# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 84b66457-4e39-59c5-9f03-81632eb80047
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Sonstiges 08.07.2020 IV 2018/208
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Publikationen/SG_KGN_999_IV-2018-208_2020-07-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2018/208

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 17.12.2020

Entscheiddatum: 08.07.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 08.07.2020
Würdigung eines orthopädisch-psychiatrischen Gutachtens. Mangels 
Invalidität weder Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine Rente. 
Abweisung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 8. Juli 2020, IV 2018/208).

Entscheid vom 8. Juli 2020

Besetzung

Versicherungsrichter Joachim Huber (Vorsitz), Versicherungsrichterinnen Christiane 

Gallati Schneider und Miriam Lendfers; Gerichtsschreiberin Karin Kobelt

Geschäftsnr.

IV 2018/208

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

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IV-Leistungen

Sachverhalt

A.  

A.___ (nachfolgend: Versicherter) begann am 10. Juli 2006 eine Lehre zum B.___ 

bei der C.___. Per 17. August 2007 beendete der Lehrbetrieb dieses Lehrverhältnis 

wegen ungenügender Leistung und Arbeitshaltung sowie unentschuldigten Absenzen 

(IV-act. 19-1). Vom 1. August 2008 bis 8. März 2009 war der Versicherte für das Hotel 

D.___ als Kochlehrling tätig, wobei er dieses Lehrverhältnis auflöste (IV-act. 34-1). Vom 

14. September bis 14. Dezember 2009 war er als Kochpraktikant für die Pizzeria E.___ 

tätig (IV-act. 37-1). In Zusammenhang mit dieser Tätigkeit anerkannte die Swica 

Gesundheitsorganisation (nachfolgend: Swica) als zuständige Unfallversicherung beim 

Versicherten am 19. März 2010 ein Handekzem als berufsbedingt an (Fremdakten 1-31 

und 1-24 f.). Am 12. April 2010 erliess die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt 

betreffend den Versicherten eine Nichteignungsverfügung für wiederkehrende 

Feuchtarbeiten (Fremdakten 1-5).

A.a. 

Auf Aufforderung der Swica hin (Fremdakten 1-25) meldete der Versicherte sich 

am 22. April 2010 unter Hinweis auf eine Allergie und offene Wunden an den Händen 

sowie eine seit 15. Dezember 2009 bestehende vollständige Arbeitsunfähigkeit für 

berufliche Massnahmen bei der Invalidenversicherung (IV) an (IV-act. 1). Am 2. Juni 

2010 sprach ihm die zuständige IV-Stelle St. Gallen Berufsberatung zu (IV-act. 12). 

Diese nahm der Versicherte jedoch in der Folge nicht in Anspruch (vgl. IV-act. 27). Mit 

Vorbescheid vom 13. April 2011 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf berufliche 

Massnahmen und Rentenleistungen des Versicherten (IV-act. 47). Die entsprechende 

Verfügung erging am 14. Juni 2011 (IV-act. 48).

A.b. 

Dr. med. F.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, untersuchte den 

Versicherten am 28. August 2012 im Auftrag der Staatsanwaltschaft, nachdem er 

wegen häuslicher Gewalt in ein Untersuchungsgefängnis gebracht worden war. Der 

Psychiater beschrieb abgesehen von einer leichten inneren Unruhe und 

psychomotorisch leichtem Zappeln einen unauffälligen Psychostatus. Für die 

A.c. 

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Impulskontrollstörung des Versicherten komme hauptsächlich eine emotional instabil 

impulsive Persönlichkeitsstörung oder ein Aufmerksamkeitsdefizit und 

Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) in Frage. Erstere sei aufgrund des gezeigten Verhaltens 

im Untersuch und der Lebensgeschichte unwahrscheinlich. Diagnostisch erfülle der 

Versicherte die Kriterien für eine Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung. Beim 

Versicherten sei noch während des Gesprächs der Therapieversuch mit Ritalin 

durchgeführt worden. Dies habe zu einer deutlichen Beruhigung geführt (Fremdakten 

3-6 f.). Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen erteilte dem Versicherten mit 

Strafbefehl vom 11. Oktober 2012 die Weisung, sich während der zweijährigen 

Probezeit psychiatrisch/psychotherapeutisch behandeln zu lassen (vgl. Fremdakten 

3-11). Am 1. September 2013 trat der Versicherte eine Arbeitsstelle als 

Produktionsmitarbeiter bei der G.___, an (IV-act. 77-2). Bis November 2013 befand sich 

der Versicherte bei Dr. F.___ in Behandlung (vgl. IV-act. 97-1). Am 1. Februar 2014 

meldete er sich in der Psychiatrischen Klinik Wil, wo eine komplexe schwierige 

psychosoziale Situation festgestellt wurde (IV-act. 97-1). Vom 27. Februar bis 18. April 

2014 war der Versicherte in der Psychiatrischen Klinik Wil hospitalisiert. Dem 

Austrittsbericht vom 5. Mai 2014 sind die Diagnosen Persönlichkeitsstörung sowie 

Störungen durch multiplen Substanzgebrauch: Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtig 

abstinent, zu entnehmen. Der psychopathologische Status bei Austritt wurde als 

äusserlich geordnet, ohne wesentliche kognitive Störungen, ohne psychotische 

Störungen, dysphorisch gereizt und affektlabil, mit motorischer Unruhe, leicht erhöhter 

Aggressivität und ohne Suizidalität beschrieben (IV-act. 94-4 ff.). Per 7. März 2014 

hatte die G.___ das Arbeitsverhältnis mit dem Versicherten wegen Unzuverlässigkeit 

aufgelöst (IV-act. 77-2). Ab Juni 2014 war der Versicherte bei Dr. med. H.___, Facharzt 

für Psychiatrie und Psychotherapie, in psychiatrischer Behandlung und ab Oktober 

2014 in der Psychiatrie St. Gallen Nord, Ambulatorium Wil (nachfolgend: PSGN; vgl. IV-

act. 49-5 sowie Fremdakten 3-13). Am 9. und 15. Dezember 2014 fand in der 

psychiatrischen Klinik Wil eine testpsychologische Untersuchung des Versicherten statt 

(IV-act. 94-7 bis 14).

Am 26. Januar 2015 meldete der Versicherte sich erneut bei der IV an, diesmal 

unter Hinweis auf ein seit mindestens 2012 bestehendes psychisches Leiden (IV-act. 

49). Med. pract. I.___, PSGN, diagnostizierte mit Bericht vom 18. März 2015 und unter 

A.d. 

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Hinweis auf die testpsychologische Untersuchung vom 9. Dezember 2014 eine 

rezidivierende depressive Störung gegenwärtig mittelgradig mit somatischem 

Syndrom, Agoraphobie mit Panikstörung, sonstige dissoziative Störung, DD: 

Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis, akzentuierte Persönlichkeitszüge 

(Borderline, paranoid/ schizotyp, selbstunsicher). Sie erachtete den Versicherten per 

sofort als 50% arbeitsfähig. Als Einschränkungen nannte sie Konzentrationsstörungen, 

verminderten Selbstwert, wenig Flexibilität und Kritikfähigkeit sowie Ängste, welche 

sich psychosomatisch auswirken mit Übelkeit und Erbrechen. Dies führe dazu, dass 

der Versicherte bei der Arbeit rasch entmutigt, dann gereizt sei. Er sei 

frustrationsintolerant bzw. wenig kritikfähig, reagiere mit psychosomatischen 

Symptomen, was zu Fehlzeiten führe (IV-act. 57-1 und 3). Am 1. Juni 2015 fand ein 

Gespräch zwischen dem Versicherten und einer Eingliederungsverantwortlichen der IV 

statt (IV-act. 66). In der Folge unterzeichneten der Versicherte, die IV-

Eingliederungsberaterin und eine Vertreterin der Q.___, einen Eingliederungsplan für 

eine berufliche Abklärung im Rahmen eines Einsatzprogramms vom 13. Juli bis 9. 

Oktober 2015 (IV-act. 69; vgl. auch Mitteilung der IV-Stelle vom 15. Oktober 2015 in IV-

act. 83). Wegen häufiger Absenzen und aufgrund privater Belastung wurde dieses 

Einsatzprogramm per 16. September 2015 abgebrochen (IV-act. 74-5 f.). Die 

Programmleitung hielt im Beurteilungsbogen fest, der Versicherte stehe derzeit in 

Scheidung, was ihn psychisch stark belaste. Bei persönlicher Überforderung reagiere 

er schnell mit Bauchschmerzen, was psychosomatisch bedingt sein könnte. Im 

Arbeitsprozess sei ein ambivalentes, depressives Verhalten festgestellt worden, 

welches sich negativ auf die Leistung und Arbeitsmotivation auswirke. Insbesondere 

löse Kritik in ihm ein aggressives Verhalten aus. Der Versicherte vermöge an Tagen 

guten psychischen Wohlbefindens eine Leistung und Qualität dem 1. Arbeitsmarkt 

entsprechend zu erbringen (IV-act. 73-5). Am 15. Oktober 2015 teilte die IV-Stelle dem 

Versicherten mit, dass er keinen Anspruch auf (weitere) berufliche Massnahmen habe 

(IV-act. 82).

Med. pract. I.___ erklärte mit Verlaufsbericht vom 9. Februar 2016, der Versicherte 

sei aktuell wieder in ambulanter Behandlung. Es sei ihm keine Arbeitstätigkeit 

zumutbar. Dies, weil er aufgrund von Übelkeit und Erbrechen (wahrscheinlich im 

Zusammenhang mit einer Angstsymptomatik) nicht erscheinen könne und mit 

A.e. 

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Autoritäten und Vorgesetzten rasch in Konflikt komme. Neu stellte sie die Diagnose 

einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit Borderline-, paranoiden/schizotypen, 

selbstunsicheren und antisozialen Anteilen (IV-act. 91-2 und 4 f.). Auf Nachfrage der IV-

Stelle hin erklärte sie am 5. April 2016 bezüglich der Plausibilität einer 

Persönlichkeitsstörung im Hinblick auf die Entwicklung in der Kindheit und Jugend, 

leider würden die Eltern widersprüchliche Aussagen machen zur Kindheit und Jugend 

des Versicherten. Aufgrund der beiden durchgeführten Elterngespräche scheine ihr die 

Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung plausibel. Hinsichtlich eines ideal adaptierten 

Arbeitsplatzes führte sie aus, es müsste mit der vorgesetzten Stelle ein 

Vertrauensverhältnis aufgebaut werden können (IV-act. 94-2). Am 29. August 2016 fand 

ein weiteres Gespräch zwischen dem Versicherten und der IV-Eingliederungsberaterin 

statt (IV-act 157-2). Im Oktober 2016 unterzeichneten der Versicherte, die IV-Stelle und 

die Werkstätten J.___ einen Eingliederungsplan berufliche Abklärung vom 17. Oktober 

2016 bis 6. Januar 2017 (IV-act. 107; vgl. entsprechende Mitteilung der IV-Stelle vom 

10. Oktober 2016 in IV-act. 110). Diese berufliche Abklärung wurde per 20. Dezember 

2016 wegen Knieproblemen des Versicherten abgebrochen (IV-act. 122, 123 und 126).

Dr. med. K.___, Orthopädie Rosenberg stellte am 26. Januar 2017 die Diagnosen 

muskuläre Insuffizienz bei Genua recurvatum sowie asymptomatische Plica 

mediopatellaris Kniegelenk links und attestierte dem Versicherten eine 100%ige 

Arbeitsfähigkeit (IV-act. 132). Im Februar 2017 wurde die Wiederaufnahme der 

beruflichen Abklärung in den Werkstätten J.___ per 13. März 2017 vereinbart, wobei die 

Massnahme bis 2. Juni 2017 dauern sollte (IV-act. 138; vgl. entsprechende Mitteilung 

der IV-Stelle vom 9. März 2017 in IV-act. 141). Diese berufliche Abklärung wurde per 

10. Mai 2017 wegen Absenzen des Versicherten aufgrund von Knieschmerzen sowie 

persönlichen, familiären Problemen abgebrochen (vgl. IV-act. 151 sowie Mitteilung der 

IV-Stelle vom 11. Juli 2017 in IV-act. 154). Am 2. Juni 2017 berichtete der den 

Versicherten neu behandelnde Psychiater med. pract. L.___ von der PSGN zusammen 

mit med. pract. I.___, der Patient könne aufgrund von Angstsymptomatik, 

Selbstwertproblemen, Vermeidungsverhalten sowie somatischen Beschwerden (Knie) 

nicht regelmässig zur Arbeit erscheinen. Ihm sei keine Tätigkeit zumutbar. Als 

Diagnosen nannte er mit Ausnahme der nicht mehr erwähnten rezidivierenden 

depressiven Störung dieselben wie seine Vorgängerin (IV-act. 150-2 bis 4).

A.f. 

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B.  

Zwischen dem 7. November 2017 und dem 24. Februar 2018 wurde der 

Versicherte im Auftrag der IV-Stelle durch die IME - Interdisziplinäre Medizinische 

Expertisen, St. Gallen, psychiatrisch, orthopädisch und neuropsychologisch abgeklärt 

(IV-act. 178-1; vgl. auch IV-act. 168 ff. zum unentschuldigten Fernbleiben des 

Versicherten von zwei Terminen). Die begutachtenden Fachärzte erhoben keine 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit seien eine muskuläre Insuffizienz bei Genu revurvatum links mit 

symptomatischer Plica medipatellaris sowie eine im Erwachsenenalter persistierende 

einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung mit unter Behandlung weitgehend 

kompensierbaren Fähigkeitsstörungen (IV-act. 178-2). Diesbezüglich hielten sie fest, 

dass der Versicherte in unbehandeltem Zustand gehandicapiert sei bei repetitiven 

Tätigkeiten und solchen, die anhaltend hohe Konzentrationserfordernisse mit sich 

bringen würden wie z.B. Fliessbandarbeit oder Büroarbeit. Leidensgerecht seien 

abwechslungsreiche Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die Konzentration und 

Aufmerksamkeit wie z.B. Gartenarbeiten (IV-act. 178-2 f.).

A.g. 

Der Regionale Ärztliche Dienst (RAD) beurteilte dieses Gutachten am 15. März 

2018 als ausführlich, in sich schlüssig und nachvollziehbar und hielt fest, es werde dem 

Versicherten auch in unbehandeltem Zustand Arbeitsfähigkeit attestiert (IV-act. 179).

A.h. 

Mit Vorbescheid vom 22. März 2018 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf 

berufliche Eingliederungsmassnahmen und Rentenleistungen (IV-act. 182). Am 24. Mai 

2018 verfügte sie entsprechend dem Vorbescheid (IV-act. 185).

A.i. 

Gegen diese Verfügung vom 24. Mai 2018 richtet sich die vorliegend zu 

beurteilende Beschwerde vom 15. Juni 2018. Darin macht der Versicherte 

(nachfolgend: Beschwerdeführer) geltend, er habe die Massnahmen nicht freiwillig 

aufgehört, sondern wegen seines Knies. Das mit seinem Knie werfe ihn auch psychisch 

zurück (act. G 1).

B.a. 

Die IV-Stelle (nachfolgend: Beschwerdegegnerin) beantragte am 8. August 2018 

die Abweisung der Beschwerde (act. G 6).

B.b. 

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Erwägungen

1.

In der angefochtenen Verfügung vom 24. Mai 2018 verneinte die Beschwerdegegnerin 

sowohl den Anspruch auf jegliche (weiteren) beruflichen Massnahmen als auch den 

Rentenanspruch (IV-act. 185). Angesichts der sich nicht auf den einen oder anderen 

Leistungsanspruch beschränkenden Beschwerdebegründung (vgl. act. G 1) sind 

vorliegend sowohl der Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Eingliederung als 

auch auf eine Rente zu prüfen.

2.  

Am 23. August 2018 bewilligte das Versicherungsgericht die unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten; act. G 7).

B.c. 

Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Sie kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 

Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, 

wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

2.1. 

Invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte haben nach Art. 8 Abs. 1 

IVG Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen soweit diese notwendig und geeignet 

sind, die Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, 

wiederherzustellen, zu erhalten oder zu verbessern, und die Voraussetzungen für den 

Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind. Der Anspruch auf 

Eingliederungsmassnahmen besteht unabhängig von der Ausübung einer 

Erwerbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen ist die 

gesamte noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 

1bis IVG). Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweiligen 

Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht aber auf die 

2.2. 

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3.

Streitig und zu prüfen ist im vorliegenden Verfahren vorab die Frage, ob beim 

Beschwerdeführer eine invaliditätsrelevante Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen ist. Die 

Beschwerdegegnerin hat der angefochtenen Verfügung die gutachterliche 

Einschätzung einer verwertbaren Arbeitsfähigkeit von 100% in der angestammten und 

in adaptierten Tätigkeiten zugrunde gelegt (IV-act. 185). Der Beschwerdeführer bringt 

dagegen vor, er verstehe überhaupt nicht, wieso ihn sein Knie beim Arbeiten nicht 

nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren. Das Gesetz will die 

Eingliederung lediglich so weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber 

auch genügend ist (BGE 132 V 225 E. 4.3.1). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen 

unter anderem in Massnahmen beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche 

Ausbildung, Umschulung und Arbeitsvermittlung, Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG).

Anspruch auf eine Invalidenrente besteht, wenn die versicherte Person u.a. 

während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% 

arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen ist (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Es besteht ein 

Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 

70%, und auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50% besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und 

bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente 

(Art. 28 Abs. 2 IVG).

2.3. 

Um das Ausmass der Arbeitsunfähigkeit beurteilen und somit die 

Erwerbsunfähigkeit bzw. den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 

bzw. das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch 

andere Fachleute zur Verfügung stellen. Aufgabe des Arztes bzw. der Ärztin ist es, den 

Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang 

und bezüglich welcher Tätigkeit die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 

256 E. 4). Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung. Danach haben die Versicherungsträger und das Gericht 

die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 

entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 

Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend ist 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a).

2.4. 

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behindern sollte. Die Kniebeschwerden würden ihn auch psychisch zurückwerfen (act. 

G 1).

3.1 Das orthopädisch-traumatologische Teilgutachten wurde von Dr. med. M.___, 

Facharzt für orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, 

zertifizierter medizinischer Gutachter SIM, erstellt. Dem klinischen 

Untersuchungsbefund ist u.a. zu entnehmen, dass dem Beschwerdeführer anlässlich 

der Untersuchung ein wiederholtes und sicher anmutendes monopedales rechts- wie 

linksseitiges Einbeinhüpfen möglich war. Das Einnehmen der tiefen Hocke sowie das 

anschliessende Aufrichten konnte der Beschwerdeführer frei durchführen (IV-act. 

178-109). An den Kniegelenken bestand beidseits keine Ergussbildung sowie keine 

Kapselschwellung. Bei der Untersuchung der Kniegelenke zeigte sich rechtsseitig ein 

Gesamtbewegungsumfang von 5-3-130° und linksseitig ein Genu recurvatum mit 

einem Bewegungsausmass von 15-0-130°. Bei der Palpation der Kniescheiben wurde 

vom Beschwerdeführer dem Arzt zufolge linksseitig ein auslösbarer Druckschmerz 

medial und an der Oberkante der Patella angegeben. Bei maximaler Überstreckung des 

linken Kniegelenks habe der Beschwerdeführer eine deutlich vermehrte 

Schmerzsymptomatik an der Margo superior der linken Patella angegeben. Die 

Kniescheiben waren beidseits zentriert, es bestand keine Patella baja/alta. Bei der 

Überprüfung des Patellagleitvermögens zeigte sich insbesondere linksseitig eine 

vermehrte Luxationstendenz der Kniescheibe. Das Zeichen nach Zohlen war beidseits 

nicht auslösbar. Bei der Überprüfung des Innen- und Aussenbandes zeigte sich 

beidseits in Streckung sowie in 10° und 20° Beugung keine kollaterale Instabilität. Bei 

der Überprüfung des Knieinnenbandapparates fand sich im Seitenvergleich keine 

sagittale Instabilität. Das vordere sowie hintere Kreuzband war klinisch beidseits intakt. 

Beidseits liess sich kein Meniskuszeichen auslösen (IV-act. 178-122). Rein klinisch 

bestand gemäss Dr. M.___ der Verdacht, dass die maximale Streckung des linken 

Kniegelenks eine Kompression der Plica mediopatellaris bewirke. Therapeutisch 

empfahl der Facharzt daher zunächst ein konsequentes muskuläres Aufbautraining des 

M. quadriceps femoris unter physiotherapeutischer Anleitung zur Stabilisierung und 

Kräftigung des linken Kniegelenks. Sollte dies wider Erwarten nicht den gewünschten 

Benefit bringen, sei eine Arthroskopie des linken Kniegelenkes mit Resektion der Plica 

madiopatellaris in Erwägung zu ziehen (IV-act. 178-133). Vor dem Hintergrund, dass 

auch der vom Beschwerdeführer wegen der Schmerzen am linken Knie aufgesuchte 

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Orthopäde Dr. K.___ im Januar 2017 eine vollständige Arbeitsfähigkeit feststellte (IV-

act. 132), und der Beschwerdeführer darüber hinaus aktenkundig nicht in Behandlung 

war wegen seiner Kniebeschwerden, bestehen keinerlei Zweifel an der von Dr. M.___ 

festgestellten vollständigen Arbeitsfähigkeit aus orthopädischer Sicht (IV-act. 178-134).

3.2 Im psychiatrischen Teilgutachten kam Prof. Dr. med. habil. N.___, Facharzt für 

Neurologie sowie Psychiatrie und Psychotherapie, SSIPM Interventionelle 

Schmerztherapie, SGV Vertrauensarzt und zertifizierter medizinischer Gutachter SIM - 

wie bereits der den Beschwerdeführer von August 2012 bis November 2013 

behandelnde Psychiater Dr. F.___ (vgl. Fremdakten 3-6, IV-act. 97-1) - zum Schluss, 

dass der Beschwerdeführer an einem ADHS leide. Die vom Beschwerdeführer 

beschriebenen und in der Akte dokumentierten Auffälligkeiten seien konsistent mit 

dieser Diagnose. Weitere Diagnosen erhob der Experte nicht. Hinweise auf eine 

Persönlichkeitsstörung lagen ihm zufolge nicht vor. Der Beschwerdeführer war gemäss 

Gutachter in den Persönlichkeitsmerkmalen erstaunlich reif und präsentierte sich 

differenziert im Untersuch. Die den Akten zu entnehmende Unzuverlässigkeit des 

Beschwerdeführers könnte auf den von med. pract. I.___ beschriebenen unsicher-

vermeidenden Umgangsstil der Eltern des Beschwerdeführers zurückzuführen sein. Der 

Beschwerdeführer weise keine krankheitsbedingten Einschränkungen seiner 

psychischen Handlungsfähigkeit in der freien Willensbildung auf (IV-act. 178-79 f.). 

Diese Untersuchungsergebnisse lassen sich mit der Feststellung des behandelnden 

Psychiaters im jüngsten aktenkundigen Bericht der PSGN vom 2. Juni 2017, dass der 

Beschwerdeführer in letzter Zeit einen besseren Umgang mit Autoritätspersonen habe 

und seine Impulsivität besser steuern könne, vereinbaren (IV-act. 150-2). Betreffend die 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers erklärte Dr. N.___, dass die Symptome des 

ADHS durch eine gezielte leitliniengerechte Behandlung weitgehend besserbar wären. 

In unbehandeltem Zustand sei der Beschwerdeführer gehandicapiert bei repetitiven 

Tätigkeiten und solchen, die anhaltend hohe Konzentrationserfordernisse mit sich 

bringen würden wie z.B. Fliessbandarbeit oder Büroarbeit. Leidensgerecht seien 

abwechslungsreiche Tätigkeiten ohne hohe Anforderungen an die Konzentration und 

Aufmerksamkeit wie z.B. Gartenarbeiten (IV-act. 178-2 f. sowie 178-80). Diese 

Einschätzung lässt sich aufgrund der medizinischen Aktenlage, insbesondere auch der 

neuropsychologischen Abklärung durch dipl. psych. O.___, Fachpsychologin für 

Neuropsychologie FSP (vgl. IV-act. 178-85 bis 90), nachvollziehen (vgl. IV-act. 178-76 

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bis 82). Zu Recht hat der Gutachter bei seiner Einschätzung psychosoziale 

Belastungsfaktoren ausgeblendet (IV-act. 178-79), welche den Akten zufolge bei den 

beiden Abbrüchen der beruflichen Abklärungsprogramme jeweils eine grosse Rolle 

gespielt haben (vgl. IV-act. 74-5 f. sowie 151).

3.3 Insgesamt ist in Übereinstimmung mit der zuständigen Ärztin vom RAD (vgl. IV-act. 

179) festzuhalten, dass auf das IME-Gutachten abgestellt werden kann. Folglich ist von 

einer vollständigen Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers auszugehen, wobei ihm in 

unbehandeltem Zustand aufgrund des ADHS keine repetitiven Tätigkeiten und keine 

Tätigkeiten mit anhaltend hohem Konzentrationserfordernis zuzumuten sind.

4.

Da gemäss Aktenlage keine die Ausbildungs- oder Arbeitsfähigkeit einschränkenden 

Gesundheitsschädigungen vorliegen, sind keine weiteren beruflichen Massnahmen 

angezeigt (vgl. vorstehend E. 2.2 und 3.3). Weil sodann die Erwerbsfähigkeit des 

Beschwerdeführers nicht eingeschränkt ist, besteht auch kein Anspruch auf 

Rentenleistungen (vgl. vorstehend E. 2.3 und 3.3). Folglich hat die Beschwerdegegnerin 

einen (weiteren) Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf Rentenleistungen zu 

Recht verneint.

5.

5.1 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 24. Mai 2018 nicht zu 

beanstanden und die Beschwerde abzuweisen.

5.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Dem 

Beschwerdeführer wurde die unentgeltliche Rechtspflege zugesprochen (act. G 7). Er 

hat somit Anspruch auf Befreiung von den Verfahrenskosten.

5.3 Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

© Kanton St.Gallen 2024 Seite 12/12

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Zivilprozessordnung [ZPO; SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtsgebühr in der Höhe von Fr. 

600.-- zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.07.2020
	Würdigung eines orthopädisch-psychiatrischen Gutachtens. Mangels Invalidität weder Anspruch auf berufliche Massnahmen noch auf eine Rente. Abweisung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. Juli 2020, IV 2018/208).

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		2024-05-27T01:16:45+0200
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