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**Case Identifier:** 6dd801b9-0863-59ce-b7a7-a20b1e3eff92
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-08-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 24.08.2010 R 2009 106
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2009-106_2010-08-24.pdf

## Full Text

R 09 106

5. Kammer 

URTEIL
vom 24. August 2010

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Baubescheid

1. a) … ist Eigentümer des Hotels … auf Parzelle Nr. 57 sowie der daneben 

liegenden Geschäftsliegenschaft Parzelle Nr. 58 (… mit Uhren- und 

Schmuckgeschäft). Im Jahre 2008 konnte … eine angrenzende Kleinparzelle 

(143 m2) erwerben, welche er mit der Hotelparzelle Nr. 57 vereinte.

b) Am 12.08.2008 reichte der Genannte bei der Gemeinde ein Baugesuch ein, 

welches im Bereich des neuerworbenen Landes eine Erweiterung der 

bestehenden Baute vorsah, umfassend eine Lagererweiterung im 1. 

Untergeschoss, eine Garagenerweiterung im 2. Untergeschoss sowie eine 

Terrassenvergrösserung im Erdgeschoss. Am 31.12.2008 erteilte die 

Baubehörde die entsprechende Bewilligung, nachdem keine Einsprache 

gegen das Projekt eingegangen war.

c) Am 12.03.2009 reichte der besagte Bauherr ein Projektänderungsgesuch ein, 

welches unter anderem die Rückversetzung und eine Niveauerhöhung der 

Terrasse vorsah. Ausserdem sollte auf die ursprünglich geplante und 

bewilligte Mauerbrüstung bei der Terrasse verzichtet werden und stattdessen 

eine Glasumwandung von 1.35 m Höhe angebracht werden. Diese 

Projektänderung wurde am 30.04.2009 bewilligt. 

d)  Am 16.06.2009 stellte das Bauamt anlässlich einer Begehung der Baustelle 

fest, dass umfangreiche Vorbereitungsarbeiten für die Montage von drei fest 

verankerten Grosssonnenschirmen, für sogenannte Senkfenster bei den 

Terrassenbrüstungen sowie für eine Warmluftheizungs- und 

Entlüftungsanlage im Gange waren. Der Bauherr wurde darauf hingewiesen, 

dass diese Anlagen nicht bewilligt worden seien und er dafür unverzüglich ein 

Baugesuch einreichen müsse.

e) Am 26.06.2009 reichte der Bauwillige ein entsprechendes Baugesuch ein. 

Allerdings bestritt er die Baubewilligungspflicht der drei Schirme und der 

dazugehörigen Einrichtungen. Gegen dieses Nachtragsgesuch erhoben … 

und die … AG (Nachbarn im Süden – Hotel …) sowie die Eheleute … 

(Nachbarn im Osten – Eigentümer der Parzelle Nr. 54) in der Folge 

Einsprache.  

f) In einem nachträglichen Schreiben vom 22.08.2009 an die Gemeinde wies 

der Bauherr darauf hin, dass die vorgesehenen Glaswände um zirka 16 

Zentimeter höher als im Baugesuch angegeben ausfielen.

g) Mit Entscheid vom 04.11.2009 wies die Baubehörde das nachträgliche 

Baugesuch vom 26.06.2009 ab und hiess die dagegen eingereichten 

Einsprachen gut. Zur Begründung brachte sie vor, dass die Frage der 

Bewilligungspflicht der drei im Terrassenboden fest verankerten 

Sonnenschirme offen bleiben könne; denn hier gehe es nicht bloss um die 

drei Sonnenschirme, sondern um die Terrassenüberdeckung als Ganzes, also 

um die gläsernen Seiteneinwandungen und die Sonnenschirm-

Überdeckungen inkl. der Heizung und der Belüftung. Der Einwand, die 

seitlichen Glaseinwandungen seien schon durch die Baubescheide vom 

31.12.2008 und 30.04.2009 rechtskräftig bewilligt, könne nicht gehört werden, 

denn aus den damaligen Plänen sei nicht zu erkennen gewesen, dass hier 

eine überdeckte Terrasse geplant sei (vgl. Urteil Bundesgericht 1P.791/2006). 

Entscheidend sei die Frage, ob es sich hier um ein Gebäude handle; denn im 

bejahenden Falle wäre nicht nur die zulässige Ausnützung überschritten, 

sondern es wären auch die Grenzabstände verletzt. Zudem fehlten die 

Pflichtparkplätze. Tatsächlich handle es sich hier um ein Gebäude. Im Urteil 

R 06 85 betreffend eine Schirmbar sei das Verwaltungsgericht zwar noch zum 

Schluss gelangt, dass es sich hierbei um einen Grenzfall handle, den die 

Gemeinde im Rahmen ihres Rechtsanwendungsermessens noch als Nicht-

Gebäude habe taxieren können. Vorliegend könne aber sicher nicht mehr von 

einem Grenzfall gesprochen werden, da hier die ganze Terrasse eingewandet 

und überdacht werde und damit ein zusätzlicher grosser Raum geschaffen 

werde, welcher sich für den längeren Aufenthalt einer Vielzahl von Gästen 

eigne. Die Grundkonstruktion sei fix und könne auf Knopfdruck herbeigeführt 

werden.

2. Dagegen erhob der Bauherr am 07.12.2009 Beschwerde beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit den Begehren um 

kostenfällige Aufhebung des angefochtenen Bau- und Einspracheentscheides 

und Anweisung der Gemeinde, die Baubewilligung für die nachgesuchte 

Projektänderung unter gleichzeitiger Abweisung der Einsprachen zu erteilen. 

Zur Begründung machte er geltend, dass die Gemeinde die Frage offenlasse, 

ob die drei Sonnenschirme überhaupt bewilligungspflichtig seien. Die 

Vorinstanz verwehre es ihm aber, sich auf die rechtskräftigen Bewilligungen 

vom 31.12.2008 und 30.04.2009 zu berufen. Sie begründe dieses Verhalten 

damit, dass aus den damaligen Plänen gar nicht ersichtlich gewesen sei, dass 

eine gedeckte Terrasse geplant sei. Sie berufe sich dabei auf ein Urteil des 

Bundesgerichtes. Dieses Urteil sei hier aber in keiner Weise einschlägig. Die 

Gemeinde habe die Rechtskraft der beiden Bewilligungen zu beachten. Dem 

Bauherrn stehe es zudem frei, ein bewilligtes Bauvorhaben im Rahmen der 

Bauausführung zu überarbeiten, abzuändern und zu erweitern. Das sei sogar 

üblich. Für solche Abänderungen bedürfe es, falls eine Bewilligungspflicht 

bestehe, eines Baugesuches. Indessen dürfe die Baubehörde im Rahmen des 

Nachtragsgesuches nicht auf die rechtskräftige Baubewilligung 

zurückkommen. Fälschlicherweise gehe die Baubehörde davon aus, dass die 

bewilligten Glasumwandungen 60 Zentimeter höher als bewilligt erstellt 

worden seien. Richtig sei aber, dass die Mehrhöhe lediglich 16 Zentimeter 

betrage. Die entscheidende Frage sei hier, ob die Projekterweiterung 

(beinhaltend: Das Aufstellen von drei fest im Terrassenboden verankerten 

Sonnenschirmen, ausfahrbare Glaswände bis zum unteren Rand der 

Sonnenschirmabdeckung, Belüftung der Glaswände, Beheizung des 

Terrassenbodens) dazu führe, dass die gesamte Konstruktion als Gebäude 

zu qualifizieren sei. Zunächst müsse man von der bisherigen baulichen 

Situation ausgehen. Das Hotel … habe bereits früher über eine 

Terrassenfläche verfügt, welche nur unwesentlich kleiner gewesen sei als die 

neu realisierte. Rund ein Drittel der Terrasse sei zudem überdacht gewesen 

und an der Vorderseite seien vier ausfahrbare Sonnenstoren montiert 

gewesen, so dass die ganze Terrasse habe überdacht werden können. Mit 

der vorliegenden Konstruktion habe sich somit nichts geändert. Dabei sei zu 

beachten, dass die drei Sonnenschirme lediglich dann zu einer vollflächigen 

Überdachung führe, wenn sie aufgespannt seien und das sei keineswegs 

dauernd der Fall. Aus baurechtlicher Sicht spiele es keine Rolle, ob 

Sonnenschirme oder Sonnenstoren verwendet würden. Die Baubehörde habe 

bis anhin denn auch Sonnenschirme und Sonnenstoren stets bewilligt. Zum 

Beweis wurde auf die bewilligten Terrassen bei der Schmuggleralm, beim 

Hotel …, Hotel …, Hotel … (Wintergarten), …, Hotel …, … sowie bei der … 

und beim Eisplatz in … hingewiesen und die erwähnten Standorte mittels 

Fotomaterial bildlich dokumentiert. Der Hinweis auf das 

verwaltungsgerichtliche Urteil R 06 85 sei unbehelflich; denn die Gemeinde 

könne ihr Rechtsanwendungsermessen nicht einmal so und einmal anders 

anwenden. Vielmehr sei sie an die von ihr langjährig geübte Praxis gebunden. 

Es treffe auch in keiner Weise zu, dass es sich im damaligen Fall um einen 

Grenzfall gehandelt habe. Im Rechtsmittelverfahren R 06 85 habe die 

Gemeinde so argumentiert, dass Gebäude im eigentlichen Sinnes des Wortes 

umbaute Räume mit fest konstruierten Fassaden darstellten (mit Verweis auf 

PVG 1993 Nr. 21 und 1983 Nr. 19). Aus baurechtlicher Sicht komme es nicht 

darauf an, ob sich im Bereich der Schirmbar Gäste aufhielten, die vom 

Personal des Hotels bedient würden. Andernfalls müsste auch jede 

Sonnenterrasse bald einmal AZ-pflichtig erklärt werden. Diese Argumentation 

der Gemeinde zeige, dass es sich beim damaligen Anwendungsfall nicht um 

einen Grenzfall gehandelt habe. Die Behauptung der Gemeinde, mit der 

vorliegenden Konstruktion werde der Rahmen dessen gesprengt, was noch 

als Grenzfall durchgehen könnte, erweise sich als unhaltbar. Aus der Sicht 

des Baugesetzes sei es unerheblich, ob sich die Konstruktion mit 

Einwandungen und Überdachungen im Gegensatz zu den Schirmbaren auf 

die ganze Terrasse erstrecke. Weder die Schirme noch die Glaswände seien 

dauernd offen bzw. ausgefahren und zudem seien die Glaswände nicht fix 

und mit einer fest konstruierten Fassade gleichzustellen. Die vorliegende 

Konstruktion komme dem Gebäudebegriff weniger nahe als die Schirmbaren. 

Die Gemeinde berufe sich zur Begründung der Verweigerung der 

Baubewilligung unter anderem auf die Anpreisungen des Lieferanten. Darauf 

könne aber nicht abgestellt werden. Massgebend sei allein das Baugesetz. 

Die Lieferfirma bestätige übrigens in ihrem Schreiben vom 13.11.2009, dass 

die vorliegende Konstruktion in keiner Weise mit einer fixen 

Wintergartenkonstruktion identisch sei; denn bei geschlossenen Schirmen 

sässen die Gäste vollständig im Freien, so dass die Terrasse nach wie vor als 

Terrasse genutzt werde und eine solche darstelle. Die Gemeinde begründe 

die Andersbehandlung der vorliegenden Konstruktion damit, dass hier im 

Gegensatz zu den Schirmbaren der temporäre Charakter fehle; denn die mit 

sehr grossem Aufwand erstellte Konstruktion sei offensichtlich auf Dauer 

angelegt und mit der Terrasse so verbunden, dass ein kurzfristige Beseitigung 

undenkbar sei. Dieser Argumentation sei entgegenzuhalten, dass es 

baurechtlich unerheblich sei, ob die Konstruktion aufwändig sei oder nicht. 

Zudem habe die Gemeinde nicht bei allen Schirmbaren bloss 

Temporärbewilligungen erteilt, so z.B. insbesondere nicht bei der von der … 

AG betriebenen Schmuggleralm. Die Gebäudeversicherung des Kantons 

Graubünden bestätigte mit Schreiben vom 29.07.2009, dass es sich hier nicht 

um ein Gebäude im Sinne des Gesetzes handle. Der Einbau der 

Bodenheizung und der Belüftung der Glaswände spiele bei der Beurteilung 

der Frage des Vorliegens eines Gebäudes keine Rolle. Auch die Schirmbaren 

seien im Übrigen mit Heizstrahlern versehen.

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Gemeinde die kostenfällige und 

vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Den Argumenten und 

Vorbringen des Beschwerdeführers hielt sie entgegen, dass die Rechtskraft 

der beiden Baubewilligungen vom 31.12.2008 und 30.04.2009 durch den 

angefochtenen Entscheid nicht tangiert werde. Abgewiesen worden sei einzig 

das Nachtragsgesuch vom 26.06.2009 und dieses habe bloss die 

sogenannten Senkfenster, die eingebaute Lüftungs- und Heizungsanlage und 

vor allem die Überdachung in Form der drei sogenannten Sonnenschirme 

betroffen. Es komme hinzu, dass sich der Bauherr insoweit nicht an die 

bewilligten Pläne gehalten habe, als die Glasumwandung nicht 1.35 m hoch, 

sondern 1.5 m hoch erstellt und zudem als sogenannte Senkfenster 

konstruiert worden seien, was es erlaube, diese ganze Einfriedung auf 

annähernd 2.6 m hochzufahren. Zusammen mit den drei 

Schirmüberdachungen führe dies dazu, dass eine mit seitlicher 

Glasumwandung versehene geschlossene Terrasse entstehe, welche den 

Charakter eines Wintergartens habe. Wenn im Bau- und Einspracheentscheid 

von einer Überdachung der bewilligten Höhe um 60 Zentimeter gesprochen 

werde, so handle es sich dabei um einen Verschrieb. Tatsächlich handle es 

sich um 16 Zentimeter. Zu prüfen sei hier, ob es sich bei der ganzen 

Konstruktion um ein Gebäude im Sinne des kommunalen Baugesetzes 

handle, welches gemäss Gerichtspraxis alle auf dem Boden stehenden 

Anlagen umfasse, die einen Raum zum Schutze von Menschen oder Sachen 

gegen äussere, namentlich atmosphärische Einflüsse mehr oder weniger 

vollständig abschliesse (vgl. PVG 1989 Nr. 24) oder ob es sich um eine Baute 

handle, welcher diese charakteristischen Merkmale abgingen. Schon bei den 

wesentlich kleiner dimensionierten Schirmbaren sei das Verwaltungsgericht 

von einem Grenzfall ausgegangen. Das Gericht habe dabei das 

Rechtsanwendungsermessen der Gemeinde respektiert. Mit der vorliegenden 

Konstruktion werde der Rahmen aber zweifellos gesprengt; denn hier gehe 

es um die Einwandung und Überdachung einer ganzen Terrasse (234 m2 mit 

170 zusätzlichen Sitzplätzen). Zwischen den Räumlichkeiten im 

Hauptgebäude und der rundum verschliessbaren Terrasse bestünden keine 

nennenswerten Unterschiede mehr. Letztlich präsentiere sich das Gebilde wie 

ein Wintergarten. Das gehe auch aus den Anpreisungen der Lieferfirma 

hervor. Im Gegensatz zu den Schirmbaren, bei denen der bloss temporäre 

Charakter kennzeichnend gewesen sei, handle es sich hier um eine auf Dauer 

angelegte Konstruktion. Das ganze Gebilde sei fest mit dem Boden 

verbunden und auch die Seitenkonstruktionen seien ausserordentlich stabil. 

Und der geschlossene Zustand lasse sich jederzeit per Knopfdruck 

herbeiführen. Der geschlossene Zustand dürfe angesichts der Höhenlage von 

… (1'846 m.ü.M.) denn auch eher die Regel sein, jedenfalls im Herbst, Winter 

und Frühling. Ohne Bedeutung sei alsdann die Auskunft der 

Gebäudeversicherungsanstalt vom 29.07.2009, zumal sich diese nicht auf die 

ganze Konstruktion, sondern bloss auf die Schirme beziehe. Nachdem 

feststehe, dass es sich hier um ein Gebäude im baurechtlichen Sinne handle, 

sei klar, dass die Ausnützung überschritten und die 

Grenzabstandsvorschriften verletzt seien. Es fehlten zudem die erforderlichen 

Pflichtparkplätze. Von einer Praxisänderung könne nicht gesprochen werden, 

da ein Vergleich mit den Schirmbaren gerade nicht zulässig sei. Aber selbst 

wenn eine Praxisänderung vorläge, würde dies dem Beschwerdeführer nicht 

helfen; denn Praxisänderungen seien zulässig, solange sie auf sachlichen 

Grundlagen beruhten.

  

4. In ihrer Stellungnahme beantragten … und die … AG ebenfalls die 

kostenfällige und vollständige Abweisung der Beschwerde. Soweit sich ihre 

Argumentation mit derjenigen der Gemeinde decke, werde darauf verzichtet, 

diese hier im Detail wiederzugeben. Der heutige, unbewilligte Endzustand 

sehe so aus, dass eine vollständige Umwandung der gesamten 

Terrassenfläche mit festen Glaselementen in einer Höhe von zirka 1.65 m 

bestehe und einem zusätzlichen mobilen – nach oben per Knopfdruck 

ausfahrbaren – Glasteil von 98 Zentimetern. An diese gesamthaft also über 

2.6 m hohen Seitenwände schlössen sich nahtlos drei riesengrosse, ebenfalls 

per Knopfdruck zu öffnende und schliessende, mit dem Boden fest montierte 

Schirmdächer an. Zusätzlich seien eine Hauseingangstüre aus Glas mit 

elektrischem Öffnungsmechanismus und zwei schliessbare Glasseitentüren 

realisiert worden. Die Anlage verfüge über eine Bodenheizung und eine 

Lüftung. Es handle sich hier eindeutig um ein Gebäude im Sinne des 

kommunalen und des übergeordneten Rechts, womit ihre Argumentation mit 

derjenigen der Gemeinde übereinstimme. Die Bauherrschaft selbst habe in 

ihrem Schreiben vom 07.09.2009 an die Gemeinde bestätigt, dass das 

vorliegende Projekt Kosten in der Höhe von mehreren Millionen verursacht 

habe.  

5. Im Rahmen eines zweiten Schriftenwechseln bekräftigten und vertieften die 

Parteien und Beigeladenen nochmals einlässlich ihre gegensätzlichen 

Standpunkte über die projektierte Aussenterrasse beim Hotel ...

6. Am 23. August 2010 führte eine Delegation des Verwaltungsgerichts (V. 

Kammer) einen Augenschein an Ort und Stelle durch. Der Beschwerdeführer 

war persönlich in Begleitung des Sohnes, des Architekten und des 

Rechtsvertreters (RA …) anwesend. Die Beschwerdegegnerin (Gemeinde) 

war durch den Baufachchef, einen weiteren Vertreter des Bauamtes sowie 

ihren Rechtsvertreter (RA …) vor Ort präsent. Von den Nachbarn waren ein 

Vertreter der … AG mit ihrem Rechtsvertreter (RA …) und die Eheleute … 

persönlich zugegen. Die besagten Eheleute beteiligten sich aber nicht am 

Rundgang betreffend „Referenzobjekten“ (Standorte 2-6). Im Zuge des 

Augenscheins wurde allen Anwesenden die Möglichkeit geboten, sich zur 

ganzen Konzeption der mit drei grossen, automatisch ausfahrbaren Sonnen- 

und (Allwetterschutz-)schirmen und den seitlich ebenfalls vollautomatisch 

ausfahrbaren Glasfensterwänden (samt Beheizungs-, Belüftungs- sowie 

Beleuchtungsmöglichkeit der ganzen Hotelterrasse) zu äussern (Standort 1). 

Das Gericht nahm dabei zur Kenntnis, dass die hochgefahrenen Seitenfenster 

am Ende mit den ausgefahrenen Grosschirmen mittels Knopfvorrichtungen 

eng miteinander verknüpft werden konnten, was atmosphärisch die Wirkung 

eines geschlossenen Raumes hatte. Seitens des Architekten der 

Bauherrschaft wurde ein Faltprospekt der Herstellerfirma der Grossschirme 

zu den Akten gegeben. In der Folge wurden dann noch fünf weitere Standorte 

zu Vergleichzwecken besucht, wobei es sich dabei um die Terrassen bei der 

… (Stao 2), beim Restaurant/Hotel … (Stao 3), bei der … (Stao 4), beim Hotel 

… (Stao 5; unbeheizter Wintergarten) sowie um die Aussenterrasse bei der 

… in … (Stao 6) handelte. Seitens des Anwalts der Bauherrschaft wurden im 

Verlaufe der Standortbegehungen noch weiter zwei Farbfotos (A4) über die 

Terrassenverhältnisse beim Restaurant/Hotel … (Stao 3) sowie drei Farbfotos 

(A4) über den geschlossenen Schirmbarzustand bei der … (Stao 6) samt 

erteilter Betriebsbewilligung Nr. 2009-0024 vom 29.07.2009 zu den Akten 

gegeben. Im Schlusswort erinnerte der Beschwerdeführer alle Anwesenden 

daran, dass die Konkurrenzsituation in der Tourismusbranche sowohl national 

als auch international sehr schwierig und hart sei und deshalb die 

Zufriedenheit der Feriengäste – mit höchsten Komfortansprüchen – 

entsprechende Hotelinvestitionen geradezu verlangten.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Gemäss Art. 86 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden 

(KRG; BR 801.100) dürfen Bauten und Anlagen (Bauvorhaben) nur mit 

schriftlicher Baubewilligung der kommunalen Baubehörde errichtet, geändert, 

abgebrochen oder in ihrem Zweck geändert werden. Der 

Baubewilligungspflicht unterliegen auch Zweckänderungen von 

Grundstücken, sofern erhebliche Auswirkungen auf die Nutzungsordnung zu 

erwarten sind (Abs. 1). Zeitlich begrenzte Bauvorhaben sowie solche, die 

weder öffentliche noch private Interessen berühren, unterliegen nicht der 

Baubewilligungspflicht. Die Regierung bestimmt durch Verordnung, welche 

Bauvorhaben keiner Baubewilligung bedürfen. Sie trifft für Bauten und 

Anlagen innerhalb und ausserhalb der Bauzonen die gleiche Regelung, 

soweit das Bundesrecht dies zulässt (Abs. 2). Die Gemeinden können im 

Baugesetz nicht bewilligungspflichtige Bauvorhaben dem Meldeverfahren 

unterstellen (Abs. 3). In Art. 40 der zugehörigen Raumplanungsverordnung 

für den Kanton Graubünden (KRVO; BR 801.110) werden die Bauvorhaben, 

die keiner Baubewilligung bedürfen, abschliessend (Ziff. 1-22) aufgezählt. So 

gelten z.B. Bauten und Anlagen, die nicht für länger als sechs Monate pro 

Jahr aufgestellt oder errichtet werden, wie namentlich Verpflegungs- und 

Verkaufsstätten oder Stände, Hütten, Buden, Zelte für Feste, Vorführungen, 

Ausstellungen und sonstige Anlässe, nicht als bewilligungspflichtig (Ziff. 6). 

Dasselbe gilt für Anlagen der Gartenraumgestaltung wie Fusswege, 

Gartenplätze, Storen, Treppen, Fahnenstangen und dgl. (Ziff. 8). Laut Art. 42 

KRVO sind Baugesuche im ordentlichen Bewilligungsverfahren bei der 

Gemeinde zusammen mit den für die Beurteilung erforderlichen Unterlagen 

und Nachweise auf dem amtlichen Formular in der von der Gemeinde 

festgelegten Anzahl Ausfertigungen einzureichen (Abs. 1). Bei Änderung 

bestehender Bauten und Anlagen sowie bewilligter Pläne muss aus den 

Plänen der Zustand der betreffenden Bauteile vor und nach der Änderung 

ersichtlich sein (bestehend: grau/schwarz; neu rot; Abbruch: gelb; so Abs. 4). 

Gemäss Art. 50 KRVO ist das Meldeverfahren ein vereinfachtes 

Baubewilligungsverfahren. Es findet Anwendung auf untergeordnete 

Bauvorhaben, bei welchen mit keinen Einsprachen zu rechnen ist, wie 

insbesondere bei geringfügigen Projektänderungen bereits bewilligter 

Bauvorhaben (Ziff. 1), oder bei baulichen Massnahmen, die nach aussen nicht 

in Erscheinung treten, zonenkonform sind und zu keinen Veränderungen 

bezüglich Verkehrsbelastung oder Ausnützung führen (Ziff. 2). Zudem findet 

es Anwendung auf Bauvorhaben, die nach Art. 40 KRVO von der 

Baubewilligungspflicht ausgenommen, aber nach kommunalem Baugesetz 

explizit dem Meldeverfahren unterstellt sind (Abs. 2).

b) Vorliegend gilt es zunächst klarzustellen, dass die beiden rechtskräftigen 

Baubewilligungen vom 31.12.2008 (Erweiterung Lager im 1. UG, Garagen im 

2. UG, Terrassenvergrösserung im EG) sowie vom 30.04.2009 

(Rückversetzung/Niveauerhöhung Terrasse, Verzicht auf Mauerbrüstung 

stattdessen Glasumwandung von 1.35 m Höhe) vom angefochtenen Bau- und 

Einspracheentscheid vom 04.11.2009 (Ablehnung Terrassenüberdeckung als 

Ganzes) nicht betroffen sind. Der letztgenannte Entscheid betraf nur das 

Nachtragsgesuch vom 26.06.2009 (samt Ergänzung vom 22.08.2009) 

bezüglich der mobilen ausfahrbaren Glaswände, der drei Riesenschirme, der 

Heizung und der Lüftung der Terrasse, also alles Dinge, die nicht Gegenstand 

der ersten beiden Bewilligung bildeten. Aus den bereits erteilten zwei 

Bewilligungen kann der Beschwerdeführer folglich für das anstehende Bau- 

und Einspracheverfahren nichts zu seinen Gunsten herleiten.

c) Entscheidend ist hier die Frage, ob die gewählte Konstruktion der 

Terrassenüberdeckung als Ganzes unter den Begriff eines „Gebäudes“ mit 

den sich daraus ergebenden Rechtsfolgen (Beachtung der Ausnützungsziffer 

[AZ], Einhaltung Grenzabstands- und Parkplatzvorschriften usw.) subsumiert 

werden darf, oder ob eine solche Unterstellung rechtlich eben nicht haltbar ist 

und die Gemeinde somit ihr grundsätzlich weites Ermessen bei der 

Rechtsanwendung im konkreten Fall tatsächlich überschritten hat.

d) In der Sache selbst berufen sich alle Parteien auf ein früheres Urteil des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden mit faktisch umgekehrter 

Rollenverteilung der Prozessbeteiligten (Urteil R 06 85 vom 26.02.2007, in 

dem es um die Frage der AZ-Pflicht von Schirmbaren ging). Die Vorinstanz 

hatte damals schon verschiedene Schirmbaren bewilligt, ohne dass diese 

Baren für AZ-pflichtig erklärt worden waren. Die Beschwerdegegner 1 hatten 

damals im Zusammenhang mit der auf dem Vorplatz des Hotels … erstellten 

und betriebenen „Schirmbar“ die Meinung vertreten, es müsse sich dabei 

wegen der fest montierten Umfassungswände um eine AZ-pflichtige Baute 

handeln. Das Verwaltungsgericht hat sich damals auf das erhebliche 

Rechtsanwendungsermessen der Gemeinde berufen und dabei insbesondere 

festgestellt, dass die Bewilligungsbehörde dem bloss temporären Charakter 

der Schirmbar – jeweils saisonal befristet auf sechs Monate im Jahr - habe 

Rechnung tragen dürfen. Die vorliegend zur Beurteilung gestellte Konstruktion 

weicht nun aber gerade in wesentlichen Teilen von den damaligen 

Schirmbaren ab, weil nicht bloss eine temporäre saisonale Nutzung des 

entstandenen Raumes bewilligt werden soll. Vielmehr soll es auf Knopfdruck 

(vgl. dazu Foto 1 vom Gericht; Elektroanlage „Meissl“; www.meissl.com) 

jederzeit möglich sein, die ganze Terrasse in einen geschlossenen, 

vollständig überdachten, beheizten und belüfteten Raum umzugestalten (vgl. 

Gerichtsfotos 2-4; hochgefahrene Glaswände; ausgespannte (Sonnen-

/Allwetter-) Schirme; Verbindungsvorrichtung zwischen Glaswänden und 

Schirmrändern zwecks hermetischer Abringelung der Sitzterrasse vor 

ungünstigen Witterungs- und Umwelteinflüssen, womit faktisch eine 

ganzjährliche Benutzbarkeit ermöglicht wird; zumal zusätzlich mit Heizung, 

Belüftung und Beleuchtung der Terrasse ausgestattet). Der Lieferant dieser 

technisch ausgefeilten und ohne Zweifel sehr beeindruckenden 

Terrassenüberdachungs- und Benutzungskonstruktion spricht zudem selbst 

ausdrücklich von einem Wintergarten, was die kubische Geschlossenheit der 

gewählten Schirmdach- und mobilen Glasumwandungskonstruktion weiter 

unterstreicht und daher die Qualifikation als „Gebäude“ (dreidimensional 

abgeschlossene Baute) zu rechtfertigen vermag (vgl. Faltprospekt des 

Lieferanten mit dem Titel: „Mit Flexibilität zum Erfolg“; 12 [Monate] open-air 

bzw. Cabriofeeling das ganze Jahr; flexibel bei jedem Wetter und bei jeder 

Anforderung – Einzigartige Chance der Freiluftgastronomie mehr Gäste – 

Wetter und Jahreszeit unabhängig – zu gewinnen). Ein Wettbewerbsvorteil 

gegenüber den traditionellen und unbeheizten Schirmbaren (inkl. 

Wintergärten; vgl. Gerichtsfoto 5) erscheint dem Gericht wegen der 

http://www.meissl.com

witterungsunabhängigen Benutzbarkeit der ganzjährlich beheiz-, belüft- und 

beleuchtbaren Terrasse offensichtlich, zumal die beachtliche Höhenlage der 

besagten Gemeinde (1'846 m.ü.M.) der Garant für viele kühle Abende im Jahr 

und eine jeweils lange Wintersaison ist. Soweit der Beschwerdeführer in 

seinem Schlusswort (am Standort 6 bei der … in …; vgl. dazu die drei 

eingereichten Farbfotos zur dortigen Schirmbar) die hohen Anforderungen an 

die Tourismusbranche sowie den hohen Massstab an die Gäste- und 

Kundenzufriedenheit hervorhob, verkennt er, dass diese Fragen nicht im 

Rahmen der konkreten Rechtsverwirklichung eine Rolle spielen können, 

sondern strategische Entscheidungen darstellen, die grundsätzlich auf der 

Ebene des kommunalen Gesetzgebers ausdiskutiert und geregelt werden 

müssen. Im Gegensatz zu allen anderen anlässlich der gerichtlichen 

Begehung gezeigten Referenzobjekte (Standort 2: …; Stao 3: …; Stao 4: …; 

Stao 5: Wintergarten beim Hotel …; Stao 6: … in …) lässt sich bezüglich der 

umstrittenen Baukonstruktion (Stao 1: Aus Glas eingefasste Schirmterrasse 

Hotel …) gerade festhalten, dass bei dieser baulich fixen und rund ums Jahr 

jederzeit verfügbaren Machart keine Rede mehr von einer „Temporärbaute“ 

im Sinne der in VGU R 06 85 eingeleiteten Praxis sein kann. Bei allen 

gezeigten Referenzobjekten kann weder sofort ein hermetisch 

abschliessbarer Gästeraum erstellt noch eine dreidimensional beheizte 

Gaststätte oder Verkaufsräumlichkeit betrieben werden. Dies trifft 

insbesondere auch auf die zuletzt erwähnte … in … zu, da die Seitenwände 

dort Ende Wintersaison jederzeit wieder mühelos abmontiert werden können 

(Prinzip Faltwände mit Bodenschienen) und in der zu den Akten gegebenen 

Baubewilligung Nr. 2009-0024 vom 29.07.2009 auf Seite 2 (Ziff. 2; BGF und 

AZ) doch noch ausdrücklich bestimmt wurde, dass die betreffende Schirmbar 

nicht mehr als 6 Monate pro Jahr nach Aussen abgeschlossen werden dürfe; 

andernfalls die Terrassenfläche AZ-pflichtig würde. Als „offen“ im Sinne des 

kommunalen Baugesetzes würden dabei Umwandungen gelten, die weniger 

als 50% des Umfangs der Schirmbar umschliessen würden. Bei der 

hochmodernen Terrassenkonstruktion des Beschwerdeführers wäre eine 

Abschliessbarkeit über 12 Monate und erst noch im Umfang von 100% 

möglich, womit die Grenze des noch Zulässigen aus Sicht der Baubehörde 

nachvollziehbar als überschritten und eben – nicht zuletzt aus präjudiziellen 

Gründen für künftige Terrassenprojekte – eindeutig und unmissverständlich 

als nicht mehr tolerierbar taxiert wurde.

e) Am angefochtenen Bau- und Einspracheentscheid vom 04.11.2009 gilt es 

demzufolge nichts auszusetzen, was zu dessen Bestätigung und somit im 

Resultat zur Abweisung der Beschwerde vom 07.12.2009 führt.

2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

73 Abs. 1 des Verwaltungsgerichtsgesetzes (VRG; BR 370.100) 

vollumfänglich dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Dieser hat die anwaltlich 

vertretenen Beschwerdegegner 1 laut Art. 78 Abs. 1 VRG zudem 

aussergerichtlich noch angemessen zu entschädigen. Den 

Beschwerdegegnern 2 steht eine solche Entschädigung mangels anwaltlicher 

Vertretung praxisgemäss nicht zu. Eine aussergerichtliche Entschädigung an 

die Gemeinde (Vorinstanz/Beschwerdegegnerin) entfällt demgegenüber nach 

Art. 78 Abs. 2 VRG, da sie nur in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegte.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen sowie der angefochtene Bau- und 

Einspracheentscheid der Gemeinde … vom 04.11.2009 bestätigt.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 424.--

zusammen Fr. 4'424.--

gehen zulasten von … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu 

bezahlen.

3. … hat die … sowie … aussergerichtlich mit insgesamt Fr. 3'000.-- (inkl. 

MWST) zu entschädigen.

Die dagegen an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde am 16. Februar 2011 

abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (1C_509/2010).