# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 56986c71-029d-50b5-8e4c-bfa4b3b218b7
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-08-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 27.08.2013 I/1-2012/208, I/1-2012/209
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2012-208--I-1-20_2013-08-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2012/208, I/1-2012/209

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 27.08.2013

Entscheiddatum: 27.08.2013

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 27.08.2013
Art. 13 Abs. 1 und Art. 15 Abs. 1 StG (sGS 811.1)  Der Steuerpflichtige hat 
Wohnsitz im Kanton St. Gallen und macht geltend, sein Geschäftsbetrieb 
befinde sich im Kanton Schwyz. Den Nachweis eines Betriebes im Kanton 
Schwyz vermag er jedoch nicht zu erbringen, weshalb ein Geschäftsort 
ausserhalb des Kantons St. Gallen zu Recht nicht anerkannt wurde. Da neue 
Tatsachen vorgebracht wurden, liegt die Beweislast für die Merkmale eines 
Geschäftsortes in Schwyz beim Steuerpflichtigen, obwohl die Steuerbehörde 
den Geschäftsort Schwyz im Vorjahr anerkannt hatten. Es besteht kein 
Feststellungsinteresse an einem Entscheid, eine Tätigkeit sei als 
selbständige Erwerbstätigkeit anzuerkennen, wenn die Steuerbehörde die 
Selbstdeklaration des Pflichtigen trotz dieser Auffassung nicht ändert. Bei 
einer Änderung der Deklaration kann ein Leistungsurteil erwirkt werden 
(Verwaltungsrekurskommission, Abteilung I/1, 27. August 2013, I/1-2012/208, 
209).

Präsident Thomas Vögeli, Mitglieder Fritz Buchschacher und Markus 

Frei;Gerichtsschreiberin Louise Blanc Gähwiler

X und Y Z, Rekurrenten und Beschwerdeführer,

vertreten durch lic.iur. Ervin Deplazes, Rechtsanwalt, Kronenstrasse 9, Postfach 426, 

8712 Stäfa,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

und

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Eidgenössische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Abteilung 

Recht, Eigerstrasse 65, 3003 Bern, Beschwerdebeteiligte,

betreffend

Kantons- und Gemeindesteuer (Einkommen und Vermögen 2009 und 2010)

Direkte Bundessteuer (Einkommen 2009 und 2010) 

Sachverhalt:

A.- X und Y Z (Jahrgang 1961 bzw. 1960) wohnen zusammen mit ihren vier Kindern in 

A. X Z ist Inhaber des Einzelunternehmens "M" und Gesellschafter der "N". Beide 

Firmen haben ihren Sitz an der P-Strasse in B SZ, wo X Z mit Vertrag vom 22. bzw. 

31. August 2007 per 1. Oktober 2007 einen Büroraum für monatlich Fr. 790.-- gemietet 

hat. Das Einzelunternehmen bezweckt die Erbringung von Trainings- und 

Beratungsdienstleistungen und wurde am 17. Dezember 2007 im Handelsregister 

eingetragen. Y Z ist kaufmännische Angestellte und arbeitet 60% für das 

Einzelunternehmen ihres Mannes.

B.- X und Y Z deklarierten für die Steuerperiode 2009 ein steuerbares Einkommen von 

Fr. 241'536.-- und ein steuerbares Vermögen von Fr. 1'035'067.-- sowie für die 

Steuerperiode 2010 ein steuerbares Einkommen von Fr. 177'603.-- und ein steuerbares 

Vermögen von Fr. 1'015'526.--. Die Veranlagungsbehörde akzeptierte ohne Präjudiz die 

selbständige Erwerbstätigkeit von X Z mit der Begründung, ob er als unselbständig 

oder selbständig Erwerbstätiger erfasst werde, mache steuerlich fast keinen 

Unterschied. Dagegen erkannte sie den Sitz des Einzelunternehmens in B SZ steuerlich 

nicht an. Zur Begründung führte sie an, angesichts der Untervermietung des Büros an 

zwei weitere Firmen reduziere sich der Nettomietaufwand auf Fr. 0.-- bzw. im Jahr 

2009 sei er sogar positiv. Die Mietrechnungen mit den Untermietern liessen auf eine 

eigene Steuerstrategie schliessen: Die Adresse in B SZ sei lediglich ein Scheindomizil, 

denn auch den Untermietern vermiete der Steuerpflichtige die Räumlichkeiten mit 

zusätzlichem Service, wie Postentgegennahme und Weiterleitung, 

Anrufentgegennahme, Empfang, Raumreinigung, Telefon, Kopier- und Faxgerät sowie 

Büromobiliarbenützung. Deshalb finde keine Steuerausscheidung mit B SZ statt. Für 

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das Jahr 2010 nahm die Veranlagungsbehörde bei den Einkünften aus selbständiger 

Erwerbstätigkeit sodann diverse Korrekturen vor. X und Y Z wurden am 3. April 2012 

für die Direkte Bundessteuer 2009 bzw. 2010 mit einem steuerbaren Einkommen von 

Fr. 229'800.-- bzw. Fr. 186'500.-- veranlagt. Bei der Kantons- und Gemeindesteuer 

2009 bzw. 2010 setzte die Veranlagungsbehörde das steuerbare Einkommen auf 

Fr. 241'500.-- bzw. Fr. 180'600.-- und das steuerbare Vermögen auf Fr. 1'033'000.-- 

bzw. Fr. 1'015'000.-- fest. Das kantonale Steueramt wies die gegen diese 

Veranlagungen erhobenen Einsprachen mit Entscheiden vom 23. Oktober 2012 ab.

C.- Gegen die Einspracheentscheide erhoben X und Y Z mit Eingabe ihres 

Rechtsvertreters vom 23. November 2012 Rekurs bzw. Beschwerde bei der 

Verwaltungsrekurskommission mit den Anträgen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen sei der Einspracheentscheid vom 23. Oktober 2012 aufzuheben 

und die Einsprache gegen die Veranlagungen vom 3. April 2012 betreffend die 

Kantons- und Gemeindesteuer bzw. Direkte Bundessteuer 2009 und 2010 

gutzuheissen. Weiter sei bei der Kantons- und Gemeindesteuer 2009 bzw. 2010 das 

steuerbare Einkommen auf Fr. 33'600.-- zum Satz von Fr. 241'500.-- bzw. auf 

Fr. 32'900.-- zum Satz von Fr. 180'600.-- und das steuerbare Vermögen auf 

Fr. 845'000.-- zum Satz von Fr. 1'033'000.-- bzw. auf Fr. 830'000.-- zum Satz von 

Fr. 1'015'000.-- festzulegen. Bei der Direkten Bundessteuer sei das steuerbare 

Einkommen für das Steuerjahr 2009 auf Fr. 229'800.-- und für das Steuerjahr 2010 auf 

Fr. 186'500.-- festzulegen. Schliesslich sei das Erwerbseinkommen des Rekurrenten 

bzw. Beschwerdeführers an seinem Geschäftsort in B SZ als Einkommen aus 

selbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren, das Einkommen dem Kanton Schwyz 

als sekundäres Steuerdomizil zu 100% zu überlassen und die Steuerausscheidung 

aufgrund dieser Grundlage vorzunehmen

Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 23. Januar 2013 die 

kostenfällige Abweisung der Rechtsmittel. Zur vorinstanzlichen Vernehmlassung 

nahmen die Rekurrenten und Beschwerdeführer mit Eingabe vom 14. Februar 2013 

Stellung. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat stillschweigend auf eine 

Stellungnahme zur Beschwerde verzichtet.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung der Anträge wird, 

soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen.

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Erwägungen:

1.- Angefochten sind die Einspracheentscheide hinsichtlich der Veranlagungen der 

Kantons- und Gemeindesteuern 2009 und 2010 sowie der Direkten Bundessteuer 2009 

und 2010. Zwar müssen für Rekurs und Beschwerde verschiedene Entscheide 

ergehen; sie können indessen in einem einzigen Dokument mit Verweisungen und 

einem gemeinsamen Dispositiv, das die beiden Steuern allerdings ausdrücklich 

auseinanderhält, enthalten sein (vgl. BGE 130 II 509 = Pra 2005 Nr. 114 E. 8.3, BGE 

135 II 260 = Pra 2010 Nr. 37 E. 1.3.1).

2.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurs- sowie zur Beschwerdeerhebung ist gegeben. Der Rekurs sowie die 

Beschwerde vom 23. November 2012 sind rechtzeitig eingereicht worden. Sie erfüllen 

in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 

des St. Galler Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 140 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die direkte Bundessteuer, SR 642.11, abgekürzt: DBG; Art. 7 der 

Verordnung zum Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, sGS 815.1; Art. 41 lit. h 

Ziff. 1 und Art. 48 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, 

abgekürzt: VRP). Die Sachurteilsvoraussetzungen sind somit erfüllt.

3.- Die Rekurrenten und Beschwerdeführer beantragen, dass das Erwerbseinkommen 

des Rekurrenten bzw. Beschwerdeführers an seinem Geschäftsort in B SZ als 

Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit zu qualifizieren sei.

a) Dem Begehren um Erlass einer Feststellungsverfügung ist nach der Rechtsprechung 

nur zu entsprechen, wenn die Gesuchsteller darlegen, dass sie an der Beseitigung 

einer Unklarheit über den Bestand, Nichtbestand oder Umfang öffentlichrechtlicher 

Rechte und Pflichten interessiert sind, weil sie sonst Gefahr laufen würden, ihnen 

nachteilige Massnahmen zu treffen oder zu unterlassen. Das trifft namentlich dann 

nicht zu, wenn sie ihre Interessen ebenso gut mit dem Begehren um Erlass einer 

Leistungs- oder Gestaltungsverfügung wahren können. Im Bereich der direkten 

Bundessteuer besteht mit Bezug auf die Zulässigkeit von gesetzlich nicht ausdrücklich 

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vorgesehenen Feststellungsentscheiden eine zurückhaltende Praxis (BGE 2A.74/2003 

vom 8. September 2004 E. 1.5).

b) Die Vorinstanz ging in den Einspracheentscheiden vom 23. Oktober 2012 beim 

Rekurrenten und Beschwerdeführer zwar von einem Angestelltenverhältnis aus, 

änderte die Veranlagung aber nicht ab. Sie akzeptierte somit im Ergebnis sowohl für 

2009 als auch für 2010 die selbständige Tätigkeit des Rekurrenten und 

Beschwerdeführers. Sollte dessen Erwerbstätigkeit in Zukunft als unselbständig 

erachtet und die Rekurrenten und Beschwerdeführer dementsprechend veranlagt 

werden, haben Letztere die Möglichkeit, die Veranlagungsverfügung erneut 

anzufechten. Damit fehlt es an einem Feststellungsinteresse. Es ist daher sowohl auf 

die Beschwerde als auch auf den Rekurs, soweit es um die Feststellung der 

selbständigen Erwerbstätigkeit geht, nicht einzutreten.

4.- Im Rekurs ist umstritten, ob der zivilrechtliche Sitz der Einzelfirma des Rekurrenten 

und Beschwerdeführers im Kanton Schwyz steuerrechtlich anzuerkennen ist und damit 

für die Jahre 2009 und 2010 alle oder ein Teil der Einkünfte nicht im Kanton St. Gallen, 

wo die Rekurrenten und Beschwerdeführer wohnen, sondern im Kanton Schwyz 

steuerbar sind.

a) aa) Gemäss Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen aufgrund persönlicher 

Zugehörigkeit steuerpflichtig, wenn sie ihren steuerrechtlichen Wohnsitz oder 

Aufenthalt im Kanton haben. Die Steuerpflicht endet nach Art. 19 Abs. 2 StG unter 

anderem mit dem Wegfall der im Kanton steuerbaren Werte. Die Steuerausscheidung 

erfolgt im Verhältnis zu anderen Kantonen nach den Grundsätzen des Bundesrechts 

über das Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung (Art. 16 Abs. 1 StG). Zu 

beachten ist insbesondere die bundesrechtliche Rechtsprechung zum Verbot der 

Doppelbesteuerung gemäss Art. 127 Abs. 3 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101, abgekürzt: BV). Gemäss Art. 15 Abs. 1 

StG ist die Steuerpflicht bei persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt, erstreckt sich 

aber nicht auf Geschäftsbetriebe, Betriebsstätten und Grundstücke ausserhalb des 

Kantons.

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bb) Die Rekurrenten und Beschwerdeführer haben Wohnsitz in A, weshalb sie aufgrund 

persönlicher Zugehörigkeit im Kanton St. Gallen unbeschränkt steuerpflichtig sind 

(Art. 3 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der direkten Steuern der 

Kantone und Gemeinden [SR 642.14, abgekürzt: StHG]). Daneben ist der Rekurrent 

und Beschwerdeführer Inhaber einer Einzelunternehmung in B SZ. Damit fragt sich, 

inwieweit die Einkünfte aus dieser Erwerbstätigkeit mittels Steuerausscheidung im 

Kanton Schwyz zu besteuern sind.

b) aa) Der Sitz des Einzelunternehmens muss nicht mit dem Wohnsitz von dessen 

Inhaber übereinstimmen (Meier-Hayoz/Forstmoser, Schweizerisches 

Gesellschaftsrecht, 10. Aufl. 2007, S. 757). Befindet sich der Wohnsitz des 

Selbständigerwerbenden in einem anderen Kanton als der Geschäftsort, steht die 

Besteuerung des Unternehmens dem Kanton zu, in welchem sich der Geschäftsort 

befindet. Der Selbständigerwerbende wird m.a.W. am Geschäftsort aufgrund 

wirtschaftlicher Zugehörigkeit beschränkt steuerpflichtig (Art. 4 Abs. 1 StHG). Inhaber 

von Einzelfirmen unterliegen deshalb der beschränkten Steuerpflicht in demjenigen 

Kanton, in welchem sich der zivilrechtliche Sitz der Einzelfirma befindet. Falls der Ort 

der wirklichen Leitung der Gesellschaft jedoch nicht mit dem formellen zivilrechtlichen 

Sitz übereinstimmt, besteht die Anknüpfung für die beschränkte Steuerpflicht am Ort 

der wirklichen Leitung respektive am Ort, wo sich feste Anlagen und Einrichtungen 

befinden (Bauer-Balmelli/Nyffenegger, in: Zweifel/Athanas, Kommentar zum 

Schweizerischen Steuerrecht, Band I/1, 2 Aufl. 2002, N 3 zu Art. 4 StHG; J. von Ah, Die 

Besteuerung Selbständigerwerbender, 2. Aufl. 2011, S. 162).

Das Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit, das in einer 

Geschäftsniederlassung mit ständigen Einrichtungen erzielt wird, und das dieser 

Tätigkeit dienende Vermögen sind nach der Rechtsprechung am Geschäftsort zu 

versteuern. Eine Niederlassung ausserhalb des Wohnsitzkantons kann allerdings nicht 

schon aufgrund einer bloss formalen Erklärung (Handelsregistereintrag, Briefkasten 

oder Postfach) angenommen werden. Vielmehr muss sich die dortige Tätigkeit in 

ständigen körperlichen Anlagen und Einrichtungen entfalten, welche aber nicht im 

Eigentum des Inhabers zu stehen haben. Eine Geschäftsniederlassung wird verneint, 

wenn sie den wirklichen Verhältnissen nicht entspricht und als künstlich geschaffen 

erscheint. Dann sind Berufseinkommen und Erwerbsvermögen am Hauptsteuerdomizil 

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steuerbar. Wird ein solches Spezialdomizil geltend gemacht, so fordert die Praxis 

weiter, dass sich die Erwerbstätigkeit hauptsächlich am Geschäftsort abspielt. Bei 

Tätigkeiten, die ihrer Natur nach nicht überwiegend von an sich vorhandenen ständigen 

Anlagen und Einrichtungen aus erbracht werden, sondern dezentral bei diversen 

Kunden beziehungsweise Abnehmern, kann es nicht darauf ankommen, wo diese 

wohnhaft sind. Es genügt, dass die übrigen Tätigkeiten (z.B. Vorbereitungs- sowie 

administrative Arbeiten) vorwiegend am Geschäftsort ausgeübt werden (BGE 

2C_785/2011 vom 1. März 2012 E. 2.2; BGE 2C_726/2010 vom 25. Mai 2011 E. 2.2). 

Das Spezialsteuerdomizil des Geschäftsortes ist im Übrigen vom sekundären 

Steuerdomizil der Betriebsstätte zu unterscheiden. Eine solche setzt ständige 

körperliche Anlagen oder Einrichtungen an einem Ort voraus, wo sich ein qualitativ und 

quantitativ wesentlicher Teil des technischen und kommerziellen Betriebs des 

Unternehmens vollzieht. Während also bei der Betriebsstätte quantitative (und 

qualitative) Überlegungen anzustellen sind, geht es beim Spezialsteuerdomizil des 

Geschäftsortes darum, wo sich der Mittelpunkt eines geschäftlichen Betriebs befindet. 

Nur wenn kein solcher zu lokalisieren ist, sind Erwerbseinkommen und -vermögen am 

Hauptsteuerdomizil steuerbar (StE 2011 A 24.24.41 Nr. 4 E. 2a; BGE 2C_667/2008 vom 

4. März 2009 E. 2.3, in: StE 2009 A 24.24.41 Nr. 3 E. 2.2 und 2.3).

bb) In Bezug auf die Beweislast gilt grundsätzlich, dass es der Behörde obliegt, den 

Wohnsitz als steuerbegründende Tatsache darzutun. Dem Pflichtigen kann aber der 

Gegenbeweis für die von ihm behauptete Steuerpflicht an einem neuen Ort auferlegt 

werden, wenn die von der Behörde angenommene Steuerpflicht als sehr 

wahrscheinlich gilt. Diese Praxis gilt auch, wenn zwar nicht der Ort des 

Hauptsteuerdomizils umstritten ist, sondern ein Nebensteuerdomizil (d.h. ein 

sekundäres Steuerdomizil oder ein Spezialsteuerdomizil) in Frage steht, sei es, dass ein 

solches Domizil neu begründet oder ein bisheriges aufgehoben wird (BGE 

2C_726/2010 vom 25. Mai 2011 E. 2.3).

c) Das Einzelunternehmen "M" hat gemäss Handelsregister seit 17. Dezember 2007 

seinen Sitz in B SZ an der P-Strasse. Gemäss Arbeitsvertrag vom 1. Dezember 2007 

arbeitet die Rekurrentin und Beschwerdeführerin 60% als Leiterin Administration und 

Finanzen für die Einzelunternehmung ihres Ehemannes. Der Arbeitsort wurde dabei auf 

das Geschäftsdomizil in B SZ festgelegt (vgl. act. 6/3.05). Dementsprechend 

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deklarierten die Steuerpflichtigen in den Steuererklärungen 2009 und 2010 die 

Fahrkosten der Ehefrau für die Verwendung des privaten Motorfahrzeuges an 230 

Tagen im Jahr zwischen Wohn- und Arbeitsstätte als Berufskosten (act. 6/8.03+9.03). 

Im Widerspruch dazu steht die Untervermietung des Büros an die "N" in den Jahren 

2009 und 2010, dessen Gesellschafter zu 50% zwar ebenfalls der Rekurrent und 

Beschwerdeführer ist. Ausschlaggebend ist jedoch, dass die andere Gesellschafterin 

zugleich Geschäftsführerin ist und somit das operative Geschäft führt. Weiter wurde die 

Räumlichkeit im Jahr 2010 zudem an das Einzelunternehmen "O" untervermietet, 

dessen Inhaber – der Bruder des Rekurrenten und Beschwerdeführers – gemäss 

eigenen Aussagen das Büro tagsüber benutzt und es nur selten zu Überschneidungen 

mit seinem Bruder komme. Von anderen Überschneidungen, insbesondere mit seiner 

Schwägerin, ist nicht die Rede, obwohl Letztere gemäss Arbeitsvertrag immerhin die 

Administration und Finanzen der "M" leitet und gemäss Steuerdeklaration und eigener 

Aussage täglich vormittags im Büro in B SZ anwesend sein will (vgl. act. 6/7.13). Weiter 

ist die "M" im Telefonbuch zwar registriert, jedoch nur über eine Mobiltelefonnummer 

erreichbar. Dies, obwohl die Vermieterin des Büros gemäss Dienstleistungsvertrag vom 

14. Mai 2008 dem Einzelunternehmen eine Festnetznummer zur Verfügung stellt 

(act. 2/4).

Aufgrund der dargelegten Umstände kann nicht davon ausgegangen werden, dass die 

Vorbereitungs- sowie administrativen Arbeiten vorwiegend am Geschäftsort in B SZ 

ausgeübt werden. Der zivilrechtliche Firmensitz des Einzelunternehmens des 

Rekurrenten entspricht daher nicht den wirklichen Verhältnissen. Daran ändert nichts, 

dass im Jahr 2008 eine Steuerausscheidung mit dem Kanton Schwyz vorgenommen 

wurde. Im Grundsatz ist es zwar richtig, dass für das Jahr 2009 aufgrund der 

Steuerausscheidung für das Jahr 2008 neue Tatsachen nachzuweisen sind. Nachdem 

aber bekannt wurde, dass im Einfamilienhaus der Familie Z ein Büro vorhanden ist und 

das Büro in B SZ an zwei weitere Unternehmen untervermietet wurde, durfte die 

Vorinstanz ohne weiteres den Sachverhalt neu überprüfen. Hinzu kommt, dass die 

Vorinstanz im Einspracheentscheid vom 23. April 2010 betreffend Steuerperiode 2008 

davon ausging, dass die Rekurrentin und Geschäftsführerin täglich nach B SZ fahre, 

weshalb auch der Fahrkostenabzug an 230 Tagen gewährt wurde (vgl. act. 6/7.14). Die 

Behauptung, dass dem Steuerkommissär die Untermietverträge bereits bei der 

Veranlagung für das Jahr 2008 bekannt gewesen seien, konnte nicht nachgewiesen 

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werden. Immerhin wurde die Frage des Steuerkommissärs anlässlich des 

Augenscheins vom 19. April 2010, ob das Büro ausschliesslich und uneingeschränkt 

den Rekurrenten und Beschwerdeführern zur Verfügung stehe, bejaht (vgl. act. 6/7.12). 

Dabei sind keine Gründe ersichtlich, im vorliegenden Fall an der Richtigkeit des 

Augenschein-Protokolls zu zweifeln. Insbesondere kennt das Steuerverfahren keinen 

Zeugenbeweis. Es wäre daher an den Steuerpflichtigen gelegen, Urkunden 

einzureichen, welche an der Glaubwürdigkeit des Steuerkommissärs zweifeln liessen. 

So ist Letzterer aufgrund seiner Amts- und Dienstpflicht immerhin zu 

wahrheitsgemässer Auskunft gehalten (vgl. M. Zweifel, in: Zweifel/Athanas, Kommentar 

zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2b, 2 Aufl. 2008, N 23 ff. zu Art. 115 DBG). 

Unbehilflich ist sodann der Verweis auf den Entscheid der 

Verwaltungsrekurskommission vom 15. November 2011 (VRKE I/1-2010/229, abrufbar 

auf: www.gerichte.sg.ch), da es vorliegend nicht um den Nachweis einer 

ausserkantonalen Betriebsstätte, sondern eines ausserkantonalen Geschäftsortes geht. 

Nicht zutreffend ist schliesslich, dass die Veranlagung für das Steuerjahr 2008 parallel 

zur Veranlagung für die Jahre 2009 und 2010 verlief (vgl. Veranlagungsberechnung vom 

2. Februar 2010 für das Jahr 2008 [act. 6/7.10], Veranlagungsberechnungen jeweils 

vom 3. April 2012 für die Jahre 2009 und 2010 [act. 6/8.12, 6/9.12]).

Das Einkommen des Rekurrenten aus seiner Trainings- und Beratungstätigkeit ist somit 

nicht am Firmensitz in B SZ zu besteuern, sondern in A. Daher ist der Rekurs 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

5.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Kosten des Verfahrens den 

Rekurrenten und Beschwerdeführern aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP und Art. 144 

Abs. 1 DBG). Da das Rekurs- und Beschwerdeverfahren in ein und demselben 

Entscheid behandelt werden, ist eine Entscheidgebühr von je Fr. 1’000.-- (insgesamt 

Fr. 2’000.--) angemessen (vgl. Art. 144 Abs. 5 DBG i.V.m. Art. 7 Ziff. 122 der 

Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der Kostenvorschuss von Fr. 2'000.-- ist zu 

verrechnen.

Entscheid:

1.    Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

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2.    Der Rekurs wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

3.    Die Rekurrenten und Beschwerdeführer bezahlen die Kosten des Rekurs-

       und Beschwerdeverfahrens von je Fr. 1’000.-- unter Verrechnung des

       Kostenvorschusses von total Fr. 2'000.--.

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