# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5eb931c3-dd9f-51e3-954b-eaa51fccf640
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-05-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.05.2024 D-2036/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2036-2024_2024-05-13.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-2036/2024 

law/blp 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 3 .  M a i  2 0 2 4  

Besetzung 
 Einzelrichter Walter Lang, 

mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis; 

Gerichtsschreiber Patrick Blumer. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

vertreten durch Ali Tüm, Asylum Rechtsberatung,  

(…), 

Beschwerdeführer,  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 8. März 2024 / N (…). 

 

 

 

D-2036/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Das SEM stellte mit Verfügung vom 8. März 2024 (eröffnet am 12. März 

2024) fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch vom 3. April 2023 ab, verfügte die Wegweisung aus 

der Schweiz und verpflichtete ihn, das Staatsgebiet der Schweiz sowie den 

Schengen-Raum bis am Tag nach Eintritt der Rechtskraft dieser Verfügung 

zu verlassen, dies zur Rückreise in seinen Heimatstaat beziehungsweise 

seinen Herkunftsstaat oder zur Weiterreise in ein Land, das sich aus-

serhalb des Schengen-Raumes befindet und in dem er aufgenommen 

werde, verbunden mit dem Hinweis, wenn er seiner Verpflichtung nicht in-

nert Frist nachkomme, könne die Wegweisung unter Zwang vollzogen wer-

den. Es beauftragte den Kanton B._______ mit dem Vollzug der Wegwei-

sung und händigte dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten ge-

mäss Aktenverzeichnis aus. 

B.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 5. April 2024 liess der Beschwer-

deführer gegen diese Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerde erheben. In dieser wurde beantragt, der Entscheid sei vollum-

fänglich aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerde-

führers festzustellen und es sei ihm Asyl zu gewähren. Es sei die Unzu-

mutbarkeit (des Vollzugs) der Wegweisung festzustellen und der Be-

schwerdeführer sei vorläufig aufzunehmen. Es sei der rechtserhebliche 

Sachverhalt festzustellen. Eventuell sei der Fall zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht wurde zu-

dem beantragt, es sei auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu ver-

zichten und die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. 

C.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte mit Schreiben vom 6. April 2024 

den Eingang der Beschwerde. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 18. April 2024 stellte der Instruktionsrichter 

fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten. Gleichzeitig wies er die Gesuche um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung und um Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses ab und forderte den Beschwerdeführer auf, bis zum 

3. Mai 2024 einen Kostenvorschuss von Fr. 750.– zu leisten, dies mit dem 

Hinweis, auf die Beschwerde werde nicht eingetreten, wenn der Kosten-

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Seite 3 

vorschuss innert Frist nicht bezahlt werde. Sodann hielt er fest, dass bei 

Ausbleiben der Zahlung innert Frist und unveränderter beziehungsweise 

nicht wesentlich veränderter Sachlage ein allfälliges weiteres Gesuch um 

Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege, Kostenvorschusserlass 

oder -reduktion, Ratenzahlung oder Fristverlängerung – abgewiesen und 

auf die Beschwerde ohne Ansetzen einer Nachfrist nicht eingetreten 

werde. Weiter hielt er fest, falls der Kostenvorschuss innert Frist bezahlt 

werde, werde die Beschwerde mit hoher Wahrscheinlichkeit umgehend ab-

gewiesen und der Kostenvorschuss zur Begleichung der Verfahrenskosten 

einbehalten und verwendet. Den Beschwerdeführer wies er schliesslich 

darauf hin, dass im Falle des Rückzugs der Beschwerde das Beschwerde-

verfahren ohne Erhebung von Verfahrenskosten als durch Rückzug gegen-

standslos geworden abgeschrieben werden könne. 

E. . 

Der Beschwerdeführer leistete den Kostenvorschuss am 26. April 2024. 

F.  

Mit Eingabe vom 30. Mai 2024 reichte der Rechtsvertreter eine an die 

Schweizerischen Behörden gerichtete Stellungnahme des für Beschwer-

deführer in der Türkei tätigen Rechtsanwalts, C._______, vom 25. April 

2024 sowie einen Verhaftungsbefehl (Yakalama Karari) vom (…) 2023 und 

ein Vernehmungsprotokoll («Ifade Sorgu Zapti») vom (…) 2024 betreffend 

eine Person namens D._______ (je mit deutscher Übersetzung) ein. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 In der Zwischenverfügung vom 18. April 2024 wurde festgestellt, dass 

das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig, der Beschwerdeführer zur Einreichung der Be-

schwerde legitimiert und diese frist- und formgerecht eingereicht worden 

ist (vgl. a.a.O. E. 1.1 und 1.2). Nachdem der einverlangte Kostenvorschuss 

innert angesetzter Frist bezahlt wurde, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

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Seite 4 

2.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin oder eines zweiten 

Richters entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachfolgend aufgezeigt 

wird, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb auf einen Schrif-

tenwechsel zu verzichten und der Beschwerdeentscheid nur summarisch 

zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person dann, wenn sie Nachteile von bestimmter Intensität erlitten 

hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehba-

rer Zukunft begründeterweise befürchten muss, welche ihr gezielt und auf-

grund bestimmter Verfolgungsmotive durch Organe des Heimatstaates 

oder durch nichtstaatliche Akteure zugefügt worden sind beziehungsweise 

zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Begründete Furcht 

vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn konkreter 

Anlass zur Annahme besteht, letztere hätte sich – aus der Sicht im Zeit-

punkt der Ausreise – mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer 

Zeit verwirklicht oder werde sich – aus heutiger Sicht – mit ebensolcher 

Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft verwirklichen (vgl. BVGE 

2010/57 E. 2.5). 

3.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

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4.  

4.1 Der Beschwerdeführer, ein türkischer Staatsangehöriger kurdischer 

Ethnie, geboren und zuletzt wohnhaft in der Stadt E._______ in der Provinz 

H._______, machte zur Begründung seines Asylgesuches im Wesentli-

chen geltend, nachdem ein mit seinem Vater befreundeter Polizist diesen 

gefragt habe, was für Beiträge er (der Beschwerdeführer) auf Facebook 

poste, habe er sich auf Anraten seines Vaters die zwei letzten Monate vor 

seiner Ausreise in einer «Wohnung für ledige Männer» versteckt gehalten. 

Er habe Beiträge über die YPG (Yekîneyên Parastina Gel [kurdische Volks-

verteidigungseinheiten]) und über Selahattin Demirtaş gepostet. Die türki-

schen Strafverfolgungsbehörden hätten deshalb gegen ihn ein Ermittlungs-

verfahren wegen Terrorpropaganda eröffnet. Aus diesem Grund befürch-

tete er, dass die Polizei ihn bei einer Rückkehr in die Türkei verhaften und 

man ihn vor Gericht bringen werde. 

4.2 Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung dazu aus, gemäss den 

eingereichten Beweismitteln sei gegen den Beschwerdeführer ein Ermitt-

lungsverfahren wegen Terrorpropaganda gestützt auf Art. 7 Abs. 2 des tür-

kischen Antiterrorgesetzes (ATG) eingeleitet worden. Es liege zudem ein 

Vorführbefehl gegen ihn vor. Hingegen sei (noch) kein Gerichtsverfahren 

eröffnet worden. In der Türkei würden Ermittlungsverfahren oft in teils ho-

her Zahl eingeleitet, aber häufig auch wieder eingestellt. Es sei deshalb 

offen, ob die Ermittlungen in absehbarer Zeit überhaupt zur Eröffnung ei-

nes Gerichtsverfahrens oder einer späteren Verurteilung des Beschwerde-

führers aus einem flüchtlingsrechtlich relevanten Motiv führen würden. 

Beim eingereichten Vorführbefehl handle es sich nicht um einen formellen 

Haftbefehl; er diene lediglich dazu, ihn einzuvernehmen. Aufgrund der Ein-

träge auf Facebook sei sodann ersichtlich, dass seine Beiträge in einem 

engen zeitlichen Zusammenhang mit seiner Ausreise und seinem Asylge-

such in der Schweiz sowie der Einleitung von Ermittlungen gegen ihn stün-

den. Er teile im Wesentlichen Beiträge, die er aus anderen Quellen ent-

nommen habe und er versehe sie – wenn überhaupt – nur mit kurzen Kom-

mentaren. Er vermittle mithin nicht den Eindruck eines politischen Aktivis-

ten und seine Posts seien nicht auf grosse Resonanz gestossen. Er habe 

denn auch angegeben, er habe zwar an Demonstrationen und Aktionen 

teilgenommen, darüber hinaus sei er aber nicht politisch aktiv und auch 

kein Parteimitglied gewesen; auch seine Kernfamilie sei nicht politisch aktiv 

gewesen. Dies dürfte auch den türkischen Strafverfolgungsbehörden im 

Rahmen eines Strafverfahrens nicht entgehen. Es sei davon auszugehen, 

dass er die in der Türkei gegen ihn hängige Strafverfolgung mit hoher 

Wahrscheinlichkeit bewusst selbst eingeleitet habe oder habe einleiten 

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lassen, um subjektive Nachfluchtgründe zu begründen und somit einen 

Schutzstatus in der Schweiz zu erlangen. Eine solche Vorgehensweise sei 

rechtsmissbräuchlich und verdiene keinen Rechtsschutz. Durch die rechts-

missbräuchliche Provozierung einer strafrechtlichen Untersuchung nehme 

er offenkundig bewusst in Kauf, bei einer Rückkehr in die Türkei möglich-

erweise mit gewissen Unannehmlichkeiten konfrontiert zu werden. So etwa 

wenn er wegen eines bestehenden Vorführbefehls vorübergehend zwecks 

Einvernahme festgenommen werde. Es sei jedoch davon auszugehen, 

dass er gegebenenfalls auch in der Lage wäre, allfällig drohende weiterge-

hende Nachteile wie etwa eine mögliche Anklageerhebung/Eröffnung eines 

Gerichtsverfahrens oder insbesondere eine – kaum wahrscheinliche – all-

fällige Verurteilung zu einer längerdauernden und unbedingten Freiheits-

strafe, auf geeignetem Wege abzuwenden. Dabei sei auch entscheidend, 

dass er nicht vorbestraft sei. Es sei daher davon auszugehen, dass er nicht 

mit erheblicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit eine flüchtlings-

rechtlich relevante Verfolgung bei einer Rückkehr in Türkei zu befürchten 

habe. Er erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, so dass sein Asylgesuch 

abzulehnen sei. 

4.3 In der Zwischenverfügung vom 18. April 2024 wurde festgehalten, eine 

summarische Prüfung der Akten ergebe, dass diese Erwägungen überzeu-

gend erscheinen, in Einklang mit der Praxis des Bundesverwaltungsge-

richts (vgl. zuletzt beispielsweise die Urteile E-445/2024 vom 4. April 2024 

E. 6.6, D-872/2024 vom 18. März 2014 E. 7.2, D-1268/2024 vom 15. März 

2024 E. 7.3, E-7167/2023 vom 27. Februar 2024 E. 6.2, E-7253/2023 vom 

19. Februar 2024 E. 6.4) stehen würden und mithin kaum zu beanstanden 

sein dürften. Diese Einschätzung ist auch nach einer erneuten Prüfung der 

Akten zu bestätigen. In der Beschwerde werden zwar allgemeine Ausfüh-

rungen zu der den Schweizerischen Behörden durchaus bekannten politi-

schen Situation in der Türkei und dem repressiven Vorgehen der türkischen 

Behören namentlich gegen echte oder mutmassliche Mitglieder von Oppo-

sitionsparteien oder von als staatsgefährdend eingestuften Organisationen 

sowie gegen linksgerichtete und kurdische Journalisten und Journalistin-

nen gemacht. Ferner wird wiederholt betont, es sei erwiesen, dass gegen 

den Beschwerdeführer ein Ermittlungsverfahren wegen Terrorpropaganda 

geführt werde. Alsdann wird aber – mit den Akten und seinen persönlichen 

Ausführungen in der Anhörung nicht zu vereinbaren – unter anderem be-

hauptet, es sei erwiesen, dass gegen ihn ein Haftbefehl ausgestellt worden 

sei, das Ermittlungsverfahren gegen ihn werde von der Staatsanwaltschaft 

F._______ geführt und die türkischen Behörden würden ihn im Falle der 

Rückkehr aufgrund seines politischen Hintergrundes als Mitglied der 

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Familie G._______ als Regimegegner erkennen. Ferner werden unbelegte 

und teils widersprüchlich erscheinende Behauptungen erhoben, etwa, 

dass die Polizei nach seiner Ausreise mehrmals bei ihm zu Hause und bei 

seinen Eltern nach ihm gefragt habe beziehungsweise die türkischen Anti-

Terror-Einheiten vor kurzem frühmorgens an seiner letzten Wohnadresse 

eine Razzia durchgeführt hätten und ansonsten das – vom SEM zu Recht 

als unwahrscheinlich erachtete – Szenario entworfen, dass gegen ihn An-

klage erhoben werde, er in einem politisch motivierten Schauprozess eine 

unbedingte mehrjährige Haftstrafe zu erwarten habe, und er alsdann in Ge-

fängnissen unmenschlicher Behandlung ausgesetzt sei. Diese wenig über-

zeugenden Ausführungen sind nicht geeignet, zu einer von derjenigen Ein-

schätzung des SEM abweichenden Beurteilung zu gelangen. Es ist in die-

sem Zusammenhang erneut darauf hinzuweisen, dass lediglich ein Bruch-

teil der Social Media-Ermittlungsverfahren mit einer Verurteilung oder gar 

einer Haftstrafe enden (vgl. Österreichisches Bundesamt für Fremdenwe-

sen und Asyl, Länderinformation der Staatendokumentation, Türkei, vom 

29. Juni 2023, S. 58 und 109). Die Einschätzung des SEM hinsichtlich der 

flüchtlingsrechtlichen Relevanz des gegen den Beschwerdeführer eröffne-

ten Ermittlungsverfahrens wegen Verdachts der Propaganda für eine ter-

roristische Organisation (vgl. E. 4.2) steht in Einklang mit der Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts in ähnlich gelagerten Fällen (vgl. 

neben den bereits in E. 4.3 erwähnten auch die Urteile des BVGer  

E-1327/2024 vom 17. April 2024 E. 6.3, D-19/2024 vom 27. März 2024 

E. 6.3, E-1373/2024 vom 20. März 2024 E. 6.3, D-5563/2023 vom 

12. März 2023 E. 6.1.2) und ist nicht zu beanstanden. 

4.4 An der Einschätzung des SEM ändert auch die Stellungnahme von 

Rechtsanwalt C._______ vom 25. April 2024 nichts. Dieser führt aus, ge-

gen den Beschwerdeführer sei von der Strafkammer des Friedensgerichts 

H._______ unter der geänderten Geschäftsnummer 2023/1321 am (…) 

2023 ein Haftbefehl erlassen worden – allerdings ohne diesen beizulegen. 

Unter Hinweis auf den Verhaftungsbefehl vom (…) 2023 und das Verneh-

mungsprotokoll vom (…) 2024 betreffend D._______ (vgl. Bst. F) sowie auf 

Auszüge aus einen Beschluss der (…) des obersten Gerichts vom (…) 

2024 erläutert er sodann, aufgrund dieser Dokumente, die aus dem Ver-

fahren eines von ihm vertretenen Mandanten stammen würden, der von 

einem ähnlichen Ermittlungsverfahren betroffen sei, ergebe sich, dass 

auch gegen der Beschwerdeführer ein Haftbefehl erlassen, gegen ihn 

Klage erhoben und mit Sicherheit eine Strafe gegen ihn verhängt werde. 

Aus den eingereichten Dokumenten zum Verfahren von D._______ ergibt 

sich jedoch, dass gegen diesen aufgrund eines anderen Tatbestandes (als 

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Seite 8 

beim Beschwerdeführer) ermittelt wird, gegen diesen erst ein Haftbefehl 

erlassen wurde, nachdem er einvernommen wurde, und D._______ – wie 

Rechtsanwalt C._______ schreibt – offenbar bereits wegen ähnlicher Straf-

taten verurteilt wurde, während der Beschwerdeführer bisher strafrechtlich 

unbescholten geblieben war. Aus den eingereichten Dokumenten lässt sich 

mit Blick auf den weiteren Verlauf des Verfahrens des Beschwerdeführers 

mithin nicht auf das von Rechtsanwalt C._______ prognostizierte Szenario 

schliessen. Anzufügen bleibt, dass gegen den Beschwerdeführer der Vor-

wurf der «Propaganda für eine Terrororganisation» gemäss Art. 7 Abs. 2 

ATG im Raum steht und keinesfalls feststeht, dass eine – wenngleich nicht 

sehr wahrscheinliche – Verurteilung zu einer unbedingten Haftstrafe 

rechtsstaatlich per se nicht legitim wäre (vgl. beispielsweise die Urteile des 

BVGer D-994/2024 vom 10. April 2024 E. 5 und 6, D-1164/2024 vom 

22. März 2024 E. 5 und 6, E-7167/2023 vom 27. Februar 2024 E. 5 und 6 

und E-2549/2021 vom 5. September 2023 E. 6.5.2). 

4.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM die Flüchtlingseigen-

schaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und das Asylgesuch ab-

gelehnt hat.  

5.  

Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtli-

che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

6.  

Das SEM führt in der angefochtenen Verfügung ausführlich und zutreffend 

aus, weshalb der Wegweisungsvollzug vorliegend zulässig, zumutbar und 

möglich sei (vgl. angefochtene Verfügung, Ziff. III). In der Beschwerde wird 

nichts vorgebracht, was zu einer von derjenigen des SEM abweichenden 

Beurteilung führen könnte. Es kann vollumfänglich auf die zutreffenden Er-

wägungen in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. Eine An-

ordnung der vorläufigen Aufnahme fällt nach dem Gesagten ausser Be-

tracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG [SR 142.20]). 

 

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Seite 9 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden 

ist. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten desselben dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht 

[VGKE, SR 173.320.2]). Der am 26. April 2024 in gleicher Höhe geleistete 

Kostenvorschuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Patrick Blumer