# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 27454a85-06f1-57a0-8956-4d19913e735b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 28.04.2022 IV 2021/139
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2021-139_2022-04-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2021/139

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 14.09.2022

Entscheiddatum: 28.04.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2022
Neuanmeldung. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. 
Verwertbarkeit. Abzug (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons 
St. Gallen vom 28. April 2022, IV 2021/139).

Entscheid vom 28. April 2022

Besetzung

Versicherungsrichterin Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen 

Monika Gehrer-Hug und Corinne Schambeck; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2021/139

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

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Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich am 17./18. Januar 2005 (IV-act. 1) erstmals bei der 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an und beantragte namentlich berufliche Massnahmen (vgl. 

IV-act. 7). Er sei 198_ in die Schweiz gekommen und zuletzt von 2000 bis 2004 als ___ 

angestellt gewesen. Seit 28. Juli 2004 sei er voll arbeitsunfähig und seit August 2001 

leide er an Schmerzen am Nacken und beiden Schultern. Die Schulter rechts sei 

operiert worden. Beim An- und Auskleiden bedürfe er dauernd der Hilfe Dritter oder der 

persönlichen Überwachung. - Dr. med. C.___, Facharzt für Allgemeine Medizin, gab in 

seinem IV-Arztbericht vom 14. Februar 2005 (IV-act. 8) an, beim Versicherten bestehe 

seit August 2002 ein chronisches cervicobrachiales Schmerzsyndrom bei medialer 

Diskushernie C4/5 und C5/6 und im April 2003 seien eine Rippenresektion, eine 

Neurolyse sowie eine Arteriolyse bei Thoracic-outlet-Syndrom rechts erfolgt. Nach drei 

Phasen voller Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit ab 13. Juli 2002 sei der 

Versicherte ab 29. Juli 2004 ohne Unterbruch von mehr als 30 Tagen (abgesehen von 

sechs Tagen mit einer Arbeitsunfähigkeit von 50 %) voll arbeitsunfähig gewesen. Ab 

Juli 2004 habe er eine körperlich anspruchsvollere Tätigkeit mit vermehrt Überkopf-

Arbeiten ausüben müssen, der er nicht mehr gewachsen gewesen sei. In einer 

körperlich nur mässig anstrengenden Arbeit sei er dagegen voll arbeitsfähig. Der Arzt 

hielt berufliche Massnahmen und ergänzende medizinische Abklärungen für angezeigt. 

- Dr. med. D.___, Facharzt für Neurochirurgie, hatte Dr. C.___ am 24. Januar 2005 (IV-

act. 16) u.a. berichtet, im August 2001 seien beim Versicherten Schulterschmerzen 

rechts aufgetreten. Es bestünden postoperative Restbeschwerden mit Reiz- und 

sensomotorischen Ausfällen im rechten Arm und eine ausgeprägte neuropsychische 

Komponente mit Somatisierung. Er selber habe beim Versicherten vom 15. bis 

23. Dezember 2004 peridurale Infiltrationen auf mehreren Höhen im HWS-Bereich und 

im Axillarplexus durchgeführt, die nach dessen Angaben keine Besserung erbracht 

hätten. - Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom __. April 2005 (IV-act. 18) war die 

Kündigung am __. Juli 2004 wegen einer betriebsinternen Umstrukturierung erfolgt und 

A.a. 

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war der Versicherte hernach arbeitsunfähig gewesen. Seit Januar 2004 habe er 

monatlich Fr. 4'430.-- zuzüglich Nachtzulagen von durchschnittlich Fr. 192.50 verdient. 

- Die Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen gab in einem Bericht vom 

28. April 2005 (IV-act. 47-10 f.) an, in der klinisch-neurologischen Untersuchung habe 

wie schon in der Voruntersuchung kein Korrelat zu den angegebenen Schulter-/

Armschmerzen objektiviert werden können. Es habe diskrete Hinweise für eine 

Wurzelläsion C7 ergeben, welche die Beschwerden jedoch bei weitem nicht erklärten. - 

In einem Austrittsbericht der Klinik E.___ vom 11. August 2005 (IV-act. 39; Aufenthalt 

des Versicherten vom 13. Juli 2005 bis 2. August 2005) wurde u.a. die Diagnose einer 

fraglichen Wurzelläsion C7 rechts erwähnt. Für adaptierte Tätigkeiten sei der 

Versicherte zu 50 % arbeitsfähig. Es habe sich insgesamt eine deutliche Diskrepanz 

zwischen den eigenen Einschätzungen und der tatsächlich möglichen Körperleistung 

gezeigt. - Das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) reichte am 9. Januar 2006 

einen Abklärungsbericht F.___programm vom 16. Dezember 2005 (IV-act. 33-2 ff.) ein. 

Darin war festgehalten worden, der Versicherte habe halbtags u.a. ___-, ___- und 

___arbeiten gemacht. Er habe nach seinen körperlichen Möglichkeiten gearbeitet und 

habe, da er nur zu 50 % anwesend gewesen sei, kaum Ausfalltage gehabt. Er habe 

eine rasche Auffassungsgabe und habe konzentriert und sehr selbständig gearbeitet. 

Er habe sehr gute feinmotorische Arbeit geleistet und die Arbeiten, bei denen er den 

rechten Arm nur wenig habe bewegen müssen, qualitativ sehr gut ausgeführt. - 

Dr. med. G.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, gab in einem IV-

Arztbericht vom 18. Februar 2006 (IV-act. 46) bekannt, es bestünden einerseits ein 

leicht- bis mittelgradiges depressives Zustandsbild im Sinn einer depressiven 

Entwicklung bei u.a. langdauernder voll- und teilzeitlicher Arbeitsunfähigkeit sowie 

sozialen, vor allem finanziellen Schwierigkeiten, und anderseits der Verdacht auf eine 

somatoforme Schmerzstörung. Die Arbeitsunfähigkeit sei durch die Klinik E.___ im 

August 2005 bestimmt worden. Inwiefern sich das psychiatrische Leiden auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirke, sei nicht beurteilbar.

In einem polydisziplinären Gutachten vom 11. Mai 2006 (IV-act. 51) gab die 

MEDAS Zentralschweiz bekannt, eine Arbeit mit erheblicher Belastung des 

Schultergürtels sei - bei diagnostizierter chronifizierter Zervikobrachialgie rechts - nur 

noch eingeschränkt zumutbar bzw. es liege hierfür keine Arbeitsfähigkeit mehr vor. In 

A.b. 

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B.  

einer leichteren Tätigkeit sei der Versicherte in der Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt 

(vgl. IV-act. 51-16 f.). Eine psychiatrische Komorbidität gebe es nicht. Der Versicherte 

neige dazu, seine Ressourcen zu unterschätzen (vgl. IV-act. 51-27). 

Mit Verfügung vom 2. Juni 2006 (IV-act. 57) und Einspracheentscheid vom 

9. Oktober 2006 (IV-act. 75) lehnte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen das Gesuch des Versicherten um berufliche Massnahmen und eine 

Rente (gemäss Einspracheentscheid) ab. Eine Beschwerde hiergegen wurde vom 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 27. Februar 2008 (IV-

act. 82) abgewiesen. Das Gutachten sei beweiskräftig. Eine behauptete 

gesundheitliche Veränderung mit stationärer Behandlung sei nicht dokumentiert 

worden. Weder bestehe Anspruch auf Arbeitsvermittlung noch auf eine Rente.

A.c. 

Auf ein Gesuch um Arbeitsvermittlung vom 4. April 2008 (IV-act. 84) trat die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen am 26. Mai 2008 (IV-

act. 90) nicht ein, ebenso wenig am 2. Dezember 2008 (IV-act. 102) auf ein weiteres 

Gesuch vom 5. September 2008 (IV-act. 91). 

A.d. 

Am 18./24. Dezember 2009 (IV-act. 107) meldete sich der Versicherte erneut bei 

der Invalidenversicherung an. - Dr. C.___ berichtete am 8. Januar 2010 (IV-act. 111), 

beim Versicherten seien im April 2009 eine degenerative Meniskushinterhornläsion 

medial mit reaktivem Knochenmarködem und eine mediale Femurpatellararthrose mit 

Chondropathie Grad III festgestellt worden. Zurzeit leide er wie bisher unter starken 

Schulterschmerzen rechts mit Ausstrahlung in den Arm, so dass er schon nach kurzer 

Zeit bei körperlicher Arbeit ermüde. Trotz intensiver Bemühungen habe er keine Arbeit 

finden können. Die Perspektivlosigkeit wirke sich auf die psychische Befindlichkeit trotz 

des Einsatzes eines Antidepressivums zunehmend negativ aus. Sein Antrag auf eine 

neue Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit und auf Hilfe zur Wiedereingliederung sei zu 

unterstützen. - Das Palliativzentrum des Departements Interdisziplinäre medizinische 

Dienste am Kantonsspital St. Gallen gab in einem Bericht vom 26. April 2010 (IV-

act. 127-5 bis 8) an, es liege ein chronifiziertes gemischt nozizeptiv-neuropathisches 

Schmerzsyndrom mit deutlicher psychosozialer Belastungssituation vor. Es habe sich 

inzwischen eine Komorbidität im Sinn einer mittelschweren Depression etabliert. 

B.a. 

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Prognostisch ungünstig sei die finanzielle Situation mit der massiven Überschuldung 

zusammen mit der langen Abwesenheit vom Arbeitsmarkt und fehlendem Ansprechen 

auf die Therapien. Die einzige Lösung sehe der Versicherte in der Zusprache einer 

Invalidenrente. Zurzeit sei der sekundäre Krankheitsgewinn gross. - Am 13. September 

2010 erfolgte eine Abklärung durch den Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) der 

Invalidenversicherung. Im Bericht vom 20. September 2010 (IV-act. 129) gab die 

betreffende RAD-Ärztin an, Hauptprobleme seien die linke (gemeint: rechte) Schulter, 

die der Versicherte kaum zu gebrauchen scheine, und die psychische Situation. - Nach 

einem Vorbescheid verfügte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle am 6. Dezember 

2010 (IV-act. 137), das Leistungsgesuch um berufliche Massnahmen werde 

abgewiesen. - Dr. med. H.___, Spezialärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, teilte 

am 16. Februar 2011 (IV-act. 144) auf Aufforderung zum Ausfüllen eines Arztberichts 

hin mit, die Fragen nicht beantworten zu können. Der Versicherte spreche nicht gut 

Deutsch. Die therapeutische Arbeit werde aber u.a. fortgesetzt, weil er schon einige 

Fortschritte gemacht habe und weil er darauf bestehe.

In einem erneuten Gutachten vom 27. März 2012 (IV-act. 150) teilte die MEDAS 

Zentralschweiz mit, als Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit lägen beim Versicherten (erstens) chronifizierte, postoperative 

Brachialgien rechts bei Status nach Resektion der ersten Rippe mit Neurolyse, 

Arteriolyse und Venenbefreiung wegen Thoracic-outlet-Syndroms (08.04.2003) bzw. 

Impingements der ersten Rippe unter der Klavikula, (zweitens) ein Status nach 

vollständigem Verschluss der Vena subclavia rechts (17.01.2003) und (drittens) eine 

beginnende Femoropatellararthrose bei Chondropathie III links (MRI 08.05.2009) vor. 

Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit seien ein Quadrantensyndrom der rechten 

Schulter und des rechten Arms bei Aggravation mit Symptomausweitung und 

übermässiger Schonhaltung, ein lokalisiertes fibromyalgieformes Syndrom des rechten 

Oberarms sowie der rechtsseitigen Sternokostalgelenke seit Resektion der ersten 

Rippe, multiple zervikale Diskusprotrusionen bei C3/4 rechtsbetont, bei C4/5 median-

betont, median bei C5/6, medio-rechtslateral bei C6/7 mit stationärem Verlauf (MRI 

28.04.2009, 02.10.2008, 01.07.2004) mit chronischen Zervikalgien, und eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren. Daneben liege eine 

rezidivierende Urolithiasis vor. Es ergebe sich die gleiche Beurteilung der 

B.b. 

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Arbeitsfähigkeit wie im Mai 2006. In einer leichteren bis mittelschweren Berufstätigkeit 

ohne Arbeiten über Schulterhöhe, ohne häufiges Heben von Gewichten über 10 kg, 

ohne stereotyp-monotone Belastung des rechten Schultergürtels und ohne 

Notwendigkeit, den Kopf häufig in stark vornübergeneigter Position zu halten, sei der 

Versicherte voll arbeitsfähig, ebenso im eigenen Haushalt. Es fehlten Bemühungen zur 

Eingliederung und es bestehe eine passive und inadäquate Erwartungshaltung. Aus 

psychischen Gründen sei die Aufnahme einer Arbeit ohne weiteres zumutbar. Im 

Vordergrund IV-fremder Faktoren stünden die passive Anspruchshaltung, die fehlende 

Motivation, die Selbstlimitierung, die Krankheitsüberzeugung und die Fixierung auf eine 

Rente. Die (auch sprachlich) mangelhafte Integration und die geringe berufliche 

Qualifikation stünden demgegenüber im Hintergrund. Bei achtjährigem Ruhezustand 

mit in dieser langen Zeit angeblich immer stärkeren Schmerzen erstaune, dass weder 

eine psychische noch eine körperliche Dekonditionierung oder Verschlechterung zu 

beobachten sei.

Mit Verfügung vom 14. Juni 2012 (IV-act. 161) lehnte die Sozialversicherungs­

anstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen einen Rentenanspruch des Versicherten ab 

(Invaliditätsgrad null). - Mit Verfügung vom 18. September 2012 (IV-act. 167) trat das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen auf eine Beschwerde gegen die 

Verfügung vom 14. Juni 2012 (nach entsprechender Androhung, vgl. IV-act. 166) 

mangels rechtsgenüglicher Begründung nicht ein.

B.c. 

Am 5./23. September 2013 (IV-act. 173) erfolgte eine weitere Neuanmeldung. Der 

Versicherte erklärte, er habe im Jahr 1992 während zweimal drei Monaten eine 

Ausbildung als Schweisser gemacht. Seit 2001 habe er Schmerzen, diese hätten nach 

der Operation 2003 zugenommen und seit 28. Juli 2004 sei er voll arbeitsunfähig. - 

Dr. med. I.___, Facharzt für Neurologie, hatte am 22. Januar 2012 (IV-act. 175) 

berichtet, es lägen ein chronifiziertes zervico-brachiales Schmerzsyndrom rechts 

betont mit Hypästhesie rechte Schulterarmregion ohne peripher neurogene radikuläre 

oder andersartige segmentale Zuordnung und ein dringender Verdacht auf eine 

somatoforme Schmerzstörung bei seit Jahren chronifizierten Schmerzen vor. Der 

Versicherte habe von seit Jahren gleichbleibenden klinischen Beschwerden berichtet. 

Er werde seit Jahren als arbeitsunfähig beurteilt. - Auf die Aufforderung der 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle vom 25. September 2013, innert (erstreckter) Frist 

B.d. 

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C.  

Nachweise für eine relevante Änderung vorzulegen (IV-act. 176 f.), reagierte der 

Versicherte nicht. Die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle trat deshalb mit Verfügung 

vom 5. Dezember 2013 (IV-act. 181) auf das Gesuch nicht ein. 

Am 13./16. September 2019 (IV-act. 186) gelangte der Versicherte erneut mit einer 

Anmeldung an die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen. Im März 

2018 habe eine Bandscheiben-OP L3/4 rechts stattgefunden, mit anhaltenden 

Schmerzen und Hüftheberschwäche. Die übrigen vorbestehenden Beschwerden 

würden anhalten.

C.a. 

Dr. C.___ berichtete am 15. Oktober 2019 (IV-act. 191), die schon länger 

bestehenden Sensibilitätsstörungen L3/4 rechts besserten auf Antirheumatika und 

Pregabalin nicht. Im MRI der LWS vom 3. September 2019 habe sich eine kleine 

Restprotrusion L3/4 rechts ohne Neurokompression gezeigt. Zusätzlich bestünden 

Hinweise auf eine leichte Innenmeniskusläsion links, angeblich seit Juni 2019. 

Einklemmungserscheinungen seien bis anhin nicht aufgetreten. - In einem IV-

Arztbericht vom 24. März 2020 (IV-act. 195) gab Dr. C.___ an, es lägen ein 

Wurzelkompressionssyndrom L4/5 rechts mit caudal rechts sequestrierter Diskushernie 

L3/4, ein St. n. mikroskopischer Teillaminektomie L3/4 rechts 22.03.2018 und ein 

chronifiziertes nozizeptives neuropathisches Schmerzsyndrom bei tendomyotischem 

Schultergürtelsyndrom rechts mit Resektion der ersten Rippe im April 2003 vor. Der 

Arzt legte eine Zusammenfassung der KG (IV-act. 195-7 bis 12) und die fachärztlichen 

Berichte der letzten fünfzehn Jahre bei. - Das Palliativzentrum des Departements 

Interdisziplinäre medizinische Dienste am Kantonsspital St. Gallen hatte am 12. Juli 

2012 (IV-act. 195-26) von einem chronischen Schmerzsyndrom, Gerbershagen 

Stadium III, berichtet. Der Versicherte scheine aus somatischer Sicht für leichte 

Tätigkeiten möglicherweise in zunächst reduziertem Pensum arbeitsfähig. - Das 

Schmerzzentrum am Kantonsspital St. Gallen hatte in einem Erstbeurteilungsbericht 

vom 24. April 2015 (IV-act. 195-34 ff.) ein chronifiziertes nozizeptives neuropathisches 

Schmerzsyndrom diagnostiziert. - Dr. med. J.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie 

und Traumatologie des Bewegungsapparates, hatte am 26. Januar 2018 (IV-

act. 195-38) den Verdacht auf eine erneute plantare Fasciitis links geäussert und einen 

C.b. 

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St. n. Infiltration 09/2017 erwähnt. Auf die Physiotherapie habe der Versicherte gut 

angesprochen. - Die Klinik für Neurochirurgie am Kantonsspital hatte im Bericht vom 

9. März 2018 (IV-act. 195-39 f.) einen Massenprolaps LW3/4 medio-rechts-lateral mit 

grossem kaudalem Sequester benannt. - Im Austrittsbericht des Zentrums für 

Neurochirurgie der K.___ vom 26. März 2018 (IV-act. 195-41 f.) war ein 

Wurzelkompressionssyndrom L4 und L5 rechts bei grosser, nach kaudal sequestrierter 

Diskushernie L3/4 rechts beschrieben worden. Als Nebendiagnose war der Verdacht 

auf COPD geäussert worden. Am 22. März 2018 hätten eine mikrochirurgische 

Teilhemilaminektomie L3/4 rechts und eine Entfernung der Diskushernie stattgefunden. 

Der Verlauf war gemäss Bericht vom 3. Juli 2018 (IV-act. 195-43) gut gewesen. Am 

9. Januar 2019 (IV-act. 195-45 f.) hatte das Zentrum mitgeteilt, der Versicherte habe 

seit Herbst wieder vermehrte Lumbalgien beklagt. Gemäss MRI LWS vom 22. Januar 

2019 bestehe keine Kompression der Wurzeln mehr, gemäss Funktionsaufnahmen 

auch keine Instabilität. Am 25. Oktober 2019 (IV-act. 195-47 f.) hatte das Zentrum 

erklärt, neue Aspekte hätten sich nicht finden lassen. Der Versicherte könne die 

Beschwerden einigermassen kontrollieren und wünsche keine weitere Operation. - 

Dr. med. L.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 

Bewegungsapparates, hatte am 20. Januar 2020 eine mediale Meniskusläsion links seit 

ca. 2007 bei retropatellärer Arthrose diagnostiziert. Der Versicherte sei beschwerdefrei 

und mit dem Verlauf sehr zufrieden. - Das Zentrum für Neurochirurgie der K.___ hatte 

am 22. Januar 2020 (IV-act. 195-14) berichtet, der Versicherte habe weiterhin 

rezidivierend auftretende bewegungsabhängige Lumbalgien, eine Sensibilitätsstörung 

und teilweise bis in die Grosszehe ausstrahlende Schmerzen beklagt. Die 

Facetteninfiltration habe die Beschwerden nicht beeinflussen können, so dass eine 

Diskographie sinnvoll wäre. Der Versicherte meine aber, er käme durch eine 

angepasste Belastung mit den Beschwerden sehr gut zurecht. - Der (neu) zuständige 

RAD-Arzt hielt in der Folge am 31. März 2020 (IV-act. 196) fest, in absehbarer Zeit sei 

kein Eingliederungspotenzial anzunehmen. Nach derzeitiger Aktenlage liege keine 

relevante Arbeitsfähigkeit vor.

Am 1. April 2020 (IV-act. 199) teilte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem 

Versicherten mit, berufliche Massnahmen würden nicht zugesprochen; sie seien derzeit 

aufgrund des Gesundheitszustands nicht möglich. 

C.c. 

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Am 26. Mai 2020 (IV-act. 200) stellte die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem 

Versicherten einen Fragebogen zur Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/

Haushalt zum Ausfüllen zu. Seit 2005 sei er nicht mehr erwerbstätig, sondern als 

Hausmann beschäftigt. Gegebenenfalls sei eine Haushaltabklärung notwendig. - Der 

Versicherte erklärte im Fragebogen am 5. Juni 2020 (IV-act. 202), sein letzter Arbeitstag 

sei der __. Juli 2004 gewesen. Seither sei er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr 

erwerbstätig, wäre dies aber ohne entsprechende Einschränkung weiterhin als ___ zu 

100 %. Er habe sich nicht um Stellen beworben. Seine Ehefrau erziele ein monatliches 

Einkommen von etwa Fr. 800.--. Seit 2005 bezögen sie Sozialhilfeleistungen, abhängig 

von der Höhe dieses Einkommens. Der Haushalt werde von der Ehefrau geführt, er 

helfe ihr nur etwas dabei. - Am 23. Juni 2020 wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-

Stelle den Versicherten darauf hin, dass er von 2004 bis sicherlich 2012 für eine 

(angepasste) Erwerbstätigkeit nicht arbeitsunfähig gewesen sei. Sie forderte ihn dazu 

auf, ihr mitzuteilen, welche Massnahmen durchgeführt worden seien, um sich auf dem 

Arbeitsmarkt besser zu qualifizieren (etwa Deutschkurs, andere Engagements zur 

Verbesserung der beruflichen Qualifikation), welche Auslandaufenthalte stattgefunden 

hätten und ob er trotz Einnahme von Pregabalin weiterhin Auto fahre. - Der Versicherte 

antwortete am 23. Juli 2020 (IV-act. 207), er habe sich für dieses Schreiben 

Unterstützung von einer Hilfsorganisation geholt, weil er der deutschen Sprache nicht 

mächtig sei. Von 2005 bis 2006/2007 sei er bei der Arbeitslosenkasse angemeldet 

gewesen und habe sich gemäss den entsprechenden Vorgaben beworben und die 

Kriterien für einen Bezug von Arbeitslosentaggeldern erfüllt. Belege könnten nach mehr 

als zehn Jahren nicht mehr angefordert werden. Etwa 2005 habe ihm das RAV einen 

dreimonatigen Bewerbungskurs und einen Abklärungskurs (__arbeiten) finanziert. Seit 

2007 lebe er vom Sozialamt; dieses habe die Übernahme von Kosten eines 

Deutschkurses verweigert. Vor etwa drei Jahren habe das Amt versucht, ihm eine 

Arbeitsstelle für leichte einfache (___-) Tätigkeiten im "B.___" zu vermitteln. Danach 

habe er sich beim Sozialamt immer wieder nach dieser Stelle erkundigt, habe aber 

jeweils die Auskunft erhalten, es sei keine Stelle frei. Er nehme an, er habe die 

Qualifikationen nicht erfüllt oder stelle aufgrund der Krankengeschichte einen 

Risikofaktor dar. Von Oktober 2012 bis Mai 2014 sei er - gemäss den beigelegten 

Arztzeugnissen - zu 50 % arbeitsunfähig geschrieben gewesen. Während dieser Zeit 

habe er gegenüber dem Sozialamt Arbeitsbemühungen vorweisen müssen. Er verfüge 

C.d. 

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über keine Bewerbungsunterlagen mehr, doch beim Sozialamt müssten sie noch 

vorhanden sein. Es habe ihn niemand einstellen wollen. Nach Mai 2014 sei er zu 100 % 

arbeitsunfähig geschrieben gewesen. Im Jahr 2018 habe er wegen eines 

Bandscheibenvorfalls operiert werden müssen und habe seither vermehrt 

Rückenschmerzen. Eine erneute Operation lehne er zurzeit ab. Seit 2004 habe er ohne 

Unterbruch psychologische Betreuung - samt verschiedensten Psychopharmaka-

Behandlungen - in Anspruch genommen, zuletzt in der Klinik M.___ (Dr. med. N.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; Psychologin O.___). Dort habe er seinen 

Überkonsum an Temesta (es habe Tage mit Einnahme von drei bis vier Tabletten 

gegeben) absetzen können. Wegen der Schmerzen seit der Operation 2018 sei ihm der 

Anreiseweg zu weit geworden. Aufgrund der Einnahme von Pregabalin sei er nicht 

mehr mobil gewesen. Auch die Benützung des öffentlichen Verkehrs von mehr als 

eineinhalb Stunden sei ihm nicht zumutbar. Seither suche er einen ___sprachigen 

Therapeuten in der Umgebung. Der Hausarzt habe nun das Pregabalin versuchsweise 

gestrichen. Wenn es möglich sei, werde er die Behandlung in der Klinik M.___ wieder 

aufnehmen. Seit 2005 verreise er einmal jährlich für zwei Wochen in seine Heimat. Es 

seien für ihn keine Ferienreisen, sondern er nehme die entsprechenden Schmerzen in 

Kauf, um seine kranken und betagten Familienangehörigen zu besuchen und seine 

Ehefrau zu begleiten. Er selbst ziehe sich am liebsten in seine vier Wände zurück.

Das Psychiatriezentrum P.___ (Dr. N.___, O.___) hatte inzwischen am 22. Juni 

2020 (IV-act. 203) berichtet, die letzte Konsultation des Versicherten sei am 

15. Oktober 2018 gewesen. Er habe wegen des langen Weges nicht in kürzeren 

Abständen in die Therapie kommen können. Diagnostisch hätten sich eine chronische 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren und eine leichte bis 

mittelgradige depressive Erkrankung gezeigt. Die depressiven Symptome hätten sich 

im Verlauf leicht zurückgebildet, die Schmerzsymptomatik nicht. 

C.e. 

Am 12. März 2021 ging das in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten der 

Medizinisches Gutachtenzentrum Region St. Gallen GmbH MGSG (fortan kurz MGSG, 

IV-act. 224) ein (Explorationen von November und Dezember 2020, IV-act. 224-35). Als 

Diagnosen lägen vor: (erstens) mässige Atlantodentalarthrose sowie Diskusbulging 

C3/4 und Nervenwurzelkompression C4 rechts, (zweitens) Lumbovertebralsyndrom bei 

Diskusbulging L3/4 mit Deviation der Nervenwurzel L3 rechts bei St. n. 

C.f. 

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mikrochirurgischer Teilhemilaminektomie L3/4 rechts und Diskushernienentfernung 

3/2018, (drittens) Chondropathie Grad III bis IV femoropatellär sowie fortgeschrittene 

Chondropathie des medialen und lateralen Kompartiments mit Degeneration des 

medialen Meniskus und leichter femoropatellärer Inkongruenz rechts, (viertens) 

Partialruptur der Supraspinatussehne mit deutlicher Insertionstendinose, Partialruptur 

der Subscapularissehne, Ruptur des Pulleys und Subluxation der langen Bicepssehne 

sowie Bursitis subacromialis rechts sowie (fünftens) rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig leichte Episode. - Ab der Begutachtung sei der Beschwerdeführer als ___ 

und ___ gesamthaft zu 25 % arbeitsfähig. Ab März 2018 habe im Rahmen der 

postoperativen Rehabilitation für maximal drei Monate eine volle Arbeitsunfähigkeit 

bestanden. Der Sachverhalt im vorangegangenen Zeitraum könne retrospektiv nicht 

beurteilt werden, weil die Diagnosen im Bereich der Hals- und der Lendenwirbelsäule 

sowie an der rechten Schulter erst bei der gegenwärtigen Begutachtung in dieser Form 

gestellt worden seien. - Angepasste Tätigkeiten (mit diversen, aufgeführten 

Adaptationskriterien) könnten dem Versicherten seit Februar 2006 - mit Ausnahme 

wiederum der postoperativen Phase - gesamthaft bei voller Stundenpräsenz zu 80 % 

zugemutet werden. - Bei Aufnahme einer regelmässigen psychiatrischen und 

psychotherapeutischen Behandlung möglichst bei einem Therapeuten oder einer 

Therapeutin aus dem eigenen Kulturkreis sei im günstigen Fall innerhalb eines Jahres 

medizin-theoretisch eine Besserung mit Leistungssteigerung auf eine Arbeitsfähigkeit 

von 90 % zu erwarten (IV-act. 224-42 f.).  

Der zuständige RAD-Arzt erklärte am 17. März 2021 (IV-act. 225), in adaptierter 

Tätigkeit bestehe eine Arbeitsfähigkeit von 90 %. Die Adaptationskriterien seien zu 

ergänzen (keine Arbeiten mit Vibration im rechten Arm oder im ganzen Körper, keine - 

auch nicht im Notfall - Tätigkeit mit einer Haltefunktion des rechten Arms, keine Nacht- 

oder Schichtarbeit).

C.g. 

Mit Vorbescheid vom 30. März 2021 (IV-act. 228) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle dem Versicherten eine Abweisung seines Gesuchs 

vom 16. September 2019 bei einem Invaliditätsgrad von 10 % (Valideneinkommen 

Fr. 67'767.--, Invalideneinkommen Fr. 60'990.--) in Aussicht. 

C.h. 

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Dr. C.___ legte in einem vom Versicherten mitunterzeichneten Schreiben vom 

9. April 2021 (IV-act. 229) dar, seit einem Jahr seien gesundheitliche 

Verschlechterungen eingetreten. Eine Röntgenuntersuchung des Knies vom 

"22. Dezember 2021" habe beim Versicherten eine lateral betonte Gonarthrose rechts 

gezeigt. Wegen der Lumboischialgie rechts sei der Versicherte im Zentrum für 

Neurochirurgie der K.___ in Behandlung, deren Berichte beigelegt würden. Es sei 

wegen einer Verschlechterung eine weitere Beurteilung vorgesehen. Neu klage der 

Versicherte auch über eine Sensibilitätsstörung im Bereich des rechten Daumens, 

weshalb eine neurologische Beurteilung durch Dr. I.___ vorgesehen sei. Die Änderung 

sei beim definitiven Entscheid zu berücksichtigen. Eingelegt wurden nochmals die 

Berichte vom 22. Januar 2020 (IV-act. 229-5, IV-act. 195-14) und vom 25. Oktober 

2019 (IV-act. 229-3 f., IV-act. 195-47 f.). - Der Versicherte wandte am 28. April 2021 

(IV-act. 230) gegen den Vorbescheid ein, seine gesundheitlichen Probleme ergäben 

einen Invaliditätsgrad von mehr als 10 %, denn das Arbeiten sei ihm nicht in 

entsprechendem Ausmass (sc. von 90 %) zumutbar. - Am 10. Juni 2021 (IV-act. 233) 

beantragte der Versicherte ergänzend, vom März 2018 bis Juni 2018 stehe ihm eine 

ganze Rente bei 100 % Invaliditätsgrad zu, im Übrigen nach einem Abzug von 25 % 

mindestens eine Viertelsrente bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 %. In der 

"Konsensberatung (internistisches Teilgutachten" [gemeint wohl: interdisziplinäres 

Gutachten]) sei eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % mit Einschränkungen begründet 

worden, unter denen der Pausenbedarf (wie gemäss dem neurologischen [richtig wohl: 

orthopädischen] Teil erforderlich, bei diesbezüglicher Arbeitsunfähigkeit von 10 %) 

nicht mehr explizit erwähnt worden sei. Dieser sei also zusätzlich zu berücksichtigen. 

Allein im psychiatrischen Teilgutachten sei ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % 

attestiert worden. Ausserdem stehe ihm ein Leidens- und Teilzeitabzug von 25 % zu, 

weil er etliche körperlichen Einschränkungen habe, die in die Konsensbeurteilung nicht 

eingeflossen seien. Einen angepassten Arbeitsplatz zu finden, werde für ihn schwierig 

sein, da der Konkurrenzdruck betreffend leichte Tätigkeiten sehr gross sei. Dass der 

RAD die Adaptationskriterien noch durch weitere Umstände ergänzt habe, reduziere 

seine Chancen noch weiter. Es frage sich, wer ihn einstellen sollte, wenn er wisse, dass 

er als Rechtshänder seinen rechten Arm - selbst im Notfall - nicht einsetzen könne. 

Darüber hinaus frage er sich, welche Arbeitsmöglichkeiten ihm überhaupt noch offen 

C.i. 

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D.

Gegen diese Verfügung richtet sich die Beschwerde vom 26. Juli 2021 (act. G 1). Der 

Beschwerdeführer beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und es sei 

ihm eine ganze, eventualiter eine Dreiviertels-, eine halbe oder eine Viertelsrente 

zuzusprechen, (sc. sub-) eventualiter sei die Sache zur Begründung und 

Neubeurteilung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen. Er wiederholt die Vorbringen aus dem Einwand. Es sei ihm aus 

neurologischer (richtig: orthopädischer) Sicht wegen eines vermehrten Pausenbedarfs 

eine Arbeitsunfähigkeit von 10 % zugestanden worden. In der Konsensbeurteilung mit 

einer Arbeitsunfähigkeit von 20 % sei dieser Bedarf nicht mehr ausdrücklich aufgeführt 

stünden. Zu möglichen Tätigkeitsfeldern hätten weder das Gutachten noch der RAD 

oder der Vorbescheid Stellung genommen.

Der RAD-Arzt erklärte am 21. Juni 2021 (IV-act. 234), die neu beklagten 

Beschwerden am Knie und an der Wirbelsäule seien bei der Begutachtung bereits 

bekannt gewesen. Selbst eine erhebliche Funktionseinschränkung am rechten Daumen 

würde an der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit (in angestammter oder adaptierter 

Arbeitsfähigkeit) nichts ändern.

C.j. 

Mit Verfügung vom 22. Juni 2021 (IV-act. 235) wies die Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle das Leistungsgesuch wie angekündigt ab. Ein zusätzlicher Leidensabzug sei 

nicht geschuldet (keine doppelte Berücksichtigung). Die Hürden für die Annahme von 

Unverwertbarkeit einer Restarbeitsfähigkeit seien gemäss der Bundesgerichtspraxis 

hoch. Dass keine Haltefunktionen möglich seien, bedeute nicht, dass der Versicherte 

den rechten Arm gar nicht mehr einsetzen könne. Konkret zumutbar wären ihm etwa 

die Kontrolle von Waren, Hilfsarbeiten in der Kleinmontage in Produktionsbetrieben 

usw. Solche Tätigkeiten könne er ohne Schichtbetrieb, ohne Vibrationen und ohne 

Überkopfarbeiten sowie sitzend ausüben, sie seien auch leicht. Dass er mit dem Auto 

zur Begutachtung gefahren sei, bedinge, dass er den rechten Arm mindestens als 

Zudienarm einsetzen könne (was auch die Mediziner nicht widerlegt hätten). 

Andernfalls wäre solches weder gestattet noch möglich und er wäre als Autofahrer eine 

Gefährdung, weil er in Notsituationen nicht regelkonform reagieren könnte. Dem 

Arztbericht von Dr. C.___ vom 9. April 2021 seien keine (sc. wohl neueren) 

spezialärztlichen Berichte beigelegt worden.

C.k. 

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worden. Allein im psychiatrischen Teilgutachten sei ihm eine Arbeitsunfähigkeit von 

20 % attestiert worden. Ausserdem stehe ihm ein Leidens- und Teilzeitabzug von 25 % 

zu. Des Weiteren würden an einen möglichen Arbeitsplatz sehr viele Bedingungen 

gestellt, was seine Aussichten im Vergleich zu einem anderen Konkurrenten auf dem 

Arbeitsmarkt massiv einschränke. Sein Arbeitgeber und sein Arbeitsumfeld müssten 

also äusserst flexibel und angenehm sein und sein Arbeitsplatz an die Beschwerden 

angepasst. Einen solchen Arbeitsplatz zu finden, werde für ihn schwierig sein, da der 

Konkurrenzdruck im Segment leichter Tätigkeiten sehr gross sei. Ferner habe der RAD 

die Adaptationskriterien noch durch weitere Umstände ergänzt. Das reduziere seine 

Chancen noch mehr, als das von den Gutachtern berücksichtigt worden sei. Dass er 

Autofahren könne und seinen Arm als Zudienarm benutze, wie die 

Beschwerdegegnerin darlege, treffe zu, bedeute aber nicht, dass er seinen Arm bzw. 

die Finger für die Verrichtung von Arbeiten dauerhaft einsetzen könne, wo Feinmotorik 

und/oder Schnelligkeit benötigt würden. Er habe sein Fahrzeug auf seine Behinderung 

angepasst. Ausserdem sei es ein Unterschied, ob man gelegentlich ein 

behinderungsgerechtes Auto mit entsprechender Entlastung des Arms fahre oder ob 

man stundenlang den Arm und die Finger bei der Arbeit feinmotorisch und dauerhaft 

mit entsprechender Schnelligkeit einzusetzen habe. Wenn ihm die 

Beschwerdegegnerin tatsächlich auch noch den Führerschein zu entziehen drohe, 

frage er sich, wie er bei diesfalls noch auf den nahen Umkreis eingeschränktem Radius 

eine Arbeit finden sollte. Die Einschränkungen betreffend die Vibrationen, den Umgang 

mit schweren Gewichten und die Haltung sowie die erforderliche Rücksichtnahme 

eines Arbeitgebers minimiere seine Chancen, überhaupt nur schon an ein 

Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Darüber hinaus frage er sich, welche 

Arbeitsmöglichkeiten ihm überhaupt noch offen stünden. Zu möglichen 

Tätigkeitsfeldern hätten weder das Gutachten noch der RAD oder die 

Beschwerdegegnerin im Vorbescheid Stellung genommen. Statt dass er seine 

Arbeitszeiten flexibel anbieten könnte, habe, da er auch keine - im Tieflohnsegment 

überall erforderliche - Schichtarbeit leisten könne, sein (sc. potenzieller) Arbeitgeber mit 

ihm flexibel zu sein und ihm zusätzlich Pausen zu gewähren. Seine Chancen auf dem 

sehr eingeschränkten Arbeitsmarkt seien sehr schlecht. Daher sei ihm der 

Maximalabzug zuzubilligen. Sein Gesundheitszustand habe sich weiter verschlechtert. 

Auch der Gutachter der Orthopädie habe festgehalten, die Prognose sei schlecht.

E.

Am 20. August 2021 (act. G 3, Ergänzung act. G 4) hat der Beschwerdeführer ein 

Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den 

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Gerichtskosten) gestellt. Diesem ist am 19. Oktober 2021 (act. G 7) entsprochen 

worden. 

F.

In ihrer zwischenzeitlich erstatteten Beschwerdeantwort vom 13. Oktober 2021 

(act. G 6) beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde. Dass die 

Arbeitsfähigkeit von 90 % in angepasster Tätigkeit unzutreffend sei, weil der 

Pausenbedarf nicht berücksichtigt worden sei, sei nicht korrekt. Gemäss dem voll 

beweiskräftigen MGSG-Gutachten vom 22. Januar 2021 (sc. Datum des 

orthopädischen Teils) sei seit der Verfügung vom 14. Juni 2012 eine Verschlechterung 

eingetreten und der Beschwerdeführer nach einer dreimonatigen postoperativen Phase 

ohne Arbeitsfähigkeit ab Juli 2018 in einer leidensadaptierten Tätigkeit bei voller 

Stundenpräsenz zu 90 % arbeitsfähig. Der RAD habe am 17. März 2021 Ergänzungen 

der Adaptationskriterien gemacht. Die von Dr. C.___ nach dem Gutachten - am 9. April 

2021 - eingereichten Berichte vermöchten am Begutachtungsergebnis nichts zu 

ändern, wie der RAD festgehalten habe. Mit dem Belastungsprofil seien für den 

Beschwerdeführer etwa leichtere Maschinenbedienungs-, Kontroll-, Sortier- und 

Prüfarbeiten geeignet. Auch bei faktischer Einhändigkeit oder Beschränkung der 

dominanten Hand auf Zudienfunktionen habe die Rechtsprechung zwar eine erheblich 

erschwerte Verwertbarkeit, aber gleichwohl einen hinreichend grossen Arbeitsmarkt mit 

realistischen Betätigungsmöglichkeiten angenommen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 

28. April 2010, 8C_1050/2009 E. 3.4). Der ausgeglichene Arbeitsmarkt kenne Stellen, 

die das erwähnte medizinische Anforderungsprofil des Beschwerdeführers erfüllten. 

Die Restarbeitsfähigkeit sei verwertbar. Ein Abzug vom Tabellenlohn sei nicht 

anzubringen. Sollte das Gericht anderer Auffassung sein, sei ein Abzug von maximal 

10 % gerechtfertigt. Damit würde ein Invaliditätsgrad von 19 % resultieren.

G.

Mit Replik vom 11. November 2021 (act. G 9) bringt der Beschwerdeführer vor, bei dem 

Bundesgerichtsurteil betreffend Nischenarbeitsplätze (Bundesgerichtsurteil vom 

29. August 2007, 9C_95/2007) sei es um einen Versicherten mit einem Invaliditätsgrad 

von 51 % gegangen, um einen Versicherten also, der als anerkannter IV-Bezüger auf 

dem Arbeitsmarkt sei und als solcher - im Unterschied zu ihm selber, der einen 

Invaliditätsgrad von 10 % habe und somit kein als Behinderter geltender Versicherter 

sei - Zugang zu solchen Nischenarbeitsplätzen habe. Hier habe, wer den Eintritt in die 

IV bzw. die Zusprache einer Teilrente geschafft habe, einen Vorteil. Bei den von der 

Beschwerdegegnerin genannten Tätigkeiten müsste er den linken Arm bzw. die Finger 

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dauerhaft einsetzen, da er doch Rechtshänder sei und den rechten Arm bzw. die Finger 

rechts nicht einsetzen könne. Sein rechter Daumen sei zusätzlich 

funktionseingeschränkt. Es müssten sämtliche Arbeitsgeräte auf seine Behinderung 

angepasst oder ergänzt werden. Das werde ein Arbeitgeber wohl kaum tun. Der 

Arbeitgeber eines Nischenarbeitsplatzes würde eher (als ihn) einen bereits finanziell von 

der Invalidenversicherung getragenen Arbeitnehmer einstellen, womit er 

Lohneinsparungen machen und an Billigarbeitskräfte gelangen könne, da doch der 

Rest des Lohnanspruchs durch die IV und die Ergänzungsleistungen getragen werde. 

Dem betroffenen Versicherten im Bundesgerichtsurteil 8C_1050/2009 sei einzig für 

seine Arm-Behinderung ein Invaliditätsgrad von 43 % zuerkannt worden. Bei 

Versicherten, die ihre dominante Hand gesundheitlich nur sehr eingeschränkt, etwa als 

Zudienhand, einsetzten könnten, habe die Praxis verschiedentlich einen Abzug von 20 

oder gar 25 % als angemessen betrachtet (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 23. März 

2009, 8C_971/2008 E. 4.2.6.2 mit Hinweisen). Er selber habe aber zusätzlich noch 

weitere körperliche Einschränkungen. Zudem spreche er schlecht Deutsch.

H.

Die Beschwerdegegnerin hat am 17. November 2021 (act. G 11) auf die Erstattung 

einer Duplik verzichtet.

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 22. Juni 2021, mit welcher die Beschwerdegegnerin 

einen mit einer Neuanmeldung vom September 2019 (nach einer Leistungsablehnung 

mit Verfügung vom 14. Juni 2012 und einem Nichteintreten auf ein weiteres Gesuch 

vom September 2013 am 5. Dezember 2013) gestellten Anspruch des 

Beschwerdeführers auf eine Rente abgelehnt hat. Der Beschwerdeführer beantragt im 

Hauptantrag die Zusprache einer ganzen Rente. Streitgegenstand bildet demnach der 

allfällige Rentenanspruch. - Berufliche Massnahmen hatte die Beschwerdegegnerin am 

1. April 2020 abgelehnt, weil sie damals aufgrund des Gesundheitszustands nicht 

möglich gewesen seien. Ergäbe sich, dass ohne Eingliederungsmassnahmen ein 

Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum Streitgegenstand notwendigerweise 

auch die Frage, ob die Beschwerdegegnerin den Grundsatz "Eingliederung vor Rente" 

beachtet und eine allfällige Pflicht des Beschwerdeführers zu Massnahmen 

ausreichend in Anspruch genommen habe.  

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/27

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2.  

3.  

Nach Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG, 

SR 831.20; in der vorliegend anwendbaren, bis 31. Dezember 2021 in Kraft gewesenen 

Fassung, vgl. BGE 132 V 215 E.3.1.1.) besteht der Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 

von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertelsrente.

2.1. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG, SR 830.1). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der 

gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 

zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG; 

vgl. schon BGE 102 V 165). - Sämtliche psychischen Erkrankungen - darunter auch 

Abhängigkeitssyndrome, vgl. BGE 145 V 215 E. 6.2 - sind nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) grundsätzlich (bei 

Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) einem strukturierten Beweisverfahren 

nach BGE 141 V 281 zu unterziehen. Die funktionellen Folgen der 

Gesundheitsschädigung sind danach qualitativ zu erfassen und quantitativ 

einzuschätzen. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind in der 

Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, die in zwei Kategorien systematisiert 

werden, nämlich einerseits in der Kategorie des funktionellen Schweregrads und 

anderseits in jener der Konsistenz. 

2.2. 

Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers sind im 

November/Dezember 2020 polydisziplinär begutachtet worden (jeweils unter Beizug 

von Dolmetschern). Es erfolgte ausserdem am 23. und 24. Januar 2021 eine Evaluation 

der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL).

3.1. 

Bei der orthopädischen Begutachtung beklagte der Beschwerdeführer lumbale 

Schmerzen und Schmerzen in beiden Kniegelenken (vgl. IV-act. 224-7). Der Experte 

der Orthopädie nahm den Befund - einschliesslich diverser Röntgenaufnahmen (vgl. IV-

act. 224-12) - auf (vgl. IV-act. 224-10 f.) und veranlasste eine EFL (vgl. IV-act. 224-5 

und IV-act. 224-13 bis 27), über welche berichtet wurde, der Beschwerdeführer habe 

3.1.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/27

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lumbale Schmerzen, zunehmend beim Sitzen nach 15 Minuten, längerem Gehen und 

nach Bewegen, sowie Mühe, sich zu bücken, angegeben, ausserdem Schmerzen in der 

rechten Schulter beim Hochheben des Arms und bei Kraftanwendung, 

Nackenschmerzen beim Liegen und Schmerzen im rechten Knie nach ca. 15 Minuten 

Gehens und beim Beugen. Es wurde festgehalten, dass keine Atrophie der 

Schultergürtel-, Arm- und Handmuskeln festzustellen gewesen sei (vgl. IV-

act. 224-14 f.). Leichte, wechselbelastende Arbeit sei zumutbar. Sitzen und an Ort 

Stehen sei manchmal möglich. Der Beschwerdeführer limitiere sich beim Stehen und 

Gehen selbst (vgl. IV-act. 224-17). Es liege eine mässige Symptomausweitung vor (vgl. 

IV-act. 224-16). Einschränkungen bestünden aus funktioneller Sicht beim Arbeiten in 

vorgeneigter Haltung, beim Hantieren mit Gewichten, bei Arbeiten über Kopfhöhe und 

bei körperfernem Arbeiten rechts, mässige Einschränkungen bestünden bei Knie-

belastenden Funktionen (vgl. IV-act. 224-16). - Bei der klinischen orthopädischen 

Untersuchung (vom 16. Dezember 2020) seien objektive Befunde im Bereich der 

Halswirbelsäule und der rechten Schulter aufgefallen, worauf sich bei MRI-

Untersuchungen (vom 23. und vom 28. Dezember 2020, IV-act. 224-35 und IV-

act. 224-12 f.) diverse Befunde gezeigt hätten, die zu einer Einschränkung der 

körperlichen Leistungsfähigkeit führten (vgl. IV-act. 224-27 f.). In der körperlich leichten 

bis mittelschweren, primär im Stehen und Gehen, mit häufig inklinierter Körperhaltung 

und nicht selten Arbeiten über der Horizontalen auszuübenden Arbeit als ___ und ___ 

sei der Beschwerdeführer (abgesehen von der postoperativen Phase) zu 25 % 

arbeitsfähig. In einer (umschriebenen) angepassten Tätigkeit sei er (abgesehen von der 

postoperativen Phase) seit jeher bei voller Stundenpräsenz zu 90 % arbeitsfähig. Die 

10 % Arbeitsunfähigkeit seien in einem vermehrten Pausenbedarf begründet (vgl. IV-

act. 224-32).

Bei der internistischen Begutachtung beklagte der Beschwerdeführer keine 

entsprechenden Beschwerden (vgl. IV-act. 224-53). Der Experte der Inneren Medizin 

erhob den Befund (vgl. IV-act. 224-55) und stellte kein Leiden von Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit fest (vgl. IV-act. 224-56).

3.1.2. 

Anlässlich der neurologischen Begutachtung beklagte der Beschwerdeführer 

Schmerzen im unteren Rückenbereich beim Stehen sowie beim Sitzen je nach Position. 

Er fühle sich deswegen häufig müde und wie betäubt (vgl. IV-act. 224-84). Einfache 

Kommunikation auf Deutsch sei möglich gewesen (vgl. IV-act. 224-87). Der Experte der 

Neurologie erhob den Befund einschliesslich einer elektrophysiologischen 

Untersuchung, einer Elektroneurographie und einer Elektromyographie (vgl. IV-

act. 224-87 f.). Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob er nicht. Ohne 

3.1.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/27

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Auswirkung darauf seien (verkürzt wiedergegeben) ein rein sensibles residuelles 

Ausfallssyndrom L4/L5 rechts bei Status nach Wurzelkompressionssyndrom L4 und L5 

rechts und chronifizierte postoperative Brachialgien rechts (vgl. IV-act. 224-89). Die 

Operation (vom 22. März 2018) habe die Kompression und die Ursache der 

neurologischen Ausfallsymptomatik beseitigen können. Die Schmerzsymptomatik im 

Bereich des rechten Arms und der rechten Schulter könne neurologisch nicht erklärt 

werden. Die subjektive Kraftminderung im rechten Arm lasse sich unter diesem Aspekt 

nicht objektivieren. Eine neurologische Ausfallssymptomatik finde sich an Arm und 

Schulter rechts nicht. Von März bis Mai 2018 habe volle Arbeitsunfähigkeit vorgelegen. 

Seit Juni 2018 sei der Beschwerdeführer (auch) als ___arbeiter voll arbeitsfähig (vgl. IV-

act. 224-90).

Bei der psychiatrischen Begutachtung gab der Beschwerdeführer an, die 

Arbeitsunfähigkeit, die Schmerzen und die Auseinandersetzungen mit Versicherungen 

belasteten ihn. Er leide an schmerzbedingten Einschränkungen. Psychisch sei er nicht 

krank und befinde sich seit 2018 nicht mehr in psychiatrischer Behandlung. Unter 

Psychopharmaka sei es ihm jeweils schlechter gegangen, weshalb er sie abgesetzt 

habe (vgl. IV-act. 224-105). Der Experte der Psychiatrie erhob den Befund (vgl. IV-

act. 224-111) einschliesslich des Einsatzes von testpsychologischen 

Zusatzuntersuchungen (vgl. IV-act. 224-111 bis 113). Er legte dar, der 

Beschwerdeführer habe ab spätestens 2006 eine rezidivierende depressive Störung mit 

leichten bis mittelgradigen Episoden entwickelt (vgl. IV-act. 224-120). Als Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhob der Gutachter eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig leichte Episode (vgl. IV-act. 224-113). Ein sekundärer 

Krankheitsgewinn sei wahrscheinlich; eine Aggravation könne nicht sicher 

ausgeschlossen werden (vgl. IV-act. 224-116). Der Beschwerdeführer vermöge unter 

psychiatrischem Aspekt vollzeitlich zu arbeiten. In der angestammten Tätigkeit sei seit 

spätestens Februar 2006 (dem ersten belastbaren psychiatrischen Befund) eine 

Leistungseinschränkung um 30 % anzunehmen (vgl. IV-act. 224-121). In 

(umschriebenen) adaptierten Tätigkeiten sei eine Leistungseinschränkung von 20 % 

anzunehmen (vgl. IV-act. 224-121 f.). Es könne davon ausgegangen werden, dass 

spätestens ab Anfang 2020 eine relevante depressive Symptomatik erhoben werden 

könne, zurzeit im Sinn einer leichten Episode (vgl. IV-act. 224-123).

3.1.4. 

Interdisziplinär wurde im Gutachten geschlossen, in der bisherigen Tätigkeit sei 

der Beschwerdeführer (abgesehen von der postoperativen Phase) zu 75 %, in einer 

adaptierten Tätigkeit zu 20 % arbeitsunfähig (vgl. IV-act. 224-43). - Was die 

Retrospektive betrifft, wurde im Zusammenhang mit der Beschreibung der 

3.1.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/27

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Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit festgehalten, der Zeitraum vor der Operation 

vom März 2018 könne nicht beurteilt werden, weil die entsprechenden Diagnosen erst 

bei der Begutachtung in dieser Form gestellt worden seien (vgl. IV-act. 224-46). Die 

orthopädischen Diagnosen seien anlässlich der MGSG-Begutachtung gestellt worden 

(vgl. IV-act. 224-45). Neurologisch sei die Veränderung des Gesundheitszustands ab 

März 2018 eingetreten (vgl. IV-act. 224-45). Unter psychiatrischem Aspekt wurde 

darauf hingewiesen, dass zwischen dem Gutachten von 2012 und dem Arztbericht vom 

22. Juni 2020 eine Lücke von acht Jahren klaffe, für welche keine psychiatrischen 

Befunde vorhanden seien. Mit grosser Wahrscheinlichkeit sei aber davon auszugehen, 

dass der Beschwerdeführer in der meisten Zeit ab Februar 2006 an einer klinisch 

relevanten depressiven Störung mit leichten bis mittelgradigen Episoden gelitten habe 

(vgl. IV-act. 224-45). 

Es zeigt sich, dass das Ergebnis der Begutachtung in Kenntnis der Vorakten, nach 

Erfragen der geklagten Beschwerden und Aufnahme der weiteren Anamnese sowie 

nach Erhebung der Befunde abgegeben wurde. Die medizinische Abklärung erscheint 

umfassend. In psychiatrischer Hinsicht sind namentlich die relevanten 

Standardindikatoren berücksichtigt und bewertet worden.

3.2. 

Der Beschwerdeführer beanstandet, in der Konsensbeurteilung sei der in einer 

(richtig: der orthopädischen) Teilbegutachtung erhobene Bedarf an Pausen zu Unrecht 

nicht mehr berücksichtigt worden. Hierauf gibt es indessen keinen relevanten Hinweis. 

Vielmehr ist davon auszugehen, dass alle massgeblichen gesundheitlichen Aspekte 

(namentlich die rein psychiatrisch angenommene Arbeitsunfähigkeit von 20 % ebenso 

wie die orthopädisch attestierte Reduktion der quantitativen Arbeitsfähigkeit um 10 % 

in Form eines vermehrten Pausenbedarfs) in das Ergebnis der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 80 % eingeflossen sind. Denn es geht bei 

einer solchen Gesamtbeurteilung nicht darum, einzelne Arbeitsunfähigkeitsatteste 

zusammenzurechnen, sondern der Arbeitsunfähigkeitsgrad ist das Ergebnis der von 

den Gutachtern gemeinsam im polydisziplinären Zusammenwirken gefundenen 

Gesamteinschätzung.

3.3. 

Des Weiteren bringt der Beschwerdeführer vor, er könne den Arm und die Finger 

nicht dauerhaft feinmotorisch und genügend schnell einsetzen. Bei der MGSG-Begut­

achtung sind allerdings nicht nur die Arme, sondern auch die Hände untersucht 

worden, wurde doch beim klinisch-orthopädischen Befund etwa darauf hingewiesen, 

dass die Handgelenke beidseits unauffällig gewesen seien (vgl. IV-act. 224-11). Die 

entsprechenden funktionellen Beeinträchtigungen von Schulter, Arm und Hand aber 

wurden (ebenso wie diejenigen der Knie) bei der Begutachtung berücksichtigt. 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/27

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4.  

Insbesondere konnte hierzu den entsprechenden Feststellungen aus der eigens 

veranlassten EFL Rechnung getragen werden (vgl. IV-act. 224-23 bis 25).

Zusammenfassend ergibt sich, dass auf das Begutachtungsergebnis des MGSG 

(für den damaligen Zeitpunkt und die Retrospektive) abgestellt werden kann. Die 

Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet worden. In einer adaptierten 

Tätigkeit besteht somit eine Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers von 80 % (und 

nicht von 90 %, wie in der angefochtenen Verfügung angenommen; 90 % lassen sich 

gemäss dem Gutachten hingegen allenfalls innerhalb eines Jahres erreichen).

3.5. 

Was die erwerblichen Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung betrifft, wird 

nach Art. 16 ATSG (vgl. Art. 28a Abs. 1 Satz 1 IVG) für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrads das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). - Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, 

was die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 

überwiegend wahrscheinlich als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der 

Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da es der Erfahrung 

entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden 

wäre (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 6. Oktober 2020, 9C_316/2020 E. 3.1, und vom 

22. August 2019, 9C_868/2018 E. 3.1, BGE 139 V 28 E. 3.3.2, BGE 129 V 222). - 

Gemäss der Arbeitgeberbescheinigung vom __. April 2005 hat der Beschwerdeführer 

im letzten Jahr der dortigen Anstellung ab Januar 2004 monatlich Fr. 4'430.-- zuzüglich 

Nachtzulagen von durchschnittlich Fr. 192.50 verdient, woraus sich ein Jahresbetrag 

von Fr. 60'093.-- errechnen lässt. Das Einkommen während der gesamten Zeit von 

Oktober 2000 bis Oktober 2004 wies gemäss IK-Auszug erhebliche Schwankungen 

(vgl. dazu Bundesgerichtsurteil vom 24. April 2019, 9C_14/2019 E. 2.2.2) auf. Im 

Durchschnitt lag der Verdienst des Beschwerdeführers (bei Umrechnung aufs Jahr, 

ohne jeweilige Aufwertung: Fr. 50'973.--) unter dem statistischen 

Durchschnittseinkommen von Männern für einfache und repetitive Tätigkeiten des 

Anforderungsniveaus 4 von im Jahr 2004 Fr. 57'258.-- (vgl. Anhang 2 der Textausgabe 

Invalidenversicherung, Allgemeiner Teil des Sozialversicherungsrechts, Gesetze und 

Verordnungen, 2008, herausgegeben von der Informationsstelle AHV/IV, S. 204, 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/27

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basierend auf der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung LSE des Bundesamtes für 

Statistik). Die Anstellung ist ihm gekündigt worden. Es rechtfertigt sich bei diesen 

Gegebenheiten, für sein Valideneinkommen auf statistische Einkommen abzustellen, 

wie es die Beschwerdegegnerin getan hat.

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär 

von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person 

konkret steht. Übt sie keine Erwerbstätigkeit mehr aus, sind hierfür statistische Werte 

beizuziehen (vgl. BGE 129 V 472 E. 4.2.1, vgl. etwa auch Bundesgerichtsurteil vom 

28. August 2019, 8C_352/2019 E. 3). - Nach Eintritt der (nach der Kündigung) ab 

29. Juli 2004 attestierten Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit (bzw. ab 

1. Dezember 2004, vgl. IV-act. 8-1) hat der Beschwerdeführer nach der Aktenlage keine 

andere Arbeitsstelle mehr angetreten (obwohl er gemäss den älteren Gutachten zu 

100 % bzw. gemäss Dr. C.___ immerhin von Oktober 2012 bis August 2014 zu 50 %, 

vgl. IV-act. 207-2 und 209-1 f., arbeitsfähig war), weshalb auch für die Bemessung des 

Invalideneinkommens die Tabellenlöhne heranzuziehen sind, sofern die Arbeitsfähigkeit 

des Beschwerdeführers zudem verwertbar ist.    

4.2. 

Die Verwertbarkeit seiner Arbeitsfähigkeit stellt der Beschwerdeführer allerdings in 

Frage.

4.3. 

Hierzu ist zunächst festzuhalten, dass bei der Invaliditätsbemessung - wie in 

Art. 16 ATSG angeordnet - eine ausgeglichene Arbeitsmarktlage angenommen wird. Es 

kommt nicht darauf an, ob eine invalide Person unter den konkreten 

Arbeitsmarktverhältnissen tatsächlich an eine Stelle vermittelt werden kann, sondern 

einzig darauf, ob und in welchem Rahmen sie die ihr verbliebene Arbeitskraft noch 

wirtschaftlich nutzen könnte, wenn die verfügbaren Arbeitsplätze dem Angebot an 

Arbeitskräften entsprächen (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 4. Mai 2018, 9C_294/2017 

E. 5.4.2., AHI 1998 S. 287 E. 3b). Der massgebliche theoretische und abstrakte 

ausgeglichene Markt (vgl. BGE 134 V 64, BGE 129 V 480 E. 4.2.2) hat rein 

hypothetischen Charakter und dient ausserdem dazu, die Risiken von Arbeitslosigkeit 

und Invalidität voneinander abzugrenzen (vgl. BGE 141 V 351 E. 5.2, 

Bundesgerichtsurteil vom 23. September 2014, 9C_192/2014 E. 3.1; BGE 110 V 276 

E. 4b). Was die verlangten beruflichen und intellektuellen Voraussetzungen wie auch 

den körperlichen Einsatz angeht, weist er einen Fächer verschiedenster Tätigkeiten auf 

(vgl. Bundesgerichtsurteile vom 5. November 2018, 9C_304/2018 E. 5.1.1, und vom 

10. April 2019, 8C_811/2018 E. 4.4.1). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

umfasst er selbst sogenannte Nischenarbeitsplätze, also Stellen- und Arbeitsangebote, 

4.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/27

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bei welchen gesundheitlich Beeinträchtigte mit einem sozialen Entgegenkommen von 

Seiten des Arbeitgebers rechnen können (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 18. Dezember 

2019, 9C_693/2019 E. 5.1.3, und vom 28. November 2014, 9C_485/2014). 

Realitätsfremde Einsatzmöglichkeiten dürfen bei der Invaliditätsbemessung aber nicht 

berücksichtigt werden (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 6. Mai 2020, 8C_30/2020 E. 5.3, 

und vom 25. September 2018, 8C_290/2018 E. 5.4, ZAK 1991 S. 318 E. 3b).

Im Gutachten wurden verschiedene Kriterien umschrieben, denen ein für den 

Beschwerdeführer adaptierter Arbeitsplatz zu entsprechen hat. Danach soll es sich um 

Arbeiten ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne Stressbelastung, ohne erforderliche 

geistige Flexibilität und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung handeln. Die Arbeit 

sollte in wohlwollender zwischenmenschlicher Umgebung mit der Möglichkeit des 

Austausches in einem Team stattfinden und handlungsorientiert sein. In Frage kommen 

danach ausserdem körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeiten, die abwechselnd 

im Sitzen und im Stehen ausgeübt werden und kein häufiges Gehen (insbesondere 

nicht auf Treppen, Leitern und schrägen Ebenen), keine Positionen häufig im Knien, 

keine häufigen inklinierten, reklinierten und rotierten Körperhaltungen und keine 

häufigen Arbeiten über der Horizontalen erfordern (vgl. IV-act. 224-47). Das sind, wie 

der Beschwerdeführer geltend macht, etliche Voraussetzungen, die zusammenfallen. 

Auch wenn das Spektrum der ihm offen stehenden Möglichkeiten auf dem 

hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt durch sie eingeschränkt ist, sind die 

Einschränkungen jedoch angesichts der Vielfalt der auf einem massgeblichen 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (wie oben beschrieben) anzunehmenden Stellenangebote 

nicht als so einengend zu betrachten, dass geradezu von einer Unverwertbarkeit der 

Arbeitsfähigkeit auszugehen wäre (vgl. dazu auch Bundesgerichtsurteil vom 17. 

Dezember 2021, 8C_202/2021 E. 5.3). Der Beschwerdeführer hat im Übrigen vor der 

oben erwähnten letzten Anstellung schon anderweitige Arbeitsverhältnisse gehabt (vgl. 

IV-act. 224-9, IV-act. 189). Er hat ausserdem (bei Verfügungserlass) noch rund zwölf 

Jahre Aktivitätsdauer vor sich und seine Arbeitsfähigkeit beträgt bei Berücksichtigung 

aller Aspekte seiner Gesundheitsschädigungen quantitativ immer noch 80 % (bei voller 

zumutbarer zeitlicher Präsenz). Dass er schon lange Zeit vom Arbeitsmarkt abwesend 

war, vermag an der festzustellenden Verwertbarkeit nichts zu ändern. Als geeignete 

Arbeitsmöglichkeiten benennt die Beschwerdegegnerin Tätigkeiten in der Kontrolle von 

Waren oder Hilfsarbeiten in der Kleinmontage in Produktionsbetrieben.

4.3.2. 

Der RAD-Arzt weitete nachträglich die genannten gutachterlich festgehaltenen 

Kriterien einer zumutbaren Arbeit am 17. März 2021 insofern noch aus, als er einen 

geregelten Tagesablauf ohne Nacht- und Schichtarbeit empfahl. Er ergänzte 

4.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/27

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ausserdem, Arbeiten mit Vibration im rechten Arm oder im ganzen Körper sollten 

unterbleiben. Von dieser Ergänzung ist keine wesentlich einschränkende Wirkung auf 

die Verwertbarkeit auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu erwarten. Der RAD-Arzt 

hielt allerdings schliesslich fest, Tätigkeiten mit einer Haltefunktion des rechten Arms 

seien dem Beschwerdeführer - selbst im Notfall - nicht möglich. Diesbezüglich ist 

darauf hinzuweisen, dass bei der EFL wie erwähnt auch die Funktionen des rechten 

Arm eingehend geprüft wurden. Dabei wurde detailliert festgehalten, die maximal 

zumutbaren Gewichte unter Voraussetzung eines ergonomischen Griffs und 

ergonomischer Haltung seien beim Heben vom Boden 7.5 kg, bis Kopfhöhe 5 kg, 

horizontal 10 kg, Tragen vorne 12.5 kg, einhändiges Tragen rechts 7.5 kg und links 

10 kg. Selten möglich seien Arbeiten über Schulterhöhe, körperfernes Arbeiten, 

Arbeiten in vorgeneigter Haltung, Knien, wiederholtes Kniebeugen und Rotieren im 

Sitzen (vgl. IV-act. 224-17). Diese Adaptationskriterien erscheinen angesichts der 

konkreten Abklärung stichhaltig und (bezüglich der Funktionen von Schulter, Arm und 

Hand) nicht ergänzungsbedürftig. Bei der EFL wurde dem Beschwerdeführer im 

Übrigen Arbeitssuche angeraten, eventuell seien berufliche Massnahmen zu empfehlen 

(vgl. IV-act. 224-17). - Es bleibt damit dabei, dass eine Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit auf dem massgeblichen Arbeitsmarkt anzunehmen ist.

Für das Valideneinkommen und als Ausgangswert für die Bestimmung des 

Invalideneinkommens sind somit gleichermassen die Tabellenlöhne zu verwenden. Das 

Einkommen welchen (gleichen) Jahres einzusetzen ist, ist demnach nicht relevant. Der 

Invaliditätsgrad entspricht unter solchen Verhältnissen dem Grad der Arbeitsunfähigkeit 

unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs (zur Ermittlung des 

Invalideneinkommens) gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Bundesgerichtsurteile vom 26. 

September 2019, 8C_536/2019 E. 5.2.1, vom 9. Mai 2016, 8C_934/2015 E. 2.1, und 

vom 20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2). 

4.4. 

Der Beschwerdeführer beansprucht den Maximalabzug vom Tabellenlohn von 

25 %. - Bestehen im Einzelfall Anhaltspunkte dafür, dass die versicherte Person ihre 

gesundheitlich zumutbare verbleibende (Rest-) Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen 

Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann, ist 

ein Abzug von den Tabellenlöhnen zu machen. Bei der Bestimmung der Höhe des 

Abzuges ist der Einfluss aller in Betracht fallenden Merkmale auf das 

Invalideneinkommen unter Würdigung der Umstände im Einzelfall gesamthaft zu 

schätzen und insgesamt auf höchstens 25 % des Tabellenlohnes zu begrenzen (vgl. 

BGE 134 V 322 E. 5.2 und BGE 126 V 75). - Ein Abzug wegen nicht mehr zumutbarer 

körperlich schwerer Arbeit fällt, da der Tabellenlohn (des oben genannten 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/27

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Anforderungsniveaus 4 bzw. seit 2012 des entsprechenden Kompetenzniveaus 1) 

bereits eine Vielzahl von leichten und mittelschweren Tätigkeiten umfasst, nicht in 

Betracht (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 24. Mai 2018, 8C_884/2017 E. 4.2). - Dem 

Bedarf des Beschwerdeführers nach längeren, betriebsunüblichen Pausen ist bereits 

durch die insgesamt auf 80 % reduzierte Leistungsfähigkeit bei einer ganztägigen 

Präsenzzeit Rechnung getragen worden. Würde dies zusätzlich beim leidensbedingten 

Abzug berücksichtigt, käme das einer doppelten Anrechnung desselben 

Gesichtspunkts gleich (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 30. September 2019, 

8C_219/2019 E. 5.2). - Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, er 

vermöge den rechten Arm nicht mehr (bzw. lediglich noch als Zudienarm) einzusetzen. 

Die trotz Einschränkung noch mögliche Funktion des rechten Arms ist allerdings im 

MGSG-Gutachten wie oben dargelegt umschrieben worden, worauf abzustellen ist. 

Selbst bei funktioneller Einarmigkeit oder Einhändigkeit von versicherten Personen sind 

im Übrigen in der Rechtsprechung auch schon Abzüge von 15 % oder von 10 % 

unbeanstandet geblieben bzw. als angemessen betrachtet worden (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 30. Oktober 2019, 8C_587/2019 E. 7.3). Schlechte 

Sprachkenntnisse, wie sie der Beschwerdeführer erwähnt, sind 

rechtsprechungsgemäss nicht abzugsrelevant, da Arbeiten des Kompetenzniveaus 1, 

von welchen bei der Bemessung seines Invalideneinkommens wie dargelegt 

ausgegangen wird, keine guten Sprachkenntnisse erfordern (vgl. Bundesgerichtsurteile 

vom 18. April 2019, 8C_687/2018 E. 5.3 und vom 10. September 2019, 8C_314/2019 

E. 6.2). Infolge des Zusammenfallens der diversen genannten Adaptationskriterien 

körperlicher und psychiatrischer Art sowie des Wegfalls der Flexibilität bei der 

Arbeitszeit (wobei es nach der Aktenlage trotz Schichtarbeit jedenfalls nicht in mehr als 

zwei Jahren - 2001 tatsächlich und 2004 hypothetisch nach Umrechnung auf ein 

ganzes Jahr - zu einem überdurchschnittlichen Einkommen gekommen ist) fällt ein 

Abzug von höchstens 10 % in Betracht. Ein Anspruch auf einen mehr als 10 % 

ausmachenden Abzug erscheint bei den vorliegenden Gegebenheiten dagegen nicht 

ausgewiesen. Selbst mit dem genannten Abzug ergibt sich aber ein 

rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 28 % (1- [0.8 x 0.9]). Nichts anderes 

ergäbe sich im Übrigen bei einem Abstellen auf ein Valideneinkommen von 

Fr. 64'744.--, wie es dem höchsten tatsächlichen Einkommen des Beschwerdeführers 

im Jahr 2001 entsprach (diesfalls ergäbe sich bei einem Invalideneinkommen von 

Fr. 40'956.-- [Tabellenlohn Fr. 56'883.-- x 0.8 x 0.9] ein Invaliditätsgrad von 37 %).    

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/27

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5.  

6.  

Der Beschwerdeführer macht einen retrospektiven befristeten Rentenanspruch für 

die Zeit der postoperativen vollen Arbeitsunfähigkeit von (gemäss dem Gutachten 

maximal) drei Monaten ab März 2018 geltend. Der Rentenanspruch entsteht nach 

Art. 29 Abs. 1 IVG jedoch frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. Da die 

Beschwerdegegnerin mit der angefochtenen Verfügung die Neuanmeldung des 

Beschwerdeführers vom September 2019 zu beurteilen hatte, steht eine allfällige 

Rentenauszahlung vorliegend frühestens ab 1. März 2020 in Frage. Angemerkt werden 

kann indessen, dass die gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von maximal drei 

Monaten auch materiell keinen Rentenanspruch ausgelöst hätte. Denn Anspruch auf 

eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG versicherte Personen, die ihre 

Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, 

erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 

sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (lit. c). Auch wenn vor Eintritt der genannten vollen Arbeitsunfähigkeit ab März 

2018 eine solche von 20 % vorbestanden hat, so reichten die maximal drei Monate der 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % zur Begründung eines Rentenanspruchs nicht aus. Denn 

nach Ablauf eines möglichen Wartejahrs mit einem ausreichenden Durchschnitt an 

Arbeitsunfähigkeit von gerade 40 % schloss sich nach dem oben Dargelegten keine 

Invalidität rentenbegründenden Ausmasses an.  

5.1. 

Der Beschwerdeführer bringt am 9. April 2021 zusammen mit Dr. C.___ schliesslich 

noch vor, seit einem Jahr (somit ab April 2020) seien gesundheitliche 

Verschlechterungen eingetreten. Bei der MGSG-Begutachtung wurden indessen im 

Dezember 2020 umfassende, auch bildgebende Abklärungen getroffen, die sowohl das 

rechte Knie (vgl. IV-act. 224-127) als auch die lumbale Wirbelsäule (vgl. IV-

act. 224-129) betrafen. Was die erwähnte Sensibilitätsstörung am rechten Daumen 

betrifft, erscheint die Auffassung des RAD vom 21. Juni 2021 nachvollziehbar, wonach 

diese Beeinträchtigung die Gesamtschätzung der Arbeitsfähigkeit nicht zu ändern 

vermöchte. Berichte, welche eine Verschlechterung nahelegen würden, sind nicht 

eingelegt worden. - Von einer relevanten Veränderung nach der MGSG-Begutachtung 

(und innerhalb des vorliegend zu beurteilenden Zeitraums bis 22. Juni 2021) ist daher 

nicht auszugehen.

5.2. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen.6.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/27

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Der Beschwerdeführer wird im Sinn der Erwägungen von der Bezahlung der 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- befreit.

Nach Art. 69 Abs. 1  IVG (vgl. Art. 61 lit. f  ATSG) ist das Beschwerdeverfahren 

bei Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom 

Streitwert im Rahmen von 200 bis 1000 Franken festgelegt. Als unterliegende Partei hat 

der Beschwerdeführer die Gerichtskosten von Fr. 600.-- zu bezahlen (vgl. Art. 95 

Abs. 1 des st. gallischen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP/SG; sGS 

951.1]). Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den 

Gerichtskosten) vom 19. Oktober 2021 ist er jedoch von deren Bezahlung zu befreien. - 

Wenn seine wirtschaftlichen Verhältnisse es ihm gestatten, kann der Beschwerdeführer 

zur Nachzahlung der Gerichtskosten verpflichtet werden (vgl. Art. 123 der 

Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 VRP/SG).  

6.2. bis bis

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	Entscheid Versicherungsgericht, 28.04.2022
	Neuanmeldung. Würdigung eines polydisziplinären Gutachtens. Verwertbarkeit. Abzug (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 28. April 2022, IV 2021/139).

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