# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** da8f8f65-11da-5a39-ae04-1ca2faa0ecb3
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 22.08.2017 B 2017/170
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2017-170_2017-08-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2017/170

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 22.08.2017

Entscheiddatum: 22.08.2017

Präsidialentscheid Verwaltungsgericht, 22.08.2017
Verfahren/Rechtsmittelweg. Art. 133 Abs. 1 VRP, Art. 41 quater VRP. 
Disziplinarmassnahmen nach Art. 43 MedBG.Bei einer nach Vollzugsbeginn 
des VII. Nachtrags zum VRP (1. Juni 2017) eröffneten 
Departementsverfügung kommt die neurechtliche Zuständigkeitsordnung 
zum Tragen. Gegen den angefochtenen Entscheid der Vorinstanz ist gemäss 
Art. 41quater Abs. 1 lit. a Ziffer 2 VRP zunächst das Rechtsmittel des 
Rekurses an die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen 
gegeben. Das Verwaltungsgericht kann daher mangels Zuständigkeit auf die 
Beschwerde nicht eintreten (Präsidialentscheid Verwaltungsgericht, 
B 2017/170).

Verfahrensbeteiligte

 

Dr. med. dent. X.Y.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Andreas Petrik, St. Leonhard-Strasse 45, 

Postfach 1637, 9001 St. Gallen,

gegen

 

Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen, Oberer Graben 32, 9001 St. 

Gallen,

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Vorinstanz,

Gegenstand

 

Disziplinarverfahren

Der Abteilungspräsident stellt fest:

A. Mit Entscheid vom 24. März 2015 hat das Verwaltungsgericht des Kantons St. 

Gallen die vom Gesundheitsdepartement des Kantons St. Gallen (Vorinstanz) am 14. 

November 2013 erlassene, den Beschwerdeführer beschlagende Verfügung betreffend 

Verletzung von Berufspflichten/Disziplinarverfahren aufgehoben und die Angelegenheit 

zu weiteren Abklärungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.

B. Am 30. Juni 2017 hat die Vorinstanz in der nämlichen Angelegenheit neu verfügt. In 

Ziffer 16 der Erwägungen wurde ausgeführt, dass die Verfügung mittels Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht anfechtbar sei und in der Rechtsmittelbelehrung 

entsprechend das Verwaltungsgericht als Rechtsmittelinstanz angegeben.

Mit Eingabe vom 18. August 2017 (Posteingang beim Verwaltungsgericht: 21. August 

2017) hat der Beschwerdeführer beim Verwaltungsgericht gegen die Verfügung 

Beschwerde einreichen lassen.

 

Der Abteilungspräsident erwägt:

1. Gemäss Art. 41 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (sGS 951.1, VRP) in 

der bis 31. Mai 2017 geltenden Fassung waren Departementsverfügungen über 

Disziplinarmassnahmen gegen Medizinalpersonen - wie die vorliegend streitige - direkt 

mit Beschwerde beim Verwaltungsgericht anfechtbar. Mit der seit 1. Juni 2017 (VII. 

Nachtrag zum VRP) geltenden Fassung von 41  VRP wurde der Rechtsmittelweg 

geändert. Neu sind derartige Departementsverfügungen zunächst mit Rekurs bei der 

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Verwaltungsrekurskommission (Abs. 1 lit. a Ziffer 1) anzufechten; erst danach steht die 

Beschwerde ans Verwaltungsgericht offen (Art. 59 Abs. 1 VRP). Wie die Vorinstanz in 

der angefochtenen Verfügung an sich zutreffend erkannt, hat der Gesetzgeber die 

Änderung am Rechtsmittelweg ohne Übergangsbestimmung beschlossen. Unter an 

sich richtigem Verweis auf Art. 133 Abs. 1 VRP (Übergangsbestimmungen) und 

Bezugnahme auf den intertemporalrechtlichen Grundsatz, wonach hängige Verfahren 

nach der altrechtlichen Zuständigkeitsordnung weiterzuführen seien, zieht sie daraus 

jedoch im konkreten Fall einen falschen Schluss. Art. 133 Abs. 1 VRP - welcher 

angesichts der grundlegenden Änderung der seit dem 1. Juli 1966 geltenden 

Zuständigkeitsordnung sachgemäss zur Anwendung gelangt - sieht vor, dass die vor 

Vollzugsbeginn des Gesetzes eröffneten Verfügungen und Entscheide nach dem 

bisherigen Recht weiterziehbar sind. E contrario bedeutet dies aber, dass nach 

Vollzugsbeginn eröffnete Verfügungen der neuen Zuständigkeitsordnung unterliegen. 

Die vorliegend im Streit liegende Verfügung wurden am 30. Juni 2017 (Versand: 3. Juli 

2017), mithin rund einen Monat nach Vollzugsbeginn des VII. Nachtrags zum VRP, den 

Verfahrensbeteiligten eröffnet. Entsprechend kommt ohne weiteres die neurechtliche 

Zuständigkeitsordnung, aufgrund derer vorgängig der Beschwerdeerhebung ans 

Verwaltungsgericht die Anfechtung der angefochtenen Departementsverfügung mittels 

Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission zu erfolgen, zur Anwendung.

2. Zusammenfassend ergibt sich, dass gegen den angefochtenen Entscheid der 

Vorinstanz gemäss Art. 41  Abs. 1 lit. a Ziffer 2 VRP zunächst das Rechtsmittel des 

Rekurses an die Verwaltungsrekurskommission des Kantons St. Gallen gegeben ist. 

Dementsprechend kann das Verwaltungsgericht mangels Zuständigkeit auf die 

Beschwerde nicht eintreten. Da die Unzuständigkeit offenkundig ist, erscheint die 

Eingabe als offensichtlich unzulässig im Sinne von Art. 39  Abs. 1 lit. a Ziffer 1 VRP. 

Die Verfügung über das Nichteintreten fällt dementsprechend in die Zuständigkeit des 

Präsidenten. Da das Verwaltungsgericht seit 1. Juni 2017 in Abteilungen gegliedert ist, 

steht diese Befugnis dem Abteilungspräsidenten zu (Art. 4 Abs. 1 des Reglementes 

über die Organisation und den Geschäftsgang des Verwaltungsgerichts, sGS 941.22, in 

Verbindung mit Art. 33 Abs. 2 VRP).

3. Die Eingabe vom 18. August 2017 (Posteingang 21. August 2017) ist samt den im 

Verfahren eingereichten und ergangenen Akten gestützt auf Art. 64 und Art. 58 Abs. 1 

quater

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in Verbindung mit Art. 11 Abs. 3 VRP an die Verwaltungsrekurskommission des 

Kantons St. Gallen zu übermitteln.

4. Dem Verfahrensausgang entsprechend – das Nichteintreten kommt einer Abweisung 

gleich - sind die amtlichen Kosten dieses Beschwerdeverfahrens dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von CHF 

300 ist angemessen (Art. 7 Ziff. 222 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Weil 

dem Beschwerdeführer aus einer fehlerhaften Rechtsmittelbelehrung kein Nachteil 

erwachsen darf und der Fehler vom Betroffenen nicht ohne Weiteres erkannt werden 

konnte, ist auf die Erhebung der Kosten zu verzichten (Art. 47 Abs. 3 und Art. 97 VRP; 

Cavelti/Vögeli, a.a.O., Rz. 798). Ausseramtliche Kosten sind für das 

Beschwerdeverfahren keine zu entschädigen (Art. 98  VRP).

 

Demnach erkennt der Abteilungspräsident zu Recht:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Eingabe des Beschwerdeführers vom 18. August 2017 (Posteingang: 21. August 

2017) wird samt Akten zuständigkeitshalber an die Verwaltungsrekurskommission des 

Kantons St. Gallen übermittelt.

3. Die Entscheidgebühr von CHF 300 wird dem Beschwerdeführer auferlegt; auf die 

Erhebung wird verzichtet.

 

Der Abteilungspräsident

Zürn

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