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**Case Identifier:** d40d070f-d456-5286-a94f-1b71ce81db4c
**Source:** Valais/Wallis (VS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-09
**Language:** de
**Title:** Wallis Sonstiges Gericht Sonstige Kammer 09.03.2012 A1 11 280
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/VS_Gerichte/VS_BZG_999_A1-11-280_2012-03-09.pdf

## Full Text

JUGCIV 

 

A1 11 280 

 

 

URTEIL VOM 9. MÄRZ 2012 
 

Kantonsgericht Wallis 
Öffentlichrechtliche Abteilung 

 

Es wirken mit: Kantonsrichter Jean-Pierre Zufferey, Präsident, Jean-Bernard Fournier 
und Thomas Brunner sowie Gerichtsschreiber Paul Constantin 

 

in Sachen 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde 

der 

 

X___________, handelnd durch den einzelzeichnungsberechtigten Gesellschafter 
A___________ 

 

gegen 

 

Departement für Verkehr, Bau und Umwelt, 

 

und 

 

Y___________, vertreten durch Rechtsanwalt B___________ 

 

 

(Arbeitsvergabe) 

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Sachverhalt 
 

A. Die Dienststelle für Hochbau, Denkmalpflege und Archäologie (DHDA) des 
Departements für Verkehr, Bau und Umwelt (DVBU) lud mit Schreiben vom 
14. Oktober 2011 fünf Unternehmungen im Einladungsverfahren gemäss Art. 11 des 
Gesetzes betreffend den Beitritt des Kantons Wallis zur Interkantonalen Vereinbarung 
über das öffentliche Beschaffungswesen vom 8. Mai 2003 (GIVöB; SGS/VS 726.1) ein, 
ein Angebot für eine Schliessanlage BKP 275 der Berufsschule in C___________ 
einzureichen. Gemäss der Ausschreibung wurde die Lieferung und Montage des 
Schliesssystems „Ikon Verso Cliq“ mit Angabe des Herstellers und des Vertreibers in 
der Schweiz verlangt. In dem von den Anbietern auszufüllenden Formular war in den 
Positionen 120 und 160 für den „Zikon VersoCliq Halbzylinder V098, SST=?, V=E1“ 
aufgeführt: „Steuerung aussen“ und für die Schlüssel war in Position 290 vorgegeben: 
„Programmierbarer Benutzerschlüssel“. Die Ausschreibung sah als Zuschlagskriterien 
den Preis mit 70 %, die Unternehmerqualität mit 20 % und die ökologischen sowie 
sozialen Aspekte mit 10 % Gewichtung vor. 

Bei der Offertöffnung am 3. November 2011 wurden 5 Angebote registriert, wobei die 
Offerte der X___________ mit Fr. 21 431.85 preislich an erster und die Offerte der 
Y___________ mit Fr. 25 164.00 preislich an zweiter Stelle lag. Die Bewertung der 
DHDA ergab dann für die Y___________ den ersten Rang und die Offerte der 
X___________ wurde „nicht Devis konform“ bewertet. Aufgrund dieser Bewertung 
vergab die DHDA (Vergabestelle) am 24. November 2011 die ausgeschriebenen 
Arbeiten an die Y___________ (Zuschlagsempfängerin) zum vorgenannten Preis, was 
den Anbietern gleichentags schriftlich eröffnet wurde. 

B. Die Firma X___________ (Beschwerdeführerin) reichte am 6. Dezember 2011 
(Datum des Poststempels) beim Kantonsgericht gegen die Vergabe eine 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde ein und beantragte, dass im Sinne ihrer 
Argumentation „der Zuschlag neu qualifiziert“ werde. Sie machte geltend, es sei das 
Produkt „Ikon Verso Cliq“ ausgeschrieben worden, wobei sie eine Variante eingereicht 
habe. Es sei der Entscheid zu erläutern, warum nicht das günstigste Angebot 
berücksichtigt worden sei. Die Unternehmerqualität wird mit einer beigelegten 
Referenzliste dargetan. 

C. Die Zuschlagsempfängerin beantragte am 28. Dezember 2011 die kostenpflichtige 
Abweisung der Beschwerde. Das Produkt „Ikon Verso Cliq“ habe einen eigenen 
Energieträger im Schlüssel, welcher das Schliesssystem mit Strom versorge. Das von 
der Beschwerdeführerin angebotene System „EVVA Salto“ entspreche nicht der 
Ausschreibung, weshalb es zu Recht vom Verfahren ausgeschlossen worden sei.  

Die Vergabestelle beantragte am 29. Dezember 2011 die kostenpflichtige Abweisung 
der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Gleichzeitig hinterlegte sie die Akten 
mit einem Beilagenverzeichnis. Das von der Beschwerdeführerin offerierte System 
„batteriegeschützte Schliesszylinder mit Intelligenz im Zylinder statt im Schlüssel“ 

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entspreche nicht der Ausschreibung. Beim ausgeschriebenen System solle die 
Zutrittsberechtigung auf dem Schlüssel programmiert werden können. 

D. Die Beschwerdeführerin replizierte am 11. Januar 2012 und beantragte sinngemäss 
neben der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde die Aufhebung ihres 
Ausschlusses sowie der Zuschlagsverfügung und den Einbezug ihres Angebotes ins 
Zuschlagsverfahren. Bei der Ausschreibung sei keine Anbindung an ein System 
gemacht worden. Der Preis und die geographischen Abhängigkeiten seien auch 
einzubeziehen.  

Am 23. Januar 2012 verlangte die Zuschlagsempfängerin sinngemäss die 
Entscheidausfällung und die Vergabestelle hielt am 7. Februar 2012 an ihren Anträgen 
fest. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin seien ohne Relevanz, soweit sie sich 
nicht auf den Ausschluss beziehen würden. 

Weitere Sachverhaltsdarstellungen, Parteibehauptungen sowie Begründungen sind, 
soweit rechtlich von Bedeutung, in den nachfolgenden Erwägungen aufgeführt. 

 

Erwägungen 
 

1. Der Entscheid des DVBU ist eine Verfügung im Sinne von Art. 15 GIVöB und damit 
auch gemäss Art. 5 des Gesetzes über das Verwaltungsverfahren und die 
Verwaltungsrechtspflege vom 6. Oktober 1976 (VVRG; SGS/VS 172.6), gegen die 
innert 10 Tagen beim Kantonsgericht Beschwerde eingereicht werden kann (Art. 16 
GIVöB; Art. 15 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche 
Beschaffungswesen vom 25. November 1994/15. März 2001 [IVöB; SGS/VS 726.1]). 

1.1 Das DVBU ist ein Auftraggeber im Sinne von Art. 6 GIVöB und es hat das 
Einladungsverfahren nach Art. 11 GIVöB gewählt. Das GIVöB und die Verordnung 
über das öffentliche Beschaffungswesen vom 11. Juni 2003 (VöB; SGS/VS 726.100) 
sind vorliegend anwendbar. 

1.2 Die Beschwerdeführerin liegt bezüglich der Offerte preislich an erster Stelle und sie 
wehrt sich gegen den Ausschluss. Sie ist durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung, so dass 
sie nach Art. 80 Abs. 1 lit. a und 44 VVRG zur Beschwerdeführung legitimiert ist.  

1.3 Die Zuschlagsempfängerin stellt die rechtzeitige Beschwerdeeinreichung in Frage. 
Falls die Zuschlagsverfügung vom 24. November 2011 den Parteien am 25. November 
2011 zugegangen ist, wäre die 10-tägige Beschwerdefrist am 5. Dezember 2011 
abgelaufen und die Beschwerde vom 6. Dezember 2011 wäre zu spät eingereicht 
worden. Die Beschwerdeführerin macht geltend, die Zustellung sei am 29. November 
2011 erfolgt. Die Zuschlagsverfügungen vom 24. November 2011 sind 
uneingeschrieben zugestellt worden. Ein postalisches Nachforschungsbegehren 

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konnte somit nicht gestellt werden. Rechtsprechungsgemäss obliegt der Beweis der 
Tatsache sowie des Zeitpunkts der Zustellung von Verfügungen der Verwaltung, 
welche die entsprechende Beweislast trägt. Wird die Tatsache oder das Datum der 
Zustellung uneingeschriebener Sendungen bestritten, muss im Zweifel auf die 
Darstellung des Empfängers abgestellt werden (vgl. BGE 129 I 8 E. 2.2; 124 V 400 E. 
2a; 114 III 51 E. 3). In diesem Lichte ist der Beweis, dass die uneingeschrieben 
versandte Verfügung der Beschwerdeführerin am 25. November 2011 zugegangen ist, 
nicht erbracht. Die Beschwerde vom 6. Dezember 2011 muss als fristgerecht 
eingereicht angesehen werden. Auf die nach der Korrektur vom 20. Dezember 2011 
formgerecht eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 80 Abs. 1 lit. b und 
c, 46 und 48 VVRG). 

1.4 Die Frage der Gewährung der aufschiebenden Wirkung wird mit dem vorliegenden 
materiellen Entscheid gegenstandslos. 

2. Aus Art. 16 IVöB resp. Art. 16 GIVöB leitet das Kantonsgericht in ständiger 
Rechtsprechung ab, dass die Beschwerdeinstanz nicht von Amtes wegen eine 
angefochtene Verfügung auf allfällige Sachverhaltsmängel oder Rechtswidrigkeiten 
überprüft, sondern dass vom Beschwerdeführer im Einzelnen darzulegen ist, inwiefern 
die Verfügung mangelhaft sein soll. Der Beschwerdeführer muss in seiner Eingabe 
anführen, in welchen Punkten der angefochtene Entscheid auf einem unrichtigen oder 
unvollständig festgestellten Sachverhalt beruht und/oder inwiefern Rechtsnormen 
unrichtig oder in Überschreitung bzw. Missbrauch des Ermessens angewendet wurden 
(Urteil des Kantonsgerichts A1 02 145 vom 7. Februar 2003). 

Zudem steht den Vergabebehörden bereits bei der Festlegung der für den Zuschlag 
massgeblichen Kriterien, dann aber auch bei deren Gewichtung und Bewertung, ein 
erheblicher Ermessensspielraum zu (ZBl 99/2000 S. 267; Urteil des Bundesgerichts 
2P.193/2006 vom 29. November 2006 E. 1.4; Urteil des Kantonsgerichts A1 02 168 
vom 26. März 2003). Solange ihre Überlegungen mit den zu beachtenden Vorschriften 
in Einklang stehen und objektiv nachvollziehbar erscheinen, greift das Gericht nicht ein, 
da es lediglich eine Kontrolle von Rechtsverletzungen vornehmen kann, die sich beim 
Ermessen auf die Überschreitung oder den Missbrauch beschränken muss und die 
Angemessenheit nicht einbeziehen kann (BGE 125 II 86 E. 6; Urteil des 
Bundesgerichts 2P.85/2001 vom 6. Mai 2002 E. 3.2). 

3. Es stellt sich vorab die Frage, ob die Ausschreibungsunterlagen schon anlässlich 
der Ausschreibung oder der Einladung angefochten werden müssen, mit der Folge, 
dass deren Inhalt mit der Beschwerde gegen den Zuschlag nicht mehr beanstandet 
werden kann (vgl. Peter Galli/André Moser/Elisabeth Lang/Evelyne Clerc, a.a.O., 
N. 820 ff.; Robert Wolf, Die Beschwerde gegen Vergabeentscheide – Eine Übersicht 
über die Rechtsprechung zu den neuen Rechtsmitteln, ZBl 2003, S. 5 ff.).  

3.1 Mit der Ausschreibung wird ein Verwaltungsverfahren eingeleitet, wobei die 
Ausschreibung ihrerseits bereits eine selbständig anfechtbare Verfügung darstellt (Art. 
15 Abs.1bis lit. a IVöB). Ob die Ausschreibungsunterlagen Bestandteil der 

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Ausschreibung bilden und deshalb ein eigenständiges Anfechtungsobjekt darstellen, 
geht aus der Bestimmung nicht hervor. Das Bundesgericht betrachtet die 
Ausschreibungsunterlagen grundsätzlich als integrierenden Bestandteil der 
Ausschreibung. Allfällige Mängel der Ausschreibungsunterlagen sind deshalb, wie bei 
einer Beschwerde gegen die Ausschreibung selbst, innert zehn Tagen seit der 
Zustellung zu rügen, andernfalls das Beschwerderecht verwirkt ist (BGE 130 I 241 E. 
4.2 = Pra 2005 Nr. 59; 129 I 313 E. 6.2 = Pra 2004 Nr. 64; 125 I 203 E. 3a). Vertritt ein 
Anbieter die Meinung, die Art und Weise der Ausschreibung, das vorgesehene 
Verfahren oder der Inhalt der Ausschreibungsunterlagen seien nicht gesetzeskonform, 
hat er diese Rechtswidrigkeiten innert der Frist von zehn Tagen mit Beschwerde 
geltend zu machen. Er kann nicht zuwarten, die Ausschreibungsunterlagen mit der 
Unterschrift unter sein Angebot anerkennen und vorerst das Resultat der Vergabe 
abwarten, um dann bei einem für ihn negativen Ausgang des Verfahrens die 
Ausschreibung als solche in Frage zu stellen. Gegen ein solches Vorgehen spricht 
ferner die Verfahrensökonomie im öffentlichen Beschaffungswesen (Urteil des 
Kantonsgerichts A1 2011 127 vom 25. November 2011, E. 3.1 mit Hinweisen, 
vorgesehen zur Publikation in der ZWR 2012 ; ZWR 2008 S. 46, E. 3 ; BR 2/2011 S24 
et S25 S. 117 ff.; BGE 125 I 2005 E. 3a). 

3.2 Im vorliegenden Fall wurde in der Ausschreibung der Schliessanlage das System 
„Ikon Verso Cliq“ verlangt. Dieses Schliesssystem sieht einen programmierbaren 
Benutzerschlüssel vor, wie dies in Pos. 290 der Ausschreibung aufgeführt wird. 
Entsprechend der Angaben der Vergabebehörde wird hier die Zutrittsberechtigung auf 
dem Schlüssel programmiert und nicht auf dem Schliesszylinder der Türe. Ein 
Batteriewechsel könne individuell durch den Schlüsselbenützer erfolgen und müsse 
nicht durch eine Fachperson am Türzylinder vorgenommen werden. Deshalb wurde für 
die Zylinder die „Steuerung aussen“ verlangt (vgl. Pos. 120 und 160). Ab dem Erhalt 
der Ausschreibungsunterlagen war den interessierten Anbietern bekannt, welches 
Schliesssystem verlangt wurde. Ein Anbieter, der allfällige Unregelmässigkeiten im 
Ausschreibungsverfahren feststellt, ist gehalten, diese dem Auftraggeber anzuzeigen, 
wenn er sich nicht dem Vorwurf aussetzen will, gegen Treu und Glauben zu handeln 
(Robert Wolf, a.a.O., S. 10). Die Verletzung dieser Pflicht kann dazu führen, dass die 
entsprechenden Mängel in einem späteren Rechtsmittelverfahren nicht mehr gerügt 
werden dürfen. Dies gilt insbesondere, wenn die Unregelmässigkeit bei gehöriger 
Vorsicht leicht festgestellt werden kann (BGE 130 I 241 E. 4.3). Im vorliegenden Fall 
war für die Beschwerdeführerin aufgrund der Ausschreibung ohne weiteres erkennbar, 
dass die Vergabestelle das System mit der Batterie und der Intelligenz im Schlüssel 
und nicht im Zylinder festgelegt hatte. Indem die Beschwerdeführerin die 
Ausschreibung nicht angefochten hat, sind Rügen insoweit verwirkt, dass sich die 
Beschwerdeführerin im jetzigen Verfahrensstadium nicht mehr gegen die Auswahl des 
Schliesssystems wehren kann (Entscheid der BRK vom 9. Dezember 1999, publiziert 
in VPB 64-63 E. 3; Entscheid der BRK vom 29. April 1998, publiziert in VPB 62.80 E. 
2a; Jean-Baptiste Zufferey/Corinne Maillard/Nicolas Michel, Droit des marchés publics, 
Fribourg 2002, S. 106 und 227). Für die Beurteilung des Anbieters und seiner 
Dokumente durch die Vergabestelle - und damit auch im Rahmen der Rechtskontrolle 

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durch das Gericht - sind die durch die Ausschreibung vorgegebenen Vorgaben und 
Nachweise demnach verbindlich. 

4. Schliesslich richtet sich die Beschwerdeführerin gegen den Ausschluss ihrer Offerte 
aufgrund der Wahl des Schliesssystems.  

4.1 Gemäss Art. 14 Abs. 1 VöB muss das Angebot schriftlich und vollständig innerhalb 
der Frist eingereicht und darf nicht mehr geändert werden. Dieser Regel liegt der 
Gedanke zugrunde, dass die Vergabestelle aufgrund der eingereichten Offerten direkt 
zur Vergabe des Auftrags schreiten kann. Eine unvollständige Offerte erfüllt die 
Anforderungen gemäss Ausschreibungs- oder Einladungsunterlagen nicht, weshalb sie 
gemäss Art. 23 Abs. 1 lit. c VöB auszuschliessen ist. Was die Offerte umfassen muss, 
damit sie als vollständig angesehen werden kann, ergibt sich aus den 
Ausschreibungsunterlagen. Offeriert ein Bewerber nicht die Leistung, die im 
Leistungsverzeichnis definiert wurde, gilt sie als unvollständig. Sein Preisangebot kann 
im Ergebnis nicht mit dem verglichen werden, das die gesamte definierte Leistung 
umfasst. 

Den Formvorschriften im Submissionsrecht kommt ein hoher Stellenwert zu, insofern 
sie im Dienste wichtiger Vergabeprinzipien, etwa des Prinzips der Gleichbehandlung 
der Submittenten und ihrer Angebote, stehen. Die Entgegennahme eines Angebots, 
das den Vorschriften der Ausschreibung und der betreffenden Unterlagen nicht 
entspricht, würde das Gebot der Gleichbehandlung der Anbieter verletzen (vgl. Art. 1 
Abs. 2, Art. 8 Abs. 1 lit. a Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen vom 
16. Dezember 1994 [BoeB; SR 172.056.1]). Ein solches Angebot ist grundsätzlich 
auszuschliessen, wobei das Verbot des überspitzten Formalismus vorbehalten bleibt 
(Peter Galli/André Moser/Elisabeth Lang/Evelyne Clerc, a.a.O., N. 272 mit Hinweisen). 
Dieses aus Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV; SR 101) fliessende Verbot wendet sich 
gegen rigorose Formvorschriften, die als exzessiv erscheinen, durch kein 
schutzwürdiges Interesse gerechtfertigt sind, zum blossen Selbstzweck werden und die 
Verwirklichung des materiellen Rechts in unhaltbarer Weise erschweren oder gar 
verhindern (BGE 127 I 34 E. 2a/bb; 115 Ia 17 E. 3b; 114 Ia 40 E. 3 je mit Hinweisen; 
Ulrich Häfelin/Georg Müller/Felix Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. A., Zürich 
2010, N. 1661). Wegen unbedeutender Mängel der Offerte darf folglich ein Anbieter 
nicht ausgeschlossen werden. Ein Ausschlussgrund muss eine gewisse Schwere 
aufweisen. Es bleibt zu prüfen, ob die von der Vergabebehörde geltend gemachten 
Mängel über diese Tragweite verfügen. 

4.2 Im vorliegenden Fall begründet die Vergabestelle den Ausschluss der Offerte der 
Beschwerdeführerin vom 24. November 2011 damit, ihr Schliesssystem entspreche 
nicht den technischen Anforderungen der Ausschreibung. Es beinhalte einen 
batteriegeschützten Schliesszylinder „mit Intelligenz im Zylinder statt im Schlüssel“, das 
nicht den wesentlichen Grundanforderungen der Ausschreibung entspreche (vgl. 
Beschwerdeantwort vom 29. Dezember 2011, S. 2). Beim ausgeschriebenen System 
könne die Zutrittsberechtigung auf dem Schlüssel programmiert und bei Änderungen 

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umprogrammiert werden. Ein Batteriewechsel könne durch den Schlüsselbenützer auf 
dessen Kosten erfolgen und müsse nicht durch eine Fachperson an der Türe 
vorgenommen werden. Die Zylinderwechsel könnten ohne Umbau der Türen und ohne 
Montage eines Notbatteriespeisgerätes für die Türen erfolgen. Die verlangten 
Schliesszylinder könnten batterieunabhängig bei Extrembedingungen von Kälte und 
Feuchte eingesetzt werden. Die Beschwerdeführerin führt dazu aus, sie habe eine 
Lösungsvariante eingereicht.  

4.3 Die Argumentation der Vergabestelle hält einer Überprüfung stand. Die 
Zuschlagsempfängerin hält richtig fest, dass die Beschwerdeführerin ein anderes nicht 
gleichwertiges Produkt zum Schliesssystem „Ikon Verso Cliq“ offeriert hat. Die Variante 
„EVVA“ der Beschwerdeführerin mit dem Badge ohne Batterie und dem unbegrenzten 
Lebenszyklus, der „Intelligenz“ und dem Ereignisspeicher im Zylinder haben Einfluss 
auf den Preis und die Kalkulationen. Mit den Vorbehalten erklärt der Anbieter, dass auf 
den allfälligen Vertrag der Parteien nicht die in den Ausschreibungsunterlagen 
enthaltenen Bedingungen, sondern seine entsprechend geänderten Vorschläge zur 
Anwendung kommen sollen (Galli/Moser/Lang/ Clerc, a.a.O., Rz. 287). Die Variante 
kann der Beschwerdeführerin preisliche Vorteile verschaffen. Eine Vergleichbarkeit der 
Angebote ist deshalb nicht mehr möglich. Im Interesse der Vergleichbarkeit und in 
Nachachtung des Gleichbehandlungsgrundsatzes ist deshalb ein strenger 
Beurteilungsmassstab angebracht. Die Abänderungen können nicht als unwesentlich 
angesehen werden. 

4.4 Gesamthaft gilt, dass die Vergabebehörde das Angebot der Beschwerdeführerin 
wegen eigenmächtiger Abänderung der Angebotsunterlagen vom Verfahren hat 
ausschliessen können. Die Abweichungen können nicht als geringfügig angesehen 
werden. Es handelt sich um wesentliche Mängel, so dass ein Ausschluss nicht gegen 
das Verbot des überspitzten Formalismus verstösst. Es liegt somit keine 
Rechtswidrigkeit des angefochtenen Entscheides vor. Bei dieser Sach- und Rechtslage 
ist nicht mehr notwendig, die ebenfalls aufgeworfenen Fragen betreffend Preis, 
Unternehmerqualität sowie ökologische und soziale Aspekte zu beantworten, da die 
Arbeitsvergabe an die Zuschlagsempfängerin durch den Ausschluss der 
Beschwerdeführerin unter Berücksichtigung des den Vergabebehörden zukommenden 
Ermessens vertretbar ist und das Gleichbehandlungsgebot nicht verletzt wird. Die 
Beschwerde ist mithin abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird. 

5. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gilt die Beschwerdeführerin als unterliegende 
Partei, was bei der Auflage der Verfahrenskosten zu berücksichtigen ist. 

5.1 Im Beschwerdeverfahren hat in der Regel die unterliegende Partei die Kosten zu 
tragen (Art. 89 Abs. 1 VVRG). Ausnahmsweise können die Kosten ganz oder teilweise 
erlassen werden (Art. 89 Abs. 2 VVRG). Es bestehen keine Gründe, vorliegend von der 
Grundregel abzuweichen, so dass die Beschwerdeführerin bei diesem Ausgang des 
Verfahrens die Gerichtsgebühr zu bezahlen hat. Gemäss Art. 3 des Gesetzes 
betreffend den Tarif der Kosten und Entschädigungen vor Gerichts- oder 
Verwaltungsbehörden vom 11. Februar 2009 (GTar; SGS/VS 173.8) setzen sich die 

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Kosten aus den Auslagen der Entscheidbehörde sowie der Gerichtsgebühr zusammen. 
Die Gerichtsgebühr für Beschwerdeverfahren vor der öffentlichrechtlichen Abteilung 
des Kantonsgerichts beträgt in der Regel zwischen Fr. 280.-- und Fr. 4 000.-- (Art. 25 
GTar). Aufgrund der Bedeutung des Falles, dessen Umfang und Schwierigkeitsgrad 
wird die Gerichtsgebühr auf Fr. 800.-- festgesetzt. 

5.2 Die Zuschlagsempfängerin als obsiegende Partei hat gemäss Art. 91 Abs. 1 VVRG 
Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die Entschädigung wird im Dispositiv beziffert 
und der Staats- oder Gemeindekasse auferlegt, soweit sie aus Billigkeitsgründen nicht 
der unterliegenden Partei auferlegt werden kann (Art. 91 Abs. 2 VVRG). Diese ist 
global festzusetzen und umfasst die Entschädigung an die berechtigte Partei sowie 
ihre Anwaltskosten, die in Anwendung der Art. 27 ff. GTar festzusetzen sind und im 
Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren zwischen Fr. 1 100.-- und Fr. 11 000.-- 
betragen (Art. 39 GTar). Die Parteientschädigung wird aufgrund der Bedeutung des 
Falles, seines Umfangs und seines Schwierigkeitsgrades auf Fr. 1 500.-- festgesetzt 
und der Beschwerdeführerin, welche dieses Verfahren zu verantworten hat, auferlegt. 
Gemäss Art. 91 Abs. 3 VVRG wird den Behörden, welche obsiegen, in der Regel keine 
Parteientschädigung zugesprochen. Es bestehen vorliegend keine Gründe, von der 
Grundregel abzuweichen. 

 

Demnach erkennt das Kantonsgericht 
 

1. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten 
ist. 

2. Die Gerichtsgebühr wird auf Fr. 800.-- festgesetzt und der Beschwerdeführerin 
auferlegt. 

3. Der Zuschlagsempfängerin wird zu Lasten der Beschwerdeführerin eine 
Parteientschädigung von Fr. 1 500.-- zugesprochen. 

4. Der vorliegende Entscheid wird der Beschwerdeführerin, der 
Zuschlagsempfängerin und der Vergabebehörde schriftlich mitgeteilt. 

 

Sitten, 9. März. 2012