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**Case Identifier:** a5a1f213-7533-593b-be90-2ba198c0b03d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-01-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.01.2023 200 2022 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-83_2023-01-23.pdf

## Full Text

200 22 83 UV
WIS/SVE/WSI

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. Januar 2023

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. B.________, C.________ AG
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 21. Dezember 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1974 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) war 
über seine Arbeitgeberin bei der Schweizerischen Unfallversicherungsan-
stalt (Suva bzw. Beschwerdegegnerin) obligatorisch unfallversichert, als er 
gemäss Schadenmeldung am 21. Februar 2018 beim ... ausrutschte, auf 
die Seite stürzte und sich dabei eine Fraktur an der rechten Schulter zuzog 
(Akten der Suva [act. II] 1). Die Suva gewährte im Zusammenhang mit die-
sem Ereignis die gesetzlichen Unfallversicherungsleistungen in Form von 
Heilbehandlung und Taggeld (act. II 3 ff.). Am 11. März 2021 teilte die Suva 
dem Versicherten formlos mit, die Leistungen per 31. März 2021 einzustel-
len und den Rentenanspruch sowie den Anspruch auf eine Integritätsent-
schädigung zu prüfen (act. II 232). Der Versicherte ersuchte mit Schreiben 
vom 9. April 2021 (act. II 238) um Erlass einer anfechtbaren Verfügung 
betreffend die Einstellung der Taggeldleistungen und Heilbehandlung. Mit 
Verfügung vom 13. April 2021 (act. II 242) verneinte die Suva den An-
spruch auf eine Invalidenrente und sprach dem Versicherten – bei einer 
Integritätseinbusse von 15 % – eine Integritätsentschädigung im Betrag von 
Fr. 22'230.-- zu. Daran hielt sie auf Einsprache hin (act. II 245, 261) mit 
Entscheid vom 21. Dezember 2021 (act. II 264) fest.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin 
B.________, C.________ AG, mit Eingabe vom 1. Februar 2022 Be-
schwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Es sei der Einspracheentscheid vom 21. Dezember 2021 (sowie die diesem zu 
Grunde liegende Verfügung vom 13. April 2021) aufzuheben.

2. Es seien dem Beschwerdeführer auch über den 31. März 2021 hinaus UVG-
Taggeldleistungen auszurichten und die Heilungskosten zu übernehmen.

3. Eventualiter sei bis zur Einstellung der UVG-Taggelder eine längere Übergangs-
frist zu gewähren und dem Beschwerdeführer mindestens noch drei Monate län-
ger, d.h. bis Ende Juni 2021 UVG-Taggelder auszurichten.

4. Subeventualiter sei dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente der Unfallversi-
cherung sowie eine höhere Integritätsentschädigung von mindestens 20 % aus-
zurichten.

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5. Subsubeventualiter seien ergänzende Abklärungen vorzunehmen bzw. durchzu-
führen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MWST) gemäss dem Ausgang 
des Verfahrens.

Zudem stellte der Beschwerdeführer folgende prozessuale Anträge:

1. Es sei das vorliegende Beschwerdeverfahren bis zum Abschluss des IV-
Abklärungs- und Vorbescheidverfahrens zu sistieren.

2. Es sei dem Beschwerdeführer nach Abschluss des IV-Abklärungs- und Vorbe-
scheidverfahrens bzw. nach Wegfall des Sistierungsgrundes eine Frist von 30 
Tagen zur ergänzenden Stellungnahme anzusetzen.

3. Es sei dem Beschwerdeführer für das vorliegende Beschwerdeverfahren die un-
entgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm in der Person der Unter-
zeichneten eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu bestellen.

4. Es sei ein zweiter Schriftenwechsel durchzuführen.

Am 22. Februar 2022 reichte der Beschwerdeführer aufforderungsgemäss 
(vgl. prozessleitende Verfügung vom 2. Februar 2022) das Formular „Ge-
such um unentgeltliche Rechtspflege“ ein.

Mit Eingabe vom 28. Februar 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin die 
Abweisung des Sistierungsgesuchs.

Mit prozessleitender Verfügung vom 8. März 2022 wurde das Sistierungs-
gesuch abgewiesen.

Mit Beschwerdeantwort vom 22. März 2022 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Am 5. Mai 2022 teilte der Beschwerdeführer mit, im Unfallzeitpunkt im 
Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung über eine Rechts-
schutzversicherung verfügt zu haben, welche ihm eine Kostengutsprache 
für das hängige Beschwerdeverfahren ab dem 7. April 2022 erteilt habe, 
weshalb für alle vor dem 7. April 2022 entstandenen Aufwände ausdrück-
lich am Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege festgehalten werde.

Erwägungen:

1.

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1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2

1.2.1 Anfechtungsgegenstand im verwaltungsgerichtlichen Beschwerde-
verfahren bilden, formell betrachtet, Verfügungen und – materiell – die in 
den Verfügungen geregelten Rechtsverhältnisse (BGE 125 V 413 E. 2a 
S. 415). Zu überprüfen und zu beurteilen sind grundsätzlich nur Rechtsver-
hältnisse, zu denen die zuständige Verwaltungsbehörde vorgängig ver-
bindlich – in Form einer Verfügung – Stellung genommen hat. Insoweit 
bestimmt die Verfügung den beschwerdeweise weiterziehbaren 
Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem 
Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, 
wenn und insoweit keine Verfügung ergangen ist (BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 
164; SVR 2021 AHV Nr. 21 S. 69 E. 5.2). 

1.2.2 Nach der Rechtsprechung kann das verwaltungsgerichtliche Be-
schwerdeverfahren aus prozessökonomischen Gründen auf eine ausser-
halb des Anfechtungsgegenstandes, d.h. ausserhalb des durch die Verfü-
gung bestimmten Rechtsverhältnisses liegende spruchreife Frage ausge-
dehnt werden, wenn diese mit dem bisherigen Streitgegenstand derart eng 
zusammenhängt, dass von einer Tatbestandsgesamtheit gesprochen wer-
den kann, und wenn sich die Verwaltung zu dieser Streitfrage mindestens 

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in Form einer Prozesserklärung geäussert hat (BGE 130 V 501 E. 1.2 
S. 503, 122 V 34 E. 2a S. 36; SVR 2012 IV Nr. 35 S. 137 E. 3.1).

1.2.3 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 21. Dezem-
ber 2021 (act. II 264), mit welchem ein Rentenanspruch verneint und dem 
Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung zugesprochen wurde. 
Über den Zeitpunkt der Einstellung der Heilbehandlung und der Taggeld-
leistungen wurde darin – wie bereits in der diesem zu Grunde liegenden 
Verfügung vom 13. April 2021 (act. II 242) – nicht explizit entschieden, ob-
wohl der Beschwerdeführer diesbezüglich eine anfechtbare Verfügung ver-
langt hatte (vgl. act. II 238). Beschwerdeweise wird – wie auch bereits im 
Einspracheverfahren (vgl. act. II 245, 261) – der Zeitpunkt der Leistungs-
einstellung gerügt. Es kann letztlich offen bleiben, ob die Beschwerdegeg-
nerin implizit darüber befunden hat, da – wie im Folgenden dargelegt – eine 
Ausdehnung des Verfahrens auf diese Problematik möglich wäre. 

1.2.4 Ein Fallabschluss durch die Unfallversicherung erfolgt unter Einstel-
lung von Heilbehandlung und Taggeldleistungen sowie Prüfung des An-
spruchs auf Invalidenrente und Integritätsentschädigung, wenn von der 
weiteren medizinischen Behandlung keine bedeutende Verbesserung mehr 
zu erwarten ist (vgl. E. 2.2 hiernach). Zwischen der Frage der Rechtmäs-
sigkeit der Einstellung von Heilbehandlung und Taggeldleistungen sowie 
der Prüfung des Rentenanspruchs und der Integritätsentschädigung be-
steht folglich ein enger sachlicher Zusammenhang, womit eine Tatbe-
standsgesamtheit vorliegt. Überdies ist – wie nachfolgend aufzuzeigen sein 
wird (vgl. E. 3.4.2 hiernach) – vorliegend die Frage der Einstellung der Ver-
sicherungsleistungen spruchreif. Die Beschwerdegegnerin verwies zudem 
in Kenntnis sämtlicher durch den Beschwerdeführer gestellten Rechtsbe-
gehren zur Begründung ihrer Beschwerdeantwort vollumfänglich auf den 
Einspracheentscheid (act. II 264), womit eine Prozesserklärung vorliegt. 
Folglich wären die Voraussetzungen zur Ausdehnung des Streitgegenstan-
des auf die Frage der Rechtmässigkeit der Einstellung von Heilbehandlung 
und Taggeldleistungen erfüllt (vgl. E. 1.2.2 hiervor).

1.2.5 Streitig und zu prüfen sind damit der Zeitpunkt der Einstellung von 
Heilbehandlung und Taggeldleistungen, der Rentenanspruch und die Höhe 
der Integritätsentschädigung.

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]) sowie einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang 
zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 147 V 
161 E. 3.1 S. 162, 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; 148 V 356 E. 3 S. 358).

2.1.1 Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung 
eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die 
eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge-
sundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

2.1.2 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als 
eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit 
eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist 
für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, 
dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher 
Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicher-
ten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht wegge-
dacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche 
Störung entfiele („conditio sine qua non“; BGE 147 V 161 E. 3.2 S. 163).

2.1.3 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate 
Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf 

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der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt 
dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181; 148 V 356 E. 3 S. 358). Bei organisch ob-
jektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die adäquate Kausalität weit-
gehend mit der natürlichen Kausalität; die Adäquanz hat hier praktisch kei-
ne selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 356 E. 3.2 S. 358; SVR 2020 UV 
Nr. 34 S. 137 E. 3.2).

2.2 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesund-
heitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungs-
massnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 
UVG; BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Bes-
serung bestimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Stei-
gerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt 
beeinträchtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Bes-
serung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2020 UV Nr. 40 
S. 163 E. 2.3).

2.3 Um über den Leistungsanspruch entscheiden zu können, ist die 
Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewie-
sen, die Ärzte und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung 
zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesund-
heitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Um-
fang und bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig 
sind. Im Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 
zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 
S. 99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

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3.

3.1 Aufgrund der Akten erstellt und zwischen den Parteien denn auch 
unbestritten ist, dass das Ereignis vom 21. Februar 2018 die kumulativen 
Tatbestandselemente des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. 
E. 2.1.1 hiervor) erfüllt. Die Beschwerdegegnerin hat denn auch entspre-
chende Versicherungsleistungen erbracht (vgl. act. II 3 f., 231) und eine 
Integritätsentschädigung zugesprochen (act. II 264). Umstritten ist indessen 
der Zeitpunkt der Leistungseinstellung, der Anspruch auf eine Invalidenren-
te sowie die Höhe der Integritätsentschädigung.

3.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten – soweit entscheid-
wesentlich – das Folgende entnehmen:

3.2.1 Im Austrittsbericht über die Hospitalisation im Spital D.________ 
vom 26. bis 28. Februar 2016 (act. II 5 S. 3) diagnostizierten die 
Dres. med. E.________, Assistenzarzt, sowie F.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 
eine dislozierte, mehrfragmentäre Scapulablattfraktur rechts (dominant) 
nach Leitersturz am 21. Februar 2018. Am 26. Februar 2018 sei eine Open 
Reduction and Internal Fixation (ORIF) mittels 3.5-LCP-Platte (5 Loch) über 
einen Brodsky-Zugang (Scapula rechts) erfolgt (vgl. Operationsbericht vom 
26. Februar 2018 [act. II 17]). 

3.2.2 Im Bericht von Dr. med. G.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital 
D.________, vom 10. April 2018 (act. II 24), wurde ein grundsätzlich 
erfreulicher Verlauf mit Restbeschwerden festgehalten. Der 
Beschwerdeführer dürfe die Schulter ohne Widerstand frei bewegen für die 
nächsten sechs Wochen.

3.2.3 Dr. med. G.________ hielt im Bericht über die Sprechstunde vom 
30. Mai 2018 (act. II 44) fest, der Beschwerdeführer berichte über 
persistierende diffuse Schmerzen der rechten Schulter bzw. des Oberarms, 
welche vor allem bei körperlicher Anstrengung aufträten. Ruheschmerzen 
seien keine vorhanden. Die Kraft sei stark eingeschränkt. In Bezug auf den 
Röntgenbefund führte er aus, die rechte Scapula sei komplett konsolidiert. 
Entsprechend werde empfohlen mit der Physiotherapie fortzufahren, mit 

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dem Ziel die Muskulatur des rechten Armes bzw. der rechten Schulter zu 
stärken.

3.2.4 Im Bericht über die Sprechstunde vom 4. September 2018 
(act. II 52) führte Dr. med. H.________, Facharzt für Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital 
D.________, aus, sechseinhalb Monate postoperativ zeige der 
Beschwerdeführer noch eine deutlich aktive Bewegungseinschränkung 
über der Horizontalen, welche am ehesten auf nicht genügendes Training 
und Mobilisation zurückzuführen sei. Die Belastung sei vollständig 
freigegeben, so dass zumindest unter Schulterniveau eine Arbeitstätigkeit 
wieder aufgenommen werden könne.

3.2.5 Die Dres. med. H.________ und I.________, Assistenzarzt, hielten 
im Bericht über die Sprechstunde vom 17. Dezember 2018 (act. II 84) fest, 
es zeige sich ein guter Verlauf mit zunehmender glenohumeraler 
Beweglichkeit trotz noch persistierender Schmerzen. Über der Narbe 
zeigten sich noch leichte Verklebungen subfaszial, welche durch 
Physiotherapie gut gelöst werden könnten. In Bezug auf die Schmerzen im 
AC-Gelenk werde eine therapeutische Infiltration durchgeführt (Infiltration 
vom 9. Januar 2019 [act. II 88]). Einer zunehmenden Belastung und einem 
Fitnesstraining stehe nichts im Wege. Bei klinisch normalisierter 
Bewegungsamplitude bestünden keine weiteren Anhaltspunkte für eine 
längerfristige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. 

3.2.6 Dr. med. J.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht über 
die Sprechstunde im Spital K.________ vom 17. Januar 2020 (act. II 166) 
chronische Schulter-/Armschmerzen rechts sowie eine foraminale Stenose 
mit möglicherweise Diskushernie C4/5 rechts sowie beidseitiger möglicher 
Foraminalstenosen C6/7. Die bisher durchgeführten diagnostischen und 
therapeutischen Massnahmen hätten keine wesentliche Verbesserung 
gebracht. Dass die Beschwerden alleine durch die eingebrachte Platte 
hervorgerufen würden, sei unwahrscheinlich. Möglicherweise trage die 
Platte zu einem Teil der Beschwerden bei. Für seine genaue Abklärung 
werde noch eine weiterführende resp. neue Bildgebung benötigt.

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3.2.7 Dr. med. L.________, Fachärztin für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht über 
die Sprechstunde des Spitals M.________ vom 5. November 2020 
(act. II 199) periscapuläre Myogelosen Schulter rechts (dominant) sowie 
einen Status nach zweimaliger Infiltration bei Diskushernie C5/6 rechts. 
Unter konsequenter und schmerztherapeutischer Behandlung und 
Infiltrationen sowie Triggerpunktbehandlung hätten sich die Schmerzen 
nicht deutlich verbessert. Die Platte liege in situ und sei weniger 
wahrscheinlich Ursache der ausgeprägten Schmerzen.

3.2.8 Am 3. Februar 2021 erfolgte eine Untersuchung durch 
Dr. med. N.________, Facharzt für Neurologie (act. II 218), welcher 
festhielt, es hätten sich in der klinischen Untersuchung keine Hinweise auf 
eine relevante Schädigung des Nervensystems finden lassen. Diese 
Einschätzung werde durch die bereits durchgeführte MRI-Untersuchung 
des rechten Schultergelenks unterstützt, da auch hier in der Muskulatur 
keine Hinweise auf ein neurogenes Ödem bestünden.

3.2.9 In der Beurteilung vom 16. Februar 2021 (act. II 221) diagnostizierte 
die Suva-Kreisärztin Dr. med. O.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, periscapuläre Myogelosen der rechten Schulter bei Status 
nach ORIF der Scapulafraktur am 26. Februar 2018 nach Leitersturz am 
21. Februar 2018. Sie führte aus, dass sich der Beschwerdeführer beim 
Sturz am 21. Februar 2018 eine mehrfragmentäre Scapulafraktur rechts 
(dominant) zugezogen habe. Die Fraktur sei zeitnah osteosynthetisiert 
worden. Nach initial gutem Verlauf sei es zu Bewegungseinschränkungen 
und chronischen Schmerzen gekommen. Ausgedehnte Diagnostik und 
verschiedene Therapien, inklusive Infiltration des AC-Gelenkes sowie der 
Halswirbelsäule, hätten keine wesentliche Besserung der Symptomatik 
gebracht. Eine Plattenentfernung sei mehrmals diskutiert, schliesslich aber 
nicht empfohlen worden, da dadurch keine wesentliche Schmerzreduktion 
erwartet werde (S. 3). Mittels Zeit und Training sei leider wahrscheinlich 
keine Verbesserung der bleibenden Unfallrestfolgen zu erwarten. Als 
zumutbar werde eine leichte bis mittelschwere ganztägige Arbeit ohne 
Überkopfarbeiten mit Belastungen körpernah und auf Hüfthöhe bis zehn 
Kilogramm, auf Brusthöhe bis zwei Kilogramm erachtet. Körperfern solle 

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die Last repetitiv nicht über ein Kilogramm betragen. Vibrationen und 
Schlagbelastungen seien zu vermeiden. Die Fähigkeit, auf Leitern und 
Gerüsten zu arbeiten, sei eingeschränkt. Von weiteren Behandlungen 
werde keine wesentliche Besserung des unfallbedingten Zustandes 
erwartet (S. 4). 

Dieselbe Ärztin hielt in der Beurteilung des Integritätsschadens vom 
16. Februar 2021 (act. II 222) fest, gemäss Integritätsentschädigung UVG 
Tabelle 1 bestehe bei Funktionsstörungen der oberen Extremität mit 
Beweglichkeit der Schulter bis zur Horizontalen ein Integritätsschaden von 
15 %. Gemäss Sprechstundenbericht vom 5. November 2020 (act. II 199) 
entspreche die Schulterfunktion diesem Punkt.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 

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sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; Entscheid des Bundes-
gerichts [BGer] vom 15. April 2021, 8C_672/2020, E. 2.3).

Auch reine Aktengutachten können beweiskräftig sein, sofern ein lückenlo-
ser Befund vorliegt und es im Wesentlichen nur um die fachärztliche Beur-
teilung eines an sich feststehenden medizinischen Sachverhalts geht, mit-
hin die direkte ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hin-
tergrund rückt (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3).

3.4

3.4.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich im angefochtenen Einspra-
cheentscheid vom 21. Dezember 2021 (act. II 264) in medizinischer Hin-
sicht massgeblich auf die Aktenbeurteilung von Dr. med. O.________ vom 
16. Februar 2021 (act. II 221). Diese erfüllt die höchstrichterlichen 
Beweisanforderungen (vgl. E. 3.3 hiervor) und erbringt vollen Beweis. 
Dr. med. O.________ setzte sich in Kenntnis der medizinischen Vorakten 
sorgfältig mit den gesundheitlichen Befunden und Beschwerden des 
Beschwerdeführers auseinander und begründete ihre Schlussfolgerungen 
überzeugend. Dass die Kreisärztin keine klinische Exploration durchführte, 
ist nicht zu beanstanden, konnte sie sich aufgrund der vorhandenen Unter-
lagen samt den Ergebnissen der bildgebenden und spezialärztlichen Ab-
klärungen sowie der intraoperativen Befunde doch ein gesamthaft lücken-
loses Bild verschaffen (SVR 2020 IV Nr. 38 S. 134 E. 4.3) und wären aus 
einer persönlichen Untersuchung keine zusätzlichen Erkenntnisse zu er-
warten gewesen. Vielmehr ging es um die Beurteilung eines an sich 
feststehenden medizinischen Sachverhalts, mithin rückte die direkte 
ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund. 
Dementsprechend ist auf die kreisärztliche Aktenbeurteilung abzustellen. 

3.4.2 Entgegen der in der Beschwerde (S. 4 Ziff. 7) vertretenen Ansicht, 
nahm die Beschwerdegegnerin den Fallabschluss nicht verführt vor. Sie 
terminierte die vorübergehenden Leistungen (formlos) per 31. März 2021 
(act. II 232). Gestützt auf die beweiskräftige Aktenbeurteilung von Dr. med. 
O.________ vom 16. Februar 2021 (act. II 221) war zu diesem Zeitpunkt 
keine namhafte Besserung mehr zu erwarten. Diese Einschätzung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 13

korreliert mit den Beurteilungen der behandelnden Ärzte, welche etwa 
durch eine Entfernung der Platte (vgl. act. II 166, 199) ebenfalls keine 
Verbesserung der medizinischen (Schmerz-)Situation mehr erwarteten. 
Überdies erachtete Dr. med. H.________ die Arbeitsfähigkeit – bereits im 
September 2018 – wieder als gegeben (vgl. act. II 52, 84). Eine 
divergierende Einschätzung, wonach mit weiteren medizinischen 
Massnahmen eine namhafte Besserung erzielt werden könnte, liegt nicht in 
den Akten. Unter diesen Umständen genügt die Möglichkeit, von Physio-
therapie zu profitieren, praxisgemäss nicht, um den Fallabschluss hinaus-
zuzögern, und gelten auch ärztliche Verlaufskontrollen und die Einnahme 
von Schmerzmedikamenten nicht als kontinuierliche, mit einer gewissen 
Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustan-
des gerichtete ärztliche Behandlung im Sinne der Rechtsprechung (Ent-
scheid des BGer vom 3. Dezember 2019, 8C_674/2019, E. 4.3 mit Hin-
weis). Unter diesen Umständen ist mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
erstellt (BGE 144 V 427 E. 3.2 S. 429), dass keine namhafte Besserung 
mehr zu erwarten war, und die Einstellung der Heilbehandlung und der 
Taggeldleistungen zu Recht per 31. März 2021 erfolgte. 

3.4.3 Des Weiteren hat die Suva-Kreisärztin Dr. med. O.________ aus 
medizinisch-theoretischer Sicht im Lichte der erhobenen Befunde ein 
überzeugendes Zumutbarkeitsprofil formuliert: Demnach besteht in einer 
leicht bis mittelschweren Arbeit ohne Überkopfarbeiten, mit Belastungen 
körpernah und auf Hüfthöhe bis zehn Kilogramm, auf Brusthöhe bis zwei 
Kilogramm, körperfern ohne repetitive Lasten von mehr als einem 
Kilogramm, eine ganztägige Arbeitsfähigkeit, wobei Vibrationen und 
Schlagbelastungen zu vermeiden sind, und die Fähigkeit, auf Leitern und 
Gerüsten zu arbeiten, eingeschränkt ist (act. II 221 S. 4). Diese 
Einschätzung stimmt denn auch mit der Einschätzung des behandelnden 
Arztes Dr. med. H.________ überein, gemäss welchem die Belastung 
bereits im September 2018 vollständig freigegeben gewesen war und 
zumindest unter Schulterniveau eine Arbeitstätigkeit wieder hätte 
aufgenommen werden können (act. II 52). Im Dezember 2018 bestanden 
gemäss Dr. med. H.________ bei klinisch normalisierter 
Bewegungsamplitude keine weiteren Anhaltspunkte für eine längerfristige 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit (act. II 84). Soweit Dr. med. L.________ 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 14

am 12. November 2020 ausführte, der Beschwerdeführer sei in seinem 
Arbeitsleben eingeschränkt (act. II 199), vermag dies die Einschätzung von 
Dr. med. O.________ auch nicht im Ansatz in Frage zu stellen, legte 
Dr. med. L.________ doch nicht dar, inwiefern sich Einschränkungen 
betreffend die Arbeits- und Leistungsfähigkeit ergeben sollen, so dass in 
keiner Weise erklärt ist, weshalb die Einschätzung der Kreisärztin falsch 
sein sollte. Bei der in der Beschwerde vertretenen Ansicht, wonach dem 
Beschwerdeführer nur noch in einem erheblich reduzierten Umfang eine 
leidensangepasste Tätigkeit zugemutet werden könne (Beschwerde S. 4 
Ziff. 11), handelt es sich deshalb um eine reine Behauptung, welche in den 
Akten keinen Rückhalt findet.

3.4.4 Die von der Eidgenössischen Invalidenversicherung in Auftrag ge-
gebenen Untersuchungen (vgl. Akten des Beschwerdeführers [act. I] 4) 
umfassen offenbar auch die Fachdisziplin der Rheumatologie und damit 
nicht unfallbedingte Gesundheitsschäden, weshalb deren Ergebnisse für 
die Unfallversicherung nicht von Relevanz sind. Zusammenfassend können 
keine auch nur geringen Zweifel an der Beurteilung der Suva-Kreisärztin 
ausgemacht werden, sodass auf weitere Abklärungen zu verzichten ist (an-
tizipierte Beweiswürdigung: BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b 
S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4). 

3.5 Mithin ist gestützt auf die beweiskräftige Aktenbeurteilung von 
Dr. med. O.________ vom 16. Februar 2021 (act. II 221) erstellt, dass im 
Zeitpunkt des (formlosen) Fallabschlusses per 31. März 2021 (act. II 232) 
der medizinische Endzustand erreicht und der Beschwerdeführer in einer 
angepassten Tätigkeit vollständig arbeitsfähig war.

4.

4.1 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern 
sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat 
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Bundesrat regelt die Bemessung des Invali-
ditätsgrades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abwei-
chen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 15

4.2 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.3 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist in der Unfallversi-
cherung nach jenem hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die ver-
sicherte Person ohne die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich erzie-
len würde. Dieser kann sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst als 
gesunde Person decken, aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht unfall-
bedingten, leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden sind 
(SVR 2018 UV Nr. 33 S. 115 E. 2.1). Lässt sich aufgrund der tatsächlichen 
Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierbare 
Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische Werte wie 
die vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustellen. Auf sie darf jedoch im Rahmen 
der Invaliditätsbemessung nur unter Mitberücksichtigung der für die 
Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls relevanten persönlichen und 
beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110; SVR 
2022 IV Nr. 22 S. 71 E. 4.2).

4.4 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 148 V 174 E. 6.2 S. 181, 143 V 295 E. 2.2 
S. 296). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BFS herausgegebenen LSE herangezogen werden. Da-
bei wird in der Regel der Totalwert angewendet. Praxisgemäss ist beim 
anhand der LSE vorgenommenen Einkommensvergleich sodann von der 
Tabellengruppe A (standardisierte Bruttolöhne) auszugehen, wobei übli-
cherweise auf die Tabelle TA1_tirage_skill_level, privater Sektor, abgestellt 
wird. Bei der Verwendung der standardisierten Bruttolöhne ist gemäss 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 16

Rechtsprechung jeweils vom sogenannten Zentralwert (Median) auszuge-
hen (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297, 148 V 174 E. 6.2 S. 181).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit 
unterdurchschnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand 
ist mit einem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 
322 E. 5.2 S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in 
welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von 
sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten 
Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, 
Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss 
sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf 
insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 
148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche 
Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten 
Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten Anrechnung desselben 
Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 148 V 174 E. 6.3 S. 182, 146 V 16 E. 
4.1 S. 20).

4.5 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Im Bereich der obligatorischen Unfallversicherung er-
gibt sich der massgebliche Zeitpunkt aus Art. 19 Abs. 1 Satz 1 UVG, wo-
nach der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztli-
chen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands 
mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen der 
IV abgeschlossen sind (BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 17

S. 201). Der frühestmögliche Rentenbeginn fällt demnach unter Berück-
sichtigung des Fallabschlusses per 31. März 2021 (Einstellung der vorü-
bergehenden Leistungen [Heilbehandlung und Taggeld]; act. II 232; vgl. 
E. 3.4.2 hiervor) auf den 1. April 2021. Auf diesen Zeitpunkt hin ist der Ein-
kommensvergleich vorzunehmen. Anders als beim Krankentaggeld ist beim 
Fallabschluss in der Unfallversicherung keine Übergangsfrist zu gewähren.

4.6

4.6.1 Der Beschwerdeführer arbeitete von Januar bis August 2016 in ei-
nem ..., bezog daraufhin von September 2016 bis August 2017 Arbeitslo-
senentschädigung und wurde danach ausgesteuert (act. II 220 S. 3). Erst 
rund drei Wochen vor dem Unfallereignis nahm er am 1. Februar 2018 sei-
ne Arbeitstätigkeit bei der P.________ auf (act. II 35). Dieses Arbeitsver-
hältnis wurde (auch) infolge Umstrukturierungsmassnahmen bereits per 
30. April 2018 beendet (act. II 35 S. 3). Entgegen der Ansicht der Be-
schwerdegegnerin ist damit nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
erstellt, dass der Beschwerdeführer im Gesundheitsfalle weiterhin dort tätig 
wäre. Folglich ist zur Bestimmung des Valideneinkommmens mit Blick auf 
den bisherigen beruflichen Werdegang (vgl. act. II 220 S. 3) auf die statisti-
schen Werte der LSE, Total, Männer, Kompetenzniveau 1, abzustellen (vgl. 
E. 4.3 hiervor). 

4.6.2 Was das Invalideneinkommen angeht, verwertet der Beschwerde-
führer seine Restarbeitsfähigkeit nicht und ihm steht – entgegen der in der 
Beschwerde vertretenen Ansicht (Beschwerde S. 5 Ziff. 11) – nach wie vor 
ein breiter Fächer an zumutbaren Tätigkeiten offen. Soweit er geltend 
macht, das Invalideneinkommen sei anhand von Lohnangaben aus der 
Dokumentation von Arbeitsplätzen (DAP; vgl. dazu BGE 129 V 472) festzu-
setzen (Beschwerde S. 5 Ziff. 11), wird die DAP-Datenbank seit Januar 
2019 nicht mehr fortgeführt (vgl. Entscheid des BGer vom 24. September 
2020, 8C_315/2020, E. 3.2). Überdies liegen auch sonst keine Umstände 
vor, die eine genauere Festsetzung des Invalideneinkommens anhand ei-
ner anderen Tabelle als der LSE erforderlich machen. Daher stellte die 
Beschwerdegegnerin zur Bestimmung des Invalideneinkommens zu Recht 
auf die LSE, Total, Männer, Kompetenzniveau 1, ab. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 18

Was den durch die Beschwerdegegnerin gewährten Abzug vom Tabellen-
lohn im Umfang von 10 % (act. II 264 S. 5) betrifft, ist dieser nicht gerecht-
fertigt. Die Beschwerdegegnerin begründete diesen durch sie als „grosszü-
gig“ bezeichneten Abzug denn auch nicht. Den gesundheitlichen Ein-
schränkungen wurde bereits im durch Dr. med. O.________ formulierten 
Zumutbarkeitsprofil (vgl. act. II 221 S. 4) umfassend Rechnung getragen. 
Zwar sind im Kompetenzniveau 1 bei Männern auch Tätigkeiten enthalten, 
die versicherte Personen wegen ihres medizinischen Zumutbarkeitsprofils 
nicht mehr ausüben können, doch führt dies nicht dazu, dass grundsätzlich 
ein Tabellenlohnabzug vorzunehmen ist, weil dieses Kompetenzniveau 
nicht nur (körperlich schwere) Hilfsarbeiten, sondern auch eine Vielzahl von 
leichten bis mittelschweren Tätigkeiten umfasst (Entscheid des BGer vom 
26. April 2018, 8C_699/2017, E. 3.3; vgl. auch Entscheid des BGer vom 30. 
Juli 2020, 8C_139/2020, E. 6.3.3). Ein Abzug aufgrund der übrigen Einzel-
fallkriterien (Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad; vgl. E. 4.4 hiervor) rechtfertigt sich weiter bereits deshalb 
nicht, weil hier sowohl Validen- als auch Invalideneinkommen aufgrund der 
LSE festzusetzen sind und die entsprechenden Aspekte bei beiden Ein-
kommen zu berücksichtigen wären (Entscheid des BGer vom 19. Januar 
2009, 8C_42/2008, E. 5). 

4.6.3 Da sowohl das Validen- wie auch das Invalideneinkommen auf der 
gleichen statistischen Basis zu ermitteln sind, kann eine detaillierte Be-
rechnung unterbleiben, entspricht doch der Invaliditätsgrad dem Grad der 
Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom 
Tabellenlohn (vgl. Entscheide des BGer vom 30. Juli 2012, 8C_365/2012, 
E. 7 und vom 4. August 2017, 8C_358/2017, E. 2.2; MEYER/REICHMUTH, 
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, S. 307). 

Da ein Abzug vom Tabellenlohn vorliegend nicht gerechtfertigt ist (vgl. 
E. 4.6.2 hiervor), beträgt der Invaliditätsgrad bei der vollständigen Arbeits-
fähigkeit 0 %, womit kein Rentenanspruch besteht (vgl. E. 4.1 hiervor).

5.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 19

5.1 Nach Art. 24 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf 
eine angemessene Integritätsentschädigung, wenn sie durch den Unfall 
eine dauernde erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psy-
chischen Integrität erleidet. Die Integritätsentschädigung wird in Form einer 
Kapitalleistung gewährt. Sie darf den am Unfalltag geltenden Höchstbetrag 
des versicherten Jahresverdienstes nicht übersteigen und wird entspre-
chend der Schwere des Integritätsschadens abgestuft (Art. 25 Abs. 1 
UVG).

5.1.1 Gemäss Art. 25 Abs. 2 UVG regelt der Bundesrat die Bemessung 
der Entschädigung. Von dieser Befugnis hat er in Art. 36 der Verordnung 
vom 20. Dezember 1982 über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) 
Gebrauch gemacht. Abs. 1 dieser Vorschrift bestimmt, dass ein Integritäts-
schaden als dauernd gilt, wenn er voraussichtlich während des ganzen 
Lebens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die 
körperliche, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Er-
werbsfähigkeit, augenfällig oder stark beeinträchtigt wird. Gemäss Abs. 2 
gelten für die Bemessung der Integritätsentschädigung die Richtlinien des 
Anhangs 3. Darin hat der Bundesrat in einer als gesetzmässig erkannten, 
nicht abschliessenden Skala häufig vorkommende und typische Schäden 
prozentual gewichtet (BGE 124 V 29 E. 1b S. 32). Für spezielle oder nicht 
aufgeführte Integritätsschäden wird die Entschädigung nach dem Grad der 
Schwere vom Skalenwert abgeleitet (Ziff. 1 Abs. 2 des Anhangs 3; BGE 
116 V 156 E. 3a S. 157). In diesem Zusammenhang hat die Suva in Weite-
rentwicklung der bundesrätlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in 
tabellarischer Form (sog. Feinraster; abrufbar unter <www.suva.ch>) erar-
beitet. Diese Tabellen sind, soweit sie lediglich Richtwerte enthalten, mit 
denen die Gleichbehandlung aller Versicherten gewährleistet werden soll, 
mit dem Anhang 3 zur UVV vereinbar (BGE 124 V 29 E. 1c S. 32).

5.1.2 Die Bemessung der Integritätsentschädigung richtet sich nach der 
Schwere des Integritätsschadens. Diese beurteilt sich nach dem medizini-
schen Befund. Bei gleichem medizinischen Befund ist der Integritätsscha-
den für alle Versicherten gleich; er wird abstrakt und egalitär bemessen 
(BGE 124 V 29 E. 3c S. 35).

http://www.suva.ch/

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 20

5.2 Die Beschwerdegegnerin gewährte eine Integritätsentschädigung 
nach Massgabe eines Integritätsschadens von 15 % (act. II 264 S. 6). Sie 
stützte sich dabei auf die Beurteilung der Kreisärztin Dr. med. O.________ 
vom 16. Februar 2021 (act. II 222). Diese hielt unter Rückgriff auf den Be-
richt von Dr. med. L.________ vom 5. November 2020 (act. II 199) fest, bei 
einer Funktionsstörung der oberen Extremität mit Beweglichkeit der Schul-
ter bis zur Horizontalen bestehe gemäss der SUVA-Tabelle 1 ein Inte-
gritätsschaden von 15 %. 

Diese Beurteilung ist – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers (Be-
schwerde S. 5 Ziff. 14) – mit Blick auf die medizinische Aktenlage und die 
Suva-Tabelle 1 nachvollziehbar und überzeugend begründet. In den Akten 
finden sich keine ärztlichen Berichte, welche auch nur geringe Zweifel an 
der kreisärztlichen Beurteilung zu wecken vermöchten bzw. aufgrund der 
verbleibenden somatischen Unfallfolgen eine höhere Entschädigung be-
gründen könnten. Damit hat es mit der von der Beschwerdegegnerin zuge-
sprochenen Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 15 % 
sein Bewenden. 

6.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
21. Dezember 2021 (act. II 264) im Ergebnis nicht zu beanstanden und die 
dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen.

7.

7.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 fbis ATSG (Um-
kehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu er-
heben.

7.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht gemäss Art. 1 Abs. 1 
UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG (Umkehrschluss) kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 21

7.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

7.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

7.3.2 Nachdem Rechtsanwältin B.________ um Kostendeckung bei der 
im Unfallzeitpunkt aufgrund der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 
bestehenden Rechtsschutzversicherung um Kostengutsprache für das vor-
liegende (bereits hängige) Beschwerdeverfahren ersucht hatte (Akten des 
Beschwerdeführers [act. IA] 19 f.), bestätigte die Rechtsschutzversicherung 
mit E-Mail vom 29. April 2022 (act. IA 21) die Versicherungsdeckung im 
Grundsatz, erteilte jedoch keine rückwirkende Kostengutsprache vor der 
Fallanmeldung am 7. April 2022. Rechtsanwältin B.________ machte ge-
genüber der Rechtsschutzversicherung geltend, dass sie erst aufgrund der 
Verfügung des Gerichts vom 28. Februar 2022 (in den Gerichtsakten) 
Kenntnis davon erhalten habe, dass der Beschwerdeführer möglicherweise 
im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung über eine 
Rechtsschutzversicherung verfüge und für das hängige Beschwerdeverfah-
ren Anspruch auf anwaltliche Unterstützung bzw. entsprechende Kosten-
gutsprache habe (act. IA19). Es gehört jedoch zu den anwaltlichen Sorg-
faltspflichten, allfällige Ansprüche gegenüber einer Rechtsschutzversiche-
rung frühestmöglich abzuklären. Es wäre stossend, wenn der Kanton Bern 
für Kosten aufzukommen hätte, welche dem Beschwerdeführer bei recht-
zeitiger Geltendmachung seiner Versicherungsansprüche vollumfänglich 
erstattet worden wären. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 
Beiordnung von Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin (für den 
vor dem 7. April 2022 entstandenen Aufwand) ist folglich abzuweisen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Jan. 2023, UV/2022/83, Seite 22

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin B.________ als amtliche Anwältin wird, soweit nicht 
gegenstandslos geworden, abgewiesen.

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- C.________ AG z.H. des Beschwerdeführers
- Suva
- Bundesamt für Gesundheit

Die Kammerpräsidentin: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.