# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c4b91d3-51cc-5829-a69e-38600a63be53
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-10-24
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Kantonsgericht Zivilkammern (inkl. Einzelrichter) 24.10.2017 KES.2017.4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_KG_002_KES-2017-4_2017-10-24.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/2

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KES.2017.4

Stelle: Kantonsgericht

Rubrik: Zivilkammern (inkl. Einzelrichter)

Publikationsdatum: 24.10.2017

Entscheiddatum: 24.10.2017

Entscheid Kantonsgericht, 24.10.2017
Art. 273 ZGB: In der Regel liegt es am ehesten im Kindeswohl, wenn es 
jeweils vom Elternteil, bei dem es sich gerade aufhält, zum anderen 
gebracht wird (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 24. Oktober 2017, KES.
2017.4).

Aus den Erwägungen:

1.-7.  …

8.    Der Vater beantragt, die Mutter habe die Kinder jeweils mit der notwendigen 

Ausrüstung zu ihm zu bringen, während die Mutter grundsätzlich an der bisherigen 

Regelung (wonach der Vater die Kinder abholt und bringt) festhalten will (…).

Das Abholen und Bringen der Kinder ist in der Regel Aufgabe des besuchsberechtigten 

Elternteils (Dettenborn/Walter, Familienrechtspsychologie, 281). Vorliegend lebt die 

Familie aber die sogenannte alternierende Kinderbetreuung, bei der zwei gleichwertige 

Elternteile sich im Alltag um die Kinder kümmern. Daraus folgt, dass grundsätzlich 

beide Eltern die Kinder zum jeweils anderen Elternteil fahren müssen.

Hinzu kommt, dass es für das Kind viel plausibler und weit attraktiver ist, wenn es 

jeweils vom Elternteil, bei dem es sich gerade aufhält, zum anderen gebracht wird 

(Vetterli, Das Recht des Kindes auf Kontakt zu seinen Eltern, FamPra.ch 2009, 23, 31; 

FamKomm/Schreiner, Anh. Psych, N 211). Mit einer derartigen Beteiligung wird ihm 

signalisiert, dass derjenige, den es verlässt, mit dem Wechsel bzw. dem Aufenthalt 

beim anderen Elternteil einverstanden ist und diesen nicht als ungewollte Trennung 

empfindet, sondern als natürlichen Vorgang. Hier sind beide Eltern berufstätig, 

verfügen über ein Auto und bringen keine zwingenden Gründe vor, weshalb sie die 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/2

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Kinder nicht zum anderen Elternteil bringen könnten. Zudem vermögen K1 und K2 

einen Teil der Wege selber zu bewältigen, was mit steigendem Alter noch zunehmen 

wird.

Dabei gehört es zur Mitwirkungspflicht des jeweils betreuenden Elternteils, das Kind zu 

den festgelegten Zeiten zu bringen, es dabei angemessen auszustatten und es auf den 

Aufenthalt beim anderen Elternteil vorzubereiten (Dettenborn/Walter, 

Familienrechtspsychologie, 281). So ist z.B. zu vermeiden, dass die Kinder, bevor sie 

nach der Schule zum Vater gehen, zuerst nochmals bei der Mutter vorbeischauen 

müssen, um Ausrüstungsgegenstände wie (ein Instrument) oder die Pfadiuniform zu 

holen.

Jeder Elternteil ist daher zu verpflichten, die Kinder für die Kinderbetreuung und die 

Ferien zum jeweils anderen Elternteil zu bringen, sofern die Kinder diesen Weg nicht 

alleine zurücklegen, und besorgt dafür zu sein, das dabei notwendige Gepäck den 

Kindern mitzugeben oder dem anderen Elternteil vorbei zu bringen.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Kantonsgericht, 24.10.2017
	Art. 273 ZGB: In der Regel liegt es am ehesten im Kindeswohl, wenn es jeweils vom Elternteil, bei dem es sich gerade aufhält, zum anderen gebracht wird (Kantonsgericht, II. Zivilkammer, 24. Oktober 2017, KES.2017.4).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T06:52:33+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen