# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dcc06a7a-4f64-58b8-9d6a-4aeccce444c3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-02
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 02.07.2020 200 2019 146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2019-146_2020-07-02.pdf

## Full Text

200 19 146 UV
FUR/ISD/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 2. Juli 2020

Verwaltungsrichterin Fuhrer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Isliker

A.________
vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. B.________
Beschwerdeführer

gegen

Suva
Rechtsabteilung, Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 16. Januar 2019

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1979 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
befand sich seit dem 6. Juni 2017 in einer von der Eidgenössischen Invali-
denversicherung (IV) durchgeführten beruflichen Abklärung und war in die-
sem Zusammenhang bei der N.________ Genossenschaft beschäftigt, als 
er am 29. Juni 2017 als Mitfahrer in einen Verkehrsunfall (Auffahrkollision) 
verwickelt wurde (Akten der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt 
[Suva bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1, 6, 15, 24). Die 
Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte in der Folge die ge-
setzlichen Versicherungsleistungen (vgl. u.a. AB 69, 87/3 f., 98). Nach Ein-
gang verschiedener Arztberichte und Vorlage zuhanden des agenturärztli-
chen Dienstes (vgl. dazu AB 215) stellte die Suva mit Verfügung vom 
29. August 2018 (AB 217) die Versicherungsleistungen betreffend die wei-
terhin geklagten Beschwerden mangels adäquaten Kausalzusammenhangs 
bzw. aufgrund Erreichens des status quo sine per 30. September 2018 ein. 
Ferner verneinte sie aus demselben Grund einen Anspruch auf eine Invali-
denrente und eine Integritätsentschädigung. Daran hielt sie mit Einspra-
cheentscheid vom 16. Januar 2019 (AB 283) fest.

B.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________, mit Eingabe vom 18. Februar 2019 (Postaufgabe gemäss 
Zeuge um 23:48 Uhr; zusätzlich zweimalige Übermittlung mittels Fax am 
18. Februar 2019 um 23:57 Uhr bzw. 23:59 Uhr) Beschwerde. Er beantrag-
te die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheides und die 
Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin, damit diese den 
Sachverhalt mittels eines polydisziplinären Gutachtens abkläre sowie die 
gesetzlichen Leistungen erbringe. Sodann ersuchte er um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________ als amtliche Anwältin.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 3

Mit Beschwerdeantwort vom 29. April 2019 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Mit Replik vom 24. Mai 2019 hielt der Beschwerdeführer an seinen Anträ-
gen fest und reichte weitere Unterlagen ein. Zudem machte er ergänzende 
Angaben zum seinem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

Mit Duplik vom 7. August 2019 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Ab-
weisungsantrag fest. 

Mit Eingabe vom 12. Januar 2020 reichte der Beschwerdeführer weitere 
Unterlagen ein. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

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1.2 Angefochten ist der Einspracheentscheid vom 16. Januar 2019 
(AB 283). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Leistungen der obliga-
torischen Unfallversicherung im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 
29. Juni 2017 und dabei insbesondere, ob die Beschwerdegegnerin zu 
Recht unter Einstellung der vorübergehenden Leistungen den Fall per 
30. September 2018 abgeschlossen und den Anspruch auf eine Invaliden-
rente der Unfallversicherung sowie eine Integritätsentschädigung verneint 
hat. Soweit der Beschwerdeführer überdies einen Revisionsgrund respekti-
ve einen Leistungsanspruch aufgrund eines Unfallereignisses vom 21. Mai 
2015 geltend macht (Replik, S. 4), hat die Beschwerdegegnerin – wie sie 
auch im angefochtenen Einspracheentscheid zu Recht festhielt (vgl. 
AB 283/3 Ziff. 1.2; vgl. dazu auch Beschwerdeantwort, S. 3 Ziff. 6) – hierü-
ber in der Verfügung vom 29. August 2018 (AB 217) nicht befunden. Folg-
lich ist diesbezüglich mangels Anfechtungs- und Streitgegenstand auf die 
Beschwerde nicht einzutreten (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1 S. 164; SVR 
2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; 
SR 832.20]). Unfall ist die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen 
Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychi-
schen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat (Art. 4 ATSG).

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2.2 Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung 
setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusammen-
hang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus (BGE 
129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 2012 UV 
Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.3 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne die der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht als zur gleichen Zeit eingetreten 
gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Beja-
hung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein 
Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen 
ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Be-
dingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person 
beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden 
kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele 
("conditio sine qua non"; BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 129 V 177 E. 3.1 
S. 181; SVR 2019 IV Nr. 9 S. 26 E. 3.1; Entscheid des Bundesgerichts 
[BGer] vom 21. September 2018, 8C_781/2017, E. 5.1).

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen 
Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, 
worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen 
der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungs-
recht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu be-
finden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhanges genügt für die 
Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 142 V 435 E. 1 S. 438, 
129 V 177 E. 3.1 S. 181; SVR 2010 UV Nr. 30 S. 121 E. 5.1).

2.4 Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursa-
che eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt die-
ses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint 
(BGE 129 V 177 E. 3.2 S. 181, 125 V 456 E. 5a S. 461; SVR 2010 UV 
Nr. 30 S. 122 E. 5.2).

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Ob beim Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 
dem versicherten Ereignis und der eingetretenen gesundheitlichen Schädi-
gung auch der erforderliche adäquate, d.h. rechtserhebliche Kausalzu-
sammenhang besteht, ist eine Rechtsfrage, die nach den von Doktrin und 
Praxis entwickelten Regeln zu beurteilen ist. Dabei hat die Beantwortung 
der Frage nach der Adäquanz von Unfallfolgen als eine Rechtsfrage – im 
Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang – nicht 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen 
(BGE 112 V 30 E. 1b S. 33).

2.4.1 Bei organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen deckt sich die 
adäquate Kausalität weitgehend mit der natürlichen Kausalität; die 
Adäquanz hat hier praktisch keine selbstständige Bedeutung (BGE 140 V 
356 E. 3.2 S. 358; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 10 E. 3.1).

2.4.2 Bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist für die 
Beurteilung der Adäquanz vom augenfälligen Geschehensablauf auszuge-
hen, und es sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubezie-
hen. Bei psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 
Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (BGE 140 
V 356 E. 3.2 S. 358, 115 V 133 E. 6c aa S. 140), während bei Schleuder-
traumen und äquivalenten Verletzungen der Halswirbelsäule sowie Schä-
del-Hirntraumen auf eine Differenzierung zwischen physischen und psychi-
schen Komponenten verzichtet wird (BGE 134 V 109 E. 2.1 S. 112; SVR 
2018 UV Nr. 29 S. 101 E. 2.2). Dabei ist wie folgt zu differenzieren: Es ist 
zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleuder-
trauma der Halswirbelsäule, eine dem Schleudertrauma äquivalente Verlet-
zung (SVR 1997 UV Nr. 95 S. 346 E. 2a, 1995 UV Nr. 23 S. 67 E. 2) oder 
ein Schädel-Hirntrauma (BGE 117 V 369 E. 4b S. 382; SVR 2001 UV Nr. 1 
S. 2 E. 3) erlitten hat, wobei die Schleudertrauma-Praxis nur dann Anwen-
dung findet, wenn sich innert der Latenzzeit von 24 bis 72 Stunden Be-
schwerden in der Halsregion und der Halswirbelsäule (HWS) manifestieren 
(SVR 2009 UV Nr. 30 S. 107 E. 5.2). Liegt keine der erwähnten Verletzun-
gen vor, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 133 für Unfälle 
mit psychischen Folgeschäden zur Anwendung. 

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2.4.3 Nach der Schleudertrauma-Praxis ist analog zu den bei psychi-
schen Fehlentwicklungen nach Unfall geltenden Grundsätzen (BGE 115 V 
133) für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall 
zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- bzw. Er-
werbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann 
zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten 
ernsthaft ins Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Un-
fallereignis anzuknüpfen, wobei – ausgehend vom augenfälligen Gesche-
hensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften (BGE 140 V 356 E. 
5.1 S. 359) – zwischen banalen bzw. leichten Unfällen einerseits, schweren 
Unfällen anderseits und schliesslich dem dazwischen liegenden mittleren 
Bereich unterschieden wird. Dabei können die erlittenen Verletzungen 
Rückschlüsse auf die Kräfte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestat-
ten (SVR 2011 UV Nr. 10 S. 37 E. 4.2.2). Während der adäquate Kausal-
zusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht 
und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage der 
Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des Un-
fallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv er-
fassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang 
stehen oder als direkte bzw. indirekte Folgen davon erscheinen, in eine 
Gesamtwürdigung einzubeziehen (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126; SVR 
2019 UV Nr. 11 S. 44 E. 8.2.1). Je nach den konkreten Umständen kann 
für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges 
Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen 
Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu 
zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren 
ist. Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium 
genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Liegt im 
eigentlichen mittleren Bereich keines der Einzelkriterien in besonders aus-
geprägter oder auffallender Weise vor, so müssen für die Bejahung des 
adäquaten Kausalzusammenhangs drei Kriterien erfüllt sein (SVR 2018 UV 
Nr. 3 S. 10 E. 5.1). Handelt es sich um einen mittelschweren Unfall im 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Bejahung der 
Adäquanz vier Kriterien gegeben sein (SVR 2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.4). 
Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt 

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zur Bejahung oder Verneinung des adäquaten Kausalzusammenhangs 
(BGE 117 V 359 E. 6 S. 366, 117 V 369 E.4c S. 384).

Der Katalog der – abschliessend aufgezählten (BGE 134 V 109 E. 10.2 
S. 127) – adäquanzrelevanten Kriterien lautet (BGE 134 V 109 E. 10.3 
S. 130; SVR 2017 UV Nr. 41 S. 143 E. 6.1): 
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklich-

keit des Unfalls; 
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen; 
- fortgesetzt spezifische, belastende ärztliche Behandlung; 
- erhebliche Beschwerden; 
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlim-

mert; 
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen; 
- erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen.

2.5 Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert 
oder überhaupt erst manifest, entfällt die Leistungspflicht des Unfallversi-
cherers erst, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate Ursache 
des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und aus-
schliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft zu, wenn entwe-
der der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall 
bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich 
nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes 
auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine) er-
reicht ist (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 55 f.).

Ebenso wie der leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang 
muss das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursa-
chen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht 
allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender 
ursächlicher Auswirkungen des Unfalles genügt nicht. Da es sich hierbei 
um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – an-
ders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzu-
sammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, sondern 
beim Unfallversicherer (BGE 146 V 51 E. 5.1 S. 55 f.).

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2.6 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 
143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201). Die Besserung be-
stimmt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung 
oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, soweit unfallbedingt beein-
trächtigt, wobei die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besse-
rung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen genügen 
nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Diese Frage ist prospektiv zu beurtei-
len (SVR 2010 UV Nr. 3 S. 14 E. 8.2; zum Ganzen SVR 2019 UV Nr. 4 
S. 16 E. 3.2.3.1).

3.

3.1 Fest steht und zwischen den Parteien zu Recht unbestritten ist, 
dass das Ereignis vom 29. Juni 2017 (vgl. AB 24) die kumulativen Tatbe-
standsvoraussetzungen des Unfallbegriffs gemäss Legaldefinition (vgl. 
E. 2.1 hiervor) erfüllt. Die Beschwerdegegnerin erbrachte denn auch ent-
sprechende Versicherungsleistungen. Umstritten ist hingegen, ob der Be-
schwerdeführer infolge des vorliegend zur Diskussion stehenden Unfalls 
über die von der Beschwerdegegnerin verfügte Einstellung der vorüberge-
henden Leistungen per 30. September 2018 (vgl. AB 217) hinaus weiterhin 
Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung hat. Dabei 
ist zu prüfen, ob die weiterhin geklagten Beschwerden in einem anspruchs-
begründenden natürlichen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Un-
fall vom 29. Juni 2017 stehen.

3.2 In medizinischer Hinsicht lässt sich den Akten im Wesentlichen das 
Folgende entnehmen: 

3.2.1 Im Bericht des Spitals C.________ vom 29. Juni 2017 wurden fol-
gende Diagnosen gestellt (AB 13/1):

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Auffahrunfall mit 40 km/h als Mitfahrer am 29.06.2017 m/b:
- GCS 15, kein Bewusstseinsverlust, Gingivadefekt über Zahn 

11+12
- Schmerzverstärkung LWS, verstärkte Hyposensibilität linkes Bein
- eFast negativ, LODOX mit auffälligem lumbosakralem Übergang 

(DD degenerativ)
- CT Schädel + Gesichtsschädel (mündlich): keine intrakranielle Blu-

tung, keine Schädelfraktur, Karies über Zahn 17, proteinhaltige 
Flüssigkeit in Sinus maxillaris rechts

- CT-HWS: unauffällig
- CT LWS + Becken: keine akuten Traumafolgen, degenerative Ver-

änderungen im lumbosakralen Übergang mit möglichem Diskus-
Bulging L5/S1 sowie Vakuumeinschluss in Diskus

Diskushernie L5/S1 (ED 06/2015)
- MRI LWS 05.06.15: Diskushernie L5/S1 nach kaudal luxiert mit lin-

ken Rezessus, signifikante Neurokompression und möglicherweise 
auch L5 sind wahrscheinlich.

- MRI-LWS 29.06.17: Im Vergleich zum Vorbefund, geringgradige 
Zunahme der Stenose Neuroforamina L5/S1

St.n. schwerem Unfall bei der Arbeit (Bauarbeiten) mit Trauma des 
Rückens
(…)

Morbus Basedow
(…)

Der Beschwerdeführer sei anamnestisch als Mitfahrer im Rücksitz bei ei-
nem Auffahrunfall mit dem Gesicht an der Rückbank des Beifahrers ange-
prallt. Er sei angeschnallt gewesen und die anderen fünf Mitfahrer seien 
unverletzt gewesen. Es habe kein Bewusstseinsverlust bestanden. Der 
Rettungsdienst habe ihn sitzend angetroffen, hämodynamisch stabil, an-
sprechbar, GCS 15, mit Schmerzangabe im LWS-Bereich (VAS 5) sowie 
einer Hyposensibilität des linken Beines, welches gemäss dem Beschwer-
deführer vorbestehend sei. Im Notfallzentrum berichte der Beschwerdefüh-
rer über einen verstärkten lumbalen Schmerz und eine Verstärkung der 
Hyposensibilität des linken Beines seit dem Unfall. Auf Nachfrage gebe er 
geringe Kopfschmerzen holokraniell ohne Schwindel, Nausea oder Erbre-
chen an (AB 13/2). 

Klinisch präsentiere sich ein hämodynamisch stabiler und afebriler Be-
schwerdeführer. Im Primary Survey imponiere vor allem eine Druckdolenz 

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im Bereich des lumbosakralen Überganges sowie eine Hyposensibilität des 
gesamten linken Beins (ohne Dermatom-Zuordnung) mit M4 Parese des 
Fusshebers/-senkers links. Zudem eine Hyposensibilität im Bereich des 
rechten Armes im dorsalen Unterarm und Finger 2-4, ebenfalls ohne Zu-
ordnung zu Dermatom. Das eFast sei unauffällig gewesen und im LODOX 
sehe man einen auffälligen lumbosakralen Übergang. Das erfolgte CT 
Schädel und HWS habe keine Traumafolgen gezeigt. Das CT der LWS mit 
Becken habe ebenfalls keine Traumafolgen, jedoch degenerative Verände-
rungen vor allem im lumbosakralen Bereich mit Bulging des Diskus nach 
dorsal L5/S1 gezeigt. Aus älteren Berichten von 2015 werde eine Diskus-
hernie L5/S1 mit Neurokompression des S1 und möglicherweise auf L5 
beschrieben. Bei aktueller Zunahme der Hyposensibilität nach Trauma sei 
erneut ein MRI der LWS gemacht worden. Dieses zeige zum Vorbefund 
eine geringgradige Zunahme der Stenose des Foramen L5/S1, ohne Se-
quester. Bezüglich der Gingivaabschürfung über Zahn 11+12 sei eine ope-
rative Versorgung empfohlen worden, was vom Beschwerdeführer abge-
lehnt worden sei. Laborchemie und EKG seien unauffällig gewesen. Der 
Beschwerdeführer habe sich während des Aufenthalts hämodynamisch 
stabil und unter analgetischer Therapie schmerzkompensiert gezeigt. Die 
Mobilisation habe sich problemlos gestaltet (AB 13/3). 

3.2.2 Gemäss dem Bericht vom 29. Juni 2017 betreffend das CT der Wir-
belsäule nativ bestünden keine Traumafolgen (AB 85). Im ebenfalls vom 
29. Juni 2017 datierenden Bericht zur MR-Untersuchung der Wirbelsäule 
nativ wurde eine degenerativ veränderte LWS mit Diskus-Bulging LWK3/4 
und zentral-/linksbetonter Diskusprotrusion LWK4/5 und LWK5/SWK1 be-
schrieben. Weiter bestehe eine foraminale Enge LWK5/SWK1 beidseits 
ohne eindeutige Neurokompression der L5-Wurzel beidseits. Insgesamt 
bestehe nur eine begrenzte Korrelation zwischen Bildgebung und der be-
stehenden Symptomatik (AB 84). 

3.2.3 Anlässlich eines MRI des Neurocraniums vom 20. Juli 2017 (AB 16) 
wurden eine Sinusitis maxillaris rechts, eine leichte Sinusitis sphenoidalis 
links und eine Sinusitis ethmodalis beschrieben. Ansonsten zeige sich ein 
regelrechtes MRI des Neurocraniums ohne intrakranielle Raumforderung 
oder Blutung und keine Ischämie. 

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3.2.4 Ein MRI der linken Schulter vom 21. Juli 2017 (AB 17) dokumentier-
te ein am ehesten posttraumatisch aktiviertes AC-Gelenk ohne dislozierte 
Fraktur, differentialdiagnostisch diskrete degenerative AC-Gelenks-
veränderungen. Weiter wurde eine sehr diskrete Ruptur der Supraspina-
tussehne und der Subscapularissehne mit Hinweis auf diskrete Partialläsi-
on der anteriosuperioren Gelenkskapsel mit diskreter Synovitis, bei einem 
ansonsten normalen MRI des Schultergelenks, beschrieben. 

3.2.5 Dr. med. D.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates, diagnostizierte im Bericht vom 
18. August 2017 (AB 47) u.a. einen Status nach HWS-Schleudertrauma, 
Schmerzen und Sensibilitätsstörung Oberarm links, ausstrahlend bis klein-
fingerseitig, Trauma vom 29. Juni 2017 bei einem wenig degenerativ ver-
änderten AC-Gelenk der linken Schulter mit fraglicher partieller Läsion der 
Supraspinatussehne am Ansatzbereich zu lediglich 10-20 % der Sehnendi-
cke. Die Schulter links zeige eine relativ gute Beweglichkeit und auch die 
Kraft scheine intakt zu sein. MR-tomographisch habe sich lediglich eine 
degenerative Veränderung des AC-Gelenks gefunden, wo leichte Schmer-
zen bestünden. Aktuell stünden die Beschwerden über der HWS im Vor-
dergrund. Dort finde sich eine schmerzbedingt stark eingeschränkte Be-
weglichkeit. Ebenso gebe der Beschwerdeführer eine Hyposensibilität an, 
so dass bei Status nach HWS-Trauma weitere Abklärungen mittels MRT 
der HWS gerechtfertigt seien.

In der Folge wurde am 21. August 2017 ein MRI der HWS durchgeführt, 
anlässlich dessen – bei einem beschriebenen spondylogen leichtgradig 
eingeengten Foramen intervertebrale C3/4 rechts – ein unauffälliger zervi-
kaler Befund, insbesondere ohne Fraktur oder Diskusherniennachweis, 
beschrieben wurde (AB 107/3). Zudem erfolgte am 30. August 2017 eine 
Infiltration des AC-Gelenks der linken Schulter (AB 48). Hierzu hielt 
Dr. med. D.________ im Bericht vom 7. September 2017 (AB 49) fest, die 
Infiltration des AC-Gelenks habe überhaupt keine Besserung gebracht. 
Auffallend sei die demonstrativ eingenommene Schonhaltung. Chirurgische 
Massnahmen seien sicherlich nicht indiziert. Die Behandlung sei abge-
schlossen, da aus orthopädischer Sicht hier sicherlich nichts zu erreichen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 13

sei. Zudem äusserte Dr. med. D.________ den Verdacht auf eine 
Schmerzverarbeitungsstörung.

3.2.6 Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 
diagnostizierte im Bericht vom 7. November 2017 (AB 20) eine mittel- bis 
schwergradige (agitierte) depressive Episode/Störung bei zervikocephalem 
Schmerzsyndrom bei Status nach Autounfall am 29. Juni 2017. Es bestehe 
ein wechselhafter Verlauf mit sehr hoher psychischer Vulnerabilität und 
massiv erhöhter Reizbarkeit, Impulskontrollstörung, Freudlosigkeit, An-
triebsverlust, Hilflosigkeit, Angst, Schlafstörungen, Selbstanklagen, Beweg-
lichkeitsblockade und Kopf-, Nacken- sowie Schulterschmerzen rechts. Die 
Prognose sei aktuell unklar, insbesondere angesichts der bisher ausge-
prägten Therapieresistenz. 

3.2.7 Im Bericht vom 18. Oktober 2017 (AB 38) hielt Dr. med. 
F.________, Fachärztin für Anästhesiologie, fest, der Beschwerdeführer 
leide seit dem Auffahrunfall vom 29. Juni 2017 an rechtsbetonten Kopf-
schmerzen, welche vom Nacken ausgingen und über den Hinterkopf zö-
gen. Die Kopfschmerzen hätten circa zwei Tage nach dem Unfall begon-
nen. Zusätzlich hätten sich die schon zuvor seit einem Arbeitsunfall vor 
zwei Jahren bestandenen Rückenschmerzen verschlimmert sowie neue 
Schmerzen in der linken Schulter ergeben, welche ebenfalls gegen den 
Nacken hinaufziehen würden. Die Schmerzen seien sehr stark (NRS 9-10), 
bereits am morgen beim Erwachen vorhanden, dann etwas milder und im 
Verlauf des Tages wieder zunehmend (AB 38/1). In der Beurteilung führte 
Dr. med. F.________ aus, der Beschwerdeführer leide an cerikocephalen 
rechtsbetonten Schmerzen nach einem Beschleunigungstrauma vor gut 
drei Monaten sowie an einer Zunahme von bereits vorbestehenden lumba-
len Beschwerden und an Beschwerden in der linken Schulter, wo ein Teil-
riss von Sehnen diagnostiziert worden sei. Die Abklärungen auf der Notfall-
station hätten weder im Schädel-/Gesichts-CT noch im HWS-CT Hinweise 
für Traumafolgen oder sonstige schmerzerklärende pathologische Befunde 
ergeben (AB 38/3). 

3.2.8 Dem Befund des CT Schädel vom 20. Oktober 2017 (AB 43) zum 
Notfallbericht vom 19. Oktober 2017 (AB 46) ist zu entnehmen, es bestün-
den keine frischen intrakraniellen Blutungen. Es zeige sich ein seröser 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 14

Flüssigkeitsspiegel im Sinus sphenoidalis links, einer akuten Sinusitis ent-
sprechend und eine chronische Sinusitis maxillaris rechts. 

3.2.9 In der rheumatologischen Beurteilung im Bericht vom 1. November 
2017 (AB 44) der interdisziplinären ambulanten Schmerzsprechstunde des 
Spitals C.________ führte Dr. med. G.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin und für Nephrologie, aus, im Vordergrund stünden persistie-
rende rechtsseitige Kopfschmerzen mit Verschlechterung bei links- und 
rechts-Rotation des Kopfes. Aufgetreten seien die Beschwerden nach ei-
nem Auffahrunfall vom 29. Juni 2017. Zunächst habe der Beschwerdefüh-
rer unter der Akutmedikation keine Kopfschmerzen verspürt, nach einem 
Tag habe er jedoch unter den anhaltende Schmerzen gelitten. Auffallend 
sei eine deutlich verminderte aktive Beweglichkeit der HWS mit endständi-
ger Schmerzprovokation und Entwicklung eines Schwindels ohne weitere 
vegetative Reaktionen. Im liegen fänden sich myofasziale Verhärtungen 
paravertebral beidseits auf Höhe von C3 bis C6. Die passive Rotation des 
Kopfes sei beidseits bis circa 50° möglich, ohne Entwicklung einer Schwin-
delsymptomatik. Es fänden sich myofasziale Befunde im Bereich der Tra-
peziusmuskulatur, der Subscapularismuskulatur und des Levators scapu-
lae. Da beim Beschwerdeführer weiter eine ausgeprägte Angstsymptomatik 
und Tendenz zur Aggravation bestehe, werde ein ambulantes Setting emp-
fohlen mit aktiver Mobilisation ohne Impuls und Training zur Verbesserung 
der Haltemuskulatur. 

3.2.10 Im Austrittsbericht vom 4. April 2018 (AB 73) zur stationären Ab-
klärung und Behandlung im Spital C.________ vom 15. Januar bis 6. Fe-
bruar 2018 wurden u.a. eine chronische Schmerzstörung mit somatischen 
und psychischen Anteilen sowie eine mittelgradige depressive Episode 
diagnostiziert. Im Rahmen einer neurochirurgischen und anästhesiologi-
schen Neubeurteilung der bisherigen Bildgebung ergäbe sich klinisch im 
Bereich der HWS oder LWS kein Hinweis auf eine radikuläre Symptomatik; 
insbesondere im LWS-Bereich bei neuroforaminaler Enge L5/S1 bds. be-
stehe kein entsprechendes klinisches Bild. Aufgrund der bereits mehrmals 
durchgeführten, frustranen Infiltrationen sei auf weitere interventionelle 
Massnahmen verzichtet worden. Der chronische Schmerz werde als läsio-
nal induziert beurteilt mit nachfolgender perzeptiver Verstärkung, insbeson-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 15

dere im Rahmen der erfolgten HWS-Distorsion. Als Hauptschmerzmecha-
nismus müsse massgeblich von einem lokalen wie zentralen Schmerzsen-
sibilisierungsvorgang gesprochen werden. Zusätzlich bestünden Hinweise 
für eine zentrale Hypersensivität, welche sich u.a. in einer allgemeinen 
Reizamplifizierung mit anatomischer Schmerzausweitung, Phonophobie 
und Photophobie äussere. Dieser Schmerzanteil lasse sich mit konventio-
nellen Analgetika nicht beeinflussen. Periphere und zentrale Sensibilisie-
rung und in der Folge eine Senkung der Schmerzschwelle sei ein bei Whi-
plash häufig beobachtbarer Mechanismus. Durch die lange Leidenszeit und 
die psychosoziale Verunsicherung sei es zu einer depressiven Stimmungs-
lage gekommen, was bei der schmerzbezogenen Kognition zu einer Katas-
trophisierungstendenz und Hilfs-/Hoffnungslosigkeit geführt habe. Eine be-
rufliche Wiedereingliederung sei momentan nicht realistisch.

3.2.11 Im Zwischenbericht vom 12. April 2018 (AB 42) hielt Dr. med. 
H.________, Praktischer Arzt, fest, dass weiterhin chronische Schmerzen 
und psychische Beschwerden bestünden. Die aktuelle Behandlung erfolge 
mit Schmerzmitteln und die Prognose sei ungewiss.

3.2.12 Dr. med. E.________ führe im Bericht vom 30. Mai 2018 (AB 119) 
zur ambulanten Behandlung zwischen Juli und Dezember 2017 mit Fokus 
auf Besserung der Schmerzen und der depressiven Symptomatik sowie der 
Leistungs- bzw. Arbeitsfähigkeit aus, der Verlauf sei trotz gewisser eher 
geringfügiger Besserung bestimmter Symptome etwas schleppend gewe-
sen. Der Beschwerdeführer habe bei einer bei weitem unausreichenden 
Besserung zumindest partiell auf die Behandlungsmassnahmen angespro-
chen. Da die Grenze des Besserungspotentials im ambulanten Rahmen 
erkannt habe werden müssen, sei der Beschwerdeführer zur interdiszi-
plinären stationären Behandlung im Spital C.________ angemeldet wor-
den. 

3.2.13 Im Austrittsbericht der Tagesklinik des Spitals C.________ vom 
14. Juni 2018 (AB 185) zur teilstationären Behandlung des Beschwerdefüh-
rers vom 19. Februar bis 31. Mai 2018 hielt Dr. med. univ. I.________, 
Praktische Ärztin, fest, der Beschwerdeführer habe den Tagesklinikaufent-
halt insgesamt als hilfreich empfunden und namentlich aufgrund der durch-
geführten Psychoedukation ein besseres Schmerzmanagement erlernt; die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 16

Schmerzen seien beim Austritt nach wie vor stark vorhanden. Bei den ak-
tuell sehr starken Kopfschmerzen würden die Aufmerksamkeitslenkung und 
Schmerzdistanzierung jedoch wenig greifen.

3.2.14 Dr. med. J.________, Facharzt für Neurologie, diagnostizierte im 
Arztbericht vom 14. August 2018 (AB 205) ein chronisches Schmerzsyn-
drom mit Zephalgien und Verdacht auf analgetikainduzierten Kopfschmerz 
und eine Hemisymptomatik links ohne sichere Anhaltspunkte für eine rele-
vante organische Ursache. Im Vordergrund stünden einerseits chronische 
Kopfschmerzen, andererseits Rückenschmerzen mit einer Störung der lin-
ken Körperseite. Die Kopfschmerzen dürften zum Untersuchungszeitpunkt 
zumindest mitverursacht sein durch den langdauernden, chronischen Kon-
sum von Analgetika im Sinne eines analgetikainduzierten Kopfschmerzes. 
Eine andersartige Verursachung, insbesondere als direkte Unfallfolge im 
Sinne einer Verletzung der HWS oder des Kopfes lasse sich wohl nicht 
belegen (diesbezüglich unauffällige MRI-Befunde der HWS 8/2017 sowie 
vom Kopf 7/2017). Angesichts der umfangreichen und mehrmonatigen 
Vorbehandlung stationär und ambulant am Spital C.________ befürchte er, 
dass er dem Beschwerdeführer therapeutisch nicht weiterhelfen könne. 
Sicherlich wäre es sinnvoll, sämtliche Analgetika zu entziehen, wobei dies 
wahrscheinlich nur in einem entsprechenden stationären Rahmen möglich 
sei. Angesichts der Vorgeschichte seien die Erfolgsaussichten möglicher-
weise begrenzt. Die darüber hinaus bestehenden bzw. demonstrierten Be-
schwerden fänden im neurologischen Untersuchungsbefund kein eindeuti-
ges objektivierbares bzw. organisches Korrelat. Angesichts der zahlreichen 
Voruntersuchungen mit unauffälligem MRI von Kopf, HWS und auch LWS 
aus dem Jahr 2017 betreffend Veränderungen neuronaler Strukturen er-
scheine eine organische Ursache insbesondere auch der halbseitigen Ge-
fühlsstörung unwahrscheinlich.

3.2.15 In der kreisärztlichen Beurteilung vom 23. August 2018 (AB 215) 
führte Kreisärztin Dr. med. K.________, Fachärztin für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, zusammenfassend 
aus, dass keine mit überwiegender Wahrscheinlichkeit strukturell objekti-
vierbaren Folgen des Unfallereignisses vom 29. Juni 2017 vorliegen wür-
den. Von einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen könne keine namhaf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 17

te Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden. Bereits vor dem 
Unfallereignis habe eine degenerativ veränderte LWS mit Diskus-Bulging 
LWK3/4 und zentral-/linksbetone Diskusprotrusionen LWK4/5 und 
LWK5/SWK1 sowie eine foraminale Enge im Bereich LWK5/SWK1 beid-
seits ohne eindeutige Neurokompression der L5-Wurzel beidseits bestan-
den. Insgesamt zeige sich nur eine begrenzte Korrelation zwischen der 
Bildgebung und der bestehenden Symptomatik. Die Befunde seien über-
dies bereits im MRI der LWS vom 4. Juni 2015 dokumentiert und demnach 
vorbestehend gewesen. Eine richtungsgebende Verschlimmerung des vor-
bestehenden Leidens sei durch den Unfallmechanismus nicht entstanden, 
weshalb die Befunde nicht unfallkausal seien. Im Bereich der linken Schul-
ter habe der Unfall gestützt auf das Arthro-MRT vom 21. Juni 2017 zu kei-
ner unfallbedingten strukturellen Läsion geführt. Eine vorübergehende Ver-
schlimmerung eines degenerativen Vorzustandes des AC-Gelenks sei un-
fallbedingt nach drei Monaten ausgeheilt. Zusätzliche objektivierbare struk-
turelle Läsionen durch das Unfallereignis bestünden nicht mit überwiegen-
der Wahrscheinlichkeit (AB 215/4 f.).

3.2.16 Im Arztbericht vom 26. Oktober 2018 (AB 256) diagnostizierte 
Dr. med. L.________, Facharzt für Neurologie, eine chronische Schmerz-
störung mit somatischen und psychischen Anteilen bei/mit cerviko-
cephalmen Syndrom mit deutlichen muskulären Dysbalancen im Nacken-
/Schulter-/HWS-Bereich (Status nach zweimaligen Unfällen mit HWS-
Beteiligung mit möglicher HWS-Distorsion im 2015/2017), diffuser Hypäs-
thesie/Hypalgesie des linken Beines am ersten (recte, wohl: ehesten) funk-
tionell, Depression, momentan mittelschwere depressive Episode und Tre-
mor des ganzen Körpers mit rezidivierenden myoklonischen Zuckungen 
ohne Anhaltspunkte für eine organische Genese. 

In der Beurteilung hielt Dr. med. L.________ fest, momentan stünden die 
Kopfschmerzen vom Spannungskopfschmerz mit deutlichen Myogelosen 
bzw. muskulärer Dysbalance im Nacken-Schulterbereich beidseits im Vor-
dergrund, begleitet durch eine mittelschwere depressive Episode. Weiter 
bestehe ein lumbovertebrales Syndrom mit unscharf begrenzten, nicht si-
cher radikulär zuzuordnenden Sensibilitätsstörungen am linken Bein. Moto-
rische Defizite ohne eindeutige radikuläre Reizzeichen hätten sich klinisch 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 18

sowie elektrophysiologisch nicht objektivieren lassen. Während der Ana-
mnese und der Untersuchung habe sich der Beschwerdeführer äusserst 
schmerzgeplagt präsentiert mit deutlichem Tremor des ganzen Körpers 
sowie wiederholten Myoklonien mehrerer Körperteile, was in einer Diskre-
panz zu den objektivierbaren klinisch-neurologischen und den radiologi-
schen Befunden stehe. Es müsse noch eine zusätzliche funktionelle Kom-
ponente im Sinne einer Schmerzverarbeitungsstörung postuliert werden. 
Diese, die depressive Stimmungslage und die schwierige psychosoziale 
Situation unterhielten sich dabei gegenseitig im Sinne eines Teufelskreises. 
Bei Verdacht auf zusätzlich schmerzinduzierte (wohl: schmerzmittelindu-
zierte) Kopfschmerzen wäre ein Analgetika-Entzug notwendig. Allenfalls 
sollte die Vorstellung des Beschwerdeführers in einer interdisziplinären 
Schmerzsprechstunde in Betracht gezogen werden. Insgesamt sei die Pro-
gnose mit bald seit drei Jahren bestehenden chronischen Schmerzen je-
doch reserviert. 

3.2.17 Am 29. November 2018 (AB 279/16-19) hielt Dr. med. M.________, 
Facharzt für Neurologie, fest, nachdem die Beurteilungen der Dres. med. 
J.________ und L.________ vom Beschwerdeführer respektive seiner 
Rechtsanwältin als oberflächlich, unvollständig und vollkommen unbefriedi-
gend empfunden worden seien, erfolge eine erneute neurologische Beurtei-
lung. Bei Durchsicht der Berichte der genannten Voruntersucher müsse – 
entgegen der Ansicht der Rechtsanwältin des Beschwerdeführers – aus-
drücklich gesagt werden, dass die Voruntersucher den Beschwerdeführer 
sehr akribisch untersucht und sogar Zusatzuntersuchungen durchgeführt 
hätten, ohne Hinweise auf eine relevante Schädigung des Nervensystems. 
Auch die Beurteilungen seien absolut korrekt, weshalb er, Dr. med. 
M.________, sich diesen anschliesse. In der durchgeführten klinisch-
neurologischen Untersuchung hätten sich aktuell keine Hinweise auf eine 
relevante Schädigung des Nervensystems gezeigt. Die sichtbaren Bewe-
gungsstörungen – vor allem das Zittern und manchmal Zucken am Körper 
– und die Sensibilitätsstörung des linken Beines seien wahrscheinlich funk-
tioneller Natur und entsprächen nicht der Verteilung, wie dies durch eine 
Hirn- oder Nervenschädigung möglich sei. Auch die ergänzenden Untersu-
chungen (SSEP) der Dres. med. J.________ und L.________ und die nor-
malen MRI des Schädels, der HWS und der LWS sprächen sehr gegen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 19

eine organische Schädigung. Es handle sich daher vorwiegend um eine 
Kopfschmerzproblematik mit massiver Schmerzausweitung und funktionel-
ler Überlagerung. Im Zusammenhang mit dem Schmerzmittelüberkonsum 
würde ein Absetzversuch unter gleichzeitiger Spiricort-Medikation durchge-
führt.

In einem weiteren Bericht vom 20. Dezember 2018 (AB 282) hielt Dr. med. 
M.________ fest, dass der durchgeführte Therapieversuch mit Spiricort 
nicht erfolgreich gewesen sei und bereits bei geringen Dosierungen zu 
starken Nebenwirkungen (Schwindelbeschwerden) geführt habe. Er möch-
te die Behandlung abschliessen, da er dem Beschwerdeführer keine The-
rapie anbieten könne.

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 20

sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Auch ein medizinischer 
Aktenbericht kann beweistauglich sein, wenn die Akten ein vollständiges 
Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese 
Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorlie-
gen, damit der Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen 
Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Entscheid des BGer vom 
25. September 2019, 8C_414/2019, E. 2.2.1). Urteilt das Gericht indessen 
abschliessend gestützt auf Beweisgrundlagen, die aus dem Verfahren vor 
dem Sozialversicherungsträger stammen, sind an die Beweiswürdigung 
strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 
der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind 
ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 
465 E. 4.4 S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162). 

3.4

3.4.1 In medizinischer Hinsicht stützte sich die Beschwerdegegnerin im 
angefochtenen Einspracheentscheid vom 16. Januar 2019 (AB 283) im 
Wesentlichen auf die versicherungsmedizinische Aktenbeurteilung der 
Kreisärztin Dr. med. K.________ vom 23. August 2018 (AB 215). Diese 
erfüllt die Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert einer 
versicherungsinternen medizinischen Aktenbeurteilung (vgl. E. 3.3 hiervor), 
weshalb ihr volle Beweiskraft zuzuerkennen ist. Die Beurteilung erfasst den 
gesamten massgeblichen medizinischen Sachverhalt und beruht auf einem 
lückenlosen medizinischen Befund. Dabei legte die Kreisärztin die medizi-
nischen Zusammenhänge, namentlich in Bezug auf die wiederholten neuro-
logischen Untersuchungen des Beschwerdeführers, nachvollziehbar dar 
und begründete ihre Schlussfolgerungen in Kenntnis der damit korrelieren-
den Vorakten widerspruchsfrei und überzeugend. Demgegenüber ergeben 
sich weder aus den medizinischen Akten noch aus der beschwerdeweise 
vorgebrachten Kritik Anhaltspunkte, die auch nur geringe Zweifel an der 
Vollständigkeit und Schlüssigkeit der Aktenbeurteilung von Kreisärztin 
Dr. med. K.________ vom 23. August 2018 (AB 215) zu wecken vermöch-
ten.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 21

3.4.2 Hinsichtlich einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen hielt die 
Kreisärztin Dr. med. K.________ in der Beurteilung vom 23. August 2018 
(AB 215/4) fest, dass davon nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
eine namenhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten sei, 
worauf die Beschwerdegegnerin mit Verfügung vom 29. August 2018 
(AB 217) per 30. September 2018 den Fallabschluss vornahm. Dies ist 
nach Lage der medizinischen Akten und der verschiedenen stattgehabten 
erfolglosen therapeutischen Interventionen nicht zu beanstanden, zumal 
auch die behandelnden Ärzte weder eine konkrete therapeutische Option 
noch eine begründete Prognose stellten, gestützt auf die eine namhafte 
Besserung (vgl. dazu E. 2.6 hiervor) mit entsprechender Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen 
wäre. So hielt Dr. med. D.________ hinsichtlich der geklagten Beschwer-
den an der linken Schulter bereits im Bericht vom 7. September 2017 
(AB 49), nach vorgängiger bildgebender und klinischer Untersuchung sowie 
einer durchgeführten Infiltration des Gelenks (vgl. AB 47 f.) fest, dass die 
Behandlung abgeschlossen sei, da aus orthopädischer Sicht sicherlich 
nichts zu erreichen sei. Ferner wurde im Bericht des Schmerzzentrums des 
Spitals C.________ vom 1. November 2017 (AB 44) lediglich ein Aus-
schleichen der Benzodiazepin-Medikation empfohlen und Dr. med. 
E.________ gab im Bericht vom 7. November 2017 (AB 20) eine unklare 
Prognose angesichts der ausgeprägten Therapieresistenz an. Die ambu-
lante psychiatrische Behandlung wurde in der Folge mangels hinreichender 
therapeutischer Wirksamkeit (vgl. AB 119/3 Ziff. 5) zugunsten einer statio-
nären bzw. tagesklinischen Behandlung abgebrochen. In der nachfolgen-
den stationären Behandlung des Beschwerdeführers vom 15. Januar bis 
6. Februar 2018 wurde aufgrund eines interdisziplinären Konsenses auf 
weitere interventionelle Massnahmen verzichtet und anstelle ein Programm 
bestehend aus Psychotherapie, Physio- und Ergotherapie sowie eine me-
dikamentöse Behandlung durchgeführt, wobei keine ins Gewicht fallende 
Verbesserung des Gesundheitszustandes mit Auswirkung auf das funktio-
nelle Leistungsvermögen beschrieben wurde (vgl. AB 73/3). Auch der be-
handelnde Hausarzt Dr. med. H.________ stellte im Zwischenbericht vom 
12. April 2018 (AB 42) bei fortbestehenden chronischen Schmerzen und 
psychischen Beschwerden eine ungewisse Prognose. Als gegenwärtige 
Behandlung wurde lediglich „Schmerzmittel“ vermerkt; Vorschläge zum 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 22

Prozedere konnte Dr. med. H.________ keine machen. Eine massgebliche 
Verbesserung der Beschwerdesituation ergibt sich sodann auch nicht aus 
dem Bericht vom 14. Juni 2018 zur teilstationären psychosomatischen Be-
handlung des Beschwerdeführers vom 19. Februar bis 31. Mai 2018 
(AB 185). In neurologischer Hinsicht konnte Dr. med. J.________ in seiner 
Beurteilung vom 14. August 2018 (AB 205) ebenfalls keine therapeutischen 
Optionen anbieten und ging überdies hinsichtlich eines Analgetikaentzuges 
von begrenzten Erfolgsaussichten aus. Dieser Einschätzung schloss sich 
sodann Dr. med. L.________ in der neurologischen Beurteilung vom 
26. Oktober 2018 (AB 258) im Wesentlichen an – dies insgesamt mit sehr 
reservierter Prognose. Dies wird auch durch den gescheiterten medika-
mentösen Behandlungsversuch und die nachfolgende Einstellung der Be-
handlung durch Dr. med. M.________ unterstützt (vgl. AB 279/16-19, 282).

Daran ändern auch die fortgesetzten ärztlichen Verlaufskontrollen, nament-
lich durch den behandelnden Hausarzt, sowie die Einnahme von Medika-
menten nichts, da diese Behandlungen nicht als kontinuierliche, mit einer 
gewissen Planmässigkeit auf eine namhafte Verbesserung des Gesund-
heitszustandes gerichtete ärztliche Behandlung darstellen (Entscheid des 
BGer vom 22. September 2016, 8C_306/2016, E. 5.3). Auch eine allfällige 
Fortsetzung einer physiotherapeutischen Behandlung genügt praxisgemäss 
nicht, um den Fallabschluss hinauszuzögern (Entscheid des BGer vom 
3. Dezember 2019, 8C_674/2019, E. 4.3). Schliesslich vermag der Be-
schwerdeführer aus den nachträglich eingereichten Unterlagen, namentlich 
einem nach dem vorliegend massgeblichen Beurteilungshorizont (BGE 131 
V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140) liegenden Arztbericht von 
Dr. med. E.________ (Beschwerdebeilage [BB] 24) und eines MRI-Berichts 
aus … (BB 19a) nichts zu seinen Gunsten abzuleiten, weil die Beurteilung 
des Fallabschlusses prospektiv zu erfolgen hat (vgl. E. 2.6 hiervor) und – 
entgegen dem nachgereichten MRI-Bericht, welcher ohnehin von „Zeichen 
einer Degeneration“ spricht (vgl. BB 19a) – in den echtzeitlichen bildgeben-
den Abklärungen eine unfallbedingte Diskushernie ausdrücklich verneint 
wurde (vgl. AB 85, 105). 

Demnach war gestützt auf die umfangreichen interdisziplinären Abklärun-
gen sowie angesichts der verschiedenen frustranen Behandlungsversuche 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 23

von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung über den 30. September 
2018 hinaus keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes des 
Beschwerdeführers zu erwarten. Die Beschwerdegegnerin durfte daher den 
Fall unter Einstellung der Taggeld- und Heilbehandlungsleistungen auf die-
sen Tag hin abschliessen und für die Zeit ab 1. Oktober 2018 den Renten-
anspruch prüfen. 

3.4.3 Die Kreisärztin hat nachvollziehbar begründet aufgezeigt, dass ge-
stützt auf die umfangreichen Abklärungen weder im Bereich des Schädels 
noch der HWS bzw. LWS unfallbedingte strukturelle Läsionen ausgewiesen 
sind bzw. dass im Bereich der LWS vorbestehende und bekannte degene-
rative Veränderungen bestünden. Zudem würde insgesamt die bestehende 
Symptomatik ohnehin nur begrenzt mit der Bildgebung korrelieren 
(AB 215/4). Diese Beurteilung ist nicht nur schlüssig und überzeugend, 
sondern sie wird auch durch die vorliegenden medizinischen Akten ge-
stützt. So zeigten die am Unfalltag erfolgten bildgebenden Abklärungen 
keinen Nachweis einer unfallbedingten strukturellen Läsion (vgl. AB 13, 
84 f.) und auch ein späteres MRI der HWS vom 21. August 2017 wies ei-
nen unauffälligen zervikalen Befund auf, insbesondere ohne Fraktur oder 
Diskusherniennachweis (vgl. AB 105). Ebenso wurden in den verschiede-
nen klinischen Untersuchungen des Beschwerdeführers kein entsprechen-
des – über die vorbestehenden strukturellen Schäden der LWS (vgl. hierzu 
AB 60/55 ff.) hinausgehendes – organisches Korrelat für die geklagten Be-
schwerden der HWS bzw. LWS gefunden (vgl. AB 73/3 f.; 205/2; 258/2; 
279/18). Zu keinem anderen Ergebnis führen sodann die von Dr. med. 
G.________ im Rahmen der rheumatologischen Beurteilung vom 1. No-
vember 2017 (AB 44/2) – bei gleichzeitig festgehaltener Aggravationsten-
denz – beschriebenen myofaszialen Verhärtungen paravertebral und weite-
rer Muskelgruppen des Nacken-Schulter-Bereichs, eingeschränkter Rotati-
on des Kopfes und deutlich verminderter aktiver Beweglichkeit der HWS, 
da derartige klinische Befunde (Verhärtungen und Verspannungen der 
Muskulatur, eine Druckdolenz im Nacken oder eine Einschränkung in der 
Beweglichkeit) für sich allein nicht auf ein organisch ausgewiesenes unfall-
bedingtes Korrelat des Beschwerdebildes schliessen lassen (Entscheid des 
BGer vom 20. April 2016, 8C_867/2015, E. 3.3). Von organisch objektiv 
ausgewiesenen Unfallfolgen kann vielmehr erst dann gesprochen werden, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 24

wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen 
bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden 
wissenschaftlich anerkannt sind (Entscheid des BGer vom 3. Dezember 
2019, 8C_674/2019, E. 5.1), was vorliegend trotz umfangreicher (bildge-
bender) Abklärungen nicht möglich war. Unbehelflich ist in diesem Zusam-
menhang auch das Vorbringen des Beschwerdeführers, dass die Be-
schwerden unmittelbar nach dem Unfall vom 29. Juni 2017 eingesetzt hät-
ten und daher eine organisch ausgewiesene Verschlechterung des Ge-
sundheitszustandes darstellen würden (vgl. Beschwerde, S. 5 f.), da diese 
Argumentation auf einen unzulässigen „post hoc ergo propter hoc“-Schluss 
hinausläuft (BGE 119 V 335 E. 2b bb S. 341; SVR 2016 UV Nr. 24 S. 78 E. 
7.2), zumal vorliegend durch den Unfall keine strukturellen Läsionen an der 
Wirbelsäule und namentlich keine Wirbelkörperfrakturen verursacht wurden 
(vgl. Entscheid des BGer vom 11. November 2015, 8C_644/2015, E. 5.4). 

Hinsichtlich der LWS-Beschwerden führte Kreisärztin Dr. med. K.________ 
in der Aktenbeurteilung vom 23. August 2018 (AB 215/5) im Einklang mit 
den echtzeitlichen diesbezüglich blanden bildgebenden Unterlagen sowie 
namentlich auch den Befunden im Rahmen des polydisziplinären MEDAS-
Gutachtens vom 24. Februar 2017 (AB 60/63 und 67) zuhanden der Invali-
denversicherung aus, dass die bildgebend dokumentierten degenerativen 
Veränderungen der LWS vorbestehend seien und durch das Unfallereignis 
keine richtunggebende Verschlimmerung erfahren hätten. Die Beschwer-
degegnerin wies zudem zu Recht darauf hin (vgl. AB 283/18), dass selbst 
bei Annahme einer – vorliegend jedoch nicht ausgewiesenen – traumati-
schen Verschlimmerung eines stummen degenerativen Vorzustandes an 
der Wirbelsäule in der Regel nach sechs bis neun Monaten, spätestens 
aber nach einem Jahr diese als abgeschlossen zu betrachten ist (Entschei-
de des BGer vom 9. Mai 2018, 8C_13/2018, E. 3.3; SVR 2009 UV Nr. 1 S. 
1 E. 2.3). Im Zeitpunkt des Fallabschlusses per 30. September 2018 hätte 
demnach eine allfällige traumatische Verschlimmerung eines degenerati-
ven Vorzustandes demnach praxisgemäss als abgeschlossen zu gelten.

Hinsichtlich der geklagten Schulterbeschwerden hielt die Kreisärztin 
Dr. med. K.________ gestützt auf das am 21. Juli 2017 erfolgte Arthro-
MRT (vgl. AB 17) sowie in Kenntnis der darauf folgenden klinischen Unter-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 25

suchung und Behandlung durch Dr. med. D.________ (vgl. AB 47-49) 
überzeugend begründet fest, dass lediglich degenerative Veränderungen 
des AC-Gelenks, ohne Fraktur und ohne grössere Sehnenläsionen bestan-
den hätten, während das Unfallereignis vom 29. Juni 2017 zu keiner wei-
tergehenden strukturellen Läsion an der linken Schulter geführt habe. Eine 
vorübergehende Verschlimmerung des beschriebenen degenerativen Vor-
zustandes des AC-Gelenks sei demgegenüber unfallbedingt ausgeheilt 
nach drei Monaten (AB 215/5). Entgegen der Kritik des Beschwerdeführers 
(vgl. Beschwerde, S. 4) beruht diese Beurteilung ebenfalls auf einer einge-
henden klinischen sowie bildgebenden Abklärung des geklagten Be-
schwerdebildes und vermag ohne weiteres zu überzeugen. Überdies ist 
darauf hinzuweisen, dass Dr. med. K.________ als Kreisärztin der Suva 
nach ihrer Funktion und beruflichen Stellung als Fachärztin im Bereich der 
Unfallmedizin ausschliesslich Unfallpatienten, unfallähnliche Körperschädi-
gungen und Berufskrankheiten diagnostisch beurteilt und therapeutisch 
begleitet, sodass sie über besonders ausgeprägte traumatologische Kennt-
nisse und Erfahrungen verfügt (Entscheid des BGer vom 24. Oktober 2019, 
8C_316/2019, E. 5.4). 

Der unbestrittenermassen durch den Unfall vom 29. Juni 2017 verursachte 
Gingivadefekt über Zahn 11 und 12 wurde entsprechend behandelt und 
heilte in der Folge komplikationslos und zeitgerecht ab (vgl. AB 12 f., 92 f.). 
Weitergehende strukturell objektivierbare Unfallfolgen, namentlich eine von 
der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers insinuierte Mittelgesichtsfrak-
tur (vgl. Beschwerde, S. 5), ergeben sich nicht aus den medizinischen Ak-
ten, insbesondere auch nicht aus den bildgebenden Untersuchungen des 
Schädels (vgl. AB 43). Ebenso stellt die in letzterem beschriebene Sinusitis 
bereits aus dem Grund keine unfallkausale strukturelle Läsion dar, weil sie 
schon vorbestehend war (vgl. AB 60/19). 

3.5 Damit sind sämtliche geklagten somatischen Gesundheitsschäden 
spätestens im Zeitpunkt des Fallabschlusses am 30. September 2018 nicht 
(mehr) natürlich kausal auf den Unfall vom 29. Juni 2017 zurückzuführen. 
Selbst wenn die vom Beschwerdeführer darüber hinaus geklagten, soma-
tisch nicht erklärbaren Beschwerden natürlich kausal mit dem Unfall ver-
bunden wären, was ebenfalls nicht der Fall ist, würde sich am Ergebnis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 26

jedoch nichts ändern, da eine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 
jedenfalls an der fehlenden Adäquanz des Kausalzusammenhanges entfällt 
(vgl. E. 4 hiernach).

4.

4.1 Bei der Prüfung der Adäquanz kann vorliegend insoweit offen blei-
ben, ob der Beschwerdeführer anlässlich des Unfallereignisses vom 
29. Juni 2017 ein Schleudertrauma der HWS erlitten hat, da der Kausalzu-
sammenhang auch dann zu verneinen ist, wenn er – wie vom Beschwerde-
führer vertreten (Replik, S. 5) – nach der Schleudertrauma-Praxis, d.h. oh-
ne Differenzierung zwischen physischen und psychischen Komponenten 
des Gesundheitsschadens (vgl. E. 2.4.3 hiervor), durchgeführt wird (vgl. 
SVR 2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.3; Entscheid des BGer vom 17. Juni 2010, 
8C_248/2010, E. 3.3).

4.2 Die Unfallschwere ist aufgrund des augenfälligen Geschehensab-
laufs des konkreten Unfallereignisses mit den sich dabei entwickelnden 
Kräften zu beurteilen (vgl. E. 2.4.3 hiervor).

4.2.1 Aus den Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der Be-
schwerdegegnerin vom 2. März 2018 (AB 29, vgl. auch AB 25/3) sowie der 
Schadenmeldung UVG für arbeitslose Personen vom 15. März 2018 
(AB 24) geht zum Unfallhergang hervor, dass der Beschwerdeführer in ei-
nem Bus der N.________-Genossenschaft als Mitfahrer auf der mittleren 
von drei Sitzreihen hinter dem Beifahrer sass und auf dem Autobahnzu-
bringer Bern-Wankdorf unterwegs war. Der Fahrer habe versehentlich ab-
rupt abgebremst, worauf das nachfolgende Fahrzeug in das Heck des Bu-
ses geprallt sei. Dadurch sei der Beschwerdeführer mit dem Kopf an die 
Rücklehne des Beifahrers geprallt und habe Verletzungen am Zahnfleisch 
und Prellungen an Rücken und Schultern zugezogen (vgl. auch das Unfall-
aufnahmeprotokoll vom 29. Juni 2017 [AB 15/3 f.]). Gemäss der biomecha-
nischen Kurzbeurteilung (Triage) vom 14. Juni 2018 (AB 127) sei der 
Kleinbus bei der Auffahrkollision mit einer grossen Überdeckung und 
annähernd gerade getroffen worden und habe eine Geschwindigkeitsände-
rung (Delta-v) in Vorwärtsrichtung unterhalb oder knapp innerhalb des Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 27

reichs von 10-15 km/h erfahren. Die festgestellten Veränderungen der 
HWS würden nicht als Abweichung vom biomechanischen Normalfall be-
trachtet. Ebenso wenig stelle eine Kopf- bzw. Gesichtsanprall am Vorder-
sitz eine Abweichung dar. Insgesamt seien die von der HWS ausgehenden 
Beschwerden und Befunde isoliert durch die Kollisionseinwirkung eher 
nicht erklärbar. Eine vorübergehende Verstärkung vorbestehender Be-
schwerden sei hingegen nachvollziehbar (AB 127/5). 

4.2.2 Ausgehend vom aktenkundigen Geschehensablauf handelte es sich 
beim Unfallereignis vom 29. Juni 2017 um eine einfache Auffahrkollision 
auf ein (haltendes) Fahrzeug, was rechtsprechungsgemäss regelmässig 
als mittelschweres, im Grenzbereich zu leichten Unfällen liegendes Ereig-
nis eingeordnet wird (Entscheide des BGer vom 16. Dezember 2016, 
8C_425/2016, E. 4.3.3, und vom 29. Juli 2010, 8C_310/2010, E. 7.1; SVR 
2010 UV Nr. 3 S. 11 E. 9.1.1). Dies ist auch vorliegend der Fall, da sich die 
kollisionsbedingte Geschwindigkeitsänderung des Fahrzeugs des Be-
schwerdeführers (Delta-v) unterhalb oder knapp innerhalb der im Normalfall 
geltenden Harmlosigkeitsgrenze für HWS-Beschwerden liegt (vgl. 
AB 127/5). Ebenso spricht dafür, dass die weiteren Insassen des Busses 
unverletzt geblieben sind (AB 15/9 f.) und lediglich geringfügiger Sach-
schaden entstanden ist (vgl. AB 110/24 f.). Entgegen der aktenwidrigen 
Behauptung des Beschwerdeführers (vgl. Replik, S. 5) wurden im Rahmen 
der biomechanischen Kurzbeurteilung vom 14. Juni 2018 (AB 127/5) die 
vorbestehenden Schädigungen der HWS nicht als besondere Verletzung 
qualifiziert. Vielmehr gingen die Experten davon aus, dass die vorbeste-
henden Schäden der HWS und der LWS keine Abweichung vom biome-
chanischen Normalfall zu begründen vermögen. Auch die weiteren pau-
schalen Einwendungen des Beschwerdeführers zur erlittenen Zahnfleisch-
verletzung (Replik, S. 5) führen zu keiner anderen Qualifikation des statt-
gehabten Ereignisses. 

4.3 Nach dem Dargelegten könnte bei der gegebenen Unfallschwere 
die Adäquanz nur bejaht werden, wenn mindestens vier der sieben 
Adäquanzkriterien in einfacher Form erfüllt wären oder eines besonders 
ausgeprägt vorläge (vgl. E. 2.4.3 hiervor).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 28

4.3.1 Der Beschwerdeführer macht zu Recht nicht geltend, dass die Krite-
rien der besonders dramatischen Begleitumstände oder der besonderen 
Eindrücklichkeit des Unfalls (vgl. dazu Entscheid des BGer vom 11. No-
vember 2019, 8C_473/2019, E. 5.2) noch jenes der ärztlichen Fehlbehand-
lung erfüllt seien. Ebenfalls ist zwischen den Parteien zu Recht unbestrit-
ten, dass keine fortgesetzte, spezifische, belastende ärztliche Behandlung 
bestanden hat, sondern sich die Behandlungsmassnahmen im wesentli-
chen auf medikamentöse und ambulante physiotherapeutische Behandlun-
gen, Verlaufskontrollen sowie wiederholte Abklärungen konzentrierten, was 
rechtsprechungsgemäss (BGE 134 V 109 E. 10.2.3 S. 128; SVR 2019 SVR 
2019 UV Nr. 11 S. 45 E. 8.5, 2007 UV Nr. 25 S. 84 E. 8.3.3; Entscheid des 
BGer vom 16. Februar 2009, 8C_327/2008, E. 4.2) nicht als belastend zu 
qualifizieren ist. 

4.3.2 Der Beschwerdeführer hat sich beim Auffahrunfall in somatischer 
Hinsicht eine zwischenzeitlich komplikationslos ausgeheilte (vgl. AB 12 f., 
92 f.) Gebissverletzung sowie Prellungen an Rücken und Schulter zugezo-
gen (vgl. AB 13, 15/3 f.). Diese stellen offenkundig keine schweren oder 
besondere Verletzungen dar (zu den Zahnverletzungen vgl. Entscheid des 
BGer vom 17. Oktober 2008, 8C_124/2008, E. 10.2). Im Übrigen bedarf es 
zur Bejahung des Kriteriums der Schwere oder besonderen Art der erlitte-
nen Verletzungen einer besonderen Schwere der für das Schleudertrauma 
bzw. die äquivalente Verletzung typischer Beschwerden oder besonderer 
Umstände, die das Beschwerdebild beeinflussen können, z.B. eine beim 
Unfall eingenommene spezielle Körperhaltung und dadurch bewirkte Kom-
plikationen (Entscheid des BGer vom 22. August 2018, 8C_114/2018, 
E. 6.4 mit Hinweisen). Derartiges ist vorliegend mit Blick auf die im Wesent-
lichen unauffälligen zeitnahen bildgebenden Abklärungen (vgl. AB 16 f., 
84 f.) wie auch unter Berücksichtigung der vom Beschwerdeführer be-
schriebenen, nicht als speziell zu qualifizierenden Körperhaltung (Replik, 
S. 5) nicht ersichtlich. Daran vermag auch der Verweis des Beschwerde-
führers auf den Unfallablauf zu ändern (vgl. Replik, S. 5), da dieser und die 
sich dabei entwickelnden Kräfte bereits bei der Einteilung in die Kategorien 
leicht, mittelschwer und schwer berücksichtigt wurden (vgl. E. 2.4.3 und 
E. 4.1 hiervor). Im Übrigen wurden die vorbestehenden, degenerativen 
Schäden an der HWS im Rahmen der biomechanischen Kurzbeurteilung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 29

vom 14. Juni 2018 (AB 127/5) nicht als Abweichung vom Normalfall beur-
teilt. Das Kriterium ist daher nicht erfüllt, geschweige denn in besonders 
ausgeprägter Weise.

4.3.3 Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen 
und nach der Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die 
Beschwerden im Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 E. 10.2.4 S. 128; 
SVR 2017 UV Nr. 9 S. 33 E. 9). Die Beschwerdegegnerin hat das teilweise 
Vorliegen erheblicher unfallbedingter Beschwerden bejaht (vgl. AB 283/21). 
Soweit der Beschwerdeführer demgegenüber aus einer enumerativen Wie-
dergabe von Symptomen und dem Umstand, dass eine – bei der Beurtei-
lung der Glaubhaftigkeit der geschilderten Beschwerden nicht entscheiden-
de – fehlende berufliche Eingliederungsperspektive das Kriterium in ausge-
prägter Weise vorliegend qualifiziert (vgl. Replik, S. 6), ist dem nicht zu fol-
gen. So wurde der Beschwerdeführer bereits am Unfalltag unter Analgetika 
schmerzkompensiert nach Hause entlassen (vgl. AB 13/3). Zudem wurden 
im vom Beschwerdeführer referenzierten Bericht vom 4. April 2018 
(AB 73/2 ff.) des Spitals C.________ eine Schmerzreduktion sowie die 
Möglichkeit der sportlichen Partizipation (MTT, Nordic Walking etc.) be-
schrieben, was mindestens gegen das Vorliegen des Kriteriums in ausge-
prägter Form spricht. Ebenso ist darauf hinzuweisen, dass bereits im Rah-
men der rheumatologischen Beurteilung vom 1. November 2017 (AB 44/3) 
eine Tendenz zur Aggravation beschrieben wurde und das demonstrierte 
Beschwerdebild wiederholt als lediglich begrenzt mit den bildgebenden 
bzw. klinischen Befunden korrelierend qualifiziert wurden (vgl. AB 84, 
215/4, 258/2). Insgesamt ist dieses Kriterium daher höchstens in einfacher, 
nicht jedoch in ausgeprägter Weise erfüllt. 

4.3.4 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklag-
ten Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf 
und erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu be-
sonderer Umstände, welche die Heilung beeinträchtigt haben (BGE 140 V 
356 E. 5.6.3 S. 367, 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129; SVR 2019 UV Nr. 11 
S. 85 E. 8.5, 2007 UV Nr. 25 S. 85 E. 8.5). Solche Umstände sind – entge-
gen der vom Beschwerdeführer vertretenen Auffassung (Replik, S. 6) – 
nicht ersichtlich und ergeben sich insbesondere auch nicht aus dem Bericht 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 30

vom 4. April 2018 (AB 73/2 ff.) des Spitals C.________, worin vielmehr eine 
zumindest teilweise Schmerzlinderung sowie Reduktion des Anspannungs-
gefühls infolge verschiedener nichtinvasiver Therapien beschrieben wur-
den. Der Umstand, dass trotz der erfolgten Therapien und der eingenom-
menen Medikamente weder eine Beschwerdefreiheit noch eine Arbeits-
fähigkeit in der angestammten bzw. der zuletzt ausgeübten Tätigkeit er-
reicht werden konnte, vermag ebenso wenig einen schwierigen Heilungs-
verlauf zu begründen (vgl. SVR 2010 UV Nr. 10 S. 42 E. 4.3). Soweit der 
Beschwerdeführer als zusätzliche Komplikation auf medikamenteninduzier-
te Kopfschmerzen verweist (vgl. Replik, S. 6), handelt es sich hierbei ledig-
lich um eine ungesicherte Verdachtsdiagnose (vgl. AB 205/2 f., 258/2), 
weshalb bereits aus diesem Grund sich hieraus kein schwieriger Heilungs-
verlauf ableiten lässt. Insgesamt liegen keine Umstände vor, die zur Beja-
hung des Kriteriums führen.

4.3.5 Schliesslich wurde dem Beschwerdeführer im Nachgang zum Unfal-
lereignis vom 29. Juni 2017 initial eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bis 
zum 5. Juli 2017 attestiert (AB 13/3). In der Folge wurde vom Hausarzt 
Dr. med. H.________ bzw. dem behandelnden Psychiater Dr. med. 
E.________ diese vollständige Arbeitsunfähigkeit durchwegs verlängert 
(vgl. AB 36/1 f., 173/2, 174/2, 270/1; vgl. für die Dauer der stationären Be-
handlung AB 36/3 f.), wobei für die undifferenzierte Annahme einer über 
zwei Jahre hinweg persistierenden vollständig aufgehobenen Arbeitsfähig-
keit den Berichten der behandelnden Ärzte keine nachvollziehbare Begrün-
dung entnommen werden kann. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die 
attestierte Arbeitsunfähigkeit im Wesentlichen auf den subjektiven Be-
schwerdeangaben beruht, ohne dass diese durch eine damit korrelierende, 
fachärztlich schlüssig feststellbare Befundlage erklärt würden (vgl. BGE 
143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Zudem war es dem 
Beschwerdeführer offensichtlich möglich, nach dem Unfallereignis vom 
29. Juni 2017 bereits am 24. Juli 2017 seine Eingliederungsbeschäftigung 
bei der N.________-Genossenschaft wieder aufzunehmen und bis zum 
Abschluss der Massnahme per 5. September 2017 ein Pensum von knapp 
60 % zu erreichen; eine Steigerung vollzog er trotz Aufforderung der Invali-
denversicherung zur Schadenminderung nicht (vgl. AB 56). Den Akten sind 
jedoch darüber hinaus bis zum Fallabschluss keine anderweitigen ernsthaf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 31

ten Anstrengungen, eine zumindest teilweise Arbeitsfähigkeit zu erlangen 
(vgl. BGE 134 V 109 E. 10.2.7 S. 130; SVR 2009 UV Nr. 13 S. 56 E. 7.7.1), 
zu entnehmen. Das Kriterium der erheblichen Arbeitsunfähigkeit trotz aus-
gewiesener Anstrengungen kann somit – wenn überhaupt – höchstens in 
allgemeiner, jedoch nicht in besonderer Form bejaht werden.

4.4 Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass von den sieben re-
levanten Adäquanzkriterien keines in ausgeprägter Weise und höchstens 
zwei Kriterien in einfacher Form erfüllt sind. Demzufolge ist ein adäquater 
Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 29. Juni 2017 
und den über den Fallabschluss per 30. September 2018 hinaus geklagten, 
organisch nicht ausgewiesenen Beschwerden zu verneinen. Weiterer me-
dizinischer Abklärungen bedarf es nicht.

5.

Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid vom 
16. Januar 2019 (AB 283) nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene 
Beschwerde ist unbegründet und abzuweisen.

6.

6.1 Verfahrenskosten sind keine zu erheben (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. 
Art. 61 lit. a ATSG).

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 
lit. g ATSG).

6.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege:

6.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 32

gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Ob und unter welchen Voraussetzungen ein Anspruch auf unentgeltliche 
Verbeiständung besteht, beurteilt sich nach Bundesrecht; die Bemessung 
der Entschädigung der amtlichen Anwältin bzw. des amtlichen Anwalts rich-
tet sich nach kantonalem Recht (BGE 141 I 70 E. 2.1 S. 72, 110 V 360 
E. 1b S. 362).

6.3.2 Die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ist aufgrund der Akten 
ausgewiesen (vgl. Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege vom 5. März 
2019 [in den Gerichtsakten] sowie die entsprechenden Beilagen [BB 26]). 
Zudem kann das Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos bezeich-
net werden und die Notwendigkeit einer Rechtsverbeiständung ist zu beja-
hen. Somit sind die Voraussetzungen für die Erteilung des Rechts auf un-
entgeltliche Rechtspflege vorliegend erfüllt. Das entsprechende Gesuch 
des Beschwerdeführers ist gutzuheissen und es ist ihm Rechtsanwältin 
Dr. iur. B.________ als amtliche Anwältin beizuordnen.

6.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. 
Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der 
amtlichen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stun-
denansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 18. Januar 2019 macht Rechtsanwältin Dr. iur. 
B.________ einen Aufwand von 19.65 Stunden zuzüglich Auslagen von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 33

Fr. 185.80 geltend, entsprechend einem Honorar von Fr. 5‘506.16 (inkl. 
MWSt.). Neben dem Umstand, dass die Kostennote nicht zu entschädigen-
de vorprozessuale Aufwendungen enthält, erweist sich der geltend ge-
machte zeitliche Aufwand von annähernd 20 Stunden angesichts der ledig-
lich durchschnittlichen Komplexität und Schwierigkeit der sich stellenden 
Fragen und der nicht besonders umfangreichen Aktenlage sowie auch im 
Vergleich zu ähnlich gelagerten Fällen als klar zu hoch. Dies hat umso 
mehr zu gelten, als die Rechtsvertreterin zufolge des vorgängig eingeleite-
ten IV-Beschwerdeverfahrens (Verfahrensnummer: IV/2018/119) bereits 
von daher umfangreiche Aktenkenntnis hatte und der Aufwand daher ge-
ringer ausgefallen ist. Zudem ist festzustellen, dass die geltend gemachten 
Aufwendungen im Zusammenhang mit der Replik zu einem wesentlichen 
Teil auf wiederholende Ausführungen sowie Vorbringen zu offenkundig 
ausserhalb des zu beurteilenden Streitgegenstandes liegenden Sachver-
halten (vgl. dazu E. 1.2 hiervor) zurückzuführen sind. Diese unnötigen Auf-
wendungen sind nicht zu entschädigen. Die Parteientschädigung ist daher 
ermessensweise pauschal auf Fr. 2'000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) fest-
zusetzen und Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ nach Eintritt der Rechts-
kraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse auszurichten. Vorbehalten bleibt 
die Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton 
Bern entsprechend den Voraussetzungen von Art. 123 der Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272; vgl. 
Art. 113 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ wird gutgeheissen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/19/146, Seite 34

3. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

4. Das amtliche Honorar wird in diesem Verfahren pauschal auf 
Fr. 2‘000.-- (inkl. Auslagen und MWSt.) festgesetzt und Rechtsanwältin 
Dr. iur. B.________ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils die ent-
sprechende Entschädigung aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehal-
ten bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin Dr. iur. B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Suva (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 12. Januar 2020)
- Bundesamt für Gesundheit
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 2. Juli 2020, UV/019/146, Seite 35

fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.