# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 618f45df-f0d1-500c-b172-62c60d9537ae
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-08-26
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 26.08.2009 UV 2008/133
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-133_2009-08-26.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/133

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 23.04.2020

Entscheiddatum: 26.08.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 26.08.2009
Art. 6 UVG: Unfallkausalität im Nachgang zu einer bei einem Verkehrsunfall 
(Frontalkollision) erlittenen HWS-Distorsion. Ungenügende Abklärung des 
medizinischen Sachverhalts. Rückweisung zu weiteren medizinischen 
Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 26. August 2009, UV 2008/133).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Christiane Gallati Schneider 

und Lisbeth Mattle Frei; Gerichtsschreiber Marcel Kuhn 

Entscheid vom 26. August 2009

in Sachen

V.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Werner Kupferschmid, Weinbergstrasse 20, 

8023 Zürich,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

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vertreten durch Fürsprecherin Dr. iur. Marianne Sonder, Rossimattstrasse 17, 

3074 Muri b. Bern,

betreffend

Versicherungsleistungen

 Sachverhalt:

A.       

A.a   Die 1964 geborene V.___ war bei der A.___ als Mitarbeiterin im Service Center und 

bei der B.___ in je einem 50% Arbeitspensum tätig und dadurch bei der Suva gegen 

die Folgen von Unfällen versichert (Suva-act. 1 und 4). Am 12. November 2006 wurde 

sie als Lenkerin eines Personenwagens in eine Frontalkollision verwickelt. Die 

Versicherte fuhr auf der Autobahnausfahrt Uster Ost von Zürich herkommend und 

bremste ihren Wagen infolge des auf Rot stehenden Lichtsignals ab, als eine weitere 

Verkehrsteilnehmerin auf die Autobahn auffahren wollte, bei der Einmündung aber die 

Beherrschung über ihr Fahrzeug verlor, zwei Schutzinseln überfuhr und anschliessend 

frontal mit der Versicherten kollidierte (Suva-act. 1, 27 und 36). Bei der 

Erstuntersuchung am Unfalltag im Kreisspital Wetzikon wurden eine HWS-Distorsion 

und eine Sternumkontusion diagnostiziert. Als Befunde wurden u.a. 

Muskelverspannungen im gesamten Hals- und Schulterbereich erhoben. Der 

Röntgenbefund ergab eine regelrechte ossäre Struktur (Suva-act. 7). Vom 19. Februar 

bis 17. März 2007 erfolgte ein stationärer Aufenthalt im Rehabilitationszentrum der 

Klinik Valens. Im Austrittsbericht vom 22. März 2007 (Suva-act. 34) wurde u.a. die 

Diagnose einer HWS-Distorsion mit/bei zervikozephalem myofaszialem Syndrom mit 

okzipito-frontalen Zephalgien, zerviko-brachio-thorakalem myofaszialem Syndrom, 

subjektiv Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen und schneller Ermüdbarkeit sowie 

Sorge, Anspannung und persistierenden Schlafstörungen erhoben. Eine psychiatrische 

Austrittsdiagnose wurde nicht gestellt (Suva-act. 44). Am 13. September 2007 erfolgte 

eine kreisärztliche Untersuchung. Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Physikalische 

Medizin und Rehabilitation, stellte persistierende Schmerzen dorsal sowie eine 

gegenwärtig rückläufige Zervikalgie und Zephalgie nach HWS-Distorsion und 

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vermutlicher Thoraxkontusion fest. Die Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen 

seien vollständig zurückgegangen. Hauptlokalisation der fortbestehenden 

Beschwerden bilde die obere BWS (Suva-act. 57). Das in der Folge veranlasste MRI 

vom 19. September 2007 ergab keinen pathologischen Befund der BWS (Suva-act. 

61). 

A.b   Mit Verfügung vom 10. September 2008 (Suva-act. 108) eröffnete die Suva der 

Versicherten, dass die Versicherungsleistungen per 31. Oktober 2008 eingestellt 

würden. Aufgrund fehlender adäquater Unfallfolgen bestehe auch kein Anspruch auf 

weitere Geldleistungen in Form einer Invalidenrente und/oder einer 

Integritätsentschädigung. Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (Suva-act. 

113) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2008 (Suva-act. 117) ab.

B.       

B.a   Gegen diesen Entscheid richtet sich die von Rechtsanwalt lic. iur. Werner 

Kupferschmid, Zürich, im Namen der Versicherten eingereichte Beschwerde vom 30. 

November 2008 (act. G 1) mit den Anträgen, die Verfügung vom 10. September 2008 

und der Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2008 seien aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, der Beschwerdeführerin die gesetzlich 

geschuldeten Leistungen (Heilungskosten, Taggeld, Rente, IE) zu bezahlen; unter 

Entschädigungsfolge zu Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird im 

Wesentlichen ausgeführt, dass die Beschwerdeführerin ein Schleudertrauma der 

Halswirbelsäule oder eine dem Schleudertrauma äquivalente Verletzung erlitten habe 

und die zum typischen Beschwerdebild gehörenden Beeinträchtigungen vorhanden 

seien. Dr. D.___, Fachärztin Neurologie FMH und Psychiatrie/Psychotherapie FMH, 

beschreibe im Bericht vom 27. Oktober 2008 als objektiven Befund eine 

Reizsymptomatik im Sulcus ulnaris. Die Beschwerdegegnerin bestreite zwar den 

natürlichen Kausalzusammenhang zwischen den Beschwerden und dem Unfallereignis 

nicht, entledige sich aber unter Zuhilfenahme des Adäquanzfilters gleichwohl ihrer 

Leistungspflicht. Der Unfall sei in der oberen Hälfte des mittleren Bereichs anzusiedeln, 

weshalb für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs die Erfüllung eines 

einzigen Kriteriums genügen könne. Es seien sicher drei, wenn nicht gar vier, der 

Kriterien - teilweise sogar in ausgeprägter Form (fortgesetzte belastende medizinische 

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Behandlung und erhebliche Arbeitsunfähigkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen) - 

erfüllt, weshalb die Adäquanz der Beschwerden zu dem Unfall bejaht werden müsse.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 19. Februar 2009 (act. G 5) beantragt 

Rechtsanwältin Dr. Marianne Sonder, Muri, im Namen der Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Die Ulnarisreizung stelle kein organisches Substrat im 

Sinn einer beim Unfall gesetzten, nachweisbaren strukturellen Veränderung dar. Somit 

stehe lediglich die Frage des adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen den 

geklagten Beschwerden und dem Unfall zur Diskussion. Es sei zu prüfen, ob die 

Adäquanzbeurteilung nicht gemäss BGE 115 V 133 ff. zu erfolgen habe. Allerdings 

führe selbst eine Beurteilung nach BGE 117 V 359 nicht zu einer Bejahung der 

Adäquanz. Das Unfallereignis sei bei den mittelschweren Unfällen einzuordnen, 

allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren Unfällen. Die Kriterien zur Bejahung 

des adäquaten Kausalzusammenhangs seien nicht in gehäufter Zahl und 

massgebender Intensität vorhanden.

B.c   Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat auf die Einreichung einer Replik 

verzichtet (act. G 7). 

B.d   Mit Begleitschreiben vom 22. Juli 2009 legte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin den Bericht einer interdisziplinären RAD-Untersuchung vom 27. 

April 2009 ins Recht (act. G 9.1). Der rheumatologische Gutachter halte im Bericht vom 

26. Juni 2009 klar objektivierbare Befunde fest.

Erwägungen:

1.        

Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Beschwerdegegnerin die 

Versicherungsleistungen für das Unfallereignis vom 12. November 2006 zu Recht per 

31. Oktober 2008 eingestellt hat.  

2.        

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2.1    Gemäss ständiger Praxis des Eidgenössischen Versicherungsgerichts (EVG; seit 

1. Januar 2007: Sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts) kann ein nach einem 

versicherten Unfall aufgetretenes Leiden nur dann als dessen Folge betrachtet werden, 

wenn und soweit es sicher oder doch zumindest überwiegend wahrscheinlich von 

jenem Unfall herrührt (natürliche Kausalität; BGE 115 V 133 und 399 sowie 117 V 359 

und 369). Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 

eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 119 V 338 und 118 V 289). Der Unfallversicherer 

haftet sodann nur für jene Folgen, die mit dem Unfall adäquat-kausal 

zusammenhängen, wobei für die Adäquanz nicht die subjektive, sondern die objektive 

Voraussehbarkeit des eingetretenen Erfolgs entscheidend ist (SVR 2000 UV Nr. 14 

S. 45). Adäquat ist der Kausalzusammenhang dann, wenn ein Ereignis geeignet ist, den 

eingetretenen Erfolg zu bewirken, so dass an andere Ursachen vernünftigerweise nicht 

zu denken ist (BGE 117 V 359 und 112 V 30). Während es Aufgabe des Arztes oder der 

Ärztin ist, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, obliegt es dem Gericht, 

die Frage nach dem adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 

110 E. 3a). Nicht jeder natürliche Kausalzusammenhang ist zugleich in rechtlicher 

Hinsicht adäquat. Der adäquate Kausalzusammenhang ist ein Korrektiv zum 

naturwissenschaftlichen Ursachenbegriff, der vom Recht als natürliche Kausalität 

übernommen wurde, aber der Einschränkung bedarf, um für die rechtliche 

Verantwortlichkeit tragbar zu sein und eine vernünftige Begrenzung der Haftung zu 

ermöglichen (BGE 122 V 415 E. 2c und 123 III 110 E. 3a).

2.2    Im Bereich klar ausgewiesener organischer Unfallfolgen im Sinn von 

nachweisbaren strukturellen Veränderungen (organisches Substrat konnte mit Bild 

gebenden Untersuchungsmethoden [Röntgen, Computertomogramm, EEG] 

nachgewiesen werden) spielt die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus 

dem natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers 

praktisch keine Rolle. Sie ist bei ausgewiesener natürlicher Kausalität ohne weiteres zu 

bejahen (BGE 127 V 103 E. 5b/bb, 123 V 102 E. 3b, 118 V 291 E. 3a, 117 V 365 E. 5d/

bb mit Hinweisen). Sind dagegen die Unfallfolgen organisch nicht (hinreichend) fassbar, 

bewirkt die Bejahung der natürlichen Kausalität nicht automatisch auch die Bejahung 

der adäquaten Kausalität, können doch gerade klinische Befunde erfahrungsgemäss 

auch psychisch ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine eigenständige 

Adäquanzbeurteilung durchzuführen, bei welcher wie folgt zu differenzieren ist: Es ist 

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zunächst abzuklären, ob die versicherte Person beim Unfall ein Schleudertrauma 

erlitten hat. Ist dies nicht der Fall, gelangt die Rechtsprechung gemäss BGE 115 V 140 

E. 6c/aa zur Anwendung. Ergeben die Abklärungen indessen, dass eine versicherte 

Person eine Schleudertraumaverletzung erlitten hat, muss geprüft werden, ob die zum 

typischen Beschwerdebild einer solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen 

zwar teilweise vorliegen, im Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den 

Hintergrund treten. Trifft dies zu, sind für die Adäquanzbeurteilung ebenfalls die in BGE 

115 V 140 E. 6c/aa für Unfälle mit psychischen Unfallfolgen aufgestellten Grundsätze 

massgebend (BGE 123 V 99 E. 2a), andernfalls erfolgt die Beurteilung der Adäquanz 

gemäss den in BGE 117 V 366 E. 6a und 382 E. 4b festgelegten und in BGE 134 V 109 

präzisierten Kriterien (vgl. BGE 127 V 103 E. 5b/bb).

3.         

Den medizinischen Akten ist zu entnehmen, dass die von der Beschwerdeführerin über 

den 31. Oktober 2008 hinaus geklagten Beschwerden nicht mit klar ausgewiesenen 

organischen Befunden im Sinn nachweisbarer struktureller Veränderungen erklärbar 

sind. Eine am Unfalltag durchgeführte röntgenologische Untersuchung ergab eine 

regelrechte ossäre Struktur. Die ursprünglich festgestellte Sternumkontusion wird in 

späteren Diagnoseerhebungen nicht mehr erwähnt. Diesbezüglich wäre ohnehin der 

Argumentationsweise der Beschwerdegegnerin zu folgen, wonach eine einfache 

Kontusion mehrere Monate nach dem Unfallereignis im Normalfall als geheilt zu 

betrachten sei. Bei einem MRI der HWS vom 4. Januar 2007 wurde eine geringgradige 

- unfallfremde - Diskusprotrusion HWK 4 bis 7 ohne Wurzelkompression festgestellt. 

Ansonsten sei von einer altersentsprechend unauffälligen Darstellung der HWS 

auszugehen (Suva-act. 50). Bei einer MR-Untersuchung am 19. September 2007 war 

im Bereich der BWS kein pathologischer Befund fassbar. Die sensible Nervus 

Ulnarisreizung stellt keinen organischen Befund im Sinn einer nachweisbaren 

strukturellen Veränderung dar. Wie aus der Beurteilung durch Dr. D.___ vom 27. 

Oktober 2008 hervorgeht, ergab die elektroneurografische Untersuchung nämlich einen 

Normalbefund. Die im RAD-Bericht vom 26. Juni 2009 festgehaltenen muskulären 

Veränderungen (Verkürzungen und Triggerpunkte) im Schulterbereich stellen ebenfalls 

keine objektivierbaren Befunde im Sinn einer nachweisbaren strukturellen Veränderung 

dar. Klinisch erhobene Druckdolenzen, Muskelhartspann sowie 

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Bewegungseinschränkungen im Bereich der HWS stellen praxisgemäss kein klar 

fassbares organisches Substrat dar (vgl. Urteil des EVG vom 3. August 2005 [U 9/05] i/

S M., E. 4 und vom 23. November 2004 [U 109/04] i/S B., E. 2.2).    

4.        

4.1    Nach den Ergebnissen der medizinischen Forschung ist bekannt, dass bei 

Schleuderverletzungen sowie bei äquivalenten Distorsionen der HWS (vgl. dazu RKUV 

1999 Nr. 341 S. 408 E. 3b), d.h. bei sogenannten Beschleunigungsverletzungen der 

HWS, auch ohne nachweisbare pathologische bzw. organische Befunde noch Jahre 

nach dem Unfall funktionelle Ausfälle verschiedenster Art auftreten können. Der 

Umstand, dass die für ein Schleudertrauma oder eine Distorsion der HWS typischen 

Beschwerden nicht mit entsprechenden Untersuchungsmethoden (Röntgen, 

Computertomogramm, EEG) objektivierbar sind, rechtfertigt für sich allein nicht, die 

diesbezüglichen Beschwerden in Abrede zu stellen (BGE 117 V 359 E. 5d/aa). Aufgrund 

der Aktenlage und mit Blick auf den Unfallmechanismus vom 12. November 2006 hat 

die Beschwerdeführerin unbestrittenermassen eine HWS-Distorsion erlitten.

4.2    Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung der HWS diagnostiziert 

und liegt ein für diese Verletzung typisches Beschwerdebild mit einer Häufung von 

Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und 

Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit und Visusstörungen, Reizbarkeit, 

Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. vor, so ist der natürliche 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- 

und Erwerbsunfähigkeit in der Regel anzunehmen (BGE 117 V 359 E. 4b; vgl. auch 

BGE 117 B 369 E. 3e). Nach der aktuellen Rechtsprechung der 

Sozialversicherungsrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts (Urteile vom 30. 

Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 258/06] i/S G.) muss bei einer 

HWS-Verletzung das typische Beschwerdebild (mit einer Häufung von Beschwerden) 

nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 72 Stunden 

nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem Zeitraum 

Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (RKUV 2000 Nr. 359 S. 

29 E. 5e). Die andern im Rahmen eines Schleudertraumas oder einer HWS-Distorsion 

typischerweise auftretenden Beschwerden müssen sich jedoch immerhin in einem 

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Zeitraum manifestieren, der es erlaubt, vom Vorhandensein eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs auszugehen.

4.3    Zwischen den Parteien ist unbestritten geblieben, dass die zum typischen 

Beschwerdebild nach einem erlittenen Schleudertrauma gehörenden 

Beeinträchtigungen innerhalb der erforderlichen Latenzzeit vorlagen. Den 

medizinischen Akten ist denn auch ein typisches buntes Beschwerdebild zu 

entnehmen, das als natürlich-kausale Unfallfolge eines Schleudertraumas zu 

betrachten ist (vgl. Suva-act. 5, 6, 7, 18, 26, 34 und 57). Entsprechend hat die 

Beschwerdegegnerin den diesbezüglichen Anspruch auf die gesetzlichen 

Versicherungsleistungen bis zum 31. Oktober 2008 auch anerkannt.

5.        

5.1     Zu prüfen gilt es somit, ob die von der Beschwerdeführerin nach dem 

Einstellungsdatum vom 31. Oktober 2008 weiterhin geklagten Beschwerden in einem 

natürlichen Kausalzusammenhang zum Unfallereignis vom 12. November 2006 stehen 

oder ob die Beschwerdegegnerin die Leistungen zu Recht eingestellt hat. 

Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass die Leistungspflicht des Unfallversicherers 

erst entfällt, wenn das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten 

Ursachen eines Gesundheitsschadens mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein 

üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es 

sich um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - anders als 

bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 

2000 Nr. U 363 S. 46 E. 2 mit Hinweisen).

5.2    Dr. C.___ stellte bei einer kreisärztlichen Untersuchung vom 13. September 2007 

fest, dass die Palpation der HWS allenfalls eine sehr diskrete Druckempfindlichkeit 

paravertebral ergebe und die occipitalen Muskelansätze unauffällig seien. Es bestehe 

kein axialer Stauchschmerz der HWS. Im Bereich der BWS bestehe von Th1-Th4 eine 

deutliche Druckdolenz über den Dornfortsätzen sowie rechts paravertebral 

Muskelverspannungen zirka Th3-Th7, mit Schmerzmaximum Th6 rechts. Seitneigungen 

der Rumpfwirbelsäule würden diesen paravertebralen Schmerz verstärken, 

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Rotationsbewegungen würden die Beschwerden allenfalls leicht auslösen. Es würden 

kein Thoraxkompressionsschmerz, keine Aufrichteinsuffizienz und keine 

neurologischen Defizite im Bereich der oberen Extremitäten bestehen. Die obere BWS 

bilde somit die Hauptlokalisation der fortbestehenden Beschwerden. Die Zephalgien 

und die Zervikalgie würden sich unter der Akupunktur- und Osteopathiebehandlung 

deutlich rückläufig zeigen. Die anfänglich bestehenden Gedächtnis- und 

Konzentrationsstörungen seien bereits vollständig zurückgegangen. Eine von Dr. C.___ 

veranlasste MRI-Untersuchung ergab keinen pathologischen Befund im Bereich der 

BWS (Suva-act. 61). In einer Stellungnahme vom 18. Januar 2008 führte Dr. C.___ aus, 

dass die diskreten Diskusprotrusionen im Bereich der HWS nicht unfallbedingt seien. 

Die MRI-Untersuchung der HWS und BWS vom 19. September 2007 zeige eine 

harmonische Krümmung und Lordose der HWS, eine Kyphose der BWS, eine normale 

Abbildung der Wirbelbogen und keinen engen Wirbelkanal. Lediglich die Bodenplatte 

Th11 zeige im Sinn eines ablaufenden Morbus Scheuermann eine wellige Konturierung. 

Im Bereich der BWS sei kein einziger auffälliger pathologischer Befund erhoben 

worden, der als nachweisbare strukturelle Veränderung gewertet werden könnte. Als 

eher gering ausgeprägte Zeichen einer klinischen Fassbarkeit sei die Druckdolenz über 

den Dornfortsätzen Th1 bis Th4 und die leicht verspannte paravertebrale Muskulatur im 

Bereich der oberen BWS zu werten (Suva-act. 80). Dr. med. E.___, Spezialarzt FMH für 

Orthopädische Chirurgie, teilte im Bericht vom 10. März 2008 mit, dass die 

Beschwerdeführerin durch die heftigen Schmerzen in der BWS sowie in der HWS und 

die daraus resultierenden Kopfschmerzen bzw. Migräne gestört sei (Suva-act. 89). Dr. 

med. F.___, Facharzt für Innere Medizin FMH, Akupunktur-TCM ASA, behandelte die 

Beschwerdeführerin seit 3. Juli 2007. Im Bericht vom 21. November 2007 hielt er fest, 

dass durch die Akupunktur und Phytotherapie eine deutliche Besserung der 

chronischen Kopfschmerzen erreicht worden sei. Bezüglich der persistierenden, 

punktuell von der mittleren BWS ausstrahlenden Schmerzen mit 

Bewegungseinschränkung habe nur eine mässige Besserung erreicht werden können 

(Suva-act. 90). Im ärztlichen Zwischenbericht vom 11. Juni 2008 bestätigte Dr. F.___ 

chronische BWS-Schmerzen und rezidivierende Zephalgien (Suva-act. 98). Im Bericht 

vom 11. August 2008 stellte er unter Therapie einen relativ stabilen Zustand fest. Die 

Beschwerdeführerin sei 50% arbeitsfähig, im Alltag allerdings durch die 

belastungsabhängigen Schmerzen deutlich eingeschränkt (Suva-act. 104).

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5.3    Aufgrund der medizinischen Aktenlage ist ersichtlich, dass die 

Beschwerdeführerin auch im Zeitpunkt der Leistungseinstellung weiterhin über 

Schmerzen klagte. Im Vordergrund stehen hauptsächlich die Schmerzen im Bereich 

der BWS und Zephalgien. In der Verfügung vom 10. September 2008 führte die 

Beschwerdegegnerin aus, dass aufgrund der Abklärungen die heute noch geklagten 

Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar seien. Es sei daher die 

Adäquanz zu prüfen. Nach Prüfung der massgebenden Kriterien sei die Adäquanz zu 

verneinen, weshalb die Versicherungsleistungen per 31. Oktober 2008 eingestellt 

würden. Im Einspracheentscheid vom 31. Oktober 2008 hat die Beschwerdegegnerin 

die Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang offen gelassen, respektive sich 

nicht mit der Problematik auseinander gesetzt. Nach der kreisärztlichen Untersuchung 

vom 13. September 2007, bei welcher die obere BWS als das Hauptproblem lokalisiert 

wurde, veranlasste die Beschwerdegegnerin keine weiteren Abklärungen. In der 

Stellungnahme vom 18. Januar 2008 hielt der Kreisarzt lediglich fest, dass im Bereich 

der BWS die bildgebenden Verfahren keinen pathologischen Befund ergeben hätten. In 

der Folge wurden nur noch ärztliche Zwischenberichte beim behandelnden Arzt Dr. 

F.___ eingeholt. Die vom Kreisarzt Dr. C.___ festgestellten Beschwerden im Bereich der 

oberen BWS stellen grundsätzlich keine typischen Beschwerden im Nachgang zu 

einem erlittenen Schleudertrauma fest. Solche typischen Beschwerden sind den Akten 

ab dem Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung kaum mehr zu entnehmen. 

Trotzdem hat die Beschwerdegegnerin noch über ein Jahr nach der Untersuchung 

Leistungen erbracht. Wenn sie nun geltend machen will, die jetzigen Beschwerden 

seien nicht mehr auf das Unfallereignis zurückzuführen, so kann sie die 

Leistungseinstellung nicht auf die gleichen medizinischen Berichte abstützen, aufgrund 

derer sie zuvor noch Leistungen ausgerichtet hat. Insgesamt ist der gesamten 

medizinischen Aktenlage kein Bericht zu entnehmen, welcher sich zur Unfallkausalität 

der noch geklagten Beschwerden äussert. Bloss aus dem Umstand, dass keine 

organischen Unfallfolgen vorliegen würden, kann bei einer HWS-Distorsion nicht auf 

eine Leistungseinstellung geschlossen werden (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 

16. März 2007 U 457/06 E. 5). Entscheidend ist, dass die BWS-Beschwerden bereits 

im Zeitpunkt der kreisärztlichen Untersuchung vom 13. September 2007 festgestellt, 

daraufhin weiter Versicherungsleistungen erbracht wurden und diese Beschwerden 

auch über den Einstellungszeitpunkt hinaus persistieren. Dies bestätigt das von der IV-

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Stelle eingeholte interdisziplinäre Gutachten vom 26. Juni 2009, welchem weiterhin ein 

myofasziales Schmerzsyndrom im Bereich des Schultergürtels rechts sowie 

Kopfschmerzen zu entnehmen sind. Im Weiteren wurde im Gutachten festgehalten, 

dass durch muskuläre Veränderungen im Bereich der Schulter eine gewisse 

Einschränkung der statischen und dynamischen Belastbarkeit ausgewiesen sei. Für 

eine adaptierte Bürotätigkeit wurde eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert. Das 

Gutachten vom 26. Juni 2009 belegt, dass die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt 

im Zeitpunkt der Leistungseinstellung nicht hinreichend abgeklärt hat. Die Einholung 

eines polydisziplinären Gutachtens mit Einschätzung der Unfallkausalität wäre 

notwendig gewesen. Ohne ein solches Gutachten lässt sich auch die 

Adäquanzbeurteilung nicht abschliessend vornehmen. Damit erweist sich der 

Sachverhalt als ungenügend abgeklärt, um eine Einstellung der 

Versicherungsleistungen zu verfügen. 

6.        

6.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

angefochtenen Einspracheentscheids vom 31. Oktober 2008 teilweise gutzuheissen 

und die Streitsache zu ergänzender medizinischer Abklärung im Sinn der Erwägungen 

und anschliessend neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

6.2    Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

6.3    Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei 

hingegen Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Als volles Obsiegen gilt auch die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 

V 234 E. 2b/bb). Unter Berücksichtigung der Bedeutung der Streitsache, der 

Schwierigkeit des Prozesses und der eingereichten Rechtsschriften rechtfertigt es sich, 

die Parteientschädigung auf pauschal Fr. 3'000.-- (inkl. Barauslagen und 

Mehrwertsteuer) festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

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1.       In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 

31. Oktober 2008 aufgehoben und die Streitsache zu ergänzenden medizinischen 

Abklärungen im Sinn der Erwägungen und anschliessend neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.       Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit Fr. 3'000.-- (inkl. 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 26.08.2009
	Art. 6 UVG: Unfallkausalität im Nachgang zu einer bei einem Verkehrsunfall (Frontalkollision) erlittenen HWS-Distorsion. Ungenügende Abklärung des medizinischen Sachverhalts. Rückweisung zu weiteren medizinischen Abklärungen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 26. August 2009, UV 2008/133).

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		2025-07-19T14:33:10+0200
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