# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b56ac736-bd24-5c55-9358-f650f2d8061a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-07-04
**Language:** de
**Title:** Bern Steuerrekurskommission 04.07.2023 100 2022 316
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Steuerrekurs/BE_SRK_001_100-2022-316_2023-07-04.pdf

## Full Text

100 22 316
100 22 317
100 22 318
100 22 319
Gemeinde: B.________
ZPV-Nr.: ________
Eröffnung: 4.7.2023 RNA/KBE/aae

STEUERREKURSKOMMISSION DES KANTONS BERN

Am 4. Juli 2023

hat die hauptamtliche Richterin der Steuerrekurskommission im Rahmen ihrer Kompetenz als 

Einzelrichterin im Sinn von Art. 70 Abs. 4 des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisati-

on der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft in der Rekurssache von 

A.________

gegen

Steuerverwaltung des Kantons Bern, Brünnenstrasse 66, Postfach, 3001 Bern

betreffend Bussen für die Steuerjahre 2014 bis 2017 (Widerhandlung) 

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den Akten entnommen:

A. Mit interner Meldung vom 16. Juli 2019 informierte die für die Veranlagung zuständige 
Region .________ (Veranlagungsbehörde) die innerhalb der Steuerverwaltung des Kantons 

Bern für die Nachsteuern und Steuerhinterziehung zuständige Abteilung Zentrale Veranla-

gungsbereiche, Bereich Nachsteuer (ZVB/N), dass A.________ (Rekurrentin) in den Steuerer-

klärungen der Vorjahre die IV-Kinderrenten ihrer Tochter C.________ und ihres Sohns 

D.________, welche sie ausbezahlt erhielt, nicht deklariert hatte (vgl. Akten der ZVB/N; 

pag. 62). Gestützt auf diese Meldung leitete die ZVB/N am 11. Januar 2022 gegen die Rekur-

rentin ein Nachsteuer- und Steuerhinterziehungsverfahren ein (pag. 65). Die Rekurrentin wurde 

aufgefordert, die Aufstellung und Belege der erhaltenen IV-Kinderrenten für die Kinder 

D.________ und C.________ für die Jahre 2012 bis 2017 einzureichen und auszuführen, wieso 

diese nicht deklariert worden seien.

B. Am 25. Januar 2021 reichte die Rekurrentin die geforderten Unterlagen ein und erklärte, 
dass die IV-Kinderrenten aus Versehen in der falschen Position eingetragen worden seien. Sie 

könne sich nicht erklären, wie das passieren konnte, da auf den Auszügen der Ausgleichskasse 

klar ersichtlich sei, in welcher Position die Beträge eingetragen werden müssten. Im Jahr 2012 

seien die Beiträge in der Position 2.22 der Steuererklärung eingetragen worden. Im Jahr 2013 

in der Position 2.24 und seither jeweils in der Position 2.1. Im Jahr 2017 sei die Rekurrentin 

schliesslich vom Sozialdienst darauf hingewiesen worden, dass die IV-Kinderrenten falsch de-

klariert worden seien. 

C. Nach mehreren Schriftenwechseln mit der Rekurrentin erliess die ZVB/N mit Datum vom 
31. Mai 2022 eine Nachsteuer- und Bussenverfügung für die Steuerperioden 2014 bis 2017 

(pag. 278-273), in der sie die Rekurrentin zur Nachzahlung von CHF 6'098.80 für die Kantons- 

und Gemeindesteuern (zuzüglich Verzugszinsen von CH 972.--) verpflichtete und ihr wegen 

vollendeter Steuerhinterziehung eine Steuerbusse von CHF 2'012.65 für die Kantons- und Ge-

meindesteuern auferlegte. Bei der Busse ging sie von Fahrlässigkeit aus und setzte den Bus-

senfaktor auch unter Berücksichtigung der objektiven Schwere des Verschuldens sowie der 

persönlichen Verhältnisse auf 0.33 des vorenthaltenen Steuerbetrags fest. Weiter wurden der 

Rekurrentin Gebühren von CHF 100.-- auferlegt. Die gegen diese Nachsteuer- und Bussenver-

fügung erhobene Einsprache vom 1. Juli 2022 (pag. 293-280) wies die ZVB/N am 31. August 

2022 ab (pag. 302-298). 

D. Gegen die Einspracheverfügung betreffend Nachsteuer und Steuerhinterziehung vom 
31. August 2022 hat die Rekurrentin, damals vertreten durch E.________, mit Eingabe vom 

30. September 2022 bei der Steuerrekurskommission des Kantons Bern (Steuerrekurskommis-

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sion) Rekurs erhoben. Sie beantragt, den Entscheid der Vorinstanz vom 31. August 2022 auf-

zuheben. Es sei festzustellen, dass der Tatbestand der Steuerhinterziehung nicht erfüllt sei und 

die Bussen somit unrechtmässig erhoben worden seien. Weiter sei das Nachsteuerverfahren 

einzustellen und auf weiterführende Inkassohandlungen sei im Sinne der aufschiebenden Wir-

kung des Rekurses bis zum rechtskräftigen Endentscheid zu verzichten. Zur Begründung wird 

ausgeführt, dass im Jahr 2013 die von der IV an die Rekurrentin ausbezahlten Kinderrenten 

korrekt unter Ziff. 2.24 "Erhaltene Unterhaltsbeiträge/Alimente im Jahr 2013" deklariert worden 

seien. Der Steuerverwaltung sei somit bekannt gewesen, dass die Rekurrentin IV-Kinderrenten 

beziehe. In der Steuererklärung 2014, welche die Rekurrentin nach der Trennung vom Ex-Mann 

erstmals eigenhändig ausgefüllt habe, habe sie irrtümlich die unveränderten Kinderrenten der 

IV unter Ziff. 2.1 "Einkommen des Kindes aus Erwerb, Rente, Stipendien 2014" deklariert. Die 

fachunkundige Rekurrentin habe sich vom Begriff "Rente", der in Ziff. 2.1 aufgeführt sei, offen-

sichtlich irreführen lassen. Dieser Fehler in der Deklaration hätte jedoch der Steuerverwaltung 

auffallen müssen. Das Veranlagungsverfahren werde vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Diesen Grundsatz habe die Steuerverwaltung verletzt. Werde ein Einkommen, eine Rentenleis-

tung oder sonstige Einkünfte falsch deklariert, würden diese Werte mit den Lohn- oder Renten-

ausweisen quergeprüft. Der Hinweis der Steuerverwaltung, wonach die Rekurrentin die Weglei-

tung hätte lesen müssen, verfange deshalb nicht. Die Abweichung in der Deklaration unter 

Verwendung der falschen Ziffern springe ins Auge, sei offensichtlich und hätte deshalb der 

Steuerverwaltung auffallen müssen. Trotz nicht gehöriger Deklaration seitens der Steuerpflichti-

gen dürfe keine Nachsteuer erhoben werden, wenn der Steuerausfall dadurch verursacht wor-

den sei, dass die Steuerbehörde in Verletzung ihrer amtlichen Untersuchungspflicht keine 

Kenntnis von rechtserheblichen Tatsachen erlangt und deshalb den Sachverhalt unrichtig fest-

gestellt habe. Vorliegend sei die Rente in Höhe und Umfang korrekt deklariert worden. Die Re-

kurrentin habe ihre Mitwirkungspflicht im Umfang ihres Fachwissens vollumfänglich erfüllt und 

weder Tatsachen verschwiegen, noch unwahre Angaben gemacht. Der objektive Tatbestand 

der Steuerhinterziehung sei deshalb nicht erfüllt. Vorliegend führe die Verletzung der Untersu-

chungspflicht seitens der Steuerverwaltung dazu, dass der adäquate Kausalzusammenhang 

unterbrochen werde. Der Rekurrentin könne somit kein Verschulden vorgeworfen werden. Die 

Regelbusse erweise sich daher als rechtswidrig und sei aufzuheben. 

E. Am 3. Oktober 2022 bestätigte die Steuerrekurskommission den Eingang des Rekurses 
gegen die Einspracheverfügung betreffend das Nachsteuer- und Widerhandlungsverfahren 

2014 bis 2017. Das Nachsteuerverfahren wurde vom Steuerhinterziehungsverfahren abgetrennt 

und bis zum Abschluss des vorliegenden Steuerhinterziehungsverfahrens vor der Steuerrekurs-

kommission sistiert. 

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F. Am 24. Oktober 2022 hat die Rekurrentin auf entsprechende Nachfrage eine persönliche 
Einvernahme beantragt. Am 25. Oktober 2022 hat die Steuerrekurskommission zur Kenntnis 

genommen, dass die Rekurrentin nicht mehr vertreten wird. 

G. In ihrer Vernehmlassung vom 28. November 2022 beantragt die ZVB/N die kostenfällige 
Abweisung des Rekurses. Der objektive Tatbestand der vollendeten Steuerhinterziehung setze 

voraus, dass eine zu tiefe Veranlagung bereits rechtskräftig geworden ist und es mithin zum 

Steuerausfall gekommen sei. Der Tatbestand sei nur erfüllt, wenn zwischen dem strafbaren 

Verhalten und dem Deliktserfolg ein adäquater Kausalzusammenhang bestehe. Der adäquate 

Kausalzusammenhang zur steuerverkürzenden Veranlagung werde nicht etwa schon dadurch 

unterbrochen, dass die Veranlagungsbehörde einen rechtserheblich erkennbaren, aber noch 

unklaren oder unvollständig ermittelten Sachverhalt nicht weiter abgeklärt hat. Vielmehr dürfe 

sie grundsätzlich davon ausgehen, dass die Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig 

sei. Vorliegend seien die Veranlagungen 2014 bis 2017 der Rekurrentin in Rechtskraft erwach-

sen. Diese Veranlagungen seien zu tief ausgefallen, da die Rekurrentin die für ihre damals min-

derjährige Tochter (im Jahr 2014) sowie für ihren minderjährigen Sohn (in den Jahren 2014 bis 

2017) erhaltenen IV-Kinderrenten der Ausgleichskasse des Kantons Bern als Alimente in den 

jeweiligen Steuererklärungen 2014 bis 2017 fälschlicherweise unter Ziff. 2.1 "Einkommen des 

Kindes aus Erwerb, Rente, Stipendien" anstatt korrekterweise unter Ziff. 2.24 unter "Erhaltene 

Unterhaltsbeiträge/Alimente" deklariert hatte. Die Rekurrentin habe bereits mit den Falschdekla-

rationen die ihr obliegenden Mitwirkungspflichten gegenüber der Steuerverwaltung verletzt und 

die unvollständigen Veranlagungen 2014 bis 2017 bewirkt. Durch die Falschdeklaration der 

fraglichen Alimente habe sie den Steuerausfall kausal verursacht. Der objektive Tatbestand der 

vollendeten Steuerhinterziehung sei damit erfüllt. Die Veranlagungsbehörde sei entgegen dem 

Vorbringen der Rekurrentin aufgrund der Deklaration des Kindereinkommens unter Ziff. 2.1 

nicht verpflichtet gewesen, allfällige Querprüfungen vorzunehmen. Der subjektive Tatbestand 

sei vorliegend auch erfüllt, es sei jedoch von einer fahrlässigen Tatbegehung auszugehen. Die 

ZVB/N halte am reduzierten Bussenfaktor von 0.33 fest. 

H. Am 22. Dezember 2022 hat die Rekurrentin zur Vernehmlassung der ZVB/N Stellung ge-
nommen. Sie hält an ihrem Rechtsbegehren fest und macht Ausführungen zu ihrem Gesund-

heitszustand. Im August 2021 seien bei ihr .________ und eine .________ diagnostiziert wor-

den. In der Folge der .________ seien weitere Untersuchungen gemacht geworden und seit 

Februar 2022 lebe sie mit der Diagnose .________. Im Mai 2022 sei eine dritte Operation am 

.________ durchgeführt worden. Seit Ende 2021 habe sie keine Anstellung mehr und seit Mai 

2022 habe die Arbeitslosenkasse die Zahlungen eingestellt. Aufgrund ihrer finanziellen Situation 

sei es ihr nicht möglich, die Busse zu begleichen. 

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I. Mit Schreiben vom 25. Mai 2023 wurde die Rekurrentin um Mitteilung gebeten, ob sie an 
ihrem Antrag auf persönliche Einvernahme festhalte. Dies unter Hinweis, dass es sich nicht um 

eine Gerichtsverhandlung im eigentlichen Sinn handeln würde, sondern vielmehr Fragen sei-

tens des Gerichts zum Sachverhalt gestellt würden, wo dieser sich als noch zu ungenau erwei-

se. Die Rekurskommission teilte der Rekurrentin weiter mit, dass aus ihrer Sicht der Sachver-

halt liquid sei und eine Einvernahme nicht nötig erscheine, das Verfahren vielmehr ohne eine 

solche fortgeführt und abgeschlossen werden könne. Selbstverständlich werde jedoch eine per-

sönliche Einvernahme durchgeführt, wenn die Rekurrentin dies wünsche. Da die Rekurrentin 

keinen entsprechenden Wunsch geäussert hat, ist davon auszugehen, dass sie auf eine per-

sönliche Einvernahme verzichtet. 

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Steuerrekurskommission zieht in Erwägung:

1. Einspracheentscheide der Steuerverwaltung betreffend das Steuerstrafverfahren können 
bei der Steuerrekurskommission angefochten werden (Art. 208 Abs. 5 und Art. 225 Abs. 1 

i.V.m. Art. 195 ff. des Steuergesetzes vom 21. Mai 2000 [StG; BSG 661.11]). Die Steuerrekurs-

kommission ist deshalb sachlich und örtlich zuständig. Die Rekurrentin ist im vorinstanzlichen 

Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen. Sie ist daher beschwert und zur Anfech-

tung befugt (Art. 195 Abs. 2 StG i.V.m. Art. 86 und 65 des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRPG: BSG 155.21]). 

2. Da die Busse unter CHF 3'000.-- liegt, fällt der vorliegende Entscheid in die einzelrichterli-
che Zuständigkeit (Art. 70 Abs. 4 Bst. c des Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 

der Gerichtsbehörden und die Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]). 

3. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens sind aufgrund der Sistierung des Nachsteuer-
verfahrens einzig die Bussen wegen Steuerhinterziehung in den Steuerjahren 2014 bis 2017. 

4. In einem ersten Schritt ist von Amtes wegen die Verjährung zu prüfen (vgl. BGer vom 
29.10.1987, in ASA 59 S. 250 E. 4a).

4.1 Seit dem 1. Januar 2017 ist das "Bundesgesetz über eine Anpassung des DBG und des 
StHG an die Allgemeinen Bestimmungen des StGB" (AS 2015 779) in Kraft. Mit Inkrafttreten 

des vorstehend genannten Bundesgesetzes erfolgte auf Bundesebene eine Anpassung der 

in aArt. 184 DBG (in der Fassung vom 14.12.1990) und aArt. 58 des Bundesgesetzes vom 

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14. Dezember 1990 über die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemein-

den (in der Fassung vom 14.12.1990; StHG; SR 642.14) i.V.m. Art. 333 Abs. 6 des Schweizeri-

schen Strafgesetzbuchs (StGB; SR 311.0) vorgesehenen Verjährungsbestimmungen. Die seit 

dem 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Art. 184 DBG und Art. 58 StHG verdrängen als beson-

dere Bestimmungen i.S.v. Art. 333 Abs. 1 StGB die bisher geltende Verjährungsfrist 

von 15 Jahren bei vollendeter Steuerhinterziehung (vgl. zur altrechtlichen Regelung 

VGE 100 2013 380/381 vom 27.5.2014, in StE 2014 B 101.8 Nr. 22 E. 2 ff., mit Hinweisen). Neu 

beträgt die Verjährungsfrist für vollendete Steuerhinterziehungen zehn Jahre und beginnt je-

weils am Ende jener Steuerperiode zu laufen, für welche die steuerpflichtige Person unzutref-

fend veranlagt worden ist (Art. 184 Abs. 1 Bst. b Ziff. 1 DBG und Art. 58 Abs. 2 Bst. a StHG). 

Ferner zu erwähnen ist sodann, dass gemäss Art. 184 Abs. 2 DBG und Art. 58 Abs. 3 StHG die 

Verjährung nicht mehr eintritt, wenn seitens der zuständigen kantonalen Behörde vor Ablauf der 

Verjährungsfrist eine entsprechende (Bussen-)Verfügung (bzw. erstinstanzliches Urteil bzw. 

eine verurteilende Verfügung der Steuerverwaltung) ergangen ist (vgl. dazu auch Sieber/Malla 

in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer 

[DBG], 4. Aufl., 2022, N. 13 ff. zu Art. 184 DBG, mit Hinweisen). Art. 205f DBG sieht sodann als 

übergangsrechtliche Bestimmung vor, dass für die Beurteilung von Straftaten, die in Steuerperi-

oden vor Inkrafttreten der neuen Verjährungsfristen begangen wurden, das neue Recht an-

wendbar ist, sofern dieses milder ist als das in jenen Steuerperioden geltende Recht (Grundsatz 

der lex mitior). Dies ist in Bezug auf Straftaten, die zwischen dem 1. Oktober 2002 und dem

31. Dezember 2016 begangen wurden, der Fall (kürzere Verjährungsfrist nach neuem Recht; 

vgl. auch VGE 100 2013 380/381 vom 27.5.2014, in StE 2014 B 101.8 Nr. 22 E. 2.2 mit Verweis 

auf E. 2.1.7). Sofern – was vorliegend nicht der Fall ist – Steuerhinterziehungen zu beurteilen 

wären, welche vor dem 1. Oktober 2002 begangen wurden, würden sich die Verjährungsbe-

stimmungen von aArt. 184 DBG bzw. aArt. 58 StHG als milder erweisen und wären somit an-

zuwenden, zumal nach dem neuen, hier anwendbaren Recht, die Verjährung nicht mehr eintre-

ten kann, nachdem ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist.

4.2 Auch auf kantonaler Ebene wurde das StG aufgrund der in Art. 72s StHG (in der Fassung 
vom 1.1.2017) enthaltenen Verpflichtung an die neuen Verjährungsbestimmungen angepasst. 

Neu sieht Art. 229 StG (in der Fassung vom 1.1.2017) explizit vor, dass bei vollende-

ter Steuerhinterziehung die Verjährungsfrist zehn Jahre beträgt und die Verjährung nicht mehr 

eintritt, wenn seitens der zuständigen kantonalen Behörde vor Ablauf der Verjährungsfrist eine 

entsprechende (Bussen-)Verfügung ergangen ist (Art. 229 Abs. 1 Bst. c Ziff. 1 sowie Abs. 2 

StG). Soweit die Übergangsbestimmungen von Art. T5-1 StG betreffend, kann auf die entspre-

chenden Ausführungen zum Recht auf Bundesebene verwiesen werden (vgl. E. 4.1 hiervor).

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4.3 Gestützt auf diese Rechtslage ergibt sich im vorliegenden Fall in Bezug auf die Steuerjah-
re 2014 bis 2017, dass die seit dem 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Verjährungsbestimmun-

gen von Art. 184 DBG und Art. 229 StG (je in der Fassung vom 1.1.2017) Anwendung finden. 

Die von der ZVB/N erlassene Nachsteuer- und Bussenverfügung, die als erstinstanzliches Urteil 

zu gelten hat, datiert vom 31. Mai 2022 (pag. 288-284) und ist damit vor Ablauf der zehnjähri-

gen Verjährungsfrist für das älteste in Streit stehende Steuerjahr 2014 (Frist bis 1.1.2025) er-

gangen. Entsprechend kann die Verjährung insoweit nicht mehr eintreten. 

5. Vorliegend strittig und zu beurteilen ist, ob die Rekurrentin in den Steuerjahren 2014 bis 
2017 (vorsätzlich) eine Steuerhinterziehung begangen hat und wenn ja, ob der Bussenfaktor 

angemessen ist.

5.1 Eine vollendete Steuerhinterziehung nach Art. 217 Abs. 1 Bst. a StG begeht, wer als 
steuerpflichtige Person vorsätzlich oder fahrlässig bewirkt, dass eine Veranlagung zu Unrecht 

unterbleibt oder dass eine rechtskräftige Veranlagung unvollständig ist. Als strafbares Verhalten 

kommt jedes Tun oder Unterlassen in Frage, das als Verletzung von Verfahrenspflichten zu 

würdigen ist. Weiteres notwendiges Tatbestandsmerkmal der vollendeten Steuerhinterziehung 

ist der Erfolg. Demnach ist die Steuerhinterziehung erst vollendet, wenn beim Gemeinwesen ein 

Steuerausfall eingetreten ist (VGE 100 2015 20/21 vom 19.4.2016, E. 2.1; vgl. zum Ganzen 

Sieber/Malla, a.a.O., N. 7 ff. zu Art. 175 DBG). Eine Steuerverkürzung ist grundsätzlich dann 

gegeben, wenn in einer Veranlagung an sich steuerbare Einkünfte nicht erfasst oder ungerecht-

fertigte Abzüge gewährt worden sind (Sieber/Malla, a.a.O., N. 20 zu Art. 175 DBG). 

5.1.1 Ausgangspunkt der Sachverhaltsfeststellung im Veranlagungsverfahren bildet die Steu-
ererklärung. Nach dem Prinzip der gemischten Veranlagung (Art. 166 Abs. 2 StG) stellen die 

Veranlagungsbehörden zusammen mit der steuerpflichtigen Person die für eine vollständige 

und richtige Besteuerung massgebenden tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse fest. Dar-

aus folgt, dass Behörden und steuerpflichtige Personen grundsätzlich gemeinsam auf eine rich-

tige und vollständige Veranlagung hinarbeiten. Die steuerpflichtige Person hat die Verantwor-

tung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Steuererklärung zu tragen; ist sie sich über die 

steuerrechtliche Bedeutung einer Tatsache im Unklaren, darf sie diese nicht einfach verschwei-

gen, sondern hat die Steuerverwaltung auf die Unsicherheit hinzuweisen. Sie muss die Tatsa-

che als solche in jedem Fall vollständig und zutreffend darlegen (ASA 73 S. 482 E. 3.3.1; StR 

2006 S. 442 E. 2). Verletzt ist die Deklarationspflicht der steuerpflichtigen Person, wenn unrich-

tige (unwahre oder unvollständige) Angaben gemacht oder für Bestand und Umfang der Steu-

erpflicht wesentliche Tatsachen verschwiegen werden. Keine Verfahrenspflichtverletzung liegt 

indessen in der unzutreffenden rechtlichen Würdigung einer von der steuerpflichtigen Person 

deklarierten Tatsache (Sieber/Malla, a.a.O., N. 8 ff. zu Art. 175 DBG, mit Hinweisen). Die 

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umfassenden Mitwirkungspflichten der steuerpflichtigen Person machen sie insofern zur Garan-

tin des geschützten Rechtsguts, als sie gehalten ist, den Eintritt der Rechtskraft einer wegen 

unzutreffender Sachverhaltsfeststellung ungenügenden Veranlagung zu verhindern. Unterlässt 

sie dies, verletzt sie die (Garanten-)Pflicht, "alles [zu] tun, um eine vollständige und richtige 

Veranlagung zu ermöglichen" (Art. 167 Abs. 1 StG; Sieber/Malla, a.a.O., N. 12 zu Art. 175 DBG; 

vgl. hierzu auch Zweifel/Hunziker, a.a.O., N. 3 zu Art. 126 DBG). Bei einer Steuerverkürzung 

führt das strafbare Verhalten dazu, dass die Behörde von einem unzutreffend erstellten Sach-

verhalt ausgehend Entscheide trifft, auf die sie nicht mehr ohne weiteres zurückkommen kann. 

Der strafbare Erfolg wird somit letztlich durch die Behörde herbeigeführt; die steuerpflichtige 

Person erscheint in diesem Sinn als mittelbarer Täter. Der Taterfolg gilt als verwirklicht, wenn 

der Steuerausfall nicht mehr im ordentlichen Verfahren abgewendet werden kann, was bei un-

vollständiger Veranlagung mit dem Eintritt der Rechtskraft der entsprechenden Veranlagungs-

verfügung und bei unterbliebener Veranlagung mit dem Eintritt der Veranlagungsverjährung 

einhergeht. Danach kann eine Änderung der sich nachträglich als unzutreffend erweisenden 

Veranlagung bzw. die nunmehr als geboten erkannte Vornahme einer solchen nur noch im 

Nachsteuerverfahren erfolgen (Sieber/Malla, a.a.O., N. 19 f. zu Art. 175 DBG). 

5.1.2 Die Straftatbestände der vollendeten Steuerhinterziehung sind dann erfüllt, wenn zwi-
schen dem strafbaren Verhalten und dem Deliktserfolg ein adäquater Kausalzusammenhang 

besteht. Die Steuerverkürzung setzt somit voraus, dass das Gemeinwesen einen Steuerausfall 

erlitten hat, der daher rührt, dass die Veranlagung der steuerpflichtigen Person materiell nicht 

gesetzmässig ausgefallen oder eine Veranlagung überhaupt unterblieben ist, obschon nach 

Gesetz eine solche hätte erfolgen müssen. Ursache für die steuerverkürzende bzw. unterblie-

bene Veranlagung – und damit für einen ungerechtfertigten Steuervorteil und letztlich für den 

Vermögensschaden des Gemeinwesens – bildet eine unzutreffende Sachverhaltsfeststellung. 

Diese wiederum muss als adäquat kausale Folge auf das Verhalten der steuerpflichtigen Per-

son zurückzuführen sein. Das Verhalten der steuerpflichtigen Person muss den Erfolg einerseits 

in dem Sinn verursacht haben, als dass er ohne die strafbaren Handlungen oder Unterlassun-

gen nicht eingetreten wäre (natürliche Kausalität). Andererseits muss das Verhalten – gemäss 

stehender Formel – "nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens 

geeignet sein, einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuführen oder mindestens zu begüns-

tigen" (adäquate Kausalität). Ob der Steuerbehörde zusätzlich eine Verletzung ihrer Untersu-

chungspflichten vorgeworfen werden kann und diese dadurch mitgeholfen hat, den Steueraus-

fall zu bewirken, bleibt i.d.R. ohne Einfluss auf die Würdigung des Verhaltens der steuerpflichti-

gen Person. Der Kausalzusammenhang zwischen dem pflichtwidrigen Verhalten der steuer-

pflichtigen Person und der Steuerverkürzung wird durch das Verhalten der Steuerbehörde 

grundsätzlich nicht unterbrochen (vgl. Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 2 und 3 

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zu Art. 175 DBG; Roman Sieber, a.a.O., N. 23 ff. zu Art. 175 DBG). So darf die Steuerbehörde 

im Prinzip davon ausgehen, dass die Steuererklärung wahrheitsgemäss und vollständig ist. Sie 

ist mangels entsprechender Indizien nicht verpflichtet, nach zusätzlichen Informationen zu for-

schen. Aufgrund der Untersuchungsmaxime ist sie jedoch dann verpflichtet weitere Untersu-

chungen durchführen, wenn sich aus den Akten offensichtlich ergibt, dass der massgebliche 

Sachverhalt unvollständig oder unklar ist. Musste sich die Steuerbehörde bewusst sein, dass 

der Sachverhalt unvollständig oder unklar ist, so wird der adäquate Kausalzusammenhang zwi-

schen mangelhafter Deklaration und ungenügender oder unvollständiger Veranlagung unter-

brochen. Dies ist allerdings nur unter strengen Voraussetzungen anzunehmen, d.h. wenn sei-

tens der Steuerbehörden grobe Fahrlässigkeit gegeben ist (BGer 2C_1023/2013 vom 8.7.2014, 

E. 3.2). Ein Mitverschulden der Steuerbehörde im Veranlagungsverfahren infolge Verletzung 

ihrer Untersuchungspflichten kann insbesondere bei Fahrlässigkeitsdelikten ins Gewicht fallen. 

Handelt die Steuerbehörde in grober Missachtung ihrer Untersuchungspflichten oder sogar wi-

der besseres Wissen, hat die weniger schwerwiegende Fahrlässigkeit des Steuerpflichtigen die 

Steuerverkürzung nur in untergeordnetem Mass mitverschuldet, womit der Kausalzusammen-

hang unterbrochen wird. Reicht jedoch das Ausmass der Verletzung der Untersuchungspflich-

ten für die Unterbrechung des Kausalzusammenhangs und somit zur Straffreiheit nicht aus, 

kann dieses Mitverschulden seitens der Steuerbehörde immerhin strafmindernd bei der Straf-

zumessung berücksichtigt werden (vgl. Thomas Hofer, in Strafzumessung bei der Hinterziehung 

direkter Steuern, unter besonderer Berücksichtigung der Praxis im Kanton Zürich, 2007, 

S. 119 f.; vgl. auch Roman Sieber, a.a.O., N. 26 zu Art. 175 DBG). Insofern ergänzend zu er-

wähnen ist, dass es im Steuerhinterziehungsverfahren nicht darauf ankommt, ob die steuer-

pflichtige Person auch eine Nachsteuerpflicht trifft. Die Busse bemisst sich nicht nach der Nach-

steuer, sondern ausdrücklich an der hinterzogenen Steuer (Art. 217 Abs. 2 StG). Die strafzu-

messende Instanz hat demnach das Tatbestandselement "hinterzogene Steuer" selbstständig 

zu ermitteln, womit die Nachsteuerpflicht kein objektives Tatbestandsmerkmal darstellen kann. 

5.1.3 Beim Hinterziehungsverfahren handelt es sich sodann um ein echtes Strafverfahren, für 
welches die strafprozessualen Garantien, insbesondere auch jene der in Art. 32 Abs. 1 der 

Bundesverfassung (BV; SR 101) und Art. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention 

(EMRK; SR 0.101) verankerten Unschuldsvermutung, gelten. Der aus der Unschuldsvermutung 

abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo" besagt als Beweislastregel, dass es Sache der Ankla-

gebehörde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen und nicht dieser seine Unschuld nach-

weisen muss. Als Beweislastwürdigungsregel bedeutet die Maxime, dass sich die Strafbehör-

den nicht von der Existenz eines für den Angeklagten ungünstigen Sachverhalts überzeugt er-

klären dürfen, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so 

verwirklicht hat. Aus der Unschuldsvermutung und dem darin enthaltenen Grundsatz "in dubio 

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pro reo" ergibt sich demnach, dass der Strafsteuer keine Sachverhaltselemente zugrunde ge-

legt werden dürfen, über deren Verwirklichung bei objektiver Würdigung der gesamten Beweis-

lage Zweifel bestehen müssen oder die nur als wahrscheinlich gelten. Soweit die Steuerbehör-

den steuerbegründende Sachverhaltselemente nur mit dem Grad der Wahrscheinlichkeit ermit-

teln, aber nicht zur Überzeugung gelangen, dass sie sich verwirklicht haben, können solche 

Sachverhaltselemente nicht Grundlage für die Strafsteuer bilden (BGer 2C.290/2011 und 

2C.291/2011 vom 12.9.2011, E. 5.2 ff.).

5.2 Vorliegend wird der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung in den Steuerjahren 
2014 bis 2017 seitens der Rekurrentin grundsätzlich nicht bestritten. So anerkennt sie, die 

IV-Kinderrenten ihrer Kinder versehentlich falsch deklariert zu haben. Aus den Akten geht inso-

fern hervor, dass die Rekurrentin in den Steuererklärungen 2014 bis 2017 im Formular 2, Ziff. 

2.1 die IV-Kinderrenten unter "Einkommen des Kindes aus Erwerb, Rente, Stipendien" dekla-

riert hatte (pag. 242, 231, 223, 207). Unter Ziff. 2.22 sind die entsprechenden Alimente der Kin-

der allerdings nicht (zusätzlich) deklariert worden. In den Veranlagungsverfügungen 2014 bis 

2017 sind die unter Ziff. 2.1 angegebenen Einkommensbestandteile der Kinder jeweils nicht als 

steuerbare Einkünfte berücksichtigt worden (pag. 176, 170, 163, 155). Die Rekurrentin hat die 

entsprechenden Steuererklärungen 2014 bis 2017 jeweils online per TaxMe ausgefüllt 

(pag. 233, 225, 217, 203). Beim Ausfüllen der Steuererklärung per TaxMe wird die steuerpflich-

tige Person durch die Steuererklärung "geführt", indem sie mittels der Navigation die für sie 

benötigten Bereiche anwählt. Unter Berücksichtigung des aktuell aufgeschalteten TaxMe (De-

moversion, <https://www.belogin.directories.be.ch/taxme-npo/tmo2022/facelets/start_demo.jsf> 

[abgerufen am 12.5.2023]; wobei davon auszugehen ist, dass die aktuelle Version nicht mass-

gebend von den in den Jahren 2014 bis 2017 geltenden Versionen abweicht) ergibt sich, dass 

unter dem Register "Stammdaten" Informationen zu den Kindern (Angaben zu Kindern) hinter-

legt werden können. Dabei sind auch deren Einkünfte zu deklarieren. Wird der "Infobutton" aus-

gewählt, erfolgt eine Weiterleitung auf die Wegleitung pro 2022. Dort sind die zu deklarierenden 

Einkünfte der Kinder (inkl. IV-Rente) aufgelistet (https://www.wegleitung.sv.fin.be.ch, Rubriken: 

"Steuerjahr 2022 > Stammdaten > Angaben zu Kindern > Einkommen des Kindes" [abgerufen 

am 12.5.2023]). Gleiches geht aus den Wegleitungen 2014 bis 2017, bezüglich der unter 

Ziff. 2.1 zu deklarierenden (Ersatz-)Einkünfte der Kinder (Wegleitungen zum Ausfüllen der 

Steuererklärung für natürliche Personen pro 2014 bis 2017, Ziff. 2.1), sowie dem Merkblatt 

Nr. 12 "Besteuerung von Familien" für die in Frage stehenden Steuerjahre, hervor. Weiter kann 

im TaxMe unter dem Register "verschiedene Einkünfte" der Bereich "Renten, Pensionen, Wai-

senrenten" ausgewählt werden. Per "Infobutton" erfolgt die Weiterleitung auf die Wegleitung 

2022. Dort wird festgehalten, dass jeder Elternteil, der eine Alters- oder Invalidenrente bezieht, 

für jedes Kind unter 18 (bzw. bis dieses die Ausbildung abgeschlossen hat, längstens aber bis 

https://www.belogin.directories.be.ch/taxme-npo/tmo2022/facelets/start_demo.jsf
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zum vollendeten 25. Altersjahr) Anspruch auf eine Kinderrente hat und diese als Einkommen zu 

versteuern ist (https://www.wegleitung.sv.fin.be.ch, Rubriken: "Steuerjahr 2022 > Verschiedene 

Einkünfte > Renten, Pensionen, Waisenrenten > AHV-, IV- und Waisenrenten" [abgerufen am 

12.5.2023]). Der Bereich "Renten, Pensionen, Waisenrente" entspricht der Ziff. 2.22 der Steu-

ererklärung (Wegleitungen zum Ausfüllen der Steuererklärung für natürliche Personen pro 2014 

bis 2017, Ziff. 2.22). Unter Berücksichtigung der Wegleitungen sowie der Merkblätter pro 2014 

bis 2017 ergibt sich, dass die Deklaration der Einkünfte eines Kindes unter Ziff. 2.1 einzig zur 

Prüfung der Gewährung des Kinder- oder Unterstützungsabzugs bei volljährigen Kindern dient, 

also, ob die Einkommensgrenze überschritten wird. Die unter Ziff. 2.1 deklarierten Kinderein-

künfte bilden insofern auch nicht Bestandteil des steuerbaren Einkommens. Im Gegensatz dazu 

stellen die im Register "verschiedene Einkünfte", Bereich "Renten, Pensionen, Waisenrenten" 

bzw. unter Ziff. 2.22 deklarierten Einkünfte inkl. IV-Kinderrenten steuerbares Einkommen dar. 

Es erscheint verständlich, dass die Rekurrentin als Laiin von einer korrekten und vollständigen 

Deklaration der IV-Kinderrenten mittels Angaben bei den Stammdaten der Kinder ausgegangen 

ist. Allerdings vermag dies an der Tatsache nichts zu ändern, wonach die Rekurrentin die 

IV-Kinderrenten ihrer minderjährigen Kinder nicht korrekt deklariert hat und diese deshalb nicht 

als steuerbares Einkommen veranlagt worden sind. Damit ist die Rekurrentin ihrer Deklarati-

onspflicht nicht korrekt nachgekommen (vgl. auch RKE 100 2021 236 vom 23.6.2022, E. 4.1, 

nicht publ.). Die unvollständigen Steuererklärungen führten zu ungenügenden Steuerveranla-

gungen, welche in Rechtskraft erwuchsen. Der tatbestandsmässige Erfolg der Steuerhinterzie-

hung ist damit eingetreten. 

5.3 Weiter zu prüfen ist, ob die Verletzung der Mitwirkungspflichten in einem adäquaten Kau-
salzusammenhang mit dem Steuerausfall steht. Die Rekurrentin macht geltend, dass zwischen 

ihrem pflichtwidrigen Verhalten und der Steuerverkürzung kein adäquater Kausalzusammen-

hang bestehe. Sie bringt zusammengefasst vor, sie sei davon ausgegangen, dass die Steuer-

verwaltung die Steuererklärungen jeweils einer genauen Prüfung unterziehen würde. Bei dieser 

Prüfung hätte ihr die fehlende Deklaration der IV-Kinderrenten auffallen müssen. Festzuhalten 

ist, dass nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge das Einreichen einer unvollständigen Steu-

ererklärung geeignet ist, den eingetretenen Erfolg herbeizuführen. Der aus der Verletzung der 

Deklarationspflicht abgeleitete adäquate Kausalzusammenhang wird nicht unterbrochen, wenn 

die Veranlagungsbehörde einen an sich theoretisch erkennbaren rechtsrelevanten Sachverhalt 

nicht erfasst bzw. diesen nicht näher abgeklärt hat. So bringt die ZVB/N zu Recht vor, dass sich 

die Veranlagungsbehörde grundsätzlich darauf verlassen darf, dass die Steuererklärung richtig 

und vollständig ist. Sie ist insbesondere nicht verpflichtet, ohne besonderen Anlass Querver-

gleiche zu anderen Steuerjahren vorzunehmen bzw. im Steuerdossier nach ergänzenden Un-

terlagen zu suchen. Eine Pflicht zu ergänzender Untersuchung besteht nur dann, wenn die 

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Steuererklärung Fehler enthält, die klar ersichtlich bzw. offensichtlich sind. Bloss erkennbare 

Mängel genügen nicht, um davon auszugehen, bestimmte Tatsachen oder Beweismittel seien 

den Behörden schon zum Zeitpunkt der Veranlagung bekannt gewesen (BGer 2C_651/2017 

und 2C_652/2017 vom 2.11.2017, E. 2.2.2, mit Hinweisen; Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, 

a.a.O., N. 3 zu Art. 175 DBG; vgl. zum Ganzen Sieber/Malla, a.a.O., N. 23 ff. zu Art.175 DBG). 

Dies bedeutet vorliegend, dass entgegen dem Vorbringen der Rekurrentin das Verhalten der 

Steuerbehörde nicht zur Unterbrechung der Kausalität führte. Damit ist der objektive Tatbestand 

der Steuerhinterziehung erfüllt.

5.4 In einem nächsten Schritt ist demnach zu prüfen, ob der subjektive Tatbestand der Steu-
erhinterziehung in den Steuerjahren 2014 bis 2017erfüllt ist. 

5.4.1 Die vollendete Steuerhinterziehung ist in allen ihren Ausgestaltungen sowohl bei vorsätz-
licher als auch bei fahrlässiger Tatbegehung strafbar (Art. 222 Abs. 1 StG i.V.m. Art. 217 Abs. 1 

Bst. a-c StG). Die Bedeutung der Begriffe Vorsatz und Fahrlässigkeit bestimmt sich nach dem 

gemeinen Strafrecht, mithin nach Art. 12 Abs. 2 und 3 StGB. Der Nachweis der subjektiven Tat-

bestandsmerkmale obliegt der Behörde. Vorsätzlich verübt ein Delikt, "wer die Tat mit Wissen 

und Willen ausführt". Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung fällt darunter nicht 

nur die direkt vorsätzliche, d.h. auf die Tatbestandsverwirklichung hinzielende, sondern auch 

die eventualvorsätzliche Tatbegehung, welche vorliegt, wenn der Täter den als möglich voraus-

gesehenen Erfolg für den Fall seines Eintritts billigt, sich mit ihm abfindet oder ihn in Kauf 

nimmt. Diese Inkaufnahme des deliktischen Erfolgs bildet das massgebliche Abgrenzungskrite-

rium zur Fahrlässigkeit. Fahrlässig handelt, wer die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger 

Unvorsichtigkeit nicht bedacht hat (unbewusste Fahrlässigkeit) oder darauf nicht Rücksicht ge-

nommen hat (bewusste Fahrlässigkeit). Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die 

Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhält-

nissen verpflichtet ist (Roman Sieber, a.a.O., N. 32 zu Art. 175 DBG). Dem Beschuldigten sind 

die Umstände vorzuhalten, aus denen sich die Pflichtwidrigkeit seines Verhaltens sowie die 

Vorhersehbarkeit und Vermeidbarkeit des Erfolgs ergeben (BGE 116 Ia 455 E. 3c). Fahrlässig-

keit liegt i.d.R. auch dann vor, wenn der Steuerpflichtige von der Unrichtigkeit oder Unvollstän-

digkeit seiner Angaben keine Kenntnis hatte. Die Unkenntnis kann sich dabei nicht nur auf Tat-

sachen (irrige Vorstellungen über den Sachverhalt, Art. 13 StGB), sondern auch auf die gesetz-

lichen Vorschriften beziehen (Rechtsirrtum, Art. 20 StGB). Ob ein solcher Irrtum angenommen 

werden kann, beurteilt sich nach den Verhältnissen des Einzelfalls. Hinsichtlich des Masses der 

gebotenen Sorgfalt sind im Steuerrecht hohe Anforderungen zu stellen. Dies ergibt sich einmal 

aus der im Gesetz statuierten umfassenden Auskunftspflicht der steuerpflichtigen Person. 

Demnach findet sich überall dort, wo die steuerpflichtige Person ihre Unterschrift setzen muss, 

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der Hinweis, dass sie mit der Unterschrift auch die Zusicherung abgebe, das entsprechende 

Formular vollständig und wahrheitsgetreu ausgefüllt zu haben. Folgerichtig kann sich die steu-

erpflichtige Person nicht damit entschuldigen, keine Fachperson in Steuerfragen zu sein 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 60 zu Art. 175 DBG). Die Frage der Verletzung der 

subjektiven Sorgfaltspflicht wird unter Berücksichtigung der persönlichen Verhältnisse des 

Täters geprüft. Zu diesen zählen etwa Bildung, geistige Fähigkeiten und berufliche Erfahrung. 

Ist die steuerpflichtige Person über ihre Rechte und Pflichten im Unklaren, so hat sie sich darü-

ber Gewissheit zu verschaffen oder wenigstens der Behörde von ihrem Zweifel Kenntnis zu 

geben. Diese Verpflichtung trifft auch die unbeholfene steuerpflichtige Person (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, a.a.O., N. 65 f. zu Art. 175 DBG). 

5.4.2 Vorliegend ist die ZVB/N sowohl in der Bussenverfügung vom 31. Mai 2022 (pag. 288-
284) als auch im Einspracheentscheid vom 31. August 2022 (pag. 295-302) und der Vernehm-

lassung vom 28. November 2022 von einer fahrlässigen Tatbegehung der Rekurrentin ausge-

gangen. Wie vorstehend ausgeführt (E. 5.2 hiervor), kann die korrekte Deklaration Laien 

Schwierigkeiten bereiten. So erscheint es nachvollziehbar, dass insbesondere steuerrechtliche 

Laien aufgrund der Navigation im TaxMe von der falschen Annahme ausgehen, dass mit der 

Angabe der IV-Kinderrenten bei den Stammdaten der Kinder, die Deklaration vollständig erfolgt 

ist. Unter den gegebenen Umständen kann nicht von einer vorsätzlichen oder eventualvorsätzli-

chen Steuerhinterziehung ausgegangen werden. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass der 

Inhalt aller Rubriken der Steuererklärungsformulare bzw. der Register inkl. Bereiche im TaxMe 

und allfälliger Zusatzblätter sowie der Wegleitungen als bekannt vorausgesetzt wird. Der Rekur-

rentin ist ihr Unwissen insofern vorzuwerfen. Ebenfalls ist ihr vorzuwerfen, dass ihr bei genauer 

Prüfung der definitiven Veranlagung hätte auffallen müssen, dass nicht alle Einkünfte aufgeführt 

waren, machten doch die IV-Kinderrenten in den zu beurteilenden Jahren einen beträchtlichen 

Anteil der jährlichen Gesamteinkünfte der Rekurrentin aus. Vorliegend erscheint es allerdings 

glaubhaft, dass die Rekurrentin den Taterfolg, d.h. die Steuerkürzung als solche nicht gewollt 

und auch nicht als Möglichkeit in Betracht gezogen hat und damit in pflichtwidriger Unvorsich-

tigkeit die Steuerhinterziehung fahrlässig herbeigeführt hat. 

6. Der Tatbestand von Art. 217 Abs. 1 Bst. a StG ist damit sowohl in objektiver wie auch in 
subjektiver Hinsicht erfüllt. Im vorliegenden Fall hat die ZVB/N in Ausübung ihres Ermessens-

spielraums den Bussenfaktor auf das 0.33-fache der hinterzogenen Steuer festgesetzt. Die 

Steuerrekurskommission geht – in Übereinstimmung mit der ZVB/N – von einem leichten Ver-

schulden aus, womit sich die Festsetzung des Bussenfaktors auf das Minimum (0.33-fachen) 

rechtfertigt (BGer 2C_851/2011 vom 15.8.2012, E. 4.3). Es sind sodann keine Gründe für eine 

Straferhöhung ersichtlich. 

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7. Im Ergebnis ist festzuhalten, dass sich die Rekurse pro 2014 bis 2017 bezüglich der Bus-
sen wegen vollendeter Steuerhinterziehung nach Art. 217 StG als unbegründet erweisen und 

vollumfänglich abzuweisen sind.

8. In Rücksicht auf die besonderen Umstände des vorliegenden Falles, werden der Rekur-
rentin ausnahmsweise keine Verfahrenskosten auferlegt. 

Weil die Rekurrentin im vorliegenden Verfahren nicht vertreten ist und weil keine notwendigen 

und verhältnismässig hohen Kosten entstanden sind, werden keine Parteikosten gesprochen 

(Art. 200 Abs. 4 StG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 

das Verwaltungsverfahren [VwVG; SR 172.021]).

Aus diesen Gründen wird erkannt:

1. Der Rekurs betreffend die Busse wegen vollendeter Steuerhinterziehung pro 2014 wird 

abgewiesen.

2. Der Rekurs betreffend die Busse wegen vollendeter Steuerhinterziehung pro 2015 wird 

abgewiesen.

3. Der Rekurs betreffend die Busse wegen vollendeter Steuerhinterziehung pro 2016 wird 

abgewiesen.

4. Der Rekurs betreffend die Busse wegen vollendeter Steuerhinterziehung pro 2017 wird 

abgewiesen.

5. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

6. Es werden keine Parteikosten gesprochen. 

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7. Gegen den Entscheid betreffend die kantonalen Steuern kann innert 30 Tagen seit 
der Eröffnung beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Speichergasse 12, 
3011 Bern, Beschwerde erhoben werden. Die Frist ist eingehalten, wenn die Rechts-
schrift am letzten Tag der Frist einer schweizerischen Poststelle übergeben wird. Die Be-

schwerdeschrift ist in 3-facher Ausfertigung einzureichen. Sie muss von der beschwer-
deführenden Person selbst oder von einem zur Prozessführung vor bernischen Gerichten 

ermächtigten Anwalt verfasst und unterzeichnet sein (Art. 15 Abs. 4 VRPG). Die Rechts-

schrift hat insbesondere das Rechtsbegehren und die Begründung zu enthalten. Der 
angefochtene Entscheid ist beizulegen. 

8. Zu eröffnen an:

▪ A.________

▪ Steuerverwaltung des Kantons Bern 

▪ Gemeinde B.________

IM NAMEN DER STEUERREKURSKOMMISSION
DES KANTONS BERN

Die Richterin Die Gerichtsschreiberin

Nanzer Berger