# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1583771-8f04-5712-acce-08281e20c269
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-02-06
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 06.02.2014 PC130056
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_PC130056_2014-02-06.pdf

## Full Text

Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO, drohender Nachteil.  Es gibt keine Bestimmung, wo-
nach streitige Einreden und Vorfragen (namentlich auch Prozessvoraussetzun-
gen) vorab und separat zu entscheiden sind. Das Gesetz nimmt damit in Kauf, 
dass sich gewisse Prozessschritte nachträglich als unnötig herausstellen; dieses 
Risiko kann daher -ganz besondere Umstände vorbehalten- für sich allein keine 
Zwischenbeschwerde rechtfertigen. 

 

(Erwägungen des Obergerichts:) 

1. Die [90- resp. 92-jährigen] Parteien stehen sich seit dem 10. April 2012 (…)  

Zürich in einem Scheidungsverfahren im Sinne von Art. 114 ZGB gegenüber. 

Strittig ist insbesondere die Prozess- bzw. Urteilsfähigkeit der Klägerin und Be-

schwerdegegnerin (nachfolgend Klägerin), weshalb von der Vorinstanz ein medi-

zinisch-neuropsychologisches Gutachten samt Gutachtensergänzung eingeholt 

wurde.  

2. Mit der Erstattung seiner schriftlichen Klageantwort stellte der Beklagte und 

Beschwerdeführer (nachfolgend Beklagter) den prozessualen Antrag, es sei das 

Verfahren vorgängig auf die Frage der Prozessfähigkeit der Klägerin zu be-

schränken und darüber mit einem Zwischenentscheid zu entscheiden.  

3. Mit Verfügung vom 22. Oktober 2013 des Einzelgerichts des Bezirksge-

richts Zürich wurde der Antrag des Beklagten, das Verfahren auf die Frage der 

Prozessfähigkeit zu beschränken und darüber mit Zwischenentscheid zu ent-

scheiden, abgewiesen. Es wurde festgehalten, dass die Parteien in Kürze zur 

Hauptverhandlung vorgeladen werden, und beide Parteien wurden aufgefordert, 

dem Gericht innert Frist diverse Unterlagen einzureichen. Sodann wurde dem Be-

klagten die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und ihm mit Wirkung ab 4. Mai 

2012 Rechtsanwalt lic. iur. B.  als unentgeltlicher Rechtsvertreter bestellt. 

4. Mit Eingabe vom 4. November 2013 erhob der Beklagte gegen die Verfü-

gung vom 22. Oktober 2013 fristgerecht Beschwerde. Er beantragt, die angefoch-

tene Verfügung sei aufzuheben und das Bezirksgericht Zürich sei anzuweisen, 

einen Zwischenentscheid über die Prozessfähigkeit der Klägerin zu fällen. In pro-

zessualer Hinsicht wurde um Gewährung der aufschiebenden Wirkung der Be-

schwerde sowie um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht. 

5. (…). 

6. Die Vorinstanz führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung aus, 

es sei zutreffend, dass die Prozessfähigkeit eine Prozessvoraussetzung im Sinne 

von Art. 59 Abs. 2 ZPO darstelle und mit Hinweis auf Art. 237 ZPO (Zwischenent-

scheid) im Falle der Bejahung der Prozessfähigkeit der Klägerin durch das verfü-

gende Gericht mit einer abweichenden obergerichtlichen Beurteilung sofort ein 

Endentscheid herbeigeführt werden könnte. Selbst wenn die Voraussetzungen für 

einen Zwischenentscheid gegeben seien, liege es aber im Ermessen des Ge-

richts, ob ein solcher gefällt werden soll. Das Gericht sei nicht verpflichtet, einen 

Zwischenentscheid zu fällen, sondern könne die Vorfrage auch erst im Endent-

scheid beantworten. Bei der Frage, ob vorliegend ein Zwischenentscheid gefällt 

werden soll, sei insbesondere das hohe Alter der Parteien zu berücksichtigen. Die 

Fällung eines Zwischenentscheides würde aller Voraussicht nach ein mehrmona-

tiges Rechtsmittelverfahren nach sich ziehen. Käme die Rechtsmittelinstanz zum 

Schluss, dass die Prozessfähigkeit der Klägerin gegeben sei, müsste alsdann das 

Verfahren in der Hauptsache vor dem Bezirksgericht weitergeführt werden. Mit 

einem erstinstanzlichen Urteil wäre daher wohl frühestens in der zweiten Jahres-

hälfte 2014 zu rechnen; danach wären erneut Rechtsmittelverfahren möglich. Bei 

dieser Sachlage dränge es sich auf, keinen Zwischenentscheid zu fällen, sondern 

zügig zur Hauptverhandlung vorzuladen. 

7. Der Beklagte bringt demgegenüber vor, die Frage der Prozessfähigkeit der 

Klägerin sei für die Beurteilung ihres Scheidungswillens sowie zur Beurteilung der 

Prozessvoraussetzungen im Sinne von Art. 59 Abs. 2 lit. c ZPO entscheidend. Es 

seien zahlreiche Abklärungen vorgenommen worden und selbst das Gericht habe 

die Einholung eines Gutachtens zur Urteilsfähigkeit der Klägerin als erforderlich 

erachtet. Es sei in diesem Gutachten festgestellt worden, dass die Klägerin mit 

Bezug auf die angestrebte Scheidung nicht gemäss ihrem eigenen Willen handeln 

könne. Eine Beeinflussung der Klägerin durch ihren Sohn habe nicht ausge-

schlossen werden können. Bei einer allfälligen Bejahung der Prozessfähigkeit der 

Klägerin könnte durch eine gegenteilige obergerichtliche Beurteilung sofort ein 

Endentscheid in der Sache herbeigeführt werden. Aus prozessökonomischen 

Gründen dränge sich die Fällung eines Zwischenentscheids somit förmlich auf. 

Die Ansicht der Vorinstanz, wonach das Alter der Prozessparteien einen raschen 

Entscheid gebiete, sei unzutreffend. Das vorliegende Scheidungsverfahren diene 

der Auflösung der Ehe, welche bekanntermassen eine Lebensgemeinschaft dar-

stelle, die normalerweise durch den Tod beendet und nur ausnahmsweise ge-

schieden werde. Eine Verweigerung der Prüfung der Prozessvoraussetzungen sei 

nicht gerechtfertigt, weshalb die Vorinstanz anzuweisen sei, mit einem Zwischen-

entscheid über die Prozessfähigkeit der Klägerin zu befinden. 

8.1 Die angefochtene Verfügung betreffend Abweisung des Antrags auf Fäl-

lung eines Zwischenentscheids über die Frage der Prozessfähigkeit der Klägerin  

ist ein prozessleitender Entscheid. Solche Entscheide sind nicht berufungsfähig 

(vgl. Art. 308 Abs. 1 ZPO). Dagegen ist die Beschwerde gegeben, wenn sie ent-

weder im Gesetz ausdrücklich vorgesehen ist, oder wenn durch die Verfügung ein 

nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht (Art. 319 lit. b ZPO). Eine Be-

schwerde gegen die Verweigerung der Fällung eines Zwischenentscheids wird 

vom Gesetz nicht ausdrücklich vorgesehen. Die vorliegende Beschwerde ist da-

her nur zulässig, wenn dem Beklagten infolge der angefochtenen Verfügung ein 

nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil droht. Der Entscheid, ob unter den 

konkret dargelegten Umständen ein nicht leicht wieder gutzumachender Nachteil 

nach Art. 319 lit. b ZPO droht oder nicht, liegt im (pflichtgemässen) Ermessen des 

Gerichts (vgl. ZK ZPO-FREIBURGHAUS/AFHELDT, 2. Auflage, Art. 319 N 13). Die 

Beweislast für das Bestehen der Gefahr eines solchen Nachteils trägt die Be-

schwerde führende Partei, falls die Gefahr nicht von vornherein offenkundig ist 

(BK ZPO-STERCHI, Art. 319 N 15). Fehlt die Rechtsmittelvoraussetzung des dro-

henden, nicht leicht wieder gutzumachenden Nachteils, so ist auf die Beschwerde 

nicht einzutreten (zum Ganzen: OGer ZH PE110026 vom 6. Februar 2012; OGer 

ZH RB130002 vom 21. März 2013 = ZR 112/2013 Nr. 52). 

8.2 Der Beklagte äussert sich in seiner Beschwerdeschrift zur unentgeltlichen 

Rechtspflege, zur aufschiebenden Wirkung der Beschwerde und legt dann unter 

"Materielles" dar, wieso die Vorinstanz einen Zwischenentscheid über die Pro-

zessfähigkeit der Klägerin hätte fällen müssen. Er führt hingegen nicht aus, in 

welcher Hinsicht ihm ohne Aufhebung der angefochtenen Verfügung ein Nachteil 

drohen könnte. Es wird von Seiten des Beklagten somit kein nicht leicht wieder-

gutzumachender Nachteil (rechtlicher oder materieller Natur) im Sinne von 

Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO geltend gemacht; ein solcher ist auch nicht ersichtlich.  

8.3 Der Vollständigkeit halber sei Folgendes angefügt: 

Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte, besteht kein Anspruch auf Erlass eines 

Zwischenentscheides (act. 3 S. 2 m.w.H.). Das Gericht prüft von Amtes wegen, 

ob die Prozessvoraussetzungen erfüllt sind (Art. 60 ZPO) und tritt auf eine Klage 

oder auf ein Gesuch nur ein, sofern diese gegeben sind (Art. 59 Abs. 1 ZPO). Die 

Vorinstanz hat somit von Amtes wegen zu prüfen, ob die Parteien partei- und pro-

zessfähig sind (Art. 59 Abs. 2 lit. c ZPO). Die ZPO regelt jedoch nicht, wann die 

Prüfung der Prozessvoraussetzungen vorzunehmen ist (ZK ZPO-ZÜRCHER, 2. 

Auflage, Art. 60 N 12). Der Zeitpunkt der Prüfung der Prozessvoraussetzungen 

liegt folglich allein im Ermessen des mit dem Verfahren betrauten Gerichts.  

Der Umstand allein, dass die Gutheissung der Beschwerde allenfalls zu einer Be-

schleunigung des erstinstanzlichen Verfahrens und zu einer früheren Verfah-

renserledigung führen könnte, rechtfertigt es jedenfalls nicht, eine Beschwerde 

gegen die angefochtene Verfügung zuzulassen, ist eine solche doch stets auch 

mit einem entsprechenden Zeitaufwand und einer Verlängerung der Verfahrens-

dauer verbunden (vgl. OGer ZH RB110022 vom 19. Oktober 2011, E. 3.3). Es 

verhält sich gleich wie mit anderen Vorfragen und Einreden. Es mag streitig sein, 

ob eine Forderung verjährt oder ob die Aktiv- resp. Passivlegitimation der Parteien 

erfüllt sei. In einem solchen Fall kann das Gericht erwägen, die Frage vorab zu 

entscheiden. Es steht ihm aber frei, etwa das Beweisverfahren zum Quantitativen 

ohne einen gesonderten Vor-Entscheid in Angriff zu nehmen. Und das gilt eben 

insbesondere auch für Prozessvoraussetzungen und für deren am häufigsten 

thematisierte, die Zuständigkeit. Sah zum Beispiel das Zürcher Recht noch vor, 

dass über die Zuständigkeit jedenfalls im schriftlichen Verfahren sofort, also vor 

dem Verfahren zur Sache, zu entscheiden sei (§ 111 Abs. 1 ZPO/ZH), gibt es im 

neuen Recht keine solche Bestimmung mehr. Ist das im Verfahrensrecht selber 

so angelegt, kann jedenfalls grundsätzlich nicht als besonderer Nachteil im Sinne 

von Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO geltend gemacht werden, dass mit dem  Verzicht 

des Sachgerichts auf einen gesonderten Vor-Entscheid das Risiko verbunden ist, 

weitere Prozesshandlungen könnten später und im Rückblick möglicherweise un-

nötig erscheinen.  

Dass es im vorliegenden Fall aus ganz besonderen Gründen und einer singulären 

Situation wegen anders wäre, wird wie gesagt nicht geltend gemacht und ist nicht 

zu erkennen. 

8.4 Den vorstehenden Erwägungen folgend ist auf die Beschwerde des Be-

klagten nicht einzutreten. 

 
Obergericht, II. Zivilkammer 

Beschluss vom 6. Februar 2014 
Geschäfts-Nr.: PC130056-O/U 

	Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO, drohender Nachteil.  Es gibt keine Bestimmung, wonach streitige Einreden und Vorfragen (namentlich auch Prozessvoraussetzungen) vorab und separat zu entscheiden sind. Das Gesetz nimmt damit in Kauf, dass sich gewisse Proze...
	(Erwägungen des Obergerichts:)