# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6655d355-0fc4-5802-ae7f-8785f7c55294
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-03-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.03.2012 D-993/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-993-2012_2012-03-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-993/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 .  M ä r z  2 0 1 2  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Contessina Theis, 

mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; 

Gerichtsschreiber Alfred Weber. 

   Parteien 
 

A._______, geboren am (…), 

Türkei, 

vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar, Rechtsberatung, (…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM),  

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

 

 

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  

(Dublin-Verfahren) 

Verfügung des BFM vom 3. Februar 2012 / N (…). 

 

 

D-993/2012 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, 

I. 

dass das damalige Bundesamt für Flüchtlinge (BFF) mit Verfügung vom 

30. März 1992 das Asylgesuch des Beschwerdeführers vom 30. Dezem-

ber 1991 abwies und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Voll-

zug anordnete, 

dass die damalige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) mit Urteil 

vom 30. November 1993 die gegen die Verfügung des BFF erhobene Be-

schwerde abwies, 

dass gemäss Vollzugs- und Erledigungsmeldung der zuständigen kanto-

nalen Behörde vom 28. April 1994 dem Beschwerdeführer aufgrund sei-

ner Heirat mit einer Schweizerbürgerin eine Aufenthaltsbewilligung erteilt 

wurde, 

dass gemäss Akten der Beschwerdeführer die Schweiz im Jahre 2001 

verliess, 

II. 

dass der Beschwerdeführer am 11. Dezember 2011 in der Schweiz um 

Asyl nachsuchte, 

dass er gemäss einer Abfrage der Eurodac-Datenbank durch das BFM 

am 13. Dezember 2011 am 3. März 2004 in Deutschland (Asylgesuch) 

daktyloskopisch erfasst worden war, 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen seiner Befragung zur Person und 

zu den Asylgründen vom 22. Dezember 2011 im Empfangs- und Verfah-

renszentrum (EVZ) B._______ unter anderem erklärte, er habe nach sei-

ner Rückkehr in die Türkei im Jahre 2001 das Land bis zur erneuten Aus-

reise im Jahre 2011 nicht mehr verlassen, 

dass ihm das BFM anlässlich der Befragung das rechtliche Gehör zum 

Eurodac-Ergebnis sowie zu einem bevorstehenden Nichteintretensent-

scheid sowie einer allfälligen Wegweisung nach Deutschland gewährte, 

D-993/2012 

Seite 3 

dass der Beschwerdeführer ausführte, es sei korrekt, wonach er in 

Deutschland am 3. März 2004 ein Asylgesuch gestellt habe, welches ab-

gelehnt worden und in Rechtskraft erwachsen sei, 

dass er nach eineinhalb Monaten selbständig auf dem Landweg in die 

Türkei zurückgekehrt sei, wobei es keine entsprechenden Beweise dafür 

geben würde, 

dass er hinsichtlich der Zuständigkeit Deutschlands für die Durchführung 

des Asylverfahrens und eines Nichteintretensentscheides durch das BFM 

auf eine Stellungnahme verzichte, 

dass das BFM die zuständigen deutschen Behörden am 9. Januar 2012 

im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Bst. e der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des 

Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren 

zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 

Drittstaatsangehörigen in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zu-

ständig ist (Dublin-II-VO), um Übernahme des Beschwerdeführers er-

suchte, 

dass die deutschen Behörden am 30. Januar 2012 das Übernahmeersu-

chen/Wiederaufnahmeersuchen vom 9. Januar 2012 guthiessen(vgl. Ak-

ten BFM B 26/2 und B 27/2), 

dass das BFM mit Verfügung vom 3. Februar 2012 – eröffnet am 13. Feb-

ruar 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes 

vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat, 

die Wegweisung aus der Schweiz nach Deutschland verfügte, den Be-

schwerdeführer aufforderte, die Schweiz spätestens am Tag nach Ablauf 

der Rechtsmittelfrist zu verlassen, feststellte, der Kanton C._______ sei 

verpflichtet, die Wegweisungsverfügung zu vollziehen und eine allfällige 

Beschwerde gegen die vorliegende Verfügung habe keine aufschiebende 

Wirkung, und dem Beschwerdeführer die editionspflichtigen Akten ge-

mäss Aktenverzeichnis aushändigte, 

dass das BFM zur Begründung unter anderem anführte, das Eurodac-

Ergebnis weise nach, dass der Beschwerdeführer am 3. März 2004 in 

Deutschland ein Asylgesuch eingereicht habe und widerlege somit seine 

Aussagen, wonach er seit seiner Rückkehr in die Türkei im Jahre 2001 

das Land bis im Jahre 2011 nie mehr verlassen habe, 

D-993/2012 

Seite 4 

dass er – konfrontiert mit dem Widerspruch – zunächst auf seinen Anga-

ben beharrt und erst auf Nachfrage diesen Sachverhaltsumstand bestä-

tigt habe, 

dass er Deutschland nach eineinhalb Monaten verlassen habe, um per 

Flugzeug in die Türkei zurückzukehren, ehe er sich selber korrigiert und 

angefügt habe, auf dem Landweg mit einem Bus aus Deutschland ausge-

reist zu sein, 

dass der Beschwerdeführer weder zur geltend gemachten Reise von 

Deutschland in die Türkei, noch zur Rückreise von der Türkei in die 

Schweiz, substanziierte Angaben gemacht oder Beweismittel eingereicht 

habe, 

dass davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer Deutschland 

und somit den Dublin-Raum seit seinem Asylgesuch nicht verlassen ha-

be, was durch die Gutheissung des Übernahmeersuchens durch die 

deutschen Behörden bestätigt werde, 

dass aufgrund der Gutheissung des Übernahmeersuchens gestützt auf 

Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin-II-VO somit bei Deutschland gemäss Abkom-

men vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen Eidgenossen-

schaft und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfah-

ren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines in ei-

nem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin-

Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]) die Zuständigkeit zur 

Durchführung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens liege, 

dass die Überstellung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder 

Verlängerung (Art. 19 f. Dublin-II-VO) – bis zum 1. August 2012 zu erfol-

gen habe, 

dass auf das Asylgesuch somit nicht einzutreten sei  

dass, da der Beschwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er 

Schutz vor Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, das 

Non-Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaats 

nicht zu prüfen sei, und keine Hinwiese auf eine Verletzung von Art. 3 der 

Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 

und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) im Falle einer Rückkehr nach 

Deutschland bestünden, 

D-993/2012 

Seite 5 

dass weder die in Deutschland herrschende Situation noch andere Grün-

de gegen die Zumutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat sprechen 

würden, 

dass der Beschwerdeführer im Rahmen des ihm dazu am 22. Dezember 

2011 gewährten rechtlichen Gehörs auf eine Stellungnahme verzichtet 

aber noch hinzugefügt habe, dass er in der Schweiz Zuflucht gesucht ha-

be, 

dass Deutschland die Richtlinie 2003/9/EG des Rates vom 27. Januar 

2003 (sogenannte Aufnahmerichtlinie), welche zahlreiche Mindestnormen 

für die Aufnahme und Betreuung von Asylsuchenden beinhalte, ohne Be-

anstandungen von Seiten der Europäischen Kommission umgesetzt ha-

be, 

dass Deutschland ein Rechtstaat mit funktionierenden polizeilichen Be-

hörden sei und sich der Beschwerdeführer an die zuständigen Behörden 

wenden könne, falls er Schutz oder sonstige Unterstützung benötigen 

sollte,  

dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei,  

dass der Beschwerdeführer durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe 

vom 20. Februar 2012 (Poststempel) gegen diese Verfügung unter Kos-

ten und Entschädigungsfolge beim Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

de erhob und beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben 

und dem Beschwerdeführer sei Asyl zu gewähren, 

dass eventualiter die Unzulässigkeit allenfalls die Unzumutbarkeit der 

Wegweisung festzustellen sei, und  dem Beschwerdeführer als Folge da-

von, von Amtes wegen die vorläufige Aufnahme zu gewähren sei, 

dass die Vollzugsbehörden mittels vorsorglicher Massnahmen anzuhalten 

seien, von allfälligen Vollzugshandlungen abzusehen, 

dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zu erteilen und auf die Er-

hebung eines Verfahrenskostenvorschusses zu verzichten sei, 

dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten zu verweisen und – so-

weit entscheidwesentlich – nachfolgend darauf einzugehen ist, 

D-993/2012 

Seite 6 

dass die vorinstanzlichen Akten am 23. Februar 2012 beim Bundesver-

waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht im Bereich des Asyls endgültig über 

Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 

20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, 

SR 172.021]) des BFM entscheidet, ausser bei Vorliegen eines Ausliefe-

rungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsge-

richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), 

dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht 

vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist, wes-

halb – unter Vorbehalt der nachstehenden Ausführungen – auf die frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 

AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie 

Art. 52 VwVG), 

dass mit Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige oder 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und die 

Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten 

Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich vorliegend 

– wie nachfolgend aufgezeigt – um eine solche handelt, weshalb der Be-

schwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

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Seite 7 

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 

das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 32-35 AsylG), die Beurteilungskompetenz der Beschwerdein-

stanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu 

Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, 

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintre-

tensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiel-

len Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache 

zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entschei-

dungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 

[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), 

dass nach dem Gesagten auf das Begehren um Gewährung von Asyl 

nicht einzutreten ist, 

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs indes 

materiell geprüft hat, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüg-

lich grundsätzlich volle Kognition zukommt, wobei sich diese Fragen – na-

mentlich diejenigen hinsichtlich des Bestehens von Vollzugshindernissen 

(Durchführbarkeit der Überstellung an den zuständigen Staat) – in den 

Dublin-Verfahren bereits vor Erlass des Nichteintretensentscheids stellen 

(vgl. BVGE 2010/45 E. 10.2), 

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist 

(Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), 

dass sich die vorinstanzlichen Erwägungen aufgrund der Überprüfung der 

Akten als zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholun-

gen vorab auf die nicht zu beanstandenden Ausführungen des BFM in der 

angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,  

dass die deutschen Behörden dem Ersuchen des BFM um Rückübernah-

me des Beschwerdeführers gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. e Dublin-II-VO 

(Wiederaufnahmepflicht und Zuständigkeit jenes Landes, das bereits ab-

schlägig über einen Asylantrag entschieden hat) am 30. Januar 2012 aus-

drücklich zugestimmt haben und mithin Deutschland für die Durchführung 

des Asyl- und Wegweisungsverfahren zuständig ist, 

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Seite 8 

dass in der Rechtsmitteleingabe unter Verweis auf Protokollstellen der 

Befragung im EVZ vorgebracht wird, dass der Beschwerdeführer – entge-

gen der Behauptung des BFM – tatsächlich freiwillig von Deutschland in 

die Türkei zurückgekehrt sei, 

dass der Beschwerdeführer seine Ex-Frau und eine Tochter in der 

Schweiz habe und somit vorliegend aufgrund der engen Verwandtschaft 

(Vater-Tochter) von einer Familienzusammengehörigkeit ausgegangen 

werden müsse, womit nicht Deutschland, sondern die Schweiz für die Be-

handlung des Asylverfahrens zuständig sei, 

dass gemäss Art. 34 Abs. 3 Bst. a AsylG die Bestimmung von Abs. 2 des-

selben Artikels keine Anwendung finde, wenn Personen, zu denen die 

asylsuchende Person enge Beziehungen habe, oder nahe Angehörige in 

der Schweiz leben, 

dass diese Einwände an der Zuständigkeit Deutschlands für die Durch-

führung des Asylverfahrens aber nichts ändern und auch keinen Anlass 

zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der Schweiz (Art. 3 Abs. 2 Dublin-

II-Verordnung, Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

über Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]) begründen, 

dass die Ausführungen zum Aufenthaltsort nach Ablehnung des Asylge-

suchs in Deutschland unerheblich sind, da Deutschland einer Rücküber-

nahme des Beschwerdeführers zugestimmt hat, 

dass in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen ist, dass es grund-

sätzlich nicht die Sache der asylsuchenden Person ist, den für ihr Asyl-

verfahren zuständigen Staat selber zu bestimmen, sondern die Bestim-

mung des für sie zuständigen Staates alleine den beteiligten Dublin-Ver-

tragsstaaten obliegt (vgl. dazu CHRISTIAN FILZWIESER/ANDREA SPRUNG, 

Dublin II-Verordnung, 3. Aufl., Wien/Graz 2010, K10 zu Art. 19),  

dass der Beschwerdeführer zu seiner Tochter in der Schweiz (offensicht-

lich) seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr hat (Akte BFM B 8 S. 5  

und 6),  

dass der Beschwerdeführer daher aus dem blossen Verwandtschaftsver-

hältnis zur Tochter für das vorliegende Verfahren aus Art. 2 Bst. i Dublin-

II-VO respektive Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950 zum 

Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) 

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Seite 9 

nichts zu seinen Gunsten ableiten kann (vgl. in diesem Zusammenhang 

auch BVGE 2009/8 mit weiteren Hinweisen), 

dass der Verweis auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  

(E-1574/2010 E. 5.3), dem ausserdem eine nicht vergleichbare Konstella-

tion wie vorliegendenfalls zugrunde lag, fehl geht,  

dass es sich gleichermassen mit der Anrufung von Art. 34 Abs. 3 Bst. a 

AsylG verhält, ist doch diese Bestimmung bei der Durchführung von Dub-

lin-Verfahren (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG) gerade ausgenommen,  

dass auch sonst keine Gründe zur Ausübung des Selbsteintrittsrechts der 

Schweiz ersichtlich sind, zumal Deutschland Signatarstaat des Abkom-

mens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30), der EMRK und des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, und sich aus den Ak-

ten keine konkreten Hinweise ergeben, wonach Deutschland sich nicht an 

die daraus resultierenden massgebenden völkerrechtlichen Bestimmun-

gen, insbesondere an das Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen 

Normen der EMRK, halten würde, 

dass das BFM demzufolge zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 

Bst. d AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetre-

ten ist, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbewilli-

gung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen be-

steht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im 

Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und zu bestätigen ist,  

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-

stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständigen 

Mitgliedstaat handelt, systembedingt kein Raum bleibt für Ersatzmass-

nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs. 1-4 des 

Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und 

Ausländer [AuG, SR 142.20]),  

dass die Prüfung von allfälligen Wegweisungshindernissen vielmehr be-

reits im Rahmen des Nichteintretensentscheides selber stattzufinden hat 

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Seite 10 

(vgl. vorgehende Erwägungen), namentlich unter dem Blickwinkel der 

Souveränitätsklausel von Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO, zu deren Anwendung 

jedoch vorliegend keine Veranlassung besteht,  

dass der vom Bundesamt verfügte Wegweisungsvollzug nach Deutsch-

land demnach zu bestätigen ist, 

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 

inwiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unan-

gemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde – soweit darauf 

einzutreten – abzuweisen ist,  

dass der Antrag auf Anordnung vorsorglicher Massnahmen durch das 

Bundesverwaltungsgericht – solche können nur für die Dauer des Be-

schwerdeverfahrens Wirkung entfalten – und die Gesuche um Gewäh-

rung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und Verzicht auf 

die Erhebung eines Verfahrenskostenvorschusses aufgrund des direk-

ten Entscheids in der Hauptsache gegenstandslos geworden sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– 

(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Ent-

schädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 

VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-993/2012 

Seite 11 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.   

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer auf-

erlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Guns-

ten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die zuständi-

ge kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Contessina Theis Alfred Weber 

 

 

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