# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** edadd1c4-787a-58df-a9f1-908c8c52e8ad
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-03-18
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 18.03.2014 SB140001
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140001_2014-03-18.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB140001-O/U/gs 
 

Mitwirkend: Oberrichter lic.iur. Spiess, Präsident, die Ersatzoberrichter lic.iur 

Ernst und lic.iur. Amacker sowie der Gerichtsschreiber lic.iur. Hafner 

 

Urteil vom 18. März 2014 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigte und Berufungsklägerin 

 

amtlich verteidigt durch Fürsprecher X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich,  
Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend mehrfache Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 3. Abteilung, vom 
23. September 2013 (DG130176) 
 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 24. Mai 2013 

(Urk. HD 18) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der mehrfachen Widerhandlung ge-

gen das Bundesgesetz über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19 

Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG, teilweise in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 

lit. a BetmG. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit 50 Monaten Freiheitsstrafe, wovon bis und 

mit heute 511 Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafantritt erstanden sind. 

3. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

4. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

11. März 2010 beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'780.– (Beleg Nr. ...) wird 

eingezogen und zur teilweisen Deckung der Verfahrenskosten verwendet. 

5. Die aus der Wohnung der Beschuldigten am B._____-Strasse ... in ... Win-

terthur sichergestellten und bei der Kantonspolizei Zürich unter der Lager-

nummer ... eingelagerten Betäubungsmittel und Betäubungsmittelutensilien 

(Asservat-Nr. ...; …; …, …; …) werden eingezogen und der Lagerbehörde 

zur Vernichtung überlassen. 

6. Die folgenden, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 21. Juli 2010 und der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

17. Oktober 2012 und 29. April 2013 beschlagnahmten 4 Mobiltelefone 

(Sachkautions-Nr. … und …) werden eingezogen und durch die Bezirksge-

richtskasse verwertet. Ein allfälliger Verwertungserlös wird zur teilweisen 

Verfahrenskostendeckung verwendet: 

-   3   - 

- Nokia, Modell E71, inkl. SIM-Karte (Asservat-Nr. …);  
- Nokia, Modell 1110 (Asservat-Nr. …); 
- Samsung schwarz (Asservat-Nr. …); 
- IPhone Apple schwarz (Asservat-Nr. …). 

7. Die folgenden, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 11. März 2010 und der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 

17. Oktober 2012 und 17. Mai 2013 beschlagnahmten Gegenstände werden 

eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen:  

- 1 Socke mit BM-Rückständen (Sachkautions-Nr. …);  
- 1 Patrone 9mm Para; (Sachkautions-Nr. …); 
- 4 Quittungen … Bar, Winterthur (Sachkautions-Nr. …); 
- 1 Patrone in Schächtelchen (Sachkautions-Nr. …). 

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 5'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 97'833.–   Kosten Kantonspolizei für Übersetzungen 

Fr. 4'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 11'440.05   Auslagen Untersuchung 

Fr. 7'965.75   amtliche Verteidigung Untersuchung 

Fr. 23'393.–   amtliche Verteidigung Hauptverfahren 
 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenom-

men diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der Dolmetscherkosten, 

werden der Beschuldigten auferlegt. 

10. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 23'393.– (inkl. MwSt.) entschädigt. 

Diese Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt 

eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. 

 

-   4   - 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 60 S. 1) 

1. Ziff. 2 des Dispositivs des angefochtenen Urteils sei aufzuheben und 

durch folgenden Urteilsspruch zu ersetzen: 

"Die Beschuldigte wird bestraft mit 40 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 

bis und mit heute 688 Tage durch Haft sowie vorzeitigen Strafantritt er-

standen sind." 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

 

b) Der StaatsanwaltschaftII des Kantons Zürich: 

(schriftlich, Urk. 56) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I. Prozessgeschichte und Prozessuales 

1. Mit Urteil vom 23. September 2013 des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, 

wurde die Beschuldigte der mehrfachen Widerhandlung gegen das Bundesgesetz 

über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g BetmG, 

teilweise in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig gesprochen und 

mit 50 Monaten Freiheitsstrafe bestraft, unter Anrechnung von 511 Tagen erstan-

dener Haft und vorzeitigem Strafvollzug. Sodann wurde noch über Nebenfolgen 

entschieden (beschlagnahmte Barschaft von Fr. 1'780.–, Betäubungsmittel und - 

utensilien sowie weitere beschlagnahmte Gegenstände). 

-   5   - 

2. Mit Eingabe vom 1. Oktober 2013 meldete der amtliche Verteidiger fristgerecht 

die Berufung an (Urk. 42)und reichte mit Schreiben vom 6. Januar 2014 fristge-

recht die Berufungserklärung ein (Urk. 51). Die Staatsanwaltschaft verzichtete mit 

Eingabe vom 31. Januar 2014 auf Anschlussberufung und beantragte die Bestäti-

gung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 56).  

3. Die Berufung hat im Umfang der Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 

StPO). Die nicht von der Berufung erfassten Punkte erwachsen in Rechtskraft 

(Schmid, StPO Praxiskommentar, Art. 402 N 1; Art. 437 StPO). 

Die Beschuldigte beantragte in ihrer Berufungserklärung in Abänderung der Ur-

teilsdispositivziffer 2 eine Freiheitstrafe von 40 Monaten in Anrechnung der er-

standenen Haft.  

Damit ist festzustellen, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, 

vom 23. September 2013, bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 4-7 

(Entscheid über Beschlagnahmungen und Sicherstellungen) sowie 8-10 (Kosten-

dispositiv) in Rechtskraft erwachsen ist. 

4. Beweisanträge wurden keine gestellt. 

II. Strafzumessung 

1. Die Beschuldigte wurde wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Bundes-

gesetz über die Betäubungsmittel im Sinne von Art. 19 Abs. 1 lit. b, c, d und g 

BetmG, teilweise in Verbindung mit Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG schuldig gespro-

chen.  

2. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetzlichen 

Zumessungsregeln zutreffend aufgeführt (Urk. 50 S. 34-36). 

3. Gemäss Art. 47 StGB ist die Strafe nach dem Verschulden des Täters zu be-

messen. Es wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des be-

troffenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen 

und Zielen der straffälligen Person sowie danach bestimmt, wie weit sie nach den 

inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verlet-

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zung zu vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB). Mit zu berücksichtigen sind aber auch 

das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf 

das Leben der Beschuldigten. 

4. Im Bereich des Betäubungsmittelstrafrechts ist sodann zu berücksichtigen, 
dass der Drogenmenge und der daraus resultierenden Gefährdung bei der Be-

messung der Strafe keine vorrangige Rolle zukommen darf (BGE 118 IV 342 ff.; 

121 IV 206). Es wäre verfehlt, im Sinne eines Tarifs überwiegend oder gar allein 

auf dieses Kriterium abzustellen. Falsch wäre aber auch die Annahme, diesem 

Strafzumessungselement, komme eine völlig untergeordnete oder gar keine Be-

deutung zu. Es ist nicht nebensächlich, ob jemand mit zwanzig oder zweihundert 

Gramm einer gefährlichen Droge handelt. 

Der Reinheitsgrad der Betäubungsmittel kann für das Verschulden von Bedeu-

tung sein. Handelt der Täter wissentlich mit ausgesprochen reinen Drogen, ist das 

Verschulden schwerer, handelt er wissentlich mit besonders stark gestreckten 

Drogen, ist es leichter (BGE 122 IV 299). Steht indes nicht fest, dass der Be-

schuldigte ein ausgesprochen reines oder besonders stark gestrecktes Betäu-

bungsmittel liefern wollte, spielt der genaue Reinheitsgrad für die Gewichtung des 

Verschuldens und bei der Strafzumessung keine Rolle (Entscheid des Bundesge-

richts 6S.465/2004 vom 12. Mai 2005 E. 3.1 mit Hinweisen auf BGE 118 IV 342, 

348 E. 2c). Die genaue Betäubungsmittelmenge und gegebenenfalls ihr Rein-

heitsgrad verlieren an Bedeutung, wenn mehrere Qualifikationsgründe gemäss 

Art. 19 Ziff. 2 BetmG gegeben sind, und sie werden umso weniger wichtig, je 

deutlicher der Grenzwert im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG überschritten ist 

(BGE 121 IV 193). 

Die objektive Tatschwere bestimmt sich bei Drogendelikten neben der erwähnten 

eher sekundären Bedeutung der Drogenmenge (BGE 121 IV 202) und der daraus 

folgenden Gesundheitsgefährdung namentlich nach der Art und Weise der Tatbe-

gehung, der Willensrichtung, mit welcher der Täter gehandelt hat, und den Be-

weggründen (BGE 118 IV 348). Massgebend sind dabei unter anderem die Häu-

figkeit und Dauer der deliktischen Handlungen, die aufgewendete persönliche 

-   7   - 

Energie, das gezeigte kriminelle Engagement, die hierarchische Stellung sowie 

die Grösse der erzielten oder angestrebten Gewinne. 

Zu beachten ist sodann, dass gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung Prä-

ventionszwecke bei der Strafzumessung bis zum Ausgleich des verschuldeten 

Unrechts berücksichtigt werden dürfen (BGE 118 IV 342). 

5.1. Was nun die Beschuldigte betrifft, so wiegt das Tatverschulden in objektiver 

Hinsicht im Rahmen des schweren Falles im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 BetmG als 

nicht mehr leicht. Sie handelte mit rund 2.3 Kilogramm Kokaingemisch bzw. mit 

rund 670 Gramm reinem Kokain. Fest steht damit, dass die Beschuldigte mit der 

gehandelten Betäubungsmittelmenge, welche bei weitem über dem kritischen 

Grenzwert für die Begründung des schweren Falles liegt – bei Kokain sind es 18 

Gramm (BGE 109 IV 143 ff.) – ein sehr grosses Gefährdungspotential für die Ge-

sundheit vieler Menschen schuf. Verschuldenserhöhend ist zu berücksichtigen, 

dass sie diesen Grenzwert bereits mit einzelnen Handlungen teilweise mehrfach 

überschritten hat (vgl. BGE 120 IV 333 und BGE 122 IV 265). Ihre deliktische Tä-

tigkeit zog sich dabei über einen relativ langen Zeitraum vom Winter 2008 bis Au-

gust 2012 hin, wobei sie sich mit unterschiedlicher Intensität dem Drogenhandel 

widmete.  

So handelte sie zunächst zum Teil mit Kleinstmengen und stand über einen Zeit-

raum vom Winter 2008 bis März 2010 in direktem Kontakt mit ca. 8 Konsumenten, 

wobei sie mit Unterbrüchen in rund 14 Monaten über 130 Handlungen vornahm 

und ca. 100 Gramm Kokaingemisch verkaufte (Anklageziffer 1). Später vermittelte 

und verkaufte sie bzw. traf Anstalten dazu im 50 bis 100 Gramm Bereich (Ankla-

geziffern 2 bis 7). Diese deutliche Steigerung in den Mengen pro Geschäft belegt, 

dass sie, entgegen den Vorbringen der Verteidigung (Urk. 60 S. 5), nicht auf der 

untersten Hierarchiestufe im Drogenhandel tätigt war, sondern – wie die Vorin-

stanz zu Recht festhielt – relativ selbstbestimmt ihren Beitrag steuern konnte. 

Selbst bei einem Aufenthalt in ihrem Heimatland vermittelte sie weiter Drogen in 

der Schweiz (Vorgang 24). Sie war somit keineswegs eine untergeordnete Be-

fehlsempfängerin. Ihr Vorgehen war dabei durchaus professionell, wie sich aus 

den verklausuliert geführten Telefongesprächen ergibt und was sich auch darin 

-   8   - 

spiegelt, dass sie die Drogen nach Möglichkeit bei anderen bunkerte (Vorgang 58, 

Urk. HD 1/2 S. 10, Anklageziffer 7).  

Der Umstand, dass sie dann auch noch wiederholt ihre Wohnung als Empfangsort 

für die von ihrem Cousin eingeführten Drogen zur Verfügung stellte (Anklagezif-

fer 8), belegt letztlich ihre Bereitschaft, auch den Drogenhandel in grossem Stil zu 

unterstützen. Sie hätte dies auch verweigern können. Dieser damit zum Ausdruck 

kommende deliktische Wille wirkt sich erheblich verschuldenserhöhend aus. Mit 

der Vorinstanz ist indessen hier von einer eher hierarchisch untergeordneten, we-

nig selbstbestimmten Rolle auszugehen, scheint doch der Mitbeschuldigte Cousin 

C._____ die treibende Kraft hinter der Drogeneinfuhr zu sein.  

Insgesamt ist in objektiver Hinsicht von einer nicht mehr leichten Tatschwere aus-

zugehen. 

5.2. In subjektiver Hinsicht handelte die Beschuldigte direktvorsätzlich. Sie ist 

selbst – im Gegensatz zu ihrer Mutter – nicht drogensüchtig. Sie handelte aus rein 

finanziellem Interesse. Dabei fällt weiter in Betracht, dass sie im fraglichen Zeit-

raum teilweise von der Sozialhilfe unterstützt wurde und sich somit nicht in einer 

eigentlichen Notlage befand. Indessen ist ihr zugute zu halten, dass sie den fi-

nanziellen Gewinn nicht in Luxuskonsum umsetzte, sondern ihren 2008 gebore-

nen Sohn, der in ihrem Heimatland lebt und mit gesundheitlichen Schwierigkeiten 

zu kämpfen hat, unterstützte. Der Verteidigung ist dahingehend zuzustimmen, 

dass die Höhe der ihr für ihre Mitwirkung bei den Drogentransporten im Auftrag 

von C._____ (Anklageziffer 8) versprochenen Entschädigung unklar ist (Urk. 60 

S. 3 f.), aber es steht fest, dass sie eine finanzielle Entschädigung erwartete. Ihre 

Hemmschwelle, sich im Drogenhandel zu betätigen, wurde wohl durch das famili-

äre Umfeld (Kokainkonsum der Mutter, Handelsaktivitäten der Cousins) etwas 

herabgesetzt, was sich allerdings nur unwesentlich verschuldensrelativierend 

auswirken kann, da bei ihr das Unrechtsbewusstsein vollständig intakt war (vgl. 

z.B. ND1 9/8). Insgesamt vermag die subjektive Tatschwere das objektive Tatver-

schulden insgesamt nur leicht zu mindern. 

 

-   9   - 

5.3. Die hypothetische Einsatzstrafe ist auf 3 Jahre festzulegen. 

6.1. Hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse ist festzuhalten, dass die Beschul-

digte in der dominikanischen Republik geboren wurde und bis zu ihrem dritten Al-

tersjahr bei ihrer Mutter verbrachte. Danach lebte sie bis zum zwölften Lebensjahr 

bei der Cousine ihrer Mutter, weil letztere in die Schweiz gezogen war. Ihre Ge-

schwister kamen ca. 1992 und 1994 in die Schweiz, die Beschuldigte selbst im 

Jahr 1996. Sie besuchte die Oberschule und machte danach keine Lehre. Sie ar-

beitete in verschiedenen Restaurants im Service und auch als Bar-Mädchen. Seit 

2008 bis zu ihrer Inhaftierung war sie arbeitslos (Prot. II S. 7).  

Bis zum Alter von 19 Jahren wohnte sie bei ihrer Mutter. Ihre erste Ehe mit 

D._____ dauerte von 2003 /2004 bis 2005, wobei der Ehemann die ganze Zeit in 

der dominikanischen Republik verblieb. Diese Ehe blieb kinderlos. Seit dem Jahr 

2003 lebte die Beschuldigte sodann in Winterthur mit ihrem Freund E._____ zu-

sammen, mit welchem sie eine gemeinsame Tochter, F._____, geb. tt.mm.2005, 

hat. Als die Tochter 1 ½ Jahre alt war, trennten sie sich. Sie würden sich nun das 

Sorgerecht zu 50 % teilen und am Wochenende sei das Kind bei ihr und unter der 

Woche beim Vater. Ihr zweites Kind, G._____, geb. tt.mm.2008, lebt bei ihren 

Cousinen in der dominikanischen Republik, wo es auch geboren wurde. Es sei 

bereits mit 32 Wochen als Frühgeburt auf die Welt gekommen, als sie dort in den 

Ferien weilte. Mit dem Vater des Kindes, ein Asylbewerber in der Schweiz, hatte 

sie nur während den ersten vier Schwangerschaftsmonaten bzw. bis zum ersten 

Lebensjahr Kontakt. Diesen Sohn unterstützt sie mit Fr. 100.– bis 150.– monat-

lich. Am 18. Februar 2012 heiratete sie H._____, der ebenfalls in der dominikani-

schen Republik lebt. Mit ihm hat sie zwei gemeinsame Kinder (I._____, geb. 

tt.mm.2009 und J._____, geb. tt.mm.2011). Diese beiden Töchter lebten zunächst 

mit ihr in der Schweiz und seit dem 17. Juli 2013 nunmehr beim Vater in der do-

minikanischen Republik (Prot. II S. 8). 

Was die finanziellen Verhältnisse angeht, so erhielt sie vor der Inhaftierung vom 

Sozialamt Winterthur wöchentlich Fr. 423.– für Essen und Kleider für sich und die 

beiden Töchter, wobei die Miete und Krankenkasse direkt vom Sozialamt bezahlt 

wurden. Vermögen hat sie keines und Schulden beim Stadtwerk Winterthur. Wei-

-   10   - 

tere Schulden hat sie nicht (Urk. HD 15/1, Urk. HD 15/9 und Urk. HD 35 S. 2 ff.). 

Heute hat die Beschuldigte ausgeführt, ihre Schulden würden ca. Fr. 8'000.– be-

tragen und sie mache eine Anlehre in der Gefängniswäscherei (Prot. II S. 7 f.). 

Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse der Beschuldigten erweisen sich 

zwar als schwierig Sie wurde auch bereits in relativ jungen Jahren Mutter zweier 

unehelicher Kinder und ihre finanzielle Situation ist nicht rosig. Indessen wirken 

sich diese Umstände, wie die Vorinstanz zu Recht festgehalten hat, nicht auf die 

Strafzumessung aus. Dass ihr durch die Haft der normale Kontakt als Mutter zu 

ihren Kindern verunmöglicht wird, stellt für sie sicher eine seelische Belastung 

dar; indessen nahm sie dieses Risiko mit ihrer Delinquenz bewusst auf sich. Die-

ses Schicksal trifft jeden Täter, der Kinder hat. Abgesehen davon sind ihre Kinder 

bei einem Elternteil oder Verwandten untergebracht. Ein rechtlich relevante Straf-

empfindlichkeit ist zu verneinen.  

6.2. Die Beschuldigte wurde mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur vom 

19. September 2007 wegen Betäubungsmittelhandels zu 14 Monaten Freiheits-

strafe verurteilt, wobei der Vollzug aufgeschoben wurde und die Probezeit auf 2 

Jahre angesetzt worden ist (Urk. 53). Sie verbrachte damals 2 Tage in Untersu-

chungshaft. Diese Vorstrafe wirkt sich deutlich straferhöhend aus, wobei der An-

satz der Vorinstanz um einen Viertel etwas hoch erscheint. Vielmehr ist diese 

Vorstrafe mit rund einem Zehntel zu gewichten. 

6.3. Hingegen hat die Vorinstanz zu Recht eine weitere deutliche Straferhöhung 

vorgenommen für das Handeln während laufender Probezeit betreffend die Taten 

gemäss Anklageziffer 1 (Verkaufshandlungen zwischen Winter 2008 und dem 

23. August 2009 sowie zwischen dem 9.September 2009 und dem 19. September 

2009) und insbesondere für das Delinquieren während laufender Untersuchung 

und v.a. nach einer knapp viermonatigen Untersuchungshaft. Für dieses dreiste 

Verhalten erweist sich eine Erhöhung der Strafe um rund 10 Monate als ange-

messen. 

6.4. Die Einsatzstrafe ist deshalb auf insgesamt 50 Monate zu erhöhen. 

-   11   - 

6.5. Was das Nachtatverhalten angeht, so zeigte sich die Beschuldigte von Anbe-

ginn der Untersuchung an weitgehend geständig und es kann auf die zutreffenden 

Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 50 S. 40). Weitere Straf-

minderungsgründe sind nicht ersichtlich. Von einer eigentlichen Reue, die über 

ein Lippenbekenntnis hinausgeht, kann entgegen der Ansicht der Verteidigung 

(Prot. II S. 11) nicht gesprochen werden. Insgesamt ist die Einsatzstrafe um 10 

Monate zu ermässigen. 

7. Unter Berücksichtigung aller wesentlicher Strafzumessungsgründe erweist sich 

eine Freiheitsstrafe von 40 Monaten als angemessen. Der Anrechnung von 686 

Tagen erstandener Haft und vorzeitigem Strafantritt steht nichts entgegen. 

8. Der bedingte oder teilbedingte Strafvollzug ist bei diesem Strafmass ausge-

schlossen. 

III. 

In Berufungsverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Ob-

siegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Beschuldigte obsiegt mit 

ihrem Antrag. Ausgangsgemäss sind daher die Kosten des Berufungsverfahrens, 

einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, 

vom 23. September 2013, bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 

4-7 (Entscheid über Beschlagnahmungen und Sicherstellungen) sowie 8-10 

(Kostendispositiv) in Rechtskraft erwachsen ist. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

-   12   - 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigte wird bestraft mit 40 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 686 

Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvoll-

zug erstanden sind. 

2. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen. 

3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'933.50   amtliche Verteidigung 

 
4. Die Kosten des Berufungsverfahrens einschliesslich derjenigen der amtli-

chen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen.  

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich  
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste   

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden desder 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich  
− die Bundesanwaltschaft  
− das Bundesamt für Polizei, fedpol 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und 

Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  

-   13   - 

− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 
Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten. 

6. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 18. März 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic.iur. Spiess 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic.iur. Hafner 
 

 
 

 
 

	Urteil vom 18. März 2014
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	- Nokia, Modell E71, inkl. SIM-Karte (Asservat-Nr. …);
	- Nokia, Modell 1110 (Asservat-Nr. …);
	- Samsung schwarz (Asservat-Nr. …);
	- IPhone Apple schwarz (Asservat-Nr. …).

	7. Die folgenden, mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 11. März 2010 und der Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vom 17. Oktober 2012 und 17. Mai 2013 beschlagnahmten Gegenstände werden eingezogen und der Lagerbehörde z...
	- 1 Socke mit BM-Rückständen (Sachkautions-Nr. …);
	- 1 Patrone 9mm Para; (Sachkautions-Nr. …);
	- 4 Quittungen … Bar, Winterthur (Sachkautions-Nr. …);
	- 1 Patrone in Schächtelchen (Sachkautions-Nr. …).

	8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung sowie der Dolmetscherkosten, werden der Beschuldigten auferlegt.
	10. Die amtliche Verteidigung wird mit Fr. 23'393.– (inkl. MwSt.) entschädigt. Diese Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen; vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO.
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	2. Die Vorinstanz hat den Strafrahmen korrekt abgesteckt und die gesetzlichen Zumessungsregeln zutreffend aufgeführt (Urk. 50 S. 34-36).
	5.1. Was nun die Beschuldigte betrifft, so wiegt das Tatverschulden in objektiver Hinsicht im Rahmen des schweren Falles im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 BetmG als nicht mehr leicht. Sie handelte mit rund 2.3 Kilogramm Kokaingemisch bzw. mit rund 670 Gram...
	So handelte sie zunächst zum Teil mit Kleinstmengen und stand über einen Zeitraum vom Winter 2008 bis März 2010 in direktem Kontakt mit ca. 8 Konsumenten, wobei sie mit Unterbrüchen in rund 14 Monaten über 130 Handlungen vornahm und ca. 100 Gramm Koka...
	Der Umstand, dass sie dann auch noch wiederholt ihre Wohnung als Empfangsort für die von ihrem Cousin eingeführten Drogen zur Verfügung stellte (Anklageziffer 8), belegt letztlich ihre Bereitschaft, auch den Drogenhandel in grossem Stil zu unterstütze...
	Insgesamt ist in objektiver Hinsicht von einer nicht mehr leichten Tatschwere auszugehen.

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 3. Abteilung, vom 23. September 2013, bezüglich der Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 4-7 (Entscheid über Beschlagnahmungen und Sicherstellungen) sowie 8-10 (Kostendispositiv) in R...
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte wird bestraft mit 40 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 686 Tage durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft sowie vorzeitigen Strafvollzug erstanden sind.
	2. Die Freiheitsstrafe wird vollzogen.
	3. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	4. Die Kosten des Berufungsverfahrens einschliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen.
	5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden desder Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich
	 die Bundesanwaltschaft
	 das Bundesamt für Polizei, fedpol
	 die Vorinstanz
	 den Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten.

	6. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.