# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0bb04be1-63bd-5bf0-b79c-2d685940f8a2
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-22
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 22.02.2023 S 2021 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2021-67_2023-02-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und lic. iur. Ivo Klingler
Gerichtsschreiberin: lic. iur. Claudia Meier

U R T E I L  vom 22. Februar 2023 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Leistungen)

S 2021 67

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Urteil S 2021 67

A. Die 1992 geborene A.________ meldete sich am 21. Dezember 2016 unter 
Hinweis auf einen Brustabszess und psychische Probleme bei der IV-Stelle Zug zum 
Leistungsbezug an (IV-act. 1). Nach Durchführung von Abklärungen in erwerblicher und 
medizinischer Hinsicht leitete die IV-Stelle Zug berufliche Eingliederungsmassnahmen ein, 
welche infolge des Umzugs der Versicherten in den Kanton C.________ an die örtliche IV-
Stelle delegiert wurden. Es folgten zunächst ein sechsmonatiges Arbeitstraining und 
anschliessend eine sechsmonatige Verlängerung der Massnahme unter dem Titel der 
beruflichen Abklärung (IV-act. 38 und 46). Es konnte allerdings keine Eingliederung auf 
dem freien Arbeitsmarkt erreicht werden, weshalb die IV-Stelle Zug eine psychiatrische 
Begutachtung der Versicherten in Auftrag gab. Gestützt auf dieses Administrativgutachten 
verneinte sie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (IV-act. 72) deren Anspruch 
auf Leistungen der Invalidenversicherung (Verfügung vom 6. April 2021 [IV-act. 84]).

B. Gegen die leistungsablehnende Verfügung vom 6. April 2021 erhob A.________ 
am 10. Mai 2021 Beschwerde mit dem Rechtsbegehren um Zusprechung einer 
Invalidenrente, eventualiter von beruflichen Massnahmen und subeventualiter um 
Vornahme ergänzender medizinischer Abklärungen. Weiter beantragte die 
Beschwerdeführerin die Auferlegung der Kosten für die Stellungnahmen des 
behandelnden Psychiaters an die IV-Stelle Zug. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (act. 1 S. 2). Innert Frist bezahlte die 
Beschwerdeführerin den ihr auferlegten Kostenvorschuss (act. 2 f.), wodurch ihr Gesuch 
um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos wurde. Mit Vernehmlassung vom 7. Juli 
2021 schloss die Verwaltung auf Abweisung der Beschwerde (act. 7 S. 2). In der Folge 
gingen keine weiteren Eingaben der Parteien mehr ein.

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Am 1. Januar 2022 ist das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung 
in Kraft getreten (IVG; SR 831.20; Weiterentwicklung der IV, Änderung vom 19. Juni 
2020). Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich 
auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der strittigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt 
ab. In zeitlicher Hinsicht sind, vorbehältlich abweichender Übergangsbestimmungen, 
diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 

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Urteil S 2021 67

Tatbestandes Geltung hatten (vgl. etwa BGE 147 V 278 E. 2.1; 144 II 326 E. 2.1.1; 131 V 
9 E. 1; 129 V 354 E. 1; je mit Hinweisen). Da ferner das Sozialversicherungsgericht bei der 
Beurteilung eines Falles in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 
Verfügung beziehungsweise des streitigen Einspracheentscheids eingetretenen 
Sachverhalt abstellt (vorliegend 6. April 2021 [BF-act. B2]; BGE 144 V 210 E. 4.3.1; 132 V 
215 E. 3.1.1, je mit Hinweisen), sind vorliegend die bis 31. Dezember 2021 gültig 
gewesenen Rechtsvorschriften anwendbar, die nachfolgend auch in dieser Fassung zitiert 
werden. 

2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] in Verbindung mit § 77 Abs. 1 des 
Gesetzes über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen [Verwaltungsrechtspflegegesetz; 
VRG; BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen 
über die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [EG 
AHVIVG; BGS 841.1]). Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Zug ist vorliegend gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort der IV-
Stelle – gegeben, stammt doch die angefochtene Verfügung von der IV-Stelle Zug. Die 
Verfügung datiert vom 6. April 2021 und ist am Folgetag im Herrschaftsbereich der 
Beschwerdeführerin eingetroffen (BF-act. B2). In Anwendung von Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG 
ist dagegen direkt Beschwerde beim zuständigen Versicherungsgericht einzureichen. Die 
Beschwerdeschrift wurde am 10. Mai 2021 der Post übergeben und ging am 
darauffolgenden Tag beim Verwaltungsgericht ein. Damit ist die 30-tägige Frist gemäss 
Art. 60 Abs. 1 ATSG – unter Berücksichtigung des Fristenstillstandes gemäss Art. 38 
Abs. 4 lit. a ATSG – gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist von der angefochtenen 
Verfügung direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerdeschrift enthält 
einen klaren Antrag und eine Begründung, womit den formellen Anforderungen Genüge 
getan ist und auf die Beschwerde eingetreten werden kann. Die Beurteilung erfolgt auf 
dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO 
VG; BGS 162.11).

3.
3.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 
teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Sie kann Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 
Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

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Urteil S 2021 67

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 
Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung 
zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).

3.2 Invalide oder von einer Invalidität nach Art. 8 ATSG bedrohte Versicherte haben 
Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die 
Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder 
herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern; und die Voraussetzungen für den Anspruch 
auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (Art. 8 Abs. 1 IVG). Die 
Eingliederungsmassnahmen bestehen in medizinischen Massnahmen, 
Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung, Massnahmen 
beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, 
Arbeitsvermittlung, Kapitalhilfe) sowie der Abgabe von Hilfsmitteln (Abs. 3).

3.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG haben Versicherte sodann Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn sie mindestens zu 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 
60 %, auf eine halbe Rente, wenn sie mindestens zu 50 % oder auf eine Viertelsrente, 
wenn sie mindestens zu 40 % invalid sind.

Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss Art. 16 ATSG (in 
Verbindung mit Art. 28a Abs. 1 IVG) aufgrund eines Einkommensvergleichs zu 
bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 
Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sogenanntes Invalideneinkommen), in Beziehung 
gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden 
wäre (sogenanntes Valideneinkommen).

Der Rentenanspruch entsteht nach Art. 28 Abs. 1 IVG frühestens in dem Zeitpunkt, in dem 
die versicherte Person während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig war (lit. b), sofern sie nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid ist (lit. c). Zusätzlich kann der Rentenanspruch 

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Urteil S 2021 67

gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach der Geltendmachung 
entstehen.

3.4 Im sozialversicherungsrechtlichen Verfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Der 
Versicherungsträger prüft nach Art. 43 Abs. 1 ATSG die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein, wobei 
mündlich erteilte Auskünfte schriftlich festzuhalten sind.

Für die Beurteilung von Rechtsfragen, denen medizinische Sachverhalte zugrunde liegen, 
ist das Gericht auf Angaben und Unterlagen von medizinischen Fachpersonen, namentlich 
von Ärztinnen und Ärzten, angewiesen. Damit ihm Beweiswert zukommt, muss ein 
medizinisches Gutachten für die streitigen Belange umfassend sein, auf allseitigen 
Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der 
Vorakten abgegeben werden sowie in der Beurteilung der medizinischen Situation und der 
Zusammenhänge einleuchten (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Weiter ist die 
ärztliche Arbeitsfähigkeitsschätzung durch die Rechtsanwendenden darauf zu prüfen, ob 
sie den normativen Vorgaben gemäss BGE 141 V 281 genügt. Der Beweis für eine lang 
andauernde und erhebliche gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ist nur dann erbracht, 
wenn eine Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden 
Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild für eine Einschränkung in allen Lebensbereichen 
(Konsistenz) zeigt. Fehlt es daran, obwohl der Sachverhalt erschöpfend abgeklärt wurde, 
ist der Beweis für eine invalidisierende Arbeitsunfähigkeit nicht geleistet und nicht zu 
erbringen, was sich nach den Regeln über die (materielle) Beweislast zu Ungunsten der 
rentenansprechenden Person auswirkt (BGE 145 V 361 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

4.
4.1 Dem Bericht des Einsatzbetriebes D.________ vom 24. Mai 2019 (IV-act. 51) lässt 
sich entnehmen, dass die Beschwerdeführerin seit Beginn der beruflichen Massnahme am 
9. Juli 2018 eine spürbare Besserung erfahren und ein Arbeitspensum von 60 % erreicht 
habe. Allerdings benötige sie mehr Zeit, um sich auf eine Erwerbstätigkeit auf dem ersten 
Arbeitsmarkt vorzubereiten. Der geschützte Rahmen sei notwendig, um die nötige emotive 
Stabilität zu erreichen, welche ihr erlauben würde, sich für eine künftige Weiterbildung 
oder Umschulung zu entscheiden und den geschützten Arbeitsmarkt zu verlassen.

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4.2 Die von der Beschwerdegegnerin mit einer psychiatrischen Begutachtung 
beauftragte med. pract. E.________, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, stellte 
im Gutachten vom 17. Oktober 2020 folgende Diagnosen (IV-act. 66/36):

- Verdacht auf kombinierte Persönlichkeitsstörung mit histrionischen (infantilen), 
narzisstischen und auch gewissen emotional instabilen Zügen (ICD-10 F61.0)
Differenzialdiagnose: Akzentuierte Persönlichkeitszüge mit histrionischen (infantilen), 
narzisstischen und emotional instabilen Zügen (ICD-10 Z73.1)

- Anamnestisch mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1), gegenwärtig bzw. 
anamnestisch schon länger remittiert

- Anamnestisch Agoraphobie (ICD-10 F41.0), gegenwärtig remittiert

- Aktenanamnestisch Verdacht auf eine einfache Aktivitäts- und 
Aufmerksamkeitsstörung (ADHS; ICD-10 F90.0), aktuell keine Anhaltspunkte für 
deren Vorliegen

Weiter führte die Gutachterin aus, die Beschwerdeführerin habe sehr umfangreiche 
Angaben über ihre psychischen Beschwerden bis Herbst 2016 gemacht. Diskrepant dazu 
seien die Angaben zum weiteren Verlauf wenig konkret, vage, unklar und floskelhaft 
gewesen. Die Beschwerdeführerin habe vor allem mit einem eigenwillig anmutenden 
subjektiven Krankheitskonzept einer schweren psychischen Beeinträchtigung und dem 
daraus resultierenden Krankheits-, Schon- und Vermeidungsverhalten imponiert, vor allem 
in Bezug auf eine adäquate Erwerbstätigkeit. Im präsentierten Verhalten und in ihren 
Angaben habe sich der Eindruck von Verdeutlichungstendenzen ergeben, auch im Sinne 
einer ausgeprägten Dramatisierungsneigung in Bezug auf die eigene Person und eines 
übertriebenen Ausdrucks von Gefühlen. Zudem habe sich auch der Eindruck von 
manipulativen Tendenzen ergeben. Gesamthaft hätten keine psychischen Symptome von 
Krankheitswert festgestellt werden können. Vielmehr seien deutliche 
persönlichkeitsstrukturelle Auffälligkeiten und auch mehrere psychosoziale Faktoren in 
den Vordergrund gerückt (IV-act. 66/36–37). In den Angaben der Beschwerdeführerin zu 
ihrer aktuellen sozialen Anamnese, bzw. ihrem aktuellen Tagesablauf liessen sich keine 
wesentlichen psychischen Einschränkungen in der Alltagsgestaltung identifizieren (IV-
act. 66/42). Im bisherigen beruflichen Werdegang lasse sich gesamthaft eine gewisse 
Unstetigkeit bei wiederholten interpersonellen Problemen eruieren (IV-act. 66/43). 

Zum bisherigen Behandlungsverlauf gab die Gutachterin an, mit dem Umzug der 
Beschwerdeführerin in den Kanton C.________ im Sommer 2017 sei das Setting der 
ambulanten Behandlung verändert worden. Die Beschwerdeführerin habe die 
Therapiegespräche seltener wahrgenommen und lange vor Ausbruch der Pandemie ihren 

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ambulant behandelnden Psychiater Dr. med. F.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, nur noch telefonisch kontaktiert. Es könne somit nicht von einer regulären 
bzw. konsequenten ambulanten psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung 
gesprochen werden. Während der seit August 2016 dauernden Behandlung sei es dem 
Psychiater nicht gelungen, eine regelmässige bzw. konsequente psychopharmakologische 
Behandlung zu installieren. Gemäss Bericht vom 23. Dezember 2016 (IV-act. 7/5–7) sei 
das zu Beginn verordnete Antidepressivum Wellbutrin nach kurzer Zeit wegen der von der 
Beschwerdeführerin geltend gemachten Nebenwirkungen abgesetzt worden. Ein weiterer 
Versuch einer antidepressiven Behandlung habe gemäss den Angaben der 
Beschwerdeführerin drei Jahre später im Sommer-Herbst 2019 stattgefunden und sei 
ebenfalls wegen geltend gemachten Nebenwirkungen beendet worden. Das im Sommer 
2017 zur Behandlung des diagnostizierten ADHS eingesetzte Methylphenidat-Präparat sei 
etwa ein Jahr vor der Begutachtung von der Beschwerdeführerin abgesetzt worden, weil 
sie diese Medikation für nicht notwendig gehalten habe. Aus gutachterlich-psychiatrischer 
Sicht sei anzunehmen, dass die Beschwerdeführerin ihre psychischen Probleme 
zumindest seit vielen Monaten doch nicht als so belastend oder gravierend erlebe, dass 
sie deshalb eine reguläre psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung samt einer 
konsequenten psychopharmakologischen Medikation für notwendig erachtet hätte. Die 
angegebene Beanspruchung der Bedarfsmedikation mit Quetiapin in sehr niedriger 
Dosierung etwa ein- bis zweimal pro Monat weise auf seltene und insgesamt nur minime 
bis leichtgradige psychische Beschwerden hin. Zwar mache die Beschwerdeführerin mit 
Nachdruck eine Abneigung gegenüber Ärzten geltend. Jedoch sei es ihr bei einem hohen 
Leidensdruck möglich gewesen, aufgrund ihrer somatischen Beschwerden im Jahr 2016 
die damaligen Behandlungsangebote stets in Anspruch zu nehmen bzw. auszuschöpfen. 
Dies stehe in einer deutlichen Diskrepanz zu der eigens reduzierten Inanspruchnahme von 
psychiatrischen Behandlungsangeboten. In diesem Zusammenhang sei anzumerken, dass 
im gesamten Behandlungsverlauf von nun mehr als vier Jahren keine stationäre und/oder 
teilstationäre psychiatrisch-psychotherapeutische oder psychosomatische Behandlung 
notwendig gewesen sei. Daraus schloss die Gutachterin auf einen mangelnden 
tatsächlichen Leidensdruck und eine fragliche Behandlungsmotivation (IV-act. 66/45–46). 

Vor diesem Hintergrund konnte med. pract. E.________ auch die bisher geltend 
gemachten Einschränkungen im Verlauf der beruflichen Massnahmen nicht 
nachvollziehen. So erachtete sie als nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin 
massive psychische Probleme beim Arbeitstraining im geschützten Rahmen geltend 
gemacht, gleichzeitig aber das Setting der bisherigen psychiatrisch-psychotherapeutische 

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Behandlung immer mehr reduziert habe. Ebenfalls sei nicht nachvollziehbar, dass sie eine 
hochgradige psychisch bedingte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit geltend mache, 
jedoch in ihrem privaten Alltagsleben bzw. im angegebenen ausgedehnten 
Freizeitverhalten keine wesentlichen psychischen Einschränkungen erkennen lasse. 
Gesamthaft liessen sich keine konkreten und psychiatrisch nachvollziehbaren 
medizinischen Gründe eruieren, weshalb die Beschwerdeführerin die schriftlich 
festgehaltenen Ziele der beruflichen Massnahme im geschützten Rahmen nicht habe 
erreichen können. In einem geschützten Rahmen hätte sie eine Präsenz von 100 % 
innerhalb kurzer Zeit erreichen können. Aus diesem Grund äusserte die Gutachterin 
erhebliche Zweifel an der tatsächlichen Motivation zu beruflichen Massnahmen und zur 
Ausübung einer Erwerbstätigkeit (IV-act. 66/46).

Sodann hielt med. pract. E.________ fest, dass die bei der Beschwerdeführerin 
diagnostizierte mittelgradige depressive Episode aus gutachterlich-psychiatrischer Sicht 
spätestens im Frühsommer 2017 remittiert sei. Seither liessen sich keine durch konkrete 
depressive Symptome bedingte Einschränkungen mehr eruieren. Trotz der vorliegenden 
persönlichkeitsstrukturellen Vulnerabilität und der von Dr. F.________ retrospektiv 
angenommenen ADHS habe die Beschwerdeführerin bei vorhandener Motivation die 
Berufslehre innerhalb der regulären Zeit erfolgreich abschliessen und nachfolgend der 
angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte in Vollzeit nachgehen können. Vor diesem 
Hintergrund seien die geltend gemachten Probleme bei den beruflichen Massnahmen 
medizinisch nicht nachvollziehbar. Es liessen sich lediglich qualitative Einschränkungen 
der Arbeitsfähigkeit bedingt durch die persönlichkeitsstrukturellen Besonderheiten bzw. 
Defizite feststellen. Bei der subjektiven Einschätzung ihrer Arbeitsfähigkeit durch die 
Beschwerdeführerin auf 40–50 % in einem Umfeld, in dem sie sich wohlfühle, seien neben 
gegebenenfalls gewissen Insuffizienzgefühlen auch ein eigenwilliges subjektives 
Krankheitskonzept und ein daraus resultierendes unangepasstes Verhalten, vor allem 
aber auch psychosoziale Belastungsfaktoren festzustellen. Als solche nannte die 
Gutachterin Konflikte am letzten Arbeitsplatz nach dem Wechsel auf der 
Vorgesetztenebene im Januar 2016, den Verlust der letzten Arbeitsstelle mit 
Kündigungsmitteilung im Januar 2017, nachfolgend eine Fokussierung auf die private 
Lebensgestaltung mit neuer Partnerschaft und Umzug in den Kanton C.________, eine 
mangelnde Motivation in Bezug auf die berufliche Reintegration bei einem ausgefüllten 
Tagesablauf als Hausfrau, finanzielle Probleme, einen anzunehmenden Wunsch nach 
Unterstützung durch soziale Sicherungssysteme (IV-act. 66/47).

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Hinsichtlich der zumutbaren Arbeitsleistung kam die Gutachterin zum Schluss, dass die 
Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bedingt durch einen vermehrten Pausenbedarf 
mindestens 70 % betrage. Die der Beschwerdeführerin attestierte 100%ige 
Arbeitsunfähigkeit ab August 2016 sowie die vom behandelnden Psychiater Ende 
Dezember 2016 attestierte Teilarbeitsfähigkeit ab Januar 2017 liessen sich gut 
nachvollziehen. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit liege bei der Beschwerdeführerin 
seit Januar 2019 eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 70 % in der angestammten 
Tätigkeit vor. Die angestammte Tätigkeit als Serviceangestellte erscheine aufgrund des 
Belastungsprofils nicht optimal angepasst. In einer Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an 
die Stress- und Frustrationstoleranz, an die emotionale Belastbarkeit und an soziale 
Kompetenzen sei eine Arbeitsfähigkeit von 100 % zu erwarten (IV-act. 66/51–52).

4.3 Eine andere Ansicht äusserte der Psychiater Dr. F.________, der die 
Beschwerdeführerin seit August 2016 behandelt. In seiner Stellungnahme vom 20. Januar 
2021 zum Administrativgutachten stimmte er zwar der von der Gutachterin gestellten 
Diagnose einer kombinierten Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F61.0) zu. Im Übrigen hielt er 
jedoch an den bereits früher von ihm gestellten Diagnosen eines Aufmerksamkeitsdefizit- 
und Hyperaktivitätssyndroms (ICD-10 F90.0/DSM-IV 314.01), einer rezidivierenden 
depressiven Störung, gegenwärtig unbekanntes Ausmass einer depressiven Episode 
(ICD-10 F33.8), eines Status nach gemischter Angststörung (ICD-10 F41.3) sowie eines 
Verdachts auf PTSD (posttraumatic stress disorder) im Sinne einer latenten komplexen 
Traumafolgestörung (ICD-10 F43.8) fest (IV-act. 83/13). Weiter betonte Dr. F.________ 
die Behandlungs- und Arbeitsmotivation der Beschwerdeführerin sowie deren nach wie vor 
hohen Leidensdruck. Den von der Gutachterin festgestellten Behandlungsunterbruch 
erklärte er mit dem Umzug der Beschwerdeführerin und deren Schwierigkeit, eine 
Behandlung am neuen Wohnort zu etablieren. Mit Bezug auf die medikamentöse Therapie 
wies Dr. F.________ auf die Schwierigkeiten infolge von schlechten Vorerfahrungen, 
überempfindlichen Reaktionen und Unverträglichkeiten hin. Eine stationäre oder 
teilstationäre Behandlung sei für die Beschwerdeführerin absolut nicht annehmbar 
gewesen. Ausserdem hätten aus therapeutischer Sicht Zweifel bestanden, dass sie in der 
Lage gewesen wäre, sich der Struktur eines stationären Settings anzupassen. Dass der 
Behandlungsverlauf nicht dem idealtypischen Muster entspreche, erklärte der 
behandelnde Psychiater mit den persönlichkeitsbedingten Eigenwilligkeiten und der 
eingeschränkten Krankheitseinsicht, was nichts mit geringem Leidensdruck oder geringer 
Behandlungsmotivation zu tun habe (IV-act. 83/14–15). 

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Urteil S 2021 67

Mit Bezug auf den Verlauf der Eingliederungsmassnahmen rügte Dr. F.________ die 
Verweigerung der vom Einsatzbetrieb empfohlenen Verlängerung der Massnahme seitens 
der Beschwerdegegnerin. Eine Weiterführung sei aus therapeutischer Sicht indiziert 
gewesen und von der Beschwerdeführerin gewünscht worden. Aus psychiatrischer Sicht 
hätten sich während des Arbeitsversuchs die Probleme im Zusammenhang mit dem 
ADHS, der Persönlichkeitsstörung und der emotionalen Vulnerabilität im Rahmen der 
affektiven Erkrankung manifestiert. Die Beschwerdeführerin habe schon während der 
Berufsausbildung und der Berufsausübung entsprechende Schwierigkeiten gehabt. Weiter 
bemängelte Dr. F.________, dass die Gutachterin die Angaben der Beschwerdeführerin 
zu ihrem Freizeitverhalten unkritisch übernommen habe, obwohl sie gleichzeitig eine 
histrionische und narzisstische Persönlichkeitskomponente festgestellt habe, was mit der 
Gefahr einer beschönigenden und selbstüberschätzenden Darstellung verbunden sei. Sie 
habe es verpasst, die Aktivitäten detailliert zu erfragen und quantifizieren. Zwar habe die 
Beschwerdeführerin viele Ressourcen. Diese seien von der Gutachterin jedoch zu 
optimistisch eingeschätzt worden. Im Spannungsfeld von Fähigkeiten, Ressourcen und 
Belastungen bestehe bei der Beschwerdeführerin die Grundproblematik, dass ihre 
psychische Gesundheit, angefangen von der ADHS-Veranlagung bis hin zu den 
komorbiden Persönlichkeits- und affektiven Störungen, sie daran hindere, ihr Potenzial im 
Leben zu verwirklichen (IV-act. 83/16–17).

Entsprechend seinen früheren Arbeitsfähigkeitsattesten hielt Dr. F.________ fest, dass die 
Beschwerdeführerin von August 2016 bis zum Beginn der beruflichen Massnahme zu 
100 % arbeitsunfähig gewesen sei. Die zu Beginn der Massnahme attestierte 50%ige 
Arbeitsfähigkeit im geschützten Bereich habe bis auf 60 % gesteigert werden können. Die 
Arbeitsfähigkeit für eine gemäss dem gutachterlichen Anforderungsprofil angepasste 
Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt schätzte er dagegen auf 20–30 % (IV-
act. 83/18–19).

5.
5.1 Unter Hinweis auf die von Dr. F.________ erhobene Kritik spricht die 
Beschwerdeführerin dem psychiatrischen Gutachten von med. pract. E.________ einen 
Beweiswert ab (act. 1 S. 4 ff.).

In diesem Zusammenhang ist zunächst zu betonen, dass es die unterschiedliche Natur 
von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-) Person einerseits und 
Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits 

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Urteil S 2021 67

rechtsprechungsgemäss nicht zulässt, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in 
Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die 
behandelnden Arztpersonen beziehungsweise Therapiekräfte zu anderslautenden 
Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine abweichende 
Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige – und nicht rein subjektiver Interpretation 
entspringende – Aspekte benennen, die bei der Begutachtung unerkannt oder 
ungewürdigt geblieben sind (vgl. statt vieler BGer 8C_350/2022 vom 9. November 2022 
E. 5.3.1 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung).

Im Administrativgutachten unerkannt oder ungewürdigt gebliebene Aspekte liegen hier 
keine vor, denn med. pract. E.________ schilderte ausführlich die von der 
Beschwerdeführerin während der fünfstündigen klinischen Untersuchung erwähnten 
Leiden und Einschränkungen (IV-act. 66/19–31) sowie die erhobenen Befunde (IV-
act. 66/32–35). In Anlehnung an die anerkannten Klassifikationskriterien diskutierte sie die 
wichtigsten bisher gestellten Diagnosen. Dabei setzte sie sich detailliert mit den 
erhobenen Befunden sowie mit dem Verhalten und der Lebensgeschichte der 
Beschwerdeführerin auseinander (IV-act. 66/36–45). Die Expertise wurde sodann in 
Kenntnis der Vorakten und insbesondere der verschiedenen, ausführlichen Beurteilungen 
von Dr. F.________ abgegeben (IV-act. 66/3–18). Die Gutachterin setzte sich damit wie 
auch mit den Stellungnahmen der Eingliederungsverantwortlichen auseinander (IV-
act. 66/37–39). Dass sie den psychopathologischen Befund sowie die Behandlungs- und 
Arbeitsmotivation anders würdigt als der behandelnde Psychiater (vgl. act. 1 S. 8 ff.), ist 
nicht auf Mängel in der Begutachtung zurückzuführen, sondern findet seine hinreichende 
Erklärung in der unterschiedlichen Natur von Begutachtungs- und Behandlungsauftrag. Zu 
erwähnen ist sodann, dass sich Dr. F.________ mit seinen beherzten Interventionen im 
Vorbescheid- und Beschwerdeverfahren (vgl. E. 4.3 sowie die Stellungnahme vom 5. Mai 
2021 [BF-act. B4]) in einem Umfang, der über das bei einem behandelnden Arzt zu 
erwartende Mass hinausgeht, zum Interessenwahrer seiner Patientin gegenüber der 
Versicherung gemacht hat, was den Beweiswert seiner Berichte schmälert (vgl. dazu BGer 
8C_143/2019 vom 21. August 2019 E. 4.4.1; 8C_549/2021 vom 7. Januar 2022 E. 7.2). 
Auch aus seinen jüngeren Stellungnahmen ergeben sich weder wichtige neue oder von 
der psychiatrischen Gutachterin unerkannt bzw. ungewürdigt gebliebene Aspekte noch 
eine invalidenversicherungsrechtlich beachtliche Verschlechterung des 
Gesundheitszustands. Dies gilt auch für den Bericht von Dr. med. G.________, Fachärztin 
für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 28. April 2021 (BF-act. B5).

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Urteil S 2021 67

5.2 Insgesamt entspricht das psychiatrische Gutachten von med. pract. E.________ 
vom 17. Oktober 2020 (E. 4.2) den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert 
einer Expertise (vgl. dazu E. 3.4). So ist es für die streitigen Belange umfassend, 
beantwortet es doch die Frage nach den gesundheitlichen Beeinträchtigungen und der 
Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin. Weiter beruht es auf einer eingehenden 
psychiatrischen Untersuchung und leuchtet in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge sowie in der Beurteilung der medizinischen Situation ein. In diesem 
Sinne vermögen sowohl die gestellten Diagnosen als auch die in Beachtung der 
Standardindikatoren erfolgte Arbeitsfähigkeitseinschätzung zu überzeugen. Auf das 
Gutachten kann somit abgestellt werden. 

5.3 Sodann ist die Frage der für die Invaliditätsbemessung massgebende 
Arbeitsfähigkeit zu prüfen. In der angefochtenen Verfügung vom 6. April 2021 geht die 
Beschwerdegegnerin von einer Arbeitsfähigkeit von mindestens 70 % in angestammter 
Tätigkeit ab Januar 2017 aus (vgl. IV-act. 84/5). Dies begründet sie mit der Stellungnahme 
des RAD vom 29. Oktober 2020, worin unter Hinweis auf das Administrativgutachten ab 
Anfang 2017 eine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit angenommen wurde 
(IV-act. 70). 

Eine im Januar 2017 im Umfang von 70 % wiedererlangte Arbeitsfähigkeit lässt sich 
allerdings weder dem Gutachten von med. pract. E.________ vom 17. Oktober 2020 
(E. 4.2) noch den echtzeitlichen medizinischen Stellungnahmen entnehmen. So lässt sich 
den Angaben von Dr. F.________ im Bericht vom 26. Januar 2017 (IV-act. 9), des 
Hausarztes Dr. med. H.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, im Bericht vom 
14. Februar 2017 (IV-act. 11) oder der Vertrauensärztin des Krankentaggeldversicherers 
in ihrer Kurzbeurteilung vom 10. März 2017 (IV-act. 12/2–6) keine verwertbare 
Arbeitsfähigkeit entnehmen. Da sich die durchgemachte somatische Erkrankung 
inzwischen nicht mehr auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hatte (IV-act. 11), wurde die 
fortdauernde Arbeitsunfähigkeit ausschliesslich mit dem psychischen Leiden begründet. 
Der behandelnde Psychiater Dr. F.________ ging in seinem Bericht vom 26. Januar 2017 
(IV-act. 9) davon aus, dass die Beschwerdeführerin viele Ressourcen habe (vgl. dazu 
auch IV-act. 83/17) und die Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit durch geeignete 
therapeutische Massnahmen möglich sei, wenn auch mehrere Wochen dazu nötig sein 
würden (IV-act. 9/3). Die Wiedereingliederung ins Erwerbsleben war denn auch immer 
wieder Thema der Psychotherapie (vgl. Bericht von 11. Juli 2017 [IV-act. 18]). Der Umzug 
in den Kanton C.________ per 1. August 2017 mit der damit verbundenen Unmöglichkeit, 

13

Urteil S 2021 67

die Psychotherapie im bisherigen Rahmen weiterzuführen, und den Schwierigkeiten der 
Beschwerdeführerin, eine neue Therapeutin zu suchen, verzögerte allerdings den Beginn 
der Wiedereingliederung (vgl. Bericht von Dr. F.________ vom 31. August 2017 [IV-
act. 22/2–4]). Bei einem ersten Kontakt mit der IV-Stelle im Kanton C.________ im März 
2018 hinterliess die Beschwerdeführerin den Eindruck einer stark gestörten Person mit 
grossen Schwierigkeiten, weshalb mit dem Beginn der Eingliederungsmassnahme bis zur 
Besprechung mit Dr. F.________ zugewartet wurde. In der Folge konnte am 2. Juli 2018 
mit der sechsmonatigen beruflichen Abklärung die erste Phase der Eingliederung starten 
(vgl. Rückmeldungen an die Beschwerdegegnerin vom 21. März 2018 [IV-act. 30] und 
28. Juni 2018 [IV-act. 31] sowie Antrag Eingliederung vom 7. Januar 2019 [IV-act. 45]). 
Damit legte die Beschwerdeführerin ihren Arbeitswillen an den Tag. Eine Arbeitsfähigkeit 
auf dem ersten Arbeitsmarkt ist dadurch allerdings noch nicht bewiesen. 

Freilich schien ihr die Beschäftigung gut getan zu haben. So stellte Dr. F.________ im 
Bericht vom 9. September 2019 (IV-act. 55) eine Stabilisierung fest. Von einer spürbaren 
Besserung berichtete auch der Einsatzbetrieb D.________ am 24. Mai 2019 (vgl. E. 4.1). 
Vor dem Hintergrund dieser positiven Entwicklung vermag die durch die psychiatrische 
Gutachterin med. pract. E.________ attestierte 70 %ige Arbeitsfähigkeit in angestammter 
bzw. 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit ab Januar 2019 (IV-act. 66/52) 
besser zu überzeugen, als die vom RAD attestierte 100%ige Arbeitsfähigkeit in 
angepasster Tätigkeit ab Januar 2017 (IV-act. 70). Daran vermag auch die von 
Dr. F.________ im Bericht vom 9. August 2019 (IV-act. 55) beschriebene 
Verschlechterung nichts zu ändern, zumal es sich dabei offensichtlich um ein reaktives 
Geschehen infolge der verweigerten, erneuten Verlängerung der 
Eingliederungsmassnahme handelt. 

5.4 Zusammenfassend ist gestützt auf das psychiatrische Gutachten von med. pract. 
E.________ vom 17. Oktober 2020 (E. 4.2) davon auszugehen, dass die 
Beschwerdeführerin zwischen August 2016 – was auch von der Beschwerdegegnerin 
anerkannt wurde (vgl. IV-act. 84/5) – und Januar 2019 auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht 
arbeitsfähig war. Ab Januar 2019 wäre ihr die angestammte Tätigkeit als 
Serviceangestellte zu 70 % und eine angepasste Tätigkeit ohne hohe Anforderungen an 
die Stress- und Frustrationstoleranz, an die emotionale Belastbarkeit und an soziale 
Kompetenzen zu 100 % zumutbar gewesen.

6.

14

Urteil S 2021 67

6.1 Das mit der vollen Arbeitsunfähigkeit im August 2016 eröffnete Wartejahr (vgl. 
E. 3.3) endete im August 2017. Die anschliessende Erwerbsunfähigkeit dauerte bis Januar 
2019, weshalb die Beschwerdeführerin ab 1. August 2017 Anspruch auf eine ganze 
Invalidenrente hat (vgl. Art. 88a Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung 
[IVV; SR 831.201]). 

6.2 Mit der Besserung der psychischen Symptomatik im Januar 2019 erhöhte sich die 
Leistungsfähigkeit in angepasster Tätigkeit auf 100 %, weshalb per 1. April 2019 anhand 
eines Einkommensvergleichs eine Rentenanpassung zu prüfen ist.

6.2.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt des 
(hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Validen- und 
Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben und allfällige 
rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis zum Verfügungserlass zu 
berücksichtigen sind (BGE 129 V 222 E. 4.1 und E. 4.2; 128 V 174; BGer 9C_526/2015 
vom 11. September 2015 E. 3.2.1; 9C_22/2014 vom 18. Februar 2014 E. 4.3).

6.2.2 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Ermittlung des 
Valideneinkommens entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des 
frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am 
zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung 
angepassten Verdienst angeknüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die 
bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnahmen 
müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (BGE 139 V 28 E. 3.3.2; 135 V 
58 E. 3.1; 134 V 322 E. 4.1 mit Hinweis). Eine solche Ausnahme liegt hier vor. Spätestens 
mit ihrem Umzug in den Kanton C.________ hätte die Beschwerdeführerin ihre frühere 
Anstellung aufgeben und sich eine Stelle am neuen Wohnort suchen müssen. Demzufolge 
ist auf die Daten der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung 
(LSE) zurückzugreifen. 

Die Beschwerdeführerin weist einen Lehrabschluss sowie mehrjährige Berufserfahrung im 
Gastgewerbe auf (IV-act. 1 und 5). Formale Weiterbildungen oder andere während der 
Berufsausübung erworbene besondere Qualifikationen sind allerdings nicht ersichtlich. 
Auch die konkreten Verdienstverhältnisse aus der angestammten Tätigkeit vor dem 
Auftreten des Gesundheitsschadens lassen nicht auf eine steile Lohnkarriere im 

15

Urteil S 2021 67

Gesundheitsfall schliessen. Vielmehr ist die berufliche Laufbahn der Beschwerdeführerin 
von wiederholten Stellenwechseln geprägt (IV-act. 5). Rechtsprechungsgemäss ist somit 
eine höhere Einstufung als das Kompetenzniveau 2 trotz absolvierter Berufslehre nicht 
gerechtfertigt (vgl. BGer 8C_382/2017 vom 25. August 2017 E. 2.3.3). Es ist demzufolge 
vom statistischen Durchschnittslohn (Zentralwert) der mit praktischen Tätigkeiten im 
Gastgewerbe, Beherbergung und Gastronomie, beschäftigten Frauen im privaten Sektor 
gemäss der Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2018 auszugehen. Dieser hat im Jahre 
2018 bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden monatlich Fr. 4'265.– betragen 
(inkl. 13. Monatslohn; Zeile 55–56). Auf der Basis der 2019 betriebsüblichen 41,7 
Wochenstunden (vgl. Arbeitsmarktindikatoren 2021, Hrsg. Bundesamt für Statistik, 
Neuchâtel 2021, Tabelle TA2.1, S. 72) ergibt sich – bereinigt um die 
Nominallohnentwicklung – für das Jahr 2019 ein Valideneinkommen von rund Fr. 53'882.– 
(4'265.– x 12 / 40 x 41.7 / 2'732 x 2'759).

6.2.3 Bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ist vom statistischen 
Durchschnittslohn (Zentralwert) der mit einfachen Tätigkeiten körperlicher oder 
handwerklicher Art (Kompetenzniveau 1) beschäftigten Frauen im privaten Sektor gemäss 
der Tabelle TA1_tirage_skill_level der LSE 2018 auszugehen. Dieser hat im Jahre 2018 
bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden monatlich Fr. 4'371.– betragen (inkl. 
13. Monatslohn; Total). Auf der Basis der 2019 betriebsüblichen 41,7 Wochenstunden (vgl. 
Arbeitsmarktindikatoren 2021, a.a.O.) ergibt sich – bereinigt um die 
Nominallohnentwicklung – für das Jahr 2019 rund Fr. 55'222.– (4'371.– x 12 / 40 x 41.7 
/ 2'732 x 2'759).

6.2.4 Wird das Invalideneinkommen auf der Grundlage von statistischen Lohndaten wie 
namentlich der LSE ermittelt, ist der so erhobene Ausgangswert allenfalls zu kürzen. 
Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und berufliche 
Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationalität 
oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 
können und die versicherte Person je nach Ausprägung deswegen die verbliebene 
Arbeitsfähigkeit auch auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit 
unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg verwerten kann. Der Abzug soll aber nicht 
automatisch erfolgen. Er ist unter Würdigung der Umstände im Einzelfall nach 
pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und darf 25 % nicht übersteigen. Die 
Rechtsprechung gewährt insbesondere dann einen Abzug vom Invalideneinkommen, 
wenn eine versicherte Person selbst im Rahmen körperlich leichter Hilfsarbeitertätigkeit in 

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Urteil S 2021 67

ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Allfällige bereits in der Beurteilung der 
medizinischen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen dürfen nicht 
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen (vgl. BGE 148 V 174 E. 6.3 mit 
zahlreichen Hinweisen).

Ein leidensbedingter Abzug ist vorliegend nicht gerechtfertigt, denn in dem von der 
Gutachterin beschriebenen Anforderungsprofil einer angepassten Tätigkeit wurden die 
sich auf die Leistungsfähigkeit und damit auf den Lohn auswirkenden gesundheitlichen 
Einschränkungen (keine hohen Anforderungen an die Stress- und Frustrationstoleranz, an 
die emotionale Belastbarkeit und an soziale Kompetenzen) bereits berücksichtigt (vgl. 
E. 5.4). Darüber hinaus anerkennt die Rechtsprechung eine psychisch bedingt verstärkte 
Rücksichtnahme seitens Vorgesetzter und Arbeitskollegen nicht als eigenständigen 
Abzugsgrund (BGer 8C_393/2020 vom 21. September 2020 E. 3.1). Weiter rechtfertigen 
weder das Risiko von vermehrten gesundheitlichen Absenzen noch die mangelnde 
Flexibilität in aller Regel einen Abzug vom Tabellenlohn (BGer 8C_799/2018 vom 30. April 
2019 E. 4.4).

6.2.5 Dem Valideneinkommen von Fr. 53'882.– (E. 6.2.2) steht demzufolge ein 
Invalideneinkommen von Fr. 55'222.– gegenüber, womit keine Erwerbseinbusse mehr 
ausgewiesen ist. Die der Beschwerdeführerin ab 1. August 2017 zustehende 
Invalidenrente (E. 6.1) ist daher per 31. März 2019 zu befristen.

7. Sodann beantragt die Beschwerdeführerin die Zusprechung von beruflichen 
Massnahmen. 

7.1 Solange die materiellen Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Anspruch auf 
Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG) grundsätzlich in zeitlicher Hinsicht nicht begrenzt, sondern 
besteht bis zur erfolgreichen Eingliederung. Indessen wird der Anspruch auf 
Arbeitsvermittlung nach Massgabe des Verhältnismässigkeitsprinzips begrenzt. Der 
Verhältnismässigkeitsgrundsatz ist in Form des angemessenen Mitteleinsatzes wegleitend 
für die Frage, wie lange der Anspruch auf Arbeitsvermittlung dauert: grundsätzlich so 
lange, wie die versicherte Person nicht platziert und eingegliedert ist. Die 
Arbeitsvermittlung ist nur solange zu erbringen, als der dafür notwendige Aufwand nicht 
unverhältnismässig ist. Unverhältnismässig erscheint die Arbeitsvermittlung, wenn von 
weiteren Bemühungen keinerlei Erfolg mehr erwartet werden darf, obwohl vorher eine 

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Urteil S 2021 67

intensive Betreuung stattgefunden hat, was jeweils im Einzelfall entschieden werden 
muss. Die Verhältnismässigkeit einer Fortführung der Arbeitsvermittlung beurteilt sich nicht 
anhand der Erledigung von vorgängig festgelegten abstrakten Vorgaben; es besteht 
Anspruch auf das situativ Notwendige (BGer 8C_19/2011 vom 9. Juni 2011 E. 2.2).

7.2 Mit Mitteilung vom 18. September 2017 sprach die Beschwerdegegnerin der 
Beschwerdeführerin Arbeitsvermittlung und Abklärung der beruflichen 
Eingliederungsmöglichkeiten zu und delegierte die Beratung an die IV-Stelle des Kantons 
C.________ (IV-act. 24 f.). Nach einem zwölfmonatigen Arbeitstraining mit dem Ziel des 
Aufbaus der Arbeitsfähigkeit konnte das Arbeitspensum der Beschwerdeführerin selbst im 
geschützten Rahmen nicht wie erwartet auf über 60 % gesteigert werden. Auch fühlte sich 
die Beschwerdeführerin einer Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht 
gewachsen. Unter diesen Umständen ist der Abschluss der beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen nicht zu beanstanden. Da jedoch der Beschwerdeführerin 
eine Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt aus psychiatrischer Sicht zumutbar 
wäre und auch Dr. F.________ das Potenzial für eine weitere Entwicklung bejaht hatte 
(vgl. Bericht vom 9. August 2019 [IV-act. 55/3]), besteht der Anspruch auf 
Arbeitsvermittlung grundsätzlich weiterhin. Sobald sich die Beschwerdeführerin 
gesundheitlich wieder in der Lage fühlt, ihre berufliche Wiedereingliederung erneut 
anzugehen, kann sie sich bei der Invalidenversicherung zur Arbeitsvermittlung und 
allenfalls für weitergehende berufliche Massnahmen erneut anmelden.

8. Zusammenfassend ist in teilweiser Gutheissung der Beschwerde die 
angefochtene Verfügung vom 6. April 2021 aufzuheben und der Beschwerdeführerin vom 
1. August 2017 bis 31. März 2019 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Im Übrigen ist 
die Beschwerde abzuweisen.

9. Die Kosten des Verfahrens sind auf Fr. 800.– festzulegen und ausgangsgemäss 
von der Beschwerdegegnerin zu tragen (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Der Beschwerdeführerin ist 
der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 800.– vollumfänglich zurückzuerstatten und es ist 
ihr zulasten der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG 
auszurichten, welche ermessensweise auf Fr. 2'100.– (inkl. Barauslagen und MWST) 
festzusetzen ist. Nicht zu entschädigen sind ihr dagegen die Kosten für die 
Stellungnahmen von Dr. F.________ vom 20. Januar (E. 4.3) und 5. Mai 2021 (BF-
act. B4). Diese von der Beschwerdeführerin für Vorbescheid- und Beschwerdeverfahren 
eingeholten Stellungnahmen erweisen sich für die Beurteilung ihres Leistungsanspruchs 

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nicht als unerlässlich im Sinne von Art. 45 Abs. 1 ATSG. Die Beschwerdegegnerin kann 
demnach nicht verpflichtet werden, die Kosten für diese Schreiben zu ersetzen.

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Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle Zug 
vom 6. April 2021 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die 
Beschwerdeführerin vom 1. August 2017 bis 31. März 2019 Anspruch auf die 
ganze Invalidenrente hat. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Es wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– erhoben, welche der 
Beschwerdegegnerin auferlegt wird. Der Beschwerdeführerin wird der geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.– zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine 
Parteientschädigung von Fr. 2'100.– (inkl. Barauslagen und MWST) zu bezahlen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin (im Doppel), an die IV-
Stelle des Kantons Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils) an das 
Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug von Ziffer 2 im 
Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 22. Februar 2023

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

versandt am