# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e6ee4ec0-991a-5ac9-abb8-7b535964a962
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-12-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 03.12.2008 SB 2008 27
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2008-27_2008-12-03.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

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Ref.: Chur, 03. Dezember 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 08 27 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Möhr und Michael Dürst 
Aktuarin Thöny

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In der strafrechtlichen Berufung

des Dr. X., Adhäsionskläger und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. Ivo Zellweger, Stadtturmstrasse 19, AZ Hochhaus, 5401 Baden,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 3. Juli 2008, mit-
geteilt am 8. August 2008, in Sachen des Adhäsionsklägers und Berufungsklägers 
gegen Y., Angeklagter und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. HSG Andrea Cantieni, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, 

betreffend fahrlässige Körperverletzung,

hat sich ergeben:

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A. Y. wurde am 5. Juni 1963 in A. geboren und wuchs bis zu seinem 8. Lebens-
jahr bei seinen Eltern in A. auf. Nach der Scheidung seiner Eltern wohnte er vorerst 
bei seiner Mutter. Danach lebte er während 3 ½ Jahren im Kinderheim „B.“ in C. bei 
D.. In der Folge wurde er vom Kinderheim „B.“ in Q. aufgenommen. Die Primar-
schule besuchte Y. in C. und Q.. Nach zwei Jahren Sekundarschule in E. besuchte 
er noch ein Jahr die Kantonsschule in F.. Danach begann er eine Lehre als Auto-
mechaniker in der G.-Garage in F.. Nach dem Lehrabschluss besuchte er die Re-
krutenschule, danach fand er bei der G.-Garage in H. eine Anstellung, wo er insge-
samt drei Jahre tätig war. Am 1. Dezember 1990 wechselte er zur I.-Bahn, wo er als 
Fahrdienstwärter aufgenommen und zum Lokführer ausgebildet wurde. Seitdem ist 
er als Lokführer bei der I.-Bahn tätig. Y. ist ledig und versteuerte im Jahr 2005 pro-
visorisch ein Reineinkommen von Fr. 73'400.--. Er verfügt über Ersparnisse in der 
Höhe von ca. Fr. 40'000.--. Er hat keine Schulden. Im Schweizerischen Zentral-
strafregister ist Y. nicht verzeichnet.

B. Am 27. Mai 2005 eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden unter dem 
Betreff „L.: Kollision mit Bahn (I.-Bahn) vom 2. Februar 2005 zum Nachteil von X.“ 
eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Körperverletzung. Ab dem 23. Februar 
2006 wurde das Verfahren gegen Y. weitergeführt und am 21. November 2006 auf 
J. ausgedehnt. Mit Verfügung vom 2. Oktober 2007 wurden Y. und J. wegen fahr-
lässiger Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB in Anklagezustand versetzt. 
Der zu Handen des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos erhobenen An-
klage liegt gemäss Anklageschrift vom 2. Oktober 2007 der folgende Sachverhalt 
zu Grunde:

„Am 2. Februar 2005 führte Y. die I.-Bahn-Zugkomposition des Sportzugs 
822, bestehend aus einem Steuerwagen, einer Lokomotive und vier Perso-
nenwagen, zwischen K. und L.. Um 11.55 Uhr fuhr er nach der Station K. ca. 
200 Meter vor dem unbewachten Bahnübergang M. an der dort bei km 
38.600 angebrachten Pfeiftafel vorbei, ohne die gemäss Fahrdienstvorschrif-
ten erforderliche Pfeife bzw. das Achtungssignal zu betätigen. Er fuhr weiter 
auf den unbewachten Bahnübergang M. zu, als er plötzlich auf der linken 
Seite am Hang „etwas“ wahrnahm. Unmittelbar folgend hörte er auch Geräu-
sche und sah, dass Teile einer Skiausrüstung am Zug vorbeiflogen. Bereits 
aufgrund der vernommenen Geräusche hatte er eine Schnellbremsung ein-
geleitet und die Zugskomposition dann auch zum Stillstand gebracht. In der 
Folge stellte er dann auch auf der linken Seite vor bzw. teilweise unter dem 
Zugfahrzeug einen Skifahrer fest, welcher schwer verletzt war.

Akten: act. 4.1, 4.2, 4.3, 4.19, 4.20, 5.25

Der verunfallte X. war an diesem Tag in einer von dem Skilehrer und Berg-
führer J. geführten Skigruppe, bestehend aus demselben und den vier Ski-
gruppenteilnehmern X., Jg. 46, N., Jg. 68, O., Jg. 36 und P., Jg. 35, unter-
wegs. Wenige Meter vor dem vorgenannten unbewachten Bahnübergang M. 
legten J. und die beiden schwächsten, ihm direkt folgenden Skigruppenteil-

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nehmer O. und P.. einen kurzen Halt ein. Als auch X. bei ihnen eingetroffen 
war, machte J. O. und P. sowie auch X. auf den Bahnübergang aufmerksam 
und passierte diesen nachfolgend auch zusammen mit O. und P.. X. wartete 
einige Meter vor dem den Bahnübergang signalisierenden Andreaskreuz auf 
den letzten Gruppenteilnehmer N. und fuhr, nachdem dieser bei ihm einge-
troffen war, ebenfalls los. Er wollte direkt die Bahngeleise überqueren, wobei 
es dann zu der Kollision mit dem von rechts heranfahrenden I.-Bahn-Zug 
kam. J. und die beiden vorgenannten Skigruppenteilnehmer hatten den 
Bahnübergang wie gesagt bereits überquert und ca. 50 Meter weiter entfernt 
etwas ausserhalb der Gefahrenzone des Zugtrassees auf die beiden restli-
chen Gruppenteilnehmer gewartet. 

Akten: act. 4.1, 4.2, 4.3, 5.19

X. erlitt bei dem Zusammenstoss eine mehrfragmentäre Beckenschaufel-
fraktur rechts, eine Armplexusläsion links, eine Schultergelenkssprengung 
beidseits etc.. Auch ein Jahr nach dem Vorfall bestehen beim Verunfallten 
noch diverse körperliche Beschwerden und Einschränkungen. Es bestehen 
insbesondere eine erhebliche Rotationseinschränkung der Halswirbelsäule, 
erhebliche Beschwerden in beiden Schultern, wobei auch die Sensibilität und 
Feinmotorik der Finger der linken Hand noch deutlich reduziert sind. Im Be-
reich des linken Beines besteht noch eine Streckhemmung von 10°. Insge-
samt betrachtet wird die Lebensqualität von Herrn X. als ganz erheblich ein-
geschränkt bezeichnet. 

Akten: act. 3.27, 3.30

Mit Schreiben vom 27. April 2005 hatte der private Verteidiger von X., RA Dr. 
Ivo Zellweger, Baden, Strafantrag gegen das zuständige Personal der I.-
Bahn sowie gegen den Skilehrer J. wegen fahrlässiger Körperverletzung ge-
stellt. 

Akten: act. 3.26

Mit Schreiben vom 16. Mai 2007 wird vom Vertreter des Strafklägers im Rah-
men einer Adhäsionsklage eine Genugtuung in der Höhe von Fr. 80'000.--, 
zuzüglich Zinsen von 5% seit dem 2. Februar 2005, geltend gemacht. So-
dann wird anbegehrt, festzustellen, dass der Angeschuldigte Y. und der An-
geschuldigte J. solidarisch je zu 2/3 für den Schaden ersatzpflichtig sind. 

Akten: act. 3.40“

C. In ihrer Ergänzung zur Anklageschrift vom 2. Oktober 2007 stellte die Staats-
anwaltschaft Graubünden den Antrag, Y. und J. seien der fahrlässigen Körperver-
letzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen. Dafür seien Y. mit einer 
Busse von Fr. 2'500.-- und J. mit einer Busse von Fr. 800.-- zu bestrafen. 

D. Am 3. Juli 2008 fand vor dem Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos die 
mündliche Hauptverhandlung statt. Daran nahmen sowohl die beiden Angeklagten 
und ihre privaten Verteidiger wie auch der Rechtsvertreter des Geschädigten X. teil. 
Die Anklage wurde durch Untersuchungsrichter lic. iur. David Willi mündlich vertre-
ten. Mit Urteil vom 3. Juli 2008, mitgeteilt am 8. August 2008, erkannte der Bezirks-
gerichtsausschuss Prättigau/Davos wie folgt: 

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„1. Y. wird von der Anklage der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 
125 Abs. 2 StGB freigesprochen.

2. J. wird von der Anklage der fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 
125 Abs. 2 StGB freigesprochen.

3. Der Adhäsionskläger Dr. X. wird auf den Zivilweg verwiesen.

4. Die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 5'000.-- gehen zulasten der Bezirks-
gerichtskasse Prättigau/Davos. Die Staatsanwaltschaft Graubünden 
trägt die bei ihr angefallenen Kosten von Fr. 3'746.20 (Fr. 3'400.-- Un-
tersuchungsgebühr + Fr. 346.20 Barauslagen).

5. Y. und J. werden aus der Bezirksgerichtskasse Prättigau/Davos ausser-
gerichtlich mit je pauschal Fr. 6'000.-- entschädigt (inkl. Spesen und 
MWSt).

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. (Mitteilung).“

E. Gegen dieses Urteil liess X. mit Eingabe vom 1. September 2008 beim Kan-
tonsgerichtsausschuss von Graubünden Berufung erheben, wobei er die folgenden 
Anträge stellte:

„1. Es sei Ziffer 1 des Urteils vom 3. Juli 2008 aufzuheben und der Ange-
klagte Y. wegen fahrlässiger Körperverletzung gestützt auf Art. 125 
StGB schuldig zu sprechen sowie angemessen zu bestrafen.

2. Es sei Ziffer 3 des Urteils vom 3. Juli 2008 aufzuheben und die Adhäsi-
onsklage gegen den Angeklagten Y. gutzuheissen.

3. Es sei der Berufungskläger für seine Umtriebe, insbesondere Anwalts-
kosten, in erster und zweiter Instanz zu entschädigen.

4. Es seien die Kosten des Strafverfahrens in erster und zweiter Instanz 
dem Angeklagten Y. aufzuerlegen.

5. Eventuell sei das Verfahren zur Ergänzung des Beweisverfahrens bzw. 
zur Neubeurteilung des Strafpunktes und Beurteilung der Adhäsions-
klage an die Vorinstanz zurückzuweisen.“

F. In seiner Berufungsantwort vom 7. Oktober 2008 liess Y. die Abweisung der 
Berufung unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsklägers 
beantragen. 

G. Mit Schreiben vom 9. September 2008 verzichtete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden auf die Einreichung einer Vernehmlassung. Der Bezirksgerichtsaus-
schuss Prättigau/Davos teilte mit Schreiben vom 9. September 2008 den Verzicht 
auf die Einreichung einer Vernehmlassung unter Hinweis auf die Erwägungen im 
Urteil mit. 

Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge sowie im angefochtenen Urteil 
wird, soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse 
können der Verurteilte, das Opfer und der Staatsanwalt gemäss Art. 141 Abs. 1 des 
Gesetzes über die Strafrechtspflege (StPO; BR 350.00) beim Kantonsgerichtsaus-
schuss Berufung einlegen. Der Berufungskläger ist unbestrittenermassen Opfer im 
Sinne von Art. 2 Abs. 1 des Opferhilfegesetzes (OHG; SR 312.5). Zu prüfen ist 
vorab, ob er zur Berufung gegen den Straf- und Zivilpunkt des erstinstanzlichen 
Urteils legitimiert ist.

2. Gemäss Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG kann das Opfer den Gerichtsentscheid mit 
den gleichen Rechtsmitteln anfechten wie der Beschuldigte, wenn es sich bereits 
vorher am Verfahren beteiligt hat und soweit der Entscheid seine Zivilansprüche 
betrifft oder sich auf deren Beurteilung auswirken kann. Das Opfer kann den Straf-
punkt demnach nicht anfechten, wenn selbst die Gutheissung des Rechtsmittels auf 
Bestand und Umfang der Zivilforderung keinen Einfluss mehr haben könnte. Des-
halb ist zunächst zu prüfen, ob der Berufungskläger zur Anfechtung des Zivilpunkts 
berechtigt ist und ob er in diesem Punkt durchzudringen vermag. 

a) Das Adhäsionsverfahren bezweckt die Koppelung von Straf- und Zivilverfah-
ren, um es dem Geschädigten zu ersparen, neben dem Strafverfahren zusätzlich 
ein separates Zivilverfahren anstrengen zu müssen. Dem Geschädigten soll bereits 
im Strafverfahren ermöglicht werden, die sich aus einer Straftat sowie seiner Ge-
schädigtenstellung ergebenden zivilrechtlichen Ansprüche gegen den Angeschul-
digten durchzusetzen. Mit der Adhäsionsklage soll der vor dem Delikt bestehende 
Zivilrechtszustand wiederhergestellt werden, das heisst, dem Geschädigten soll er-
möglicht werden, auf Ausgleich der ihm durch die Straftat erwachsenen materiellen 
und immateriellen Schäden zu klagen. Daraus folgt, dass nur sich aus dem Zivil-
recht ergebende Ansprüche, die dem deliktisch entstandenen Schaden entspre-
chen, geltend gemacht werden können. Sie müssen sich also aus dem strafbaren 
und Gegenstand der Anklage bildenden Sachverhalt herleiten lassen und mit einem 
Straftatbestand konnex sein (Donatsch/Schmid, Kommentar zur Strafprozessord-
nung des Kantons A., N. 26 zu § 192). Gemäss Art. 130 Abs. 1 StPO kann der 
Geschädigte seine zivilrechtliche Forderung gegenüber dem Angeschuldigten beim 
Strafgericht adhäsionsweise geltend machen. Die Bündnerische Strafprozessord-
nung lässt somit dogmatisch unpräzis dem Angeschuldigten die Passivlegitimation 
zukommen. Da das Adhäsionsverfahren nur im ordentlichen Verfahren nach Ankla-
geerhebung zur Anwendung gelangt, kann nur der Angeklagte gemeint sein und in 
diesem Verfahren als passivlegitimierte Partei gelten. Neben dem Angeschuldigten 

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beziehungsweise dem Angeklagten, der Staatsanwaltschaft und dem Geschädigten 
beziehungsweise dem Adhäsionskläger kennt die bündnerische StPO keine andere 
Partei, so dass insbesondere ausgeschlossen ist, eine kraft Vertrag oder Gesetz 
anstelle des effektiven Schädigers zivilrechtlich verantwortliche Person im Adhäsi-
onsprozess ins Recht zu fassen (vgl. Domenig, Die Adhäsionsklage im Bündner 
Strafprozess, Dissertation 1990, S. 75).

b) Im vorliegenden Fall erfolgte die Schädigung aufgrund einer Kollision des Be-
rufungsklägers mit einem Zug der I.-Bahn. Für den Kernbereich des öffentlichen 
Verkehrs, insbesondere die vorliegend interessierende Erbringung von Transport-
leistungen, bestehen verschiedene bundesrechtliche Sonderhaftungsnormen. Für 
das Eisenbahnwesen im Speziellen ist das Bundesgesetz über die Haftpflicht der 
Eisenbahn- und Dampfschifffahrtsunternehmungen und der Schweizerischen Post 
(EHG; SR 221.112.742) heranzuziehen. Gemäss Art. 1 Abs. 1 EHG haftet, wenn 
beim Bau oder Betrieb einer Eisenbahn oder bei Hilfsarbeiten, mit denen die beson-
dere Gefahr des Eisenbahnbetriebes verbunden ist, ein Mensch getötet oder kör-
perlich verletzt wird, der Inhaber der Eisenbahnunternehmungen für den daraus ent-
standenen Schaden, sofern er nicht beweist, dass der Unfall durch höhere Gewalt, 
durch Verschulden Dritter oder durch Verschulden des Getöteten oder Verletzten 
verursacht ist. Mit anderen Worten hat die Transportunternehmung gestützt auf das 
EHG grundsätzlich für die schädigenden Handlungen ihrer Bediensteten einzuste-
hen. Dabei besteht gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. BGE 115 II 
237 S. 243) im Bereich der Anspruchskonkurrenz Ausschliesslichkeit. Das bedeutet, 
dass der Geschädigte entgegen den allgemeinen Bestimmungen über die solidari-
sche Haftung (Art. 50 und 51 OR) keinen konkurrierenden Anspruch gegenüber der 
fehlbaren Person hat. Ein zivilrechtliches Vorgehen gegen den Lokführer Y. fällt da-
mit ausser Betracht. Vielmehr sind allfällige Ansprüche gegenüber der I.-Bahn gel-
tend zu machen. Da jedoch das Strafurteil gegenüber einem nicht beteiligten Dritten 
keine bindende Wirkung hat, kann ein allfälliger Anspruch gegenüber einer Drittper-
son auch nicht adhäsionsweise geltend gemacht werden. Steht mit anderen Worten 
fest, dass sich der zivilrechtliche Anspruch des Berufungsklägers nicht gegen den 
im vorliegenden Verfahren Angeklagten Y. richten kann, fehlt es somit an dessen 
Passivlegitimation. Bereits die Vorinstanz hätte demzufolge die Adhäsionsklage von 
X. nicht auf den Zivilweg verweisen, sondern diese infolge mangelnder Passivlegi-
timation abweisen müssen (vgl. hierzu Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 
Strafprozessrecht, 6. Auflage, Basel 2005, N. 16 zu § 38). Der Antrag des Beru-
fungsklägers, es sei die Adhäsionsklage gegen Y. gutzuheissen, ist damit abzuwei-
sen. 

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3. Ist die Berufung im Zivilpunkt wegen fehlender Passivlegitimation abzuwei-
sen, bleibt zu prüfen, ob der Berufungskläger zur Ergreifung des Rechtsmittels im 
Strafpunkt legitimiert ist. Art. 8 Abs. 1 lit. c OHG garantiert dem Opfer ein Anfech-
tungsrecht im Strafpunkt nur im Zusammenhang mit der Beurteilung seiner Zivilan-
sprüche. Das OHG anerkennt kein unabhängiges, opferseitiges Strafverfolgungsin-
teresse; der reine Wunsch eines Opfers nach Rache und Bestrafung reicht für eine 
Rechtsmittellegitimation nicht aus (BGE 127 IV 187; BGE 123 IV 188). Wie bereits 
ausgeführt wurde, hätte die Vorinstanz die Adhäsionsklage des Berufungsklägers 
mangels Passivlegitimation des Angeklagten abweisen müssen. Unter diesen Um-
ständen hätte ein Entscheid der Rechtsmittelinstanz zum vornherein keine Auswir-
kungen auf den Zivilpunkt, und es fehlt dem Kläger demzufolge an der Beschwer im 
Strafpunkt. Dies umso mehr, als ein Zivilgericht bei der Beurteilung der privatrecht-
lichen Ansprüche aufgrund von Art. 53 Abs. 2 OR nicht an das Strafurteil gebunden 
ist. Auf die Berufung im Strafpunkt ist aus diesem Grund nicht einzutreten. 

4. Nach dem Gesagten steht fest, dass die Berufung im Zivilpunkt abzuweisen 
und auf die Berufung im Strafpunkt nicht einzutreten ist. Damit erübrigt es sich, auf 
die übrigen Anträge des Berufungsklägers (ausseramtliche Entschädigung, vorin-
stanzlicher Kostenentscheid, Ergänzung des Beweisverfahrens) einzugehen. 

5. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Berufungsverfahrens gestützt auf 
Art. 160 Abs. 1 StPO zu Lasten des Berufungsklägers. Da X. mit seiner Adhäsions-
klage nicht durchgedrungen ist, hat er in analoger Anwendung der Bestimmungen 
der Zivilprozessordnung dem obsiegenden Prozessgegner dessen aussergerichtli-
che Kosten zu ersetzen (vgl. Domenig, a.a.O., S. 128). Demgemäss hat er Y. 
gemäss der eingereichten detailierten Honorarnote im Betrag von Fr. 2'348.65 ein-
schliesslich Mehrwertsteuer ausseramtlich zu entschädigen. 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird, soweit darauf eingetreten werden kann, abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers, welcher Y. mit Fr. 2'348.65 einschliesslich Mehrwertsteuer 
zu entschädigen hat. 

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesge-
richt geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen 
seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in der 
gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Zuläs-
sigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen und das 
Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: