# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d2d755c5-dfaf-5724-beec-b6e0cdae7d87
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-05
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 05.04.2024 100 2022 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-11_2024-04-05.pdf

## Full Text

100.2022.11/12U
BUC/SBE/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 5. April 2024

Verwaltungsrichter Häberli, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Bürki
Gerichtsschreiberin Streun 

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern
Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

und

Steuerrekurskommission des Kantons Bern
Nordring 8, 3013 Bern

betreffend Kantons- und Gemeindesteuern sowie direkte Bundessteuer 
2016 (Entscheide der Steuerrekurskommission des Kantons Bern vom 
7. Dezember 2021; 100 21 175, 200 21 112)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 05.04.2024, Nrn. 100.2022.11/12U, 
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Prozessgeschichte:

A.

Mit Verfügungen vom 3. Dezember 2019 veranlagte die Steuerverwaltung 
des Kantons Bern (Steuerverwaltung) A.________ für das Jahr 2016 
abweichend von dessen Selbstdeklaration auf ein steuerbares Einkommen 
von Fr. 1'230.-- (nach Steuerausscheidung; zum Satz von Fr. 308'047.--) bei 
den Kantons- und Gemeindesteuern sowie auf Fr. 311'347.-- bei der direkten 
Bundessteuer. Die Abweichung beruhte u.a. darauf, dass die Steuerverwal-
tung einen von A.________ in Zusammenhang mit seiner selbständigen 
Erwerbstätigkeit als Augenarzt in einer Praxis in B.________ als 
geschäftsmässigen Aufwand verbuchten Betrag von Fr. 255'000.-- für den 
Erwerb einer Praxis in C.________ aufrechnete. Die dagegen erhobenen 
Einsprachen blieben erfolglos, wobei die Steuerverwaltung das steuerbare 
Vermögen um Fr. 200'000.-- auf Fr. 968'457.--, entsprechend den bis Ende 
2016 geleisteten Kaufpreiszahlungen, erhöhte (Entscheide vom 18.3.2021).

B.

Am 19. April 2021 gelangte A.________ mit Rekurs und Beschwerde an die 
Steuerrekurskommission des Kantons Bern (StRK), welche die Rechtsmittel 
mit Entscheiden vom 7. Dezember 2021 abwies. 

C.

In einer einzigen Rechtsschrift vom 7. Januar 2022 (bzw. mit verbesserter 
Eingabe vom 24.1.2022) hat A.________ hiergegen Verwaltungs-
gerichtsbeschwerde erhoben. Er stellt folgende Rechtsbegehren: 

«1. Der Rekurrent hat die vollständigen Unterlagen, die für die Beurtei-
lung des Sachverhaltes notwendig sind, vorgelegt.

2. Der Rekurrent hatte keinen Grund die Auskünfte der zuständigen 
Sachbearbeiterin in Frage zu stellen, insbesondere sind keine unrich-
tigen, behördlichen Auskünfte erkannt worden.

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3. Der Rekurrent hat gestützt auf das Einverständnis der zuständigen 
Behörde den Kaufpreis für den Kauf der Medikamente und den Good-
will der Ertragsrechnung des Jahres 2016 belastet.

4. Die von der Steuerbehörde im Jahre 2021 angebotene Bilanzierung 
des Kaufpreises widerspricht den gesetzlichen Bestimmungen.

5. Im Fall, dass das Verwaltungsgericht den Rekurs ablehnt, ist im Rah-
men eines Revisionsverfahrens die Bilanzierung des Kaufpreises im 
Geschäftsjahr 2016/17 vorzunehmen.

6. Die dem Rekurrent auferlegten Gerichtskosten von CHF 1'500.00 
sind nicht gerechtfertigt. Dem Rekurrenten ist eine Parteienschädi-
gung zuzusprechen.»

Mit Verfügung vom 11. Januar 2022 hat der Abteilungspräsident die Verfah-
ren betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern sowie die direkte Bundes-
steuer vereinigt.

Die StRK und die Steuerverwaltung beantragen mit Vernehmlassung vom 
28. Januar 2022 bzw. mit Beschwerdeantwort vom 11. Februar 2022 je die 
Abweisung der Beschwerden. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat 
sich nicht vernehmen lassen. 

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerden als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 
155.21) zuständig (vgl. auch Art. 201 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 
21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11] und Art. 145 des Bundesgesetzes vom 
14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG; SR 642.11] sowie 
Art. 9 Abs. 3 der Verordnung vom 18. Oktober 2000 über den Vollzug der 
direkten Bundessteuer [BStV; BSG 668.11]). Der Beschwerdeführer hat am 
vorinstanzlichen Rekurs- und Beschwerdeverfahren teilgenommen, ist durch 
die angefochtenen Entscheide besonders berührt und hat ein schutzwürdi-
ges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. 
auch Art. 201 Abs. 2 StG sowie Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 Abs. 1 DBG). 

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Die Bestimmungen über Form und Frist sind eingehalten (Art. 151 StG i.V.m. 
Art. 81 Abs. 1 und Art. 32 VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 140 DBG). Auf 
die Beschwerden ist – unter Vorbehalt der nachfolgenden E. 1.2 – einzutre-
ten.

1.2 Die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht sind auf den jeweiligen 
Streitgegenstand beschränkt. Ausgangspunkt für dessen Bestimmung bilden 
die angefochtenen Entscheide, die sog. Anfechtungsobjekte. Diese geben 
den Rahmen des Streitgegenstands vor, d.h. der Streitgegenstand kann 
nicht über das hinausgehen, was die StRK als Vorinstanz geregelt hat (zum 
Streitgegenstand statt vieler: BVR 2020 S. 59 E. 2.2, 2017 S. 514 E. 1.2; 
Ruth Herzog, in Herzog/Daum [Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 
2. Aufl. 2020, Art. 72 N. 12 mit weiteren Hinweisen). – Streitgegenstand vor 
der Vorinstanz bildete (allein) die Veranlagung der kantonalen Steuern bzw. 
der direkten Bundessteuer des Beschwerdeführers im Jahr 2016. Diesbe-
züglich sind die vom Beschwerdeführer als «Anträge» formulierten Aspekte 
im Licht der Begründung zusammenfassend (wie bereits in den Verfahren 
vor der StRK) so zu verstehen, dass er beantragt, die angefochtenen Ent-
scheide der StRK seien aufzuheben und im streitbetroffenen Steuerjahr 
2016 sei das steuerbare Einkommen um Fr. 255'000.-- und das steuerbare 
Vermögen um Fr. 200'000.-- zu reduzieren. So interpretiert sind die Begeh-
ren zulässig und ist auf die Beschwerden einzutreten. Soweit sich die «An-
träge» jedoch auf die Besteuerung der Augenärzte D.________ AG 
beziehen, ist auf sie nicht einzutreten, bilden die Veranlagungen dieser 
juristischen Person doch nicht Gegenstand der vorinstanzlichen und 
verwaltungsgerichtlichen Verfahren. Nicht einzutreten ist auf die 
Beschwerden überdies, soweit den «Anträgen» keine eigenständige 
Bedeutung zukommt, weil sie nicht direkt die Regelung des 
Steuerrechtsverhältnisses mit dem Beschwerdeführer für das Jahr 2016 
betreffen, sondern lediglich deren Begründung dienen. 

1.3 Sind sowohl Entscheide bezüglich der Kantons- und Gemeindesteu-
ern als auch der direkten Bundessteuer angefochten, so muss das Verwal-
tungsgericht zwei Entscheide fällen, da es sich um verschiedene Steuern 
handelt, die unterschiedlichen Gemeinwesen zukommen und in getrennten 
Verfahren veranlagt werden. Die beiden Entscheide können aber in ein und 

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derselben Urteilsschrift getroffen werden (vgl. BGE 142 II 293 E. 1.2, 
135 II 260 [Pra 99/2010 Nr. 37] E. 1.3.1, 130 II 509 [Pra 94/2005 Nr. 114] 
E. 8.3). Weil im vorliegenden Fall die einschlägigen Bestimmungen des 
kantonalen und eidgenössischen Rechts weitgehend gleich lauten, 
rechtfertigt sich die gemeinsame Beurteilung der Streitigkeit hinsichtlich 
kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Steuern.

1.4 Das Verwaltungsgericht überprüft die angefochtenen Entscheide auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Der rechtlich relevante Sachverhalt ist grundsätzlich unbestritten: 

2.1 Der Beschwerdeführer war bis zum 1. November 2016 als selbststän-
dig erwerbstätiger Augenarzt im Augencenter … in B.________ tätig. Per 
Ende September 2016 verlegte er seinen Wohnsitz vom Kanton B.________ 
in den Kanton Bern (C.________). Bereits am 20. Dezember 2015 schloss 
er einen Vertrag ab, der die Übernahme der bis anhin von E.________ be-
triebenen Augenarztpraxis in C.________ zum Gegenstand hatte (Praxis-
übernahmevertrag, Vorakten StV [act. 6B] pag. 38-42). Vereinbart wurde, 
dass die Praxis am 31. Oktober 2016 an den Beschwerdeführer übergeben 
und «im eigenen Namen und auf eigene Rechnung» weitergeführt werden 
soll (Ziff. 1). Gegenstand der Übernahme bildeten namentlich das Inventar 
der Einrichtung und Gegenstände, der Vorrat an Medikamenten und Ver-
brauchsmaterial sowie die Patientenkartei (Ziff. 2 und 4). Der Übernahme-
preis wurde auf Fr. 255'000.-- festgesetzt, wovon Fr. 180'000.-- auf den 
Goodwill und Fr. 75'000.-- auf das Inventar entfielen (Ziff. 5.1 f.). Der Kauf-
preis wurde vom Beschwerdeführer in drei Tranchen beglichen: die erste 
Zahlung von Fr. 100'000.-- erfolgte am 22. Dezember 2015, die zweite Zah-
lung von ebenfalls Fr. 100'000.-- am 7. November 2016 und die dritte und 
letzte Zahlung von Fr. 55'000.-- am 31. Januar 2017 (vgl. angefochtene Ent-
scheide E. 3.1 f.; Beschwerden S. 1 f.). 

2.2 Die vom Beschwerdeführer in C.________ erworbene Praxis wurde 
nach der Übernahme ab dem 1. November 2016 durch die im Januar 2016 

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gegründete Augenärzte D.________ AG (weiter)geführt (heute: Augenärzte 
F.________ AG), deren Aktien je zur Hälfte vom Beschwerdeführer und von 
(der ebenfalls als Augenärztin für die Praxis tätigen) G.________ gehalten 
werden. Auf den gleichen Zeitpunkt hin endete die selbstständige 
Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers in B.________. Der Kaufpreis von 
Fr. 255'000.-- wurde in der Augenärzte D.________ AG nicht bilanziert (vgl. 
etwa Scheiben des Beschwerdeführers vom 17.8.2020, Vorakten StV 
[act. 6B] pag. 33 f. sowie die auch insoweit unbestritten gebliebenen 
Ausführungen in den angefochtenen Entscheiden E. 3.1; vgl. Beschwerden 
S. 2). Hingegen deklarierte der Beschwerdeführer in der Steuererklärung 
2016 einen steuerbaren Erfolg aus selbstständiger Erwerbstätigkeit 
von Fr. 70'735.--, weil er der entsprechenden Erfolgsrechnung u.a. den 
Kaufpreis für die von E.________ übernommene Praxis in der Höhe von 
Fr. 255'000.-- als Aufwand belastete (Steuererklärung 2016, Vorakten StV 
[act. 6B] pag. 1 f.). 

2.3 Die Steuerverwaltung hat den Betrag von Fr. 255'000.-- als nicht ge-
schäftsmässig begründeten Aufwand erachtet, da der Beschwerdeführer im 
2016 im Kanton Bern keine selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt habe 
und sämtliche Einkünfte in C.________ «strikt der Aktiengesellschaft Augen-
ärzte D.________ AG zugewiesen» worden seien. Ebenso wenig habe der 
Praxiskauf im Zusammenhang mit der Ausübung der selbständigen Er-
werbstätigkeit in B.________ gestanden. Mangels Kausalität zwischen dem 
Erwerb der Praxis und der selbständigen Erwerbstätigkeit in B.________ sei 
bei den angeschafften Vermögenswerten nicht von Geschäftsvermögen 
auszugehen (vgl. Schreiben vom 8.12.2020, Vorakten StV [act. 6B] pag. 57). 
– Die StRK bestätigte diese Auffassung im Wesentlichen mit der 
Begründung, die Praxis in C.________ sei auf den gleichen Zeitpunkt hin 
übernommen worden wie die selbständige Erwerbstätigkeit in B.________ 
geendet habe. Die Tätigkeiten in der neuen Praxis und jene in B.________ 
seien «strikt getrennt worden». Die Praxis in C.________ sei nicht zur 
Fortführung oder Ausweitung der selbständigen Erwerbstätigkeit an einem 
anderen Ort, sondern für die Nutzung durch die Augenärzte D.________ AG 
bestimmt gewesen. Die durch den Beschwerdeführer erworbene Praxis bzw. 
die diesbezüglichen Vermögenswerte hätten demnach nicht seiner selb-
ständigen Erwerbstätigkeit gedient und stellten folglich nicht 

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Geschäftsvermögen dar, weshalb die dafür entrichteten Fr. 255'000.-- nicht 
als geschäftsmässig begründeter Aufwand qualifizierten. Die Steuerver-
waltung habe folglich zu Recht diesen Betrag als Einkommen aufgerechnet 
und zudem das steuerbare (Privat)Vermögen um Fr. 200'000.-- erhöht 
(angefochtene Entscheide E. 3.2). Nicht ersichtlich sei zudem, inwiefern aus 
der Veranlagung der AG und diesbezüglichen Äusserungen der 
Steuerverwaltung Rückschlüsse auf die hier strittigen Veranlagungen des 
Beschwerdeführers für das Steuerjahr 2016 hätten gezogen, geschweige 
denn von der gesetzlichen Regelung abweichende Veranlagungen gestützt 
auf Vertrauensschutz hätten bewirkt werden können. Weder der private 
Erwerb der Praxis als solcher noch die unterlassene Einbringung der 
erworbenen Vermögenswerte in die AG seien problematisch. Unzulässig sei 
bloss die Verbuchung des Erwerbspreises als Aufwand zulasten des Ertrags 
aus selbständiger Erwerbstätigkeit in B.________ (angefochtene Entscheide 
E. 4). 

2.4 Der Beschwerdeführer bringt dagegen zusammenfassend vor, zum 
Zeitpunkt des Kaufs der Praxis sei er unstrittig selbständig erwerbend und 
sei die Augenärzte D.________ AG noch gar nicht gegründet gewesen. Weil 
es nach den massgeblichen Kriterien für die steuerliche Zuteilung der Ver-
mögenswerte zum Privat- oder Geschäftsvermögen vorab auf das «tatsäch-
liche Dienen» aufgrund der effektiven Verhältnisse ankomme und er den 
Kaufpreis für den Patientenstamm und Medikamente geleistet habe, wofür 
er einzig als Arzt aber nicht als Privatperson Verwendung habe, sei die Be-
urteilung unhaltbar, dass die erworbenen Vermögenswerte nicht Geschäfts-
vermögen gebildet hätten. Dieser Beurteilung widerspreche, dass gemäss 
den Erwägungen der Vorinstanz die Vermögenswerte in der Bilanz der Au-
genärzte D.________ AG in den Jahren 2019 und 2020 (nachträglich) noch 
aktiviert und abgeschrieben werden könnten. Zudem habe er gestützt auf die 
Ausführungen der Mitarbeitenden der Veranlagungsbehörde annehmen dür-
fen, dass die Verbuchung des Kaufpreises als Aufwand aus selbständiger 
Erwerbstätigkeit zulässig sei, nachdem die «Nicht-Bilanzierung» der erwor-
benen bzw. in die AG eingebrachten Praxis im Geschäftsabschluss 
2016/2017 mit der für die Veranlagung der AG zuständigen Sachbearbeiterin 
der Steuerverwaltung eingehend erörtert und von dieser Gutgeheissen wor-
den sei. In diesem berechtigten Vertrauen sei er zu schützen.

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3.

Umstritten ist hauptsächlich, ob die vom Beschwerdeführer im Jahr 2016 ge-
tätigten Ausgaben für den Kauf der Praxis seiner selbständigen Erwerbstä-
tigkeit zuzuordnen und als geschäftsmässig begründete Aufwendungen zum 
Abzug zuzulassen sind.

3.1 Der Einkommenssteuer unterliegen alle Einkünfte aus selbständiger 
Erwerbstätigkeit (Art. 21 Abs. 1 StG; Art. 18 Abs. 1 DBG). Von ihnen können 
die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen werden 
(Art. 30 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 1 StG; Art. 25 i.V.m. Art. 27 Abs. 1 DBG). 
Der Begriff des geschäftsmässig begründeten bzw. nicht begründeten Auf-
wands wird im Gesetz durch eine beispielhafte Aufzählung näher umschrei-
ben, aber nicht abschliessend definiert, weshalb im Einzelfall unter Würdi-
gung aller Umstände bestimmt werden muss, ob ein steuerlich abzugsfähi-
ger Aufwand vorliegt. Für steuerpflichtige Personen, die eine ordnungs-
gemässe Buchhaltung führen, gilt Art. 85 StG bzw. Art. 58 DBG betreffend 
die Ermittlung des Reingewinns von juristischen Personen sinngemäss 
(Art. 21 Abs. 5 Satz 2 StG; Art. 18 Abs. 3 DBG). Wie bei der Gewinnsteuer 
juristischer Personen beurteilt sich die geschäftsmässige Begründetheit ei-
ner Aufwendung anhand des (unternehmerischen) Zwecks der selbständi-
gen Erwerbstätigkeit. Besteht kein objektiver Zusammenhang mit der Er-
werbstätigkeit bzw. dem Betrieb und dem damit verfolgten Zweck der Ge-
winnerzielung, handelt es sich auch nicht um geschäfts- oder berufsmässig 
begründete Kosten (vgl. BGE 143 II 8 E. 3, 135 II 86 E. 3.1; auch etwa 
BGer 2C_153/2021 vom 25.8.2021, in StR 76/2021 S. 794 E. 3.2.2; 
VGE 2020/208/209 vom 7.6.2023 E. 2.2, 2021/68/69 vom 3.4.2023 E. 4.2; 
Peter Locher, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2019, Art. 27 N. 7). Nicht als 
Aufwendungen abziehbar sind die Kosten für die Anschaffung, Herstellung 
oder Wertvermehrung von Vermögensgegenständen (Art. 21 Abs. 5 i.V.m. 
Art. 85 Abs. 2 Bst. b Ziff. 1 StG; Art. 18 Abs. 3 i.V.m. Art. 58 Abs. 1 Bst. b 
DBG; vgl. auch Art. 39 Bst. d StG; Art. 34 Bst. d DBG). Als Geschäftsvermö-
gen gelten alle Vermögenswerte, die ganz oder vorwiegend der selbständi-
gen Erwerbstätigkeit dienen (Art. 21 Abs. 2 Satz 3 StG; 18 Abs. 2 Satz 3 
DBG). Ob ein Wertgegenstand dem Privat- oder dem Geschäftsvermögen 
zuzuordnen ist, entscheidet sich aufgrund einer Würdigung aller in Betracht 

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kommenden tatsächlichen Umstände. Ausschlaggebendes Zuteilungskrite-
rium ist dabei die aktuelle technisch-wirtschaftliche Funktion des fraglichen 
Gegenstands; massgebend ist also in erster Linie, ob er tatsächlich dem Ge-
schäft dient (statt vieler BGE 133 II 420 E. 3.3; VGE 2020/197/198 vom 
17.9.2021 E. 3.2; Peter Locher, a.a.O., Art. 18 N. 120, 126 f.)

3.2 Die StRK hat die vorgenommene Aufrechnung von Fr. 255'000.-- zu 
Recht bestätigt: Der Kauf der Augenarztpraxis in C.________ ist vom 
Beschwerdeführer nicht vorgenommen worden, um seine zuvor in 
B.________ ausgeübte selbständige Erwerbstätigkeit als Augenarzt in 
C.________ fortzuführen. Vielmehr hat er sie mit Blick auf eine Nutzung 
durch die eigens hierfür gegründete Augenärzte D.________ AG erworben. 
Der Beschwerdeführer macht denn auch nicht geltend, die von ihm durch 
den Praxiskauf erworbenen materiellen und immateriellen Vermögenswerte 
(Inventar und Goodwill) im Rahmen seiner selbständigen Erwerbstätigkeit in 
B.________ verwendet zu haben. Allein der Umstand, dass der 
Übernahmevertrag vor der Gründung der Augenärzte D.________ AG bzw. 
zu einem Zeitpunkt erfolgte, als der Beschwerdeführer noch eine 
selbständige Erwerbstätigkeit ausübte, vermag keinen hinreichenden 
Zusammenhang zu dieser herzustellen. Mit der Vorinstanz ist somit zu 
schliessen, dass die vom Beschwerdeführer erworbenen Vermögenswerte 
nicht der selbstständigen Erwerbstätigkeit gedient haben konnten (vgl. auch 
angefochtene Entscheide E. 3.2). Im Übrigen handelt es sich bei 
Geldleistungen, die erbracht werden, um Vermögensgegenstände rechtlich 
zu Eigentum zu erwerben, um Anschaffungskosten, die gar nicht als Aufwen-
dungen von den steuerbaren Einkünften in Abzug gebracht werden können 
(vgl. E. 3.1 hiervor; vgl. auch Richner/Frei/Kaufmann/Rohner, Handkommen-
tar zum DBG, 4. Aufl. 2023, Art. 34 N. 30 und 33). Durch Investitionen wird 
der Vermögensstand der steuerpflichtigen Person nicht verändert, stattdes-
sen liegt hierin eine reine Vermögensumschichtung, weshalb solche Kosten, 
wenn sie das Geschäftsvermögen betreffen, zu aktivieren sind (vgl. Richner/
Frei/Kaufmann/Rohner, a.a.O., Art. 58 N. 116, Art. 34 N. 31).

3.3 Der Beschwerdeführer beruft sich weiter auf den Grundsatz des Ver-
trauensschutzes (vgl. Art. 5 Abs. 3 und Art. 9 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]), substanziiert sein Vorbringen aber nicht hinreichend (vgl. Be-

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schwerden S. 6 f.). Insbesondere geht aus seiner Beschwerde nicht hervor, 
inwiefern die Erwägungen der Vorinstanz zum Vertrauensschutz nicht zutref-
fen sollten. Die StRK hat nachvollziehbar und korrekt dargelegt, dass es für 
die Begründetheit des geltend gemachten Anspruchs aus Vertrauensschutz 
bereits an einer schützenswerten Vertrauensgrundlage fehlt, auf die sich der 
Beschwerdeführer mit Erfolg stützten könnte: Inwiefern aus der Veranlagung 
der Augenärzte D.________ AG im Jahr 2017 Rückschlüsse hinsichtlich der 
Veranlagung des Beschwerdeführers im Jahr 2016 gezogen werden könn-
ten, ist jedenfalls nicht ersichtlich (vgl. angefochtene Entscheide E. 4). Allein 
der Umstand, dass die Steuerverwaltung Kenntnis vom privaten Erwerb der 
Praxis durch den Beschwerdeführer (und der unterlassenen Einbringung in 
die Augenärzte D.________ AG) hatte, vermag keine 
vertrauensbegründende Auskunft oder Zusicherung hinsichtlich der 
(unzulässigen) Verbuchung des Erwerbspreises als Aufwand zulasten des 
Ertrags aus selbstständiger Erwerbstätigkeit des Beschwerdeführers zu 
begründen. Der aktenkundigen Gesprächsnotiz betreffend die Veranlagung 
der D.________ AG können denn auch keine Hinweise entnommen werden, 
die darauf schliessen liessen, dass die private Veranlagung des 
Beschwerdeführers Gegenstand der Besprechung gebildet hätte oder 
seitens der Steuerverwaltung diesbezüglich verbindliche Zusicherungen 
gemacht worden wären (vgl. Gesprächsnotiz vom 3.9.2019, Vorakten StRK 
[act. 6A] pag. 22 f.). Die StRK hat damit zu Recht befunden, für eine Berufung 
auf den Grundsatz von Treu und Glauben fehle es bereits an einer 
Vertrauensgrundlage. Nicht weiter einzugehen ist auf die Frage der 
nachträglichen Berücksichtigung der Anschaffungskosten bei der 
Augenärzte D.________ AG in den Steuerjahren 2019 und 2020 (vgl. Email 
vom 21.1.2021, Vorakten StRK [act. 6A] pag. 48 ff., 51 f.), da die 
Veranlagung der AG vorliegend nicht Streitgegenstand bildet (vgl. vorne 
E. 1.2). Nicht ersichtlich ist zudem, inwiefern der Beschwerdeführer mit 
seinen Vorbringen zu einer (allfälligen) Revision und deren Unzulässigkeit 
etwas zu seinen Gunsten ableiten könnte. 

3.4 Nach dem Gesagten hält der Rechtskontrolle ohne Weiteres stand, 
die Kosten für den Praxiserwerb von total Fr. 255'000.-- als geschäftsmässig 
nicht begründet zu erachten. Damit kann dem Beschwerdeführer auch nicht 
gefolgt werden, wenn er vorbringt, es handle sich bei den mit Praxisübernah-

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mevertrag vom 20. Dezember 2015 erworbenen Vermögenswerten um Ge-
schäftsvermögen: Ausgangspunkt des Geschäftsvermögens einer natürli-
chen Person bildet wie ausgeführt deren selbständige Erwerbstätigkeit und 
muss der fragliche Vermögenswert dieser tatsächlich dienen. Hier kann na-
mentlich mit Blick auf die technisch-wirtschaftliche Funktion nicht gesagt wer-
den, die erworbene Praxis habe tatsächlich dem Geschäft – will sagen der 
selbständigen Tätigkeit in B.________ – gedient (vgl. vorne E. 3.2). Auch 
wenn der Beschwerdeführer als Privatperson für die Medikamente und 
Patientenstamm (vgl. Beschwerden S. 5) nicht unmittelbar Verwendung 
hatte, haben sie doch insofern privaten Zwecken (im steuerlichen Sinn) 
gedient, als er diese in die (privat gehaltene) AG einbringen konnte. 
Entsprechend dem Ausgeführten ist somit auch die durch die StRK 
bestätigte Aufrechnung beim Vermögen im Umfang von Fr. 200'000.-- nicht 
zu beanstanden, was der Beschwerdeführer denn auch nicht substanziiert in 
Frage stellt.

3.5 Zusammenfassend erweisen sich die strittigen Aufrechnungen als 
rechtmässig und sind die Beschwerden als offensichtlich unbegründet abzu-
weisen. Das Verwaltungsgericht beurteilt solche Fälle in Zweierbesetzung 
(vgl. Art. 56 Abs. 3 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). 

4.

Bei diesem Ausgang der Verfahren wird der unterliegende Beschwerdefüh-
rer kostenpflichtig (Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 1 VRPG; Art. 145 Abs. 2 
i.V.m. Art. 144 Abs. 1 DBG). Ersatzfähige Parteikosten sind keine angefallen 
(Art. 151 StG i.V.m. Art. 108 Abs. 3, Art. 104 Abs. 3 und Art. 2 Abs. 1 Bst. a 
VRPG; Art. 145 Abs. 2 i.V.m. Art. 144 Abs. 4 DBG und Art. 64 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
[VwVG; SR 172.021]).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern 2016 wird 
abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2016 wird abgewie-
sen, soweit darauf eingetreten wird.

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 2'000.--, werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4'000.-- entnom-
men. Der Restbetrag von Fr. 2'000.-- wird ihm nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils zurückerstattet.

4. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführer 
- Steuerverwaltung des Kantons Bern
- Steuerrekurskommission des Kantons Bern 
- Eidgenössische Steuerverwaltung

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegen-
heiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 
über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.