# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8f905b3d-26b0-5657-a872-12c5f83195c1
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-12-07
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 07.12.2017 BB.2017.194
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BB-2017-194_2017-12-07.pdf

## Full Text

Beschluss vom 7. Dezember 2017 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Roy Garré und Cornelia Cova, 

Gerichtsschreiber Stephan Ebneter 

   
 

Parteien 

  

A.,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

Beschwerdegegnerin 

 

 

 

Gegenstand  Rechtsverweigerung / Rechtsverzögerung (Art. 393 

Abs. 2 lit. a StPO); Nichtanhandnahmeverfügung 

(Art. 310 i.V.m. Art. 322 Abs. 2 StPO); Aufschie-

bende Wirkung (Art. 387 StPO) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummern: BB.2017.194, 

BB.2017.203, BP.2017.72 

 

 

- 2 - 

 

 

Die Beschwerdekammer hält fest, dass: 

 

- A. am 16. Februar 2017 bei der Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") 

Strafanzeige gegen drei Bundesrichter, einen Oberstaatsanwalt des Kantons 

Zürich, einen Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland so-

wie seine Ehefrau wegen zahlreicher Delikte erstattete (Akten BA, 

SV.17.0291-ZEB, Reiter 1); 

 

- dem, soweit aus den Akten ersichtlich, eine länger andauernde Auseinan-

dersetzung zwischen A. und seiner Ehefrau vorangeht; am 9. Juni 2015 zwei 

kantonale Nichtanhandnahmeverfügungen und eine Einstellungsverfügung 

ergingen (Akten BA, weisse Ordner, Reiter 4), nachdem die Ehefrau am 

14. April 2015 Strafanzeige gegen A. wegen sexueller Nötigung, A. am 

3. Juni 2015 Gegenanzeige gegen seine Ehefrau wegen falscher Anschuldi-

gung und seine Ehefrau am 5. Juni 2015 Strafanzeige gegen A. wegen Dro-

hung evtl. Nötigung und Ehrverletzung erstattet hatte; in diesem Zusammen-

hang A. am 15. April 2015 festgenommen (BB.2017.194, act. 1.13; 

BB.2017.203, act. 1.9) und am 17. April 2015 seine Entlassung verfügt 

wurde (BB.2017.194, act. 1.12; BB.2017.203, act. 1.8); A. nach seinen eige-

nen Schilderungen diese Vorgänge studierte und dazu ein Dossier anlegte, 

das zweifach je in einem weissen Ordner in den Akten liegt: einmal als Ein-

gabe betreffend "Diverse Straf- und Zivilklagen, ggf. auf Antrag oder mit Wie-

deraufnahme" an die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland adressiert, 

datierend vom 30. Dezember 2015, einmal an die Polizeistation Z. adressiert, 

datierend vom 29. Dezember 2015; A. darin seine Ehefrau zahlreicher Straf-

taten gemäss StGB und AuG beschuldigt; 

 

- demgegenüber einen Vorfall betreffend, der sich am 31. Dezember 2015 zu-

getragen haben soll, die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland am 

15. März 2016 eine Nichtanhandnahmeverfügung erliess (Akten BA, blaue 

Mappe, Reiter 3), nachdem A. Strafantrag u.a. gegen seine Ehefrau wegen 

Drohung erstattet habe; in diesem Zusammenhang das Obergericht des 

Kantons Zürich mit Beschluss vom 22. April 2016 eine Beschwerde von A. 

gegen die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland betreffend Rechtsver-

weigerung/Rechtsverzögerung abwies (Akten BA, blaue Mappe, Reiter 7); 

 

- die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland am 4. Mai 2017 A. in einem 

Schreiben betreffend "Ihre wiederholten Anrufe, E-Mails und Schreiben" er-

klärte, seine Anzeige betreffend Vorfall vom 31. Dezember 2015 sei behan-

delt und u.a. mit der Nichtanhandnahmeverfügung vom 15. März 2016 erle-

digt worden; 

 

- 3 - 

 

 

- der Oberstaatsanwalt des Kantons Zürich am 14. Juni 2016 auf eine Eingabe 

vom 31. Mai 2016 von A. antwortete, es ergebe sich für die Oberstaatsan-

waltschaft kein weiterer Handlungsbedarf (Akten BA, blaue Mappe, Rei-

ter 11); 

 

- der Oberstaatsanwalt des Kantons Zürich am 19. August 2016 offenbar nach 

diversen Eingaben von A. Einsicht in die Akten des Verfahrens gewährte, in 

dem die Nichtanhandnahmeverfügung vom 15. März 2016 erging (Akten BA, 

blaue Mappe, Reiter 13); 

 

- mit Eingabe datierend vom 20. August 2016 A. an das Bundesgericht ge-

langte (Akten BA, blaue Mappe, Reiter 14); dieses die Eingabe als Be-

schwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich vom 

22. April 2016 entgegennahm, mit Urteil vom 10. Oktober 2016 indes auf 

diese zufolge Verspätung nicht eintrat (Akten BA, blaue Mappe, Reiter 18); 

mit Eingaben datierend vom 19./20. Oktober 2016 A. erneut an das Bundes-

gericht gelangte (Akten BA, blaue Mappe, Reiter 20, Reiter 22); dieses die 

Eingaben als Revisionsgesuch entgegennahm und das Gesuch mit Urteil 

vom 20. Dezember 2016 abwies (Akten BA, blaue Mappe, Reiter 30); 

 

- am 3. November 2017 A. an die Beschwerdekammer des Bundesstrafge-

richts gelangte; er hauptsächlich beantragt, die BA habe seine Strafanzeige 

zu behandeln und ihm Akteneinsicht zu gewähren (BB.2017.194, act. 1); mit 

Schreiben vom 7. November 2017 A. aufgefordert wurde, bis 20. November 

2017 einen Kostenvorschuss zu leisten (BB.2017.194, act. 2); am 15. No-

vember 2017 A. sinngemäss den Rückzug der Beschwerde erklärte, nach-

dem die BA am 3. November 2017 die Nichtanhandnahme verfügt habe, und 

die Kosten auf die Staatskasse zu nehmen seien (BB.2017.194, act. 3); 

 

- mit Eingaben vom 15. November 2017 (BB.2017.203, act. 1), 20. November 

2017 (BB.2017.203, act. 4) und 21. November 2017 (BB.2017.203, act. 6) 

an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts A. hauptsächlich bean-

tragt, dass die Nichtanhandnahmeverfügung der BA vom 3. November 2017 

aufzuheben und eine Strafuntersuchung gegen die angezeigten Behörden-

mitglieder und seine Ehefrau zu eröffnen sei; die BA ihm (künftig) Aktenein-

sicht zu gewähren habe; von einer Veröffentlichung des Entscheids am Sitz 

des Gerichts abzusehen sei; er zudem als Eilantrag um aufschiebende Wir-

kung vor dem 9. Dezember 2017 ersuche (BB.2017.203, act. 1); 

 

- 4 - 

 

 

- mit Schreiben datierend vom 16. März 2017 (recte: 22. November 2017) die 

BA die Verfahrensakten einreichte (BB.2017.203, act. 7), was A. mit Schrei-

ben vom 27. November 2017 zur Kenntnis gebracht wurde (BB.2017.203, 

act. 9). 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung, dass: 

 

- die Beschwerdeverfahren BB.2017.194 und BB.2017.203 aufgrund ihres en-

gen Zusammenhangs zu vereinen sind (Art. 30 i.V.m. Art. 379 StPO); 

 

- wer ein Rechtsmittel ergriffen hat, dieses bei schriftlichen Verfahren bis zum 

Abschluss des Schriftenwechsels und allfälliger Beweis- oder Aktenergän-

zungen zurückziehen kann (Art. 386 Abs. 2 lit. b StPO); 

 

- der Rückzug der Beschwerde den Rechtsstreit beendet, weshalb das Be-

schwerdeverfahren als erledigt von der Geschäftskontrolle abgeschrieben 

werden kann (vgl. hierzu sinngemäss ZIEGLER/KELLER, Basler Kommentar, 

2. Aufl., Basel 2014, Art. 386 StPO N. 4); 

 

- mithin das Verfahren BB.2017.194 zufolge Rückzugs der Beschwerde abzu-

schreiben ist; 

 

- gegen eine Nichtanhandnahmeverfügung der Bundesanwaltschaft die Be-

schwerde nach den Vorschriften der Art. 393 ff. StPO an die Beschwerde-

kammer des Bundesstrafgerichts zulässig ist (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. Art. 322 

Abs. 2 StPO und Art. 37 Abs. 1 StBOG); 

 

- der Streitgegenstand grundsätzlich durch die angefochtenen Verfügungen 

verbindlich festgelegt wird und vom Beschwerdeführer nicht frei bestimmt 

werden kann; die Beschwerdekammer nicht Gegenstände beurteilen kann, 

über welche die vorinstanzliche Strafbehörde nicht entschieden hat (vgl. zu-

letzt u.a. Beschluss des Bundesstrafgerichts BB.2016.372 vom 21. Ap-

ril 2017, E. 1.2 m.w.H.); soweit der Beschwerdeführer (künftige) Aktenein-

sicht im Verfahren der Beschwerdegegnerin verlangt (BB.2017.203, act. 1 

S. 3), welche gar nicht Gegenstand der angefochtenen Verfügung bildet, 

nachfolgend nicht darauf einzugehen ist; 

 

- vorliegend die Frage, inwieweit der Beschwerdeführer im Einzelnen zur Be-

schwerde legitimiert ist, offen bleiben kann, da sie aus nachfolgenden Grün-

den ohnehin abzuweisen ist; 

- 5 - 

 

 

 

- die Strafbehörden verpflichtet sind, alle Straftaten, die sie bei ihrer amtlichen 

Tätigkeit festgestellt haben oder die ihnen gemeldet worden sind, der zustän-

digen Behörde anzuzeigen, soweit sie für die Verfolgung nicht selber zustän-

dig sind (Art. 302 Abs. 1 StPO); hiervon absolute Bagatellübertretungen und 

offensichtlich unhaltbare oder trölerische Strafanzeigen ausgenommen sind 

(HAGENSTEIN, Basler Kommentar, a.a.O., Art. 302 StPO N. 20 m.w.H.; 

vgl. BGE 109 IV 46 E. 3 am Ende); 

 

- die Staatsanwaltschaft die Nichtanhandnahme verfügt, sobald aufgrund der 

Strafanzeige oder des Polizeirapports feststeht, dass die fraglichen Straftat-

bestände oder die Prozessvoraussetzungen eindeutig nicht erfüllt sind 

(Art. 310 Abs. 1 lit. a StPO); 

 

- der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 16. Februar 2017 in erster Linie drei 

Bundesrichtern, einem Oberstaatsanwalt des Kantons Zürich und einem 

Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vorwirft, sich im 

Rahmen ihrer amtlichen Tätigkeit strafbar gemacht zu haben; 

 

- der Eingabe des Beschwerdeführers vom 16. Februar 2017 keine Anhalts-

punkte entnommen werden können, die einen hinreichenden Tatverdacht 

begründen könnten; 

 

- die Beschwerdegegnerin mithin berechtigt war, eine Nichtanhandnahmever-

fügung zu erlassen und im Übrigen auf eine Weiterleitung an die zuständige 

Strafverfolgungsbehörde zu verzichten; 

 

- sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet erweist, weshalb sie 

ohne weiteren Schriftenwechsel abzuweisen ist (Art. 390 Abs. 2 StPO e 

contrario); 

 

- das Gesuchsverfahren betreffend aufschiebende Wirkung bei diesem Aus-

gang des Verfahrens zufolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben ist; 

 

- das Ersuchen um Absehen einer Veröffentlichung des Entscheides zustän-

digkeitshalber an das Generalsekretariat weiterzuleiten ist (Art. 2 Abs. 2 des 

Reglements des Bundesstrafgerichts vom 24. Januar 2012 über die Grund-

sätze der Information [SR 173.711.33] i.V.m. Art. 63 Abs. 3 StBOG); 

 

- bei diesem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführer die Gerichtskos-

ten zu tragen hat (Art. 428 Abs. 1 StPO); 

 

- 6 - 

 

 

- die Gerichtsgebühr auf Fr. 1'000.– festzusetzen ist (Art. 73 StBOG i.V.m. 

Art. 5 und Art. 8 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 

31. August 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bun-

desstrafverfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung des ent-

sprechenden Betrages aus dem geleisteten Kostenvorschuss von 

Fr. 2'000.–; die Bundesstrafgerichtskasse anzuweisen ist, dem Beschwerde-

führer den Restbetrag von Fr. 1'000.– zurückzuerstatten; 

 

- 7 - 

 

 

und erkennt: 

 

1. Die Verfahren BB.2017.194 und BB.2017.203 werden vereint. 

 

2. Das Verfahren BB.2017.194 wird zufolge Rückzugs der Beschwerde abge-

schrieben. 

 

3. Im Verfahren BB.2017.203 wird die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf 

einzutreten ist. 

 

4. Das Verfahren BP.2017.72 betreffend aufschiebende Wirkung wird zufolge 

Gegenstandslosigkeit abgeschrieben. 

 

5. Auf das Ersuchen um Absehen einer Veröffentlichung des Entscheides wird 

nicht eingetreten. Das Ersuchen wird zuständigkeitshalber an das General-

sekretariat weitergeleitet. 

 

6. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.– wird dem Beschwerdeführer auferlegt, un-

ter Anrechnung des entsprechenden Betrages aus dem geleisteten Kosten-

vorschuss von Fr. 2'000.–. Die Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, 

dem Beschwerdeführer Fr. 1'000.– zurückzuerstatten. 

 

 

Bellinzona, 7. Dezember 2017 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- A. 

- Bundesanwaltschaft (unter Beilage je eines Doppels von act. 1 und act. 1.0 

[BB.2017.203] sowie act. 1 und act. 1.0 [BB.2017.194]) 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.