# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 137eaa60-2eed-5f85-99f5-d7d4e12b0ac0
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 16.03.2012 LB100058
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB100058_2012-03-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    

 
 

Geschäfts-Nr.: LB100058-O/U.doc 

 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. R. Klopfer, Vorsitzender, und Dr. G. Pfister,  

Ersatzoberrichterin lic. iur. R. Blesi Keller sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. K. Montani Schmidt 

Beschluss vom 16. März 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beklagte und Appellantin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

B._____,  
Klägerin und Appellatin 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Y._____ 

 

betreffend Forderung      
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 4. Abteilung, vom 
12. Juli 2010 (CG010042) 

- 2 - 

 

Rechtsbegehren (Urk. 2 S. 2): 

"1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin einen Schadener-
satz nebst Zins in einer nach richterlichem Ermessen festzuset-
zenden Höhe zu bezahlen. (Streitwert über Fr. 30'000.–) 

2. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine Genugtuung 
nebst Zins zu 5 % seit dem 20.6.1996 in einer nach richterlichem 
Ermessen festzusetzenden Höhe zu bezahlen. (Streitwert über 
Fr. 30'000.–) 

3. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass die Klägerin unter dem 
Titel Heilungskosten seit dem Unfall keine Forderungen gestellt 
hat und auch bei der Berechnung des künftigen Schadens die 
Heilungskosten nicht geltend macht. Diese bleiben vorbehalten, 
sofern sie nicht von einem andern, regressberechtigten Leis-
tungsträger übernommen werden.  

4. [ ... ] 
5. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen, einschliesslich der vor-

prozessualen Anwaltskosten, Fr. 1'200.– Kosten des hauswirt-
schaftlichen Gutachtens sowie der Weisungskosten, zulasten der 
Beklagten." 

 
 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich  
vom 12. Juli 2010 (Urk. 196): 

"1. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin Fr. 609'767.– zuzüg-
lich 5 % Zins ab 1. Juli 2010 sowie Fr. 63'265.– (Zins aufgerech-
net bis 30. Juni 2010) zu bezahlen. 

 Im Mehrumfang wird die Klage abgewiesen. 
2. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 67'500.– (Pauschal-

gebühr). Die weiteren Kosten betragen:  
 Fr. 15'209.10 Gutachterkosten 
 Fr. 40.– Zeugenentschädigung 
 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 
3. Die Kosten werden zu 3/4 der Beklagten und zu 1/4 der Klägerin 

auferlegt. Die von den Parteien geleisteten Kautionen und Bar-
vorschüsse sind an die auf die jeweilige Partei entfallenden  
Kosten anzurechnen. 

- 3 - 

4. Die Beklagte wird verpflichtet, der Klägerin eine reduzierte Pro-
zessentschädigung von Fr. 34'000.– zuzüglich 7.6 % MwSt. zu 
bezahlen. 

5. [Mitteilungssatz]  
6. [Rechtsmittelbelehrung]"  

 
 

Berufungsanträge: 

Der Beklagten und Appellantin (Urk. 200 S. 2): 
 

"1. Die Klage sei abzuweisen. 
 2. Eventualiter sei das erstinstanzliche Urteil aufzuheben und die 

Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 
 Beides unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der 

Klägerin/Appellatin." 
 

 
Der Klägerin und Appellatin (Urk. 203 S. 2): 
 

"Die Berufung sei abzuweisen. 
Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beklagten und 
Berufungsklägerin." 

 
 

Erwägungen: 

I. 

 1. Die Klägerin und Appellantin (fortan Klägerin) wurde am 20. Juni 1996 in 

C._____ auf der D._____strasse in der sogenannten "E._____-Kurve" in einen 

Verkehrsunfall verwickelt. Sie hatte vor einem Fussgängerstreifen angehalten, 

was der nachfolgende Autofahrer, F._____, zu spät bemerkte. Er bremste zwar 

noch, konnte aber nicht mehr verhindern, dass sein Fahrzeug gegen das Heck 

des stillstehenden Fahrzeugs der Klägerin prallte. Am 22. November 1998 erlitt 

die Klägerin in G._____ einen weiteren Verkehrsunfall, als in einer Fahrzeugko-

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lonne ein angetrunkener Lenker mit seinem Personenwagen ungebremst auf den 

Wagen der Klägerin auffuhr und dieser dadurch ins Heck des vor ihm stehenden 

Wagens geschoben wurde. Die Klägerin macht geltend, sie habe durch den Unfall 

vom 20. Juni 1996 ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule erlitten und leide 

seither unter verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden, welche sich trotz 

ärztlichen Behandlungen nicht nennenswert gebessert hätten. Für den aufgrund 

dieser gesundheitlichen Beeinträchtigungen erlittenen (bisherigen und zukünfti-

gen) Schaden (Erwerbsausfall [inklusive Rentenschaden] und Haushaltsschaden) 

habe die Beklagte und Appellatin (fortan Beklagte) als Haftpflichtversicherin des 

den ersten Unfall verursachenden F._____ einzustehen. Sodann habe ihr die Be-

klagte eine Genugtuung zu bezahlen.  

 2. Am 14. Februar 2001 hob die Klägerin vor Vorinstanz eine Klage über 

rund 1,3 Millionen Franken an (Urk. 2). Für den Verlauf des erstinstanzlichen Ver-

fahrens sowie die Behauptungen der Parteien vor Vorinstanz ist auf die entspre-

chenden Erwägungen im angefochtenen Urteil sowie die Akten zu verweisen 

(§ 161 GVG/ZH; Urk. 196 S. 3ff. und S. 7ff.).  

 3. Die Vorinstanz hat die Klage nach Durchführung eines Beweisverfahrens 

mit Urteil vom 12. Juli 2010 (teilweise) gutgeheissen und die Beklagte dazu ver-

pflichtet, der Klägerin Fr. 609'767.– zuzüglich 5 % Zins ab 1. Juli 2010 sowie 

Fr. 63'265.– (Zins aufgerechnet bis 30. Juni 2010) zu bezahlen. Im Mehrbetrag 

wies sie die Klage ab. Der Gesamtschaden wurde (zusammengefasst) wie folgt 

berechnet (Urk. 196 S. 67ff.): 
 

Erwerbsausfall Fr. 718'337.– 
Haushaltsschaden Fr. 178'065.– 
Genugtuung Fr. 60'000.– 
Total Gesamtschaden Fr. 956'402.– 
 
abzüglich bisherige IV-Leistungen Fr. 167'558.– 
abzüglich künftige IV-Leistungen Fr. 58'342.– 
abzüglich Akontozahlungen Fr. 121'000.– 
ungedeckter Schaden Fr. 609'767.– 
 

 4. Mit Eingabe vom 18. August 2010 erhob die Beklagte rechtzeitig Berufung 

(Urk. 193; Urk. 197). Die Berufungsbegründung datiert vom 29. September 2010 

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(Urk. 200), die Berufungsantwort vom 19. November 2010 (Urk. 203), die Beru-

fungsreplik vom 13. Dezember 2010 (Urk. 205) und die Berufungsduplik vom 

26. Januar 2011 (Urk. 207; Zustellung an Klägerin [Urk. 208]).  

 5. Die nichtangefochtenen Teile des Urteils werden mit der Stellung der Be-

rufungsanträge formell rechtskräftig. Nachdem die Klägerin die Abweisung des 

Fr. 609'767.– zuzüglich 5 % Zins ab 1. Juli 2010 sowie Fr. 63'265.– (Zins aufge-

rechnet bis 30. Juni 2010) übersteigenden Betrages in der Berufung nicht ange-

fochten hat, ist diese teilweise Klageabweisung mit Eingang der Berufungsantwort 

am 22. November 2010 (Urk. 203) in Rechtskraft erwachsen. Dies ist vorzumer-

ken.  

 6. Auf das vorliegende Berufungsverfahren finden weiterhin die Zivilpro-

zessordnung sowie das Gerichtsverfassungsgesetz des Kantons Zürich Anwen-

dung (Art. 404 Abs. 1 ZPO).  

 

II. 

 Die Beklagte haftet grundsätzlich für den Schaden, welcher der Klägerin 

durch den Verkehrsunfall vom 20. Juni 1996 verursacht worden ist (Art. 58 Abs. 1 

SVG i.V.m. Art. 65 Abs. 1 SVG). Die Klägerin hat zu beweisen, dass sie im Sinne 

der natürlichen Kausalität durch den Unfall verletzt wurde und ihr daraus ein 

Schaden entstand. Es wird ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen dem 

schädigenden Ereignis und dem Schaden vorausgesetzt. Die Beklagte kann sich 

von der Haftung befreien, indem sie beweist, dass der Unfall durch grobes Ver-

schulden der Klägerin verursacht wurde, ohne dass ihren Versicherungsnehmer 

ein Verschulden trifft (Art. 59 Abs. 1 SVG). Hat ein Verschulden der Klägerin beim 

Unfall mitgewirkt, so kann die Ersatzpflicht der Beklagten herabgesetzt werden 

(Art. 59 Abs. 2 SVG). Weiter kann sich die Beklagte im Rahmen der Schadener-

satzbemessung auf Herabsetzungsgründe berufen (Art. 43f. OR).  

 

- 6 - 

Gesundheitliche Beeinträchtigungen/ Kausalkette Unfall-Schaden  

 1. Es ist unbestritten, dass auf die vor Vorinstanz bei der Urteilsfällung noch 

im Streit liegenden Ansprüche (Erwerbsausfall ab 1. Juli 1996 und Haushalts-

schaden ab 1. August 1998) Akontozahlungen von Fr. 121'000.– anrechenbar 

sind (Urk. 196 S. 65ff.; Urk. 200 S. 2; Urk. 203 S. 3). Im Berufungsverfahren un-

bestritten blieb sodann, dass der Erwerbsschaden der Klägerin für ihre selbstän-

dige Tätigkeit bis 30. Juni 1999 Fr. 55'551.– beträgt und hierauf IV-Leistungen 

von total Fr. 26'716.– anzurechnen sind, womit ein Direktschaden von 

Fr. 28'835.– resultiert (Urk. 196 S. 40 und S. 68; Urk. 200 S. 3; Urk. 203 S. 3). Die 

Beklagte beruft sich in der Berufungsbegründung darauf, dieser Schaden sei 

durch die noch anrechenbaren Akontozahlungen abgegolten (Urk. 200 S. 3). Die 

Klägerin widersetzt sich dem nicht (Urk. 203 S. 3). Entsprechend ist diese Scha-

densposition "ausser Streit" gesetzt (Urk. 200 S. 3). Es kann offen bleiben, ob die 

Beklagte hierfür ersatzpflichtig war oder nicht. An die nunmehr noch strittigen 

Forderungen sind nur noch Fr. 92'165.– Akontozahlungen anrechenbar. Nicht zu 

prüfen ist somit, ob die Vorinstanz zu Recht davon ausging, die Beklagte habe un-

fallbedingte Gesundheitsschäden und die Arbeitsunfähigkeit der Klägerin sei bis 

und mit Juni 1999 anerkannt (Urk. 196 S. 21; Urk. 203 S. 3).  

 2. Die Vorinstanz kam gestützt auf die Arztberichte sowie insbesondere das 

von der H._____ am 9. Dezember 2003 erstellte interdisziplinäre medizinische 

Gutachten, bestehend aus einem rheumatologischen Hauptgutachten von PD Dr. 

med. I._____ (Urk. 79), einem neuropsychologischen Teilgutachten von Dr. phil. 

J._____ (Urk. 80), einem psychiatrischen Teilgutachten von Dr. med. K._____ 

(Urk. 81) und aus einem neurologischen Teilgutachten von Dr. med. L._____ 

(Urk. 82), zum Schluss, die Diagnose der behandelnden und begutachtenden Ärz-

te gehe im Grundsatz übereinstimmend dahin, dass die Klägerin an einem - nun-

mehr chronischen - Schmerzsyndrom leide. Es sei davon auszugehen, sie leide 

an einem zervikovertebralen und Zervikozephal-Syndrom bei Status nach Be-

schleunigungstrauma, einem Lumbovertebral-Syndrom bei Status nach Be-

schleunigungstrauma sowie einer leichten neuropsychologischen Funktionsstö-

rung nach HWS-Distorsions-trauma. Die Ursache für die Beschwerden der Kläge-

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rin liege überwiegend wahrscheinlich im Unfall vom 20. Juni 1996. Zwar sei die 

Zuordnung der Beschwerden zu einem der beiden Unfälle mit Unsicherheiten und 

Variationen behaftet, so dass sie nicht mit einer genügenden Sicherheit beziffert 

werden könne. Aufgrund der Aktenlage sei der zweite Unfall jedoch nicht derge-

stalt gewesen, dass er zu einer wesentlichen Verschlechterung des Vorzustandes 

geführt hätte (Urk. 196 S. 35ff.). 

 3.1. Die Beklagte übt in der Berufung - wie bereits vor Vorinstanz - Kritik am 

H._____-Gutachten. Es sei formell und inhaltlich mangelhaft. Es erfülle die Anfor-

derungen an ein beweistaugliches poly-/interdisziplinäres Gutachten nicht (Urk. 

200 S. 4 ff.; mit Verweis auf BGE 134 V 109 Erw. 9). Auf die geltend gemachten 

formellen Mängel ist vorab einzugehen.  

 3.2. Anlässlich der Vergleichsverhandlung vom 5. November 2002 einigten 

sich die Parteien darauf, vor der Eröffnung des förmlichen Beweisverfahrens ein 

vom Gericht in Auftrag zu gebendes interdisziplinär-medizinisches Gutachten zu 

den Beschwerden der Klägerin und der Ursächlichkeit der Unfälle einholen zu 

lassen (vorzeitige Beweisabnahme; Prot. Vi. S. 28). Die Person des Sachverstän-

digen bestimmt das Gericht. Es kann den Parteien Gelegenheit geben, Vorschlä-

ge zu unterbreiten (§ 172 Abs. 1 ZPO/ZH). Vorliegend haben sich die Parteien 

(auf Vorschlag der Klägerseite) auf die Einholung des Gutachtens bei der 

H._____ geeinigt (Prot. Vi. S. 28). In der Folge wurde Dr. I._____, vom H._____, 

vom Gericht als Hauptgutachter mit der Erstellung des Gutachtens beauftragt 

(Urk. 49; Urk. 57). Zu erstellen war ein interdisziplinäres Gutachten. Dr. I._____ 

war als Hauptgutachter berechtigt, die weiteren Experten beizuziehen (Urk. 57). 

Mit Schreiben vom 25. Februar 2003 teilte die Beklagte der Vorinstanz - unter an-

derem - mit, sie habe der Begutachtung durch die H._____ in der Annahme zuge-

stimmt, diese Stelle sei neutral. Wie sich aus dem Briefkopf der H._____ ergebe, 

setze sich die Gutachterstelle teilweise aus Mitgliedern zusammen, die zum "Be-

raterstab der Geschädigten-Anwälte" zu zählen seien. In casu habe sich der Neu-

rologe Dr. M._____ gemäss Arztbericht vom 29. September 1997 bereits als bera-

tender Arzt mit der Patientin befasst. Auch wenn Dr. N._____ mit dem neurologi-

schen Gutachten betraut würde, bliebe der Anschein der Befangenheit der 

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H._____ bestehen (Urk. 67 S. 2). Den Bedenken der Beklagten betreffend die 

Unabhängigkeit des neurologischen Gutachters wurde von der Vorinstanz in der 

Folge dadurch Rechnung getragen, dass sie mit der neurologischen Beurteilung 

Dr. L._____ von der Universitätsklinik O._____ betraute (Urk. 71). Für den Sach-

verständigen gelten die Ausstandsgründe von §§ 95 und 96 GVG/ZH (§ 173 Abs. 

2 ZPO/ZH). Die Beklagte bringt auch in der Berufung keine konkreten Aus-

schluss- oder Ablehnungsgründe gegen die am H._____ Gutachten beteiligten 

Sachverständigen vor. Allein aufgrund der Tatsache, dass sich die H._____ nach 

den Behauptungen der Beklagten mindestens teilweise (insbesondere Dr. 

M._____ und Dr. P._____) aus Gutachtern zusammen setze, die regelmässig 

Schleudertrauma-Patienten betreuen würden und - soweit ersichtlich - noch nie 

erklärt hätten, geklagte Beschwerden könnten auch andere Ursachen haben (Urk. 

200 S. 5), kann nicht auf eine Befangenheit der am H._____-Gutachten beteilig-

ten Gutachter und Gutachterinnen geschlossen werden.  

 3.3. Die Beklagte bringt weiter vor, die Instruktion der begutachtenden Neu-

rologin Dr. L._____ sei dem Hauptgutachter, Dr. I._____, überlassen worden. Es 

müsse bezweifelt werden, dass dieser der neurologischen Gutachterin alle Akten 

zugestellt habe. Jedenfalls erwähne Dr. L._____ in der von ihr ansonsten detail-

liert aufgeführten "Aktenlage" einschlägige medizinische Vorakten aus dem Zeit-

raum Mitte 1999 nicht (mit Verweis auf Urk. 88 S. 3 Ziff. 3). Unberücksichtigt habe 

sie insbesondere die Ermittlungsberichte vom 17. September 1999, 29. Februar 

2000 und 24. Mai 2000 über die tatsächliche Massagetätigkeit der Klägerin Ende 

1999/Anfang 2000 gelassen. Die Beurteilung der neurologischen Gutachterin be-

ruhe somit nicht auf vollständiger Kenntnis der Vorakten, sei formell mangelhaft 

und ohne Beweiswert (mit Verweis auf die entsprechende Rechtsprechung des 

eidgenössischen Versicherungsgerichts; Urk. 200 S. 5f.).  

Beim H._____-Gutachten handelt es sich um ein interdisziplinäres Gutachten. Es 

besteht aus Teilgutachten und einem Hauptgutachten. Die neurologische Teilgut-

achterin erwähnt den Bericht von Dr. Q._____ vom 23. März 1999 in ihrer Zu-

sammenfassung der Aktenlage nicht. Eben so wenig die Ermittlungsberichte der 

Beklagten (Urk. 82 S. 2ff.). Zu Recht führt die Vorinstanz diesbezüglich an, der 

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Hauptgutachter weise auf den Umstand, dass Dr. L._____ auf die Ermittlungsbe-

richte nicht eingehe, ausdrücklich hin und habe dies in seinem (Haupt-)gutachten 

berücksichtigt (Urk. 196 S. 32). Sodann behauptet die Beklagte nicht, dass dem 

Hauptgutachter der Bericht von Dr. Q._____ vom 23. März 1999 nicht vorgelegen 

habe. Hiervon ist auch nicht auszugehen, da das Aktenstück im Gutachtensauf-

trag des Gerichtes erwähnt wird (Urk. 13/15; Urk. 57). Damit sind alle im Recht 

liegenden ärztlichen Berichte ins Hauptgutachten eingeflossen. Folglich geht es 

fehl, dem H._____-Gutachten aufgrund formeller Mängel die Beweistauglichkeit 

absprechen zu wollen. Dem steht die vom eidgenössischen Versicherungsgericht 

entwickelte Rechtsprechung nicht entgegen (BGE 125 V 351 Erw. 3; BGE 134 V 

109 Erw. 9.5; Urteil 9C_185/2010 vom 16. August 2010 Erw. 3). Auf die Frage, ob 

das Hauptgutachten sowie die Teilgutachten inhaltliche Mängel aufweisen und zu 

überzeugen vermögen, wird nachfolgend einzugehen sein.  

 4.1. Die Klägerin macht geltend, sie habe durch den Unfall vom 20. Juni 

1996 ein Distorsionstrauma der Halswirbelsäule erlitten. Seither leide sie unter 

anderem unter den folgenden Beschwerden, welche sich trotz verschiedenen 

ärztlichen Behandlungen nicht nennenswert verbessert hätten: 
 

- Nackenschmerzen, die bei stereotypen Kopfhaltungen, bei Arbeiten über 
Kopf und beim Lastenheben zunehmen 

- Gedächtnis- und Konzentrationsschwächen 
- eingeschränkte HWS-Beweglichkeit 
- symmetrische Kopfschmerzen im Bereich der Frontoparietal-Region  
- Tinnitus.  
 

Die Beklagte bestritt vor Vorinstanz nicht, dass die Klägerin durch den Autounfall 

vom 20. Juni 1996 verletzt wurde. Hingegen stellte sie sich - wie auch in der Beru-

fung - auf den Standpunkt, die Klägerin könne ihre Tätigkeiten im Haushalt ab 

dem 1. August 1998 und als Masseurin (in Kombination mit der Kosmetik) spätes-

tens ab dem 1. Juli 1999 wieder wie vor dem Unfall ausüben. Die behaupteten 

Gesundheitsbeeinträchtigungen ab diesen Zeitpunkten bestreitet sie (Urk. 200 

S. 3; Urk. 205 S. 2).  

 4.2. Betreffend die ärztlichen Erhebungen der die Klägerin behandelnden 

Ärzte zu deren gesundheitlichen Beeinträchtigungen (Diagnosen und Befunde) 

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und dem Verlauf der Beschwerden kann auf die Ausführungen im angefochtenen 

Urteil verwiesen werden (§ 161 GVG/ZH; Urk. 196 S. 21ff. mit Verweis auf die je-

weiligen Aktenstücke). Ebenso kann mit Bezug auf die diesbezüglichen Wieder-

gaben aus den Gutachten des H._____ auf die Ausführungen im angefochtenen 

Urteil verwiesen werden (§ 161 GVG/ZH; Urk. 196 S. 27ff.). Gestützt auf diese 

Dokumente kam die Vorinstanz in einer überzeugenden Beweiswürdigung zum 

Schluss, die Klägerin leide an einem - nunmehr chronischen - Schmerzsyndrom. 

Es sei davon auszugehen, dass sie an einem zervikovertebralen und Zervikoze-

phal-Syndrom bei Status nach Beschleunigungstrauma, einem Lumbovertebral-

Syndrom bei Status nach Beschleunigungstrauma sowie einer leichten neuropsy-

chologischen Funktionsstörung nach HWS-Distorsionstrauma leide. Auf diese 

Ausführungen kann verwiesen werden (§ 161 GVG/ZH; Urk. 196 S. 35ff.). Die 

Beklagte hält dem in der Berufung denn auch nichts Stichhaltiges entgegen. Sie 

verweist in diesem Zusammenhang einzig auf die in ihrer Stellungnahme vom 

22. Januar 2004 gerügten Mängel (Urk. 200 S. 6). Es kann diesbezüglich auf die 

überzeugenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (§ 161 GVG/ZH; 

Urk. 196 S. 30 zur festgestellten leichten Funktionsstörung im neuropsychologi-

schen Gutachten). 

 5.1. Ein natürlicher Kausalzusammenhang ist gegeben, wenn das scha-

densstiftende Verhalten eine notwendige Bedingung (conditio sine qua non) für 

den eingetretenen Schaden ist, d.h. das fragliche Verhalten nicht weggedacht 

werden kann, ohne dass auch der eingetretene Erfolg entfiele bzw. nicht als in 

gleicher Weise bzw. zur gleichen Zeit als eingetreten gedacht werden könnte. 

Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausal-

zusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare 

Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereig-

nis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität 

der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht 

weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Stö-

rung entfiele. Soweit der Kausalzusammenhang nicht mit wissenschaftlicher Ge-

nauigkeit nachgewiesen werden kann, genügt, dass er als überwiegend wahr-

scheinlich erscheint. Dies ist zu verneinen, wenn nach den besonderen Umstän-

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den des Falles neben den behaupteten weitere Ursachen ebenso ernst in Frage 

kommen oder sogar näher liegen (Urteil 4A_444/2010 vom 22. März 2011, 

Erw. 2.). Im Urteil 4A_494/2009 vom 17. November 2009, Erw. 2.2., hielt das 

Bundesgericht sodann fest, die Rechtsprechung des Eidgenössischen Versiche-

rungsgerichts zur Beurteilung des natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen 

dem Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit ver-

lange nunmehr bei länger andauernden Beschwerden ohne organisch nachweis-

bare Funktionsausfälle neben der möglichst genauen und verifizierbaren Doku-

mentation des Unfallvorgangs eine erste genügende ärztliche Abklärung und dar-

über hinaus eine eingehende medizinische inter- bzw. polydisziplinäre Abklärung 

durch Gutachter, welche über zuverlässige Vorakten verfügten (mit Verweis auf 

BGE 134 V 109 Erw. 9.4 und 9.5 S. 124 f.). Dies werde damit begründet, dass 

Verletzungen der Halswirbelsäule klinisch untersucht, aber abgesehen von 

ossären Läsionen und dergleichen nicht bildgebend objektiviert werden könnten, 

weshalb den Angaben der versicherten Person über bestehende Beschwerden 

besondere Bedeutung zukomme, was aber auch ein Missbrauchspotenzial biete. 

Zudem könnten bei identischer Symptomatik die erhobenen Befunde aus dem Ka-

talog des für derartige Verletzungen als typisch erachteten Beschwerdebildes ge-

gebenenfalls auch nicht traumatischer Genese sein. Entsprechend seien an die 

Grundlagen für den Schluss auf das Vorliegen solcher Verletzungen hohe Anfor-

derungen zu stellen (mit Verweis auf BGE 134 V 109 Erw. 9 S. 122). Diese 

Grundsätze bezüglich der Tatfrage der natürlichen Kausalität könnten auch für 

haftpflichtrechtliche Fälle zur Anwendung gelangen, zumal insoweit - anders als 

bei der Rechtsfrage der Adäquanz - Gründe für eine unterschiedliche Handha-

bung im Sozialversicherungs- und Haftpflichtrecht nicht ersichtlich seien. Die ge-

nannten Kriterien sind somit auch im Haftpflichtrecht anwendbar.  

 5.2. Die Vorinstanz hat den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen 

dem Unfall vom 20. Juni 1996 und den erstellten fortdauernden gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen der Klägerin bejaht (Urk. 196 S. 36f.). Die Beklagte bestreitet 

diesen (Urk. 200 S. 3; Urk. 205 S. 2). 

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 5.3. Entgegen der Ansicht der Beklagten sind die ärztlichen Erhebungen im 

Zusammenhang mit der Prüfung der natürlichen Kausalität auch bei einer geltend 

gemachten persistierenden Symptomatik zu berücksichtigen und im Gesamtzu-

sammenhang zu würdigen (Urk. 200 S. 4f.), so wie dies die Vorinstanz zu Recht 

getan hat. Auf die festgehaltenen Auszüge aus den ärztlichen Berichten im ange-

fochtenen Urteil und die Erwägungen der Vorinstanz zum Beizug der Berichte als 

Beweismittel kann verwiesen werden (§ 161 GV/ZH; Urk. 196 S. 21ff. und S. 35). 

Gestützt auf diese Akten ist belegt, dass eine eingehende medizinische Abklärung 

der Klägerin stattgefunden hat. Die Berichte stammen von Ärzten, welche die 

Klägerin jeweils persönlich betreut und untersucht haben. Keine der Parteien be-

zweifelt, dass es vorliegend an einer richtigen Erstabklärung gefehlt hat. Die Be-

richte bejahen, sofern sie sich dazu äussern, dass die darin aufgeführten Be-

schwerden auf den Unfall vom 20. Juni 1996 zurückzuführen sind (§ 161 

GVG/ZH; Urk. 196 S. 21ff. mit Verweis auf die jeweiligen Aktoren).  

 5.4. Umstritten ist - wie bereits erwähnt - die Beweistauglichkeit des 

H._____-Gutachtens. Auf die Einwendungen formeller Natur wurde bereits einge-

gangen.  

Dr. I._____ führt im rheumatologischen Hauptgutachten auf die Frage 4 (Sind die 

Gesundheitsstörungen der Patientin ab 1. Juli 1999 auf die Unfälle vom 20. Juni 

1996 und/oder 22. November 1998 (ausschliesslich oder teilweise) zurückzufüh-

ren [Falls die Frage nicht mit Sicherheit beantwortet werden kann; mit welchem 

Grad der Wahrscheinlichkeit (überwiegend wahrscheinlich, möglich, nicht wahr-

scheinlich)]? Wie hoch sind die Anteile der jeweiligen Unfälle am gesundheitlichen 

Beschwerdebild?) an, zum jetzigen Zeitpunkt könne man realistisch nur das Ge-

samtbeschwerdebild nach den beiden Unfällen beurteilen. Eine Differenzierung 

betreffend die einzelnen Unfälle sei mit einer solchen Unsicherheit und Variation 

behaftet, dass sie nicht mit einer genügenden Sicherheit beziffert werden könne. 

Aufgrund der Aktenlage sei der zweite Unfall aber nicht dergestalt, dass er zu ei-

ner wesentlichen Verschlechterung des Vorzustandes geführt hätte (Urk. 79 S. 6). 

Die Frage 5 (Falls der oder die Unfälle nur teilweise die Ursache der Gesund-

heitsstörung darstellt/en, welche unfallfremden Faktoren wirken mit? Wenn ja, in 

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welchem Unfang? Hätten diese unfallfremden Faktoren auch ohne das/die Unfall-

ereignis/se vom 20. Juni 1996 bzw. 22. November 1998 aus ihrer eigenen Dyna-

mik mit Sicherheit oder hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Einschränkung der Ar-

beitsfähigkeit geführt?) beantwortete er dahingehend, die Gesundheitsstörungen 

der Patientin seien auf die beiden Unfälle zurückzuführen (Urk. 79 S. 7).  

Er bejaht damit die natürliche Kausalität zwischen dem Unfall vom 20. Juni 1996 

und den heute noch vorliegenden gesundheitlichen Beschwerden der Klägerin. 

Drittursachen schliesst er aus. Der Unfall vom 20. Juni 1996 stellt für ihn zumin-

dest eine Teilursache für die heutigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen dar. 

Eine Differenzierung betreffend die beiden Unfälle nimmt er nicht vor. Dennoch ist 

gemäss ihm eine (wesentliche) Verschlechterung der bereits im Zeitpunkt des 

zweiten Unfalls am 22. November 1998 vorliegenden gesundheitlichen Be-

schwerden durch den zweiten Unfall nicht erfolgt. Diese Aussagen stehen entge-

gen der Ansicht der Beklagten nicht im diametralen Widerspruch zu den Ausfüh-

rungen der Erstellerin des neurologischen Teilgutachtens (Urk. 200 S. 6). Dr. 

L._____ führte auf die Frage 4 an, die Beschwerden der bis zum Unfallzeitpunkt 

gesunden und leistungsfähigen Patientin seien aufgrund der zeitlichen Abfolge 

und der typischen klinischen Symptomatik aus ihrer Sicht auf das Unfallereignis 

vom 20. Juni 1996 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zurückzuführen. Bei 

Eintreten des zweiten Unfalles vom 22. November 1998 sei es mit grosser Wahr-

scheinlichkeit bereits zu einer Chronifizierung der Beschwerden gekommen und 

es sei fraglich, ob über die passagere akute Verschlechterung hinaus das zweite 

Unfallereignis noch entscheidend zur langfristig eingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

der Patientin beigetragen habe (Urk. 82 S. 13). Auch die Gutachterin nimmt eine 

exakte Aufteilung der Anteile an den heutigen Beschwerden auf die beiden Unfäl-

le nicht vor, äussert sich aber dahingehend, dass mit "grosser Wahrscheinlichkeit" 

bereits durch den ersten Unfall eine Chronifizierung eingetreten sei. Anders äus-

sert sich im Inhalt auch der Hauptgutachter nicht, mag er hierzu auch eine andere 

Wortwahl getroffen haben und sich nicht so konkret wie die Gutachterin Dr. 

L._____ ausgedrückt haben. Beide Sachverständigen gehen übereinstimmend 

davon aus, dass der Unfall vom 20. Juni 1996 (zumindest) die wesentliche Teilur-

sache für die heute noch andauernden gesundheitlichen Beeinträchtigungen dar-

- 14 - 

stellt und schliessen einen relevanten Vorzustand oder Drittursachen aus (vgl. 

Urk. 82 S. 13f. insbesondere Frage 5). Dieses Ergebnis deckt sich denn auch mit 

den Feststellungen im neuropsychologischen Teilgutachten. So führt Dr. J._____ 

an, die im Gutachten dargestellten neuropsychologischen Funktionsstörungen 

seien überwiegend wahrscheinlich dem ersten Unfall zuzuordnen. Nach dem 

zweiten Unfall habe sich die Lebensstruktur nur unwesentlich geändert (Urk. 80 

S. 4).  

Die Gutachterin Dr. L._____ hat sich sodann bei der Beurteilung der natürlichen 

Kausalität nicht allein auf die zeitliche Abfolge sowie die typische klinische Symp-

tomatik abgestützt (Urk. 200 S. 6). Vielmehr hat sie insbesondere den Unfallher-

gang der beiden Unfälle sowie die dabei mutmasslich auf die Klägerin wirkenden 

Kräfte und bestehende Vorzustände mitberücksichtigt. Ihr Entscheid ist genügend 

begründet (Urk. 82 S. 13). Insofern kann auch die dahingehende Kritik, dass der 

Hauptgutachter seine Beurteilung der Kausalität medizinisch nicht begründet ha-

be, nicht gehört werden (Urk. 200 S. 6). Der Hauptgutachter stützt sich bei seinen 

Ausführungen - wie eingangs seines Gutachtens erwähnt - auf die erstellten Teil-

gutachten (Urk. 79 S. 1). Eine Wiederholung sämtlicher darin angeführten Er-

kenntnisse im Hauptgutachten ist nicht notwendig.  

Das H._____-Gutachten weist bezüglich der Beantwortung respektive der Ab-

handlung der Frage der natürlichen Kausalität zwischen dem Unfall vom 20. Juni 

1996 und den erwiesenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Klägerin kei-

ne inhaltlichen Mängel auf. Es ist darauf abzustellen.  

 5.5. Gestützt auf die ärztlichen Erhebungen der die Klägerin behandelnden 

Ärzte sowie die Schlussfolgerungen der H._____-Gutachten ist mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Unfall vom 20. Juni 1996 - zu-

mindest - eine Teilursache der heute bei der Klägerin vorliegenden gesundheitli-

chen Beeinträchtigungen bildet. Ein gesundheitlicher Vorzustand, welcher die Be-

schwerden allein verursacht haben könnte oder auch nur beeinflusst, wird von der 

Beklagten nicht geltend gemacht. Die Erstellung eines biomechanischen Gutach-

tens hat die Beklagte nie beantragt. Sie geht gestützt auf die von ihr erstellte Un-

fallanalyse bezüglich des ersten Unfalls von einer kollisionsbedingten Geschwin-

- 15 - 

digkeitsänderung (Delta-v) am Personenfahrzeug der Klägerin von minimal 6,5 

und maximal 11,0 km/h aus (Urk. 2 S. 17; Urk. 4/5; Urk. 11 S. 25). Damit wird die 

(umstrittene) in der Rechtsprechung des Sozialversicherungsrechts definierte 

Harmlosigkeitsgrenze für bloss banale Unfälle der kollisionsbedingten Geschwin-

digkeitsänderung des vom Unfall betroffenen Fahrzeuges von 10 km/h überschrit-

ten. Es sind somit neben dem Unfall vom 20. Juni 1996 (und allenfalls, die Frage 

muss an dieser Stelle nicht abschliessend beurteilt werden, im Sinne einer weite-

ren Teilursache, dem Unfall vom 22. November 1998) keine weiteren Ursachen 

ersichtlich, welche ebenso ernst in Frage kämen oder sogar näher liegen würden, 

die erwiesenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Klägerin verursacht zu 

haben. Die natürliche Kausalität zwischen den festgestellten Beschwerden und 

dem Unfall vom 20. Juni 1996 ist zu bejahen.  

 

Schadensberechnung 

Erwerbsschaden 

 1. Die Klägerin war im Zeitpunkt des Unfalls vom 20. Juni 1996 als selbstän-

dige Masseurin tätig. Sie betrieb zwei Praxen; R._____ und S._____. Ab Mai 

1998 liess sich die Klägerin zur Kosmetikerin umschulen, um fortan ihr Angebot in 

den Praxen diesbezüglich erweitern zu können. Soweit bekannt und unbestritten, 

schloss die Klägerin die Praxis in R._____ per 30. September 2000. Sie arbeitete 

- soweit bekannt und unbestritten - fortan im Verkauf (Urk. 2 S. 16).  

 2. Der Erwerbsschaden umfasst die finanziellen Nachteile, welche die Klä-

gerin dadurch erleidet, dass sie zufolge ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen 

nicht mehr oder nur noch teilweise arbeiten kann. Er ergibt sich aus der Differenz 

zwischen dem, was die Klägerin ohne Unfall verdient hätte (Valideneinkommen) 

und dem, was sie auch mit dem Unfall noch realisiert oder realisieren könnte (In-

valideneinkommen). Massgebend ist somit die Verminderung der Erwerbsfähig-

keit. Der Invaliditätsschaden muss soweit als möglich konkret nachgewiesen sein. 

Der Richter hat vom medizinischen (abstrakten) Invaliditätsgrad auszugehen und 

dessen Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit des Geschädigten zu ermitteln.  

- 16 - 

 3. Im Rahmen der Schadensberechnung berechnete die Vorinstanz den bis-

herigen (bis zum 30. Juni 2010) und zukünftigen Erwerbsschaden der Klägerin. 

Sie ging dabei von einer selbständigen Erwerbstätigkeit der Klägerin bis und mit 

Juni 1999 aus (Urk. 196 S. 37ff.). Hernach sei davon auszugehen, dass die Klä-

gerin - sofern es ihr nicht gelungen wäre, aus den Massagepraxen ein existenzsi-

cherndes Einkommen zu erzielen - ihre Selbstständigkeit auch ohne den Unfall 

Mitte 1999 aufgegeben und in ein Angestelltenverhältnis gewechselt hätte, wobei 

sie zunächst zu einem Pensum von 70 % und nach dem 16. Geburtstag ihres 

jüngsten Sohnes im Juni 2000 ab 1. Juli 2000 zu 100 % gearbeitet hätte (Urk. 196 

S. 45). Die Vorinstanz legte den Validenlohn der Klägerin auf Fr. 4'500.– brutto 

monatlich (inkl. Anteil 13. Monatslohn) respektive Fr. 54'000.– pro Jahr fest 

(Urk. 196 S. 47). Die Arbeitsfähigkeit der Klägerin wurde sowohl als Masseurin als 

auch als Kosmetikerin auf 50 % festgesetzt (Urk. 196 S. 37). Unter Berücksichti-

gung der Rechtsprechung zur Restarbeitsfähigkeit wurde das Invalideneinkom-

men auf 30 % des hypothetischen Valideneinkommens, mithin Fr. 18'000.– brutto 

pro Jahr festgesetzt (Urk. 196 S. 47f.). Zur Ermittlung des Netto-Erwerbsausfalles 

wurden "12,7 % Arbeitnehmerbeiträge Altersvorsorge" (AHV 4,2 % und BVG 8,5 

%) in Abzug gebracht (Urk. 196 S. 50).  

 4. Der Erwerbsausfall der Klägerin basierend auf der selbständigen Er-

werbstätigkeit als Masseurin (und nach der erfolgten Umschulung auch als Kos-

metikerin) bis und mit Juni 1999 steht nunmehr ausser Streit (vgl. S. 6 Ziff. 1). Es 

erübrigen sich Ausführungen hierzu.  

 5.1. Die Beklagte wendet ein, die Vorinstanz nehme zu Unrecht ab Mitte 

1999 ein aus unselbständiger Tätigkeit resultierendes hypothetisches Validenein-

kommen an (Urk. 200 S. 9f.). 

 5.2. Der Schaden ist soweit möglich konkret zu berechnen. Für die Scha-

densberechnung massgeblicher Zeitpunkt ist der Urteilstag der letzten kantonalen 

Instanz, die noch neue Tatsachen berücksichtigen kann (Brehm, BK, Allgemeine 

Bestimmungen, Die Entstehung durch unerlaubte Handlungen Art. 41 - 61 OR, 

3. Auflage, Bern 2006, N 7 zu Art. 42). Der bis dahin angefallene Schaden wird 

als bisheriger, der noch anfallende als zukünftiger Schaden bezeichnet. Der nicht 

- 17 - 

ziffernmässig nachweisbare Schaden ist nach Ermessen des Richters mit Rück-

sicht auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge und auf die vom Geschädigten ge-

troffenen Massnahmen abzuschätzen (Art. 42 Abs. 2 OR). Die Norm findet entge-

gen der Ansicht der Beklagten (Urk. 200 S. 9) nicht nur auf die Berechnung des 

zukünftigen Schadens Anwendung. Vielmehr setzt die Anwendung von Art. 42 

Abs. 2 OR die Unmöglichkeit des Beweises durch eine zahlenmässige Berech-

nung, die sich auf reale Daten stützen könnte, voraus (Brehm, a.a.O., N 47 zu Art. 

42 OR). Die Beweiserleichterung ist gegeben, wenn ein strikter Beweis nach der 

Natur der Sache nicht möglich ist (BGE 130 III 321/324). Die Klägerin wendet zu 

Recht ein, sie sei nicht in der Lage, einen strikten Beweis dafür zu erbringen, wie 

ihr Leben verlaufen wäre, wäre sie nicht gerade durch den Unfall vom 20. Juni 

1996 daran gehindert worden, ihren Lebensweg zu verfolgen (Urk. 203 S. 6f.). So 

wird denn gestützt auf Art. 42 Abs. 2 OR die Wahrscheinlichkeit der Aufnahme ei-

ner Erwerbstätigkeit der Hausfrau ermittelt. Folglich ist die Norm auch dann her-

anzuziehen, wenn es zu klären gilt, ob die Geschädigte ihre Arbeitstätigkeit aus-

geweitet, die Branche gewechselt oder eine (un-)selbständige Erwerbstätigkeit 

aufgenommen hätte. Bezüglich der bei der Anwendung von Art. 42 Abs. 2 OR zu 

beachtenden Grundsätze kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz 

verwiesen werden (§ 161 GVG/ZH; Urk. 196 S. 41f.). Es sei hier nochmals er-

wähnt, dass dabei auch die Änderung des Scheidungsrechts, welche Frauen 

vermehrt zur Erwerbstätigkeit verpflichtet, sowie die neueren gesellschaftlichen 

Entwicklungen in die allgemeine Lebenserfahrung miteinfliessen.  

 5.3. Hingegen befreit Art. 42 Abs. 2 OR den Geschädigten nicht davon, dem 

Richter die Tatsachen, die als Anhaltspunkte für die Entstehung und die Höhe des 

geltend gemachten Schadens in Betracht kommen, anzugeben und dafür Bewei-

se anzubieten (Brehm, a.a.O., N 50 zu Art. 42 OR). Die Klägerin hat in der Klage-

begründung ihren beruflichen Werdegang sowie ihre nebenberuflichen Tätigkeiten 

bis zum Unfall im Juni 1996 geschildert (Urk. 2 S. 11f.). Die Behauptungen blie-

ben unbestritten (Urk. 11 S. 15). Weiter führte sie aus, sie habe sich bereits im 

Jahre 1995 Gedanken darüber gemacht, ob sich der Aufwand eines eigenen Ge-

schäftsbetriebes mit zwei Praxen lohne, wo sie eine wöchentliche Präsenz von 40 

bis 50 Stunden aufweise, ohne wesentlichen Betriebserfolg. Ihr Ziel, Menschen 

- 18 - 

mit Beschwerden durch eine kompetente Massagebehandlung Linderung zu ver-

schaffen, hätte sie gleichermassen auch in einem Angestelltenverhältnis errei-

chen können: Zudem habe ihre persönliche Situation ab 1997 erfordert, dass sie 

ihre berufliche Tätigkeit nicht "l'art pour l'art", sondern zum Zwecke der Einkom-

menserzielung ausübe. Es sei mit dem Bericht T._____ davon auszugehen, dass 

sie spätestens Mitte 1999 ihren Geschäftsbetrieb eingestellt und eine Teilzeitan-

stellung im Umfang von 70 % angetreten hätte. Dabei wäre sie auf das Büro zu-

rückgekehrt, wo sie Erfahrungen besessen und den Anschluss schnell wiederge-

funden hätte. Sobald der Sohn U._____ 16 Jahre alt geworden wäre, hätte sie 

diese Anstellung (wie in ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit) auf ein Pensum von 

über 40 Stunden, d.h. eine vollzeitliche Tätigkeit ausgedehnt (Urk. 2 S. 14). Dem 

hielt die Beklagte - im Wesentlichen - entgegen, die Annahmen der Klägerin zur 

Art ihrer Tätigkeit ab Mitte 1999, zum Umfang, in dem sie diese ausgeübt hätte, 

zu dem dabei mutmasslich erzielbaren Verdienst und schliesslich zur Feststel-

lung, dass sie diese Pläne nun unfallbedingt nicht mehr verwirklichen könne, sei-

en reine Spekulation. Zudem widersprächen sie den von der Klägerin gegenüber 

der IV gemachten Erklärungen (Urk. 11 S. 19f.). Unbestritten blieb damit die bei 

der Klägerin seit 1997 vorliegende (geänderte) persönliche Situation. Unbestritten 

blieb insbesondere deren Aussage anlässlich der persönlichen Befragung vom 6. 

Juni 2001, sie lebe seit dem 1. Januar 1998 faktisch (damals noch nicht gericht-

lich) von ihrem Ehemann getrennt (Prot. Vi S. 15). Als Spekulation bestritten wer-

den die angeblich damals gemachten weiteren Lebenspläne. Genau diese sind 

nun aber gestützt auf den Werdegang und den bisherigen Lebensweg der Kläge-

rin sowie ihre familiäre Situation im Rahmen von Art. 42 Abs. 2 OR abzuschätzen. 

Dies hat die Vorinstanz getan. Fehl geht daher der Einwand der Beklagten in der 

Berufung, die Vorinstanz habe ihrem Entscheid tatsächliche Überlegungen zu-

grunde gelegt, welche von der Klägerin nicht behauptet worden seien (Urk. 200 S. 

9). Bezüglich des von der Vorinstanz gezogenen Schlusses, dass davon auszu-

gehen sei, dass die Klägerin - sofern es ihr nicht gelungen wäre, aus den Massa-

gepraxen ein existenzsicherndes Einkommen zu erzielen - ihre Selbständigkeit 

auch ohne den Unfall Mitte 1999 aufgegeben und in ein Angestelltenverhältnis 

gewechselt hätte, wobei sie zunächst zu einem Pensum von 70 % und nach dem 

- 19 - 

16. Geburtstag ihres jüngsten Sohnes im Juni 2000 ab 1. Juli 2000 zu 100 % ge-

arbeitet hätte, kann auf deren zutreffende und überzeugenden Erwägungen ver-

wiesen werden (§ 161 GVG/ZH; Urk. 196 S. 43ff. Ziff. 2.3.4.). Dem steht die 

Äusserung der Klägerin gegenüber dem Berufsberater der IV, sie wolle als selb-

ständige und nicht als angestellte Masseurin arbeiten, nicht entgegen, da diese 

nach dem Unfall erfolgte, folglich zu einem Zeitpunkt, als die Pläne der Klägerin 

bereits durchkreuzt worden waren.  

 5.4. Das von der Vorinstanz für eine unselbständige Tätigkeit festgesetzte 

(hypothetische) Valideneinkommen von jährlich brutto Fr. 37'000.– (bei einer 

70 % Anstellung) und von Fr. 54'000.– brutto ab 1. Juli 2000 (Urk. 196 S. 45ff.) 

blieb in der Berufung unbestritten. Es ist davon auszugehen. 

 6.1. Als Nächstes ist das Invalideneinkommen zu ermitteln. Darunter fallen 

diejenigen Einkünfte, die der Geschädigte trotz seiner Beeinträchtigung erzielte 

oder hätte erzielen können. Dies sind die aufgrund der Restarbeitsfähigkeit erziel-

ten oder erzielbaren Einkünfte sowie die kongruenten Sozialleistungen. Das Inva-

lideneinkommen ist umstritten. Hingegen blieben die von der Vorinstanz in Abzug 

gebrachten IV-Leistungen in der Berufung unbestritten.  

 6.2. Die Vorinstanz ging von einer Restarbeitsfähigkeit und einem Invaliden-

einkommen von 30 % des hypothetischen Validenlohnes, mithin brutto 

Fr. 18'000.– pro Jahr, respektive Fr. 1'500.– pro Monat aus; dies ab 1. Juli 1999 

bis zum Rechnungstag (30. Juni 2010). Sie setzte somit sowohl zur Berechnung 

des bisherigen Schadens als auch des zukünftigen Schadens ein Invalidenein-

kommen von Fr. 1'500.– pro Monat ein (Urk. 196 S. 47f.).  

 6.3. Zur Berechnung der Restarbeitsfähigkeit erfolgt regelmässig eine medi-

zinische Schätzung durch einen Experten. Wie bereits erwähnt, hat der Richter 

vom medizinischen Invaliditätsgrad auszugehen und dessen Auswirkungen auf 

die Erwerbsfähigkeit des Geschädigten zu ermitteln. Da der Arzt am besten in der 

Lage ist zu beurteilen, welche Bewegungen oder Bewegungsabläufe beeinträch-

tigt sind, ist es wünschenswert, dass er den Beruf des Geschädigten bei der Beur-

teilung der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit miteinbezieht. Entschädigt wird 

- 20 - 

nicht die Arbeitsunfähigkeit als solche, sondern deren finanzielle Folgen. Die Klä-

gerin macht eine bisherige sowie andauernde Arbeitsunfähigkeit geltend. Dauert 

die Arbeitsunfähigkeit an, ist einerseits der bis zum Urteilszeitpunkt bereits einge-

tretene Schaden konkret zu berechnen und andererseits der künftige Schaden 

vom Urteilstag an zu kapitalisieren. Dabei ist grundsätzlich das tatsächlich erzielte 

Invalideneinkommen massgeblich, und zwar unabhängig davon, ob die Verwer-

tung der Resterwerbsfähigkeit (in Zukunft) möglich und zumutbar ist (Landolt, 

Zürcher Kommentar, N 617 zu Art. 46 OR).  

 6.4. Die Beklagte beanstandet in der Berufung zu Recht, da es sich bei der 

Festlegung des Invalideneinkommens für den Zeitraum von Mitte 1999 bis zum 

Rechnungstag (30. Juni 2010) nicht um einen künftigen Schaden handle, obliege 

es der Klägerin, ihn aufgrund von tatsächlichen Gegebenheiten im verflossenen 

Zeitraum konkret und substanziiert nachzuweisen (Urk. 200 S. 10). Die Klägerin 

hat somit zu behaupten und (falls bestritten) zu beweisen, was sie in diesem Zeit-

raum effektiv für ein Einkommen erzielt hat. An diesen Behauptungen fehlt es. Die 

letzten Behauptungen der Klägerin zu diesem Themenbereich finden sich in der 

Klagebegründung vom 12. Februar 2001, in welcher eine Berechnung des Scha-

dens per angenommenem Rechnungstag 1. Januar 2001 vorgenommen wurde. 

Die Klägerin selbst führte an, die "nachfolgende Bezifferung des Schadens erfol-

ge, um die Schadenersatzforderung rahmenmässig umschreiben zu können. Sie 

werde aber diesen Rahmen im Laufe des Prozesses ändern müssen, weil das 

Ende des Prozesses bzw. das Datum des Urteils der letzten kantonalen Instanz 

nicht vorausgesagt werden könne" (Urk. 2 S. 21). Dies trifft zu. Es muss daher der 

Klägerin Gelegenheit eingeräumt werden, konkrete Behauptungen zu ihren bis 

zum Rechnungstag erzielten Einkünfte aufzustellen. Es spielt daher keine Rolle, 

dass die Beklagte im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens tatsächlich nie gel-

tend gemacht hat, das tatsächlich erzielte Resterwerbseinkommen der Klägerin 

liege über demjenigen, welches ihr im Rahmen ihrer Schadenminderungspflicht 

haftpflichtrechtlich im Umfang der ihr verbliebenen Restarbeitsfähigkeit zuzumu-

ten und anzurechnen wäre (Urk. 203 S. 6f.). Es obliegt der Klägerin, diesbezüg-

lich zuerst einmal konkrete Zahlen zu liefern. Erst hernach können Bestreitungen 

und Gegenbehauptungen erfolgen.  

- 21 - 

 6.5.1. Wäre dem Geschädigten bis zum Urteilszeitpunkt sowie in Zukunft die 

Erzielung eines höheren Einkommens möglich und zumutbar, ist auf das zumut-

bare Invalideneinkommen abzustellen (Landolt, a.a.O., N 617 zu Art. 46 OR). Die 

allfällige Schadensminderungspflicht der geschädigten Person wirkt sich bei bei-

den Berechnungsmethoden (konkret zu berechnender Schaden bis zum Urteils-

zeitpunkt [bisheriger Schaden] und die soweit als möglich konkrete Berechnung 

des künftigen Schadens aufgrund einer Prognose) dahingehend aus, dass das 

Invalideneinkommen entsprechend erhöht bzw. bei tatsächlichem Fehlen von 

Einkommen in der Vergangenheit ein solches aufgrund des vorgängig bestimmten 

Grades der Erwerbsfähigkeit in die Schadensberechnung eingesetzt wird (Urteil 

4C.170/2005 vom 22. Juni 2004 Erw. 2.2. = Pra 2005 Nr. 20). 

 6.5.2. Wie bereits erwähnt, liess sich die Klägerin ab Mai 1998 zur Kosmeti-

kerin umschulen, um fortan ihr Angebot in den Praxen erweitern zu können. So-

weit bekannt und unbestritten, schloss die Klägerin die Praxis in R._____ per 

30. September 2000. Sie arbeitete fortan im Verkauf (Urk. 2 S. 16). Gestützt auf 

das H._____-Hauptgutachten von Dr. I._____ geht die Vorinstanz von einer Ar-

beitsfähigkeit der Klägerin ab 1. Juli 1999 und andauernd sowohl als Masseurin 

als auch als Kosmetikerin in selbständiger oder unselbständiger Tätigkeit von 50 

% aus (Urk. 196 S. 36f. und 68). Die Klägerin akzeptiert die ermittelte Arbeitsun-

fähigkeit in der Berufung. Die Beklagte bestreitet sie (Urk. 200 S. 3 und 7f.; Urk. 

205 S. 2).  

 6.5.3. Vorab sei erwähnt, dass die Beklagte nie geltend gemacht hat, die 

Klägerin sei in der soweit bekannten und unbestrittenen ab September 2000 ef-

fektiv ausgeübten Tätigkeit im Verkauf weniger eingeschränkt als bei einer Tätig-

keit als Kosmetikerin und/oder Masseurin (Urk. 11 S. 20ff.). Es muss daher nicht 

abgeklärt werden, inwieweit die Klägerin in diesem Beruf eingeschränkt ist, weil 

nicht behauptet wird, unter diesen Umständen wäre ihr ein höheres Einkommen 

anzurechnen, als sie als Kosmetikerin/Masseurin erzielen könnte. Sodann hat die 

Beklagte nie behauptet, die Klägerin hätte eine weitere Umschulung vornehmen 

müssen. Zu prüfen ist daher einzig, wie hoch das Einkommen ist, welches der 

Klägerin als Kosmetikerin und/oder Masseurin in einer selbständigen oder un-

- 22 - 

selbständigen Tätigkeit zumutbar gewesen wäre und inskünftig sein wird. Dabei 

ist wie erwähnt auf den medizinischen Invaliditätsgrad abzustellen und gestützt 

hierauf und weitere Aspekte - wie sie die Vorinstanz zu Recht herangezogen hat 

(Urk. 196 S. 48) - zu ermitteln, wie hoch die Restarbeitsfähigkeit der Klägerin ist, 

ob damit eine selbständige Praxis aufrecht hätte gehalten werden können, mit 

welcher die Klägerin ein höheres als das von ihr effektiv erzielte Einkommen hätte 

generieren können, oder ob die Klägerin in einer unselbständigen Tätigkeit als 

Masseurin und/oder Kosmetikerin ein höheres als das tatsächlich realisierte Inva-

lideneinkommen hätte erzielen können.  

 6.5.4.1. Gestützt auf das H._____-Hauptgutachten von Dr. I._____ schloss 

die Vorinstanz auf eine ab 1. Juli 1999 andauernde Arbeitsunfähigkeit der Kläge-

rin als Masseurin und Kosmetikerin von 50 %; dies in selbständiger oder unselb-

ständiger Tätigkeit (Urk. 196 S. 36f. und 68). Betreffend die Ausführungen in den 

H._____-(Teil-)gutachten kann vorerst auf die Wiedergabe im angefochtenen Ent-

scheid verwiesen werden (§ 161 GVG/ZH; Urk. 196 S. 21ff.). 

 6.5.4.2. Betreffend die von der Beklagten bereits vor Vorinstanz angebrach-

ten Beanstandungen zum H._____-Hauptgutachten sowie den Teilgutachten (in-

haltlicher Natur; Urk. 200 S. 6 Ziff. 3.3. mit Verweis auf Urk. 88) kann auf die zu-

treffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (§ 161 GVG/ZH; aus 

neuropsychologischer Sicht, Urk. 196 S. 30f.; aus neurologischer Sicht, Urk. 196 

31ff.). 

 6.5.4.3. Die Beklagte wendet weiter ein, die Neurologin Dr. L._____ habe 

nicht alle Vorakten zur Kenntnis genommen und - soweit einschlägig - in ihre Be-

urteilung einbezogen. Dies sei umso gravierender, als die neurologische Fach-

richtung die wichtigste medizinische Disziplin zur Beurteilung von HWS-

Distorsionsfolgen sei. Wenn der Hauptgutachter Dr. I._____, als Rheumatologe, 

die auf unvollständiger Aktenkenntnis beruhende Beurteilung der Neurologin - of-

fensichtlich ohne Rücksprache mit ihr - mit einer summarischen Begründung nach 

eigenem Gutdünken korrigiere, könne nicht mehr von einer seriösen poly- bzw. in-

terdisziplinären Begutachtung gesprochen werden, welche den Anforderungen 

der neueren Rechtsprechung genüge (Urk. 200 S. 7). Die Einschätzung der Ar-

- 23 - 

beitsunfähigkeit als Masseurin bzw. Kosmetikerin durch den Hauptgutachter mute 

als willkürlich an (Urk. 200 S. 6). Weiter moniert die Beklagte, die Gutachter äus-

serten sich nicht zur Frage, inwiefern zur Haushaltführung bzw. Berufsausübung 

notwendige Körperfunktionen durch die angegebenen Beschwerden derart beein-

trächtigt seien, dass sie der Klägerin anhaltend nicht mehr zugemutet werden 

könnten, weil sie unüberwindbare Schmerzen verursachten und/oder ihre Ge-

sundheit weiter gefährden würden (Urk. 200 S. 8). 

 6.5.4.4. Die Neurologin Dr. L._____ beurteilte die Arbeitsunfähigkeit der Klä-

gerin als selbständige und unselbständige Masseurin mit je 100 % (Urk. 82 S. 14); 

dies gestützt auf die Anamnese, die geschilderten aktuellen Beschwerden sowie 

die erhobenen Untersuchungsbefunde (Urk. 82 S. 7ff.). Der Hauptgutachter Dr. 

I._____ führte an, bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sei bei den chronischen 

Schmerz-Patienten immer wieder eine schwierige Frage, wie häufig pro Woche 

Belastungen von den Patienten durchgehalten werden könnten und wie viel sich 

an den folgenden Tagen eine Schmerzverstärkung zeige. Die Tatsache, dass die 

Klägerin offensichtlich Patienten habe behandeln und nachher noch gemeinsam 

ein Essen in einem Restaurant habe einnehmen können [ein Verweis auf den Er-

mittlungsbericht der Beklagten vom 24. Mai 2000; Urk. 4/36], spreche gegen eine 

schwere Funktionsstörung, wie wir [die Gutachter] sie zuweilen bei Schleuder-

trauma-Patienten sehen würden. Aufgrund der Aktenlage und der Untersu-

chungsbefunde sei die Patientin sicher zu 50 % als Masseurin arbeitsfähig und 

könne in der restlichen Zeit auch die Haushaltarbeiten erledigen (Urk. 79 S. 6). 

Bei der Beantwortung der Frage 6 führte der Gutachter sodann an, aufgrund der 

Beobachtungen, welche von Patienten 1999 und 2000 durchgeführt worden seien 

[ein Verweis auf die Ermittlungsberichte der Beklagten; Urk. 4/34-36] wie auch 

aufgrund der Tatsache, dass die Geschädigte noch in der Lage gewesen sei, eine 

Ausbildung als Kosmetikerin durchzuführen, sei bei ihr eine 50 %-ige Arbeitsfä-

higkeit als Masseurin anzunehmen (Urk. 79 S. 7). Das neuropsychologische Gut-

achten äussert sich nicht zu einer allfälligen Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 

der Klägerin (Urk. 80). Gemäss psychiatrischem Teilgutachten ist die Klägerin 

aufgrund der psychischen Situation zu 100 % arbeitsfähig (Urk. 81 S. 9). 

- 24 - 

Die Arbeitsunfähigkeit als Kosmetikerin hat die Neurologin Dr. L._____ sowohl als 

selbständig als auch als unselbständig Erwerbende auf 33 % festgelegt. Das 

Pensum sollte jedoch auf 5 Tage verteilt werden. Weiter sollte der Geschädigten 

die Möglichkeit zu Erholungspausen einberaumt werden (Urk. 82 S. 14). Der 

Hauptgutachter hielt hierzu fest, die Geschädigte müsse auch als Kosmetikerin 

Zwangshaltungen einnehmen. Auch in dieser Situation sei "eine 50 %-ige Arbeits-

fähigkeit sicher anzunehmen" (Urk. 79 S. 7). 

Der Hauptgutachter hat somit die Feststellungen der Neurologin betreffend des 

Grades der Arbeitsunfähigkeit der Klägerin sowohl als Masseurin (Senkung von 

100 % auf 50 %) als auch als Kosmetikerin (Steigerung von 33 % auf 50 %) korri-

giert. Bezüglich der Tätigkeit als Masseurin geschah dies offensichtlich gestützt 

auf die der Gutachterin Dr. L._____ wohl in der Tat nicht vorgelegenen Ermitt-

lungsberichte der Beklagten. Den Grad der Arbeitsfähigkeit als Kosmetikerin beur-

teilte der Hauptgutachter anders als die Neurologin, weil die Geschädigte auch 

bei dieser Arbeit Zwangshaltungen einnehmen müsse.  

 6.5.4.5. Der Hauptgutachter sowie die Neurologin haben offensichtlich die in 

Frage stehenden beruflichen Tätigkeiten der Klägerin als Masseurin und/oder 

Kosmetikerin in ihre Beurteilung der Arbeitsfähigkeit aus medizinischer Sicht mit-

einbezogen. Im Rahmen der Untersuchungsbefunde hält die Neurologin insbe-

sondere die schmerzbedingte eingeschränkte In- und Reklination der HWS sowie 

deren schmerzbedingte Rotationseinschränkungen fest. Beschrieben werden so-

dann bei der Anamneseerhebung aufgetretene Unschärfen bei der zeitlichen 

Schilderung der Ereignisse sowie zum Teil lückenhafte Erinnerung (Urk. 82 

S. 10). Auch der Hauptgutachter beschreibt im Rahmen "Status Bewegungsappa-

rat" die schmerzbedingte Einschränkung der HWS-Beweglichkeit. Im Rahmen der 

Beurteilung hält er fest, dass die Beschwerden der Klägerin "klassischerweise" 

belastungsabhängig seien. Die Klägerin klage über Begleit-Symptome, wie ver-

mehrte Schmerzen unter Stress, Schwindel, Vergesslichkeit und Konzentrations-

probleme. Die radiologischen Veränderungen seien diskret. Die Schmerzen wür-

den hingegen nicht parallel gehen mit den pathologischen anatomischen Verän-

derungen am Skelett. Die aufgetretenen Schlafstörungen seien als indirekte Folge 

- 25 - 

des Unfalls anzusehen. Weit im Vordergrund der neuro-psychologischen Funkti-

onsstörung würden die visuellen Schwierigkeiten mit Verschwommensein, visuel-

len Explorationsschwierigkeiten und daraus folgenden schwankenden Leistungen 

sowie leicht erschwertes Lernen und leicht reduzierter Gedächtnisabruf stehen. 

Weiter sei eine kognitive Ermüdbarkeit und reduzierte kognitive Dauerbelastbar-

keit, vor allem bei komplexer Informationsverarbeitung, zu beobachten (Urk. 79 S. 

3ff.). Die leichte neuro-psychologische Funktionsstörung wurde von Dr. J._____ 

mittels Tests erstellt (Urk. 80).  

Die Neurologin kam nun gestützt auf ihre Feststellungen zum Schluss, die Kläge-

rin sei als Masseurin zu 100 % arbeitsunfähig und als Kosmetikerin zu 33 %. Frei-

lich geschah dies, ohne dass sie im Teilgutachten beschreibt, ob und inwieweit 

die Klägerin bestimmte mit den beiden Berufsausübungen verbundene Arbeits-

vorgänge noch ausführen kann. Mithin fehlt es an einer Beschreibung der konkre-

ten Auswirkungen der verletzungsbedingten Funktionsdefizite der Klägerin (wie 

beispielsweise die Einschränkung der Rotation der HWS) auf ihre Tätigkeit als 

Masseurin bzw. Kosmetikerin. Dies wäre hingegen notwendig gewesen. So muss 

der Zustand der Klägerin aus medizinischer Sicht in der Weise geklärt sein, dass 

beurteilt werden kann, inwieweit sie in ihrem Beruf noch arbeitsfähig ist, d.h. ob 

und inwieweit sie bestimmte Arbeitsvorgänge noch ausführen kann. Diese konkre-

te Beschreibung ist vor allem im Hinblick darauf notwendig, dass für das Gericht 

nachvollziehbar sein muss, inwieweit die Klägerin bei ihrer Tätigkeit als Masseurin 

weitergehenden Einschränkungen unterliegt als wenn sie als Kosmetikerin arbei-

tet. Denn könnte man aus der von der Neurologin festgestellten 100 %-igen Ar-

beitsunfähigkeit als Masseurin sinngemäss noch ableiten, die Gutachterin gehe 

davon aus, es sei der Klägerin aufgrund der festgestellten schmerzbedingten Ein-

schränkung der Rotation sowie der Schmerzen in der HWS und den Funktionsstö-

rungen überhaupt nicht mehr möglich, Haltungen und Bewegungen einzunehmen 

und die notwendige Konzentration aufzubringen, die für die Massage einer Per-

son notwendig sind, kann ein solcher Schluss mit Bezug auf die Tätigkeit als 

Kosmetikerin nicht gezogen werden. Das Teilgutachten weist hier eine mangel-

hafte Begründung auf.  

- 26 - 

 6.5.4.6. Der Hauptgutachter hat (allein) mit dem Hinweis darauf, dass die 

Tatsache, dass die Klägerin offensichtlich Patienten behandeln und nachher noch 

gemeinsam ein Essen in einem Restaurant einnehmen konnte, was gegen eine 

schwere Funktionsstörung spreche (Urk. 79 S. 6), die Arbeitsunfähigkeit der Klä-

gerin als Masseurin gegenüber den Feststellungen der Neurologin gesenkt 

(100 % auf 50 %). Die von der Teilgutachterin festgestellte Arbeitsunfähigkeit als 

Kosmetikerin erhöhte er - mit dem Hinweis auf die Einnahme von Zwangshaltun-

gen über längere Zeit - von 33 % auf 50 % (Urk 79 S. 7). Auch der Hauptgutach-

ter unterlässt es, abgesehen davon, dass die Einnahme von Zwangshaltungen 

über längere Zeit nicht mehr möglich sei, die konkreten Auswirkungen der verlet-

zungsbedingten Funktionsdefizite der Klägerin zu beschreiben.  

 6.5.4.7. Für das Gericht ist nicht nachvollziehbar, wieso allein die Tatsache, 

dass die Klägerin an einem Tag im Mai 2000 zwei Patienten nacheinander be-

handelt und in der Folge noch auswärts ein Nachtessen eingenommen hat, aus 

medizinischer Sicht dazu führt, dass trotz der im Kern an sich gleichen Beurtei-

lung der Einschränkungen der Klägerin im Bereich der HWS sowie des Vorliegens 

einer leichten neuro-psychologischen Funktionsstörung, der Hauptgutachter die 

Arbeitsfähigkeit der Klägerin als Masseurin gegenüber der Einschätzung der Neu-

rologin um 50 % erhöht. Zumal die Erhöhung soweit ersichtlich ohne Rücksprache 

mit Dr. L._____ geschah. Auch bezüglich der Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 

als Kosmetikerin bestehen unüberwindbare Differenzen zwischen den Gutach-

tern. So führte Dr. L._____ an, das Pensum sollte über 5 Tage verteilt und der 

Klägerin die Möglichkeit von Erholungspausen einberaumt werden (Urk. 82 S. 

14). Obwohl wie bereits erwähnt, Ausführungen zu den konkreten Auswirkungen 

der verletzungsbedingten Funktionsdefizite der Klägerin fehlen, kann man wohl 

erahnen, dass die Aufteilung sowie Ruhepausen notwendig sind, weil die Klägerin 

bei der Ausübung der Tätigkeit Haltungen einnehmen muss, welche die Schmer-

zen verstärken resp. hervorrufen. Mithin berücksichtigte die Gutachterin anfallen-

de "Zwangshaltungen". Gestützt auf die Tatsache, dass auch bei der Kosmetik 

"Zwangshaltungen" anfallen würden, reduziert nun aber der Hauptgutachter die 

Arbeitsfähigkeit der Klägerin als Kosmetikerin gegenüber der Neurologin von 67 

% auf 50 %. Soweit ersichtlich nahm er auch diesbezüglich keine Rücksprache 

- 27 - 

mit Dr. L._____. Diese Vorgehen vermögen nicht zu überzeugen. Das H._____-

Gutachten weist insoweit Mängel auf. Es wäre eingehender abzuklären, welche 

konkreten Auswirkungen welche verletzungsbedingten Funktionsdefizite der Klä-

gerin auf welche Tätigkeiten in den Berufen Masseurin und Kosmetikerin haben. 

Hierzu hätten wohl die Gutachter befragt werden können (mündliche Ergänzung 

respektive Erläuterung des Gutachtens; § 181 ZPO/ZH). So hätten auch allfällige 

Divergenzen in den Beurteilungen der Gutachter geklärt werden können. Ob dies 

nunmehr, rund 8 Jahre nach Erstellung der Gutachten, noch möglich sein wird, 

oder ob zu diesen Punkten ein neues Gutachten einzuholen ist, wird zu klären 

sein.  

Kommt hinzu, dass die Beklagte in der Klageantwort geltend machte, massge-

bend für die Beurteilung der Arbeits-/Erwerbsunfähigkeit sei das Invalidenein-

kommen im invaliditätsangepassten Beruf, in casu also als Teilzeit-Masseurin und 

Kosmetikerin. In der Kombination sei die Klägerin zu 100 % arbeits- und erwerbs-

fähig. Hierfür anerbot sie ein "Arbeitsmedizinisches (nicht bloss medizinisches) 

Gutachten" als Beweis an (Urk. 11 S. 14f.).  

Nun geht zwar sowohl aus dem Hauptgutachten von Dr. I._____ als auch dem 

Gutachten L._____ an sich klar hervor, dass sich die Beurteilung der Arbeitsfä-

higkeit der Klägerin jeweils darauf bezieht, dass diese einerseits voll als Masseu-

rin oder andererseits voll als Kosmetikerin arbeitet. Kein Gutachter geht davon 

aus, die Klägerin sei bei einer Tätigkeit in Kombination von Massage und Kosme-

tik zu 100 % arbeitsfähig. Der Hauptgutachter weist hier klar auf die Kompensati-

on der Schmerzen an den folgenden Tagen hin (Urk. 79 S. 6). Dr. L._____ führt 

bei den Erwägungen zur Arbeitsfähigkeit als Kosmetikerin an, das Pensum sollte 

über fünf Tage verteilt werden und der Klägerin sollte die Möglichkeit von Erho-

lungspausen einberaumt werden (Urk. 82 S. 14).  

Hingegen ist zu beachten, dass sich die Parteien anlässlich der Vergleichsver-

handlung vom 5. November 2002 darauf einigten, vor der Eröffnung des förmli-

chen Beweisverfahrens ein vom Gericht in Auftrag zu gebendes interdisziplinär-

medizinisches Gutachten zu den Beschwerden der Klägerin und der Ursächlich-

keit der Unfälle einholen zu lassen. Sie formulierten die Fragen. Beide Parteien 

- 28 - 

erklärten hinsichtlich des im Zusammenhang mit dem Gutachten stehenden The-

mas sämtliche Beweise bezeichnet zu haben (Prot. Vi. S. 29). Die Vorinstanz 

kommt zu Recht zum Schluss, aus dem Verfahrensverlauf und der Protokollnotiz 

hinsichtlich der abschliessenden Bezeichnung der Beweise könne nicht geschlos-

sen werden, die Parteien hätten anlässlich der Vergleichsverhandlung ihre Be-

weismittel abschliessend benannt. Vielmehr müsse die Protokollnotiz objektiv ge-

sehen so verstanden werden, dass die Parteien bis zu diesem Verfahrenspunkt 

alle Beweismittel genannt hätten. Die in den Rechtschriften genannten Beweismit-

tel wären daher folgerichtig auch zu berücksichtigen gewesen. Soweit die von der 

Beklagten genannten weiteren Beweismittel tauglich seien, seien sie somit in die 

Beweiswürdigung miteinzubeziehen (Urk. 196 S. 12f.).  

Mit der Beklagten ist davon auszugehen, dass ein arbeitsmedizinisches Gutach-

ten mitunter weitergehende Erkenntnisse mit Bezug auf den Grad der Arbeitsfä-

higkeit der Geschädigten als ein medizinisches, wenn auch polydisziplinäres, 

Gutachten liefern kann, da es auf einer fachmedizinischen Evaluation der funktio-

nellen Leistungsfähigkeit in der konkret ausgeübten beruflichen Tätigkeit basiert 

(Urk. 200 S. 7). So ist die Arbeitsmedizin das Fachgebiet der Medizin, das sich 

mit der Untersuchung, Bewertung, Begutachtung und Beeinflussung der Wech-

selbeziehungen zwischen Anforderungen, Bedingungen und Organisation der Ar-

beit sowie dem Menschen, seiner Gesundheit, seiner Arbeits- und Beschäfti-

gungsfähigkeit und seinen Krankheiten befasst. Entgegen den Ausführungen der 

Vorinstanz ist es nun aber nicht die Aufgabe der Beklagten, dem Gericht darzule-

gen, inwiefern ein arbeitsmedizinisches Gutachten gegenüber einem "normalen" 

medizinischen Gutachten, welches sich auch zur Arbeitsfähigkeit der Klägerin in 

ihren angestammten Berufen äussere, weitere Erkenntnisse bringen könnte 

(Urk. 196 S. 13), sondern es ist die Aufgabe des Gerichts im Sinne einer - allen-

falls antizipierten Beweiswürdigung - darzulegen, inwieweit davon ausgegangen 

werden kann, dass vorliegend ein arbeitsmedizinisches Gutachten keine weiter-

gehenden Erkenntnisse zum relevanten Beweisthema erbringen kann.  

 7. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es vorliegend zur Berechnung 

des Invalideneinkommens vorab an den Behauptungen der Klägerin zu ihren ef-

- 29 - 

fektiven Einkünften bis zum Urteilstag fehlt. Weiter wird zur Festlegung eines der 

Klägerin allfällig anrechenbaren zumutbaren Invalideneinkommens deren Arbeits-

fähigkeit als Masseurin und/oder Kosmetikerin noch eingehender zu klären sein. 

Erst hernach kann bestimmt werden, inwiefern sie ihre Restarbeitsfähigkeit hätte 

verwenden können und dies nicht getan hat, und was für ein Einkommen daraus 

hätte erzielt werden können und müssen. Diesbezüglich wird zu berücksichtigen 

sein, dass dies wie dargelegt auf die Tätigkeit der Klägerin als Masseurin oder 

Kosmetikerin zu geschehen hat. Mithin fehlt es vorliegend an der Erstellung für 

die Fällung eines Urteils notwendigen wesentlichen Sachverhaltselementen. Das 

Urteil der Vorinstanz ist aufzuheben. Hebt die Berufungsinstanz ein erstinstanzli-

ches Urteil auf, kann sie das Verfahren zur Neubeurteilung an die erste Instanz 

zurückweisen (§ 270 ZPO/ZH). Dabei steht es weitgehend im Ermessen der Beru-

fungsinstanz, ob sie selbst einen neuen Entscheid fällt oder das Verfahren zur Er-

gänzung und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist 

(Frank/Sträuli/Messmer, Kommentar zur zürcherischen Zivilprozessordnung, N 3 

zu § 270 ZPO/ZH). Eine Rückweisung kommt namentlich dann in Frage, wenn 

sich - wie hier - die Durchführung eines Beweisverfahrens sowie eine eingehen-

dere Substanziierung gewisser Sachverhaltselemente als notwendig erweist. Mit-

hin ist das Verfahren zur Ergänzung und zu neuer Entscheidung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. 

 8. Es sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass das Bundesgericht 

es bis anhin abgelehnt hat, die sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung zu 

den somatoformen Schmerzstörungen im Haftpflichtrecht anzuwenden. Für die-

ses Rechtsgebiet entschied das Bundesgericht in BGE 4A_45/2009 vom 25. März 

2009, dass auch eine somatoforme Schmerzstörung einen invalidisierenden 

Schmerz mit anhaltender Arbeitsunfähigkeit unterhalten könne, was im Gegen-

satz zur Rechtsprechung des eidgenössischen Versicherungsgericht steht, nach 

welcher eine somatoforme Schmerzstörung per se noch keine invalidisierende 

Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat (Überwindbarkeitspraxis). Die sozialrechtliche 

Abteilung des Bundesgerichts hat diese Rechtsprechung im BGE 136 V 279 (Ur-

teil 5C_510/2009 vom 30. August 2010) auch für die Folgen einer HWS-

Verletzung ohne organisch/strukturelle Befunde als anwendbar erklärt (vgl. hierzu 

- 30 - 

Markus Schmid, Keine Übernahme der sozialversicherungsrechtlichen Adä-

quanzkriterien ins Haftpflichtrecht, Urteil des Obergerichts des Kantons Thurgau 

vom 31. März 2011, HAVE 2011, S. 252). Es bestehen keine Anzeichen dafür, 

dass die zivilrechtliche Abteilung des Bundesgerichts ihre Meinung diesbezüglich 

ändern würde. So blieb die zum Grundsatzentscheid BGE 136 V 279 von den 

beiden sozialrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts ebenfalls eingeladene 

1. Zivilrechtliche Abteilung aus Lausanne der Urteilsfindung mit der Begründung 

fern, dass diese Thematik die Zivilverfahren nicht betreffe (Markus Schmid, 

a.a.O., S. 252). Weiter hat das Bundesgericht, 1. Zivilrechtliche Abteilung, die 

Überwindbarkeitspraxis in der Urteilsbegründung des Urteils 5A_540/210 vom 8. 

Februar 2011, in welchem es ebenfalls um die Folgen eines Schleudertraumas 

ohne organisch/strukturelle Befunde ging, mit keinem Wort erwähnt. Ebensowenig 

machte es dies anlässlich der öffentlichen Urteilsberatung (Bruno Häfliger, HWS-

Distorsionstrauma: Beweiswert eines unfalldynamischen/biomechanischen Gut-

achtens, Urteil des Bundesgerichtes 4A_540/2010 vom 8. Februar 2011, HAVE 

2011, S. 152). Es stellt somit keinen Mangel des Gutachtens dar, wenn sich die 

Gutachter nicht dazu äussern, "ob und inwieweit eine allenfalls bestehende Rest-

symptomatik mit zumutbarer Willensanstrengung überwindbar" ist (Urk. 200 S. 7). 

Offen bleiben kann sodann, ob der Klägerin nach heutiger Rechtsprechung noch 

eine IV-Rente zugesprochen würde oder nicht (Urk. 205 S. 2; Urk. 207 S. 2).  

 9. Es sei nachfolgend trotz der Rückweisung noch auf einige weitere Punkte 

der Schadensberechnung sowie der Voraussetzungen für die Zusprechung von 

Schadenersatz eingegangen.  

 

Rentenschaden 

 1. Mit der Vorinstanz ist davon auszugehen, dass ein allfälliger Rentenscha-

den der Klägerin nach der sog. konkreten Methode bzw. der Rentenausfall-

Methode zu berechnen ist. Somit sind von den hypothetischen Altersleistungen 

die finanzierten Renten zu subtrahieren. Grundlage der hypothetischen Altersleis-

tungen bildet das bisherige und das mutmassliche Valideneinkommen (Urk. 196 

S. 50f.). Hiervon gehen auch die Parteien aus.  

- 31 - 

 2. Zu beachten wird sein, dass die Ausführungen der Klägerin in der Replik 

(Urk. 29 S. 14) entgegen der Ansicht der Vorinstanz bestritten sind (Urk. 32 S. 13; 

mutmassliches Einkommen im Rentenalter, mutmassliche Altersrenten ohne Un-

fall, tatsächliche Altersrente und keine BVG-Rente). Es ist die Klägerin, die in ihrer 

Stellungnahme zu den Noven in der Duplik auf die entsprechende Bestreitung der 

Beklagten hin ausführen liess, die Beklagte habe recht, dass die hypothetischen 

Altersrenten (ebenso wie die tatsächlichen) auch vom Einkommen des Eheman-

nes während der (absehbar beschränkten) Ehedauer abhängen würden. Sie sehe 

sich allerdings nicht in der Lage, diese Altersrenten heute mit Bestimmtheit zu be-

rechnen, weswegen sie an ihrer Berechnung in der Replik festhalte (Urk. 39 S. 3). 

Sieht sich schon die Klägerin ausser Stande eine detaillierte Berechnung der tat-

sächlichen und mutmasslichen Renten vorzunehmen, kann dies nicht von der Be-

klagten verlangt werden. Es ist die Klägerin, welche Kenntnis darüber hat, wie 

hoch ihre geleisteten AHV-Beiträge sind etc. Es wird an der Vorinstanz liegen, zu 

entscheiden, ob sie die Behauptungen der Klägerin als genügend substanziiert 

erachtet, um zum Beweis zu verstellen, allenfalls eine Nachsubstanziierung zu er-

folgen hat oder von ungenügenden Behauptungen auszugehen ist. Zu beachten 

wird sodann sein, dass bei der Abschätzung der "mutmasslichen Altersrenten oh-

ne Unfall" zwar auf statistische Daten abgestellt werden kann. Hingegen obliegt 

es der Klägerin, soweit möglich die Tatsachen darzulegen, welche zur Wahl der 

auf ihren konkreten Fall richtigen Statistik führen (selbständigerwerbend bis zum 

49. Altersjahr, hernach zu 70 % und ab Juli 2000 zu 100 % im angestellten Ver-

hältnis, nunmehr geschieden).  

 

Haushaltschaden 

 1. Es ist unbestritten, dass die Gesuchstellerin vor dem Unfall einen Haus-

halt geführt hat. Ihr oblag die Hauptarbeit im Haushalt. Der Haushaltschaden ist 

bis und mit 31. Juli 1998 anerkanntermassen definitiv erledigt. Das Gericht kann 

den für die Erledigung des Haushalts erforderlichen Aufwand ohne gesundheitli-

che Beeinträchtigung abstrakt ausschliesslich gestützt auf statistische Daten fest-

legen. Es kann dabei auf die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) 2004 

- 32 - 

abstellen. Wie die Vorinstanz korrekt festhielt, ist aufgrund der Möglichkeit, nach 

Statistiken vorzugehen, die Behauptungslast der Geschädigten in Bezug auf den 

Stundenaufwand zwar geringer. Sie kann sich aber nicht damit begnügen, selbst 

eine Statistik anzurufen. Vielmehr hat sie diejenigen Tatsachen darzulegen, die 

zur Wahl der geeigneten Statistik führen. Mithin obliegt es der Klägerin die Tatsa-

chen nachzuweisen, welche zur Wahl der richtigen SAKE Tabelle führen 

(Urk. 196 S. 54).  

 2. Bei der SAKE wird eine Differenzierung nach den Kriterien Geschlecht 

des/r Geschädigten, Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, Alter und Er-

werbstätigkeitspensum der haushaltführenden Person sowie des Alters des jüngs-

ten Kindes vorgenommen. Das mutmassliche Ausmass der Erwerbsarbeit der 

Klägerin ohne den Unfall wurde vorab ermittelt (vgl. S. 17ff.). Die von der Klägerin 

behaupteten Wohnverhältnisse eines Dreipersonenhaushaltes in einem ehemali-

gen Bauernhaus bis Ende 1996, der sich ab dem Januar 1998 in einen Zweiper-

sonenhaushalt mit dem Sohn U._____ reduziert habe, welcher mutmasslich bis 

2004 bestehe, wurde von der Beklagten nicht bestritten. Das Alter der Klägerin in 

den jeweiligen Perioden, ihr Geschlecht sowie das Geburtsdatum von U._____ 

sind bekannt. Gestützt auf diese Fakten hat die Vorinstanz die anzuwendende 

Tabelle der Sake bestimmt. Dieses Vorgehen ist korrekt. Damit hat die Vorinstanz 

jedoch - entgegen der Ansicht der Beklagten - genügend erläutert, inwiefern die 

statistischen Daten mehr oder weniger der Situation im konkreten Einzelfall ent-

sprechen (Urk. 200 S. 12). Die Beklagte hat nie behauptet, der Haushalt der Klä-

gerin habe von diesen statistischen Daten abgewichen. Es ist darauf abzustellen. 

Es kann auf die tabellarische Aufstellung der Vorinstanz betreffend der auszuge-

henden Wochenstunden verwiesen werden (§ 161 GVG/ZH; Urk. 196 S. 57). Dem 

steht nicht entgegen, dass die Parteien bei der Abgeltung des Haushaltschadens 

bis Juli 1998 einen Aufwand für die Hausarbeit von 3 Stunden täglich als ange-

messen erachteten (Urk. 200 S. 11). Zu Recht wendet die Klägerin ein, sie habe 

dies im vorliegenden Prozess nie behauptet und könne nicht darauf behaftet wer-

den (Urk. 203 S. 8).  

- 33 - 

 3. Der von der Vorinstanz angewendete Stundenlohn von Fr. 27.– pro Stun-

de (ohne Ferienzuschlag und daher während 52 Wochen pro Jahr) blieb in der 

Berufung unbestritten (Urk. 196 S. 57f.).  

 4. Die Vorinstanz schloss, die Einschränkung der Klägerin im Bereich der 

Haushaltsarbeiten betrage (dauerhaft) 20 % (Urk. 196 S. 37, 58 und 69f.). Die 

Klägerin akzeptiert dies in der Berufung (Urk. 203 S. 7f.). Die Beklagte anerkennt 

in der Berufung eine Einschränkung von 20 % gestützt auf das H._____-

Gutachten bis und mit 1. August 2010 (Urk. 200 S. 11f.). Die Kritik in der Berufung 

an den H._____-Gutachten richtet sich denn auch primär gegen die im Hauptgut-

achten festgestellte Arbeitsunfähigkeit und nicht gegen die behaupteten Ein-

schränkungen in der Haushaltsführung (Urk. 200 S. 6ff.). Wieso "ab 01.08.10 (14 

Jahre nach dem Unfall !) […] angesichts der vielfältigen Einsatzbereitschaft der 

Klägerin" aus medizinischer Sicht plötzlich "nicht mehr von einer nennenswerten 

unfallkausalen Arbeitsunfähigkeit im 1 Personen-Haushalt" auszugehen sein soll, 

bleibt unerklärlich. Dem kann denn auch nicht gefolgt werden. Vielmehr ist auf-

grund des Gutachtens sowie der ärztlichen Erhebungen erstellt, dass die Klägerin 

(ab dem 1. August 1998) dauerhaft zu 20 % in der Haushaltsführung einge-

schränkt war und sein wird (Urk. 79 S. 7, Urk. 82 S. 14). Bezüglich der Einschrän-

kungen im Haushalt führen sowohl der Hauptgutachter als auch die Neurologin 

die konkret eingetretenen Auswirkungen der verletzungsbedingten Funktionsdefi-

zite an (Urk. 79 S. 6; Urk. 82 S. 14). Die Einschränkungen sind für das Gericht 

daher nachvollziehbar und es liegt in diesem Punkt kein mangelhaftes Gutachten 

vor.  

 5. Im neuen Entscheid zu beachten wird sein, dass die Klägerin in der Beru-

fung zu Recht geltend macht, bei der Bestimmung des Haushaltsführungsscha-

dens sei nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung der Ersatzlohn bis zum Errei-

chen des Rentenalters um 1 % jährlich zu steigern (Urk. 203 S. 9; BGE 132 III 

321 Erw. 3).  

 6. Anzumerken ist sodann, dass die Beklagte in der Berufungsbegründung 

einen (weiteren) Haushaltschaden von Fr. 30'000.– anerkannt hat und diesen als 

durch die Akontozahlungen abgegolten erklärt (Urk. 200 S. 12).  

- 34 - 

 

Adäquater Kausalzusammenhang  

 1. Vorausgesetzt ist neben dem natürlichen auch ein adäquater Kausalzu-
sammenhang. Ein Ereignis gilt als adäquate Ursache eines Erfolgs, wenn es nach 

dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich 

geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Ein-

tritt des Erfolgs also durch das Ereignis als allgemein begünstigt erscheint. 

Rechtspolitischer Zweck der Adäquanz bildet die Begrenzung der Haftung; es soll 

aufgrund sämtlicher Umstände im Einzelfall (Art. 4 ZGB) entschieden werden, ob 

eine Schädigung billigerweise noch dem Haftpflichtigen zugerechnet werden kann 

(Urteil 4A_444/2010 vom 22. März 2011, Erw. 2.). Die Vorinstanz hat sich zur 

Frage der Adäquanz nicht geäussert. Diese wird von der Beklagten bestritten. Ei-

ne Begründung wird nachzuholen sein. Dabei kann Folgendes beachtet werden:  

 2. Gemäss Beklagter fehlt es vorliegend an der Adäquanz zwischen dem 

Unfall vom 20. Juni 1996 und den Gesundheitsschäden ab Anfang August 1998 

bzw. Anfang Juli 1999 (Urk. 200 S. 3). Insbesondere sei ein Auffahrunfall mit ei-

nem Delta-v von 6,5 bis 11,0 km/h - also innerhalb der Harmlosigkeitsgrenze - 

nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an 

sich nicht geeignet, einen über zwei Jahre hinaus persistierenden Gesundheits-

schaden zu bewirken, der die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtige 

(Urk. 205 S. 2).  

 3. Das Bundesgericht führte in BGE 4C.59/1994 Erw. 1.d. aus, es entspre-

che der allgemeinen Lebenserfahrung, dass eine Auffahrkollision, die jedenfalls 

nicht als bloss geringfügig bezeichnet werden könne, bei den Insassen der darin 

verwickelten Fahrzeuge zu Gesundheitsschädigungen führen könne. Mit Sicht auf 

die unterschiedliche rechtspolitische Zielsetzung der Adäquanz im Sozialversiche-

rungs- und Haftpflichtrecht wurde in BGE 123 III 110ff. Erw. 3.b. und 3.c. festge-

halten, dass der geringen Intensität einer Unfallursache im Zusammenspiel mit 

andern im Haftpflichtrecht im Rahmen der Ersatzbemessung Rechnung getragen 

werden könne. Dem Einwand der Geringfügigkeit des Unfallereignisses zum Aus-

- 35 - 

schluss des adäquaten Kausalzusammenhangs wurde in BGE 4C.327/2004 Erw. 

4.2. entgegengehalten, dass die Adäquanz im Haftpflichtrecht gemäss der Recht-

sprechung nicht nach der Schwere des Unfallereignisses zu beurteilen sei. In 

BGE 4C.402/2006 Erw. 4.1. und 4.2. sowie 5.4. bestätigte das Bundesgericht die 

bisherige Rechtsprechung und fügte an, dass der adäquate Kausalzusammen-

hang nicht damit verneint werden könne, dass ein Mensch erfahrungsgemäss in 

der Lage sei, einen (derart) harmlosen Unfall (Delta v 4-6 km/h) psychisch zu ver-

kraften. Diese Rechtsprechung wurde in der neueren Rechtsprechung bestätigt 

(vgl. Markus Borlé, Keine haftpflichtrechtliche Kausalität bei banalen Unfallereig-

nissen, Urteil des Bundesgerichts 4A_494/2009 vom 17. November 2009 - Bestä-

tigung des Urteils des Handelsgerichts des Kantons Zürich vom 16. Juni 2008, in 

HAVE 2010. S. 138f.). Insbesondere befasste sich das Bundesgericht auch im Ur-

teil 4A_540/2010 vom 8. Februar 2011 in der Erwägung 1.2. mit dem adäquaten 

Kausalzusammenhang und verwies dabei neuerlich auf BGE 123 III 110 Erw. 

3.a., mit welchem die unterschiedliche Adäquanzbeurteilung zum UVG-Bereich 

definiert wurde. Diese vom Bundesgericht seit dem BGE 123 III 110 ff. mehr oder 

weniger konstante Rechtsprechung, wonach die Adäquanz nicht nach der Schwe-

re des Unfallereignisses beurteilt wird, müsste vorliegend wohl selbst dann gelten, 

wenn die vom Handelsgericht Zürich im Urteil vom 16. Juni 2008 (HG040046) neu 

aufgeworfene Praxis, die Schwere des Unfallereignisses sei zumindest bei bana-

len Ereignissen stets zu berücksichtigen, da nach der allgemeinen Lebenserfah-

rung für ein Beschwerdebild zumindest ein minimal-relevantes Beschwerdebild 

vorliegen müsse (Markus Borlé, a.a.O., S. 139f.), vom Bundesgericht inskünftig 

bestätigt werden sollte. Denn wie bereits dargelegt, liegt selbst gestützt auf die 

Behauptungen der Beklagten kein banaler Unfall mehr vor. Markus Borlé geht 

denn auch davon aus, dass die Schwelle vom lediglich banalen/bagatellären Er-

eignis zum immerhin minimal-relevanten Unfall bei Heckauffahrkollisionen (wovon 

vorliegend unbestrittenermassen auszugehen ist) wohl zwischen einem Delta-v 

von 4,5 km/h und der bisher im Sozialversicherungsrecht definierten und umstrit-

tenen Harmlosigkeitsgrenze von 10 km/h zu liegen kommen müsse (a.a.O., 

S. 140).  

 

- 36 - 

III. 

Zufolge der Rückweisung des Verfahrens an die Vorinstanz sind für das Beru-

fungsverfahren zwar Kosten festzusetzen, deren Auflage und die Regelung der 

Entschädigungsfolgen jedoch dem dafür massgeblichen Endentscheid der Vo-

rinstanz vorzubehalten. 

 

Es wird beschlossen:  

1. Es wird vorgemerkt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, 

vom 12. Juli 2010, am 22. November 2010 in Rechtskraft erwachsen ist, in-

soweit die Klage der Klägerin im Fr. 609'767.– zuzüglich Zins ab 1. Juli 2010 

sowie Fr. 63'265.– (Zins aufgerechnet bis 30. Juni 2010) übersteigenden 

Umfang abgewiesen wurde.  

2. Das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 4. Abteilung, vom 12. Juli 2010 wird 

aufgehoben und die Sache zur Ergänzung des Verfahrens und zu neuer 

Entscheidung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

3. Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird auf Fr. 24'000.– festgesetzt.  

4. Die Regelung der Prozesskosten des Berufungsverfahrens wird dem neuen 

Entscheid des Bezirksgerichts Zürich vorbehalten.  

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und an das Bezirksgericht Zürich, 

4. Abteilung, je gegen Empfangsschein. 

Nach unbenutztem Ablauf der Rechtsmittelfrist gehen die erst- und zweit-

instanzlichen Akten an die Vorinstanz. 

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 

30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

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schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG). 

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Es handelt sich um eine 
vermögensrechtliche Angelegenheit. Der Streitwert beträgt mehr als Fr. 30'000.–. Die 
Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung. Hinsichtlich des 
Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG. 

 
 
Zürich, 16. März 2012 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Zivilkammer 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. K. Montani Schmidt 
 

 
versandt am: 
mc 
 

	Beschluss vom 16. März 2012
	Rechtsbegehren (Urk. 2 S. 2):
	Urteil des Bezirksgerichtes Zürich  vom 12. Juli 2010 (Urk. 196):
	Berufungsanträge:
	Erwägungen:
	I.
	II.
	III.
	Es wird beschlossen:
	5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien und an das Bezirksgericht Zürich, 4. Abteilung, je gegen Empfangsschein.
	6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Beschwerde richten sich nach Art. 72 ff. (...