# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 55483609-fc3d-5f78-a3c1-8d1a5742fe5f
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-02-11
**Language:** de
**Title:** Zug Obergericht Strafabteilung 11.02.2025 S2 2024 4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Obergericht/ZG_OG_002_S2-2024-4_2025-02-11.pdf

## Full Text

20241001_103620_ANOM.docx

II. Strafabteilung S2 2024 4

Oberrichter O. Fosco, Abteilungspräsident 
Oberrichter M. Siegwart
Oberrichter A. Staub
Gerichtsschreiber F. Eller

Urteil vom 11. Februar 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft des Kantons Zug, An der Aa 4, Postfach, 6301 Zug, 
vertreten durch den Leitenden Staatsanwalt A.________, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte,

und

B.________ AG,
Privatklägerin im Straf- und Zivilpunkt und Berufungsbeklagte,

gegen

C.________, geb. tt.mm.1967 in D.________, von E.________, 
wohnhaft in F.________,  
erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt G.________,
Beschuldigter und Berufungskläger,

betreffend

versuchten Betrug und einfache Körperverletzung

(Berufung des Beschuldigten gegen das Urteil des Strafgerichts des Kantons Zug, Einzelgericht, 
vom 12. Juni 2024; SE 2023 29 / 30 / 31)

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Sachverhalt

1.1 Die Staatsanwaltschaft warf C.________, H.________ und I.________ mit Anklageschrift 
vom 10. Juli 2023 zusammengefasst Folgendes vor: C.________ habe im Jahr 2014 die bei-
den Privatkläger J.________ und K.________ darüber arglistig getäuscht, dass er ihnen die 
von ihnen gewünschte Finanzierung besorgen könne. Der irrtumsbedingte Schaden belaufe 
sich auf EUR 95'500.00 (Anklage Ziff. 1.1.1). H.________ und I.________ seien in diesen 
Betrug involviert gewesen und hätten daher zumindest annehmen müssen, dass 
EUR 80'000.00 von diesem Betrag deliktischer Herkunft seien. Dennoch habe I.________ 
das Konto der M.________ AG für eine Überweisung dieses Betrages zur Verfügung gestellt 
und in der Folge davon EUR 30'000.00 an C.________ und EUR 48'500.00 an H.________ 
überwiesen bzw. übergeben (Anklage Ziff. 1.3). H.________ habe davon in der Folge Barbe-
züge in Höhe von rund CHF 39'600.00 getätigt, die geeignet gewesen seien, die Ermittlung 
der Herkunft, die Auffindung und die Einziehung dieser Vermögenswerte zu vereiteln (Ankla-
ge Ziff. 1.2). 

1.2 Weiter wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten C.________ (nachfolgend: Beschul-
digter) Folgendes vor: Am 13. August 2020 sei der Personenwagen LU .________ des Be-
schuldigten von einer unbekannten Täterschaft in Brand gesetzt worden. Mit einer Schadens-
liste vom 15. April 2021 habe der Beschuldigte gegenüber der B.________ AG durch den 
vorerwähnten Brand angeblich verursachte Schäden an privatem (CHF 5'081.90) und berufli-
chem (CHF 25'728.85) Material bzw. entsprechende Versicherungsansprüche von total 
CHF 30'810.75 geltend gemacht. Gemäss der Brandermittlung der Luzerner Polizei hätten 
sich folgende Gegenstände im Gesamtwert von CHF 23'467.40 indessen nicht im Fahrzeug 
befunden bzw. befinden können: 

Privat Reisetasche 189.90
Reisekoffer 252.00
Briaatone Uhr Blue Marin 1'490.00
Loui[s] Vuit[t]on [Tasche] 980.00
Ferien Geld (EUR) 800.00
Ferien Geld (CHF) 500.00
Gelder Mutter 250.00

Betrieb CM & Temp & Rohr Mess[geräte] 1'680.00
Lenovo Laptop 3'850.00
iPhone X 1'450.00
iPad 1'050.00
Apple Watch 869.00
Sicherheitsmaterial für Baustelle 
(Schutzweste, Helme, Handschuhe, 
Sicherheitsschuhe, Schutzhose, 
Schutzbrille)

2'225.00 (nur Helm festge-
stellt)

Infrarot Wärme Kamera 1'875.50
Sony Hand cam 495.00
Power Bank 189.00
Power Bank 349.00
Solar Lade Booster 225.00

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Sehbrille 1'250.00
Radke spez / Koffer 3'498.00

Obwohl der Beschuldigte sich dessen bewusst gewesen sei, habe er wider besseres Wissen 
den Versicherungsanspruch geltend gemacht und versucht, die Verantwortlichen der 
B.________ AG arglistig zu täuschen, um die entsprechende Versicherungsleistung zu er-
wirken. Aufgrund der festgestellten Unstimmigkeiten habe die B.________ AG dem Beschul-
digten keine Versicherungsleistung ausgezahlt. Der Beschuldigte habe in der Absicht gehan-
delt, sich unrechtmässig zu bereichern. Da er zur fraglichen Zeit selbstständig gewesen sei, 
wären ihm die Versicherungsleistungen sowohl für das private als auch das berufliche Mate-
rial ausgezahlt worden.

1.3 Sodann wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, er habe am 16. Dezember 2020 
um ca. 18 Uhr in der ehelichen Wohnung in N.________ seine Ehefrau O.________ mehr-
mals gegen eine Wand gestossen und ihr mit der geschlossenen rechten Hand einen Schlag 
in die rechte Wangengegend im Bereich des Jochbeins versetzt. Durch diesen Schlag habe 
O.________ eine Prellung in der rechten Gesichtshälfte erlitten. Diese sei grundsätzlich fol-
genlos abgeheilt und habe bei O.________ keine bleibenden Beeinträchtigungen hinterlas-
sen.

1.4 Schliesslich warf die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, im Dezember 2020, im Vor-
feld der toxikologischen Analyse vom 27. Dezember 2020, in N.________ eine unbestimmte 
Menge an Kokain konsumiert zu haben. 

2. Am 22. April 2024 fand die Hauptverhandlung vor dem Strafgericht des Kantons Zug, Einzel-
gericht (nachfolgend: Vorinstanz), statt. Nach Klärung der Vorfragen befragte der Einzelrich-
ter C.________, H.________ und I.________. Sodann hielten die Parteien ihre Parteivorträ-
ge und anschliessend bekamen die Beschuldigten die Möglichkeit, ein Schlusswort zu halten. 
Die Parteien erklärten ihren Verzicht auf eine öffentliche Urteilseröffnung (SG GD 10/1). Das 
Urteil vom 12. Juni 2024 wurde den Parteien gleichentags im Dispositiv eröffnet (SG GD 
11/1). Mit Eingaben vom 19. Juni 2024 meldete der Rechtsvertreter der Privatkläger 
K.________ und J.________ Berufung an (SG GD 7/3/1). Am 20. Juni 2024 meldete auch 
der erbetene Verteidiger im Namen und auftrags des Beschuldigten Berufung an (SG GD 
4/8). 

3. Die Vorinstanz versandte das schriftlich begründete, 66-seitige Urteil am 27. Juni 2024. Der 
Urteilsspruch lautete folgendermassen (OG GD 1/1): 

I. C.________

1. Das Verfahren gegen den Beschuldigten C.________ wird betreffend den Vorwurf der Widerhandlung ge-
gen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a BetmG zufolge Eintritts der Verfolgungsverjährung einge-
stellt.

2. C.________ wird vom Vorwurf des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB freigesprochen.

3. C.________ wird schuldig gesprochen: 

3.1 der versuchten einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 und 2 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB;

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3.2 des versuchten Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB.

4. C.________ wird dafür als Zusatzstrafe zum Strafbefehl des Ministero pubblico del Cantone Ticino 
LCS.2023.269 vom 16. Mai 2023 bestraft mit: 

4.1 einer Geldstrafe von 115 Tagessätzen à CHF 40.00, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 3 Jahren;
4.2 einer Verbindungsbusse von CHF 800.00, bei schuldhaftem Nichtbezahlen mit einer Ersatzfreiheitsstrafe 

von 20 Tagen.

5. Die C.________ betreffenden Verfahrenskosten betragen 

CHF 8'408.90Untersuchungskosten

CHF 3'000.00Entscheidgebühr 

CHF 279.00 Auslagen 

CHF 11'687.90Total

und werden C.________ zu 40 % auferlegt. Die restlichen 60 % werden auf die Staatskasse genommen.

6. Die erbetene Verteidigung von C.________, Rechtsanwalt G.________, wird mit CHF 8'962.57 (inkl. 
MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

7. Die von C.________ anlässlich der Hauptverhandlung eingereichten Elektrogeräte (zwei iPhones; ein iPad) 
sind ihm nach Eintritt der Rechtskraft gegen Empfangsschein zurückzugeben. 

7.1 C.________ wird eine Frist von 30 Tagen gesetzt, diese drei Elektrogeräte bei der Kanzlei des Strafgerichts 
des Kantons Zug entgegenzunehmen. 

7.2 Nach unbenutztem Ablauf dieser Frist wird davon ausgegangen, dass C.________ auf eine Aushändigung 
dieser drei Elektrogeräte verzichtet. Diesfalls wird die Zuger Polizei angewiesen, diese drei Elektrogeräte zu 
vernichten. 

II. H.________

1. Die Beschuldigte H.________ wird vom Vorwurf der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB freige-
sprochen.

2. Die H.________ betreffenden Verfahrenskosten betragen 

CHF 3'218.65Untersuchungskosten

CHF 2'000.00Entscheidgebühr 

CHF 186.00 Auslagen 

CHF 5'404.65Total

und werden auf die Staatskasse genommen.

3. Die erbetene Verteidigung von H.________, Rechtsanwalt L.________, wird mit CHF 12'821.21 (inkl. 
MWST) aus der Staatskasse entschädigt.

III. I.________

1. Der Beschuldigte I.________ wird vom Vorwurf der Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Ziff. 1 StGB freige-
sprochen.

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2. Die I.________ betreffenden Verfahrenskosten betragen 

CHF 2'164.10Untersuchungskosten

CHF 2'000.00Entscheidgebühr 

CHF 186.00 Auslagen 

CHF 4'350.10Total

und werden auf die Staatskasse genommen.

3. I.________ wird für allfällige Aufwendungen für die angemessene Ausübung seiner Verfahrensrechte und 
allfällige wirtschaftliche Einbussen, die ihm aus seiner notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstan-
den sind, nicht entschädigt.

IV. Privatklägerschaft

1. Die Anträge von J.________ und K.________ gegenüber C.________, H.________ und I.________ auf 
Entschädigung für ihre Aufwendungen im Verfahren werden abgewiesen.

2. Die Zivilklagen von J.________ und K.________ werden auf den Zivilweg verwiesen.

3. Die Zivilklage der B.________ AG wird auf den Zivilweg verwiesen.

V. Ersatzforderung

Die Anträge der Staatsanwaltschaft sowie von J.________ und K.________ auf Erkennung einer Ersatzfor-
derung des Staates gegenüber C.________, H.________ und I.________ werden abgewiesen.

VI. Rechtsmittel

[…]

4. Die Verteidigung reichte am 11. Juli 2024 beim Obergericht des Kantons Zug (nachfolgend: 
Gericht) die Berufungserklärung mit folgenden Anträgen ein (OG GD 2/1): 

1. Das Urteil des Obergerichts [recte: Strafgericht] des Kantons Zug vom 12. Juni 2024 (SE 2023 29 / 30 / 31) 
sei bezüglich der Ziffern I. C.________ 3., 4., und 5. aufzuheben. 

2. C.________ sei vom Vorwurf der versuchten einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 und 2 
i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB und vom Vorwurf des versuchten Betruges nach Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 
Abs. 1 StGB frei zu sprechen. 

3. Im Übrigen sei das Urteil des Strafgerichts Zug vom 12. Juni 2024 zu bestätigen soweit dies den Berufungs-
kläger betrifft. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

5. Der Rechtsvertreter der Privatkläger K.________ und J.________ reichte innert der gesetzli-
chen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO keine Berufungserklärung ein. Folglich wurden die sepa-
rat eröffneten Berufungsverfahren S2 2024 5 und S2 2024 6 mit (separater) Präsidialverfü-
gung vom 24. Juli 2024 abgeschrieben (OG GD 6/2). 

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6. Mit Präsidialverfügung vom 24. Juli 2024 stellte die Verfahrensleitung den Privatklägern und 
der Staatsanwaltschaft je ein Exemplar der Berufungserklärung des Beschuldigten zu und 
setzte ihnen eine 20-tägige Frist, um Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen oder An-
schlussberufung zu erklären. Zudem wurden die Parteien aufgefordert, innert 20 Tagen allfäl-
lige Beweisanträge zu stellen sowie mitzuteilen, ob sie sich mit der Durchführung eines 
schriftlichen Berufungsverfahrens einverstanden erklären (OG GD 6/1). 

7. Mit Eingabe vom 29. Juli 2024 teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass sie auf die Erhebung 
einer Anschlussberufung verzichte, keinen Antrag auf Nichteintreten und auch keine Beweis-
anträge stelle und sich im Übrigen mit der Durchführung des schriftlichen Verfahrens einver-
standen erkläre (OG GD 5/1). Mit Eingabe vom 13. August 2024 erteilte die Verteidigung 
namens und im Auftrag des Beschuldigten ihre Zustimmung zur Durchführung des schriftli-
chen Verfahrens. Darüber hinaus liess sie das Gericht wissen, dass sie momentan keine 
Beweisanträge stelle (OG GD 2/2). 

8. Mit Präsidialverfügung vom 26. August 2024 stellte die Verfahrensleitung fest, dass keine 
Anschlussberufung erhoben worden ist sowie dass die Privatkläger K.________ und 
J.________ nicht Partei des rubrizierten Berufungsverfahrens sind. Sodann ordnete sie das 
schriftliche Berufungsverfahren an und setzte der Verteidigung eine 30-tägige Frist zur Beru-
fungsbegründung an. 

9. Die Verteidigung reichte am 8. November 2024 innert (erstreckter) Frist ihre Berufungsbe-
gründung ein (OG GD 2/7). Diese wurde in der Folge der Staatsanwaltschaft und der 
B.________ AG (nachfolgend: B.________ AG) zur Berufungsantwort zugestellt (OG GD 
6/4). Während sich die B.________ AG nicht vernehmen liess, reichte die Staatsanwaltschaft 
am 13. Januar 2025 innert (erstreckter) Frist ihre Berufungsantwort ein (OG GD 5/3). Diese 
wurde mit Schreiben vom 21. Januar 2025 der Verteidigung übermacht. Zugleich wurde den 
Parteien die Zusammensetzung des Gerichts bekanntgegeben und festgehalten, dass kein 
zweiter Schriftenwechsel angeordnet wird (OG GD 6/5).  

Erwägungen

I. Prozessuales und Formelles

1. Die Verteidigung hat fristgerecht zuerst bei der Vorinstanz Berufung angemeldet. Danach er-
folgte eine frist- und formgerechte Berufungserklärung beim Gericht. Da von den anderen 
Parteien keine Nichteintretensgründe gemäss Art. 403 Abs. 1 StPO geltend gemacht wurden 
und solche auch nicht ersichtlich sind, ist auf die Berufung des Beschuldigten einzutreten.

2.1 Im Berufungsverfahren gilt die Dispositionsmaxime. Der Berufungskläger muss in seiner Be-
rufungserklärung angeben, ob er das Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (Art. 399 
Abs. 3 lit. a StPO). Ficht er nur Teile des Urteils an, hat er in der Berufungserklärung verbind-
lich anzugeben, auf welche Teile (Schuldpunkt, allenfalls bezogen auf einzelne Handlungen; 
Bemessung der Strafe etc.) sich die Berufung beschränkt (Art. 399 Abs. 4 StPO). Das Beru-
fungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten (Art. 404 
Abs. 1 StPO). Es kann zugunsten der beschuldigten Person auch nicht angefochtene Punkte 

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überprüfen, um gesetzwidrige oder unbillige Entscheidungen zu verhindern (Art. 404 Abs. 2 
StPO). Soweit die Einschränkung der Berufung auf einzelne Punkte eindeutig und der 
Grundsatz der Untrennbarkeit oder inneren Einheit nicht verletzt ist, muss die Einschränkung 
durch das Berufungsgericht respektiert werden. Die nicht angefochtenen Urteilspunkte wer-
den – unter dem Vorbehalt von Art. 404 Abs. 2 StPO – rechtskräftig. Eine spätere Ausdeh-
nung der Berufung ist ausgeschlossen, nicht aber eine weitere Beschränkung (vgl. dazu um-
fassend: Urteil des Bundesgerichts 6B_492/2018 vom 13. November 2018 m.H.).

2.2 Die Verteidigung ficht in ihrer Berufungserklärung das vorinstanzliche Urteil lediglich teilweise 
an und verlangt die Aufhebung der Dispositiv-Ziff. I./3., I./4 und I./5. Sie verlangt mit der Be-
rufung einen vollumfänglichen Freispruch des Beschuldigten bezüglich derjenigen Anklage-
vorwürfe, bei welchen die Vorinstanz einen Schuldspruch ausgefällt hat. Fällt die Rechtsmit-
telinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin auch über die von der Vor-
instanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). Folglich sind die Dispositivziffern 
I./5 und I./6 von Amtes wegen zu überprüfen. Die übrigen Dispositivziffern des vorinstanzli-
chen Urteils wurden von keiner Partei angefochten und sind mithin in Rechtskraft erwachsen. 
Dies ist im Urteilsspruch vorab festzustellen.  

2.3 Die Staatsanwaltschaft hat weder selbständig Berufung erhoben noch Anschlussberufung 
erklärt. Es gilt somit das Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO (Verbot der 
reformatio in peius). 

3.1 Das Berufungsverfahren ist grundsätzlich mündlich (Art. 405 Abs. 1 StPO). Art. 406 StPO 
regelt abschliessend, wann Ausnahmen zulässig sind. Mit dem Einverständnis der Parteien 
kann die Verfahrensleitung das schriftliche Verfahren anordnen, wenn die Anwesenheit der 
beschuldigten Person nicht erforderlich ist und wenn Urteile eines Einzelgerichts Gegenstand 
der Berufung sind (Art. 406 Abs. 2 lit. a und lit. b StPO). Das Berufungsgericht kann auch 
ohne Einverständnis der Parteien die Berufung in einem schriftlichen Verfahren behandeln, 
wenn namentlich der Zivilpunkt oder die Kosten-, Entschädigungs- und Genugtuungsfolgen 
angefochten sind (Art. 406 Abs. 1 StPO). Dennoch ist im Einzelfall zu prüfen, ob der Verzicht 
auf die öffentliche Verhandlung auch mit Art. 6 Ziff. 1 EMRK (Anspruch auf eine öffentliche 
Gerichtsverhandlung und Urteilsverkündung als Teilgehalt der umfassenden Garantie auf ein 
faires Verfahren) zu vereinbaren ist. 

3.2 Die Art der Anwendung von Art. 6 Ziff. 1 EMRK auf Verfahren vor Rechtsmittelinstanzen 
hängt von den Besonderheiten des konkreten Verfahrens ab. Es ist insbesondere unter Be-
achtung des Verfahrens als Ganzem und der Umstände des Einzelfalles zu beurteilen, ob vor 
einer Berufungsinstanz eine mündliche Verhandlung durchzuführen ist. Nach der Rechtspre-
chung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) muss selbst ein Beru-
fungsgericht mit freier Kognition hinsichtlich Tat- und Rechtsfragen nicht in allen Fällen eine 
Verhandlung durchführen, da auch andere Gesichtspunkte wie die Beurteilung der Sache in-
nert angemessener Frist mitberücksichtigt werden dürfen. Von einer Verhandlung in der 
Rechtsmittelinstanz kann etwa abgesehen werden, soweit die erste Instanz tatsächlich öf-
fentlich verhandelt hat, wenn allein die Zulassung eines Rechtsmittels, nur Rechtsfragen oder 
aber Tatfragen zur Diskussion stehen, die sich leicht nach den Akten beurteilen lassen, fer-
ner wenn eine reformatio in peius ausgeschlossen oder die Sache von geringer Tragweite ist 
und sich etwa keine Fragen zur Person und deren Charakter stellen. Für die Durchführung 

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einer mündlichen Verhandlung kann aber der Umstand sprechen, dass die vorgetragenen 
Rügen die eigentliche Substanz des streitigen Verfahrens betreffen (BGE 147 IV 127 
E. 2.3.2).

3.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist die Anwesenheit der beschuldigten Person 
ferner nur dann im Sinne von Art. 406 Abs. 2 lit. a StPO erforderlich, wenn das Berufungsge-
richt die erstinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen verwerfen und die beschuldigte Person 
in Abänderung des angefochtenen Urteils schuldig sprechen will. Diesfalls kann es den 
Sachverhalt nicht lediglich auf Grundlage der Akten feststellen, sondern hat die beschuldigte 
Person zu einer mündlichen Berufungsverhandlung vorzuladen, so dass sich diese zu den 
Vorwürfen persönlich äussern und diejenigen Umstände vorbringen kann, die der Klärung 
des Sachverhalts und ihrer Verteidigung dienen können. Schützt hingegen die Berufungsin-
stanz das erstinstanzliche Urteil, so ist ein schriftliches Verfahren grundsätzlich zulässig, 
auch wenn die Würdigung des Sachverhalts umstritten ist (Urteil des Bundesgerichts 
7B_822/2023 vom 27. August 2024 E. 2.2).  

3.4 Im vorliegenden Fall haben sich sowohl die Verteidigung wie auch die Staatsanwaltschaft 
ausdrücklich mit der Durchführung eines schriftlichen Berufungsverfahrens einverstanden er-
klärt (OG GD 5/1; OG GD 2/2). Bezüglich der Privatklägerin B.________ AG ist mangels ent-
sprechender Rückmeldung von einer konkludenten Einwilligung in das schriftliche Verfahren 
auszugehen. Mithin wurde das schriftliche Verfahren mit dem Einverständnis sämtlicher Par-
teien angeordnet. Bei der Vorinstanz handelt es sich sodann um ein Einzelgericht im Sinne 
von Art. 406 Abs. 2 lit. b StPO. Am 16. und 27. Dezember 2022 wurde der Beschuldigte in 
zwei delegierten Einvernahmen von der Kantonspolizei Tessin zum Tatvorwurf der einfachen 
Körperverletzung befragt (act. 21/1/52 ff. und act. 21/1/66 ff.). Nach Abtretung des Strafver-
fahrens an den Kanton Zug wurde der Beschuldigte am 29. März 2022 zu diesem Anklage-
vorwurf staatsanwaltschaftlich einvernommen (act. 21/1/92 ff.). Gleichentags erfolgte auch 
die staatsanwaltschaftliche Einvernahme zum Tatvorwurf des im Berufungsverfahren eben-
falls relevanten Vorwurfs des versuchten Betrugs (act. 21/1/101 ff.). Zudem wurde der Be-
schuldigte auch an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zu den beiden vorerwähnten 
Tatvorwürfen befragt (SG GD 10/3 S. 19 ff.). Schliesslich ist festzuhalten, dass die Vor-
instanz öffentlich verhandelt hat und Tatfragen zur Diskussion stehen, die sich leicht nach 
den Akten beurteilen lassen. Ferner ist eine reformatio in peius ausgeschlossen und die Sa-
che ist von geringer Tragweite. Zudem stellten sich keine Fragen zur Person des Beschuldig-
ten und dessen Charakter. Vor diesem Hintergrund ist im Rahmen einer Gesamtbetrachtung 
zu konstatieren, dass die Voraussetzungen von Art. 406 Abs. 2 StPO erfüllt sind und die An-
gelegenheit auch in einem schriftlichen Verfahren angemessen und sachgemäss beurteilt 
werden kann. Die Durchführung eines schriftlichen Berufungsverfahrens steht im Einklang 
mit Art. 6 Ziff. 1 EMRK und der diesbezüglich ergangenen bundesgerichtlichen Rechtspre-
chung.  

4.1 Das Rechtsmittelverfahren beruht gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO auf den Beweisen, die im 
Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhoben worden sind. Von Amtes we-
gen oder auf Antrag einer Partei kann die Rechtsmittelinstanz die erforderlichen zusätzlichen 
Beweise erheben (Art. 389 Abs. 3 StPO). 

4.2 Eine unmittelbare Abnahme eines Beweismittels ist nach der Rechtsprechung im Sinne von 
Art. 343 Abs. 3 StPO notwendig, wenn sie den Ausgang des Verfahrens beeinflussen kann. 

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Dies ist namentlich der Fall, wenn die Kraft des Beweismittels in entscheidender Weise vom 
Eindruck abhängt, der bei seiner Präsentation entsteht, beispielsweise wenn es in besonde-
rem Mass auf den unmittelbaren Eindruck der Aussage der einzuvernehmenden Person an-
kommt, so wenn die Aussage das einzige direkte Beweismittel ("Aussage gegen Aussage"-
Konstellation) darstellt. Allein der Inhalt der Aussage einer Person (was sie sagt), lässt eine 
erneute Beweisabnahme nicht notwendig erscheinen. Massgebend ist, ob das Urteil in ent-
scheidender Weise von deren Aussageverhalten (wie sie es sagt) abhängt (BGE 140 IV 196 
E. 4.4.2). Eine unmittelbare Beweisabnahme durch das Gericht erscheint bei sogenannten 
"Aussage gegen Aussage"-Konstellationen zwecks Abklärung der Glaubwürdigkeit des Be-
lastungszeugen bzw. der Glaubhaftigkeit der belastenden Aussagen insbesondere geboten, 
wenn diesen grundlegende Bedeutung zukommt, es um schwere Vorwürfe geht und die be-
lastenden Aussagen zudem Widersprüche und Ungereimtheiten aufweisen (Urteil des Bun-
desgerichts 6B_1054/2023 vom 19. Februar 2024 E. 1.1.1). Eine unmittelbare Beweisab-
nahme im Rechtsmittelverfahren hat gemäss Art. 343 Abs. 3 i.V.m. Art. 405 Abs. 1 StPO 
auch zu erfolgen, wenn eine solche im erstinstanzlichen Verfahren unterblieb oder unvoll-
ständig war und die unmittelbare Kenntnis des Beweismittels für die Urteilsfällung notwendig 
erscheint. Weiter kann eine unmittelbare Beweisabnahme durch das Berufungsgericht in den 
Fällen von Art. 343 Abs. 3 StPO erforderlich sein, wenn es von den erstinstanzlichen Sach-
verhaltsfeststellungen abweichen will (BGE 140 IV 196 E. 4.4.1). Das Gericht verfügt bei der 
Frage, ob eine erneute Beweisabnahme erforderlich ist, über einen Ermessensspielraum 
(BGE 140 IV 196 E. 4.4.2; Urteil 6B_388/2021 vom 7. Juni 2023 E. 2.1.2.3). 

4.3 Die Parteien stellten im Berufungsverfahren keine Beweisanträge. Auch das Gericht sieht 
keine Veranlassung, die im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Hauptverfahren erhobenen 
Beweise von Amtes wegen zu ergänzen. Insbesondere ist auch von einer (erneuten) Einver-
nahme von O.________ abzusehen. Denn einerseits handelt es sich vorliegend, wie zu zei-
gen sein wird, nicht um eine klassische "Aussage gegen Aussage"-Konstellation, bei welcher 
die Parteien zwei miteinander absolut unvereinbare Sachverhaltsdarstellungen präsentierten. 
Es liegen keine massiven Widersprüche und Ungereimtheiten vor (E. IV). Andererseits hat 
O.________ mit Eingabe vom 29. September 2023 ihre Privatklage mit sofortiger Wirkung 
zurückgezogen (SG GD 7/4/1). Dies spricht, wie zu zeigen sein wird, ebenfalls gegen eine 
erneute Befragung von O.________. Folglich bilden die im Vorverfahren und erstinstanzli-
chen Hauptverfahren erhobenen Beweise zusammen mit den Eingaben der Parteien im Be-
rufungsverfahren die Entscheidungsgrundlagen des Gerichts. 

5. Gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO kann das Gericht für die tatsächliche und die rechtliche Würdi-
gung des "angeklagten Sachverhalts" aus Gründen der Prozessökonomie auf die Begrün-
dung der Vorinstanz verweisen, wenn es dieser beipflichtet. Ein Verweis erscheint bei nicht 
streitigen Sachverhalten und abstrakten Rechtsausführungen sinnvoll, kommt hingegen bei 
strittigen Sachverhalten und Beweiswürdigungen sowie der rechtlichen Subsumtion des kon-
kreten Falls nur dann in Frage, wenn den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) bei-
gepflichtet wird (BGE 141 IV 244 E. 1.2.3). Der schlichte Verweis auf die Begründung der 
Vorinstanz gemäss dieser Bestimmung ist indes unzulässig, wenn gerade diese Begründung 
als unzutreffend gerügt wird (Urteil des Bundesgerichts 6B_183/2018 vom 31. Oktober 2018 
E 1.). Falls das Gericht nachfolgend in diesem Sinne von der Verweisungsmöglichkeit Ge-
brauch macht, wird Art. 82 Abs. 4 StPO jeweils nicht mehr separat aufgeführt.

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6.1 Das Vorliegen eines Strafantrages stellt bei der Prüfung von Antragsdelikten eine Prozess-
voraussetzung dar. Ist eine Tat nur auf Antrag strafbar, wurde aber kein Antrag gestellt und 
ist die Antragsfrist abgelaufen, ist das Verfahren einzustellen (Keller, Basler Kommentar, 3. 
A. 2023, Art. 403 StPO N 5+6). Die antragsberechtigte Person kann ihren Strafantrag 
zurückziehen, solange das Urteil der zweiten kantonalen Instanz noch nicht eröffnet ist (Art. 
33 Abs. 1 StGB). 

6.2 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten in ihrer Anklageschrift unter Anklageziffer 
1.1.3 eine einfache Körperverletzung zum Nachteil von O.________ vor (SG GD 1/1 S. 9). 
Bei der einfachen Körperverletzung wird der Täter von Amtes wegen verfolgt, wenn der Täter 
der Ehegatte des Opfers ist (Art. 123 Abs. 2 StGB). Für die Beurteilung der einfachen Kör-
perverletzung ist das Vorliegen eines Strafantrages mithin keine Prozessvoraussetzung. 

6.3 Gemäss Art. 350 Abs. 1 StPO ist das Gericht an den in der Anklage umschriebenen Sach-
verhalt, nicht aber an die darin vorgenommene rechtliche Würdigung gebunden. Dem Gericht 
steht es mithin frei, den unter Anklageziffer 1.1.3 geschilderten Sachverhalt auch unter dem 
Tatbestand der Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB zu prüfen. Da dem Beschuldigten 
aber keine wiederholte Tatbegehung vorgeworfen wird, handelte es sich in diesem Fall um 
ein Antragsdelikt (Art. 126 Abs. 2 lit. b StPO). Sollte das Gericht zum Schluss kommen, dass 
es sich bei den Vorkommnissen vom 16. Dezember 2020 um eine Tätlichkeit handelte, so 
würde das Fehlen eines Strafantrages ein Prozesshindernis darstellen.  

6.4 O.________ hat mit Eingabe vom 29. September 2023 mitgeteilt sie "ziehe [ihre] Privatklage 
mit sofortiger Wirkung zurück" (SG GD 7/4/1). Der Verzicht auf die Stellung als Privatklägerin 
gilt nicht als Rückzug des Strafantrags im Sinne von Art. 33 StGB. Wird der Strafantrag nicht 
ausdrücklich zurückgezogen, ist das Strafverfahren trotz Desinteresse des Geschädigten 
fortzusetzen (BGE 145 IV 190 E. 1.5.1). Aufgrund der vorgenannten Formulierung sowie an-
gesichts der Überschrift "Rückzug der Anzeige" ist zu konstatieren, dass O.________ sinn-
gemäss im Falle der Prüfung eines Antragsdeliktes ihren Strafantrag zurückgezogen hat. Es 
handelt sich mithin nicht um einen Fall, in welchem O.________ lediglich auf ihre Stellung als 
Privatklägerin verzichtet hätte, ohne ihren Strafantrag zurückzuziehen (vgl. Art. 120 Abs. 1 
StPO). 

6.5 Für die Frage, ob der unter Anklageziffer 1.1.3 geschilderte Sachverhalt als einfache Körper-
verletzung oder als Tätlichkeit einzustufen ist, muss vorab eine Beweiswürdigung vorge-
nommen werden (E. IV./4.3). 

6.6 Sofern von einer Tätlichkeit auszugehen wäre, müsste ferner ggf. die Verjährung dieser am 
16. Dezember 2020 begangenen Tat geprüft werden (Art. 109 i.V.m. Art. 103 StGB). 

II. Beweisverwertung

1.1 Die Parteien haben das Recht, bei Beweiserhebungen durch die Staatsanwaltschaft und die 
Gerichte anwesend zu sein und einvernommenen Personen Fragen zu stellen (Art. 147 
Abs. 1 StPO). Eine Einvernahme, an der das Teilnahmerecht der beschuldigten Person 
gemäss Art. 147 Abs. 1 StPO unzulässigerweise nicht gewährleistet war und die daher 

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gemäss Art. 147 Abs. 4 StPO nicht verwertet werden darf, bleibt auch nach einer Wiederho-
lung der Einvernahme unter Wahrung des Teilnahmerechts bzw. unter hinreichender Kon-
frontation weiterhin unverwertbar im Sinne von Art. 147 Abs. 4 StPO. Eine spätere Einräu-
mung des Teilnahmerechts bzw. Gewährleistung der Konfrontation führt nicht zur Verwert-
barkeit von nach Art. 147 Abs. 4 StPO unverwertbaren Einvernahmen (BGE 150 IV 345 E. 
1.6.7.4).   

1.2 Gemäss Art. 6 Ziff. 2 lit. d EMRK hat die beschuldigte Person das Recht, einem Belastungs-
zeugen Fragen zu stellen. Eine belastende Zeugenaussage ist grundsätzlich nur verwertbar, 
wenn die beschuldigte Person wenigstens einmal während des Verfahrens angemessene 
und hinreichende Gelegenheit hatte, das Zeugnis in Zweifel zu ziehen und Fragen an den 
Belastungszeugen zu stellen (Urteil des Bundesgerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 
E. 4.2.2).

1.3 Auf die Teilnahme bzw. Konfrontation kann vorgängig oder auch im Nachhinein ausdrücklich 
oder stillschweigend verzichtet werden, wobei der Verzicht des Beschuldigten auch von sei-
nem Verteidiger ausgehen kann (BGE 143 IV 397 E. 3.3.1). Der Beschuldigte kann den 
Behörden nach ständiger Rechtsprechung grundsätzlich nicht vorwerfen, gewisse Zeugen 
zwecks Konfrontation nicht vorgeladen zu haben, wenn er es unterlässt, rechtzeitig und 
formgerecht entsprechende Anträge zu stellen (BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; Urteile des Bun-
desgerichts 6B_1320/2020 vom 12. Januar 2022 E. 4.2.3, nicht publiziert in: BGE 148 IV 22; 
6B_522/2016 vom 30. August 2016 E. 1.3).

2.1 Der Beschuldigte wurde am 26. Mai 2020 zum Tatvorwurf des Betrugs zum Nachteil von 
J.________ und K.________ gemäss Anklageziffer 1.1.1 einvernommen (act. 21/1/1). Von 
diesem Tatvorwurf wurde der Beschuldigte von der Vorinstanz freigesprochen, sodass sich 
keine Fragen zur Verwertbarkeit dieser Einvernahmen stellen. Folglich erübrigen sich aus 
Ausführungen zu den weiteren Einvernahmen, welche in diesem Sachverhaltskomplex 
durchgeführt wurden. 

2.2 Am 29. März 2022 wurde der Beschuldigte zum Tatvorwurf des versuchten Betrugs zum 
Nachteil der B.________ AG einvernommen (act. 21/1/101). Die Einvernahme erfolgte in 
Anwesenheit seines erbetenen Verteidigers. Gründe, aus welchen die Einvernahme unver-
wertbar sein sollte, sind nicht ersichtlich und werden auch nicht geltend gemacht. Die Ein-
vernahme ist ohne Einschränkungen verwertbar. Ferner wurde der Beschuldigte an der erst-
instanzlichen Hauptverhandlung zum Vorwurf des versuchten Betruges einvernommen 
(SG GD 10/3 S. 19).  

2.3.1 Die Verteidigung bestreitet die Verwertbarkeit der Einvernahme von O.________ vom 
16. Dezember 2020 (OG GD 2/7 S. 3 ff.). Letztere wurde am besagten Tag um 19:30 Uhr po-
lizeilich zu den Ereignissen des gleichen Tages befragt (act. 22/3/1). Ebenfalls am 16. De-
zember 2020 um 19:20 Uhr wurde der Beschuldigte polizeilich zu den fraglichen Vorkomm-
nissen befragt (act. 21/1/52). Der Beschuldigte wurde auf seine Rechte gemäss Art. 158 
Abs. 1 StPO hingewiesen. Am 27. Dezember 2020 wurde der Beschuldigte erneut von der 
Kantonspolizei Tessin einvernommen (act. 21/1/66). Dabei wurden ihm die Aussagen von 
O.________ vorgehalten (act. 21/1/70 ff.). Am 17. Januar 2021 fand eine weitere polizeiliche 
Einvernahme des Beschuldigten statt, welche allerdings im Zusammenhang mit einem fragli-

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chen Betäubungsmittelkonsum des Beschuldigten stand (act. 21/1/77). Am 29. März 2022 
wurde der Beschuldigte u.a. zum Tatvorwurf der einfachen Körperverletzung evtl. Tätlichkeit 
gegenüber seiner Ehefrau O.________ einvernommen. Die Einvernahme fand in Anwesen-
heit seines erbetenen Verteidigers statt. Die (damalige) Privatklägerin O.________ verzichte-
te auf eine Teilnahme (act. 21/1/92). Schliesslich wurde der Beschuldigte an der vor-
instanzlichen Hauptverhandlung zum Tatvorwurf der einfachen Körperverletzung befragt 
(SG GD 10/3 S. 21). 

2.3.2 Bei der Einvernahme von O.________ am 16. Dezember 2020 handelte es sich um eine Ein-
vernahme im polizeilichen Ermittlungsverfahren i.S.v. Art. 306 Abs. 2 lit. b StPO. Folglich be-
stand dabei noch kein Anspruch auf Parteiöffentlichkeit im Sinne von Art. 147 Abs. 1 StPO 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_14/2021 vom 28. Juli 2021 E. 1.3.2.). Da es sich dabei um die 
einzige Einvernahme von O.________ handelt, ist festzuhalten, dass der Beschuldigte keine 
Möglichkeit hatte, ihr Ergänzungsfragen zu stellen. Allerdings verzichtete der Beschuldigte 
bzw. sein Verteidiger darauf, die erneute Einvernahme von O.________ im Vorverfahren 
oder an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung zu beantragen (SG GD 10/1 S. 4). Auch im 
Berufungsverfahren stellte die Verteidigung keinen entsprechenden Beweisantrag (OG GD 
2/2). Mithin ist mit der Vorinstanz davon auszugehen, dass der Beschuldigte auf eine Kon-
frontation mit O.________ verzichtet hat (BGE 143 IV 397 E. 3.3.1; OG GD 1 E. I./3.4). Die 
Einvernahme von O.________ ist somit verwertbar. In diesem Zusammenhang weist die 
Staatsanwaltschaft im Übrigen zu Recht darauf hin, dass es gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstösst, wenn auf Beweisan-
träge bezüglich formeller Rügen (so insbesondere bei behaupteter Verletzung von Teilnah-
me- und Konfrontationsansprüchen) verzichtet wird und die Rügen erst bei für die betreffen-
de Person ungünstigem Verfahrensausgang geltend gemacht werden (BGE 143 IV 397 
E. 3.4.2). 

2.3.3 Die Einvernahmen des Beschuldigten zum Vorwurf der einfachen Körperverletzung sind ver-
wertbar, zumal keine Gründe, die für eine Unverwertbarkeit sprechen könnten, auszumachen 
sind und Dergleichen von der Verteidigung auch nicht geltend gemacht wird. 

3. Die Verteidigung führte in ihrer Berufungsbegründung aus, es sei unverständlich, weshalb 
der Beschuldigte bei der Durchsuchung seines Fahrzeuges nicht beigezogen worden sei 
(OG GD 2/7 S. 8 und 9). Die Verteidigung macht allerdings – zu Recht – nicht geltend, der 
fragliche Polizeirapport sei deswegen unverwertbar. Denn ein Teilnahmerecht des Beschul-
digten an der Durchsuchung seines Fahrzeuges nach dem Brandereignis bestand nicht. So 
fand die Durchsuchung einerseits im polizeilichen Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung 
statt. In diesem Verfahrensstadium besteht noch kein Anspruch auf Parteiöffentlichkeit (Urteil 
des Bundesgerichts 7B_822/2023 vom 27. August 2024 E. 4.2). Andererseits bezieht sich 
das Teilnahmerecht lediglich auf Beweiserhebungen. Bei anderen Verfahrenshandlungen, 
die wie eine Durchsuchung nur in einer Beweiserhebung ausmünden können, besteht kein 
Teilnahmerecht (Weder, Teilnahmerechte bei Beweiserhebungen – Eine Beurteilung aus 
staatsanwaltschaftlichem Blickwinkel, fokussiert auf das Teilnahmerecht mitbeschuldigter 
Personen, forumpoenale 2016 S. 281 ff., S. 284; Schmid/Jositsch, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, Praxiskommentar, 4. A. 2023, Art. 147 StPO N 2). Die aktenkundigen Polizei-
rapporte inkl. der Fotodokumentationen sind verwertbar. 

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4. Hinsichtlich der übrigen im Vorverfahren und erstinstanzlichen Hauptverfahren erhobenen 
Beweise sind keine Probleme hinsichtlich Verwertbarkeit erkennbar.

III. Tatvorwurf des versuchten Betruges (Anklageziffer 1.1.2)

1. Anklage, Entscheid der Vorinstanz und Parteistandpunkte

1.1 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten unter Anklageziffer 1.1.2 zusammengefasst 
Folgendes vor (SG GD 1/1 S. 8): 

Am 13. August 2020 sei der Personenwagen LU .________ von C.________ von einer unbekannten Täterschaft in 

Brand gesetzt worden. Mit einer Schadensliste vom 15. April 2021 habe C.________ gegenüber der B.________ 

AG durch den vorerwähnten Brand angeblich verursachte Schäden an privatem (CHF 5'081.90) und beruflichem 

(CHF 25'728.85) Material bzw. entsprechende Versicherungsansprüche von total CHF 30'810.75 geltend gemacht. 

Gemäss der Brandermittlung der Luzerner Polizei hätten sich folgende Gegenstände im Gesamtwert von 

CHF 23'467.40 indessen nicht im Fahrzeug befunden bzw. befinden können: 

Privat Reisetasche 189.90

Reisekoffer 252.00

Briaatone Uhr Blue Marin 1'490.00

Loui Vuiton 980.00

Ferien Geld (EUR) 800.00

Ferien Geld (CHF) 500.00

Gelder Mutter 250.00

Betrieb CM & Temp & Rohr Mess[geräte] 1'680.00

Lenovo Laptop 3'850.00

iPhone X 1'450.00

iPad 1'050.00

Apple Watch 869.00

Sicherheitsmaterial für Baustelle 

(Schutzweste, Helme, Handschuhe, 

Sicherheitsschuhe, Schutzhose, 

Schutzbrille)

2'225.00 (nur Helm festge-

stellt)

Infrarot Wärme Kamera 1'875.50

Sony Hand cam 495.00

Power Bank 189.00

Power Bank 349.00

Solar Lade Booster 225.00

Sehbrille 1'250.00

Radke spez / Koffer 3'498.00

Obwohl C.________ sich dessen bewusst gewesen sei, habe er wider besseres Wissens den Versicherungsan-

spruch geltend gemacht und versucht, die Verantwortlichen der B.________ AG arglistig zu täuschen, um die ent-

sprechende Versicherungsleistung zu erwirken. Aufgrund der festgestellten Unstimmigkeiten habe die B.________ 

AG C.________ keine Versicherungsleistung ausgezahlt. C.________ habe in der Absicht gehandelt, sich unrecht-

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mässig zu bereichern. Da C.________ zur fraglichen Zeit selbstständig gewesen sei, wären ihm die Versicherungs-

leistungen sowohl für das private als auch das berufliche Material ausgezahlt worden.

1.2 Die Vorinstanz führte eine umfassende Beweiswürdigung durch (SG GD 1/1 E. III./3.1-3.2). 
In rechtlicher Hinsicht kam die Vorinstanz zu folgendem Schluss: 

"3.3 C.________ hat somit gegenüber der B.________ AG wahrheitswidrig erklärt bzw. vorgespiegelt, dass 

sich die in der Anklage erwähnten Gegenstände im Fahrzeug befunden hätten, obwohl dies nicht der 

Fall war. 

3.3.1 Ob diese Täuschungshandlung (auch) in objektiver Hinsicht als arglistig i.S.v. Art. 146 Abs. 1 StGB zu 

qualifizieren ist, kann angesichts der Versuchsstrafbarkeit (E. III.3.3.3) dahinstehen. Aufgrund des von 

C.________ verwendeten Formulars für die Schadenanzeige und der zahlreichen, von ihm eingereich-

ten angeblichen Zahlungsnachweisen, ist dies jedenfalls in subjektiver Hinsicht zu bejahen. 

3.3.2 Obwohl die B.________ AG zwischenzeitlich in Erwägung gezogen hat, gegenüber C.________ einen 

Versicherungsanspruch anzuerkennen (B.________ AG-interne E-Mail-Nachricht vom 13. Oktober 

2020: "Kannst du dies bitte prüfen und mir eine Rückmeldung machen, ob wir den Schadenfall so erle-

digen können?"; HD 2/2/63), so ist sie letztlich keinem Irrtum unterlegen, hat sie keine Versicherungs-

leistung gezahlt und ist ihr auch kein entsprechender Vermögensschaden entstanden. (Auch) insofern 

ist der objektive Tatbestand somit nicht erfüllt.  

Indessen ist rechtsgenüglich davon auszugehen, dass C.________ namentlich aufgrund seiner Annah-

me, dass alles, was nicht in seinem Büro gewesen sei, im Auto habe sein müssen, es zumindest für 

möglich hielt und in Kauf nahm, dass er gegenüber der B.________ AG wahrheitswidrige Angaben ge-

macht hat (vgl. vorstehend zum subjektiven Tatbestandsmerkmal der Arglist) und bei dieser dadurch 

hätte einen Irrtum hervorrufen können, wodurch diese ihm eine (nicht geschuldete) Versicherungsleis-

tung bezahlt und sich dadurch am Vermögen geschädigt und er einen entsprechenden Vermögensvor-

teil erlangt hätte. Dass er darauf keinen Anspruch gehabt hat, war C.________ ohne Weiteres bewusst, 

so dass er auch in unrechtmässiger Bereicherungsabsicht handelte.

3.3.3 Zusammenfassend hat C.________ somit zwar nicht sämtliche objektiven Tatbestandsmerkmale, aber 

den subjektiven Tatbestand des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB erfüllt. Da er mit der Vornahme 

seiner Täuschungshandlungen (Einreichen der Schadenanzeige und angeblicher Zahlungsbelege) die 

Schwelle zur Versuchsstrafbarkeit ohne Weiteres überschritten hat, ist er des versuchten Betrugs 

gemäss Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen.

Im Hinblick auf den (versuchten) Deliktsbetrag ist festzuhalten, dass einerseits die EUR 800.00 im No-

minalbetrag berücksichtigt wurden, obwohl deren Gegenwert am 15. April 2021 CHF 882.75 entsprach 

(www.finanzen.ch/waehrungsrechner/euro_schweizer-franken?date=2021-04-15&amount=800), und 

sich andererseits der Baustellenhelm im Fahrzeug befunden hat (HD 2/2/18) und dessen Wert somit in 

Abzug zu bringen ist, wobei zu Gunsten von C.________ davon auszugehen ist, dass dieser mindestens 

CHF 82.75 betrug (vgl.www.google.com/[…]). Insgesamt gleichen sich diese beiden Positionen somit 

aus, so dass von dem in der Anklage erwähnten (versuchten) Deliktsbetrag von CHF 23'467.40 auszu-

gehen ist."

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1.3 Die Verteidigung führte in ihrer schriftlichen Berufungsbegründung diesbezüglich zusam-
mengefasst Folgendes aus (OG GD 2/7 S. 7 ff.): 

1.3.1 Gemäss dem Anklagesachverhalt sowie dem Brandermittlungsbericht der Luzerner Polizei 
sollen sich zahlreiche Gegenstände im Gesamtwert von CHF 23'467.40 nicht im Fahrzeug 
des Beschuldigten befunden haben bzw. hätten sich nicht darin befinden können. Dies sei 
nicht richtig. Die Polizei habe den Beschuldigten bei der Durchsuchung des Fahrzeuges nicht 
beigezogen und habe überhaupt nicht nach den vermissten Gegenständen suchen können, 
da die entsprechende Liste erst später erstellt worden sei. 

1.3.2 Es sei Fakt, dass nicht die Brandermittler darauf gekommen seien, zahlreiche Gegenstände 
hätten sich nicht im Fahrzeug befunden bzw. hätten sich nicht darin befinden können. Diesen 
Vorwurf habe die B.________ AG viele Monate nach dem Brand rein aktengestützt vorge-
bracht. Die Beweismittel seien lange Zeit vorher erstellt worden, was das Ergebnis der 
Durchsuchung anfechtbar mache. Es dürfe bezweifelt werden, dass die Polizei in Anbetracht 
des Chaos den Brandschutt durchsucht habe. Zudem habe es im Fahrzeug zwei Handschuh-
fächer, im Kofferraum einen Doppelboden und im Kofferraum rechts beim Radkasten einen 
Deckel zu einem Fach gegeben. Es gebe in den Akten keine Hinweise auf diesbezüglich 
Suchanstrengungen seitens der Polizei. Das Fahrzeugheck sei komplett ausgebrannt gewe-
sen. Bei dieser Sachlage sei keineswegs ausgeschlossen, dass diverse Geräte im Radkas-
ten oder im Doppelboden komplett zusammengeschmolzen seien. 

1.3.3 Der Beschuldigte habe auch Gegenstände, welche die Polizei nicht aufgelistet habe, im In-
nern des Fahrzeugs nach dessen Freigabe vorgefunden. Auch widersprüchliche Angaben 
über den Ort, an welchem sich die Gegenstände befunden hätten, würden nicht gegen den 
Beschuldigten sprechen, im Gegenteil. Erklärungen, welche 1:1 übereinstimmten, seien als 
Lügensignale zu werten. Der Beschuldigte habe am Brandabend unter Schock gestanden. 
Die Liste mit den fraglichen Gegenständen habe er in Ligurien erstellt. Zudem habe er sein 
Fahrzeug sowohl als Arbeitsplatz als auch als Materiallager und Büro benutzt. Dass sich 
daraus und infolge des Zeitablaufs bis zur Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft Unsi-
cherheiten oder auch Verwechslungen eingeschlichen hätten, sei nachvollziehbar. Hätte der 
Beschuldigte in betrügerischer Absicht gehandelt, so wäre sein Aussageverhalten ein ande-
res. 

1.3.4 Die Vorinstanz habe erwähnt, ein Diebstahl könne ausgeschlossen werden. Im Polizeirapport 
werde aber nur behauptet, es gebe aufgrund des Spurenbildes keine Hinweise, dass vor 
dem Brand eine Türe aufgebrochen und ein Diebstahl begangen worden sei. Die Möglichkeit, 
dass der Kofferraumdeckel aufgebrochen worden sein könnte, werde aber nicht erwähnt. 
Wie aus der Fotodokumentation ersichtlich sei, fehle auf allen Bildern der Kofferraumdeckel. 
Es sei nicht geklärt, ob eine Täterschaft den Kofferraum aufgebrochen habe und die vermiss-
ten Gegenstände entwendet habe. Diesfalls gäbe es eine Erklärung dafür, weshalb das 
Fahrzeug in Brand gesteckt worden sei, nämlich um Spuren zu verwischen. 

1.3.5 Sodann mangle es am subjektiven Tatbestand des Betruges. Die Vorinstanz gehe davon 
aus, dass der Beschuldigte die Listen jeweils in dem Sinne erstellt habe, als dass er davon 
ausgegangen sei, dass alles, was nicht im Büro gewesen sei, sich habe im Auto befinden 
müssen. Das entspreche dem Vorgehen, welches der Beschuldigte auch selber zu Protokoll 
gegeben habe. Dass der Beschuldigte durch dieses von ihm aufgrund der Umstände gewähl-

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te Vorgehen in Kauf genommen hätte, gegenüber der B.________ AG wahrheitswidrige An-
gaben zu machen, lasse sich mit zahlreichen äusseren Umständen widerlegen. Es sei akten-
kundig, dass der Beschuldigte die Liste mehrmals abgeändert habe, u.a. weil er Gegenstän-
de im Wert von ca. CHF 13'000.00 nach Freigabe des Fahrzeugs gefunden habe. Anderer-
seits habe er Gegenstände, welche kaputt gegangen seien, gar nicht angegeben, so z.B. die 
Überwachungskamera und ein HP Envy Rove Tablet. Der Beschuldigte habe keinen Moment 
daran gezweifelt, dass das einzige ihm zur Verfügung stehende Vorgehen korrekt gewesen 
sei. Er müsse sich nicht einmal eine Sorgfaltspflichtverletzung im Sinne einer Fahrlässigkeit 
vorwerfen lassen. Er habe alle Möglichkeiten ausgeschöpft und alles in Betracht gezogen, 
was zur Erstellung der Liste möglich gewesen sei.  

1.4 Die Staatsanwaltschaft entgegnete in ihrer Berufungsantwort vom 13. Januar 2025 zum Tat-
vorwurf des versuchten Betruges zusammengefasst Folgendes: 

1.4.1 Zunächst sei festzustellen, dass die Beweisregeln besagen würden, dass sich das Gericht 
nicht von der Existenz eines für die beschuldigte Person ungünstigen Sachverhaltes über-
zeugt erklären dürfe, wenn bei objektiver Betrachtung erhebliche nicht zu unterdrückende 
Zweifel bestünden, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht habe. Bloss theoretische und stets 
mögliche Zweifel, dass die wirkliche Sachlage anders sein könnte, würden nicht genügen 
(BGE 127 I 38 E. 2). Ebensolche ausschliesslich theoretische Zweifel versuche der Beschul-
digte zu streuen, wenn er sinngemäss argumentiere, die Polizei habe nicht richtig gesucht, 
der oder die Brandstifter hätten Gegenstände aus dem Fahrzeug entfernen können oder die 
Gegenstände seien in nicht offensichtlichen Orten (zweites Handschuhfach, Doppelboden, 
Fach beim Radkasten) gewesen und dort bis zur Unkenntlichkeit zerstört worden (OG GD 5/3 
S. 6)

1.4.2 All diesen Argumenten stehe die nachvollziehbare und korrekte Beweiswürdigung der Vor-
instanz sowie die Aktenlage gegenüber. So decke sich die Parteibehauptung des Beschul-
digten, wonach der Kofferraumboden mit dem Asphalt verschmolzen gewesen sei, mitnichten 
mit den Akten. Gemäss den Brandermittlungen sei es vielmehr so gewesen, dass die Ge-
genstände, welche sich auf dem Kofferraumboden befunden hätten, weniger Abbrand-
erscheinungen gehabt hätten. Dies liege daran, dass – wie dem Polizeibericht unzweideutig 
entnommen werden könne – der Kofferraumboden entgegen den Angaben des Beschuldig-
ten gar nicht vom Brand betroffen gewesen sei. Die Brandermittlungen hätten ergeben, dass 
der Kofferrauminhalt von oben herab abgebrannt sei (OG GD 5/3 S. 7). 

1.4.3 Die Vorinstanz bewege sich in ihren Urteilserwägungen bei der Beweiswürdigung fernab von 
jeglicher Willkür und ihr sei auch nicht vorzuwerfen, dass sie die Beweismittel keiner Ge-
samtbetrachtung unterziehe. Nicht einsichtig sei auch, weshalb es dem Beschuldigten an Be-
reicherungsabsicht gefehlt haben soll. Selbst wenn die Ausführungen der Vorinstanz unter 
diesem Gesichtspunkt relativ kurz ausgefallen seien, seien sie zutreffend. Es gelte die bun-
desgerichtliche Formel: Bereicherungsabsicht setze voraus, dass die Absicht des Täters 
selbst dann, wenn er die Bereicherung bloss für möglich halte, auf Erlangung des Vorteils ge-
richtet sei; er wolle die Bereicherung für den Fall, dass sie eintrete (BGE 102 IV 83). In der 
vorliegenden Sachverhaltskonstellation folge tatsächlich ohne Weiteres aus der eventualvor-
sätzlichen Tatbegehung, auf welche die Vorinstanz schliesse, dass die Absicht des Täters für 
den Fall, dass sich die von ihm für möglich und in Kauf genommene Tatbegehung manifes-

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tiere, auf den Vermögensvorteil gerichtet sei. Auch hier seien die Erwägungen der Vorinstanz 
nicht zu beanstanden (OG GD 5/3 S. 7-8). 

1.5 Die B.________ AG liess sich nicht vernehmen.

2. Rechtliche Grundlagen  

2.1 Einen Betrug begeht, wer in der Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu berei-
chern, jemanden durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt 
oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem Verhalten bestimmt, 
wodurch dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt (Art. 146 Abs. 1 StGB).

2.2 Angriffsmittel beim Betrug ist die Täuschung des Opfers. Als Täuschung gilt jedes Verhalten, 
das darauf gerichtet ist, bei einem andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung 
hervorzurufen (Urteil des Bundesgerichts 6B_688/2021 vom 18. August 2022 E. 2.3.2). Sie 
ist eine unrichtige Erklärung über Tatsachen, d.h. über objektiv feststehende, vergangene 
oder gegenwärtige Geschehnisse oder Zustände. Die Unwahrheit kann explizit oder implizit, 
d.h. stillschweigend durch konkludentes Tun, erklärt werden (Maeder/Niggli, Basler Kommen-
tar, 4. A. 2019, Art. 146 StGB N 41 und 46; BGE 135 IV 76 E. 5.1).

2.3 Das Erfordernis der Arglist ist erfüllt, wenn der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder 
sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient. Einfache falsche Angaben gelten als 
arglistig, wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder nicht 
zumutbar ist und wenn der Täter das Opfer von der möglichen Überprüfung abhält oder er 
nach den Umständen voraussieht, dass dieses die Überprüfung der Angaben aufgrund eines 
besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde (Urteil des Bundesgerichts 
6B_1299/2020 vom 20. Januar 2021 E. 2.3.2; BGE 142 IV 153 E. 2.2.2). Eine mit gefälschten 
oder verfälschten Urkunden verübte Täuschung ist grundsätzlich arglistig, da im Rechtsver-
kehr in aller Regel auf die Echtheit von Urkunden vertraut werden darf (Urteil des Bundesge-
richts 6B_262/2024 E. 1.5.3.4). 

2.4 Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter, nachdem er mit der Ausführung eines Verbrechens 
oder Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder der zur Voll-
endung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder dieser nicht eintreten kann (Art. 22 Abs. 1 
StGB). Zur Ausführung der Tat gehört jede Tätigkeit, die nach dem Plan, den sich der Täter 
gemacht hat, auf dem Weg zur Tatbestandsverwirklichung den letzten entscheidenden 
Schritt darstellt, von dem es in der Regel kein Zurück mehr gibt, es sei denn wegen äusserer 
Umstände, die eine Weiterverfolgung der Absicht erschweren oder verunmöglichen (BGE 
131 IV 100 E. 7.2.1).

3. Relevanter Sachverhalt und Beweiswürdigung 

3.1 Es ist unbestritten, dass der Beschuldigte Halter des fraglichen Personenwagens mit dem 
Kennzeichen LU .________ war und er diesen ausschliesslich selber als Privatfahrzeug so-
wie Arbeitsplatz bzw. Büro benutzt hat (HD 2/2/107). Am 13. August 2020 erlitt dieses Fahr-
zeug einen Brandschaden (HD 2/2/8-18; 76-83). 

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3.2 Gemäss dem Polizeirapport wurde das Fahrzeug durch eine unbekannte Täterschaft in 
Brand gesetzt (HD 2/2/3). Der Beschuldigte parkierte sein Fahrzeug am 13. August 2020 um 
18:30 Uhr an der P.________strasse in D.________. Anschliessend begab er sich in die 
Wohnung von Q.________ an der R.________strasse, wo sie – mit Ausnahme von ca. 10 
min., als der Beschuldigte die Wohnung verliess – zusammen den Abend verbrachten (HD 
2/2/86; HD 2/2/93R). Um 22:19 Uhr sahen Passanten, dass das Fahrzeug des Beschuldigten 
in Flammen stand, und riefen die Polizei, welche in der Folge den Beschuldigten verständigte 
(HD 2/2/83R; HD 2/2/99R). 

3.3 Die Luzerner Polizei erstellte am 31. August 2020 eine Fotodokumentation des Fahrzeug-
brandes und hielt fest, das Fahrzeugheck sei komplett ausgebrannt. Der Kofferraum sei vom 
Brand massiv belastet und der Deckel fast ganzflächig zerstört worden. Die Flammen hätten 
oberflächlich den gesamten Inhalt stark angebrannt, aber nicht auf den Fahrgastraum über-
gegriffen. Es müsse davon ausgegangen werden, dass sich die Flammen von ausserhalb 
des Fahrzeugs über die Heckklappe ins Wageninnere gefressen hätten. Im Inneren hätten 
sich die Flammen nicht ausgebreitet (HD 2/2/76-83). Das Fahrzeug wurde am Brandplatz von 
der Unfall- und Pannenhilfe aufgeladen und unter Wahrung des Spurenschutzes eingelagert 
(HD 2/2/108). 

3.4 Der Beschuldigte wurde am 14. August 2020 um 00:10 Uhr vor Ort, d.h. am Ort des Brander-
eignisses, polizeilich befragt, so auch dazu, was sich alles im Fahrzeug befunden habe. Dar-
aufhin ist im entsprechenden Protokoll Folgendes notiert: "A: Herr C.________ erstellt eine 
separate Liste" (HD 2/2/86). Ob der Beschuldigte von sich aus in diesem Moment eine Liste 
erstellte oder lediglich gesagt hat, er werde eine Liste erstellen, geht aus den Akten nicht 
hervor.  

3.5 Am 17. August 2020 reichte der Beschuldigte bei der B.________ AG eine Schadenanzeige 
ein (HD 2/2/68). Diese hat er gemäss eigenen Angaben in den Ferien in Ligurien erstellt 
(HD 2/2/69; HD 2/2/96; OG GD 2/7 S. 10). Am 19. August 2020 wurde der Beschuldigte poli-
zeilich als Auskunftsperson einvernommen. Dabei übergab er der Polizei eine Liste mit Ge-
genständen, die sich im Fahrzeug befunden haben sollen. Auf dieser Liste markierte er so-
dann den Aufbewahrungsort im Fahrzeug (HD 2/2/99; HD 2/2/105). Am 14. September 2020 
ergänzte der Beschuldigte die Liste mit dem zu ersetzenden Material (HD 2/2/60). Am 
13. Oktober 2020 übermittelte der Beschuldigte der B.________ AG eine Zusammenstellung 
der vom Fahrzeugbrand angeblich betroffenen Gegenstände (HD 2/2/63). Am 15. April 2021 
übermittelte der Beschuldigte der B.________ AG eine von ihm unterzeichnete Liste mit den 
vom Fahrzeugbrand angeblich betroffenen Gegenständen (HD 2/2/26-28; act. 21/1/104 
Ziff. 10). Die Vorinstanz erstellte eine Übersicht, in welcher aufgeführt wurde, in welcher Liste 
die jeweiligen Gegenstände erwähnt wurden (OG GD 1/1 E. III./3.1.3.1). Die Verteidigung hat 
im Berufungsverfahren nicht bestritten (OG GD 2/7), dass die Auflistung korrekt ist. Es ergibt 
sich auch aus den Akten, dass die Aufstellung korrekt ist, so dass darauf abgestellt werden 
kann. Die vorinstanzliche Liste enthält lediglich die in der Anklageschrift aufgeführten Ge-
genstände. Am 19. August 2020 hatte der Beschuldigte noch eine handschriftliche Liste er-
stellt (HD 2/2/105/R). Die zu diesem Zeitpunkt aufgeführten Gegenstände, werden der 
Vollständigkeit halber in der Zusammenstellung ergänzt. Der Beschuldigte gab an seiner 
Einvernahme an, er habe die am 19. August 2020 aufgeführten Gegenstände nach Freigabe 

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des Fahrzeugs retten können und deshalb in den späteren Eingaben nicht mehr genannt 
(act. 21/1/105).   

Auflistung vom  17.08.2020  19.08.2020 14.09.2020 13.10.2020 15.04.2021

Reisetasche x x

Reisekoffer x x

"Briaatone Uhr Blue Marin" x x x

"Loui Vuiton" x x x

Ferien Geld (EUR) x x x x

Ferien Geld (CHF) x x x x

Gelder Mutter x x x

CM & Temp & Rohr Mess[geräte] x x x

Lenovo Laptop x x x

iPhone X x x x

iPad x x x

Apple Watch x x x

Sicherheitsmaterial für Baustelle x x x

Infrarot Wärme Kamera x x

Sony Hand cam x x

Power Bank x x

Power Bank x x

Solar Lade Booster x x

Sehbrille x x

Radke spez / Koffer x x

Jacke Hugo Boss x

Rubin Kette x

Windjacke Moglar x

2 Goldmünzen Krügerrand x

Münz Parkuhren x

Halskette Rubin (Grossvater) x

Turnschuhe Ricolino x

Parfüm Roma x

Parfüm Iceberg x

3.6 Die entscheidende Liste, welche die B.________ AG für die Schadensberechnung verwende-
te, ist diejenige vom 15. April 2021 (HD 2/2/4). Die Verteidigung führte sodann aus, der Be-
schuldigte habe am Brandabend unter Schock gestanden und die erste Liste vom 17. August 
2020 in den Ferien in Ligurien erstellt. Dass sich danach infolge des Zeitverlaufs Unsicher-
heiten oder Verwechslungen eingeschlichen hätten, sei nachvollziehbar (OG GD 2/7 S. 10). 
Auf jeden Fall ist klar, dass der Beschuldigte die vorerwähnte Liste vom 15. April 2021 nicht 
in einem Schockzustand erstellte, sondern rund acht Monate nach dem fraglichen Brander-
eignis. 

Seite 20/45

3.7 Der Beschuldigte machte anlässlich seiner Einvernahmen vom 19. August 2020 und 
29. März 2022 Angaben, wo sich die in der Schadenanzeige vom 17. August 2020 bzw. in 
der Anklage aufgelisteten Gegenstände im Fahrzeug befunden haben sollen. Zudem sagte er 
aus, dass er seine Sachen für eine Ferienreise bereitgemacht habe: Geld, Geschenke für die 
Frau. Im Kofferraum hätten sich zwei 1.-August-Fackeln befunden, für die Ferien am Meer, 
Ferragosto. Den Kofferraum habe er beim Verlassen des Fahrzeuges vor dem Brand nicht 
geöffnet. Insbesondere das CM-Messgerät und verschiedene elektrische Messgeräte habe er 
immer im Auto. Er habe zunächst nach Hause und ins Büro gehen müssen, um feststellen zu 
können, was fehle. Dann sei er nach Hause gegangen, um dies zu überprüfen, und habe die 
fehlenden Gegenstände der Versicherung mittels einer Liste gemeldet. Während der Arbeit 
seien ihm weitere fehlende Gegenstände aufgefallen. Diese habe er in der Folge ebenfalls 
aufgelistet. Die elektronischen Geräte habe er immer in die Zwischenfächer im Auto gesteckt. 
Das Auto sei für die Brandermittlung gesperrt gewesen. Er sei zusammen mit den Versiche-
rungsexperten der S.________ und der B.________ AG zum Fahrzeug gegangen. Sie hätten 
das Auto aufbrechen müssen. Es sei alles verschmolzen gewesen. Sie hätten eine Decke 
ausgelegt und alles hingelegt und fotografiert. Es sei alles verschmolzen gewesen. Man habe 
gar keinen Zugriff mehr auf die Gegenstände gehabt. Alles, was nicht in seinem Büro gewe-
sen sei, habe im Auto sein müssen, weil er kein anderes Magazin habe. Ein paar Sachen 
hätten sie wieder gefunden und herausholen können. Die in HD 2/2/105 unter der Schaden-
anzeige an die B.________ AG vom 17. August 2020 erwähnten Positionen Münz-
Sammlung, zwei Rubin-Ketten und Goldmünzen hätten sie nach der Freigabe des Fahrzeu-
ges darin gefunden, herausholen und retten können. Er habe erst im Büro gesehen, was feh-
le und was nicht. Unabhängig davon, ob der Laptop Lenovo oder Envy heisse, sei dieser 
schwarz gewesen. Die Sehbrille hätten sie retten können. Das Tablet sei seiner Ansicht nach 
ein Laptop. Er könne mit Fotos beweisen, dass diese Gegenstände im Fahrzeug gewesen 
seien. Den Doppelboden, wo sich das Reserverad befinde, habe weder die Polizei noch er 
öffnen können. Dort hätten sich die genannten Koffer und das Radke Gerät befunden. Die 
Gegenbeweise werde er gerne nachliefern. Die erwähnten Fotos und allfällige weitere Bele-
ge zum Gegenbeweis habe er über den Versicherungsagenten eingereicht. Die B.________ 
AG habe ihn dennoch als Betrüger gesehen. Er habe alles persönlich in ausgedruckter Form 
mit der ganzen Auslegeordnung vorbeigebracht (OG GD 1/1 E. III./3.1.3.2).  

3.8 Angesichts der nachfolgenden Indizien ist ohne unüberwindliche Restzweifel im Sinne von 
Art. 10 Abs. 3 StPO erstellt, dass sich zumindest einige vom Beschuldigten in der Liste vom 
15. April 2021 geltend gemachten und in der Anklageschrift aufgeführten Gegenstände nicht 
im Fahrzeug befunden haben, als dieses am 13. August 2020 in Brand geriet. 

3.8.1 Gemäss dem Polizeirapport vom 24. Juli 2021 wegen Betrugs stand ausschliesslich der Kof-
ferraum in Vollbrand. Im Bereich Rücksitz und Fahrersitz sei es zu Russschäden und leichten 
Hitzeschäden gekommen (HD 2/2/4/R). Der Inhalt des Kofferraums sei von oben her abge-
brannt. Die Gegenstände, welche sich auf dem Boden befunden hätten, hätten zwar Rauch- 
und Hitzeschäden gehabt, hätten aber ihrer Art nach erkannt werden können. Auch wenn 
sich der Laptop bzw. die anderen technischen Geräte zuoberst im Kofferraum befunden hät-
ten, hätten Spuren davon im Brandschutt noch erkannt werden müssen. Aufgrund der Ab-
branderscheinungen und den Überresten des Kofferrauminhaltes könne ausgeschlossen 
werden, dass es weitere Koffer und Messgeräte im Kofferraum gehabt habe. Auf dem Rück-
sitz seien keine Gegenstände vollständig verbrannt; es hätten sich dort kein Koffer und keine 

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Taschen befunden. Das Gleiche gelte auch für das Handschuhfach. Es hätten sich dort keine 
Uhr Briaatone Blue Marina und keine Apple Watch befunden (HD 2/2/5/R). 

3.8.2 Die Ausführungen im vorerwähnten Polizeirapport werden im Wesentlichen durch die akten-
kundige Fotodokumentation bestätigt. So ist bereits auf der ersten Aufnahme erkennbar, 
dass vor allem der Kofferraum in Vollbrand stand (HD 2/2/8). Die Aufnahmen aus dem In-
nenbereich beim Fahrer- und Beifahrersitz zeigen lediglich leichte Hitzeschäden, sowie dass 
die in der Mittelkonsole aufbewahrten Gegenstände nur leicht beschädigt wurden (HD 2/2/9). 
Gleiches gilt für die Aufnahmen im Bereich des Rücksitzes bzw. im Fussraum des Rücksitzes 
(HD 2/2/11). Im Gegensatz hierzu sind die massiven Brandspuren im Kofferraum eindeutig 
zu erkennen. Auch ist in Übereinstimmung mit dem Polizeirapport zu konstatieren, dass 
Überreste der einzelnen Gegenstände im Brandschutt erkennbar sind (HD 2/2/15). Ein Tablet 
HP Envy Rove, welches sich im unteren Bereich des Brandschuttes befand, hat nur leichte 
Brandschäden am äusseren Eck des Bildschirmes davongetragen (HD 2/2/16). Auch die wei-
teren Gegenstände, welche sich auf dem Boden des Kofferraumes befunden haben, sind 
zumindest grösstenteils noch eindeutig bestimmbar (HD 2/2/17 ff.). 

3.8.3 Entgegen den Ausführungen der Verteidigung kann ausgeschlossen werden, dass techni-
sche Geräte wie Wärmebildkamera, Power Bank und Solar Lade Booster zusammenge-
schmolzen sind (vgl. OG GD 2/7 S. 9). Auf den Fotoaufnahmen sind keine Hinweise auf ver-
schmolzene Gegenstände erkennbar. Zudem sind die sich im Fahrzeug, insb. auch im Kof-
ferraum aufgefundenen technischen Geräte in ihrer Substanz noch vorhanden. Insbesondere 
kann ausgeschlossen werden, dass es im "Unterboden im Kofferraum" zur Schmelzung ent-
sprechender Gegenstände gekommen sein könnte, wie die Verteidigung vorbringt. Denn im 
unteren Teil des Kofferraums waren die Brandschäden und die Hitzebildung weniger ausge-
prägt als im oberen Teil des Kofferraums, wo das Feuer am stärksten war. So trug auch das 
vorerwähnte Tablet, welches sich im unteren Teil des Kofferraums befunden hat, lediglich auf 
der Vorderseite am Bildschirm Schäden davon.  

3.8.4 Die Verteidigung bringt ferner vor, es sei nicht auszuschliessen, dass sich die Polizei mit ei-
ner eher oberflächlichen Dokumentation der sich im Fahrzeug befundenen Gegenstände be-
gnügt habe. Die Fotodokumentation sei lange Zeit vor dem Verdacht des Betrugsversuchs 
erstellt worden. Es habe sich um eine Routinearbeit gehandelt und die Polizei habe nicht 
nach bestimmten Gegenständen gesucht, so dass die Schlussfolgerung, alles, was die Poli-
zei nicht vorgefunden habe, könne sich nicht im Fahrzeug befunden haben, nicht zulässig sei 
(OG GD 2/7 S. 9). Doch auch dieses Argument vermag nicht zu überzeugen. Obwohl es zu-
trifft, dass das Fahrzeug nicht vor dem Hintergrund des vorliegend zu behandelnden Vor-
wurfs des versuchten Betruges durchsucht wurde und die Polizei nicht gezielt nach den frag-
lichen Gegenständen gesucht hat, sind keine Hinweise dafür ersichtlich, dass Gegenstände 
übersehen worden wären. Vielmehr zeigt der erwähnte Polizeibericht mit der entsprechenden 
Fotodokumentation, dass das Fahrzeug des Beschuldigten umfassend und mit der gebote-
nen Gründlichkeit durchsucht wurde. So hat die Polizei säuberlich dokumentiert, welche Ge-
genstände im Fahrzeug vorgefunden wurden und wo sich diese jeweils befunden haben 
(HD 2/2/12). Die Gegenstände aus dem Kofferraum wurden auf einer Plane ausgelegt 
(HD 2/2/18/R). Zudem hat die Polizei die geschlossenen Behältnisse wie Taschen, Kisten 
etc. geöffnet und den Inhalt dokumentiert (HD 2/2/13). Nach der Einvernahme vom 19. Au-
gust 2020, bei welcher der Beschuldigte angab, wo sich die Gegenstände befunden hätten, 

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suchte die Polizei danach und fotografierte die gefundenen Sachen (HD 2/2/4/R). Vor diesem 
Hintergrund ist nahezu ausgeschlossen, dass die Polizei die fraglichen Gegenstände über-
sehen haben könnte. Im Einzelnen wird auf die nachfolgenden Erwägungen verwiesen. 

3.8.5 Die Verteidigung bringt weiter vor, im Polizeirapport werde lediglich behauptet, es gebe auf-
grund des Spurenbildes keine Hinweise, dass vor dem Brand eine Türe aufgebrochen und 
ein Diebstahl begangen worden sei. Die Möglichkeit, dass der Kofferraumdeckel aufgebro-
chen worden sei, werde aber nicht erwähnt. Dieser fehle auf allen Bildern (OG GD 2/7 
Rz. 27). Was den Polizeirapport anbelangt, so gibt die Verteidigung diesen zutreffend wieder. 
Tatsächlich wurde festgehalten, dass es keine Hinweise dafür gebe, dass vor dem Brand ei-
ne Türe aufgebrochen und ein Diebstahl begangen worden sein könnte. Die Möglichkeit, 
dass der Kofferraumdeckel aufgebrochen worden sein könnte, wird nicht explizit erwähnt 
(HD 2/2/5/R). Der Kofferraumdeckel wurde beim Brand fast vollständig zerstört und ist nur 
noch bruchstückhaft erkennbar (HD 2/2/148). Die Möglichkeit, dass eine unbekannte Täter-
schaft den Kofferraumdeckel aufgebrochen und einen Diebstahl begangen haben könnte, ist 
allerdings zu verwerfen. Denn einerseits gibt es gemäss dem erwähnten polizeilichen Rap-
port schlicht keine Hinweise dafür. Zudem ist nicht nachvollziehbar, weshalb eine fiktive un-
bekannte Täterschaft, das Fahrzeug in Brand gesetzt haben sollte, um ihre Spuren zu verwi-
schen. Denn bei Brandstiftung handelt es sich um ein schwerwiegendes Verbrechen, wel-
ches mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft wird (Art. 221 Abs. 1 StGB). Es ist 
nicht nachvollziehbar, weshalb eine unbekannte Täterschaft das Risiko einer langjährigen 
Freiheitsstrafe in Kauf nehmen sollte, um Spuren für ein minderschweres Delikt zu verwi-
schen (vgl. Art. 139 Abs. 1 StGB), zumal fraglich wäre, welche Spuren denn überhaupt be-
seitigt werden müssten. Denn angesichts der Tatsache, dass bei der Brandstiftung ein 
Brandbeschleuniger verwendet wurde (HD 2/2/146), was auf ein von langer Hand geplantes 
Vorgehen hindeutet, kann ausgeschlossen werden, dass eine entsprechend planmässig 
agierende Täterschaft Fingerabdrücke o.ä. auf dem Fahrzeug hinterlassen hätte, da das Hin-
terlassen von Fingerabdrücken einfach verhindert werden kann. Wenig plausibel erscheint 
die vorerwähnte Möglichkeit auch vor dem Hintergrund, dass im Brandschutt des Koffer-
raums wertvolle Gegenstände – wie das vorerwähnte Tablet Envy Rove mit einem Anschaf-
fungswert von CHF 1'189.00 – gefunden wurden. Es ist schlicht lebensfremd, anzunehmen, 
eine unbekannte Täterschaft könnte sich der sperrigen und relativ gesehen weniger wertvol-
len Gegenstände wie z.B. eines Reisekoffers behändigt haben, aber das handlichere Tablet 
von höherem Wert liegen gelassen haben. Schliesslich ist zu erwähnen, dass die übrigen 
Türen des Fahrzeuges unbestrittenermassen verschlossen waren (HD 2/2/145). Ein Dieb-
stahl derjenigen Gegenstände, welche sich auf der Rückbank, in der Mittelkonsole oder im 
Handschuhfach befunden haben sollen, kann zusätzlich aus diesem Grund ausgeschlossen 
werden. 

3.8.6 Nachfolgend ist im Einzelnen zu betrachten, ob die vom Beschuldigten genannten und in der 
Anklageschrift aufgeführten Gegenstände sich zum Zeitpunkt des Brandereignisses im Fahr-
zeug des Beschuldigten befunden haben können: 

3.8.6.1 Reisetasche und Reisekoffer: Der Beschuldigte gab an seiner Einvernahme vom 29. März 
2022 an, diese Gegenstände hätten sich im Kofferraum befunden (act. 21/1/105). Im Brand-
schutt im Kofferraum konnten aber keine Überreste einer Reisetasche oder eines Reisekof-

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fers aufgefunden werden (HD 2/2/5). Ein komplettes Verbrennen oder Verschmelzen dieser 
Gegenstände kann ausgeschlossen werden. 

3.8.6.2 Briaatone Uhr Blue Marin und Apple Watch: Der Beschuldigte gab an der Einvernahme vom 
19. August 2020 mithilfe einer von ihm erstellten Auflistung an, die fragliche Uhr habe sich in 
der Mittelkonsole befunden (HD 2/2/99 und 105). In der Mittelkonsole wurde allerdings keine 
Uhr gefunden (HD 2/2/10). An der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 29. März 2022 
gab der Beschuldigte an, diese Uhr habe sich vorne links auf der Fahrerseite befunden. Auf 
dem Armaturenbrett an der Front gebe es ein Fach, wo sie drin gewesen sei. Da sei alles 
verschmolzen gewesen (act. 21/1/105). Auch dort wurde aber keine Uhr gefunden. Weder im 
Bereich des Rücksitzes noch des Fahrer- und Beifahrersitzes wurden Gegenstände komplett 
verbrannt (HD 2/2/5/R). Hinsichtlich der Apple Watch macht der Beschuldigte bereits in der 
Einvernahme vom 29. März 2022 geltend, er habe diese nach der Freigabe des Fahrzeuges 
in der Mittelkonsole vorgefunden. Die Apple Watch habe einen Wasserschaden gehabt 
(act. 21/1/106). Die Brandermittlung konnte in der Mittelkonsole auch keine Apple Watch 
feststellen (HD 2/2/10 ff.). Entgegen den Angaben des Beschuldigten war in diesem Bereich 
nicht "alles verschmolzen". An der erstinstanzlichen Hauptverhandlung reichte die Verteidi-
gung eine Fotoaufnahme ein, auf welcher die Briaatone Uhr sowie eine Apple Watch zu se-
hen sein sollen (SG GD 10/4/2/1). Gemäss Angaben der Verteidigung sollen die Aufnahmen 
nach Freigabe des Fahrzeuges gemacht worden sein; der Beschuldigte habe die Uhren im 
Fahrzeug vorgefunden (SG GD 10/5 Rz. 19). Es ist zwar praktisch unvorstellbar, dass die 
Polizei die vorerwähnten Gegenstände bei der Durchsuchung des Fahrzeuges übersehen 
haben könnte. Angesichts der vorliegenden Fotoaufnahmen ist allerdings gemäss dem 
Grundsatz in dubio pro reo davon auszugehen, dass sich die fraglichen Uhren Briaatone und 
Apple Watch am Tag des Brandereignisses tatsächlich im Fahrzeug des Beschuldigten be-
funden haben. 

3.8.6.3 Louis Vuitton: Die Louis Vuitton Tasche soll sich gemäss Angaben des Beschuldigten auf 
dem Rücksitz befunden haben. Diese hätten sie aber "nicht mehr retten können" 
(act. 21/1/105). Auf dem Rücksitz befand sich ein angeschmorter blauer Plastiksack, eine 
Kartonkiste sowie eine braune Aktentasche (HD 2/2/10/R). Im Fussraum hinter dem Fahrer-
sitz lagen blaue Turnschuhe, Flaschen und eine orange Kartonkiste (HD 2/2/11). Bei der auf-
gefundenen braunen Aktentasche handelt es sich offensichtlich nicht um eine Louis Vuitton 
Tasche (HD 2/2/12). Die Louis Vuitton Tasche ist auch nicht auf der Fotoaufnahme zu sehen, 
welche der Beschuldigte nach Freigabe des Fahrzeuges gemacht haben will (SG GD 
10/4/2/1; SG GD 10/4/2/4). Damit ist ausgeschlossen, dass sich die Louis Vuitton Tasche 
zum Zeitpunkt des Brandereignisses im Fahrzeug befunden hat. 

3.8.6.4 Ferien Geld EUR 800.00 / CHF 500.00 / Gelder Mutter CHF 250.00: Diese Gelder sollen 
sich im unteren Handschuhfach befunden haben (act. 21/1/106). Entgegen der Darstellung 
des Beschuldigten war im Bereich der Handschuhfächer nicht "alles verschmolzen". Der De-
ckel zum Handschuhfach war geschlossen. In diesem Bereich kam es nur zu Rauchschäden 
(HD 2/2/9). Bargeld konnte nicht festgestellt werden (HD 2/2/9/R). Folglich ist erstellt, dass 
sich das Bargeld nicht im Fahrzeug befunden hat. 

3.8.6.5 Lenovo Laptop: Ein solcher Laptop mit einem Neuwert von CHF 3'850.00, der sich im Kof-
ferraum befunden haben soll, wurde nicht aufgefunden. Stattdessen wurde ein HP Envy Ro-

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ve Tablet mit einem Wert von CHF 1'189.00 vorgefunden (act. 21/1/106; HD 2/2/16). Es ist 
ausgeschlossen, dass der Lenovo Laptop vollständig zerstört wurde, zumal das vorgefunde-
ne HP Envy Rove Tablet nur geringe Schäden aufwies. 

3.8.6.6 iPhone X und iPad: Der Beschuldigte führte an seiner Einvernahme aus, das iPhone X im 
Wert von CHF 1'450.00 habe sich in der vorderen Mittelkonsole befunden. Er habe es zu-
hause, es sei "alles kaputt, futsch, explodiert". Er habe das iPhone X nach der Freigabe des 
Fahrzeuges herausgeholt (act. 21/1/106). Beim iPad gab der Beschuldigte an, dieses hätte 
einen Wasserschaden erlitten (act. 21/1/106). Die Polizei konnte allerdings weder in der Mit-
telkonsole noch sonst irgendwo ein iPhone X oder ein iPad auffinden (HD 2/2/10 ff.). Die 
Spurensicherung am Fahrzeug erfolgte am 15. und 20. August 2020 und damit – selbstver-
ständlich – bevor das Fahrzeug am 21. August 2020 freigegeben wurde. Die Verteidigung 
machte an der erstinstanzlichen Hauptverhandlung allerdings geltend, der Beschuldigte habe 
diese Gegenstände im Fahrzeug gefunden (SG GD 10/5 Rz. 20). Er übergab der Vorinstanz 
sodann ein beschädigtes iPhone "S" und ein beschädigtes iPad (SG GD 10/4/3/2). Auch hier 
erscheint es zwar abwegig, dass die Polizei die vorerwähnten Geräte übersehen haben 
könnte, zumal insbesondere das iPad auch eine beachtliche Grösse aufweist. Mit der Vor-
instanz ist zudem festzuhalten, dass die Angaben des Beschuldigten widersprüchlich sind, 
zumal er zunächst auf der Schadensliste vom 17. August 2020 ein iPad mini erwähnte, an 
der vorinstanzlichen Hauptverhandlung aber ein iPad Pro einreichte (OG GD 1/1 E. III./3.2.4). 
Angesichts der von der Verteidigung eingereichten Geräte – und der ungeklärten Ursache ih-
rer Schäden – verbleiben allerdings unüberwindliche Restzweifel daran, dass sich das iPho-
ne X (oder S) und das iPad (Pro oder mini) nicht im Fahrzeug befunden haben, sodass in 
dubio pro reo vom Gegenteil auszugehen ist. 

3.8.6.7 Sicherheitsmaterial /Infrarot Wärme Kamera / Sony Hand cam / 2 Power Bank / Solar Lade 
Booster / Sehbrille: Vom Sicherheitsmaterial konnte nur der Helm festgestellt werden. Dieser 
ist auf den Fotoaufnahmen klar ersichtlich (HD 2/2/18). Entgegen den Angaben des Beschul-
digten hat sich der Helm allerdings nicht in einer Box befunden (act. 21/1/106). Die übrigen 
vorerwähnten Gegenstände sollen sich ebenfalls im Kofferraum befunden haben. Beim Rad-
deckel hinten rechts soll ein Schutz gewesen sein, den man öffnen könne (act. 21/1/106). Im 
Polizeirapport sind keine Ausführungen zu einem allfälligen Stauraum an besagter Stelle zu 
finden. Mithin kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die erwähnten Gegenstände an 
besagter Stelle befunden haben könnten und im Rahmen der Brandermittlung übersehen 
wurden, sowie dass die darin verstauten Gegenstände beschädigt wurden. Zugunsten des 
Beschuldigten ist zumindest im Rahmen einer in-dubio-pro-reo Betrachtung von dieser Sach-
verhaltsvariante auszugehen. 

3.8.6.8 Radke spez / Koffer: Ähnlich verhält es sich in Bezug auf den Radke spez Koffer, in wel-
chem sich spezielle Geräte zur Ermittlung von Feuchtigkeit befunden haben sollen. Der Kof-
fer selbst soll sich im "Kofferraum unter dem Radkasten" befunden haben (act. 21/1/107). Im 
Polizeirapport wird die Existenz eines solchen "Kofferraums" nicht erwähnt. Mithin wurden 
auch keine Äusserungen dazu gemacht, was sich darin befunden hat. In dubio pro reo ist 
mithin davon auszugehen, dass ein entsprechender "zweiter Kofferraum" existierte und sich 
der Radke spez Koffer darin befunden hatte und durch den fraglichen Brand im Kofferraum 
beschädigt wurde.   

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3.9 Was der Täter weiss, will und in Kauf nimmt, betrifft eine innere Tatsache und ist Tatfrage 
(Urteil des Bundesgerichts 6B_125/2024 vom 5. Juni 2024 E. 1.2). Für die Feststellung inne-
rer Tatsachen ist auf die vorhandenen Indizien abzustellen. Im vorliegenden Fall ist festzu-
stellen, ob der Beschuldigte wusste, dass sich die entsprechenden fraglichen Gegenstände 
nicht in seinem Fahrzeug befunden hatten, als dieses am 13. August 2020 abbrannte. Hierfür 
sind die nachfolgenden Indizien zu würdigen. 

3.9.1 Obwohl der allgemeinen Glaubwürdigkeit im Sinne einer dauerhaften personalen Eigenschaft 
einer Person nach der Rechtsprechung kaum mehr relevante Bedeutung zukommt, darf an-
gemerkt werden, dass auch Aussagen des Beschuldigten, welche keinen direkten Bezug 
zum vorliegenden Tatvorwurf haben, oft widersprüchlich sind (vgl. BGE 147 IV 409 E. 5.4.3). 
So führte er an der polizeilichen Einvernahme vom 14. August 2020 – d.h. in der Nacht des 
Brandereignisses – aus, ihm seien vor ca. zwei Wochen in T.________ die Pneu "versto-
chen" worden. Er habe keine Ahnung, wer das gewesen sei (HD 2/2/86). An der polizeilichen 
Einvernahme vom 19. August 2020 gab er an, er habe nur einmal einen Parkschaden gehabt 
und ansonsten keine Reparaturen vorgenommen (HD 2/2/96/R). Auf die explizite Frage, in 
welchem Zustand sich die Reifen befunden hätten, antwortete er, er habe am 6. Mai 2020 
neue Sommerreifen gekauft (HD 2/2/97/R). Es ist unerklärlich, weshalb der Beschuldigte an 
der Einvernahme vom 19. August 2020 vergessen haben sollte, die angeblich vor drei Wo-
chen "verstochenen" Reifen zu erwähnen, was stark auf ein bewusstes Verschweigen dieses 
Ereignisses oder aber eine bewusste Falschaussage an der ersten Einvernahme hindeutet. 

3.9.2 Im Übrigen liegen zahlreiche Indizien dafür vor, dass der Beschuldigte wusste, dass sich die 
entsprechenden, vorerwähnten Gegenstände zum Zeitpunkt des Brandereignisses nicht in 
seinem Fahrzeug befunden hatten. 

3.9.2.1 Hinsichtlich der Reisetasche und Reisekoffer gab der Beschuldigte an seiner Einvernahme 
an, diese Gegenstände hätten sich im Kofferraum befunden (act. 21/1/105). Erstaunlich ist 
allerdings, dass der Beschuldigte die Reisetasche und den Reisekoffer in seiner Schadens-
anzeige vom 17. August 2020 nicht erwähnte (HD 2/2/68). Diese Liste erstellte der Beschul-
digte gemäss eigenen Angaben in Ligurien (OG GD 2/7 S. 10), was sich zudem daraus er-
gibt, dass er als Ort der Unterzeichnung "Liguria" vermerkte (HD 2/2/69). Wenn sich seine 
Reisetasche und sein Reisekoffer im Fahrzeug befunden hätten und verbrannt worden 
wären, dann hätte der Beschuldigte dies spätestens in den Ferien bemerken müssen. Dass 
die Reisetasche und der Reisekoffer in der erstellten Auflistung vom 17. August 2020 keine 
Erwähnung fanden, impliziert, dass der Beschuldigte diese Gegenstände nicht vermisste, 
was wiederum nur den Schluss zulässt, dass er sie bei sich hatte. Auch ein allfälliger 
Schockzustand am Abend des Brandereignisses vermag keine plausible Erklärung dafür zu 
liefern, weshalb der Beschuldigte die erwähnten Utensilien nicht erwähnte, obwohl sie ihm 
gefehlt haben sollen. Erstmals erwähnt wird die Reisetasche und der Reisekoffer in der Auf-
listung vom 14. September 2020 (HD 2/2/62). Ein allfälliger Schockzustand bestand zu die-
sem Zeitpunkt – einen Monat nach dem Brandereignis – sicherlich nicht mehr und vermag 
daher auch nicht als Entschuldigung herhalten, dass der Beschuldigte den Reisekoffer und 
die Reisetasche aus Versehen auf die Liste gesetzt haben könnte. Ähnlich verhält es sich mit 
dem Vorbringen des Beschuldigten, er habe die Listen jeweils in dem Sinne erstellt, als dass 
er davon ausgegangen sei, dass, was nicht im Büro gewesen sei, im Auto gewesen sein 
müsse (OG GD 2/7 S. 11). Der Umstand, dass sich die Reisetasche und der Reisekoffer – 

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für die privaten Ferien (vgl. HD 2/2/96) – (angeblich) nicht im Büro befunden haben, rechtfer-
tigt nicht die Annahme, sie hätten sich im Auto befinden müssen. Aufgrund dieser Beweisla-
ge ist ohne unüberwindliche Restzweifel erstellt, dass der Beschuldigte zum Zeitpunkt der 
Erstellung der Listen vom 14. September 2020 und 15. April 2021 wusste, dass sich die Rei-
setasche bzw. der Reisekoffer nicht in seinem Fahrzeug befanden, als dieses beim erwähn-
ten Brandereignis beschädigt wurde. 

3.9.2.2 Im Zusammenhang mit dem Feriengeld (EUR 800.00 / CHF 500.00 / Gelder Mutter 
CHF 250.00) machte der Beschuldigte geltend, diese Gelder hätten sich im unteren Hand-
schuhfach befunden. Es sei aber in diesem Bereich "alles verschmolzen" gewesen 
(act. 21/1/106). Wie gezeigt, war im Bereich der Handschuhfächer aber nicht "alles ver-
schmolzen". Es kam nur zu Rauchschäden (HD 2/2/9). Bargeld konnte nicht festgestellt wer-
den (HD 2/2/9/R). Anders als beim Reisekoffer und der Reisetasche machte der Beschuldig-
te den Verlust des vorerwähnten Feriengeldes bereits mit der Liste vom 17. August 2020 gel-
tend (HD 2/2/68). Die völlig übertriebene Darstellung der Feuerschäden im Bereich des 
Handschuhfaches sind ein Indiz dafür, dass der Beschuldigte eine Erklärung dafür liefern 
wollte, weshalb das Feriengeld von der Polizei nicht im Handschuhfach vorgefunden werden 
konnte. Die aktenwidrige Behauptung des Beschuldigten im Bereich des Handschuhfaches, 
wo sich das Bargeld befunden haben soll, sei alles verschmolzen gewesen, ist als Schutzbe-
hauptung zu qualifizieren (act. 21/1/105; HD 2/2/9). 

Anzumerken bleibt, dass sich die Situation selbst dann nicht anders gestalten würde, wenn 
sich das erwähnte Bargeld tatsächlich im Fahrzeug befunden hätte. Denn in diesem fiktiven 
Szenario hätte das Bargeld nur einen "Rauchschaden" erlitten und der Beschuldigte hätte 
sich des Bargelds nach Freigabe des Fahrzeuges behändigen können. Der Wert des Bargel-
des wäre durch den Rauchschaden nicht vermindert gewesen und die Banknoten hätten um-
getauscht werden können. Mithin wäre der Beschuldigte selbst in diesem fiktiven Szenario 
nicht berechtigt gewesen, den Ersatz des Bargelds gegenüber der B.________ AG geltend 
zu machen. 

3.9.2.3 Offensichtlich unwahr ist sodann die Ausführung des Beschuldigten zur Louis Vuitton Ta-
sche, mit welcher der Beschuldigte geltend macht, er hätte diese nach der Freigabe des 
Fahrzeuges vorgefunden, er habe diese aber "nicht mehr retten können" (act. 21/1/105). An-
ders als beim iPhone X oder der Briaatore Uhr existieren keine Fotoaufnahmen der Louis 
Vuitton Tasche nach dem Brand. Der Umstand, dass der Beschuldigte nach Freigabe des 
Fahrzeuges mehrere Gegenstände vorgefunden haben will, welche sich während des 
Brandereignisses zweifelsfrei nicht im Fahrzeug befunden haben, sind ein sehr starkes Indiz 
für eine bewusst unwahre Aussage. 

3.9.2.4 Der Beschuldigte versuchte an seiner Einvernahme die Bedeutung des Umstandes herun-
terzuspielen, dass im Fahrzeug ein HP Envy Rove Tablet mit einem Wert von CHF 1'189.00 
vorgefunden wurde anstelle des von ihm angegebenen Lenovo Laptop mit einem Wert von 
CHF 3'850.00 (act. 21/1/106; "Ob es jetzt Lenovo oder Envy heisst, ja das war der Laptop, 
der schwarze"). Es erscheint äussert unglaubhaft, dass der Beschuldigte aus Versehen einen 
deutlich wertvolleren Laptop geltend gemacht haben soll. Viel naheliegender ist, dass der 
Beschuldigte um die Existenz des HP Envy Rove Tablet wusste und darauf vertraute, dass 

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niemand die Marke und den genauen Wert dieses Geräts überprüfte und deshalb ein mehr 
als dreimal wertvolleres Elektrogerät geltend machte. 

3.9.2.5 Mit der Vorinstanz ist zudem festzuhalten, dass der Beschuldigte zu den in der Anklage er-
wähnten Gegenständen keine Quittungen vorgelegt hat. Dies lässt insbesondere aufgrund 
des Umstands, dass es sich dabei grösstenteils um betriebliche Gegenstände gehandelt ha-
ben soll, Zweifel daran aufkommen, dass er diese Gegenstände vor dem Brand erworben 
hatte (OG GD 1/1 E. III./3.2.3). Auch dies ist ein Indiz dafür, dass er wider besseres Wissen 
angab, die vorerwähnten Gegenstände hätten sich im Fahrzeug befunden.  

3.9.3 Insgesamt ist aufgrund der voranstehenden Indizien ohne unüberwindliche Restzweifel er-
stellt, dass der Beschuldigte Kenntnis davon hatte, dass sich die vorerwähnten Gegenstände 
am 13. August 2020 nicht in seinem Fahrzeug befanden, er sie aber nichtsdestotrotz in sei-
ner Schadensmeldung an die B.________ AG geltend machte, insbesondere mit der Liste 
vom 15. April 2021.  

4. Rechtliche Würdigung 

4.1 Der Beschuldigte hat gegenüber der B.________ AG wahrheitswidrig erklärt, das Feriengeld, 
der Reisekoffer, die Reisetasche, die Louis Vuitton Tasche sowie der Lenovo Laptop hätten 
sich in seinem Fahrzeug befunden, obwohl dies nicht der Fall war, was er wusste. Mit dieser 
Angabe wollte der Beschuldigte bei der B.________ AG eine von der Wirklichkeit abwei-
chende Vorstellung hervorrufen. Diese wahrheitswidrige Angabe stellt mithin eine Täu-
schungshandlung dar (BGE 127 IV 163). 

4.2 Die B.________ AG ist schlussendlich keinem Irrtum unterlegen und hat den vom Beschul-
digten geltend gemachten Versicherungsanspruch abgewiesen. Wie die Vorinstanz zutref-
fend ausführt, hat die B.________ AG zwar zwischenzeitlich in Erwägung gezogen, gegenü-
ber dem Beschuldigten einen Versicherungsanspruch anzuerkennen. Schlussendlich hat sie 
aber keine Versicherungsleistung ausbezahlt, sodass kein entsprechender Vermögensscha-
den entstanden ist (OG GD 1/1 E. III./3.3.2). In objektiver Hinsicht hat die vom Beschuldigten 
vorgenommene Täuschungshandlung somit nicht zu einem Irrtum der B.________ AG ge-
führt. Mit der Vorinstanz ist aber festzuhalten, dass der Beschuldigte eine Täuschungshand-
lung vorgenommen hat, was für die Annahme der Versuchsstrafbarkeit ausreichend ist. Es 
handelt sich um einen vollendeten Versuch, da der Beschuldigte mit der Einreichung der 
Schadensliste vom 15. April 2021 seiner Vorstellung nach alles getan hatte, was für die Erfül-
lung des Tatbestandes erforderlich war.  

4.3 Der Beschuldigte hat gewusst, dass sich die vorerwähnten Gegenstände am Abend des 
Brandereignisses nicht in seinem Fahrzeug befunden haben. Er hat das Fahrzeug nach Frei-
gabe durch die Polizei am 21. August 2020 gesehen. Es war ihm folglich insb. bewusst, dass 
es im Bereich des Rücksitzes und im Fahrer- und Beifahrerbereich nur zu leichten Hitze- und 
Rauchschäden gekommen war. Gleichzeitig sah er auch, dass sich die vorerwähnten Ge-
genstände nicht im Fahrzeug befunden haben. Mithin erfolgte die Geltendmachung der ent-
sprechenden Versicherungsleistung im Wissen darum, dass diese Gegenstände nicht zer-
stört bzw. beschädigt worden sein konnten, womit der Beschuldigte die fragliche Täu-
schungshandlung direktvorsätzlich vornahm. Zu beachten ist ferner, dass er die abschlies-

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sende Liste am 15. April 2021 erstellte und damit beinahe acht Monate nach dem Brandvor-
fall, sodass kein Schockzustand zu dem Zeitpunkt bestanden haben kann. 

4.4 Der Beschuldigte rechnete damit, dass die B.________ AG den von ihm geltend gemachte 
Versicherungsanspruch ohne weitere Überprüfung der Angaben anerkennen würde. Damit ist 
die Täuschungshandlung als arglistig zu qualifizieren, da der Beschuldigte davon ausging, 
dass die B.________ AG auf eine Überprüfung der vom ihm gemachten Angaben verzichten 
würde. 

4.5 Die Verteidigung bestreitet sodann, dass der Beschuldigte in Bereicherungsabsicht gehan-
delt habe. Die Staatsanwaltschaft verweist diesbezüglich allerdings zutreffend auf die bun-
desgerichtliche Rechtsprechung, gemäss welcher eine Bereicherungsabsicht vorliegt, wenn 
die Absicht des Täters auf Erlangung des Vorteils gerichtet ist, selbst dann, wenn er die Be-
reicherung bloss für möglich hält. Er will die Bereicherung für den Fall, dass sie eintritt. Dies 
trifft auf den Beschuldigten ohne Weiteres zu, da die ungerechtfertigte Bereicherung das Mo-
tiv seines Handelns darstellte. Er machte betreffend die fraglichen Gegenstände einen Versi-
cherungsanspruch geltend, obwohl er wusste, dass diese Gegenstände vom fraglichen 
Brandereignis nicht betroffen waren. Ein anderes Motiv ist nicht ersichtlich. Mithin kann von 
seinem Wissen um die Unwahrheit des geltend gemachten Versicherungsanspruches ohne 
Weiteres auf eine Bereicherungsabsicht geschlossen werden. 

4.6 Wie gezeigt, hat die B.________ AG dem Beschuldigten keine Versicherungsleistung ausbe-
zahlt, so dass in objektiver Hinsicht kein Schaden vorliegt. Das Vermögen der B.________ 
AG wurde durch die Täuschungshandlung des Beschuldigten nicht vermindert. Mit Hinblick 
auf die versuchte Tatbegehung ist allerdings festzuhalten, dass sich der Deliktsbetrag nicht 
auf die von der Vorinstanz festgestellten CHF 23'467.40 beläuft. Aufgrund der Beweiswürdi-
gung ist nicht bei allen in der Anklageschrift aufgeführten Vermögenswerten ohne unüber-
windliche Restzweifel erwiesen, dass sich diese am Tag des Brandereignisses tatsächlich 
nicht im Fahrzeug des Beschuldigten befunden haben. Der Beschuldigte versuchte mithilfe 
der vorerwähnten arglistigen Täuschung, sich im Umfang von ungefähr CHF 6'821.00 zu be-
reichern (Reisetasche CHF 189.00, Reisekoffer CHF 252.00, Louis Vuitton Tasche 
CHF 980.00, Ferien Geld CHF 500.00, EUR 800.00, CHF 250.00, Lenovo Laptop 
CHF 3'850.00). Eine präzisere Bestimmung des Deliktsbetrages, insb. mit Blick auf den ein-
schlägigen Euro-Wechselkurs, kann unterbleiben, zumal der Deliktsbetrag einzig für die 
Strafzumessung von Bedeutung ist. 

4.7.1 Der Urteilsspruch muss den durch die zugelassene Anklage vorgegebenen Prozessgegen-
stand erschöpfend erledigen. Ob dies der Fall ist, beurteilt sich anhand eines Vergleichs zwi-
schen Dispositiv und zugelassener Anklage. Wird diese durch die Verurteilung nicht ausge-
schöpft, hat eine Einstellung oder ein Freispruch zu ergehen. Kein Freispruch hat zu erfol-
gen, wenn im Falle von Tateinheit (in der Anklage) nicht wegen aller Delikte eine Verurteilung 
erfolgt. Das Urteil kann bei ein und derselben Tat nur einheitlich auf Verurteilung oder Frei-
spruch lauten. Würdigt das Gericht den Anklagesachverhalt lediglich rechtlich anders als die 
Anklagebehörde und behandelt diesen vollständig, erfolgt kein Freispruch. Wird der Beschul-
digte hingegen nicht wegen aller Delikte verurteilt, die nach Auffassung der Anklage in Tat-
mehrheit begangen worden sein sollen, muss – soweit es nicht zur Verurteilung oder einer 
Einstellung kommt – ein Freispruch erfolgen, um die Anklage erschöpfend zu behandeln. 

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Dies gilt auch dann, wenn das Gericht das Konkurrenzverhältnis anders beurteilt als in der 
Anklage dargestellt und der Meinung ist, dass bei zutreffender rechtlicher Würdigung Tatein-
heit vorliegt. Beim Wegfall tatmehrheitlich angeklagter Delikte aufgrund der Annahme einer 
(rechtlichen) Bewertungseinheit ist die beschuldigte Person hingegen auch bei einem 
Schuldspruch wegen einfacher Tatbegehung nicht freizusprechen, wenn sich die weggefalle-
nen materiell-rechtlich selbständigen Taten als Bestandteil der Tat erweisen, derentwegen 
eine Verurteilung erfolgt. Denn in einem solchen Fall wird der gesamte Verfahrensgegen-
stand durch die Verurteilung erschöpfend erledigt (Urteil des Bundesgerichts 7B_264/2022 
vom 8. Mai 2024 E. 3.2)

4.7.2 Der Beschuldigte erstellte verschiedene Schadenslisten und reichte diese zu verschiedenen 
Zeitpunkten bei der B.________ AG ein (vgl. E. III./3.3.5). Für die Schadensberechnung war 
allerdings die finale, vom Beschuldigten unterzeichnete Schadensliste vom 15. April 2021 
ausschlaggebend (HD 2/2/4). Bezüglich der Erstellung und Einreichung dieser Schadensliste 
liegt eine Handlungseinheit vor, da es sich hierbei um einen einheitlichen, ununterbrochenen 
Lebensvorgang handelt. Damit ist im Rahmen des Schuldpunktes unerheblich, dass sich die 
(hypothetische) Deliktssumme für das vollendete Delikt auf einen tieferen Betrag beläuft als 
noch von der Vorinstanz angenommen bzw. in der Anklageschrift geltend gemacht. Mit ei-
nem Schuldspruch wegen versuchten Betrugs wird der unter Anklageschrift 1.1.2 vorgege-
bene Prozessgegenstand erschöpfend erledigt. Hinsichtlich derjenigen Gegenstände, bei 
welchen nicht als erwiesen gelten kann, dass sie sich im Moment der Brandereignisses nicht 
im Fahrzeug des Beschuldigten befunden haben, hat somit kein Teilfreispruch zu erfolgen. 

4.8 Der Beschuldigte ist des versuchten Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 i.V.m. Art. 22 StGB 
schuldig zu sprechen. 

IV. Tatvorwurf der einfachen Körperverletzung (Anklageziffer 1.1.3)

1. Anklage, Entscheid der Vorinstanz und Parteistandpunkte

1.1 Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten zusammengefasst Folgendes vor (GD 1/1 
Ziff. 1.1.3):

C.________ habe am 16. Dezember 2020 um ca. 18 Uhr in der ehelichen Wohnung in N.________ seine Ehefrau 

O.________ mehrmals gegen eine Wand gestossen und ihr mit der geschlossenen rechten Hand einen Schlag in 

die rechte Wangengegend im Bereich des Jochbeins versetzt. Durch diesen Schlag habe O.________ eine Prellung 

in der rechten Gesichtshälfte erlitten. Diese Prellung sei grundsätzlich folgenlos abgeheilt und habe bei O.________ 

keine bleibenden Beeinträchtigungen hinterlassen.

1.2 Die Vorinstanz führte eine umfassende Beweiswürdigung durch und gelangte zu folgendem 
Ergebnis (SG GD 1/1 IV./3.2): 

3.2.2 Es ist somit rechtsgenüglich erstellt, dass C.________ O.________ am 16. Dezember 2020 ein Mal mit 

der geschlossenen Hand ins Gesicht schlug. 

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3.2.2.1 Aus der dargelegten Beweislage ergibt sich zwar nicht, dass O.________ dadurch derart an Körper oder 

Gesundheit geschädigt worden wäre, dass mindestens eine gewisse Behandlung und Heilungszeit er-

forderlich gewesen wäre oder sie erhebliche Schmerzen erlitten hätte. Die von O.________ erlittene 

Beeinträchtigung ist indessen ohne Weiteres als Tätlichkeit zu qualifizieren. 

3.2.2.2 Wer jemandem mit der geschlossenen Hand ins Gesicht schlägt, hält es aber zumindest für möglich und 

nimmt in Kauf, die betroffene Person derart zu beeinträchtigen, dass mindestens eine gewisse Behand-

lung und Heilungszeit erforderlich ist oder sie erhebliche Schmerzen erleidet. C.________ handelte so-

mit mit Eventualvorsatz in Bezug auf eine einfache Körperverletzung. 

3.2.3 Zusammenfassend hat C.________ somit zwar nicht den objektiven, wohl aber den subjektiven Tatbe-

stand gemäss Art. 123 Ziff. 1 StGB erfüllt. Vor diesem Hintergrund ist nur der Vollständigkeit halber an-

zumerken, dass der Tatbestand der Tätlichkeiten gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB, begangen am 16. De-

zember 2020, im Urteilszeitpunkt vom 12. Juni 2024 bereits verjährt war (Art. 109 i.V.m. Art. 103 StGB). 

Folglich ist C.________ der versuchten einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 und 2 i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

1.3 Die Verteidigung brachte diesbezüglich in ihrer schriftlichen Berufungsbegründung zusam-
mengefasst Folgendes vor (OG GD 2/7 S. 3 ff.): 

1.3.1 Die Vorinstanz müsse sich eine willkürliche Beweiswürdigung vorwerfen lassen, indem sie 
einzig die Aussagen von O.________ auf ihre Glaubhaftigkeit hin geprüft habe. Die Aussa-
gen des Beschuldigten habe die Vorinstanz überhaupt nicht gewürdigt. Die Aussagen des 
Beschuldigten seien aber mindestens gleich glaubhaft wie jene von O.________. Die Vor-
instanz verletze den Grundsatz "in dubio pro reo" krass. 

1.3.2 Gegen die wahrheitsgemässe Schilderung von O.________ spreche, dass sie bei ihrer ers-
ten Schilderung den wahren Sachverhalt vorerst verschwiegen habe. O.________ habe die 
Szene verschwiegen, dass sie die Tüte mit den Weihnachtssachen nach dem Beschuldigten 
geworfen habe. Erst auf entsprechenden Vorhalt hin habe sie bestätigt, dass sie die Unord-
nung gestört habe, sie dem Beschuldigten gesagt habe, er solle mit dem Weihnachtskram 
aufhören, und die Tüte mit Weihnachtssachen nach ihm geworfen habe. Der Erklärungsver-
such, sie habe die Tüte nach ihm geworfen, damit er diese aufräume, sei schwer verständlich 
und nicht geeignet, eine Schilderung als glaubhaft erscheinen zu lassen. 

1.3.3 Die Erwägung der Vorinstanz, O.________ habe die eigene Rolle nicht zu marginalisieren 
versucht und sie habe quasi die Schuld für den Auslöser auf sich genommen, sei falsch, da 
sie den wahren Auslöser, den Wurf mit der Tüte, verheimlicht habe. 

1.3.4 Die Sachverhaltsschilderung des Beschuldigten müsse für sich betrachtet ohne Weiteres als 
glaubhaft qualifiziert werden. Diese sei schlüssig und die Reaktion des Beschuldigten, nach 
dem Wurf mit der Tüte, sei nachvollziehbar und mit dem gesunden Menschenverstand ver-
einbar. Der Beschuldigte habe sein Verhalten nicht marginalisiert. Er habe zugegeben, über-
reagiert zu haben. 

1.3.5 Es komme dazu, dass die dokumentierte "Tätlichkeit" nicht mit einem Schlag mit der rechten 
geschlossenen Hand des Beschuldigten ins Gesicht von O.________ in Einklang zu bringen 
sei. Ein Schlag mit der rechten Hand ins Gesicht des Gegenübers treffe auf die linke Wange 

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der betroffenen Person, nicht auf die rechte Wange. Die offenbar in der Notaufnahme ge-
machten Fotoaufnahmen würden lediglich eine Seite des Gesichts von O.________ zeigen, 
so dass ein Vergleich der beiden Seiten nicht möglich sei. Letztlich könne die Rötung daher 
stammen, dass der Beschuldigte die Tüte aus naher Distanz zurückgeworfen und dabei das 
Gesicht von O.________ gestreift habe, wie er es an seiner Einvernahme geschildert habe. 

1.3.6 Das Verhalten des Beschuldigten könne allenfalls als Retorsion auf den Fusstritt gesehen 
werden. Selbst wenn die "Remplerei" als Tätlichkeit qualifiziert und die Retorsion zurückge-
wiesen würde, so wäre diese Tätlichkeit schon vor der erstinstanzlichen Verhandlung ver-
jährt. 

1.3.7 Der Beschuldigte habe O.________ nicht mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Das behaup-
te auch die Vorinstanz nicht. Sie spreche nur von einem Schlag mit der geschlossenen Hand. 
Die Vorinstanz komme dann ohne weitere Berücksichtigung des konkreten Sachverhalts zum 
Ergebnis, dass, wer jemanden mit der geschlossenen Hand ins Gesicht schlage, es für mög-
lich halte oder in Kauf nehme, dass mindestens eine gewisse Behandlung und Heilungszeit 
erforderlich sei oder erhebliche Schmerzen zugefügt würden. Mit dieser Auswahl an reinen 
Spekulationen lasse sich der für einen Schuldspruch notwendige subjektive Sachverhalt kei-
nesfalls erstellen. Selbst O.________ habe lediglich von "einem Schlag auf meine rechte 
Wange", nicht aber von einem heftigen, starken oder schmerzhaften Schlag gesprochen. 

1.4.1 Die Staatsanwaltschaft erwiderte in ihrer Berufungsantwort vom 13. Januar 2025 zum Tat-
vorwurf der einfachen Körperverletzung in materieller Hinsicht, dass die Vorinstanz die Aus-
sagen von O.________ sowie diejenigen des Beschuldigten berücksichtigt habe und in der 
Folge beweiswürdigend zur korrekten Schlussfolgerung gelangt sei, dass auf die Aussagen 
von O.________ abzustellen sei (OG GD 5/3 S. 4). 

1.4.2 Unnötig wortklauberisch sei der Beschuldigte, wenn er zwischen einem "Faustschlag" und 
einem "Schlag mit der geschlossenen Hand" unterscheiden wolle. Beide Bezeichnungen 
dürften nach dem allgemeinen Sprachgebrauch ein und denselben Sachverhalt umschreiben. 
Ferner sei diese Umschreibung in casu irrelevant, da die Anklageschrift gerade nicht einen 
"Faustschlag", sondern einen "Schlag mit der geschlossenen Hand" umschreibe. Die Vor-
instanz würdige die Beweise dahingehend korrekt, dass ein Schlag mit der geschlossenen 
Hand erstellt sei. Nicht zu beanstanden sei die rechtliche Würdigung der Vorinstanz, nach 
welcher ein solcher Schlag eine versuchte einfache Körperverletzung darstellen könne. Viel-
mehr habe das Bundesgericht bei Faustschlägen auch schon das Vorliegen einer schweren 
Körperverletzung bejaht (OG GD 5/3 S. 5). 

2. Rechtliche Grundlagen  

2.1 Eine einfache Körperverletzung begeht, wer vorsätzlich einen