# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5ebf30e8-11f0-5798-b571-59f10bb0ceae
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.04.2025 D-1506/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1506-2025_2025-04-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-1506/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richter David R. Wenger, 

Gerichtsschreiber Jonas Perrin. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 28. Februar 2025 / N (…). 

 

 

 

D-1506/2025 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  

dass der Beschwerdeführer – ein türkischer Staatsangehöriger mit letztem 

Wohnsitz in Kahramanmaraş – seinen Angaben zufolge am 2. Februar 

2025 in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags um Asyl nachsuchte, 

dass das SEM am 4. Februar 2025 seine Personalien aufnahm, 

dass er anlässlich der Anhörung zu den Asylgründen vom 18. Februar 

2025 zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend machte, 

er sei seit seiner Kindheit wiederholt sexuell missbraucht worden, 

dass er dies den türkischen Polizei- und Justizbehörden nie gemeldet 

habe, da er von den Tätern jeweils eingeschüchtert beziehungsweise be-

droht worden sei, 

dass es sich bei den Tätern um drei der Familie nahestehende Personen 

handle, die ihn beziehungsweise seine Familie fast jeden zweiten Tage be-

sucht hätten, 

dass er seiner Familie gegenüber nie etwas gesagt habe, da seine Mutter 

an Krebs erkrankt sei und sein Vater bereits vier Herzinfarkte erlitten habe, 

dass er mit etwa 17 oder 18 Jahren zum letzten Mal missbraucht worden 

sei, 

dass er auch gegenüber medizinischen Fachpersonen die Geschehnisse 

aus Furcht vor Konsequenzen nicht erwähnt habe, 

dass er etwa ein bis zwei Wochen in Istanbul und Antalya verbracht habe, 

wo ihm nichts widerfahren sei, er aber auch dort aus Furcht vor Vergeltung 

keine Anzeige erstattet habe, 

dass er einen seiner Peiniger etwa ein bis zwei Wochen beziehungsweise 

einen oder eineinhalb Monate vor seiner Ausreise aus der Türkei zum letz-

ten Mal gesehen habe, 

dass er auch sonst stets ausgegrenzt worden sei und wiederholt psychi-

sche Gewalt erlebt habe, 

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Seite 3 

dass sein Bruder und dessen Ehefrau (N […]) Ende Januar 2025 aus der 

Türkei ausgereist seien, und er – der Beschwerdeführer – sich ihnen an-

geschlossen habe, 

dass er bei einer Rückkehr in die Türkei befürchte, von den drei Männern 

gefunden und erneut missbraucht zu werden, 

dass er zur Stützung seiner Vorbringen Fotos von sich anlässlich eines 

Spitalaufenthalts sowie verschiedene medizinische Unterlagen einreichte, 

dass das SEM der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers am 26. Feb-

ruar 2025 den ablehnenden Entscheidentwurf zur Stellungnahme unter-

breitete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe seiner Rechtsvertretung vom 

26. Februar 2025 eine Stellungnahme zum Entscheidentwurf übermittelte, 

dass das SEM das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 

28. Februar 2025 – gleichentags eröffnet – ablehnte sowie die Wegwei-

sung aus der Schweiz und den Vollzug anordnete, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. März 2025 gegen diesen 

Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob, 

dass die vorinstanzlichen Akten dem Bundesverwaltungsgericht am 

6. März 2025 in elektronischer Form vorlagen (vgl. Art. 109 Abs. 1 AsylG), 

und es gleichentags den Eingang der Beschwerde bestätigte,  

dass die Instruktionsrichterin den Beschwerdeführer mit Verfügung vom 

21. März 2025 aufforderte, eine in einer Amtssprache verfasste Be-

schwerde einzureichen, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 26. März 2025 eine in deut-

scher Sprache verfasste Beschwerde einreichte und darin beantragte, die 

angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei seine Flüchtlingseigen-

schaft festzustellen und es sei ihm Asyl zu gewähren; eventualiter sei die 

Unzulässigkeit, Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvoll-

zugs festzustellen und eine vorläufige Aufnahme anzuordnen, 

dass er in prozessualer Hinsicht um Wiederherstellung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde und um Gewährung der unentgeltlichen 

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Seite 4 

Prozessführung einschliesslich des Verzichts auf Erhebung eines Kosten-

vorschusses sowie amtliche Rechtsverbeiständung ersuchte, 

dass der Beschwerdeführer mit weiterer Eingabe vom 27. März 2025 zu-

sätzlich beantragte, sub-eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an 

die Vorinstanz zurückzuweisen und der Vollzug der Wegweisung sei su-

perprovisorisch auszusetzen, 

 

und zieht in Erwägung, 

dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls – in der Re-

gel und auch vorliegend – endgültig über Beschwerden gegen Verfügun-

gen (Art. 5 VwVG) des SEM entscheidet (Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31‒33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),  

dass sich das Verfahren nach dem VwVG und dem VGG richtet, soweit 

das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), 

dass der Beschwerdeführer am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt ist, ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 

AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG), 

dass sich die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen 

Rügen im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG richten, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5), 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich, 

wie nachfolgend aufgezeigt wird, um ein solches Rechtsmittel handelt, 

weshalb das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel ver-

zichtet wurde, 

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Seite 5 

dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl gewährt (Art. 2 Abs. 1 

AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG), 

dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft 

gemacht werden muss (Art. 7 Abs. 1 AsylG), 

dass das SEM zur Begründung seines ablehnenden Entscheids im We-

sentlichen anführte, das Asylrecht diene nicht der Wiedergutmachung von 

in der Vergangenheit erfahrenem Unrecht, 

dass den erlittenen Nachteilen – den Missbräuchen durch die drei Männer 

– kein asylrelevantes Motiv zugrunde liege, vielmehr stellten diese Über-

griffe gemeinrechtliche Delikte dar, 

dass nicht von der Schutzunwilligkeit beziehungsweise Schutzunfähigkeit 

des türkischen Staates auszugehen sei, zumal der Beschwerdeführer die 

Geschehnisse nicht zur Anzeige gebracht habe, und es ihm trotz allfälliger 

Schamgefühle hätte zugemutet werden können, sich an die zuständigen 

Polizei- und Justizbehörden zu wenden,  

dass die geltend gemachten Einschüchterungen von Seiten der Täter nicht 

die von Art. 3 AsylG geforderte Intensität erreichen würden, 

dass gemäss den Angaben des Beschwerdeführers der letzte Missbrauch 

ungefähr im Jahr 2018 oder 2019 – mithin etliche Jahre vor seiner Ausreise 

aus der Türkei – stattgefunden habe, weshalb vorliegend auch keine Kau-

salität zwischen den erlittenen Nachteilen und seiner Ausreise bestehe, 

dass die Geschehnisse lokal begrenzt stattgefunden hätten, weshalb es 

dem Beschwerdeführer möglich und zumutbar gewesen wäre, sich in ei-

nem anderen Landesteil der Türkei niederzulassen, um sich weiteren 

Nachteilen zu entziehen, 

dass – unter Wahrunterstellung der knappen, vagen und unpersönlichen 

Sachverhaltsdarstellung – die dem Beschwerdeführer widerfahrenen Ge-

schehnisse zwar bedauernswert, aber flüchtlingsrechtlich nicht relevant 

seien, 

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Seite 6 

dass die in der Stellungnahme vom 26. Februar 2025 geltend gemachten 

Vorbringen, die Täter seien mit der Politik, sowie mit Rechtsextremen und 

Polizisten verstrickt, als nachgeschoben zu bezeichnen seien und deshalb 

nicht gehört werden könnten,  

dass der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde vom 5. März 2025 und 

der Beschwerdeverbesserungen vom 26. März 2025 sowie vom 27. März 

2025 erwiderte, er sei zwischen seinem neunten und 16. Lebensjahr sys-

tematisch sexuell missbraucht, gefoltert und schwerer körperlicher Gewalt 

ausgesetzt gewesen, diese Eingriffe stellten ernsthafte Nachteile im Sinne 

des Asylgesetzes dar, 

dass ihm etwa kochendes Wasser über den Körper gegossen, sein Arm 

gebrochen und er mehrmals brutal zusammengeschlagen worden sei, 

dass er als männliches Opfer sexueller Gewalt in einer patriarchalischen 

Gesellschaft einer besonders vulnerablen sozialen Gruppe angehöre, 

dass er im Fall einer Rückkehr befürchte, erneut Opfer sexuellen Miss-

brauchs zu werden, und dies einen Verstoss gegen die einschlägigen Best-

immungen der Genfer Flüchtlingskonvention und von Art. 3 EMRK dar-

stelle, 

dass – entgegen der Ansicht des SEM – die Bedrohungslage auch aktuell 

sei, zumal er wenige Wochen vor seiner Flucht erneut von einem der Täter 

bedroht worden sei, 

dass er aufgrund der Einschüchterungen seitens der Täter faktisch an der 

Wahrnehmung seiner Rechte gehindert worden sei, weshalb es ihm nicht 

möglich gewesen sei, Anzeige gegen die Täter zu erstatten, 

dass es sich bei den Tätern um Personen mit Verbindungen zur türkischen 

Justiz und zur Polizei handle, weshalb der türkische Staat im vorliegenden 

Fall nicht schutzfähig beziehungsweise schutzwillig sei, 

dass er seine subjektive Schutzlosigkeit glaubhaft und plausibel dargelegte 

habe, weshalb ihm nicht angelastet werden könne, auf die Erstattung einer 

Strafanzeige verzichtet zu haben, 

dass ferner auch nicht vom Bestehen einer innerstaatlichen Schutzalterna-

tive auszugehen sei, zumal er sich jeweils nur für kurze Zeit an anderen 

Orten innerhalb der Türkei aufgehalten habe, 

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Seite 7 

dass das erfahrene Leid zu einem unerträglichen psychischen Druck ge-

führt habe und die ihm drohende erneute sexuelle Gewalt ausreichten, um 

eine begründete Furcht vor Verfolgung zu rechtfertigen, weshalb er als 

Flüchtling anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren sei, 

dass der Beschwerdeführer zur Stützung seiner Vorbringen mehrere Fotos 

aus einem Spital, ein Foto seiner türkischen Identitätskarte sowie nochmals 

die bereits im erstinstanzlichen Verfahren eingereichten medizinischen Un-

terlagen ins Recht legte, 

dass das Bundesverwaltungsgericht nach Durchsicht der Akten feststellt, 

dass die vorinstanzlichen Erwägungen nicht zu beanstanden sind, 

dass die Ernsthaftigkeit des Erlittenen nicht in Abrede gestellt, jedoch zu-

sammen mit der Vorinstanz festgestellt wird, dass die geltend gemachten 

sexuellen Missbräuche nicht kausal für seine Ausreise gewesen sind, zu-

mal sich diese letztmals etliche Jahre vor seinem Ausreiseentschluss er-

eignet haben, 

dass insofern auch davon ausgegangen werden kann, dass sich die Be-

fürchtung des Beschwerdeführers, bei einer Rückkehr erneut Opfer sexu-

ellen Missbrauchs zu werden, nicht verwirklichen wird, zumal er seit dem 

letzten Übergriff etliche Jahre unbehelligt in der Türkei gelebt hat, 

dass die geltend gemachten Einschüchterungen für sich genommen die 

Schwelle der Ernsthaftigkeit im Sinne von Art. 3 AsylG nicht zu überschrei-

ten vermögen, 

dass – wie von der Vorinstanz zutreffend ausgeführt – den geltend ge-

machten Nachteilen kein asylrechtlich relevantes Verfolgungsmotiv zu-

grunde liegt, sondern es sich dabei um gemeinrechtliche Delikte handelt, 

dass zwar nachvollziehbar erscheint, dass die vorgebrachten Gescheh-

nisse Schamgefühle auslösen können, es dem Beschwerdeführer nichts-

destotrotz zum jetzigen Zeitpunkt zugemutet werden kann, sich an entspre-

chende Stellen sowie an die zuständigen Polizei- und Justizbehörden zu 

wenden, 

dass insofern nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden kann, der 

türkische Staat sei schutzunwillig beziehungsweise schutzunfähig, 

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Seite 8 

dass es dem Beschwerdeführer ausserdem freisteht, sich in einem ande-

ren Landesteil niederzulassen, sollte er weitere Übergriffe befürchten, 

dass an dieser Einschätzung auch der Umstand, dass er sich bisher ledig-

lich temporär an anderen Orten in der Türkei aufgehalten habe, nichts zu 

ändern vermag, zumal die geltend gemachten Übergriffe bereits etliche 

Jahre in der Vergangenheit liegen,  

dass das in der Stellungnahme vom 26. Februar 2025 und in der Be-

schwerde geltend gemachte Vorbringen, bei den Tätern handle es sich um 

Personen, die mit der türkischen Politik, Rechtsextremen und der Polizei 

verbandelt wären, als nachgeschoben zu bezeichnen ist und entsprechend 

nicht gehört werden kann, zumal auch in der Beschwerde sowie den Be-

schwerdeverbesserungen diesbezüglich nichts Substanzielles vorgetra-

gen worden ist und dieser Sachverhaltsaspekt nicht glaubhaft gemacht 

wurde,  

dass gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ein un-

erträglicher psychischer Druck im Sinne von Art. 3 AsylG vorliegt, wenn der 

betroffenen Person aufgrund der objektiven Eingriffe ein menschenwürdi-

ges Leben im Heimatstaat nicht mehr möglich ist oder in unzumutbarer 

Weise erschwert wird, so dass sie sich dieser Lage nur durch Flucht ent-

ziehen kann, wobei die Verfolgungsmassnahmen auch in einer objektivier-

ten Betrachtung als derart intensiv erscheinen müssen, dass der betroffe-

nen Person ein Verbleib im Heimatstaat objektiv nicht mehr zugemutet wer-

den kann (BVGE 2010/28 E. 3.3.1.1 m.w.H.), 

dass der Beschwerdeführer seit dem letzten tatsächlichen Übergriff unge-

fähr sechs Jahre in der Türkei verblieben ist, weshalb nicht ohne Weiteres 

vom Bestehen eines unerträglichen psychischen Drucks ausgegangen 

werden kann, 

dass auch die von ihm zuletzt geltend gemachte Drohung vor der Ausreise 

einen unerträglichen psychischen Druck nicht zu begründen vermag, 

dass es ausserdem – wie bereits dargelegt – dem nun erwachsenen Be-

schwerdeführer zugemutet werden kann, sich aufgrund der Geschehnisse 

an die entsprechenden Stellen und Behörden zu wenden, weshalb vorlie-

gend das Bestehen eines unerträglichen psychischen Drucks zu verneinen 

ist, 

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Seite 9 

dass auch die weiteren Beschwerdevorbringen an dieser Einschätzung 

nichts zu ändern vermögen, 

dass es dem Beschwerdeführer somit nicht gelingt, die Flüchtlingseigen-

schaft nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu machen, weshalb das 

SEM das Asylgesuch zu Recht abgelehnt hat, 

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 

Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat 

(Art. 44 AsylG), vorliegend insbesondere der Kanton keine Aufenthaltsbe-

willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer solchen 

besteht (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.), weshalb die 

verfügte Wegweisung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen 

steht und demnach vom SEM ebenfalls zu Recht angeordnet wurde, 

dass das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Bestim-

mungen über die vorläufige Aufnahme regelt, wenn der Vollzug der Weg-

weisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht möglich ist (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]), 

dass beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu 

beweisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtliche 

Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenste-

hen (Art. 83 Abs. 3 AIG), 

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), 

dass der Vollzug der Wegweisung vorliegend in Beachtung dieser mass-

geblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist, da es 

dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche 

Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, weshalb das in 

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Seite 10 

Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoule-

ment im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet,  

dass sodann keine Anhaltspunkte für eine in der Türkei drohende men-

schenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 25 Abs. 3 BV, von Art. 3 

des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere 

grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe 

(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK ersichtlich sind,  

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar 

erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen 

wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage kon-

kret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AIG), 

dass in der Türkei keine landesweite Situation allgemeiner Gewalt herrscht 

(vgl. Referenzurteil des BVGer E-4103/2024 vom 8. November 2024 

E. 13), 

dass am 6. Februar 2023 ein starkes Doppel-Erdbeben der Stärke 7.8 res-

pektive 7.6 auf der Richterskala Teile der Türkei und Syriens erschütterte, 

und es im Anschluss zu starken Nachbeben kam, wovon hauptsächlich die 

Provinzen Adana, Adıyaman, Diyarbakır, Elazığ, Gaziantep, Hatay, Kahra-

manmaraş, Kilis, Malatya, Osmaniye und Şanlıurfa betroffen waren, 

dass trotz der Folgen der Erdbeben zurzeit nicht von einer Situation aus-

zugehen ist, aufgrund welcher sich der Vollzug der Wegweisung abgewie-

sener asylsuchender Personen in die genannten Gebiete als generell un-

zumutbar erweisen würde (auch nicht mit Bezug auf die am stärksten be-

troffene Provinz Hatay), und die Beurteilung der Zumutbarkeit von Weg-

weisungen in das betroffene Gebiet im Rahmen einer einzelfallweisen Prü-

fung der individuellen Lebenssituation der betroffenen Personen vorzuneh-

men ist, 

dass dabei der Situation vulnerabler Personen – insbesondere gebrechli-

cher, behinderter (oder sonst beeinträchtigter) sowie chronisch kranker 

Menschen – gebührend Rechnung zu tragen ist, namentlich bei Personen, 

die in die Provinzen Hatay, Adıyaman, Kahramanmaraş und Malatya zu-

rückkehren müssten (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1308/2023 vom 

19. März 2024 E. 11.3.1),  

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Seite 11 

dass vorliegend unbestritten ist, dass der Beschwerdeführer aus Kahra-

manmaraş stammt und in der Türkei wegen psychischer Beschwerden in 

Behandlung gewesen ist, 

dass ihm im Jahr 2019 eine unipolare Depression (BM 2, S. 9) diagnosti-

ziert worden ist, er gemäss eigenen Angaben im Jahr 2023 die medika-

mentöse Behandlung seiner Beschwerden jedoch eigenständig beendete 

und seither nicht mehr auf Psychopharmaka angewiesen ist (vgl. SEM-e-

Akte […]-15/15 [nachfolgend A15/15] F12 ff.), 

dass auch die weiteren medizinischen Vorbringen – Knieschmerzen sowie 

Schlafprobleme und zahnärztliche Behandlungen (vgl. A15/15 F10, 24, 124 

und 127) – nicht geeignet sind, eine Vulnerabilität im Sinne des Referenz-

urteils zu begründen, 

dass der Beschwerdeführer geltend machte, er leide ausserdem an einer 

bipolaren Störung (A15/16 F7 und 123; Beschwerdeverbesserung vom 

27. März 2025 S. 8), diese jedoch unbelegt geblieben ist,  

dass – unbesehen davon – die Türkei über eine hinreichende medizinische 

und psychiatrisch-psychologische Versorgung verfügt und davon auszuge-

hen ist, dass seine Beschwerden – insbesondere auch die geltend ge-

machte Bipolarität und Suizidalität (vgl. A15/15 F7 und 16–21) – auch dort 

behandelt werden können, 

dass der geltend gemachten Suizidalität im Rahmen der Vollzugsmodalitä-

ten Rechnung getragen werden kann, und er zumindest vorübergehend 

medizinische Rückkehrhilfe – beispielsweise in Form der Mitgabe von Me-

dikamenten oder der Übernahme von Kosten für notwendige Therapien – 

in Anspruch nehmen kann (vgl. Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG, Art. 75 der Asyl-

verordnung 2 über Finanzierungsfragen vom 11. August 1999 [AsylV 2, 

SR 142.312]), 

dass der Beschwerdeführer über ein familiäres Netz (vgl. A15/15 F37 ff.), 

einen gymnasialen Schulabschluss (vgl. A15/15 F31), eine Ausbildung als 

Schneider und gewisse Arbeitserfahrung verfügt (vgl. A15/15 F33), wes-

halb eine soziale und wirtschaftliche Reintegration in seinem Heimatstaat 

möglich erscheint, 

dass nach dem Gesagten nicht davon auszugehen ist, der Beschwerde-

führer würde bei einer Rückkehr in eine medizinische, soziale oder wirt-

schaftliche Notlage geraten, 

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Seite 12 

dass nach dem Gesagten weder die allgemeine Lage in der Türkei noch 

individuelle Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr 

schliessen lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumut-

bar ist, 

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Heimat-

staat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse bestehen 

(Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei der Be-

schaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), 

dass nach dem Gesagten der vom SEM verfügte Vollzug der Wegweisung 

zu bestätigen ist, 

dass der in der Eingabe vom 27. März 2025 gestellte Antrag auf Rückwei-

sung der Sache an die Vorinstanz abzuweisen ist, mithin – entgegen den 

Beschwerdevorbringen – keine wesentlichen Mängel in der Feststellung 

des rechterheblichen Sachverhalts ersichtlich sind, 

dass die Einschätzung des SEM, wonach das Vorbringen, es handle sich 

bei den Tätern um Personen mit Einfluss auf die Politik und den Justizap-

parat nachgeschoben sei, zu bestätigen ist, 

dass der Beschwerdeführer diesen Aspekt anlässlich der Anhörung zu den 

Asylgründen gänzlich unerwähnt gelassen hat, und er auch in der Be-

schwerde sowie in den Beschwerdeverbesserungen diesbezüglich seiner 

Substantiierungspflicht im Sinne von Art. 7 AsylG nicht nachgekommen ist, 

dass weder den Akten noch den Beschwerdeeingaben Hinweise zu ent-

nehmen sind, welche eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu 

rechtfertigen vermöchten, weshalb der Rückweisungsantrag abzuweisen 

ist, 

dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht nicht verletzt, den rechts-

erheblichen Sachverhalt richtig sowie vollständig feststellt und – soweit 

überprüfbar – angemessen ist, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, 

dass angesichts des direkten Entscheids in der Sache die Anträge auf Ver-

zicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses, auf superprovisorische Aus-

setzung des Wegweisungsvollzugs sowie auf Wiederherstellung der auf-

schiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos geworden sind, 

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Seite 13 

dass unbesehen davon der Beschwerde gemäss Art. 55 Abs. 1 VwVG von 

Gesetzes wegen aufschiebende Wirkung zukommt und die Vorinstanz 

diese auch nicht im Sinne von Art. 55 Abs. 2 VwVG entzogen hat, 

dass die mit der Beschwerde gestellten Gesuche um Gewährung der un-

entgeltlichen Prozessführung und amtlichen Rechtsverbeiständung abzu-

weisen sind, da die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen waren, weshalb die Voraus-

setzungen von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG nicht erfüllt sind, 

dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 750.– (Art. 1–

3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädi-

gungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]) dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-1506/2025 

Seite 14 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und amtliche Rechtsver-

beiständung werden abgewiesen 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Susanne Bolz-Reimann Jonas Perrin 

 

 

Versand: