# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38868788-88ec-5efa-a631-1644e741cf8c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2019-09-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.09.2019 E-3750/2019
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3750-2019_2019-09-09.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3750/2019 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  9 .  S e p t e m b e r  2 0 1 9  

Besetzung 
 Einzelrichterin Roswitha Petry, 

mit Zustimmung von Richter Markus König, 

Gerichtsschreiberin Sarah Diack. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,   

vertreten durch lic. iur. Felice Grella, Erdös & Lehmann (…),  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Vollzug der Wegweisung (Wiedererwägung);  

Verfügung des SEM vom 18. Juni 2019. 

 

 

 

 

E-3750/2019 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Mit Verfügung vom 24. September 2018 stellte das Staatssekretariat für 

Migration (SEM) fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, lehnte ihr Asylgesuch vom 3. Oktober 2016 ab, verfügte die 

Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug. Auf die am 29. Oktober 

2018 dagegen erhobene Beschwerde trat das Bundesverwaltungsgericht 

mit Urteil E-6202/2018 vom 29. November 2018 mangels Kostenvor-

schussleistung nicht ein.  

 

B.  

Mit Eingabe vom 6. Dezember 2018 stellte die Beschwerdeführerin beim 

SEM ein erstes Wiedererwägungsgesuch, welches vom SEM mit Verfü-

gung vom 22. Januar 2019 abgewiesen wurde. Gleichzeitig erklärte das 

SEM die Verfügung vom 24. September 2018 für rechtskräftig und voll-

streckbar, erhob eine Gebühr von Fr. 600.– und erwog, einer allfälligen Be-

schwerde dagegen komme keine aufschiebende Wirkung zu. Diese Verfü-

gung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. 

 

C.  

Am 26. Februar 2019 reichte die Beschwerdeführerin ein weiteres Wieder-

erwägungsgesuch ein, welches vom SEM am 6. März 2019 – infolge wie-

derholt gleicher Begründung – gemäss Art. 111b Abs. 4 AsylG (SR 142.31) 

– formlos abgeschrieben wurde.  

D.  

Mit vom 14. Mai 2019 datierten Schreiben gelangte die Beschwerdeführe-

rin wiederum ans SEM und teilte diesem mit, dass sie inzwischen gemäss 

einem neuen Arztbericht wahrscheinlich an Alzheimer erkrankt sei und ein 

Verdacht auf eine beginnende Demenzerkrankung bestehe. Zudem ver-

wies sie darauf, dass sich die Sicherheitslage in Sri Lanka seit Ostern 2019 

erheblich verschlechtert habe.  

 

Der Eingabe lag ein Arztbericht von Dr. med. B._______, Verhaltensneuro-

login und C._______, BSc Psychologie, Zentrum (…) Neuropsychologie 

D._______, datierend vom (…) Mai 2019, bei.  

 

E.  

Mit Schreiben vom 28. Mai 2019 setzte das SEM die Beschwerdeführerin 

E-3750/2019 

Seite 3 

darüber in Kenntnis, dass ihre Eingabe infolge Fehlens von Rechtbegehren 

ohne Handlungsschritte zu den Akten gelegt werde. 

F.  

Mit Eingabe vom 11. Juni 2019 ergänzte die Beschwerdeführerin ihre vor-

gängige Eingabe und ersuchte um Wiedererwägung des ablehnenden Asy-

lentscheides vom 24. September 2018. 

 

Zur Begründung des Wiedererwägungsgesuchs machte sie geltend, ge-

mäss dem neuen Arztbericht des Zentrums Neuropsychologie D._______ 

vom (…) Mai 2019 sei sie mit grösster Wahrscheinlichkeit an Alzheimer 

erkrankt und die Krankheit schreite rasch fort beziehungsweise es liege ein 

Demenzfall vor, weshalb sich ein Wegweisungsvollzug nun im Lichte von  

Art. 3 EMRK als unzulässig erweise. Zudem sei auch aufgrund der aktuel-

len Sicherheitslage in Sri Lanka nach den Osteranschlägen vom 21. April 

2019 ein Wegweisungsvollzug sinngemäss unzulässig beziehungsweise 

unzumutbar.  

 

G.  

Mit Verfügung vom 18. Juni 2019 wies das SEM das Wiedererwägungsge-

such vom 14. Mai 2019 und 11. Juni 2019 ab. Gleichzeitig erklärte es die 

Verfügung vom 24. September 2018 für rechtskräftig und vollstreckbar, er-

hob eine Gebühr von Fr. 600.– und erwog, einer allfälligen Beschwerde 

dagegen komme keine aufschiebende Wirkung zu.  

H.  

Mit Eingabe vom 22. Juli 2019 focht die Beschwerdeführerin, handelnd 

durch ihren Rechtsvertreter, diesen Entscheid beim Bundesverwaltungs-

gericht an und beantragte, der angefochtene Wiedererwägungsentscheid 

sei aufzuheben und das Wiedererwägungsgesuch gutzuheissen, es sei ihr 

die vorläufige Aufnahme zu gewähren, eventualiter sei die Sache zur Neu-

beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In formeller Hinsicht er-

suchte sie um eine Nachfrist von 30 Tagen zwecks Einreichung weiterer 

Beweismittel, um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und ei-

ner angemessenen Parteientschädigung sowie der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde und eine Fristansetzung zwecks Einreichung eines 

Krankheitsverlaufsberichts ihres Hausarztes.  

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Seite 4 

I.  

Mit superprovisorischer Massnahme vom 24. Juli 2019 setzte das Bundes-

verwaltungsgericht gestützt auf Art. 56 VwVG den Vollzug der Wegweisung 

einstweilen aus. 

J.  

Mit Eingabe vom 28. August 2019 reichte die Beschwerdeführerin einen 

Arztbericht von Dr. med. E._______ vom (…) August 2019 ein. 

  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 
 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Nachdem gemäss Lehre und Praxis Wie-

dererwägungsentscheide grundsätzlich wie die ursprüngliche Verfügung 

auf dem ordentlichen Rechtsmittelweg weitergezogen werden können, ist 

das Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig. Es entscheidet auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). 

 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die Be-

schwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie 

ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und  

aArt. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die 

Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.4 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

E-3750/2019 

Seite 5 

1.5 Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterli-

cher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungs-

weise einer zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie 

nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, wes-

halb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG). 

1.6 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

2.  

2.1 Die Rüge der Beschwerdeführerin, die Vorinstanz habe durch die Ver-

wendung eines Textbausteines ohne individuellen Bezug zu ihrer persönli-

chen Situation die behördliche Begründungspflicht verletzt, ist vorab zu be-

urteilen, da sich formelle Rügen allenfalls dazu eignen, eine Kassation der 

vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken.  

 

2.2 Die behördliche Begründungspflicht erwächst dem Anspruch auf recht-

liches Gehör (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 29 VwVG), welches als Mitwirkungs-

recht alle Befugnisse umfasst, die einer Partei einzuräumen sind, damit sie 

in einem Verfahren ihren Standpunkt wirksam zur Geltung bringen kann 

(vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 2009/35 E. 6.4.1). Demzufolge müssen 

Vorbringen tatsächlich gehört, ernsthaft geprüft und in der behördlichen 

Entscheidfindung angemessen berücksichtigt werden. Nicht erforderlich ist 

indessen, dass sich die Begründung mit allen Parteistandpunkten einläss-

lich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich wider-

legt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2).  

2.3 Die Vorinstanz hat sich in casu – entgegen der Auffassung in der Be-

schwerdeschrift – mit den gesundheitlichen Problemen der Beschwerde-

führerin auseinandergesetzt und diese gewürdigt. Alleine im Umstand, 

dass das SEM aus sachlichen Gründen zu einer anderen Würdigung der 

Gesuchvorbringen gelangt, als von ihr verlangt (vgl. unten E. 4.1), ist keine 

Verletzung der Begründungspflicht zu erkennen. Diese formelle Rüge er-

weist sich angesichts dieser Sachlage als unbegründet, womit kein Anlass 

dazu besteht, die vorinstanzliche Verfügung aus formellen Gründen aufzu-

heben. 

3.  

3.1 Das Wiedererwägungsverfahren ist im Asylrecht spezialgesetzlich ge-

regelt (vgl. Art. 111b ff. AsylG). Ein entsprechendes Gesuch ist dem SEM 

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Seite 6 

innert 30 Tagen nach Entdeckung des Wiedererwägungsgrundes schrift-

lich und begründet einzureichen. In seiner praktisch relevantesten Form 

bezweckt das Wiedererwägungsgesuch die Änderung einer ursprünglich 

fehlerfreien Verfügung an eine nachträglich eingetretene erhebliche Verän-

derung der Sachlage (vgl. BVGE 2014/39 E. 4.5 m.w.H.). 

3.2 Vorliegend wird insgesamt geltend gemacht, der Wegweisungsvollzug 

der Beschwerdeführerin in ihr Heimatland sei weder zulässig noch zumut-

bar, da seit der letzten Entscheidung eine wesentliche Veränderung der 

Sachlage eingetreten sei. Zu prüfen ist im vorliegenden Beschwerdever-

fahren nun, ob das SEM zu Recht davon ausgegangen ist, dass die neuen 

Vorbringen und Beweismittel nicht geeignet sind, Vollzugshindernisse dar-

zustellen.  

 

4.  

4.1 Das SEM führte in seinem ablehnenden Wiedererwägungsentscheid 

aus, dass medizinische Gründe nur dann eine konkrete Gefährdung dar-

stellen würden, wenn eine notwendige medizinische Behandlung im Hei-

matland nicht zur Verfügung stehe und die Rückkehr zu einer raschen und 

lebensbedrohenden Situation führe. Entsprechende Hinweise würden sich 

indessen weder aus den Akten noch aus den Eingaben der Beschwerde-

führerin ergeben. Sri Lanka verfüge über ein relativ gut funktionierendes 

Gesundheitssystem und die öffentlichen Gesundheitsleistungen seien kos-

tenfrei. In F._______ existierten mehrere Krankenhäuser, darunter auch 

das «(…)», das führende Krankenhaus im Distrikt F._______. Die geltend 

gemachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen, namentlich die wahr-

scheinliche Alzheimer- und Demenzerkrankung könne demnach auch in 

Sri Lanka behandelt werden, womit ihre Situation nicht als medizinische 

Notlage einzustufen sei. Ausserdem stehe ihr die Möglichkeit offen, Rück-

kehrhilfe zu beantragen, um damit in einer ersten Phase die Behandlungs-

kosten in ihrer Heimat decken zu können. Im Übrigen vermöge der Um-

stand, dass im Heimatstaat keine dem schweizerischen Standard entspre-

chende medizinische Behandlung möglich sei, nicht zur Unzumutbarkeit 

des Wegweisungsvollzugs führen.  

Hinsichtlich der aktuellen Lage sei festzuhalten, dass in Sri Lanka trotz der 

Anschläge keine gänzlich unsichere, von bewaffneten oder anderen unbe-

rechenbaren Unruhen dominierte Lage bestehe, aufgrund derer Rückkeh-

rende ungeachtet ihres individuellen Hintergrundes konkret gefährdet wä-

ren. Somit sei aktuell nicht von einer Situation allgemeiner Gewalt auszu-

gehen. An dieser Einschätzung vermöge auch der vom Staatspräsident 

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Sirisena ausgerufene Notstand zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit 

und Ordnung nichts zu ändern.  

Es lägen somit keine Gründe vor, welche die Rechtskraft der Verfügung 

vom 24. September 2018 beseitigen könnten.  

4.2 Vor Bundesverwaltungsgericht macht die Beschwerdeführerin geltend, 

anlässlich der durch eine Fachärztin erfolgten Untersuchung vom (…) Mai 

2019 (recte: Untersuchung vom (…) April 2019 und Arztbericht vom (…) 

Mai 2019) sei bei der Beschwerdeführerin eine aggressive Form von Alz-

heimer festgestellt worden, die schnell voranschreite und eine adäquate 

Behandlung sowie eine angemessene Medikation und Betreuung erfor-

dere. Aufgrund der neu diagnostizierten Krankheit erweise sich ein Weg-

weisungsvollzug als unzumutbar, da sowohl die öffentlichen Betreuungs-

strukturen in Sri Lanka als auch ein tragfähiges Beziehungsnetz fehlten, 

zumal ihr dort lebender (…)-jähriger Ehemann kaum für sich selbst sorgen 

könne. Sie sei gesundheitsbedingt nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu 

bewältigen, und andauernd auf die Unterstützung von Dritten angewiesen. 

Das Spital in F._______ verfüge weder über eine psychiatrische Grundver-

sorgung noch über die notwendigen Medikamente.  Gemäss Rechtspre-

chung des EGMR (EGMR-Urteil Tarakhel gg. die Schweiz vom 4. Novem-

ber 2014, Beschwerde-Nr. 29217/12) seien die notwendigen Garantien zu 

leisten, damit die Beschwerdeführerin im Zielland EMRK-konform behan-

delt werde. Dem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 sei zudem zu entnehmen, dass eine Wegweisung in die 

Provinz F._______ bei Schutzbedürftigen weiterhin nicht in jedem Fall zu-

mutbar sei. Gemäss dem Urteil des BVGer E-1927/2017 vom 26. April 

2017 E. 4.3 sei das sri-lankische Gesundheitssystem mangelhaft, wie so-

wohl das SEM als auch die Internationale Organisation für Migration (IOM) 

bestätigten. Die Provinz F._______ verfüge über keine Alterszentren wie 

eine Erhebung von IOM und dem deutschen Bundesamt für Migration und 

Flüchtlinge (BAMF) ergeben habe. Die einzige Alternative einer teuren Pri-

vatresidenz könne sich weder die Beschwerdeführerin noch ihre [Ver-

wandte] leisten. Da sie mittellos sei, würde sich demnach ihr Gesundheits-

zustand bei einer Rückkehr mit grosser Wahrscheinlichkeit sehr schnell be-

drohlich verschlechtern, was in intensivem Leiden und in einer Lebensver-

kürzung resultieren würde. Sie sei daher in einer medizinischen Notlage 

und bei einer Rückkehr an Leib und Leben gefährdet, weshalb sie vorläufig 

aufzunehmen sei. 

 

 

E-3750/2019 

Seite 8 

5.  

5.1 Zunächst ist festzuhalten, dass die aktuelle Lage in Sri Lanka zwar als 

volatil und nach den verheerenden Anschlägen vom 21. April 2019 zweifel-

los auch als sehr angespannt zu beurteilen ist. Jedoch kann aufgrund des-

sen nicht auf eine generell erhöhte Gefährdung von zurückkehrenden ta-

milischen Staatsangehörigen geschlossen werden. Die neusten Gewalt-

vorfälle in Sri Lanka am 21. April 2019 und der gleichentags von der sri-

lankischen Regierung verhängte Ausnahmezustand vermögen an der La-

geeinschätzung in den Referenzurteilen E-1866/2015 (E. 13.2 f.) und  

D-3619/2016 vom 16. Oktober 2017 (E. 9.5, insb. E. 9.5.9) nichts zu ändern 

(vgl. zuletzt etwa Urteil des BVGer E-3113/2019 vom 26. Juli 2019 E. 6.2). 

Die diesbezüglichen Ausführungen der Vorinstanz sind demzufolge vollum-

fänglich zu bestätigen und es wird im Übrigen – zur Vermeidung von Wie-

derholungen – darauf verwiesen. 

 

5.2 Die Beschwerdeführerin macht sodann geltend, ein Wegweisungsvoll-

zug würde sich aufgrund ihrer nach Ergehen des rechtskräftigen Urteils 

eingetretenen erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands im 

Lichte von Art. 3 EMKR als unzulässig und eventualiter als unzumutbar 

erweisen.  

5.2.1 Betreffend die geltend gemachte Alzheimer- beziehungsweise De-

menzkrankheit (vgl. Arztberichte vom […] Mai und vom […] August 2019) 

ist festzuhalten, dass sich aus den Anhörungsprotokollen des ordentlichen 

Asylverfahrens bereits nicht zu übersehende Hinweise darauf ergeben, 

dass schon zum damaligen Zeitpunkt bei der Beschwerdeführerin eine er-

hebliche Vergesslichkeit beziehungsweise Verwirrtheit eingetreten war. 

Der am (…) Mai 2019 ergangene, von der Beschwerdeführerin einge-

reichte Arztbericht, der auf einer eingehenden Untersuchung basiert, ver-

mittelt den Eindruck, dass eine Alzheimerkrankheit vorliegen könnte; ob-

wohl eine eindeutige Diagnose entgegen der Darstellung der Beschwerde-

führerin fehlt, erscheint aufgrund der Akten das Vorliegen einer Alzheimer- 

beziehungsweise eine sich einstellende Demenzkrankheit als glaubhaft 

gemacht. Die hier interessierende Frage ist nun, ob die Beschwerdeführe-

rin bei einer Rückkehr – wie von ihr behauptet – in Gefahr läuft, aufgrund 

ihrer sich nun abzeichnenden Krankheit einem Risiko im Sinne von Art. 3 

EMRK ausgesetzt zu sein. Der EGMR anerkennt grundsätzlich keinen 

durch die EMRK geschützten Anspruch auf Verbleib in einem Konventions-

staat, um weiterhin in den Genuss medizinischer Unterstützung zu kom-

men (vgl. EGMR-Urteil N. gegen Vereinigtes Königreich vom 27. Mai 2008, 

E-3750/2019 

Seite 9 

Grosse Kammer, Nr. 26565/05, § 42 m.w.H.). Das Urteil Tarakhel, auf wel-

ches sich die Beschwerdeführerin beruft (siehe oben E. 4.2), ist indessen 

vorliegend nicht primär einschlägig, da es sich auf einen anderen Sachver-

halt bezieht. Vielmehr ist in ihrem Fall das EGMR-Urteil Paposhvili gegen 

Belgien vom 17. April 2014 (Beschwerde-Nr. 41738/10) zu beachten, wo-

nach bei einer Krankheit zu prüfen ist, ob ein «real risk» besteht, dass die 

Beschwerdeführerin bei einer Rückkehr einer drastischen und lebensbe-

drohenden Verschlechterung ihres Gesundheitszustands ausgesetzt wäre, 

wobei diesbezüglich hohe Schwellen gelten. Vorliegend ist ein solches Ri-

siko zu verneinen. Die von der Beschwerdeführerin geltend gemachte De-

menzerkrankung erreicht nicht den rechtsprechungsgemäss erforderlichen 

hohen Grad gesundheitlicher Beeinträchtigung. Von einer konkreten Le-

bensgefährdung bei einer Rückkehr in ihr Heimatland ist nicht auszugehen.  

 

5.2.2 Die Rückführung der Beschwerdeführerin ist daher unter Berücksich-

tigung der völkerrechtlichen Normen zulässig.   

 

5.3 Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs ist gemäss Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts – und in Bestätigung der vorin–

stanzlichen Erwägungen – dann anzunehmen, wenn eine notwendige me-

dizinische Behandlung im Heimatland nicht zur Verfügung steht und die 

Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden Beeinträchtigung des 

Gesundheitszustandes führt. Dabei wird als wesentlich die allgemeine drin-

gende medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung ei-

ner menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Wie die Vorinstanz 

zu Recht festhält, liegt Unzumutbarkeit jedenfalls noch nicht vor, wenn im 

Heimat- oder Herkunftsstaat eine nicht dem schweizerischen Standard ent-

sprechende medizinische Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2  

E. 9.3.2, mit Hinweis auf die Entscheidungen und Mitteilungen der Schwei-

zerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2003 Nr. 24 E. 5a und b).  

5.3.1 Das öffentliche Gesundheitssystem im Norden Sri Lankas, woher die 

Beschwerdeführerin stammt, weist nach Kenntnis des Gerichts – und in 

Bestätigung der entsprechenden Rügen der Beschwerdeführerin – bezüg-

lich Kapazität und Infrastruktur zwar noch immer Mängel auf. Wie sich aus 

den Jahresberichten der Lanka Alzheimer Foundation ergibt, ist Alzheimer- 

und Demenzkrankheit indessen in Sri Lanka ein gegenwärtiges und viel-

diskutiertes Thema (vgl. http://alzlanka.org/category/annual-report/, abge-

rufen am 16.08.2019), zumal Sri Lanka eine der am schnellsten alternden 

Bevölkerungen weltweit besitzt (vgl. Allianz Versicherung Sri Lanka online 

https://hudoc.echr.coe.int/eng#{"appno":["41738/10"]}
http://alzlanka.org/category/annual-report/

E-3750/2019 

Seite 10 

«Some facts about Dementia and Alzheimer’s Desease», https://www.alli-

anz.lk/articles/facts-dementia-alzheimers-disease/, beide abgerufen am 

16.08.2019). Diese eigens für diese Krankheitsbilder errichtete Stiftung 

bietet in Sri Lanka umfangreiche Unterstützung, wie Beschäftigungspro-

gramme für Patientinnen und Patienten sowie Beratung der Angehörigen. 

Ferner betont die nationale Gesundheitsstrategie der World Health Orga-

nisation (WHO) für Sri Lanka (“National Health Policy”) 2016-2025 die kos-

tenlose Gesundheitsversorgung für alle und hält fest, dass 95% der statio-

nären und 50% der ambulanten Behandlungen durch 344 öffentliche Ge-

sundheitsinstitutionen sichergestellt werden (https://apps.who.int/iris/bit 

stream/handle/10665/136985/ccbrief_lka_en.pdf;jsessinid=5837D8974A3

E17A2FBCF708EB35DF130?sequence=1, abgerufen am 16.08.2019). 

5.3.2 Im Übrigen konnte Sri Lanka auf dem Gebiet der Gesundheitsversor-

gung in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte verzeichnen (vgl. Urteile 

des Bundesverwaltungsgerichts D-3210/2018 vom 5. Juli 2019, E. 8.3; E-

7137/2018 vom 23. Januar 2019, E. 12.3 m.w.H.). Auch das von der Be-

schwerdeführerin zitierte Urteil E-1927/2017 vom 26. April 2017 bezie-

hungsweise dessen E. 4.3 bejaht trotz gewisser Mängel am Gesundheits-

system die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs. Gemäss verschiede-

nen Quellen existieren in F._______ zudem – entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin und der von ihr diesbezüglich zitierten Berichte von 

IOM und BAMF, die im Übrigen nicht näher bezeichnet wurden – Institutio-

nen für ältere Personen, wie namentlich das «(…)» (vgl. den Spendenauf-

ruf für die Institution auf (…) 24.08.2017, (…), das «(…) und das «(…)» 

(vgl. Sri Lanka Army, «(…). 

5.3.3 In der Nordprovinz befinden sich zudem weitere Institutionen, die auf 

die Langzeitbetreuung von älteren Personen in Sri-Lanka ausgerichtet 

sind: das (…), in G._______, das (…) in G._______ und das (…) in 

H._______ (UN Economic and Social Commission for Asia and the Pacific 

[UNESCAP], (…). Bezüglich eines allfälligen Bedarfs der Beschwerdefüh-

rerin an spezifischen Medikamenten – welcher bislang nicht belegt wurde 

– sei darauf hingewiesen, dass im Falle, dass sich die Demenzkrankheit 

bestätigt, der sri-lankische Staat durch die State Pharmaceutical Corpora-

tion (SPC) kostenlos diverse Medikamente zur Behandlung psychischer 

Krankheiten zur Verfügung stellt, wobei die Nachfrage in der Bevölkerung 

das Angebot des SPC übersteigt (vgl. dazu Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts E-1731/2015 vom 10. Februar 2016 E. 8.2.3). Im privaten Sektor 

ist die Verfügbarkeit von Medikamenten besser, wobei die Patienten die 

Kosten selbst decken müssen. Soweit die Beschwerdeführerin im Übrigen 

E-3750/2019 

Seite 11 

geltend macht, sie könne sich angesichts ihrer Mittellosigkeit keine Ge-

sundheitsversorgung in Sri Lanka leisten, sind an ihrer Behauptung Zweifel 

angebracht, hat sie doch gemäss Akten zahlreiche Reisen unternommen. 

Zudem gibt sie an, ihrem [Kind] gehe es (…) «finanziell sehr gut». Die 

Frage der Mittelosigkeit kann indessen offenbleiben, weil – wie oben erör-

tert – davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin in Sri Lanka eine 

kostenlose Betreuung erhalten kann. Entgegen den Ausführungen der Be-

schwerdeführerin ist somit auch davon auszugehen, dass die erforderli-

chen Medikamente vor Ort erhältlich und ihr auch zugänglich sind. Zwar 

kann ihr soziales Auffangnetz nicht – wie von der Vorinstanz dargestellt – 

auf der Beziehung zu ihrem Ehemann aufgebaut werden, zumal sie bereits 

im vorinstanzlichen Verfahren angab, zu diesem keinen Kontakt mehr zu 

haben (vgl. A19 S. 5 F45 und S. 6 F55). Auch kann nicht davon ausgegan-

gen werden, ein Mann von zirka (…) Jahren bringe alleine die Kraft auf, 

seine (vermutlich) demenzkranke Frau zu betreuen. Aus den Akten geht 

jedoch hervor, dass [ein Kind] der Beschwerdeführerin in Sri Lanka lebt und 

dort auch ein grösseres Beziehungs- beziehungsweise Verwandtennetz 

vorhanden ist, auf das sie bereits in der Vergangenheit zählen konnte, zu-

mal sie während des Asylverfahrens angab, bereits an verschiedenen Or-

ten bei Bekannten gelebt zu haben (vgl. A19 S. 7 F71). Auch gab sie zu 

Protokoll, dass sie «sehr viele Verwandten» in Sri Lanka habe (vgl.  A19 

S.7 F69). Es ist davon auszugehen, dass [ihr] in Sri Lanka lebendes [Kind] 

– mit allfälliger finanzieller Unterstützung [ihres Kindes] in I._______ und 

[ihres Kindes] in der Schweiz, allenfalls ihres Neffen in J._______ oder ih-

rer Neffen und Nichten in K._______ (vgl. A19 S. 7 F70) – ihr eine ange-

messene Betreuung gewährleisten kann. Falls die Betreuung durch [ihr 

Kind] nicht mehr sichergestellt werden kann, sollte es ihr in längerfristiger 

Hinsicht möglich sein, einen Betreuungsplatz in einer der oben genannten 

Institutionen in Anspruch zu nehmen. Es besteht in Sri Lanka zudem die 

Möglichkeit, eine alleinige Betreuungsperson für zirka Fr. 190.- im Monat 

einzustellen (Roar Media, «With A Rapidly Ageing Population, Sri Lanka 

Contends With Dementia», 25.10.2018, https://roar.media/english/life/in-

the-know/ with-dementia/with-a-rapidly-ageing-population-sri-lanka-cont-

ends-with-dementia, abgerufen am 07.08.2019).  

5.4 Aufgrund einer sorgfältigen Gesamtwürdigung der Akten ist davon aus-

zugehen, dass die vermutlich an Alzheimer beziehungsweise an Demenz 

erkrankte Beschwerdeführerin ihren Lebensabend in Sri Lanka verbringen 

kann, wo ihr eine angemessene medizinische und soziale Betreuung zur 

Verfügung steht.  

https://roar.media/english/life/in-the-know/
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E-3750/2019 

Seite 12 

5.5 Schliesslich hat die Beschwerdeführerin die Möglichkeit, sich in nächs-

ter Zeit in Zusammenarbeit mit den Ärzten, welche sie bereits in der Ver-

gangenheit betreuten, gezielt auf den Vollzug der Wegweisung und auf 

eine Rückkehr in den Heimatstaat vorzubereiten.  

6.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es der Beschwerdeführerin nicht 

gelungen ist, eine wiedererwägungsweise relevante, veränderte Sachlage 

darzutun. Gestützt auf die vorangehenden Erwägungen liegen keine 

Gründe vor, die den Wegweisungsvollzug als unzulässig beziehungsweise 

unzumutbar erscheinen lassen. 

7.  

Die Beschwerde ist demzufolge abzuweisen. 

8.  

Mit vorliegendem Urteil ist das Beschwerdeverfahren abgeschlossen, wes-

halb sich der Antrag der Beschwerdeführerin um Wiederherstellung der 

aufschiebenden Wirkung der Beschwerde als gegenstandslos erweist. Der 

Antrag auf Ansetzung einer Nachfrist zwecks Einreichung von weiteren Be-

weismitteln ist mit vorliegendem Urteil ebenfalls hinfällig geworden. 

9.  

9.1 Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist 

abzuweisen, da die Begehren, wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt, als aussichtslos zu bezeichnen sind, weshalb die Vorausset-

zungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG – ungeachtet der allfälligen Bedürftigkeit 

der Beschwerdeführerin – nicht erfüllt sind. Folglich ist auch das Gesuch 

um unentgeltliche Rechtsverbeiständung abzuweisen.  

 

9.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 1'500.- 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 

173.320.2]).  

 

9.3 Mit dem vorliegenden Urteil fällt der am 24. Juli 2019 verfügte Vollzugs-

stopp dahin. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3750/2019 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Der am 24. Juli 2019 verfügte Vollzugsstopp fällt dahin. 

3.  

Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und Rechtsverbeiständung 

werden abgewiesen. 

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 1500.– werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils 

zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Sarah Diack 

 

 

Versand: