# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 173637a4-feda-56b9-ba7b-26312c1b1311
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.12.2014 IV 2012/347
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2012-347_2014-12-22.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2012/347

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 08.06.2020

Entscheiddatum: 22.12.2014

Entscheid Versicherungsgericht, 22.12.2014
Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung. Aktenkundige 
Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Gesundheitszustand nach 
Eintritt der Verschlechterung nicht genügend abgeklärt. Rückweisung zur 
weiteren medizinischen Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts 
des Kantons St. Gallen vom 22. Dezember 2014, IV 2012/347).

Entscheid Versicherungsgericht, 22.12.2014

Präsident Joachim Huber,  Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und Lisbeth 

Mattle Frei; Gerichtsschreiber Peter Wohnlich

Entscheid vom 22. Dezember 2014

in Sachen

A.____,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

Postfach 27, 9004 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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Rente

Sachverhalt:

A.       

A.a  A.___ (nachfolgend: Versicherte) glitt am 13. September 2006 auf der Treppe aus, 

stürzte und schlug mit dem Hinterkopf am Boden auf. Am 28. September 2006 nahm 

die Versicherte ihre Arbeitstätigkeit wieder zu 100% auf (act. G 7.2/72).

A.b  Mit Schadenmeldung vom 18. Februar 2009 liess die Versicherte durch ihren 

Arbeitgeber einen Rückfall zum Schadenereignis vom 13. Februar 2009 melden (act. G 

7.2/72). Vom 18. Mai 2009 bis zum 13. Juni 2009 erfolgte eine stationäre Behandlung in 

der Klinik B.___. In seiner Bestätigung vom 12. Juni 2009 hielt Dr. med. C.___, Chefarzt 

Psychosomatik, B.___, eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 18. Mai 2009 bis zum 27. 

Juni 2009 fest (IV-act. 2/7).

A.c  Am 9. Juli 2009 meldete sich die Versicherte zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 1). Dr. med. D.___, Spezialarzt für Neurologie FMH, 

schrieb die Versicherte vom 28. Juli bis zum 31. August 2009 zu 100% arbeitsunfähig 

(IV-act. 2/1 f.). Im Ergänzungsblatt zur Anmeldung führte die Versicherte gegenüber der 

IV-Stelle aus, sie sei am 13. September 2006 zu Hause auf der Treppe mit dem 

Wäschekorb in den Händen ausgerutscht und mit dem Hinterkopf/Nacken auf die 

Betontreppe geschlagen (IV-act. 12). Zum Zeitpunkt des Unfalles war sie seit dem 20. 

Februar 2006 bei der E.___ AG zu 100% als Maschinenführerin angestellt. Vom 20. 

Oktober 2008 bis zum 21. November 2008 konnte die Versicherte wieder zu 100% 

arbeiten. Der letzte effektive Arbeitstag war der 21. November 2008. Das 

Arbeitsverhältnis endete am 31. Dezember 2008 (IV-act. 22).

A.d  Am 2. September 2009 fand ein Gespräch zwischen dem regionalen ärztlichen 

Dienst Ostschweiz (nachfolgend: RAD) und Dr. med. F.___, Facharzt für Allgemeine 

Medizin, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Sportmedizin und Manuelle Medizin, 

welcher die Versicherte seit März 2009 betreute, statt. Im Gesprächsprotokoll hielt der 

RAD fest, aufgrund der komplexen Problematik bestehe derzeit keine Arbeitsfähigkeit, 

auch nicht in adaptierten Tätigkeiten (IV-act. 11). Mit Schreiben vom 7. September 

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2009 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass aufgrund ihres 

Gesundheitszustandes aktuell keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen möglich 

seien (IV-act. 20).

A.e  Am 24. September 2009 teilte die Versicherte der IV-Stelle telefonisch mit, sie 

habe den letzten Arbeitgeber bei der Anmeldung nicht angegeben. Seit dem 1. Januar 

2009 sei sie bei Dr. med. G.___ tätig und verdiene monatlich Fr. 4'800.00 (x 13) brutto 

(IV-act. 28). Mit Zeugnis vom 28. September 2009 schrieb Dr. F.___ die Versicherte 

vom 1. bis 31. Oktober 2009 zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 30/8). Gemäss 

Fragebogen für Arbeitgebende, ausgefüllt am 5. Oktober 2009, war die Versicherte seit 

dem 5. Januar 2009 befristet bis 4. Juli 2010 als Dentalassistentin angestellt. Der letzte 

effektive Arbeitstag sei der 30. Januar 2009 gewesen. Seit dem 2. Februar 2009 sei sie 

bis auf weiteres zu 100% arbeitsunfähig (IV-act. 30/1-4).

A.f   Mit Arztbericht vom 14. Oktober 2009 nahmen Dr. med. H.___, Assistenzärztin, 

und Dr. med. I.___, Oberarzt Ambulatorium Psychiatrische Klinik J.___, zum 

Gesundheitszustand der Versicherten Stellung. Sie diagnostizierten eine mittelgradige 

depressive Episode (ICD 10: F32.1) und verwiesen bezüglich der somatischen 

Diagnosen auf den behandelnden Spezialisten (IV-act. 34). Am 19. Januar 2010 reichte 

Dr. med. J.___, Spezialarzt FMH-ORL Hals- und Gesichtschirurgie, der IV-Stelle einen 

Bericht ein. In diesem diagnostizierte er eine chronische rezidivierende polypöse 

Rhinosinusitis seit Anfang 2008, sowie einen Status nach Treppensturz mit direktem 

HWS-Abknicktrauma und einer contusio capitis am 13. September 2006. Er habe die 

Versicherte im Oktober 2008 im Sinne einer "second opinion", wegen persistierenden 

rhinosinusitischen Beschwerden nach zweimaliger Nasen-Nasennebenhöhlenoperation 

beurteilt und ihr angeraten eine weitere Nasenoperation durchzuführen. Er stellte eine 

100%-ige Arbeitsunfähigkeit vom 22. November bis zum 13. Dezember 2008 fest (IV-

act. 43). Im Zeitraum vom 5. Februar bis zum 26. Oktober 2009 fand eine umfassende 

neurologische und neurophysiologische Untersuchung durch Dr. med. D.___ statt (IV-

act. 47).

A.g  Am 19. Februar 2010 nahm Dr. D.___ gegenüber der IV-Stelle erneut zum 

Gesundheitszustand der Versicherten Stellung und hielt an seinen bereits gestellten 

Diagnosen fest (IV-act. 52). In seiner Stellungnahme vom 1. März 2010 führte der RAD 

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aus, genaue Diagnosen und insbesondere deren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 

seien gestützt auf die vorliegenden Akten unklar. Es werde daher eine polydisziplinäre 

Abklärung durch die MEDAS vorgeschlagen (IV-act. 48). Mit Schreiben vom 5. März 

2010 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass zur Leistungsprüfung eine 

medizinische Abklärung notwendig sei (IV-act. 49), und beauftragte die MEDAS 

Ostschweiz mit einer polydisziplinären Begutachtung (IV-act. 50).

A.h  Gestützt auf die polydisziplinäre Untersuchung der Versicherten vom 17. bis 19., 

sowie am 21. und 25. Mai 2010 erstellte die MEDAS Ostschweiz ihr Gutachten, 

datierend vom 14. Juni 2010. Darin stellten die Ärzte als Hauptdiagnosen ein 

chronisches cerviko-cephales Schmerzsyndrom bei Status nach Treppensturz 09/2006 

mit anamnestisch Bewusstlosigkeit, eine mittelschwere depressive Episode mit 

somatischem Syndrom, eine undifferenzierte Somatisierungsstörung sowie leichte, 

mittelschwere und schwerst gestörte neuropsychologische Befunde bei leicht 

auffälligem Fehlverhalten in der Symptomvalidierung, nicht authentische kognitive 

Störungen könnten nicht ausgeschlossen werden, fest (IV-act. 58).

A.i   Am 25. August 2010 wurde eine Haushaltsabklärung bei der Versicherten 

durchgeführt. Die IV-Stelle stellte gestützt darauf fest, dass die geltend gemachten 

Einschränkungen nicht nachvollziehbar seien. Die Versicherte sei als 100% 

Erwerbstätige einzustufen (IV-act. 79).

A.j   Mit Schreiben vom 4. Oktober 2010 nahm die E.___ AG zum Einkommen der 

Versicherten Stellung und führte aus, die Versicherte hätte im Oktober 2010 einen 

Grundlohn von ca. Fr. 3'800.00 und eine Schichtzulage von Fr. 220.00 pro Monat bzw. 

einen Grundlohn von Fr. 49'400.00 und eine Schichtzulage von Fr. 2'640.00 pro Jahr 

erhalten (IV-act. 81).

A.k  Mit Bericht vom 12. Juli 2011 führte Dr. med. L.___, Oberarzt, und Dr. H.___, 

Psychiatrische Klinik M.___, zum Gesundheitszustand der Versicherten aus, sie sei seit 

dem 3. Juli 2009 bis auf weiteres in ihrer ambulanten Behandlung bei einer 

diagnostizierten mittelgradigen depressiven Episode (ICD-10: F32.1) als Folge der 

somatischen Erkrankung, bestehend seit ca. vier Jahren (IV-act. 96).

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A.l   Mit Vorbescheid vom 8. September 2011 teilte die IV-Stelle der Versicherten die 

Ablehnung des Anspruchs auf eine Rente der Invalidenversicherung mit (IV-act. 102). 

Gegen diesen legte die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald 

Pedergnana, St. Gallen, Einwand ein und fügte diesem den nach stationärem 

Aufenthalt vom 13. bis 20. September 2011 erstellten Austrittsbericht von Dr. med. 

N.___, Oberarzt, und O.___, med. pract., Assistenzärztin, Psychiatrische Klinik M.___, 

vom 23. September 2011 bei (IV-act. 104.)

A.mMit Schreiben vom 14. Oktober 2011 informierte Rechtsanwalt Pedergnana die IV-

Stelle darüber, dass die Versicherte seit dem 6. Oktober 2011 nach einem neuerlichen 

Zusammenbruch wieder in der psychiatrischen Klinik M.___ hospitalisiert sei. 

Zwischenzeitlich habe sie ihre Nase im Kantonsspital St. Gallen nochmals operieren 

lassen. Die Operation sei erfolgreich durchgeführt worden, habe aber keine Besserung 

gebracht. Der Zustand sei chronifiziert (IV-act. 105).

A.n  Am 19. Dezember 2011 erstatteten Dr. med. P.___, Assistenzarzt, und Dr. med. 

Q.___, Oberarzt, Kantonsspital St. Gallen, zu Handen von Dr. F.___ nach einer 

Untersuchung der Beschwerdeführerin am 7. und. 13. Dezember 2011, Bericht (IV-act. 

109). Mit Schreiben vom 7. Juni 2012 (IV-act. 114) sandte die Psychiatrische Klinik 

M.___ der IV-Stelle den Austrittsbericht nach stationärer Behandlung vom 6. bis 27. 

Oktober 2011 (IV-act. 115).

A.o  Mit Verfügung vom 25. Juli 2011 (richtig wohl: 25. Juli 2012) lehnte die IV-Stelle 

den Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung ab (IV-act. 118).

B.       

B.a  Gegen den ablehnenden Rentenentscheid liess die Versicherte, vertreten durch 

Rechtsanwalt Pedergnana, am 14. September 2012 Beschwerde erheben und 

beantragen, die Verfügung der IV-Stelle St. Gallen vom 25. Juli 2012 sei aufzuheben 

und die Sache zwecks Festlegung einer ganzen IV-Rente an die Vorinstanz 

zurückzuweisen (act. G 1). Beiliegend zur Beschwerde reichte der Rechtsvertreter 

einen Bericht der Psychiatrischen Klinik R.___ vom 15. Juli 2009 (act. G 1.1.2) sowie 

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einen Bericht von Dr. med. S.___, Oberarzt Psychiatrische Klinik M.___, vom 29. August 

2012 (act. G 1.1.3) ein.

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 3. Dezember 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Abweisung der Beschwerde (act. G 7).

B.c  Am 18. Dezember 2012 bewilligte das Versicherungsgericht der 

Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege (act. G 8).

B.d  Mit Replik vom 14. März 2013 hielt die Beschwerdeführerin unverändert an ihren 

Anträgen und der Begründung fest (act. G 14).

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf die Einreichung einer Duplik, worauf den 

Parteien mit Schreiben vom 29. Mai 2013 der Abschluss des Schriftenwechsels 

mitgeteilt wurde (act. G 16). Auf die Begründungen in den einzelnen Rechtsschriften 

und die Ausführungen in den medizinischen Akten wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

1.1   Die Beschwerde richtet sich gegen die rentenabweisende Verfügung vom 25. Juli 

2012. Streitig und vorliegend zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das 

Leistungsbegehren zu Recht abgelehnt hat.

1.2   Invalidität wird definiert als die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit 

dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes 

über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Unter 

Erwerbsunfähigkeit versteht man dabei den durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachten und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibenden ganzen oder teilweisen 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Gemäss Art. 28 Abs. 2 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) besteht ein Anspruch auf eine ganze 

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Invalidenrente, wenn die versicherte Person mindestens zu 70%, auf eine 

Dreiviertelsrente, wenn sie wenigstens zu 60% invalid ist. Liegt ein Invaliditätsgrad von 

mindestens 50% vor, so besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40% auf eine Viertelsrente.

1.3   Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes respektive der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Das Gericht hat den 

Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Es hat demnach zu prüfen, ob die 

vorliegenden Beweismittel eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 

Leistungsanspruchs gestatten.

2.        

2.1   In Nachachtung von Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der Anspruch auf eine Rente der 

Invalidenversicherung frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach 

Geltendmachung des Leistungsanspruches. Die Anmeldung der Beschwerdeführerin 

zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung datiert vom 29. Juli 2009. 

Gemäss Eingangsstempel der IV-Stelle ging die Anmeldung jedoch erst am 21. August 

2009 bei dieser ein. Der Eingang am 21. August 2009 blieb unbestritten und es sind in 

den Akten keinerlei Hinweise enthalten, die auf einen früheren Eingang der Anmeldung 

bei der Beschwerdegegnerin hindeuten würden. Folglich ist für die Bestimmung des 

Rentenbeginns auf den 21. August 2009 abzustellen und der Rentenanspruch entstand 

damit frühestens am 1. Februar 2010. Den medizinischen Akten, insbesondere dem 

Gutachten der MEDAS, ist zu entnehmen, dass zu diesem Zeitpunkt die 

objektivierbaren somatischen Beschwerden keinen wesentlichen Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin mehr hatten. Im Zentrum, mit Auswirkungen 

auf die Arbeitsfähigkeit, standen vielmehr die psychischen Beschwerdebilder. Davon 

geht auch die angefochtene Verfügung vom 25. Juli 2012 aus. Die 

Beschwerdegegnerin wies den  Rentenanspruch unter Hinweis auf die 

bundesgerichtliche Rechtsprechung, wonach somatoforme Schmerzstörungen und 

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ähnliche ätiologisch-pathogenetisch unerklärliche syndromale Leidenszustände in der 

Regel keine langdauernde, zu einer Invalidität im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG führenden 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit zu bewirken vermöchten, ab (IV-act. 118). 

Umstritten sind damit die Auswirkungen der psychischen Problematik auf die 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin und es ist die Frage zu klären, ob die 

gutachterlich bescheinigte, psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeit 

invalidenversicherungsrechtlich relevant ist. 

2.2   Im Grundsatzentscheid BGE 130 V 352 hat das Bundesgericht festgestellt, dass 

eine diagnostizierte, anhaltende somatoforme Schmerzstörung allein in der Regel keine 

lang dauernde, zu einer Invalidität führende Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im 

Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG zu bewirken vermöge. In späteren Entscheiden formulierte 

das Bundesgericht, es bestehe eine Vermutung, wonach die somatoforme 

Schmerzstörung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung 

überwindbar seien (BGE 131 V 50, BGE 132 V 71, 9C_802/2009 vom 25. März 2010, E. 

3). In BGE 130 V 352 E. 2.2.3 hielt es sodann fest, dass ein Abweichen von diesem 

Grundsatz ausnahmsweise in jenen Fällen in Betracht kommt, in denen die festgestellte 

somatoforme Schmerzstörung nach Einschätzung des Arztes eine derartige Schwere 

aufweist, dass der versicherten Person die Verwertung ihrer verbleibenden Arbeitskraft 

auf dem Arbeitsmarkt bei objektiver Betrachtung sozial-praktisch nicht mehr zumutbar 

oder dies für die Gesellschaft gar untragbar ist. Das Bundesgericht führte weiter aus: 

"Die – nur in Ausnahmefällen anzunehmende – Unzumutbarkeit einer willentlichen 

Schmerzüberwindung und eines Wiedereinstiegs in den Arbeitsprozess setzt jedenfalls 

das Vorliegen einer mitwirkenden, psychisch ausgewiesenen Komorbidität von 

erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer oder aber das Vorhandensein 

anderer qualifizierter, mit gewisser Intensität und Konstanz erfüllter Kriterien voraus. So 

sprechen unter Umständen (1) chronische körperliche Begleiterkrankungen und 

mehrjähriger Krankheitsverlauf bei unveränderter oder progredienter Symptomatik 

ohne längerfristige Remission, (2) ein ausgewiesener sozialer Rückzug in allen 

Belangen des Lebens, (3) ein verfestigter therapeutisch nicht mehr angehbarer 

innerseelischer Verlauf einer an sich missglückten, psychisch aber entlastenden 

Konfliktbewältigung oder schliesslich (4) unbefriedigende Behandlungsergebnisse trotz 

konsequent durchgeführter ambulanter und/oder stationärer Behandlungsbemühungen 

(auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) und gescheiterte 

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Rehabilitationsmassnahmen bei vorhandener Motivation und Eigenanstrengung der 

versicherten Person für die ausnahmsweise Unüberwindlichkeit der somatoformen 

Schmerzstörung" (BGE 130 V 352 E.2.2.3). Die in der Aufzählung (1) bis (4) genannten 

Kriterien wurden vom deutschen Psychiater Klaus Foerster entwickelt. In der Folge 

wird darauf als "Foersterkriterien" verwiesen.

2.3   Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass das Bundesgericht die 

andauernde somatoforme Schmerzstörung als einen Gesundheitsschaden anerkennt, 

der vom Facharzt zu diagnostizieren ist. Grundsätzlich spricht es dieser Erkrankung die 

invalidisierende Wirkung im Sinne des IVG aber ab. Eine Ausnahme lässt es nur unter 

der Voraussetzung zu, dass eine willentliche Schmerzüberwindung und damit ein 

Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess dem Gericht als unzumutbar erscheint.

2.4   Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung dienen zur Abklärung des 

Sachverhalts die ärztlichen Stellungnahmen zum psychischen Gesundheitszustand und 

zu dem aus medizinischer Sicht (objektiv) vorhandenen Leistungspotential. Rechtsfrage 

dagegen und somit alleinige Aufgabe der Verwaltung bzw. des Gerichts ist die 

verbindliche Beurteilung, ob einer versicherten Person unter Aufbringung allen guten 

Willens die Überwindung ihrer Schmerzen und die Verwertung ihrer verbleibenden 

Arbeitskraft zumutbar ist. Diese Überprüfung hat im Rahmen der freien 

Beweiswürdigung zu erfolgen. Die Behörden dürfen sich in diesem Sinn weder über die 

medizinischen Tatsachenfeststellungen hinwegsetzen noch sich die ärztlichen 

Einschätzungen und Schlussfolgerungen zur (Rest-) Arbeitsfähigkeit unbesehen ihrer 

sozialversicherungsrechtlichen Relevanz zu Eigen machen (BGE 130 V 352 E. 2.2.3 und 

E. 2.2.5). Die Überwindbarkeit eines diagnostizierten medizinischen Leidens setzt nicht 

nur eine diesbezügliche spezifische medizinische Beurteilung voraus, sondern in aller 

Regel eine interdisziplinäre Begutachtung durch Neurologen, Psychiater, medizinische 

Psychologen, Arbeitspsychologen u.a. Die Überwindbarkeit eines subjektiv erlebten 

Leidens ist keine Frage, die durch gerichtsnotorisches Wissen oder mit dem Hinweis 

auf die einem Gericht zur Verfügung stehende Lebenserfahrung oder gar seine 

Kenntnis einer allgemein gültigen Empirie beantwortet werden kann (vgl. Jörg Paul 

Müller, a.a.O., Rz. 63).

3.       

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3.1   In dem im MEDAS Gutachten vom 14. Juni 2010 enthaltenen psychiatrischen 

Teilgutachten, setzte sich Dr. med. T.___, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, mit 

den Auswirkungen der psychischen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin auseinander und stellte als Diagnosen mit Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit eine mittelschwere depressive Episode mit somatischem Syndrom 

(F32.11) sowie eine undifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1) und ohne 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit eine Panikstörung (F40.0) sowie eine neurotische 

Persönlichkeitsstörung mit unreif-abhängigen und histrionischen Zügen fest. Ebenfalls 

setzte er sich zur Beurteilung der Überwindbarkeit mit den Foersterkriterien 

auseinander und hielt fest, die Kriterien für die Unzumutbarkeit einer Überwindung der 

Somatisierungsstörung seien erfüllt. Es liege in Form einer mittelschweren bis 

schweren depressiven Störung eine mitwirkende, psychisch ausgewiesene 

Komorbidität von erheblicher Schwere, Intensität, Ausprägung und Dauer, ein 

ausgewiesener sozialer Rückzug in allen Belangen des Lebens (nicht durchgehend 

oder vollständig), ein primärer Krankheitsgewinn sowie unbefriedigende 

Behandlungsergebnisse, ambulant und stationär, vor. Dabei sei, wie die 

Laboruntersuchung des Blutspiegels von Sertralin zeige, die Compliance der 

Beschwerdeführerin mangelhaft – dies aber wohl nicht aus Gründen der Motivation, 

sondern wegen des subjektiven Krankheitsverständnisses mit primärem 

Krankheitsgewinn. Zur Arbeitsfähigkeit brachte Dr. T.___ vor, als Fabrikarbeiterin oder 

Dentalassistentin sowie als Mutter von zwei Kindern im Vorschulalter sei die 

Versicherte zu 50% vermindert arbeitsfähig wegen der Kombination von somatoformen 

Beschwerden und Depressions-Symptomen seit schätzungsweise Anfang 2009. Über 

den Krankheitsverlauf in der Zeit davor könnten keine quantitativen Angaben gemacht 

werden, da die Unfallakten nicht vorliegen würden und der psychiatrische Anteil der 

Krankheit nicht dokumentiert sei. Eine weit darüber hinaus gehende Arbeitsunfähigkeit, 

wie sie aus der subjektiven Sicht der Beschwerdeführerin bestehe, sei psychiatrisch-

psychotherapeutisch nachvollziehbar, beruhe aber auf invaliditätsfremden, aktuellen 

sozialen Belastungsfaktoren (IV-act. 58/9-11). Die von der MEDAS gestellten 

Diagnosen stimmen mit denjenigen der Dres. H.___ und I.___ in ihrem Bericht vom 14. 

Oktober 2009, worin sie eine mittelgradige depressive Episode (ICD 10: F32.1) 

diagnostizierten, überein (IV-act. 34). Auch im Bericht vom 12. Juli 2011 kamen die 

Dres. L.___ und H.___ zu derselben Diagnose (IV-act. 96). 

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3.2   Die Auswirkungen der psychischen Beschwerden auf die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin wurden somit einer eingehenden Überprüfung unterzogen. Die 

Gutachter der MEDAS setzten sich differenziert mit den Beschwerden und deren 

Auswirkungen auseinander. Dr. T.___ diagnostizierte in Komorbidität zur 

Somatisierungsstörung eine vorliegende mittelschwere bis schwere depressive 

Störung. Weiter setzte er sich eingehend mit der invalidisierenden Wirkung der 

Schmerzstörung und den Foersterkriterien auseinander. Dabei stellte er eine 

psychiatrische Komorbidität, einen mehrjährigen Krankheitsverlauf, einen sozialen 

Rückzug sowie einen primären Krankheitsgewinn fest. Die Arbeitsfähigkeit der 

Beschwerdeführerin sei zu 50% vermindert. Diese gutachterliche Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit erscheint schlüssig und stimmt mit den übrigen medizinischen Akten 

überein. Sie beruht zudem auf allseitigen Untersuchungen der Beschwerdeführerin, 

berücksichtigt die geklagten Beschwerden und erging in Kenntnis der Vorakten. Damit 

genügt sie den Anforderungen an die Rechtsprechung (vgl. BGE 125 V 352 E. 3a, mit 

Hinweisen). Auch der RAD hielt in seinen Stellungnahmen vom 24. Juni 2010 (IV-act. 

62), vom 11. Januar 2011 (IV-act. 83) sowie vom 29. Juli 2011 (IV-act. 97) fest, dass auf 

die Gutachten der MEDAS abgestellt werden könne. Dass die Beschwerdeführerin über 

Ressourcen verfügt, die eine vollständige Überwindung der psychisch bedingten 

Krankheitsfolgen erlauben, kann der gutachterlichen Beurteilung nicht entnommen 

werden. Ebenfalls ist nicht anzunehmen, dass innert einer vernünftigen Frist mit 

ausreichender Plausibilität eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit erreicht werden 

kann. Es ist somit gemäss Gutachten der MEDAS von einer 50%-igen 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen.

4.        

4.1   In der Regel wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads gemäss Art. 16 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 

830.1) das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das 

sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre. Bei Versicherten mit 

vollendetem 20. Altersjahr, die vor der Beeinträchtigung ihrer Gesundheit nicht 

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erwerbstätig waren und denen eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann, ist 

gemäss Art. 5 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 

831.20) und Art. 8 Abs. 3 ATSG hingegen die Unmöglichkeit, sich im bisherigen 

Aufgabenbereich zu betätigen, massgebend (vgl. auch Art. 28a Abs. 2 IVG). Bei 

Versicherten, die nur zum Teil erwerbstätig sind, wird der Invaliditätsgrad für den auf 

die Erwerbstätigkeit entfallenden Teil gemäss Art. 16 ATSG und für den auf den 

Aufgabenbereich entfallenden Teil gemäss Art. 28a Abs. 2 IVG ermittelt (Art. 28a Abs. 3 

IVG). Ist aber anzunehmen, dass die versicherte Person im Zeitpunkt der Prüfung des 

Rentenanspruchs ohne Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre, so ist die 

Invaliditätsbemessung gemäss Art. 27  der Verordnung über die 

Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) ausschliesslich nach den Grundsätzen für 

Erwerbstätige zu bemessen. Gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

ist für die Beantwortung der Frage, ob eine versicherte Person ohne 

Gesundheitsschaden ganztägig erwerbstätig wäre, entscheidend, was diese bei im 

Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitliche Beeinträchtigung 

bestünde, weshalb die persönlichen, familiären, sozialen und erwerblichen Verhältnisse 

ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das 

Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen 

Neigungen und Begabungen zu berücksichtigen sind (vgl. etwa BGE 125 V 146 E. 2c S. 

150 mit Hinweisen).

4.2    Die Beschwerdegegnerin anerkannte die Beschwerdeführerin als vollerwerbstätig. 

Dies blieb unbestritten und erscheint aufgrund der Aktenlage nachvollziehbar. Zur 

Bestimmung des Invaliditätsgrades ist somit das Erwerbseinkommen, das die 

Beschwerdeführerin nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte 

(Invalideneinkommen), in Beziehung zu setzen zum Erwerbseinkommen, das sie 

erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

4.3   Die Beschwerdeführerin arbeitete zuletzt als Maschinenführerin. Dies bereits vor 

Krankheitsbeginn. Wäre sie nicht krank geworden ist trotz ihrer Ausbildung zur 

Dentalassistentin davon auszugehen, dass sie weiterhin einer Hilfsarbeitertätigkeit 

nachgegangen wäre. Dass sie qualifiziertere Arbeiten verrichtet hätte, erscheint 

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

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unwahrscheinlich. Da der Beschwerdeführerin trotz ihrer Gesundheitsbeeinträchtigung 

in qualitativer Hinsicht Tätigkeiten zumutbar sind, die der Hilfsarbeitermarkt kennt, und 

da die Arbeitsfähigkeit in quantitativer Hinsicht trotz Eingliederungsmassnahmen nicht 

wesentlich gesteigert werden kann, entspricht der Ausgangswert des 

Invalideneinkommens dem Valideneinkommen. Die Höhe des Einkommens wirkt sich 

daher mathematisch nicht auf den Invaliditätsgrad aus. Ein Abzug vom Tabellenlohn 

(vgl. BGE 126 V 75) fällt ausser Betracht, weil den massgebenden Erschwernissen auf 

dem Arbeitsmarkt mit der obigen impliziten Parallelisierung der Vergleichseinkommen 

bereits Rechnung getragen wird. Die gesundheitsbedingte Einschränkung in der 

Erwerbstätigkeit führt somit zu einem Invaliditätsgrad von 50% und damit zu einem 

Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung. Der 

Rentenbeginn ist auf den 1. Februar 2010 festzusetzen (vgl. Erw. 2.1).

5.        

5.1   Aufgrund der übereinstimmenden medizinischen Akten ausgewiesen ist, dass es 

im Jahr 2011 zu einer Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes 

gekommen war und die Beschwerdeführerin sich vom 13. September bis zum 27. 

Oktober 2011 in stationärer psychiatrischer Behandlung in der Klinik M.___ befunden 

hatte. Auch der RAD hielt in seiner Stellungnahme vom 20. Juni 2012 fest, bezüglich 

der psychischen Erkrankung habe es eine vorübergehende Verschlechterung mit 

stationärer Behandlung vom 13. September bis 27. Oktober 2011 gegeben. Es sei die 

Diagnose einer schweren depressiven Episode gestellt worden (IV-act. 116). Nicht 

gefolgt werden kann dem RAD dahingehend, dass sich der psychische 

Gesundheitszustand im Zeitpunkt des Austrittes aus der Klinik M.___ wieder stabilisiert 

gehabt habe und von einem stationären Gesundheitszustand gemäss Gutachten der 

MEDAS vom 14. Juni 2010 und somit einer danach wieder vorliegenden 50%-igen 

Arbeitsunfähigkeit auszugehen sei. Dies lässt sich dem Austrittsbericht der Klinik M.___ 

vom 16. Dezember 2011 (IV-act. 115) jedenfalls nicht entnehmen. Zum 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin nach der ausgewiesenen, 

vorübergehenden Verschlechterung liegt lediglich der Bericht von Dr. med. S.___, 

Oberarzt Psychiatrische Klinik M.___, vom 29. August 2012 vor (act. G 1.3). Dieser 

führte darin aus, dass die Beschwerdeführerin aktuell zu 100% arbeitsunfähig sei. Sie 

stehe seit August 2012 in teilstationärer tagesklinischer Behandlung und es habe sich, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

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ausgehend von einem mittelschwer depressiven Zustandsbild, ein schwer depressives 

Zustandsbild entwickelt. Dies stehe vermutlich im Zusammenhang mit der zuletzt 

erfolgten häuslichen Gewalt durch den Ehemann mit anschliessender Trennung, der 

Anzeige bei der Polizei und der Einreichung der Scheidung. Damit einhergehend sei 

auch eine Exazerbation der länger vorbestehenden Schmerzsymptomatik zu 

beobachten. Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse und des mehrjährigen 

Krankheitsverlaufs sei sicherlich von einer längerfristigen Behandlung auszugehen. In 

prognostischer Hinsicht sollte dabei eine Verbesserung der depressiven Symptomatik 

erreicht werden können. In wie weit sich dadurch auch eine Änderung im Rahmen der 

bestehenden Schmerzsymptomatik ergeben werde, könne derzeit nicht angegeben 

werden. Als günstige Faktoren für den Behandlungsverlauf seien das Alter der Patientin 

sowie deren starke Motivation für eine Verbesserung ihres Zustandsbildes anzusehen. 

Als prognostisch ungünstige Faktoren bestehe ein Auseinanderbrechen des sozialen 

familiären Umfeldes, grosse Schwierigkeiten damit, eine psychische Erkrankung 

anerkennen zu können, eine deutliche Einengung des Denkens auf somatische 

Ursachen und Zusammenhänge sowie eine wenig vorhandene Introspektionsfähigkeit 

(act. G 1.3). Ausser diesem Bericht von Dr. S.___ liegen zum jüngeren aktuellen 

Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin keine Unterlagen im Recht. Es kann 

demnach nicht abschliessend beurteilt werden, ob sich der psychische 

Gesundheitszustand seit der ausgewiesenen Verschlechterung und der damit 

einhergehenden stationären Behandlung vom 13. September bis zum 27. Oktober 2011 

wieder verbessert hat. Die Beschwerdegegnerin stützte sich denn auch einzig auf die 

Stellungnahme des RAD vom 20. Juni 2012 (IV-act. 116). Eine eingehende 

Begutachtung der Beschwerdeführerin unterblieb hingegen. Zur Klärung des 

psychischen Gesundheitszustandes und der diesbezüglichen Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit ist deshalb eine aktuelle Beurteilung einzuholen.

5.2   Angesichts dessen, dass ein Teil des zurückliegenden rentenrelevanten Zeitraums 

medizinisch nicht hinreichend abgeklärt worden ist und die Beschwerdegegnerin 

diesbezüglich weitere Abklärungen vorzunehmen hat (vorstehende E. 5.1), ist die Sache 

an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Ein Invaliditätsgrad von 50% und damit 

ein Anspruch auf eine halbe Rente ab dem 1. Februar 2010 sind hingegen ausgewiesen 

(vgl. Erw. 4).

6.       

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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6.1   Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung vom 25. Juli 2012 gutzuheissen. Der Beschwerdeführerin 

ist ab dem 1. Februar 2010 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zuzusprechen 

und die Angelegenheit zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der Erwägungen 

und gegebenenfalls neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

Dabei ist darauf hinzuweisen, dass je nach Ergebnis der weiteren Abklärungen aus 

verfahrensrechtlicher Sicht durchaus auch eine rückwirkende Revision (auf einen nach 

Februar 2010 liegenden Zeitpunkt hin) möglich ist bzw. das vorliegende Urteil einer 

solchen nicht im Weg steht.

6.2   Nach Art. 69 Abs. 1  IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um 

die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Ver­

sicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 

und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgelegt. 

Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.00 erscheint in der vorliegend zu beurteilenden 

Angelegenheit angemessen. Die Beschwerdeführerin obsiegt im Rentenpunkt und auch 

die Rückweisung zur Neubeurteilung gilt praxisgemäss als volles Obsiegen (BGE 132 V 

235 E. 6). Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat deshalb die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.00 zu bezahlen.

6.3   Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen 

(Art. 61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal 

Fr. 1'000.00 bis Fr. 12'000.00. Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand 

erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.00 (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) angemessen. Die am 18. Dezember 2012 bewilligte unentgeltliche 

Rechtspflege wird bei diesem Verfahrensausgang gegenstandslos.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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entschieden:

1.      Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass die angefochtene 

Verfügung vom 25. Juli 2012 aufgehoben und der Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 

dem 1. Februar 2010 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zugesprochen wird. 

Im Übrigen wird die Sache zur weiteren medizinischen Abklärung im Sinne der 

Erwägungen und gegebenenfalls anschliessender neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.      Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 600.00 zu bezahlen.

3.      Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung 

von Fr. 3'500.00 (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 22.12.2014
	Art. 28 IVG. Rentenanspruch. Beweiswürdigung. Aktenkundige Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Gesundheitszustand nach Eintritt der Verschlechterung nicht genügend abgeklärt. Rückweisung zur weiteren medizinischen Abklärung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. Dezember 2014, IV 2012/347).

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		2025-07-19T09:24:02+0200
	"9001 St.Gallen"
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