# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7a4c0357-b6c2-5db8-97ea-dc683db3899e
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-31
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 31.03.2016 VG.2015.00142 (VG.2016.366)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2015-00142_2016-03-31.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 31. März 2016

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2015.00142

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer  

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin  

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Invalidenrente

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  A.______, geboren am […],
  meldete sich am 29. April 2014 unter Hinweis auf ein Rückenleiden
  bei der IV-Stelle Glarus zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung
  an. Mit Vorbescheid vom 2. Mai 2014 stellte ihm die IV-Stelle die
  Abweisung seines Leistungsbegehrens in Aussicht. Den dagegen erhobenen
  Einwänden vom 23. Juni 2015 bzw. 14. September 2015 leistete
  die IV-Stelle insofern Folge, als dass sie mit Schreiben vom
  6. Oktober 2015 bzw. Verfügung vom 21. Oktober 2015 einen
  Abzug vom Tabellenlohn von 15 % anerkannte. Sie hielt aber dennoch an
  der Abweisung des Leistungsbegehrens fest. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  A.______ gelangte in der
  Folge mit Beschwerde vom 16. November 2015 ans Verwaltungsgericht
  und beantragte die Aufhebung der Verfügung und die Zusprechung von mindestens
  einer halben Invalidenrente mit Wirkung ab dem 2. Mai 2014. Eventualiter
  sei die Verfügung aufzuheben und die Angelegenheit im Sinne der Erwägungen an
  die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
  zu Lasten der IV-Stelle.

  
	
   

  
	
  Die IV-Stelle schloss am
  16. Dezember 2015 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a
  des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom 19. Juni 1959 (IVG) zur
  Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Da auch die übrigen
  Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den
  Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) ist
  Invalidität die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze
  oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist dabei der durch
  eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit
  verursachte und nach zumutbarer Behandlung sowie Eingliederung verbleibende
  ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht
  kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

  
	
   

  
	
  2.2 Nach Art. 28 Abs. 2
  IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf
  eine Viertelsrente, bei einem solchen von mindestens 50 % auf eine halbe
  Rente, bei mindestens 60 % auf eine Dreiviertelsrente und ab mindestens
  70 % auf eine ganze Rente. Für die Bestimmung des
  Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach
  Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
  und allfälliger Eingliederungs­massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
  bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zum
  Erwerbseinkommen gesetzt, welches sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid
  geworden wäre (Art. 16 ATSG).

  
	
   

  
	
  2.3 Wie körperliche können auch geistige
  Gesundheitsschäden eine Invalidität im gesetzlichen Sinn bewirken. Zu
  Letzteren zählen neben den eigentlichen Geisteskrankheiten auch seelische
  Abwegigkeiten mit Krankheitswert (BGE 130 V 352 E. 2.2.1). Von einer
  invalidisierenden psychischen Störung kann indessen nur bei Vorliegen eines medizinischen
  Substrats gesprochen werden, das durch einen Facharzt schlüssig festgestellt
  wird und nachgewiesenermassen die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wesentlich beeinträchtigt.
  Namentlich darf das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen
  bestehen, welche von belastenden psychosozialen oder soziokulturellen Faktoren
  herrühren, sondern hat davon psychiatrisch zu unterscheidende Befunde zu umfassen,
  wie etwa eine von depressiven Verstimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde
  Depression im fachmedizinischen Sinn oder einen damit vergleichbaren psychischen
  Leidenszustand (BGE 127 V 294 E. 5a). 

  
	
   

  
	
  2.4
  Die erwähnten Grundsätze zur
  Prüfung des invalidisierenden Charakters geistiger Gesundheitsschäden finden
  nach der Rechtsprechung namentlich auch bei Drogensucht und anderen Süchten
  Anwendung. So begründen nach ständiger Rechtsprechung Alkoholabhängigkeit und
  ihre Suchtfolgen keine Invalidität im Sinne des Gesetzes. Vielmehr wird eine
  solche Sucht invalidenversicherungsrechtlich erst bedeutsam, wenn sie
  ihrerseits eine Krankheit oder einen Unfall bewirkt hat, in deren Folge ein
  körperlicher oder geistiger die Erwerbsfähigkeit beeinträchtigender
  Gesundheitsschaden eingetreten ist, oder aber wenn sie selber Folge eines
  körperlichen oder geistigen Gesundheitsschadens ist, welchem Krankheitswert
  zukommt (BGE 124 V 265 E. 3c; BGer-Urteil 8C_906/2013 vom
  23. Mai 2014 E. 2.2). 

  
	
   

  
	
  2.5 Invalidenrechtlich nicht als
  relevant gelten Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit, welche die
  versicherte Person bei Aufbietung allen guten Willens, Arbeit in ausreichendem
  Masse zu verrichten, zu vermeiden vermöchte. Das Mass des Forderbaren muss
  dabei weitgehend objektiv bestimmt werden. Es ist somit festzustellen, ob und
  in welchem Masse ein Versicherter infolge seines geistigen
  Gesundheitsschadens auf dem ihm nach seinen Fähigkeiten
  offenstehenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt erwerbstätig sein kann. Dabei
  kommt es darauf an, welche Tätigkeit ihm zugemutet werden darf. Zur Annahme
  einer durch einen geistigen Gesundheitsschaden verursachten Erwerbsunfähigkeit
  genügt es also nicht, dass der Versicherte nicht hinreichend erwerbstätig
  ist; entscheidend ist vielmehr, ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit
  sei ihm sozial-praktisch nicht mehr zumutbar oder – als alternative Voraussetzung
  – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 135 V 201 E. 7.1.1). Das Gesagte gilt gleichermassen für Psychopathien,
  psychische Fehlentwicklungen, Trunksucht, suchtbedingten Missbrauch von
  Medikamenten, Rauschgiftsucht und für Neurosen. Art und Mass dessen, was
  einer versicherten Person an Erwerbstätigkeit noch zugemutet werden kann,
  richtet sich nach ihren besonderen persönlichen Verhältnissen einerseits und
  nach den allgemein herrschenden Anschauungen andererseits. Für die
  Beurteilung der Zumutbarkeit ist letztlich insofern eine objektive
  Betrachtungsweise massgebend, als es nicht auf eine bloss subjektiv
  ablehnende Bewertung der infrage stehenden Erwerbstätigkeit durch die
  versicherte Person ankommt (Ulrich Meyer/Marco Reichmuth, Rechtsprechung des
  Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung,
  3. A., Zürich/Basel/Genf 2014, S. 320). 

  
	
   

  
	
  3. 

  
	
  3.1 Gemäss
  Art. 43 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts
  vom 6. Oktober 2000 (ATSG) prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt
  die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen
  Auskünfte ein. Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen für die Beurteilung
  notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu unterziehen
  (Art. 43 Abs. 2 ATSG). 

  
	
   

  
	
  3.2 Nach dem
  für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungs­gerichts­beschwerdeverfahren
  geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und
  Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
  Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren
  bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem
  sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
  verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs
  gestatten. Insbesondere darf es bei
  einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht
  erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe
  anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These
  abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a). 

  
	
   

  
	
  3.3 Die
  Verwaltung als verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – der Richter dürfen
  eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt
  sind. Im Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid –
  sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht – nach dem Beweisgrad der
  überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines
  bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat
  vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa, mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  3.4 Es
  ist Aufgabe des Arztes, sämtliche Auswirkungen einer Krankheit oder eines Un­falls
  auf den Gesundheitszustand der versicherten Person zu beurteilen und dazu Stellung
  zu nehmen, bezüglich welcher konkreten Tätigkeiten und in welchem Umfang sie
  arbeitsunfähig ist. Die ärztlichen Auskünfte sind sodann eine wichtige
  Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der
  versicherten Person im Hinblick auf ihre persönlichen Verhältnisse noch
  zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4). 

  
	
   

  
	
  3.5 Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen
  Gutachtens ist entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen
  umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten
  Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der
  untersuchten Person auseinandersetzt, was vor allem bei psychischen
  Fehlentwicklungen nötig ist, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinanderset­zung
  mit den Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der
  medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die
  Schlussfolgerungen des medizinischen Experten in einer Weise begründet sind,
  dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, sowie ob
  der Experte nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche ihm
  die Beantwortung der Fragen erschweren, gegebenenfalls deutlich macht.
  Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft
  eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag
  gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen Inhalt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.6 Dennoch
  hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung als
  vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und
  Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen. Den im Rahmen des
  Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten,
  welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach
  Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu
  schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle
  Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die
  Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E.
  1.3.4). 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, in der
  Vergangenheit mehrfach verunfallt zu sein und als Folge davon an nachhaltigen
  Rückenbeschwerden zu leiden. Sodann sei eine Polyneuropathie in Folge seines
  chronischen Alkoholabusus seitens der behandelnden Ärzte mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit nachgewiesen. Gemäss den beigezogenen Gutachtern bestehe
  in neurologischer und internistischer Hinsicht weiterer Abklärungs- bzw.
  Diagnosebedarf. Indem die Beschwerdegegnerin keine weitergehenden Abklärungen
  getätigt habe, habe sie den Untersuchungsgrundsatz verletzt. Der festgesetzte
  Invaliditätsgrad von 36 % sei nicht haltbar. Auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt
  könne er – theoretisch – lediglich leichte adaptierte Tätigkeiten ausführen.
  Er sei nicht in der Lage, die theoretisch noch vorhandenen
  Resterwerbsfähigkeit zu verwerten. Sei davon auszugehen, dass eingliederungs­rechtlich
  keine beruflichen Massnahmen, insbesondere Arbeits­vermittlung möglich seien,
  rechtfertige es sich rentenrechtlich ebenfalls nicht, von der Verwertbarkeit
  eines allenfalls theoretisch noch vorhandenen funktionellen Leistungsvermögens
  auszugehen. Statt auf den Tabellenlohn des Kompetenzniveaus 1 hätte die
  Beschwerdegegnerin, wenn überhaupt, auf das tatsächliche Lohnniveau im Kanton
  Glarus und Umgebung abstellen und abschätzen müssen, welches Erwerbseinkommen
  er theoretisch erzielen könnte. In jedem Fall sei der maximale Abzug vom Tabellenlohn
  zu gewähren. Die jahrelange Alkoholsucht könne nicht als invaliditätsfremder
  Faktor gänzlich unberücksichtigt bleiben.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich demgegenüber auf
  den Standpunkt, die ihr obliegenden Abklärungspflichten vollumfänglich,
  sorgfalts- und pflichtgemäss wahrgenommen zu haben. Sie habe sich aufgrund
  der getätigten medizinischen Abklärungen und vorliegenden Berichte davon
  überzeugen können, dass der Beschwerdeführer mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit in angepasster (recte: angestammter) Tätigkeit zu 50 %
  arbeitsfähig sei. Auch weitere Arztberichte hätten daran nichts zu ändern vermocht.
  Ein Anspruch auf second opinion bestehe ohnehin nicht. Mit einem Abzug in der
  Höhe von 15 % habe sie die subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers in
  die versicherungsmedizinische Beurteilung einfliessen lassen. Die beruflichen Integrationsmassnahmen seien deshalb
  eingestellt worden, weil die subjektive Einstellung des Beschwerdeführers
  einer beruflichen Integration entgegen gestanden sei und nicht deshalb, weil
  keine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit gesehen worden sei. Der Beschwerdeführer
  sei nämlich der Ansicht gewesen, ihm stünde eine Invalidenrente zu,
  wohingegen er sich nicht in der Lage gesehen habe, weiterhin eine Arbeit zu
  verrichten. Es sprächen sodann keine stichhaltigen Gründe dagegen, den
  Beschwerdeführer bezüglich Lohnpotential in das Kompetenzniveau 1
  einzuordnen. 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  Die Beschwerdegegnerin
  spricht in ihrer Beschwerdeantwort versehentlich durchwegs von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit
  in angepasster Tätigkeit, geht aber ihrer Verfügung entsprechend von einer
  100%igen Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit und einer 50%igen
  Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit aus. Soweit der Beschwerdeführer
  die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit bestreitet und diese genauer
  abgeklärt haben will, ist darauf hinzuweisen, dass diese vorliegend nicht
  massgebend ist, da sich die Beschwerdegegnerin bei der Berechnung des
  Invaliditätsgrades auf die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit stützt.
  Somit ist nachfolgend die Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit zu
  prüfen. Dabei ist festzuhalten, dass die rein subjektive Einschätzung des
  Beschwerdeführers betreffend seine Arbeitsfähigkeit nicht massgebend ist.
  Vielmehr ist es primär ärztliche Aufgabe, anhand der objektiven
  Befunderhebung die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf die
  Leistungsfähigkeit zu bestimmen (BGer-Urteil 8C_101/2014
  vom 3. April 2014 E. 5.1, mit Hinweisen). Insofern kommt dem Umstand,
  dass keine beruflichen Massnahmen ergriffen worden sind, weil sich der Beschwerdeführer
  dazu nicht in der Lage fühlte, für die Beurteilung der Zumutbarkeit einer
  angepassten Arbeitstätigkeit – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers –
  keine entscheidwesentliche Bedeutung zu. 

  
	
   

  
	
  6. 

  
	
  6.1 Nach eigenen Angaben leidet der Beschwerdeführer
  seit einem Unfall vor vielen Jahren, als ihm als Tunnelbauer eine grössere
  Menge Gestein auf den Rücken gefallen war, an Rückenschmerzen. Die erste
  aktenkundige notfallmässige Einlieferung des Beschwerdeführers ins
  Kantonsspital Glarus datiert vom 29. Juli 2012. Es wurden die Diagnosen
  eines unklaren Sturzes in alkoholisiertem Zustand, Differentialdiagnose im
  Rahmen eines cerebralen Krampfanfalles mit Thoraxkontusion rechts und
  Riss-Quetsch-Wunde der Unterlippe rechts, eines chronischen Alkoholabusus mit
  Polyneuropathie sowie eines Nikotinabusus gestellt. Die Beratungs- und
  Therapiestelle Sonnenhügel (BTS Glarus) wurde gebeten, den Beschwerdeführer
  zur Suchtberatung aufzubieten.

  
	
   

  
	
  6.2 Am 4. November 2013 kam es zu einem
  weiteren Sturzereignis mit Treppensturz ohne Bewusstseinsverlust. In der
  Abklärung im Kantonsspital Glarus zeigten sich in der thorakalen
  Computertomographie (CT) mit Darstellung des thorakolumbalen Übergangsbereichs
  keine Anzeichen einer frischen ossären Läsion. Es handle sich vermutlich um
  alte osteoporotische Frakturen des Brustwirbelkörpers (BWK)12 und Lendenwirbelkörpers
  (LWK)2. Die Frakturen seien gemäss Orthopädie stabil. 

  
	
   

  
	
  6.3 Am 8. Januar 2014 rutschte der Beschwerdeführer
  auf einer Eisplatte aus und stürzte erneut. In einer
  Magnetresonanztomographie (MRI) der Lendenwirbelsäule (LWS) vom
  13. März 2014 stellten sich Frakturen BWK12, LWK1, LWK2 und LWK3
  dar. BWK12 und LWK2 seien nicht wesentlich in der Konfiguration verändert
  gegenüber dem vorbestehenden CT vom November 2013. Neu sei eine Fraktur
  der oberen Deckplatte LWK1 und der untere LWK3 zeige auch eine Eindellung in
  vorbestehender Röntgenaufnahme vom November 2013, soweit vergleichbar
  möglicherweise etwas zugenommen und zudem auch etwas ödem. Ödemzeichen fänden
  sich auch auf den anderen Niveaus.

  
	
   

  
	
  6.4 Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med.
  C.______ FMH für Allgemeinmedizin, diagnostizierte am 13. Mai 2014
  eine hochgradige Polyneuropathie mit Gleichgewichtsstörungen und Zustand nach
  multiplen Stürzen und multiplen Frakturen. Der körperlich und geistig
  abgebaute Beschwerdeführer befinde sich in reduziertem und verwahrlostem
  Allgemeinzustand. Seit dem 6. Januar 2014 sei er bis auf Weiteres
  zu 100 % arbeitsunfähig. Eine Wiedereingliederung sei unter diesen
  Umständen nicht möglich. Die Prognose sei verschlechternd, da
  Alkoholüberkonsum und Nikotinkonsum anhielten. Er bat um Kontrolle des
  Beschwerdeführers durch den Regional Ärztlichen Dienst (RAD). 

  
	
   

  
	
  6.5 Dr. med. D.______, FMH für Orthopädische Chirurgie
  und Traumatologie des Bewegungsapparates, welcher beim Beschwerdeführer am
  27. Februar 2014 frische Frakturen der LWK 1 und 2 diagnostiziert hatte,
  verwies die Beschwerdegegnerin am 23. Mai 2015 bezüglich weiterer
  Informationen auf Dr. med. C.______.

  
	
   

  
	
  6.6 Der zuständige RAD-Arzt, Dr. E.______ FMH für
  Rheumatologie, FMH und UEMS für Physikalische Medizin und Rehabilitation,
  empfahl in der Folge und aufgrund der Aktenlage am 18. August 2014
  eine polydisziplinäre Erstbegutachtung.

  
	
   

  
	
  7. 

  
	
  7.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich in ihrer
  Verfügung vom 21. Oktober 2015 und der Annahme einer 100%igen
  Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auf das polydisziplinäre Gutachten
  der L.______AG vom 25. März 2015. Zwischen den Parteien ist insbesondere
  strittig, ob das Gutachten eine beweistaugliche Grundlage für die Beurteilung
  des Gesundheitszustands und der Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers
  darstellt. Insbesondere ist der Abklärungsbedarf bezüglich des Gesundheitszustands
  des Beschwerdeführers zu prüfen. Während die Beschwerdegegnerin im Gutachten
  eine genügende Beweisgrundlage erblickt, sieht der Beschwerdeführer
  insbesondere in neurologischer und internistischer Hinsicht weiteren
  Abklärungsbedarf. 

  
	
   

  
	
  7.2 Aus neurologischer Sicht wird gestützt auf eine
  eingehende Untersuchung des Beschwerdeführers, insbesondere einer
  Untersuchung der Muskeln sowie der Nervenleitgeschwindigkeit (Ergebnisse des
  Elektromyogramms [EMG] in Kombination mit der Messung der
  Nervenleitgeschwindigkeit [NLG] am Spital F.______, Klinik für Neurologie,
  vom 24. Februar 2015), sowie in Kenntnis der Vorakten die klinische Diagnose
  einer alkoholtoxischen Polyneuropathie mit Störungen der Koordination,
  elektroneurografisch nicht sicher verifizierbar, gestellt. Chefarzt und
  Hauptgutachter Neurologie, Prof. Dr. med. G.______, Facharzt
  Neurologie und Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, stellt fest, dass die
  Diagnose nicht habe gesichert werden können. Unabhängig davon führt er diese
  Diagnose im Gutachten unter den Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
  aus. 

  
	
   

  
	
  Im
  Rahmen der abschliessenden Beurteilung, in welcher er die Diagnosen würdigt,
  hält Prof. Dr. med. G.______ jedoch explizit fest, dass trotz
  dieses Befunds aus neurologischer Sicht eine angepasste Tätigkeit möglich
  sei. Die qualitativen Einschränkungen durch die Polyneuropathie
  berücksichtigt er jedoch bei der Festlegung des zumutbaren Belastungsprofils
  des Beschwerdeführers und zwar insofern, als dass Arbeiten auf Leitern und
  Gerüsten oder auf unebenen Flächen ohne genügende Standsicherheit nicht in
  Frage kämen. Dies ist nachvollziehbar, weshalb die Einschätzung von
  Dr. E.______ zu teilen ist, dass von der Einholung eines ergänzenden
  medizinischen Gutachtens keine entscheidrelevanten neuen Erkenntnisse zu
  erwarten wären.

  
	
   

  
	
  Prof. Dr. med. G.______
  hält zudem fest, dass mit einer Verbesserung der qualitativen Einschränkungen
  unter Alkoholkarenz binnen Jahresfrist zu rechnen sei. Deshalb kann gerade
  nicht davon ausgegangen werden, dass der Beschwerdeführer, ohne der Alkoholsucht
  verfallen zu sein, infolge der neurologischen Beeinträchtigungen als invalid
  gelten und es auch nach Entwöhnung seiner Abhängigkeit bleiben würde.
  Folglich leuchtet es ein, dass ein primärer Suchttyp vorliegt und die dadurch
  bewirkte Einschränkung der Gesundheit die Intensität einer Invalidität im
  Sinne des Gesetzes nicht erreicht, da sie die Erwerbsfähigkeit des
  Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bleibend fühlbar
  zu beeinträchtigen vermag. 

  
	
   

  
	
  7.3 Dem Teilgutachten Innere Medizin von
  Dr. med. H.______, Fachärztin Allgemeine Innere Medizin, sind keine
  Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit zu entnehmen. Aus
  internistischer Sicht ist zwar festzuhalten, dass Dr. med. H.______
  nach eingehender Untersuchung des Beschwerdeführers die Hepatopathie im
  Rahmen der Alkoholerkrankung als abklärungsbedürftig befindet und eine
  weitergehende gastroenterologische Abklärung empfiehlt. Gleichzeitig führt
  sie diesen Verdacht aber unter den Diagnosen ohne Auswirkungen auf die
  Arbeitsfähigkeit auf. In der abschliessenden Beurteilung würdigt sie ihre
  Befunde umfassend und kommt zum Schluss, dass keine Befunde von relevantem
  Krankheitswert hätten erhoben werden können und der Beschwerdeführer aus
  allgemein-internistischer Sicht ohne Einschränkung arbeitsfähig sei. 

  
	
   

  
	
  Soweit Dr. E.______
  dabei zum Schluss kommt, dass die empfohlene Abklärung der Alkoholerkrankung
  aus versicherungsmedizinischer Sicht keinen Einfluss auf die Beurteilung der
  funktionellen Leistungsfähigkeit habe und daher im Kontext der Prüfung von
  medizinischen Anspruchsvoraussetzungen nicht empfohlen werden könne, ist dies
  nicht zu beanstanden.

  
	
   

  
	
  7.4 Neben der klinischen Diagnose einer alkoholtoxischen
  Polyneuropathie mit Störung der Koordination diagnostiziert
  Dr. med. I.______, Facharzt Orthopädische Chirurgie und
  Traumatologie des Bewegungsapparates, beim Beschwerdeführer verheilte Frakturen
  Th12 und L1 bis 3 (ICD-10: S. 22.0 + 32.0). Diese Diagnose zeitige
  ebenfalls Einschränkungen auf die Arbeitsfähigkeit und zwar insofern, als
  dass eine verminderte Belastbarkeit der Wirbelsäule bestehe, wobei Steh- und
  Gehfähigkeit eingeschränkt seien. Das Gutachten hält dabei ausdrücklich fest,
  dass eine angepasste Tätigkeit dennoch vollschichtig möglich sei. Es
  berücksichtigt die Einschränkungen aber in genügendem Masse, indem es ein den
  Einschränkungen entsprechendes Zumutbarkeitsprofil definiert bzw. gewisse
  Tätigkeiten als unzumutbar ausschliesst. Danach besteht eine Arbeitsfähigkeit
  in angepassten Tätigkeiten ohne wiederholtes Heben von Lasten über
  15 kg, ohne Zwangshaltung des Oberkörpers über 20 Minuten
  (Inklination, Reklination, Seitenneigung) sowie ohne längeres Sitzen und
  Stehen über eine Stunde ohne Positionswechsel. Eine solche Tätigkeit sei dem
  Beschwerdeführer ab dem 4. November 2013 (zweiter Sturz mit
  Schmerzverstärkung) zu 100 % möglich. Seien die Bedingungen für eine
  Anpassung erfüllt, könne ein vollschichtiger Einsatz geleistet werden und
  eine weitere Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei aus Sicht des Bewegungsapparates
  nicht mehr möglich. Diese Schlussfolgerung leuchtet nach der überzeugenden
  Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und unter der Berücksichtigung der
  geklagten Rückenleiden des Beschwerdeführers ein.

  
	
   

  
	
  7.5 Das Gutachten kommt, insbesondere gestützt auf die
  Erkenntnisse aus dem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. J.______,
  Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie FMH, sodann zum Schluss, dass ein
  primäres Alkoholabhängigkeits­syndrom (ICD-10: F. 10.25) und damit ein
  reines Suchtgeschehen vorliege, wobei ein krankheitswertiger psychischer
  Gesundheitsschaden zu verneinen sei. Trotz des langjährigen Alkoholkonsums
  sei es dem Beschwerdeführer gelungen, bis 2007 einer Arbeit nachzugehen und
  soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. Erst nach seiner Kündigung 2007 sei es
  ihm nicht mehr möglich gewesen, in den Arbeitsprozess zurückzukehren. Zwar
  sei davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer deutlich mehr und regelmässiger
  Alkohol konsumiere, als er angebe; er bagatellisiere. Aufgrund des Labors mit
  erhöhtem CDT-Spiegel (Carbohydrat-defizientes Transferrin), erhöhten Leberwerten
  und einem erhöhten Ethylgucuronidwert während der Exploration
  (=alkoholisierter Proband) sei von einem ständigen Substanzgebrauch
  auszugehen. Die diagnostizierte Störung durch Alkoholabhängigkeit, ständiger
  Substanzgebrauch (ICD-10: F.10.25), sei jedoch ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit.
  

  
	
   

  
	
  Diese
  Beurteilung ist nachvollziehbar, da insbesondere auch aus psychiatrischer
  Sicht relevante psychische Vorerkrankungen bzw. relevante Folgeerkrankungen
  nach Auseinandersetzung mit der Anamnese und eingehender Untersuchung des
  Beschwerdeführers ausgeschlossen werden. So wird das Bestehen einer
  organischen Persönlichkeitsveränderung oder eines bleibenden kognitiven
  Abbaus ausdrücklich verneint. Zwar seien beim Beschwerdeführer eindeutige
  körperliche Folgeschäden bewirkt durch den Alkoholismus vorhanden, die auf
  einen langjährigen regelmässigen Konsum von Alkohol schliessen liessen,
  jedoch ohne die Intensität einer Invalidität im Sinne des Gesetzes zu erreichen.

  
	
   

  
	
  Auch
  wird die Frage geprüft, ob der Alkoholismus selber Symptom einer geistigen Störung
  mit Krankheitswert ist, und verneint. So werden keine psychiatrischen Befunde
  mit Krankheitswert gestellt. Insbesondere werden wesentliche affektive
  Störungen im Sinne einer Depression oder Angsterkrankung sowie eine
  Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis deutlich verneint. Es wird
  ausdrücklich festgehalten, dass der Beschwerdeführer – bei anhaltender
  Alkoholkarenz – insbesondere aus psychiatrischer Sicht keine Einschränkung in
  der Arbeitsfähigkeit erleide. 

  
	
   

  
	
  Es
  wird sodann überzeugend dargelegt, dass der Beschwerdeführer in der Anpassung
  an Regeln und Routinen, in der Flexibilität und Umstellungsfähigkeit sowie in
  der Anwendung fachlicher Kompetenzen nicht eingeschränkt sei. Ebenso wenig
  sei er eingeschränkt in der Planung und Strukturierung von Aufgaben sowie
  seiner Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit. Zwar könne seine
  Durchhaltefähigkeit zu Beginn leicht eingeschränkt sein. Es bestünden aber
  eine Kontaktfähigkeit zu Dritten, eine Gruppen- und
  Selbstbehauptungsfähigkeit und keine Einschränkung in familiären und intimen
  Beziehungen. Die Spontanaktivität und Selbstpflege seien nur minimal beeinträchtigt.
  Da der Beschwerdeführer keinen Fahrausweis besitze, stelle sich die Frage
  nach der Verkehrsfähigkeit schliesslich nicht. Aufgrund dieser Erkenntnisse
  kann nicht die Rede davon sein, dass der Beschwerdeführer, ohne der Sucht
  verfallen zu sein, infolge von Beeinträchtigungen seiner geistigen bzw.
  psychischen Gesundheit als invalid gelten und es auch nach Entwöhnung bleiben
  würde.

  
	
   

  
	
  7.6 Das neuropsychologischen Teilgutachten von
  Dipl.-Psych. K.______, Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, vom
  1. März 2015, hält fest, dass aufgrund der Anamnese sowie der
  Testergebnisse von einer normalen prämorbiden Intelligenz ausgegangen werden
  könne. Beim Beschwerdeführer fänden sich teils altersnormgerechte, teils
  leicht bis deutlich unterdurchschnittliche, vereinzelt stark unterdurchschnittliche
  Ergebnisse. Sehr wahrscheinlich zeitigten die langjährige Alkoholabhängigkeit
  und die angegebenen Schmerzen sowie der angegebene Infekt Einfluss auf seine
  Leistungsfähigkeit. Aus neuropsychologischer Sicht könne das
  Leistungsvermögen des Beschwerdeführers jedoch nicht abschliessend beurteilt
  werden. Grund dafür sei die begrenzte Kooperation des Beschwerdeführers
  während der Untersuchung. Der Beschwerdeführer habe die Aufgabenbearbeitung
  teilweise abgebrochen und eine Verdeutlichung der Beschwerden sowie eine
  zumindest in Teilen verminderte Anstrengungsbereitschaft könnten nicht
  ausgeschlossen werden. 

  
	
   

  
	
  Es ist offensichtlich,
  dass ein solches Verhalten eine Diagnosestellung erschweren kann. Zumindest
  hinterlässt es den Eindruck, dass der Leidensdruck in dieser Hinsicht nicht
  allzu gross ist, was vom Beschwerdeführer auch nicht vorgebracht wird. Aufgrund
  seiner schlechten Compliance im Rahmen dieser Untersuchung ist auch nicht
  ersichtlich, inwiefern eine erneute Begutachtung zu neuen Erkenntnissen
  führen würde. Es leuchtet deshalb ein, dass die Gutachter zum Schluss kommen,
  dass polydisziplinär die somatischen Einschränkungen auf neurologischem und
  orthopädischem Gebiet führend seien. 

  
	
   

  
	
  7.7 Die Einschätzungen der Gutachter erscheinen
  durchwegs als vollständig und plausibel. Die Einwendungen des
  Beschwerdeführers sowie die vor der polydisziplinären Begutachtung abgegebene
  Einschätzung von Dr. C.______ vermögen keine Zweifel am Beweiswert des
  Gutachtens zu wecken. Es sind keine Gründe ersichtlich, weshalb die
  Beschwerdegegnerin nicht auf die Meinung der Gutachter abstellen durfte. Der
  ausführlichen und nachvollziehbar begründeten Einschätzung der Gutachter ist
  deshalb zu folgen und anzunehmen, dass die Einschränkungen bedingt durch die
  Diagnosen verheilter Frakturen Th12 und L1 bis 3 (ICD-10: S.22.0 und S.32.0)
  sowie einer alkoholtoxischen Polyneuropathie mit Störungen der Koordination,
  Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bzw. das zumutbare Belastungsprofil
  zeitigen. Gestützt auf die versicherungsmedizinische Einschätzung und das
  nachvollziehbar begründete polydisziplinäre Gutachten ist mit überwiegender
  Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer spätestens ab
  4. November 2013 keine schweren Arbeiten, jedoch leichte oder mittelschwere
  adaptierte Tätigkeiten, ohne wiederholtes Heben von Lasten über 15 kg,
  ohne Zwangshaltung des Oberkörpers über 20 Minuten (Inklination, Reklination,
  Seitenneigung) sowie ohne längeres Sitzen und Stehen über eine Stunde ohne Positionswechsel
  zu 100 % zumutbar sind.

  
	
   

  
	
  Die
  vom Beschwerdeführer geschilderte ungünstige Erwerbsprognose ist demgemäss
  vor allem der Suchterkrankung zuzuschreiben, nicht einem invalidenrechtlich
  relevanten Gesundheitsschaden. Der Beschwerdegegnerin kann in Anbetracht der
  zahlreichen Abklärungen bis zum Verfügungserlass keine Verletzung von
  Art. 43 ATSG vorgeworden werden. Sie zeigte überzeugend auf, dass
  das Gutachten den rechtsprechungsgemässen Anforderungen an eine
  beweistaugliche medizinische Entscheidgrundlage (BGE 125 V 351 E. 3a, mit
  Hinweis) entspricht und eine schlüssige Beurteilung ermöglicht. Bei formell
  einwandfreien und materiell schlüssigen (beweistauglichen und beweiskräftigen)
  medizinischen Entscheidungsgrundlagen der Beschwerdegegnerin besteht kein
  Anspruch auf eine gerichtliche Expertise (BGE 135 V 465
  E. 4). Weitere Beweisvorkehren vermöchten denn auch an der Würdigung der
  bereits abgenommenen Beweise nichts mehr zu ändern, weshalb darauf im Sinne
  einer antizipierten Beweiswürdigung zu verzichten ist (vgl. BGE 124 I 208
  E. 4a). 

  
	
   

  
	
  8.

  
	
  8.1 Strittig und zu prüfen ist sodann der von der
  Beschwerdegegnerin vorgenommene Einkommensvergleich.

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegnerin
  errechnete die Erwerbseinbusse des Beschwerdeführers, indem sie das Erwerbseinkommen,
  das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (hypothetisches
  Valideneinkommen von Fr. 87'746.85), dem Erwerbseinkommen, das er nach
  Eintritt der Invalidität durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener
  Arbeitsmarktlage erzielen könnte (hypothetisches Invalideneinkommen von Fr.
  62'850.50), gegenüberstellte. 

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegnerin
  stellte für die Berechnung des Valideneinkommens auf den Durchschnittslohn im
  Grosshandel, Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen, für komplexe
  praktische Tätigkeiten, welche ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen,
  gemäss Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (LSE) 2012,
  indexiert auf das Jahr 2014, Kompetenzniveau 3, Ziffn. 45-46, ab. Nach
  Tabelle TA 1 der LSE 2012 betrug das ermittelte durchschnittliche
  Monatseinkommen in der Branche Grosshandel, Handel und Reparatur von
  Motorfahrzeugen, für auf Kompetenzniveau 3 tätige Männer Fr. 6'886.-
  bzw. jährlich Fr. 82'632.-. Umgerechnet auf eine durchschnittliche
  Wochenarbeitszeit im Jahr 2012 von 41,7 Stunden und die entsprechende
  Nominallohnentwicklung für Männer bis 2014, resultiert ein massgebliches Valideneinkommen
  von Fr. 87'746.85 (recte: Fr. 87'440.85; Übertragungsfehler,
  Fr. 82'632.- x 41,7 / 40 x 1.007 x 1.008). 

  
	
   

  
	
  Für das Invalideneinkommen
  stellte die Beschwerdegegnerin auf den Durchschnittslohn für einfache und
  repetitive Tätigkeiten gemäss LSE 2012, indexiert auf das Jahr 2014,
  Kompetenzniveau 1 ab. Nach Tabelle TA 1 der LSE 2012 betrug das über
  alle Branchen ermittelte durchschnittliche Monatseinkommen für auf
  Kompetenzniveau 1 tätige Männer Fr. 5'210.- bzw. jährlich
  Fr. 62'520.-. Umgerechnet auf eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit
  im Jahr 2012 von 41,7 Stunden und die entsprechende Nominallohnentwicklung
  für Männer bis 2014 resultiert ein Zwischentotal von Fr. 66'158.40
  (62'520.- x 41,7 / 40 x 1.007 x 1.008). Ausgehend von einem Abzug
  vom Tabellenlohn von 15 % ergibt sich ein Invalideneinkommen von
  Fr. 56'234.65, was zu einem Invaliditätsgrad von 36 % führt. 

  
	
   

  
	
  8.2 Die Berechnung des Valideneinkommens, insbesondere
  der Rückgriff auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte (LSE-Medianwert) wird
  vom Beschwerdeführer nicht beanstandet. Uneinig sind sich die Parteien
  bezüglich der Berechnung des Invalideneinkommens. Während die
  Beschwerdeführerin auf den LSE-Tabellenlohn abstellte, beruft sich der
  Beschwerdeführer auf das tatsächliche Lohnniveau im Kanton Glarus und
  Umgebung. Dabei verkennt er, dass im Rahmen des Beizugs von Statistikwerten
  für die Invaliditätsbemessung nicht auf regionale Lohnangaben abzustellen ist
  (Meyer/Reichmuth, S. 329 f.). Für den Verwendungszweck des
  Einkommensvergleichs ist auf die Statistik der Lohnsätze, d.h. die
  standardisierten Bruttolöhne abzustellen, wobei jeweils vom Zentralwert
  (Median) auszugehen ist, der bei der Lohn(einkommens)verteilung in der Regel
  tiefer liegt als das arithmetische Mittel ("Durchschnittslohn") und
  im Vergleich dazu gegenüber dem Einbezug von Extremwerten (sehr tiefe oder
  hohe Lohnangaben) relativ robust ist (BGE 124 V 321
  E. 3b aa). Angesichts der
  ärztlichen Vorgaben in Bezug auf zumutbare Arbeitstätigkeiten für die
  Bestimmungen des hypothetischen Invalideneinkommens sind die Lohnverhältnisse
  im gesamten privaten Sektor der LSE (Tabelle TA1) massgebend. So stehen dem Beschwerdeführer
  – trotz seinen gesundheitlichen Einschränkungen – auf dem massgeblichen
  hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt genügend leichte Hilfs-, Kontroll-
  und Überwachungstätigkeiten offen, zumal es bei diesem Arbeitsmarkt denn
  nicht um reale, offene Stellen geht, sondern um (gesundheitlich zumutbare)
  Beschäftigungsmöglichkeiten, welche der Arbeitsmarkt von seiner Struktur her,
  jedoch abstrahiert von den konjunkturellen Verhältnissen, umfasst (vgl.
  BGer-Urteil I 269/05 vom 11. Oktober 2005 E. 3.5). Das von der
  Beschwerdeführerin als massgebend betrachtete Valideneinkommen ist deshalb
  nicht zu beanstanden.

  
	
   

  
	
  8.3 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von
  statistischen Durchschnittswerten ermittelt, ist der entsprechende
  Ausgangswert allenfalls zu kürzen. Praxisgemäss können persönliche und
  berufliche Merkmale der versicherten Person wie Alter, Dauer der
  Betriebszugehörigkeit, Nationalität oder Aufenthalts­kategorie sowie Beschäftigungsgrad
  einen Abzug von dem nach den LSE-Tabellenlöhnen zu ermittelnden Invalideneinkommen
  rechtfertigen, soweit anzunehmen ist, dass die trotz des Gesundheitsschadens
  verbleibende Leistungsfähigkeit infolge eines oder mehrerer dieser Merkmale
  auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem Einkommen verwertet
  werden kann (BGE 134 V 322 E. 5.2, mit Hinweis). Ein
  Abzug soll aber nicht automatisch, sondern nur dann erfolgen, wenn im
  Einzelfall Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die versicherte Person wegen
  eines oder mehrerer dieser Merkmale ihre gesundheitlich bedingte
  (Rest-)Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem
  Einkommen verwerten kann. Bei der Bestimmung der Höhe des Abzugs ist der
  Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das Invalideneinkommen
  unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu schätzen und insgesamt
  auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. zum Ganzen
  BGE 126 V 75). Die Höhe des Abzugs vom Tabellenlohn ist eine
  Ermessensfrage (BGer-Urteil 9C_746/2010 vom 28. Januar 2011 E. 3.2). Das
  Verwaltungsgericht prüft zwar gemäss Art. 107 Abs. 2 lit. d des Gesetzes über
  die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) die Angemessenheit des
  angefochtenen Entscheids, darf aber nicht ohne Not sein Ermessen anstelle desjenigen
  der Vorinstanz setzen (BGer-Urteil 8C_546/2011 vom 14. November 2011 E. 4.3).

  
	
   

  
	
  Die Beschwerdegegnerin hat
  bei der Gewährung eines Abzugs von 15 % berücksichtigt, dass das
  umschriebene Anforderungsprofil verschiedene Limitierungen enthält und die
  Einsatzmöglichkeiten des Beschwerdeführers, der ca. neun Jahre nicht
  mehr erwerbstätig gewesen war, weiter einschränkt. Er muss sich wohl aufgrund
  seiner Einschränkungen mit einem geringeren Lohn begnügen als voll
  leistungsfähige und entsprechend einsetzbare Arbeitnehmer. Unter Würdigung
  der gegebenen Umstände und Berücksichtigung aller in Betracht fallenden
  Merkmale rechtfertigt sich jedoch kein höherer Abzug als ein solcher von
  15 %. Damit bleibt es bei einem rentenaus­schliessen­den
  Invaliditätsgrad von 36 %.

  
	
   

  Dies führt zur Abweisung
  der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c VRG i.V.m. Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im
  Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend
  dem Ausgang des Verfahrens sind dem Beschwerdeführer die Gerichtskosten von
  pauschal Fr. 600.- aufzuerlegen, die mit dem von ihm bereits geleisteten
  Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen sind. Eine Parteientschädigung
  ist ihm nicht zuzusprechen (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Dem
    Beschwerdeführer werden die Gerichtskosten von pauschal Fr. 600.- auferlegt,
    die mit dem von ihm bereits geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe
    verrechnet werden.

    
	
    3.

    	
    Eine
    Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]