# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 017cd461-0c7f-5a4d-a026-d4a15a1d6da5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 14.09.2020 PQ200032
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PQ200032_2020-09-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: PQ200032-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. E. Lichti Aschwanden, Vorsitzende, 

Oberrichterin lic. iur. R. Bantli Keller und Oberrichter Dr. M. Sarbach 

sowie Gerichtsschreiber lic. iur. D. Siegwart 

Urteil vom 14. September 2020 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschwerdeführer, Gesuchgegner 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Beschwerdegegnerin, Gesuchstellerin 

 

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ 

 

sowie 

 

1. C._____,  
2. D._____,  
Verfahrensbeteiligte 

 

1, 2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ 

 

- 2 - 

betreffend vorsorgliche Massnahmen betreffend Kindesschutz  
 
Beschwerde gegen ein Urteil des Bezirksrates Bülach vom 19. Mai 2020; 
VO.2019.24 (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde E._____ Nord) 
 

- 3 - 

Erwägungen: 

I. 
Sachverhalt/Prozessgeschichte 

1. 

1.1. Die Parteien sind die Eltern von C._____, geb. tt.mm.2012, und D._____, 

geb. tt.mm.2014. Im Januar 2017 trennten sie sich. Der Gesuchgegner und Be-

schwerdeführer (nachfolgend Vater) zog aus der ehelichen Wohnung in F._____ 

aus und wohnt seit Sommer 2018 bei seiner neuen Lebenspartnerin in G._____ 

SG. Die Gesuchstellerin und Beschwerdegegnerin (nachfolgend Mutter) blieb mit 

den gemeinsamen Kindern und zwei Schäferhunden in der ehelichen Wohnung. 

Mit Urteil des Bezirksgerichts Bülach vom 16. August 2018 wurde die Ehe ge-

schieden, die Kinder wurden unter der gemeinsamen elterlichen Sorge der Par-

teien belassen, die Obhut wurde der Mutter zugeteilt und die Vereinbarung der 

Parteien über die Besuchsrechtsregelung genehmigt. Darin wurde der Vater be-

rechtigt erklärt, die Kinder jedes zweite Wochenende des Monats jeweils ab Frei-

tagabend, 17:30 Uhr, bis Sonntagabend, 18:00 Uhr, zusätzlich an einem Nachmit-

tag pro Monat von 13:30 Uhr bis 18:00 Uhr sowie an zwei Weihnachtstagen und 

während zweier Wochen Ferien pro Jahr zu betreuen (KESB act. 10). 

1.2. In der Folge kam es zwischen den Eltern zu Uneinigkeiten in Kinderbelan-

gen und zu Problemen bei der Umsetzung des Kontaktrechts. Der Vater erstattete 

im Februar 2019 eine Gefährdungsmeldung bei der Kindes- und Erwachsenen-

schutzbehörde E._____ (nachfolgend KESB) wegen emotionaler Vernachlässi-

gung sowie Verhaltensauffälligkeiten der Kinder, mangelnder Hygiene und In-

strumentalisierung der Kinder durch die Mutter (KESB-Akten C._____ act. 4). Ge-

stützt darauf leitete die KESB ein Kindesschutzverfahren ein, hörte die Eltern an 

und holte Berichte beim Psychotherapeuten von C._____, beim kjz E._____ über 

die frühere freiwillige Beratung der Parteien, bei der Kindergärtnerin von D._____ 

sowie beim behandelnden Kinderarzt von C._____ ein (KESB-Akten C._____ act. 

11, 14, 36, 41 und 51; KESB-Akten D._____ act. 28). 

- 4 - 

1.3. Rund zwei Monate nach der Gefährdungsmeldung, im April 2019, verlangte 

die Mutter bei der KESB superprovisorisch die Sistierung des Besuchsrechts we-

gen unangemessenen, gewalttätigen Verhaltens des Vaters gegenüber den Kin-

dern, vor allem gegenüber C._____ (KESB-Akten C._____ act. 31). Daraufhin sis-

tierte die KESB am 17. April 2019 das Besuchsrecht des Vaters superprovisorisch 

und entschied, ein kinderpsychologisches Gutachten bei der H._____ AG (nach-

folgend H._____) einzuholen, welches sich unter anderem über die Familiendy-

namik sowie die Erziehungsfähigkeit der Eltern äussern sollte (KESB-Akten 

C._____ act. 37 und 56). 

1.4. Im Juni 2019 erstattete die Mutter Strafanzeige gegen den Vater wegen 

Körperverletzung etc. zu ihrem Nachteil und zum Nachteil von C._____ (KESB-

Akten C._____ act. 95). Später ergänzte sie diese um den Vorwurf sexueller 

Handlungen mit dem Sohn, begangen im Jahr 2016 (KESB-Akten C._____  

act. 111). Nach Kenntnis der Strafanzeige ernannte die KESB am 21. Juni 2019 

für die Kinder superprovisorisch eine Beistandschaft im Sinne von Art. 306 Abs. 2 

ZGB bzw. einen Kinderanwalt für C._____, um ihn im Strafverfahren gegen den 

Vater zu vertreten (KESB-Akten C._____ act. 99). Zudem verfügte das Zwangs-

massnahmengericht Zürich am 20. September 2019 ein Kontaktverbot des Vaters 

zur Mutter und zu C._____ für einstweilen drei Monate (BR act. 30). Am 29. No-

vember 2019 hob es dasjenige zu C._____ wieder auf (act. 4/8). 

1.5. Nach Erlass der superprovisorischen Massnahmen hörte die KESB die El-

tern an und liess die Anhörungsprotokolle sowie die eingeholten Berichte den Par-

teien sowie dem Kinderanwalt zur Stellungnahme zukommen. Mit Beschluss vom 

29. Juli 2019 ordnete die KESB vorsorglich ein begleitetes Besuchsrecht an, wo-

nach der Vater die Kinder in Begleitung einer Fachperson während zweier Monate 

für zwei Stunden alle vierzehn Tage, danach für zwei Monate für vier Stunden alle 

vierzehn Tage und anschliessend für sechs Stunden alle vierzehn Tage besuchen 

oder mit sich auf Besuch nehmen durfte. Überdies wurde vorsorglich eine intensi-

ve sozialpädagogische Familienbegleitung vorgesehen und für die Kinder eine 

Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB errichtet, unter anderem mit den 

Aufgaben, die Eltern zu beraten, ihre Zusammenarbeit und den Dialog zu fördern 

- 5 - 

sowie die Besuchsrechtsbegleitung und die sozialpädagogische Familienbeglei-

tung zu organisieren. Einer allfälligen Beschwerde wurde die aufschiebende Wir-

kung entzogen (KESB-Akten C._____ act. 113). Letzteres focht die Mutter mit  

Beschwerde erfolglos beim Bezirksrat, dem Obergericht (KESB-Akten C._____ 

act. 151) sowie dem Bundesgericht an (KESB-Akten C._____ act. 182 = 232). 

2. 

2.1. Auch gegen den weiteren Beschluss der KESB betreffend vorsorgliche Kin-

desschutzmassnahmen erhob die Mutter am 9. August 2019 Beschwerde beim 

Bezirksrat und beantragte, das Besuchsrecht des Vaters sei vorsorglich zu sistie-

ren, mindestens bis zum Vorliegen des kinderpsychologischen Gutachtens der 

H._____ und bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens gegen den 

Vater. Weiter verlangte sie die Aufhebung der sozialpädagogischen Familienbe-

gleitung und der angeordneten Beistandschaft (BR act. 2). 

2.2. Der Bezirksrat führte das erstinstanzliche Beschwerdeverfahren durch, zu 

dessen Beginn er RA lic. iur. Z._____ als Kindervertreter ernannte, und zog die 

Akten der KESB bei. Beiden Parteien gewährte er die unentgeltliche Prozessfüh-

rung im Beschwerdeverfahren und ernannte ihre Rechtsvertreter zu unentgeltli-

chen Rechtsbeiständen (BR act. 4 und 14). Die Parteien und Verfahrensbeteilig-

ten konnten sich im erstinstanzlichen Beschwerdeverfahren wiederholt zur Sache 

und den Eingaben der jeweiligen Gegenseite äussern. Die KESB beantragte die 

Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Auch der Vater er-

suchte um Abweisung der Beschwerde, während der Kindervertreter in seiner 

letzten Eingabe die Sistierung des Besuchsrechts wünschte. 

2.3. Mit Urteil vom 19. Mai 2020 sistierte der Bezirksrat in teilweiser Gutheissung 

der Beschwerde das Besuchsrecht für die Dauer des Verfahrens und hob die so-

zialpädagogische Familienbegleitung sowie gewisse damit und mit dem Besuchs-

recht zusammenhängende Aufgaben der Beiständin auf. Im Übrigen wies er die 

Beschwerde der Mutter ab und beliess die Beistandschaft für die Kinder bezüglich 

der Aufgaben, die Eltern zu beraten und zu unterstützen sowie den Dialog zwi-

schen ihnen zu fördern (BR act. 59 = act. 4/2 = act. 9, nachfolgend act. 9). 

- 6 - 

3. 

3.1. Gegen das Urteil des Bezirksrats erhob der Beschwerdeführer am 5. Juni 

2020 bei der Kammer Beschwerde und beantragt, es sei das Urteil des Bezirks-

rats Bülach vom 19. Mai 2020 aufzuheben und es seien Dispositiv-Ziffern 1 - 5 

(Aufhebung der superprovisorischen Sistierung des Besuchsrechts, Festsetzung 

des Besuchsrechts und Anordnung der Familienbegleitung) des Beschlusses der 

KESB E._____ Nord vom 29. Juli 2019 zu bestätigen (act. 2 S. 2). Am gleichen 

Tag ersuchte der Beschwerdeführer mit separater Eingabe um unentgeltliche 

Rechtspflege (act. 5 und 6/1-11). Mit Verfügung vom 17. Juni 2020 wurde der Be-

schwerdegegnerin sowie dem Kindervertreter Frist zur Beschwerdeantwort und 

dem Bezirksrat eine solche zur Vernehmlassung angesetzt (act. 11). Die Akten 

des Bezirksrats (act. 10/1-60) und der KESB wurden beigezogen (act. 7; KESB-

Akten bezüglich C._____: act. 1-299 [act. 10/8 sowie act. 10/53]; KESB-Akten be-

züglich D._____: act. 1-279 [act. 10/9 sowie act. 10/54]). Der Bezirksrat verzichte-

te auf eine Vernehmlassung zur Beschwerde (act. 13), während der Kindervertre-

ter sowie die Mutter jeweils innert Frist Abweisung der Beschwerde beantragten 

(act. 14, 17 und 19/2-7). Am 29. Juni 2020 ersuchte die Mutter ebenfalls um un-

entgeltliche Prozessführung und Rechtsverbeiständung im zweitinstanzlichen Be-

schwerdeverfahren (act. 15 und 16/1-44). Am 6. Juli 2020 reichte sie die Anklage-

schrift der Staatsanwaltschaft I gegen den Vater betreffend Nötigung etc. zum 

Nachteil der Mutter nach (act. 21). Mit Beschluss vom 14. Juli 2020 wurde beiden 

Parteien die unentgeltliche Prozessführung bewilligt und ihre Vertreter wurden je 

als unentgeltlicher Rechtbeistand bestellt (act. 22). Am 6. August 2020 machte 

der Vater von seinem Replikrecht Gebrauch (act. 28). Die Replik wurde der Mutter 

und dem Kindervertreter zugestellt. 

3.2. Der gesetzlich vorgesehene Schriftenwechsel (§ 66 EG KESR) ist durchge-

führt; das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

 

 

- 7 - 

II. 
Zur Beschwerde im Einzelnen 

 

1. Das Beschwerdeverfahren richtet sich nach den Bestimmungen des ZGB 

und den ergänzenden kantonalen Bestimmungen des Einführungsgesetzes zum 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht (EG KESR). Enthalten diese Gesetze keine 

Bestimmungen, gelten für die Verfahren vor den gerichtlichen Beschwerdeinstan-

zen die Regelungen des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG). Im Übrigen sind 

die Bestimmungen der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO) subsidiär 

sinngemäss anwendbar (Art. 450f ZGB und § 40 EG KESR). Beschwerden gegen 

Entscheide der KESB werden in erster Instanz vom Bezirksrat und in zweiter In-

stanz vom Obergericht beurteilt (Art. 450f ZGB in Verbindung mit §§ 40 und 63 f. 

EG KESR und § 30 GOG). 

2. 

2.1. Angefochten ist ein Beschluss des Bezirksrates über vorsorgliche Mass-

nahmen zum Schutz der Kinder. Gemäss Art. 445 Abs. 1 ZGB in Verbindung mit 

314 Abs. 1 und Art. 450f ZGB, § 40 EG KESR sowie Art. 261 ff. ZPO trifft die 

KESB auf Antrag einer am Verfahren beteiligten Person oder von Amtes wegen 

alle für die Dauer des Verfahrens notwendigen vorsorglichen Massnahmen. Die 

angeordneten Massnahmen müssen verhältnismässig, d.h. erforderlich und ge-

eignet sein, um dem Kind den notwendigen Schutz zu bieten (FammKomm Er-

wachsenenschutz/STECK, Bern 2013, Art. 145 N 11). Die Massnahme muss ferner 

dringlich sein. Dies bedeutet, dass zum Schutz des Kindswohls mit der Anord-

nung nicht bis zum Endentscheid abgewartet werden kann bzw. ohne Anordnung 

geeigneter vorsorglicher Massnahmen dem Kind ein nicht leicht wieder gutzuma-

chender Nachteil droht. Diese Voraussetzungen müssen glaubhaft sein. Glaub-

haft gemacht ist eine Tatsache nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts 

schon dann, wenn für deren Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, selbst 

wenn das Gericht noch mit der Möglichkeit rechnet, dass sie sich nicht verwirklicht 

haben könnte (BGE 130 III 321 E. 3.3; BGE 120 II 393 E. 4c; BGer 4A_312/2009 

vom 23. September 2009 E. 3.6.1). Angesichts der zeitlich beschränkten Dauer 

vorsorglicher Massnahmen hat keine eingehende Abklärung der Sachlage zu er-

- 8 - 

folgen. Der Endentscheid darf mit dem Massnahmenentscheid nicht vorwegge-

nommen werden (BSK ZGB I-MARANTA/AUER/MARTI, 6. Auflage, Basel 2018,  

Art. 445 N 11). 

2.2. Mit der Beschwerde kann (neben Rechtsverweigerung und Rechtsverzöge-

rung) eine Rechtsverletzung, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes oder Unangemessenheit des Entscheides ge-

rügt werden (Art. 450a Abs. 1 ZGB). Sowohl für das Verfahren vor der KESB wie 

auch vor den gerichtlichen Beschwerdeinstanzen gilt die umfassende Untersu-

chungsmaxime. Das Gericht ist nicht an die Anträge der am Verfahren beteiligten 

Personen gebunden (Offizialmaxime; Art. 446 ZGB; BGer 5A_770/2018 vom  

6. März 2019 E. 3.2). Von der beschwerdeführenden Partei ist indes darzulegen 

und aufzuzeigen, inwiefern der angefochtene Entscheid als fehlerhaft erachtet 

wird. Sie muss sich sachbezogen mit den Entscheidgründen des angefochtenen 

Entscheides auseinandersetzen und darlegen, inwiefern die Vorinstanz das Recht 

falsch angewendet bzw. den Sachverhalt unrichtig festgestellt haben soll. Dies gilt 

auch im Bereich der Untersuchungsmaxime (Art. 446 ZGB, §§ 65 und 67 EG 

KESR; BGE 141 III 569 E. 2.3.3 und BGE 138 III 374 E. 4.3.1). Ansonsten kann 

die Beschwerdeinstanz den angefochtenen Entscheid in rechtlicher und tatsächli-

cher Hinsicht umfassend überprüfen. Die Beschwerdeinstanz darf sich dabei pri-

mär auf die geltend gemachten Rügen und Anträge konzentrieren (BSK ZGB I-

DROESE/STECK, Art. 450a N 5). Das Novenrecht gilt im Rahmen kindesschutz-

rechtlicher Verfahren bis zum Beginn der Beratungsphase (BGE 142 III 413  

E. 2.2.6.). 

3. Die Beschwerde wurde fristgerecht eingereicht und enthält Anträge sowie 

eine Begründung. Damit steht dem Eintreten auf die Beschwerde nichts entge-

gen. Die Akten der KESB betreffend die beiden Kinder sind weitgehend identisch, 

weshalb aus den Akten betreffend C._____ zitiert wird. 

4. 

4.1. Gegenstand der Beschwerde ist primär das Besuchsrecht des Vaters. Nach 

Art. 273 Abs. 1 ZGB haben Eltern, denen die elterliche Sorge oder Obhut nicht 

zusteht, und das minderjährige Kind gegenseitig Anspruch auf angemessenen 

- 9 - 

persönlichen Verkehr. Dabei handelt es sich um ein gegenseitiges Pflichtrecht, 

das in erster Linie den Interessen des Kindes dient (BGer 5A_984/2019 vom 

16.April 2019 E. 3.2; BGE 127 III 295 E. 4a S. 298; 122 III 404 E. 3a S. 406 f.). 

Oberste Richtschnur für die Ausgestaltung des persönlichen Verkehrs ist das Kin-

deswohl. Das Gericht hat sich somit an den Bedürfnissen des Kindes zu orientie-

ren; die Interessen der Eltern haben hinter dem vorrangig massgebenden Kin-

deswohl zurückzustehen (BGE 130 III 585 E. 2.1). Der persönliche Verkehr hat 

zum Zweck, die positive Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und zu fördern. 

In der Entwicklung des Kindes sind seine Beziehungen zu beiden Elternteilen 

wichtig, weil sie bei seiner Identitätsfindung eine entscheidende Rolle spielen 

können (BGer 5A_984/2019 vom 16. April 2019 E. 3.2, BGE 141 III 328 E. 5,  

BGE 131 III 209 E. 4; 123 III 445 E. 3c).  

4.2. Wird das Wohl des Kindes durch den persönlichen Verkehr gefährdet, üben 

die Eltern ihn pflichtwidrig aus, haben sie sich nicht ernsthaft um das Kind ge-

kümmert oder liegen andere wichtige Gründe vor, so kann den Eltern das Recht 

auf persönlichen Verkehr verweigert oder entzogen werden (Art. 274 Abs. 2 

ZGB). Das Wohl des Kindes ist gefährdet, wenn seine ungestörte körperliche, 

seelische oder sittliche Entfaltung durch ein auch nur begrenztes Zusammensein 

mit dem nicht obhutsberechtigten Elternteil bedroht ist (BGE 122 III 404 E. 3b). 

Als wichtige Gründe fallen unter anderem physische, einschliesslich sexuelle 

Misshandlungen und übermässige psychische Belastungen des Kindes in Be-

tracht. Können die negativen Auswirkungen durch eine besondere Ausgestaltung 

des Besuchsrechts begrenzt werden, so verbieten das Persönlichkeitsrecht des 

nicht obhutsberechtigten Elternteils, der Grundsatz der Verhältnismässigkeit  

(Art. 389 Abs. 2 ZGB), aber auch der Sinn und Zweck des persönlichen Verkehrs 

dessen gänzliche Unterbindung (BGer 5C.133/2003 vom 10. Juli 2003 E. 2.2). Ei-

ne Möglichkeit, das Besuchsrecht besonders auszugestalten, besteht darin, die 

Besuche in Anwesenheit einer Drittperson durchzuführen. Dieses begleitete Be-

suchsrecht bezweckt, der Gefährdung des Kindes wirksam zu begegnen, Krisen-

situationen zu entschärfen und Ängste abzubauen sowie Hilfestellungen für eine 

Verbesserung der Beziehungen zum Kind und unter den Eltern zu vermitteln. 

Auch diese Massnahme setzt konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung des 

- 10 - 

Kindeswohls voraus (BGer 5A_984/2019 vom 16. April 2019 E. 3.2 und 

5A_728/2015 vom 25. August 2016 E. 2.2). 

5. 

5.1. Die KESB hat in ihrem Entscheid die gesetzlichen Grundlagen richtig darge-

legt (KESB act. 113 E. 1-7). Daraufhin hat sie die wesentlichen Vorbringen der 

Parteien in ihrem Verfahren nachvollziehbar dargestellt und festgehalten, dass die 

Standpunkte der Parteien zu den Kinderbelangen sehr widersprüchlich seien. 

Während der Vater die Erziehungsfähigkeit der Mutter in Frage stelle und der 

Meinung sei, die Mutter vernachlässige die Kinder emotional, werfe diese dem 

Vater gewalttätiges, missbräuchliches Verhalten gegenüber den Kindern und ihr 

vor. Zudem fasste die KESB die einzelnen Feststellungen und Schlussfolgerun-

gen in den zahlreichen Berichten (Bericht der Kindergärtnerin von D._____ vom 

16. April 2019, Therapiebericht von lic. phil. I._____ vom 15. April 2019 betreffend 

C._____, einschliesslich seiner Richtigstellung vom 25. Juni 2019, Bericht des kjz 

E._____ vom 16. April 2019 zur freiwilligen Beratung der Eltern bei der Trennung, 

ärztlicher Bericht von Dr. med. J._____ vom 30. April 2019 betreffend Verhaltens-

auffälligkeiten und Beschwerden der Kinder) zusammen. Ebenso hat die KESB 

die Vorbringen des Kinderanwalts, die Aussagen von  

C._____ anlässlich seiner Anhörung vom 23. Mai 2019 sowie des schulpsycholo-

gischen Dienstes im Telefonat vom 2. Juli 2019 dargelegt (KESB act. 113  

E. 8 - 24). In Berücksichtigung all dieser Grundlagen kam die KESB zum Schluss, 

dass das familiäre System der Parteien durch verschiedene Faktoren sehr belas-

tet sei, was sich auf das Wohl der Kinder negativ auswirke. C._____ leide an ei-

nem selektiven Mutismus und einer primären Enkopresis, benötige therapeutische 

Hilfe und weise weitere Verhaltensauffälligkeiten wie eine geringe Frustrationsto-

leranz sowie eine erhöhte Impulsivität auf. D._____ zeige eine sehr geringe Frust-

rationstoleranz, Impulsivität und Wutausbrüche, weshalb auch sie auf fachärztli-

che Betreuung angewiesen sei. Aufgrund der verschiedenen ärztlichen und the-

rapeutischen Einschätzungen sei denkbar, dass diese Verhaltensauffälligkeiten 

im Zusammenhang mit der Trennung der Eltern und deren Streitigkeiten stünden. 

Die KESB betonte, dass es für die Entwicklung der Kinder wichtig sei, während 

der Dauer des Verfahrens eine Beziehung zum Vater leben zu können. C._____ 

- 11 - 

habe sich mit einem begleiteten Besuchsrecht einverstanden erklärt, auch wenn 

er ebenso geäussert habe, den Vater nicht mehr sehen zu wollen. D._____ habe 

ebenfalls zweimal angegeben, sie vermisse den Vater. Beide Kinder befänden 

sich durch die strikte ablehnende Haltung der Mutter gegenüber dem Vater in ei-

nem massiven Loyalitätskonflikt. Es bestehe bei einer Sistierung des Besuchs-

rechts die Gefahr, dass sie sich von diesem entfremden würden. Angesichts der 

Wichtigkeit des Kontakts zu beiden Elternteilen sei vorsorglich ein minimales Kon-

taktrecht zum Vater anzuordnen, welches zum Schutze der Kinder begleitet aus-

zugestalten sei. Wegen der sehr belasteten familiären Situation sei begleitend ei-

ne intensive sozialpädagogische Familienberatung sowie eine Beistandschaft 

vorzusehen, um das Besuchsrecht zu fördern und die Eltern bei ihrer Sorge um 

die Kinder zu unterstützen (KESB act. 113 = BR act. 2). 

5.2. Die Mutter wehrte sich gegen den Entscheid der KESB und verlangte beim 

Bezirksrat vorsorglich die Sistierung des Besuchsrechts. Sie brachte vor, die 

KESB missachte mit der Aufhebung der Sistierung das Wohl der Kinder und 

schütze diese nicht vor zukünftigen Übergriffen durch den Vater. Sie erhob weite-

re Vorwürfe gegen diesen. So habe er vor C._____ im Wald Schiessübungen voll-

führt und den Sohn aufgefordert, ebenfalls zu schiessen, was beim Kind zu gros-

sen Ängsten geführt habe. Die KESB habe den Sachverhalt deshalb unvollständig 

ermittelt. Sowohl häusliche Gewalt als auch sexuelle Übergriffe würden eine Ver-

weigerung des persönlichen Verkehrs rechtfertigen. Die KESB habe ihr Ermessen 

überschritten, weil sie das Kontaktrecht des Vaters höher bewertet habe als das 

übergeordnete Interesse der Kinder. Ein gegen den Willen der Kinder erzwunge-

ner Kontakt sei dem Kindeswohl abträglich. Die Kinder hätten panische Angst vor 

dem Vater. Da ein begleitetes Besuchsrecht nur für begrenzte Zeit vorgesehen 

werden könne und ein unbegleitetes später nicht in Frage komme, sei das Kon-

taktrecht vollkommen auszusetzen. Auch hinsichtlich der Anordnung einer sozial-

pädagogischen Familienbegleitung habe die KESB die Einwände der Mutter zu 

Unrecht nicht berücksichtigt. Die Gefährdungsmeldung des Vaters sei unberech-

tigt und aus Rache erhoben worden. Sie kümmere sich adäquat um die Belange 

der Kinder. Die Familienbegleitung sei nicht notwendig (BR act. 29 und 31).  

- 12 - 

5.3. Der Kinderanwalt schloss sich dem Antrag der Mutter angesichts des vor al-

lem von C._____ konstant geäusserten, ihm authentisch wirkenden Widerstands 

gegen eine Besuchsregelung an und befürwortete vorsorglich Erinnerungskontak-

te (BR act. 6). 

5.4. Der Vater hält die Erwägungen der KESB demgegenüber grundsätzlich für 

richtig, auch wenn die Reduktion des Besuchsrechts gegenüber dem Schei-

dungsurteil nicht gerechtfertigt sei. Er bestritt sämtliche Vorwürfe über physische 

und psychische Gewalt wie auch die angebliche sexuelle Handlung mit C._____ 

im Jahr 2016. Die Vorwürfe seien ein Racheakt der Mutter auf seine Gefähr-

dungsmeldung. Der selektive Mutismus von C._____ bestehe schon länger und 

sei nicht auf das Verhalten des Vaters, sondern zumindest teilweise auf die Tren-

nungsstreitigkeiten der Parteien zurückzuführen. Das Gleiche gelte für die Wut- 

und Frustrationsausbrüche von D._____. Die Auffälligkeiten der Kinder seien auf 

jeden Fall nicht auf die Besuchswochenenden beim Vater zurückzuführen (BR 

act. 17 und 44). 

5.5. Die Vorinstanz schützte die Beschwerde der Mutter weitgehend und be-

gründete die Sistierung damit, es sei derzeit zwar von keinen ernsthaften Ver-

dachtsmomenten gegen den Vater, die einen Kontaktabbruch verlangten, auszu-

gehen, zumal das Strafverfahren zum Nachteil von C._____ möglicherweise ein-

gestellt werde. Der Vater habe aber seit langem keinen Kontakt mehr zu den Kin-

dern. Das von der KESB angeordnete begleitete Besuchsrecht habe wegen der 

Verweigerungshaltung der Mutter und dem Kontaktverbot des Zwangsmassnah-

mengerichts zu C._____ nie umgesetzt werden können. Es sei fraglich, ob die 

Besuchsrechtsregelung vor dem Abschluss des Hauptverfahrens noch eingeführt 

werden könne, auch wenn ein Kontakt grundsätzlich wünschenswert sei. Auf-

grund des zwischenzeitlich bei der KESB eingegangenen kinderpsychologischen 

Gutachtens H._____ sei zudem unklar, ob ein begleitetes Besuchsrecht im 

Hauptverfahren angeordnet werde. Denn das Gutachten empfehle, den Kindes-

willen zu berücksichtigen und nur Erinnerungskontakte mit dem Vater vorzuse-

hen, zu C._____ in schriftlicher, zu D._____ auch in persönlicher Form. Bei dieser 

Ausgangslage sei das Besuchsrecht vorsorglich zu sistieren. Sollte sich bei den 

- 13 - 

Kindern das Bedürfnis nach einem engeren Kontakt zum Vater zeigen, könne die-

sem Wille mit zeitlich begrenzten, begleiteten Besuchen begegnet werden (act. 

9). 

6. 

6.1. Der Vater rügt im zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahren, die Begründung 

der Vorinstanz sei äusserst knapp, widersprüchlich, nicht nachvollziehbar und 

nicht sachgerecht. Sämtliche Instanzen hätten im Zusammenhang mit der Anfech-

tung des Entzugs der aufschiebenden Wirkung des Entscheids der KESB festge-

stellt, dass keine Gründe für eine Sistierung des Besuchsrechts bestünden. Ob-

wohl seit 29. November 2019 kein strafrechtlich begründetes Kontaktverbot mehr 

zu C._____ bestehe und ein solches zu D._____ nie bestanden habe, seien die 

Versuche der Beiständin, das Besuchsrecht umzusetzen, an der fehlenden Be-

reitschaft der Mutter gescheitert. Der Bezirksrat habe die Voraussetzungen eines 

Kontaktverbots gar nicht materiell geprüft, sondern führe nur unmassgebliche 

Praktikabilitätsgründe an. Auch sei nicht gesagt, dass die KESB im Hauptverfah-

ren bald einen Entscheid fälle. Der Bezirksrat habe schliesslich mit seiner Ent-

scheidung derjenigen der KESB im Hauptverfahren vorgegriffen und auf ein Gut-

achten abgestellt, das er nicht einmal zu den Akten genommen habe. Damit habe 

er den Anspruch des Vaters auf rechtliches Gehör verletzt, habe er sich doch vor 

Bezirksrat gar nicht zum Gutachten äussern können. Die Beistandschaft sei im 

Übrigen nicht nötig; hingegen sei die intensive Familienbegleitung sinnvoll (act. 2 

und 28). 

6.2. In ihrer Beschwerdeantwort beruft sich die Mutter auf das Gutachten 

H._____ und darauf, dass gegen den Vater bald Anklage erhoben werde. Sie hielt 

daran fest, dass die Kinder Zeugen der Aggressionen des Vaters gegen sie ge-

worden und durch dessen Verhalten traumatisiert seien. Das Gutachten spreche 

sich gegen ein Besuchsrecht wegen der klar geäusserten Ablehnung durch die 

Kinder aus. Der Entscheid des Bezirksrats sei ausgewogen; die Aufgleisung eines 

Besuchsrechts widerspräche derzeit dem Kindeswohl (act. 17). 

6.3. Der Kindervertreter beantragt ebenfalls Abweisung der Beschwerde und 

bringt vor, der Vater gewichte die Interessen der Kinder zu wenig. Diese hätten 

- 14 - 

sich konstant und stets dezidiert gegen den Kontakt zu ihm ausgesprochen. Die 

wahren Gründe für diese Haltung würden nicht feststehen. Aufgrund des massi-

ven Loyalitätskonflikts und der besonderen Schutzbedürftigkeit der Kinder dürften 

die Kontakte nicht leichtfertig wieder aufgenommen werden, auch wenn regel-

mässige Kontakte zwischen Kinder und Vater grundsätzlich zu begrüssen wären. 

Aufgrund der erheblichen Abwehrhaltung und der Belastung kurzfristig angeord-

neter Besuche für die Kinder sei die endgültige Regelung des Umgangsrechts 

durch die KESB abzuwarten, bevor die Sistierung aufgehoben werde (act. 14).  

7. 

7.1. Gemäss Art. 450f ZGB und § 40 Abs. 3 EG KESR gelten für die Beschwer-

deverfahren vor Bezirksrats ebenso die verfahrensrechtlichen Grundsätze des Zi-

vilprozesses, namentlich Art. 53 ZPO zum rechtlichen Gehör und Art. 238 ZPO 

zum Inhalt des Entscheids. Der Gehörsanspruch umfasst, dass die entscheidende 

Instanz die für die Beurteilung wesentlichen Vorbringen der Partei hört und diese 

sorgfältig und ernsthaft prüft. Ebenso fällt darunter, dass sich die betroffenen Per-

sonen vor dem Entscheid zu den wesentlichen Punkten äussern können (u.a. 

BSK ZPO-GEHRI, 3. Auflage, Basel 2017, Art. 53 N 25 und 28). 

7.2.1 In seinem Entscheid erläuterte der Bezirksrat zunächst die Rechtslage, fass-

te den Inhalt des angefochtenen Entscheids der KESB, die Erwägungen des Ent-

scheids der Kammer vom 25. September 2019 betreffend die aufschiebende Wir-

kung sowie die konträren Standpunkte der Parteien und des Kindsvertreters zu-

sammen (act. 9 S. 6-23). Im Folgenden setzte er sich damit aber nicht näher aus-

einander und unterzog diese Darstellungen keiner eigenen Würdigung. Vielmehr 

beschränkte er sich auf wenige Überlegungen, wobei er massgeblich auf das 

Gutachten H._____ verwies. Er liess durchblicken, dass unter Berücksichtigung 

der Schlussfolgerungen in diesem Gutachten ein begleitetes Besuchsrecht, wie 

es die KESB in eingeschränktem Masse angeordnet habe, möglicherweise im 

"ordentlichen" Verfahren nicht mehr vorgesehen werde. Dies erwog er, ohne das 

Gutachten beigezogen und Stellungnahmen der Parteien dazu eingeholt zu ha-

ben. Wie er vom Inhalt des Gutachtens Kenntnis erhielt, bleibt nicht nachvollzieh-

bar. Im Zeitpunkt seines Entscheids war das Vernehmlassungsverfahren zum 

- 15 - 

Gutachten vor KESB noch im Gange. Der Bezirksrat stützte sich damit massge-

blich auf ein ihm formell nicht vorliegendes Aktenstück, zu welchem sich die Par-

teien einerseits im Beschwerdeverfahren nicht äussern konnten und zu welchem 

dem Bezirksrat anderseits keine abschliessenden Stellungnahmen der Parteien 

im Verfahren vor KESB vorliegen konnten. Mit diesem Vorgehen hat er den An-

spruch des Vaters auf rechtliches Gehör verletzt. 

7.2.2 Die Begründung des Bezirksrats zur kompletten Sistierung des Kontakt-

rechts fiel materiell äusserst knapp aus und vermag nicht zu überzeugen. Eigene 

Überlegungen zu einer allfälligen Kindswohlgefährdung bei dem von der KESB 

angeordneten eingeschränkten begleiteten Besuchsrecht fehlen. Ebenso wenig 

beleuchtete der Bezirksrat die möglichen Ursachen der Verhaltensauffälligkeiten 

der Kinder und deren Weigerung zu Besuchen. Statt dessen begnügte er sich mit 

einem pauschalen Hinweis auf das Gutachten H._____, verbunden mit der ge-

nannten Mutmassung, im Hauptverfahren werde allenfalls kein begleitetes Be-

suchsrecht mehr angeordnet, sowie mit der Bemerkung, das Besuchsrecht habe 

aufgrund des Widerstands der Mutter bisher nicht installiert werden können. Eine 

sachlich befriedigende Begründung, weshalb seine Mutmassung gerechtfertigt 

sein könnte, legte er nicht dar, zumal er nicht näher auf das Gutachten einging. 

Dafür stellte er fest, dass ernsthafte und erhärtete Verdachtsmomente gegen den 

Vater fehlten, die einen Kontaktabbruch rechtfertigen könnten. Die Begründung 

erweist sich damit selbst in Anbetracht des summarischen Charakters des Verfah-

rens als wenig fundiert und eher spärlich. Dennoch gehen die wesentlichen Über-

legungen des Bezirksrats daraus hervor, so dass entgegen der Auffassung des 

Vaters in der Begründung keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

zu erblicken ist.  

7.2.3 Was den Vorwurf betrifft, der Bezirksrat habe mit seinem Entscheid bereits 

den Entscheid der KESB im Hauptverfahren vorweg genommen, bleibt zu erwäh-

nen, dass sein Entscheid im vorsorglichen Massnahmenverfahren keine bindende 

Wirkung für die KESB im Hauptverfahren zeitigt und diese in ihrer materiellen 

Entscheidung frei bleibt, ein Besuchsrecht vorzusehen. Eine unzulässige Vor-

wegnahme ist deshalb nicht ersichtlich. 

- 16 - 

7.2.4 Trotz Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör ist auf eine Rückwei-

sung an den Bezirksrat zu verzichten, weil der Kammer aufgrund der Untersu-

chungs- und Offizialmaxime freie Kognition zukommt. Das Gutachten H._____ 

sowie die Stellungnahmen der Parteien und Verfahrensbeteiligten vor der KESB 

dazu befinden sich bei den von der Kammer beigezogenen Akten. Allerdings ist 

das Gutachten im Rahmen der Beurteilung der vorsorglichen Massnahmen bloss 

am Rande und summarisch einzubeziehen. Eine detaillierte Auseinandersetzung 

hat im Hauptverfahren zu erfolgen. 

8. In materieller Hinsicht ist zunächst summarisch zu prüfen, ob Gründe für ei-

ne Sistierung des Besuchsrechts glaubhaft sind. 

8.1. Alle Verfahrensbeteiligten und involvierten Instanzen sind sich im Grundsatz 

darüber einig, dass ein Kontakt von C._____ und D._____ zum Vater für deren 

gesunde Entwicklung und Identitätsfindung von elementarer Bedeutung wäre. Die 

Kinder lebten bis zur Trennung der Eltern im Januar 2017 im gleichen Haushalt 

wie der Vater und die damalige Beziehung zwischen ihnen schien auch von der 

Mutter als unproblematisch erachtet worden zu sein, schlossen die Parteien doch 

eine Vereinbarung über ein übliches Besuchs- und Ferienrecht des Vaters ab, das 

Eingang ins Scheidungsurteil fand. Diese intakte Vater-Kinder-Beziehung hätte es 

zum Wohl der Kinder trotz Trennung aufrecht zu erhalten gegolten. Nach Anga-

ben der Mutter und des Therapeuten habe sich C._____ denn auch bis Frühjahr 

2019 sehr auf die Besuche beim Vater gefreut (KESB act. 33 und 58). Danach 

vollzog er einen Meinungsumschwung und verweigert seither den Kontakt zu die-

sem. Nachdem persönliche Besuche seit April 2019 nicht mehr stattgefunden ha-

ben, droht nun (akut) eine Entfremdung zwischen Vater und Kindern. Die Anord-

nung eines geeigneten Besuchsrechts zum Vater ist deshalb dringender denn je. 

Nach Bedenken der Mutter und teilweise des Kindervertreters sei das Wohl der 

Kinder bei Besuchen wegen des gewalttätigen und strafbaren Verhaltens des Va-

ters und wegen der konstanten Kontaktverweigerung der Kinder gefährdet. 

8.2. Bis heute sind die strafrechtlichen Vorwürfe gegen den Vater trotz längerem 

Strafverfahren nicht erhärtet. Das Verfahren zum Nachteil von C._____ soll ge-

mäss Erklärung der Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich vom 11. März 2020 

- 17 - 

eingestellt werden (act. 4/8). Die Anschuldigungen in Bezug auf C._____ werden 

sich damit kaum bewahrheiten lassen. Ob es im Verfahren zum Nachteil der Mut-

ter zu einer Verurteilung kommt, ist angesichts der Bestreitungen des Vaters der-

zeit trotz Anklage offen. Ob und in welchem Ausmass sich eine (Teil-)Verurteilung 

in diesem Verfahren auf die Ausgestaltung des Kontaktrechts auswirken würde, 

ist im summarischen Verfahren nicht zu prüfen. Die Anklage wirft dem Vater im 

Übrigen nicht vor, der Vorfall, wonach er die Mutter im Rahmen eines verbalen 

Streits umgestossen habe, wodurch sie sich einen Handgelenksbruch zugezogen 

habe, habe sich im Beisein der Kinder zugetragen. Da sich der Vorfall bereits am 

3. Januar 2017 ereignet haben soll, vermöchte er auch den späteren Gesin-

nungswandel der Kinder im Frühling 2019 nicht nachvollziehbar zu erklären. Zu-

dem sprechen die Angaben der Mutter, sie habe nach der Trennung eine Woh-

nung im gleichen Haus wie der Vater gesucht, damit die Kinder einfacher den 

Kontakt zu ihm behalten könnten und die Kinderbetreuung für sie einfacher wer-

de, gegen ein das Kindswohl gefährdendes früheres Verhalten des Vaters (BR 

act. 29 S. 7). Seine Erziehungsfähigkeit wird von keiner Fachperson in Frage ge-

stellt (u.a. KESB act. 41), und unter Einbezug des Gutachtens H._____ ergäbe 

sich nichts anderes (KESB act. 196 S. 50). Demnach bestehen aufgrund der Ak-

ten keine hinreichend glaubhaft gemachten Anzeichen dafür, der Vater habe sich 

gegenüber den Kindern, v.a. C._____, oder in deren Anwesenheit derart gefähr-

dend verhalten, dass zum Schutze des Kindswohls vorsorglich die Sistierung des 

(nota bene) minimalen begleiteten Besuchsrechts vorgesehen werden muss. 

8.3. Es lassen sich überdies keine Aussagen in ärztlichen oder therapeutischen 

Berichten darüber finden, die Verhaltensauffälligkeiten der Kinder seien auf Miss-

handlungen oder aggressives Verhalten des Vaters anlässlich von Besuchswo-

chenenden oder auf ein früheres aggressives, manipulatives Verhalten gegenüber 

der Mutter zurückzuführen. Die elterlichen Schwierigkeiten bestehen seit Jahren 

und es gelang den Parteien bisher nicht, zum Wohle der Kinder einen sachlichen 

Umgang miteinander zu finden. Die Trennung der Parteien im Januar 2017 war 

für die Mutter schwieriger zu verarbeiten als für den Vater, der bald eine neue Be-

ziehung einging. Die Schmerzen der Trennung scheint die Mutter bis heute nicht 

vollständig überwunden zu haben (vgl. KESB act. 41). Es wurde wiederholt ver-

- 18 - 

mutet, dass sich die Streitigkeiten der Eltern auf das Wohl der Kinder indirekt ne-

gativ auswirkt (u.a. KESB act. 10, 33, 51 und 129/10-11). Die Kinder befänden 

sich durch die ablehnende Haltung der Mutter gegenüber dem Vater sowie durch 

die gegenseitigen elterlichen Anschuldigungen in einem erheblichen Loyalitäts-

konflikt (KESB act. 152 und 182). Der Psychotherapeut von C._____ erkannte 

sogar einen klaren Zusammenhang zwischen der Trennung und den Streitigkeiten 

der Eltern einerseits und den Symptomen des Jungen (KESB act. 33 S. 3). Es ist 

deshalb durchaus glaubhaft, dass das tief zerrüttete Verhältnis der Eltern die Kin-

der schwer belastet und überfordert. Dass sich diese Überforderung in den Ver-

haltensauffälligkeiten der Kinder widerspiegelt, ist ebenfalls plausibel. C._____ 

leidet an einer Enkopresis und seit 2015/16 mit unterschiedlicher Ausprägung an 

selektivem Mutismus (KESB act. 33). Er gilt als sehr sensibles Kind. D._____ 

zeigt eine erhöhte Impulsivität, geringe Frustrationstoleranz und eine tendenziell 

defizitäre Nähe-Distanz-Regelung (u.a. KESB act. 196 S. 48). Das Wohl beider 

Kinder scheint deshalb ernsthaft gefährdet. Der Grund dafür lässt sich jedoch 

nicht glaubhaft auf den früheren Kontakt mit dem Vater reduzieren, sondern ist 

eher im zerstrittenen Verhältnis der Eltern zu erkennen. Das in Frage stehende 

Besuchsrecht findet in engem zeitlichen Rahmen und in Begleitung einer Fach-

person ohne Beisein der Mutter statt. Eine allfällige Kindswohlgefährdung ist da-

bei kaum vorstellbar. 

8.4. Zusammenfassend bilden die gegenüber dem Vater erhobenen Vorwürfe 

keinen Grund, der vorsorglich die Sistierung des Kontakts rechtfertigt. 

9. 

9.1. Der Bezirksrat, die Mutter und der Kindervertreter (wie auch das Gutachten 

H._____) begründen den Abbruch des Besuchsrechts und die Anordnung von Er-

innerungskontakten wesentlich mit dem Widerstand der Kinder, insbesondere mit 

der konstant geäusserten Ablehnung durch C._____. Zur Frage, in welchem 

Ausmass auf den Willen von Kindern bei der Ausgestaltung des Kontaktrechts 

des nicht obhutsberechtigten Elternteils abzustellen ist, besteht eine klare, höchst-

richterliche Rechtsprechung. Danach ist der Wille des Kindes nur eines von meh-

reren Kriterien beim Entscheid über den persönlichen Verkehr (BGer 

- 19 - 

5A_875/2017 vom 6. November 2018 E. 3.3, publ. in: FamPra.ch 2019 S. 243). 

Es steht nicht im Belieben des Kindes, ob es persönliche Kontakte zum nicht be-

treuenden Elternteil wünscht oder nicht; dies gilt namentlich dort, wo die ableh-

nende Haltung wesentlich durch die Einstellung des anderen Elternteils geprägt 

ist. Bei der Berücksichtigung des Kindeswillens ist das Alter des Kindes bzw. des-

sen Fähigkeit zu autonomer Willensbildung zu beachten. Vom Vorliegen dieser 

Fähigkeit ist ungefähr ab dem 12. Altersjahr auszugehen. Lehnt das Kind den 

nicht betreuenden Elternteil ab, ist im Einzelfall zu prüfen, worin diese Haltung 

begründet liegt und ob die Ausübung des Besuchsrechts den Interessen des Kin-

des tatsächlich widerspricht. Nur wo das urteilsfähige Kind den Umgang mit ei-

nem Elternteil aufgrund seiner Erfahrungen mit dem persönlichen Verkehr katego-

risch verweigert, ist dieser Umgang aus Gründen des Kindeswohls auszuschlies-

sen, weil ein gegen den starken Widerstand erzwungener Besuchskontakt mit 

dem Zweck des Umgangsrechts im Allgemeinen ebenso unvereinbar ist wie mit 

dem Persönlichkeitsschutz des Kindes (zum Ganzen BGer 5A_984/2019 vom 16. 

April 2019 E. 3.3). 

9.2. C._____ ist knapp achteinhalb und D._____ knapp sechseinhalb Jahre alt. 

Aufgrund ihres (noch sehr) jungen Alters fehlt ihnen die Fähigkeit zu einer auto-

nomen Willensbildung in Bezug auf die Frage, ob ein Kontaktrecht zum Vater in 

ihrem Interesse liegt und anzuordnen ist oder eben nicht. Gründe dafür, die übli-

che Altersgrenze zur Bildung des autonomen Willens gemäss Bundesgerichtspra-

xis vorliegend herabzusetzen, sind aufgrund der Akten nicht ersichtlich. Mangels 

Reife zur Bildung eines eigenständigen Willens bei C._____ wie D._____ kann 

auf ihren Willen nicht ohne weiteres und ausschliesslich abgestellt werden und die 

Missachtung ihres Willens bedeutet nicht gleichsam eine Verletzung ihres Persön-

lichkeitsrechts. Es ist glaubhaft, dass ihre Willensbildung durch die kategorisch 

ablehnende Haltung der Mutter gegenüber dem Vater massgeblich beeinflusst 

wird, weil sich die Kinder mit der Mutter, mit der sie zusammenleben, verständli-

cherweise solidarisieren und versuchen, durch die Kontaktverweigerung dem 

sonst drohenden Loyalitätskonflikt mit ihr zu entgehen. Dass deren negative Hal-

tung den Kindern nicht verborgen bleibt und diese beschäftigt, wird durch die 

Äusserung von C._____ gegenüber dem Kinderanwalt, die Mutter wolle nicht, 

- 20 - 

dass er und seine Schwester Kontakt zum Vater hätten (KESB act. 103 S. 2), be-

stätigt. Der von den Kindern in dieser Konfliktsituation geäusserte ablehnende 

Wille soll nicht dazu benützt werden können, einen für ihre Entwicklung wichtigen 

und in der konkreten Ausgestaltung unbedenklichen Kontakt zum Vater zu sistie-

ren. Die solitäre, pauschale Aussage im Gutachten H._____, die Missachtung des 

Kindeswillens könne aufgrund einer potentiellen Induzierung beim Kind zu Gefüh-

len der Ohnmacht/Hilflosigkeit und Selbstwertlabilität führen, vermöchte bei sum-

marischer Betrachtung daran nichts zu ändern. Ob und in welchem Ausmass die-

se Aussage auf C._____ und D._____ im Konkreten zutrifft, wird im Übrigen im 

Gutachten nicht näher behandelt (vgl. KESB act. 196 S. 51) und wäre auch nicht 

ersichtlich. Insgesamt ist eine Gefährdung ihres Kindeswohls beim vorgesehenen 

Besuchsrecht trotz ihrem Widerwillen nicht glaubhaft. Die Fragen, weshalb 

C._____ seine frühere Freude an den Besuchen beim Vater verlor und einen 

hartnäckigen Widerwillen dagegen bildete und ob D._____ insgeheim doch einen 

Kontakt zum Vater wünscht und ihre Ablehnung nur vordergründig besteht, kön-

nen offen bleiben. Die Einstellung der Kinder zum Kontakt mit dem Vater wird an-

fänglich nach wie vor stark von der Haltung der Mutter abhängen. Es ist indessen 

anzunehmen, dass die Kinder sich mit zunehmendem Alter und aufgrund eigener 

Erfahrung mit dem Vater ihre eigene Meinung darüber bilden werden. Es darf im 

Übrigen von der Mutter erwartet werden, dass sie ihren Widerstand gegen den 

Kontakt zum Wohle der Kinder überwindet und sich in deren Anwesenheit wohl-

wollend dazu zeigt. 

10. Zusammenfassend ist keine Kindswohlgefährdung plausibilisert, die eine 

Sistierung des von der KESB vorgesehenen minimalen begleiteten Besuchsrechts 

für die Dauer des Verfahrens dringend erfordert. Auch die Möglichkeit, dass die 

KESB bald über das Besuchsrecht im Hauptverfahren gegenteilig befinden könn-

te, ändert an dieser Einschätzung nichts. Bis zur allfälligen Rechtskraft des Ent-

scheids könnte ohnehin geraume Zeit vergehen, während dessen die vorsorglich 

angeordnete Regelung gilt und sich bewähren kann.  

11. Das von der KESB angeordnete Besuchsrecht während des Verfahrens er-

weist sich im Übrigen als angemessen und entspricht den Kindesinteressen, zu-

- 21 - 

mal das minimale Besuchsrecht nach dem langen Kontaktunterbruch für die Kin-

der eine langsame Angewöhnung ermöglicht. Gemäss Bericht des Therapeuten 

von C._____ bestehe bei Überforderung oder psychischer Belastung die Gefahr, 

dass sich der selektive Mutismus verstärkt, wobei unter Überforderung emotionale 

Belastungen jeder Art (auch Schule, Situation zu Hause etc.) zu verstehen sind 

(KESB act. 104). Mit der Begleitung der Besuche durch eine Fachperson wird der 

Sensibilität von C._____, seinen Ängsten und seiner fragilen Gesundheit Rech-

nung getragen. Das minimale Besuchsrecht ermöglicht derzeit nur eine begrenzte 

Beziehung der Kinder zum Vater. Die Mutter wird ihre Hauptbezugsperson blei-

ben, was einer Konkurrenzsituation unter den Eltern vorbeugt und den Loyalitäts-

konflikt der Kinder (bzw. ein schlechtes Gewissen gegenüber der Mutter) mildern 

dürfte. Letzteres wird auch dadurch erzielt, dass das Besuchsrecht vom Gericht 

unabhängig vom geäusserten Willen der Kinder angeordnet und dadurch ihrer 

Disposition und Verantwortung entzogen wird. 

12. Der Bezirksrat hat die von der KESB angeordnete intensive sozialpädagogi-

sche Familienbegleitung sowie die Beistandschaft für die Kinder bezüglich Orga-

nisation der Besuche aufgehoben. Der Vater wünscht in seiner Beschwerde, dass 

die Familienbegleitung wieder eingesetzt wird und rügt, der Bezirksrat habe die 

Aufhebung gar nicht begründet. Der Bezirksrat führte diesbezüglich allerdings 

aus, dass eine solche kurz vor Abschluss des Hauptverfahrens wenig sinnvoll sei, 

weil gemäss Gutachten H._____ eher eine Erziehungsbegleitung in Frage käme  

(act. 9 S. 26). Soweit sich die Vorinstanz damit erneut auf das Gutachten H._____ 

stützt, gilt die vorstehende Erwägung 7.2.1 unverändert. Die Mutter lehnte die so-

zialpädagogische Familienbegleitung zwar bisher ab (act. 10/2 S. 27 f.) und die 

Kontaktaufnahme mit ihr gestaltete sich schwierig (u.a. KESB act. 118, 164 und 

168). Angesichts der speziellen Familiendynamik, den gegenseitigen Anschuldi-

gungen der Parteien (bspw. Vernachlässigung der Kinder durch die Mutter), der 

strikten ablehnenden Haltung der Mutter gegenüber dem Vater und den Ängsten 

und Sensibilitäten der Kinder scheint es indessen auch vorsorglich unabdingbar, 

zum Wohl der Kinder die intensive sozialpädagogische Familienbegleitung auf-

recht zu erhalten. Die von der KESB umschriebenen Aufgaben und die Ausgestal-

- 22 - 

tung der Familienbegleitung sind sinnvoll und geeignet, um die Kinder in ihrer 

Entwicklung zu fördern. Diese sind zu bestätigen. 

Die von der KESB vorgesehene Kostenverlegung und Liquidation erscheint eben-

falls sachgerecht. Sie wurde auch von keiner Partei substantiiert bemängelt. Sie 

ist deshalb der Vollständigkeit halber ebenfalls zu übernehmen. 

13. Ferner ist die Anordnung der Beistandschaft im Sinne von Art. 308 Abs. 1 

und 2 ZGB zur Umsetzung des Besuchsrechts und Unterstützung der Parteien in 

ihrer Sorge um ihre Kinder in Anbetracht der derzeitigen Unfähigkeit der Parteien, 

Angelegenheiten der Kinder gemeinsam zu besprechen und Lösungen zu finden, 

unumgänglich. Auch die Beistandschaft ist deshalb im Sinne der Anordnung der 

KESB zu bestätigen. 

14. Aus den genannten Gründen ist Dispositiv-Ziffer I des Urteils des Bezirksrats 

aufzuheben, und es sind die Dispositiv-Ziffern 1 (Aufhebung superprovisorische 

Sistierung des Besuchsrechts), 2 (begleitetes Besuchsrecht des Vaters), 3 a)-c) 

(Umfang des Besuchsrechts), 4 (Anordnung intensive sozialpädagogische Famili-

enbegleitung), 5 (Auferlegung und Liquidation Kosten der Familienbegleitung),  

6 (Kostengutsprache Sozialbehörde Glattfelden), 7 (Kostengursprache Sozialbe-

hörde G._____), 8 a)-d) (Anordnung Beistandschaft) und 9 a)-c) (Ernennung und 

Aufgaben der Beiständin) sowie 11 (Abweisung der Anträge der Mutter bezügl. 

weiterer Sistierung) des Beschlusses der KESB vom 29. Juli 2019 zu bestätigen. 

III. 
Kosten und Entschädigung 

1. Da es sich um eine familienrechtliche Streitigkeit handelt, sind die Kosten 

dieses Verfahrens, einschliesslich der Kosten für die Vertretung der Kinder  

(Art. 95 Abs. 2 lit. e ZPO), den Parteien unabhängig vom Verfahrensausgang je 

hälftig aufzuerlegen, ist doch anzunehmen, dass beide Parteien im berechtigten 

Interesse der Kinder gehandelt haben. Zufolge gewährter unentgeltlicher Prozess-

führung ist die Gerichtsgebühr bezüglich beider Parteien unter Vorbehalt der 

Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

- 23 - 

Entsprechend sind auch keine Parteientschädigungen zuzusprechen (Art. 107 

Abs. 1 lit. c ZPO). Auch der Bezirksrat hat die Entscheidgebühr und die Kosten 

der Kindervertretung den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch infolge der ge-

währten unentgeltlichen Prozessführung einstweilen auf die Staatskasse genom-

men (act. 9 Dispositiv-Ziffer II.). Daran ist nichts zu ändern. Die Höhe der vo-

rinstanzlichen Gebühr wurde nicht beanstandet. Die KESB hat den Entscheid 

über die Kosten- und Entschädigungsfolgen dem Endentscheid vorbehalten 

(KESB act. 113 Dispositiv-Ziffer 13). Diesbezüglich ist ebenfalls nichts weiter vor-

zusehen.  

2. Beiden Parteien wurde für das zweitinstanzliche Beschwerdeverfahren die 

unentgeltliche Rechtsbeistandschaft gewährt (act. 22). Auf telefonische Einladung 

haben RA lic. iur. X._____ und RA lic. iur. Z._____ ihre Kostennoten eingereicht 

(act. 31-34). Diese erweisen sich als angemessen, weshalb die unentgeltlichen 

Rechtsvertreter entsprechend für ihre Bemühungen mit heutigem Entscheid zu 

entschädigen sind. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ als Vertreterin der Mutter ist 

einzuladen, ihre Kostennote einzureichen, andernfalls das Gericht auf Grund der 

Akten über eine angemessene Entschädigung an sie befinden wird. Über ihr Ent-

schädigung ist in einem nachfolgenden separaten Beschluss zu befinden. 

Es wird erkannt:  

1. Disp.-Ziffer I. des Urteils des Bezirksrats Bülach vom 19. Mai 2020 wird auf-

gehoben und Disp.-Ziffern 1-9 und 11 des Beschlusses der KESB E._____ 

Nord vom 29. Juli 2019 werden bestätigt. 

2. Die Entscheidgebühr des zweitinstanzlichen Rechtsmittelverfahrens wird auf 

CHF 1'000.00 festgesetzt. Über die weiteren Kosten wird die Gerichtskasse 

Rechnung stellen. 

3. Die Gerichtskosten des zweitinstanzlichen Rechtsmittelverfahrens werden 

den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge gewährter unentgeltlicher 

Prozessführung unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 

ZPO auf die Gerichtskasse genommen. 

- 24 - 

4. Es werden im zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahren keine Parteient-

schädigungen zugesprochen. 

5. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird mit CHF 1'511.70 (inkl. MWSt) entschä-

digt. 

6. Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ wird mit CHF 537.75 (inkl. MWSt) entschädigt. 

7. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird eingeladen, ihre Kostennote innert 10 

Tagen ab Erhalt dieses Entscheids einzureichen. Über ihre Entschädigung 

wird mit separatem Beschluss entschieden. 

8. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Kindes- und Erwachsenenschutz-

behörde E._____ Nord sowie – unter Rücksendung der eingereichten Akten 

– an den Bezirksrat Bülach, je gegen Empfangsschein. 

9. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist 
innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen 

Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).  

Dies ist ein Entscheid über vorsorgliche Massnahmen im Sinne von Art. 98 BGG. 
Es handelt sich um eine nicht vermögensrechtliche Angelegenheit. 
Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Zivilkammer 

 
Der Gerichtsschreiber: 

 
 

lic. iur. D. Siegwart 
 

 
versandt am: 

	Urteil vom 14. September 2020
	Erwägungen:
	Es wird erkannt:
	1. Disp.-Ziffer I. des Urteils des Bezirksrats Bülach vom 19. Mai 2020 wird aufgehoben und Disp.-Ziffern 1-9 und 11 des Beschlusses der KESB E._____ Nord vom 29. Juli 2019 werden bestätigt.
	2. Die Entscheidgebühr des zweitinstanzlichen Rechtsmittelverfahrens wird auf CHF 1'000.00 festgesetzt. Über die weiteren Kosten wird die Gerichtskasse Rechnung stellen.
	3. Die Gerichtskosten des zweitinstanzlichen Rechtsmittelverfahrens werden den Parteien je zur Hälfte auferlegt, jedoch zufolge gewährter unentgeltlicher Prozessführung unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO auf die Gerichtskasse ...
	4. Es werden im zweitinstanzlichen Beschwerdeverfahren keine Parteientschädigungen zugesprochen.
	5. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird mit CHF 1'511.70 (inkl. MWSt) entschädigt.
	6. Rechtsanwalt lic. iur. Z._____ wird mit CHF 537.75 (inkl. MWSt) entschädigt.
	7. Rechtsanwältin lic. iur. Y._____ wird eingeladen, ihre Kostennote innert 10 Tagen ab Erhalt dieses Entscheids einzureichen. Über ihre Entschädigung wird mit separatem Beschluss entschieden.
	8. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde E._____ Nord sowie – unter Rücksendung der eingereichten Akten – an den Bezirksrat Bülach, je gegen Empfangsschein.
	9. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...