# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ed81c12-e156-5f5f-be97-4932bcae883e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.09.2014 E-4409/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4409-2014_2014-09-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-4409/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Einzelrichterin Esther Karpathakis, 

mit Zustimmung von Richter Jean-Pierre Monnet;   

Gerichtsschreiberin Sibylle Dischler. 

   Parteien 
 

A._______, 

Iran,   

vertreten durch Thomas Wüthrich, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des BFM vom 4. Juli 2014 / N (…). 

 

 

E-4409/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein Staatsangehöriger Irans und kurdischer 

Ethnie, suchte am (…) 2010 im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) 

Chiasso um Asyl nach. Am 8. Juni 2010 erfolgte die Befragung zur Per-

son (BzP, Protokoll in den BFM-Akten: A1/11). Aufgrund der Situation in 

Griechenland hob das BFM seinen früheren Dublin-Entscheid am 4. März 

2011 wieder auf und hörte den Beschwerdeführer am 23. Juli 2013 zu 

den Asylgründen an (Protokoll in den BFM Akten: A37/15). 

Zur Begründung seines Asylgesuches gab der Beschwerdeführer im We-

sentlichen an, seine ganze Familie habe im Iran kurdische Gruppen, wie 

die Pejak oder die Demokratische kurdische Partei unterstützt. Er selbst 

habe seit (...) insbesondere seinem Vater, der (…) gewesen sei, geholfen 

und den Gruppierungen Briefe überbracht sowie die Mitglieder mit Le-

bensmitteln versorgt. Sein Vater sei dann vom iranischen Geheimdienst 

auf Verrat des (…) hin festgenommen, nach Teheran gebracht und dort in 

Haft genommen worden; er sei dort unter Folter gestorben. Als Sohn ei-

nes Märtyrers habe er (…) zusammen mit seiner Familie in den Irak flüch-

ten müssen, wobei der (...) ihnen bei der Ausreise behilflich gewesen sei. 

Auch im Irak sei der iranische Geheimdienst aber tätig gewesen. Darüber 

hinaus sei er von verschiedenen Seiten – von schiitischen und sunniti-

schen islamischen Gruppierungen und den Komalay – bedroht worden, 

da er von gewissen Leuten aufgefordert worden sei, den Weg seines Va-

ters zu begehen und diese Gruppen das als politisch aufgefasst hätten; er 

selbst habe seine Hilfestellungen nie als politisch angesehen. Er sei von 

den verschiedenen Gruppierungen und vom iranischen Geheimdienst 

auch vorgeladen worden. Einmal (…), als er als (...) tätig gewesen sei, 

hätten die Gruppierungen ihn in eine Falle gelockt, ihn verhaftet, den 

Mund zugemacht und geschlagen. Danach hätten sie einen Kübel Was-

ser über seinem Kopf ausgelehrt und ihn in die Berge geführt, von wo er 

habe ein Taxi nehmen können, um nach Hause zu fahren. Nach diesem 

Vorfall habe er auch den Irak verlassen müssen, zumal seine (...) Angst 

um ihn gehabt habe. Seine Mutter und sein Bruder seien später in den 

Iran zurückgekehrt, wo sie heute noch lebten. Er selbst könne nicht in 

seinen Heimatstaat zurückkehren, da dort die Rechte der Kurden verneint 

würden und es bekannt sei, dass er der Sohn eines Märtyrers sei.  

B.  

Mit Verfügung vom 4. Juli 2014 – eröffnet am 8. Juli 2014 – stellte das 

E-4409/2014 

Seite 3 

BFM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie deren Vollzug. 

Zur Begründung stellte das BFM im Wesentlichen fest, die Ausführungen 

des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Glaubhaftma-

chung nicht Stand und die Flüchtlingseigenschaft sei damit nicht erfüllt. 

Der Vollzug der Wegweisung nach Iran sei schliesslich zulässig, zumut-

bar und möglich. 

C.  

Mit Beschwerde vom 7. August 2014 liess der Beschwerdeführer die Ver-

fügung vom 4. Juli 2014 anfechten und beantragte die Aufhebung der an-

gefochtenen Verfügung und die Gewährung von Asyl, eventualiter sei zu-

gunsten des Beschwerdeführers die vorläufige Aufnahme anzuordnen.  

In prozessualer Hinsicht liess der Beschwerdeführer beantragen, es sei 

die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren und es sei ihm der eingangs 

rubrizierte Anwalt als unentgeltlicher Rechtsbeistand beizuordnen.   

Auf die Begründung der Rechtsbegehren wird, soweit für den Entscheid 

wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 

den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bun-

desverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im 

Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist 

daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen ei-

nes Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerde-

führende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d 

Ziff. 1 BGG). Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG liegt nicht vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig 

entscheidet. 

E-4409/2014 

Seite 4 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges 

Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 Abs. 1 und 108 

Abs. 1 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters entschieden 

(Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt es sich vor-

liegend um eine solche, weshalb der Beschwerdeentscheid nur summa-

risch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden 

(Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Ge-

fährdung des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, 

die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. (Art. 3 Abs. 2 

AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Sie ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentli-

chen Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

E-4409/2014 

Seite 5 

5.  

5.1 Das Bundesamt begründet die Ablehnung des Asylgesuches im We-

sentlichen damit, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht als 

glaubhaft zu erachten seien, namentlich seien seine Aussagen wider-

sprüchlich, vage und unlogisch.  

5.2 Das Bundesverwaltungsgericht kommt zum Schluss, dass die Vorin-

stanz die Verfolgungsvorbringen des Beschwerdeführers zu Recht als 

unglaubhaft beurteilt hat. So zeigt das BFM zutreffend auf, inwiefern die 

Aussagen des Beschwerdeführers in mehreren Punkten widersprüchlich 

ausgefallen und insgesamt den Eindruck vermitteln, es handle sich beim 

Erzählten nicht um tatsächlich erlebte Ereignisse.  

Namentlich ist etwa nicht nachvollziehbar, dass der Vater nach Angaben 

des Beschwerdeführers einerseits vom (...) ihres Dorfes an den irani-

schen Sicherheitsdienst verraten worden sei und derselbe (...) der Familie 

danach umgehend zur Flucht in den Irak verholfen habe, obwohl gemäss 

den Aussagen des Beschwerdeführers die ganze Familie und insbeson-

dere auch der Beschwerdeführer den opponierenden Gruppen geholfen 

habe, etwa indem sie die Leute, welche auf dem Berg Hilfe brauchten, 

Tag und Nacht mit Essen und Trinken versorgt hätten bzw. der Be-

schwerdeführer sogar, indem er Briefe überbracht habe (vgl. A37/15 S. 5 

f.). Die Erklärung, der (...) habe ihnen zeigen wollen, dass er mit dem Ver-

rat des Vaters nichts zu tun habe, leuchtet nicht ein. Die Aussage dann, 

dass es im Iran immer so sei, dass die (...) mit dem Sicherheitsdienst zu-

sammen arbeiteten, die Leute für sechs bis acht Jahre gestellt und da-

nach umgebracht würden (vgl. A37/15 S. 7), erscheint darüber hinaus als 

rein stereotype und realitätsfremde Behauptung.  

Das BFM weist sodann zu Recht darauf hin, dass die Aussagen bezüglich 

den verschiedenen Akteuren, welche den Beschwerdeführer im Irak an-

geblich verfolgt hätten, widersprüchlich sind und die Behauptung des Be-

schwerdeführers, dass man im Norden des Iraks schiitische und sunniti-

sche Gruppen nicht als solche nenne, sondern diese im Namen des Is-

lams zusammen aufträten um gegen die Kurden zu arbeiten, aber auch 

dass die kurdische Komalay mit dem iranischen Sicherheitsdienst zu-

sammenarbeite, als realitätsfremd zu erachten ist. Der Hinweis in der Be-

schwerde, es sei für den Beschwerdeführer schwierig, die verschiedenen 

im Irak aktiven Kräfte auseinanderzuhalten, da es ihm gesundheitlich 

nicht gut gehe und das "allenfalls sprunghafte und verwirrende Antwort-

verhalten" zeige, dass der Beschwerdeführer traumatisiert sei (vgl. Be-

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Seite 6 

schwerde vom 7. August 2014, S. 5), kann die tatsachenwidrigen Aussa-

gen nicht erklären, zumal für eine solchermassen starke gesundheitliche 

Beeinträchtigung des Beschwerdeführers weder Hinweise in den Akten 

bestehen noch Belege vorliegen.  

Schliesslich ist nicht einzusehen, inwiefern dem Beschwerdeführer auf-

grund des von ihm Vorgebrachten im Iran zum heutigen Zeitpunkt eine 

Verfolgung drohen sollte, lebt doch offenbar auch sein Bruder – ebenso 

der Sohn eines angeblichen Märtyrers wie der Beschwerdeführer – nun 

bereits seit mehreren Jahren wieder unbehelligt im Iran. Darüber hinaus 

gelangt das BFM ohnehin zu Recht zum Schluss, das Vorbringen betref-

fend den Foltertod des Vaters sei zu bezweifeln, wobei auf die entspre-

chende Erwägung in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden 

kann (E. 2, S. 4).  

In der Rechtsmitteleingabe bleibt der Beschwerdeführer weitgehend bei 

seinen früheren Behauptungen, ohne die Unstimmigkeiten zu klären zu 

vermögen. Auch seine Hinweise auf aktuelle weltpolitische Geschehnis-

se, die mit der damaligen Situation des Beschwerdeführers keinen nähe-

ren Zusammenhang aufweisen, bewirken nichts zu seinen Gunsten. Ins-

gesamt vermag er den Vorhalten des BFM nichts Substantielles entge-

genzuhalten. Es erübrigt sich, auf weitere Unstimmigkeiten in den Vor-

bringen des Beschwerdeführers einzugehen, vielmehr kann ergänzend 

auf die zutreffenden und ausführlichen Erwägungen in der angefochtenen 

Verfügung verwiesen werden.  

5.3 Zusammenfassend ist es dem Beschwerdeführer nicht gelungen, sei-

ne Flüchtlingseigenschaft nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Das 

BFM hat sein Asylgesuch somit zu Recht abgelehnt.  

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (vgl. BVGE 

2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

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Seite 7 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Bezüglich der Geltendmachung von Wegweisungshindernissen gilt ge-

mäss ständiger Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Be-

weisstandard wie bei der Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigs-

tens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.1, mit weiteren Hin-

weisen). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in 

den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-

zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf 

niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder 

Behandlung unterworfen werden. 

Da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-

liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in 

Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegen-

den Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 

Beschwerdeführers nach Iran ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 

AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des 

Beschwerdeführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für 

den Fall einer Ausschaffung in den Iran dort mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder 

Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Ge-

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richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-

Folterausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr 

(«real risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer 

Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde 

(vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse 

Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation im Iran und der allgemeine Hinweis in der Beschwerde, 

die Kurden seien im Iran benachteiligt, lässt den Wegweisungsvollzug 

zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.  

Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der 

asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.2.2  Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 

und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat 

aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und 

medizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Ge-

fährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die 

vorläufige Aufnahme zu gewähren. 

Im Iran ist im heutigen Zeitpunkt offensichtlich nicht von einer Situation 

allgemeiner Gewalt oder von kriegerischen oder bürgerkriegsähnlichen 

Verhältnissen gesprochen werden, welche für den Beschwerdeführer bei 

einer Rückkehr eine konkrete Gefährdung darstellen würde (vgl. die im 

Wesentlichen nach wie vor zutreffende Lagebeurteilung in BVGE 

2009/28). In den Akten finden sich auch keine Anhaltspunkte dafür, dass 

der Beschwerdeführer aus individuellen Gründen wirtschaftlicher, sozialer 

oder gesundheitlicher Natur in eine existenzbedrohende Situation geraten 

würde, zumal es sich bei ihm um einen jungen Mann ohne aktenkundige 

gesundheitliche Probleme handelt, welcher eigenen Angaben zufolge 

während mehreren Jahren als (...) und (...) tätig war. Mit seiner Mutter, ei-

nem Bruder und drei Schwestern verfügt er im Heimatstaat darüber hin-

aus über ein verwandtschaftliches Beziehungsnetz. Sein Hinweis in der 

Beschwerde, er wisse nicht, wo sich seine Schwestern aufhielten, vermag 

daran nichts zu ändern. Insgesamt bestehen daher keine konkreten An-

zeichen dafür, dass er bei einer Rückkehr in sein Heimatland in eine exi-

stenzielle Notlage geraten würde, weshalb der Vollzug der Wegweisung 

nicht als unzumutbar zu bezeichnen ist. 

7.2.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen 

http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28
http://links.weblaw.ch/BVGE-2009/28

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Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.3 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung 

der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 

AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt 

Fr. 600.- festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 

über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-

richt [VGKE, SR 173.320.2]). Das Gesuch um Gewährung der unentgelt-

lichen Prozessführung gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ist bereits infolge der 

nicht nachgewiesenen Bedürftigkeit abzuweisen. Darüber hinaus hat sich 

die Beschwerde mit dem vorliegenden Direktentscheid im Zeitpunkt ihrer 

Erhebung als aussichtslos erwiesen, weshalb die Verfahrenskosten vom 

Beschwerdeführer zu tragen sind. 

Aus der Abweisung des Gesuchs um Erlass der Verfahrenskosten, ergibt 

sich auch die Abweisung des Gesuchs um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtsvertretung (vgl. Art. 110a Abs. 1 AsylG). 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem 

Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Ver-

sand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsvertretung wird 

abgewiesen.  

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Karpathakis Sibylle Dischler 

 

 

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