# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d91f7215-e57b-5179-aea6-8cc851af91f6
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1996-05-24
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 24.05.1996 JAAC 60.93
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_010_JAAC-60-93--_1996-05-24.pdf

## Full Text

JAAC 60.93

Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für
Radio und Fernsehen vom 24. Mai 1996; b.318

Art. 63 al. 1er LRTV. Aucune qualité pour agir des personnes morales.

- Contrairement à l’ancien droit, la LRTV ne prévoit plus la qualité
pour agir des personnes morales. Seules les personnes physiques sont
habilitées à déposer plainte.

- Lorsqu’une personne morale se fait représenter par un avocat, il n’y
a pas lieu de lui accorder un délai supplémentaire pour déposer les
signatures requises pour agir par voie populaire.

Art. 63 Abs. 1 RTVG. Keine Beschwerdelegitimation von juristischen
Personen.

- Im Unterschied zum alten Recht sieht das RTVG die
Beschwerdelegitimation von juristischen Personen nicht mehr vor.
Beschwerdeberechtigt sind ausschliesslich natürliche Personen.

- Wird eine juristische Person von einem praktizierenden Anwalt
vertreten, ist die Einräumung einer Nachfrist zur Einreichung der für
eine Popularbeschwerde nötigen Unterschriften nicht angezeigt.

Art. 63 cpv. 1 LRTV. Nessuna legittimazione ricorsuale delle persone
giuridiche.

- Diversamente dalla legislazione anteriore, la LRTV non prevede più
la legittimazione a ricorrere per persone giuridiche, bensì soltanto per
persone fisiche.

- Se una persona giuridica è rappresentata da un avvocato praticante,
non è prevista la concessione di un termine supplementare per
presentare le firme necessarie a interporre ricorso popolare.

1

2. (...)

Im nicht mehr geltenden Bundesbeschluss über die unabhängige
Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen vom 7. Oktober 1983 (BB UBI,
RS 784.45, AS 1984 153) waren «Vereinigungen» beschwerdebefugt, die
eine enge Beziehung zum Gegenstand einer oder mehrerer beanstandeter
Sendungen nachwiesen (vgl. Art. 14 Bst. c BB UBI; zum alten Recht: Martin
Dumermuth, Die Programmaufsicht bei Radio und Fernsehen in der Schweiz,
Basel / Frankfurt am Main 1992, S. 214 ff.). Dieses Beschwerderecht ist seit
dem Inkrafttreten des BG vom 21. Juni 1991 über Radio und Fernsehen (RTVG,
SR 784.40) vom 1. April 1992 dahingefallen (Leo Schürmann / Peter Nobel,
Medienrecht, 2. Aufl., Bern 1993, S. 204). Entsprechend steht juristischen
Personen keine Beschwerdebefugnis mehr zu; dies gilt auch dann, wenn sie
eine enge Beziehung zum Gegenstand einer Sendung aufweisen (VPB 60.92[2];
unveröffentlichte Entscheide der UBI [UBIE] b. 303 vom 1. Dezember 1995 i. S.
SSO; b. 295 vom 19. Mai 1995 i. S. P.; BGE 121 II 456 E. 2a).

3. Die Beschwerde erfüllt die dargelegten Legitimationsvoraussetzungen
nicht. Sie wird nicht von einer natürlichen Person geführt, die selber
Gegenstand der Sendung war oder eine enge Beziehung zum Gegenstand
der Sendung aufweist. Auch wird die Beschwerde nicht von mindestens
20 Personen mitunterzeichnet. Vielmehr wird die Beschwerde ausdrücklich
und ausschliesslich im Namen der «m... ag», einer juristischen Person, geführt.
Die «m... ag» betrachtet sich denn auch explizit als beschwerdelegitimiert. Wie
indes aufgezeigt (vgl. E. 2 hiervor), sind juristische Personen, auch wenn sie
Gegenstand einer Sendung sind, zur Beschwerde nicht zugelassen. Damit ist
auf die Beschwerde nicht einzutreten.

Daran kann auch der Umstand, wonach die UBI bei Laienbeschwerden
die beschwerdeführenden Personen auf die Umstände der
Legitimationsvoraussetzungen hinweist und ihnen - nach neuester Praxis
- Gelegenheit einräumt, 20 Unterschriften nachzureichen, nichts ändern. Die
Beschwerdeführerin ist durch einen praktizierenden Rechtsanwalt vertreten.
Gemäss ständiger Praxis der UBI und des Bundesgerichts darf von einem
Rechtsanwalt die Kenntnis des Gesetzes erwartet werden. Entsprechend sind
die Anforderungen an die Rechtsschrift eines Anwaltes strenger als jene an die
Eingabe eines Laien (unveröffentlicher UBIE b. 250 vom 25. September 1992
i. S. R., E. 5; BGE 109 Ia 226; 121 I 177). Weil sich die Beschwerdeführerin die
Handlungen ihres Rechtsvertreters anzurechnen hat, war somit in casu die
Einräumung einer Nachfrist nicht angezeigt.

[2] Vgl. oben S. 846.

2

https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003239.pdf?ID=150003239
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_121_II_456&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_109_Ia_226&resolve=1

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften

Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées

Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 60.93 - Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen

vom 24. Mai 1996; b.318

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1996
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Band 60
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Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.

Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.

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	Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen vom 24. Mai 1996; b.318