# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 05f27721-fc26-51ce-8eee-37cbb61e76eb
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-24
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 24.05.2024 200 2023 903
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2023-903_2024-05-24.pdf

## Full Text

200 23 903 ALV
FRC/TOZ/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil der Einzelrichterin vom 24. Mai 2024

Verwaltungsrichterin Frey
Gerichtsschreiberin Tomic

A.________
Beschwerdeführerin

gegen

Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern
Rechtsdienst, Lagerhausweg 10, 3018 Bern
Beschwerdegegner

betreffend Einspracheentscheid vom 16. November 2023

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2024, ALV/23/903, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1968 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin) 
meldete sich am 3. Januar 2023 beim Regionalen Arbeitsvermittlungszen-
trum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an (Akten [act. II] des Amts für Arbeitslo-
senversicherung des Kantons Bern [AVA bzw. Beschwerdegegner], 130 f.) 
und stellte am 19. Januar 2023 einen Antrag auf Arbeitslosenentschädi-
gung ab dem 3. Januar 2023 (act. II 132 - 135), nachdem sie Ende Oktober 
2022 ihre Arbeitsstelle auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von 
B.________ in ... fristlos verlassen hatte (vgl. act. II 111, 101 Ziff. 10). Nach 
vorgängiger Möglichkeit zur Stellungnahme (act. II 123 f., 111) stellte die 
Arbeitslosenkasse die Versicherte mit Verfügung vom 7. März 2023 (act. II 
79 - 81) wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit ab dem 1. November 
2022 für die Dauer von 32 Tagen in der Anspruchsberechtigung ein. Die 
Versicherte erhob dagegen am 5. April 2023 Einsprache (act. II 56). Nach 
weiteren Abklärungen bei der Versicherten und beim ehemaligen Arbeitge-
ber (act. II 48, 42 f., 40 f., 31 - 35, 29 f., 18 f., 11 f.) hiess das AVA die Ein-
sprache mit Entscheid vom 16. November 2023 (act. II 5 - 10) teilweise gut 
und reduzierte die verfügte Sanktion von 32 auf 27 Einstelltage.

B.

Am 19. Dezember 2023 ging eine vom 15. Dezember 2023 datierte, als 
Einsprache bezeichnete Eingabe der Versicherten beim Verwaltungsgericht 
des Kantons Bern ein. Aufforderungsgemäss reichte die Beschwerdeführe-
rin am 3. Januar 2024 eine verbesserte Beschwerdeschrift ein, worin sie 
sinngemäss die Aufhebung der Einstellung in der Anspruchsberechtigung 
beantragt. 

Mit Beschwerdeantwort vom 12. Januar 2024 schliesst der Beschwerde-
gegner auf Abweisung der Beschwerde.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2024, ALV/23/903, Seite 3

Am 30. Januar 2024 ging eine weitere Eingabe der Beschwerdeführerin 
beim Gericht ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 über die 
obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädigung 
[AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 128 Abs. 1 i.V.m. Art 119 der Verordnung vom 
31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die 
Insolvenzentschädigung [AVIV; SR 837.02]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 16. November 2023 
(act. II 5 - 10). Streitig und zu prüfen ist die Einstellung in der Anspruchsbe-
rechtigung auf Arbeitslosenentschädigung im Umfang von 27 Tagen wegen 
selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit. 

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1.3 Da der Streitwert bei einer Einstelldauer von 27 Tagen und einem 
Taggeld von Fr. 191.55 (act. II 63) unter Fr. 20'000.-- liegt, fällt die Beurtei-
lung der Beschwerde in die einzelrichterliche Zuständigkeit (Art. 57 Abs. 1 
GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist die versicherte Person in der 
Anspruchsberechtigung einzustellen, wenn sie durch eigenes Verschulden 
arbeitslos ist. Der Tatbestand der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit er-
fasst Verhaltensweisen der versicherten Person, die eine Verletzung der 
Pflicht, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, bedeuten (ARV 2014 S. 147 E. 3.1). 
Die Arbeitslosigkeit gilt insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn die 
versicherte Person das Arbeitsverhältnis von sich aus aufgelöst hat, ohne 
dass ihr eine andere Stelle zugesichert war, es sei denn, dass ihr das Ver-
bleiben an der Arbeitsstelle nicht zugemutet werden konnte (Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV). 

2.2 Nach der Rechtsprechung ist bei der Prüfung der Frage, ob der 
versicherten Person ein Verbleiben am bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr 
zumutbar gewesen sei, ein strenger Massstab anzulegen (SVR 1997 ALV 
Nr. 105 S. 323 E. 1). Dass die Art der Beschäftigung oder das Betriebskli-
ma den Wünschen der versicherten Person nicht entsprochen haben, 
genügt zur Annahme der Unzumutbarkeit nicht (ARV 1986 S. 95 E. 2). 
Auch ein gespanntes Verhältnis zu Vorgesetzten oder Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeitern des früheren Arbeitgebers begründet für sich allein keine Un-
zumutbarkeit (BGE 124 V 234 E. 4b bb S. 239; ARV 1986 S. 92 E. 2b; Ent-
scheid des Bundesgerichts [BGer] vom 9. Juni 2017, 8C_66/2017, E. 2). 

Schliesslich muss Unzumutbarkeit aus gesundheitlichen Gründen durch ein 
eindeutiges ärztliches Zeugnis (oder allenfalls durch andere geeignete Be-
weismittel) belegt sein, wobei die Zumutbarkeit zum Verbleiben strenger 

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beurteilt wird als die Zumutbarkeit zum Antritt einer neuen Stelle (BGE 124 
V 234 E. 4b bb S. 238; ARV 2009 S. 265 E. 2.2; BGer 8C_66/2017, E. 2 
und E. 4.3). 

2.3 Zweck der Einstellung als versicherungsrechtliche Sanktion ist die 
angemessene Mitbeteiligung des Versicherten am Schaden, den er durch 
sein pflichtwidriges Verhalten der Arbeitslosenversicherung natürlich und 
adäquat kausal verursacht hat (BGE 124 V 225 E. 2b S. 227; ARV 2014 
S. 147 E. 3.1).

3.

3.1 Aufgrund der Akten ist erstellt und unbestritten, dass die Be-
schwerdeführerin vom 1. Mai bis Ende Oktober 2022 als ... auf dem land-
wirtschaftlichen Betrieb von B.________ tätig war (vgl. act. II 101 f., 133); 
am 29. Oktober 2022 hatte die Beschwerdeführerin die Arbeit ؘ– ohne Zusi-
cherung einer neuen Stelle – fristlos niedergelegt (vgl. Eingabe der Be-
schwerdeführerin vom 3. Januar 2024 [in den Gerichtsakten]; act. II 18, 133 
Ziff. 19). Damit steht – entgegen der Darstellung der Beschwerdeführerin 
(act. II 31, 56, 133 Ziff. 17) – auch fest, dass ein gültiger Arbeitsvertrag vor-
lag. Dass dieser von der Beschwerdeführerin nicht unterzeichnet wurde 
(act. II 33), vermag an dessen Gültigkeit nichts zu ändern, denn ein Ar-
beitsvertrag kann ohne weiteres auch mündlich oder sogar durch konklu-
dentes Verhalten abgeschlossen werden (vgl. Art. 320 Abs. 1 f. des 
Schweizerischen Obligationenrechts [OR; SR 220]). Damit begründet die 
Selbstkündigung der Beschwerdeführerin grundsätzlich eine selbstver-
schuldete Arbeitslosigkeit nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV (vgl. E. 2.1 hier-
vor). Zu prüfen bleibt die Frage der Zumutbarkeit des Verbleibens am bis-
herigen Arbeitsplatz (vgl. E. 2.2 hiervor).

3.2

3.2.1 Als Grund der Kündigung gab die Beschwerdeführerin im Antrag 
auf Arbeitslosenentschädigung vom 19. Januar 2023 und in der Einsprache 
vom 5. April 2023 (act. II 133 Ziff. 20, act. II 56) Missbrauch, Ausnützung 
und Demütigung an. In der Stellungnahme vom 9. Juli 2023 (act. II 42) er-

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läuterte die Vertreterin der Beschwerdeführerin, C.________, dipl. Be-
triebswirtschafterin HF, dass die Beschwerdeführerin Aufgaben habe über-
nehmen müssen, welche vertraglich nicht vereinbart gewesen seien. Die 
Beschwerdeführerin sei täglich wegen schlecht ausgeführter Arbeiten be-
leidigt worden. Gehaltsabrechnungen und Lohnausweis seien erst auf 
Nachdruck erstellt worden. Allgemein sei die Arbeitsbelastung zu hoch ge-
wesen und die Arbeitszeiten seien nicht eingehalten worden. Zudem habe 
die Beschwerdeführerin den Betrieb mehrere Tage selber hüten müssen 
und im ersten Monat keinen freien Arbeitstag gehabt. Ein Bekannter von ihr 
habe aufgrund der schwierigen Situation das Gespräch mit dem Arbeitge-
ber gesucht. Dieser sei jedoch nicht bereit gewesen, die Situation zu 
klären. Der Beschwerdeführerin sei es psychisch immer schlechter gegan-
gen, aber diese habe Angst gehabt, kein Gehalt mehr zu erhalten. Da die 
Beschwerdeführerin sehr zuverlässig sei, habe sie bis zum Schluss gear-
beitet, anstatt sich krankschreiben zu lassen. Am Ende hätten Bekannte 
der Beschwerdeführerin geholfen, sie und deren ... innerhalb eines Tages 
vom Betrieb wegzubringen. 

3.2.2 Auf Aufforderung des Beschwerdegegners vom 2. August 2023 
(act. II 40 f.) hin, die hierfür notwendigen Beweismittel (bspw. ein Arztzeug-
nis betreffend die gesundheitlichen Probleme am Arbeitsplatz) einzurei-
chen, erklärte C.________ in der Stellungnahme vom 31. August 2023 (act. 
II 31), dass die Beschwerdeführerin aufgrund der Ereignisse und der mögli-
chen Folgen keinen Arzt aufgesucht habe. Im Nachhinein sei dies ein Feh-
ler gewesen. 

3.2.3 Am 6. September 2023 (act. II 23 f.) ging beim Beschwerdegegner 
ein Arztzeugnis von Dr. med. D.________, Facharzt für Allgemeine Innere 
Medizin, vom 2. September 2023 über eine Konsultation vom 1. September 
2023 ein. Darin bescheinigte der Arzt, dass es der Beschwerdeführerin aus 
gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar gewesen sei, am bisherigen Ar-
beitsort zu verbleiben (act. II 24 Ziff. 3). Laut Angaben der Beschwerdefüh-
rerin, sei diese vom Arbeitgeber gedemütigt worden. Die Beschwerdeführe-
rin habe keine Freitage gehabt und der Lohn sei auch nicht ausbezahlt 
worden (act. II 23 Ziff. 2). 

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3.2.4 Der ehemalige Arbeitgeber, B.________, führte am 19. September 
2023 (act. II 18 f.) im Wesentlichen aus, dass sich die Beschwerdeführerin 
auf ein Inserat hin bei ihm gemeldet habe, weil ... und er Mithilfe im Betrieb 
und im Haushalt benötigt habe. Er habe vorher noch nie eine Angestellte 
gehabt. Die Beschwerdeführerin habe vier ... sowie umfangreiches Material 
(zwei ..., ..., ...) mitgebracht. Er habe schnell gemerkt, dass sie "gegen fast 
alles" sei. Der Arbeitsvertrag sei lange im Wohnzimmer gelegen, aber die 
Beschwerdeführerin habe ihn nicht unterschreiben wollen. Ende Oktober 
2022 seien ohne vorherige Andeutungen plötzlich mehrere Personen vor 
Ort gewesen und hätten die ... und das weitere Material von ihr abgeholt. 
Betreffend die Arbeitszeiten führte B.________ aus, dass die Beschwerde-
führerin nicht zu viel gearbeitet habe. Es habe deswegen auch nie ein Be-
kannter von ihr mit ihm Kontakt aufgenommen. Die ... der Beschwerdefüh-
rerin hätten viel Zeit beansprucht. Die Beschwerdeführerin sei morgens bis 
09:00 Uhr und abends nach der Arbeit (Arbeitsende sei spätestens um 
18:00 Uhr gewesen) bei den ... gewesen. Die Tätigkeit mit den ... sei als 
Freizeit und nicht als Arbeitszeit zu betrachten. An Wochenenden habe die 
Beschwerdeführerin frei gehabt, wobei es einzelne Ausnahmen gegeben 
habe. An einem Wochenende sei er ... gewesen. Die Beschwerdeführerin 
habe in dieser Zeit die ... füttern und misten müssen, wobei sein Vater 
ebenfalls geholfen habe. Der ...stall sei damals leer gewesen. Es seien ca. 
45 bis 50 Arbeitsstunden pro Woche gewesen, nicht 55 Stunden oder 
mehr.

3.2.5 Stellung nehmend dazu führte C.________ am 9. November 2023 
(act. II 11 f.) unter anderem aus, die Beschwerdeführerin habe die ... mor-
gens und abends gefüttert, gemistet habe sie zwischendurch. Sie habe 
keine Zeit gehabt, die ... zu ... . Mittags habe sie für ihren Arbeitgeber und 
sich selber gekocht und dazu den Haushalt erledigt. Es habe keine gere-
gelten Arbeitszeiten gegeben. Die Beschwerdeführerin habe vom Mai bis 
Juli 2022 kein freies Wochenende gehabt, weshalb sie vier bis fünf einzel-
ne Tage frei genommen habe. Erst ab August 2022 sei die Arbeitszeit ge-
regelt gewesen und sie habe nun meistens am Wochenende frei gehabt. 
Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber sei immer schwieriger geworden. 
Dieser sei nicht gesprächsbereit gewesen und habe viel auszusetzen ge-
habt. Insbesondere habe die Beschwerdeführerin die Arbeit im ...stall kör-

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perlich überfordert, weil dieser nicht maschinell eingerichtet gewesen sei. 
Am 24. September 2022 habe ein Bekannter mit dem Arbeitgeber gespro-
chen und einiges klargestellt. Der Beschwerdeführerin sei es psychisch so 
schlecht gegangen, dass sie sich entschieden habe, ins ... zurückzukehren. 
Sie habe Angst davor gehabt, dass der Arbeitgeber ihren ... etwas antun 
könnte. Am 29. Oktober 2022 seien sie und ihre ... von Kollegen nach Hau-
se geholt worden (act. II 12).

3.2.6 Beschwerdeweise brachte die Beschwerdeführerin am 3. Januar 
2024 vor, sie habe in sechs Briefen ausführlich geschildert, dass sie viel 
Schreckliches bei B.________ erlebt habe. Sie habe grosse Angst vor 
B.________ gehabt, dieser sei unberechenbar gewesen. Ergänzend dazu 
führte sie am 29. Januar 2024 aus, dass sie Zeugen anbiete, welche über 
die Verhältnisse auf dem Hof Auskunft geben könnten (in den Gerichtsak-
ten). 

3.3 Mit Blick auf die Vorbringen der Beschwerdeführerin ist zunächst 
zu beachten, dass die Beweislage im Anwendungsfall von Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV (Kündigung durch die Arbeitnehmerin) dadurch gekennzeichnet 
ist, dass die Zumutbarkeit des Verbleibens an der Arbeitsstelle vermutet 
wird (vgl. Entscheid des BGer vom 7. November 2018, 8C_513/2018, 
E. 2.2). Diese Vermutung kann durch den Beweis des Gegenteils um-
gestossen werden, wobei indessen vom Versicherten nicht ein strikter 
Nachweis zu verlangen ist und die rechtsanwendenden Behörden im Rah-
men des Untersuchungsgrundsatzes verpflichtet sind, allenfalls weitere 
Abklärungen zum Arbeitsverhältnis und zu den Umständen seiner Auflö-
sung vorzunehmen, wenn aufgrund der Akten Anhaltspunkte für die Unzu-
mutbarkeit des Verbleibens an der Arbeitsstelle bestehen (Entscheid des 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [heute BGer] vom 8. Oktober 
2002, C 392/00, E. 4.2).

3.3.1 Die von der Beschwerdeführerin hinsichtlich des Arbeitsumfeldes 
geäusserten Vorwürfe sind aktenmässig nicht belegt und es bestehen kei-
ne Anhaltspunkte, welche ihre Darstellung auch nur ansatzweise bestäti-
gen könnten. Nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag die Beschwerde-
führerin aus der E-Mail des E.________ vom 11. Juli 2022 (act. II 27), wel-
che lediglich zwei Internetlinks zum Arbeitsrecht und zu Stellenangebote in 

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der Landwirtschaft enthält. Von weiteren Abklärungen, wie von der Be-
schwerdeführerin beantragt (vgl. deren Eingabe vom 29. Januar 2024; in 
den Gerichtsakten), ist in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 
E. 6.5 S. 368) jedoch abzusehen. Denn selbst wenn auf die Schilderungen 
der Beschwerdeführerin abgestellt würde, vermöchten sie eine Unzumut-
barkeit des – zumindest vorübergehenden – Verbleibens an der damaligen 
Arbeitsstelle nicht zu rechtfertigen. So vermögen weder ein gespanntes 
Arbeitsverhältnis noch ein schlechtes Arbeitsklima oder Meinungsverschie-
denheiten eine Unzumutbarkeit im Sinne der Rechtsprechung zu begrün-
den (vgl. E. 2.2. hiervor; vgl. auch BARBARA KUPFER BUCHER, Rechtspre-
chung des Bundesgerichts zum AVIG, 5. Aufl. 2019, S. 208). Dabei ver-
kennt das Gericht nicht, dass die geschilderte Situation für die Beschwer-
deführerin schwierig bzw. die Arbeit auf dem landwirtschaftlichen Betrieb 
körperlich anstrengend war. Wie der Beschwerdegegner jedoch richtiger-
weise dargelegt hat (act. II 9), wäre es der Beschwerdeführerin mit Blick 
auf den strengen Massstab, welche die Rechtsprechung hinsichtlich der 
Zumutbarkeit eines Verbleibens an einer bisherigen Arbeitsstelle anlegt 
(vgl. E. 2.2 hiervor), unter den gegebenen Umständen zumutbar gewesen, 
das damalige Arbeitsverhältnis zumindest vorübergehend noch beizubehal-
ten und sich aus dieser bestehenden Situation heraus um eine neue Ar-
beitsstelle zu bemühen.

3.3.2 Was ferner die monierten, angeblich unkorrekten Lohnzahlungen 
(act. II 42, 23 Ziff. 2) sowie den fehlenden bzw. ungültigen Arbeitsvertrag 
(act. II 31, 56, 133 Ziff. 17) angeht, ist festzuhalten, dass betreffend die 
Lohnzahlungen keine Beweismittel vorliegen, welche den diesbezüglichen 
Vorwurf untermauern würden. Hinsichtlich des Arbeitsvertrages kann auf 
das in E. 3.1 hiervor Ausgeführte verwiesen werden.

3.3.3 Schliesslich sind auch keine gesundheitlichen Gründe erstellt, wel-
che den Schluss auf eine Unzumutbarkeit eines (vorübergehenden) Ver-
bleibens beim bisherigen Arbeitgeber begründen würden, erfüllt doch das 
ins Recht gelegte Arztzeugnis von Dr. med. D.________ vom 2. September 
2023 (act. II 23 f.) über eine Konsultation vom 1. September 2023 die be-
weismässigen Voraussetzungen an ein eindeutiges ärztliches Zeugnis nicht 
(vgl. E. 2.2 hiervor). Es stellt kein echtzeitliches ärztliches Attest für den 

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hier relevanten Zeitpunkt der Kündigung im Oktober 2022 (vgl. E. 3.1 hier-
vor) dar; die Beschwerdeführerin war in dieser Zeit denn auch nicht in ärzt-
licher Behandlung. Selbst unmittelbar nach der Kündigung holte sich die 
Beschwerdeführerin keine ärztliche Unterstützung. Erst zehn Monate 
später fand eine ärztliche Konsultation beim Hausarzt statt, welcher aus-
führte, der Beschwerdeführerin sei es aus gesundheitlichen Gründen nicht 
zumutbar gewesen, am bisherigen Arbeitsplatz zu verbleiben (act. II 24 Ziff. 
3). Der Hausarzt stellte dabei offenkundig auf die subjektiven Angaben der 
Beschwerdeführerin ab (act. II 23 Ziff. 2), ohne dies mit objektiven medizi-
nischen Befunden zu untermauern. Andere Unterlagen, welche die Selbst-
kündigung aus gesundheitlichen Gründen rechtfertigen könnten, werden 
nicht vorgelegt und aus den Akten ergeben sich auch keine Hinweise auf 
solche. 

3.4 Zusammenfassend ist nicht belegt, dass es der Beschwerdeführe-
rin nicht zumutbar gewesen wäre, bis zum Finden einer neuen Stelle in 
ihrer Anstellung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von B.________ zu 
verbleiben. Die Verhältnisse am Arbeitsplatz mögen zwar subjektiv belas-
tend gewesen sein; dies rechtfertigt jedoch unter Berücksichtigung der 
strengen bundesgerichtlichen Rechtsprechung (vgl. E. 2.2 hiervor) keine 
Auflösung des Arbeitsverhältnisses ohne das vorgängige Finden einer 
neuen Stelle. Durch die Kündigung ohne eine neue Stelle rechtlich verbind-
lich zugesichert zu haben, erfüllt die Beschwerdeführerin nach dem Darge-
legten den Sanktionstatbestand der selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit, so 
dass die Einstellung in der Anspruchsberechtigung gemäss Art. 44 Abs. 1 
lit. b AVIV grundsätzlich zu Recht erfolgt ist.

4.

Zu prüfen bleibt die Angemessenheit der verfügten Sanktion von 27 Ein-
stelltagen.

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4.1

4.1.1 Die Dauer der Einstellung bemisst sich nach dem Grad des Ver-
schuldens (Art. 30 Abs. 3 Satz 3 AVIG) und nicht nach der tatsächlichen 
Dauer der Arbeitslosigkeit (BGE 113 V 154; SVR 2006 ALV Nr. 20 S. 71 
E. 3.1 f.). Massgebend ist das Gesamtverhalten der versicherten Person, 
das unter Berücksichtigung aller wesentlichen Umstände des Einzelfalls, 
d.h. der objektiven und subjektiven Gegebenheiten zu würdigen ist 
(BGE 141 V 365 E. 4.1 S. 369). Die Dauer der Einstellung beträgt 1 bis 15 
Tage bei leichtem, 16 bis 30 Tage bei mittelschwerem und 31 bis 60 Tage 
bei schwerem Verschulden (Art. 45 Abs. 3 lit. a - c AVIV). Die Einstellung 
gilt nur für Tage, für die die arbeitslose Person die Voraussetzungen der 
Anspruchsberechtigung erfüllt (Art. 30 Abs. 3 Satz 1 AVIG).

Innerhalb dieses Rahmens entscheiden die Organe der Arbeitslosenver-
sicherung nach pflichtgemässem Ermessen. Das Sozialversicherungsge-
richt darf sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund anstelle desjenigen der 
Verwaltung setzen; die Rekursbehörde muss sich somit auf Gegebenheiten 
abstützen können, welche ihre abweichende Ermessensausübung als 
naheliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150 E. 2 S. 152; SVR 2020 
ALV Nr. 11 S. 36 E. 3.3; ARV 2023 S. 200 E. 5.3, 2022 S. 444 E. 3.3).

4.1.2 Nach Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV liegt unter anderem ein schweres 
Verschulden vor, wenn die versicherte Person ohne entschuldbaren Grund 
eine zumutbare Arbeitsstelle ohne Zusicherung einer neuen Arbeitsstelle 
aufgegeben hat. Bei Einstellungen nach Art. 44 Abs. 1 lit. b AVIV (Selbst-
kündigung aus eigenem Antrieb) kann Art. 45 Abs. 4 lit. a AVIV lediglich die 
Regel bilden, von welcher beim Vorliegen besonderer Umstände im Einzel-
fall abgewichen werden darf. Insoweit ist das Ermessen von Verwaltung 
und Sozialversicherungsrichter nicht auf eine Einstellungsdauer im Rah-
men eines schweren Verschuldens beschränkt, sondern lässt auch eine 
mildere Sanktion zu (ARV 2005 S. 216 E. 2.3.1; vgl. auch BGE 130 V 125 
E. 3.4.3 f. S. 130; SVR 2006 ALV Nr. 5 S. 16 E. 2.3).

Das Verschulden an einer Kündigung kann in der Regel nicht als schwer 
qualifiziert werden, wenn die versicherte Person aufgrund der Länge der 
Kündigungsfrist, ihrer beruflichen Qualifikation und der Arbeitsmarktlage 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2024, ALV/23/903, Seite 12

annehmen durfte, dass sie auf den Zeitpunkt der Beendigung des Arbeits-
verhältnisses eine neue Beschäftigung finden würde. Schliesslich sind nach 
der Rechtsprechung für den Grad des Verschuldens und die Bemessung 
der Einstellungsdauer Umstände beachtlich, derentwegen eine Fortsetzung 
des bisherigen Arbeitsverhältnisses zwar zumutbar ist, die aber dennoch 
für die versicherte Person eine erhebliche Belastung bedeuten und daher 
die voreilige Kündigung schuldmindernd erscheinen lassen (ARV 1989 
S. 92 E. 3b). Vorausgesetzt ist ein entschuldbarer Grund, welcher das Ver-
schulden leichter als schwer, d.h. als mittelschwer oder leicht erscheinen 
lässt. Er kann sich auf die subjektive Situation der betroffenen Person 
(etwa gesundheitliche Probleme, familiäre Situation, Religionszugehörig-
keit) oder auf eine objektive Gegebenheit (z.B. befristete Stelle) beziehen 
(THOMAS NUSSBAUMER, Arbeitslosenversicherung, in ULRICH MEYER [Hrsg.], 
Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, Soziale 
Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 2524 N. 864; vgl. auch BGE 130 V 125).

4.2 Mit 27 Einstelltagen hat der Beschwerdegegner eine Sanktion im 
unteren Bereich des mittleren Verschuldens (Art. 45 Abs. 3 lit. b AVIV) 
ausgesprochen. Damit ist er von der Regel, wonach die Selbstkündigung 
aus eigenem Antrieb grundsätzlich ein schweres Verschulden darstellt (vgl. 
E. 4.1.2 hiervor), abgewichen und hat der subjektiv belastenden Situation 
der Beschwerdeführerin umfassend Rechnung getragen. Zwar lassen die 
erwähnten Gegebenheiten die Fortsetzung des bisherigen Arbeitsverhält-
nisses nicht als unzumutbar erscheinen (vgl. E. 4.1.2 hiervor), erlauben 
jedoch eine mildere Sanktion als eine Einstellung im Rahmen des schwe-
ren Verschuldens. Es besteht seitens des Gerichts keine Veranlassung, in 
das dem Beschwerdegegner zustehende Ermessen einzugreifen (vgl. 
E. 4.1.1 f. hiervor).

5.

Nach dem Dargelegten lässt sich die Einstellung in der Anspruchsberechti-
gung von 27 Tagen weder vom Grundsatz noch von der Dauer her 
beanstanden. Somit ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2024, ALV/23/903, Seite 13

16. November 2023 (act. II 5 - 10) weder rechtsfehlerhaft noch unange-
messen; die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen. 

6.

6.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 AVIG i.V.m. 
Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet die Einzelrichterin:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

3. Zu eröffnen (R):
- A.________
- Amt für Arbeitslosenversicherung des Kantons Bern, Rechtsdienst
 (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 29. Januar 2024)
- Staatssekretariat für Wirtschaft – SECO

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 24. Mai 2024, ALV/23/903, Seite 14

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.