# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 17b2926f-88f6-5635-8ef8-3e04baf1579e
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-07
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 07.08.2020 BK 2020 249
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2020-249_2020-08-07.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 20 249

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 7. August 2020

Besetzung Oberrichter Schmid (Präsident i.V.), Oberrichterin Bratschi, Ober-
richter Gerber
Gerichtsschreiberin Lauber 

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

B.________
v.d. Rechtsanwältin C.________

Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin

Gegenstand Nichtanhandnahme

Strafverfahren wegen Beschimpfung und sexueller Belästigung

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 5. Juni 2020 (EO 20 5691)

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Erwägungen:

1. Mit Verfügung vom 5. Juni 2020 nahm die Regionale Staatsanwaltschaft Emmen-
tal-Oberaargau das von der Straf- und Zivilklägerin B.________ (nachfolgend: Be-
schwerdeführerin) gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) initiierte Straf-
verfahren wegen Beschimpfung und sexueller Belästigung nicht an die Hand. Hier-
gegen erhob die Beschwerdeführerin am 18. Juni 2020 Beschwerde. Sie beantrag-
te unter Kosten- und Entschädigungsfolge, die Verfügung der Staatsanwaltschaft 
sei aufzuheben und das Verfahren sei an die Hand zu nehmen. Die Generalstaats-
anwaltschaft schloss am 13. Juli 2020 auf kostenfällige Abweisung der Beschwer-
de, soweit darauf einzutreten sei. Die Stellungnahme des Beschuldigten datiert 
vom 13. Juli 2020. Am 3. August 2020 replizierte die Beschwerdeführerin. 

2. Gegen Verfügungen der Staatsanwaltschaft kann bei der Beschwerdekammer in 
Strafsachen innert 10 Tagen schriftlich und begründet Beschwerde geführt werden 
(Art. 393 Abs. 1 Bst. a i.V.m. Art. 396 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessord-
nung [StPO; SR 312.0], Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichts-
behörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des 
Organisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Die Be-
schwerdeführerin ist als Straf- und Zivilklägerin durch die angefochtene Nichtan-
handnahmeverfügung unmittelbar in ihren rechtlich geschützten Interessen betrof-
fen und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 StPO). Auf die 
form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist – unter Vorbehalt des Nachste-
henden – einzutreten. 

Der Streitgegenstand ist durch das Anfechtungsobjekt begrenzt. Vorliegend bildet 
einzig die Nichtanhandnahme des Strafverfahrens gegen den Beschuldigten wegen 
Beschimpfung und sexueller Belästigung den Verfahrensgegenstand. Soweit die 
Beschwerdeführerin in der Beschwerde neu den Vorwurf der Körperverletzung ge-
gen den Beschuldigten aufgrund des von ihr erlittenen Burn-out-Syndroms erhebt, 
ist dieser Vorwurf nicht von der ursprünglichen Strafanzeige resp. der Nichtan-
handnahmeverfügung erfasst. In der Strafanzeige wurde unter der Rubrik des Tat-
bestands der Beschimpfung unter Einreichung eines Arztberichts – in welchem der 
Verdacht auf ein Burnout-Syndrom diagnostiziert wurde – einzig angeführt, dass 
sich die Schwere der Handlungen eindrücklich in der daraus resultierenden Ar-
beitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin zeige. Sie habe sich nach dem Vorfall 
vom 21. Februar 2020 umgehend in ärztliche Behandlung begeben und sei seither 
arbeitsunfähig. Wie von der Generalstaatsanwaltschaft zu Recht dargetan wurde, 
darf bei einer nicht von einem juristischen Laien, sondern einer Rechtsanwältin ver-
fassten Eingabe davon ausgegangen werden, dass die angeblich strafbaren Hand-
lungen konkret und umfassend benannt werden. Dies wurde vorliegend nicht ge-
macht. Es wurde insbesondere auch kein Strafantrag wegen Körperverletzung ge-
stellt. Der Vorwurf der Körperverletzung geht wie gesagt über den vorliegenden 
Streitgegenstand hinaus, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht einzutreten 
ist.

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3.

3.1 Die Beschwerdeführerin wirft dem Beschuldigten in ihrer Strafanzeige zusammen-
gefasst vor, dieser habe sie als Vorgesetzter über den Zeitraum von Mitte Dezem-
ber 2019 bis 21. Februar 2020 immer wieder provoziert und in herabwürdigender 
Weise behandelt. Das Verhalten des Beschuldigten sei zudem mehrmals von ob-
szönen und sexistischen Gesten geprägt gewesen. Am 21. Februar 2020 sei es zur 
Eskalation gekommen. An diesem Tag habe der Beschuldigte sie, als sie sich bei 
ihm erkundigt habe, welche Arbeit sie als nächstes machen solle, grundlos in brüs-
kem Ton zurückgewiesen und sie gefragt, «ob sie noch Nerven habe». Zugleich sei 
der Beschuldigte mit seinem Bürostuhl zurückgerückt und habe seine Hüften in se-
xualisierter Art und Weise hin und her bewegt, was sie als obszöne Geste wahrge-
nommen habe. 

3.2 Die Staatsanwaltschaft begründet die Nichtanhandnahmeverfügung damit, dass 
Ehrverletzungsdelikte und der Tatbestand der sexuellen Belästigung keine Dauer-
delikte darstellen würden. Der am 20. Mai 2020 eingereichte Strafantrag erfasse 
deshalb lediglich allfällige ab dem 21. Februar 2020 angezeigte Straftaten. Im 
Zurückweisen in brüskem Ton sowie dem Satz «ob sie noch Nerven habe» sei kei-
ne Beschimpfung zu erblicken. Auch das Hin-und Herbewegen der Hüfte stelle kei-
ne sexuelle Belästigung dar. 

3.3 In der Beschwerde bringt die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vor, es liege 
eine natürliche Handlungseinheit vor. Die Einzelhandlungen des Beschuldigten 
würden auf einem einheitlichen Willensakt beruhen. Da die Vielzahl der Handlun-
gen lediglich innert rund zwei Monate vorgenommen worden sei, sei von einem 
zeitlichen Zusammenhang auszugehen. Die Vielzahl der Handlungen, welche das 
gleiche Ziel verfolgt hätten – nämlich die Beschwerdeführerin zu diffamieren und 
herabzusetzen –, hätten in Mobbing gemündet und der deliktische Erfolg habe so 
lange angedauert, bis das Verhalten des Beschuldigten in der Arbeitsunfähigkeit 
der Beschwerdeführerin sein Ende gefunden habe. Mithin seien vorliegend Dauer-
delikte gegeben. Die Antragsfrist sei eingehalten worden und es seien die Einzel-
handlungen seit Mitte Dezember 2019 zu beurteilen. Es sei mitnichten davon aus-
zugehen, dass der zur Beurteilung vorliegende Sachverhalt mit Sicherheit unter 
keinen Straftatbestand falle. Selbst wenn davon ausgegangen würde, dass es sich 
weder in Bezug auf die Beschimpfung noch in Bezug auf die sexuelle Belästigung 
um ein Dauerdelikt handle, habe die Staatsanwaltschaft bezüglich des Vorfalls vom 
21. Februar 2020 den Sachverhalt unvollständig festgestellt. Aus der Strafanzeige 
gehe hervor, dass es sich bei den angezeigten Handlungen des Beschuldigten le-
diglich um beispielhafte Aufzählungen gehandelt habe, die nicht im Detail ausge-
führt worden seien. Zudem habe sie zum Vorfall vom 21. Februar 2020 vorge-
bracht, dass sich die besagten Verhaltensmuster des Beschuldigten einmal mehr 
wiederholt hätten. Aufgrund dessen ergebe sich, dass der Sachverhalt vom
21. Februar 2020 nicht eindeutig geklärt sei. Dass ein sachverhaltsmässig unklarer 
Fall vorliege, ergebe sich auch aus dem Umstand, dass die Beschwerdeführerin in 
der Strafanzeige zum Ausdruck gebracht habe, dass die Handlungen des Beschul-
digten schwer zu beschreiben seien. Die Staatsanwaltschaft hätte zumindest die 

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Beschwerdeführerin zu einer Einvernahme vorladen und ihr Gelegenheit geben 
müssen, den Vorfall detailliert zu schildern. 

In der Replik ergänzt die Beschwerdeführerin, gerade das angeführte Beispiel des 
Hin- und Herbewegens der Hüfte zeige die Schwierigkeit eines bildlichen Be-
schriebs. Die Staatsanwaltschaft gehe davon aus, dass der beschriebenen Bewe-
gung ein eindeutiger Bezug zum Geschlechtlichen fehle, obwohl in der Anzeige be-
tont worden sei, dass der Beschuldigte seine Hüften in sexualisierter Art und Weise 
bewegt habe. Indem die Staatsanwaltschaft auf eine Befragung der Beschwerde-
führerin verzichtet und die schriftlichen Ausführungen als allein ausschlaggebend 
behandelt habe, habe sie den Sachverhalt unvollständig abgeklärt. 

4.

4.1 Die Staatsanwaltschaft eröffnet eine Untersuchung, wenn sich aus den Informatio-
nen und Berichten der Polizei, aus der Strafanzeige oder aus ihren eigenen Fest-
stellungen ein hinreichender Tatverdacht ergibt (Art. 309 Abs. 1 Bst. a StPO). 
Gemäss Art. 310 Abs. 1 Bst. a StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die Nichtan-
handnahme, sobald aufgrund der Strafanzeige oder des Anzeigerapports feststeht, 
dass die fraglichen Straftatbestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig 
nicht erfüllt sind. Die Nichtanhandnahme darf mit anderen Worten nur verfügt wer-
den, wenn mit Sicherheit feststeht, dass der zur Beurteilung vorliegende Sachver-
halt unter keinen Straftatbestand fällt oder gar nicht verfolgbar ist. Meist fehlt es an 
einem Straftatbestand bei rein zivilrechtlichen Streitigkeiten (BGE 135 IV 285 E. 
2.3). An der Verfolgbarkeit fehlt es, wenn notwendige (positive) Prozessvorausset-
zungen fehlen, beispielsweise kein rechtzeitig eingereichter Strafantrag vorhanden 
ist (vgl. zum Ganzen: OMLIN, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozess-
ordnung, 2. Aufl. 2014, N. 9 zu Art. 310 StPO). 

4.2 Der Beschimpfung macht sich nach Art. 177 Abs. 1 des Schweizerischen Strafge-
setzbuches (StGB; SR 311.0) strafbar, wer jemanden in anderer Weise durch Wort, 
Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift. In «anderer Wei-
se» bedeutet auf andere als in der in Art. 173 f. StGB umschriebenen Art. Die 
Strafnorm ist ein Auffangtatbestand, in den sämtliche ehrverletzenden Äusserun-
gen fallen, die sich nicht als Tatsachenbehauptungen gegenüber Dritten darstellen 
lassen. Darunter sind primär die alltäglichen Schimpfworte einzuordnen (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 6B_1270/2017 vom 24. April 2018 E. 2.2 mit Hinweisen). Kei-
ne Beschimpfung ist die blosse Verletzung elementarer Anstandsregeln (vgl. 
TRECHSEL/LIEBER, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 3. Aufl. 
2018, N. 3 zu Art. 177 StGB). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung be-
schränkt sich der strafrechtliche Schutz der Ehrverletzungsdelikte nach Art. 173 ff. 
StGB auf den menschlich-sittlichen Bereich. Geschützt wird der Ruf, ein ehrbarer 
Mensch zu sein, d.h. sich so zu benehmen, wie nach allgemeiner Anschauung ein 
charakterlich anständiger Mensch sich zu verhalten pflegt (sittlicher Ehre / ethische 
Integrität). Einen Ehrverletzungstatbestand erfüllen danach nur Behauptungen sitt-
lich vorwerfbaren, unehrenhaften Verhaltens (BGE 137 IV 313 E. 2.1.1; 132 IV 112 
E. 2.1; je mit Hinweisen). Äusserungen, die sich lediglich eignen, jemanden in an-
derer Hinsicht, z.B. als Geschäfts- oder Berufsmann, als Politiker oder Künstler in 

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der gesellschaftlichen Geltung herabzusetzen, sind nicht ehrverletzend im Sinne 
von Art. 173 ff. StGB, solange die Kritik an den strafrechtlich nicht geschützten Sei-
ten des Ansehens nicht zugleich die Geltung der Person als ehrbarer Mensch trifft 
(BGE 119 IV 44 E. 2a; 117 IV 27 E. 2c; je mit Hinweisen). Für die Frage, ob eine 
Äusserung ehrenrührig ist, ist massgebend, welcher Sinn ihr ein unbefangener 
Adressat unter den konkreten Umständen beilegt (BGE 137 IV 313 E. 2.1.1; 131 IV 
160 E. 3.3.3 mit Hinweis). Das Verständnis des Verletzten ist nicht massgebend 
(vgl. BGE 128 IV 53 E. 1a). Es kommt mithin entscheidend darauf an, ob eine Äus-
serung für einen unbefangenen Adressaten eindeutig über die Kritik an dessen be-
ruflichen Fähigkeiten und Leistungen hinausgeht, um als Angriff auf die persönliche 
Ehre angesehen zu werden. 

4.3 Der sexuellen Belästigung macht sich gemäss Art. 198 StGB strafbar, wer vor je-
manden, der dies nicht erwartet, eine sexuelle Handlung vornimmt und dadurch 
Ärgernis erregt oder wer jemanden tätlich oder in grober Weise durch Worte sexu-
ell belästigt. Beide Bestimmungen von Art. 198 StGB – d.h. Abs. 1 und 2 – schüt-
zen Personen davor, gegen ihren Willen mit sexuellen Handlungen anderer kon-
frontiert zu werden. In Abs. 1 geht es um die Belästigung eines anderen durch Vor-
nahme einer sexuellen Handlung vor diesem, ohne dass das Opfer weiter in diese 
Handlung selbst einbezogen oder gar in sexueller Weise berührt würde. In Abs. 2 
geht es um die gezielte und direkte sexuelle Belästigung durch einen tätlichen 
Übergriff (erste Tatvariante) oder eine «grobe» verbale Äusserung (zweite Tatvari-
ante) des Täters gegenüber dem Opfer (vgl. ISENRING, in: Basler Kommentar, Straf-
recht, 4. Aufl. 2019, N. 4 zu Art. 198 StGB). Tatbeständliche Handlungen im Sinne 
von Art. 198 StGB können nur solche sein, die objektiv sexuelle sind. Eine solche 
liegt nur vor, wenn sie einen eindeutigen Bezug zum Geschlechtlichen aufweist. 
Die Handlung muss nicht nur für den objektiven Betrachter einen deutlichen sexuel-
len Bezug aufweisen, sondern auch von einer gewissen Erheblichkeit sein. 
Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung scheidet das bloss Unanständige, 
Unangebrachte, Anstössige, Geschmacklose, Unschamhafte oder Widerwärtige 
aus dem Strafrecht aus (BGE 125 IV 58 E. 3b; vgl. zum Ganzen: ISENRING, a.a.O., 
N. 10 zu Art. 198 StGB). 

4.4 Die Staatsanwaltschaft hat in der angefochtenen Verfügung einlässlich und recht-
lich fehlerfrei begründet, weshalb sie kein Strafverfahren gegen den Beschuldigten 
an die Hand genommen hat. Die Beschwerdekammer in Strafsachen schliesst sich 
diesen zutreffenden Ausführungen an und verweist darauf (vgl. E. 3.2 hiervor sowie 
im Detail die angefochtene Verfügung). Vorliegend fehlt es – soweit den angezeig-
ten Sachverhalt von Mitte Dezember 2019 bis 20. Februar 2020 betreffend – an ei-
nem fristgerecht eingereichten Strafantrag resp. – soweit das Ereignis vom 21. Fe-
bruar 2020 betreffend – an einem hinreichenden Tatverdacht auf eine strafbare 
Handlung. Wie die Staatsanwaltschaft zu Recht dargetan hat, setzt sowohl die 
Verurteilung wegen Beschimpfung als auch diejenige wegen sexueller Belästigung 
das Vorliegen eines fristgerechten Strafantrags voraus. Der Auffassung der Be-
schwerdeführerin, wonach vorliegend von einem Dauerdelikt auszugehen sei, wo-
mit die Strafantragsfrist erst am Tag zu laufen beginnen würde, an welchem das 
strafbare Verhalten aufhört (BGE 132 IV 49 E. 3.1.2.3), mithin vorliegend am 
21. Februar 2020, kann nicht gefolgt werden. Ein Dauerdelikt liegt nur dann vor, 

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wenn die zeitliche Fortdauer eines rechtswidrigen Zustands oder Verhaltens noch 
tatbestandsmässiges Unrecht bildet (vgl. BGE 132 IV 49 E. 3.1.2.2; 131 IV 83 
E. 2.1.2). Allein der Umstand, dass der deliktische Erfolg über eine gewisse Dauer 
anhält, genügt dagegen nicht für die Annahme eines Dauerdelikts (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 6B_67/2007 vom 2. Juni 2007 E. 4.2 mit Hinweisen). Bei Ehrverlet-
zungsdelikten hat das Bundesgericht eine Dauerstraftat in grundsätzlicher Weise 
verneint, da in der Regel das Merkmal der Dauerhaftigkeit fehlt. Vielmehr stelle je-
de Ehrverletzung für sich einen Einzelakt dar (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_976/2017 vom 14. November 2018 E. 4.3 mit Hinweisen). Dieser grundsätzli-
che Entscheid des Bundesgerichts hat auch vorliegend zu gelten. Wie die Staats-
anwaltschaft zu Recht dargetan hat, ist von einzelnen Tathandlungen auszugehen, 
deren rechtswidriger Zustand durch die Tathandlung begründet und vollendet wa-
ren. Das angebliche tatbestandsmässige Verhalten des Beschwerdeführers er-
schöpfte sich in der ehrrührigen Äusserung selbst und nicht darüber hinaus. Es 
kann nicht von einer Handlungseinheit ausgegangen werden, welche bei objektiver 
Betrachtung als ein einheitliches zusammengehörendes Geschehen erscheint. 
Immerhin sollen die angeblichen Tathandlungen während rund zweieinhalb Mona-
ten erfolgt sein, wobei sich aus der Strafanzeige und Beschwerde nicht ergibt, wie 
häufig und wann genau welche angeblichen Tathandlungen erfolgt sein sollen. Bei 
dieser Ausgangslage kann augenscheinlich nicht ausnahmsweise von einem ein-
heitlichen Geschehen die Rede sein. Vorliegend wird – gleich wie in der angefoch-
tenen Verfügung – demnach lediglich der geltend gemachte Vorfall vom 21. Febru-
ar 2020 beurteilt. Betreffend die Zeit davor liegt kein fristgerechter Strafantrag vor, 
weshalb das Verfahren insoweit wegen einer nicht erfüllten Prozessvoraussetzung 
nicht an die Hand zu nehmen ist. 

4.5 Die Beschwerdeführerin wirft dem Beschuldigten hinsichtlich des Vorfalls vom 
21. Februar 2020 vor, dass dieser sie in brüskem Ton sowie mit dem Satz «ob sie 
noch Nerven habe» zurückgewiesen habe. Zudem habe er seine Hüfte in sexuali-
sierter Art und Weise hin und her bewegt. Im Zurückweisen in brüskem Ton und 
dem Satz «ob sie noch Nerven habe» ist offensichtlich keine Beschimpfung zu er-
blicken. Der vorliegend in Frage stehende Sachverhalt beinhaltet keine Schimpf-
wörter (vgl. dazu E. 4.2 hiervor) und ist bei objektiver Betrachtung auch sonst nicht 
geeignet, die Ehre resp. den guten Ruf der Beschwerdeführerin herabzusetzen. 
Der Beschwerdeführerin wurde damit kein sittlich vorwerfbares, unehrenhaftes 
Verhalten im Sinne von Art. 173 ff. StGB vorgeworfen. Die inkriminierte Äusserung 
kann folglich nicht als Angriff auf die persönliche Ehre der Beschwerdeführerin an-
gesehen werden. Der – im Vergleich zum Zivilrecht restriktive – strafrechtlich ge-
schützte Ehrbegriff ist vorliegend eindeutig nicht betroffen, weshalb das Strafver-
fahren insoweit nicht an die Hand zu nehmen war. Auch hinsichtlich des Hin- und 
Herbewegens der Hüfte ist keine sexuelle Belästigung auszumachen. Es ist inso-
weit auf die einlässlichen Ausführungen der Staatsanwaltschaft in der angefochte-
nen Verfügung zu verweisen:
Eine «sexuelle Belästigung» liegt jedenfalls bereits in sprachlicher Hinsicht nur bei unerwünschten 
sexuellen Handlungen vor. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts handelt es sich bei Hand-
lungen gemäss Art. 198 Abs. 2 StGB um solche, die als qualifiziert unerwünschte sexuelle Annähe-
rungen beziehungsweise physische, optische und verbale Zumutungen sexueller Art zu betrachten 

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sind. Der objektive Tatbestand der tätlichen sexuellen Belästigung erfordert eine körperliche Kon-
taktaufnahme, wobei u.U. bereits wenig intensive Annäherungsversuche oder Zudringlichkeiten genü-
gen können. Voraussetzung ist aber, dass die tätliche Handlung vom Standpunkt eines objektiven Be-
trachters als sexuelle Handlung klar zu erkennen ist. Kein tätliches Vorgehen i.S.v. Art. 198 Abs. 2 
(erste Tatvariante) und damit nicht tatbestandsmässig sind sexuelle oder sexistische Belästigungen 
ohne körperliche Kontaktaufnahme, wie etwa Anstarren oder Nachpfeifen. Auf subjektiver Seite muss 
der Täter zumindest in Kauf nehmen, dass sich das Opfer belästigt fühlt (BSK-StGB I, ISENRING, 
Art. 198 N 8, 16 ff. und 28).

Vorliegend liegt eindeutig keine körperliche Kontaktaufnahme vor, womit es bereits am objektiven 
Tatbestand der tätlichen sexuellen Belästigung fehlt. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass 
auch die Variante von Art. 198 Abs. 1 StGB (Vornahme einer sexuellen Handlung vor jemand ande-
rem) nicht zum Zuge kommt. Es bedarf hierfür einer sexuellen Handlung, welche nur vorliegt, wenn 
sie einen eindeutigen Bezug zum Geschlechtlichen aufweist, was in casu klarerweise nicht der Fall 
ist.

Die Beschwerdekammer in Strafsachen teilt die Auffassung der Staatsanwaltschaft, 
dass vorliegend keine körperliche Kontaktaufnahme vorliegt resp. keine Verhal-
tensweise umschrieben wurde, welche einen eindeutigen Sexualbezug aufweist. 
Dass die Beschwerdeführerin das Verhalten des Beschuldigten als sexualbezogen 
wahrgenommen hat, reicht für eine Qualifizierung als eindeutige sexuelle Handlung 
nicht aus. Massgebend ist vielmehr, ob die Verhaltungsweise bei objektiver Be-
trachtung einen eindeutigen Sexualbezug aufweist. Derartiges wurde von der Be-
schwerdeführerin weder in der Strafanzeige noch in der Beschwerde umschrieben. 
Wie die Generalstaatsanwaltschaft zu Recht dargetan hat, fehlt es bei der in der 
Strafanzeige und Beschwerde umschriebenen Bewegung der Hüfte (hin und her 
und nicht nach vorne und zurück) an einem eindeutigen Bezug zum Geschlechtli-
chen. Dies insbesondere bei brüskem Zurückweisen mit den Worten «ob sie noch 
Nerven habe». Eine bloss unangebrachte Handlung ist unter dem Titel der sexuel-
len Belästigung nicht strafbar. Gesamthaft betrachtet liegt vorliegend offensichtlich 
eine zivilrechtliche resp. arbeitsrechtliche Streitigkeit vor (vgl. E. 4.1 hiervor). Hin-
weise auf eine strafbare Handlung sind nicht auszumachen. Letztlich beschränkt 
sich auch die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde darauf, lediglich geltend zu 
machen, dass der Sachverhalt unklar sei. Inwiefern eine sexualbezogene Handlung 
vorliegen soll resp. die Erwägungen der Staatsanwaltschaft unzutreffend sein sol-
len, wurde nicht ausgeführt. Im Vorbringen in der Strafanzeige, dass sich das Ver-
haltensmuster des Beschwerdeführers einmal mehr wiederholt habe, kann – ent-
gegen der Auffassung der Beschwerdeführerin – nicht auf einen unklaren Sachver-
halt geschlossen werden, welcher weiterer Abklärung bedürfte. Vielmehr ist davon 
auszugehen, dass die Beschwerdeführerin, soweit noch weiteres – allfällig Strafre-
levantes – vorgefallen wäre resp. andere Mitarbeiter beim Vorfall vom 21. Februar 
2020 anwesend gewesen wären, dies so kommuniziert hätte. Weshalb der vorlie-
gende Vorfall derart kompliziert sein soll, dass er nicht hätte schriftlich dargetan 
werden können, erschliesst sich der Beschwerdekammer in Strafsachen nicht. Eine 
Einvernahme der Beschwerdeführerin erscheint daher nicht angezeigt. 

5. Nach dem Gesagten hat die Staatsanwaltschaft das von der Beschwerdeführerin 
gegen den Beschuldigten initiierte Strafverfahren wegen Beschimpfung und sexuel-

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ler Belästigung zu Recht nicht an die Hand genommen (Art. 310 Abs. 1 Bst. a 
StPO). Die fraglichen Straftatbestände resp. die Prozessvoraussetzungen sind ein-
deutig nicht erfüllt. Die Beschwerde ist unbegründet und daher abzuweisen. 

6. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdeverfahrens, 
bestimmt auf CHF 1'000.00, der unterliegenden Beschwerdeführerin aufzuerlegen 
(Art. 428 Abs. 1 StPO). Zufolge ihres Unterliegens hat sie keinen Anspruch auf eine 
Entschädigung. Dem anwaltlich nicht vertretenen Beschuldigten sind keine ent-
schädigungswürdigen Nachteile entstandenen. Er hat denn auch zu Recht keinen 
Antrag auf Entschädigung gestellt.

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 1'000.00, werden der Be-
schwerdeführerin auferlegt. 

3. Es wird keine Entschädigung zugesprochen. 

4. Zu eröffnen:
- der Straf- und Zivilklägerin/Beschwerdeführerin, v.d. Rechtsanwältin C.________

(per Einschreiben)
- dem Beschuldigten (per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwältin 

D.________ (mit den Akten – per Einschreiben)

Bern, 7. August 2020 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident i.V.:

Oberrichter Schmid 

Die Gerichtsschreiberin:

Lauber 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.