# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b89b1370-22e9-5542-b7cc-9a9695f61de1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-09-20
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht Sonstige Kammern 20.09.2006 SF 2006 24
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_999_SF-2006-24_2006-09-20.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 20. September 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
SF 06 24 (mündlich eröffnet)

Urteil
Strafkammer

(Abwesenheitsurteil)

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Riesen-Bienz, Giger und Zinsli 
Aktuar ad hoc Hartmann

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In der Strafsache

d e r  S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Anklägerin,

gegen

X . , Angeklagter, amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Patrick Barandun, 
Postfach 414, Masanserstrasse 35, 7001 Chur,

mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 14. Juni 2006

wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz,

in Anklagezustand versetzt, hat sich ergeben:

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A. X .  kam am 1. Januar 1980 in AB. zur Welt und wuchs gemäss eige-
nen Angaben zusammen mit einem jüngeren Bruder und einer jüngeren Schwester 
dort bei den Eltern auf. Sein Vater war Polizeibeamter, seine Mutter besorgte den 
Haushalt. Im Alter von fünf Jahren zog X. mit Freunden an die AD.. Zur Schule ging 
er nie. Zwischen 1992 und 2003 lernte er in AE. an der AD. Schreiner und arbeitete 
auf diesem Beruf. Am 10. Juni 2003 reiste X. in die Schweiz ein. Alle zwei Wochen 
erhielt er Fr. 154.--. Zwischen November 2003 und April 2004 bezog er monatlich 
Fr. 401.-- Unterstützungsleistung inkl. Motivationszulage für Eigenleistung. 2004 
und im Januar 2005 erhielt er alle 14 Tage Fr. 154.-- Unterstützungsleistung sowie 
fünf Mal Fr. 56.-- und drei Mal Fr. 40.-- Motivationszulage für Eigenleistung ausbe-
zahlt. Zuletzt erhielt er vom DM. in BA. pro Woche Fr. 51.--. Am 12. August 2005 
wurde X. durch die Fremdenpolizei ausgeschafft.

Im schweizerischen Zentralstrafregister ist X. mit einer Eintragung verzeich-
net. Am 31. Oktober 2003 wurde er vom Kreispräsidenten Chur wegen mehrfacher 
Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 1 BetmG mit 50 Tagen Gefängnis, Probezeit zwei 
Jahre, und Fr. 200.-- Busse bestraft.

X. befand sich vom 21. auf den 22. Januar 2005 und vom 18. auf den 19. Mai 
2005 insgesamt während vier Tagen in Polizeihaft und danach bis zum 12. August 
2005 während 85 Tagen in Untersuchungshaft.

B. X. wurde mit Verfügung des Staatsanwaltes vom 14. Juni 2006 wegen 
mehrfacher Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG sowie der mehrfachen 
Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG in Anklagezustand versetzt. Dieser 
Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden folgender 
Sachverhalt zu Grunde:

"1. X. erwarb von verschiedenen nicht bekannten Personen in mehreren Ma-
len Kokain, wovon er zwischen März 2004 und Mitte Mai 2005 mindestens 
67,5 Gramm Kokain verkaufte. Zudem bereitete er den Verkauf von 36,7 
Gramm Kokain vor. Im Einzelnen handelt es sich dabei um folgende Ge-
schäfte:

1.1 Zwischen März und Mai 2004 verkaufte X. R. 10 bis 12 Kugeln Ko-
kain zu je ca. ½ Gramm von unterschiedlicher Qualität und erhielt 
pro Kugel zwischen Fr. 50.-- und Fr. 70.--. Die Übergaben erfolgten 
beim „CR.“ in BC..

1.2 Im März 2004 verkaufte X. P. eine stark gestreckte Kugel Kokain zu 
ca. ½ Gramm. P. bezahlte für das Kokain Fr. 50.--. Die Übergabe 
erfolgte auf dem Parkplatz zwischen CA. und der CB. in BC..

1.3 Mitte April 2004 bereitete X. allein oder gemeinsam mit seinen Zim-
mergenossen im DN. in BC. Kokain-Kügelchen für den Verkauf zu. 

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Am 15. April 2004 durchsuchte die Kantonspolizei Graubünden im 
DN. in BC. unter anderem das Zimmer CD.. Auf dem Tisch lag 
Betäubungsmittel-Verpackungsmaterial (Cellophan-Rolle und Säck-
chen). Im Schrank von X., der selber nicht anwesend war, fand die 
Polizei eine vollständig verpackte Kokainkugel zu ca. 1 Gramm. Un-
ter dem Tischfuss entdeckte sie 12 weitere, noch nicht vollständig 
verpackte Kokainkügelchen. Die einzelnen Kügelchen wogen zu-
sammen 9,1 Gramm.

Gemäss den Feststellungen in den kriminaltechnischen Berichten 
vom 04. Mai 2004 bzw. 27. Mai 2004 wurde am Cellophan-Säckchen 
eine daktyloskopische Spur vom rechten Daumen von X. und an den 
Kokain-Kügelchen übereinstimmende DNA-Profile festgestellt.

Die Analyse der noch nicht vollständig verpackten Kokainkügelchen 
durch das Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen er-
gab einen Reinheitsgehalt von 54 %.

Das anlässlich der Zimmerkontrolle vom 15. April 2004 sicherge-
stellte Kokain von 9,1 Gramm beschlagnahmte der Untersuchungs-
richter am 07. September 2004.

Die im Schrank gefundene Kugel will X. für den Eigenkonsum oder 
den Wiederverkauf erworben haben.

1.4 Zwischen dem 25. Mai 2004 und dem 30. August 2004 erwarb X. 
beim Bahnhof in BC. von einem unbekannten Algerier insgesamt 
10,8 Gramm Kokain und bezahlte hiefür ca. Fr. 45.--. Von dieser 
Menge trug er am 30. August 2004 3,1 Gramm auf sich. Diese 
Menge war für den Verkauf bestimmt. Von den übrigen 7,7 Gramm 
Kokain verkaufte er einen Teil, einen Teil konsumierte er.

1.5 Zwischen Ende August 2004 und Ende Oktober 2004 verkaufte X. 
verschiedenen, nicht mit Namen bekannten Personen mindestens 5 
Kugeln Kokain zu je einem Gramm und erhielt pro Kugel zwischen 
Fr. 30.-- und Fr. 70.--.

1.6 Am 29. Oktober 2004 verkaufte X. S. eine Kugel Kokain zu einem 
Gramm. S. bezahlte für das Kokain Fr. 70.--. Die Übergabe erfolgte 
bei der CF. in BC..

1.7 Am 13. Januar 2005 fanden Angestellte des DN. in BC. in der Ge-
meinschaftsküche im Erdgeschoss ein Säcklein mit 19 Kugeln Ko-
kain, welches in der Polstergruppe versteckt war. Die Kügelchen wo-
gen zusammen 11,8 Gramm. X. wollte das Kokain verkaufen, um 
aus dem Erlös nach AF. zurückzukehren zu können.

Die Analyse des Kokains durch das Institut für Rechtsmedizin am 
Kantonsspital St. Gallen ergab einen Reinheitsgehalt von 51 %. Das 
anlässlich der Tatbestandaufnahme von der Polizei sichergestellte 
Kokain beschlagnahmte der Untersuchungsrichter am 14. März 
2006.

1.8 Zwischen dem 17. Januar 2005 und dem 18. Mai 2005 verkaufte X. 
mindestens fünf Mal H. eine Kugel Kokain zu je 0,3 Gramm für je Fr. 
30.-- bis Fr. 35.--. Die Bestellungen nahm X. jeweils telefonisch mit 
seinem Handy Ericsson entgegen. Am 18. Mai 2005 trug X. 1,7 
Gramm Kokain auf sich. Dessen Analyse durch das Institut für 

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Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen ergab einen Reinheits-
gehalt von 40 %.

Anlässlich einer Kontrolle des Zimmers CG. im DM. in BA., welches 
X. bewohnte, konnten am 22. April 2005 Fr. 280.-- sichergestellt wer-
den. Am 18. Mai 2005 warf X. im CI. in BA. vor der Kontrolle durch 
die Polizei Fr. 130.-- zu Boden. Insgesamt Fr. 410.--, das für Droge-
bestellungen verwendete Mobiltelefon Ericsson sowie das bei X. ge-
fundene Kokain beschlagnahmte der Untersuchungsrichter am 14. 
März 2006.

1.9 Am 4. Mai 2005 fand der Hauswart des DN. in BC. hinter der Abde-
ckung des Dampfabzuges in der Küche zu Kugeln abgepacktes 
weisses Pulver. Diese Kugeln hatte X. zuvor für den Verkauf zube-
reitet. Die Kugeln wogen zusammen 11 Gramm.

Die Analyse des Pulvers durch das Institut für Rechtsmedizin am 
Kantonspital St. Gallen ergab, dass es sich um Kokain handelte. Der 
Reinheitsgrad betrug 28 %. Das Kokain wurde am 14. März 2006 
vom Untersuchungsrichter beschlagnahmt.

Gemäss kriminaltechnischem Bericht vom 06. Juni 2005 war das 
DNA-Profil von X. im Inneren der verpackten Kugeln vorhanden.

1.10 Im Januar 2005 kaufte A. in der Telefonkabine beim CK. in BA. von 
X. 0,3 bis 0,5 Gramm Kokain von nicht guter Qualität für Fr. 50.-- bis 
Fr. 70.--. X. bestritt zunächst den Kokainverkauf; er wollte A. nicht 
kennen. Letztlich schloss er jedoch nicht mehr aus, A. die Kokainku-
gel verkauft zu haben.

1.11 Zwischen Dezember 2004 und Januar 2005 kaufte T. in BC. beim 
CL. von X. ein Mal 1 Gramm Kokain für Fr. 100.-- und zwei Mal je-
weils ½ Gramm Kokain für Fr. 50.--. Beim ersten Kauf trafen sich die 
beiden zufällig auf der Strasse; den anderen beiden Treffen gingen 
telefonische Bestellungen voraus. Die Qualität des Kokains wurde 
für in Ordnung befunden.

X. bestreitet, T. Kokain verkauft zu haben.

1.12 In den ersten Monaten des Jahres 2005 kaufte M. von X. beim CN. 
an der CO. in BC. 4 – 5 Kokainkügelchen von durchschnittlicher 
Qualität zu je 0,3 Gramm und Fr. 50.--.

X. bestreitet, M. Kokain verkauft zu haben.

1.13 Ab Januar 2005 kaufte N. beim DN. oder CM. in BA. von X. insge-
samt in sechs Malen 6 Gramm Kokain für ca. Fr. 600.-- von guter 
Qualität.

X. bestreitet, N. Kokain verkauft zu haben.

1.14 Zwischen Januar und März 2005 kaufte E. beim CP. oder CM. in BA. 
von X. zwischen zwei und fünf Mal Kokainkugeln zu 0,8 Gramm und 
je Fr. 80.-- von guter Qualität.

X. bestreitet, E. Kokain verkauft zu haben.

1.15 Zwischen Februar und Mai 2005 kaufte D. in BA. beim Bahnhof oder 
CK. von X. mindestens 12 Gramm Kokain. Für 1 Gramm bezahlte er 

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mindestens Fr. 80.--. Die Qualität wurde als nicht schlecht bezeich-
net.

X. will D. lediglich zwischen Ende März bis April 2005 Kokain ver-
kauft haben.

1.16 Im Jahre 2005 organisierte C. für X. eine SIM-Karte und erhielt hiefür 
0,6 Gramm Kokain von durchschnittlicher Qualität.

X. will mal eine SIM-Karte von H., nicht aber von C. erhalten haben. 
Auch will er C. nie Kokain gegeben haben.

1.17 Ab März 2005 kaufte G. von X. an der CQ.-Strasse und beim CM. in 
BA. insgesamt 25 Gramm Kokain von guter Qualität zu Fr. 100.-- 
das Gramm.

X. bestreitet, G. Kokain verkauft zu haben.

1.18 In den Monaten April und Mai 2005 kaufte F. von X. in BC. mindes-
tens vier ½ Gramm Kugeln Kokain von guter Qualität für je fr. 50.--.

X. bestreitet, F. Kokain verkauft zu haben.

2. Seit seiner Einreise in die Schweiz konsumierte X. in mehreren Ma-
len eine unbestimmbare Menge Kokain, die er von nicht mit Namen 
bekannten Personen erwarb.

X. leistete mehrere Male Deposita in der Höhe von insgesamt Fr. 
1004.30 (02. Februar 2004: Fr. 50.--, ES Nr. 70112 A; 25. Mai 2004 
Fr. 434.30, Es Nr. 67755 A; 25. April 2004: Fr. 80.--, ES Nr. 70655 
A; 29. Oktober 2004: Fr. 340.--, ES Nr. 59675 A; 12. Februar 2005: 
Fr. 100.--, ES Nr.72956 A)."

C. An der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht von Graubünden 
am 20. September 2006 waren der amtliche Verteidiger des Angeklagten, lic. iur. 
Patrick Barandun, sowie der Staatsanwalt, lic. iur. Corsin Capaul, anwesend. Der 
Angeklagte X. erschien nicht zur Hauptverhandlung. Er war am 12. August 2005 
durch die Fremdenpolizei in sein Heimatland ausgeschafft worden. Da eine Vor-
führung aufgrund des unbekannten Aufenthaltsortes des Angeklagten nicht möglich 
war, gelangte das Abwesenheitsverfahren nach Art. 123 StPO zur Anwendung. Ge-
gen die Zuständigkeit und die Zusammensetzung des Gerichtes wurden keine Ein-
wände erhoben.

D. Nach Abschluss des Beweisverfahrens stellte der Staatsanwalt lic. iur. 
Corsin Capaul folgende Anträge:

"1. X. sei im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit einer Gefängnisstrafe von 22 Monaten zu bestrafen, unter 
Anrechnung der erstandenen Polizei- und Untersuchungshaft von 89 Ta-
gen.

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3. Der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Chur vom 31. Oktober 2003 für 
die Strafe von 50 Tagen Gefängnis gewährte bedingte Strafvollzug sei zu 
widerrufen.

4. Die mit Verfügung vom 7. September 2004 bzw. 14 März 2006 beschlag-
nahmten 36,7 Gramm Kokain sowie die beiden Mobiltelefone der Marke 
Nokia und Ericsson seien gestützt auf Art. 58 StGB einzuziehen, wobei 
das Kokain zu vernichten sei. Gestützt auf Art. 59 Abs. 1 StGB sei der 
beschlagnahmte Geldbetrag von Fr. 410.-- ebenfalls gerichtlich einzuzie-
hen.

5. Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe sei gestützt auf Art. 
59 Ziff. 2 Abs. 2 StGB abzusehen.

6. Kostenfolge sei die gesetzliche."

Zur Begründung führte die Anklage an, dass X. zum überwiegenden Teil ge-
ständig und/oder anhand der kriminalistischen Spuren sowie Aussagen der Käufer 
überführt sei, Kokain verkauft oder solches für den Weiterverkauf zubereitet zu ha-
ben. Soweit er nun das ihm Vorgeworfene bestreite, falle auf, dass in diesen Fällen 
die Käufer den Angeklagten zunächst auf Vorlage eines Fotowahlkonfrontes als de-
ren Dealer eindeutig identifiziert hätten. Einige hätten sich jedoch später beim je-
weiligen Konfrontverhör mit dem Angeklagten dessen nicht mehr völlig sicher sein 
wollen. In diesem Zusammenhang verwies der Staatsanwalt noch auf das Verhalten 
des Angeklagten während der Untersuchung. So habe der Angeklagte zwar 
zunächst alles gestanden, als ihm jedoch nach seiner letzten Verhaftung der Ernst 
der Lage bewusst geworden sei, habe der Angeklagte nur noch geleugnet und sich 
unkooperativ verhalten; dies zeige sich nicht zuletzt auch darin, dass der Ange-
klagte zu den Personenkonfronten mal mit und mal ohne Bart erschienen sei und 
sich daher einige Käufer ihrer Identifikation anlässlich des Konfrontverhörs nicht 
mehr ganz sicher gewesen seien. Dies ändere aber nichts daran, dass auch diese 
Käufer den Angeklagten zuvor klar identifiziert hätten und detaillierte Angaben über 
die Drogengeschäfte mit diesem hätten machen können. Der Angeklagte sei somit 
auch in diesen Fällen überführt und im Sinne der Anklage schuldig. Hinsichtlich des 
Strafmasses sei schon alleine wegen der umgesetzten Menge reinen Kokains von 
einem schweren Verschulden des Angeklagten auszugehen. Hinzu komme aber vor 
allem, dass der Angeklagte während laufender Untersuchung und trotz wiederholter 
polizeilicher und untersuchungsrichterlicher Befragungen seit 2004 bis zu seiner 
endgültigen Verhaftung am 18. Mai 2005 weiter delinquiert habe. Straferhöhend 
seien die Vorstrafe und der sich daraus ergebende kriminologische Rückfall zu wer-
ten. Ferner würden Strafminderungs- bzw. Strafmilderungsgründe fehlen. 

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Schliesslich korrigierte der Anklagevertreter die Höhe der geleisteten Depo-
sita auf Fr. 1604.30, weil ein geleistetes Depositum im Betrag von Fr. 600.-- verse-
hentlich nicht berücksichtig wurde (vgl. act. 11.7, ES Nr. 74801 A vom16. April 
2005). Dagegen wurden keine Einwände erhoben.

E. Der amtliche Verteidiger lic. iur. Patrick Barandun anerkannte den der 
Anklageschrift zugrunde gelegten Sachverhalt weitgehend, auch stimmte er der 
vom Staatsanwalt vorgenommenen rechtlichen Subsumtion als schwerer Fall zu. 
Dabei machte er allerdings geltend, dass die dem Angeklagten zur Last gelegte 
Drogenmenge geringer ausfallen müsse, zumal Angaben zur Qualität und damit 
zum Reinheitsgrad teilweise fehlen würden und die Mengenangaben auch ungenau 
seien. Es sei daher vom jeweils günstigsten Sachverhalt auszugehen. Abgesehen 
davon bestreite der Angeklagte im Fall von Ziffer 1.15 den Zeitraum des Verkaufs. 
Auch der Käufer könne sich diesbezüglich nicht mehr genau erinnern. Ferner wies 
der amtliche Verteidiger für die vom Angeklagte bestrittenen Fällen von Ziffer 1.11, 
1.17 und 1.18 darauf hin, dass dieser von den Käufern nicht zweifelsfrei identifiziert 
worden sei, mithin bestünden erheblich Zweifel an der Schuld seines Mandanten in 
diesen Punkten. Es könne daher in diesen Punkten keine Verurteilung erfolgen. 
Zum Strafmass führte der Verteidiger an, strafschärfend sei, wenn auch nur in ge-
ringem Mass, der Konsum von Kokain zu berücksichtigen. Strafmildernde Um-
stände könnten zwar nicht geltend gemacht werden, allerdings seien Strafminde-
rungsgründe gegeben, da der Angeklagte grösstenteils geständig und kooperativ 
gewesen sei. Schliesslich liege auch die verkaufte Menge reinen Kokains bei ge-
nauer Betrachtung nur minimal über der Menge, welche einen schweren Fall aus-
mache. Der amtliche Verteidiger stellte deshalb folgende Anträge:

"1. Der Angeklagte sei der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG 
sowie der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schul-
dig zu sprechen.

2. Dafür sei er mit 12 Monaten und 1 Tag Gefängnis zu bestrafen, abzüglich 
89 Tagen Untersuchungshaft.

3. Kostenfolge sei die gesetzliche."

Auf die weitere Begründung der Anträge des Anklagevertreters und der amt-
lichen Verteidigung wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen.

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Die Strafkammer zieht in Erwägung :

1. a) Art. 19 BetmG stellt den unbefugten Umgang mit Betäubungsmitteln 
unter Strafe, da deren Genuss für die Gesundheit der Menschen als schädlich be-
trachtet wird. Um dieser Gefahr für die menschliche Gesundheit zu begegnen, hat 
der Gesetzgeber unter Ziff. 1 dieser Gesetzesbestimmung diejenigen Handlungen 
mit Strafe bedroht, welche letztlich dazu führen oder führen können, dass Betäu-
bungsmittel in Verkehr gebracht und so für mögliche Konsumenten zugänglich ge-
macht werden (BGE 120 IV 334 E. 2a). Als Betäubungsmittel gelten nach Art. 1 Abs. 
1 BetmG abhängigkeitserzeugende Stoffe und Präparate der Wirkungstypen Mor-
phin, Kokain und Cannabis. Gemäss Art. 19 Ziff. 1 BetmG macht sich unter anderem 
strafbar, wer unbefugt Betäubungsmittel herstellt, auszieht, umwandelt oder verar-
beitet (Abs. 2), wer sie unbefugt lagert, versendet, befördert, einführt, ausführt oder 
durchführt (Abs. 3), wer sie unbefugt anbietet, verteilt, verkauft, vermittelt, ver-
schafft, verordnet, in Verkehr bringt oder abgibt (Abs. 4), wer sie unbefugt besitzt, 
aufbewahrt, kauft oder sonst wie erlangt (Abs. 5) oder wer hiezu Anstalten trifft (Abs. 
6). Das Strafmass beträgt, wenn die Tat vorsätzlich begangen wurde, Gefängnis 
oder Busse. In schweren Fällen ist die Strafe Zuchthaus oder Gefängnis nicht unter 
einem Jahr, allenfalls verbunden mit einer Busse bis zu einer Million Franken (Art. 
19 Ziff. 1 Abs. 9 BetmG). Soweit solche Handlungen dem Eigenkonsum dienen, 
erfahren sie gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG eine privilegierte Behandlung; als Strafe 
drohen in diesem Fall, wie für den unbefugten Konsum von Betäubungsmitteln 
selbst, Haft oder Busse.

b) Ein schwerer Fall liegt laut Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG insbesondere vor, wenn 
der Täter weiss oder annehmen muss, dass sich die Widerhandlung auf eine Menge 
von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr 
bringen kann. Viele Menschen im Sinne dieser Bestimmung sind nach Rechtspre-
chung zwanzig Personen oder mehr (BGE 121 IV 332, E. 2a), während eine Ge-
sundheitsgefährdung zu bejahen ist, wenn der Gebrauch einer Droge psychisch ab-
hängig machen und seelische oder körperliche Schäden verursachen kann (BGE 
125 IV 90 E. 3a). Nach der Praxis des Bundesgerichtes ist die Annahme eines 
schweren Falles gemäss Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG an eine objektive und an eine 
subjektive Voraussetzung geknüpft. Die objektive Voraussetzung besteht darin, 
dass sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäubungsmitteln bezieht, wel-
che die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (BGE 122 IV 360 E. 
2a). Massgebend ist dabei allein, wie viele Konsumenten gefährdet werden könnten 
und nicht, wie viele tatsächlich gefährdet worden sind, ist doch Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG ein abstraktes Gefährdungsdelikt. Es spielt keine Rolle, ob neue Abnehmer-

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kreise durch die Tathandlung erschlossen werden oder ob die Abnehmer bereits 
süchtig sind (BGE 118 IV 200 E. 3f; BGE 111 IV 31). Entscheidend für die Subsum-
tion unter Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ist stets die Menge reinen Stoffes (BGE 122 IV 
360 E. 2a). Die Menge an Kokain für einen schweren Fall wurde bei 18 Gramm 
reinem Kokain festgelegt, weil bei dieser Menge eine Gesundheitsgefährdung ein-
trete, zumal damit über zwanzig Menschen über einen Zeitraum versorgt werden 
könnten, der ausreiche, um bei drogenunerfahrenen Konsumenten das Risiko einer 
Abhängigkeit zu schaffen (BGE 109 IV 143). Es spielt dabei keine Rolle, ob der 
Täter die Betäubungsmittel in einer einzigen grossen Portion oder in vielen kleinen 
Teilmengen in Verkehr bringt (BGE 114 IV 164 E. 2b; BGE 112 IV 113 E. 2b). Bei 
der Ermittlung der massgeblichen Menge ausser Betracht fallen lediglich die vom 
Täter für den Eigenkonsum verwendeten Mengen (BGE 110 IV 99). 

In subjektiver Hinsicht ist für die Widerhandlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG Vorsatz erforderlich. Vorsätzlich handelt gemäss Art. 18 Abs. 2 StGB, wer 
ein Verbrechen oder Vergehen mit Wissen und Willen ausführt. Zum Vorsatz gehört 
das auf die objektiven Merkmale des Tatbestandes bezogene Wissen und Wollen, 
nicht hingegen das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit oder gar dasjenige der Straf-
barkeit (BGE 107 IV 205 E. 3), wenn gleich dieses Bewusstsein bei X. zweifellos 
vorhanden war. Der Täter muss wissen, dass der verkaufte Stoff Heroin, Kokain 
oder ein anderes Betäubungsmittel ist (Peter Albrecht, Kommentar zum Schweize-
rischen Strafrecht, Sonderband Betäubungsmittelstrafrecht, Art. 19-28 BetmG, Bern 
1995, N 85 f. zu Art. 19 BetmG). In Bezug auf die grosse Menge genügt Eventual-
vorsatz; ein vorgefasster Entschluss, eine solche Menge umzusetzen, ist demnach 
nicht erforderlich (BGE 112 IV 109 E. 2b). Entscheidend ist folglich, ob der Täter 
durch sein Verhalten in Kauf nahm, mit der von ihm gehandelten Menge eine grosse 
Zahl von Menschen in Gefahr zu bringen.

2. a) Gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden verstiess 
X. gegen das Betäubungsmittelgesetz, indem er zwischen März 2004 und Mitte Mai 
2005 in BC. und BA. mindestens 67.5 Gramm Kokain verkaufte und 36.7 Gramm 
Kokain zum Verkauf vorbereitete.

Der in der Anklageschrift aufgeführte Sachverhalt ist insofern unbestritten, 
als X. die in der Anklageschrift unter Ziffer 1.1, 1.2, 1.4 bis 1.8 zugrunde gelegten 
Sachverhalte vollumfänglich anerkannt hat; mithin ist der Angeklagte geständig, re-
spektive schloss es im Fall von Ziffer 1.10 zumindest nicht mehr aus, zwischen März 
2004 und Mitte Mai 2005 mindestens 33.7 Gramm Kokain an diese Personen ver-
kauft oder solches für den Weiterverkauf gekauft, zubereitet und gelagert zu haben 

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(act. 1.6; 1.9). Dabei ist für die Mengenangaben im Fall 1.4 von den bereits umge-
setzten 7.7 Gramm Kokain rund die Hälfte (3.9 Gramm) nicht berücksichtigt, da die-
ses Kokain laut Aussage des Angeklagten von ihm konsumiert wurde. Des Weiteren 
wird vom amtlichen Verteidiger anerkannt, dass X. in den der Anklageschrift unter 
Ziffer 1.3, 1.9, 1.12 bis 1.14 und 1.16 zugrunde gelegten Sachverhalten sowohl an-
hand der sichergestellten und ausgewerteten Spuren als auch auf Grund der ein-
deutigen Identifikation durch die jeweiligen Käufer anlässlich deren Befragung und 
den durchgeführten Personenkonfronten überführt ist, mindestens weitere 29.5 
Gramm Kokain an diese verkauft bzw. im Fall von C. im Tausch für eine SIM-Karte 
überlassen zu haben oder solches für den Weiterverkauf gekauft, zubereitet und 
gelagert zu haben. Auch für diese Mengenangabe ist die im Fall 1.3 gefundene Ko-
kainkugel zu einem Gramm nicht berücksichtigt, da dieses Kokain laut Aussage des 
Angeklagten ebenfalls zum Eigenkosum gedacht war (zum Eigenkonsum vgl. E. 3). 

Demgegenüber bestreitet der Angeklagte den in der Anklageschrift unter Zif-
fer 1.15 zugrunde gelegten Sachverhalt, was den Drogenverkauf im Monat Mai 
2005 betrifft; mithin ist der Sachverhalt insoweit anerkannt, als dieser die Monate 
März bis April 2005 betrifft. Schliesslich werden die übrigen in der Anklageschrift 
unter Ziffer 1.11, 1.17 und 1.18 zugrunde gelegten Sachverhalte vom Angeklagten 
bestritten.

b/aa) Gemäss Art. 125 Abs. 2 StPO entscheidet das Gericht bei der Würdi-
gung der Beweismittel nach freier Überzeugung. Dieser Grundsatz der freien Be-
weiswürdigung ergibt sich bereits aus Art. 249 des Bundesgesetzes über die Bun-
desstrafrechtspflege (BStP). Der Richter hat danach von Bundesrechts wegen frei 
von gesetzlichen Beweisregeln und nur nach seiner persönlichen Überzeugung auf-
grund gewissenhafter Prüfung der vorliegenden Beweise darüber zu entscheiden, 
ob er eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht (BGE 115 IV 267 E. 1.). Ist für die 
Urteilsfindung wie im vorliegenden Fall die materielle Wahrheit wegleitend, so kann 
für diese Beurteilung nur die freie Meinung des Richters massgebend sein (Hau-
ser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, § 
54 N 2). Allein auf diese Weise kann der Richter ein für jeden Einzelfall zutreffendes 
Urteil fällen. Neben der Würdigung der Beweise stellt sich dem Richter die Frage, 
wann er eine bestimmte Tatsache als erwiesen betrachten darf und wann nicht. 
Lehre und Rechtsprechung gehen zutreffend davon aus, blosse Wahrscheinlichkeit 
dürfe für eine Verurteilung nicht genügen, absolute Sicherheit sei für eine solche 
aber auch nicht erforderlich und eine theoretisch entfernte Möglichkeit, dass der 

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Sachverhalt anders sein könnte, rechtfertige keinen Freispruch (Hau-
ser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N 11). 

Trotzdem sind an den Beweis der zur Last gelegten Tat hohe Anforderungen 
zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht aber ein 
absoluter Beweis. Nach der aus Art. 32 Abs. 1 der Bundesverfassung (BV) und Art. 
6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel “in dubio pro reo“ darf sich der 
Strafrichter nicht von der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sach-
verhalts überzeugt erklären, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob 
sich der Sachverhalt so verwirklicht hat, oder mit anderen Worten Zweifel an den 
tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Erkenntnis bestehen (BGE 
124 IV 86 E. 2a). Bloss theoretische Zweifel sind indessen nicht massgebend, weil 
solche immer möglich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Es 
muss sich vielmehr um erhebliche und nicht zu unterdrückende Zweifel handeln, 
d.h. um solche, die sich nach der objektiven Sachlage aufdrängen (BGE 120 la 31 
E. 2c). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung an Beweisregeln die an sich mög-
lichen Zweifel zu überwinden und sich mit Überzeugung für einen bestimmten Sach-
verhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der Überzeugung objektivier- und nach-
vollziehbar sein muss. Die Schuld des Beschuldigten muss sich dabei auf vorge-
legte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige Zweifel in ausschliesslicher 
Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 CD.; Padrutt, Kommentar zur Straf-
prozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., BC. 1996, S. 307). Diese allge-
meine Regel kommt im Übrigen nicht schon dann zur Anwendung, wenn Aussage 
gegen Aussage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Akten erge-
benden Umstände zu untersuchen, ob die Darstellungen der Anklage oder jene des 
Angeklagten den Richter zu überzeugen vermögen. Erst wenn eine solche Über-
zeugung weder in der einen noch in der anderen Richtung zu gewinnen ist, muss 
gemäss dem Grundsatz “in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sach-
verhalt angenommen werden (PKG 1978 CG.1; Padrutt, a.a.O., S. 307).

Im Rahmen des Gerichtsverfahrens interessiert nicht in erster Linie die per-
sönliche Glaubwürdigkeit des Zeugen, sondern vielmehr die sachliche Glaubhaftig-
keit seiner konkreten Aussage (Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit 
Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 ff.). Als Kennzeichen 
wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die innere Geschlossenheit und Folgerich-
tigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und anschauliche 
Wiedergabe des Erlebnisses zu werten. Für die Korrektheit einer Aussage sprechen 
unter anderem die Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen 

12

Rolle, Entlastungsbemerkungen zu Gunsten eines Beschuldigten und die Konstanz 
in der Aussage bei verschiedenen Befragungen. Bei wahrheitswidrigen Bekundun-
gen fehlen diese Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst oder unbewusst 
falsche Aussagen sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen 
Aussagen, Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im 
Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende 
Antworten und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtigkeit einer 
Deposition muss alsdann auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen 
und dem Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im System 
der Glaubwürdigkeitskriterien nach Arntzen (zum Ganzen: Arntzen/Michaelis-Arnt-
zen, Psychologie der Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. 
Aufl., München 1993) steht an erster Stelle die Aussage selbst. Sie ist vor dem Hin-
tergrund allgemein bekannter oder im Einzelfall zu erkundender psychischer Eigen-
arten zu betrachten, wobei bestimmte Aussageeigenarten als Glaubwürdigkeits-
merkmale anzusehen sind. Unterschieden wird dabei zwischen Glaubwürdigkeits-
kriterien, die sich aus dem Aussageinhalt, der Aussageentwicklung, der Aussage-
weise sowie dem Motivationsumfeld der Aussage ergeben. Kriterien des glaubhaf-
ten Aussageinhalts sind der Grad der Detaillierung und der inhaltlichen Besonder-
heit sowie die Homogenität der Aussage. Die Glaubhaftigkeit aus dem Verlauf der 
Aussageentwicklung ergibt sich aus der relativen Konstanz einer Aussage in zeitlich 
auseinanderliegenden Befragungen sowie der Ergänzbarkeit der Deposition bei 
nachfolgenden Befragungen. Der Grad der Objektivität ist schliesslich massgebend 
für den Grad der Glaubwürdigkeit, der sich aus dem Motivationsumfeld ergibt (Arnt-
zen/Michaelis-Arntzen, a.a.O., S. 15 ff.).

bb) Geht man unter diesen Aspekten die Anklageschrift und die Akten hin-
sichtlich der vollständig bestrittenen Sachverhalte der Ziffern 1.11; 1.17; 1.18 und 
des teilweise bestrittenen Sachverhaltes unter Ziffer 1.15 durch, ergibt sich Folgen-
des:

Sowohl T., G. als auch F. konnten zwar den Angeklagten auf dem ihnen bei 
der polizeilichen Einvernahme jeweils vorgelegten Fotowahlkonfront wieder erken-
nen (act. 17.1; act. 24.1, 24.2; act. 25.1), waren sich jedoch beim Personenkonfront 
nicht mehr ganz sicher (80% T.; 50% G.; 70% F.), ob es sich beim Angeklagten um 
denjenigen handelt, der ihnen Kokain verkauft hatte (act. 17.4; act. 24.3; act. 25.3). 
Dabei gaben beim jeweiligen Konfrontverhör T. auf Ergänzungsfrage des Verteidi-
gers betreffend den Zeitpunkt der polizeilichen Befragung bzw. G. auf die Vorhal-
tung hin, sie hätte gegenüber der Polizei detailliert angegeben, vom Angeklagten 

13

Kokain gekauft zu haben, unter anderem an, sie hätten schon damals gesagt, sich 
nicht ganz sicher zu sein. F. gab bei seinem Konfrontverhör auf entsprechende Vor-
haltung hin zu Protokoll, er sei bei der Polizei in Stress gewesen. Auf dem Foto sei 
er sich damals sicher gewesen, allerdings habe diese Person einfallendere Wangen 
gehabt. Heute könne er auf den Fotoblättern keine der Personen wieder erkennen. 
Auch habe er von keiner dieser Personen Kokain gekauft. Ferner reduzierte er die 
angegebene Menge des gekauften Kokains von anfangs 12 Kugeln zu einem 
Gramm auf höchstens drei bis vier Kugeln zu einem halben Gramm. Insgesamt ist 
somit für die Fälle der Ziffern 1.11, 1.17 und 1.18 festzustellen, dass keiner der 
Käufer den Angeklagten letztlich eindeutig wieder erkennen konnte, weshalb in die-
sen Punkten keine Verurteilung erfolgen kann. Daran ändert auch nichts, dass eini-
ges für eine Täterschaft des Angeklagten in diesen Punkten spricht, weil alle Käufer 
anlässlich ihrer polizeilichen Einvernahme sicher waren, auf den vorgelegten Foto-
wahlkonfronten den Angeklagten als ihren Dealer zu erkennen. Waren sich doch 
Erstere schon dannzumal nicht absolut sicher und Letzterer wies sogar darauf hin, 
dass das Gesicht des Angeklagten von dem von ihm identifizierten unterschiedliche 
Merkmale aufweise. 

Im Fall von D. ist der Angeklagte zwar geständig diesem ab März 2005 Ko-
kain verkauft zu haben, jedoch will er dies nur bis April 2005 und nicht bis Mai 2005 
getan haben (act. 1.9). Diesbezüglich macht der Verteidiger geltend, D. könne sich 
selbst nicht an den genauen Bezugszeitraum erinnern und hätte eingeräumt, dass 
auch die Angaben des Angeklagten stimmen könnten. Tatsächlich gab aber D. an-
lässlich des Konfrontverhörs lediglich zu Protokoll, er hätte vom Angeklagten ab 
Februar 2005 durchschnittlich 1 Gramm Kokain pro Woche gekauft, bis dieser nicht 
mehr da gewesen sei. Allerdings könne auch die Angabe des Angeklagte, er habe 
erst ab März 2005 bei ihm Kokain gekauft, richtig sein (act. 21.3). D. ist sich also 
nur hinsichtlich des Bezugsbeginns im März 2005 nicht sicher und gerade nicht hin-
sichtlich des hier fraglichen Endes. Zu berücksichtigen ist dabei die Tatsache, dass 
der Angeklagte bis zum Tag seiner Verhaftung seinen Drogengeschäften nachging; 
er war bei seiner letzten Festnahme am 18. Mai 2005 im Besitz von zwei Kokainkü-
gelchen und kurz zuvor konnte sogar noch ein Drogengeschäft zwischen einem an-
deren Käufer und dem Angeklagten beobachtet werden (act. 12.1). Für das Gericht 
ist kein Grund ersichtlich, warum der Angeklagte nicht auch noch an D. im Mai 2005 
Kokain hätte verkaufen sollen, zumal D. den Konsum in diesem Monat nicht abstritt. 
Dabei ist auch die Behauptung des Angeklagten, er habe im Mai 2005 seinen Dro-
gengeschäften wegen seines Aufenthalts in der Klinik BD. gar nicht mehr nachge-
hen können, im Ergebnis als reine Schutzbehauptung zu werten. Er war lediglich 

14

für kurze Zeit vom 12. bis 17. Mai 2005 in der Klinik (act. 2.28) und schon am 18. 
Mai 2005 nachweislich wieder bzw. noch als Dealer tätig. Es bleiben daher dem 
Gericht keine Zweifel, dass der Angeklagte auch noch im Mai 2005 an D. – wie in 
der Anklage vorgeworfen – Kokain verkaufte. Legt man nun für diesen Zeitraum von 
rund drei Monaten die Mengenangabe von D. von durchschnittlich einem Gramm 
Kokain pro Woche zu Grunde, was vom Angeklagten auch bestätigt wurde, ergibt 
dies die vorgeworfene Menge Kokain von mindestens 12 Gramm, die der Ange-
klagte an D. verkauft hat.

Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass nach freier Be-
weiswürdigung keine objektiven Zweifel mehr am Umstand bestehen können, dass 
X. in der Zeit von März 2004 bis Mitte Mai 2005 an diverse Abnehmer in BC. und 
BA. gesamthaft mindestens 75.2 Gramm Kokain verkaufte oder solches für den 
Weiterverkauf gekauft, zubereitet und gelagert hatte.

c/aa) Bezüglich des Reinheitsgehalts des vom Angeklagten umgesetzten 
Kokains liegen, ausser in den der Anklageschrift unter Ziffer 1.3 und 1.7 bis 1.9 
zugrunde gelegten Sachverhalten, wo ein jeweiliger Reinheitsgehalt von 54% (act. 
4.12), 51% (act. 11.6), 40% (act. 12.11) und 28% (act. 14.2) festgestellt wurde, 
keine Analysen vor. Soweit Angaben betreffend der Qualität des Kokains gemacht 
wurden, reichen diese von stark gestreckt und schlecht (P., act. 6.2), über nicht 
schlecht (D., act. 21.3), durchschnittlich (M., act. 18.3; Carolin Burkhard, act. 23.3) 
und nicht gut (A., act. 15.2) bis gut (N., act. 19.2; E., act. 20.2). Nach den letzten 
wissenschaftlichen Erkenntnissen (vgl. SJZ 95 [1999] Nr. 21, S. 511) weist Kokain 
bei Kleinstmengen und guter Qualität einen Reinheitsgehalt von durchschnittlich 
71%, bei mittlerer Qualität einen solchen von 38% und bei schlechter Qualität einen 
solchen von 13% auf. Geht man nun zu Gunsten des Angeklagten beim nicht ana-
lysierten Kokain von einem durchschnittlichen Reinheitsgehalt von 38% aus, unter 
Berücksichtigung, dass die Qualität mehrheitlich im mittleren Bereich bis gut bewer-
tet wurde und die Analysen auch einen durchschittlichen Reinheitsgehalt von 
43.25% aufwiesen, hat der Angeklagte demnach rund 30 Gramm reines Kokain um-
gesetzt. Selbst wenn lediglich von der Mengenangabe der Verteidigung, also von 
66.55 Gramm Kokain ausgegangen würde, und das Gericht deren Berechnung der 
Reinmenge folgen würde, ergäbe dies eine Menge von mindestens 27.74 Gramm 
reinen Kokains, was immer noch einem schweren Fall nach Art. 19 Ziff. 2 lit. a 
BetmG entsprechen würde.

15

bb) Zu den Ausführungen der Verteidigung hinsichtlich Menge und Qua-
lität des umgesetzten Kokains seien noch folgende Bemerkungen angebracht:

Die Erfahrung lehrt, dass nur wenige Konsumenten genau Buch über ihre 
Drogenkäufe führen, weshalb Mengenangaben oft weitgehend auf Schätzungen be-
ruhen. Weiter zeigt die Erfahrung, dass Drogenkonsumenten recht verlässliche An-
gaben über die Qualität der Drogen machen können, zumal sie in der Regel nicht 
bereit sind, für schlechte Qualität denselben Preis zu bezahlen wie für gute Qualität. 
Liegen - wie im vorliegenden Fall - Qualitätsangaben vor, welche sich mehr in den 
Bereich „gut“ als „schlecht“ erstrecken, so rechtfertigt es sich zweifellos, einen 
Durchschnittswert anzunehmen, welcher sich im Bereich des wissenschaftlich er-
mittelten Durchschnittswertes von 38% befindet. Zumal ein Drogenverkäufer in der 
Regel nicht stets schlechte Qualität verkaufen wird, könnte er doch so den Absatz 
kaum sicherstellen. Bezeichnenderweise liegen hier auch keine Anhaltspunkte 
dafür vor, dass im vorliegenden Fall X. nur schlechte Qualität verkauft hätte. Im 
Gegenteil zeigen sowohl die Aussagen von Konsumenten, als auch die vorgenom-
menen Analysen – wie dargelegt – ein anderes Bild.

d) Mit dem Verkauf an verschiedene Abnehmer, dem Kauf zum Weiter-
verkauf, der Zubereitung und der Lagerung von insgesamt rund 30 Gramm reinem 
Kokain hat der Angeklagte den objektiven Tatbestand von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG 
zweifellos erfüllt, hat er doch die für die Annahme eines schweren Falles festge-
setzte Menge von 18 Gramm deutlich überschritten. Vorliegend besteht auch kein 
Zweifel, dass X. vorsätzlich mit Kokain handelte. Aufgrund seiner regen Handels-
tätigkeit mit Betäubungsmitteln und den Vorbereitungshandlungen nahm es der An-
geklagte zumindest in Kauf, eine solche Menge von Betäubungsmitteln abzusetzen, 
welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann (BGE 112 IV 113). 
Damit wurde der subjektive Tatbestand ebenfalls erfüllt, weshalb sich X. der Wider-
handlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG schuldig gemacht hat.

3. Gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG wird mit Haft oder Busse bestraft, wer 
unbefugt Betäubungsmittel vorsätzlich konsumiert und wer zum eigenen Konsum 
eine Widerhandlung im Sinne von Art. 19 BetmG begeht. Dieser privilegierte Tatbe-
stand erfasst nur jene Beschaffungshandlungen, die ausschliesslich dem eigenen 
Drogenkonsum dienen und somit eine Gefährdung Dritter ausgeschlossen ist. Ins-
besondere schliessen Beschaffungshandlungen, die zum Drogenkonsum Dritter 
führen oder konkret führen können – so etwa Verkauf oder Vermittlung – die An-

16

wendung von Art. 19a Ziff. 1 BetmG aus (Fingerhuth/Tschurr, Kommentar zum 
Betäubungsmittelgesetz, Zürich 2002, S. 156 zu Art. 19a BetmG).

Der Angeklagte hat in den verschiedenen polizeilichen sowie untersuchungs-
richterlichen Einvernahmen gestanden, seit seiner Einreise in die Schweiz am 10. 
Juni 2003 selber wiederholt Kokain konsumiert zu haben, welches er von nicht mit 
Namen bekannten Personen erwarb (vgl. u.a. act. 1.6). Auch wenn dabei die 
tatsächlich konsumierte Menge nicht mehr ermittelt werden konnte, macht der re-
gelmässige Konsum während einer Zeitspanne von an die zwei Jahren deutlich, 
dass vorliegend nicht mehr von einer einmaligen Entgleisung und somit nicht von 
einem leichten Fall im Sinne von Ziff. 2 der genannten Bestimmung gesprochen 
werden kann. Diese durch den Angeklagten in den verschiedenen polizeilichen so-
wie untersuchungsrichterlichen Einvernahmen zugegebenen Tat- und Erwerbs-
handlungen zum ausschliesslichen Eigenkonsum sind unter den Tatbestand von 
Art. 19a Ziff. 1 BetmG zu subsumieren. Demgemäss ist der Angeklagte der mehr-
fachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig zu sprechen.

4. a) Bei der Strafzumessung hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom 
Verschulden des Täters auszugehen und insbesondere die Beweggründe, das Vor-
leben und die persönlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Der Begriff des Ver-
schuldens umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straf-
tat. Der Bemessung der Schuld ist die Schwere der Tat zugrunde zu legen. Weiter 
unterscheidet man beim Verschulden Tat- und Täterkomponente. Bei der Tatkom-
ponente betrachtet man das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Willensrich-
tung, mit welcher der Täter handelte und seine Beweggründe. Die Täterkomponente 
hingegen umfasst Vorleben und persönliche Verhältnisse des Täters sowie das Ver-
halten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie zum Beispiel Reue, Einsicht oder 
Strafempfindlichkeit (BGE 129 IV 6 E. 6.1; BGE 117 IV 112 mit Hinweisen). Diese 
in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder straferhöhend, 
wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des Richters nach-
vollziehbar sein müssen (BGE 121 IV 49 E. 2a/aa). Liegen keine Strafmilderungs- 
oder Strafschärfungsgründe vor, hat sich der Richter an den vom Gesetzgeber vor-
gesehenen Strafrahmen zu halten. 

Hat jemand durch eine oder mehrere Handlungen mehrere Freiheitsstrafen 
verwirkt, so verurteilt ihn der Richter gemäss dem Asperationsprinzip zu der Strafe 
der schwersten Tat und erhöht deren Dauer angemessen. Er kann jedoch das 
höchste Mass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei 

17

ist er an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (Art. 68 Ziff. 1 StGB). 
Die schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe bedrohten 
Tatbestand fällt. Grundlage für die Stafzumessung ist daher im vorliegenden Fall 
der in Art. 19 Ziff.1 BetmG in Verbindung mit Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG vorgesehene 
Strafrahmen, der von einem Jahr Gefängnis bis zu Zuchthaus in der Höhe von 20 
Jahren reicht. Damit kann zusätzlich eine Busse bis zu einer Million Franken ver-
bunden werden. Der Gesetzgeber hat damit zu erkennen gegeben, dass die Wider-
handlung gegen Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG als ernst zu nehmendes Delikt zu quali-
fizieren ist. Die objektive Schwere des Delikts im konkreten Einzelfall zeigt sich aber 
insbesondere anhand des Ausmasses und der Art der Ausführung der Tat. Diese 
erlauben dem Gericht eine Verfeinerung der Wertung, die der Gesetzgeber vorge-
zeichnet hat. Die Menge der umgesetzten Drogen ist zwar für die Strafzumessung 
nicht von ausschlaggebender Bedeutung, sie bildet indessen einen ersten massge-
blichen Anhaltspunkt für den kriminellen Willen des Täters (BGE 121 IV 193 = Pra 
1996 Nr. 28; BGE 118 IV 342 E. 2c). Auch der Gesetzgeber hat bei der Umschrei-
bung des schweren Falles dem quantitativen Aspekt erhebliches Gewicht beige-
messen; denn wer eine grosse Menge Rauschgift in Umlauf setzt und damit Leben 
und Gesundheit vieler Menschen gefährdet, nimmt eine besonders skrupellose und 
menschenverachtende Haltung ein, die grundsätzlich ein hohes Verschulden offen-
bart.

b) Das Verschulden von X. wiegt unter den Gesichtspunkten der Tatkom-
ponente schwer. Dokumentiert doch ein Täter, welcher eine grosse Menge Rausch-
gift in Umlauf bringt oder dazu Anstalten trifft und damit die Gefährdung einer Viel-
zahl von Menschen in Kauf nimmt, ein bedenkliches Mass an Skrupellosigkeit und 
mangelnde Achtung vor Leib und Leben seiner Mitmenschen, was grundsätzlich auf 
ein schweres Verschulden hinweist. X. ist daher, indem er durch sein Verhalten eine 
Menge von rund 30 Gramm reinen Kokains in Umlauf gebracht hat oder hiezu An-
stalten getroffen hat, ein erheblich krimineller Wille und Skrupellosigkeit vorzuwer-
fen. Erschwerend ist dabei zu berücksichtigen, dass der Angeklagte nicht nur prak-
tisch von Beginn seines Aufenthaltes in der Schweiz an mit Dealen begonnen hatte, 
sondern vor allem auch trotz laufender Untersuchung, mehrfacher Vorladungen seit 
2004 zu polizeilichen und untersuchungsrichterlichen Einvernahmen, einer Verhaf-
tung im Januar 2005 sowie schon bestehender einschlägiger Vorstrafe bis zu seiner 
endgültigen Verhaftung weiter dealte. In diesem Zusammenhang ist ferner zu 
berücksichtigen, dass er die Betäubungsmittel einzig zum Zwecke der Verbesse-
rung seines Lebensunterhaltes verkaufte, mithin wollte er auf Kosten der Gesund-
heit von anderen Menschen seine Einnahmen erhöhen. Diese finanzielle Bereiche-

18

rung auf Kosten der Gesundheit anderer Menschen stellt ein ethisch besonders ver-
werfliches Verhalten dar (Albrecht, a.a.O., N 140 zu Art. 19 BetmG sowie einlässlich 
GVP 2002 Nr. 61). Hinzu kommen die mehrfache Begehung und das Zusammen-
treffen mehrerer strafbarer Handlungen, welche strafschärfend zu berücksichtigen 
sind. Strafminderungs- oder Strafmilderungsgründe liegen keine vor, zumal mit Blick 
auf sein Aussageverhalten und auf die Veränderung seines Erscheinungsbildes, mit 
welcher der Angeklagte eine Identifizierung durch die Käufer zu verhindern oder 
zumindest zu erschweren versuchte, weder von Kooperation, geschweige denn von 
einem vollständigen Geständnis die Rede sein kann. Auch sein angebliches Bedau-
ern, welches vom Verteidiger vorgebracht wurde, ist in diesem Zusammenhang als 
reine Schutzbehauptung zu werten, ja wirkt sogar zynisch; zeugen doch seine Ta-
ten, die erst mit seiner Verhaftung endeten, vielmehr von Uneinsichtigkeit und feh-
lendem Bedauern. Der Angeklagte kann daher auch unter diesem Aspekt nicht mit 
Milde rechnen.

Unter Berücksichtigung sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint es als 
angemessen und gerechtfertigt, X. eine Gefängnisstrafe von 22 Monaten aufzuer-
legen. 

c) Bei einem Strafmass von 22 Monaten stellt sich zwar objektiv die 
Frage des bedingten Strafvollzugs nicht (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB), allerdings muss 
sich das Gericht bei diesem Strafmass von nicht erheblich mehr als 18 Monaten mit 
der Frage auseinanderzusetzen, ob angesichts der persönlichen Verhältnisse des 
Schuldigen der Vollzug einer unbedingten Freiheitsstrafe nicht dem Zweck der Ver-
brechensverhütung zuwiderlaufe. Bejaht er das, hat er dem gemäss Art. 63 StGB 
unter dem Gesichtspunkt der persönlichen Verhältnisse strafmindernd Rechnung 
zu tragen und das Strafmass gegebenenfalls auf das einer bedingten Freiheitsstrafe 
herabzusetzen (vgl. dazu BGE 118 IV 337 E. 2c; Wiprächtiger, in: ZStrR 114, S. 
432).

Bei X. kann jedoch aufgrund seiner einschlägigen Vorstrafe und der Tatsa-
che, dass er von dieser scheinbar unbeeindruckt während der Probezeit und lau-
fender Untersuchung weiter delinquierte, keine günstige Prognose gestellt werden. 
Entsprechend ist die grundsätzliche Strafe von 22 Monaten Gefängnis auch nicht 
auf 18 Monate zu reduzieren.

19

d) Sodann stellt sich die Frage des Widerrufs der vom Kreispräsidenten 
Chur am 31. Oktober 2003 bedingt ausgesprochenen Gefängnisstrafe von 50 Ta-
gen.

Begeht der Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Verge-
hen, so lässt der Richter die Strafe vollziehen (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 1 StGB). Wenn 
begründete Aussicht auf Bewährung besteht, kann der Richter in leichten Fällen 
stattdessen, je nach den Umständen, den Verurteilten verwarnen, zusätzliche 
Massnahmen nach Art. 41 Ziff. 2 StGB anordnen und die im Urteil bestimmte Pro-
bezeit um höchstens die Hälfte verlängern (Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB). Nach der 
Rechtsprechung ist ein leichter Fall im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB in der 
Regel bei Freiheitsstrafen bis zu drei Monaten anzunehmen. Ausnahmen sind zwar 
bei besonderen (objektiven oder subjektiven) Umständen möglich (BGE 117 IV 97 
E. 3c), dennoch kommt die Annahme eines leichten Falles nur in Betracht, wenn die 
Freiheitsstrafe in der Nähe von drei Monaten liegt (BGE 122 IV 156 E. 3c). Ist kein 
leichter Fall gegeben oder fehlt die begründete Aussicht auf Bewährung, so ist die 
Gewährung des bedingten Strafvollzuges zwingend zu widerrufen und die Strafe ist 
zu vollziehen (BGE 122 IV 156, Regeste). Umfasst die Strafe Taten, welche aus-
serhalb der Probezeit begangen worden sind, so muss für die Straftaten innerhalb 
der Probezeit eine fiktive Strafe bestimmt werden, da Delikte, welche ausserhalb 
der Probezeit begangen wurden, für den Widerruf irrelevant sind (BGE 117 IV 97; 
Albrecht, Der Widerruf des bedingten Strafvollzuges wegen neuer Delikte, BJM 
1975, S. 65 mit Hinweisen; Schultz, SJK 1198, S. 10).

Mit Strafmandat vom 31. Oktober 2003 des Kreispräsidenten Chur wurde X. 
– nebst Fr. 200.-- Busse – zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 50 Tagen verur-
teilt bei einer Probezeit von zwei Jahren. Die ausgesprochene Probezeit endigte 
mithin am 31. Oktober 2005. Der Angeklagte beging die vorliegend zur Verurteilung 
gelangenden Straftaten in der Zeit zwischen März 2004 und Mai 2005. Folglich fal-
len alle strafbaren Taten in die Probezeit, weshalb für die Beurteilung der Frage, ob 
ein leichter Fall vorliegt, die gesamte in diesem Verfahren ausgefällte Strafe von 22 
Monaten Gefängnis massgebend ist. Damit aber liegt die Strafe ganz erheblich über 
der zulässigen Grenze für die Annahme eines leichten Falles, mithin nicht mehr in 
deren Nähe. Die Höhe der ausgefällten Strafe zeigt zudem deutlich, dass - wie be-
reits im Rahmen der Strafzumessung einlässlich dargelegt - von einem schweren 
Verschulden ausgegangen werden muss. Folglich kann nicht mehr von einem leich-
ten Fall im Sinne von Art. 41 Ziff. 3 Abs. 2 StGB gesprochen werden, was nach dem 
oben Dargelegten zwingend den Widerruf des bedingten Strafvollzuges zur Folge 

20

hat. Die Gewährung des bedingten Strafvollzuges für die mit Strafmandat des 
Kreispräsidenten Chur vom 31. Oktober 2003 ausgesprochene Strafe von 50 Tagen 
Gefängnis ist daher zu widerrufen und die Strafe ist zu vollziehen.

5. Nach Art. 69 StGB rechnet der Richter dem Verurteilten die Untersu-
chungshaft auf die Freiheitsstrafe an, soweit der Täter diese nicht durch sein Ver-
halten nach der Tat herbeigeführt oder verlängert hat. Nach der Praxis des Bundes-
gerichts darf von der Anrechnung nur abgesehen werden, soweit der Beschuldigte 
durch sein – nach rechtsstaatlich vertretbaren Verfahrensgrundsätzen vorwerfbares 
– Verhalten nach der Tat die Untersuchungshaft in der Absicht herbeigeführt oder 
verlängert hat, um dadurch den Strafvollzug zu verkürzen oder zu umgehen (BGE 
117 IV 404 E. 1a, Rehberg, Strafrecht II, 6. Aufl., Zürich 1994, S. 88). Da vorliegend 
keine Ablehnungsgründe im Sinne dieser angeführten Rechtsprechung bestehen, 
ist X. die erstandene Untersuchungshaft von 85 Tagen gestützt auf Art. 69 StGB an 
die Strafe anzurechnen.

6. Gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB verfügt der Richter ohne Rücksicht auf 
die Strafbarkeit einer bestimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die 
zur Begehung einer strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren, oder 
die durch die strafbare Handlung hervorgebracht worden sind, wenn diese Ge-
genstände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ord-
nung gefährden. Der Richter kann anordnen, dass die eingezogenen Gegenstände 
unbrauchbar gemacht oder vernichtet werden (Art. 58 Abs. 2 StGB).

Anlässlich der Zimmerkontrolle vom 15. April 2004 konnten im Zimmer vom 
X. 9.1 Gramm Kokain sichergestellt werden (act. 4.1). Bei der Personenkontrolle 
vom 30. August 2004 trug der Angeklagte 3.1 Gramm Kokain auf sich (act. 7.1). 
Zudem wurden am 13. Januar 2005 in der Gemeinschaftsküche des DN. 1 ein Säck-
chen mit 11.8 Gramm Kokain gefunden, welches X. zugeordnet werden konnte (act. 
11.1). Ferner wurden am 18. Mai 2005 beim Angeklagten in der Unterhose versteckt 
1.7 Gramm Kokain gefunden (12.1). Schliesslich wurden gemäss zusammenfas-
sendem Bericht vom 7. Januar 2006 noch weitere 11 Gramm Kokain sichergestellt 
(13.1). Diese mit Beschlagnahmeverfügung vom 7. September 2004 (act. 1.2) und 
vom 14. März 2006 (act. 1.10) insgesamt sichergestellten 36.7 Gramm Kokain wer-
den gestützt auf Art. 58 Abs. 1 StGB gerichtlich eingezogen und sind gestützt auf 
Art. 58 Abs. 2 StGB zu vernichten.

21

7. a) Nach Art. 59 Ziff. 1 StGB verfügt der Richter die Einziehung von Ver-
mögenswerten, die durch eine strafbare Handlung erlangt worden sind oder dazu 
bestimmt waren, eine strafbare Handlung zu veranlassen oder zu belohnen, sofern 
sie nicht dem Verletzten zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes aus-
gehändigt wurden. Auch die Ausgleichseinziehung erfolgt wie die Sicherungseinzie-
hung gemäss Art. 58 Abs. 1 StGB ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer be-
stimmten Person (Baumann, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zum 
Strafgesetzbuch I, Basel 2003, N 17 zu Art. 59 StGB).

Sind der Einziehung unterliegende Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, 
so erkennt der Richter gemäss Art. 59 Ziff. 2 Abs. 1 StGB auf eine Ersatzforderung 
des Staates in gleicher Höhe. Der Richter kann dabei von einer Ersatzforderung 
ganz oder teilweise absehen, wenn diese voraussichtlich uneinbringlich wäre oder 
die Wiedereingliederung des Betroffenen ernstlich behindern würde.

b) Bei der am 16. März 2005 durchgeführten Zimmerkontrolle wurde ein 
Mobiltelefon der Marke Nokia, IMEI-CG.54301005376235, in den Effekten des An-
geklagten gefunden (act. 11.4). Bei der am 18. Mai 2005 durchgeführten Zimmer-
kontrolle wurde ein Mobiltelefon der Marke Ericsson, IMEI-Nr. 
52003451124187915, welches laut Aussage des Angeklagten ihm gehört, sowie 
Bargeld im Betrage von Fr. 410.-- sichergestellt (act. 12.7, 12.8). Diese mit Be-
schlagnahmeverfügung vom 14. März 2006 sichergestellten Mobiltelefone sowie die 
Fr. 410.-- in bar werden gestützt auf Art. 59 Ziffer 1 Abs. 1 StGB zu Handen des 
Kantons Graubünden gerichtlich eingezogen.

Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe wird wegen der voraus-
sichtlichen Uneinbringlichkeit abgesehen (Art. 59 Ziffer 2 Abs. 2 StGB).

8. Die Kosten der Strafuntersuchung, des Gerichtsverfahrens sowie der 
amtlichen Verteidigung gehen bei diesem Ausgang des Verfahrens – unter Anrech-
nung der geleisteten Depositen – zu Lasten des Verurteilten (Art. 158 Abs. 1 StPO). 
Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft und des Strafvollzu-
ges trägt der Kanton Graubünden (Art. 158 Abs. 3 StPO in Verbindung mit Art. 188 
StPO).

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Demnach erkennt die Strafkammer :

1. X. ist schuldig der Widerhandlung gegen Art. 19 Ziffer 2 lit. a BetmG sowie 
der mehrfachen Widerhandlung gegen Art. 19a Ziffer 1 BetmG.

2. Dafür wird er mit 22 Monaten Gefängnis abzüglich der erstandenen Polizei-
haft von vier Tagen und der erstandenen Untersuchungshaft von 85 Tagen 
bestraft.

3. Der mit Strafmandat des Kreispräsidenten Chur vom 31. Oktober 2003 für 
die Strafe von 50 Tagen Gefängnis gewährte bedingte Vollzug wird widerru-
fen. Die Strafe ist zu vollziehen.

4. a) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 7. September 2004 und vom 14. März 
2006 sichergestellten 36.7 Gramm Kokain werden gestützt auf Art. 58 Abs. 
1 StGB gerichtlich eingezogen; die Betäubungsmittel sind gestützt auf Art. 58 
Abs. 2 StGB zu vernichten.

b) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 14. März 2006 sichergestellten Mo-
biltelefone Nokia IMEI-CG.54301005376235 und Ericsson IMEI-Nr. 
52003451124187915 werden gestützt auf Art. 59 Ziffer 1 Abs. 1 StGB zu 
Handen des Kantons Graubünden gerichtlich eingezogen.

c) Die mit Beschlagnahmeverfügung vom 14. März 2006 sichergestellten Fr. 
410.-- werden gestützt auf Art. 59 Ziffer 1 Abs. 1 StGB zu Handen des Kan-
tons Graubünden gerichtlich eingezogen.

d) Von der zusätzlichen Erhebung einer Ersatzabgabe wird gestützt auf Art. 59 
Ziffer 2 Abs. 2 StGB abgesehen.

5. Die Kosten des Verfahrens bestehend aus:

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft
Graubünden von Fr. 3'755.00

- der Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft 
Graubünden von Fr. 7'460.00

- der Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.00
- sowie dem Honorar des amtlichen Verteidigers von Fr. 4'465.40
total somit Fr. 18'680.40

gehen zu Lasten von X..

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Die geleisteten Depositen im Gesamtbetrag von Fr. 1'604.30 werden an die 
Kosten angerechnet.

Die Kosten der angerechneten Polizei- und Untersuchungshaft sowie die 
Kosten des Strafvollzuges gehen zu Lasten des Kantons Graubünden.

6. a) Der Beurteilte kann innert sechzig Tagen seit er von dem gegen ihn ausge-
fällten Urteil Kenntnis erhalten hat und in der Lage ist, sich zu stellen, beim 
Kantonsgericht von Graubünden die Aufhebung des Abwesenheitsurteils und 
die Durchführung des ordentlichen Gerichtsverfahrens verlangen. Leistet der 
Angeklagte der Vorladung zur neuen Hauptverhandlung unentschuldigt keine 
Folge, so wird das Wiederaufnahmegesuch als erledigt abgeschrieben.

b) Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

7. Mitteilung an:

__________

Für die Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: