# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ec1b45ec-f5b0-5d79-8ffe-a898b883a122
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-11
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 11.03.2024 SB230065
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB230065_2024-03-11.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB230065-O/U/bs

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. B. Gut, Präsident, Oberrichter lic. iur. C. Maira 

und Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Jacomet

Urteil vom 11. März 2024

in Sachen

A._____,
Beschuldigter und Berufungskläger

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

gegen

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. F. Stadelmann, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend Freiheitsberaubung und Entführung etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 3. Februar 2022 
(DG210020)

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Anklage

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 26. Juli 2021 

(Urk. 1/14) ist diesem Urteil beigeheftet.

Urteil der Vorinstanz
(Urk. 75 S. 137 ff.)

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig

 der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und 
Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 2 und 13),

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 
Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 4 und 14),

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklagepunkte 6, 7 und 10).

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Nötigung im Sinne von 

Art. 181 StGB (Anklagepunkt 3.1). 

3. Der Beschuldigte wird bestraft mit 31 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis heute 

590 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind.

4. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 16 Monaten aufgeschoben und 

die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (15 Monate) wird die Freiheitsstrafe 

vollzogen.

5. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes verwiesen.

6. Die Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem wird 

angeordnet.

7. Folgende mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons 

Zürich beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den 

Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210019-E und DG210021-E auf 

Voranmeldung und auf erstes Verlangen herausgegeben:

 Samsung Galaxy 10+ (Asservat Nr. A013'926'700) mitsamt den SIM-Karten 
1 (Asservat Nr. A013'960'402) und 2 (Asservat Nr. A013'960'424),

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 Laptop Acer (Asservat Nr. A013'927'043),
 Samsung Tablet (Asservat Nr. A013'927'054),
 SIM-Karten-Halterung Swisscom (Asservat Nr. A013'927'076).

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft aller obgenannten Urteile bei der für die Lagerung zuständigen Kantons-

polizei Zürich, Asservate-Triage, beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung 

durch diese vernichtet.

8. Die folgenden mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons 

Zürich beschlagnahmten Gegenstände werden dem Geschädigten, B._____, nach 

Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit 

den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210019-E und DG210021-E auf 

Voranmeldung und auf erstes Verlangen herausgegeben:

 1 Paar Herrenschuhe, schwarz (Asservat Nr. A013'149'763)
 1 ärmelloses T-Shirt, rosarot (Asservat Nr. A013'149'809)
 1 T-Shirt, grau (Asservat Nr. A013'149'810)
 1 Herrenhose, braun (Asservat Nr. A013'149'854)
 1 Herrenjacke, schwarz/grün (Asservat Nr. A013'149'912).

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der 

Rechtskraft aller obgenannten Urteile beim für die Lagerung zuständigen Forensi-

schen Institut Zürich beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung durch dieses 

vernichtet.

9. Die unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut 

Zürich gelagerten Spuren werden – soweit noch vorhanden und mit Ausnahme der 

in Dispositiv-Ziffern 7 und 8 genannten Asservate – nach Eintritt der Rechtskraft die-

ses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. 

DG210017-E, DG210018-E, DG210019-E und DG210021-E durch dieses vernichtet.

10. Das unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut 

Zürich gelagerte Messer (Asservat Nr. A014'211'531) wird eingezogen und nach Ein-

tritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den 

Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210019-E und DG210021-E durch 

dieses vernichtet.

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11. Die unter den folgenden Referenznummern bei der Kantonspolizei Zürich, Asser-

vate-Triage, gespeicherten Datensicherungen werden – soweit noch vorhanden – 

nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren 

mit den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210019-E und DG210021-E 

durch diese gelöscht: 05692001N01, 05692001S01, 05692002N01, 05692002S01, 

05692003N01, 05692003S01, 05692003S02, 05692004N01 und 05692004S01.

12. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 2'000.00 Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 144.80 Auslagen (Gutachten)

Fr. 500.00 Auslagen Polizei

Fr. 30'872.00 Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Auslagen und 7.7 % 
MwSt). 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen die-

jenigen der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt.

14. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.

15. [Mitteilung]

16. [Rechtsmittel]

17. [Rechtsmittel]."

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Berufungsanträge
(Prot. II S. 3 f.)

a) Der Verteidigung des Beschuldigten A._____:

(Urk. 87 S. 1 f.)

1. Der Beschuldigte sei auch – zusätzlich zum erstinstanzlichen Urteil – von den 

Vorwürfen

- der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 

Abs. 1 und Abs. 2 (Anklagepunkte 2 und 13), 

- der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 

StGB (Anklagepunkte 4 und 14), sowie

- der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklagepunkte 6, 7 und 10)

freizusprechen. 

2. Dem Beschuldigten sei aus der Staatskasse Schadenersatz in Höhe von 

CHF 110'200.– zuzusprechen und es sei ihm für die unrechtmässige Haft eine 

Genugtuung zum Tagesansatz von CHF 200.– auszurichten.

3. Eventualantrag: Auf die Anordnung einer Landesverweisung und die Aus-

schreibung im Schengener Informationssystem sei zu verzichten.

4. Die Kosten des Vorverfahrens, des erstinstanzlichen Verfahren und des 

Berufungsverfahrens seien einschliesslich der Kosten der amtlichen Verteidi-

gung auf die Staatskasse zu nehmen.

b) Der Staatsanwaltschaft:

(Urk. 81; schriftlich)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

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Erwägungen:

I. Verfahrensgang, Umfang der Berufung und Prozessuales

1. Verfahrensgang

1.1. Der Verfahrensgang bis zum erstinstanzlichen Urteil ergibt sich aus dem 

angefochtenen Entscheid (Urk. 75 S. 3 f. E. A.). Der Beschuldigte wurde von der 

Vorinstanz am 3. Februar 2022 gemäss dem vorab wiederholten Urteilsdispositiv 

teilweise schuldig gesprochen und bestraft (a.a.O., S. 137 ff.). Innert Frist liess er 

Berufung anmelden (Urk. 69). Das begründete Urteil (Urk. 72 = Urk. 75) wurde 

dem Verteidiger bzw. dem Beschuldigten sodann am 5. Januar 2023 zugestellt 

(Urk. 73). Mit Präsidialverfügung vom 20. Januar 2023 wurden die Akten des Ver-

fahrens zur Behandlung der Berufung dem Obergericht des Kantons Zürich zuge-

schickt (Urk. 74 = Urk. 76), wobei sie am 27. Januar 2023 bei der hiesigen Kammer 

eingingen (vgl. Aktenverzeichnis). 

1.2. Mit Verfügung vom 14. Februar 2023 ging die Berufungserklärung vom 

24. Januar 2024 (Urk. 77) an die Staatsanwaltschaft und wurde dieser Frist an-

gesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird, oder um begründet 

ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 79). Die Staatsanwaltschaft 

verzichtete auf Anschlussberufung und beantragte die Bestätigung des vorinstanz-

lichen Entscheids (Urk. 81). Am 11. Dezember 2023 wurden die Beschuldigten 

A._____ (Urk. 82), C._____ (Urk. 91, SB230062), D._____ (Urk. 109, SB230063) 

und E._____ (Urk. 109, SB230064) zur gemeinsamen Berufungsverhandlung vom 

11. März 2024 vorgeladen. Schliesslich wurden die Parteien am 27. Februar 2024 

über eine Änderung der Gerichtsbesetzung informiert (Urk. 112). 

1.3. Am 11. März 2024 fand die Berufungsverhandlung statt, zu welcher die 

Beschuldigten A._____, D._____ und E._____, je in Begleitung ihrer amtlichen Ver-

teidiger, sowie der amtliche Verteidiger des Beschuldigten C._____, erschienen 

(Prot. II S. 3). 

1.4. Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

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2. Umfang der Berufung

Unangefochten blieben die Dispositiv-Ziffern 2 und 7-12 des vorinstanzlichen Ent-

scheids, in welchem Umfang dieser in Rechtskraft erwuchs, was mit Beschluss fest-

zuhalten ist. Im übrigen Umfang steht der Entscheid zur Disposition. Es gilt das 

Verschlechterungsverbot (Art. 391 Abs. 2 StPO).

3. Prozessuales

3.1. Allgemeines

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, so erfolgt dies in 

Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies jeweils explizit 

Erwähnung findet. Weiter ist an dieser Stelle festzuhalten, dass aus dem Anspruch 

auf rechtliches Gehör die Pflicht des Gerichts folgt, seinen Entscheid zu begründen. 

Die Begründung muss kurz die wesentlichen Überlegungen nennen, von denen 

sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt. Es darf 

sich aber auf die wesentlichen Gesichtspunkte beschränken und muss sich nicht 

ausdrücklich mit jeder tatsächlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand 

auseinandersetzen und diese widerlegen. Es kann sich mithin auf die für den 

Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Ein unverhältnismässiger Moti-

vationsaufwand kann nicht eingefordert werden. Ebenso wenig lässt sich Art. 6 

Ziff. 1 EMRK in der Weise auslegen, dass eine detaillierte Antwort auf jedes 

Argument gefordert würde (vgl. dazu statt Weiterer Urteil des Bundesgerichtes 

6B_689/2019 vom 25. Oktober 2019 E. 1.5.2., mit Hinweisen).

3.2. Örtliche Zuständigkeit, Anklagegrundsatz, Strafantrag

3.2.1. Der Verteidiger des Beschuldigten C._____ rügte – wie bereits vor Vorinstanz 

– die fehlende örtliche Zuständigkeit der Strafbehörden. Er begründete dies damit, 

dass im Kanton G._____ der Ort sei, wo die mit der schwersten Strafe bedrohte 

Tat, nämlich die versuchte schwere Körperverletzung, begangen worden sei 

(Urk. 98 S. 5 ff., SB230062). 

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3.2.2. Zunächst kann ohne Weiteres auf die korrekten Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (Urk. 75 S. 5 f. E. B). Ergänzend ist festzuhalten, dass das 

Verfahren vor den Zürcher Behörden letztlich nicht wegen versuchter schwerer 

Körperverletzung geführt wurde, weshalb die mit der schwersten Strafe bedrohte 

Tat nach wie vor die Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 

Abs. 1 und Abs. 2 StGB und deshalb auch die Zuständigkeit der Zürcher Behörden 

begründet ist. Schliesslich wurde die Rüge der Unzuständigkeit – wie auch die Vor-

instanz korrekt ausführte – nicht bereits bei der Staatsanwaltschaft, sondern erst 

vor Vorinstanz das erste Mal vorgebracht und ist damit verspätet erfolgt.

3.2.3. Ferner rügte die Verteidigung des Beschuldigten E._____ eine Verletzung 

des Anklagegrundsatzes sowie das Fehlen eines gültigen Strafantrags (Urk. 114, 

SB230064), wobei sich die Verteidigung des Beschuldigten A._____ den 

Ausführungen zur Verletzung des Anklagegrundsatzes anschloss (Prot. II S. 8 und 

Urk. 87 S. 4). 

3.2.4. Zur Begründung führte die Verteidigung des Beschuldigten A._____ aus, 

dass die Anklageschrift keine konkreten Tathandlungen des Beschuldigten 

A._____ beschreibe und auch keine konkreten Hinweise für die Mittäterschaft gel-

tend gemacht worden seien (Urk. 87 S. 4; Prot. II S. 8). Die Verteidigung des Be-

schuldigten E._____ stellte sich sodann auf den Standpunkt, dass der Sachverhalt 

in der Anklageschrift nicht genügend umschrieben und damit die Anforderungen 

von Art. 9 und 325 StPO nicht erfüllt seien. So sei bei den Vorwürfen jeweils nicht 

klar, welche Rolle der Beschuldigte E._____ inne gehabt habe und fehle auch eine 

Auseinandersetzung mit dem objektiven sowie subjektiven Tatbestand (Urk. 114 

S. 2-7, SB230064).  

3.2.5. Entgegen der Ansicht der Verteidigungen umschreibt die Anklage konkret, 

an welchem Datum, um welche Uhrzeit und an welchem Ort die Tatvorwürfe sich 

ereignet haben sollen. Ferner unterscheidet die Anklage einerseits zwischen dem 

ineinandergeflochtenen Zusammenwirken der Beschuldigten im Sinne einer Mit-

täterschaft und andererseits deren individuellen Tatbeiträgen. Die Beschuldigten 

wissen mithin, was ihnen jeweils vorgeworfen wird. Entgegen der Verteidigungen 

ist es im Übrigen bei Annahme einer Mittäterschaft nicht notwendig, den subjektiven 

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Tatbestand bei jedem einzelnen Mittäter im Detail zu umschreiben. Wenn die Ver-

teidigung des Beschuldigten E._____ sodann geltend macht, beim Tatvorwurf der 

Nötigung sei die tatsituative Zwangswirkung nicht ersichtlich (Urk. 114 S. 5 f., 

SB230064), kann ihr mitnichten gefolgt werden. Wie noch später aufzuzeigen sein 

wird, lässt sich die notwendige Zwangswirkung ohne Weiteres aus der Gesamt-

situation herleiten, in welcher sich der Geschädigte vorfand (gewaltsame Verbrin-

gung in das Auto und nach H._____, zahlreiche Schläge und erhebliche Verletzun-

gen; vgl. nachfolgend Ziff. II.). Im Übrigen kann auch hier auf die korrekten Ausfüh-

rungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 75 S. 6 f. E. B). Ob sich die Vor-

würfe erstellen lassen, ist schliesslich keine Frage des Anklagegrundsatzes, 

sondern wird im Rahmen der Beweiswürdigung zu prüfen sein.  

3.2.6. Mit der Vorinstanz liegt damit keine Verletzung des Anklagegrundsatzes vor. 

3.2.7. Schliesslich monierte der Verteidiger des Beschuldigten E._____, es liege 

hinsichtlich den Anklageziffern 4 und 14 kein gültiger Strafantrag vor, da der Ge-

schädigte den Beschuldigten E._____ im Strafantrag nicht namentlich genannt 

habe, obwohl ihm dieser von Anfang an bekannt gewesen sei. So habe der Ge-

schädigte unter anderem in der ersten polizeilichen Einvernahme vom 25. Okto-

ber 2019 den Rufnamen des Beschuldigten E._____, "E'._____", genannt, weshalb 

dieser für den Geschädigten keinesfalls ein Unbekannter gewesen sei (Urk. 114 

S. 7 ff., SB230064). 

3.2.8. Die vom Verteidiger des Beschuldigten E._____ in diesem Zusammenhang 

aufgeführte bundesgerichtliche Rechtsprechung bezieht sich auf den Fall, in 

welchem ein Delikt von einem Einzeltäter begangen wurde. Im hier zu 

beurteilenden Fall sind jedoch mehrere mutmassliche Täter involviert, weshalb 

diese Rechtsprechung nicht einschlägig ist. Wie auch die Verteidigung zu Recht 

ausführt, identifizierte der Geschädigte den Beschuldigten E._____ bereits 

anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 25. Oktober 2019 als angeblichen 

Täter, indem er dessen Rufnamen nannte und erwähnte, dass er auch dessen 

Telefonnummer kenne (Urk. 2/1/1 F/A 31). Damit ist ohne Weiteres davon 

auszugehen, dass der Geschädigte auch die Verfolgung des Beschuldigten 

E._____ beabsichtigte. Im Übrigen kann auch hier auf die korrekten Erwägungen 

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der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 75 S. 7 f. E. B). Nach dem Gesagten liegt 

entgegen der Verteidigung ein gültiger Strafantrag vor.

II. Schuldpunkt

1. Anklagevorwurf, Ausgangslage und Vorgehen

Der Anklagevorwurf ergibt sich aus der beigehefteten Anklageschrift (Urk. 1/14 

S. 3 ff.), darauf kann verwiesen werden. Dem Beschuldigten wird zusammen-

gefasst vorgeworfen, den Geschädigten zusammen mit weiteren Mittätern in der 

Nacht vom 21. auf den 22. Oktober 2019 in I._____/J._____ unter Anwendung von 

Gewalt mit einem Auto entführt und an einen abgelegenen Grillplatz bei H._____ 

(G._____) verbracht zu haben, wo dieser von den Tätern in der Folge eine Nacht 

lang immer wieder geschlagen und unter Anwendung von körperlicher Gewalt zu 

erniedrigenden Handlungen gezwungen worden sei. Der Beschuldigte bestreitet 

die Darstellung des Geschädigten und die eingeklagte Tatbeteiligung bzw. macht 

geltend, dass er vom Ganzen nichts gewusst habe (vgl. letztmals Prot. I S. 22 ff. 

und Urk. 86 S. 5 ff.). Der Sachverhalt ist zu erstellen. Die Vorinstanz hat die Beur-

teilung des Vorwurfs wie folgt gegliedert: (1.) I._____/J._____ und Autofahrt zum 

Grillplatz "K._____" bzw. Freiheitsberaubung und Entführung (Anklagepunkte 2 

und 13), (2.) Grillplatz "K._____" (3.) Einfache Körperverletzung (Anklagepunkte 4 

und 14) und (4.) Nötigungen (Anklagepunkte 3.1, 6, 7 und 10). Diese Gliederung 

ist beizubehalten.

2. Beweismittel

Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel zutreffend aufgeführt (Urk. 75 

S. 8 ff. E. C I.1.), darauf kann verwiesen werden. Die Vorwürfe stützten sich im 

Wesentlichen auf die Aussagen des Geschädigten.

3. Grundsätze der Beweiswürdigung

Die Vorinstanz hat die massgebenden Grundsätze der Beweiswürdigung zutreffend 

dargestellt (Urk. 75 S. 11 ff. E. C. I.2.), darauf kann verwiesen werden. Soweit 

sie Ausführungen zur Glaubwürdigkeit der Befragten machte (a.a.O., S. 14 ff. 

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E. C. I.2.3.), ist abermals darauf hinzuweisen, dass für die Sachverhaltserstellung 

in erster Linie die Glaubhaftigkeit der Aussagen der Befragten relevant ist. Die von 

der Vorinstanz zur Glaubwürdigkeit gemachten Ausführungen sind soweit zutref-

fend, jedoch vorliegend nicht ausschlaggebend. Wie die Vorinstanz richtig aus-

führte, finden mögliche Antipathien zwischen den Beteiligten gemeinhin in einem 

übertriebenen oder sonstige Lügensignale aufweisenden Aussageverhalten ihren 

Niederschlag, was bei der Glaubhaftigkeit der jeweiligen Darstellungen zu prüfen 

sein wird. Hinweise, die seitens des Geschädigten auf eine kalkulierte Falschaus-

sagen deuten würden, liegen nicht vor.

4. Freiheitsberaubung und Entführung (Anklagepunkte 2 und 13)

4.1. Standpunkt der Verteidigung

4.1.1. Die Verteidigung machte vor Vorinstanz im Wesentlichen geltend, der Be-

schuldigte sei nicht dabei gewesen, als der Geschädigte – wie auch immer – ins 

Fahrzeug gelangt sei. Er habe plausibel ausgeführt, dass er beim Versuch, dem 

Geschädigten das Messer abzunehmen, seinen Ehering verloren habe. Ohne 

diesen habe er auf keinen Fall nach Hause gehen wollen, weshalb er sich sofort 

vom Geschehen abgewendet und seinen Ring gesucht habe und in der Folge noch 

einige Zeit nach der Abfahrt auf dem Platz geblieben sei. Erst als er eingesehen 

habe, dass die Suche wegen der Dunkelheit wenig Sinn mache, habe er seine 

Kollegen angerufen, damit sie ihn abholten. Er habe nicht direkt mit dem Zug nach 

Hause fahren können, da sich sein Portemonnaie im Auto befunden habe. Vor 

diesem Hintergrund sei es nicht weiter verwunderlich, dass der Geschädigte den 

Beschuldigten nicht näher habe belasten können. Ansonsten schildere der Geschä-

digte die Vorgänge detailliert und nenne sogar Namen. Den Beschuldigten nenne 

er aber nie, sondern sage einfach immer wieder, dass alle geschlagen hätten. Es 

könne auch nicht sein, dass der Geschädigte gesehen habe, von wem er im Auto 

geschlagen worden sei, da er gemäss seinen Aussagen eine gebückte Haltung 

eingenommen habe (vgl. Prot. I S. 148 ff. und Urk. 82 S. 4 ff.).

4.1.2. Anlässlich der Berufungsverhandlung verwies die Verteidigung im Wesentli-

chen auf ihre vor Vorinstanz gemachten Ausführungen und wiederholte, dass der 

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Geschädigte zu keinem Zeitpunkt konkret beschrieben habe, inwiefern der Be-

schuldigte ihm in den verschiedenen Phasen des Vorgefallenen ein Leid zugefügt 

hätte. Die Vorinstanz habe sich ferner nicht mit den plausiblen Einwänden des Be-

schuldigten auseinandergesetzt (Urk. 87 S. 2 f.)

4.2. Aussagen der Beteiligten

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen der Beteiligten umfassend darge-

stellt (Urk. 75 S. 19 ff. E. 3.3.), darauf kann verwiesen werden.

4.3. Aussagen des Geschädigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Geschädigten zutreffend gewürdigt (Urk. 75 

S. 50 ff. E. 3.4.b), darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. Teilweise rekapi-

tulierend und ergänzend ist festzuhalten, dass der Geschädigte detailliert, logisch-

konsistent und nachvollziehbar aussagte. Seine Darstellung wirkt erlebnisbasiert. 

Für sie spricht nicht zuletzt, dass er auch Aussagen zu seinen Ungunsten machte 

und namentlich erwähnte, selbst ein Messer gezogen zu haben, obschon offen 

bleiben kann, um was für ein Messer es sich dabei genau handelte. Weiter sind die 

Aussagen insgesamt homogen, relativ konstant und im Wesentlichen wider-

spruchsfrei. Zu berücksichtigen ist dabei, dass die Einvernahmen in einem Zeit-

raum von mehr als zwei Jahren stattfanden und es sich um einen sehr dynamischen 

Handlungsablauf mit diversen Beteiligten handelte, der sich zudem teilweise im 

Dunkeln abspielte, was einzelne Ungereimtheiten erklärt. Die Aussagen zeichnen 

sich über die diversen Einvernahmen hinweg und trotz der zeitlichen Dauer des 

Verfahrens durch eine detaillierte, klar auf einen realen Erlebnishintergrund hinwei-

sende und sehr plausible Darstellung des inkriminierten Geschehens in stimmiger 

Abfolge aus. Darauf kann abgestellt werden.

4.4. Aussagen der Mitbeschuldigten und Drittaussagen

Die Vorinstanz hat weiter überzeugende Ausführungen zu den Aussagen der Mit-

beschuldigten sowie zu den vorliegenden Drittaussagen gemacht (Urk. 75 S. 53 ff. 

E. 3.4. c-f und S. 57 f. E. 3.4.h), darauf kann vollumfänglich verwiesen werden. 

Ergänzend ist zu den Drittaussagen anzuführen, dass diese zum eigentlichen 

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Tatgeschehen nichts beizutragen vermögen, zumal die beiden Zeuginnen beim 

eingeklagten Vorgang nicht dabei waren. Bei ihren Aussagen geht es vor allem um 

die (möglichen) Hintergründe der Auseinandersetzung, was aber auch von der 

Staatsanwaltschaft weitgehend offengelassen wurde (vgl. dazu Anklagepunkt 1).

4.5. Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz hat richtige Ausführungen zu den Aussagen des Beschuldigten ge-

macht (Urk. 75 S. 58 E. 3.4.g), auch darauf kann verwiesen werden. Mit ihr ist an 

dieser Stelle festzuhalten, dass die Aussagen des Beschuldigten, soweit er denn 

überhaupt solche zum Kerngeschehen machte und soweit damit das eingeklagte 

Tatgeschehen überhaupt in Abrede gestellt wird, ausweichend wirken und auch 

von belastenden und glaubhafter erscheinenden Zugeständnissen Mitbeschul-

digter (u.a. Q._____) abweichen. Anlässlich der Berufungsverhandlung stellte sich 

der Beschuldigte im Wesentlichen auf den Standpunkt, nichts von einem allfälligen 

Entführungsplan gewusst und auch nicht mitbekommen zu haben, dass der Ge-

schädigte ins Auto gezerrt worden sei. Er sei auf der Suche nach seinem Ehering 

gewesen. Auch im Auto auf der Fahrt nach H._____ sei alles ruhig gewesen 

(Urk. 86 S. 7 ff.). Die Bestreitungen sind auch in Anbetracht der eigenen Zuge-

ständnisse des Beschuldigten und des übrigen Beweisergebnisses nicht überzeu-

gend. Es wird beim Rechtlichen, namentlich wenn es um die Frage der Mittäter-

schaft geht, im Einzelnen darauf zurückzukommen sein. 

4.6. Ergebnis Aussagenanalyse

Im Gegensatz zu den Aussagen des Geschädigten bezüglich die Ereignisse an der 

L._____-strasse in I._____/J._____ und auf der Autofahrt zum Grillplatz "K._____" 

weisen die Aussagen des Beschuldigten und der Mitbeschuldigten diverse Wider-

sprüche sowohl in sich als auch untereinander auf, sind teilweise nicht nachvoll-

ziehbar oder wirken stellenweise konstruiert. Aus den Einvernahmeprotokollen er-

gibt sich deutlich, dass die Beschuldigten ihre Aussagen teilweise dem Untersu-

chungsergebnis bzw. anderen Aussagen anpassten. Umgekehrt finden sich aber 

auch immer wieder Aussagen der Beschuldigten, die jene des Geschädigten zum 

Kerngeschehen bestätigen und diese damit umso glaubhafter erscheinen lassen. 

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Das aussageunabhängige Beweismittel der DNA-Untersuchung des vom Beschul-

digten D._____ eingereichten Messers bestätigt des Weiteren die Aussagen der 

Beschuldigten nicht, wonach das Messer entgegen den Aussagen des Geschädig-

ten in I._____/J._____ gegen sie eingesetzt worden sein soll (Urk. 5/1-6). Was für 

ein Messer der Geschädigte beim Vorfall in I._____/J._____ wirklich gezogen hat, 

erscheint angesichts der Vielzahl und der Qualität der Realkennzeichen in seinen 

Aussagen verglichen mit den sehr zweifelhaften Aussagen des Beschuldigten und 

seiner Mitbeschuldigten für die Aussagenwürdigung ohnehin nicht von entschei-

dender Bedeutung. Nicht nachvollziehbar ist jedoch die Darstellung, wonach sich 

der Geschädigte zunächst mit einem Messer gewehrt habe, in der Folge jedoch 

freiwillig ins Auto nach H._____ eingestiegen sein soll. Dies ist eine reine Schutz-

behauptung und nicht glaubhaft. Es erstaunt sodann nicht, dass der Beschuldigte 

und die Mitbeschuldigten den Geschädigten am erwähnten Parkplatz in 

I._____/J._____ und damit an einem abgelegenen und nicht häufig frequentierten 

Ort erwarteten, denn dort mussten sie offenkundig mit weniger Zeugen rechnen als 

beispielsweise am Bahnhof M._____. Mit der Vorinstanz überzeugt ferner das vage 

und ausweichende Aussageverhalten des Beschuldigten nicht (vgl. Urk. 75 S. 57): 

Der Beschuldigte versuchte durchwegs, sich als Unbeteiligten darzustellen, indem 

er angibt, er sei lediglich auf Ringsuche gewesen und habe von einem Gerangel 

mit dem Geschädigten nichts mitbekommen. Er habe dem Geschädigten lediglich 

eine oder zwei Ohrfeigen gegeben, weil er wegen ihm seinen Ring verloren habe. 

Ansonsten habe er mit der ganzen Sache nichts zu tun (Urk. 86 S. 6 ff.). Somit ist 

festzuhalten, dass die Qualität der Aussagen des Geschädigten deutlich höher ist 

als jene des Beschuldigten und der Mitbeschuldigten und dass sie sehr glaubhaft 

sind. Schliesslich stimmen die Aussagen des Geschädigten mit dessen 

Verletzungsbild überein und stützen seine Ausführungen zusätzlich. Es ist deshalb 

davon auszugehen, dass sie dem tatsächlich Erlebten des Geschädigten 

entsprechen. Somit ist der eingeklagte Sachverhalt in diesem Punkt erstellt.

4.7. Rechtliche Würdigung

Die Vorinstanz hat eine sorgfältige und zutreffende rechtliche Würdigung vor-

genommen (Urk. 75 S. 60 ff. E. 3.5.), darauf kann verwiesen werden. Mit über-

-   15   -

zeugender Begründung hat sie insbesondere eine Mittäterschaft des Beschuldigten 

bejaht (a.a.O., S. 63 ff. E. 3.5.2. f). Im Einzelnen:

Der Beschuldigte bestritt, den Geschädigten gegen dessen Willen ins Auto ge-

stossen oder gezogen zu haben. Er habe ihn lediglich zu entwaffnen versucht, sich 

danach intensiv auf die Suche nach seinem Ehering gemacht und im Dunkeln 

lediglich Geräusche der übrigen Geschehnisse wahrgenommen. Mit der Vorinstanz 

spricht gegen diese Darstellung und für die unmittelbare mittäterschaftliche 

Beteiligung des Beschuldigten an der gewaltsamen Verbringung des Geschädigten 

ins Auto neben den glaubhaften Aussagen des Geschädigten insbesondere, dass 

der Beschuldigte den Ablauf des Gerangels auf der L._____-strasse doch einiger-

massen genau beschreiben konnte und bereits vor der Konfrontation mit den 

Mitbeschuldigten ausführte, der Geschädigte habe sich gewehrt und sei ins Auto 

gestossen worden (Urk. 2/4/2 F/A 16 ff., Urk. 2/7/1 F/A 42 und Urk. 2/7/7 F/A 37). 

Weiter ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass auf der Fahrt zum Tatort auf 

der L._____-strasse in I._____/J._____ neben dem Beschuldigten die 

Mitbeschuldigten C._____, D._____, E._____, Q._____ und eine weitere, 

unbekannte Person im Tatfahrzeug sassen. Auf der Fahrt von I._____/J._____ zum 

Grillplatz sassen dann, abgesehen vom Beschuldigten E._____, wieder die 

gleichen Personen sowie neu der Geschädigte darin. Somit war das Tatfahrzeug, 

bei dem es sich um einen für den Transport von maximal fünf Personen 

ausgelegten Honda … handelte (vgl. zu Letzterem Urk. 2/4/1 F/A 50), bei beiden 

Fahrten um eine Person überbelegt. Dies ergibt sich zwanglos aus der Aussage 

des Geschädigten, wonach "AC._____" und der Beschuldigte A._____ in 

I._____/J._____ durch die rechte Hintertüre ins Auto eingestiegen seien und ihn, 

der in der Fahrzeugmitte neben dem Beschuldigten Q._____ gesessen habe, 

zusammengepresst hätten (Urk. 2/1/1, F/A 14 und 62). Das erklärt auch, warum 

der Beschuldigte E._____, der als einziger über ein ÖV-Ticket verfügte (Urk. 2/4/3 

F/A 17), mit dem Zug weiterreiste: Für mehr als vier Personen hatte es auf der für 

drei Personen ausgelegten Rückbank des Autos schlichtweg keinen Platz. Die 

Aussage des Beschuldigten, wonach die anderen zunächst ohne ihn zum zweiten 

Tatort aufgebrochen und dann auf seine Bitte hin wieder zurückgekehrt seien, 

erscheint vor diesem Hintergrund völlig unglaubhaft und als reine 

-   16   -

Schutzbehauptung, um seine Beteiligung am gewaltsamen Verbringen des 

Geschädigten ins Auto zu verschleiern. Würde die Aussage nämlich zutreffen, hätte 

der Beschuldigte E._____ naheliegenderweise trotz ÖV-Ticket seinen Platz im Auto 

eingenommen und danach seinen Platz im Auto zugunsten des Beschuldigten 

wieder aufgeben müssen. Dies behauptet jedoch niemand. Zudem berichteten 

die Mitbeschuldigten nicht spontan, für die Aufnahme des Beschuldigten ins Auto 

nach I._____/J._____ zurückgekehrt zu sein, sondern bestätigten dies erst auf ent-

sprechende Rückfragen seines Verteidigers hin anlässlich einer der Konfron-

tationseinvernahme (Urk. 2/7/7, F/A 51 und 53). Dementsprechend ist dem Be-

schuldigten nicht nur anzulasten, dass er tatkräftig dabei mitwirkte, den Ge-

schädigten gegen dessen Willen ins Auto zu verbringen, sondern auch, dass er ihn 

hernach mit dem Mitbeschuldigten Q._____ sowie mit "AC._____" auf der 

Rückbank des Autos in die Mangel nahm und ihn dadurch sowie durch das 

Abdecken des Türöffners am Verlassen des Autos hinderte (Urk. 2/1/1 F/A 14). 

Bezüglich der Geschehnisse auf der Fahrt zum Grillplatz ist schliesslich wiederum 

auf die glaubhaften Aussagen des Geschädigten abzustützen, wonach er auch vom 

Beschuldigten geschlagen wurde (Urk. 2/1/1 F/A 14 und Urk. 2/1/3 F/A 23). In 

Anbetracht der beengten Verhältnisse im Auto erscheint die Aussage des 

Beschuldigten demgegenüber völlig unglaubhaft, wonach er nicht mitbekommen 

habe, dass der Geschädigte auf der Fahrt geschlagen worden sei bzw. dass 

alles ruhig gewesen sei und der Geschädigte sich normal verhalten und Bier 

getrunken habe (Urk. 2/4/1 F/A 61; Urk. 86 S. 9).  

Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte einen wesentlichen Tatbeitrag leistete, der 

über eine bloss untergeordnete Hilfestellung bei der Tat hinausging. Selbst wenn 

die Entführung nicht von Anfang an geplant gewesen sein sollte, was offen bleiben 

kann, hat sich der Beschuldigte im entscheidenden Moment an der Tat beteiligt. 

Spätestens mit der gewaltsamen Verbringung des Geschädigten ins Auto war für 

alle Anwesenden und den Beschuldigten klar, was geschieht und kann er nicht 

mehr als Unbeteiligter betrachtet werden, sondern ist vielmehr als Mittäter zu 

qualifizieren. Der Beschuldigte ist damit der Freiheitsberaubung und der Entführung 

im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. Recht-

fertigungs- und Schuldausschlussgründe für seine Tat liegen nicht vor.

-   17   -

5. Grillplatz "K._____"

5.1. Aussagen der Beteiligten

Die Vorinstanz hat die wesentlichen Aussagen der Beteiligten umfassend darge-

stellt (Urk. 75 S. 65 ff. E. 4.), darauf kann verwiesen werden.

5.2. Aussagen des Geschädigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Geschädigten zutreffend gewürdigt (Urk. 75 

S. 101 ff. E. 4.7.1.), darauf kann verwiesen werden. Teilweise rekapitulierend und 

ergänzend ist festzuhalten, dass – mutatis mutandis – das bereits weiter vorne zu 

seinen Aussagen Ausgeführte gilt. Die wiederum eine hohe Dichte an Realkenn-

zeichen aufweisenden Aussagen lassen sich zudem teilweise mit objektiven Be-

weismitteln zwanglos in Einklang bringen, namentlich den vorliegenden Bild- und 

Videodateien (Urk. 6/1-2 und Urk. 7/1-3) sowie dem gutachterlich festgestellten 

Verletzungsbild (Urk. 4/4). Auch diese Aussagen zeichnen sich über die diversen 

Einvernahmen hinweg und trotz der zeitlichen Dauer des Verfahrens durch eine 

detaillierte, klar auf einen realen Erlebnishintergrund hinweisende und sehr plausi-

ble Darstellung des inkriminierten Geschehens aus. Der Geschädigte schilderte die 

Geschehnisse sehr flüssig und erwähnte auch Nebensächlichkeiten (vgl. beispiel-

haft Urk. 2/1/1 S. 5). So lässt sich auch kein (nachvollziehbares) Motiv ausmachen, 

weshalb der Geschädigte den Beschuldigten falsch belasten sollte. Dazu hat sich 

bereits die Vorinstanz überzeugend geäussert (vgl. Urk. 75 S. 16). Nach dem Ge-

sagten kann auf die Aussagen des Geschädigten abgestellt werden. 

5.3. Aussagen der Mitbeschuldigten

Die Vorinstanz hat weiter überzeugende Ausführungen zu den Aussagen der Mit-

beschuldigten gemacht (Urk. 75 S. 103 ff. E. 4.7.2. ff.), darauf kann vollumfänglich 

verwiesen werden. Die Ausführungen der Mitbeschuldigten zeichnen sich auch in 

diesem Punkt mehrheitlich durch Ungereimtheiten, Widersprüche und unglaubhafte 

Relativierungen aus und erscheinen weitgehend als Schutzbehauptungen, soweit 

sie sich nicht mit den glaubhaften Belastungen des Geschädigten decken.

-   18   -

5.4. Aussagen Beschuldigter

Die Vorinstanz machte richtige Ausführungen zu den Aussagen des Beschuldigten 

(Urk. 102 S. 107 f. E. 4.7.6.), auch darauf kann verwiesen werden. Teilweise 

rekapitulierend und ergänzend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte nicht bestritt, 

den Geschädigten geschlagen zu haben, sondern nur die Art und Weise: So habe 

er ihn nicht wirklich geschlagen, sondern ihm lediglich zwei "Flattern" bzw. Schläge 

mit der flachen Hand gegeben, weil er wegen ihm seinen Ehering verloren habe 

(Urk. 2/4/1 F/A 85 und 162, Urk. 2/4/2 F/A 25, 63 und 64 und Urk. 2/7/7 F/A 25 und 

28). Zudem habe er schlichtend eingegriffen und sich ca. dreissig Minuten 

nach dem Essen bis 4.00 oder 4.30 Uhr auf einer Sitzbank hinter einem Baum 

schlafen gelegt, weshalb er nicht alles gesehen habe (Urk. 2/4/3 F/A 36, 42 und 

44). Zuvor hatte er noch ausgesagt, er habe seinen Kopf auf einem Tisch entspannt 

(Urk. 2/4/2 F/A 29). Diese Ausführungen wiederholte der Beschuldigte im 

Wesentlichen anlässlich der Berufungsverhandlung, wobei er ergänzte, er sei mit 

den Schlägen gegen den Geschädigten nicht einverstanden gewesen und habe 

deswegen nicht dort sein wollen und sich bei einem Baum und einer Bank hingelegt 

bzw. dort geschlafen (Urk. 86 S. 11 f. und S. 14). Die Bestätigung des Beschul-

digten C._____, der gesehen haben will, wie sich der Beschuldigte schlafen gelegt 

habe, erscheint als unglaubhafte Schutzbehauptung zu dessen Gunsten, sagte 

dieser doch aus, der Beschuldigte habe sich im Auto schlafen gelegt (Urk. 2/5/3 

F/A 52). Wie bereits ausgeführt, bestätigte der Beschuldigte zudem die Aussagen 

des Geschädigten, wonach nach dem Essen alle Anwesenden bzw. die Mit-

beschuldigten im Kreis um ihn gestanden und auf ihn losgegangen seien. Er sagte 

auch aus, dass N._____, O._____ und der Beschuldigte D._____ den 

Geschädigten mehrfach mit "Brennstöcken" auf den Rücken geschlagen hätten 

(Urk. 2/4/2 F/A 22, 23, 26, 27 und 34). Am Aussageverhalten des Beschuldigten 

fällt somit auf, dass er die eigenen Schläge durch die Erklärung mit dem Ehering 

bagatellisiert und zugleich weitere am Grillplatz anwesende Personen belastet. Die 

räumlichen Verhältnisse am Grillplatz sind überschaubar und es wurde unbe-

strittenermassen Feuer gemacht, weshalb es dort, wo auch die Schläge statt-

fanden, beleuchtet war. Es ist deshalb unglaubhaft, dass der Beschuldigte vom 

übrigen Geschehen nichts mitbekommen hat. Die diesbezüglichen Beteuerungen 

-   19   -

an der Berufungsverhandlung, wonach er müde gewesen sei, kein Interesse 

gehabt und sich hingelegt habe (Urk. 86 S. 12), sind nach dem Gesagten reine 

Schutzbehauptungen. So sagte der Beschuldigte in der Untersuchung auch aus, er 

habe gesehen, wie der Geschädigte aus Angst in die Holzhütte gegangen sei 

(Urk. 2/4/2 F/A 41-46). Zudem sind seine Aussagen zum Ort, wo er sich hingelegt 

haben will, widersprüchlich und unglaubhaft. Des Weiteren hat der Beschuldigte 

Q._____ ausgesagt, dass er niemanden auf einer Sitzbank habe schlafen sehen 

(Urk. 2/6/2 F/A 47). Damit ist festzuhalten, dass die Darstellung des Beschuldigten, 

soweit er damit seinen Tatbeitrag kleinredet oder bestreitet, entgegen der Ver-

teidigung (vgl. Urk. 87 S. 4), nicht glaubhaft ist. 

5.5. Ergebnis Aussagenanalyse

Die Aussagen der Beschuldigten zum eingeklagten Geschehen am Grillplatz 

weisen diverse erhebliche Widersprüche sowohl in sich als auch untereinander auf 

und wirken teilweise konstruiert und beschönigend. Offensichtlich belasten sie 

wenn immer möglich nicht angeklagte Drittpersonen, namentlich N._____ und 

O._____, und passen ihre Aussagen dem Untersuchungsergebnis an, selbst-

verständlich im Bestreben den eigenen Tatbeitrag möglichst herunterzuspielen. 

Demgegenüber decken sich die überzeugenden Aussagen des Geschädigten mit 

den vorliegenden objektiven Beweismitteln und weisen eine hohe Anzahl qualitativ 

hochwertiger Realkennzeichen auf. Entsprechend ist auch in diesem Punkt im 

Wesentlichen auf den vom Geschädigten geschilderten Geschehensablauf ab-

zustellen.

6. Einfache Körperverletzung (Anklagepunkte 4 und 14)

6.1. Der Verteidiger führte vor Vorinstanz zusammengefasst aus, der Beschuldigte 

habe sich gemäss seinen Aussagen schlafen gelegt und nicht an den Gescheh-

nissen beteiligt. Die Personenzusammensetzung beim Grillplatz sei immer unüber-

sichtlicher geworden und es sei anzunehmen, dass sich nicht alle Personen be-

teiligt hätten. Insbesondere habe der Geschädigte nicht angeben können, dass der 

Beschuldigte auf ihn eingeschlagen habe. Des Weiteren hätten sich nicht alle Be-

schuldigten an sämtlichen Taten beteiligt, an denen physische Gewalt gegenüber 

-   20   -

dem Geschädigten ausgeübt worden sein soll. Dementsprechend könne der 

Beschuldigte auch nicht für sämtliche der beim Geschädigten festgestellten Ver-

letzungen zur Verantwortung gezogen werden (Urk. 62 S. 6 ff.). Anlässlich der 

Berufungsverhandlung verwies die Verteidigung auf ihre bereits vor Vorinstanz 

gemachten Ausführungen und wiederholte lediglich, dass der Beschuldigte aus-

gesagt habe, er habe sich auf dem Grillplatz ausgeruht und sei am Ganzen nicht 

beteiligt gewesen (Urk. 87 S. 4). 

6.2. Zu den Ausführungen der Verteidigung kann mit der Vorinstanz (Urk. 75 

S. 109 f. E. 5.3.) festgehalten werden, dass die Aussagen des Geschädigten, 

wonach er von allen Beschuldigten bei der Feuerstelle geschlagen bzw. getreten 

worden sei, glaubhaft sind. Dies korreliert nicht zuletzt mit den Zugeständnissen 

des Beschuldigten, der eingeräumt hat, den Geschädigten mehr als einmal 

geschlagen zu haben und ausführte, dass bei der Feuerstelle ein Kreis um den 

Geschädigten gebildet worden sei, in dem dieser dann verprügelt worden sei 

(Urk. 2/4/1 F/A 85, 89-103, 114, 117 und 162 und Urk. 2/4/3 F/A 34 und 51; vgl. 

auch Urk. 86 S. 10 f.). Auch anlässlich der Berufungsverhandlung wiederholte 

der Beschuldigte, dass der Geschädigte massiv geschlagen worden sei (Urk. 86 

S. 13). Es entwickelte sich unzweifelhaft eine Gruppendynamik, in welcher 

auch der Beschuldigte an den Handlungen mitwirkte und gegen den Geschädigten 

vorging. Somit ist entgegen der Verteidigung erstellt, dass sich der Beschuldigte 

auch beim Grillplatz an den körperlichen Übergriffen auf den Geschädigten aktiv 

beteiligte.

6.3. Die Vorinstanz hat eine sorgfältige und zutreffende rechtliche Würdigung 

vorgenommen (Urk. 75 S. 110 ff. E. 5.4.), darauf kann verwiesen werden. Mit 

überzeugender Begründung hat sie gestützt auf das medizinische Gutachten und 

vor dem Hintergrund, dass der Geschädigte mit Cricketschlägern/Brennstöcken 

traktiert wurde, die Qualifikation im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 2 

StGB bejaht. Ebenso überzeugend ging sie von einer Handlungseinheit und Mit-

täterschaft des Beschuldigten aus. Zwar mag er phasenweise tatsächlich versucht 

haben, die Lage zu beruhigen (vgl. u.a. Urk. 2/4/1 F/A 118; Urk. 86 S. 11). Dies 

ändert jedoch nichts an seiner Mittäterschaft, war er doch von Anfang an, d.h. 

-   21   -

bereits zuvor in I._____/J._____, massgeblich an den Übergriffen auf den Ge-

schädigten beteiligt und manifestierte seinen Willen, diesem Leid zuzufügen, indem 

auch er ihn unter anderem auf dem Grillplatz mehr als einmal ins Gesicht schlug. 

Einem Schlichtungsversuch ist allenfalls im Rahmen der Strafzumessung 

Rechnung zu tragen. Der Beschuldigte ist damit der einfachen Körperverletzung im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen.

7. Nötigungen (Anklagepunkte 3.1, 6, 7 und 10)

7.1. Über Anklagepunkt 3.1 wurde bereits rechtskräftig befunden (vgl. dazu vorne 

unter E. I.2.), weitere Ausführungen dazu erübrigen sich deshalb.

7.2. Die Vorinstanz hat zunächst zutreffende allgemeine theoretische Ausführun-

gen zum relevanten Rechtlichen gemacht (Urk. 75 S. 113 f. E. 6.1.1. ff.), darauf 

kann verwiesen werden.

7.3. In sachverhaltlicher Hinsicht ist mit Blick auf die eingeklagten Nötigungshand-

lungen zunächst mit der Vorinstanz (Urk. 75 S. 114 E. 6.1.5.) festzuhalten, dass 

vorweg die Situation des Geschädigten in Erinnerung zu rufen ist: Nachdem er ge-

gen seinen Willen von I._____/J._____ zum Grillplatz verbracht worden war, sah 

er sich einer Vielzahl von Personen gegenüber, die ihn phasenweise "umzingelten" 

und Gewalt gegen ihn ausübten. In Anbetracht dieser Überzahl ihm feindlich ge-

sinnter Personen und der Abgeschiedenheit des Grillplatzes sind insbesondere 

seine Ausführungen, wonach er sehr ängstlich gewesen sei und keine Hoffnung 

gehabt habe, sich von seinen Widersachern befreien zu können (Urk. 2/1/4 

F/A 37 f.), objektiv ohne Weiteres nachvollziehbar. Der Geschädigte befand sich 

also in einer Situation, in der er bei eigener Willensbetätigung entgegen dem Willen 

der Beschuldigten jederzeit mit Gewalt ihrerseits rechnen musste und gemäss sei-

nen glaubhaften Aussagen auch damit rechnete.

7.4. In Bezug auf die Anklagepunkte 6, 7 und 10 (Kniebeugen, Zehenlutschen und 

Geständnis) machte die Verteidigung vor Vorinstanz zusammengefasst geltend, 

diese Geschehnisse hätten sich in erster Linie zwischen "N._____", dem mutmass-

lichen Anführer, und dem Geschädigten abgespielt. Inwiefern die anderen daran 

-   22   -

beteiligt gewesen sein sollen, werde vom Geschädigten nicht beschrieben. Der 

Beschuldigte könne dafür nicht zur Verantwortung gezogen werden (Urk. 62 

S. 7 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung verwies die Verteidigung auf ihre vor 

Vorinstanz gemachten Ausführungen (Urk. 87 S. 2). 

7.5. Die Aussagen des Geschädigten, wonach der Beschuldigte den eingeklagten 

erniedrigenden Handlungen beiwohnte und dabei mitmachte, sind glaubhaft. Seine 

sehr plastisch und plausibel daherkommende Darstellung lässt sich zwanglos mit 

den übrigen Geschehnissen dieser Nacht in Einklang bringen. Unter anderem geht 

auch aus den Aussagen des Beschuldigten hervor, dass im Kollektiv Gewalt gegen 

den Geschädigten ausgeübt wurde. Auch wenn die Handlungen durch N._____ 

initiiert wurden, entwickelte sich offensichtlich eine Gruppendynamik, in welcher 

immer wieder die gesamte Gruppe gegen den Geschädigten vorging. Erniedri-

gende bzw. nötigende Handlungen wie sie vom Geschädigten berichtet und den 

Anklagepunkten 6, 7 und 10 zugrunde liegen, passen sehr gut in dieses Bild. Ge-

mäss der Übersetzung von Video 1 und 2 (act. 7/3) wurde denn auch über Gewalt, 

Lügen und Heirat gesprochen. Die vom Geschädigten geschilderten Übergriffe sind 

zudem recht speziell und es ist auch deshalb sehr unwahrscheinlich, dass er sie 

frei erfunden hat. Demgegenüber kann den Bestreitungen des Beschuldigten, 

namentlich seiner Darstellung, wonach er geschlafen und deshalb nichts mit-

bekommen habe, nicht geglaubt werden und sind diese als reine Schutzbehaup-

tungen zu werten. Erstellt ist damit, dass sich der Beschuldigte wie eingeklagt an 

den Nötigungshandlungen beteiligte.

7.6. Die rechtliche Würdigung der Vorinstanz trifft zu (Urk. 75 S. 116 f. E. 6.4.3.), 

darauf kann verwiesen werden. Sie ging richtigerweise von Handlungseinheit und 

Mittäterschaft aus. Der Beschuldigte ist damit in Bezug auf die Anklagepunkte 6, 7 

und 10 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB schuldig zu sprechen.

-   23   -

III. Strafpunkt

1. Strafzumessungsregeln und Strafrahmen

Die Vorinstanz hat zutreffende Ausführungen zu den Strafzumessungsregeln und 

zum Strafrahmen gemacht (Urk. 75 S. 117 f. E. II.1. f.), darauf kann verwiesen 

werden. Teilweise ergänzend und rekapitulierend ist zu den Strafzumessungs-

regeln festzuhalten, was folgt: Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen 

die Voraussetzungen für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das 

Gericht zu der Strafe der schwersten Straftat und erhöht sie angemessen. Es darf 

jedoch das Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte 

erhöhen. Dabei ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden 

(Art. 49 Abs. 1 StGB). Gemäss neuerer bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist bei 

einer Mehrzahl von begangenen Delikten im Rahmen der Festlegung der ange-

messenen Sanktion nach der sogenannten konkreten Methode vorzugehen und in 

diesem Zusammenhang grundsätzlich für jede konkrete Tat die angemessene 

Strafhöhe sowie die passende Strafart zu bestimmen ist (BGE 144 IV 217 ff.). 

Dabei ist die Bildung einer Gesamtstrafe nur bei gleichartigen Strafen möglich, 

während ungleichartige kumulativ zu verhängen sind. Mehrere gleichartige Strafen 

liegen vor, wenn das Gericht im konkreten Fall für jede einzelne Straftat eine 

gleichartige Strafe ausfällt bzw. ausfällen würde. Nach der gesetzlichen Konzeption 

basiert die Gesamtstrafe begrifflich auf mehreren selbständigen Einzelstrafen, was 

voraussetzt, dass das Gericht zumindest gedanklich für sämtliche begangenen 

Taten eine konkrete Strafe gebildet hat (BGE 144 IV 234). Gleichzeitig lässt das 

Bundesgericht für bestimmte Konstellationen aber nach wie vor Ausnahmen von 

der konkreten Methode zu, dies insbesondere dann, wenn verschiedene Delikte 

zeitlich und sachlich derart eng miteinander verknüpft sind, dass sie sich nicht 

sinnvoll auftrennen und für sich allein beurteilen lassen (Urteile des Bundesgerichts 

6B_483/2016 vom 30. April 2018, E. 2.4; 6B_210/2017 vom 25. September 2017, 

E. 2.2.1; 6B_523/2018 vom 23. August 2018, E. 1.2.2; Urteil des Obergerichts des 

Kantons Zürich, II. Strafkammer, vom 10. Januar 2019, SB180398, E. III./4.). Was 

die Strafrahmen betrifft, so ist weiter ergänzend zu bemerken, dass sich daran 

gemäss Bundesgesetz vom 17. Dezember 2021 über die Harmonisierung der 

-   24   -

Strafrahmen, in Kraft seit 1. Juli 2023 (AS 2023 259; BBl 2018 2827), nichts 

geändert hat.

2. Sanktionsart

Vorliegend ist eine Gesamtfreiheitsstrafe auszusprechen, da die zu sanktionie-

renden Einzeltaten zeitlich sowie sachlich eng miteinander verknüpft sind und eine 

blosse Geldstrafe für die neben der Freiheitsberaubung und Entführung zu be-

strafende einfache Körperverletzung und Nötigung nicht geeignet erscheint, in 

genügendem Mass präventiv auf den bereits vorbestraften Beschuldigten ein-

zuwirken (vgl. dazu statt Weiterer BGE 6B_244/2021 bzw. 6B_254/2021, Urteil vom 

17. April 2023, E. 5.3.2., am Ende, mit Verweisen).

3. Einsatzstrafe für die Freiheitsberaubung und Entführung

3.1. Objektive Tatschwere

Der Beschuldigte wirkte nicht nur dabei mit, den Geschädigten auf der L._____-

strasse in I._____/J._____ ins Auto zu zerren und zu stossen, sondern verunmög-

lichte ihm danach auch, aus dem Auto auszusteigen und schlug ihn auf der Fahrt. 

Der Beschuldigte leistete damit bei der Entführung und Freiheitsberaubung des Ge-

schädigten einen wesentlichen Tatbeitrag und offenbarte damit eine beträchtliche 

Gewaltbereitschaft und eine nicht unerhebliche kriminelle Energie. Erschwerend 

wirkt zudem, dass die Beschuldigten dem Geschädigten zahlenmässig mit einer 

klaren Übermacht entgegentraten, gegen die er sich nicht wirksam zur Wehr setzen 

konnte. Ferner liegt der Grillplatz abgelegen ob H._____ und befindet sich rund 

eine Autofahrstunde von I._____/J._____ entfernt. Somit war es dem Geschädigten 

bereits aufgrund der geografischen Gegebenheiten in der Tatnacht nicht möglich, 

selbständig an seinen Ausgangspunkt zurückzukehren. Vielmehr war er auch dies-

bezüglich der Gunst der Beschuldigten ausgeliefert. Der Geschädigte gelangte erst 

in den frühen Morgenstunden des 22. Oktobers 2019 wieder in Freiheit. Die 

Freiheitsberaubung hatte damit in zeitlicher und räumlicher Hinsicht nicht bloss eine 

geringfügige Verletzung der Bewegungsfreiheit zur Folge, obschon mit Blick auf 

Tage, Wochen, Monate oder gar Jahre dauernde Entführungen auf weitere 

-   25   -

Distanzen weit schwerere Fälle denkbar sind. Im Vergleich zu den Mitbeschuldigten 

D._____ und Q._____, die eine gewisse Anführerrolle übernahmen, kam dem 

Beschuldigten jedoch eher eine untergeordnete Rolle zu. Allerdings beteiligte sich 

der Beschuldigte von allem Anfang an tatkräftig am Gerangel und schlug den 

Beschuldigten auch im Auto. In einer Gesamtbetrachtung rechtfertigt die objektive 

Tatschwere eine Strafe im oberen Bereich des unteren Drittels des Strafrahmens. 

Für den Beschuldigten erscheint eine Einsatzstrafe von 16 Monaten Freiheitsstrafe 

als angemessen.

3.2. Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich und aus niederen Motiven, es ging um 

eine brutale Abrechnung mit dem Geschädigten (vgl. dazu sogleich auch nach-

folgend). Die subjektive Tatschwere relativiert die objektive nicht.

3.3. Zwischenfazit

Die Einsatzstrafe ist auf 16 Monate Freiheitsstrafe festzulegen. Eine Geldstrafe ist 

aufgrund der Schwere des Verschuldens ausgeschlossen.

4. Asperation aufgrund der einfachen Körperverletzung

4.1. Objektive Tatschwere

Der Geschädigte musste infolge der dem Beschuldigten und den Mitbeschuldigten 

zuzurechnenden Übergriffe vom 22. bis 24. Oktober 2019 mit Knochenbrüchen, 

diversen Blutergüssen etc. notfallmässig hospitalisiert werden (Urk. 4/2). Wie viele 

Male genau der Beschuldigte den Geschädigten beim Grillplatz geschlagen hat, 

lässt sich aus heutiger Sicht nicht mehr exakt eruieren, ebenso wenig welche Ver-

letzungen von welchen Schlägen stammen. Allerdings ist strafmindernd zu berück-

sichtigen, dass der Beschuldigte den Geschädigten im Vergleich zum Beschuldig-

ten D._____ sowie N._____ und O._____ weniger geschlagen hat und ihm keine 

Schläge mit einem Cricketschläger/Brennstock nachgewiesen werden können. In-

folgedessen ist die objektive Tatschwere wie beim Mitbeschuldigten C._____ im 

unteren Bereich des mittleren Drittels anzusiedeln. 

-   26   -

4.2. Subjektive Tatschwere

Der Beschuldigte handelte vorsätzlich und aus niederen Motiven. Auch wenn sich 

am Grillplatz eine gewisse Eigendynamik entwickelte und die Beteiligten als 

Gruppe gegenüber dem Geschädigten im Furor Gewalt ausübten, die der Beschul-

digte im Voraus wohl nicht im Detail geplant hatte, sind in subjektiver Hinsicht keine 

wesentlichen entlastenden Umstände auszumachen, da es auch ihm wie den 

übrigen Beteiligten infolge des vorbestehenden Konflikts mit dem Geschädigten 

letztlich darum ging, mit ihm abzurechnen und zwar unter Zufügung erheblichen 

Leids. Selbstredend handelt es sich hierbei um eine völlig inakzeptable Art der 

Konfliktlösung. Auch dass der Beschuldigte, wie von ihm geltend gemacht, 

versuchte zu schlichten, vermag sein Verschulden nicht in einem günstigeren Licht 

erscheinen zu lassen: Einerseits lässt sich der von ihm behauptete Schlichtungs-

versuch mit seinem erstellten Tatbeitrag nur schwer in Einklang bringen. Anderer-

seits kann beim besten Willen nicht zu seinen Gunsten davon ausgegangen 

werden, dass dieser Schlichtungsversuch dem Geschädigten irgendetwas 

gebracht hätte.

4.3. Zwischenfazit

Für die einfache Körperverletzung ist aufgrund der objektiven und subjektiven 

Tatschwere eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten festzusetzen. Eine Geldstrafe ist 

aufgrund der Schwere des Verschuldens ausgeschlossen. Asperierend ist eine 

Erhöhung der festgesetzten Einsatzstrafe um 10 Monate Freiheitsstrafe vor-

zunehmen. Die von der Vorinstanz unterlassene Asperation ist nicht nach-

vollziehbar.

5. Asperation aufgrund der Nötigung

5.1. Objektive Tatschwere

Gemäss Darstellung des Geschädigten schienen die Befehle überwiegend von 

N._____ ausgegangen zu sein (Urk. 2/1/3 F/A 64 und 68), wobei die übrigen Betei-

ligten, darunter der Beschuldigte, vor allem als Teil der Drohkulisse partizipierten. 

Gleichwohl leisteten sie damit einen wesentlichen Tatbeitrag. Die abgenötigten 

-   27   -

Handlungen sind zweifellos erniedrigend, im Rahmen des Denkbaren erscheinen 

aber weit Schlimmere möglich. Das objektive Tatverschulden des Beschuldigten ist 

im unteren Drittel des Strafrahmen anzusiedeln. 

5.2. Subjektive Tatschwere

Hier kann vorab auf die bereits zu den anderen Taten gemachten Ausführungen 

verwiesen werden. Der Beschuldigte handelte vorsätzlich und es ging den Be-

teiligten um die Demütigung des Geschädigten, was nieder und verwerflich ist. Die 

subjektive Tatschwere relativiert die objektive nicht. 

5.3. Zwischenfazit

Für die Nötigung ist aufgrund der objektiven und subjektiven Tatschwere eine Frei-

heitsstrafe von vier Monaten festzusetzen. Asperierend ist eine Erhöhung der fest-

gesetzten Einsatzstrafe um drei Monate Freiheitsstrafe vorzunehmen. 

6. Einsatzstrafe Tatkomponente

Für die Tatkomponente resultiert insgesamt eine Einsatzfreiheitsstrafe von 

29 Monaten.

7. Täterkomponente

Auf die vorinstanzlichen Erwägungen zum Vorleben und zu den persönlichen 

Verhältnissen des Beschuldigten kann verwiesen werden (Urk. 75 S. 123 f. E. II.7. 

und [im Zusammenhang mit der Landesverweisung] S. 130 ff. E. IV.3.). Ergänzend 

ist in diesem Zusammenhang aufgrund der anlässlich der Berufungsverhandlung 

gemachten Ausführungen zu den aktuellen persönlichen Verhältnissen fest-

zuhalten, dass der Beschuldigte und seine Ehefrau mittlerweile ein viermonatiges 

Mädchen haben und in einer eigenen Wohnung leben. Heute ist er selbständig tätig 

und besitzt zwei Imbisswägen; sein Verdienst beläuft sich auf ca. Fr. 5'000.– im 

Monat. Seine Ehefrau arbeitet nicht mehr, um sich um das gemeinsame Kind 

kümmern zu können. Seit er aus der Haft entlassen wurde, gelang es dem 

Beschuldigten, seine Schulden, welche zu jenem Zeitpunkt noch Fr. 68'000.– 

betrugen, auf mittlerweile Fr. 18'000.– zu reduzieren. In seinem Heimatland 

Sri Lanka hat der Beschuldigte noch seine Mutter und seine zwei Schwestern, 

-   28   -

welche er das letzte Mal im Jahr 2014 gesehen hat. Aus Sri Lanka ist er aufgrund 

von politischen Problemen geflüchtet: Sein Bruder sei entführt worden und seine 

Familie wisse bis heute nicht, was mit ihm geschehen sei. Sein Vater sei ebenfalls 

mehrfach mitgenommen und befragt worden. Aufgrund dieser Probleme habe er 

Sri Lanka verlassen (Urk. 86 S. 2-4). Eine einschlägige Vorstrafe aus dem 

Jahr 2020 wegen Raufhandels (Urk. 78) wirkt sich entgegen der Vorinstanz 

straferhöhend aus. Strafmindernd ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte 

mehrfach Bedauern über das Leid ausdrückte, das der Geschädigte erleiden 

musste, und um Entschuldigung bat (Urk. 2/7/1 F/A 42 f. Prot. I S. 134 F/A 123). 

Insgesamt resultiert aufgrund der Täterkomponente, namentlich wegen der 

erwähnten Vorstrafe, gleichwohl eine Straferhöhung um drei Monate.

8. Beschleunigungsgebot

8.1. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren – wie bereits vor Vorin-

stanz – vor, dass eine Verletzung des Beschleunigungsgebots vorliege. Sie rügte 

einerseits die, insbesondere für Haftfälle, zu lange Zeitdauer ab Abschluss der 

Untersuchung Ende Juli 2021 bis zur Hauptverhandlung Anfang Februar 2022. 

Nach der Hauptverhandlung habe es nochmals rund 11 Monate bis zur Zustellung 

des begründeten Urteils gedauert. Die heutige Berufungsverhandlung sei sodann 

mehr als zwei Jahre nach der erstinstanzlichen Verhandlung durchgeführt worden 

(Urk. 87 S. 5). 

8.2. Der Verteidigung ist zuzustimmen, dass die gesamte Verfahrensdauer vor der 

Vorinstanz bis zur Urteilseröffnung im Berufungsverfahren in ihrer Kombination zu 

lange dauerte. Entsprechend ist auf eine leichte Verletzung des Beschleunigungs-

gebots zu erkennen, welche strafmindernd zu berücksichtigen ist. Es rechtfertigt 

sich eine Strafreduktion im Umfang von zwei Monaten.

9. Ergebnis

Im Ergebnis erweist sich eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten als angemessen.

-   29   -

10. Vollzug

Was den von der Vorinstanz angeordneten teilbedingten Vollzug der Strafe im 

Umfang von 15 Monaten betrifft, kann auf deren zutreffende Erwägungen 

verwiesen werden (Urk. 75 S. 124 ff. E. III.). Aufgrund der vorliegend auszu-

sprechenden Sanktion von 30 Monaten Freiheitsstrafe ist der aufzuschiebende Teil 

der Freiheitsstrafe ebenfalls auf 15 Monate festzulegen. Die Vorstrafe hätte auch 

die Ansetzung einer längeren Probezeit gerechtfertigt, aufgrund des Ver-

schlechterungsverbots hat es aber bei der vorinstanzlich festgelegten sein 

Bewenden. Der Anrechnung der erstandenen Haft im Umfang von 590 Tagen steht 

nichts entgegen, diesbezüglich kann ebenfalls auf die Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden.

IV. Landesverweisung

Die Vorinstanz hat die rechtlichen Grundlagen für die Anordnung einer 

Landesverweisung zutreffend wiedergegeben und richtig festgehalten, dass sich 

der Beschuldigte als Ausländer mit der Freiheitsberaubung und Entführung im 

Sinne von Art. 183 Ziff. 1 Abs. 1 und Abs. 2 StGB einer Katalogtat im Sinne von 

Art. 66a StGB (Art. 66a Abs. 1 lit. g StGB) schuldig gemacht hat, weshalb 

grundsätzlich obligatorisch eine Landesverweisung im Sinne von Art. 66a StGB 

anzuordnen ist. Davon kann nur abgesehen werden, wenn die Landesverweisung 

für den Beschuldigten einen schweren persönlichen Härtefall darstellen würde und 

die öffentlichen Interessen an der Landesverweisung gegenüber den privaten 

Interessen des Beschuldigten am Verbleib in der Schweiz nicht überwiegen 

(Urk. 75 S. 126 ff. E. IV.1. und 3.1.), auf die entsprechenden Ausführungen kann 

verwiesen werden. Weiter machte die Vorinstanz, unter Bezugnahme auf die 

Vorbringen der Verteidigung (a.a.O., S. 130 E. IV.2.) zutreffende Ausführungen zu 

den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten und zitierte aus einem Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts vom 23. Juni 2017, mit dem die Beschwerde 

des Beschuldigten gegen den negativen Asylentscheid des Staatssekretariats 

für Migration (SEM) vom 4. Juli 2017 abgewiesen wurde (a.a.O., S. 130 ff. 

E. IV.3.2. f.), auch darauf kann verwiesen werden. Ergänzend zu den Aus-

-   30   -

führungen der Vorinstanz ist zu erwähnen, dass der Beschuldigte mittlerweile mit 

seiner Ehefrau ein viermonatiges Kind hat (vgl. vorstehend Ziff. IV.7.). Die Ver-

teidigung bringt in diesem Zusammenhang vor, es sei weder der Ehefrau des 

Beschuldigten noch dem gemeinsamen Kind zuzumuten, nach Sri Lanka 

auszuwandern. Die Landesverweisung würde deshalb bewirken, dass die Familie 

über Jahre getrennt wäre und das Kind die ersten prägenden Lebensjahre ohne 

seinen Vater verbringen müsste (Urk. 87 S. 6 f.). Der Verteidigung ist jedoch 

entgegen zu halten, dass das Kind des Beschuldigten erst im November 2023 und 

damit nach Ausfällung des erstinstanzlichen Urteils am 3. Februar 2022 gezeugt 

wurde. Dem Beschuldigten war in diesem Zeitpunkt ohne Weiteres bewusst, dass 

eine Landesverweisung immer noch drohte. Im Übrigen begründet der alleinige 

Umstand, dass der Beschuldigte mit einer Schweizerin verheiratet ist und ein 

gemeinsames Kind mit ihr hat, keinen schweren persönlichen Härtefall. Zudem 

verfügt der Beschuldigte mit seiner Mutter und seinen Schwestern nach wie vor 

über enge Verwandte in Sri Lanka und er spricht Tamilisch. Zwar ist dem 

Beschuldigten durchaus zu Gute zu halten, dass er sich bemüht, sein Leben in den 

Griff zu bekommen und sich mit dem Betrieb seiner Imbissstände im Arbeitsmarkt 

wieder zu integrieren, doch kann nicht von einer gelungenen gesellschaftlichen und 

wirtschaftlichen Integration in der Schweiz gesprochen werden. Damit bleibt es bei 

der vorinstanzlichen Schlussfolgerung, wonach kein schwerer persönlicher 

Härtefall vorliegt (a.a.O., S. 132 ff. E. IV.3.4.). Darauf ist zu verweisen. Ergänzend 

zu den vorinstanzlichen Ausführungen ist ferner festzuhalten, dass selbstredend 

ein grosses öffentliches Interesse daran besteht, Straftaten wie die vom 

Beschuldigten begangenen in der Schweiz zu verhindern. Der unterdessen zwei 

Vorstrafen aufweisende Beschuldigte (Urk. 78) offenbarte mit seinen Taten ein 

erhebliches Gefährdungspotenzial, was sich verschuldensmässig in der aus-

gefällten empfindlichen Strafe niederschlägt. Insgesamt überwiegt das öffentliche 

Interesse das private Interesse des Beschuldigten an einem Verbleib in der 

Schweiz bei weitem. Entsprechend ist der Beschuldigte des Landes zu verweisen. 

Auch die von der Vorinstanz angeordnete Dauer der Landesverweisung von fünf 

Jahren ist angemessen und zu übernehmen. 

-   31   -

Die von der Verteidigung (vgl. Urk. 87 S. 9 f.) schliesslich vorgebrachte Rüge an 

der vorinstanzlichen Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Infor-

mationssystem (SIS) ist unbehelflich. Für die Ausschreibung genügt das Vorliegen 

einzelner oder mehrerer Straftaten, die einzeln betrachtet oder in ihrer Gesamtheit 

von einer gewissen Schwere sind. Nicht verlangt wird, dass das individuelle Ver-

halten der betroffenen Person eine tatsächliche, gegenwärtige und hinreichend 

schwere Gefährdung darstellt, die ein Grundinteresse der Gesellschaft berührt. 

Auch die Verneinung einer Rückfallgefahr im Rahmen der Legalprognose und der 

damit einhergehende bedingte Strafvollzug steht der Ausschreibung nicht ent-

gegen. Entscheidend ist auch nicht das ausgesprochene Strafmass. Zu berücksich-

tigen sind in erster Linie die Art und Häufigkeit der Straftaten, die konkreten Tatum-

stände sowie das übrige Verhalten der betroffenen Person (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1178/2019 vom 10. März 2021, E. 4.8. mit Verweisen). Die 

vom Beschuldigten vorliegend begangenen Delikte der Freiheitsberaubung und 

Entführung, einfachen Körperverletzung und Nötigung sind keinesfalls Bagatell-

delikte. So wird die Freiheitsberaubung und Entführung mit einer Freiheitsstrafe bis 

zu fünf Jahre (oder Geldstrafe) bestraft. Der Beschuldigte half mit, den Geschädig-

ten sowohl in seiner Bewegungsfreiheit als auch in seiner körperlichen Integrität 

und in der freien Willensbildung und Willensbetätigung in erheblicher Weise zu be-

einträchtigen. Entsprechend wurde er auch zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten 

verurteilt. Die vom Beschuldigten begangenen Delikte stellen ohne Weiteres eine 

effektive Gefährdung der öffentlichen Sicherheit dar. Nach dem Gesagten ist auch 

eine Ausschreibung der Landesverweisung im Schengener Informationssystem an-

gezeigt. 

V. Kosten

1. Vorinstanzliches Verfahren

Die im angefochtenen Entscheid getroffene Kosten- und Entschädigungsregelung 

(Urk. 75 S. 136 f. E. VI.) ist ausgangsgemäss zu bestätigen. 

-   32   -

2. Berufungsverfahren

Die Gerichtsgebühr ist auf Fr. 3'600.– festzusetzen. Der Beschuldigte unterliegt mit 

seiner Berufung – bis auf eine in Bezug auf die Kostenauflage zu vernach-

lässigende Strafreduktion von einem Monat Freiheitsstrafe – vollumfänglich. 

Entsprechend sind ihm die Kosten des Berufungsverfahrens aufzuerlegen – mit 

Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung. 

Die amtliche Verteidigung macht für das Berufungsverfahren eine Entschädigung 

in der Höhe von Fr. 7'320.10 (inkl. Barauslagen, MwSt. und Berufungsverhandlung) 

geltend (Urk. 85). Der geltend gemachte Aufwand ist ausgewiesen und ange-

messen. Zusammen mit der tatsächlichen Dauer der Berufungsverhandlung ist die 

Entschädigung auf total Fr. 7'800.– festzusetzen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung in der Höhe von Fr. 7'800.– sind einstweilen 

auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldigten 

bleibt gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

Es wird beschlossen:

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Hinwil vom 3. Februar 

2022 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

"Es wird erkannt:

1. […]

2. Der Beschuldigte wird freigesprochen vom Vorwurf der Nötigung im Sinne von Art. 181 

StGB (Anklagepunkt 3.1). 

3. ff. […]

7. Folgende mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. 

DG210017-E, DG210018-E, DG210019-E und DG210021-E auf Voranmeldung und auf 

erstes Verlangen herausgegeben:

-   33   -

 Samsung Galaxy 10+ (Asservat Nr. A013'926'700) mitsamt den SIM-Karten 1 
(Asservat Nr. A013'960'402) und 2 (Asservat Nr. A013'960'424),

 Laptop Acer (Asservat Nr. A013'927'043),

 Samsung Tablet (Asservat Nr. A013'927'054),

 SIM-Karten-Halterung Swisscom (Asservat Nr. A013'927'076).

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der Rechts-

kraft aller obgenannten Urteile bei der für die Lagerung zuständigen Kantonspolizei Zürich, 

Asservate-Triage, beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung durch diese vernichtet.

8. Die folgenden mit Verfügung vom 23. Juli 2021 der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

beschlagnahmten Gegenstände werden dem Geschädigten, B._____, nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-

Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210019-E und DG210021-E auf Voranmeldung und 

auf erstes Verlangen herausgegeben:

 1 Paar Herrenschuhe, schwarz (Asservat Nr. A013'149'763)

 1 ärmelloses T-Shirt, rosarot (Asservat Nr. A013'149'809)

 1 T-Shirt, grau (Asservat Nr. A013'149'810)

 1 Herrenhose, braun (Asservat Nr. A013'149'854)

 1 Herrenjacke, schwarz/grün (Asservat Nr. A013'149'912).

Werden diese Gegenstände nicht innert einer Frist von 3 Monaten nach Eintritt der Rechts-

kraft aller obgenannten Urteile beim für die Lagerung zuständigen Forensischen Institut 

Zürich beansprucht, werden sie ohne weitere Mitteilung durch dieses vernichtet.

9. Die unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut Zürich 

gelagerten Spuren werden – soweit noch vorhanden und mit Ausnahme der in Dispositiv-

Ziffern 7 und 8 genannten Asservate – nach Eintritt der Rechtskraft dieses Entscheides und 

der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, 

DG210019-E und DG210021-E durch dieses vernichtet.

10. Das unter der Referenznummer K191022-082 / 76595023 beim Forensischen Institut Zürich 

gelagerte Messer (Asservat Nr. A014'211'531) wird eingezogen und nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Geschäfts-

Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210019-E und DG210021-E durch dieses vernichtet.

11. Die unter den folgenden Referenznummern bei der Kantonspolizei Zürich, Asservate-

Triage, gespeicherten Datensicherungen werden – soweit noch vorhanden – nach Eintritt 

der Rechtskraft dieses Entscheides und der Entscheide in den Verfahren mit den Ge-

schäfts-Nrn. DG210017-E, DG210018-E, DG210019-E und DG210021-E durch diese ge-

-   34   -

löscht: 05692001N01, 05692001S01, 05692002N01, 05692002S01, 05692003N01, 

05692003S01, 05692003S02, 05692004N01 und 05692004S01.

12. Die Gerichtsgebühr wird angesetzt auf:

Fr. 4'000.00 ; die weiteren Auslagen betragen:

Fr. 2'000.00 Gebühr für das Vorverfahren

Fr. 144.80 Auslagen (Gutachten)

Fr. 500.00 Auslagen Polizei

Fr. 30'872.00 Kosten amtliche Verteidigung (inkl. Auslagen und 7.7 % MwSt). 

13.-14. […]

15. [Mitteilungen]

16.-17. [Rechtsmittel]"

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil. 

-   35   -

Es wird erkannt:

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

 der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 
Abs. 1 und Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 2 und 13),

 der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 
Abs. 2 StGB (Anklagepunkte 4 und 14),

 der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB (Anklagepunkte 6, 7 und 10).

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 30 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis 

heute 590 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird im Umfang von 15 Monaten aufgescho-

ben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt. Im Übrigen (15 Monate) wird 

die Freiheitsstrafe vollzogen.

4. Der Beschuldigte wird im Sinne von Art. 66a StGB für 5 Jahre des Landes 

verwiesen.

5. Die Landesverweisung wird im Schengener Informationssystem ausge-

schrieben. 

6. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 13 und 14) 

wird bestätigt.

7. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:

Fr. 3'600.– ; die weiteren Kosten betragen:

Fr. 7'800.–   amtliche Verteidigung

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse 

genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt gemäss 

Art. 135 Abs. 4 StPO vorbehalten.

-   36   -

9. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben)

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich (versandt) 
 das Migrationsamt des Kantons Zürich (versandt)

sowie in vollständiger Ausfertigung an

 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten

 die Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an

 die Vorinstanz
 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste
 das Migrationsamt des Kantons Zürich 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A 
 die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mittels Formular "Löschung des 

DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials". 
 R._____ AG (Referenz DG210017)

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der gemäss Art. 35 und 35a 

BGerR zuständigen strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts (1000 

Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebe-

nen Weise schriftlich einzureichen.

-   37   -

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes.

Obergericht des Kantons Zürich
I. Strafkammer

Zürich, 11. März 2024

Der Präsident:

lic. iur. B. Gut

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw A. Jacomet

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam ge-

macht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er/sie 

die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte Freiheits-

strafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden (Art. 46 

Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.