# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0a419f0b-0067-5b38-ae9f-ab7d5004301a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.04.2008 E-1884/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1884-2008_2008-04-22.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1884/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  A p r i l  2 0 0 8

Einzelrichterin Marianne Teuscher, 
mit Zustimmung von Richter Maurice Brodard, 
Gerichtsschreiber Marco Abbühl.

A._______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asyl;
Verfügung des BFM vom 12. Februar 2008 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1884/2008

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer am 14. Mai 2007 bei der Schweizerischen 
Botschaft  in  Colombo Faxkopien eines Schreibens vom 9. Mai  2007 
zusammen mit  einer  Bestätigung der  "Human Rights Commission of 
Sri Lanka" einreichte, in welchem er um Asyl ersuchte,

dass  er  in  seinem Schreiben  geltend  machte,  er  sei  am 7. Oktober 
2006 von Militärpersonen entführt  und misshandelt  worden, bevor er 
am 9. Oktober 2006 wieder auf freien Fuss gesetzt worden sei,

dass er am 11. Juni 2007 bei der Schweizerische Botschaft in Colom-
bo  Faxkopien  eines  weiteres  Schreibens  und  des  bereits  zuvor 
eingereichten Schreibens vom 9. Mai 2007 einreichte, 

dass er am 19. Juni 2007 (Eingangsdatum) bei der Schweizerischen 
Botschaft in Colombo Kopien der Schreiben vom 9. Mai 2007 und 11. 
Juni 2007 per Post nachreichte,

dass ein Bekannter des Beschwerdeführers, B._______, mit Schreiben 
vom 19. Juni 2007 in holländischer Sprache in der Angelegenheit bei 
der Schweizerischen Botschaft  in  C._______ vorstellig  wurde und in 
der Beilage Kopien der Schreiben des Beschwerdeführers vom 9. Mai 
2007 und 11. Juni 2007 einreichte, 

dass die Schreiben am 9. Juli  2007 (Eingangsdatum) zuständigkeits-
halber an die Schweizerische Botschaft in Colombo weitergeleitet wur-
den,

dass der Beschwerdeführer am 9. Juli 2007 (Eingangsdatum) bei der 
Schweizerischen Botschaft  in  Colombo erneut  Kopien der Schreiben 
vom 9. Mai 2007 und vom 11. Juni 2007 samt Beilage per Post ein-
reichte,

dass er sich mit Schreiben vom 9. Juli 2007 (Eingang am 10. Juli 2007) 
erneut an die Schweizerische Botschaft in Colombo wandte,

dass  die  Familie  B._______  am  11.  Juli  2007  eine  E-Mail  in 
holländischer Sprache an die Schweizerische Vertretung in  Colombo 
übermittelte, in deren Anhang sich eine Kopie des Schreibens vom 9. 
Mai 2007 samt Beilage fand,

Seite 2

E-1884/2008

dass der Beschwerdeführer mit  Schreiben der  Schweizerischen Bot-
schaft  vom 13. Juli  2007 aufgefordert  wurde,  seine Vorbringen unter 
Beilage sämtlicher Beweismittel aufzulisten und zusammen mit Kopien 
seiner Identitäsdokumente bis am 25. August 2007 einzureichen,

dass  die  Familie  Sinniah  am 13. Juli  2007  ihre  E-Mail  vom 11. Juli 
2007 erneut an die Schweizerische Vertretung in Colombo übermittel-
te,

dass der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 22. Juli 2007 (Eingang 
am 25. Juli 2007) Kopien seiner bisherigen Korrespondenz sowie Kopi-
en sämtlicher Beweismittel  und Identitätspapiere seiner Familie samt 
Übersetzungen einreichte,

dass die Akten von der Schweizerischen Botschaft in Colombo am 30. 
Juli  2007  ohne  vorgängige  Befragung  des  Beschwerdeführers  dem 
BFM übermittelt wurden,

dass der Beschwerdeführer in seinem Schreiben vom 2. August 2007 
(Eingang am 6. August 2007) an die Schweizerische Botschaft in Co-
lombo neue Asylvorbringen geltend machte, worauf diese beschloss, 
eine Befragung durchzuführen,

dass der Beschwerdeführer am 30. November 2007 und am 11. De-
zember 2007 (Eingangsdaten) weitere Schreiben einreichte,

dass der Beschwerdeführer am 18. Dezember 2007 durch die Schwei-
zerische Botschaft in Colombo zu seinen Asylgründen befragt wurde,

dass der Beschwerdeführer am 3. Januar 2008 (Eingangsdatum) ein 
weiteres Schreiben einreichte,

dass das BFM der Schweizerischen Botschaft in Colombo mit Datum 
vom 3. Januar 2008 ihren ablehnenden Entscheid zukommen liess, der 
dem Beschwerdeführer am 28. Januar 2008 zugestellt wurde,

dass die Schweizerische Botschaft in Colombo dem BFM mit Schrei-
ben vom 14. Januar 2008 das Anhörungsprotokoll vom 18. Dezember 
2007 zukommen liess,

dass  das  BFM in  der  Folge  mit  Datum vom 12. Februar  2008  -  an 
Stelle  der  Verfügung  vom 3.  Januar  2008  -  einen  neuen  Entscheid 

Seite 3

E-1884/2008

erliess, das Asylgesuch des Beschwerdeführers ablehnte und ihm die 
Einreise in die Schweiz nicht bewilligte,

dass die Verfügung des BFM vom 12. Februar 2008 dem Beschwerde-
führer  durch  Vermittlung  der  Schweizerischen  Botschaft  am 1. März 
2008 zugestellt wurde,

dass der Beschwerdeführer am 1. Februar 2008 (Eingangsdatum) bei 
der Schweizerischen Botschaft in Colombo ein Schreiben seiner Ehe-
frau vom 28. Januar 2008 sowie die Kopie eines  Schreibens seines 
Anwaltes vom 26. Januar 2008 einreichte,

dass er schliesslich am 5. März 2008 (Eingangsdatum) bei der Schwei-
zerischen Botschaft in Colombo ein Schreiben vom 29. Februar 2008 
zusammen mit  einer Bestätigung der "Human Rights Commission of 
Sri Lanka" vom 28. Februar 2008 sowie einem Schreiben vom 1. März 
2008 einreichte, welche am 26. März 2008 (Eingangsdatum) von der 
Schweizerischen Botschaft in Colombo im Sinne einer möglichen Be-
schwerde zuständigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht wei-
tergeleitet wurden,

dass  er  am  14.  März  2008  (Eingangsdatum)  das  Original  seines 
Schreibens vom 1. März 2008 zusammen mit einer Kopie des Bestäti-
gungsschreibens der "Human Rights Commission of  Sri  Lanka" vom 
28. Februar  2008 beim Bundesverwaltungsgericht  einreichte,  in  wel-
chem er erneut um Asyl ersuchte,

dass das BFM am 3. April 2008 eine E-Mail von B._______ in holländi-
scher und englischer Sprache zwecks Kenntnisnahme und Erledigung 
an das Bundesverwaltungsgericht weiterleitete,

und zieht in Erwägung,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 
über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  ent-
scheidet  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG, 
SR 142.31]  i.V.m.  Art. 31-34  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

Seite 4

E-1884/2008

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass die Beschwerdeeingabe nicht  in einer Amtsprache des Bundes 
(in  der Regel  also Deutsch,  Französisch oder Italienisch vgl. Art. 70 
Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
vom 18. April 1999 [BV; SR 101]) abgefasst ist und daher grundsätz-
lich zur Übersetzung an den Beschwerdeführer zurückgewiesen wer-
den müsste,

dass  aus  prozessökonomischen  Gründen  indessen  im  vorliegenden 
Fall  auf  die Ansetzung einer Frist  zur  Beschwerdeverbesserung ver-
zichtet  wird,  da  der  in  Englisch  verfassten  Eingabe  sinngemäss  ein 
Beschwerdebegehren  mit  entsprechender  Begründung  entnommen 
und darüber aufgrund der Aktenlage ohne weiteres entschieden wer-
den kann,

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 ff. VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterli-
cher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  bezie-
hungsweise einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e 
AsylG) und es sich vorliegend,  wie nachfolgend aufgezeigt,  um eine 
solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass das BFM ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ablehnen kann, 
wenn die asylsuchenden Personen keine Verfolgung glaubhaft machen 
können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemutet wer-
den kann (vgl. Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG),

Seite 5

E-1884/2008

dass  das  BFM  Asylsuchenden  die  Einreise  gemäss  Art.  20  Abs.  2 
AsylG zur Abklärung des Sachverhaltes bewilligt, wenn ihnen nicht zu-
gemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu bleiben 
oder in ein anderes Land auszureisen,

dass  bei  diesem Entscheid  die  Voraussetzungen zur  Erteilung einer 
Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben sind, wobei 
den Behörden ein weiter Ermessensspielraum zukommt,

dass neben der erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 
namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der 
Schutzgewährung durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu 
anderen Staaten, die praktische Möglichkeit und objektive Zumutbar-
keit  zur  anderweitigen Schutzsuche sowie die  voraussichtlichen Ein-
gliederungs-  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen 
sind,

dass für die Erteilung der Einreisebewilligung die Schutzbedürftigkeit 
der betroffenen Personen ausschlaggebend ist, mithin die Prüfung der 
Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft ge-
macht  wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort  für  die Dauer der 
Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann (vgl. um Ganzen Ent-
scheide und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission 
[ARK; EMARK] 2004 Nr. 20, S. 128 ff., mit Verweis auf EMARK 1997 
Nr. 15, S. 126 ff.),

dass das BFM zur Begründung seines ablehnenden Entscheides vom 
12. Februar 2008 - in Anwendung von Art. 52 Abs. 2 AsylG - ausführt, 
der  Beschwerdeführer  mache  keine  besonders  nahen  Beziehungen 
zur Schweiz geltend und dieser verfüge über Bekannte in den Nieder-
landen,  weshalb  es  ihm  zugemutet  werden  könne,  einen  anderen 
Staat um Schutzgewährung zu ersuchen,

dass  der  Beschwerdeführer  gemäss den Bestimmungen des Völker-
rechts die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle und er auch nicht glaub-
haft machen könne, es bestehe eine unmittelbare Gefahr für Leib, Le-
ben oder Freiheit aus einem in Art. 3 Abs. 1 AsylG genannten Grund,

dass der Beschwerdeführer aufgrund der Akten und der von ihm ge-
schilderten allgemeinen Befürchtungen klarerweise keine landesweite 
asylbeachtliche Verfolgung zu befürchten habe,

Seite 6

E-1884/2008

dass insbesondere nicht davon ausgegangen werden müsse, der Be-
schwerdeführer  habe in  einem absehbaren Zeitraum mit  erheblicher 
Wahrscheinlichkeit  mit  einem  gezielten  Verfolgungsinteresse  seitens 
der srilankischen Behörden oder seitens tamilischer Organisationen zu 
rechnen,

dass  das  BFM das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  der  Be-
gründung abgelehnt hat, dieser habe keine Verfolgung glaubhaft  ma-
chen können und es sei  ihm zuzumuten, sich in einem Drittstaat um 
Aufnahme zu bemühen,

dass das BFM dabei jedoch verkennt, dass D._______ die Möglichkeit 
einer Gesuchseinreichung aus dem Ausland nicht kennt und dem Be-
schwerdeführer wegen fehlender Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 1 
Bst. A Ziff. 2 des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge 
vom 28. Juli 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention [GFK], SR 0.142.30) 
die Einreise verweigern würde, weshalb ihm nicht zugemutet werden 
kann, sich in Holland um Aufnahme zu bemühen,

dass vorliegend zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer eine asylre-
levante Verfolgung glaubhaft machen kann,

dass als verfolgt - und damit als Flüchtling gemäss Art. 3 AsylG - gilt, 
wer in seinem Heimatstaat  oder im Land,  wo er  oder sie sie  zuletzt 
wohnte, ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete Furcht 
hat, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden,

dass damit  nicht  nur Flüchtling ist,  wer eine aktuelle  Verfolgung gel-
tend machen kann, sondern auch, wer vor künftiger Verfolgung flieht,

dass in Bezug auf bereits erlittene Verfolgung eine Kausalität zwischen 
abgeschlossener  Verfolgung  und  dem Ersuchen  um Schutz  verlangt 
wird,  wobei  diese als gegeben erachtet  wird, wenn der zeitliche und 
sachliche Zusammenhang genügend eng ist,

dass der zeitliche Kausalzusammenhang praxisgemäss als zerrissen 
gilt,  wenn zwischen Eingriff  und Schutzersuchen ein zu grosser Zeit-
raum  -  zwischen  sechs  und  zwölf  Monate  -  liegt  (vgl.  ALBERTO 
ACHERMANN/ CHRISTINA HAUSAMMANN, Handbuch des Asylrechts, 2. vollstän-
dig überarbeitete Auflage, Bern 1991, S. 107),

dass  in  Bezug  auf  die  geltend  gemachte  Entführung  durch  Militärs 

Seite 7

E-1884/2008

festzuhalten  ist,  dass  diese  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die 
Aktualität der Verfolgung nicht zu genügen vermögen, zumal zwischen 
dem  geltend  gemachten  Eingriff  und  dem  Ersuchen  um 
Schutzgewährung rund 7 Monate vergangen sind und vorliegend keine 
Gründe ersichtlich sind, die es dem Beschwerdeführer verunmöglicht 
hätten, früher um Schutz zu ersuchen,

dass sodann die vom Beschwerdeführer geltend gemachte Verfolgung 
durch die Behörden, wegen seiner angeblichen Milizkaderfunktion bei 
der LTTE als solche wenig glaubhaft erscheint, zumal er nach nur zwei 
Tagen ohne Auflagen auf freien Fuss gesetzt wurde, 

dass ein solches Verhalten der Behörden nicht nachvollzogen werden 
kann, da mutmassliche Kollaborateure der LTTE in vergleichbaren Fäl-
len wesentlich länger inhaftiert und meist zur Zusammenarbeit mit den 
Behörden gezwungen werden,

dass der Beschwerdeführer sodann vorbrachte, er sei zwei Tage nach 
seiner Freilassung von Militärs aufgesucht und von diesen aufgefordert 
worden,  sich  ins  Militärcamp  in  E._______  zu  begeben,  worauf  er 
seine Adresse geändert habe (vgl. Botschaftsprotokoll S. 13 f.),

dass er einen Monat später erneut von Militärs auf Motorrädern aufge-
sucht worden sei und diese sich nach einer einfachen ID-Kontrolle wie-
der entfernt hätten (vgl. Botschaftsprotokoll S. 14),

dass er während seines Aufenthaltes in Colombo zwei Mal von der Cri-
minal Investigation Division (CID) und ein Mal von der Polizei befragt 
worden sei, man ihn aber nie inhaftiert habe (vgl. Botschaftsprotokoll 
S. 17),

dass er am 1. Dezember 2007 nach einer Bombenexplosion in Colom-
bo zusammen mit insgesamt 1500 Tamilen im Zuge einer Grossrazzia 
verhaftet worden sei, worauf er aus Angst vor weiteren Repressalien 
erneut umgezogen sei (vgl. Botschaftsprotokoll S. 14 und 16),

dass seine Schilderungen bezüglich der unbekannten und bewaffneten 
Verfolger im weissen Van sodann äusserst vage, wenig detailliert und 
unzureichend substanziiert ausgefallen sind und die eingereichten Be-
weismittel nicht geeignet sind, den behaupteten Sachverhalt  rechtsge-
nüglich zu belegen,

Seite 8

E-1884/2008

dass insbesondere aufgrund der unbekannten Täterschaft keine Aus-
sagen bezüglich allfälliger Verfolgungsmotive und deren Asylrelevanz 
gemacht werden können,

dass die Vorbringen des Beschwerdeführers, er werde wegen seiner 
Verbindungen zur  LTTE von den heimatlichen Behörden gezielt  ver-
folgt, den Anforderungen gemäss Art. 7 AsylG nicht genügen und ins-
gesamt als unglaubhaft zu bezeichnen sind,

dass  die  Eingriffe  und  Repressalien  durch  die  Behörden  vielmehr 
durch  die  allgemeine  Lage  in  seinem Heimatstaat  bedingt  sind  und 
eine Vielzahl von Personen betreffen,

dass zu prüfen bleibt, ob die vom Beschwerdeführer geltend gemach-
ten Eingriffe mit öffentlichen Interessen gerechtfertigt werden können, 
oder ob die Repressionsmassnahmen der Behörden als unverhältnis-
mässig zu bezeichnen sind,

dass eine solche Prüfung der Verhältnismässigkeit staatlicher Eingriffe 
nicht losgelöst von der allgemeinen Situation im betreffenden Staat er-
folgen kann,  wobei  in  Bürgerkriegssituationen oder bei  der  Bekämp-
fung von Unruhen und Terrorismus die Schwelle  zur Annahme einer 
Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismässigkeit  höher anzuset-
zen ist,

dass im Grossraum Colombo und in anderen Teilen der Insel sich die 
Sicherheit der Bevölkerung, insbesondere der tamilischen und musli-
mischen Minderheit,  aber auch der singhalesischen Bevölkerung, wo 
sie eine Minderheit bildet, seit Beginn des Jahres 2006 allgemein ver-
schlechtert hat,

dass  es  in  Colombo  wieder  zahlreiche  Checkpoints  gibt,  an  denen 
Fahrzeuge und Fussgänger aufgehalten werden und Razzien und Ver-
haftungen  besonders  in  den  von  Tamilen  bewohnten  Vierteln  zuge-
nommen haben,

dass die LTTE mit ihren zunehmenden und erfolgreichen Anschlägen 
auf hohe Regierungs- und Militärangehörige in Colombo bewiesen ha-
ben, dass sie ihre Ziele überall treffen können,

Seite 9

E-1884/2008

dass Folge der von der LTTE verübten Anschläge jeweils eine Verstär-
kung der Sicherheitsmassnahmen ist, wobei vor allem Tamilen ins Vi-
sier der Polizei geraten,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge in der Vergan-
genheit weder angeklagt, noch gegen ihn ein Verfahren eröffnet und er 
jeweils  ohne  Gerichtsverhandlung  sowie  ohne  Intervention  Dritter 
wieder aus dem Gewahrsam der Behörden entlassen wurde,

dass angesichts  der bürgerkriegsähnlichen Zustände im Heimatstaat 
die  erlittenenen  Eingriffe  durch  die  Behörden  das  allgemein  übliche 
Mass nicht überschritten haben dürften und damit als verhältnismässig 
zu bezeichnen sind,

dass aufgrund seiner bisherigen Kontakte mit den Behörden nicht da-
von auszugehen ist, der Beschwerdeführer habe begründete Furcht in 
Zukunft das Opfer asylrelevanter Verfolgung zu werden,

dass der  Beschwerdeführer nach dem Gesagten keine asylrelevante 
Verfolgung  glaubhaft  machen  kann  und  die  Vorinstanz  unter  diesen 
Umständen zu Recht die Erteilung der Einreisebewilligung verweigert 
und das Asylgesuch abgewiesen hat,

dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  nicht  verletzt,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt richtig und vollständig feststellt und an-
gemessen ist (Art. 106 AsylG), die Beschwerde somit nach dem Ge-
sagten abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3  des  Reglements  vom 11. Dezember  2006  über  die  Kosten 
und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  wären  (Art. 63 
Abs. 1 VwVG),  aus verwaltungsökonomischen Gründen indessen auf 
die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten ist  (Art. 16 Abs. 1 
Bst. a VGG i.V.m. Art. 6 Bst. b VGKE).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

E-1884/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den  Beschwerdeführer,  durch  die  Schweizerische  Vertretung  in 
Colombo

- die Schweizerische Vertretung in Colombo, mit der Bitte um Eröff-
nung des Urteils an den Beschwerdeführer sowie um Zustellung der 
Empfangsbestätigung 

- die Vorinstanz, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung mit den 
Akten N _______

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber:

Marianne Teuscher Marco Abbühl

Versand: 

Seite 11