# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 15e988d2-bbc3-5308-89cd-5bdad8d75d9d
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-06-11
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 11.06.2018 200 2016 866
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-866_2018-06-11.pdf

## Full Text

200 16 866 IV
KNB/FRN/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 11. Juni 2018

Verwaltungsrichter Knapp, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. August 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) meldete sich am 23. November 1999 unter Hinweis auf eine 
Krankheit erstmals bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Leistungsbezug an (Akten der IV [act. II] 1). Die IV-Stelle Bern (nach-
folgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin) holte insbesondere ein polydiszi-
plinäres Gutachten vom 2. Oktober 2000 beim Spital C.________ ein (act. 
II 16). Mit Verfügung vom 6. März 2001 wies sie das Rentenbegehren ab 
(act. II 27). Die hiergegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsge-
richt des Kantons Bern mit Entscheid vom 22. April 2002, IV 59695, ab (act. 
II 36). Nachdem das Eidgenössische Versicherungsgericht (EVG; heute 
Bundesgericht [BGer]) die Sache mit Entscheid vom 9. Januar 2003, I 
380/02, an die IVB zu weiteren Abklärungen zurückgewiesen hatte (act. 
II 48 S. 9), holte diese ein bidisziplinäres (rheumatologisches-
psychiatrisches) Gutachten beim Spital D.________ ein (Gutachten des 
Spitals D.________vom 28. Mai 2004; act. II 76; vgl. auch act. II 70 und 
68). Mit Verfügung vom 26. Oktober 2004 (act. II 79) wurde der Versicher-
ten ab Juli 1999 eine ganze IV-Rente bei einem IV-Grad von 100% zuge-
sprochen. Diese wurde in den Jahren 2006, 2007 und 2010 revisionsweise 
bestätigt (act. II 86; 90; 101). 

B.

Am 21. März 2012 stellte die Pensionskasse E.________ unter Beilage des 
von ihr in Auftrag gegebenen psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. 
F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 16. Januar 
2012 und mit Verweis auf lit. a der Schlussbestimmungen der Änderung 
vom 18. März 2011 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Inva-
lidenversicherung ([IVG; SR 831.20]; 6. IV-Revision, erstes Massnahmepa-
ket [AS 2011 5659]; nachfolgend: SchlBest. IVG; act. II 104) ein Revisions-
gesuch bei der IVB. Diese holte daraufhin beim Regionalen Ärztlichen 
Dienst (RAD) eine Stellungnahme ein (act. II 113). Nachdem sie weitere 

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medizinische Berichte eingeholt hatte, veranlasste sie eine polydisziplinäre 
(internistische, orthopädische sowie psychiatrische) Untersuchung beim 
G.________ (MEDAS-Gutachten vom 7. Januar 2016; Akten der IV [act. 
IIA] 171.1 bis 171.3) und gewährte ein Belastbarkeitstraining (act. IIA 188), 
welches die Versicherte aufgrund geltend gemachter gesundheitlicher 
Gründe vorzeitig abbrach (act. IIA 196). Mit Vorbescheid vom 9. Juni 2016 
(act. IIA 195) stellte die IVB die Aufhebung der IV-Rente bei einem IV-Grad 
von 9% in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Einwand (act. IIA 200). Mit Verfügung vom 
23. August 2016 hob die IVB dem Vorbescheid entsprechend die IV-Rente 
auf Ende des folgenden Monats auf (act. IIA 206). 

C.

Dagegen erhob die Versicherte, nach wie vor vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, mit Eingabe vom 19. September 2016 Beschwerde und bean-
tragte Folgendes:

Die Verfügung vom 23. August 2016 sei aufzuheben und es sei der 
Beschwerdeführerin weiterhin die bisherige Invalidenrente auszu-
richten.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolge

Mit Beschwerdeantwort vom 18. Oktober 2016 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.  

Mit Eingabe vom 26. Juni 2017 reichte die Beschwerdeführerin eine Kos-
tennote sowie eine Stellungnahme ein. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 15. Dezember 2017 gab der Instrukti-
onsrichter der Beschwerdeführerin mit Blick auf die neue bundesgerichtli-
che Rechtsprechung (zur Publikation vorgesehene Entscheide des BGer 
vom 30. November 2017, 8C_841/2016 und 8C_130/2017, nun BGE 143 V 
409 und 143 V 418) Gelegenheit zur Stellungnahme.

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Mit Stellungnahme vom 9. Februar 2018 bestätigte die Beschwerdeführerin 
die gestellten Rechtsbegehren und reichte am 15. Februar 2018 einen 
Arztbericht der behandelnden Psychiaterin ein (Akten der Beschwerdefüh-
rerin [act. I] 4). 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG). Da auch die Bestimmungen über Frist 
(Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechts-
pflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde ein-
zutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. August 2016 (act. 
IIA 206). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine IV-Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1).

2.3 Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, 
dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt 
sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Ge-
sundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend 
ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr 
zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).  

Es ist dem klaren Willen des Gesetzgebers gemäss Art. 7 Abs. 2 ATSG 
Rechnung zu tragen, wonach im Zuge einer objektivierten Betrachtungs-
weise von der grundsätzlichen „Validität“ der versicherten Person auszuge-

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hen ist (BGE 141 V 281 E. 3.7.2 S. 295) und die materielle Beweislast für 
Invalidität bei ihr liegt (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die Rechts-
anwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorgaben 
tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 281 E. 
2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt die Prü-
fung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegründende 
Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturierten 
normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 428 f., 141 V 281 E. 
4.1 S. 296 ff.). Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditäts-
grades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizi-
nisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall 
anhand von Standardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zu-
mindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind (BGE 141 
V 281 E. 6 S. 308). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 
143 V 418 E. 7.2 S. 429). 

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Hinweise auf solche und 
andere Äusserungen eines sekundären Krankheitsgewinns ergeben sich 
namentlich, wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten 
Schmerzen und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht, 
intensive Schmerzen angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch 
vage bleibt, keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch ge-
nommen wird, demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständi-
gen unglaubwürdig wirken oder schwere Einschränkungen im Alltag be-
hauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist. 
Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin. 
Besteht im Einzelfall Klarheit darüber, dass nach plausibler ärztlicher Beur-
teilung die Anhaltspunkte auf eine Aggravation eindeutig überwiegen und 
die Grenzen eines bloss verdeutlichenden Verhaltens klar überschritten 

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sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten auf eine verselbständigte, 
krankheitswertige psychische Störung (vgl. BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) 
zurückzuführen wäre, fällt eine versicherte Gesundheitsschädigung ausser 
Betracht und ein Rentenanspruch ist ausgeschlossen, selbst wenn die 
klassifikatorischen Merkmale einer psychischen Störung gegeben sein soll-
ten (vgl. Art. 7 Abs. 2 ATSG erster Satz). Soweit die betreffenden Anzei-
chen neben einer ausgewiesenen verselbständigten Gesundheitsschädi-
gung (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299) auftreten, sind deren Auswirkungen 
derweil im Umfang der Aggravation zu bereinigen (BGE 141 V 281 E. 2.1.1 
S. 285 und E. 2.2 S. 287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicher-
te Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene 
anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikato-
ren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter Berücksich-
tigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und 
Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreich-
baren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt im Re-
gelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardindikato-
ren zu beachten (E. 4.1.3), welche sich in die Kategorien „funktioneller 
Schweregrad“ (E. 4.3) und „Konsistenz“ einteilen lassen (E. 4.4). Der Prü-
fungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5). Die Anerkennung eines rentenbe-
gründenden Invaliditätsgrades ist nur zulässig, wenn die funktionellen Aus-
wirkungen der medizinisch festgestellten gesundheitlichen Anspruchs-
grundlage im Einzelfall anhand der Standardindikatoren schlüssig und wi-
derspruchsfrei mit (zumindest) überwiegender Wahrscheinlichkeit nachge-
wiesen sind. Fehlt es daran, hat die Folgen der Beweislosigkeit nach wie 
vor die materiell beweisbelastete versicherte Person zu tragen (E. 6). 

2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
IV-Grad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.5 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-

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führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

2.6 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.7 Ändert sich der IV-Grad einer Rentenbezügerin oder eines Renten-
bezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch 
hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben 
(Art. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den IV-Grad 
und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist 
deshalb nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesund-
heitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen 
Auswirkungen (oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Auf-
gabenbereich) des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes er-
heblich verändert haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähig-
keit aufgrund einer Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein 
Revisionsgrund ist ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine 
andere Art der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine 
Wandlung des Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 
10, 130 V 343 E. 3.5 S. 349).

Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Rentenan-
spruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter Berück-
sichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlaggeben-
den Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invaliditäts-

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schätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

Als zeitliche Vergleichsbasis ist einerseits der Sachverhalt im Zeitpunkt der 
ursprünglichen Rentenverfügung und anderseits derjenige zur Zeit der 
streitigen Revisionsverfügung zu berücksichtigen (BGE 130 V 343 E. 3.5.2 
S. 351, 125 V 368 E. 2 S. 369; SVR 2010 IV Nr. 53 S. 166 E. 3.1). Wurde 
die Rente zuvor bereits revidiert oder bestätigt, so ist als zeitliche Ver-
gleichsbasis die letzte rechtskräftige Verfügung heranzuziehen, sofern eine 
materielle Überprüfung des Leistungsanspruches tatsächlich stattgefunden 
hat, d.h. eine rechtskonforme (medizinische) Sachverhaltsabklärung, eine 
Beweiswürdigung und gegebenenfalls - sofern Hinweise für eine Änderung 
in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands bestanden - 
ein Einkommensvergleich durchgeführt worden sind (BGE 133 V 108 E. 5.4 
S. 114; SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2).

3.

3.1 Zunächst ist festzustellen, dass die Verwaltung – anders als von der 
Pensionskasse E.________ im Rahmen ihres Revisionsgesuches vom 
21. März 2012 vorgeschlagen – die angefochtene Verfügung nicht auf die 
SchlBest. IVG gestützt hat. Dies zu Recht, denn der rentenzusprechenden 
Verfügung vom 26. Oktober 2004 (act. II 79) lag im Wesentlichen das Gut-
achten des Spitals D.________ vom 28. Mai 2004 zugrunde, in welchem 
die Gutachter die attestierte Arbeitsunfähigkeit massgeblich mit der schwe-
ren depressiven Episode begründeten (act. II 76 S. 13 f.). Ein depressives 
Geschehen ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung indes kein 
unklares Beschwerdebild i.S.v. lit. a Abs. 1 SchlBest. IVG (vgl. statt vieler: 
Entscheid des BGer vom 2. September 2016, 8C_413/2016, E. 4.3), womit 
diesen Bestimmungen die Anwendung von vornherein versagt war. 

3.2 Vorab ist zu prüfen, ob zwischen der Verfügung vom 26. Oktober 
2004 (act. II 79) – anlässlich welcher die letzte materielle Überprüfung des 
Rentenanspruchs stattfand (BGE 133 V 108 E. 5.4 S. 114; SVR 2013 IV 
Nr. 44 S. 135 E. 3.1.2) – und der hier angefochtenen Verfügung vom 
23. August 2016 (act. IIA 206) eine wesentliche Änderung in den tatsächli-

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chen Verhältnissen eingetreten ist, die geeignet ist, den IV-Grad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.7 hiervor). 

3.3 Die Verfügung vom 26. Oktober 2004 (act. II 79) stützte sich mass-
geblich auf das Gutachten des Spitals D.________ vom 28. Mai 2004 (act. 
II 76; 70 und 68). Mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden eine 
schwere depressive Episode ohne psychotische mit somatischen Sympto-
men (ICD-10 F32.21), ein chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyn-
drom mit pseudoradikulärer Schmerzausstrahlung ins rechte Bein, chroni-
sche, teils migräneartige, teils vom Nackenbereich ausgehende Kopf-
schmerzen sowie ein postthrombotisches Syndrom am linken Bein dia-
gnostiziert (act. II 76 S. 11). 

Der psychiatrische Gutachter führte aus, die Stimmung der Beschwerde-
führerin sei durchgängig traurig und niedergedrückt. Es habe keine Aus-
lenkbarkeit bestanden. Es hätten eigentlich keine freudvollen Aktivitäten 
angegeben werden können, lediglich Besuche des Sohnes würden ihr et-
was Freude bereiten. Die Beschwerdeführerin habe einen vollständigen 
Interessensverlust berichtet. Ihr Leben erscheine ihr schwarz und hoff-
nungslos (act. II 68 S. 2). Bei dem Schweregrad der erhobenen Symptoma-
tik sei auch an eine stationär psychiatrische Behandlung zu denken, diese 
sei jedoch im Gespräch von der Beschwerdeführerin als aversiv abgelehnt 
worden. Es gäbe Gedanken, das eigene Leben zu beenden. Suizidalität sei 
angegeben worden, akute Suizidalität habe aber ausgeschlossen werden 
können (act. II 68 S. 3). 

Zur Arbeitsfähigkeit wurde aus interdisziplinärer Sicht ausgeführt, in der 
bisherigen Tätigkeit als ... bestehe bis heute eine 100%ige Arbeitsunfähig-
keit (act. II 76 S. 13). Bei einer angepassten Tätigkeit müsste es sich um 
wenig rückenbelastende Tätigkeiten ohne wiederholtes Bücken und Auf-
richten, repetitives Anheben oder Tragen von Gegenständen über fünf bis 
sieben kg, ohne Arbeiten in monotoner Vorneigung des Oberkörpers und 
ohne langes Stehen oder Sitzen mit der Möglichkeit, die Körperposition zu 
ändern, handeln. Zurzeit seien selbst angepasste Tätigkeiten wegen des 
psychischen Zustandes nicht zumutbar. Nach Abklingen der depressiven 
Symptomatik wäre aus somatischer Sicht ein Pensum von sechs bis sieben 
Stunden täglich zumutbar (act. II 76 S. 14). 

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3.4 Der nunmehr angefochtenen Verfügung vom 23. August 2016 (act. 
IIA 206) liegen insbesondere folgende Berichte zugrunde:

3.4.1 Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Gutachten vom 16. Januar 2012 (act. II 104 S. 10 ff.) 
eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung (ICD-10 F45.4) sowie eine 
rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte bis mittelgradige 
Episode (ICD-10 F33.0/1; S. 18). Er führte aus, 2004 sei eine schwere de-
pressive Episode festgestellt worden. Damals sei empfohlen worden, die 
Beschwerdeführerin stationär psychiatrisch zu behandeln und eine adäqua-
te medikamentöse Therapie durchzuführen. Die Beschwerdeführerin sei 
jedoch nicht in die Klinik gegangen, sie lasse sich seither ambulant psych-
iatrisch betreuen. Seit Ende 2010 gehe es ihr psychisch besser, es habe 
sich eine Verlagerung vom psychischen in den psychosomatischen Bereich 
ergeben. Am 5. Dezember 2011 sei keine deutliche Depressivität erkenn-
bar: Die Beschwerdeführerin sei zu Beginn des Gesprächs zwar teilweise 
verstimmt, könne sich aber bald auffangen. Sie sei nicht suizidal, nicht 
schwermütig gedrückt, zeige keine Ängste und keine bedeutenden Konzen-
trationseinschränkungen. Es könne auch auf den regelmässigen Tagesab-
lauf hingewiesen werden. Sie habe zudem diverse Lebensaktivitäten erhal-
ten können, reise sie doch jedes Jahr für längere Zeit in die Ferien ins 
Heimatland und fahre gelegentlich selber Auto. Sie habe die mitmenschli-
chen Kontakte beibehalten können, habe eine enge Freundin und gute Kol-
leginnen. Es bestünden rege innerfamiliäre Kontakte. Dies alles lasse den 
Schluss ziehen, dass die depressive Episode zwischen leicht bis mittelgra-
dig liege. Es lasse sich auch an der Medikation ablesen, dass die Be-
schwerdeführerin nicht schwer depressiv sein könne. Insidon gelte nämlich 
als mässig wirksames Antidepressivum. Es stehe in der Regel eher die 
angstlösende und die sedierende Wirkung im Vordergrund. Der Medika-
mentenspiegel liege bei der Laboruntersuchung unter dem Referenzbe-
reich (S. 16). Die Psychotherapie werde alle zwei bis drei Wochen durchge-
führt, was genügend sei. Als Schadenminderung müsse die Beschwerde-
führerin verpflichtet werden, sich adäquat medikamentös behandeln zu 
lassen. Eine medikamentöse Behandlung könne die Arbeitsfähigkeit in ab-
sehbarer Zeit auf 80% verbessern. In diesem Ausmass seien die Tätigkei-
ten als ... und als ... zumutbar (S. 18 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 12

3.4.2 Der RAD-Arzt Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, führte im Bericht vom 1. Februar 2013 (act. II 113) bezug-
nehmend auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. F.________ (act. 
II 104 S. 10 ff.) aus, das trizyklische Antidepressivum könne nicht als mil-
des Antidepressivum bezeichnet werden; so etwas wie starkes oder mildes 
Antidepressivum gebe es nicht. Es gebe verschiedene Antidepressiva, die 
statistisch unterschiedlich wirkten. Insidon wirke neben seiner antidepressi-
ven Eigenart auch anxiolytisch, was gerade in diesem Fall indiziert und 
richtig sei, zudem wüssten sie aus dem Gutachten vom 28. Mai 2004, dass 
Behandlungen mit den modernen Antidepressiva Paroxetin und Fluroxetin 
(Deroxat und Fluctine), die als Serotoninwiederaufnahmehemmer wirkten, 
durchgeführt worden seien, doch nicht erfolgreich gewesen seien. Wenn 
die Beschwerdeführerin das Medikament nicht in ausreichender Dosis zu 
sich nehme, sei dies kein Revisionsgrund. 

3.4.3 Im Bericht vom 10. Juni 2013 (act. II 126) diagnostizierte die behan-
delnde Psychiaterin, Dr. med. I.________, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, eine rezidivierende depressive Störung (ICD-10 F33.3). 
Die Beschwerdeführerin nehme weiterhin Antidepressiva ein und sei bei ihr 
in psychiatrischer Behandlung. Sie sei seit 2001 unfähig irgendeiner Ar-
beitstätigkeit nachzugehen und werde zu 100% arbeitsunfähig bleiben (S. 1 
und 3). 

3.4.4 Im Bericht zu Handen der Beschwerdegegnerin vom 17. Januar 
2015 (act. IIA 143) führte Dr. med. J.________, Facharzt für Chirurgie, aus, 
der Gesundheitszustand sei stationär. Das postthrombotische Syndrom 
sowie das Pelvic Congestion Syndrom hätten Einfluss auf die Arbeitsfähig-
keit (S. 1). Die Beschwerdeführerin habe schwere und geschwollene Beine 
aufgrund einer Thrombose. Eine „Office-Arbeit“ sei noch zumutbar (S. 3). 

3.4.5 Der Hausarzt, Dr. med. K.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, führte im Bericht vom 28. Februar 2015 (act. IIA 148) aus, nach 
wie vor leide die Beschwerdeführerin unter ihrem panvertebralen Syndrom 
mit vor allem lumbovertebralem Syndrom, Spondylolisthesis sowie einem 
Cervical-Syndrom. Daneben bestünden Schwindel, Müdigkeit und 
Schwäche sowie wegen dem Status nach Venenthrombose und Lungen-
embolie fortgesetzte Beschwerden im Bein und eine leichte Ateminsuffizi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 13

enz. Die Migräne sei wechselnd vorhanden, die Depression trotz Behand-
lung meistens in einem mittelschweren Ausmass. Neu seien vermehrt auch 
Unterbauchbeschwerden vorhanden, die gemäss den Abklärungsresultaten 
am ehesten einem Pelvic Congestion Syndrom entsprächen. Die Arbeits-
fähigkeit sei sicher nicht besser geworden und dürfte für die nächsten Jah-
re auf einem ähnlichen Stand bleiben (S. 2). 

3.4.6 Das polydisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 7. Januar 2016 (act. 
IIA 171.1 bis 171.3) basiert auf internistischen, orthopädischen sowie 
psychiatrischen Untersuchungen. Unter Berücksichtigung aller Fachgebiete 
stellten die Gutachter folgende Diagnosen (act. IIA 171.1 S. 52 f.): 

Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 

o Cervicovertebralsyndrom nach cranial luxierter Diskushernie C3/4 mit deut-
licher Foramenstenose C3/4 links, Spondylarthrose C4/5 mit Foramenste-
nose C4/5 links und Spondylarthrose sowie Diskusprotrusion C5/6 mit 
leichter bis mässiger Foramenstenose C5/6 rechts

o Pseudolumbofemoralgie rechts bei Spondylolyse L5 beidseits und Olisthe-
sis Grad 1 nach Meyerding L5/S1 mit Diskushernie, mässiger Foramens-
tenose rechts und deutlicher Foramenstenose links L5/S1 und möglicher 
Kompromittierung der Nervenwurzeln L5

o Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode mit 
somatischem Syndrom (ICD-10 F33.11)

Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

o Leichtes postthrombotisches Syndrom des linken Beins nach Thrombose 
und Lungenembolie 1995

o Urinstressinkontinenz Grad II
o Chronische Rhinitis allergica sowie Allergie auf Novalgin und Kontrastmittel

Im psychiatrischen Teilgutachten (act. IIA 171.3) führte Dr. med. 
L.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, die mittel-
gradige Episode sei gekennzeichnet durch niedergeschlagene Stimmung 
mit deutlichen Affektstörungen, vermindertem affektivem Mitschwingen, 
wechselnd mit Affektlabilität und weinerlichem Verhalten je nach Thematik, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 14

insbesondere beim Gespräch über den Suizid der Mutter. Hinzu kämen 
deutliche psychomotorische Unruhe mit Nesteln der Hände und Antriebs-
minderung. Die Beschwerdeführerin wirke im Denken negativistisch auf 
ihre körperlichen Beschwerden und ihre Situation eingeengt mit Zukunfts-
ängsten und sie äussere mangelnden Lebenswillen mit wiederholten Sui-
zidgedanken, ohne Hinweise für eine akute suizidale Einengung. Hinzu 
kämen Schuldgefühle, insbesondere bezüglich des Sohnes und ihrer ver-
storbenen Mutter und sie zeige kaum Motivation und keine Interessen. Es 
würden trotz Medikamenteneinnahme Schlafstörungen mit Ein- und Durch-
schlafstörungen sowie Schlafverkürzung angegeben mit subjektiv vermehr-
ter Müdigkeit und Erschöpfung tagsüber. Sie fühle sich kraftlos, energielos, 
hoffnungslos, verzweifelt und es liessen sich zirkadiane Störungen mit 
Morgenpessimum bei hereditärer Belastung erheben. Aus psychiatrischer 
Sicht bestünden keine eindeutigen Hinweise für eine anhaltende somato-
forme Schmerzstörung und es liessen sich keine schweren und quälenden 
Schmerzen erheben, die durch eine organische Störung nicht ausreichend 
erklärt werden könnten und in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder 
psychosozialen Problemen stünden. Bei der Beurteilung des sozialen Kon-
texts zeigten die sozialen Belastungen wie z.B. Arbeitslosigkeit keine direkt 
negativen funktionellen Folgen und die Beschwerdeführerin werde familiär 
gut unterstützt und es liessen sich zumindest wenige soziale Kontakte mit 
einer Kollegin erheben und es führten diese Kontakte zu vorübergehenden 
Stimmungsaufhellungen. Bei der antidepressiven Medikation mit Insidon 
handle es sich um ein gering wirksames Antidepressivum und es sei auf-
grund der vorliegenden depressiven Erkrankung eine Intensivierung der 
antidepressiven Medikation mit ausreichender Dosierung zu empfehlen (S. 
19 f.). Trotz der beschriebenen psychischen Störungen liessen sich gewis-
se Ressourcen erheben. Die Beschwerdeführerin zeige zumindest einige 
Aktivitäten im Tagesablauf, würde spazieren, Kleinigkeiten im Haushalt 
verrichten, kochen, fernsehen und habe gelegentlich Kontakte mit einer 
Kollegin (S. 21). Aus psychiatrischer Sicht könne in einer angepassten 
Tätigkeit (ohne erhöhte emotionale Belastung, ohne erhöhten Zeitdruck, 
ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne vermehrte Kundenkontakte 
und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung) eine 60%ige Arbeitsfähig-
keit seit mindestens Juli 2015 angenommen werden (S. 23). Unter einer 
entsprechenden antidepressiven Therapie sei eine Besserung der depres-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 15

siven Störung mit Leistungssteigerung und etwa 70%iger Arbeitsfähigkeit in 
angepasster Tätigkeit innerhalb eines Jahres zu erwarten (S. 25). 

Im orthopädischen Teilgutachten (act. IIA 171.1 S. 8 ff.) führte Dr. med. 
M.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, aus, die Beschwerdeführerin gebe an, dass ihr lin-
kes Knie ständig schmerze. Sie könne das linke Bein wegen der Schmer-
zen nicht gut bewegen. Das Schienbein vorne fühle sich taub an. Das Sit-
zen, Stehen oder Gehen sei nur eine halbe Stunde möglich. Die Nacken-
schmerzen seien ebenfalls andauernd. Es werde ihr schwindlig beim Ablie-
gen, Aufstehen und Hochschauen (S. 10). Weiter führte der Gutachter aus, 
die Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit habe eine erhebliche 
Symptomausweitung ergeben und infolge derselben sowie Selbstlimitie-
rung und Inkonsistenz seien die Resultate der physischen Leistungstests 
für die Beurteilung der zumutbaren Belastbarkeit nicht verwertbar. Es sei 
davon auszugehen, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht 
werden könnte, als bei den Leistungstests gezeigt worden sei. Die Beurtei-
lung der Zumutbarkeit stützte sich deshalb primär auf medizinisch-
theoretische Überlegungen. Die Nackenschmerzen und die abnormen Un-
tersuchungsbefunde der HWS könnten im Wesentlichen auf die im MRI 
sichtbare nach cranial luxierte Diskushernie C3/4 mit deutlicher Foramens-
tenose C3/4 links, die deutliche Spondylarthrose C4/5 mit Foramenstenose 
C4/5 links und die Spondylarthrose mit Diskusprotrusion und Foramenste-
nose C5/6 rechts zurückgeführt werden. Die lumbalen Schmerzen und die 
pathologischen objektiven Befunde der LWS könnten zumindest teilweise 
durch die im MRI dokumentierte Spondylolyse L5 beidseits mit Olisthesis 
Grad 1 nach Meyerding L5/S1 bei Dikushernie und mässiger Foramenste-
nose rechts sowie deutlicher Foramenstenose links und möglicher Kom-
promittierung der Nervenwurzeln L5 erklärt werden. Die Schmerzen in der 
linken Hüfte respektive im gesamten linken Bein könnten bei normalem 
radiologischem Befund der linken Hüfte nicht plausibilisiert werden (S. 21). 
In der angestammten Tätigkeit als ... liege die Arbeitsunfähigkeit bei 50%. 
In einer leidensadaptierten Tätigkeit (körperlich leichte Tätigkeiten in tem-
perierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häufige 
inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen) könne seit jeher eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit zugemutet werden (S. 22 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 16

Im internistischen Teilgutachten (act. IIA 171.2) wurde keine Diagnose mit 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit erhoben. 

Im polydisziplinären Konsens führten die Gutachter aus, in der angestamm-
ten Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit aufgrund der depressiven Episode 
mit somatischem Syndrom seit Juli 2015 50% bei voller Stundenpräsenz. In 
einer leidensadaptierten Tätigkeit, ohne erhöhte emotionale Belastung, 
ohne Stressbelastung, ohne erforderliche geistige Flexibilität, ohne ver-
mehrte Kundenkontakte und ohne überdurchschnittliche Dauerbelastung, 
seien körperlich leichte Arbeiten in temperierten Räumen, ohne häufiges 
Sitzen oder Stehen sowie ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte 
Körperhaltungen seit mindestens Juli 2015 bei voller Stundenpräsenz zu 
60% möglich (act. IIA 171.1 S. 53).

3.4.7 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. I.________ diagnostizierte 
in ihrem im Beschwerdeverfahren eingereichten Bericht vom 20. Januar 
2018 (act. I 4) eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
schwere Episode ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2). Der psy-
chische Zustand der Beschwerdeführerin sei sehr instabil und habe sich 
trotz Medikation nicht verbessert. Wegen der Unvereinbarkeit mit dem 
chronischen somatischen Gesundheitszustand werde sie mit Isidon thera-
piert. Es gebe keine Veränderung der Arbeitsfähigkeit.

3.5 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 17

nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352). 

Die Feststellung einer revisionsbegründenden Veränderung erfolgt durch 
eine Gegenüberstellung eines vergangenen und des aktuellen Zustandes. 
Gegenstand des Beweises ist somit das Vorhandensein einer entschei-
dungserheblichen Differenz in den den medizinischen Unterlagen zu ent-
nehmenden Tatsachen. Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision er-
stellten Gutachtens hängt folglich wesentlich davon ab, ob es sich ausrei-
chend auf das Beweisthema – erhebliche Änderung(en) des Sachverhalts – 
bezieht. Einer für sich allein betrachtet vollständigen, nachvollziehbaren 
und schlüssigen medizinischen Beurteilung, die im Hinblick auf eine erst-
malige Beurteilung der Rentenberechtigung beweisend wäre, mangelt es 
daher in der Regel am rechtlich erforderlichen Beweiswert, wenn sich die 
(von einer früheren abweichende) ärztliche Einschätzung nicht hinreichend 
darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des Gesundheits-
zustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben Sachlagen, in denen es 
evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse sich verändert haben 
(SVR 2013 IV Nr. 44 S. 135 E. 6.1.2).

Wegen des vergleichenden Charakters des revisionsrechtlichen Be-
weisthemas und des Erfordernisses, erhebliche faktische Veränderungen 
von bloss abweichenden Bewertungen abzugrenzen, muss deutlich wer-
den, dass die Fakten, mit denen die Veränderung begründet wird, neu sind 
oder dass sich vorbestandene Tatsachen in ihrer Beschaffenheit oder ih-
rem Ausmass substantiell verändert haben. Eine verlässliche Abgrenzung 
der tatsächlich eingetretenen von der nur angenommenen Veränderung ist 
als erforderliche Beweisgrundlage nicht erreicht, wenn bloss nominelle Dif-
ferenzen diagnostischer Art bestehen. Die Feststellung über eine seit der 
früheren Beurteilung eingetretene tatsächliche Änderung ist hingegen 
genügend untermauert, wenn die ärztlichen Sachverständigen aufzeigen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 18

welche konkreten Gesichtspunkte in der Krankheitsentwicklung und im Ver-
lauf der Arbeitsunfähigkeit zu ihrer neuen diagnostischen Beurteilung und 
Einschätzung des Schweregrades der Störungen geführt haben (SVR 2013 
IV Nr. 44 S. 136 E. 6.1.3).

3.6 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 23. August 2016 (act. IIA 206) massgeblich auf das MEDAS-
Gutachten vom 7. Januar 2016 (act. IIA 171.1 bis 171.3) gestützt. Dieses 
Gutachten erfüllt die von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den 
Beweiswert einer Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.4 hiervor) 
und überzeugt. Insbesondere basiert die Beurteilung auf umfassenden Un-
tersuchungen, berücksichtigt die beklagten Beschwerden und wurde in 
Kenntnis und nach Auseinandersetzung mit den Vorakten erstattet. Sie 
leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation ein. Zwar hat die Beschwerdegeg-
nerin den Gutachtern die im revisionsrechtlichen Kontext entscheidende 
Frage nach erheblichen Änderungen des medizinischen Sachverhalts, die 
seit der rentenzusprechende Verfügung (allenfalls) eingetreten sind, nicht 
unterbreitet. Aufgrund der Ausführungen des psychiatrischen Experten und 
seiner Stellungnahme zu den Vorgutachtern, wobei er den damaligen 
psychiatrischen Einschätzungen weitgehend zustimmte und damit einher-
gehend und in Übereinstimmung mit dem Gutachten des Spitals 
D.________ retrospektiv von einer schweren depressiven Episode ausging 
(act. IIA 171.1 S. 42 Ziff. 7.5; vgl. auch 171.1 S. 39), ist in concreto jedoch 
evident, dass sich der psychische Gesundheitszustand wesentlich verän-
dert hat (vgl. E. 3.7.1 hiernach). Unter diesen Umständen ist das Gutachten 
auch im revisionsrechtlichen Kontext beweiskräftig. Insoweit kommt dem 
Gutachten voller Beweiswert zu (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

3.7

3.7.1 Was den psychischen Gesundheitszustand betrifft, hat der psychia-
trische Gutachter, Dr. med. L.________, den Diagnoseleitlinien entspre-
chend (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifikation 
psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische Leitli-
nien, 10. Aufl. 2015, S. 169 ff.) ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin an 
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Epi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 19

sode mit somatischem Syndrom leidet und deshalb eine 40%ige Arbeitsun-
fähigkeit bzw. 60%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit be-
stehe (act. IIA 171.3 S. 16 und 43). Im direkten Vergleich der Befunde des 
Gutachtens des Spitals D.________ vom 28. Mai 2004 und des MEDAS-
Gutachtens vom 7. Januar 2016 kann die Differenz in den Schlussfolge-
rungen veränderten gutachterlichen Tatsachenfeststellungen zugeordnet 
werden. Eine Verbesserung des Zustandsbildes ist etwa in Bezug auf die 
Müdigkeit ausgewiesen. Der Gutachter des Spitals D.________ beschrieb 
die Beschwerdeführerin als „müde“ wirkend (act. II 76 S. 9). Der psychiatri-
sche Experte der MEDAS fand zum Untersuchungszeitpunkt keine Hinwei-
se für eine „vermehrte Müdigkeit oder Erschöpfung“ (act. IIA 171.1 S. 36). 
Des Weiteren beschrieb er gelegentliche kurze Stimmungsaufhellungen 
über ein bis zwei Wochen (act. IIA 171.1 S. 39), wobei der Gutachter des 
Spitals D.________keine solchen erhob. 

Der psychiatrische Experte des MEDAS geht – im Vergleich zu Dr. med. 
F.________, der eine leichte bis mittelgradige depressive Episode diagnos-
tizierte – von einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustan-
des mit verstärkt depressiver Verstimmung bzw. mittelgradiger depressiver 
Episode seit Juli 2015 aus (act. IIA 171.1 S. 51; 171.3 S. 17). Dies ändert 
aber nichts am Umstand, dass insgesamt seit dem Gutachten des Spitals 
D.________ von 2004 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes er-
stellt ist, weil sich die Befundlage verändert hat und eine schwere depressi-
ve Episode nicht mehr diagnostiziert wird. Die Beschwerdegegnerin ging 
nach dem Dargelegten zu Recht davon aus, dass sich eine wesentliche 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingestellt hat, die geeignet 
ist, den IV-Grad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Damit ist 
der Rentenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig zu 
prüfen (vgl. E. 2.7 hiervor). 

3.7.2 Soweit die behandelnde Psychiaterin am 10. Juni 2013 eine sehr 
schlechte Prognose und eine lebenslange 100%ige Arbeitsunfähigkeit at-
testierte (act. II 126 S. 3), hat das Gericht der Erfahrungstatsache Rech-
nung zu tragen, dass behandelnde Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auf-
tragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zugunsten ihrer 
Parteien aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b cc S. 353). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 20

Auf die Einschätzung von Dr. med. F.________, wonach eine anhaltende 
somatoforme Schmerzstörung vorliegt (ICD-10 F45.4; act. II 104 S. 18), 
kann nicht abgestellt werden. Diesbezüglich ist der einleuchtenden Ein-
schätzung von Dr. med. L.________ zu folgen, wonach trotz der chroni-
schen Schmerzsymptomatik keine anhaltende somatoforme Schmerz-
störung mit schweren und quälenden Schmerzen angenommen werden 
kann, bei der die Schmerzen durch eine organische Störung nicht ausrei-
chend erklärt werden können und in Verbindung mit emotionalen Konflikten 
oder psychosozialen Problemen stehen (act. IIA 171.3 S. 17 f.). 

3.8 Zu prüfen ist, ob dem erstellten psychischen Gesundheitsschaden 
invalidisierende Wirkung zukommt, wobei das diesbezügliche Prüfungsras-
ter rechtlicher Natur ist (vgl. E. 2.3 hiervor). 

3.8.1 Am 30. November 2017 (BGE 143 V 409 und 143 V 418) entschied 
das Bundesgericht, die bisherige Rechtsprechung aufzugeben und auch 
die Folgen von lege artis diagnostizierten leichten bis mittelschweren de-
pressiven Störungen an den Grundsätzen von BGE 141 V 281 zu messen 
(vgl. E. 2.3 hiervor). Somit ist eine invalidenversicherungsrechtlich relevan-
te psychische Gesundheitsschädigung nicht bereits mit dem Argument der 
fehlenden Therapieresistenz auszuschliessen (BGE 143 V 409 E. 4.5 und 
5.1 S. 415 ff.). Das psychiatrische Teilgutachten (act. IIA 171.3), das unter 
Berücksichtigung des IV-Rundschreibens Nr. 339 vom 9. September 2015 
erstellt wurde, erfüllt die Voraussetzungen, um das neu auch auf Fälle von 
leichten und mittleren depressiven Störungen anzuwendende strukturierte 
Beweisverfahren bzw. die darin umschriebene Indikatorenprüfung vorzu-
nehmen. Deshalb kann darauf abgestellt werden.

3.8.2 In einem weiteren Schritt sind nunmehr mit Blick auf die neue 
Rechtsprechung die einschlägigen Indikatoren zu prüfen (vgl. E. 2.3 hier-
vor). Gemäss der geänderten Rechtsprechung bilden bei psychischen 
Störungen auf den funktionellen Schweregrad bezogene Indikatoren das 
Grundgerüst der Folgenabschätzung. Die daraus gezogenen Folgerungen 
müssen einer Konsistenzprüfung standhalten (BGE 141 V 281 E. 4.3 S. 
298).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 21

3.8.3 Im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 
281 E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex „Gesundheitsschädigung“ zu 
prüfen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298). Hier ist festzuhalten, dass die 
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) mittelschwer ist, weil der Gutachter die depressive 
Störung gegenwärtig als mittelgradig einstuft (act. IIA 171.3 S. 16).

3.8.4 Betreffend den Indikator „Behandlungserfolg oder -resistenz“ (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) ist zu bemerken, dass die Beschwerdeführe-
rin zwar seit Jahren in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behand-
lung ist, jedoch die antidepressive Therapie angepasst werden muss. Der 
psychiatrische Gutachter geht davon aus, dass das Medikament Insidon 
unzureichend ist und die Beschwerdeführerin antidepressive Medikamente 
mit ausreichendender Dossierung einnehmen sollte (IIA 171.3 S. 24 f.). 
Unter entsprechender Medikation sei eine Besserung der depressiven 
Störung zu erwarten mit einer 70%igen Arbeitsfähigkeit innerhalb eines 
Jahres. Folglich liegt keine therapeutisch nicht mehr angehbare Störung 
vor. 

3.8.5 Massgebende Komorbiditäten (BGE 141 V 281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) 
bestehen nicht. Es liegen weder schwere körperliche (vgl. E. 3.9 hiernach) 
noch psychische Begleiterkrankungen vor.

3.8.6 Was den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) 
betrifft, verneinte der Gutachter eine Störung der Ich-Funktionen, Wahr-
nehmungsstörungen oder inhaltliche Denkstörungen, ebenso wie eine Per-
sönlichkeitsstörung (act. IIA 171.1 S. 36 und 38). Insoweit sind keine Per-
sönlichkeitsmerkmale ersichtlich, die im Rahmen der umfassenden Res-
sourcenprüfung negativ ins Gewicht fallen könnten. 

3.8.7 Zum Komplex „sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) 
ist festzuhalten, dass sich gemäss dem psychiatrischen Gutachter gewisse 
Ressourcen erheben lassen. Die sozialen Belastungen, z.B. Arbeitslosig-
keit, zeigten keine direkt negativen funktionellen Folgen und die Beschwer-
deführerin werde familiär gut unterstützt. Auch Dr. med. F.________ wies 
auf rege innerfamiliäre Kontakte hin (act. II 104 S. 16). Der psychiatrische 
Gutachter betonte zudem, dass die Beschwerdeführerin zumindest einige 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 22

Aktivitäten im Tagesablauf zeige, sie würde spazieren, Kleinigkeiten im 
Haushalt verrichten, kochen, fernsehen und habe gelegentliche Kontakte 
mit einer Kollegin, die zu vorübergehenden Stimmungsaufhellungen führten 
(act. IIA 171.1 S. 41 f.). 

3.8.8 Was die Kategorie „Konsistenz“ (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303) 
betrifft, stellt sich die Frage nach einer gleichmässigen Einschränkung des 
Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen, wobei das Akti-
vitätsniveau der versicherten Person im Verhältnis zur geltend gemachten 
Arbeitsunfähigkeit zu sehen ist. Gegenüber Dr. med. F.________ hat die 
Beschwerdeführerin 2012 angegeben, dass sie jedes Jahr im Sommer für 
längere Zeit in die Ferien ins Heimatland reise (act. II 104 S. 14). Anlässlich 
der MEDAS-Begutachtung (Gutachten vom 7. Januar 2016 betr. die Unter-
suchungen vom 18. November 2015) bestätigte sie, dass sie im Mai 2015 
nach ... gereist sei (act. IIA 171.3 S. 13). Dr. med. F.________ verwies 
2012 auch darauf, dass die Beschwerdeführerin diverse Lebensaktivitäten 
erhalten könne, so fahre sie gelegentlich selber Auto (act. II 104 S. 16); im 
November 2015 führte sie gegenüber den Gutachtern aus, zwar einen Füh-
rerschein zu haben, aber selber mit dem Auto nicht zu fahren (act. IIA 
171.1 S. 34). Ganz allgemein hielt sie sich „bedeckter“, bzw. gab nur 
zurückhaltend Auskunft. So erwähnte sie nur Kontakte mit einer Kollegin 
und der jüngeren Schwester. Über den Kontakt mit dem Sohn und den zwei 
Grosskindern führte sie einzig aus, es bestünden keine Probleme mit dem 
Sohn und hielt sich betreffend den von Dr. med. F.________ 2012 erwähn-
ten regen innerfamiliären Kontakten – wie erwähnt – bedeckt. Zwar führte 
sie aus, sich seit mindestens zehn Jahren sozial zurückgezogen zu haben 
– was im Gegensatz zu dem von Dr. med. F.________ 2012 Festgestellten 
steht; es hätten zudem auch früher keine wesentlichen Hobbies bestanden. 
Ein sozialer Rückzug im Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung 
liegt allerdings nach dem Dargelegten nicht vor und entsprechende Inkon-
sistenzen erscheinen erstellt. Ihre bestehenden Kontakte stehen somit im 
Gegensatz zu der von ihr geltend gemachten (vollständigen) Arbeitsun-
fähigkeit. Hinzuweisen ist auch auf die Inkonsistenzen bei den physischen 
– nicht verwertbaren – Leistungstests anlässlich der Begutachtung (vgl. E. 
3.8 hiernach). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 23

3.8.9 Was den Indikator der „Inanspruchnahme von therapeutischen Op-
tionen“ anbelangt (vgl. BGE 141 V 281 E. 4.4.2 S. 304), ist festzuhalten, 
dass eine psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung etabliert ist, was 
für einen tatsächlichen Leidensdruck spricht, dass die Beschwerdeführerin 
aber ein unzureichendes Medikament einnimmt und bei einer ausreichend 
dosierten antidepressiven Medikation eine Besserung der Arbeitsfähigkeit 
zu erwarten ist (ac. IIA 171.3 S. 24 f.).  

3.8.10 Die Gesamtbetrachtung der Indikatoren ergibt, dass der diagnosti-
zierten rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige 
Episode (ICD-10 F33.11) keine invalidisierende Wirkung zukommt und die 
gutachterlich attestierte Arbeitsunfähigkeit von 40% (act. IIA 171.3 S. 16 
und 43) vorliegend nicht zu berücksichtigen ist. 

Im Übrigen würde es am Ergebnis selbst dann nichts ändern, wenn – ab-
weichend vom eben Dargelegten – der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
gemäss dem psychiatrischen Experten gefolgt würde, wonach seit mindes-
tens Juli 2015 eine angepasste Tätigkeit vollschichtig zumutbar ist bei ei-
nem Rendement von 60% (vgl. E. 4.3 hiernach). 

3.9 Was den somatischen Gesundheitszustand betrifft, hat der orthopä-
dische Gutachter mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit insbesondere 
ein Cervicovertebralsyndrom sowie eine Pseudolumbofemoralgie attestiert 
(act. IIA 171.1 S. 8). Er hat plausibel dargelegt, weshalb trotz dieser Dia-
gnosen in einer leidensadaptierten Tätigkeit (körperlich leichte Tätigkeiten 
in temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne 
häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen) eine 100%ige 
Arbeitsfähigkeit besteht (act. IIA 171.1 S. 23). An dieser Stelle ist auf die 
gemäss Gutachter „erhebliche Symptomausweitung“, „Selbstlimitierung“ 
und „Inkonsistenz“ bei den physischen – nicht verwertbaren – Leistungs-
tests zu verweisen. Dass sich der Gutachter deshalb für die Beurteilung der 
Zumutbarkeit primär auf medizinisch-theoretische Überlegungen stützen 
musste, ist verständlich und nachvollziehbar (act. IIA 171.1 S. 21). Soweit 
die Beschwerdeführerin vorbringt, das MEDAS-Gutachten 2016 erkläre 
nicht, was sich seit der Beurteilung von 2004 geändert habe (Beschwerde 
S. 3), ist festzuhalten, dass im MEDAS-Gutachten 2016 einleuchtend dar-
gelegt wurde, weshalb das rheumatologische Gutachten aus dem Jahr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 24

2004 (act. II 70) nicht überzeugt. Demnach sei auf ein über drei Jahre altes 
MRI abgestellt worden und es seien keine Diagnosen aufgeführt worden. 
Die damals attestierte Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit von 
sechs bis acht Stunden mit einer Leistungseinbusse von 50% sei weder 
nachvollziehbar noch akzeptabel (act. IIA 171.1 S. 22). 

3.10 Zusammenfassend stellt die eingetretene Verbesserung des Ge-
sundheitszustandes einen Revisionsgrund dar. Weil die im MEDAS-
Gutachten 2016 attestierte rezidivierende depressive Störung, bis zum 
massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses mittelgradige depressive 
Episode mit somatischem Syndrom aber nicht invalidisierend ist, ist die 
damit verbundene 40%ige Arbeitsunfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 
nicht zu beachten. Aus somatischer Sicht besteht gestützt auf das voll be-
weiskräftige MEDAS-Gutachten 2016 in einer leidensadaptierten Tätigkeit 
(körperlich leichte Tätigkeiten in temperierten Räumen, abwechslungsweise 
sitzend und stehend, ohne häufige inklinierte, reklinierte und rotierte Kör-
perhaltungen) eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. II A 171.1 S. 23).

3.11 Weiter stellt sich die Frage nach der Durchführung beruflicher Ein-
gliederungsmassnahmen: 

Der Ausnahmetatbestand, wonach die Verwaltung die Notwendigkeit (vor-
gängiger) befähigender beruflicher Massnahmen trotz wiedergewonnener 
Arbeitsfähigkeit abzuklären hat, ist grundsätzlich auf Sachverhalte zu be-
schränken, in denen die revisions- oder wiedererwägungsweise Herabset-
zung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, 
die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente seit mehr als 15 Jahren 
bezogen hat (BGE 141 V 5 E. 4.1 S. 7; SVR 2011 IV Nr. 73 S. 222 E. 3.3). 
Für die Ermittlung, ob der Eckwert des 55. Altersjahres oder des 15-
jährigen Rentenbezugs vorliegt, ist auf den Zeitpunkt der rentenaufheben-
den Verfügung resp. auf den darin verfügten Zeitpunkt der Rentenaufhe-
bung abzustellen (BGE 141 V 5 E. 4.2.1 S. 7).

Die Beschwerdeführerin mit Jahrgang 1958 hatte im Zeitpunkt der Renten-
aufhebung (Ende September 2016) unbestrittenermassen während mehr 
als 15 Jahren eine Rente bezogen (seit Juli 1999) und auch das 55. Alters-
jahr zurückgelegt (vgl. act. II 1 S. 1; II 79 S. 2). Die Beschwerdegegnerin 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 25

hat denn auch ein Belastbarkeitstraining durch die Stiftung N.________ 
vom 10. Mai bis 9. September 2016 gewährt (act. IIA 188). Nachdem sich 
die Beschwerdeführerin unter Geltendmachung gesundheitlicher Be-
schwerden subjektiv nicht in der Lage fühlte, daran (weiterhin) teilzuneh-
men (vgl. act. IIA S. 6 f.), wurde dieses per 8. Juni 2016 abgebrochen und 
das Dossier der Abteilung Eingliederungsmanagement geschlossen (act. 
IIA 196). 

Gemäss dem MEDAS-Gutachten 2016 stehen einer beruflichen Eingliede-
rung keine medizinischen Hinderungsgründe entgegen (act. IIA 171.1. S. 
53) und die Beschwerdeführerin könnte seit Juli 2015 (act. IIA 171.1 S. 53) 
eine Hilfsarbeitertätigkeit aufnehmen (vgl. E. 3.9 hiervor). Mit anderen Wor-
ten war ihr die Verwertung ihrer Restarbeitsfähigkeit im Zeitpunkt des Be-
lastbarkeitstrainings zumutbar (vgl. Entscheid des BGer vom 8. August 
2017, 8C_394/2017, E. 4.2). Die Beschwerdeführerin war damit lediglich 
subjektiv nicht eingliederungsbereit bzw. hinderte deren fehlende subjektive 
Eingliederungsbereitschaft die Durchführung weiterer beruflicher Eingliede-
rungsmassnahmen. Die Beschwerdegegnerin hat deshalb, nachdem die 
Beschwerdeführerin das Belastbarkeitstraining (aus subjektiven Gründen) 
abgebrochen hat, zu Recht über den Rentenanspruch verfügt. 

4.

4.1 Nachfolgend ist der Invaliditätsgrad mittels Einkommensvergleichs 
zu ermitteln.

4.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
bzw. der Rentenrevision nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahr-
scheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Re-
gel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkom-
mensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 
3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 4.1 S. 325).

4.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 26

Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohn-
strukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 2.5.7 
S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2). 

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). 

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 E. 2.2).

4.2 Für den Einkommensvergleich ist grundsätzlich auf den Zeitpunkt 
der Rentenrevision abzustellen (Entscheid des EVG vom 12. Februar 2004, 
I 607/03, E. 7.2.1). Gemäss den Angaben im MEDAS-Gutachten 2016 ist 
ein Revisionsgrund ab Juli 2015 erstellt (act. IIA 171.1 S. 51 und 53). Die 
Beschwerdegegnerin hat die Revision allerdings erst mit der Verfügung 
vom 23. August 2016 (act. IIA 206) vorgenommen, so dass die Vergleichs-
einkommen auf das Jahr 2016 hin zu bestimmen sind. 

4.2.1 Die Beschwerdeführerin war bis im Jahr 1999 als ... im O.________ 
in ... tätig (act. II 8 S. 1). Seit diesem Zeitpunkt ist sie keiner Arbeitstätigkeit 
mehr nachgegangen, weshalb nicht überwiegend wahrscheinlich ist, dass 
sie 2016 bei guter Gesundheit noch beim gleichen Arbeitgeber tätig gewe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 27

sen wäre. Aufgrund der jahrelangen Berufspraxis als ... ist aber davon aus-
zugehen, dass sie nach wie vor in diesem Beruf arbeiten würde. Unter die-
sen Umständen ist das Valideneinkommen anhand eines Tabellenlohns 
gemäss LSE 2014, Tabelle TA1, Ziff. 55-56: Gastgewerbe/Beherbergung u. 
Gastronomie, Kompetenzniveau 1, Frauen (Fr. 3‘767.-- pro Monat inkl. An-
teil 13. Monatslohn) zu bestimmen. Unter Berücksichtigung der durch-
schnittlichen Wochenarbeitszeit von 42.4 Stunden (Bundesamt für Statistik 
[BFS], Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen, Ziff. 55-56) 
und auf das massgebende Jahr 2016 aufgerechnet, ergibt dies ein jährli-
ches Valideneinkommen von Fr. 48‘513.50 (Fr. 3‘767.-- x 12 / 40 x 42.4 / 
104.3 x 105.6 [BFS, Nominallöhne Frauen 2011 – 2016, Tabelle T1.2.10, 
lit. I]).  

4.2.2 In einer leidensadaptierten Tätigkeit (körperlich leichte Tätigkeiten in 
temperierten Räumen, abwechslungsweise sitzend und stehend, ohne häu-
fige inklinierte, reklinierte und rotierte Körperhaltungen) besteht aus soma-
tischer und psychischer Sicht eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (act. IIA 171.1 
S. 23 sowie E. 3.9 hiervor). Da die Beschwerdeführerin diese Restarbeits-
fähigkeit nicht verwertet, ist das Invalideneinkommen ebenfalls gestützt auf 
die LSE 2014 zu ermitteln. Ausgehend von der Tabelle TA1, Total, Frauen, 
Kompetenzniveau 1 angepasst an die durchschnittliche wöchentliche Ar-
beitszeit und auf das massgebende Jahr 2016 aufgerechnet, resultiert ein 
hypothetisches Jahresgehalt von Fr. 54‘519.90 (Fr. 4'300.-- x 12 / 40 x 41.7 
/ 103.6 x 105.0 [BFS, Nominallöhne Frauen 2011 – 2016, Tabelle T1.2.10, 
lit. B – S]). Die Beschwerdegegnerin liess einen LSE-Abzug von 10% zu 
(act. IIA 206 S. 2), was den Einschränkungen gemäss medizinischem Zu-
mutbarkeitsprofil angemessen Rechnung trägt. Zudem wurden beide Ver-
gleichseinkommen anhand statistischer Tabellenlöhne ermittelt, womit all-
fällige invaliditätsfremde Gesichtspunkte (Alter, Dienstjahre, Nationalität) 
prinzipiell ohnehin ausser Betracht fallen (Entscheid des BGer vom 19. Ja-
nuar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Dies ergibt somit ein Invalideneinkommen 
von Fr. 49‘067.90.

Wenn entgegen des in E. 3.8.10 hiervor Gesagten von einer vollschichtigen 
Arbeitsfähigkeit und einem Rendement von 60% ausgegangen würde, re-
sultierte ein Invalideneinkommen von Fr. 29‘440.70 (Fr. 49‘067.90 x 0.6).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 28

4.3 Bei der Gegenüberstellung des hypothetischen Valideneinkommens 
von Fr. 48‘513.50 und des hypothetischen Invalideneinkommens von 
Fr. 49‘067.90 resultiert keine Einkommenseinbusse. Die Beschwerdeführe-
rin hat somit keinen Anspruch mehr auf eine IV-Rente.

An der Verneinung des Rentenanspruchs änderte selbst dann nichts, wenn 
von einem Invalideneinkommen von Fr. 29‘440.70 (vgl. E. 4.2.2 hiervor) 
ausgegangen würde. Diesfalls resultierte ebenfalls ein rentenausschlies-
sender IV-Grad von gerundet 39% (Fr. 48‘513.50 – Fr. 29‘440.70 / 
Fr. 48‘513.50 x 100).

4.4 Nach dem Dargelegten ist die angefochtene Verfügung nicht zu 
beanstanden und die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen. 

4.5 Der nachgereichte Arztbericht von Dr. med. I.________ vom 20. Ja-
nuar 2018 (act. I 4) betrifft einen Zeitraum lange nach dem vorliegend 
massgebenden Zeitpunkt des Verfügungserlasses. Der Beschwerdeführe-
rin bleibt es unbenommen, diesbezüglich allenfalls eine Neuanmeldung 
vorzunehmen. 

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen. 

Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens werden die Verfahrenskosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, der unterliegenden Beschwerdeführerin 
auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie werden dem in gleicher Höhe geleis-
teten Kostenvorschuss entnommen. 

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATSG [Umkehrschluss]).

 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 11. Juni 2018, IV/16/866, Seite 29

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen. 

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern (samt Kopie der Eingabe vom 26. Juni 2017)
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.