# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 49abe0f1-fac1-5b57-a0e3-1c4801a4725e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-15
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 15.10.2018 SK 2018 325
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2018-325_2018-10-15.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Beschluss
SK 18 325

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 15. Oktober 2018 

Besetzung Oberrichter Guéra (Präsident i.V.), 
Oberrichter Zihlmann und Oberrichter Gerber
Gerichtsschreiberin Segessenmann

Verfahrensbeteiligte A.________
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________

Verurteilter/Beschwerdeführer

gegen

Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern, Kramgasse 20, 
3011 Bern

und

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, 3001 Bern
vertreten durch Staatsanwalt C.________, Staatsanwaltschaft 
des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland, Amthaus, Hodler-
strasse 7, 3011 Bern 

Gegenstand Beschwerde gegen den Entscheid der Polizei- und Militärdirekti-
on des Kantons Bern vom 2. Juli 2018 (2018.POM.357), inkl. Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege

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Erwägungen:

I.

1. Mit Verfügung vom 29. März 2018 wiesen die Bewährungs- und Vollzugsdienste 
des Amts für Justizvollzug des Kantons Bern (nachfolgend BVD) das Gesuch von 
A.________ (nachfolgend Beschwerdeführer) um Versetzung in die Stiftung Satis, 
alternativ ins Vollzugszentrum Klosterfiechten oder das Haus Lägern ab (vgl. amtli-
che Akten BVD pag. 1961 ff.).

2. Dagegen erhob der Beschwerdeführer, vertreten durch D.________, am 
4. Mai 2018 bei der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern (nachfolgend 
POM) Beschwerde, wobei er die Aufhebung der Verfügung der BVD vom 
29. März 2018, die Versetzung in eine offene Massnahmenvollzugseinrichtung und 
eventualiter die Entlassung beantragte (vgl. amtliche Akten POM pag. 8 ff.). Mit 
Verfügung vom 9. Mai 2018 stellte die POM fest, dass D.________ über kein An-
waltspatent verfügt und dementsprechend zur rechtsgültigen Vertretung des Be-
schwerdeführers nicht befugt ist. Die Beschwerde wurde zur Verbesserung 
(rechtsgenügliche Unterschrift) an den Beschwerdeführer zurückgewiesen (amtli-
che Akten POM pag. 14 ff.). Der Beschwerdeführer kam dieser Aufforderung mit 
Eingabe vom 15. Mai 2018 nach (amtliche Akten POM pag. 20 ff.).

3. Nach durchgeführtem Schriftenwechsel wies die POM die Beschwerde mit Ent-
scheid vom 2. Juli 2018 ab, soweit sie darauf eintrat (vgl. amtliche Akten POM 
pag. 21 ff.).

4. Am 30. Juli 2018 erhob der Beschwerdeführer, nun vertreten durch Rechtsanwalt 
Dr. B.________, beim Obergericht Beschwerde gegen den Entscheid der POM und 
stellte folgende Anträge (vgl. pag. 1 ff.):
1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 2. Juli 2018 sei aufzuheben. 
2. Es sei der Beschwerdeführer unverzüglich in eine offene Massnahmevollzugseinrichtung, bevor-

zugter Weise in das Klosterfiechten, alternativ in die Stiftung Satis oder das Haus Lägern der 
JVA Pöschwies, zu versetzen.

3. Unter ausgangsgemässer Kosten- und Entschädigungsfolge (zzgl. MwSt.).

sowie folgenden 

prozessualen Antrag:

Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei Unterzeich-
nender als unentgeltlicher Rechtsbeistand für vorliegendes Verfahren zu ernennen.

Zusammen mit der Beschwerde reichte der Beschwerdeführer Unterlagen zu sei-
nen finanziellen Verhältnissen ein (pag. 29 ff.). 

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5. Gestützt auf diese Eingabe eröffnete die 1. Strafkammer am 3. August 2018 das 
Beschwerdeverfahren und forderte die POM auf, innert Frist eine Stellungnahme 
sowie die Vollzugsakten des Beschwerdeführers einzureichen (pag. 71 ff.).

6. Mit Schreiben vom 7. August 2018 beantragte die POM mit Verweis auf ihre Aus-
führungen im angefochtenen Entscheid die kostenpflichtige Abweisung der Be-
schwerde. Betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege enthielt sich die 
POM eines Antrags. Zur Begründung verwies die POM vollumfänglich auf ihre Aus-
führungen im angefochtenen Entscheid (pag. 77).

7. Innert der mit Verfügung vom 8. August 2018 (pag. 79 ff.) gewährten Frist gelangte 
beim Obergericht die Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft ein. Staatsan-
walt C.________ stellte folgende Anträge (pag. 85 ff.):
1. Die Beschwerde sei abzuweisen.
2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtpflege und Beiordnung von Rechtsanwalt 

Dr. B.________ als amtlicher Anwalt sei gutzuheissen, und dessen Honorar sei zu bestim-
men. 

3. Die Verfahrenskosten seien vom Kanton zu tragen, unter Vorbehalt der gesetzlichen Nach-
zahlungspflichten des Beschwerdeführers. 

8. Mit Verfügung vom 15. August 2018 gewährte die Verfahrensleitung dem Be-
schwerdeführer Gelegenheit zur Einreichung einer Replik (pag. 89 ff.). Diese Gele-
genheit nahm der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 17. August 2018 wahr 
(pag. 95 ff.). 

9. Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Eingabe vom 21. August 2018 auf 
eine Duplik (pag. 109). Mit Eingabe vom 21. August 2018 beantragte der Be-
schwerdeführer, die letzten aktuellen Berichte zu den Urlauben des Beschwerde-
führers seien zu edieren und zu den Akten zu nehmen. Daraus gehe hervor, dass 
der Beschwerdeführer willens und fähig sei, sich selbständig im Freien zu bewegen 
und sich absprachefähig zu verhalten (pag. 111). Mit Verfügung vom 22. Au-
gust 2018 hielt die Verfahrensleitung fest, es sei davon auszugehen, dass die Be-
richte Bestandteil der Vollzugsakten bilden, weswegen die POM aufgefordert wer-
de, die beiden Berichte innert der laufenden Duplikfrist einzureichen (pag. 117 ff.). 
Am 28. August 2018 kam die POM dieser Aufforderung insofern nach, als sie den 
Urlaubsbericht vom 24. Juli 2018 einreichte. Der Bericht vom 14. August 2018 wer-
de dem Obergericht unmittelbar nach Erhalt durch die BVD zugestellt werden 
(pag. 129 ff.). 

10. Am 6. September 2018 nahm die Verfahrensleitung vom Verzicht der General-
staatsanwaltschaft Kenntnis und stellte fest, dass seitens der POM nichts einge-
langt ist. Weiter liess sie die entsprechenden Eingaben samt Beilagen den jeweils 
andern Parteien zukommen und stellte in Aussicht, dass nach Eingang des ausste-
henden Urlaubsberichts Gelegenheit gewährt würde, Schlussbemerkungen einzu-
reichen (pag. 141 ff.). Am 7. September 2018 erging nach Eingang des erwarteten 
Berichts die entsprechende Verfügung (pag. 159 ff.). 

11. Der Beschwerdeführer liess dem Obergericht des Kantons Bern am 19. Septem-
ber 2018 Schlussbemerkungen zukommen (pag. 169 ff.). Seitens der anderen Pro-

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zessbeteiligten ist nichts eingelangt, weswegen der Schriftenwechsel mit Verfü-
gung vom 26. September 2018 als geschlossen erachtet wurde (pag. 175 ff.). 

II.

12. Gemäss Art. 81a des Gesetzes über den Straf- und Massnahmenvollzug (SMVG; 
BSG 341.1) beurteilen die Strafkammern des Obergerichts als letzte kantonale In-
stanz Beschwerden gegen Verfügungen und Entscheide über den Vollzug von 
Strafen und Massnahmen. Die 1. Strafkammer ist somit zur Beurteilung der vorlie-
genden Beschwerde zuständig. Das Verfahren richtet sich gemäss Art. 82 SMVG 
nach dem Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21), nament-
lich finden die Art. 79 und Art. 80 bis 84a VRPG sinngemäss Anwendung (Art. 86 
Abs. 2 VRPG).

13. Die Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht (vgl. Art. 81 Abs. 1 VRPG). Der 
Beschwerdeführer hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist vom ange-
fochtenen Entscheid direkt betroffen und als unterlegene Partei zur Beschwerde-
führung legitimiert (Art. 79 VRPG).

14. Auf die Beschwerde vom 30. Juli 2018 ist einzutreten. Die Kognition der Kammer 
richtet sich nach Art. 80 VRPG.

III.

15. Die Vorinstanz hielt zusammengefasst fest, dass gestützt auf das aktuelle foren-
sisch-psychiatrische Gutachten vom 24. November 2017 eine Versetzung in den 
offenen Vollzug noch nicht indiziert sei. Zunächst müssten die therapeutischen 
Fortschritte unter weiteren Lockerungsschritten bis hin zu unbegleiteten Tagesur-
lauben erprobt werden. Je nach dem bis zu diesem Zeitpunkt erreichten Stand der 
deliktorientierten Therapie müsse dann entschieden werden, ob ein direkter Über-
tritt in eine offene, nicht milieutherapeutisch geführte Institution möglich sei. Aus 
gutachterlicher Sicht seien zunächst weitere Vollzugslockerungsschritte indiziert 
(pag. 26). Auch die Justizvollzugsanstalt (JVA) Pöschwies und die Konkordatliche 
Fachkommission (KoFako) hätten sich diesen gutachterlichen Überlegungen ange-
schlossen. Es bestehe auch für die POM keinen Anlass, von den gutachterlichen 
Empfehlungen abzuweichen. Wenn der Beschwerdeführer geltend mache, bezüg-
lich einschlägiger Delikte bestehe eine geringe Rückfallgefahr, sei dies nicht zutref-
fend. Denn dies gelte nur im Rahmen des Massnahmenvollzugs unter Gewährung 
von Vollzugslockerungen. Bei einer Entlassung aus dem stationären Massnahmen-
vollzug sei langfristig von einer moderaten bis deutlichen Rückfallgefahr für ein-
schlägige Sexualdelikte auszugehen. Hinzu komme, dass es sich beim Beschwer-
deführer um einen Hochrisikotäter handle, der während laufender Therapie in der 
Probezeit einschlägig rückfällig geworden sei. Die Voraussetzungen von 
Art. 59 Abs. 3 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) resp. von 
Art. 15 Abs. 2 SMVG für eine Versetzung in den offenen Massnahmenvollzug seien 
daher aktuell nicht erfüllt (pag. 26 f.). 

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16. Der Beschwerdeführer wendet sich gegen den vorinstanzlichen Entscheid und 
macht zusammengefasst geltend, die Wiederholungsgefahr sei Voraussetzung 
dafür, dass überhaupt eine Massnahme ausgesprochen werden könne. Lehre und 
Rechtsprechung würden daher eine qualifizierte Gefahr als Voraussetzung für die 
Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung verlangen. Es müsse sich um 
eine konkrete und höchstwahrscheinliche Gefährlichkeit handeln, die Sicherheit 
und interne Ordnung einer offenen Anstalt müsse schwerwiegend gefährdet sein. 
Die Rückfallgefahr werde durch den Gutachter als moderat bis deutlich bezeichnet, 
von einer besonderen künftigen Gefährlichkeit könne keine Rede sein (pag. 7). 
Vom Gutachter seien Vollzugslockerungen bereits im Jahr 2013 empfohlen wor-
den. Bereits damals sei er von einem geringen Rückfallrisiko ausgegangen, wenn 
die Vollzugslockerungen angewandt worden wären, und von einem gesamthaft 
moderaten Rückfallrisiko. Wären die Vollzugslockerungen – wie bereits vor vier bis 
fünf Jahren empfohlen – umgesetzt worden, hätte dies spätestens zum jetzigen 
Zeitpunkt eine Versetzung in den offenen Vollzug zur Folge gehabt. Diese Ver-
säumnisse dürften dem Beschwerdeführer nicht zum Nachteil gereichen (pag. 9). 
Auch die bereits erzielten Therapiefortschritte würden eine Versetzung zwecks Er-
zielens weiterer Fortschritte als notwendig erscheinen lassen. Der Beschwerdefüh-
rer habe in jüngster Zeit einen unbegleiteten Urlaub anstandslos absolviert, von ei-
ner Gemeingefährlichkeit könne keine Rede sein (pag. 11). Wie der Gutachter be-
reits in seinem Gutachten vom 12. Dezember 2013 festgehalten habe, seien das 
Vollzugszentrum Klosterfiechten, alternativ die Stiftung Satis oder das Haus Lägern 
als geeignete Institutionen zu betrachten (pag. 13). 

17. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragt die Abweisung der Beschwerde. Gestützt 
auf das Gutachten sei zum aktuellen Zeitpunkt eine Versetzung in eine offene Voll-
zugseinrichtung verfrüht. Die Behandlungsphase in der JVA Pöschwies müsse 
noch mindestens ein, eher eineinhalb bis zwei Jahre dauern. Auch unter dem As-
pekt der Verhältnismässigkeit bestehe kein Anlass davon abzuweichen, denn letzt-
lich gebe die forensische Psychiatrie das Behandlungssetting vor (pag. 87). 

IV.

18. Art. 59 Abs. 3 StGB setzt für die Behandlung in einer geschlossenen Einrichtung 
Flucht- oder Wiederholungsgefahr voraus. Bei Letzterer muss es sich nach der 
Rechtsprechung um eine besondere künftige Gefährlichkeit des Betroffenen han-
deln, da grundsätzlich alle Massnahmen eine Rückfallgefahr voraussetzen (vgl. 
Art. 56 Abs. 1 Bst. a StGB). Gemeint ist die konkrete und wahrscheinliche Gefahr 
weiterer Straftaten des Betroffenen im Vollzug oder ausserhalb der Anstalt, mit der 
in einer (offenen) therapeutischen Einrichtung schlechthin nicht umgegangen wer-
den kann. Es geht mithin um Gefahren, denen zum Schutz der Allgemeinheit nur 
mit einer geschlossenen Unterbringung begegnet werden kann. Mit Blick auf den 
Grundsatz der Verhältnismässigkeit setzt der Massnahmenvollzug in einer ge-
schlossenen Einrichtung eine schwerwiegende Gefährdung hochwertiger Rechts-
güter voraus. Von der gutachterlichen Beurteilung darf nicht ohne triftige Gründe 

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abgewichen werden (Urteil des Bundesgerichts BGer 6B_708/2015 vom 22. Okto-
ber 2015 E. 3.3).

19. Zu Recht weist der Beschwerdeführer darauf hin, dass keine Hinweise auf eine 
manifeste Fluchtgefahr vorhanden sind (pag. 5 ff.). Zu prüfen ist damit, ob eine 
mögliche Wiederholungsgefahr seine Unterbringung in einer geschlossenen Ein-
richtung als verhältnismässig erscheinen lässt. Zunächst ist festzuhalten, dass auf 
das forensisch-psychiatrische Gutachten vom 24. November 2017, welches be-
gründet und nachvollziehbar ist, abzustellen ist. Auch der Beschwerdeführer zieht 
das Gutachten bzw. die darin geäusserten Schlüsse nicht in Zweifel. Demnach ist 
bei einer Entlassung aus dem stationären Massnahmenvollzug (ohne weitere The-
rapie) von einer langfristig moderaten bis deutlichen Rückfallgefahr für einschlägige 
Sexualdelikte auszugehen (amtliche Akten BVD pag. 1815). Eine Entlassung des 
Beschwerdeführers steht jedoch vorliegend nicht zur Diskussion. Vorliegend ist 
vielmehr relevant, ob eine Wiederholungsgefahr im Sinne des Gesetzes besteht, 
wenn sich der Beschwerdeführer in einer offenen Massnahmenvollzugseinrichtung 
befinden würde. Hierzu hat sich der Gutachter nicht explizit geäussert. Er hat je-
doch festgehalten, dass im jetzigen Setting auch unter Gewährung von Vollzugslo-
ckerungen bis hin zu Tagesurlauben von einer geringen Rückfallgefahr für ein-
schlägige Delikte auszugehen sei (amtliche Akten BVD pag. 1815). Zum aktuellen 
Zeitpunkt sei eine Versetzung in den offenen Vollzug noch nicht indiziert. Zunächst 
müssten – in auf die Therapie abgestimmtem Tempo – die therapeutischen Forts-
chritte unter weiteren Lockerungsschritten bis hin zu unbegleiteten Tagesurlauben 
erprobt werden (amtliche Akten BVD pag. 1816). Der Gutachter ist damit – wenn 
auch nicht explizit – von einer derzeit noch bestehenden Rückfallgefahr ausgegan-
gen, welcher in einer offenen Vollzugseinrichtung nicht begegnet werden kann. Ei-
ne unverzügliche Versetzung in eine offene Vollzugseinrichtung, wie sie der Be-
schwerdeführer fordert, ist daher zum jetzigen Zeitpunkt noch verfrüht. Sie wird je-
doch – unter der Voraussetzung, dass der Beschwerdeführer die ihm gewährten 
Tagesurlaube erfolgreich absolviert – in naher Zukunft indiziert sein.

Die psychiatrische Exploration ist im Oktober 2017 erfolgt, mithin also vor rund ei-
nem Jahr (amtliche Akten BVD pag. 1737 f.). Seither konnten die vom Gutachter 
angegebenen Vollzugslockerungen, welche bereits in seinem Gutachten aus dem 
Jahr 2013 empfohlen wurden, (nur) teilweise umgesetzt werden. Wie den Akten 
entnommen werden kann, ist es bis anhin zu einem unbegleiteten Ausgang ge-
kommen, welcher gut verlaufen ist und zu keinen Beanstandungen Anlass gab 
(pag. 147 ff.). Auch der Behandlungsbericht der JVA Pöschwies vom 11. April 2018 
ist durchwegs positiv. Die therapeutische Bezugsperson des Beschwerdeführers 
hielt fest, dass sich der Beschwerdeführer offener und auseinandersetzungsfähiger 
in Bezug auf die eigene Persönlichkeit und die deliktsrelevanten Aspekte zeige 
(amtliche Akten BVD pag. 2006). Auch verfügt der Beschwerdeführer über ein brei-
tes und unterstützendes soziales Umfeld, verhält sich im Vollzug einwandfrei und 
wurde stets negativ auf Alkohol und Drogen getestet (amtliche Akten BVD 
pag. 2009). In einem nächsten Schritt sind nun – wie vom Gutachter empfohlen – 
unbegleitete Tagesurlaube zu erproben. Als darauf folgender Schritt ist die Verset-
zung in eine offene Vollzugseinrichtung vorgesehen, wobei der Gutachter vor rund 

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einem Jahr davon ausgegangen ist, dass diese nach ein, eineinhalb oder zwei Jah-
ren zu erfolgen hat (amtliche Akten BVD pag. 1820). Sollte der Beschwerdeführer 
weiterhin gleichbleibende Fortschritte erzielen und erfolgreich unbegleitete Tages-
urlaube absolvieren, hat eine Versetzung in den offenen Vollzug zeitnah, also in-
nerhalb von wenigen Monaten zu erfolgen. 

Zu Recht rügt der Beschwerdeführer, dass Vollzugslockerungen – basierend auf 
den gutachterlichen Empfehlungen – bereits vor Jahren hätten eingeleitet werden 
müssen. So wurde im psychiatrischen Gutachten vom 12. Dezember 2013 empfoh-
len, dass das bisherige Vollzugsverhalten und auch der recht problemlos verlau-
fende Vollzug im Rahmen der früheren offen geführten stationären Massnahme 
dafür sprechen würden, dem Beschwerdeführer unbegleitete Ausgänge und Urlau-
be zu gewähren – mit dem Ziel seiner Verlegung in den offenen Vollzug (amtliche 
Akten BVD pag. 900). Dass die eingetretenen zeitlichen Verzögerungen für den 
Beschwerdeführer frustrierend sind, ist nachvollziehbar. Dies umso mehr, als sich 
die BVD im Jahr 2013 – im Widerspruch zu den heutigen Ausführungen – offenbar 
auf den Standpunkt stellten, dass Progressionen erst im offenen Vollzug gewährt 
werden könnten (vgl. Aktennotiz vom 16. Dezember 2013, amtliche Akten BVD 
pag. 932). Dennoch müssen die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Verset-
zung in den offenen Vollzug erfüllt sein; von den gutachterlichen Empfehlungen 
darf nicht abgewichen werden. Das aktuelle Gutachten sieht die Versetzung in na-
her Zukunft vor, der Beschwerdeführer hat jedoch noch nicht alle nötigen und emp-
fohlenen Schritte durchlaufen und wird vor der Versetzung in den offenen Vollzug 
unbegleitete Tagesurlaube zu absolvieren und erfolgreich zu bestehen haben. Mit 
Blick auf die zu Recht gerügten Verzögerungen ist an dieser Stelle zu betonen, 
dass die nun anstehenden Vollzugslockerungen rasch umzusetzen sind, so dass – 
selbstverständlich abhängig von den Fortschritten und vom Verhalten des Be-
schwerdeführers – die Versetzung in eine offene Vollzugseinrichtung möglichst 
zeitnah, also innerhalb der nächsten Monate erfolgen kann. Diesbezüglich kann er-
neut auf die gutachterlichen Empfehlungen verwiesen werden, wonach eine Ver-
setzung in das Vollzugszentrum Klosterfiechten oder das Haus Lägern der JVA 
Pöschwies, unter Weiterführung einer monitorisierenden forensischen Therapie, 
empfohlen wird (amtliche Akten BVD pag. 1820).

Gemessen am eng gefassten Antrag auf unverzügliche Versetzung in eine offene 
Massnahmenvollzugseinrichtung ist die Beschwerde förmlich abzuweisen. Aller-
dings drängt sich ein deutlicher Hinweis an die Vollzugsbehörden auf, dem für den 
Beschwerdeführer im Vordergrund stehenden zeitlichen Element gebührend Rech-
nung zu tragen.

V.

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20. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer als unterliegend zu 
gelten. Er hat um Gewährung des Rechts zur unentgeltlichen Rechtspflege unter 
Beiordnung von Rechtsanwalt Dr. B.________ als amtlicher Anwalt ersucht.

Gemäss Art. 111 Abs. 1 VRPG befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei 
von den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, wenn 
die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht 
aussichtslos erscheint. Der Beschwerdeführer befindet sich seit Jahren im Vollzug 
und verfügt dementsprechend nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um die mit 
dem vorliegenden Beschwerdeverfahren verbundenen Kosten zu tragen. Ange-
sichts der Tatsache, dass die Voraussetzungen für eine Versetzung in eine offene 
Vollzugseinrichtung unverzüglich einzuleiten sind und eine solche auch zeitnah 
wahrscheinlich erscheint, ist die Beschwerde nicht als aussichtslos zu bezeichnen 
und das Gesuch um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege, unter Beiordnung 
von Rechtsanwalt Dr. B.________, dementsprechend gutzuheissen. Für die Be-
handlung dieses Gesuchs werden keine Verfahrenskosten erhoben.

21. Der von Rechtsanwalt Dr. B.________ geltend gemachte Gesamtaufwand von 
CHF 3‘269.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) wird als angemessen erachtet 
(pag. 179 ff.). Das amtliche Honorar wird entsprechend der Kostennote bestimmt. 
Der Beschwerdeführer hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädi-
gung zu erstatten, sobald er dazu in der Lage ist (Art. 113 Abs. 1 VRPG i.V.m. 
Art. 123 Abs. 1 der Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272]).

22. Gemäss Art. 108 Abs. 1 VRPG werden die Verfahrenskosten der unterliegenden 
Partei auferlegt, es sei denn, das prozessuale Verhalten einer Partei gebiete eine 
andere Verlegung oder die besonderen Umständen rechtfertigen, keine Verfah-
renskosten zu erheben. Die Verfahrenskosten für das Verfahren vor Obergericht 
werden auf CHF 1‘000.00 festgesetzt und dem unterliegenden Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt. Sie sind vorab durch den Kanton Bern zu tragen, unter 
Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 Abs. 1 VRPG i.V.m. Art. 123 
Abs. 1 ZPO. 

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Die 1. Strafkammer beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

Die Vollzugsbehörden werden jedoch angehalten, die anstehenden Vollzugslockerun-
gen umgehend umzusetzen und eine Versetzung des Beschwerdeführers in eine of-
fene Vollzugseinrichtung zeitnah anzustreben.

2. Das Gesuch um Erteilung des Rechts zur unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiord-
nung von Rechtsanwalt Dr. B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen. Für 
die Behandlung dieses Gesuchs werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens vor Obergericht von CHF 1‘000.00 sind durch 
den Kanton Bern zu tragen, unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht des Beschwer-
deführers.

4. Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwalt Dr. B.________ für die amtliche Verteidi-
gung von A.________ mit CHF 3‘269.10 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer). 
A.________ hat dem Kanton Bern die ausgerichtete amtliche Entschädigung zu er-
statten, sobald er dazu in der Lage ist.

5. Zu eröffnen:
- dem Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. B.________
- der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern, Generalsekretariat
- der Generalstaatsanwaltschaft, vertreten durch Staatsanwalt C.________

Mitzuteilen:
- dem Amt für Justizvollzug des Kantons Bern, Bewährungs- und Vollzugsdienste

Bern, 15. Oktober 2018 Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Guéra

Die Gerichtsschreiberin:

Segessenmann 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) geführt werden. 
Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.