# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6cd9e4ea-f7fc-58b3-9fb2-0dd7e4e647a5
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-27
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 27.05.2015 SB150089
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB150089_2015-05-27.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB150089-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, Ersatzoberrichter  

lic. iur. A. Flury und Ersatzoberrichterin lic. iur. C. Brenn sowie  

der Gerichtsschreiber lic. iur. P. Rietmann 

Urteil vom 27. Mai 2015 

 

in Sachen 

 

A._____, 

Beschuldigte und Berufungsklägerin 

verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

gegen 

 
Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  

vertreten durch Leitende Staatsanwältin Dr. iur. U. Frauenfelder Nohl  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

betreffend 

fahrlässige Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom  
11. Dezember 2014 (GG140170) 
 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 10. Juli 2014 (Urk. 28) 

ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 43) 

"Der Einzelrichter erkennt: 

1. Die Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125  

Abs. 1 StGB. 

2. Vom Vorwurf der vorsätzlichen Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes im Sinne von 

Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 30 Abs. 2 SVG wird die Beschuldigte freige-

sprochen. 

3. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 500.–. 

4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre angesetzt. 

5. Die sichergestellten Gegenstände aus dem Fahrzeug des Privatklägers (Sicherheitsgurt, ..., 

und vier Glühlampen, ..., ..., ..., ...) werden dem Privatkläger auf erstes Verlangen nach Ein-

tritt der Rechtskraft herausgegeben, ansonsten spätestens bei Ablauf der Lagerfrist am 31. 

Dezember 2015 vernichtet. 

6. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Schadenersatz von 

Fr. 1'031.15 zu bezahlen. 

7. Im Übrigen wird festgestellt, dass die Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger B._____ 

aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur ge-

nauen Feststellung des Umfangs des Schadenersatz- sowie Genugtuungs-anspruches wird 

der Privatkläger auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.  

- 3 - 

8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'200.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'000.–   Gebühr Strafuntersuchung 

Fr. 688.75   Auslagen Untersuchung 

Fr.  4'644.70   unentgeltliche Rechtsvertretung Privatkläger Untersuchung 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen 

der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers, werden der Beschuldigten aufer-

legt. 

10.  Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für die erbetene Vertretung eine  

Prozessentschädigung von Fr. 3'642.55 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

11.  (Mitteilungen.) 

12.  (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 

a) der Verteidigung der Beschuldigten (Urk. 65): 

1. Vom erfolgten Rückzug des Strafantrages des Privatklägers sei Vormerk zu 

nehmen; 

2. Die Beschuldigte sei vom Vorwurf einer Verkehrsregelverletzung freizu-

sprechen; 

3. Eventualiter für den Fall eines Schuldspruchs wegen mangelnder Aufmerk-

samkeit und/oder Nichtbeherrschen des Fahrzeuges im Zusammenhang mit 

Art. 90 Abs. 1 SVG sei die Beschuldigte mit einer Busse von Fr. 1'000.– zu 

bestrafen, 

unter Belassung des erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungsdisposi-

tivs und unter Kosten- und Entschädigungsfolgen für das zweitinstanzliche 

Verfahren zu Lasten der Staatskasse. 

- 4 - 

b) der Staatsanwaltschaft (Urk. 49 S. 1, schriftlich): 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Mit Urteil vom 11. Dezember 2014 sprach das Bezirksgericht Zürich,  

4. Abteilung Einzelgericht, die Beschuldigte A._____ schuldig der  

fahrlässigen (einfachen) Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB. 

Freigesprochen wurde sie vom Vorwurf der vorsätzlichen Übertretung des  

Strassenverkehrsgesetzes (betreffend die ungenügende Sicherung ihres Hundes 

im Fussraum des Beifahrersitzes). Die Beschuldigte wurde bestraft mit einer 

Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 500.–, wobei ihr der bedingte Strafvollzug 

bei einer Probezeit von zwei Jahren gewährt wurde. Des Weiteren wurde  

entschieden, verschiedene sichergestellte Gegenstände aus dem Fahrzeug des 

Privatklägers B._____ diesem auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft 

herauszugeben, ansonsten die Gegenstände spätestens bei Ablauf der Lagerfrist 

am 31. Dezember 2015 vernichtet würden. Die Beschuldigte wurde verpflichtet, 

dem Privatkläger Schadenersatz von Fr. 1'031.15 zu bezahlen, und es wurde 

festgestellt, dass die Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus dem  

eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig sei, wobei der 

Privatkläger zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz- und 

Genugtuungsanspruches auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen wurde. 

Letztlich wurden die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, 

einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers 

im Vorverfahren im Betrag von Fr. 4'644.70, der Beschuldigten auferlegt und die 

Beschuldigte wurde verpflichtet, dem Privatkläger für die erbetene Vertretung im 

Hauptverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 3'642.55 (inkl. Mehrwert-

steuer) zu bezahlen (Urk. 43, insb. S. 18 f.). 

- 5 - 

2. Gegen das am 11. Dezember 2014 mündlich eröffnete Urteil liess die  

Beschuldigte mit Schreiben vom 15. Dezember 2014 fristgerecht Berufung  

anmelden (Prot. I S. 12, Urk. 39). Mit Eingabe vom 5. März 2015 reichte die  

Verteidigung rechtzeitig die Berufungserklärung ein, wobei insbesondere der 

Schuldspruch, die Sanktion und die Regelung der Zivilansprüche sowie die  

Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen angefochten wurden (Urk. 42/2, 

Urk. 45). Beweisanträge stellte die Verteidigung keine (vgl. Urk. 45). Mit Präsidial-

verfügung vom 9. März 2015 wurde die Berufungserklärung dem Privatkläger  

sowie der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl zugestellt, und es wurde ihnen Frist  

angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben werde, oder um  

begründet ein Nichteintreten auf die Berufung zu beantragen (Urk. 47). Fristge-

recht erklärte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl, auf Anschluss-

berufung zu verzichten, und beantragte, das vorinstanzliche Urteil zu bestätigen 

(Urk. 48, Urk. 49). Der Privatkläger liess mit Eingabe vom 27. März 2015 innert 

Frist mitteilen, keine Anschlussberufung zu erheben (Urk. 48, Urk. 50). Mit Ein-

gabe vom 1. April 2015 liess die Beschuldigte dem Gericht Angaben zu ihren  

finanziellen Verhältnissen sowie die Steuererklärung 2013 (ohne Hilfsblätter)  

einreichen (Urk. 52, Urk. 54/1+2). 

3. Am 10. April 2015 wurden die Parteien zur Berufungsverhandlung auf den 

27. Mai 2015 vorgeladen (Urk. 55). Dazu erschien die Beschuldigte in Begleitung 

ihres erbetenen Verteidigers (Prot. II S. 4 ff.). 

 
II. Prozessuales / Umfang der Berufung 

1.1 Am 22. September 2012 stellte der Privatkläger rechtzeitig den für die Beur-

teilung der eingeklagten fahrlässigen einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 125 StGB erforderliche Strafantrag (Urk. 2). Am 26. Mai 2015, mithin am Tag 

vor der Berufungsverhandlung, liess der Privatkläger diesen Strafantrag zurück-

ziehen (Urk. 60). 

1.2 Beim Strafantrag im Sinne von Art. 30 ff. StGB handelt es sich um eine  

Prozessvoraussetzung. Der Rückzug eines Strafantrags ist so lange möglich, als 

- 6 - 

die zweite kantonale Instanz ihr Urteil noch nicht eröffnet hat (Art. 33 Abs. 1 

StGB). Aufgrund des rechtzeitigen Rückzug des Strafantrags durch die vorliegend 

antragsberechtigte Person im Sinne von Art. 30 Abs. 1 StGB ist somit eine der 

Prozessvoraussetzungen hinsichtlich des Verfahrens betreffend fahrlässige  

Körperverletzung im Sinne von Art. 125 StGB weggefallen. Das diesbezügliche 

Verfahren ist deshalb in Anwendung von Art. 403 Abs. 1 lit. c StPO in Verbindung 

mit Art. 379 StPO sowie Art. 329 Abs. 1 lit. b und Abs. 4 StPO einzustellen. 

1.3 Über die einfache Körperverletzung hinaus umschreibt die Anklageschrift 

der Staatsanwaltschaft jedoch auch eine Verletzung der Verkehrsregeln, indem 

der Beschuldigten vorgeworfen wird, dass sie mangels genügender Aufmerksam-

keit zu spät bemerkt habe, dass der vor ihr fahrende Personenwagen des Privat-

klägers habe abbremsen müssen, worauf sie mit diesem kollidiert sei, was im  

Übrigen voraussehbar und vermeidbar gewesen sei (Urk. 28). Auch der  

Verteidiger vertrat die Ansicht, dass im vorliegenden Verfahren noch zu beurteilen 

sei, ob sich die Beschuldigte einer solchen Verkehrsregelverletzung schuldig  

gemacht habe oder nicht (Prot. II S. 6; Urk. 65 S. 1 und S. 8). 

1.4 Wird ein Strafverfahren eingestellt, werden die in Zusammenhang mit dem 

Strafverfahren anhängig gemachten Zivilklagen auf den Weg des Zivilprozesses 

verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. a StPO). In Anwendung dieses Grundsatzes sind 

auch vorliegend die Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen des Privat-

klägers auf den Weg des Zivilprozesses zu verweisen, zumal B._____ im noch 

verbleibenden Verfahren betreffend Verkehrsregelverletzung nicht mehr als Ge-

schädigter bzw. Privatkläger betrachtet werden kann. 

2. Vom Vorwurf der Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes im Sinne von 

Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 30 Abs. 2 SVG (Dispositivziffer 2;  

ungenügende Sicherung des Hundes im Fussraum des Beifahrersitzes) wurde die 

Beschuldigte durch die Vorinstanz freigesprochen. Dieser Freispruch wurde mit 

der vorliegenden Berufung nicht angefochten (Urk. 45 S. 2; Urk. 65) und ist somit 

bereits in Rechtskraft erwachsen. Ebenfalls als rechtskräftig zu erachten ist ferner 

die Herausgabe verschiedener Gegenstände aus dem Auto des Privatklägers 

(Dispositivziffer 5; vgl. Prot. II S. 7). Somit ist vorab festzustellen, dass das Urteil 

- 7 - 

des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung Einzelgericht, vom 11. Dezember 2014 

bezüglich der Dispositivziffern 2 und 5 in Rechtskraft erwachsen ist. Ebenfalls 

nicht angefochten wurde im Übrigen die vorinstanzliche Kostenfestsetzung  

gemäss Dispositivziffer 8 (Prot. II S. 8). 

 
III. Schuldpunkt 

A. Anklagevorwurf 

Der Beschuldigten A._____ wird zusammengefasst nunmehr noch  

vorgeworfen, am 7. September 2012, ca. 13.50 Uhr, auf der Autobahn A3 in  

Richtung Zürich bei Kilometer 1.810 in 8002 Zürich, mit ihrem Personenwagen mit 

dem vor ihr fahrenden Fahrzeug des Geschädigten B._____ kollidiert zu sein, weil 

sie infolge ungenügender Aufmerksamkeit zu spät bemerkt habe, dass der Ge-

schädigte habe abbremsen müssen. Dieser Hergang sei für die  

Beschuldigte vorhersehbar und die Kollision vermeidbar gewesen, wenn die  

Beschuldigte der Verkehrssituation jederzeit die notwendige Aufmerksamkeit  

gewidmet hätte (Urk. 28). 

 
B. Standpunkt der Beschuldigten 

Die Beschuldigte stellt nicht in Abrede, mit dem Fahrzeug des Geschädigten  

kollidiert zu sein. Sie macht jedoch geltend, der Geschädigte habe im Zeitpunkt 

der Kollision nicht nur die Geschwindigkeit verlangsamt, sondern er sei auf der 

Fahrbahn ohne ersichtlichen Grund komplett stillgestanden (Urk. 3 S. 2 ff., Urk. 4 

S. 2 und S. 4; Prot. I S. 6; Urk. 64 S. 4 ff.). 

 

C. Sachverhalt 

1. Mit der Vorinstanz (Urk. 43 S. 6) sind der Zeitpunkt und die Örtlichkeit der 

Kollision (in der leichten Linkskurve auf die Sihlhochstrasse hinauf) sowie die 

- 8 - 

Schäden an den beteiligten Fahrzeugen gestützt auf die Aussagen der Kollisions-

beteiligten sowie die Fotodokumentation der Kantonspolizei Zürich ausgewiesen. 

2. Das Einzelgericht hat sich zunächst zutreffend zu den Grundsätzen der  

Beweiswürdigung sowie zur spezifischen Glaubwürdigkeit der Beschuldigten  

sowie des Geschädigten geäussert (Urk. 43 S. 4-6). Darauf kann zwecks Ver-

meidung von Wiederholungen verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). 

3. Mit Bezug auf die Situation unmittelbar vor der Kollision ist strittig, ob der 

Geschädigte sein Fahrzeug – wie die Beschuldigte behauptet – bis zum Stillstand 

abgebremst oder ob er seine Geschwindigkeit lediglich reduziert hatte. Die Vor-

instanz ist in Würdigung der Aussagen des Geschädigten und der Beschuldigten 

zum Schluss gelangt, die widerspruchsfreien, nachvollziehbaren und zurück-

haltenden Ausführungen des Geschädigten seien überzeugend, zumal ein grund-

loses Stillstehen eines Fahrzeuges mitten auf der Autobahn bereits an sich  

aussergewöhnlich wäre und im vorliegenden Fall keine Anhaltspunkte dafür  

bestünden, dass ein komplettes Abbremsen, beispielsweise aus technischen 

Gründen, notwendig gewesen wäre (Urk. 43 S. 6 f.). Die vorinstanzlichen Aus-

führungen vermögen grundsätzlich zu überzeugen (Art. 82 Abs. 4 StGB). Die 

nachfolgenden Erwägungen sind vor allem zusammenfassender, teilweise auch 

ergänzender Natur. In einzelnen Punkten sind die Ausführungen der Vorinstanz 

indes zu korrigieren. 

3.1. Mit der Vorinstanz ist zunächst zu konstatieren, dass der Geschädigte 

wenige Tage nach dem Unfallereignis bei der Polizei und rund ein Jahr später bei 

der Staatsanwaltschaft konstant schilderte, seit dem Üetlibergtunnel mit 75 km/h 

bzw. 80 km/h hinter einem Audi gefahren zu sein, der dann ohne einen für ihn  

– den Geschädigten – erkennbaren Grund gebremst habe, so dass er ebenfalls 

(auf ca. 55 bis 65 km/h bzw. 60 bis 70 km/h) habe abbremsen müssen, wobei er 

aber erst nach der Kollision zum Stillstand gekommen sei (Urk. 5 S. 1-3 und S. 5, 

Urk. 6 S. 3 f. und S. 5). Die Depositionen der Beschuldigten bei der Staatsanwalt-

schaft rund ein bzw. zwei Jahre nach dem Ereignis sowie ihre Aussagen  

anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung sind wohl – was die Situation vor 

der Kollision anbelangt – ebenfalls gleichlautend. Demgemäss hätten sich vor 

- 9 - 

dem Geschädigten bzw. dessen VW Golf zwei bzw. drei Fahrzeuge gelöst, mithin 

sei die Distanz zwischen dem Geschädigten und den Fahrzeugen immer grösser 

geworden, wobei sie in diesem Moment realisiert habe, dass der Geschädigte 

sein Fahrzeug zum Stillstand gebracht habe, woraufhin sie voll auf die Bremse 

gestanden sei. Vom Gefühl her sei es für sie gewesen, wie wenn sie in eine  

Mauer gefahren wäre, und nicht, wie wenn sie in ein fahrendes Auto gefahren  

wäre. Sie habe beim VW Golf weder Bremslichter noch Pannenblinker gesehen 

(Urk. 3 S. 2 f. und S. 4; Urk. 4 S. 2 und S. 4; Urk. 64 S. 4 ff.). Die Vor-instanz hat 

in ihren Erwägungen darauf hingewiesen, dass sich die Beschuldigte am Unfallort 

gegenüber der Polizei betreffend die Frage, ob das Fahrzeug des Geschädigten 

im Zeitpunkt der Kollision tatsächlich stand oder sehr langsam fuhr, unsicher zeig-

te (Urk. 43 S. 6; vgl. Urk. 1 S. 5). Ein relevanter Widerspruch zu ihren späteren 

Aussagen, gemäss welchen sie konstant angab, sicher zu sein, dass das Fahr-

zeug des Geschädigten im Zeitpunkt der Kollision komplett stillstand, ist darin  

jedoch nicht zu erblicken, zumal ein Widerspruch zwischen Aussagen in formellen 

Einvernahmen und solchen, welche relativ informell in einem Polizeirapport fest-

gehalten werden, ohnehin nicht zu Lasten der Beschuldigten verwendet werden 

darf. 

3.2 Die Aussagen des Geschädigten wurden durch die Vorinstanz als wider-

spruchsfrei, nachvollziehbar, zurückhaltend und überzeugend bezeichnet (Urk. 43 

S. 7). Der Verteidiger der Beschuldigten erachtete die Aussagen des Geschädig-

ten demgegenüber als nicht überzeugend. Wenn der Geschädigte sage, er habe 

die Sicherheitsgurten getragen und den Kopf am Lenkrad angeschlagen, so 

scheine dies bei einem funktionierenden Sicherheitsgurt nicht möglich. Zudem 

habe der Geschädigte festgehalten, dass es ihn bei der Kollision als erstes nach 

vorne bewegt habe, was schon in physikalischer Hinsicht nicht möglich sei  

(Urk. 65 S. 5 f.). Zur Frage betreffend den Sicherheitsgurt hält ein Kurzbericht des 

Forensischen Instituts Zürich vom 30. September 2012 fest, dass aufgrund des 

Spurenbildes davon ausgegangen werde, dass der Geschädigte den Sicherheits-

gurt im Kollisionszeitpunkt getragen habe. Es handle sich aber um ein ausserge-

wöhnliches Spurenbild, zu dessen abschliessender Beurteilung in einem Gutach-

ten der Unfallablauf rekonstruiert werden müsste (Urk. 9 S. 4). Dass die  

- 10 - 

Vorinstanz ohne eine solche weiterführende Begutachtung des Sicherheitsgurts 

davon ausging, dass der Geschädigte den Sicherheitsgurt im Zeitpunkt der  

Kollision getragen hat, wie dieser es selbst stets geltend machte (Urk. 5 S. 3 f., 

Urk. 6 S. 4), erscheint aufgrund der konkreten Umstände nachvollziehbar und ist 

nicht zu beanstanden, zumal die Frage, ob die Beschuldigte ihr Fahrzeug zufolge 

mangelnder Aufmerksamkeit nicht rechtzeitig abgebremst und somit die Kollision 

verursacht hat, unabhängig davon beantwortet werden kann, ob der Geschädigte  

den Sicherheitsgurt getragen hat oder nicht. Ferner ist darauf hinzuweisen, dass 

der Bericht des Forensischen Instituts Zürich auch festhält, dass der Gurtstraffer 

des Sicherheitsgurtes nicht ausgelöst worden ist (Urk. 9 S. 3). Wenn der Geschä-

digte den Autositz derart positioniert hatte, dass sich sein Kopf in der Nähe des 

Lenkrads befand, ist es durchaus denkbar, dass er in Folge der Kollision mit  

seinem Kopf an das Lenkrad gestossen ist. Dies ist nicht derart aussergewöhnlich 

und undenkbar, wie es der Verteidiger glaubhaft machen will. Dass ein solcher 

Zusammenstoss keine Prellmarke oder anderweitige Spuren am Kopf des  

Geschädigten hinterlassen hat, kann damit in Zusammenhang stehen, dass der 

Aufprall des Kopfes auf das Lenkrad nicht besonders heftig ausgefallen ist. Wenn 

der Verteidiger im Übrigen festhält, dass die Mitarbeiter des Forensischen Instituts 

Zürich nicht gewusst hätten, dass der Geschädigte geltend gemacht hat, dass er 

seinen Kopf am Lenkrad angestossen habe (Urk. 65 S. 7 f.), so ist festzuhalten, 

dass dies nichts ändert, zumal aufgrund der vorliegenden Umstände nicht zu  

erwarten ist, dass ein solcher Ablauf, bei entsprechendem Wissen der Mitarbeiter 

des Instituts, ausgeschlossen worden wäre bzw. dass deren Kurzbericht anders 

ausgefallen wäre, wenn sie von diesem Umstand gewusst hätten. Dass der  

Geschädigte – entgegen seiner Aussagen (vgl. Urk. 5 S. 4) – aufgrund der  

Kollision als erstes in den Sitz seines Fahrzeuges gedrückt und erst dann nach 

vorne geschleudert worden ist, ist allerdings zutreffend. Die gegenteilige Aussage 

des Geschädigten erscheint aber trotzdem nachvollziehbar, da die erste  

Bewegung nach hinten ja gerade durch den Autositz aufgefangen wird, sodass es 

nicht abwegig erscheint, wenn ein Fahrer die entsprechende Gegenbewegung 

nach vorn als hauptsächliche Bewegung wahrnimmt. Entgegen der Verteidigung 

lassen sich in den Aussagen des Geschädigten insoweit keine relevanten Wider-

- 11 - 

sprüche auffinden, die an der Glaubhaftigkeit seiner Schilderungen zweifeln  

lassen würden. 

3.3 Was die Aussagen der Beschuldigten betrifft, kann festgestellt werden, dass 

sich diese ebenfalls als inhaltlich konstant und widerspruchsfrei erwiesen haben. 

Bereits aufgrund der Analyse ihrer früheren Aussagen gegenüber der Polizei und 

der Staatsanwaltschaft, aber vor allem aufgrund ihrer Einvernahme in der  

Berufungsverhandlung, ist dem Gericht jedoch aufgefallen, dass die Beschuldigte 

ihre Aussagen im vorliegenden Verfahren äusserst bestimmt und betont zu  

Protokoll gab (sog. Bestimmtheits- bzw. Betonungssignal), was teilweise den  

Eindruck eines stereotypen und verinnerlichten, ja geradezu eingeübten  

Aussageverhaltens entstehen liess. Wiederholt äusserte sie während des  

Verfahrens formelhaft gleichbleibende Aussagen ("Er stand.", "Links war die Spur 

blockiert.", "Ich ging voll auf die Bremsen.", "Der Aufprall war wie auf eine  

Mauer.", "Es hatte so wenig Verkehr, dass ich nicht mit einem stehenden Auto 

rechnen musste" etc.; vgl. Urk. 3 S. 2 ff.; Urk. 4 S. ff.; Urk. 64 S. 4 ff.). Diese  

Bestimmtheit und Vehemenz zeigte sich auch darin, dass die Beschuldigte auf 

wiederholtes Nachfragen nicht einräumen konnte, dass sie die Verkehrssituation 

falsch eingeschätzt hat (Urk. 64 S. 11), obwohl selbst ihr Verteidiger dies  

konstatierte (Prot. II. S. 9). Ihr Aussageverhalten hinterliess den Eindruck, dass 

sie ihre aussergewöhnliche Autofahrerkarriere und ihren langjährigen unfallfreien 

automobilistischen Leumund, nicht zuletzt auch in Hinblick auf ihre militärisch  

erlangten Kenntnisse (vgl. Urk. 64 S. 3), mit besonderer Vehemenz zu verteidigen 

suchte. 

3.4. Mit der Vorinstanz ist sodann – entgegen der Aussagen der Beschuldigten – 

in der Tat kein plausibler Grund ersichtlich, weshalb der Geschädigte sein Fahr-

zeug bis zum Stillstand hätte abbremsen sollen. Der Verteidiger wies in seinen 

Ausführungen anlässlich der Berufungsverhandlung darauf hin, dass der Geschä-

digte während des Verfahrens konstant ausgesagt habe, dass er im Zeitpunkt der 

Kollision noch am bremsen gewesen sei. Um zu erklären, weshalb die Beschul-

digte keine Bremslichter gesehen haben könnte, habe die Vorinstanz fest- 

gehalten, dass der Geschädigte im Zeitpunkt der Kollision wohl bereits wieder am 

- 12 - 

fahren gewesen sei. Diese Würdigung der Vorinstanz lasse sich aber mit den 

konstanten Aussagen des Geschädigten nicht vereinbaren (Urk. 65 S. 2 f.). Diese 

Kritik des Verteidigers am vorinstanzlichen Entscheid ist berechtigt. Jedoch muss 

gleichzeitig angemerkt werden, dass es diverse Gründe dafür geben kann, dass 

die Beschuldigte keine Bremslichter am Fahrzeug des Geschädigten  gesehen 

hat. Es ist beispielsweise denkbar, dass die Beschuldigte diese schlicht nicht 

wahrgenommen hat oder dass der Bremsvorgang – entgegen den Aussagen des 

Geschädigten – im Zeitpunkt der Kollision doch bereits wieder abgeschlossen 

war. Um in dem vom Geschädigten gefahrenen Geschwindigkeitsbereich von  

ca. 75-80 km/h ein Abbremsen um ca. 20-30 km/h zu erreichen, genügt nämlich 

erfahrungsgemäss ein kurzes Berühren des Bremspedals. In diesem Sinne gab 

der Geschädigte grundsätzlich nachvollziehbar zu Protokoll, er habe normal  

gebremst, es sei kein starkes Bremsen gewesen (Urk. 6 S. 6). Daher wäre es  

ohne Weiteres auch erklärbar, dass die Beschuldigte die – mutmasslich wohl 

eben doch nur kurz aufleuchtenden – Bremslichter (zumindest das rechte sowie 

das dritte, höhergesetzte mittige Bremslicht funktionierten, vgl. Urk. 9 S. 3 und 

S. 4 sowie Urk. 1 S. 6) nicht wahrnahm. 

3.5. Wenn die Beschuldigte festhält, sie habe keine Bremslichter am Fahrzeug 

des  Geschädigten gesehen und dessen Fahrzeug habe auf der Strasse still-

gestanden, so müsste sich das Fahrzeug bereits im vollständigen Stillstand  

befunden haben, als die Beschuldigte dieses erstmals erblickt hat. Die Beschul-

digte erwähnte in der Einvernahme vom 20. August 2013 zunächst, aufgrund der 

leichten Linkskurve seien die Sichtverhältnisse nicht so gut, man sehe nicht so 

weit ["(…), dass die Sichtverhältnisse wegen der Linkskurve nicht weit sind", 

Urk. 3 S. 2]. Im weiteren Verlauf der Befragung und nach Einsicht in die Unfall-

skizze (wohl gemeint: Fotbogen in Urk. 8) sowie auf Vorhalt ihrer Aussage  

gegenüber der Polizei, den VW Golf ca. 60 Meter vor dem Aufprall erstmals 

wahrgenommen zu haben, gab die Beschuldigte indes zu Protokoll, sie habe  

weiter als 80 Meter, sie habe 'bis nach vorne gesehen' (Urk. 3 S. 5). In der Tat ist 

die Sicht von der rechten Spur aus, auf welcher sich die Kollision ereignete, auf 

eine sehr weite Distanz frei (vgl. Fotos in Urk. 8 S. 1 und S. 2). Bei dieser Aus-

gangslage ist – aufmerksame Fahrweise vorausgesetzt – bei den damals herr-

- 13 - 

schenden optimalen Sichtverhältnissen und der aufgrund der Linksneigung des 

Fahrbahnverlaufs gegebenen Perspektive kein Grund erkennbar, weshalb die  

Beschuldigte das Fahrzeug des Geschädigten nicht rechtzeitig hätte wahrnehmen 

können, selbst wenn es ihren Aussagen gemäss vollumfänglich stillgestanden 

hätte. Bei rechtzeitigem Wahrnehmen des Fahrzeuges des Geschädigten wäre 

der Beschuldigten aufgrund ihrer – mutmasslich nicht übersetzten – Geschwin-

digkeit auch noch genügend Zeit geblieben, um ihr Fahrzeug vollständig zum 

Stillstand zu bringen, ohne mit dem Fahrzeug des Geschädigten zu kollidieren. 

3.6. Zusammengefasst ist grundsätzlich davon auszugehen, dass das Fahrzeug 

des Geschädigten im Zeitpunkt der Kollision anklagegemäss in Bewegung war, 

zumal – mit der Vorinstanz – keinerlei Grund dafür ersichtlich ist, dass es still 

stand. Selbst wenn man aber mit den Aussagen der Beschuldigten davon  

ausgehen würde, dass das Fahrzeug des Geschädigten im Zeitpunkt der Kollision 

– bzw. bereits als die Beschuldigte es erstmals erblickte – komplett still stand,  

hätte die Beschuldigte als versierte Fahrzeuglenkerin jederzeit damit rechnen 

müssen, dass ein Auto auf der Fahrbahn stehen kann und hätte dieses – bei  

genügender Aufmerksamkeit – auch rechtzeitig wahrnehmen können. Es ist nicht 

als derart aussergewöhnlich zu erachten, dass ein Fahrzeug auf einer Fahrbahn 

steht, kann es doch im Strassenverkehr aufgrund technischer Schwierigkeiten mit 

dem Fahrzeug oder zufolge gesundheitlicher Probleme des Fahrers durchaus 

vorkommen, dass ein Fahrzeug mitten auf der Fahrbahn zu stehen kommt – dies 

selbst auf einer Autobahn. Aufgrund des vorliegend gegebenen Blickfeldes der 

Beschuldigten und der von ihr gefahrenen Geschwindigkeit hätte sie ohne  

Weiteres bremsen können, wenn sie – bei genügender Aufmerksamkeit –  

rechtzeitig wahrgenommen hätte, dass das Auto des Geschädigten still steht.  

Dabei ist nicht relevant, ob die Beschuldigte am Fahrzeug des Geschädigten 

Bremslichter wahrgenommen hat oder nicht. 

4. In diesem Sinne ist der noch zur Beurteilung stehende Sachverhalt im Sinne 

der Anklage erstellt. 

 

- 14 - 

D. Rechtliche Würdigung 

1.1 Gemäss Art. 90 Ziff. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer Verkehrsregeln des 

SVG oder der Vollziehungsvorschriften des Bundesrates verletzt. Gemäss Art. 31 

Abs. 1 SVG muss der Führer eines Fahrzeugs dieses ständig so beherrschen, 

dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Zudem muss er der Strasse 

und dem Verkehr die erforderliche Aufmerksamkeit zuwenden (Art. 3 Abs. 1 

VRV). Das Fahrzeug zu beherrschen bedeutet, jederzeit in der Lage zu sein, auf 

die erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne 

Zeitverlust zweckmässig zu reagieren (BGE 120 IV 63 E. 2a). Das allgemeine 

Mass an Aufmerksamkeit, welches der Fahrzeugführer nach Art. 31 Abs. 1 SVG 

in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 VRV der Strasse und dem Verkehr zuzuwenden 

hat, richtet sich dabei nach den gesamten Umständen, namentlich der Verkehrs-

dichte, den örtlichen Verhältnissen, der Zeit, der Sicht und den voraussehbaren  

Gefahrenquellen (BGE 127 II 302 E. 3c; BGE 122 IV 225 E. 2b; BGE 120 IV 63  

E. 2a; BGE 116 IV 230 E. 2; BGE 103 IV 101 E. 2b und c). Die Übertretung von 

Verkehrsregeln des Strassenverkehrsgesetzes ist dabei auch bei fahrlässiger  

Begehung strafbar (Art. 100 Ziff. 1 StGB, Art. 333 Abs. 7 StGB). 

1.2 Indem der Beschuldigten durch den in der Anklageschrift umschriebenen 

Sachverhalt ein Nichtbeherrschen des Fahrzeugs zufolge mangelnder  

Aufmerksamkeit vorgeworfen wird, wird ihr ein Fahrlässigkeitsdelikt zur Last  

gelegt. Fahrlässig handelt, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger 

Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist 

die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach 

den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist 

(Art. 12 Abs. 3 StGB). Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, 

bestimmt sich das Mass der dabei zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach 

diesen Vorschriften. Fehlen solche, kann auf Regeln privater oder halbprivater 

Vereinigungen oder auf allgemeine Rechtsgrundsätze, wie etwa den allgemeinen 

Gefahrensatz, abgestellt werden (BGE 135 IV 56 E. 2.1; 134 IV 193 E. 7.2; 127 IV 

62 E. 2d, je mit Hinweisen). 

- 15 - 

2.1 Die Vorinstanz zog zur Begründung ihres Entscheides Art. 32 Abs. 1 SVG 

und Art. 4 Abs. 1 VRV heran, gemäss welchen Normen die Geschwindigkeit eines 

Fahrzeugs stets den Umständen und insbesondere den Sichtverhältnissen  

anzupassen ist, wobei der Fahrzeuglenker nur so schnell fahren darf, dass er  

innerhalb der überblickbaren Strecke anhalten kann. Indes wirft die Anklage-

behörde der Beschuldigten mangelnde Aufmerksamkeit bezüglich der anderen 

Verkehrsteilnehmer im Sinne von Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV vor 

(Urk. 28 S. 2).  

2.2 Vorliegend ist von einer mangelnden Aufmerksamkeit der Beschuldigten 

auszugehen und nicht davon, dass sie ihre Geschwindigkeit nicht den konkreten 

Verhältnissen angepasst hat. Dafür, dass die Beschuldigte mit einer nicht  

angepassten Geschwindigkeit gefahren sein könnte, bestehen nämlich keine 

Anhaltspunkte. Zudem stehen weder die körperliche noch die geistige Befähigung 

der Beschuldigten noch sonstige die Beschuldigte als Fahrzeugführerin  

behindernde Faktoren in Frage. Jedoch ist festzuhalten, dass die Beschuldigte im 

Vorfeld der Kollision aufgrund der langgezogenen Linkskurve, der geringen Ver-

kehrsdichte und der auch im Übrigen idealen Strassen- und Verkehrsverhältnisse 

über einen weiten Einblick in den vor ihr liegenden Strassenabschnitt verfügte. 

Die Beschuldigte hätte somit das Fahrzeug des Geschädigten aufgrund der  

konkreten Umstände schon von Weitem sehen können und auch müssen, womit 

ihr genügend Zeit geblieben wäre, um ihr Fahrzeug ohne Verursachung  

einer Kollision zum Stillstand zu bringen. Die Kollision ereignete sich mit anderen 

Worten am Ende einer langgezogenen Linkskurve auf der rechten Spur einer  

Autobahn, wobei auf jenem Abschnitt bei den herrschenden guten Sicht-

verhältnissen bei Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h 

auf Sichtdistanz angehalten werden kann (vgl. hierzu auch die Fotos in Urk. 8; 

davon scheint aufgrund ihrer Distanzangaben auch die Beschuldigte auszugehen, 

vgl. Urk. 3 S. 5). Nachdem die Beschuldigte – wie bereits erwähnt – keine  

äusseren oder persönlichen (gesundheitlichen) Einflüsse geltend macht, welche 

ihre Aufmerksamkeit zu jenem Zeitpunkt hätten einschränken können und auch 

anderweitig keine solchen Einflüsse ersichtlich sind, sowie nachdem nicht davon 

auszugehen ist, dass die Beschuldigte mit einer nicht an die konkreten  

- 16 - 

Verhältnisse angepassten Geschwindigkeit unterwegs gewesen ist, kommt für ihr 

zu spätes Abbremsen lediglich eine Unaufmerksamkeit in Betracht. Indem sie ihre 

Aufmerksamkeit nur unzureichend dem Verkehr (vor ihr) widmete, liess sie sich 

ein Nichtbeherrschen des Fahrzeuges zufolge mangelnder Aufmerksamkeit  

zuschulden kommen. Dabei war für die Beschuldigte voraussehbar, dass ihre  

Unaufmerksamkeit zu einer Kollision führen kann. Hätte sie ihr Augenmerk  

vollständig bzw. ausreichend auf den Strassenverkehr (vor ihr) gerichtet, hätte sie 

genügend  bremsen und die Kollision verhindern können. 

3. Im Übrigen gibt die rechtliche Würdigung zu keinen weiteren Bemerkungen 

Anlass. Insbesondere anerkennt auch die Verteidigung diese rechtliche  

Würdigung, für den Eventualfall, dass der Sachverhalt – wie vorliegend – erstellt 

werden kann (Urk. 65 S. 8 f.) 

4. Die Beschuldigte ist somit der Verletzung der Verkehrsregeln im Sinne von 

Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV 

schuldig zu sprechen. 

 

IV. Sanktion 

A. Strafrahmen/Allgemeine Grundsätze der Strafzumessung 

Vorliegend ist – aufgrund des Rückzugs des Strafantrags betreffend fahrlässige 

Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB durch den Geschädigten –  

noch eine Übertretung der Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in 

Verbindung mit Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV zu beurteilen. Der 

Strafrahmen einer solchen Verkehrsregelverletzung beträgt Busse bis  

Fr. 10'000.– (Art. 106 Abs. 1 StGB). Im Übrigen hat die Vorinstanz, unter zu-

treffender Verneinung von Strafschärfungs- und Strafmilderungsgründen, die 

Grundsätze der Strafzumessung korrekt dargelegt (Urk. 43 S. 13 f. und S. 15); 

zwecks Vermeidung von Wiederholungen kann auf diese Erwägungen verwiesen 

werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

- 17 - 

 

B. Umsetzung auf den konkreten Fall 

1.  Hinsichtlich der objektiven Tatschwere ist in Berücksichtigung der konkreten 

Verletzungen des Geschädigten (vgl. Urk. 17/4 und 17/6) sowie in Anbetracht der 

durch die Kantonspolizei Zürich erstellten Fotodokumentation (Urk. 8) fest- 

zuhalten, dass die Kollision der beiden Fahrzeuge nicht übermässig heftig aus- 

gefallen ist.  

2. In subjektiver Hinsicht ist mit der Vorinstanz (Urk. 43 S. 14 f.) bezüglich der 

fahrlässigen Handlungsweise von einer lediglich kurz andauernden Unaufmerk-

samkeit auszugehen, wie sie jedermann – auch einer militärisch geschulten  

Fahrerin mit grosser Fahrpraxis – passieren kann. Der Geschädigte hat für die 

Beschuldigte überraschend abgebremst, was sie wegen dieser kurzen Unauf-

merksamkeit nicht sofort realisierte. Als die Beschuldigte jedoch bemerkte, dass 

der Geschädigte sein Fahrzeug abgebremst hat, hat sie umgehend eine Voll-

bremsung eingeleitet. Ihr Verschulden ist insgesamt als leicht einzustufen. Als  

hypothetische Einsatzstrafe erscheint eine Busse in Höhe von Fr. 400.– ange-

messen. 

3. Was die Täterkomponente anbelangt, ergibt sich zu den persönlichen Ver-

hältnissen der Beschuldigten, dass sie im Zeitpunkt der vorinstanzlichen Haupt-

verhandlung noch in der von ihren Eltern gegründeten Gesellschaft, welche im 

Bereich Immobilien tätig ist, gearbeitet hat. Anlässlich der Berufungsverhandlung 

gab die Beschuldigte nun zu Protokoll, dass sie ihr Amt als Verwaltungsrätin in 

der von ihren Eltern gegründeten Gesellschaft niedergelegt habe und nicht mehr 

erwerbstätig sei. Die Beschuldigte ist verwitwet und hat zwei erwachsene Töchter. 

Ihr jährliches steuerbares Einkommen unterliegt zufolge steuerlicher Aufrechnung 

von Liegenschaftsaufwand grossen Schwankungen. Im Jahre 2013 erzielte sie – 

ohne Erträge aus der Liegenschaftsvermietung – ein jährliches Einkommen (inkl. 

AHV-Rente und Erträge aus beweglichem Vermögen) von rund Fr. 210'000.–. Die 

Höhe der Erträge aus der Liegenschaftsvermietung konnte die Beschuldigte nicht 

beziffern. Zudem konnte sie auch keine aktualisierten Angaben zu ihrem übrigen 

- 18 - 

Einkommen machen (Urk.64 S. 2). Ihr steuerbares Nettovermögen beziffert sich 

auf ca. Fr. 19,5 Mio. Ihre Wohnkosten belaufen sich auf jährlich ca. Fr. 34'000.– 

und ihre Krankenkassenkosten auf monatlich ca. Fr. 600.–. Die Beschuldigte hat 

keine Unterhaltsverpflichtungen. Sie weist keine Vorstrafen auf. Wegen des vor-

liegend zu beurteilenden Vorfalles wurde ihr während eines Monats der Führe-

rausweis entzogen (Urk. 4 S. 5 f., Urk. 23/8, Urk. 44, Urk. 54/2; Prot. I S. 5 Urk. 64 

S. 1 ff.).  

4. Insgesamt erweist sich in Anbetracht der sehr guten finanziellen Verhältnis-

se der Beschuldigten eine Busse von Fr. 1'000.– ihrem Verschulden und den  

übrigen Umständen angemessen. Für den Fall, dass die Beschuldigte die Busse 

schuldhaft nicht bezahlt, ist festzuhalten, dass an Stelle der Busse eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 10 Tagen tritt. 

 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

A. Allgemeines 

1. Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird. 

Bei einem Freispruch können der beschuldigten Person die Verfahrenskosten 

ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die 

Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat 

(Art. 426 Abs. 1 und Abs. 2 StPO). 

2. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). 

 

B. Kostenauflage 

1. Ausgangsgemäss ist das vorinstanzliche Kostendispositiv zu bestätigen. 

Dies wurde auch durch den Verteidiger der Beschuldigten anerkannt (Urk. 65). 

- 19 - 

2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist auf Fr. 3'000.– festzu-

setzen. Im Berufungsverfahren unterliegt die Beschuldigte mit ihren Anträgen 

vollumfänglich. Sie hat deshalb auch die Kosten des Berufungsverfahrens zu  

tragen. Soweit der Verteidiger darauf verweist, dass gemäss Pra 104 (2015)  

Nr. 52 im Falle einer – im Vergleich zur Vorinstanz – minderen rechtlichen Qualifi-

kation im Rechtsmittelverfahren die Kosten nicht der beschuldigten Person aufzu-

erlegen seien (Urk. 65 S. 9), ist er darauf hinzuweisen, dass die mindere  

rechtliche Qualifikation vorliegend einzig durch den Rückzug des Strafantrages 

des Privatklägers begründet wurde, wobei dieser Rückzug als ein Entgegen-

kommen des Privat-klägers zu werten ist. Es rechtfertigt sich folglich keinesfalls, 

die Kosten des Berufungsverfahrens auf die Gerichtskasse zu nehmen. 

 

C. Entschädigungen 

1. Die durch die Vorinstanz festgesetzte Prozessentschädigung von 

Fr. 3'642.55 (inkl. Mehrwertsteuer) für den erbetenen Vertreter des Privatklägers, 

welcher von ihm nach dem Widerruf der unentgeltlichen Rechtsbeistandschaft im 

März 2014 mandatiert wurde, erscheint dem notwendigen Zeitaufwand und der 

Verantwortung des Falles angemessen (Urk. 43 S. 18; Art. 82 Abs. 4 StPO) und 

ist im Berufungsverfahren zu bestätigen. Ebenfalls aufzulegen sind der Beschul-

digten die im Untersuchungsverfahren entstandenen Kosten der unentgeltlichen 

Rechtsvertretung des Privatklägers. 

2. Für das Berufungsverfahren ist die Beschuldigte zu verpflichten, dem Privat-

kläger eine Prozessentschädigung von Fr. 2'836.60 zu bezahlen.  

 

- 20 - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung 

Einzelgericht, vom 11. Dezember 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen 

ist: 

"2. Vom Vorwurf der vorsätzlichen Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes im 
Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 30 Abs. 2 SVG wird die 
Beschuldigte freigesprochen. 

 [...] 

5. Die sichergestellten Gegenstände aus dem Fahrzeug des Privatklägers  
(Sicherheitsgurt, ..., und vier Glühlampen, ..., ..., ..., ...) werden dem Privat-
kläger auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben, an-
sonsten spätestens bei Ablauf der Lagerfrist am 31. Dezember 2015 vernich-
tet." 

2. Das Verfahren betreffend fahrlässige Körperverletzung im Sinne von  

Art. 125 Abs. 1 StGB wird eingestellt. 

3. Die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung des Privatklägers B._____ 

werden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

5. Rechtsmittel: 

Gegen Ziffer 2 und 3 dieses Entscheides kann bundesrechtliche Beschwer-
de in Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

- 21 - 

Es wird erkannt: 
 

1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der Verletzung der  

Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit  

Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV. 

2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 1'000.–. 

3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. 

4. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 8, 9 und 

10) wird bestätigt. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt. 

7. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ für das Beru-

fungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'836.60 zu  

bezahlen. 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
(übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt) 

− den Rechtsvertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden 
des Privatklägers (versandt) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten, 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl 

− den Rechtsvertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden 
des Privatklägers 

 

 

- 22 - 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Koordinationsstelle VOSTRA mittels Kopie von Urk. 23/2 mit  
Vermerk "Übertretungsurteil" 

− die Kantonspolizei Zürich, TEU-ZD-DA, mit separatem Schreiben  
gemäss § 54a PolG 

− das Forensische Institut Zürich als Lagerbehörde betreffend Ziffer 1 
des Beschlusses  

− das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Bereich Administrativ-
massnahmen (PIN Nr. ...) 

− die Vorinstanz 

9. Rechtsmittel: 

Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 27. Mai 2015 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter lic. iur. P. Marti 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. P. Rietmann 
 

 

	Urteil vom 27. Mai 2015
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 43)
	1. Die Beschuldigte ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125  Abs. 1 StGB.
	2. Vom Vorwurf der vorsätzlichen Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 30 Abs. 2 SVG wird die Beschuldigte freige-sprochen.
	3. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 500.–.
	4. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre angesetzt.
	5. Die sichergestellten Gegenstände aus dem Fahrzeug des Privatklägers (Sicherheitsgurt, ..., und vier Glühlampen, ..., ..., ..., ...) werden dem Privatkläger auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben, ansonsten spätestens bei A...
	6. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ Schadenersatz von Fr. 1'031.15 zu bezahlen.
	7. Im Übrigen wird festgestellt, dass die Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfangs des Schadenersatz- sowie Genugtuungs-anspruche...
	8. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	9. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, einschliesslich derjenigen der unentgeltlichen Rechtsvertretung des Privatklägers, werden der Beschuldigten auferlegt.
	10. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger für die erbetene Vertretung eine  Prozessentschädigung von Fr. 3'642.55 (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
	11. (Mitteilungen.)
	12. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge:
	1. Vom erfolgten Rückzug des Strafantrages des Privatklägers sei Vormerk zu nehmen;
	2. Die Beschuldigte sei vom Vorwurf einer Verkehrsregelverletzung freizu-sprechen;
	3. Eventualiter für den Fall eines Schuldspruchs wegen mangelnder Aufmerksamkeit und/oder Nichtbeherrschen des Fahrzeuges im Zusammenhang mit Art. 90 Abs. 1 SVG sei die Beschuldigte mit einer Busse von Fr. 1'000.– zu bestrafen, unter Belassung des ers...
	Erwägungen:
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung Einzelgericht, vom 11. Dezember 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"2. Vom Vorwurf der vorsätzlichen Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes im Sinne von Art. 90 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 30 Abs. 2 SVG wird die Beschuldigte freigesprochen.
	[...]
	5. Die sichergestellten Gegenstände aus dem Fahrzeug des Privatklägers  (Sicherheitsgurt, ..., und vier Glühlampen, ..., ..., ..., ...) werden dem Privatkläger auf erstes Verlangen nach Eintritt der Rechtskraft herausgegeben, ansonsten spätestens bei ...
	2. Das Verfahren betreffend fahrlässige Körperverletzung im Sinne von  Art. 125 Abs. 1 StGB wird eingestellt.
	3. Die Schadenersatz- und Genugtuungsforderung des Privatklägers B._____ werden auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	4. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	5. Rechtsmittel: Gegen Ziffer 2 und 3 dieses Entscheides kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigte A._____ ist schuldig der Verletzung der  Verkehrsregeln im Sinne von Art. 90 Ziff. 1 SVG in Verbindung mit  Art. 31 Abs. 1 SVG und Art. 3 Abs. 1 VRV.
	2. Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Busse von Fr. 1'000.–.
	3. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt die Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen.
	4. Das erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsdispositiv (Ziff. 8, 9 und 10) wird bestätigt.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird auf Fr. 3'000.– festgesetzt.
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden der Beschuldigten auferlegt.
	7. Die Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger B._____ für das Berufungsverfahren eine Prozessentschädigung von Fr. 2'836.60 zu  bezahlen.
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl (versandt)
	 den Rechtsvertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers (versandt)
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten,
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 den Rechtsvertreter des Privatklägers im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mittels Kopie von Urk. 23/2 mit  Vermerk "Übertretungsurteil"
	 die Kantonspolizei Zürich, TEU-ZD-DA, mit separatem Schreiben  gemäss § 54a PolG
	 das Forensische Institut Zürich als Lagerbehörde betreffend Ziffer 1 des Beschlusses
	 das Strassenverkehrsamt des Kantons Zürich, Bereich Administrativmassnahmen (PIN Nr. ...)
	 die Vorinstanz

	9. Rechtsmittel: Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.