# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** adce09b2-a1ef-5906-bf64-0be1c6013d28
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-03
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bildungs- und Kulturdirektion 03.07.2020 2020.BKD.1664
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Weitere/BE_VB_002_2020-BKD-1664_2020-07-03.pdf

## Full Text

Bildungs- und Kulturdirektion 

 

Sulgeneckstrasse 70 

3005 Bern 

+41 31 633 84 31 

www.bkd.be.ch 

 

 

2020.BKD.1664 / 325891 

 

 

 

3. Juli 2020 

 

Entscheid 

 

Beschwerdeverfahren gegen die Verfügung vom 28. Januar 2020 (Ausbildungsbeitrag für das 

Ausbildungsjahr 2019/2020) 

A____, 

gegen 

Amt für zentrale Dienste, 

Abteilung Ausbildungsbeiträge, Sulgeneckstrasse 70, 3005 Bern 

 

  

Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern 

2020.BKD.1664 / 325891    Seite 2 von 5 

Ausgangslage 

1. A____ absolviert seit August 2018 die Lehre zum Küchenangestellten mit eidgenössi-

schem Berufsattest (EBA). Mit Verfügung vom 28. Januar 2020 lehnte die Abteilung Aus-

bildungsbeiträge (AAB) des Amts für zentrale Dienste das Gesuch von A____ um einen 

Ausbildungsbeitrag für das Ausbildungsjahr 2019/2020 ab. 

2. Gegen diese Verfügung erhob A____ am 26. Februar 2020 Beschwerde bei der AAB. Die 

AAB leitete die Beschwerde am 28. Februar 2020 zur Erledigung an den Rechtsdienst 

der Bildungs- und Kulturdirektion weiter. A____ beantragte, die angefochtene Verfügung 

sei aufzuheben und es seien ihm Ausbildungsbeiträge für das Ausbildungsjahr 2019/2020 

auszurichten. 

3. Mit Stellungnahme vom 29. April 2020 beantragte die AAB, die Beschwerde sei abzuwei-

sen. 

4. Von der ihm mit verfahrensleitender Verfügung vom 30. April 2020 gewährten Möglichkeit, 

Bemerkungen einzureichen oder die Beschwerde zurückzuziehen, machte A____ innert 

der gesetzten Frist keinen Gebrauch. 

Rechtliche Prüfung und Begründung 

 Sachurteilsvoraussetzungen 

 Anfechtungsobjekt und Zuständigkeit 

Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der AAB vom 28. Januar 2020 über einen Ausbildungs-

beitrag für das Ausbildungsjahr 2019/2020. Die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter der 

AAB erlassen die Beitragsverfügungen (Art. 39 der Verordnung vom 5. April 2006 über die Aus-

bildungsbeiträge [ABV; BSG 438.312]). 

Gegen Verfügungen der AAB kann bei der Bildungs- und Kulturdirektion Beschwerde geführt 

werden (Art. 21 des Gesetzes vom 18. November 2004 über die Ausbildungsbeiträge [ABG; 

BSG 438.31] in Verbindung mit Art. 62 Abs. 1 Bst. a des Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Somit ist die Bildungs- und Kulturdirektion zu-

ständig, die Beschwerde gegen die angefochtene Verfügung zu behandeln. 

 Beschwerdebefugnis 

A____ hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist durch die angefochtene Verfügung 

besonders berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung 

(Art. 65 Abs. 1 VRPG). 

 Form, Frist und Überprüfungsbefugnis 

Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 67 VRPG). 

Die Überprüfungsbefugnis der Bildungs- und Kulturdirektion ist umfassend und richtet sich nach 

Art. 66 VRPG. 

Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern 

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 Materielles 

Umstritten und zu prüfen ist, ob die AAB das Gesuch von A____ um einen Ausbildungsbeitrag 

für das Ausbildungsjahr 2019/2020 zu Recht abgelehnt hat, weil er die Ausbildung wiederholt 

gewechselt hat. 

 Argumente der Parteien 

A____ bringt in seiner Beschwerde vor, er habe im Ausbildungsjahr 2008/2009 die Lehre als 

Polybauer und im Ausbildungsjahr 2011/2012 die Lehre als Recyclist aus Gründen abgebro-

chen, welche in seinem familiären und sozialen Umfeld liegen würden. Seit dem 1. August 2018 

absolviere er die Ausbildung zum "Koch EBA" im B____. Das Schreiben der Personalverant-

wortlichen des Lehrbetriebs bestätige, dass davon auszugehen sei, dass er die Ausbildung 

Ende Juli 2020 abschliessen werde. Gemäss der Ansicht des Sozialdienstes Region C____ 

zeige A____ seit dem 1. Mai 2017 den Willen, eine Ausbildung abzuschliessen und ein EBA zu 

erwerben. Mit dem EBA werde er langfristig von der Sozialhilfe abgelöst sein und könne für den 

Lebensunterhalt seiner beiden Kinder selbständig aufkommen. Dies gelte es entsprechend zu 

würdigen. Angesichts dieses positiven Umstands und der Tatsache, dass er bisher noch nie 

Ausbildungsbeiträge erhalten habe, erscheine der Entscheid der AAB unangemessen. 

Die AAB führt in ihrer Stellungnahme aus, bei einem wiederholten Wechsel der Ausbildung 

bestehe kein Beitragsanspruch mehr (Art. 14 Abs. 3 ABG). Mit dieser Bestimmung solle ein 

Anreiz geschaffen werden, die begonnene Ausbildung zu beenden, wenn keine wichtigen 

Gründe dagegen sprechen würden. Als wichtige Gründe würden zwingende gesundheitliche 

Gründe oder auch die Empfehlung einer Fachstelle wie beispielswiese einer Ausbildungsstätte 

oder einer Berufsberatung gelten. Es solle somit der Anreiz geschaffen werden, vor Beginn der 

Ausbildung oder einem Wechsel entsprechende Eignungsabklärungen zu machen. Der erste 

Wechsel von der Berufslehre Polybauer mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) zur Be-

rufslehre Recyclist EFZ sowie der zweite Wechsel von der Berufslehre Recyclist EFZ zur At-

testlehre "Koch EBA" seien beide unbestritten. A____ habe demnach seine Ausbildung wieder-

holt gewechselt. Er mache für die beiden Wechsel keine wichtigen Gründe geltend. Der 

Beitragsanspruch bei einem wiederholten Wechsel sei nicht davon abhängig, ob die Auszubil-

denden jemals ein Gesuch um einen Ausbildungsbeitrag gestellt hätten oder nicht. 

 Würdigung 

Bei einem wiederholten Wechsel der Ausbildung besteht kein Beitragsanspruch mehr (Art. 14 

Abs. 3 ABG). 

A____ hat unbestrittenermassen sowohl die Lehre als Polybauer als auch die Lehre als Recyc-

list abgebrochen und damit zweimal – also wiederholt – die Ausbildung gewechselt (Beilage 

Lebenslauf zum Gesuch Ausbildungsbeitrag 2019/2020 [in den Vorakten] sowie Beschwerde). 

Der Wortlaut von Art. 14 Abs. 3 ABG nimmt keine Rücksicht auf die Gründe eines Ausbildungs-

wechsels und sieht entsprechend keine Ausnahmen vor, weshalb trotz wiederholtem Wechsel 

doch Ausbildungsbeiträge gewährt werden könnten. Insbesondere vor dem Hintergrund des 

Verhältnismässigkeitsprinzips rechtfertigt es sich aber, bestimmte Ausnahmen zuzulassen. Sol-

che müssen objektivierbar sein (insbesondere aufgrund des Gleichbehandlungsgebots gemäss 

Art. 8 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 

1999 [BV; SR 101] und Art. 10 der Verfassung des Kantons Bern vom 6. Juni 1993 [KV; BSG 

101.1]) und dürfen Art. 14 Abs. 3 ABG nicht zu weit ausdehnen (insbesondere aufgrund des 

Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern 

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Legalitätsprinzips gemäss Art. 5 Abs. 1 BV). Die Bildungs- und Kulturdirektion hat dafür in ihrer 

Rechtsprechung auf die Ausnahme der zwingenden gesundheitlichen Gründe gemäss Art. 14 

Abs. 2 ABG gegriffen (vgl. Entscheid der Bildungs- und Kulturdirektion 2019.ERZ.71935 vom 

18. Mai 2020, E. 2.2). Dies erscheint weiterhin sachgerecht, weshalb auch vorliegend davon 

ausgegangen wird. Weiter ist festzuhalten, dass entgegen der Auffassung der AAB die Emp-

fehlung einer Fachstelle keine Ausnahme im Sinne von Art. 14 Abs. 2 ABG darstellt (Art. 14 

Abs. 2 ABG und Tagblatt des Grossen Rates 2004, S. 661 f.). 

Wie A____ in seiner Beschwerde selber ausführt, hat er die beiden Ausbildungen nicht aus 

zwingenden gesundheitlichen Gründen abgebrochen. Weiter unterscheidet Art. 14 Abs. 3 ABG 

nicht, ob für die abgebrochenen Ausbildungen Ausbildungsbeiträge gewährt wurden oder nicht 

(Entscheid der Erziehungsdirektion 600.06/11 vom 8. August 2011, E. 2.2). Auch daraus kann 

A____ somit nichts zu seinen Gunsten ableiten. Zwar sind die vorgebrachten subjektiven Um-

stände, wonach A____ den Willen zeige, die Ausbildung abzuschliessen und er mit dem Lehr-

abschluss von der Sozialhilfe abgelöst werde, durchaus erfreulich. Im Rahmen der Prüfung 

eines allfälligen Anspruchs auf Ausbildungsbeitrage sind diese Umstände allerdings unbeacht-

lich. Die AAB verfügt diesbezüglich über keinen Ermessensspielraum. Somit ist auch diese 

Rüge unbegründet. 

Damit hat die AAB das Gesuch von A____ um einen Ausbildungsbeitrag für das Ausbildungs-

jahr 2019/2020 zu Recht abgelehnt, da dieser wiederholt die Ausbildung gewechselt hat. Die 

Beschwerde erweist sich als unbegründet und ist abzuweisen. 

 Verfahrenskosten 

Infolge Unterliegens im Beschwerdeverfahren hat A____ die Verfahrenskosten, bestimmt auf 

300 Franken, zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG in Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 der Verordnung 

vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung [GebV; BSG 154.21]). Sie 

werden separat in Rechnung gestellt 

Aus diesen Gründen entscheidet die Bildungs- und Kulturdirektion: 

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten des Verfahrens vor der Bildungs- und Kulturdirektion, bestimmt auf 300 Fran-

ken, werden A____ zur Bezahlung auferlegt. 

3. Zu eröffnen: 

- A____ (Einschreiben) 

- Amt für zentrale Dienste, Abteilung Ausbildungsbeiträge 
  

Bildungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern 

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und mitzuteilen: 

- Amt für zentrale Dienste, Abteilung Finanzdienstleistungen (zur Rechnungsstellung und 

Kontrolle des Zahlungseingangs) 

Die Bildungs- und Kulturdirektorin 

 

Christine Häsler 

Regierungsrätin 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit seiner Zustellung schriftlich und begründet 

beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, Speichergasse 

12, 3011 Bern, Beschwerde geführt werden