# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4cced43d-59f3-5561-8c0b-47b46893f12d
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-11-15
**Language:** de
**Title:** Zürich Handelsgericht 15.11.2017 HG150054
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_HG_001_HG150054_2017-11-15.pdf

## Full Text

Handelsgericht des Kantons Zürich 
    
 

 

Geschäfts-Nr.: HG150054-O U/ei 

 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Roland Schmid, Vizepräsident, und Dr. Daniel 

Schwander, die Handelsrichter Dr. Felix Graber und Christian Zuber 

und die Handelsrichterin Ursula Suter sowie der Gerichtsschreiber 

Dr. Giulio Donati 

Beschluss und Urteil vom 15. November 2017 

 

in Sachen 

 
A._____,  

Klägerin und Widerbeklagte 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____ (Schweiz) AG,  

Beklagte und Widerklägerin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

 

 

betreffend Forderung 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren der Klage: 
(act. 1 S. 2) 

" Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin, unter Vorbehalt der 
Nachklage zu bezahlen 

 - CHF 12'187'116.48 zuzüglich Zins zu 5 % auf den in Anlage A 
genannten Teilbeträgen und Verfalltagen; und 

 - CHF 294'719.14 zuzüglich Zins zu 5 % auf den in Anlage B ge-
nannten Teilbeträgen und Verfalltagen; 

 unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 8 % Mehrwert-
steuerzuschlag) zulasten der Beklagten." 

 

 
Rechtsbegehren der Klageantwort und der Widerklage: 

(act. 14 S. 2) 

" 1. Es sei die Klage vom 19. März 2015 ("Klage") vollumfänglich ab-
zuweisen. 

 2. Es sei die Klägerin zu verpflichten, der Beklagten den Betrag von 
CHF 112'174.51 zuzüglich Zins von 5 Prozent seit dem 
16. Januar 2012 zu bezahlen. 

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin." 

 

 
Rechtsbegehren der Replik und Widerklageantwort: 

(act. 23 S. 2) 

" Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin, unter Vorbehalt der 
Nachklage, zu bezahlen 

 - CHF 12'183'456.12 zuzüglich Zins zu 5 % auf den in Anlage A2 
genannten Teilbeträgen und Verfalltagen; und 

 - CHF 294'719.14 zuzüglich Zins zu 5 % auf den in Anlage B ge-
nannten Teilbeträgen und Verfalltagen; 

- 3 - 

 Eventualiter sei die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin, unter 
Vorbehalt der Nachklage, zu bezahlen 

 - CHF 292'125, EUR 2'281'793, USD 5'398'372, GBP 171'788, 
JPY 112'598'654, CNY 63'148, HKD 888'450, SGD 57'525 und 
AUD 9'478, jeweils zuzüglich Zins zu 5 % auf den in Anlage C 
genannten Teilbeträgen und Verfalltagen; und 

 - CHF 294'719.14 zuzüglich Zins zu 5 % auf den in Anlage B ge-
nannten Teilbeträgen und Verfalltagen; 

 Die Widerklage sei abzuweisen. 

 unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 8 % Mehrwert-
steuerzuschlag) zulasten der Beklagten." 

 

 

- 4 - 

Inhaltsverzeichnis 
 
A. Sachverhaltsübersicht .................................................................................................. 5 

a. Parteien und ihre Stellung ........................................................................................ 5 
b. Prozessgegenstand .................................................................................................. 5 

B. Prozessverlauf .............................................................................................................. 6 
1. Formelles ...................................................................................................................... 8 

1.1. Zuständigkeit......................................................................................................... 8 
1.2. Klageänderung / Teilweiser Klagerückzug........................................................... 8 
1.3. Unbedingtes Replikrecht in Bezug auf die Duplik ................................................ 8 
1.4. Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel ................................................... 9 

2. Anwendbares Recht ................................................................................................... 10 
3. Herausgabepflicht in Bezug auf Retrozessionen ....................................................... 10 

3.1. Vertragliche Grundlagen..................................................................................... 10 
3.1.1. Unbestrittener Sachverhalt................................................................................... 10 
3.1.2. Vorbringen der Klägerin ....................................................................................... 12 
3.1.3. Vorbringen der Beklagten..................................................................................... 14 
3.1.4. Würdigung ............................................................................................................ 16 
3.2. Pflicht zur Herausgabe von zugeflossenen Mitteln ............................................ 21 
3.2.1. Standpunkt Klägerin ............................................................................................. 21 
3.2.2. Standpunkt Beklagte ............................................................................................ 21 
3.2.3. Rechtliche Grundlagen ......................................................................................... 22 
3.2.4. Würdigung ............................................................................................................ 25 
3.2.4.1. Herausgabepflichtige Retrozessionen .............................................................. 25 
3.2.4.2. Anrechnung der Belastungen durch Transfer Pricing ...................................... 31 
3.2.4.3. Kein Verzicht...................................................................................................... 33 
3.2.5. Zusammenfassung ............................................................................................... 34 
3.3. Quantitativ ........................................................................................................... 35 
3.3.1. Parteivorbringen ................................................................................................... 35 
3.3.2. Würdigung ............................................................................................................ 38 
3.3.3. Fälligkeit, Verzug und eingeklagte Währung ....................................................... 43 
3.4. Zwischenergebnis ............................................................................................... 47 
3.5. C._____ Partners................................................................................................ 48 
3.5.1. Parteivorbringen ................................................................................................... 48 
3.5.2. Würdigung ............................................................................................................ 50 

4. Einrede der Verjährung .............................................................................................. 54 
4.1. Parteivorbringen ................................................................................................. 54 
4.2. Verzichtserklärungen auf die Einrede der Verjährung ....................................... 55 
4.3. Zehnjährige Verjährungsfrist .............................................................................. 56 
4.4. Zwischenergebnis ............................................................................................... 62 

5. Widerklage .................................................................................................................. 62 
5.1. Parteivorbringen ................................................................................................. 62 
5.2. Würdigung........................................................................................................... 64 

6. Zusammenfassung ..................................................................................................... 65 
7. Kosten- und Entschädigungsfolgen ........................................................................... 65 

7.1. Streitwert ............................................................................................................. 65 
7.2. Kosten- und Entschädigungsfolgen ................................................................... 66 
7.2.1. Verteilung.............................................................................................................. 66 
7.2.2. Gerichtskosten...................................................................................................... 66 
7.2.3. Parteientschädigung............................................................................................. 67 

- 5 - 

Sachverhalt und Verfahren 

A. Sachverhaltsübersicht 

a. Parteien und ihre Stellung 

Die Klägerin und Widerbeklagte (fortan "Klägerin") ist eine privatrechtliche Stif-

tung, welche die berufliche Vorsorge im Rahmen des BVG für das Personal des 

Kantons Zürich besorgt. Sie stellt die Rechtsnachfolgerin der A1._____ für das 

Staatspersonal dar, bei der es sich um eine als unselbständige Anstalt des Kan-

tons Zürich ausgestaltete Vorsorgeeinrichtung handelte. Nachdem die A1._____ 

per 1. Januar 2014 auf die Klägerin überführt worden war (Gesetz über die Ver-

selbständigung der A1._____ vom 10. Februar 2003, 177.201.1, und Regierungs-

ratsbeschluss vom 1. Februar 2013, RRB 117/2012), wurden alle ihre Aktiven und 

Passiven mit Fusionsvertrag vom 30. April 2014 von der Klägerin übernommen 

(act. 1 Rz. 3; act. 14 Rz. 250). Der Einfachheit halber soll im Folgenden der Be-

griff Klägerin auch für deren Rechtsvorgängerin Verwendung finden (vgl. auch 

act. 1 Rz. 3). 

Bei der Beklagten und Widerklägerin (fortan "Beklagte") handelt es sich um eine 

Aktiengesellschaften mit Sitz in Zürich, die – neben der Vertretung von Anlage-

fonds im In- und Ausland – die Verwaltung und Abwicklung von Rechten und 

Pflichten im Zusammenhang mit ihrer früheren Effektenhändlertätigkeit bezweckt. 

Sie übernahm mit Fusionsvertrag vom 29. Juni 2005 die Aktiven und Passiven der 

B1._____ Ltd (nachfolgend "B1._____"), bei der es sich um die ursprüngliche Ver-

tragspartnerin der Klägerin handelte und an deren Stelle die Beklagte trat (vgl. 

act. 1 Rz. 4; act. 14 Rz. 251). Die Beklagte gehört zum B'._____-Konzern, der im 

Bereich Vermögensverwaltung für institutionelle Anleger und Effektenhandel mit 

internationalen Wandelanleihen tätig ist (act. 14 Rz. 1 und 3; act. 23 Rz. 3). 

b. Prozessgegenstand 

Die Beklagte investierte über Jahre hinweg basierend auf einem Vermögensver-

waltungsvertrag vom 4. Februar 2002 ("Terms of Business for discretionary port-

folio management services"; nachfolgend "Terms of Business") Vermögenswerte 

- 6 - 

im Umfang von etwas über CHF 600 Mio. in Wandelanleihen (act. 1 Rz. 5; act. 14 

Rz. 253). Die Vertragsbeziehung wurde am 30. September 2011 seitens der Klä-

gerin mit sofortiger Wirkung aufgelöst (act. 14 Rz. 143; act. 23 Rz. 35). Im Rah-

men der Vertragserfüllung fanden zahlreiche, von der Beklagten ausgelöste 

Transaktionen in Bezug auf das klägerische Vermögen statt. Die Klägerin schul-

dete der Beklagten nach dem Vertrag eine sog. Management Fee, die einem be-

stimmten Promillebereich des jeweils verwalteten Vermögens entsprach (act. 1 

Rz. 8; act. 14 Rz. 265 ff.). Zudem fielen für die Transaktionen sog. Brokerage 

Commissions an. Auch diese hatte die Klägerin zu tragen, wobei sie bei jeder ge-

tätigten Transaktion direkt aus ihrem Vermögen bezogen bzw. in den abgerech-

neten Transaktionspreis eingerechnet wurden (act. 1 Rz. 9; act. 14 Rz. 270). Ein 

Anteil dieser Brokerage Commissions wurde durch die vereinnahmende Broker-

gesellschaft der Beklagten gutgeschrieben (act. 1 Rz. 12; act. 14 Rz. 212). 

Die Klägerin macht nun geltend, bei diesen der Beklagten gutgeschriebenen Gel-

dern handle es sich um Retrozessionen im Sinne der einschlägigen bundesge-

richtlichen Rechtsprechung, die an sie herauszugeben seien (act. 1 Rz. 21 und 

23). Die Beklagte verwahrt sich gegen die Forderung mit der Begründung, bei den 

Gutschriften handle es sich um Zahlungen im Rahmen des konzerninternen 

Transfer Pricing, mit dem die konzerninterne Arbeitsteilung und erbrachte Leis-

tungen pauschal abgegolten worden seien, und nicht um Retrozessionen, die der 

Herausgabepflicht unterliegen würden (act. 29 Rz. 7 f.). Eventualiter sei die For-

derung zu grossen Teilen verjährt (act. 14 Rz. 219 ff.). Zudem fordert die Beklagte 

widerklageweise einen Teil der Management Fee, der noch ausstehe (act. 14 

Rz. 235 ff.). 

B. Prozessverlauf  

Am 19. März 2015 (Poststempel) reichte die Klägerin hierorts die Klage ein 

(act. 1). Sie wurde mit Verfügung vom 23. März 2015 verpflichtet, für die Ge-

richtskosten einen Vorschuss von CHF 177'500.– zu leisten (Prot. S. 2 f.), was sie 

in der Folge auch tat (vgl. act. 7). Die Beklagte erstattete ihre Klageantwort am 

6. Juli 2015 und erhob gleichzeitig Widerklage (act. 14), worauf von ihr ein Vor-

schuss für die Gerichtskosten in der Höhe von CHF 9'000.– eingeholt wurde 

- 7 - 

(Prot. S. 6 f.; act. 18). Mit Verfügung vom 15. Juli 2015 wurde die Leitung des Ver-

fahrens an Oberrichter Dr. George Daetwyler als Instruktionsrichter delegiert 

(Prot. S. 8), der am 10. August 2015 einen zweiten Schriftenwechsel anordnete 

(Prot. S. 9). Die Hauptklagereplik und Widerklageantwort der Klägerin datiert vom 

23. Oktober 2015 (act. 23) und die Hauptklageduplik und Widerklagereplik der 

Beklagten vom 15. Januar 2016 (act. 29). Bereits am 28. Dezember 2015 war die 

Leitung des Verfahrens ab 1. Januar 2016 an Oberrichter Dr. Daniel Schwander 

als Instruktionsrichter delegiert worden (Prot. S. 12), da Oberrichter Dr. George 

Daetwyler seit diesem Zeitpunkt als Präsident des Handelsgerichts fungiert. Auf 

Ansetzung einer Frist zur Einreichung einer Widerklageduplik (Prot. S. 13), reichte 

die Klägerin eine mit "Widerklageduplik" und "Stellungnahme zur Duplik" betitelte 

Eingabe vom 11. April 2016 ins Recht (act. 36). Diese wurde mit Verfügung vom 

13. April 2016 der Beklagten zugestellt, und es wurde der Aktenschluss festge-

stellt (Prot. S. 14). Am 25. April 2016 nahm die Beklagte zur klägerischen Eingabe 

unaufgefordert Stellung und stellte prozessuale Anträge (act. 40). Mit Verfügung 

vom 3. Mai 2016 wurde den Parteien angezeigt, dass über die aufgeworfenen 

Fragen im Zusammenhang mit dem Endentscheid entschieden werde (Prot. 

S. 15). 

Am 7. Oktober 2016 fand unter Mitwirkung einer Delegation des Handelsgerichts 

eine Vergleichsverhandlung statt, die zu keiner Einigung führte (Prot. S. 18 f.). Mit 

Verfügung vom 30. Juni 2017 wurde den Parteien Frist angesetzt, um zu erklären, 

ob sie auf Durchführung der mündlichen Hauptverhandlung verzichteten unter der 

Androhung, bei Stillschweigen würde Verzicht auf eine Hauptverhandlung ange-

nommen (act. 59). Die Beklagte und Widerklägerin zeigte mit Eingabe vom 

14. Juli 2017 an, dass sie nicht auf die Durchführung einer Hauptverhandlung 

verzichte (act. 61). Mit Schreiben vom 12. September 2017 zeigte das hiesige Ge-

richt den Parteien an, dass eine Hauptverhandlung stattfinden werde und erläuter-

te den Parteien die Modalitäten der Hauptverhandlung, insbesondere unter Darle-

gung der Protokollierungsvorschriften (act. 62). Am 15. November 2017 fand eine 

Hauptverhandlung statt, an welcher die Parteien Plädoyernotizen zu den Akten 

reichten (Prot. S. 27; act. 63–64). Das Verfahren erweist sich als spruchreif.

- 8 - 

Erwägungen 

1. Formelles 

1.1. Zuständigkeit 

Die örtliche und sachliche Zuständigkeit des hiesigen Handelsgerichts ist sowohl 

für die Klage als auch die Widerklage gegeben (Art. 6 Abs. 2 und 3 ZPO i.V.m. 

§ 44 GOG sowie Art. 14, 17 und 224 ZPO) und auch unbestritten geblieben 

(act. 1 Rz. 1, 22 und 24; act. 14 Rz. 17 f. und 61; act. 23 Rz. 1 f.). 

1.2. Klageänderung / Teilweiser Klagerückzug 

Die Klägerin erhebt neu mit der Replik und Widerklageantwort ein Eventualbegeh-

ren (act. 23 S. 2 und Rz. 65). Dies bedeutet eine Klageänderung in Form der Kla-

geerweiterung (vgl. dazu BSK ZPO-WILLISEGGER, Art. 227 N 25), die vorliegend 

nach Massgabe von Art. 227 Abs. 1 lit. a ZPO zulässig ist. 

Mit der gleichen Rechtsschrift reduziert die Klägerin ihr Hauptbegehren um 

CHF 3'660.36. Der zunächst geltend gemachte Betrag habe auf einem kleineren 

Rechenfehler beruht (act. 23 Rz. 65). Eine solche Beschränkung des Rechtsbe-

gehrens erweist sich als zulässig. Es ist darin ohne Weiteres ein Klagerückzug im 

Umfang des Differenzbetrages zu erblicken (BSK ZPO-WILLISEGGER, Art. 227 

N 50; vgl. auch act. 23 Rz. 65 FN 169, wonach ebenso der eventualiter in Fremd-

währung geltend gemachte Betrag um kleinere Rechenfehler bereinigt worden 

sei). Das Verfahren ist daher insoweit als durch Klagerückzug erledigt abzu-

schreiben.  

1.3. Unbedingtes Replikrecht in Bezug auf die Duplik 

Den Parteien steht nach der Rechtsprechung gestützt auf Art. 29 Abs. 1 und 2 BV 

sowie Art. 6 Ziff. 1 EMRK (insbesondere) zur Wahrung ihres rechtlichen Gehörs 

ein unbedingtes Replikrecht zu (vgl. BGE 138 III 252 E. 2.2; 133 I 98 E. 2.2; vgl. 

auch Urteil des Bundesgerichts 5D_81/2015 vom 4. April 2016, E. 2.3.1. f.). Die-

ses ist umgehend auszuüben, andernfalls Verzicht angenommen wird (vgl. zum 

Stand der Rechtsprechung auch HUNSPERGER/WICKI, Fallstricke des Replikrechts 

im Zivilprozess – eine Replik, AJP 2017 459 ff.). Zudem hat die Partei im Einzel-

- 9 - 

nen darzulegen, inwiefern die letzte Eingabe der Gegenseite sie zu einer weiteren 

Stellungnahme veranlasst hat (dazu auch DAETWYLER/STALDER, Allgemeiner Ver-

fahrensgang und Zuständigkeit des Handelsgerichts, in: BRUNNER/NOBEL (Hrsg.), 

Handelsgericht Zürich 1866-2016, Zuständigkeit, Verfahren und Entwicklungen, 

Festschrift zum 150. Jubiläum, S. 146 m.w.H.; vgl. auch Verfügung des Bundes-

patentgerichts O2013_020 vom 29. Oktober 2014, E. 3). 

Vor diesem Hintergrund ist auch die Eingabe der Klägerin vom 11. April 2016 

(act. 36) zu beurteilen, soweit mit ihr nicht auf die Widerklage dupliziert, sondern 

unaufgefordert zur beklagtischen Hauptklageduplik Stellung genommen wird. 

Letztere datiert vom 15. Januar 2016 (act. 29) und ging der Klägerin am 

1. Februar 2016 zu (Prot. S. 13; act. 32/1). Auf Nachfrage und Begehren der Klä-

gerin vom 3. Februar 2016, ihr sei zur Ausübung des Replikrechts Frist bis zum 

11. April 2016 anzusetzen (act. 33), wurde sie mit Schreiben vom 5. Februar 2016 

ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ihr die Frist bis zum 11. April 2016 aus-

schliesslich für die Widerklageduplik angesetzt worden sei und dass in Bezug auf 

das Replikrecht im Übrigen praxisgemäss keine Fristansetzung erfolge bzw. die 

einschlägige Bundesgerichtsrechtsprechung gelte (act. 34). Die Eingabe vom 

11. April 2016 ging am 13. April 2016, mithin mehr als zwei Monate, nachdem die 

Klägerin die Hauptklageduplik erhalten hatte, hierorts ein. Ein solch spätes Einrei-

chen kann, auch wenn vorliegend die Hauptklageduplik fast 100 Seiten und 35 

Beilagen umfasst, keineswegs mehr als umgehend bezeichnet werden. Soweit 

die Klägerin daher mit ihrer Eingabe vom 11. April 2016 neue, von der Beklagten 

in deren Hauptklageduplik vorgebrachte Behauptungen bestreitet, ist sie nicht 

mehr zu hören. Zudem finden sich – soweit vorliegend relevant – keine Ausfüh-

rungen dazu, in welchen Vorbringen der Duplik etwaige Noven zu sehen sind, 

welche die klägerischen Ausführungen nach Aktenschluss als zulässig erscheinen 

liessen (vgl. nur generell act. 36 Rz. 1). Wo dies überhaupt eine Rolle spielen 

könnte, soll jeweils besonders darauf hingewiesen werden. 

1.4. Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel 

Neue Tatsachen und Beweismittel sind "ohne Verzug" vorzubringen (Art. 229 

Abs. 1 ZPO Ingress), d.h. in der Tat unverzüglich und nicht etwa erst an der 

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Hauptverhandlung (LEUENBERGER, a.a.O., Art. 229 N 9). Für jede einzelne neue 

Tatsache und jedes einzelne neue Beweismittel ist darzutun, dass die Zulässig-

keitsvoraussetzungen gemäss Art. 229 Abs. 1 ZPO erfüllt sind. Dies gilt auch für 

neue Tatsachen und Beweismittel, die im Rahmen des Replikrechts vorgetragen 

werden (LEUENBERGER, a.a.O., Art. 225 N 17).  

Soweit die von der Klägerin eingereichte unaufgeforderte Stellungnahme zur 

Hauptklageduplik vom 11. April 2016 (act. 36) derartige Novenvorbringen enthält, 

wird zu prüfen sein, ob diese Voraussetzungen jeweils gegeben sind. Dies gilt 

auch für allfällige neue Vorbringen der Parteien anlässlich der Hauptverhandlung. 

Auf solche Vorbringen ist – lediglich soweit sich diese als relevant erweisen soll-

ten – im entsprechenden Zusammenhang einzugehen.  

2. Anwendbares Recht 

Die Parteien haben in Ziff. 19 der Terms of Business Schweizer Recht für an-

wendbar erklärt (act. 1 Rz. 1; act. 14 Rz. 61; act. 23 Rz. 13), welche Rechtswahl-

klausel gültig ist (Art. 116 Abs. 2 IPRG). 

3. Herausgabepflicht in Bezug auf Retrozessionen 

3.1. Vertragliche Grundlagen 

3.1.1. Unbestrittener Sachverhalt 

Die Klägerin überliess der Beklagten gestützt auf den Vertrag vom 4. Februar 

2002 etwas über CHF 600 Mio. zur Vermögensverwaltung in Form von Investitio-

nen in Wandelanleihen. Die Beklagte tätigte darauf in der knapp zehnjährigen 

Dauer der Vermögensverwaltung vereinbarungsgemäss nach freiem Ermessen 

und ohne vorgängige Rücksprache mit der Klägerin Investitionen, wobei sie ins-

gesamt mehrere tausend Transaktionen veranlasste (act. 1 Rz. 5; act. 14 

Rz. 253). Bei diesen Transaktionen ging es um ausserbörslich, Over-The-Counter 

(OTC), primär in London und in New York gehandelte Effekten (act. 14 Rz. 109; 

act. 23 Rz. 27-29). Die Klägerin hatte bereits im Jahr 1997 einen vergleichbaren 

Vertrag mit der Muttergesellschaft der Beklagten, der B._____ International Ltd., 

London (nachfolgend „B2._____"), abgeschlossen. Durch den Vertrag vom 

- 11 - 

4. Februar 2002 wurde diese Geschäftsbeziehung auf die B1._____ als Rechts-

vorgängerin der Beklagten übertragen (act. 14 Rz. 28; act. 23 Rz. 4 f.). 

In den „Terms of Business for discretionary portfolio management services“ vom 

4. Februar 2002 wird unter anderem festgehalten (act. 14 Rz. 63, 67, 74 und 79; 

act. 23 Rz. 13-17): 

„1 Our Services 

 Subject to completion of the attached Portfolio Supplement we will provide 
for you a discretionary portfolio management service, managing your portfolio 
on a discretionary basis and we shall have full authority to, and will, effect 
transactions for investment, as your agent, without prior reference to you. 

[…] 

 At our discretion (unless we accept specific instructions from you to the con-
trary on any particular transaction) we may decide whether to effect any tran-
saction with you as principal, as agent or partly as principal and partly as agent. 

 We may employ agents we select on terms we think appropriate and we may 
sign and perform (in any capacity) any agreement we think fit with an in-
termediate broker. 

 We will endeavour to give best execution but cannot guarantee such execu-
tion. 

[…] 

3 Fees, commissions and charges and withholding taxes 

 In payment of our services under these Terms of Business, you agree to pay to 
us fees, brokerage commissions and any other charges set out in the Schedule 
of Charges (contained in Schedule 1). […] 

 We may share dealing charges with our associated companies or other third 
parties, or receive remuneration from them in respect of transactions carried 
out on your behalf. Details of any such remuneration or sharing arrangements 
will not be set out on the relevant contract note or confirmation note but can 
be made available to you on request. 

[…] 

4 Settlement of transactions and amounts due 

 Commissions, charges and, if and when appropriate, taxes will be added to the 
cost of purchases and deducted from the proceeds of sales.“ 

 

Im ersten Teil des Schedule 1 findet sich unter dem Titel „Schedule of Charges“ 

die folgende Regelung (act. 14 Rz. 68 f.): 

„1.A management fee (base fee) will be charged on the following basis: 

- 12 - 

 for assets >  $ 75m or countervalue 30 basis points 

 for assets > $ 75m - $ 150m or countervalue 25 basis points 

 […] 

 for assets >  $ 400m or countervalue 5 basis points 

2. You will be responsible for payment of any tax, brokerage charge, transfer fee, 
registration fee, stamp duty and all other liabilities, charges, costs and expenses 
payable and properly incurred and upon request duly specified by us in con-
nection with our services to you.“ 

Schliesslich gehört zum Schedule 1 auch ein „Portfolio Supplement“, das nähere 

Regelungen zum „Portfolio Service“, „Discretionary Service“, „Investment Guide-

lines“ und „Custodian“ enthält (act. 1 Rz. 1 und 21 f.; act. 14 Rz. 58). 

Bis zur Beendigung der Vertragsbeziehung am 30. September 2011 modifizierten 

die Parteien mehrfach den Vertragsinhalt, indem sie Zusatzvereinbarungen über 

den Umfang der Investitionen und über die Absicherung von Währungsrisiken tra-

fen, die Management Fee mehrmals anpassten und mit Addendum vom 

15./16. Januar 2008 eine Berichterstattung über Retrozessionen vereinbarten 

(act. 1 Rz. 2; act. 14 Rz. 248 f. ; act. 23 Rz. 54). Dieses Addendum enthielt die 

folgende Regelung (act. 3/6; vgl. auch act. 14 Rz. 97 und act. 23 Rz. 23 f.): 

„Im Zusammenhang mit dem Vermögensverwaltungsmandat vom 1. bzw. 
4. Februar 2002 zwischen A._____ und B._____ [B._____ (Schweiz) AG] 
wird die nachfolgend aufgeführte Ergänzung beschlossen: 

1. Offenlegung von Retrozessionen 

 B._____ legt sämtliche Retrozessionen, Ausgabe- oder Bestandespflegekom-
missionen, Vermittlungsgebühren u.ä. (zusammenfassend Retrozessionen), 
welche sie im Rahmen der Ausübung des Mandates von Dritten erhält oder an 
Dritte bezahlt, gegenüber dem Auftraggeber unaufgefordert mindestens ein-
mal jährlich bis zum 28. Februar des Folgejahres offen. 

 Vorbehalten sind Vergütungen und konzerninterne Abrechnungen innerhalb 
der B'._____ Gruppe.“ 

 

3.1.2. Vorbringen der Klägerin 

Die Klägerin führt aus, die Beklagte habe gemäss Ziff. 3 Abs. 1 der Terms of Bu-

siness in Verbindung mit Ziff. 1 des Schedule of Charges für ihre Investitionstätig-

keit eine nach der Höhe des Vermögens gestufte Management Fee zwischen 

- 13 - 

0.3 % und 0.05 % zugute. Gemäss der erstgenannten Ziffer in Verbindung mit 

Ziff. 2 des Schedule of Charges habe die Klägerin der Beklagten ausserdem die 

bei der Auftragsausführung anfallenden Auslagen, wie Brokerkommissionen und 

andere Gebühren, zu ersetzten, wobei Ziff. 4 Abs. 1 der Terms of Business die 

Beklagte ermächtige, diese Auslagen direkt von den für die Klägerin getätigten 

Transaktionen und/oder dem Vermögen der Klägerin zu beziehen (act. 1 Rz. 8 f.). 

Ein Vermögensverwaltungsmandat beschränke sich – im Unterschied zur Anla-

geberatung – nicht darauf, dem Kunden Transaktionen zu empfehlen. Die Beklag-

te habe die von ihr angestrebten Transaktionen auch umzusetzen, d.h. die ent-

sprechenden Anleihen effektiv zu kaufen oder zu verkaufen gehabt, sei es selbst 

oder über einen hierzu beigezogenen Effektenhändler. Für diesen Vertragsteil 

„Brokerage“ habe die Beklagte für die Umsetzung der Transaktionen den hierfür 

am besten geeigneten Broker beiziehen müssen (act. 23 Rz. 7 f.). Gemäss dem 

Vermögensverwaltungsvertrag vom 4. Februar 2002 sei nur die Beklagte Ver-

tragspartnerin der Klägerin gewesen. Alle anderen in die Aufgabenerfüllung invol-

vierten Entitäten, wie die B2._____, seien für die Klägerin Dritte und für die Be-

klagte deren Erfüllungsgehilfen oder Substituten gewesen. Es sei auch allein der 

Beklagten überlassen gewesen, ob und wie weit sie solche Dritte für die Erfüllung 

ihrer Aufgaben beigezogen oder diesen die selbständige Erfüllung übertragen ha-

be (act. 23 Rz. 26, 41 und 43). 

Im Vermögensverwaltungsvertrag seien für die Beklagte nicht mehrere, sondern 

nur ein einziges Leistungsentgelt vorgesehen, nämlich die Management Fee. Die-

se decke sämtliche Leistungen der Beklagten unter dem Vertrag ab, sowohl die 

Anlageberatung als auch die Umsetzung der von der Beklagten angestrebten 

Transaktionen durch einen Broker mittels dessen Auswahl, Instruktion und Über-

wachung. Die vom Broker verlangten Kommissionen habe die Beklagte dann auf 

die Klägerin abwälzen können. Auftragsrechtlich handle es sich bei diesen Kom-

missionen um Auslagenersatz (Art. 402 Abs. 1 OR), um den sich die Beklagte 

nicht habe bemühen müssen, da die Broker die Kommissionen jeweils durch Ver-

rechnung mit dem Transaktionspreis direkt der Klägerin belastet hätten (act. 23 

Rz. 14 f., 22, 43 und 63). 

- 14 - 

Ob und in welchem Umfang die Beklagte Gelder, die ihr im Zusammenhang mit 

der Vermögensverwaltung zugekommen seien, als zusätzliches Honorar habe 

vereinnahmen können, hätten die Parteien nicht ausdrücklich geregelt. Aus den 

Terms of Business könne aber abgeleitet werden, dass die im Zusammenhang 

mit Transaktionen erhaltenen Gelder an die Klägerin abzuliefern gewesen wären, 

und zwar unabhängig davon, ob sie der Beklagten von Dritten oder von Gesell-

schaften des eigenen Konzerns zugekommen seien. Denn nur unter der Annah-

me einer Ablieferungspflicht mache die in Ziff. 3 Absatz 2 der Terms of Business 

vorgesehene Auskunftspflicht über solche Gelder überhaupt einen Sinn. Mit Ad-

dendum vom 15./16. Januar 2008 sei sogar eine diesbezügliche Berichterstattung 

vereinbart worden (act. 1 Rz. 10). 

3.1.3. Vorbringen der Beklagten 

Die Beklagte bringt vor, der Inhalt des Vermögensverwaltungsvertrages habe 

zwei Komponenten enthalten: einerseits die Vermögensverwaltung im Bereich 

Wandelanleihen und andererseits den Effektenhandel. Zur Vermögensverwaltung 

habe die Festlegung der Anlagestrategie, die Auswahl der Anlagen, die laufende 

Überwachung der getätigten Transaktionen sowie die Fällung von Entscheiden 

über Käufe und Verkäufe gehört. Der Effektenhandel bestehe im Kauf und Ver-

kauf der ausgewählten Anlagen. Diesbezüglich sei auch der Klägerin klar gewe-

sen, dass die Beklagte keine Effektenhändlerin gewesen sei, welche die hier in 

Frage stehenden ausserbörslich in London oder New York gehandelten Effekten 

hätte handeln können (die B1._____ habe über keine Effektenhändler-Lizenz ver-

fügt und die Beklagte als ihre Rechtsnachfolgerin lediglich über eine solche der 

FINMA). Ausserdem sei der Klägerin klar gewesen, dass eine Arbeitsteilung zwi-

schen Konzerngesellschaften notwendig gewesen sei (act. 14 Rz. 33, 63 und 

109). 

Der Effektenhandel sei wie folgt abgelaufen: Gemäss Vertrag habe die Beklagte 

als Gegenpartei ("principal") oder Vermittler ("agent") auftreten können und sei 

ermächtigt gewesen, zur Vertragserfüllung Dritte beizuziehen (act. 14 Rz. 63 f.). 

Letzteres habe die Beklagte getan, indem sie die Brokerage an ihre Konzernge-

sellschaften in London (B2._____) und New York (B3._____) substituiert habe 

- 15 - 

(act. 29 Rz. 2, 47, 58 und 175; act. 29 Rz. 280). Da diese Konzerngesellschaften 

mit der Brokerage beauftragt worden seien, sei die Abrechnung der Transaktio-

nen direkt über sie erfolgt. Dies bedeute aber nicht, dass B2._____ und B3._____ 

die Gegenparteien der Käufe und Verkäufe gewesen seien. Die genannten Kon-

zerngesellschaften hätten die Transaktionen als Vermittler über einen Market Ma-

ker ausgeführt, allenfalls selbst als Market Maker (act. 29 Rz. 42). Der Effekten-

handel durch die beklagtischen Gruppengesellschaften sei auf Rechnung der 

Klägerin erfolgt (act. 14 Rz. 191 f.).  

Als Leistungsentgelt für die Vermögensverwaltung sei eine quartalsweise anfal-

lende Management Fee verabredet worden, die sich nach der Höhe des verwalte-

ten Vermögens richte. Zusätzlich habe die Klägerin die Pflicht gehabt, die Effek-

tenhandelstätigkeit durch Brokerage Commissions, die auf den ausgeführten 

Transaktionen gegründet hätten, zu entgelten und sämtliche im Zusammenhang 

mit dem Kauf und Verkauf von Effekten auf ihre Rechnung anfallenden Kosten 

wie Steuern etc. zu tragen. In Ziff. 4 der Terms of Business sei vorgesehen, dass 

die Brokerage Commissions in den Preis der jeweiligen Transaktion eingerechnet 

würden (act. 14 Rz. 66 ff. und 217). Die Brokerage Commissions seien bei den 

substituierten Konzerngesellschaften angefallen und durch sie erhoben worden 

(act. 29 Rz. 2, 47, 58 und 175; vgl. auch act. 14 Rz. 186 und act. 29 Rz. 222). 

Dem Broker stehe beim Effektenhandel eine Kommission zu und die Klägerin ha-

be eine solche – im Preis eingerechnet – zu bezahlen gehabt. Die Transaktionen 

seien vom jeweiligen Broker durchgeführt worden und die Beklagte habe daran 

nicht teilgenommen. Die Vertragsleistung Effektenhandel sei einzig und allein 

durch die vertraglich vereinbarten Brokerage Commissions entschädigt worden 

(act. 29 Rz. 114 Ziff. 1.-3.). Die Kommissionen seien nicht von der Beklagten auf 

die Klägerin überwälzt worden, sondern letztere habe sie zahlen müssen, wie all-

fällige andere Spesen im Zusammenhang mit dem Handel (act. 29 Rz. 229). 

Die Beklagte habe B2._____ und B3._____ bei deren Brokertätigkeit unterstützt, 

was über das Transfer Pricing entschädigt worden sei. Demgemäss habe die Be-

klagte eine Gutschrift für einen Anteil an den Brokerage Commissions erhalten, 

die bei den Konzerngesellschaften im Zusammenhang mit dem Effektenhandel für 

- 16 - 

die Vermögensverwaltungskunden der Beklagten angefallen seien (act. 14 

Rz. 126 f.; act. 29 Rz. 2 und 47). Die Beklagte sei ein "Introducing Broker" für die 

genannten Konzerngesellschaften und in die Abwicklung der einzelnen Transakti-

onen eingebunden gewesen (act. 14 Rz. 37; act. 29 Rz. 62 ff.).  

3.1.4. Würdigung 

Beide Parteien behaupten im Kern übereinstimmend, dass die Beklagte gemäss 

dem Vermögensverwaltungsvertrag vom 4. Februar 2002 neben der Festlegung 

der Anlagestrategie, der Auswahl der Anlagen, der laufenden Überwachung der 

getätigten Transaktionen und der Fällung von Entscheiden über Käufe und Ver-

käufe auch die Umsetzung dieser Transaktionen schuldete. Dazu durfte sie un-

streitig Drittpersonen, auch konzerninterne Broker, beiziehen (act. 1 Rz. 6; act. 14 

Rz. 64; act. 23 Rz. 4). Beides ergibt sich ebenso aus dem Vertrag, der in Ziff. 1 

Abs. 1 unter dem Titel "Our Services" den zu erbringenden "discretionary portfolio 

management service" mit den Tätigkeiten "managing your portfolio on a discretio-

nary basis" und "shall have full authority to, and will effect transactions for invest-

ment" umschreibt, wobei Letzteres sowohl gemäss Ziff. 1 Abs. 4 den Handel 

selbst ("we may decide whether to effect any transaction with you as principal, as 

agent or partly as principal and partly as agent") als auch nach Ziff. 1 Abs. 5 den 

Beizug von Dritten umfasst ("We may employ agents […] and we may sign and 

perform (in any capacity) any agreement we think fit with an intermediate bro-

ker."). 

Im Weiteren ist aufgrund der übereinstimmenden Vorbringen anzunehmen, dass 

der Effektenhandel jeweils über den Beizug einer der beiden Konzerngesellschaf-

ten B2._____ und B3._____ in Form deren Substituierung erfolgte, wobei diese 

die einzelnen von der Beklagten angestrebten Käufe und Verkäufe auf Rechnung 

der Klägerin ausgeführt haben. Ob dies im Einzelfall als blosser Vermittler 

("agent") oder als Gegenpartei/Kontrahent ("principal" oder "market maker") er-

folgte (siehe zur Verwendung der Bezeichnungen act. 14 Rz. 63 und act. 29 

Rz. 222 f.), erscheint dagegen für den vorliegenden Streit nicht relevant. Ent-

scheidend ist vielmehr, was bezüglich der Entschädigung dieser, von B2._____ 

- 17 - 

und B3._____ ausgeführten Effektenhandelstätigkeit, welche die Beklagte in ge-

wisser Weise unterstützt haben mag (vgl. act. 29 Rz. 2 und 47), vereinbart wurde. 

Diesbezüglich gilt es, die Management Fee und die Brokerage Commissions aus-

einanderzuhalten. Beide werden in Ziff. 3 der Terms of Business bei den Leis-

tungspflichten der Klägerin gegenüber der Beklagten aufgeführt. Ihnen kommt 

sowohl nach den Vorbringen der Parteien als auch nach den massgeblichen Ver-

tragsbestimmungen ein rechtlich unterschiedlicher Charakter zu: 

Bei der Management Fee handelt es sich zweifelsohne um die Vergütung der Be-

klagten für die durch sie selbst erbrachten Dienstleistungen im Bereich des Port-

folio Managements. Inwieweit darunter auch (unterstützende) Tätigkeiten bei der 

eigentlichen Umsetzung der Transaktionen zu subsumieren sind, ist unter den 

Parteien umstritten, aber nicht ausschlaggebend, wie noch zu zeigen sein wird. 

Immerhin ist bereits hier darauf hinzuweisen, dass es keineswegs ausgeschlos-

sen erscheint, auch allfällige eigene Tätigkeiten der Beklagten, welche den (sub-

stituierten) Effektenhandel durch Konzerngesellschaften unterstützt haben, als 

durch die Management Fee (Ziff. 1 Schedule of Charges) als abgegolten zu be-

trachten. Die von der Beklagten geschuldeten Leistungen werden nämlich ge-

mäss Ziff. 1 Abs. 1 Terms of Business als "discretionary portfolio management 

service" bezeichnet, wobei in besagtem Absatz der Effektenhandel ("we shall ha-

ve full authority to, and will, effect transactions for investment") neben der Leis-

tung "managing your portfolio on a discretionary basis" genannt wird. Auch ge-

mäss ihrem Titel regeln die Terms of Business, die unstreitig den Effektenhandel 

umfassen, die sog. "discretionary portfolio management services" der Beklagten. 

Gehört aber der Effektenhandel zum genannten Portfolio-Management-Service, 

können diesbezügliche Tätigkeiten der Beklagten, für die kein besonderes ande-

res Entgelt vereinbart wurde, auch durch die Management Fee erfasst worden 

sein. 

Der Management Fee gegenüber stehen die Brokerage Commissions. Diese sind 

– auch nach dem Standpunkt der Beklagten – durch die substituierten Konzern-

gesellschaften erhoben worden und dort angefallen (act. 29 Rz. 2 und 47). Eben-

so sind sich die Parteien darüber einig, dass diese Kommissionen in den Preis 

- 18 - 

der jeweiligen Transaktion eingerechnet und von der Klägerin "wie allfällige ande-

re Spesen im Zusammenhang mit dem Handel" zu übernehmen waren (act. 29 

Rz. 229; ferner bereits act. 1 Rz. 9 und act. 14 Rz. 70). 

Dies bestätigt auch der Vertragstext: In der allgemeinen Bestimmung betreffend 

die Leistungen der Klägerin (Ziff. 3 Abs. 1 Terms of Business) wird für die dort 

genannten "fees, brokerage commissions and any other charges" auf den 

Schedule of Charges verwiesen. In diesem wird – nach der Regelung der Ma-

nagement Fee in Ziff. 1 – eine Zahlungspflicht der Klägerin in Bezug auf eine 

"brokerage charge" in Ziff. 2 aufgeführt und zwar neben anderen zu bezahlenden 

Positionen wie "any tax", "transfer fee, registration fee, stamp duty and all other li-

abilities, charges, costs and expenses" (Schedule of Charges Ziff. 1 und 2). Wei-

tere Leistungspflichten der Klägerin sind im Schedule of Charges nicht geregelt. 

Die in Ziff. 2 aufgezählten Positionen zeichnen sich nun – gemäss dem Wortlaut 

der Bestimmung – dadurch aus, dass es sich um zunächst von der Beklagten zu 

bezahlende oder ihr angefallene Aufwendungen handelt ("payable and properly 

incurred and […] specified by us in connection with our services"). Damit beschäf-

tigt sich Ziff. 2 thematisch mit dem Ersatz von Auslagen einschliesslich der Be-

freiung von allfälligen Verbindlichkeiten ("and all other liabilities"). In Ziff. 1 geht es 

dagegen um die Vergütung der Beklagten. Eine solche Unterscheidung ist mit 

Blick auf die Regelung in zwei gesonderten Ziffern auch in systematischer Hin-

sicht stimmig. 

Zudem macht die Regelung angesichts der Leistungserbringung durch die Be-

klagte und insbesondere des hier konkret verabredeten Vorgehens beim Effek-

tenhandel Sinn. Die mit der Vermögensverwaltung und dem Effektenhandel be-

traute Beklagte soll nicht auf den Kosten und Verbindlichkeiten sitzen bleiben, die 

sie in Zusammenhang mit der Vertragserfüllung übernimmt. Gerade in Bezug auf 

die Brokerage Commissions bzw. die "brokerage charge" erscheint die Anord-

nung der Leistungspflicht der Klägerin vorliegend als zweckmässig, da die Kom-

missionen bei Brokern, vorliegend den Konzerngesellschaften B2._____ oder 

B3._____, anfallen und infolge deren Unterbeauftragung durch die Beklagte an 

sich von der Letzteren geschuldet werden. Dass die Kommissionen (neben ande-

- 19 - 

ren Gebühren; "Commissions, charges and […] taxes will be added to the cost of 

purchases and deducted from the proceeds of sales", Ziff. 4 Terms of Business") 

in den Preis der Transaktionen eingerechnet und dadurch direkt von der Klägerin 

zu bezahlen sind, ändert daran nichts. 

Aus dem Ausgeführten ergibt sich, dass die vertraglich in Ziff. 3 Abs. 1 Terms of 

Business in Verbindung mit Ziff. 2 des Schedule of Charges vereinbarten  

Brokerage Commissions Entgelte für die Effektenhandelstätigkeit der Konzernge-

sellschaften B2._____ oder B3._____ darstellen, für welche die Beklagte infolge 

der Unterbeauftragung an sich einstehen muss, die aber direkt durch die Klägerin 

im Rahmen der Transaktionspreise beglichen werden. Dem steht nicht entgegen, 

dass die genannten Konzerngesellschaften als Substituten der Beklagten mit dem 

Effektenhandel eine von dieser im Hauptvertrag geschuldete Tätigkeit ausgeführt 

haben. Dadurch wird das unstreitig bei ihnen in Form der Brokerage Commissions 

anfallende Entgelt für den Effektenhandel noch nicht zu einem Entgelt für Leis-

tungen der Beklagten. 

Es sind ferner keine konkreten Umstände ersichtlich oder geltend gemacht wor-

den, aus denen sich ergeben würde, dass mit den Brokerage Commissions, wie 

sie im Vermögensverwaltungsvertrag vorgesehen sind, gegenüber der Klägerin 

eine eigene Kategorie eines Leistungsentgelts für allfällige, die Transaktionen un-

terstützende Tätigkeiten der Beklagten vorgesehen worden wäre. Im Übrigen will 

auch die Beklagte die Ziff. 2 des Schedules of Charges auf die Brokerage Com-

missions für die Effektenhandelstätigkeit angewendet wissen (act. 14 Rz. 69 f.). 

Im Sinne eines Zwischenergebnisses ist also festzuhalten, dass die Management 

Fee eine Vergütung der Beklagten für ihre "portfolio management services" dar-

stellt, während es sich bei den Brokerage Commissions um von den Effekten-

händlern B2._____ oder B3._____ erhobene Leistungsentgelte handelt. Diese 

waren zwar im Unterauftragsverhältnis von der Beklagten geschuldet, jedoch ge-

mäss Vermögensverwaltungsvertrag von der Klägerin direkt zu bezahlen. Damit 

ist aber auch nicht mehr entscheidend, ob allfällige, die Transaktionen unterstüt-

zende Tätigkeiten der Beklagten unter der Management Fee abgegolten wurden 

oder nicht. Die Brokerage Commissions bilden jedenfalls keine derartige Vergü-

- 20 - 

tung der Beklagten durch die Klägerin. Auch die Beklagte führt selbst aus, dass 

sie über das Transfer Pricing von ihren Konzerngesellschaften B2._____ bzw. 

B3._____ eine Gutschrift für die Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Ef-

fektenhandel erhalten habe (act. 29 Rz. 64 und 67). Eine derartige Gutschrift, 

auch wenn sie einem Anteil an den Brokerage Commissions entsprochen haben 

mag (act. 14 Rz. 127), stellt eine Leistung der unterbeauftragten Konzerngesell-

schaften an die Beklagte dar und ändert nicht den Charakter der klägerischen 

Leistung im Rahmen des Vermögensverwaltungsvertrages. Eine andere Frage ist, 

inwieweit allfällige Rückflüsse solcher Zahlungen an die Beklagte der Klägerin 

herauszugeben sind und ob diese allenfalls auf eine Herausgabe verzichtet hat, 

was im Ergebnis einer zusätzlichen Vergütung der Beklagten gleichkäme (siehe 

dazu unten Erw. 3.2.4.3. und 3.5.2.). 

Der Vermögensverwaltungsvertrag untersteht grundsätzlich den Regeln über den 

Auftrag im Sinne von Art. 394 ff. OR (SCHALLER, Handbuch des Vermögensver-

waltungsrechts, Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 93 f. m.w.H.). Auch für den (substitu-

ierten) Bereich des Effektenhandels gehen beide Parteien – zu Recht – von der 

Anwendbarkeit von Auftragsrecht aus (vgl. act. 1 Rz. 9 und 18; act. 14 Rz. 64, 

117, 188 f. und 359). Damit handelt es sich bei den von den substituierten Bro-

kern erhobenen Brokerage Commissions um Verbindlichkeiten, von denen die 

substituierende Beklagte nach Art. 402 Abs. 1 OR durch die Klägerin zu befreien 

ist, was auch der Regelung in Ziff. 2 des Schedule of Charges entspricht. Die Be-

freiung kann dabei ohne Weiteres durch eine direkte Befriedigung des Substituten 

erfolgen (BK OR-FELLMANN, Art. 402 N 100 ff. und 120), was hier durch eine Ein-

rechnung der Brokerage Commissions im Rahmen der Transaktionspreise vorge-

sehen ist (Ziff. 4 Terms of Business). Da die Kommissionen nicht zunächst von 

der Beklagten auszulegen waren, ist allerdings nicht von Auslagenersatz im Sinne 

von Art. 402 Abs. 1 OR auszugehen (vgl. die insoweit zutreffende beklagtische 

Bestreitung von Auslagenersatz in act. 14 Rz. 270 und act. 29 Rz. 50 und 228 f.). 

- 21 - 

3.2. Pflicht zur Herausgabe von zugeflossenen Mitteln  

3.2.1. Standpunkt Klägerin 

Die Klägerin geht davon aus, dass die Beklagte in Bezug auf die für sie ausge-

führten Transaktionen von den unterbeauftragten Brokern bestimmte Zahlungen 

erhalten hat (act. 1 Rz. 12 und 22). Dies bestreitet im Übrigen auch die Beklagte 

nicht (act. 14 Rz. 11 und 127). Die Klägerin hält diese Zahlungen für herausgabe-

pflichtige Retrozessionen. Deren Umfang ergebe sich aus sog. Transaktionslisten, 

die ihr die Beklagte auf Mahnung hin zur Verfügung gestellt habe. Auf diesen Lis-

ten sei jeweils angegeben, welche Gelder die Beklagte vom Broker für die betref-

fende Transaktion erhalten habe, und zwar jeweils als bestimmter Promillesatz 

des Volumens der entsprechenden Transaktion (act. 1 Rz. 12 f. und 16; act. 23 

Rz. ). Bei den erhaltenen Geldern handle es sich um "remunerations" im Sinne 

der oben bereits wiedergegebenen Ziff. 3 Abs. 2 der Terms of Business. Bezüg-

lich dieser "remunerations" sei eine Auskunftspflicht vereinbart worden, die durch 

das Addendum des Vermögensverwaltungsmandats vom 15./16. Januar 2008 

dahingehend modifiziert worden sei, dass die Beklagte fortan ohne Aufforderung 

einmal jährlich Bericht über die bei ihr von Dritten aus Transaktionen eingehenden 

Gelder zu erstatten habe. Auch aus dieser Berichterstattungspflicht – das ein-

schlägige Addendum spreche durchgehend von "Retrozessionen" – könne auf die 

Herausgabepflicht der entsprechenden Gelder geschlossen werden (act. 1 

Rz. 10; act. 23 Rz. 23). 

3.2.2. Standpunkt Beklagte 

Die Beklagte verweist ebenso auf Ziff. 3 Abs. 2 der Terms of Business und führt 

aus, diese Ziffer trage den Gegebenheiten innerhalb des B'._____-Konzerns 

Rechnung. Im Zusammenhang mit der Vertragserfüllung würden Kosten und Er-

träge unter den beteiligten Konzerngesellschaften aufgeteilt, und zwar nach fest-

stehenden Regeln über das Transfer Pricing, was auch für die Brokerage Com-

missions gelte (act. 14 Rz. 79 f.). Beziehe eine Konzerngesellschaft bei einer an-

deren Leistungen ohne Entschädigung, seien die Ergebnisse beider Gesellschaf-

ten verfälscht. Folglich seien konzernintern erbrachte Leistungen abzugelten, und 

zwar nach dem Grundsatz des "Dealing at arm's length". Diesbezüglich habe 

- 22 - 

beim B'._____-Konzern ein über die Jahre gewachsenes, komplexes Regelwerk 

über Entgelte für bzw. Kostentragung bei konzernintern erbrachten Dienstleistun-

gen bestanden (act. 14 Rz. 118 ff.). 

Im Zuge dessen sei das (konzerninterne) Verhältnis zwischen der Beklagten und 

den als Brokern fungierenden Gesellschaften durch verschiedene Vereinbarun-

gen geregelt gewesen. So habe mit B2._____ ein "Sub-Advisory and Outsourcing 

Agreement" und ein "Introducing Broker Agreement", jeweils aus dem Jahre 2010, 

sowie ein "Transfer Pricing Agreement" aus dem Jahre 2007 bestanden. Ein sol-

ches habe es auch mit B3._____ gegeben. Aus diesen Vereinbarungen ergebe 

sich, dass der Beklagten im Zusammenhang mit dem Effektenhandel für ihre 

Vermögensverwaltungskunden monatlich ein Anteil der von B2._____ oder 

B3._____ vereinnahmten Brokerage Commissions gutgeschrieben worden sei. Al-

lerdings seien ihr im Gegenzug auch anteilige zugehörige Kosten des Handels 

belastet worden (act. 14 Rz. 121 ff. und 134; act. 29 Rz. 55 ff.; vgl. auch act. 14 

Rz. 159). 

Das anzuwendende konzerninterne Transfer Pricing sei jedes Jahr nach bestimm-

ten Kriterien neu bestimmt worden. Massgebliche Kriterien seien gewesen: die 

gewöhnlicherweise für die Kunden gehandelten Wertpapiere, die Liquidität der 

Wertpapiere, die Markt- und Kreditrisiken, die lnvolvierung der betreffenden 

B'._____-Gesellschaft im Handel und in der Abwicklung der Transaktionen sowie 

die Natur des Handels (act. 29 Rz. 80). Die Beklagte listet die entsprechend zur 

Anwendung gebrachten Aufteilungen für jedes Jahr einzeln auf (act. 29 Rz. 81 ff.). 

3.2.3. Rechtliche Grundlagen 

Nach Art. 400 Abs. 1 OR ist der Beauftragte schuldig, auf Verlangen jederzeit 

über seine Geschäftsführung Rechenschaft abzulegen und alles, was ihm infolge 

derselben aus irgendeinem Grund zugekommen ist, zu erstatten. Die Abliefe-

rungspflicht betrifft nicht nur diejenigen Vermögenswerte, die der Beauftragte di-

rekt vom Auftraggeber zur Erfüllung des Auftrags erhält, sondern auch indirekte 

Vorteile, die dem Beauftragten infolge der Auftragsausführung von Dritten zu-

kommen. Der Beauftragte soll durch den Auftrag – abgesehen von einem allfälli-

- 23 - 

gen Honorar – weder gewinnen noch verlieren; er muss daher alle Vermögens-

werte herausgeben, welche in einem inneren Zusammenhang zur Auftragsaus-

führung stehen; behalten darf er nur, was er lediglich bei Gelegenheit der Auf-

tragsausführung, ohne inneren Zusammenhang mit dem ihm erteilten Auftrag, von 

Dritten erhält. Retrozessionen werden dem Beauftragten ausgerichtet, weil er im 

Rahmen des Auftrags bestimmte Verwaltungshandlungen vornimmt oder veran-

lasst; sie fallen im Zusammenhang mit der Verwaltung des Vermögens an und un-

terliegen der Herausgabepflicht nach Art. 400 Abs. 1 OR (BGE 132 III 460 E. 4.1 

und 137 III 393, E. 2.1, jeweils m.w.H.). 

Die Pflicht zur Ablieferung ist – wie die Rechenschaftspflicht – ein zentrales Ele-

ment der Fremdnützigkeit des Auftrags. Die Herausgabepflicht lässt sich als Kon-

kretisierung der Treuepflicht nach Art. 398 Abs. 2 OR verstehen. Sie garantiert 

deren Einhaltung und stellt insofern eine präventive Massnahme zur Wahrung der 

Interessen des Auftraggebers dar, indem sie der Gefahr vorbeugt, der Beauftragte 

könnte sich aufgrund der Zuwendung eines Dritten veranlasst sehen, die Interes-

sen des Auftraggebers nicht ausreichend zu berücksichtigen (BGE 138 III 755 

E. 5.3, 137 III 393 E. 2.3, 132 III 460 E. 4.2). 

Wann von einem inneren Zusammenhang der Zuwendung eines Dritten zur Auf-

tragsausführung auszugehen ist, kann nicht für alle Auftragsverhältnisse ein für 

allemal umschrieben werden. Die mit der Herausgabepflicht nach Art. 400 Abs. 1 

OR angestrebte Vorbeugung von Interessenkonflikten zur Sicherung der 

Fremdnützigkeit ist – neben dem damit verbundenen Grundsatz, dass der Beauf-

tragte (abgesehen vom Honorar) durch den Auftrag weder gewinnen noch verlie-

ren soll – der massgebende Gesichtspunkt bei der Beurteilung, ob der Vermö-

gensvorteil dem Beauftragten infolge der Auftragsausübung oder lediglich bei Ge-

legenheit der Auftragserfüllung, ohne inneren Zusammenhang mit dem ihm erteil-

ten Auftrag, von Dritten zugekommen ist. Bei Zuwendungen Dritter ist ein innerer 

Zusammenhang schon dann zu bejahen, wenn die Gefahr besteht, der Beauftrag-

te könnte sich dadurch veranlasst sehen, die Interessen des Auftraggebers nicht 

ausreichend zu berücksichtigen. Nicht erforderlich ist im Hinblick auf die Heraus-

- 24 - 

gabepflicht demgegenüber, dass er sich tatsächlich pflichtwidrig verhält oder der 

Auftraggeber einen konkreten Nachteil erleidet (BGE 138 III 755 E. 5.3).  

Zu beachten ist jedoch auch, dass sich die Funktion von Art. 400 OR nicht darin 

erschöpft, als Sicherungsnorm gegen Interessenkonflikte zu dienen. Sie nimmt 

vielmehr unabhängig von allfälligen Interessenkonflikten eine Zuordnung der ver-

mögenswerten Positionen von Auftraggeber und Beauftragtem vor. Der innere 

Zusammenhang ist immer dann zu bejahen, wenn ein Interessenkonflikt besteht; 

er beschränkt sich aber nicht auf diese Fälle. Die Zahlung steht auch dann in ei-

nem inneren Zusammenhang mit dem Auftragsverhältnis, wenn sie einzig deshalb 

erfolgt, weil der Empfänger vom Kunden und dank seiner Investition eine Position 

eingeräumt bekam, die den Zufluss der Zahlung ermöglichte. Die beiden Kriterien 

des inneren Zusammenhangs und des Interessenkonflikts sind eng miteinander 

verknüpft, sie sind aber nicht gleichzusetzen (EMMENEGGER, Anlagekosten: Retro-

zessionen im Lichte der bundesgerichtlichen Rechtsprechung, in: EMMENEGGER 

(Hrsg.), Anlagerecht, Schweizerische Bankrechtstagung 2007, Basel 2007, 

S. 71 f.). Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass Drittvergütungen die Renta-

bilität einer Anlage beeinträchtigen können (ZELLWEGER-GUTKNECHT, Zur Annah-

me und Herausgabe von Retrozessionen und anderen Drittvergütungen, in: 

SETHE/HENS/VON DER CRONE/WEBER (Hrsg.), Anlegerschutz im Finanzmarktrecht 

kontrovers diskutiert, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 238). 

Bei der Beurteilung, ob die Zuwendung eines Dritten von Art. 400 Abs. 1 OR er-

fasst wird, kommt es im Weiteren nicht darauf an, ob diese unter einen bestimm-

ten Begriff der "Retrozession" fällt. Herausgabepflichtig sind neben den Vermö-

genswerten, die der Beauftragte direkt vom Auftraggeber zur Erfüllung des Auf-

trags erhält, vielmehr allgemein indirekte Vorteile, die dem Beauftragten – unab-

hängig von deren Bezeichnung – infolge der Auftragsausführung von Dritten zu-

kommen. Dabei ist für die Anwendung von Art. 400 Abs. 1 OR nicht entscheidend, 

ob die Zuwendung aus einer unmittelbar beim auftragserteilenden Kunden erho-

benen Gebühr fliesst oder aus einer dem Sondervermögen, an dem der Kunde 

beteiligt ist, belasteten Verwaltungsgebühr. Auch wird die Anwendung nicht 

dadurch gehindert, dass die Berechnung der Zuwendung anhand des Gesamtbe-

- 25 - 

stands der jeweiligen Produkte und nicht für jeden Kunden einzeln erfolgt. 

Schliesslich ist auch nicht ausschlaggebend, ob es sich beim Beauftragten um ei-

nen externen Vermögensverwalter oder eine vermögensverwaltende Bank han-

delt. Die Bestimmung ist auf sämtliche Auftragsverhältnisse anwendbar (BGE 138 

III 755 E. 5.4 m.w.H.; vgl. auch EMMENEGGER, a.a.O., S. 72). Sie ist also nicht auf 

bestimmte Betriebs- oder Berufsgruppen beschränkt (ZELLWEGER-GUTKNECHT, 

a.a.O., S. 229). 

Auch der Umstand, dass es sich bei Zuwendungen um konzerninterne Vergütun-

gen handelt, ändert an der Offenlegungs- und Herausgabepflicht nach Art. 400 

Abs. 1 OR grundsätzlich nichts. Zunächst ist jede zum Konzern gehörige Gesell-

schaft selbst rechtlich als unabhängig und autonom zu betrachten, und hat das 

Organ einer Gesellschaft von Gesetzes wegen allein deren Interessen und nicht 

diejenigen anderer Konzerngesellschaften zu wahren (BGE 130 III 213, E. 2.2.2, 

S. 219; BGE 110 Ib 127, E.3, S. 132 = Pra 73 [1984] Nr. 257, S. 708 ff.). Fungiert 

etwa eine Bank als Vermögensverwalterin und erhält sie Retrozessionen von ei-

ner konzerneigenen Gesellschaft, ist die zahlende Gesellschaft formell eine "Drit-

te". Die Vermögensverwaltung gegenüber dem Kunden ist in gleicher Weise von 

Fremdnützigkeit geprägt wie bei anderen Anbietern von Finanzdienstleistungen. 

Der Kunde muss auch hier die Kostenstruktur der Vermögensverwaltung kontrol-

lieren können und hat einen Anspruch darauf, dass ihm Vergütungen weitergelei-

tet werden. Das zusätzliche Element des Interessenkonflikts stellt sich im Kon-

zernverbund sogar noch verschärft, indem ein besonderer Anreiz der Bank be-

steht, mit der Wahl eines konzerneigenen Produkts nicht nur selbst eine Zuwen-

dung zu erhalten, sondern gleichzeitig einer anderen Konzerngesellschaft zu er-

möglichen, mit dem Produkt verbundene Gebühren zu vereinnahmen (BGE 138 

III 755 E. 8.5 sowie EMMENEGGER, a.a.O., S. 73 f.; vgl. auch ZELLWEGER-

GUTKNECHT, a.a.O., S. 230). 

3.2.4. Würdigung 

3.2.4.1. Herausgabepflichtige Retrozessionen 

Es wurde bereits dargelegt, dass in Bezug auf die Vermögensverwaltung und den 

Effektenhandel zwischen der Klägerin und der Beklagten Auftragsrecht zur An-

- 26 - 

wendung kommt (oben Erw. 3.1.4. in fine). Es stellt sich die Frage, ob die Zahlun-

gen, welche die Beklagte aus den von den Brokern B2._____ und B3._____ er-

hobenen Brokerage Commissions erhalten hat, Vorteile darstellen, die ihr infolge 

der Auftragsausführung von einem Dritten zugekommen sind. In diesem Fall wä-

ren sie in Anwendung von Art. 400 Abs. 1 OR und vor dem Hintergrund der dar-

gestellten, einschlägigen Bundesgerichtsrechtsprechung sowie Lehre an die Klä-

gerin herauszugeben. 

Zunächst ist nicht weiter fraglich, dass die erfolgten Gutschriften Vorteile im Sinne 

der auftragsrechtlichen Herausgabepflicht darstellen (siehe zur Frage, ob allfällige 

Abzüge zu berücksichtigen sind hinten Erw. 3.2.4.2.). Ebenso wurde ausgeführt, 

dass auch konzerninterne Gruppengesellschaften, die Zuwendungen vornehmen, 

dem Auftraggeber gegenüber als Dritte zu gelten haben. Dies trifft vorliegend für 

die substituierten, konzerninternen Broker B2._____ und B3._____ zu, mit denen 

die Klägerin in Bezug auf die Besorgung des Effektenhandels kein Vertragsver-

hältnis verbindet (siehe oben Erw. 3.1.4.). Im Weiteren kamen der Beklagten die 

Zahlungen auch infolge der Auftragsausführung zu: 

Dies ergibt sich bereits daraus, dass die Zahlungen einzig deshalb erfolgten, weil 

die Beklagte über die Broker B2._____ und B3._____, die sie befugterweise ein-

setzte, Transaktionen für die Klägerin abwickeln liess. Wie bereits dargestellt, 

handelte es sich bei den Zahlungen um Gutschriften für einen Anteil an den Bro-

kerage Commissions, die im Zusammenhang mit dem Effektenhandel für die 

Vermögensverwaltungskunden der Beklagten anfielen (vgl. auch act. 14 Rz. 127). 

Hätte die Beklagte die Transaktionen nicht über B2._____ und B3._____ ausge-

führt, wären ihr die im Streit stehenden Zuwendungen nicht zugekommen. 

Hier ist aber auch die von der Rechtsprechung betonte Gefahr einer Interessen-

kollision vorhanden. Die Beklagte war vertraglich berechtigt, die Vertragserfüllung 

betreffend Effektenhandel ganz oder teilweise auf Dritte auszulagern, wozu es – 

gemäss der Beklagten selbst – gehörte, die Dritten gehörig auszuwählen. Darüber 

hinaus hat die Beklagte bei der Wahl der Dritten keine Pflichten gehabt. Auch im 

Rahmen der beklagtischen Pflicht, hinsichtlich der Transaktionen jeweils die "best 

execution" anzustreben, musste sie – nach eigenem Vorbringen – eine sorgfältige 

- 27 - 

und vertretbare Auswahl des Brokers treffen (Ziff. 1 Abs. 5 und 6 Terms of Busi-

ness; act. 14 Rz. 63-65 und 189; act. 29 Rz. 119 ff. und 131 Ziff. 3). Nach dem 

Ausgeführten bestand zumindest die Gefahr, dass die Beklagte versucht sein 

könnte, bei dieser Auswahl die jeweils fliessenden Zuwendungen einzubeziehen 

bzw. die Broker B2._____ und B3._____ vor diesem Hintergrund einzusetzen. 

Diese Gefahr war zudem durch das Konzernverhältnis zugespitzt, da bei einer 

Substituierung an konzerninterne Broker der durch den Effektenhandel zu erwirt-

schaftende Ertrag ebenfalls im Konzern verblieb. Dass die Beklagte allerdings in 

Bezug auf eine konkrete Transaktion den Broker pflichtwidrig ausgesucht hätte 

bzw. durch die fortwährende Substitution an B2._____ oder B3._____ dem Ziel 

des "best execution" nicht nachgekommen wäre (siehe dazu etwa act. 1 Rz. 11, 

act. 14 Rz. 115 f., 211 und 261 f., act. 23 Rz. 9, 13, 27 ff, 42, 52, 55 und 64 sowie 

act. 29 Rz. 17 f., 21, 41 und 93 f.), ist hier nicht erforderlich. 

Die von der Beklagten gegen das Vorliegen einer Herausgabepflicht vorgebrach-

ten Einwände erweisen sich als nicht stichhaltig: So bringt sie vor, es habe von 

Anfang an dem Verständnis der Parteien entsprochen, dass die Effektenhandels-

aktivitäten durch die Konzerngesellschaften B2._____ und B3._____ ausgeführt 

werden sollten, weshalb von vornherein keine Interessenkonfliktsituation durch 

Auslagerung des Effektenhandels bestanden habe (act. 14 Rz. 192; act. 29 

Rz. 114 Ziff. 2). Wie ausgeführt, ist die Gefahr eines Interessenkonflikts nicht al-

leine massgebend. Überdies vermag auch ein blosses Einverständnis der Kläge-

rin mit der Substituierung des Effektenhandels an die Broker B2._____ und 

B3._____ die Gefahr der Interessenkollision nicht auszuschalten, da das Einver-

ständnis die Beklagte nicht von ihrer Pflicht entbindet, die – nach wie vor ihr ob-

liegende – Auswahl des Brokers nach den Interessen der Klägerin vorzunehmen. 

Keine der Parteien hat im Übrigen vorgebracht, der Klägerin sei selbst die Höhe 

allfälliger Rückflüsse der verwendeten Broker im Vergleich zu anderen Brokern 

bekannt gewesen. Eine Relativierung der möglichen Interessenkollision wäre hier 

lediglich anzunehmen, wenn von vornherein vereinbart worden wäre, dass der Ef-

fektenhandel einzig und allein über die verwendeten, konzerninternen Broker zu 

geschehen habe, mithin der Beklagten eine andere Vergabe gar nicht gestattet 

gewesen wäre. 

- 28 - 

Ein solches Verständnis der vereinbarten Möglichkeit zur Substitution weist die 

Klägerin jedoch von sich (act. 23 Rz. 41), und es ergibt sich auch in keiner Weise 

aus den Terms of Business. Vielmehr geht aus deren Ziff. 1 Abs. 5 klar hervor, 

dass die Beklagte beim Beizug Dritter nicht eingeschränkt war (vgl. act. 3/1 S. 2). 

Im Weiteren ist auch nicht ersichtlich, wie aus dem Verhalten der Klägerin ge-

schlossen werden könnte, die Auslagerung der Effektenhandelsaktivitäten an die 

gewählten konzerninterne Broker sei für sie zur Vertragserfüllung notwendig ge-

wesen (vgl. act. 29 Rz. 361 i.V.m. 43 und 86 ff.). Dass die Beklagte aufgrund ihrer 

Grösse und Effektenhändlerbewilligung alleine nicht in der Lage war, die vertragli-

chen Verpflichtungen gegenüber der Klägerin zu erfüllen, und dass der im Jahr 

2002 geschlossene Vertrag auf einer Geschäftsbeziehung der Klägerin mit der 

B2._____ beruhte sowie letztere für die B1._____ eine "Declaration of Underta-

king" abgab (act. 14 Rz. 31 ff., 64 und 103 ff.; act. 29 Rz. 88), kann dafür nicht 

ausreichen. Im Übrigen vereinbarten die Parteien im Januar 2008, dass die Be-

klagte Retrozessionen mindestens einmal jährlich offenzulegen habe, wobei Ver-

gütungen und konzerninterne Abrechnungen innerhalb der B'._____-Gruppe aus-

genommen wurden (act. 14 Rz. 97; act. 29 Rz. 91). Eine derartige Vereinbarung, 

welche auf Bestreben der Klägerin erfolgte und lediglich auf Gutschriften von aus-

serhalb des Konzern stehenden Dritten abzielte, erschiene verwunderlich, wenn 

es der Meinung der Parteien entsprochen hätte, der Effektenhandel dürfe von 

vornherein nur von konzerninternen Brokern ausgeführt werden (in der Tat wur-

den unter Berufung auf diese Vereinbarung von der Beklagten auch keine Retro-

zessionen offengelegt; act. 14 Rz. 95 ff.). 

Zudem behauptet die Beklagte – auf der Ebene eines tatsächlich vorliegenden 

Willens – auch nicht konkret und einem Beweisverfahren zugänglich, in der Wil-

lensbildung welcher Personen der Klägerin zu welchem Zeitpunkt ein derartiges 

Verständnis vorgelegen habe. Die anerbotene Parteiaussage (vgl. act. 14 Rz. 191 

i.V.m. 33) bzw. Zeugenaussage (act. 29 Beweismittelverzeichnis S. 7) von 

D._____, dem ehemaligen Head of International Asset Management Division der 

B2._____ und ehemaligen Verwaltungsrat der B1._____ und der Beklagten, zu 

einem nicht weiter konkretisierten "gemeinsamen Verständnis der Vertragspartei-

en" hat daher zu unterbleiben. Ohnehin könnte einer solchen Aussage – ange-

- 29 - 

sichts des klaren Vertragswortlauts der Terms of Business, des erheblichen Zeit-

ablaufs von fast 15 Jahren sowie der vormaligen Tätigkeit von D._____ für den 

B._____-Konzern – kein ausschlaggebender Beweiswert mit Bezug auf einen bei 

der Klägerin vorhandenen tatsächlichen Willen mehr zugemessen werden (vgl. 

etwa kürzlich Urteil des Kantonsgerichts Fribourg 101 2016 380 vom 29. März 

2017, E. 2f unter Hinweis auf die einschlägige bundesgerichtliche Rechtspre-

chung). Zum Beweis konkreter (streitiger) Indizien, die allenfalls auf einen solchen 

Willen schliessen liessen, wurde D._____ nicht angerufen. 

Weiter wendet die Beklagte ein, die oben dargestellten Bundesgerichtsentscheide 

zur Herausgabe von Retrozessionen und Vertriebsentschädigungen seien nicht 

einschlägig. Diese seien zu Vermögensverwaltungsverträgen ergangen, die durch 

umfassende Interessenwahrungspflichten des Vermögensverwalters gekenn-

zeichnet gewesen seien. Vorliegend sei jedoch der Vertragsteil betreffend Effek-

tenhandel betroffen. Zudem sei es um indirekte, zusätzliche Vorteile für den Ver-

mögensverwalter gegangen, der für eine einzige Tätigkeit von zwei Seiten her 

entschädigt worden sei. Dies sei hier anders. Die Vertragsleistung Effektenhandel 

sei nur und ausschliesslich durch die vertraglich vereinbarten Brokerage Commis-

sions als Teil der jeweiligen Transaktionsabrechnungen entschädigt worden, und 

es seien keine zusätzlichen Entschädigungen für die gleiche Leistung geflossen. 

Entsprechend den konzerninternen Regelwerken müssten Kosten und Erträge 

aus arbeitsteiliger Arbeitserfüllung unter den beteiligten Gesellschaften aufgeteilt 

werden (act. 14 Rz. 193 f. und 199 ff.; act. 29 Rz. 114 ff.). 

Die Herausgabepflicht stützt sich – wie dargelegt – auf Art. 400 OR, der vorlie-

gend auch auf den Vertragsteil betreffend Effektenhandel anwendbar ist. Auch in 

diesem Rahmen kam der Beklagten eine Interessenwahrungspflicht gegenüber 

der Klägerin zu. Die vom Bundesgericht angestellten Erwägungen sind gerade 

nicht auf bestimmte Betriebs- oder Berufsgruppen beschränkt. Die aufgeworfenen 

Fragen stellen sich genauso bei der Leistung von Retrozessionen im sog. mehr-

gliedrigen Effektenhandel (vgl. etwa HSU, Retrozessionen, Provisionen und Fin-

der's Fees, Basel 2006, S. 65 f. und 68). Daneben bedeuteten die Gutschriften 

auch einen zusätzlichen Vorteil für die Beklagte, die – da Konzerngesellschaften 

- 30 - 

als Dritte zu gelten haben – sehr wohl in einem doppelten Vertragsverhältnis mit 

der Klägerin einerseits und mit B2._____ und B3._____ andererseits stand (vgl. 

dagegen act. 14 Rz. 196). Durch die Brokerage Commissions entschädigte die 

Klägerin – in Form der auftragsrechtlichen Befreiung von Verbindlichkeiten 

(Art. 402 Abs. 1 OR) – die Leistungen der Broker B2._____ und B3._____, die in 

der Ausführung von Transaktionen bestanden, während die Beklagte nach dem 

Vermögensverwaltungsvertrag mit der Klägerin dafür nicht oder höchstens im 

Rahmen der Management Fee entschädigt wurde. Soweit der Beklagten daher im 

Zusammenhang mit den veranlassten Transaktionen Gutschriften von dritter Seite 

(B2._____/B3._____) zuflossen, handelt es sich – im Verhältnis zur Klägerin – um 

nichts anderes als eine zusätzliche Entschädigung. 

Gegen den inneren Zusammenhang zum Vermögensverwaltungsvertrag kann 

vorliegend auch nicht vorgebracht werden, es handle sich bei den Gutschriften 

um eine reine Aufwandsentschädigung durch die Broker gegenüber der Beklagten 

(vgl. BGE 138 III 755 E. 5.6 f.; ZELLWEGER-GUTKNECHT, a.a.O., S. 230 f.). Die Be-

klagte fungierte gegenüber den beiden Brokern vielmehr als Introducing Broker 

(act. 14 Rz. 125 f.; act. 29 Rz. 62 ff.), und ihre Entschädigung erfolgte im Zusam-

menhang mit Transaktionen, die sie für die Klägerin ausführen liess (vgl. act. 14 

Rz. 127 letzter Satz). 

Schliesslich ändert an den ausgeführten Grundsätzen nichts, dass die von der 

Beklagten geschuldeten Vertragsleistungen durch mehrere, miteinander verbun-

dene Konzernunternehmen erbracht wurden. Substituiert die Beklagte – befug-

terweise – konzerninterne Broker, deren Kommissionen von der Klägerin direkt 

übernommen werden, stellen durch diesen Vorgang veranlasste Gutschriften der 

internen Broker an die Beklagte genauso herausgabepflichtige Vorteile dar, wie 

wenn sie von externen Brokern gezahlt würden. Der Umstand, dass diese Gut-

schriften auf konzerninternen Verträgen beruhen, ändert deren Rechtsnatur im mit 

der Klägerin bestehenden Auftragsverhältnis nicht (vgl. auch BGE 138 III 755 

E. 8.5; EMMENEGGER, a.a.O., S. 73 f.; ZELLWEGER-GUTKNECHT, a.a.O., S. 230). Es 

ist ferner nicht ersichtlich, dass die Klägerin auf diese Weise durch den Einkauf 

des Effektenhandels bei einem Konzern gegenüber anderen Kunden besser ge-

- 31 - 

stellt würde (act. 14 Rz. 175). In Bezug auf die Herausgabe von Retrozessionen 

kommen ihr lediglich dieselben Rechte zu, wie auch im Verhältnis zu einem Ver-

mögensverwalter oder Effektenhändler, dem zur Ausführung der Transaktionen 

keine eigenen Konzerngesellschaften zur Verfügung stehen. 

Es ist somit zu konstatieren, dass die Gutschriften, die der Beklagten von den 

Brokern B2._____ und B3._____ im Zusammenhang mit den für die Klägerin 

ausgeführten Transaktionen zugekommen sind, grundsätzlich herausgabepflichti-

ge Vorteile bilden. 

3.2.4.2. Anrechnung der Belastungen durch Transfer Pricing 

Die Beklagte führt aus, dass der Anteil der Brokerage Commissions, welcher ihr 

im Zusammenhang mit dem Effektenhandel für die Vermögensverwaltungskun-

den über das Transfer Pricing monatlich gutgeschrieben worden sei, nicht losge-

löst von Kosten betrachtet werden könne, die der Beklagten konzernintern belas-

tet worden seien. Dies seien zum einen Kosten für "Brokerage/Settlements/ 

Clearing", "International Research – Convertibles" und Anteile an Personalkosten 

des Effektenhandels in London, was sich aus Ziff. 2 des Transfer Pricing Agree-

ments ergebe. Über diese Kosten sei, wie auch über die Gutschriften, monatlich 

abgerechnet worden. Im Zeitraum 2002 bis 2010 seien der Beklagten durch-

schnittlich netto 57 Prozent von dem ihr gutgeschriebenen Anteil an den Brokera-

ge Commissions verblieben. Zum anderen habe sie gegenüber den Brokern auch 

Beratungsdienstleistungen für Vermögensverwaltung abgegolten, und zwar mit 

einem bestimmten Prozentsatz der Management Fee, der quartalsweise den Bro-

kern gutzuschreiben gewesen sei (act. 14 Rz. 128 ff.). 

Die Klägerin bestreitet die beklagtische Darstellung und bringt vor, die in den als 

"Sub-Advisory and Outsourcing Agreement", "Introducing Broker Agreement" und 

"Transfer Pricing Agreement" bezeichneten internen Abreden geregelten Zahlun-

gen bzw. die darauf basierenden Abrechnungen hätten nichts mit den Gutschrif-

ten zu tun, um die es im vorliegenden Verfahren gehe. Darüber hinaus seien sie 

so vage und unvollständig vorgebracht und belegt, dass ihr Inhalt nicht einmal an-

satzweise nachvollzogen werden könne (act. 23 Rz. 32 f.).  

- 32 - 

Wie bereits ausgeführt, sind die einzelnen zum Konzern gehörenden Gesellschaf-

ten rechtlich als unabhängig und autonom zu betrachten. Entsprechend sind auch 

die mit ihnen vereinbarten Zahlungsflüsse einzuordnen, zumal diese gemäss den 

beklagtischen Vorbringen ohnehin für konzernintern erbrachte Leistungen nach 

dem Prinzip des "Dealing at arm's length" vorgesehen wurden (act. 14 Rz. 119 f.). 

Wendet die Beklagte nun einen Anteil der von ihr gegenüber der Klägerin verein-

nahmten Management Fee dazu auf, um eine Drittgesellschaft für bestimmte Be-

ratungsdienstleistungen im Hinblick auf die selbst geschuldete Vermögensverwal-

tung zu entschädigen, kann sie diese Aufwendungen nicht (ein weiteres Mal) von 

der Klägerin verlangen. Die Management Fee selbst bildete vielmehr den Lohn für 

die Vermögensverwaltung, welche die Beklagte der Klägerin schuldete. Benötigt 

die Beklagte davon einen Anteil, um die nötige Beratungs-Infrastruktur bereitzu-

stellen, handelt es sich allenfalls um Generalunkosten, nach denen das Honorar 

zu bemessen ist (vgl. BK-Fellmann, Art. 402 N 26 ff.), nicht jedoch um zusätzli-

ches Honorar oder Aufwendungen im Sinne des Vermögensverwaltungsvertra-

ges. 

Ähnliches gilt für die behaupteten, im Übrigen nicht näher spezifizierten Belastun-

gen durch die Broker B2._____ und B3._____ in der Form von Kosten für "Bro-

kerage/Settlements/Clearing", "International Research – Convertibles" und Antei-

len an Personalkosten des Effektenhandels in London (act. 14 Rz. 128; act. 29 

Rz. 65). Diese spiesen sich zwar nicht aus der Management Fee, aber es handel-

te sich offenbar gleichwohl um Dienstleistungen der Broker, die der Klägerin auf 

Ebene des Vermögensverwaltungsvertrages nicht zu überbinden waren. Die bei 

der Klägerin vereinnahmte Vergütung für die Abwicklung der Transaktionen durch 

die beiden Broker B2._____ und B3._____ bestand einzig in den Brokerage 

Commissions. Weitere diesbezügliche Aufwendungen für deren Tätigwerden wur-

den ihr nach den Parteivorbringen auch nicht in Rechnung gestellt. Lassen sich 

die Broker nun gestützt auf interne Vereinbarungen von der Beklagten – aus-

serhalb des Vermögensverwaltungsvertrages – für gewisse Leistungen entschä-

digen, sind diese Entschädigungen nicht ohne Weiteres der Klägerin anzulasten. 

Deren Schuldpflicht beschränkt sich im vorliegenden Zusammenhang auf die 

Leistung der Management Fee sowie der Brokerage Commissions. Fliessen der 

- 33 - 

Beklagten durch die Transaktionen veranlasste Zahlungen zu, hat sie diese unge-

schmälert herauszugeben. 

3.2.4.3. Kein Verzicht 

Die Beklagte wendet ein, die Klägerin habe von ihr am 22. August 2007 unter Be-

zugnahme auf BGE 132 III 460 die Offenlegung allfälliger Retrozessionen im Jah-

re 2007 verlangt. Nicht verlangt habe sie eine Herausgabe für dieses Jahr oder 

für die Zeit davor. Auf klägerisches Betreiben hin sei das Addendum vom 

15./16. Januar 2008 vereinbart worden (siehe zum Wortlaut oben Erw. 3.1.1.), in 

dem eine jährliche, unaufgeforderte Berichterstattung über Retrozessionen von 

Dritten vorgesehen, jedoch Vergütungen und konzerninterne Abrechnungen in-

nerhalb der B'._____ Gruppe vorbehalten worden seien. Damit habe sie auf die 

Offenlegung und Herausgabe dieser konzerninternen Vergütungen und Belastun-

gen sowie der zugrunde liegenden Vereinbarungen verzichtet. Ausserdem habe 

sie anerkannt, dass es im Vorliegenden nicht um Retrozessionen gehe (act. 14 

Rz. 98; act. 29 Rz. 16 und 89 ff.). 

Die Klägerin bringt vor, im fraglichen Addendum sei es nur darum gegangen, die 

in Ziff. 3 Abs. 2 Terms of Business vorgesehenen Auskunftspflicht von einer sol-

chen auf Verlangen in eine unaufgefordert zu erbringende Auskunftspflicht zu 

überführen. Auf Auskunft und Herausgabe der konzerninternen Retrozessionen 

sei damit keineswegs verzichtet worden. Die diesbezüglich Auskunft bzw. Her-

ausgabe sei vielmehr ausdrücklich vorbehalten geblieben, womit weiterhin die in 

den Terms of Business vorgesehene Regelung gegolten habe (act. 23 Rz. 24). 

Auf die auftragsrechtliche Ablieferungspflicht nach Art. 400 OR kann der Berech-

tigte verzichten. Die Gültigkeit eines solchen Verzichts setzt jedoch voraus, dass 

der Auftraggeber über die zu erwartenden Retrozessionen vollständig und wahr-

heitsgetreu informiert ist und dass sein Wille, auf deren Ablieferung zu verzichten, 

aus der Vereinbarung entsprechend deutlich hervorgeht (BGE 132 III 460 E. 4.2). 

Weder reicht der blosse Hinweis, dass Drittvergütungen fliessen "können", noch 

das Angebot, auf Nachfrage näher zu informieren (ZELLWEGER-GUTKNECHT, 

a.a.O., S. 231 f.). Damit der Kunde den Umfang der zu erwartenden Retrozessio-

- 34 - 

nen erfassen und dem vereinbarten Honorar gegenüberstellen kann, muss er zu-

mindest die Eckwerte der bestehenden Retrozessionsvereinbarungen mit Dritten 

sowie die Grössenordnung der zu erwartenden Rückvergütungen kennen (BGE 

137 III 393 E. 2.4). 

In der Vereinbarung des Addendums vom 15./16. Januar 2008 sowie im Zuge 

dessen Zustandekommens ist kein Verzicht der Klägerin auf die Herausgabe von 

allfälligen konzernintern fliessenden Vergütungen zu erblicken. Zum einen kann 

ein solcher nicht daraus geschlossen werden, dass die Klägerin lediglich die Of-

fenlegung von Retrozessionen für das Jahr 2007 verlangte und nicht eine solche 

und/oder Herausgabe für die Jahre davor. Zudem ist dem klägerischen Hinweis 

beizupflichten, dass im Addendum die konzerninternen Vergütungen von der er-

gänzenden Regelung (vgl. act. 3/6 S. 2) "vorbehalten" wurden und somit diejenige 

der Terms of Business anwendbar bleibt, wonach die relevanten Informationen 

auf Nachfrage hin zugänglich gemacht werden können (Ziff. 3 Abs. 2 Terms of 

Business). Diese Bestimmung – wie im Übrigen auch deren spätere Ergänzung – 

bilden vielmehr Ausdruck der grundsätzlich bestehenden Berichterstattungs- und 

Herausgabepflicht. Darüber hinaus konnte die Klägerin ohnehin nicht gültig auf 

eine allfällige Herausgabe verzichten, da sie – unbestrittenermassen (act. 23 

Rz. 24; act. 29 Rz. 273 ff.) – weder über Eckwerte der diesbezüglich einschlägi-

gen Vereinbarungen der Beklagten mit den Brokern noch über die Grössenord-

nung der Vergütungen Bescheid wusste. Wie dargestellt, reicht dafür der Hinweis, 

es könne zu solchen Vergütungen kommen und auf Nachfrage seien nähere In-

formationen erhältlich (vgl. Ziff. 3 Abs. 2 Terms of Business), nicht aus. 

3.2.5. Zusammenfassung 

Bei den Vergütungen, welche der Beklagten durch die Broker B2._____ und 

B3._____ im Zusammenhang mit den für die Klägerin ausgeführten Transaktio-

nen zugekommen sind, handelt es sich um Retrozessionen, die nach Art. 400 

Abs. 1 OR der Klägerin herauszugeben sind. 

 

 

- 35 - 

3.3. Quantitativ  

3.3.1. Parteivorbringen 

Die Klägerin bringt vor, sie habe die Beklagte mit Schreiben vom 16. September 

2011 dazu aufgefordert, die von ihrem konzerninternen Broker erhaltenen Gelder 

rückwirkend für jede einzelne Transaktion offenzulegen. Darauf habe die Beklagte 

schliesslich zwei sog. Transaktionslisten gesandt, die eine für Transaktionen in 

der Periode Februar 2002 bis Februar 2005 (vgl. act. 3/22) und die andere für sol-

che in der Periode März 2005 bis August 2011 (vgl. act. 3/23). Gemäss Begleit-

schreiben der Beklagten würden aus den beiden Listen diejenigen, als "remunera-

tions" bezeichneten Gelder hervorgehen, welche die Beklagte in Bezug auf für die 

Klägerin ausgeführte Transaktionen vom Broker erhalten habe. Die beiden Listen 

würden etwa 3000 für die Klägerin getätigte Transaktionen aufführen, unter der 

Angabe, was wann zu welchem Preis und in welcher Währung gekauft oder ver-

kauft worden sei. Unter der Spalte "remuneration value" sei dabei angegeben, 

welche Gelder die Beklagte vom Broker für die betreffende Transaktion erhalten 

habe, und zwar, wie sich aus den Spalten "remuneration bps" und "Settlement 

amount" ableiten lasse, jeweils als bestimmter Promillesatz des Volumens der 

entsprechenden Transaktion. Die nach diesen beiden Listen vom Broker erhalte-

nen Gelder würden insgesamt CHF 235'689, EUR 2'168'948, USD 4'822'140, 

GBP 169'716, JPY 107'862' 290, CNY 63'148, HKD 959'392, SGD 57'525 und 

AUD 9'478 betragen, zusammen umgerechnet rund CHF 9.6 Mio. (act. 1 

Rz. 11 f.). Obwohl die Beklagte bestätigt habe, dass die in den beiden Listen an-

gegebenen "remunerations" vollständig seien (act. 1 Rz. 14), habe sie am 

12. Februar 2015 eine weitere Transaktionsliste nachgereicht, aus welcher sich 

weitere 340 Transaktionen ergäben. Danach habe die Beklagte vom Broker weite-

re CHF 9'373, EUR 142'512, USD 595'611, GBP 4'211, JPY 1'389'332 und HKD 

58'678 erhalten (act. 1 Rz. 16). Die Klägerin verlange mit der Klage die Heraus-

gabe der in den drei Transaktionslisten vom 6. Oktober 2011, vom 12. Oktober 

2011 und vom 12. Februar 2015 offengelegten "remunerations", insgesamt 

CHF 12'187'116.48 (act. 1 Rz. 22). 

- 36 - 

Die Beklagte führt dazu aus, die Klägerin habe am 16. September 2011 Auf-

schluss über die in Ziff. 3 Abs. 2 Terms of Business erwähnten "remunerati-

ons/dealing charges" verlangt, und zwar hinsichtlich jeder einzelnen Transaktion 

im Zeitraum vom 1. Februar 2002 bis 31. August 2011. Ihr sei es nicht um die zu-

gehörige Kostenaufteilung ("dealing charges") gegangen, sondern nur um die "Of-

fenlegung von konzerninternen Vergütungen zu Gunsten der Beklagten" (act. 14 

Rz. 150). Am 6. und 12. Oktober 2011 habe die Beklagte der Klägerin "die ver-

langten Daten" für die nachgefragten Zeiträume geliefert. Die Datenlieferung sei 

allerdings – aufgrund des von der Klägerin verursachten grossen zeitlichen 

Drucks und wie die Klägerin im Oktober 2014 festgestellt habe – im ersten Anlauf 

nicht vollständig gewesen (act. 14 Rz. 155). In den begleitenden E-Mails zu den 

Transaktionslisten vom 6. und 12. Oktober 2011 sei gestanden: "This data shows 

the remuneration paid to B._____ by B2._____ ("B2._____"), B._____'s affiliated 

entity, in respect of trades executed by B2._____ for B._____ on A._____'s be-

half". Richtigerweise hätte aber auch B3._____ erwähnt werden müssen (act. 14 

Rz. 156). In den (späteren, anwaltlichen) Schreiben der Beklagten vom 1. Oktober 

und 5. Dezember 2014 sei die Lage aufgrund eines Missverständnisses nicht 

adäquat dargestellt worden (act. 14 Rz. 291). Die Klägerin habe zwar mit Klage-

beilage 65 umfangreiches Zahlenmaterial ins Recht gelegt. Sie sei dennoch ihren 

Substantiierungspflichten nicht nachgekommen, da sie namentlich darauf verzich-

tet habe, anzugeben, woher die Umrechnungskurse stammten, die sie ihren mo-

natlichen Umrechnungen zu Grunde gelegt habe, weshalb eine Überprüfung nicht 

möglich sei (act. 14 Rz. 313). 

Die Klägerin hält in der Replik an ihren Ausführungen zum Quantitativ der erfolg-

ten Gutschriften fest (act. 23 Rz. 36). Sie verlange die in den Transaktionslisten 

enthaltenen "remunerations", welche der Beklagten zusätzlich zur Management 

Fee und zum Auslagenersatz unter dem Vermögensverwaltungsvertrag zuge-

kommen seien (act. 23 Rz. 45). Zur angewendeten Umrechnung in CHF fügt sie 

an, sie habe die in Fremdwährungen erbrachten "remunerations" in Anlage A – 

der Einfachheit halber – jeweils für einen Kalendermonat zusammengenommen 

und zum Kurs vom Monatsende, der www.oanda.com entnommen worden sei, 

- 37 - 

umgerechnet. Ab dann würden auch jeweils Verzugszinsen gefordert (act. 23 

Rz. 60 und 65). 

Die Beklagte betont in der Duplik, dass es sich bei den im Zusammenhang mit der 

Vermögensverwaltungstätigkeit zugekommenen Zahlungen um Transfer-Pricing-

Zahlungen gehandelt habe. Die Beklagte habe so Gutschriften für die Dienstleis-

tungen im Zusammenhang mit dem Effektenhandel erhalten (act. 29 Rz. 16 und 

64). Die Gutschriften und Kostenanteile im Zusammenhang mit dem Effektenhan-

del für Vermögensverwaltungskunden seien der Beklagten monatlich durch die 

Finanzabteilung von B2._____ abgerechnet worden. Die Abrechnungen seien in 

USD erfolgt, während in Schweizer Franken bezahlt worden sei. Dabei seien wäh-

rend des gesamten Vertragsverhältnisses Transfer-Pricing-Gutschriften aus-

schliesslich der Beklagten zugekommen. Die B1._____ sei hingegen niemals Be-

günstigte solcher Gutschriften gewesen. Die Ertragsgutschriften könnten nicht auf 

die einzelnen Kunden der Beklagten oder gar auf einzelne Transaktionen herun-

tergebrochen werden (act. 29 Rz. 68 f. und 73). Unter Berücksichtigung der zuge-

hörigen, der Beklagten abgezogenen Kosten seien ihr in den Geschäftsjahren 

2002 bis 2011 von den ihr gutgeschriebenen Transfer-Pricing-Zahlungen, die sich 

auf den Effektenhandel der Vermögensverwaltungskunden der Beklagten bezo-

gen hätten, 53.10 % verblieben. Die Klageantwortbeilagen 43 und 44 sowie die 

Replikbeilage 71 reflektierten, was der Beklagten effektiv an Transfer-Pricing-

Zahlungen zugeflossen sei (act. 29 Rz. 71 f.). 

Dagegen seien die Transaktionslisten (act. 3/22 f. und 3/65) lediglich ein (appro-

ximativer) Versuch, Transfer-Pricing-Zahlungen hypothetisch auf die einzelnen 

getätigten Transaktionen herunterzubrechen bzw. zuzuweisen. Die Beklagte habe 

versucht, im Nachhinein anhand der einzelnen, bei den Transaktionen angefalle-

nen Brokerage Commissions und dem jeweiligen Transfer-Pricing-Split theore-

tisch zu errechnen, welchen Anteil die Beklagte an den Brokerage Commissions 

hätte erhalten können (act. 29 Rz. 72 ff. und 433). Die Transaktionslisten würden 

keine geflossenen Zahlungen reflektieren. Überdies seien zur Erstellung der ers-

ten beiden Transaktionslisten (act. 3/22 f.) die errechneten Brokerage Commissi-

ons jeweils gemäss Transfer-Pricing-Split aufgeteilt worden. Bei den Transaktio-

- 38 - 

nen gemäss Klagebeilage 65 sei jedoch – wie eine nochmalige Prüfung gezeigt 

habe – kein solcher Split angewandt worden; die dort aufgeführten Brokerage 

Commissions würden 100 % der Kommissionen – ohne Split – enthalten und 

zeigten daher einen zu hohen, theoretischen Anteil. Würde man auch hier einen 

Transfer-Pricing-Split anwenden, würde sich die Summe um CHF 324'063.21 re-

duzieren. Auf Grundlage des Anteils des klägerischen Vermögens im Verhältnis 

zum gesamten, von der Beklagten verwalteten Vermögen sei es möglich, die auf 

das klägerische Mandat entfallenen Transfer-Pricing-Zahlungen hypothetisch zu 

errechnen (act. 29 Rz. 74 f.). 

3.3.2. Würdigung 

Zunächst ist festzuhalten, dass die Klägerin die von ihr geltend gemachten "re-

munerations" durch Verweise (vgl. nur act. 1 Rz. 22) auf die ins Recht gelegten 

drei Transaktionslisten vom 6. und 12. Oktober 2011 sowie 12. Februar 2015 

(act. 3/22-24) sowie die für jeden Monat des im Streit liegenden Zeitraums ange-

fertigte Zusammenstellung (act. 3/65) grundsätzlich in genügender Weise sub-

stantiiert, was im Übrigen auch die Beklagte – bis auf die Herkunft der bei der Zu-

sammenstellung angewendeten Umrechnungskurse – nicht in Abrede stellt 

(act. 14 Rz. 313; siehe zur Letzteren unten Erw. 3.3.3.).  

Was die Höhe der im Streit stehenden Vergütungen angeht, anerkennt die Be-

klagte in der Klageantwort ausdrücklich, dass die fraglichen drei Transaktionslis-

ten die konzerninternen Gutschriften im Zusammenhang mit den für die Klägerin 

ausgeführten Transaktionen enthalten. Sie weist sogar noch darauf hin, die von 

der Beklagten im begleitenden E-Mail zu den ersten beiden Transaktionslisten 

abgegebene Erklärung ("This data shows the remuneration paid to B._____"; vgl. 

act. 3/47 f.) sei insofern nicht ganz korrekt gewesen, als neben dem Broker 

B2._____ auch der Broker B3._____ hätte Erwähnung finden müssen (act. 14 

Rz. 156). Die Höhe der Zuwendungen wird damit gerade nicht in Frage gestellt. 

Auch in der Duplik weicht sie – im wesentlichen Kerngehalt – nicht von dieser An-

erkennung in tatsächlicher Hinsicht ab, was im Übrigen auch widersprüchlich er-

schiene. Sie vertieft vielmehr ihre Einwendungen, dass der rechtliche Hintergrund 

- 39 - 

der Gutschriften im konzerninternen Transfer Pricing bestehe, woraus sie ableitet, 

die Gutschriften unterstünden nicht der Herausgabepflicht und es seien – wenn 

doch von einer solchen ausgegangen würde – ihr auch die Kostenbelastungen 

zugute zu halten, die im Rahmen des Transfer Pricing erfolgt seien. Diese Ein-

wendungen wurden aber bereits verworfen und festgestellt, dass die Gutschriften 

in ihrem vollen Betrag (ohne Anrechnung von allfälligen internen Belastungen von 

Kosten) der Herausgabepflicht unterstehen (oben Erw. 3.2.4.2.). Im Weiteren ist 

auch nicht ausschlaggebend, ob die internen Zuwendungen tatsächlich zur Aus-

zahlung gekommen bzw. der Beklagten "zugeflossen" sind oder nur entsprechen-

de Gutschriften erfolgt sind, die in einem nächsten Schritt allenfalls aufgrund der 

(hier nicht zu berücksichtigenden) Kostenbelastungen teilweise wieder verringert 

wurden. Gegen den Umstand, dass initial entsprechende Gutschriften erfolgt sind, 

wurden – wie ausgeführt – keine substantiierten Einwendungen vorgebracht. 

Die Beklagte bringt – wohlgemerkt erst mit der Duplik – auf der Ebene, wie die 

aus den Transaktionslisten hervorgehenden Gutschriften ermittelt worden seien, 

vor, dass es sich lediglich um nachträgliche, auf der Beteiligung der Beklagten an 

den Kommissionen (Transfer-Pricing-Split) sowie des Umfangs des klägerischen 

Vermögens beruhende rechnerische Zuweisung handle, mit welcher die gesamt-

haft erhaltenen Anteile an den Brokerage Commissions auf die einzelnen Trans-

aktionen heruntergebrochen worden seien (act. 29 Rz. 72 ff. und 433). Sie wider-

legt damit weitgehend ihre ebenso erhobenen Vorbringen, die Ertragsgutschriften 

könnten nicht auf die einzelnen Kunden der Beklagten oder gar auf einzelne 

Transaktionen heruntergebrochen werden (act. 29 Rz. 68 f. und 73). Freilich führt 

sie aus, dass der Modus, wie die Gutschriften ermittelt und zugewendet wurden, 

nicht auf den einzelnen, für die Klägerin durchgeführten Transaktionen beruht ha-

be, sondern die Gutschriften vielmehr monatlich, gestützt auf die Kriterien des 

Transfer Pricing (act. 29 Rz. 114 Ziff. 4 und Rz. 138) ausgerichtet worden seien. 

Ebenso bringt sie vor, eine Zuordnung zur Klägerin könne lediglich anhand der 

(jährlichen) Anteile des klägerischen Vermögens im Verhältnis zum gesamthaft 

durch die Beklagte verwalteten Vermögens hergeleitet werden (act. 29 Rz. 83). 

Dies mag zutreffen, darf aber die Herausgabe nicht hindern. Der Herausgabe-

pflicht steht gerade nicht entgegen, dass die Berechnung der Zuwendung anhand 

- 40 - 

des Gesamtbestands der jeweiligen Produkte und nicht für jeden Kunden einzeln 

erfolgt (vgl. auch BGE 138 III 755 E. 5.4 m.w.H. sowie EMMENEGGER, a.a.O., S. 72 

und ZELLWEGER-GUTKNECHT, S. 229 f.). Entscheidend ist vorliegend vielmehr, 

dass es offenbar auch gemäss der Beklagten möglich ist, die auf das klägerische 

Mandat entfallenden Gutschriften zu errechnen (vgl. auch act. 29 Rz. 69 und 75). 

Dies hat sie Rahmen der drei Transaktionslisten, die sie im Rahmen der Kla-

geantwort diesbezüglich nicht beanstandete, offenbar auch selbst getan. 

Die beklagtischen Einwendungen in der Duplik stehen daher einer Bestimmung 

des Quantitatives der herauszugebenden Gutschriften – zunächst einmal im 

Ausmass, in dem sie sich aus den ersten beiden Transaktionslisten aus dem Jah-

re 2011 ergeben – nicht entgegen. Auf diese ist ohne Weiteres abzustellen. Wie 

ausgeführt, sind die allfälligen Belastungen durch (interne) Kosten, bezüglich de-

rer die Beklagte im Rahmen des Transfer Pricing weitere umfangreiche Behaup-

tungen aufstellt (act. 29 Rz. 82 und 85), nicht weiter ausschlaggebend. 

Einzig in Bezug auf die ergänzende Transaktionsliste aus dem Jahr 2015 

(act. 3/24) beruft sich die Beklagte – nach "einer nochmaligen Prüfung" – neu da-

rauf, dass mit den dort aufgeführten Gutschriften keine Anteile an den Brokerage 

Commissions gemäss dem Transfer-Pricing-Split aufgeführt seien, sondern die 

entsprechenden Kommissionen in ihrem vollen Umfang (act. 29 Rz. 74). Soweit 

sie diese Feststellung im Hinblick auf die Klagebeilage 65 macht, kann sie sich al-

lerdings ohnehin lediglich auf die Transaktionsliste vom 12. Februar 2015 bezie-

hen, da sie gleichzeitig ausführt, in den anderen beiden Listen (act. 3/22 und 

3/23) seien die Transaktionen gemäss diesem Split aufgeteilt worden. Aber auch 

in Bezug auf die Gutschriften gemäss Transaktionsliste vom 12. Februar 2015 

erweist sich die Bestreitung als nicht substantiiert. 

Die Beklagte bringt zwar vor, um welche Gesamtsumme (CHF 324'063.21) sich 

die aus der massgeblichen Transaktionsliste ergebenden Gutschriften reduzieren 

würden, wenn man lediglich die ihr tatsächlich gutgeschriebenen Beträge ein-

rechnen würde. Sie zeigt aber nicht konkret auf, welche der von der Klägerin be-

haupteten Transaktionen nach ihrer Ansicht um welchen Betrag geringer ausfal-

len, was es im Übrigen dem Gericht auch verunmöglichen würde, die Fälligkeit 

- 41 - 

von einzelnen (reduzierten) Teilbeträgen zu bestimmen. Daran vermag auch 

nichts zu ändern, dass die Beklagte – an anderem Ort der Duplik (act. 29 Rz. 82) 

– pauschal ausführt, für welche Jahre welche prozentualen Aufteilungen aus dem 

Transfer Pricing zwischen ihr und den konzerninternen Brokern vorgenommen 

worden seien. Wie sich diese Aufteilungen konkret im Rahmen der Ermittlung der 

geltend gemachten Reduktion auswirken, bringt sie jedoch nicht im Einzelnen vor. 

Es kann auch nicht die Aufgabe des Gerichts sein, einzelne, von einer allfälligen 

Reduktion betroffenen Transaktionen aus deren Gesamtzahl von etwa 3'400 her-

auszusuchen und entsprechend zu kürzen, um zu ermitteln, welche Reduktionen 

sich für welchen Monat der Jahre 2002 bis 2011 ergeben. Ferner kann dazu nicht 

die von der Beklagten beigelegte Kalkulation (act. 30/69) dienen, die – mangels 

eines entsprechenden Verweises auf sie in den Rechtschriften (act. 29 Rz. 74) – 

ohnehin nicht den Charakter einer Behauptung, sondern lediglich einer Beweisof-

ferte aufweist. Aus ihr ist überdies bei der Mehrzahl der aufgeführten Transaktio-

nen auch nicht ohne Weiteres ersichtlich, aus welcher der in Frage stehenden 

Zeitperioden die einzelnen Transaktionen stammen. 

Die erst in der Duplik aufgebrachte Bestreitung steht auch nicht nur im Wider-

spruch zu der von der Beklagten noch in der Klageantwort vorgetragenen Ansicht, 

sondern eben auch zu den bereits detailliert erhobenen Behauptungen der Kläge-

rin, wonach es sich bei den in der Transaktionsliste aus dem Jahr 2015 aufgeführ-

ten "remunerations" um die zugunsten der Beklagten erfolgten Gutschriften, und 

zwar in ihrem vollen Betrag, handle. Die beklagtischen Vorbringen anlässlich der 

Duplik, die dem bis dahin von der Klägerin vertretenen Standpunkt zuwiderlaufen 

und daher auch keinesfalls als anerkannt gelten können, wären – um diesen 

Standpunkt zu bestreiten – substantiiert vorzubringen gewesen. Die Geltendma-

chung eines pauschalen Reduktionsbetrages CHF 324'063.21 und eines Hinwei-

ses auf dessen Zustandekommen (Transfer-Pricing-Split) reicht nicht aus. 

Ebenso neu ist die Einwendung der Beklagten, die Gutschriften seien im Rahmen 

des Transfer Pricing während des gesamten Vertragsverhältnisses ausschliess-

lich an die Beklagte in Person der B._____ (Schweiz) AG erfolgt und nicht an die 

B1._____ (act. 29 Rz. 68). In der Klageantwort wurden die den Transaktionslisten 

- 42 - 

zu entnehmenden "remunerations" noch als Gutschriften zugunsten der jeweiligen 

Gegenpartei des Vermögensverwaltungsvertrages dargestellt. Bei den von der 

Klägerin "verlangten" und auch gelieferten Daten (vgl. act. 14 Rz. 154) handelte 

es sich um die Angabe der "remunerations" im Sinne von Ziff. 3 Abs. 2 der Terms 

of Business (act. 14 Rz. 150), also um die an die Vertragsgegenseite der Klägerin 

erfolgten Zuwendungen (act. 3/1 S. 2 Ziff. 3: "We may […] receive remuneration"). 

Auch die entsprechende begleitende E-Mail, die zwar nur die B._____ (Schweiz) 

AG erwähnt, spricht von den "remunerations" für die Transaktionen "executed by 

B2._____ for B._____ on A._____'s behalf", was sich offensichtlich auf die Be-

klagte auch als Rechtsnachfolgerin der B1._____ bezieht. Es ist nämlich nach 

den gesamten Parteivorbringen nicht ersichtlich, inwiefern B2._____ während des 

klägerischen Vertragsverhältnisses mit der B1._____ entsprechende Transaktio-

nen für die B._____ (Schweiz) AG ausgeführt haben sollte. Mit den – für die Jahre 

2002 bis 2005 – gegenteiligen Ausführungen zum Empfänger der "remunerations" 

setzt sich die Beklagte daher in Widerspruch zu ihren bisherigen Ausführungen. 

Zudem würde es auch am Ergebnis nichts ändern, wenn die B._____ (Schweiz) 

AG während dieser Zeit mit den Gutschriften begünstigt worden wäre, die an sich 

der B1._____ aus ihrer vertraglichen Stellung gegenüber der Klägerin als Vermö-

gensverwalterin und Effektenhändlerin gemäss dem Vermögensverwaltungsver-

trag hätten zufliessen können. Die B1._____ liess in dieser Zeit die Transaktionen 

über die substituierten konzerninternen Broker ausführen und ihr kam die Stellung 

der Gegenpartei der Klägerin des Vermögensverwaltungsvertrages (mit den ent-

sprechenden Tätigkeiten) zu. Diese Stellung ist nun aber nach der Beklagten 

auch der – konzerninterne – Grund der Zuwendungen über das Transfer Pricing. 

Werden die Rückflüsse jedoch auf eine andere Partei umgeleitet, die – soweit er-

sichtlich ausserhalb der Währungsabsicherung (vgl. act. 14 Rz. 86) – nicht in die 

Ausführung der geschuldeten Vermögensverwaltung bzw. des Effektenhandels 

eingebunden war, kann dies die Herausgabepflicht nicht hindern. Ansonsten 

könnte jeder Retrozessionsberechtigte die Herausgabepflicht umgehen, indem er 

mit demjenigen, der die Zuwendung ausrichtet, verabredet, dass die Zahlungen 

an eine Drittpartei auszurichten seien. 

- 43 - 

Nach dem Ausgeführten hat die Beklagte, die ohnehin Rechtsnachfolgerin der 

B1._____ ist, so oder anders auch diese Gutschriften zu ersetzen. 

3.3.3. Fälligkeit, Verzug und eingeklagte Währung 

Die Herausgabe der Zuflüsse werden durch die Klägerin – im Hauptstandpunkt – 

in CHF eingeklagt. Die Ablieferungsplicht sei grundsätzlich sofort und in der in 

Ziff. 3.3 des Portfolio Supplement gewählten Referenzwährung CHF zu erfüllen. 

Hätte die Beklagte die Retrozessionen jeweils korrekt nach Erhalt an die Klägerin 

weitergeleitet, wären diese in Schweizer Franken dem auf dem entsprechenden 

Konto liegenden Cash hinzugefügt worden. Die in Fremdwährungen erbrachten 

"remunerations" seien in Anlage A jeweils für einen Kalendermonat zusammen-

genommen, zum Kurs vom Monatsende (welcher www.oanda.com entnommen 

worden sei) umgerechnet worden. Ab dann werde auch Verzugszins verlangt 

(act. 1 Rz. 22; act. 23 Rz. 60 und 65). 

Die Beklagte führt in der Klageantwort aus, die Klägerin habe in der Klage nicht 

schlüssig dargelegt, weshalb sie auf CHF klage. Zudem habe sie durchwegs da-

rauf verzichtet anzugeben, woher die Umrechnungskurse stammten, die sie ihren 

monatlichen Umrechnungen zu Grunde gelegt habe (act. 14 Rz. 313). Auf die von 

der Klägerin in der Replik diesbezüglich ergänzten Vorbringen ging die Beklagte 

in der Duplik nicht weiter ein und stellte diese damit nicht in Abrede (act. 29 

Rz. 433 und 450 f.). 

Der Beauftragte hat die Vermögenswerte, die er während der Auftragsausführung 

erlangt und die er für die Vertragserfüllung nicht benötigt, mangels anderer ver-

traglicher Abmachung dem Auftraggeber sofort nach ihrem Erwerb herauszuge-

ben (Urteil des Bundesgerichts 4C.125/2002 vom 27. September 2002, E. 3.1 

m.w.H.). In Bezug auf Retrozessionen bei der Vermögensverwaltung wird in der 

Literatur zu Recht darauf hingewiesen, dass – unter Vorbehalt der Vereinbarun-

gen im Einzelfall – in der Regel Erträge, die im Lauf des Mandats dem Depot zu-

fliessen, unabhängig von ihrer Quelle und Rechtsnatur nicht dem Auftraggeber 

ausbezahlt, sondern (re-)investiert werden sollen (SCHALLER, Retrozessionen: 

- 44 - 

Nochmals zur Verjährungsfrage, in: Jusletter 3. Dezember 2012, Rz. 10; vgl. auch 

bereits EMMENEGGER, a.a.O., S. 89 f.). 

Vorliegend behauptet die Klägerin jedoch nicht, nach dem Vermögensverwal-

tungsvertrag vom 4. Februar 2002 seien die "remunerations" zu reinvestieren ge-

wesen, auch wenn ihr Vorbringen, diese seien dem im entsprechenden Konto be-

findlichen Cash hinzugefügt worden, für sich genommen durchaus in diesem Sin-

ne verstanden werden könnte. Vielmehr geht sie selber – wie auch die Beklagte – 

davon aus, dass die "remunerations" sofort nach Erhalt zur Herausgabe fällig ge-

worden sind, und verlangt Ve