# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 46ed6eed-74a2-504a-be5c-20cfd4b712dd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-30
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 30.01.2012 D-3461/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3461-2011_2012-01-30.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­3461/2011

U r t e i l   v om   3 0 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz),
Richter Fulvio Haefeli, Richter Martin Zoller,   
Gerichtsschreiberin Nina Hadorn.

Parteien A._______, geboren (…),
Sri Lanka,  
vertreten durch Magda Burkhard, Bündner Beratungsstelle 
für Asyl Suchende, (…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 25. Mai 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  verliess  Sri  Lanka  eigenen Angaben  zufolge  am 
24.  August  2008  auf  dem  Luftweg  und  gelangte  über  B._______  nach 
C._______, von wo er am 28. August 2008 in einem Auto in die Schweiz 
gelangte  und  am  selben  Tag  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum 
(EVZ) D._______ um Asyl nachsuchte. Am 9. September 2008 wurde er 
dort summarisch befragt und am 22. September 2008 vom BFM direkt zu 
seinen Asylgründen angehört.

Anlässlich  der  Befragungen  machte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen geltend,  er  sei  srilankischer Staatsangehöriger  tamilischer 
Ethnie und stamme aus E._______, Batticaloa, Ostprovinz. Seit dem Jahr 
2003  hätten  die  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  ihn  zur 
Ausübung verschiedener Tätigkeiten gezwungen. Nachdem er sich nach 
einer dreimonatigen Ausbildung geweigert habe, weiterhin das geforderte 
Training  zu  absolvieren,  sei  er  fortan  mit  Botengängen  und  der 
Verbreitung  von  Propaganda  betraut  gewesen.  Am  (…)  Februar  2006 
habe  er  auf  Geheiss  der  LTTE  an  einem  Protestmarsch  gegen  die 
Regierung  teilgenommen,  woraufhin  er  am  (…)  Februar  2006  in 
F._______  an  einem  Armee­Stützpunkt  festgenommen  und  in  einem 
Armeecamp  in G._______  unter  Folter  zu  seinen Verbindungen  zu  den 
LTTE  befragt  worden  sei.  Am  (…) Mai  2006  sei  er  nach  einem 
umfassenden Geständnis seiner Aktivitäten auf Wirken eines Pfarrers hin 
freigelassen  worden.  Im  Juni  2006  habe  er  die  LTTE  anlässlich  einer 
Befragung  über  sein  Geständnis  gegenüber  der  Armee  in  Kenntnis 
gesetzt  und  sei  daraufhin  erneut  gezwungen  worden,  für  diese 
Propaganda zu verbreiten. Während den Jahren 2007 und 2008 sei es zu 
Erschiessungen und Entführungen von LTTE­Arbeitskollegen gekommen. 
Da  die  Armee  herausgefunden  habe,  dass  er  erneut  für  die  LTTE  tätig 
geworden war, habe er ein ähnliches Schicksal gefürchtet. Andererseits 
habe er sich aufgrund einer Aufforderung durch die LTTE, sich mit ihnen 
ins Vanni­Gebiet  zurückzuziehen, einer Zwangsrekrutierung durch diese 
ausgesetzt  gesehen. Er habe sich deshalb am 30. April  2008 zu einem 
Schlepper  begeben.  Im  Mai  2008  hätten  Mitglieder  einer 
armeefreundlichen  tamilischen  Organisation  –  namentlich  der  Karuna­
Gruppe – nach seiner Abreise an seinem Wohnort nach ihm gesucht und 
eine Vorladung hinterlassen. 

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Zur  Stützung  seiner  Vorbringen  reichte  der  Beschwerdeführer  seine 
Identitätskarte,  seinen  Geburtsschein,  drei  Internetartikel  vom  25.  April 
2008 beziehungsweise vom 21. Oktober 2007 und vom 25. Januar 2008, 
ein  Bestätigungsschreiben  der  [Kirche]  vom  25.  September  2008,  eine 
Vorladung  der  Tamil  Makkal  Viduthalai  Pulikal  (TMVP;  auch:  Karuna­
Gruppe)  vom  (…)  2008  sowie  ein  Schreiben  der Gemeinde  E._______ 
vom (…) zu den Akten.

Mit Verfügung vom 24. September 2008 wurde der Beschwerdeführer für 
die Dauer des Verfahrens dem Kanton H._______ zugewiesen.

B. 
Mit Verfügung vom 25. Mai 2011 – eröffnet am 30. Mai 2011 – lehnte das 
BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab,  ordnete  seine 
Wegweisung aus der Schweiz an und erachtete den Vollzug als zulässig, 
zumutbar und möglich.

Zur  Begründung  wurde  im Wesentlichen  dargelegt,  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit 
gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) 
nicht stand, zumal seine Schilderungen Widersprüche enthielten und sie 
weder  der  allgemeinen  Lebenserfahrung  noch  der  Logik  des  Handelns 
entsprechen würden.

C. 
Mit  Eingabe  seiner  Rechtsvertreterin  vom  20.  Juni  2011  erhob  der 
Beschwerdeführer gegen die Verfügung des BFM vom 25. Mai 2011 beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragte  die  Aufhebung 
der  angefochtenen  Verfügung,  die  Gewährung  von  Asyl  oder  die 
Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  sowie  das  Absehen  von  der 
Wegweisung.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  ersuchte  er  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  die 
Erhebung eines Kostenvorschusses.

In  seiner  Rechtsmitteleingabe  nahm  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen  zu  den  einzelnen  vom  BFM  aufgeführten 
Unglaubhaftigkeitselementen  Stellung  und  kam  zum  Schluss,  das  BFM 
habe seine Vorbringen unter Missachtung der allgemeinen Beweisregeln 
zu Unrecht als unglaubhaft erachtet.

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Seiner Rechtsmitteleingabe legte er unter anderem eine an seinen Vater 
gerichtete  Vorladung  der  TMVP  vom  (…)  2011  (in  Kopie),  diverse 
Zeitungsartikel sowie verschiedene Internetartikel bei.

D. 
Mit  Eingabe  vom  28.  Juni  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  die 
Originalversion der Vorladung der TMVP vom (…) 2011 ein.

E. 
Mit Zwischenverfügung des zuständigen Instruktionsrichters vom 30. Juni 
2011 teilte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit, er 
könne den Ausgang des Verfahrens  in der Schweiz abwarten, verschob 
den  Entscheid  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  auf  einen  späteren 
Zeitpunkt und verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 
BGG  liegt  in  casu  nicht  vor. Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet 
demnach endgültig.

1.2.  Die  Beschwerde  wurde  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 

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(Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
2.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

2.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

3. 
3.1.  Die  Vorinstanz  erachtete  in  der  angefochtenen  Verfügung  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers,  wonach  er  im  Zusammenhang  mit 
einer  Verhaftung  durch  die  Armee  seine  Kooperation  mit  den  LTTE 
gestanden  habe,  weshalb  er  aus  Furcht  vor  einer  Verhaftung  oder 
Behelligungen  durch  die  srilankischen  Behörden  seinen  Heimatstaat 
verlassen  habe,  als  teils  realitätsfremd  und  teils  widersprüchlich,  und 
damit nicht glaubhaft im Sinne von Art. 7 AsylG.

Das BFM führte aus, der Beschwerdeführer habe im Rahmen der beiden 
Befragungen in Bezug auf die Urheberschaft der Suche vor der Ausreise 
widersprüchliche  Aussagen  zu  Protokoll  gegeben,  indem  er  zuerst  von 
einer  armeefreundlichen  tamilischen  Organisation  und  später  von  der 

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srilankischen Armee gesprochen habe. Ferner sei nicht nachvollziehbar, 
dass  die  Armee  einen  Dritten  beauftragt  habe,  die  Eltern  des 
Beschwerdeführers  über  die  Festnahme  ihres  Sohnes  in  Kenntnis  zu 
setzen, sei den Soldaten doch daran gelegen, die Verhaftung geheim zu 
halten. Auch sei  realitätsfremd, dass der Beschwerdeführer nach einem 
umfassenden  Geständnis  seiner  Kooperation  mit  den  LTTE  ohne 
Auflagen freigelassen worden sei. Ausserdem erscheine es in Anbetracht 
des  Geständnisses  unwahrscheinlich,  dass  die  LTTE  den 
Beschwerdeführer  bereits  einen  Monat  danach  wieder  für  sich  hätten 
arbeiten machen, weise die bedingungslose Freilassung durch die Armee 
doch darauf hin, der Beschwerdeführer leiste diesen Spitzeldienste. Auch 
das Vorbringen, wonach der Beschwerdeführer  am  (…) April  2008  trotz 
der angeblichen Suche nach  ihm unter Passieren eines Kontrollpostens 
problemlos nach Batticaloa gelangt sei, erweise sich als unglaubhaft, da 
dort  –  zumal  der  Posten  die Grenze  zwischen  LTTE­  und  Armeegebiet 
markiere  –  entgegen  den  Ausführungen  des  Beschwerdeführers 
strengste Personenkontrollen zu erwarten seien.

An  der  Einschätzung  der  Unglaubhaftigkeit  vermöchten  auch  die 
eingereichten  Beweismittel  nichts  zu  ändern,  da  die  Zeitungsartikel 
keinen direkten Bezug zum Beschwerdeführer aufweisen würden und die 
Vorladung der TMVP  leicht selbst herstellbar sei oder es sich dabei um 
ein  Gefälligkeitsschreiben  handeln  könnte,  welchem  kein  Beweiswert 
zukomme.  Die  Verfolgung  durch  die  srilankischen  Behörden  sei  daher 
nicht glaubhaft.

3.2.  Der  Beschwerdeführer  entgegnete  dem  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe,  er  habe  sowohl  anlässlich  der  summarischen 
Befragung  als  auch  im Rahmen der  direkten Anhörung  angegeben,  vor 
seiner  Ausreise  durch  eine  armeefreundliche  Organisation  gesucht 
worden  zu  sein,  weshalb  kein Widerspruch  vorliege.  Ferner  könne  ihm 
das  widersprüchliche  Verhalten  der  Soldaten,  wonach  sie  trotz  ihrem 
Interesse an der Geheimhaltung seiner Verhaftung einen Bekannten mit 
der  Information seiner Eltern beauftragt hätten, nicht angelastet werden. 
Ein  solches  Verhalten  sei  zudem  nicht  realitätsfremd,  da  Soldaten 
bekannterweise  auf  diese  Art  Geld  von  Angehörigen  von  Verhafteten 
erpressen  würden.  Die  Entlassung  aus  der  Haft  sei  ferner  keinesfalls 
ohne Auflagen  erfolgt,  vielmehr  sei  dem Beschwerdeführer  für  den  Fall 
einer erneuten Kollaboration mit den LTTE mit dem Tod gedroht worden. 
Daneben sei er nach seiner Freilassung stets überwacht worden,  indem 
er  auf  dem  Weg  an  seinen  Arbeitsplatz  mehrere  Kontrollposten  habe 

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passieren  und  sich  dabei  jeweils  habe  ausweisen  müssen.  Ausserdem 
sei  er  nur  auf  Einsatz  des  Pfarrers  hin  aufgrund  seines  jugendlichen 
Alters  aus  der  Haft  entlassen  worden.  Da  er  den  LTTE  gute  Dienste 
geleistet  habe  und  die  Rekrutierung  neuer  Personen  für  die  Tigers 
zunehmend schwierig geworden sei, sei es nicht erstaunlich, dass er zur 
Weiterarbeit gezwungen worden sei. Die Kontrollposten unterwegs nach 
Batticaloa  seien  in  erster  Linie  da,  Waffenschmuggel  aufzudecken, 
weshalb  er  (der  Beschwerdeführer)  für  die  dort  postierten  Soldaten 
uninteressant sei.

Bezüglich  der  eingereichten  Beweismittel  führte  er  aus,  die 
Infragestellung  deren  Echtheit  durch  die  Vorinstanz  gründe  auf  einer 
unbelegten  Mutmassung,  was  nicht  statthaft  sei.  Auch  dass  er  seine 
Vorbringen in weiten Teilen in ausführlicher, substantiierter und plausibler 
Weise dargelegt habe, sei vom BFM in keiner Weise gewürdigt worden.

3.3.  In  Übereinstimmung  mit  dem  BFM  geht  das 
Bundesverwaltungsgericht  vorliegend  davon  aus,  dass  die  Schilderung 
der geltend gemachten Verfolgung durch die srilankischen Behörden und 
die Suche durch die TMVP aufgrund eines Engagements für die LTTE im 
Ergebnis  nicht  glaubhaft  ist.  Obwohl  der  vom  BFM  festgestellte 
Widerspruch  in  Bezug  auf  die  Urheberschaft  der  Suche  nach  dem 
Beschwerdeführer  (Armee  /  armeefreundliche  tamilische  Organisation) 
nicht eklatant ist und daher nicht ins Gewicht fällt, vermögen die übrigen 
vom BFM aufgezählten Unglaubhaftigkeitselemente  zu  überzeugen. Die 
diesbezüglichen  Entgegnungen  in  der  Beschwerde  ändern  an  dieser 
Einschätzung  nichts.  Insbesondere  kann  das  Argument,  wonach  der 
Beschwerdeführer nach seiner Freilassung am (…) Mai 2006 durch das 
Passieren  von  Armee­Kontrollposten  unter  ständiger  Überwachung 
gestanden  habe,  nicht  gehört  werden,  da  im  Falle  eines  tatsächlichen 
Verfolgungsinteresses  seitens  der  Armee  davon  auszugehen  ist,  er 
würde  strengsten  Kontrollmechanismen  (z.B.  einer  regelmässigen 
Meldepflicht)  unterzogen.  Darüber  hinaus  führt  er  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe wenig später selbst aus, diese Kontrollposten seien 
in erster Linie zur Aufdeckung von Waffenschmuggel da, weshalb er dort 
nicht in den Fokus der Soldaten geraten sei. Daneben fällt vor allem auf, 
dass  die  geltend  gemachte Ausbildung  durch  die  LTTE unrealistisch  ist 
und  anlässlich  der  Befragungen  in  höchst  unsubstanziierter  Weise 
beschrieben  wurde  (vgl. A11/19  S. 6  und  9­10),  was  den  Eindruck 
erweckt, er habe das Geschilderte nicht  tatsächlich erlebt. Obwohl nicht 
auszuschliessen  ist,  dass  die  Armee  ihn  im  Jahr  2006  tatsächlich 

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während  einer  gewissen  Zeit  festhielt,  ist  in  Anbetracht  der  heutigen 
Verhältnisse  nicht  davon  auszugehen,  er  habe  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer  Zukunft  ernsthafte  Nachteile  durch 
Verfolgungsmassnahmen  der  srilankischen  Sicherheitskräfte  zu 
befürchten.  Diesbezüglich  ist  auf  die  ausführliche  Lageanalyse  des 
Bundesverwaltungsgerichts  im  kürzlich  ergangenen,  zur  Publikation 
bestimmten Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 zur Situation in Sri 
Lanka hinzuweisen. Darin stellte das Gericht  im Wesentlichen fest, dass 
sich  die  Lage  in  Sri  Lanka  seit  Beendigung  des  militärischen  Konflikts 
zwischen der srilankischen Armee und den LTTE im Mai 2009 erheblich 
verbessert  hat.  Militärisch  gilt  die  LTTE  als  vernichtet  und  auch  die 
Sicherheitslage  hat  sich  in  bedeutsamer  Weise  stabilisiert.  Gleichzeitig 
hat  sich  die  Menschenrechtslage  vor  allem  hinsichtlich  der 
Meinungsäusserungs­  und  Pressefreiheit  weiter  verschlechtert.  Politisch 
Oppositionelle werden seitens der Regierung als Staatsfeinde betrachtet 
und  müssen  mit  entsprechenden  Verfolgungsmassnahmen  rechnen. 
Angesichts  der  allgemein  verbesserten  Lage  definierte  das  Gericht 
Personenkreise,  welche  einer  erhöhten  Verfolgungsgefahr  unterliegen. 
Demnach  gehören  Personen,  die  einer  Verbindung  zu  den  LTTE 
verdächtigt  werden,  auch  heute  potentiell  noch  zu  einer  Risikogruppe 
(vgl.  a.a.O.  E. 8.1).  Der  Beschwerdeführer  wurde  vorliegend  eigenen 
Angaben zufolge  jedoch am (…) Mai 2006 von den Sicherheitskräften – 
wie oben erörtert – ohne Auflagen aus der Haft entlassen und es war ihm 
offenbar  jeweils  problemlos  möglich,  Kontrollposten  der  Armee  zu 
passieren. Zudem stellten ihm die Behörden (…) kurz vor seiner Ausreise 
eine Geburtsurkunde aus. In Anbetracht dieser Umstände ist nicht davon 
auszugehen,  dass  seitens  der  srilankischen  Sicherheitskräfte  etwas 
gegen ihn vorliegt. An dieser Einschätzung vermag auch das Vorbringen, 
wonach  drei  seiner  Kollegen  erschossen  beziehungsweise  entführt 
worden  seien  –  was  übrigens  weder  vom  BFM  noch  vom 
Bundesverwaltungsgericht  in  Zweifel  gezogen wird  –,  nichts  zu  ändern, 
da es den Beschwerdeführer  selber  – wie  vom BFM  festgestellt  –  nicht 
direkt betrifft.

Zu den geltend gemachten Aufsuchungen durch die TMVP im Mai 2008 
und  im  Mai  2011  ist  festzuhalten,  dass  einstige  paramilitärische 
Gruppierungen zwar nach wie vor mit Menschenrechtsverletzungen und 
gewöhnlicher  Kriminalität  in  Verbindung  zu  bringen  sind  und  die 
Schutzgewährung  durch  die  staatlichen  Stellen  aufgrund  der 
Zusammenarbeit  von  Polizei  und  Militär  mit  solchen  Gruppierungen 
immerhin  zweifelhaft  ist.  Zudem  übernehmen  solche  (mittlerweile) 

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Parteien  Arbeiten  von  Behörden,  indem  sie  mutmassliche  oder 
verdächtige  LTTE­Mitglieder  oder  ­Sympathisanten  identifizieren 
(vgl. Schweizerische  Flüchtlingshilfe  [SFH],  Sri  Lanka  –  Themenpapier, 
22. September 2011, S. 18; SFH, Sri Lanka – Update: Aktuelle Situation, 
1. Dezember 2010, S. 7; UK Border Agency  [Home Office], Operational 
Guidance Note Sri Lanka, März 2011, S. 10 ff.). Allerdings ist vorliegend 
ein  asylrechtlich  relevantes  Verfolgungsinteresse  seitens  der  TMVP  als 
überwiegend  unwahrscheinlich  zu  qualifizieren.  Einerseits  entspricht  es 
nicht  dem  gewöhnlichen  Vorgehen  solcher  Gruppierungen,  Betroffene 
vorzuladen.  Andererseits  ist  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  diese 
Personen drei Jahre nach seinem Verschwinden bei seinem Vater erneut 
eine  den  Beschwerdeführer  betreffende  Vorladung  hinterlassen  sollten. 
Daher und in Anbetracht der Unglaubhaftigkeit der Vorbringen sowie des 
ohnehin  geringen  Beweiswerts  derartiger  Dokumente  (handschriftlich 
ausgefüllte Kopien von Formularen) erscheint die behauptete Suche nach 
dem  Beschwerdeführer  durch  die  TMVP  als  unglaubhaft.  Daneben  ist 
darauf  hinzuweisen,  dass  sich  die  Sicherheitslage  in  Bezug  auf 
paramilitärische  Gruppierungen  seit  2009  verbessert  beziehungsweise 
stabilisiert  hat  (vgl.  UK  Home  Office  2011,  S. 10)  und  es  dem 
Beschwerdeführer  ausserdem  freisteht,  sich  diesbezüglichen 
Schwierigkeiten  in  Batticaloa  durch  einen  Wegzug  nach  Colombo  zu 
entziehen.

Soweit der Beschwerdeführer eine Furcht vor Verfolgung durch die LTTE 
(im Sinne einer Zwangsrekrutierung) geltend macht, kann eine solche aus 
heutiger Sicht ausgeschlossen werden, nachdem die LTTE im gesamten 
Staatsgebiet  von  Sri  Lanka  als  zerschlagen  gelten  (vgl.  BVGE 
E­6220/2006 vom 27. Oktober E. 7.1). 

3.4.  Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf  die 
weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  einzugehen,  weil  sie  am 
Ergebnis  nichts  ändern.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die 
Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  und  7  AsylG  nicht  zu  genügen 
vermögen, weshalb das Bundesamt das Asylgesuch zu Recht abgelehnt 
hat.

4. 
4.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

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4.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol­
chen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet  (Art.  44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9).

5. 
5.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Aus­
ländern  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 
142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen 
(vgl. WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser, 
Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel 2009, Rz. 11.148).

5.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art.  83 
Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 
5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann 
das  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­
Refoulements  im vorliegenden Verfahren keine Anwendung  finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers nach Sri Lanka ist demnach unter dem 
Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  nach  Sri  Lanka  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit 

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einer  nach Art.  3  der Konvention  vom 4. November  1950  zum Schutze 
der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101) oder Art. 1 
des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre. 
Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte 
(EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  der 
Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder 
glaubhaft  machen,  dass  ihm  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder 
unmenschliche  Behandlung  drohen  würde  (vgl.  EGMR,  [Grosse 
Kammer], Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde 
Nr. 37201/06, §§ 124­127, mit weiteren Hinweisen). Dies ist ihm nach den 
vorstehenden  Erwägungen  nicht  gelungen.  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation in Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug zum 
heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten 
ist der Vollzug der Wegweisung sowohl  im Sinne der asyl­ als auch der 
völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.

5.3. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter Vorbehalt  von Art.  83 Abs.  7 AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

5.3.1.  Das  BFM  führte  in  seiner  Verfügung  zur  Zumutbarkeit  der 
Wegweisung im Wesentlichen aus, es sei nach eingehender Überprüfung 
der  Entwicklung  der  Lage  in  Sri  Lanka  zum  Schluss  gekommen,  dass 
sich  die  allgemeine Sicherheitslage  seit  dem Ende des Bürgerkriegs  im 
Mai  2009  deutlich  entspannt  habe.  Auch  hätten  sich  die 
Lebensbedingungen soweit verbessert, dass eine Rückkehr auch  in den 
Norden  und  Osten  Sri  Lankas  –  mit  Ausnahme  des  Vanni­Gebietes – 
grundsätzlich wieder zumutbar sei. Da somit weder die allgemeine Lage 
in  der  Ostprovinz  noch  persönliche  Gründe  gegen  einen 
Wegweisungsvollzug  sprechen  würden,  sei  dem  Beschwerdeführer  die 
Rückkehr an seinen Herkunftsort E._______, Batticaloa zumutbar. Da der 
Beschwerdeführer  jung  und  gesund  sei,  auf  eine  gewisse 
Berufserfahrung zurückgreifen könne und mit seiner Familie in E._______ 
sowie  einem  unterstützungsfähigen  Verwandten  in  England  über  ein 
stabiles  Beziehungsnetz  verfüge,  sei  davon  auszugehen,  seine 
Wohnsituation in Batticaloa sei gesichert.

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5.3.2. Der Beschwerdeführer entgegnete dem in seiner Beschwerde, die 
Vorinstanz  stütze  sich  bei  ihrer  Lagebeurteilung  auf  nicht mehr  aktuelle 
Quellen,  weshalb  ihre  Einschätzung  einseitig  und  unvollständig  sei. 
Entgegen  der  dort  vertretenen  Ansicht  habe  sich  die  Situation  für  die 
tamilische  Bevölkerung  und  insbesondere  für  mutmassliche  LTTE­
Sympathisanten nicht verbessert. Die  tamilische Bevölkerung  im Norden 
und  Osten  des  Landes  stehe  unter  dem  Generalverdacht  der 
Zusammenarbeit mit den LTTE. Das Gleiche gelte auch  für Rückkehrer. 
Ferner sei die aktuelle Sicherheits­ und Menschenrechtslage vor allem im 
Norden  und  Osten  des  Landes  noch  klar  ungenügend,  um  einen 
Wegweisungsvollzug  zu  ermöglichen.  Da  eine  Rückkehr  des 
Beschwerdeführers  mit  Blick  auf  diese  Situation  einer  Verbannung  in 
grosse  Unsicherheit  und  Unmenschlichkeit  gleichkäme,  sei  der 
Wegweisungsvollzug vorliegend unzumutbar.

5.3.3. Im Zusammenhang mit diesen Einwänden ist vorweg festzuhalten, 
dass  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  nachzuweisen  oder 
zumindest  glaubhaft  zu  machen,  dass  er  begründete  Furcht  vor 
asylrechtlich  relevanten Nachteilen  hegen muss  beziehungsweise,  dass 
ihm  im Falle der Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung 
drohe (vgl. E. 3.3 und 5.2). In Bezug auf die allgemeine Lage in Sri Lanka 
kann  auf  die  vom  Bundesverwaltungsgericht  vorgenommene 
Einschätzung  der  Situation  im  vor  Kurzem  ergangenen,  zur  Publikation 
bestimmten Grundsatzurteil  verwiesen werden  (vgl.  BVGE E­6220/2006 
vom  27.  Oktober  2011),  welche  im  Wesentlichen  mit  der  Praxis  der 
Vorinstanz  übereinstimmt.  Demzufolge  ist  seit  dem  Ende  des 
bewaffneten Konflikts  zwischen  der  srilankischen Armee  und  den  LTTE 
im  Mai  2009  von  einer  erheblich  verbesserten  Menschenrechts­  und 
Sicherheitslage  auszugehen,  wobei  sich  die  Situation  nicht  in  allen 
Landesteilen  gleich  präsentiert.  Da  sich  die  Lage  in  der  Ostprovinz 
weitgehend stabilisiert und normalisiert hat, wird der Wegweisungsvollzug 
in  das  gesamte Gebiet  der Provinz  grundsätzlich  als  zumutbar  erachtet 
(vgl. a.a.O.  E. 13.1).  Die  Lage  in  der  Nordprovinz  ist  hingegen 
differenziert  einzuschätzen, da sich die Situation dort  gebietsweise sehr 
unterschiedlich  gestaltet.  In  den Gebieten,  die  bereits  seit  längerer  Zeit 
unter  Regierungskontrolle  stehen  –  namentlich  die  Distrikte  Jaffna  und 
die  südlichen Teile der Distrikte Vavuniya und Mannar – herrscht heute 
weder  eine  Situation  allgemeiner  Gewalt  noch  ist  die  politische  Lage 
dermassen  angespannt,  dass  eine  Rückkehr  dorthin  als  generell 
unzumutbar  eigestuft  werden  müsste  (vgl. a.a.O.  E.  13.2).  In  das 
sogenannten  "Vanni­Gebiet"  hingegen,  welches  die  Distrikte  Kilinochchi 

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und  Mullaitivu  (samt  diesen  beiden  Städten),  die  nördlichen  Teile  der 
Distrikte Mannar und Vavuniya sowie einen schmalen Landstreifen an der 
Ostküste  des  Jaffna­Distrikts  umfasst,  ist  eine  Rückkehr  aufgrund  der 
aktuellen  Lage  –  namentlich  aufgrund  der  weitgehend  zerstörten 
Infrastruktur und der Verminung – weiterhin als unzumutbar einzustufen 
(vgl.  a.a.O.  E. 13.2.2).  In  das  übrige  Staatsgebiet  Sri  Lankas  ist  der 
Wegweisungsvollzug  indessen  grundsätzlich  zumutbar  (vgl.  a.a.O.  E. 
13.3).

5.3.4.  Der  Beschwerdeführer  stammt  eigenen  Angaben  zufolge  aus 
E._______, Batticaloa, Ostprovinz, wo er bis im April 2008 lebte. Gemäss 
der oben dargelegten Rechtsprechung erweist sich eine Rückkehr  in die 
Ostprovinz  als  grundsätzlich  zumutbar.  Aus  individueller  Sicht  sind 
ebenfalls  keine  Hindernisse  erkennbar,  die  gegen  einen 
Wegweisungsvollzug  sprechen,  handelt  es  sich  beim Beschwerdeführer 
doch um einen  jungen alleinstehenden Mann, der mit seinen Eltern und 
zwei Geschwistern am Herkunftsort sowie einer Schwester und Tanten in 
der  näheren  Umgebung  über  ein  tragfähiges  Beziehungsnetz  verfügt. 
Aufgrund  seiner  soliden  Schul­  und  Berufsbildung  dürfte  ihm  der 
Wiederaufbau  einer  wirtschaftlichen  Existenz  –  auch  aufgrund  der 
Erfahrungen,  die  er  in  der  Schweiz  sammeln  konnte  –  am Herkunftsort 
möglich sein.

Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als 
zumutbar.

5.4.  Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG 
und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug 
der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 
AuG).

5.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu 
Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten 
fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83 
Abs. 1 – 4 AuG).

6. 
6.1. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung 

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Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

6.2.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Da  er  in 
Anbetracht  seines  geringen  Einkommens  (s.  eingereichte 
Lohnabrechnung) offensichtlich bedürftig  ist und seine Beschwerde nicht 
als aussichtslos zu bezeichnen war,  ist das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs.  1  VwVG 
gutzuheissen, weshalb keine Verfahrenskosten aufzuerlegen sind.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bendicht Tellenbach Nina Hadorn

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