal 

taxierte Schmerzen und eine damit verbundene Arbeitsunfähigkeit bestehen, nicht 

automatisch für das Vorliegen anhaltender Unfallrestfolgen bzw. eine andauernde 

unfallbedingte Arbeitsunfähigkeit. Die Leistungseinstellung des Unfallversicherers 

bedingt keine Beschwerdefreiheit bzw. volle Arbeitsfähigkeit. Entscheidend ist allein, 

ob der durch den Unfall ausgelöste Beschwerdeschub seine kausale Bedeutung 

verloren hat (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 E. 3b). Diesfalls können anhaltende 

Beschwerden mit unfallfremden Befunden, beispielsweise eben degenerativer Art oder 

infolge eines schlechten muskulären Vorzustands, erklärt werden. Die von der 

Beschwerdeführerin beschriebenen Unfälle vom 9. November (Rückwärtsbewegung 

des Oberkörpers inklusive der HWS beim Sich-Auffangen und Festhalten am Balken) 

und 27. Dezember 2005 (Sturz aufs Gesäss) vermögen allein auf Grund der erheblichen 

Kraftaufwendung beim Festhalten oder dem Sturzmechanismus aus geringer Höhe 

jedoch keine allzu schweren Verletzungen zu verursachen. Auch erlitt die 

Beschwerdeführerin keine strukturellen Läsionen wie eine Schulterfraktur oder 

ähnliches.

2.4.3           Angesichts dieser Ausführungen erscheinen das Gutachten vom 20. April 

2007 sowie die Feststellungen zum Abschluss der unfallbedingten Heilbehandlungen 

von Dr. D.___ am 6. Mai 2008 nachvollziehbar. Seine Schlussfolgerungen basieren auf 

eigenen Untersuchungen, der Kenntnis der ärztlichen Akten sowie medizinischen 

Erfahrungstatsachen. Daran vermögen auch die Bestätigung einer Unfallkausalität von 

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Dr. E.___ im Bericht vom 28. April 2008 (Beilage zu UV-act. 96) sowie diejenige des 

Chiropraktors Dr. F.___ (vgl. UV-act. 105) nichts zu ändern. Dr. E.___ gab an, dass die 

aktuell vorliegenden Beschwerden zumindest überwiegend mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit auf das Unfallereignis vom 9. November 2005 zurückzuführen 

seien. Allerdings hätten auch degenerative Veränderungen und eine leichte 

Haltungsschwäche, welche nicht auf den Unfall zurückzuführen seien, einen 

(untergeordneten) Einfluss auf das Beschwerdebild. Eine weitere Begründung für diese 

Einschätzung fehlt jedoch. Allein die Tatsache, dass vor den Unfällen Ende 2005 noch 

keinerlei Beschwerden im Bereich von Rücken, Schulter und Nacken bestanden haben, 

reicht aber nicht aus, um von einer Unfallkausalität auszugehen (vgl. dazu die 

beweisrechtlich untaugliche Formel "post hoc ergo propter hoc" z.B. in: Alfred Maurer, 

Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 460 Fn. 1205). Auch 

der von Dr. F.___ geäusserte Verdacht auf eine erlittene Zerrung der Fazettengelenke 

sowie des Brachialplexus (UV-act. 105) vermag auf Grund der medizinischen 

Erfahrungssätze nach einer Dauer von immerhin zweieinhalb Jahren nach Unfalleintritt 

keine Unfallkausalität im geforderten Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit zu begründen. Medizinische Erfahrungssätze beziehen sich auf den 

Regelfall, d.h. auf medizinische Sachverhalte, die sich im konkreten Fall gleich 

dargestellt haben. Eine Ausnahme von der Regel ist grundsätzlich nicht 

ausgeschlossen, doch muss sie sich eben als solche präsentieren. Im vorliegenden Fall 

liegen keine Hinweise für einen Ausnahmefall vor. Bei der Beschwerdeführerin könnte 

sich zwar durch allfällige Zerrungen und/oder Kontusionen eine vorübergehende 

Verschlimmerung ihrer Vorzustände im Bereich der BWS und LWS entwickelt haben. 

Für die über die Erfahrungsdauer hinaus fortbestehenden Beschwerden bilden jedoch 

lediglich die degenerativen Vorzustände eine nachvollziehbare Erklärung. Im Nacken-/

Schulterbereich, wo nicht von degenerativen Vorzuständen, sondern von einem 

ungenügenden muskulären Konditionszustand auszugehen ist, scheint bereits fraglich, 

inwiefern ein solcher durch Kontusion und/oder Zerrung verschlimmert werden konnte; 

das Fortdauern der hier geklagten Beschwerden über die medizinisch zu erwartende 

Heildauer hinaus, kann aber ebenfalls lediglich durch den ungenügenden muskulären 

Vorzustand erklärbar gemacht werden. Damit sprechen die Tatsachen massgebend 

gegen eine fortdauernde Unfallkausalität bzw. für die Schlussfolgerung von Dr. D.___. 

Daran vermag auch nichts zu ändern, dass in seiner Beurteilung ein konkreter Hinweis 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/14

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auf die medizinischen Erfahrungswerte für die Heildauer nach Kontusionen, 

Verstauchungen und Prellungen fehlt. Folglich ist davon auszugehen, dass die durch 

den Unfall bedingten Zerrungen und/oder Kontusionen spätestens im Zeitpunkt der 

Leistungseinstellung am 6. Mai 2008 abgeheilt waren.

2.5    Auf Grund des Gesagten ist mithin nach Massgabe der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt der Leistungseinstellung, d.h. rund zweieinhalb Jahre 

nach den beiden Ereignissen vom 9. November und 27. Dezember 2005, von einem 

Wegfall der Kontusions- und/oder Zerrungsfolgen als Ursache der noch geklagten 

Beschwerden auszugehen. Eine Leistungspflicht wegen Unfallrestfolgen über den 6. 

Mai 2008 hinaus lässt sich demzufolge nicht begründen.

3.        

Obgleich nach Eintritt des Unfalls vom 9. November 2005 eine HWS-Distorsion im 

Raum stand (UV-act. 23, 51 S. 6), ist vorliegend nicht weiter zu prüfen, ob bei der 

Beschwerdeführerin von einem Schleudertrauma oder einer schleudertraumaähnlichen 

Verletzung auszugehen ist. Zwar macht die Beschwerdeführerin Nacken- und 

Kopfschmerzen geltend, diese traten jedoch erst ca. 7 - 10 Tage nach dem 9. 

November 2005 (vgl. UV-act. 9, 22) und nicht wie gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung gefordert im Anschluss an den Unfall auf (vgl. u.a. Urteile vom 30. 

Januar 2007 i/S T. [U 215/05] und vom 15. März 2007 i/S G. [U 258/06], wonach bei 

einer HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden nicht innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden nach dem Unfall in 

seiner umfassenden Ausprägung aufzutreten hat, sich in diesem Zeitraum aber 

immerhin Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS - bei einem Schädel-

Hirntrauma in Form von Kopfschmerzen - manifestieren müssen). Auch die übrigen, oft 

in Zusammenhang mit Schleudertraumen oder schleudertraumaähnlichen Verletzungen 

geltend gemachten typischen Beschwerden wie Schwindel, Konzentrationsstörungen, 

Schwächegefühl und Gefühl von Lähmungen traten gemäss den Angaben der 

Beschwerdeführerin erst 14 Tage nach dem Unfall bzw. sogar noch später auf (UV-act. 

22, 51 S. 4 und 8). Im Übrigen führte Dr. D.___ diese Beschwerden explizit auf 

unfallfremde Faktoren zurück. So seien die degenerativen Veränderungen der BWS und 

LWS und der ungenügende muskuläre Konditionszustand resp. mangelnde 

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Trainingszustand auch vegetativ im Wesentlichen verantwortlich für die unspezifischen 

vegetativen Beschwerden wie Orthostase-bedingter Schwankschwindel, 

Schwächegefühl und Gefühl von Lähmungen, die Kephalgien, welche zu diskreten 

Konzentrationsstörungen führten, eine Folge der Dysbalance im Schultergürtelbereich 

und der Ligamentosen am cervicothorakalen Übergang (UV-act. 51 S. 7 f.). Damit zeigt 

die Beschwerdeführerin zwar typische Beschwerden eines Schleudertraumas bzw. 

einer schleudertraumaähnlichen Verletzung. Auf Grund deren Auftretens erst nach der 

erforderlichen Latenzzeit sowie der ärztlichen Erklärung durch unfallfremde Ursachen, 

liegt eine Verletzung in diesem Sinn dennoch klar nicht vor.

4.        

Dem Begehren, es sei ein ergänzendes Gutachten einzuholen, ist nicht stattzugeben. 

Da nicht anzunehmen ist, dass weitere medizinische Abklärungen für die Beurteilung 

des vorliegend relevanten Sachverhalts neue Erkenntnisse bringen, kann darauf 

verzichtet werden (antizipierte Beweiswürdigung vgl. BGE 131 I 153 E. 3 S. 157, 124 

V 90 E. 4b S.94; Praxis 88/1999 Nr. 117 S. 636 ff.; SVR UV 1996 Nr. 62 E. 3 S. 212 f.).

5.        

Zusammenfassend lässt sich der angefochtene Einspracheentscheid vom 17. März 

2009 nicht beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist im Sinn der 

vorstehenden Erwägungen abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 

lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 04.08.2010
	Art. 6 UVG: Wegfall der Unfallkausalität zweieinhalb Jahre nach Eintritt zweier Unfälle mit allfälligen Zerrungen und/oder Kontusionen im Nacken-/Schulter-/Rücken-Bereich bei degenerativen Vorzuständen und schlechtem muskulärem Trainingszustand (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 4. August 2010, UV 2009/44).

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