# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 265c2710-93d9-52f8-b1a3-5bfff9444de2
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.08.2020 100 2020 81
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2020-81_2020-08-25.pdf

## Full Text

100.2020.81U
BDE/ROS

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. August 2020

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
a.o. Verwaltungsrichterin Baerfuss Klossner
Gerichtsschreiberin Bader

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt …

Beschwerdeführerin

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Widerruf der Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA und Wegweisung 
nach Auflösung der Ehegemeinschaft (Entscheid der Sicherheitsdirektion 
des Kantons Bern vom 30. Januar 2020; 2018.POM.761)   

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25.08.2020, Nr. 100.2020.81U, 
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Sachverhalt:

A.

Die aus Mazedonien stammende A.________ (Jg. 1993) heiratete am 
11. Oktober 2014 in Polen einen polnischen Staatsangehörigen, der hier 
über eine Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA verfügte. Am 20. Januar 2016 
reiste A.________ in die Schweiz ein und erhielt gestützt auf die Ehe eine 
Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA, gültig bis am 19. Januar 2021. Im Septem-
ber 2017 trennte sich das Paar; der Ehemann meldete sich per 31. März 
2018 nach Frankreich ab, von wo er im Januar 2019 wieder in die Schweiz 
zurückkehrte. Mit Verfügung vom 11. Oktober 2018 widerrief das Amt für 
Migration und Personenstand des Kantons Bern (MIP; heute: Amt für Be-
völkerungsdienste [ABEV]), Migrationsdienst (MIDI), die Aufenthalts-
bewilligung EU/EFTA von A.________ und wies sie unter Ansetzung einer 
Ausreisefrist aus der Schweiz weg. 

B.

Gegen diese Verfügung erhob A.________ am 12. November 2018 Be-
schwerde bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (POM; 
heute: Sicherheitsdirektion [SID]). Diese wies die Beschwerde am 30. Ja-
nuar 2020 ab und setzte A.________ eine Ausreisefrist auf den 12. März 
2020.

C.

Hiergegen hat A.________ am 4. März 2020 Verwaltungsgerichts-
beschwerde erhoben. Sie beantragt, der angefochtene Entscheid sei aufzu-
heben, ihr sei eine nacheheliche Aufenthaltsbewilligung zu erteilen und von 
einer Wegweisung aus der Schweiz sei abzusehen.

Die SID beantragt mit Vernehmlassung vom 26. Mai 2020 die Abweisung der 
Beschwerde.

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Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführerin hat am vorinstanzlichen Verfahren teil-
genommen, ist durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt und 
hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung 
(Art. 79 Abs. 1 VRPG). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde ist einzutreten. 

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Strittig sind die Nichtverlängerung des Aufenthalts sowie die Wegweisung 
der Beschwerdeführerin aus der Schweiz. 

2.1 Der Beschwerdeführerin wurde der Aufenthalt in der Schweiz ge-
stützt auf ihre Ehe mit einem hier aufenthaltsberechtigten polnischen Staats-
angehörigen bewilligt (vorne Bst. A). Um die Jahreswende 2019/2020 wurde 
die Ehe nach Angabe der Beschwerdeführerin rechtskräftig geschieden und 
sie anerkennt, dass ihr seither kein Aufenthaltsanspruch aus Art. 7 Bst. d 
i.V.m. Art. 3 Abs. 1 Anhang I des Freizügigkeitsabkommens (FZA; 
SR 0.142.112.681) mehr zukommt (vgl. Beschwerde S. 4 f.). Obschon der 
aus einem EU-Staat stammende Exmann nur über eine Aufenthalts-
bewilligung EU/EFTA und nicht über eine Niederlassungsbewilligung ver-
fügte, fällt aufgrund des Diskriminierungsverbots von Art. 2 FZA grundsätz-
lich ein weiterer Aufenthaltsanspruch gestützt auf Art. 50 des Bundes-
gesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer 
und über die Integration (Ausländer- und Integrationsgesetz [AIG; 
SR 142.20], vor dem 1.1.2019: Bundesgesetz über die Ausländerinnen und 
Ausländer [Ausländergesetz; AuG]) in Betracht, sofern der Exmann in der 

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Schweiz weiterhin anwesenheitsberechtigt ist (vgl. BGE 144 II 1 E. 4.7). 
– Das Ehepaar trennte sich im September 2017. Der Ehemann meldete sich 
per 31. März 2018 ins Ausland ab und lebte von April 2018 bis Ende 2018 in 
Frankreich (Akten SID pag. 27 f.; Akten MIDI pag. 57, 66, 70); während 
dieser Zeit hatte er kein Aufenthaltsrecht in der Schweiz. Als er im Januar 
2019 in die Schweiz zurückkehrte, nahm das Ehepaar das Eheleben nicht 
wieder auf. Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob sich die Beschwerde-
führerin überhaupt auf Art. 50 AIG berufen kann (vgl. BGE 144 II 1 E. 4.8). 
Wie es sich damit verhält, kann mit Blick auf das Folgende dahingestellt 
bleiben. 

2.2 Unstrittig besteht angesichts der Ehegemeinschaft von weniger als 
drei Jahren kein verselbständigtes Anwesenheitsrecht nach Art. 50 Abs. 1 
Bst. a AIG (vgl. Beschwerde S. 6). Die Beschwerdeführerin bringt jedoch vor, 
es seien wichtige persönliche Gründe nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 
AIG gegeben (sog. nachehelicher Härtefall). – Ein nachehelicher Härtefall 
nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AIG liegt vor, wenn wichtige persönliche Gründe 
den weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Diese Be-
stimmung bezweckt, schwerwiegende Härtefälle bei der Auflösung der ehe-
lichen Gemeinschaft zu vermeiden. Wichtige persönliche Gründe können ge-
mäss Art. 50 Abs. 2 AIG namentlich vorliegen, wenn die Ehefrau oder der 
Ehemann Opfer ehelicher Gewalt wurde, die Ehe nicht aus freiem Willen ge-
schlossen hat oder (alternativ oder kombiniert) die soziale Wiederein-
gliederung im Herkunftsland stark gefährdet erscheint (BGE 140 II 129 
E. 3.5, 138 II 229 E. 3.2.2, 136 II 1 E. 5.3 [Pra 99/2010 Nr. 49]). Ein wichtiger 
persönlicher Grund kann sich aber auch aus anderen Umständen ergeben. 
Bei der Beurteilung sind sämtliche Aspekte des Einzelfalls mitzuberück-
sichtigen, namentlich der Grad der Integration, die Respektierung der 
Rechtsordnung, die Familienverhältnisse, die finanziellen Verhältnisse, die 
Dauer der Anwesenheit in der Schweiz und der Gesundheitszustand sowie 
die Umstände, die zur Auflösung der ehelichen Gemeinschaft geführt haben 
(BGE 138 II 229 E. 3.1, 137 II 345 E. 3.2.2 f.). Als Richtlinie bleibt indes Fol-
gendes zu beachten: Der Gesetzgeber setzt für einen nachehelichen Härte-
fall voraus, dass die Konsequenzen für das Privat- und Familienleben der 
ausländischen Person von erheblicher Intensität sind. Diese Folgen müssen 
mit der Lebenssituation verbunden sein, die nach Dahinfallen der aus der 

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Ehegemeinschaft abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung entstanden ist 
(BGE 143 I 21 E. 4.2.2, 140 II 289 E. 3.6.1, 139 II 393 E. 6; ferner BVR 2010 
S. 481 E. 5.1). Hat sich die ausländische Person nur kürzere Zeit in der 
Schweiz aufgehalten und keine engen Beziehungen zum Land geknüpft, hat 
sie keinen Anspruch auf weiteren Verbleib, sofern sie sich ohne besondere 
Probleme erneut im Herkunftsland integrieren kann (BGE 138 II 229 E. 3.1, 
137 II 345 E. 3.2.3). 

2.3 Die Beschwerdeführerin bringt in diesem Zusammenhang vor, sie 
habe sich innert kürzester Zeit vollständig in der Schweiz integriert. So sei 
sie nach ihrem vierjährigen Aufenthalt in der Schweiz berufstätig, finanziell 
unabhängig, spreche Deutsch, verfüge über einen einwandfreien Leumund 
und pflege soziale Beziehungen. Im Betrieb ihres Arbeitgebers sei sie unver-
zichtbar. Nach der Heirat im Oktober 2014 habe sie aufgrund ihres Studiums 
und eines anschliessenden Praktikums nicht vor Ende 2015 zu ihrem Ehe-
mann einreisen können. Diese objektiv bedingte Verzögerung des Zu-
sammenlebens trotz bestehender Ehe sei bei der Gesamtwürdigung zu be-
rücksichtigen. Zudem sei die Trennung und Scheidung von ihrem Ehemann 
darauf zurückzuführen, dass dieser aus beruflichen Gründen die Schweiz 
habe verlassen wollen; sie trage daran kein Verschulden (Beschwerde S. 7). 

2.4 Die Integrationsleistungen der Beschwerdeführerin sind anzuer-
kennen. Für sich allein vermögen sie allerdings keinen nachehelichen Härte-
fall zu begründen. Denn eine erfolgreiche Integration ist nach ständiger 
Praxis notwendige, aber keinesfalls hinreichende Bedingung für eine Bewil-
ligungserteilung bzw. -verlängerung (vgl. BGer 2C_49/2017 vom 20.1.2017 
E. 2.2; VGE 2019/344 vom 24.1.2020 E. 2.6, 2018/294 vom 28.6.2019 E. 5.6 
mit weiteren Hinweisen). Weiter ist unbeachtlich, dass als Grund für die Tren-
nung der Eheleute der Umzug des Ehemanns nach Frankreich vorgebracht 
ist. Die Beschwerdeführerin legt nicht dar, weshalb sie in der Schweiz 
verbleiben wollte, statt mit ihm nach Frankreich umzuziehen, und das Ehe-
leben auch nach der Rückkehr des Ehemanns in die Schweiz nicht wieder 
aufgenommen wurde. Aus dem Umstand, dass sich ihre Einreise in die 
Schweiz aufgrund ihrer Ausbildung verzögert habe, vermag die Beschwerde-
führerin ebenfalls nichts zu ihren Gunsten ableiten (vgl. VGE 2012/193 vom 
26.2.2013 E. 4.3). Im Übrigen wäre selbst bei einer Einreise unmittelbar nach 

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der Eheschliessung am 11. Oktober 2014 im Zeitpunkt der Trennung der 
Eheleute im September 2017 die Voraussetzung einer dreijährigen Ehe-
gemeinschaft gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. a AIG nicht erfüllt gewesen. Die zu-
treffenden Erwägungen der Vorinstanz, wonach ihr die Rückkehr ins Heimat-
land zumutbar ist, stellt die Beschwerdeführerin nicht in Abrede (vgl. an-
gefochtener Entscheid E. 4.3). Ihre hier ausgeübte Tätigkeit als Pflegefach-
frau wird sie auch in Mazedonien fortsetzen können, zumal sie dort eine 
entsprechende Ausbildung absolviert hat (Akten MIDI pag. 26). Schliesslich 
ist die von der Beschwerdeführerin angeführte Nachfrage nach Pflege-
personal auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt in Bezug auf eine An-
spruchsbewilligung gemäss Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG nicht von 
Bedeutung. Vielmehr sind bei der Beurteilung eines nachehelichen Härte-
falls die persönlichen Umstände der Beschwerdeführerin massgebend und 
nicht gesamtwirtschaftliche bzw. arbeitsmarktliche (öffentliche) Interessen 
(vgl. vorne E. 2.2; vgl. auch Marc Spescha, in Spescha et al. [Hrsg.], Mi-
grationsrecht, 5. Aufl. 2019, Art. 50 N. 11).

2.5 Nach dem Erwogenen stellen die vorgebrachten Umstände weder je 
für sich allein noch zusammen betrachtet einen wichtigen Grund im Sinn von 
Art. 50 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 AIG dar. Die Beschwerdeführerin hat somit 
keinen nachehelichen Aufenthaltsanspruch.

3.

Fehlt es an einem Anspruch auf Aufenthalt in der Schweiz, entscheidet die 
zuständige Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Aufenthalts-
gewährung (Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG, Art. 23 Abs. 1 der Ver-
ordnung vom 22. Mai 2002 über die schrittweise Einführung des freien Per-
sonenverkehrs zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der 
Europäischen Gemeinschaft und deren Mitgliedstaaten sowie unter den Mit-
gliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation [Verordnung über die 
Einführung des freien Personenverkehrs, VEP; SR 142.203]). 

3.1 Bei der Frage, ob eine Bewilligung ermessensweise zu verlängern 
ist, kommt der Bewilligungsbehörde ein grosser Spielraum zu, den sie pflicht-

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gemäss, d.h. im Rahmen von Verfassung und Gesetz nach sachlichen 
Grundsätzen auszufüllen hat. Namentlich sind die gesetzlichen Vorgaben 
und die dort angelegten öffentlichen Interessen, das Gebot der rechts-
gleichen Behandlung, die Verhältnismässigkeit und das Willkürverbot zu be-
achten. Als gesetzliche Leitlinie sind die persönlichen Verhältnisse, die Inte-
gration und das bisherige Verhalten der ausländischen Person zu berück-
sichtigen (Art. 96 Abs. 1 AIG; BVR 2015 S. 105 E. 2.2, 2013 S. 73 E. 3.1; 
vgl. auch BVR 2018 S. 63 E. 3.3 betreffend Erteilung der Niederlassungs-
bewilligung). Das Verwaltungsgericht überprüft die Ermessensausübung 
vorab unter methodischen Gesichtspunkten, d.h. es überprüft, ob die Vor-
instanz die allgemeinen Rechtsprinzipien zur Ermessensausübung miss-
achtet oder gegen materielle oder formelle Rechtsregeln verstossen hat. Da-
bei ist es namentlich aufgrund der grösseren Sachnähe in erster Linie an der 
beschwerdeführenden Person, im Einzelnen darzutun, inwiefern der an-
gefochtene Entscheid ihrem konkreten Einzelfall in rechtsfehlerhafter Weise 
ungenügend Rechnung trägt (BVR 2016 S. 197 E. 2.2 mit Hinweisen). – Die 
Praxis der bernischen Behörden bei Ermessensbewilligungen bezweckt in 
erster Linie das Vermeiden schwerwiegender persönlicher Härtefälle 
(BVR 2013 S. 73 E. 3.4 mit Hinweisen). Wegleitend ist dabei Art. 30 Abs. 1 
Bst. b AIG und die diesbezügliche Ausführungsgesetzgebung. Ein Härtefall 
im Sinn dieser Praxis liegt vor, wenn sich die betreffende ausländische Per-
son in einer persönlichen Notlage befindet bzw. ihre Lebens- und Existenz-
bedingungen, gemessen am durchschnittlichen Schicksal von anderen aus-
ländischen Personen in einer vergleichbaren Situation, in gesteigertem Mass 
infrage gestellt sind und die Verweigerung einer Ausnahme für sie schwere 
Nachteile zur Folge hätte. Die Ausländerbehörden dürfen diese Voraus-
setzungen zur Anerkennung eines Härtefalls in Anbetracht des öffentlichen 
Interesses an einer restriktiven Einwanderungspolitik streng handhaben 
(BVR 2016 S. 369 E. 3.3, 2013 S. 73 E. 3.4 mit Hinweis auf BGE 137 II 1 
E. 4.1).

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3.2 In der vorliegenden Konstellation – Auflösung einer Ehegemeinschaft 
– vermitteln unter anderem wichtige persönliche Gründe einen Rechts-
anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung; der Verhältnis-
mässigkeit der drohenden Entfernungsmassnahme wird in diesem Rahmen 
Beachtung geschenkt (vgl. vorne E. 2.4). Im Rahmen der Ermessens-
ausübung ist das Augenmerk daher hauptsächlich auf andere Gründe zu 
richten; insoweit ist in dieser Konstellation den Kriterien der schweizerischen 
Gesamtwirtschaft – mithin den öffentlichen Interessen – sowie der Integra-
tion massgebliches Gewicht beizumessen (vgl. BVR 2010 S. 481 E. 6.2).

3.3 Die Vorinstanz hat auch die Verweigerung der ermessensweisen 
Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bestätigt (angefochtener Entscheid 
E. 5). Dabei hat sie die massgebenden Gesichtspunkte und Interessen in 
Einklang mit der publizierten Praxis des Verwaltungsgerichts vollständig ein-
bezogen und zutreffend gewichtet, eingeschlossen die Aufenthaltsdauer und 
Integration in der Schweiz und die Wiedereingliederungsmöglichkeit im 
Heimatland. Insbesondere ist nicht rechtsfehlerhaft, wenn die Vorinstanz 
keine zwingenden gesamtwirtschaftlichen und arbeitsmarktlichen Gründe für 
eine ermessensweise Aufenthaltsgewährung sah: Die Beschwerdeführerin 
ist seit Mai 2016 als Pflegefachfrau in einem Alters- und Pflegeheim tätig. Ihr 
Arbeitgeber schätzt sie und möchte sie nicht verlieren (vgl. Beschwerde S. 7; 
Akten SID 5A1, Beschwerdebeilage [BB] 8 und 9). Wohl besteht im Gesund-
heitswesen und insbesondere im Pflegebereich ein Fachkräftemangel. Als 
Pflegefachfrau übt die Beschwerdeführerin aber nicht eine derart qualifizierte 
Tätigkeit aus, die sie für den schweizerischen Arbeitsmarkt unentbehrlich 
macht. Zudem ist es in erster Linie Sache der Ausländerbehörden und nicht 
des Verwaltungsgerichts, arbeitsmarktliche Interessen zu benennen und zu 
gewichten (vgl. VGE 2018/163 vom 26.2.2019 E. 7.4; vgl. auch BVGer C-
1711/2011 vom 24.4.2013 E. 8.5). Dass der Arbeitgeber in die Aus- und 
Weiterbildung der Beschwerdeführerin investiert hat und von ihrer Weg-
weisung betroffen wäre, ist vorliegend daher nicht massgeblich zu berück-
sichtigen. Die Vorinstanz durfte sodann einbeziehen, dass die Integration in 
die hiesigen Verhältnisse zwar positiv verlaufen, nicht aber mit einer Ent-
wurzelung im Heimatland einhergegangen ist. Die Beschwerdeführerin hält 
sich erst seit viereinhalb Jahren in der Schweiz auf. Sie spricht Deutsch, ist 
weder straf- noch betreibungsrechtlich in Erscheinung getreten und hat keine 

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Sozialhilfe bezogen. Derzeit arbeitet sie vollzeitlich als Pflegefachfrau. Diese 
Integrationsleistung verdient Anerkennung. Es lässt sich daraus aber nicht 
ableiten, dass die Vorinstanz ihr Ermessen rechtsfehlerhaft ausgeübt hat; 
hierzu müssten weitere besondere Faktoren wie beispielsweise ein deutlich 
längerer Aufenthalt hinzutreten. Die Vorinstanz durfte in die Beurteilung ein-
fliessen lassen, dass die anspruchsvermittelnde Ehe mit einem hier aufent-
haltsberechtigten polnischen Staatsangehörigen gescheitert und kinderlos 
geblieben ist. Intensive soziale Bindungen zu hier ansässigen Personen, 
deren Abbruch die Beschwerdeführerin hart treffen würden, sind nicht er-
sichtlich: Die Beschwerdeführerin bringt zwar vor, enge freundschaftliche 
Beziehungen zu ihren schweizerischen Arbeitskolleginnen und -kollegen zu 
pflegen (Beschwerde S. 7), entsprechende Nachweise ist sie jedoch auch im 
verwaltungsgerichtlichen Verfahren schuldig geblieben. Das von Arbeits-
kolleginnen und -kollegen unterschriebene Schreiben vom 2. November 
2018 belegt lediglich, dass die Beschwerdeführerin als Mitarbeiterin und Ar-
beitskollegin geschätzt wird; darüber hinausgehende freundschaftliche Be-
ziehungen oder eine besondere Verwurzelung in den hiesigen Verhältnissen 
sind damit aber nicht dargetan (Akten SID 5A1, BB 9). Dass sie mit ihren in 
der Schweiz lebenden Verwandten (Onkel und Tante) enge Kontakte pflegen 
würde, macht die Beschwerdeführerin schliesslich nicht geltend. 

3.4 Vor diesem Hintergrund durfte die Vorinstanz die öffentlichen Inter-
essen an der strittigen Entfernungsmassnahme höher gewichten als die 
privaten Interessen der Beschwerdeführerin am Verbleib in der Schweiz. Es 
ist daher nicht zu beanstanden, dass der Beschwerdeführerin der weitere 
Aufenthalt auch nicht ermessensweise bewilligt wurde.

4.

Nach dem Gesagten hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle 
stand. Weitere Sachverhaltsabklärungen würden zu keinem anderen Ergeb-
nis führen und können daher unterbleiben (vgl. zur sog. antizipierten Beweis-
würdigung statt vieler BVR 2020 S. 113 E. 3.7, 2012 S. 252 E. 3.3.3; 
Merkli/Aeschlimann/Herzog, Kommentar zum bernischen VRPG, 1997, 
Art. 18 N. 9 f.). Der Beweisantrag der Beschwerdeführerin auf Parteiein-

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vernahme (Beschwerde S. 4 f., 8) wird daher abgewiesen. Die Beschwerde 
erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist abzuweisen. Das Ver-
waltungsgericht beurteilt solche Rechtsmittel in Zweierbesetzung (Art. 56 
Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). Da die von der 
Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, ist eine neue festzu-
legen. Sie beträgt nach der Praxis des Verwaltungsgerichts in der Regel 
sechs Wochen, wobei bei der Bemessung besondere Umstände zu berück-
sichtigen sind (vgl. Art. 64d Abs. 1 AIG). Die gegenwärtige besondere Lage 
aufgrund des Coronavirus rechtfertigt eine längere Frist bis Ende Oktober 
2020. Sollte die Ausreise bis zu diesem Zeitpunkt aufgrund von Reise-
beschränkungen nicht möglich sein, ist es Sache der Migrationsbehörde, 
eine neue Frist anzusetzen.

5.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Beschwerde-
führerin kostenpflichtig (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Parteikosten sind keine zu 
sprechen (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. Art. 104 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Beschwerdeführerin wird eine 
neue Ausreisefrist gesetzt auf den 31. Oktober 2020.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.--, werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

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4. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführerin
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatsekretariat für Migration

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss 
Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desgericht (BGG; SR 173.110) oder, soweit es die Ermessensbewilligung betrifft, 
subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 113 ff. BGG geführt 
werden.