# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2d7ddfd6-b961-5a00-b88e-1d2ceb997492
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-06-17
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 17.06.2009 D-3810/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3810-2009_2009-06-17.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3810/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 7 .  J u n i  2 0 0 9

Einzelrichter Hans Schürch, 
mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet,
Gerichtsschreiberin Eva Zürcher.

Z._______, geboren _______, Nigeria,
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM  vom 4. Juni 2009 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3810/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
am  28.  November  2008  verlassen  hat  und  über  ihm  unbekannte 
Länder  am 30. Dezember  2008  in  die  Schweiz  einreiste,  wo er  am 
gleichen Tag um Asyl nachsuchte,

dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  A._______  vom 6.  Januar 
2009 sowie der direkten Anhörung vom 25. Mai 2009 zur Begründung 
des  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  gehöre  dem 
Stamm  der  Bini  an,  sei  christlichen  Glaubens,  spreche  Edo  und 
stamme  aus  B._______  in  C._______  State,  wo  er  bis  zu  seiner 
Ausreise gelebt habe,

dass  er  und  seine  Zwillingsschwester  zunächst  bei  ihrer  Tante,  der 
Schwester seiner Mutter, gelebt hätten, da ihre Mutter bei der Geburt 
gestorben sei und sich der Vater nicht um sie gekümmert habe,

dass die Tante das Haus der verstorbenen Mutter verkauft habe, den 
Zwillingen  Geld  gegeben  und  eine  Wohnung  für  sie  gemietet  habe, 
während  sie  selber  mit  ihren  eigenen  Kindern  im  März  2008  nach 
Amerika ausgewandert sei,

dass die  Schwester  des  Beschwerdeführers am 26. November  2008 
einen Teil des Geldes herausverlangt und der Beschwerdeführer es ihr 
gegeben habe,

dass ihn die Freundin der Schwester  am folgenden Abend nach der 
Arbeit über die Einweisung der Schwester in ein Spital informiert habe, 
worauf  er  sich  zur  Klinik  begeben  habe,  wo  über  den  Tod  seiner 
Schwester infolge einer Abtreibung orientiert worden sei, 

dass die Schwester in der gleichen Nacht beerdigt worden sei,

dass ihm die Freundin der Schwester auch mitgeteilt habe, wer für die 
Schwangerschaft seiner Schwester verantwortlich gewesen sei, worauf 
der  Beschwerdeführer  am  folgenden  Tag  diese  Person  mit  einem 
Messer getötet habe und anschliessend in einem Bus nach D._______ 
geflohen sei,

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dass  er  von  dort  aus  seine  Reise  in  die  Schweiz  mit  Hilfe  eines 
Verwandten des Buschauffeurs angetreten habe,

dass er von der Familie des Getöteten, von deren Glaubensgemein-
schaft,  von  einer  militanten  Gruppe  und  vom  nigerianischen  Staat 
infolge  des  von ihm verübten Tötungsdelikts  gesucht  werde und mit 
seiner Ermordung rechnen müsse,

dass  der  Beschwerdeführer  keine  Identitätskarte  und  keinen  Reise-
pass  besessen  habe,  weshalb  er  keine  Identitätspapiere  abgeben 
könne, 

dass  er  seinen  Schülerausweis  an  seinem  Wohnort  zurückgelassen 
habe  und  dieser  von  der  Glaubensgemeinschaft  mit  seinen  Sachen 
verbrannt worden sei,  wie er von einem Freund am Telefon erfahren 
habe,

dass  seine  Tante  den  Geburtsschein  mit  nach  Amerika  genommen 
habe, 

dass  das  BFM  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit 
Verfügung  vom 4. Juni  2009  gestützt  auf  Art.  32  Abs. 2  Bst.  a  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht eintrat und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass das BFM zur Begründung seines Entscheids im Wesentlichen an-
führte, der Beschwerdeführer habe keine Reisepapiere im Sinne von 
Art. 1  Bst. b  und c der Asylverordnung 1 vom 11. August  1999 über 
Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) eingereicht, 

dass seine diesbezüglichen Erklärungsversuche nicht zu überzeugen 
vermöchten und mithin keine entschuldbaren Gründe für die Papierlo-
sigkeit vorlägen, 

dass  das  BFM  weiter  festhielt,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 und 7 AsylG nicht, wobei zusätz-
liche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder ei-
nes  Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund  der  Aktenlage  nicht 
erforderlich seien, 

dass  die  Suche  der  nigerianischen  Behörden  nach  der  Person  des 
Beschwerdeführers als rechtsstaatlich legitime Handlung aufzufassen 

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sei  und  sich  aus  den  Akten  keine  Hinweise  auf  eine  asylrelevante 
Verfolgungsmotivation der Behörden ergäben,

dass  die  darüber  hinaus  geltend  gemachten  Befürchtungen  als 
Nachteile seitens privater Organisationen zu betrachten seien, womit 
es  sich  um eine Verfolgung  durch Drittpersonen  handle,  welche  nur 
dann  als  asylrelevant  gelte,  wenn  der  Staat  trotz  bestehender 
Schutzpflicht  und  Schutzfähigkeit  den  erforderlichen  Schutz  nicht 
gewähre, was indessen in Nigeria nicht der Fall sei,

dass nämlich Geheimkulte in Nigeria oft mit gewalttätigen Konflikten in 
Verbindung  gebracht  würden,  gesetzlich  verboten  seien  und  ihre 
Praktiken von den nigerianischen Behörden verfolgt würden,

dass die  nigerianischen Behörden bei  Hinweisen auf  gesetzwidriges 
Verhalten  auch  gegen  gewaltbereite  Militante  im  Rahmen  ihrer 
Möglichkeiten einschritten,

dass somit diese Vorbringen des Beschwerdeführers nicht asylrelevant 
seien,

dass zudem erhebliche Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Vorbringen 
des Beschwerdeführers bestünden, weil er unrealistische Angaben zu 
seiner  Biografie  und  wenig  überzeugende  Aussagen  zum  Tötungs-
delikt sowie zum Verhalten der Behörden zu Protokoll gegeben habe,

dass  das  Verhalten  der  Tante,  die  jahrelang  die  Elternrolle 
übernommen  und  dann  die  Zwillinge  einfach  ihrem  Schicksal 
überlassen haben soll, nicht realistisch sei,

dass es angesichts der weitverzweigten Verwandtschaft nigerianischer 
Familien unwahrscheinlich sei, die Zwillinge in einer gemieteten Woh-
nung allein und ohne Bezugs- oder Vertrauenspersonen zu lassen,

dass es nicht nachvollziehbar erscheine, dass der Beschwerdeführer 
von der Schwangerschaft seiner Schwester nichts bemerkt habe,

dass die Angaben des Beschwerdeführers zum Tötungsdelikt stereo-
typ ausgefallen seien und er in der Anhörung praktisch wörtlich wie-
derholt habe, was er zuvor in der Erstbefragung zu Protokoll gegeben 
habe,

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dass auch das vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verhalten der 
Behörden, sie hätten tatenlos zugeschaut, wie das Hab und Gut des 
Beschwerdeführers  von  der  Familie  des  Getöteten  beziehungsweise 
von deren Geheimkult verbrannt worden sei, unrealistisch sei,

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  12.  Juni  2009  gegen 
diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde erhob 
und dabei beantragte, die angefochtene Verfügung sei vollumfänglich 
aufzuheben und das Asylgesuch sei gutzuheissen,

dass eventuell die Wegweisungsverfügung aufzuheben und die vorläu-
fige Aufnahme anzuordnen sei,

dass  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  die  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021) ersucht wurde,

dass  die  Akten  dem  Bundesverwaltungsgericht  am  16.  Juni  2009 
übermittelt wurden,

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105 
AsylG  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  form-  und  fristgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG),

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dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  in  einzel-
richterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters 
beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art. 111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  sum-
marisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass  das  BFM  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  auf  der 
Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen hat,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide die  Beurtei-
lungszuständigkeit  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die 
Überprüfung der Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf 
das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass bei  Begründetheit  der Beschwerde die angefochtene Verfügung 
aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen ist (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-
zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 
f.),

dass gemäss der revidierten,  am 1. Januar 2007 in  Kraft  getretenen 
Bestimmung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf ein Asylgesuch nicht 
eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innerhalb 
von 48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise- oder Identitäts-
papiere abgeben,

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), oder wenn auf 
Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flücht-
lingseigenschaft  festgestellt  wird  (Art.  32  Abs. 3  Bst.  b  AsylG)  oder 
wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit zusätzlicher Ab-

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klärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder eines Weg-
weisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass mithin nach erfolgter Gesetzesrevision neu auch die Flüchtlings-
eigenschaft Prozessgegenstand des Beschwerdeverfahrens bildet, wo-
bei  im Rahmen der summarischen Prüfung das offenkundige Fehlen 
der  Flüchtlingseigenschaft,  sei  es,  weil  die  Vorbringen  offensichtlich 
unglaubhaft sind, oder sei es, weil sie offensichtlich keine flüchtlings-
rechtliche Relevanz nach Art. 3 AsylG aufweisen, und das offenkundi-
ge  Fehlen  von  Wegweisungsvollzugshindernissen  zu  beurteilen  sind 
(vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1),

dass  vorliegend  der  Beschwerdeführer  innerhalb  vom  48  Stunden 
nach Einreichung des Asylgesuchs keine Identitäts- oder Reisepapiere 
im Sinne von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG abgab,

dass  er  dazu  geltend  machte,  es  sei  nicht  möglich,  heimatliche 
Identitätspapiere zu beschaffen, da er keine solchen besitze,

dass  seine  Angaben  über  die  Umstände  der  Reise  in  die  Schweiz 
substanzlos und realitätsfremd ausgefallen sind, 

dass ihm – ungeachtet seiner Behauptung, keine Identitätspapiere zu 
besitzen  –  insbesondere  nicht  geglaubt  werden  kann,  er  sei  ohne 
Identitätspapiere von Nigeria in die Schweiz gereist und kein einziges 
Mal  einer  (Grenz)-Kontrolle  unterzogen  worden,  weil  dies  mit  der 
Realität nicht zu vereinbaren ist,

dass ihm auch nicht geglaubt werden kann, er sei am gleichen Tag, an 
welchem  er  in  B._______  ein  Tötungsdelikt  begangen  habe,  nach 
D.________  gereist  und  habe  von  dort  aus  sofort  sein  Heimatland 
verlassen,  da  Ausreisevorbereitungen  stets  mit  einer  gewissen 
Wartezeit und Organisation verbunden sind, 

dass  diese  geltend  gemachte  schnelle  Ausreise  ohne  jegliche 
Identitätspapiere vielmehr jeglicher Realität entbehrt, 

dass der Beschwerdeführer ferner nicht angeben konnte, über welche 
Örtlichkeiten  seine  Reise  geführt  habe  oder  mit  welchen  Schiffs- 
respektive Zugsgesellschaften er gereist sei, 

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dass  ihm  auch  nicht  geglaubt  werden  kann,  er  habe  in  seinem 
Heimatland  keinen  Kontakt  zu  nahen  Angehörigen  oder  Freunden, 
zumal – wie die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung zutreffend 
feststellte  –  in  der  nigerianischen  Bevölkerung  weit  verzweigte 
verwandtschaftliche Beziehungen gepflegt werden,

dass somit aufgrund seiner unglaubhaften Angaben über die Reise in 
die  Schweiz,  deren  Vorbereitung  und  den  Kontakt  zum  Heimatland 
auch  nicht  geglaubt  werden  kann,  er  besitze  keine  Identitäts-  oder 
Reisepapiere,

dass der diesbezüglichen Argumentation der Vorinstanz vollumfänglich 
zuzustimmen ist, weshalb die Vorinstanz zu Recht zum Schluss kam, 
es  würden  keine  entschuldbaren  Gründe  vorliegen,  die  es  dem 
Beschwerdeführer verunmöglicht hätten, den Behörden innerhalb von 
48 Stunden nach Einreichung des Asylgesuchs Dokumente über seine 
Identität einzureichen,

dass die in der Beschwerde dargelegte Argumentation nicht zu einer 
andern  Einschätzung  zu  führen  vermag,  weil  der  Beschwerdeführer 
darin  zum  Vorwurf  der  fehlenden  Entschuldbarkeit  der  Abgabe  von 
heimatlichen Identitätspapieren gar keine Stellung nahm, 

dass mithin zu prüfen bleibt, ob das BFM aufgrund der Befragungen zu 
Recht  weder  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  noch  zusätzliche 
Abklärungen  zu  deren  Feststellung  beziehungsweise  derjenigen  von 
Wegweisungshindernissen als erforderlich erachtet hat,

dass der  Beschwerdeführer die Tötung einer Person zugab,  was als 
strafbare Tat zu qualifizieren wäre,

dass er  unter  diesen Umständen in jedem Land mit  einer strafrecht-
lichen  Untersuchung  und  allenfalls  auch  mit  einer  strafrechtlich 
motivierten Verurteilung zu rechnen hätte,

dass  deshalb  eine  allfällige  strafrechtliche  Verfolgung  des  Be-
schwerdeführers  als  rechtsstaatlich  legitime  Handlung  der 
nigerianischen Strafverfolgungsbehörden zu betrachten ist,

dass  aus  der  geltend  gemachten  drohenden  Verfolgung  auch  kein 
flüchtlingsrechtlich  relevantes  Motiv  ersichtlich  ist,  weil  den  Akten 
keine  konkreten  Indizien  entnommen  werden  können,  wonach  der 

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Beschwerdeführer im Falle einer möglichen Bestrafung aus Gründen 
gemäss  Art.  3  AsylG  mit  einer  unverhältnismässig  hohen  Strafe  im 
Sinne  eines  Ethno-  oder  Politmalus  (vgl.  EMARK  2004  Nr.  2)  zu 
rechnen hätte, wie die Vorinstanz ebenfalls zutreffend feststellte,

dass  somit  nicht  nur  die  Strafverfolgung  an  sich,  sondern  ebenfalls 
eine allfällige Verurteilung und Bestrafung des Beschwerdeführers in 
Nigeria  offensichtlich  nicht  aus  den  im  Asylgesetz  genannten 
Verfolgungsgründen erfolgen würde, 

dass zusätzlich in der Beschwerdeschrift sinngemäss geltend gemacht 
wurde,  in  Nigeria  könne  er  nicht  mit  einem  fairen  Strafverfahren 
rechnen, weil man nicht berücksichtigen werde, dass er sich zwar für 
seine  Schwester  verantwortlich  gefühlt  habe,  indessen  aufgrund 
seines  jugendlichen  Alters  mit  der  konkreten  Situation  nicht  habe 
umgehen können und im Affekt reagiert habe, 

dass  dieses  pauschale  und  nicht  näher  begründete  Vorbringen 
indessen  vorliegend  nicht  zu  überzeugen  vermag,  weshalb  seine 
Furcht,  er  sei  in  seinem  Heimatland  Menschenrechtsverletzungen 
ausgesetzt, nicht begründet ist,

dass ferner die von ihm befürchteten Nachstellungen durch die Familie 
des  Getöteten  beziehungsweise  deren  religiösen  Geheimkult  und 
militanter Bewegung als Verfolgung durch Drittpersonen gelten,

dass  die  Vorinstanz  diese  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  – 
sollte ihnen geglaubt werden können – zu Recht als nicht relevant im 
Sinne des Gesetzes qualifizierte, da der Beschwerdeführer allfälligen 
Nachstellungen seitens der militanten Gruppe, des Geheimkults oder 
der  Familie  des  Getöteten  mit  der  Verlegung  seines  Wohnsitzes  in 
einen  andern  Teil  seines  Heimatlandes  hätte  ausweichen  können, 
zumal nicht davon auszugehen ist, die Verfolger würden ihn in einem 
andern Landesteil aufspüren,

dass sich der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  ausserdem – wie die 
Vorinstanz zutreffend feststellte – an die nigerianischen Polizeibehör-
den  wenden  kann,  da  diese  als  schutzwillig  und  schutzfähig  zu 
betrachten sind  und deshalb eine allfällig  befürchtete  Verfolgung als 
kriminelle  Handlung  im  Rahmen  ihrer  Möglichkeiten  ahnden  und 
verfolgen werden,

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dass somit keine überzeugenden Anhaltspunkte vorliegen, gestützt auf 
welche  davon  auszugehen  wäre,  es  würde  ihm  von  Seiten  der 
nigerianischen Behörden kein Schutz gewährt werden, weshalb seine 
Vorbringen als haltlos zu erachten sind,

dass  ferner  –  in  Übereinstimmung  mit  der  Argumentation  in  der 
angefochtenen  Verfügung  –  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers 
nicht als glaubhaft und auch deshalb als haltlos zu erachten sind,

dass  –  um  unnötige  Wiederholungen  zu  vermeiden  –  auf  die 
zutreffenden Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen 
wird,

dass  gestützt  auf  die  Aktenlage  und  die  vorstehenden  Erwägungen 
das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 und 7 AsylG 
– und wie sich aus den nachfolgenden Erwägungen zum Vollzug der 
Wegweisung  ergibt  –  das  Fehlen  von  Wegweisungshindernissen 
offenkundig erscheinen und sich aus den Akten keine Anhaltspunkte 
für  die  Annahme  ergeben,  das  BFM  habe  eine  mehr  als  bloss 
summarische  materielle  Prüfung  vorgenommen  oder  zusätzliche 
Abklärungen getroffen,

dass das BFM somit zu Recht keine weiteren Abklärungen vornahm 
und der Sachverhalt rechtsgenüglich festgestellt wurde,

dass in der Beschwerdeschrift zudem keine neuen Erkenntnisse oder 
Tatsachen  vorgebracht  wurden,  welche  an  den  zutreffenden  vorin-
stanzlichen Erwägungen etwas zu ändern vermöchten,

dass das BFM somit zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG 
auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, 

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die 
Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG), 
vorliegend  der  Beschwerdeführer  weder  eine  Aufenthaltsbewilligung 
besitzt noch einen Anspruch auf Erteilung einer solchen hat, weshalb 
die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen 
Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu  Recht 
angeordnet wurde,

dass zu prüfen bleibt, ob es Gründe gibt, die dem Vollzug der Wegwei-
sung entgegenstehen,  da im Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren 

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oder  unmöglichen  Vollzugs  das  Anwesenheitsverhältnis  des 
Beschwerdeführers  nach  den  Bestimmungen  des  Bundesgesetzes 
vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer 
(AuG, SR 142.20) über die vorläufige Aufnahme zu regeln ist (Art. 44 
Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass die Untersuchungspflicht der Asylbehörden hinsichtlich Zulässig-
keit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des Vollzugs nach Treu und Glau-
ben ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht der Beschwerde führenden 
Person  findet  (Art.  8  AsylG),  die  im  Übrigen  auch  die  Sub-
stanziierungslast  trägt  (Art.  7  AsylG),  und  es  bei  nicht  belegter 
beziehungsweise zweifelhafter Identität oder Herkunft nicht Sache der 
Behörde  sein  kann,  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen 
hypothetischer Natur zu forschen,

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung der mass-
geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da 
der Beschwerdeführer keine Hinweise auf  eine Verfolgung oder eine 
begründete Furcht vor Nachteilen darzulegen vermag, welche geeignet 
wäre, seine Flüchtlingseigenschaft zu begründen, und auch keine An-
haltspunkte  für  eine  andere  menschenrechtswidrige  Behandlung  er-
sichtlich  sind,  die  ihm  in  seinem  Heimat-  oder  Herkunftsstaat  droht 
(vgl.  Art.  83  Abs.  3  AuG),  da  seine  Ausführungen  unglaubhaft 
ausgefallen sind,

dass – wie den vorangehenden Erwägungen entnommen werden kann 
–  an  dieser  Einschätzung  auch  eine  allfällige  strafrechtliche 
Untersuchung  und  mögliche  Verurteilung  des  Beschwerdeführers  in 
Nigeria mangels überzeugender und substanziierter Hinweise auf eine 
menschrechtswidrige Behandlung nichts zu ändern vermag,

dass  zudem  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatland  noch 
individuelle Gründe gegen die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs 
des Beschwerdeführers sprechen,

dass der – gestützt auf die Aktenlage gesunde, junge und ungebun-
dene  –  Beschwerdeführer  darlegte,  er  habe  vor  der  Ausreise  eine 
Lehre als Coiffeur begonnen,

dass  er  bei  seiner  Rückkehr  nach  Nigeria  diese  Tätigkeit  wieder 
aufnehmen oder sich eine andere Arbeit suchen und sich damit seine 
Existenz sichern kann,

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dass  zwar  gemäss  seinen  Aussagen  keine  Verwandten  in  Nigeria 
leben  sollen,  dies  dem  Beschwerdeführer  indessen  aufgrund  der 
allgemein in der nigerianischen Bevölkerung grossen verwandtschaft-
lichen Beziehungsnetze nicht  geglaubt  werden kann,  weshalb  davon 
auszugehen  ist,  er  könne  zumindest  für  die  erste  Zeit  nach  seiner 
Rückkehr von Personen aus seinem bisherigen sozialen Beziehungs-
netz im weiteren Sinn unterstützt werden,

dass  somit  der  Vollzug  der  Wegweisung  nach  Nigeria  auch  als 
zumutbar zu erachten ist,

dass  der  Vollzug der  Wegweisung  des Beschwerdeführers in  seinen 
Herkunftsstaat schliesslich möglich ist (Art. 83 Abs. 2 AuG), da es ihm 
obliegt, bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 
Abs. 4 AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist (Art. 83 Abs. 1-4 AuG),

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass die Beschwerde aufgrund der voranstehenden Erwägungen als 
aussichtslos zu qualifizieren und deshalb das Gesuch um Gewährung 
der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach  Art.  65  Abs.  1  VwVG 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem  Ausgang  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  abs.  1  VwVG 
abzuweisen  und  die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.--  (Art. 1-3  des 
Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG).

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.-- werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N _______ 

(per Kurier; in Kopie)
- _______ (in Kopie)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Eva Zürcher

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