# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19a923fe-5e38-5457-a4d3-48f1c335a128
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.06.2010 E-4183/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4183-2010_2010-06-16.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-4183/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 6 .  J u n i  2 0 1 0

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richterin Claudia Cotting-Schalch;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

X._______,
vertreten durch lic. iur. Donato Del Duca, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung
(Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 
18. Mai 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-4183/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer, ein pakistanischer Staatsangehöriger mit 
letztem Wohnsitz in A._______, seinen Heimatstaat eigenen Angaben 
zufolge Anfang des Jahres 2007 verliess und nach Aufenthalten von 
15 Tagen im Iran, eineinhalb Monaten in der Türkei und einem Monat 
in Griechenland anfangs April 2007 nach Italien gelangte, wo er sich 
einige Wochen in Mailand aufgehalten und hiernach nach Frankreich 
begeben  habe,  jedoch  dort  von  der  Polizei  nach  Italien 
zurückgeschickt worden sei, 

dass  er  in  Italien  illegal  gelebt  habe,  bevor  er  in  Bologna  ein 
Asylgesuch gestellt, gewohnt und gearbeitet habe, 

dass  er  in  Italien  überdies  für  eine  ihm  unbekannte  Dauer  in 
psychiatrischer Behandlung gestanden sei, 

dass  er  am  29.  Oktober   2009  in  die  Schweiz  gelangt  sei  und  am 
folgenden Tag um Asyl nachsuchte,

dass das BFM anlässlich der Kurzbefragung vom 10. November  2009 
im Empfangs- und Verfahrenszentrum B._______ die Personalien des 
Beschwerdeführers erhob und ihn summarisch zum Reiseweg sowie 
zu den Gründen für das Verlassen des Heimatlandes befragte, wobei 
er im Wesentlichen geltend machte, er sei aus Pakistan geflohen, weil 
er  zwei  gefährliche  und  bereits  gesuchte  Banditen  getötet  habe, 
welche zusammen mit weiteren in sein Haus eingedrungen seien, und 
er befürchte, von den anderen Banditen umgebracht zu werden,

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss  der  Datenbank  Eurodac  am 
23. November 2007 in Italien daktyloskopisch erfasst worden ist,

dass ihm anlässlich der Befragung zu diesem Sachverhalt im Hinblick 
auf eine allfällige Zuständigkeit Italiens das rechtliche Gehör gewährt 
wurde, 

dass  er  in  seiner  Stellungnahme  auf  entsprechende  Fragen 
antwortete,  er  habe  zwar  in  Italien  eine  Aufenthaltsbewilligung  und 
auch  eine  Arbeit,  er  fürchte  sich  dort  aber  vor  pakistanischen 
Banditen,  zumal  die  von  ihm  in  Pakistan  getöteten  Banditen  einer 
mafiaähnlichen Verbindung angehörten, die auch in Italien aktiv sei,

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dass das BFM vom 11. Januar   2010 die italienischen Behörden um 
Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers  ersuchte  und  bis  am 
26. Januar  2010 keine Antwort auf das Ersuchen einging,

dass  am  29.  März  2010  eine  Antwort  aus  Italien  beim  BFM 
eingegangen ist,

dass das BFM mit  Verfügung vom 18. Mai  2010 in  Anwendung von 
Art. 34 Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 
142.31) auf  das Asylgesuch nicht  eintrat  und den Beschwerdeführer 
nach Italien wegwies, ihn aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag 
nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, den Kanton Aargau mit 
dem  Vollzug  der  Wegweisung  beauftragte  und  festhielt,  eine  Be-
schwerde gegen diese Verfügung habe keine aufschiebende Wirkung,

dass es zur  Begründung anführte,  wie  der  Eurodac-Treffer  beweise, 
habe der Beschwerdeführer am 23. November 2007 ein Asylgesuch in 
Bologna, Italien, gestellt,

dass  Italien  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen 
Bestimmungen  (Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin-Assoziierungsabkommen, 
SR 0.142.392.68]  sowie auf  das "Übereinkommen vom 17. Dezember 
2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft,  der Republik 
Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung 
und  Entwicklung  des  Schengen-Besitzstandes  und  über  die  Kriterien 
und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung 
eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten 
Asylantrags") für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass  überdies  Italien  am  29.  März  2010  einer  Übernahme  des 
Beschwerdeführers gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e der Verordnung 
(EG)  Nr. 343/2003 des Rates  vom 18. Februar  2003 zur  Festlegung 
von Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für 
die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den  ein 
Staatsangehöriger eines Drittlandes in einem Mitgliedstaat gestellt hat 
(Dublin-II-VO) noch explizit  zugestimmt  habe,  nachdem die  Frist  am 
26. Januar 2010 abgelaufen sei,

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dass die  Rückführung -  vorbehältlich  einer  allfälligen Unterbrechung 
oder Verlängerung bis spätestens am 26. Juli 2010 zu erfolgen habe,

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Gewährung des rechtlichen 
Gehörs zu einer Wegweisung nach Italien keine Gründe geltend ge-
macht habe, die praxisgemäss einem Vollzug nach Italien, welches die 
Menschenrechte respektiere, entgegenstünden, 

dass  der  Beschwerdeführer  für  die  in  der  Befragung  erwähnten 
psychischen Probleme behandelt worden sei,

dass somit auf das Asylgesuch nicht einzutreten, die Wegweisung aus 
der  Schweiz  die  Regelfolge  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch 
und der Vollzug der Wegweisung nach Italien zulässig, zumutbar und 
möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Beschwerde  vom  9.  Juni   2010 
(Poststempel)  in materieller Hinsicht beantragte, es sei die Verfügung 
vom 18. Mai 2010 aufzuheben, die Vorinstanz sei anzuweisen, auf das 
Asylgesuch einzutreten, eventualiter sei sie anzuweisen, ihr Recht auf 
Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  vorliegendes  Asylgesuch  für 
zuständig zu erachten,

dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  –  unter  Verzicht  auf  Vollzugshand-
lungen bis zum Vorliegen des Entscheids über den Suspensiveffekt – 
die  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  sowie 
die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65 
Abs. 1 und 2  des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021)  und den Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses beantragte,

dass  auf  die  Begründung  der  Rechtsbegehren,  soweit  für  den  Ent-
scheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen 
wird,

dass  der  stellvertretende  Instruktionsrichter  mit  Verfügung  vom 
10. Juni  2010  den  Vollzug  der  Wegweisung  im  Sinne  einer  vorsorg-
lichen Massnahme gestützt auf Art. 56 VwVG vorsorglich aussetzte,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am 11. Juni  2010  beim Bundesver-
waltungsgericht eingingen,

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und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM 
entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]);  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 VwVG),

dass  der  Zeitpunkt  der  Eröffnung  der  angefochtenen  Verfügung 
mangels  Vorliegens  einer  Empfangsbestätigung  nicht  feststeht  und 
auch nicht respektive nur mit übermässigem Aufwand eruiert  werden 
kann, 

dass die Beweislast für  die Zustellung an die Partei  der eröffnenden 
Behörde  obliegt  (vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, 
Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Handbücher für die 
Anwaltspraxis, Band X, Basel 2008, Rz. 3.150, S. 166 f.), weshalb zu-
gunsten des Beschwerdeführers davon auszugehen ist,  dass die am 
12. April 2010 eingereichte Beschwerde rechtzeitig erfolgt ist.

dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzu-
treten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 37 VGG und 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich 
Missbrauch und Überschreitung des Ermessens,  die  unrichtige  oder 
unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschie-
den wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend, wie nachfol-
gend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwer-
deentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art.  111a  Abs. 2 
AsylG),

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dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  -  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (Entscheidungen 
und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 
2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), 

dass der Beschwerdeführer in formeller Hinsicht rügt, das BFM habe 
seine Verfügung mangelhaft begründet, weil es sich zur Frage seiner 
gesundheitlichen  Probleme  respektive  zu  derjenigen  des 
Selbsteintrittsrechts nicht in genügender Form geäussert habe,

dass  in  der  angefochtenen  Verfügung  (S. 3)  ausgeführt  wird,  der 
Beschwerdeführer  habe  in  Italien  eine  Behandlung  seiner  in  der 
Befragung erwähnten psychischen Probleme erhalten,

dass damit das BFM das Vorbringen des Beschwerdeführers, er sei in 
Italien in einer psychiatrischen Klinik gewesen, wo er für unbekannte 
Dauer  behandelt  worden  sei  (vgl.  Akten  BFM  A1/9  S.  6)  in  der 
Entscheidfindung berücksichtigte,

dass aus der – wenn auch kurzen – Erwägung des BFM ersichtlich ist,  
weshalb  dieser  Umstand  der  geltend  gemachten  psychischen 
Probleme nach Auffassung des Bundesamtes kein Hindernis für eine 
Überstellung des Beschwerdeführers nach Italien darstellt, zumal das 
BFM damit  offensichtlich  –  zu  Recht  –  impliziert,  dass  eine  allfällig 
notwendige  weitere  psychiatrische  Behandlung  auch  in  Italien 
gewährleistet ist,

dass  damit  auch  keine  Notwendigkeit  besteht,  den  in  Aussicht 
gestellten Arztbericht abzuwarten,

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dass  betreffend  den  Selbsteintritt  in  Anbetracht  der  nachfolgenden 
Ausführungen ebenfalls keine Verletzung der Begründungspflicht und 
damit des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs feststellbar ist,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass sich aufgrund der Akten ergibt,  dass der Beschwerdeführer am 
23. November 2007 in Italien daktyloskopisch erfasst worden ist,

dass  somit  Italien  für  die  Prüfung  des  vom  Beschwerdeführer  am 
30. Oktober 2009 in der Schweiz eingereichten Asylantrags zuständig 
ist  (vgl.  vorstehend  S.  3,  Dublin-Assoziierungsabkommen sowie 
VO Dublin  und   die  Verordnung  [EG]  Nr. 1560/2003  der  Kommission 
vom  2. September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur 
Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [Dublin-II-VO]), insbes. Art. 10 
Abs. 1 Dublin-II-VO),

dass  das  BFM  die  italienischen  Behörden  am  11.  Januar 2010  um 
Wiederaufnahme des Beschwerdeführers ersuchte (vgl. Art. 17 Abs. 1 
Dublin-II-VO),  diese  die  Frist  zur  Stellungnahme  bis  zum 
26. Januar 2010  ungenutzt  verstreichen  liessen,  indes  am  29.  März 
2010 explizit einer Wiederaufnahme zustimmten (vgl. A 16/1),

dass  der  Beschwerdeführer  somit  ohne  weiteres  in  einen  Drittstaat 
(vorliegend  Italien)  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung  seines 
Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist,

dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Rechtsmitteleingabe  vom 9.  Juni 
2010  vorbrachte,  die  Abschiebung  in  einen  anderen  EU-Staat 
verstosse gegen das Flüchtlingsrecht und gegen Art. 3 der Konvention 
vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101),  wenn  in  dem  als  zuständig 
erachteten Staat das Rückschiebungsverbot sowie die Rechte und der 
Rechtsschutz  von  Flüchtlingen  missachtet  würden  und  das  Verbot 
unmenschlicher Behandlung verletzt würde,

dass die Einhaltung dieser  Rechts de facto in  den Mitgliederstaaten 
sehr  unterschiedlich  ausfalle,  und  die  jüngsten  Übereinkommen und 
Vorgehensweisen  zwischen  Italien  und  Libyen  bezüglich  der  ge-

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meinsamen  Bekämpfung  der  illegalen  Migration  ebenfalls  dringend 
eine  genauere  Überprüfung  der  Zulässigkeit  und  Zumutbarkeit  von 
Überstellungsmassnahmen nach Italien erfordern würden,

dass in Bezug auf den Beschwerdeführer die Zulässigkeit und Zumut-
barkeit des Überstellungsentscheids zu verneinen und das Asylgesuch 
in der Schweiz materiell  zu entscheiden sei, solange bei einer Über-
stellung nach Italien das Risiko einer Verletzung des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR 
0.142.30) und der EMRK nicht ausgeschlossen werden könne,

dass  diesfalls  das  Selbsteintrittsrecht  gemäss  Art.  3  Abs.  2  Satz  1 
Dublin-II-VO auszuüben  sei,  wobei  auf  die  diesbezügliche  deutsche 
und österreichische Rechtspraxis verwiesen wurde,

dass in  Italien  selbst  als  politische Flüchtlinge anerkannte  Personen 
dort  nicht die ihnen gemäss Art. 23 und 24 FK (öffentliche Fürsorge 
beziehungsweise  Arbeitsgesetzgebung  und  soziale  Sicherheit)  zu-
stehende Behandlung erhielten,

dass  sie  nach  Verfahrensabschluss  weder  Unterbringung  noch 
Unterstützung und Verpflegung erhielten und keine Möglichkeit hätten, 
ein  menschenwürdiges  Dasein  zu  führen,  sondern  unter  ähnlichen, 
unzumutbaren Existenzbedingungen wie irreguläre Migranten lebten,

dass  der  Beschwerdeführer  in  Italien  weder  eine  Unterkunft  noch 
Verpflegung und medizinische Versorgung erhalten habe,

dass  das  Asylverfahren  in  Italien  den  Garantien  von  Art.  13  EMRK 
(Recht  auf  wirksame  Beschwerde)  nicht  genüge  (vgl.  Beschwerde 
S. 3-8),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  festhält,  dass 
Italien  sowohl  Signatarstaat  der  FK  und  der  EMRK  ist  und  keine 
konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen,  dass  sich  Italien  nicht  an  die 
daraus resultierenden völkerrechtlichen Verpflichtungen hält,

dass  Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Un-
terbringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt wer-
den und sich – neben den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche pri -
vate  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und 
Flüchtlingen annehmen, 

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dass  insbesondere  der  Vorhalt,  der  Beschwerdeführer  habe  keine 
medizinische  Versorgung  erhalten,  den  expliziten  Ausführungen 
desselben bei der Befragung widerspricht, 

dass unter diesen Umständen keine konkreten Anhaltspunkte dafür er -
sichtlich  sind,  der  Beschwerdeführer  würde  im Falle  einer  Rückkehr 
nach Italien dort in eine existenzielle Notlage geraten,

dass sich im Übrigen aus dem Hinweis auf  die deutsche und öster-
reichische Rechtspraxis, welche aus Art. 3 Abs. 2 VO Dublin unter be-
stimmten Voraussetzungen eine Pflicht zum Selbsteintritt  ableitet be-
ziehungsweise  daraus  eine  ins  innerstaatliche  Recht  transformierte, 
unmittelbar  anwendbare  Norm  erkennt,  noch  keine  Pflicht  für  die 
schweizerische  Rechtspraxis  ergibt,  sich  der  rechtlichen  Umsetzung 
beziehungsweise Qualifikation  der  erwähnten Norm durch die  Nach-
barstaaten anzugleichen, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass die Anordnung der Wegweisung nach Italien der Systematik des 
Dublin-Verfahrens  entspricht  und  nach  dem Nichteintretensentscheid 
im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständi-
gen Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum bleibt  für  Ersatzmass-
nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]),

dass eine entsprechende Prüfung soweit  notwendig vielmehr  bereits 
im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss (vgl. vor-
gehende Erwägungen),

dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO) beziehungsweise zur 
Anwendung der Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin-II-VO) besteht,

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete,

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dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, 

dass  mit  dem vorliegenden  Entscheid  in  der  Hauptsache  ohne  vor-
gängige  Instruktion  die  Anträge  auf  Gewährung der  aufschiebenden 
Wirkung und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 
gegenstandslos werden,

dass  sich  die  Beschwerdebegehren  aufgrund  vorstehender  Er-
wägungen  als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  das  Gesuch  um Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 und 
2 VwVG abzuweisen ist und bei diesem Ausgang des Verfahrens die 
Kosten von Fr. 600.– (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem Bundesverwaltungs-
gericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen 
sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gemäss 
Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  das 
zuständige kantonale Migrationsamt. 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand: 

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