# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd9395b7-b499-5c65-9647-97767e1c3552
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-10
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 10.05.2017 200 2016 1133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1133_2017-05-10.pdf

## Full Text

200 16 1133 IV
SCI/FRN/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 10. Mai 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Kölliker, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Franzen

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

C.________
Beigeladene

betreffend Verfügung vom 7. November 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Mai 2017, IV/16/1133, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die im November 1953 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte 
bzw. Beschwerdeführerin) meldete sich am 4. Dezember 2014 unter Hin-
weis auf eine kardiologische Problematik sowie eine Posttraumatische Be-
lastungsstörung (PTBS) zum Bezug von Leistungen der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) an (Akten der IV [act. II] 2 S. 5 f.). Die IV-Stelle 
Bern (nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm medizinische und 
erwerbliche Abklärungen vor. Insbesondere liess sie die Versicherte allge-
meinmedizinisch, kardiologisch, psychiatrisch und rheumatologisch begut-
achten (MEDAS-Gutachten vom 28. Juni 2016; act. II 47.1 ff.). Mit Vorbe-
scheid vom 2. August 2016 (act. II 49) stellte sie die Abweisung des Ren-
tenbegehrens mangels eines Gesundheitsschadens mit invalidisierender 
Wirkung in Aussicht. Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwältin B.________, Einwand (act. II 53). Mit Verfügung vom 
7. November 2016 wies die IVB das Rentenbegehren entsprechend dem 
Vorbescheid ab (act. II 55). 

B.

Hiergegen erhob die Versicherte, nach wie vor vertreten durch Rechtsan-
wältin B.________, mit Eingabe vom 21. November 2016 Beschwerde und 
stellte den folgenden Antrag:

Die Verfügung der Invalidenversicherung vom 7. November 2016 
sei aufzuheben und der Beschwerdeführerin eine Rente, soweit 
rechtens, zuzusprechen.

– unter Kosten- und Entschädigungsfolgen – 

Mit Beschwerdeantwort vom 20. Januar 2017 beantragte die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Mai 2017, IV/16/1133, Seite 3

Mit Stellungnahme vom 6. Februar 2017 machte die Beschwerdeführerin 
weitere Ausführungen. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 16. Februar 2017 lud der Instruktions-
richter die C.________ (nachfolgend: Beigeladene) zum Verfahren bei und 
räumte ihr die Möglichkeit zur Stellungnahme ein. Am 8. März 2017 teilte 
diese mit, sie verzichte auf eine Beteiligung am Verfahren, woraufhin der 
Instruktionsrichter mit prozessleitender Verfügung vom 9. März 2017 die 
Beigeladene darauf hinwies, dass die Teilnahme am Verfahren nicht in 
ihrer Disposition liegt und die Beiladung kraft gerichtlicher Anordnung be-
stehen bleibt. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

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1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 7. November 2016 
(act. II 55). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin 
auf eine IV-Rente. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG). 

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und 
damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschrän-
kungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung 
allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, ab-
wenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv 
bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 
2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). 

2.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem IV-Grad 
von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei ei-
nem IV-Grad von mindestens 40 % ein solcher auf eine Viertelsrente.

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Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG.

2.4 Für die Bestimmung des IV-Grades wird das Erwerbseinkommen, 
das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durch-
führung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-
nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-
marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 
das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG). 

2.5 Um den IV-Grad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im 
Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte und 
gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. 
Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu be-
urteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich 
welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren sind 
ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, 
welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden können 
(BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.6 Erwerbslosigkeit aus invaliditätsfremden Gründen vermag keinen 
Rentenanspruch zu begründen. Die Invalidenversicherung hat nicht dafür 
einzustehen, dass Versicherte infolge ihres Alters, wegen mangelnder 
Ausbildung oder Verständigungsschwierigkeiten keine entsprechende Ar-
beit finden; die hieraus sich ergebende "Arbeitsunfähigkeit" ist nicht invalidi-
tätsbedingt (BGE 107 V 17 E. 2c S. 21; AHI 1999 S. 238 E. 1). 

Das fortgeschrittene Alter wird, obgleich an sich ein invaliditätsfremder Fak-
tor, in der Rechtsprechung als Kriterium anerkannt, welches zusammen mit 
weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen kann, 
dass die einer versicherten Person verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf 
dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr nachge-
fragt wird, und dass ihr deren Verwertung auch gestützt auf die Selbstein-
gliederungslast nicht mehr zumutbar ist. Fehlt es an einer wirtschaftlich 
verwertbaren Resterwerbsfähigkeit, liegt eine vollständige Erwerbsunfähig-

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keit vor, die einen Anspruch auf eine ganze Invalidenrente begründet. Der 
Einfluss des Lebensalters auf die Möglichkeit, das verbliebene Leistungs-
vermögen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, lässt sich 
nicht nach einer allgemeinen Regel bemessen, sondern hängt von den 
Umständen des Einzelfalls ab. Massgebend können die Art und Beschaf-
fenheit des Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Um-
stellungs- und Einarbeitungsaufwand und in diesem Zusammenhang auch 
Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen und Fertigkeiten, Ausbil-
dung, beruflicher Werdegang oder Anwendbarkeit von Berufserfahrung aus 
dem angestammten Bereich sein (BGE 138 V 457 E. 3.1 S. 460). 

Die Möglichkeit, die verbliebene Arbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt nicht zuletzt davon ab, welcher Zeitraum 
der versicherten Person für eine berufliche Tätigkeit und vor allem auch für 
einen allfälligen Berufswechsel noch zur Verfügung steht. Massgeblicher 
Stichtag für die Beantwortung der Frage nach der Verwertbarkeit der 
(Rest)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter ist der Zeitpunkt, in welchem 
die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit feststeht. Dies 
ist der Fall, sobald die medizinischen Unterlagen diesbezüglich eine zuver-
lässige Sachverhaltsfeststellung erlauben (BGE 138 V 457 E. 3.3 S. 462).

3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen: 

3.1.1 Die Hausärztin, Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, attestierte ab dem 27. Januar 2014 eine 100%ige Arbeits-
unfähigkeit (act. II 3; 10.3). 

3.1.2 Am 23. Mai 2014 wurde bei der Versicherten eine Rekoronarangio-
graphie durchgeführt. Im Bericht der Kardiologischen Gemeinschaftspraxis 
vom 26. Mai 2014 (act. II 10.2 S. 4 ff.) diagnostizierte Dr. med. 
E.________, Facharzt für Kardiologie und Allgemeine Innere Medizin, eine 
koronare 1-Gefässerkrankung (S. 4). Die Beschwerdeführerin bleibe aktuell 
noch verunsichert und beklage intermittierende, meistens anstrengungsab-

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hängige, teils aber auch in Ruhe auftretende thorakale Druckgefühle und 
Brennen, kombiniert mit Angstgefühlen. Die Rekoronarangiographie zeige 
als wahrscheinliche Ursache der aktuellen Beschwerden den Verschluss 
des Diagonalastes 1 im ersten Drittel, möglicherweise als Folge der damals 
aufgetretenen Dissektion nach Stenteinlage. Demgegenüber liege ein 
schönes Resultat im RIVA vor, ohne Residualstenose und mit schönem 
Fluss. Die Peripherie des kleinen Diagonalastes werde schwach über Kol-
lateralen von links und rechts dargestellt. Die linksventrikuläre Funktion sei 
erhalten, es zeige sich keine Hypokinesie im Versorgungsbereich des Dia-
gonalastes. Das weitere Prozedere werde sich auf eine konservative Hal-
tung mit Aufbau einer antianginösen Therapie und Abwarten beschränken, 
dass sich bereits nachweisbare Kollateralen zu Diagonalastgebiet weiter 
entwickelten (S. 5). 

3.1.3 In einem undatierten Bericht (Eingang Beschwerdegegnerin 5. Juni 
2014) diagnostizierte die Hausärztin einen Erschöpfungszustand durch 
Belastung am Arbeitsplatz und eine koronare Herzkrankheit. Seit Ende 
2013 leide die Beschwerdeführerin an Überlastungsbeschwerden (act. II 
10.2 S. 7).

3.1.4 Im Bericht der Klinik F.________ vom 9. Januar 2015 (act. II 17 
S. 7 ff.) diagnostizierte Prof. Dr. med. G.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie sowie Allgemeine Innere Medizin, neben der korona-
ren Herzkrankheit eine mittelschwere bis schwere depressive Episode mit 
somatischem Syndrom sowie eine posttraumatische Symptomatik nach 
Koronardissektion (ausgeprägtes Vermeidungsverhalten, Hyperarousal mit 
Akzentuierung langjähriger Schlafstörungen). Die Beschwerdeführerin habe 
anamnestisch berichtet, dass es ihr bereits nach dem ersten, aber ausge-
prägt nach dem zweiten Koronareingriff vom Mai 2014 ganz schlecht ge-
gangen sei. Unmittelbar nach dem Eingriff habe es sie regelrecht „durchge-
schüttelt“. Wegen massivster, anhaltender Übelkeit, habe sie in der Folge 
ganze Nächte lang nicht geschlafen. Sie habe nur noch geweint, sich kaum 
zu etwas aufraffen können und habe sich nicht mehr getraut, öffentliche 
Verkehrsmittel zu benutzen (S. 7). In seiner Beurteilung führte Prof. Dr. 
med. G.________ aus, es liege eine ausgeprägte Krankheitsverarbeitungs-
störung einer koronaren Herzkrankheit mit konsekutiv angst- und depressiv 

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gefärbtem Verhalten und Erleben vor. Aus einer initialen Anpassungs-
störung habe sich eine mindestens mittelschwere ängstlich-gefärbte de-
pressive Episode mit einem somatischen Syndrom und posttraumatischer 
Symptomatik entwickelt (S. 9). 

3.1.5 Im Bericht zu Handen der Beschwerdegegnerin vom 16. Januar 
2015 (act. II 17 S. 2 ff.) diagnostizierte die Hausärztin mit Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit eine koronare Herzkrankheit, eine mittelschwere bis 
schwere depressive Episode mit somatischem Syndrom sowie eine post-
traumatische Symptomatik nach Koronardissektion (S. 2). Sie führte aus, 
die Beschwerdeführerin leide seit mehreren Monaten unter einer Erschöp-
fungsdepression im Rahmen einer Überlastung am Arbeitsplatz. Im Januar 
2014 habe sie das erste Mal über pectanginöse Beschwerden geklagt. Es 
liege eine ausgeprägte Erschöpfung und Antriebslosigkeit bei depressiver 
Symptomatik und Schlafstörung vor. Die Belastbarkeit sei stark einge-
schränkt. Seit dem 27. Januar 2014 bestehe eine 100%ige Arbeitsunfähig-
keit. Unter intensiver psychologischer (allenfalls stationärer) Therapie sollte 
die Beschwerdeführerin innerhalb der nächsten Monate wieder voll arbeits-
fähig sein (S. 3 f.).  

3.1.6 Vom 5. bis am 16. Februar 2015 war die Beschwerdeführerin in der 
Klinik F.________ hospitalisiert. Prof. Dr. med. G.________ führte im Aus-
trittsbericht vom 23. März 2015 (act. II 23) dieselben Diagnosen auf, wie 
bereits in seinem Bericht vom 9. Januar 2015 (act. II 17 S. 7 ; vgl. E. 3.1.4 
hiervor). Die Beschwerdeführerin habe zu Beginn der Behandlung unruhig, 
angespannt und ängstlich gewirkt. In den psychologischen Einzelge-
sprächen sei zunehmend deutlich geworden, dass sie einen hohen Leis-
tungsanspruch an sich selber stelle und es ihr schwer falle, inaktiv zu sein. 
Sie sei wenige Tage nach Eintritt auf eigenen Wunsch vorzeitig wieder 
ausgetreten und habe angegeben, dass das Kliniksetting derzeit nicht das 
Richtige für sie sei. Sie habe in einem psychisch stabilen Zustand entlas-
sen werden können (S. 3). 

3.1.7 Im Bericht des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) vom 24. Sep-
tember 2015 (act. II 33 S. 3 ff.) diagnostizierte Dr. med. H.________, Fach-
arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, mit Auswirkungen auf die Arbeits-
fähigkeit einen ängstlich-depressiv gefärbten Erschöpfungszustand mit 

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Anteilen einer depressiven Episode (ICD-10 F32), eine PTBS (ICD-10 
F43.1) sowie eine Agoraphobie mit Panikzuständen und sozialem Rückzug 
(ICD-10 F40.01, F40.1) auf dem Hintergrund einer dekompensierten 
Selbstwertproblematik mit zwanghaften, ängstlich-vermeidenden und ab-
hängigen Persönlichkeitszügen (ICD-10 Z73.1; S. 7). Die anhaltende 
100%ige Arbeitsunfähigkeit seit Februar 2014 erscheine für jegliche, der 
Beschwerdeführerin zumutbare Tätigkeit plausibel und nachvollziehbar (S. 
8). 

3.1.8 Im polydisziplinären MEDAS-Gutachten vom 28. Juni 2016 (act. II 
47.1 ff.) stellten die Experten nach durchgeführten allgemeinmedizinischen, 
kardiologischen, psychiatrischen und rheumatologischen Untersuchungen 
im polydisziplinären Konsens insbesondere die folgenden Diagnosen 
(S. 17 f.): 

Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit:

o Rezidivierende depressive Störung, mittelgradig mit somatischem Syndrom 
(ICD-10 F33.11)

o PTBS (ICD-10 F43.1)
o AC-Gelenksirritation/Reizung deutlich links, weniger auch rechts (ICD-10 

M19.11)
o Trochantär und gluteal geprägte Pericoxalgien beidseits rechtsbetont (ICD-

10 M77.08)
o Rezidivierendes zervikovertebrales und lumbovertebrales Syndrom wahr-

scheinlich vom unspezifischen myotendinotischen Typ (ICD-10 M54.05)

Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: 

o Koronare Eingefässerkrankung (ICD-10 I25)
o Seit zwei Jahren dokumentierte Osteopenie (ICD-10 M81.09)
o Myalgisches Syndrom, akzentuiert seit Etablierung einer Statin-Therapie 

(ICD-10 M79.1)
o Anamnestisch intermittierendes Asthma bronchiale
o Anamnestisch Rhinitis allergica

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Im rheumatologischen Teilgutachten (act. II 47.3) führte Dr. med. 
I.________, Facharzt für Rheumatologie, aus, aufgrund der rheumatologi-
schen Expertise könne er bei der Beschwerdeführerin ein „Nacken-
Schulter-Störbild“ eingrenzen respektive aufzeigen, das primär getriggert 
und geprägt werde von AC-Irritationen beidseits (links mehr als rechts). 
Über die resultierende muskuläre Dysbalance vor allem der dorsal skapula-
alaren Muskelsysteme habe sich ein funktionales zervikovertebrales Syn-
drom ausgeweitet. Er könne keine direkten oder indirekten Hinweise für ein 
spezifisches entzündliches oder anderweitig differenziertes Leiden aus dem 
rheumatologischen Formenkreis aufzeigen (S. 7 f.). Für die zuletzt aus-
geübte Tätigkeit als „…“ wie auch für eine geeignete angepasste Ver-
weistätigkeit sei die Beschwerdeführerin aus rheumatologischer Sicht be-
zogen auf den Bewegungsapparat medizinisch-theoretisch voll arbeitsfähig 
(S. 9). 

Dr. med. J.________, Facharzt für Kardiologie sowie Allgemeine Innere 
Medizin, führte aus, da die Belastung am Laufband sowohl klinisch als 
auch elektrokardiologisch keinen Hinweis auf eine belastungsinduzierte 
Ischämie gezeigt habe, sei es wenig wahrscheinlich, dass die koronare 
Herzkrankheit für die Symptomatik der Beschwerdeführerin mit präkordia-
lem Klemmen und Anstrengungsdyspnoe verantwortlich sei. Vielmehr müs-
se vermutet werden, dass ein Zusammenhang mit dem psychischen Leiden 
bestehe. Aufgrund der heutigen Echokardiographie und der Laufbander-
gometrie vom 4. April 2016 finde sich kein Hinweis auf eine kardiale Schä-
digung, die zu einer Verminderung der Arbeitsfähigkeit führen könne (act. II 
47.5 S. 4). 

Im psychiatrischen Teilgutachten (act. II 47.4) führte Dr. med. K.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, aus, im Winter 2014/2015 
hätten sich Erschöpfungssymptome mit Einschlafstörung, chronischer Mü-
digkeit und einer Antriebshemmung gezeigt. Während die Beschwerdefüh-
rerin selbst keine wirklichen Auslöser habe benennen können, sei davon 
auszugehen, dass der Chefwechsel beziehungsweise die weitere Arbeits-
zunahme in dem sie für die neue Chefin und auch weiterhin für den frühe-
ren Chef zuständig gewesen sei, welcher zum Verwaltungsratspräsidenten 
befördert worden sei und die Entlassung des Ehemannes im Jahr vorher, 

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kurz vor dessen Pensionierung, Auslöser gewesen seien. Da die Be-
schwerdeführerin sehr leistungsorientiert sei und negative Gefühle stark 
reguliere, sei davon auszugehen, dass sich erste depressive Symptome 
wohl bereits früher angekündigt hätten. Dies zeige sich auch darin, dass 
die von der Ärztin verordnete Entlastungsmassnahme mit einer Krank-
schreibung nicht zu einer Besserung geführt habe. In diese Zeitphase seien 
dann die Herzbeschwerden gefallen und der erfolgte kardiologische Eingriff 
mit Komplikationen. Gemäss der Beschwerdeführerin seien mit ihr diese 
Komplikationen nicht besprochen worden und so habe sie auch erste Bil-
der, die über den Eingriff aufgetaucht seien, nicht einordnen können, was 
sie sehr verunsichert habe. Und dies bei jemandem, der 23 Jahre dafür 
zuständig gewesen sei, alles unter Kontrolle zu halten. Seither zeige sie 
nun eine depressive Symptomatik mit Ein- und Durchschlafstörungen, 
Freudlosigkeit, Depressivität, Energielosigkeit und vor allem chronischer 
Übelkeit mit signifikantem Gewichtsverlust (S. 10). Es sei für die ersten 12 
Monate von einer vollumfänglichen Arbeitsunfähigkeit auszugehen. Die 
Beschwerdeführerin habe nun eine gewisse Leistungsfähigkeit wiederer-
langt. Problematisch sei aber, dass das Erbringen von Leistungen in ver-
schiedenen Lebensbereichen mit einem sehr hohen Energieverbrauch ver-
bunden sei. Erschwerend für die Beurteilung sei, dass sie sich von aussen 
nichts anmerken lassen dürfe, dies habe mit ihrer perfektionistischen Per-
sönlichkeitsstruktur und dem hohen Leistungsanspruch an sich zu tun. 
Diesbezüglich sei aus seiner Sicht weiterhin die Einschätzung massgeblich, 
dass in der Tätigkeit als … eine vollumfängliche Leistungsunfähigkeit vor-
liege. In einer Referenztätigkeit mit langsamerem Arbeitstempo, verminder-
ter mentaler Umstellungsforderung, wenig Verantwortung und der Möglich-
keit von häufigen Pausen, liege heute eine Arbeitsfähigkeit im Bereich von 
30% vor (S. 11 f.). 

In der interdisziplinären Gesamtbeurteilung führten die Gutachter aus, für 
die Beschwerdeführerin seien aufgrund der depressiven Störung mit soma-
tischem Syndrom ein von ihr wiederholt erlebtes thorakales Engegefühl 
sowie intermittierende Herzunregelmässigkeiten weiterhin sehr belastend. 
Diese Beschwerden ohne ernstes kardiales Korrelat würden von ihr auf-
grund ihrer Vorgeschichte deutlich überbewertet, auch wenn von kardialer 
Seite her von einem sehr guten Resultat des Stentings mit überdurch-

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schnittlich guter körperlicher Leistungsfähigkeit ausgegangen werden kön-
ne. Im Konsens sei eindeutig die psychiatrische Grunderkrankung dominie-
rend und somit letztlich auch führend bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit (act. II 47.1 S. 18). Die Arbeitsunfähigkeit müsse für die ersten 12 Mo-
nate seit dem 27. Januar 2014 gelten. In der bisherigen Tätigkeit als … 
betrage die Arbeitsunfähigkeit weiterhin 100%. Auch in einer angepassten 
Tätigkeit müsse für die ersten 12 Monate eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit 
gelten. Da seither eine gewisse Verbesserung der Leistungsfähigkeit vor-
handen sei, könnte in einer Referenztätigkeit mit langsamerem Arbeitstem-
po, verminderter mentaler Umstellungsanforderung, wenig Verantwortung 
und der Möglichkeit von häufigen Pausen eine Arbeitsfähigkeit im Bereich 
von 30% vorhanden sein (act. II 47.1 S. 21). 

3.1.9 Im Bericht vom 25. Januar 2017 (Akten der Beigeladenen [act. III] 
nicht paginiert) führte der Vertrauensarzt der Beigeladenen, Dr. med. 
L.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, speziell Hämatologie, 
aus, in der Untersuchung vom 20. Januar 2017 habe er eine Beschwerde-
führerin in massiv reduziertem Allgemeinzustand mit deutlichen Zeichen 
der Depression, kardial kompensiert, vorgefunden. Eine Wiederaufnahme 
der angestammten Tätigkeit sei zurzeit nicht möglich, vor allem aufgrund 
ihres psychischen Zustandes. Auch eine ähnliche Tätigkeit mit ev. geringe-
rer Verantwortung sei zurzeit nicht möglich. 

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-

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nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Was den somatischen Gesundheitszustand betrifft, ergibt das ME-
DAS-Gutachten in Übereinstimmung mit den übrigen Akten, dass eine Ar-
beitstätigkeit – zumindest im … – zu 100% zumutbar wäre (act. II 47.3 S. 9; 
47.5 S. 4; 20 S. 1). Dies gilt insbesondere auch in kardiologischer Hinsicht. 
Der kardiologische Gutachter hat schlüssig und nachvollziehbar ausgeführt, 
dass die koronare Herzkrankheit nicht für das präkordiale Klemmen und die 
Anstrengungsdyspnoe verantwortlich ist (act. II 47.5 S. 4). Darauf ist abzu-
stellen.  

In psychiatrischer Hinsicht erfüllt das MEDAS-Gutachten die vorerwähnten 
höchstrichterlichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor) hingegen 
nicht. Der psychiatrische Gutachter sprach sich für das Vorliegen einer 
PTBS (ICD-10 F43.1) aus und qualifizierte diese als Diagnose mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit (act. II 47.4 S. 9). Insbesondere die PTBS 
wurde aber bisher weder vom psychiatrischen Gutachter noch von einem 
anderen Psychiater den Diagnoseleitlinien entsprechend nachvollziehbar 
begründet (vgl. DILLING/MOMBOUR/SCHMIDT [Hrsg.], Internationale Klassifi-
kation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-diagnostische 
Leitlinien, 10. Aufl. 2015, S. 207 f.). Vielmehr ist den Akten zu entnehmen, 
dass die Beschwerdeführerin die während der Koronarangiographie vom 
2. April 2014 aufgetretene Koronardissektion nicht miterlebt hat. Gegenü-
ber dem psychiatrischen Gutachter hat sie angegeben, dass sie erst nach 
der Rehabilitation in der Klinik F.________ von den Komplikationen 
während des Eingriffs erfahren habe. Hingegen hatte sie gemäss ihren 
Angaben Bilder gesehen und Träume gehabt, die zu Schlafschwierigkeiten 
führten (act. II 47.4 S. 4). Dass sie gemäss eigener Schilderung Wochen 
später von den Komplikationen während der Koronarangiographie erfahren 
hat, ist zweifellos geeignet, Sorgen und Ängste auszulösen bzw. zu einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Mai 2017, IV/16/1133, Seite 14

reaktiven psychischen Störung (Depression / Angststörung) zu führen. Eine 
PTBS im Sinne der ICD-10 als Reaktion auf ein bewusst erlebtes, 
belastendes Ereignis oder eine Situation mit außergewöhnlicher Bedrohung 
oder katastrophenartigem Ausmass kann basierend auf den derzeitigen 
aktenkundigen psychiatrischen Berichten jedoch nicht als erstellt betrachtet 
werden.

Vielmehr stehen aufgrund der gesamten Akten die auch von den Ärzten 
sinngemäss erhobenen narzisstischen Persönlichkeitszüge – vom psychia-
trischen Gutachter als „Auffälligkeiten der Persönlichkeit“ (act. II 47.4 S. 13) 
und vom RAD-Arzt als „dekompensierte Selbstwertproblematik mit zwang-
haften, ängstlich-vermeidenden und abhängigen Persönlichkeitszügen“ 
(ICD-10 Z73.1; act. II 33 S. 7) bezeichnet – im Vordergrund. Bemerkens-
wert ist das noch vor der kardialen Behandlung auf diesen Persönlichkeits-
zügen gewachsene Burnout nach dem Wechsel in der Vorgesetztenpositi-
on (act. II 47.4 S. 10). Auch dies deutet auf eine reaktive Störung hin. Wie 
vom psychiatrischen Gutachter selbst ausgeführt, hat die Störung ihre Ur-
sache denn auch weder in der kardialen Problematik noch in den Komplika-
tionen anlässlich der Koronarangiographie, sondern in der eigentlichen 
psychisch-psychosozialen Überforderungssituation (act. II 47.4 S. 10 f.). 
Die Beschwerdeführerin konnte demnach dem eigenen in der jahrelangen 
anspruchsvollen Erwerbstätigkeit gepflegten, kompensierten und wohl auch 
kontinuierlich gestärkten rigid-narzisstischen Anspruch an sich selbst nicht 
mehr gerecht werden. Dass sie vor diesem Hintergrund – wie vom psychia-
trischen Gutachter festgehalten (act. II 47.4 S. 10; 47.1 S. 18) – reaktiv 
depressiv dekompensiert hat und ihre Probleme inzwischen in die kardiale 
Behandlung projiziert, ist nachvollziehbar. Die Krankschreibung mit Weg-
bleiben am Arbeitsplatz hat damit den Lebensentwurf der letzten Erwerbs-
jahre der kurz vor der Pensionierung (im November 2017; vgl. E. 4.1 hier-
nach) stehenden Beschwerdeführerin zumindest wesentlich in Frage ge-
stellt.   

Nachvollziehbar erscheint damit das gutachterliche Attest der rezidivieren-
den depressiven Störung, mittelgradig mit somatischem Syndrom (ICD-10 
F33.11; act. II 47.1 S. 17; 74.4 S. 10 ff.). Auch sämtliche anderen involvier-
ten Ärzte gehen schliesslich einhellig von einer Depression aus (act. II 31 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Mai 2017, IV/16/1133, Seite 15

S. 1; 23 S. 1). Der RAD-Arzt bestätigte die Diagnose einer depressiven 
Episode, ohne Bezug auf den Schweregrad zu nehmen (act. II 33 S. 7). 
Ebenso bescheinigte der Vertrauensarzt der Beigeladenen – wenn auch 
nicht seinem Fachgebiet entsprechend – diese Diagnose (act. III 3). Dass 
die depressive Störung betreffend angesichts der psychosozialen Umstän-
de und der Persönlichkeitsstruktur der Beschwerdeführerin allein von einer 
langsamen Genesung und Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit auszuge-
hen ist (act. II 47.4 S. 12), wird auch vom RAD-Arzt angenommen (act. II 
33 S. 8). 

Nach dem Dargelegten erfüllt das MEDAS-Gutachten die höchstrichterli-
chen Anforderungen nicht. Die Sache wäre damit grundsätzlich zur Klärung 
der offenen Fragen bzw. allenfalls erneuten Begutachtung an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen. Weitere Abklärungen könnten echtzeit-
lich vor der Pensionierung aber nicht mehr abgeschlossen werden und die 
Beschwerdeführerin hat, wie nachfolgend darzulegen sein wird, so oder 
anders Anspruch auf eine ganze Rente.

4.

4.1 Die Beschwerdeführerin (Jahrgang 1953) erreicht im November 
2017 das AHV-Alter von 64 Jahren (Art. 21 Abs. 1 lit. b des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1946 über die Alters- und Hinterlassenenversiche-
rung [AHVG; SR 831.10]). Der Zeitraum, der ihr damit für eine berufliche 
Tätigkeit noch bleibt, ist kurz und hätte – vorbehältlich hinreichender Ab-
klärungen – im Juni 2016 (MEDAS-Begutachtung), als im vorliegenden 
Verfahren die medizinische Zumutbarkeit einer (Teil)Erwerbstätigkeit 
frühestens hätte verbindlich feststehen können (vgl. E. 2.6 hiervor), bereits 
nur noch knapp 1½ Jahre betragen. Damit ist festzuhalten, dass die der 
Beschwerdeführerin verbliebene Resterwerbsfähigkeit angesichts der bloss 
noch kurzen verbleibenden Aktivitätsdauer und unter Berücksichtigung der 
Tatsache, dass die Sache zudem versicherungsmedizinisch auch noch 
nicht hinreichend geklärt ist, bis zum Beginn des Anspruchs auf eine Alters-
rente realistischerweise auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nicht mehr 
nachgefragt wird. Zusammengefasst ist infolge fortgeschrittenen Alters von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Mai 2017, IV/16/1133, Seite 16

einer Unzumutbarkeit der Verwertung der Resterwerbsfähigkeit auszuge-
hen. In der Folge ist auch auf die Durchführung eines Einkommensver-
gleichs zu verzichten, da wegen der nicht verwertbaren Restarbeitsfähigkeit 
eine vollständige Invalidität vorliegt und die Beschwerdeführerin damit An-
spruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Bei Krankschreibung ab Ende 
Januar 2014 zu 100% und der Anmeldung im Dezember 2014 (act. II 2) 
besteht unter Berücksichtigung des Wartejahres (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) 
und der Sechsmonatsfrist des Art. 29 Abs. 1 IVG (vgl. E. 2.3 zweiter Ab-
schnitt hiervor) der Rentenanspruch ab Juni 2015.  

4.2 Die Beschwerde ist entsprechend gutzuheissen, die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Bern vom 7. November 2016 (act. II 55) aufzuhe-
ben und der Beschwerdeführerin ab Juni 2015 eine ganze Rente der Inva-
lidenversicherung zuzusprechen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat die unterlie-
gende Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 
S. 186 E. 4).

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die durch Rechtsanwältin 
B.________ vertretene Beschwerdeführerin Anspruch auf Ersatz der Par-
teikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt und ohne 
Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach 
der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG).

Mit Kostennote vom 6. Februar 2017 macht Rechtsanwältin B.________ 
ein Honorar von insgesamt Fr. 4‘886.05 (inkl. Auslagen und MWSt.) gel-
tend. Dies erscheint insbesondere unter Berücksichtigung des einfachen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 10. Mai 2017, IV/16/1133, Seite 17

Schriftenwechsels sowie des geringen Aktenumfanges des Beschwerde-
verfahrens als zu hoch. Angemessen ist mit Blick auf vergleichbare Fälle, 
die Wichtigkeit der Streitsache und den gebotenen Aufwand, ein Honorar 
von pauschal Fr. 3‘000.--. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin zu ersetzen. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 7. November 2016 aufgehoben und der Beschwer-
deführerin ab Juni 2015 eine ganze IV-Rente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 3‘000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.), zu er-
setzen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 
- C.________

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.