# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c14d3da2-0490-557e-84d1-f24ef8fb9e67
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-16
**Language:** de
**Title:** Neuanmeldung. Keine wesentliche, längerdauernde gesundheitliche Veränderung des Gesundheitszustandes mit Wirkung auf die funktionelle Leistungsfähigkeit ausgewiesen. Kein Revisionsgrund gegeben.
**Docket/Reference:** IV.2019.00864
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2019.00864.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2019.00864
III. Kammer
Sozialversicherungsrichter Gräub, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Daubenmeyer
Ersatzrichterin Curiger
Gerichtsschreiber Müller
Urteil
vom
1
6.
Oktober 2020
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin Sandra
Glavas
Soller
Advokatur
Glavas
AG
Markusstrasse 10, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren
1962
,
arbeitete in einem 100 %-Pensum
als Allrounde
rin bei der
Y.___
GmbH und in Nebenbeschäftigung als
Zeitungsverträgerin
,
als sie am 5. November 2012 einen Treppensturz erlitt (vgl. Urk. 9/3 S. 1 und S. 4, Urk. 9/11/
28
, Urk. 9/19-20).
In der Folge
wurde ihr
eine
100%ige
Arbeitsunfä
higkeit attestiert (Urk. 9/11/6, Urk. 9/11/22-25).
Am 19
.
August
2013
meldete sie sich unter
Hinweis auf
Beeinträchtigungen des rechten Knies (Meniskus und Arthrose) und der linken Schulter (Sehne)
bei der Invalidenversicherung zum Leis
tungsbezug an (Urk.
9
/
3
).
Nach erwerblichen und medizinischen Abklärungen
wies d
ie Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle,
das
Leistungs
begehren
der Versicherten
mit Verfügung vom
26
.
Mai
2014
(Urk.
9
/3
9
)
bei
eine
m
Invaliditätsgrad von
2
%
ab
.
Ab 1. September 2016 arbeitete die Versicherte in einem 100 %-Pensum als Pizza
kurierin
sowie in Nebenbeschäftigung
weiterhin als
Zeitungsverträgerin
und
ab 1. Januar 2017 zudem als Raumpflegerin (Urk.
9/43 S. 6
)
. Am 7. März 2017 stürzte
sie
auf ihre linke Schulter
und
in der Folge wurde ihr von ihre
m
Behandler eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert
(vgl. Urk. 9/45/1
-13
).
1.2
Am
15.
März
201
9
meldete sich die Versicherte unter Hinweis
auf
eine
n
Unfall
, eine
seit 7. März 2017 bestehende Arbeitsunfähigkeit
und
unter
Angabe
ihrer Behandler
erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an
(Urk. 9/42-43)
. Daraufhin tätigte die IV-Stelle medizinische Abklärungen
.
Nach
durchgeführtem
Vorbescheidverfahren
(Urk.
9
/
50-51
, Urk.
9
/
57
)
wies die IV
Stelle das
Renten
begehren mit Verfügung vom
29
.
Oktober
2019 ab (Urk. 2).
2.
Dagegen erhob
die
Versicherte am
29
.
November
2019 (Urk. 1) Beschwerde und beantragte, die Verfügung vom
29
.
Oktober
2019 sei
aufzuheben und es sei
die Angelegenheit zu weiteren Abklärungen (insbesondere Begutachtung) an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen
(S. 2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom
20
.
Januar 2020
(Urk.
8
) die Abweisung der Beschwerde, was
der
Beschwerdeführer
in
mit Verfügung vom
21
.
Januar
20
20
zur Kenntnis gebracht wurde (Urk.
10
).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des
Bundesgesetzes über den Allge
meinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kom
menden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind au
sschliesslich die Folgen der ge
sundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.2
Anspruch auf eine Rente haben gemäss Art. 28 Abs. 1
des
Bundesgesetz
es
über die Invalidenversicherung (IVG)
Versicherte, die:
a.
ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betä
ti
gen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen
wieder herstellen
, erhalten oder verbessern können;
b.
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindes
tens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind; und
c.
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind.
Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % besteht Anspruch auf eine
Vier
telsrente
, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % auf eine halbe Rente, bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 60 % auf eine
Dreiviertelsrente
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).
1.3
War eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert worden und ist die Verwaltung auf eine Neuanmeldung eingetreten (Art. 87 Abs.
3 der
Verordnung über die Invalidenversicherung
[
IVV
]
) so ist im Beschwerdeverfahren zu prüfen, ob im Sinne von Art. 17 ATSG eine für den Rentenanspruch relevante Änderung des Invaliditätsgrades eingetreten ist (BGE 117 V 198 E. 3a mit Hin
weis).
Anlass zur Rentenrevision gemäss Art. 1
7 ATSG gibt jede wesentliche Än
derung in den tatsächlichen Verhältnissen seit Z
usprechung der Rente, die geeig
net ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rente
nanspruch zu beeinflussen. Ins
besondere ist die Rente bei einer wesentlichen
Änderung des Gesundheitszu
stan
des revidierbar (BGE 141 V 9 E. 2.3, 134 V 131 E. 3).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorakten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss
folgerungen der Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis).
1.5
Sowohl
das
Verwaltungsverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungs
prozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach haben Verwaltung und Sozialversicherungsgericht den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen. Diese Untersuchungspflicht dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Führen die im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes von Amtes wegen vorzunehmenden Abklärungen den Versicherungsträger oder das Gericht bei umfassender, sorgfältiger, objektiver und inhaltsbezogener Beweis
würdigung (BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zur Überzeugung, ein bestimmter Sach
verhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten, und es könnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr ändern, so liegt im Verzicht auf die Abnahme weiterer Beweise keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör (antizipierende Beweiswürdigung; BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 f. mit weiteren Hinweisen). Bleiben jedoch erhebliche Zweifel an Vollständigkeit und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststel
lung bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Abklärungsmass
nahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten sind (Urteil des Bun
desgerichts 9C_662/2016 vom 15.
März 2017 E. 2.2 mit Hinweis).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin führte in ihrer rentenabweisenden Verfügung vom
29
.
Oktober
201
9
(
Urk. 2) aus,
ihre Abklärungen nach der Neuanmeldung vom 18. März 2019 hätten ergeben, dass sich seit der rentenabweisenden Verfügung vom 26. Mai 2014 keine wesentlichen Veränderungen der gesundheitlichen Situ
ation ergeben habe. Die Beurteilung des Regional
en
Ärztlichen Dienstes
(RAD)
habe
gezeigt
, dass keine langandauernde Einschränkung vorhanden sei. Unmit
telbar nach dem Sturz könne von einer Verschlechterung des Gesundheitszustan
des ausgegangen werden. Dies betreffe den Zeitraum von November 2017 bis Juni 2018, begründe aber keine langandauernde
Arbeitsunfähigkeit. Anspruch auf eine Rente hätten nur Versicherte, die während eines Jahres ohne wesentlichen
Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen seien
(
S. 1 f.).
2.2
Die
Beschwerdeführer
in
stellte sich in
ihrer
Beschwerde vom
29
.
November
2019 (Urk. 1) hingegen auf den
Standpunkt,
die medizinische Gesamtsituation sei nicht ausreichend abgeklärt worden. Es liege eine Verschlechterung ihres Gesundheits
zustandes vor. Entsprechend müsse diese umfassend abgeklärt werden.
Das von der Unfallversicherung in Auftrag gegebene Gutachten sei widersprüchlich und unvollständig
und habe lediglich die Unfallkausalität in Bezug auf den
Sturz vom
März 2017 beurteilt
, weshalb sich die Beschwerdegegnerin nicht hätte darauf abstützen dürfen.
Indem die IV-Stelle keine weiteren Abklärungen getätigt habe, habe sie den
Untersuchungsgrundsatz
verletzt
(S.
2-5
).
3.
3.1
Die rentenabweisende Verfügung vom
26
.
Mai
20
14
(Urk.
9
/
39
) beruhte gemäss versicherungsinternem Feststellungsblatt vom
1. April 2014
(Urk.
9
/
33
) im Wesentlichen auf nachstehenden medizinischen Unterlagen:
3.2
Dr. med.
Z.___
und Dr. med.
A.___
vom Kantonsspital
B.___
stellte
n
in
ihrem
Bericht
vom 27
. Februar
2013
(Urk. 9/
11
/
11-12
)
folgende Diagnosen
(S. 1)
:
-
Posttraumatische
Frozen
shoulder
links mit/bei:
-
Periarthropathia
humeroscapularis
tendinopathica
mit
Full
thickness
-Läsion der
Supraspinatussehne
sowie chronischer
Pulley
-Läsion (MRT Schulter links vom 16. November 2012
,
Radiologie
C.___
)
-
Status nach Gelenksinfiltration mit
Kenacort
und
Carbostesin
am 25. Januar 2013 mit nur wenig Effekt sowie ausgeprägter systemischer Steroidnebenwirkung
-
Status nach Treppensturz am 5. November 2012
-
Posttraumatische aktivierte Gonarthrose bei:
-
möglicherweise chronischer
Innenmeniskusläsion sowie Innenbandzer
rung und klein
em Knorpeldefekt sowie Verdacht
auf einen freien Gelenkskörper (MRT Knie rechts vom 18. Februar 2013)
-
Posttraumatisches
lumbospondylogenes
Schmerzsyndrom links mit/bei:
-
keine Fraktur,
keine Neurokompression (MRT Lendenwirbelsäule [LWS] vom 16. November 2012, Radiologie
C.___
)
Sie
attestierte
n
der Beschwerdeführerin
bis Ende März 2013 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit (S. 2 unten).
3.
3
Dr. med.
D.___
, Dr. med.
E.___
und Dr. med.
F.___
vom
B.___
nannten
in
ihrem
Bericht vom
24
.
Mai
2013
(Urk. 9/
11
/
8-9
) folgende Diagnosen:
-
Adhäsive
Capsulitis
Schulter links bei intervallnaher
Rotatorenmanschet
tenläsion
(
acute
on
C
hronic
) mit
transmuraler
Supraspinatussehnenläsion
, deutlicher
Tendinopathie
der
Subscapularissehne
als auch der langen
Bizepssehne
nach Treppensturz
am 5. November 2012
-
Beginnende
Varusgonarthrose
mit ausgedehnter Innenmeniskusläsion sowie fokalem Knorpeldefekt im Bereich der medialen
Femurkondyle
, ebenso aktiv
iert durch oben genannten Sturz
Die Ärzte führten aus,
von
Seiten des linken Schultergelenkes zeige sich eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit mit Elevation passiv/aktiv bis 110°. Die Innenrotation betrage L3, die Aussenrotation 40° (Gegenseite 60°). Es bestehe e
ine
ausgeprägteste
Druckdolenz
ü
ber dem
Sulcus
bicipitalis
als auch dem
Tuberculum
majus
(
Codman
positiv). Weiter sei der
Jobe
-Test positiv mit schmerzbedingter Kraftminderung und der
Belly
-press negativ. Es bestehe eine erhaltene aktive Aussenrotation.
3.
4
M
ed.
pract
.
G.___
, Facharzt für
Allgemeine
Medizin
FMH
und
Pädiatrie
,
attes
tierte
der Beschwerdeführerin
in
seinem Bericht
vom 6. Februar
2014
(Urk.
9
/
31/5
)
für schwere und mittelschwere Arbeit
weiterhin
eine 100
%
ige
Arbeitsunfähigkeit
.
Hingegen sei sie für leichte angepasste Tätigkeit
en
wie die Arbeit im Sitzen, H
eben bis 2 kg,
Büroarbeit zu 100 % arbeitsfähig
.
3.
5
Med.
pract
.
H.___
, Fachärztin für orthopädische Chirurgie und Traumatologie
FMH, vom
RAD
hielt in ihrer insbesondere auf den Berichten des
B.___
und von med.
pract
.
G.___
basierenden (E. 3.2-3.4), aktengestützten Stellungnahme vom 12. März 2014 (Urk. 9/33 S. 4 f.) fest, als Diagnosen mit dauerhafter Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine adhäsive
Kapsulitis
der linken Schulter bei Status nach einer
Rotatorenmanschettenläsion
nach einem Treppensturz im November 2012 sowie eine beginnende
Varusgonarthrose
links. Diagnosen ohne dauerhafte Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden keine. Als Belas
tungsprofil
nannte sie
leichte (angepasste)
Tätigkeiten in Wechselbelastung, mit häufigem Sitzen ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schweren Lasten, ohne (beidseitiges) Arbeiten in Armvorhalteposition und Über
kopfarbeiten.
Seit 1. Juni 2013 bestehe in der bisherigen Tätigkeit als
Zeitungs
verträgerin
eine 50%ige Arbeitsfähigkeit. In einer angepassten Tätigkeit unter Beachtung des Belastungsprofils bestehe seit Juni 2013 eine 100%ige Arbeitsfä
higkeit.
3.
6
Die Beschwerdegegnerin schloss gestützt auf diese Aktenlage auf eine Arbeitsun
fähigkeit als Allrounderin, eine Arbeitsfähigkeit von 50 % ab 1. Juni 2013 in der Nebentätigkeit als
Zeitungsvertägerin
sowie eine spätestens seit Juni 2013 beste
hende 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten leichten Tätigkeit in Wech
selbelastung mit häufigem Sitzen ohne Heben, Tragen und Transportieren von mittelschweren und schweren Lasten,
ohne beidseitiges Arbeiten in Armvorhalte Position und
ohne
Überkopfarbeiten. Indem sie das
Valideneinkommen
(
Einkom
men als Allrounderin bei der
Y.___
GmbH und als
Zeitungsverträgerin
) dem Invalideneinkommen (Lohn für Hilfsarbeiter
innen
gemäss der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Schweizerischen Lohnstrukturerhebung [LSE]
sowie Einkommen aus der wiederaufgenommenen Tätigkeit
als
Zeitungsver
trä
gerin
) gegenüberstellte, errechnete die IV-Stelle einen rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von
2
% und wies das
Renten
begehren
ab (Urk.
9
/39).
4.
4.1
Aufgrund persistierende
r
Schulterschmerze
n
nach
dem
am 7. März 2017 erlitte
nen Sturz suchte die Beschwerdeführerin am 23. März 2017 erstmals Dr. med.
I.___
, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungs
apparates
, vom Spital
J.___
auf (Urk. 9/45/3).
Am
10. November 2017
operierte
sie dieser
aufgrund
einer
diagnostizierten ausgedehnten
Rotatorenman
schettenruptur
(
Supraspinatus
- und
Infraspinatussehne
),
Bizepssehnenruptur
, Bursitis
subakromialis
,
subakro
m
ialem
Impingement
an der linken Schulter (
Urk. 9/45/1
).
Dr.
I.___
attestierte
ab dem 23. März 2017 fortlaufend eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit
in angestammter Tätigkeit
(
vgl.
die Berichte vom 25. März, 21. Mai, 3.
Juli
2017
, vom 4. Januar, 16. Februar, 11. April,
16. Juni, 20. September und 6.
Dezember 2018 [
Urk. 9/45/1-1
2]
).
Am
20. September 2018 (Urk. 8/45/11)
berichtete
Dr.
I.___
, das
Ar
t
h
ro
-MRI von August 2018 zeige eine regelrechte Darstellung der
Rota
t
o
r
enma
nschette
.
Im Bericht vom
6
.
Dezember
2018 (Urk. 9/45/
12
)
führte
Dr.
I.___
aus
,
es
fehle der Beschwerdeführerin an Kraft bei Überkopftätigkeiten.
4.2
Dr. med.
K.___
, Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation (PMR) sowie
für
Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates,
und Dr. med.
L.___
vom
Stadtspital
M.___
stellten in ihrem von der Unfallversicherung in Auftrag gegebenen
rheumatologischen
Gutachten vom
25
.
Januar
2019
(Urk.
9
/
56
)
gestützt auf eine Untersuchung vom 20. Dezember 2018
folgende Diagnose (S.
13
):
-
Periarthropathia
humeroscapularis
tendinopatica
der
Supraspinatussehne
und
Subscapularisehne
links, Erstdiagnose 2017 mit/bei:
-
MR-Tomographie 2012: Befundung durch Klinik für Radiologie Stadt
spital
M.___
, Dr.
med.
N.___
, Leitender Arzt:
Transmurale
Teilruptur der
Supraspinatussehne
auf ca. 2/3 der Breite.
-
MR-Tomographie Mai 2017:
Transmurale
Teilruptur der
Supra
spinatussehne
(50 % des Querschnitts).
Tendinose
und möglic
herweise partielle Ruptur der la
ngen
Bizepssehne
.
-
MR-Tomographie August 2018: Zustand nach
Rotatorenmanschetten
-Rekonstruktion. Regelrechte Insertion der
Supraspinatussehne
. Diese ist
tendinotisch
verändert. Bursitis
su
bac
romiales
. Zustand nach
Bizeps
tenodese
.
Bizepssehne
schmalka
l
ibrig
. Partialruptur der
Subscapula
rissehne
mit konsekutiver Atrophie von Anteilen des
Musculus
su
bsca
pularis
. Anker im
Humeruskopf
in situ.
Infraspinatussehne
intakt.
-
Operation 10.
November
2017 Schulterarthroskopie,
Rotatorenman
schettenrekonstruktion
von
Supraspinatus
und
Infraspinat
ussehne
,
Bursektomie
,
Acromiopla
stik
links.
Die Gutachter gaben an,
es
bestehe eine deutliche
Druckdolenz
über dem
Sulcus
bicipitalis
mit Ausweitung kreisförmig
,
mindestens handflächengross. Die linke Schulter sei in sämtlichen Bewegungen schmerzhaft, wobei die Bewegungsum
fänge im Vergleich zur rechten Gegenseite deutlich eingeschränkt seien. Links: Aussenrotation aktiv und passiv 55°, Innenrotation aktiv und passiv 75°, Eleva
tion aktiv und passiv 100°, Abduktion aktiv und passiv 100°, Retroversion aktiv und passiv 15°. Linksseitig finde sich ein positives
Impingement
im Neer-Hawking-Manöver sowie im
Jobe
-Test. In der Krafttestung der oberen Extremität seien sämtliche Muskelgruppen links M4, rechts M5 (S. 11).
Weiter hielten die Gutachter fest, insgesamt ergäben sich keine pathologisch-neurologischen Untersuchungsbefunde, ausser der taktilen Hyposensibilitätsan
gabe der oberen linken Extremität, jedoch sei der Reflexstatus aufgrund der Adi
positas deutlich erschwert prüfbar (S. 12).
Der Unfall vom 7. März 2017 habe anamnestisch zu einer massiven
Schmerzexazerbation
geführt. MR-Tomographisch sei zwei Monate danach im Mai 2017 eine
transmurale
Teilruptur der
Supraspinatussehne
links gefunden worden. Retrospektiv habe sich zwischen 2012 und 2017 bildgebend keine signifikante Änderung der mit überwiegender Wahrscheinlichkeit degenerativ bedingten
Rotatorenmanschettenläsionen
gefun
den. Nach insuffizienten konservativen Therapieversuchen sei die Läsion im November 2017 operativ versorgt worden. Die Rehabilitation im Anschluss an die Operation habe sich prolongiert, sodass die Beschwerdeführerin mehr als ein Jahr nach Operation nach wie vor starke Einschränkungen der Schulterbeweglichkeit links sowie starke Schmerzen beklage. Eine Verlaufs-MR-Tomographie vom August 2018 habe denn auch eine
tendinotisch
veränderte
Supraspinatussehne
,
postoperativ aber in situ, sowie neu eine Partialruptur der
Subscapularissehne
gezeigt. Klinisch objektivieren liessen sich im Bereich der linken Schulter deutli
che Bewegungseinschränkungen, vor allem in Elevation, Abduktion sowie Retro
version, erstaunlicherweise aber kaum in Aussenrotation, was gegen eine adhä
sive
Kapsulitis
spreche, wie sie in den Vorberichten beschrieben worden sei. Für die globale Hyposensibi
lität des linken Armes sowie den
generalisierte
n
Kraftver
lust sämtlicher Kennmuskeln des linken Armes liessen sich hingegen keine objektivierbaren Befunde erheben (S.
14
).
Im Übrigen führten die Gutachter aus, im Verlauf der Zeit werde initial von einem sensomotorischen Normalbefund nun eine globale Hyposensibilität des gesamten linken Armes mit deutlichem Kraftverlust sämtlicher Kennmuskeln gefunden,
welche gemäss der Aktenlage nich
t vorbestehend sei. So habe Dr.
I.___
einen sensomotorischen Normalbefund beschrieben.
Dies deute darauf hin, dass die aktuell beklagten Beschwerden zumindest teilweise erst im Verlauf aufgetreten seien, am ehesten im Rahmen einer Schmerzausweitung. Des Weiteren werde in der erneuten MR-Tomographie eine vorher ni
cht beschriebene
Subscapulariss
eh
nenteilruptur
beschrieben, welche erst im Verlauf der aktuellen Behandlung auf
getreten sein müsse. Da anamnestisch kein erneutes Trauma zu eruieren sei, dürfte dies einer progredienten degenerativen
Ursache entsprechen. Eine solche habe teilweise auch schon vor dem Unfall vorgelegen.
Der Unfall 2017 habe wahrscheinlich zu einer Aktivierung der vorbestehenden degenerativen Verände
rungen der Schulter geführt, wobei sich die initialen Beschwerden im Verlauf der Zeit (insbesondere postoperativ) deutlich verändert hätten. Radiologisch hätten posttraumatisch keine neuen Schulte
r
binnenläsionen vor
gelegen
im
Vergleich
zu den Vorbilde
rn
aus
dem Jahr
2012, sodas
s
angenommen werden
könne
, dass de
n
posttraumatisch
klinischen Symptome
n
kein
Strukturschaden zugrunde lieg
e
. Der Status quo sine
sollte
wenige Wochen nach
der Schulterkontusion erreicht wor
den sein
(S. 18)
.
Schliesslich hielten Dr.
K.___
und Dr.
L.___
fest,
in Folge des Unfalls bestehe keine Arbeitsunfähigkeit (S. 20 unten).
4.3
Im Bericht vom 14. Februar 2019 (Urk. 9/45/13) hielt Dr.
I.___
über die Ver
laufskontrolle vom 12. Februar 2019
fest, d
ie Situation verbesser
e sich,
jedoch langsam. Schmerzen
bestünden
vor allem bei Bewegungen und Belastungen.
Die Schulter links sei reizlos. Die aktive Anteversion/Abduktion gehe bis 140°, die Aussenrotat
ion 40°, die Innenrotation bis T
h1
2.
Es bestehe ein deutliches Kraft
defizit für den
Jobe
und Palm
up
Test. Feststellbar seinen Druckschmerzen beim
Sulcus
bizipitalis
und beim
anteriore
Schulter. Die Sensomotorik sei unauffällig. Es zeige sich weiterhin ein deutlicher Kraftver
l
ust der operierten linken Schulter.
Es erfolg
e eine n
ochmalige
Verlaufskontrolle
in
zwei
Monaten. Bis dahin
bestehe
weiterhin
eine
100%
ige Arbeitsunfähigkeit
. Es
sei
nun an der
Invalidenversiche
rung
, eine langfristige
Arbeitsfähigkeit
festzulegen.
4.
4
Med.
pract
.
H.___
vom RAD hielt in ihrer insbesondere auf
die Berichte
von Dr.
I.___
gestützten (E. 4.1
und E. 4.3
) Aktenbeurteilung vom 14. Mai 2019 (Urk. 9/
49
S. 3) fest,
bei nach der Operation anhaltenden Beschwerden habe im MRI vom 20. September 2018 ein regelrechter Befund festgestellt werden können. Zur Festlegung der Arbeitsfähigkeit habe Dr.
I.___
auf die Invalidenversiche
rung verwiesen (14.02.19). Die Beweglichkeit der Schulter habe Dr.
I.___
fol
gendermassen dokumentiert: 14. Februar 2019: Anteversion 140°, Abduktion 140°, Aussenrotation 40°, Innenrotation bis Th1
2.
Die Normwerte für die Beweg
lichkeit seien: Anteversion 150-170°, Abduktion: 180°, Aussenrotation: 40-60°
, Schürzengriff: Daumen erreiche
untere bis mittlere Brustwirbelsäule. Eine Schä
digung der linken Schulter sei bereits bekannt. Schon zum Zeitpunkt der letzten RAD-Stellungnahme habe eine Funktionsminderung bestanden. Im Bericht des
B.___
vom 24. Mai 2013 (E. 3.3) seien diese folgendermassen dokumentiert wor
den: Anteversion/Abduktion 110°, Schürzengriff bis L3, Aussenrotation 40°. Gestützt auf diesen Bericht sei der RAD in der Stellungnahme vom 12. März 2014 (E. 3.5) zur Beurteilung gekommen, dass ab Juni 2013 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit für angepasste Tätigkeiten mehr vorgelegen habe.
Eine vorüber
gehende Verschlechterung gegenüber 2014 sei für den Zeitraum unmittelbar nach dem Sturz und November 2017 bis Juni 2018 ausgewiesen. Eine dauerhafte Ver
schlechterung sei nicht erkennbar. Die Ringbandspaltung am rechten Daumen verursache keine längerfristige Arbeitsunfähigkeit.
5.
5.
1
Vorwegzuschicken ist, dass einzig eine Verschlechterung des Gesundheitszustan
des der linken Schulter nach einem am
7. März 2017 erlittenen Sturz (vgl. Urk. 9/45/1-13), welcher einen operativen Eingriff nötig
machte und eine an
schliessende
längere
Rekonvaleszenzzeit
nach sich zog
(vgl. E. 4.1 und E. 4.3)
, und damit einhergehende funktionelle Einschränkungen im Fokus stehen.
Anhaltspunkte für gesundheitliche Verschlechterungen
, welche nicht die linke Schulter betreffen,
bestehen keine.
Zur Veränderung betreffend die linke Schulter ist zu bemerken,
dass
für die Ver
schlechterung des Gesundheitszustandes
im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne
nicht die Art der Verletzung
und diesbezügliche Veränderung des medizi
nischen Sachverhaltes
, sondern einzig die
damit
einhergehenden funktionellen
Einschränkungen
entscheidend sind
. Entgegen der Ansicht
der Beschwerdeführe
rin (Urk. 1 S. 2-5)
kann daher alleine
deshalb
, weil im Gegensatz zum Sturz im Jahr 2012 beim Sturz im Jahr 2017 neben der
Supraspinatussehne
auch die
Infraspinatussehne
und die
Bizepsseh
n
en
betroffen
waren
und sich nun auch eine Partialruptur der
Subscaspularisseh
n
e
und eine
Tendi
n
o
se
feststellen liess
en
,
nicht ohne Weiteres auf eine wesentliche Veränderung im invalidenversiche
rungsrechtlichen Sinne geschlossen werden.
5.
2
Die IV-Stelle stützte sich bei ihrer rentenablehnenden Verfügung
im Wesentli
chen auf die Stellungnahme der RAD-Ärztin med.
pract
.
H.___
.
Diese
konnte in
ihrer
Stellungnahme gestützt auf
die
ihr
vorliegenden medizini
schen Unterlagen nachvollziehbar darlegen, dass
bei
der
Beschwerdeführer
in
keine
dauerhafte
Verschlechterung des Gesundheitszustandes
im Vergleich mit
dem Zustand zum Zeitpunkt der Verfügung vom 26. Mai 2014
eingetreten
ist
.
So zeigte sie
schlüssig
auf, dass die von Dr.
I.___
in seinem zeitlich letzten Bericht vor der am
15. März 2019
(Urk. 9/42-43) erfolgten Neuanmeldung am 14. Februar 2019
(E. 4.3)
eine
Anteversion
und
Abduktion
von
je
140°,
eine
Aussenrotation 40°
und eine
Innenrotation bis Th12
i
n der linken Schulter bestanden
haben
und diese
keine weite
rgehende Einschränkung darstell
en
als die bei der Formulierung des ursprünglichen Belastungsprofils
feststehenden
Bewegungsein
schränkungen.
So
war
bereits bei
Beurteilung der rentenabweisenden Verfügung vom 26. Mai 2014 gestützt auf den Bericht des
B.___
vom
24. Mai 2013 (E. 3.3) von einer deutlich
eingeschränkten Beweglichkeit mit
Elevation passiv/aktiv bis 110°, einer
Innenrotation
L3 und einer
Aussenrotation 40°
ausgegangen
worden
.
Demnach zeigt sich die Aussenr
ot
ation mit 40°
unverändert. Die
Innenrotation mit Th12, was einem Winkel von
101-11
0°
entspricht (vgl.
Appendix I, Constant Schulter-Score in: Hakan
Pilge
, Mini-open-
Repair
versus
arthroskopische
subcrominale
Dekompression beim
Impingementsy
n
drom
an der Schulter: Eine
isokinetische
Untersuchung, am 15. Oktober 2003 angenommene Dissertation an der Fakultät für Medizin der TU München [
https://mediatum.ub.tum.de/doc/602300/602300.pdf
, besucht am 17. September 2020]
),
stellt sich
gegenüber einer früheren Innenrotation mit L3, was einem Winkel
von 91-100°
entspricht (a.a.O.), gar verbessert
dar
.
5.
3
Gestützt wird die Einschätzung von RAD-Ärztin
H.___
insbesondere
auch
durch das Gutachten des Stadtspital
s
M.___
vom
25
.
Januar
2019
(
E. 4.2
)
.
Zwar diente dieser - wie die Beschwerdeführerin richtig bemerkte - der Beurtei
lung der
Unfallkausaliät
. D
ennoch lassen sich daraus Rückschlüsse über
eine all
fällige
Veränderung des Gesundheitszustandes ziehen. Inwiefern es, wie von der Beschwerdeführerin behauptet (E. 2.2)
,
widersprüchlich und unvollständig sein sollte, ist nicht ersichtlich.
Das Gutachten ist hinsichtlich der Schulterbeschwer
den
umfassend
.
Es
beruht
auf
einer eingehenden klinischen Exploration
, einer neurologischen Befunderhebung
und
der
MRI-Bildgebung auf den
allseitigen
notwendigen
Untersuchungen
(Urk. 8/56 S. 10-12)
,
berücksichtigt
die
geklagten Beschwerden
(
S. 9 f.
)
und
wurde in
Kenntnis
und in Auseinandersetzung mit den
Vorakten
abgegeben
(S. 2-6, S. 13
f., S. 17-19). Es
ist
in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge
sowie
in der Beurteilung der med
izinischen Situation einleuchtend
und die Schlussfolgerungen der Experten
sind
schlüssig begründet. So zeigten die Gutachter
überzeugend
auf, dass sich aufgrund der Schulterbeschwerden klinisch Bewegungseinschränkungen vor allem in Eleva
tion, Abduktion sowie Retroversion objektivieren lassen, jedoch nicht in Aussen
rotation, was gegen ein
e adhäsive
Kapsulitis
spricht. F
ür den generalisierten Kraftverlust sämtlicher Kennmuskeln des linken Armes sowie die Hypersensibili
tät
liessen sich
keine objektivierbaren Befunde erheben
, weshalb diese bei festge
stelltem sensomotorischem Normalbefund am ehesten im Rahmen einer Schmerz
ausweitung zu sehen sind (E. 4.2)
.
Der von
den Gutachern
erhobene Befund spricht
gegen
eine Verschlechterung der funktionellen Leistungsfähigkeit der
linken
Schulter. So
zeigten
die Experten
auf, dass sich r
etrospektiv zwischen
den Jahren
2012 und 2017 bildgebend keine sig
nifikante Änderung der
Rotatorenmanschettenläsionen
finden liess und
keine pathologisch-neu
rologischen Untersuchungsbefunde erhoben werden konnten.
In der Krafttestung der oberen Extremität
waren
sä
mtliche Muskelgruppen links M
4.
Dies bedeutet nach den Kraftgraden bei einer Skala von 0 (keine Muskelak
tivität) bis 5 (normale Muskelkraft) bei 4 eine Muskelkraft bei Bewegung gegen Widerstand (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 259. Aufl., S. 902) und stellt
generell
nur eine geringe Krafteinbusse dar.
Bereits
beim Zumutbarkeitspro
fil
bei der ursprünglichen Rentenabweisung bestand eine
schmerzbedingte Kraft
minderung
, weshalb nur
leichte Tätigkeiten ohne Heben, Tragen und Transpor
tieren von mittelschweren und schwer
en Lasten als zumutbar erachtet
wurden (E. 3.3-6). Auch die von den Gutachtern festgestellte
Druckdolenz
über dem
S
ulcus
biz
ipitalis
bestand
bereits bei der ursprünglichen Beurteilung (E. 3.3). All
diese Umstände sprechen gegen eine Verschlechterung der funktionellen Leis
tungsfähigkeit der Beschwerdeführerin
aufgrund ihrer Schulterbeschwerden
.
5.4
Kein anderer Schluss lässt sich auch aus den von Dr.
I.___
gemachten Feststel
lungen ziehen.
Wie bereits aufgezeigt (vgl. E. 5.3), stellte sich die Beweglichkeit der linken Schulter in der Untersuchung bei
Dr.
I.___
vom
12. Februar 2019
(
E. 4.3)
– und zwei Monate nach der Exploration durch die Gutachter des Stadt
spitals
M.___
(Untersuchung am
20. Dezember 2018; E. 4.2)
- gegenüber der
Beweglichkeit
der ursprünglichen Rentenabweisung
gar ein wenig besser dar.
Die Schulter präsentierte sich in seiner Untersuchung
am 12. Februar 2019
zudem reizlos und die Sensomotorik unauffällig.
Das von
Dr.
I.___
festgestellte Kraft
defizit
geht
– wie die Untersuchung des Stadtspitals
M.___
zeigt
e (vgl. E. 5.4 vorstehend)
– nicht über die bereits bei der ursprünglichen Beurteilung der Ren
tenabweisung im Jahr 2014
festgestellte Kraftminderung
hinaus.
Zudem beklagte die Beschwerdeführerin gegenüber Dr.
I.___
in erster Linie einen Kraftverlust bei Überkopfarbeiten, diese
waren
jedoch bereits im Belastungsprofil anlässlich der ursprünglichen Rentenabweisung als unzumutbar erachtet worden (vgl. E. 3.6 und E. 4.1).
Auch waren
bereits
zum damaligen Zeitpunkt der
Jobe
-Test positiv und ein Druckschmerz am
Sulcus
bizipitalis
sowie am
Tuberculum
majus
fest
stellbar
(vgl. E. 3.3)
.
Dr.
I.___
hielt in seinem Bericht vom 14. Februar 2019
darüber hinaus
fest, dass sich
die Situation verbessere,
wenn auch
langsam
,
und attestierte nur noch eine bis zur
nächsten
Verlaufskontrolle
befristete (E. 4.3)
.
5.
5
Nach dem Gesag
ten kann auf die Beurteilung der
RAD-
Ärztin
med.
pract
.
H.___
abgestellt werden.
Die Vorbringen
des Beschwerdeführers ver
mögen keine Zweifel an der Beurteilung des RAD sowie der Vollständigkeit und
/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung durch
die Beschwerdegegnerin zu erwecken. In Anbetracht der gegebenen Sach- und Rechts
lage sind von zusätzlichen medizinischen Abkl
ärungen keine
entscheidwesentli
chen
Erkenntnisse zu erwarten, weshalb darauf zu verzichten ist
(antizipierte Beweiswürdigung; BGE 122 V 157 E. 1d)
.
Eine Verletzung des Untersuch
ungs
grundsatzes liegt nicht vor und
e
in
e invalidenversicherungsrelevante Verschlech
terung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin
ist
nicht ausgewiesen, womit
kein Revisionsgrund gegeben
ist
. Demzufolge ist die Beschwerde abzuwei
sen
.
6.
Ausgangsgemäss gehe
n die Verfahrenskosten von Fr. 8
00.-- zulasten de
r
unter
li
egenden Beschwerdeführerin (Art.
69 Abs.
1
bis
IVG).
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwältin Sandra
Glavas
Soller
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundesge
setzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizu
legen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
GräubMüller