# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5abb725b-6c3b-5ec4-bdc6-d9061f90a36b
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-05-06
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 06.05.2013 UV 2012/70
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-70_2013-05-06.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/70

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 06.05.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2013
Art. 18 und Art. 10 UVG, Art. 16 ATSG. Rückweisung zu weiteren 
Abklärungen, da sich die Restarbeitsfähigkeit und das Invalideneinkommen 
der Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht 
ermitteln lassen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 6. Mai 2013, UV 2012/70).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Monika Gehrer-Hug; Gerichtsschreiberin Della Batliner

Entscheid vom 6. Mai 2013 

in Sachen

A.___

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Mario Thöny, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur,

gegen

SWICA Gesundheitsorganisation, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A.

A.a  Die am 11. Juli 1967 geborene A.___ (nachfolgend: Versicherte) war seit 

10. Februar 1992 als Stationsleiterin Geriatrie im Spital B.___ angestellt und in dieser 

Eigenschaft bei der Swica obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert, als 

sie am 3. Dezember 2004 auf der Hauptstrasse in C.___ als Fahrzeuglenkerin mit ihrem 

Personenwagen ins Schleudern kam, auf die Gegenfahrbahn geriet und mit 70 km/h 

frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug kollidierte (UV-act. 1, 6, 20).

A.b  Das erstbehandelnde Kantonsspital D.___, Klinik für Orthopädische Chirurgie, 

diagnostizierte eine traumatische cranio-dorsale Hüftluxation links mit Fraktur des 

vorderen und hinteren Acetabulumpfeilers, eine Ulnafraktur rechts, eine HWS-

Distorsion, einen Leberriss im Segment 8, eine Abducensparese links, eine Parese des 

Nervus laryngeus recurrens links mit Schluckstörungen, ein Subduralhämatom fronto-

temporal beidseits, und occipital rechts vor allem ein Hypoliquorrhoesyndrom, 

Rippenfrakturen 1-4 mit Mantelpneumothorax rechts sowie eine Lungenkontusion 

beidseits und verlegte die Versicherte am 5. Januar 2005 – nachdem am 3. Dezember 

2004 eine Weichteilextension des linken Beins, am 9. Dezember 2004 eine 

Osteosynthese des Beckens und der Ulna sowie eine Thoraxdrainage rechts erfolgt 

waren – zur stationären Weiterbehandlung/Rehabilitation in die Klinik E.___ (UV-act. 10, 

14, 15, 16, 17, 99). Am 22. März 2005 trat die Versicherte aus der Klinik E.___ aus und 

befand sich vom 23. bis 31. Mai 2005 im Kantonsspital D.___, wo die Metallentfernung 

der Ulna rechts (7-Loch LCDC-Platte) am 24. Mai 2005 erfolgte und aufgrund des 

postoperativ aufgetretenen Pneumothorax rechts bei Status nach Plexus-Anästhesie 

rechts eine Bülau-Drainage 24 Charrière rechts via Mini-Thoracotomie durchgeführt 

wurde (UV-act. 25, 26, 32, 44). Die Swica erbrachte Taggeldleistungen (UV-act. 28, 

132, 174) und kam für Heilungskosten auf (UV-act. 9, 12, 22, 27, 33, 38, 41, 43, 48ff., 

59, 61, 63, 65, 76, 84, 89, 95, 117, 126, 134, 136, 152).

A.c  Ein zweiter Rehabilitationsaufenthalt in der Klinik E.___ fand vom 24. Oktober bis 

19. November 2005 statt, ein weiterer erfolgte vom 4. Mai bis 29. Juni 2006 (UV-

act. 88, 90, 97, 102, 104). Ab 1. Dezember 2005 wurde beim bisherigen Arbeitgeber ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

therapeutischer Arbeitsversuch (2x pro Woche 2-3 Stunden/Tag, Erhöhung auf 

4 Stunden/Tag) durchgeführt (UV-act. 68, 72, 92). Da dieser positiv verlief, wurde eine 

Festanstellung der Versicherten ab 1. Januar 2007 zu 25% diskutiert (5 bis 5,5 Stunden 

an je zwei halben Tagen; UV-act. 113), jedoch aufgrund des Negativbescheids nach 

erfolgter CT erst Anfang April 2007 umgesetzt (UV-act. 119, 122, 129, 130).

A.d  Mit Gutachten vom 13. März 2008 (UV-act. 157) wurde die Arbeitsfähigkeit der 

Versicherten von der medizinischen Abklärungsstelle (Medas) Zentralschweiz, Luzern, 

ab 15. Februar 2008 in der vor dem Autounfall ausgeübten Tätigkeit auf 0%, für die (im 

früheren Pflegeteam) gegenwärtig ausgeübte Tätigkeit auf aktuell 25% geschätzt. In 

einer optimal angepassten, körperlich leichten Verweistätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit 

auf 60% zu veranschlagen.

A.e  Ab Anfang August 2008 erhöhte die Versicherte ihr Arbeitspensum auf 30% (2x 

pro Woche 6 Stunden/Tag; UV-act. 170, 171, 173, 186).

A.f Mit Vorbescheid vom 31. Oktober 2008 stellte die IV-Stelle des Kantons F.___ die 

Ablehnung des Anspruchs auf berufliche Massnahmen in Aussicht und verfügte am 

11. Dezember 2008 in diesem Sinn (UV-act. 176, 178).

A.g  Mit Vorbescheid vom 22. Januar 2009 stellte die IV-Stelle der Versicherten ab 

1. Dezember 2005 eine ganze Invalidenrente und ab 1. Juli 2007 eine halbe 

Invalidenrente, gründend auf einen Invaliditätsgrad von 53%, in Aussicht (UV-act. 180).

A.h  Am 14. Dezember 2009 teilte die IV-Stelle mit, dass sie die Kosten für die 

Umschulung zur Kinaesthetics Trainerin Stufe 1 vom 8. November 2009 bis 

26. November 2010 und die Taggeldleistungen für diese Zeit übernehme (UV-act. 189). 

Die Versicherte schloss die Ausbildung erfolgreich ab (UV-act. 195, 202).

A.i Mit interdisziplinärem Gutachten vom 20. Dezember 2011 bemassen die Gutachter 

des Schweizerischen Instituts für Versicherungsmedizin (SIVM), Luzern, vom 

20. Dezember 2011 den Integritätsschaden mit 50%, die Leistungsfähigkeit der Ver­

sicherten bei vollzeitiger Präsenz mit 70% (UV-act. 218).

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

A.j Mit Schreiben vom 28. Februar 2012 stellte die Swica der Versicherten gestützt auf 

das SIVM-Gutachten den Fallabschluss per 31. März 2012 bei weiterer 

Kostenübernahme für periodisch fachneurologische Untersuchungen sowie zwei Serien 

à 9 Sitzungen Physiotherapie pro Jahr vorerst während der nächsten 5 Jahre, eine 

Invalidenrente von Fr. 2'745.--, gründend auf einen Invaliditätsgrad von 39%, und eine 

Integritätsentschädigung von Fr. 53'400.-- für eine Integritätseinbusse von 50% in 

Aussicht (UV-act. 223).

A.k  Mit Schreiben vom 5. April 2012 nahm Rechtsanwalt lic.iur. Mario Thöni, Chur, 

zum Schreiben der Swica vom 28. Februar 2012 Stellung (UV-act. 229).

A.l Mit Verfügung vom 26. April 2012 hielt die Swica an dem mit Schreiben vom 

28. Februar 2012 in Aussicht gestellten Leistungsumfang fest (act. G 1.3; UV-act. 233).

B.

Die dagegen erhobene Einsprache vom 4. Mai 2012 (act. G 1.4; UV-act. 234) wurde mit 

Einspracheentscheid vom 3. August 2012 (act. 1.5) abgewiesen.

C.

C.a  Mit Beschwerde vom 6. September 2012 liess die Versicherte durch Rechtsanwalt 

Thöni beantragen, der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und ihr sei 

ab 1. April 2012 gestützt auf einen Invaliditätsgrad von mindestens 69%, eventuell 

nach richterlichem Ermessen, eine Invalidenrente auszurichten. Die Pflegeleistungen 

und die Kostenvergütungen seien weiterhin zu gewähren. Eventuell sei die Sache an 

die Vorinstanz zur weiteren Abklärung zurückzuweisen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. G 1). Zur Begründung 

liess die Beschwerdeführerin insbesondere vorbringen, sie arbeite heute als 

Krankenschwester in einem nicht angepassten 30%-Pensum, was lediglich aufgrund 

regelmässiger Heilbehandlungen überhaupt möglich sei. Faktisch sei diese nicht 

angepasste Tätigkeit bereits bei einem Pensum von 30% nicht zumutbar und erst recht 

könne sie kein Pensum von 70% absolvieren. Aufgrund der vielseitigen 

Tätigkeitsbereiche einer Krankenschwester sei es dem Arbeitgeber kaum möglich, 

gemäss den von den SIVM-Gutachtern bestimmten Einschränkungen ein 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitspensum im Umfang von 70% anzubieten. Selbst wenn dies möglich wäre, 

könne sie aufgrund der massiven Einschränkungen in ihrem Tätigkeitsbereich nicht 

denselben Lohn erwirtschaften wie eine Krankenschwester ohne Einschränkung. Es 

handle sich daher weder um ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis, noch könne die 

der Beschwerdeführerin verbleibende Arbeitsfähigkeit als Krankenschwester in 

zumutbarer Weise voll ausgeschöpft werden. Es müsse daher der Tabellenlohn LSE 

einer Krankenschwester beigezogen werden. Falls wider Erwarten von der konkreten 

beruflichen Situation ausgegangen werde, müsse der Arbeitgeber konkret darüber 

Auskunft erteilen, ob er die Beschwerdeführerin im Rahmen der von den Gutachtern 

festgehaltenen Einschränkungen in einem 70%-Pensum im Spital B.___ zum selben 

Lohn anstellen, bzw. im Rahmen der Einschränkungen genügend Arbeit zuweisen 

könnte. Die Beschwerdegegnerin äussere sich im angefochtenen Entscheid nicht zur 

gerügten Reduktion der Arbeitsfähigkeit in adaptierter Tätigkeit zwischen Medas-

Gutachten und SIVM-Gutachten im Umfang von 10%. Die Distanz zwischen Arbeitsort 

und Wohnsitz sowie die jeweiligen Arbeitsplatzbedingungen könnten keine Differenz 

der effektiven Arbeitsfähigkeit bewirken. Da die Beschwerdeführerin aufgrund massiver 

Einschränkungen in ihrem Tätigkeitsbereich mit Lohnabzügen rechnen müsste und 

regelmässige Absenzen aufweisen würde, sei ein zusätzlicher Leidensabzug von 20% 

vorzunehmen. Es resultiere ein Invaliditätsgrad von 69%. Um in adaptierter Tätigkeit 

arbeitsfähig zu sein und die bisherige Arbeitstätigkeit erhalten zu können, sei die 

Beschwerdeführerin dringend auf die bisherigen Pflegeleistungen im Sinn von Art. 21 

UVG angewiesen.

C.b  Mit Beschwerdeantwort vom 25. September 2012 schloss die 

Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge (act. G 3). Zur Begründung brachte sie insbesondere vor, es sei 

auf die Angaben der SIVM-Gutachter und nicht auf diejenigen der Medas-Gutachter 

abzustellen. Die Differenz von 10% ergebe sich aus dem Zeitablauf und dem 

Ermessensspielraum der Gutachter, der zu respektieren sei. Die Beschwerdeführerin 

arbeite gemäss eigenen Angaben 7 Tage im eigenen Landwirtschaftsbetrieb, weshalb 

nicht darauf abgestellt werden könne, dass sie mit dem aktuellen Pensum von 30% 

bereits am Limit sei. Bei einem 20-jährigen Arbeitsverhältnis könne ohne weiteres von 

einem besonders stabilen Arbeitsverhältnis gesprochen werden. Da aufgrund der 

unfallbedingten Beeinträchtigungen eine Funktionsänderung vorgenommen worden sei 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und die Beschwerdeführerin lediglich noch für Tätigkeiten eingesetzt werde, welche ihr 

zumutbar seien, könne sie die ihr noch verbleibende Arbeitsfähigkeit voll ausschöpfen. 

Sie erhalte auch keinen Soziallohn. Das Abstellen auf den tatsächlichen Lohn sei daher 

berechtigt. Ein leidensbedingter Abzug rechtfertige sich nicht. Die bisherige 

Übernahme der Therapiekosten der chinesischen Medizin sowie der Osteopathie sei 

auf freiwilliger Basis erfolgt und stelle keine Pflichtleistungen des Unfallversicherers 

dar, weshalb kein Rechtsanspruch darauf bestehe.

C.c  Mit Replik vom 5. November 2012 (act. G 7) hielt die Beschwerdeführerin an ihrem 

bisherigen Standpunkt fest, die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung 

einer Duplik (act. G 9).

Erwägungen:

1. 

Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Einspracheentscheid 

vom 3. August 2012 (act. G 1.5). Streitig ist die Höhe des Invaliditätsgrads, wobei die 

Höhe des Valideneinkommens von Fr. 107'507.40 nicht bestritten wird. Streitig ist auch 

der Anspruch der Beschwerdeführerin auf Übernahme der Heilungskosten nach 

Festsetzung einer Invalidenrente.

2. 

2.1 Gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine 

Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalls zu mindestens 10% invalid ist. Art. 8 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; 

SR 830.1) definiert Invalidität als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit wird als der 

durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze 

oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt umschrieben (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Bei der Bemessung 

des Invaliditätsgrads sind die Art. 18 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 16 ATSG anwendbar. 

Danach wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen). Art. 20 Abs. 1 UVG zufolge beträgt die Invalidenrente bei 

Vollinvalidität 80% des versicherten Verdienstes, bei Teilinvalidität wird sie 

entsprechend gekürzt.

2.2 Art. 10 UVG gewährt der versicherten Person einen Anspruch auf zweckmässige 

Behandlung der Unfallfolgen. Grundsätzlich fällt die Heilbehandlung mit Rentenbeginn 

dahin (Art. 19 Abs. 1 Satz 2 UVG). Unter den Voraussetzungen des Art. 21 Abs. 1 lit. a-

d UVG werden der versicherten Person nach Festsetzung einer Rente Pflegeleistungen 

und Kostenvergütungen gewährt, wenn sie an einer Berufskrankheit leidet (lit. a), unter 

einem Rückfall oder an Spätfolgen leidet und die Erwerbsfähigkeit durch medizinische 

Vorkehren wesentlich verbessert oder vor wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt 

werden kann (lit. b), zur Erhaltung ihrer verbleibenden Erwerbsfähigkeit dauernd der 

Behandlung und Pflege bedarf (lit. c) oder erwerbsunfähig ist und ihr 

Gesundheitszustand durch medizinische Vorkehren wesentlich verbessert oder vor 

wesentlicher Beeinträchtigung bewahrt werden kann (lit. d).

2.3 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit 

Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen 

Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Prozess ohne Weiterungen - insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens - 

abschliessen (BGE 137 V 210 E. 1.2.1; RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).

3. 

3.1 Unter Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden ist die verbliebene 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu ermitteln.

3.2 Herrührend vom Unfallereignis vom 3. Dezember 2004 persistieren bei der 

Beschwerdeführerin unbestrittenermassen als neurologische Beschwerden eine 

diskrete bis leichte Hirnfunktionsstörung bei Zustand nach bihemisphärischen 

Subduralhämatomen ohne sichere Hirnkontusionen, eine Athrophie der 

Schultergürtelmuskulatur rechtsbetont bei Zustand zervikomedulärer Myelomalazie und 

Hydrosyringomyelie, eine diskrete Parese des Nervus laryngeus recurrens links, eine 

latente Abducensparese links sowie ein Zustand nach Polytrauma am 3. Dezember 

2004 und als orthopädische Beschwerden chronische Schmerzen und 

Bewegungseinschränkung beider Schultern mit Kraftverlust und ausgeprägter 

Muskelatrophie/Dysbalance im Bereich des Musculus trapezius, deltoideus und beiden 

Supraspinati linksbetont, eine schmerzhafte Superposition Dig II über Dig I Fuss links 

bei/mit Polytrauma vom 3. Dezember 2004 mit einer cranio-dorsalen Hüftluxation links 

mit Fraktur des vorderen und hinteren Pfeilers und Status nach Plattenosteosynthese 

am 9. Dezember 2004, einer distalen Ulnafraktur rechts mit Status nach 

Plattenosteosynthese am 9. Dezember 2004 und Status nach Metallentfernung am 

24. Mai 2005 (bei Plexusanästhesie Pneumothorax rechts), eine Vorfussfraktur links 

(primär übersehen), Rippenfrakturen I-IV rechts mit Mantelpneumothorax rechts und 

Lungenkontusionen beidseits, ein Schädelhirntrauma mit kleinem Subduralhämatom, 

ein Leberriss im Segment 8, eine Abducensparese links, eine Recurrensparese mit 

Schluckstörung sowie eine HWS-Verletzung mit Arachnoidalzyste im Verlauf intraspinal 

und intradural C4-C7 links (UV-act. 218 S. 23).

3.3 Anlässlich des psychiatrischen Konsiliums vom 21. November 2007 wurde eine 

posttraumatische Belastungsstörung nach Frontalkollision am 3. Dezember 2004 mit 

multiplen Verletzungen festgestellt und gründend darauf eine Arbeitsunfähigkeit von 

30% attestiert (psychiatrische Abklärung vom 21. November 2007, UV-act. 157). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Allerdings sah Dr. med. G.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, gute 

Erfolgsaussichten bei einer sachgerechten Psychotherapie als gegeben an und 

rechnete mit einer Behandlungsdauer von ein bis zwei Jahren. Dr. G.___ erachtete die 

am 5. September 2007 begonnene, regelmässig durchgeführte Therapie (Coaching) bei 

der H.___ AG, als dringend indiziert und empfahl deren Weiterführung. Am 8. Juni 2009 

konnte das Coaching erfolgreich abgeschlossen werden (vgl. UV-act. 185). Gemäss 

SIVM-Gutachten vom 20. Dezember 2011 (vgl. UV-act. 218 S. 27 und 31) fanden sich 

bei der Untersuchung oder durch die Antworten der Beschwerdeführerin keine 

Hinweise auf eine krankheitswertige psychische Störung. Die Angaben über ihr 

Befinden und ihre kognitiven Symptome seien wahrscheinlich multifaktoriell, wobei eine 

hirnorganische Komponente aufgrund des Traumas und der dokumentierten 

ausgedehnten frontalen subduralen Hämatome wahrscheinlich sei. Kontusionen seien 

in der Bildgebung nicht gesehen worden, wobei dies kein zuverlässiges Argument 

gegen eine oberflächliche Hirnverletzung sei. Die beiden SIVM-Gutachter konnten 

keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund von psychischen Beschwerden 

feststellen, berücksichtigten die geklagten Leiden (Vergesslichkeit, langsamere 

Reaktion wie früher, verminderte Schlagfertigkeit, empfindlichere Reaktion auf Kritik, 

verminderte psychische Belastbarkeit, keine Menschenansammlungen, Ängstlichkeit) 

bei der Arbeitsfähigkeitsbeurteilung in qualitativer Hinsicht und verzichteten basierend 

auf dem klinischen Eindruck auf eine formale psychiatrische Abklärung. Aufgrund der 

Aktenlage (insbesondere der erfolgreich abgeschlossenen Therapie) erscheint dieses 

Vorgehen vertretbar und angesichts dessen, dass in der Beschwerde vom 

6. September 2012 keine psychischen Beschwerden geltend gemacht werden, auch 

rechtens. Es ist somit davon auszugehen, dass keine unfallkausalen psychischen 

Beeinträchtigungen (mehr) bestehen, welche die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin einschränken.

3.4 Im Medas-Gutachten vom 13. März 2008 (UV-act. 157) wurde die 

Arbeitsunfähigkeit für die vor dem Autounfall ausgeübte Tätigkeit als Pflegefachfrau/

Stationsleiterin/Kinaesthetikinstruktorin auf 0% geschätzt. Für die im früheren 

Pflegeteam gegenwärtig ausgeübte Tätigkeit bestehe aktuell eine 25%-ige 

Arbeitsfähigkeit, vor allem aufgrund der neurologischen und rheumatologischen 

Befunde, weniger der psychiatrischen. In einer optimal angepassten, körperlich leichten 

Verweistätigkeit in Wechselposition, ohne Arbeiten kranial der Schulterhorizontalen, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ohne gehäuftes Kauern und Knien, ohne Arbeiten auf vibrierenden Maschinen oder 

solchen in Zwangspositionen mit inkliniertem Kopf oder vorgeneigter resp. abgedrehter 

Körperhaltung, analog für den Haushalt, werde die Arbeitsfähigkeit auf 60% 

veranschlagt, wobei die Grenzen wiederum vorwiegend von den neurologischen und 

rheumatologischen, weniger von den psychiatrischen Gegebenheiten, gesetzt würden.

3.5 Im interdisziplinären Gutachten des SIVM vom 20. Dezember 2011 (UV-act. 218) 

stellten die Gutachter fest, dass die Tätigkeit als Stationsleiterin Geriatrie nicht mehr 

geeignet sei. Innerhalb ihres Arbeitseinsatzes gebe es indessen Tätigkeiten, die die 

Beschwerdeführerin problemlos ausführen könne, beispielsweise Einsatzpläne erstellen 

oder Sitzungen organisieren. Es handle sich um alle körperlich sehr leichten Tätigkeiten 

mit maximaler vereinzelter Belastung bis 10 kg, oder wiederholter Belastung bis 3 kg 

des Schultergürtels für Tätigkeiten bis auf Brusthöhe. Tätigkeiten, die lange (mehrere 

Stunden) einen hohen Pegel an Konzentrationsvermögen erforderten, seien mangels 

psychophysischer Belastbarkeit und Ausdauer ungünstig. Tätigkeiten, die hohe 

Ansprüche ans Arbeitsgedächtnis stellten (viele medizinische Verordnungen verwalten, 

Personalführung), seien ungünstig. Wegen der Zunahme der Nacken- und 

Schulterschmerzen bei der Arbeit sei mit einer Leistungsminderung von 20% bis 30% 

zu rechnen. In einer wechselbelastenden (teilweise sitzend [maximal 50% des 

Pensums], teilweise stehend oder gehend ausgeführt), sehr leichten Tätigkeit (maximal 

5 kg) sei ein volles Pensum zumutbar. Infolge Aktivierung der Nackenschmerzen sei mit 

einer Leistungsminderung von maximal 30% zu rechnen. Körperrotationen oder 

vorneigen seien grundsätzlich nicht eingeschränkt. Tätigkeiten, die Kundenkontakt 

oder Mitarbeiterführung bedingten, seien grundsätzlich nicht eingeschränkt. 

Tätigkeiten, bei denen die Beschwerdeführerin Mitarbeiter bei der Pflege überwache 

oder an denen sie in Form von Handreichungen teilnehme, seien grundsätzlich nicht 

eingeschränkt. Die mündliche Patientenbetreuung sei ebenfalls nicht eingeschränkt. 

Der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin habe sich seit dem Medas-

Gutachten vom 13. März 2008 verändert. Die Rückenschmerzen schienen sich im 

Alltag eher weniger auszuwirken, die Einschränkung der Arme durch die 

Muskelatrophie hingegen stärker. Bezüglich der Arbeitsfähigkeit als Pflegefachperson 

in der Geriatrie stimmten sie mit den Medas-Gutachtern überein, dass diese Arbeit 

nicht mehr zumutbar sei. Innerhalb ihres Tätigkeitsbereichs gäbe es aber Arbeiten, die 

die Beschwerdeführerin geistig und körperlich meistern könne, sie schätzten ihre 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsfähigkeit dort auf 70%. Die Ärzte gingen davon aus, dass die 

Beschwerdeführerin bei vollzeitiger Präsenz eine Leistung von 70% erbringen könne. 

Dies sei eine höhere Schätzung als jene der Medas-Gutachter, welche in einer optimal 

angepassten Verweistätigkeit eine Leistung von 60% als zumutbar erachteten. Der 

Unterschied von 10% entspreche der Zuverlässigkeit der Schätzungen, faktisch handle 

es sich um 1 Stunde Arbeit pro Tag. Dieser Unterschied könne bei kurzen 

Arbeitswegen und vorzüglichen ergonomischen Arbeitsplatzbedingungen eine höhere, 

ansonsten eher eine tiefere Arbeitsfähigkeit ergeben.

3.6 Massgebend für die Invaliditätsbemessung ist grundsätzlich die medizinisch-

theoretische Arbeitsfähigkeit und nicht das von der Beschwerdeführerin effektiv 

geleistete Arbeitspensum von 30%. Die Medas-Gutachter verneinen klar eine 

Arbeitsfähigkeit im angestammten Beruf und auch die SIVM-Gutachter gehen davon 

aus, dass die Tätigkeit als Stationsleiterin Geriatrie nicht mehr geeignet sei. Während 

erstere jedoch von einer Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit von 60% 

ausgehen, nehmen die SIVM-Gutachter an, die Beschwerdeführerin sei in der Lage, in 

einer leidensadaptierten Tätigkeit 70% Leistung bei einem vollen Arbeitspensum zu 

erbringen. Dabei ist unklar, ob die SVIM-Gutachter in Ziff. 10.1 des Gutachtens (S. 30) 

von der zurzeit ausgeführten oder von einer leidensadaptierten Tätigkeit sprechen bzw. 

ob sie die zurzeit ausgeführte Tätigkeit zugleich als leidensadaptiert ansehen. Zudem 

hält das Medas-Gutachten in der jetzigen Arbeitstätigkeit der Beschwerdeführerin beim 

bisherigen Arbeitgeber eine damals aktuelle – möglicherweise auf die damalige 

faktische Situation basierende – 25%-ige Arbeitsfähigkeit fest. Diese Arbeitsfähigkeit 

hat sich in der Zwischenzeit unbestrittenermassen auf 30% erhöht. Inwiefern der 

Beschwerdeführerin allenfalls eine noch höhere Arbeitsfähigkeit in der bestehenden 

Tätigkeit zuzumuten wäre, bleibt noch abzuklären.

3.7 Bezüglich der leidensadaptierten Tätigkeit findet sich im SIVM-Gutachten noch eine 

weitere Ungereimtheit: einerseits wird darin festgehalten, dass sich der 

Gesundheitszustand seit der Begutachtung bei der Medas verändert habe, indem sich 

die Rückenschmerzen im Alltag eher weniger auswirkten, die Einschränkung der Arme 

durch die Muskelatrophie hingegen stärker. Andererseits wird der Unterschied von 

10% zum Medas-Gutachten nicht etwa mit dieser Veränderung des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Gesundheitszustands in Zusammenhang gebracht, sondern ausschliesslich mit der 

Länge des Arbeitswegs und den ergonomischen Arbeitsplatzbedingungen begründet. 

Für die Berücksichtigung der letzterwähnten Faktoren bleibt jedoch bei einer 

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeitsbeurteilung – welche lediglich unter 

Berücksichtigung der unfallkausalen Beschwerden in Bezug auf den ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt erfolgen darf – kein Raum. Jedenfalls kann auch nicht unbesehen auf das 

Medas-Gutachten abgestellt werden, welches dreieinhalb Jahre vor Erstellung des 

SIVM-Gutachtens von einer 60%-igen Arbeitsfähigkeit in optimal adaptierter Tätigkeit 

ausging, da die Auswirkungen der Abnahme der Rückenschmerzen und der stärkeren 

Einschränkung der Arme durch die Muskelatrophie auf die Arbeitsfähigkeit nicht 

ermittelt wurden. Dies wird noch nachzuholen sein.

4. 

4.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist nach der Rechtsprechung primär 

von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person 

konkret steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – 

kumulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzunehmen ist, 

dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und 

erscheint zudem das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als 

Soziallohn, gilt grundsätzlich der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Ist kein 

solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil die ver­

sicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihr 

an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können nach der 

Rechtsprechung entweder die LSE-Tabellenlöhne oder die sogenannten DAP-Zahlen 

(DAP = Dokumentation von Arbeitsplätzen seitens der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 mit 

Hinweisen).

4.2 Nach einem therapeutischen Arbeitsversuch ab 1. Dezember 2005 bei ihrem 

ehemaligen Arbeitgeber ist die Beschwerdeführerin bei diesem seit 1. April 2007 wieder 

zu 25% fest angestellt, ab 1. August 2008 wurde das Pensum auf 30% erhöht. Da die 

Beschwerdeführerin bei diesem Arbeitgeber bis zum Unfallereignis bereits seit zwölf 

Jahren (vom 10. Februar 1992 bis 3. Dezember 2004) als Stationsleiterin angestellt war 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

und die Anstellung trotz eines zweimonatigen Reha-Aufenthalts während des 

therapeutischen Arbeitsversuchs und einer einjährigen Umschulung zur Kinaesthetics 

Trainerin Stufe 1 während der Teilzeittätigkeit weitergeführt wurde, handelt es sich 

offensichtlich um ein besonders stabiles Arbeitsverhältnis im Sinn der Rechtsprechung 

(vgl. BGE 114 V 119 E. 2b).

4.3 Gemäss Auskunft des Arbeitgebers generierte die Beschwerdeführerin im Jahr 

2012 für ein 100%-Pensum in ihrer jetzigen Tätigkeit ein tatsächliches Einkommen von 

Fr. 93'562.30. Es wird jedoch besonders eingehend zu prüfen sein, ob dieses 

Einkommen Soziallohnkomponenten beinhaltet, da dies aufgrund der Höhe des 

Einkommens möglich erscheint, die Beschwerdeführerin nicht mehr als Stationsleiterin, 

sondern als diplomierte Pflegefachfrau (und an zwei bis vier Halbtagen im Jahr als 

Kinaesthetiktrainerin; vgl. UV-act. 218 S. 15) angestellt ist und der Arbeitgeber hierzu 

überhaupt nicht befragt wurde (vgl. UV-act. 221, 222). Ein Abstellen auf das tatsächlich 

erzielte Einkommen wäre etwa auch dann nicht möglich, wenn es sich dabei um einen 

"absolut einmaligen Glücksfall" handelt (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl., 

N 21 zu Art. 16 mit Hinweis).

4.4 Abzuklären ist insbesondere auch, ob die Beschwerdeführerin durch diese Tätigkeit 

die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft oder ob ihr 

eine bessere Verwertung der Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 

zumutbar ist. Wie bereits oben erwähnt (vgl. E. 3.5), geht aus den beiden bisherigen 

Gutachten nicht hervor, ob es sich bei der jetzigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin 

um eine optimal angepasste Verweistätigkeit handelt, und ob diese unter 

Berücksichtigung der vorhandenen gesundheitlichen Beschwerden allenfalls auch in 

einem höheren Pensum durchführbar wäre. Unklar und daher weiter abzuklären ist 

auch, ob und inwiefern die Beschwerdeführerin in der Lage ist, ihre Restarbeitsfähigkeit 

als Kinaesthetics Trainerin Stufe 1 oder als diplomierte Pflegefachfrau auf dem 

allgemeinen Arbeitsmarkt besser zu verwerten. Hier könnte sich zu einem späteren 

Zeitpunkt allenfalls noch die Frage der Revision stellen, falls die IV-Stelle aufgrund 

eines neuen Gesuchs um berufliche Massnahmen im Sinne des Grundsatzes 

"Eingliederung vor Rente" die Umschulung zur Kinaesthetics Trainerin Stufe 2 

übernehmen sollte.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Restarbeitsfähigkeit und das 

Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden Aktenlage 

nicht abschliessend ermitteln lassen, sondern dazu weitere Abklärungen notwendig 

sind. Bei der Ermittlung der medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit in einer 

angepassten Tätigkeit sind die Auswirkungen der Abnahme der Rückenschmerzen und 

der stärkeren Einschränkung der Arme durch die Muskelatrophie seit dem Medas-

Gutachten vom 13. März 2008, in dem eine Arbeitsfähigkeit in einer solchen Tätigkeit 

von 60% festgehalten wurde, zu berücksichtigen. Bei der Festlegung des 

Invalideneinkommens ist sodann zu ergründen, ob der derzeitige Lohn 

Soziallohnkomponenten enthält und ob der Beschwerdeführerin eine Erhöhung des 

Arbeitspensums im gegenwärtigen Anstellungsverhältnis zumutbar ist. Schliesslich ist 

abzuklären, ob und inwiefern die Beschwerdeführerin in der Lage ist, ihre 

Restarbeitsfähigkeit als Kinaesthetics Trainerin Stufe 1 oder als diplomierte 

Pflegefachfrau auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verwerten. Erst bei Vorliegen 

dieser Entscheidgrundlagen lässt sich zuverlässig beurteilen, ob die 

Beschwerdeführerin ihre Restarbeitsfähigkeit mit dem tatsächlich erzielten Einkommen 

– allenfalls in einem höheren wie dem bisherigen Pensum – oder mit dem Lohn in einer 

adaptierten Tätigkeit in zumutbarer Weise besser zu verwerten vermag.

5. 

Zwar wurde der Zeitpunkt des Fallabschlusses (31. März 2012) bzw. des Erreichens 

des medizinischen Endzustands von Seiten der Beschwerdeführerin nicht bestritten. 

Allerdings kann die Notwendigkeit weiterhin benötigter Pflegeleistungen und 

Kostenvergütungen erst dann beurteilt werden, wenn die Rente festgesetzt wurde. 

Aufgrund der Rückweisung der Angelegenheit zu weiteren Abklärungen (vgl. E. 4.5) hat 

die Beschwerdegegnerin daher auch hierüber neu zu verfügen.

6. 

6.1 Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 3. August 2012 teilweise gutzuheissen und 

die Streitsache zu ergänzender Abklärung im Sinn der Erwägungen und anschliessend 

neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

6.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g 

ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei hingegen Anspruch auf Ersatz 

der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die 

Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 132 V 215 E. 6.2). Das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen spricht in unfallversicherungsrechtlichen 

Verfahren gestützt auf Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung für Rechtsanwälte und 

Rechtsagenten [HonO; sGS 963.75]) regelmässig eine pauschale Entschädigung 

zwischen Fr. 3'500.00 und Fr. 4'500.00 zu. Vorliegend rechtfertigt es sich, die 

Parteientschädigung, wie in vergleichbaren Fällen üblich, auf pauschal Fr. 4'000.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 3. August 2012 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden Abklärungen im 

Sinne der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen wird.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 4'000.00 (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 06.05.2013
	Art. 18 und Art. 10 UVG, Art. 16 ATSG. Rückweisung zu weiteren Abklärungen, da sich die Restarbeitsfähigkeit und das Invalideneinkommen der Beschwerdeführerin aufgrund der vorliegenden Aktenlage nicht ermitteln lassen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Mai 2013, UV 2012/70).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T10:44:49+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen