# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 910b0519-cf73-5d2d-a4e9-faaa8f77bb12
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-03-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 25.03.2024 SBK.2024.68
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2024-68_2024-03-25.pdf

## Full Text

Obergericht
Beschwerdekammer in Strafsachen

SBK.2024.68
(HA.2024.62; STA.2023.4295)
Art. 96

Entscheid vom 25. März 2024

Besetzung Oberrichter Richli, Präsident
Oberrichterin Massari
Oberrichterin Schär
Gerichtsschreiber Burkhard

Beschwerde-
führer

A._____,
[…]
amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Franz Hollinger,
[…]

Beschwerde-
gegnerin

Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten,
Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG

Anfechtungs-
gegenstand

Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom
22. Februar 2024 betreffend Verlängerung der Untersuchungshaft

in der Strafsache gegen A._____

- 2 -

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten:

1.
1.1.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten führt gegen den am 17. Novem-
ber 2023 festgenommenen Beschwerdeführer eine Strafuntersuchung we-
gen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls (ev. Hehlerei), Entwendung
eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch, qualifizierten Betäubungsmittelhan-
dels und Hausfriedensbruchs. Das Zwangsmassnahmengericht des Kan-
tons Aargau versetzte den Beschwerdeführer entsprechend einem von der
Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten am 18. November 2023 gestellten An-
trag mit Verfügung vom 20. November 2023 bis zum 17. Februar 2024 in
Untersuchungshaft. Die Beschwerdekammer in Strafsachen des Oberge-
richts wies eine vom Beschwerdeführer hiergegen erhobene Beschwerde
mit Entscheid SBK.2023.343 vom 14. Dezember 2023 ab.

1.2.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau wies mit Verfügung
vom 1. Februar 2024 ein vom Beschwerdeführer am 17. Januar 2024 ge-
stelltes Haftentlassungsgesuch ab und ordnete eine bis zum 17. Februar
2024 laufende Karenzfrist für weitere Haftentlassungsgesuche an.

2.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau verlängerte die Un-
tersuchungshaft mit Verfügung vom 22. Februar 2024 entsprechend einem
von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten am 9. Februar 2024 gestell-
ten Antrag bis zum 17. Mai 2024. Diese Verfügung wurde dem Beschwer-
deführer am 23. Februar 2024 zugestellt.

3.
3.1.
Der Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 4. März 2024 Beschwerde
mit verschiedenen Beweisanträgen. Die gestellten Beweisanträge seien
gutzuheissen. Die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und er sei so-
fort aus der Untersuchungshaft zu entlassen. Eventualiter (für den Fall der
Beschwerdeabweisung) sei die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten anzu-
weisen, unverzüglich B._____ parteiöffentlich zu befragen oder befragen
zu lassen und "gerichtsfeste" Unterlagen betreffend die "DNA-Hits" vorzu-
legen.

3.2.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau verzichtete mit Ein-
gabe vom 6. März 2024 auf eine Stellungnahme.

- 3 -

3.3.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten beantragte mit Beschwerdeant-
wort datiert vom 7. März 2024 (Postaufgabe am 8. März 2024) die
Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen.

3.4.
Der Beschwerdeführer hielt mit Stellungnahme vom 18. März 2024 an
seinen mit Beschwerde gestellten Anträgen fest.

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung:

1.
Der Beschwerdeführer ist berechtigt, die Verfügung des Zwangsmassnah-
mengerichts des Kantons Aargau vom 22. Februar 2024 mit Beschwerde
anzufechten (Art. 222 StPO; Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO). Auf seine frist-
(Art. 396 Abs. 1 StPO) und formgerecht (Art. 385 Abs. 1 StPO) erhobene
Beschwerde ist einzutreten.

2.
2.1.
Untersuchungshaft nach Art. 221 Abs. 1 StPO setzt einen dringenden Tat-
verdacht auf ein Verbrechen oder Vergehen voraus. Das Zwangsmassnah-
mengericht des Kantons Aargau legte die diesbezüglichen theoretischen
Grundlagen in seiner E. 6.1 dar. Darauf kann verwiesen werden (Art. 82
Abs. 4 StPO). Des Weiteren bejahte es hinsichtlich folgender Vorwürfe
einen dringenden Tatverdacht:

- Hausfriedensbruch (nachfolgend E. 2.3)
- Gewerbsmässiger und bandenmässiger Diebstahl, ev. Hehlerei (nach-

folgend E. 2.4)
- Entwendung eines Fahrzeugs zum Gebrauch (nachfolgend E. 2.5)
- Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz (nachfolgend E. 2.6)

2.2.
2.2.1.
Der Beschwerdeführer machte mit Beschwerde in allgemeiner Weise gel-
tend, dass die Strafuntersuchung de facto abgeschlossen sei, ohne dass
daraus ein (dringender) Tatverdacht resultiert habe. Die Staatsanwaltschaft
Muri-Bremgarten habe zudem das Beschleunigungsgebot verletzt, betreibe
eine "Geheimjustiz", habe dem Zwangsmassnahmengericht des Kantons
Aargau selektiv nur belastendes Material vorgelegt und etwa bloss "lapidar"
auf DNA-Hits verwiesen. Zur definitiven Klärung der im Raum stehenden
Vorwürfe habe sie aber keinen Finger gerührt (Beschwerde Ziff. II/1, 2).
Zudem stellte der Beschwerdeführer mit diesen Rügen begründete Beweis-
anträge (Beschwerde Ziff. II/2: Antrag auf Zustellung der

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Einvernahmeprotokolle der drei Mitbeschuldigten C._____, D._____ und
E._____; Ziff. II/3: Edition der Ergebnisse aller stattgefundenen Mobiltele-
fonauswertungen; Ziff. II/4: Befragung seiner Person zum von der Staats-
anwaltschaft Muri-Bremgarten behaupteten und von ihm bestrittenen Be-
stand eines Mietvertrags).

Mit Stellungnahme vom 18. März 2024 äusserte er sich in weiten Teilen
ähnlich und beanstandete etwa, dass er zu einem bei ihm aufgefundenen
Schlüssel für ein Mehrfamilienhaus in Q._____ noch nicht befragt worden
sei und dass man nun diesen "Fund" im Beschwerdeverfahren auftische,
ohne vorher "auch nur ein Sterbenswörtchen" gesagt zu haben. In diesem
Zusammenhang behauptete er auch, dass Art. 101 Abs. 1 StPO verletzt
sei (S. 2). Einen Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 6. Dezember 2023,
der der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten aber soweit ersichtlich erst am
27. Februar 2024 übermittelt wurde (Beschwerdeantwortbeilage 2), be-
zeichnete er als "uralt" (S. 4).

2.2.2.
Hierzu ist festzustellen, dass die rund viermonatige Strafuntersuchung ver-
schiedenste Straftaten umfasst. Der Beschwerdeführer weist alle Tatvor-
würfe zurück und trägt selbst dann nichts zur Aufklärung der Tatvorwürfe
bei, wenn entsprechende Einlassungen an sich zu erwarten wären, was
(wie noch zu zeigen ist) etwa beim Tatvorwurf des Hausfriedensbruchs der
Fall ist. Von daher muss die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten bezüglich
aller Tatvorwürfe einen eigentlichen Indizienprozess führen. Dies ist nicht
nur zeitintensiv (weil eine belastbare Indizienkette zunächst mittels Ermitt-
lungen erarbeitet werden muss), sondern auch – weil gerade anfänglich mit
erheblichen Unwägbarkeiten behaftet – anspruchsvoll und komplex. Um
nicht kooperative Beschuldigte gegenüber kooperativen Beschuldigten
nicht zu bevorzugen, darf in solchen Fällen aus einem phasenweise
stockenden Erkenntnisgewinn nicht vorschnell auf eine haltlose oder nicht
kompetent geführte Untersuchung geschlossen werden. Auch darf der ver-
fahrensleitenden Staatsanwaltschaft nicht leichthin zum Vorwurf gemacht
werden, Beweisergebnisse einstweilen noch zurückzuhalten, wenn sie
durch deren Offenlegung die Erarbeitung einer belastbaren Indizienkette
gefährdet sieht und gefährdet sehen darf.

2.2.3.
Nur schon aufgrund des Vorbringens der Staatsanwaltschaft Muri-Brem-
garten mit Beschwerdeantwort, wonach die Ermittlungen auch das nahe
Ausland umfassten und zu sämtlichen Vorwürfen nach wie vor pendent
seien (Ziff. II/2.1), ist ohne Weiteres auszuschliessen, dass die Staatsan-
waltschaft Muri-Bremgarten gar keinen erfolgsversprechenden Ermitt-
lungshandlungen mehr nachgeht bzw. gar nicht mehr ernsthaft versucht,
den dringenden Tatverdacht hinsichtlich der einzelnen Vorwürfe noch zu
erhärten. Dementsprechend ist die Untersuchung, ohne dass dies der

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Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten anzulasten wäre, noch nicht als weit
fortgeschritten (geschweige denn als abgeschlossen) zu betrachten und
sind noch nicht allzu hohe Anforderungen an den dringenden Tatverdacht
zu stellen.

2.2.4.
Im Haftverfahren gestellte Anträge auf Offenlegung von bereits erhobenen
Beweismitteln sind zudem überzeugend zu begründen. Der vom Beschwer-
deführer nicht ansatzweise mit einer solchen Begründung unterlegte Vor-
wurf, dass die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten eine "Geheimjustiz" be-
treibe und dem Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau selektiv
nur belastendes Material vorgelegt habe und ihn entlastende Beweisergeb-
nisse zurückhalte, genügt diesen Anforderungen nicht. Wäre es wie vom
Beschwerdeführer behauptet, hätte die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgar-
ten dem Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau mit Haftverlän-
gerungsgesuch vom 9. Februar 2024 denn auch kaum (als Beilage 1) den
Bericht der Kantonspolizei Aargau vom 5. Februar 2024 zukommen lassen,
wo festgehalten ist, dass die Mitbeschuldigten den Beschwerdeführer nicht
belastet hätten, und die Vermutung geäussert wird, dass sich der Be-
schwerdeführer vor allem zwecks Verrichtung von Schwarzarbeit in der
Schweiz aufgehalten habe.

2.2.5.
Zusammengefasst besteht in Berücksichtigung des Gesagten keine Veran-
lassung, eine Verletzung des Beschleunigungsgebots oder anderer Verfah-
rensgarantien durch die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten festzustellen
und ihr – entsprechend dem Eventualantrag des Beschwerdeführers (Be-
schwerde Ziff. II/15) – irgendwelche Vorgaben i.S.v. Art. 226 Abs. 4 lit. b
StPO zu machen. Gerade was die eventualiter beantragte parteiöffentliche
Einvernahme von B._____ durch die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten
anbelangt, legte der Beschwerdeführer denn auch nicht ansatzweise dar,
weshalb diese aus Gehörsgründen dringlich bzw. warum die delegierte Ein-
vernahme von B._____ vom 17. November 2023 (Beilage zum Haftantrag
vom 18. November 2023) "in weiten Teilen falsch und gerichtlich nicht ver-
wertbar" (Beschwerde Ziff. II/8) sein soll (vgl. hierzu auch nachfolgende
E. 2.3.2). Mangels Begründung unklar bleibt auch, warum der Beschwer-
deführer im Rahmen dieses Beschwerdeverfahrens eventualiter bean-
tragte, es sei die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten anzuweisen, "ge-
richtsfeste Unterlagen betreffend der DNA-Hits" vorzulegen, zumal er nicht
darlegte, was er unter "gerichtsfesten Unterlagen" versteht bzw. warum die
aktenkundige Dokumentation der DNA-Hits nicht "gerichtsfest" sein soll.

Auch die weiteren gestellten Beweisanträge erweisen sich (soweit über-
haupt rechtserheblich) als unbegründet und sind abzuweisen, zumal – wie
bereits vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau in seiner

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E. 6.1 festgestellt – für die Beurteilung des dringenden Tatverdachts eben
kein eigentliches Beweisverfahren durchzuführen ist.

2.3.
2.3.1.
Wer gegen den Willen des Berechtigten etwa in ein Haus unrechtmässig
eindringt, wird (wegen Hausfriedensbruchs) auf Antrag mit Freiheitsstrafe
bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 186 StGB).

2.3.2.
B._____ machte bei seiner delegierten Einvernahme vom 17. November
2023 Aussagen, die – wenn man darauf abstellt – ohne Weiteres nahele-
gen, dass der Beschwerdeführer durch seinen Aufenthalt in der Liegen-
schaft R-Strasse in S._____ den Tatbestand des Hausfriedensbruchs er-
füllt haben könnte (vgl. etwa Frage 27, wonach die Liegenschaft ab dem
28. September 2023 nicht mehr vermietet gewesen sei).

Der Beschwerdeführer brachte hiergegen bei seiner delegierten Einver-
nahme vom 10. Januar 2024 (Beilage 5 zur Hafteingabe der Staatsanwalt-
schaft Muri-Bremgarten vom 19. Januar 2024) zwar vor, sich rechtmässig
in der Liegenschaft aufgehalten zu haben (Frage 27). Während er dies mit
Beschwerde (Ziff. II/8) damit begründete, dass er im Besitz eines Haus-
schlüssels gewesen sei, deutete er bei seiner delegierten Einvernahme
vom 10. Januar 2024 (Fragen 28 – 33) und in seinem Haftentlassungsge-
such vom 15. Januar 2024 (S. 2) an, Untermieter einer Person gewesen zu
sein, von der er nicht mehr wisse, wer sie gewesen sei. Im besagten Haft-
entlassungsgesuch äusserte er sich auch dahingehend, dass B._____ je-
derzeit gewusst habe, wer in der besagten Liegenschaft gewohnt habe,
Liegenschaftsschlüssel ausgegeben habe und nun zum Selbstschutz ver-
suche, ihn zum "Sündenbock" zu machen (S. 1 f.). Diese Darstellung über-
zeugt aber nicht. Sollte es sich wie vom Beschwerdeführer behauptet zu-
getragen haben, läge zumindest summarisch betrachtet eine Konstellation
vor, bei der vernünftigerweise zu erwarten wäre, dass der Beschwerdefüh-
rer seinen angeblichen (Unter-)Vermieter nennen und so seine ihn selbst
entlastenden Vorwürfe gegen B._____ näher begründen würde, zumal
ohne Weiteres davon auszugehen ist, dass er hierzu in der Lage wäre (vgl.
hierzu beispielhaft auch Urteil des Bundesgerichts 6B_1205/2022,
6B_1207/2022 vom 22. März 2023 E. 2.4.1 und 2.4.2).

Nachdem der Beschwerdeführer aber nicht offenlegen will, wie er zum
Hausschlüssel kam, ist gestützt auf die vom Beschwerdeführer zumindest
nicht substantiiert bestrittenen Aussagen von B._____ ein dringender Tat-
verdacht auf Hausfriedensbruch weiterhin zu bejahen. Dass B._____ noch
nicht parteiöffentlich einvernommen wurde (Beschwerde Ziff. II/8, wonach
ein entsprechender und bereits am 7. Februar 2024 gestellter Antrag "ohne
jede Reaktion" geblieben sei), ändert hieran nichts. Die Strafuntersuchung

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umfasst, wie bereits dargelegt, zahlreiche verschiedene Vorwürfe, wurde
erst vor rund vier Monaten angehoben und bedingt offenbar noch zahlrei-
che weitere (gemäss Beschwerdeantwort der Staatsanwaltschaft Muri-
Bremgarten [Ziff. II/2.1] auch grenzüberschreitende) Ermittlungshandlun-
gen. Dass die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten die parteiöffentliche
Einvernahme von B._____ bis anhin offenbar nicht als prioritär betrachtete,
ist deshalb nicht zu beanstanden, zumal der Beschwerdeführer bis anhin
die bereits im Recht liegenden Aussagen von B._____ auch nicht überzeu-
gend in Frage zu stellen vermochte, was gerade Anlass für eine prioritäre
parteiöffentliche Einvernahme von B._____ hätte sein können.

Zudem wirken die Aussagen von B._____ zumindest derzeit auch deshalb
glaubhafter als die konträren Aussagen des Beschwerdeführers, weil beim
Beschwerdeführer (wie von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten mit
Beschwerdeantwort [Ziff. II/2.1] ausgeführt) offenbar auch ein Schlüssel für
ein Mehrfamilienhaus in Q._____ gefunden wurde, der ihm (ebenfalls) nicht
durch eine offizielle Übergabe zugegangen sein soll.

Zwar führte der Beschwerdeführer mit Stellungnahme vom 18. März 2024
aus, dass sich bezüglich des Vorwurfs des Hausfriedensbruchs "vor eini-
gen Tagen" eine Klärung ergeben habe (S. 3). Weder der Stellungnahme
noch den damit auszugsweise eingereichten Unterlagen ist aber etwas zu
entnehmen, was den dringenden Tatverdacht des Hausfriedensbruchs zu-
mindest zu relativieren vermöchte.

2.4.
2.4.1.
Wer jemandem eine fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt,
um sich oder einen andern damit unrechtmässig zu bereichern, wird (we-
gen Diebstahls) mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe be-
straft (Art. 139 Ziff. 1 StGB). Der Dieb wird mit Freiheitsstrafe von sechs
Monaten bis zu zehn Jahren bestraft, wenn er gewerbsmässig stiehlt oder
den Diebstahl als Mitglied einer Bande ausführt, die sich zur fortgesetzten
Verübung von Raub oder Diebstahl zusammengefunden hat
(Art. 139 Ziff. 3 lit. a und b StGB).

Wer eine Sache, von der er weiss oder annehmen muss, dass sie ein an-
derer durch eine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt hat, er-
wirbt, sich schenken lässt, zum Pfande nimmt, verheimlicht oder veräus-
sern hilft, wird (wegen Hehlerei) mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder
Geldstrafe bestraft (Art. 160 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Handelt der Täter ge-
werbsmässig, so wird er mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn
Jahren bestraft (Art. 160 Ziff. 2 StGB).

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2.4.2.
Gestützt auf das in E. 2.3 Ausgeführte ist für dieses Beschwerdeverfahren
davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer und die Mitbeschul-
digten über einen längeren Zeitraum hinweg unberechtigterweise in der an-
sonsten leerstehenden Liegenschaft R-Strasse in S._____ aufhielten und
dort auch persönlich miteinander verkehrten (vgl. hierzu etwa auch Proto-
koll der Haftverhandlung vom 1. Februar 2024, S. 3, wonach man sich ab
und zu unterhalten und Kaffee getrunken habe). Weiter ist davon auszuge-
hen, dass sich der Beschwerdeführer und C._____ dort ein Zimmer teilten
(Protokoll der Haftverhandlung vom 1. Februar 2024, S. 3), dass C._____
damals mehrere Diebstähle beging (Konfrontationseinvernahme vom
12. Februar 2024 [Beschwerdebeilage 3], Fragen 33 und 43), dass in der
besagten Liegenschaft zumindest von den Mitbeschuldigten mutmassli-
ches Deliktsgut in nicht unerheblichem Umfang gelagert wurde (Eröffnung
Festnahme vom 17. November 2023, Frage 10, wonach in der besagten
Liegenschaft E-Trottinette, ein E-Bike, diverse auf Drittpersonen lautende
Kundenkarten und Ausweise gefunden worden seien), dass C._____ nach
der Festnahme von D._____ und E._____ telefonisch den Beschwerdefüh-
rer kontaktierte, dass sich der Beschwerdeführer und C._____ in der Folge
zunächst in einem Lokal in S._____ trafen und dass beide danach zu ihrem
Zimmer in der besagten Liegenschaft gingen, dort im Dunkeln einfach alles,
was sie in die Finger bekamen, in Taschen packten und danach noch
diverse Gegenstände aus der Waschküche behändigten (delegierte Ein-
vernahme des Beschwerdeführers vom 10. Januar 2024 [Beilage 5 zur
Hafteingabe der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 19. Januar
2024], Frage 50).

2.4.3.
Angesichts des in E. 2.4.2 Dargelegten ist geradezu offensichtlich, dass die
Mitbeschuldigten den Beschwerdeführer als Mitbewohner akzeptierten und
dass ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen ihnen bestand. Die
Mitbeschuldigten scheinen sich denn auch nicht bemüht zu haben, ihre
mutmasslich deliktische Tätigkeit vor dem Beschwerdeführer zu verbergen.
So gab der Beschwerdeführer etwa am 20. November 2023 gegenüber
dem Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau zu Protokoll, schon
bemerkt zu haben, dass es immer mehr Waren im Haus gehabt habe, dass
ihm das aber egal gewesen sei, weil er ja "mit denen nicht unterwegs zum
Klauen" gewesen sei (Protokoll der Haftverhandlung, S. 3).

Soweit der Beschwerdeführer dieses Vertrauensverhältnis (sinngemäss)
damit zu erklären versucht, dass er mehr oder weniger rein zufällig auf die
Mitbeschuldigten getroffen sei und diese in der Folge nur oberflächlich
bzw. höchstens kollegial kennengelernt habe (vgl. hierzu etwa Protokoll
Haftverhandlung vom 20. November 2023, S. 3 und 4), überzeugt dies
summarisch betrachtet nicht. Nur schon der Umstand, dass sich der Be-
schwerdeführer und die Mitbeschuldigten mutmasslich allesamt nicht

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rechtmässig in der ansonsten offenbar unbewohnten Liegenschaft aufhiel-
ten, spricht gegen ein zufälliges Kennenlernen, wie es etwa bei
rechtmässigen Mietern einer Liegenschaft der Fall sein könnte.

2.4.4.
Dass die Aussagen des Beschwerdeführers zu seinem Verhältnis zu den
Mitbeschuldigten nicht besonders glaubhaft wirken, bedeutet umgekehrt
zwar noch nicht, dass die von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten und
vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau vertretene
Auffassung, dass der Beschwerdeführer Mittäter oder Hehler der Mitbe-
schuldigten gewesen sei, zutreffen muss. Derzeit ist diese Annahme aber
eine zumindest plausible Erklärung für das besondere Vertrauensverhältnis
zwischen dem Beschwerdeführer und den Mitbeschuldigten und ihr mut-
massliches Zusammenleben in der besagten Liegenschaft.

Zwar haben die Mitbeschuldigten den Beschwerdeführer offenbar weder
als Mittäter noch als Hehler belastet (Rapport der Kantonspolizei Aargau
vom 5. Februar 2024, S. 2 [Beilage 1 zum Haftverlängerungsgesuch der
Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 9. Februar 2024]). Nichtsdesto-
trotz sprechen die konkreten Umstände gerade kurz vor der Anhaltung des
Beschwerdeführers dafür, dass der Beschwerdeführer zumindest in einem
gewissen Umfang Mittäter oder aber Hehler der Mitbeschuldigten war.
Diesbezüglich ist auf Folgendes hinzuweisen:

- B._____ meldete der Kantonspolizei Aargau offenbar am Nachmittag
des 16. November 2023 (14.08 Uhr), dass er in der besagten Liegen-
schaft vier Personen (zwei Männer und zwei Frauen) festgestellt habe.
Diese Meldung führte noch gleichentags zur Festnahme von E._____
und D._____ (Rapport der Kantonspolizei Aargau vom 17. November
2023, S. 2 [Beilage zum Haftantrag vom 18. November 2023]).

- Der Beschwerdeführer gab bei seiner delegierten Einvernahme vom
10. Januar 2024 zu Protokoll, E._____ habe ihn einige Stunden vor sei-
ner eigenen Verhaftung angerufen und "etwas von Problemen" im Haus
erzählt (Frage 50). Gegenüber dem Zwangsmassnahmengericht des
Kantons Aargau gab er leicht abweichend zu Protokoll, dass er von
D._____ kontaktiert worden sei, weil jemand im Haus gewesen sei.
Später habe C._____ ihn angerufen, weil dieser E._____ und D._____
nicht mehr habe erreichen können (Protokoll Haftverhandlung vom
1. Februar 2024, S. 4). In der Folge habe er C._____ in S._____ im
Lokal gegenüber dem Gemeindehaus getroffen und dort mit ihm ein
Bier getrunken. Dann seien sie direkt in ihr Zimmer gegangen, wo sie
in Dunkelheit einfach alles, was sie in die Finger bekommen hätten, in
Taschen gepackt hätten. Danach hätten sie die Taschen in der Nähe
des Ausgangs deponiert, seien in die Waschküche gegangen und hät-
ten dort – ebenfalls im Dunkeln – diverse Gegenstände behändigt und

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auch in seinen Rucksack gepackt (Einvernahme vom 10. Januar 2024,
Fragen 50, 57).

Der Beschwerdeführer wäre wohl kaum zunächst von E._____ und
D._____ (wegen des Kontakts mit B._____) und kurz darauf von C._____
(wegen der Festnahme von E._____ und D._____) kontaktiert worden,
wenn sie nur oberflächlich miteinander bekannt gewesen wären. Im weite-
ren Verlauf scheint der Beschwerdeführer zudem nicht nur C._____ behilf-
lich gewesen zu sein, die Liegenschaft mitten in der Nacht notfallmässig zu
räumen, sondern verhielt es sich augenscheinlich eher so, dass der Be-
schwerdeführer und C._____ die Liegenschaft im Schutze der Dunkelheit
gemeinsam räumten, ohne darauf geachtet zu haben, wem was gehörte.
Von daher wirkt es summarisch betrachtet nicht überzeugend, wenn der
Beschwerdeführer mit Beschwerde davon sprach, dass sie "seelenruhig"
gepackt hätten und dass allein C._____ am nächsten Morgen von einem
Auto hätte abgeholt werden sollen (Beschwerde Ziff. II/5).

Dass sich der Beschwerdeführer aufgrund des ihm von C._____ und
E._____ oder D._____ Mitgeteilten offenbar veranlasst sah, mitten in der
Nacht und im Schutze der Dunkelheit auch selbst die Liegenschaft in der
besagten Weise zu räumen, in die er nach eigener Aussage doch recht-
mässig eingemietet war, spricht (zumindest in gewissem Umfang) konkret
für den von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten geäusserten und vom
Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau geteilten Verdacht, dass
der Beschwerdeführer Mittäter oder aber Hehler der Mitbeschuldigten war
(so schon die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten in ihrer Hafteingabe
vom 19. Januar 2024, S. 3). Zudem ist das beschriebene Verhalten des
Beschwerdeführers (wenn er nicht Mittäter gewesen sein sollte) summa-
risch betrachtet als Versuch zu werten, mutmassliches Diebesgut vom bis-
herigen und offenbar nicht mehr als sicher empfundenen Lagerort wegzu-
schaffen, mithin als eine versuchte Verheimlichungshandlung
i.S.v. Art. 160 Ziff. 1 StGB, zumal für dieses Beschwerdeverfahren anzu-
nehmen ist, dass der Beschwerdeführer zumindest von der deliktischen
Herkunft eines Teils der eingepackten Sachen wusste (so schon die Staats-
anwaltschaft Muri-Bremgarten in ihrer Hafteingabe vom 19. Januar
2024, S. 3).

2.4.5.
Konkrete Umstände, die es nach nunmehr rund viermonatiger Untersu-
chung noch rechtfertigten, immer noch von einem dringenden Tatverdacht
auf banden- oder gewerbsmässigen Diebstahl zu sprechen, lassen sich
aber weder den eingereichten Akten noch den Ausführungen der Staats-
anwaltschaft Muri-Bremgarten entnehmen. Einerseits spricht gerade der
Umstand, dass der Vorwurf der Hehlerei mindestens so begründet er-
scheint wie der Vorwurf des in Mittäterschaft begangenen Diebstahls, ge-
gen die Qualifikation der Bandenmässigkeit (vgl. hierzu etwa PHILIPPE

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WEISSENBERGER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, N. 92
zu Art. 160 StGB, wonach der Täter der Vortat nicht sein eigener Hehler
sein kann; Urteil des Bundesgerichts 6B_619/2019 vom 11. März 2020
E. 1.3, wonach aber zwischen Hehlerei und Gehilfenschaft zur Vortat
Realkonkurenz besteht). Andererseits sind keine konkreten Hinweise er-
sichtlich, dass der Beschwerdeführer nicht nur vereinzelt, sondern ge-
werbsmässig Diebstahl oder Hehlerei betrieben haben könnte.

Umgekehrt ist entgegen dem Vorbringen des Beschwerdeführers (Be-
schwerde Ziff. II/7 und 14) aber auch die Privilegierung nach Art. 172ter
StGB nicht einschlägig, gibt es doch keine konkreten Hinweise, dass der
Beschwerdeführer bei seiner mutmasslichen vermögensrechtlichen Delin-
quenz darauf bedacht gewesen wäre, sich noch im vermögensstrafrecht-
lichen Bagatellbereich von unter Fr. 300.00 zu bewegen (vgl. hierzu etwa
Urteil des Bundesgerichts 6B_158/2018 vom 14. Juni 2018 E. 2.2).

2.4.6.
Dass der Beschwerdeführer den Tatverdacht des Diebstahls oder der Heh-
lerei bestreitet, vermag ihn nicht zu entkräften. Folgt man dem Beschwer-
deführer, müsste es so gewesen sein, dass er sich über eine Person, die
er nicht nennen will oder kann, in der besagten Liegenschaft einmietete,
dort mit dem ihm zuvor unbekannten C._____ ein Zimmer teilte und mit
diesem zusammen nach der Festnahme von E._____ und D._____ ohne
ersichtlichen Grund im Schutze der Dunkelheit geradezu notfallmässig die
Liegenschaft zu räumen und verlassen versuchte. Dies entspricht aber ge-
rade nicht dem Verhalten einer Person, die sich bloss zufällig zur falschen
Zeit am falschen Ort (Beschwerde Ziff. II/11) befand. Darüber hinaus sind
auch weitere Aussagen des Beschwerdeführers summarisch betrachtet un-
glaubhaft. Dies betrifft etwa (wie bereits in E. 2.3 dargelegt) seine Ausfüh-
rungen, in der besagten Liegenschaft rechtmässig ein Zimmer gemietet zu
haben, oder auch seine Ausführungen zur Frage, warum sich ein mutmass-
lich von C._____ entwendetes Louis Vuitton Portemonnaie in seiner Tat-
sche befunden habe. Bei seiner Einvernahme vom 10. Januar 2024 gab er
hierzu noch zu Protokoll, dass dieses Portemonnaie "bei der nächtlichen
Packaktion" in seine Tasche gelangt sein müsse, ohne dass er wisse, wie
es in sein Zimmer gekommen sei (Frage 64). Er habe es von niemandem
übernommen und brauche auch keinen "Louis Vuitton Geldbeutel" (Frage
65). Nachdem aber C._____ anlässlich der Konfrontationseinvernahme
vom 12. Februar 2024 ausgesagt hatte, dass er dieses Portemonnaie dem
Beschwerdeführer als Dankeschön für die Zimmermitbenutzung überge-
ben habe (Frage 45), wich auch der Beschwerdeführer von seinen ersten
Aussagen ab und bestätigte nicht nur die Aussagen von C._____ (Frage
55), sondern legte auch dar, was für Gedanken er sich zur Herkunft dieses
Portemonnaies gemacht habe (Frage 61).

- 12 -

2.4.7.
Zusammengefasst ist bezüglich des Vorwurfs des Diebstahls i.S.v. Art. 139
Ziff. 1 StGB, ev. des Vorwurfs der Hehlerei i.S.v. Art. 160 Ziff. 1 StGB, ein
dringender Tatverdacht zu bejahen. Weil dieser dringende Tatverdacht ge-
rade nicht darauf beruht, dass der Beschwerdeführer von den Mitbeschul-
digten entsprechend belastet worden wäre, sondern massgeblich auf dem
vom Beschwerdeführer kurz vor seiner Anhaltung gezeigten Verhalten, ist
ohne Weiteres auszuschliessen, dass der dringende Tatverdacht in Kennt-
nis der Einvernahmeprotokolle der Mitbeschuldigten zu verneinen wäre.
Der Beschwerdeführer brachte denn auch nichts vor, was den sofortigen
Beizug der Einvernahmeprotokolle der Mitbeschuldigten geboten erschei-
nen liesse.

2.5.
2.5.1.
Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer ein
Motorfahrzeug zum Gebrauch entwendet (Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG).

2.5.2.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten legte dem Beschwerdeführer im
Haftverlängerungsgesuch vom 9. Februar 2024 zur Last, am 8. April 2015
einen Personenwagen i.S.v. Art. 94 Abs. 1 lit. a SVG entwendet zu haben
(S. 3). Der diesbezügliche Tatverdacht kann objektiv betrachtet einzig darin
begründet liegen, dass das DNA-Profil des Beschwerdeführers mit dem
DNA-Profil einer im entwendeten Fahrzeug (auf einem Zigarettenstummel)
sichergestellten Spur übereinstimmt (vgl. hierzu Hafteingabe der Staatsan-
waltschaft Muri-Bremgarten vom 19. Januar 2024, S. 3, samt Beilage
8; Haftverlängerungsgesuch der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom
9. Februar 2024, S. 3, mit Hinweis auf einen Rapport der Kantonspolizei
Zürich vom 12. Dezember 2023 [Eingabebeilage 2]). Dass das besagte
Fahrzeug offenbar in Lottstetten (Deutschland) sichergestellt wurde, ver-
mag den Tatverdacht auch in Berücksichtigung der Aussage des Be-
schwerdeführers, immer wieder zwischen Deutschland und der Schweiz
hin- und hergependelt zu sein (vgl. hierzu Beschwerdeantwort der Staats-
anwaltschaft Muri-Bremgarten, Ziff. II/2.1), weder zu erhärten noch zu ent-
kräften.

2.5.3.
Der Beschwerdeführer bestritt noch anlässlich der Haftverhandlung vom
1. Februar 2024, "zur Entwendung zum Gebrauch" etwas zu wissen (Pro-
tokoll Haftverhandlung vom 1. Februar 2024, S. 6). Mit Stellungnahme vom
19. Februar 2024 machte er aber auf S. 5 geltend, dass es sich beim Ge-
schädigten F._____ um einen Jugendfreund handle. Er habe damals des-
sen Fahrzeug bei Besuchen benutzt und dabei auch geraucht. Zum Beweis
legte er einen E-Mail-Verkehr zwischen F._____ (bzw. aaa@aaa.ch) und
seinem amtlichen Verteidiger ins Recht (Eingabebeilage 4), in welchem

- 13 -

F._____ bestätigte, dass er und der Beschwerdeführer Jugendfreunde ge-
wesen seien und bis 2019 Kontakt miteinander gehabt hätten.

Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau führte hierzu aus,
dass es die vom Beschwerdeführer (mit Stellungnahme vom 19. Februar
2024) aufgestellte Behauptung, dass er oft im Fahrzeug von F._____ ge-
fahren sei, mangels aktenkundiger Belege nicht überprüfen könne (E. 6.4),
was der Beschwerdeführer wiederum mit Beschwerde beanstandete, weil
nunmehr feststehe, dass er anlässlich von Besuchen im Auto seines Ju-
gendfreundes unterwegs gewesen sei und dabei auch geraucht habe (Be-
schwerde Ziff. II/9).

2.5.4.
Die Ausführungen des Beschwerdeführers vermögen aus zweierlei Grün-
den nicht zu überzeugen.

- Erstens bestätigte F._____ nicht, dass der Beschwerdeführer als sein
Jugendfreund im entwendeten Fahrzeug unterwegs gewesen sei und
dabei auch geraucht habe, sondern – entsprechend der Frage des amt-
lichen Verteidigers – einzig, dass sie Jugendfreunde gewesen seien.

- Zweitens kann es – entgegen der nicht näher begründeten Behauptung
des amtlichen Verteidigers des Beschwerdeführers (Beschwerde
Ziff. II/9) – nicht ohne Weiteres als erstellt betrachtet werden, dass die
private Kontaktaufnahme i.S.v. Art. 12 lit. a BGFA lege artis erfolgte
(vgl. hierzu BGE 136 II 551 Regeste und E. 3.2, wonach eine private
Zeugenbefragung nur dann mit der anwaltlichen Pflicht zur sorgfältigen
und gewissenhaften Berufsausübung vereinbar ist, wenn eine sachli-
che Notwendigkeit für die Befragung besteht, diese zudem im Interesse
des Mandanten liegt und wenn die Befragung so ausgestaltet wird, dass
jede Beeinflussung vermieden und die störungsfreie Sachverhaltser-
mittlung durch das Gericht bzw. die Untersuchungsbehörde
gewährleistet wird). Nachdem der Beschwerdeführer nämlich noch am
1. Februar 2024 aussagte, nicht zu wissen, was es mit dem Vorwurf der
Fahrzeugentwendung auf sich habe, liess er – ohne zuvor bei der
Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten einen entsprechenden Beweisan-
trag gestellt zu haben – am 16. Februar 2024 den mutmasslich Geschä-
digten F._____ durch seinen amtlichen Verteidiger anfragen, ob er
seine (damals gegenüber der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten
noch gar nicht aufgestellte) Behauptung, dass sie Jugendfreunde ge-
wesen seien, bestätigen könne.

Von daher kann dem Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau
nicht zum Vorwurf gemacht werden, auf die Ergebnisse der privaten Be-
weiserhebung des Beschwerdeführers nicht abgestellt, sondern gestützt
auf den DNA-Hit einen dringenden Tatverdacht i.S.v. Art. 94 Abs. 1 lit. a

- 14 -

SVG bejaht zu haben, zumal gerade auch der blosse Umstand, dass der
Beschwerdeführer und F._____ mutmasslich "Jugendfreunde" waren, die-
sen Tatverdacht in keiner Weise zu relativieren vermag.

2.6.
2.6.1.
Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer Be-
täubungsmittel unbefugt veräussert, verordnet, auf andere Weise einem
andern verschafft oder in Verkehr bringt (Art. 19 Abs. 1 lit. c BetmG). Der
Täter wird mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft, wenn er
weiss oder annehmen muss, dass die Widerhandlung mittelbar oder
unmittelbar die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann
(Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG).

2.6.2.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten warf dem Beschwerdeführer be-
reits mit Hafteingabe vom 19. Januar 2024 (Ziff. 2, unter Verweis auf Ein-
gabebeilage 8) gestützt auf einen DNA-Hit vor, am 16. Juni 2022 in T._____
ein Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz i.S.v. Art. 19 Abs. 1 lit. c
BetmG begangen zu haben. Mit Beschwerdeantwort (Ziff. II/2.1) äusserte
sie erstmals den Verdacht, dass der Beschwerdeführer im Besitz von 91
Gramm Kokain gewesen sei und damit gehandelt habe. Bei einer am
16. Juni 2022 durchgeführten Hausdurchsuchung seien am damaligen Auf-
enthaltsort des Beschwerdeführers nicht nur die besagten 91 Gramm Ko-
kain sichergestellt worden, sondern auf einem Behältnis mit Kokainrück-
ständen auch DNA des Beschwerdeführers, weshalb von einem qualifizier-
ten Handel mit Kokain i.S.v. Art. 19 Abs. 2 BetmG auszugehen sei. Sie
verwies auf einen Rapport der Kantonspolizei Zürich vom 6. Dezember
2023 (Beschwerdeantwortbeilage 2).

2.6.3.
Der Beschwerdeführer brachte hierzu mit Stellungnahme vom 18. März
2024 vor, dass er bei seiner damaligen "Abreise" das Behältnis mit den
Kokainrückständen von etwa 0.1 Gramm, auf welchem seine DNA festge-
stellt worden sei, vergessen habe. Der Vakuumbeutel mit den 91 Gramm
Kokain habe aber nicht ihm gehört, sondern G._____, in dessen Zimmer er
auch gefunden worden sei. Eine derart grosse Kokainmenge hätte er nicht
einfach zurückgelassen (S. 4).

2.6.4.
Dem besagten Rapport der Kantonspolizei Zürich ist nicht nur der Ort der
damals durchsuchten Liegenschaft zu entnehmen, sondern auch, dass
H._____ einen "I._____", den er bei sich habe wohnen lassen und der tür-
kisch gesprochen habe, bezichtigte, Besitzer des im Schlafzimmer von
G._____ sichergestellten Kokains gewesen zu sein. Im besagten

- 15 -

Schlafzimmer sei zudem auch eine Louis Vuitton Tasche mit einem Schrift-
stück in türkischer Sprache sichergestellt worden.

2.6.5.
Dass der besagte Rapport der Kantonspolizei Zürich dem Zwangsmass-
nahmengericht des Kantons Aargau nicht vorlag, ändert nichts daran, dass
er im vorliegenden Beschwerdeverfahren bei der Beurteilung des dringen-
den Tatverdachts mitzuberücksichtigen ist (vgl. hierzu Urteil des Bundes-
gerichts 1B_51/2015 vom 7. April 2015 E. 4.6).

2.6.6.
Dass die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten gestützt auf den besagten
Rapport der Kantonspolizei Zürich nunmehr schliesst, dass der Beschwer-
deführer in einen qualifizierten Betäubungsmittelhandel involviert (gewe-
sen) sein könnte, erscheint konkret begründet, legen die Umstände doch
zumindest nahe, dass sich der Beschwerdeführer im besagten Schlaf-
zimmer aufhielt und dort mit Kokain hantierte. Zudem scheint es sich beim
besagten "I._____" um eine türkisch sprechende Person gehandelt zu ha-
ben, die ein gewisses Faible für die Marke Louis Vuitton gehabt zu haben
scheint, was unwillkürlich an den Beschwerdeführer denken lässt.

Zu beachten ist auch, dass die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten dem
Beschwerdeführer als Kollusionshandlung vorwirft, zwischen seinem
letzten Gespräch mit C._____ und seiner Inhaftierung die SIM-Karte aus
seinem Mobiltelefon entfernt zu haben. Nachdem der Beschwerdeführer
zur Widerlegung dieses Vorwurfs zunächst geltend machte, dass sich die
Polizei bei ihm nach dem PIN-Code der SIM-Karte erkundigt habe (Be-
schwerde Ziff. II/3), behauptete die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten
mit Beschwerdeantwort (Ziff. II/2.2), dass die Polizei sich einzig nach dem
Gerätecode erkundigte habe. Als Beleg reichte sie ein die vorläufige
Sicherstellung des Mobiltelefons betreffendes Formular ein. Daraufhin
machte der Beschwerdeführer mit Stellungnahme vom 18. März 2024 neu
geltend, dass sein Mobiltelefon ein Dual-SIM-Mobiltelefon sei, dass nur
eine SIM-Karte eingesetzt gewesen sei und dass man diese übersehen
habe, weil man nur die leere Halterung registriert habe (S. 5). Summarisch
betrachtet ist dies aber derart unwahrscheinlich, dass es bei der Beur-
teilung des dringenden Tatverdachts ohne Weiteres unberücksichtigt ge-
lassen werden kann. Dementsprechend ist mit der Staatsanwaltschaft
Muri-Bremgarten davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer nach
seinem letzten Telefonat mit C._____ die SIM-Karte entfernte, bevor er sich
zur besagten Liegenschaft begab, was als eine Kollusionshandlung zu wer-
ten ist, die gerade auch dem Vorwurf des qualifizierten Betäubungsmittel-
handels eine besondere Plausibilität verleiht.

- 16 -

Auch ansonsten wirken die im Rapport der Kantonspolizei Zürich wieder-
gegebenen Aussagen von H._____ nicht ohne Weiteres unglaubhaft und
ist gestützt darauf der von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten mit Be-
schwerdeantwort geltend gemachte dringende Tatverdacht auf einen
qualifizierten Betäubungsmittelhandel einstweilen zu bejahen, zumal der
besagte Rapport der Kantonspolizei Zürich der Staatsanwaltschaft Muri-
Bremgarten offenbar erst am 27. Februar 2024 übermittelt wurde und eine
vertiefte Abklärung des darauf gründenden Vorwurfs des qualifizierten Be-
täubungsmittelhandels deshalb noch kaum möglich war.

2.7.
Zusammengefasst ist ein dringender Tatverdacht hinsichtlich des Vorwurfs
des Diebstahls, ev. der Hehlerei, des Hausfriedensbruchs, der Entwendung
eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch und des qualifizierten Betäubungs-
mittelhandels zu bejahen.

3.
3.1.
Untersuchungshaft nach Art. 221 Abs. 1 StPO setzt weiter einen be-
sonderen Haftgrund in Form von Flucht- (lit. a), Kollusions- (lit b) oder
Wiederholungsgefahr (lit. c) voraus.

3.2.
3.2.1.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau legte die
theoretischen Grundlagen zur von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten
geltend gemachten Kollusionsgefahr in seiner E. 8.1 dar. In der Sache ver-
wies es in E. 8.4 auf seine früheren Verfügungen und führte aus, dass es
nicht beurteilen könne, ob sich die SIM-Karte des Beschwerdeführers zum
Zeitpunkt seiner Anhaltung im sichergestellten Mobiltelefon befunden habe
oder nicht, weshalb es daraus keinen Schluss bezüglich "bereits
kolludierendem Verhalten" ziehen könne. Im Hinblick auf den Vorwurf des
Diebstahls bzw. der Hehlerei schloss es zudem nicht aus, dass es nebst
den Mitbeschuldigten noch weitere Täter geben könnte.

3.2.2.
Der Beschwerdeführer brachte mit Beschwerde (sinngemäss) vor, dass
seine SIM-Karte im sichergestellten Mobiltelefon gewesen sei und dass es
keine Hinweise auf "Mittäter im Hintergrund" gebe (Beschwerde Ziff. II/12).

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten merkte mit Beschwerdeantwort
(Ziff. II/2.2) an, dass seit dem Eingang des Rapports der Kantonspolizei
Zürich vom 6. Dezember 2023 neu auch eine Kollusionsgefahr mit G._____
und H._____ und allfälligen Lieferanten und Abnehmern des Kokainhan-
dels bestehe. Der Beschwerdeführer bestritt dies mit Stellungnahme vom

- 17 -

18. März 2024, weil das sichergestellte Kokain nicht ihm, sondern G._____
gehöre (S. 5).

3.2.3.
Insbesondere bezüglich des Vorwurfs des qualifizierten Betäubungsmittel-
handels liegt es nahe, dass es noch unbekannte Mittäter bzw. Abnehmer
oder Lieferanten gibt, die der Beschwerdeführer warnen oder mit denen er
sich absprechen könnte (vgl. hierzu exemplarisch Urteil des Bundesge-
richts 1B_380/2019 vom 21. August 2019 E. 3.4). Auch könnte der Be-
schwerdeführer sich mit G._____ und H._____ absprechen oder auch da-
rauf hinwirken, dass die von ihm mutmasslich nur vorsorglich versteckte
SIM-Karte unauffindbar bleibt. Die Strafuntersuchung ist zudem gerade hin-
sichtlich des gewichtigen Vorwurfs des qualifizierten Betäubungsmittelhan-
dels derzeit noch nicht so weit fortgeschritten, dass der Staatsanwaltschaft
Muri-Bremgarten nicht noch eine gewisse Zeit einzuräumen wäre, die
laufenden Ermittlungen frei von Kollusionsversuchen des Beschwerde-
führers weiterzuführen. Der besondere Haftgrund der Kollusionsgefahr ist
damit mit dem Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau zu beja-
hen.

3.3.
3.3.1.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau legte die
theoretischen Grundlagen zur von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten
geltend gemachten Fluchtgefahr in seiner E. 9.1 zutreffend dar. In der
Sache verwies es (in E. 9.4) auf seine früheren Verfügungen und wollte
nicht ausschliessen, dass der Beschwerdeführer vor seiner Festnahme
seine Flucht vorbereitet habe.

3.3.2.
Der Beschwerdeführer bestritt mit Beschwerde jegliche Fluchtgefahr. Die
Behauptung, dass er vor seiner Festnahme eine Flucht vorbereitet habe,
sei "aufgrund aller Umstände" widerlegt (Beschwerde Ziff. II/13; vgl. hierzu
auch Beschwerde Ziff. II/5, wonach er und C._____ die Sachen "seelen-
ruhig" während fast einer Stunde zusammengeräumt hätten und allein
C._____ am nächsten Morgen von einem Auto hätte abgeholt werden
sollen).

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten wies mit Beschwerdeantwort
(Ziff. II/2.2) die Behauptung des Beschwerdeführers, damals "seelenruhig"
gepackt zu haben, als falsch zurück. Gemäss eigenen Aussagen des Be-
schwerdeführers habe das Packen im Dunkeln stattgefunden und sei alles
eingepackt worden, was ihnen in die Finger gekommen sei. Dieses Verhal-
ten zeige offenkundig den klaren Fluchtwillen. Der Beschwerdeführer
seinerseits beharrte mit Stellungnahme vom 18. März 2024 darauf, damals

- 18 -

"seelenruhig" während fast einer Stunde gepackt und die Liegenschaft ge-
rade nicht so schnell wie möglich verlassen zu haben (S. 5).

3.3.3.
Der Beschwerdeführer hat im Falle seiner Verurteilung wegen der von
einem dringenden Tatverdacht getragenen Vorwürfe mit einer empfind-
lichen Freiheitsstrafe zu rechnen, was einen nicht unerheblichen Fluchtan-
reiz begründet. Dass der Beschwerdeführer diesem gar nicht zugänglich
wäre, lässt sich (wie sogleich zu zeigen ist) nicht feststellen.

Der Beschwerdeführer ist türkischer Nationalität und nach eigener Aussage
in Deutschland aufgewachsen. Dort habe er auch eine Ausbildung zum In-
dustrieelektroniker absolviert und lebe seine Familie (vgl. hierzu Eröffnung
Festnahme vom 17. November 2023, Einvernahme zur Person, Fragen 5,
9, 13). Einen besonderen Bezug zur Schweiz weist der Beschwerdeführer
weder in beruflicher, familiärer noch anderweitiger sozialer Hinsicht auf.
Folgt man seinen Ausführungen, will er sich zwar zwecks Jobsuche in der
Schweiz aufgehalten haben, seit Jahren immer wieder in die Schweiz ge-
kommen sein und hier auch viele Freunde haben. Deren Nachnamen kennt
er aber angeblich nicht (Eröffnung Festnahme vom 17. November 2023,
Einvernahme zur Person, Fragen 2, 3, 7). Zudem gab er am 10. Januar
2024 zu Protokoll, in der Schweiz noch nie gegen Entgelt gearbeitet zu ha-
ben, sondern nur Praktika absolviert und ehrenamtlich für eine Moschee
Arbeiten erledigt zu haben (Frage 20), ohne aber auch hier konkrete und
überprüfbare Angaben zu machen. Insofern ist nicht zu erkennen, dass der
Beschwerdeführer ernsthaft bemüht sein könnte, sich zumindest beruflich
in der Schweiz zu verankern.

Wenngleich der Beschwerdeführer glaubhaft aussagte, in Deutschland –
wo auch seine Eltern und fünf Geschwister lebten – aufgewachsen zu sein
und dort eine Ausbildung als Industrieelektroniker absolviert zu haben,
bleibt unklar, wie fest der Beschwerdeführer tatsächlich in Deutschland ver-
ankert ist. Nach eigenen Angaben ist er ledig, hat keine Kinder und offenbar
auch in Deutschland keinen Job (Eröffnung Festnahme vom 17. November
2023, Einvernahme zur Person, Fragen 5, 10). Wie vom Zwangs-
massnahmengericht des Kantons Aargau mit Verfügung vom 1. Februar
2024 (in E. 5.2.4) festgestellt, verfügt er gemäss stattgefundenen Abklärun-
gen in Deutschland auch über keinen festen Wohnsitz (vgl. hierzu auch
Hafteingabe der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 19. Januar
2024, S. 4, mit Hinweis auf Eingabebeilage 9). Dass er in Deutschland in
einer Art und Weise verankert wäre, dass er auch dort den hiesigen Straf-
behörden jederzeit zur Verfügung stünde, lässt sich damit gerade nicht fest-
stellen. Der immerhin 43-jährige Beschwerdeführer scheint vielmehr auch
in Deutschland insgesamt wenig gebunden zu sein, was sich etwa auch in
seiner Aussage zeigt, in der Schweiz bleiben zu wollen, wenn er hier einen
Job finde, und ansonsten wieder nach Deutschland zu gehen (Eröffnung

- 19 -

Festnahme vom 17. November 2023, Einvernahme zur Person, Frage 16).
Zudem sind auch abgesehen von der Nationalität des Beschwerdeführers
Bezugspunkte zur Türkei zu erkennen, sagte er doch aus, dass er mit
seinen Eltern, die zwischen Deutschland und der Türkei "hin und her" wech-
selten, Türkisch rede (Eröffnung Festnahme vom 17. November 2023, Ein-
vernahme zur Person, Fragen 6, 13).

Zusammengefasst scheint der Beschwerdeführer wenig gebunden und da-
mit in der Lage zu sein, seinen jeweiligen Aufenthalt nach blossen
Praktikabilitätsüberlegungen zu bestimmen. Von daher ist nicht ersichtlich,
warum er sich den hiesigen Strafbehörden trotz der damit für ihn einherge-
henden erheblichen Nachteile freiwillig zur Verfügung halten solle. Dass
das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau Fluchtgefahr be-
jahte, ist nicht zu beanstanden.

4.
4.1.
Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau legte die
theoretischen Grundlagen zur Verhältnismässigkeit einer Untersuchungs-
haftverlängerung in E. 10.2 (betreffend das sog. Verbot der Überhaft und
Ersatzmassnahmen) seiner Verfügung zutreffend dar. Darauf kann
verwiesen werden.

4.2.
Der Beschwerdeführer wurde am 17. November 2023 festgenommen. Per
17. Mai 2024 würde er sich somit 6 Monate in Untersuchungshaft befinden.
Nur schon wegen der vom Beschwerdeführer im Falle seiner Verurteilung
wegen qualifizierter Betäubungsmitteldelikte zu gewärtigenden Freiheits-
strafe von nicht unter einem Jahr wäre dadurch das Verbot der Überhaft
nicht verletzt. Nichts anderes ergibt sich aus der Beschwerde, mit welcher
der Beschwerdeführer die von ihm behauptete Verletzung des Verbots der
Überhaft einzig mit dem Fehlen eines dringenden Tatverdachts begründete
(Beschwerde Ziff. II/14).

4.3.
Ersatzmassnahmen, mit denen sich der festgestellten Flucht- und Kollusi-
onsgefahr wirksam begegnen liesse, sind keine ersichtlich. Der Beschwer-
deführer liess die entsprechende Feststellung des Zwangsmassnahmen-
gerichts des Kantons Aargau unbeanstandet, womit sich weitere Ausfüh-
rungen erübrigen.

4.4.
Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten verwies in ihrer Beschwerdeant-
wort auf auch das nahe Ausland umfassende Ermittlungen (Ziff. II/2.1) und
noch nicht vollständig durchgeführte Konfrontationseinvernahmen
(Ziff. II/2.4). Dieser Verweis ist angesichts der von einem dringenden

- 20 -

Tatverdacht getragenen Vorwürfe und des in E. 2.2 Ausgeführten, wonach
keine Verletzung des Beschleunigungsgebots oder anderer Verfahrens-
grundsätze festzustellen ist und wonach die Strafuntersuchung gerade im
Hinblick auf den Vorwurf des qualifizierten Betäubungsmittelhandels noch
nicht weit fortgeschritten ist, nicht zu beanstanden und vermag die Dauer
der beantragten und vom Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau
gewährten Haftverlängerung zu rechtfertigen. Die Beschwerde erweist sich
damit als unbegründet und ist abzuweisen.

5.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens sind ausgangsgemäss dem mit sei-
ner Beschwerde unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 428
Abs. 1 StPO). Die Entschädigung seines amtlichen Verteidigers ist am
Ende des Strafverfahrens von der dannzumal zuständigen Instanz festzu-
legen (Art. 135 Abs. 2 Satz 1 StPO).

Die Beschwerdekammer entscheidet:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestehend aus einer Gerichtsge-
bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 67.00, zusammen
Fr. 1'067.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

Zustellung an:
[…]

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG)

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-
lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-
schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde
kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn
diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-
sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-
den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde
(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-
gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG).

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren
Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte
elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen,

- 21 -

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf
die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen
hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde-
legitimation ist Art. 81 BGG massgebend.

Aarau, 25. März 2024

Obergericht des Kantons Aargau
Beschwerdekammer in Strafsachen
Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Richli Burkhard