# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0b14c3d6-0379-5efc-8d2c-c7190321e804
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-07-16
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 16.07.2020 200 2020 303
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-303_2020-07-16.pdf

## Full Text

200 20 303 IV
JAP/SVE/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 16. Juli 2020

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Furrer
Gerichtsschreiberin Schwitter

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
substituiert durch Rechtsanwältin Dr. jur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 17. März 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2020, IV/20/303, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1971 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
ausgebildet in …, …, meldete sich erstmals im November 2013 unter Hin-
weis auf Schlafstörungen, Erschöpfung und Eisenmangel bei der Eid-
genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten 
der IV-Stelle Bern [IVB bzw. Beschwerdegegnerin], Antwortbeilage [AB] 1, 
5 S. 1 f.). Mit Verfügung vom 23. Mai 2014 (AB 17) verneinte die IVB einen 
Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. Diese Verfügung blieb 
unangefochten.

B.

Im Oktober 2018 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf eine im 
Dezember 2014 diagnostizierte Multiple Sklerose (MS) und Konzentrati-
onsschwierigkeiten erneut zum Leistungsbezug an (AB 18). In der Folge 
tätigte die IVB medizinische sowie erwerbliche Abklärungen. Insbesondere 
holte sie eine Stellungnahme bei Dr. med. D.________, Fachärztin für Neu-
rologie, vom Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), ein (Stellungnahme vom 
9. Januar 2019 [AB 42]) und veranlasste eine Abklärung an Ort und Stelle 
(Abklärungsbericht Landwirtschaft vom 27. März 2019 [AB 45]). Am 1. April 
2019 teilte die IVB der Versicherten mit, dass keine Eingliederungsmass-
nahmen angezeigt seien (AB 46), und mit Vorbescheid vom 2. April 2019 
(AB 47) stellte sie in Aussicht, den Anspruch auf eine Rente bei einem In-
validitätsgrad von 34 % zu verneinen. Nach erhobenem Einwand (AB 49, 
54, 56) holte die IVB eine Stellungnahme beim Bereich Abklärungen ein 
(AB 64), welcher den bisherigen Abklärungsbericht (AB 45) ergänzte, korri-
gierte und sodann ersetzte (Abklärungsbericht Landwirtschaft vom 16. Au-
gust 2019 [AB 65]), und stellte mit Vorbescheid vom 16. September 2019 
(AB 67) erneut in Aussicht, einen Rentenanspruch bei einem Invaliditäts-
grad von 37 % zu verneinen. Nach dagegen erhobenem Einwand (AB 68, 
70) holte die IVB erneut Stellungnahmen beim RAD (AB 75) und beim Be-

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reich Abklärungen (AB 77) ein und verfügte schliesslich am 17. März 2020 
(AB 78) dem Vorbescheid entsprechend.

C.

Hiergegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, substituiert durch Rechtsanwältin Dr. jur. C.________, mit 
Eingabe vom 22. April 2020 Beschwerde mit folgenden Rechtsbegehren:

1. Die angefochtene Verfügung vom 17. März 2020 sei aufzuheben und es 
sei der Beschwerdeführerin zumindest eine Viertelsrente der Invaliden-
versicherung auszurichten.

2. Eventualiter sei die Verfügung vom 17. März 2020 aufzuheben und es sei 
nach der Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen neu über den 
Leistungsanspruch zu entscheiden.

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen.

Die Beschwerdegegnerin schloss mit Beschwerdeantwort vom 25. Mai 
2020 auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 

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gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 17. März 2020 (AB 78). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische 
Befundlage. eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur 
dann anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer 
Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 
worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines 
Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass dieser auch 

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invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich gemäss dem 
klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesundheitsschaden 
auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, ob der 
versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zumutbar ist, 
ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 
Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 
Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-
hoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).

2.4.1 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 

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Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

2.4.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 
Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1). 

2.4.3 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

2.4.4 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-
ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-
züglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weite-

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ren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Oktober 
2018 (AB 18) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft. 
Praxisgemäss ist die Eintretensfrage durch das Gericht daher nicht zu be-
urteilen (BGE 109 V 108 E. 2b S. 114). Zudem ist mit der im Dezember 
2014 erstdiagnostizierten MS (AB 20 S. 2) ein Neuanmeldungsgrund seit 
dem Referenzzeitpunkt im Mai 2014 (vgl. E. 2.4.3 hiervor; AB 17) ausge-
wiesen. Zwar bestand diese Erkrankung bereits im Zeitpunkt der rechts-
kräftigen Verfügung vom 23. Mai 2014 (AB 17) und trat ein erster Schub 
offenbar bereits im Jahr 2002 auf (vgl. AB 32 S. 12, 15, AB 34 S.2). Durch 
den unbestrittenermassen stattgehabten zweiten Schub vom November 
2014 mit Gefühlsstörung der linken Hand und Koordinationsstörungen kam 
es jedoch zu einer Änderung der Beschwerdesymptomatik, die ohne weite-
res geeignet ist, den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.4.1 hier-
vor). Folglich ist der Rentenanspruch frei zu prüfen (vgl. E. 2.4.4 hiervor).

3.2 Was den Gesundheitszustand bzw. die Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit der Neuanmeldung vom 
Oktober 2018 (AB 18) betrifft, ergibt sich aus den Akten im Wesentlichen 
das Folgende:

3.2.1 Die Psychologinnen E.________ und F.________ hielten im Bericht 
des Spitals G.________ über die neuropsychologische Untersuchung vom 
12. Oktober 2017 (AB 20 S. 2, 32 S. 20) folgende Diagnosen fest:

• Schubförmige remittierende MS (Diagnose sicher nach McDonald-
Kriterien);
o Erstsymptome 2002, Erstdiagnose am 23. Dezember 2014;
o Status nach 1. Schub 2002 mit passageren Sehstörungen, DD Opti-

cusneuritis;
o Status nach 2. Schub im November 2014 mit Gefühlsstörungen der 

linken Hand und Koordinationsstörungen;
o (…)

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o Immunmodulation mit Gilenya seit Dezember 2014;
o (…)

• Depressive Störung;
• Status nach Behandlung mit Cipralex.

Vordergründig sei eine schwere Fatigue sowie eine verminderte mentale 
Belastbarkeit zu vermerken. Zudem fänden sich eine leicht verminderte 
phasische Alertness sowie grenzwertige Leistungen im unmittelbaren 
und verzögerten Abruf einer Route und der exekutiven Funktion der ver-
balen Ideenproduktion. Die Befunde entsprächen insgesamt einer leich-
ten neuropsychologischen Funktionseinschränkung (Grad der Arbeitsun-
fähigkeit von 10 bis 30 %). Das neuropsychologische Ausfallprofil sei mit 
der MS-Erkrankung gut vereinbar. Möglicherweise würden die Ein-
schränkungen durch die aktuell minime depressive Restsymptomatik 
leicht verstärkt. Aufgrund der Fatigue und der verminderten mentalen 
Belastbarkeit könne die Beschwerdeführerin nur während reduzierten 
Phasen arbeiten und brauche mehr Pausen. Die Reaktionsgeschwindig-
keit dürfte im Alltag teilweise leicht verlangsamt sein (S. 6).

3.2.2 Im neurologischen Sprechstundenbericht des Spitals 
G.________ vom 31. Oktober 2017 (AB 32 S. 18) betreffend die Resul-
tate der neuropsychologischen Testung (vgl. AB 20 S. 2, 32 S. 20; 
E. 3.2.1 hiervor) hielt Dr. med.  H.________, Fachärztin für Neurologie, 
als Diagnosen eine schubförmig remittierende MS (Erstsymptome 2002; 
Erstdiagnose 23. Dezember 2014; ICD-10 G35.10) bei Immunmodulati-
on mit Gilenya seit Dezember 2014, sowie eine depressive Störung bei 
Status nach Behandlung mit Cipralex, aktuell mit Johanniskraut-Präparat 
seit August 2017, fest.

3.2.3 Dr. med.  I.________, Facharzt für Neurologie, hielt in seinem Be-
richt vom 20. Dezember 2017 (AB 32 S. 15; vgl. auch AB 32 S. 25) folgen-
de Diagnosen fest:

• Schubförmig remittierende MS (Diagnose nach McDonald-Kriterien);
o Erstsymptome 2002, Erstdiagnose am 23. Dezember 2014;
o Status nach 1. Schub ca. 2002 mit passageren Sehstörungen, DD Op-

ticusneuritis;
o Status nach 2. Schub im November 2014 mit Gefühlsstörungen der 

linken Hand und Koordinationsstörungen;
o deutliche Fatiguesymptomatik und verminderte Alertness – Beein-

trächtigung Exekutiv-Funktion – Minderleistung von 10 bis 30 %;
o (…)

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o Immunmodulation mit Gilenya seit Dezember 2014;
• Depressive Störung;

o Status nach Behandlung mit Cipralex.

Subjektiv und objektiv bestehe eine einigermassen stabile Gesamtsituation 
der MS unter der aktuellen Immunmodulation mit Gilenya. Die Laborwerte 
seien in Ordnung. Insgesamt bestünden hauptsächlich Beeinträchtigungen, 
welche im Rahmen der Fatigue zu interpretieren seien. Eine eigentliche 
demenzielle Entwicklung bestehe nicht, trotzdem werde eine Beeinträchti-
gung der Arbeitsfähigkeit von 10 bis 30 % konstatiert (S. 17).

Im Bericht vom 22. August 2018 (AB 32 S. 9) hielt derselbe Arzt fest, kli-
nisch objektiv und subjektiv bestehe eine leichte Progredienz der MS mit 
einer Zunahme der sensiblen Dysfunktionen im Bereich des linken Beines. 
Abgesehen davon sei der Befund unverändert (S. 10).

Der Neurologe führte im ärztlichen Attest für die Arbeitsunfähigkeit vom 
4. September 2018 (AB 32 S. 7) weiter aus, es bestehe insgesamt eine 
Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit über die Gesamtkonstellation, welche 
vorsichtig geschätzt zum aktuellen Zeitpunkt rund 50 % betrage. Diese sei 
aber sowohl auf der Ebene der externen Arbeitstätigkeit als auch auf Ebe-
ne der Arbeitstätigkeit im Betrieb (des Ehegatten) zu berechnen (S. 8).

Am 31. Oktober 2018 (AB 33 S. 2) hielt Dr. med. I.________ hinsichtlich 
der Arbeitsunfähigkeit ergänzend fest, dass es letztlich um die gesamte 
Leistungsfähigkeit über einen gewissen Zeitraum und weniger darum gehe, 
an einem Tag genau eine exakte Anzahl Stunden zu arbeiten. In diesem 
Sinne sei aus neurologischer Sicht eine flexible Einteilung der Arbeitstätig-
keit in einem allgemein reduzierten Pensum möglich. Beispielsweise auch 
je nach Arbeitsanfall sei eine Woche mehr als 30 % und eine Woche weni-
ger als 30 % möglich. Wichtig sei, dass die allgemeine Ruhezeit eingehal-
ten werde, da bei stärkerer Belastung die Fatigue und dann das nachfol-
gende Bedürfnis für Ruhepausen grösser sein könne (vgl. hierzu auch 
AB 32 S. 6), wobei festzuhalten sei, dass die Einschätzung nicht eine gut-
achterliche Untersuchung darstelle, sondern vielmehr der Wahrnehmung 
aus der klinischen Betreuung entspreche (S. 4; vgl. AB 34 S. 2).

3.2.4 Die RAD-Ärztin Dr. med. D.________ hielt in der Stellungnahme 
vom 9. Januar 2019 (AB 42) als Diagnose eine MS mit schubförmig-

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remittierendem Verlauf mit leichten sensiblen Störungen und Fatigue fest. 
Aufgrund der Fatigue bestehe eine allgemein verringerte Belastbarkeit. Die 
beschriebenen Beeinträchtigungen seien nachvollziehbar und für die Er-
krankung MS als typisch zu betrachten. Die Reduktion des externen Ar-
beitspensums von 60 % auf 50 % sei (ab 2014 – nach Diagnosestellung bei 
zweitem und bisher letztem Krankheitsschub) nachvollziehbar. Die Be-
schwerdeführerin sei in der Lage, körperlich leichte und gelegentlich mittel-
schwere Tätigkeiten im Sitzen, Gehen und Stehen auszuüben. Vermieden 
werden müssten Tätigkeiten mit häufigem Heben und Tragen von sehr 
schweren Lasten, Absturzgefahr und Zwangshaltungen. Die Gebrauchs-
fähigkeit der Hände sei nicht eingeschränkt. Allerdings sollten Tätigkeiten, 
die eine ausgeprägte Geschicklichkeit der Hände voraussetzen, wegen der 
sensiblen Defizite vermieden werden. Tätigkeiten mit Nachtarbeit seien 
nicht zumutbar. Die Wegefähigkeit sei nicht eingeschränkt. Bei Tätigkeiten, 
die eine ausgeprägte Konzentration und Aufmerksamkeit über längere Zeit 
voraussetzen, sollten zusätzliche Pausen möglich sein. Die Beschwerde-
führerin sollte sich, wenn möglich, die Arbeit selbst einteilen können. Tätig-
keiten mit hohem Zeitdruck und Akkord seien zu meiden. Insgesamt sei die 
Ausübung einer dem Zumutbarkeitsprofil entsprechenden Tätigkeit an sie-
ben Stunden pro Tag und an fünf Tagen pro Woche mit einer Leistungs-
fähigkeit von 90 % möglich (S. 5 f.). An dieser Einschätzung hielt sie auch 
in der Stellungnahme vom 15. Januar 2020 (AB 75) fest.

3.2.5 In der Stellungnahme vom 18. Oktober 2019 (AB 70 S. 3) führte 
Dr. med. I.________ aus, die Beschwerdeführerin sei seines Erachtens zu 
maximal 60 % arbeitsfähig. Dazu sei festzuhalten, dass einerseits die ver-
mehrte Müdigkeit die Produktivität beeinträchtige und dann auch die durch 
die Müdigkeit zusätzlich induzierte koordinative Beeinträchtigung dies noch 
mehr akzentuiere. Man habe also einen kumulativ negativen Effekt. Die 
Verminderung der Arbeitsfähigkeit um 40 % betreffe auch die Arbeitstätig-
keit zuhause. Für strenge Arbeiten auf dem … sei eher von einer höheren 
Arbeitsunfähigkeit, wahrscheinlich um die 50 %, auszugehen (Ziff. 1). Eine 
körperliche Belastung ziehe nicht das Risiko eines MS-Schubes nach sich. 
Allerding hätten Betroffene, die über ihre körperlichen Kräfte hinaus arbei-
teten, ein höheres Risiko für Erschöpfungsdepressionen und dadurch indu-
ziert eine zusätzliche Verschlechterung (S. 4 Ziff. 2). Es sei davon auszu-

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gehen, dass bei einer Erhöhung des Pensums extern die Leistungsfähigkeit 
im Haushalt sinke. So habe die Beschwerdeführerin Anfang 2019 ihr Ar-
beitspensum reduziert. Zu diesem Zeitpunkt habe sie übrige Tätigen wieder 
besser bewältigen können (Ziff. 3).

3.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352). 

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 
einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 
schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. 
Gleiches gilt, wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung 
wiederholt für die Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV 
Nr. 22 S. 70 E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das 
Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet 

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erscheinen lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den 
Arztberichten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die 
Unparteilichkeit des Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen 
(BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354). Urteilt das Gericht indessen abschlies-
send gestützt auf Beweisgrundlagen, die aus dem Verfahren vor dem Sozi-
alversicherungsträger stammen, sind an die Beweiswürdigung strenge An-
forderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuver-
lässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen Feststellungen, sind ergänzende 
Abklärungen vorzunehmen (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 65, 135 V 465 E. 4.4 
S. 470, 122 V 157 E. 1d S. 162).

3.4 Die medizinische Aktenlage präsentiert sich insoweit kohärent und 
widerspruchsfrei, als die Diagnose einer schubförmig remittierenden MS 
(ICD-10 G35.1) klinisch und bildgebend ausgewiesen erscheint. Hingegen 
kann bezüglich der funktionellen Auswirkungen dieser Erkrankungen nicht 
auf die Aktenbeurteilung der RAD-Neurologin Dr. med. D.________ vom 
9. Januar 2019 (AB 42) bzw. deren Stellungnahme vom 15. Januar 2020 
(AB 75) abgestellt werden. Einerseits erachtete sie die Reduktion des Be-
schäftigungsgrades beim Verein Mütter- und Väterberatung Kanton Bern 
auf 50 % (vgl. AB 40 S. 3) als nachvollziehbar, andererseits postulierte sie 
eine weit höhere Präsenzzeit von sieben Stunden täglich bei einem um 
10 % reduzierten Rendement, ohne dabei näher darzulegen, weshalb die 
tatsächlich noch mit einem Pensum von 30 % ausgeübte Tätigkeit mit dem 
von ihr formulierten Zumutbarkeitsprofil nicht vereinbar sein soll. Des Wei-
teren setzte sie sich nicht vertieft mit der divergierenden Beurteilung des 
behandelnden Neurologen Dr. med. I.________, der nach den verschiede-
nen Beschäftigungen der Beschwerdeführerin (Aufgabenbereich Haushalt, 
unentgeltliche Mitarbeit im Betrieb des Ehegatten, Erwerbstätigkeit) diffe-
renzierte und wiederholt von einer insgesamt 50 %igen Arbeitsunfähigkeit 
ausging (AB 32 S. 7 f., 33 S. 3 f., 34 S. 4), auseinander. Zwar wies der 
Neurologe explizit darauf hin, dass seine Einschätzung nicht einer gutach-
terlichen Untersuchung, sondern vielmehr seiner Wahrnehmung aus der 
klinischen Betreuung entspringe (AB 34 S. 5), womit er wohl auch die sub-
jektiven Angaben der Beschwerdeführerin stark gewichtete. Anders als 
Dr. med. D.________, welche eine blosse Aktenbeurteilung vornahm, 
konnte er sich immerhin aber auch auf den klinischen Eindruck stützen. In 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2020, IV/20/303, Seite 13

seiner Stellungnahme vom 18. Oktober 2019 (AB 70 S. 3) erklärte er, dass 
die funktionellen Einschränkungen eher dynamisch aufträten und entspre-
chend schwer quantifizierbar seien. Er erachtete die Einschätzung der Ar-
beitsfähigkeit durch die RAD-Ärztin allerdings als zu hoch und veranschlag-
te die maximale Arbeits- bzw. Leistungsfähigkeit auf 60 %, wobei er unter 
anderem anmerkte, dass eine Erhöhung des Arbeitspensums das Risiko 
einer Erschöpfungsdepression und einer dadurch induzierten zusätzlichen 
Verschlechterung berge. Zu dieser Problematik äusserte sich die RAD-
Ärztin in ihrer Entgegnung vom 15. Januar 2020 (AB 75) nicht. Dies obwohl 
auch seitens des Spitals G.________ im Oktober 2017 in Betracht gezogen 
wurde, dass sich die MS-assoziierten Einschränkungen durch die damals 
minime depressive Restsymptomatik verstärkten (AB 20 S. 6). Ob die psy-
chischen Probleme (vgl. AB 10), welche im Rahmen der Erstanmeldung 
vom November 2013 (AB 1, 10) im Zentrum standen, nach der Neuanmel-
dung vom Oktober 2018 (AB 18) weiterhin als eigenständiger Gesundheits-
schaden oder im Sinne einer relevanten Komorbidität Einfluss auf das funk-
tionelle Leistungsvermögen zeitigten, ist unklar. Immerhin ist augenfällig, 
dass sowohl seitens des Spitals G.________ als auch durch 
Dr. med. I.________ – wenn auch aus fachfremder Perspektive – als Dia-
gnosen unter anderem eine depressive Störung (Status nach Behandlung 
mit Cipralex) festgehalten wurde (AB 20 S. 2, 32 S. 9, 32 S. 13, 32 S. 16, 
32 S. 18 Ziff. 2, 34 S. 3). Allein aus dem Umstand, dass die Beschwerde-
führerin offenbar nicht in fachpsychiatrischer Behandlung stand und die 
Psychopharmakotherapie nicht weitergeführt wurde, kann eine allenfalls 
massgebende psychische Beeinträchtigung nicht von vornherein ausge-
schlossen werden (vgl. etwa Entscheid des Bundesgerichts vom 25. Sep-
tember 2019, 8C_414/2019, E. 5.2.2). Wenngleich nicht alleine auf die Be-
richte von Dr. med. I.________ abgestellt werden kann, ist dessen Ein-
schätzung geeignet, zumindest geringe Zweifel an der Aktenbeurteilung der 
RAD-Ärztin zu begründen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin 
(Beschwerdeantwort S. 4 Ziff. 13) erfüllt diese folglich die von der Recht-
sprechung gestellten Anforderungen an Berichte versicherungsinterner 
Ärzte (vgl. E. 3.3 hiervor) nicht. Damit erweist sich der medizinische Sach-
verhalt als ungenügend abgeklärt (vgl. Beschwerde S. 3 f. Ziff. III Art. 3), 
zumal auch die in einer Bandbreite von 10 bis 30 % geschätzte Leistungs-
einschränkung in den Berichten des Spitals G.________ (AB 20 S. 2-5, 32 

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S. 18 f.) nicht als Entscheidgrundlage taugt, handelt es sich doch bloss um 
einen Richtwert nach der Tabelle 1 der Schweizerischen Vereinigung der 
Neuropsychologinnen und Neuropsychologen (NSVP; vgl. ADRIAN FREI et 
al., Kriterien zur Bestimmung des Schweregrades einer neuro-
psychologischen Störung sowie Zuordnungen zur Funktions- und Arbeits-
fähigkeit, in: Zeitschrift für Neuropsychologie, 2016, S. 107-119).

3.5 Folglich ist die Sache an die Verwaltung zurückzuweisen, damit sie 
eine verwaltungsexterne Expertise einholt, wobei die neurologische und 
neuropsychologische Fachdisziplin im Zentrum steht und gegebenenfalls 
auch die psychiatrische Begutachtung in Betracht zu ziehen ist. Da es der-
zeit an einer beweiskräftigen medizinischen Entscheidgrundlage mangelt, 
erübrigen sich im vorliegenden Stadium Weiterungen im Zusammenhang 
mit den strittigen Aspekten der Invaliditätsbemessung (Beschwerde S. 3 
Ziff. III Art. 2, S. 5 ff. Ziff. III Art. 4 ff.). 

4.

Zusammenfassend ist die angefochtene Verfügung vom 17. März 2020 
(AB 78) in Gutheissung der Beschwerde aufzuheben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese im Sinne der Erwägun-
gen weitere Abklärungen vornehme und hiernach über die Leistungsan-
sprüche der Beschwerdeführerin neu verfüge.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Der geleistete Kostenvor-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2020, IV/20/303, Seite 15

schuss von Fr. 800.-- ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechts-
kraft des Urteils zurückzuerstatten.

5.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG).

Rechtsanwalt Kaufmann, substituiert durch Rechtsanwältin 
Dr. jur. C.________, macht in der Kostennote vom 3. Juni 2020 ein Hono-
rar von Fr. 2‘408.15 geltend, entsprechend einem Aufwand von acht Stun-
den à Fr. 270.--, zuzüglich Auslagen von Fr. 76.00 und 7.7% Mehrwert-
steuer von Fr. 172.15. Der geltend gemachte Aufwand ist nicht zu bean-
standen. Gestützt auf die eingereichte Kostennote wird die Parteientschä-
digung somit auf Fr. 2‘408.15 (inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) festge-
setzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin 
zu ersetzen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 17. März 2020 aufgehoben und die Sache an die 
Beschwerdegegnerin zurückgewiesen, damit sie – nach Vornahme der 
Abklärungen im Sinne der Erwägungen – neu verfüge. 

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt. Der von der Beschwerdeführerin geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 800.-- wird ihr nach Rechtskraft des Urteils 
zurückerstattet.

3. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 2'408.15 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Juli 2020, IV/20/303, Seite 16

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.