# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a950ff53-a592-5a2f-a819-8a13b0d13ff9
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.04.2010 D-2519/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2519-2010_2010-04-21.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-2519/2010/ime
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichter Daniel Schmid, 
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;
Gerichtsschreiberin Jacqueline Augsburger.

A._______, geboren [...],
Somalia,
vertreten durch lic. iur. Johan Göttl, Anlaufstelle Basel-
land, [...],
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-
Verfahren); Verfügung des BFM vom 17. März 2010 / 
N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-2519/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der an den  Rollstuhl gebundene Beschwerdeführer eigenen An-
gaben zufolge seinen Heimatstaat am 17. März 2007 auf dem Land-
weg verliess und über Kenia, Uganda und Sudan im Juni 2008 nach 
Libyen  reiste,  von  dort  Mitte  Oktober  2008  mit  einem  Boot  nach 
Lampedusa  gelangte  und  nach  Taranto  weiterreiste,  wo  er  bis  am 
13. Juni 2009 blieb, bis er Italien verliess und am 18. Juni 2009 in die  
Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl  nachsuchte (vgl. Vor-
akten A1 S. 5 f.),

dass er anlässlich der Kurzbefragung im Empfangs- und Verfahrens-
zentrum  (EVZ)  B._______  vom 22.  Juni  2009  zur  Begründung  des 
Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, er habe Somalia wegen 
der  anhaltenden Gefechte,  dem Bürgerkrieg  und den brutalen Miss-
handlungen  der  Bevölkerung  durch  fremde  Armeeangehörige  ver-
lassen, 

dass sein Vater und drei Brüder im Bürgerkrieg umgekommen seien, 

dass  er  selbst  seit  einem Autounfall  im  Jahr  2003  behindert  sei,  in  
Somalia nicht  die erforderliche medizinische Betreuung erhalten und 
seine Frau sowie seine Kinder nicht mehr zu ernähren vermocht habe, 

dass für  den Inhalt  der  weiteren Aussagen auf  die  Akten verwiesen 
wird, 

dass das Bundesamt dem Beschwerdeführer gleichentags das recht-
liche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Italien gewährte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  17.  März  2010  –  eröffnet  am 
12. April  2010 –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst.  d des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch 
nicht eintrat und die Wegweisung nach Italien sowie den Vollzug an-
ordnete,

dass  es  den  Beschwerdeführer  gleichzeitig  aufforderte,  die  Schweiz 
spätestens am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen, und 
festhielt,  einer  Beschwerde  gegen  diesen  Entscheid  komme  keine 
aufschiebende Wirkung zu,

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dass die Vorinstanz zur Begründung der Verfügung anführte,  eine Ab-
frage der Eurodac-Datenbank habe eine Registrierung des Beschwer-
deführers in Italien am 18. und 23. Oktober 2008 ergeben, wo er ein 
Asylgesuch gestellt habe, 

dass  Italien  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004 
zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäi-
schen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung 
des zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat 
oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags (Dublin-Assoziierungsab-
kommen [DAA, SR 0.142.392.68]) sowie auf das Übereinkommen vom 
17.  Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossen-
schaft,  der  Republik  Island  und dem Königreich  Norwegen über  die 
Umsetzung, Anwendung und Entwicklung des Schengen-Besitzstands 
und über die Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen 
Staates für die Prüfung eines in der Schweiz, in Island oder in Norwe-
gen gestellten Asylantrags (Übereinkommen vom 17. Dezember 2004, 
SR 0.362.32) für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei,

dass Italien das am 13. Januar 2010 zugestellte Übernahmeersuchen 
der Schweiz bis am 28. Januar 2010 nicht beantwortet habe und des-
halb von einer stillschweigenden Zustimmung Italiens auszugehen sei, 

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Gewährung des rechtlichen 
Gehörs am 22. Juni 2009 zu einer allfälligen Zuständigkeit Italiens für 
das  Asylverfahren  und  zu  einer  eventuellen  Wegweisung  dorthin 
geltend  gemacht  habe,  seine  Behinderung  sei  in  Italien  nicht 
medizinisch behandelt worden, weshalb er nicht dorthin zurückkehren 
wolle, 

dass  der  Beschwerdeführer  nachweislich  im  Rollstuhl  sitze  und  das 
BFM ihn deshalb mit Schreiben vom 20. November aufgefordert habe, 
bis am 28. Dezember 2009 ein ärztliches Zeugnis einzureichen, 

dass er innert Frist beziehungsweise bis zum Tag der Entscheidfällung 
kein Arztzeugnis eingereicht habe und damit seine Mitwirkungspflicht 
verletzt und die entsprechenden Folgen zu tragen habe, 

dass  das  BFM  mit  der  Aufforderung,  ein  ärztliches  Zeugnis  einzu-
reichen,  seiner  Pflicht  zur  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sach-
verhalts nachgekommen sei, 

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dass  auf  das  Asylgesuch  daher  nicht  einzutreten  und  der  Be-
schwerdeführer aus der Schweiz wegzuweisen sei, 

dass  die  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit  und  Möglichkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs zu bejahen seien,

dass der Beschwerdeführer diesen Entscheid mit Rechtsmitteleingabe 
vom 14. April  2010 beim Bundesverwaltungsgericht anfechten liess, 

dass er die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und die Rück-
weisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  zur  Fortsetzung  des  Asylver-
fahrens beantragen liess, 

dass er in prozessualer Hinsicht um die Erteilung der aufschiebenden 
Wirkung der  Beschwerde mit  superprovisorischer  und provisorischer 
Verfügung ersuchen liess, 

dass er zudem die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im 
Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021)  sowie  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses beantragen liess, 

dass  mit  der  Beschwerde  ein  ärztlicher  Bericht  des  REHAB 
Ambulatoriums  Basel  vom  16.  Oktober  2009  über  eine 
paraplegiologische Kontrolle  vom 6. Oktober  2009 zu den Akten ge-
reicht wurde, 

dass  auf  die  Beschwerdebegründung  –  soweit  erforderlich  –  in  den 
nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom 
15. April 2010 den Vollzug der Wegweisung nach Italien im Sinne einer 
vorsorglichen Massnahme provisorisch aussetzte,

dass die  vorinstanzlichen Akten am 16. April  2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und erwägt,

dass das Bundesverwaltungsgericht  auf  dem Gebiet  des  Asyls  end-
gültig über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM 

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entscheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31-33 des Verwaltungsgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teil -
genommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass die Verfügung des BFM vom 17. März 2010 dem Beschwerde-
führer  am  12.  April  2010  eröffnet  wurde  und  somit  mit  der  Be-
schwerdeeingabe vom 14. April 2010 die gesetzliche Beschwerdefrist 
von fünf Arbeitstagen gemäss Art. 108 Abs. 2 AsylG gewahrt ist, 

dass auf die im Übrigen formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-
treten ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG), 

dass mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht die Verletzung 
von Bundesrecht,  die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht über offensichtlich unbegründete 
Beschwerden  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung 
eines zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin  ent-
scheidet  (Art. 111  Bst. e  AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nach-
folgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  auf  einen 
Schriftenwechsel  verzichtet  wird  und  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen materiel -
len  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist, 

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dass der Beschwerdeführer in formeller Hinsicht rügt, das BFM habe 
seine Verfügung mangelhaft begründet, weil es sich zum Selbsteintritt 
nicht äussere, und das rechtliche Gehör auch dadurch verletzt,  dass 
es ihn zu einer allfälligen Rückführung nach Italien befragt habe, bevor 
überhaupt festgestanden habe, dass er dorthin zurückgeführt werden 
können würde, 

dass  den  Selbsteintritt  betreffend  in  Anbetracht  der  nachfolgenden 
Ausführungen keine Verletzung der Begründungspflicht und mithin kei-
ne Missachtung des Grundsatzes des rechtlichen Gehörs feststellbar 
ist,

dass die Vorinstanz den Beschwerdeführer anlässlich der  Befragung 
im EVZ Basel zu einer allfälligen Rückführung nach Italien das recht -
liche Gehör gewährte,

dass dieses Vorgehen nicht  zu beanstanden ist,  da die Behörde die 
Parteien anhört, bevor sie verfügt (vgl. Art. 30 Abs. 1 VwVG), indessen 
darüber hinaus keine gesetzlichen Vorschriften bestehen, zu welchem 
Zeitpunkt  Asylsuchende  mit  einer  Rückführung  in  den  als  für  die 
Durchführung des Asyl-  und Wegweisungsverfahrens möglicherweise 
zuständigen Staat zu konfrontieren sind,

dass die Gewährung des rechtlichen Gehörs zu einer allfälligen Rück-
führung  in  den  als  zuständig  erachteten  Dublin-Mitgliedstaat  bereits 
während der Befragung im EVZ schon aus Gründen der Verfahrens-
ökonomie angebracht ist, da von Seiten der Asylsuchenden möglicher-
weise schon zu diesem Zeitpunkt berechtigte Einwände erhoben wer-
den können, aufgrund derer von einer konkreten Anfrage an den mut-
masslichen  Dublin-Mitgliedstaat  in  der  Folge  unter  Umständen  ab-
gesehen würde,

dass zusammenfassend keine Verletzung des rechtlichen Gehörs fest-
gestellt werden kann,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass gestützt auf die einleitenden Bestimmungen sowie Art. 1 Abs. 1 
DAA i.V.m. Art. 29a Abs. 1 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

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über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) die Prüfung der staats-
vertraglichen Zuständigkeit zur Behandlung eines Asylgesuches nach 
den  Kriterien  der  Verordnung  [EG] Nr. 343/2003  des  Rates  vom 
18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist [Dublin-II-VO] zu erfolgen hat,

dass Art. 34 Abs. 2 Bst. d  AsylG im Weiteren voraussetzt,  dass der 
staatsvertraglich  zuständige  Staat  einer  Übernahme  der  asyl-
suchenden Person zugestimmt hat (vgl. Art. 29a Abs. 2 AsylV1),

dass,  sobald  ein  Asylantrag  erstmals  in  einem Mitgliedstaat  gestellt 
wurde, das Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates 
eingeleitet wird (Art. 4 Abs. 1 Dublin-II-VO), wobei die Kriterien in der  
in Kapitel III der Dublin-II-VO genannten Rangfolge anzuwenden sind 
sowie von der Situation, die zum Zeitpunkt besteht, in dem der Asyl-
bewerber erstmals seinen Antrag in einem Mitgliedstaat stellt, auszu-
gehen ist (Art. 5 Abs. 1 und 2 Dublin-II-VO),

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge von Libyen aus 
auf dem Seeweg Mitte Oktober 2008 in Italien, einem Mitgliedstaat der 
Europäischen Gemeinschaft, einreiste, wo er im Rahmen eines  Asyl-
gesuchs  am  18.  und  23.  Oktober  2008  daktyloskopisch  registriert  
wurde (act. A1 S. 5 f., act. A12), 

dass somit Italien für die Prüfung des am 18. Juni 2009 in der Schweiz 
eingereichten Asylgesuches zuständig ist (vgl. DAA und die  Dublin-II-
VO  sowie  die  Verordnung [EG]  Nr. 1560/2003  der  Kommission  vom 
2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Dublin-II-Ver-
ordnung des Rates [DVO Dublin], insbesondere Art. 10 Abs. 1 Dublin-
II-VO),

dass  die  italienischen  Behörden  das  Ersuchen  der  schweizerischen 
Behörden vom 13. Januar 2010 um Rückübernahme des Beschwerde-
führers  (act.  A12  und  A13)  nicht  beantworteten,  die  Zuständigkeit 
Italiens  gemäss  der  Dubliner  Verfahrensregelung  durch  Verfristung 
jedoch definitiv geworden ist (Art. 20 Ziff. 1 Bst. c Dublin-II-VO), 

dass der Beschwerdeführer in der Rechtsmitteleingabe vom 14. April 
2010 im Wesentlichen vorbrachte, die Abschiebung in einen anderen 
EU-Staat verstosse gegen das Flüchtlingsrecht und gegen Art. 3  der 

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Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte 
und Grundfreiheiten (EMRK,  SR 0.101),  wenn in  dem als  zuständig 
erachteten Staat das Rückschiebungsverbot sowie die Rechte und der 
Rechtsschutz  von  Flüchtlingen  missachtet  würden  und  das  Verbot 
unmenschlicher Behandlung verletzt würde,

dass die Einhaltung dieser Rechte de facto in den Mitgliederstaaten 
sehr  unterschiedlich  ausfalle  und  die  jüngsten  Übereinkommen  und 
Vorgehensweisen  zwischen  Italien  und  Libyen  bezüglich  der  ge-
meinsamen  Bekämpfung  der  illegalen  Migration  ebenfalls  dringend 
eine  genauere  Überprüfung  der  Zulässigkeit  und  Zumutbarkeit  von 
Überstellungsmassnahmen nach Italien erfordern würden,

dass in Bezug auf den Beschwerdeführer die Zulässigkeit und Zumut-
barkeit des Überstellungsentscheids zu verneinen und das Asylgesuch 
in der Schweiz materiell  zu entscheiden sei, solange bei einer Über-
stellung nach Italien das Risiko einer Verletzung des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, 
SR 0.142.30) und der EMRK nicht ausgeschlossen werden könne, 

dass  diesfalls  das  Selbsteintrittsrecht  gemäss  Art.  3  Abs.  2  Satz  1 
Dublin-II-VO auszuüben  sei,  wobei  auf  die  diesbezügliche  deutsche 
und österreichische Rechtspraxis verwiesen wurde,

dass das BFM nicht begründet habe, weshalb es das Selbsteintritts -
recht  nicht  ausübte,  und  der  Entscheid  daher  wegen  mangelhafter 
Begründung  beziehungsweise  Verletzung  des  Anspruchs  auf  recht-
liches Gehör aufzuheben sei, 

dass der Beschwerdeführer in Italien kein Verfahren erhalte, welches 
den  Garantien  von  Art.  13  EMRK  (Recht  auf  eine  wirksame  Be-
schwerde) genüge, 

dass in  Italien  selbst  als  politische Flüchtlinge anerkannte  Personen 
nicht  die ihnen gemäss Art. 23 und 24 FK (öffentliche Fürsorge be-
ziehungsweise  Arbeitsgesetzgebung  und  soziale  Sicherheit)  zu-
stehende Behandlung erhielten,

dass  sie  nach  Verfahrensabschluss  weder  Unterbringung  noch 
Unterstützung und Verpflegung erhielten und keine Möglichkeit hätten, 
ein  menschenwürdiges  Dasein  zu  führen,  sondern  unter  ähnlichen, 
unzumutbaren Existenzbedingungen wie irreguläre Migranten lebten,

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dass der behinderte Beschwerdeführer gemäss dem ärztlichen Bericht 
vom 16. Oktober  2009 an den Rollstuhl  gebunden sei,  eine bessere 
Hilfsmittelversorgung (insbesondere passender Rollstuhl), spezialärzt-
liche Untersuchungen wegen einer instabilen Situation an der Wirbel -
säule,  eine  rollstuhlgängige  Wohnung,  eventuell  eine  Wirbelsäulen-
korrektur sowie eine Behandlung des Eisen- und Vitaminmangels be-
nötige, 

dass  er  in  Italien,  wo ihm sogar  eine  angemessene  Ernährung  vor-
enthalten  worden  sei,  weder  eine  angemessene  medizinische  Be-
handlung noch Unterkunft erhalten würde, und er aufgrund seiner Be-
hinderung  nicht  in  der  Lage  sei,  seinen  Lebensunterhalt  selbst  zu 
verdienen,

dass auch deshalb die Überstellung nach Italien nicht zulässig sei und 
die Schweiz zum Selbsteintritt gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO ver -
pflichtet sei, 

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  festhält,  dass  Italien  unter 
anderem Signatarstaat der  FK, der EMRK und des Übereinkommens 
vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  un-
menschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, 
SR 0.105)  ist und keine konkreten Anhaltspunkte vorliegen, dass sich 
die italienischen Behörden im konkreten Fall  nicht  an die daraus re-
sultierenden Verpflichtungen – insbesondere das Non-Refoulement – 
halten würden und  demnach auch keine Gründe vorliegen, die einen 
Selbsteintritt  des BFM gemäss Art. 3 Abs. 2 Dublin-II-VO nahegelegt 
hätten (vgl. auch Dublin-II-VO, Erwägungsgründe 2 und 12),

dass die anlässlich der Gehörsgewährung am 22. Juni 2009 sowie auf 
Beschwerdeebene unsubstanziiert  geltend gemachte  Furcht  des  Be-
schwerdeführers,  es  drohe  ihm  eine  Kettenabschiebung  von  der 
Schweiz über Italien und Libyen nach Somalia, nicht hinreichend, im 
Sinne  einer  konkreten  Gefahr  ("real  risk";  vgl.  EGMR  [Grosse 
Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28.  Februar  2008,  Be-
schwerde Nr. 37201/06 §§ 124-127 mit weiteren Hinweisen) begründet 
ist, 

dass  die  Beschwerde  sich  zur  Tatsache  ausschweigt,  dass  der  Be-
schwerdeführer  in  Italien  bereits  ein  Asylverfahren durchlief  und ge-
mäss eigenen Angaben dort über einen Aufenthaltstitel verfügt ("voll -
ständiges Soggiorno", act. A1 S. 6), 

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dass  in  der  Beschwerde  auch  nicht  erklärt  wird,  weshalb  der  Be-
schwerdeführer  das  ärztliche  Zeugnis  des  REHAB  Ambulatoriums 
Basel vom 16. Oktober 2009 trotz schriftlicher Aufforderung des BFM 
vom 20. November 2009 nicht einreichte, 

dass  Dublin-Rückkehrende und verletzliche Personen betreffend Un-
terbringung von den italienischen Behörden bevorzugt behandelt wer-
den und sich – neben den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche pri -
vate  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und 
Flüchtlingen annehmen, 

dass die Organisation „Arci con Fraternità“ seit dem 1. Januar 2009 die 
Betreuung der  Flüchtlinge  im Flughafen Fiumicino  (Rom) organisiert 
und dort den Asylsuchenden kostenlose Rechtsberatung anbietet,

dass  zur  behaupteten  ungenügenden  medizinischen  Versorgung  in 
Italien  festzuhalten ist,  dass – auch wenn in Italien die medizinische 
Versorgung von Asylsuchenden nicht in vollem Umfang gewährleistet 
sein  sollte  –  dies  nicht  gegen  eine  Rückführung  in  diesen  Staat 
spricht, 

dass gemäss  der  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Men-
schenrechte  (EGMR)  der  Vollzug  der  Wegweisung  eines  ab-
gewiesenen  Asylsuchenden  mit  gesundheitlichen  Problemen im Ein-
zelfall einen Verstoss gegen Art. 3 EMRK darstellen kann,

dass hierfür jedoch ganz aussergewöhnliche Umstände vorausgesetzt 
sind (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 211 f., mit einer Zusammen-
fassung der Rechtsprechung des EGMR),

dass  vorliegend  solche  ganz  aussergewöhnlichen  Umstände  („very 
exceptional circumstances“), wie sie der EGMR in seinem Urteil vom 
2. Mai 1997 i.S. D. gegen Grossbritannien feststellte – wo neben einer 
kurzen  Lebenserwartung  seitens  des  an  AIDS  erkrankten  Aus-
zuweisenden  erschwerend  die  Gefahr  des  Todes  unter  extremen 
physischen  und  psychischen  Leiden  hinzukam  (vgl.  BVGE  2009/2 
E. 9.1.3) – bei einer Rückkehr nach Italien hinlänglich ausgeschlossen 
werden  können,  auch  wenn  der  Zugang  zur  medizinischen  Be-
handlung für Asylsuchende in Italien nicht ausnahmslos jenem in der 
Schweiz entsprechen sollte,

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dass entgegen den blossen Behauptungen in der  Beschwerde keine 
konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Beschwerdeführer 
würde im Falle einer Rückkehr nach Italien dort  in eine existenzielle  
Notlage geraten,

dass das BFM im Übernahmeersuchen vom 13. Januar  2010 Italien 
darauf  hinwies,  der  Beschwerdeführer  befinde  sich  im  Rollstuhl, 
(act. A12 S. 4), 

dass  das  italienische  Innenministerium  mit  Faxschreiben  vom 
22. Februar 2010 das BFM um Informationen über den Gesundheits-
zustand  und  über  Behinderungen  des  Beschwerdeführers  sowie  um 
detaillierte  medizinische Angaben,  einschliesslich  solcher  zu  dessen 
Reisefähigkeit, ersuchte, 

dass das BFM in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen ist, bei 
den Reisevorbereitungen dem Gesundheitszustand des Beschwerde-
führers  Rechnung  zu  tragen  und  die  notwendigen  Vorkehrungen  zu 
treffen,  sowie  die  italienischen  Behörden  im  Rahmen  der  Über-
stellungsmodalitäten  über  die  gesundheitlichen  Beeinträchtigungen 
des  Beschwerdeführers  explizit  zu  informieren,  damit  in  Berück-
sichtigung  der  medizinischen  Aspekte  im  vorliegenden  Fall  eine 
lückenlose Abwicklung von dessen Rückführung nach Italien garantiert 
ist,

dass entgegen den Beschwerdevorbringen somit  nicht  davon auszu-
gehen ist, das BFM hätte Veranlassung zu einem Selbsteintritt und zu 
einer diesbezüglichen Begründung gehabt,  weshalb darauf verzichtet 
werden kann, auf die entsprechenden Bedingungen näher einzugehen,

dass  aufgrund  dieser  Erwägungen  eine  Überstellung  des  Be-
schwerdeführers nach Italien zulässig ist, 

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht, weshalb die verfügte Weg-

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weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht  und 
demnach vom BFM zu Recht angeordnet wurde,

dass im Rahmen des Dublin-Verfahrens, bei dem es sich um ein Über-
stellungsverfahren in den für die Prüfung des Asylgesuches zuständi-
gen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatz-
massnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Aus-
länderinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  eine  entsprechende  Prüfung  – soweit  notwendig  – vielmehr 
bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattfinden  muss 
(vgl. vorgehende Erwägungen),

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete,

dass  die  Vorbringen  in  der  Beschwerde  an  der  Würdigung  des  vor-
liegenden  Sachverhalts  nichts  zu  ändern  vermögen  und  der  vom 
Bundesamt verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzen,  den 
rechtserheblichen Sachverhalt  unrichtig oder unvollständig feststellen 
oder  unangemessen  sein  sollte  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Be-
schwerde abzuweisen ist, 

dass der Antrag, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zuzu-
erkennen, durch das vorliegende Urteil gegenstandslos wird, weshalb 
darüber nicht mehr zu befinden ist,

dass mit dem vorliegenden Entscheid in der Hauptsache das Gesuch 
um Verzicht  auf  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos 
wird,

dass aufgrund der Aussichtslosigkeit der Beschwerde das Gesuch um 
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 
VwVG abzuweisen ist,

dass das Gesuch um unentgeltliche Rechtsverbeiständung im Sinne 
von Art. 65 Abs. 2 VwVG mangels Erfüllung der Voraussetzungen von 
Art. 65 Abs. 1 VwVG ebenfalls abzuweisen ist,

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D-2519/2010

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.− 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen. 

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.− werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben; Bei lage: 
Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 
Kurier; in Kopie)

- (die zuständige kantonale Behörde) ad [...] (per Telefax)

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Jacqueline Augsburger

Versand: 

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