# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3165069a-8183-53e4-abf8-42b20d3cb880
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-04-04
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 04.04.2016 BB.2016.51
**Docket/Reference:** BB.2016.51
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2016-51_2016-04-04

## Full Text

Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).;;Entschädigung der amtlichen Verteidigung (Art. 135 Abs. 3 StPO).

Beschluss vom 4. April 2016  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Emanuel Hochstrasser und Roy Garré, 

Gerichtsschreiber Miro Dangubic  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Christoph 

Turnherr,  

 

Beschwerdeführer 

 

 

 gegen 

   

OBERGERICHT DES KANTONS AARGAU, 

Strafgericht, 1. Kammer,  

 

Beschwerdegegner 

 

 

 

Gegenstand  Entschädigung der amtlichen Verteidigung 

(Art. 135 Abs. 3 StPO)  

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2016.51 

 

 

 

- 2 - 
 
 

Sachverhalt: 

 

 Mit Urteil vom 18. Februar 2015 verurteilte das Bezirksgericht Bremgarten 

B., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt A., wegen Drohung zu einer 

Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je Fr. 70.--, unter Gewährung des 

bedingten Vollzuges mit einer Probezeit von 4 Jahren. Die Entschädigung 

des amtlichen Verteidigers wurde auf Fr. 15'493.30 fixiert (act. 1.3). 

 

 

 Mit Eingabe vom 5. März 2015 meldete B., vertreten durch RA A. gegen das 

obgenannte Urteil die Berufung an. Nach Zustellung des begründeten Urteils 

erklärte B. am 5. Juni 2015 die Berufung (act. 1.3). Mit Urteil vom 

27. November 2015 wies das Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 

1. Kammer (nachfolgend "OG AG"), die Berufung ab. Unter Ziff. 2 des 

Dispositivs wurde die zugesprochene Entschädigung von RA A. für die 

amtliche Verteidigung von B. für das erstinstanzliche Verfahren von Amtes 

wegen auf pauschal Fr. 7'500.-- gekürzt (act. 1.3). 

 

 

 RA A., vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Turnherr, gelangt gegen 

Ziff. 2 des Dispositivs des obgenannten Urteils (Entschädigungsentscheid) 

am 2. März 2016 an die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

(act. 1).  

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1 Ist die Beschwerdeinstanz ein Kollegialgericht, so beurteilt deren 

Verfahrensleitung die Beschwerde allein, wenn diese die wirtschaftlichen 

Nebenfolgen eines Entscheides bei einem strittigen Betrag von nicht mehr 

als Fr. 5'000.-- zum Gegenstand hat (Art. 395 lit. b StPO). Zu den 

wirtschaftlichen Nebenfolgen im Sinne dieser Bestimmung zählt auch die 

Entschädigung der amtlichen Verteidigung (SCHMID, Handbuch des 

schweizerischen Strafprozessrechts, 2. Aufl., Zürich/St. Gallen 2013, 

N. 1521). 

 

1.2 Mit dem angefochtenen Entscheid sprach das OG AG dem 

Beschwerdeführer eine amtliche Entschädigung für das erstinstanzliche 

Verfahren von Fr. 7'500.-- zu. Der Beschwerdeführer beantragt sinngemäss 

eine Entschädigung für die erste Instanz in der Höhe von Fr. 15'493.30.  

 

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 Aus dem Dargelegten geht hervor, dass die wirtschaftlichen Nebenfolgen 

des strittigen Betrags mehr als Fr. 5'000.-- betragen, mithin die vorliegende 

Beschwerde in Dreierbesetzung zu behandeln ist (vgl. Art. 38 StBOG).  

 

 

2.  

2.1 Vorliegend angefochten ist Ziff. 2 des Dispositivs des Urteils des OG AG vom 

27. November 2015. Darin wurde die vom Bezirksgericht Bremgarten 

festgesetzte Entschädigung des Beschwerdeführers für seine Bemühungen 

als amtlicher Verteidiger von B. heruntergesetzt. Die vom OG AG für das 

Berufungsverfahren festgesetzte Entschädigung blieb unangefochten. Es 

stellt sich vorliegend die Frage der Zuständigkeit des hiesigen Gerichts. 

 

2.2 Gegen den Entscheid, mit welchem das Berufungsgericht eines Kantons die 

Entschädigung der amtlichen Verteidigung für deren Bemühungen im 

kantonalen Berufungsverfahren festsetzt, kann diese bei der 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts Beschwerde führen (Art. 135 

Abs. 3 lit. b StPO i.V.m. Art. 37 Abs. 1 StBOG; vgl. zuletzt Beschluss des 

Bundesstrafgerichts BB.2015.47 vom 16. Dezember 2015, E. 2.1; 

RUCKSTUHL, Basler Kommentar, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 135 StPO N. 19).  

 

2.3 Mit Urteil des Bundesgerichts 6B_985/2013 vom 19. Juni 2014, E. 1.2 wurde 

die Zuständigkeit des hiesigen Gerichts wie folgt ausgedehnt:  

 

"Lorsque la fixation de l'indemnité, tant pour la première que la deuxième 

instance, demeure litigieuse à la suite de la décision de dernière instance 

cantonale, il se justifie qu'une même instance fédérale puisse être saisie 

de l'entier de cette problématique. Cela ne contrevient ni à la lettre ni à 

l'esprit de l'art. 135 CPP. L'autorité de recours compétente est donc le 

Tribunal pénal fédéral, plus précisément la Cour des plaintes (art. 37 al. 1 

LOAP), à qui il incombe de statuer tant sur l'indemnité de première que de 

deuxième instance cantonale. Il s'ensuit qu'aucune voie de recours n'est 

ouverte au Tribunal fédéral, que ce soit le recours en matière pénale ou le 

recours constitutionnel subsidiaire." 

 

 Diese Rechtsprechung wurde in BGE 140 IV 213 E. 1.6 bestätigt. Zudem 

hielt das höchste Schweizer Gericht in der E. 1.7 mit Bezugnahme auf den 

konkreten Fall Folgendes fest:  

 

"Angefochten ist ein Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn, in 

welchem über die vom Amtsgericht Solothurn-Lebern der unentgeltlichen 

Rechtsbeiständin für das erstinstanzliche Verfahren zugesprochene 

Entschädigung entschieden wurde. Die vom Obergericht für das 

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Berufungsverfahren festgesetzte Entschädigung blieb unangefochten. Es 

liegt deshalb kein Anwendungsfall von Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO vor, sodass 

die beim Bundesstrafgericht eingereichte Beschwerde vom Bundesgericht 

als Beschwerde in Strafsachen zu behandeln ist." 

 

Die neuesten in der Sache ergangenen Urteile sind BGE 141 IV 187 und 

6B_1028/2015. Aus der Erwägung 1.2 vom BGE 141 IV 187 kann Folgendes 

entnommen werden:  

 

"Lorsque, comme en l'espèce, l'autorité pénale a fixé l'indemnité de 

défenseur d'office tant pour la procédure de première que de deuxième 

instance cantonale, la voie de recours ouverte est celle prévue à l'art. 135 

al. 3 let. b CPP pour l'entier de l'indemnisation. L'autorité de recours 

compétente est donc le Tribunal pénal fédéral, plus précisément la Cour des 

plaintes (art. 37 al. 1 LOAP; RS 173. 71), à qui il incombe de statuer tant sur 

l'indemnité de première que de deuxième instance cantonale (ATF 140 IV 

213 consid. 1.6 p. 216; arrêts 6B_985/2013 du 19 juin 2014 consid. 1.2; 

6B_212/2014 du 9 octobre 2014 consid. 1.3)."  

 

2.4 In concreto kann festgehalten werden, dass mit Beschwerde vom 

2. März 2016 das Urteil der Vorinstanz lediglich in Bezug auf die Festsetzung 

der Entschädigung des Beschwerdeführers als amtlicher Verteidiger für das 

erstinstanzliche Verfahren angefochten wurde. Gemäss klarer 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist in solchen Konstellationen 

Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht zu erheben (BGE 140 IV 

213 E. 1.7). Da sich eine Änderung dieser Praxis auch nicht aus der 

neuesten, in der Sache ergangenen höchstrichterlichen Rechtsprechung 

ergibt, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten und diese ist 

zuständigkeitshalber dem Bundesgericht zu überweisen.  

 

2.5 Es sind keine Kosten zu erheben.  

 

 

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.  

 

2. Die Beschwerde wird zuständigkeitshalber dem Bundesgericht überwiesen. 

 

3. Es werden keine Kosten erhoben. 

 

 

Bellinzona, 5. April 2016 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Christoph Turnherr 

- Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer 

- Schweizerisches Bundesgericht, Strafrechtliche Abteilung 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.