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**Case Identifier:** 158d8176-7fca-50f9-b6fe-5b88b810969b
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-08-28
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 28.08.2014 725 13 94 / 212 (725 2013 94 / 212)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-13-94---212_2014-08-28.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 28. August 2014 (725 13 94 / 212) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Beurteilung der Unfallkausalität, Gerichtsgutachten massgebend 

 

 
 
 
Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kantons-

richter Markus Mattle, Gerichtsschreiber Pascal Acrémann 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Monica Armesto, Advo-
katin, indemnis, Spalenberg 20, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 SUVA, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern, Beschwerde-
gegnerin, vertreten durch Andrea Tarnutzer, Advokat, Güterstrasse 
106, 4053 Basel 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A.1 Die 1947 geborene A.____ war Geschäftsführerin der B.____ und dadurch bei der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: SUVA) obligatorisch gegen die Fol-
gen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 18. Juni 2010 wurde A.____ als Fuss-
gängerin von einem Auto angefahren. Dabei zog sie sich gemäss Bericht des Kantonsspitals 
X.____ vom 5. Juli 2010 eine komplexe Lisfranc Verletzung mit Fraktur der Basis Metatarsale II 

 

 
 
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und III rechts zu. Die SUVA erbrachte in der Folge die gesetzlichen Leistungen (Heilbehand-
lung, Taggelder). 
 
A.2 Am 8. November 2012 diagnostizierte der behandelnde Arzt Dr. med. C.____, 
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine traumatische 
mediale Meniskushinterhornläsion am rechten Knie und beabsichtigte die Durchführung einer 
Arthroskopie mit medialer totaler mesorektaler Exzision (TME). Mit Verfügung vom 23. Novem-
ber 2012 verneinte die SUVA ihre Leistungspflicht für die Kniebeschwerden rechts resp. die 
geplante Kniearthroskopie mit TMC mangels Kausalzusammenhangs. Daran hielt sie auch auf 
Einsprache der Versicherten hin mit Entscheid vom 15. Februar 2013 fest. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Monica Armesto, am 8. April 2013 
Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie 
beantragte, in Aufhebung des Einspracheentscheids vom 15. Februar 2013 sei die Beschwer-
degegnerin unter Entschädigungsfolge zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Versicherungsleis-
tungen für die Kniebeschwerden rechts, die erfolgte Kniegelenksarthroskopie und die mediale 
TME auszurichten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Durchführung einer öf-
fentlichen Parteiverhandlung. Zur Begründung brachte sie im Wesentlichen vor, dass der Ein-
spracheentscheid auf unzureichenden medizinischen Unterlagen beruhe. Aufgrund der Er-
kenntnisse der am 3. Dezember 2012 durchgeführten Operation am rechten Knie sei erstellt, 
dass die Kniebeschwerden und die Meniskusoperation in einem natürlichen und adäquaten 
Kausalzusammenhang zum Unfall vom 18. Juni 2010 stehen würden. 
 
C. In ihrer Vernehmlassung vom 13. Juni 2013 schloss die SUVA auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
D. Im Rahmen der Verfahrensinstruktion gelangte die insturierende Präsidentin des Kan-
tonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, zur Auffassung, dass eine abschliessende 
Beurteilung der Angelegenheit gestützt auf die vorhandenen medizinischen Akten nicht möglich 
sei. In der Folge beauftragte sie Prof. Dr. med. D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, mit der Begutachtung der Versicherten. Sein Gutach-
ten erging am 29. November 2013. 
 
E. Mit Eingaben vom 16. Dezember 2013 und 31. Januar 2014 nahmen die Parteien zum 
Gutachten von Prof. D.____ vom 29. November 2013 sowie zu den Auswirkungen der medizini-
schen Beurteilung auf den Leistungsanspruch Stellung.  
 
F. Zu dem von der SUVA zusammen mit ihrer Stellungnahme vom 31. Januar 2014 ein-
gereichten versicherungsmedizinischen Bericht von Dr. med. E.____, Orthopädische Chirurgie 
und Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 20. Januar 2014 nahm Prof. D.____ am 
4. März 2014 Stellung. 
 

 

 
 
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G. Am 10. April 2014 reichte die SUVA zum Bericht von Prof. D.____ am 4. März 2014 
unter Beilage eines weiteren Berichts von Dr. E.____ vom 8. April 2014 eine neuerliche Stel-
lungnahme ein. 
 
H. An der heutigen Parteiverhandlung nahmen die Beschwerdeführerin, Advokatin Armes-
to sowie Advokat Andrea Tarnutzer-Münch als Vertreter der SUVA teil. Die Parteien hielten an 
ihren Rechtsbegehren fest. Auf die während der Verhandlung gemachten Vorbringen wird – 
soweit notwendig – in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befand sich dieser in Y.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu 
bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungspro-
zessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsge-
richt als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide 
der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht erhobene Be-
schwerde ist einzutreten. 
 
2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die SUVA für die 
Kniebeschwerden rechts resp. die Kniegelenksarthroskopie und die mediale TME leistungs-
pflichtig ist.  
 
3. Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat 
sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Der Anspruch entsteht gemäss 
Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung 
der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Per-
son. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, 
wenn sie infolge des Unfalles zu mindestens 10% invalid ist. Der Rentenanspruch entsteht, 
wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund-
heitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliede-

 

 
 
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rungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn 
fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). 
 
4.1 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen 
dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater 
Kausalzusammenhang besteht (BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natür-
lichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetrete-
ne Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 
natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmit-
telbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zu-
sammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Per-
son beeinträchtigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne 
dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinwei-
sen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natür-
licher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwendende Behör-
de - die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht - im Rahmen der ihr obliegenden Beweiswür-
digung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
4.2 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte - wie der Beurteilung des Gesundheitszu-
standes und der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person oder der Feststellung natürlicher Kau-
salzusammenhänge im Bereich der Medizin - ist die rechtsanwendende Behörde regelmässig 
auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen 
sind (BGE 122 V 158 f. E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese medi-
zinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) - wie alle anderen Beweismittel - frei, d.h. ohne 
Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies 
bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie 
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 
eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es 
bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das 
gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und 
nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztbe-
richtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allsei-
tigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammen-
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolge-
rungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 
5. Nachdem die instruierende Präsidentin des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht, zur Auffassung gelangte, dass eine abschliessende Einschätzung der Angelegen-

 

 
 
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heit gestützt auf die bei den Akten liegenden unterschiedlichen fachärztlichen Beurteilungen der 
Unfallkausalität der Kniebeschwerden rechts nicht möglich sei, wurde am 26. Juli 2013 
Prof. D.____ mit einem orthopädischen Fachgutachten beauftragt. Am 29. November 2013 di-
agnostizierte er in Bezug auf das rechte Knie ein derzeit beschwerdefreies, funktionell nicht 
einschränkendes Kniegelenk bei Status nach Radiär- und Horizontalriss des medialen Menis-
kus, nach arthroskopischer medialer Teilmeniskektomie am 3. Dezember 2012 bei konstitutio-
nell hypovalgischer Beinachse beidseits und aktuell beginnender medialer Gonarthrose rechts. 
Aus der Vorgeschichte und dem klinischen Befund sei von einem stummen Vorzustand einer 
geringfügig erhöhten Beanspruchung der inneren Kniegelenkshälften in beiden Knien durch die 
konstitutionsbedingte Verminderungen des knöchernen Valguswinkels der Beinachsen beid-
seits auszugehen. Eine vorbestehende stumme Meniskusläsion sei dabei aber lediglich mög-
lich. Aus der Unfallschilderung und dem medizinischen Befund sei mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit davon auszugehen, dass beim Unfall eine massiv forcierte Beugung im Knie mit 
fixiertem Fuss unter gleichzeitiger Innenrotation erfolgt sei. Ein solcher Mechanismus sei geeig-
net, eine Meniskusläsion hervorzurufen. Im MRI-Befund vom 30. November 2011 resp. im Ope-
rationsbefund vom 3. Dezember 2012 werde sowohl ein horizontaler Riss (was gemäss medizi-
nischer Literatur eher für eine degenerative Genese spreche) als auch ein Radiärriss, der bis 
zur Basis des Meniskus gehe (was gemäss medizinischer Literatur für eine traumatische Gene-
se spreche), beschrieben. Da die medizinische Literatur keine eindeutige Evidenz für einen re-
gelmässigen Zusammenhang von Rissform und Aetiologie der Läsion ergebe, sei aus der Riss-
form die Zusammenhangswahrscheinlichkeit mit dem Unfall nicht zu klären. Aufgrund des Ope-
rationsbefunds sei jedoch die Aussage möglich, dass der Operateur das Meniskusgewebe nicht 
als makroskopisch degenerativ beurteilt habe und im Gelenkinneren keine erheblichen sonsti-
gen Veränderungen vorgefunden habe, die a priori eine degenerative mediale Meniskusrissent-
stehung zu diesen Zeitpunkt als überwiegend wahrscheinlich erscheinen lassen würden. Dies 
entspreche auch dem MRI-Befund. Die Knieschmerzen seien aber erst ab circa 10 Monaten 
nach dem Unfallereignis dokumentiert und es seien keine Echtzeitdokumente über Knie-
schmerzen oder Knieuntersuchungen vorhanden. Am Unfalltag dürfte keine Untersuchung am 
rechten Kniegelenk erfolgt sein. Da erwiesen sei, dass Meniskusrisse keineswegs immer oder 
durchgehend subjektive Beschwerden verursachen würden, sei denkbar, dass der Schmerz am 
Unfalltag hinter die ungleich höhere Schmerzhaftigkeit der Quetschverletzung am Fuss und den 
Gesässschmerz getreten und nicht beachtet worden sei. Nach dem MRI-Befund vom 30. No-
vember 2011 habe zudem ein nicht-dislozierter Riss im Meniskus vorgelegen. Es sei plausibel, 
dass dieser lange keine Beschwerden verursacht habe und es erst durch die medial anheben-
den Einlagen resp. die verstärkte mediale Be- und lateralen Entlastung im Kniegelenk zu Be-
schwerden gekommen sei. Es stehe fest, dass die Kniebeschwerden durch die Meniskusläsion 
und nicht durch eine sonstige Pathologie hervorgerufen worden seien. Dies werde ex post 
durch die Tatsache bestätigt, dass nach arthroskopischer Resektion des gerissenen Menis-
kusanteils diese Beschwerden verschwunden und seither weggeblieben seien. Die Beurteilung 
des Kreisarztes Dr. med.  F.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates, wonach aus versicherungsmedizinischer Sicht mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit kein Zusammenhang zwischen der degenerativen Meniskusläsion am rechen 
Knie und dem Unfallereignis vom 18. Juni 2010 hergestellt werden könne, sei nicht überzeu-
gend. Zunächst bezeichne Dr. F.____ die Meniskusläsion ohne weitere Begründung als dege-

 

 
 
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nerativ, obwohl dieser Terminus weder im MRI-Befund noch von den behandelnden Chirurgen 
verwendet worden sei. Auch habe er in seiner Untersuchung vom 15. August 2011 keine Zei-
chen einer Degeneration am rechten Kniegelenk festgestellt. Weiter könne das Fehlen objekti-
vierbarer Schäden nicht als erwiesen hingestellt werden, wenn gar keine Untersuchung erfolgt 
sei. Für die Beurteilung von Dr. F.____, wonach ein Kausalzusammenhang zwischen den Knie-
beschwerden und dem Ereignis vom 10. Juni 2010 ausgeschlossen sei, gebe es weder eine 
klinische noch eine bildgebende Grundlage. Gestützt auf die Akten, die Angaben der Versicher-
ten und die Untersuchungsbefunde sei in Abwägung verschiedener Szenarien und Wahrschein-
lichkeiten davon auszugehen, dass die Versicherte ohne Vorzustand mit seitengleichem alters-
typischem Kniegelenkszustand am 18. Juni 2010 im Rahmen der Verletzung der rechten unte-
ren Extremität unter anderem auch eine mediale Meniskusläsion bei dafür geeignetem Flexi-
ons-Rotationsmechanismus zugezogen habe, die wegen der dramatischen Schmerzhaftigkeit 
und Behandlungsbedürftigkeit der gleichseitigen Fussverletzung in der Akutphase übersehen 
worden sei. Die nicht dislozierte Meniskusläsion sei unbemerkt geblieben. Erst bei der Verände-
rung der Statik im Knie durch Einlagenversorgung und später durch Aufbau der Beanspruchung 
auf normales Alltags-Belastungsniveau seien die Beschwerden an der Innenseite des rechten 
Knies immer deutlicher geworden und hätten schliesslich zu einer MRI-Untersuchung am 30. 
November 2011 mit Dokumentation der Rissbildung geführt. Demnach stelle das Unfallereignis 
vom 18. Juni 2010 überwiegend wahrscheinlich eine Ursache für die mittlerweile durchgeführte 
Meniskektomie am rechten Knie dar. 
 
6.1 Nach der Praxis weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe 
von der Einschätzung der medizinischen Fachpersonen ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fach-
kenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt me-
dizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, wenn die Gerichtsexpertise 
widersprüchlich ist. Eine abweichende Beurteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegen-
sätzliche Meinungsäusserungen anderer Fachleute dem Gericht als triftig genug erscheinen, 
die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung 
durch eine weitere Fachperson im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt hält, sei es, dass 
es ohne eine solche vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende Schlussfolgerungen 
zieht (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/aa mit Hinweisen). Solche Gründe sind hier nicht gegeben. Wie 
oben (vgl. E. 4.2 hiervor) ausgeführt, ist hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ent-
scheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-
gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgege-
ben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des 
Experten begründet sind. Die Beurteilung von Prof. D.____ vom 29. November 2013 beruht auf 
einer eingehenden Untersuchung der Versicherten, sie setzt sich mit den bei den Akten liegen-
den medizinischen Berichten auseinander und enthält nach sorgfältiger Würdigung der Vorge-
schichte und des klinischen Befunds, des Unfallmechanismus, des bei den Akten liegenden 
MRI vom 30. November 2011, des Operationsbefunds vom 3. Dezember 2012, des zeitlichen 
Verlaufs des Schmerzes und unter Einbezug früherer Kausalitätseinschätzungen eine überzeu-
gende Beurteilung zur umstrittenen Frage, ob das Unfallereignis vom 18. Juni 2010 überwie-
gend wahrscheinlich eine (Teil-)ursache für die mittlerweile durchgeführte Meniskektomie mit 

 

 
 
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TME am rechten Knie darstellt. Insgesamt ist die Beurteilung im Gerichtsgutachten sowohl in 
der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge als auch bezüglich der daraus gezogenen 
Schlussfolgerungen überzeugend und deshalb für die Beurteilung der umstrittenen Unfallkausa-
lität der Kniebeschwerden rechts massgebend. 
 
6.2 Daran vermögen die Vorbringen der Beschwerdegegnerin nichts zu ändern. Soweit sie 
unter Hinweis auf die Stellungnahmen von Dr. E.____ vom 20. Januar 2014 und 8. April 2014 
die Beurteilung im Gerichtsgutachten als nicht stichhaltig erachtet, kann ihr nicht gefolgt wer-
den. Zunächst ist festzustellen, dass Dr. E.____ auf die Beurteilung des Gerichtsgutachters 
Prof. D.____, wonach überwiegend wahrscheinlich sei, dass die am 18. Juni 2010 erfolgte 
massiv forcierte Beugung im Knie mit fixiertem Fuss unter gleichzeitiger Innenrotation geeignet 
gewesen sei, eine Meniskusläsion hervorzurufen, nicht weiter eingeht. Folglich ist von der un-
widersprochenen Beurteilung des Sachverhalts durch Prof. D.____ auszugehen. Den Zweifeln 
des Versicherungsmediziners Dr. E.____, ob überhaupt ein Meniskusriss vorgelegen habe, hielt 
Prof. D.____ in seiner Stellungnahme vom 4. März 2014 überzeugend entgegen, dass ein int-
raoperativ visuell sichtbarer, zweifelsfreier und schriftlich beurkundeter Operationsbefund als 
höchstwertiger Beleg zu werten und es deshalb nicht angezeigt sei, am Befund im Operations-
bericht von Dr. C.____ vom 3. Dezember 2012 zu zweifeln. Seine auf die Erkenntnisse im Ope-
rationsbericht stützende Beurteilung der Unfallkausalität erweist sich deshalb als stichhaltig und 
überzeugend. Weiter ist die Beurteilung des Gerichtsgutachters, wonach gut vorstellbar sei, 
dass die Knieproblematik zunächst wegen der Schmerzhaftigkeit und Behandlungsbedürftigkeit 
der gleichseitigen Fussverletzung nicht erkannt und erst mit einer Veränderung der Statik im 
Knie die Beschwerden an der Innenseite des rechten Knies immer deutlicher geworden sei, 
einleuchtend begründet und aufgrund der sich aus den Akten ergebenden längeren Phase der 
Minderbelastung des rechten Beins nachvollziehbar. Insgesamt benennt Dr. E.____ in seinen 
Berichten vom 20. Januar 2014 und 8. April 2014 keine Aspekte, die im Rahmen der Begutach-
tung durch Prof. D.____ unerkannt oder ungewürdigt geblieben wären. Aus diesem Grund ver-
mag seine Beurteilung die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens nicht in Frage zu stellen. Allein 
der Umstand, dass Prof. D.____ die Beurteilung von Dr. E.____ einer kritischen Würdigung un-
terzog und schliesslich zu einer abweichenden Beurteilung der medizinischen Sachlage kam, 
reicht nicht aus, um die Zuverlässigkeit des gerichtlichen Gutachtens in Frage zu stellen. Nach 
dem Gesagten ist nach dem differenzierten und deshalb massgebenden Gerichtsgutachten von 
Prof. D.____ davon auszugehen, dass der Unfall vom 18. Juni 2010 überwiegend wahrschein-
lich eine Ursache für die Kniebeschwerden sowie für die damit verbundene Kniegelenkarthro-
skopie und die mediale TME darstellt. Demnach kann in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. 
BGE 126 V 130 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen) auf ergänzende medizinische Abklärungen 
verzichtet werden.  
 
6.3 Nach dem Gesagten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 15. Februar 2013 
aufzuheben und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzli-
chen Versicherungsleistungen für die Kniebeschwerden rechts resp. die durchgeführte Knie-
arthroskopie und die TME auszurichten. 
 

 

 
 
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7.1 Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung bei Prof. D.____ in Höhe von insgesamt 
Fr. 4‘274.25 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt (vgl. BGE 137 V 210, E. 4.4.2 und Urteil 
des Bundesgerichts vom 6. Juni 2013, 8C_984/2012). 
 
7.2 Art. 61 lit. a ATSG bestimmt, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. 
 
7.3 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch 
auf Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Par-
teientschädigung zu Lasten der SUVA zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde-
führerin hat in ihrer Honorarnote vom 17. März 2014 für das vorliegende Verfahren einen Zeit-
aufwand von 8,166 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich 
stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Unter Hinzurechnung von 
2,5 Stunden für die Parteiverhandlung resultiert ein Aufwand von insgesamt 10,666 Stunden. 
Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnitt-
liche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-- zu entschädigen. Nicht 
zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 79.30. 
Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2'965.65 
(10,666 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 79.30 zuzüglich 8% Mehrwertsteuer) zu Lasten 
der SUVA zuzusprechen. 
 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 
15. Februar 2013 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflich-
tet, der Beschwerdeführerin die gesetzlichen Versicherungsleistungen 
für die Kniebeschwerden rechts auszurichten. 

 2. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von 
Fr. 4‘274.25 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. 

 3. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 2‘965.65 (inkl. Auslagen und 8 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 

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