# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e5a44b67-b466-54c9-bb48-41238c2df8f8
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-04-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.04.2020 IV 2017/301
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2017-301_2020-04-29.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2017/301

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 05.01.2021

Entscheiddatum: 29.04.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 29.04.2020
Neuanmeldung nach Abschreibung eines ersten IV-Gesuchs. 
Beweiswürdigung betreffend ein polydisziplinäres Gutachten. Rückwirkende 
stufenweise Rentenzusprache bei zu berücksichtigender rentenrelevanter 
Veränderung des Sachverhalts im Zeitablauf (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. April 2020, IV 
2017/301).

Entscheid vom 29. April 2020

Besetzung

Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus (Vorsitz), Monika Gehrer-Hug und 

Michaela Machleidt Lehmann; Gerichtsschreiberin Fides Hautle

Geschäftsnr.

IV 2017/301

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber, Oberer Graben 44, 9000 St. 

Gallen,

gegen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.

A.___ meldete sich am 9. Juli 2010 (vgl. IV-act. 6-1; Antrag dieses Datums selber 

soweit ersichtlich nicht bei den Akten) erstmals bei der [ausländischen] 

Rentenversicherung zum Bezug einer Rente wegen Erwerbsminderung an. Der Antrag 

wurde am 19. November 2010 (IV-act. 6-1 bis 4) abgelehnt und die Versicherung 

überwies den Entscheid gleichentags der Schweizerischen Ausgleichskasse (IV-act. 2). 

Die schweizerische IV-Stelle für Versicherte im Ausland holte u.a. die 

Arbeitgeberbescheinigung der schweizerischen Arbeitgeberin ein, bei welcher die 

Versicherte während der Zeit vom 1. November 2005 bis 31. Juli 2007 als Mitarbeiterin 

im Verkauf im Pensum von 80 % angestellt gewesen war. Die Versicherte habe aus 

gesundheitlichen Gründen gekündigt; sie habe während der Anstellung den 

Anforderungen entsprechen können (vgl. IV-act. 11, Bescheinigung vom 23. Februar 

2011). - In einem weiteren Fragebogen für Arbeitgeber (in Verbindung mit einem 

beigelegten Arbeitsvertrag) gab - nach der Aktenlage - die Versicherte selbst am 

4. April 2011 (IV-act. 17-2 f.) an, sie habe ehemals vom 1. April 2008 bis zum 

31. Dezember 2008 (Betriebsaufgabe) an 20 Stunden pro Woche (50 %-Pensum) als 

Bedienung im (Restaurations-) Betrieb des Ehemannes [im Ausland] gearbeitet. Sie 

vermerkte, ihr psychischer und körperlicher Zustand habe sich durch einen Autounfall 

vom 19. Januar 2011 mit starkem Schleudertrauma wegen HWS- und BWS-

Beschwerden, starken Kopf- und Rückenschmerzen und Albträumen ziemlich stark 

verschlechtert (vgl. IV-act. 17). - Die IV-Stelle liess die Versicherte ausserdem 

Fragebögen betreffend Erwerbstätigkeit (IV-act. 10-1 bis 4) und betreffend 

Haushalttätigkeit (IV-act. 10-6 ff.) ausfüllen. - In einer Stellungnahme vom 24. Mai 2011 

(IV-act. 20-1 f.) gab (wohl) der Ärztliche Dienst (RAD) der schweizerischen 

Invalidenversicherung (Dr. med. B.___) aufgrund eines ärztlichen Entlassungsberichts 

über eine stationäre Therapie der Versicherten vom 26. Mai bis 22. Juni 2010 einer 

[ausländischen] Klinik an, es lägen bei ihr eine rezidivierende depressive Störung, 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gegenwärtig mittelgradige Episode, ohne somatisches Syndrom, eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung und ein Kopfschmerz vom Spannungstyp vor. Die 

Versicherte sei als voll arbeitsfähig (sc. aus der stationären Therapie) entlassen worden. 

Trotz Einschränkungen der körperlichen und psychischen Belastbarkeit gebe es 

sicherlich Tätigkeiten, in denen sie voll arbeitsfähig sei. Bei den erwähnten Diagnosen 

handelte es sich um die schon in der [ausländischen] Ablehnungsverfügung 

dargelegten Gesundheitsschädigungen (vgl. IV-act. 6-1; der Entlassungsbericht selber 

ist soweit ersichtlich nicht vorhanden, aber teils wiedergegeben in IV-act. 23-8 f. und in 

IV-act. 133-4; dort datiert auf 2. Juli 2010; die Versicherte war danach als zu sechs 

Stunden und mehr leistungsfähig in der Tätigkeit als Bedienung bzw. vollschichtig 

beruflich leistungsfähig auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beurteilt worden). - In einem 

Gutachten vom 30. Juli 2011 (IV-act. 23-7 ff.) für die [ausländische] Rentenversicherung 

- veranlasst im Widerspruchsverfahren gegen den [ausländischen] Entscheid - gab 

Dr. med. C.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, an, es bestünden bei 

der Versicherten eine rezidivierende depressive Störung im Sinn einer reaktiven 

Reaktion, gegenwärtig mittelgradig bis schwer, eine Somatisierungsstörung im Sinn 

einer Schmerzstörung, eine anhaltende Belastungsstörung und schwerwiegende 

psychosoziale Faktoren. Für den Beruf der Serviererin und in der Bedienung sowie auf 

dem allgemeinen Arbeitsmarkt sei sie für weniger als drei Stunden arbeitsfähig. Die 

schwere psychische Störung sei als Antwort auf die erlebten, für sie traumatischen 

Veränderungen im privaten Umfeld zu erklären. Die Versicherte habe angegeben, 2008 

das eigene Geschäft verloren, einen enormen Existenzkampf geführt und eine starke 

Verschuldung sowie im Versagen - auch in der partnerschaftlichen Beziehung - eine 

Kränkung erlitten zu haben. Sie habe berichtet, sie sei seit 2010 von ihrem Ehemann 

getrennt (IV-act. 23-9; bzw. geschieden, IV-act. 23-11) und habe keinen Kontakt mehr 

zu ihm, und gleichzeitig, dass sie bei ihm wohne (vgl. IV-act. 23-9 f.). Aufgrund der 

Persönlichkeitsstruktur und der Biographie sei die Versicherte nicht in der Lage, allein 

adäquate Bewältigungsstrategien aufzunehmen. Es bestehe eine erhebliche 

Überforderung im psychosozialen Umfeld. Daneben habe sich eine somatische 

Störung entwickelt. - In einer (fachärztlichen, auch psychiatrischen) 

sozialmedizinischen Stellungnahme einer [ausländischen] Abteilung Reha-Management 

zuhanden der Auslandsrentenabteilung gleicher Stelle vom 9. September 2011 (IV-

act. 25) wurde dargelegt, diese Arbeitsfähigkeitsschätzung sei nicht nachvollziehbar; es 

gebe ausser einer eventuellen Trennung keine im Vergleich zum oben erwähnten 

Entlassungsbericht neuen Faktoren, es habe keine fundierte psychiatrische oder 

psychotherapeutische Behandlung der Versicherten stattgefunden (bei welcher sowohl 

die depressiven wie die schmerzfehlverarbeitenden Symptome gänzlich abklingen 

könnten) und selbst bei Annahme einer quantitativen Einschränkung des 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Leistungsvermögens sei diese nicht andauernd, weshalb weiterhin eine 

Leistungsfähigkeit für sechs und mehr Stunden bestehe (IV-act. 25 f.). - Daraufhin zog 

die Versicherte das Gesuch gegenüber der [ausländischen] Rentenversicherung am 

16. September 2011 zurück, worauf das Verfahren bei der schweizerischen IV-Stelle für 

Versicherte im Ausland zufolge Gegenstandslosigkeit abgeschrieben wurde (vgl. IV-

act. 32, 27 ff.). 

B.  

Am 14./21. Dezember 2012 (IV-act. 33) meldete sich die Versicherte bei der 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen an. Sie, seit 1995 

Schweizer Bürgerin, habe die Sekundarschule im Herkunftsland gemacht. Von März 

2008 bis September 2011 habe sie sich [im Ausland] aufgehalten und dort von April bis 

Dezember 2008 zu 50 % gearbeitet. Seit Oktober 2011 sei sie hierzulande zu 50 % 

angestellt. Seit Oktober 2009 leide sie an einer psychischen Beeinträchtigung. Seit 

8. August 2012 erhalte sie bei voller Arbeitsunfähigkeit Krankentaggelder. Der IK-

Auszug (IV-act. 44) wies ab 1983 Einträge auf. - Die Arbeitgeberin (gleicher Betrieb wie 

von 2005 bis 2007) bescheinigte am 28. Januar 2013 (IV-act. 48), dass die Versicherte 

seit 1. Oktober 2011 im Stundenlohn als Mitarbeiterin im Verkauf tätig sei und im Jahr 

2011 bei rund 243 Stunden Arbeit rund Fr. 6'565.-- und im Jahr 2012 (Januar bis 

August) bei rund 481 Stunden Arbeit rund Fr. 12'377.-- verdient habe.

B.a. 

In einem Bericht vom 14. März 2013 (IV-act. 50) gab die Klinik D.___ (Psychiatrie-

Dienste E.___) nach einer stationären Behandlung der Versicherten vom 7. Januar bis 

1. März 2013 und tagesklinischer Behandlung vom 5. bis 14. März 2013 gegenüber 

Dr. med. F.___, Allgemeine Medizin FMH, bekannt, es lägen eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen, 

eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und eine Fibromyalgie vor. In der 

Anamnese fänden sich multiple Psychotraumata. Arbeitsfähig sei die Versicherte nicht. 

Sie habe auf die Therapien gut angesprochen und die Klinik in psychophysisch 

stabilisiertem Gesamtzustand verlassen.

B.b. 

Med. prakt. G.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, gab im IV-

Arztbericht vom 25. April 2013 (IV-act. 51) - abgesehen von den psychotischen 

Symptomen - die gleichen Diagnosen an. Er behandle die Versicherte seit dem 

B.c. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

7. September 2012. Er verweise vor allem auf seinen Zuweisungsbericht vom 

14. Dezember 2012 (soweit ersichtlich nicht aktenkundig). Die depressive Symptomatik 

der Versicherten habe sich nach der stationären Behandlung leicht zurückgebildet. Es 

stünden noch Suizidgedanken im Vordergrund. Objektiv zeige sich ein eindrückliches 

klinisches Bild einer Depression mit eingefallener, in Mimik und Gestik erheblich 

reduziert wirkender, erschöpfter Versicherter. Sie sei zurzeit wieder in der Tagesklinik 

integriert, dort aber aufgrund einer Verschlechterung der Depression in der ersten 

Behandlungsepisode überfordert gewesen. Sie sei seit 7. September 2012 voll 

arbeitsunfähig und befinde sich in einer frühen Phase beginnender Remission. Seine 

(des Psychiaters) Angaben basierten auf den Äusserungen der Versicherten ihm - in 

seiner Rolle als Behandler, nicht als Gutachter - gegenüber. - In einem Verlaufsbericht 

vom 2. September 2013 (IV-act. 57) erklärte med. prakt. G.___, der 

Gesundheitszustand der Versicherten sei stationär. Am 13. Juni 2013 sei sie aus der 

Tagesklinik ausgetreten, in jenem Monat sei es zu einem leichten Rückgang der 

depressiven Symptomatik gekommen (von ihm als mögliches Ansprechen auf eine 

Lithiumaugmentation interpretiert), schon im Juli 2013 aber wieder zu einer 

anhaltenden Verschlechterung. Bei einer weiteren Zunahme erwäge er die Zuweisung 

in eine erneute stationäre Behandlung in der Klinik D.___. Es bestünden eine ständige 

Erschöpftheit, Kraft- und Energielosigkeit, Antriebs- und Konzentrationsstörungen und 

eine stark eingeschränkte affektive Modulationsfähigkeit. Es stelle sich auch die Frage 

der Zumutbarkeit für einen Arbeitgeber. Das Leiden beeinträchtige die gesamte 

Lebensführung der Versicherten. - Im beigelegten Bericht vom 15. Juli 2013 (IV-

act. 57-7 f.) hatte das Psychiatrie-Zentrum H.___ (Psychiatrie-Dienste E.___) 

angegeben, die Versicherte sei vom 18. März bis 13. Juni 2013 in der Tagesklinik 

behandelt worden und in relativ verbessertem Zustand ausgetreten. Einmal 

wöchentlich wolle sie nebst der Betreuung durch med. prakt. G.___ noch die 

ambulanten Gruppentherapien am Zentrum besuchen. 

Nachdem der RAD demgemäss von einer nicht verwertbaren Arbeitsfähigkeit 

ausgegangen war (vgl. IV-act. 58-3), wies die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des 

Kantons St. Gallen einen Anspruch auf berufliche Massnahmen am 12. September 

2013 (IV-act. 61; wie vorläufig bereits am 22. Mai 2013, IV-act. 53) ab, weil diese wegen 

des Gesundheitszustands der Versicherten nicht möglich seien.

B.d. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

In einem Verlaufsbericht vom 5. Dezember 2013 (IV-act. 67) ging med. prakt. 

G.___ von einem stationären, unveränderten Zustand der Versicherten aus und wies 

darauf hin, dass sie inzwischen im Auftrag der Krankentaggeldversicherung untersucht 

worden sei. 

B.e. 

In seiner medizinischen Kurzbeurteilung vom 18. November 2013 (IV-act. 73-4 ff.) 

zuhanden der Krankentaggeldversicherung hatte Dr. med. I.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie und für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin, 

die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige 

Episode mit somatischem Syndrom, gestellt, daneben jene eines ausgeprägten 

psycho-physischen Erschöpfungszustands (IV-act. 73-6). Das depressive Syndrom 

bewirke zurzeit vollumfängliche Arbeitsunfähigkeit. Die subjektiv beklagten 

Beschwerden würden damit korrelieren. Es hätten weder Simulations- noch 

Aggravationstendenzen bestanden. Vielmehr bestehe der Eindruck einer 

überdurchschnittlichen Verausgabungsbereitschaft und eher einer Dissimulation. 

Nennenswerte psychosoziale bzw. sozio-kulturelle Belastungsfaktoren mit Einfluss auf 

die Schwere der depressiven Erkrankung seien nicht eruierbar gewesen. Zurzeit und für 

voraussichtlich weitere acht Wochen sei die Versicherte nicht arbeitsfähig. Die 

verschiedenen eingesetzten Psychopharmaka hätten bis anhin keine ausreichende 

Verbesserung bewirken können. Die Prognose sei deutlich eingeschränkt (vgl. IV-

act. 73-7, ad 5). Es könne grundsätzlich mit einer namhaften Besserung gerechnet 

werden (vgl. IV-act. 73-7, ad 6). Eine mehrwöchige stationäre psychosomatische 

Rehabilitation sei zu befürworten. Beim Befund wurden vollumfängliche 

Einschränkungen bei Problemlösung, Pünktlichkeit, Reaktionsfähigkeit, 

Selbständigkeit, Sorgfalt, Teamarbeit, Umstellungsfähigkeit, Verantwortung, Antrieb, 

Auffassung, Aufmerksamkeit, Ausdauer, Durchsetzung, Kontaktfähigkeit, Konzentration 

und Frustrationstoleranz beschrieben (vgl. IV-act. 73-8). - Der RAD schloss sich am 

10. Februar 2014 (IV-act. 70) an.

B.f. 

Am 9. Januar 2014 (IV-act. 69) hatte med. prakt. G.___ die Versicherte der Klinik 

D.___ (Z.___; IV-act. 69) zugewiesen. Diese Klinik gab im Austrittsbericht vom 

4. Februar 2014 (IV-act. 73-9 ff.) an, die Versicherte sei ab dem 14. Januar 2014 

behandelt worden. Nach 17 Tagen (am 31. Januar 2014) habe sie die Klinik wegen 

verschlechterter Schmerzproblematik verlassen. Sie habe sich für eine ambulante 

B.g. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Weiterbehandlung in einer Tagesklinik und durch med. prakt. G.___ entschieden. Bis 

14. Februar 2014 werde sie noch arbeitsunfähig geschrieben. Diagnostiziert worden 

waren (nebst der PTBS) eine mittelgradige rezidivierende depressive Störung und die 

Fibromyalgie mit mehreren Lokalisationen.

Am 27. März 2014 (IV-act. 77) fand eine Abklärung an Ort und Stelle statt. Im 

Bericht vom 25. April 2014 (IV-act. 77) wurde festgehalten, die Versicherte mache 

glaubhaft geltend, sie wäre ohne Behinderung vollzeitlich erwerbstätig. Gemäss RAD 

bestehe eine eigenständige depressive Störung auf dem Hintergrund einer PTBS mit 

voller Arbeitsunfähigkeit, doch rechtsprechungsgemäss begründe das keine Invalidität. 

Es sei von einem vorübergehenden Leiden auszugehen.

B.h. 

Auf einen ablehnenden Vorbescheid vom 13. Mai 2014 (IV-act. 80) hin wandte die 

Versicherte schliesslich am 17. Juni 2014 mithilfe der Pro Infirmis (IV-act. 87) ein, vor 

einem abschliessenden Entscheid sei ihr die Möglichkeit einzuräumen, die empfohlene 

stationäre Behandlung abzuschliessen, die sie wegen einer Verschlechterung des 

Gesundheitszustands abgebrochen habe. Allenfalls sei ein zusätzliches Gutachten 

einzuholen. Es sei eine eigenständige depressive Störung mit PTBS vorhanden, 

weshalb die Begründung einer Ablehnung nicht nachvollziehbar sei. - Am 8. Juli 2014 

trat die Versicherte (wie später den Beilagen einer Beschwerde gegen eine Verfügung, 

vgl. unten, zu entnehmen war) wieder in die Klinik D.___ ein (vgl. IV-act. 93-12 ff., 

Austrittsbericht vom 7. August 2014 an med. prakt. G.___ über den Aufenthalt bis 

30. Juli 2014).

B.i. 

Mit Verfügung vom 10. Juli 2014 (IV-act. 88) wies die Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch der Versicherten ab. Eine 

mittelgradige depressive Episode sei ein vorübergehendes Leiden, das gemäss dem 

Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 17. Oktober 2007, IV 

2006/154 E. 4c, eine vollumfängliche Überwindung der subjektiven 

Arbeitsunfähigkeitsüberzeugung erlaube. Eine PTBS setze, wie die bundesgerichtliche 

Rechtsprechung festhalte, ein traumatisierendes Ereignis von aussergewöhnlicher 

Schwere voraus und sei nicht per se invalidisierend, und eine Fibromyalgie sei danach 

ebenfalls überwindbar. Ausserdem sei die Versicherte nach der angeblichen 

Traumatisierung weiterhin einer Erwerbstätigkeit nachgegangen, weshalb diese nicht 

B.j. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

aussergewöhnlich schwer gewesen sein könne. - Am 6. August 2014 (IV-act. 89) 

schrieb Dr. F.___ dem RAD, die Versicherte sei wegen chronischer Schmerzen im 

Bauch und Rücken an einer regelmässigen Arbeit verhindert. Als Verkäuferin sei sie voll 

arbeitsunfähig. - Die Versicherte erhob Beschwerde gegen die Verfügung vom 10. Juli 

2014 und beantragte eine (allenfalls gerichtliche) Begutachtung (IV-act. 91-2 f.). Sie 

reichte unter anderem ein (älteres) Sozialmedizinisches Gutachten einer 

[ausländischen] Beratungsstelle vom 7. April 2010 (IV-act. 93-1 bis 4) ein, wonach sie 

aus medizinischer Sicht auf Zeit arbeitsunfähig sei. - Am 25. November 2014 (IV-

act. 106) widerrief die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen die 

angefochtene Verfügung (Abschreibung IV-act. 107).

Prof. Dr. med. J.___, Neurologie FMH, gab im IV-Arztbericht vom 19. Januar 2015 

(IV-act. 113) bekannt, auf neurologischem Fachgebiet bestehe bei der Versicherten 

keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit, daneben aber ein 

Kopfschmerz vom Spannungstypus. Die Versicherte habe berichtet, die 

Kopfschmerzen seien seit einem Autounfall von 2010 mit Schleudertrauma verstärkt 

(IV-act. 113-3). - Dr. F.___ gab am 20. Januar 2015 (IV-act. 114) an, es bestünden ein 

Fibromyalgie-Syndrom (ED 2006) und eine Depression. Er behandle die Versicherte seit 

17. September 2012. Die Arbeitsunfähigkeit von 100 % als Verkäuferin bestehe seit 

damals. Es sei eine Verschlechterung zu erwarten. - Med. prakt. G.___ berichtete am 

30. Januar 2015 (IV-act. 116; unter Hinweis wiederum auf seine Rolle als Behandler, 

nicht als Gutachter), trotz fortlaufender psychopharmakologischer und psycho- und 

ergotherapeutischer Behandlung samt vollstationärer Behandlungen habe sich keine 

wesentliche Befundveränderung ergeben. Dass eine Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei, 

sei durch den ausserordentlichen Ausprägungsgrad des affektiven Leidens begründet, 

das sich auf die gesamte Alltagsgestaltung bezüglich der Planungs- und 

Handlungskompetenz stark limitierend auswirke. - Die Klinik D.___ teilte im IV-

Arztbericht vom 10. März 2015 (IV-act. 119) unter anderem mit, die Versicherte sei 

nach einem Suizidversuch im Jahr 2010 in einer [ausländischen] Klinik gewesen. 

Psychisch sei die Versicherte durch Depressions- und Traumafolgesymptome 

chronisch beeinträchtigt, körperlich leide sie an Fibromyalgie- und 

Unterleibsschmerzen psychosomatischer Genese.

B.k. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Der RAD hielt zunächst am 24. März 2015 (IV-act. 120) dafür, es sei nicht zu 

erwarten, dass weitere medizinische Abklärungen zu einer wesentlich anderen 

Beurteilung führen würden. - Nach Beizug der Akten der IV-Stelle für Versicherte im 

Ausland (IV-act. 123) veranlasste die Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle eine 

polydisziplinäre Begutachtung der Versicherten. In einer Stellungnahme vom 1. Juli 

2015 (IV-act. 130) war festgehalten worden, die medizinischen Unterlagen würden sich 

bezüglich der Diagnosen widersprechen und diverse Hinweise darauf enthalten, dass 

vorwiegend die psychosozial schwierige Situation im Vordergrund stehe. Das Dossier 

enthalte zu viele Diskrepanzen, als dass ohne Abklärung eine Rente gesprochen 

werden könnte.

B.l. 

Das Swiss Medical Assessment- and Business-Center (SMAB) gab im Gutachten 

vom 18. März 2016 (IV-act. 133) an, als Hauptdiagnose (mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit) liege eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode, vor. Ohne Auswirkung seien eine Reaktion auf schwere 

Belastung, nicht näher bezeichnet, sowie psychologische und Verhaltensfaktoren bei 

andernorts klassifizierten Krankheiten, Polyarthralgien der unteren und oberen 

Extremitäten ohne wesentliche degenerative Veränderungen und ohne eingeschränkte 

Funktion, ein chronisches Cervicovertebralsyndrom mit chronisch rezidivierenden 

Myalgien ohne Zeichen einer radiculären Defizitsymptomatik, ein chronisches 

lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radiculäre Defizitsymptomatik, 

vasomotorische Kopfschmerzen, ein Verdacht auf NSAR-induzierte Gastritis, 

Übergewicht, Nikotinabusus, Status nach Commotio cerebri und nach 

Distorsionstrauma der HWS (19.01.2011) und nach OP einer Dermoidzyste sakral 2007 

und nach TE 1984. In der bisherigen Tätigkeit sei die Versicherte zu 40 % arbeitsfähig. 

Bei der Rückkehr in die Schweiz im Oktober 2011 habe keine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit bestanden. Im Zusammenhang mit einer Arbeitsplatzkonfliktsituation 

habe sich allmählich eine depressive Symptomatik entwickelt. Nach einem Überfall im 

August 2012 sei die Versicherte voll arbeitsunfähig geschrieben gewesen, was 

nachvollziehbar sei, und zwar bis Anfang 2015. Danach habe sich die Depression 

zunehmend gebessert. Spätestens ab August 2015 dürfte die derzeitige 

Arbeitsfähigkeit von 40 % vorgelegen haben. Der retrospektive Verlauf der 

Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit sei gleich charakterisiert, aber mit 

B.m. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einer um 20 % höheren Arbeitsfähigkeit, am Ende mit 60 % Arbeitsfähigkeit. Da nach 

relativ langjährigem Verlauf eine Besserung eingetreten sei und die Versicherte 

motiviert sei, wieder einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, und sich längerfristig in 

einem Arbeitspensum von 100 % sehe, scheine die Prognose günstig. Eine Re-

Evaluation scheine in etwa einem Jahr sinnvoll. - Der RAD schloss sich am 13. Juni 

2016 (IV-act. 147) an.

In der Klinik D.___ war die Versicherte nach dem 30. Juli 2014 bis zu einem 

Berichtsdatum vom 12. September 2016 (IV-act. 136) nicht mehr gewesen. - Med. 

prakt. G.___ berichtete im IV-Verlaufsbericht vom 6. Oktober 2016 (IV-act. 139), im 

Vordergrund stünden nach wie vor ein schweres depressives Syndrom und ein 

ständiges Schmerzerleben. Die früher ausgeprägte posttraumatische Symptomatik 

habe sich etwas zurückgebildet. Die Versicherte führe nach ihrer Beschreibung des 

Alltags eine Lebensweise mit Zurückgezogenheit, spärlichen sozialen Kontakten, enger 

Begleitung durch die Tochter und Distanzierung in der ehelichen Beziehung.

B.n. 

Auf Vorlage des Verlaufsberichts von med. prakt. G.___ vom 6. Oktober 2016 hin 

teilte das SMAB am 10. März 2017 (IV-act. 150) mit, dessen Darstellung des Verlaufs 

zwischen Januar 2015 und Oktober 2016, wonach in der ganzen Zeit eine schwere 

depressive Episode vorgelegen haben solle, sei nicht plausibel, wäre doch dann kaum 

nachvollziehbar, dass keine teil- oder vollstationären Massnahmen in die Wege geleitet 

worden seien. Der Arzt sehe ausserdem offensichtlich weiterhin das Vollbild einer 

PTBS, während im Gutachten ausführlich begründet worden sei, dass eine solche nicht 

vorliege.

B.o. 

Nach einer Stellungnahme des Rechtsdienstes (IV-act. 151-4 f.) stellte die 

Sozialversicherungsanstalt/IV-Stelle des Kantons St. Gallen der Versicherten am 

20. März 2017 (IV-act. 154) eine Abweisung ihres Gesuchs in Aussicht. Leichte bis 

mittelgradige depressive Störungen würden nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung nur als invalidisierende Krankheit in Betracht fallen, wenn sie 

erwiesenermassen therapieresistent seien, denn solche Leiden seien im allgemeinen 

therapeutisch gut angehbar. Aufgrund des Gutachtens könne nicht von einer 

relevanten Therapieresistenz gesprochen werden.

B.p. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

C.

Gegen diese Verfügung richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. Bettina Surber für 

die Betroffene am 29. August 2017 erhobene Beschwerde. Die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und der 

Beschwerdeführerin sei ab 1. Januar 2013 eine ganze Rente zuzusprechen, 

eventualiter sei die Beschwerdegegnerin anzuweisen, den Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin in einem Gutachten nochmals umfassend abzuklären. Der im 

Gutachten beschriebene Verlauf der gesundheitlichen Beeinträchtigung der 

Beschwerdeführerin ab Anfang 2015 lasse sich nicht mit dem gut dokumentierten 

schwerwiegenden Verlauf in der Vergangenheit und mit den Feststellungen des 

behandelnden Facharztes in Übereinstimmung bringen. Im Bericht der Klinik D.___ vom 

10. März 2015 werde die Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin gut 

zusammengefasst. Neben der depressiven Störung sei es offensichtlich die anhaltende 

Traumasymptomatik, welche die Beschwerdeführerin stark beeinträchtige. In den 

aktuellen Arztberichten werde die vom Gutachter beschriebene ganz erhebliche 

Zustandsverbesserung in keiner Art bestätigt. Sie hätte auch rapid erfolgt sein müssen, 

sei doch bei Klinikaustritt im Juli 2014 eine Wiederaufnahme der Arbeit nicht absehbar 

gewesen. Dass innert einem Jahr danach bereits eine Arbeitsfähigkeit von 60 % 

vorliegen sollte, lasse sich nicht annehmen, zumal med. prakt. G.___ keine wesentliche 

Mit Schreiben vom 9. Juni 2017 (IV-act. 160) liess die Versicherte einwenden, der 

Gesundheitszustand sei nochmals abzuklären. Auf ein Gutachten, das einen 

Besserungsverlauf beschreibe, der aufgrund sämtlicher Arztberichte nicht vorstellbar 

sei, könne nicht abgestellt werden. Würde auf das Gutachten abgestellt, wäre nach 

Beendigung des Wartejahres bis August 2015 eine ganze Rente und nach der 

überraschenden Zustandsverbesserung auf dieses Datum hin eine Viertelsrente 

zuzusprechen. Die vorliegende Störung sei eine hartnäckige. Wenn der Gutachter 

schreibe, es sei dennoch zu einem Behandlungserfolg gekommen, erkläre er damit 

nicht gleichzeitig, dass auch mit einer künftigen weiteren Steigerung zu rechnen sei. 

Allein der Wunsch der Versicherten sage darüber nichts aus. An einem vollständigen 

Therapieerfolg müsse erheblich gezweifelt werden. Sollte er möglich sein, könnte die 

Rente in einem Anpassungsverfahren geprüft werden.

B.q. 

Mit Verfügung vom 23. Juni 2017 (IV-act. 161) wies die Sozialversicherungsanstalt/

IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Leistungsgesuch der Versicherten vom Dezember 

2012 ab. Von Therapieresistenz könne nicht gesprochen werden.

B.r. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Zustandsbesserung beschrieben habe. Die Gutachter hätten sich bei der 

entsprechenden Beurteilung auf die Angaben der Beschwerdeführerin gestützt, 

wonach sie wieder angefangen habe Auto zu fahren. Sollte es tatsächlich zu einer 

Verbesserung der Symptomatik gekommen sein, müsse inzwischen wieder von einer 

Verschlechterung ausgegangen werden; die Beschwerdeführerin fahre nicht mehr Auto 

und auch nicht allein Zug und ihre Kinder müssten sie zu Terminen zum Psychiater 

begleiten. Es gelte zu beachten, dass sich die Beschwerdeführerin den 

begutachtenden Personen gegenüber offenbar als belastbarer zeige, als sie es sei. 

Daher sei den Berichten der Ärzte zu folgen, die sie regelmässig sähen und die 

Beeinträchtigung über einen längeren Zeitraum hinweg beurteilen könnten. Die 

Beschwerdeführerin habe sich am 21. Dezember 2012 angemeldet und das Wartejahr 

sei daher am 21. Dezember 2013 erfüllt gewesen. Der Anspruch bestehe ab 1. Januar 

2013; die Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin betrage seit dem 

Anmeldezeitpunkt 100 %. Sollte nicht auf die Arbeitsunfähigkeitsschätzung von med. 

prakt. G.___ abgestellt werden, werde eine nochmalige umfassende Abklärung des 

Gesundheitszustands beantragt. Würde auf das Gutachten abgestellt, wäre für die 

Zukunft eine Viertelsrente zuzusprechen. Wie der RAD am 23. März 2015 festgestellt 

habe, liege bei der Beschwerdeführerin eine depressive Störung vor, die kein 

vorübergehendes Leiden darstelle. Es handle sich um eine hartnäckige Störung. Der 

Gutachter habe mit der Feststellung eines Behandlungserfolgs nicht auch gesagt, dass 

mit einer künftigen weiteren Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu rechnen sei. Aufgrund 

sämtlicher Berichte in den Akten sowie der langen Dauer und der Intensität der 

Beeinträchtigung müsse ein vollständiger Therapieerfolg erheblich bezweifelt werden. 

Im andern Fall könnte eine Anpassung erfolgen. Werde auf das Gutachten abgestellt, 

sei vom Januar 2013 bis August 2015 eine ganze Rente und ab November 2015 eine 

Viertelsrente zu gewähren.

D.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 11. Oktober 2017 beantragt die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Nach dem überzeugenden und voll beweiskräftigen 

Gutachten sei die Beschwerdeführerin in somatischer Hinsicht für angepasste 

Tätigkeiten unbestrittenermassen uneingeschränkt arbeitsfähig. Dem Einwand, der im 

Gutachten beschriebene psychiatrische Verlauf lasse sich mit dem aktenkundigen 

Verlauf und den Feststellungen des behandelnden Facharztes nicht in 

Übereinstimmung bringen, könne nicht gefolgt werden. Der Gutachter habe sich 

eingehend mit dem Krankheitsverlauf auseinandergesetzt. Nach ihrer Rückkehr in die 

Schweiz im Oktober 2011 habe danach eindeutig keine depressive Symptomatik der 

Beschwerdeführerin vorgelegen. Im Rahmen des Arbeitsverhältnisses sei es dann zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

einer Konfliktsituation gekommen. Vermutlich habe sich eine eher noch mässig 

ausgeprägte depressive Symptomatik entwickelt, die sich massiv verstärkt habe, 

nachdem sie im August 2012 überfallen worden sei. Ab Anfang 2015 sei es zu einer 

Besserung, ab August/September 2015 zu einer deutlichen Verbesserung gekommen. 

Der Auffassung, die Beschwerdeführerin gebe sich gegenüber begutachtenden 

Personen belastbarer, als sie es sei, könne ebenfalls nicht gefolgt werden. Zum einen 

könne ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten nicht stets in Frage gestellt werden, 

wenn die behandelnden Ärzte zu einer anderslautenden Einschätzung gelangten. Das 

sei nur bei Vorbringen unerkannter oder ungewürdigt gebliebener Aspekte der Fall. 

Vorliegend sei nicht ersichtlich, inwiefern die psychiatrisch-klinische Untersuchung 

ungenügend gewesen sein sollte. Im Gegenteil sei sie lege artis erfolgt. Zum andern sei 

in der Stellungnahme vom 10. März 2017 einleuchtend erklärt worden, dass die 

beschriebenen Tagesaktivitäten gegen eine solche Annahme (einer zu positiven 

Beschreibung) sprächen. Die anderslautende Einschätzung von med. prakt. G.___ 

hingegen habe sich mit den gutachterlichen Feststellungen nicht auseinandergesetzt. 

Gestützt auf das psychiatrische Gutachten sei davon auszugehen, dass im August/ 

September 2015 eine deutliche Verbesserung der vormals teilweise schweren 

depressiven Symptomatik eingetreten sei und seither noch eine depressive Störung 

höchstens mittelschweren Ausmasses vorliege. Psychische Störungen dieser Art seien 

nur als invalidisierend zu betrachten, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) 

angehbar seien, was voraussetze, dass keine therapeutische Option mehr, sondern 

Behandlungsresistenz bestehe. Die gutachterlichen Feststellungen sprächen trotz der 

längere Zeit bestehenden depressiven Störung immer noch für deren therapeutische 

Angehbarkeit. Eine seit mehreren Jahren und trotz adäquater Therapie 

behandlungsresistente, invalidisierende Depression liege nicht vor. Die mittelschwere 

Depression stelle keinen massgebenden Gesundheitsschaden im Sinn der 

Rechtsprechung dar. Die Episode schweren Grades sei vorübergehender Natur 

gewesen. Eine andauernde schwere Depression habe nicht vorgelegen.

E.

Am 13. Oktober 2017 hat die Gerichtsleitung dem Gesuch um Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) entsprochen.

F.

In ihrer Replik vom 4. Dezember 2017 hält die Rechtsvertreterin der 

Beschwerdeführerin daran fest, dass das Gutachten deren Gesundheitszustand nicht 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

ausreichend erfasse und deshalb nicht zu überzeugen vermöge. Die RAD-Ärztin habe 

am 23. März 2015 festgehalten, es liege nicht eine mittelgradige depressive Episode, 

sondern eine rezidivierende depressive Störung vor, somit also kein vorübergehendes 

Leiden. Die depressive Symptomatik sei chronifiziert. Wie sich dann plötzlich der 

Zustand so verbessert haben sollte, dass schon im August 2015 eine Arbeitsfähigkeit 

von 60 %, nach Auffassung der Beschwerdegegnerin gar eine solche von 100 % 

vorgelegen habe, sei nicht nachvollziehbar. Der Arztbericht von med. prakt. G.___ 

könne nicht unberücksichtigt bleiben. Die Gutachter seien ja nicht der Meinung, es 

habe die erhebliche Beeinträchtigung nie bestanden, sondern sie würden von einer 

plötzlichen Verbesserung ausgehen, und zwar offenbar insbesondere, weil sich keine 

Arztberichte mehr in den Akten fänden. Die Beschwerdeführerin habe sich aber 

ununterbrochen beim Psychiater in Behandlung befunden; er könne umfassend über 

die Entwicklung des Zustands Auskunft geben. Wenn er der Meinung sei, der Zustand 

sei nicht wesentlich verbessert, so müsse das massgeblich sein. Die 

Beschwerdeführerin habe bei der Begutachtung angegeben, sie würde gern wieder zu 

arbeiten versuchen, doch sei sie dazu effektiv nicht in der Lage. Sie könne auch nicht 

mehr mit dem Auto fahren.

G.

Die Beschwerdegegnerin hat am 12. Dezember 2017 am Antrag festgehalten und auf 

die Erstattung einer Duplik verzichtet. 

Erwägungen

1.

Im Streit liegt die Verfügung vom 23. Juni 2017, mit welcher die Beschwerdegegnerin 

das Gesuch der Beschwerdeführerin vom Dezember 2012 abwies. Es handelte sich bei 

diesem Gesuch um eine neue Anmeldung nach der Abschreibung eines ersten IV-

Gesuchs vom Juli 2010 (mit dem die Beschwerdeführerin Leiden seit Oktober 2009 

geltend gemacht hatte) durch Verfügung vom 29. November 2011 (nach einem 

Rückzug des Gesuchs). - Die Beschwerdeführerin lässt mit der Beschwerde die 

Ausrichtung einer ganzen Rente ab 1. Januar 2013 beantragen (für den Fall des 

Abstellens auf das Gutachten eine ganze Rente von Januar 2013 bis August 2015 und 

eine Viertelsrente ab November 2015), im Eventualstandpunkt eine weitere 

Begutachtung durch die Beschwerdegegnerin. - Streitgegenstand bildet zunächst der 

allfällige Rentenanspruch. Ergäbe sich allerdings, dass ohne 

Eingliederungsmassnahmen ein Rentenanspruch in Frage stünde, so gehörte zum 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Streitgegenstand notwendigerweise auch die Frage, ob die Verwaltung den Grundsatz 

"Eingliederung vor Rente" beachtet und eine allfällige Pflicht der Beschwerdeführerin 

zu Massnahmen korrekt in Anspruch genommen habe.

2.  

Nach Art. 28 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die 

versicherte Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie 

mindestens zu 60 % invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % 

besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 

40 % Anspruch auf eine Viertelsrente. - Nach Art. 29 Abs. 1 IVG (in der Fassung seit 

1. Januar 2008) entsteht der Rentenanspruch frühestens nach Ablauf von sechs 

Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG. 

Eine allfällige Rentenauszahlung (im Unterschied zum allfälligen Eintritt des 

Versicherungsfalls Rente) steht demnach vorliegend frühestens ab 1. Juni 2013 in 

Frage.

2.1. 

Nach Art. 8 Abs. 1 ATSG gilt als Invalidität die voraussichtlich bleibende oder 

längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Diese wird gemäss 

Art. 7 Abs. 1 ATSG verstanden als der durch die Beeinträchtigung der körperlichen, 

geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

oder Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt. - 

Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die 

Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine 

Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht 

überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG, vgl. auch BGE 102 V 165).

2.2. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 143 V 418 E. 7.1 f.) sind 

grundsätzlich (bei Ausnahmen nach dem jeweiligen Beweisbedarf) sämtliche 

psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren nach BGE 141 V 281 

zu unterziehen, denn bei sämtlichen psychischen Störungen bestehen trotz 

variierender Prägnanz der erhebbaren Befunde im Wesentlichen vergleichbare 

Beweisprobleme. Für die Beurteilung des funktionellen Leistungsvermögens sind nach 

dem genannten BGE 141 V 281 in der Regel diverse Standardindikatoren beachtlich, 

die in zwei Kategorien systematisiert werden, nämlich einerseits in der Kategorie des 

funktionellen Schweregrads und anderseits in jener der Konsistenz. Zum funktionellen 

Schweregrad sind die Komplexe "Gesundheitsschädigung" (mit den Aspekten der 

Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde, des Behandlungs- und 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Eingliederungserfolgs oder der entsprechenden Resistenz und der Komorbiditäten), 

"Persönlichkeit" (mit Persönlichkeitsdiagnostik und persönlichen Ressourcen) und 

"Sozialer Kontext" zu berücksichtigen. In der Kategorie der Konsistenz geht es um 

Gesichtspunkte des Verhaltens, namentlich um eine gleichmässige Einschränkung des 

Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen und um behandlungs- und 

eingliederungsanamnestisch ausgewiesenen Leidensdruck (vgl. BGE 141 V 281 

E. 4.1.3). Soweit die festgestellte Leistungseinschränkung auf Aggravation oder einer 

ähnlichen Erscheinung beruht oder unter dem Einfluss der Folgen der Erzielung eines 

sekundären Krankheitsgewinns steht (der rechtlich grundsätzlich unbeachtlich zu 

bleiben hat, vgl. BGE 130 V 352), liegt nach der Rechtsprechung regelmässig keine 

versicherte Gesundheitsschädigung vor. Hinweise darauf ergeben sich (im 

Zusammenhang mit einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung entwickelt) 

namentlich, wenn: eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen 

und dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen 

angegeben werden, deren Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische 

Behandlung und Therapie in Anspruch genommen wird; demonstrativ vorgetragene 

Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken; schwere Einschränkungen im 

Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch weitgehend intakt ist (BGE 

141 V 281 E. 2.2). - Störungen fallen unabhängig von ihrer Diagnose bereits dann als 

rechtlich bedeutsame Komorbidität in Betracht, wenn ihnen konkret 

ressourcenhemmende Wirkung beizumessen ist (vgl. BGE 143 V 418 E. 8.1; vgl. auch 

Bundesgerichtsurteil vom 3. Mai 2018, 9C_909/2017 E. 4.1). 

Die Prüfung nach diesen systematisierten Indikatoren erlaubt zusammenfassend - 

unter Berücksichtigung von leistungshindernden äusseren Belastungsfaktoren 

einerseits und von Kompensationspotentialen (Ressourcen) andererseits - das 

tatsächlich erreichbare rechtlich relevante Leistungsvermögen einzuschätzen (vgl. 

Bundesgerichtsurteil vom 3. Mai 2018, 9C_909/2017 E. 4.2).

2.4. 

Im Rahmen der Standardindikatorenprüfung stellen Verlauf und Ausgang von 

Therapien wichtige Schweregradindikatoren dar (vgl. Bundesgerichtsurteil 

9C_909/2017 E. 4.2). - Die Therapierbarkeit eines Leidens steht dem Eintritt einer 

rentenbegründenden Invalidität nicht absolut entgegen. Denn die Behandelbarkeit, für 

sich allein betrachtet, sagt nichts über den invalidisierenden Charakter einer 

psychischen Störung aus (Bundesgerichtsurteil 9C_909/2017 E. 4.1, vgl. BGE 143 V 

409 E. 4.2.1). - Eine leistungs-, insbesondere rentenbegründende Invalidität setzt 

zunächst jedenfalls eine psychiatrische, lege artis gestellte Diagnose voraus. Das ist 

vor allem mit Blick darauf bedeutsam, dass auch bei einem depressiven Leiden soziale 

2.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

3.  

Belastungen, die direkt negative funktionelle Folgen zeitigen, auszuklammern sind, und 

eine Abgrenzung zu reaktivem, invaliditätsfremdem Geschehen aufgrund von 

psychosozialen Belastungen hin erforderlich ist (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2; vgl. auch 

unten E. 3.3.5). - Es ist Aufgabe des medizinischen Sachverständigen, gegebenenfalls 

nachvollziehbar aufzuzeigen, weshalb trotz leichter bis mittelschwerer Depression und 

an sich guter Therapierbarkeit der Störung im Einzelfall funktionelle 

Leistungseinschränkungen resultieren, die sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (vgl. 

BGE 143 V 409 E. 4.5.2). Ärztlicherseits ist substanziiert darzulegen, aus welchen 

medizinisch-psychiatrischen Gründen die erhobenen Befunde das funktionelle 

Leistungsvermögen und die psychischen Ressourcen in qualitativer, quantitativer und 

zeitlicher Hinsicht zu schmälern vermögen. Es genügt beispielsweise nicht, dass der 

medizinisch-psychiatrische Sachverständige von einem diagnostizierten depressiven 

Geschehen direkt auf eine Arbeitsunfähigkeit, welchen Grades auch immer, schliesst; 

vielmehr hat er darzutun, dass, inwiefern und inwieweit wegen der von ihm erhobenen 

Befunde (Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Antriebsschwäche, Müdigkeit, 

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, verminderte Anpassungsfähigkeit 

usw.) die beruflich-erwerbliche Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist, und zwar - zu 

Vergleichs-, Plausibilisierungs- und Kontrollzwecken - unter Miteinbezug der sonstigen 

persönlichen, familiären und sozialen Aktivitäten der rentenansprechenden Person (vgl. 

BGE 145 V 361 E. 4.3). - Durch den Versicherungsträger und im Beschwerdefall durch 

das Gericht ist zu prüfen, ob und inwieweit die ärztlichen Experten ihre 

Arbeitsunfähigkeitsschätzung unter Beachtung der massgebenden Indikatoren 

(Beweisthemen) hinreichend und nachvollziehbar begründet haben (vgl. BGE 145 V 361 

E. 4.3). Kommen die medizinischen Experten der oben erwähnten Aufgabe unter 

Berücksichtigung der durch BGE 141 V 281 normierten Beweisthemen überzeugend 

nach, wird die medizinisch-psychiatrische Folgenabschätzung auch aus der 

juristischen Sicht des Rechtsanwenders - Durchführungsstelle oder Gericht - Bestand 

haben. Andernfalls liegt ein triftiger Grund vor, der rechtlich ein Abweichen davon 

gebietet (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3). Dabei gilt als Leitschnur, dass die ärztliche 

Beurteilung - von der Natur der Sache her unausweichlich - Ermessenszüge aufweist, 

die auch den Rechtsanwender begrenzen (vgl. BGE 145 V 361 E. 4.3).

Der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wurden 

nach der Aktenlage zuletzt im Januar und Februar 2016 polydisziplinär durch das 

SMAB begutachtet (Gutachten vom 18. März 2016). Das Gutachten basiert auf einer 

Kenntnisnahme von den Vorakten (IV-act. 133-3 ff.). Es erfolgte eine psychiatrische 

3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Begutachtung (federführend) unter Einbezug von Konsilien in internistischer, 

neurologischer und orthopädisch/traumatologischer Hinsicht, bei welchen jeweils die 

Anamnese und die geklagten Beschwerden erfragt wurden.

Zum somatischen Zustand der Beschwerdeführerin zeigte sich bei der 

Begutachtung im Einzelnen Folgendes:

3.2. 

Unter internistischem Gesichtspunkt wurden keine für die Arbeitsfähigkeit 

relevanten Diagnosen erhoben. Es ergäben sich keine Hinweise darauf, dass die 

Arbeitsfähigkeit diesbezüglich jemals eingeschränkt gewesen sein könnte (vgl. IV-

act. 133-43). - Die Beschwerdeführerin hatte unter anderem angegeben, sie leide an 

besonders starken Schmerzen im rechten Handgelenk und in den Gelenken der linken 

Körperhälfte. Ein Nackenkopfschmerz sei seit einem Autounfall im Jahr 2010 (IV-

act. 133-40, vgl. auch IV-act. 113-3; bzw. Januar 2011, IV-act. 17-2) [im Ausland] 

eingetreten. Wegen Überfällen auf den dortigen Betrieb seien sie 2011 wieder in die 

Schweiz gekommen. Seit einem Überfall in der ersten Augustwoche 2012 habe sie 

Angst vor Menschen (vgl. IV-act. 133-40 f.).

3.2.1. 

Anlässlich der neurologischen Untersuchung konnten normale Befunde erhoben 

werden und es bestand ebenfalls keine Diagnose mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit. 

Der intermittierende Tremor sei inkonstant gewesen und als funktionell zu taxieren (vgl. 

IV-act. 133-49). Nach dem aktenkundigen Autounfall von 2011 sei eine Schonungszeit 

von maximal drei Monaten anzunehmen (IV-act. 133-50). - Die Beschwerdeführerin 

hatte angegeben, die Brandstiftung im Jahr 2006 sei bei ihr Auslöser für sehr viele 

Beschwerden gewesen. Die Familie sei hernach [ins Ausland] emigriert. Dort habe sie 

(die Beschwerdeführerin) am 19. Januar 2011 einen Unfall (Kollision von rechts frontal) 

erlitten. Seither habe sie den Eindruck, die allgemeinen Schmerzen seien schlimmer 

geworden. Seit ein bis zwei Jahren komme es zu Zittern auf der rechten Seite, und 

zwar immer, wenn sie belastet sei. Im Arbeitsverhältnis in der Schweiz ab Oktober 

2011 sei es zu Mobbing gekommen, weshalb sie ihr Pensum reduziert habe (vgl. IV-

act. 133-45 f.).

3.2.2. 

Bei der orthopädisch-traumatologischen Begutachtung wurde ebenfalls keine 

(Haupt-) Diagnose erhoben. Nach einer im Gutachten detailliert beschriebenen 

Befunderhebung wurde dargelegt, im Bereich der HWS seien die Bewegungen der 

Beschwerdeführerin leicht- bis mittelgradig, im Bereich der LWS leichtgradig 

eingeschränkt gewesen. Zeichen einer radikulären Defizitsymptomatik hätten sich nicht 

nachweisen lassen. Auch seitendifferente Umfangsverminderungen an Armen und 

Beinen hätten nicht nachgewiesen werden können. Die Funktionen der Schulter-, 

3.2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Ellenbogen-, Hand-, Finger-, Hüft-, Knie- und Sprunggelenke seien uneingeschränkt 

demonstrierbar gewesen. Es hätten sich weder Deformierungen noch Zeichen einer 

Rötung, Überwärmung oder Schwellung gezeigt. Weder die Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen noch diejenige in einer angepassten Arbeit sei eingeschränkt. Das 

Belastungsprofil umfasse körperlich leichte bis zeitweilig mittelschwere Tätigkeiten mit 

Heben und Tragen von Lasten bis maximal 15 kg. Tätigkeiten in ständiger 

Zwangshaltung (Vorbeugehaltung) oder Überkopfarbeiten sollten vermieden werden, 

ebenso Tätigkeiten unter extremen Temperaturschwankungen, Hitze, Kälte, Nässe oder 

Zug. - Die Beschwerdeführerin hatte Schmerzen im Bereich vieler Körpergelenke, 

namentlich in den Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Finger-, Knie-, Sprung- und 

Zehengelenken beklagt, ausserdem Schmerzen im Achsenorgan, insbesondere im 

Bereich der unteren LWS und im Bereich der HWS sowie auf der Vorderfläche beider 

Oberschenkel. Sie könne maximal 15 Minuten gehen. 

Zusammenfassend kann unter somatischem Aspekt aufgrund der überzeugend 

erscheinenden Ergebnisse der drei Begutachtungen demnach davon ausgegangen 

werden, dass kein die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin beeinträchtigendes 

Leiden vorliegt.

3.2.4. 

Zum psychiatrischen Zustand der Beschwerdeführerin ergab sich bei der SMAB-

Begutachtung des Weiteren Folgendes.

3.3. 

Als (einzige) Hauptdiagnose wurde eine rezidivierende depressive Störung, 

gegenwärtig mittelgradige Episode, festgestellt (IV-act. 133-33). - Der Gutachter setzte 

sich aber mit weiteren früher benannten oder in Frage kommenden Diagnosen 

auseinander. Dabei legte er dar, ob eine posttraumatische Belastungsstörung nach der 

Verstärkung der (nach einem Übergriff im Jahr 1985 mässigen, fluktuierenden 

diesbezüglichen) psychischen Symptomatik anlässlich der schweren äusseren 

psychosozialen Belastung infolge des Brandanschlags mit fortgesetzter 

Bedrohungssituation im Jahr 2006 vorgelegen habe, lasse sich nicht mehr klären. 

Erstmals 2012 - und danach noch wiederholt - sei diese Diagnose (PTBS) mitgeteilt 

worden. Eine solche Störung, wie sie in der ICD-10 definiert sei, liege nicht mehr vor. 

Offensichtlich sei es zu einer Besserung gekommen. Es sei (ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit) die Diagnose einer Reaktion auf schwere Belastung, nicht näher 

bezeichnet, zu erheben. - Die Diagnose einer Agoraphobie sei, was nachvollziehbar sei, 

nie gestellt worden und sei, da bei der Beschwerdeführerin die Depression das Bild 

beherrsche, bei den eher mässig ausgeprägten beschriebenen agoraphobischen 

Ängsten nicht zu stellen. - Die Diagnose einer anhaltenden Schmerzstörung sei einmal 

3.3.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

(von Dr. C.___) gestellt worden. Sie setze unter anderem einen Mindestschweregrad im 

Sinn eines andauernden, schweren und quälenden Schmerzes voraus. Angesichts 

unter anderem der Alltagsaktivitäten sei diese Diagnose nicht gegeben. Es sei aber 

eine psychogene Überlagerung der Schmerzen aufgrund psychosozialer Belastung, 

insbesondere der Partnerschaftsproblematik, und damit die Diagnose (ohne Einfluss 

auf die Arbeitsfähigkeit) psychologischer Faktoren und Verhaltensfaktoren bei 

andernorts klassifizierten Krankheiten anzunehmen (IV-act. 133-34). 

Was den Schweregrad und den Verlauf der Leiden bzw. der Hauptdiagnose 

betrifft, führte der SMAB-Gutachter der Psychiatrie aus, zu depressiven Episoden sei 

es möglicherweise bereits nach einem schweren sexuellen Übergriff Mitte der 1980er 

Jahre und nach einem Brandanschlag auf das Geschäft des Ehemannes der 

Beschwerdeführerin im Jahr 2006 gekommen. Ausreichend dokumentiert sei eine 

solche Störung aber erst seit 2010, nämlich gemäss einem Sozialmedizinischen 

Gutachten vom 7. April 2010. In der Folge habe sich die Depression gebessert; 

insbesondere habe nach der Rückkehr in die Schweiz im Oktober 2011 eindeutig keine 

depressive Symptomatik vorgelegen. Die Beschwerdeführerin habe damals zu 100 % 

arbeiten wollen, aber nur ein Pensum von 50 % angeboten bekommen. Sie habe 

deshalb viele Überstunden gemacht. Im Rahmen des Arbeitsverhältnisses sei es zu 

einer Arbeitsplatzkonfliktsituation gekommen, welche die Beschwerdeführerin als 

Mobbing erlebt habe. Es habe sich eine vermutlich eher noch mässig ausgeprägte 

depressive Symptomatik entwickelt, die sich massiv verstärkt habe, nachdem die 

Beschwerdeführerin im August 2012 überfallen worden sei. Es habe sich (damals) eine 

sehr hartnäckige, relativ schwer ausgeprägte depressive Symptomatik - im 

Ausprägungsgrad einer mittelschweren bis schweren, zum Teil auch eindeutig 

schweren, depressiven Episode - entwickelt. Nach der Beschreibung der 

Beschwerdeführerin sei erst ab Anfang 2015 eine Besserung, ab August/September 

2015 eine deutliche Besserung, eingetreten. Zurzeit liege eine eher mässig ausgeprägte 

mittelgradige depressive Episode vor. Die Beschwerdeführerin sei nun wieder 

zukunftsorientiert und fahre wieder Auto, um sich auf eine spätere berufliche Tätigkeit 

vorzubereiten. Sie sei nicht mehr hoffnungs- und perspektivlos und verzweifelt, wie das 

gemäss den Unterlagen ab August 2012 für längere Zeit der Fall gewesen sei (vgl. IV-

act. 133-33 f.).   

3.3.2. 

In Bezug auf allfällige Komorbiditäten ist darauf hinzuweisen, dass die neben der 

(Hauptdiagnose der) depressiven Störung erhobenen, oben erwähnten Störungen 

(Reaktion auf schwere Belastung, nicht näher bezeichnet; und psychologische 

Faktoren und Verhaltensfaktoren bei andernorts klassifizierten Krankheiten) nach der 

3.3.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Beurteilung im psychiatrischen Gutachten ressourcenmindernd sind (vgl. IV-

act. 133-35).

Als Ressourcen vorhandene Umstände wurden nicht ausdrücklich bezeichnet. 

Festgehalten wurde allerdings im entsprechenden Zusammenhang (Komplex 

"Persönlichkeit" [Persönlichkeitsdiagnostik, persönliche Ressourcen]), dass unter 

Berücksichtigung der Biographie bzw. der Krankheitsentwicklung von einer sehr 

stabilen Primärpersönlichkeit der Beschwerdeführerin auszugehen sei. Es bestünden in 

keiner Art Hinweise auf eine Persönlichkeitsakzentuierung oder -störung (vgl. IV-

act. 133-35). 

3.3.4. 

Was die psychosozialen Faktoren betrifft (Komplex "Sozialer Kontext" der 

Kategorie des Schweregrads), berücksichtigte der SMAB-Gutachter der Psychiatrie, 

dass die soziale Situation der Beschwerdeführerin durch eine gravierende 

Partnerschaftsproblematik belastet sei (vgl. IV-act. 133-35). Es sei eine psychogene 

Überlagerung der Schmerzen aufgrund psychosozialer Belastung (insbesondere 

Partnerschaftsproblematik) anzunehmen (vgl. IV-act. 133-34). - Das Beschwerdebild 

mitprägende psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren, soweit sie 

unmittelbar (direkt) die Symptomatik beeinflussen und nicht bloss mittelbar eine 

(verselbstständigte) Gesundheitsschädigung aufrechterhalten oder ihre (unabhängig 

von den invaliditätsfremden Elementen bestehenden) Folgen verschlimmern, sind nach 

der Rechtsprechung als nicht invalidisierende und damit nicht versicherte Faktoren 

auszuscheiden. Ein invalidisierender psychischer Gesundheitsschaden kann nur 

gegeben sein, wenn das klinische Beschwerdebild nicht einzig in psychosozialen und 

soziokulturellen Umständen seine Erklärung findet, sondern davon psychiatrisch 

unterscheidbare Befunde umfasst (vgl. Bundesgerichtsurteil vom 15. März 2017, 

8C_14/2017 E. 5.3). - Im Gutachten wurde diesbezüglich eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, diagnostiziert. Allerdings wurde erwähnt, 

zurzeit liege eine (eher mässig ausgeprägte) mittelgradige depressive Episode vor (vgl. 

IV-act. 133-33; zum Befund vgl. unten E. 3.4.1 f.).

3.3.5. 

Zur Kategorie der Konsistenz hielt der Gutachter der Psychiatrie fest, dass sich 

die Beschwerdeführerin zu einer beruflichen Tätigkeit nur an zwei bis drei Stunden 

zweimal pro Woche in der Lage sehe, sei diskrepant zu ihren Aktivitätenniveaus in den 

Bereichen Haushalt und Freizeit (vgl. IV-act. 133-35). Der Beschreibung des 

Tagesablaufs und der Freizeitgestaltung (IV-act. 133-26 f.) lässt sich entnehmen, dass 

die Beschwerdeführerin berichtete, Spaziergänge zu machen, Auto zu fahren, zu lesen, 

3.3.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

zu basteln, Radio zu hören und fernzusehen und Hausarbeiten zu erledigen. Die 

Divergenz wurde gutachterlich also berücksichtigt.

Der Gutachter der Psychiatrie hielt dafür, ein behandlungsanamnestisch 

ausgewiesener Leidensdruck (als Aspekt der Konsistenz des Verhaltens der 

Beschwerdeführerin) liege eindeutig vor (vgl. IV-act. 133-36; 

Eingliederungsmassnahmen seien bisher nicht getroffen worden, vgl. a.a.O.). Zum 

Aspekt des Behandlungserfolgs bzw. der Behandlungsresistenz (als Gesichtspunkt des 

Schweregrads der Gesundheitsschädigung) wurde erwähnt, es seien intensive 

ambulante und stationäre psychotherapeutische Massnahmen erfolgt, welche die 

Hartnäckigkeit und lange Dauer insbesondere der depressiven Störung belegten. 

Inzwischen sei es aber zu einer Besserung gekommen. Insofern sei von einem 

ausreichenden Behandlungserfolg auszugehen (vgl. IV-act. 133-35). - Bezüglich der 

Behandlungen (bzw. des behandlungsanamnestisch anzunehmenden Leidensdrucks) 

ist festzuhalten, dass in der ersten Hälfte 2013 denn auch stationäre und tagesklinische 

Behandlungen stattgefunden hatten. Im Januar 2014 war eine weitere Klinikzuweisung 

erfolgt. Es fällt allerdings auf, dass die Beschwerdeführerin die Psychiatrische Klinik 

gemäss deren Bericht am 31. Januar 2014 (nach gut zwei Wochen Behandlung) wegen 

einer verschlechterten Schmerzproblematik verlassen und einer ambulanten 

Weiterbehandlung den Vorzug gegeben hat. Diese Begründung der 

Beschwerdeführerin erscheint in sich nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Anzumerken 

ist diesbezüglich im Übrigen, dass bei der Begutachtung ein somatisches Leiden mit 

Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit nicht erhoben worden ist. (Erst) auf einen ablehnenden 

Vorbescheid hin ersuchte die Beschwerdeführerin am 17. Juni 2014 dann darum, die 

empfohlene stationäre (psychiatrische) Behandlung abzuschliessen (bzw. wieder 

aufzunehmen). Vom 8. bis 30. Juli 2014 wurde sie in der Folge stationär behandelt; 

gemäss dem Bericht der Klinik D.___ vom 7. August 2014 (IV-act. 93-12 ff., vgl. auch 

IV-act. 133-11, Ziff. 42) erfolgte dies infolge einer Zustandsverschlechterung bei 

Zunahme der sozialen Belastungssituation. Gemäss dieser Schilderung handelte es 

sich demnach dabei um ein psychisches Geschehen als Reaktion auf eine soziale 

Belastung (die Beschwerdeführerin hatte von einer Reaktion auf ein Gespräch mit dem 

Ehemann über ihre sexuellen Gewalterfahrungen berichtet). Da allerdings die Diagnose 

einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode mit 

psychotischen Symptomen, gestellt worden war, ist davon auszugehen, dass nicht 

lediglich Folgen der psychosozialen Umstände zu behandeln gewesen waren. Im 

Bericht genannt wurden zunehmende Ängste, deprimierte Grundstimmung und 

suizidale Gedanken. - Gemäss der Beurteilung des Gutachters der Psychiatrie war die 

3.3.7. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 23/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

depressive Störung im Übrigen nicht nur vorübergehend, sondern wie erwähnt 

hartnäckig und von langer Dauer (IV-act. 133-35).

Das SMAB wies im Gutachten wie erwähnt auf die Diskrepanz von eigener 

Arbeitsfähigkeitsschätzung und Alltagsaktivitäten sowie auf den inkonstanten 

(funktionellen) neurologischen Tremor hin. Des Weiteren wurde als Abweichung (bzw. 

als zu präzisierend) festgehalten, dass keine ausgeführten Suizidversuche erfolgt seien 

(vgl. IV-act. 133-36). Die Beschwerdeführerin hatte Dr. I.___ gegenüber im November 

2013 angegeben, dass sie zwei Suizidversuche gemacht habe (vgl. IV-act. 73-5: einmal 

durch einen Sprung in den K.___, einmal mit Tabletten). Auch die Klinik D.___ hatte am 

14. Februar 2014 berichtet, anamnestisch seien zwei Suizidversuche bekannt (nach 

2006 Ertrinkungsversuch und Tabletten; vgl. IV-act. 119-14). Die Klinik gab am 

10. März 2015 an, nach einem Suizidversuch 2010 sei die Beschwerdeführerin in einer 

[ausländischen] Klinik behandelt worden (IV-act. 119-3; der ärztliche 

Entlassungsbericht über die stationäre Therapie vom 26. Mai bis 22. Juni 2010 wurde 

im Gutachten von Dr. C.___ zusammengefasst, über Anamnese lässt sich allerdings 

nichts ersehen). Aus einem Bericht der Klinik D.___ vom 14. März 2013 war (betreffend 

einen erwähnten Suizidversuch aus dem Jahr 2010) jedoch ersichtlich, dass die 

Beschwerdeführerin damals schon angegeben hatte, von einer Brücke springen 

gewollt, das jedoch nicht getan zu haben (vgl. IV-act. 50-2).

3.3.8. 

Daneben gibt es diverse zeitliche Ungenauigkeiten oder allfällige Diskrepanzen in 

den Angaben der Beschwerdeführerin bzw. den aktenkundigen Wiedergaben der 

Anamnese, trotz derer sich die Vorgeschichte soweit erforderlich mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zusammenfügen lässt. So hatte die Beschwerdeführerin gemäss 

deren Gutachten Dr. C.___ gegenüber angegeben, sie sei vom Ehemann getrennt bzw. 

geschieden bzw. sie wohne bei ihm bzw. habe mit ihm keinen Kontakt. Sie hatte auch 

angegeben, im Herkunftsland geboren worden und bis zum 17. Lebensjahr in der 

Schweiz aufgewachsen zu sein (vgl. IV-act. 23-9 ff.), während sie bei der IV-Anmeldung 

und bei der Begutachtung angab, die Sekundarschule (vgl. IV-act. 33) bzw. neun Jahre 

Schulzeit (vgl. IV-act. 133-47) in ihrem Herkunftsland verbracht zu haben. Nach 

Angaben gegenüber der SMAB-Gutachterin reiste sie 1983 in die Schweiz ein (vgl. IV-

act. 133-47); im IK-Auszug sind denn auch Einträge ab diesem Jahr erfasst. Gemäss 

dem Bericht der Klinik D.___ vom 14. März 2013 hatte die Beschwerdeführerin 

angegeben, sie habe 1990 geheiratet und habe zusammen mit dem Ehemann in der 

Schweiz eine Bäckerei aufgebaut (vgl. IV-act. 50-3). Gemäss dem IK-Auszug war sie 

von März bis November 2000 beim Ehemann angestellt gewesen und hatte vom 

Dezember 2000 bis Januar 2003 ein Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit 

3.3.9. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 24/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

erzielt (IV-act. 44-3). Bei der IV-Abklärung an Ort und Stelle beschrieb sie, sie habe in 

der Schweiz von 2000 bis 2003 selbständig ein Restaurant geführt und dieses 

aufgegeben, weil sie sich damals schon bedroht gefühlt habe, wenn sie abends allein 

noch gearbeitet habe (IV-act. 77-1). Dr. C.___ gegenüber gab sie an, der Ehemann 

habe 2003 eine Bäckerei aufgemacht; im Jahr 2007 sei diese ausgebrannt und 2008 

die Insolvenz eingetreten. 2008 habe sie selbst kurzfristig als Verkäuferin in dieser 

Bäckerei gearbeitet (vgl. IV-act. 23-10). Gemäss dem Bericht der Klinik D.___ hat sie 

erklärt, nachdem die Bäckerei [in der Schweiz] durch einen Brandanschlag zerstört 

worden sei, seien sie im Jahr 2006 nach [Ausland] ausgewandert, wo ihr Ehemann eine 

Pizzeria aufgebaut habe, die jedoch ebenfalls durch Anschläge zerstört worden sei (vgl. 

IV-act. 50-3). Nach Angaben in der IV-Anmeldung lag der Auswanderungszeitpunkt 

nach [Ausland] im März 2008 (vgl. IV-act. 33-2), im Jahr 2008 auch gemäss der 

Anamnese im Bericht von Dr. C.___. Bei der IV-Abklärung an Ort und Stelle erklärte die 

Beschwerdeführerin, in die [im Ausland] geführte Pizzeria sei dreimal eingebrochen 

worden (IV-act. 77-1). Gemäss den ältesten aktenkundigen anamnestischen 

Beschrieben (im [ausländischen] Sozialmedizinischen Gutachten vom 7. April 2010, IV-

act. 93-2 f.) hatte die Beschwerdeführerin damals angegeben, aus voller Gesundheit 

heraus im Winter [2009/2010] recht plötzlich an dem seelischen Leiden erkrankt zu 

sein. Auslöser sei eine Partnerschaftskrise gewesen. Der Ehemann habe seinen Betrieb 

verkauft und einen neuen gründen wollen. Es habe sich aber gezeigt, dass die 

Perspektiven dafür schlecht gewesen seien. Nun wolle ihr Ehemann zurück in die 

Schweiz und wolle sich von ihr trennen. Seit November 2008 sei sie arbeitslos. Zuvor 

habe sie in einer Pizzeria gearbeitet, davor viele Jahre als Verkäuferin (IV-act. 133-3). 

Gemäss dem IK-Auszug hatte die Beschwerdeführerin im November 2007 noch 

Arbeitslosenentschädigung bezogen (IV-act. 44-1). Danach kam - nach der Aktenlage 

zufolge der Auslandsabwesenheit - der Unterbruch in den IK-Einträgen (bis zum 

Arbeitsverhältnis ab Oktober 2011). Aus dem Bericht der Klinik D.___ vom 14. März 

2013 geht hervor, dass die Beschwerdeführerin 2011 in die Schweiz zurückgekehrt sei 

(vgl. IV-act. 50-3). In der für den Ehemann unterzeichneten Arbeitgeberbescheinigung 

vom April 2011 erwähnte die Beschwerdeführerin einen Autounfall vom 19. Januar 

2011 (IV-act. 17-2; später auch auf 2010 datiert, IV-act. 113-3, 133-40). Bei der SMAB-

Begutachtung erklärte sie weiter, sie habe nach der Rückkehr in die Schweiz wieder bei 

der früheren Arbeitgeberin gearbeitet, und zwar in einem Pensum von 50 %. Sie habe 

eigentlich vollzeitlich arbeiten wollen, doch habe es eine entsprechende Stelle nicht 

gegeben. Deshalb habe sie sehr viele Überstunden gemacht, so dass sie unter dem 

Strich doch zu 100 % tätig gewesen sei (IV-act. 133-28). Im Arbeitsvertrag war nach 

der Aktenlage eine Arbeit im Stundenlohn an durchschnittlich 28 Stunden pro Monat 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 25/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

[entsprechend einem Pensum von etwa 15 %] abgemacht gewesen (vgl. IV-act. 133-6, 

im Gutachten wiedergegebener Rapport über einen Kundenbesuch der 

Krankenversicherung vom 19. September 2012). Gemäss der 

Arbeitgeberbescheinigung hatte die Beschwerdeführerin in den drei Monaten 2011 

schliesslich rund 243 Stunden und in den acht Monaten 2012 rund 481 Stunden (IV-

act. 48-3) gearbeitet, was etwa einem Pensum von 46 % und von 34 % entspricht (vgl. 

Pensum von 50 % erwähnt von Care Management, vgl. IV-act. 133-7). - Die SMAB-

Gutachter haben festgehalten, Differenzen zwischen den anamnestischen Angaben der 

Beschwerdeführerin in den Gutachten beruhten auf subjektiven Aussagen der 

Beschwerdeführerin. Sie (die Gutachter) haben darauf verzichtet, die Angaben 

anlässlich eines erneuten Gesprächs mit der Beschwerdeführerin bzw. einer erneuten 

Untersuchung zu verifizieren, weil sie auf die Arbeitsfähigkeit (bzw. auf ihre ärztliche 

Beurteilung der zumutbaren Arbeitsfähigkeit) der Beschwerdeführerin keine Auswirkung 

hätten (vgl. IV-act. 133-23), also nicht relevant seien. Dieser Auffassung kann gefolgt 

werden.

Weder die oben erwähnten gutachterlichen Feststellungen zum Leidensdruck, 

die zu relativieren sind, noch die (oben erörterten) zeitlichen Ungenauigkeiten bzw. 

Diskrepanzen erscheinen demnach insofern von ausschlaggebender Bedeutung, als 

dass sie das Begutachtungsergebnis des SMAB insgesamt in Frage stellen würden. 

Die Prüfung der Standardindikatoren ist durch den Gutachter der Psychiatrie 

ausreichend stichhaltig vorgenommen worden.

3.3.10. 

Wenn das SMAB-Gutachten eine volle Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin ab einem Überfall im August 2012 (nach der Rückkehr in die 

Schweiz) annahm, so kann diese gutachterliche Beurteilung schliesslich aufgrund der 

Aktenlage nachvollzogen werden. Bei dem damaligen Überfall handelte es sich nach 

der Beschreibung der Beschwerdeführerin um einen versuchten Entreissdiebstahl (ein 

Mann habe ihr abends auf dem Nachhauseweg die Handtasche entreissen wollen, vgl. 

IV-act. 133-28). In den frühesten zeitlich darauf folgenden Therapieberichten wurde ein 

solcher Überfall zwar soweit ersichtlich nicht ausdrücklich erwähnt, so wenig wie eine 

geltend gemachte Mobbingsituation im Arbeitsverhältnis durch Arbeitspflicht in den 

Abendstunden, obwohl bekannt gewesen sei, dass sie abends in der Dunkelheit nicht 

gern unterwegs sei (vgl. IV-act. 133-28). Bei der Abklärung an Ort und Stelle hatte die 

Beschwerdeführerin diesbezüglich zudem angegeben, sie sei im August 2012 während 

der Arbeit zusammengebrochen. Sie habe damals ihre Vorgesetzte angegriffen, weil sie 

sich bedroht gefühlt habe. Seither habe sie ihre Tätigkeit bei der betreffenden 

Arbeitgeberin nicht mehr aufnehmen können (vgl. IV-act. 77-2). - Wiederum liegen 

3.3.11. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 26/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

somit unterschiedliche anamnestische Schilderungen vor, die sich aber nicht 

ausschliessen. Nach der Aktenlage begab sich die Beschwerdeführerin jedenfalls ab 

dem 7. September 2012 in psychiatrische Behandlung (durch med. prakt. G.___) und 

es folgte ab 7. Januar 2013 wie erwähnt eine rund zweimonatige stationäre 

Behandlung in der Klinik D.___ (mit anschliessender tagesklinischer Behandlung - mit 

kurzem Unterbruch - bis Mitte Juni 2013). Auch Dr. I.___ stellte im November 2013 

zuhanden der Krankentaggeldversicherung fest, die depressive Symptomatik der 

Beschwerdeführerin bewirke zurzeit eine volle Arbeitsunfähigkeit. Im Juli 2014 fand 

(nach dem ablehnenden Vorbescheid) eine weitere stationäre psychiatrische 

Behandlung statt. Med. prakt. G.___ hatte noch im Januar 2015 von einem 

ausserordentlichen Ausprägungsgrad des affektiven Leidens berichtet, das sich auf die 

gesamte Alltagsgestaltung stark limitierend auswirke. Die damalige gesundheitliche 

Situation der Beschwerdeführerin wurde vom SMAB gutachterlich als eine volle 

Arbeitsunfähigkeit begründend betrachtet. - Die von der IV-Sachbearbeitung 

aufgeworfenen Fragen (IV-act. 130-1: Sozialmedizinisches Gutachten einer 

[ausländischen] Beratungsstelle vom 7. April 2010 habe als Auslöser 

Partnerschaftskrise angegeben; in übrigen Akten als Auslöser sexueller Übergriff von 

[1985 oder] 1986, Handtaschendiebstahl [2012] und Bedrohungssituation [im Ausland] 

nach Anschlag auf Geschäft [muss nach der Aktenlage zwischen Dezember 2007 und 

September 2011 gewesen sein]) erklären sich teilweise dadurch, dass die genannten 

Ereignisse erst nach dem betreffenden Bericht vom 7. April 2010 stattfanden, 

anderseits können sie sich auch dadurch erklären, dass sie zuvor lediglich noch nicht 

ausdrücklich oder nur teilweise thematisiert worden sind. - Die Gutachter erachteten 

die Differenzen wie erwähnt als für die Beurteilung der objektiv zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin nicht relevant.

Die Beschwerdegegnerin hat in ihrer Beschwerdeantwort zu Recht dargelegt, 

es sei nicht ersichtlich, inwiefern die gutachterliche psychiatrisch-klinische 

Untersuchung ungenügend gewesen sein sollte. Die Exploration durch den 

psychiatrischen Gutachter sei vielmehr lege artis erfolgt und habe den erforderlichen 

Einblick in den psychischen Zustand der Beschwerdeführerin verschafft (vgl. 

Beschwerdeantwort S. 6 Ziff. 5 unten). Die Beschwerdegegnerin stellte weiter fest, vor 

August/September 2015 (als eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustands 

der Beschwerdeführerin eingetreten sei, vgl. dazu unten E. 3.4) habe eine teilweise 

schwere depressive Symptomatik vorgelegen (vgl. Beschwerdeantwort S. 7 Ziff. 6).

3.3.12. 

Nach Angaben im Gutachten kam es in der Folge (ab Anfang 2015) zu einer 

Besserung des Gesundheitszustands. Die bei der Begutachtung festgestellte 

3.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 27/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Arbeitsunfähigkeit von noch 40 % dürfte danach spätestens ab August 2015 

vorgelegen haben (vgl. IV-act. 133-35 f.).

Diese Arbeitsunfähigkeit von 40 % wird im psychiatrischen SMAB-Gutachten 

dadurch begründet, dass bei der Beschwerdeführerin relevante Fähigkeitsstörungen in 

den Bereichen Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität sowie Umstellungs-, 

Durchhalte-, Selbstbehauptungs- und Durchsetzungsfähigkeit bestünden (vgl. IV-

act. 133-36). In der Beschreibung des (klinisch) erhobenen psychiatrischen Befundes 

(vgl. IV-act. 133-30 ff.) werden solche Einschränkungen allerdings kaum ersichtlich, 

wurden dort doch namentlich keine Beeinträchtigung der Konzentration, ausreichend 

strukturierte regelrechte Willenskräfte und keine auffällige Beeinträchtigung des 

Antriebs gefunden und war die Urteils- und Kritikfähigkeit erhalten geblieben. Nebst der 

Beschreibung leichter agoraphobischer Ängste durch die Beschwerdeführerin war 

allerdings unter dem Aspekt der Affektivität gutachterlich auch festgehalten worden, 

die Beschwerdeführerin habe sich in bedrückter Grundstimmung gezeigt, das 

Selbstvertrauen sei vermindert und die affektive Schwingungsfähigkeit sei reduziert 

gewesen. Die Fähigkeit, Freude zu empfinden, sei vermindert gewesen. Es bestünden 

aber keine Interesselosigkeit und kein ausgewiesener Rückzug. - Dass die 

angenommenen Beeinträchtigungen etwa auf (ergänzenden) Erhebungen wie etwa 

Mini-ICF-APP, Hamilton Depressionsskala, Beck Depression-Fragebogen oder GAF 

(wie etwa bei der Untersuchung durch Dr. I.___ eingesetzt) basieren könnten, lässt sich 

aus dem Gutachten nicht ersehen. - Nebst der klinischen Befunderhebung wurden 

jedoch auch die Blutserumspiegel von Duloxetin und von Trimipramin gemessen (vgl. 

IV-act. 133-32). Der erste Wert lag über dem Referenzrahmen, der zweite (für das 

trizyklische Antidepressivum Trimipramin, ein Mittel gegen Depressionen und schwere 

chronische Schmerzzustände) lag unter 0.02 (bei einem Referenzrahmen von 0.51 bis 

1.02). Der Gutachter der Psychiatrie hielt dazu fest, dieses Ergebnis der 

Medikamentenspiegel entspreche den anamnestischen Angaben der 

Beschwerdeführerin (Bedarfsmedikation; IV-act. 133-32). Die Beschwerdeführerin hatte 

ihm erklärt, bei Bedarf 6 bis 10 Tropfen Trimipramin zur Nacht einzunehmen (IV-

act. 133-29; vgl. IV-act. 133-40: 0/0/1; IV-act. 133-47: bis 15 Tropfen täglich; vgl. IV-

act. 133-53). Die Gutachter haben schliesslich auch gewürdigt, dass die 

Beschwerdeführerin sich den indizierten therapeutischen Massnahmen unterzogen hat, 

und diese auch Erfolg gezeigt haben, indem sich eine Verbesserung des 

gesundheitlichen Zustands eingestellt hat.

3.4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 28/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

4.  

Als gutachterlicher, in Kenntnis des Sachverhalts abgegebener Einschätzung ist 

dieser Beurteilung zusammenfassend zu folgen. Das hat auch der RAD in seiner 

Stellungnahme vom 13. Juni 2016 (IV-act. 147) getan.

3.4.2. 

Zusätzlich gestützt wird dieses Beweisergebnis, weil sich die SMAB-Gutachter 

(auf Empfehlung des RAD) nachträglich auch noch mit dem IV-Verlaufsbericht von 

med. prakt. G.___ vom 6. Oktober 2016 (IV-act. 139) auseinandergesetzt haben, der 

einen seit seinem letzten Bericht vom 30. Januar 2015 (IV-act. 116) nicht relevant 

veränderten Sachverhalt geschildert und immer noch dieselben Diagnosen (weiterhin 

anhaltende schwere Episode der rezidivierenden depressiven Störung und PTBS) 

gestellt und eine volle Arbeitsunfähigkeit attestiert hatte (er hatte allerdings auch 

erwähnt, die früher ausgeprägte posttraumatische Symptomatik habe sich etwas 

zurückgebildet). In ihrer Stellungnahme legten die SMAB-Gutachter nachvollziehbar 

dar, dass ein so ungünstiger Verlauf (fast zwei Jahre lang schwere depressive Episode) 

selten vorkomme und diesfalls zu erwarten wäre, dass eine teil- oder vollstationäre 

Therapiemassnahme ergriffen werde, was hier nicht der Fall gewesen sei. Ausserdem 

habe die Beschwerdeführerin selber mitgeteilt, ab Anfang 2015 eine allmähliche und ab 

August/September 2015 eine deutliche Verbesserung erfahren zu haben. Die 

Beschwerdeführerin habe dabei nicht etwa ihre Situation selber zu positiv dargestellt; 

das zeige sich daran, dass ihre bei der Begutachtung detailliert beschriebenen üblichen 

Tagesaktivitäten nicht entfernt dem Bild einer schweren depressiven Episode 

entsprächen. An der gutachterlichen Beurteilung (vom 18. März 2016) werde 

festgehalten (vgl. IV-act. 150-1 f.). Hierauf kann wie erwähnt abgestellt werden.

3.4.3. 

Was die Arbeitsfähigkeitsschätzung des SMAB betrifft, ist abschliessend darauf 

hinzuweisen, dass der Gutachter der Psychiatrie eine Re-Evaluation in etwa einem Jahr 

befürwortete. Denn weil nach relativ langem Verlauf eine Besserung eingetreten sei und 

die Beschwerdeführerin motiviert sei, wieder einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen 

und sie sich längerfristig in einem Arbeitspensum von 100 % sehe, erachtete er die 

Prognose als günstig (vgl. IV-act. 133-37).  

3.5. 

Da gemäss dem Gutachten im August 2012 eine volle Arbeitsunfähigkeit der 

Beschwerdeführerin eintrat (die lange Zeit ohne wesentlichen Unterbruch anhielt), ist 

davon auszugehen, dass im August 2013 eine einjährige Wartezeit nach Art. 28 Abs. 1 

lit. b IVG mit damals weiterhin andauerndem rentenbegründendem Invaliditätsgrad - 

vollen Ausmasses - (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. c IVG i.V.m. Art. 28 Abs. 2 IVG) erfüllt war. 

Die Beschwerdegegnerin hatte am 12. September 2013 - gemäss der vorliegenden 

4.1. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 29/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Aktenlage zu Recht - berufliche Massnahmen abgelehnt, weil sie angesichts des 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin nicht möglich seien. Angesichts der 

Anmeldung vom Dezember 2012 steht Art. 29 Abs. 1 IVG dem somit auf den 1. August 

2013 festzulegenden Rentenanspruchsbeginn nicht im Weg.

Gemäss der gutachterlichen Beurteilung lag spätestens ab August 2015 - und 

noch zur Begutachtungszeit sowie zur Zeit des Berichts von med. prakt. G.___ vom 

Oktober 2016 - wieder eine Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin für angepasste 

Tätigkeiten von 60 % vor (vgl. IV-act. 133-36 und 133-17).

4.2. 

Im Fall einer rückwirkenden Rentenfestsetzung ist es unter Umständen notwendig, 

den Invaliditätsgrad für verschiedene zurückliegende Zeitabschnitte nach Massgabe 

der jeweiligen Erwerbsunfähigkeit unterschiedlich hoch zu bemessen (vgl. BGE 

106 V 16; BGE 109 V 125).

4.3. 

Zu ihren erwerblichen Betätigungen gab die Beschwerdeführerin in ihrem 

Lebenslauf (vgl. IV-act. 77-8 ff.) an, sie habe mehrfach als Verkäuferin oder im Service 

(und einmal als in einem Restaurant Selbständigerwerbende) gearbeitet. Zuletzt war sie 

gemäss Arbeitgeberbescheinigung im Stundenlohn angestellt gewesen. Dass sie 

unverändert in diesem Arbeitsverhältnis verblieben wäre, erscheint angesichts des 

Umstands, dass der IK-Auszug früher immer wieder auf diverse umfangreichere 

Anstellungen hinweist, nicht überwiegend wahrscheinlich. Welche Tätigkeit sie im 

Gesundheitsfall ausüben würde, lässt sich demnach nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit feststellen, so dass auf die statistischen Durchschnittseinkommen 

abzustellen ist. Gleiches gilt für die Basis des zu bestimmenden Invalideneinkommens. 

Bei solchen Verhältnissen entspricht der Invaliditätsgrad dem Grad der 

Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung eines allfälligen Abzugs vom Tabellenlohn 

gemäss BGE 126 V 75 (vgl. Bundesgerichtsentscheide vom 22. Juni 2018, 

9C_680/2017 E. 6.3, und vom 20. April 2010, 9C_215/2010 E. 5.2). - Ein ausreichender 

Grund für einen Abzug vom Tabellenlohn bei der Bemessung des 

Invalideneinkommens ist vorliegend nicht ersichtlich. - Angesichts der gemäss dem 

Gutachten zumutbaren Arbeitsunfähigkeit von 40 % für adaptierte Tätigkeiten ergibt 

sich demnach ein entsprechender Invaliditätsgrad.

4.4. 

Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit ist die anspruchsbeeinflussende 

Änderung nach Art. 88a Abs. 1 IVV für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung 

von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass sie 

voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, 

nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und 

4.5. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 30/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

5.  

Entscheid

voraussichtlich weiterhin andauern wird. - Vorliegend besteht demnach ab 

1. Dezember 2015 (drei Monate nach der spätestens eingetretenen Verbesserung vom 

August 2015) Anspruch auf eine Viertelsrente. 

Von einer Verschlechterung nach der SMAB-Begutachtung bis zum vorliegend zu 

beurteilenden Zeitpunkt vom 23. Juni 2017 ist nach der Aktenlage nicht auszugehen. 

Eine massgebliche Veränderung beschrieb med. prakt. G.___ in seinem Verlaufsbericht 

vom Oktober 2016 wie erwähnt nicht und der Stellungnahme des SMAB vom 10. März 

2017 kann gefolgt werden. Eine weitere Veränderung des Anspruchs ist daher im 

vorliegend massgeblichen Zeitraum nicht vorzunehmen (ob allenfalls danach - wie 

gutachterlich empfohlen - eine medizinische Re-Evaluation stattfand, ist nicht 

aktenkundig geworden).

4.6. 

Es steht der Beschwerdeführerin frei, sich bezüglich ihrer verbliebenen 

Arbeitsfähigkeit für eine allfällige Arbeitsvermittlungsunterstützung bei der 

Beschwerdegegnerin zu melden.

4.7. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung vom 23. Juni 2017 teilweise gutzuheissen und der 

Beschwerdeführerin ist von 1. August 2013 bis 30. November 2015 eine ganze und ab 

1. Dezember 2015 eine Viertelsrente zuzusprechen.

5.1. 

Es rechtfertigt sich, bei diesem Ausgang des Verfahrens für die Kosten von einem 

vollen Obsiegen der Beschwerdeführerin auszugehen und die Gerichtskosten, die nach 

dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert festgelegt werden (Art. 69 

Abs. 1  IVG), gesamthaft der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (vgl. Art. 95 Abs. 1 

VRP/SG). Eine Entscheidgebühr von Fr. 600.-- erscheint angemessen. - Die 

Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung (Befreiung von den Gerichtskosten und 

Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung) für die Beschwerdeführerin 

vom 13. Oktober 2017 braucht damit nicht in Anspruch genommen zu werden.

5.2. 

bis

Die Beschwerdeführerin hat bei diesem Ausgang des Verfahrens gegenüber der 

Beschwerdegegnerin Anspruch auf Ersatz der Parteikosten, die vom Gericht ohne 

Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen werden (Art. 61 lit. g ATSG; vgl. auch Art. 98 ff. 

VRP/SG, sGS 951.1). Der Bedeutung der Streitsache und dem Aufwand angemessen 

erscheint eine Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

5.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 31/31

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1.

Die Beschwerde wird unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung vom 23. Juni 

2017 im Sinn der Erwägungen teilweise gutgeheissen und der Beschwerdeführerin wird 

für die Zeit von 1. August 2013 bis 30. November 2015 eine ganze und ab 1. Dezember 

2015 eine Viertelsrente zugesprochen. 

2.

Die Beschwerdegegnerin hat eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung von 

pauschal Fr. 3'500.-- (einschliesslich MwSt und Barauslagen) zu bezahlen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 29.04.2020
	Neuanmeldung nach Abschreibung eines ersten IV-Gesuchs. Beweiswürdigung betreffend ein polydisziplinäres Gutachten. Rückwirkende stufenweise Rentenzusprache bei zu berücksichtigender rentenrelevanter Veränderung des Sachverhalts im Zeitablauf (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. April 2020, IV 2017/301).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T03:58:50+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen