# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fa7196df-79a6-5468-b0d7-293387b5c889
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-02-19
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 19.02.2021 I 2020 73
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2020-73_2021-02-19.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2020 73

Entscheid vom 19. Februar 2021 

Besetzung lic.iur. Gion Tomaschett, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Tanja Marty, a.o. Gerichtsschreiberin

Parteien A.________,
Beschwerdeführer,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________,

gegen

IV-Stelle Schwyz, Rechtsdienst, Postfach 53, 6431 Schwyz,
Vorinstanz,

Gegenstand Invalidenversicherung (Leistungen)

2

Sachverhalt:

A. A.________ (geb. ____1969, von Bosnien und Herzegowina, verheiratet 
und Vater von 2 nun erwachsenen Söhnen) reiste am _________ 1992 in die 
Schweiz ein (IV-act. 25). Seit August 2001 arbeitete er als Betriebsmitarbeiter für 
die C.________ (bzw. ab 1. Juli 2004 D.________, IV-act. 6). 

Am 21. September 2004 meldete sich A.________ bei der IV-Stelle Schwyz zum 
Bezug von IV-Leistungen an. Seine gesundheitlichen Beeinträchtigungen um-
schrieb er mit Rücken-, Bauch- und Gelenksbeschwerden sowie Nervenprobleme 
(vgl. IV-act. 1). Die IV-Stelle veranlasste eine interdisziplinäre Begutachtung 
durch das E.________ (E.________, F.________). Gestützt auf das Gutachten 
vom 7. Juni 2006 (IV-act. 15) verfügte die IV-Stelle Schwyz am 26. September 
2006, dass das Leistungsbegehren abgewiesen werde (IV-act. 20). 

B. Am 29. Juni 2007 ging bei der IV-Stelle eine neue IV-Anmeldung ein (vgl. 
IV-act. 23), nachdem sich A.________ vom 27. März 2007 bis zum 27. Juni 2007 
in der Psychiatrischen Klinik G.________ aufgehalten hatte (IV-act. 31; zweite 
Hospitalisation vom 27.9.2007 bis 3.12.2007, vgl. IV-act. 45). 

Mit Verfügung vom 16. Oktober 2007 ist die IV-Stelle auf das neue Leistungsbe-
gehren nicht eingetreten (IV-act. 33). Dagegen beschwerte sich A.________ 
beim Verwaltungsgericht, worauf die IV-Stelle am 5. Februar 2008 die angefoch-
tene Verfügung widerrufen hat (IV-act. 37) und das Verwaltungsgericht mit Ent-
scheid vom 7. Februar 2008 das gegenstandslos gewordene Beschwerdeverfah-
ren am Protokoll abschreiben konnte (VGE I 2007 287 vom 7.2.2008 = IV-act. 
38). 

C. Am 25. Juli 2009 erstattete Dr.med. H.________ (FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, F.________) der IV-Stelle ein versicherungspsychiatrisches 
Gutachten (IV-act. 53). Gestützt darauf verfügte die IV-Stelle am 22. Oktober 
2009 sinngemäss, dass keine relevante Verschlechterung des Gesundheitszu-
standes vorliege und kein Anspruch auf IV-Leistungen bestehe (IV-act. 63). Eine 
dagegen erhobene Beschwerde hat das Verwaltungsgericht mit Entscheid VGE I 
2009 163 vom 5. Februar 2010 abgewiesen (IV-act. 69).

D. Vom 18. Mai 2012 bis 4. Juli 2012 war A.________ wieder in der Klinik 
G.________ hospitalisiert (IV-act. 83). 

Am 13. März 2013 folgte wiederum ein Gesuch um Abklärung eines Rentenan-
spruchs (IV-act. 76). Der RAD-Psychiater Dr.med. I.________ verfasste am 27. 
August 2013 ein psychiatrisches Konsilium (IV-act. 81). Daraufhin wurde ein 
psychiatrisches Gutachten von Prof. Dr.med. J.________ (Facharzt Psychiatrie/ 

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Psychotherapie und Neurologie, Leitender Arzt der Universitären Psychiatrischen 
Kliniken K.________) und von Dr.med. L.________ (Oberärztin/ Fachärztin 
Psychiatrie u. Psychotherapie/ zertif. Gutachterin SIM) eingeholt, welches am 20. 
März 2015 bei der IV-Stelle einging (IV-act. 100). Dazu nahm der RAD-
Psychiater Dr.med. I.________ am 1. September 2015 Stellung (IV-act. 101). Am 
7. Oktober 2015 eröffnete die IV-Stelle ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren und 
forderte A.________ auf, eine leitliniengerechte psychiatrische Behandlung der 
depressiven Episode, der Somatisierungsstörung und auch der posttraumati-
schen Belastungsstörung aufzunehmen (IV-act. 104). Mit Schreiben vom 2. No-
vember 2015 erklärte A.________, uneingeschränkt mitzuwirken und die betref-
fenden Auflagen zu erfüllen (IV-act. 105). 

E. In der Folge holte die IV-Stelle Unterlagen von verschiedenen Stellen ein 
(u.a. vom Bundesamt für Migration betreffend Flüchtlingsstatus; als Halter eines 
Motorfahrzeugs von der betreffenden Motorhaftpflichtversicherung; von der Kan-
tonspolizei etc., vgl. Fremdakten). 

Am 3. Januar 2018 nahm Dr.med.univ. Dr.phil. M.________ (RAD Zentral-
schweiz) zur medizinischen Aktenlage Stellung (IV-act. 113). Am 21. Februar 
2018 führte der RAD-Arzt Dr.med. N.________ (orthopäd. Chirurgie und Trauma-
tologie des Bewegungsapparates) mit A.________ ein medizinisches Standort-
Gespräch durch (IV-act. 115). Am 22. Juni 2018 teilte die IV-Stelle mit, dass eine 
weitere medizinische Abklärung notwendig sei (IV-act. 116). Am 25. Oktober 
2018 erstattete das O.________ (O.________, Universität F.________) ein Gut-
achten (in welchem es sinngemäss u.a. darum ging, ob hinsichtlich der geltend 
gemachten Foltererlebnisse im Krieg in Bosnien entsprechende Folgen/ Narben 
feststellbar seien, vgl. IV-act. 120). Dazu nahm Dr.med.univ. Dr.phil. M.________ 
am 30. November 2018 Stellung und empfahl Rückfragen an die Gutachterstelle 
zur Beantwortung von Ergänzungsfragen (IV-act. 121). Am 18. März 2019 folgte 
das O.________-Ergänzungsgutachten (IV-act. 124).

F. Am 27. März 2019 erachtete die IV-Stelle die Durchführung einer weiteren 
medizinischen Untersuchung als notwendig (IV-act. 126). Am 18. März 2020 ging 
das Gutachten von Dr.med. P.________ (Psychiatrie und Psychotherapie FMH/ 
zertif. med. Gutachter SIM) und lic.phil. Q.________ (Fachpsychologe für Neuro-
psychologie FSP/ zertif. neuropsychol. Gutachter SIM, F.________) ein (IV-act. 
140). Bei einer am 20. April 2020 erfolgten Prüfung des bidisziplinären Gutach-
tens gelangte der RAD-Psychiater Dr.med. R.________ zum Ergebnis, dass den 
Gutachtern ergänzende Rückfragen zu unterbreiten seien (IV-act. 142). Die ent-
sprechende Antwort folgte am 15. Mai 2020 (IV-act. 144). 

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Mit Vorbescheid vom 29. Mai 2020 kündigte die IV-Stelle an, das Leistungs-
begehren abzuweisen (IV-act. 146). Am gleichen Ergebnis hielt die IV-Stelle mit 
Verfügung vom 19. August 2020 fest. 

G. Dagegen liess A.________ rechtzeitig am 11. September 2020 beim Ver-
waltungsgericht Beschwerde erheben mit den folgenden Rechtsbegehren:

1. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Schwyz vom 19. August 2020 sei 
dahingehend abzuändern, dass dem Beschwerdeführer eine Invalidenrente 
zusteht.

2. Eventualiter sei die Sache in Aufhebung der angefochtenen Verfügung der IV-
Stelle Schwyz vom 19. August 2020 zu ergänzenden Abklärungen an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen oder das Gericht habe selber 
ergänzende Abklärungen anzuordnen.

3. Dem Beschwerdeführer sei die unentgeltliche Rechtspflege sowie die 
unentgeltliche Rechtsvertretung in der Person des Unterzeichneten zu 
gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin.

H. Mit Vernehmlassung vom 13. November 2020 beantragte die IV-Stelle, die 
Beschwerde sei abzuweisen. In der Replik vom 14. Dezember 2020 hielt der Be-
schwerdeführer an seinen Anträgen gemäss seiner Beschwerde fest. Die Duplik 
der IV-Stelle datiert vom 28. Januar 2021. Eine letzte Eingabe des Beschwerde-
führers folgte am 12. Februar 2021.

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.1 Im vorliegenden Fall verhält es sich so, dass das Verwaltungsgericht im 
Entscheid I 2009 163 vom 5. Februar 2010 materiell geprüft hat, ob der Be-
schwerdeführer einen IV-Rentenanspruch hat, was verneint wurde (IV-act. 69). 
Am 13. März 2013 ging bei der IV-Stelle ein weiteres Leistungsbegehren des 
gleichen Versicherten ein (IV-act. 76). In einer solchen Konstellation hängt die 
Beantwortung der Fragestellung, ob und inwiefern ungeachtet des erwähnten 
Gerichtsentscheids Anspruch auf IV-Rentenleistungen besteht, grundsätzlich da-
von ab, ob eine anspruchsbegründende Veränderung stattgefunden hat (sei es 
hinsichtlich des Gesundheitszustandes, sei es hinsichtlich der erwerblichen Aus-
wirkung), wobei die Grundsätze zur Rentenrevision analog Anwendung finden 
(vgl. BGE 133 V 108, v.a. Erw. 5.2). Darauf wurde in der vorliegenden Be-
schwerde (S. 8) zutreffend hingewiesen.

1.2 Ändert sich der Grad der Invalidität eines Rentenbezügers erheblich, so 
wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 
entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 
Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

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SR 830.1] vom 6.10.2000). Anlass zur Revision von Invalidenrenten gibt jede 
Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 
Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. BGE 130 V 
343 Erw. 3.5).

1.3 Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 
des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 
eingetreten ist, dient die letzte rechtskräftige Verfügung bzw. Entscheidung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer 
Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines 
Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den 
erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 9C_382/2018 vom 21.1.2019 Erw. 2 mit Verweis auf BGE 133 V 
108). 

1.4 Hier bildet der Entscheid VGE I 2009 163 vom 5. Februar 2010 mit der 
darin enthaltenen Ablehnung eines Rentenanspruchs grundsätzlich 
Ausgangspunkt für die Fragestellung, ob zwischenzeitlich eine 
anspruchserhebliche Änderung eingetreten ist (oder nicht).

1.5 Im Übrigen wurden bereits im erwähnten Gerichtsentscheid die 
Bestimmungen und Regelungen, welche für einen Rentenanspruch von 
Bedeutung sind, im Einzelnen dargelegt. Es kann darauf verwiesen werden, 
ohne dass diese Ausführungen hier zu wiederholen wären.

1.6.1  Ergänzend ist festzuhalten, dass in der Rechtsprechung die Aufgaben von 
Rechtsanwender und Arztperson im Rahmen der Invaliditätsbemessung seit je-
her wie folgt verteilt worden sind: Sache des (begutachtenden) Mediziners ist es 
erstens, den Gesundheitszustand zu beurteilen und wenn nötig seine Entwick-
lung im Laufe der Zeit zu beschreiben, d.h. mit den Mitteln fachgerechter ärztli-
cher Untersuchung unter Berücksichtigung der subjektiven Beschwerden die Be-
funde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose zu stellen. Hiermit erfüllt der 
Sachverständige seine genuine Aufgabe, wofür die Verwaltung und im Streitfall 
Gerichte nicht kompetent sind (z.B. Urteil des Bundesgerichts 9C_437/2012 vom 
6.11.2012 Erw. 3.2). Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 
Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson hingegen keine 
abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr nimmt die Arztperson zur 
Arbeitsunfähigkeit Stellung, d.h. sie gibt eine Schätzung ab, welche sie aus ihrer 
Sicht so substanziell wie möglich begründet. Die ärztlichen Angaben sind eine 
wichtige Grundlage für die juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleis-
tungen der Person noch zugemutet werden können (so die mit BGE 105 V 156 

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Erw. 1 begründete und in vielen Urteilen bestätigte Rechtsprechung, z.B. BGE 
132 V 93 Erw. 4).

1.6.2  Die psychiatrische Exploration kann von der Natur der Sache her nicht er-
messensfrei erfolgen. Sie eröffnet dem begutachtenden Psychiater daher prak-
tisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen verschiedene medizi-
nisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und zu respektieren sind, 
sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (siehe Urteil des Bundesgerichts 
I 676/05 vom 13.3.2006 Erw. 2.4 mit Verweis auf die Leitlinien der Schweizeri-
schen Gesellschaft für Versicherungspsychiatrie für die Begutachtung psychi-
scher Störungen, in: SAeZ 2004 S. 1050 f., zwischenzeitlich 3. Aufl. der Qua-
litätsleitlinien für versicherungspsychiatrische Gutachten von 2016, nachfolgend 
Qualitätsleitlinien bzw. QL abgekürzt). 

1.6.3  Bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit haben sich sowohl die medizini-
schen Sachverständigen als auch die Organe der Rechtsanwendung an den 
normativen Vorgaben zu orientieren, die Gutachter im Idealfall gemäss der ent-
sprechend formulierten Fragestellung (BGE 141 V 281 Erw. 5.2). Die Rechts-
anwender prüfen die medizinischen Angaben frei, insbesondere daraufhin, ob die 
Ärzte sich an die massgebenden normativen Rahmenbedingungen gehalten ha-
ben und ob und in welchem Umfang die ärztlichen Feststellungen anhand der 
rechtserheblichen Indikatoren auf Arbeitsunfähigkeit schliessen lassen (BGE 143 
V 418 Erw. 6). Im Rahmen der Beweiswürdigung obliegt es den Rechtsanwen-
dern zu überprüfen, ob in concreto ausschliesslich funktionelle Ausfälle bei der 
medizinischen Einschätzung berücksichtigt wurden und ob die Zumutbarkeitsbe-
urteilung auf einer objektivierten Grundlage erfolgte (BGE 141 V 281 Erw. 5.2.2; 
Art. 7 Abs. 2 ATSG). Eine rentenbegründende Invalidität ist nur dann anzuneh-
men, wenn funktionelle Auswirkungen medizinisch anhand der Indikatoren 
schlüssig und widerspruchsfrei festgestellt sind und somit den versicherungsme-
dizinischen Vorgaben Rechnung getragen wurde (vgl. Urteile des Bundesgerichts 
8C_821/2018 vom 18.6.2019 Erw. 3.2 mit Verweis auf BGE 141 V 281 Erw. 6; 
8C_260/2017 vom 1.12.2017 Erw. 4.2.4).

1.6.4  Entscheidend bleibt letztlich immer die Frage der funktionellen Auswirkun-
gen einer Störung, welche im Rahmen des Sozialversicherungsrechts abschlies-
send nur aus juristischer Sicht beantwortet werden kann. Nach BGE 141 V 281 
kann somit der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche gesundheitsbe-
dingte Arbeitsunfähigkeit nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die Prü-
fung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrach-
tung ein stimmiges Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen 

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(Konsistenz) für die Bejahung einer Arbeitsunfähigkeit zeigt. Fehlt es daran, ist 
der Beweis nicht geleistet und nicht zu erbringen, was sich nach den Regeln über 
die (materielle) Beweislast zuungunsten der rentenansprechenden Person aus-
wirkt (vgl. zit. Urteil 8C_821/2018 vom 18.6.2019 Erw. 3.2 mit Hinweisen).

2. Aus den vorliegenden Unterlagen sind u.a. die nachfolgend aufgeführten 
Angaben zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Versicherten zu ent-
nehmen.

2.1 Der ursprüngliche Verlauf wurde im Entscheid des Verwaltungsgerichts 
I 2009 163 vom 5. Februar 2010 u.a. dahingehend zusammengefasst, dass das 
E.________ (E.________) am 7. Juni 2006 ein interdisziplinäres Gutachten 
(S.________ [Innere Medizin], T.________ [Allgem. Medizin], H.________ 
[Psychiatrie/Psychotherapie], U.________ [Rheumatologie]) mit u.a. folgenden 
Ausführungen erstattete (IV-act. 15 und 69-7ff./24):

2.4 Jetziges Leiden
Seit den körperlichen Misshandlungen durch serbische Truppen im Jahr 1992 klagt 
Herr ... über lumbale und cervicale Rückenschmerzen sowie häufige Bauchbe-
schwerden. Unter den hier eingeleiteten physikalischen Therapien und analgeti-
schen Massnahmen zeigte sich keine Besserung der Rückenschmerzen, sodass 
im August 2002 bei zunehmender Schmerzausstrahlung ins linke Bein eine Com-
putertomographie der LWS durchgeführt wurde. Dabei fand sich keine Ursache für 
die Beschwerden. Eine Abklärung an der Rheumaklinik des Universitätsspitals 
F.________ im Februar 2003 ergab diagnostisch ein lumbospondylogenes und 
cervicospondylogenes Syndrom links bei ausgeprägter Haltungsinsuffizienz und 
muskulärer Dysbalance. Therapeutisch wurden aktive physikalische Massnahmen 
und eine medizinische Trainingstherapie empfohlen. Die Arbeitsfähigkeit wurde 
aus rheumatologischer Sicht initial zu 50%, innerhalb von einem halben Jahr auf 
100% steigerungsfähig beurteilt. Trotz den empfohlenen Massnahmen kam es 
subjektiv zu keiner Besserung der Beschwerden.
Im Laufe des Jahres 2004 entwickelte der Versicherte zudem depressive Sympto-
me mit suizidalen Absichten, weshalb eine Beurteilung im Sozialpsychiatrischen 
Dienst im Kanton Schwyz erfolgte. Als Diagnose wurde eine posttraumatische Be-
lastungsstörung gestellt und eine Gesprächstherapie eingeleitet. Unter diesen 
Massnahmen konnte eine leichte Stabilisierung des Allgemeinzustandes erreicht 
werden. Im Verlauf lautete die Diagnose auf andauernde Persönlichkeitsstörung 
nach Extrembelastung.
Aktuell klagt Herr … über andauernde, in den linken Arm und in das linke Bein 
ausstrahlende, cervikale und lumbale Rückenschmerzen, welche jeweils beim län-
geren Sitzen und Stehen (maximal 30 Minuten) exazerbieren. Die Gehstrecke sei 
auf 200 bis 300 Meter schmerzbedingt eingeschränkt. Zudem gibt der Versicherte 
massive Albträume verbunden mit Bauchschmerzen, insbesondere bei der Erinne-
rung an die Misshandlungen an. Er fühle sich kaum mehr belastbar und unfähig, 
einer Arbeit nachzugehen. (…).
4. Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit:

- Keine
ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit

1. Leichte depressive Störung mit somatischen Symptomen (ICD-10: F32.01) mit/bei: 

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- Residualsymptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung im Sinne einer 
konversionsneurotischen Schmerzproduktion

2. Chronisches lumbo- und cervicospondylogenes Syndrom ohne strukturelles Korrelat

5. Zusammenfassung und Beurteilung der Arbeitsfähigkeit
(…).
Herr …, 1969 geboren, ist als jüngstes von fünf Geschwistern in Bosnien aufge-
wachsen. Nach der Grundschule half er seinem Vater und seinem Onkel bei der 
Waldarbeit. Nachdem sein Dorf durch serbische Truppen besetzt wurde und die 
Dorfbewohner misshandelt und zum grössten Teil ermordet wurden, kam der Ver-
sicherte im Oktober 1992 über ein Auffanglager des Schweizerischen Roten Kreu-
zes in die Schweiz. Nach einem Monat in einem Flüchtlingslager konnte er mit sei-
nen Eltern eine durch die Caritas organisierte Wohnung in V.________ beziehen. 
Der Versicherte arbeitete erstmals 1998 eineinhalb Jahre als Küchenhilfe bei 
W.________ und wechselte anschliessend in eine Plastikfabrik in X.________. 
Wegen Exazerbation der seit 1992 bestehenden Nacken- und Kreuzschmerzen 
wechselte er 2001 zur C.________, wo er eine Reinigungsmaschine bediente. 
Trotz der leichten Arbeit war er häufig krankheitsbedingt abwesend, weshalb ihm 
schliesslich im März 2004 gekündigt wurde. Seit Ablauf der Krankentaggelder im 
März 2005 ist der mit einer zwei Jahre jüngeren Landsfrau verheiratete Vater von 
zwei Söhnen vom Sozialamt abhängig.
(…).
Die aktuelle rheumatologische Untersuchung zeigt ein sich roboterhaft bewegen-
den Versicherten mit einer eingefallenen Haltung. Die Wirbelsäule ist geringgradig 
rechtskonvex skoliosiert mit einer betonten Kyphosierung der BWS, die aber nicht 
fixiert ist. Es findet sich eine druckdolente, paraspinale Muskulatur und druckdolen-
te Muskelansätze im Bereich der Beckenkämme beidseits. Neurologisch finden 
sich unauffällige Befunde insbesondere ohne Hinweise für eine radikuläre Kom-
pression. Bildgebend stellen sich in der HWS und LWS altersentsprechende Be-
funde ohne strukturelle Läsionen dar. Zusammenfassend besteht ein chronisches 
lumbo- und cervicospondylogenes Syndrom mit unspezifischen Tast- und Funkti-
onsbefunden. Die vom Versicherten beklagten Beschwerden können nicht objekti-
viert werden und somit kann die von ihm geltend gemachte Beeinträchtigung der 
Leistungsfähigkeit nicht nachvollzogen werden. Aus rheumatologischer Sicht be-
steht somit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit.
In der psychiatrischen Untersuchung präsentiert sich ein Versicherter, der selten 
den Augenkontakt herstellt. Er beschreibt Schlafstörungen und Albträume, in de-
nen das Erlebte auftauchen würde, jedoch ohne dass sich Flashbacks eruieren 
lassen. Herr … ist allseits orientiert. Es bestehen keine Hinweise für eine Angst-
störung oder eine Zwangsproblematik. Der formale wie der inhaltliche Gedanken-
gang sind vollkommen unauffällig. Affektiv wirkt der Versicherte etwas abgeflacht 
mit allerdings nur diskreten Hinweisen für eine depressive Störung. Die angegebe-
ne Nervosität und innere Spannung sind absolut unspezifische Symptome und 
deuten nicht auf eine andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung 
hin. Dafür fehlt auch eine feindliche oder misstrauische Haltung der Welt gegenü-
ber sowie das Gefühl des ständigen Bedrohtseins oder eine Entfremdungsproble-
matik. Im Zusammenhang mit dem Verhalten des Versicherten finden sich auch 
keine Hinweise für eine schwere familiäre Konfliktsituation. Zusammenfassend 
dürfte im Rahmen der 1992 erlebten psychischen und physischen Extrembelas-
tung eine posttraumatische Belastungsstörung die Folge gewesen sein. Dies hat 
sich in der weiteren Entwicklung stabilisiert, sodass der Versicherte nach einer be-
stimmten Zeit eine Arbeit in der Schweiz aufnehmen konnte. Die sich entwickelte 
Schmerz-symptomatik ist als psychosomatischer Ausdruck der Traumatisierung, im 
weiteren Sinne als konversionsneurotische Problematik zu verstehen. Diagnostisch 
imponiert das aktuelle Zustandsbild bestenfalls im Sinne einer leichten depressiven 

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Störung mit somatischen Symptomen und einer gewissen Residualsymptomatik 
der posttraumatischen Belastungsstörung im Sinne einer konversionsneurotischen 
Schmerzproduktion. Allerdings ist aus psychiatrischer Sicht in diesem Fall nicht 
von einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszugehen.
Zusammenfassend und unter Berücksichtigung aller Gegebenheiten und Befunde 
ist Herr … aus internistischer, rheumatologischer und psychiatrischer Sicht zu 
100% arbeitsfähig. 

4.2 Vom 27. März bis 27. Juni 2007 war der Beschwerdeführer in der Psychiatri-
schen Klinik G.________ hospitalisiert. Im Austrittsbericht vom 23. August 2007 
hält Dr.med. Y.________, Assistenzärztin, u.a. fest (IV-act. 31): 
Befunde bei Eintritt
Psychostatus
Aufgrund der unzureichenden Deutschkenntnisse ist eine differenzierte psychiatri-
sche Exploration nur bedingt möglich. Der Patient ist wach und bewusstseinsklar, 
zu allen Qualitäten ausreichend orientiert. Subjektiv und objektiv deutliche Ein-
schränkung der Merkfähigkeit sowie des Gedächtnisses, ebenfalls mässige Kon-
zentrationsstörungen. Das formale Denken ist grobkursorisch unauffällig, Ängste 
und Befürchtungen bestehen vor der Polizei und vor Militärfahrzeugen. Darüber 
hinaus gibt der Patient an, er könne keinen Lärm mehr ertragen. Keine Hinweise 
auf Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Während der Erhebungssituation 
keine Hinweise auf Wahngebilde, andererseits bestehen Hinweise auf akustische 
Halluzinationen, der Patient gibt an, er höre undifferenzierte Worte vom Konzentra-
tionslager mit Insassen. Keine Hinweise auf Ich-Störungen, im affektiven Rapport 
ist der Patient bedingt erreichbar jedoch kaum schwingungsfähig. Herr … nimmt 
während des gesamten Gespräches nur gelegentlich Blickkontakt auf, sieht die 
meiste Zeit auf den Boden und sitzt in zusammengesunkener Körperhaltung dem 
Referenten gegenüber. Der Patient wirkt deprimiert, affektarm, es bestehen deutli-
che Insuffizienzgefühle sowie gestörte Selbstwertgefühle. Keine Hinweise auf 
Schuldgefühle. Die Antriebslage ist deutlich reduziert, keine psychomotorischen 
Störungen. Es bestehen ausgeprägte Schlafstörungen sowie ein Morgentief. Darü-
ber hinaus besteht seit Jahren ein sozialer Rückzug. Anamnestisch sind lebens-
müde Gedanken vorhanden, aktuell kann sich der Patient glaubhaft von jeglicher 
Suizidalität distanzieren und gibt ein Non-Suizidversprechen ab.
Es besteht eine ausgeprägte intrusive Symptomatik, eine konstruktive Symptoma-
tik, der Patient vermeidet Menschen, Menschenansammlungen, öffentliche Räume 
sowie auch öffentliche Verkehrsmittel. Darüber hinaus besteht eine erhöhte 
Schreckhaftigkeit (Hyperarousal), gelegentliche Derealisationsphänomene sowie 
dissoziative Episoden.
Seit dem Lageraufenthalt bestehen persistierende Kopfschmerzen, Rücken-
schmerzen sowie Schmerzen der gesamten linken Körperseite. Angeblich beste-
hen diese Schmerzen nahezu täglich, auf der Schmerzskala schwanken sie zwi-
schen 5 und 10. Herr … ist krankheitseinsichtig und begibt sich freiwillig in unsere 
Behandlung. (…).
Hospitalisationsverlauf
Im stationären Rahmen erfolgt die psychosoziale Stabilisierung im Rahmen einer 
integrativen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung unter Einbezug ei-
ner traumaadaptierten Psychotherapie sowie der psychopharmakologischen Be-
handlung. Durch die hochgradige psychische Instabilität und andauernde Ein-
schränkung der autonomen Alltagsbewältigung ist die Installation der traumaadap-
tierten Psychotherapie nur langsam und vorsichtig möglich. (…). 
Austrittsdiagnose

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Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (DESNOS) mit mittelgradiger depressi-
ver Komorbidität (ICD-10: F43.1) 

4.3 Vom 27. September bis 3. Dezember 2007 erfolgte eine zweite Hospitalisa-
tion in der Psychiatrischen Klinik G.________. Lic.phil. Z.________, Klinische Psy-
chologin, hält im Austrittsbericht vom 28. Dezember 2007 u.a. Folgendes fest (IV-
act. 45): 
Hospitalisationsverlauf
Bei Eintritt und in der ersten Phase der Hospitatisation dominierte die Symptomatik 
einer schwersten depressiven Episode, so dass es der Therapeutin selbst auf der 
Muttersprache des Patienten kaum gelang mit dem Patienten in Kontakt zu treten. 
Während der darauffolgenden Zeit gelang es im Rahmen einer integrativen psych-
iatrisch psychotherapeutischen Behandlung unter Einbezug der Psychopharmako-
logie sowie Techniken aus der Traumatherapie den Patienten soweit wieder zu 
stabilisieren, dass er sich klar und glaubhaft von akuter Suizidalität distanzieren 
konnte. Trotz der geringen Introspektionsfähigkeit und der hochgradigen psychi-
schen Instabilität gelang es weiter in kleinen Schritten dem Patienten die Zusam-
menhänge zwischen den vielfältig gebotenen körperlichen Symptomen und den 
vermuteten intrapsychischen Konflikten zu spiegeln und bewusst werden zu las-
sen. In systemischen Ansätzen, unter anderem Paargesprächen wurde die familiä-
re Dynamik deutlich, die kurz vor der Dekompensation steht, unter anderem be-
dingt durch die erheblichen sozialen Probleme, die zu einer Verstärkung der Sym-
ptomatik beim Patienten führen. Die erhebliche Traumatisierung des Patienten im 
Balkan-Krieg und die daraus resultierende komplexe schwerste posttraumatische 
Belastungsstörung mit dem jahrelangen chronifizierten Verlauf mit einer daraus re-
sultierenden hochgradigen psychischen Instabilität und andauernden Einschrän-
kung der autonomen Alltagsbewältigung machen eine Fortführung der spezifischen 
Behandlung sowohl im stationären als auch ambulanten Setting. Sicherlich sind für 
die Zukunft erneute Krisen zu erwarten, die einen erneuten stationären Rahmen 
evtl. zur kurzen Krisenintervention notwendig machen werden. Hierbei wäre eine 
Therapie, wegen der sprachlichen Barriere, auf der Muttersprache Kroatisch zu 
empfehlen. (…).
Austrittsdiagnose

Komplexe posttraumatische Belastungsstörung mit aktuell schwerer depressiver Komorbi-
dität (ICD-10: F43.1) sowie Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung.  

4.4 Dr.med. AA.________, Assistenzärztin, und Dr.med. AB.________, Leitende 
Ärztin, Sozialpädagogischer Dienst (SPD) V.________, wo der Beschwerdeführer 
seit dem 10. Juni 2004 in Behandlung ist, machen im Arztbericht zu Handen der 
IV-Stelle vom 2. April 2008 folgende Angaben (IV-act. 41):
A. Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit

Komplexe posttraumatische Belastungsstörung mit schwerer depressiver Komorbidität 
(ICD-10 F43.1) sowie Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10 F62.0). 
Seit 2004  (…).

B. Medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von mindestens 20% für zuletzt aus-
geführte Tätigkeit als: Hilfsarbeiter

(100% von August 2004 bis Ende Oktober 2004, kurzzeitiger Arbeitsversuch scheiterte im 
Dezember 2004, 2. Arbeitsversuch im November 2004 zu 30% scheiterte ebenfalls, vom 
16.11.2004 bis 30.3.2005 100% arbeitsunfähig.)
100% von 31.03.2005 bis 16.08.2005
  50% von 17.08.2005 bis 06.12.2005
100% von 07.12.2005 bis aktuell  (…).

3. Anamnese

11

Als der Patient 23 Jahre alt war, besetzten serbische Truppen 1992 im Rahmen 
des Krieges sein Dorf. Er wurde mit 140 anderen Personen des Dorfes in einer 
grösseren Garage gefangen genommen und erlebte während der viermonatigen 
Inhaftierung, speziell in den ersten 20 Tagen, äusserst traumatisierende Taten der 
Besatzer. Betrunkene Serben kamen in der Nacht, misshandelten und mordeten 
die Gefangenen. Der Patient wurde täglich mit Stöcken und Messern traktiert, bis 
sein Körper schwarz blau, das Nasenbein gebrochen und die Beine von Messern 
durchstochen war. (…). 
7. Therapeutische Massnahmen / Prognose
Patient wird antidepressiv mit Efexor ER 150 mg pro die behandelt. Ausserdem er-
scheint er ca. alle zwei Wochen zu therapeutischen Gesprächen in unserem 
Dienst. 
Seit mehreren Jahren Persönlichkeitsveränderung aufgrund Erfahrungen während 
der Kriegsgefangenschaft mit schwersten Misshandlungen, zunehmend depressive 
Entwicklung, Intrusionen, Lärmintoleranz, so dass von einer weniger günstigen 
Prognose ausgegangen werden muss. 
Im Beiblatt zum Arztbericht führen die Ärztinnen des SPD aus, derzeit sei von einer 
100%-igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen, sodass auch andere Tätigkeiten als die 
zuletzt ausgeübte derzeit nicht zumutbar seien (IV-act. 41, S. 6). 

4.5 Der Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr.med. AC.________, Spezialarzt 
Chirurgie FMH, führt im Arztbericht zu Handen der IV-Stelle vom 30. Mai 2008 aus, 
der Gesundheitszustand, vor allem der psychische Zustand, habe sich seit März 
2007 verschlechtert (IV-act. 43).
4.6 Im Auftrag der Vorinstanz erstellte Dr.med. A. H.________, FMH Psychiatrie 
und Psychotherapie, der den Beschwerdeführer bereits im Jahr 2006 begutachtet 
hatte (oben Erw. 4.1), ein versicherungspsychiatrisches Gutachten. Im Gutachten 
vom 25. Juli 2009 ist u.a. Folgendes nachzulesen (IV-act. 53): 
A. Klinische Grundlagen (…). 
Ressourcen- und Defizitentwicklung
Die Situation von Herr … hat sich seit Juni 2006 nicht verbessert. Zum einen ist ein 
Arbeitsversuch aus nicht genauer dokumentierten Gründen gescheitert, zum ande-
ren hat die sozioökonomische Belastung zugenommen, nachdem die Ehefrau ihre 
Arbeitsstelle verloren hat. Es besteht ein Chronifizierungsprozess mit zunehmend 
selbstlimitierenden, generalisierenden Gedankenkonstrukte und Symptomfixierung. 
In diesem Sinne besteht eine Defizitentwicklung bei fehlenden sozioökonomischen, 
persönlichen und beruflichen Ressourcen. Die Hypothese einer posttraumatischen 
Störung, die als (alleinige) Ursache für seine Probleme und Symptome stehen soll, 
scheint zudem das Festhalten an der unverschuldeten Opfersituation und an 
selbstlimitierenden Krankheitskonzepten gefördert zu haben.
Als Ressource ist die noch bestehende soziale Aktivität anzusehen (siehe unter 
Kapitel Befunde). (…). 
3. Objektive Befunde unter Berücksichtigung des AMDP-Systems (Arbeitsgemein-
schaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie)
Herr … zeigt ein unauffälliges Kontaktverhalten. Seine Deutschkenntnisse sind 
mässig. Er verfügt über einen wachen Blick und gute Auffassungsgabe. Er folgt 
dem Gespräch mit guter Aufmerksamkeit und konzentriert. Bezüglich Angaben ist 
er zurückhaltend und im Verhalten eher passiv-delegierend. Er kann aus dem Kopf 
genaue Angaben zur aktuellen Medikation machen. Die Angaben bezüglich seiner 
Symptome und seiner Störung sind hingegen diffus und manchmal widersprüch-
lich. So berichtet er beispielsweise im Gegensatz zur ersten Untersuchung 2006, 
bei seiner Inhaftierung 1992 oder 1994 sei ein Bruder von ihm vor seinen Augen 
gefoltert und getötet worden. 2006 hat er angegeben, es habe sich um einen Cou-

12

sin gehandelt. Angesprochen auf diesen Widerspruch erklärt der Explorand, dass 
man in seiner Heimatsprache keinen Unterschied zwischen Bruder und 
Cousin kenne. Insgesamt sind die Befunde im Vergleich zur Erstuntersuchung 
2006 kaum verändert. Herr … ist aktuell etwas passiver und die Überzeugung, 
nicht mehr gesund zu werden, wird noch bestimmter vertreten. In diesem Sinne 
kann von einer Chronifizierung der selbstlimitierenden Verhaltensweisen und 
Denkkonzepte gesprochen werden. Einschränkungen der psychischen Leistungs-
fähigkeit und Schmerzsymptome werden subjektiv beklagt. Diese sind im Untersu-
chungskontext nicht objektivierbar. Die Stimmung ist zum Untersuchungszeitpunkt 
ausgeglichen. Eine depressive Symptomatik ist nicht erkennbar. Hinweise für eine 
Persönlichkeitsänderung fehlen weitgehend (siehe auch Gutachten 2006). Der Ex-
plorand ist in der Lage, sozial aktiv zu sein (Fussball, Treffen mit anderen Migran-
ten, familiäre Aktivitäten), was bei Patienten mit einer posttraumatischen Persön-
lichkeitsveränderung kaum mehr der Fall ist. Unbestritten ist, dass der Explorand 
und seine Familie unter einer sozioökonomisch belastenden Situation leidet. Diese 
hat sich mit dem Stellenverlust der Ehefrau noch verschärft.
4. Diagnosen
4.1. Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, bestehend seit wann? 

Aus psychiatrischer Sicht keine

4.2. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, bestehend seit wann?
• Undifferenzierte Somatisierungsstörung (ICD-10 F 45.1). Diagnostisch bestimmend 

sind multiple, wiederholt auftretende und häufig wechselnde körperliche Symptome die 
meist bereits einige Jahre bestanden haben. Die Symptome können sich auf jeden 
Körperteil oder jedes Körpersystem beziehen.
Es müssen zahlreiche, unterschiedliche und hartnäckige körperliche Beschwerden vor-
liegen (siehe unter subjektiven Beschwerden). Es können Hinweise auf eine psycholo-
gische Ursache zu finden sein oder auch nicht.

• Status nach posttraumatischer Belastungsstörung (mit fortbestehender Residual-
symtomatik in Form von situativ-punktueller Verunsicherung, Albträumen, 
Schlafstörungen, Passivität und Lustlosigkeit) und begleitender depressiver Störung 
(gegenwärtig asymptomatisch).

5. Beurteilung und Prognose
Es besteht bei diesem Exploranden eine Chronifizierungsentwicklung bei selbstli-
mitierendem Krankheitskonzept und einer sozioökonomischen Belastungssituation. 
Das bisherige psychiatrische Behandlungskonzept ist unter der Prämisse gestan-
den, dass die posttraumatische Störung bei diesem Exploranden unveränderbar 
fortbesteht (dies nach einer über 15 Jahre zurückliegenden mutmasslichen Trau-
matisierung) und dass die Symptomatik die Arbeitsfähigkeit vollständig einschränkt 
(dies nachdem der Explorand über Jahre voll berufstätig gewesen ist). Solange 
das Therapie-System die Probleme von Herr … auf der - aus meiner Sicht nicht 
haltbaren - Prämisse einer Persönlichkeitsveränderung nach posttraumatischen 
Störung behandelt, wird ein therapeutischer Fortschritt kaum zu erreichen sein. 
Zudem würde Herr … mit seiner schlechten beruflichen Grundvoraussetzung bei 
Wegfall der Störung vermutlich einen sozioökonomischen Nachteil erfahren. Dieser 
Umstand behindert den Genesungsprozess nachvollziehbar.
Aus psychiatrischer Sicht müsste ein weiterer beruflicher Reintegrationsversuch 
sehr genau mitverfolgt und allfällige Einschränkungen oder unüberwindbare Wi-
derstände dokumentiert werden. Aufgrund der aktuellen Befundung finden sich 
keinerlei Hinweise für eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Allerdings dürfte 
sich aufgrund psychosozialer, wirtschaftlicher, krankheitskonzeptbezogener, chro-
nifizierungsbedingter Umstände eine Reintegration äusserst schwierig gestalten.
B. Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
1. Beeinträchtigungen

13

Es bestehen subjektiv wahrgenommene Symptome wie Schlaflosigkeit, Schmer-
zen, Lustlosigkeit und negative Zukunftsperspektiven. Eine plausible Erklärung für 
eine dadurch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit kann weder der Explo-
rand liefern, noch ist eine Einschränkung aus psychiatrischer Sicht erklärbar. Ich 
vermisse Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit in den Berichten der psychiatrischen 
Klinik G.________. In einem IV-Gesuch der Fachstelle für Sozialpsychiatrie in 
V.________ wird zwar eine 100%ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit postuliert, 
aber aufgrund welcher Symptomatik die Einschränkung besteht oder auch, warum 
es dem Exploranden trotz seit Jahren unverändert bestehender Symptomatik ge-
lungen ist, zuvor zu arbeiten, geht aus dem Bericht nicht hervor.
2. Auswirkungen der Störungen auf die bisherige Tätigkeit
2.1 Wie wirken sich die Störungen auf die bisherige Tätigkeit aus?
Aus psychiatrischer Sicht besteht weiterhin keine Grundlage, eine Arbeitsunfähig-
keit zu postulieren. (…).
2.4 Besteht dabei eine verminderte Leistungsfähigkeit? Wenn ja, in welchem Aus-
mass?
Aufgrund der Somatisierungsstörung dürften körperlich anstrengende Arbeiten 
schmerzbedingt schwierig oder/und nur verlangsamt zu erledigen sein. Das Aus-
mass dieser Einschränkung kann nur im Rahmen eines Arbeitsversuches oder ei-
ner arbeitsergonomischen Abklärung bestimmt werden.
2.5 Seit wann besteht eine medizinisch begründete Arbeitsunfähigkeit von 20% 
oder mehr?
Seit der letzten Begutachtung 2006 hat sich aus psychiatrischer Sicht keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit von mehr als 20% eingestellt. (…).
3. Ist die versicherte Person ihrem Arbeitsumfeld aufgrund ihrer psychischen 
Störung zumutbar?
Die psychiatrische Problematik des Exploranden sollte keine Probleme oder über-
mässige Belastungen im Arbeitsumfeld bewirken. (…).
Zusatzfrage: Besteht eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit seit der Verfügung vom 26.9.2006? 
Seit dem 26.9.2006 ist keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes festzu-
stellen. Die Möglichkeit des Vorliegens von unter 2.4. genannten Einschränkungen 
hat bereits 2006 bestanden. 

4.7 Dr.med. AD.________ vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) Zentral-
schweiz nimmt zum Gutachten von Dr.med. A. H.________ am 3. August 2009 wie 
folgt Stellung (IV-act. 54):

Typischer Fall, in welchem die Diagnose einer PTBS mehrmals vorschnell gestellt bzw. 
aufrechterhalten wurde. Oft wird in solchen Fällen leider der „Kurzschluss“ gemacht zwi-
schen Angaben über frühere Traumata zu aktuellen Beschwerden jeglicher Art und dann 
von PTBS gesprochen. In diesem Zusammenhang wird die PTBS zur eigentlichen „Mo-
dediagnose“. Dies ist sicherlich falsch.
Eine posttraumatische Belastungsstörung bedarf für die Diagnosestellung des Vorhan-
denseins der diesbezüglichen Kriterien nach ICD-10. (…).
IV-technisch: Keine Verschlechterung ausgewiesen seit erstmaligem = rechtskräftigem 
Entscheid von 7/06. (…).

4.8 Mit seiner Beschwerde reicht der Beschwerdeführer beim Verwaltungsge-
richt einen weiteren ärztlichen Bericht des SPD V.________ (Dr.med. 
AA.________, Assistenzärztin, und Dr.med. AE.________, Chefarzt) ein (Bf-act. 
3): 

(…). Herr … vermittelt aktuell einen mässig bis schwergradigen depressiven Eindruck, 
beklagt Freud-Lust-Antriebslosigkeit. Ausserdem wiederholtes Erleben des Traumas und 

14

sich aufdrängenden Erinnerungen (Flash-Backs) bei Tage. Schlafstörungen mit Albträu-
men, in denen das Erlebte wieder auftauchen würde. Erhöhte Schreckhaftigkeit, wieder-
kehrende Kriegserinnerungen, vermeide Menschenansammlungen. Lebensmüde Ge-
danken, Suizidalität wird jedoch aktuell verneint.   
Anhaltende Persönlichkeitsveränderung nach Erfahrungen während der Kriegsgefan-
genschaft mit schwersten Misshandlungen, zunehmend depressive Entwicklung, ver-
stärkte depressive Reaktion ausgelöst durch das Ankämpfen gegen Intrusionen, Stress- 
und Lärmintoleranz, zunehmender sozialer Rückzug, erhöhte Reizbarkeit und Nervosität. 
(…).
Trotz mehrfacher Therapieversuche ist es jedoch noch nicht gelungen, beim Patienten 
eine Trendwende zum Besseren zu erzielen. Es ist daher aufgrund des Chronifizie-
rungsprozesses ohne wesentliche Besserungstendenz von einer unguten Prognose der 
Erkrankung auszugehen. Aus psychiatrischer Sicht ist der Patient zu 100% arbeitsun-
fähig. 

2.2 In einer Würdigung der medizinischen Aktenlage gelangte das Verwal-
tungsgericht damals im erwähnten Entscheid vom 5. Februar 2010 zum Ergeb-
nis, dass die Beurteilung von Dr.med. A. H.________ zwar von derjenigen der 
Behandler (Klinik G.________/ SPD V.________) abweiche, diese Abweichun-
gen indes im Gutachten eingehend begründet worden seien. Die von diesem 
Gutachter gestellten Diagnosen sowie die entsprechende Beurteilung der Ar-
beitsfähigkeit sei einleuchtend und nachvollziehbar. Insgesamt wurde der Versi-
cherte für die zuletzt ausgeübte (körperlich leichte) Tätigkeit als Betriebsmitarbei-
ter bei der D.________ als vollumfänglich arbeitsfähig beurteilt (vgl. IV-act. 69-
19ff./24).

3.1 Im Rahmen der Hospitalisation in der Klinik G.________ (vom 18.5.2012 
bis 4.7.2012) stellte der Oberarzt AF.________ die Diagnosen einer posttrauma-
tischen Belastungsstörung (ICD-10: F43.1) und einer mittelgradig depressiven 
Episode (ICD-10: F32.1). Gemäss dem Austrittsbericht beschrieb der Versicherte 
v.a. finanzielle Schwierigkeiten und einen Paarkonflikt mit der Ehefrau, sowie 
Bauch-, Rücken-, Kopf-, Bein- und Handschmerzen sowie Brechreiz. Er sei meis-
tens angespannt und müde (IV-act. 83-1/6). 

3.2 Die ambulant behandelnde Psychiaterin stellte in der Eingabe vom 7. März 
2013 an die IV-Stelle die Diagnosen einer andauernden Persönlichkeitsänderung 
nach Extrembelastung (Erfahrungen in einem Konzentrationslager, ICD-10: 
F62.0), anhaltende somatoforme Schmerzstörungen (ICD-10: F45.4) und einen 
Status nach schädlichem Gebrauch von Alkohol (ICD-10: F10.1, anamnestisch). 
Zudem wies diese Psychiaterin darauf hin, dass der Versicherte beim letzten 
Aufenthalt in der Klinik G.________ am 4. Juli 2012 deshalb aus der Klinik ent-
lassen worden sei, weil er "gegenüber einem Mitpatienten serbischer Herkunft 
aggressiv geworden" sei und gegen ihn eine Flasche geworfen habe (IV-act. 76-
2/4 3. Abs. in fine).

15

3.3 Im Auftrage der IV-Stelle erstattete Prof. Dr.med. J.________ (Facharzt 
Psychiatrie und Psychotherapie sowie Neurologie/ Leitender Arzt der Univer-
sitären Psychiatrischen Kliniken K.________) zusammen mit Dr.med. 
L.________ (Oberärztin/ Fachärztin Psychiatrie/ Psychotherapie; zert. Gutachte-
rin SIM) am 17. März 2015 ein versicherungspsychiatrisches Gutachten, welches 
auf den IV-Akten und dem Explorationsgespräch vom 6. Januar 2014 basiert 
(vgl. IV-act. 100-2/32 oben). In diesem Gutachten wurden folgende Diagnosen 
mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt (IV-act. 100-25/32):

- Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)
- Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0)
- Mittelgradige depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F32.11)

Diese Gutachter veranschlagten aus psychiatrischer Sicht eine verbliebene Ar-
beitsfähigkeit von lediglich etwa 20% (als ungelernte Kraft in einer Tätigkeit, wel-
che keine erhöhten Anforderungen an Konzentration und Ausdauer stelle und 
nicht in einem Team erfolgte (IV-act. 100-30/32). 

3.4 Der RAD-Psychiater Dr.med. I.________ nahm am 1. September 2015 
zum psychiatrischen Gutachten vom 17. März 2015 (J.________/ L.________) 
u.a. dahingehend Stellung, dass darauf - mit einigen Modifikationen - abgestellt 
werden könne, auch wenn das Gutachten gewisse Schwächen aufweise. Dazu 
zählte der RAD-Psychiater die lange Dauer zwischen der klinischen Befunderhe-
bung (6.1.14) und der Erstattung des Gutachtens (17.3.15) und eine nicht über-
zeugende diagnostische Beurteilung. Gemäss Dr.med. I.________ ist folgende 
psychiatrische Diagnose zu stellen (IV-act. 101-9/109):

- F62.0 andauernde Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung
- diagnostische Kriterien einer PTBS weiterhin erfüllt
- mit chronischer Somatisierung
- mit chronischer depressiver Symptomatik

Auch die von Prof. Dr.med. J.________ attestierte Restarbeitsfähigkeit von 20% 
erachtete der RAD-Psychiater als nicht nachvollziehbar. Der Versicherte könne 
aufgrund seiner andauernden Persönlichkeitsveränderung (geringe Frustrations-
toleranz, Neigung zu heftigen emotionalen Reaktionen, mit Tendenz zu Verlust 
der Impulskontrolle sowie deeskalierendem Vermeidungsverhalten) gar nicht in 
ein Arbeitsumfeld eingegliedert werden. Zusammenfassend sei der Versicherte 
für jede Art von Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt arbeitsunfähig (IV-act. 101-9/10 
3. Abs. und unten).

3.5 Die behandelnden Psychiater (Dr.med. AG.________, Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH, und Dr.med. AH.________, Assistenzarzt) stellten im Be-
richt vom 9. April 2016 an die IV-Stelle (Eingang am 19.5.2016) folgende Dia-
gnosen (IV-act. 110):

16

- Andauernde Persönlichkeitsänderungen nach Extrembelastung (ICD-10: F62.0) 
seit mindestens 2010 bei einer posttraumatischen Belastungsstörung sei 1992 
(ICD-10: F43.1);

- Rezidivierende depressive Störung, schwere depressive Episode (ICD-10: 
F33.11), seit mindestens 2010

- Somatisierungsstörung (ICD-10: F45.0), seit mindestens 2010

Diese Behandler umschrieben die bestehenden Einschränkungen mit stark redu-
zierter Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Gedächtnis, stark reduzierter Konzen-
tration. Diese Einschränkungen würden mehrmals täglich auftreten bei soge-
nannten Flashbacks oder anderen Assoziationen an die Vergangenheit (IV-act. 
110-3/8 Ziff. 1.7). Insgesamt sei der Versicherte seit Beginn der Behandlung im 
März 2010 zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 110-3/8 Ziff. 1.6).

3.6 Am 3. Januar 2018 nahm Dr.med.univ Dr.phil. M.________ (RAD Zentral-
schweiz, FMH Psychiatrie/ Psychotherapie, dipl. Neuropsychologie etc.) eine 
ausführliche Auswertung der medizinischen Aktenlage bzw. eine auf Erkenntnis-
se der Psychotraumatologie basierte Aktenanalyse vor. Dabei wurde u.a. sinn-
gemäss festgehalten,

- dass zahlreiche Anzeichen vorliegen würden, wonach der Beschwerdevortrag 
des Versicherten als wenig authentisch einzustufen sei (IV-act. 113-3/8 oben);

- dass keiner der bisherigen Gutachter habe klären können, warum die Be-
schwerden des Versicherten sich derart wechselhaft und unberechenbar im 
Verlauf darstellen würden (IV-act. 113-3/8, 2. Abs.);

- dass die Behandler seit 2004 psychotraumatologische Diagnosen gestellt hät-
ten, aber das Phänomen der Selektivität der sozialen Funktionseinschränkun-
gen im Verlauf nie thematisiert worden sei (ausser im Gutachten 2009 von Dr. 
H.________); diesbezüglich gehe es darum, dass bestimmte soziale Funktio-
nen z.B. in der Freizeit (etwa Urlaub) durchaus ausgeführt werden könnten, 
hingegen bei der Arbeit "ausfallen" (vgl. IV-act. 113-3/8, 3. Abs. mit anschlies-
senden Beispielen, u.a. Arbeitsversuch abgebrochen, hingegen Fussball als 
Hobby und gute Kontakte mit Italienern und Spaniern, i.V.m. IV-act. 53-4/10; 
regelmässige Urlaube in Kroatien, IV-act. 113-3/8 unten);

- dass namentlich Aufenthalte des Versicherten in Bosnien nicht thematisiert 
worden, obwohl bei PTBS vermeidende Handlungsmuster bezogen auf den 
Ort der Traumatisierung eine grosse Rolle spielen würden (IV-act. 113-3/8 un-
ten und 113-4/8 oben);

- dass keinem der Gutachter aufgefallen sei, dass die traumatischen Ereignisse 
vom Versicherten gleichmässig über die Jahre gleichförmig und eher ver-
schwommen geschildert worden seien (was auf ein Authentizitätsproblem hin-
weise (IV-act. 113-4/8 3. Abs.);

- dass keinem der Gutachter aufgefallen sei bzw. keiner thematisiert habe, dass 
der Versicherte sehr oft dazu neige, die Bedeutung der Traumatisierung für 
sein ganzes Leben hervorzuheben, derweil sich in authentischen Narrativen 
eher die Tendenz zum Herunterspielen der traumatischen Ereignisse zeige 
(vgl. IV-act. 113-4/8 4. Abs. mit anschliessenden Beispielen);

- dass markant und augenfällig die Widersprüche in den Angaben zu den trau-
matisierenden Ereignissen seien,

17

o indem der Versicherte im Rahmen der E.________-Begutachtung anläss-
lich des Untersuchungsgesprächs vom 20. März 2006 (gegenüber Dr.med. 
H.________) erklärte, er könne sich daran erinnern, "dass einer seiner 
Cousins vor seinen Augen mit Messern traktiert worden sei, worauf dieser 
seinen Verletzungen erlegen sei" (IV-act. 113-5/8 Mitte i.V.m. IV-act. 15-
10/21 Mitte);

o indem im Gutachten von Dr.med. H.________ vom 25. Juli 2009 (basie-
rend auf dem Explorationsgespräch vom 1.12.2008) dieser Gutachter fest-
hielt, im Gegensatz zur ersten Untersuchung 2006 habe der Versicherte 
berichtet, bei seiner Inhaftierung "sei ein Bruder von ihm vor seinen Augen 
gefoltert und getötet worden (IV-act. 113-5/8 Mitte i.V.m. IV-act. 53-6/10 
unten);

o und Prof. Dr.med. J.________ im Rahmen des Untersuchungsgesprächs 
vom 6. Januar 2014 die Angaben des Versicherten festhielt, wonach da-
mals sehr viele gestorben seien und "er sehe heute immer noch die Bilder 
von dem Bruder seines Onkels, auf den man mit Messern eingestochen 
habe, bis er blutend verstorben sei (IV-act. 113-5/8 Mitte i.V.m. IV-act. 100-
17/32 oben);

- dass authentische Narrative selten solche Widersprüche bezüglich der trauma-
tisierenden Ereignisse zeigen würden (IV-act. 113-5/8 unterhalb der Mitte);

- dass ein bedeutsamer Hinweis auf Nicht-Authentizität die immer wieder berich-
tete augenfällige Ruhe des Versicherten während der Schilderung solcher 
traumatisierender Ereignisse darstelle (IV-act. 113-6/8 oben), demgegenüber 
bei authentischen Narrativen bei der Thematisierung der Traumas Nervosität 
und Schreckhaftigkeit zunehmen würden (IV-act. 113-6/8, 4. Abs.);

- dass vortäuschende Probanden nur schlecht die Inhalte der Alpträume schil-
dern könnten, sondern stereotyp über Träume mit unverändertem Inhalt be-
richten würden (v.a. über Ärger und Wut, heldenhaftes Verhalten). Demge-
genüber würde für authentische Muster von Albtraumschilderung sprechen: 
Die Inhalte wechseln, sind variabel, unterschiedliche Aspekte des Traumas 
tauchen in unterschiedlichen Albträumen auf; die Träume seien hochemotional 
besetzt: Ohnmacht, Entsetzen, Angst, Schuld seien vorherrschende Albtraum-
bezogene Emotionen. Typisch (für authentische Narrative psychotraumatisier-
ter Menschen) sei auch das Dominiertsein der Befindlichkeit durch massive 
Schuldgefühle und Selbstvorwürfe. All diese Aspekte würden in den Angaben 
des Versicherten fehlen (vgl. IV-act. 113-6/8 Mitte bis unten).

Als Fazit hielt Dr.med.univ. Dr.phil. M.________ fest, die genaue Suche nach ex-
plizit psychotraumatologischen Mustern in den Narrationen des Versicherten er-
gebe deutliche Hinweise, dass das Narrativ unter psychotraumatologischem As-
pekt als wenig authentisch einzustufen sei. Eine psychotraumatologische 
Störung sei als möglich, nicht jedoch als überwiegend wahrscheinlich anzuneh-
men (IV-act. 113-7/8 oben).

3.7 Ein medizinisches Standortgespräch vom 13. Februar 2018 mit dem Ver-
sicherten ergab gemäss Bericht von Dr.med. N.________ (Facharzt für orthopä-
dische Chirurgie und Traumatologie/ RAD Zentralschweiz), dass der Schwer-
punkt der somatischen Beschwerden im Bereich des Nackens und der Kopf-
schmerzen, in geringerem Masse im Bereich der LWS mit Ausstrahlungen in die 
Beine liege. Die Untersuchungsbefunde würden leichte symmetrische Einschrän-

18

kungen der Beweglichkeit der HWS und der LWS ergeben, die durchaus als ein 
Einsteifen durch Inaktivität und Trainingsmangel bezeichnet werden könne. Aus 
orthopädischer Sicht bestehe ein Leistungsvermögen für leichte bis mittelschwe-
re, wechselbelastende Arbeiten, im Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Ge-
hen ohne häufiges Heben und Tragen über 10 kg, ohne Arbeiten in einseitiger 
Körperhaltung (IV-act. 115-3/3).

3.8 Am 10. Juli 2018 erteilte die IV-Stelle dem O.________ (O.________, Uni-
versität F.________) den sinngemässen Auftrag, die vom Versicherten vorge-
brachten traumatisierenden Gräueltaten (u.a. dass er regelmässig mit Stöcken 
und Messern traktiert worden sei, dass das Nasenbein gebrochen worden sei 
und die Beine von Messern durchstochen worden seien etc.) bzw. die geltend 
gemachten Folterungen nach Möglichkeit zu verifizieren (IV-act. 117). Im 
O.________-Gutachten vom 25. Oktober 2018 gelangten die Assistenzärztin 
AI.________ und Dr.med. AJ.________ (Fachärztin für Rechtsmedizin) zum Er-
gebnis, eine Entstehung der Verletzungen bzw. Narben durch die beschriebene 
Folter lasse sich nicht ausschliessen; es gebe aber auch keine eindeutigen 
Merkmale oder Hinweise, welche die beschriebenen Misshandlungen beweisen 
würden (IV-act. 120-6/8).

Ergänzend hielten die O.________-Gutachter (nach einer entsprechenden Rück-
frage) am 18. März 2019 u.a. fest, dass die untersuchten Narben relativ gut ver-
heilt, klein und unspezifisch seien. Aus rechtsmedizinischer Sicht könnten daraus 
keine relevanten körperlichen Folgen wie beispielsweise Funktions- oder Bewe-
gungseinschränkungen abgeleitet werden. Des Weiteren seien die Narben aus 
rechtsmedizinischer Sicht keiner konkreten Gewalteinwirkung zuzuordnen. Auf-
grund des abgeschlossenen Heilungsprozesses lasse sich somit nicht eindeutig 
belegen, dass/ ob die Narben durch ein "Durchstechen" entstanden seien (IV-act. 
124-2/3).

3.9.1  In der Folge beauftragte die IV-Stelle Dr.med. P.________ (Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie FMH/ zertif. med. Gutachter SIM) mit einer versi-
cherungspsychiatrischen Begutachtung (in Zusammenarbeit mit dem Fachpsy-
chologen lic.phil. Q.________ (Neuropsychologie FSP). Dieses bidisziplinäre 
Gutachten wurde am 16. März 2020 erstattet mit den folgenden Diagnosen (IV-
act. 140-3/103):

- Dysthymie (ICD-10: F34.1)
- Somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet (Psychosomatische Störung oh-

ne näheren Angaben, ICD-10: F45.9)

19

Gemäss den Gutachtern fanden sich weder im Längsschnitt noch im Querschnitt 
im Rahmen der aktuellen Begutachtung Hinweise auf Akzentuierungen oder 
Störungen der Persönlichkeit (IV-act. 140-3/103 Ziff. 4.2 in fine).

3.9.2  Hinsichtlich Konsistenz und Plausibilität führten die Gutachter u.a. aus, die 
vom Exploranden bereits früh geklagten und dokumentierten Schmerzen könnten 
bei zeitnaher, adäquater Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen - im 
Einklang mit allen bisher erstellten Gutachten (2006, 2009 und 2015) - als genü-
gend plausibel beurteilt werden. Hingegen sei die Validität der psychischen Be-
schwerdeangaben im Längs- und im Querschnitt als schlecht zu beurteilen, bei 
eindeutigen Hinweisen auf massive Übertreibungen (IV-act. 140-3/103 Ziff. 4.3). 
Weiter führten die Gutachter aus (IV-act. 140-3/103 unten):

Die Performanzvalidität (gezeigte Anstrengungs-/Leistungsbereitschaft) im Rah-
men der psychiatrischen Begutachtungen ist im Längsschnitt wie im Querschnitt 
weniger auffällig als die psychische Beschwerdenvalidität; bei der neuropsycholo-
gischen Untersuchung, welche im Rahmen des IV-Verfahrens zum ersten Male 
durchgeführt wurde, ergaben sich ebenfalls Auffälligkeiten, ebenfalls nicht in glei-
chem Masse wie bei der psychischen Beschwerdenvalidierung. In jedem Falle 
muss davon ausgegangen werden, dass die Leistungsfähigkeit der Exploranden 
weit höher liegt, als von ihm geschildert und demonstriert.

3.9.3  Was die funktionellen Auswirkungen der Befunde und Diagnosen sowie die 
Einschätzung der Arbeitsfähigkeit anbelangt, nahmen die Gutachter zunächst 
Bezug auf die vom Versicherten im Rahmen der psychiatrischen und neuropsy-
chologischen Untersuchungen beschriebenen vielfältigen subjektiven Beschwer-
den und Einschränkungen, deren Validität als schlecht beurteilt werden müsse. 
Im Rahmen der drei psychiatrischen Explorationen habe der Versicherte sich als 
schwerst krank, minimal leistungsfähig und nicht arbeitsfähig beschrieben. Auch 
habe er eine schlechte psychische Beschwerdenvalidität gezeigt, aber mit Aus-
nahme einer kurzen Zeit mit Kopfschmerzen, welche sich nach Einnahme eines 
Schmerzmittels umgehend besserten, habe er keine offensichtlichen kognitiven 
oder körperlichen Einschränkungen gezeigt. Zudem seien aus den Akten erhebli-
che Ressourcen erkennbar. Die gutachtlich diagnostizierten psychischen Störun-
gen würden medizinisch-theoretisch keine massgeblichen Einschränkungen be-
gründen. Eine vergleichbare Situation sei bereits im Rahmen der beiden Begut-
achtungen 2006 und 2009 vorgelegen, woraus sich keine Minderung der Arbeits-
fähigkeit ergeben habe. Des Weiteren führten die Gutachter u.a. aus (IV-act. 
140-4/103, unterhalb der Mitte):

Aus der neuropsychologischen Untersuchung geht hervor, dass eine Belastbarkeit 
über einen halben Tag möglich zu sein scheint, bei vorhandenen kognitiven Res-
sourcen. In der Gesamtschau ergeben sich medizinisch-theoretisch bezüglich der 
Arbeitsleistung, welche aus dem "Mini-ICD-APP" abgeleitet wurde, nur leichtgradi-

20

ge Einschränkungen, bei geeigneter Tätigkeit in erster Linie aufgrund leichter bis 
mittelgradiger Einschränkung der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit.
Aus interdisziplinärer Sicht kann so mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer quanti-
tativen Arbeitsfähigkeit von einem halben Tag, also etwas 4.5 Stunden über eine 
ganze Woche ausgegangen werden, ohne offensichtliche zusätzliche qualitative 
Einschränkungen. Für den Rest sind bei schlechter Konsistenz und Plausibilität 
präsentierter Beschwerden und Leistungseinschränkungen aus o.g. Gründen we-
der aus neuropsychologischer noch aus psychiatrischer Sicht zuverlässige Anga-
ben möglich. In der Gesamtschau ergeben sich medizinisch-theoretisch bezüglich 
der Arbeitsleistung, welche aus dem "Mini-ICF-APP" abgeleitet wurde, nur leicht-
gradige Einschränkungen, bei geeigneter Tätigkeit in erster Linie aufgrund leichter 
bis mittelgradiger Einschränkung der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit. Die 
psychischen Störungen sind zwar chronifiziert, begründen aber sonst medizinisch-
theoretisch als leichte Dysthymie, also einer chronischen leichtgradigen depressi-
ven Störung, in Komorbidität mit einer leichten, somatoformen Störung, nicht näher 
bezeichnet (psychosomatische Störung ohne nähere Angaben) nur einen geringen 
funktionellen Schweregrad.
Aus gutachtlicher Sicht kann somit geschätzt lediglich eine quantitative Minderung 
der Arbeitsfähigkeit von höchstens einem Drittel, damit ein machbares Arbeitspen-
sum von zwei Dritteln eines Vollpensums mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
angenommen werden, sofern das Arbeitspensum auf 5 Tage die Woche verteilt 
wird. Das "Unsicherheitsintervall" ist aber sehr hoch und schwankt von 50% Ar-
beitsfähigkeit bis 80% Arbeitsfähigkeit. Eine Arbeitsfähigkeit von unter 50% ist we-
nig wahrscheinlich.
Dies bedeutet, dass der Explorand überwiegend wahrscheinlich in der Lage ist, 28 
Stunden die Woche zu arbeiten, verteilt auf 5 Tage die Woche mit rund 5 ½ Stun-
den pro Tag.
Diese hier geschätzte Arbeitsfähigkeit hat sich seit der ersten Begutachtung im 
Jahr 2006 nicht grundlegend geändert und besteht wahrscheinlich schon mit der 
definitiven Arbeitsaufgabe 2004. Sie weicht geringfügig von der Einschätzung der 
damaligen Gutachter ab, da aufgrund des langen Verlaufs die diagnostische Beur-
teilung angepasst werden musste; das gleiche gilt für das Gutachten von 2009. 
Zudem wurden die funktionellen Auswirkungen der damals gestellten Diagnosen 
aufgrund einer anderen Rechtsprechung gar nicht ausführlich gewürdigt, sondern 
bei "Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit" subsumiert.
Das Gutachten 2015 der UPK stützt, wie ausführlich im psychiatrischen Hauptgut-
achten ausgeführt, auf subjektive Angaben ab, welche bereits aus dem damaligen 
Gutachten als Übertreibungen hervorgehen. Zudem wurde keine psychische Be-
schwerdenvalidierung vorgenommen, trotz Hinweisen auf eine Übertreibung. Fer-
ner wurde keine systemische Performanzvalidierung zur Prüfung der Anstren-
gungsbereitschaft vorgenommen; ein einzelner eingesetzter Test, der Rey 15, wel-
cher ein unauffälliges Ergebnis zeigte, gilt heute als nicht mehr zeitgemäss, da 
seine Sensitivität (Empfindlichkeit) und Spezifität als schlecht beurteilt werden 
müssen.

3.10 Nach einer Prüfung des bidisziplinären Gutachtens vom 16. März 2020 er-
achtete der RAD-Arzt Dr.med. R.________ (FMH Psychiatrie/ Psychotherapie) 
verschiedene Rückfragen an die Gutachter als unumgänglich (IV-act. 142-3f./4), 
welche mit Schreiben vom 20. April 2020 den Gutachtern unterbreitet wurden 
(IV-act. 143). Die Antwort der Gutachter lautete am 15. Mai 2020 wie folgt (IV-act. 
144):

21

Ihre Eingangsfrage lautete wie folgt:
Aus interdisziplinärer Sicht kann so mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer quanti-
tativen Arbeitsfähigkeit von einem halben Tag, also etwa 4.5 Stunden über die 
ganze Woche ausgegangen werden, ohne offensichtliche zusätzliche qualitative 
Einschränkungen. Für den Rest sind bei schlechter Konsistenz und Plausibilität 
präsentierter Beschwerden und Leistungseinschränkungen aus o.g. Gründen we-
der aus neuropsychologischer noch aus psychiatrischer Sicht zuverlässige Anga-
ben möglich.

" Ist dies so zu verstehen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer mindestens 
halbtägigen Arbeitsfähigkeit auszugehen ist und bzgl. der Arbeits-/ Leistungsfähig-
keit für die zweite Hälfte des Tages keine Beurteilung möglich ist aufgrund der 
schlechten Konsistenz und Plausibilität der präsentierten Beschwerden und Leis-
tungseinschränkungen?"
Ja, dem ist so.
Diese unsere Beurteilung ist auch konsistent mit folgender Stellungnahme weiter 
unten im Text (Hervorhebungen erst im aktuellen Schreiben vorgenommen):

" In der Gesamtschau ergeben sich medizinisch-theoretisch bezüglich der Arbeits-
leistung, welche aus dem "Mini-ICD-APP" abgeleitet wurde, nur leichtgradige Ein-
schränkungen, bei geeigneter Tätigkeit, in erster Linie aufgrund leichter bis mit-
telgradiger Einschränkung der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit."

4.1 Mit der vorliegenden Beschwerde vom 11. September 2020 wurde ein am 
27. August 2020 verfasster Verlaufsbericht des behandelnden Psychiaters 
Dr.med. AH.________ eingereicht. Die angefochtene Verfügung wurde am 19. 
August 2020 erlassen. Dieser Zeitpunkt begrenzt nach konstanter Rechtspre-
chung grundsätzlich den gerichtlichen Überprüfungszeitraum (vgl. statt vieler Ur-
teil des Bundesgerichts 9C_135/2018 vom 11.7.2018 Erw. 2.2 mit Hinweisen). In 
diesem Bericht wiederholte der Behandler seine bereits früher gestellten Diagno-
sen (vgl. oben, Erw. 3.5). Des Weiteren führte er u.a. aus (vgl. Bf-act. 3):

Seit dem letzten IV-Bericht von 28.03.2016 blieb die psychische Gesundheit des 
Patienten leider schlecht, stets mit Schwankungen von schlecht zu noch schlechte-
rem psychischen Zustand. Die therapeutischen Möglichkeiten scheinen erschöpft 
zu sein.
Jedes Jahr, um die gleiche Jahreszeit (Mai, Juni, Juli, August), zu welcher der Pa-
tient in der Gefangenschaft war, verschlechtert sich sein Zustand so sehr, dass er 
kaum noch das Haus verlässt. Ohne Unterstützung seiner Familie und einiger Be-
kannten wäre er selbst nicht in der Lage, sich zu motivieren, weiter zu leben. Pas-
sive Sterbegedanken kommen wiederkehrend zurück und können nur mit grosser 
Anstrengung des Patienten unterdrückt werden. Zusätzlich wird der Patient von 
neu diagnostizierter beginnender Herzinsuffizienz und damit verbundener Erschöp-
fung belastet. Als neulich sein prägendes Erlebnis des Folterns in Frage gestellt 
wurde, schwanden die Ressourcen des Patienten, sein Trauma respektive die 
Flashbacks begleitet von der Derealisation und der Depersonalisationserleben zu 
bewältigen und latente Aggressivität zu unterbinden. Derzeit ist es noch möglich 
durch den regen telefonischen Kontakt mit dem Patienten diese noch unter Kon-
trolle zu halten. Die Prognose meinerseits bleib unverändert wie auch die Thera-
pieansätze. Der Patient wurde für eine stationäre Behandlung auf der PTBS Stati-
on der PK G.________ angemeldet und befindet sich auf der Warteliste.

Ärztlicher Befund/ Psychostatus vom 27.08.2020:

22

Der 51-jährige Patient ist in reduziertem Allgemeinzustand, allseits orientiert. Er 
wirkt sehr stark in sich gekehrt, verschlossen und bedrückt. Er vermeidet Augen-
kontakt und beginnt oft zu hyperventilieren. Er ist stark auf seine körperlichen Be-
schwerden, für die es bisher kein somatisches Korrelat gab, eingeengt. Sobald 
emotionale Themen angesprochen werden, wie Kriegserlebnisse und die Bezie-
hung zu seiner Frau, wird der Patient sehr unruhig, nervös und beginnt zu hyper-
ventilieren. Aufmerksamkeit und Konzentration stark eingeschränkt. Im formalen 
Denken kohärent, stark wortkarg und einsilbig, perseverierend. Lange Antwort-
latenzen begleitet von einer nonverbalen Sprache, häufig in Form der Hyperventi-
lationen, Stöhnen und Schmerzäusserungen. Starkes Misstrauen vorhanden. (…)

4.2 Vom 1. September 2020 bis 2. Oktober 2020 (und damit nach dem gericht-
lichen Überprüfungszeitraum, siehe oben) hielt sich der Beschwerdeführer erneut 
in der Psychiatrischen Klinik G.________ auf. Im Austrittsbericht vom 4. Novem-
ber 2020 stellte AK.________ (Klinikärztin) folgende Diagnosen (Bf-act. 6):

F33.2 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode
F62.0 Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung
F45.0 Somatisierungsstörung
F43.1 Posttraumatische Belastungsstörung (ED 1992)
I10.90 Arterielle Hypertonie
I11.90 V.a. hypertensive Herzkrankheit (Spital V.________ 08/2020)

Belastungskoronarinsuffizienz aktuell nicht nachweisbar aber auch nicht aus-
zuschliessen

E66.00 Adipositas Grad I, BMI: 33.6 kg/m2
N40 Beginnendes benignes Prostatahyperplasiesyndrom (Spital V.________ 
05/2020) 

Zustand nach lumbospondylogenem Syndrom

Im Austrittsbericht wurde u.a. ausgeführt, aktuell klage der Versicherte über be-
lastendes Wiedererinnerungserleben, Kopfschmerzen sowie Stimmenhören (je-
mand rede hinter seinem Rücken, obwohl da niemand sei, Stimmen der Täter). 
Insgesamt habe im Verlauf eine leichte Verbesserung der depressiven Sympto-
matik bei nach wie vor bestehender Traumafolgesymptomatik erreicht werden 
können.

5.1 Unbestritten ist, dass die IV-Stelle im vorliegenden Fall auf die Neuanmel-
dung eingetreten und im Verlauf verschiedene medizinische Abklärungen veran-
lasst hat. Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, wie diese getroffenen Abklärun-
gen im Hinblick auf einen allfälligen Rentenanspruch zu würdigen sind. Darauf ist 
nachfolgend zurückzukommen.

5.2.1  Was die Frage anbelangt, inwiefern somatische Leiden die Leistungsfähig-
keit des Versicherten beeinträchtigen, drängen sich folgende Ausführungen auf. 
Der behandelnde Psychiater hält in seinem aktuellsten Verlaufsbericht (kurz nach 
Erlass der angefochtenen Verfügung) ausdrücklich fest, dass für die körperlichen 
Beschwerden, auf welche der Versicherte eingeengt (fokussiert) sei, bislang kein 
somatisches Korrelat objektiviert werden konnte (siehe Erw. 4.1). Analog werden 

23

denn auch in der vorliegenden Beschwerde (einmal abgesehen von einem Hin-
weis auf Herzinsuffizienz, Ziff. 25 der Beschwerde) keine somatischen Gesund-
heitsprobleme in substantiierter Form thematisiert. Was den Hinweis auf eine 
kardiale Symptomatik anbelangt, verhält es sich so, dass der behandelnde 
Psychiater (nach dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 19.8.2020) le-
diglich eine beginnende Herzinsuffizienz erwähnte, welche neu diagnostiziert 
worden sei (siehe Erw. 4.1). Diesbezüglich wurden beim Eintritt in die Psychiatri-
sche Klinik G.________ am 4. November 2020 u.a. folgende Befunde (Somato-
status) erhoben (Bf-act. 6, S. 2 Mitte):

Herztöne rein, rhythmisch, normofrequent, keine pathologischen Herzgeräusche 
(…)

Des Weiteren wurde im Austrittsbericht aus somatischer Sicht ausgeführt, dass 
die vorstationäre antihypertensive Medikation bestehend aus Valsartan bei unzu-
reichender Blutdruckeinstellung von 160 mg/Tag auf 240 mg/Tag erhöht worden 
sei. Im Verlauf habe sich gezeigt, dass eine Kombinationstherapie angezeigt war, 
welche bei zusätzlicher bestehender Neigung zu eher tachykarder Herzfrequenz 
(meist > 100 BPM) leitliniengerecht mit einem Betablocker (Cavedilo/Dilatrend 50 
mg/Tag) eingeleitet wurde. Darunter habe der Blutdruck im hochnormalen Be-
reich zumindest zufriedenstellend eingestellt werden können (vgl. Bf-act. 6 S. 3). 

5.2.2  Bei dieser Sachlage besteht kein Anlass, im Zeitpunkt des Erlasses der 
angefochtenen Verfügung von somatisch bedingten Einschränkungen der Ar-
beitsfähigkeit für die zuletzt ausgeübte (nach der Aktenlage körperlich leichte) 
Tätigkeit auszugehen. Sollte indessen im weiteren Verlauf nach dem erwähnten 
Stichtag (19.8.2020) eine (somatische) Verschlechterung eintreten, wäre dies im 
Rahmen einer Neuanmeldung geltend zu machen (vgl. zit. Urteil 9C_135/2018 
Erw. 2.2). 

5.2.3  Im Einklang mit dem vorliegenden Zwischenergebnis, wonach in der ange-
fochtenen Verfügung zu Recht grundsätzlich keine für einen Rentenanspruch re-
levanten somatischen Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes berück-
sichtigt wurden, spricht schliesslich auch die Einschätzung des RAD-Arztes 
Dr.med. N.________, welcher anlässlich des medizinischen Standortgesprächs 
vom 13. Februar 2018 aus orthopädischer Sicht keine Einschränkung des Leis-
tungsvermögens für leichte bis mittelschwere, wechselbelastende Arbeiten (im 
Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen sowie ohne häufiges Heben und 
Tragen von Lasten über 10 kg etc., siehe Erw. 3.7 bzw. IV-act. 115) feststellen 
konnte. Anzufügen ist, dass diese fachärztliche Beurteilung vom beanwalteten 
Beschwerdeführer vor Gericht nicht in Frage gestellt wird.

24

5.2.4  Nach dem Gesagten resultiert - im Vergleich zur materiellen Beurteilung im 
früheren Gerichtsentscheid I 2009 163 - keine für einen IV-Rentenanspruch rele-
vante Veränderung des somatischen Gesundheitszustandes. Mit anderen Wor-
ten kann aus somatischer Sicht derzeit kein Rentenanspruch hergeleitet werden.

6. In der Folge stellt sich die Frage, ob hinsichtlich des psychischen Gesund-
heitszustandes vom Vorliegen eines Anpassungsgrundes auszugehen ist. Nicht 
zu den relevanten Änderungen gehört praxisgemäss eine bloss unterschiedliche 
Beurteilung eines im Wesentlichen gleich gebliebenen (psychischen) Gesund-
heitszustandes (vgl. BGE 112 V 372 Erw. 2b). Schwieriger zu beurteilen ist die 
Abgrenzung zwischen revisionsrechtlich unerheblicher Neubeurteilung von einer 
revisionsbegründenden Änderung, wenn die involvierten Psychiater die erhobe-
nen Befunde unterschiedlich kodieren und würdigen. In einer solchen Konstella-
tion bildet grundsätzlich das Vorhandensein einer entscheidungserheblichen 
Differenz in den den medizinischen Unterlagen zu entnehmenden Tatsachen 
Gegenstand des Beweises. Die Feststellung des aktuellen gesundheitlichen 
Befunds und seiner funktionellen Auswirkungen ist zwar Ausgangspunkt der 
Beurteilung; sie erfolgt aber nicht unabhängig, sondern wird nur 
entscheidungserheblich, soweit sie tatsächlich einen Unterschied auf der 
Seinsebene zum früheren Zustand wiedergibt (Urteil des Bundesgerichts 
9C_244/2017 vom 26.10.2017 Erw. 4.2.1 mit weiteren Hinweisen, in SVR-
Rechtsprechung 3/2018 IV Nr. 13). 

6.1.1  Im versicherungspsychiatrischen Gutachten von Dr.med. A. H.________ 
vom 25. Juli 2009, welchem das Verwaltungsgericht im erwähnten VGE I 2009 
163 vom 5. Februar 2010 vollen Beweiswert zuerkannt hat und worauf das 
Gericht damals massgeblich abgestellt hat (vgl. oben, Erw. 2.2), wurde 
hinsichtlich der objektiven Befunde u.a. unmissverständlich festgehalten, dass 
eine depressive Symptomatik nicht erkennbar war (vgl. IV-act. 69-13/24 oben). 
Demgegenüber hat beispielsweise Prof. Dr.med. J.________ in seinem 
Gutachten (März 2015) bei den von ihm erhobenen Befunden u.a. ausgeführt, 
dass der Explorand im Affekt depressiv wirke, affektarm, kaum schwingungsfähig 
(vgl. IV-act. 100-24/32). Auch im aktuellsten Gutachten von Dr.med. P.________/ 
lic.phil. Q.________ wird eine chronische depressive Symptomatik anerkannt, 
auch wenn sie lediglich als leichtgradige Störung beurteilt wird (vgl. IV-act. 140-
4/103). Damit ist ein relevanter Unterschied auf der Seinsebene zum früheren, im 
Entscheid VGE I 2009 163 beurteilten Zustand gegeben, weshalb eine materielle 
Prüfung des geltend gemachten Rentenanspruchs nach Massgabe der seit der 
erneuten IV-Anmeldung getroffenen Abklärungen des psychischen 
Gesundheitszustands zulässig ist. 

25

6.1.2  Für dieses Ergebnis spricht auch noch, dass im damaligen 
Gerichtsentscheid (I 2009 163) die Rechtsprechung zur Anwendung kam, dass 
im Falle 
einer somatoformen Schmerzstörung die Vermutung bestehe, wonach diese oder 
deren Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung überwindbar seien (mit 
gewissen Ausnahmen, siehe IV-act. 69-18f./24), demgegenüber zwischenzeitlich 
die Rechtsprechung geändert hat. Anstelle des damaligen Regel-/Ausnahme-
Modells hat das Bundesgericht mit dem Leitentscheid BGE 141 V 281 (Urteil 
9C_492/2014 vom 3.6.2015) einen strukturierten normativen Prüfungsraster 
formuliert (sogenannte Indikatorenrechtsprechung), welcher seither grundsätzlich 
für den Anspruch auf eine Invalidenrente bei psychischen Erkrankungen wie 
somatoforme Schmerzstörungen oder bei Erkrankungen aus dem depressiven 
Formenkreis (BGE 143 V 409) zu beachten ist. Anzufügen ist, dass gemäss BGE 
143 V 418 (Urteil 8C_130/2017 vom 30.11.2017) grundsätzlich sämtliche 
psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 
V 281 zu unterziehen sind (weitere Änderung der Rechtsprechung).

6.2.1  Das psychiatrische Hauptgutachten von Dr.med. P.________ vom 
16.3.2020 beginnt mit der Ausgangslage und formellen Angaben. Anschliessend 
werden der Anlass und die Umstände der Begutachtung umschrieben, 
namentlich der Kontext des Auftrages und der medizinische Sachverhalt. Sodann 
werden die verwendeten Quellen aufgeführt, insbesondere auch die eigenen 
Untersuchungen und Zusatzuntersuchungen erläutert (vgl. IV-act. 140-8/103 bis 
140-10/103). Die ausführliche Zusammenfassung der IV-Akten und Fremdakten 
umfasst 21 Seiten (IV-act. 140-11/103 bis 140-32/103). Es folgen die 
vorgenommenen Befragungen, gegliedert in Familienanamnese, Persönliche 
Anamnese und Persönlichkeitsentwicklung, soziale, berufliche Anamnese; 
Tagesablauf, Freizeitgestaltung, Hobbies, benötigte Hilfe, Benutzung von 
Verkehrsmitteln, Ferien, Ressourcen; jetziges Leiden, aktuelle Beschwerden, 
bisherige und aktuelle Behandlungen; Krankheitsvorstellungen, Einschätzung 
des Leistungsvermögens und Zukunftsvorstellung; systematische Anamnese, 
psychotrope Substanzen (IV-act. 140-32/103 bis 140-37/103). Die 
Untersuchungsbefunde (Ziff. 4 des Gutachtens) umfassen die Befunde vom 
19.11.2019 (inkl. gemeinsamer Gang zum Labor und wieder zurück), gegliedert 
in Verhaltensbeobachtungen und äussere Erscheinung, sprachliche 
Verständigung, psychopathologische Befunde; sodann die Befunde vom 
25.11.2019 (allgemeine Informationen, Verhaltensbeobachtungen, sprachliche 
Verständigung, Psychostatus nach AMDP); Exploration von Symptomen einer 
posttraumatischen Belastungsstörung; des folgen die Befunde vom 21.01.2020 
(analog gegliedert, vgl. IV-act. 140-37/103 bis IV-act. 140-44/103). Anschliessend 

26

folgen die Zusatzbefunde, gegliedert in Ergebnisse der Laboranalyse vom 
19.11.2019, Bericht der Haaranalyse (O.________) vom 6.12.2019 (IV-act. 140-
45f./103) sowie weitere Zusatzuntersuchungen (IV-act. 140-46f./103). Die 
Beurteilung der Ergebnisse der beiden Interviews nach CAPS-5 und nach der 
Aktenlage wird (auf Seite 40) des Hauptgutachtens wie folgt zusammengefasst 
(IV-act. 140-47/103 oben):

Gemäss seinen Angaben und der Aktenlage ist das Eingangskriterium mit seinen 
Angaben zu Lebensbedrohung, schweren Verletzungen sowie Zeugenschaft 
davon erfüllt. Die Validität seiner Angaben ist als schlecht zu beurteilen, bei extrem 
hoher Bejahungstendenz erfragter Beschwerden, nahezu ausschliesslich vagen 
Angaben auf klärende Fragen des Gutachters hin und bei fehlenden objektiven 
Hinweisen für Flashbacks, Intrusionen, Vermeidungsverhalten, erhöhtem 
Erregungsniveau, dissoziativem Erleben.

Unter Ziffer 5 folgt eine zusammenfassende Beurteilung von lic.phil. Q.________ 
(Fachpsychologe für Neuropsychologie), welcher den Versicherten am 29. 
November 2019 untersuchte. Seine Diagnose umschrieb dieser Gutachter wie 
folgt (IV-act. 140-49/103 oben):

Neuropsychologische Diagnose
Unspezifischer Befund bei fluktuierender Test-Compliance mit letztlich nicht sicher 
beurteilbaren kognitiven Einbussen im Aufmerksamkeits- und Gedächtnisbereich 
sowie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit übertriebenen 
Beschwerdeangaben bei klinisch affektiven Auffälligkeiten mit Affektarmut und 
Affektstarre.
Bemerkung zur beruflichen Funktionsfähigkeit
Aufgrund einer nicht-authentischen Präsentation ist keine sichere Stellungnahme 
zur beruflichen Funktionsfähigkeit möglich. Eine Belastbarkeit über einen halben 
Tag scheint möglich zu sein bei vorhandenen kognitiven Ressourcen. (…)

6.2.2  Unter Ziffer 7.2 des Hauptgutachtens wird eine ausführliche Beurteilung 
von Konsistenz und Plausibilität im Längsschnitt vorgenommen (IV-act. 140-
57ff./103). Als Zwischenergebnis wird festgehalten, es sei nachvollziehbar, dass 
in irgendeiner Form eine posttraumatisch bedingte, unspezifische Symptomatik 
bereits vor 2004 bestanden hat, u.a. im Sinne einer Schmerzsymptomatik, und 
es ist nicht ausgeschlossen, dass eine residuelle Symptomatik einer 
posttraumatischen Belastungsstörung bis aktuell weiter vorliegt. Aufgrund nicht 
authentischer Beschwerdenangaben und weitgehend fehlenden objektiven 
aktuellen Hinweisen auf erhöhtes Erregungsniveau, dissoziative Zustände, 
Vermeidungsverhalten wäre kaum möglich, diese zuverlässig zu erfassen (IV-act. 
140-58/103 oben). Als auffällig wurden im Längsschnitt vage Schilderungen und 
inkonsistente Angaben des Exploranden zu seiner funktionellen 
Leistungsfähigkeit beurteilt, welche Zweifel an der Authentizität von 
Beschwerden und Leistungsfähigkeit wecken, so namentlich (IV-act. 140-
58ff./103):

27

- Trotz intensiver Massnahmen habe sich keine wesentliche Besserung ergeben. 
Ab 2004 sei es sogar zur Zunahme der psychischen Probleme gekommen (act. 
120). Diese Verlaufsbeschreibung über Unveränderbarkeit, ja Zunahme der 
Beschwerden trotz Behandlungen wirft, insbesondere bei psychoreaktiven 
Symptomen wie einer PTBS, Fragen in Bezug auf deren Authentizität auf (…);

- Kognitive Funktionen und Gedankengang sind trotz seiner Klagen über 
Einschränkung weitgehend als unbeeinträchtigt beschrieben (act. 113);

- Bei Schilderungen verschiedener Widersprüchlichkeiten mache er 
verallgemeinernde Angaben zu den damaligen Geschehnissen, seinen Zustand 
gebe er als "immer schlecht" an (act. 113);

- Seine Angaben, er werde bereits bei kleinen Sachen aggressiv, habe sich im 
Untersuchungskontext, auch bei Provokationsversuchen, nicht widergespiegelt 
(act. 113);

- Bei gezieltem Nachfragen habe er Ängste angegeben, wenn er während des 
Autofahrens von der Polizei angehalten werde (act. 113), was bezüglich 
Autofahren auf eine Ressource trotz Angaben von schwersten 
Beeinträchtigungen hinweist, bezüglich Angst vor Polizei, wenn er von dieser 
angehalten werde, auf ein normalpsychologisches Phänomen.

- Eigentliche Flashbacks seien nicht beklagt worden, welche bei PTBS typisch sind 
(act. 113).

- Er gab einen sozialen Rückzug an, wobei diese Angaben nicht konsistent sind: 
auf der anderen Seite gab er an, er treffe sich gelegentlich mit Freunden, fühle 
sich in der Familie weitgehend aufgenommen und wohl (act. 113).

- Bei einem Arbeitsversuch 2006/2007, in welchem er Abfälle zur Entsorgung habe 
trennen müssen, sei es zur Symptomverschlechterung ("viel schlecht und 
schlimmer und Schmerzen") und dann zum Abbruch gekommen, ohne dass der 
Hintergrund für diese volle Leistungsunfähigkeit in Anbetracht gezeigter und 
beschriebener Ressourcen und einer sehr einfachen Arbeitstätigkeit plausibel ist.

- Er gab an, gehe es ihm sehr schlecht, dann könne er manchmal sogar das Haus 
nicht verlassen. Ansonsten betätige er sich gelegentlich mit Hausarbeiten (Betten 
machen, "bitzeli" reinigen; act. 75). Im Gegensatz dazu gab er an, als Hobby 
spiele er Fussball in V.________. Bezüglich sozialer Kontakte gab er an, er 
spreche gerne mit Menschen. Dabei habe er gute Kontakte zu Italienern und 
Spaniern entwickelt, weil diese nicht über den Krieg reden würden. Er treffe 
entsprechende Personen in den Restaurants, in welchen er Kaffee trinken gehe. 
Diese Äusserungen sprechen nicht nur gegen einen sozialen Rückzug, sondern 
auch gegen eine andauernde Persönlichkeitsänderung, wie wiederkehrend 
diagnostiziert.

- Zum Tagesablauf und Freizeitverhalten gab er im Rahmen der Begutachtung 
2015 an (act. 29), er habe einen Führerschein, fahre aber schon lange nicht mehr 
Auto. Im Rahmen der aktuellen Begutachtung gab er hingegen an, er sei bis 
2019 Auto gefahren und habe das Auto aus finanziellen Gründen seinen Kindern 
gegeben.

- 2015 gab er an (act. 29), er würde wenig das Haus verlassen, bleibe meist zu 
Hause. Im Rahmen der gleichen Begutachtung gab er an, als begeisterter 
Fussballer sei er vor Jahren in der Schweiz einem Fussballverein beigetreten. 
Wenn es ihm gut gehe, gehe er auch jetzt noch manchmal zum Fussballtraining 
und schaue zu, ganz selten habe er auch mittrainiert. In den Ferien würden sie 
alle zusammen nach Kroatien fahren; das Schwimmen im Meer täte ihm gut. 
Dann wieder gab er in der gleichen Begutachtung an, er habe keine Kollegen; 
seine Ehefrau kümmere sich um den Haushalt; er liege viel im Bett und starre zur 

28

Decke. Auf diese Widersprüche geht das Gutachten 2015 trotz Hinweisen auf 
Übertreibungen im Rahmen der Untersuchung nicht ein.

- Bei Beantwortung der Fragebögen im Rahmen der Begutachtung 2015 habe er 
eine "Verdeutlichungstendenz" (d.h. keine - definitionsgemäss bewusste - 
Aggravation oder Simulation, sondern eine mehr oder weniger unbewusst 
erfolgte pointierte Darstellung von tatsächlich vorhandenen Beschwerden) 
gezeigt insofern, dass er bei fast allen Antworten bei Tests den Maximalwert 
angegeben habe, so auch ersichtlich beim Beck Depressionsinventar (…). Eine 
hohe Bejahungstendenz allgemein und derart extrem hoher Wert im BDI-II sind 
Kriterien, welche eine Aggravation wahrscheinlich machen (…). Dennoch habe 
es nach Ansicht des damaligen Gutachters keine Hinweise für Simulation oder 
Dissimulation gegeben, offensichtlich auf der Grundlage eines einzigen 
vorgenommenen Performanzvalidierungstest (dem Rey 15 zur Messung der 
Anstrengungsbereitschaft, Leistungsbereitschaft und nicht der Validität der 
psychischen Beschwerdenvalidität), welcher unauffällig ausgefallen war. Dieser 
Test gilt aufgrund seiner geringen Aussagekraft ohnehin seit langem als obsolet 
(nicht mehr gebräuchlich), nicht geeignet (vgl. Merten 20139, da er eine 
schlechte Sensitivität (schlechte Empfindlichkeit, ungenügende Erfassung von 
Aggravation) und Spezifität (fälschliche Erfassung von Aggravation) besitzt.

- Betrachten wir die Angaben in den diversen ärztlichen, nicht gutachtlichen 
Berichten, so stellen wir zusammenfassend fest, dass sie weitgehend auf den 
subjektiven Angaben der Betroffenen beruhen und/oder nicht (genügend) 
erkennen lassen, was subjektive Angaben, was objektive Befunde sind, 
Ressourcen kaum berücksichtigen, gut ersichtlich zuletzt in einem Arztbericht 
vom 05.04.2016 der behandelnden Psychiaterin (act. 18): Sie beschreibt eine 
extrem schwere Psychopathologie unter "Befunden", welche in erster Linie auf 
der Beschreibung subjektiver Angaben des Exploranden besteht. Dort, wo sie 
ihre Wahrnehmungen beschreibt, sind die Befunde derart massiv, wie sie weder 
im Längsschnitt noch im aktuellen Zustand feststellbar waren und sind: in sich 
gekehrt, verschlossen, bedrückt, beginne oft zu hyperventilieren, Aufmerksamkeit 
und Konzentration stark eingeschränkt, Stöhnen, Schmerzäusserungen. Starkes 
Misstrauen; in der Vergangenheit Ängste, im Gespräch bis zur vollen 
Panikattacke; paranoides Erleben, fühle sich häufig verfolgt, beobachtet, höre 
Stimmen. Er berichte Depersonalisations- und Derealisationserleben. Er erlebe 
sich als Person stark verändert, als nicht sich selbst, erlebe die Welt nachhaltig 
stark verändert, bedrohlich. Er wirke schwer deprimiert, rat- und hoffnungslos, 
perspektivlos, ziellos, pessimistisch, emotional abgestumpft, teilnahmslos, mit 
schwerer Interessen-, Freud- und Lustlosigkeit. Der Antrieb sei mittelgradig bis 
schwer reduziert. Im Gegensatz hierzu wurde Suizidalität verneint trotz 
schwerster depressiver Symptomatik mit Hoffnungslosigkeit. Solche Befunde in 
einer solchen Ausprägung finden sich weder in den bisherigen Begutachtungen 
noch in der aktuellen. Sie finden sich in psychiatrischen Kliniken auf 
Akutstationen. Alternativ müsste es seit 2016 zu einer massiven Verbesserung 
des Zustandes bis aktuell gekommen sein. Auf keinen Fall wäre der Explorand in 
der Lage gewesen, die beschriebenen Kontakte zu pflegen, in den Ferien in 
Kroatien das Baden zu geniessen und, allenfalls auch längere Strecken selbst 
Auto zu fahren.

- Durchgängig hingegen sind nach Aktenlage objektiv psychopathologische 
Befunde im Affekt (Affektarmut, Affektstarrheit) und Antrieb (Antriebsarmut) 
beschrieben, Befunde, welche alleine aber nicht auf eine spezifische psychische 
Störung hinweisen und weiter unten bei der diagnostischen Beurteilung gewürdigt 
werden.

29

- Die Anstrengungsbereitschaft (Performanzvalidität) war in sämtlichen 
gutachtlichen Untersuchungen nicht im gleichen Masse vermindert, wie sie bei 
der Beschwerdenschilderung imponierte; er präsentierte - mit Ausnahme in der 
aktuellen Begutachtung - klinisch weitgehend unauffällige kognitive Leistungen, 
wobei bis dato auch keine systematische Beurteilung der Performanzvalidität 
stattgefunden hat; eine systematische Untersuchung der psychischen 
Beschwerdenvalidität hat bis anhin überhaupt nicht stattgefunden.

- In den diversen ärztlichen Berichten fällt auf, dass sie im Verlauf immer 
ausgeprägtere Beschwerden aufführen, und damit eine Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes begründen. Sie basieren bezüglich Symptomen 
weitestgehend auf subjektiven Angaben des Exploranden respektive es geht aus 
den Berichten nicht hervor, was subjektive Schilderungen, was objektive Befunde 
sind; die in diesen Berichten beschriebenen Symptome und deren 
Ausprägungsgrad korrelieren nicht mit den Beschreibungen in den Gutachten 
2006 und 2009; im Gutachten der UPK 2015 wiederum wird massgeblich auf 
subjektive Angaben ohne systematische Analyse von Konsistenz und Plausibilität 
abgestützt, trotz klaren Hinweisen auf nicht authentische Beschwerden.

In der Zusammenfassung der Beurteilung im Längsschnitt führt der Gutachter 
aus, der Explorand beschreibe schwerste, auf die Arbeit bezogene 
Einschränkungen, welche nicht mit privaten Einschränkungen in gleichem Masse 
konsistent waren. Zudem seien die Angaben des Exploranden in sich nicht 
konsistent, indem er einerseits schwere Einschränkungen zu Hause angegeben 
habe, dann wieder Ressourcen wie soziale Kontakte, Autofahren, Reisen. Zudem 
habe er bezüglich psychischer Beschwerden durchgängig nur vage Angaben 
gemacht, welche in weiten Teilen auch nicht mit objektiven Befunden 
plausibilisiert wurden. Die Gutachten von Dr. H.________ 2006 und 2009 seien 
nachvollziehbar; das Gutachten der UPK K.________ sei bezüglich Beurteilung 
von Konsistenz und Plausibilität widersprüchlich. In den gutachtlichen 
Untersuchungen gebe es in erster Linie Hinweise auf nicht valide psychische 
Beschwerdenangaben; bezüglich kognitiver Funktionsfähigkeiten würden sich 
aus den drei Vorgutachten keine offensichtlichen Hinweise auf verminderte 
Anstrengungsbereitschaft (eingeschränkte Performanzvalidität) ergeben (vgl. IV-
act. 140-61/103 oben).

Bezüglich Schmerzerleben seien die Angaben des Exploranden konsistenter und 
würden eine Schmerzstörung nahelegen, welche durchaus, wie von Gutachter 
2006 und 2009 beurteilt, Ausdruck einer posttraumatisch bedingten 
unspezifischen Schmerzstörung sein könnten (IV-act. 104-61/103 Mitte).

6.2.3  Hinsichtlich der Beurteilung im Querschnitt (der aktuellen Untersuchungen) 
hielt der Gutachter u.a. fest (vgl. IV-act. 140-61ff./103):

- Im Gegensatz zu seinen Angaben wirkte der Explorand in sämtlichen 
Untersuchungen aufmerksam und er zeigte keine Hinweise auf kognitive 
Störungen bei insgesamt guten Leistungen klinisch und im Rahmen gezielter 
klinischer Untersuchungen. Es ergaben sich als psychopathologische 

30

Auffälligkeit, dass er kaum Eigeninitiative (Antriebsarmut) und deutliche 
Affektarmut und Affektstarrheit zeigte.

- Er zeigte psychomotorisch in Mimik, Gestik, Körperhaltung keine erkennbaren 
Schmerzäusserungen trotz Angaben von schweren Schmerzen, mit Ausnahme 
bei der dritten Untersuchung, als er über Kopfweh klagte, leidend aussah, was 
sich nach Einnahme einer Tablette Panadol rasch besserte.

- Trotz Angaben von zahlreichen und ausgeprägten Symptomen einer 
posttraumatischen Belastungsstörung zeigte er keine vegetative Erregbarkeit, 
auch nicht, als es um die Exploration der traumatischen Ereignisse und der 
Symptome einer PTBS ging. Insgesamt ergaben sich über sämtliche 
Explorationen hinweg weder Hinweise für ein erhöhtes Erregungsniveau, noch für 
dissoziative Zustände, noch indirekte Hinweise auf ein erhöhtes 
Erregungsniveau, auf Dissoziation, Flashbacks, Intrusionen (bspw. auffällige 
Psychomotorik, Absenzen, Stocken der Stimme); die gleiche Befundlage ergab 
sich im Rahmen eines strukturierten Interviews zur Erfassung einer 
posttraumatischen Belastungsstörung nach DSM-5, bei welcher der Explorand 
zwar viele vage Beschwerdenangaben machte, welche aber nicht konkretisierbar 
waren und auch keine objektivierbaren Befunde ergaben.

- Er zeigte insgesamt, wie bereits in früheren Begutachtungen, in den aktuellen 
neuropsychologischen und psychiatrischen Begutachtungen eine hohe 
Bejahungstendenz von abgefragten Beschwerden, einschliesslich derjenigen, 
welche bei der Untersuchung von Symptomen von posttraumatisch bedingten 
Störungen erfragt wurden. Hierbei äusserte er sich auf Nachfragen durch den 
Gutachter zur Klärung deren Validität jeweils sehr vage und ausweichend.

- Bezüglich Wahnerleben nannte er ein Gefühl, jemand sei hinter ihm, dann drehe 
er sich um und es sei niemand da. Eine solche, offensichtlich intakte 
Realitätskontrolle spricht gegen das Vorliegen einer Wahnstörung, bei welcher ja 
Wahngewissheit trotz Unvereinbarkeit mit der Realität und bizarre inhaltliche 
Wahnvorstellungen charakteristisch sind. Bei der Exploration von 
Sinnestäuschungen beschrieb der Explorand Stimmenhören sowie weitere 
akustische und optische Halluzinationen in Bezug auf das Erlebte. Wegen der 
Stimmen sei er oft alleine; er verlasse deshalb nicht das Haus. Hierbei verstehe 
er die Stimmen nicht; es handle sich um Schreie; es seien Stimmen von den 
Leuten, welche er habe sterben sehen; bis dahin ist die Authentizität seiner 
Angaben möglich; er gab auf Nachfrage weiter an, er höre respektive sehe die 
Sinnestäuschungen nicht; wenn er sich die Ohren respektive die Augen zuhalte, 
was gegen genuine (authentische) Halluzinationen spricht, aber auch gegen 
posttraumatisch bedingtes Sinnestäuschen.

- Für dissoziative Zustände ergaben sich keine Hinweise über alle drei 
Explorationen.

- Im Rahmen einer Laboranalyse am 19.11.2019 befand sich das von ihm als 
eingenommen angegebene Lorazepam (z.B. Temesta) unterhalb der 
Nachweisgrenze; die weiteren geprüften Psychopharmaka waren in 
unterschiedlichen Serumspiegeln nachweisbar. Bei der Haaranalytik (Zeitraum 
Mitte Juli bis Anfang November 2019) waren ein Teil der von ihm angegebenen 
Psychopharmaka und das Schmerzmittel Paracetamol (z.B. Dafalgan) in 
unterschiedlicher Konzentration nachweisbar, die von ihm als regelmässig täglich 
eingenommen angegebenen Medikamente Citalopram rsp. Escitalopram 
(Antidepressivum), Lorazepam (z.B. Temesta) und Sequase (z.B. Quetiapin) 
waren nicht nachweisbar, so dass eine nennenswerte Einnahme oder Applikation 
für den definierten Zeitraum bei diesen Medikamenten ausgeschlossen werden 
konnte, dies trotz Angaben schwerster Depressivität, Schlafstörungen, 
Alpträumen etc., gegen welche bisher nichts geholfen habe.

31

- Das Schmerzmittel Paracetamol konnte nachgewiesen werden; der Explorand 
machte einmal im Rahmen einer Untersuchung auch einen leidenden und 
psychisch allgemein reduzierten Eindruck, unter Angabe von Kopfschmerzen, 
welche jeweils auf Paracetamol gut ansprächen. Konsistent mit diesen Angaben 
verbesserte sich nach Einnahme von Paracetamol im Verlauf nach kurzer Zeit 
sichtlich sein Zustand, was das von ihm geklagte Schmerzerleben wahrscheinlich 
macht.

- Im Rahmen einer neuropsychologischen Untersuchung am 29.11.2019 (…) ergab 
sich ein unspezifischer Befund bei fluktuierender Test-Compliance (wechselnder 
Zuverlässigkeit bei der Mitarbeit) mit letztlich nicht sicher beurteilbaren kognitiven 
Einbussen im Aufmerksamkeits- und Gedächtnisbereich sowie mit an Sicherheit 
grenzender Wahrscheinlichkeit übertriebenen Beschwerdenangaben, bei klinisch 
affektiven Auffälligkeiten wie Affektarmut und Affektstarre. (…).

6.2.4  Anschliessend fasste der Gutachter die Ergebnisse der Längs- und 
Querschnittsanalyse in einer detaillierten Tabelle mit drei Kolonnen zusammen 
(gegliedert in "Hinweis auf nicht valide Angaben", "Hinweis für Vorliegen einer 
PTBS" und "Einschätzung des Gutachters", vgl. IV-act. 140-63f./103). Dabei 
gelangte der Gutachter zum (Zwischen)Ergebnis, dass auf der Grundlage dieser 
Analyse das Vorliegen einer posttraumatischen Belastungsstörung nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit gutachtlich bestätigt werden könne.

6.2.5  In einer weiteren Tabelle listete der Gutachter die aus der 
Verhaltensbeobachtung und der Explorationen gewonnenen Hinweise auf nicht 
authentische Beschwerden auf (= Kolonne 1), wobei in der Kolonne 2 die 
jeweilige Beurteilung des Gutachters enthalten ist (vgl. IV-act. 140-64ff./103). In 
der Zusammenfassung hielt der Gutachter fest, dass im Querschnitt anhand der 
vorgenommenen Untersuchungen die Validität der Beschwerden bei 
Inkonsistenzen und sichtlichen Übertreibungen als schlecht beurteilt werden 
müsse. Einzig bezüglich Schmerzerleben ergebe sich ein konsistenteres Bild. Im 
Rahmen der neuropsychologischen Beschwerden habe sich ein gleichsinniges 
Bild ergeben. Die Ergebnisse würden mit an Sicherheit grenzender 
Wahrscheinlichkeit auf übertriebene psychische Beschwerdeangaben hinweisen.

Im Rahmen der gutachtlich-psychiatrischen Untersuchung sei die Validität der 
Anstrengungsbereitschaft (Performanzvalidität) nicht in gleichem Masse schlecht 
wie diejenige der präsentierten Beschwerden; in der neuropsychologischen 
Untersuchung sei die Anstrengungsbereitschaft auffällig gewesen, wenn auch 
nicht in gleichem Masse wie die psychische Beschwerdenvalidität (vgl. IV-act. 
140-66/103 oben).

6.2.6  Als Fazit wird im Hauptgutachten festgehalten, sowohl im Längsschnitt wie 
im Querschnitt ist die Validität der geklagten psychischen wie kognitiven 
Beschwerden als schlecht zu beurteilen. Die vom Exploranden bereits früh 

32

geklagten und dokumentierten Schmerzen bei zeitnaher, adäquater 
Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen könnten - in Einklang mit allen 
bisher erstellten Gutachten (2006, 2009 und 2015) - gutachtlich als genügend 
plausibel beurteilt werden (IV-act. 104-66/103).

Die Validität der Angaben zu psychischen Beschwerden sei im Längsschnitt wie 
im Querschnitt als schlecht zu beurteilen. Das Ausmass der psychischen 
Beschwerden könne mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als 
übertrieben, zum Teil als massiv übertrieben beurteilt werden. Bis zur aktuellen 
Begutachtung sei aber keine systematische Beurteilung von Konsistenz und 
Plausibilität psychischer, kognitiver Beschwerden vorgenommen worden.

Die Performanzvalidität im Rahmen der psychiatrischen Begutachtungen sei im 
Längsschnitt wie im Querschnitt weniger auffällig als die Beschwerdenvalidität; 
bei der aktuellen neuropsychologischen Untersuchung, welche im Rahmen des 
IV-Verfahrens ebenfalls zum ersten Male systematisch durchgeführt worden sei, 
hätten sich ebenfalls Auffälligkeiten ergeben, jedoch nicht im gleichen Masse wie 
bei der Validierung psychischer Beschwerden.

In jedem Falle müsse davon ausgegangen werden, dass die Leistungsfähigkeit 
des Exploranden weit höher liege, als von ihm geschildert und demonstriert.

Es sei hierbei denkbar, dass Beschwerden wie Leistungsfähigkeit ausgeprägter 
seien, als sie im Rahmen der aktuellen Begutachtung und im Längsschnitt 
objektivierbar seien. In einem solchen Fall würden die nicht-authentischen 
Beschwerdenangaben und die nicht authentischen Leistungspräsentationen 
tatsächlich vorhandene Beschwerden und Leistungseinschränkungen derart 
"überstrahlen", dass gutachtlich eine Beurteilung der tatsächlich vorhandenen 
Beschwerden und Leistungseinschränkungen nicht mehr zuverlässig möglich 
wäre. Andersherum könne gesagt werden, dass der Explorand sowohl im 
Rahmen von drei psychiatrischen Explorationen wie im Rahmen der 
neuropsychologischen Untersuchung (vormittags und nachmittags) gezeigt habe, 
dass er im Mindesten über einen halben Tag arbeitsbezogen leistungsfähig sei 
(IV-act. 140-67/103 oben).

6.2.7 Hinsichtlich der im Begutachtungsauftrag gestellten Fragen wurde im 
Hauptgutachten mit einer ausführlichen Begründung die Fragestellung, ob eine 
traumatisch-bedingte psychische Störung vorliege, dahingehend beantwortet, 
dass nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit eine klinisch relevante und 
objektivierbare Traumafolgestörung nach ICD-10: F43.1 oder nach F62.0 
diagnostiziert werden könne. Es sei hingegen möglich, dass in Anbetracht der 

33

vom Exploranden geschilderten Erlebnisse einzelne Symptome einer solchen 
Störung bestehen würden (IV-act. 140-67/103 bis 140-68/103 unten). 

Sodann wurde im Hauptgutachten das Vorliegen einer Schmerzstörung nach 
ICD-10 bzw. nach DSM-5 die Diagnose einer somatischen Belastungsstörung 
verneint mit der (dort ausgeführten) Begründung, wonach die entsprechenden 
Kriterien nicht hinreichend erfüllt seien (IV-act. 140-68f./103). Die 
entsprechenden somatischen Beschwerden seien aber seit vielen Jahren 
beschrieben und würden aus gutachtlicher Sicht am ehesten einen Ausdruck von 
somatischen Residualsymptomen nach schweren Traumatisierungen darstellen, 
wie dies bereits in den Gutachten 2006 und 2009 formuliert worden sei. 
Diagnostisch handle es sich am ehesten um eine unspezifische Schmerzstörung, 
welche mit der Restkategorie von somatoformen Störungen nach ICD kodiert 
werden könne, bei welcher die Schwelle zur Diagnosestellung am tiefsten sei 
(F45.9, somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet bzw. psychosomatische 
Störung ohne nähere Angaben). Für die Diagnosestellung einer 
Somatisierungsstörung, wie dies im Gutachten 2015 ausgeführt werde, sei die 
Schwelle neben den Eingangskriterien sehr hoch. Für die im Gutachten 2009 
gestellte Diagnose "undifferenzierte Somatisierungsstörung" seien die 
Eingangskriterien einer somatoformen Störung ebenfalls weder im Längsschnitt 
noch im Querschnitt erfüllt und die Schwelle für die spezifische 
Indikationsstellung sei ebenfalls immer noch hoch (IV-act. 140-69f./103). 

Hinsichtlich der Frage nach dem Vorliegen einer depressiven Störung wurde im 
Hauptgutachten (IV-act. 140-70/103) mit einer konkreten Begründung erörtert, 
weshalb es sich (wahrscheinlich) nach ICD-10 um eine chronische, wenigstens 
mehrere Jahre andauernde depressive Verstimmung handle, welche weder 
schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug sei, um die 
Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden 
depressiven Störung zu erfüllen.

6.2.8  In der abschliessenden Beurteilung wurden dann bezogen auf die 
verschiedenen Einsatzgebiete (bisherige und leidensangepasste Tätigkeiten) 
unter Würdigung von Vorgeschichte, relevanten Befunden, Beschwerden und 
Ressourcen sowie des Verlaufs (in Anlehnung an die Kriterien zur Beurteilung 
der zumutbaren Arbeitsfähigkeit nach Oliveri et. Al. 2005) integral (unter 
Auflistung der einzelnen Elemente in einer tabellarischen Übersicht) leichte 
Einschränkunge