# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f69efdc2-1b5f-5fca-bdc2-bef38f09f394
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 12.10.2010 A-8527/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-8527-2007_2010-10-12.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-8527/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 2 .  O k t o b e r  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Michael Beusch, 
Richter André Moser,
Gerichtsschreiberin Iris Widmer.

X._______, 
vertreten durch ...,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Zollverwaltung EZV,
Zollkreisdirektion Basel, Sektion Tarif und Veranlagung, 
Postfach 666, 4010 Basel,
handelnd durch die Oberzolldirektion (OZD),
Hauptabteilung Recht und Abgaben, Monbijoustrasse 40, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Tarifierung von Rinderfett.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-8527/2007

Sachverhalt:

A.
Die Y._______ AG betrieb bis zu ihrer Liquidation im Jahr 2008  u.a. 
den Handel mit tierischen und pflanzlichen Ölen und Fetten sowie ähn-
lichen Produkten. 

B.
In der Zeit vom 22. Juli 2004 bis zum 27. Juli 2005 meldete die von ihr  
beauftragte  Speditionsfirma  den  Zollämtern  Basel  St. Jakob  und 
Basel/Weil-Autobahn  insgesamt  27  Sendungen  mit  Rinderfetten  zur 
Einfuhr an. Die Fette wurden unter der Tarifnummer 1502.0012 als «zu 
Futterzwecken, roh» und somit bis zum 30. Juni 2005 in 26 Fällen als 
zollfrei bzw. in einem Fall (ab 1. Juli 2005) als zollbegünstigt (Fr. 2.-- je 
100 kg) deklariert. 

Die Einfuhren wurden jeweils einer zollamtlichen Revision unterzogen. 
Den einzelnen Sendungen wurden Muster entnommen. Die Einfuhren 
wurden  anschliessend  provisorisch  abgefertigt  und  die  Muster  der 
Sektion  Chemisch-technische  Kontrolle  (SCTK)  zur  Untersuchung 
übermittelt.

C.
Gestützt  auf  die Untersuchungen der  SCTK befanden die Zollämter, 
aufgrund des Fettsäuremusters sowie des Geruchs handle es sich bei 
den einzelnen Sendungen jeweils um eine nicht geniessbare Mischung 
aus Rinderfett mit einem Zusatz von anderem Fett (als Rinderfett) zu 
Futterzwecken. Diese seien somit in die Tarifnummer 1518.0098 (bis 
31. Januar 2005) bzw. 1518.0093 (ab 1. Februar 2005) zum Zollansatz 
von Fr. 20.-- je 100 kg brutto (bis 30. Juni 2005) bzw. Fr. 19.-- je 100 kg 
brutto  (ab 1. Juli  2005)  einzureihen. Die  Zollämter  stellten  daraufhin 
die definitiven Zollausweise aus. Sie forderten insgesamt die Differenz 
von Fr. 139'355.70 nach.

D.
Mit  Schreiben  vom  23. Dezember  2004,  27. Januar  2005,  1.  und 
8. April  2005  sowie  30. Dezember  2005  beschwerte  sich  die 
Y._______  AG gegen  die  Umtarifierungen  bei  der  zuständigen  Zoll-
kreisdirektion. Zur eigenen Überprüfung liess sich die Y._______ AG 
Untermuster  ziehen.  Die  SCTK  veranlasste  sodann  weitere  Unter-
suchungen durch das Amt für Verbraucherschutz des Kantons Aargau 

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(AVS). Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen wurden der Y._______ 
AG  zur  Stellungnahme  zugestellt.  Die  Zollkreisdirektion  wies  am 
13. November  2007  die  Beschwerden  in  einem  gemeinsamen  Ent-
scheid ab.

E.
Dagegen legte die Y._______ AG am 17. Dezember 2007 Beschwerde 
beim Bundesverwaltungsgericht ein. Sie beantragte die Aufhebung des 
vorinstanzlichen Entscheides (Antrag 3.1). Die 27 Sendungen seien in 
die Tarifnummer 1502.0012 einzureihen (Antrag 3.2). Eventualiter sei 
festzustellen, dass selbst bei Einreihung in die Tarifnummer 1518.0098 
der Zollansatz von Fr. 20.-- je 100 kg rechtswidrig und falsch, d.h. zu 
hoch  sei  (Antrag  3.3).  Bei  Gutheissung  des  Antrages  3.3  sei 
eventualiter die zuständige Behörde anzuweisen, den Schwellenpreis 
für die rechtlich relevante Zeit vom 22. Juli 2004 bis 30. Juni 2005 neu 
und korrekt festzusetzen, und es sei dieser neue Schwellenpreis dem 
Entscheid  zu  Grunde  zu  legen  (Antrag  3.4).  Eventualiter  sei  der 
Schwellenpreis  von  der  Beschwerdeinstanz  selbst  festzusetzen  und 
dem Entscheid zu Grunde zu legen (Antrag 3.5). Eventualiter sei das 
Verfahren  an  die  Vorinstanz  zur  Neubeurteilung  zurückzuweisen 
(Antrag 3.6). Dem prozessualen Begehren, es sei der Y._______ AG 
eine  erstmalige  und  erstreckbare  Frist  gemäss  Art.  53  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  zur  Ergänzung  der 
Beschwerde anzusetzen, gab das Bundesverwaltungsgericht mit Zwi-
schenverfügung vom 20. Dezember 2007 nicht statt, weil den Anliegen 
im Rahmen eines zu beantragenden zweiten Schriftenwechsels  voll-
umfänglich  Rechnung  getragen  werden  könne.  Die  Beschwerdefüh-
rerin kritisierte hauptsächlich die Musterziehung und die von der SCTK 
angewandten Analysemethoden. Zur Stützung ihrer Argumente erklär-
te sie ein «Gutachten» von Prof. B._______, em., Professur für Tierer-
nährung und Futtermittelkunde, Institut  für  Tierernährung,  Universität 
Bonn, zum integrierenden Bestandteil ihrer Beschwerde.  Im Weiteren 
sei der Schwellenpreis während der Zeit der fraglichen Einfuhren nicht 
nach  den  einschlägigen  Kriterien  bewirtschaftet  worden.  Er  sei 
deshalb rechtswidrig zu hoch gewesen. 

F.
Mit Instruktionsverfügung vom 25. Januar 2008 forderte das Bundes-
verwaltungsgericht  die  Vorinstanz  zur  Vernehmlassung  bis  zum 
31. März  2008  auf.  Während  laufender  Frist  zeigte  das  Konkursamt 

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Luzern-Land  mit  Schreiben  vom 10. März  2008  dem Bundesverwal-
tungsgericht  den Konkurs über die Y._______ AG an. Das Verfahren 
wurde  mit  Zwischenverfügung  vom  16. April  2008  antragsgemäss 
sistiert. 

Die  Y._______  AG in  Liquidation  wurde  von  Amtes  wegen  gelöscht 
(vgl.  Schweizerisches  Handelsamtsblatt  [SHAB]  Nr. 183  vom 
22. September 2009, S. 10).

G.
Mit  Schreiben  vom  27.  November  2009  informierte  der  vormalige 
Rechtsvertreter  der  Y._______ AG in  Liquidation  das  Bundesverwal-
tungsgericht  dahingehend,  die  bisherige,  konkursite  Beschwerdefüh-
rerin habe – während der Liquidationsphase – am 29. Mai 2008 ihre 
Forderung gegen die Zollverwaltung an die X._______ zediert. Weiter 
wies er sich als Rechtsvertreter der X._______ aus. Er beantragte, es 
sei  vom  Parteiwechsel  Vormerk  zu  nehmen,  die  Parteibezeichnung 
anzupassen, und es sei der Prozess wieder an die Hand zu nehmen.

H.
Mit  Zwischenverfügung  vom  17. Februar  2010  wurde  das  Verfahren 
wieder  aufgenommen  und  vom  Parteiwechsel  Vormerk  genommen. 
Gleichzeitig  wurde  die  Vorinstanz  aufgefordert,  sich  vernehmen  zu 
lassen. Mit Vernehmlassung vom 22. März 2010 beantragte die Vorins-
tanz  die  Abweisung  der  Beschwerde  mit  der  Begründung,  aufgrund 
des Fettsäuremusters und des Geruches handle es sich um eine un-
geniessbare  Fettmischung.  Davon  abgesehen  käme  aufgrund  des 
Säuregrades und des Cholestadiengehaltes  auch eine Einreihung in 
die Tarifnummer für rohes Rinderfett (Tarifnummer 1502.0012) nicht in 
Frage.

Nach mehrfach erstreckter Frist  hielt  die Beschwerdeführerin in ihrer 
Replik vom 14. Juni 2010 an ihren Anträgen fest. Sie wiederholte die 
bereits  in  der  Beschwerde  vorgebrachten  Argumente.  Ein  weiteres 
«Gutachten»  von  Prof.  B._______  erklärte  sie  wiederum  zum 
integrierenden Bestandteil ihrer Replik.

In der Duplik vom 19. Juli 2010 hielt die OZD an ihrem Antrag auf Ab -
weisung der Beschwerde fest.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

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1.
1.1 Entscheide der Zollkreisdirektionen können gemäss Art. 31 in Ver-
bindung  mit  Art. 33  Bst. d  des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005 
über das Bundesverwaltungsgericht (Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, 
SR 173.32)  beim Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden. Im 
Verfahren vor dieser Instanz wird die Zollverwaltung durch die Ober-
zolldirektion  (OZD)  vertreten  (Art. 116  Abs. 2  des  Zollgesetzes  vom 
18. März 2005 [ZG, SR 631.0]). Das Verfahren richtet sich – soweit das 
VGG nichts anderes bestimmt – nach den Vorschriften des VwVG. Die 
Beschwerdeführerin  ist  durch  den  angefochtenen  Entscheid  berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung (Art. 48 
VwVG).  Auf  die  im  Übrigen  form-  und  fristgerecht  eingereichte  Be-
schwerde ist deshalb einzutreten.

1.2 Das  Zollgesetz  sowie  die  dazugehörige  Verordnung  vom 1. No-
vember 2006 (ZV, SR 631.01) sind am 1. Mai 2007 in Kraft getreten. 
Zollveranlagungsverfahren,  die  zu  diesem  Zeitpunkt  hängig  waren, 
werden nach dem bisherigen Recht  und innerhalb  der  nach diesem 
gewährten Frist  abgeschlossen (Art. 132 Abs. 1 ZG). Der zu beurtei-
lende Sachverhalt  betrifft  die Jahre 2004 und 2005. Das vorliegende 
Verfahren untersteht  deshalb der (alten) Zollrechtsordnung (vgl. Zoll-
gesetz vom 1. Oktober 1925 [aZG, AS 42 287 und BS 6 465]  sowie 
der Verordnung vom 10. Juli 1926 zum Zollgesetz [aZV, AS 42 339 und 
BS 6 514]).

Auf das Verfahren der Zollabfertigung findet das VwVG keine Anwen-
dung (Art. 3 Bst. e VwVG in der in den Jahren 2004 und 2005 gelten-
den Fassung [AS 1969 737]; in der Revision vom 18. März 2005, in 
Kraft  seit  1. Mai  2007,  wurde  lediglich  das  Wort  «Zollabfertigung» 
durch  den  Begriff  «Zollveranlagung»  ersetzt).  Die  Zollabfertigung 
unterliegt den durch das Selbstdeklarationsprinzip getragenen spezial-
gesetzlichen Verfahrensvorschriften des Zollrechts (dazu unten E. 2.2), 
welche  dem VwVG vorgehen  (statt  vieler:  Urteil  des  Bundesverwal-
tungsgerichts A-4617/2007 vom 14. Januar 2009 E. 1.2).

1.3 Die Beweiswürdigung endet mit dem richterlichen Entscheid darü-
ber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als erwiesen zu gelten hat oder 
nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die freie 
Beweiswürdigung zur Überzeugung gelangt ist, dass sich der rechtser-
hebliche Sachumstand verwirklicht hat. Gemäss der allgemeinen Be-
weislastregel hat, wo das Gesetz es nicht anders bestimmt, derjenige 

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das Vorhandensein einer behaupteten Tatsache zu beweisen, der aus 
ihr Rechte ableitet (Art. 8  des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 
10. Dezember  1907  [ZGB,  SR 210]). Bei  Beweislosigkeit  ist  gemäss 
dieser Regel folglich zu Ungunsten desjenigen zu entscheiden, der die 
Beweislast trägt (BGE 121 II 257 E. 4c.aa, Urteil  des Bundesgerichts 
vom  14. Juli  2005,  veröffentlicht  in:  Archiv  für  schweizerisches  Ab-
gaberecht  [ASA]  75  S. 495  ff.  E. 5.4;  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/ 
LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht, 
Basel 2008, Rz. 3.149 ff.). Abgesehen von Besonderheiten, welche die 
Natur  des  im  Zollrecht  geltenden  Selbstdeklarationsprinzips  (vgl. 
E. 1.2 und E. 2.2) mit sich bringt, gilt  auch in diesem Rechtsgebiet – 
wie allgemein im Abgaberecht – der Grundsatz, wonach die Behörde 
die Beweislast für Tatsachen trägt,  welche die Abgabepflicht begrün-
den  oder  die  Abgabeforderung  erhöhen;  demgegenüber  ist  die  ab-
gabepflichtige  bzw.  abgabebegünstigte  Person  für  die  abgabeauf-
hebenden  und  -mindernden  Tatsachen  beweisbelastet  (Urteile  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-4617/2007 vom 14. Januar 2009 E. 2.6, 
A-1753/2006  vom 23. Juni  2008 E. 2.7.3,  A-1687/2006  vom 18. Juni 
2007 E. 2.4; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., Rz. 3.151; ERNST BLUMEN-
STEIN/PETER LOCHER, System des Schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., 
Zürich 2002, S. 453 f.).

2.
2.1 Jede Wareneinfuhr über die schweizerische Zollgrenze unterliegt 
grundsätzlich  der  Zollpflicht  (vgl. Art. 1  Abs. 1  aZG). Gemäss Art.  1 
Abs. 2 aZG umfasst die Zollpflicht die Befolgung der Vorschriften über 
den Verkehr über die Grenze (Zollmeldepflicht; vgl. Art. 6 ff. aZG) und 
die  Entrichtung  der  gesetzlichen  Abgaben  (Zollzahlungspflicht;  vgl. 
Art. 10 ff. aZG). Zollmeldepflichtig ist, wer eine Ware über die Grenze 
bringt, sowie der Auftraggeber (Art. 9 aZG). Im Strassenverkehr haben 
die Verpflichtungen des Zollmeldepflichtigen in erster Linie diejenigen 
Personen zu erfüllen, die die Ware mit sich führen oder auf sich tragen 
(Art. 29 Abs. 2 aZG; statt vieler: Urteil des Bundesverwaltungsgerichts 
A-6547/2007 vom 19. August 2009 E. 2.1.1). Zum Kreis der Zollmelde-
pflichtigen gehört gemäss Rechtsprechung auch der Transporteur der 
Ware  bzw.  der  Chauffeur  (Entscheid  der  ZRK  vom  27. September 
2002,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden [VPB] 
67.41 E. 2, 1994-874 vom 23. November 1994 E. 3b).

2.2 Das Zollverfahren ist vom Selbstdeklarationsprinzip bestimmt. Die 
Zollmeldepflichtigen  müssen  die  Zolldeklaration  abgeben  und  haben 

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für  deren  Richtigkeit  einzustehen  (Art. 31  aZG  i.V.m. Art. 47  Abs. 2 
aZV). Damit  überbindet  das  Zollgesetz  dem Zollmeldepflichtigen  die 
volle  Verantwortung  für  den  eingereichten  Abfertigungsantrag  und 
stellt  hohe  Anforderungen  an  seine  Sorgfaltspflicht  (vgl.  Urteil  des 
Bundesgerichts vom 7. Februar 2001, veröffentlicht in: ASA 70 S. 330 
E. 2c,  2A.1/2004  vom  31. März  2004  E. 2.1;  statt  vieler:  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-2631/2007 vom 10. August 2008 E. 2.2). 
Die Deklaration des Zollmeldepflichtigen dient als Grundlage der Zoll-
berechnung, es sei denn, sie werde durch eine amtliche Revision be-
richtigt  (Art. 24  Abs. 1  aZG).  Von den  Zollmeldepflichtigen  wird  ver-
langt, dass sie sich vorweg über die Zollpflichten sowie die jeweiligen 
Abfertigungsverfahren informieren. Werden Hilfspersonen beigezogen, 
sind diese entsprechend anzuweisen. Unterlassen die Zollmeldepflich-
tigen  dies,  haben  sie  dafür  prinzipiell  selber  die  Verantwortung  zu 
tragen  (Art. 9  Abs. 2  aZG;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-5612/2007  vom 1.  März  2010  E. 2.1.2,  A-1742/2006  vom 13. Juli 
2009  E. 2.2  mit  weiteren  Hinweisen,  A-1698/2006  vom  7. Februar 
2007 E. 2.4).

2.3 Für  die  Tarifeinreihung  massgebend ist  die  Art,  Menge und Be-
schaffenheit der Ware zum Zeitpunkt, in dem sie unter Zollkontrolle ge-
stellt worden ist (vgl. Art. 23 aZG). Die Zollämter können die zur Zoll-
behandlung angemeldeten Waren umfassend oder durch Stichproben 
prüfen (sog. Revision; Art. 36 Abs. 1 aZG). Der Revisionsbefund ist auf 
der Deklaration einzutragen und bildet die Grundlage für die Zollveran-
lagung und das weitere Verfahren (Art. 36 Abs. 6 aZG). 

2.3.1 Wird eine Revision angeordnet, sind die Zollmeldepflichtigen zu 
benachrichtigen (Art. 50 Abs. 1 aZV). Bei der Revision treffen den Zoll-
meldepflichtigen oder  seinen Bevollmächtigten verschiedene  Mitwirk-
ungspflichten (Art. 36 Abs. 6 aZG, Art. 50 Abs. 1 aZV). So hat er die 
zur Revision verlangten Fracht- und Gepäckstücke auf eigene Kosten 
und Gefahr abzuladen, in das Revisionslokal zu bringen, abzuwiegen, 
zu öffnen,  auszupacken sowie allen Anordnungen des Zollamtes zur 
Feststellung  der  Warenmenge  nachzukommen  (Art. 36  Abs.  6  aZG 
i.V.m.  Art. 50  Abs. 1  aZV).  Nach  Beendigung  der  Revision  hat  der 
Zollmeldepflichtige auf seine Kosten und Gefahr die revidierten Stücke 
zu  verpacken,  zu  schliessen  und  wieder  versandbereit  zu  machen 
(Art. 36 Abs. 6 aZG i.V.m. Art. 50 Abs. 6 aZV).

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2.3.2 Die Zollämter sind befugt, diejenigen Proben bzw. Muster zu er-
heben,  die  zur  Prüfung  erforderlich  sind  (Art. 36  Abs. 2  aZG  i.V.m 
Art. 51 aZV). Die Musterentnahme hat durch den Zollmeldepflichtigen 
in Gegenwart  des revidierenden Zollbeamten oder durch den Letzte-
ren in Gegenwart des Zollmeldepflichtigen zu erfolgen (Art. 51 Abs. 1 
aZV). In  den  allgemeinen  Dienstanleitungen  zu  Zollgesetz  und  Voll-
ziehungsverordnung der OZD (D. 11, Stand: November 2003) werden 
die Beamten ausdrücklich angewiesen, die Zollbeteiligten die Muster 
selber nehmen zu lassen (vgl. D. 11 Ziffer 114.554, zur Mitwirkungs-
pflicht vgl. auch Ziffer 114.558). 

2.3.3 Beim Vorgang der Musterziehung ist der Eingriff in den Bestand 
der Ware «auf das Notwendigste zu beschränken» und mit «aller Sorg-
falt» vorzunehmen (Art. 36 Abs. 2 aZG i.V.m Art. 51 aZV). Auch in den 
Dienstanleitungen  werden  die  Beamten  explizit  angehalten,  die 
Musterentnahme auf das dienstlich nötige Mass zu beschränken. Sie 
haben  darauf  zu  achten,  dass  die  Muster  den  «Charakter  und  die 
Eigenschaft  der  Ware  wiedergeben»  (vgl.  diesbezüglich  auch  D. 11 
Ziffer 114.554), m.a.W. also repräsentativ sind. 

2.3.4 Wie ein repräsentatives Muster zu ziehen ist, so dass von einem 
«Durchschnittsmuster» gesprochen werden kann,  hängt  von der  Be-
schaffenheit der Ware ab. In zahlreichen Fällen bietet ein solcher Ein-
griff  in  die  Ware  zur  Musterentnahme  keine  Probleme.  In  anderen 
Fällen dürfte die Repräsentativität des Musters nur gewährleistet sein, 
sofern  die  Probenahme  nach  den  anerkannten  Regeln  der  Natur-
wissenschaft und Technik bzw. nach den für bestimmte Warengruppen 
oder Branchen bestehenden Normen des Deutschen Instituts für Nor-
mung  (DIN)  oder  der  International  Organization  for  Standardization 
(ISO) erfolgt. Wie vorgängig erwähnt, sind die Zollbeamten dienstlich 
gehalten, vorab den Zollmeldepflichtigen oder seinen Bevollmächtigten 
die Muster ziehen zu lassen (vgl. E. 2.3.2). Von ihnen wird aufgrund 
der Mitwirkungspflichten erwartet,  dass sie die einschlägigen Techni-
ken, die eine repräsentative Musterziehung gewährleisten, kennen und 
beherrschen. Wird das Muster ausnahmsweise vom Zollbeamten gezo-
gen, ergibt sich aus den Mitwirkungspflichten des Zollmeldepflichtigen, 
dass  dieser  gegenüber  der  Zollbehörde  die  für  eine  sachgerechte 
Musterziehung  notwendigen  Angaben  macht  (z.B.  über  bestehende 
DIN-  und  ISO-Normen  für  die  Probeentnahme  in  der  betreffenden 
Branche; vgl. hinsichtlich der in diesem Punkt vergleichbaren Rechts-
lage im deutschen Recht, wobei dort allerdings die Musterentnahme – 

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anders als im schweizerischen Recht –  grundsätzlich Sache der Zoll-
stelle ist: REGINHARD HENKE, in: Peter Witte [Hrsg.], Zollkodex mit Durch-
führungsverordnungen  und  Zollbefreiungsverordnung,  5.  Aufl.,  Wien 
2009, N. 6 f. zu Art. 69 [Durchführung der Zollbeschau, Entnahme von 
Mustern und Proben];  RAINER WEYMÜLLER,  in: Reinhart  Rüsken [Hrsg.], 
Zollrecht, Recht des grenzüberschreitenden Warenverkehrs, Kommen-
tar, 3. Aufl., Bonn 2001, N. 32 zu Art. 69).

2.3.5 Die Musterentnahme ist durch das Zollamt in geeigneter Weise 
zu verurkunden. Muster, die beim Zollamt verbleiben, sollen mit deut -
lichen  Angaben  darüber  versehen  sein,  aus  welcher  Sendung  sie 
stammen  und  auf  Grund  welcher  Deklaration  sie  erhoben  wurden 
(Art. 51  Abs. 2  aZV). Dies  geschieht  gemäss den Dienstanleitungen 
durch  Vermerk  der  Musterentnahme  im  Revisionsbefund  oder  bei 
einigem Wert auch in einem für den Empfänger bestimmten Begleitpa-
pier (vgl. D. 11 Ziffer 114.554). Ziel dieser Vorschriften ist es u.a., die 
Identifikation der Muster zu sichern und die Gefahr einer Verwechslung 
zu verhindern. Wohl wäre es in Einzelfällen dienlich, wenn der Name 
der bei der Musterziehung für den Zollpflichtigen anwesenden Person 
angegeben  würde.  Dies  könnte  möglicherweise  mithelfen,  unnötige 
Rückfragen und Verdachtsmomente zu vermeiden. Eine Vorschrift, wo-
nach der Name des bei der Revision mitwirkenden Meldepflichtigen in 
der Deklaration oder im Revisionsbefund zu verurkunden wäre, findet 
sich  allerdings  weder  im Gesetz  noch in  der  Verordnung (Entscheid 
der ZRK 1994-874 vom 23. November 1994 E. 3c).

2.4
2.4.1 In ihrer früheren Rechtsprechung hat die ZRK Untersuchungsbe-
richte  der  SCTK als  öffentliche  Urkunden  qualifiziert  (vgl.  Urteil  der 
ZRK vom 19. September 1962, veröffentlicht in: ASA 32 S. 79). Im Ent-
scheid  vom 8. April  1999  liess  sie  diese  Frage  allerdings  offen  und 
hielt  fest,  dass – selbst  wenn der  Untersuchungsbericht  eine öffent-
liche Urkunde wäre – dies einzig zu bedeuten hätte,  dass die darin 
wiedergegebenen Analyseresultate richtig verurkundet worden wären 
und die in den Untersuchungsberichten wiedergegebenen Daten den 
effektiven Messergebnissen entsprächen. Nicht Gegenstand der Verur-
kundung wäre die Frage,  ob die Messungen selbst  korrekt  durchge-
führt worden seien (ZRK 1997-017 E. 3b, veröffentlicht in: VPB 64.44).

2.4.2 Für die am Zollverfahren Beteiligten ist die Qualifikation des Un-
tersuchungsberichtes  der  SCTK  insoweit  von  Bedeutung,  als  daran 

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Folgen für seine Beweiskraft geknüpft  werden. Eine öffentliche Beur-
kundung bewirkt nach Art. 9 ZGB, dass die Urkunde für die durch sie 
bezeugten Tatsachen vollen Beweis erbringt, solange nicht die Unrich-
tigkeit  ihres  Inhalts  nachgewiesen  ist.  Im  Rahmen  des  Bundeszivil-
rechts enthält  Art. 9 Abs. 1 ZGB nach seiner Formulierung eine vom 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung abweichende gesetzliche Be-
weisregel  (HANS SCHMID,  in:  Basler  Kommentar,  Zivilgesetzbuch I, 
3. Aufl.,  Basel  2006, N. 1 zu Art. 9  ZGB). Die verstärkte Beweiskraft 
der öffentlichen Urkunde beruht  auf  der Wahrheitspflicht,  welche die 
Parteien und die Urkundsperson trifft  (SCHMID,  a.a.O., N. 23 zu Art. 9 
ZGB). Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist unter der öffentli-
chen Beurkundung das Herstellen eines Schriftstückes durch eine vom 
Staat mit dieser Aufgabe betrauten Person in der vom Staat geforder-
ten Form und in dem von ihm vorgeschriebenen Verfahren zu verste-
hen (BGE 99 II 159 E. 2a, 90 II 274 E. 6). Gemäss herrschender Lehre 
beschränkt sich der Anwendungsbereich von Art. 9 ZGB auf öffentliche 
Urkunden  des  Bundeszivilrechts  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
4A.172/2007 vom 13. August  2007 E. 2.4.3 mit  weiteren Hinweisen). 
Nach Art. 55 des Schlusstitels des  Schweizerischen Zivilgesetzbuchs 
vom 10. Dezember 1907 (SchlT ZGB, SR 210) sind es denn auch die 
Kantone, die bestimmen, in welcher Weise auf ihrem Gebiet die öffent-
liche  Beurkundung  hergestellt  wird,  wobei  das  Bundesrecht  jene 
Rechtsgeschäfte nennt, für welche die öffentliche Beurkundung Form-
vorschrift  ist  (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-1753/2006 
vom 23. Juni 2008 E. 2.7.1). 

2.4.3 Anders als bei öffentlichen Urkunden des Bundeszivilrechts wird 
für die Erstellung des Untersuchungsberichts der SCTK kein spezielles 
Verfahren verlangt, sodass es sich im Gegenzug auch nicht rechtfer-
tigt,  dem Untersuchungsbericht  eine verstärkte Beweiskraft  im Sinne 
von  Art. 9  ZGB  zukommen  zulassen  (vgl.  zum  Ganzen  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1753/2006  vom 23.  Juni  2008  E.  2.7; 
Entscheid der ZRK 1997-017 vom 8. April 1999, veröffentlicht in: VPB 
64.44 E. 3b mit gleichem Ergebnis).

2.4.4 Wird die  Tarifierung bestritten  und legen die  Zollbehörden ge-
stützt auf einen Untersuchungsbericht der SCTK plausibel dar, unter 
welchen Tarif eine Ware fällt,  ist die abgabebegründende bzw. -erhö-
hende Tatsache (vgl. E. 1.3) gegebenenfalls grundsätzlich erstellt. Es 
steht  der  abgabepflichtigen  Person frei,  anderweitige  Nachweise  ins 
Recht  zu legen und im Rechtsmittelverfahren darzutun,  weshalb der 

Seite 10

A-8527/2007

Untersuchungsbericht nicht stichhaltig bzw. unzutreffend oder die Wür-
digung desselben durch die Behörden falsch sei. Da es ihr obliegt, die 
abgabemindernden Tatsachen nachzuweisen, trägt folglich sie die Be-
weislast  für  die  Unrichtigkeit  des  Untersuchungsberichtes. Somit  än-
dert die Feststellung, wonach einem Revisionsbefundes der OZD nicht 
der Charakter einer öffentlichen Urkunde im Sinne von Art. 9 ZGB zu-
kommt,  grundsätzlich nichts  an der  dargelegten Beweislastverteilung 
zwischen  der  Verwaltung  und  den  Abgabepflichtigen  (mit  diesem 
Ergebnis  bereits  Entscheid  der  ZRK  1997-017  vom  8. April  1999, 
veröffentlicht in: VPB 64.44 E. 3b). Selbstredend kann das Bundesver-
waltungsgericht  in  Anwendung  der  Untersuchungsmaxime  von  sich 
aus ein Gutachten der Ware veranlassen, wenn es zum Schluss ge-
langt, der Untersuchungsbericht sei offensichtlich fehlerhaft, beispiels-
weise hinsichtlich Analyseverfahren oder -ergebnis. Das Gericht kann 
dem dergestalt fehlerhaften Bericht auch die Beweiskraft absprechen 
und allenfalls zu Lasten der Zollbehörde entscheiden (vgl. Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-1753/2006 vom 23. Juni 2008 E. 2.7.4).

2.5
2.5.1 Die Ein- und Ausfuhrzölle werden gemäss dem Zolltarif festge-
setzt (Art. 21 aZG). Alle Waren, die über die schweizerische Zollgrenze 
ein-  und ausgeführt  werden,  müssen nach dem Generaltarif  verzollt 
werden (Art. 1 Abs 1 i.V.m. den Anhängen 1 und 2 des Zoll tarifgesetz-
es vom 9. Oktober 1986 [ZTG, SR 632.10]). Vorbehalten bleiben Ab-
weichungen,  die  sich  ergeben aus Staatsverträgen,  besonderen Be-
stimmungen  von  Gesetz  sowie  Verordnungen  des  Bundesrates,  die 
sich auf dieses Gesetz abstützen (Art. 1 Abs. 2 ZTG).

2.5.1.1 Unter dem Begriff  Generaltarif (vgl. Art. 3 ZTG) ist  ein unter 
Beachtung  der  inländischen  Gesetzgebung  und  unter  Berücksichti-
gung der nationalen Bedürfnisse geschaffener Zolltarif  zu verstehen. 
Er enthält  die Tarifnummern, die Bezeichnungen der Waren, die Ein-
reihungsvorschriften,  die  Zollkontingente  sowie  die  höchstmöglichen 
Zollansätze,  wie sie grösstenteils  im GATT/WTO-Abkommen konsoli-
diert wurden. Die Struktur des Generaltarifs basiert auf der Nomenkla-
tur des internationalen Übereinkommens vom 14. Juni 1983 über das 
Harmonisierte  System  zur  Bezeichnung  und  Codierung  der  Waren 
(HS-Übereinkommen,  SR  0.632.11).  Der  Gebrauchstarif (vgl.  Art.  4 
ZTG) entspricht im Aufbau dem Generaltarif und enthält die aufgrund 
von vertraglichen Abmachungen und von autonomen Massnahmen er-
mässigten Zollansätze. Er  widerspiegelt  die  in  Erlassen festgelegten 

Seite 11

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gültigen Zollansätze (vgl. zum Ganzen auch Botschaft zu den für die 
Ratifizierung  der  GATT/WTO-Übereinkommen  [Uruguay-Runde]  not-
wendigen Rechtsanpassungen, BBl 1994 IV 1004 f.). 

2.5.1.2 Der Generaltarif wird in der Amtlichen Sammlung des Bundes-
rechts (AS) nicht veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt durch Ver-
weis (Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 2004 über die 
Sammlungen  des  Bundesrechts  und  das  Bundesblatt  [Publikations-
gesetz, PublG, SR 170.512]). Der Generaltarif kann bei der OZD ein-
gesehen oder im Internet (unter www.ezv.admin.ch) abgerufen werden. 
Dasselbe gilt  für  den  Gebrauchstarif  (Art. 15  Abs. 2 und Anhänge 1 
und 2 ZTG; Fussnote 29 zum ZTG). Trotz fehlender Veröffentlichung in 
der AS kommt dem Generaltarif Gesetzesrang zu (vgl. statt vieler: Ur-
teil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1753/2006  vom 23. Juni  2008 
E. 2.2 mit Hinweis). 

2.5.2
2.5.2.1 Im Zuge der Umsetzung der internationalen Abkommen im Ag-
rarbereich, wozu namentlich das GATT/WTO-Übereinkommen gehört, 
wurde dem Bundesrat die Kompetenz übertragen, die  Zollansätze für 
landwirtschaftliche Erzeugnisse im Rahmen des Generaltarifs festzu-
setzen; er hat dabei Rücksicht auf die anderen Wirtschaftszweige zu 
nehmen (Art. 10 Abs. 1 ZTG). Erfordern die Marktverhältnisse häufige 
Anpassungen,  so kann der  Bundesrat  diese Kompetenz dem Eidge-
nössischen  Volkswirtschaftsdepartement  übertragen  (Art.  10  Abs.  3 
ZTG). 

2.5.2.2 Um die – im Rahmen der welthandelsrechtlichen Verpflichtun-
gen – angestrebten Ziele der Landwirtschaftsgesetzgebung zu errei-
chen, stehen dem Bund als  Instrumente der Lenkung der Importe die 
Schwellenpreise sowie  die  Zollkontingente zur  Verfügung  (Art.  10 
Abs. 4 ZTG). 

Das  System  der  Schwellenpreise beinhaltet  im  Wesentlichen  eine 
alternative Methode zur Festlegung der Importbelastung auf  Erzeug-
nissen,  die  stark  schwankenden  Weltmarktpreisen  unterliegen.  Der 
Schwellenpreis bildet dabei einen politisch festgelegten Preis, welcher 
jeweils  im  Verhältnis  zu  einem angemessenen  Inlandpreis  bestimmt 
wird  (REMO ARPAGAUS,  Zollrecht,  in:  Koller/Müller/Rhinow/Zimmerli 
[Hrsg.],  Schweizerisches  Bundesverwaltungsrecht,  Bd. XII,  2. Aufl., 
Basel 2007, N. 622 ff.). Der Vorteil dieses Systems (gegenüber einem 

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fixen Zollansatz) liegt darin, dass die Zollbelastung relativ rasch (all -
fällige Anpassungen erfolgen alle drei Monate, vgl. E. 2.5.2.3) an ver-
änderte Verhältnisse angepasst werden kann, um so die Preisschwan-
kungen auf  dem Weltmarkt  aufzufangen (BBl 1996 IV 113;  ARPAGAUS, 
a.a.O., N. 623). Die Festsetzung der Schwellenpreise sowie die Festle-
gung,  Änderung  und  Verteilung  von  Zollkontingenten  für  landwirt-
schaftliche Erzeugnisse regelt das Landwirtschaftsgesetz vom 29. Ap-
ril  1998  (LwG,  SR  910.1;  Art.  10  Abs.  4  ZTG).  Danach  ist  es  der 
Bundesrat,  der  die  Schwellenpreise  für  die  einzelnen  Erzeugnisse 
festlegt (Art. 20 Abs. 1 LwG). Der Schwellenpreis entspricht dem ange-
strebten  Importpreis,  bestehend  aus  dem  Preis  franko  Schweizer-
grenze  und  dem  Zoll  sowie  aus  Abgaben  gleicher  Wirkung.  Der 
Bundesrat bestimmt, wie der Preis franko Schweizergrenze, nicht ver-
anlagt, ermittelt wird (Art. 20 Abs. 2 LwG). 

2.5.2.3 Die  Kompetenzen  zur  Festsetzung  der  Zollansätze (im  Rah-
men des Generaltarifs) sowie der  Schwellenpreise hat der Bundesrat 
u.a. mit  Erlass  der  Allgemeinen Verordnung vom 7. Dezember  1998 
über die Einfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Agrareinfuhr-
verordnung,  AEV, SR 916.01)  wahrgenommen  (vgl.  Art.  5,  6  und  7 
AEV). Die Zollansätze für landwirtschaftliche Erzeugnisse mit Schwel-
lenpreis (oder Importrichtwert) werden in der Regel alle drei  Monate 
an die Entwicklung der Warenpreise durch das Bundesamt für Land-
wirtschaft (BLW) angepasst (Art. 9 i.V.m. Art. 2 AEV). Bei der Berech-
nung des Zollansatzes für  Waren mit  Schwellenpreisen ist  die Diffe-
renz zwischen dem Schwellenpreis oder dem Importrichtwert und dem 
Warenpreis franko Zollgrenze unverzollt sowie dem Garantiefondsbei-
trag massgebend (Art. 22b Abs. 1 Bst. a AEV). Die solcherart als Ge-
brauchstarif  (vgl.  E. 2.5.1.1)  festgelegten  Zollansätze  auf  landwirt-
schaftlichen Erzeugnissen ergeben sich aus dem Anhang 1 zur AEV, 
die  Schwellenpreise  aus  Anhang 2.  Die  Höhe  der  Zollabgaben  darf 
dabei die Ansätze des Generaltarifs in jedem Fall nicht überschreiten 
(vgl.  dazu  ARPAGAUS,  a.a.O., Rz. 621 f.).  Ausnahmsweise  kann  der 
Bundesrat  für  landwirtschaftliche  Erzeugnisse  nach  Massgabe  von 
Schutzklauseln  in  internationalen  Abkommen  im  Agrarbereich  die 
Ansätze  des  Generaltarifs  vorübergehend  auch  erhöhen  (Art.  11 
Abs. 1 ZTG). 

2.5.2.4 Der Bundesrat erstattet der Bundesversammlung jährlich (vor 
dem Jahr  2007:  halbjährlich)  Bericht  u.a.  über  die  im  Rahmen  von 
Art. 4  ZTG (Gebrauchstarif),  Art. 10  und 11 ZTG (internationale Ab-

Seite 13

A-8527/2007

kommen  im  Agrarbereich)  getroffenen  Massnahmen  sowie  über  die 
Neufestsetzungen  von  Schwellenpreisen  (vgl.  Art.  13  Abs.  1  Bst.  c 
ZTG). Die Bundesversammlung entscheidet, ob die Massnahmen, so-
weit  diese  nicht  wieder  bereits  aufgehoben  worden  sind,  in  Kraft 
bleiben, ergänzt oder geändert werden sollen (Art. 13 Abs. 2 ZTG). 

2.6 Die  Vertragsstaaten  des  HS-Übereinkommens  sind  verpflichtet, 
ihre Tarifnomenklaturen mit dem Harmonisierten System (HS) in Über-
einstimmung zu bringen und beim Erstellen der nationalen Tarifnomen-
klatur alle Nummern und Unternummern des HS sowie die dazugehö-
renden Codenummern zu verwenden, ohne dabei etwas hinzuzufügen 
oder zu ändern. Sie sind verpflichtet, die allgemeinen Vorschriften für 
die Auslegung des Harmonisierten Systems sowie alle Abschnitt-, Ka-
pitel-  und Unternummern-Anmerkungen anzuwenden. Sie dürfen den 
Geltungsbereich  der  Abschnitte,  Kapitel,  Nummern  oder  Unter-
nummern des HS nicht verändern und haben die Nummernfolge des 
HS einzuhalten (Art. 3 Ziff. 1 Bst. a des HS-Übereinkommens). 

2.6.1 Die  Nomenklatur  des  HS  bildet  die  systematische  Grundlage 
des Schweizerischen Generaltarifs, dessen Kodierung durchwegs als 
achtstellige Tarifnummer pro Warenposition ausgestaltet und damit ge-
genüber der sechsstelligen Nomenklatur des HS um zwei Stellen ver-
feinert ist (ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 576). Daraus folgt, dass die schweizer-
ische Nomenklatur bis zur sechsten Ziffer völkerrechtlich bestimmt ist. 
Die  siebte  und achte Position  bilden schweizerische Unternummern, 
denen  grundsätzlich  ebenso  Gesetzesrang  zukommt,  soweit  sie  mit 
Erlass des ZTG geschaffen worden sind. Da sowohl  Bundesgesetze 
wie auch Völkerrecht für die Zollverwaltung und alle anderen Rechts-
anwender  massgebendes Recht darstellen, ist  diesfalls das Bundes-
verwaltungsgericht an die gesamte achtstellige Nomenklatur gebunden 
(Art. 190 BV; vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A-1753/2006 
vom 23. Juni 2008 E. 2.4; vgl. auch ARPAGAUS, a.a.O., Rz. 578).

2.6.2 Die  Vertragsstaaten  des  HS-Übereinkommens  beabsichtigen 
eine  einheitliche  Auslegung  der  völkerrechtlich  festgelegten  Nomen-
klatur  (vgl.  Art. 7  Ziff. 1  Bst. b  und  c,  Art. 8  Ziff. 2  des  HS-Überein-
kommens). Dazu dienen insbesondere verbindliche Auslegungsregeln 
(«Règles générales pour l'interprétation du Système Harmonisé»), die 
das  Vorgehen  bei  der  Tarifierung  im  Detail  regeln.  Dennoch  bleibt 
Raum für nationale Regelungen. So kann die OZD gestützt auf Art. 22 
Abs. 3 aZG zum Beispiel  sogenannte  Schweizerische Erläuterungen 

Seite 14

A-8527/2007

herausgeben.  Diese  können  unter  www.tares.ch  abgerufen  werden 
(vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1753/2006 vom 23. Juni 
2008 E. 2.6, A-1704/2006 vom 25. Oktober 2007 E. 2.3.2, 2.3.3).

2.7 Vorliegend  ist  die  Beschwerdeführerin  mit  der  Tarifierung  der 
strittigen  Produkte  nicht  einverstanden.  Während  die  Vorinstanz  die 
Fette in die Tarifnummer 1502.0098 bzw. 1502.0093 einreiht, verlangt 
die  Beschwerdeführerin  die  Zuordnung  der  jeweiligen  Produkte  zur 
Tarifnummer 1501.0012. 

Die  systematische  Gliederung  der  genannten  Nummern  im  Tarif-
nummernverzeichnis stellt sich wie folgt dar:

1502 Fette von Tieren der Rindvieh-, Schaf- oder Ziegen-
gattung, andere als solche der Nr. 1503

Zollansatz 
in Fr. je 
100 kg 
brutto

- zu Futterzwecken

-- weder ausgeschmolzen noch anders ausgezogen

-- andere:

1502.0012 --- roh bis  30.6.2005: 
0.00
ab  1.7.2005: 
2.00

1502.0019 --- andere 21.00

1517 (...); geniessbare Mischungen oder Zubereitung von 
tierischen oder pflanzlichen Fetten oder Ölen oder 
Fraktionen  verschiedener  Fette  oder  Öle  dieses 
Kapitels, ausgenommen geniessbare Fette und Öle 
und ihre Fraktionen der Nr. 1516:

1518 ;(...) nicht geniessbare Mischungen oder Zubereitun-
gen  von  tierischen  oder  pflanzlichen  Fetten  oder 
Ölen oder von Fraktionen verschiedener Fette oder 
Öle dieses Kapitels, anderweit weder genannt noch 
inbegriffen:

- nicht geniessbare Mischungen pflanzlicher Öle:

- andere

1518.0098 --- zu Futterzwecken (bis 31.1.2005) 20.00

1518.0093 --- zu Futterzwecken (ab 1.2.2005) bis  30.6.2005: 
20.00
ab  1.7.2005: 
19.00

Die Tarifnummern gehören zu Abschnitt III «Tierische und pflanzliche 
Fette  und  Öle;  Erzeugnisse  ihrer  Spaltung;  zubereitete  Speisefette; 
Wachse tierischen oder pflanzlichen Ursprungs» und hierin zu Kapitel 
15. Dieses Kapitel umfasst Fette und Öle tierischen und pflanzlichen 

Seite 15

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Ursprungs, roh, gereinigt, raffiniert oder auf bestimmte Weise behan-
delt (z.B. gekocht, geschwefelt oder gehärtet; vgl. «Erläuterungen»).

Massgebend für die Tarifeinreihung ist, ob es sich um vermischte oder 
unvermischte Fette und Öle handelt. Im Kapitel 15 werden die unver-
mischten Fette und Öle in die Nummern 1501 bis 1515 eingereiht. Die 
tierischen Fette gehören dabei zu den Nummern 1501 bis 1506. Fett-
mischungen werden dagegen unter die Nummern 1517 (geniessbar) 
bzw. 1518 (ungeniessbar) eingeteilt.

3.  
Die  Beschwerdeführerin  beanstandet  die  Art  und  Weise  der  mate-
riellen Revision. An den betreffenden Revisionen habe weder der Zoll-
meldepflichtige selbst noch ein Bevollmächtigter mitgewirkt. Sie bean-
standet auch die Art und Weise der Musterentnahme. Diese hätte nach 
der  geltenden  europäischen  Norm  (ISO/FDIS-5555:2001)  erfolgen 
müssen. Demnach hätten die vorgeschriebenen Entnahmegeräte ver-
wendet  und  die  Anforderungen  an  die  Hygiene  eingehalten  werden 
müssen. Im Verhältnis zur importierten Menge seien zudem zu wenig 
Proben (lediglich 1-2 statt 4-5 pro Einfuhr) gezogen worden. Die Tech-
nik  der  Musterentnahme sei  nicht  verurkundet.  Vermutlich  seien  die 
Muster durch den Zollagenten, «evtl. den Chauffeur», gezogen worden 
(Beschwerde,  S.6). In  ihrer  Replik bestreitet  sie allerdings, dass von 
ihrer Seite jemand mitwirkte (Replik, S. 6). Folglich seien die Analyse-
ergebnisse  nicht  tragbar  und  nicht  anzuerkennen.  Der  Revisionsbe-
fund müsse die Beschwerde bis zur letzten Instanz ermöglichen. Bei 
der vorliegenden Ausgestaltung sei dies nicht gewährleistet. Dies ver-
hindere  die  Wahrnehmung  ihrer  verfassungsmässigen  Rechte  bzw. 
verletze namentlich ihren Anspruch auf rechtliches Gehör. Da sie nicht 
wisse, wer bei der Revision anwesend war, könne sie z.B. ihr Recht 
auf Zeugenbefragung oder -benennung nicht ausüben.

3.1
3.1.1 Im vorliegenden Fall wurden die genannten Sendungen auf dem 
Strassenweg  eingeführt.  Die  Zollpflichten  hatten  somit  primär  die 
Chauffeure zu tragen (E. 2.1). Es entspricht gängiger Praxis, dass sich 
diese  während  der  Zollabfertigung  beim  Fahrzeug  aufhalten.  In  der 
Regel ist der Chauffeur bzw. Zollmeldepflichtige beauftragt, die für die 
Abfertigung notwendigen Papiere am Zollschalter abzugeben. Als Zoll-
meldepflichtiger und nunmehr Bezugsperson der abfertigenden Zollbe-

Seite 16

A-8527/2007

amten wird er über die angeordnete Revision in Kenntnis gesetzt und 
aufgefordert,  an  dieser  mitzuwirken,  d.h.  das  Fahrzeug  aufzu-
schliessen sowie allenfalls Packstücke bzw. Tankwagen zu öffnen und 
nach der Musterentnahme wieder zu schliessen. Die Zollbeamten sind 
dienstlich  gehalten,  die  Musterentnahme  durch  den  Zollpflichtigen 
selbst  vornehmen zu lassen (vgl. E. 2.3.1, 2.3.2). Es ist sehr unwahr-
scheinlich,  dass  im vorliegenden Fall  die  Zollbeamten die  Tanks zur 
Entnahme eines Musters eigenhändig aufgeschlossen und die Muster 
selbst entnommen haben, ohne den jeweiligen Chauffeur zur Mitwirk-
ung  aufzufordern.  Wie  die  Beamten  die  Tankwagen  hätten  geöffnet 
haben  sollen,  ohne  die  entsprechenden  Schlüssel  bzw. Instrumente 
von den Chauffeuren ausgehändigt erhalten zu haben, bliebe unerfind-
lich.

Dass angesichts der ihnen obliegenden Zollmelde- und der damit ver-
bundenen Mitwirkungspflichten ausgerechnet alle 27 Chauffeure (so-
wie auch beide Chauffeure im Verfahren A-1727/2006 und alle sieben 
Chauffeure  im Verfahren  A-1755/2006)  –  unabhängig  voneinander  – 
während den Zollabfertigungen nicht anwesend gewesen sein und die 
Muster nicht entnommen haben sollen, erscheint dem Bundesverwal-
tungsgericht  aufgrund  der  gesamten  Umstände  nicht  als  glaubhaft. 
Zudem wurde  der  Einwand,  weder  der  Zollmeldepflichtige  noch  ein 
Bevollmächtigter  habe  an  der  Musterziehung  mitgewirkt,  erstmals  in 
der Replik explizit  vorgebracht  (es wurde bis dahin «nur» die «tech-
nisch-praktische»  Vorgehensweise  bei  der  Musterentnahme  [dazu 
sogleich] beanstandet). Zu diesem Zeitpunkt war ihr die Tatsache der 
Musterentnahme längstens bekannt. Der Schluss, dass es sich unter 
diesen  Umständen  bei  diesem  Vorwurf  um  eine  Schutzbehauptung 
handelt,  ist  deshalb  naheliegend.  Jedenfalls  wäre  nach  Treu  und 
Glauben  zu  erwarten  gewesen,  dass  die  Beschwerdeführerin  nach 
Kenntnisnahme der Tatsache der Musterentnahme sofort beanstandet 
hätte, dass (angeblich) kein Zollmeldepflichtiger bei der Musterziehung 
anwesend war.

3.1.2 Es kann deshalb als erstellt gelten, dass die Revisionen im Bei-
sein der Zollmeldepflichtigen durchgeführt wurden und diese bei den 
Musterentnahmen zumindest in rechtsrelevanter Weise mitwirkten.

3.2
3.2.1 Da die Beschwerdeführerin der Zollbehörde für die Revision un-
bestrittenermassen keine Drittperson genannt hatte, durfte sie sich an 

Seite 17

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den jeweiligen Chauffeur halten. Aufgrund der im Zollrecht geltenden 
Mitwirkungspflichten  oblag  es  diesem,  eine  sachgerechte 
Musterentnahme  durchzuführen  und  dem  Zoll  repräsentative  und 
verwertbare Muster in hinreichender Anzahl zur Verfügung zu stellen 
(vgl. E. 2.3.4). Die entsprechende Instruktion der für die Einfuhr beige-
zogenen Hilfspersonen wäre Sache der (ursprünglichen) Beschwerde-
führerin  gewesen  (vgl.  E. 2.1).  Da  die  Zollbehörde  davon  ausgehen 
darf,  dass der  Zollmeldepflichtige (bzw. allenfalls die bevollmächtigte 
Person) die Methode der korrekten Musterziehung beherrscht, besteht 
auch kein Grund, die angewandte Methode im Revisionsbefund näher 
zu bezeichnen oder zu beschreiben. Insgesamt vermag das Bundes-
verwaltungsgericht  in  diesem Vorgehen, entgegen der  Rüge der Be-
schwerdeführerin, keine Verletzung des rechtlichen Gehörs oder eine 
andere Rechtswidrigkeit zu erblicken.

Im Weiteren ist  es  das Ziel  des  HS-Übereinkommens,  dass  die  Mit-
gliedstaaten  ihre  Tarif-  und  Statistiknomenklaturen  mit  dem  HS  in 
Übereinstimmung bringen und die völkerrechtlich festgelegte Nomen-
klatur einheitlich auslegen (vgl. E. 2.6, 2.6.3). Hingegen beschlägt das 
HS-Übereinkommen  nicht  die  unterschiedlichen  Verfahren  der  Mit-
gliedstaaten betreffend die Zollabfertigung. Entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin ergibt sich aus dem HS folglich keine Pflicht 
zur  einheitlichen  Regelung  der  Musterentnahme  in  den  Mitglied-
staaten.

3.2.2 Zusammenfassend ist  festzuhalten, dass die Musterentnahmen 
rechtmässig verlaufen sind. 

3.3 Es  bleibt  in  diesem  Zusammenhang  auf  den  beschwerdeführe-
rischen Vorwurf einzugehen, die Musterentnahme sei nicht korrekt ver-
urkundet worden. Die Beschwerdeführerin beanstandet, weder sei ver-
urkundet  worden,  wer als  ihr  rechtmässig  bestellter  Vertreter  an der 
Musterziehung teilgenommen habe, noch, ob die angewandte Metho-
de die Richtige war.

3.3.1 Auf  den  Revisionsbefunden  (vgl.  act.  30.1-30.27  Vernehm-
lassungsbeilagen:  [VB])  wurden  jeweils  Transportmittel,  Produktebe-
schaffenheit  und  Anzahl  der  entnommenen  Muster  sowie  die 
Temperatur der einzelnen Kammern festgehalten. Die Befunde wurden 
vom zuständigen Beamten unterzeichnet. Damit  ist  die Tatsache der 
Musterentnahme in geeigneter Weise und hinlänglich festgehalten (vgl. 

Seite 18

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E. 2.3.5). 
Die «Art der Entnahme der Muster» bzw. die zur Musterentnahme an-
gewandte Methode ist nicht Gegenstand der Verurkundung (vgl. dazu 
bereits E. 3.2.1). Ob es sich beim Revisionsbefund angesichts der in 
E. 2.4.2  genannten Kriterien überhaupt  um eine «Urkunde» handelt, 
ist  fraglich  (E. 2.4.3 f.),  braucht  aber  vorliegend  nicht  geklärt  zu 
werden.  Wäre  die  Methode  dennoch  im  Revisionsbefund  vermerkt, 
würde  dieser  –  entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  – 
allerdings  nicht  die  wissenschaftliche Korrektheit  und Richtigkeit  der 
Methode der Musterentnahme verurkunden sondern – wie dies für die 
Untersuchungsberichte der SCTK gilt  (E. 2.4.1) – lediglich wiederge-
ben, dass die betreffende Methode angewandt wurde.

Den Namen des Zollmeldepflichtigen bzw. des Chauffeurs zu nennen, 
ist für den Nachweis der Musterentnahme nicht notwendig (E. 2.3.5). 
Insofern  die  Beschwerdeführerin  argumentiert,  aufgrund der  Mitwirk-
ungspflichten des Zollmeldepflichtigen müsse dessen Name im Revi-
sionsbefund  zwingend  vermerkt  werden,  verkennt  sie  die  Tragweite 
dieses Grundsatzes. Daraus ergibt sich vielmehr umgekehrt, dass die 
Beschwerdeführerin allenfalls offenzulegen hätte, wer von ihrer  Seite 
an der Musterziehung beteiligt gewesen war. Der Vorwurf, aus dem je-
weiligen Revisionsbefund gehe nicht hervor, dass der Beamte, der den 
Befund  unterzeichnet  hat,  auch  tatsächlich  derjenige  war,  der  die 
Revision durchgeführt  hat,  ist  abwegig. Was die Beschwerdeführerin 
damit erreichen will, ist unklar. Eine Verletzung ihres Rechts auf Zeu-
genbenennung  und  -befragung  durch  die  Ausgestaltung  des  Revi-
sionsbefundes ist für das Bundesverwaltungsgericht nicht zu erblicken. 
Inwieweit  grundsätzlich  die  Revisionsbefunde  es  ihr  bislang  verun-
möglicht haben sollen, ihre Beschwerde sinnvoll und effektiv zu führen, 
hat  sie  nicht  näher  dargetan und ist  dem Bundesverwaltungsgericht 
auch nicht ersichtlich. 

3.3.2 Das Vorbringen der Beschwerdeführerin,  die Verurkundung der 
Musterentnahme sei  mangelhaft,  vermag deshalb  nicht  durchzudrin-
gen. Die Beschwerde wird in diesem Punkt abgewiesen.

3.4 Im Übrigen besteht für das Bundesverwaltungsgericht kein Grund, 
die Repräsentativität der erhobenen Muster in Zweifel zu ziehen, wie 
die nachfolgenden Ausführungen zeigen: 

Seite 19

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3.4.1 Die jeweiligen Fette waren zum Zeitpunkt der Einfuhr flüssig und 
erwärmt (vgl. Produktebeschaffenheit  und Temperaturangaben in den 
Revisionsbefunden,  act.  30.1-30.27  VB).  Ausserdem  wurde  der  La-
dungsinhalt beim Transport beständig geschüttelt. Anlässlich der Mus-
terziehung haben die Zollmeldepflichtigen nicht geltend gemacht,  die 
Ladungen hätten lange gestanden, und es sei deshalb eine Entmisch-
ung eingetreten. Aufgrund der Mitwirkungspflicht  (vgl. E. 2.3.3)  hätten 
sie  die  Behörde  aber  allenfalls  auf  eine  inhomogene,  nicht  aus-
reichend durchmischte Ware hinweisen müssen. Lässt der Zollmelde-
pflichtige die Zollstelle diesbezüglich im Unklaren, geht dies zu seinen 
Lasten. Aus den bezeichneten Umständen (erwärmtes und beständig 
geschütteltes Fett, keine gegenteiligen Hinweise der Chauffeure) zieht 
die Vorinstanz den korrekten Schluss, dass die Fette, nament lich hin-
sichtlich  der  vorliegend  analysierten  Werte  (Zusammensetzung  der 
Fettsäuren  [Fettsäuremuster],  Säuregrad,  Cholestadien),  homogen 
waren. Es spielt daher keine Rolle, von welcher Stelle (Kammer-oben, 
-mitte, -unten) das Muster gezogen wurde.

3.4.2 Weiter hat die Vorinstanz dargelegt, dass die Technik der Probe-
nahme keinen bedeutsamen Einfluss auf  die vorliegend analysierten 
Parameter (Zusammensetzung der Fettsäuren [Fettsäuremuster], Cho-
lestadien und Säuregrad) habe. Sie stützt sich dabei auf eine Studie 
von  ...  WOLFGANG HARTFIEL:  Untersuchungen  zur  Probeentnahme  von 
Futterfetten bei Anlieferung in Tankfahrzeugen (in: Fett-Wissenschaft-
Technologie,  89. Jahrgang,  Nr. 3,  1987,  S. 124 ff.).  Die  Studie  habe 
den Einfluss  der  Probenahmetechnik  und  der  Probenahme aus  ver-
schiedenen Tiefen auf diverse Kennzahlen zum Gegenstand. Es werde 
zwar auf  die Relevanz der richtigen Technik der Probenahme hinge-
wiesen. Die  beiden in  dieser  Studie  angewandten  Verfahren  (mittels 
Handgerät  und  Bypass-Entnahmeanlage)  hätten  indessen  nicht  zu 
unterschiedlichen Ergebnissen betreffend die Fettsäuremuster geführt. 
Die  Studie  komme  weiter  zum  Ergebnis,  dass  es  auch  keine 
Differenzen  zwischen  den  «unten»  und  den  «oben»  gezogenen 
Proben gegeben habe: «Der Vergleich der Fettsäuremuster ergab bei 
allen  Untersuchungen  weder  Differenzen  zwischen  den  unten  und 
oben  gezogenen  Proben  noch  zwischen  den  beiden  verschiedenen 
Verfahren.  Das  gleiche  trifft  für  die  Säure-  und  Peroxidzahl  zu» 
(HARTFIEL, a.a.O., S. 126). 

Die Beschwerdeführerin (bzw. ihr «Gutachter» ...) repliziert allerdings, 
es  seien  lediglich  gesättigte  und  einfach  gesättigte  Fettsäuren  und 

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keine  gering  enthaltenen,  ungradzahlige  sowie  ISO-Fettsäuren 
analysiert  worden,  die  bei  der  GC-Analytik  zum  Nachweis  der 
Vermischung des Rinderfettes mit Schweinefett entscheidend gewesen 
seien.  Die  Vorinstanz  dupliziert,  der  «Gutachter»  versuche,  [diese] 
Publikation  zu  relativieren,  [seien]  doch  sehr  wohl  Fettsäuren  im 
niedrigen Konzentrationsbereich analysiert [worden]. Tatsächlich findet 
sich z.B. in Tabelle 6 (HARTFIEL, a.a.O., S. 127) die Fettsäure C8-0, die 
mit  Werten  von  0.2  und  0.1  einen  sehr  geringen  Gehalt  aufweist. 
Zudem [ist diese] Studie ohne Einschränkungen auf spezifische Fett-
säuren zum Ergebnis gelangt, dass keine Unterschiede im Fettsäure-
muster feststellbar sind. Ausserdem wird die C18-2 Fettsäure, die für 
die  Unterscheidung  von Schweine-  und  Rinderfett  relevant  ist  (dazu 
nachfolgend,  E.  4),  explizit  in  dieser  Studie  erwähnt  (vgl.  die  ent-
sprechenden Tabellen auf S. 127). Es besteht folglich für das Bundes-
verwaltungsgericht kein Anlass, die (wissenschaftliche) Verwertbarkeit 
der vorliegend gezogenen Muster in Frage zu stellen.

3.4.3 Das Ergebnis dieser Studie wird auch durch die eigenen Mess-
ungen  der  SCTK in  zahlreichen  ähnlich  gelagerten  Fällen  bestätigt.  
Die  Vorinstanz  verweist  beispielhaft  auf  eine  Rinderfett-Einfuhr  vom 
März 2005, anlässlich derer drei Muster aus verschieden Tiefen gezo-
gen  wurden  (Kammer-oben,  -mitte,  -unten).  Die  ermittelten  Säure-
grade  wie  auch  die  Fettsäuremuster  waren  (unter  Berücksichtigung 
von Messunsicherheiten) übereinstimmend. 

3.5 Entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  erweist  sich 
folglich  die  Technik  der  Probenahme  für  die  Untersuchung  der  Zu-
sammensetzung  des  Fettsäuremusters  sowie  für  die  Ermittlung  des 
Säuregrades und der Cholestadienwerte als nicht  «absolut entschei-
dend».  Deshalb  ist  die  Beschwerde  in  diesem  Punkt  ebenfalls 
abzuweisen.

4.  
Die Beschwerdeführerin bestreitet die Untersuchungsberichte bzw. die 
daraus  gezogenen  Schlüsse.  Ihre  Argumentation  stützt  sie  auf  die 
«Gutachten»  von  Prof.  B._______,  die  sie  zum  integrierenden  Be-
standteil ihrer Beschwerde und ihrer Replik erklärte.

4.1 Zunächst ist festzuhalten, dass die Vorinstanz aufgrund der Unter-
suchung  der  Zusammensetzung  der  Fettsäuren zur  Auffassung  ge-
langte,  dass  es  sich  bei  den  streitbetroffenen  Einfuhren  nicht  um 
reines,  d.h.  unvermischtes  Rinderfett  handelte  (sondern  um  eine 

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Mischung von Rinder- mit Schweinefett). Gestützt auf die Geruchsana-
lyse  gelangte sie sodann zum Schluss, dass die jeweiligen Mischun-
gen nicht geniessbar waren.

4.2
4.2.1 Die Vorinstanz erklärt, dass sich jedes (pflanzliche wie tierische) 
Fett  durch  seine  «artspezifische»  Verteilung  der  Fettsäuren  unter-
scheide. Zwischen zwei  verschiedenen Fetten – z.B. Schweine-  und 
Rinderfett  –  würden  sich  allerdings  «nicht  alle  Fette  gleich  stark» 
unterscheiden.  Auch  müsse  eine  gewisse  «natürliche  Schwankung» 
der  einzelnen  Gehalte  an  Fettsäuren  berücksichtigt  werden.  Aus 
diesen Gründen seien im Zusammenhang mit der vorliegenden Proble-
matik  mehrere Fettsäuren  mit  einer  «möglichst  grossen  Diskriminie-
rung» ausgewählt und untersucht worden. Daraus ergebe sich ein «all-
gemeineres Bild» als eine «Interpretation», welche sich nur auf  eine 
bestimmte Fettsäure stütze. 

4.2.2 Die  SCTK  hat  im  vorliegenden  Fall  deshalb  jeweils  folgende 
Fettsäuren untersucht: Die drei Hauptfettsäuren R1, R2 und S (das ist 
eine Kombination mehrerer Fettsäuren im Bereich C14, C15 und C16) 
sowie die Fettsäuren C17A (= C17 iso + C17 anteiso), C17B (= C17 + 
C17-1),  C18-2 (Linolsäure) und C20-2 (Icosadiensäure). Zur Bestim-
mung  der  Fettsäuren  wurde  die  Methode  der  Gaschromatographie 
(GC-Methode) verwendet. 

Die Anwendung der GC-Methode stützt die Vorinstanz auf die Empfeh-
lung der Deutschen Gesellschaft für Fett (DGF). Die DGF veröffentlicht 
eine  anerkannte  Sammlung  analytischer  Methoden  (sog.  DGF-Ein-
heitsmethoden).  Die  Gaschromatographie  wird  von  der  DGF  als 
Methode C-VI 10a(00) aufgeführt  (Gaschromatographie: Analyse der 
Fettsäuren und Fettsäureverteilung). Es werden dort die Validierungs-
parameter, Wiederhol- und Vergleichsgrenzen sowie Genauigkeit (Prä-
zision) der Methode angegeben. Diese Parameter basieren auf Ergeb-
nissen aus Ringversuchen mit mehreren Laboratorien.

4.2.3 Bei der Auswertung der Chromatogramme ist die SCTK wie folgt 
vorgegangen:

4.2.3.1 In  einem  ersten  Schritt hat  sie  die  Hauptfettsäuren  gemäss 
einer Studie aus den 60er Jahren von J. P. WOLFF (Analyse des sain-
doux par chromatographie en phase gazeuse, in: Revue Française des 
corps gras, Nr. 4, April  1963, S. 187 ff.) ausgewertet, nach einer be-

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stimmten  Formel  in  einen  Prozentwert  umgerechnet  und  folgender-
massen interpretiert: Entsprachen diese Parameter einem unvermisch-
ten Fett (d.h. aus R1, R2 und S wurde über 90% Rinderfett berechnet), 
wurde die Deklaration als (reines) Rinderfett ohne Weiteres akzeptiert. 
Entsprachen  diese  Parameter  hingegen  nicht einem  unvermischten 
Fett (d.h. aus den GC-Werten von R1, R2 und S wurde, in Prozenten 
umgerechnet, weniger als 90% Rinderfett berechnet), wurde zu Schritt  
zwei übergegangen: 

4.2.3.2 Diesfalls  wurden  weitere  Parameter  mit  aussagekräftigeren 
Fettsäuren im niedrigen Konzentrationsbereich (C17A,  C17B,  C18-2, 
C20-2)  herangezogen.  Für  die  Unterscheidung  von  Rinder-  und 
Schweinefett sei insbesondere die Icosadiensäure (C20-2) ein geeig-
neter Parameter. Rinderfett enthalte nämlich keine Icosadiensäure. Ge-
prüft wurde, ob der Gehalt an Icosadiensäure kleiner war als 0.05%. 
Auf diesen Wert wird aus messtechnischen Gründen abgestützt, weil 
das  Messsystem  Peaks  erst  ab  0.05%  erfasst  (Erfassungsgrenze). 
Weiter  wurde  untersucht,  ob  der  aus  C18-2,  C17A  oder  C17B  er -
mittelte  Rinderfettgehalt  je  über  93%  betrug.  Erfüllten  zwei dieser 
Parameter die Bedingung (Icosadiensäure kleiner als 0.05% und einer 
der aus C18-2, C17A oder C17B ermittelte Rinderfettgehalt grösser als 
ca. 93%),  ging  die  Vorinstanz von reinem Rinderfett  aus,  ansonsten 
von einer Mischung (vgl. Beurteilungsschema auf S. 18 der Vernehm-
lassung, vgl. auch S. 10 des Entscheides). Um «globale Messunsicher-
heiten» und «allfällige produktbedingte Kreuzkontaminationen» zu be-
rücksichtigen,  ist  zudem  ein  Toleranzwert  von  5%  einberechnet 
worden. Grenzfälle  sind  einzeln  beurteilt  worden. Die  Vorinstanz  er-
klärt, wegen der erwähnten natürlichen Schwankungen (vgl. E. 4.2.1) 
könne es sein, dass zwei verschiedene Fettsäuren «nicht zur gleichen 
%-igen Rinderfettschätzungen»  führten. Das «Gesamtbild»  aber,  ge-
stützt  auf  die verschiedenen untersuchten Parameter,  sei  «eindeutig 
genug», um den Entscheid «vermischt» bzw. «unvermischt» treffen zu 
können. 

4.2.3.3 Für die Beurteilung schliesslich, ob es sich um  geniessbares 
oder ungeniessbares Fett  handelte,  stützte  sich  die  Vorinstanz  in 
einem  dritten Schritt auf  die Geruchsanalyse. Wurde der Geruch als 
«unangenehm» beurteilt, wurde das Fett in den Tarif für die ungeniess-
baren Mischungen eingereiht.

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4.3 Im vorliegenden Fall ergab eine Beurteilung der einzelnen Muster 
anhand dieser  Kriterien,  dass  es sich jeweils  um eine Fettmischung 
handelt (vgl. zu den einzelnen Werten die Tabelle auf S. 10 des vorins-
tanzlichen  Entscheides).  Aus  dieser  Tabelle  ist  ersichtlich,  dass  bei 
sämtlichen Mustern aus den Anteilen an R1, R2 und S jeweils weniger 
als  90%  Rinderfett  berechnet  wird  (vgl.  E. 4.2.3.1,  erster  Schritt). 
Zudem erfüllt  auch kein Muster  die zwei  (kumulativen)  Bedingungen 
des  zweiten  Schrittes,  um  noch  als  reines  Rinderfett  in  Frage  zu 
kommen (vgl. E. 4.2.3.2): Bei keinem Muster ist  die C20-2 Fettsäure 
kleiner als 0.05% und beträgt einer der aus C18-2, C17A oder C-17B 
errechnete Prozentanteil an Rinderfett die geforderten 93%. Auch gibt 
es kein Muster, bei dem aus zwei der Fettsäuren C18-2, C17A oder 
C-17B ein Prozentanteil von 93% errechnet wird. Dass es sich jeweils 
um eine nicht  geniessbare Fettmischung handelt,  wurde anhand der 
Geruchsanalyse bestimmt (vgl. E. 4.2.3.3).

4.4 Zusätzlich hat  die Vorinstanz von den 27 Mustern jeweils Unter-
muster an das AVS zur Untersuchung mittels «real time Polymerase 
Chain  Reaction  (PCR)»  übergeben. Mittels  der  PCR-Methode  lasse 
sich artspezifische DNA (DesoxyriboNucleicAcid) nachweisen. Ausge-
zogene  tierische  Fette  enthielten  in  der  Regel  keine  Zellrückstände 
oder  kein  Erbmaterial.  Je  nach  Reinheit  und  Behandlung  der  Fette 
könnten aber noch Spuren von – teilweise beschädigten – DNA-Bruch-
stücken zurückbleiben. Liege dieses in genügender Menge und Quali-
tät vor, könne mittels PCR-Methode artspezifisches Erbmaterial nach-
gewiesen werden. Im vorliegenden Fall sei bei einem einzigen Muster 
(3101.2215.04.1) Rind und Schwein sicher nachgewiesen worden. 

4.5
4.5.1 Nur am Rande sei an dieser Stelle erwähnt, dass es sich bei der 
SCTK um ein nach ISO/IEC-Norm 17025 zertifiziertes Labor handelt. 
Die ISO/IEC-Norm 17025 (vorliegend ist die Ausgabe 1999 einschlä-
gig) enthält Anforderungen, die Prüf- und Kalibrierlaboratorien erfüllen 
müssen, wenn sie nachweisen wollen, dass sie technisch kompetent 
und  fähig  sind,  fachlich  fundierte  Ergebnisse  zu  erzielen  (Schwei-
zerische  Normen-Vereinigung  [Hrsg.],  Allgemeine  Anforderungen  an 
die  Kompetenz  von  Prüf-  und  Kalibrierlaboratorien  [ISO/IEC-Norm 
17025:1999],  S. 3). So muss das Laboratorium Festlegungen haben, 
durch die sichergestellt wird, dass seine Leitung und sein Personal frei 
von internen oder externen kommerziellen, finanziellen und sonstigen 
Zwängen und Einflüssen sind, die sich negativ auf die Qualität der Ar-

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beit  auswirken können  (ISO/IEC-Norm  17025:1999,  S. 7).  Die  Norm 
enthält detaillierte Vorschriften bezüglich Anforderungen an das Mana-
gement, die Lenkung, Genehmigung und Herausgabe von Dokumen-
ten oder bezüglich Vorgehen bei fehlerhaften Prüf- und Kalibrierarbei-
ten (ISO/IEC-Norm 17025:1999, S. 6 ff.). Zudem werden in der Norm 
die technischen Anforderungen umschrieben, so jene an das Personal, 
die Räumlichkeiten und Umgebungsbedingungen, die Prüf- und Kali-
brierverfahren  und  deren  Validierung,  die  Schätzung  der  Messun-
sicherheit, die Probenahme etc. (ISO/IEC-Norm 17025:1999, S. 22 ff.; 
vgl.  zum  Ganzen  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1753/2006 vom 23. Juni 2008 E. 3.5).

4.5.2 Die SCTK hat zudem im Rahmen der Qualitätssicherung im Jahr 
2007 an einer Laborvergleichsuntersuchung (LVU) zur Thematik «Ana-
lytik  von Speiseöl»  teilgenommen. In  diesem Ringversuch sind Fett-
säuren im niedrigen Konzentrationsbereich analysiert worden, worun-
ter teilweise auch jene Fettsäuren, die im vorliegenden Fall untersucht 
worden sind (nämlich die C14, C16, C18-2 Fettsäuren; hingegen sind 
die C17 und C20-2 Fettsäuren in den zu untersuchenden Fetten nicht 
enthalten gewesen). Die LVU hat gezeigt, dass die GC-Methode routi-
nemässig in vielen Labors angewendet wird, dass die verschiedenen 
Teilnehmer  die  Fettsäuren  richtig  identifiziert  haben,  die  Quantifizie-
rung auch für  Fettsäuren im niedrigen Konzentrationsbereich gut  re-
produzierbar ist, und dass es keine Probleme bei der Peak bzw. (Fett -
säure)-Identifikation  gibt. Die  SCTK hat  bei  diesem Ringversuch ein 
sehr gutes Ergebnis erzielt (act. 15 VB). Das zeigt, dass sie befähigt 
ist, die Methode sauber und erfolgreich anzuwenden.

5.
Die  SCTK  –  von  der  aufgrund  der  ISO-Zertifizierung  angenommen 
werden darf, sie erziele ihre Ergebnisse fachlich kompetent – hat ge-
mäss  den  wissenschaftlich  anerkannten  Methoden  bzw.  nach  der 
Empfehlung der einschlägigen wissenschaftlichen Institution gearbei-
tet. Gestützt auf diese Untersuchungsberichte hat die OZD die Tarifie-
rung vorgenommen. Eine offensichtliche Fehlerhaftigkeit der Analyse-
verfahren oder -ergebnisse ist für das Bundesverwaltungsgericht nicht 
ersichtlich. Somit hat die Behörde den Beweis für die abgabebegrün-
denden Tatsachen erbracht. Gemäss den Beweislastregeln obliegt es 
nun  der  Beschwerdeführerin,  den  Nachweis  zu  erbringen,  dass  die 
Untersuchungsberichte  dennoch  unrichtig  sind  bzw.  die  Würdigung 

Seite 25

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derselben durch die Behörde rechtswidrig ist (vgl. E. 1.3 und E. 2.4.4).

5.1 Einwände die GC-Methode betreffend
5.1.1 Die Beschwerdeführerin bzw. ihr «Gutachter» macht geltend, die 
angewandte GC-Methode sei aus den 60er Jahren und daher «veral-
tert». Ihre Schwierigkeiten bestünden darin, dass Fettsäuren im niedri-
gen Konzentrationsbereich (dazu gehörten namentlich die Fettsäuren 
C17A  und  C17B)  sich  meist  schlecht  von  den  Hauptfettsäuren  ab-
trennen  liessen.  Eine  exakte  Identifizierung  und  Zuordnung  solcher 
Spurenfettsäuren sei deshalb schwierig. Die «Empfindlichkeit/Messun-
genauigkeit»,  d.h.  die  schlechte  Trennschärfe  («Peak-Abstände  zwi-
schen den Fettsäuren»), sei ihm aus der eigenen Arbeit noch gut be-
kannt. Als Lösung biete sich die «Massenspektroskopie im Single Ion 
Modus» an.

5.1.2 Die Vorinstanz hat für ihre Untersuchungen die neuesten Geräte 
verwendet  und  nicht  –  wie  die  Beschwerdeführerin  zu  implizieren 
scheint – solche aus den Zeiten  WOLFFS (also aus den 60er Jahren). 
Wie  die  Vorinstanz  nachvollziehbar  ausführt,  hätte  sie  sonst  wohl 
kaum eine derart  gute Beurteilung bei der LVU erzielt  (vgl. E. 4.5.2). 
Die von der Beschwerdeführerin vorgeschlagene Methode («Massen-
spektroskopie im Single Ion Modus») wurde (im massgeblichen Zeit -
raum) von der DGF nicht empfohlen. Auch das damals geltende, in der 
amtlichen Lebensmittelkontrolle verwendete «Schweizerische Lebens-
mittelbuch  5. Auflage»  (SLMB, Kapitel  7,  Speisefette,  Speiseöle  und 
emulgierte Fette, Umschreibungen, Bst. E]) sieht diese Methode nicht 
vor. Es besteht deshalb kein Grund, die Anwendung der GC-Methode 
grundlegend in Frage zu stellen. Wie die Ergebnisse der LVU zudem 
zeigen (vgl. E. 4.5.2), besteht kein Anlass, die Fähigkeit der SCTK zur 
Handhabung dieser Methode in Frage zu stellen. 

5.2  
5.2.1 Die Beschwerdeführerin bringt sodann Einwände betreffend die 
vorliegend untersuchten Fettsäuren C18-2 und C-20-2 vor. 

Im  vorinstanzlichen  Verfahren  machte  sie  zunächst  geltend,  bei  der 
Beurteilung, ob es sich um eine Fettmischung handle, müsse auf die 
Linolsäure (C18-2) abgestellt werden, da diese Peaks einen «vernünf-
tigen Anteil» hätten. Aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung im Handel 
mit Rinderfetten hält sie Fett, das einen C18-2 Wert von ca. 2.5-2.6% 

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enthalte,  für  «sehr  rein»  (Beschwerde  an  die  Zollkreisdirektion  vom 
3. Januar  2005,  act. 6i  VB;  vom  27. Januar  2005,  act.  6l  VB).  Im 
Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  argumentiert  sie  nun 
hauptsächlich mit der angeblich veränderten Fütterung. Sie führt aus, 
die  C18-2  Fettsäure  könne  nicht  vom tierischen  Organismus  selbst 
gebildet  werden,  sondern  müsse  über  die  Futterpflanzen  aufge-
nommen  werden. Rinder  seien  Wiederkäuer. Wegen  der  im  Pansen 
enthaltenen Mikroben sei der Gehalt  an C18-2 Fettsäuren in Rinder-
fetten  geringer als bei Schweinen. Allerdings werde von den Rindern 
«relativ mehr» von der C18-2 Fettsäure mit dem Futter aufgenommen. 
Die  Interpretation  der  Analyseresultate  durch  die  Vorinstanz  stütze 
sich  aber  auf  eine  Interpretation  aus  den  60er  Jahren.  Mittlerweile 
habe sich die Fütterung jedoch grundlegend verändert. Heute würde 
vermehrt Maissilage verfüttert, das über 50% an C18-2 Fettsäuren ent-
halte.  Als  Folge  davon  wiese  Rinderfett  einen  höheren Gehalt  an 
C18-2 auf. Dies habe die Vorinstanz bei der Interpretation der Analyse-
resultate nicht berücksichtigt.

Ähnliches wie für die C18-2 gelte auch für die C20-2 Fettsäure. Zwi-
schen den beiden Fettsäuren bestehe eine «gewisse Abhängigkeit», 
indem durch die zunehmende Aufnahme der C18-2 aus körpereigenen 
Enzymen auch die C20-2 Fettsäure vermehrt gebildet würde. Die Art 
des Futters und die Fütterungsintensität von Rindern sei demnach von 
«grossem  Einfluss»  auch  auf  den  Gehalt  der  Fettsäure  C20-2.  Es 
stimme deshalb nicht, dass Rinderfett  – im Gegensatz zu Schweine-
fett – die Fettsäure C20-2 nicht  enthalte. Sie habe selber  Rindertalg 
aus  den  USA  und  Argentinien  auf  ihre  Gehalte  an  C20-2  hin 
untersucht.  Dabei  hätten sich  Anteile  von 0.12%,  0.08% und 0.15% 
ergeben. Nach A. S. SAMI ET. AL. (Effect of feeding intensity and time on 
feed  on  intramuscular  fatty  acid  composition  of  Simmental  bulls,  in: 
Journal  Animal  Physiol. and Animal  Nutrition  88 [2004],  S. 179-187) 
liege der Anteil an C20-2 Fettsäuren in Simmentaler Bullen bei 0.16%, 
0.13%, 0.14% und 0.11%, abhängig von der Art der Fütterung. Weiter 
stützt sie sich auf  D. KÜHNE/R. KOLB (Fettsäuremuster von Rinderfetten 
in Abhängigkeit von Fütterung und Fettart, Bundesanstalt für Fleisch-
forschung,  Kulmbach,  Jahresbericht  1999,  S.  36-37),  wonach  der 
Anteil  der C20-2 Fettsäure allgemein 0.03% bzw. 0.04% betrage. Im 
intramuskulären Fett liege der Anteil sogar bei 0.06 bis 0.20%.

5.2.2

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5.2.2.1 Die Vorinstanz betont zunächst, dass sie «nur» die Hauptfett-
säuren (R1, R2, S) nach der Publikation von WOLFF (aus den 60er Jah-
ren) interpretiert  habe (Schritt  1 der Analyse). Ihre Analyse habe sie 
aber  nicht  alleine  darauf  abgestützt,  sondern  –  was  die  Fettsäuren 
C20-2, C17-iso, C17-anteiso, C17, C17-1 und C18-2 betreffe (Schritt 2 
der  Analyse)  –  auch  auf  neue  Publikationen. Sie  verweist  auf  TALAT 
SAEED ET AL. (Detection  of  Pork and Lard as Adulterants in  Beef  and 
Mutton Mixtures,  in: Journal  Assoc. Off. Anal. Chem. Vol. 69,  No. 6, 
[1986],  S. 999-1002),  D. KÜHNE (Zur Analyse von Minor-Fettsäuren in 
Rinderfetten,  Bundesamt  für  Fleischforschung  Kulmbach,  Jahresbe-
richt  2001,  S.  52-53)  und  auf  «Chemisches  und  Veterinäruntersu-
chungsamt  Karlsruhe»  (Hrsg.)  (Analytik  von  Milchaustauschern, 
Jahresbericht  2001,  S. 95).  Der  beschwerdeführerische  Vorwurf,  die 
Interpretation der Analyseresultate durch die Vorinstanz beruhe allein 
auf dem Wissensstand der 60er Jahre, ist deshalb unzutreffend.

5.2.2.2 Hinsichtlich des Anteils an Linolsäure (C18-2), auf welche die 
Beschwerdeführerin  zuerst  die  Beurteilung  abgestützt  wissen  wollte 
(vgl. E. 5.2.1), verweist die Vorinstanz auf die Resultate aus der GC-
Analyse: Bei sämtlichen untersuchten Mustern ist ein Linolsäuregehalt 
von  über 2.6%  festgestellt  worden  (vgl.  Tabelle  auf  S.  10  f.  des 
Entscheides). Umgerechnet in Prozenten haben sich eindeutig Misch-
ungen  mit  geschätzten  Rinderfettanteilen  von  30%-83%  ergeben. 
Ausserdem ist an dieser Stelle nochmals darauf hinzuweisen, dass die 
Vorinstanz den Entscheid, ob es sich um eine Fettmischung handelt,  
nicht auf einen einzigen Parameter abgestützt, sondern eine Gesamt-
beurteilung  der  analysierten  Fettsäuren  vorgenommen  hat  (vgl. 
E. 4.2.1).

Hinsichtlich  der  Linolsäure  (sowie  damit  zusammenhängend mit  der 
Icosadiensäure) behauptet die Beschwerdeführerin vor dem Bundes-
verwaltungsgericht deren Veränderung im Gehalt durch die angeblich 
europaweite  Veränderung  der  Fütterung  seit  den  60er  Jahren  durch 
vermehrte Gras- und Maissilage. Über die Frage, ob und in welchem 
Ausmass sich dadurch die Fettsäurezusammensetzung – insbesonde-
re mit Bezug auf die vorliegend untersuchten Fettsäuren – tatsächlich 
veränderte, hat die Beschwerdeführerin allerdings keine Studie beige-
bracht. Die Vorinstanz bestreitet nicht, dass gewisse Faktoren (Art des 
Fettgewebes,  Fütterung,  Rasse,  Jahreszeit)  die  Zusammensetzung 
der  Fettsäuren  beeinflusse.  Bei  Studien  über  den  Einfluss  der 
Fütterung  würden  allerdings  einzelne,  isolierte  Tiere  oder  Organe 

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untersucht, wenn möglich im Vergleich zu einer Referenzgruppe. Vor-
liegend stünden aber «kommerzielle Fette» (also gerade nicht einzel-
ne, isolierte Tiere) zur Diskussion. Die jeweils importierte Menge liege 
in der Regel bei 20 Tonnen. Dies entspreche ca. 300 Rindern oder ca. 
1000  Schweinen.  Die  Kennzahlen  solcher  Fette  entsprächen  somit 
«Durchschnittswerten»,  d.h. der Einfluss von «extremen Werten» sei 
durch die grosse Anzahl der verwendeten Tiere stark vermindert. 

Ob  überhaupt  und  gegebenenfalls  inwiefern  sich  die  angeblich  ver-
mehrte  Fütterung  von  Maissilage  auf  die  vorliegend  untersuchten 
Fettsäuren C18-2 und C20-2 tatsächlich ausgewirkt hat, ist nach dem 
Gesagten  unklar.  Für  das  Bundesverwaltungsgerichts  fällt  bei  der 
Würdigung  dieser  Frage  erheblich  ins  Gewicht,  dass  die  Vorinstanz 
unter Anwendung der anerkannten Methoden gerade keine solche Ver-
änderung der Fettsäuren festgestellt hat. Die Vorinstanz hat zahlreiche 
Importmuster untersucht. Viele Muster von Schweine- und Rinderfetten 
haben durchaus  den Deklarationen entsprochen. Dies,  obwohl  diese 
Fette nicht – wie in den Untersuchungen von  WOLFF – aus Frankreich 
stammten. Das spricht dafür, dass die Methode für differenzierte und 
damit  zuverlässige  Resultate  sorgt.  Zudem  hat  die  SCTK  die 
Zuverlässigkeit  der  Methode  von  WOLFF durch  selbst  erstellte 
Mischungen von Schweine- und Rinderfett nachgeprüft und eine gute 
Übereinstimmung  festgestellt.  Das  Bundesverwaltungsgericht  sieht 
folglich  keinen  Anlass,  die  Aussagekraft  der  angewandten  Analyse-
methode in Zweifel zu ziehen.

5.2.2.3 Zum beschwerdeführerischen Einwand, dass in Rinderfett die 
Fettsäure  C20-2  sehr  wohl  enthalten  sei,  nimmt  die  Vorinstanz  wie 
folgt Stellung: Bei den von SAMI ET AL. erwähnten Fällen handle es sich 
um «Fleischfett (intramuscular)» (d.h. Fleisch). Dieses sei mit den vor-
liegend  in  Frage  stehenden  Importfetten,  bei  denen  es  sich  gerade 
nicht um intramuskuläre Fette handle, nicht vergleichbar. Die intramus-
kulären Fette hätten mit  der vorliegenden Problematik nichts  zu tun. 
Der  Studie  von  KÜHNE und  KOLB aus  dem Jahr 1999 hält  sie  KÜHNE'S 
eigene Studie aus dem Jahr 2001  (a.a.O., S. 53) entgegen: Darin sei 
er  –  «entgegen  früheren  Veröffentlichungen  unseres  Hauses»  –  zur 
Auffassung gelangt, dass der Gehalt an C20-2 bei Rinderfett bei nicht 
mehr als 0.05% liege. Die Beschwerdeführerin vermag folglich aus den 
von ihr zitierten Publikationen nichts zu ihren Gunsten abzuleiten. 

Die  Vorinstanz  verweist  zu  dieser  Frage  sodann  auf  verschiedene 

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wissenschaftliche Arbeiten, die ihre Auffassung bestätigen: SAEED ET AL. 
(a.a.O., S. 999) sind zum Ergebnis gelangt, dass die GC-Methode eine 
schnelle, verlässliche und sensitive Methode ist, um die Anwesenheit 
von  Schwein  oder  Schweinefett  in  Rind-  oder  Hammelmischungen 
nachzuweisen.  Weiter  kommen  SAEED ET AL.  zum  Schluss,  dass  die 
Fettsäure C20-2 in Rind oder Hammel nicht vorhanden sei, in Schwein 
und Schweinefett hingegen schon («C20:2 is not detected in beef or 
mutton and  is  present  in  pork  or  lard»). Ebenso  gibt  das  Veterinär-
untersuchungsamt  Karlsruhe  (a.a.O.,  S.  96)  an,  dass  die  Fettsäure 
C20-2 in Rinderfett  nicht  nachweisbar ist. Nichts anderes ergibt sich 
aus MICHAEL BOCKISCH, Nahrungsmittelfette und -öle, Ulmer Verlag 1993, 
S.  121  und  124:  Gemäss  den  dort  aufgeführten  «Steckbriefen»  für 
Rinder-  und  für  Schweinefett  enthält  Rinderfett  die  Fettsäure  C20-2 
nicht, Schweinefett dagegen schon. Die Ergebnisse all dieser Arbeiten 
stimmen  sodann  mit  den  durch  die  Vorinstanz  durchgeführten 
Forschungen  überein,  wonach  Rinderfett  aus  dem  Schlachthof  und 
aus der Metzgerei die Fettsäure C20-2 nicht enthält. 

5.2.2.4 Aufgrund der von der Vorinstanz zitierten Facharbeiten – mit 
denen  sich  die  Beschwerdeführerin  mit  keinem  Wort  auseinander-
setzt –  geht  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  aus,  dass  in  der 
Fachwelt Konsens darüber besteht, dass in Rinderfetten der Gehalt an 
C20-2 Fettsäuren nicht über 0.05% liegt. Im vorliegenden Fall liegen 
die  Mengen  an  C20-2  Fettsäure  in  sämtlichen  Mustern  zwischen 
0.06% bis  0.25% und  somit  über  diesem Wert  (vgl.  die  Tabelle  auf 
S. 10 des vorinstanzlichen Entscheids).

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Einwände der Beschwer-
deführerin bezüglich der Fettsäuren C18-2 und C20-2 fehl gehen.

5.3 Einwände die PCR-Methode betreffend
5.3.1 Die  Beschwerdeführerin  bringt  vor,  die  Anwendung  der  PCR-
Methode sei nicht validiert. Die Vorinstanz habe deshalb den Beweis 
nicht erbracht, dass es sich in dem einen Fall um eine Fettmischung 
gehandelt habe.

5.3.2 Da die  Vorinstanz bereits  gestützt  auf  die GC-Methode darauf 
abstellen durfte, dass es sich bei sämtlichen Einfuhren nicht um reines 
Rinderfett  handelte,  erübrigen sich  weitere  Ausführungen zu diesem 
Einwand.

5.4 Einwände die Geruchsanalyse betreffend 

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5.4.1 Die Beschwerdeführerin kritisiert die Beurteilung der Proben an-
hand  des  Geruchs. Dieser  sei  als  «unangenehm» und  deshalb  das 
Fett  als «nicht geniessbar» eingestuft  worden. Das menschliche Ge-
ruchsempfinden sei aber individuell völlig verschieden. Das importierte 
Fett  sei  nicht einer Raffination oder einer Desodorierung unterzogen 
worden, da es zu Futterzwecken und nicht für die menschliche Ernäh-
rung  eingeführt  worden  sei.  Auch  verändere  sich  der  Geruch  von 
Fetten  während  der  Lagerung  und  dem Transport  unter  Sauerstoff-, 
Feuchtigkeits- und Wärmeeinwirkungen. Hinzu kämen «enzymatische 
Spaltungen  (ranzige  Butter)»  (Beschwerde  S.  6).  Die  Bezeichnung 
«ungeniessbar»  sei  «diskriminierend»,  «völlig  überflüssig  und  falsch 
im Hinblick auf ihre angegebene Verwendung in Tierfutter» (Beschwer-
de S. 7).

5.4.2 Vorliegend gelangte die Vorinstanz gestützt auf die GC-Analyse 
zum Ergebnis, dass es sich beim importierten Fett nicht um rohes und 
unvermischtes  Rinderfett  gemäss  der  Tarifnummer  1502  handelte, 
sondern  um eine  Fettmischung. Dies  hatte  zur  Folge,  dass  sie  auf-
grund  des  Tariftextes  weiter  differenzieren  musste,  ob  die  Fett-
mischung für den Menschen geniessbar (Tarifnummer 1517) oder  un-
geniessbar (Tarifnummer  1518)  war. Diese  Unterscheidung  gilt  übri-
gens international. Sie wird anhand des  Geruchs getroffen. Dies er-
scheint insofern sachgerecht, als tierische Fette, die für die mensch-
liche  Nahrung  bestimmt  sind,  einer  Raffination  (dazu  gehört  eine 
Desodorierung)  unterzogen  werden,  da  die  Rohfette  nur  ausnahms-
weise als solche «genusstauglich» sind (vgl. hierzu das im vorliegen-
den  Zeitraum  in  der  amtlichen  Lebensmittelkontrolle  verwendete 
«Schweizerische  Lebensmittelbuch  5. Auflage»  [SLMB,  Kapitel  7, 
Speisefette,  Speiseöle  und  emulgierte  Fette,  Umschreibungen, 
Bst. E]).  Da der Geruch in den vorliegenden Fällen von der SCTK je-
weils als «unangenehm» beschrieben wurde, erfolgte die Einreihung in 
die  Tarifnummer  1518. Damit  werden  die  eigenen  Angaben der  Be-
schwerdeführerin  bestätigt,  wonach  es  sich  bei  den  eingeführten 
Fetten sämtliche um «nicht  (...)  für  den Menschen geniessbare Pro-
dukte»  gehandelt  hat,  die  den  «spezifischen  Eigengeruch»  von 
Rinderfett  aufgewiesen  haben,  der  für  das  menschliche  Geruchs-
empfinden  «meist  recht  unangenehm»  ist  («Gutachten»  von  Prof. 
B._______ vom 22. Juni 2007, S. 3, act. 12b VB). Inwiefern angesichts 
der  tarifarischen  Vorschriften  die  Ausführungen  der  Vorinstanz  be-
treffend  des  Geruchs  überflüssig  bzw. «falsch  und  diskriminierend» 
sein sollten, ist deshalb nicht ersichtlich. Im Übrigen hat die Vorinstanz 

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der  Beschwerdeführerin  wiederholt  erklärt,  dass  der  Geruch  nicht 
massgebend war für die Beurteilung, ob es sich beim importierten Fett  
um eine Mischung handelte. Der Vorwurf der Beschwerdeführerin geht 
in diesem Punkt deshalb fehl.

5.5 Zusammenfassend ist  festzuhalten,  dass es der Beschwerdefüh-
rerin insgesamt nicht gelungen ist, die Resultate des Untersuchungs-
berichtes  der  SCTK in  Zweifel  zu  ziehen. Den Nachweis  steuermin-
dernder  Tatsachen  hat  sie  damit  nicht  erbracht.  Da  hinreichend 
festgestellt wurde, dass es sich bei den strittigen Importen jeweils um 
eine  ungeniessbare  Fettmischung  der  Tarifnummer  1518  gehandelt 
hat, muss auf den Säuregrad und die Cholestadiengehalte der streit-
betroffenen Einfuhren nicht eingegangen werden. Der Säuregrad und 
der  Cholestadiengehalt  dienen  als  Kriterien  zur  Unterscheidung 
tierischer  Fette  in  «rohe»  und «andere» (als  roh)  bei  anderen Tarif -
nummern. 

6.
6.1 Für den Fall, dass das Gericht die Ware nicht in die von der Be-
schwerdeführerin  geforderte  Tarifnummer  einreihen  sollte,  bestreitet 
sie die Abgabe auch in rechnerischer Hinsicht. Namentlich bestreitet 
sie  die  «Angemessenheit»,  «Richtigkeit»,  «Gesetzmässigkeit»  und 
«Höhe» des von der Vorinstanz zu Grunde gelegten Zollansatzes für 
die  Tarifnummer  1518.0098  bzw.  1518.0093.  Damit  zusammen-
hängend beanstandet sie auch den Schwellenpreis für unverarbeitete 
Fette und Öle. Dieser habe im Jahr 2004 – zur Zeit der Umtarifierung – 
bei Fr. 71.-- je 100 kg gelegen. Der Zollansatz der vorliegenden Tarif-
nummern habe monatelang bei Fr. 20.-- je 100 kg gelegen. Dieser Tarif 
sei nicht nach den Kriterien der AEV bewirtschaftet noch den Markt-
verhältnissen  angepasst  worden.  «Offenbar»  habe  die  «Eidgenössi-
sche  Forschungsanstalt  ein  Interesse  daran»  gehabt,  dass  «nicht 
irgendwelche undefinierbare Mischungen», mit  «schwer kontrollierba-
ren Qualitätsmerkmalen» eingeführt würden. Der Zoll sei im betroffe-
nen Zeitraum mit Fr. 20.-- per 100 kg prohibitiv zu hoch gewesen. Es 
sei  auch  nicht  einzusehen,  weshalb  Schweine-  und  Rinderfette  (die 
beiden wichtigsten tierischen Fette)  als  Mischung einem sehr hohen 
Zollansatz unterstünden und noch mit Abgaben an den Garantiefonds 
belastet würden. Im Nachgang zu den Problemen der Eintarifierung sei 
diese Position auf Intervention der interessierten Kreise und Verbände 
innert weniger Monate auf Fr. 0.-- gesenkt worden, unter Berücksichti-
gung, dass die Belastung einer Mischung nicht höher sein könne als 

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die  der  beiden  handelsmässig  wichtigsten  Einzelkomponenten.  Der 
Zollansatz  sei  in  willkürlicher  Weise  monatlich  oder  periodisch  nicht 
bewirtschaftet worden, weswegen es zur Zeit der Einfuhr zum gesetz-
lich nicht  gerechtfertigten,  willkürlichen und mindestens unverhältnis-
mässigen Zollansatz von Fr. 20.-- pro 100 kg gekommen bzw. geblie-
ben sei.

6.2
6.2.1 Der Schwellenpreis  dient  –  wie  die  Zollkontingente  –  als  wirt -
schafts-  und handelspolitisches Instrument der  Lenkung der Importe 
(E. 2.5.2.2).  Das  Bundesverwaltungsgericht  übt  bei  der  Überprüfung 
derartiger, politisch motivierter Entscheidungen eine gewisse Zurück-
haltung (vgl. Entscheid der ZRK 2000-016 vom 24. April  2001 E. 2b, 
m.w.H; vgl. auch E. 2.5.2.2).

Der  Schwellenpreis für  ungeniessbare  Fettmischungen  wurde  vom 
Bundesrat  in  Ausübung  seiner  ihm  eingeräumten  Kompetenz 
(E. 2.5.2.2) per 1. Juli 2005 auf Fr. 71.-- festgelegt (AS 2004 5473, von 
der  Bundesversammlung  genehmigt  am  19. Juni  2006,  BBl  2006 
6174). Mit  Einführung  der  AEV lag  er  bei  Fr. 79.--  (AS 1998 3125), 
seitdem wurde er – im Sinne der welthandelsrechtlichen Verpflichtung, 
Zölle abzubauen – kontinuierlich gesenkt (Fr. 77.-- [AS 1999 1754, von 
der  Bundesversammlung  genehmigt,  BBl  2000  3649],  Fr. 72.--  [AS 
2001 299, von der Bundesversammlung genehmigt,  BBl 2001 6561], 
Fr. 66.-- [AS 2006 4845, von der Bundesversammlung genehmigt, BBl 
2007 4959]). Heute liegt er bei Fr. 60.-- (vgl. Anhang 2 der AEV). Zu 
keinem Zeitpunkt überschritt  der Schwellenpreis damit den im  Gene-
raltarif vorgesehenen Zollansatz von Fr. 100.-- für das in Frage steh-
ende Produkt. Die Neufestlegung des Schwellenpreises wurde von der 
Bundesversammlung jeweils genehmigt (vgl. E. 2.5.2.4), womit diesem 
eine erhöhte Legitimität zukommt. Vor diesem Hintergrund und in Aus-
übung  der  gebotenen  zurückhaltenden  Prüfung  sieht  das  Bundes-
verwaltungsgericht  keine  Anhaltspunkte  für  eine  rechtswidrige  Fest-
setzung des Schwellenpreises im fraglichen Zeitraum. Die Beschwer-
deführerin  hat  denn  auch  nicht  im  Ansatz  dargetan,  inwiefern  der 
Schwellenpreis  nicht  den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und in 
seiner  Höhe  unverhältnismässig  sein  soll.  Solches  ist  zudem  auch 
nicht ersichtlich. 

Der Eventualantrag 3.4 (Neufestsetzung des Schwellenpreises durch 
die zuständige Behörde, vgl. Bst. E) ist  deshalb abzuweisen. Für die 

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Neufestsetzung des Schwellenpreises durch das Bundesverwaltungs-
gericht selbst, mangelt es ohnehin an dessen Zuständigkeit, weshalb 
auf den Eventualantrag 3.5 (Neufestsetzung durch das Bundesverwal-
tungsgericht selber, vgl. Bst. E) nicht einzutreten ist.

6.2.2 Wie die Beschwerdeführerin richtig ausführt, lag der  Zollansatz 
gemäss Gebrauchstarif im Zeitraum der strittigen Einfuhren (2004 und 
2005) bei Fr. 20.--. Dieser Satz geht auf die Anpassung per 1. Dezem-
ber  2003 zurück (AS 2003 4307). Davor  lag  er  seit  1.  Juli  2002 bei 
Fr. 23.-- (AS 2002 1785). Im Jahr 2002 lag er zeitweise höher (nämlich 
bei  Fr. 27.--  [AS  2002  1485]  und  bei  Fr. 31.--  [AS  2002  343]).  Per 
1. Juli  2005  wurde  der  Zollansatz  von Fr. 20.--  auf  Fr. 19.--  gesenkt 
(vgl. E. 2.7); per August desselben Jahres auf Fr. 12.-- (AS 2005 3557) 
und per  November  auf  Fr. 6.--  (AS 2005  4927). Per  1. Januar  2006 
wurde der Zollansatz nochmals weiter auf Fr. 2.-- (AS 2006 7) herab-
gesetzt und schliesslich im Oktober 2006 (AS 2006 4229) auf Fr. 0.--. 
Seitdem lag er – mit wenigen Ausnahmen (vgl. AS 2009 485: Fr. 3.--; 
AS 2009 871: Fr. 5.--; AS 2009 1275: Fr. 9.--; AS 2009 1671: Fr. 11.--; 
AS 2517: Fr. 2.--) bei Fr. 0.--.

Der  im vorliegenden Zeitraum geltende Zollansatz überschreitet  den 
Generaltarif  nicht  (vgl. E. 2.5.2.3),  vielmehr liegt er weit  darunter; er  
liegt sodann auch erheblich unter dem Schwellenpreis. Das BLW hat – 
über  das  Ganze  betrachtet  –  den  Zollansatz  (mit  Ausnahmen)  – 
ständig  gesenkt.  Angesichts  der  regelmässigen  Anpassungen  des 
Zollansatzes  bestehen  für  den  Vorwurf  einer  angeblich  willkürlichen 
Nicht-Bewirtschaftung dieser Zolltarifposition durch das BLW keine An-
haltspunkte. Die beschwerdeführerische Behauptung,  die Absenkung 
des  Zollansatzes  auf  Fr. 0.--  sei  auf  die  Einflussnahme  der  «inter-
essierten Kreise und Verbände» zurückzuführen,  ist  unbelegt  geblie-
ben.  Abgesehen  davon  hat  sich  das  BLW nicht  an  den  Interessen 
einzelner  Branchen  auszurichten,  sondern  an  der  Entwicklung  der 
Warenpreise  (vgl.  E. 2.5.2.3).  Inwiefern  sich  unter  diesem Gesichts-
punkt der Zollansatz als unverhältnismässig hoch erweisen sollte, ist 
weder  dargetan noch ersichtlich. Ebenfalls  unbelegt  geblieben ist  ihr 
Vorbringen,  dass die Senkung des Zollansatzes durch das BLW auf 
Fr. 0.-- auf der Überlegung beruhe, dass die Belastung einer Mischung 
nicht höher sein könne als die beiden handelsmässig wichtigsten Ein-
zelkomponenten.  Die  von  der  Beschwerdeführerin  geäusserte  Mut-
massung,  der  Zollansatz  (im  vorliegend  massgeblichen  Zeitraum) 
ginge «offenbar» auf die «Eidgenössische Forschungsanstalt» zurück, 

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entbehrt  jeder  Grundlage.  Welche  Interessen  diese  hierfür  haben 
könnte,  bleibt  unerfindlich,  weshalb  auch  kein  Anlass  besteht,  vom 
BLW  zur  Frage  der  Gründe  für  die  Zollsenkungen  im  Jahre  2005 
weitere  Auskünfte  einzuholen,  wie  dies  die  Beschwerdeführerin  ver-
langt. 
Aus diesen Gründen ist die Beschwerde auch in diesem Punkt abzu-
weisen.

7.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
zutreten ist. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 7'000.-- sind der Be-
schwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 4 des 
Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschä-
digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) 
und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe  zu  ver-
rechnen. Eine Parteientschädigung an die Beschwerdeführerin ist nicht 
zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario, vgl. auch Art. 7 Abs. 1 
VGKE e contrario).

8.
Dieser Entscheid kann nicht mit  Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art.  83 
Bst. l des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht 
[BGG, SR 173.110]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 7'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 7'000.-- verrechnet.

3.
Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. 31-01/diverse; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Iris Widmer

Versand: 

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