# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b89832db-7ba5-5b9c-8104-87472853f8ec
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.09.2010 E-5589/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5589-2010_2010-09-09.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-5589/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichterin Muriel Beck Kadima, 
mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

A._______,
B._______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführende,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 21. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-5589/2010

Sachverhalt:

A.
Die  Beschwerdeführerin,  eine  aus  C._______/Provinz  D._______ 
stammende  srilankische  Staatsangehörige  tamilischer  Ethnie  mit 
letztem  Wohnsitz  in  C._______,  ersuchte  mit  in  englischer  Sprache 
verfasstem Schreiben vom 13. Februar 2008 (vorab per Telefax) an die 
Schweizerische Vertretung in Colombo für  sich und ihren Sohn, ihre 
Mutter  und  ihren  einzigen  Bruder  um  Asyl  in  der  Schweiz.  Nach 
schriftlicher  Aufforderung  der  Schweizer  Botschaft  ergänzte  sie  ihr 
Asylgesuch mit Schreiben vom März 2008. Am 29. April  2008 wurde 
sie von der Schweizer Botschaft persönlich befragt.

Zur  Begründung  ihres  Asylgesuchs  machte  die  Beschwerdeführerin 
geltend, im Jahr 1988 sei ihr Vater erschossen worden, worauf sie und 
ihre  Familienangehörigen  während  mehreren  Jahren  bei  Freunden 
versteckt  gelebt  hätten,  bevor  sie  nach  C._______  zurückgekehrt 
seien.  Im  Juni  2007  hätten  höchstwahrscheinlich  Angehörige  der 
Karuna-Gruppe  ihre  Nachbarn  über  sie  und  ihren  Ehemann,  ein 
Singhalese, in ihrer Abwesenheit befragt, nachdem dieser ein Angebot 
der Zusammenarbeit mit der Karuna-Gruppe ausgeschlagen habe. Ihr 
Ehemann sei sodann in der Nacht vom 26. November 2007 von einer 
Bande  Unbekannter  umgebracht  worden.  Daraufhin  habe  die 
Beschwerdeführerin aus Angst ihre Arbeit  bei  der IOM (International 
Organization  for  Migration)  in  D._______ aufgegeben und halte  sich 
mit  ihren  Familienangehörigen  über  Nacht  bei  einer  Tante  in  einem 
muslimischen  Viertel  auf,  wo  sie  sich  sicherer  fühle.  Trotzdem 
befürchte sie jederzeit ebenso unverhofft, wie ihr Ehegatte, getötet zu 
werden.  Letztmals  sei  sie  im  Dezember  2007  telefonisch  belästigt 
worden. Anderweitigen Schutz  in  Sri  Lanka könne  sie  aufgrund  von 
ethnischer Diskriminierung gegen Tamilen und ihrer Herkunft aus dem 
Osten nicht finden. 

Zur  Stütze ihrer  Vorbringen reichte die  Beschwerdeführerin  folgende 
Unterlagen  in  Kopie  samt  englischer  Übersetzung ein: Polizeibericht 
vom  (...)  betreffend  ihren  Vater  und  dessen  Todesurkunde, 
Untersuchungsbericht der Polizei vom (...) betreffend ihren Ehemann, 
Ehescheine  ihrer  Eltern  und  von  ihr  und  ihrem  Ehemann, 
Geburtsurkunden ihrer Mutter, ihres Bruders, ihres Sohnes und von ihr 
selbst, sowie Arbeitsbescheinigung der IOM sie betreffend. 

Seite 2

E-5589/2010

B.
Mit  Schreiben vom 2. Mai  2008  (Eingang BFM: 14. Mai  2008),  vom 
25. September  2008  (Eingang  BFM:  6.  Oktober  2008)  sowie  vom 
19. Januar  2009  (Eingang  BFM:  28.  Januar  2009)  überwies  die 
Schweizer  Botschaft  in  Colombo  dem  BFM  das  Protokoll  der 
Befragung  vom  29.  April  2008  und  die  –  jeweils  nachgereichten  – 
Eingaben der  Beschwerdeführerin  vom 3. Juni  2008,  15. September 
2008, 21. Januar 2009, 6. Februar 2009 und 6. April 2009 mit weiteren 
Unterlagen. 

Dabei brachte die Beschwerdeführerin zum Ausdruck, sie und ihr Sohn 
würden weiterhin belästigt und eingeschüchtert. Sie könne die Polizei 
nicht  informieren, weil  sie um ihre Sicherheit  und jene ihres Sohnes 
fürchte. Ihre Mutter sei zwischenzeitlich nach Kanada ausgereist, um 
die  Schwester  der  Beschwerdeführerin  zu  unterstützen,  welche  ein 
Kind erwarte. Nun seien sie und ihr  Sohn den Gefahren noch mehr 
ausgesetzt als vorher.

C.
Mit  Schreiben  vom  23.  Februar  2010  gewährte  das  BFM  der 
Beschwerdeführerin in Anwendung der konstanten Praxis hinsichtlich 
von  Asylgesuchen  aus  dem  Ausland  und  in  Berücksichtigung 
sämtlicher  Umstände  das  rechtliche  Gehör  zu  seiner  Absicht,  das 
Asylgesuch abzuweisen und der Beschwerdeführerin und ihrer Familie 
die Einreise in die Schweiz zu verweigern. Gestützt auf den Entscheid 
des  Schweizerischen  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGE]  2007/30 
werde ihr eine Frist von 30 Tagen ab Erhalt angesetzt, innert der sie 
dazu Stellung nehmen könne. 

Am 1. April  2010 überwies die Schweizer Botschaft in Colombo dem 
BFM die Stellungnahme der Beschwerdeführerin vom 23. März 2010. 

D.
Mit Verfügung vom 21. April  2010 wies das BFM das Asylgesuch ab 
und verweigerte der Beschwerdeführerin und ihrem Sohn sowie ihrem 
Bruder die Einreise in die Schweiz. 

Zur Begründung wurde im Wesentlichen festgehalten, nach ständiger 
Praxis  der  Schweizerischen Asylbehörden  könne Asylsuchenden die 
Einreise  in  die  Schweiz  nur  dann  bewilligt  werden,  wenn  mit 
überwiegender  Wahrscheinlichkeit  davon  ausgegangen  werden 
müsse,  dass  sie  bei  einem  Verbleib  im  Heimatland  akut  gefährdet 

Seite 3

E-5589/2010

seien.  Die  Beschwerdeführerin  begründe  ihr  Asylgesuch  im 
Wesentlichen  damit,  dass  ihr  Ehemann  im  November  2007  von 
Unbekannten ermordet worden sei. Sie vermute, dass es sich bei den 
Mördern um die Leute von Karuna handle. Deshalb fürchte sie sich um 
die Sicherheit ihrer Familie. 

Bei  der  Karuna-Gruppe  beziehungsweise  TMVP  (Thamil  Makkal 
Viduthalai  Pulikal)  handle es sich  seit  der  Niederlage der  Liberation 
Tigers of Tamil Eelam (LTTE) im Mai 2009 nicht mehr um eine militante 
Gruppierung.  Die  TMVP  habe  sich  als  politische  Partei  etabliert. 
Folglich  sei  ihre  Furcht,  sie  könne  seitens  der  TMVP  zukünftig 
asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt  sein,  als  objektiv 
unbegründet  einzustufen.  Das  BFM  gehe  davon  aus,  dass  die 
Beschwerdeführerin längst von konkreten Massnahmen seitens dieser 
Organisation  betroffen  gewesen  wäre,  wenn  tatsächlich  ein 
Verfolgungsinteresse bestanden hätte. 

Der  Entscheid  des  BFM  wurde  der  Beschwerdeführerin  durch  die 
Schweizer Botschaft in Colombo übermittelt. 

E.
Mit einer auf den 9. Juni 2010 datierten Eingabe (Poststempel: 6. Juli  
2010;  Eingang  bei  der  Schweizer  Botschaft  am  9.  Juli  2010),  aus 
welcher hervorgeht, dass die Beschwerdeführerin den vorinstanzlichen 
Entscheid  mit  einem  auf  den  8.  Mai  2010  datierten  Schreiben  der 
Schweizer  Botschaft  in  Colombo  erhalten  habe,  erhob  die 
Beschwerdeführerin Beschwerde. Diese wurde mit Schreiben vom 27. 
Juli  2010  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weitergeleitet.  Dabei 
beantragte  sie  sinngemäss  die  Aufhebung  der  Verfügung  des  BFM 
vom 21. April  2010 und für  sich und ihren Sohn die Bewilligung der 
Einreise sowie die Gewährung von Asyl. Ansonsten wiederholte sie im 
Wesentlichen ihre Asylvorbringen (Verlust ihres Vaters und Ehegatten) 
und  teilte  mit,  dass  sie  sich  in  einer  wirtschaftlich  schwierigen 
Situation befinde. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-

Seite 4

E-5589/2010

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden 
Beschwerde  und  entscheidet  im  Bereich  des  Asylrechts  endgültig 
(Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998  [AsylG,  SR 142.31]; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Die angefochtene Verfügung vom 21. April  2010 wurde durch die 
schweizerische Vertretung in Colombo mit am 8. Mai 2010 datiertem 
Schreiben  (gemäss  Angaben  der  Beschwerdeführerin)  an  die 
Beschwerdeführenden  weitergeleitet.  Weder  das  vorgenannte 
Schreiben der Botschaft (vom 8. Mai 2010) noch der Empfangsschein 
der eröffneten Verfügung des BFM befinden sich in den Akten. Eine 
per  elektronischer  Post  versandte  Anfrage  des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 27. August 2010, die entsprechenden 
Dokumente  nachzuliefern,  blieb  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt 
unbeantwortet.  Mangels  entsprechender  Eröffnungsbelege  ist 
anzunehmen,  dass  die  Verfügung  spätestens  am  Tag,  an  dem  die 
Beschwerdeführerin ihre Beschwerde verfasste und datierte, mithin am 
9.  Juni  2010,  eröffnet  wurde.  Die  mit  diesem  Datum  versehene 
Beschwerde wurde innert  der 30-tägigen Beschwerdefrist,  am 6. Juli  
2010,  bei  der srilankischen Post  aufgegeben und ging am 5. August 
2010 beim Bundesverwaltungsgericht  ein. Auf die somit fristgerechte 
und  vorbehältlich  nachfolgender  Erwägung  auch  formgerechte 
Beschwerde ist einzutreten. 

1.3 Das  Bundesverwaltungsgericht  verzichtet  aus  prozessökonomi-
schen  Gründen  auf  eine  Rückweisung  der  englischsprachigen  Be-
schwerde zur Übersetzung in eine Amtssprache, da die (sinngemäs-
sen) Rechtsmittelanträge verständlich sowie begründet sind. Der vor-
liegende  Entscheid  ergeht  indessen  in  deutscher  Sprache  (vgl. 
Art. 33a Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG).

1.4
1.4.1 Die in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und geltend 
gemachten  Vorbringen  umfassen  nur  die  Beschwerdeführerin  und 
ihren  Sohn.  Der  Entscheid  des  BFM  vom  21. April  2010  ist  somit 

Seite 5

E-5589/2010

bezüglich  des  Bruders  der  Beschwerdeführerin,  E._______  in 
Rechtskraft erwachsen. 

1.4.2 Die  Beschwerdeführenden  (die  Beschwerdeführerin  und  ihr 
Sohn)  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,  sind 
durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und haben ein 
schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-
rung;  sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 
Abs. 1 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.5 Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  un-
richtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sach-
verhalts  und die  Unangemessenheit  gerügt  werden (Art.  106  Abs. 1 
AsylG).

1.6 Die  Abteilungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  entscheiden  in 
der  Regel  in  der  Besetzung  mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen 
(Spruchkörper;  vgl.  Art.  21  Abs.  1  VGG)  Bei  offensichtlich 
unbegründeten  Beschwerden  kann  auch  in  einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden 
werden  (Art.  111  Abs.  1  Bst.  e  AsylG).  Auf  die  Durchführung  des 
Schriftenwechsels  kann  verzichtet  werden (Art.  111a Abs. 1 AsylG). 
Diese  Beschwerdeentscheide  werden  nur  summarisch  begründet 
(Art. 111 AsylG).

2.  
2.1 Das Bundesamt kann ein im Ausland gestelltes Asylgesuch ableh-
nen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft 
machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat zugemu-
tet  werden  kann  (Art.  3,  Art.  7  und  Art.  52  Abs. 2  AsylG). Gemäss 
Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das Bundesamt Asylsuchenden die Ein-
reise zur  Abklärung des Sachverhaltes,  wenn ihnen nicht  zugemutet 
werden kann,  im Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu bleiben oder  in 
ein anderes Land auszureisen. Gestützt auf Art. 20 Abs. 3 AsylG kann 
das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) schweize-
rische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die Einreise zu be-
willigen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare Gefahr für Leib 
und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 
AsylG bestehe.

Seite 6

E-5589/2010

2.2 Die Voraussetzungen zur Erteilung einer Einreisebewilligung sind 
grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei den Behörden ein wei-
ter  Ermessensspielraum zukommt. Neben der  erforderlichen Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe 
zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen ande-
ren  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische 
Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsu-
che  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs-  und  Assimilations-
möglichkeiten in  Betracht  zu  ziehen. Ausschlaggebend für  die  Ertei -
lung der Einreisebewilligung ist  dabei die Schutzbedürftigkeit der be-
troffenen Personen,  mithin  die  Prüfung der  Fragen,  ob eine Gefähr-
dung im Sinne von Art. 3 AsylG glaubhaft  gemacht wird und ob der 
Verbleib  am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung 
zugemutet werden kann (vgl. dazu beispielsweise Urteil  des Bundes-
verwaltungsgerichts D-2490/2009 vom 16. Juni 2009, mit weiteren Hin-
weisen).

3.  
3.1 Die sachverhaltsmässigen Grundlagen werden vorliegend in ihren 
wesentlichen  Punkten  weder  vom  Bundesamt  noch  vom 
Bundesverwaltungsgericht in Frage gestellt. Somit bleibt zu prüfen, ob 
die vorinstanzlichen Erwägungen zur fehlenden Einreisebeachtlichkeit 
der vorgebrachten Benachteiligungen zutreffend sind. Die betreffenden 
Erkenntnisse des Bundesamtes sind in casu nach Prüfung der Akten 
zu  bestätigen,  weshalb  vorab  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen 
verwiesen wird.

4.
Die  Beschwerdeführerin  begründet  die  Schutzbedürftigkeit  ihrer 
Familie (sie und ihr Sohn) damit, dass ihr singhalesischer Ehemann im 
November  2007  vermutlich  von  Mitgliedern  der  Karuna-Gruppe 
ermordet worden sei. Seither würden sie von Mitgliedern der Karuna-
Gruppe beziehungweise unbekannten Gruppen belästigt werden. Die 
Familie  halte  sich  deshalb  versteckt  bei  ihrer  Tante  auf.  Aufgrund 
ethnischer  Diskriminierung gegen Tamilen würde sie Schwierigkeiten 
haben,  eine  Unterkunft  zu  finden.  Die  Belästigungen  habe  sie  aus 
Angst vor Vergeltungsmassnahmen bei der Polizei nicht gemeldet. 

Die Vermutung, es seien Karuna-Mitglieder, welche den Ehemann der 
Beschwerdeführerin getötet hätten und ihre Familie bedrohen würden, 
lässt sich weder anhand des eingereichten Untersuchungsberichts der 

Seite 7

E-5589/2010

Polizei vom (...) noch aufgrund der Aussagen der Beschwerdeführerin 
anlässlich  der  Anhörung  vom  29.  April  2008  erhärten.  Die 
Beschwerdeführerin konnte keine konkreten Angaben zu angeblichen 
Personen  machen  und  verneinte  die  Frage,  ob  sie  mehrmals  von 
Mitgliedern  der  Karuna-Gruppe  bedroht  worden  sei  indem  sie  zu 
Protokoll gab „there were no real threats against me personally but I  
feel afraid“. Der einzig konkret geschilderte Zwischenfall, bei dem eine 
tamilisch sprechende Person angerufen und sie nach ihrem Ehemann 
gefragt  habe,  habe  im  Dezember  2007  stattgefunden.  Weitere 
Belästigungen  durch  Mitglieder  der  Karuna-Gruppe  und  durch 
Unbekannte  hätten  keine  stattgefunden  (vgl.  Anhörungsprotokoll  F. 
6.3.2,  S.  5f.).  In  den  später  eingereichten  Eingaben  blieb  die 
Beschwerdeführerin in ihren Ausführungen vage und machte lediglich 
pauschal  Belästigungen durch illegale  Banden geltend,  ohne jedoch 
konkrete Ereignisse nennen zu können. Diese Vorfälle habe sie jedoch 
aus  Angst  um  das  Leben  ihres  Sohnes  nicht  gemeldet.  Mit  der 
Beschwerde  setzte  die  Beschwerdeführerin   dem  vorinstanzlichen 
Entscheid vom 21. April 2010 keine stichhaltigen Argumente entgegen 
und wiederholte im Wesentlichen die geltend gemachten Asylgründe.

Das  Bundesverwaltungsgericht  erkennt  in  den  vorgebrachten 
Schilderungen der Beschwerdeführerin offensichtlich keine Asylgründe 
im  Sinne  von  Art.  3  AsylG.  Die  Ermordung  des  Ehemannes  der 
Beschwerdeführerin liegt knapp drei Jahre zurück. Die letzte konkrete 
telefonische Bedrohung hat gemäss Angaben der Beschwerdeführerin 
im Dezember  2007 stattgefunden (vgl. obgenannter  Absatz),  welche 
offensichtlich weder in der Dauer noch in der Intensität asylrelevanten 
Verfolgungscharakter  aufweist.  Auf  weitere  konkrete  Ereignisse  wird 
von der Beschwerdeführerin nicht hingewiesen. Die geltend gemachte 
Angst  ist  vorwiegend  subjektiver  Natur,  wie  die  Beschwerdeführerin 
selbst  zu  Protokoll  gab  (vgl.  Anhörungsprotokoll  a.a.O)  und  die 
Belästigungen,  welche  die  Beschwerdeführerin  angibt,  erleben  zu 
müssen,  vermögen  praxisgemäss  nicht  zur  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  und zur Gewährung von Asyl zu führen. Auch 
die in der Eingabe vom März 2008 geltend gemachte Diskriminierung 
gegen Tamilen erschöpft sich in einer allgemein gehaltenen Aussage, 
weshalb  auf  diesen  unsubstanziierten  Einwand  nicht  näher 
einzugehen ist. 

Bei dieser Sachlage und in Würdigung der gesamten Umstände und 
Vorbringen der  Beschwerdeführerin  ist  zusammenfassend festzustel-

Seite 8

E-5589/2010

len, dass sie und ihr Sohn in Sri Lanka nicht akut gefährdet sind und 
deshalb  die  Voraussetzungen  für  die  Bewilligung  der  Einreise  nicht 
erfüllen.  Es  erübrigt  sich,  auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der 
Beschwerde und  die  eingereichten  Beweismittel  im Einzelnen  näher 
einzugehen,  da sie am Ergebnis nichts  zu ändern vermögen, zumal 
die Glaubhaftigkeit der Sachverhaltsvorbringen auch vom BFM nicht in 
Frage gestellt  wurde. Die  Vorinstanz hat  daher  die  Einreise  der  Be-
schwerdeführenden  zu  Recht  verweigert  und  das  Asylgesuch  abge-
wiesen.

5.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

6.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätz-
lich  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5 
VwVG). In Anwendung von Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21.  Feb-
ruar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  ist  jedoch  aus 
verwaltungsökonomischen  Gründen  auf  die  Erhebung  von 
Verfahrenskosten zu verzichten.

Seite 9

E-5589/2010

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  die  Schweizer 
Botschaft in Colombo und das BFM.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Stella Boleki

Versand: 

Seite 10