# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** baa0f1c6-dbe4-5e3c-bd2c-d5c2c2e3759d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-07-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.07.2008 A-1370/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1370-2006_2008-07-08.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1370/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  J u l i  2 0 0 8

Kammerpräsident Thomas Stadelmann (Vorsitz), 
Richter Pascal Mollard, Richterin Salome Zimmermann, 
Gerichtsschreiberin Sonja Bossart.

X._______, ...,
vertreten durch ...,
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung, 
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (2. Quartal 1995 bis 1. Quartal 1997).
Bemessungsgrundlage beim Eigenverbrauch nach Art. 8 
Abs. 2 MWSTV (Art. 26 Abs. 3 Bst. c MWSTV); Vorsteu-
erabzug.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1370/2006

Sachverhalt:

A.
Die  einfache  Gesellschaft  A.,  war  vom 1.  Juni  1995  bis  31.  Januar 
1997  bei  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung  (ESTV), 
Hauptabteilung  Mehrwertsteuer,  im  Register  der  Steuerpflichtigen 
eingetragen. Als Art der Geschäftstätigkeit wurde auf dem Fragebogen 
zur  Eintragung  als  Mehrwertsteuerpflichtige  der  Bau  von 
Wohneinheiten und als Gesellschafter X. und Y. genannt. Auf Anfrage 
hin liess die ESTV der einfachen Gesellschaft mit Datum vom 29. Au-
gust 1996 ein Schreiben zukommen, in dem sie ausführte, wie jene die 
Eigenverbrauchssteuer zu berechnen habe, wann sie jeweils zu dekla-
rieren  und  zu  entrichten  sei,  sowie  wann  der  Eigenverbrauchs-
tatbestand  beginne  und  wann  er  ende.  Im  Oktober  1997  nahm  die 
ESTV  die  Löschung  der  einfachen  Gesellschaft  im  Register  der 
Steuerpflichtigen  per  30.  September  1997  vor,  gestützt  auf  ein 
Schreiben vom gleichen Datum. Aufgrund der Schlussabrechnung bei 
Beendigung der Steuerpflicht wurde von Seiten der Gesellschafter am 
16.  September  1999  gegenüber  der  ESTV  ein  Guthaben  von 
Fr. 57'412.50  geltend  gemacht.  Nach  verschiedenen  mit  den 
Gesellschaftern  geführten  Telefongesprächen  und  diversen  Kor-
respondenzen erstellte die ESTV am 9. November 1999 für die Steuer-
perioden  2.  Quartal  1995  bis  1.  Quartal  1997  die  Ergänzungsab-
rechnung (EA) Nr. 7225199 in der Höhe von Fr. 81'092.--. Mit Eingabe 
vom 27. Januar 2000 ersuchten die Gesellschafter um die Ausfällung 
eines einsprachefähigen Entscheids. Mit Entscheid vom 15. Mai 2000 
hielt  die  ESTV  fest,  dass  die  inzwischen  aufgelöste  einfache  Ge-
sellschaft für die Steuerperioden 2. Quartal 1995 bis 3. Quartal 1997 
noch Fr. 65'180.-- Mehrwertsteuer nebst Verzugszins ab 15. Juli 1996 
(mittlerer Verfall) zu bezahlen habe. Zudem wurden der einfachen Ge-
sellschaft die Verfahrenskosten von Fr. 250.-- auferlegt.

B.  
Dagegen  erhob  X.  mit  Eingaben  vom  22.  Mai  und  14.  Juni  2000 
Einsprache. Darauf führte die ESTV am 11. und 12. August sowie am 
26.  September  2003  eine  Steuerkontrolle  durch.  Anlässlich  dieser 
Kontrolle wurde die für die vorgenannten Steuerperioden geschuldete 
Eigenverbrauchssteuer  unter  Berücksichtigung  der  anrechenbaren 
bzw. bereits ausbezahlten Vorsteuern berechnet, und die ESTV erstell-
te am 24. Februar 2004 die EA Nr. 255'655. Demnach beläuft sich die 
geschuldete  Mehrwertsteuer  für  die  Steuerperioden 2. Quartal  1995 

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bis 1. Quartal 1997 auf insgesamt Fr. 63'685.-- zuzüglich Verzugszins 
seit 15. Juli 1996. Mit Einspracheentscheid vom 29. Juni 2004 wies die 
ESTV  die  Einsprache  ab  und  erkannte,  dass  X.  als  solidarisch 
haftender Gesellschafter der aufgelösten einfachen Gesellschaft A. für 
die  Steuerperioden  2. Quartal  1995  bis  1.  Quartal  1997  noch 
Fr. 63'186.60  Mehrwertsteuer  (Fr. 63'685.--  abzüglich  Fr. 248.40 
Konkursdividende aus dem Konkurs von Y. sowie der Zahlung vom 10. 
Juni  2000  von Fr. 250.--)  zuzüglich  Verzugszins  von 5% ab  15. Juli 
1996  (mittlerer  Verfall)  sowie  Fr.  84.--  Verzugszins  (5%  auf  den 
Zahlungen  von  Fr.  248.40  und  Fr. 250.--,  berechnet  vom  mittleren 
Verfall bis zum jeweiligen Zahlungsdatum) schulde. Zudem wurden ihm 
Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 870.-- auferlegt.

C.
Mit Eingabe vom 19. August 2004 lässt X. (Beschwerdeführer) gegen 
den Einspracheentscheid der ESTV vom 29. Juni 2004 durch seinen 
Rechtsvertreter  Beschwerde  bei  der  Eidgenössischen  Steuer-
rekurskommission (SRK) erheben mit dem Antrag, die Mehrwertsteuer 
sei  gemäss  der  durch  den  Beschwerdeführer  korrigierten 
Schlussabrechnung  (Beschwerdebeilage  3)  festzusetzen  (Mehrwert-
steuerguthaben  des  Steuerpflichtigen  gegenüber  der  ESTV  von 
Fr. 40'144.--),  eventualiter  sei  die  Mehrwertsteuer  gemäss der  durch 
ihn neu erstellten Berechnungen (Beilagen 4 und 5) festzusetzen (ge-
schuldete Mehrwertsteuer von Fr. 36'070.--). Zur Begründung wird im 
Wesentlichen  ausgeführt,  A.  habe  unbestrittenermassen  Bauten  auf 
eigene Rechnung erstellt bzw. erstellen lassen. Die fraglichen Bauten 
hätten  aber  infolge  des  Konkurses  des  ehemaligen  Mitkonsortialen 
sowie  infolge  Konkurses  diverser  Lieferanten  nie  vollständig  fertig 
gestellt  werden können,  so dass  der  Eigenverbrauchstatbestand gar 
nie erfüllt  worden sei. Selbst wenn man steuerbaren Eigenverbrauch 
annehmen  würde,  so  wäre  unter  den  gegebenen  Umständen  der 
letztendliche Preis bei Freihandsverkauf wohl derjenige Preis, der im 
damaligen Zeitpunkt  einem unabhängigen Dritten hätte in  Rechnung 
gestellt  werden  können.  Dieser  Preis  könne,  wenn  überhaupt, 
Bemessungsgrundlage für den steuerbaren Eigenverbrauch darstellen. 
Zum Eventualbegehren wird dargelegt, jene mehrwertsteuerpflichtigen 
Handwerker, die ihre Zahlungen nachweisbar erhalten hätten, hätten 
die darauf geschuldete Mehrwertsteuer abgerechnet und mehrheitlich 
auch  bezahlt.  Wenn  nun  die  Vorsteuer  nicht  auf  allen  gemäss 
Baukreditabrechnung  bezahlten  Leistungen  gewährt  werde,  nur  weil 
diese  Lieferanten  entweder  ebenfalls  Konkurs  gegangen  seien  oder 

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weil der Pflichtige nicht mehr in der Lage sei, von diesen Lieferanten 
mehrwertsteuerkonforme Rechnungen oder mindestens Bestätigungen 
"Formular 1310" beizubringen, so dürfe dies nicht zu seinem Nachteil 
gereichen.

D.
Auf die Aufforderung der SRK vom 27. August 2004, vor der Behand-
lung der Beschwerde einen Kostenvorschuss von Fr. 3'500.-- bis spä-
testens zum 13. September 2004 zu leisten, stellt der Vertreter des Be-
schwerdeführers mit  Schreiben vom 6. September  2004 bei  der  Re-
kurskommission  den  sinngemässen  Antrag  auf  Zuerkennung  des 
Rechts der unentgeltlichen Prozessführung oder eventualiter auf eine 
für  den  Beschwerdeführer  angemessene  Herabsetzung  des  Kosten-
vorschusses. Mit Zwischenentscheid vom 5. November 2004 weist die 
SRK den Hauptantrag um Gewährung des Rechts auf unentgeltliche 
Prozessführung ab. Der diesbezügliche Eventualantrag wird gutgehei-
ssen und der Kostenvorschuss im Sinne eines Erlasses auf Fr. 2'500.-- 
herabgesetzt. 

E.
Mit Vernehmlassung vom 14. März 2005 beantragt die ESTV, die Be-
schwerde sei im Umfange von Fr. 10'707.-- sowie bezüglich der dem 
Beschwerdeführer im Entscheid- und Einspracheverfahren auferlegten 
Verfahrenskosten  gutzuheissen,  ansonsten  sei  sie  unter  Kostenfolge 
abzuweisen. Zur Begründung des Antrags um Gutheissung im Betrag 
von Fr. 10'707.-- führt die ESTV aus, sie habe mit Wirkung per 1. Janu-
ar 2005 u.a. eine Praxisänderung betreffend die Steuerberechnungs-
grundlage  des  Eigenverbrauchs  nach  Art.  9  Abs.  2  des  Mehrwert-
steuergesetzes vom 2. September 1999 (MWSTG, SR 641.20) vorge-
nommen. Die neue Praxis sei auch in Bezug auf den vorliegenden Fall 
anzuwenden und gewisse Kostenelemente seien nicht mehr in die für 
die Bemessung des Eigenverbrauchs nach Art. 8 Abs. 2 der Verord-
nung vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 
1464) massgeblichen Anlagekosten einzubeziehen. Weiter sei die Ei-
genverbrauchssteuer  jeweils  im  Umfange  des  Baufortschrittes  ge-
schuldet.  Auf  einen  allfällig  erzielten  Gewinn  komme  es  nicht  an. 
Schliesslich führt die ESTV betreffend Vorsteuerabzug aus, sie müsse 
den Vorsteuerabzug grundsätzlich  verweigern,  wenn die vorgewiese-
nen Belege die vorgesehenen Bedingungen nicht erfüllten. Könne ein 
Steuerpflichtiger  keine  formell  korrekten  Vorsteuerbelege  mehr  be-
schaffen,  da  beispielsweise  die  Unternehmen,  welche  die  damalige 

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Leistung erbracht  haben,  nicht  mehr  existieren,  so  habe er  die  sich 
daraus ergebenden Folgen selber zu tragen.

F.
Im  Rahmen  des  Instruktionsverfahrens  ersuchte  das  Bundesverwal-
tungsgericht, welches das Verfahren von der SRK übernommen hatte, 
am 13. März  2008  die  ESTV um Stellungnahme zur  Frage  der  An-
wendbarkeit und der Auswirkungen von Art. 15a und Art. 45a der Ver-
ordnung vom 29. März  2000  zum Bundesgesetz  über  die  Mehrwert-
steuer (MWSTGV, SR 641.201) auf das hängige Verfahren. Mit Einga-
be  vom  14.  April  2008  erläuterte  die  ESTV,  sie  habe  die  vom  Be-
schwerdeführer geltend gemachten Vorsteuern teilweise nicht zum Ab-
zug zugelassen, weil entweder keine oder formell nicht korrekte Bele-
ge vorhanden gewesen seien. Eine Ausscheidung in vorhandene und 
nicht vorhandene Belege und damit die Prüfung, ob Art. 15a bzw. 45a 
MWSTGV anwendbar sein könnten, sei nicht mehr möglich. Die ESTV 
schlage als pragmatisches Vorgehen vor, auf bestimmten Rechnungen 
die  Vorsteuer  (von  Fr. 23'303.--)  zuzulassen.  Hingegen  könnten  die 
Vorsteuerabzüge  insoweit  nicht  gewährt  werden,  als  die  jeweiligen 
Leistungserbringer nach dem Wissenstand der ESTV zum damaligen 
Zeitpunkt noch gar nicht steuerpflichtig gewesen seien bzw. die Steuer 
auf  den  entsprechenden  Leistungen  nicht  an  die  ESTV  abgeliefert 
wurde, wodurch dem Bund bei Anerkennung der Vorsteuer beim Be-
schwerdeführer ein Steuerausfall entstehen würde. Folglich sei die Be-
schwerde im Umfang von Fr. 23'303.-- bzw. aufgrund des Antrag in der 
Vernehmlassung um teilweise Gutheissung insgesamt im Betrag von 
Fr. 34'010.-- gutzuheissen. Von der ihm mit Schreiben des Bundesver-
waltungsgerichts  vom  15.  April  2008  eingeräumten  Gelegenheit  zur 
Stellungnahme zur Eingabe der ESTV machte der Beschwerdeführer 
keinen Gebrauch.

G.
Auf die weitere Begründung in den Eingaben der Parteien wird – so-
weit  notwendig – im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einge-
gangen.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Bis zum 31. Dezember 2006 unterlagen Einspracheentscheide der 
ESTV  der  Beschwerde  an  die  SRK.  Das  Bundesverwaltungsgericht 
übernimmt, sofern es zuständig ist, die Ende 2006 bei der SRK hängi-
gen Rechtsmittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht 
(Art. 53 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bun-
desverwaltungsgericht [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]). 
Soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich  gemäss 
Art. 37 VGG das Verfahren nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezem-
ber  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das 
Bundesverwaltungsgericht ist  zur Behandlung der Beschwerde sach-
lich wie funktionell zuständig (Art. 31 und 33 Bst. d VGG).

1.2 Am 1. Januar 2001 sind das MWSTG sowie die zugehörige Ver-
ordnung (MWSTGV, SR 641.201) in Kraft getreten. Der zu beurteilen-
de Sachverhalt hat sich indessen in den Jahren 1995 bis 1997 zuge-
tragen. Auf die vorliegende Beschwerde ist  damit grundsätzlich noch 
die MWSTV anwendbar (Art. 93 und 94 MWSTG).

1.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  den  angefochtenen  Ent-
scheid prinzipiell  in  vollem Umfang überprüfen. Gerügt  werden kann 
die Verletzung von Bundesrecht,  einschliesslich Überschreitung oder 
Missbrauch des Ermessens (Art. 49 Bst. a VwVG), die unrichtige oder 
unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
(Art. 49  Bst. b  VwVG)  sowie  die  Unangemessenheit  (Art. 49  Bst. c 
VwVG).  Infolge  des  Grundsatzes  der  Rechtsanwendung  von  Amtes 
wegen ist  das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz ver-
pflichtet,  auf  den  festgestellten  Sachverhalt  jenen  Rechtssatz  anzu-
wenden,  den es als  den zutreffenden erachtet,  und ihm jene Ausle-
gung zu geben, von der es überzeugt ist (BGE 119 V 347 E. 1a; FRITZ 
GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212). 
Demnach ist das Bundesverwaltungsgericht als Beschwerdeinstanz an 
die  rechtliche  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  (Art. 62 
Abs. 4 VwVG) und kann eine Beschwerde auch aus anderen als den 
geltend gemachten Gründen gutheissen oder den angefochtenen Ent-
scheid im Ergebnis mit einer Begründung bestätigen, die von jener der 
Vorinstanz  abweicht  (Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  [BVGer] 
A-1342/2006 vom 3. Mai  2007 E. 1.3). Der  Untersuchungsgrundsatz 
und das Prinzip  der  Rechtsanwendung von Amtes wegen finden je-

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doch ihre  Grenze darin,  dass  die  Beschwerdeinstanz  nicht  von sich 
aus  zusätzliche  Sachverhaltsabklärungen  vornimmt  oder  weitere 
Rechtsstandpunkte untersucht, für die sich aus den vorgebrachten Rü-
gen oder den Akten nicht zumindest Anhaltspunkte ergeben (BGE 119 
V 349 E. 1a; 117 V 263 E. 3b; 117 Ib 117 E. 4a; 110 V 53 E. 4a; ANDRÉ 
GRISEL,  Traité  de  droit  administratif,  Bd.  II,  Neuchâtel  1984,  S.  927; 
GYGI, a.a.O, S. 211 ff.; ALFRED KÖLZ/ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren 
und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2.  Auflage,  Zürich  1998, 
S. 40,  Rz. 114,  S. 216 f.,  Rz. 603  und  S. 240 f.,  Rz. 677).  Die  Be-
schwerdeinstanz ist  nicht  gehalten,  nach allen möglichen Rechtsfeh-
lern zu suchen, für entsprechende Fehler müssen sich mindestens An-
haltspunkte  aus  den  Parteivorbringen  oder  den  Akten  ergeben  (vgl. 
BGE 121 III 274 E. 2b; ANDRÉ MOSER, in: André Moser/ Peter Uebersax, 
Prozessieren  vor  eidgenössischen  Rekurskommissionen,  Basel  und 
Frankfurt  am Main 1998, Rz. 1.8 f.; vgl. zum Ganzen auch Urteil  des 
BVGer A-1359/2006 vom 26. Juli 2007 E. 1.3).

2.

2.1 Der  Mehrwertsteuer  unterliegt  u.a.  der  durch  Mehrwertsteuer-
pflichtige getätigte Eigenverbrauch (Art. 4 Bst. c MWSTV). Eigenver-
brauch liegt insbesondere vor, wenn der Mehrwertsteuerpflichtige an 
bestehenden oder  neu zu erstellenden Bauwerken,  die  zur  entgeltli-
chen  Veräusserung  oder  entgeltlichen  Überlassung  zum  Gebrauch 
oder zur Nutzung bestimmt sind (Art. 14 Ziff. 16 und 17 MWSTV), Ar-
beiten  vornimmt  oder  vornehmen  lässt  und  hiefür  nicht  für  die 
Versteuerung optiert (Art. 8 Abs. 2 Bst. a MWSTV). Nimmt der Mehr-
wertsteuerpflichtige  Arbeiten  der  genannten  Art  für  private  Zwecke 
oder  für  eine  von der  Mehrwertsteuer  ausgenommene Tätigkeit  vor, 
liegt gleicherweise Eigenverbrauch vor (Art. 8 Abs. 2 Bst. b MWSTV; 
zu  diesen  beiden  Tatbeständen  ausführlich:  Urteil  des  BVGer 
A-1420/2006 vom 10. April 2008 E. 2.1).

Abgesehen vom in Art. 8 Abs. 2 Bst. b 1. Teil MWSTV erwähnten Fall 
erfasst  Art.  8  Abs. 2  MWSTV Tatbestände,  in  welchen  kein  Endver-
brauch und mithin kein eigentlicher Eigenverbrauch vorliegt. Bei diesen 
Eigenverbrauchstatbeständen geht es auch nicht primär um die Rück-
gängigmachung des Vorsteuerabzugs. Vielmehr werden damit eigentli-
che Wertschöpfungskomponenten miterfasst. Ziel  ist  die  Vermeidung 
von  Wettbewerbsverzerrungen  zwischen  steuerpflichtigen  Unterneh-
men, die Arbeiten an ihren Bauwerken selber vornehmen und Unter-

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nehmen,  die  für  diese Arbeiten  Drittunternehmen beiziehen und  auf 
deren  Leistungen  die  Mehrwertsteuer  zu  entrichten  haben.  Die  von 
Art. 8 Abs. 2 MWSTV vorgesehende Lösung entspricht gemäss Bun-
desgericht  dem Prinzip  der  Wettbewerbsneutralität  und  wird  als  ge-
rechtfertigt  erachtet (Urteile des Bundesgerichts vom 30. März 2001, 
Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 72 159 ff. E. 2a, 2c/bb, 
2c/cc, 3b/cc, 3b/dd; vom 10. September 2003, ASA 73 668 ff. E. 3.1; 
vom 7. März 2003, ASA 73 493 ff. E. 2.1; 2A.129/2005 vom 16. März 
2006 E. 3; vgl. auch Entscheid  der  SRK vom 14. Juli  2005,  Verwal-
tungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  70.6  E.  3c/aa;  DANIEL RIEDO, 
mwst.com,  Kommentar  zum Bundesgesetz  über  die  Mehrwertsteuer, 
Basel 2000, N. 20 ff. zu Art. 9, A).

2.2

2.2.1 Beim  Eigenverbrauch  gemäss  Art.  8  Abs.  2  MWSTV  wird  die 
Steuer vom Preis (ohne den Wert des Bodens) berechnet, der im Falle 
der Lieferung einem unabhängigen Dritten in Rechnung gestellt würde 
(Art. 26 Abs. 3 Bst. c MWSTV; ebenso Art. 34 Abs. 4 MWSTG). Dieser 
Drittpreis entspricht  grundsätzlich dem Marktwert  (vgl. Entscheid der 
SRK vom 10. Januar 2006, VPB 70.56 E. 2c, 3a; vgl. auch betr. den in 
Art. 26 Abs. 2 Satz 3 MWSTV genannten Drittpreis statt vieler: Urteil 
des BVGer A-1376/2006 vom 20. November 2007 E. 3.3 mit  Hinwei-
sen). Der Marktwert wiederum wird von der Rechtsprechung im Prinzip 
dem  Verkehrs-/Veräusserungswert  gleichgesetzt.  Der  Drittpreis  wie 
auch der Markt- bzw. Verkehrswert sind in der Regel Schätz- bzw. Ver-
gleichswerte (vgl. Urteile des BVGer A-1348/2006 vom 30. Mai 2007 
E. 5.3.2,  6.3.1;  A-1376/2006  vom 20. November  2007  E.  4.3,  je  mit 
zahlreichen Hinweisen). Als Verkehrswert gilt der Erlös, der am Stich-
tag  bei  einem  Verkauf  an  einen  unabhängigen  Dritten  hätte  erzielt 
werden können. Massgeblich ist der Preis, der bei einem Verkauf unter 
normalen  Verhältnissen  und  im  gewöhnlichen  Geschäftsverkehr 
mutmasslich erhältlich gewesen wäre (Urteil des BVGer A-1348/2006 
vom 30. Mai 2007 E. 5.3.2; Entscheid der SRK vom 10. Januar 2006, 
VPB 70.56 E. 2d, je mit Hinweisen). 

2.2.2 Nach der Verwaltungspraxis der ESTV entspreche der einem un-
abhängigen Dritten in Rechnung zu stellende Preis (Art. 26 Abs. 3 Bst. 
c MWSTV) in der Praxis den Anlagekosten ohne Wert des Bodens. Als 
Anlagekosten gilt das Total der Grundstücks-, Planungs- und Baukos-
ten  inklusive  Aufwendungen  für  allfällige  Abbrucharbeiten,  Umge-

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bungsarbeiten, Bauzinsen (Fremd- und Eigenkapitalzinsen), allgemei-
ne  Geschäftsunkosten  wie  z.B.  der  anteilsmässige  Verwaltungsauf-
wand sowie sämtliche Gebühren im Zusammenhang mit der Erstellung 
der  Baute,  abzüglich  Wert  des  Bodens  (inkl.  darauf  entfallende Zin-
sen). Mindestbemessungsgrundlage ist der Schatzungswert für Feuer-
schaden  der  Gebäudeversicherung  zuzüglich  bestimmter  Aufwen-
dungen  (Broschüre  Eigenverbrauch  der  ESTV  vom November  1996 
[MWSTV]  Ziff.  4.1.2;  ebenso  Spezialbroschüre  [SB]  Eigenverbrauch 
vom Juli 2000 [MWSTG] Ziff. 7.3.3). 

Gemäss Broschüre  "Praxisänderungen ab  1. Januar  2005"  vom No-
vember 2004 sind neu nicht mehr in die Anlagekosten einzubeziehen: 
Baukredit- und andere Kreditzinsen, Kreditkommissionen (Bauzinsen); 
Baubewilligungs-  und Baupolizeigebühren; die in  der  Regel  einmalig 
zu zahlenden Anschlussgebühren für Strom, Gas, Wasser, Kanalisati-
on, Telekommunikation; Prämien für die Bauherrenhaftpflicht- und Bau-
wesenversicherung;  Prämien  für  die  Gebäudeversicherung  während 
der Bauphase; Ersatzabgaben an die öffentliche Hand (z.B. für Schutz-
räume und Parkplätze); Schätzungskosten der  kantonalen Gebäude-
versicherung oder von anderen Dritten (a.a.O., Ziff. 2.2.2; ebenso SB 
Eigenverbrauch vom März 2008, gültig ab 1. Januar 2008 Ziff. 7.3.5.2).

2.2.3 Die  Verwaltungspraxis  stützt  sich  zur  Eruierung  der  Bemes-
sungsgrundlage in Fällen von Art. 8 Abs. 2 MWSTV also anders als 
Art. 26 Abs. 3 Bst. c MWSTV (Drittpreis bzw. Verkehrswert) auf die An-
lagekosten ohne Wert des Bodens, dies "im Sinn einer annäherungs-
weisen  Ermittlung"  des  Preises  nach  Art.  26  Abs. 3  Bst.  c  MWSTV 
bzw. (gleichlautend) Art. 34 Abs. 4 MWSTG (vgl. SB Eigenverbrauch 
zum MWSTG Ziff. 7.3.3). 

Diese Praxis ist zwar grundsätzlich als statthaft anzusehen (vgl. Ent-
scheide der SRK vom  14. Juli 2005, VPB 70.6 E. 3c/bb und 5b; vom 
12.  August  2002,  VPB  67.18  E.  5a/cc  und  E.  5b/bb-dd;  s.a.  DANIEL 
RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer 
und  von  den  entsprechenden  Wirkungen  auf  das  schweizerische 
Recht, Bern 1999, S. 171). Es ist aber zu präzisieren, dass der Dritt-
preis bzw. der Marktpreis, auf den Art. 26 Abs. 3 Bst. c MWSTV explizit 
abstellt  (immer  ohne  Wert  des  Bodens),  primär  massgeblich  bleibt. 
Könnte  ein  effektiver  Drittpreis  vom Steuerpflichtigen belegt  werden, 
hätte  sich  die  Bemessung  an  diesen  zu  halten.  Erfolgt  ein  solcher 
Nachweis nicht,  muss die Bemessungsgrundlage,  d.h. der Drittpreis, 

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bei dem es sich grundsätzlich um einen Schätz- bzw. Vergleichswert 
handelt  (oben  E. 2.2.1),  annäherungsweise  bestimmt  werden. Dabei 
kann ein Abstellen auf die Anlagekosten, wie von der Praxis der ESTV 
vorgesehen, nicht beanstandet werden. 

3.
Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die aufgelöste einfache Ge-
sellschaft  A.  grundsätzlich  steuerpflichtig  ist  und  dass  der 
Beschwerdeführer  als  solidarisch  haftender  Gesellschafter  für  die 
geschuldeten  Steuern  haftet.  Umstritten  ist  dagegen  einerseits  das 
Vorliegen  eines  Eigenverbrauchtatbestandes  und  andererseits  die 
allfällige Bemessungsgrundlage bei Annahme von Eigenverbrauch. 

3.1 Der  Beschwerdeführer  bestreitet  das  Vorliegen  eines  Eigenver-
brauchstatbestandes damit, dieser beruhe auf der Annahme, dass ers-
tens die Baute vollständig fertiggestellt  wurde und dass zweitens bei 
einem Verkauf regelmässig mindestens ein Preis in der Höhe der Bau-
kosten und Baukreditzinsen inklusive der verrechneten Eigenhonorare 
erzielt  werden könne. Unter den gegebenen Umständen, wo er nicht 
einmal seine eigenen Honorare vollständig erhalten und seine inves-
tierten Eigenmittel gänzlich verloren habe, mache die Annahme eines 
konstruierten  Eigenverbrauchtatbestandes  keinen  Sinn.  Die  bauge-
werbliche  Eigenverbrauchssteuer  führe  im  Gegenteil  diesfalls  zu  ei-
nem willkürlichen Ergebnis. 

Der Beschwerdeführer übersieht bei dieser Argumentation einerseits, 
dass  die  Besteuerung  des  Herstellungs-  und  Bearbeitungseigenver-
brauchs aus steuersystematischen Gründen erfolgt, indem dadurch die 
erbrachte Wertschöpfung steuerlich erfasst werden soll (oben E. 2.1). 
Dass eine Wertschöpfung erfolgt, wenn – wie vorliegend – ein Gebäu-
de erstellt wird, erscheint als offensichtlich. Ob bei einem Verkauf min-
destens ein Preis in Höhe von Baukosten und Baukreditzinsen inklusi-
ve  der  verrechneten  Eigenhonorare  erzielt  werden  kann,  hat  darauf 
keinen  Einfluss.  Andererseits  ist  festzuhalten,  dass  es  sich  bei  der 
Mehrwertsteuer  um  eine  Umsatzsteuer  handelt,  es  mithin  ohnehin 
nicht  auf  einen allfälligen Gewinn ankommt,  sondern das Entgelt  für 
die  vom Steuerpflichtigen  erbrachten  Lieferungen  und  Dienstleistun-
gen (Art. 26 Abs. 1 MWSTV) bzw. – wie vorliegend – der für die Be-
messung des Eigenverbrauchs heranzuziehende Wert (Art. 26 Abs. 3 
MWSTV) Ausgangspunkt für die Steuerberechnung bilden. Ob der da-
mit erzielte Umsatz indes zu einem Betriebsgewinn oder zu einem Be-

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triebsverlust  geführt  hat,  ist  für  die Mehrwertsteuer unerheblich (vgl. 
BVGE 2007/23 E. 7.1; Entscheid der SRK vom 9. Januar 2001, VPB 
65.107 E. 5c). Insofern geht der Hinweis des Beschwerdeführers auf 
den  Grundsatz  der  wirtschaftlichen  Leistungsfähigkeit  fehl.  Er  ver-
kennt, dass dieser Grundsatz im Bereiche der Mehrwertsteuer als Ver-
brauchssteuer  zwar  durchaus  seine  Relevanz  haben  kann,  jedoch 
nicht mit Blick auf die Mehrwertsteuerpflichtigen zu beachten ist, son-
dern bezogen auf die Endverbraucher, welche die Steuer nach der Ab-
sicht des Verfassungsgebers tragen sollen (XAVIER OBERSON, mwst.com, 
a.a.O.,  N. 46 zu  Art. 1;  RIEDO,  a.a.O.,  S. 35  f.;  vgl.  auch  Urteil  des 
Bundesgerichts 2C_518/2007 vom 11. März 2008 E. 3.4).

3.2 Sodann  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  selbst  wenn man 
steuerbaren Eigenverbrauch annehmen würde, so wäre unter den ge-
gebenen  Umständen  der  letztendliche  Freihandsverkaufspreis  wohl 
derjenige Preis, der im damaligen Zeitpunkt einem unabhängigen Drit-
ten überhaupt noch in Rechnung hätte gestellt werden können. Wenn 
schon, dann sei dieser Preis Bemessungsgrundlage für den steuerba-
ren Eigenverbrauch.

3.2.1 Vorab ist  festzuhalten,  dass  für  die  Bemessung  der  Eigenver-
brauchssteuer vorliegend der Sachverhalt (Zustand des Baus) im Zeit-
punkt  der  Beendigung  der  Steuerpflicht  der  einfachen  Gesellschaft 
massgeblich  ist. Allfällige  Veränderungen am Bau,  die  nach Beendi-
gung der Steuerpflicht  noch erfolgt  wären,  könnten – schon weil  sie 
nicht der Steuerpflichtige ausgeführt hat bzw. hat ausführen lassen – 
nicht unter Art. 8 Abs. 2 MWSTV fallen und nicht Bestandteil der Be-
messungsgrundlage sein. Wann die Steuerpflicht geendet hat, ist nicht 
ganz  klar  (gemäss  EA  und  Einspracheentscheid  per  Ende  Januar 
1997; Löschung aber per Ende September 1997, vgl. act. 31), braucht 
aber nicht näher abgeklärt  zu werden. Es kann davon ausgegangen, 
dass der (unvollendete) Zustand des Baus im Zeitpunkt des vom Be-
schwerdeführer  angerufenen  Freihandverkaufs  am  6. Januar  1998 
(vgl. act. 30) mit jenem bei Ende der Steuerpflicht übereinstimmte. Et-
was anderes ergibt sich jedenfalls nicht aus den Akten und für diese 
Annahme spricht  auch der geringe Verkaufspreis (von Fr. 800'000.--, 
vgl. act. 30). Eine Berücksichtigung des Freihandverkaufspreises  bei 
der Bemessung der Eigenverbrauchssteuer kann also nicht von vorn-
herein ausgeschlossen werden. 

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Art. 26 Abs. 3 Bst. c MWSTV bezeichnet den Drittpreis (ohne Wert des 
Bodens) als Bemessungsgrundlage. Dieser entspricht wie erläutert im 
Prinzip dem Verkehrs- bzw. Marktwert, d.h. dem bei einem Verkauf an 
unabhängige Dritte unter normalen Verhältnissen und im gewöhnlichen 
Geschäftsverkehr erzielbaren Preis  (E. 2.2.1,  2.2.3). Es handelt  sich 
bei  Drittpreis grundsätzlich um einen objektiven Wert  (vgl. Urteil  des 
BVGer vom 20. November 2007 E. 3.3, 4.4.1). Der vom Beschwerde-
führer vorgebrachte Freihandverkaufspreis (von welchem überdies der 
Wert  des  Bodens  abzuziehen  wäre)  erfüllt  diese  Voraussetzungen 
nicht. Der Verkauf erfolgte zwar soweit ersichtlich an einen "unabhän-
gigen Dritten". Nach Angaben des Beschwerdeführers hat  die Baute 
aber auf Druck der baukreditgebenden Bank und im Einverständnis mit 
den Konsortialen und dem Konkursamt im Rohbau an einen Unterneh-
mer verkauft werden müssen, der sich bereit erklärt hatte, das unvoll-
ständige Bauwerk  fertigzustellen  (Beschwerde S. 2  unten,  vgl.  auch 
act. 30). Von einem objektiven Drittpreis, der bei einem Verkauf "unter 
normalen Verhältnissen" und "im gewöhnlichen Geschäftsverkehr" zu 
erzielen  wäre,  kann unter  diesen Umständen nicht  gesprochen wer-
den. Dies ergibt sich auch aus der grossen Diskrepanz zwischen den 
von der ESTV berechneten Anlagekosten und dem erzielten Verkaufs-
preis,  weswegen der  Verkauf  – wie auch der Beschwerdeführer gel-
tend  macht  –  mit  hohem  Verlust  erfolgte. Es  wurde  nicht  dargetan, 
dass der unter  diesen Gegebenheiten (Verkauf  unter  Druck im Rah-
men eines Konkurses) erzielte Freihandverkaufspreis einem objektiven 
Drittpreis  bzw. Marktwert  entspricht. Der  Beschwerdeführer hat  auch 
keinen anderen Drittpreis im Sinn von Art. 26 Abs. 3 Bst. c MWSTV ge-
nannt,  auf  den  abgestellt  werden  könnte. Es  war  damit  die  Bemes-
sungsgrundlage annäherungsweise zu bestimmen und das Abstellen 
der  ESTV auf  die  Anlagekosten  ist  dabei  nicht  zu  beanstanden  (E. 
2.2.2, 2.2.3).

3.2.2 Die ESTV führt in ihrer Vernehmlassung aus, gemäss ihrer neu-
en, mit Wirkung ab 1. Januar 2005 geltenden Praxis seien einige expli-
zit aufgezählte Aufwendungen nicht mehr in die Berechnung der Anla-
gekosten einzubeziehen (hierzu oben E. 2.2.2). Nachdem sich die Pra-
xisänderung zugunsten des  Beschwerdeführers auswirkt,  besteht  für 
das Bundesverwaltungsgericht kein Anlass, diese nicht – rückwirkend 
– zur Anwendung zu bringen. Entsprechend den insoweit unbestritte-
nen  Berechnungen  der  ESTV  und  dem  Antrag  auf  teilweise  Gut-
heissung in der Vernehmlassung ergibt sich daraus eine teilweise Gut-
heissung der Beschwerde und eine Verminderung der Mehrwertsteuer-

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schuld im Umfange von Fr. 10'707.--. Im übrigen sind die Berechnun-
gen der ESTV zur Eruierung der Anlagekosten nicht bestritten. 

4.

4.1 Verwendet  der  Steuerpflichtige  Gegenstände  oder  Dienstleistun-
gen für steuerbare Ausgangsleistungen, so kann er in seiner Steuer-
abrechnung die ihm von anderen Steuerpflichtigen in  Rechnung ge-
stellte  Steuer  für  Lieferungen  und  Dienstleistungen  abziehen.  Die 
Rechnungen  bzw.  Belege  müssen  mit  den  Angaben  nach  Art.  28 
MWSTV versehen sein  (Art.  29  Abs. 1 und 2  MWSTV). Erfüllen  die 
Vorsteuerbelege die formellen Anforderungen nicht, muss der Vorsteu-
erabzug  verweigert  werden  (siehe  ausführlich:  Urteile  des  BVGer 
A-1476/2006  vom 26. April  2007 E. 4.2.1; A-1438/2006 vom 11. Juni 
2007 E. 3.1, 3.2). Da es sich bei den Vorsteuern um steuermindernde 
Tatsachen  handelt,  obliegt  der  formgerechte  Beweis  (vgl.  Art. 29 
Abs. 1 Bst. a in Verbindung mit Art. 28 Abs. 1 MWSTV) für deren Vor-
liegen dem Steuerpflichtigen (Urteil des Bundesgerichts 2A.406/2002 
vom  31. März  2004,  E.  3.4;  Entscheide  der  SRK  vom  15. Oktober 
1999, VPB 64.47 E. 5b; vom 14. Januar 2005, VPB 69.88 E. 3c/bb mit 
Hinweis).

Nach neuem Verordnungsrecht hat die ESTV auch Rechnungen und 
Rechnungen ersetzende Dokumente anzuerkennen, welche die Anfor-
derungen an die Angaben zu Namen und Adresse der steuerpflichti-
gen Person und zum Empfänger der Lieferung oder der Dienstleistung 
nach Artikel 37 Abs. 1 Bst. a und b MWSTG (bzw. Art. 28 Abs. 1 Bst. a 
und b MWSTV) nicht vollumfänglich erfüllen, sofern die tatsächlich vor-
handenen Angaben die betreffenden Personen eindeutig identifizieren 
(Art. 15a MWSTGV). Allein aufgrund von Formmängeln wird überdies 
keine Steuernachforderung erhoben, wenn erkennbar ist oder die steu-
erpflichtige  Person  nachweist,  dass  durch  die  Nichteinhaltung  einer 
Formvorschrift des MWSTG oder der zugehörigen Verordnung für die 
Erstellung von Belegen für den Bund kein Steuerausfall entstanden ist 
(Art. 45a MWSTGV) (zu diesen neuen Bestimmungen und deren rück-
wirkenden  Anwendung  ausführlich:  Urteile  des  BVGer  A-1438/2006 
vom 11. Juni 2007 E. 3.3;  A-1476/2006  vom 26. April  2007 E. 4.2.3, 
A-1352/2006 vom 25. April 2007 E. 6; A-1455/2006 vom 25. April 2007 
E. 5.4). Das Vorhandensein einer Rechnung (oder eines entsprechen-
den  Belegs)  allerdings  bleibt  eine  unabdingbare,  materiellrechtliche 
Voraussetzung für den Vorsteuerabzug. Fehlt die Rechnung, kann die-

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ser Mangel  nicht durch Art. 15a oder 45a MWSTGV geheilt  werden. 
Hingegen  können  die  einzelnen  formellen  Anforderungen  betreffend 
den Inhalt der Rechnung von Art. 15a und 45a MWSTGV gegebenen-
falls  erfasst  werden  (Urteile  des  BVGer  A-1476/2006  vom  26. April 
2007 E. 5.2.2; A-1438/2006 vom 11. Juni 2007 E. 3.2, 3.3).

4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, die ESTV habe zu Unrecht gel-
tend gemachte Vorsteuern nicht anerkannt. Er begründet dies damit, 
jene mehrwertsteuerpflichtigen Handwerker, die ihre Zahlungen nach-
weisbar erbracht hätten, hätten die darauf geschuldete Mehrwertsteu-
er abgerechnet und mehrheitlich auch abgeliefert. Es dürfe ihm nicht 
zum Nachteil gereichen, wenn diese Lieferanten ebenfalls in Konkurs 
gegangen seien oder er nicht mehr in der Lage sei, von diesen Liefe-
ranten mehrwertsteuerkonforme Rechnungen oder mindestens Bestä-
tigungen "Form. 1310"  beizubringen. Der  Beschwerdeführer  verlangt 
die  Anerkennung  zusätzlicher  Vorsteuern  im  Umfange  von 
Fr. 25'848.--. 

Auf Ersuchen des Bundesverwaltungsgerichts  an die ESTV, sich zur 
Anwendbarkeit von Art. 15a und Art. 45a MWSTGV zu äussern, erläu-
terte  diese,  sie  habe die  vom Beschwerdeführer  geltend gemachten 
Vorsteuern teilweise nicht zum Abzug zugelassen, weil keine bzw. for-
mell nicht korrekte Belege vorhanden gewesen seien. Bei der damali-
gen Kontrolle habe die ESTV nicht unterschieden, ob ein Beleg vor-
handen war oder nicht und wenn ja, an welchem Formerfordernis es 
dem Beleg gemangelt hat. Aus diesem Grund sei eine Ausscheidung 
in nicht vorhandene Belege – bei denen Art. 15a bzw. 45a MWSTGV 
von vornherein nicht anwendbar seien – und vorhandene Belege – bei 
denen  diese  Bestimmungen  möglicherweise  angewendet  werden 
könnten – nicht möglich. Um vorliegend zu einer Lösung zu kommen, 
schlage  die  ESTV als  pragmatisches  Vorgehen  vor,  auf  bestimmten 
Rechnungen im Umfang von Fr. 358'504.-- die Vorsteuer (Fr. 23'303.--) 
zuzulassen.  Hingegen  blieben  die  Belastungen  gemäss  Ziff.  1  EA 
Nr. 255'655  soweit  bestehen  (betrifft  Rechnungen  im  Umfang  von 
Fr. 65'000.--),  als  die  jeweiligen  Leistungserbringer  nach  dem  Wis-
senstand der ESTV zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht steuer-
pflichtig  gewesen  seien  (betr.  ...)  bzw. die  Steuer  auf  den  entspre-
chenden Leistungen der ESTV nicht abgeliefert worden sei (betr. ...), 
wodurch  dem  Bund  bei  Anerkennung  der  Vorsteuer  beim  Be-
schwerdeführer ein Steuerausfall entstehen würde. Folglich sei die Be-
schwerde im Umfang von Fr. 23'303.-- bzw. aufgrund des Antrag in der 

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Vernehmlassung um teilweise Gutheissung insgesamt im Betrag von 
Fr. 34'010.-- gutzuheissen. 

Dem Antrag der  ESTV auf  teilweise  Gutheissung  kann entsprochen 
werden. Vorliegend  ist  ungeklärt,  ob  bloss  formell  mangelhafte  oder 
aber gar keine Vorsteuerbelege der Grund für  die Verweigerung des 
Vorsteuerabzugs waren. Dies ist  jedoch insbesondere darauf zurück-
zuführen, dass die ESTV es unterlassen hat, die bemängelten Belege 
in  Bezug auf  die Art  der Fehlerhaftigkeit  auszuscheiden. Auch wenn 
eine  Schätzung  von Vorsteuern  im  Allgemeinen  ausgeschlossen  ist, 
kann unter den gegebenen speziellen Umständen der "pragmatische 
Vorschlag" der ESTV, der auch vom Beschwerdeführer nicht verworfen 
wird, akzeptiert werden (vgl. ferner betr. eine schätzungsweise Ermitt-
lung  der  unzulässigen  Vorsteuerabzüge:  Entscheid  der  SRK  vom 
12. Mai 2005 [SRK 2003-167] E. 4b/bb/ccc und 5b/aa). Was die dane-
ben noch strittigen Vorsteuern betrifft, so ist vorab festzustellen, dass 
das Vorhandensein einer Rechnung eine materiellrechtliche Vorausset-
zung für  den  Vorsteuerabzug  ist,  woran auch Art.  15a und Art.  45a 
MWSTGV nichts ändern (E. 4.1). Der Beschwerdeführer hat keine Be-
lege  beigebracht  und  es  kann  durch  das  Bundesverwaltungsgericht 
somit nicht überprüft werden, ob überhaupt Belege vorhanden waren 
und falls ja, ob solche den Anforderungen an Vorsteuerbelege – auch 
unter den gelockerten Anforderungen – genügten. Art. 45a MWSTGV 
kann zudem nicht angewendet werden, da die Negativvoraussetzung, 
dass kein Steuerausfall resultieren darf (E. 4.1), nicht erfüllt ist. Zu den 
diesbezüglichen Ausführungen der ESTV hat sich der Beschwerdefüh-
rer nicht geäussert, obwohl ihm hierzu mit Schreiben des Bundesver-
waltungsgericht vom 15. April 2008 Gelegenheit eingeräumt wurde. Es 
besteht somit kein Anlass, an der Richtigkeit der Angaben der ESTV 
zu zweifeln. Die Beschwerde ist in Bezug auf die Vorsteuern entspre-
chend  dem  Antrag  der  ESTV  im  Umfang  von  Fr. 23'303.-- 
gutzuheissen, im Übrigen aber abzuweisen. 

5.
Art. 68 Abs. 1 MWSTG (zur Anwendbarkeit  von Art. 68 MWSTG vgl. 
Urteile des Bundesgerichts 2A.68/2003 und 2A.69/2003 vom 31. Au-
gust  2004,  je  E.  9;  ausführlich:  Entscheid  der  SRK  vom 10. Januar 
2006, VPB 70.56, E. 4a) sieht – unabhängig vom Verfahrensausgang – 
die Kostenlosigkeit  des Veranlagungs- und des Einspracheverfahrens 
vor. Gemäss Abs. 2 können hingegen Kosten von Untersuchungshand-
lungen derjenigen Person auferlegt werden, die sie schuldhaft  verur-

Seite 15

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sacht hat. Vorliegend ist  nicht ersichtlich, welche speziellen Untersu-
chungshandlungen  –  mit  entsprechenden  Kostenfolgen  –  der  Be-
schwerdeführer  schuldhaft  verursacht  haben  könnte  (zum  Anwen-
dungsbereich  von Art. 68  Abs. 2 MWSTG siehe Entscheid  der  SRK 
vom 23. April  2003, VPB 67.123, E. 5c). Die Auferlegung von Verfah-
renskosten durch die Vorinstanz ist somit – entsprechend dem eigenen 
Antrag der ESTV – aufzuheben.

6.
Dem  Gesagten  zufolge  ist  die  Beschwerde  im  Umfange  von 
Fr. 10'707.--  (E.  3.2.2)  und  Fr.  23'303.--  (E.  4.2),  insgesamt 
Fr. 34'010.--, gutzuheissen und die Steuerschuld gemäss Ziff. 2 Dispo-
sitiv des Einspracheentscheids (Fr. 63'186.60) ist um diesen Betrag zu 
reduzieren,  womit  sich  eine  verbleibende  Steuerforderung  von 
Fr. 29'176.60  zuzüglich  Verzugszinses  ergibt  (daneben  besteht  eine 
Verzugszinsforderung von Fr. 84.--,  die  vorliegend nicht  strittig  war). 
Ebenfalls  wird die Beschwerde hinsichtlich der Auferlegung von Ver-
fahrenskosten im Verfahren vor der ESTV (Fr. 870.--) gutgeheissen. Im 
Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen. 

Die Verfahrenskosten sind in der Regel dem unterliegenden Beschwer-
deführer aufzuerlegen. Unterliegt dieser nur teilweise, werden die Ver-
fahrenskosten ermässigt (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Im vorliegenden Fall 
rechtfertigt es sich angesichts der teilweisen Gutheissung, die Verfah-
renskosten von Fr. 2'500.-- auf Fr. 1'200.-- zu reduzieren. Die ESTV hat 
zudem dem teilweise obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführer 
eine reduzierte Parteientschädigung zu entrichten (Art. 64 Abs. 1 und 
2 VwVG). Diese wird in Anwendung von Art. 14 des Reglements vom 
11. Dezember  2006  über  die  Kosten und Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht (VGKE; SR 173.320.2) auf Fr. 1'500.-- (inkl. 
Auslagen und Mehrwertsteuer) festgesetzt. 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird im Sinn der Erwägungen (E. 6) teilweise gutge-
heissen und der angefochtene Einspracheentscheid insoweit aufgeho-
ben.

Seite 16

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2.
Der  Beschwerdeführer  hat  der  ESTV  Mehrwertsteuern  von 
Fr. 29'176.60 nebst  Verzugszins von 5% ab 15. Juli  1996 sowie Ver-
zugszins von Fr. 84.-- zu entrichten.

3.
Die Kosten für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht  werden  dem  Beschwerdeführer  im  reduzierten  Betrag  von 
Fr. 1'200.--  auferlegt  und  mit  dem  von  ihm  geleisteten  Kostenvor-
schuss  von  Fr. 2'500.--  verrechnet.  Der  Überschuss  von  Fr. 1'300.-- 
wird dem Beschwerdeführer nach Eintritt der Rechtskraft zurückerstat-
tet.

4.
Die  ESTV hat  dem  Beschwerdeführer  für  das  Beschwerdeverfahren 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  eine  reduzierte  Parteientschädi-
gung von Fr. 1'500.-- zu entrichten.

5.
Dieses Urteil wird eröffnet:

- dem Beschwerdeführer (mit Gerichtsurkunde)
- der Vorinstanz (Ref-Nr. ...; mit Gerichtsurkunde)

Der vorsitzender Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Stadelmann Sonja Bossart

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-

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ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

Versand: 

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