# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 179eca44-d185-5f39-b196-2e2f5367b101
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-01
**Language:** de
**Title:** Kantonale Jagdschiessanlage Bülach.
**Docket/Reference:** BRGE IV Nr. 0101/2016
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iv_nr._0101-2016_vom_1._september_2016.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
4. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE IV Nr. 

R4.2015.00083 
0101/2016 

Entscheid vom 1. September 2016 

Mitwirkende 

Abteilungsvizepräsidentin Margrit Manser, Baurichter Reto Philipp, Baurich-
ter Urs Hany, Gerichtsschreiber Roland Blaser     

in Sachen 

Rekurrentin 

Stiftung X, [….[  

gegen 

Rekursgegnerin 

1.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

Mitbeteiligter 

2.  Gemeinderat Bülach, 8180 Bülach  

betreffend 

Verfügung  der  Baudirektion  Nr.  0505/15  vom  18. Mai  2015;  Festsetzung 
Kantonaler  Gestaltungsplan  "Jagdschiessanlage  Widstud,  Bülach",  Kat.-
Nrn. 3958, 3959 und 2286, Bülach 
_______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A.  

Mit Verfügung Nr. 0505/15 vom 18. Mai 2015 setzte die Baudirektion Kan-

ton  Zürich  den  kantonalen  Gestaltungsplan  "Jagdschiessanlage  Widstud, 

Bülach" fest (Grundstücke Kat.-Nrn. 3958, 3959 und 2286). Die Publikation 

im Amtsblatt des Kantons Zürich datiert vom 22. Mai 2015.  

B.  

Dagegen  rekurrierte  die  Stiftung  X  mit  Eingabe  vom  19. Juni 2015  binnen 

gesetzlicher Frist beim Baurekursgericht des Kantons Zürich. Sie beantrag-

te  dabei  (explizite  Streichungen  und  Neufassungen  in  den  Gestaltungs-
planvorschriften [GPV] in kursiver dunkelroter Schrift): 

"1.  Es  sei  das  Lärmgutachten  vom  16.  Juni  2014  zu  ergänzen  und  als 
Messpunkt  die  nächstgelegene  Liegenschaft  in  der  ES  II  auf  dem 
Grundstück der Rekurrentin aufzunehmen. 

  2.  Die  mit  Verfügung  vom 18. Mai 2015 erfolgte  Festsetzung des  Gestal-

tungsplans Jagdschiessanlage Widstud sei aufzuheben. 

  3.  Eventualiter  sei  der  Gestaltungsplan  Jagdschiessanlage  Widstud  zur 
Überarbeitung insbesondere der folgenden Punkte zurückzuweisen. 
-  Der  Betrieb  sei  auf  eine  Jagdschiessanlage  zu  beschränken  und  der 
erforderliche Perimeter sowie die Betriebszeiten und Betriebsinten-
sität seien entsprechend zu reduzieren. 

-  Der Gestaltungsplanperimeter sei so zu verkleinern, dass  die Wald-
abstandslinie von 30 m eingehalten wird (betrifft Art. 2 Gestaltungs-
plan und weitere Planeinträge). 

-  Der  Baubereich  A  sei  auf  40  Parkplätze  zu  verkleinern  und  so  zu 
platzieren,  dass  gegenüber  dem  Biotop  am  Simeligraben  ein  Min-
destabstand von 30 m zwischen dem Sicherheitszaun und dem Bio-
top verbleibt. 

-  Die einzelnen Vorschriften seien wie folgt abzufassen: 
-  Art.  1:  [….]  Die  Anlage  soll  an  den  gesamten  Bedarf  an  jagdlicher 
Schiesskapazität für  praktische Ausbildung, Training und  praktische 
Weiterbildung  im  Kanton  Zürich  sowie  das  festgelegte  Kontingent 
des sportlichen Schiessens abdecken beitragen. 

-  Art.  6  Absatz  2  (neu):  Der  Baubeginn  für  die  Jagdschiessanlage  darf 
erst  bewilligt  werden,  wenn  die  gute  Erreichbarkeit  mit  öffentlichen 
Verkehrsmitteln sichergestellt ist. Die Betriebsbewilligung darf erst er-
teilt werden, wenn die Anlage mit öV gut erschlossen ist. 

-  Art. 7 a): [….] inklusive maximal 120 40 Parkplätze. 
-  Art.  7  b):  Im  Baubereich  B1:  Hauptgebäude  mit  allgemeinen  Er-

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schliessungsflächen,  Technikräumen,  sanitären  Einrichtungen,  La-
gern,  Büro-/Verwaltungsräumen,  Schulungsräumen,  einer  Büch-
senmacherei mit Werkstatt und Verkaufsladen (beschränkt auf Arti-
kel  für  Jagd-/Schiessbedarf),  Restaurationsbetrieb,  einer  Werkstatt 
mit  Verkaufsbereich  für  den  Erwerb  der  vorgegebenen  Produkte, 
Schiesskino,  Indoorschiessanlagen  (ohne  Paintball,  Combat  oder 
ähnlichem)  sowie  gedeckter,  lärmabsorbierend  ausgestalteter  Ab-
schussbereich für die Kugelanlagen im Freien. Sämtliche Flächen sind 
auf das für den Betrieb der Jagdschiessanlage zwingend erforderliche 
Mass zu beschränken. 

-  Zu  Art.  7d):  (Die  für  die  Kugelschiessanlage  vorzusehenden  Lärm-
schutzmassnahmen seien in Art. 7d dahingehend zu definieren, dass 
die Belastungsgrenzwerte gemäss Anhang 9 der Lärmschutzverord-
nung eingehalten werden). 

-  Art.  7e)  sei  wie  folgt  zu  ersetzen:  Jagdliche  Schrotschiessanlagen  im 
Freien, inklusive Lärmschutzmassnahmen (Die vorzusehenden Lärm-
schutzmassnahmen  seien  in  Art.  7d)  dahingehend  zu  definieren, 
dass  die  Belastungsgrenzwerte  gemäss  Anhang  9  der  Lärmschutz-
verordnung eingehalten werden). 

-  Art. 8 Abs. 2: Die  Geschosszahl des  Hauptgebäudes  [….] (UG2, UG1) 

und ein Erdgeschoss (EG) beschränkt. 

-  Art. 8 Abs. 3 und 4 seien mit Ausnahme der Zulassung einer für den 
Jagdausbildungsbetrieb  angemessenen  Fläche  für  eine  Werkstatt 
inkl. Verkaufsladen mit zugehörigem Lager im Baubereich B1 ersatz-
los zu streichen. 

-  Art. 9 Abs. 1: In den Baubereichen sind [….] zu gestalten, dass  mög-

lichst wenig Fläche beansprucht und eine besonders gute [….] 

-  Art.  9  Abs.  2:  Dachflächen  sind  so  zu  gestalten,  dass  sie  extensiv  be-

grünt werden können. [….]  

-  Art. 9 Abs. 3: Die Ausgestaltung [….] ergibt sich im Weiteren aus den 

technischen [….] 

-  Art. 11 Abs. 1: Die Jagdschiessanlage hat bei sämtlichen im Zeitpunkt 
der  Erteilung  der  Baubewilligung  bestehenden,  für  eine  Wohn-  oder 
Arbeitsnutzung  heute  oder  künftig  verwendbaren  Gebäuden  die  Pla-
nungswerte gemäss [….] einzuhalten. 

-  Art.  11  Abs.  3  lit.  c:  Streichen,  da  ausserhalb Baugebiet  keine  Trap- 

und Skeet-Anlage erstellt werden kann. 

-  Art. 11 Abs. 3 lit. e (neu):  Es dürfen pro Jahr nicht mehr als 207'000 
Schüsse  abgegeben  werden.  Ist  das  Maximum  zulässiger  Schüsse  er-
reicht, ist der Betrieb einzustellen. Der Betreiber teilt die Anzahl abge-
gebener Schüsse jährlich den vom Lärm betroffenen Liegenschaftenei-
gentümern wie auch der Stadt Bülach mit. 

-  Art. 11 Abs. 4 1. Satz: Die Einhaltung der Planungswerte ist vor Be-
triebsaufnahme  Bewilligungserteilung  durch  Lärmsimulationen  zu 
verifizieren  und  in  der  Betriebsphase  durch  die  jährliche  Erhebung 
der  Betriebszahlen  [….]  im  Rahmen  des  Controllings  sowie  durch 
weitere  Messungen  bei  wesentlichen  Veränderungen  halbjährliche 
Messungen bei Volllast. 

-  Art. 11 Abs. 4 2. Satz: Ersetzen durch:  Können die Planungswerte im 
Betrieb  nicht  eingehalten  werden,  ist  der  Betrieb  bis  zur  Sanierung 

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einzustellen. 

-  Art. 12  Abs. 1: Ergänzen mit: Die Schadstoffwerte sind der Gemeinde 

Bülach mitzuteilen. 

-  Art. 13, Titel: Auf der Anlage zugelassene Produkte 
-  Art.  13  Abs.  1:  Ersetzen  durch:  Auf  der  Anlage  dürfen  nur  Munition 
und  Wurfscheiben  verwendet  werden,  die  dem  neuesten  Stand  der 
Technik  und  den  neuesten  ökologischen  Erkenntnissen  entsprechen. 
Zur  Gewährleistung  dieser  Bedingungen  sowie  zur  Erfassung  der  An-
zahl  abgegebener  Schüsse  müssen  die  Produkte  auf  der  Anlage  bezo-
gen werden. 

-  Art.  13  Abs.  2  und  3  werden  zu  Abs.  2:  Bei  sämtlichen  Anlagen  sind 
die  verschossene  Munition,  das  Schrot  und  die  Wurfscheiben  mit  ge-
eigneten  Systemen  vollständig  aufzufangen,  einzusammeln  und  lau-
fend umweltgerecht zu entsorgen oder zu verwerten. 

-  Art. 16: (Die ökologischen Auflagen seien an besonders gefährdeten 
Arten  auszurichten,  so  dass  ein  effektiver  ökologischer  Mehrwert 
entsteht). 

-  Art. 17: [….] Zur Kompensation sind im Kanton Zürich durch Aufwer-
tung von minderwertigem Boden 5.68 Hektaren Fruchtfolgeflächen in 
einer dem Verlust gleichwertigen Qualität zu erstellen. Der Ersatz der 
Fruchtfolgeflächen  ist  im  Detail  zu  planen.  Die  Betriebsbewilligung 
kann erst erteilt werden, wenn die Umsetzung der Aufwertung in Aus-
führung begriffen ist. 

-  Art.  18:  Einfügen  eines  2.  Satzes:  Die  betroffenen  Anstösser  sind  in 
Form der Anhörung in den Reglementserlass einzubeziehen.  Einfügen 
eines 4. Satzes: Das Betriebsreglement muss überarbeitet werden, soll-
ten sich im Betrieb negative Auswirkungen  auf die Nachbarschaft, die 
Erschliessungsträger oder auch den Wildkorridor zeigen. 

-  Art. 19 Abs. 1: Die Anlage dient alleine der Ausbildung von Jägern und 
kann  entsprechend  nur  von  Jägern  und  Personen,  die  in  Ausbildung 
zum Jäger sind, genutzt werden. Ausgebildete oder in Ausbildung be-
findliche  Jäger  und  Sportschützen  werden  [….].  Es  können  sich  nur 
Jäger mit Wohnsitz im Kanton Zürich registrieren lassen. 

-  Art. 19 Abs. 2 -5 seien ersatzlos zu streichen. 
-  Art. 20 Abs. 1 sei ersatzlos zu streichen. 
-  Art.  20  Abs.  2:  Die  Aussenanlagen  dürfen  an  maximal  135  Schiess-

halbtagen im Jahr in Betrieb stehen. 

-  Art. 20 Abs. 3: Die Aussenanlagen dürfen an Werktagen (Montag bis 
Samstag) am Morgen nicht vor 8.00 Uhr und am Abend bis maximal 
um 19.00 Uhr geöffnet sein. Über Mittag ist eine Ruhepause von ei-
ner Stunde einzuhalten von Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 12.00 
Uhr und an Samstagen von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr in Betrieb sein. 
-  Art.  20  Abs.  4:  An  Nachmittagen  von  Montag  bis  Freitag,  am  Sams-
tagmorgen  und  an  Sonn-  und  allgemeinen  Feiertagen  oder  ausser-
halb  der  Betriebszeiten  ist  die  Benutzung  der  Aussenanlagen  nicht 
zulässig.  Für  die  Nachmittage  von  Montag  bis  Freitag  und  am  Sams-
tagmorgen können während der Schulferien von der Baudirektion bei 
ausgewiesenem  Bedarf  Ausnahmen  bewilligt  werden.  Die  maximalen 
Öffnungszeiten  von  08.00  Uhr  bis  12.00  Uhr  und  14.00  Uhr  bis  18.00 

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Uhr  und  die  maximale  Anzahl  Schiesshalbtage  pro  Jahr  dürfen  nicht 
überschritten werden. nur an maximal 4 Sonderanlässen pro Jahr zu-
lässig, die von der Baudirektion bewilligt werden müssen. 

C.  

Mit Verfügung vom 23. Juni 2015 wurde der Eingang des Rekurses vorge-

merkt,  diesem  die  aufschiebende Wirkung  zuerkannt  sowie  das  Vernehm-

lassungsverfahren eröffnet. 

D.  

In ihrer Rekursantwort vom  24. August 2015 beantragte die  Rekursgegne-

rin  die  Abweisung  des  Rekurses.  Der  mitbeteiligte  Gemeinderat  Bülach 

liess sich nicht vernehmen. 

E.  

Die  Replik  der  Rekurrentin  datiert  vom  15. September  2015.  Mit  Eingabe 

vom  28. September  2015  verzichtete  der  Gemeinderat  Bülach  explizit  auf 

eine Duplik. Die Rekursgegnerin duplizierte am 6. Oktober 2015. 

F.  

Am  6. November  2015  führte  eine  Delegation  der  4. Abteilung  des  Baure-

kursgerichts  einen  Augenschein  vor  Ort  durch.  Dabei  wurde  die  Rekurs-

gegnerin im Sinne des rekurrentischen Antrags 1 zu  zusätzlichen Lärmbe-
rechnungen auf dem Areal des Schulinternats [….] verpflichtet. 

G.  

Diese  Berechnungen  wurden  dem  Baurekursgericht  am  11. November 

2015  zugestellt.  Die  rekurrentische  Stellungnahme  datiert  vom  4. Dezem-

ber  2015.  In  der  Folge  kam  es  auch  zu  keiner  einvernehmlichen  Lösung 

zwischen den Parteien. 

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H. 

Auf  die  Vorbringen  der  Parteien  und  die  Ergebnisse  des  Augenscheins 

wird,  soweit  entscheidrelevant,  in  den  nachstehenden  Erwägungen  Bezug 

genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die rekurrentische Stiftung ist Eigentümerin und seit langen Jahren Betrei-
berin  [….]  eines  Schulinternats.  Dort  werden  Jugendliche  betreut,  die  im 
Rahmen  der Volksschule  nicht  weiter gefördert werden  können und  deren 

soziale  Umstände  eine  Platzierung  in  einer  stationären  Einrichtung  erfor-
derlich  machen  [….].  Das  Internat  ist  rund  400 m  von  der  geplanten 
Schiessanlage  entfernt,  welche  Lärm  emittiert.  Damit  ist  die  Rekurrentin 

mehr als irgendwelche  Dritte  oder die  Allgemeinheit  in  ihren  eigenen  Inte-

ressen  betroffen  sowie  aufgrund  ihrer  Rügen  gemäss  § 338a  des  Pla-

nungs-  und  Baugesetzes  (PBG)  rechtsmittellegitimiert,  weshalb  auf  den 

Rekurs einzutreten ist.  

2.  

Der  Kanton  Zürich  plant  die  Erstellung  einer  gesamtkantonalen  Jagd-

schiessanlage  auf  dem  Areal  der  Kiesgrube  Widstud  im  nördlichen  Ge-

meindegebiet  von  Bülach.  Das  strittige  Bauvorhaben  liegt  in  der Landwirt-

schaftszone.  Die  Kiesgrube  ist  nur  noch  teilweise  in  Betrieb.  Ein  Teil  der 

seit 1965 bestehenden Grube ist bereits rekultiviert worden.  

Vorgesehen sind verschiedene Schiessanlagen für die Aus- und Weiterbil-

dung  im  jagdlichen  Schiessen  für  die  Zürcher  Jägerschaft  (inklusive  einer 

limitierten Mitbenutzung durch Sportschützen) sowie u.a. Schulungsräume, 

eine  Büchsenmacherei  (Laden  mit  Werkstatt),  ein  Restaurant  sowie 

120 Autoparkplätze  (vgl.  im  Detail  den  nachfolgenden  Plan  1:1000).  Der 
Betrieb  auf den  geplanten  Aussenanlagen  (Kugel-  und  Schrotschiessanla-

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gen im Freien) ist aus Gründen des Lärmschutzes auf 400 Schiesshalbtage 

pro Jahr beschränkt sowie tageszeitlich und über das Wochenende einge- 

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schränkt (Art. 20 GPV). Mit dem strittigen Vorhaben sollen die drei bisheri-

gen  kantonalen  Jagdschiessanlagen  in  Embrach,  Meilen  und  Pfäffikon  er-

setzt werden.  

3.1.  

Um die im kantonalen Interesse liegende Anlage in raumplanerischer Hin-

sicht realisierbar zu machen, beschloss der Kantonsrat des Kantons Zürich 

am  24. Juni 2013  eine  entsprechende  Teilrevision  des  kantonalen  Richt-

plans  für  das  ausserhalb  der  Bauzonen  situierte  streitbetroffene  Gebiet 

(act. 10.12), wo bisher im Richtplan "Versorgung, Entsorgung" ein Material-

gewinnungsgebiet eingetragen war.  

Während  der  vorgängigen  Auflage  der  Richtplanrevision  (Art. 7  Abs. 2 

PBG)  waren  zahlreiche  Einwendungen  eingegangen  (u.a.  auch  von  der 

Standortgemeinde  Bülach),  die  zu  einem  kleineren  Teil  im  Rahmen  der 

Festsetzung berücksichtigt wurden. 

Mit der Signatur S (Sicherheit) wurde die neue Festlegung "Jagdschiessan-
lage Widstud" mit folgender Zielvorstellung eingetragen (act. 10.9, S. 2 f.): 

"Neubau  Jagdschiessanlage  in  Bülach;  Art  und  Grösse  der  Anlage  richten 
sich  nach  den  gesetzlichen  Anforderungen  des  Aus-  und  Weiterbildungs-
wesens der Jäger und Jägerinnen gemäss Gesetz über Jagd und Vogelschutz 
und den kantonalen Bestimmungen; der Kanton prüft periodisch den Nut-
zungsanteil der rein sportlichen Schützen in den Aussenanlagen und sorgt 
dafür, dass dieser 25 % nicht übersteigt." [….] 

Am 4. Dezember 2013 stimmte der Bundesrat auf Antrag des Departemen-

tes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) dieser Teilre-

vision  vollumfänglich  zu.  Der  Richtplaneintrag  erwuchs  in  der  Folge  in 

Rechtskraft. 

3.2.1. 

Die  Rekurrentin  verlangt  die  akzessorische  Überprüfung  dieser  Richtplan-

Teilrevision.  Sie  moniert  dabei  zusammengefasst  im  Wesentlichen,  der 

strittige Eintrag widerspreche den Zielen des Raumplanungsgesetzes. Der 

Kantonsrat  bzw.  die  antragstellenden  Fachstellen  hätten  es  versäumt,  für 
diesen  ausgedehnten  Jagdschiesspark  mit  Restaurationsbetrieb  und  Ver-

anstaltungsmöglichkeiten  in  einem  lärmempfindlichen  und  landschaftlich 
heiklen  und  bisher  unbelasteten  Gebiet  eine  sorgfältige  und  sachgerechte 

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Interessenabwägung  vorzunehmen.  Der  vorhandene Wildkorridor  und  das 

naheliegende Biotop sowie andere gewichtige öffentliche Interessen sowie 

der zu erwartende Verkehr seien in rechtswidriger Weise nicht berücksich-

tigt  worden.  Es  gebe  im  Kanton  Zürich  geeignetere  Standorte;  allenfalls 

käme  auch  eine  Sanierung  einer  der  bisherigen  Standorte,  insbesondere 

derjenige in Embrach, in Frage.  

3.2.2. 

Die  Recht-  und  Zweckmässigkeit  von  richtplanerischen  Festlegungen  aller 

Stufen  kann  von  Privaten  im  Rahmen  eines  Nutzungsplanungsrekurses 

grundsätzlich angefochten werden (§ 19 Abs. 2 PBG; Jürg Bosshart/Martin 

Bertschi,  in:  Kommentar  VRG,  3. Aufl.  Zürich/Basel/Genf,  2014  § 19, 

Rz. 37 f.).  

3.2.3. 

Gemäss Art. 14 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Jagd und den Schutz 

wildlebender  Säugetiere  und  Vögel  (Jagdgesetz)  regeln  die  Kantone  die 

Aus- und Weiterbildung der Wildschutzorgane und der Jäger.  

Um  das  entsprechende  schiesstechnische  Fachwissen  zu  gewährleisten, 

betreibt der Kanton Zürich seit einiger Zeit drei dezentrale Schiessanlagen 

in Embrach, Meilen und Pfäffikon, wobei Embrach rund 75 % der Schiess-

kapazität abdeckt. Auf diesen Anlagen haben angehende Jäger die jagdli-

che Schiessausbildung zu absolvieren und die entsprechende Prüfung ab-

zulegen.  Die  aktiven  Jäger,  rund  1'500  im  Kanton  Zürich  (act. 10.4,  S. 6), 

haben  dort  zudem  alle  zwei  Jahre  das  obligatorische  so  genannte  Bedin-

gungsschiessen zu bestehen. 

Die dezentralen Anlagen sollen gemäss Richtplantext und  Erläuterungsbe-

richt kurzfristig (Embrach) bzw. mittelfristig (Meilen und Pfäffikon) nach er-

folgter  Altlastensanierung  aufgehoben  werden  (act. 10.9).  Die  Anlage  in 

Embrach  liegt  überdies  in  einem  Landschafts-  und  Naturschutzgebiet 

(act. 17). Das Bundesamt für Raumentwicklung hat sich deshalb explizit für 

eine baldige Aufhebung des Standorts Embrach ausgesprochen (act. 10.6, 

Anhang 1-2b).  

Der Ausbau bzw. die Modernisierung/Sanierung der bestehenden dezentra-

len Anlagen sind entgegen rekurrentischer Auffassung keine valablen bzw. 
realistischen  Ersatzoptionen  für  das  vorliegend  strittige  Vorhaben.  Die 

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Areale  der  Schiessanlagen  in  Meilen  und  Pfäffikon  sind  dafür  deutlich  zu 

klein (act. 10.15, Anhänge 2-7a und 2-8b). Die Anlage in Embrach befindet 

sich in einem Auenschutzgebiet. 

Die  Rekursgegnerin  führte  ein  umfassendes Evaluationsverfahren für eine 

neue zentrale Jagdschiessanlage mit insgesamt 27 potentiellen Standorten 

im  Kanton  Zürich  durch.  Dabei  richtete  sie  das  Augenmerk  aus  Gründen 

vorab  der  Raumplanung,  des  Lärmschutzes  sowie  des  Platzbedarfs  auf 

stillgelegte  sowie  nur noch partiell  betriebene  Kiesgruben mit einem  baldi-

gen  Ende  des Kiesabbaus  (act. 10.15,  S. 3).  Als geeignetster Standort er-

wies sich schliesslich die Kiesgrube Widstud. Der ausführliche Bericht über 

die  Standortwahl  und  die  Umweltauswirkungen  auf  Stufe  Richtplanung 

(act. 10.15)  hält  dazu  zusammengefasst  fest:  Der  Kiesabbau  der  Eber-

hard AG werde bald beendet sein. Das Gelände liege abseits von grösse-

ren Wohngebieten und sei verkehrsmässig bereits gut erschlossen. Die Zu-

fahrt (Materlochstrasse) erfolge ausschliesslich von Norden her auf der be-

stehenden  Strasse  zur  Kiesgrube.  Dadurch  werde  weder  ein  Wohngebiet 

noch der ökologisch sensible Bereich im Süden tangiert. Aufgrund der Tiefe 

der  Grube  und  der  geplanten  baulichen  Massnahmen  würden  sich  die 

Lärmauswirkungen  auf  die  Umgebung  voraussichtlich  im  gesetzlichen 

Rahmen halten. Sofern kein Schiessbetrieb während der Hauptaktivität der 

Wildtiere  stattfinde,  werde  der  dortige  nationale  Wildkorridor  nicht  beein-

trächtigt. Auch im Übrigen werde der Natur- und Heimatschutz bei Statuie-

rung der entsprechenden Auflagen im künftigen Gestaltungsplan nicht tan-

giert. Bezüglich Fläche und Anzahl der Schiessstände sei eine solche zent-

rale  Jagdschiessanlage  kleiner  als  die  Summe  der  bestehenden  drei  de-

zentralen Anlagen.  

Diese  Ausführungen  sind  allesamt  schlüssig  und  zeigen,  dass  der  strittige 

Richtplaneintrag  im  Rahmen  einer  akzessorischen  Überprüfung  entgegen 

rekurrentischer Auffassung als recht- und zweckmässig zu qualifizieren ist. 

Dasselbe  gilt  bezüglich  der  (partiellen)  Nutzung  der  Anlage  für  die  Sport-

schützen,  welche  dort  ihr  Training  in  den  olympischen  Schiessdisziplinen 

Skeet und Trap durchführen können. Auf diese Zusatznutzung wird im Fol-

genden an anderer Stelle noch ausführlich eingegangen.  

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Seite 10 

 
 
4. 

Die  Rekurrentin  hält  (allerdings  wenig  substantiiert)  fest,  die  Kulturlandini-

tiative verbiete, Kulturland der baulichen Nutzung zuzuführen.  

Die Stimmberechtigten des Kantons Zürich haben am 17. Juni 2012 der so 

genannten Kulturlandinitiative zugestimmt. Diese beinhaltete folgendes Ini-
tiativbegehren, dass in der Form der allgemeinen Anregung gestellt wurde: 

"Eine  regionale  landwirtschaftliche  Produktion,  welche  die  Ernährungs-
souveränität  mit  möglichst  hoher  Selbstversorgung  anstrebt,  setzt  genü-
gend Kulturland voraus. Der Kanton sorgt deshalb dafür, dass die wertvol-
len  Landwirtschaftsflächen  und  Flächen  von  besonderer  ökologischer  Be-
deutung wirksam geschützt werden und in ihrem Bestand und ihrer Quali-
tät  erhalten  bleiben.  Als  wertvolle  Landwirtschaftsflächen  gelten  die  Flä-
chen der Bodeneignungsklassen 1 bis 6, mit Ausnahme der zum Zeitpunkt 
der  Annahme  der  Initiative  rechtskräftig  der  Bauzone  zugewiesenen  Flä-
chen." 

Damit umfasst die Kulturlandinitiative bzw. deren raumplanerischer Umset-

zung von vornherein ausschliesslich Flächen in den Bodeneignungsklassen 

(Nutzungseignungsklassen) 1 bis 6 (vgl. dazu auch BGr 1C_312/2014 vom 

27. Mai 2015, E. 5.4). 

Die  vom  Gestaltungsplan  "Jagdschiessanlage  Widstud"  einbezogene  Flä-

che (5,68 ha) liegt grossmehrheitlich entweder in den Klassen 7 bis 10 oder 

sogar  ausserhalb  jeglicher  Bodeneignungsklassen.  Einzig  eine  vergleichs-

weise  kleine  Fläche  (rund  0,35  ha)  in  der  südwestlichen  Ecke  ist  der  Bo-

deneignungsklasse 1  zugeteilt  (Prot. S. 21).  Dieser  teilweise  rekultivierte 

bzw.  zur  Rekultivierung  vorgesehene  Bereich  befindet  sich  allerdings  zur 

Hauptsache innerhalb der naturnahen Flächen (die ohnehin rund 28 % der 

Perimeterfläche  dieses  Gestaltungsplans  betragen) und  kann  deshalb  kei-

ner baulichen Nutzung zugeführt werden (act. 10.3). Damit bleibt auch die-

se Fläche in ihrem Bestand und ihrer Qualität im Sinne der Initiative erhal-
ten.  Insgesamt  steht  der  Gestaltungsplan  "Jagdschiessanlage  Widstud" 

vollumfänglich im Einklang mit der Kulturlandinitiative.  

5. 

Das gesamte Areal der Kiesgrube Widstud ist in den entsprechenden  Kar-
ten  des  Kantons  Zürich  zwar  nicht  als  Fruchtfolgefläche  eingetragen 

(http://maps.zh.ch/). Im Jahre 1991 arbeitete die Eberhard Bau AG als be-
treibende  Firma  der  Grube  jedoch  einen  Landschaftsgestaltungsplan  für 

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Seite 11 

 
 
Rekultivierung  und  Nachfolgenutzung  aus,  welchen  die  Stadt  Bülach  am 

4. November  1992  für  verbindlich  erklärte.  Dieser  legt  nicht  nur  u.a.  den 

Umfang der ökologischen Ausgleichsflächen und Biotope fest, sondern ver-

folgt  im  Übrigen  die  Zielsetzung  einer  möglichst  uneingeschränkten  land-

wirtschaftlichen Nutzung der rekultivierten Flächen (act. 10.15, S. 20).  

Bei einer vollständigen Rekultivierung der Grube wären rund 3,7 ha frucht-

bares  Landwirtschaftsland  entstanden,  welches  als  Fruchtfolgefläche  ge-

golten  hätte  (act. 9,  S. 16 f.).  Mit  der  Erstellung  der  Jagdschiessanlage 

kann  diese  Fruchtfolgefläche  nun  nicht  mehr  geschaffen  werden,  weshalb 

diese  anderenorts 

im  Kanton  kompensiert  werden  muss 

(dazu: 

http://www.aln.zh.ch/internet/baudirektion/aln/de/fabo/bodenzustand/theme

n/fruchtfolgeflaechen.html). Diesbezüglich legt Art. 17 GPV (Sätze 2 und 3) 
folgendes fest: 

"Zur Kompensation sind im Kanton Zürich 3.7 Hektaren Fruchtfolgeflächen 
mit  einer  pflanzennutzbaren  Gründigkeit  von  mindestens  50  cm  auszu-
scheiden.  Der  Ersatz  der  Fruchtfolgeflächen  ist  noch  im  Detail  zu  planen 
und innert 5 Jahren ab der rechtskräftigen Baubewilligung (Projektfestset-
zung) zu realisieren."  

Ein solches Vorgehen entspricht der gängigen Praxis,  welche sich u.a. an 

der  Wegleitung  des  kantonalen  Amtes  für  Raumentwicklung  (ARE)  "Res-

source  Boden  und  Sachplan  Fruchtfolgeflächen"  vom  Mai  2011  orientiert, 

und  ist  entgegen  rekurrentischer  Auffassung  sachgerecht  und  rechtskon-

form. 

6.1.  

Streitgegenstand ist ein kantonaler (öffentlicher Gestaltungsplan) im Sinne 

von § 84 Abs. 2 PBG. Es gelten im Grundsatz die gleichen Voraussetzun-

gen  und  Verfahrensabläufe  wie  für  die  kantonalen  Gestaltungspläne  für 

Materialgewinnung und Materialablagerungen, für welche der Gesetzgeber 

in § 44a PBG eine explizite Regelung statuierte (Christoph Fritzsche/Peter 

Bösch/Thomas  Wipf,  Zürcher  Planungs-  und  Baurecht,  5. Aufl.,  Zürich 

2011, S. 147). 

Während  der  öffentlichen  Auflage  des  Gestaltungsplans,  welche  vom 

17. Juni  bis  zum  25. September  2014  dauerte,  gingen  zahlreiche  Einwen-

dungen ein. Am 3. Februar 2015 wurde eine Einigungsverhandlung mit der 
Standortgemeinde  Bülach  durchgeführt.  Insgesamt  wurde  einige  wenige 

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Seite 12 

 
 
Einwendungen ganz oder teilweise bei der definitiven und vorliegend stritti-

gen Fassung des Gestaltungsplans berücksichtigt (act. 10.5, S. 1). Auch im 

Übrigen wurde das Verfahren entgegen rekurrentischer Auffassung  in allen 

Teilen gesetzeskonform durchgeführt. Insbesondere kann von einer Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs der Beteiligten keine Rede sein.  

6.2.  

Zu  beurteilen  ist  im  vorliegenden  Fall  einerseits,  inwieweit  die  vorgesehe-

nen Bauten, Anlagen und Nutzungen im Einklang mit der richtplanerischen 
Festlegung stehen. Andererseits ist – soweit strittig – zu prüfen, ob der Ge-
staltungsplan planungs- und baurechtskonform ist sowie die einschlägigen 

Bestimmungen des Umwelt- und Naturschutzes einhält.  

Die Rekurrentin moniert, in allen Baubereichen weise die Anlage Dimensi-

onen  und  Nutzungen  auf,  die  weit  über  die  Richtplanvorgaben  hinausgin-

gen. Folglich dürfe sie in dieser Form an diesem empfindlichen Ort ausser-

halb des Siedlungsgebiets nicht realisiert werden.  

6.3.  

Gemäss  Lehre  und  Rechtsprechung  hat  sich  die  Rekursinstanz  bei  der 

Überprüfung  von  Nutzungsplänen  und  Sondernutzungsplänen  einschliess-

lich  Quartierplänen  unbesehen  ihrer  grundsätzlich  uneingeschränkten 

Überprüfungsbefugnis (vgl. § 20 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspflegegeset-

zes  [VRG])  aus  Gründen  der  aus  der  Gemeindeautonomie  (Art. 50  der 

Bundesverfassung  [BV]  und  Art. 85  der  Zürcher  Kantonsverfassung  [KV]) 

abgeleiteten  Planungsautonomie  Zurückhaltung  aufzuerlegen.  Diese  Zu-

rückhaltung  gilt  insbesondere  dann,  wenn  es  auf  die  Beurteilung  der  örtli-

chen Verhältnisse ankommt. Zudem ist das den zuständigen Behörden bei 

der Nutzungsplanung zustehende erhebliche prospektiv-technische Ermes-

sen zu berücksichtigen.  

Folglich  darf  das  Ermessen  der  Rekursinstanz  nicht  an  die  Stelle  desjeni-

gen der Planungsbehörde treten; ihre Lösung darf nicht eine andere eben-

so  vertretbare  Lösung  ersetzen.  Die  Rekursinstanz  hat  jedoch  dann  korri-

gierend einzugreifen, wenn sich die Planung aufgrund übergeordneter Inte-

ressen  als  unzweckmässig  erweist,  den  wegleitenden  Zielen  und  Grund-

sätzen  der  Raumplanung  widerspricht  oder  offensichtlich  unangemessen 

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Seite 13 

 
 
bzw.  nicht  sachgerecht  oder  aus  anderen  Gründen  schlechthin  unhaltbar 

ist.  

7.1. 
Mit  dem  strittigen  Gestaltungsplan  sollen  in  den  Baubereichen  A  –  D  fol-
gende Infrastrukturbauten und Anlagen realisiert werden (Art. 7 f. GPV; vgl. 

auch den Übersichtsplan voranstehend unter Ziffer 2 der Erwägungen): 

A 

Erschliessung  
Parkierung 

B1 

Infrastruktur 
Indoor-Schiessanlagen 

Der  Zufahrtsweg  ab  der  Materlochstrasse  zum 
Parkplatz  weist  eine  Länge  von  20 m  auf.  Min-
destens 50% der 120 Parkplätze sind als Schot-
terrasen auszugestalten. 

Hauptgebäude  mit  Technikräumen,  sanitären 
Einrichtungen,  Schulungsräumen,  Lagern,  Büro- 
und  Verwaltungsräumen,  Büchsenmacherei  mit 
Werkstatt und Verkaufsladen (beschränkt auf Ar-
tikel für den Jagd- und Schiessbedarf), Restaura-
tionsbetrieb,  Schiesskino,  Indoorschiessanlagen 
(ohne  Paintball  etc.)  sowie  einem  gedeckten, 
lärmabsorbierend  ausgestalteten  Abschussbe-
reich  für  die  Kugelanlagen  im  Freien.  Maximale 
Fläche  der  Büchsenmacherei  mit  Werkstatt  und 
Verkaufsladen:  600 m2;  maximale  Fläche  von 
Restaurant  und  Schulungsräumen  zusammen 
500 m2. 

B2  Schiesstunnel für Distan-
zen bis zu 300 m 

Schalldichter  und 
Schiesstunnel. 

vollständig  eingedeckter 

C  Kugelanlagen im Freien 

D  Schrotanlagen im Freien 

Kugelschiessanlagen  im  Freien  mit  bewegten 
und  fixen  Zielen,  inklusive  Lärmschutzmassnah-
men. 

Schrotschiessanlagen  im  Freien,  bestehend  aus 
Jagdparcours,  Skeet-  und  Trapanlage,  inklusive 
Lärmschutzmassnahmen.  Die  Anlagen  sind  so 
zu  erstellen,  dass  auch  die  olympischen  Sport-
disziplinen  Skeet  und  Trap  trainiert  werden  kön-
nen. 

7.2.  

Zur verkehrsmässigen Erschliessung: Diese erfolgt von Norden her ab dem 

Kreisel 

zwischen  Eglisau 

und  Bülach 

über 

die 

bestehende 

Materlochstrasse,  welche  bisher  vor  allem  dem  Schwerverkehr  zur  Kies-

grube Widstud diente. Die Strasse ist, wie der Augenschein gezeigt hat, in 

einem baulich guten Zustand und weder ausbau- noch sanierungsbedürftig. 
Die  rekurrentischerseits  behaupteten  täglichen  1'200 Fahrzeugbewegun-

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Seite 14 

 
 
gen sind deutlich zu hoch gegriffen (vgl. dazu auch die nachstehenden Er-

wägungen unter 7.3.3). Der Gestaltungsplan sieht deshalb zu Recht keine 

baulichen  Massnahmen  vor.  Die  Ausfahrt  ist  jedoch  so  zu  gestalten,  dass 

die  wegfahrenden  Fahrzeuge  ebenfalls  nach  Norden  in  Richtung  Kreisel 

gelenkt werden (Art. 6 GPV). 

Dieses  Verkehrsregime  ist  nicht  zu  beanstanden.  Die  von  der  Rekurrentin 

geforderte  Anbindung  der  Jagdschiessanlage  an  den  öffentlichen  Verkehr 

wäre  schon  wegen  des  ziemlichen  eingeschränkten  Benutzerkreises  nicht 

sachgerecht. Die Anlage weist ein deutlich zu geringes und zu unregelmäs-

siges Besucheraufkommen für eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr 

auf.  Von  einer  verkehrsintensiven  Einrichtung  im  Sinne  der  Recht-

sprechung, welche eine Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln be-

dingt hätte (vgl. u.a. BRGE II Nr. 0014/2014 in BEZ 2015 Nr. 55) kann ent-

gegen rekurrentischer Auffassung bei weitem keine Rede sein. Ohnehin ist 

nicht anzunehmen, dass die Jäger und Sportschützen mit Gewehr und Mu-

nition im Bus anreisen würden, was bezüglich Sicherheit ohnehin nicht un-

problematisch wäre. 

7.3.1.  

Zur  Parkierung:  Der  Gestaltungsplan  sieht  120 Autoparkplätze  vor,  wobei 

die  Hälfte  davon  als  Schotterrasen  realisiert  werden  muss  (Art. 7  lit. a 

GPV).  Die  Rekursgegnerin  begründet  die  strittige  Parkierungsanlage  wie 
folgt:  

"Die Festlegung der Parkplatzzahl erfolgte aufgrund einer Analyse der Nut-
zung.  Dabei  wurde  realistischerweise  eine  tiefe  Fahrzeugbelegung  ange-
nommen  (1,1  Personen  pro  Fahrzeug).  Die  Festlegung  auf  120  Parkplätze 
erfolgte  unter  Berücksichtigung  von  ähnlich-gelagerten  und  somit  ver-
gleichbaren  Fällen  (z.B.  Golfplätze).  Eine  Jagdschiessanlage  ist  keine  ver-
kehrsintensive Anlage" (act. 9, S. 5 unten).  

Für den Fahrzeugabstellplatzbedarf von Schiessanlagen gibt es weder kan-

tonal  noch  kommunal  eine  explizite  Reglung.  Ziffer 3.2  der  Parkplatzver-

ordnung  1996  der  Stadt  Bülach  (in  der  teilrevidierten  Fassung  von  2009) 

verweist bezüglich des Fahrzeugabstellplatz-Normbedarfs bei Sportanlagen 

oder ähnlichen Nutzungen auf die VSS-Norm SN 640281. 

Die notwendige bzw. zulässige Anzahl Parkplätze für eine solche Schiess-

anlage  ist  folglich  im  Einzelfall  zu  bestimmen.  Ausgangspunkt  ist  dabei 
§ 243 Abs. 1 lit. a PBG, wonach bei der Neuerstellung von Bauten und An-

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Seite 15 

 
 
lagen  Abstellplätze  im  gebotenen  Ausmass  zu  schaffen  sind.  Die  bereits 

erwähnte VSS-Norm SN 640281 ist nach einheitlicher Rechtsprechung ein 

geeignetes  Instrument  zur  Ermittlung  eines  zweckmässigen  Parkplatzan-

gebotes,  welches  zudem  den  gebotenen  umweltrechtlichen  Anliegen 

Rechnung trägt (u.a. BGr 1A.318/2005 vom 27. Februar 2007, E. 9.2.). Die 

Wegleitung  der  Baudirektion  des  Kantons  Zürich  zur  Regelung  des  Park-

platzbedarfs in kommunalen Erlassen knüpft ebenfalls an diese VSS-Norm 

an (BRKE IV Nr. 0075/2009 vom 14. Mai 2009 in BEZ 2010 Nr. 12).  

7.3.2. 

Die  Rekursgegnerin  hat  die  strittige  Schiessanlage  bezüglich  Parkplatzbe-

darf unzutreffenderweise mit einem Golfplatz verglichen. Während der Be-

trieb auf den Aussenanlagen (Kugel- und Schrotschiessanlagen) der Jagd-

schiessanlage, welche für die Jagdausbildung und die Sportschützen wich-

tige  Schwerpunkte  sind,  aus  Lärmschutzgründen  auf  400 Schiesshalbtage 

pro Jahr beschränkt sowie tageszeitlich und über das Wochenende erheb-

lich  limitiert  ist,  haben  Golfplätze  deutlich  längere  Betriebszeiten  und  sind 

einem grösseren Publikumskreis zugänglich. Diese Sportanlagen sind, sei-

en  es  nun  9-  oder  18-Loch-Plätze,  während  der  Saison  (je  nach  Golfplatz 

mehr  oder  weniger  ganzjährig  wie  im  Kanton  Zürich  in  Otelfingen 

[http://www.golfparks.ch/de/golfparks/golfpark/otelfingen]  bzw.  Untereng-

stringen [http://www.golf-unterengstringen.ch] oder wenigstens von anfangs 

April  bis  November  wie  Schönenberg  [http://www.golf-schoenenberg.ch] 

oder  Breitenloo  [http://www.golfsuisse.ch/golfclubs/overview.cfm?clubnr=9] 

ohne Einschränkungen ganztätig in Betrieb. Es gibt also keine "Golfhalbta-

ge". Ferner führen die entsprechenden Golfclubs auf ihren Plätzen zahlrei-

che  Turniere  und  andere  Clubveranstaltungen,  auch  an  Wochenenden 

durch. Schliesslich verfügen Golfplätze meistens über eine voll ausgebaute 

Gastronomie, die auch der Allgemeinheit individuell oder für Events (Hoch-

zeiten,  Geburtstage, Betriebsfeiern  oder andere  Feste) zur Verfügung  ste-

hen. Die genannten Kriterien treffen auf die strittige Jagdschiessanlage ge-

rade  nicht  zu.  Deshalb  haben  Golfplätze  ein  deutlich  grösseres  Verkehrs-

aufkommen als eine Jagdschiessanlage der vorliegenden Art und damit ei-

nen grösseren Bedarf an Fahrzeugabstellplätzen. 

Die hier grundsätzlich massgebende VSS-Norm SN 640281 (in der aktuel-
len  Fassung  vom  1. Dezember  2013)  beinhaltet  zwar  einen  Richtwert  für 
Schiessanlagen,  nämlich  0,5 Abstellplatz  pro  Scheibe  (Tabelle  S. 13).  Al-

lerdings geht es dabei nicht um Spezialanlagen der vorliegenden Art, son-

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Seite 16 

 
 
dern  um  die  üblichen  in  der  Schweiz  zahlreich  vorhandenen  Schiessanla-

gen (Schiessstände) für das 300 m bzw. das 25/50 m-Schiessen. Derartige 

Anlagen,  welche  regelmässig  von  Schützenvereinen  geführt  werden,  die-

nen einerseits der Erfüllung der militärischen Schiessplicht (obligatorisches 

Bundesprogramm)  sowie  andererseits  dem  sportlichen  Vereinsschiessen. 

Grossmehrheitlich konzentriert sich der Schiessbetrieb auf das Wochenen-

de  (meist  Freitagnachmittag/Samstag/Sonntagmorgen).  Diese  Schiessan-
lagen  weisen  durchschnittlich  10 – 20  oberirdische  Scheiben  auf.  Eine 
Büchsenmacherei  ist  nur  in  Ausnahmefällen  angegliedert.  Zudem  führen 

die Vereine regelmässig Schützenfeste und andere gesellige Anlässe in ih-

ren  Schützenhäusern  durch.  Schon  aufgrund  dieser  unterschiedlichen 

schiesstechnischen,  zeitlichen  und  auch  sonstigen  Nutzung  lässt  sich  für 

die  vorliegend  strittige  Ausbildungs-, Weiterbildungs-  und  Trainingsanlage, 

deren  Bestandsteile  voranstehend  bereits  beschrieben  wurden,  nicht  auf 

die genannte VSS-Norm abstellen. 

Dazu kommt, dass die Jagdschiessanlage Widstud aus Platz- und Kosten-

gründen  über  nur  wenige  Scheiben 

im  unterirdischen  schalldichten 

300 m Schiesstunnel,  der  zudem  von  der  Büchsenmacherei  für  das  Ein-

schiessen reparierter oder neuer Jagdwaffen dienen soll, verfügen wird. Die 

Anzahl der ebenfalls indoor geplanten Scheiben für das Pistolenschiessen 

sowie im Schiesskino sind ebenfalls noch nicht definitiv festgelegt. Auf dem 

Jagdparcours  sowie  im  Trap-  und  Skeet  wird  grossmehrheitlich  ohnehin 

nicht  auf  Scheiben,  sondern  auf  bewegte  Ziele  wie  Rollhasen  oder  Wurf-

tauben  geschossen  (act. 10.15,  S. 12).  Eine  Ermittlung  des  Parkplatzbe-

darfs aufgrund der Scheibenzahl ist im vorliegenden Fall folglich kein taug-

liches bzw. kein sachgerechtes Vorgehen.  

7.3.3.  

Damit ist die Anzahl der notwendigen und damit zulässigen Autoabstellplät-

ze aufgrund der zu erwartenden Nutzungsintensität (Anzahl der Schützen, 

welche  die  Anlage  gleichzeitig  benutzen;  Instruktions-  und  sonstiges  Hilfs-

personal)  in  Kombination  mit  dem  Fahrzeugbesetzungsgrad  zu  ermitteln 

(dazu  im  Detail  S. 8 ff.  der  VSS-Norm).  Kein  Massstab  darf  diesbezüglich 

das  zu  erwartende  Verkehrsaufkommen  bei  den  wenigen  gemäss  Gestal-

tungsplan  erlaubten  Sonderanlässen  sein  (Art. 20  Abs. 4  GPV).  Bei  Anla-
gen,  die  wie  im  vorliegenden  Fall  aufgrund  ihrer  Nutzungsart  eine  stark 
schwankende  Nachfrage  aufweisen,  darf  das  Parkplatzangebot  nicht  auf 

die  Spitzen  ausgelegt  werden  (in  diesem  Sinne  S. 21  der  genannten 

R4.2015.00083 

Seite 17 

 
 
VSS-Norm).  Zu  berücksichtigen  ist  zudem,  dass  – wie  die  nachfolgenden 
Erwägungen  zeigen  werden – eine  Flächenreduktion bei den  Infrastruktur-
bauten  vorzunehmen  sein  wird,  und  kein  Restaurant  im  gemäss  Gestal-

tungsplan vorgesehenen Mass realisiert werden darf.  

Bezüglich der Zahl der voraussichtlichen Fahrten zur Jagdschiessanlage ist 

selbst  die  Rekursgegnerin  bzw.  die  beauftragte  Planungsfirma  unsicher. 

Gemäss Rekursantwort ist mit etwa 100 - 150 täglichen Zufahrten zu rech-

nen (act. 9, S. 18). Die Zahl dürfte über das ganze Jahr gesehen erheblich 

variieren. Der Wegleitung für Interessenten zur Absolvierung der Jägerprü-

fung im Kanton Zürich ist etwa zu entnehmen, dass der Theoriekurs für die 

so  genannte  Anwärterprüfung  im  Ausbildungszyklus 2016/17  blockweise 

zwischen  dem  24. November 2016  und  16. März 2017  durchgeführt  wird 

(http://www.aln.zh.ch/internet/baudirektion/aln/de/fjv/Jagd/jaeger_werden. 

html).  Beim  Schiessbetrieb  ist  ebenfalls  von  stark  unterschiedlichen  Fre-

quenzen bei den einzelnen Schiesshalbtagen auszugehen.  Klar ist immer-

hin,  dass  bei nicht mehr als 1'500  aktiven  Jägern  die  von  der Rekurrentin 

behaupteten  1'200 Fahrten  (Zu-  und  Wegfahrten  zusammengezählt)  pro 

Tag  unrealistisch  hoch  sind.  Der  von  der  Rekursgegnerin  angenommene 

Fahrzeugbesetzungsgrad von 1,1 Personen dürfte etwa zutreffend sein, da 

Jäger und Schützen erfahrungsgemäss eher selten in Gruppen zu solchen 

Schiessanlagen anreisen. 

Aufgrund  dieser  Ausgangslage  und  der  gebotenen  spezifischen  Einzelfall-

beurteilung  ist  die  Anzahl  der  gemäss  Gestaltungsplan  vorgesehenen 

120 Fahrzeugabstellplätze  deutlich  zu  hoch  und  signifikant  zu  reduzieren. 

Insoweit  ist  der  Rekurs  teilweise  gutzuheissen  und  die  Streitsache  ist  in 

diesem Sinne an die Baudirektion Kanton Zürich zurückzuweisen. Letztere 

wird in diesem Zusammenhang auch über den Abstand zwischen dem neu 

zu definierenden Parkierungsareal (reduzierter Baubereich A) und dem Bio-

top am Simeligraben zu entscheiden haben. 

7.4.1. 

Im  Hauptgebäude  sind  verschiedene  Infrastruktureinrichtungen  geplant, 

welche rekurrentischerseits teilweise in Frage gestellt werden.  

7.4.2. 
Zur  Büchsenmacherei  (umgangssprachlich:  Waffenhandlung  mit  angeglie-

derter  Reparaturwerkstatt):  Strittig  ist  vorab  deren  Grösse  bzw.  deren  zu-

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Seite 18 

 
 
lässige  Fläche.  Die  Notwendigkeit  einer  Werkstatt  mit  einem  Verkaufsbe-

reich  für  jagdspezifische  Produkte  wird  von  der  Rekurrentin  grundsätzlich 

nicht in Frage gestellt. Sie verlangt aber mit der vorgeschlagenen teilweisen 

Neuformulierung eine flächenmässige Verkleinerung dieser Einrichtung.  

Gemäss Art. 8 Abs. 3 GPV darf die Büchsenmacherei, bestehend aus Ver-
kaufsladen  und Werkstatt,  eine  Maximalfläche  von  600 m2  aufweisen.  Zur 
geplanten  Büchsenmacherei  hält  die  Rekursgegnerin  im  Bericht  zum  Ge-
staltungsplan Widstud u.a. fest:  

"Jagdliche  und  sportliche  Schusswaffen  sind  hochpräzise  und  mechanisch 
komplexe Geräte, welche sehr viel Pflege benötigen. Sie sind zudem gröss-
tenteils mit empfindlichen optischen Zielgeräten ausgestattet. Eine perma-
nente und fachlich kompetente Beratung und Reparaturmöglichkeit vor Ort 
ist  daher  eine  zentrale  Komponente  der  gesamten  Anlage.  Die  Aufgaben, 
welche die Büchsenmacherei vor Ort zu erfüllen hat, können nur von einem 
voll  ausgebauten  Betrieb  und  damit  nicht  von  einer  kleinen  Dependance 
einer  andernorts  bereits  bestehenden  Büchsenmacherei  sichergestellt 
werden. Der sichere und treffsichere und damit auch der tierschutzgerech-
te Umgang mit jagdlichen Waffen hängen neben den Fähigkeiten des Schüt-
zen  auch  stark  von  der  Qualität  der  eingesetzten  Waffen  ab.  Es  ist  daher 
unumgänglich,  in  die  Anlage  eine  Büchsenmacherei,  welche  die  Schützen 
beraten oder mit Waffen versorgen kann und wo sich die Benutzer der An-
lage  mit  Munition  sowie  allem  anderen,  was  zur  Jagdausübung  benötigt 
wird eindecken können, zu integrieren. Eine qualitativ hochstehende Büch-
senmacherei ist vor Ort nur realisierbar, wenn diese auch langfristig wirt-
schaftlich überleben kann" (act. 10.4, S. 5). 

Diesen Ausführungen ist, soweit sie sich auf die Notwendigkeit einer Büch-

senmacherei  beziehen,  grundsätzlich  beizupflichten.  Auf  die  Thematik,  ob 

diese nun als Filiale einer bereits andernorts bestehenden Büchsenmache-

rei oder  als eigenständiges  Geschäft  realisiert  wird  (und die damit  zusam-
menhängenden Fragen der Wirtschaftlichkeit), muss hier  – wo in erster Li-
nie  raum-  und  richtplanerische  sowie  umweltschutzrechtliche  Aspekte 
massgebend sind – nicht weiter eingegangen werden.  

Hingegen ist vor allem der Flächenbedarf eines solchen ausschliesslich für 

die Jagdschiessanlage konzipierten Betriebs zu prüfen. Vor diesem Hinter-

grund drängt sich ein Vergleich mit anderen Büchsenmachereien sowie De-

tailhandelsgeschäften generell auf. Die Verkaufsfläche von Waffengeschäf-

ten  bzw.  jagdspezifischen  Läden  in  der  Schweiz  ist  recht  unterschiedlich. 
Grössere  Waffengeschäfte  mit  Vollsortiment  weisen  Flächen  (ohne  Werk-
statt)  in  der  Grössenordnung  von  200 m2  auf  (vgl.  u.a.  www.hunters-
paradise.ch);  kleinere  bis  mittelgrosse  Waffengeschäfte  mit  Vollsortiment 

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Seite 19 

 
 
haben  Ladenflächen  im  Bereich  von  100 m2  (vgl.  u.a.  www.waffen-
ingold.ch/ueber-uns/nachfolger-gesucht). Generell hängt die Durchschnitts-

fläche  schweizerischer  Detailhandelsgeschäfte  stark  von  Faktoren  wie  Ort 

und  Branche  ab.  Volg-Läden,  welche  mit  578 Geschäften  einen  ziemlich 

repräsentativen  Vergleich  liefern,  wiesen  2015  gesamtschweizerisch  eine 
durchschnittliche  Verkaufsfläche  von  172,7 m2  auf  (www.volg.ch/ueber-
volg/volg-konsumwaren-ag/zahlen-zur-verkaufsfront).  Dazu  dürfte  erfah-

rungsgemäss eine etwa gleich grosse Lagerfläche kommen.  

Angesichts  dieser Vergleichszahlen  ist  die  gemäss Art. 8 Abs. 3  GPV  ma-
ximal zulässige Fläche von 600 m2 deutlich zu gross bemessen und daher 
auf  maximal  400 m2  zu  reduzieren.  Bei  einer  solchen  Fläche  können  so-
wohl  ein  übersichtliches  Verkaufsgeschäft  mit  einem  ausreichenden  jagd-

spezifischen  Sortiment  als  auch  eine  fachtechnisch  hochwertige Werkstatt 

eingerichtet werden. In korrekter Weise beschränkt Art. 7b GPV das Ange-

bot des  Verkaufsladens  auf das  Sortiment des  Jagd-/Schiessbedarfs, also 

auf Waffen, Munition und andere Artikel für die jagdlichen Bedürfnisse bzw. 

derer der ebenfalls (eingeschränkt) zugelassenen Sportschützen. Die dies-

bezüglich rekurrentischerseits verlangte Neuformulierung ist folglich unnötig 

und sachlich nicht gerechtfertigt. 

7.4.3. 

Zu  den  Schulungsräumen  und  zum  Restaurant:  Diese  sind  Im  Hauptge-

bäude, also im Baubereich B1, geplant und miteinander kombiniert, so dass 

je  nach  Anlass  mehr  Schulungsraum  oder  mehr  Restaurationsfläche  zur 
Verfügung stehen soll. Art. 8 Abs. 4 GPV hält dazu fest:  

"Die  Fläche  von  Restaurant  und  Schulungsräumen  im  Baubereich  B1  darf 
500 m2  betragen  (2/3  Restaurant,  1/3  Schulung).  Die  Zielgruppe  des  Res-
taurants  sind  die  Nutzer  der  Jagdschiessanlage.  Anlässe  müssen  im  Zu-
sammenhang mit dem Zweck der Jagdschiessanlage stehen." 

Der Bericht zum Gestaltungsplan Widstud präzisiert diese Bestimmung wie 
folgt:  

"Die gesamte Anlage dient in erster Linie Wildschutzorganen und Jägern als 
Aus-  und  Weiterbildungsstätte.  Im  Rahmen  der  Aus-  und  Weiterbildung 
finden  jährlich  Dutzende  von  Veranstaltungen  statt:  Theoretische  Grund-
ausbildung,  Waffenhandhabung,  praktische  Schiessausbildung,  Praxistage, 
Schiesskurse, Testen neuer Waffensysteme, Anschussseminare, Schiessprü-
fungen,  von  der  Fischerei-  und  Jagdverwaltung  angeordnete  Weiterbil-
dungskurse, etc. In vielen der angebotenen Kurse hat das jagdliche Schies-
sen einen zentralen Stellenwert. Es macht daher Sinn, auf der Anlage Wid- 

R4.2015.00083 

Seite 20 

 
 
stud  auch  entsprechende  Schulungsräumlichkeiten  einzuplanen,  damit 
Theorie und Praxis optimal am gleichen Standort kombiniert werden kön-
nen.  
Die Schulungsräume und Räumlichkeiten des Restaurationsbetriebs sind so 
auszugestalten,  dass  sie  bei  Bedarf  für  Versammlungen  von  Jagdbezirken, 
jagdlichen  Verbänden  oder  Veranstaltungen  der  Fischerei-  und    Jagdver-
waltung kombiniert genutzt werden können. Nutzer der Schiesseinrichtun-
gen  schiessen  in  der  Regel  anlässlich  eines  Besuchs  auf  der  Anlage  nicht 
stundenlang  ununterbrochen.  Konzentriertes  Schiesstraining  ermüdet  das 
Auge  recht  schnell.  Folglich  macht  es  Sinn  und  ist  betreffend  Trainingsef-
fekt bedeutend wirksamer, abwechslungsweise zu schiessen und wieder zu 
pausieren. 
Aus  genannten  Gründen  wird  ein  Restaurant  mit  einem  vernünftigen 
Grundangebot  (Getränke,  Zwischenverpflegung,  einfaches  Mittagessen, 
etc.) eingeplant. Es ist keinesfalls vorgesehen, das Restaurant als regionales 
Ausflugsziel  im  Grünen  oder  Gourmetrestaurant  zu  positionieren.  Es  soll, 
wie  beschrieben,  in  erster  Linie  die  Bedürfnisse  der  Anlagennutzer  abde-
cken. 
Wie bei der Büchsenmacherei lässt sich die definitive Grösse und Raumauf-
teilung des Restaurationsbetriebs und der Ausbildungsräume zum aktuel-
len Planungszeitpunkt noch nicht genau festlegen. Geplant ist, diese Räume 
so  anzuordnen,  dass  sie  bei  Bedarf  zumindest  teilweise  kombiniert  als 
grosser  Versammlungsraum  genutzt  werden  können.  Im  Kanton  Zürich 
sind rund 1500 Personen jagdlich aktiv und der grösste jagdliche Verband 
hat fast 1000 Mitglieder. Es macht daher Sinn, die Räumlichkeiten so zu ge-
stalten,  dass  Versammlungen  mit  mehreren  100 Personen  (Generalver-
sammlungen,  Informationsveranstaltungen  etc.)  möglich  sind"  (act. 10.4, 
S. 6). 

In  ihrer  Rekursantwort  verweist  die  Baudirektion  explizit  auf  diese Ausfüh-

rungen. 

Mit dieser Zielvorstellung (wozu auch die Parkierungsanlage für 120 Fahr-

zeuge sowie die zu gross konzipierte Büchsenmacherei gehört) wären alle 

Voraussetzungen geschaffen, mit dem Gestaltungsplan ein jagdsportliches 

Eventzentrum  errichten  zu  können.  Ein  solches  steht  aber  weder  im  Ein-

klang  mit  der  Richtplanvorgabe  noch  wäre  es  raumplanerisch  an  diesem 

Ort ausserhalb des Baugebiets zu verantworten. Fundamentale Grundsätze 

des  Raumplanungsgesetzes  stünden  einer  solchen  Anlage  und  Nutzung 

diametral  entgegen.  Die  Jagdschiessanlage  ist  zwar  aus  Lärmschutzgrün-

den quasi negativ standortgebunden, was jedoch für die meisten vorgese-

henen  Infrastrukturbauten,  insbesondere  in  der  gemäss  Gestaltungsplan 
vorgesehenen Grösse, nicht zutrifft.  

R4.2015.00083 

Seite 21 

 
 
Es dürfte zwar sachgerecht sein, etwa den für die Jägerprüfung notwendi-

gen  theoretischen  Lehrgang  oder  andere  jagdspezifische  Weiterbildungs-

kurse auf der Jagdschiessanlage durchführen zu können. Praxis und Theo-

rie lassen sich damit ohne Ortswechsel sinnvoll verbinden. Insoweit ist ein 

grundsätzlicher  Bedarf  nach  einem  Schulungsraum  ausgewiesen.  Hinge-

gen sind jagd-gesellschaftliche Anlässe, Generalversammlungen von Jagd-

vereinen  oder  andere  Veranstaltungen  in  keiner  Weise  standortgebunden 

und  können,  wie  bis  jetzt  auch  schon,  irgendwo  durchgeführt  werden.  Die 

Vorstellung  der  Rekursgegnerin,  auf  der  Jagdschiessanlage  Widstud  An-

lässe  mit  Hunderten  von  Personen  abhalten  zu  wollen,  ist  vor  diesem 

raumplanerischen  Hintergrund  geradezu  abenteuerlich.  Folglich  stellt  sich 

die  Frage  nach  der  zulässigen  und  sachgerechten  Grösse  eines  solchen 

Schulungsraums.  Gemäss  Art. 8  Abs. 4  GPV  ist  für  Schulungsräume  eine 
Fläche von rund 170 m2 (1/3 von 500 m2) vorgesehen. 

Gemäss  den  kantonalzürcherischen  Empfehlungen  haben  Unterrichtsräu-
me in Volksschulen u.a. eine Bodenfläche von 2,5 m2 pro lernende Person 
(www.vsa.zh.ch/internet/bildungsdirektion/vsa/de/schulrecht_ 
aufzuweisen 

finanzen/schulhausbauten.html, S. 7). Andere Kantone kennen vergleichba-

re  Flächenstandards  für  ihre  Schulen.  Die  ETH  Zürich  hat  gemäss  ihren 
Richtlinien  bei  Seminarräumen  einen  Flächenbedarf  von  1,6 – 2,2  m2  pro 
studierende  Person  (www.ethz.ch/de/utils/search.html?search=Richtlinien+ 

Seminarr%C3%A4ume&language=de).  Ob  die  gemäss  Gestaltungsplan 
vorgesehene  Fläche  von  rund  170 m2,  was  mehr  als  zwei  grossen  Schul-
zimmern entspricht, aufgrund dieser oder vergleichbarer Flächenstandards 

im  vorliegenden  Fall  angemessen  oder  doch  bereits  zu  gross  ist,  wird  die 

Vorinstanz im Lichte der voranstehenden Erwägungen noch zu prüfen ha-

ben. Insoweit ist die Streitsache an diese zurückzuweisen.  

Für die Verpflegung der Schützen und Besucher von Theoriekursen ist kein 
Restaurationsbetrieb  mit  einer  Fläche  von  rund  330 m2  (2/3  von  500 m2) 
zwingend notwendig. Die Verpflegung dieses Personenkreises kann mittels 

Automaten, Take-Away, Sandwich-Bar, Catering und ähnlichen Einrichtun-

gen  mit  einer  reichhaltigen  Auswahl  in  einer  guten  Qualität  ohne  weiteres 

sichergestellt werden. Solche Verpflegungsmöglichkeiten haben keinen be-

sonders grossen Flächenbedarf, jedenfalls keinen solchen wie das gemäss 

Gestaltungsplan vorgesehene Restaurant samt entsprechender Küche. Die 

Argumentation,  der  Restaurationsbetrieb  müsse  einen  Beitrag  an  die 
Grundfinanzierung  der  Schiessanlage  leisten,  ist  zwar  durchaus  nachvoll-

R4.2015.00083 

Seite 22 

 
 
ziehbar (act. 10.15, Anhang 4-1c). Dieses finanzielle Interesse ist aber we-

niger  stark  zu  gewichten  als  das  raumplanerische.  Zudem  lassen  sich 

selbst mit einem kleineren Verpflegungsbereich gute finanzielle Erträge ge-

nerieren.  Immerhin  hält  selbst  die  Rekursgegnerin  fest,  dass  der  Verpfle-

gungsbetrieb in erster Linie die Grundbedürfnisse der Anlagennutzer abde-

cken  solle.  Aus  den  Verfahrensakten  geht  hervor,  dass  sich  im  Übrigen 

auch der Stadtrat Bülach für eine Flächenverkleinerung in diesem Bereich 

ausgesprochen hat (act. 10.7).  

Die Rekursgegnerin ist somit anzuweisen, die für die Verpflegung notwen-

dige Fläche auf ein angemessenes Mass zu reduzieren. Auf ein öffentliches 

Restaurant ist zu verzichten. Insoweit erweist sich der Rekurs ebenfalls als 

begründet. 

7.5.  

Zu den Indoor-Schiessanlagen und zum 300 m-Schiesstunnel (letzterer im 

Baubereich B2): Deren Notwendigkeit für die jagdliche Ausbildung ist in den 

vorgesehenen  Dimensionen  ausgewiesen  (u.a.  act. 10.15,  S. 12).  Die  re-

kurrentischerseits  zumindest  sinngemäss  verlangte  flächenmässige  Ver-

kleinerung  der entsprechenden  schiesstechnischen  Anlagen  wäre  deshalb 

nicht  sachgerecht  und  würde  eine  geordnete  fachgerechte  jagdliche  Aus-

bildung in Frage stellen. 

Der  300 m-Schiesstunnel  wird  in  der  Umgebung  keine  Lärmimmissionen 

verursachen, da er vollständig eingedeckt wird, was ursprünglich nicht vor-

gesehen  war.  Er  ist  daher,  wie  die  eigentlichen  Indoor-Anlagen  (Schiess-

kino, Kurzdistanzen, Kleinkaliber), lärmschutzmässig nicht beachtlich.  

Im  Untergeschoss  des  Baubereichs  B1  ist  u.a.  der  einseitig  offene  Ab-

schussbereich  für  die  Kugelanlagen  mit  Distanzen  zwischen  50 m  bis 

150 m,  wo  auf  stehende  Scheiben  und  bewegte  Ziele  im  Freien  (Baube-

reich C) geschossen wird, geplant. Zur Lärmreduktion sind die ersten 20 m 

dieser  Anlage  überdacht  und  zudem  lärmabsorbierend  auszukleiden 

(Art. 11  Abs. 3  lit. b  GPV).  Die  vorgesehenen  Dimensionen  dieses  Ab-
schussbereichs  sind  –  wie  von  der  Rekursgegnerin  zutreffend  festgehal-
ten –  für  den  Betrieb  dieser  Kugelanlage  unverzichtbar,  folglich  sachge-
recht und daher nicht zu verkleinern. 

R4.2015.00083 

Seite 23 

 
 
7.6.  

Zu den Kugel- und Schrotanlagen im Freien: Die bereits beschriebene Ku-

gelanlage  dient  ebenso  der  jagdlichen  Ausbildung  wie  die  mehrteilige 

Schrotanlage,  welche  mit  einer  Ausdehnung  von  2,28 ha  rund  40 %  der 

Perimeterfläche  des  Gestaltungsplans  belegt.  Auf  dieser  wird  mit  Schrot-

patronen  auf  den  laufenden  Blechhasen,  den  Rollhasen  (rollende  Wurf-

scheibe) sowie auf Wurftauben (Skeet und Trap) geschossen. Über die An-

lage führt zudem ein Jagdparcours. Auf diesem wird das reaktionsschnelle 

und präzise Schiessen unter wechselnden Bedingungen geübt (act. 10.15, 

S. 2). Die genannten Schiessdisziplinen sind grossmehrheitlich auch prakti-

scher Inhalt der Jägerprüfung (§§ 12 f. der Verordnung über die Jägerprü-

fung).  

Die  Rekurrentin  verlangt  eine  Redimensionierung  der  Anlagen  im  Freien, 

nicht  zuletzt  mit  dem  Argument,  das  sportliche  Skeet-  und  Trapschiessen 

sei  an  diesem  Ort  unzulässig.  In  ihrer  Rekursantwort  hat  die  Baudirektion 

jedoch  überzeugend  dargelegt,  dass  solche  Anlagen  aus  Gründen  der 

Schiessart  und  der  Sicherheit  sowie  wegen  des  Lärmschutzes  zwingend 

eine  bestimmte  Grösse  mit  vorgeschriebenen  Mindestparametern  aufwei-

sen  müssen,  damit  sie  überhaupt  betrieben  werden  können  bzw.  dürfen. 

Bei  einer  flächenmässigen  Verkleinerung  könnten  z. B.  die  notwendigen 

Sicherheitsabstände  zwischen  den  Schützen  nicht  mehr  eingehalten  wer-

den (act. 9, S. 6). Die Grösse der Kugelfänge ändert sich bei einer Verklei-

nerung der Schiessanlage nicht.  

Mit  der  gemäss  Gestaltungsplan  vorgesehenen  Flächenausdehnung  kön-

nen alle schiesstechnischen Vorgaben erfüllt werden, womit auf diesen An-

lagen  ein  dem  Ausbildungs-  und  Übungszweck  entsprechendes  Training 

durchgeführt  werden  kann.  Entgegen  rekurrentischer  Meinung  wären  die 

Skeet-  und  Trapanlagen  sowie  die  übrigen  Schiessstände  überdies  nicht 

kleiner dimensioniert, wenn diese ausschliesslich jagdlichen Schützen vor-

behalten wären. Die für das Training in den olympischen Disziplinen Skeet 

und  Trap  notwendigen  technischen  Anpassungen  sind  weder  grössen- 

noch  immissionsrelevant  (act. 9,  S. 4).  Dasselbe  gilt  für  die  Kugelanlagen. 

Folglich spielt die (partiell zulässige) sportschützliche Mitbenutzung bei der 

Konzipierung der Grösse der Schiessanlagen generell keine Rolle. 

R4.2015.00083 

Seite 24 

 
 
7.7.  

Weisen  die  schiesstechnischen  Anlagen  eine  sachgerechte  Grösse  auf, 

steht insoweit die beantragte Verkleinerung des Gestaltungsplanperimeters 

ausser Diskussion. 

8.  

Die Kubatur des Baubereichs B1, der maximal eine Länge von 43 m, eine 

Breite von 26 m sowie eine Höhe von 11 m aufweisen darf, ist entgegen re-

kurrentischer Auffassung nicht zu beanstanden. Die beiden Untergeschos-

se liegen unterhalb des Randes der Kiesgrube; die beiden Obergeschosse 

dürfen  die  Höhenkote  von  440 m.ü.M.  nicht  überschreiten.  Damit  kann 

grundsätzlich eine gute Einordnung in die Umgebung erreicht werden. Die 

abschliessende Beurteilung der Einordnung hat anhand des konkreten Pro-

jekts  im  nachfolgenden  Baubewilligungsverfahren  zu  erfolgen.  Immerhin 

sind in allen Baubereichen Bauten und Anlagen so zu gestalten, dass eine 

besonders  gute  Gesamtwirkung  erreicht  wird  (Art.  9  Abs.  1  GPV);  zudem 

sind  Dachflächen,  soweit  möglich,  extensiv  zu  begrünen  (Art. 9  Abs. 2 

GPV). Inwieweit es trotzdem zweckmässig wäre, die Kubatur aufgrund der 

voranstehenden  Erwägungen  unter Ziffer 7.4.3  zu  verkleinern,  hat  die  Re-

kursgegnerin im Rahmen ihres planerischen Ermessens zu entscheiden.  

Die  rekurrentischerseits  verlangte  generelle  Begrünungspflicht  der  Dächer 

ist weder sachlich noch rechtlich gerechtfertigt. Dasselbe gilt bezüglich der 

übrigen  beantragten  textlichen  Anpassungen  bezüglich  Gestaltung.  Mehr 

als eine "besonders gute Gestaltung" im Sinne von Art. 9 Abs. 1 GPV kann 

von der Bauherrschaft hier nicht verlangt werden. 

Die  vorgesehenen  Dimensionen  und  die  Platzierung  der  Anlagen  in  den 

Baubereichen C  und D,  welche  aus  Lärmschutzgründen  unterhalb  der 

Höhenkote  des  gewachsenen  Terrains  erstellt  werden  müssen  und  daher 

von  ausserhalb  der  Jagdschiessanlage  optisch  kaum  einsehbar  sein  wer-

den (Art. 11 Abs. 3 lit. a GPV), sind ebenfalls nicht zu beanstanden. 

9.1. 

Die  Rekurrentin  moniert,  die  Schiessanlage  verursache  übermässigen 

Lärm,  welcher  sich  insbesondere  auf  dem  Areal  ihres  Schulinternats,  wo 
zahlreiche stressanfällige und psychisch belastete Kinder und Jugendliche 

R4.2015.00083 

Seite 25 

 
 
lebten, ausgesprochen störend und nachteilig auswirke. Gemäss Lärmgut-

achten der Bauherrschaft würden zwar die gesetzlichen Grenzwerte einge-

halten; diese Immissionsabklärung sei im vorliegenden Fall allerdings man-

gel-  bzw.  lückenhaft  durchgeführt  worden.  Gemäss  dem  von  der  Firma 

SINUS  Engineering  AG  erstellten  Parteigutachten  (act. 4.2),  das  teilweise 

von anderen Parametern ausgehe, werde der massgebende Grenzwert von 

55 dB(A)  mit  61,3 dB(A)  (ohne  Berücksichtigung  von  Lärmschutzmass-

nahmen  am  Berechnungsstandort)  bzw.  59,1 dB(A)  (mit  Lärmschutzmass-

nahmen  am  Berechnungsstandort)  deutlich  überschritten.  Überdies  werde 

das gesetzliche Vorsorgeprinzip nicht konsequent beachtet. Schliesslich sei 

auf  ihrem  Schulareal  unverständlicherweise  keine  Lärmabklärung  vorge-

nommen worden.  

9.2.  
Das  Baurekursgericht  wies  die  Rekursgegnerin  anlässlich  des  Augen-

scheins vom 6. November 2015 an, bei zwei Orten auf dem rekurrentischen 

Schulareal, das unbestrittenermassen der Empfindlichkeitsstufe (ES) II zu-

geordnet  ist,  ergänzende  Lärmabklärungen  vorzunehmen  (Prot.  S. 6)  und 

entsprach insoweit dem rekurrentischen Antrag Nr. 1. Diese vom beauftrag-

ten Ingenieurbüro Basler & Hofmann AG erstellte Ergänzung,  welche zum 

Schluss  kommt,  dass  auch  hier  der  massgebende  Grenzwert  eingehalten 

werde,  datiert  vom  10. November 2015.  Bei  den  Ermittlungsorten  "west-

lichstes Fenster im Obergeschoss des Gebäudes R.-strasse 15" und "west-

lichstes  Fenster 

im  Schulzimmer  Hochparterre  des  Gebäudes  R.-

strasse 19"  wurden  grenzwertkonforme  Werte  von  48,7 dB(A)  bzw. 

48,8 dB(A)  ermittelt.  Die  Definition  der  Ermittlungsorte  erfolgte  im  Übrigen 

im Einverständnis der Rekurrentin.  

9.3.1.  

Die  Jagdschiessanlage  Widstud  ist  eine  neue  ortsfeste  Anlage  im  Sinne 

von Art. 7 Abs. 7 des Umweltschutzgesetzes (USG) und von Art. 2 Abs. 1 

der Lärmschutzverordnung (LSV).  

Die Emissionen einer neuen Anlage sind einerseits im Rahmen der Vorsor-

ge so weit zu begrenzen, wie dies technisch und betrieblich möglich sowie 

wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG; Art. 7 Abs. 1 lit. a LSV). Ande-

rerseits ist dafür zu sorgen, dass die durch die Anlage verursachten Lärm-
immissionen  in  der  beurteilungsrelevanten  Umgebung  zu  keiner  Über-

R4.2015.00083 

Seite 26 

 
 
schreitung der Planungswerte (Art. 25 Abs. 1 USG; Art. 7 Abs. 1 lit. b LSV) 

bzw.  zusammen mit dem Lärm anderer Anlagen zu keiner Überschreitung 

der  Immissionsgrenzwerte  führen  (Art. 8  und  13 ff.  USG;  Art. 40  Abs. 2 

LSV). Letzteres ist hier nicht relevant.  

Die Lärmschutzverordnung hat bezüglich des Lärms von zivilen Schiessan-

lagen,  wozu  auch  Jagdschiessanlagen  der  vorliegenden  Art  gehören,  Be-

lastungsgrenzwerte festgelegt (Ziffer 1 Anhang 7 LSV). Danach haben sol-

che  Anlagen  im  Bereich  der  Empfindlichkeitsstufe  II  einen  Planungswert 

von  55 dB(A)  einzuhalten  (Ziffer 2  Anhang 7  LSV).  Bei  neuen  Anlagen, 

welche per definitionem noch nicht realisiert wurden, hat die Lärmermittlung 

aufgrund  vom  Modellberechnungen  zu  erfolgen.  Die  entsprechenden 

Grundsätze und Pegelkorrekturen finden sich in Ziffer 31 und 32 Anhang 7 

LSV.  Die  u.a.  als  Berechnungsbasis  dienenden  Schiesshalbtage  und 

Schusszahlen werden in Ziffer 322 und 323 Anhang näher definiert. Der re-

kurrentische  Einwand,  der  Planungswert  von  55 dB(A)  sei  in  Berücksichti-

gung  eines  neueren  Bundesgerichtsurteils  zu  wenig  streng,  ist  unbegrün-

det. Bei jenem Urteil ging es um einen völlig anderen Sachverhalt und eine 

andere Lärmkategorie.  

9.3.2. 

Die  Rekursgegnerin  führte  ein  Testschiessen  zwecks  Kalibrierung  in  der 

Kiesgrube  Widstud  durch  und  eruierte  die  Schiesslärmimmissionen  an-

schliessend  aufgrund  des  allgemein  anerkannten  Berechnungsmodels 

SonARMS  der  Eidgenössischen  Materialprüfungs-  und  Forschungsanstalt 

Dübendorf  (EMPA).  Das  vom  Ingenieurbüro  Basler  &  Hofmann  AG  in  Zu-

sammenarbeit  mit  der  EMPA  und  der  Lärmschutzfachstelle  des  Kantons 

Zürich  (FALS)  verfasste  Gutachten  kam  zum  Schluss,  dass  beim  ermittel-

ten  Belastungsgrenzwert  auf  der  Basis  von  400 Schiesshalbtagen  und  ei-

ner Gesamtzahl von 826'000 jährlichen Schüssen der Planungswert an al-
len beurteilungsrelevanten Orten − gemäss erwähntem Ergänzungsgutach-
ten selbst auf dem rekurrentischen Areal − eingehalten werde. Dazu wird in 
der Rekursantwort im Detail ausgeführt: 

"Für  das  öffentliche  Testschiessen  vom  25.  August  2014  wurde  versucht,  
mit  provisorischen  Hindernissen  die  Schutzwirkung  möglichst  optimal 
nachzubilden.  In  Richtung  Norden  [also  in  Richtung  des  rekurrentischen 
Schulinternats]  war  das  nur  zum  Teil  möglich,  da  die  Schutzwirkung  (Ge-
bäude, Überdeckung und lärmabsorbierende Auskleidung der Abschussbe-
reiche)  gegen  Norden  mit  den  Schiesstunnels  nur  mangelhaft  simuliert 
werden  konnte.  Mit  den  effektiven  Hindernissen  wird  der  Direktschall  im 

R4.2015.00083 

Seite 27 

 
 
Norden  deutlich  tiefer  sein.  Wo  der  Lärm  aber  auch  bereits  an  der  Quelle 
vermindert  werden  kann,  wie  mit  der  20  m  langen  Überdeckung  des  Ab-
schussbereichs  Kugel,  reduzieren  sich  selbstverständlich  auch  entspre-
chende  Reflexionen.  Dass  die  Reflexionen  einen  wichtigen  Anteil  der  Im-
missionen  bilden,  hat  sich  in  den  Berechnungen  und  den  Messungen  ge-
zeigt.  Wie  die  Kalibrationsmessungen  mit  Registrierung  der  Wetterbedin-
gungen  zeigen,  werden  diese  Reflexionen  an  den  Waldrändern  durch  das 
Ausbreitungsmodell nARMS zuverlässig erfasst (nicht aber durch das Gut-
achten der SINUS Engineering AG). Damit sind auch in den Berechnungen 
diese Reflexionen korrekt enthalten. Zudem enthält das Lärmgutachten ei-
nen  differenzierten  Vergleich  zwischen  Messung  und  Modellberechnung, 
wobei eine gute Korrelation festgestellt worden ist" (act. 9, S. 15 f.). 

Diese  zutreffenden  Ausführungen  vermag  die  Rekurrentin  in  keiner Weise 

zu  widerlegen.  So  stimmt  insbesondere  ihr  Einwand,  die  lärmrelevanten 

Reflexionen des nahen Waldrandes seien nicht einbezogen worden, offen-

sichtlich  nicht.  Auch  die  Dauer  des  Testschiessens  ist  nicht  im  rekurrenti-

schen  Sinne  relevant.  Bei  diesem  ging  es  nicht  darum,  einen  ganzen 

Schiesshalbtag  zu  simulieren,  sondern  das  Berechnungsmodell  auf  die 

Verhältnisse vor Ort zu kalibrieren.  

Mit  der  Rekurrentin  ist  immerhin  einig  zu  gehen,  dass  die  Lärmermittlung 

mit solchen Berechnungsmodellen, auch wenn sie allgemein anerkannt und 

mittelweile  ziemlich  ausgereift  sind,  mit  gewissen  Unsicherheiten  behaftet 

sind. Dies stellt auch die Rekursgegnerin nicht grundsätzlich in Abrede. Es 
ist daher – wie in Art. 11 Abs. 4 GPV festgehalten − angezeigt, die nachfol-
gende Baubewilligung dahingehend nebenbestimmungsweise zu ergänzen, 

dass  die  Grenzwerteinhaltung  nach  Erstellung  der  Schiessanlage  im  Rah-

men  von  Abnahmemessungen  vor  ihren  definitiven  Inbetriebnahme  verifi-

ziert wird. Die genannte Gestaltungsplanvorschrift sieht sogar ein jährliches 

Controlling vor. 

9.3.3.  

Unberechtigt  ist  schliesslich  die  rekurrentische  Rüge,  die  Emissionen  des 

Streitobjekts  müssten  im  Rahmen  des  Vorsorgeprinzips  des  Umwelt-

schutzgesetzes  über die  Grenzwerteinhaltung  hinaus  weiter reduziert wer-

den.  Die  Bauherrschaft  hat mit  dem  Gestaltungsplan  im  Rahmen  der Vor-

sorge  in  genügender  Weise  zahlreiche  lärmreduzierende  Massnahmen 

festgesetzt.  Dazu  gehören  u.a.  die  vollständige  Eintunnelung  der  300 m-
Schiessanlage  (was  ursprünglich  nicht  vorgesehen  war),  die  Platzierung 
der lärmerzeugenden Aussenanlagen deutlich unterhalb des Grubenrandes 

R4.2015.00083 

Seite 28 

 
 
sowie zahlreiche bauliche Optimierungen zwecks Lärmreduktion in den Ab-

schussbereichen (vgl. Art. 11 Abs. 3 lit. a – d GPV). 

10.1. 

Gemäss  Art.  20  Abs.  2  GPV  dürfen  die  Aussenanlagen  an  maximal 

400 Schiesshalbtagen  in  Betrieb  sein;  rekurrentischerseits  wird  eine  Be-

schränkung auf 135 Schiesshalbtage gefordert. Mit einer solchen massiven 

zeitlichen  Einschränkung  wären  ein  ausbildungsgerechter  Betrieb  der 

Jagdschiessanlage  sowie  das  schiesssportliche Training  kaum  mehr mög-

lich.  Die  vorangehenden  Erwägungen  haben  ausserdem  gezeigt,  dass  die 

Anlage auf der Basis von 400 Schiesshalbtagen ohne weiteres lärmschutz-

konform  ist.  Auch  insofern  ist  keine  Reduktion  der  Schiesshalbtage  erfor-

derlich. 

10.2. 

In Anbetracht dessen, dass die massgebenden Lärmgrenzwerte (bei einer 

berechnungsmässig  verwendeten  Zahl  von  563'000 Schrotschüssen  und 

263'000 Kugelschüssen  pro  Jahr)  vollumfänglich  eingehalten  werden  und 

zudem  das  Vorsorgeprinzip  hinreichend  beachtet  wird,  ist  die  von  der Re-

kurrentin  geforderte  Schusszahlbeschränkung  (207'000)  nicht  gerechtfer-

tigt.  Mit  der  erwähnten  Reduktion  könnte  ohnehin  keine  vollwertige 

Jagdaus-  und  Weiterbildung  mehr  betrieben  werden  (act. 9,  S. 19,  und 

act. 10.15, S. 16).  

11. 

Für  die  lärmrelevanten  Aussenanlagen  legt  der  Gestaltungsplan  in  Art. 20 
Abs. 3 und 4 GPV folgende Betriebszeiten fest: 

"Die  Aussenanlagen  dürfen  an  Werktagen  (Montag  bis  Samstag)  am  Mor-
gen nicht vor 08.00 Uhr und am Abend von Montag bis Freitag bis maximal 
um 18.00 Uhr bzw. einmal in der Woche bis 19.00 Uhr sowie an Samstagen 
bis  maximal  17.00  Uhr  geöffnet  sein.  Über  Mittag  ist  eine  Ruhepause  von 
mindestens einer Stunde einzuhalten. 
An Sonn- und allgemeinen Feiertagen oder ausserhalb der ordentlichen Be-
triebszeiten ist die Benutzung der Aussenanlage nur an maximal 4 Sonder-
anlässen pro Jahr zulässig, die von der Baudirektion bewilligt werden müs-
sen." 

R4.2015.00083 

Seite 29 

 
 
Die  Rekurrentin  will  die  Aktivitäten  auf  den  Aussenanlagen  zeitlich  weit 

mehr einschränken und verlangt insbesondere, die Betriebszeiten − vorbe-
hältlich  separat  zu  bewilligender  Ausnahmen –  werktags  jeweils  auf  den 
Morgen  (08.00 Uhr – 12.00 Uhr)  und  am  Samstag  auf  den  Nachmittag 
(14.00 Uhr – 18.00 Uhr)  zu  beschränken.  Zudem  will  sie  keine  Sonderan-
lässe  ausserhalb  der  üblichen  Betriebszeiten,  auch  nicht  sonntags,  zulas-

sen. 

Die  strittigen  Betriebszeiten  sind  lärmschutzbedingt,  weshalb es  angezeigt 

ist,  diesbezüglich  die  einschlägigen  kommunalen  Bestimmungen  über  die 

Ruhezeiten  heranzuziehen  (u.a.  BRKE I  Nrn. 218  und 219/2003  vom 

5. September 2003 in BEZ 2003 Nr. 51). Gemäss Art. 22 der Polizeiverord-

nung  der  Stadt  Bülach  vom  5. Juli  2010  sind  lärmige  Aktivitäten  montags 

bis freitags  von  12.00 Uhr  bis  13.00  Uhr  und  von  20.00 Uhr  bis 07.00 Uhr 

sowie  generell  an  Sonn-  und  allgemeinen  Feiertagen  verboten.  Samstags 

gilt das Verbot von 12.00 Uhr bis 13.00 und ab 18.00 Uhr.  

Im  Lichte  dieser  kommunalen  Regelung  sind  die  in  den  Gestaltungsplan-

vorschriften  festgelegten  Betriebszeiten  grundsächlich  nicht  zu  beanstan-

den.  Sie  gewähren  den  Anwohnern  und  anderen  Betroffenen  eine  ange-

messene lärmfreie Zeit. Bezüglich der Mittagsruhe ist die strittige Regelung 

jedoch  dahingehend  zu  präzisieren,  dass  – anpasst  an  die  kommunalen 
Usanzen –  regelmässig  eine  Ruhezeit  von  12.00 Uhr  bis  13.00 Uhr  einzu-
halten ist und diese nicht von Fall zu Fall bestimmt wird. 

Bezüglich der in Art. 20 Abs. 4 GPV erwähnten vier bewilligungspflichtigen 

Sonderanlässen  auf  den  lärmrelevanten  Aussenanlagen  ist  festzuhalten, 
dass diese – sofern sie an Sonn- oder allgemeinen Feiertagen stattfinden – 
nicht vor 10.00 Uhr beginnen dürfen und spätestens bis 16.00 Uhr zu Ende 

sein müssen. Zudem haben sie die mittägliche Ruhezeit von 12.00 Uhr bis 

13.00 Uhr  einzuhalten.  Schliesslich  sind  nur jagdliche  Sonderanlässe  (kei-

ne solchen der Sportschützen) erlaubt. Art. 20 Abs. 4 GPV ist insoweit an-

zupassen.  

12. 

Die  Rekurrentin  will  auf  der  Jagdschiessanlage  keine  Aktivität  der  Sport-

schützen zulassen. Es fehle im Wesentlichen am öffentlichen Interesse, an 

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diesem Ort ausserhalb der Bauzonen schiesssportliches Training durchfüh-

ren zu können. 

Der Richtplaneintrag lässt diese Zusatznutzung, bei welcher das Training in 

den  olympischen  Schiessdisziplinen  Skeet  und  Trap  stark  im  Vordergrund 

steht,  grundsätzlich  zu,  beschränkt  allerdings  die  Aktivitäten  der  Sport-

schützen.  Ein  zusätzliches  öffentliches  Interesse  im  rekurrentischen  Sinne 

ist  folglich  keine  Voraussetzung  für die  strittige  schiesssportliche Nutzung. 

Bei den bisherigen dezentralen Jagdschiessanlagen im Kanton Zürich war 

eine Mitbenutzung der Sportschützen im Übrigen generell erlaubt. 

Im Rahmen eines Minderheitsantrags ergänzte der Kantonsrat am 24. Juni 

2013  den  Richtplantext  dahingehend,  dass  der  Nutzungsanteil  der  Sport-

schützen  auf  den  Aussenanlagen  auf  maximal  25 %  zu  beschränken  sei 

(act. 10.11,  S. 7699 ff.).  Der  Antrag  des  Regierungsrates  sah  keine  Ein-
schränkung  der  sportschützlichen  Aktivitäten  auf  den  Aussenanlagen  vor. 

Der  strittige  Gestaltungsplan  hat  diese  Richtplanvorgabe  wie  folgt  umge-
setzt: 

"Der Anteil der rein sportlichen Schützen ist in den Aussenanlagen auf ma-
ximal 25 % zu beschränken. Der Betrachtungszeitraum beträgt jeweils ein 
Jahr"  (Art.  19  Abs.  3  GPV).  "Die  Einhaltung  der  Anteils  der  Sportschützen 
wird von der Baudirektion jährlich anhand der Registrierungen überprüft" 
(Art. 19 Abs. 4 GPV). "Erreicht der Anteil der Sportschützen bei der perio-
dischen Prüfung 25 %, werden keine neuen Sportschützen mehr registriert 
bzw.  erst  dann  wieder,  wenn  die  Quote  von  25 %  wieder  unterschritten 
wird" (Art. 19 Abs. 5 GPV).  

Allenfalls sind weitere notwendige Details im noch zu erstellenden Betriebs-

reglement  (Art. 18  GPV)  oder  mit  dem  konkreten  Baugesuch  festzulegen. 

Diese  Festlegung  auf  Stufe  Gestaltungsplan  entspricht  jedenfalls  dem 

Richtplantext und ist nicht zu bemängeln. 

Generell  macht  es  Sinn,  die  Kapazität  der  ohnehin  in  dieser  Grösse  vor-

handenen  Schiessanlagen  mit  einer  solchen  Zusatznutzung  hinreichend 

auslasten  zu  können  und  den  olympischen  Schiesssport  zu  fördern.  Dies 

immer unter der Voraussetzung, dass die Anlage auch mit dem sportlichen 

Schiessen  vor  allem  bezüglich  ihrer  Immissionen  gesetzeskonform  betrie-

ben werden kann.  

Die  gelegentliche  Benutzung  durch  ausserkantonale  Jagdgäste  ist  eben-
falls  nicht  zu  beanstanden  und  auf  allen  solchen  Anlagen  in  der  Schweiz 

allgemein  üblich.  Der  rekurrentischerseits  verlangte  Zusatz,  die  Registrie-

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rung auf der Jagdschiessanlage habe sich auf Jäger mit Wohnsitz im Kan-

tons Zürich zu beschränken, ist somit nicht angebracht.  

13.  

Die Rekurrentin fordert zu Unrecht zusätzliche Auflagen im Zusammenhang 

mit der verwendeten und verschossenen Munition sowie den Wurfscheiben 

(Tontauben, Rollhasen). Die mit dem Gestaltungsplan festgesetzten lufthy-

gienischen  Massnahmen  (Art. 12 GPV)  sowie  die  Vorschriften  über  die 

Verwendung  schadstoffarmer  Munition,  deren  Einsammlung  und  Entsor-

gung  (Art. 13 GPV)  sind  vorbildlich  und  entsprechen  den  neuesten  Stan-

dards  bei  solchen  Schiessanlagen.  Damit  kann  eine  Belastung  u.a.  des 

Grundwassers mit Schadstoffen vermieden werden.  

Das  die  Umwelt  bei  unsachgemässer  Verwendung  belastende  Bleischrot, 

welches  beim  Schiessen  auf  den  laufenden  Blechhasen  aus  Sicherheits-

gründen  verwendet  werden  muss,  ist  vollumfänglich  aufzufangen  und 

nachher  fachgerecht  zu  entsorgen  (Art. 13  Abs. 2 GPV).  Bei  den  übrigen 

Disziplinen  auf  den  Aussenanlagen  werden  Stahlschrotpatronen  verwen-

det.  Diese  Munition  wurde  in  letzter  Zeit  bezüglich  ihrer  Schadstoffauswir-

kungen massiv verbessert, so dass sie kaum mehr negative Auswirkungen 

auf die Bodenqualität hat. Die Tontauben und Rollhasen bestehen teils aus 

anorganischen (70 %) teils aus organischen (30 %) Materialien. Früher be-

stand  der  organische  Anteil  vor  allem  aus  Teerpechverbindungen,  welche 

einen hohen Gehalt der sehr problematischen polyzyklischen aromatischen 

Kohlenwasserstoffe  (PAK)  aufwies.  Die  neueste  Generation  dieser  Wurf-

scheiben  ist  teerfrei;  der  PAK-Gehalt  liegt  unter  der  Nachweisgrenze 

(act. 10.6,  S. 9).  Aus  diesen  Gründen  schreibt  der  Gestaltungsplan  zu 

Recht  die  Verwendung  von  Stahlschrotpatronen  und  Wurfscheiben  der 

neuesten  Generation  vor,  welche  aus  Kontrollgründen  zwingend  vor  Ort 

bezogen werden müssen (Art. 13 Abs. 1 GPV). Mit der Rekurrentin ist einig 

zu  gehen,  dass  sämtliche  Munition  – also  auch  diejenige  der  Kugel-  und 
Indooranlagen – regelmässig einzusammeln und umweltgerecht zu entsor-
gen  ist.  Deshalb  und  aus  den  vorgenannten  Gründen  erübrigt  jedoch  sich 

ein Bezugszwang vor Ort für die übrigen Munitionsarten.  

Es wird Sache des noch zu erstellenden Betriebsreglements sein, den Um-

gang  mit  der  Munition  und  den  Wurfscheiben)  weiter  im  Detail  zu  regeln. 

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Bei diesem Reglement, welches vor der Anlageinbetriebnahme zu erstellen 

ist, wird die Stadt Bülach einzubeziehen sein (Art. 18 GPV).  

Keine Rechtsgrundlage findet allerdings die rekurrentische Forderung nach 

einem  Einbezug  der  Stadt  Bülach  bezüglich  der  Schadstoffermittlung  bei 

den Indoor-Schiessanlagen (Art. 12 Abs. 1 GPV) sowie der Einbezug bzw. 

Anhörung der Anstösser bei der Ausarbeitung des Betriebsreglements.  

14. 

Mit  dem  Gestaltungsplan  sollen  zahlreiche  ökologische  Massnahmen  um-

gesetzt werden. Der im Gestaltungsplanperimeter liegende Teil des Biotops 

am  Simeligraben,  der  eine  Fläche  von  rund  0,4 ha  umfasst,  darf  vom  Be-

trieb der Jagdschiessanlage nicht beeinträchtigt werden. Zudem sind zahl-

reiche naturnahe Flächen im Umfang von 2,02 ha zu erstellen und entspre-

chend  zu  pflegen.  Bezogen  auf  die  Gesamtfläche  der  Anlage  beträgt  der 

Anteil  der  naturnahen  Fläche  damit  rund  28 %.  Vor  Baueingabe  ist  ein 

diesbezüglicher Detailplan in Zusammenarbeit mit der kantonalen Fachstel-

le  Naturschutz  auszuarbeiten  (Art. 16 GPV).  Angesichts  dieses  umfassen-

den  Konzepts  sind  entgegen  rekurrentischer  Auffassung  keine  weiteren 

ökologischen Auflagen geboten.  

Schliesslich wird der durch das Gebiet Widstud führende nationale Wildkor-

ridor, der dort immerhin rund 1 km breit ist, durch den Bau und den Betrieb 

der Anlage nicht tangiert (act. 9, S. 16, und 10.15, S. 21).  

15.  

Die  Rekurrentin  verlangt  eine  Verkleinerung  des  Gestaltungsplanperime-

ters,  so  dass  dieser  überall  einen  Waldabstand  von  30 m  einhalten  kann. 

Die Rekursgegnerin hat dazu in ihrer Vernehmlassung detailliert und zutref-

fend festgehalten, ein solcher Abstand ab der Perimetergrenze sei nicht er-

forderlich,  weil  die  Erhaltung,  Pflege  und  Nutzung  des  benachbarten Wal-

des  mit  dem  festgelegten  Perimeter  in  keiner  Weise  beeinträchtigt  werde 

(act. 9, S. 17). 

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16.  

Auch  im  Übrigen  erweisen  sich  die  rekurrentischerseits  verlangten  textli-

chen Anpassungen entweder als unnötig oder sogar als nicht sachgerecht 

bzw. rechtswidrig.  

17.  

Zusammenfassend ist der Rekurs wie folgt teilweise gutzuheissen: 

Die Anzahl der Fahrzeugabstellplätze und die für die Verpflegung notwen-

dige Fläche sind im Sinne der Erwägungen zu reduzieren. Auf ein öffentli-

ches Restaurant ist zu verzichten. Die als Schulungsraum notwendige Flä-
che ist neu zu definieren. Die Fläche der Büchsenmacherei ist auf 400 m2 
zu  verkleinern. Die Betriebszeiten sowie die  Sondernutzung an Sonn- und 

allgemeinen Feiertagen sind im Sinne der Erwägungen zu präzisieren bzw. 

zu  ergänzen.  Ebenso  sind  im  Rahmen  dieser  Rückweisung  die  Gestal-

tungsplanvorschriften, sofern notwendig, generell anzupassen. Insoweit  ist 

die Streitsache an die Rekursgegnerin zurückzuweisen. Im Übrigen ist der 

Rekurs abzuweisen. 

18. 

Die  Verfahrenskosten  sind  ausgangsgemäss  zu  2/3  der  Rekurrentin  und 

zu 1/3  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  aufzuerlegen.  Der  mitbeteiligte  Ge-

meinderat  Bülach,  der  im  Rahmen  des  Schriftenwechsels  keine  eigenen 

Anträge stellt, wird nicht kostenpflichtig. 

Nach  §  338  Abs.  1  PBG  bzw.  §  2  der  Gebührenverordnung  des  Verwal-

tungsgerichts  (GebV  VGr)  legt  das  Baurekursgericht  die  Gerichtsgebühr 

nach seinem Zeitaufwand, nach der Schwierigkeit des Falls und nach dem 

bestimmbaren  Streitwert  oder  dem  tatsächlichen  Streitinteresse  fest.  Liegt 

wie  hier  ein  Verfahren  ohne  bestimmbaren  Streitwert  vor  (strittig  ist  nicht 

das  konkrete  Bauvorhaben,  sondern  erst  die  raumplanerische  Grundlage 

für  dieses),  beträgt  die  Gerichtsgebühr  in  der  Regel  Fr. 1'000.--  bis 

Fr. 50'000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG; § 3 Abs. 3 GebV VGr). Die Behörden ver-

fügen bei der Gebührenbemessung im Einzelfall über einen weiten Ermes-

sensspielraum.  

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Gestützt auf diese Kriterien, insbesondere waren hier bei einem komplexen 

Sachverhalt zahlreiche und teils schwierige Rechtsfragen zu beurteilen, ist 

die  Spruchgebühr  auf  Fr. 20'000.--  festzusetzen  (BRGE II  Nrn. 0162  und 

0163/2012  vom  23. Oktober 2012,  bestätigt  mit  VB.2012.00774  vom 

22. August 2013; dieser bestätigt mit BGr 1C_810/2013 vom 14. Juli 2014).  

19. 

Der  mehrheitlich  unterliegenden  Rekurrentin  ist  keine  Umtriebsentschädi-

gung im Sinne von § 17 VRG zuzusprechen. Die Rekursgegnerin hat keine 

solche beantragt. 

Das Baurekursgericht erkennt: 

I. 
Der Rekurs wird teilweise gutgeheissen. 

Demgemäss  ist  der  kantonale  Gestaltungsplan  "Jagdschiessanlage  Wid-
stud, Bülach" vom 18. Mai 2015 wie folgt zu überarbeiten: 

Die Anzahl der Fahrzeugabstellplätze und die für die Verpflegung notwen-
dige Fläche sind im Sinne der Erwägungen zu reduzieren.  Auf ein öffentli-
ches Restaurant ist zu verzichten. 

Die als Schulungsraum notwendige Fläche ist neu zu definieren. 

Die Fläche der Büchsenmacherei ist auf 400 m2 zu verkleinern. 

Die  Betriebszeiten  sowie  die  Sondernutzung  an  Sonn-  und  allgemeinen 
Feiertagen  sind  im  Sinne  der  Erwägungen  zu  präzisieren  bzw.  zu  ergän-
zen.  

Die  Gestaltungsplanvorschriften  sind  im  Rahmen  dieser Rückweisung,  so-
fern notwendig, generell anzupassen. 

In  diesem  Umfang  wird  die  Streitsache  an  die  Rekursgegnerin  zurückge-
wiesen.  

Im Übrigen wird der Rekurs abgewiesen. 

[….] 

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