# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90ee72e1-83b9-54b3-b7d6-095d8f498b53
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-08-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 30.08.2005 ZF 2005 25
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2005-25_2005-08-30.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref. ZF 05 25 Chur, 30. August 2005 Schriftlich mitgeteilt am: 

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Heinz-Bommer, Rehli, Tomaschett-Murer und Vital
Aktuar ad hoc Walder

——————

In der zivilrechtlichen Berufung

der X .  G m b H , Beklagte und Berufungsklägerin, vertreten durch lic.iur. Jeannine 
Felix, Advokaturbüro Dr.iur. Nuot Saratz, Laret 38, A.,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 16. Februar 2005, mitgeteilt am 3. März 
2005, in Sachen des Y., vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Ilario Bondolfi, Post-
strasse 43, Chur, Kläger und Berufungsbeklagter, gegen die Beklagte und Beru-
fungsklägerin,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

2

A. 1. Y. war vom 1. Dezember 1995 bis zum 30. April 2001 bei der Firma X. 
GmbH in A. als Chauffeur angestellt. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bil-
det die Entlöhnung des Arbeitnehmers als Taxifahrer. Neben dieser Arbeit hatte Y. 
nach seiner Darstellung während einer gewissen Zeit auch die Verteilung von Zei-
tungen im Engadin zu besorgen.

Die Arbeitsverträge zwischen den Parteien wurden von Jahr zu Jahr erneu-
ert. Ein erster, am 8. September 1995 abgeschlossener Vertrag sah bei 50 Arbeits-
stunden pro Woche einen Monatslohn von 3'500 Franken vor; es wurde präzisiert, 
ab 1. Juni 1996 betrage das Salär 3'800 Franken, was offenbar auf Kinderzulagen 
von zwei Mal 150 Franken zurückzuführen war. In einem zweiten bei den Akten 
liegenden Vertrag vom 9. November 1998 wurde noch der gleiche Bruttolohn er-
wähnt (3'500 Fr. und 300 Fr. Kinderzulagen), dies jedoch bei einer wöchentlichen 
Arbeitszeit von 53 Stunden. Nach den Verträgen vom 1. November 1999 und vom 
7. November 2000 betrug der Bruttolohn 3'600 Franken pro Monat; die Arbeitszeit 
blieb bei 53 Stunden.

2. Einige Zeit nach Aufgabe seiner Arbeitsstelle bei der X. GmbH stellte 
sich Y. auf den Standpunkt, er habe während seiner Anstellung auf Anordnung sei-
ner Arbeitgeberin eine grosse Anzahl von Überstunden geleistet, welche ihm noch 
nicht vergütet worden seien. Er reichte daher am 5. Dezember 2001 ein Betrei-
bungsbegehren über 50'000 Franken ein; gegen den entsprechenden Zahlungsbe-
fehl vom 7. Dezember 2001 erhob die Schuldnerin Rechtsvorschlag.

Am 24. Oktober 2002 schrieb der klägerische Rechtsanwalt der Firma X. 
GmbH, er bitte darum, dass ihm eine detaillierte Abrechnung über die von seinem 
Mandanten in der Zeit vom 5. Dezember 1996 bis 30. April 2001 geleistete Überzeit 
zugestellt werde; unpräjudizierlich sei sein Mandant bereit, die Angelegenheit mit 
einer einmaligen Zahlung von 25'000 Franken als erledigt zu betrachten. B. antwor-
tete am 11. November 2002, er habe ein Jahr zuvor von der Gewerkschaft C. in 
dieser Sache ein Schreiben mit der Bitte um Stellungnahme erhalten, welche er der 
Gewerkschaft auch sofort zugesandt habe mit der Einladung, zu einer Besprechung 
vorbeizukommen, da er die in ihrem Schreiben erhobenen Vorwürfe nicht nachvoll-
ziehen könne, zumal Y. selbst nie etwas beanstandet habe. Wie man auf einen Be-
trag von 25'000 Franken kommen könne, sei ihm unverständlich; eine Berechnung 
habe er nie erhalten, und dass Y. seine Scheiben jeweils zu seinem Vorteil ausge-
füllt habe, sei eine Tatsache, die sich nicht leugnen lasse.

3

B. 1. Da es zwischen den Parteien in der Folge zu keiner Einigung kam, 
reichte Y. am 4. Dezember 2002 beim Vermittleramt des Kreises Oberengadin ein 
Gesuch um Ansetzung einer Sühneverhandlung ein. Anlässlich der Vermittlungs-
tagfahrt vom 20. Februar 2003 stellte der Kläger den Antrag:

„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, dem Kläger Fr. 17'200.55 nebst 5 % 
Zins seit dem 1.05.2001 zuzüglich Fr. 100.00 für die Kosten des Betrei-
bungsbegehrens vom 5. Dezember 2001 zu bezahlen.

 2. Unter vollumfänglicher Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der 
Beklagtschaft.“

Das Rechtsbegehren der Beklagten lautete:

„1. Vollumfängliche Abweisung der Klage.

 2. Widerklage auf:

2.1. Der Widerbeklagte sei zu verpflichten, der Widerklägerin   mindes-
tens CHF 5'000.00 zu bezahlen.

2.2. Es sei Vormerk zu nehmen, dass sich die Widerklägerin und Be-
klagte gegen den Kläger weitere Forderungen einzuklagen vor-
behält. 

 3. Unter vermittleramtlicher, gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- 
und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers und Widerbeklagten.“

2. In einem Schreiben vom 28. Februar 2003 an den Rechtsvertreter der Be-
klagten liess der Kläger seine Ansprüche, welche zu der im Rechtsbegehren er-
wähnten Summe führten, im Detail darlegen, und es wurde eine aussergerichtliche 
Streitbeilegung angeregt. Auf Ersuchen der Beklagten wurden dieser darauf die 
vom Kläger geführten Arbeitsbücher zugestellt. Die Beklagte liess darauf durch die 
Firma D. AG die Fahrtenscheiben des Taxis des Klägers für den Zeitraum 13. De-
zember 1999 bis 4. Juni 2000 auswerten, worauf sie dem klägerischen Anwalt mit 
Schreiben vom 9. Oktober 2003 mitteilte, es hätten auf Grund dieser Überprüfung 
weit kleinere Überstundenbeträge als die vom Kläger geltend gemachten resultiert; 
es wurde vorgeschlagen, die gesamten vorhandenen Fahrtenscheiben überprüfen 
zu lassen. Der klägerische Anwalt stimmte diesem Vorschlag zu, wies aber darauf 
hin, dass die Auswertung lediglich die Arbeitstätigkeit seines Mandanten als Taxi-
chauffeur erfasse. Mit Schreiben vom 22. Januar 2004 teilte der Rechtsvertreter der 
Beklagten der Gegenpartei mit, die Fahrtenscheiben für die Jahre vor dem bereits 
ausgewerteten Zeitraum seien nach Ablauf der Aufbewahrungspflicht entsorgt wor-
den. Spätere Scheiben müssten noch teilweise vorhanden sein, doch sei es gegen-
wärtig angesichts der hohen saisonalen Arbeitsbelastung nicht möglich, diese innert 
nützlicher Frist auszusortieren. Der Kläger liess dem Beklagten darauf am 2. Fe-

4

bruar 2004 mitteilen, es erstaune, dass die Fahrtenscheiben nun plötzlich nicht 
mehr vorhanden sein sollen. Angesichts dieser Sachlage erachte man die ausser-
gerichtlichen Vergleichsverhandlungen als gescheitert und werde in den nächsten 
Tagen das Kreisamt um Ausstellung des Leitscheins ersuchen. Dies geschah mit 
Schreiben vom 15. April 2004.

3. Am 16. April 2004 stellte der Kreispräsident Oberengadin als Vermitt-
ler den Parteien den Leitschein zu. Am 17. Mai 2004 reichte der Rechtsvertreter des 
Klägers seine Prozesseingabe ein, in welcher er festhielt, der Leitschein sei bei ihm 
am 27. April 2004 eingegangen, so dass die 20-tätige Frist gemäss Art. 82 ZPO 
gewahrt sei. In seinem Rechtsbegehren reduzierte der Kläger den Forderungsbe-
trag auf Fr.16'467.50 nebst 5% Zins seit 1. Mai 2001 und 100 Franken Betreibungs-
kosten.

In ihrer Prozessantwort vom 17. Juni 2004 beantragte die Beklagte, es sei 
auf die Klage wegen verspäteter Einreichung nicht einzutreten, eventuell sei die 
Klage unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Klägers abzuweisen. 
Zur Begründung des Hauptbegehrens wurde geltend gemacht, es sei davon auszu-
gehen, dass der Kläger wie auch sie selbst den Leitschein am 19. April 2004 emp-
fangen habe, womit die Frist für die Klageeinreichung am 10. Mai 2004 abgelaufen 
sei. Sollte die erste Zustellung dem Kläger nicht zugegangen sein, so dass die 
zweite Zustellung vom 27. April 2004 tatsächlich die erste gewesen wäre, welche 
der Kläger erhalten habe, so wäre dieser gemäss Art. 61 ZPO verpflichtet gewesen,  
ein Gesuch zur Wiederherstellung der Frist einzureichen. Da dies nicht geschehen 
sei, könne auf die Klage nicht eingetreten werden und sie sei folglich abzuschreiben.

C. Mit Urteil vom 16. Februar 2005 erkannte das Bezirksgericht Maloja:

„1. Die Klage wird teilweise gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, und 
die Beklagte wird verpflichtet, dem Kläger eine Bruttolohnsumme von 
CHF 15'760.30, zuzüglich Zins seit 1. Mai 2001, zu zahlen.

 2. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von 
CHF 2'000.-- und  Schreibgebühren von CHF 500.--, werden auf die Ge-
richtskasse genommen.

 3. Die Beklagte wird verpflichtet, den Kläger ausseramtlich mit CHF 8'279.- 
zu entschädigen.

 4. Rechtsmittel …

 5. Mitteilung an …“

5

D. 1. Gegen dieses Urteil liess die Beklagte am 23. März 2005 die Berufung 
an das Kantonsgericht von Graubünden erklären mit dem Rechtsbegehren, das an-
gefochtene Urteil sei aufzuheben und die Klage des Y. vollumfänglich abzuweisen.

2. An der Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht waren die beiden 
Rechtsvertreter sowie der Berufungsbeklagte anwesend. Die Rechtsvertreterin der 
Berufungsklägerin bestätigte in ihrem Plädoyer, das sie schriftlich zu den Akten gab 
(Art. 51 Abs. 1 Bst. b OG), ihren Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Urteils 
und Abweisung der Klage. Der Rechtsvertreter des Berufungsbeklagten beantragte 
demgegenüber die Abweisung der Berufung. – Auf die Ausführungen der Parteiver-
treter zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 
eingegangen.

Die Zivilkammer zieht in Erwägung:

I. 1. Die Beklagte befasste sich in ihrer Prozessantwort und vor erster In-
stanz eingehend mit der Frage, ob der Kläger die Prozesseingabe innert Frist ein-
gereicht habe. Sie stellte sich dann auf den Standpunkt, dies sei nicht der Fall. 
Nachdem der Kläger am Donnerstag, 15. April 2004 um die Ausstellung des Leit-
scheins ersucht habe, habe dieser damit rechnen müssen, dass er diesen am Mon-
tag, 19. April 2004 erhalten würde. Der Kläger habe an diesem Tag, an dem ihr 
selbst der Leitschein zugestellt worden sei, von der Post eine Avisierung erhalten, 
womit die Klagefrist am 10. Mai 2004, beziehungsweise wenn dem Kläger die übli-
che siebentägige Abholfrist zugestanden werde, am 17. Mai 2004 abgelaufen sei. 
Der Kläger machte geltend, er habe die erste Abholungseinladung nicht erhalten; 
der Leitschein sei ihm vielmehr erst am 27. April 2004 auf Grund einer zweiten Avi-
sierung ausgehändigt worden. Die Post bestätigte dem klägerischen Anwalt diese 
Darstellung und äusserte die Vermutung, die erste Abholungseinladung sei wohl in 
einem falschen Postfach gelandet. Die Vorinstanz stellte angesichts dieser Sach-
lage fest, die Klagefrist habe erst am 28. April 2004 zu laufen begonnen, so dass 
die zwanzigtägige Frist gewahrt worden sei, wenn der Kläger die Prozesseingabe 
am 17. Mai 2004 der Post übergeben habe. Dieser Betrachtungsweise kann beige-
pflichtet werden. Entgegen der in der Prozessantwort vertretenen Auffassung war 
der Kläger nicht verpflichtet, beim Kreispräsidenten nachzufragen, ob der Leitschein 
abgeschickt worden sei. Er durfte ohne weiteres den Eingang der Postsendung be-
ziehungsweise die Abholungseinladung abwarten und die Sendung am letzten Tag 
der Abholfrist entgegennehmen. Die Rechtsvertreterin der Beklagten äusserte sich 

6

an der Berufungsverhandlung nicht mehr zu diesem im erstinstanzlichen Verfahren 
ausgiebig behandelten Punkt, und das Kantonsgericht sieht angesichts des nicht zu 
beanstandenden Entscheids des Bezirksgerichts keinen Grund, auf diese Frage 
zurückzukommen (Art. 229 Abs. 3 ZPO). 

II. 1.a) Die Beklagte hat sich im erstinstanzlichen Verfahren auf den 
Standpunkt gestellt, die Forderungen des Klägers bis zum 3. Dezember 1998 seien, 
sofern überhaupt nachgewiesen, verjährt. Es ist nicht ganz klar, wie die X. GmbH 
auf dieses Datum kommt. Das vorliegende Arbeitsverhältnis unterliegt unbestritte-
nermassen der fünfjährigen Verjährungsfrist gemäss Art. 128 Ziff. 3 OR, so dass – 
falls die Beklagte vom Datum des Vermittlungsbegehrens, also dem 4. Dezember 
2002, ausgegangen sein sollte –die Frist bis in den Dezember 1997 zurückreichen 
würde. Die Vorinstanz weist nun aber zu Recht darauf hin, dass der Kläger seine 
seinerzeitige Arbeitgeberin am 5. Dezember 2001 betrieben hat, um die Verjährung 
zu unterbrechen, so dass Lohnforderungen ab Dezember 1996 berücksichtigt wer-
den können. Die Rechtsvertreterin der Beklagten hat anlässlich der Berufungsver-
handlung diese Argumentation des Bezirksgerichts nicht in Frage gestellt, so dass 
das Kantonsgericht auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verweisen 
kann (Art. 229 Abs. 3 ZPO).

b) Der Kläger hat in der Prozesseingabe geltend gemacht, er habe im 
Jahre 1998 nach dem Arbeitszeitkalender 13 Tage Ferien bezogen, vertraglich ver-
einbart seien hingegen 25 Ferientage gewesen. Er verlangte daher ausgehend von 
einem Bruttomonatslohn von 3'500 Franken und durchschnittlich 21,75 Arbeitstagen 
pro Monat für die nicht bezogenen 12 Ferientage eine Entschädigung von brutto Fr. 
1'931.05 oder netto Fr. 1'737.--. Die Beklagte äusserte sich in der Prozessantwort 
nicht zu dieser Forderungsposition, und die Vorinstanz führte in ihrem Urteil dazu 
aus, die Arbeitgeberin habe nicht dargetan, dass sie dem Kläger die diesem zuste-
henden Ferientage gewährt habe, so dass der geltend gemachte, durch den Ar-
beitszeitkalender ausgewiesene Anspruch als erwiesen zu betrachten und dem Klä-
ger ausgehend von monatlich 23,9 Arbeitstagen ein Bruttolohn von Fr. 1'757.30 zu-
zusprechen sei. Im Berufungsverfahren wurde zwar generell die Abweisung der 
Klage beantragt, es wurde aber mit keinem Wort begründet, inwiefern die Aus-
führungen des Bezirksgerichts zur Frage des Ferienanspruchs nicht zutreffend sein 
sollten. Das Kantonsgericht sieht angesichts dieser Sachlage keinen Grund, von 
den überzeugenden, durch die klägerischen Beweismittel belegten Ausführungen 
im angefochtenen Urteil abzuweichen, so dass die entsprechende Position zu über-
nehmen ist (Art. 229 Abs. 3 ZPO).

7

2.a) Y. trat am 1. Dezember 1995 eine Stelle als Chauffeur bei der X. 
GmbH an. Der am 8. September 1995 abgeschlossene Arbeitsvertrag sah eine 
wöchentliche Arbeitszeit von 50 Stunden und einen monatlichen Bruttolohn von 
3'500 Franken vor. Das Arbeitsverhältnis wurde offenbar von Jahr zu Jahr verlän-
gert, wobei der Monatslohn auf anfangs Dezember 1999 auf 3'600 Franken erhöht 
wurde. Auch mit Bezug auf die Arbeitszeit ergab sich eine Änderung, sah doch der 
Vertrag vom 9. November 1998 (Anstellungsdauer 1. Dezember 1998 bis 1. Dezem-
ber 1999) eine Arbeitszeit von 53 Stunden pro Woche vor. Die schriftlichen Verträge 
für die Jahre 1997 und 1998 liegen nicht bei den Akten, so dass nicht gestützt auf 
Verträge gesagt werden kann, wann diese Änderung wirksam wurde. Offenbar war 
dies aber bereits ab 1. Dezember 1996 der Fall; jedenfalls geht der Kläger in seiner 
mit dem 5. Dezember 1996 beginnenden Zusammenfassung der geleisteten Ar-
beitsstunden von 53 Sollstunden pro Woche aus, und auch in der Prozesseingabe 
wurde diese wöchentliche Arbeitszeit als Grundlage für die Berechnung der geltend 
gemachten Überstundenentschädigung genommen. Mit Bezug auf die Definition 
des Begriffs der Überstunden gehen die Parteien und die Vorinstanz übereinstim-
mend von der in PKG 2000 Nr. 11 unter Hinweis auf die einschlägige Lehre gege-
benen Umschreibung aus, wonach von Überstunden gesprochen wird, wenn sich 
bei einem Vergleich der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden mit der Sollarbeits-
zeit ein Überschuss von Arbeitsstunden ergibt, welcher nicht mehr kompensiert wer-
den kann. Jede in diesem Sinne als Überstundenarbeit geltende, also die vertragli-
che (wöchentliche) Höchstarbeitszeit überschreitende Arbeitsleistung muss als 
Überstundenarbeit entschädigt werden. Einig sind sich die Parteien und die Vorin-
stanz auch darin, dass als gesetzliche Grundlage der Überstundenarbeit Art. 321c 
OR zur Anwendung gelangt und dass der Arbeitnehmer die Leistung von Überstun-
den nachzuweisen und darüber hinaus darzulegen hat, dass diese angeordnet und 
notwendig waren, wobei der förmlichen Anordnung das Wissen des Arbeitgebers 
um solche Arbeitsleistungen und deren Duldung gleichgestellt wird.

b)  Nachdem Y. seine Arbeitsstelle auf Ende April 2001 aufgegeben hatte, 
machte er durch die Gewerkschaft C. am 11. Oktober 2001 offenbar erstmals eine 
Forderung für geleistete Überzeit geltend. Die Arbeitgeberin antwortete mit Schei-
ben vom 22. Oktober 2001, wobei sie ihrem Erstaunen darüber Ausdruck gab, dass 
Y. ein halbes Jahr nach Verlassen seiner Arbeitsstelle und nachdem er anlässlich 
eines Abschlussgesprächs bestätigt habe, dass alles geregelt sei, erstmals eine 
Forderung wegen Überstundenarbeit stellte. Die Arbeitgeberin hielt in ihrem Schrei-
ben abschliessend fest, Herr Y. habe sicherlich während seiner Zeit bei ihr Über-
stunden gemacht. Als Ausgleich dafür habe man mit ihm gewisse Vereinbarungen 

8

getroffen und über gewisse Punkte hinweggesehen. Man sei gerne bereit, die Sa-
che zusammen zu diskutieren. 

Im Rahmen der nach Anmeldung der Klage zwischen den Rechtsvertretern 
der Parteien geführten Korrespondenz stellte Rechtsanwalt Dr. Saratz in einem 
Schreiben vom 9. Oktober 2003 fest, man habe die Firma D. AG beauftragt, die 
Fahrtschreiber des Taxis von Y. für die Zeit vom 13. Dezember 1999 bis zum 4. Juni 
2000 auszuwerten. Dabei hätten weit kleinere Überstundenbeträge resultiert als von 
Herrn Y. geltend gemacht worden seien. Bei dieser Sachlage sei es wohl sinnvoll, 
die gesamten vorhandenen Fahrtenscheiben durch die erwähnte Spezialfirma über-
prüfen zu lassen, um objektive Angaben hinsichtlich der von Y. geleisteten Arbeits-
zeit zu erhalten. In einem weiteren Schreiben vom 22. Januar 2004 an den klägeri-
schen Anwalt liess die Rechtsvertreterin der Beklagten verlauten, die bereits aus-
gewerteten Fahrtenscheiben befänden sich in ihrem Dossier; frühere Scheiben 
seien nach der Kontrolle durch die Verkehrspolizei entsorgt worden, hingegen 
müssten spätere Scheiben noch teilweise vorhanden sein, doch fehle die Zeit, diese 
innert nützlicher Frist auszusortieren. Rechtsanwalt Bondolfi zeigte sich in seiner 
Antwort vom 2. Februar 2004 darüber erstaunt, dass nun plötzlich nicht mehr alle 
Fahrtenscheiben vorhanden sein sollten und betrachtete damit die aussergerichtli-
chen Vergleichsverhandlungen als gescheitert. In ihrer Prozessantwort liess die Be-
klagte darlegen, wie in vielen Betrieben im Oberengadin habe der Kläger auch in 
ihrem Betrieb die in der Hochsaison getätigten Überstunden während der Zwischen-
zeiten kompensieren können.

Aus den zitierten schriftlichen Äusserungen der Beklagten ergibt sich klar, 
dass die Arbeitgeberin  grundsätzlich nicht bestreitet, dass Y. Überzeitarbeit geleis-
tet hat. In ihrem Schreiben vom 22. Oktober 2001 hat sie dies ausdrücklich zuge-
standen, und im Schreiben ihres Rechtsvertreters vom 9. Oktober 2003 wurde 
ebenfalls nur die Höhe der geltend gemachten Überstunden bestritten. Auch die 
Prozessantwort enthält ein grundsätzliches Zugeständnis von Überstunden, es wird 
lediglich eingewendet, diese hätten mit Freizeit kompensiert werden können. Ange-
sichts dieser Sachlage steht fest, dass der Beklagten bewusst war, dass der Kläger 
Überstunden zu leisten hatte; sie hat diese für den Betrieb offenbar notwendige 
Überzeitarbeit stets entgegengenommen, ohne dagegen zu remonstrieren und da-
durch zu erkennen gegeben, dass sie damit einverstanden war, dass ihr Taxifahrer 
Y. sehr oft mehr als die vertraglich vorgesehenen Stunden arbeitete. Dass zumin-
dest zeitweise mehr als die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit zu leisten war, hat 
auch der Zeuge und seinerzeitige Arbeitskollege des Klägers E. be-stätigt, indem er 

9

aussagte, die Arbeitszeit habe mehr als zwölf Stunden pro Tag betragen; er habe 
also regelmässig Überstunden machen müssen, die von der Arbeitgeberin verlangt 
worden seien. Der Zeuge F. sagte aus, er habe nie mehr als zwölf Stunden pro Tag 
gearbeitet. Wenn er Überzeitarbeit geleistet habe, sei diese bezahlt worden; er habe 
aber nicht immer Überstunden machen müssen. Wenn man an einem Tag zwei oder 
drei Stunden länger habe arbeiten müssen, so sei dies von der Beklagten angeord-
net worden; allerdings sei man nicht dazu gezwungen worden, sondern er sei an-
gefragt worden, ob er dazu bereit sei. Dass von der Arbeitgeberin gelegentlich Über-
stunden angeordnet worden waren, bestätigte schliesslich auch der Zeuge G.; dies 
sei allerdings nicht regelmässig geschehen und er sei jeweils dafür bezahlt worden. 
Angesichts dieser Beweislage steht für das Kantonsgericht fest, dass die für die 
Anerkennung geleisteter Überstunden erforderlichen Voraussetzungen, nämlich de-
ren Anordnung und Notwendigkeit beziehungsweise deren diskussionslose Dul-
dung, erfüllt waren. Es kann daher nur noch darum gehen, in welcher Höhe geltend 
gemachte Überstunden als nachgewiesen zu betrachten und folglich zu vergüten 
sind.

3.a) Die Berufungsklägerin macht geltend, die von Y. vorgelegten Beweise 
genügten nicht, um die Leistung von Überstunden zu belegen und sie reichten auch 
nicht aus, um analog Art. 42 Abs. 2 OR die Umstände zu beweisen, die für das 
annähernd sichere Vorliegen der behaupteten Überstunden sprächen und deren 
Abschätzung erlaubten. Solche Umstände seien nicht etwa darin zu sehen, dass 
ursprünglich eine Lohnforderung von 50'000 Franken in Betreibung gesetzt worden 
sei, welche man sodann für die gleiche Zeitperiode im Laufe des Verfahrens ohne 
jede Begründung auf ungefähr einen Drittel reduziert habe. Nach den Ausführungen 
in der Klageschrift müsse angenommen werden, dass die angeblich geleisteten 
Überstunden teilweise auch auf Zeitungsverteilfahrten früh am Morgen und spät in 
der Nacht entfallen seien. Diesbezüglich habe der Kläger aber überhaupt nichts be-
wiesen und andererseits sei der Beweis dafür erbracht, dass der Zeitungstransport-
vertrag auf Ende April 1997 gekündigt worden sei, womit der Kläger nach diesem 
Zeitpunkt sicher keine Zeitungsverteilfahrten mehr habe ausführen können. Falls 
solche Fahrten nachgewiesen wären, könnten sie also nur während sechs Monaten 
und nicht während der ganzen – hier noch interessierenden - Anstellungszeit von 
Dezember 1996 bis April 2001 erfolgt sein.

Es trifft zu, dass in den Rechtsschriften die Diskussion um die vom Kläger 
neben seiner Tätigkeit als Taxichauffeur ausgeübten Fahrten zwecks Abholung und 
Verteilung von Zeitungen einen verhältnismässig grossen Raum einnahm und es ist 

10

denkbar, dass die von Y. in diesem Zusammenhang erbrachten Arbeitsleistungen 
auch bei der Festsetzung des Umfangs der in Betreibung gesetzten Forderung eine 
Rolle spielten. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Höhe dieses Betrages 
nicht von Bedeutung ist, da die Betreibung offensichtlich allein zum Zwecke der Un-
terbrechung der Verjährung eingeleitet wurde und deshalb der Einwand der Beru-
fungsklägerin, wonach der Kläger bisher keine Erklärung für die Reduktion seiner 
Forderung um zwei Drittel geliefert habe, nicht von Belang ist. Was nun die Zei-
tungsverteilfahrten betrifft, wurde darüber zwar viel geschrieben und anlässlich der 
Zeugenbefragungen auch gesprochen, doch legen die Ausführungen im angefoch-
tenen Entscheid den Schluss nahe, dass diese Tätigkeit keinen Eingang in die Über-
stundenberechnung der Vorinstanz gefunden hat, so dass die Feststellung der Be-
rufungsklägerin, der Arbeitnehmer habe die angeblich auch für solche Fahrten auf-
gewendete Zeit nicht nachgewiesen, ins Leere trifft. Es ist jedoch anzumerken, dass 
– falls derartige Fahrten zur Diskussion stünden – diese entgegen den Ausführun-
gen der Berufungsklägerin anlässlich der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht 
grundsätzlich nicht nur während sechs Monaten, sondern während rund anderthalb 
Jahren hätten erfolgen können, da Y. seine Stelle bei der Beklagten ja bereits im 
Dezember 1995 angetreten hatte. Das Bezirksgericht ist bei der Berechnung der 
vom Kläger geleisteten Überstunden von den von diesem eingereichten Arbeits-
büchern, Arbeitsrapporten sowie den Zusammenstellungen über die Arbeits-, Lenk- 
und Ruhezeiten ausgegangen. Betrachtet man nun die täglichen Einträge über den 
Beginn und das Ende der beruflichen Tätigkeit in den Arbeitsbüchern, so drängt sich 
der Schluss auf, dass tatsächlich keine Zeitungsverteilungsfahrten berücksichtigt 
worden sein dürften. Nach der Darstellung in der Prozesseingabe hatte der Kläger 
an Werktagen während zwei Wochen pro Monat um 05.30 Uhr in St. Moritz die 
Zeitungen entgegenzunehmen und an Sonntagen jeweils die übrig gebliebenen Ex-
emplare des „Sonntagsblick“ einzusammeln, wobei er jeweils erst um 01.30 Uhr 
nach A. zurückgekehrt sei. Während der Ferienzeit des zuständigen Fahrers soll Y. 
die Zeitungen in Zizers abzuholen gehabt haben, wobei er um 00.30 Uhr in A. habe 
abfahren müssen und mit der Verteilung gegen 09.00 Uhr fertig gewesen sei. Diese 
Zeitangaben fanden in den Arbeitsbüchern keinen Niederschlag. Gewiss finden sich 
einzelne Eintragungen über einen Arbeitsbeginn um 05.30 Uhr oder ganz vereinzelt 
über ein Arbeitsende an Sonntagen nach Mitternacht, doch kommen solche Anga-
ben ganz gelegentlich auch noch nach Ende April 1997, als der Zeitungstransport-
vertrag mit  der Firma H. auslief, vor. Von regelmässigen Eintragungen über Arbeits-
zeiten, wie sie vorliegen müssten, wollte man davon ausgehen, dass die Zeitungs-
verteilfahrten Eingang in die gestützt auf die Arbeitsbücher vorgenommenen Be-
rechnungen der Arbeitsstunden gefunden hätten, kann angesichts der Aufzeichnun-

11

gen in den Zeiterfassungsdokumenten also keine Rede sein. Die vom klägerischen 
Rechtsvertreter anlässlich der Berufungsverhandlung gemachte Feststellung, die 
Zeitungsverteilung bilde nicht mehr Gegenstand des geltend gemachten Lohnan-
spruchs, vermag daher zu überzeugen.

b) Nach dem Gesagten ist davon auszugehen, dass die Arbeitsbücher 
und Zeiterfassungstabellen nur die vom Kläger behauptete Arbeitszeit als Taxi-
chauffeur enthalten. Die Vorinstanz hat die sich aus diesen Unterlagen ergebenden 
Arbeitstunden übernommen und die von der Beklagten dagegen erhobenen Ein-
wände verworfen. Auch das Kantonsgericht gelangt zum Schluss, dass die klägeri-
sche Forderung durch die eingelegten Beweismittel hinlänglich belegt ist. Y. hat der 
Vorschrift von Art. 18 Abs. 2 ARV 2 entsprechend täglich Beginn und Ende der be-
ruflichen Tätigkeit sowie die zusammenhängende Ruhezeit vor Arbeitsbeginn im Ar-
beitsbuch für berufsmässige Motorfahrzeugführer eingetragen. Nach Abs. 7 der er-
wähnten Bestimmung sind die vollständig ausgefüllten perforierten Originale der 
Wochen- und (sofern erforderlich) Tagesblätter des Arbeitsbuches spätestens am 
ersten Arbeitstag der folgenden Woche dem Arbeitgeber abzugeben. Wie pünktlich 
dieser Vorschrift nachgelebt wurde, ist nicht bekannt, hingegen kann davon ausge-
gangen werden, dass die Originalblätter tatsächlich der Beklagten übergeben wur-
den, enthalten die Arbeitsbücher doch nur noch die Kopien der Wochenblätter. Ob-
wohl das Arbeitsbuch eine Rubrik „Dauer der beruflichen Tätigkeit“ enthält, in wel-
cher Lenkzeit und übrige Arbeitszeit unterschieden wird, wurden diese Felder vom 
Fahrzeugführer nicht ausgefüllt, was von der Arbeitgeberin offenbar nicht beanstan-
det wurde. Anders als die nur unter bestimmten Voraussetzungen auszufüllenden 
Tagesblätter enthalten die Wochenblätter keine Rubrik, in welcher die Pausen ein-
zutragen gewesen wären, es war vielmehr lediglich der Beginn und das Ende der 
beruflichen Tätigkeit anzugeben. Es ist daher verständlich, wenn die sich aus diesen 
Blättern ergebenden Zahlen Eingang in die Zusammenfassung der geleisteten Ar-
beitsstunden fanden. Ähnlich verhält es sich bei den offensichtlich von dritter Hand 
ausgefüllten Aufzeichnungen im Formular „Aufstellung über die Arbeits-, Lenk- und 
Ruhezeit“, welches die tägliche Arbeitszeit und die tägliche Lenkzeit unterscheidet, 
in welchem aber lediglich die wöchentliche Arbeitszeit und Überzeit sowie anfäng-
lich die in diesem Verfahren allerdings unwichtige Ruhezeit vermerkt wurden. Die 
Berufungsklägerin bestreitet die Zuverlässigkeit der sich auf die Arbeitsbücher und 
die Arbeitszeitkalender stützenden Zusammenfassungen der geleisteten Arbeits-
stunden mit der einen Zeitraum von etwa sieben Monate umfassenden Überprüfung 
der Arbeitszeit anhand der von der D. AG vorgenommenen Auswertung der Fahr-
tenscheiben. Sie macht geltend, es habe sich ergeben, dass der Kläger im Dezem-

12

ber 1999 33,53 Stunden und von Januar bis Juni 2000 267,99 Stunden mehr auf-
geschrieben habe, als sich auf Grund der Auswertung der Fahrtenscheiben ergeben 
habe. Bei der Überprüfung seien die Pausen korrekterweise als Pausen, und nicht 
als Arbeitszeit registriert worden, während sie in den vom Arbeitnehmer ins Recht 
gelegten Zusammenfassungen der geleisteten Arbeitsstunden trotz der klaren Re-
gelung in Art. 8 ARV 2 häufig als Arbeitszeit aufgeführt worden seien. Die stichpro-
benweise nachgewiesene unerlaubte Erfassung von Pausen als Arbeitszeit ergebe 
bei Aufrechnung für die ganze Anstellungsdauer von Dezember 1996 (recte 1995) 
bis April 2001 ein Total von 874 Pausenstunden, woraus als Differenz zu den von 
Y. angeblich geleisteten rund 842 Überstunden sogar ein Manko zu dessen Lasten 
von 32 Stunden resultiere.

Die Einwände der Berufungsklägerin vermögen die Argumentation der Vor-
instanz nach Auffassung des Kantonsgerichts nicht zu entkräften. Vorerst ist ganz 
allgemein festzustellen, dass die Arbeitgeberin durch die ihr offenkundig übergebe-
nen Originalseiten der Arbeitsbücher und später durch die Formulare über die Ar-
beits-, Lenk- und Ruhezeit laufend über die vom Kläger geltend gemachten Arbeits-
zeiten ins Bild gesetzt wurde, dass sie sich aber offenbar in all den Jahren nicht 
bemüssigt gefühlt hatte, die ihr gelieferten Angaben zu kontrollieren und allenfalls 
in Frage zu stellen. Es mutet daher sonderbar an, wenn erst lange Zeit nach Been-
digung des Arbeitsverhältnisses die während dessen Dauer jederzeit überprüfbaren 
Aufzeichnungen des Arbeitnehmers als falsch beanstandet werden. Dieses Verhal-
ten der Arbeitgeberin erweckt den gleichen zweifelhaften Eindruck, den man aus 
dem Schreiben vom 22. Oktober 2001 an die Gewerkschaft C. gewinnen muss, wo 
dem Kläger in massiver Weise Unredlichkeiten vorgeworfen werden, so dass man 
sich fragen muss, weshalb dieser Person der Arbeitsvertrag von Jahr zu Jahr ver-
längert wurde, wenn man sich schon während der Anstellungszeit offenbar von Y. 
massiv hintergangen gefühlt hat. Wenn es sich beim Kläger um einen derart wenig 
vertrauenswürdigen Mitarbeiter gehandelt hätte, wie dies in diesem Schreiben zum 
Ausdruck gebracht wird, ist es völlig unverständlich, weshalb dessen Zeitangaben 
nicht laufend überprüft und im Falle von festgestellten Unkorrektheiten nicht umge-
hend beanstandet wurden. Das Fehlen von Reklamationen kann nicht anders als 
dahin gedeutet werden, dass man die vom Kläger gemeldeten Arbeitszeiten als rich-
tig anerkannte. Die gestützt auf die Arbeitsbücher und Arbeitszeitkalender geltend 
gemachten Überstunden dürfen daher durchaus als glaubhaft angesehen werden, 
solange das Gegenteil nicht überzeugend dargetan wird. Die Auswertungen der 
Fahrtenscheiben vermögen auch nach der Auffassung des Kantonsgerichts keine 
ernsthaften Zweifel an der Zuverlässigkeit der klägerischen Zeitangaben zu we-

13

cken. So ist einmal der Vorinstanz zuzustimmen, wenn sie feststellte, wenn der Ex-
perte mit seinen Auswertungen in der 50. Kalenderwoche des Jahres 1999 begon-
nen habe, im Gegensatz zum Kläger aber für Montag und Dienstag, 13. und 14. 
Dezember, keine Arbeitszeit ausweise, sondern erst mit dem 16. Dezember beginne 
(am 15. Dezember arbeitete Y. auch nach seinen Angaben nicht), so könne daraus 
nicht schlüssig abgeleitet werden, dass der Kläger an diesen beiden Tagen nicht 
gearbeitet habe, weil nicht feststehe, welche Fahrtenscheiben dem Experten zur 
Verfügung gestanden hätten. Die Beklagte gestand zu, dass sie ältere Fahrten-
scheiben nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist entsorgt habe, so dass es durchaus 
möglich ist, dass Scheiben für die Zeit vor dem 16. Dezember 1999 gar nicht mehr 
vorhanden waren und folglich auch nicht ausgewertet werden konnten. Aber auch 
mit Bezug auf die für die einzelnen Tage errechneten Arbeitszeiten vermag die sich 
auf die Auswertungen der D. AG stützende Argumentation der Berufungsklägerin 
die Ausführungen des Bezirksgerichts nicht zu entkräften. Die Rechtsvertreterin der 
Arbeitgeberin führte aus, die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen seien auf den 
Fahrtenscheiben korrekterweise als Pausen und nicht als Arbeitszeit registriert wor-
den, während sie in der Zusammenfassung der geleisteten Arbeitsstunden des Klä-
gers oft als Arbeitszeit aufgeführt worden seien, obwohl Art. 8 ARV 2 klar und deut-
lich sage, dass Pausen von mehr als dreissig Minuten als nicht bezahlte Arbeitzeit 
gälten, obwohl sie zwingend einzuhalten seien. Eine solche angeblich klare Aus-
sage vermag das Kantonsgericht der zitierten Gesetzesbestimmung nicht zu ent-
nehmen. In der fraglichen Norm wird zwar vorgeschrieben, welche Arbeitspausen 
der Fahrzeugführer einzulegen hat und dass er während dieser Pausen kein Fahr-
zeug lenken darf, hingegen ist nirgends davon die Rede, ob die Pausen als bezahlte 
oder unbezahlte Arbeitszeit gelten (wobei es wohl korrekter wäre, im letzteren Falle 
gar nicht von Arbeitszeit zu sprechen). Auf der anderen Seite führt die Vorinstanz 
unter Hinweis auf Art. 15 Abs. 2 des Arbeitsgesetzes zutreffend aus, dass Pausen 
als Arbeitszeit gelten, wenn der Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz nicht verlassen 
darf. In den Auswertungstabellen der D. AG wird nun aber lediglich das Total der an 
einem Tag durch den Fahrtschreiber registrierten Pausen angegeben, es wird hin-
gegen nicht festgehalten, ob es sich um Pausen der zuletzt genannten Art handelt, 
so dass sie als Arbeitszeit bezahlt werden müssen, oder ob sich der Führer vom 
Arbeitsplatz entfernen konnte, so dass die Pausen nicht zur Arbeitszeit gezählt wer-
den konnten. Es kommt dazu, dass die Berufungsklägerin in ihrem an der Haupt-
verhandlung erwähnten Beispiel drei Tage herauspickte, bei welchen sich bei Nicht-
berücksichtigung der Pausen Arbeitszeiten ergeben, die unter den vom Kläger in 
seiner Zusammenfassung angegebenen Zeiten liegen. Betrachtet man aber etwa 
die erste der von der D. AG ausgewerteten Wochen, so lässt sich leicht feststellen, 

14

dass nach dem von der Berufungsklägerin erwähnten 16. Dezember 1999, an wel-
chem die Arbeitszeit (ohne Pausen) nach der Auswertung unter der vom Kläger in 
seiner Zusammenstellung angegebenen Zeit liegt, drei Tage folgen, an welchen der 
Auswertungsservice mehr als die vom Kläger markierten Stunden ausweist. Solche 
Abweichungen kommen sodann auch an anderer Stelle vor. Geht man davon aus, 
dass seitens des Klägers über die ganze Anstellungszeit Angaben über die geleis-
teten Arbeitsstunden geliefert wurden, dass die Beklagte die Gelegenheit hatte, 
diese Angaben jederzeit und im Detail zu überprüfen, jedoch nie eine Beanstandung 
vorgenommen hat, dass sich nicht mit der nötigen Klarheit sagen lässt, inwieweit 
die auf Grund der Aufzeichnungen des Fahrtschreibers ermittelten Pausen nicht der 
Arbeitszeit zuzurechnen sind und dass sich auch aus der Auswertung der Fahrten-
scheiben nicht nur unter, sondern zum Teil auch über den vom Kläger aufgeschrie-
benen Arbeitsstunden liegende Werte ergeben, sieht das Kantonsgericht keine Ver-
anlassung, von der vom Bezirksgericht ermittelten Überzeit abzuweichen. Es erach-
tet die im angefochtenen Urteil errechneten, dem Kläger zu vergütenden Überstun-
den auf Grund der vorliegenden Aktenlage vielmehr als erwiesen und stimmt auch 
der auf diesen basierenden Berechnung dem Arbeitnehmer zustehenden Ver-
gütung zu, so dass gemäss Art. 229 Abs. 3 ZPO auf die entsprechenden Ausführun-
gen verwiesen werden kann. Die Berufungsklägerin vermochte an der Ermittlung 
der vom Kläger geleisteten Überzeit durch die Vorinstanz keine ernsthaften Zweifel 
zu begründen, sie hat sich zur Frage, inwiefern geleistete Überstunden kompensiert 
werden konnten, nicht mehr geäussert und die Berechnung des sich auf Grund der 
ermittelten Stundenzahl und der jeweiligen Stundenansätze errechneten Lohnan-
spruchs des Klägers in keiner Weise beanstandet. Es ist denn auch nicht ersichtlich, 
inwiefern diese Berechung nicht korrekt erfolgt sein sollte, so dass diese ohne wei-
teres übernommen werden kann und die Berufung damit vollumfänglich abzuweisen 
ist. Ein Fehler ist der Vorinstanz lediglich unterlaufen, indem sie den richtig errech-
neten Bruttolohn von Fr. 15'469.20 falsch ins Dispositiv übertragen hat; dieser of-
fensichtliche Verschrieb ist von Amtes wegen zu korrigieren.

III. Die gerichtlichen Kosten dieser arbeitsrechtlichen Auseinanderset-
zung mit einem Streitwert von unter 30'000 Franken dürfen den Parteien nicht auf-
erlegt werden, hingegen hat die unterlegene Berufungsklägerin den Berufungsbe-
klagten für das Verfahren vor Kantonsgericht aussergerichtlich angemessen zu ent-
schädigen.

15

Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Ziffer 1 des Dispositivs des angefochtenen Urteils wird von Amtes wegen 
wie folgt neu formuliert:

Die Klage wird teilweise gutgeheissen und die Beklagte wird verpflichtet, dem 
Kläger einen Bruttolohn von Fr. 15'469.20 zuzüglich 5 % Zins seit 1. Mai 2001 
zu zahlen.

3. Die Kosten des Berufungsverfahrens gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden.

4. Die Berufungsklägerin hat den Berufungsbeklagten für das Berufungsverfah-
ren mit Fr. 2'023.20 zu entschädigen.

5. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: