# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5103dbea-c85a-53aa-8ad4-842a3537a76c
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.05.2024 720 23 292 / 115 (720 2023 292 / 115)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-23-292---115_2024-05-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 16. Mai 2024 (720 23 292 / 115) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Berufliche Massnahmen: Ablehnung des Anspruchs auf weitere Massnahmen im Rahmen 

der Berufsberatung nach Feststellung von Eignung und Neigung für zwei Berufe 

 

 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichterin Susanne Afheldt, 

Kantonsrichter Christof Enderle, Gerichtsschreiberin i.V. Noëmi  
Hässle 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer 
  

 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Berufliche Massnahmen  

 
 
 
A.a Der 1994 geborene A.____ absolvierte eine Berufsausbildung zum Automobil-Fach-
mann. Anschliessend arbeitete er als Produktionsmitarbeiter, Automobil-Fachmann oder als Aus-
hilfe bei verschiedenen Arbeitgebenden. Seit März 2021 arbeitete er wieder in seinem ange-
stammten Beruf bei der B.____AG. Am 18. Mai 2021 rutschte A.____ während der Arbeit beim 
Heruntersteigen der Treppen aus. Er zog sich dabei eine Prellung im rechten Bereich des Rü-
ckens zu. In der Folge war A.____ vom 19. Mai 2021 bis zum 30. Juni 2022 zu 100% 

 

 
 
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arbeitsunfähig. Es wurde ein persistierendes thorakolumbales Schmerzsyndrom (Spondylodiszi-
tis und Kyphosierung) und ein lumbospondylogenes Schmerzsyndrom bei Diskopathie und 
HIZ L2/3 diagnostiziert. Die Suva bestätigte mit Schreiben vom 2. Juni 2021 die Ausrichtung der 
Versicherungsleistungen für die Folgen des Berufsunfalls ab dem 21. Mai 2021 bis zum 21. No-
vember 2021. 
 
A.b  Am 8. Februar 2022 meldete sich A.____ bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) 
zur Abklärung einer beruflichen Integration/Rente an. Im Bericht vom 2. Juni 2022 führte 
pract. med. C.____, Master of Advanced Studies Insurance Medicine, Regionaler ärztlicher 
Dienst beider Basel (RAD), aus, dass in der angestammten Tätigkeit als Automechaniker von 
einer dauerhaften mindestens 20%igen Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. In einer adaptierten 
Verweistätigkeit bestehe hingegen eine 100%ige Arbeitsfähigkeit. Es sollte sich dabei um eine 
körperlich leichte bis maximal mittelschwere, wechselbelastende Tätigkeit ohne Zwangshaltun-
gen in flektierter oder rotierter Haltung in Bezug auf die Wirbelsäule handeln. Die Arbeiten sollten 
rumpfstabilisiert und mit körpernaher Belastung ausgeführt werden können.   
 
A.c Gemäss dem Rapport Triage-Sitzung vom 22. November 2021 bejahte die IV-Stelle 
grundsätzlich den Anspruch auf Umschulung. Im Erstgespräch vom 15. Juli 2022 bekundete 
A.____ ein Interesse an einer Ausbildung zum Kaufmann oder im Bereich Informatik. Per 1. Sep-
tember 2022 startete A.____ sodann die berufliche Abklärung beim Unternehmen D.____ in 
X.____. Aufgrund des lediglich reduzierten Pensums wurde die berufliche Abklärung in eine In-
tegrationsmassnahme zur Steigerung der körperlichen Belastbarkeit umgewandelt. Vom 1. Ok-
tober 2022 bis zum 1. Februar 2023 absolvierte A.____ sodann ein Aufbautraining zur Abklärung 
seiner Eignung und Neigung zu den Berufen Kaufmann und Mediamatiker.  
  
A.d Im Verlaufe der Berufsberatung äusserte A.____ vermehrt neue Berufsideen und  
-wünsche. Am 29. November 2022 bekundete er sein Interesse an einer beruflichen Abklärung 
zum Detailhandelsfachmann EFZ Sales oder After-Sales in der Automobilbranche. Anlässlich des 
Standortgespräches vom 16. Januar 2023 wurde A.____ mitgeteilt, dass er nach einer Abklärung 
im Detailhandel selbstständig eine Lehrstelle finden müsse. Eine gezielte Vorbereitung sei denk-
bar, sofern der Lehrbetrieb einverstanden sei. Falls er per Sommer 2023 keine Lehrstelle finden 
könne, müsse er sich beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) anmelden.  
 
A.e Das für den 2. Februar 2023 organisierte Vorstellungsgespräch beim Unternehmen 
E.____ für die Abklärung der Eignung und Neigung zum Detailhandelsfachmann EFZ sagte 
A.____ mit E-Mail vom 17. Januar 2023 ab. Mangels Lehrstellen und aufgrund der Wahrschein-
lichkeit, dass seine Schmerzen ansteigen würden, käme für ihn der Beruf nicht mehr in Frage. 
Sehr gerne würde er jedoch als Mediamatiker oder auch als Informatiker seine Eignung abklären, 
wobei er die Ausbildung zum Informatiker EFZ jedoch als eine eher schwierigere Ausbildung ein-
schätzte. Vom 2. Februar 2023 bis zum 30. April 2023 absolvierte A.____ sodann eine Abklärung 
für den Beruf Mediamatiker EFZ.  
 
A.f Mit der unterzeichneten Zielvereinbarung vom 7. Februar 2023 erklärte sich A.____  da-
mit einverstanden, nach bestätigter Eignung für den Beruf des Mediamatikers EFZ die 

 

 
 
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Lehrstellensuche selbstständig an die Hand zu nehmen und sich bei Bedarf rechtzeitig bei der 
Arbeitslosenversicherung zu melden. Die Eignung zum Mediamatiker EFZ wurde anlässlich des 
Auswertungsgesprächs vom 30. März 2023 bestätigt. Es ergab sich jedoch, dass keine genü-
gende Eignung für den Beruf zum Kaufmann EFZ vorliege.  
 
A.g Mit Vorbescheid vom 1. Juni 2023 teilte die IV-Stelle A.____ mit, dass das Begehren auf 
berufliche Massnahmen abgewiesen werde. Im Hinblick auf eine Umschulung zum Mediamatiker 
EFZ und den vergleichbaren Beruf des ICT-Fachmanns EFZ sei A.____ mit Massnahmen zur 
beruflichen Integration unterstützt worden. Nun sei er in der Lage, ohne Unterstützung der IV eine 
Lehrstelle im Umschulungsberuf zu finden. Bei Vorlage eines unterschriebenen Lehrvertrages 
zum Mediamatiker EFZ oder als ICT-Fachmann EFZ könne sich A.____ wieder für Eingliede-
rungsmassnahmen anmelden. Gegen diesen Entscheid erhob A.____ mit Schreiben vom 29. Juni 
2023 Einwände. Nach Auseinandersetzung mit den Einwänden erliess die IV-Stelle am 18. Au-
gust 2023 eine Verfügung und lehnte das Leistungsbegehren ab.  
 
B.  Gegen diese Verfügung erhob A.____ am 16. September 2023 Beschwerde beim Kan-
tonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Er bean-
tragte die Aufhebung der Verfügung vom 18. August 2023 und die Rückweisung an die Vorinstanz 
zum Erlass einer neuen Verfügung mit Bewilligung zusätzlicher Unterstützung bei mindestens 
den Lehrgängen zum Informatiker Applikationsentwicklung EFZ und Informatiker Plattforment-
wicklung EFZ. Zur Begründung brachte er im Wesentlichen vor, dass er bisher lediglich die Eig-
nung und Neigung zum Mediamatiker habe bestätigen können, er aber noch weitere Eignungen 
und Neigungen habe und insbesondere sein Interesse am Beruf des Informatikers mitgeteilt 
habe. Zudem gebe es nur wenige Lehrstellen zum Mediamatiker EFZ. Es sei sodann eine Ein-
gliederungsmassnahme zur erneuten vollständigen Herstellung und Erhaltung der Erwerbsfähig-
keit notwendig. Des Weiteren sei der IV-Stelle ein Fehler unterlaufen. In der Verfügung vom 18. 
August 2023 werde neben dem Beruf zum Mediamatiker auch der Beruf des Informatikers als 
genehmigt bzw. geeigneter Beruf genannt, im Rahmen weiterer Unterstützung der IV werde je-
doch nur ein Lehrvertrag zum Mediamatiker EFZ oder ICT-Fachmann EFZ anerkannt. Für den 
Beruf zum ICT-Fachmann EFZ sei jedoch keine klar bestätigte Eignung festgestellt worden und 
der Entscheid, nur diesen Berufswunsch und nicht auch noch weitere wie namentlich des Infor-
matikers (Applikationsentwicklung oder Plattformentwicklung) oder des Poly-graphen zu unter-
stützen, sei unangemessen und unzweckmässig. Da die Prüfungsergebnisse und Betätigungs-
felder der weiteren Berufe sehr ähnlich seien, hätten diese ebenfalls unterstützt werden müssen. 
Darüber hinaus beantragte er die unentgeltliche Prozessführung.  
 
C. Mit Vernehmlassung vom 23. Oktober 2023 beantragte die IV-Stelle die Abweisung der 
Beschwerde. Sie begründete ihren Antrag im Wesentlichen damit, dass aus materieller Sicht le-
diglich eine weitere Unterstützung in Form von Berufsberatung abgelehnt worden sei, ein Um-
schulungsanspruch sei jedoch nicht abgehandelt worden. Eine Umschulung werde unterstützt, 
sofern es sich um eine sowohl aus medizinischer wie auch aus persönlicher Sicht geeignete Um-
schulung handle. A.____ sei sodann aus physischer und psychischer Hinsicht in der Lage, sich 
selbstständig um einen Ausbildungsplatz zu bemühen, was auch nicht bestritten werde. Gemäss 
Randziffer 1612 des Kreisschreibens über die beruflichen Eingliederungsmassnahmen der IV 

 

 
 
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(KSBEM) seien sodann vertiefte Abklärungen möglicher Berufsrichtungen nach Art. 15 IVG auf 
insgesamt drei Monate zu befristen. Eine Verlängerung dieser Frist sei nicht angezeigt, da die 
Eignung und Neigung für die Berufe des Mediamatikers EFZ und des  
ICT-Fachmanns EFZ bestätigt worden seien. Auf eine Eignungsabklärung für weitere Berufe be-
stehe sodann kein Rechtsanspruch. A.____ sei zudem von Anfang an aktiv in den Prozess der 
Suche nach einem geeigneten Umschulungsberuf miteinbezogen worden und habe im Verlauf 
der beruflichen Abklärung seine Präferenz zum Mediamatiker EFZ gegenüber der IV-Stelle mehr-
mals bestätigt. Die Berufe des Mediamatikers EFZ und des ICT-Fachmanns EFZ lägen hinsicht-
lich Ausbildungsniveau und inhaltlicher Anforderung sehr nahe beieinander, weswegen das An-
gebot einer Umschulung auf den Beruf des ICT-Fachmanns EFZ ausgeweitet worden sei. Es 
habe jedoch nicht zum Ausdruck gebracht werden sollen, dass mit der im vorliegenden Verfahren 
angefochtenen Verfügung ein Umschulungsanspruch für jegliche anderen Ausbildungen ab-
schliessend negiert worden sei. Bei Vorliegen eines entsprechenden Lehrvertrages seien die An-
spruchsvoraussetzungen für die Umschulung jedoch erneut zu prüfen.  
 
D. Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Dezember 2023 bewilligte die instruierende Prä-
sidentin dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und überwies den Fall dem 
Gericht zur Beurteilung.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Be-
schwerde vom 16. September 2023 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 ("Weiterentwick-
lung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung erging nach dem 1. Januar 
2022. Nach den allgemeinen Grundsätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massge-
benden Sachverhalts (statt vieler: BGE 144 V 210 E. 4.3.1, 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind 
daher grundsätzlich die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung über die Invali-
denversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) in der ab 1. Januar 2022 gül-
tigen Fassung anwendbar. Die hier massgebenden Grundlagen für die beruflichen Massnahmen 
haben indessen keine grundlegenden Änderungen erfahren (vgl. E. 3.1 hiernach).  
 

 

 
 
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2. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob die IV-Stelle die be-
ruflichen Massnahmen zu Recht eingestellt hat. Nicht Gegenstand bildet hingegen die Frage, ob 
der Beschwerdeführer auch bei Vorlegen eines Lehrvertrages für einen anderen Beruf als desje-
nigen des Mediamatikers EFZ oder des ICT-Fachmanns EFZ Anspruch auf weitere Leistungen 
der IV hat. 
 

3.1 Nach Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität bedrohte Versicherte 
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Er-
werbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzun-
gen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Gemäss Art. 8bis IVG 
besteht der Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen unabhängig von der Ausübung einer Er-
werbstätigkeit vor Eintritt der Invalidität. Bei der Festlegung der Massnahmen sind insbesondere 
zu berücksichtigen: Das Alter (lit. a); der Entwicklungsstand (lit. b); die Fähigkeiten der Versicher-
ten Person (lit. c); und die zu erwartende Dauer des Erwerbslebens (lit. d). Laut Art. 8 Abs. 3 IVG 
bestehen die Eingliederungsmassnahmen unter anderen in Massnahmen beruflicher Art (lit. b). 
Zu diesen gehören die Berufsberatung (Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche Ausbildung (Art. 
16 IVG), die Umschulung (Art. 17 IVG), die Arbeitsvermittlung (Art. 18 Abs. 1 IVG), der Arbeits-
versuch (Art. 18a IVG), Einarbeitungszuschüsse (Art. 18b IVG), Entschädigungen für Beitragser-
höhungen (Art. 18c IVG) sowie die Kapitalhilfe (Art. 18d IVG). 
 
3.2 Ausgangspunkt jedes Anspruchs auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung 
ist das Vorhandensein eines (drohenden) invalidisierenden Gesundheitsschadens. Als Invalidität 
im Sinne von Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1 IVG gilt die voraussichtliche 
bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit als Folge von 
Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall. Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchti-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 
Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglich-
keiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen (Art. 7 
Abs.1 ATSG). 
 
3.3 Gemäss Art. 15 IVG hat eine versicherte Person, der wegen ihrer Invalidität die Wahl 
eines Berufes oder die Ausübung ihrer bisherigen Tätigkeit erschwert ist, Anspruch auf Berufs-
beratung. Die Berufsberatung unterscheidet sich von anderen beruflichen Massnahmen 
(Art. 16 ff. IVG) dadurch, dass die versicherte Person im konkreten Fall noch keine Berufswahl 
getroffen hat, obwohl sie an sich dazu in der Lage wäre. Die Berufsberatung soll die versicherte 
Person zu der Tätigkeit führen, bei der sie aufgrund ihrer Neigungen und Fähigkeiten die grössten 
Erfolgschancen hat. Die Gewährung einer Berufsberatung setzt voraus, dass die versicherte Per-
son bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aufgrund von gesundheitlichen Problemen 
auch nur geringfügig beeinträchtigt ist (vgl. BGE 114 V 29 E. 1a; vgl. auch ZAK 1977 S. 191 E. 
2). Zu berücksichtigen ist jede körperliche oder psychische Behinderung, die geeignet ist, die 
Zahl der Berufe und Tätigkeiten, die der Versicherte unter Berücksichtigung der persönlichen 
Dispositionen, der geforderten Fähigkeiten und der verfügbaren Möglichkeiten ausüben könnte, 
zu verringern oder die Ausübung der bisherigen Tätigkeit zu verhindern. Ausgenommen sind un-
bedeutende Behinderungen, die nicht zu einer ernsthaften Behinderung führen und daher keine 

 

 
 
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Intervention der Invalidenversicherung rechtfertigen (BGE 114 V 29 E. 1a; ULRICH MEYER-
BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschätzung, in: René Schaffhauser/Franz 
Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialversicherung, St. Gallen 1999, S. 156 
ff.).  
 
3.4 Die Berufsberatung nach Art. 15 IVG kann sich insbesondere aus Massnahmen zur ver-
tieften Abklärung möglicher Berufsrichtungen nach Art. 15 Abs. 2 IVG zusammensetzen (Art. 4a 
Abs. 1 lit. c IVV). Als Massnahmen zur vertieften Abklärung möglicher Berufsrichtungen gelten 
Massnahmen, die in Betrieben des ersten Arbeitsmarkts oder in Institutionen durchgeführt wer-
den, um Eignung und Neigung der versicherten Person für mögliche Berufsrichtungen und Tätig-
keiten zu überprüfen (Urteil des Bundesgerichts vom 27. November 1987, I 552/86, E. 4a; MEYER-
BLASER, a.a.O., zu Art. 15 IVG, S. 174). Diese Massnahmen sind insgesamt auf drei Monate 
befristet. Sofern die benötigten Erkenntnisse für den Entscheid für eine Berufsrichtung oder Tä-
tigkeit noch nicht vorliegen, können die Massnahmen um längstens drei Monate verlängert wer-
den (Art. 4a Abs. 3 IVV). 
 
4.1 Vorliegend wurde der Anspruch auf eine Umschulung und auf vorgängige berufliche Ein-
gliederungsmassnahmen, insbesondere eine Berufsberatung, von der IV-Stelle bejaht (vgl. Ver-
fügung der IV-Stelle vom 18. August 2023; Rapport Triage-Sitzung vom 22. November 2021 so-
wie Einladung Berufsberatung vom 13. Juni 2022). Gemäss Sachverhalt – welcher vom Be-
schwerdeführer auch nicht bestritten wird – erbrachte die IV-Stelle ab dem 7. Juli 2022 die beruf-
liche Eingliederungsmassnahme der Berufsberatung für den Beschwerdeführer. Zur beruflichen 
Eingliederung und Abklärung einer Umschulung absolvierte er sodann eine Abklärung, Aufbau-
trainings sowie eine gezielte Vorbereitung bei der D.____ in X.____. Nach Umwandlung der be-
ruflichen Abklärung per 1. September 2022 in eine Integrationsmassnahme zur Steigerung der 
körperlichen Belastbarkeit absolvierte der Beschwerdeführer ab dem 2. Februar 2023 während 
drei Monaten eine gezielte Abklärung für den Beruf des Mediamatikers EFZ. Eine solche vertiefte 
Abklärung möglicher Berufsrichtungen ist gemäss Art. 4a Abs. 3 IVV auf drei Monate zu befristen. 
Eine Verlängerung um längstens drei weitere Monate ist möglich, sofern die benötigten Erkennt-
nisse für den Entscheid für eine Berufsrichtung oder Tätigkeit noch nicht vorliegen (Art. 4a Abs. 
3 IVV). Beim Beschwerdeführer wurde vorliegend nach den absolvierten drei Monaten der Abklä-
rung eine Eignung sowie eine Neigung zum Beruf des Mediamatikers EFZ festgestellt. Wenn er 
nun vorbringt, dass er für weitere Berufe eine Eignung und Neigung habe und aus diesem Grund 
weiterhin Anspruch auf eine vertiefte Abklärung hat, verkennt er, dass Versicherte in der Regel 
nur Anspruch auf die dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Mass-
nahmen, nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren haben 
(BGE 121 V 258 E. 2c; 110 V 99 E. 2). Für den Beruf des Mediamatikers EFZ liegen beim Be-
schwerdeführer die Eignung sowie eine Neigung vor. Sein Interesse an diesem Beruf hat er zu-
dem mehrfach geäussert (vgl. E-Mail vom 13. Juli 2022;  
E-Mail vom 17. Januar 2023; E-Mail vom 28. Februar 2023). Ein allfälliger Mangel an offenen 
Lehrstellen hat sodann – wie auch bereits von der IV-Stelle in der E-Mail vom 17. Januar 2023 
kommuniziert – keinen Einfluss auf die Geeignetheit zur Wahl eines Berufs.  
 

 

 
 
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4.2 Auch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer aufgrund der zeitlichen Gegebenheiten 
möglicherweise erst eine Lehrstelle per Sommer 2024 finden wird, begründet keinen Anspruch 
auf eine weitere Berufsberatung, zumal die benötigten Erkenntnisse für den Entscheid für eine 
Berufsrichtung oder Tätigkeit bereits vorliegen. Nach dem Gesagten sind keine weiteren Abklä-
rungen und keine weitere Berufsberatung erforderlich, um eine passende Lehrstelle finden zu 
können. Ein Anspruch auf weitere Berufsberatung besteht demnach nicht. Auch mit dem Vorbrin-
gen, dass für den Beruf zum ICT-Fachmann EFZ keine klar bestätigte Eignung festgestellt wor-
den sei und der Entscheid, nur diesen Berufswunsch und nicht auch noch weitere wie namentlich 
des Informatikers (Applikationsentwicklung oder Plattformentwicklung) oder des Polygraphen zu 
unterstützen, sei unangemessen und unzweckmässig, dringt der Beschwerdeführer nicht durch. 
Zunächst ist daran zu erinnern, dass der Anspruch auf eine Umschulung und eine allfällige Un-
terstützung der IV-Stelle nicht Gegenstand der vorliegend angefochtenen Verfügung bildet. Es 
kann aber festgehalten werden, dass auch wenn dies aus der Verfügung der IV-Stelle vom 18. 
August 2023 nicht klar ersichtlich ist, die explizit gewährte Unterstützung der beiden Berufe (Me-
diamatiker EFZ und ICT-Fachmann EFZ) nicht zugleich auch bedeutet, dass ein Umschulungs-
anspruch für jegliche anderen Ausbildungen abschliessend negiert wurde. Wie die IV-Stelle in 
ihrer Vernehmlassung vom 23. Oktober 2023 ausführt, müsste der Umschulungsanspruch bei 
Vorliegen eines entsprechenden Lehrvertrages auch für eine andere Ausbildung geprüft werden. 
Im Gegensatz zu den beiden Ausbildungen Mediamatiker EFZ und  
ICT-Fachmann EFZ müsste jedoch eine erneute umfassende Prüfung sämtlicher Anspruchsvo-
raussetzungen für die Umschulung erfolgen. 
 
5. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass nach Abschluss einer dreimonati-
gen gezielten Abklärung für den Beruf des Mediamatikers EFZ und einer Feststellung der Eig-
nung und Neigung für diesen Beruf sowie für den Beruf des ICT-Fachmanns EFZ gemäss Art. 4a 
Abs. 3 IVV kein weiterer Anspruch des Beschwerdeführers auf Massnahmen im Rahmen der 
Berufsberatung mehr besteht. Es ist jedoch nochmals darauf hinzuweisen, dass der Beschwer-
deführer bei Vorlegen eines vom Amt für Berufsbildung genehmigten Ausbildungsvertrages zum 
Mediamatiker EFZ oder ICT-Fachmann EFZ von der IV-Stelle im Rahmen einer Umschulung un-
terstützt wird. Legt der Beschwerdeführer einen Ausbildungsvertrag für einen anderen Beruf vor, 
wird er ebenfalls unterstützt, sofern sämtliche Anspruchsvoraussetzungen gegeben sind und es 
sich um eine sowohl aus medizinischer wie auch persönlicher Sicht geeignete Umschulung han-
delt. Die Verfügung vom 18. August 2023 erweist sich somit als korrekt und die Beschwerde ist 
nach dem Ausgeführten abzuweisen.  
 
6.1 Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. 
 
6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 
20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in 

 

 
 
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angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, 
weshalb ihm die Verfahrenskosten aufzuerlegen sind. Da ihm mit verfahrensleitender Verfügung 
vom 22. Dezember 2023 die unentgeltliche Prozessführung bewilligt worden ist, gehen die Ver-
fahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- vorläufig auf die Gerichtskasse. 
 
6.3 Der Beschwerdeführer wird jedoch ausdrücklich auf § 53a Abs. 1 des Gesetzes über die 
Organisation der Gerichte (GOG) vom 22. Februar 2021 aufmerksam gemacht, wonach eine Par-
tei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung verpflichtet ist, sobald 
sie dazu in der Lage ist. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwer-
deführer auferlegt.  

Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung werden die Ver-
fahrenskosten vorläufig auf die Gerichtskasse genommen.  

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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