# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f55ff23f-a121-5fa8-bfef-f46e34fbd1b8
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-10-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.10.2010 A-6262/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6262-2010_2010-10-20.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-6262/2010
{T 0/2}

Z w i s c h e n e n t s c h e i d  v o m  2 0 . O k t o b e r 
2 0 1 0

Richter Daniel de Vries Reilingh (Vorsitz), 
Richter Pascal Mollard, Richter Lorenz Kneubühler,
Gerichtsschreiber Keita Mutombo. 

In der Beschwerdesache

A._______, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Task Force Amtshilfe USA, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,
Vorinstanz,

Amtshilfe (DBA-USA); Ausstandsbegehren

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-6262/2010

wird festgestellt und in Erwägung gezogen,

dass  die  Schweizerische  Eidgenossenschaft  (Schweiz)  und  die  Ver-
einigten Staaten von Amerika (USA) am 19. August 2009 ein Abkom-
men über ein Amtshilfegesuch des Internal Revenue Service der USA 
betreffend UBS AG, einer nach schweizerischem Recht errichteten Ak-
tiengesellschaft (AS 2009 5669, Abkommen 09), schlossen,

dass sich die Schweiz darin verpflichtete, anhand im Anhang zum Ab-
kommen festgelegter Kriterien und gestützt auf das geltende Abkom-
men vom 2. Oktober  1996 zwischen der  Schweizerischen Eidgenos-
senschaft  und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung 
der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen 
(SR 0.672.933.61, DBA-USA 96) ein Amtshilfegesuch der  USA zu be-
arbeiten,

dass die amerikanische Einkommenssteuerbehörde (Internal Revenue 
Service in Washington, IRS) am 31. August 2009 unter Berufung auf 
das  Abkommen 09 ein  Ersuchen um Amtshilfe an die Eidgenössische 
Steuerverwaltung (ESTV) richtete,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  A-7789/2009  vom 
21. Januar 2010 eine Beschwerde gegen eine Schlussverfügung der 
ESTV guthiess mit der Begründung, das Abkommen 09 sei eine Ver-
ständigungsvereinbarung und habe sich an das Stammabkommen zu 
halten,  welches  Amtshilfe  nur  bei  Steuer-  oder  Abgabebetrug,  nicht 
aber bei Steuerhinterziehung vorsehe,

dass in der Folge der Bundesrat nach weiteren Verhandlungen mit den 
USA am 31. März 2010 ein Protokoll  zur Änderung des Abkommens 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Vereinigten 
Staaten von Amerika über ein Amtshilfegesuch des Internal Revenue 
Service  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  betreffend  UBS AG, 
einer  nach  schweizerischem  Recht  errichteten  Aktiengesellschaft, 
unterzeichnet in Washington am 19. August 2009 (Änderungsprotokoll 
Amtshilfeabkommen, AS 2010 1459), abschloss und die vorläufige An-
wendung des Vertrages beschloss,

dass  die  Bundesversammlung  mit  Bundesbeschluss  vom  17. Juni 
2010 über die Genehmigung des Abkommens zwischen der Schweiz 
und den Vereinigten  Staaten von Amerika  über  ein  Amtshilfegesuch 

Seite 2

A-6262/2010

betreffend  UBS AG sowie  des Änderungsprotokolls  (AS 2010  2907) 
das  Abkommen 09  und  das  Änderungsprotokoll  Amtshilfeabkommen 
genehmigte und den Bundesrat ermächtigte, diese zu ratifizieren,

dass der eben genannte Bundesbeschluss nicht dem Staatsvertrags-
referendum unterstellt wurde,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  am  15. Juli  2010  im  Pilotfall 
A-4013/2010 über die Gültigkeit des Abkommens vom 19. August 2009 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und den Vereinigten 
Staaten von Amerika über ein Amtshilfegesuch des Internal Revenue 
Service  der  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  betreffend  UBS  AG, 
einer nach schweizerischem Recht errichteten Aktiengesellschaft (mit 
Anhang  und  Erkl.;  Staatsvertrag 10,  SR 0.672.933.612),  entschieden 
hat, 

dass die ESTV in der Folge mit Schlussverfügung vom 2. August 2010 
entschied, dem IRS betreffend A._______ (nachfolgend: Beschwerde-
führer) Amtshilfe zu leisten, weil sie (aus näher dargelegten Gründen) 
zum Schluss kam, es handle sich um einen Fall für den gemäss dem 
Abkommen 09  in  der  revidierten  und  von  der  Bundesversammlung 
genehmigten Fassung Amtshilfe zu gewähren sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  1. September  2010 
gegen  die  vorerwähnte  Schlussverfügung  der  ESTV  beim  Bundes-
verwaltungsgericht  Beschwerde  erhob und in  materieller  Hinsicht  im 
Wesentlichen beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, 
das  Amtshilfeverfahren  einzustellen  und  die  ESTV  anzuweisen,  die 
unter Berufung auf Amtshilfe requirierten Dokumente zu vernichten – 
alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
8. September 2010 die Zusammensetzung des Spruchkörpers mitteilte 
und einen Kostenvorschuss verlangte,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  20. September  2010 
(Postaufgabe:  17. September  2010)  den  Ausstand  der  beiden  mit-
wirkenden  Richter  Salome  Zimmermann  und  Michael  Beusch  be-
antragte;  dass  er  zur  Begründung  im Wesentlichen  geltend  machte, 
diese seien befangen, da sie bereits im besagten Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts A-4013/2010 vom 15. Juli 2010 mitgewirkt hätten,

Seite 3

A-6262/2010

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung 
21. September  2010  den  Eingang  des  vorerwähnten  Ausstands-
begehrens bestätigte und die  Besetzung des Spruchkörpers für  den 
diesbezüglichen Zwischenentscheid mitteilte,

dass  Richterin  Salome  Zimmermann  mit  Stellungnahme  vom 
1. Oktober 2010 und Richter Michael Beusch mit Stellungnahme vom 
4. Oktober  2010  das  Bestehen  eines  Ausstandsgrundes  verneinten 
und die Abweisung des Gesuchs beantragten,

dass das Bundesverwaltungsgericht zuständig ist zur Beurteilung von 
Beschwerden  gegen  Schlussverfügungen  der  ESTV  betreffend  die 
Amtshilfe gestützt auf Art. 26 DBA-USA (vgl. Art. 20k Abs. 1 und 4 der 
Verordnung  vom  15. Juni  1998  zum  schweizerisch-amerikanischen 
Doppelbesteuerungsabkommen  vom  2. Oktober  1996  [Vo DBA-USA, 
SR 672.933.61]  i.V.m. Art.  31  -  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32] i.V.m. Art. 5 des Bundesgesetzes 
vom 20. Dezember  1968 über  das Verwaltungsverfahren  [VwVG, SR 
172.021]), 

dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG richtet,  soweit  das  VGG 
nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG), und das Bundesverwaltungs-
gericht  im  Rahmen  dieser  Verfahren  ebenfalls  zur  Beurteilung  von 
Fragen formeller  Natur und somit  zum Entscheid über  Ausstandsbe-
gehren zuständig ist (BVGE 2007/4 E. 1.1 mit Hinweisen),

dass  die  Bestimmungen  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (BGG, SR 173.110) über den Ausstand (Art. 34 ff. BGG) im Ver-
fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sinngemäss gelten (Art. 38 
VGG),

dass nach Art. 37 Abs. 1 BGG die Abteilung unter Ausschluss der be-
troffenen Gerichtsperson über deren Ausstand entscheidet,  wenn sie 
den  Ausstandsgrund  bestreitet;  dass  sich  diese  Norm  jedoch  nicht 
über  die  Zusammensetzung des Spruchkörpers  innerhalb  der  Abtei-
lung äussert, 

dass die allgemeinen Bestimmungen zur Bildung der Spruchkörper in 
der Regel die Besetzung mit drei Richter bzw. Richterinnen vorsehen 
(Art. 21  und  Art. 24  VGG  i.V.m.  Art. 32  Abs. 1  des  Geschäftsreg-
lements vom 17. April  2008 für das Bundesverwaltungsgericht [VGR, 
SR 173.320.1]); dass die Anwendung dieser allgemeinen Bestimmun-

Seite 4

A-6262/2010

gen  zur  Zusammensetzung  des  Spruchkörpers  auch  im  Ausstands-
verfahren  als  gerechtfertigt  erscheint  (Zwischenentscheide  des  Bun-
desverwaltungsgerichts A-3001/2010 vom 20. September 2010 E. 1.2 
und A-6345/2010 vom 16. September 2010 E. 1.2),

dass  über  die  Ausstandsfrage  ohne Anhörung  der  Gegenpartei  ent-
schieden werden kann (Art. 37 Abs. 2 BGG),

dass die Ausstandsgründe in Art. 34 Abs. 1 Bst. a bis e BGG geregelt 
sind und wie schon Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101)  und 
Art. 6 Ziff. 1 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) die Beurtei-
lung durch ein unparteiisches, unbefangenes und unvoreingenomme-
nes Gericht gewährleisten sollen (vgl. BGE 133 I 89 E. 3.2),

dass  nach Art. 34  Abs. 1  Bst. e  BGG Gerichtspersonen in  Ausstand 
treten, wenn sie aus anderen Gründen, insbesondere wegen besonde-
rer Freundschaft  oder persönlicher  Feindschaft  mit  einer  Partei  oder 
ihrem Vertreter bzw. ihrer Vertreterin, befangen sein könnten; dass es 
sich hierbei um einen Auffangtatbestand handelt, der im Sinne der bis-
herigen  Rechtsprechung  auszulegen  ist  (ANDREAS GÜNGERICH,  in:  Sei-
ler/von Werdt/Güngerich, Bundesgerichtsgesetz [BGG]: Bundesgesetz 
über  das  Bundesgericht,  Handkommentar,  Bern  2007,  N 5 f.  zu 
Art. 34),

dass danach eine Befangenheit vorliegt, wenn – anhand aller tatsäch-
lichen und verfahrensrechtlichen Gegebenheiten – Umstände dargetan 
sind, die bei objektiver Betrachtung geeignet erscheinen, Misstrauen in 
die  Unparteilichkeit  eines  Richters  bzw. einer  Richterin  zu  erwecken 
(BGE 134 I 20 E. 4.2, 133 I 1 E. 5.2 und 6.2, 131 I 113 E. 3.4, 114 Ia 
50 E. 3c); dass solche Hinweise in einem bestimmten Verhalten oder in 
gewissen äusseren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer 
Natur begründet liegen können, 

dass zur Ablehnung einer Gerichtsperson nicht deren tatsächliche Be-
fangenheit  nachgewiesen werden muss,  sondern es ausreicht,  wenn 
Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Ge-
fahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen (BGE 128 V 82 
E. 2a, 124 I 121 E. 3a, je mit Hinweisen), 

Seite 5

A-6262/2010

dass  jedoch  das  Misstrauen  in  die  Unvoreingenommenheit  in 
objektiver  Weise  begründet  erscheinen  muss  und  nicht  auf  das 
subjektive  Empfinden einer  Partei  abgestellt  werden kann (vgl.  BGE 
133 I 89 E. 3.2 S. 92, 131 I 113 E. 3.4, 125 I 119 E. 3a; Zwischenent-
scheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-787/2008  vom 29. Februar 
2008), 

dass  die  persönliche  Unbefangenheit  des  gesetzlichen  Richters  im 
Grundsatz  zu  vermuten ist  (vgl. BGE 114  Ia  50 E. 3b)  und  von der 
regelhaften Zuständigkeitsordnung nicht leichthin abgewichen werden 
darf  (vgl. zum Ganzen: Urteil  des  Bundesgerichts  2C_171/2007 und 
2C_283/2007  vom 19. Oktober  2007  E. 5.1;  vgl.  auch  Zwischenent-
scheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-6354/2010  vom 
16. September 2010 E. 2 mit Hinweisen),

dass  nach  höchstrichterlicher  Rechtsprechung  unter  Umständen  ein 
Ausstandsgrund  gegeben  sein  kann,  wenn  eine  sog.  Vorbefassung 
vorliegt, d.h. wenn sich der Richter oder die Richterin schon zu einem 
früheren Zeitpunkt mit  der Angelegenheit  befasst hat (BGE 126 I  68 
E. 3c  mit  Hinweisen;  Urteil  des  Bundesgerichts  1P.2/2004  vom 
18. Februar 2004), 

dass das Verfahren über den Ausstand von Gerichtspersonen jedoch 
nicht dazu bestimmt ist, die Recht- oder Verfassungsmässigkeit eines 
früheren  Urteils,  an  dem  bestimmte  Gerichtspersonen  mitgewirkt 
haben, in Frage zu stellen; dass eine den Ausstand begründende Vor-
eingenommenheit  diesfalls  nur  anzunehmen  ist,  wenn  besonders 
krasse  und  wiederholte  Irrtümer  vorliegen,  diese  einer  schweren 
Amtspflichtverletzung gleichkommen und sich einseitig zu Lasten einer 
der Prozessparteien auswirken können (BGE 125 I 119 E. 3e; Urteile 
des Bundesgerichts 1B_60/2008 vom 4. Juni 2008 E. 4, 1B_234/2007 
vom 31. Januar 2008 E. 4.4),

dass  die  Beteiligung  an  einem  früheren  Verfahren  gemäss  Art.  34 
Abs. 2 BGG für sich allein denn auch keinen Ausstandsgrund bildet, 
sofern nicht ein Tatbestand von Art. 34 Abs. 1 Bst. a bis e BGG erfüllt 
ist (GÜNGERICH, a.a.O., N 7 zu Art. 34; Zwischenentscheid des Bundes-
verwaltungsgerichts  C-787/2008  vom  29. Februar  2008);  dass  dem-
entsprechend  ein  Ausstandsbegehren  grundsätzlich  nicht  mit  dem 
Ergebnis bzw. dem Inhalt  bereits gefällter Entscheidungen begründet 
werden kann (Urteil des Bundesgerichts 2E_1/2008 vom 29. Mai 2008 

Seite 6

A-6262/2010

E. 2.1.4;  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
3001/2010 vom 20. September 2010 E. 4.1),

dass  der  Beschwerdeführer  im  vorliegenden  Fall  zur  Begründung 
geltend macht, die abgelehnten Richter hätten am Urteil des Bundes-
verwaltungsgerichts A-4013/2010 vom 15. Juli 2010 mitgewirkt und es 
damals unterlassen, einer auch für die im vorliegenden Beschwerde-
verfahren  "entscheidungsträchtigen  Rechtsfrage  von  grundsätzlicher 
Bedeutung  nachzugehen  bzw.  die  sich  aus  ihrer  Würdigung  er-
gebenden Konsequenzen in die Urteilsfällung miteinzubeziehen",

dass der Beschwerdeführer konkret  vorbringt,  die (bereits)  am Urteil  
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-4013/2010  vom  15. Juli  2010  be-
teiligten Richter Salome Zimmermann und Michael Beusch hätten den 
mit  dem  Bankgeheimnis  in  Verbindung  stehenden  Fragenkomplex 
"nicht  gesehen,  oder  nicht  sehen  wollen",  weshalb  die  Befürchtung 
bestehe,  sie  würden  auch  im  vorliegenden  Verfahren  dazu  neigen, 
dieser Problematik "aus dem Weg zu gehen",

dass  die  abgelehnten  Richter  zwar  tatsächlich  am genannten  Urteil  
beteiligt  waren;  dass  im  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-
4013/2010 vom 15. Juli  2010 aber auf die vom Beschwerdeführer im 
vorliegenden Verfahren aufgeworfene Problematik eingegangen wurde, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  genannten  Urteil  erkannte, 
dem Erfordernis  "schwere und fortgesetzte  Steuerdelikte,  für  welche 
die  Schweiz  gemäss  ihren  Gesetzen  und  ihrer  Verwaltungspraxis 
Informationen  beschaffen  kann"  komme  keine  eigenständige  Be-
deutung zu und es bleibe kein Platz mehr zur Prüfung, ob nach rein 
innerstaatlichem  Recht  tatsächlich  Auskünfte  beschafft  werden 
könnten (ebendort E. 8.1.3),

dass somit, entgegen den Behauptungen des Beschwerdeführers, das 
Gericht  "den  mit  dem  Bankgeheimnis  in  Verbindung  stehenden 
Fragenkomplex" durchaus erkannt hat,

dass die behaupteten inhaltlichen Fehler oder Verfassungswidrigkeiten 
des  ergangenen  Entscheids  für  sich  allein  gesehen  ohnehin  keinen 
Ausstandsgrund darzustellen vermögen würden,

dass darüber hinaus in keiner Weise ersichtlich ist, inwieweit den be-
treffenden  Richtern  besonders  schwere  und  wiederholte  Fehler  im 

Seite 7

A-6262/2010

Verfahren  oder  bei  der  rechtlichen  Beurteilung  im  Sinne  einer 
schwerwiegenden  Pflichtverletzung  vorzuwerfen  wären,  die  auf  eine 
fehlende Distanz oder Neutralität schliessen lassen würden,

dass insoweit  dem Anspruch auf  ein  faires  Verfahren ohne weiteres 
Genüge getan worden ist,

dass unter  diesen Umständen nicht  von einer  Vorbefassung gespro-
chen werden kann,  selbst  wenn sich  dieselben Rechtsfragen erneut 
stellen sollten, 

dass es vielmehr als  Prozessrisiko des Beschwerdeführers zu quali-
fizieren ist,  wenn er trotz des rechtskräftigen Urteils des Bundesver-
waltungsgerichts A-4013/2010 vom 15. Juli 2010 den Beschwerdeweg 
beschreitet  und  unter  Umständen  dieselben  Rügen  vorbringt;  dass 
darin  jedenfalls  keine den Ausstand  begründende Voreingenommen-
heit der abgelehnten Richter zu sehen ist,

dass eine Befangenheit im Sinne von Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG nach 
dem Gesagten in keiner Weise ersichtlich ist und der Beschwerdefüh-
rer zudem von vornherein keine Ausstandsgründe nach Art. 34 Abs. 1 
Bst. a bis e BGG geltend macht,

dass  das  Ausstandsbegehren  demzufolge  –  entsprechend  den  An-
trägen der abgelehnten Richter – abzuweisen ist,

dass die Verfahrenskosten dieses Zwischenentscheids bei der Haupt-
sache bleiben,

dass dieser  Entscheid nicht  mit  Beschwerde in  öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten  an  das  Bundesgericht  weitergezogen  werden  kann 
(Art. 83 Bst. h BGG).

Seite 8

A-6262/2010

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Ausstandsbegehren wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  dieses  Zwischenentscheids  bleiben  bei  der 
Hauptsache.

3.
Dieser Zwischenentscheid geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel de Vries Reilingh Keita Mutombo

Versand: 

Seite 9