# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 72802bc6-7344-55c6-9ecb-5618817704b5
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 18.08.2020 S 2019 117
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2019-117_2020-08-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 19 117

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti
RichterIn von Salis, Audétat 
Aktuarin Parolini

URTEIL

vom 18. August 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Silvan Meier Rhein,

Beschwerdeführerin

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

IV-Stelle, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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1. A._____, war zuletzt bis Ende April 2016 in einem 100 %-Pensum als 

Sachbearbeiterin Buchhaltung und Personaladministration bei der J._____ 

AG tätig. Im Juli 2016 meldete sie sich u.a. unter Hinweis auf ein posttrau-

matisches Stresssyndrom nach sexueller Belästigung am Arbeitsplatz bei 

der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum Leis-

tungsbezug an. Sie gab an, seit Februar 2016 bestehe eine 100%ige Ar-

beitsunfähigkeit, was ihr behandelnder Arzt, Dr. med. B._____, Facharzt 

FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, in seinem Bericht vom 7. März 

2016 bestätigte. Er diagnostizierte ein posttraumatisches Stresssyndrom 

mit agitiert-depressivem Bild nach einem Vorfall vom 11. Dezember 2015. 

Bereits zuvor, nämlich im März 2015, hatte A._____ einen Unfall erlitten, 

bei dem sie in einer Tiefgarage ausgerutscht war und sich am Kopf gestos-

sen hatte. Von diesen Unfallfolgen hatte sie sich jedoch wieder erholt.

2. In der Folge holte die IV-Stelle bei Dr. med. B._____ einen Verlaufsbericht 

ein, der am 27. September 2016 erstattet wurde. Er wies eine posttrauma-

tische Belastungsstörung nach einem Übergriff mit vorwiegender Beein-

trächtigung von anderen Gefühlen sowie eine Störung des Sozialverhal-

tens aus (ICD-10: F43.23 und F43.24). Dr. med. B._____ prognostizierte, 

dass A._____ in zwei bis drei Monaten wieder teilweise oder vollumfänglich 

arbeitsfähig sein würde. 

3. Mit Mitteilungen vom 12. Dezember 2016 und 22. Dezember 2016 ge-

währte die IV-Stelle A._____ Beratung und Unterstützung bei der Stellen-

suche (Arbeitsvermittlung), einschliesslich eines Bewerbungscoachings.

4. Anfang 2017 wurde A._____ im Auftrag der Krankentaggeldversicherung 

durch Dr. med. C._____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychothera-

pie, psychiatrisch begutachtet. In seinem Gutachten vom 27. Februar 2017, 

in dessen Rahmen er Kontakt mit Dr. med. B._____ aufnahm, hielt er zu-

sammenfassend fest, die Symptomatik und der Befund seien am ehesten 

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mit einer paranoiden Persönlichkeit oder einem paranoiden Zustandsbild 

vereinbar. Diagnostisch handle es sich vermutlich um eine paranoide Per-

sönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.0) oder aber um eine anhaltende wahn-

hafte Störung (ICD-10: F22). Er rechne in absehbarer Zeit weder bezogen 

auf die bisherige noch auf eine adaptierte Tätigkeit mit einer Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit. Momentan sei A._____ auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht 

vermittelbar; eine Wiedereingliederung im Sinne eines Belastbarkeitstrai-

nings sei aktuell wenig aussichtsreich. Für eine Krankheitsprognose sei es 

noch zu früh; eine längerfristige Vorhersage nicht möglich.

5. Nachdem das Beschäftigungsangebot, als Mitarbeiterin in der Buchhaltung 

in der Industriezone in D._____ tätig zu sein, zu einem Rückfall mit voller 

Arbeitsunfähigkeit (auch für einen Arbeitsversuch) geführt hatte, und sich 

A._____ aus gesundheitlichen Gründen zu wenig stabil für einen Einsatz 

im ersten Arbeitsmarkt erachtete, wurde die Arbeitsvermittlung mit Mittei-

lung vom 14. März 2017 abgeschlossen.

6. Daraufhin liess die IV-Stelle A._____ durch med. pract. E._____, Fachärz-

tin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, begutachten. Diese führte am 

17. Juli 2017 und am 24. Juli 2017 je eine Untersuchung von einer Dauer 

von insgesamt mehr als vier Stunden durch. In ihrem psychiatrischen Gut-

achten vom 24. August 2017 diagnostizierte med. pract. E._____ eine mit-

telgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), differential-diagnostisch 

eine mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender depressiver 

Störung (ICD-10: F33.1) sowie einen Verdacht auf eine kombinierte Per-

sönlichkeitsstörung mit emotional instabilen (impulsiven), narzisstischen 

und histrionischen Anteilen (ICD-10: F61.0) mit Auswirkung auf die Arbeits-

fähigkeit. Unter Berücksichtigung der Aktenlage, der Angaben der Explo-

randin zu ihrer sozialen, beruflichen und privaten Anamnese sowie zu ihren 

aktuellen Beschwerden und anhand der Erkenntnisse aus den eigenen Un-

tersuchungen sei bei der Explorandin von einer mittelgradigen depressiven 

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Episode auszugehen, wahrscheinlich im Rahmen einer rezidivierenden de-

pressiven Störung, die auf dem Boden einer persönlichkeitsstrukturellen 

Vulnerabilität entstanden sei. Der Verdacht auf eine rezidivierende depres-

sive Störung ergebe sich anhand der anamnestischen Angaben der Explo-

randin über eine zeitlich begrenzte depressive Symptomatik vor circa zehn 

Jahren, weshalb sie damals erstmalig eine Psychotherapie beansprucht 

habe. Bei der vorliegenden persönlichkeits-strukturellen Vulnerabilität 

seien differential-diagnostisch einerseits eine kombinierte Persönlichkeitss-

törung mit emotional instabilen (impulsiven), narzisstischen und histrioni-

schen Zügen und andererseits akzentuierte Persönlichkeitszüge mit emo-

tional instabilen (impulsiven), narzisstischen und histrionischen Anteilen zu 

erwägen. Eine endgültige diagnostische Einschätzung der persönlich-

keitsstrukturellen Vulnerabilität sei derzeit (noch) nicht möglich, weil bei der 

Explorandin ein (sub-?)akutes psychisches Leiden vorliege und weil die 

Grenzen zwischen einer Persönlichkeitsstörung und akzentuierten Persön-

lichkeitszügen fliessend seien. Aufgrund der mittelgradigen depressiven 

Symptomatik und der persönlichkeits-strukturellen Vulnerabilität sei die Ex-

plorandin in ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit leicht bis zeitweilig mittel-

gradig eingeschränkt. Hierbei seien v.a. Einschränkungen der Stress- und 

Frustrationstoleranz, der Konzentration, der Kontaktfähigkeit und der Kon-

fliktfähigkeit sowie des Durchhaltevermögens zu nennen. Entsprechend 

wies med. pract. E._____ sowohl in der angestammten als auch in adap-

tierter Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von aktuell ca. 60-70% aus. Dazu hielt 

sie fest, dass die Behandlungsmassnahmen bei der Explorandin noch nicht 

ausgeschöpft seien. Bei einer Intensivierung der ambulanten psychiatrisch-

psychotherapeutischen Behandlung, einschliesslich einer adäquaten psy-

chopharmakologischen Medikation, oder auch einer Behandlungsintensi-

vierung in Form einer stationären oder teilstationären psychiatrisch-psy-

chotherapeutischen oder psychosomatischen Behandlung sei eine Besse-

rung des psychischen Zustands innerhalb von wenigen Monaten zu erwar-

ten. In diesem Zusammenhang verfüge die Explorandin über viele Res-

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sourcen (gute kognitive Funktionen, einschliesslich einer guten Lern- und 

Umstellungsfähigkeit, recht gute Fremdsprachen-Kenntnisse, zahlreiche 

Interessen, kreative Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie gutes Durchset-

zungsvermögen und gute Ausdauer). Med. pract. E._____ ging bei einer 

adäquaten Behandlung von einer Arbeitsunfähigkeit von weniger als 20 % 

innerhalb von wenigen Monaten aus.

7. A._____ erhöhte in der Folge die Frequenz der Psychotherapie bei Dr. 

med. B._____ auf einmal pro Woche; zudem nahm sie Beschäftigungen in 

der Tagesklinik und Spitexleistungen in Anspruch. Aufgrund des therapeu-

tischen Settings wurde die Unterstützung seitens der IV-Stelle bei der Stel-

lensuche mit Mitteilung vom 12. Februar 2018 beendet.

8. In dem von der IV-Stelle eingeholten Bericht vom 7. Mai 2018 diagnosti-

zierte Dr. med. F._____, Oberarzt Psychiatrische Dienste Graubünden, 

eine mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom

(ICD-10: F32.11) und eine Panikstörung (ICD-10: F41.0). A._____ habe 

sich vom 30. November 2017 bis zum 2. Mai 2018 in teilstationärer Be-

handlung in der Allgemeinpsychiatrischen Tagesklinik in G._____ befun-

den und dort an folgenden Behandlungszielen gearbeitet: Wiedererlangung 

der psychischen Stabilität, Aufbau sozialer Kontakte und positiver Akti-

vitäten sowie Erlernen von Ressourcen zur Stress-, Selbstwert- und Emo-

tionsregulation.

9. In der Folge holte die IV-Stelle bei med. pract. E._____ ein psychiatrisches 

Verlaufsgutachten ein, das am 31. Januar 2019 erstattet wurde (Untersu-

chung am 10. Dezember 2018 über knapp drei Stunden). Darin stellte sie 

keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Die anlässlich der 

Begutachtung im August 2017 noch festgestellte mittelgradige depressive 

Episode sei vollständig remittiert (ICD-10: F32.4). Anhand der umfangrei-

chen Angaben der Explorandin zur sozialen, privaten und beruflichen Ana-

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mnese sowie aufgrund der Erkenntnisse in den bisherigen Untersuchungen 

könne die Verdachtsdiagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung 

mit histrionischen und narzisstischen Zügen bestätigt werden. Indes würde 

diese nur zu qualitativen und nicht zu quantitativen Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit führen: Bei der Explorandin lasse sich eine leicht vermin-

derte Stress- und Frustrationstoleranz, eine leicht verminderte emotionale 

Belastbarkeit und eine etwas verminderte Konfliktfähigkeit bei einer erhöh-

ten Kränkbarkeit feststellen. Insofern könne mit überwiegender Wahr-

scheinlichkeit seit Anfang Mai 2018 und mit Sicherheit seit Herbst 2018 bei 

der Explorandin weder in der bisherigen Tätigkeit noch in einer adaptierten 

Tätigkeit eine Arbeitsunfähigkeit festgestellt werden.  

10. Mit Vorbescheid vom 18. Februar 2019 stellte die IV-Stelle A._____ eine 

befristete ganze Invalidenrente vom 1. Februar 2017 bis zum 31. Oktober 

2017 in Aussicht, da nach Ablauf des Wartejahres eine 100%ige Arbeits-

unfähigkeit bestanden habe. Seit August 2017 sei die bisherige genauso 

wie eine adaptierte Tätigkeit zu 60-70 % zumutbar. Entsprechend bestehe 

ab dem 1. November 2017 (Ablauf der dreimonatigen Wartefrist nach Au-

gust 2017) mangels eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades kein 

Rentenanspruch mehr. Seit Mai 2018 liege eine 100%ige Arbeitsfähigkeit 

in jeglicher Tätigkeit vor.

11. Dagegen liess A._____ am 8./12. März 2019 Einwand bzw. am 16. Mai 

2019 einen begründeten Einwand erheben. Sie stützte sich dabei auf zwei 

Stellungnahmen von Dr. med. B._____ vom 26. Februar 2019 und vom 

30. April 2018 (recte: 30. April 2019) sowie einen Verlaufsbericht der Spitex 

vom 29. April 2019.

12. Mit Verfügung vom 29. August 2019 sprach die IV-Stelle A._____ wie vor-

beschieden vom 1. Februar 2017 bis zum 31. Oktober 2017 aufgrund einer 

damals bestehenden 100%igen Arbeitsunfähigkeit eine volle Invaliden-

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rente zu. Da ab August 2017 aus medizinischer Sicht sowohl die bisherige 

als auch eine adaptierte Tätigkeit zu einem 60-70 %-Pensum zumutbar 

seien, verneinte sie wegen des daraus resultierenden rentenausschlies-

senden Invaliditätsgrades und unter Berücksichtigung der dreimonatigen 

Wartefrist einen Anspruch auf eine Invalidenrente ab dem 1. November 

2017. Ferner hielt sie fest, dass seit Mai 2018 eine Arbeitsfähigkeit von 

100 % in jeglicher Tätigkeit bestehe.

13. Dagegen liess A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) am 2. Oktober 

2019 beim Verwaltungsgericht Beschwerde erheben und neben der kos-

ten- und entschädigungsfälligen Aufhebung der Verfügung vom 29. August 

2019 beantragen, ihr sei über den 31. Oktober 2017 hinaus mindestens 

eine halbe Invalidenrente zuzusprechen. Eventualiter sei die Sache zwecks 

Abklärung des Rentenanspruchs über den 31. Oktober 2017 hinaus an die 

IV-Stelle zurückzuweisen. Im Wesentlichen machte A._____ geltend, dem 

Gutachten von med. pract. E._____ komme kein rechtsgenügender Be-

weiswert zu. Es sei nicht schlüssig begründet, weshalb die von den Be-

handlern angegebenen Einschränkungen keinen Krankheitswert mehr hät-

ten und die anfänglich bestätigte mittelgradige Depression nun plötzlich 

ausgeheilt sein solle.

14. Die IV-Stelle (nachfolgend Beschwerdegegnerin) schloss in ihrer Vernehm-

lassung vom 14. Oktober 2019 auf kostenfällige Abweisung der Be-

schwerde und verwies primär auf die angefochtene Verfügung, an der sie 

vollumfänglich festhielt. 

15. Die Beschwerdeführerin liess sich innerhalb der Frist zur freigestellten Stel-

lungnahme nicht mehr vernehmen.

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Auf die Erwägungen in der angefochtenen Verfügung und die weiteren Aus-

führungen der Parteien in ihren Rechtsschriften wird, soweit entscheidrele-

vant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfü-

gung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 29. August 2019 (Akten 

der Beschwerdeführerin [Bf-act.] 2, Akten der IV-Stelle [IV-act.] 143 und 

150) stellt eine solch anfechtbare Verfügung und folglich ein taugliches An-

fechtungsobjekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts er-

gibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als Adressatin der strittigen Verfügung ist die Beschwerde-

führerin berührt, und sie weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-

hebung oder Änderung auf (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Auf die 

im Übrigen frist- und formgerecht (Art. 60 und Art. 61 ATSG) eingereichte 

Beschwerde ist somit einzutreten. 

2. Streitig ist vorliegend der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin ab dem 

1. November 2017, mithin die (Rest-)Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin in einer leidensadaptierten Tätigkeit sowie die 

Bemessung des Invalideneinkommens. Unbestritten ist hingegen, dass die 

Beschwerdeführerin mit Ablauf des Wartejahres ab dem 1. Februar 2017 

bis zum 31. Oktober 2017 Anspruch auf eine volle Invalidenrente hat. 

Ebenfalls nicht streitig ist das Valideneinkommen von CHF 98'868.40.

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3. Gemäss Art. 6 und Art. 28 IVG hat, wer im Sinne des Gesetzes invalid ist, 

Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, u.a. auch auf eine In-

validenrente. Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die voraussichtlich 

bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsun-

fähigkeit. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird (bei erwerbstäti-

gen Versicherten) das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-

bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali-

deneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen) 

(Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG).

Ein rentenbegründender Invaliditätsgrad liegt gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

vor, wenn eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumut-

bare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbes-

sern kann (lit. a), während mindestens eines Jahres ohne wesentlichen Un-

terbruch durchschnittlich mindestens 40 % im bisherigen Beruf oder Aufga-

benbereich eingeschränkt gewesen ist (lit. b) und nach Ablauf dieses Jah-

res zu mindestens 40 % invalid ist (lit. c). Sind diese Voraussetzungen er-

füllt, so steht der versicherten Person bei einem Invaliditätsgrad von min-

destens 40 % eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

50 % eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % 

eine Dreiviertelsrente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % 

eine ganze Rente zu (Art. 28 Abs. 2 IVG). 

3.1. Im Sozialversicherungsrecht gilt generell das Untersuchungsprinzip. Dem-

nach hat die Behörde und im Beschwerdefall das Gericht den rechtserheb-

lichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären, ohne dabei an die An-

träge der Parteien gebunden zu sein (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c 

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ATSG; Urteil des Bundesgerichts 8C_398/2018 vom 5. Dezember 2018 

E.3.1; BGE 144 V 427 E.3.2). Die Untersuchungspflicht gilt sowohl im Ver-

waltungsverfahren wie auch grundsätzlich im kantonalen Gerichtsverfah-

ren.

Um beurteilen zu können, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätig-

keiten einer Versicherten noch eine Erwerbstätigkeit zugemutet werden 

kann, sind die Verwaltung und das im Beschwerdefall angerufene Gericht 

auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls andere Fach-

leute zur Verfügung stellen (BGE 132 V 93 E.4). Dabei können sich die IV-

Stellen und im Streitfall die Sozialversicherungsgerichte auf die Regionalen 

Ärztlichen Dienste (RAD; Art. 59 Abs. 2bis Satz 1 IVG), auf die Berichte der 

behandelnden Ärztinnen und Ärzte oder auf externe medizinische Sachver-

ständige abstützen (Art. 59 Abs. 3 IVG). Das Bundesrecht schreibt nicht 

vor, wie die einzelnen Beweismittel zu würdigen sind, vielmehr gilt für das 

gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (BGE 143 V 124 E.2.2.2, BGE 125 

V 351 E.3). Danach haben Versicherungsträger und Sozialversicherungs-

gerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdever-

fahren bedeutet dies, dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig da-

von, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 

hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strei-

tigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider-

sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 

das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 

(vgl. zum Ganzen BGE 143 V 124 E.2.2.2 und BGE 125 V 351 E.3a). 

3.2. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-

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chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-

nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuch-

tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin/des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E.5.1, BGE 125 V 351 E.3a). Ausschlaggebend für 

den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweis-

mittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen 

Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 143 V 124 E.2.2.2, 

BGE 125 V 351 E.3a). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grund-

satz der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf be-

stimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die 

Beweiswürdigung aufzustellen (BGE 125 V 351 E.3b). Den im Rahmen des 

Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen Spezialärztin-

nen und -ärzten, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersu-

chungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der 

Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 

E.1.3.4, BGE 125 V 351 E.3b/bb). In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen 

und Hausärzten bzw. behandelnden (Fach)Ärztinnen und Ärzten darf und 

soll das Gericht auch der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass be-

handelnde Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrecht-

liche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen (vgl. BGE 135 V 465 E.4.5, BGE 125 V 351 E.3a/cc). Sodann 

kommt auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen 

und Ärzte Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollzieh-

bar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit bestehen (vgl. BGE 145 V 97 E.8.5, BGE 135 V 465 

E.4.4, BGE 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des Bundesgerichts 8C_661/2019 

vom 23. Januar 2020 E.4.1, 8C_801/2017 vom 24. April 2018 E.4 und 

8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3). 

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4. In der angefochtenen Verfügung vom 29. August 2019 (Bf-act. 2, IV-

act. 143 und 150) ging die Beschwerdegegnerin von einer 100%igen Ar-

beitsunfähigkeit in jeglicher Tätigkeit aus, weshalb sie für die Zeit vom 

1. Februar 2017 (nach Ablauf der einjährigen Wartezeit) bis zum 31. Okto-

ber 2017 eine ganze Invalidenrente zusprach. Für die Zeit ab dem 1. Au-

gust 2017 ging sie von einer Arbeitsfähigkeit in der bisherigen wie auch in 

einer leidensangepassten Tätigkeit von (durchschnittlich) 65 % aus, für die 

Zeit ab dem 1. Mai 2018 von einer solchen von 100 % in jeglicher Tätigkeit. 

Das Valideneinkommen bezifferte sie gestützt auf die bisherige Tätigkeit 

der Beschwerdeführerin auf CHF 98'868.40, das Invalideneinkommen 

ebenfalls gestützt auf die bisherige Tätigkeit auf CHF 64'264.45 (65 % von 

CHF 98'868.40), was bei einer Erwerbseinbusse von CHF 34'603.95 für die 

Zeit ab dem 1. November 2017 (nach Ablauf der dreimonatigen Wartefrist) 

bis April 2018 einen nicht-rentenbegründenden Invaliditätsgrad von 35 % 

ergab (Prozentvergleich). Zur Begründung stellte die Beschwerdegegnerin 

dabei – neben dem Gutachten von med. pract. E._____ vom 24. August 

2017 und den Beurteilungen des RAD-Arztes Dr. med. H._____ vom 

12. Oktober 2017 und vom 13. Februar 2019 – insbesondere auf das Gut-

achten von med. pract. E._____ vom 31. Januar 2019 ab. Sie erachtete 

dieses als schlüssig und widerspruchsfrei und sprach diesem vollen Be-

weiswert zu. Entgegen der Auffassung der Versicherten habe sich die Gut-

achterin auch mit den Erkenntnissen von Dr. med. B._____ und Dr. med. 

F._____ auseinandergesetzt. Weiter verwarf die Beschwerdegegnerin 

auch die übrigen Einwände der Beschwerdeführerin und legte dar, dass die 

Gutachterin sämtliche Informationen berücksichtigt, vom Verlaufsbericht 

der Spitex Notiz genommen sowie begründet habe, weshalb die angege-

benen Einschränkungen keinen Krankheitswert mehr hätten und die mittel-

gradige Depression ausgeheilt sei. Schliesslich führte sie aus, es sei nicht 

ungewöhnlich, dass Dr. med. B._____ und Dr. med. F._____ zu einer an-

deren Einschätzung der Arbeitsfähigkeit kämen. Deren Berichte vermöch-

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ten die Einschätzung von med. pract. E._____, notabene zertifizierte medi-

zinische Gutachterin SIM, nicht in Frage zu stellen. 

4.1. In ihrer Beschwerde vom 2. Oktober 2019 machte die Beschwerdeführerin 

geltend, in Bezug auf die Entwicklung der psychischen Erkrankung zeige 

sich eine Diskrepanz zwischen den Schlussfolgerungen des Verlaufsgut-

achtens von med. pract. E._____ vom 31. Januar 2019 und ihrer sich aus 

den Akten ergebenden und im Gutachten selbst beschriebenen psychi-

schen Situation. Insbesondere würden die geschilderten Symptome und 

die aktuell benötigten therapeutischen Massnahmen darauf hinweisen, 

dass die Krankheit noch nicht geheilt und die Arbeitsfähigkeit noch nicht 

wiederhergestellt sei. Sowohl Dr. med. B._____ und Dr. med. F._____ hät-

ten eine mindestens mittelgradige Depression diagnostiziert und auch der 

von der Krankentaggeldversicherung beigezogene Dr. med. C._____ habe 

eine erhebliche psychische Erkrankung bestätigt. Med. pract. E._____ 

habe weder mit den Behandlern Kontakt aufgenommen noch von diesen 

eine detaillierte Beschreibung angefordert. Deshalb beruhe das Gutachten 

auf ungenügenden Aktenkenntnissen und es mangle ihm an der Auseinan-

dersetzung mit Erkenntnissen anderer Fachpersonen. Das Gutachten 

genüge den beweisrechtlichen Anforderungen nicht. Zudem gehe es auch 

nicht an, dass in den ausgeübten Freizeitaktivitäten (z.B. Motorradfahren, 

Reisen) der Tatbeweis für eine Gesundung erkannt werde. Auch die Er-

kenntnisse der psychiatrischen Spitex in deren Verlaufsbericht habe die 

Gutachterin nicht berücksichtigt. Sie begründe nicht schlüssig, weshalb die 

von den Behandlern angegebenen Einschränkungen keinen Krankheits-

wert mehr haben sollten. Da sich die Abklärungen der Beschwerdegegne-

rin mangels eines beweistauglichen Gutachtens als ungenügend erwiesen, 

sei die Angelegenheit an diese zurückzuweisen. In Bezug auf das Invali-

deneinkommen macht die Beschwerdeführerin geltend, dieses dürfe nicht 

aufgrund der bisherigen Tätigkeit bemessen, vielmehr müsse es anhand 

der LSE bestimmt werden (LSE 2016, Tabelle 1, Kompetenzniveau 3, 

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Frauen, Ziff. 77-82 für sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen). Bei einem 

durchschnittlichen Lohn von CHF 5'949.00 (umgerechnet auf 41.7 Stun-

den) resultiere ein Invalideneinkommen von CHF 48'374.30 (CHF 5'949.00 

x 12 : 40 x 41.7 x 0.65), was einen Invaliditätsgrad von 51 % ergebe und 

mindestens eine halbe Rente rechtfertige. 

4.2. In ihrer Vernehmlassung vom 14. Oktober 2019 verwies die Beschwerde-

gegnerin auf die Begründung in der angefochtenen Verfügung und 

bestätigte, dass sie an dieser vollumfänglich festhalte. Präzisierend wies 

sie darauf hin, dass sie nur für den Zeitraum zwischen dem 1. August 2017 

und dem 30. April 2018 von einer Arbeitsunfähigkeit von 65 % ausgegan-

gen sei, für die Zeit danach jedoch, also den Zeitraum ab dem 1. Mai 2018 

von einer vollen Arbeitsfähigkeit. Den Einwänden der Beschwerdeführerin 

hielt sie entgegen, sie gebe lediglich subjektive Angaben über die Krank-

heitsentwicklung, ihr jetziges Leiden und ihren Tagesablauf wider, was 

nicht dazu führe, dass die psychiatrische Beurteilung von med. pract. 

E._____ als nicht nachvollziehbar und widersprüchlich zu betrachten wäre. 

Das Gutachten von Dr. med. C._____ vom 27. Februar 2017 beruhe auf 

einer Untersuchung vom 20. Januar 2017 und sei daher für den für die Be-

schwerdegegnerin relevanten Zeitraum ab August 2017 nicht massgebend. 

Auch den Ausführungen der Beschwerdeführerin zu dem im Einwand vom 

8./12. März bzw. 16. Mai 2019 noch nicht beanstandeten Invalideneinkom-

men könne sie nicht folgen.

5. Zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das Gut-

achten vom 24. August 2017 (IV-act. 67) bzw. das Verlaufsgutachten vom 

31. Januar 2019 von med. pract. E._____ (IV-act. 124) abgestellt hat oder 

ob diese von den übrigen (medizinischen) Akten derart in Zweifel gezogen 

werden, dass von deren Einschätzung einer 60-70%igen Arbeitsfähigkeit 

in der bisherigen und in adaptierter Tätigkeit ab August 2017 bzw. von 

100 % ab Mai 2018 abzuweichen wäre.

- 15 -

5.1. Während med. pract. E._____ in ihrem Gutachten vom 24. August 2017 

noch eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10: F32.1), differential-

diagnostisch eine mittelgradige depressive Episode bei rezidivierender de-

pressiver Störung (ICD-10: F33.1), sowie einen Verdacht auf eine kombi-

nierte Persönlichkeitsstörung mit emotional instabilen (impulsiven), nar-

zisstischen und histrionischen Anteilen (ICD-10: F61.0) mit Auswirkung auf 

die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte, stellte sie in ihrem Verlaufsgutachten 

vom 31. Januar 2019 keine Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 

mehr. Vielmehr sei die mittelgradige depressive Episode inzwischen 

vollständig remittiert (ICD-10: F32.4). Zwar könne die Verdachtsdiagnose 

einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit histrionischen und narzissti-

schen Zügen nun bestätigt werden. Diese würde aber nur zu qualitativen, 

nicht aber zu quantitativen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit führen. 

5.2. Auf dieses Beschwerdebild ist die Rechtsprechung gemäss BGE 141 V 

281 anwendbar (BGE 143 V 409 E.4.5.2 und BGE 143 V 418 E.7). Danach 

beurteilt sich die Frage, ob eine psychische Störung zu einer Arbeitsun-

fähigkeit führt, die auch rechtlich bedeutsam ist, in Nachachtung von Art. 7 

Abs. 2 ATSG grundsätzlich immer auf der Grundlage eines strukturierten 

Beweisverfahrens (vgl. Urteil des Bundesgerichts 9C_475/2019 vom 

15. November 2019 E.4.2.2). 

5.2.1. Med. pract. E._____ orientierte sich in ihren Gutachten denn auch an den 

Standardindikatoren (vgl. IV-act. 67, S. 33 ff. und 124, S. 27 ff. mit Verwei-

sen auf die jeweilige Fundstelle in den Gutachten). Insgesamt ist der Be-

schwerdegegnerin beizupflichten, dass med. pract. E._____ sich in ihrer 

Beurteilung in Kenntnis der medizinischen Vorakten bzw. den Angaben aus 

der beruflichen Eingliederung sorgfältig mit den gesundheitlichen Ein-

schränkungen der Beschwerdeführerin auseinandergesetzt und ihre 

Schlussfolgerungen gestützt auf die eigenen, auch in deren Dauer einläss-

lichen Untersuchungen getroffen hat. Auch flossen die von der Beschwer-

- 16 -

deführerin in der Beschwerde gemachten Angaben zur Krankheitsentwick-

lung und zum jetzigen Leiden entgegen ihrer Auffassung ausdrücklich in 

die Gesamtbeurteilung zum Gesundheitszustand und zur Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit von med. pract. E._____ mit ein (vgl. z.B. IV-act. 124, 

S. 15 f. und S. 20 f.). 

5.2.2. Zur Krankheitsanamnese hielt med. pract. E._____ im Verlaufsgutachten 

vom 31. Januar 2019 fest, im Juli 2017 habe bei der Beschwerdeführerin 

eine mittelgradige depressive Episode festgestellt werden können (bei ge-

gebenenfalls rezidivierender depressiver Störung), die deutlich durch per-

sönlichkeitsstrukturelle Besonderheiten überlagert gewesen sei. Der psy-

chische Zustand sei damals daher noch labil gewesen bei noch nicht aus-

geschöpften psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungsmassnah-

men. Die Referentin habe daher eine Behandlungsintensivierung und eine 

Anpassung der antidepressiven Medikation empfohlen. Gemäss der Akten-

lage seien diese Empfehlungen erst nach ein paar Monaten und auch nur 

in einem deutlich reduzierten Umfang eingeleitet worden. So habe bei der 

Beschwerdeführerin eine Behandlung in der Tagesklinik G._____ stattge-

funden, an der sie – entsprechend ihren Wünschen – dreimal die Woche, 

jeweils nur nachmittags und an den von ihr selbst ausgewählten Pro-

grammpunkten, die sie interessierten, teilgenommen habe. Ebenso sei 

keine Anpassung der medikamentösen antidepressiven Behandlung er-

folgt; vielmehr sei diese unverändert geblieben. Nach ihren aktuellen An-

gaben sei die Beschwerdeführerin auch nicht an einer Anpassung interes-

siert, weil sie in ihrer Fahrtüchtigkeit (beim Motorradfahren) nicht beein-

trächtigt sein wolle. Vom ambulant behandelnden Psychiater Dr. med. 

B._____ sei hingegen eine wöchentliche Betreuung durch die psychiatri-

sche Spitex angeordnet worden, die durch die Referentin indes nicht emp-

fohlen worden sei, zumal aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht keine In-

dikation dazu bestanden habe. In einer Gesamtbetrachtung des Verlaufs 

seit August 2017 sei aus gutachterlicher Sicht festzuhalten, dass die Be-

- 17 -

schwerdeführerin bei der Umsetzung der Behandlungsempfehlungen ihr 

subjektives Krankheitskonzept bzw. ihre eigenen Vorstellungen und Wün-

sche gegenüber den Behandlern erfolgreich habe durchsetzen können. Im 

Rückblick müsse angenommen werden, dass die Beschwerdeführerin ihre 

psychischen Beschwerden doch nicht als so belastend oder einschränkend 

erlebt haben müsse, dass sie es für nötig gehalten hätte, die konkreten 

Empfehlungen umzusetzen. Zudem lasse sich bei der Beschwerdeführerin 

anhand ihrer Angaben im Vergleich zu damals eine Verbesserung ihrer Be-

schwerden feststellen. Die hohe Stressbelastung und die angegebenen 

massiven Einschränkungen in der Haushaltsführung lägen aktuell nicht 

mehr vor. Vielmehr liessen sich aktuell zahlreiche private Aktivitäten eruie-

ren (Malen, regelmässige Treffen mit Freundinnen, Wiederaufleben einer 

alten Freundschaft, regelmässige Wahrnehmung von Shiatsu und Kinesio-

logie, Wiederaufnahme des Motorradfahrens, zweimalige Ferien im Aus-

land im 2018 und ausdauerndes und regemässiges Spielen am PC). Auf-

grund dieser, auf gute psychische Funktionen hinweisenden Aktivitäten 

lasse sich aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht nicht nachvollziehen, 

dass die Beschwerdeführerin in der Haushaltführung bzw. in der Arbeits-

fähigkeit beeinträchtigt sein solle. Hierbei spielten neben einem eigenwilli-

gen Krankheitskonzept auch motivationale Faktoren eine wichtige Rolle. 

Insgesamt liessen sich bei der Beschwerdeführerin hinsichtlich des geschil-

derten Krankheitsverlaufs deutliche Inkonsistenzen zwischen den von ihr 

geltend gemachten Beschwerden und dem psychischen Aktivitätsniveau 

feststellen. Diese Inkonsistenzen liessen sich keinem psychiatrischen 

Krankheitsbild zuordnen. 

5.2.3. Med. pract. E._____ führte des Weiteren aus, bei der aktuellen Untersu-

chung im Dezember 2018 hätten bei der Beschwerdeführerin keine depres-

siven Symptome von Krankheitswert mehr festgestellt werden können. Es 

seien auch keine relevanten phobischen Symptome oder Panikattacken 

vorgelegen. In den Vordergrund rückten vielmehr interaktionale Auffällig-

- 18 -

keiten bei persönlichkeitsstrukturellen Besonderheiten, psychosozialen Be-

lastungsfaktoren und ein hoher sekundärer Krankheitsgewinn bei einem 

sehr eigenwilligen subjektiven Krankheitskonzept. Anhand der Angaben 

der Beschwerdeführerin über ihre verschiedenen und zeitlich aufwendigen 

privaten Aktivitäten liessen sich bei ihr keine psychischen Einschränkungen 

in ihrer Freizeitgestaltung eruieren. Die von ihr geltend gemachten massi-

ven psychischen Einschränkungen in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit könn-

ten aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht nicht nachvollzogen und an-

hand der eigenen Untersuchungsbefunde auch nicht bestätigt werden (IV-

act. 124, S. 18 ff.).

5.2.4. Diese Ausführungen zur Beurteilung der medizinischen Situation sind ein-

leuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszu-

stand entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin nachvollziehbar 

begründet. Sie stützen sich denn auch auf den von med. pract. E._____ 

festgehaltenen Psychostatus ab, wonach die Beschwerdeführerin nament-

lich gut moduliert und bei einer normal lebhaften Mimik und Gestik lebendig 

und vital erschienen sei. Sie habe eine gute Konzentration und Aufmerk-

samkeit gezeigt. Der Antrieb und die Psychomotorik seien regelrecht ge-

wesen. Ein aktueller sozialer Rückzug liesse sich anhand der Angaben der 

Beschwerdeführerin ebenso wenig eruieren wie eine Beeinträchtigung in 

den vitalen Funktionen, wie Appetit und Schlaf. Auch seien keine Angst- 

oder Panikattacken bzw. relevante vegetative Angstkorrelate feststellbar 

gewesen (IV-act. 124, S. 15 f.). Soweit die Beschwerdeführerin in diesem 

Zusammenhang vorbringt, aus ihren Freizeitaktivitäten könne nicht auf eine 

Gesundung geschlossen werden, kann ihr nicht gefolgt werden, weisen 

diese doch auf im Rahmen der Standardindikatorenprüfung zu berücksich-

tigende, massgebliche Ressourcen hin. Auch keine Stütze in den Akten 

erfährt das Vorbringen der Beschwerdeführerin, wonach sie eher selten 

Motorrad fahre und die wenigen langen Fahrten, vorab die Reise nach Sar-

dinien, nur als Beifahrerin im Schutz des Lebenspartners erfolgt sei. So gab 

- 19 -

sie anlässlich der Begutachtung im Dezember 2018 doch selbst an, sie 

fahre wieder Motorrad und habe im Sommer 2018 etwa 3'000km bis 

5'000km zurückgelegt, wobei sie und ihr Partner mit ihren Motorrädern 

auch über Pässe gefahren seien. Auch wenn es zutrifft, dass sie während 

ihrer Reise nach Sardinien vermehrt Pausen einlegen musste, geht aus 

ihren Schilderungen nachweislich hervor, dass sie diese Strecke alleine mit 

dem Motorrad gefahren ist (IV-act. 124, S. 9). Des Weiteren gab die Be-

schwerdeführerin an, sich alle zwei Wochen mit ihren Freundinnen in Chur 

zum Malen zu treffen (IV-act. 124, S. 9). Wenn dies von der Gutachterin als 

Ressource gewertet wird, ist dies nicht zu beanstanden, auch wenn die Be-

schwerdeführerin daneben einer Maltherapie nachgeht. 

5.2.5. Vor dem Hintergrund des unauffälligen psychopathologischen Befundes 

und der zahlreichen privaten Aktivitäten leuchtet es insgesamt ein, wenn 

med. pract. E._____ zum Schluss gelangte, unter Berücksichtigung der Ak-

tenlage, der Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer sozialen, berufli-

chen und privaten Anamnese sowie zu ihren aktuellen Beschwerden sowie 

anhand der Erkenntnisse aus der eigenen Untersuchung liege bei der Be-

schwerdeführerin keine depressive Episode mehr vor (IV-act. 124, S. 20). 

Wenn nun Dr. med. B._____ die Beschwerdeführerin neu im Gegensatz zu 

seinen früheren Beurteilungen aufgrund einer fortbestehenden depressi-

ven Problematik zu 100 % als arbeitsunfähig erachtet (vgl. Stellungnahme 

vom 30. April 2019 [IV-act. 139, S. 7]), ist der sich darauf abstützenden Be-

schwerdeführerin entgegenzuhalten, dass ärztliche Beurteilungen, insbe-

sondere in psychiatrischer Hinsicht, von der Natur der Sache her unaus-

weichlich Ermessenzüge aufweisen, die es zu respektieren gilt (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 8C_699/2018 vom 28. August 2019 E.4.2.2; BGE 137 

V 210 E.3.4.2.3). Nur weil ein behandelnder Arzt zu einer anderen Ein-

schätzung gelangt, ist es rechtsprechungsgemäss nicht geboten, ein Ad-

ministrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Ab-

klärungen zu nehmen. Dr. med. B._____ brachte in seiner Stellungnahme 

- 20 -

denn auch nichts vor, was bei der psychiatrischen Begutachtung unerkannt 

oder ungewürdigt geblieben sein solle (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_73/2020 vom 7. Mai 2020 E.7.1.3 und 8C_379/2019 vom 21. August 

2019 E.2.2). Dasselbe gilt auch für die diagnostische Einschätzung von 

Dr. med. F._____ in seinem Bericht vom 7. Mai 2018, in dem er eine mit-

telgradige depressive Episode auswies (IV-act. 105), ohne jedoch eine Ein-

schätzung der Arbeitsfähigkeit abzugeben und ohne den psychopathologi-

schen Befund zu beschreiben, womit sich die Diagnose letztlich auch nicht 

nachvollziehen lässt. Im Gegensatz dazu wurde die depressive Symptoma-

tik, wie bereits dargelegt, einlässlich durch die psychiatrische Gutachterin 

anhand der von ihr erhobenen psychiatrischen Untersuchungsbefunden, 

der Aktenlage und der Angaben der Beschwerdeführerin zu ihrer sozialen, 

beruflichen und privaten Anamnese sowie zu ihren aktuellen Beschwerden 

gewürdigt. Daran vermag auch der Verlaufsbericht der Spitex vom 29. April 

2019 (IV-act. 139, S. 9 ff.), der nach Auffassung der Beschwerdeführerin 

Hinweise auf eine nach wie vor bestehende depressive Erkrankung ent-

halte, nichts zu ändern. Abgesehen davon, dass sich die psychiatrische 

Gutachterin entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin die Erkennt-

nisse der psychiatrischen Spitex – soweit sie denn auch im Begutachtungs-

zeitpunkt tatsächlich vorlagen – ausdrücklich auseinandergesetzt hat (IV-

act. 124, S. 28), ist der Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass die 

Eindrücke der Betreuungsperson der Spitex nicht auf einer medizinischen 

Beurteilung fussen, sondern vielmehr von den subjektiven Beschwerdean-

gaben der Beschwerdeführerin geprägt sind, bezüglich derer ohnehin Vor-

sicht geboten ist. Dies einerseits aufgrund der gutachterlich festgestellten 

Verdeutlichungstendenzen (IV-act. 124, S. 24), andererseits weil auffällt, 

dass die Beschwerdeführerin immer wieder auf ihr gemachte Unterstüt-

zungsangebote trotz Verschlechterung ihres Zustands ablehnend reagierte 

(vgl. z.B. Eintrag vom 27. März 2019, Eintrag vom 26. Oktober 2018, Ein-

trag vom 14. September 2018, 31. Juli 2018, IV-act. 139, S. 9 f.).

- 21 -

5.2.6. Darüber hinaus setzte sich die psychiatrische Gutachterin auch mit den 

weiteren vorbefundlichen Einschätzungen der behandelnden Ärzte, so 

auch ausdrücklich mit jenen von Dr. med. B._____, auseinander und zeigte 

in ihren Gutachten vom 24. August 2017 und 31. Januar 2019 nachvoll-

ziehbar auf, weshalb sie eine andere Ansicht vertrat (IV-act. 67, S. 27 f. und 

S. 32 bzw. IV-act. 124, S. 20 und S. 24 f.). Soweit die Beschwerdeführerin 

gestützt auf das Gutachten von Dr. med. C._____ vom 27. Februar 2017 

eine erhebliche psychiatrische Erkrankung zu begründen versucht, ver-

fängt ihr Einwand nicht. Abgesehen davon, dass Dr. med. C._____ ohnehin 

nur im Sinne einer Vermutung festhielt, es könnte eine paranoide Persön-

lichkeitsstörung oder aber eine anhaltende wahnhafte Störung vorliegen, 

setzte sich die psychiatrische Gutachterin med. pract. E._____ bereits in 

ihrem Gutachten vom 27. August 2017 mit diesen Einschätzungen ausein-

ander und legte dar, dass diese anhand der eigenen Untersuchungsergeb-

nisse, einschliesslich einer (sorgfältigen) Erhebung der sozialen, privaten 

und beruflichen Anamnese, nicht bestätigt werden könnten. So hätten bei 

der Beschwerdeführerin explizit keine wahnhaften Inhalte festgestellt wer-

den können. Ihre Angaben darüber, dass sie sich "verfolgt" fühle, Angst 

habe und "niemandem trauen" könne, seien aktuell vage, allgemein, plaka-

tiv und sehr wenig aussagekräftig erschienen. Sie liessen sich nicht mit ei-

ner wahnhaften Störung nach ICD-10 vereinbaren (IV-act. 67, S. 27 f.). 

Dies leitet sich denn auch nachvollziehbar aus dem von med. pract. 

E._____ erhobenen Befund ab, wonach der Realitätsbezug in der Untersu-

chungssituation jederzeit voll gegeben war (IV-act. 67, S. 22). Zudem hielt 

die psychiatrische Gutachterin des Weiteren fest, die anamnestischen An-

gaben der Beschwerdeführerin liessen sich – im Längsschnitt betrachtet 

und aus aktueller gutachterlicher Sicht und unter Berücksichtigung der Kri-

terien der ICD-10 – auch nicht mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung 

vereinbaren. Zwar bestehe bei der Beschwerdeführerin eine gewisse Hy-

persensitivität, bei ihr erschienen jedoch emotional instabile (dies wurde im 

Verlaufsgutachten vom 31. Januar 2019 revidiert [IV-act. 124, S. 21]), nar-

- 22 -

zisstische und histrionische Persönlichkeitsmerkmale als vorherrschend 

(IV-act. 67, S. 28). Gleichermassen hielt denn auch die RAD-Ärztin, 

Dr. med. I._____, in ihrer Beurteilung vom 3. März 2017 fest, das Vorliegen 

einer paranoiden Persönlichkeit könne namentlich aufgrund der Aussage 

von Dr. med. B._____, dass die Beschwerdeführerin bis 2016 völlig un-

auffällig gewesen sei, nicht nachvollzogen werden (IV-act. 142, S. 6).

5.2.7. Des Weiteren kann auch Dr. med. B._____ nicht gefolgt werden, wenn er 

in seiner Stellungnahme vom 30. April 2018 vorbringt, Integrationsversuche 

der Beschwerdeführerin im ambulanten Setting seien aufgrund der Män-

nerlastigkeit der betreuten Gruppe gescheitert (IV-act. 139, S. 7). So wies 

med. pract. E._____ in diesem Zusammenhang zu Recht darauf hin, dass 

diese Schwierigkeiten nicht oder nur teilweise nachvollzogen werden könn-

ten, da es der Beschwerdeführerin auch gelungen sei, Kontakte mit u.a. 

auch männlichen Mitpatienten in der Tagesklinik aufzunehmen und diese 

aufrechtzuerhalten (IV-act. 124, S. 18 f.). So gab die Beschwerdeführerin 

nachweislich an, neben einem Lehrer mit einem Mann in Kontakt gekom-

men zu sein, der "viel Grips" gehabt habe (IV-act. 124, S. 10 f.).

5.2.8. Soweit die Beschwerdeführerin ferner moniert, die psychiatrische Gutach-

terin habe es unterlassen, mit ihren Behandlern Kontakt aufzunehmen und 

eine detaillierte Beschreibung bzw. die Krankengeschichte einzuverlangen, 

verkennt sie, dass das Einholen fremdanamnestischer Auskünfte 

grundsätzlich der Fachkenntnis und dem Ermessensspielraum der Expertin 

unterliegt (Urteile des Bundesgerichts 9C_683/2019 vom 6. Januar 2020 

E.3.4.5, 9C_379/2019 vom 26. September 2019 E.3.5.1, 9C_286/2019 

vom 22. August 2019 E.4.3.2). Angesichts der zahlreichen aktenkundigen 

Berichte der behandelnden Ärzte, insbesondere von Dr. med. B._____, ist 

auch nicht ersichtlich, weshalb hierfür eine Notwendigkeit bestanden hätte. 

Im Übrigen übersieht die Beschwerdeführerin, dass die psychiatrische Gut-

achterin in ihrem Gutachten vom 24. August 2017 zumindest beim Partner 

- 23 -

der Beschwerdeführerin fremdanamnestische Auskünfte eingeholt hat (IV-

act. 67, S. 19).

5.3. Zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit legte med. pract. E._____ im Ver-

laufsgutachten vom 31. Januar 2019 (IV-act. 124) u.a. unter Hinweis auf 

die zahlreichen Ressourcen der Beschwerdeführerin (gute kognitive Fähig-

keiten, insbesondere hinsichtlich der Konzentration, Aufmerksamkeit und 

Auffassung, gute Gedächtnisleistungen, gute Lernfähigkeit, gute Kontakt- 

und Kommunikationsfähigkeit, gutes Durchsetzungs- und Durchhaltever-

mögen sowie gute Ausdauer) nachvollziehbar dar, dass aufgrund der re-

mittierten depressiven Symptomatik – überwiegend wahrscheinlich ab Mai 

2018 – keine Einschränkung in erwerblicher Hinsicht weder für die bishe-

rige noch für eine adaptierte Tätigkeit mehr vorliege, während im Gutachten 

vom 24. August 2017 (IV-act. 67) noch eine Arbeitsunfähigkeit von 30-40% 

attestiert worden sei. Die festgestellte Persönlichkeitsstörung habe nur 

qualitative (leicht verminderte Stress- und Frustrationstoleranz, leicht ver-

minderte emotionale Belastbarkeit sowie eine etwas verminderte Konflikt-

fähigkeit bei einer erhöhten Kränkbarkeit), nicht aber quantitative Auswir-

kungen auf die Arbeitsfähigkeit. Dies zeige sich auch in der beruflichen 

Vita, indem die Beschwerdeführerin trotz der genannten qualitativen Ein-

schränkungen bei einer guten Motivation der angestammten Tätigkeit über 

viele Jahre in Vollzeit habe nachgehen können (IV-act. 124, S. 21 ff.). 

Diese medizinisch-theoretische Einschätzung der Arbeitsfähigkeit vermag 

durch die nicht weiter begründete Aussage von Dr. med. B._____ in seiner 

Stellungnahme vom 26. Februar 2019, wonach die Beschwerdeführerin 

mitnichten in der Lage sei, einer geregelten Arbeitstätigkeit auch nur im 

minimalen Prozentansatz nachzugehen (IV-act. 129), nicht in Frage ge-

stellt zu werden. Vor diesem Hintergrund kann denn auch auf die von ihm 

angeregte Einholung einer weiteren gutachterlichen Beurteilung verzichtet 

werden, zumal das streitberufene Gericht aufgrund der bereits abgenom-

menen Beweise seine Überzeugung gebildet hat und annehmen kann, 

- 24 -

dass diese Überzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht geändert 

würde (vgl. BGE 136 I 229 E.5.3, BGE 134 I 140 E.5.3). Ebenso wenig kann 

der Beschwerdeführerin gefolgt werden, wenn sie die Verwertbarkeit ihrer 

(Rest-)Arbeitsfähigkeit in Abrede stellt, kann doch trotz der gutachterlich 

ausgewiesenen Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit in qualitativer Hin-

sicht mitnichten gesagt werden, die zumutbare Tätigkeit sei nur noch in so 

eingeschränkter Form möglich, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt 

praktisch nicht kenne bzw. dass sie ein unrealistisches Entgegenkommen 

von Seiten eines durchschnittlichen Arbeitgebers erforderte (Urteil des 

Bundesgerichts 9C_253/2017 vom 6. Juli 2017 E.2.2.1).

5.4. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

und die von ihr beigebrachten (medizinischen) Stellungnahmen nicht ge-

eignet sind, den Beweiswert der psychiatrischen Gutachten von 

med. pract. E._____ mit ihren Feststellungen zu dem hier massgebenden 

Zeitraum zu schmälern. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Be-

schwerdegegnerin auf die im Gutachten attestierte 60-70%ige Arbeitsfähig-

keit in der bisherigen bzw. einer angepassten Tätigkeit ab August 2017 

bzw. 100%ige Arbeitsfähigkeit in jeglicher Tätigkeit ab Mai 2018 abstellte. 

Den Gutachten von med. pract. E._____ vom 24. August 2017 (IV-act. 67) 

und 31. Januar 2019 (IV-act. 124) ist entgegen der Auffassung der Be-

schwerdeführerin voller Beweiswert zuzuerkennen. Insofern ist nicht er-

sichtlich, inwiefern die Beschwerdegegnerin ihrer Abklärungspflicht nicht 

nachgekommen sein soll, weshalb sich eine Rückweisung an sie zur Ein-

holung eines neuen, durch eine andere Ärztin zu erstellenden Gutachtens 

erübrigt. 

6. Nach der Rechtsprechung ist das Invalideneinkommen so konkret wie mög-

lich zu ermitteln. Deswegen wird primär von der konkreten beruflich-er-

werblichen Situation der versicherten Person ausgegangen (BGE 135 V 

297 E.5.2). So bemisst sich der Invaliditätsgrad bei erwerbstätigen Versi-

- 25 -

cherten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs 

(Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG, vgl. Erwägung 3; vgl. auch 

BGE 142 V 290 E.4, BGE 130 V 343 E.3.4.2). Er hat in der Regel in der 

Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen zif-

fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt wer-

den, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestim-

men lässt (BGE 130 V 343 E.3.4.2, BGE 128 V 29 E.1). Wenn die zu ver-

gleichenden Erwerbseinkommen (Art. 16 ATSG) ziffernmässig nicht genau 

ermittelbar sind, darf eine Schätzung mittels Prozentvergleichs erfolgen 

(Urteile des Bundesgerichts 9C_271/2018 vom 19. März 2019 E.3.1, 

9C_492/2018 vom 24. Januar 2019 E.4.3.2, 9C_804/2016 vom 10. April 

2017 E.2.2; BGE 128 V 29 E.1, BGE 114 V 310 E.3a; ULRICH MEYER, Bun-

desgesetz über die Invalidenversicherung, 2. Aufl. 2010, S. 298).

 

6.1. Das Valideneinkommen beträgt gestützt auf die Angaben im Arbeitgeber-

bericht vom 21. Juli 2016 (IV-act. 18) unbestrittenermassen CHF 98'868.40 

(Bruttolohn 2016: CHF 7'500.00 x 13, aufindexiert; vgl. Urteile des 

Bundesgerichts 8C_443/2018 vom 30. Januar 2019 E.2.1 und 

9C_771/2017 vom 29. Mai 2018 E.3.6.1; IK-Auszug vom 15. Juli 2016, IV-

act. 16 sowie IV-Grad-Bemessung, IV-act. 127).

6.2. In der angefochtenen Verfügung vom 29. August 2019 (Bf-act. 2, IV-

act. 143 und 150) nahm die Beschwerdegegnerin gestützt auf die bisherige 

Tätigkeit ein Invalideneinkommen von CHF 64'264.45 an (65 % von 

CHF 98'868.40). Demgegenüber macht die Beschwerdeführerin geltend, 

sie sei nicht mehr bei der Firma J._____ AG tätig, weshalb das Invaliden-

einkommen gestützt auf die Tabellenlöhne der LSE 2016, Kompetenzni-

veau 3, Wirtschaftszweige Ziff. 77-82 berechnet werden müsse, was bei ei-

ner Restarbeitsfähigkeit von 60-70 % ein Invalideneinkommen von 

CHF 48'374.30 ergebe.

- 26 -

6.3. Zutreffend ist, dass die Beschwerdeführerin nicht mehr bei der Firma 

J._____ AG tätig ist, da das Arbeitsverhältnis per Ende April 2016 aufgelöst 

wurde. Vorliegend wurde das Invalideneinkommen in Abweichung von der 

Grundformel (vgl. BGE 135 V 297 E.5.2) aber nicht anhand der LSE-Tabel-

len, sondern auf der Grundlage des in der angestammten Tätigkeit der Be-

schwerdeführerin erzielbaren Einkommens bemessen. Auch in der Praxis 

finden sich mitunter Fälle, in denen das Invalideneinkommen bei – wie vor-

liegend – medizinisch attestierter (teilweiser) Arbeitsfähigkeit in der ange-

stammten Tätigkeit gestützt auf einen Prozentvergleich bemessen wird 

(vgl. z.B. Urteile des Bundesgerichts 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 

E.3.1, 8C_32/2013 vom 19. Juni 2013 E.4, 8C_558/2013 vom 2. April 2013 

E.4.3,). Der Invaliditätsgrad stimmt alsdann grundsätzlich mit der prozen-

tualen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit überein. Dies ist auch dann der 

Fall, wenn, wie hier, für das Validen- und Invalideneinkommen der gleiche 

Ansatz gilt, weil eine (teilinvalide) Person in der angestammten Beschäfti-

gung bestmöglich eingegliedert ist bzw. wäre (Urteile des Bundesgerichts 

9C_271/2018 vom 19. März 2019 E.3.1, 9C_492/2018 vom 24. Januar 

2019 E.4.3.2, 9C_804/2016 vom 10. April 2017 E.2.2; BGE 128 V 29 E.1, 

BGE 114 V 310 E.3a).  

6.4. Entsprechend den schlüssigen psychiatrischen Gutachten von med. pract. 

E._____ ist es der Beschwerdeführerin zumutbar, die angestammte Tätig-

keit ab August 2017 in einem Pensum von 60-70 % bzw. ab Mai 2018 in 

einem Pensum von 100 % auszuüben. Dass unter diesen Umständen die 

Einschränkung der Beschwerdeführerin im erwerblichen Bereich aufgrund 

eines Prozentvergleichs ermittelt wurde, ist nicht zu beanstanden, ist doch 

für beide hypothetischen Einkommen (mit und ohne Invalidität) der Lohn 

massgebend, den sie in ihrer Tätigkeit als Sachbearbeiterin Buchhaltung 

und Personaladministration erzielen könnte, sodass sich die Erwerbsein-

busse anhand der in Prozenten angegebenen Arbeitsunfähigkeit festlegen 

lässt. Dies erscheint denn auch insoweit als sachgerecht, als damit der 

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gemäss Gutachten zumutbaren erwerblichen Verwertung der (verbleiben-

den) Arbeitsfähigkeit Rechnung getragen wird. Da das Invalideneinkom-

men auf der Grundlage des (um die Arbeitsunfähigkeit reduzierten) Mo-

natslohns in der angestammten Tätigkeit berechnet werden durfte, fällt die 

Gewährung eines Leidensabzugs – der ohnehin nicht beantragt wurde – 

rechtsprechungsgemäss ausser Betracht (vgl. BGE 135 V 297 E.5.2, 

BGE 126 V 75 E.3b; Urteile des Bundesgerichts 8C_422/2019 vom 31. Ok-

tober 2019 E.6.2 und 9C_675/2016 vom 18. April 2017 E.3.2.1).

Insofern resultiert bei einem Valideneinkommen von CHF 98'868.40 (vgl. 

Erwägung 6.1) und einem Invalideneinkommen von CHF 64'264.45 (65% 

von CHF 98'868.40; ebenfalls aufindexiert [vgl. IV-act. 127]) bereits ab dem 

1. November 2017 (dreimonatige Wartefrist nach Verbesserung im August 

2017) ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 35 %.

6.5. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerde unbegründet und da-

mit abzuweisen ist. 

7. Nach Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren in Abweichung von 

Art. 61 lit. a ATSG bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder Verweigerung 

von Leistungen der Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versiche-

rungsgericht kostenpflichtig, wobei die Kosten nach dem Verfahrensauf-

wand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von CHF 200.00 bis 

CHF 1'000.00 festgelegt werden. 

7.1. In Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Aufwand 

entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in Berücksichtigung des 

bundesrechtlichen Kostenrahmens auf CHF 700.00 fest. Diese sind 

gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG von der unterliegenden Beschwerdeführerin zu 

tragen. 

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7.2. Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

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Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von CHF 700.00 gehen zulasten von A._____. 

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]