# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dffd7812-dd85-531b-a74f-439efc5ebfe6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.09.2016 200 2015 754
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-754_2016-09-20.pdf

## Full Text

200 15 754 IV
ACT/BOC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. September 2016

Verwaltungsrichter Ackermann, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Scheidegger, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Fürsprecher B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 29. Juni 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2016, IV/15/754, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1979 geborene und zuletzt als ... tätige A.________ (nachfolgend: Ver-
sicherte bzw. Beschwerdeführerin) meldete sich am 30. November 2010 
bei der Invalidenversicherung unter Hinweis auf ein Burnout sowie eine 
Erschöpfungsdepression zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle Bern 
[nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II] 1). Nach Vornahme 
erwerblicher und medizinischer Abklärungen (act. II 9 ff., 13, 17) verneinte 
die IVB mit (unangefochten gebliebener) Verfügung vom 17. Juni 2011 (act. 
II 21) einen Anspruch auf berufliche Massnahmen mit der Begründung, die 
Versicherte beabsichtige, ihr Pensum auf 50 % zu erhöhen. Zudem werde 
sie im … 2011 Mutter, weshalb zurzeit keine beruflichen Massnahmen an-
gezeigt seien.

Am 10. Februar 2012 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf ein 
Burnout und Depressionen erneut bei der Invalidenversicherung zum Leis-
tungsbezug an (act. II 25). Daraufhin klärte die IVB den Leistungsanspruch 
ab (act. II 30 – 33, 37) und teilte der Versicherten am 13. April 2012 (act. II 
38) mit, derzeit seien keine Eingliederungsmassnahmen möglich respektive 
erforderlich. Nachdem eine Untersuchung durch den Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD [act. II 63 f.]) stattgefunden hatte, verneinte die IVB nach 
durchgeführtem Vorbescheidverfahren mit Verfügung vom 27. März 2013 
(act. II 65 f., 70, 72) den Anspruch auf Leistungen der Invalidenversiche-
rung, da kein IV-relevanter Gesundheitsschaden bestehe. Die dagegen 
erhobene Beschwerde (act. II 75/3 ff.) hiess das Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, mit Urteil vom 
4. November 2013 (IV/2013/299 [act. II 84]) unter Aufhebung der angefoch-
tenen Verfügung gut und wies die Sache an die IVB zurück zwecks Vor-
nahme weiterer Abklärungen bzw. Veranlassung einer psychiatrischen 
Begutachtung und anschliessendem Erlass einer neuen Verfügung (VGE 
IV/2013/299, E. 3.5 und 3.6 [act. II 84/17 f.]).

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B.

In der Folge liess die IVB die Versicherte durch Dr. med. C.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten (Expertise vom 
11. Juni 2014 [act. II 99.1] inklusive Beantwortung von Zusatzfragen am 
1. Oktober 2014 [act. II 106]). Daraufhin stellte die IVB mit Vorbescheid 
vom 24. Oktober 2014 (act. II 107) die Abweisung des Leistungsbegehrens 
in Aussicht, wogegen die Versicherten, vertreten durch Fürsprecher 
B.________, unter Beilage eines Berichts der behandelnden Psychiaterin, 
Dr. med. D.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 
25. November 2014 (act. II 110) Einwände erhob (act. II 108). In der Folge 
ordnete die IVB eine neue psychiatrische Begutachtung bei Dr. med. 
E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychiatrie, an (act. II 113). 
Nachdem die Versicherte den Einwand erhoben hatte, sie könne sich ge-
genüber Männern nicht öffnen und beantrage eine Begutachtung durch 
eine Ärztin (act. II 115), erteilte die IVB den Auftrag zur Begutachtung an 
Dr. med. F.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie FMH 
(act. II 117). Das psychiatrische Gutachten wurde am 4. Mai 2015 erstattet 
(act. II 119.1). Diesbezüglich gewährte die IVB der Versicherten am 19. Mai 
2015 das rechtliche Gehör (act. II 121), wobei nach einem Fristverlänge-
rungsgesuch eine nicht weiter verlängerbare Frist bis zum 25. Juni 2015 
angesetzt wurde (act. II 122 f.). Am 25. Juni 2015 reichte die Versicherte in 
der Folge eine Stellungnahme ein (act. II 124) und stellte einen Bericht der 
behandelnden Psychiaterin in Aussicht. Daraufhin verneinte die IVB mit 
Verfügung vom 29. Juni 2015 (act. II 125) den Anspruch auf Leistungen der 
Invalidenversicherung. Der von der Versicherten in Aussicht gestellte Be-
richt von Dr. med. D.________ ging am 30. Juni 2015 bei der IVB ein (act. 
II 126).

C.

Gegen die Verfügung vom 29. Juni 2015 erhob die Versicherte, weiterhin 
vertreten durch Fürsprecher B.________, am 31. August 2015 Beschwer-
de. Sie beantragt, unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei ihr 
eine Rente gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 50 % mit 

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Wirkung ab spätestens 1. Oktober 2011 zuzusprechen, allenfalls unter er-
neuter Rückweisung der Akten zwecks Vornahme weiterer Abklärungen, 
unter Kostenfolge. Neben der Verletzung der Begründungspflicht macht die 
Beschwerdeführerin im Wesentlichen geltend, die Anamnese sei durch Dr. 
med. F.________ falsch bzw. unsorgfältig erhoben worden, indem sie fäl-
schlicherweise behaupte, die Beschwerdeführerin habe in der frühkindli-
chen Entwicklung und der Schulzeit keine psychischen Auffälligkeiten 
aufgewiesen, so dass von einer gelungenen sozialen Integration auszuge-
hen sei. Das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung im Sinne von ICD-10: 
F60.7 werde fälschlicherweise verneint, was dazu führe, dass ein rentenre-
levanter Faktor unberücksichtigt geblieben sei. Weiter leide die Beschwer-
deführerin mindestens an einer mittelgradigen Depression und sie könnte 
in einer angepassten Tätigkeit nicht mehr als 50 % leisten.

Mit Beschwerdeantwort vom 1. Oktober 2015 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-

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cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten (Beschwerde, S. 2 Rechtsbegehren) und damit streitig 
ist allein der Anspruch auf eine Invalidenrente; soweit in der angefochte-
nen, umfassenden Verfügung vom 29. Juni 2015 (act. II 125) andere An-
sprüche verneint worden sind, ist sie mangels Anfechtung in Rechtskraft 
erwachsen (vgl. BGE 125 V 413 E. 1b S. 414).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung des Anspruchs auf 
rechtliches Gehör bzw. der Begründungspflicht (Beschwerde, S. 5 Ziff. 4). 
Die Beschwerdegegnerin sei auf die mit Schreiben vom 25. Juni 2015 ge-
gen den Vorbescheid rechtzeitig erhobenen Einwände nicht eingegangen. 
Den in diesem Schreiben erwähnte Bericht von Dr. med. D.________ vom 
20. Juni 2015 habe die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 29. Juni 
2015 erhalten. In der angefochtenen Verfügung habe sie weder zur dreisei-
tigen E-Mail der Beschwerdeführerin vom 22. Juni 2015 noch zum Bericht 
von Dr. med. D.________ vom 20. Juni 2015 Stellung genommen. 

2.2 Das rechtliche Gehör dient einerseits der Sachaufklärung, ander-
seits stellt es ein persönlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht der Verfah-
rensbeteiligten beim Erlass von Verfügungen dar, die ihre Rechtsstellung 
betreffen. Dazu gehört insbesondere das Recht der Betroffenen, sich vor 
Erlass eines in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu 

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äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu neh-
men, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und an der Erhe-
bung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum 
Beweisergebnis zu äussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu 
beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1 S. 371; SVR 2014 UV Nr. 32 S. 108 E. 
5.1).

2.3 Die Begründungspflicht ist wesentlicher Bestandteil des Anspruchs 
auf rechtliches Gehör im Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung 
(BV; SR 101). Sie soll verhindern, dass sich die Behörde von unsachlichen 
Motiven leiten lässt, und den Betroffenen ermöglichen, die Verfügung ge-
gebenenfalls sachgerecht anzufechten. Dies ist nur möglich, wenn sowohl 
die betroffene Person als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Trag-
weite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen 
wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die 
Behörde hat leiten lassen und auf welche sich ihre Verfügung stützt. Dies 
bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder tatbeständli-
chen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen 
muss. Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Ge-
sichtspunkte beschränken (BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236, 124 V 180 E. 1a 
S. 181).

2.4 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin hat die Verwal-
tung das rechtliche Gehör nicht verletzt: Mit Schreiben vom 4. Juni 2015 
gewährte sie eine nicht weiter verlängerbare Frist bis zum 25. Juni 2015, 
damit sich die Beschwerdeführerin zum Gutachten äussern konnte (act. II 
123). Diese Frist hat die Beschwerdeführerin denn auch eingehalten, je-
doch im entsprechenden Schreiben vom 25. Juni 2015 einen Bericht der 
behandelnden Psychiaterin in Aussicht gestellt (act. II 124). Bei dieser 
Ausgangslage konnte die Beschwerdegegnerin verfügen, ohne den er-
wähnten Bericht abzuwarten respektive eine neue Frist anzusetzen. Weiter 
ist die Verwaltung nicht gehalten, zu jedem erhobenen Einwand Stellung zu 
nehmen (vgl. E. 2.3 hiervor). Die anwaltlich vertretene Beschwerdeführerin 
war in jedem Fall in der Lage, die Verfügung vom 29. Juni 2015 sachge-
recht anzufechten. 

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3.

3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vor-
liegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsun-
fähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwind-
bar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und da-
mit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkun-
gen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern es der versi-
cherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, die Restar-
beitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehenden 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesellschaft 
tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu prü-
fen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281).

3.3 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht klar 
vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können solche 
äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen im Sinne 
des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invaliditätsbegriff 

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selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des (invalidisie-
renden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten Erwerbsun-
fähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische Störungen, wel-
che durch soziale Umstände verursacht werden und bei Wegfall der 
Belastung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente berechtigen. Zwar 
kann einer fachgerecht diagnostizierten psychischen Krankheit der invalidi-
sierende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf eine bestehende 
psychosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. Je stärker aber 
psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in den Vorder-
grund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto ausgeprägter 
muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von Krankheitswert 
vorhanden sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 
E. 3.2). Nur wenn und soweit psychosoziale und soziokulturelle Faktoren 
einen derart verselbstständigten Gesundheitsschaden aufrechterhalten 
oder seine – unabhängig von den invaliditätsfremden Elementen bestehen-
den – Folgen verschlimmern, können sie sich mittelbar invaliditätsbegrün-
dend auswirken (BGE 139 V 547 E. 3.2.2 S. 552; SVR 2010 IV Nr. 19 S. 59 
E. 5.2). In diesem Sinn werden Wechselwirkungen zwischen sich körperlich 
und psychisch manifestierenden Störungen und der sozialen Umwelt 
berücksichtigt, wenn auch bedeutend weniger stark als nach dem in der 
Medizin verbreiteten bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell (SVR 2008 IV 
Nr. 62 S. 204 E. 4.2).

3.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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3.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

3.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

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4.

Im Nachgang zum Urteil VGE IV/2013/299 vom 4. November 2013 (act. II 
84) ist den Akten in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen das Folgende 
zu entnehmen:

4.1 Dr. med. C.________ stellte im psychiatrischen Gutachten vom 
11. Juni 2014 (act. II 99.1) die folgenden Diagnosen (act. II 99.1/15):

 Rezidivierende depressive Störung, aktuell maximal mittelgradige depressive 
Episode (F33.11), besserungsfähig bei nicht erreichtem medizinischem End-
zustand

 Akzentuierte Persönlichkeitsstruktur mit selbstunsicher-ängstlichen und ab-
hängigen Zügen (Z73.1), DD im Rahmen einer Persönlichkeitsstörung

Dr. med. C.________ gab an (act. II 99.1/16 f.), im Rahmen der objektivier-
baren Psychopathologie sei die Beschwerdeführerin in der Belastbarkeit, 
Durchhaltefähigkeit, Entscheidungsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, inter-
personellen Flexibilität und emotionalen Stabilität insbesondere in berufli-
chen Drucksituationen leistungsmässig eingeschränkt. In der zurzeit 
ausgeübten Tätigkeit als ... mit … im Anforderungsprofil bedinge dies zur-
zeit eine medizinisch theoretisch mögliche Arbeitsfähigkeit von maximal 
40 %, dabei könne die Leistungsfähigkeit situativ insbesondere in der ... 
zusätzlich reduziert sein. Bezogen auf ein angepasstes Tätigkeitsprofil ent-
sprechend der ursprünglichen Qualifikation und Berufsausbildung ... sei 
medizinisch-theoretisch bei regelmässigen Arbeitszeiten mit Möglichkeit für 
Pausen und freie Zeiteinteilung im Rahmen der ... eine 30 %-ige Arbeitsun-
fähigkeit medizinisch im Rahmen des depressiven Krankheitsgeschehens 
objektivierbar begründet. Die Leistungsfähigkeit werde dabei zusätzlich 
durch die nicht primär medizinisch zu gewichtenden Belastungen in der 
Mutterrolle bei aktuell berichteter und vermittelter psychosozialer Belas-
tungs- und Überforderungssituation limitiert. Im vorliegenden Fall sei eine 
erneute fachärztlich psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung indi-
ziert, in diesem Zusammenhang insbesondere auch Ausbau der antide-
pressiven Psychopharmaka-Behandlung bei diesbezüglich nicht erreichtem 
medizinischem Endzustand und in der Vorgeschichte ausgewiesener Be-
handel- und Besserbarkeit im Sinne einer Remission der Depression. Ent-
sprechend dem nachvollziehbar dokumentierten Behandlungsverlauf mit 

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zeitweiser mindestens Teilremission und Besserung des depressiven Zu-
standsbildes sei das depressive Krankheitsgeschehen unter optimiert an-
gepasster Therapie behandel- und besserbar und prognostisch aufgrund 
des überwiegend wahrscheinlich erwartbaren Verlaufs zum jetzigen Zeit-
punkt keine bleibende, therapeutisch nicht mehr beeinflussbare psychische 
Gesundheitsschädigung mit bleibender Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
zu erwarten. 

4.2 In der Beantwortung der Zusatzfragen hielt Dr. med. C.________ 
am 1. Oktober 2014 insbesondere fest (act. II 106), die medizinisch-
theoretisch allein im Rahmen des psychischen Krankheitsgeschehens ab-
leitbare 30 %-ige Arbeitsunfähigkeit in einem angepassten Tätigkeitsprofil 
werde entsprechend nicht durch psychosoziale Belastungsfaktoren quanti-
tativ beeinflusst. Die Limitierungen im Rahmen der psychosozialen Belas-
tungsfaktoren, die nicht primär medizinisch zu gewichten seien, müssten 
zusätzlich zur medizinisch ausgewiesenen 30 %-igen Arbeitsunfähigkeit 
berücksichtigt werden. 

4.3 In der Stellungnahme vom 25. November 2014 (act. II 110) zum 
Gutachten vom 11. Juni 2014 von Dr. med. C.________ (act. II 99.1) hielt 
Dr. med. D.________ fest, trotz der engmaschigen psychiatrischen-
psychotherapeutischen Behandlung, der Optimierung der Medikation (wie 
im Gutachten empfohlen) leide die Beschwerdeführerin an einer rezidivie-
renden schweren Depression (ICD-10: F33.2). Die Ausprägung der Persön-
lichkeitsmerkmale entspreche einer Persönlichkeitsstörung und nicht einer 
Persönlichkeitsakzentuierung, wie im Gutachten erwähnt. Bei der abhängi-
gen Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.7) müssten mindestens drei von 
sechs Kriterien erfüllt sein, um die Diagnose zu stellen, bei der Beschwer-
deführerin seien fünf von sechs Kriterien erfüllt. Ebenfalls kompliziere sich 
das Zustandsbild mit Panikattacken und Kopfschmerzen. Dass sie sich 
gerade zum Zeitpunkt der Begutachtung nicht in psychiatrischer Behand-
lung befunden habe, heisse nicht, dass sie sich nicht habe behandeln las-
sen. Alleine die Gutachter attestierten immer wieder eine höhere 
Arbeitsfähigkeit. Die behandelnden Ärzte aus den Kliniken, wie auch im 
ambulanten Bereich, hätten auch in der Vergangenheit eine niedrigere Ar-
beitsfähigkeit oder eine 100 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Zurzeit be-

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stehe aufgrund der oben erwähnten Diagnosen eine 20 – 30 %-ige Arbeits-
fähigkeit im geschützten Rahmen. 

4.4 Im psychiatrischen-psychotherapeutischen Gutachten vom 4. Mai 
2015 (act. II 119.1) führte Dr. med. F.________ folgende Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (act. II 119.1/20):

 Rezidivierende depressive Störung, ggw. leichte bis mittelgradige depressive 
Episode, ICD-10 F33.0/F33.1

Die Gutachterin gab an (act. II 119.1/24 ff.), aus den beschriebenen Befun-
den ergäben sich aktuell leicht bis mittelgradige Einschränkungen in fol-
genden Bereichen gemäss Mini-ICF: Planung und Strukturierung von 
Aufgaben, Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Anwendung fachlicher 
Kompetenzen, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit, Durchhaltefähigkeit, 
Selbstbehauptungsfähigkeit, Kontaktfähigkeit zu Dritten, Gruppenfähigkeit, 
Führen von familiären/intimen Beziehungen (hier sei insbesondere das 
Verhältnis zum Sohn gemeint) und Spontanaktivitäten. Der Beschwerde-
führerin falle es aktuell aufgrund der depressiven Symptomatik schwer, 
Aufgaben zu organisieren und strukturiert durchzuführen. Insbesondere sei 
sie deutlich eingeschränkt in der Lage, … wahrzunehmen. Die … und ins-
besondere das … seien für die Beschwerdeführerin nur schwer zu bewälti-
gen. Dr. med. F.________ gab an, sie schliesse sich hier der Einschätzung 
des Vorgutachters Dr. med. C.________ an, der die Arbeitsfähigkeit für die 
Tätigkeit als ... auf maximal 40 % einschätze. Ebenso bestätige sie die Ein-
schätzung, dass die Leistungsfähigkeit insbesondere im Hinblick auf … und 
… zusätzlich punktuell reduziert sein könne. Die Beschwerdeführerin könne 
ihre verbleibenden Fähigkeiten in einer anderen Tätigkeit besser verwerten. 
Zumutbar sei eine angepasste Tätigkeit, welche inhaltlich der fachlichen 
Qualifikation im Bereich ..., ... und ... entspreche. Diese Aufgaben müssten 
ohne … und … sein. Ebenso stellten … und … eine Erleichterung dar. Sie 
profitiere von regelmässigen Arbeitszeiten und Pausen. Die Tätigkeiten 
sollten ohne grossen Zeit- und Leistungsdruck ausgeführt werden können. 
Bezüglich eines angepassten Tätigkeitsprofils könne ebenfalls die Ein-
schätzung des Vorgutachters Dr. med. C.________ im Hinblick auf eine 
medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit von 70 % bestätigt werden, wobei 
nicht von einer Minderung der Leistungsfähigkeit auszugehen sei. Dieses 

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Zumutbarkeitsprofil sei seit Juni 2012 anzunehmen, dies in Bestätigung der 
Einschätzung von Dr. med. C.________. Aktuell sei kein medizinischer 
Endzustand erreicht. Bisher sei keine suffiziente Psychopharmakotherapie 
installiert worden. Gemäss der im Rahmen der Begutachtung durchgeführ-
ten Kontrolle der Medikamentenspiegel habe sich gezeigt, dass die beiden 
eingesetzten Antidepressiva (Duloxetin und Trazodon) nicht in einem wirk-
samen Bereich hätten nachgewiesen werden können. Die Beschwerdefüh-
rerin nehme regelmässig psychiatrisch-psychotherapeutische Behand-
lungstermine wahr. Die Weiterführung der ambulanten psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung sei indiziert. Ebenso sei weiterhin eine 
Optimierung der medikamentösen Therapie notwendig. 

4.5 In der Stellungnahme vom 20. Juni 2015 (act. II 126/2 f.) zum 
psychiatrischen Gutachten von Dr. med. F.________ vom 4. Mai 2015 (act. 
II119.1) hielt die behandelnde Psychiaterin Dr. med. D.________ fest, 
rückgängig betrachtet könne die Diagnose einer leichten bis mittelgradigen 
Depression, an der beide Gutachter festhielten, nicht stimmen. Eine leichte 
Depression benötige keine Hospitalisierung, erst recht nicht wiederholte 
Hospitalisierungen. Wie sei die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 
zwischen August 2010 bis August 2011 gewesen? Hier sei sie innerhalb 
von zwölf Monaten sieben Monate hospitalisiert gewesen. In der Zeit, in der 
sie nicht stationär in Behandlung gewesen sei, habe sie sich in engmaschi-
ger ambulanter psychiatrischer Behandlung befunden. Es sei keine Frem-
danamnese erhoben worden und es seien keine neuropsychologischen 
Testuntersuchungen sowie keine Persönlichkeitsdiagnostik durchgeführt 
worden. Im Gutachten werde erwähnt, dass die Diagnose einer Persönlich-
keitsstörung nicht stimme. Dabei fehlten anamnestische Angaben, frem-
danamnestische Eruierungen. Die Beschwerdeführerin sei in der Kindheit 
in einer narzisstischen Not gewesen und habe sich später so verhalten, 
dass sie nur von allen gemocht werde und Liebe erhalte. Dabei habe sie 
ihre eigenen Bedürfnisse gar nicht wahrgenommen. Das Muster bestehe 
schon seit der Kindheit und die Ausführungen im Gutachten, wonach es 
keine Hinweise auf andauernde und gleichförmige Verhaltensmuster, die 
nicht auf die Episoden psychischer Krankheit bezogen seien, träfen nicht 
zu. Es sei nur nicht in der durchgeführten Anamnese eruiert worden. Die 
totale Dekompensation sei später gekommen, aber das heisse nicht, dass 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2016, IV/15/754, Seite 14

vorher alles gut gewesen sei. Weiter werde im Gutachten festgehalten, 
dass keine suffiziente Psychopharmakotherapie bestehe. Allein der Medi-
kamentenspiegel bei den zwei erwähnten Präparaten sage nicht alles über 
die Wirkung aus. Es handle sich hier nicht um eine Lithiumbehandlung, bei 
welcher der Medikamentenspiegel aussagekräftig sei. Die Beschwerdefüh-
rerin sei bereits in drei Kliniken stationär behandelt worden, habe über die 
Jahre mehrere ambulante Psychiater gehabt. Es sei schwer nachvollzieh-
bar, dass sie trotzdem nicht ausreichend behandelt werde. Alleine die Me-
dikamente könnten ihr Verhaltensmuster nicht ändern. Hier sei die 
Persönlichkeitsstörung, die im Vordergrund stehe. Sie fühle und handle 
anders. Dies könne nicht durch Medikamente verändert werden. Es brau-
che jahrelange engmaschige Psychotherapie, um eine leichte Besserung 
zu erreichen. Die im Gutachten bestätigte Arbeitsfähigkeit von 70 % sei viel 
zu gross.

5.

5.1 Aufgrund der Akten ist erstellt, dass kein somatischer Gesundheits-
schaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit besteht; Entsprechendes 
wird denn auch nicht geltend gemacht.

5.2 Das Gutachten der Dr. med. F.________ vom 4. Mai 2015 (act. II 
119.1) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung an Expertisen (vgl. 
E. 3.6 hiervor) und erbringt vollen Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 
353), da es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und unter Berück-
sichtigung der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte umfassend 
abhandelt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. Weiter leuchtet 
es in der medizinischen Beurteilung ein und die darin gezogenen Schluss-
folgerungen werden eingehend begründet. Das Gutachten deckt sich denn 
auch im Wesentlichen mit der Einschätzung des Vorgutachters Dr. med. 
C.________ (Gutachten vom 11. Juni 2014 [act. II 99.1]; act. II 119.1/23 
ff.). Nicht gegen die Zuverlässigkeit der Einschätzung der Expertin spricht 
der Bericht der behandelnden Psychiaterin Dr. med. D.________ vom 20. 
Juni 2015 (act. II 126/2 f.): Die vollständigen Arbeitsunfähigkeiten während 
der Dauer der Hospitalisationen (act. II 119.1/26 Ziff. 6.4.7) ergeben sich 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2016, IV/15/754, Seite 15

von selbst; aus dem Vorliegen eines Spitalaufenthalts kann dagegen nicht 
ohne Weiteres auf eine schwere Depression geschlossen werden, wie dies 
die behandelnde Psychiaterin macht. Die Klinik G.________ attestierte im 
Austrittsbericht vom 29. November 2010 zum Aufenthalt vom 26. August 
2010 bis 27. Oktober 2010 denn auch allein eine befristete Arbeitsunfähig-
keit (act. II 9/5; vgl. auch den Bericht vom 3. Januar 2011, in welchem die 
Klinik zur Arbeitsfähigkeit explizit keine Stellung nahm [act. II 17/3 unten]), 
während den Aufenthalten in den Psychiatrischen Diensten H.________ 
vom 30. Juni 2011 bis 19. Juli 2011 und im Spital I.________ vom 20. Juli 
2011 bis 11. August 2011 eine postpartale Problematik zu Grunde lag (act. 
II 31.3/4 resp. act. II 31.3/3 unten). Dass keine Fremdanamnese erhoben 
worden ist, schadet hier offensichtlich nicht. Es ist kein Anhaltspunkt dafür 
ersichtlich, dass die Gutachterin etwas verharmlosen wollte; weiter beruht 
die Expertise auf einer umfassenden Anamnese (act. II 119.1/8 ff.), insbe-
sondere berichtete die Beschwerdeführerin – wie bereits früher (vgl. act. II 
31.2/3 ff., 99.1/7 f.) – nicht über Probleme in der Kindheit (act. II 119.1/12 
oben); anders als in der Beschwerde, S. 5 Ziff. 4, erwähnt, gab die Be-
schwerdeführerin gerade Anlass, diese Annahme zu treffen. Entscheidend 
ist denn auch, dass sich die Beschwerdeführerin normal entwickeln und bis 
2010 (vgl. act. II 9/2) arbeiten konnte. Die Ablehnung einer Persönlich-
keitsstörung durch die Gutachterin überzeugt in allen Teilen (act. II 
119.1/21 f.). Dass dies nach einer einmaligen Untersuchung erfolgt ist, 
schadet entgegen dem Vorbringen in der Beschwerde, S. 5 unten, nicht, da 
sich die Gutachterin aufgrund der umfangreichen Vorakten ein Bild machen 
konnte. Weiter ist erstellt, dass von 2012 bis 2014 ein Therapieunterbruch 
erfolgte (act. II 119.1/14 f.). Schliesslich fällt auf, dass sich Dr. med. 
D.________ in keiner Art und Weise mit den psychosozialen Belastungen 
auseinandersetzt, welche hier offensichtlich in grossem Umfang vorliegen 
(act. II 119.1/20; belastende … mit ständiger Vermischung von …, sich auf 
… Themen erstreckender, anhaltender Paarkonflikt, materielle Abhängig-
keit vom Partner, Überforderung in der Mutterrolle), im Rahmen der Invali-
denversicherung jedoch (grundsätzlich) unbeachtlich sind (vgl. E. 3.3 
hiervor) und damit die Differenzen in der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
erklären. Dies trifft gerade auch auf die in der Beschwerde, S. 7, erwähnte 
Problematik der Vermischung von … und … zu. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2016, IV/15/754, Seite 16

In der Folge ist erstellt, dass eine rezidivierende depressive Störung, ge-
genwärtig leichte bis mittelgradige depressive Episode, vorliegt (act. II 
119.1/20).

5.3 Störungen leicht bis mittelgradiger depressiver Natur, seien sie im 
Auftreten rezidivierend oder episodisch, fallen einzig dann als invalidisie-
rende Krankheit in Betracht, wenn sie erwiesenermassen therapieresistent 
sind; dabei muss die Therapie in dem Sinne konsequent gewesen sein, 
dass die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren (ambulanten und 
stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer Weise optimal 
nachhaltig ausgeschöpft wurden (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] 
vom 20. Juni 2016, 9C_190/2016, E. 4.2.2). Von einer Therapieresistenz 
kann hier offensichtlich nicht gesprochen werden. Zwar hat die Beschwer-
deführerin drei Hospitalisationen absolviert, von August 2011 bis Juni 2012 
eine ambulante psychotherapeutische Behandlung besucht und im Som-
mer eine Paartherapie durchlaufen sowie verschiedene Psychopharmaka 
eingenommen (act. II 119.1/14 f.). Von 2012 bis 2014 hat jedoch ein The-
rapieunterbruch stattgefunden (act. II 119.1/14 f.) und Dr. med. F.________ 
weist im Gutachten vom 4. Mai 2015 darauf hin (act. II 119.1/26), dass ak-
tuell kein medizinischer Endzustand erreicht worden sei; bisher sei keine 
suffiziente Psychopharmakotherapie installiert worden, gemäss der im 
Rahmen der Begutachtung durchgeführten Kontrolle der Medikamenten-
spiegel habe sich gezeigt, dass die beiden eingesetzten Antidepressiva 
nicht in einem wirksamen Bereich hätten nachgewiesen werden können. 
Infolge der fehlenden Therapieresistenz besteht kein invalidisierender Ge-
sundheitsschaden und in der Folge kein Rentenanspruch. Die von der Gut-
achterin angenommene Arbeitsunfähigkeit von 30 % in einer leidensan-
gepassten Tätigkeit (act. II 119.1/23 ff.) ist deshalb rechtlich unbeachtlich. 

Schliesslich ist festzuhalten, dass die vollständigen Arbeitsunfähigkeiten im 
Zuge der Hospitalisationen (26. August 2010 bis 10. November 2010 [act. II 
9/5], 30. Juni 2011 bis 19. Juli 2011 [act. II 31.3/1] sowie 20. Juli 2011 bis 
11. August 2011 [act. II 31.3/4]) zu keinem befristeten Rentenanspruch 
führen, da das Wartejahr (vgl. E. 3.4 hiervor) damit nicht erfüllt ist.

5.4 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2016, IV/15/754, Seite 17

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Sept. 2016, IV/15/754, Seite 18

- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.