# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a0db790a-31c1-52d3-9df6-3ead3dd410e0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 26.07.2017 ZK1 2015 173
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2015-173_2017-07-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

1 / 51

Ref.: Chur, 26. Juli 2017 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK1 15 172 28. Juli 2017
ZK1 15 173

(Mit Urteil 5A_629/2017, 5A_668/2017 vom 22. November 2018 hat das Bundes-
gericht die gegen dieses Urteil erhobenen Beschwerden abgewiesen, soweit dar-
auf einzutreten war.)

Urteil
I. Zivilkammer

Vorsitz Michael Dürst
Richter Pedrotti und Schnyder
Aktuar Pers

In der zivilrechtlichen Berufung

der X._____, Gesuchsgegnerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechts-
anwalt LL.M. Ulrich Kobelt, Hirschmattstrasse 1, 6003 Luzern, 

gegen

den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Maloja vom 18. November 
2015, mitgeteilt am 19. November 2015, in Sachen des Y._____, Gesuchsteller 
und Berufungsbeklagter, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christoph Grether, 
Lautengartenstrasse 7, 4052 Basel, gegen die Gesuchsgegnerin und Berufungs-
klägerin,

betreffend Eheschutz,

hat sich ergeben:

2 / 51

I. Sachverhalt

A.1. Y._____, geboren am _____ 1957, und X._____, geboren am _____ 1965, 
heirateten am _____ 2009 vor dem Zivilstandsamt O.1_____ in L.1_____. Aus der 
Ehe gingen keine gemeinsamen Kinder hervor, jedoch haben beide zwei Kinder 
aus früheren Partnerschaften. Am 15. Dezember 2014 schlossen die Eheleute 
einen Ehe- und Erbvertrag ab, in welchem sie in Abänderung des bisherigen or-
dentlichen Güterstandes den Güterstand der allgemeinen Gütergemeinschaft 
gemäss Art. 221 f. ZGB vereinbarten. Zum Gesamtgut der Ehegatten gehört unter 
anderem die eheliche Wohnung in O.2_____, die zuvor im Alleineigentum des 
Ehemannes stand. Dabei handelt es sich um eine 5½-Zimmer-
Maisonettewohnung, die einen amtlich geschätzten Verkehrswert von CHF 
1'348'000.00 aufweist und mit einer Hypothek von rund CHF 760'000.00 belastet 
ist.

2. Zu Beginn der Ehe arbeitete Y._____ als Investmentbanker bei der 
A._____, deren Teilhaber er war. Im Jahre 2010 zog er sich aus der A._____ 
zurück, um sich selbständig zu machen. Im folgenden Jahr erkrankte er an Krebs, 
was ihn zur Aufgabe seines angestammten Berufes zwang. Heute ist er als Foto-
graf tätig und hat bereits mehrere Fotobildbände veröffentlicht. X._____ verfügt 
über eine Ausbildung als medizinische Praxisassistentin und arbeitete bis zur Er-
krankung ihres Mannes als selbständig erwerbender Business Coach, gab diese 
Tätigkeit in der Folge jedoch auf, um sich hauptsächlich der Pflege ihres Eheman-
nes zu widmen. Seit dem Jahr 2013 bietet sie auf ihrem Gebiet als Coach wieder 
Beratungen und Workshops an und bildet sich regelmässig weiter.

3. Schon bei der Heirat war Y._____ Alleinaktionär der C._____, welcher er 
einen Grossteil seines Vermögens in Form eines Darlehens übergeben hat. Per 
Ende 2009 hatte sein Darlehenskonto bei der C._____ ein Guthaben von USD 
4'169'200.00 aufgewiesen. Durch die Einbringung des Erlöses aus dem Verkauf 
seiner Beteiligung an der A._____ und aus dem Verkauf zweier Ferraris war das 
Guthaben bis Ende 2010 sodann auf rund USD 6'186'000.00 angestiegen. Seither 
nahm es als Folge regelmässiger Bezüge und Teilrückzahlungen trotz der Zins-
gutschriften von 1% p.a. sowie der jährlichen Gutschrift eines Honorars für seine 
Beratungstätigkeit zugunsten der C._____ kontinuierlich ab und belief sich per 
Ende September 2015 noch auf knapp USD 4'815'000.00. Im Wertschriftenver-
zeichnis zur Steuererklärung 2013 war die Darlehensforderung auf CHF 
4'919'080.00 (USD 5'530'784.83) beziffert worden. Das gesamte Wertschriften-
vermögen, unter Einschluss der verschiedenen Konti bei der D._____ und der 

3 / 51

E._____ sowie des mit CHF 2'472'532.00 deklarierten Werts der C._____-Aktien, 
belief sich per Ende 2013 auf rund CHF 8'120'000.00. 

B.1. Am 29. September 2015 reichte Y._____ beim Bezirksgericht Maloja ein 
Gesuch um Erlass von Eheschutzmassnahmen gemäss Art. 171 ff. ZGB ein. Darin 
beantragte er, es sei festzustellen, dass die Parteien berechtigt seien, den ge-
meinsamen Haushalt aufzulösen, und dass sie seit 4. Juli 2015 getrennt leben 
würden. Ferner sei ihm für die Dauer des Getrenntlebens die Wohnung in 
O.2_____ und seiner Ehefrau diejenige in O.3_____ zur alleinigen Benützung zu-
zuweisen. Er erklärte sich sodann bereit, seiner Ehefrau mit Wirkung ab 1. Okto-
ber 2015 Unterhaltszahlungen von CHF 4'200.00 pro Monat zu bezahlen. Parallel 
zur Einleitung des Eheschutzverfahrens veranlasste Y._____ die Saldierung der 
beiden gemeinsamen Konti bei der D._____ sowie die Aufhebung der Bank- und 
Kreditkarten der Ehefrau. Über diese beiden Konti, welche mit regelmässigen 
Überweisungen der C._____ gespiesen wurden, waren bisher die Lebenshal-
tungskosten der Ehegatten finanziert worden.

2. Mit Stellungnahme vom 5. Oktober 2015 verlangte X._____ gestützt auf Art. 
265 in Verbindung mit Art. 271 ZPO sowie Art. 178 und Art. 227 ZGB, es seien 
sämtliche von Y._____ bei Banken und Vermögensverwaltungen gehaltenen Ver-
mögenswerte superprovisorisch in der Weise sicherzustellen, dass unter Gewähr-
leistung der ordentlichen Bewirtschaftung dieser Vermögenswerte im Rahmen der 
Vermögensverwaltung darüber nur mit ihrer vorgängigen, schriftlichen Zustim-
mung verfügt werden dürfe. Sodann sei Y._____ superprovisorisch zu befehlen, 
dem Bezirksgericht Maloja das Aktienzertifikat der C._____ auszuhändigen. Im 
Weiteren sei Y._____ zu verpflichten, ihr monatlich CHF 25'000.00 zu bezahlen, 
sowie eine Liste sämtlicher Bankbeziehungen nebst vollständigen und detaillierten 
Kontoauszügen für den Zeitraum vom 1. Januar 2010 bis 30. September 2015 
sowie sämtlichen Buchführungs- und Buchhaltungsunterlagen der besagten In-
vestmentfirma und weiterer Gesellschaften, die er beherrsche oder an denen er 
beteiligt sei, beizubringen. Schliesslich sei er zu verpflichten, ihr einen Parteikos-
tenvorschuss von CHF 20'000.00 unter Einräumung dessen Nachbezifferung zu 
bezahlen.

3. Mit Entscheid vom 12. Oktober 2015 ordnete der Einzelrichter am Bezirks-
gericht Maloja die beantragten Verfügungsbeschränkungen über sämtliche von 
Y._____ gehaltenen Vermögenswerte bei der D._____, der E._____, der F._____ 
und der G._____ superprovisorisch an und verpflichtete ihn zudem, das Aktienzer-
tifikat der C._____ beim Bezirksgericht Maloja zu hinterlegen.

4 / 51

4. Mit Eingabe vom 16. Oktober 2015 beantragte Y._____, die E._____ sei zu 
ermächtigen, zulasten des auf die C._____ lautenden Kontos monatliche Dauer-
aufträge in Höhe von CHF 15‘000.00 und CHF 10‘650.00 auf zwei auf seinen Na-
men lautende Konti der D._____ zu überweisen, und die D._____ sei zu ermächti-
gen, die zulasten der bei ihr geführten Konti erteilten Daueraufträge und Belastun-
gen gemäss Lastschriftenverfahren weiterhin auszuführen. Sodann sei ihm zu ge-
statten, über die beiden letztgenannten Konti bei der D._____ allein zu verfügen. 
Schliesslich seien weitere Mittel mit sofortiger Wirkung freizustellen, da es sich 
dabei um Kindesvermögen handle. Mit prozessleitender Verfügung des Einzelrich-
ters am Bezirksgericht Maloja vom 19. Oktober 2015 wurde diesen Anträgen 
einstweilen insoweit entsprochen, als der E._____  die einmalige Ausführung der 
Daueraufträge im Monat Oktober gestattet, die D._____  zur Ausführung der be-
stehenden Daueraufträge und Belastungen im Lastschriftverfahren ermächtigt und 
dem Gesuchsteller die alleinige Verfügungsbefugnis über seine beiden Konti bei 
der D._____ eingeräumt wurde.

5. Mit Stellungnahme vom 22. Oktober 2015 stellte Y._____ die Anträge, es 
seien die superprovisorisch erlassenen Verfügungen gemäss Entscheid vom 12. 
Oktober 2015 ersatzlos aufzuheben, so dass der Zustand mit Bezug auf das Ge-
samtgut der Parteien wieder hergestellt werde, wie er vor Erlass der angefochte-
nen Verfügung bestanden habe. Entsprechend sei auch die Verfügung betreffend 
Hinterlegung des Aktienzertifikats der C._____ aufzuheben. Sodann sei  zwischen 
den Parteien die Gütertrennung im Sinne von Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB anzuord-
nen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht seien die Parteien sofort zu einer Ehe-
schutzverhandlung vorzuladen.

6. Am 23. Oktober 2015 beantragte X._____, das Rechtsbegehren der Ge-
genpartei, wonach festzustellen sei, dass die Parteien berechtigt seien, den ge-
meinsamen Haushalt vorübergehend aufzulösen, sei insoweit gutzuheissen, als 
eine solche Feststellung die Tatsache des Getrenntlebens für die Zeit ab dem 1. 
Oktober 2015 umfasse, im Übrigen sei es jedoch abzuweisen. Des Weiteren sei 
die E._____ superprovisorisch anzuweisen, ihr zulasten des Kontos der C._____ 
monatlich CHF 25'000.00 zu überweisen. Ebenfalls superprovisorisch sei die 
E._____ anzuweisen, zulasten des Kontos besagter Gesellschaft CHF 25'000.00 
auf das Klientenkonto ihres Anwalts zu überweisen. Für den Fall, dass diesen An-
trägen nicht entsprochen werden sollte, beantragte sie den Widerruf der mit Ver-
fügung vom 19. Oktober 2015 erteilten Ermächtigungen und die Abweisung der 
gegnerischen Anträge vom 16. Oktober 2015, soweit sie den Betrag von CHF 
10‘000.00 pro Monat übersteigen, dies unter gleichzeitiger superprovisorischer 

5 / 51

Anweisung der E._____, ihr selber rückwirkend ab 1. Oktober 2015 monatliche 
Unterhaltsbeiträge von CHF 15‘000.00 zu überweisen. Ebenfalls eventualiter liess 
sie weitere Anträge in Zusammenhang mit der Nutzung der ehelichen Wohnung 
durch Y._____  und der Rückabwicklung bzw. der Beendigung von das Gesamtgut 
belastenden Rechtsgeschäften des Ehemannes (Kauf eines Porsches, Miete ei-
nes Fotostudios in O.2_____, Miete einer Zweitwohnung und eines Lagerraumes 
in O.4_____) stellen. Zudem ergänzte sie ihr mit Eingabe vom 5. Oktober 2015 
gestelltes Auskunftsbegehren dahingehend, als auch die E._____, die F._____ 
und die G._____ anzuweisen seien, ihr über deren Tätigkeiten als Depot/Konto 
führende Bank respektive Vermögensverwalter, Treuhänder und Berater in Zu-
sammenhang mit der Bewirtschaftung des über die C._____ gehaltenen ehelichen 
Gesamtgutes vollständig Rechenschaft abzulegen, und überdies die D._____  an-
zuweisen sei, ihr während der ganzen Dauer des gerichtlich genehmigten Ge-
trenntlebens unaufgefordert die monatlichen Kontoauszüge, Quartals- und Endjah-
resberichte der beiden auf Y._____ lautenden Konti zuzustellen.

7. Mit prozessleitender Verfügung von 27. Oktober 2015 lehnte der Einzelrich-
ter am Bezirksgericht Maloja den seitens von X._____ beantragten Erlass super-
provisorischer Massnahmen ab und hielt fest, dass sich die Parteien anlässlich der 
anzusetzenden Verhandlung zur Sache äussern könnten. Auf die von X._____ 
hiergegen erhobene Beschwerde trat das Kantonsgericht von Graubünden mit 
Entscheid vom 5. November 2015, mitgeteilt am 6. November 2015, nicht ein (ZK1 
15 155).

8. Mit Eingabe vom 30. Oktober 2015 stellte X._____ Antrag auf Bescheini-
gung der Vollstreckbarkeit von Ziffer 2 des Dispositivs des Entscheids des Einzel-
richters am Bezirksgericht Maloja vom 12. Oktober 2015. Zugleich sei Y._____ 
das Aktienzertifikat der C._____ unverzüglich polizeilich wegzunehmen, eventuell 
seien geeignete Zwangsmassnahmen zur Vollstreckung des erwähnten Ent-
scheids anzuordnen. Am 11. November 2015 beantragte Y._____, auf dieses 
Vollstreckungsgesuch sei nicht einzutreten, eventuell zurzeit nicht einzutreten, 
subeventuell sei es abzuweisen.

9. Am 9. November 2015 fand die Eheschutzverhandlung statt, zu der mit pro-
zessleitender Verfügung vom 28. Oktober 2015 vorgeladen worden war. Die Par-
teien hielten im Wesentlichen an ihren zuvor schriftlich gestellten Anträgen fest. Im 
Rahmen der Parteivorträge äusserte sich der Rechtsvertreter von X._____ unter 
anderem zur ehelichen Lebenshaltung. Vor der Trennung hätten die Ehegatten im 
Durchschnitt CHF 50‘000.00 pro Monat für den Lebensunterhalt verbraucht, was 
auf extrem gute Verhältnisse hindeute. Den dem bisherigen Standard entspre-

6 / 51

chenden Bedarf der Parteien (ohne Steuern) bezifferte er auf rund CHF 17‘000.00 
(Ehemann) respektive CHF 16‘000.00 (Ehefrau). Die Hälfte des Überschusses 
betrage CHF 12‘000.00, weshalb sich für die Ehefrau (bei fortbestehender Güter-
gemeinschaft) ein Anspruch von CHF 28‘000.00 (vor Steuern) ergeben würde. 
Einzelne Positionen des geltend gemachten Bedarfs wurden mit neuen Urkunden 
belegt. Der Rechtsvertreter von Y._____ bestritt einen monatlichen Verbrauch von 
CHF 50‘000.00. Für die Lebenshaltungskosten der Ehegatten seien monatlich 
CHF 19‘000.00 aufgewendet worden. Den nach der einstufig-konkreten Methode 
zu bemessenden Bedarf der Ehefrau (samt Steuern) bezifferte er auf CHF 
7‘900.00. Die Ehefrau habe allerdings auch eigenes Einkommen und könne auf-
grund ihrer Ausbildung als medizinische Praxisassistentin CHF 4‘500.00 pro Mo-
nat verdienen. Zur Begründung des Antrages auf Anordnung der Gütertrennung 
verwies der Rechtsvertreter von Y._____ auf die in der Eingabe vom 22. Oktober 
2015 geschilderten Umstände der Trennung, womit die Voraussetzungen von Art. 
176 Abs. 1 Ziffer 3 ZGB gegeben seien. Der Rechtsvertreter von X._____ stellte 
sich dagegen unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung auf den 
Standpunkt, dass die Gütertrennung nicht schon im Eheschutzverfahren anzuord-
nen sei, sondern erst mit der Scheidung Geltung haben soll. Sinngemäss sprach 
er sich damit für eine Abweisung des entsprechenden Antrages aus. Der Rechts-
vertreter von Y._____ wiederum beantragte die Abweisung des Antrages der Ehe-
frau auf Zusprechung eines Anwaltskostenvorschusses in Höhe von CHF 
25‘000.00. 

10. Mit Eingabe vom 16. November 2015 äusserte sich X._____ zu einzelnen 
Vorbringen, welche Y._____ respektive dessen Rechtsvertreter an der Eheschutz-
verhandlung gemacht hat. Unter anderem verlangte sie, dass der Ehemann über 
die Höhe der während seiner Anstellung bei der A._____ bezogenen Boni Aus-
kunft zu erteilen habe. Zudem machte sie geltend, dass bei Fehlen eines monatli-
chen Vermögensertrages von CHF 50‘000.00, an dem sie zur Hälfte partizipiere, 
dem Ehemann trotz seiner krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit ein hypotheti-
sches Einkommen von mindestens CHF 250‘000.00 anzurechnen sei, da er es 
anscheinend unterlassen habe, seine Ansprüche auf eine Invalidenrente oder ei-
nen entsprechenden Kapitalbezug gegenüber seiner Pensionskasse geltend zu 
machen.

11. Mit Entscheid vom 18. November 2015, mitgeteilt am 19. November 2015, 
erkannte der Einzelrichter am Bezirksgericht Maloja was folgt:

"1. Es wird einstweilen festgestellt, dass die Parteien seit 23. Juli 2015 ge-
trennt leben und dazu berechtigt sind.

7 / 51

2. Die Wohnung in O.2_____ an der _____ wird dem Gesuchsteller und 
die Wohnung in O.3_____ im _____ der Gesuchsgegnerin zur alleini-
gen Benützung zugewiesen.

3. Der Gesuchsteller wird verpflichtet, der Gesuchsgegnerin Unterhalts-
beiträge von monatlich CHF 9'400.- zu entrichten, zahlbar jeweils im 
Voraus ab 1. Oktober 2015.

4. Die gegenüber der D._____, O.4_____ und O.5_____, der E._____, 
O.4_____, der F._____, O.4_____, sowie der E._____, O.6_____, am 
12. Oktober 2015 angeordneten Verfügungsbeschränkungen resp. Si-
cherstellungsverfügungen werden mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

5. Die dem Gesuchsteller mit Entscheid vom 12. Oktober 2015 auferlegte 
Verpflichtung zur Hinterlegung des Aktienzertifikates der C._____, wird 
mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Es wird vorgemerkt, dass der Gesuchsteller erklärt hat, über das Akti-
enzertifikat der C._____, nicht zu verfügen, solange es zum Gesamtgut 
gemäss Gütergemeinschaftsvertrag gehört.

6. Es wird vorgemerkt, dass sich der Gesuchsteller zur detaillierten Aus-
kunftserteilung über das eheliche Gesamtvermögen bereit erklärt hat.

7. Der Antrag der Gesuchsgegnerin, den Gesuchsteller zur Leistung ei-
nes Anwaltskostenvorschusses zu verpflichten, wird abgewiesen.

8. Die weiteren Anträge der Gesuchsgegnerin werden vollumfänglich ab-
gewiesen.

9. Zwischen den Parteien wird per 22. Oktober 2015 die Gütertrennung 
angeordnet.

10. Die Eingabe der Gesuchsgegnerin vom 16. November 2016 wird aus 
dem Recht gewiesen.

11. Die Gerichtskosten von CHF 6'000.- werden zu neun Zehnteln der Ge-
suchsgegnerin und zu einem Zehntel dem Gesuchsteller auferlegt. Sie 
sind dem Gericht innert 30 Tagen mit den beiliegenden Einzahlungs-
scheinen zu bezahlen.

Die Gesuchsgegnerin wird verpflichtet, den Gesuchsteller ausseramt-
lich mit CHF 6'000.- zu entschädigen.

12. (Rechtsmittelbelehrung).

13. (Mitteilung)."

C.1. Mit Eingabe vom 27. November 2015 reichte X._____ beim Kantonsgericht 
von Graubünden ein Gesuch um Erlass vorsorglicher Sicherungsmassnahmen im 
Sinne von Art. 265 ff. ZPO ein. Im selben Gesuch teilte ihr Rechtsvertreter dem 
Kantonsgericht von Graubünden mit, dass innerhalb der Frist von Art. 314 ZPO 
gegen den Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Maloja vom 18. No-
vember 2015 Berufung erhoben werden würde. Die sachliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts bzw. dessen I. Zivilkammer als Berufungsinstanz zum Erlass der 
beantragten Sicherungsmassnahmen sei daher gegeben.

8 / 51

2. Mit superprovisorischer Verfügung vom 30. November 2015, mitgeteilt glei-
chentags, wurde das Gesuch von X._____ von der Vorsitzenden der I. Zivilkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden gutgeheissen und die D._____ , 
O.4_____ und O.5_____, die E._____, O.4_____, die F._____, O.4_____, und die 
E._____, O.6_____, angewiesen, dass über die von Y._____ in eigenem Namen, 
im Namen beider Parteien oder im Namen Dritter, insbesondere der C._____, bei 
den genannten Banken hinterlegten Vermögenswerte nur mit der vorgängigen, 
schriftlichen Zustimmung von X._____ verfügt werden dürfe, sofern Verfügungen 
über dieses Vermögen ausserhalb der ordentlichen Vermögensverwaltung stün-
den. Gleichzeitig wurde Y._____ eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um zum Ge-
such um Erlass vorsorglicher Massnahmen Stellung zu nehmen. Auf Intervention 
der D._____ wurde die Verfügung vom 30. November 2015 am 3. Dezember 2015 
insofern berichtigt, als die entsprechenden Anweisungen gegenüber der D._____ 
und/oder der D.1_____ ausgesprochen wurden.

3. Die Stellungnahme von Y._____ datiert vom 10. Dezember 2015.

4. Mit Verfügung vom 18. Dezember 2015, mitgeteilt gleichentags, präzisierte 
die Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden die su-
perprovisorische Verfügung vom 30. November 2015 resp. 3. Dezember 2015 und 
erliess zahlreiche Anordnungen.

5. Mit Verfügung vom 15. März 2016, mitgeteilt am 27. April 2016, erkannte 
die Vorsitzende der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden im hän-
gigen Massnahmeverfahren was folgt (ZK1 15 169):

"1. Das Gesuch vom 27. November 2015 wird in Bestätigung der super-
provisorischen Verfügung vom 30. November 2015 resp. 3. Dezember 
2015 sowie der mit Verfügung vom 18. Dezember 2015 erfolgten Prä-
zisierung gutgeheissen. Damit bleiben die folgenden Anordnungen bis 
auf weiteres bestehen:

"1. Die D._____ und/oder die D.1._____, O.4_____, die E._____, 
O.4_____, die F._____, O.4_____, und die E._____, O.6_____, werden 
angewiesen, dass über die von Y._____ in eigenem Namen, im Namen 
beider Parteien oder im Namen Dritter, insbesondere der C._____, bei 
den genannten Banken hinterlegten Vermögenswerte nur mit der vor-
gängigen, schriftlichen Zustimmung von X._____ verfügt werden darf, 
sofern Verfügungen über dieses Vermögen ausserhalb der ordentliche 
Vermögensverwaltung stehen.

2.a) Die E._____ wird ermächtigt, die bestehenden Daueraufträge in Höhe 
von CHF 15'000.00 und CHF 10'650.00 zulasten des Kontos Nr. _____, 
lautend auf C._____, und zugunsten der Konti Nr. _____ und Nr. _____ 
bei der D.1_____,, lautend auf Y._____, bis auf weiteres auszuführen.

   b) Die D._____ wird ermächtigt, die bestehenden Daueraufträge und Be-
lastungen gemäss Lastschriftenverfahren zulasten der bei ihr geführten 

9 / 51

Konti Nr. _____ und Nr. _____, lautend auf Y._____, bis auf weiteres 
auszuführen.

   c) Die D.1_____ wird ermächtigt, von Y._____ zulasten der bei ihr geführ-
ten Konti Nr. _____ und Nr. _____ erteilte Aufträge zur Überweisung 
von Unterhaltsbeiträgen in Höhe von monatlich CHF 9'400.00 an 
X._____ bis auf weiteres auszuführen. 

   d) Nach Ausführung der monatlichen Überweisung an X._____ gemäss lit. 
c hiervor ist Y._____ berechtigt, über die beiden Konti Nr. _____ und 
Nr. _____ bei der D.1_____ bis zu einem Betrage von monatlich CHF 
15'000.00 resp. CHF 10'650.00 (jeweils Gesamtbetrag aller Belastun-
gen einschliesslich jener gemäss lit. b und c hiervor) alleine zu verfü-
gen."

2. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens von Fr. 2‘500.-- gehen zu 
Lasten von Y._____ und werden mit dem von X._____ geleisteten 
Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 1'500.-- verrechnet. Der Restbetrag 
von Fr. 1‘000.-- wird Y._____ in Rechnung gestellt, der zudem ver-
pflichtet wird, X._____ den Betrag von Fr. 1‘500.-- zu ersetzen.

3. Y._____ hat X._____ für das vorliegende Verfahren mit Fr. 4‘000.-- 
(inkl. Spesen und MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen.

4. (Rechtsmittelbelehrung).

5. (Mitteilung)."

D.1. Zwischenzeitlich wurde von X._____ mit Eingabe vom 3. Dezember 2015 
beim Kantonsgericht von Graubünden die bereits in ihrem Gesuch vom 27. No-
vember 2015 angekündigte Berufung gegen den Entscheid des Einzelrichters am 
Bezirksgericht Maloja vom 18. November 2015 eingereicht. Darin liess sie das 
folgende Rechtsbegehren stellen (ZK1 15 172):

"1.1 Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin ab 
dem 1. Oktober 2015 monatlich im Voraus CHF 25'000 zu bezahlen;

1.2 Unter Vormerknahme der Auskunftspflicht des Berufungsbeklagten 
gemäss Ziffer 6 des Entscheids vom 18. November 2015 des Einzel-
richters beim Bezirksgericht Maloja (Proz-Nr. _____) sei der Beru-
fungsklägerin nach Vorliegen der Auskünfte gemäss Art. 170 ZGB 
Gelegenheit einzuräumen, die Höhe der monatlichen Zahlung neu zu 
beziffern;

2.1 Ziffer 9 des Entscheids vom 18. November 2015 des Einzelrichters 
beim Bezirksgericht Maloja (Proz-Nr. _____) sei aufzuheben;

2.2 Die Vollstreckbarkeit der Ziffer 9 des Entscheids vom 18. November 
2015 des Einzelrichters beim Bezirksgericht Maloja (Proz-Nr. _____) 
sei bis zum Vorliegen eines Endentscheides über das Rechtsbegeh-
ren Ziff. 2.1 aufzuschieben, sofern diesem Rechtsbegehren keine 
aufschiebende Wirkung zukommen sollte;

3. In Aufhebung der Ziffer 8 des Entscheids vom 18. November 2015 
des Einzelrichters beim Bezirksgericht Maloja (Proz-Nr. _____) sei 
der Berufungsbeklagte zu verpflichten, der Berufungsklägerin einen 
Anwaltskostenvorschuss in der Höhe von CHF 25'000 auszurichten, 
eventuell sei der Anwaltskostenvorschuss angemessen anzupassen.

10 / 51

4. Ein allfälliger Vorschuss des Kantonsgerichts von Graubünden in der 
Berufung gegen den Entscheid des Einzelrichters beim Bezirksgericht 
Maloja (Proz-Nr. _____) zur Deckung der Gerichtskosten gemäss Art. 
98 ZPO sei beim Berufungsbeklagten zu erheben;

5. Der Berufungsbeklagte sei zu verpflichten, der Berufungsklägerin für 
das Berufungsverfahren einen angemessenen Prozesskostenvor-
schuss in der Höhe von CHF 6'000 zu bezahlen;

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten des Berufungsbe-
klagten;"

2. Mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden vom 8. Dezember 2015 wurde Y._____ die Berufung von X._____ 
zugestellt. Gleichzeitig wurde der Berufung mit Bezug auf die Anordnung der 
Gütertrennung (Dispositiv-Ziffer 9 des angefochtenen Entscheids) einstweilen die 
aufschiebende Wirkung zuerkannt. Über deren Aufrechterhaltung werde nach Ein-
gang der Berufungsantwort entschieden.

3. Y._____ stellte mit Berufungsantwort vom 17. Dezember 2015 folgende 
Anträge:

"1. Es sei die Berufung abzuweisen und demzufolge sei der Entscheid 
des Bezirksgerichts Maloja, Einzelrichter, vom 18. November 2015 
vollumfänglich zu bestätigen.

2. Verfahrensanträge:

2.1 Es sei die gemäss Verfügung vom 8. Dezember 2015 des Kantons-
gerichts von Graubünden einstweilen erteilte aufschiebende Wirkung 
mit Bezug auf die Anordnung der Gütertrennung (Dispositiv Ziffer 9 
des angefochtenen Entscheids) mit sofortiger Wirkung aufzuheben;

2.2 Die Parteien seien bei obligatorischem, persönlichem Erscheinen und 
kurzfristig zu einer Verhandlung vorzuladen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der Berufungsklä-
gerin, wobei sie zu verurteilen ist, dem Berufungsbeklagten eine Par-
teientschädigung von CHF 9'991.10 zu bezahlen."

E.1. Ebenfalls mit Eingabe vom 3. Dezember 2015 reichte X._____ gegen den 
Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Maloja vom 18. November 2015 
beim Kantonsgericht von Graubünden zudem Beschwerde mit folgenden Anträgen 
ein (ZK1 15 173):

"1.1 Die Vollstreckbarkeit der Ziffer 11 des Dispositivs des Entscheids 
vom 18. November 2015 des Einzelrichters beim Bezirksgericht Malo-
ja (Proz-Nr. _____) sei bis Vorliegen eines Endentscheides über die 
Höhe und den Bezug der Gerichtskosten aufzuschieben;

1.2 Die Ziffer 11 Abs. 1 des Dispositivs des Entscheids vom 18. Novem-
ber 2015 des Einzelrichters beim Bezirksgericht Maloja (Proz-Nr. 
_____) sei aufzuheben;

11 / 51

1.3 Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 6'000 sind auf CHF 2'000, 
eventuell einen angemessenen Betrag innerhalb der gesetzlichen 
Spanne zwischen CHF 1'500 bis CHF 5'000 herabzusetzen;

1.4 Die gemäss der vorstehenden Ziffer 1.3 angemessen auf das gesetz-
lich zulässige Mass herabgesetzten Gerichtskosten seien je zur Hälf-
te den Parteien aufzuerlegen;

1.5 Die der Beschwerdeführerin auferlegten Gerichtskosten gemäss Zif-
fer 1.4 hiervor auferlegten Gerichtskosten sind beim Beschwerdefüh-
rer zu erheben;

2. Sofern über die Parteientschädigung nicht im Rahmen der Berufung 
gegen den Entscheid vom 18. November 2015 entschieden wird, ist 
in Aufhebung von Ziffer 11 Abs. 2 des genannten Entscheides der 
Beschwerdeführerin eine angemessene Parteientschädigung zuzu-
sprechen;

3. Ein allfälliger Vorschuss des Kantonsgerichts von Graubünden in der 
Beschwerde gegen Ziffer 11 des Dispositivs des Entscheids vom 18. 
November 2015 des Einzelrichters beim Bezirksgericht Maloja (Proz-
Nr. _____) sei beim Beschwerdegegner zu erheben;

4. Der Beschwerdegegner sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin 
für das Beschwerdeverfahren einen angemessenen Prozesskosten-
vorschuss in der Höhe von CHF 2'000 zu bezahlen;

5. Alles gemäss Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Gesetz."

2. Mit Verfügung der Vorsitzenden der I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden vom 8. Dezember 2015 wurde Y._____ die Beschwerde von X._____ 
zugestellt. Gleichzeitig wurde der Beschwerde gestützt auf Art. 325 Abs. 2 ZPO 
einstweilen die aufschiebende Wirkung erteilt.

3. Mit Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2015 stellte Y._____ das fol-
gende Rechtsbegehren:

"1. Es sei auf die Beschwerde der Beschwerdeführerin vom 3. Dezember 
2015 nicht einzutreten, eventuell sei dieselbe abzuweisen.

2. Verfahrensantrag: Es sei der Beschwerde die einstweilen erteilte auf-
schiebende Wirkung zu entziehen.

3. Unter Kosten-und Entschädigungsfolgen."

F.1. Mit Verfügung vom 15. März 2016 ordnete die Vorsitzende der I. Zivilkam-
mer des Kantonsgerichts von Graubünden was folgt an:

"1. Die Verfahren ZK1 15 172 und ZK1 15 173 werden vereinigt.

2. Zur Kenntnis und Vervollständigung seiner Akten erhält Herr Rechts-
anwalt Kobelt je ein Exemplar der Berufungsantwort vom 17. Dezem-
ber 2015 (ZK1 15 172) und der Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 
2015 (ZK1 15 173), jeweils samt Beilagen.

3. Es wird die Durchführung einer Instruktionsverhandlung angeordnet.

12 / 51

4. Der Berufung ZK1 15 172 wird hinsichtlich der Anordnung der Güter-
trennung (Dispositiv-Ziffer 9 des angefochtenen Entscheides) im Sinne 
der Erwägungen die aufschiebende Wirkung erteilt.

5. Die der Beschwerde ZK1 15 173 einstweilen gewährte aufschiebende 
Wirkung wird insofern bestätigt, als ausschliesslich die Vollstreckbar-
keit von Dispositiv-Ziffer 11 Absatz 1 (Gerichtskosten) aufgeschoben 
wird.

6. Die Kosten bleiben bei der Prozedur.

7. (Rechtsmittelbelehrung).

8. (Mitteilung)."

2. Anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2016, zu welcher mit 
prozessleitender Verfügung vom 23. März 2016 vorgeladen worden war, erhielten 
die beiden Rechtsvertreter Gelegenheit zur Replik und Duplik. Anschliessend wur-
den die Parteien im Sinne von Art. 56 ZPO richterlich befragt. Da sich die Parteien 
in der Folge nicht zu einigen vermochten, hielt die Vorsitzende das Scheitern der 
Vergleichsbemühungen fest. Im Rahmen der Bereinigung des Beweisverfahrens 
hielt die Vorsitzende die Edition der von der Berufungsklägerin beantragten Veran-
lagungsverfügungen für die Steuerperioden 2009-2014 für nicht erforderlich, infol-
gedessen der entsprechende Antrag abgelehnt wurde. Ebenfalls abgelehnt wurde 
der Antrag der Berufungsklägerin auf Einholung von schriftlichen Auskünften über 
den durchschnittlichen Ertrag des Vermögens der C._____ bei der E._____ und 
bei der F._____. Schliesslich sprachen sich beide Parteivertreter dafür aus, zur 
richterlichen Befragung der Parteien schriftlich Stellung nehmen zu wollen.

3. Mit Verfügung vom 2. Juni 2016 liess die Vorsitzende der I. Zivilkammer 
des Kantonsgerichts von Graubünden den Parteien eine Kopie des Verhand-
lungsprotokolls vom 24. Mai 2016 zukommen und setzte ihnen für allfällige Begeh-
ren um Protokollberichtigung bzw. -ergänzung Frist bis zum 17. Juni 2016. In der 
gleichen Frist erhielten die Parteien Gelegenheit, im Sinne eines schriftlichen 
Schlussvortrags zum Ergebnis der im Berufungsverfahren erfolgten Beweisab-
nahmen und der formlosen richterlichen Befragung Stellung zu nehmen.

4. Die Stellungnahmen der Parteien erfolgten mit Eingaben vom 17. Juni 2016 
fristgerecht. Zu den jeweiligen Stellungnahmen der Gegenpartei liessen Y._____ 
mit Eingabe vom 6. Juli 2016 und X._____ mit Eingabe vom 20. Juli 2016 dem 
Gericht weitere Bemerkungen einreichen. Mit Eingabe vom 9. August 2016 ver-
zichtete Y._____ auf eine Replik zur Eingabe der Gegenpartei vom 20. Juli 2016.

G. Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid und in 
den Rechtsschriften sowie auf die Aussagen der Parteien im Rahmen der formlo-

13 / 51

sen richterlichen Befragung anlässlich der Instruktionsverhandlung wird, soweit 
erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1.1. Entscheide des Einzelrichters in Zivilsachen am Bezirksgericht zum Schut-
ze der ehelichen Gemeinschaft ergehen im summarischen Verfahren (vgl. Art. 271 
lit. a ZPO in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]). Dagegen kann 
gemäss Art. 308 Abs. 1 lit. a ZPO Berufung im Sinne von Art. 308 ff. ZPO an das 
Kantonsgericht von Graubünden erhoben werden (vgl. Art. 7 Abs. 1 EGzZPO). 
Innerhalb des Kantonsgerichts liegt die Zuständigkeit für zivilrechtliche Berufungen 
auf dem Rechtsgebiet des Zivilgesetzbuches bei der I. Zivilkammer (Art. 6 lit. a der 
Verordnung über die Organisation des Kantonsgerichts [KGV; BR 173.100]). Die 
Berufung ist innert zehn Tagen seit Zustellung des begründeten Entscheids 
schriftlich und begründet einzureichen, wobei der angefochtene Entscheid beizu-
legen ist (Art. 311 in Verbindung mit Art. 314 Abs. 1 ZPO). Der vorliegend ange-
fochtene Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht Maloja vom 18. Novem-
ber 2015 wurde den Parteien am 19. November 2015 mitgeteilt und ging der Beru-
fungsklägerin am 23. November 2015 zu. Die dagegen am 3. Dezember 2015 er-
hobene Berufung erfolgte somit fristgerecht und erweist sich überdies den an sie 
gestellten Formerfordernissen entsprechend.

1.2. Gegenstand des Berufungsverfahrens bilden die vom Berufungsbeklagten 
an seine Ehefrau zu leistenden Unterhaltsbeiträge, die Ausrichtung eines Anwalts-
kostenvorschusses in Höhe von CHF 25'000.00 sowie die Anordnung der Güter-
trennung. Es liegt somit offensichtlich eine vermögensrechtliche Angelegenheit 
vor. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist eine Berufung nur zulässig, 
wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbegehren mindestens 
CHF 10’000.00 beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Massgebend ist dabei nicht der 
Streitwert, welcher sich anhand der Berufungsanträge der Parteien und dem vor-
instanzlichen Entscheid errechnet. Abzustellen ist vielmehr auf den Betrag, wel-
cher nach den Begehren der Parteien bei Erlass des erstinstanzlichen Urteils, d.h. 
vorliegendenfalls des Eheschutzentscheids, noch streitig war (Karl Spühler, in: 
Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, 2. Auflage, Basel 2013, N 9 zu Art. 308 ZPO; Peter Reetz/Stefanie 
Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Auflage, Zürich 2016, N 39 f. zu 

14 / 51

Art. 308 ZPO). Bei ungewisser oder unbeschränkter Dauer einer Leistung ist zur 
Ermittlung des Streitwerts auf den zwanzigfachen Betrag der einjährigen Leistung 
abzustellen (Art. 92 Abs. 2 ZPO). Vorliegend ist allein aufgrund der divergierenden 
Anträge hinsichtlich des von der Ehefrau beantragten Anwaltskostenvorschusses 
der erforderliche Streitwert gegeben. Dazu kommt der Streit um die Anordnung 
der Gütertrennung und um die Höhe der vom Ehemann zu leistenden monatlichen 
Geldbeiträge, wobei bereits der für einen einzelnen Monat beantragte Betrag im 
Vergleich zum zugestandenen Unterhaltsbeitrag die Streitwertgrenze für die Beru-
fung übersteigt. Gesamthaft liegt der Streitwert offensichtlich weit über CHF 
30‘000.00. Damit ist zum einen die Streitwertgrenze nach Art. 308 Abs. 2 ZPO 
erreicht, womit auf die wie erwähnt frist- und formgerecht eingereichte Berufung 
vom 3. Dezember 2015 einzutreten ist. Zum anderen ist aber auch der in der 
Rechtsmittelbelehrung anzugebende Streitwert (vgl. Art. 112 Abs. 1 lit. d BGG) 
bestimmt. Auf die Berufung ist folglich einzutreten.

2. Ebenfalls mit Eingabe vom 3. Dezember 2015 erhob X._____ eine separate 
Beschwerde im Kostenpunkt (ZK1 15 173). Darin wird die Reduktion der Gerichts-
kosten und eine andere Kostenverteilung beantragt, und zwar – wie aus der Be-
gründung hervorgeht – für den Fall, dass der angefochtene Entscheid in materiel-
ler Hinsicht bestehen bleibt (und die Berufung also abgewiesen wird). Der Kosten-
punkt wird somit mit selbständiger Begründung und nicht bloss für den Fall einer 
Gutheissung der Berufung angefochten. Die Einreichung einer separaten Be-
schwerde wird damit begründet, dass der Streitwert der angefochtenen Gerichts-
kosten die Streitwertschwelle zur Berufung nicht erreiche, weswegen das Rechts-
mittel der Beschwerde gegeben sei. Gemäss Art. 110 ZPO ist für die selbständige 
Anfechtung des Kostenentscheids allerdings ohnehin nur das Rechtsmittel der 
Beschwerde gegeben, und zwar unabhängig vom Streitwert des Kostenent-
scheids. Wird jedoch in der Sache selber Berufung erhoben, kann mit der Beru-
fung auch der Kostenentscheid angefochten werden (vgl. David Jenny, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 1 zu Art. 110 ZPO; Viktor Rüegg, 
in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2013, N 1 zu Art. 110 ZPO; Adrian Urwyler/Myriam 
Grütter, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, N 1 zu Art. 110 ZPO; vgl. 
auch Dieter Freiburghaus/Susanne Afheldt, in: Sutter-
Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivil-
prozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 12 zu Art. 319 ZPO). Einwände 
gegen die Höhe der Gerichtskosten und deren Verteilung hätten daher im Rahmen 

15 / 51

der Berufung vorgebracht werden können, ohne dass eine zusätzliche Beschwer-
de hätte erhoben werden müssen. Insofern erweist sich die Beschwerde in der 
vorliegenden Konstellation als unzulässig. Sind die Voraussetzungen der Be-
schwerde nicht gegeben, stellt sich die Frage, ob das Rechtsmittel als Berufung 
entgegenzunehmen und zu behandeln ist (sog. Konversion). Eine solche Konver-
sion wird nach ständiger Praxis des Kantonsgerichts von Graubünden zugelassen, 
sofern das erhobene unzulässige Rechtsmittel die Voraussetzungen bezüglich 
Form und Frist des an sich zulässigen Rechtsmittels aufweist (vgl. Verfügung der 
II. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK2 16 11 vom 17. Juni 
2016 E. 1.b mit weiteren Hinweisen). Dies ist vorliegend der Fall. Folglich ist die 
separat eingereichte Beschwerde vom 3. Dezember 2015 als Ergänzung zur Beru-
fung entgegenzunehmen und zu behandeln, soweit diese nach dem Ausgang des 
Berufungsverfahrens in der Sache selber noch relevant ist. Damit entfällt auch der 
Einwand der Gegenpartei, wonach zwingend ein kassatorischer Antrag hätte ge-
stellt werden müssen (vgl. Beschwerdeantwort vom 11. Dezember 2015, ZK1 15 
173, act. A.2 S. 7).

3.1. Gegenstand der Berufung bilden nebst dem Kostenpunkt die Festsetzung 
des Unterhaltsbeitrages für die Ehefrau (Dispositiv-Ziffer 3), die Anordnung der 
Gütertrennung (Dispositiv-Ziffer 9) und die Abweisung des Antrags auf Leistung 
eines Prozesskostenvorschusses (Dispositiv-Ziffer 7; nicht Dispositiv-Ziffer 8, wie 
dies im Berufungsantrag fälschlicherweise angegeben wurde). Hinzu kommen 
weitere Anträge in Bezug auf die Kosten des Berufungsverfahrens wie die Erhe-
bung eines allfälligen Gerichtskostenvorschusses beim Berufungsbeklagten sowie 
die Verpflichtung des Berufungsbeklagten zur Bezahlung eines angemessen Pro-
zesskostenvorschusses in der Höhe von CHF 6'000.00 (Ziffern 4 und 5 der Beru-
fungsanträge) bzw. CHF 2'000.00 (Ziffern 3 und 4 der Beschwerdeanträge). Ent-
gegen den Ausführungen in der Berufungsantwort (act. A.2 S. 6) stellen Letztere 
keine Verfahrensanträge dar, sondern zusätzliche materiell-rechtliche Anträge ge-
stützt auf die eheliche Beistands- und Unterhaltspflicht (Art. 159 und Art. 163 
ZGB), mit denen der bereits vor erster Instanz gestellte Antrag auf Zusprechung 
eines Anwaltskostenvorschusses auf die Kosten des zweitinstanzlichen Verfahren 
ausgedehnt wird (vgl. zur Zulässigkeit einer solchen Klageänderung das Urteil der 
I. Zivilkammer des Kantonsgericht von Graubünden ZK1 14 154 vom 29. Juni 
2015 E. 8.c). Der Entscheid über diese Anträge erfolgt praxisgemäss erst im 
Rahmen des Endentscheids, wobei in Analogie zur unentgeltlichen Rechtspflege 
von der Erhebung eines Gerichtskostenvorschusses abgesehen wurde (vgl. PKG 
2013 Nr. 5).

16 / 51

3.2. Mit der Berufung nicht angefochten wurde die Abweisung des Begehrens 
um Anordnung einer Verfügungsbeschränkung im Sinne von Art. 178 ZGB (Dispo-
sitiv-Ziffer 4) und damit zusammenhängend die Aufhebung der Verpflichtung zur 
Hinterlegung des Aktienzertifikats der C._____ (Dispositiv-Ziffer 5). Für die Dauer 
des Berufungsverfahrens wurde allerdings zwecks Sicherung des Gesamtgutes 
bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Entscheids über die Anordnung der Güter-
trennung eine Verfügungsbeschränkung als vorsorgliche Massnahme gemäss Art. 
261 ff. ZPO angeordnet (ZK1 15 169). Würde die Anordnung der Gütertrennung 
durch die Berufungsinstanz aufgehoben, blieben die Parteien bis auf weiteres den 
Regeln der Gütergemeinschaft (Art. 227 f. ZGB) unterstellt, so dass ausserordent-
liche Verwaltungshandlungen von Gesetzes wegen nur mit Zustimmung der Ehe-
frau möglich wären und sich die Anordnung einer Verfügungsbeschränkung 
gemäss Art. 178 ZGB für die Dauer des Getrenntlebens erübrigen würde. Eben-
falls nicht angefochten und somit nicht mehr Gegenstand des vorliegenden Beru-
fungsverfahrens sind die Erledigung des umfassenden Auskunftsbegehrens der 
Ehefrau durch eine blosse Vormerknahme der Bereitschaft des Ehemannes zur 
detaillierten Auskunftserteilung über das eheliche Gesamtvermögen (Dispositiv-
Ziffer 6) und die Abweisung der weitergehenden Anträge der Ehefrau, namentlich 
mit Bezug auf eine detaillierte und vollständige Rechenschaftsablage über die 
Bewirtschaftung des über die C._____ gehaltenen Gesamtgutes (Dispositiv-Ziffer 
8; vgl. angefochtener Entscheid S. 15). Der in der Folge entstandene Streit über 
den Umfang der Auskunftspflicht bildet Gegenstand eines separaten Eheschutz- 
bzw. Rechtsmittelverfahrens (erstmals ZK1 16 54 mit Rückweisung an Vorinstanz 
und nunmehr ZK1 16 159). Zwar wurde mit der Berufung beantragt, der Beru-
fungsklägerin Gelegenheit einzuräumen, die Höhe der monatlichen Zahlung nach 
Vorliegen der Auskünfte gemäss Art. 170 ZGB neu zu beziffern (Ziffer 1.2 der Be-
rufungsanträge). Nachdem die Berufungsklägerin sowohl aussergerichtlich als 
auch im Zuge der verschiedenen Verfahren vor dem Kantonsgericht weitere In-
formationen zu den finanziellen Verhältnissen des Berufungsbeklagten erhalten 
hat, ist indessen eine Anpassung ihres Unterhaltsbegehrens unterblieben. Erst 
anlässlich der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2016 wurde seitens des 
Rechtsvertreters der Ehefrau ein Antrag auf Sistierung des Berufungsverfahrens 
bis zur Erledigung des neuen Auskunftsverfahrens gestellt. Nach dem Hinweis der 
Vorsitzenden, dass bisher kein Antrag auf Beizug der Akten des Auskunftsverfah-
rens gestellt worden sei und die Voraussetzungen für einen neuen Beweisantrag 
(Art. 317 Abs. 1 ZPO) fehlen dürften, wurde dieser Antrag aber wieder zurückge-
zogen (vgl. act. F.3 S. 10). Es bleibt mithin bei den mit der Berufung gestellten 
Begehren, über welche ohne Beizug der Akten des Auskunftsverfahrens zu ent-
scheiden ist. 

17 / 51

4.1. Für Massnahmen zum Schutz der ehelichen Gemeinschaft gelangen nach 
Art. 271 ZPO die Vorschriften über das summarische Verfahren zur Anwendung, 
unter Vorbehalt der Art. 272 und 273 ZPO. Ergänzend gelten zudem die Bestim-
mungen für das ordentliche Verfahren (Art. 219 ZPO). Soweit keine Kinderbelange 
zu beurteilen sind, sondern es – wie auch vorliegend – ausschliesslich um Belan-
ge geht, welche das Verhältnis zwischen den Ehegatten betreffen, untersteht das 
Verfahren der Dispositionsmaxime (Art. 58 Abs. 1 ZPO). Dieser Verfahrensgrund-
satz bedeutet, dass die Parteien über den Streitgegenstand verfügen können und 
das Gericht an die Parteianträge gebunden ist. Es darf einer Partei nicht mehr und 
nichts anderes zusprechen, als sie verlangt, und nicht weniger, als die Gegenpar-
tei anerkannt hat (Thomas Sutter-Somm/Benedikt Seiler, in: Sutter-Somm/Hasen-
böhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung 
[ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 6 ff. zu Art. 58 ZPO; Rolf Vetterli, in: Ingeborg 
Schwenzer [Hrsg.], FamKommentar Scheidung, Band II: Anhänge, 3. Aufl., Bern 
2017, N 3 zu Anh. ZPO Art. 272).

4.2. Gemäss Art. 272 ZPO stellt das Gericht den Sachverhalt von Amtes wegen 
fest. Zur Anwendung gelangt damit der sogenannte beschränkte oder soziale Un-
tersuchungsgrundsatz, wonach das Gericht den Sachverhalt nicht von Amtes we-
gen zu erforschen, sondern lediglich festzustellen hat. Dabei hat es durch ent-
sprechende Fragen und Aufforderungen auf die Vervollständigung des Sachver-
halts hinzuwirken. Es obliegt indes in erster Linie den Parteien, die rechtserhebli-
chen Tatsachen darzulegen und die nötigen Beweismittel zu nennen (vgl. dazu 
Claudia M. Mordasini-Rohner, Gerichtliche Fragepflicht und Untersuchungsmaxi-
me in familienrechtlichen Verfahren, in: recht 1/2014, S. 20 ff.; Thomas Sutter-
Somm/Yannick Sean Hostettler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., 
Zürich 2016, N 11 f. und N 14 zu Art. 272 ZPO; Stefanie Pfänder Baumann, in: 
Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], DIKE-Kommentar, Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2016, N 5 zu Art. 272 ZPO). Die soziale 
Untersuchungsmaxime dient weniger dem an einer umfassenden Wahrheitsfin-
dung gerichteten öffentlichen Interesse, sondern der Unterstützung der schwäche-
ren Partei. Der Grundsatz greift in diesem Sinn nur zum Ausgleich eines Machtge-
fälles zwischen den Parteien. Stehen sich – wie vorliegend – zwei anwaltlich ver-
tretene Parteien gegenüber, hat sich das Gericht bei der Feststellung des Sach-
verhalts wie im ordentlichen Prozess zurückzuhalten (Botschaft zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [ZPO] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 S. 7348; Rolf Vet-
terli, a.a.O., N 2 zu Anh. ZPO Art. 272; Sutter-Somm/Hostettler, a.a.O., N 12 und 
N 14 zu Art. 272 ZPO). Was das Beweismass anbelangt, genügt hinsichtlich der 

18 / 51

behaupteten Tatsachen das blosse Glaubhaftmachen. Das bedeutet, dass das 
Gericht nicht voll überzeugt werden muss; es reicht aus, wenn für das Vorhanden-
sein der streitigen Tatsachen eine grössere Wahrscheinlichkeit spricht als dage-
gen (Sutter-Somm/Hostettler, a.a.O., N 12 zu Art. 271 ZPO).

4.3. Neue Tatsachen und Beweismittel werden im Berufungsverfahren trotz Gel-
tung der beschränkten Untersuchungsmaxime nur noch unter den Voraussetzun-
gen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zugelassen (BGE 138 III 625 = Pra 2013 Nr. 26). 
Davon zu unterscheiden sind neue Vorbringen rechtlicher Natur, soweit diese 
nicht den Charakter neuer Einreden rechtlicher Art (wie z.B. die Verjährungseinre-
de) aufweisen. Neue rechtliche Ausführungen sind (im Rahmen des ordentlichen 
Ganges des Berufungsverfahrens) jederzeit und voraussetzungslos zulässig. Sol-
che Vorbringen sind dem Anwendungsbereich von Art. 317 Abs. 1 ZPO entzogen. 
Ebenfalls (im Rahmen des ordentlichen Ganges des Berufungsverfahrens) jeder-
zeit und voraussetzungslos zulässig ist die inhaltliche Einschränkung von Behaup-
tungen, da darin ein Zugeständnis (Zugabe) an die Gegenpartei zu erblicken ist 
(Peter Reetz/Sarah Hilber, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], 
Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, 
N 31 und 33 zu Art. 317 ZPO mit weiteren Hinweisen). Ob die Voraussetzungen 
für die Einbringung neuer Tatsachen und Beweismittel gegeben sind, hat das Be-
rufungsgericht grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen. Eine solche Prüfung 
kann sich indessen erübrigen, wenn im Berufungsverfahren durch eine Partei – sei 
dies von sich aus oder in (teilweiser) Erfüllung eines Auskunfts- bzw. Editionsbe-
gehrens der Gegenpartei – neue Tatsachen vorgebracht und durch Urkunden be-
legt werden, auf welche sich in der Folge auch die Gegenpartei stützt und diese 
sich folglich gegen die entsprechende Einlage nicht zur Wehr setzt. Ein solches 
Verhalten ist der (expliziten) Zustimmung der Gegenpartei zur Einbringung des 
Novums gleichzusetzen, an welche das Berufungsgericht bei Geltung der (be-
schränkten) Untersuchungsmaxime zwar nicht gebunden ist, von diesem aber 
gleichwohl berücksichtigt werden kann (vgl. dazu Peter Reetz/Sarah Hilber, 
a.a.O., N 26 zu Art. 317 ZPO). Vorliegend hat die Berufungsklägerin dem von der 
Gegenpartei beantragten Beizug der Akten des Verfahrens ZK1 15 169 ausdrück-
lich zugestimmt (vgl. act. F.3 S. 10). Sowohl in ihrem Parteivortrag an der Instruk-
tionsverhandlung (act. D.4.1) als auch in ihrem Schlussvortrag (act. A.5) hat sie 
mehrfach auf die in jenem Verfahren eingebrachten Rechtsschriften und Urkun-
den, namentlich auf das Kontoblatt zum Darlehenskonto des Ehemannes bei der 
C._____ (ZK1 15 169, act. C/14), Bezug  genommen. Diese Akten können daher 
im vorliegenden Berufungsverfahren berücksichtigt werden, ohne dass die Vor-
aussetzungen von Art. 317 Abs. 1 ZPO zu prüfen wären. Dasselbe gilt für die mit 

19 / 51

der Berufungsantwort eingereichte Zusammenstellung der Gutschriften und Belas-
tungen auf den D._____-Konti der Ehegatten (act. C.6) und die damit zusammen-
hängenden Ausführungen des Berufungsbeklagten. Im Übrigen wurde das Be-
weisverfahren im Rahmen der Instruktionsverhandlung vom 24. Mai 2016 berei-
nigt. Da die Berufungsklägerin in ihrem Schlussvortrag gegen die Abweisung ihrer 
Beweisanträge nicht mehr opponiert hat, ist auf diese nicht mehr einzugehen.

5. Vorab ist die Frage nach der Anordnung der Gütertrennung zu behandeln, 
da diese nach Auffassung der Berufungsklägerin auch für die Festsetzung der an 
sie zu leistenden Geldbeträge relevant ist. Diese stellt in ihrer Berufung nämlich 
klar, dass sich ihr Begehren auf Zusprechung eines monatlichen Beitrags von 
CHF 25'000.00 nicht bloss auf Art. 163 ZGB (Unterhalt), sondern in erster Linie auf 
den unter dem Güterstand der allgemeinen Gütergemeinschaft gesetzlich vorge-
sehenen Anspruch auf hälftige Beteiligung an der Gesamtgutnutzung abstützt, 
was der Vorderrichter offensichtlich verkannt habe (act. A.1 S. 11 f.). Wird die An-
ordnung der Gütertrennung durch das Berufungsbericht bestätigt, wäre der ent-
sprechenden Argumentation der Berufungsklägerin der Boden entzogen.

5.1. Ist die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts begründet, so muss das 
Eheschutzgericht gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB auf Begehren eines Ehegat-
ten die Gütertrennung anordnen, wenn die Umstände es rechtfertigen. Der Vorder-
richter erachtete letzteres als gegeben und ordnete zwischen den Parteien per 22. 
Oktober 2015 die Gütertrennung an. In seiner Begründung hielt er fest, dass beide 
Parteien den Antrag gestellt hätten, ihnen sei das Getrenntleben zu bewilligen; 
beide hätten sich mit der Zuweisung der jeweiligen Wohnung einverstanden er-
klärt; beide hätten geltend gemacht, inzwischen getrennt zu leben. Der Gesuch-
steller habe der Gesuchsgegnerin eine Abgeltung für den Scheidungsfall angebo-
ten, welche sie wegen einer zu tiefen Summe abgelehnt und einen bedeutend 
höheren Betrag verlangt habe. Sie bewohne sodann bereits seit längerer Zeit eine 
eigene Wohnung in O.3_____, habe sie doch schon im August 2015 Zustellungen 
an jene Adresse gewünscht. Sie habe inzwischen ihre voreheliche Erwerbstätig-
keit ebenfalls im Kanton O.7_____ und unter ihrem Mädchennamen wieder aufge-
nommen. Ihre Verlautbarungen in der Korrespondenz gäben zu erkennen, dass 
die eheliche Beziehung der Parteien nach ihrer Einschätzung keine Zukunftsaus-
sichten mehr habe. Die Gesuchsgegnerin habe eingestanden, keine nennenswer-
ten Vermögensgegenstände in die Ehe eingebracht zu haben. Dennoch habe sie 
einen Anspruch auf einen hälftigen Anteil am Gesamtgut geltend gemacht. Zu 
dessen Sicherung habe sie die Anordnung von entsprechenden Massnahmen ver-
langt. Der Gesuchsteller habe dem entgegengehalten, Sicherungsmassnahmen 

20 / 51

würden eine angemessene Vermögensverwaltung behindern und unter Umstän-
den zu Schäden führen. Letzteres sei nicht auszuschliessen. Auch die finanziellen 
Interessen der Parteien und insbesondere des Gesuchstellers seien davon tan-
giert (angefochtener Entscheid E. 16 S. 14 f.).

5.2. Zu den Umständen, welche die Anordnung der Gütertrennung im Rahmen 
des Eheschutzverfahrens rechtfertigen, hat sich das Bundesgericht kurz nach In-
krafttreten des neuen Eherechts in einem Grundsatzentscheid (BGE 116 II 21) 
geäussert. Nach der einleitenden Überlegung, dass der Sinn und Zweck der Ehe-
schutzmassnahmen unverändert geblieben sei und diese nach wie vor auf eine 
Aussöhnung der Ehegatten respektive auf eine Vermeidung künftiger oder Behe-
bung bestehender Schwierigkeiten ausgerichtet seien, hat es was folgt erwogen 
(E. 4 S. 28 f.):

„Voraussetzung für die Anordnung der Gütertrennung durch den Ehe-
schutzrichter ist die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts, die ihrer-
seits - nach Art. 175 ZGB - nur zulässig ist, wenn die Persönlichkeit eines 
Ehegatten, seine wirtschaftliche Sicherheit oder das Wohl der Familie 
durch das Zusammenleben gefährdet ist. Es drängt sich also auf, die 
"Umstände" im Sinne von Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB unter dem Blick-
winkel von Art. 175 ZGB zu sehen und folglich vor allem die Frage nach 
der Gefährdung der wirtschaftlichen Sicherheit des Ehepartners, der um 
Gütertrennung nachsucht, zu stellen (Botschaft, BBl 1979 II 1278; WE-
BER, a.a.O., S. 155; HAUSHEER/REUSSER/GEISER, N 38 zu Art. 176 
ZGB). Denkbar ist allerdings auch, dass der Schutz der Persönlichkeit 
eines Ehegatten die Gütertrennung als notwendig erscheinen lässt. Inso-
fern lässt sich in der Tat nicht die - vom Obergericht des Kantons Luzern 
offenbar vertretene - Meinung aufrechterhalten, an die im Gesetz er-
wähnten "Umstände" müsse ein strenger Massstab angelegt werden und 
es gehe demnach ausschliesslich um die wirtschaftlichen Interessen im 
engsten Sinne. Wie die Beschwerdeführerin zutreffend ausführt, enthält 
Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB sinngemäss einen Verweis auf Art. 4 ZGB.

Das kann freilich nicht bedeuten, dass der Eheschutzrichter irgendwel-
che Umstände zu berücksichtigen und, schlicht dem Wunsch des die 
Gütertrennung verlangenden Ehegatten entsprechend und die konkrete 
Situation ausser acht lassend, einen Billigkeitsentscheid zu treffen hätte. 
Vielmehr ist - wie erwähnt - Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB mit Blick auf die 
Umstände anzuwenden, die nach Art. 175 ZGB zur Aufhebung des ge-
meinsamen Haushalts geführt haben. … In diesem Rahmen aber soll der 
Eheschutzrichter alle Umstände prüfen, in denen die Ehegatten leben, 
und im Hinblick darauf über die Anordnung der Gütertrennung entschei-
den. Dass dabei die Gefährdung der wirtschaftlichen Interessen im Vor-
dergrund steht, liegt auf der Hand; doch sind andere Überlegungen wirt-
schaftlicher Natur oder auch solche, die mit Rücksicht auf die Person der 
Ehegatten angestellt werden, nicht vorweg ausgeschlossen (zum Bei-

21 / 51

spiel Berufswünsche, deren Erfüllung ein gewisses, vom andern Ehe-
partner aber grundlos verweigertes Kapital erfordern).“

In der anschliessenden Erwägung hat sich das Bundesgericht sodann mit den Ar-
gumenten der dortigen Beschwerdeführerin befasst und festgehalten, der (von 
jener behauptete) Umstand, dass eine Wiedervereinigung äusserst unwahrschein-
lich sei, könne allenfalls Grund zur Klage auf Scheidung oder Trennung der Ehe 
geben, sei für sich allein aber kein "Umstand" im Sinne von Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 
ZGB, der den Richter bereits zur Anordnung der Gütertrennung veranlassen 
müsste (E. 5.a S. 30). Diesen Grundsatzentscheid hat das Bundesgericht kürzlich 
bestätigt und hat sich damit gegen eine Lockerung der Voraussetzungen zur An-
ordnung der Gütertrennung, wie sie in der Lehre nach Inkrafttreten des revidierten 
Scheidungsrechts postuliert wurde und in der Praxis einzelner Kantone, einsch-
liesslich jener des Kantonsgerichts von Graubünden, auszumachen war, gestellt. 
Wörtlich hat das Bundesgericht in seinem Entscheid 5A_945/2014 vom 26. Mai 
2015, E. 7.2, folgendes ausgeführt:

„Ist die Aufhebung des gemeinsamen Haushalts begründet, so muss das 
Eheschutzgericht gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB auf Begehren eines 
Ehegatten die Gütertrennung anordnen, wenn die Umstände es rechtfer-
tigen. Dabei ist die Tatsache, dass eine Wiedervereinigung unwahr-
scheinlich erscheint, für sich alleine kein Umstand, der die Anordnung 
der Gütertrennung rechtfertigt (BGE 116 II 21 E. 5a S. 30). Erforderlich 
sind vielmehr weitere, am Katalog von Art. 175 ZGB orientierte Umstän-
de, wobei das Kriterium der Gefährdung wirtschaftlicher Interessen im 
Vordergrund steht (BGE a.a.O. E. 4 S. 28 f.). Die kantonale Praxis mag 
teilweise in eine andere Richtung weisen und auch das Obergericht be-
hauptet - allerdings ohne Nachweise -, insoweit konstant von der bun-
desgerichtlichen Rechtsprechung abzuweichen und eine lockerere Praxis 
zu verfolgen. Für eine solche Lockerung bestehen jedoch keine Gründe 
(offen gelassen in Urteil 5A_371/2013 vom 13. September 2013 E. 4.3): 
Die Anordnung der Gütertrennung stellt einen schweren Eingriff in den 
Güterstand dar. Er darf nicht zu leichtfertig vorgenommen werden, denn 
mit der Gütertrennung verlieren die Ehegatten güterrechtliche Anwart-
schaften. Der gesetzlich vorgesehene Zeitpunkt für die Auflösung des 
Güterstandes (Art. 204 Abs. 2, Art. 236 Abs. 2 ZGB) würde in Schei-
dungsverfahren nach Art. 114 ZGB wohl faktisch bedeutungslos; in 
güterrechtlicher Hinsicht würde die Auflösung der Ehe ins Eheschutzver-
fahren vorverlagert. Zudem wiegt der Eingriff auch insofern schwer, als 
die Massnahme bei einer Wiedervereinigung der Ehegatten nicht auto-
matisch dahinfällt (Art. 179 Abs. 2 ZGB). Der Entscheid des Oberge-
richts, der einzig auf die fehlende Aussicht auf Wiedervereinigung der 
Parteien abstellt, erweist sich deshalb als willkürlich und ist insoweit auf-
zuheben.“

22 / 51

Diese Ausführungen des Bundesgerichts machen deutlich, dass sich das Ehe-
schutzgericht bei der Prüfung der Voraussetzungen für die Anordnung der Güter-
trennung nicht mit einer Feststellung von Umständen begnügen darf, welche die 
Unwahrscheinlichkeit einer Wiedervereinigung der Ehegatten begründen. Viel-
mehr müssen weitere Umstände erstellt sein, welche auf eine Gefährdung der 
wirtschaftlichen Interessen des antragstellenden Ehegatten im Falle der Weiter-
führung des bisherigen Güterstandes schliessen lassen oder den Fortbestand 
desselben aus persönlichen Gründen als unbillig erscheinen lassen. Nicht ausge-
schlossen ist indessen, dass die fehlende Aussicht auf eine Wiedervereinigung 
der Ehegatten in eine Gesamtwürdigung der Umstände einbezogen wird. Unbe-
stritten ist in Lehre und Rechtsprechung, dass die Anordnung der Gütertrennung 
gemäss Art. 176 Abs. 1 Ziff. 3 ZGB, d.h. nach Aufhebung des gemeinsamen 
Haushaltes, unter leichteren Voraussetzungen möglich ist als nach Art. 185 ZGB, 
der für eine solche Anordnung einen wichtigen Grund voraussetzt (Ivo Schwander, 
in: Honsell/Vogt/Geiser [Hrsg.], Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 5. Aufl., Ba-
sel 2014, N 9 zu Art. 176 ZGB). Ein solcher wichtiger Grund liegt unter anderem 
vor, wenn der bisherige Güterstand durch das Verhalten eines Ehegatten seine 
Berechtigung und seinen Sinn verloren hat oder dessen ordentliches Funktionie-
ren gefährdet ist. Die innere Berechtigung gilt dann als verloren, wenn die enge 
vermögensrechtliche Bindung durch die Ehe nicht mehr getragen wird. Dies kann 
auch und gerade dann der Fall sein, wenn die Wohngemeinschaft unter den Ehe-
gatten dauernd aufgegeben ist und jedes einträchtige Zusammenwirken durch das 
Verhalten des einen oder beider Ehegatten oder durch objektive Umstände ver-
unmöglicht wird (Susanne Bachmann, Die Regelung des Getrenntlebens nach Art. 
167 und 179 ZGB sowie nach zürcherischem Verfahrensrecht, Diss. 1995, S. 
169). Lassen die Umstände der Trennung darauf schliessen, dass der gemeinsa-
me Haushalt aus Sicht beider Ehegatten dauerhaft aufgegeben wird und der geis-
tig-sittliche Gehalt der ehelichen Gemeinschaft endgültig entfallen ist, rechtfertigt 
sich demnach die Anordnung der Gütertrennung, da unter solchen Umständen 
kein hinreichender Grund mehr besteht, die engen wirtschaftlichen Beziehungen, 
die insbesondere durch die Gütergemeinschaft bestehen, gegen den Willen eines 
Ehegatten aufrechtzuerhalten. Entscheidend sind jeweils die konkreten Umstände 
des Einzelfalls. Das Gericht verfügt dabei über einen grossen Ermessensspiel-
raum (Tarkan Göksu/Adrian Heberlein, in: Breitschmid/Jungo [Hrsg.], Handkom-
mentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Aufl., Zürich 2016, N 8 zu Art. 176 ZGB).

5.3. Nach dem Gesagten rügt die Berufungsklägerin in ihrer Berufung zu Recht, 
dass die Begründung des Vorderrichters für die Anordnung der Gütertrennung vor 
der bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht standhält. Tatsächlich konzentriert 

23 / 51

sich dessen Begründung auf Umstände, die auf die Dauerhaftigkeit der Trennung 
respektive die hohe Wahrscheinlichkeit einer Scheidung schliessen lassen, was 
für sich alleine wie gesehen nicht ausreicht. Soweit in diesem Zusammenhang 
sodann auf das Verhalten der Ehefrau im Rahmen der Verhandlungen über eine 
allfällige Scheidungskonvention (Ablehnung eines als zu tief erachteten Angebots 
für die Abfindung) und des Eheschutzverfahrens (Sicherungsbegehren als Reakti-
on auf die eigenmächtige Auflösung der gemeinsamen Konti) eingegangen wird, 
taugt dasselbe offenkundig nicht als Grund für die Anordnung der Gütertrennung. 
So ist einerseits nicht ersichtlich, inwiefern Verhandlungen über die Modalitäten 
einer Scheidung zu einer Gefährdung der finanziellen Interessen des Ehemannes 
hätten führen können. Anderseits wurde der Antrag auf Sicherungsmassnahmen 
durch das eigene (güterstandswidrige) Verhalten des Ehemannes provoziert. Eine 
ordentliche Bewirtschaftung der vorhandenen Werte blieb sodann ausdrücklich 
vorbehalten. So hat die Ehefrau bereits in ihrer Stellungnahme vom 23. Oktober 
2015 (Akten BG Maloja, act. I.5 S. 10) klargestellt, dass die bisherigen Mandate 
der F._____ als Vermögensverwalterin und der E._____ als Treuhänderin  unter 
Vorbehalt der Kooperation des Ehemannes bei der Verwaltung des Gesamtgutes 
und einer vollumfassenden Auskunftserteilung (worauf sie bei Fortbestand der 
Gütergemeinschaft denn auch Anspruch hätte)  weitergeführt werden sollen. Die 
Fortsetzung der bisherigen Anlagepolitik, namentlich die Anlage des der C._____ 
darlehensweise übergebenen Vermögens in verschiedenen Hedge Funds, war 
damit trotz der von ihr veranlassten Sicherungsmassnahmen gewährleistet. Die 
gegenteilige Behauptung des Berufungsbeklagten blieb jedenfalls völlig unbelegt. 
Weshalb der Vorderrichter angesichts dessen zum Schluss kam, dass die Sicher-
stellung der Vermögenswerte eine angemessene Vermögensverwaltung behin-
dern und zu Schäden führen könnte, ist nicht nachvollziehbar, zumal die Ehefrau 
mit dem entsprechenden Antrag nichts anderes verlangte, als was unter dem 
Güterstand der Gütergemeinschaft ohnehin Geltung hat, nämlich ein gemeinsa-
mes Handeln im Bereich der ausserordentlichen Verwaltung des Gesamtgutes 
(Art. 228 ZGB).

5.4. Dass die vom Vorderrichter angeführten Gründe nicht ausreichen, heisst 
aber nicht, dass die Anordnung der Gütertrennung auch im Ergebnis zu Unrecht 
erfolgt wäre. Die Einschätzung des Vorderrichters, dass eine Wiedervereinigung 
der Ehegatten unwahrscheinlich ist, wird als solche von der Berufungsklägerin 
nicht bestritten. Diese ist aufgrund der Trennungsumstände, wie sie der Ehemann 
vor der Vorinstanz dargelegt hat, denn auch zweifellos zutreffend. So hat die Ehe-
frau am 23. Juli 2015 all ihre Sachen aus der gemeinsamen Wohnung in 
O.2_____ entfernt, sie in ihr neues Domizil in O.3_____ gebracht und am selben 

24 / 51

Tag die Schlüssel für die Wohnung in O.2_____, aber auch für die weiteren Loka-
litäten des Ehemannes bei dessen damaligem Rechtsvertreter deponiert. Zudem 
hat sie per 1. Oktober 2015 ihre Papiere von O.2_____ nach O.8_____ verlegt 
und an ihrem neuen Wohnort auch ihre selbständige Erwerbstätigkeit als Business 
Coach wieder aufgenommen, dies notabene bereits unter ihrem Ledigennamen 
(Akten BG Maloja, act. III./17-20). In ihrem Schreiben vom 13. August 2015 an den 
Ehemann (Akten BG Maloja, act. III./21) hat sie sodann zum Ausdruck gebracht, 
dass sie die Trennung als definitiv erachtete und „eine weitere Chance für einen 
gemeinsamen Weg“ nicht mehr als gegeben sah. Zugleich ersuchte sie den Ehe-
mann, Kontaktversuche seinerseits zu unterlassen und künftig nur noch über nor-
male Briefpost zu kommunizieren. Im selben Zeitraum wurden sodann die ersten 
Verhandlungen mit Blick auf eine Scheidungskonvention aufgenommen (Akten BG 
Maloja, act. III./11-12). Bereits im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Entscheids er-
schien somit die Möglichkeit einer Wiedervereinigung praktisch ausgeschlossen, 
was sich zwischenzeitlich bestätigt hat. Es verhält sich demnach nicht derart, dass 
eine Wiedervereinigung der beiden Ehegatten bloss unwahrscheinlich ist. Eine 
solche ist vielmehr geradezu ausgeschlossen. Die Parteien streben mithin keine 
Wiedervereinigung an, ihre innere Verbundenheit und der geistig-sittliche Gehalt 
ihrer ehelichen Gemeinschaft sind entfallen und die Ehe besteht nur noch ihrem 
rechtlichen Bande nach. Worauf das Zerwürfnis zurückzuführen ist respektive in-
wiefern das Verhalten des einen oder anderen Ehegatten für die Trennung ursäch-
lich war, kann letztlich dahingestellt bleiben. Wie soeben dargelegt, sprach die 
Ehefrau selber davon, dass die gemeinsame Zeit definitiv vorbei sei. Dabei han-
delt es sich um einen Umstand, der in der Gesamtwürdigung durchaus zu berück-
sichtigen ist und für die Anordnung der Gütertrennung spricht, soweit in den Tren-
nungsumständen das Dahinfallen der inneren Verbundenheit und des geistig-
sittlichen Gehalts der ehelichen Gemeinschaft zum Ausdruck kommt. 

5.5. Von Bedeutung ist sodann, dass ohne Anordnung der Gütertrennung nicht 
bloss der ordentliche Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung, sondern die 
Gütergemeinschaft weiterzuführen wäre. Die Rechtsstellung des Ehemannes ist 
daher wesentlich stärker betroffen: während nach den Regeln der Errungen-
schaftsbeteiligung jeder Ehegatte unter Vorbehalt von Art. 208 ZGB frei über die 
eigenen Einkünfte und das Vermögen verfügen kann (ohne Pflicht zur Bildung 
oder Erhaltung von Errungenschaft) und nur der bis zum Stichtag verbleibende 
Vorschlag zu teilen ist, wird unter dem Güterstand der Gütergemeinschaft, jeden-
falls im Rahmen der ausserordentlichen Verwaltung (Art. 228 ZGB), von Gesetzes 
wegen ein gemeinsames Handeln vorausgesetzt, und zwar ungeachtet der Her-
kunft der Mittel. Auf der anderen Seite ist im Rahmen der ordentlichen Verwaltung 

25 / 51

ein alleiniges Handeln jedes Ehegatten zulässig (Art. 227 ZGB), und zwar auch 
mit Bezug auf Vermögenswerte, die der andere Ehegatte in die Ehe eingebracht 
hat. Das Funktionieren der Gütergemeinschaft setzt somit gegenseitiges Vertrau-
en voraus, welches im vorliegenden Fall nach der Trennung offensichtlich nicht 
mehr vorhanden ist. Dies zeigt sich bereits darin, dass bis zur Trennung die (or-
dentliche und ausserordentliche) Verwaltung des Gesamtgutes – welches gröss-
tenteils auch von ihm in die Ehe eingebracht wurde – dem Ehemann überlassen 
blieb, wohingegen der entsprechende Verwaltungsauftrag seitens der Ehefrau 
nunmehr widerrufen wurde. Die Art der Vermögensverwaltung, wie sie nach Ab-
schluss des Ehevertrags gehandhabt und bei dessen Abschluss wohl auch beid-
seits vorausgesetzt wurde, ist nach der Trennung somit nicht mehr möglich. Auch 
wenn davon auszugehen ist, dass die Ehefrau ihre Zustimmung zu Verwaltungs-
handlungen des Ehemannes nicht grundlos verweigern würde (zumal sie damit 
ihrerseits einen Grund für die Anordnung der Gütertrennung gemäss Art. 185 Abs. 
2 Ziff. 3 ZGB setzen würde), wird Letzterer durch das gesetzliche Zustimmungser-
fordernis dennoch in der Verwaltung des von ihm stammenden Vermögens einge-
schränkt. Das Interesse des Ehemannes an einer freien Verfügung über das von 
ihm in die Ehe eingebrachte Vermögen überwiegt daher das Interesse der Ehe-
frau, während der Trennungszeit am Nutzen und Ertrag des Gesamtgutes beteiligt 
zu bleiben, zumal die Fortführung des bisherigen Lebensstandards über den Un-
terhalt gesichert ist (vgl. dazu nachstehend E. 6). Dass die Ehefrau ihre eigene 
Erwerbstätigkeit aufgegeben oder zumindest reduziert hat, um sich der Pflege ih-
res Ehemannes zu widmen, ändert daran nichts, da die Folgen der ehelichen Auf-
gabenteilung wiederum über den Unterhalt ausgeglichen werden. Hinzu kommt, 
dass die Bildung weiterer Errungenschaft im vorliegenden Fall ohnehin fraglich 
erscheint. Nach bisherigem Aktenstand ist eher ein Verzehr des eingebrachten 
Vermögens als die Bildung von Ersparnissen aus Erträgen und sonstigen Einkünf-
ten anzunehmen. So hat namentlich das Guthaben des Ehemannes gegenüber 
der C._____ (Darlehen) wegen der die Gutschriften übersteigenden Bezüge in den 
letzten Jahren vor der Trennung stetig abgenommen. Soweit dafür die C._____ 
selber an Wert zugenommen haben sollte, weil in der Vergangenheit trotz der von 
ihr erzielten Gewinne auf eine Ausschüttung von Dividenden verzichtet wurde, 
wäre dieser Wertzuwachs im (bei Auflösung der Gütergemeinschaft an den Ehe-
mann zurückfallenden) Eigengut angefallen. Eine Beteiligung der Ehefrau würde 
bei dieser Sachlage voraussetzen, dass der Errungenschaft für die thesaurierten 
Gewinne eine Ersatzforderung zuzuerkennen wäre, was beim gegenwärtigen Ak-
tenstand zumindest als fraglich erscheint.

26 / 51

5.6. Ins Gewicht fällt schliesslich, dass die Eheleute nur kurze Zeit unter dem 
Güterstand der Gütergemeinschaft gelebt haben und der Abschluss des Ehe- und 
Erbvertrags glaubhafterweise durch die Krebserkrankung des Ehemannes moti-
viert war mit dem Ziel einer maximalen Begünstigung der Ehefrau im Falle seines 
Ablebens (so auch Ziffer A.4 des Vertrages [Akten BG Maloja, act. III.2]). Nach 
beidseits als definitiv erachteter Trennung hat der Ehemann offenkundig ein Inter-
esse daran, dass wenigstens die ehevertragliche Begünstigung der Ehefrau weg-
fällt. Die Interessen der Ehefrau wiederum bleiben mit dem Weiterbestand der 
erbvertragliche Begünstigung (5/8 des Nachlasses, wozu nach Anordnung der 
Gütertrennung auch das an den Ehemann zurückgefallene Eigengut gehört) bis 
zur Rechtskraft der Scheidung (Art. 120 Abs. 2 ZGB) ausreichend gewahrt.

5.7. In einer Gesamtbetrachtung erscheint die Anordnung der Gütertrennung 
unter den gegebenen Umständen für gerechtfertigt, auch wenn keine Gefährdung 
der wirtschaftlichen Sicherheit erstellt ist. Wie zuvor dargelegt, erlaubt Art. 176 
ZGB auch die Berücksichtigung anderer Überlegungen wirtschaftlicher oder per-
sönlicher Natur, so dass eine Gefährdung der finanziellen Interessen nicht zwin-
gend erforderlich ist. Demzufolge ist die Berufung in diesem Punkt abzuweisen 
und der angefochtene Entscheid im Ergebnis zu bestätigen. Mit dem vorliegenden 
Entscheid – genauer mit dem Eintritt der formellen Rechtskraft des Entscheides 
(Art. 268 Abs. 2 ZPO) – fallen einerseits die erteilte aufschiebende Wirkung und 
anderseits die angeordneten Sicherheitsmassnahmen von Gesetzes wegen dahin. 
Letztere sind der Klarheit halber und mit Blick auf die Mitteilung an die davon be-
troffenen Dritte (Banken, Vermögensverwalter, Treuhänder) ausdrücklich aufzu-
heben.

6. Ist die Aufhebung des gemeinsamen Haushaltes begründet, so muss der 
Richter auf Begehren eines Ehegatten die Geldbeiträge festlegen, die der eine 
Ehegatte dem anderen schuldet (Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB).

6.1. In Bezug auf die Unterhaltsberechnung führte der Vorderrichter im ange-
fochtenen Entscheid aus, dass beide Parteien übereinstimmend vorgebracht hät-
ten, während der Ehe in sehr guten finanziellen Verhältnissen gelebt zu haben. 
Ebenso würden beide davon ausgehen, dass die Unterhaltsbeiträge zugunsten 
der Ehefrau nach der einstufig-konkreten Methode festzulegen seien. Der Vorder-
richter hielt im Weiteren fest, es sei schwer, sich bei den vorliegenden Sachvor-
bringen ein Bild der Lebenshaltung der Parteien während des Zusammenlebens 
zu machen. Immerhin würden die D._____-Kontoauszüge zeigen, dass in der Re-
gel die vom Ehemann behaupteten Geldmittelzuflüsse von Seiten der Investment-
gesellschaft in Höhe von rund CHF 25'000.00 ausreichen würden, um anfallenden 

27 / 51

Verbindlichkeiten nachzukommen, ohne jeweils Ende Monat einen Negativsaldo 
aufzuweisen. In der Folge sei von einem Gesamtbedarf beider Parteien in dieser 
Grössenordnung auszugehen. Durch einen vom Ehemann anerkannten erweiter-
ten Grundbetrag von CHF 3'600.00 würden die Auslagen für Tele-
fon/TV/Radio/Internet von CHF 100.00 sowie für Unterhaltskosten von CHF 
200.00 und Versicherungen von CHF 200.00 abgedeckt. Hinzu kämen Mietkosten 
von CHF 2'000.00, Ausgaben für Mobilität von CHF 200.00, für Krankenkassen-
prämien von CHF 600.00, für Ferien von CHF 1'000.00 und für Weiterbildung von 
CHF 1'000.00, sodass auf einen Bedarf der Ehefrau von CHF 8'400.00 im Monat 
zu schliessen sei. Bei einem Unterhaltseinkommen von ca. CHF 100'000.00 habe 
sie mit einem Steueraufkommen von rund CHF 1'380.00 zu rechnen. Ex aequo et 
bono sei dieser Betrag unter den Parteien aufzuteilen. Der Ehemann sei somit zu 
verpflichten, der Ehefrau zum vorstehend genannten Unterhaltsbeitrag einen 
Steuerbetrag von CHF 1'000.00 im Monat zu ersetzen. Aufgrund der vorstehenden 
Betrachtungsweise erübrige sich die Feststellung des tatsächlichen Einkommens 
resp. der Vermögensverhältnisse des Ehemannes, nachdem dieser in der Lage 
und willens sei, einstweilen den Bedarf der Ehefrau durch Unterhaltsbeiträge zu 
decken. In der Folge wurde der Ehemann verpflichtet, der Ehefrau ab 1. Oktober 
2015 Unterhaltbeiträge von monatlich CHF 9'400.00 zu bezahlen (angefochtener 
Entscheid E. 15 S. 12 ff.).

6.2. Die Berufungsklägerin rügt einerseits eine offensichtlich unrichtige Feststel-
lung des Sachverhalts, weil der Vorderrichter bei der Festsetzung von Geldbeträ-
gen von einem monatlichen Grundbedarf von CHF 25'000.00 anstelle eines sol-
chen von CHF 50'000.00 ausgegangen sei, und andererseits eine unrichtige 
Rechtsanwendung, indem der Vorderrichter bei der Festsetzung des Geldbetrags 
die güterrechtliche Anspruchsgrundlage (hälftige Beteiligung an der Nutzung des 
Gesamtgutes) ausser Acht gelassen habe. Soweit die Berufungsklägerin ihren 
Anspruch auf einen höheren Geldbetrag mit der hälftigen Beteiligung an der Ge-
samtgutnutzung zu begründen versucht, stossen ihre Ausführungen nach der 
Bestätigung der Anordnung der Gütertrennung ins Leere. Doch selbst bei Aufhe-
bung der Gütertrennung wäre ihre Argumentation – wie nachfolgend dargelegt 
wird – nicht stichhaltig. 

6.2.1. Zum einen ist fraglich, ob bei Fortbestand der Gütergemeinschaft überhaupt 
Raum für eine Unterhaltsverpflichtung zulasten des Ehemannes besteht. Dies 
deshalb, weil die Ehefrau von Gesetzes wegen am Gesamtgut berechtigt ist, sie 
demzufolge das Gesamtgut als Gesamthänderin auch nutzen darf und in den 
Schranken der ordentlichen Verwaltung selber über das Gesamtgut verfügen 

28 / 51

kann, und zwar über Einkünfte jeder Art, die ungeachtet der Herkunft mit ihrem 
Anfall zum Gesamtgut gehören. Zur ordentlichen Verwaltung gehört denn auch die 
Verwendung von Gesamtgut für den Unterhalt (Alexandra Jungo, in: Breit-
schmid/Jungo [Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, 3. Aufl., Zürich 
2016, N 2 f. und N 6 zu Art. 227-228 ZGB mit weiteren Hinweisen). Zum anderen 
liegt es jedenfalls nicht in der Kompetenz des Eheschutzrichters, güterrechtliche 
Ansprüche eines Ehegatten zu regeln. Gestützt auf Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB fällt 
ihm im Streitfall höchstens die Festlegung des Beitrages zu, den ein Ehegatte zu-
lasten des Gesamtgutes für seinen (der bisherigen Lebenshaltung entsprechen-
den) Unterhalt beziehen darf, nicht aber die Anordnung einer hälftigen Aufteilung 
der gemeinsamen Einkünfte respektive der Gesamtgutserträge. Die Verwaltung 
des Gesamtgutes und dessen Erträge, soweit es nicht für die Deckung des lau-
fenden Unterhalts benötigt wird, bliebe vielmehr den Regeln von Art. 227 ff. ZGB 
unterstellt, wobei über allfällige die Gemeinschaftsinteressen verletzende Hand-
lungen eines Ehegatten im Rahmen der späteren güterrechtlichen Auseinander-
setzung abzurechnen wäre. Sind sich die Ehegatten über die Verwendung des 
Gesamtgutes uneinig, besteht keine gerichtliche Entscheidungsbefugnis. Statt-
dessen kann die verweigerte Zustimmung zu einer ausserhalb der ordentlichen 
Verwaltung liegenden Verfügung zur Haftung nach Art. 231 ZGB führen oder die 
Anordnung der Gütertrennung rechtfertigen (Jungo, a.a.O., N 10 zu Art. 227-228 
ZGB). Mit anderen Worten ergibt sich aus der Berechtigung am Gesamtgut zwar 
die Befugnis, an dessen Nutzung teilzuhaben und bei der (ordentlichen und aus-
serordentlichen) Verwaltung mitzuwirken, nicht aber ein Anspruch auf hälftige 
Auszahlung der Erträgnisse. Daraus folgt für den Fall, dass die Gütergemeinschaft 
entgegen der vorstehenden Beurteilung während der eheschutzrichterlichen Tren-
nung fortzuführen wäre, zweierlei: Zum einen fiele ein nach Deckung des Unter-
halts verbleibender Überschuss nicht in die alleinige Verfügungsbefugnis des 
Ehemannes. Zum anderen bestünde entgegen der bei der Ehefrau vorherrschen-
den Auffassung aber auch kein Anspruch auf Aufteilung der Erträge des Gesamt-
gutes mit je alleiniger Verfügungsbefugnis über die Hälfte derselben. Vielmehr 
bliebe es diesbezüglich bei einer gesamthänderischen Berechtigung der Ehegat-
ten mit der Folge, dass die verbleibenden Erträge des Gesamtgutes weiterhin ge-
meinsam zu verwalten wären.

6.2.2. Beizufügen bleibt, dass die Berufungsklägerin bei ihrer Argumentation auch 
unzulässigerweise das Total der Gutschriften respektive Belastungen auf den ge-
meinsamen D._____-Konti mit den Erträgen des (über die C._____ gehaltenen) 
Gesamtgutes gleichsetzt. Wie der Berufungsbeklagte glaubhaft dargelegt hat, 
wurden die beiden gemeinsamen Konti der Ehegatten mit Überweisungen der 

29 / 51

C._____ gespiesen, welche ihrerseits dem Darlehenskonto des Ehemannes be-
lastet wurden. Gutgeschrieben wurden dem Darlehenskonto wiederum ein jährli-
ches Honorar für die Beratungstätigkeit des Ehemannes zugunsten der C._____ 
(2012 CHF 195‘000.00, 2013 CHF 134‘000.00, 2014 CHF 110‘703.00) sowie der 
Darlehenszins von 1% (durchschnittlich ca. CHF 50‘000.00) pro Jahr (ZK1 15 169, 
act. C.14; vgl. auch act. A.2 S. 24 f.). Da das Total der Gutschriften geringer ist als 
die Belastungen, resultiert daraus ein teilweiser Vermögensverzehr. In der glei-
chen Zeit erzielte die C._____ mit ihren Anlagen (die zu einem überwiegenden 
Teil mit dem Darlehen des Ehemannes finanziert wurden) zwar beträchtliche Ge-
winne (vgl. dazu wiederum ZK1 15 169, act. C.14: Jahresrechnung 2013 CHF 
441‘507.00, Jahresrechnung 2014 CHF 120‘535.00), welche jedoch mangels Aus-
schüttung von Dividenden in der Gesellschaft verblieben und bei dieser zu einer 
Zunahme des Substanzwerts führten. Möglich ist, dass die Abnahme des Darle-
hens durch den höheren Wert der C._____ kompensiert wurde. Wie es sich im 
Einzelnen damit verhält, ist jedoch im Eheschutzverfahren nicht weiter zu prüfen, 
da die Festsetzung des gebührenden Bedarfs der Ehefrau nicht auf der Basis the-
oretisch möglicher Ausschüttungen vorzunehmen ist, sondern allein anhand der 
im gemeinsamen Haushalt effektiv verbrauchten Mittel. Inwiefern die Thesaurie-
rung der Gewinne in der C._____ güterrechtlich relevant ist, wird im Rahmen der 
güterrechtlichen Auseinandersetzung zu klären sein. Darauf braucht im Ehe-
schutzverfahren nicht weiter eingegangen zu werden, weshalb sich auch entspre-
chende Beweisabnahmen erübrigten.

6.3. Die Berufungsklägerin wirft dem Vorderrichter in Bezug auf die Bemessung 
ihres Bedarfs sodann vor, seinen weit gestreckten Ermessensrahmen überschrit-
ten und damit Art. 176 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB bzw. Art. 163 ZGB verletzt zu haben. So 
stelle der Vorderrichter in Abrede, dass sie Anspruch auf einen um das fünffache 
erweiterten Grundbetrag von CHF 6'000.00 pro Monat habe. Der vom Berufungs-
beklagten angebotene und vom Vorderrichter zur Richtschnur erhobene dreifach 
erweiterte Grundbetrag von CHF 3'600.00 sei knapp mehr als der Grundbetrag, 
den ein durchschnittlicher Einpersonenhaushalt auslege. Der Vorderrichter lasse 
damit die übereinstimmenden Parteivorträge ausser Acht, dass die Parteien auf 
einem äusserst hohen Standard gelebt hätten; ebenso, dass sie während der vier-
einhalbjährigen Pflege ihres Mannes auf eine Erwerbstätigkeit sowie eine Weiter-
bildung verzichtet habe und darum auch kaum Ferien und Urlaub habe machen 
können. Unter diesen Umständen sei es nicht gerechtfertigt, ihr auch für die Dauer 
des Getrenntlebens die Mittel zu entziehen, um sich weiterzubilden und sich erho-
len zu können. Die dafür vorgesehenen Pauschalen von jeweils CHF 3'000.00 pro 
Monat seien bei guten finanziellen Verhältnissen gemäss der Praxis ausgewiesen. 

30 / 51

Zum Lebensstandard der Parteien gehöre auch der Erwerb einer standesgemäs-
sen Ausstattung. Der Berufungsbeklagte mache dies selbst vor, indem er sich im 
Sommer zusätzlich zu seinen drei Autos noch einen neuen Porsche gegönnt ha-
be. Ihr Anspruch auf eine Reserve von monatlich CHF 3'500.00 zur Finanzierung 
solcher Anschaffungen und Notfälle entspreche daher auch der Praxis. Ihr monat-
licher Bedarf ermittle sich somit wie folgt:

Erweiterter Grundbedarf CHF   6'000.00
Wohnen CHF   2'000.00
Wohnen Nebenkosten CHF      200.00
Radio / TV / Internet CHF      100.00
Auto CHF   2'000.00
Weiterbildung CHF   3'000.00
Ferien / Urlaub / Restaurants CHF   3'000.00
Reserve / standesgemässe Ausstattung CHF   3'500.00
Total vor Steuern (gerundet) CHF 20'000.00

Bei einem solchen Bedarf werde sie mit jährlichen Steuern von mehr als CHF 
50'000.00 rechnen müssen, womit das Steuerbetreffnis monatlich CHF 4'200.00 
betrage. Im Ergebnis sei damit der geltend gemachte monatliche Betrag zu Lasten 
des Berufungsbeklagten von CHF 25'000.00 auch ausgewiesen, wenn der gesetz-
lich zwingende Anspruch auf hälftige Nutzung am Gesamtgut nicht gegeben sein 
sollte.

6.4. Dem hält der Berufungsbeklagte entgegen, dass die Berufungsklägerin ih-
ren gebührenden Bedarf trotz ausreichender Information ungenügend substantiiert 
habe. Die Berufungsklägerin habe weder in ihrer Eingabe vom 5. Oktober 2015 
noch in derjenigen vom 23. Oktober 2015 ihren eigenen Bedarf berechnet. In den 
beiden Schriftsätzen finde sich kein einziger Beleg und auch kein Betrag über Mie-
te, Krankenkasse etc., obwohl ihr die Beträge bekannt gewesen seien. Sie habe 
dies mit dem Hinweis unterlassen, dass sie zuerst vollständige Kontoauszüge von 
den Banken, Buchführungs- und Buchhaltungsunterlagen, Bilanzen und die Er-
folgsrechnung erhalten müsse. Erst dann sei sie in der Lage, ihre Lebenskosten 
zu beziffern. Dass dies falsch sei, sei offensichtlich. Zum einen habe sie während 
der gesamten Dauer der Ehe Kenntnis über die wirtschaftliche Situation gehabt. 
Zudem habe sie alle Bankunterlagen und Vermögensberichte seit dem Jahr 2011 
erhalten. Zum anderen würden alle Berechnungsmodelle zur Berechnung des Un-
terhaltsbedarfs von Einzelposten ausgehen (Grundbetrag, Wohnkosten, Sozial-
versicherungsbeiträge etc.), welche der Berufungsklägerin für sich selbst allesamt 
bekannt gewesen seien oder deren Höhe ohne Schwierigkeiten von ihr hätte eru-
iert werden können. Dass es hierzu keiner besonderen Kenntnis über die gesamte 
wirtschaftliche Situation des anderen Ehegatten bedürfe, sei offensichtlich. Die 
von der Berufungsklägerin eingelegte Bedarfsberechnung werde bestritten; diese 

31 / 51

sei bei Weitem übersetzt und entbehre jeglichen Beweises und auch jeglicher 
Glaubwürdigkeit. Festzustellen sei sodann, dass hierzu kein einziger Beleg zur 
Verfügung gestellt werde.Mit Bezug auf die Behauptungen der Berufungsklägerin 
zu den vor der Trennung für den Lebensunterhalt verwendeten Mittel führte der 
Berufungsbeklagte alsdann aus, er habe bereits im vorinstanzlichen Verfahren 
nachgewiesen, dass die Lebenskosten während des ehelichen Zusammenlebens 
durch zwei monatliche Überweisungen von insgesamt CHF 25'650.00 zulasten 
des Kontos der C._____ bei der E._____ und zugunsten der beiden Konti bei der 
D._____ finanziert worden seien. Von diesem Betrag seien die Unterhaltsbeiträge 
zugunsten seiner früheren Frau und der beiden Kinder aus jener Ehe abgegan-
gen, mithin CHF 6'600.00 pro Monat. Die Parteien hätten dementsprechend ihre 
Lebenskosten mit CHF 19'000.00 pro Monat finanziert. Wenn sie nunmehr wider 
besseres Wissen behaupte, die Parteien hätten pro Monat CHF 50'000.00 ver-
braucht, so treffe dies eindeutig nicht zu. Ebenso wenig habe sie angegeben, wel-
cher horrende monatliche Aufwand hätte betrieben werden müssen, um tatsäch-
lich jeden Monat Ausgaben von CHF 50'000.00 zu tätigen. Zudem hätte ein sol-
cher Ausgabenbetrag auch nicht lange finanziert werden können. Seinen ur-
sprünglichen Beruf könne er nicht mehr ausüben und durch seine Tätigkeit als 
Fotograf erziele er kein wesentliches Einkommen. Die rentenartigen, monatlichen 
Überweisungen zulasten der C._____ würden das einzige „Einkommen“ darstel-
len, das zur Finanzierung der Lebenskosten zur Verfügung gestanden habe. Der 
Vorderrichter sei dementsprechend zu Recht von einer monatlichen Einnahmen-
basis von CHF 25'000.00 ausgegangen, welche er in Kenntnis seiner Unterhalts-
verpflichtung auf CHF 19'000.00 monatlich reduziert habe. Zur Untermauerung 
seiner Ausführungen reichte der Berufungsbeklagte schliesslich eine Zusammen-
stellung der Gutschriften und Belastungen auf den beiden D._____-Konti für den 
Zeitraum von März 2011 bis September 2015 ein. 

6.5. Zutreffend an den Ausführungen des Berufungsbeklagten ist zunächst ein-
mal, dass die Berufungsklägerin ihren der ehelichen Lebenshaltung entsprechen-
den Bedarf erst anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung beziffert und 
zudem nur spärliche Belege eingereicht hat (Miete, Radio- und Fernsehempfang, 
Kabelanschluss, Krankenkasse, Haftpflichtversicherungen [Akten BG Maloja, act. 
IV.27-32]). Unter der Geltung der (beschränkten) Untersuchungsmaxime erfolgte 
die Bezifferung allerdings noch rechtzeitig (Art. 229 Abs. 3 ZPO). Das Fehlen von 
Belegen für zusätzliche Bedarfspositionen schadet sodann nicht, soweit zumindest 
die Lebenshaltung vor der Trennung respektive die Höhe der dafür verwendeten 
Mittel erstellt bzw. glaubhaft gemacht und der gebührende Bedarf nach Erfah-

32 / 51

rungswerten ermittelt werden kann, wie dies der Vorderrichter getan hat. Zu prüfen 
ist nachfolgend somit die Bemessung der einzelnen Bedarfspositionen.

6.6.1. Vorab stellt sich die Frage, ob es sich im vorliegenden Fall aufgrund der 
konkreten finanziellen Verhältnisse rechtfertigt, entsprechend dem Vorbringen der 
Berufungsklägerin einen fünffachen Grundbetrag anzurechnen, oder ob mit dem 
vorinstanzlich zugestandenen dreifachen Grundbetrag der ehelichen Lebens-
führung der Parteien bereits hinreichend Rechnung getragen worden ist. Die Be-
antwortung dieser Frage hängt davon ab, welchen Betrag die Parteien vor der 
Trennung für den gemeinsamen Lebensunterhalt verwendet haben. Die bisher 
gelebte Lebenshaltung ist in einem Geldbetrag auszudrücken, wobei das entspre-
chende Familieneinkommen den Ausgangspunkt hierfür bildet (Heinz Haus-
heer/Annette Spycher, in: Hausheer/Spycher [Hrsg.], Handbuch des Unterhalts-
rechts, 2. Auflage, Bern 2010, Rz. 05.148). Können die durch das Getrenntleben 
entstehenden Mehrkosten ohne weiteres gedeckt werden, hat der unterhaltsbe-
rechtigte Ehegatte Anspruch darauf, dass der Unterhaltsbeitrag so festgelegt wird, 
dass der bisherige Lebensstandard weitergeführt werden kann. Gleichzeitig stellt 
diese während des Zusammenlebens geführte Lebenshaltung auch die obere 
Grenze des Unterhaltsanspruchs dar (vgl. BGE 140 III 485 E. 3.3; Urteil des 
Bundesgerichts 5A_323/2012 vom 8. August 2012 E. 5.1 mit Hinweisen, nicht pu-
bliziert in BGE 138 III 672; vgl. auch PKG 2010 Nr. 19 E. 14). Es ist Sache des 
anspruchsberechtigten Ehegatten, den konkreten Lebensbedarf unter Angabe der 
Einzelbedürfnisse darzutun, und Aufgabe des Eheschutzrichters, zu beurteilen, 
welche Bedürfnisse dem ehelichen Standard noch entsprechen (Rolf Vetterli, in: 
Schwenzer [Hrsg.], FamKommentar Scheidung, Band I: ZGB, 3. Auflage, Bern 
2017, N 31 zu Art. 176 ZGB). An den Nachweis der einzelnen Ausgabepositionen 
zur Ermittlung der vormaligen Lebenshaltung darf kein besonders strenger Mass-
stab gelegt werden. Da es etwa für Auslagen des täglichen Bedarfs nahezu un-
möglich ist, die entsprechenden Zahlen nachträglich zu ermitteln bzw. vorzulegen, 
sind gewisse Pauschalisierungen unumgänglich. Bei besonders guten finanziellen 
Verhältnissen erscheint es glaubhaft, dass für den täglichen Bedarf deutlich höhe-
re Ausgaben als jene des Existenzminimums getätigt worden sind, so dass hilfs-
weise auch von einem erweiterten Grundbetrag ausgegangen werden kann (vgl. 
Heinz Hausheer/Annette Spycher, a.a.O., Rz. 02.65c; Jann Six, Eheschutz, 2. Auf-
lage, Bern 2014, Rz. 2.68). In welchem Umfang eine Erweiterung des Grundbe-
trags gerechtfertigt ist, liegt grundsätzlich im Ermessen des urteilenden Gerichts 
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 5A_310/2010 vom 19. November 2010 E. 6.3 so-
wie 5A_392/2007 vom 27. August 2007 E. 5; vgl. zum Ganzen auch Urteil der 

33 / 51

I. Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden ZK1 15 1 vom 13. November 
2015 E. 5c/aa mit weiteren Hinweisen).

6.6.2. Der für den gemeinsamen Lebensunterhalt verwendete Betrag wurde von 
der Berufungsklägerin bereits vor erster Instanz auf durchschnittlich CHF 
50‘000.00 beziffert (vgl. act. A.1 S. 13 ff.). Dabei stützte sie sich allerdings auf die 
Kontoauszüge für die Monate Juli bis September 2015, also für einen Zeitraum, in 
welchem sie bereits in O.3_____ lebte. Irgendwelche Belege für den massgebli-
chen Zeitraum vor der Trennung hat sie nicht eingereicht, obwohl sie in ihrer Stel-
lungnahme vom 23. Oktober 2015 (Akten BG Maloja, act. I.5 S. 6) selber davon 
spricht, aus einer Durchsicht der Kontoauszüge der gemeinsamen D._____-Konti 
für den Zeitraum zwischen April 2011 und dem Datum ihrer Saldierung durch den 
Ehemann ergebe sich, dass die Parteien den von ihr behaupteten Betrag für ihren 
Lebensunterhalt ausgegeben hätten. Wie der Berufungsbeklagte in seiner Beru-
fungsantwort (act. A.2 S. 14) zutreffend dargelegt hat, war sie demnach bereits im 
Verlaufe des erstinstanzlichen Verfahrens in den Besitz der betreffenden Bankun-
terlagen gelangt, so dass es ihr ohne weiteres möglich gewesen wäre, diese an 
der Eheschutzverhandlung vom 9. November 2015 einzureichen. Bei dieser Sach-
lage ist es grundsätzlich nicht zu beanstanden, dass der Vorderrichter auf weitere 
Beweisabnahmen verzichtet und stattdessen auf die Angaben des Berufungsbe-
klagten abgestellt hat. 

6.6.3. Zu den für die Lebenshaltung verwendeten Gutschriften auf den D._____-
Konti sollen nach Auffassung der Berufungsklägerin zudem noch weitere Beträge 
aufgerechnet werden, einerseits für Anschaffungen, die direkt über die C._____ 
finanziert worden seien (Fotoausrüstung, Porsche) und anderseits für den Miet-
wert der fortan vom Ehemann alleine genutzten ehelichen Wohnung (vgl. act. A.1 
S. 15 f.; dito Schlussvortrag, act. F.3 S. 8 ff.). Auf diese Weise errechnet die Ehe-
frau einen durchschnittlichen monatlichen Ertrag des Gesamtgutes in Höhe von 
CHF 70‘000.00 (vgl. act. A.1 S. 16). Die letztgenannte Berechnung erfolgte indes-
sen in Zusammenhang mit dem geltend gemachten Anspruch auf hälftige Beteili-
gung an der Gesamtgutnutzung. Für die Ermittlung der ehelichen Lebenshaltung 
erweisen sich die entsprechenden Ausführungen als irrelevant, ist dabei doch – 
wie bereits dargelegt – auf die effektiv für die Lebenshaltungskosten verbrauchten 
Mittel (und zwar in den letzten Jahren vor der Trennung) abzustellen. Berücksich-
tigt werden können sie höchstens als weiteres Indiz für den sehr hohen Lebens-
standard der Ehegatten, welche sich eine grosszügige Wohnung mit zwei Auto-
einstellplätzen geleistet (vgl. dazu Akten BG Maloja, act. III.11-13: jährlicher Miet-

34 / 51

wert total CHF 33‘840.00) und über mehrere Fahrzeuge der Luxusklasse verfügt 
haben.  

6.6.4. Vor der Vorinstanz hat der Ehemann monatliche Bezüge ab dem Konto der 
C._____ von insgesamt CHF 25‘650.00 und nach Abzug der Unterhaltsbeiträge 
zugunsten seiner früheren Frau und der beiden Kinder aus jener Ehe einen Betrag 
in Höhe von CHF 19‘000.00 für die Bestreitung der gemeinsamen Lebenshal-
tungskosten zugestanden, welcher in der Folge auch die Basis für den Entscheid 
des Vorderrichters bildete. Mit Berufungsantwort wurde an diesem Betrag festge-
halten (act. A.2 S. 22). Aus der vom Ehemann mit der Berufungsantwort einge-
reichten Zusammenstellung der Gutschriften und Belastungen auf den beiden 
D._____-Konti (act. C.6) ergibt sich indessen ein höherer Betrag. Nach seiner Be-
rechnung soll den beiden D._____-Konti in den Jahren 2011 bis 2015 durch-
schnittlich ein Betrag von CHF 25‘000.00 belastet worden sein, dies nach Abzug 
eines regelmässigen Kontoübertrages (monatlich CHF 3‘000.00 von Konto Y auf 
Konto N) und unter Berücksichtigung von drei ausserordentlichen Transaktionen 
(Auszahlungen der H._____, die auf ein persönliches Konto bei der E._____ trans-
feriert wurden; Gutschrift aus dem Verkauf des „Giulietta“, ebenfalls auf das Konto 
bei der E._____ transferiert). Ebenfalls bereits abgezogen wurden in seiner Be-
rechnung die Unterhaltsleistungen an seine frühere Ehefrau und seine Kinder von 
total CHF 60‘057.00 (seit September 2014 jeweils CHF 6‘673.00). Entgegen sei-
nen Ausführungen in der Berufungsantwort wären vom errechneten Betrag von 
CHF 25‘000.00 die monatlichen Unterhaltsbeiträge von CHF 6‘600.00 nicht noch-
mals in Abzug zu bringen gewesen. Im Nachgang zur Instruktionsverhandlung, an 
welcher er von der Vorsitzenden zu seiner Berechnungsmethode befragt wurde 
(zur Ermittlung der durchschnittlichen Belastungen hatte er offenbar jeweils die 
Kontostände Ende Jahr in Abzug gebracht), hat der Berufungsbeklagte mit seinem 
Schlussvortrag vom 17. Juni 2016 (act. A.6) sodann eine erneute Berechnung 
eingereicht (act. C.12) und dabei – wiederum nach Abzug der Unterhaltszahlun-
gen an seine frühere Frau und seine Kinder – durchschnittliche Ausgaben von 
CHF 27‘752.00 zugestanden (act. A.6 S.2). Beiden Zusammenstellungen lässt 
sich entnehmen, dass nebst den ordentlichen Bezügen über die beiden Dauerauf-
träge in zahlreichen Monaten zusätzliche Mittel (Beträge bis zu CHF 20‘000.00, 
teilweise auch mehr) bezogen wurden, und zwar auch in den letzten beiden Jah-
ren vor der Trennung (so in den Monaten Januar, März, April, Oktober und No-
vember 2014, ebenso in den Monaten März, Mai und Juli 2015). Lässt man die 
Belastungen ab Juli 2015 (Trennung) ausser Betracht, ergibt sich für die Zeit von 
März 2011 bis Juni 2015 (52 Monate) ein Total an Belastungen (nach Abzug von 
Kontoüberträgen, ausserordentlichen Transfers und Unterhalt) in Höhe von CHF 

35 / 51

1‘478‘765.00, d.h. durchschnittlich CHF 28‘438.00 pro Monat. Im Vergleich zum 
vom Vorderrichter berücksichtigen Betrag von CHF 19‘000.00 (CHF 25‘650.00 
abzüglich Unterhalt von CHF 6’600.00) haben die Parteien demnach monatlich 
rund CHF 9‘500.00 mehr für ihren Lebensunterhalt ausgegeben. 

6.6.5. Die Berufungsklägerin rechnet in ihrem Schlussvortrag vom 17. Juni 2016 
unter Berücksichtigung des regelmässigen Kontoübertrages und der Unterhalts-
zahlungen mit durchschnittlichen Ausgaben ab den D._____-Konti von CHF 
41‘789.00 (act. A.5 S. 8). In diesem Betrag enthalten sind die verschiedenen aus-
serordentlichen Belastungen, insbesondere der Transfer der von der H._____ 
ausbezahlten Freizügigkeitsleistung auf das private E._____-Konto des Ehema-
nes. Nach Auffassung der Berufungsklägerin ist ein solcher Transfer einerseits 
nicht erstellt und andererseits soll die entsprechende Behauptung neu und zufolge 
verspäteten Vortrags nicht zu hören sein (act. A.5 S. 11). Richtig ist, dass es sich 
bei der Zusammenstellung des Berufungsbeklagten nicht um eine Beweisurkunde 
handelt, sondern dieser lediglich der Wert einer Parteibehauptung zukommt. So-
weit damit Einkünfte und Ausgaben geltend gemacht werden, welche die vor ers-
ter Instanz behaupteten Beträge übersteigen, sind sie – wie eingangs dargelegt 
(E. 4.3.) – unabhängig vom Novenverbot zu berücksichtigen. Werden seitens des 
Berufungsbeklagten nunmehr zusätzliche Gutschriften zugestanden, sind konse-
quenterweise auch damit zusammenhängende Behauptungen zur deren Verwen-
dung zu berücksichtigen. Als zugestanden kann mit anderen Worten nur derjenige 
Betrag gelten, der nach Abzug der geltend gemachten ausserordentlichen Trans-
aktionen verbleibt. Dass im Juni 2011 von der H._____ ein namhafter Betrag zur 
Auszahlung gelangt ist, ist im Übrigen durch die mit der Berufungsantwort einge-
reichte Bestätigung vom 23. Juni 2011 über die Auszahlung der Freizügigkeitsleis-
tung von CHF 600‘072.80 (act. C.4) belegt. Veranlasst wurde die betreffende Ein-
lage durch die Ausführungen der Berufungsklägerin zu den anlässlich der Haupt-
verhandlung gemachten Aussagen des Ehemannes und deren Schlussfolgerung, 
dass bei der Bemessung des Unterhaltsanspruches die sein früheres Einkommen 
als Teilhaber der A._____ ersetzenden Versicherungsleistungen zu beachten 
wären (act. A.1 S. 5 und 18 f.). Damit erneuerte die Berufungsklägerin einen 
Standpunkt, den sie bereits in ihrer Eingabe vom 16. November 2015 vertreten 
hatte. Letztere war vom Vorderrichter als verspätet aus dem Recht gewiesen (vgl. 
angefochtener Entscheid E. 12 S. 11 und Dispositiv-Ziffer 10), was mit der Beru-
fung formell unangefochten blieb. Nichtsdestotrotz rügte die Berufungsklägerin die 
Rückweisung der betreffenden Eingabe in der Berufung als unzulässig (act. A. 1 
S. 19). Wäre dieser Auffassung zu folgen und ihre Eingabe vom 16. November 
2016 mit Blick auf Art. 229 Abs. 3 ZPO zu berücksichtigen, wäre aber auch der 

36 / 51

Berufungsbeklagte berechtigt, sich in der Berufungsantwort dazu zu äussern und 
diesbezügliche Gegenbeweise einzureichen, zumal die Voraussetzungen von Art. 
317 Abs. 1 ZPO offensichtlich erfüllt wären. Was sodann den geltend gemachten 
Transfer der Freizügigkeitsleistung auf das E._____-Konto anbelangt, fehlt es 
dafür zwar an einem Beleg, angesichts des zeitlichen Ablaufs und der Tatsache, 
dass gemäss Wertschriftenverzeichnis zur Steuererklärung 2013 (Akten BG Malo-
ja, act. III.8) bei der E._____ nach wie vor ein Konto mit einem Guthaben in ähnli-
cher Höhe existiert, erscheinen die Angaben des Berufungsbeklagten indessen 
glaubhaft. Unabhängig davon handelt es sich allein vom Betrag her um eine aus-
serordentliche Transaktion mit einmaligem Charakter, die selbst ohne weitere Be-
lege bei der Bestimmung der ehelichen Lebenshaltung vor der Trennung ausser 
Betracht bleiben müsste. Dasselbe gilt für die weitere Auszahlung der H._____ 
und den Erlös aus dem Verkauf des „Giulietta“, zumal die Gutschriften in den be-
treffenden Monaten ebenfalls erheblich über jenen der anderen Monate lagen und 
der jeweilige Mehrbetrag kurz darauf wieder abgeführt wurde. Es bleibt damit bei 
dem anhand der Zusammenstellung des Ehemannes ermittelten Betrag von mo-
natlich CHF 28‘500.00, welchen die Ehegatten im Durchschnitt zur Finanzierung 
ihrer Lebenshaltungskosten verbraucht haben.

6.6.6. Die Berufungsklägerin macht in ihrem Schlussvortrag geltend, dass der Le-
bensunterhalt nicht bloss über die D._____-Konti, sondern teilweise durch direkte 
Bezüge ab dem E._____-Konto der C._____ finanziert worden sei (vgl. act. A.5 S. 
8). Tatsächlich ergibt sich aus dem Kontoblatt der C._____ für das Darlehenskon-
to des Ehemannes (ZK1 15 169, act. C.14), dass dem Darlehenskonto höhere 
Beträge belastet wurden, als den beiden D._____-Konti gemäss der Zusammen-
stellung des Berufungsbeklagten gutgeschrieben wurden. So beliefen sich die (be-
reinigten) Gutschriften auf den D._____-Konti im Jahre 2014 auf total CHF 
418'145.00, während dem Darlehenskonto Bezüge und Teilrückzahlungen von 
total USD 484‘108.00 (= ca. CHF 460‘000 mit durchschnittlichem Kurs von CHF 
0.95) belastet wurden. Im Jahre 2015 standen den Gutschriften für den Zeitraum 
von Januar bis September von CHF 306‘662.00 Belastungen in Höhe von USD 
395‘069 (= ca. CHF 390‘000 bei durchschnittlichem Kurs von 0.99) gegenüber. Die 
Behauptung der Berufungsklägerin, dass einzelne Ausgaben direkt über die 
C._____ bezahlt wurden, erscheint damit glaubhaft. Vom Berufungsbeklagten 
wurde anlässlich der Instruktionsverhandlung denn auch zugestanden, dass ein-
zelne ausserordentliche Anschaffungen wie etwa der Porschekauf direkt vom 
E._____-Konto der C._____ bezahlt werden (act. F.3 S. 8). Auch die Steuern hat 
er laut seinen eigenen Angaben jeweils separat bezahlen lassen (act. F.3 S. 7). 
Vor diesem Hintergrund erscheint die von der Ehefrau bereits vor der Vorinstanz 

37