# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7d2448e8-da2c-5f71-bc4c-01d489f4efa8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-06-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.06.2013 UV 2012/90
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-90_2013-06-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/90

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 11.06.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2013
Art. 6 Abs. 1 UVG. Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen 
Unfallereignis und Supraspinatusruptur verneint. Adäquanz psychischer 
Beschwerden bei Anwendung der Psycho-Praxis verneint (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Juni 2013, UV 
2012/90). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_572/2013.

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiberin Della Batliner

Entscheid vom 11. Juni 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, Waisenhausstrasse 17, 

Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Invalidenrente

Sachverhalt:

A.

A.a  A.___ (nachfolgend: der Versicherte) war seit 1. Januar 2004 bei der B.___ als 

Bauarbeiter angestellt und dadurch obligatorisch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend: Suva) gegen die Folgen von Unfällen 

versichert, als er am 10. Dezember 2004 einen Fehltritt auf ein Vierkanteisen machte 

und ihn eine Eisenstange am "Thorax rechts (Rippen, Brustkorb)" traf (Suva-act. 1). Der 

erstbehandelnde Arzt Dr. med. C.___ attestierte dem Versicherten vom 10. bis 

24. Dezember 2004 eine volle Arbeitsunfähigkeit. Ab 17. Mai 2005 legte der Versicherte 

aufgrund zunehmender Schmerzen die Arbeit nieder und machte einen Rückfall 

geltend. Dr. C.___ bestätigte eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bis 20. Mai 2005. Die 

danach bestehende 50%-ige Arbeitsfähigkeit könne am Arbeitsplatz nicht verwertet/

realisiert werden. Am 16. Juni 2005 wurde eine Arthro-MRI der rechten Schulter 

durchgeführt und dabei eine erhebliche Rotatorenmanschetten-Läsion festgestellt 

(Suva-act. 12). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht (Suva-act. 13, 15, 19).

A.b  Bei der ambulanten Untersuchung vom 14. Juli 2005 wurden im Kantonsspital 

St. Gallen (KSSG) die Diagnosen einer ausgedehnten Rotatorenmanschetten-Ruptur 

der rechten Schulter (Supraspinatus- und Subscapularissehne) sowie einer AC-

Gelenksarthrose gestellt (Suva-act. 20). Am 19. August 2005 wurden eine Arthroskopie 

der rechten Schulter sowie eine offene Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion rechts 

durchgeführt, danach wurde seitens des KSSG bis 9. Oktober 2005 eine volle 

Arbeitsunfähigkeit attestiert (Suva-act. 21ff.).

A.c  Das Arbeitsverhältnis des Versicherten wurde gemäss Schreiben des Arbeitgebers 

vom 16. November 2005 in gegenseitigem Einvernehmen auf den 31. Dezember 2005 

aufgelöst (Suva-act. 29, 30, 32). Der Versicherte akzeptierte dies nicht, da mit 

Einstelltagen seitens der Arbeitslosenkasse zu rechnen war (Suva-act. 34, 37).

A.d  Im Februar 2006 wurde ein Cervico-Brachialgie-Syndrom festgestellt (Suva-

act. 48). Vom 10. April bis 24. Mai 2006 wurde ein stationärer Rehabilitationsaufenthalt 

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in der Rehaklinik Bellikon durchgeführt (Suva-act. 62). Dabei erhärtete sich aufgrund 

von konventionellen radiologischen Aufnahmen und einer Skelettszintigrafie der 

Verdacht auf ein Complex Regional Pain Syndrome (CRPS; Suva-act. 63). Am 

7. September 2006 wurde eine Frozen shoulder rechts diagnostiziert und eine 50%-ige 

Arbeitsfähigkeit ab 6. September 2006 attestiert (Suva-act. 75). Im  Bericht über die 

kreisärztliche Untersuchung vom 1. Dezember 2006 ging Dr. med. D.___, Facharzt 

FMH für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, von einer Arbeitsunfähigkeit 

für körperlich schwere Tätigkeiten im angestammten Beruf als Bauarbeiter aus (Suva-

act. 89).

A.e  Mit Verfügung vom 17. Januar 2007 (Suva-act. 94) teilte die Suva dem 

Versicherten mit, dass entsprechend der kreisärztlichen Untersuchungsergebnisse eine 

Rückkehr in den Betrieb bei körperlich belastender Tätigkeit kaum mehr realistisch und 

deshalb eine sofortige Kündigung möglich sei. Im allgemeinen Arbeitsmarkt sei von 

einer 50%-igen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Das Arbeitsverhältnis bei der B.___ GmbH 

wurde daraufhin am 25. Januar 2007 mit zweimonatiger Kündigungsfrist auf den 

31. März 2007 gekündigt (Suva-act. 97).

B.

B.a  Die gegen die Verfügung vom 17. Januar 2007 erhobene Einsprache vom 

16. Februar 2007 (Suva-act. 98) wurde gutgeheissen und die angefochtene Verfügung 

mit Schreiben vom 5. April 2007 (Suva-act. 102) wieder zurückgezogen; es wurde 

weiterhin ein Taggeld für eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet.

B.b  Mit Verfügung vom 11. April 2008 (Suva-act. 174) sprach die Suva dem 

Versicherten ab 1. Dezember 2007 eine Invalidenrente von Fr. 570.05, gründend auf 

einen Invaliditätsgrad von 13%, sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 13'350.--, 

gründend auf einer Integritätseinbusse von 12,5%, zu.

C.

Die dagegen erhobene Einsprache vom 14. Mai 2008 (Suva-act. 175) wurde mit 

Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2008 abgewiesen (Suva-act. 183).

D.

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D.a  Mit Beschwerde vom 5. November 2008 und Beschwerdebegründung vom 

1. Dezember 2008 liess der Versicherte die Aufhebung des Einspracheentscheids vom 

3. Oktober 2008 sowie die Zusprache einer Invalidenrente, basierend auf einem 

Erwerbsunfähigkeitsgrad von mindestens 57%, und einer Integritätsentschädigung, 

basierend auf einer Integritätseinbusse von mindestens 20%, beantragen (Suva-

act. 185). Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, zusätzlich 

medizinische Abklärungen hinsichtlich des Leistungsfähigkeitsgrads des 

Beschwerdeführers in Auftrag zu geben. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

D.b  Mit Schreiben vom 13. März 2009 hob die Suva den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2008 auf und nahm die Sache ins 

Verwaltungsverfahren zurück, weshalb der Prozess UV 2008/121 mit 

einzelrichterlichem Entscheid vom 6. April 2009 abgeschrieben werden konnte (Suva-

act. 186).

D.c  Es wurde eine orthopädische und neurologische Begutachtung des Versicherten 

bei der Klinik E.___ in die Wege geleitet, die das Gutachten am 18. August 2010 und 

am 2. September 2010 erstellte (Suva-act. 187ff.; 210, 217). Die Suva-internen Ärzte 

empfahlen, nicht auf dieses Gutachten abzustellen (Suva-act. 222, 228, 230), weshalb 

eine Oberbegutachtung bei Dr. med. F.___ veranlasst wurde (Suva-act. 232f.),

D.d  Gestützt auf das orthopädische Gutachten vom 16. Februar 2012 von Dr. F.___ 

(Suva-act. 262) schloss die Suva mit Verfügung vom 29. Mai 2012, dass weder ein 

Anspruch auf die seit 1. Dezember 2007 entrichteten Rentenleistungen von 

Fr. 30'233.50, noch auf die Integritätsentschädigung von Fr. 13'350.-- bestanden habe, 

diese Beträge zu Unrecht ausgerichtet worden seien und nun zurückgefordert würden 

(Suva-act. 266).

E.

Die dagegen erhobene Einsprache vom 29. Juni 2012 (Suva-act. 270) wurde mit 

Einspracheentscheid vom 10. Oktober 2012 (act. G 1.1; Suva-act. 273) abgewiesen.

F.

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F.a Mit Beschwerde vom 12. November 2012 (act. G 1) liess der Versicherte durch 

Rechtsanwalt lic. iur. Werner Bodenmann, St. Gallen, die Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 10. Oktober 2012 sowie die Zusprache einer Invalidenrente 

ab 1. Juni 2012, gründend auf einem Invaliditätsgrad von 13%, beantragen. 

Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, eine psychiatrische und 

neurologische Oberbegutachtung in Auftrag zu geben. Subeventualiter sei 

festzustellen, dass die Voraussetzungen für eine Rückforderung der ausgerichteten 

Versicherungsleistungen nicht erfüllt seien. Dem Beschwerdeführer sei für das 

vorliegende Verfahren die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren. Alles unter 

Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung liess der Beschwerdeführer 

insbesondere vorbringen, die Beschwerdegegnerin sei ihrer Verpflichtung, nebst dem 

orthopädischen Obergutachten ebenfalls ein neurologisches Gutachten in Auftrag zu 

geben, nicht nachgekommen. In Bezug auf das Vorliegen eines CRPS seien weitere 

Abklärungen durch einen Neurologen unumgänglich. Der orthopädische Gutachter 

habe aus der von ihm festgestellten erheblichen Symptomausweitung gefolgert, dass 

ein psychiatrisches Gutachten anzuordnen sei. Die Beschwerdegegnerin habe auf die 

Einholung eines solchen Gutachtens verzichtet, obwohl der Beschwerdeführer nach 

wie vor auf eine Therapie angewiesen sei und trotz offensichtlicher 

Kooperationsbereitschaft noch immer an erheblichen psychischen Beschwerden leide, 

die ihm eine Reintegration in den Arbeitsprozess bisher verunmöglichten. Da die 

Voraussetzungen zur Bejahung der adäquaten Kausalität gegeben seien, werde am 

Antrag auf Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens festgehalten. Selbst wenn die 

Voraussetzungen zur Einstellung der Rentenleistungen gegeben wären, wäre eine 

Rückforderung der bezogenen Leistungen unstatthaft, da aus dem Gutachten nicht 

hervorgehe, ab welchem Zeitpunkt wieder eine Arbeitsfähigkeit vorgelegen habe. Der 

Beschwerdeführer habe die Leistungen klarerweise in gutem Glauben empfangen und 

sei bedürftig, so dass eine Rückerstattung der Leistungen für ihn eine grosse Härte 

bedeuten würde.

F.b  Mit Beschwerdeantwort vom 13. Dezember 2012 (act. G 5) schloss die 

Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf 

die Erwägungen des angefochtenen Einspracheentscheids und führte im Wesentlichen 

an, die Oberexpertise von Dr. F.___ erläutere nachvollziehbar und schlüssig, dass sich 

ein CRPS röntgenologisch nicht habe objektivieren lassen und die massgebenden 

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Kriterien nicht erfüllt seien. Zum gleichen Ergebnis gelangten auch Dr. med. G.___, 

Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, und Dr. med. H.___, Fachärztin für 

Neurologie FMH und Psychiatrie. Selbst wenn man vom Bestand eines CRPS 

ausginge, stände dem Beschwerdeführer die beantragte Rente nicht zu, da dieses in 

einem natürlichen Kausalzusammenhang zur Supraspinatusläsion bzw. zu deren 

operativen Versorgung stehe. Diese seien aber ihrerseits nicht kausale Folge des 

Unfalls vom 10. Dezember 2004. Das Gutachten von Dr. F.___ geniesse volle 

Beweiskraft. Zu den psychischen Problemen des Beschwerdeführers erübrigten sich 

beweismässige Weiterungen, da der adäquate Kausalzusammenhang fehle. Die 

Rückerstattungspflicht der zurückgeforderten Leistungen sei gegeben, da diese vom 

Beschwerdeführer mangels Unfallkausalität des Schulterschadens zu Unrecht bezogen 

worden seien. Ob die Voraussetzungen für einen Erlass der Rückerstattung erfüllt 

seien, sei nicht im Rahmen des vorliegenden Prozesses zu entscheiden. Rein 

vorsorglich werde bezüglich gutem Glauben bemerkt, dass der Einspracheentscheid im 

Rahmen eines hängigen Gerichtsprozesses wiedererwägungsweise aufgehoben 

worden sei und mangels abschliessender medizinischer Abklärung keine rechtskräftige 

Verfügung vorgelegen habe, weshalb der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer mit 

einer abschlägigen Verfügung habe rechnen müssen.

F.c Mit Replik vom 30. Januar 2013 (act. G 8) hielt der Beschwerdeführer an seinem 

bisherigen Standpunkt fest.

F.d  Nach unbenutztem Ablauf der Frist zur Einreichung einer Duplik wurde der 

Schriftenwechsel am 12. April 2013 abgeschlossen (act. G 10).

Erwägungen:

1. 

Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet der Anspruch des Beschwerdeführers 

auf eine Invalidenrente. Die Verneinung des Anspruchs auf Integritätsentschädigung 

blieb insofern unangefochten, als sich der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

diesbezüglich weder in der Einsprache vom 29. Juni 2012 (vgl. Suva-act. 270) noch in 

der Beschwerde vom 12. November 2012 (vgl. act. G 1) äusserte und sowohl in den 

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jeweiligen Anträgen als auch in den Begründungen ausschliesslich die verfügte 

Rentenaufhebung thematisierte. Die Integritätsentschädigung wird im 

Beschwerdeverfahren lediglich in Zusammenhang mit der verfügten Rückforderung 

erwähnt. Darauf ist indessen vorliegend nicht einzugehen. Ob die Voraussetzungen für 

einen Erlass der Rückforderung gegeben sind, lässt sich erst nach Rechtskraft der 

vorliegend streitigen Angelegenheit entscheiden und ist entsprechend nicht 

Prozessgegenstand dieses Verfahrens, weshalb auf den entsprechenden 

Eventualantrag nicht einzutreten ist.

2. 

2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; 

SR 832.20) werden Leistungen der Unfallversicherung bei Berufsunfällen, 

Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit das Gesetz nichts anderes 

bestimmt. Anspruchsvoraussetzung für jegliche Leistungen der Unfallversicherung 

bildet die Unfallkausalität. Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht 

demnach nur für Gesundheitsschäden, die natürlich und adäquat kausal mit einem 

versicherten Unfallereignis zusammenhängen (Alexandra Rumo-Jungo, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 2012, S. 53ff.). Während es 

Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu 

beurteilen, obliegt es dem Gericht, die Frage nach dem adäquaten 

Kausalzusammenhang zu beantworten (Rumo-Jungo, a.a.O., S. 55, 58; BGE 125 V 

456; 123 III 110; 112 V 30). Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im 

Sinn von nachweisbaren strukturellen Veränderungen spielt die Adäquanz als rechtliche 

Eingrenzung der aus dem natürlichen Kausalzusammenhang sich ergebenden Haftung 

des Unfallversicherers praktisch keine Rolle (vgl. BGE 117 V 359, E. 5d/bb, unten, mit 

Hinweisen auf Lehre und Rechtsprechung; 118 V 286, E. 3a). Sind dagegen die 

Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, bewirkt die Bejahung der natürlichen 

Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung des adäquaten 

Kausalzusammenhangs. In diesen Fällen ist eine eigenständige Adäquanzbeurteilung 

nach der Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133, E. 6c/aa vorzunehmen.

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2.2 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben die 

urteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln 

sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Beweismittel unabhängig 

davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden, ob die 

verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 

gestatten. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der Fachperson begründet sind (BGE 125 V 351, E. 3a mit 

Hinweis). Erachtet das Sozialversicherungsgericht die rechtserheblichen tatsächlichen 

Entscheidgrundlagen bei pflichtgemässer Beweiswürdigung als schlüssig, darf es den 

Prozess ohne Weiterungen – insbesondere ohne Anordnung eines Gerichtsgutachtens 

– abschliessen (RKUV 1997 Nr. U 281 S. 281 E. 1a).

3. 

3.1 Ein rechtskräftiger Entscheid über den Anspruch auf Rentenleistungen und eine 

Integritätsentschädigung liegt bislang nicht vor; insbesondere erwuchs die Verfügung 

vom 11. April 2008 (Suva-act. 174) nie in Rechtskraft, da dagegen Einsprache (Suva-

act. 175), und gegen den Einspracheentscheid vom 3. Oktober 2008 (Suva-act. 183) 

Beschwerde erhoben wurden (Suva-act. 185) und die Beschwerdegegnerin die Sache 

anschliessend zur Vornahme weiterer Abklärungen in das Verwaltungsverfahren 

zurückgenommen hatte (Suva-act. 186). Daher erfolgten die bisherigen 

Rentenzahlungen sowie die Leistung der Integritätsentschädigung auf vorläufiger 

Basis.

3.2 Mit Verfügung vom 29. Mai 2012 (Suva-act. 266) bzw. Einspracheentscheid vom 

10. Oktober 2012 (act. G 1.1, Suva-act. 273) verneinte die Beschwerdegegnerin 

gestützt auf das Gutachten von Dr. F.___ vom 16. Februar 2012 (Suva-act. 262) einen 

natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 10. Dezember 

2004 und der Supraspinatusruptur. Auch der Beschwerdeführer ist der Ansicht, dass 

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dieses Gutachten als einziges die Voraussetzungen, die an ein Gutachten gestellt 

werden, erfülle (vgl. act. G 1 S. 10f.). Angesichts der vorliegenden Aktenlage und auch 

von Seiten der Parteien ergibt sich hieraus, dass das neurologisch-orthopädische 

Gutachten von Dr. med. I.___, Leiter Gutachtenzentrum, Facharzt Neurologie und 

Neurochirurgie, Rehabilitationswesen, Klinik E.___, und Dr. med. J.___, Orthopäde 

FMH, den beweismässigen Anforderungen an ein Gutachten nicht genügt und 

entsprechend nicht verwertbar ist. Dass die Beschwerdegegnerin unter diesen 

Umständen zur Einholung eines Ober-Gutachtens befugt war, steht ausser Frage (vgl. 

SVR 2007 UV Nr. 33 S. 111, wonach die Einholung einer second opinion nur bei 

Vorliegen eines den inhaltlichen und beweismässigen Anforderungen genügenden 

ärztlichen Expertise nicht erlaubt ist).

3.3 Der vom Beschwerdeführer anfänglich beschriebene Unfallmechanismus umfasste 

einen Fehltritt auf einem Vierkanteisen, welches ihn am Thorax rechts (Rippen, 

Brustkorb) traf (Suva-act. 1). An dieser Sachverhaltsdarstellung änderte sich auch bei 

der Rückfallmeldung durch die Arbeitgeberin am 18. Mai 2005 noch nichts (Suva-

act. 2). Erst bei seiner Vorsprache am Schalter am 30. Mai 2005 erwähnte der 

Beschwerdeführer erstmals eine Beteiligung des Rückens und des Schulterblatts 

(Suva-act. 3). Auch seitens des Hausarztes Dr. med. C.___ wurde dies erstmals im 

Arztzeugnis vom 27. Mai 2005 festgehalten (Suva-act. 7). Bei der kreisärztlichen 

Untersuchung vom 8. Juni 2005 (Suva-act. 8) stellte Dr. med. K.___ mit Hinweis auf die 

(nicht bei den Akten liegende) Thoraxaufnahme vom 13. Dezember 2004 fest, dass die 

Markierung des Schmerzpunktes caudal Höhe 10./11. Rippe erfolgt sei. Insgesamt 

brachte er grosse Zweifel am Kausalzusammenhang zwischen den als Rückfall geltend 

gemachten Beschwerden und dem Unfallereignis vom 10. Dezember 2004 zum 

Ausdruck. Eine Mitbeteiligung der Schulter an diesem Ereignis ist aufgrund des 

Unfallmechanismus bzw. den Aussagen der ersten Stunde des Beschwerdeführers 

somit fraglich. Zweifellos wurde durch das Unfallereignis vom 10. Dezember 2004 eine 

Thoraxkontusion verursacht. Demgegenüber fällt die Supraspinatusläsion auch 

aufgrund der nachvollziehbaren Begründung von Dr. F.___ – wonach dafür eine 

degenerative Ursache überwiegend wahrscheinlich erscheine – als Unfallfolge 

beweismässig ausser Betracht (vgl. Suva-act. 262 S. 24, 28, 30). Der 

Beschwerdeführer rügt in diesem Zusammenhang lediglich, dass in Bezug auf die in 

den Raum gestellte Diagnose eines CRPS eine neurologische Begutachtung 

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unumgänglich sei und vorliegend unterlassen wurde. Zudem habe Dr. F.___ eine 

psychiatrische Begutachtung ausdrücklich empfohlen. Dieses sei aufgrund des 

Vorliegens einer adäquaten Kausalität ebenfalls noch einzuholen.

3.4

3.4.1 Für die Annahme unfallkausaler somatischer Restfolgen wird im Regelfall eine 

strukturelle Läsion bzw. eine schlecht verheilte strukturelle Läsion als objektivierbares 

Korrelat verlangt. Liegt kein solches vor, wird häufig davon ausgegangen, dass der 

Schmerz durch eine psychische Komponente unterhalten wird. Darüber hinaus gibt es 

aber auch anerkannte unfallkausale Schmerzsyndrome, wie das CRPS bzw. den 

Morbus Sudeck, die auftreten, obwohl die Verheilung einer strukturellen Läsion 

grundsätzlich günstig verlaufen ist (vgl. dazu Alfred M. Debrunner, Orthopädie, 

Orthopädische Chirurgie, 4. Aufl. Bern 2005, S. 695 ff.). Die Diagnose eines CRPS 

erfolgt mittlerweile anhand der Budapest-Kriterien, welche aus einer 

Konsensuskonferenz im Jahr 2006 resultieren. Typischerweise treten die Beschwerden 

innerhalb kurzer Zeit nach einem auslösenden Ereignis – nach der Rechtsprechung 

wird für eine Leistungspflicht des Unfallversicherers eine Latenzzeit von sechs bis acht 

Wochen vorausgesetzt – auf (vgl. <http://rheumatologie.universimed.com/artikel/

komplexes-regionales-schmerzsyndrom-typ-1-crps-1>, abgerufen am 10. Mai 2013; 

Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 2007: 

Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 6. September 2006, U 23/06, 

E. 2.3 mit Hinweis).

3.4.2 Ein allenfalls nach der offenen Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion der rechten 

Schulter vom 19. August 2005 diagnostiziertes CRPS ist nicht geeignet, einen 

natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 10. Dezember 2004 zu 

begründen, da ein solcher in Zusammenhang mit der unfallfremden Supraspinatus-

Läsion bzw. deren Folgen steht. Somit können Bestand und Ausmass eines allenfalls 

bestehenden CRPS vorliegend offen bleiben. Im Übrigen stellt Dr. H.___ in 

nachvollziehbarer und glaubwürdiger Weise fest, dass die Diagnose eines CRPS aus 

neurologischer Sicht ohnehin nicht zu stellen sei, da sowohl entsprechende Befunde 

bei der jetzigen Untersuchung als auch im dargestellten Verlauf unter Anwendung der 

international anerkannten Budapest/IASP Kriterien fehlten und Dr. F.___ äussert sich 

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dahingehend, dass seiner Ansicht nach die Erwähnung eines einzigen, sehr subjektiv 

gefärbten klinischen Zeichens (livide Verfärbung der Haut) und eines 

Skelettszintigramms, welches die klinische Vermutung nur verdichte, jedoch nicht 

bestätige, zur Festlegung einer klaren Diagnose zu dürftig sei. Unter diesen Umständen 

durfte die Beschwerdegegnerin auf die Einholung eines neurologischen Gutachtens 

verzichten. Ein solches vermöchte auch zum jetzigen Zeitpunkt nichts an dem mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit fehlenden natürlichen Kausalzusammenhang zu 

ändern.

3.5

3.5.1 Dr. F.___ wies mehrmals auf einen Verdacht auf depressive Entwicklung mit 

schwerer somatoformer Schmerzverarbeitungsstörung sowie auf die Entwicklung eines 

chronischen Cervikobrachialsyndroms rechts hin und empfahl eine psychiatrische 

Begutachtung (Suva-act. 262 S. 24, 30, 33). Ob deren Notwendigkeit vorliegend 

tatsächlich gegeben ist, ist davon abhängig, ob auch der kumulativ erforderliche 

adäquate Kausalzusammenhang gegeben ist. Die Adäquanzbeurteilung ist dabei 

anhand der sogenannten Psycho-Praxis (BGE 115 V 133, E. 6c/aa) vorzunehmen.

3.5.2 Zunächst ist dabei zu prüfen, ob dem Unfall eine massgebende Bedeutung für die 

Entstehung der psychischen Beschwerden zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er

eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt. Für 

die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend 

vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen 

einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem dazwischen liegenden 

mittleren Bereich unterschieden wird. Während der adäquate Kausalzusammenhang in 

der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten Unfällen 

verneint werden kann, lässt sich die Frage der Adäquanz bei Unfällen aus dem 

mittleren Bereich nicht aufgrund des Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es 

sind weitere, objektiv fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in 

Zusammenhang stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in 

eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Dabei müssen rechtsprechungsgemäss (vgl. 

BGE 115 V 133 E. 6c; SVR 1999 UV Nr. 10 S. 31 E. 2; 2001 UV Nr. 8 S. 32 E. 3, je mit 

Hinweisen) die weiteren unfallbezogenen Kriterien entweder in gehäufter oder 

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auffallender Weise oder ein einziges Kriterium in besonders ausgeprägter Weise erfüllt 

sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Als in die Adäquanzbeurteilung 

einzubeziehende Kriterien nennt die Rechtsprechung (BGE 115 V 133 E. 6c/aa): 

besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls, 

die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, ungewöhnlich 

lange Dauer der ärztlichen Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert, schwieriger 

Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen und Grad und Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit. Bei der Beurteilung der Frage, ob diese Kriterien erfüllt 

sind, ist die psychisch bedingte Beeinträchtigung auszuklammern und nur der 

somatische Anteil zu berücksichtigen.

3.5.3 Den eigenen sachbezüglichen Angaben zufolge erlitt der Beschwerdeführer am 

10. Dezember 2004 eine Prellung durch eine 20-30kg schwere Leitschiene, welche 

nach einem Fehltritt nach oben vorschnellte und ihn in der Folge im Bereich des Thorax 

traf (Suva-act. 1). Dieser Unfall ist mit Blick auf den augenfälligen Geschehensablauf 

und Ereignisse mit ähnlich gelagerter Kräfteeinwirkung (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_168/2011 vom 11. Juli 2011 E. 5.1 mit Hinweisen) als mittelschweres Ereignis im 

Grenzbereich zu den leichten Fällen einzuordnen. Die adäquate Unfallkausalität des 

Gesundheitsschadens kann somit nur bejaht werden, wenn vier der sieben 

Adäquanzkriterien erfüllt sind oder eines besonders ausgeprägt vorliegt (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_46/2011 vom 18. April 2011 E. 5.1).

3.5.4 Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit 

des Unfalls sind bestenfalls darin zu erblicken, dass die Leitschiene beim Abstieg vom 

Anhänger unerwartet nach oben schnellte. Wenn überhaupt ist das Kriterium jedoch 

sicherlich nicht als in besonders ausgeprägter Weise erfüllt zu betrachten.

3.5.5 Eine schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzung, insbesondere deren 

erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen, kann bei 

einer Thoraxkontusion klarerweise verneint werden. Mangels natürlicher Kausalität 

haben bei dieser Beurteilung die die Schulter betreffenden Diagnosen – insbesondere 

die Supraspinatusläsion – ausser Acht zu bleiben.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/13

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3.5.6 In Bezug auf die Thoraxkontusion liegen weder eine ungewöhnlich lange Dauer 

der ärztlichen Behandlung noch körperliche Dauerschmerzen noch eine ärztliche 

Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmerte, noch ein 

schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen vor. Als der 

Beschwerdeführer im Mai 2005 einen Rückfall mit Beschwerden in der rechten Schulter 

geltend machte, waren die Schmerzen im Brustkorb bereits völlig in den Hintergrund 

getreten (Suva-act. 8). Da diesbezüglich bereits am 3. Januar 2005 wieder eine volle 

Arbeitsfähigkeit bestand, ist auch das Kriterium des Grads und der Dauer der physisch 

bedingten Arbeitsunfähigkeit zu verneinen.

3.5.7 Da damit höchstens ein Kriterium, und dieses in nicht besonders ausgeprägter 

Weise erfüllt ist, muss die Adäquanz verneint werden. Entsprechend erübrigen sich 

weitere Abklärungen, insbesondere eine psychiatrische Begutachtung des 

Beschwerdeführers.

4. 

Im Sinn der obigen Erwägungen ist die Beschwerde abzuweisen. Gerichtskosten sind 

keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Ein Anspruch auf Parteientschädigung besteht 

für den unterliegenden Beschwerdeführer nicht.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 11.06.2013
	Art. 6 Abs. 1 UVG. Natürlicher Kausalzusammenhang zwischen Unfallereignis und Supraspinatusruptur verneint. Adäquanz psychischer Beschwerden bei Anwendung der Psycho-Praxis verneint (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. Juni 2013, UV 2012/90). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_572/2013.

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