# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** bbc46337-351c-5a60-9c4b-44fc3b5c24a1
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-11-11
**Language:** de
**Title:** Rente: Residualbeschwerden nach Schlaganfall; volle Arbeitsfähigkeit gemäss Gutachen; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00997
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00997.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00997
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiberin Neuenschwander-Erni
Urteil
vom
11. November 2015
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Kaija
Niehus
HELBLING Rechtsanwälte
Grossmünsterplatz 1, 8001 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
X.___
, geboren 1955, war
z
uletzt seit 1996
als
Putzfrau in
verschie
denen Privathaushalten tätig (vgl.
Urk.
7/5 unten;
Urk.
7/9
Ziff.
5.4). Am 2
9.
Dezem
ber 2012 erlitt sie einen
Schlaganfall
(
h
ä
morrhagische
r
Insult
; vgl.
Urk.
7/13)
.
In der Folge
meldete sich
die Versicherte
am 2
5.
Juli 2013 bei der
In
va
lidenversicherung zum Leistungsbezug an (
Urk.
7/9). Die
Sozialversiche
rungs
anstalt
des Kantons Zürich, IV-Stelle, klärte die medizinische und erwerb
liche Situation ab, zog Akten de
s
Krankentaggeldversicher
ers
bei (
Urk.
7/19)
und holte bei
der
Y.___
ein
polydisziplinäres Gutachten ein, das am
5.
Juni 2014
erstattet wurde (
Urk.
7/33)
.
Nach durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(
Urk.
7/35-36;
Urk.
7/44) verneinte die IV-Stelle mit Verfügung vom 2
5.
August 2014 einen Rentenanspruch (Urk. 7/48 =
Urk.
2)
.
2.
Die Versicherte erhob am 2
4.
September 2014 Beschwerde (
Urk.
1) gegen die Ver
fügung vom 2
5.
August 2014 (
Urk.
2) und beantragte, diese sei aufzuheben und
es sei ihr
eine volle
[r
i
chtig: ganze]
Invalidenrente
zuzusprechen
(S. 2
Ziff.
1 und
Ziff.
2). E
ventuell sei
erneut eine polydisziplinäre Begutachtung durchzuführen
(S. 2
Ziff.
3
).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 3
1.
Oktober 2014 (
Urk.
6) die Abweisung der Beschwerde.
Mit Gerichtsverfügung vom 1
2.
Januar 2015 (
Urk.
11) wurde das Gesuch der
Beschwerdeführerin um unentgeltliche Prozessführung und Rechtsvertretung (vgl.
Urk.
1 S.
2 Mitte
) abgewiesen und der Beschwerdeführerin die
Beschwerde
ant
wort
zugestellt.
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung
(IVG) Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu be
tä
tigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder her
stellen, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich
min
destens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 des Bundesgesetzes über den All
gemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts,
ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertels
rente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist
der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
blei
ben
de ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Be
tracht
kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurtei
lung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei
ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog.
Invalideneinkom
men
),
in
Be
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der
Einkom
mensver
gleich
hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypo
thetischen
Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und ei
nander gegen
übergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der
Invaliditäts
grad
bestimmen lässt (allgemeine Methode des
Einkommensver
gleichs
; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(
Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zu
sam
me
n
hänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und
ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a
, 122 V 157 E. 1c).
1.5
In Bezug auf Berichte von Hausärztinnen und Hausärzten wie überhaupt von behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräften ist auf die Erfah
rungstatsache hinzuweisen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre
auftrags
rechtliche
Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patientin
nen und Patienten aussagen (BGE
135 V 465 E. 4.5, 125 V 351 E.
3b
/cc).
Wohl kann die einen längeren Zeitraum abdeckende und umfassende Behandlung oft wertvolle Erkenntnisse zeitigen; doch lässt es die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und Be
gutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten ander
seits (BGE 124 I 170 E. 4) nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn
die behandelnden Arztpersonen bzw. Therapiekräfte zu anderslautenden Ein
schät
zungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abwei
chen
d
e Beurteilung aufdrängt, weil die anderslautenden Einschätzungen wich
tige - und nicht rein subjektiver Interpretation entspringende - Aspekte benen
nen, die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Ur
teil des Bundesgerichts 8C_677/2014 vom 2
9.
Oktober 2014 E. 7.2 mit Hinwei
sen, u.a. auf SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.1 [I 514/06]).
2.
2.1
Strittig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine Invali
denrente, mithin
insbesondere
Arbeitsfähigkeit und Invaliditätsgrad.
2.2
Die Beschwerdegegnerin stellte sich in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2) auf den Standpunkt, dass die Beschwerdeführer
in
nur vorübergehend
in ihrer Erwerbsfähigkeit
eingeschränkt gewesen
sei
und zwar in der Zeit vom Dezember 2012 bis September 201
3.
Seither
seien
keine invalidisierenden Diagnosen mehr au
sgewiesen
worden
, welche die Arbeitsfähigkeit
respektive
Leistungsfähigkeit
tangierten
beziehungsweise
die Krit
erien eines invalidisierenden
Gesundheits
schadens
erfüllten
(S.
2 oben)
. All
fällige psychosoziale Belastungen
müssten un
be
rücksichtigt bleiben. Da
die Arbeitsunfähigkeit
nicht ein volles Jahr in ei
nem Umfang von 40
%
oder höher angedauert h
abe und auch keine bleibende Erwerbs
unfähigkeit
vorliege, sei
der
I
nvaliditäts
-Begriff nicht erfüllt (S. 2
Mitte
).
2.3
Die Beschwerdeführerin machte in der Beschwerde (Urk. 1) geltend, sie
könne ihren Haushalt
und ihren Alltag nicht mehr ohne Dritthilfe
bewältigen; sie sei
zu
100 % arbeitsunfähig beziehungsweise
erwerbsunfähig
(S.
4
Ziff.
9).
Sämt
liche
Ärzte
–
auch
die
des
Krankentaggeldv
ersicherers
–
bestätigten
unabhängig von
einander eine Arbeitsunfähigkeit
von
100
% (S. 5 unten).
Die nur auf einer
ein
maligen Untersuchung basierenden gu
tachterlichen Ergebnisse
–
insbe
son
de
re
in neurologischer
Hinsicht - korrelierten weder mit der aktuell schlechten kör
per
lichen Verfassung noch der Beurteilung anderer Neurologen (S. 7 Z
iff
.
20).
Die neurologische
Beurteilung verharmlose
die
Beschwerden und sei nicht nachvoll
ziehbar, zumal der Gutachter selber festhalte, dass
sich die
Beschwer
deführerin
lediglich „praktisch vollständig“ erholt habe und gewisse
Leistungs
einschrän
kun
gen
(kein Besteigen von
Leitern) feststelle (S. 8
Ziff.
23).
Der psy
chiatrische
Gutachter habe die
residuellen
Beschwerden
–
als Folgen eines Hirnschlages
–
als nachvollziehbar und plausibel bezeichnet (S.
8
Ziff.
24), wo
mit feststehe, dass
es sich nicht um psychosomatische oder gar psychosoziale Beschwerden handle
(S.
9 oben).
Der
Hirnschlag an sich und auch dessen Fol
gen seien von den Ärzten
als
äusserst ausgeprägt eingestuft worden (S. 9
Ziff.
26).
Die Beschwerdeführerin übte weiter
Kritik an der neurologischen
Be
fund
erhebung
im Gutach
ten (S. 9 f. Z
iff
.
27), vor allem im Vergleich
zu
r Un
tersuchung durch
Dr.
med.
Z.___
, Fachärztin für Neurologie
. Gemäss
Dr.
Z.___
hätten
alle Diagnosen Auswirkung
en auf die Arbeitsfähigkeit (S.
10 Ziff. 28)
.
Dr.
Z.___
wie auch
Dr.
A.___
, Vertrauensarzt des
Krankentaggeld
versicherers
,
hätten sodann darauf
hingewiesen, dass eine Verschlechterung an
gesic
hts der Diagnose häufig sei be
ziehungsweise
eine Steigerung der A
rbeitsfä
higkeit
als unwahrscheinlich
erach
tet (S. 11 f.
Ziff.
34). Zusammen
fassend
be
stehe
sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten Tätigkeit
eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit
wegen au
s
geprägten Krafteinschränkungen sowie
Schmerzen
auf der
rechte
n
Körper
seite und massiven
Schwindelanfällen (S. 13
Ziff.
39).
3.
3.1
Nach einem h
ä
morrhagische
n
Insult
links am 2
9.
Dezember 2012 befand sich
die Beschwerdeführerin vom 2
9.
Dezember 2012 bis
7.
Januar 2013 auf der In
ten
sivstation des
B.___
(vgl. A
ustrittsbericht,
Urk.
7/14/6-9) und war a
nschliessend vom
7.
Januar bis
1.
Februar 2013 im Spital
C.___
hospital
isiert (vgl. Austrittsbericht,
Urk.
7/18).
3.2
Vom
1.
bis 2
8.
Februar 2013 befand sich die Beschwerdeführerin in der
Klinik D.___
.
I
m Austrittsbericht vom 2
6.
März 2013 (
Urk.
7/20)
wurden
folgende Diagnosen
genannt
(S. 1 Mitte):
-
hämorrhagischer Insult
striatucapsulär
links am 29.12.12
-
Klinik: armbetontes
Hemisyndrom
rechts,
delirantes
Syndrom im Ver
lauf
-
Ätiologie:
a.e
.
hypertensiv
-
PEG-Sonde seit dem 16.01.13
-
arterielle Hypertonie
-
Differentialdiagnose:
Conn
-Syndrom,
Phäochromozytom
, keine
Nieren
ar
terienstenose
-
äthyltoxische
Leberzirrhose
-
Alkoholkrankheit
-
sekundär generalisierter tonisch-klonischer Entzugskrampfanfall am 29.12.12
-
unklare mediastinale Raumforderung
Die behandelnden Ärzte führten aus,
die Beschwerdeführerin habe bei Eintritt an
Dysarthrie
(Sprechstörung) und Dysphagie (Schluckstörung) gelitten. Sie sei Rollstuhl-mobil gewesen, weitgehend selbständig und kognitiv unauffällig (S. 1 unten). Bei regelmässiger Therapieteilnahme habe die Beschwerdeführerin deut
liche Fortschritte erzielt. Durch intensive Physiotherapie seien zum Schluss keine
motorischen Defizite mehr erkennbar gewesen. Das Treppensteigen sei mit Ge
länder drei Stockwerke alternierend möglich gewesen. Die Beschwerdeführe
rin habe im Verlauf keine Schluckschwierigkeiten gezeigt und ihre Nahrung per
os
(durch den Mund) eingenommen (S. 2 oben).
3
.3
Dr.
med.
E.___
, Fachärztin für
Allgemeine Innere Medizin, führte am 2
6.
März 2013 zuhanden des Krankentaggeldversicherers (
Urk.
7/19/19) aus, die
Beschwerdeführerin habe sich erfreulicherweise recht gut erholt. Die PEG-Sonde
,
die im Januar wegen Schluckstörungen und Ernährungsschwierigkeiten einge
setzt
worden sei, habe am 1
2.
März 2013 wieder entfernt werden können. Die Aphasie habe sich deutlich gebessert, motorisch bestünden auf den ersten Blick keine Defizite mehr. Hingegen sei die Beschwerdeführerin noch nicht be
lastbar, das Treppensteigen mache noch Mühe, die Feinmotorik der rechten Hand sei noch nicht wieder ganz hergestellt und zur Zeit bestehe in der rechten Hand noch eine störende Kribbelparästhesie.
Dr.
E.___
bescheinigte der Be
schwerde
füh
rerin eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit.
M
it Bericht vom
8.
Septem
ber 2013 zuhanden der Beschwerde
gegnerin (
Urk.
7/13
)
gab
Dr.
E.___
an, nach einer anfänglich schnellen Erholung be
stünden jetzt neurologische Residuen (
Ziff.
1.1). Die Beschwerdeführerin sei in
zwischen mobil, aber nicht belastbar. Das Treppensteigen sei noch ein Problem und es sei ihr nur eine halbe Stunde lang möglich, auf den Beinen zu sein, dann träten Ermüdungserscheinungen auf. Neu habe sie elektrisierende Schmerzen bei
Kontakt
des rechten Armes
mit
kaltem oder warmem Wasser. Sprachlich
habe sich die Beschwerdeführerin relativ gut erholt
(
Ziff.
1.4)
. Bis auf weiteres
be
stehe eine
100%
ig
e
Arbeitsunfähigkeit
als Putzfrau (
Ziff.
1.6).
Sie sei moto
risch
und psychisch schnell ermüdbar (
Ziff.
1.7).
Zur Beurteilung
der Arbeitsfähigkeit in einer
angepasst
en Tätigkeit
sei es noch zu früh (S. 4)
. Die Beschwerdeführer
in sei noch nicht so weit (
Ziff.
1.7
)
.
3.4
Dr.
med.
Dr.
sc.
nat.
Z.___
, Fachärztin für Neurologie, berichtete zu
handen der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/16/5-7; undatiert, eingegangen am
6.
November 2013) über ein aktuell
leichtgradiges
residuelles
sensibel betontes
Hemisyndrom
rechts mit neuropathischen wie
nozizeptiven
Schmerzen (Ziff. 1.1).
Im bei
gelegt
en Bericht vom
9.
September 2013 (
Urk.
7/16/8-10) über die neu
ro
logische Untersuchung vom
6.
September 2013 führte
Dr.
Z.___
aus, dass die Beschwerdeführerin neben der Dysästhesie und
Hyperpathie
noch
muskulos
ke
lettale
Beschwerden sicher im Bereich der rechten Schulter, fraglich aber auch am Ellbogen rechts sowie an der rechten Hand zeige. Ob die Fussschmerzen zu
sätzlich zu den neuropathischen Schmerzen noch
muskuloskelettal
mitbe
dingt
seien, könne sie nicht sicher beurteilen. Unklar sei ihr auch, ob die
mus
kulos
kelettalen
Schmerzen im Rahmen einer muskulären
Dysbalance
bei verän
derten Bewegungsabläufen verursacht würden oder einfach „normale“
Abnüt
zungser
scheinungen
darstellten (S. 1 Mitte).
Im Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin (
Urk.
7/16/5-7) gab
Dr.
Z.___
an, dass neun Monate nach dem Ereignis eine weitere Besserung der Ausfall
symptomatik möglich sei; häufig verschlechtere sich aber das neuropathische Schmerzsyndrom im Laufe der Zeit (
Ziff.
1.4). Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund
der einmaligen Untersuchung nicht beurteilbar; dafür wäre eine fundierte ar
beits
medizinische Erhebung notwendig (
Ziff.
1.6).
3.5
Dr.
med.
F.___
,
Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, Regional
er
Ärztlicher Dienst
(
RAD
)
, hielt in der Stellun
gnahme vom
8.
Januar 2014 (Urk.
7/34/5
)
fest,
dass seitens der
Klinik D.___
über einen guten
Reha-Verlauf
berichtet werde
.
Die Beschwerdeführerin habe ohne massgebliche motorische
Defizite entlassen werden können.
Die Hausärztin weise zuhanden des
Krankentaggeldversicherers
weiterhin
eine 100
%
ige Arbeitsunfähigkeit
aus
.
Vor diesem Hintergrund empfahl
Dr.
F.___
eine polydisziplinäre Begutach
tung.
3.6
Das Gutachten der Ärzte der
Y.___
vom
5.
Juni 2014 (
Urk.
7/33
/1-15
) ba
siert auf
einer neurologischen, einer internistischen, einer
gastroenterologischen
und einer psychiatrischen Untersuchung sowie den vorhandenen Akten (vgl. S. 1
unten).
Die Gutachter stellten
k
eine Dia
gnosen mit Auswirku
ng auf die Ar
beits
fähigkeit
.
Sie nannten folgende Diagnosen o
hne Auswirkungen
auf die Ar
beits
fähigkeit
(S. 11
Mitte):
-
Status nach
hämorrhagischem Insult
im Basalganglienbereich links am 29.12.12
mit
le
ichtgradigen
sensiblen Residuen
-
Status nach einmaligem epileptischen Anfall
-
somatoformer
Schwindel
-
äthylische
Leberzirrhose
-
arterielle Hypertonie
-
Übergewicht
-
Status nach Aspirationspneumonie und Pneumonie links bei Status nach hämorrhagischem Insult Dezember 2012
Aus rein i
nternistisch
er Sicht bestünden aktuell keine Krankheiten, welch
e
die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinflussen würden. Die arterielle Hy
pertonie werde behandelt. Speziell zu erwähnen sei der
gastroenterologisch
e
Befund mit der in den Akten angegebenen
äthylischen
Leberzirrhose. Aktuell sei die Leberfunktion kompensiert, so dass auch von dieser Seite her keine Ein
schränkung des Belastungsprofils vorhanden sei (S. 12 unten).
Im Rahmen der psychiatrischen
Untersuchung
ergaben sich
keine Hinweise auf e
ine affektive Beeinträchtigung
. Auch Konzentration und Durchhaltevermögen erschienen weitgehend normal (S. 12 Mitte).
Die von der Beschwerdeführerin vorgebrachten
residuellen
Beschwerden seien nachvollziehbar und plausibel geschildert, jedoch einem anderen Fachgebiet zuzuordnen (
Urk.
7/33/40 Mitte).
Im
neurologische
n Teilgutachten (
Urk.
7/33/16-22)
wurde ausgeführt, dass
bei de
r aktuellen Untersuchung
keine motorischen
Defizit
e
feststellbar
gewesen
seien
, die Eigenreflexe an den Extremitäten symmetrisch seien und keine
Pyra
miden
zeichen
nachweisbar seien (S.
20 Mitte)
. Einzig bei der
Sensibilitätsprü
fung
fänden sich
noch Normabweichungen, welche aber
leichtgradig
und schwierig ein
zu
ordnen seien, da sie nur
den
Arm und nicht auch
das
Bein be
träfen
(
Urk.
7/33/12 Mitte)
.
Die von der Beschwerdeführerin a
ngegebene
n Symptome wie
unsystematischer Schwindel und Schmerzen sowie
Schwerege
fühle
im
rech
ten Arm bei verstärkter ma
nueller Tätigkeit könnten nicht
objekti
viert werden.
Hier liege eine
Selbstlimitierung
vor, welche nicht auf ein orga
nisch fassbares Substrat zurückzuführen sei. Der Schwindel gehöre in die Kate
gorie des phobi
schen oder
somatoformen
Schwindels
(
Urk.
7/33/20 Mitte).
Auf neurologischer
Ebene habe
sich
die Beschwerdeführer
in praktisch vollständig vom Ereignis vom
Dezember
2012 erholt
und es bestehe eine 100%ige Arbeits
fähigkeit
(
Urk.
7/33/12
Mitte
).
Zusammenfassend
wurde im polydisziplinären Gutachten (
Urk.
7/33/1-15) fest
gehalten, dass eine 100
%
ige Arbeitsfähigkeit sowohl in der
angestammt
en Tä
tig
keit als auch in einer
Verweistätigkeit bestehe
(S. 12 unten).
Aus neurologi
scher
Sicht bestehe keine objektivierbare Einschränkung in der angestammten Tätig
keit. Die rechtsseitigen Sensibilitätsveränderungen seien irrelevant. Der Schwin
del basiere auf den Angaben der Beschwerdeführerin; es sei denkbar, dass ge
wisse Tätigkeiten (Leitern besteigen) nur eingeschränkt durchführbar seien (S. 13
oben
).
Zum retrospektiven Verlauf der Arbeitsfähigkeit wurde aus
geführt, dass auf die Angaben der Hausärztin nicht abgestellt werden könne.
Der Beurteilung
der RAD-Ärztin
vom
8.
Januar 2014 sei zuzustimmen, dass mindestens
in einer Verweistätigkeit ein beruflicher Einsatz
n
eu
n Monate
nach dem Ereignis mög
lich gewesen wäre, also ab September 2013 (S. 13 unten)
.
3.7
Dr.
E.___
führte im Bericht vom 2
5.
Juni 2014
(„zuhanden des Anwaltes/der Anwältin“;
Urk.
7/43) aus,
nachdem sich der Zustand der Beschwerdeführerin stabilisiert habe, sei er jetzt seit längerem immer auf dem gleichen Niveau.
Ge
blieben seien eine
Schwäche
in
der rechten
Hemiseite
,
eine
starke Ermüdbarkeit, Schmerzen im re
chten
Arm,
teils elektrisierend bei entsprechendem
Reiz (
bei
spielsweise durch
Wasser beim Dusche
n), rechtsseitige Kopfschmerzen und
Müh
e beim Treppensteigen.
Die Beschwerdeführer
in sei bei den täglich anfal
lenden Hausarbeiten erheblich
eingeschränkt
, so dass der Ehemann ihr in vielen Tätig
keiten behilflich sein müsse
.
Die Wiederaufnahme ihrer Erwerbstätigkeit
als Raum
pflegerin
sei bis jetzt nicht möglich gewesen, da sie zu schnell ermüde und
für diese Arbeit
doch
zu starke Defizite
vorhanden seien
.
Vom Verlauf her erwarte sie keine wesentliche Besserung mehr, sie habe der Beschwerdeführerin bis
her immer eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Es sei auch s
ehr zweifelhaft, ob
eine
andere Tätigkeit überhaupt möglich sei.
4.
4.1
Die ausführliche Expertise der Ärzte der
Y.___
erfüllt die Anforderungen an den Beweiswert medizinischer Berichte im Sinne der Rechtsprechung (vgl. vor
stehende E.
1.4) vollumfänglich. Sie setzt sich mit allen Aspekten der gesund
heit
lichen Beeinträchtigungen auseinander und berücksichtigt insbesondere auc
h sämtliche bis dahin angefallenen ärztlichen Untersuchungsberichte. Ins
gesamt ist das
Y.___
-Gutachten umfassend und vermag zu überzeugen. Die Gutachter der
Y.___
stellten anlässlich ihrer Untersuchungen im Mai 2014 lediglich noch
leichtgradige
Residuen fest. Dies lässt sich auch mit der Beurtei
lung
durch
Dr.
Z.___
in Einklang bringen, welche im September 2013 nur noch über ein
leichtgradiges
residuelles
Hemisyndrom
berichtete
(ohne zur Arbeitsfä
higkeit Stellung zu nehmen
;
Urk. 7/16/8-10
)
. Angesichts der angeführten Befunde er
scheint eine 100%ige Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nachvollziehbar.
4.2
Soweit
Dr.
E.___
–
bei welche
r
die Beschwerdeführerin seit
März 2013
in Be
handlung steht (vgl.
Urk.
7/
13
Ziff.
1
.2
)
–
(weiterhin) von einer vollen Arbeits
unfähigkeit ausgeht, vermag dies das Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen,
zu
mal bei der Beweiswürdigung der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen ist, dass Hausärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel
lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. E.
1.5
).
Zudem
enthält der aktuellste Bericht von
Dr.
E.___
keine objektiven Befunde, sondern basiert im Wesentlichen auf den Angaben der Beschwerdeführerin.
Als
(subjektive) Befunde wurden
eine Schwäche in der rechten
Hemiseite
,
Schmer
zen
im rechten Arm, rechtsseitige Kopfschmerzen, Mühe beim Treppensteigen sowie eine starke Ermüdbarkeit genannt.
Selbst
aufgrund d
ies
er von
Dr.
E.___
ge
nannten Befunde erscheint
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit
nicht nach
voll
ziehbar, zumal
nicht objektivierbare
Schmerzen
kaum ausreichen dürften
, um
eine
Invalidität zu begründen
.
4.
3
Soweit sich die Beschwerdeführerin auf
die Stellungnahmen der Ärzte des
Kran
kentaggeldversicherers
(vgl.
Urk.
7/19
/12;
Urk.
7/19/15;
Urk.
7/19/17
)
berief, in welchen eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bestätigt worden sei, ist festzuhalten, dass sich diese auf die Berichte der Hausärztin
Dr.
E.___
stützten und
ohne ei
gene Untersuchung
erfolgten
.
Des Weiteren erfolgten diese
Beurteilungen zeit
lich früher; w
ährend die aktuellste Stellungnahme am 1
7.
September 2013 ab
gegeben wurde (
Urk.
7/19/12), datiert das Gutachten vom Juni 2014.
Schliesslich finden sich in
den
vorliegenden
medizinischen Berichten keine Hin
weise dara
uf, dass die Beschwerdeführerin –
wie von ihr in
der Beschwerde geltend gemacht –
ihren Alltag nicht mehr ohne Dritthilfe
bewältigen könnte.
4.
4
Nach dem Gesagten kann auf das Gutachten der Ärzte der
Y.___
abgestellt werden, wonach
bei der Beschwerdeführerin
seit September 2013
sowohl in der bisherigen als auch in angepassten Tätigkeiten eine 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht.
Der medizinische Sachverhalt ist als in diesem Sinne erstellt zu betrachten.
E
ine weitere Begutachtung erscheint
nicht erforderlich.
Damit erweist sich die anspruchsverneinende V
erfügung vom
2
5.
August 2014
(Urk.
2) als zutreffend, womit die dagegen erhobene Beschwerde abzuweisen ist.
5.
Die Kosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
6
00.-- fest
zusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzuerlegen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
600
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zu
gestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Kaija
Niehus
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthal
ten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannNeuenschwander-Erni