# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 01906837-76e7-5ea9-a57f-00b5832509c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-14
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 14.03.2025 SK 2024 170
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2024-170_2025-03-14.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 24 170

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 14. März 2025 

Besetzung Oberrichterin Bochsler (Präsidentin i.V.), Oberrichter Gerber, 
Obergerichtssuppleant Sarbach
Gerichtsschreiber Weibel

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt B.________

Beschuldigter/Anschlussberufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

Berufungsführerin

und

C.________
vertreten durch Rechtsanwalt und Notar D.________

Straf- und Zivilklägerin

Gegenstand qualifizierter Raub, mehrfacher betrügerischer Missbrauch einer 
Datenverarbeitungsanlage, geringfügiger Diebstahl etc.

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-
Seeland (Kollegialgericht) vom 9. Januar 2024 (PEN 2023 283)

2

Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht in Fünferbesetzung, 
nachfolgend Vorinstanz) fällte gegen A.________ (nachfolgend Beschuldigter) am 
9. Januar 2024 folgendes Urteil (pag. 572 ff.; Hervorhebungen im Original):

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. des Raubes (qualifiziert), begangen am 19.12.2022 in Biel, E.________ (Strasse), z.N. von 
C.________ (Deliktssumme: CHF 812.00) [Ziff. 1 AKS]

2. des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfach und teilweise 
versucht begangen am 19.12.2022 [Ziff. 2 AKS]
2.1 an der F.________ (Strasse) in Biel, G.________ Tankstelle (Versuch)
2.2 an der F.________(Strasse) in Biel, G.________ Tankstelle (Deliktssumme: CHF 53.40)
2.3 an der H.________ (Strasse) in Biel, I.________ Tankstelle (Deliktssumme: CHF 100.00)
2.4 im Kiosk der J.________ (Veranstaltungsort) in Biel (Deliktssumme: CHF 50.00)
2.5 im Kiosk der J.________(Veranstaltungsort) in Biel (Versuch)
2.6 an der H.________(Strasse) in Biel, I.________ Tankstelle (Versuch)

3. des Diebstahls (geringfügig), begangen am 21.10.2022 an der K.________ (Strasse) in Biel, 
L.________-Filiale, z.N. von L.________ Genossenschaft (Deliktssumme: CHF 249.90) [Ziff. 3 
AKS]

4. des Hausfriedensbruchs, begangen am 21.10.2022 an der K.________(Strasse) in Biel, 
L.________-Filiale, z.N. von L.________ Genossenschaft [Ziff. 3 AKS]

5. der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, begangen in der Zeit vom 17.-
19.12.2022 in Biel durch den Konsum einer unbekannten Menge Marihuana [Ziff. 4 AKS]

und in Anwendung der

Art. 22, 40, 47, 49 Abs. 1, 51, 106, 140 Ziff. 4, 147 Abs. 1, 172ter Abs. 1, 186 StGB
Art. 19a BetmG
Art. 426 ff. StPO

verurteilt:

1. Zu einer Freiheitsstrafe von 3,5 Jahren.

Die Polizei- und Untersuchungshaft von 136 Tagen (19.12.2022-03.05.2023) wird im Umfang 
von 136 Tagen auf die Freiheitsstrafe angerechnet und es wird festgestellt, dass die Strafe am 
04.05.2023 vorzeitig angetreten worden ist.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 800.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nicht-
bezahlung wird auf 8 Tage festgesetzt.

3. Auf die Anordnung einer Landesverweisung wird verzichtet (Art. 66d StGB).

3

4. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 16'637.50 und Aus-
lagen (inkl. Kosten für die amtliche Verteidigung und Kosten uR der Privatklägerschaft) von 
CHF 21'877.25, insgesamt bestimmt auf CHF 38'514.75 (ohne Kosten für die amtliche Verteidi-
gung und Kosten uR der Privatklägerschaft auf CHF 19'114.20).

[Kostentabelle]

II.

1. Die amtliche Entschädigung und das volle Honorar für die amtliche Verteidigung von 
A.________ durch Fürsprecherin M.________ (19.12.2022-28.02.2023) wurden mit Verfügung 
der Staatsanwaltschaft vom 10.03.2023 (pag. 244 f.) wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern hat Fürsprecherin M.________ für die amtliche Verteidigung von A.________ 
insgesamt mit CHF 2'280.65 entschädigt. 

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung von CHF 2'280.65 
zurückzuzahlen und Fürsprecherin M.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschä-
digung und dem vollen Honorar von CHF 551.95 zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen 
Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 aStPO).

2. Die amtliche Entschädigung für die amtliche Verteidigung von A.________ durch Rechtsanwalt 
B.________ (seit 01.03.2023) wird wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt B.________ für die amtliche Verteidigung von 
A.________ mit CHF 9'659.90.

A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zurückzuzahlen, 
sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

3. Die amtliche Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsvertretung von C.________ durch 
Rechtsanwalt D.________ wird wie folgt bestimmt:

[Honorartabelle]

Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt D.________ für die unentgeltliche Rechtsvertretung 
von C.________ mit CHF 7'460.00.

Der Kanton Bern kann von A.________ die Erstattung der amtlichen Entschädigung für die un-
entgeltliche Rechtsvertretung von C.________ verlangen, wenn er sich in günstigen wirtschaftli-
chen Verhältnissen befindet (Art. 138 Abs. 2 i.V.m. Art. 426 Abs. 4 StPO).

III.

A.________ wird in Anwendung von Art. 41, 46, 47 und 49 OR sowie Art. 126 Abs. 1 lit. a StPO weiter 
verurteilt:

1. Zur Bezahlung von CHF 1'345.35 Schadenersatz zuzüglich 5 % Zins seit dem 29.06.2023 an 
die Straf- und Zivilklägerin C.________, unter Vorbehalt der Nachklage gemäss Art. 46 Abs. 2 
OR. Soweit weitergehend wird die bezifferte Schadenersatzklage abgewiesen.

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2. Zur Bezahlung von CHF 20'000.00 Genugtuung zuzüglich 5 % Zins seit dem 19.12.2022 an die 
Straf- und Zivilklägerin C.________.

Betreffend Zivilpunkt wird in Anwendung von Art. 41 sowie Art. 126 Abs. 3 StPO weiter erkannt:

1. Die Schadenersatzklage der Straf- und Zivilklägerin C.________ wird soweit weitergehend dem 
Grundsatz nach gutgeheissen und die Haftungsquote von A.________ auf 100 % festgelegt. 
Für die Festsetzung der Höhe der Forderung wird die Straf- und Zivilklägerin C.________ auf 
den Zivilweg verwiesen.

2. Für den Zivilpunkt werden keine Kosten ausgeschieden.

IV.

Weiter wird verfügt:

1. A.________ geht in den vorzeitigen Strafvollzug zurück.

2. Das DNA-Profil (PCN .________) und die erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Da-
ten sind nach Ablauf der gesetzlichen Frist von 30 Jahren zu löschen (Art. 16 Abs. 2 Bst. c i.V.m. 
Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG und Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB). 

3. [Mitteilungs- und Eröffnungsformel]

2. Berufung

Gegen dieses Urteil meldete die Regionale Staatsanwaltschaft Berner Jura-
Seeland am 12. Januar 2024 die Berufung an (pag. 708). Die schriftliche Urteilsbe-
gründung datiert vom 8. April 2024 (pag. 714 ff.) und wurde den Parteien mit Ver-
fügung vom gleichen Tag eröffnet (pag. 791 ff.). Die vom 24. April 2024 datierende 
Berufungserklärung der Generalstaatsanwaltschaft ging fristgerecht beim Oberge-
richt des Kantons Bern ein (pag. 798 ff.). Die Generalstaatsanwaltschaft be-
schränkte die Berufung auf die Strafzumessung und den Verzicht auf die Anord-
nung einer Landesverweisung. Nicht angefochten wurden die Schuldsprüche, die 
Übertretungsbusse sowie die Kostenfolgen (pag. 799). Mit Eingabe vom 8. Mai 
2024 teilte Rechtsanwalt D.________ im Auftrag der Straf- und Zivilklägerin 
C.________ (nachfolgend Privatklägerin) mit, auf eine Anschlussberufung zu ver-
zichten (pag. 810 f.). Mit Eingabe von Rechtsanwalt B.________ vom 15. Mai 2024 
schloss sich der Beschuldigte der Berufung der Staatsanwaltschaft an (pag. 815 
ff.). Die Anschlussberufung richtet sich gegen die Schuldsprüche wegen Raubs 
gemäss Ziff. 140 Ziff. 4 StGB (evtl. Ziff. 140 Ziff. 3 StGB) und betrügerischen Miss-
brauchs einer Datenverarbeitungsanlage (mehrfach, teilweise versucht), die Straf-
zumessung, den Zivilpunkt sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen (pag. 817 
f.). Die Privatklägerin sowie die Generalstaatsanwaltschaft machten mit Eingaben 
vom 7. Juni 2024 resp. 11. Juni 2024 keine Nichteintretensgründe auf die An-
schlussberufung des Beschuldigten geltend (pag. 824 resp. pag. 848).

Mit Verfügung vom 13. Juni 2024 wurde das Gesuch der Privatklägerin um unent-
geltliche Rechtspflege im oberinstanzlichen Verfahren antragsgemäss gutgeheis-
sen (pag. 849 ff.).

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Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand vom 13.–14. März 2025 
statt (pag. 895 ff.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung wurde über den Beschuldigten 
von Amtes wegen ein aktueller Strafregisterauszug, datierend vom 27. Februar 
2025 (pag. 891 ff.), ein Führungsbericht beim Regionalgefängnis Burgdorf, datie-
rend vom 21. Februar 2025 (pag. ff.) sowie Berichte im Hinblick auf die Prüfung der 
strafrechtlichen Landesverweisung bei der Stadt Biel, Abteilung Bevölkerung 
Fremdenpolizei, datierend vom 18. Februar 2025 (pag. 883 f.) und beim Staatsse-
kretariat für Migration SEM (nachfolgend SEM), datierend vom 11. Februar 2025 
(pag. 880 f.), eingeholt. 

Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 13. März 2025 wurden sodann ein Aus-
druck des Libero-Liniennetzes Biel und Umgebung (pag. 907) sowie Kartenaus-
schnitte von O.________(Ortschaft) aus dem Geoportal des Bundes und von Goo-
gle Maps mit Kennzeichnungen des Wohnorts der Straf- und Zivilklägerin, des 
E.________ (Strasse) und der N.________ (Filiale) O.________ (Ortschaft) (pag. 
908 ff.) zu den Akten erkannt (pag. 897). Zudem wurde der Beschuldigte oberin-
stanzlich nochmals zur Person und zur Sache einvernommen (pag. 898 ff.).

4. Anträge der Parteien

Rechtsanwalt B.________ stellte für den Beschuldigten an der oberinstanzlichen 
Verhandlung folgende Anträge (pag. 913; keine Hervorhebungen):

1. Die Berufung der Generalstaatsanwaltschaft sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Es sei festzustellen, dass das Urteil vom 9. Januar 2024 betreffend die Schuldsprüche nach 
Ziff. I.3, I.4, und I.5 aufgrund des Diebstahls (geringfügig) und des Hausfriedensbruchs, began-
gen am 21. Oktober 2022 in Biel sowie der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelge-
setz, begangen in der Zeit vom 17.-19. Dezember 2022 in Biel, und die mit den Schuldsprüchen 
nach Ziff. I.3 und I.5 einhergehende Verurteilung zu einer Übertretungsbusse, in Rechtskraft er-
wachsen ist. 

3. Hingegen sei A.________ in Abweichung zum erstinstanzlichen Urteil von den Anschuldigungen 
des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB (eventualiter des Raubes gemäss Art. 140 Ziff. 3 
StGB) sowie des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage (mehrfach, teil-
weise versucht), allesamt angeblich begangen am 19. Dezember 2022 in Biel, freizusprechen. 

4. A.________ sei für den in Rechtskraft erwachsenen Schuldspruch gemäss Ziff. I.4 des erstin-
stanzlichen Urteils zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu CHF 30.00, ausmachend CHF 
450.00, zu verurteilen. Die Untersuchungshaft sei im Umfang von 15 Tagen auf die Geldstrafe 
anzurechnen. 

5. Die Zivilklage sei abzuweisen, unter Kosten und Entschädigungsfolgen. 

6. Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten im Verfahren PEN 23 283 seien anteilsmässig neu zu 
verlegen und auf eine Rückforderung der erstinstanzlichen Verteidigerkosten gegenüber 
A.________ sei anteilsmässig zu verzichten. Weiter sei auf die Rückforderung der erstinstanzli-

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chen Kosten der unentgeltlichen Rechtsvertretung von C.________ gegenüber A.________ zu 
verzichten. 

7. Die oberinstanzlichen Verfahrenskosten seien vollumfänglich an den Kanton Bern, evtl. an die 
Privatklägerschaft, aufzuerlegen. 

8. A.________ sei aus der Staatskasse eine Genugtuung von CHF 200.00 pro ausgestandenem 
Tag in Untersuchungshaft bzw. im vorzeitigen Vollzug auszurichten, soweit diese nicht an eine 
Strafe angerechnet werden. 

9. Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das Berufungsverfahren seien gemäss Kostennote 
festzusetzen.

Die Generalstaatsanwaltschaft stellte anlässlich der oberinstanzlichen Verhandlung 
folgende Anträge (pag. 911 f.; Hervorhebungen im Original):

I.

Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kol-
legialgericht) vom 9. Januar 2024 in Rechtskraft erwachsen ist hinsichtlich 

1. der Schuldsprüche wegen geringfügigen Diebstahls, Hausfriedensbruchs und Widerhandlungen 
gegen das Betäubungsmittelgesetz; 

2. der Verurteilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 800.00 (Ersatzfreiheitsstrafe 8 von Ta-
gen); 

II.

A.________ sei schuldig zu erklären:

1. des qualifizierten Raubes, begangen am 19. Dezember 2022 in Biel z.N. von C.________ (De-
liktssumme CHF 812.00) gemäss Ziff. 1 AKS; 

2. des betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage, mehrfach und teilweise ver-
sucht begangen gemäss Ziff. 2 AKS.

III.

A.________ sei gestützt hierauf sowie den rechtskräftigen Schuldspruch wegen Hausfriedensbruch in 
Anwendung von Art. 22, 40, 47, 49 Abs. 1, 50, 51, 140 Ziff. 4, 147 Abs. 1, 186 StGB; Art. 426 ff. StPO 

zu verurteilen:

1. zu einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren, unter Anrechnung der ausgestandenen Untersuchungs-
haft von 136 Tagen und mit vorzeitigem Strafantritt am 04.05.2023; 

2. zu einer Landesverweisung von 10 Jahren (mit Ausschreibung der Einreise- und Aufenthalts-
verweigerung im Schengener Informationssystem); 

3. zur Bezahlung der erst- und oberinstanzlichen Verfahrenskosten (inkl. eine angemessene 
Gebühr gemäss Art. 21 VKD). 

IV. 

Im Weiteren sei zu verfügen: 

1. A.________ sei zurück in den vorzeitigen Strafvollzug zu schicken. 

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2. Das DNA-Profil (PCN .________) und die erfassten biometrischen erkennungsdienstlichen Da-
ten seien nach Ablauf der gesetzlichen Frist von 30 Jahren zu löschen (Art. 16 Abs. 2 Bst. c 
i.V.m. Art. 16 Abs. 3 DNA-ProfilG und Art. 354 Abs. 4 Bst. a StGB). 

3. Das Honorar des amtlichen Verteidigers und des amtlichen Vertreters der Privatklägerin sei ge-
richtlich zu bestimmen (Art. 135 StPO).

Rechtsanwalt D.________ stellte für die Privatklägerin anlässlich der oberinstanzli-
chen Verhandlung folgende Anträge (pag. 920; Hervorhebungen im Original):

I.

Das erstinstanzliche Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Kollegialgericht) vom 9. Ja-
nuar 2024 (PEN 23 283) sei - in Abweisung der Anschlussberufung des Beschuldig-
ten/Berufungsführers A.________ - vollumfänglich zu bestätigen, insbesondere hinsichtlich: 

- der gegen den Beschuldigten/Berufungsführer ausgefällten Schuldsprüche wegen: 

a. Raubes (qualifiziert) gemäss Art. 140 Ziff. 4 StGB; 

b. betrügerischem Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage gemäss Art. 147 StGB (mehr-
fach und teilweise versucht begangen);

- beides jeweils zum Nachteil der Straf- und Zivilklägerin C.________; sowie der an die Straf- und 
Zivilklägerin C.________ zugesprochenen Zivilforderungen: 

a. Genugtuung von CHF 20'000.00; 

b. Schadenersatz von CHF 1'345.35; 

c. jeweils zuzüglich Schadenszins von 5% seit dem 19.12.2022 bzw. 29.06.2023; 

d. Gutheissung der Schadenersatzklage dem Grundsatz nach bei einer Haftungsquote von 
100%

II.

Der Beschuldigte/Berufungsführer A.________ sei zu verurteilen zur Bezahlung der gesamten Verfah-
renskosten im Berufungsverfahren. 

III.

Die amtliche Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsvertreters der Straf- und Zivilklägerin/Opfer 
C.________ im Berufungsverfahren sei gemäss eingereichter Kostennote von Rechtsanwalt 
D.________, Biel/Bienne, festzusetzen.

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochte-
nen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO).

Die Generalstaatsanwaltschaft und der Beschuldigte haben das erstinstanzliche 
Urteil nur in Teilen angefochten (vgl. E. I.2. hiervor). Nicht angefochten und damit in 
Rechtskraft erwachsen sind vorab Ziff. I.3. (Schuldspruch wegen [geringfügigen] 
Diebstahls), Ziff. I.4. (Schuldspruch wegen Hausfriedensbruchs) und Ziff. I.5. 
(Schuldspruch wegen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz) des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs. Weiter wurde die Verurteilung zu einer Übertre-

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tungsbusse von CHF 800.00 (unter Festsetzung der Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung auf 8 Tage) rechtskräftig (Ziff. I.2. des erstinstanzli-
chen Urteilsdispositivs).

Durch die Kammer zu überprüfen sind demgegenüber die angefochtenen Punkte 
gemäss Ziff. I.1. (Schuldspruch wegen [qualifizierten] Raubs) und Ziff. I.2. (Schuld-
spruch wegen betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage) des 
erstinstanzlichen Urteilsdispositivs. Zu überprüfen sind weiter die Verurteilung zu 
einer Freiheitsstrafe von 3,5 Jahren, der Verzicht auf die Anordnung einer Landes-
verweisung, die Kosten- und Entschädigungsfolgen und der Zivilpunkt (Ziffn. I.1., 
I.3. und I.4., II. und III. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). Nicht der Rechts-
kraft zugänglich ist überdies Ziff. IV.2. (Verfügung betreffend das erstellte DNA-
Profil sowie die erhobenen biometrischen erkennungsdienstlichen Daten).

Die Kammer verfügt bei der Überprüfung der angefochtenen Punkte über volle Ko-
gnition (Art. 398 Abs. 2 StPO). Auf die Höhe der amtlichen Honorare für die Vertei-
digung des Beschuldigten und die Rechtsvertretung der Privatklägerin in erster In-
stanz ist nur zurückzukommen, sofern die Vorinstanz das ihr bei der Honorarfest-
setzung zustehende Ermessen in unhaltbarer Weise ausgeübt haben sollte (Urteile 
des Bundesgerichts 6B_349/2016 vom 13. Dezember 2016 E. 2.4.2 und 
6B_769/2016 vom 11. Januar 2017 E. 2.3). Infolge der staatsanwaltlichen Berufung 
gilt das Verschlechterungsverbot (Verbot der reformatio in peius) in den von der 
Generalstaatsanwaltschaft angefochtenen Punkten vorliegend nicht (Art. 391 
Abs. 2 StPO).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Angeklagter Sachverhalt

Die Vorinstanz hat die gegen den Beschuldigten mit Anklageschrift vom 9. Mai 
2023 (pag. 348 ff.) erhobenen Vorwürfe wie folgt korrekt wiedergegeben (pag. 720 
f., S. 7 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung; Hervorhebungen im Original):

In Ziff. 1 der Ergänzung der Anklageschrift des 09.05.2023 vom 29.11.2023 (vgl. pag. 348 ff.; nach-
folgend: AKS) wird dem Beschuldigten «superqualifizierter» Raub (Art. 140 Ziff. 4 StGB «Lebensge-
fahr, schwere Körperverletzung»), eventualiter qualifizierter Raub (Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB «be-
sondere Gefährlichkeit»), begangen am 19.12.2022 von 10:44-11:34 Uhr am E.________(Strasse) in 
Biel zum Nachteil von C.________ vorgeworfen. Dies, indem der Beschuldigte – in der Absicht, sich 
unrechtmässig zu bereichern, d.h. ohne einen Anspruch zu haben – Folgendes getan haben soll: 

Der Beschuldigte habe die knapp 73-jährige Privatklägerin im Bus .________ (Nr.) erblickt, sei an 
derselben Haltestelle wie sie ausgestiegen und sei der an einem Gehstock/Regenschirm gehenden 
und zudem erkennbar gehbehinderten (langsame und kleine Schritte) Privatklägerin gefolgt. Der Be-
schuldigte habe sich der Privatklägerin von hinten angenähert und habe nach ihrer Handtasche ge-
griffen, um das darin vermutete Portemonnaie und weitere Vermögenswerte zu erlangen. Als der Be-
schuldigte der Privatklägerin die Tasche aufgrund ihrer Gegenwehr wider Erwarten nicht habe ent-
reissen können, habe er mit solcher Kraft daran gerissen, dass die Privatklägerin die Tasche nicht 
mehr habe halten können und aufgrund des plötzlich fehlenden Widerstands zu Fall gekommen sei. 

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Die Privatklägerin sei rückwärts umgefallen und habe dabei ihren Körper und danach ihren Kopf auf 
dem Boden aufgeschlagen. Dabei habe sich die Privatklägerin einen linksseitigen Schädeldach- und 
Basisbruch mit Blutung unter die harte Hirnhaut und Kontusionsblutungen in das Hirngewerbe des lin-
ken Scheitel- und Schläfenlappens zugezogen. Durch diese Blutungen sei es zu einer Verdrängung 
von Hirngewebe mit Kompression des Hirnkammersystems gekommen, weshalb eine umgehende, 
neurochirurgische Ausräumung der Blutmasse erforderlich geworden sei, um eine drohende, lebens-
bedrohliche Einklemmung des Hirns abzuwenden. Weiter habe die Privatklägerin einen Bruch des lin-
ken Jochbogens und des linken Schlüsselbeins erlitten. Der Schlüsselbeinbruch habe einer operati-
ven Versorgung bedurft. 

Der Beschuldigte habe sich die Tasche angeeignet und habe sich mit dieser entfernt. In der Tasche 
hätten sich ein Mobiltelefon, eine Versicherungskarte, eine Halbtageskarte der SBB, ein schwarzes 
Portemonnaie inkl. P.________ (Bankkarte), eine braune Hülle, ein AB.________ (Buch), eine Ter-
minkarte des Arztes sowie ein Führerausweis F befunden. 

Indem der Beschuldigte erneut heftig bzw. gewaltsam an der Tasche gerissen habe, habe er in Kauf 
genommen, dass die betagte Privatklägerin aufgrund des plötzlich fehlenden Widerstands und ihrer 
Gehbehinderung unkontrolliert zu Boden auf den Asphalt stürzte und dabei eine schwere Körperver-
letzung erlitt, bzw. sich lebensgefährlich verletzte; 

Eventualiter habe der Beschuldigte eine besondere Gefährlichkeit offenbart, indem er spätestens 
beim Verlassen des Busses beschlossen habe, einer offensichtlich betagten und gehbehinderten 
Frau, welche sich auf einen Gehstock/Regenschirm abgestützt habe, die Handtasche zu entreissen; 
sowie indem er keine Kontrolle über das Geschehen gehabt habe, als er von hinten überraschend 
versucht habe, der Privatklägerin die Handtasche zu entwenden, sowie indem er nicht davor zurück-
schreckt sei, als ihm dies nicht gelungen sei, sondern hartnäckig heftig an der Tasche gezerrt habe, 
so dass die Privatklägerin aufgrund der erkennbaren Gehbehinderung und aufgrund des plötzlichen 
Wegfalls des Widerstandes zu Boden gestürzt sei und sich schwer verletzt habe. 

Der Beschuldigte habe zudem skrupellos gehandelt, indem er die schwer verletzte Privatklägerin in 
«leblosem» Zustand und damit hilf- und schutzlos zurückgelassen und kurz darauf die entwendete 
P.________(Bankkarte) für seine Zwecke benutzt habe. 

Der Beschuldigte habe zumindest eventualvorsätzlich davon ausgehen müssen, dass er mit seinem 
hinterhältigen, hartnäckigen und skrupellosen Handeln eine besondere Gefährlichkeit für die Privat-
klägerin offenbarte (Art. 140 Ziff. 3 Abs. 3 StGB).

Die Deliktssumme belaufe sich auf CHF 812.00.

In Ziff. 2 AKS wird dem Beschuldigten betrügerischer Missbrauch einer Datenverarbeitungsanla-
ge (teilweise Versuch dazu) vorgeworfen, begangen am 19.12.2022 in der Zeit von 11:03-11:34 Uhr 
an der F.________(Strasse) in Biel, G.________ Tankstelle, an der H.________(Strasse) in Biel, 
I.________ Tankstelle sowie im Kiosk der J.________(Veranstaltungsort) in Biel. Dies, indem der Be-
schuldigte in der Absicht, sich unrechtmässig zu bereichern, die zuvor entwendete 
P.________(Bankkarte) (vgl. Ziff. 1 AKS) eingesetzt und mittels der Zahlungsfunktion «kontaktloses 
Zahlen» insgesamt 4 Google Play-Karten im Wert von insgesamt CHF 200.00 sowie eine Packung 
Zigarettenpapier im Wert von CHF 3.40 gekauft habe sowie weitere 4 Google Play-Karten im Wert 
von insgesamt CHF 200.00 sowie eine Packung Zigarettenpapier im Wert von CHF 3.40 versucht ha-
be zu kaufen. Die Deliktssumme belaufe sich insgesamt auf CHF 203.40.

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7. Bestrittener und unbestrittener Sachverhalt

Wie die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, ist der Beschuldigte weitgehend 
geständig. Unbestritten ist vorab die eigentliche Täterschaft. So bestreitet der Be-
schuldigte nicht, am Vormittag des 19. Dezember 2019 mit dem Bus .________ 
(Nr.) in Biel unterwegs gewesen zu sein, wobei die Privatklägerin in den selben Bus 
eingestiegen sei. Der Beschuldigte bestreitet nicht, mit der Privatklägerin an der 
selben Station ausgestiegen und ihr in den E.________(Strasse) gefolgt zu sein. 
Auch ist unstrittig, dass der Beschuldigte in der Folge der Privatklägerin die Hand-
tasche entriss, wobei die Privatklägerin zu Boden fiel und sich verletzte. Der Be-
schuldigte ist geständig, dies gesehen, sich aber dennoch vom Tatort entfernt und 
die Privatklägerin zurückgelassen zu haben. Der Beschuldigte hat eingeräumt, dar-
aufhin mit der in der Handtasche aufgefundenen Q.________ (Bankkarte) der Pri-
vatklägerin Einkäufe in Tankstellen getätigt zu haben.

Vor oberer Instanz wurden insbesondere die Wahrnehmungen und Absichten des 
Beschuldigten bestritten. So macht der Beschuldigte geltend, es sei für ihn nicht 
erkennbar gewesen, dass das Opfer über 70 Jahre alt und gehbehindert gewesen 
sei. Auch bestreitet er, das Opfer aus diesen Gründen ausgewählt zu haben; viel-
mehr habe es sich als eine günstige Gelegenheit erwiesen, weil die Frau alleine 
unterwegs gewesen sei. Der Beschuldigte macht geltend, er habe das Opfer nur 
bestehlen wollen. Er habe aber nie gewollt, dass der Privatklägerin dabei etwas 
passiere. Durch das Ziehen an der Tasche habe er nicht in Kauf genommen, dass 
die Privatklägerin unkontrolliert auf den Asphalt stürzt und sich schwer verletzt. 
Hierauf – sowie weitere rechtliche Argumente der Verteidigung – wird Rahmen der 
rechtlichen Würdigung zurück zu kommen sein (E. III. hiernach). 

8. Theoretische Grundlagen der Beweiswürdigung

Für die allgemeinen Grundlagen der Beweiswürdigung wird vorab auf die zutref-
fenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen (pag. 730 f.; S. 17 f. der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung).

Für das oberinstanzliche Verfahren sei an dieser Stelle festgehalten, dass das Ge-
richt im Rechtsmittelverfahren für die tatsächliche und die rechtliche Würdigung des 
angeklagten Sachverhalts auf die Begründung der Vorinstanz verweisen kann 
(Art. 82 Abs. 4 StPO). Solche Verweisungen erscheinen in erster Linie bei nicht 
strittigen Sachverhalten und abstrakten rechtlichen Ausführungen sinnvoll, kommen 
hingegen bei strittigen Sachverhalten und Beweiswürdigungen sowie bei der recht-
lichen Subsumtion des konkreten Falls nur dann infrage, wenn die Rechtsmittel-
instanz den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) beipflichtet. Art. 82 
Abs. 4 StPO entbindet die Rechtsmittelinstanzen nicht von deren Begründungs-
pflicht und findet seine Grenzen, wenn sich nicht mehr ohne Weiteres feststellen 
lässt, was die massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Erwägungen der 
Rechtsmittelinstanz sind (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3; Urteil 6B_1164/2023 vom 
7. Oktober 2024 E. 3.2; je mit Hinweisen). Stimmt die Rechtsmittelinstanz 
grundsätzlich zu und hat sie bloss nebensächliche Vorbehalte, kann sie indes 
punktuelle Korrekturen formulieren und im Übrigen auf die vorinstanzliche Begrün-
dung verweisen (Urteil 6B_1164/2023 vom 7. Oktober 2024 E. 3.2 mit Hinweisen).

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9. Beweismittel

9.1 Vorbemerkungen

Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel vollständig aufge-
führt und sorgfältig zusammengefasst; auf diese zutreffenden Ausführungen wird 
vorab verwiesen (pag. 722 ff., S. 9 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung). Die 
zentralen Inhalte und Erkenntnisse aus den einzelnen Beweismittel werden nach-
folgend auch durch die Kammer zunächst punktuell hervorgehoben und im Weite-
ren mit Blick auf die strittigen Beweisthemen gewürdigt (E. II.10. hiernach). 

9.2 Objektive und subjektive Beweismittel

9.2.1 Sammelrapport der Kantonspolizei Bern vom 16. Februar 2023 (pag. 82 ff.)

Dem Sammelrapport ist zu entnehmen, dass Auslöser der polizeilichen Ermittlun-
gen ein Anruf von R.________ war, welcher bei der KEZ Biel am 19. Dezember 
2022 um 10:42 Uhr am E.________(Strasse) in Biel eine am Boden liegende Frau 
meldete. Kurz darauf habe das vor Ort eingetroffene Ambulanzteam gemeldet, 
dass die Handtasche der am Boden liegenden Frau verschwunden sei. Aus diesem 
Grunde sei sodann ebenfalls eine Polizeipatrouille an den Ort des Geschehens ge-
sendet worden. Die verletzte Frau, C.________ (geb. am C.________ und damit im 
Tatzeitpunkt 72-jährig), sei ins Z.________ (Krankenhaus) verbracht worden. Sie 
habe einen Schulterbeinbruch sowie einen Schädelbruch mit Gehirnblutung erlitten 
und sich nicht mehr an den eigentlichen Vorfall erinnern können. Eine telefonische 
Abklärung beim Melder, R.________, habe ergeben, dass dieser den Vorfall selbst 
nicht gesehen habe. Er habe angegeben, die Frau am Boden liegen gesehen zu 
haben und dann zu ihr gegangen zu sein. Dann habe er den Notruf gewählt. Auch 
auf den Zeugenaufruf habe sich niemand gemeldet. Aufgrund der Mitteilung des 
Sohns der Geschädigten, S.________, dass er einerseits das Handy seiner Mutter 
an der T.________ (Strasse) in Biel geortet habe und andererseits kurz nach der 
Tat mit der gestohlenen Q.________(Bankkarte) Einkäufe getätigt worden seien 
sowie Versuche dazu, habe schliesslich über Videoaufnahmen in den betroffenen 
Geschäften sowie der Stationierung einer Patrouille bei der vom Sohn der Geschä-
digten angegebenen Adresse der Beschuldigte als Verwender der 
Q.________(Bankkarte) identifiziert werden können. Mit den Vorwürfen konfrontiert 
habe der Beschuldigte den Sachverhalt zugegeben, weshalb keine Fotodokumen-
tation zusammengestellt worden sei.

9.2.2 Wahrnehmungsbericht vom 19. Dezember 2022 (pag. 96 f.)

Kantonspolizist U.________ fasste die Ereignisse kurz nach dem Vorfall im Wahr-
nehmungsbericht übersichtlich zusammen (was. 96 f.), was ebenfalls in die erstin-
stanzliche Urteilsbegründung aufgenommen wurde (pag. 722, S. 9 der erstinstanz-
lichen Urteilsbegründung):

Am 19.12.2022 um 10:42 Uhr wurde seitens der Ambulanz eine Polizeipatrouille an den 
E.________(Strasse) in Biel gerufen, da eine verletzte Frau am Boden vorgefunden wurde, welcher 
die Handtasche fehlte. Die Dame (Frau C.________) habe nicht angeben können, warum sie gestürzt 
war, aber sie habe sich erinnern können, dass sie vorher Einzahlungen auf der V.________ (Bank) im 
Stadtteil O.________(Ortschaft) gemacht habe und auf dem Heimweg war. C.________ beschrieb 

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sodann ihre Handtasche (blauer Stoff, enthaltend ihr schwarzes Portemonnaie). Die Polizei suchte in 
der Folge den Weg bis zur V.________(Bank) ab, fand die Handtasche aber nicht. Auch eine Nach-
barschaftsumfrage blieb ergebnislos. Schliesslich wurde mit dem Sohn von C.________, Herrn 
S.________, Kontakt aufgenommen, um ihn zu informieren und zu fragen, ob er die Konten seiner 
Mutter überprüfen könne. Rund 20 Minuten später habe sich der Sohn gemeldet und habe angege-
ben, es seien bereits 3 Zahlungen mit der Karte der Mutter erfolgt und er habe ihr Handy an der 
W.________ (Strasse) in Biel lokalisieren können.

Daraufhin begaben sich zwei Patrouillen an die W.________(Strasse), um die Situation zu prüfen. Auf 
Platz erhielten sie die zusätzliche Information, wo die Zahlungen erfolgt waren, nämlich an der 
G.________ Tankstelle und dem I.________ an der X.________ (Strasse) sowie in der 
J.________(Veranstaltungsort). Daher fuhr die 2. Patrouille zur Tankstelle, um die Videoüberwachung 
zu konsultieren. Die Überwachungsbilder wurden ihnen anschliessend ausgehändigt und liegen den 
Akten bei (vgl. pag. 95).

Kurz darauf sei aus dem Gebäude an der W.________(Strasse) der Mann auf den Bildern der Über-
wachungskameras, später identifiziert als A.________, rausgekommen. Er habe immer noch die glei-
chen Kleider getragen. A.________ wurde umgehend festgenommen und bei der Durchsuchung wur-
den die Q.________ (Bankkarte) und das Handy des Opfers in seinen Taschen aufgefunden. Er gab 
sofort zu, dass vorher etwas mit einer «vieille dame» passiert sei, aber dass er nicht gewollt habe, 
dass sie zu Boden fällt. Er habe an der Tasche gezogen und die Dame sei zu Boden gefallen und sei 
leblos («inanimée») gewesen. 

Bei der Hausdurchsuchung im Studio von A.________ an der W.________(Strasse) wurde auf dem 
Esstisch der Rest der Beute gefunden, nämlich die Handtasche, das Portemonnaie, Quittungen der 
V.________(Bank) und Arztterminkarten von C.________ sowie die mit der Karte mutmasslich ge-
kauften Objekte (Google-Play Karten). A.________ gab sofort zu, dass diese Gegenstände der Frau 
gehören.

9.2.3 AQ.________ (Bankunterlagen)

Dass die Privatklägerin vor dem Vorfall effektiv auf der V.________(Bank) war und 
Einzahlungen tätigte, ist der Kopie des Einzahlungsbüchleins (pag. 88) zu entneh-
men; ebenso geht aus der von der Privatklägerin eingereichten Bankübersicht her-
vor, dass nach dem Vorfall ab 11:03 Uhr verschiedentliche Belastungen des 
Q.________-Kontos sowie Versuche dazu erfolgten, dies allesamt in Biel 
(pag. 133). Eine Übersicht über das Deliktsgut und den Deliktsbetrag betreffend 
Vorwurf des Raubs kann dem Deliktsblatt vom 17. Februar 2023 (pag. 165 f.) ent-
nommen werden. Die Tasche wurde der Privatklägerin am 20. Dezember 2022 
wieder zurückgegeben (pag. 168).

9.2.4 Videoüberwachung der G.________-Tankstelle

Wie bereits dargelegt, konnte durch den Sohn des Opfers in Erfahrung gebracht 
werden, dass kurz nach der Tat an der G.________ Tankstelle, 
F.________(Strasse), Biel, der I.________ Tankstelle, H.________ (Strasse), 2504 
Biel und am Kiosk in der J.________(Veranstaltungsort) in Biel mehrere Einkäufe 
mit der dem Opfer gestohlenen Q.________(Bankkarte) getätigt bzw. versucht 
wurden (pag. 84), woraufhin die Polizei in den betroffenen Geschäften vorstellig 
wurde und Videoaufnahmen sicherte. Auf den Videoüberwachungsbildern der 
G.________ Tankstelle vom 19. Dezember 2022 (pag. 95) ist ersichtlich, dass ab 

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11:00 Uhr ein Mann mit einer Y.________ (Karte) etwas zu bezahlen versucht, was 
zunächst zu scheitern scheint, dann aber offenbar doch gelingt (der Mann erhält 
einen Kassenzettel aus dem Beleggerät und ihm wird etwas vom Kassier überge-
ben). Das Gesicht des Mannes ist nicht gut erkennbar, indes sind seine dunkelgrü-
ne Jacke mit weissem Fellkragen und seine auffällige Frisur deutlich sichtbar. Der 
Kragen der Jacke ist auch auf dem Eintritt Stammblatt vom 20. Dezember 2022 
(pag. 80 f.) des Beschuldigten erkennbar.

9.2.5 Bericht des Kriminaltechnischen Dienstes KTD (nachfolgend KTD) vom 19. Januar 
2023 inkl. Fotodokumentation (pag. 109 ff.)

Gemäss KTD-Bericht sei am 20. Dezember 2023 (ab 11:35 Uhr) die körperliche 
Untersuchung der Privatklägerin durch das Institut für Rechtsmedizin IRM (nachfol-
gend IRM) im Z.________ (Krankenhaus) erfolgt, welche aber nur eingeschränkt 
möglich gewesen sei, da die Privatklägerin insbesondere beim Bewegen schmerz-
geplagt gewesen sei. Anhand der Verletzungen der Privatklägerin – welche auf der 
dem Bericht beigelegten Fotodokumentation ersichtlich sind – habe der genaue 
Tathergang nicht festgestellt werden können.

9.2.6 Rechtsmedizinisches Gutachten des IRM zur körperlichen Untersuchung der Pri-
vatklägerin vom 22. Februar 2023 (pag. 98 ff.)

Den Inhalt des rechtsmedizinischen Gutachtens des IRM vom 22. Februar 2023 zur 
körperlichen Untersuchung der Privatklägerin am 20. Dezember 2022 im 
Z.________ (Krankenhaus) in Bern fasste die Vorinstanz wie folgt korrekt zusam-
men (pag. 724, S. 11 der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Die Privatklägerin wurde am 19.12.2022 ins Z.________ (Krankenhaus) eingeliefert. Ihr wurden 
Brüche des Kopf- und Gesichtsschädels mit Blutung unter die harte Hirnhaut sowie ein linksseitiger 
Jochbogen- und Schlüsselbeinbruch diagnostiziert. Vom 19.-22.12.2022 hielt sie sich zwecks operati-
ver Versorgung der Blutungen im Schädelinnern im Z.________ (Krankenhaus) auf. Vom 22.12.2022-
25.01.2023 erfolgte ein erneuter Aufenthalt im Z.________ (Krankenhaus) zur weiteren Rehabilitation 
und operativen Versorgung des Schlüsselbeinbruchs. Es wurden eine zunehmende motorische 
Sprachstörung (Aphasie) sowie eine chronische Gang- und Balancestörung mit Verlust der Mobilität 
und Alltagsautonomie festgestellt und sie erlitt während des Spitalaufenthalts eine zweimalige Lunge-
nentzündung. Anschliessend folgte die Entlassung nach Hause mit Heimunterstützung durch die Spi-
tex, Mahlzeitendienst, Physio- und Ergotherapie.

Am 30.01.2023 erfolgte eine ambulante Kontrolle im Z.________ (Krankenhaus), dies mit medizinisch 
zufriedenstellendem Verlauf, aber (auch noch nach 6 Wochen) fortbestehenden Einschränkungen im 
Alltag (Sprechen, persistierende Schulterschmerzen und Probleme mit dem Sehen).

Gemäss IRM seien die Verletzungen am Kopf durch stumpfe Gewalteinwirkung entstanden, eine Ent-
stehung im Rahmen eines Sturzes mit linksseitigem Kopfanprall sei denkbar. Die Verletzungen am 
Jochbogen und an der Schulter seien ebenfalls auf stumpfe Gewalteinwirkung zurückzuführen. Diese 
seien zeitlich frisch und mit der Entstehung am Morgen des 19.12.2022 vereinbar, wobei diese eben-
falls durch den Sturz entstanden sein könnten. Die Verletzungen am Kopf führten gemäss IRM zu ei-
ner akuten Gefährdung des Lebens der Privatklägerin, welche durch ärztliche Intervention abgewen-
det werden konnte. Die anderen Verletzungen hätten hingegen keine akute Lebensgefahr begründet. 
Diese Verletzungen würden folgenlos bzw. unter Narbenbildung abheilen.

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Der schleppende postoperative Verlauf mit zweimaliger Lungenentzündung, der Aggravation der vor-
bestehenden Sprachstörung, dem Verlust an Mobilität und Alltagsautonomie sowie den persistieren-
den Schmerzen in der Schulter, legten gemäss medizinischer Einschätzung einen Zusammenhang 
mit den erlittenen Verletzungen nahe. Es könne jedoch dazu keine genaue Aussage getroffen wer-
den. Hinsichtlich bleibender Schäden und Defizite sei der Heilungsverlauf abzuwarten.

Zur medizinischen Vorgeschichte der Privatklägerin sei an dieser Stelle ergänzend 
festgehalten, dass diese bereits unter verschiedenen, teilweise einschränkenden 
gesundheitlichen Problemen litt (pag. 102 f.), insbesondere einer Schluck- und 
Sprachstörung infolge von Hirnnervenlähmungen seit 1995 sowie an einer Hörbe-
einträchtigung an beiden Ohren.

Die Frage, unter welchen Umständen es zu einem Sturz mit Kopfanprall gekom-
men sein könnte, konnte rein rechtsmedizinisch nicht geklärt werden (pag. 106). 
Das IRM hält in seinem Bericht fest, Hinweise auf geformte Verletzungen als kon-
kreten Hinweis für die Einwirkung eines bestimmten Gegenstands hätten sich nicht 
gefunden. Positiv festgestellt wurde, dass die festgestellten Befunde eher frisch 
imponieren würden und zeitlich mit einer Entstehung am Morgen des 19. Dezem-
ber 2022 vereinbar seien. Die Befunde aus den bildgebenden Untersuchungen des 
Kopfs der Privatklägerin könnten Folge stumpfer Gewalteinwirkung durch einen 
Sturz mit Kopfanprall sein. Die durch das IRM festgestellte Gefährdung des Lebens 
begründete dieses wie folgt: Beim linksseitigen Schädeldach- und Basisbruch sei 
eine Blutung unter die harte Hirnhaut und Kontusionsblutungen in das Hirngewebe 
des linken Scheitel- und Schläfenlappens festgestellt worden. Durch eben diese 
Blutungen sei es zu einer Verdrängung von Hirngewebe mit Kompression des 
Hirnkammersystems gekommen, weshalb eine umgehende, neurochirurgische 
Ausräumung der Blutmasse erforderlich geworden sei, um eine drohende, lebens-
bedrohliche Einklemmung des Hirns abzuwenden (pag. 106 f.). 

9.2.7 Aussagen der Privatklägerin C.________

Aufgrund der medizinischen Notversorgung erfolgte durch die Polizei bei der Pri-
vatklägerin soweit ersichtlich keine kurze informelle Sachverhaltsaufnahme. 

Hingegen machte die Privatklägerin anlässlich der körperlichen Untersuchung 
durch das IRM mündliche Angaben. Im rechtsmedizinischen Gutachten ist hierzu 
festgehalten, dass das letzte, woran sich die Privatklägerin erinnere, sei, dass sie 
am Morgen des 19. Dezember 2022 zur V.________(Bank) habe gehen wollen und 
wenig später am Boden liegend aufgewacht sei; dies mit Schmerzen in der linken 
Schulter (pag. 99). Im Weiteren ist festgehalten, dass beim Eintreffen des Ret-
tungsdienstes ein kaputter Regenschirm zwei Meter hinter ihr am Boden gelegen 
sei (pag. 99).

Am 16. Februar 2023 – also knapp zwei Monate nach dem Vorfall – wurde die Pri-
vatklägerin parteiöffentlich delegiert einvernommen (pag. 120 ff.). Diese Einver-
nahme fand unter besonderen Gegebenheiten statt. So wurde zunächst durch den 
Protokollführer vermerkt, dass sich die Kommunikation aufgrund der Schwierigkei-
ten, welche die Privatklägerin beim Hören und Sprechen habe, merklich schwierig 
gestaltet habe (pag. 121 Z. 19 f.). Weiter erklärte die Privatklägerin auf Frage, was 
sich am Montag, 19. Dezember 2022, ca. 10:40 Uhr, am E.________(Strasse) in 

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Biel ereignet habe, es aufgeschrieben zu haben (pag. 122 Z. Z. 54). Diese Notizen 
in der Muttersprache der Privatklägerin liegen im Original wie auch in Kopie dem 
Einvernahmeprotokoll bei (pag. 127 f. bzw. pag. 129 f.). Anlässlich der Einvernah-
me wurden die mitgebrachten Notizen vom Dolmetscher gelesen und für das Ein-
vernahmeprotokoll übersetzt, wobei diese übersetzten Notizen offenbar laufend 
durch die Privatklägerin ergänzt wurden (vgl. Vermerk des Protokollführers auf 
pag. 122 Z. 72). Was schliesslich ab Notizen übersetzt bzw. durch die Privatkläge-
rin mündlich ergänzt wurde, lässt sich der Protokollierung nicht ohne Weiteres ent-
nehmen. Die Vorinstanz liess jedoch die Notizen der Privatklägerin übersetzen. Die 
Privatklägerin hielt demnach Folgendes fest (pag. 520 f.):

Am 19. Dezember ging ich zur V.________(Bank), um Geld einzuzahlen. Von dort aus ging ich zum 
AA.________ (Lebensmittelgeschäft) und habe Lauch gekauft. Ich stieg in den Bus und kam nach 
Hause. Es war noch früh für das Mittagessen. Ich dachte, ich mache einen Spaziergang und habe 
mein Weg verlängert. An der Ecke der Kirche ist jemand* [Anm. d. Übers.] dunkelgrün und mit einer 
braunen Mütze mit Quasten. Ich ging weiter auf meinem Weg und er lief vorwärts. Ich wurde ohn-
mächtig. Ich öffnete meine Augen und war im Krankenwagen, die Person darin spricht mit mir. Soviel 
ich mich erinnere, fragte er mich, was passiert ist. Ein grosser, schwarz gekleideter Polizist war dane-
ben und gab mir meine AB.________ (Buch) und den Sack mit dem Lauch. Er redet, aber ich verste-
he weder etwas noch bin ich bei mir. Ich bin wieder ohnmächtig geworden. Ich bin im Spital. Aber ich 
weiss nicht, in welchem Spital. Es stellte sich heraus, dass ich im Z.________ (Krankenhaus) am 
Kopf operiert wurde. Dann wurde ich im Spital in der Stadt an der Schulter operiert. Über lange Zeit 
schmerzen, Kontrollen und Röntgenaufnahmen. Ich habe mich immer noch nicht erholt und ich halte 
es auch für unmöglich, dass ich mich erholen werde. Denn ich habe so viele Schmerzen. Die Spitex 
kommt jeden Tag zweimal vorbei. Creme auftragen* [Anm. d. Übers.], sie ziehen mir Socken an und 
aus. Ich will, dass sie meinen Fensterstoren öffnen und schliessen, das tun sie. Auch wenn es 
schwierig ist, bereite ich mein tägliches Essen selber vor. Ich kann nicht nach draussen gehen, aus 
Schwachheit und weil ich zu grosse Angst habe. Ich sehe den Ort, an dem sich der Vorfall ereignet 
hat, wenn ich daran vorbei gehe, ich will es nicht ansehen. Früher kam ich alleine mehr oder weniger 
zurecht. Ich konnte meine Sachen draussen erledigen, meine Spaziergänge machen. Ich war nicht in 
diesem Zustand. Jetzt bin ich Müde wegen meinen Schmerzen. Ich stehe früh auf. Wie wird das en-
den? Gib mir die Kraft mein Gott, um das zu überstehen. Wir sind am Freitag, 3.2.2023 ins 
Z.________ (Krankenhaus) zur Kontrolle gegangen. Der Knochen in meinem Gesicht ist gebrochen. 
Das ist mir nicht eingefallen, es ist passiert, als ich ohnmächtig geworden bin und fiel. Am 6.2.2023 
sind wir ins AC.________ (Krankenhaus) gegangen. Dort wurde gesagt, dass ich nach sechs Wochen 
wieder dorthin gehen soll. Ich habe einen Nervenzusammenbruch. So viele Kontrollen, Röntgenauf-
nahmen, meine ganzen Körper schmerzt von Röntgenstrahlen. Als ob das nicht genug wäre, quäle 
ich noch meine beiden Söhne. Aus meiner Schwachheit bin ich nun viel mehr vergesslicher gewor-
den. Ich habe viel Angst. Es gibt einen kurzen weg vor meinem Haus. Gestern gegen Abend lief ein 
kleiner, schwarz gekleideter Mann drei Mal so kurz und schaute auf meinen Balkon. Ich konnte ihn 
drinnen hinter dem Vorhang sehen, aber es fiel mir schwer, ihn zu erkennen. Meine Augen sehen 
nicht mehr gut.

Im Weiteren hat die Vorinstanz die Aussagen der Privatklägerin wie folgt treffend 
zusammengefasst (pag. 726 f., S. 13 f. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Sie gab zusammengefasst an, dass sie am 19.12.2022 zur V.________(Bank) gegangen sei, um Ein-
zahlungen zu machen, danach habe sie noch CHF 100-150.00 in der Tasche gehabt. Auf Vorhalt, 

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dass der Beschuldigte geltend gemacht habe, dass sich in ihrer Tasche nur wenige Franken befunden 
hätten, blieb sie bei ihrer Aussage. Sie schilderte, dass sie die Tasche in der Hand (an den Henkeln) 
getragen habe, denn an der Schulter könne sie diese nicht mehr tragen. Sie gab an, von der 
V.________(Bank) zum AA.________(Lebensmittelgeschäft) gegangen zu sein, um Einkäufe zu täti-
gen. Dann habe sie den Bus nach Hause genommen und sei ausgestiegen. Weil es noch früh gewe-
sen sei, habe sie den Heimweg verlängert. Sie gab ab, dass sie beim Gehen ein wenig schwankte 
und dass sie langsam unterwegs gewesen sei. Auf Frage verneinte sie, einen Gehstock oder eine 
Gehhilfe benötigt zu haben.

An der Ecke der Kirche (Anm. AD.________ (Gebäude); AE.________ (Strasse) in Biel) habe ein 
Mann gestanden, der dunkelgrüne Kleidung und eine braune Kappe getragen habe. Dieser sei in ihre 
Richtung gegangen. Auf Vorhalt eines Fotos des Beschuldigten gab sie sodann an, das Gesicht habe 
sie nicht gesehen, da er eine Mütze getragen und die Kapuze hochgezogen habe, die Mantelfarbe 
stimme aber. Sie gab weiter an, dann das Bewusstsein verloren zu haben und erst wieder in der Am-
bulanz bzw. im Z.________ (Krankenhaus) Bern zu sich gekommen zu sein. Sie wisse nicht was pas-
siert sei, sie könne sich an gar nichts mehr erinnern.

Die Privatklägerin führte aus, sie habe sich von diesem Vorfall noch immer nicht erholt, sie sei heute 
nicht mehr selbständig, komme nicht mehr alleine zurecht und brauche die Spitex. Sie sei eine Last ist 
für ihre Söhne geworden und habe aktuell eine nervliche Krise, könne nicht mehr nach draussen ge-
hen und habe Angst vor dem Tatort. 

Zur von der Privatklägerin umschriebenen Kleidung des Mannes bei der Ecke der 
Kirche ist ergänzend festzuhalten, dass sie von einem dunkelgrünen Mantel mit 
Pelz und einer Kappe sprach (pag. 122 Z. 70). Zudem führte sie im Zusammen-
hang mit diesem Mann an, dass dieser an der Ecke bei der Kirche gestanden sei, 
sie in der Gasse weitergegangen sei und er ebenfalls in diese Richtung gegangen 
sei (pag. 122 Z. 74 f.).

9.2.8 Aussagen des Beschuldigten

Die Vorinstanz hat die Aussagen des Beschuldigten wie folgt zusammengefasst 
(pag. 727 ff., S. 14 ff. der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Der Beschuldigte wurde am 19.12.2022 um 19:21 Uhr delegiert (pag. 134 ff.), am 20.12.2022 im 
Rahmen der Hafteröffnung staatsanwaltschaftlich (pag. 147 ff.), am 17.04.2023 erneut staatsanwalt-
schaftlich (pag. 155 ff.) und schliesslich am 08.01.2024 im Rahmen der Hauptverhandlung (pag. 526 
ff.) einvernommen.

Der Beschuldigte gab im Rahmen dieser Einvernahmen zusammengefasst an, er sei am Morgen des 
19.12.2022 mit dem Bus .________(Nr.) nach O.________(Ortschaft) gefahren und an der gleichen 
Haltestelle wie die Privatklägerin ausgestiegen, wo er dieser anschliessend hinterhergelaufen sei 
(pag. 135 RZ 29 f., pag. 150 RZ 93, pag. 157 RZ 74, pag. 158 RZ 89, pag. 530 RZ 13). Er sei ihr eine 
Weile gefolgt, weg von der Busstation, sodass ihn andere Leute nicht mehr hätten sehen können 
(pag. 136 RZ 57 f., pag. 158 RZ 98 f.) und habe dann zur Frau aufgeschlossen (pag. 136 RZ 61). Die 
Privatklägerin habe die Tasche in der linken Armbeuge getragen (pag. 136 RZ 62, pag. 150 RZ 91, 
pag. 158 RZ 109, pag. 530 RZ 23). Er habe die Tasche gepackt (an einem Griff: pag. 136 RZ 62 f. 
bzw. nicht am Bändel, sondern die Tasche gegriffen: pag. 150 RZ 101 f.), er habe die Tasche «unten» 
genommen (pag. 158 RZ 111, pag. 530 RZ 28) und habe daran gezogen (pag. 135 RZ 30, pag. 530 
RZ 28). Er habe zuerst nur kurz gezogen (pag. 136 RZ 106). Die Privatklägerin habe dann «hey» ge-
sagt (pag. 137 RZ 125, pag. 158 RZ 119, pag. 530 RZ 40) und habe die Tasche zurückgehal-

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ten/zurückgezogen (pag. 135 RZ 31, pag. 136 RZ 63, pag. 136 RZ 106; an der Hauptverhandlung 
wurde das Zurückhalten hingegen verneint: pag. 530 RZ 37, 39). Er habe dann noch stärker an der 
Tasche gerissen (pag. 135 RZ 31, pag. 136 RZ 64, 106 f.), also er habe beim zweiten Mal stark an 
der Tasche gerissen (pag. 136 RZ 103, pag. 158 RZ 115 und RZ 124 f.). Die Frau habe die Tasche 
losgelassen und sei zu Boden gefallen (pag. 136 RZ 65, pag. 159 RZ 137, pag. 531 RZ 3, 7). Als 
Grund für den Fall gab der Beschuldigte in der Voruntersuchung an, die Frau sei wegen der Tasche 
(eventuell, weil er stark daran gezogen habe, pag. 159 RZ 143) gefallen und «glaublich», weil sie 
«Beinprobleme» gehabt habe (als Gründe für diese Vermutung nannte er den Gehstock, die Gangart, 
sowie das Gehen in sehr langsamem Tempo und mit kleinen Schritten; pag. 137 RZ 116 ff.). Sie sei 
ein wenig langsam gelaufen, deshalb habe er von Beinproblemen gesprochen, aber wissen tue er 
dies nicht (pag. 160 RZ 192 f.). An der Hauptverhandlung konnte er sich nicht mehr erklären, wieso 
die Privatklägerin umgefallen sei (pag. 531 RZ 12) und gemäss ihm sei diese entgegen seinen frühe-
ren Aussagen «normal» gelaufen (pag. 531 RZ 34, 38, 43). Auf Frage gab er in der Voruntersuchung 
an, den Gehstock benützten Menschen zum Laufen, wenn sie älter seien, weil sie nicht richtig gehen 
könnten – alte Menschen könnten nicht mehr richtig laufen (pag. 160 RZ 176 ff.). An der Hauptver-
handlung gab er hingegen an, dass der Gegenstand in der Hand der Privatklägerin kein Gehstock, 
sondern vielmehr ein Regenschirm gewesen sei und es am besagten Tag auch geregnet habe 
(pag. 532 RZ 3 f., 16 f.). Die Privatklägerin habe sich jedoch nicht auf diesem Regenschirm abgestützt 
(pag. 532 RZ 12, 23).

Zum Sturzgeschehen führte er aus, die Frau sei zuerst seitlich, rechts (pag. 136 RZ 65 f., pag. 159 
RZ 151) bzw. links (pag. 150 RZ 99), also auf jene Seite, auf welcher sie die Tasche getragen habe 
(pag. 151 RZ 137), erst mit dem Körper und dann mit dem Hinterkopf auf dem Boden aufgeschlagen 
(pag. 135 RZ 32, pag. 150 RZ 99). Eventuell habe sie sich noch mit dem Ellenbogen abgestützt, er 
wisse es aber nicht mehr genau (pag. 136 RZ 69 f.). An der Hauptverhandlung verwies er für die 
Schilderung des Sturzes auf seine gemachten Aussagen (pag. 531 RZ 20, 24).

Er sei schockiert gewesen, dass sie umgefallen sei (pag. 135 RZ 33, pag. 160 RZ 174), er habe Angst 
und Paranoia bekommen (pag. 136 RZ 73). Er habe der Frau aufhelfen wollen, (d.h. aufheben und 
hinsetzen, pag. 151 RZ 147 f.), aber dann seien andere Leute gekommen und er sei weggegangen 
(pag. 135 RZ 33, pag. 136 RZ 73, pag. 137 RZ 161 f.). Er sei sich sicher gewesen, dass jemand der 
Frau helfen würde (pag. 151 RZ 152).

Er habe nicht gewollt, dass sie zu Boden falle und sich verletze (pag. 139 RZ 263 ff.). Er habe nie 
daran gedacht, dass die Frau zu Boden fallen bzw. sich verletzten würde (pag. 151 RZ 128 f.), er sei 
überrascht darüber gewesen (pag. 533 RZ 11). Wenn er dies gewusst hätte, hätte er ihr die Tasche 
nicht weggenommen (pag. 151 RZ 129 f., pag. 533 RZ 11 f.). Als er sie auf den Kopf habe fallen se-
hen, habe ihm dies wehgetan. Er habe gedacht, dass es schlimm sei, denn sie sei eine alte Person 
und sei auf den Boden gefallen (pag. 151 RZ 141 ff.). Er habe sich schlecht gefühlt (pag. 159 RZ 158) 
und er schäme sich dafür (pag. 534 RZ 7). Er habe nicht gewusst, dass sie derart verletzt worden sei, 
er hätte nicht gedacht, dass es so kommen würde, er habe keinen Körperkontakt mit ihr gehabt 
(pag. 157 RZ 65 f.). Er habe nicht gewollt, dass sie umfalle, daher habe er keinen Körperkontakt ge-
habt (pag. 158 RZ 111f., pag. 159 RZ 137). Wenn jemand rücklings auf den Boden falle und den Kopf 
anschlage, könne dies lebensgefährlich sein (pag. 160 RZ 165).

Auf Vorhalt der Verletzung der Privatklägerin (Hirnblutung) gab er an, es mache ihn ein wenig traurig. 
Als er zuhause gewesen sei, habe es ihm leid und weh getan (pag. 139 RZ 263 f., pag. 533 RZ 46) 
und wenn er könnte, würde er sich bei ihr entschuldigen (pag. 139 RZ 268). Er übernehme seine Stra-
fe, es tue ihm leid, was mit der Frau passiert sei (pag. 150 RZ 114). Auf Vorhalt, dass eine Notopera-

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tion notwendig war, um ihr das Leben zu retten, gab er an, wenn die Frau gestorben wäre, wäre er 
schuld daran gewesen, dann möchte er auch tot sein, er übernehme das (pag. 152 RZ 171 f.).

Er gab in der Voruntersuchung an, bereits am Vorabend geplant zu haben, jemandem die Tasche zu 
stehlen (pag. 136 RZ 78, pag. 157 RZ 81). Aus diesem Grund sei er in den Bus gestiegen und habe 
die Menschen beobachtet (pag. 136 RZ 79). Er habe dann die Frau gesehen und habe sich dazu ent-
schlossen, ihr die Tasche zu stehlen (pag. 136 RZ 80). Er könne nicht genau sagen, wann er diesen 
Entschluss gefasst habe (pag. 158 RZ 89). Anlässlich der Hauptverhandlung bestritt er, bereits zuvor 
vorgehabt zu haben, etwas zu stehlen (pag. 530 RZ 12). Er habe sich letztlich für diese Frau ent-
scheiden, weil sie die einzige Person gewesen sei, die er im Bus gesehen habe (pag. 136 RZ 83, 
pag. 137 RZ 136) bzw. die im Bus gewesen sei (pag. 150 RZ 107, pag. 532 RZ 28). Er habe diese 
nicht aufgrund ihres Alters ausgesucht (pag. 137 RZ 135, pag. 533 RZ 38, 42). Die Frau sei dünn ge-
wesen, schätzungsweise 50-jährig (pag. 136 RZ 87, pag. 532 RZ 36) und habe in der rechten Hand 
einen Gehstock gehalten, den sie gebraucht habe (pag. 136 RZ 93). Anlässlich der Hauptverhandlung 
erklärte er wie ausgeführt, dass es sich um einen Regenschirm gehandelt habe und die Privatklägerin 
diesen nicht benutzt habe (pag. 532 RZ 3 f., 12, 16 f., 23). Durchwegs gab er an, sie nicht auf 73-
jährig geschätzt zu haben (pag. 156 RZ 50, pag. 532 RZ 40, 45 f.).

Auf Frage, wieso er statt eines Diebstahls an einer Person nicht bspw. einen Ladendiebstahl began-
gen habe, antwortete er, er habe schon einmal einen Ladendiebstahl probiert, aber er sei kein Profi 
und sei erwischt worden (pag. 150 RZ 109 f.).

In der von der Privatklägerin erbeuteten Tasche habe er ein Handy, eine Q.________ (Bankkarte) und 
ein Halbtax gefunden (pag. 137 RZ 144 f.). Mit dem Deliktsgut habe er CHF 250.00 beziehen wollen 
(pag. 137 RZ 148). Zum weiteren Ablauf des Vorfalls schilderte er, nach der Behändigung der Hand-
tasche sei er zur Bushaltestelle O.________(Ortschaft) gerannt (pag. 135 RZ 38). Anschliessend sei 
er zu einer Tankstelle an der AF.________ (Strasse) gegangen, wo er für CHF 100.00 Google-Play 
Karten habe kaufen wollen. Dies sei aber nicht gegangen, da es ab CHF 80.00 Kartenbezahlung ei-
nen (PIN-)Code brauche (pag. 135 RZ 39 f.). Er habe dann eine Google-Play Karte für CHF 50.00 
genommen, die er ohne Code habe kaufen können (pag. 135 RZ 41) und habe auch blaue Papers 
(Zigarettenpapier) gekauft (pag. 135 RZ 42). Dann sei er noch zu einer anderen Tankstelle gegangen, 
glaublich eine I.________ Tankstelle (pag. 135 RZ 42 f.), dort habe er noch zweimal Google-Play Kar-
ten für je CHF 50.00 erworben (pag. 135 RZ 43). Dann sei er zum Kiosk in der 
J.________(Veranstaltungsort) gegangen (pag. 135 RZ 44), dort habe er nochmals eine Google-Play 
Karte für CHF 50.00 gekauft (pag. 135 RZ 44 f.). Dann sei er zur I.________ Tankstelle zurückgegan-
gen (pag. 135 RZ 45) und habe versucht, nochmals Google-Play Karten zu kaufen, aber die Bankkar-
te sei zwischenzeitlich schon gesperrt gewesen (pag. 135 RZ 46, pag. 535 RZ 22). Insgesamt habe er 
mit der gestohlenen Bankkarte 4 Google-Play Karten à je CHF 50.00 und die Papers (Zigarettenpa-
pier) gekauft (pag. 140 RZ 286 f., pag. 535 RZ 4), also Einkäufe im Gesamtwert von CHF 203.40 
getätigt. Diese habe er mittels Karte der Privatklägerin durch die kontaktlos-Funktion bezahlt 
(pag. 135 RZ 51). Anlässlich der Hauptverhandlung räumte er diese Käufe ebenfalls ein (pag. 534 
RZ 21 ff.).

Danach sei er nach Hause gegangen. Er sei um ca. 12:00 Uhr zuhause gewesen (pag. 135 RZ 47). 
Als er seine Wohnung später wieder verlassen habe, sei er dann von der Polizei erwischt worden 
(pag. 135 RZ 48).

Auf Frage, weshalb er Google-Play Karten erworben habe, erklärte er, seine in Kenia lebende Mutter 
sei krebskrank gewesen und habe Geld für Medikamente für die Chemotherapie benötigt 

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(pag.137 RZ 151 ff., pag. 530 RZ 1 ff.). Wenn man den Code der Google-Play Karten nach Kenia 
schicke, könne dies dort in Bargeld umgewandelt werden (pag. 138 RZ 171 f., pag. 534 RZ 25). Die 
Codes der mit der Bankkarte der Privatklägerin erworbenen Google-Play Karten habe er bereits sei-
ner Mutter nach Kenia geschickt gehabt (pag. 139 RZ 217 f.). Auf Vorhalt, wonach er gegenüber der 
Polizei gesagt haben soll, dass er sich mit dem Geld selbst habe ernähren wollen, entgegnete er, das 
sei wohl falsch verstanden worden (pag. 138 RZ 176).

Diese Zusammenfassung der Aussagen des Beschuldigten erweist sich als sorgfäl-
tig und detailliert; darauf kann abgestellt werden. Ergänzend ist an dieser Stelle an-
zufügen, dass anlässlich der Hafteinvernahme vom 20. Dezember 2022 der Tatab-
lauf mit dem Beschuldigten rekonstruiert wurde (pag. 16 Z. 133 ff.), was auf Video 
(pag. 22) festgehalten wurde. Auf dem Videoausschnitt ist ein Mitarbeiter der Kan-
tonspolizei Bern zu sehen, der in seiner linken, angewinkelten Ellenbeuge eine 
Umhängetasche trägt. Links, schräg hinter ihm, ist der Beschuldigte zu sehen. Die-
ser nähert sich dem Polizisten von schräg hinten, überholt diesen linksseitig und 
ergreift die Tasche am Bändel der Tasche im Bereich, wo der Bändel mit der Ta-
sche verbunden ist. Er dreht sich zum Polizisten um und zieht kräftig an der Um-
hängetasche. Er erklärt dabei, das sei das erste Mal gewesen und dann habe er 
ein zweites Mal gezogen, was er auch entsprechend demonstriert. Dann deutet er 
an, dass sie in seine Richtung gestürzt sei.

Der Beschuldigte wurde sodann im Rahmen der Berufungsverhandlung erneut be-
fragt. Er gab anlässlich der oberinstanzlichen Einvernahme vom 13. März 2025 
(pag. 898 ff.) auf Fragen zur Sache zu Protokoll, es gehe ihm schlecht und er sei 
seit zwei Jahren und drei Monaten im Gefängnis. Was er gemacht habe, habe er 
nicht gewollt. Er habe nicht damit gerechnet, dass sich die Dame verletze (pag. 898 
Z. 15 ff.). Zu den Vorwürfen des Raubs und betrügerischen Missbrauchs einer Da-
tenverarbeitungsanlage im Allgemeinen erklärte er, dies nicht gemacht zu haben. 
Er erklärte, gedacht zu haben, ein Raub begehe, wer mit einer Waffe in eine Bank 
oder in ein Geschäft gehe. Als er die Tasche genommen habe, habe er nicht ge-
dacht, dass dies ein Raub sei. Er habe etwas gelernt und einen Fehler gemacht 
(pag. 898 Z. 36 ff.).

Auf Fragen, wie der Ablauf genau gewesen und er in den Besitz der Tasche ge-
kommen sei, antwortete der Beschuldigte, er habe den Bus von Biel nach 
O.________(Ortschaft) genommen, sei ausgestiegen und hinter der Frau gelaufen, 
wobei er ihr – ohne Körperkontakt – die Tasche habe wegnehmen wollen (pag. 899 
Z. 52, 56, 59, 70 f.). Zuerst habe er die Tasche von hinten gezogen, was aber nicht 
gegangen sei, weil der Arm [der Privatklägerin] geschlossen gewesen sei (gemeint: 
angewinkelt, in der Armbeuge [pag. 899 Z. 74 und 76 f.]). Danach habe er gegen 
vorne gezogen, woraufhin die Frau umgefallen sei (pag. 899 Z. 80 und 83). Auf 
Frage, was er selbst dann getan habe, erklärte der Beschuldigte unter Tränen, nur 
weggerannt zu sein (pag. 899 Z. 86 und 88). Er wisse selbst nicht, warum er nach 
dem ersten Mal nicht aufgehört und noch ein zweites Mal gezogen habe (pag. 900 
Z. 91). Auf Frage, was er gedacht habe, was mit einer älteren Frau passiere, wenn 
er kräftig an deren Handtasche ziehe, antwortete der Beschuldigte, sich nichts vor-
gestellt zu haben (pag. 900 Z. 98). Er habe gedacht, es habe Geld in der Tasche, 
welches er für Medikamente für seine Mutter habe gebrauchen wollen (pag. 900 Z. 

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101 f. und 105). Er habe gewusst, dass man ohne PIN-Eingabe mit der 
Q.________ (Bankkarte) bezahlen könne (pag. 900 z. 109). Auf Vorhalt seiner ei-
genen Aussage vom 19. Dezember 2022 (pag. 137 Z. 115 ff.), wonach er mit dem 
Deliktsgut CHF 250.00 habe beziehen wollen und Frage, wie er genau auf diesen 
Betrag komme, erklärte der Beschuldigte, es mit der Karte probiert zu haben, diese 
aber dann blockiert gewesen sei. CHF 250.00 habe er ein paar Mal versucht, aber 
dann sei die Karte gesperrt gewesen. Es sei nicht seine Idee gewesen, nur CHF 
250.00 zu beziehen (pag. 900 Z. 115 ff.). Der Beschuldigte bestätigte, er habe ein-
fach so viel wie möglich beziehen wollen (pag. 900 Z. 123). Auf Ergänzungsfrage 
seines Verteidigers, ob er Angst gehabt habe, dass seine Mutter sterbe, wenn er 
ihr kein Geld schicke und er deswegen der Frau die Tasche weggenommen habe, 
erklärte der Beschuldigte, dass dem so gewesen sei und seine Mutter inzwischen 
letztes Jahr auch verstorben sei (pag. 901 Z. 139 ff. und 147). 

10. Würdigung der Kammer

Vorab ist im Einklang mit der Vorinstanz festzuhalten, dass das weitgehende Ge-
ständnis des Beschuldigten mit den objektiven Beweismitteln übereinstimmt und 
keinerlei Hinweise auszumachen sind, wonach dieses nicht aus freiem Willen, son-
dern etwa auf Druck von aussen oder unter Androhungen ernstlicher Nachteile 
oder dergleichen erfolgt sein könnte. Folglich gelangt auch die Kammer zur Auffas-
sung, dass aufgrund dieses Geständnisses die eingestandenen Sachverhaltsele-
mente beweismässig als erstellt gelten können. Im Zentrum der nachfolgenden 
Würdigung der Kammer stehen die bestrittenen Sachverhaltselemente (vgl. E. II.7. 
hiervor).

10.1 Tatentschluss und -hergang bis vor der Wegnahme der Handtasche

Gestützt auf die tatzeitnahen Aussagen des Beschuldigten ist davon auszugehen, 
dass dieser bereits am Abend vor der Tat den Entschluss fasste, am nächsten Tag 
ein Vermögensdelikt in der Form eines Diebstahls zu begehen (pag. 136 Z. 78 ff.). 
Die Vorinstanz erwog hierzu was folgt (pag. 737 f., S. 24 f. der erstinstanzlichen Ur-
teilsbegründung):

In der Voruntersuchung hat der Beschuldigte (insbesondere tatzeitnah) ausgesagt, dass er den Ta-
tentschluss bereits am Vorabend gefasst hatte: «Ich habe schon gestern Abend geplant, am heutigen 
Tag jemandem die Tasche zu stehlen. Aus diesem Grund stieg ich in den Bus und beobachtete dort 

die Menschen. Ich habe dann die Frau gesehen und mich dazu entschlossen, ihre Tasche zu steh-

len» (pag. 136 RZ 78 ff.). Er hat ebenfalls ausgesagt, dass er keine Ladendiebstähle mehr begehe, 
weil er bisher jeweils gefasst worden sei und ergänzte: «Am Morgen musste ich aufstehen und das 
musste passieren. In diesem Moment habe ich nicht viel überlegt, weil meine Mutter krank ist. Ich will 

nicht 100 Leute schockieren, ich wollte nur einer Person eine Tasche nehmen und nicht in einen La-

den gehen» (pag. 150 RZ 111 ff.). Den vorbestehenden Entschluss, jemandem die Tasche zu ent-
wenden, bestätigte er sodann auch anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 
17.04.2023 (pag. 157 RZ 79 ff.). Aus den Akten geht ebenfalls hervor, dass der Beschuldigte diese 
Tat beging, um an Geld für seine krebskranke Mutter zu kommen, mit welcher er am Vorabend der 
Tat telefonischen Kontakt hatte. Es handelte sich damit alles andere als um eine rein zufällige Tat. 
Der Tatplan bestand am Vorabend bereits immerhin in dem Ausmass, dass sich der Beschuldigte 
vorgenommen hatte, am nächsten Tag jemandem auf der Strasse die Handtasche zu entwenden.

21

Diesen zutreffenden Ausführungen kann sich die Kammer vollumfänglich ansch-
liessen. Die tatzeitnahen Aussagen des Beschuldigten erscheinen auch der Kam-
mer unmissverständlich. Sodann unterstreichen auch die Aussagen anlässlich der 
Hafteinvernahme, dass der Beschuldigte den Entschluss, einer Person die Tasche 
zu stehlen, schon vor dem Verlassen der Wohnung fasste. So gab der Beschuldig-
te zu Protokoll, dass er am Morgen habe aufstehen und dies habe passieren müs-
sen. Er habe in diesem Moment nicht viel überlegt, weil seine Mutter krank gewe-
sen sei. Er habe nicht 100 Leute schockieren, sondern nur einer Person die Tasche 
nehmen und nicht in einen Laden gehen wollen (pag. 150 Z. 111 ff.). Wie die Vor-
instanz zutreffend darlegte, bestätigte der Beschuldigte den am Vorabend gefass-
ten Entschluss, jemandem die Tatsche zu entwenden, sodann auch anlässlich der 
staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 17. April 2023 (pag. 157 Z. 79 ff.). Ge-
stützt auf die konstanten Aussagen des Beschuldigten ist folglich zu schliessen, 
dass dieser am Vorabend einen allgemeinen Tatentschluss zur Begehung eines 
Vermögensdelikts fasste. Den konkreten Entschluss, die Tasche der Privatklägerin 
genau an diesem Ort zu entwenden, fasste er hingegen erst kurz vor der Tat. Be-
treffend das ausgewählte Opfer ist gestützt auf die einzigen Aussagen der Privat-
klägerin, welche durch objektive Beweismittel sowie die Aussagen des Beschuldig-
ten gestützt werden, davon auszugehen, dass diese am 19. Dezember 2022 Ein-
zahlungen auf der V.________(Bank) (bei der V.________ (Bank) AG.________ 
(Quartier)) erledigte. Diese V.________(Bank) befindet sich in unmittelbarer Nähe 
eines AA.________ (Lebensmittelgeschäfts), in welchem die Privatklägerin noch 
Lauch gekauft haben will (pag. 122 Z. 62 f.) sowie der Bushaltestelle AG.________ 
(Quartier) der Buslinie .________, was durch einen durch die Kammer zu den Ak-
ten genommenen Plan von Googlemaps (Plan AH.________ [pag. 909]) bestätigt 
wird. Dort ist die Privatklägerin gemäss Aussagen des Beschuldigten in den Bus 
eingestiegen und eine Station gefahren, wobei sodann beide ausgestiegen seien 
(pag. 135 Z. 28 f.). Auch die Privatklägerin schilderte, nach dem Einkauf im 
AA.________(Lebensmittelgeschäft) den Bus genommen zu haben (pag. 122 
Z. 63). Wie weit sie gefahren war, sagte sie zwar nicht aus, doch es kann sich auf-
grund der nahegelegenen Kirche, welche sich bei der Verzweigung AE.________ 
(Strasse) / E.________(Strasse) befindet sowie aufgrund des Umstands, dass die 
Buslinie .________ nur noch eine weitere Haltestelle bis zur Endstation aufweist, 
effektiv nur um eine Haltestelle gehandelt haben. Es kann hierfür auf das zu den 
Akten genommene «Linniennetz Biel und Umgebung» (pag. 907) verwiesen wer-
den. Aus dem Gesagten erhellt, dass die Privatklägerin schon fast zu Hause war, 
als es zum Vorfall kam.

Die Vorinstanz prüfte im Weiteren, ob die Privatklägerin mit einem Gehstock bzw. 
einem Regenschirm unterwegs gewesen sei. Sie hielt hierzu fest, dass der Be-
schuldigte selbst in der Voruntersuchung von einem Gehstock gesprochen habe 
(pag. 136 Z. 86 f.). Die Privatklägerin ihrerseits erklärte auf Frage, keinen Gehstock 
zu benötigen, sich aber jeweils am Geländer festzuhalten, wenn sie irgendwo ein- 
oder hochsteigen müsse (pag. 124 Z. 177 ff.). Wie die Vorinstanz zutreffend fest-
hielt, wurde am Unfallort kein Gehstock aufgefunden. Hingegen wird im IRM-
Gutachten zur körperlichen Untersuchung der Privatklägerin aufgeführt, dass beim 
Eintreffen des Rettungsdiensts ein kaputter Regenschirm zwei Meter hinter der Pri-

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vatklägerin am Boden gelegen sei (pag. 99). Die Vorinstanz erwog zusammenge-
fasst, bei der tatzeitnahen Aussage des Beschuldigten («Ja, sie brauchte den Geh-
stock. Sie hatte ihn beim Gehen in der rechten Hand» [pag. 136 Z. 93] und «…ich 
glaube die Frau hatte noch Beinprobleme. (…) Aufgrund des Stockes und der 
Gangart» (p[g. 137 RZ 116 ff.]) handle es sich um ein derart originelles Detail, wel-
ches auf den ersten Blick für den eigentlichen Ablauf der Geschehnisse nicht weiter 
von Bedeutung zu sein scheine, dass dieses wohl kaum einfach so erfunden wor-
den sei. Auch die Tatsache, dass es sich zwar nicht um einen Gehstock, sondern 
um einen Regenschirm gehandelt habe, dieser aber vom Beschuldigten als Gehilfe 
wahrgenommen worden sei, deute darauf hin, dass sich die Privatklägerin darauf 
abgestützt und den Regenschirm in diesem Sinne verwendet habe. Die Vorinstanz 
gelangte nach dem Gesagten zum Schluss, die Privatklägerin habe einen Regen-
schirm dabei gehabt, auf welchen sie sich zum Gehen (ähnlich einem Gehstock) 
abgestützt habe. Die Kammer kann sich dieser Auffassung anschliessen. Anzufü-
gen ist, dass der Beschuldigte in der tatzeitnächsten Einvernahme zum bereits Er-
wähnten weiter ausführte, die Frau sei sehr langsam und mit kleinen Schritten ge-
laufen (pag. 137 Z. 122), womit sich die Aussagen des Beschuldigten und der Pri-
vatklägerin mindestens mit Blick auf die Gangart decken, beschrieb sie ihre Gang-
art vor dem Vorfall vom 10. Dezember 2022 witzelnd wie folgt: «Ich schwankte ein 
wenig beim Gehen und war langsam unterwegs. Wenn die Leute gefragt haben, 
warum ich so gehe, habe ich aus Spass gesagt, das käme vom Alkohol» (pag. 124 
Z. 174 f.). Gestützt auf diese im Ergebnis übereinstimmenden Aussagen zur Gang-
art der Privatklägerin erachtet es die Kammer als erstellt, dass diese am fraglichen 
Morgen einen Regenschirm bei sich hatte und sie diesen, wie vom Beschuldigten 
glaubhaft, detailreich und spontan beschrieben, als eine Art Gehhilfe einsetze. Auf 
die Frage, welche Rolle die Gehhilfe und die Gangart der Privatklägerin auf die 
konkrete Opferauswahl hatten, wird noch zurückzukommen sein (E. II.10.3 hier-
nach). 

10.2 Wegnahme der Handtasche und weitere Einwirkungen auf die Privatklägerin

Was das konkrete Einwirken auf die Privatklägerin betrifft, ist mit der Vorinstanz 
festzuhalten, dass der Beschuldigte über sämtliche Einvernahmen hinweg gleich-
bleibend angab, die Privatklägerin habe ihre Tasche in der linken Armbeuge getra-
gen (pag. 136 Z. 62, pag. 150 Z. 91, pag. 158 Z. 109, pag. 530 Z. 23). Weiter gab 
er konstant an, zunächst hinter der Privatklägerin hergegangen zu sein (pag. 135 
Z. 29 f., pag. 136 Z. 61). Auch dass er die Tasche gepackt und zweimal daran ge-
zogen habe, obwohl die Privatklägerin diese zurückgehalten habe, gab er zumin-
dest während der Strafuntersuchung noch gleichbleibend an, was die Vorinstanz 
wie folgt detailliert ausführte (pag. 734, S. 21 der erstinstanzlichen Urteilsbegrün-
dung): 

Anhand seiner gleichbleibenden Aussagen in der Voruntersuchung lässt sich demgegenüber klar er-
stellen, dass er mehrmals angab, dass die Privatklägerin Widerstand gegen das Entreissen der Ta-
sche leistete und er daher noch ein zweites Mal, diesmal stärker, ziehen musste, um sein Vorhaben 
beenden zu können: «Ich habe die Tasche gepackt und gezogen. Sie hielt die Tasche zurück. Ich riss 
die Tasche noch stärker. Die Frau hat sie gehalten und ist danach zu Boden gefallen» (pag. 135 
RZ 30 ff.), «Die Frau zog zurück und ich zog dann fester. Durch das Ziehen liess die Frau die Tasche 

23

los, bzw. die Tasche rutschte nach vorne weg und die Frau flog rückwärts um» (pag. 136 RZ 63 ff.), 
«Zuerst habe ich nur kurz gezogen und als sie die Tasche zurückgehalten hat, habe ich nochmals, je-
doch stärker, gezogen» (pag. 136 RZ 106 f.), «Zuerst habe ich gezogen, das hat nicht geklappt. Dann 
habe ich wieder gezogen, stark, und dann hat es geklappt (…) Ich habe einen starken Zug ausge-
führt» (pag. 158 RZ 115 f., 124 f.), (Auf Frage nach dem Grund des zu Boden Fallens der Privatkläge-
rin) «Vielleicht, weil ich stark daran gezogen habe» (pag. 159 RZ 143).

Der vom Beschuldigten beschriebene Ablauf des Geschehens entspricht sodann 
dem von ihm anlässlich der Hafteinvernahme vom 20. Dezember 2022 vorgezeig-
ten Handlungsablauf (pag. 22).

Die Verteidigung machte vor oberer Instanz geltend, der Beschuldigte sei beim 
Wegziehen der Tasche nicht besonders hartnäckig vorgegangen. Das Wegziehen 
der Tasche sei ohnehin bereits aufgrund der Haltung in der Armbeuge erschwert 
gewesen. Es sei folglich auch keine besondere Gegenwehr seitens der Privatkläge-
rin notwendig gewesen; diese habe die Tasche einfach in der Armbeuge gehalten. 
Es müsse davon ausgegangen werden, dass die Tasche in der Armbeuge der Pri-
vatklägerin hängen geblieben sei, weshalb die Privatklägerin schliesslich auch zu 
Fall gekommen sei [pag. 906 [Audioaufnahme der oberinstanzlichen Parteivorträ-
ge]).  

Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Aus den Erstaussagen des Beschul-
digten geht zweifelsohne hervor, dass die Privatklägerin sich im Rahmen ihrer 
Möglichkeiten gegen die Wegnahme der Tasche zur Wehr setzte (siehe pag. 135 
Z. 30 ff., 136 Z. 63 f.). Mit der Generalstaatsanwaltschaft ist zu konstatieren, dass 
die Abwehr beim ersten, versuchten Entreissen aufgrund des Überraschungsef-
fekts primär reflexartig, beim zweiten Mal indes durchaus bewusst und gewollt er-
folgte. Der Beschuldigte musste beim zweiten Mal denn auch stärker ziehen, um 
sein beabsichtigtes Ziel zu erreichen und dies, obwohl er von der Position her deut-
lich günstiger stand. Zu Recht würdigte die Vorinstanz die späteren Aussagen des 
Beschuldigten anlässlich der Hauptverhandlung, wonach sich die Privatklägerin 
nicht gewehrt und die Tasche nicht zurückgehalten habe, als reine Schutzbehaup-
tung (pag. 734, pag. 530 Z. 37). Auch nach Auffassung der Kammer lässt sich die-
se Abkehr von den deutlichen Erstaussagen des Beschuldigten einzig mit dem 
Umstand erklären, dass dieser sich im Verlaufe des Strafverfahrens der Bedeutung 
dieses Aspekts bewusst wurde. Auch die Argumentation, wonach die Handtasche 
einfach in der Armbeuge der Privatklägerin hängen geblieben sei, verfängt nicht. 
Der Beschuldigte gab selbst zu Protokoll, dass die Privatklägerin rückwärts zu Bo-
den gefallen sei («Die Frau ist rückwärts auf ihren Kopf gefallen.» [pag. 135 Z. 32]; 
«[…] die Frau flog rückwärts um.» [pag. 136 Z. 65]), wobei er präzisierte, dass sie 
zuerst seitlich, rechts (seine Perspektive) mit dem Körper auf dem Boden aufkam 
und erst dann mit dem Hinterkopf (pag. 136 Z. 65 f.). Diese Aussagen stimmen so-
dann auch mit dem Spurenbild überein. Dieses seitliche Rückwärtsfallen bzw. der 
seitliche Sturz endend auf den Hinterkopf (also ein seitlicher Sturz in Rückwärts-
bewegung) spricht gegen die Darstellung der Verteidigung, zumal bei Annahme, 
die Tasche sei ohne Gegenwehr der Privatklägerin in deren Armbeuge hängen ge-
blieben, ein Sturz nach vorne viel wahrscheinlicher gewesen wäre. In Überein-
stimmung mit der Generalstaatsanwaltschaft ist festzuhalten, dass das Rückwärts-

24

fallen vom Entgegenhalten der Privatklägerin zeugt. Nach dem Ausgeführten ist für 
die Kammer erstellt, dass der Beschuldigte durchaus hartnäckig (im Sinne von in-
sistierend) und stark an der Tasche zog; dies gegen den für ihn erkennbaren Wi-
derstand der Privatklägerin.

Offen liess die Vorinstanz hingegen, wo genau an der Tasche der Beschuldigte ge-
zogen habe, was sich nach Auffassung der Kammer indes ebenfalls erstellen lässt. 
Tatzeitnah erklärte der Beschuldigte, die Tasche an einem Griff/Henkel gezogen zu 
haben (pag. 136 Z. 62 f.), was er so auch anlässlich der Hafteinvernahme aus- und 
vorführte (pag. 16 Z. 132 ff., pag. 22). Zwar erklärte er später an der staatsanwalt-
schaftlichen Einvernahme, er habe die Tasche unten genommen (pag. 158 Z. 111), 
was er auch anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung aussagte (pag. 530 
Z. 28). Nach Auffassung der Kammer sind keine Gründe ersichtlich, weshalb in 
diesem Punkt nicht auf die tatzeitnahen Aussagen sowie die vorgezeigte Tatrekon-
struktion abgestellt werden könnte. Ob der Beschuldigte im Laufe der Einvernah-
men diese Darstellung bewusst veränderte – wobei die Gründe hierfür nicht aus-
zumachen sind – oder seine Erinnerung infolge des Zeitablaufs verblasste bzw. 
sich verfälschte, muss offenbleiben.

Abschliessend ist gestützt auf die als glaubhaft erachteten tatzeitnahen Aussagen 
des Beschuldigten sowie aufgrund des Fehlens von Beweismitteln, die dem wider-
sprechen würden, davon auszugehen, dass der Beschuldigte lediglich die Henkel 
der Tasche ergriff und daran riss, die Privatklägerin selbst nicht berührte, also we-
der schlug, trat oder schubste, und der Sturz der Privatklägerin eine Folge des Zie-
hens an der Tasche bzw. des plötzlich fehlenden Halts beim Wegreissen der Ta-
sche war. Eine unmittelbare Einwirkung auf den Körper der Privatklägerin erfolgte 
also nicht. Entsprechend gab der Beschuldigte auch konstant an, dass er der Frau 
nur die Tasche wegnehmen wollte, er aber keine direkte Absicht hatte, sie zu ver-
letzen.

Zusammenfassend gelangte die Vorinstanz zu folgendem Fazit, welchem sich die 
Kammer grundsätzlich anschliessen kann (pag. 734 f., S. 21 f. der erstinstanzlichen 
Urteilsbegründung):

Es ist damit beweismässig erstellt, dass sich die Privatklägerin gegen das Entwenden ihrer Tasche 
gewehrt und Widerstand geleistet hat. Beim ersten Ziehen ist gemäss der Reaktion der Privatklägerin 
(verbales «hey») und dem Umstand, dass sie den überraschend von hinten kommenden Beschuldig-
ten nicht sich hat anpirschen sehen, noch von einer reflexartigen Reaktion auszugehen. Nachdem es 
dem Beschuldigten dabei aber nicht gelang, ihr die Handtasche zu entreissen, setzte er gemäss eige-
nen Angaben zu einem zweiten, stärkeren Zug – diesmal von vorne – an. Anders als beim ersten Zug, 
konnte die Privatklägerin den Beschuldigten nun nicht nur sehen, sondern wusste aufgrund seines 
ersten misslungenen Versuches auch um dessen Absicht, ihr die Handtasche entreissen zu wollen, 
weshalb sie sich beim zweiten, stärkeren Zug ganz bewusst dagegen zur Wehr setzte, indem sie da-
gegen hielt. Auch wenn bei einer älteren, gehbehinderten Frau, welche sich auf einen Regenschirm 
stützt nicht viel Gegenwehr zu erwarten ist, war damit ein gewisser Widerstand vorhanden, den der 
Beschuldigte seinen Aussagen folgend durchaus auch spürte. Dieser zog diesmal stärker an der Ta-
sche und die Privatklägerin hielt solange dagegen, wie sie konnte. Als es dem körperlich überlegenen 
Beschuldigten schliesslich gelang, ihr die Handtasche zu entreissen, kippte die Privatklägerin infolge 
des plötzlich fehlenden Widerstands seitlich nach hinten, verlor das Gleichgewicht und kam (aufpral-

25

lend auf ihre linke Körperseite, vgl. Verletzungsbild) zu Fall. Damit ist erstellt, dass der Beschuldigte 
wie in der AKS umschrieben «hartnäckig» (im Sinne von «insistierend») und heftig an der Tasche 
zog, bis die Privatklägerin diese infolge Nachlassens ihrer Kraft loslassen musste.

10.3 Opferauswahl

Die Verteidigung plädierte vor oberer Instanz, die Vorinstanz habe zutreffend aus-
geführt, es sei für den Beschuldigten nicht erkennbar gewesen, dass die Privatklä-
gerin über 70 Jahre alt gewesen sei. Auch der Umstand, dass der Beschuldigte 
selbst von einem Gehstock gesprochen habe, lasse diese Schlussfolgerung nicht 
zu. So habe der Beschuldigte zwar erkannt, dass die Privatklägerin mit kleinen und 
langsamen Schritten laufe, aber eine eigentliche Gehbehinderung oder Gebrech-
lichkeit sei für ihn nicht wahrnehmbar gewesen. Der Beschuldigte habe das Opfer 
auch nicht ausgewählt, weil es gehbehindert oder betagt gewesen sei. Einzig der 
Umstand, dass das Opfer alleine aus dem Bus ausgestiegen sei und am Tatort 
keine weiteren Personen zugegen gewesen seien, sei massgebend gewesen 
(pag. 906).

Betreffend die Frage der Gehbehinderung der Privatklägerin kann ohne Weiteres 
auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 737, S. 24 der erstin-
stanzlichen Urteilsbegründung), welche zutreffend festhielt, dass der Beschuldigte 
gemäss eigenen Aussagen klar erkannt hatte, dass die Privatklägerin Gehproble-
me hatte, kleine Schritte machte und langsam ging. Diese Beschreibung der Gang-
art der Privatklägerin stimmt – wie bereits ausgeführt – auch mit deren eigenen An-
gaben überein. Der Beschuldigte sah zudem gemäss eigenen Aussagen die Pri-
vatklägerin bei der Bushaltestelle O.________(Ortschaft) in den Bus einsteigen 
(pag. 15 Z. 107). Die Privatklägerin selbst beschrieb diesbezüglich anschaulich, 
dass sie sich dabei jeweils am Geländer festhalte (pag. 124 Z. 179 f.).

Zusammenfassend ist folglich erstellt, dass der Beschuldigte die Privatklägerin in 
den Bus einsteigen sah, wobei sie sich am Geländer festhalten musste. Weiter ist 
erstellt, dass die Privatklägerin nach dem Aussteigen aus dem Bus langsam und in 
kleinen Schritten unterwegs war, wobei sie leicht schwankte (worüber sie selbst 
witzelte, womit dies nicht nur ihre Empfindung war, sondern offensichtlich auch von 
Dritten wahrgenommen wurde). Wie bereits dargelegt, geht die Kammer sodann 
mit der Vorinstanz davon aus, dass die Privatklägerin einen Regenschirm als Geh-
hilfe benutzte und sich darauf abstützte, was vom Beschuldigten selbst als Geh-
stock wahrgenommen wurde. Der Beschuldigte nahm die Gangart (sehr langsam 
und in kleinen Schritten) der Privatklägerin wahr und interpretierte dies dahinge-
hend, dass sie Beinprobleme hatte (pag. 137 Z. 116 ff.). Nach dem Gesagten er-
achtet es die Kammer als erstellt, dass der Beschuldigte die Gehprobleme bei der 
Privatklägerin durchaus wahrnahm.

Zur Frage, ob für den Beschuldigten das tatsächliche Alter der Privatklägerin er-
kennbar war, erwog die Vorinstanz was folgt (pag. 736 f., S. 23 f. der erstinstanzli-
chen Urteilsbegründung):

Auch wenn der Beschuldigte in der Voruntersuchung mehrmals davon sprach, dass es sich beim Op-
fer um eine «alte» Frau (vieille dame) gehandelt habe (pag. 97, pag. 151 RZ 141 ff., pag. 160 RZ 176 
ff.), gilt es einerseits festzustellen, dass er sie bereits in der Voruntersuchung auf rund 50-jährig 

26

schätzte (pag. 136 RZ 87, pag. 156 RZ 50) und andererseits, dass er zum Tatzeitpunkt 31-jährig war, 
aus einem anderen Kulturkreis stammt und sich seit seinem 16. Lebensjahr ohne Familienangehörige 
in der Schweiz aufhält. Die Einschätzung des Alters anderer Personen hängt offenkundig vom eige-
nen Alter sowie von Vergleichen mit Personen des eigenen Umfeldes im ähnlichen Alterssegment ab. 
Der Beschuldigte hat wie ausgeführt beispielsweise keine Eltern, die er als Vergleich zur Einschät-
zung des Alters heranziehen könnte und mangels Erwerbstätigkeit auch keine(n) Vorgesetzte(n). Wei-
ter ist es eher unwahrscheinlich, dass er als 31-jähriger völlig ohne Bezug Freundschaften oder Be-
kanntschaften zu über 50-jährigen Personen pflegt. Anlässlich der Hauptverhandlung konnte er aus-
serdem nachvollziehbar erklären, dass er das Gesicht der Privatklägerin im Bus nicht gut habe erken-
nen können, weil diese eine Mundschutzmaske (Anm. Corona) getragen habe. Dem Beweisergebnis 
folgend konnte der Beschuldigte deren Gesicht auch nach dem Aussteigen aus dem Bus nicht erken-
nen, da er sie von hinten verfolgte und ihr im Vorbeigehen die Tasche entriss, wobei sie dann auf den 
Boden fiel. Es ist zu Gunsten des Beschuldigten davon auszugehen, dass er zwar erkannt hatte, dass 
die Privatklägerin älter war als er, jedoch nicht, dass es sich nicht um eine erst 50-jährige, sondern um 
eine bereits über 70-jährige Person handelte.

Aus Sicht der Kammer ist hierzu festzuhalten, dass der Beschuldigte bei seiner ers-
ten Einvernahme am Tag des Vorfalls zunächst nicht sicher war, ob die Privatklä-
gerin tatsächlich eine Maske trug. Er meinte hierzu lediglich, dass sie wahrschein-
lich eine Maske getragen habe (pag. 136 Z. 86), um aber später in derselben Ein-
vernahme doch noch explizit zu sagen, dass sie eine Maske getragen habe: «Da 
sie noch eine Maske trug, hörte ich sie nicht gut.» (pag. 137 Z 125 f.), um dann 
auch in der Schlusseinvernahme vom 17. April 2023 sowie in der vorinstanzlichen 
Hauptverhandlung auszuführen, dass sie eine Maske getragen habe, weshalb er 
ihr Gesicht nicht habe sehen können (pag. 532 Z. 45). Abgesehen von den Aussa-
gen des Beschuldigten lassen sich in den Akten jedoch keinerlei Hinweise auf das 
vermeintliche Tragen einer Maske durch die Privatklägerin finden. Ob die Privatklä-
gerin nun tatsächlich eine Maske trug oder nicht, muss offenbleiben. Betreffend die 
Schätzungen des Alters der Privatklägerin ist festzuhalten, dass der Beschuldigte 
zum Tatzeitpunkt 31-jährig war, die Frau gemäss eigenen Aussagen als alt wahr-
nahm und auch deren Gehprobleme sowie die langsame Fortbewegungsart mit 
kleinen Schritten erkannte. Den Gehstock setzte er selbst in Zusammenhang mit 
deren Alter, nicht etwa mit einer allfälligen Verletzung (pag. 160 Z. 180 ff.):

Dann benötigt jeder Mensch einen Gehstock? 
Nein, ältere. 

Und wieso? 
Weil sie nicht richtig gehen können, glaube ich. 

Wieso haben Sie das Gefühl, dass ältere Menschen nicht richtig gehen können?
Weil sie alt sind. Alte Menschen können nicht mehr richtig laufen.

Der Kammer erschliesst sich nicht, inwieweit der Beschuldigte vor diesem Hinter-
grund von einem rund 50-jährigen Opfer ausgegangen sein will. Immerhin deutet 
seine erstaunte Reaktion auf das ihm vorgehaltene Alter in der staatsanwaltschaft-
lichen Einvernahme vom 17. April 2023 daraufhin, dass er wohl effektiv von einer 
Frau jünger als über 70-jährig ausging (pag. 156 Z. 48). Unabhängig vom effektiv 
wahrgenommenen Alter steht für die Kammer ausser Frage, dass der Beschuldigte 

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das Opfer als alte Person wahrnahm und auch die langsame Gehart mit kleinen 
Schritten und das Abstützen auf dem Regenschirm (bzw. Gehstock, aus Sicht des 
Beschuldigten) erkannte. 

Im Weiteren ist zu erörtern, ob die für den Beschuldigten erkennbare Gehbehinde-
rung bzw. das Alter der Privatklägerin bei der Opferauswahl massgebend waren 
oder ob es sich bei der Privatklägerin um ein reines Zufallsopfer (einzige Buspas-
sagierin) handelte. Auch hier ist gestützt auf die tatzeitnahen Aussagen des Be-
schuldigten von einer durchaus geplanten Vorgehensweise mit gezielter Opferaus-
wahl auszugehen. Die Vorinstanz kam zu folgender Würdigung (pag. 738, S. 25 
der erstinstanzlichen Urteilsbegründung):

Hinsichtlich der Opferauswahl hat der Beschuldigte stets beteuert, dass er die Privatklägerin nicht 
aufgrund ihres Alters oder ihrer Gebrechlichkeit als «leichtes Opfer» ausgesucht habe, sondern, dass 
sie an jenem Tag einfach die einzige Person gewesen sei, die er im Bus gesehen habe. Die Route 
des Beschuldigten lässt sich anhand des Fahrplans der Verkehrsbetriebe Biel und der SBB (vgl. Bi-
el/Bienne, Bahnhof/Gare nach Biel/Bienne, AI.________ | Das Online-Portal der SBB für Fahrplan 
sowie Zug und ÖV und BHF_C_2_ORPPL.pdf (vb-tpb.ch)) wie folgt rekonstruieren: Gemäss seinen 
Angaben stieg er am Morgen des 19.12.2022 am Bahnhof Biel in den Bus .________(Nr.) (pag. 135 
RZ 28) ein (Linie .________ in Fahrtrichtung AI.________). Er ist damit rund 25 Minuten lang durch 
das Stadtzentrum der Stadt Biel gefahren, bis an der Haltestelle AJ.________ (Anm. eine Haltestelle 
vor der Endstation) die Privatklägerin zustieg und sie gemeinsam eine Haltestelle weiterfuhren (Dauer 
von der Haltestelle AJ.________ bis zur Haltestelle AI.________: 2 Minuten; Anm. Endstation). Wie 
erwähnt, handelte es sich um den 19.12.2022, einen Montagvormittag in der Vorweihnachtszeit, zwi-
schen 10:44 und 11:34 Uhr, wobei der Beschuldigte eine knappe halbe Stunde mit dem Bus quer 
durch die ganze Stadt fuhr. Die Privatklägerin dürfte wohl also kaum die einzige Passagierin auf die-
ser langen Busfahrt gewesen sein. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass der Beschuldigte auf ein 
«passendes Opfer» gewartet hat – weshalb er seine Aussage auch dahingehend korrigierte, dass die 
Privatklägerin die einzige Person gewesen sei, die er im Bus «gesehen» habe (also nicht, die im Bus 
anwesend gewesen sei). Wie hiervor ausgeführt, hatte der Beschuldigte sein Vorhaben bereits am 
Vorabend geplant und musste sich für dessen Umsetzung nur noch das passende Opfer aussuchen. 
Als weiteres Indiz ist zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte auch sein Entdeckungsrisiko mini-
miert hat, indem er nicht bereits in der belebten Umgebung des Bahnhofs Biel jemanden überfiel, 
sondern hierfür nach ausserhalb des Stadtzentrums fuhr und auch beim Überfall auf die Privatklägerin 
zuwartete, bis sie sich genügend von der Bushaltestelle und der dichtbesiedelten, befahrenen Strasse 
auf dem Nebenweg des E.________(Strasse) befanden. Nachdem er zwar das Alter der Privatkläge-
rin nicht einschätzen konnte, hingegen aber klarerweise gesehen hat, dass diese gebrechlich war und 
sich nur mühsam und langsam sowie unter Hilfe einer Gehhilfe mit kleinen Schritten fortbewegen 
konnte und sie gemäss ihren eigenen Angaben bereits beim Einsteigen in den Bus offensichtlich 
Mühe hatte, stellte sie für den Beschuldigten das ideale «leichte» Opfer für den geplanten Handta-
schendiebstahl dar, weshalb er sich in jenem Moment die Privatklägerin gezielt als Opfer aussuchte.

Die Kammer kann sich diesen Erwägungen mehrheitlich anschliessen. Der Um-
stand, dass der Beschuldigte offenkundig eine Weile unterwegs war und dafür auch 
Busfahrt(en) aus dem eigentlichen Stadtzentrum unternahm, unterstreicht, dass er 
bei der Umsetzung seines Tatplanes durchaus auf eine günstige Gelegenheit war-
tete. Bei der Sichtung der Privatklägerin, die bei der Haltestelle 
O.________(Ortschaft) zustieg und sich dabei am Geländer festhalten musste, 

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muss er bereits erkannt haben, dass es sich bei ihr um eine in ihren Abwehr- und 
Fluchtmöglichkeiten eingeschränkten, ältere Dame handelte. Als diese den Bus 
verliess, wobei sie sich wiederum am Geländer festhalten musste, erachtete der 
Beschuldigte die Gelegenheit als günstig. Er entfernte sich zunächst dem desi-
gnierten Opfer folgend noch von der Bushaltestelle bzw. der dichtbesiedelten, be-
fahrenen Strasse. Er gab diesbezüglich freimütig zu, er sei ihr eine Weile hinterher 
gegangen, bis sie sich von der Busstation entfernt hätten, damit die anderen Leute 
sie nicht mehr sehen würden (pag. 136 Z. 57 f.). Spätestens zu diesem Zeitpunkt – 
dem Folgen der Privatklägerin – nahm er auch deren unsichere Gangart deutlich 
wahr. Die Kammer gelangt folglich beweiswürdigend zur Auffassung, dass es sich 
bei der Privatklägerin nicht um ein Zufallsopfer handelte, sondern der Beschuldigte 
in der Person der Privatklägerin ein für ihn geeignetes, «leichtes» Opfer erkannte, 
um seinen bereits am Vorabend gefassten Tatentschluss umzusetzen, weil 
schliesslich alles stimmte: Geeignetes, «leichtes» Opfer mit potenziellem Deliktsgut 
(Handtasche) in schmalem Weg ohne (grossen) Publikumsverkehr.

10.4 Vorstellungen des Beschuldigten betreffend den Tathergang

Im Rahmen der Berufungsverhandlung hob die Verteidigung hervor, es sei dem 
Beschuldigten wichtig gewesen, das Opfer nicht anzufassen. Er habe lediglich die 
Tasche entreissen wollen, ohne dabei körperlich auf die Privatklägerin einzuwirken. 
Der Beschuldigte habe sich nicht gedacht, dass die Privatklägerin umfallen und 
sich verletzen könnte (pag. 906). 

Der Beschuldigte gab bereits anlässlich seiner Anhaltung an, nicht gewollt zu ha-
ben, dass die alte Frau auf den Boden falle bzw. stürze (pag. 97). Auch vor oberer 
Instanz betonte er dies erneut (E. II.9.3.2 hiervor). Im Einzelnen äusserte sich der 
Beschuldigte über die einzelnen Einvernahmen hinweg hierzu wie folgt:

Delegierte Einvernahme vom 19. Dezember 2022 (pag. 134 ff):

- «Die Frau ist rückwärts auf ihren Kopf gefallen. Ich war schockiert und wollte ihr 
helfen, aber dann sind andere Leute gekommen und ich bin weggegangen.» 
(pag. 135 Z. 32 f.);

- «Ich wollte nur die Tasche wegnehmen.» (pag. 137 Z. 161);

- Auf Vorhalt, wonach eine Notoperation des Opfers aufgrund einer Hirnblutung 
notwendig gewesen sei: «Ist der Kopf offen? Es machte mich ein wenig traurig. 
Ich wollte nicht, dass sie zu Boden fällt. Als ich zuhause war, tat es mir leid und 
weh. Ich wollte ehrlich nicht, dass die Frau auf den Boden fällt und sich ver-
letzt.» (pag. 139 Z. 262 ff.).

Einvernahme Hafteröffnung vom 20. Dezember 2022 (pag. 12 ff.)

- «Ich war auf die Tasche konzentriert. Ich wolle sie nicht anfassen, ich wollte nur 
die Tasche nehmen.» (pag. 15 Z. 99 ff.);

- «[…] ich wollte nur einer Person eine Tasche nehmen.» (pag. 15 Z. 112 f.);

- Auf Frage, ob er daran gedacht habe, dass sie fallen könnte: «An das habe ich 
nicht gedacht, ich wollte nur die Tasche nehmen. Ich dachte nicht, dass so viel 
passieren würde. Also dass sie sich verletzen würde oder so. Wenn ich ge-

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wusst hätte, dass sie sich verletzen wird, dann hätte ich die Tasche nicht weg-
genommen.» (pag. 16 Z. 128 ff.);

Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft vom 17. April 2023 (pag. 155 ff.)

- «Ich wusste nicht, dass sie so verletzt wurde. Ich hätte nicht gedacht, dass das 
so kommen wird. Ich hatte mit ihr keinen Körperkontakt, ich habe nur die Ta-
sche gehabt.» (pag. 157 Z. 65 f.);

- «Danach ist sie umgefallen. Ich habe das nicht gewollt. Ich wollte nicht, dass 
sie umfällt, deswegen habe ich aufgepasst, dass kein Körperkontakt stattfin-
det.» (pag. 159 Z. 137 f.);

- Auf Frage, weshalb die Frau zu Boden gefallen sei: «Vielleicht, weil ich stark 
daran gezogen habe.» (pag. 159 Z. 143);

- Auf Frage, was er im Moment des Stürzens gedacht habe: «Das war schlimm 
für mich. Ich wollte nicht, dass sie umfällt. Ich dachte nur, dass ich ihr die Ta-
sche wegnehme und es passiert gar nichts.» (pag. 159, Z. 154 f.);

- «Ich wollte nicht, dass sie umfällt.» (pag. 159 Z. 162);

- Auf Frage, was seiner Meinung nach passieren könne, wenn man rücklings auf 
den Boden fällt und mit dem Kopf aufschlägt: «Das ist lebensgefährlich.» (pag. 
160, Z. 165).

Einvernahme anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 8. Januar 
2024 (pag. 529 ff.) 

- Auf Frage, was dann beim zweiten Ziehen passiert sei: «Etwas, was ich nicht 
erwartet habe: sie ist umgefallen.» (pag. 531 Z. 3);

- Auf Vorhalt der eigenen Aussagen, wonach er nicht erwartet habe, dass sie zu 
Boden gehe: «Ja, ich war überrascht, ich habe das nicht erwartet. Wenn ich 
gewusst hätte, dass sie zu Boden geht, hätte ich nicht nach der Tasche gegrif-
fen. Ich hätte das nicht gemacht.» (pag. 533 Z. 11 f.);

- «Ich dachte, ich nehme nur die Tasche weg und sie ruft dann die Polizei – fer-
tig. Ich habe nur das gedacht.» (pag. 533 Z. 17 f.). 

Einvernahme anlässlich der Berufungsverhandlung vom 13. März 2025 (pag. 898 
ff.) 

- «Ich war hinter der Frau. Ich wollte keinen Körperkontakt mit ihr. Ich wollte ihr 
nur die Tasche wegnehmen. Zuerst zog ich die Tasche von hinten. Das ging 
aber nicht, weil der Arm geschlossen war.» (pag. 899 Z. 70 ff.);

- «[…] Dann habe ich es ein zweites Mal versucht und ihr die Tasche wegge-
nommen.» (pag. 899 Z. 77);

- Auf Frage, was er sich vorgestellt habe, was mit der Dame passiere: «Ich habe 
mir nichts vorgestellt.» (pag. 900 Z. 98).

Die Kammer gelangt zur Auffassung, dass aufgrund der konstanten Aussagen des 
Beschuldigten und des konkreten Tatvorgehens (E. II.10.2 hiervor) davon auszu-
gehen ist, dass der Beschuldigte in der Tat beabsichtigte, dem Opfer die Tasche 

30

wegzunehmen, indem er diese der Privatklägerin entreisst. Dabei ging der Be-
schuldigte beharrlich und entschieden vor: Nachdem der erste Entreissversuch 
misslang, setzte er unmittelbar zu einem weiteren an, wobei er aufgrund der Ge-
genwehr der Privatklägerin und dem erstmaligen Scheitern heftiger an der Tasche 
zog. Der Sturz der Privatklägerin ist die Folge des heftigen Ziehens, zumal die Pri-
vatklägerin die Tasche beim zweiten Mal nicht mehr zurückzuhalten vermochte. Ein 
zweimaliges Zerren an der Tasche war folglich nur deshalb nötig, weil der Beschul-
digte nicht schon beim ersten Zerren der Tasche habhaft geworden ist. Weiter 
wusste der Beschuldigte um die potenziellen Folgen eines Rückwärtssturzes mit 
Aufschlagen des Kopfes auf dem Asphaltboden. So erklärte er gegenüber der 
Staatsanwaltschaft am 17. April 2023, dass dies lebensgefährlich sei (pag. 159 f. 
Z. 160 ff.). Wenngleich der Beschuldigte folglich einen Sturz der Privatklägerin nicht 
direkt beabsichtigte, war seiner Vorgehensweise in Anbetracht der gezielten Op-
ferauswahl und des konkreten Tatvorgehens ein Sturz- und Verletzungsrisiko im-
manent.

10.5 Verwendung des Deliktsguts durch den Beschuldigten

Anlässlich seiner tatnächsten Einvernahme führte der Beschuldigte auf entspre-
chende Frage spontan aus, er habe damit CHF 250.00 beziehen wollen (pag. 137 
Z. 148); dies für seine Mutter, die Krebs habe und Medikamente für eine Therapie 
benötige (pag. 137 Z. 151 f.). Vor oberer Instanz präzisierte der Beschuldigte, dass 
er einfach so viel wie möglich habe beziehen wollen (pag. 900 Z. 123), wobei er 
CHF 250.00 ein paar Mal versucht habe, bevor die Karte gesperrt worden sei 
(pag. 900 Z. 118 f.). 

Der Beschuldigte setzte die beim Opfer mittels Handtaschenraub zuvor gestohlene 
P.________ (Bankkarte) am 19. Dezember 2022 wie folgt ein (pag. 133):

- Um 11:05 Uhr an der G.________ Tankstelle: Google-Play Karte für CHF 50.00 
sowie Zigarettenpapers für CHF 3.40;

- um 11:14 Uhr an der L.________ Tankstelle: 2 Google-Play Karten für je CHF 
50.00;

- um 11:23 Uhr im Kiosk der J.________(Veranstaltungsort): 1 Google-Play Kar-
te für CHF 50.00.

Nach dem letzten erfolgreichen Bezug um 11:23 Uhr folgten noch weitere Versu-
che, jedoch erfolglos:

- Um 11:24 Uhr: weiterer versuchter Kauf im Kiosk der 
J.________(Veranstaltungsort);

- um 11.33 Uhr: zwei Versuche an der L.________ Tankstelle.

Der Bezugsübersicht ist damit zu entnehmen, dass der Beschuldigte drei Mal für 
CHF 50.00 einkaufte, einmal für CHF 53.40, damit also für gut CHF 200.00, wobei 
er anschliessend noch dreimal versuchte, einen weiteren Einkauf in der Höhe von 
CHF 50.00 zu tätigen (pag. 133). Dass der Beschuldigte die Karte nicht erfolgreich 
weiterverwenden konnte, dürfte nebst der Sperrung auch daran gelegen haben, 
dass er bereits kurz später, nämlich am 19. Dezember 2022 um 13.15 Uhr, an sei-

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nem damaligen Domizil angehalten und festgenommen wurde. Es ist diesbezüglich 
denn auch weiter festzustellen, dass der Beschuldigte die fragliche 
Q.________(Bankkarte) der Privatklägerin anlässlich der vorläufigen Festnahme in 
seinen Effekten mitführte und nicht etwa bei sich zu Hause liegen hatte (pag. 6). 
Beweiswürdigend ist festzuhalten, dass der Beschuldigte beabsichtigte, so viel wie 
möglich mit der gestohlenen Q.________(Bankkarte) der Privatklägerin zu bezie-
hen bzw. zu bezahlen, wobei aufgrund der Sperrung der Karte und der Festnahme 
des Beschuldigten schliesslich getätigte Zahlungen in der Höhe von CHF 203.40 
resultierten. 

11. Beweisergebnis

Gestützt auf die obigen Ausführungen erachtet die Kammer folgenden Sachverhalt 
als erwiesen:

Der Beschuldigte befand sich am Vormittag des 19. Dezember 2022 im Bus 
.________(Nr.), nachdem er am Vorabend den Entschluss fasste, an jenem Tag 
einen Diebstahl zu begehen. In O.________(Ortschaft) stieg die 73-jährige Privat-
kläger