# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9a5dd197-0d30-52da-a0d2-0b9a4806dab3
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-09-22
**Language:** de
**Title:** Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 22.09.2011 3-RV.2010.213
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-RV-2010-213_2011-09-22.pdf

## Full Text

280 Steuerrekursgericht 2011 

67 Berufskosten; Autokosten (§ 35 Abs. 1 lit. a StG) 
Ist die Zurücklegung des Arbeitsweges mit den öffentlichen Verkehrs-
mitteln nicht zumutbar, werden als Autokosten grundsätzlich bloss die 
Aufwendungen für die kürzeste Strecke berücksichtigt. Nur ausnahms-
weise wird auf die tatsächlich gefahrene Strecke abgestellt. 

Aus dem Entscheid des Steuerrekursgerichtes vom 22. September 2011 in 
Sachen O. + F.M. (3-RV.2010.213). 

Aus den Erwägungen 

4.3. 
4.3.1. 
Der Steuerpflichtige hat in der Regel nur Anspruch auf den Ab-

zug der Kosten des kürzesten Arbeitsweges. Mehrauslagen werden 
toleriert, wenn es aus steuerrechtlicher Sicht für die Erzielung des 
Erwerbseinkommens begründet erscheint, die Umwegstrecke der 
kürzesten, aber zeitaufwändigeren Fahrtstrecke vorzuziehen 
(VGE vom 2. März 2006 in Sachen V. + R.D. [WBE.2005.105], mit 
Hinweis; vgl. auch StE 2003 B 22.3 Nr. 76, mit Hinweisen; Bun-
desgerichtsurteil vom 26. Oktober 2004 [2A.224/2004]; AGVE 1987 
S. 376; RGE vom 11. Oktober 2006 in Sachen J. + K.S.; Kommentar 
zum Aargauer Steuergesetz, 3. Auflage, Muri-Bern 2009, § 34 StG 
N 9 ff.).  

Das Verwaltungsgericht hat im Entscheid vom 1. November 
1995 in Sachen R.F. (BE.94.00303) betreffend Berechnung der ab-
zugsfähigen Fahrtkosten Folgendes ausgeführt: 

"4. c) Ob die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht zumut-
bar ist und deshalb die höheren Abzüge für ein Privatauto beansprucht 
werden können, hängt insbesondere von der erzielten Zeitersparnis ab (...). 
Das gleiche Kriterium ist auch für die hier streitige Frage der Anerkennung 
eines Umwegs anzuwenden. So ist die Abzugsfähigkeit von Mehrkosten auf 
jeden Fall ausgeschlossen, wenn der gefahrene Umweg auf die Befriedi-
gung individueller Lebensgewohnheiten zurückzuführen ist oder mehr der 
Bequemlichkeit dient; auch ausserfiskalische Motive (Umweltschutz, stär-

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kere Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer etc.) genügen nicht (...). Damit 
für die Berechnung auf einen Umweg abgestellt wird, muss dieser vielmehr 
eine massgebliche Zeitersparnis bewirken. (…). Es können nicht einfach der 
kürzeste Weg und der gefahrene Umweg einander gegenübergestellt wer-
den, vielmehr müssen vier Grössen, nämlich der kürzeste Weg, die effektiv 
gefahrene Strecke, die damit erzielte Zeitersparnis und die Gesamtfahrzeit 
zueinander in Beziehung gesetzt werden, wobei bei der Beurteilung nicht 
auf fixe Verhältniszahlen abgestellt werden kann, sondern eine Wertung er-
forderlich ist. So ist bei geringer Zeitersparnis auch ein Mehraufwand von 
weniger als 10 % nicht abzugsfähig; andererseits kann unter besondern 
Umständen ein Mehraufwand von über 10 % abzugsfähig sein, wenn die 
Zeitersparnis beachtlich ist und dem Steuerpflichtigen objektiv eine andere 
Routenwahl als die tatsächlich gefahrene Strecke nicht zugemutet werden 
kann." 

4.3.2. 
Das Verwaltungsgericht hatte im zitierten Entscheid vom 

1. November 1995 in Sachen R.F. (BE.94.00303) einerseits einen 
Umweg von 4,3 % im Verhältnis zu einer Zeitersparnis von 50 % 
(entsprechend 70 Minuten pro Tag) und andererseits einen Umweg 
von 30 % im Verhältnis zu einer Zeitersparnis von 40 % (ent-
sprechend 80 Minuten pro Tag) zu beurteilen. Im VGE vom 2. März 
2006 in Sachen V. + R.D. (WBE.2005.105) standen sich ein Umweg 
von 16 % und eine Zeitersparnis von 33 % (entsprechend 50 Minuten 
pro Tag) gegenüber. In diesen Entscheiden war der Umweg mit 
4,3 % bzw. 30 % bzw. 16 % quotal wesentlich kleiner als die Zeiter-
sparnis von 50 % bzw. 40 % bzw. 33 %, womit den Steuerpflichtigen 
nicht zumutbar war, die kürzeste, aber zeitaufwändigere Fahrtstrecke 
der Umwegstrecke vorzuziehen. Auch das Steuerrekursgericht hat 
gestützt auf die verwaltungsgerichtliche Rechtsprechung bei einer 
Zeitersparnis von 45.6 %, was 104 Minuten pro Tag entsprach, einen 
Umweg von 32.1 % akzeptiert (RGE vom 24. April 2008 in Sachen 
U.A.). Verneint wurde hingegen der Abzug der Kosten für die Zu-
rücklegung der schnellsten Route bei einem Umweg von 46.7 %, der 
zu einer Zeitersparnis von 41.5 % (entsprechend 58 Minuten pro 
Tag) geführt hatte (RGE vom 20. August 2009 in Sachen C. + R.M.). 

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4.3.3. 
Es ergibt sich somit, dass in Analogie zur Rechtsprechung be-

treffend die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel für den Ar-
beitsweg (AGVE 2009 S. 144; VGE vom 23. Januar 2008 in Sachen 
R.H. [WBE.2007.304]; RGE vom 20. September 2007 in Sachen 
C.S.; je mit Hinweisen) die Kosten für die schnellste Route zum Ab-
zug gebracht werden können, wenn aufgrund der in Erw. 4.3.1 zi-
tierten vier Kriterien die Zurücklegung der kürzesten Strecke nicht 
zumutbar ist (RGE vom 24. April 2008 in Sachen U.A.). Insbeson-
dere hat der Umweg in Prozentpunkten eindeutig kleiner zu sein als 
die erzielte Zeitersparnis. Zudem wird ein Umweg von über 10 % 
nur gewährt, wenn spezielle Umstände – beispielsweise eine beacht-
liche Zeitersparnis oder die Pflicht, innert kürzester Zeit am Ar-
beitsplatz einzutreffen – vorliegen.  

4.4. 
4.4.1. 
Die kürzeste Route zwischen der Wohn- und Arbeitsstätte der 

Rekurrentin beträgt gemäss dem Programm "TwixRoute" 49.4 Kilo-
meter und dauert 94 Minuten; pro Tag 98.8 Kilometer und 
188 Minuten.  

4.4.2. 
Die schnellste Route (via Autobahn) beträgt gemäss dem Pro-

gramm "TwixRoute" 67.9 Kilometer und dauert 65 Minuten; pro Tag 
135.8 Kilometer und 130 Minuten.  

4.4.3. 
Der Weg über die schnellste, aber längere Route (plus 37.4 %) 

führt damit zu einer Zeitersparnis von 58 Minuten pro Tag (minus 
30.9 %). Die Rekurrenten machen hingegen eine "Mehrzeit gegen-
über der schnellsten Route von 45.31 %" geltend. Auf diesen Pro-
zentsatz kann indes nicht abgestellt werden, da gemäss der darge-
legten Rechtsprechung die Zeitersparnis bei Zurücklegung der 
schnellsten Route im Vergleich zur Zurücklegung der kürzesten Rou-
te (und nicht die Mehrzeit bei Zurücklegung der kürzesten Route im 
Vergleich zur Zurücklegung der schnellsten Route) zu berechnen ist. 

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4.4.4. 
Die vorliegend ermittelte (unter einer Stunde liegende) Zeiter-

sparnis pro Tag bildet entgegen der Auffassung der Rekurrenten 
grundsätzlich keinen Grund, die Autokosten für die Umwegstrecke 
zu gewähren (RGE vom 20. August 2009 in Sachen C. + R.M., mit 
Hinweis). Weiter ist der von der Rekurrentin beantragte Umweg von 
37.4 % in Prozentpunkten deutlich höher als die erzielte Zeiterspar-
nis von 30.9 %. Der vorliegende Sachverhalt unterscheidet sich 
damit wesentlich von denjenigen Fällen, in denen die Kosten für die 
Zurücklegung der schnellsten Route gewährt wurden bzw. ist direkt 
vergleichbar mit dem RGE vom 20. August 2009 in Sachen C. + 
R.M., in welchem ein entsprechender Anspruch verneint wurde 
(Erw. 4.3.1). Selbst unter Berücksichtigung einer täglichen Fahrt-
dauer von 188 Minuten ist die geltend gemachte längere Fahrtstrecke 
aus steuerrechtlicher Sicht für die Erzielung des Erwerbseinkom-
mens der Rekurrentin nicht begründet. Die resultierenden Mehr-
kosten sind den privaten Lebenshaltungskosten zuzurechnen. 

68 Berufskosten; Umschulungskosten (§ 35 Abs. 1 lit. e StG) 
Ist eine Pflegefachfrau infolge eines Unfalls nur mehr sehr eingeschränkt 
in der Lage, körperlich belastende Arbeit zu leisten, sind die Kosten für 
eine Ausbildung als Kunsttherapeutin als Umschulungskosten zum Abzug 
zuzulassen. 

Aus dem Entscheid des Steuerrekursgerichtes vom 28. April 2011 in Sachen 
U. + C.F. (3-RV.2011.6). 

Aus den Erwägungen 

2. 
2.1. 
Die Rekurrentin arbeitete gemäss Steuererklärung im Jahr 2007 

als Pflegefachfrau beim X-Spital sowie beim Rekurrenten in der Ge-
meinschaftspraxis Y. In der Steuererklärung 2007 machten die Re-
kurrenten Weiterbildungskosten für den Lehrgang der Rekurrentin in