# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a056f99f-55f8-5ced-86c7-a867832a74c1
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-11-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 24.11.2006 S 2005 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2005-83_2006-11-24.pdf

## Full Text

S 05 83

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 14. September 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Versicherungsleistungen nach IVG

1. a) … ist 1970 geboren und gelernter Metallbauschlosser. Nach Abschluss seiner 

Lehre arbeitete er in seinem Beruf an verschiedenen Orten und reiste auch 

zweimal nach Indien. Am 30. September 1996 meldete sich der Versicherte 

bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend: IV-Stelle) zum 

Bezug von IV-Leistungen an. Er leide an Rückenbeschwerden und sei vom 

12. Juli bis 24. September 1996 zu 100% und ab 25. September 1996 zu 50% 

arbeitsunfähig. Gemäss Bericht vom 13. Juni 1997 der IV-Berufsberatung 

wurde die vom Versicherten anbegehrte Umschulung vom Bauschlosser zum 

Sozialpädagogen unterstützt. In der Folge wurden ihm vom 28. Juli 1997 bis 

21. Oktober 2002 zahlreiche berufliche Massnahmen samt Taggeldern im 

Sozialwesen zugesprochen. Letztmals bewilligte ihm die IV-Stelle am 26. April 

2001 eine Umschulung zum Soziokulturellen Animator an der Hochschule für 

soziale Arbeit in Luzern.

b) Gemäss Stellungnahme der Schule für soziale Arbeit vom 19. September 

2002 habe der Versicherte drei von fünf Qualifikationselemente des 

Grundstudiums nicht bestanden, weshalb er nicht an die Zwischenprüfungen 

habe zugelassen werden können. Ausserdem habe er auch keinen 

Praktikumsplatz gefunden, was zwingende Voraussetzung für die Fortsetzung 

der Ausbildung gewesen wäre. Obwohl die Schule ihm angeboten habe, sein 

Grundstudium noch einmal neu zu beginnen, habe er dafür keinen 

schriftlichen Antrag gestellt. Unter diesen Umständen sei man gezwungen 

gewesen, den Ausbildungsvertrag mit dem Versicherten zu künden.

c) Am 16. Oktober 2002 hielt die IV-Berufsberatung im Verlaufsprotokoll fest, 

dass die beruflichen Massnahmen nicht erfolgreich verliefen. Die 

Rückenprobleme würden anscheinend durch eine psychische Problematik 

überlagert. Die Massnahmen könnten nicht weitergeführt werden. Zudem 

entziehe sich der Versicherte jeglicher Zusammenarbeit. Der Fall könne nicht 

weiterbearbeitet werden, weshalb er vorerst abzuschliessen sei. Eine 

psychiatrische Begutachtung des Versicherten würde sie jedoch als angezeigt 

erachten, da ohne gründliche Beurteilung des Falles aus psychiatrischer Sicht 

weitere Versuche beruflicher Eingliederung jeglicher Art scheitern dürften.

d) Daraufhin gab die IV-Stelle am 15. Januar 2003 eine medizinische Abklärung 

beim ABI (Ärztliches Begutachtungsinstitut GmbH, Basel) in Auftrag. Nach 

Untersuchung und Begutachtung des Versicherten und gestützt auf die 

vorgelegten Akten hielt das ABI in seinem Bericht vom 30. Oktober 2003 fest, 

der Versicherte leide an einem chronischen Lumbovertebralsyndrom ohne 

radikuläre Beteiligung, an progredientem Übergewicht, an fortgesetztem 

Nikotinkonsum und gelegentlichem Cannabiskonsum. Aus psychiatrischer 

Sicht sei ein Verdacht auf eine beginnende anhaltende somatoforme 

Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren zu 

diagnostizieren. Dem Versicherten sei die angestammte Tätigkeit als 

Metallbauschlosser seit dem 1. Oktober 1996 nicht mehr zumutbar. 

Demgegenüber könne er körperlich leichte bis mittelschwere, mässig 

adaptierte Tätigkeiten seit jeher ganztägig ohne Leistungseinschränkung 

erbringen. Insbesondere sei dem Versicherten der von ihm gewählte 

Tätigkeitsbereich im Sozialwesen zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht sei er 

für eine seinen körperlichen Beschwerden angepasste Tätigkeit zu 100% 

arbeitsfähig. Weiter hielt das ABI fest, dass das vom Versicherten 

angegebene Ziel, an der Schule für soziale Arbeit eine vierjährige 

berufsbegleitende Ausbildung durchzuführen, unterstützt werden könne. 

Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre sei eine Prognose fraglich, 

trotzdem empfahl das ABI, einen weiteren Versuch durchzuführen. Am 15. 

März 2004 stellte die IV-Stelle dem ABI die früher irrtümlich nicht zugesandten 

Protokolle der Berufsberatung der IV-Stelle Luzern zu. Gestützt auf diese 

Protokolle hielt das ABI fest, dass es aufgrund der Umstände des letzten 

Abbruchs in der Schule für Sozialarbeit tatsächlich keinen Sinn mehr mache, 

einen letzten Versuch zu gewähren. Wie erwähnt, könne der Versicherte für 

körperlich leichte bis mittelschwere Tätigkeit ohne weiteres zu 100% 

eingesetzt werden.

2. Mit Verfügung vom 7. bzw. 8. Juli 2004 wurden dem Versicherten der 

Anspruch auf berufliche Massnahmen bzw. auf eine Invalidenrente 

abgesprochen. Seine Leistungsbegehren seien unbegründet, da der 

Invaliditätsgrad lediglich 16% betrage. Die dagegen erhobene Einsprache 

wies die IV-Stelle mit Entscheid vom 23. März 2005 ab. Unbestritten seien die 

Leiden des Versicherten und die Tatsache, dass er den erlernten Beruf als 

Metallbauschlosser seit dem 1. Oktober 1996 nicht mehr ausüben könne. Für 

die Berechnung des Valideneinkommens könne nicht davon ausgegangen 

werden, dass der Versicherte heute als Metallbauschlosser tätig wäre, 

weshalb auf Erfahrungs- und Durchschnittswerte zurückzugreifen sei. Es 

könne auf die Lohnstrukturerhebung 2002 (nachfolgend: LSE 2002), TA1, 

privater Sektor, Anforderungsniveau 4, abgestellt werden, was ein 

Valideneinkommen von Fr. 57'008.07 für das Jahr 2002 ergebe. Betreffend 

Invalideneinkommen stelle die IV-Stelle insbesondere auf das ABI-Gutachten 

ab, wonach sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren Tätigkeiten seit 

jeher ganztägig ohne Leistungseinschränkung zumutbar seien. Auch hier 

könne auf die LSE 2002 abgestellt werden. Unter Berücksichtigung der 

100%igen Arbeitsfähigkeit resultiere ein Invalideneinkommen von Fr. 

57'008.07. Die Gegenüberstellung vom Validen- bzw. Invalideneinkommen 

zeige, dass keine Erwerbseinbusse vorliege. Folglich sei der Anspruch auf IV-

Leistungen zu Recht abgelehnt worden.

3. Daraufhin erhob der Versicherte am 29. April 2005 fristgerecht Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht von Luzern, welches darauf nicht eintrat und diese 

zuständigkeitshalber dem Verwaltungsgericht Graubünden überwies. Der 

Beschwerdeführer beantragte, den angefochtenen Einspracheentscheid 

aufzuheben und ihm rückwirkend ab dem 1. Oktober 2004 eine ganze 

Invalidenrente zuzusprechen. Zur Begründung brachte er vor, dass sich sein 

Gesundheitszustand seit der Erstellung des ABI-Gutachtens verschlechtert 

habe. Seit November 2004 arbeite er in der Stadtbibliothek Luzern. Die zu 

verrichtende Arbeit sei für ihn ideal, weil sie körperlich leicht sei und er sich 

immer wieder bewegen könne und nie lange sitzen müsse. Trotzdem sei er 

aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage mehr als 30% zu arbeiten, 

was auch seine Hausärztin Dr. … bestätige. Weiter führte er aus, dass für die 

Berechnung des Valideneinkommens davon auszugehen sei, dass er ohne 

gesundheitliche Probleme das Studium hätte beenden können und heute mit 

Fachhochschulabschluss im Sozialwesen tätig wäre. Somit sei von der LSE 

2002, TA 1, Ziff. 85, Anforderungsniveau 1+2, Männer, auszugehen, was für 

das Jahr 2002 ein Jahreseinkommen von Fr. 85'470.-- ergebe. Passe man 

diesen Wert der durchschnittlichen Arbeitszeit, der Teuerung und der 

Reallohnentwicklung von jährlich 5% an, so ergebe dies einen hypothetischen 

Validenlohn von Fr. 103'473.10 für das Jahr 2005. Bezüglich der Ermittlung 

des Invalideneinkommens sei auf das tatsächliche Invalideneinkommen von 

Fr. 10'080.-- abzustellen. Falls das Gericht jedoch von einem hypothetischen 

Invalideneinkommen ausgehe, so sei auf den Zentralwert der TA 1 für alle 

Branchen in der LSE abzustellen, welcher für Männer, Anforderungsniveau 4, 

jährlich Fr. 54'684.-- betrage. Zu berücksichtigen sei sein Teilpensum von 

30%. Ferner rechtfertige sich ein Leidensabzug von 25%, womit ein 

hypothetisches Invalideneinkommen von Fr. 41'013.-- resultieren würde. Der 

Vergleich von hypothetischem Validen- und tatsächlichem 

Invalideneinkommen zeige, dass ein Anspruch auf eine ganze Rente bestehe.

4. In ihrer Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 

Beschwerde und verwies auf die Begründung im Einspracheentscheid. Zu 

ergänzen sei, dass die Berücksichtigung der Teuerung und 

Reallohnentwicklung ab 2003 von jährlich 5% nicht belegt sei. Verlange der 

Beschwerdeführer die Berücksichtigung des hypothetischen 

Valideneinkommens für das Jahr 2005, so müsste der Teuerungsausgleich 

auch beim Invalideneinkommen erfolgen. Die von Dr. … bestätigte 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführers sei 

medizinisch nicht objektiviert. Zudem würden ihre Berichte die 

Glaubwürdigkeit des ABI-Gutachtens nicht erschüttern. Der Einwand, er 

könne nur ein Teilpensum von 30% leisten, sei nicht überzeugend 

nachgewiesen worden.

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen 

der Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Da gemäss Art. 69 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) über Beschwerden gegen 

Verfügungen und Einspracheentscheide der kantonalen IV-Stellen das 

Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle entscheidet, ist vorliegend das 

Verwaltungsgericht Graubünden als Versicherungsgericht örtlich zuständig. 

Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfahrens ist der Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 23. März 2005. Strittig und zu prüfen ist, ob der 

Anspruch auf IV-Leistungen zu Recht verneint wurde.

b) Massgebend für die Beurteilung der sich stellenden Frage ist der zum 

Zeitpunkt des Erlasses des Einspracheentscheides vom 23. März 2005 

verwirklichte Sachverhalt (Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 52 Rz. 25; RKUV 

2001 Nr. U 419 S. 102 Erw. 2). An dieser Stelle ist festzuhalten, dass die 

Berichte des Kantonsspitals … vom 30. März 2005 und von Dr. … vom 17. 

Mai 2005 - da sie nach dem Einspracheentscheid ergangen sind - für das 

vorliegende Verfahren nicht relevant und aus dem Recht zu weisen sind. 

Anzumerken bleibt, dass selbst wenn diese Berichte für die Beurteilung des 

vorliegenden Falles relevant wären, diese nicht ausreichen würden, um eine 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes anzunehmen. Aus dem Bericht 

des Kantonsspitals … ergibt sich kein Hinweis auf eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes. Ebenso kann Dr. … keine Angaben dazu machen, 

inwieweit die angeblichen psychischen Beschwerden einen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers haben. In ihrem Bericht gibt sie 

lediglich die Aussagen ihres Patienten wieder.

2. a) Nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 

IVG gelten Erwerbstätige als invalid, wenn sie eine durch einen körperlichen 

oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, 

Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit erleiden. Führt der 

Gesundheitsschaden nicht mindestens zu einer teilweisen Arbeitsunfähigkeit, 

liegt keine Erwerbsunfähigkeit und somit auch keine Invalidität im Sinne des 

IVG vor. In einem solchen Fall können weder berufliche Massnahmen gemäss 

Art. 15 ff. IVG noch eine Rente gemäss Art. 28 f. IVG zugesprochen werden.

b) Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG berechnet sich 

die Erwerbsunfähigkeit bzw. der Invaliditätsgrad nach der Methode des 

Einkommensvergleichs. Dabei wird das Erwerbseinkommen, das der 

Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. hypothetisches 

Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das er 

erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden wäre (sog. hypothetisches 

Valideneinkommen). Unter Umständen kann auch auf das tatsächliche 

Invalideneinkommen abgestellt werden. Dies jedoch nur dann, wenn 

besonders stabile Arbeitsverhältnisse eine Bezugnahme auf den allgemeinen 

Arbeitsmarkt praktisch erübrigen, wenn die versicherte Person bei dieser 

Arbeit die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll 

ausschöpft und wenn das Einkommen angemessen und nicht ein Soziallohn 

ist (BGE 129 V 475; 126 V 75).

3. a) Bei der Ermittlung des hypothetischen Valideneinkommens ist massgebend, 

was der Versicherte ohne Behinderung aufgrund seiner beruflichen 

Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit verdienen würde. Eine berufliche 

Weiterentwicklung ist zu berücksichtigen, sofern konkrete Anhaltspunkte 

dafür bestehen, dass der Versicherte einen beruflichen Aufstieg und ein 

entsprechend höheres Einkommen realisiert hätte, wenn er nicht invalid 

geworden wäre. Blosse Absichtserklärungen genügen dabei nicht, vielmehr 

müssen schon konkrete Schritte unternommen worden sein, wie z.B. die 

Aufnahme eines Studiums oder das Ablegen von Prüfungen (SVR 2002 IV Nr. 

21, S. 63 f.). 

b) Vorliegend sind sich die Parteien einig, dass aufgrund der Umstände 

anzunehmen ist, dass der Beschwerdeführer heute nicht mehr als 

Metallbauschlosser tätig wäre. Der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass er 

ohne gesundheitliche Probleme heute mit einem Fachhochschulabschluss im 

Sozialwesen tätig wäre. Dieser Ansicht kann nicht gefolgt werden. Seine 

Begründung, dass er sein Studium an der Hochschule für soziale Arbeit in 

Luzern nur deshalb abgebrochen habe, weil er aufgrund eines 

Rollerbladeunfalls mit nachfolgender Arbeitsunfähigkeit dazu gezwungen 

gewesen sei, vermag keineswegs zu überzeugen. Wie den Akten zu 

entnehmen ist, erlitt der Beschwerdeführer eine Rippenquetschung, weshalb 

Dr. … den Beschwerdeführer vom 1. bis 14. April 2002 arbeitsunfähig schrieb. 

Für die Zeit bis zum 2. Juli 2002 war die Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Die 

Tatsache, dass der Beschwerdeführer aufgrund einer Rippenquetschung, 

welche lediglich eine kurze Arbeitsunfähigkeit nach sich zog, sein Studium 

beendete, weist vielmehr darauf hin, dass er sein Studium ohnehin 

abgebrochen hätte. Diese Annahme wird untermauert durch die Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer, obwohl ihm seitens der Schulleitung eine 

Wiederholung des Grundstudiums angeboten wurde, kein entsprechendes 

Gesuch gestellt hat. In Anbetracht seiner Leistungen, die er an der 

Hochschule erbrachte, kann ebenfalls nicht davon ausgegangen werden, 

dass er sein Studium erfolgreich absolviert hätte. Hinzu kommt, dass der 

Versicherte - wie er dem IV-Berufsberater mitteilte - Probleme mit der 

gesamten Schulungskonzeption hatte. Er gab an, sich als internationaler 

Mensch zu fühlen. Deshalb sei er im nationalen Denken (worin seines 

Erachtens die Hochschule stecke) nicht mehr beheimatet. Wenn sich nun die 

IV-Stelle auf den Standpunkt stellt, es unklar sei, wie sich der Versicherte 

beruflich weiter entwickelt hätte, so ist ihr darin beizupflichten. Sie durfte 

deshalb - ohne dabei in Willkür zu verfallen - für die Berechnung des 

Valideneinkommens auf die LSE 2002, TA 1, privater Sektor, 

Anforderungsniveau 4, abstellen.

Der Beschwerdeführer bringt weiter vor, der Validenlohn müsse der Teuerung 

angepasst werden. Hierzu ist anzumerken, dass die Berücksichtigung der 

Teuerung bei der Berechnung des Validenlohns für das Jahr 2005 dem 

Beschwerdeführer keine Vorteile bringt, da sie auch bei der Berechnung des 

Invalidenlohns für das Jahr 2005 berücksichtigt werden müsste. Folglich ist 

sein Vorbringen unbegründet, weshalb ohne weiteres auf den Validenlohn des 

Jahres 2002 in der Höhe von Fr. 57'008.07 abgestellt werden darf. 

4. a) Als Invalidenlohn ist dasjenige Erwerbseinkommen einzusetzen, das der 

Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine zumutbare Arbeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (BGE 117 V 18).

b) Um das strittige Invalideneinkommen ermitteln zu können, sind die 

Verwaltung und das Gericht zunächst auf die Unterlagen angewiesen, welche 

die Ärzte oder allenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung stellen. Deren 

Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu 

nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 

und Befunde eine wichtige Grundlage zur Beurteilung der Frage, welche 

Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 

261; 115 V 134). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens 

ist entscheidend, ob es für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und zu Schlussfolgerungen führt, die begründet sind 

(BGE 125 V 352; 122 V 160).

c) Die Beschwerdegegnerin geht unter Berücksichtigung des polydisziplinären 

Gutachtens des ABI vom 30. Oktober 2003 davon aus, dass der 

Beschwerdeführer für sämtliche körperlich leichten bis mittelschweren 

Tätigkeiten seit jeher über eine Arbeitsfähigkeit von 100% (ohne 

Leistungseinschränkung) verfügt. Beim ABI-Gutachten handelt es sich um ein 

ausführliches medizinisches Gutachten, welches in Kenntnis der 

medizinischen Vorakten erstellt wurde und das die geklagten Beschwerden 

berücksichtigte. Die Gesamtbeurteilung, welche auch Aussagen zur 

Arbeitsfähigkeit enthält, erfolgte aufgrund einer umfassenden persönlichen 

Untersuchung des Beschwerdeführers. Die Stellungnahme zur medizinischen 

Situation ist einleuchtend, widerspruchsfrei und eingehend begründet. Dem 

Bericht kann folglich volle Beweiskraft zuerkannt werden.

Der Beschwerdeführer macht geltend, dass sich sein Zustand seit Oktober 

2004 verschlechtert habe und er deshalb trotz behinderungsgerechter 

Tätigkeit lediglich zu 30% arbeitsfähig sei. Dies bestätige auch seine 

Hausärztin Dr. … in ihren Berichten. In ihrem Zeugnis vom 2. Februar 2005 

bescheinigt sie dem Beschwerdeführer zwar bis auf weiteres wegen Krankheit 

eine Arbeitsunfähigkeit von 70% ab dem 1. Januar 2005. Weitere Angaben 

macht sie jedoch nicht. Im nachfolgenden Bericht vom 1. März 2005 

diagnostiziert sie - wie bereits das ABI-Gutachten - ein chronifiziertes lumbo-

vertebrales Syndrom beidseits mit Generalisierungstendenz bei 

Schmerzfehlverarbeitung und psychosozialer Problemkonstellation. Sie 

kommt zum Schluss, dass völlige Beschwerdefreiheit nie ganz erreicht 

werden könne. Wichtig sei, den Umgang mit den Restbeschwerden im Alltag 

zu erlernen, wodurch Arbeitsfähigkeit und soziale Zufriedenheit am besten 

erhalten blieben. Zum jetzigen Zeitpunkt seien mit der Arbeitsfähigkeit von 

30% die Möglichkeiten des Beschwerdeführers voll ausgeschöpft. In 

Anbetracht ihrer Diagnose, die mit dem ABI-Gutachten übereinstimmt, 

vermag die abweichende Schlussfolgerung betreffend Arbeitsfähigkeit nicht 

zu überzeugen. In keiner Weise lässt sich erkennen, inwiefern sich der 

Gesundheitszustand des Beschwerdeführers seit Oktober 2004 

verschlechtert haben und weshalb der Beschwerdeführer nur noch zu 30% 

arbeitsfähig sein sollte, enthält doch der Bericht keine neuen objektiven 

Befunde. Ihre Berichte vermögen folglich das ABI-Gutachten nicht derart zu 

erschüttern, als dass nicht mehr darauf abgestellt werden könnte. Die 

Annahme einer 100%igen Arbeitsfähigkeit des Versicherten für leichte bis 

mittelschwere Tätigkeiten erweist sich somit als richtig, womit auch die 

Berechnung des Invalideneinkommens aufgrund der LSE 2002, TA 1, privater 

Sektor, Anforderungsniveau 4 erfolgen kann. Die Beschwerdegegnerin geht 

folglich zu Recht von einem hypothetischen Invalideneinkommen von Fr. 

57'008.07 aus. Da der Beschwerdeführer, wie gezeigt, seine verbliebene 

Arbeitsfähigkeit nicht voll ausschöpft, kann zur Berechnung des 

Invalidenlohnes nicht von seinem tatsächlichen Einkommen ausgegangen 

werden.

d) Im Folgenden bleibt zu prüfen, ob sich ein Leidensabzug - wie ihn der 

Rekurrent geltend macht - rechtfertigt. Nach der Rechtsprechung ist ein 

Abzug vom Tabellenlohn bis zu 25% möglich, wenn gesundheitlich 

beeinträchtige Personen selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert 

sind und deshalb im Vergleich zu voll leistungsfähigen und entsprechend 

einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig benachteiligt sind. Gemäss 

Rechtsprechung ist auch dem Umstand Rechnung zu tragen, dass weitere 

persönliche und berufliche Merkmale einer versicherten Person, wie z.B. 

Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie sowie 

Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Löhne haben können. Ein Abzug 

soll jedoch nicht automatisch erfolgen, sondern nur dann, wenn im Einzelfall 

Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Versicherte wegen eines oder 

mehrerer dieser Merkmale seine invaliditätsbedingte eingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlich erwerblichem Erfolg verwerten kann (BGE 126 V 125 

ff.). Vorliegend rechtfertigt sich ein Leidensabzug aufgrund der medizinischen 

Ergebnisse und unter Würdigung der Umstände im Einzelfall - wie die 

Beschwerdegegnerin richtig vorbringt - nicht. Angesichts der 100%igen 

Arbeitsfähigkeit des Versicherten kommt auch ein Teilabzug aufgrund des 

Beschäftigungsgrades nicht in Frage.

5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz sowohl den Validen- 

als auch den Invalidenlohn korrekt ermittelt haben. Die Gegenüberstellung 

dieser Werte zeigt, dass der Beschwerdeführer keine Erwerbseinbusse 

erlitten hat. Folglich liegt keine Invalidität im Sinne des IVG vor, weshalb der 

Beschwerdeführer auch keinen Anspruch auf IV-Leistungen hat. Der 

angefochtene Einspracheentscheid und die ihm zugrunde liegenden 

Verfügungen erweisen sich demnach in jeder Beziehung als rechtens, 

weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

6. Gerichtskosten werden keine erhoben, da das Beschwerdeverfahren vor 

kantonalem Versicherungsgericht gemäss Art. 61 lit. a ATSG und Art. 11 der 

Verordnung über das Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen (VVS; BR 

542.300) grundsätzlich kostenlos ist.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

Die dagegen an das Eidg. Versicherungsgericht erhobene 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde am 21. August 2006 teilweise gutgeheissen 

und die Sache zur weiteren Behandlung an die IV-Stelle zurückgewiesen (I 931/05).