# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ebc1ae28-8d54-5aa7-a9c8-33fa3c7b0410
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-07-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.07.2010 C-5358/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-5358-2007_2010-07-29.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-5358/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 9 .  J u l i  2 0 1 0

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richter Antonio Imoberdorf, Richterin Ruth Beutler, 
Gerichtsschreiber Julius Longauer.

A._______,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Dr. iur. Ali Civi, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Verweigerung der Zustimmung zur Verlängerung der 
Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-5358/2007

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin  (geb.  1969),  eine  brasilianische  Staats-
angehörige, gelangte am 27. April 2004 in die Schweiz. Hier heiratete 
sie  am  8. Juni  2004  den  im  Kanton  Zürich  wohnhaften  Schweizer 
Bürger  B._______  (geb.  1956)  und  nahm  bei  ihm  Wohnsitz.  In  der 
Folge  erhielt  die  Beschwerdeführerin  vom  Kanton  Zürich  eine 
Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib beim Ehemann, die letztmals mit 
Wirkung  bis  7. Juni  2006  verlängert  wurde.  Der  Ehemann  der  Be-
schwerdeführerin ist am 29. Januar 2006 verstorben.

B.
Nach dem Tod des Ehegatten unterzog die kantonale Migrationsbehör-
de die persönlichen Verhältnisse der Beschwerdeführerin einer nähe-
ren Überprüfung im Hinblick auf eine weitere Regelung des Aufenthal-
tes. Gestützt auf die von der Beschwerdeführerin erteilten Auskünfte 
und eingereichten Dokumente erklärte sich die kantonale Migrations-
behörde zu einer Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung bereit  und 
unterbreitete  der  Vorinstanz  am  15. Juni  2007  den  Antrag  auf  Zu-
stimmung.

C.  
Am  20. Juni  2007  teilte  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführerin  mit, 
dass sie erwäge, die  Zustimmung zur  Verlängerung der Aufenthalts-
bewilligung zu verweigern und die Wegweisung aus der Schweiz anzu-
ordnen. Bei gleicher Gelegenheit  wurde der Beschwerdeführerin Ge-
legenheit  zur  Stellungnahme  eingeräumt.  Davon  machte  sie  mit 
Schreiben vom 9. Juli 2007 Gebrauch.

D.
Mit  Verfügung vom 11. Juli  2007 verweigerte die Vorinstanz ihre Zu-
stimmung zur Verlängerung der kantonalen Aufenthaltsbewilligung und 
wies die Beschwerdeführerin aus der Schweiz weg. Zur Begründung 
führte sie im Wesentlichen aus, in der Person der Beschwerdeführerin 
liege kein Härtefall  vor, der eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilli-
gung nach Erlöschen des Bewilligungsanspruchs rechtfertigen könnte.

E.
Mit Beschwerde vom 10. August 2007 gelangte die Beschwerdeführe-
rin an das Bundesverwaltungsgericht und beantragte dem Sinne nach, 

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die vorgenannte Verfügung sei aufzuheben, und die Zustimmung zur 
Verlängerung der kantonalen Aufenthaltsbewilligung sei zu erteilen. In 
verfahrensrechtlicher  Sicht  ersuchte  sie  um  Bewilligung  der  unent-
geltlichen Rechtspflege.

F.
Mit  Zwischenverfügung vom 22. August  2007 lehnte  das Bundesver-
waltungsgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ab.

G.
Die Vorinstanz beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 28. Septem-
ber 2007 die Abweisung der Beschwerde.

H.
Mit Replik vom 5. November 2007 hielt die Beschwerdeführerin an ih-
rem Rechtsmittel fest.

I.
Mit verfahrensleitender Verfügung vom 27. Mai 2010 lud das Bundes-
verwaltungsgericht die Beschwerdeführerin ein, allfällige seit dem letz-
ten  Schriftenwechsel  eingetretene  Sachverhaltsänderungen  in  das 
Verfahren einzubringen.

J.
Der Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts kam die Beschwer-
deführerin mit Eingabe vom 28. Juni 2010 nach. 

K.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen  des  BFM  unterliegen  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Art. 31,  Art.  32  sowie  Art. 33  Bst. d  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]).

1.2 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  richtet  sich 
nach dem  Bundesgesetz  vom 20. Dezember  1968  über  das Verwal-
tungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Verwaltungsgerichts-
gesetz nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

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1.3 Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Verfügungsadressatin zur  Be-
schwerde legitimiert  (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die im Übrigen frist- 
und formgerecht  eingereichte  Beschwerde ist  einzutreten (Art. 49 ff. 
VwVG).

2.
2.1 Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  kann die Ver-
letzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Miss-
brauch des Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung 
des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  soweit  nicht  eine 
kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unan-
gemessenheit  gerügt  werden  (Art.  49  VwVG).  Das  Bundesver-
waltungsgericht wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von 
Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art.  62  Abs.  4  VwVG an  die  Be-
gründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die  Beschwerde 
auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen 
oder abweisen. Massgebend ist grundsätzlich die Sachlage zum Zeit -
punkt seines Entscheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise 
publizierten Urteils 2A.451/2002 vom 28. März 2003). Unter Vorbehalt 
des Verbots echter  Rückwirkung ist  in  gleicher  Weise das zum Zeit-
punkt  des Entscheids in  Kraft  stehende Recht  anzuwenden. Dessen 
Übergangsbestimmungen können freilich für gewisse Sachverhalte die 
Nachwirkung des alten Rechts vorsehen.

2.2 Am 1. Januar  2008 traten das neue Bundesgesetz vom 16. De-
zember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 
142.20) und seine Ausführungsverordnungen in Kraft – unter anderem 
die Verordnung vom 24. Oktober 2007 über Zulassung, Aufenthalt und 
Erwerbstätigkeit  (VZAE,  SR  142.201).  In  Verfahren,  die  vor  diesem 
Zeitpunkt  anhängig  gemacht  wurden,  wie  es  vorliegend  der  Fall  ist, 
bleibt nach der übergangsrechtlichen Ordnung des AuG das alte mate-
rielle  Recht  anwendbar. Dabei  ist  entgegen  dem zu engen  Wortlaut 
des Art. 126 Abs. 1 AuG ohne Belang, ob das Verfahren auf Gesuch 
hin oder von Amtes wegen eröffnet wurde (vgl. BVGE 2008/1 E. 2 mit 
Hinweisen). Einschlägig  sind  das  Bundesgesetz  vom 26. März  1931 
über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG, BS 1 121), 
die Vollziehungsverordnung  vom  1. März  1949  zum  Bundesgesetz 
über  Aufenthalt  und  Niederlassung  der  Ausländer  (ANAV,  AS  1949 
228),  die Verordnung vom 20. April  1983 über  das Zustimmungsver-
fahren im Ausländerrecht  (nachfolgend: Zustimmungsverordnung, AS 
1983  535)  und  die  Verordnung  vom  6. Oktober  1986  über  die  Be-

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grenzung der Zahl der Ausländer (Begrenzungsverordnung, BVO, AS 
1986 1791). Das Verfahren selbst folgt grundsätzlich dem neuen Ver-
fahrens- und Organisationsrecht (Art. 126 Abs. 2 AuG).

3.
3.1 Der  Entscheid  über  die  Erteilung  und  Verlängerung  von Aufent-
haltsbewilligungen fällt grundsätzlich in die Zuständigkeit der Kantone 
(Art. 15 Abs. 1 und 2 ANAG). Vorbehalten bleibt die Zustimmung des 
BFM, wenn das Ausländerrecht eine solche für notwendig erklärt (Art. 
18 ANAG). Die Zustimmungsbedürftigkeit des kantonalen Entscheides 
ergibt sich im vorliegenden Fall aus Art. 1 Abs. 1 Bst. a Zustimmungs-
verordnung in Verbindung mit den Weisungen und Erläuterungen des 
BFM über  Einreise,  Aufenthalt  und  Arbeitsmarkt  (ANAG-Weisungen, 
3. Aufl.,  Bern, Mai 2006). Letztere sehen unter Ziff. 132.4 Bst. e vor, 
dass die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung einer ausländischen 
Person  nach  Scheidung  vom schweizerischen  Ehegatten  oder  nach 
dessen  Tod dem BFM zur  Zustimmung zu  unterbreiten  ist,  falls  die 
ausländische Person nicht aus einem Mitgliedstaat der EFTA oder der 
EG stammt. Gemäss  Art.  19  Abs. 5  ANAV darf  eine  entsprechende 
kantonale Bewilligung erst ausgestellt  werden, wenn die Zustimmung 
des BFM vorliegt; sie gilt ansonsten als ungültig.

3.2 Der  schweizerische  Ehegatte  der  Beschwerdeführerin  ist  ver-
storben,  bevor  ihr  gestützt  auf  Art. 7  Abs. 1 Satz 2  ANAG ein zivil -
standsunabhängiger  Anspruch  auf  Verlängerung  ihrer  Aufenthalts-
bewilligung erwachsen konnte (vgl. BGE 128 II 145 E. 1.1.4 S. 149 mit  
Hinweisen). Eine andere Anspruchsgrundlage des Landes- und Völker-
rechts besteht nicht. Eine solche kann namentlich nicht in Art. 50 AuG 
erblickt werden, der zwar neue Ansprüche auf Verlängerung der Auf-
enthaltsbewilligung  nach  Auflösung  der  Ehe  schafft,  auf  die  vor-
liegende Streitsache jedoch wegen der intertemporalen Unterstellung 
unter  das  alte  Recht  nicht  anwendbar  ist  (vgl.  oben  Ziff. 2.2,  ferner 
Urteile des Bundesgerichts 2C_245/2008 vom 27. März 2008 E. 2.2.2 
und 2C_451/2007 vom 22. Januar 2008 E. 1.2). Bei dieser Rechtslage 
liegt  der  Entscheid  über  die  Erteilung  oder  Verweigerung  der  Zu-
stimmung im pflichtgemässen Ermessen des BFM (Art. 4 ANAG). Eine 
Bindung  an  die  kantonale  Beurteilung  besteht  nicht.  Das  gilt  selbst 
dann, wenn auf kantonaler Ebene ein Gericht auf Erteilung oder Ver-
längerung  der  Aufenthaltsbewilligung  erkannt  hat  (vgl.  grundlegend 
BGE 127 II 49 E. 3 S. 51 ff; ferner Entscheid des EJPD vom 15. April 
2005 E. 12 in: Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 69.76). 

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4.
Der Begriff  der  "pflichtgemässen Ermessensausübung"  impliziert  die 
Beachtung rechtlicher Schranken bei  der Ausfüllung der Ermessens-
spielräume. Vorliegend  steht  der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit 
von  Verwaltungsakten  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Gesichtspunkt 
der  Verhältnismässigkeit  ist  eine  wertende  Abwägung  vorzunehmen 
zwischen  dem  öffentlichen  Interesse  an  der  Verweigerung  der  Zu-
stimmung einerseits und den durch die Verweigerung beeinträchtigten 
privaten Interessen des (oder der) Betroffenen andererseits (vgl. statt 
vieler  ULRICH HÄFELIN /  GEORG MÜLLER /  FELIX UHLMANN, Allgemeines Ver-
waltungsrecht, 5. Aufl., Zürich und St. Gallen 2006, S.127 f.).

4.1 Richtschnur  und  äusseren  Rahmen  der  Interessenabwägung 
bilden die Grundentscheidungen des Ausländerrechts, namentlich die 
in  Art. 1  BVO formulierten migrationspolitischen Ziele und die  damit 
zusammenhängende  restriktive  Einwanderungspolitik  gegenüber  er-
werbstätigen ausländischen Personen aus dem Nicht-EU/EFTA-Raum 
(in  der  Folge:  Drittstaatsangehörige).  Diese  Politik  findet  ihren  Aus-
druck unter anderem in den strengen Zulassungsbeschränkungen der 
Begrenzungsverordnung,  denen  erwerbstätige  Drittstaatsangehörige 
namentlich  in  Gestalt  hoher  Anforderungen  an  die  berufliche  Quali-
fikation (Art. 8 BVO) und der Höchstzahlen (Art. 12 BVO) unterworfen 
sind.  Das  erhebliche  Gewicht  des  öffentlichen  Interesses  an  der 
Durchsetzung  der  restriktiven  Einwanderungspolitik  gegenüber  Dritt-
staatsangehörigen zeigt  sich daran,  dass humanitäre Gründe in die-
sem rechtlichen Zusammenhang erst  Bedeutung erlangen, wenn die 
Betroffenheit  des  Einzelnen  die  Grenze  zum schwerwiegenden  per-
sönlichen Härtefall im Sinne von Art. 13 Bst. f BVO überschreitet. Nach 
der Auflösung der Ehe, die sie von restriktiven qualitativen und quanti-
tativen Zulassungsvoraussetzungen der Begrenzungsverordnung aus-
nehmen,  muss  die  ausländische Person dieses  öffentliche  Interesse 
grundsätzlich  wieder  gegen sich  gelten lassen,  auch wenn sie  nach 
Massgabe von Art. 12 Abs. 2 zweiter Satz BVO den Höchstzahlen der 
Begrenzungsverordnung nach wie vor nicht untersteht. Es ist deshalb 
ein  vergleichsweise  strenger  Massstab  angebracht,  wenn  es  zu  be-
urteilen  gilt,  ob  nach  Wegfall  des  Privilegierungsgrundes  private  In-
teressen bestehen, denen gegenüber das öffentliche Interesse an der 
Durchsetzung  der  restriktiven  Migrationspolitik  zurückzustehen  hat. 
Dementsprechend  geht  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  der  Vor-
instanz davon aus, dass die Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung 
nach Auflösung der Ehe in erster Linie ein Instrument zur Vermeidung 

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von  Härtefällen  darstellt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-1786/2007  vom  3. Juni  2010  E.  7.1  mit  Hinweis;  ferner  Ziff.  654 
ANAG-Weisungen).

4.2 Unter  dem Gesichtspunkt  der  Verhältnismässigkeit  ist  zu  prüfen, 
ob  die  Durchsetzung  der  restriktiven  Migrationspolitik  im  konkreten 
Einzelfall  zu  unbilligen,  vom  öffentlichen  Interesse  an  der  Durch-
setzung einer restriktiven Einwandungspolitik nicht gedeckten Härten 
bei der betroffenen ausländischen Person führt. Entscheidend ist,  in-
wieweit  es der ausländischen Person in persönlicher, wirtschaftlicher 
und sozialer  Hinsicht  zugemutet  werden kann, den Aufenthalt  in der 
Schweiz  aufzugeben,  in  ihre  Heimat  zurückzukehren  und  dort  zu 
leben. Zu diesem Zweck ist ihre zukünftige Situation im Ausland den 
persönlichen Verhältnissen in  der  Schweiz gegenüberzustellen. Über 
die Zumutbarkeit ist nach Massgabe der gesamten Umstände des Ein-
zelfalles  zu  befinden.  Dazu  gehören  allgemeine,  von  der  Ehe  un-
abhängige Elemente, wie die Dauer des Aufenthaltes in der Schweiz, 
der Grad der sozialen und wirtschaftlichen Integration in die hiesigen 
Verhältnisse, das Alter und der gesundheitliche Zustand, soweit Kinder 
vorhanden sind, deren Alter und schulische Integration, aber auch die 
Unterkunft und die Reintegrationsmöglichkeiten in der Heimat, ferner 
ehespezifische Elemente, wie die Dauer der Ehe und die Umstände, 
die  zu  deren  Auflösung  geführt  haben.  Steht  fest,  dass  der  aus-
ländischen Person eine Weiterführung der ehelichen Beziehung nicht 
länger zugemutet werden konnte, namentlich weil sie Opfer von Miss-
handlungen geworden war, so ist  dies besonders zu berücksichtigen 
(vgl. Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-1786/2007 vom 3. Juni 
2010 E. 7.2 mit Hinweis; ferner Ziff. 654 ANAG-Weisungen). 

4.3 Welcher Grad an Betroffenheit in den persönlichen Verhältnissen 
notwendig ist, damit das öffentliche Interesse an der Durchsetzung der 
restriktiven  Migrationspolitik  gegenüber  Drittausländern  zurückzu-
stehen  hat,  ist  vorab  mit  Blick  auf  die  Regelung  des  Art.  7  Abs.  1 
ANAG zu beantworten, der ausländischen Ehegatten nach fünf Jahren 
Ehe auf schweizerischem Territorium einen vom weiteren Bestand der 
Ehe  unabhängigen  Anspruch  auf  Aufenthalt  vermittelt.  Vor  dem  Er-
reichen dieser  zeitlichen Grenze kommt es  entscheidend darauf  an, 
welche  Bedeutung  den  ehespezifischen  Elementen  im  jeweiligen 
Einzelfall zukommt, das heisst der Dauer der ehelichen Gemeinschaft 
auf  schweizerischem Territorium,  den  Umständen der  Auflösung der 
ehelichen Gemeinschaft und – im letzteren Zusammenhang – allfälli-

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gen Gewalterfahrungen in der Ehe sowie der Existenz gemeinsamer 
Kinder. Je mehr diese Elemente ins Gewicht fallen, um so eher wird 
man von einer hinreichend schweren Betroffenheit ausgehen können. 
Umgekehrt  rechtfertigt  sich ein um so strengerer Massstab, als  sich 
die Härtesituation nicht  gerade aus den oben genannten ehespezifi-
schen Elementen ableiten lässt (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge-
richts C-1786/2007 vom 3. Juni 2010 E. 7.3 mit Hinweis; vgl. schliess-
lich die abgestufte Regelung in Art. 50 AuG). Dabei darf jedoch nicht 
ausser Acht gelassen werden, dass der Verordnungsgeber in Art. 12 
Abs. 2 zweiter Satz BVO unter anderem ausländische Ehegatten von 
Schweizer  Bürgern  von  den  Höchstzahlen  der  Begrenzungsverord-
nung auch für die Zeit nach Auflösung der Ehe ausnimmt und auf die-
se Weise ihrer besonderen Lage Rechnung trägt.

4.4 Die Ehe der Beschwerdeführerin dauerte gut 1 ½ Jahre und blieb 
kinderlos. Über die Beziehung der Beschwerdeführerin zum Ehegatten 
vor der Ehe ist nichts bekannt. Als einzige Besonderheit, die im Sinne 
der obenstehenden Ausführungen geeignet wäre, die Anforderung an 
die Betroffenheit in den persönlichen Verhältnissen zu senken, fällt nur 
die Tatsache in Betracht, dass die Ehe durch den Tod des schweizeri-
schen Ehegatten aufgelöst wurde. Solchen Schicksalschlägen kommt 
nach der  Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts  zwar  eine 
erhebliche Bedeutung zu (vgl. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
C-6527/2007 vom 16. Juni 2009 E. 7.4, C-567/2006 vom 22. Juli 2008 
E. 8.1,  C-7331/2007  vom  9. Mai  2008  E. 8.1;  ferner  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 8. März 
2002, BBl 2002 3754, die den Tod des Ehegatten als Beispiel für einen 
"wichtigen persönlichen Grund" nennt, der einen Anspruch auf Verlän-
gerung der Aufenthaltsbewilligung nach Art. 50 Abs. 1 Bst. b AuG be-
gründen  kann).  In  Anbetracht  der  vergleichsweise  kurzen  Ehedauer 
und des Fehlens jedes weiteren ehespezifischen Elementes, das die 
Anforderungen an die persönliche Betroffenheit senken könnte, recht-
fertigt sich dennoch ein vergleichsweise strenger Massstab bei der Ge-
wichtung  der  privaten  Interessen  an  einem weiteren  Verbleib  in  der 
Schweiz (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts C-546/2006 vom 
14. August 2008 E. 9.1 und 9.4).

4.5 Die unbescholtene Beschwerdeführerin hält  sich seit  über sechs 
Jahren hier  auf. Nach dem Tod ihres Ehemannes nahm sie eine Er-
werbstätigkeit  auf,  zunächst  als  Mitarbeiterin  in  einem  Reinigungs-
unternehmen, später als Hilfskraft  in einer Bäckerei. Am Arbeitsplatz 

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wird sie sehr geschätzt,  und ihr  Erwerbseinkommen gestattet  es ihr, 
für den Lebensunterhalt ohne Inanspruchnahme der Sozialhilfe aufzu-
kommen. Nach eigener Darstellung ist die Beschwerdeführerin schul-
denfrei  und  kommt  ihren  finanziellen  Verpflichtungen  nach.  Was die 
sprachliche  Integration  angeht,  weist  die  Beschwerdeführerin  darauf 
hin, dass sie bemüht sei, ihre Kenntnisse der deutschen Sprache über 
das für den Alltag erforderliche Mass hinaus zu vertiefen. Schliesslich 
betont sie, dass sie sich einen grossen Freundes- und Bekanntenkreis 
aufgebaut habe. Bei einer Rückkehr nach Brasilien, so die Beschwer-
deführerin, müsste sie unter unzumutbaren Umständen ganz von vor-
ne  anfangen. Eine  Ausbildung  habe  sie  in  Brasilien  nicht  absolviert 
und über Vermögen verfüge sie nicht. Zudem habe sie nach ihrer Hei -
rat jeden Kontakt zu ihrem Heimatland abgebrochen.

4.6 Die  Integrationsbemühungen  der  Beschwerdeführerin  verdienen 
Anerkennung, gehen jedoch nicht über das hinaus, was von jeder aus-
ländischen  Person  mit  vergleichbarem  Aufenthalt  verlangt  werden 
kann und muss. Darüber hinaus sind keine besonders engen Bezie-
hungen zur  Schweiz  ersichtlich,  deren  Abbruch  zu  einer  massgebli-
chen Härte führen könnte. Dass die Lebensplanung der Beschwerde-
führerin durch eine mögliche Nichtverlängerung ihrer Aufenthaltsbewil-
ligung eine Zäsur erfährt und sie in ihren mehr oder weniger berechtig-
ten  Erwartungen  über  ihren  künftigen  Lebensmittelpunkt  enttäuscht 
wird, beruht auf der Entscheidung des Gesetzgebers, erst nach fünf-
jähriger  Ehe  auf  Schweizer  Boden  den  weiteren  Aufenthalt  vom 
Schicksal  der  Ehe  zu  lösen.  Daraus  kann  die  Beschwerdeführerin 
nichts für sich ableiten. Im Übrigen vermeidet die Beschwerdeführerin 
jede konkrete und mit  Tatsachenmaterial  untermauerte  Auseinander-
setzung mit  ihrem persönlichen Hintergrund in Brasilien. Stattdessen 
beschränkt sie sich auf stereotype und – in Bezug auf den angeblichen 
Abbruch  aller  Kontakte  zu  Brasilien  –  ohnehin  unglaubwürdige  Be-
hauptungen. Im letzteren Zusammenhang ist etwa darauf hinzuweisen, 
dass sich die Beschwerdeführerin im Sommer 2009 während mehre-
ren Wochen bei ihrer Familie in Brasilien aufhielt, wie sich der Korres -
pondenz ihres Rechtsvertreters mit der kantonalen Migrationsbehörde 
entnehmen lässt. In Anbetracht  der Tatsache, dass die Beschwerde-
führerin  ihre  Heimat  erst  im Alter  von 35 Jahren verliess  und daher 
nicht nur mit den Verhältnissen dort bestens vertraut sein sondern dort  
vermutungsweise  auch  über  ein  gewachsenes  verwandtschaftliches 
und  soziales  Beziehungsnetz  verfügen  dürfte,  deutet  somit  nichts 

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darauf hin, dass einer Wiedereingliederung in Brasilien unüberwindba-
re Hindernisse entgegenstehen könnten.

4.7 Eine wertende Gewichtung der sich gegenüberstehenden Interes-
sen führt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass unter den 
gegebenen Umständen das private Interesse der Beschwerdeführerin 
an der weiteren fremdenpolizeilichen Regelung ihres Aufenthalts in der 
Schweiz gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Durchsetzung 
der restriktiven Migrationspolitik – Personen aus dem Nicht-EFTA/EU-
Raum  betreffend  –  zurückzustehen  hat.  Die  Verweigerung  der  Zu-
stimmung durch die Vorinstanz ist deshalb als verhältnismässige und 
angemessene Massnahme zu bestätigen.

5.
Aus  der  Rechtmässigkeit  der  Zustimmungsverweigerung  folgt  ohne 
weiteres die Rechtmässigkeit  der Wegweisung aus der Schweiz (vgl. 
Art.  12  Abs.  3  ANAG),  und  es  bliebe  zu  prüfen,  ob  dem  Weg-
weisungsvollzug Hindernisse im Sinne von Art. 14a ANAG entgegen-
stehen. Nachdem jedoch solche weder geltend gemacht werden noch 
ersichtlich sind, ist die angefochtene Verfügung auch unter diesem Ge-
sichtspunkt zu Recht ergangen.

6.
Abschliessend ist  festzuhalten,  dass  die  angefochtene Verfügung  im 
Lichte von Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden ist. Die Beschwerde ist 
deshalb abzuweisen.

7.
Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  die  unterliegende 
Beschwerdeführerin  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Ver-
fahrenskosten sind auf Fr. 700.-- festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3 
Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-
schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

8.
Das vorliegende Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 2 und Ziff. 4 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 700.-  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Sie sind durch den in gleicher Höhe geleisteten Kostenvor-
schuss gedeckt. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (...)
- die Vorinstanz (...)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich (...)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Julius Longauer

Versand: 

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