# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5fe08bb1-fff8-5992-abeb-ed7764a347fd
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-23
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 23.03.2022 VBE.2021.360
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2021-360_2022-03-23.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

 

VBE.2021.360 / lb / fi 

Art. 29 

 

 

Urteil vom 23. März 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident  

Oberrichterin Vasvary  

Oberrichterin Peterhans  

Gerichtsschreiber Birgelen 

 

 
   

Beschwerdefüh-

rer  

 A._____,  

vertreten durch Raffaella Biaggi, Advokatin, St. Jakobs-Strasse 11, Post-

fach, 4002 Basel  

 

     
   

Beschwerdegeg-

nerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau  

 

     
   

Beigeladene 1  B._____  

 

Beigeladene 2  C._____  

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 6. August 2021) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1979 geborene Beschwerdeführer, zuletzt als Bereichsleiter Konfekti-

onierung/Produktion tätig, meldete sich am 14. Januar 2012 wegen eines 

"Burnouts" bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (be-

rufliche Integration/Rente) der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 

an. Nach Abklärungen in beruflicher und medizinischer Hinsicht sowie 

Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) wies die Be-

schwerdegegnerin das Leistungsgesuch mit Verfügung vom 9. März 2015 

ab. In teilweiser Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde hob das 

hiesige Versicherungsgericht mit Urteil VBE.2015.236 vom 24. September 

2015 die Verfügung vom 9. März 2015 auf und wies die Sache zur weiteren 

Abklärung und anschliessenden Neuverfügung an die Beschwerdegegne-

rin zurück. 

 

1.2. 

Im Anschluss an die Rückweisung veranlasste die Beschwerdegegnerin 

eine Begutachtung des Beschwerdeführers. Gestützt auf das bidisziplinäre 

Gutachten der D., Q., vom 5. Oktober 2017 verfügte die Beschwerdegeg-

nerin am 22. November 2017 die Abweisung des Rentenbegehrens. Mit 

Urteil VBE.2017.918 vom 17. Juli 2018 hiess das hiesige Versicherungs-

gericht eine dagegen gerichtete Beschwerde teilweise gut und wies die Sa-

che erneut zur weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurück. 

 

1.3. 

Die Beschwerdegegnerin holte daraufhin bei der Swiss Medical Assess-

ment- and Business-Center AG, Bern (SMAB), ein polydisziplinäres Gut-

achten ein (Gutachten vom 30. März 2020). Nachdem sie im Rahmen des 

Vorbescheidverfahrens bei der SMAB eine ergänzende Stellungnahme 

eingeholt hatte (Stellungnahme vom 11. September 2020), veranlasste sie 

bei Dr. med. E., Praktischer Arzt und Facharzt für Psychiatrie und Psycho-

therapie, R., eine neue psychiatrische Begutachtung (Gutachten vom 

12. Februar 2021). Nach erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren 

und Einholen einer ergänzenden Stellungnahme bei Dr. med. E. (Stellung-

nahme vom 29. Juni 2021) wies die Beschwerdegegnerin mit Verfügung 

vom 6. August 2021 das Rentenbegehren des Beschwerdeführers wiede-

rum ab. 

 

2. 

2.1. 

Dagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 20. August 2021 

fristgerecht Beschwerde und stellte folgende Anträge: 

 

 - 3 - 

 

 

 

"1. Die Verfügung der Beschwerdebeklagten vom 6. August 2021 sei auf-
zuheben und es sei die Beschwerdebeklagte zu verurteilen, an den Be-
schwerdeführer die gesetzliche Invalidenrente, mindestens jedoch eine 
Viertelsrente, ab Juli 2012 zu zahlen. 

 2. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen. 

 3. Subeventualiter sei die Sache zur gutachterlichen Abklärung des 
rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdebe-
klagte zurückzuweisen. 

 4. Unter o/e Kostenfolge." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 16. September 2021 beantragte die Beschwer-

degegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlichen Verfügungen vom 21. September 2021 wurden 

die B. sowie die C. als berufliche Vorsorgeeinrichtungen des Beschwerde-

führers zum Verfahren beigeladen und ihnen Gelegenheit zur Stellung-

nahme eingeräumt, worauf diese mit Eingabe vom 28. September 2021 

bzw. vom 30. September 2021 je verzichteten. 

 

2.4. 

Mit Eingaben vom 21. November 2021, vom 15. Februar 2022 sowie vom 

8. März 2022 reichte der Beschwerdeführer insgesamt drei Berichte der 

Psychiatrischen Dienste H. (PD H.) vom 18. November 2021, vom 28. De-

zember 2021 sowie vom 7. März 2022 ein. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin in der angefochtenen 

Verfügung vom 6. August 2021 (vgl. Vernehmlassungsbeilage [VB] 264) zu 

Recht den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Invalidenrente ver-

neint hat. 

 

2. 

2.1. 

Anspruch auf eine Rente haben Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder 

die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 

Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern 

können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) 

sind (Art. 28 Abs. 1 IVG). 

 

 - 4 - 

 

 

 

2.2. 

Invalidität gemäss Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 7 f. ATSG bedeutet im All-

gemeinen den durch die Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit verursachten und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen Verlust der Er-

werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-

beitsmarkt (MEYER/REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 

Sozialversicherungsrecht, IVG, 3. Aufl. 2014, N. 102 zu Art. 4 IVG mit Hin-

weis auf BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). 

 

3. 

3.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 

231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

3.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Die Beschwerdegegnerin liess den Beschwerdeführer nach erfolgter Rück-

weisung der Sache zur weiteren Abklärung und Neuverfügung durch das 

hiesige Versicherungsgericht (vgl. Urteil VBE.2017.918 vom 17. Juli 2018; 

VB 162) polydisziplinär (psychiatrisch-neurologisch-internistisch) begut-

achten. Dem SMAB-Gutachten vom 30. März 2020 lassen sich folgende 

Diagnosen entnehmen (vgl. VB 206.1 S. 6): 

 

"Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 

 1. Kombinierte Persönlichkeitsstörung (F61) mit narzisstischen und  
anankastisch-dependenten Strukturanteilen 

 2. Rezidivierende depressive Störung, agitierte depressive Episode von 
leichtem bis mittelschwerem Ausprägungsgrad (F33.1) 

 3. Generalisierte Angststörung mit Anteilen phobischer Störungen und 
Panikstörung (F41) 

 - 5 - 

 

 

 

 Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 

 1. Somatoform autonome Funktionsstörung des Verdauungstraktes 
(F45.3) mit funktionellen Beschwerden des Gastrointestinaltraktes 

 2. Migräne ohne Aura 

 3. Spannungskopfschmerzen 

 4. Asthma bronchiale 

 5. Fruktoseintoleranz 

 6. Verdacht auf Histaminintoleranz" 

 

Die SMAB-Gutachter führten im Rahmen ihrer interdisziplinären Gesamt-

beurteilung aus, es bestehe sowohl in der bisherigen Tätigkeit als auch in 

einer leidensangepassten Tätigkeit eine (psychiatrisch begründete) Ar-

beitsfähigkeit von 65 % (Pensum von sieben Stunden pro Tag mit einer um 

20 % reduzierten Leistung; vgl. VB 206.1 S. 7 f.). 

 

4.1.2. 

Die zuständige Sachbearbeiterin der Beschwerdegegnerin wies in ihrer An-

frage vom 2. April 2020 den RAD auf zahlreiche Unklarheiten im SMAB-

Gutachten vom 30. März 2020 in Bezug auf die retrospektive Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit hin (vgl. VB 208 S. 2). RAD-Ärztin Dr. med. I., Fachärz-

tin für Allgemeine Innere Medizin, hielt daraufhin in ihrer Stellungnahme 

vom 7. April 2020 fest, auch in der nochmaligen Begutachtung habe sich 

gezeigt, dass insbesondere auf dem psychiatrischen Fachgebiet "nicht ein-

fach rückwirkend eine klare (oder überwiegend klare) Beurteilung der Ar-

beitsfähigkeit vorgenommen werden [könne]". Es würden im Vergleich zum 

D.-Gutachten vom 5. Oktober 2017 lediglich kleine Änderungen in der ret-

rospektiven Beurteilung der Arbeitsfähigkeit empfohlen, wobei auch in der 

aktuellen Expertise die Angaben "zum Teil in sich divergier[t]en" (vgl. 

VB 208 S. 4 f.). 

 

4.1.3. 

Mit Eingabe vom 23. Mai 2020 machte der Beschwerdeführer mit Verweis 

auf zwei Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. med. J., Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie, S., vom 22. Mai 2020 (vgl. VB 222 S. 4 ff.) 

eine laufende Verschlechterung seines psychischen Gesundheitszustan-

des geltend. Er habe aus Scham gegenüber den SMAB-Gutachtern ge-

wisse Beschwerden nicht genannt und diese hätten – mangels einer 

Fremdanamnese – einen wesentlichen Teil seiner Beeinträchtigung, na-

mentlich seine Zwangsstörung, nicht berücksichtigt. Es sei daher bei ihnen 

eine Neubeurteilung einzuholen (vgl. VB 222 S. 1 ff.). 

 

4.1.4. 

In einer Aktennotiz vom 30. Juni 2020 kam RAD-Psychiater Dr. med. K., 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, zum Schluss, dass aus psy-

chiatrischer Sicht das SMAB-Gutachten vom 30. März 2020 "in seiner Qua-

lität einwandfrei" sei. Eine Zustandsverschlechterung sei hingegen nicht 

 - 6 - 

 

 

 

auszuschliessen. Es sei denkbar, dass der Beschwerdeführer in der Gut-

achtensituation ein stabileres Gesundheitsbild dargestellt habe, als tat-

sächlich vorliege. Er empfehle daher, den SMAB-Gutachern die neu einge-

reichten Berichte von Dr. med. J. samt Eingabe des Beschwerdeführers zur 

ergänzenden Stellungnahme zukommen zu lassen und bei Bedarf eine 

psychiatrische Verlaufsbegutachtung durchzuführen (vgl. VB 228). 

 

4.1.5. 

Auf entsprechende Anfrage der Beschwerdegegnerin hin (vgl. VB 230) 

nahmen die SMAB-Gutachter am 11. September 2020 ergänzend Stellung. 

Sie hielten fest, dass die Ausführungen von Dr. med. J. nicht geeignet 

seien, um ihre diagnostische und versicherungspsychiatrische Einschät-

zung der Arbeitsfähigkeit zum Zeitpunkt ihrer Begutachtung zu ändern. Es 

sei zwar möglich, dass sich seither die Zwangsstörung deutlich verstärkt 

habe. Mit Blick auf den bisherigen Krankheitsverlauf sei eine solche Ver-

schlechterung aber als allenfalls bloss vorübergehende Akzentuierung des 

psychiatrischen Krankheitsbildes einzustufen. Die Beurteilung einer allfälli-

gen dauerhaften Verschlechterung könne allerdings nur im Zuge einer Ver-

laufsbegutachtung erfolgen (vgl. VB 232 S. 2 f.). 

 

4.1.6. 

In einer Stellungnahme vom 21. September 2020 hielt RAD-Psychiater 

Dr. med. K. fest, es sei eine erneute psychiatrische Begutachtung im Sinne 

einer Verlaufsbegutachtung "dringend" angezeigt. Es sei im SMAB-Gutach-

ten vom 30. März 2020 in der Tat das Ausmass einer mit grosser Wahr-

scheinlichkeit vorliegenden Zwangsstörung nicht ausreichend abgeklärt 

worden. Aus versicherungsmedizinischer Sicht erscheine aktuell unklar, 

welche Gesundheitsstörung mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor-

liege, ob diese durch medizinische Massnahmen noch verbessert werden 

könne und welche Arbeitsfähigkeit in einer dem Leiden angepassten Tätig-

keit bestehe (vgl. VB 234 S. 3). 

 

4.2. 

4.2.1. 

Dr. med. E. stellte in seinem von der Beschwerdegegnerin neu in Auftrag 

gegebenen psychiatrischen Gutachten vom 12. Februar 2021 als Diagnose 

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine narzisstische Persönlichkeits-

störung (ICD-10 F60.8), als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfä-

higkeit eine rezidivierende Anpassungsstörung mit vorwiegender Störung 

von anderen Gefühlen (ICD-10 F43.23; vgl. VB 248.3 S. 69 f.). Es liege 

beim Beschwerdeführer aus psychiatrischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit von 

70 % in jedweder Tätigkeit vor (vgl. VB 248.3 S. 74; vgl. auch VB 248.3 

S. 84 f.). 

 

 - 7 - 

 

 

 

4.2.2. 

Der Beschwerdeführer stellte mit Eingabe vom 6. April 2021 gestützt auf 

zwei Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. med. J. vom 30. März 

2021 sowie vom 5. April 2021 (vgl. VB 252 S. 3 ff.) den Beweiswert des 

psychiatrischen Gutachtens vom 12. Februar 2021 in Abrede. Es sei 

Dr. med. E. aufzufordern, sich mit der Kritik an dessen Gutachten ausei-

nanderzusetzen (vgl. VB 252 S. 1 f.). 

 

4.2.3. 

In einer Stellungnahme vom 12. April 2021 stufte RAD-Psychiater 

Dr. med. K. das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E. vom 12. Februar 

2021 als schlüssig und nachvollziehbar ein. Rückfragen an den Gutachter 

seien keine erforderlich. Auf entsprechende Frage der Sachbearbeitung hin 

antwortete Dr. med. K., dass er die gutachterliche Beurteilung von Dr. med. 

E. vom 12. Februar 2021 als die schlüssigere erachte als diejenige der 

SMAB vom 30. März 2020, weil sie "auf mehr med. Informationen beruh[e]" 

und der medizinische Sachverhalt "noch differenzierter beschr[ie]ben sowie 

beurteilt" werde (vgl. VB 254 S. 4). 

 

4.2.4. 

Mit Einwandschreiben vom 30. April 2021 wies der Beschwerdeführer da-

rauf hin, dass sich im psychiatrische Gutachten von Dr. med. E. vom 

12. Februar 2021 verschiedentlich falsche Angaben fänden (vgl. VB 256; 

siehe auch VB 257). 

 

4.2.5. 

Auf Empfehlung von RAD-Psychiater Dr. med. K. (vgl. VB 259 S. 2) wurde 

Dr. med. E. daraufhin von der Beschwerdegegnerin um eine ergänzende 

Stellungnahme gebeten (vgl. VB 260). Dieser hielt mit Schreiben vom 

29. Juni 2021 an seiner gutachterlichen Beurteilung des psychiatrischen 

Sachverhalts sowohl in diagnostischer Hinsicht als auch mit Blick auf die 

funktionelle Leistungsfähigkeit fest (vgl. VB 261). 

 

4.2.6. 

Mit Beurteilung vom 2. August 2021 erachtete RAD-Psychiater Dr. med. K. 

die erhobenen Einwände durch die gutachterliche Stellungnahme vom 

29. Juni 2021 als entkräftet und empfahl, an der gutachterlichen Einschät-

zung von Dr. med. E. festzuhalten (vgl. VB 263 S. 2). 

 

4.3. 

In der angefochtenen Verfügung vom 6. August 2021 stützte sich die Be-

schwerdegegnerin schliesslich in medizinischer Hinsicht auf das psychiat-

rische Gutachten von Dr. med. E. vom 12. Februar 2021 samt ergänzender 

Stellungnahme vom 29. Juni 2021 (vgl. VB 264 S. 1 f.). 

 

 - 8 - 

 

 

 

5. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, beim Gutachten von Dr. med. E. 

vom 12. Februar 2021 handle es sich um eine unzulässige "second o-

pinion". Die SMAB-Gutachter hätten in ihrem polydisziplinären Gutachten 

vom 30. März 2020 alle massgebenden Fragen beantwortet, ohne dass 

noch Klärungsbedarf bestanden habe. Es sei daher nicht nachvollziehbar, 

weshalb die Beschwerdegegnerin nochmals eine monodisziplinäre psychi-

atrische Begutachtung in Auftrag gegeben habe (vgl. Beschwerde S. 6). 

 

5.1. 

Nach dem Wortlaut von Art. 43 Abs. 1 und Abs. 2 ATSG müssen die vom 

Versicherer angeordneten Untersuchungen notwendig und somit von ent-

scheidender Bedeutung für die Erstellung des rechtserheblichen Sachver-

halts sein. In diesem Sinne liegt die medizinische Begutachtung nicht im 

uneingeschränkten Ermessen der rechtsanwendenden Stellen. Diese ha-

ben sich von rechtsstaatlichen Grundsätzen leiten zu lassen, wozu die Ver-

pflichtung zur Objektivität und Unvoreingenommenheit gehört (Urteil des 

Bundesgerichts 9C_28/2010 vom 12. März 2010 und BGE 137 V 210 

E. 3.3.1 S. 245, jeweils mit Hinweisen). Die IV-Stelle hat daher nicht das 

Recht, weitere Erhebungen vorzunehmen, wenn ihr das Ergebnis des an 

sich genügend abgeklärten Sachverhalts nicht gefällt (vgl. BGE 136 V 156 

E. 3.3 S. 158). 

 

5.2. 

5.2.1. 

Dem Beschwerdeführer wurde bereits mit Schreiben vom 6. Oktober 2020 

vor Einholung des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. E. vom 

12. Februar 2021 ausdrücklich Gelegenheit eingeräumt, Einwände gegen 

die neue Begutachtung vorzubringen (vgl. VB 237 S. 1 f.). Der rechtskun-

dig vertretene Beschwerdeführer liess sich jedoch in der Folge nicht weiter 

vernehmen und brachte auch nach Erstattung des Gutachtens gegenüber 

der Beschwerdegegnerin einzig materielle Einwände, vor allem in medizi-

nischer Hinsicht, an, ohne das Gutachten als solches in Frage zu stellen 

(vgl. VB 252 S. 1 ff., VB 256, VB 257). Der (erst) beschwerdeweise vorge-

brachte Einwand, bei jenem Gutachten handle es sich um eine unzulässige 

"second opinion", ist daher verspätet (vgl. Urteil des Bundesge-

richts 9C_768/2018 vom 21. Februar 2019 E. 5.2.1 mit Hinweisen). 

 

5.2.2. 

Hinzu kommt, dass das psychiatrische Teilgutachten der SMAB vom 

12. März 2020 sowie deren interdisziplinäre Gesamtbeurteilung vom 

30. März 2020 einen wesentlichen inhaltlichen Mangel aufweisen: So gin-

gen die SMAB-Gutachter sowohl in der angestammten Tätigkeit als auch 

in einer Verweistätigkeit von einer (einzig psychiatrisch begründeten) Ar-

beitsunfähigkeit von 35 % aus, wobei sich ihren Ausführungen zum zeitli-

chen Verlauf nicht zweifelsfrei entnehmen lässt, ob sie deren Beginn auf 

 - 9 - 

 

 

 

August 2016 (erste Begutachtung bei der D.; vgl. VB 206.1 S. 8) oder – 

wovon zumindest RAD-Ärztin Dr. med. I. ausging (vgl. VB 208 S. 5) – erst 

auf Dezember 2018 (Aufnahme der Therapie bei Dr. med. J., vgl. VB 206.1 

S. 9) festlegten. Darüber hinaus setzten sie sich mit der von ihnen attes-

tierten Arbeitsunfähigkeit von 35 % sowohl in Widerspruch zu der von ihnen 

gleichzeitig ab Dezember 2018 auf rund 40 % festgelegten Arbeitsunfähig-

keit (vgl. VB 206.1 S. 7, VB 206.3 S. 16 f.) als auch zu der ab August 2016 

von der D. bescheinigten und von ihnen als nachvollziehbar bezeichneten 

Arbeitsunfähigkeit von 30 % (vgl. VB 206.1 S. 8, VB 206.3 S. 16 f.). Eine 

Arbeitsunfähigkeit von 30 % bzw. von 35 % wiederum lässt sich nicht ver-

einbaren mit der von ihnen von Mai 2016 bis Juni 2018 (Anstellung als La-

germitarbeiter im Bereich Logistik; vgl. VB 206.7 S. 3) ermittelten Arbeits-

fähigkeit von 100 % (vgl. VB 206.3 S. 16 f.) sowie mit der von ihnen eben-

falls von Juli 2018 bis Dezember 2018 bescheinigten Arbeitsunfähigkeit von 

40 % (vgl. VB 206.3 S. 16). Schliesslich bestehen Beurteilungslücken im 

Zeitraum von Ende Juli 2011 (Eintritt des Gesundheitsschadens) bis De-

zember 2011 (Monat vor der IV-Anmeldung) sowie von März 2016 (Monat 

nach Abschluss der Therapie bei Dr. med. L., Facharzt für Allgemeine In-

nere Medizin sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, T.) bis Mai 2016 

(Aufnahme der neuen Tätigkeit als Lagermitarbeiter im Bereich Logistik; 

vgl. VB 206.1 S. 7 ff., VB 206.3 S. 16 f.). Der retrospektive Verlauf der Ar-

beitsfähigkeit in der angestammten und einer leidensangepassten Tätigkeit 

erweist sich mithin – wie bereits die Sachbearbeitung der Beschwerdegeg-

nerin zu Recht festgestellt hatte (vgl. VB 208 S. 2) – als unvollständig und 

widersprüchlich. Ohne deren lückenlose, differenzierte und widerspruchs-

freie Beurteilung lässt sich indessen ein allfälliger Rentenanspruch nicht 

beurteilen (vgl. E. 2.1. hiervor). 

 

5.2.3. 

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer mit Ein-

gabe vom 23. Mai 2020 mit Verweis auf zwei Berichte des behandelnden 

Psychiaters Dr. med. J. vom 22. Mai 2020 eine laufende Verschlechterung 

seines psychischen Gesundheitszustandes und eine fehlende gutachterli-

che Berücksichtigung seiner Zwangsstörung geltend gemacht (vgl. VB 222 

S. 1 ff.) und damit letztlich selber Anlass zum Einholen einer ergänzenden 

Stellungnahme bei der SMAB sowie – daran anschliessend – eines neuen 

(Verlaufs-)Gutachtens durch die Beschwerdegegnerin gegeben hatte (vgl. 

VB 228, VB 230, VB 234, VB 243). Erst nachdem die SMAB-Gutachter in 

ihrem Schreiben vom 11. September 2020 das Vorliegen einer allfälligen 

Zwangsstörung nicht hatten abschliessend beurteilen können und selber 

eine Verlaufsbegutachtung vorgeschlagen hatten (vgl. VB 232 S. 2 f.), ord-

nete die Beschwerdegegnerin – nach damaliger Lage der Akten zu Recht 

(vgl. VB 234 S. 3) – eine erneute psychiatrische Begutachtung des Be-

schwerdeführers an. 

 

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5.3. 

Als Zwischenergebnis lässt sich demnach festhalten, dass auf das psychi-

atrische Gutachten von Dr. med. E. vom 12. Februar 2021 samt ergänzen-

der Stellungnahme vom 29. Juni 2021 abgestellt werden darf, weil erstens 

der Beschwerdeführer vor der Beauftragung von Dr. med. E. trotz einge-

räumter Gelegenheit keine Einwände gegen eine neue Begutachtung vor-

brachte, zweitens das psychiatrische Teilgutachten der SMAB vom 

12. März 2020 sowie – als Folge davon – deren interdisziplinäre Gesamt-

beurteilung vom 30. März 2020 in Bezug auf die (retrospektive) Beurteilung 

der (einzig psychiatrisch begründeten) Arbeitsunfähigkeit einen wesentli-

chen inhaltlichen Mangel aufwiesen und drittens – nach damaligem Akten-

stand – eine weitere Sachverhaltsabklärung aufgrund einer möglichen Ver-

schlechterung des psychischen Gesundheitszustandes des Beschwerde-

führers sich als angezeigt erwies. Überdies hat gestützt auf die (für sich 

schlüssigen und nachvollziehbaren) Ergebnisse des neurologischen sowie 

des internistischen Teilgutachtens der SMAB vom 11./14. Februar 2020 mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit als erstellt zu gelten, dass beim Be-

schwerdeführer keine somatischen Leiden mit (langandauernder) Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen (vgl. VB 206.4 S. 9 ff., VB 206.5 

S. 6 ff.). Der Beschwerdeführer führte denn auch im Rahmen des Vorbe-

scheidverfahrens selber aus, dass die psychischen Beeinträchtigungen 

"das Hauptproblem darstell[t]en" (vgl. Einwandschreiben vom 30. April 

2021; VB 256 S. 2). 

 

6. 

Der Beschwerdeführer rügt, das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E. 

vom 12. Februar 2021 sei aus materiellen Gründen nicht beweiskräftig. 

Dr. med. E. habe zu Unrecht die von sämtlichen behandelnden und begut-

achtenden Ärzten diagnostizierte rezidivierende depressive Störung nicht 

erkannt und ihm – als einziger Arzt in den bald zehn Jahren seines Leidens 

– nicht nachvollziehbar eine bewusstseinsnahe Aggravation vorgeworfen 

(vgl. Beschwerde S. 6). 

 

6.1. 

Das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E. vom 12. Februar 2021 samt 

ergänzender Stellungnahme vom 29. Juni 2021 wird den von der Recht-

sprechung formulierten Anforderungen an eine beweiskräftige medizini-

sche Stellungnahme (vgl. E. 3.1. hiervor) gerecht. Es ist in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) erstellt worden (vgl. VB 248.3 S. 5 ff., S. 12 ff.; 

VB 261 S. 3 ff.), gibt die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers aus-

führlich wieder (vgl. VB 248.3 S. 35 ff., S. 39 f., S. 41 f.), beruht auf einer 

allseitigen fachärztlich psychiatrischen Untersuchung (vgl. VB 248.3 

S. 44 ff., S. 50 ff., S. 80 ff.) und Dr. med. E. setzte sich im Rahmen der psy-

chiatrischen (vgl. VB 248.3 S. 69 ff.) und versicherungsmedizinischen Be-

urteilung (vgl. VB 248.3 S. 78 ff.) mit den subjektiven Beschwerdeangaben 

 - 11 - 

 

 

 

auseinander. Das Gutachten ist in der Beurteilung der medizinischen Zu-

sammenhänge und der medizinischen Situation nachvollziehbar und damit 

grundsätzlich geeignet, den vollen Beweis für den anspruchserheblichen 

medizinischen Sachverhalt zu erbringen. 

 

6.2. 

6.2.1. 

Soweit der Beschwerdeführer eine von sämtlichen behandelnden Fachärz-

ten und Vorgutachtern abweichende Diagnosestellung durch Dr. med. E. 

beanstandet, ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen psychiatrischer Be-

urteilungen immer ein gewisser Ermessensspielraum besteht, innerhalb 

dessen verschiedene medizinische Interpretationen möglich, zulässig und 

zu respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (Urteil 

des Bundesgerichts 8C_200/2018 vom 7. August 2018 E. 6.3 mit Hinwei-

sen). Dr. med. E. nahm eine kritische Würdigung der Fachberichte der be-

handelnden Psychiater sowie der psychiatrischen Vorgutachten, so auch 

der darin wiederholt gestellten Diagnose einer rezidivierenden depressiven 

Störung, vor (vgl. VB 248.3 S. 56 ff.; VB 261 S. 7). Er zeigte überzeugend 

und nachvollziehbar auf, dass beim Beschwerdeführer die Kriterien einer 

(narzisstischen) Persönlichkeitsstörung erfüllt und "reaktiv ausgelöste de-

pressive Erlebensweisen" lediglich "eingebettet in die Grunderkrankung" 

seien bzw. maximal den Schweregrad einer Anpassungsstörung erreichen 

könnten (vgl. VB 248.3 S. 70 ff., insbesondere S. 73; siehe hierzu auch 

VB 261 S. 7). Hinzu kommt, dass Dr. med. E. mit seiner Diagnose einer 

narzisstischen Persönlichkeitsstörung nicht alleine steht, wurde doch diese 

auch von Dr. med. L., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie 

für Allgemeine Innere Medizin, T., gestellt (vgl. VB 119 S. 4; VB 127 S. 2).  

 

6.2.2. 

Weiter gehört es zu den Aufgaben eines Gutachters, einen Befund anhand 

der Klinik zu überprüfen und dessen Auswirkungen darzulegen. Dazu zäh-

len auch Angaben zum beobachteten Verhalten, Feststellungen über die 

Konsistenz der gemachten Angaben und Hinweise, welche zur Annahme 

von Aggravation führen können (Urteil des Bundesgerichts 8C_665/2015 

vom 21. Januar 2016 E. 4.3). 

 

Dr. med. E. fand im Rahmen seiner klinischen Untersuchung beim Be-

schwerdeführer "Hinweise auf eine bewusstseinsnahe verbale Aggravation 

in der Beschwerdeschilderung im Sinne eines negativen Impression-Mana-

gements" (vgl. VB 248.3 S. 44 f.). Im Rahmen seiner psychiatrischen Beur-

teilung wies er anschliessend darauf hin, dass zwar gesamthaft Beschwer-

den mit "krankheitswertige[m] Charakter" vorlägen, das angegebene Aus-

mass und deren Qualität jedoch überwiegend wahrscheinlich eine deutli-

che bewusstseinsnahe aggravatorische Komponente enthielten. Er sprach 

dem Beschwerdeführer mithin ein krankheitswertiges psychisches Leiden 

 - 12 - 

 

 

 

nicht ab, sondern stellte vielmehr die Diagnosen einer narzisstischen Per-

sönlichkeitsstörung sowie einer rezidivierenden Anpassungsstörung. 

Gleichzeitig erachtete er jedoch dessen Verhalten durch bewusstseins-

nahe Anteile (mit-)gesteuert (vgl. VB 248.3 S. 69 f.). Diese Einschätzung 

ist entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers – auch gestützt auf 

die gesamte Aktenlage sowie dessen Verhalten im Rahmen der Begutach-

tung – ohne weiteres nachvollziehbar und schlüssig begründet. 

 

6.3. 

Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer im Rahmen des Beschwerdever-

fahrens mit Eingaben vom 15. Februar 2022 sowie vom 8. März 2022 nach-

gereichten Berichte der PD H. vom 28. Dezember 2021 sowie vom 7. März 

2022 ist Folgendes festzuhalten: 

 

6.3.1. 

Die Verfügung markiert verfahrensmässig den Endzeitpunkt des sachver-

haltlich relevanten Geschehens (BGE 143 V 409 E. 2.1 S. 411; 134 V 392 

E. 6 S. 397; 130 V 445 E. 1.2 S. 446). Tatsachen, die sich erst später ver-

wirklicht haben, sind nur insoweit zu berücksichtigen, als sie mit dem Streit-

gegenstand in engem Sachzusammenhang stehen und geeignet sind, die 

Beurteilung im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung zu beeinflussen (BGE 

121 V 362 E. 1b in fine; RKUV 2001 Nr. U 419 S. 101, U 170/00 E. 2). Dies 

ist gegeben, wenn sich die spätere ärztliche Beurteilung auf den Zeitraum 

vor der massgeblichen Verfügung bezieht. Tatsachen, die den Sachverhalt 

seither verändert haben, sind im Normalfall Gegenstand einer neuen Ver-

waltungsverfügung (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243; 121 V 362 E. 1b S. 366; 

Urteil des Bundesgerichts 9C_349/2017 vom 8. Januar 2018 E. 2.1). 

 

6.3.2. 

Die Berichte der PD H. vom 28. Dezember 2021 sowie vom 7. März 2022 

wurden nach Erlass der angefochtenen Verfügung (6. August 2021) ver-

fasst und beziehen sich auf eine psychiatrische Behandlung vom 6. De-

zember 2021 bis am 18. Februar 2022, so dass sie – insbesondere betref-

fend die darin bescheinigte Arbeitsunfähigkeit von 100% während und nach 

der tagesklinischen Betreuung (vgl. Bericht vom 28. Dezember 2021, 

S. 5 f.; Bericht vom 7. März 2022, S. 6 f.) – nicht mehr zu berücksichtigen 

sind. 

 

6.4. 

Es liegen mithin keine konkreten Indizien vor, welche an der Vollständigkeit 

und Schlüssigkeit des psychiatrischen Gutachtens von Dr. med. E. vom 

12. Februar 2021 samt ergänzender Stellungnahme vom 29. Juni 2021 

Zweifel zu begründen vermöchten (Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit, vgl. BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 f. mit Hinweis auf BGE 

129 V 177 E. 3.1 S. 181). Diesen kommt somit Beweiswert zu und der me-

dizinische Sachverhalt erweist sich vor diesem Hintergrund als vollständig 

 - 13 - 

 

 

 

abgeklärt, weshalb auf weitere Abklärungen, namentlich die Einholung ei-

nes Gerichtsgutachtens (vgl. Beschwerde S. 2), in antizipierter Beweiswür-

digung zu verzichten ist (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236; Urteil des Bun-

desgerichts 9C_262/2018 vom 22. August 2018 E. 4.1). Es ist demnach 

beim Beschwerdeführer in psychiatrischer Hinsicht mit dem Beweisgrad 

der überwiegenden Wahrscheinlichkeit von einer Arbeitsfähigkeit von 70 % 

in jedweder Tätigkeit auszugehen (vgl. VB 248.3 S. 74; siehe auch 

VB 248.3 S. 84 f.). 

 

7. 

Die Beschwerdegegnerin ging alsdann in der angefochtenen Verfügung 

vom 6. August 2021 davon aus, dass beim Beschwerdeführer bereits "seit 

Beginn der Arbeitsunfähigkeit am 25.07.2011" eine 30%ige Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe, da sich der medizinische Sachverhalt 

seither "nicht wesentlich verändert ha[be]". Mangels einer mindestens 

40%igen Einschränkung der "Arbeits- und Leistungsfähigkeit" seien die Vo-

raussetzungen für einen Rentenanspruch somit nicht erfüllt (vgl. VB 264 

S. 1 f.). Ein solcher Verlauf der Arbeits(un)fähigkeit lässt sich dem psychi-

atrischen Gutachten von Dr. med. E. vom 12. Februar 2021 indessen nicht 

entnehmen. Vielmehr hielt dieser fest, dass von August 2011 bis Dezember 

2012 die Arbeitsfähigkeit vollständig aufgehoben gewesen sei. Von Januar 

2013 bis Januar 2014 habe eine mindestens 50%ige, ab Februar 2014 

überwiegend wahrscheinlich eine 70%ige Arbeitsfähigkeit für jedwede Tä-

tigkeit bestanden (vgl. VB 248.3 S. 76, S. 84 f.). Entgegen der Auffassung 

der Beschwerdegegnerin war das Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; vgl. 

E. 2.1. hiervor) demnach ohne weiteres erfüllt (Eintritt des Gesundheits-

schadens: 25. Juli 2011 [vgl. VB 3 S. 7]). Zu prüfen ist mithin nachfolgend, 

ob der Beschwerdeführer – in Beachtung des gutachterlich ausgewiesenen 

Verlaufs der Arbeits(un)fähigkeit in einer Verweistätigkeit – ab 1. Juli 2012 

(frühestmöglicher Rentenbeginn; Anmeldung zum Leistungsbezug: 14. Ja-

nuar 2012 [vgl. VB 3]; Art. 29 Abs. 1 und Abs. 3 IVG) Anspruch auf eine 

Invalidenrente hat. 

 

7.1. 

Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a aAbs. 1 IVG). Für die Bestimmung des 

Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person 

nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Be-

handlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-

bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Be-

ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 

sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; sogenannte allgemeine Me-

thode des Einkommensvergleichs). Für den Einkommensvergleich sind die 

Verhältnisse im Zeitpunkt des (potentiellen) Beginns des Rentenanspruchs 

massgebend, wobei Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer 

 - 14 - 

 

 

 

Grundlage zu erheben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Ver-

gleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind 

(BGE 129 V 222; 128 V 174). 

 

7.2. 

7.2.1. 

Das Valideneinkommen ist dasjenige Einkommen, das die versicherte Per-

son erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 ATSG; 

Art. 28a aAbs. 1 IVG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist recht-

sprechungsgemäss entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt 

des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwie-

genden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdienen würde, und 

nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; 

Urteil des Bundesgerichts 9C_190/2019 vom 14. Mai 2019 E. 4.2). Dabei 

wird in der Regel am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der 

realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da er-

fahrungsgemäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortge-

setzt worden wäre. Ausnahmen von diesem Erfahrungssatz müssen mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1 

S. 59; vgl. auch BGE 135 V 297 E. 5.1 S. 300 f.; Urteil des Bundesge-

richts 8C_504/2018 vom 19. Oktober 2018 E. 3.5.2).  

 

7.2.2. 

Gemäss Arbeitgeberfragebogen vom 7. Februar 2012 hätte der Beschwer-

deführer in seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit als "Bereichsleiter Konfekti-

onierung/Produktion" bei der M. ohne Gesundheitsschaden im Jahre 2012 

einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 5'700.00 erzielt (vgl. VB 11 S. 2, 

VB 13.1 S. 2 f.). Unter Berücksichtigung einer zusätzlich (anstelle eines 

13. Monatslohnes [VB 11 S. 2]) ausgerichteten jährlichen Gratifikation von 

Fr. 6'000.00 (vgl. Jahreslohnkonto 2010; VB 13.3) betrug das massge-

bende Valideneinkommen mithin im Zeitpunkt des frühestmöglichen Ren-

tenbeginns (1. Juli 2012) Fr. 74'400.00 ([Fr. 5'700.00 x 12] + Fr. 6'000.00). 

 

7.3. 

7.3.1. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-

kret steht. Übt sie nach Eintritt der gesundheitlichen Beeinträchtigung eine 

Erwerbstätigkeit aus, gilt grundsätzlich der damit erzielte Verdienst als In-

valideneinkommen, wenn besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben 

sind, weiter anzunehmen ist, dass sie die ihr verbliebene Arbeitsfähigkeit 

in zumutbarer Weise voll ausschöpft, und wenn das Einkommen aus der 

Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint. Ist kein 

solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben, namentlich weil 

die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder 

jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen 

 - 15 - 

 

 

 

hat, können nach der Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herangezo-

gen werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296 f. mit Hinweis unter anderem 

auf BGE 129 V 472 E. 4.2.1 S. 475; Urteile des Bundesge-

richts 8C_315/2020 vom 24. September 2020 E. 3.2; 8C_545/2020 vom 

4. November 2020 E. 5.1). 

 

Praxisgemäss kann von dem anhand von LSE-Tabellenlöhnen ermittelten 

Invalideneinkommen unter bestimmten Voraussetzungen ein leidensbe-

dingter Abzug vorgenommen werden. Dieser soll persönlichen und berufli-

chen Umständen (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nati-

onalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) Rechnung tragen, 

welche negative Auswirkungen auf die Lohnhöhe der gesundheitlich beein-

trächtigten Person haben können. Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf 

das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft 

zu schätzen, wobei der Abzug auf höchstens 25 % zu begrenzen ist 

(BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 134 V 322 E. 5.2 S. 327 f.; 129 V 472 

E. 4.2.3 S. 481). 

 

7.3.2. 

Der Beschwerdeführer macht geltend, dass aufgrund seiner "echten" Teil-

zeittätigkeit sowie der gutachterlich festgestellten "qualitativen" Einschrän-

kungen der Arbeitsfähigkeit ein leidensbedingter Abzug von insgesamt 

20 % angemessen sei (vgl. Beschwerde S. 7). 

 

Gesundheitliche Einschränkungen sind bereits bei der Bemessung der Ar-

beits- und Erwerbsfähigkeit sowie im angegebenen Belastungsprofil (keine 

Teamarbeit; wohlwollende und verständnisvolle Vorgesetzte; reduzierter 

Kundenkontakt; geregelte Arbeitszeiten; normaler Zeit- und Leistungs-

druck; normale Anforderung an die kognitive Leistungsfähigkeit; klare Ar-

beitsvorgaben; vorerst keine Mitarbeiterverantwortung und keine Kader-

funktion; vgl. VB 248.3 S. 75, S. 84 f.) hinreichend berücksichtigt und kön-

nen daher nicht zu einem zusätzlichen leidensbedingten Abzug führen (vgl. 

statt vieler Urteile des Bundesgerichts 9C_802/2016 vom 30. März 2017 

E. 4.1; 8C_805/2016 vom 22. März 2017 E. 3.1; 8C_450/2016 vom 6. Ok-

tober 2016 E. 5.3.1). Die Annahme einer Teilzeittätigkeit von 50 % (ab Ja-

nuar 2013) bzw. von 70 % (ab Februar 2014) begründet ebenfalls keinen 

Abzug, da diese keine überproportionale Lohneinbusse bewirken (Lohnein-

busse von 0.08 % [LSE 2012, T18 Monatlicher Bruttolohn {Zentralwert} 

nach Beschäftigungsgrad, beruflicher Stellung und Geschlecht, ohne Ka-

derfunktion, Männer], von 5.85 % [LSE 2014, T18], von 4.16 % [LSE 2016, 

T18] bzw. von 4.02 % [LSE 2018, T18]; vgl. hierzu Urteil des Bundesge-

richts 8C_699/2017 vom 26. April 2018 E. 3.1 mit Hinweisen). Weitere 

Gründe für einen allfälligen Abzug werden weder vorgebracht noch sind 

solche aktenkundig. Insgesamt ist somit in Gesamtwürdigung der Um-

stände kein leidensbedingter Abzug zu gewähren.  

 - 16 - 

 

 

 

7.4. 

Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten Invali-

denrente ist rechtsprechungsgemäss Art. 88a Abs. 1 IVV analog anzuwen-

den, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine anspruchsbe-

einflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass diese mitberück-

sichtigt wird (Urteil des Bundesgerichts 8C_588/2019 vom 26. November 

2019 E. 3.2). Diesfalls ist die anspruchsbeeinflussende Änderung für die 

Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem Zeitpunkt an zu be-

rücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich 

längere Zeit dauern wird (Art. 88a Abs. 1 Satz 1 IVV). Sie ist in jedem Fall 

zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mo-

nate angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 

Abs. 1 Satz 2 IVV). Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts ist in der 

Regel der zweite Satz dieser Vorschrift anzuwenden und die bisherige hö-

here Rente drei Monate über die Veränderung des Gesundheitszustandes 

hinaus zu gewähren oder zu bestätigen (Urteil des Bundesge-

richts 8C_36/2019 vom 30. April 2019 E. 5 mit Hinweisen). 

 

7.4.1. 

Für den Zeitraum ab dem 1. Juli 2012 ist ausgehend von der gutachterlich 

festgestellten vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit für sämtliche Erwerbstä-

tigkeiten (vgl. E. 7. hiervor) ein Invalideneinkommen von Fr. 0.00 anzuneh-

men, womit bei einem Einkommensvergleich ein rentenbegründender In-

validitätsgrad von 100 % resultiert. Ab diesem Zeitpunkt hat der Beschwer-

deführer demnach Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (vgl. Art. 28 

aAbs. 2 IVG). 

 

7.4.2. 

Von Januar 2013 bis Januar 2014 wurde dem Beschwerdeführer neu eine 

bloss noch 50%ige Arbeitsunfähigkeit gutachterlich bescheinigt (vgl. E. 7. 

hiervor). Da er nach Eintritt des Gesundheitsschadens weiterhin – mit Un-

terbrüchen – (erfolgreich) im Logistikbereich tätig war (vgl. E. 7.5. nachfol-

gend), rechtfertigt es sich, das Invalideneinkommen gestützt auf den ent-

sprechenden Branchenlohn und nicht auf das Total gemäss LSE zu ermit-

teln. Das Invalideneinkommen beträgt mithin nach Anpassung an die be-

triebsübliche Arbeitszeit und die Nominallohnentwicklung Fr. 34'903.15 

(Fr. 5'513.00 [vgl. LSE 2012 Tabelle TA1_tirage_skill_level, Ziff. 49-52 

{Landverkehr; Schifffahrt; Luftfahrt; Lagerei}, Kompetenzniveau 1, Männer] 

x 42 [vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01]/40 x 101.9/101.4 [vgl. Tabelle 

T1.1.10] x 0.5 x 12). Das auf 2013 indexierte Valideneinkommen beträgt 

Fr. 74'766.85 (Fr. 74'400.00 x 101.9/101.4 [vgl. Tabelle T1.1.10]). Somit re-

sultiert per April 2013 ein Invaliditätsgrad von abgerundet 53 % 

([Fr. 74'766.85 - Fr. 34'903.15]/Fr. 74'766.85). Unter Berücksichtigung der 

Anpassungsfrist von drei Monaten gemäss analoger Anwendung von 

Art. 88a Abs. 1 IVV ist folglich die ab 1. Juli 2012 zuzusprechende ganze 

 - 17 - 

 

 

 

Invalidenrente bis zum 31. März 2013 zu befristen. Danach besteht ein An-

spruch auf eine halbe Invalidenrente (vgl. Art. 28 aAbs. 2 IVG). 

 

7.4.3. 

Ab Februar 2014 war der Beschwerdeführer in einer leidensangepassten 

Tätigkeit nur noch zu 30 % arbeitsunfähig (vgl. E. 7. hiervor). Das Invali-

deneinkommen beträgt nach Anpassung an die betriebsübliche Arbeitszeit 

Fr. 48'924.55 (Fr. 5'547.00 [vgl. LSE 2014 Tabelle TA1_tirage_skill_level, 

Ziff. 49-52 {Landverkehr; Schifffahrt; Luftfahrt; Lagerei}, Kompetenzniveau 

1, Männer] x 42 [vgl. Tabelle T 03.02.03.01.04.01]/40 x 0.7 x 12). Das auf 

2014 indexierte Valideneinkommen beträgt Fr. 74'400.00 (Fr. 74'400.00 x 

101.4/101.4 [vgl. Tabelle T1.1.10]). Somit resultiert ein Invaliditätsgrad von 

abgerundet 34 % ([Fr. 74'400.00 - Fr. 48'924.55]/ Fr. 74'400.00). Unter Ein-

haltung der analog anzuwendenden Anpassungsfrist von Art. 88a Abs. 1 

IVV ist folglich die ab 1. April 2013 zuzusprechende halbe Invalidenrente 

bis zum 30. April 2014 zu befristen. Danach besteht kein Rentenanspruch 

mehr (vgl. Art. 28 aAbs. 2 IVG). 

 

7.5. 

Ausweislich der Akten war der Beschwerdeführer zudem (vgl. auch VB 194 

S. 3 f.) vom 23. Mai 2016 bis am 31. März 2019 (erneut) in einem Pensum 

von 100 % als Lagermitarbeiter im Bereich Logistik angestellt (vgl. 

VB 183.1 S. 1 f.). Er übte diese Tätigkeit bis zu seiner Krankschreibung im 

Juni 2018 aus (vgl. VB 194 S. 3) und erzielte dabei zuletzt ein monatliches 

Bruttoeinkommen von Fr. 6'700.00 bzw. einen Jahreslohn von 

Fr. 93'800.00 (inkl. Gratifikation und 13. Monatslohn; vgl. VB 183.1 S. 5 f.). 

Gekündigt wurde ihm nicht etwa aus gesundheitlichen Gründen, sondern 

aufgrund einer Umstrukturierung (vgl. VB 183.1 S. 1). Ausserdem war er 

von Januar 2021 bis zu seinem erneuten gesundheitsbedingten Ausfall im 

Juni 2021 ebenfalls in Vollzeit im Logistikbereich tätig und erzielte dabei 

nach eigenen Angaben einen monatlichen Bruttolohn von Fr. 7'000.00 (vgl. 

VB 248.3 S. 36, S. 39; Berichte der PD H. vom 18. November 2021, S. 2 

[Beilage zur Eingabe vom 21. November 2021], sowie vom 28. Dezember 

2021, S. 2 [Beilage zur Eingabe vom 15. Februar 2022]). Für die Dauer 

dieser Arbeitsverhältnisse resultierte mithin in Berücksichtigung des von 

ihm tatsächlich erzielten Verdienstes ohnehin ein rentenausschliessendes 

Invalideneinkommen (vgl. E. 7.3.1. hiervor; vgl. auch Urteil des Bundesge-

richts 9C_51/2020 vom 17. November 2020 E. 2). Da dem Beschwerdefüh-

rer überdies seit Februar 2014 ein unveränderter Gesundheitszustand gut-

achterlich bescheinigt wurde (vgl. E. 7. hiervor), könnte selbst für die Pha-

sen vor und zwischen seinen (erneuten) Anstellungen von einem Invaliden-

einkommen im Umfang des tatsächlich erzielten Verdienstes ausgegangen 

werden, woraus sich auch unter diesem Gesichtspunkt ab 1. Mai 2014 

durchgehend kein Rentenanspruch ergäbe. 

 

 - 18 - 

 

 

 

8. 

Nach dem Dargelegten hat der Beschwerdeführer Anspruch auf eine be-

fristete ganze Invalidenrente vom 1. Juli 2012 bis am 31. März 2013 sowie 

auf eine befristete halbe Invalidenrente vom 1. April 2013 bis am 30. April 

2014. Insoweit ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen. Im Übrigen ist 

sie abzuweisen. 

 

9. 

9.1. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Der Beschwerdeführer obsiegt teil-

weise, indem ihm zwei jeweils befristete Renten auszurichten sind (Ge-

samtdauer: 22 Monate). Damit handelt es sich nicht mehr um ein bloss ge-

ringfügiges Obsiegen, weshalb die Verfahrenskosten der Beschwerdegeg-

nerin aufzuerlegen sind. 

 

9.2. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz seiner 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird dem Beschwerdeführer 

eine befristete ganze Invalidenrente vom 1. Juli 2012 bis am 31. März 2013 

sowie eine befristete halbe Invalidenrente vom 1. April 2013 bis am 30. Ap-

ril 2014 zugesprochen. 

 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.00 werden der Beschwer-

degegnerin auferlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer die Par-

teikosten in richterlich festgesetzter Höhe von Fr. 2'450.00 zu bezahlen. 

 

  

 - 19 - 

 

 

 

 
 

   

Zustellung an: 

den Beschwerdeführer (Vertreterin; 2-fach) 

die Beschwerdegegnerin 

die Beigeladenen 1 und 2 

das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 
 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 23. März 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Kathriner Birgelen