# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c8e6485-ad6b-5e2f-bcd3-9d5617a0e146
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-08-12
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 12.08.2003 AGVE_2003_54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_AGVE-2003-54_2003-08-12.pdf

## Full Text

2003 Bau-, Planungs- und Umweltschutzrecht 219 

Hundeschulungskurse sowie der Einbezug von Gruppenlektionen 
(siehe vorne, Erw. 1/b/bb und c) schliessen lässt. Der Beschwer-
deführer 1 darf heute nach Massgabe der "Stammbewilligung" vom 
21. September 1992 und des Gemeinderatsbeschlusses vom 28. April 
1997 von Montag bis Freitag jeweils von 19.00 bis 21.00 Uhr maxi-
mal zwei Privatlektionen gleichzeitig erteilen, d.h. insgesamt 24 mit 
ebenso vielen Zu- und Wegfahrten pro Tag. Unter dem neuen Regime 
gemäss dem Nutzungserweiterungsgesuch vom 14./15. Dezember 
1998 rechnet der Beschwerdeführer 1 selber mit maximal 47 Zu- und 
Wegfahrten pro Tag. Es ist also zweifellos so, dass die beabsichtigte 
Intensivierung der Hundeschule ein erhöhtes Verkehrsaufkommen 
zur Folge haben wird. Hieran ändert nichts, dass der Be-
schwerdeführer 1 die Zahl der gemäss "Stammbewilligung" vom 
21. September 1992 zulässigen 12 Zuchthündinnen auf deren 6 her-
absetzen will (es entstehen in diesem Zusammenhang ebenfalls Ver-
kehrsbewegungen, weil die Halter ihre Welpen in den ersten 9 Wo-
chen durchschnittlich ein Mal pro Woche zu besuchen pflegen); fak-
tisch befinden sich nämlich regelmässig nur 4 bis 5 Zuchthündinnen 
auf dem Hof, während die restlichen in Patenfamilien gehalten wer-
den. Der diesbezügliche kompensatorische Effekt kann daher ver-
nachlässigt werden. 

e) Zusammenfassend ist unter diesem Titel festzuhalten, dass 
weder Art. 24 noch Art. 24a RPG eine rechtliche Handhabe bieten, 
um das Nutzungserweiterungsvorhaben des Beschwerdeführers 1 
bewilligen zu können. (...). 
Redaktionelle Anmerkung 
Das Bundesgericht, I. Öffentlichrechtliche Abteilung, hat eine gegen 
den Entscheid vom 13. Juni 2002 erhobene Verwaltungsgerichtsbe-
schwerde mit Urteil vom 12. September 2003 abgewiesen, soweit es 
darauf eintrat (BGE 1A.214/2002). 

54 Nutzungsplanung und Richtplanänderung. 
- Voraussetzungen für das Zusammenlegen von Mitwirkungs- und Ein-

spracheverfahren im Nutzungsplanungsverfahren (Erw. 1/c). 
- Die Voraussetzungen der Fortschreibung des Richtplans bei Neuein-

zonungen gemäss Richtplanbeschluss S 2.1/4.1a (Erw. 1/d). 

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Entscheid des Verwaltungsgerichts, 4. Kammer, vom 12. August 2003 in 
Sachen S. gegen den Regierungsrat. 

Aus den Erwägungen 

1. c) aa) Sind die Änderungen der Nutzungspläne und -vor-
schriften von untergeordneter Bedeutung, so können das Mitwir-
kungs- und das Einspracheverfahren zusammengelegt werden (§ 24 
Abs. 3 BauG). Im Regelfall sind das Mitwirkungs- und das Einspra-
cheverfahren jedoch zu trennen (Jean-Jacques Forestier, Der Erlass 
von kommunalen Nutzungsplänen und -vorschriften nach neuem 
Baugesetz - Verfahren und Rechtsschutz auf Gemeindestufe, in: 
Mitteilungen des Baudepartements zur Rechtsprechung 67/1993, 
S. 6 f.). Ob ein Zusammenlegen der beiden Verfahrensschritte 
sinnvoll ist, hat der Gemeinderat zu entscheiden. Er bedarf dazu 
weder der Zustimmung noch der Bewilligung einer kantonalen 
Behörde (Forestier, a.a.O., S. 6). Von Bundesrechts wegen ist 
vorgeschrieben, dass die mit Planungsaufgaben betrauten Behörden 
die Bevölkerung über Ziele und Ablauf der Planungen nach dem 
Raumplanungsgesetz unterrichten und dafür sorgen, dass die 
Bevölkerung bei Planungen in geeigneter Weise mitwirken kann 
(Art. 4 Abs. 1 und 2 RPG). Art. 4 RPG dient somit der 
Sachaufklärung und der Mitwirkung der Bevölkerung an der Planung 
als politischem Prozess (Rudolf Muggli, in: Heinz 
Aemisegger/Alfred Kuttler/Pierre Moor/Alexander Ruch [Hrsg.], 
Kommentar zum Bundesgesetz über die Raumplanung, Zürich 1999, 
Art. 4 N 5). Die Mitwirkung stellt eine institutionelle 
Einflussmöglichkeit auf die Planung dar, welche keine rechtliche 
Bindung, sondern eine blosse politische Einflussnahme bewirkt. Die 
Durchführung des Mitwirkungsverfahrens muss demnach in einem 
Zeitpunkt geschehen, wo die abschliessende Interessenabwägung 
und damit der Planungsentscheid noch offen sind (Muggli, a.a.O., 
Art. 4 N 9). 

In Beachtung dieser Vorgaben des Bundesrechts verlangt 
§ 3 BauG einen rechtzeitigen Einbezug der Bevölkerung in einen 

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Planungsprozess und eine Veröffentlichung der Planentwürfe mit den 
nötigen Erläuterungen (§ 22 Abs. 1 BauG). Die Bedeutung des de-
mokratischen Elements wird dadurch verstärkt, dass der Gemeinderat 
zu den Eingaben im Mitwirkungsverfahren Stellung zu nehmen und 
das Ergebnis der Mitwirkung in einem öffentlichen Bericht zusam-
menzufassen hat (§ 22 Abs. 2 Satz 2 BauG). 

bb) Im Gegensatz dazu zielt der Rechtsschutz im Planungsver-
fahren nicht auf die Beeinflussung der politischen Entscheide ab, 
sondern dient der Durchsetzung des Rechts. Zum Rechtsschutz ge-
hört auch der Anspruch auf rechtliches Gehör vor dem Erlass einer 
Verfügung, weshalb Art. 33 Abs. 2 RPG zur öffentlichen Auflage von 
Nutzungsplänen verpflichtet. Diese öffentliche Auflage nähert sich 
einem Mitwirkungsinstrument, wenn sie vor der Beschlussfassung 
über den Plan stattfindet, was das Bundesrecht jedoch nicht verlangt 
(Muggli, a.a.O., Art. 4 N 7). Das Einspracheverfahren, an welchem 
im Gegensatz zum Mitwirkungsverfahren nicht jedermann, sondern 
nur die in schutzwürdigen eigenen Interessen Betroffenen teilnehmen 
können, gehört zum Rechtsschutz- und nicht zum Mit-
wirkungsverfahren (§ 22 Abs. 2 und § 24 Abs. 2 BauG).  

cc) Die Zusammenlegung des Mitwirkungs- und des Einspra-
cheverfahrens setzt eine Nutzungsplanung oder Nutzungsvorschrif-
ten von untergeordneter Bedeutung oder eine Sondernutzungspla-
nung voraus (§ 24 Abs. 3 BauG). Das Verwaltungsgericht hat sich 
zur Frage, was "von untergeordneter Bedeutung" ist, noch nicht ge-
äussert. Zur Beantwortung dieser Frage, ist der Gehalt von § 24 
Abs. 3 BauG zu ermitteln. 

aaa) Um den Sinn eines Rechtssatzes zu ergründen, muss 
grundsätzlich jede Vorschrift ausgelegt werden (René A. Rhinow/ 
Beat Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Er-
gänzungsband, Basel und Frankfurt a.M. 1990, Nr. 21 B I, S. 66). 
Die Auslegung stützt sich auf verschiedene Auslegungselemente: 
Lehre und Rechtsprechung unterscheiden das grammatische, histori-
sche, systematische, teleologische und realistische Element (Ulrich 
Häfelin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 
5. Auflage, Zürich 2001, Rz. 90 ff.; Ulrich Häfelin/Georg Müller, 
Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Auflage, Zürich 2002, Rz. 216 ff.). 

222 Verwaltungsgericht 2003 

Ausgangspunkt jeder Auslegung ist der Wortlaut der Bestimmung 
(BGE 126 V 472; 114 Ia 196). Vom Wortlaut darf und muss abgewi-
chen werden, wenn der Wortlaut einer gesetzlichen Bestimmung 
nicht den wahren Sinn wiedergibt (BGE 124 II 199; 103 Ia 117) bzw. 
wenn die dem Wortlaut entsprechende Auslegung zu Ergebnissen 
führt, die der Gesetzgeber nicht gewollt haben kann und die gegen 
das Gerechtigkeitsgefühl und den Grundsatz der rechtsgleichen Be-
handlung verstossen (BGE 127 III 323; 113 V 77; 108 Ia 80). Ziel 
der Auslegung ist es, den Sinne eines Rechtssatzes zu ergründen. 

bbb) Dem Wortlaut nach erachtet das Gesetz vorab die Sonder-
nutzungsplanungen als für eine Zusammenlegung von Mitwirkungs- 
und Einspracheverfahren grundsätzlich geeignet. Die Sondernut-
zungspläne folgen den allgemeinen Nutzungsplänen, umfassen die 
Erschliessung oder Überbauung bestimmter Gebiete und stellen 
weitere planerische Instrumente zur Gestaltung des Siedlungsgebiets 
zur Verfügung (vgl. § 16 ff. BauG und § 1 f. ABauV). Sie werden 
vom Gemeinderat erlassen und vom Regierungsrat genehmigt (§ 25 
Abs. 2 und § 27 Abs. 1 BauG). Sondernutzungsplanungen, insbeson-
dere Erschliessungsplanungen, Bau-, Niveau- und Strassenlinien-
pläne (§ 17 ff. BauG), können ein grosses Gebiet erfassen. Die gene-
relle Zuordnungsmöglichkeit der Sondernutzungsplanungen unter 
das zusammengelegte Verfahren zeigt, dass die untergeordnete Be-
deutung weniger einen Bezug zur Grösse des Planungsperimeters als 
zur Bedeutung einer Planung für die Allgemeinheit hat. Mit Blick auf 
das demokratische und politische Element der Mitwirkung (siehe 
vorne, Erw. aa) erscheint es auch naheliegend, die politische Trag-
weite einer Planung zum Massstab für die Bedeutung zu nehmen. 
Gerade die Rücksichtnahme auf die angestrebte Akzeptanz der 
Stimmbürger kann einer Zusammenlegung der beiden Verfahren 
entgegen stehen, da mit einer gesonderten Publikation im Mitwir-
kungsverfahren eine breite politische Diskussion über das Planvor-
haben noch im Entwurfstadium ermöglicht wird. Weil im Unter-
schied zur Einsprache für die Beteiligung im Mitwirkungsverfahren 
keine Legitimationsanforderungen gelten und jedermann sich daran 
beteiligen kann, ist beim Entscheid über die Zusammenlegung der 
beiden Verfahren auch der Kreis der möglicherweise Betroffenen 

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oder am Planvorhaben Interessierten wesentlich. Die "untergeordnete 
Bedeutung" einer Änderung der Nutzungspläne und -Vorschriften im 
Sinne von § 24 Abs. 3 BauG hängt daher nicht von der Grösse des 
von einer Planung betroffenen Gebiets ab, sondern von der Einfach-
heit und der Überschaubarkeit der geplanten Änderungen für die 
Stimmbürger sowie dem Ausmass der Planungsfolgen für alle Ein-
wohner. Der Einbezug der Bevölkerung in einem frühen Stadium und 
damit in einem gesonderten Mitwirkungsverfahren ist dort geboten, 
wo ein Planvorhaben weite Bevölkerungskreise tangiert. Steht eine 
Planung von politischer Bedeutung an, weil eine Änderung erhebli-
che Auswirkungen auf den Lebensraum der gesamten Bevölkerung 
mit sich bringen wird oder sind anderweitige, nicht leicht abzuse-
hende Auswirkungen auf viele Bewohner die Folge einer Planung, so 
drängt sich ein vorgängiges gesondertes Mitwirkungsverfahren auf. 
Zielt eine Nutzungsplanung demgegenüber nicht auf eine umfas-
sende Neubeurteilung von grundlegenden Planungsentscheiden, 
sondern auf punktuelle Anpassungen, welche in ihrer Bedeutung von 
den Einwohnern leicht erfasst und beurteilt werden können, und hat 
eine Planung nur für einen eingeschränkten Bevölkerungskreis Fol-
gen, können das Mitwirkungs- und das Einspracheverfahren eher 
zusammengelegt werden (Forestier, a.a.O., S. 7). Die Auslegung der 
Bedeutung einer Planung hat sich daher in erster Linie am Ziel und 
Zweck der Mitwirkung zu orientieren. Daneben können verfahren-
sökonomische Überlegungen den Gemeinderat leiten, wenn ein 
Planvorhaben für einen eingeschränkten Einwohnerkreis von Interes-
se ist und von vornherein mit wenigen Einsprachen zu rechnen ist. 

ccc) Gegen diese Auslegung sprechen keine Gründe des Ein-
spracheverfahrens. Das Einspracheverfahren untersteht einer un-
terschiedlichen Verfahrensordnung und die Zusammenlegung betrifft 
nur den Zeitpunkt der öffentlichen Auflage mit gleichlaufenden Ein-
wendungs- und Einsprachefristen. Die Behandlung und Beurteilung 
der Einsprachen folgt im Übrigen einer gesonderten Verfahrensord-
nung (§ 24 Abs. 2 und § 26 Abs. 1 BauG). 

Die untergeordnete Bedeutung i.S.v. § 24 Abs. 3 BauG ist auch 
nicht gleichzusetzen mit dem Begriff "von geringer Tragweite" i.S.v. 
§ 27 Abs. 2 Satz 2 BauG. Letztere begrenzt die Direktänderungs-

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kompetenz der Genehmigungsbehörde und konkretisiert den Schutz 
der Gemeindeautonomie sowie indirekt den Rechtsschutz der Priva-
ten. Mit dem Mitwirkungsgebot besteht aber weder ein inhaltlicher 
noch ein systematischer Zusammenhang. 

ddd) Auch die Frage der Richtplanrelevanz einer Einzonung ist 
von der Zusammenlegung des Mitwirkungs- und des Einsprachever-
fahrens zu unterscheiden. Entgegen der Annahme der Beschwerde-
führer ist es für die Beurteilung der Bedeutung einer Nutzungsplan-
änderung irrelevant, ob die Abänderung des Siedlungsgebietes im 
Richtplan den Grenzwert für eine Richtplanfortschreibung über-
schreitet oder nicht. Die Bestimmungen von § 22 und 24 BauG ge-
währleisten die Mitsprache der Bevölkerung und den Rechtsschutz 
des Einzelnen. Demgegenüber geht es bei den Änderungsbeschlüssen 
im Richtplan (Beschlüsse S 2.1/4.) um die Wahrung der Kompe-
tenzen des Grossen Rates im Richtplanverfahren und seine Einfluss-
nahme auf Planungen, die eine Anpassung des Richtplans erfordern. 
Während Anpassungen des Richtplans (Kategorien Festsetzung und 
Zwischenergebnis) vom Grossen Rat zu beschliessen sind, werden 
Richtplanänderungen von geringfügiger sachlicher und räumlicher 
Bedeutung, die realisierten (Richtplan-)Vorhaben und die Aufnahme 
von Vororientierungen als Fortschreibungen vom Regierungsrat vor-
genommen (Richtplanbeschlüsse zum Änderungsverfahren, A2/1.1., 
Richtplantext, Stand 31. März 2001, S. 8). Nebst der systematischen 
und gesetzesautonomen Auslegung spricht auch die historische 
Auslegung dagegen, dass für die Auslegung des Baugesetzes vom 
19. Januar 1993 der Richtplan, welcher erst am 17. Dezember 1996 
vom Grossen Rat beschlossen wurde, herangezogen wird. Dem Re-
gierungsrat und den Beschwerdeführern ist daher nur insoweit zuzu-
stimmen, dass das Erfordernis einer Richtplananpassung durch den 
Grossen Rat ein Indiz für eine Planung von nicht untergeordneter 
Bedeutung sein kann. Der Umkehrschluss ist aber nach der gesetzli-
chen Ordnung nicht zwingend und nicht jede Planung die eine Ände-
rung des Richtplans erfordert, ist in jedem Fall von nicht mehr unter-
geordneter Bedeutung. Die Beurteilung ist vielmehr im Einzelfall 
nach objektiven Kriterien auf der Grundlage des Mitwirkungsgebots 
vorzunehmen. 

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(...) 
d) Bleibt zu prüfen, ob vorliegend die Neueinzonungen mit ei-

ner Fortschreibung im Nachgang zur Zonenplanänderung Eingang in 
den Richtplan finden oder ob dafür eine formelle Richtplananpas-
sung nötig gewesen wäre, welche in der Kompetenz des Grossen 
Rates liegt und zeitlich dem Genehmigungsentscheid vorgehen muss 
(§ 27 Abs. 3 BauG).  

aa) Der Richtplanbeschluss S 2.1/4 "Verfahrensregelung; Fort-
schreibung oder Anpassung des Richtplans" lautet (Richtplantext, 
S. 23): 

 
"4.1 Der Richtplan wird fortgeschrieben bei 
 a) Neueinzonungen von weniger als 3 ha oder von weniger 

als 3% des Baugebietes, höchstens aber 5 ha, pro 10 
Jahre;  

 b) Einzonung mit flächengleicher Kompensation; 
 c) Einzonung von weitgehend überbautem Gebiet (Art. 15 

lit. a RPG); 
 d) Einzonung von Übergangszonen; 
 e) Einzonung von Waldabstandsflächen; 
 f) Ein- und Auszonung wegen Auswirkungen von Waldfest-

stellungsverfahren. 
 4.2 Einzonungen, die über diese Kriterien hinausgehen, können 

nur genehmigt werden, wenn vorgängig das Siedlungsgebiet 
im Richtplan angepasst wird." 

 
bb) Im Entwurf zum Richtplantext war vorgesehen, dass die 

Richtplanpassung bei allen Neueinzonungen von mehr als 3 ha pro 
10 Jahre erfolgen sollten (Entwurf Richtplantext, Juni 1996, S. 29; 
Richtplanung Kanton Aargau, Richtplan, Änderungsbeschlüsse des 
Grossen Rates [Schlussabstimmung vom 17. Dezember 1996], S. 7). 
Die Mehrheit der grossrätlichen Kommission war der Ansicht, dass 
eine prozentuale und eine flächenmässige Begrenzung den unter-
schiedlichen Verhältnissen bzw. den unterschiedlichen 
Bauzonengrössen der Gemeinden besser Rechnung trage und dabei 
die Flexibilität des Richtplans unterstreiche (Protokoll des Grossen 

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Rates [Prot. GR] vom 29. Oktober 1996, Art. 1919, S. 473, Votum 
Guignard). Bei Gemeinden mit grösseren Bauzonen soll es erst zu 
einer Richtplanänderung kommen, wenn Neueinzonungen von mehr 
als 3 % des bisherigen Baugebiets beschlossen werden (Prot. GR, 
S. 473, Votum Pfisterer). Der massgebende Richtplanbeschluss 
S 2.1/4.1 lit. a verlangt daher für Neueinzonungen bis zur Fläche von 
3 ha im Einzelfall oder bei Gemeinden mit grossen Baugebieten bis 
max. 3 % des bestehenden Baugebiets keine Richtplananpassung 
durch den Grossen Rat. Würde bei allen Gemeinden ausschliesslich 
die 3 %-Regel angewendet, hätte dies zur Folge, dass der Grosse Rat 
bei Gemeinden mit kleinen Bauzonen schon für geringe Einzonun-
gen ein Richtplanänderungsverfahren durchführen müsste (Prot. GR, 
S. 473, Votum Pfisterer). Als maximale Obergrenze für Neuein-
zonungen mittels Fortschreibung des Richtplans gelten 5 ha pro 
10 Jahre. Auf diese Weise wird sicher gestellt, dass die Gemeinden 
nicht durch eine Etappierung der Zonenplanrevision unter Umge-
hung des Grossen Rates das Siedlungsgebiet innert 10 Jahren um 
mehr als 5 ha vergrössern. 

cc) Die Gemeinde G. hatte gemäss Flächenstatistik von 1991 
total 88.38 ha Land in der Bauzone, weshalb Gebiete von einer Flä-
che bis 3 ha ohne Richtplananpassung neu eingezont werden dürfen. 
Mit der Einzonung einer Fläche von total 2.5584 ha erreicht das 
Gebiet "N." als flächenmässig grösstes der sechs in der Revision 
2000 eingezonten Gebiete die geforderte Richtplanrelevanz von 3 ha 
nicht. 

Grundlage für die Festsetzung des Siedlungsgebiets im Richt-
plan war der Zonenplan 91, weil im Zeitpunkt seines Inkrafttretens 
(17. Februar 1997) die Nutzungsplanung der Gemeinde G. nicht in 
Revision stand (Richtplantext, Stand 17. Dezember 1996, Beschluss 
S 2.1/3.3, S. 27). Folglich begann die 10-Jahresfrist für die Höchst-
grenze von 5 ha mit Inkrafttreten des Richtplans. Anlässlich der Teil-
revision der Nutzungsplanung 2000 wurde eine Fläche von total 
4.31 ha neu eingezont. Der Zonenplan 91 wurde seit 1997 bis zur 
vorliegend umstrittenen Revision nie angepasst. Die Gesamtfläche 
von 4.0484 ha, wie sie von der Beschwerdeführerin berechnet wurde 
und die von der Vorinstanz als massgebend bezeichnete Fläche von 

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2.95 ha ergeben sich aus der Addition der sechs Planänderungen, 
welche in dieser Revisionsvorlage zusammengefasst sind. Vorliegend 
sind verschiedene Gebiete und unterschiedliche Planungen Gegen-
stand der Nutzungsplanänderungen. Die Zusammenfassung dieser 
Planvorhaben in einer Revision erfolgte aus rein verfahrensökonomi-
schen Gründen, ohne dass dafür eine (raumplanungs-)rechtliche 
Notwendigkeit besteht. Die Gemeinde hätte ohne weiteres die sechs 
Planänderungen einzeln zur Genehmigung vorlegen können. Unter 
diesen Umständen ist für die Richtplanrelevanz gemäss Richtplanbe-
schluss S 2.1/4.1 lit. a die Obergrenze von 5 ha massgebend. 

55 Pferdehaltung in einer Wohnzone (Zonenkonformität; Geruchs-
belastungsproblematik). 
- Die hobbymässige Haltung von maximal einem Grosspferd und zwei 

Kleinpferden ist in einer Wohnzone grundsätzlich bewilligungsfähig 
(Bestätigung der Rechtsprechung; Erw. 2/d). 

- Die Mindestabstandsvorschriften nach Massgabe der FAT-Empfeh-
lungen (Ziff. 512 Abs. 1 des Anhangs 2 i.V.m. Art. 3 Abs. 2 lit. a LRV) 
sind unterhalb einer Geruchsbelastung von 4 GB nicht anwendbar; 
Anlehnung an die allgemeinen Abstandsvorschriften (Erw. 3/a,b). Ge-
nügen eines Grenzabstands von 2 m, wenn zusätzlich nach Massgabe 
des Vorsorgeprinzips (Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2 USG) die er-
forderlichen emissionsbegrenzenden Massnahmen getroffen werden 
(Erw. 3/c). 

Entscheid des Verwaltungsgerichts, 3. Kammer, vom 6. November 2002 in 
Sachen Z. und Mitb. gegen Regierungsrat. 

Aus den Erwägungen 

1. Die Beschwerdegegner wollen im südöstlichen Teil der Par-
zelle Nr. 175 einen Offenfrontstall für 1 Grosspferd und 2 Klein-
pferde errichten. Die Grundfläche beträgt 24 m2 (8 m x 3 m), die 
Höhe des Pultdachs 2.4 bis 3 m. Die offene Stallseite ist gegen Nor-
den, d.h. auf die Kantonsstrasse K386 (Wohlenschwilerstrasse) hin,