# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 66a35b6a-3e81-54b2-b0a2-f3ecb7d4cf09
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.01.2022 E-4396/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4396-2021_2022-01-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4396/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  J a n u a r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Markus König (Vorsitz), 

Richterin Gabriela Freihofer,  

Richterin Esther Marti,    

Gerichtsschreiberin Karin Parpan. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Pakistan,   

vertreten durch lic. iur. Patrik Eggenberger,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 2. September 2021 / N (…). 

 

 

 

E-4396/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben  

zufolge im August 2018. Am (…) Dezember 2020 reiste er im Rahmen ei-

nes Relocation-Programms legal aus Griechenland in die Schweiz ein, wo 

er gleichentags um Asyl nachsuchte. 

B.  

B.a Der minderjährige Beschwerdeführer wurde am 27. Januar 2021 (Erst-

befragung unbegleitete minderjährige Asylsuchende [EB UMA]) sowie am 

17. Februar 2021 (Anhörung nach Art. 29 AsylG [SR 142.31]) – jeweils im 

Beisein seiner zugewiesenen Rechtsvertretung beziehungsweise Vertrau-

ensperson – zu seiner Person und seinen Asylgründen angehört. Dabei 

machte er im Wesentlichen folgenden Sachverhalt geltend: 

B.b Aufgrund eines Erbstreits sei es in seiner Familie immer wieder  

zu Konflikten gekommen. Sein Onkel väterlicherseits habe vor etwa zehn  

Jahren seinen Vater umbringen lassen und Anspruch auf seine Ländereien 

erhoben. Die Mutter habe nach dem Tod ihres Mannes Anzeige erstattet 

und ein Gerichtsverfahren angestrengt. Sein Onkel sei jedoch gut mit den  

Lokalbehörden vernetzt und sichere seine Position durch Schmiergeld-

zahlungen ab, weshalb es bisher nie zu einer Verurteilung gekommen sei. 

Seit dem Tod seines Vaters sei die Situation angespannt und der Onkel 

habe auch das Haus beansprucht, in dem er mit seiner Mutter und einigen 

seiner Geschwister gelebt habe. Seine Mutter habe sich – nicht zuletzt  

aufgrund ihrer desolaten finanziellen Lage – stets geweigert, das Haus zu 

verlassen. Im Juli 2018 sei der Konflikt erneut eskaliert. Sein Cousin und 

weitere Personen hätten sich mit Stöcken bewaffnet Zutritt zum Haus ver-

schafft und seien auf sie losgegangen. Während dieses Handgemenges 

seien sein gelähmter Bruder und einer der Gegner verletzt worden. Seine 

Mutter habe daraufhin befürchtet, die Angehörigen väterlicherseits würden 

ihn für die Verletzung des Gegners verantwortlich machen und sich an ihm 

rächen wollen. Sie habe ihm deshalb geraten wegzugehen, zumal er nebst 

seinem gelähmten Bruder und einem Jahre zuvor verstossenen Bruder der 

einzige männliche Nachkomme sei. Seit seiner Ausreise sei es zu weiteren 

Konflikten gekommen und seine Verwandten hätten nach ihm gesucht.  

Nach seiner Flucht aus dem Heimatstaat sei er in Griechenland von einem 

Mann sexuell missbraucht worden und seither fühle er sich zu Männern 

hingezogen. Seine Mutter habe ihm aber gesagt, dass Homosexualität in 

Pakistan verboten sei und man ihn deswegen umbringen würde.  

E-4396/2021 

Seite 3 

B.c Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer 

unter anderem seinen Geburtsschein sowie mehrere Polizeianzeigen und 

andere Unterlagen betreffend den Familienzwist zu den Akten.  

C.  

Mit Verfügung vom 2. September 2021 – gleichentags eröffnet – verneinte 

das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein 

Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz an, wobei 

es den Vollzug der Wegweisung zugunsten einer vorläufigen Aufnahme in 

der Schweiz aufschob. 

D.  

D.a Der Beschwerdeführer liess mit Eingabe an das Bundesverwaltungs-

gericht vom 4. Oktober 2021 Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verfü-

gung erheben. Darin beantragte er, die Dispositivziffern 1–3 der angefoch-

tenen Verfügung seien aufzuheben und ihm sei unter Anerkennung seiner 

Flüchtlingseigenschaft in der Schweiz Asyl zu gewähren; eventualiter sei 

die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

D.b In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltli-

chen Prozessführung nach Art. 65 Abs. 1 VwVG einschliesslich des Ver-

zichts auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2021 hiess der Instruktionsrichter 

das Gesuch des Beschwerdeführers um unentgeltliche Prozessführung 

gut, verzichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und lud die 

Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlassung ein. 

F.  

Die Vorinstanz liess sich am 3. November 2021 zur Beschwerde verneh-

men und hielt dabei vollumfänglich an den Erwägungen in der angefochte-

nen Verfügung fest. 

G.  

Auf Zwischenverfügung vom 9. November 2021 hin replizierte der Be-

schwerdeführer am 24. November 2021 und hielt an seinen Rechtsbegeh-

ren fest.  

  

E-4396/2021 

Seite 4 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinn von 

Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher zu-

ständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet 

auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel wie auch vorliegend – endgültig 

(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Auf die Beschwerde ist einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

  

E-4396/2021 

Seite 5 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1; vgl. auch Urteil des BVGer D-2282/2018 vom 5. April 2019 

E. 5.1). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz qualifizierte die Vorbringen des Beschwerdeführers als 

asylrechtlich nicht relevant. Dem familiären Konflikt liege kein Motiv im Sinn 

von Art. 3 AsylG zugrunde und die grundlegende Schutzfähigkeit und der 

Schutzwille der pakistanischen Behörden sei zu bejahen. Weder der gel-

tend gemachten schlechten Sicherheitslage in seiner Heimatregion (an der 

Grenze zu Indien) noch der Armut seiner Kernfamilie oder den  

Ereignissen in Griechenland kämen asylrechtliche Relevanz zu. Soweit der 

Beschwerdeführer geltend gemacht habe, sich seit dem Übergriff in  

Griechenland homosexueller Neigungen bewusst geworden zu sein, sei 

erkennbar, dass er deswegen subjektive Furcht vor Verfolgung für den Fall 

einer Rückkehr empfinde. Die reine potenzielle Befürchtung einer mögli-

chen zukünftigen Verfolgung reiche jedoch nicht aus, diese Furcht voll- 

umfänglich zu objektivieren. Es bedürfe einer beachtlichen Wahrscheinlich-

keit, dass sich seine Annahme drohender Verfolgung in absehbarer  

Zukunft verwirkliche. Eine solche Wahrscheinlichkeit sei in seinem Fall je-

doch nicht unmittelbar erkennbar, weshalb es auch diesem Vorbringen  

an flüchtlingsrechtlicher Relevanz fehle.  

4.2 Zur Begründung seines Rechtsmittels führte der Beschwerdeführer im 

Wesentlichen aus, dass der familiäre Konflikt keine flüchtlingsrechtliche 

Relevanz habe, werde nicht bestritten. Dies gelte aber nicht für seine  

Homosexualität. Er sei sich dieser zwar erst nach dem Übergriff in Grie-

chenland bewusstgeworden; es sei aber davon auszugehen, dass er be-

reits in seinem Heimatstaat homosexuell gewesen sei, sich angesichts sei-

nes Alters (von […] Jahren im Zeitpunkt der Ausreise) und des sozio- 

kulturellen Hintergrunds aber nie mit der Thematik auseinandergesetzt 

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Seite 6 

habe. Seine kulturelle Prägung führe dazu, dass er sich auch in der 

Schweiz mit seiner Sexualität schwertue und er zwischen dem Wunsch, 

diese auszuleben, sowie dem Bedürfnis, sie geheim zu halten, hin- und  

hergerissen sei. Die Vorinstanz stelle seine Homosexualität zu Recht nicht 

in Frage. Allerdings verkenne sie in ihrer Beurteilung die Situation von 

LGBT-Menschen in Pakistan. Gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen 

seien gesetzlich verboten und homosexuelle Handlungen würden mit  

Peitschenhieben, Haft oder dem Tod bestraft. Ein Outing habe negative 

Folgen für die betroffenen Personen, da sie sich dadurch Gewalt und Dis-

kriminierung seitens der Gesellschaft und der Familie aussetzen würden. 

Ausserdem sei es für Betroffene schwierig, polizeilichen Schutz zu erhal-

ten, und es fehle in diesen Konstellationen am staatlichen Schutzwillen. 

Zudem sei unklar, wie seine Mutter zu seiner Sexualität stehe. Sie habe ihn 

jedenfalls mit Blick auf seine sexuelle Orientierung vor einer Rückkehr  

gewarnt. Er müsse ausserdem davon ausgehen, Opfer von Gewalt zu  

werden, sollten seine – ohnehin gewalttätigen – Angehörigen seine Homo-

sexualität auch nur vermuten. Somit wäre er gezwungen, seine sexuelle 

Orientierung zu verheimlichen und zu verleugnen, was zum einen uner-

träglichen psychischen Druck und zum anderen die ständige Angst vor  

einem Outing auslösen würde. Aufgrund der Umstände, welchen Homo-

sexuelle in Pakistan ganz allgemein gegenüberstünden, sowie seiner per-

sönlichen Situation mit seiner Verwandtschaft sei seine subjektive Furcht, 

die Homosexualität könnte entdeckt werden, objektiv begründbar. Diese 

würde sich zudem mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer  

Zukunft realisieren. 

4.3 Die Vorinstanz hielt in ihrer Vernehmlassung an ihren Erwägungen in 

der angefochtenen Verfügung betreffend die Homosexualität fest. Ergän-

zend führte sie aus, Homosexualität sei in Pakistan zwar illegal und tabu, 

werde aber selten strafrechtlich verfolgt. Homosexuelle seien in diesem 

Land zwar Diskriminierungen, mit grosser Wahrscheinlichkeit aber keiner 

asylrelevanten Verfolgung ausgesetzt. Die begründete Furcht vor einer 

wahrscheinlichen Verfolgung sei vorliegend nicht gegeben und könne – wie 

bereits im Asylentscheid ausgeführt – nicht objektiviert werden. Seine  

Mutter habe ihn zwar vor einer Rückkehr gewarnt, aber eine direkte und 

sofortige familiäre Isolation oder Sanktionierung sei nicht ersichtlich. Aus-

serdem gebe es keine Anhaltspunkte, dass er bei einer Rückkehr aufgrund 

seiner sexuellen Orientierung gezielte Verfolgung seitens seiner entfernten 

Verwandten oder in der Folge durch den Staat zu befürchten hätte, zumal 

der Kontakt in der zerstrittenen Familie bereits stark eingeschränkt sei und 

es sich bei entsprechenden Befürchtungen um reine Spekulation handle. 

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Seite 7 

Unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände des Beschwerde- 

führers sei ausserdem kein unerträglicher psychischer Druck von asyl- 

relevantem Ausmass erkennbar. Die Auseinandersetzung mit der sexuel-

len Orientierung könne schwierig und belastend erscheinen, dennoch habe 

er sich seiner Mutter mitteilen können und die bloss potenzielle Wahr-

scheinlichkeit einer Verfolgung sei nicht geeignet, einen unerträglichen 

psychischen Druck im geforderten Sinn objektiv zu begründen.  

4.4 In seiner Replik führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus,  

es sei zu gefährlich, seine Sexualität in seinem Heimatstaat auszuleben. 

Diverse Quellen würden belegen, dass homosexuelle Personen in Pakis-

tan aktuell keinen genügenden Schutz erfahren würden und sie Gefahr  

liefen, diskriminiert, verfolgt oder getötet zu werden. Um Bedrohungen für 

Leib und Leben – insbesondere auch durch die ihm feindlich gesinnte  

erweiterte Familie – abzuwenden, sei er gezwungen, seine sexuelle  

Orientierung geheim zu halten, und werde dadurch einem unerträglichen 

psychischen Druck ausgesetzt.  

5.  

5.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die Vorinstanz die Vorbringen des Beschwerdeführers  

– auch soweit diese die Befürchtungen von Verfolgung infolge Homo- 

sexualität betreffen – zu Recht als flüchtlingsrechtlich nicht relevant quali-

fiziert hat. Die Ausführungen in der Beschwerdeschrift vermögen den  

Erwägungen des SEM nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. Somit kann 

vorab auf die zutreffenden Erwägungen der angefochtenen Verfügungen 

verwiesen werden.  

Die Frage der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers kann 

unter diesen Umständen offenbleiben. 

5.2 Wie von der Vorinstanz festgestellt, ist es dem Beschwerdeführer nicht 

gelungen, seine subjektive Befürchtung einer potenziellen, zukünftigen 

Verfolgung zu objektivieren, womit es diesbezüglich an asylrechtlicher Re-

levanz fehlt:  

5.2.1 Die Annahme begründeter Furcht setzt nach konstanter Rechtspre-

chung unter anderem voraus, dass er bei einer Rückkehr erhebliche Nach-

teile gemäss Art. 3 Abs. 2 AsylG mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in 

absehbarer Zukunft zu gewärtigen hätte (vgl. etwa BVGE 2013/11 E. 5.1 

und 2011/51 E. 6.1, je m.w.H.). 

E-4396/2021 

Seite 8 

5.2.2 Dies ist offenkundig nicht der Fall (und zwar ungeachtet der Tatsache, 

dass der Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufgenommen ist und 

die Rückkehr nach Pakistan deshalb gänzlich hypothetisch erscheint): 

5.2.3 Zunächst einmal würde der Beschwerdeführer – gemäss heutiger Ak-

tenlage – nicht zusammen mit einem Partner, sondern als alleinstehende 

Person nach Pakistan reisen. Die Frage, ob und gegebenenfalls wann  

er dort eine gleichgeschlechtliche Beziehung aufnehmen würde, ist ebenso 

offen wie die konkreten Umstände, unter denen diese Partnerschaft dann 

gelebt würde respektive werden könnte. Dass ihn individuell-konkrete Ver-

folgungsmassnahmen mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer 

Zukunft treffen würden, ist schon aus diesem Grund nicht anzunehmen.  

5.2.4 Auch mit Blick auf eine allfällige Verfolgung seitens seiner gewalt-

tätigen Verwandten ergibt sich kein anderes Bild: Einerseits ist der  

Beschwerdeführer nicht geoutet, zumal er einzig seine Mutter über seine 

Erlebnisse in Griechenland und seine angeblich anschliessend entdeckte 

Homosexualität unterrichtet habe. Sie habe denn auch – wie von der Vor-

instanz in ihrer Vernehmlassung zu Recht festgehalten – nicht mit Unver-

ständnis reagiert (vgl. act. A11/11 Ziff. 9.01 und act. A15/11 F49 ff., ins- 

besondere F54). Andererseits erscheint die Annahme gesucht, er müsse 

in sein Heimatdorf zurückkehren, gerate dann wieder mit den Verwandten 

aneinander und könne sich – aufgrund seiner zwischenzeitlich bekannt ge-

wordenen Homosexualität – nicht mehr auf staatlichen Schutz verlassen. 

In diesem Zusammenhang lässt sich festhalten, dass der Beschwerde- 

führer sich zum einen ausserhalb des Heimatdorfes niederlassen könnte 

(beispielsweise wiederum bei seiner Schwester in B._______; vgl. 

act. A11/11 Ziff. 7.01 und act. A15/11 F36) und zum anderen die Entde-

ckung seiner sexuellen Orientierung durch die entfernte Verwandtschaft 

rein spekulativer Natur ist. Auch insoweit ist offensichtlich keine begründete 

Furcht vor Verfolgung anzunehmen. 

5.2.5 Im Übrigen geht das Bundesverwaltungsgericht in seiner bisherigen 

– nach wie vor gültigen – Praxis nicht davon aus, dass homosexuelle  

Personen in Pakistan einer Kollektivverfolgung ausgesetzt wären (vgl. 

etwa Urteil des BVGer E-4373/13 vom 25. Oktober 2013 E. 4.4.3). 

5.3 Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die Vorinstanz zu 

Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers verneint und sein 

Asylgesuch abgelehnt hat. Für die eventualiter beantragte Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz besteht ebenfalls keine Veranlassung.  

E-4396/2021 

Seite 9 

6.  

Lehnt das SEM ein Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so verfügt 

es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug 

an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 

AsylG). 

Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine ausländer-

rechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung 

einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht ange-

ordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.) 

7.  

Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 2. September 2021 die Unzu-

mutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt und die vorläufige  

Aufnahme des Beschwerdeführers angeordnet hat, erübrigen sich praxis-

gemäss weitere Ausführungen zur Zulässigkeit und Möglichkeit des Weg-

weisungsvollzugs. 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da indessen mit Instruktions-

verfügung vom 22. Oktober 2021 sein Gesuch um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutgeheissen 

wurde und keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass sich seine finanzielle 

Lage seither entscheidrelevant verändert hätte, ist von der Auflage von 

Verfahrenskosten abzusehen. 

 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-4396/2021 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Markus König Karin Parpan 

 

 

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