# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b96329d5-b416-5247-b406-7325453132b3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-27
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 1. Kammer 27.11.2018 U 2017 75
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_001_U-2017-75_2018-11-27.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

U 17 75

1. Kammer 

Vorsitz Audétat
Richter Racioppi, von Salis

Aktuar Gross

URTEIL

vom 27. November 2018 

in der Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Nicolas von Wartburg,

Beschwerdeführer

gegen 

Departement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Fremdenpolizei (Widerruf Jahresaufenthaltsbewilligung)

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1. A._____ reiste Ende November 1997 unter falschem Namen in die Schweiz 

ein. Das Asylgesuch wurde im Juli 1998 abgelehnt und A._____ zum Ver-

lassen der Schweiz aufgefordert. Das dagegen erhobene Rechtsmittel 

wurde im Oktober 2000 abgewiesen. Aus einer Beziehung zu einer Schwei-

zer Bürgerin entsprang im Jahr 2000 der Sohn B._____. Im März 2007 be-

antragte A._____ die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung gestützt auf 

Art. 8 EMRK, die das Amt für Migration und Zivilrecht (AFM) im September 

2007 ablehnte. Diese Verfügung wurde von A._____ nicht angefochten. Im 

2008 stellte A._____ ein Wiedererwägungsgesuch, worauf das AFM nicht 

eintrat. Eine dagegen erhobene Verwaltungsbeschwerde wies das Depar-

tement für Justiz, Sicherheit und Gesundheit (DJSG) des Kantons 

Graubünden im Juni 2009 ab. 

2. Am 1. März 2011 verweigerte das Zivilstandsamt X._____ die Trauung von 

A._____ und C._____ mangels Nachweises eines rechtmässigen Aufent-

haltes des Bräutigams. Eine dagegen erhobene Verwaltungsbeschwerde 

wies das DJSG am 13. Juli 2011 ab. 

3. Am 24. Dezember 2012 stellte A._____ beim AFM das Gesuch um Ertei-

lung einer Aufenthalts- bzw. Härtefallbewilligung, ev. einer vorläufigen Auf-

nahme. Am 19. Februar 2013 lehnte das AFM das Gesuch ab, da eine 

rechtskräftige Ausweisung aus der Schweiz vorliege, keine familiäre Bezie-

hung zum Sohn bestehe und verschiedene Verurteilungen nach Strafge-

setzbuch (StGB) vorlägen. Eine dagegen erhobene Verwaltungsbe-

schwerde wies das DJSG am 3. Juni 2013 ab.

4. Ein erneuter Anlauf zur Eheschliessung mit C._____ verlief erfolgreich und 

die Heirat fand am 27. März 2015 in X._____ statt. A._____ wurde darauf 

eine B-[Aufenthalts-]Bewilligung für die Schweiz, gültig bis zum 26. März 

2017, ausgestellt.

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5. Mit Strafmandat vom 3. November 2015 der Staatsanwaltschaft des Kan-

tons Graubünden wurde A._____ wegen rechtswidrigen Aufenthalts (Juli 

2008 bis April 2013) in der Schweiz mit 30 Tagessätzen à Fr. 30.--, bedingt 

auf zwei Jahre Probezeit, und einer Busse von Fr. 300.-- bestraft.

6. Am 14. Dezember 2015 erliess das Bezirksgericht X._____ eine Ehe-

schutzverfügung mit der Anweisung, A._____ habe die eheliche Wohnung 

bis zum 31. Dezember 2015 zu verlassen. Weiter wurde dem Ehemann 

(A._____) verboten, sich ab 1. Januar 2016 seiner Ehefrau, ihrer Wohnung 

und ihrem Arbeitsplatz anzunähern und/oder mit ihr telefonisch, per SMS 

oder per E-Mail Kontakt aufzunehmen. 

7. Mit Strafmandat vom 11. Januar 2016 der Staatsanwaltschaft des Kantons 

Graubünden wurde A._____ wegen mehrfacher Übertretung des Betäu-

bungsmittelgesetzes (BetmG), Ungehorsam gegen die Polizei, Auskunfts-

verweigerung sowie unanständigem Benehmen mit einer Busse von          

Fr. 500.-- belegt. 

8. Auf Nachfrage der AFM teilte die Kinder- und Erwachsenschutzbehörde 

(KESB) Nordbünden am 22. Januar 2016 mit, dass zwischen A._____ und 

seinem Sohn B._____ keine gelebte Beziehung bzw. kein regelmässiger 

persönlicher Kontakt seit ca. 10 Jahren bestehe. A._____ bezahle keine 

Alimente und die Gemeinde leiste die Bevorschussung. Sohn B._____ 

wolle keinen Kontakt zum Vater. Die Mutter habe das Gefühl, dass er sich 

vor dem Vater fürchte und er wolle den zweiten Vornamen, den er vom 

Vater erhalten habe, offiziell streichen lassen. 

9. Nach Gewährung des rechtlichen Gehörs widerrief das AFM am 10. Juni 

2016 die Jahresaufenthaltsbewilligung von A._____ und wies ihn aus der 

Schweiz weg. Nach der Trennung von der Ehefrau im Dezember 2015 sei 

die Zulassungsvoraussetzung nicht mehr gegeben, die Ehe habe nur we-

nige Monate gedauert. Zudem seien die Voraussetzungen für einen per-

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sönlichen Härtefall nicht gegeben; ebenfalls fehle ein eigener Anspruch aus 

EMRK 8. 

10. Am 3. Juli 2017 wies das DJSG die dagegen erhobene Verwaltungsbe-

schwerde (inkl. Antrag auf unentgeltliche Rechtspflege [URP]) ab. Das 

AFM habe die Aufenthaltsbewilligung zu Recht widerrufen. Das öffentliche 

Interesse an der Abweisung überwiege dessen privates Interesse an einem 

weiteren Verbleib in der Schweiz und die Wegweisung sei auch verhältnis-

mässig. Dem AFM könne weder eine unrichtige Rechtsanwendung oder 

Tatsachenfeststellung vorgeworfen werden noch eine unzulässige Ermes-

sensausübung. In Bezug auf die URP sah das DJSG die Bedürftigkeit als 

nicht offensichtlich ausgewiesen an, hingegen sei die Beschwerde ange-

sichts der kurzen Ehedauer, der ausführlichen Beurteilung des Härtefalls 

und der Ansprüche aus EMRK in früheren Verfahren aussichtslos. 

11. Mit Beschwerde vom 2. August 2017 beantragt der anwaltlich vertretene 

A._____ (Beschwerdeführer) die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und die Anweisung an das DJSG, die Aufenthaltsbewilligung zu verlängern; 

ev. sei die Sache zwecks neuer Entscheidung an das DJSG zurückzuwei-

sen. Weiter wird die aufschiebende Wirkung und die Bewilligung der URP 

mit Bestellung des unterzeichnenden Rechtsanwalts als unentgeltlichen 

Rechtsbeistand beantragt; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. 

Zur Ehedauer von weniger als drei Jahren bringt der Beschwerdeführer vor, 

dass unter dem Aspekt des Härtefalles auch die tatsächliche Dauer der 

Haushaltgemeinschaft mit Ehewillen zu berücksichtigen sei, welche vorlie-

gend fast fünf Jahre gedauert habe. Weiter wirft er dem DJSG eine Ermes-

sensunterschreitung vor, weil dieses die Härtefallkriterien bloss summa-

risch geprüft habe. Der Beschwerdeführer verfügte nach über 20 Jahren 

Aufenthalt in der Schweiz über gefestigte gesellschaftliche und familiäre 

Beziehungen in der Schweiz, weshalb er unter den Schutz von EMRK 8 

falle; das DJSG habe es unterlassen, in diesem Zusammenhang eine um-

fassende Interessenabwägung vorzunehmen. Die URP sei zu gewähren, 

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weil der Beschwerdeführer infolge Arbeitslosigkeit offenkundig bedürftig sei 

und die Beschwerde angesichts seiner Lebensgeschichte keinesfalls aus-

sichtslos erscheine. 

12. In seiner Vernehmlassung vom 25. August 2017 beantragte das DJSG (Be-

schwerdegegner) die vollumfängliche Abweisung der Beschwerde, unter 

Kostenfolge zu Lasten des Beschwerdeführers; gegen die Gewährung der 

aufschiebenden Wirkung brachte der Beschwerdegegner keine Einwände 

vor. Er begründete seine Anträge damit, dass der Beschwerdeführer die 

Kriterien für einen Härtefall nicht zu erfüllen vermochte und keine Wegwei-

sungshindernisse vorhanden seien. Allfällige Bewilligungsansprüche aus 

Art. 8 EMRK seien bereits in früheren Verfahren geprüft und rechtskräftig 

abgelehnt worden; der Beschwerdeführer habe seither keine erhebliche 

Veränderung der Sach- und Rechtslage aufzeigen können.

13. In seiner Replik vom 8. September 2017 ergänzt der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seine Argumentation und reicht eine Honorarnote ein. 

14. Der Beschwerdegegner verzichtet am 13. September 2017 auf die Einrei-

chung einer Duplik. 

15. Mit Schreiben vom 29. Mai 2018 ersuchte der Beschwerdeführer auf Nach-

frage seines derzeitigen Arbeitgebers um eine Bestätigung, dass er sich 

während des Beschwerdeverfahrens legal in der Schweiz aufhalte und zur 

Erwerbstätigkeit berechtigt sei. Neben dem Brief des Arbeitgebers reichte 

der Beschwerdeführer Belege für verschiedene Arbeitseinsätze und –tätig-

keiten ein. Ferner vermeldete er, dass er mittlerweile zu seinem Sohn wie-

der Kontakt habe und die Beziehung wiederaufgelebt sei; hierfür legte er 

auch ein Schreiben des Sohnes ins Recht, in welchem dieser die Kontakte 

bestätigte und den Wunsch äusserte, dass sein Vater in der Schweiz blei-

ben könne.

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16. Am 11. Juni 2018 erklärte der Beschwerdegegner, dass die neu eingereich-

ten Unterlagen und Vorbringen weder einen Härtefall begründen noch er-

hebliche Veränderungen in der Sach- und Rechtslage aufzeigen würden 

gegenüber den früher ergangenen rechtskräftigen Verfügungen.

17. Am 5. November 2018 reichte der Beschwerdegegner noch das act. I/101 

nach, woraus hervorgeht, dass der Beschwerdeführer von der Gemeinde 

X._____ seit dem 1. November 2018 sozialhilferechtlich unterstützt wird.

18. Am 16. November 2018 nahm der Beschwerdeführer dazu noch Stellung.

Auf die weiteren Vorbringen und Argumente der Parteien wird, soweit er-

forderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Anfechtungsobjekt ist vorliegend der Entscheid des Beschwerdegegners 

(DJSG) vom 3. Juli 2017, worin dieser die Verfügung des AFM vom 10. Juni 

2016 bezüglich Widerruf der Jahresaufenthaltsbewilligung und Wegwei-

sung aus der Schweiz bestätigte und damit die dagegen verwaltungsintern 

erhobene Beschwerde vom 2. August 2017 abwies. Beschwerdethema bil-

det dabei die Frage, ob der Wegfall der Zulassungsvoraussetzungen in-

folge Ehetrennung zu Recht angenommen wurde und das Vorliegen eines 

persönlichen Härtefalles sowie das Fehlen eines Anspruchs gestützt auf 

Art. 8 EMRK (Einheit der Familie) zu Recht verneint wurden.

1.2. Nach Art. 50 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 

370.100) ist zur Beschwerde ans Verwaltungsgericht Graubünden legiti-

miert, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutz-

würdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung hat. Als Adressat 

des angefochtenen Entscheids vom 3. Juli 2017 ist der Beschwerdeführer 

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direkt nachteilig vom Widerruf der Jahresaufenthaltsbewilligung sowie der 

Wegweisung aus der Schweiz betroffen, weil er damit sein bisheriges Auf-

enthaltsrecht sowie seine bisherige Arbeitsstelle in der Schweiz verlieren 

wird und der Kontakt mit seinem Sohn und der von ihm getrenntlebenden 

Ehefrau erheblich erschwert werden dürfte. Ein aktuelles schutzwürdiges 

Interesse an der gerichtlichen Überprüfung des angefochtenen Entscheids 

ist daher gegeben. Die Beschwerde vom 2. August 2017 ist zudem innert 

der 30-tägigen Anfechtungsfrist nach Art. 52 Abs. 1 VRG erfolgt und hat 

auch die Formvorschriften für eine gültige Rechtsschrift nach Art. 38 Abs. 

1 VRG erfüllt. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

deshalb einzutreten.

2.1. In materieller Hinsicht gilt es auf die einschlägigen Bestimmungen zu dieser 

Thematik im Bundesgesetz über die Ausländer/-Innen (Ausländergesetz 

[AuG]; SR 142.20), in der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidge-

nossenschaft (BV; SR 101) sowie der Konvention zum Schutze der Men-

schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK; SR 0.101) einschliesslich der zu 

den massgebenden Vorschriften entwickelten Rechtsprechung des Bun-

desgerichts (inkl. evtl. des Europäischen Gerichtshofes) zu beachten.

2.2. Laut Art. 50 Abs. 1 AuG besteht nach Auflösung der Ehe oder der Famili-

engemeinschaft der Anspruch des Ehegatten und der Kinder auf Erteilung 

und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nach den Artikeln 42 und 43 

weiter, wenn (lit. a) die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden 

hat und eine erfolgreiche Integration besteht; oder (lit. b) wichtige persönli-

che Gründe einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. 

Gemäss Art. 50 Abs. 2 AuG können wichtige persönliche Gründe nach Abs. 

1 lit. b (sog. Härtefall) namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der 

Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Wil-

len geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland 

stark gefährdet erscheint.

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2.3. Der Beschwerdeführer bringt diesbezüglich vor, dass er seine Beziehung 

zu C._____ seit Dezember 2009 mit Ehewillen gelebt habe. Weil ihm das 

AFM aufgrund falscher Rechtsanwendung keine Kurzaufenthaltsbewilli-

gung zwecks Heirat ausgestellt habe, sei es nicht möglich gewesen, die 

Ehe im März 2011 zu schliessen. Einer solchen objektiv bzw. behördlich 

bedingten Verzögerung sei gemäss Urteil des Bundesgerichts (BGer)  

2C_702/2011 E.4.3 mit der Anrechnung der vorehelich tatsächlich gelebten 

Haushaltsgemeinschaft mit Ehewillen zu begegnen. Richtigerweise müsse 

ihm deshalb für das Zusammenleben die gesamte tatsächliche Dauer der 

Haushaltsgemeinschaft mit Ehewillen, d.h. ein Zeitraum zumindest ab März 

2011 angerechnet werden; indem die Vorinstanzen dies unberücksichtigt 

liessen, hätten sie ihr Ermessen unterschritten. 

2.4. Der Beschwerdegegner argumentiert demgegenüber, dass für die Dauer 

der Ehegemeinschaft nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG der Eheschluss das 

ausschlaggebende Moment sei. Für eine analoge Anwendung der vom Be-

schwerdeführer zitierten Rechtsprechung auf den vorliegenden Fall be-

stehe kein Raum; im Übrigen sei den Akten zu entnehmen, dass sich der 

Beschwerdeführer im Zeitraum 2009-2015 nicht durchgehend in einer 

Hausgemeinschaft mit C._____ befunden habe. Zudem sei die seinerzei-

tige Bewilligungsverweigerung nach einem Rechtsmittelverfahren unange-

fochten in Rechtskraft erwachsen, sodass der Beschwerdeführer daraus 

heute nichts zu seinen Gunsten ableiten könne. Ferner sei Art. 98 Abs. 4 

ZGB in seiner heutigen Fassung am 1. Januar 2011 in Kraft getreten mit 

der Zielsetzung, dass insbesondere sich illegal in der Schweiz aufhaltende 

Ausländer nicht mehr durch die Einleitung eines Ehevorbereitungsverfah-

rens der Ausreise entziehen könnten, wie dies zuvor oft der Fall gewesen 

sei. 

2.5. In Anwendung und Nachachtung von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG sowie unter 

Berücksichtigung und in Würdigung der gegensätzlichen Standpunkte der 

Parteien ist das streitberufene Gericht vorliegend zur Auffassung gelangt, 

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dass eine Einzelfallprüfung unerlässlich durchzuführen ist. Mit der soeben 

zitierten Bestimmung sollen nacheheliche Härtefälle vermieden werden, 

womit sämtlichen Umständen des konkreten Falles Rechnung zu tragen 

ist. Gesetz (AuG) und Ausführungsbestimmungen (Verordnung über die 

Zulassung, Aufenthalt- und Erwerbstätigkeit [VZAE]; SR 142.201) verzich-

ten dabei bewusst auf eine abschliessende Aufzählung wichtiger persönli-

cher Gründe (vgl. etwa BGE 137 II 1 E.4.1 und dort zitierte Entscheide; 

nebst Art. 50 Abs. 1 lit. b siehe auch Art. 31 Abs. 1 lit. a-g VZAE). So kann 

beispielsweise eine überdurchschnittlich gute Integration einen wichtigen 

Grund darstellen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] vom 23. 

November 2011 E.4.3). Der Beschwerdeführer macht unter Verweis auf 

dieses BVGer-Urteil geltend, dass unter dem Blickwinkel des Härtefalls 

nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG auch voreheliche Beziehungszeiten zu 

berücksichtigen seien. Im vorliegenden Fall hätte das AFM dem Beschwer-

deführer bereits im Oktober 2010, als er und C._____ ein erstes Ehevorbe-

reitungsverfahren eingeleitet hätten, eine Kurzaufenthaltsbewilligung oder 

eine Duldung zwecks Eheschliessung erteilen müssen, so wie dies das 

Bundesgericht bereits in seinem Entscheid 2C_702/2011 vom 23. Februar 

2012 festgehalten habe. Besagter BGer-Entscheid hält in E.4.3 unter Hin-

weis auf andere Urteile fest, dass die Migrationsbehörden gehalten seien, 

eine (Kurz-)Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, wenn keine Hinweise dafür 

bestehen, dass die ausländische Person rechtsmissbräuchlich handle (z.B. 

Eingehen einer Scheinehe) und 'klar' erscheine, dass sie nach der Heirat 

rechtmässig mit dem über ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verfügenden 

Ehepartner hier werde leben dürfen. Diese Regel gelte auch für abgewie-

sene Asylsuchende, die erst mittels Heirat den ausländerrechtlichen Bewil-

ligungsanspruch erwerben, denn diesen könne bei einer ernstlich gewollten 

Ehe und offensichtlich erfüllten Bewilligungserfordernissen nach der Heirat 

nicht zugemutet werden, zuvor nochmals in die Heimat zurückkehren zu 

müssen. Das Bundesgericht hält dabei fest, dass der entsprechenden Pro-

blematik nicht durch den Zivilstandsbeamten, sondern im ausländerrechtli-

chen Verfahren Rechnung zu tragen sei. Es korrigierte deshalb einen Ent-

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scheid der Zürcher Migrationsbehörden, welche entsprechende Vorbringen 

des Beschwerdeführers nicht behandelt hatten. 

2.6. Tatsächlich besagt die bundesgerichtliche Rechtsprechung, dass sich un-

ter Umständen aus einem Konkubinat ein Bewilligungsanspruch ergeben 

könne, wenn die partnerschaftliche Beziehung seit Langem eheähnlich ge-

lebt werde oder konkrete Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende 

Hochzeit hindeuteten; die Beziehung der Konkubinatspartner müsse be-

züglich Art und Stabilität in ihrer Substanz einer Ehe gleichkommen, wobei 

wesentlich sei, ob die Partner in einem gemeinsamen Haushalt lebten; zu-

dem könne die Natur und Länge ihrer Beziehung angerechnet werden, 

wenn diese Verbindung eine gewisse Intensität erreiche und keine Anzei-

chen von Rechtsmissbrauch vorlägen (BGE 135 II 143 E.3.1). Dazu gibt es 

eine reichhaltige Rechtsprechung. So lässt der Beschwerdeführer etwa un-

erwähnt, dass in dem von ihm zitierten Entscheid das Bundesgericht fest-

stellte, dass in Anbetracht eines höchstens anderthalbjährigen Zusammen-

lebens der Partner, deren vagen bzw. widersprüchlichen Angaben zur bis-

herigen Lebensgemeinschaft und dem Fehlen gemeinsamer Kinder, (noch) 

kein im Sinne der Rechtsprechung anspruchsbegründendes Konkubinat 

bestehe (Urteil BGer 2C_702/2011 vom 23. Februar 2012 E.3.3.2 in fine). 

Auch hat das Bundesgericht im Verfahren 2C_1194/2012 vom 31. Mai 

2013 entschieden, dass ein knapp dreijähriges Zusammenleben noch kein 

'eheähnliches' Konkubinat begründe, wie es dies bereits im Zusammen-

hang mit einem drei- bzw. vierjährigen Zusammenleben festgestellt habe 

(so Urteil 2C_1035/2012 vom 21. Dezember 2012 E.5.3; 2C_97/2010 vom 

4. November 2010 E.3.3). Ganz allgemein haben die EMRK-Konventions-

organe beim Fehlen von gemeinsamen Kindern eine hinreichende Stabilität 

der Beziehung erst in Fällen bejaht, in denen die Beziehung sechs bis 18 

Jahre gedauert hat (Urteil BGer 2C_97/2010 vom 4. November 2010 

E.3.3). Erst kürzlich stellte das Bundesgericht zudem klar, dass ein Be-

schwerdeführer, der mit seiner Lebenspartnerin im Konkubinat gelebt 

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hatte, sich nach dessen Auflösung nicht auf Art. 50 Abs. 1 AuG berufen 

könne (Urteil BGer 2C_105/2017 vom 8. Mai 2018 E.2.7).

2.7. Im vorliegenden Fall ergibt sich aus den Akten (vgl. beschwerdegegneri-

sche Akten [Bg-act.] II/10), dass der Beschwerdeführer dem Ausreisezen-

trum D._____ zugewiesen war, d.h. ohne Meldung zulässigerweise gar 

nicht anderswo leben durfte. Weiter ist aktenkundig, dass der Beschwerde-

führer unerlaubterweise im Zentrum E._____ übernachtet hatte; schliess-

lich ist für den 25. April 2014 verzeichnet, dass der Beschwerdeführer mit 

seiner Freundin beim AFM erschienen ist und darüber informierte, dass er 

wieder bei ihr wohnhaft sei und eine Wohnsitzbestätigung zwecks Einlei-

tung der Ehevorbereitungen benötige.

2.8. Entgegen des vom Beschwerdeführer behaupteten eheähnlichen Konkubi-

nats ab 2009/2010 ergibt sich aus den Akten ein ganz anderes Bild, näm-

lich einer Person, die einmal hier und einmal da übernachtet, sich also ge-

rade nicht in einem stabilen, eheähnlichen Konkubinat befand, jedenfalls 

nicht vor dem 25. April 2014. Wenn das Gericht zu Gunsten des Beschwer-

deführers ab diesem Zeitpunkt von einer anspruchsberechtigenden Wohn-

situation ausgehen wollte, so hätte diese dann auch wieder längstens nur 

bis im Dezember 2015 gedauert, mithin max. 20 Monate, eher 18 Monate, 

weil bei der Ehefrau nach einem Eklat am Wochenende des 17./18. Okto-

ber 2015 der Ehewillen erloschen ist und sie ihren Ehemann anschliessend 

mittels Eheschutzmassnahmen der Wohnung hat verweisen lassen (Bg-

act. I/92). Im Schreiben vom 19. Mai 2016 stellte die Ehefrau dem Be-

schwerdeführer ausserdem für die ganze Dauer der Ehe ein miserables 

Zeugnis aus. Sie habe sich täuschen lassen und der Beschwerdeführer sei 

völlig anders geworden, kaum seien sie verheiratet gewesen (in Stichwor-

ten: Jobverlust wegen liederlichem Lebenswandel, Sauftouren, Schläge-

reien, nächtelange Abwesenheiten, Rückkehr in vernachlässigtem, 

schmutzigen Zustand, ferner keine Angaben dazu wo und mit wem er un-

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terwegs war). Sie hätte keinen Erfolg gehabt, ihn zu einem geregelten Le-

bensstil zu bewegen (alles in Bg-act. I/92).

2.9. Vor diesem Hintergrund sieht das streitberufene Gericht keinen Anlass für 

eine Anrechnung eines vorehelichen Zusammenlebens, jedenfalls nicht vor 

April 2014, sodass der Beschwerdeführer daraus sicherlich keinen eigenen 

Anspruch auf Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung gestützt auf Art. 50 

Abs. 1 lit. a AuG ableiten kann, aber auch nichts in Bezug auf das Vorliegen 

wichtiger Gründe im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG. 

2.10. Der Beschwerdeführer macht weiter geltend, er sei hervorragend integriert, 

er spreche fliessend Hochdeutsch, Dialekt, Französisch und Italienisch. Zu-

dem habe er einen Sohn in der Schweiz, zu dem er zu Beginn einen engen 

Kontakt gepflegt habe. Auch habe er während sechs Jahren eine Bezie-

hung mit einer Schweizerin geführt, sei Mitglied im Männerchor X._____ 

und sein Freundeskreis befinde sich ebenfalls in der Schweiz. Seine Sozi-

alabhängigkeit sei nur vorübergehend gewesen, er sei momentan bei der 

Regionalen Arbeitsvermittlung gemeldet und unternehme Bemühungen, 

erneut eine Stelle zu finden. Mit 20 Jahren Aufenthaltsdauer in der Schweiz 

sei er hier verwurzelt. Er sei seither noch nie in sein Heimatland zurückge-

kehrt und er habe zu diesem Land keine Beziehung mehr. Die Verhältnisse 

dort hätten sich seither erheblich geändert. Er würde Mühe haben, sich dort 

anzupassen. Eine Wegweisung in sein Heimatland würde daher einer er-

heblichen Härte gleichkommen. In einer unaufgeforderten Stellungnahme 

liess der Beschwerdeführer dem Gericht mitteilen, dass er vom 23. Januar 

bis 22. April 2018 im Rahmen eines Einsatzprogrammes zwei Monate beim 

F._____ habe arbeiten können und er am 28. April 2018 dort eine Festan-

stellung habe antreten können.

2.11. Diesen Entwicklungen steht indes die nicht erfreuliche Lebensgeschichte 

des Beschwerdeführers entgegen, der Ende November 1997 unter fal-

schem Namen in die Schweiz einreiste und erfolglos ein Asylgesuch stellte. 

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Die Frist zum Verlassen der Schweiz hat der Beschwerdeführer ungenutzt 

verstreichen lassen. Zwischen Februar 2001 und Januar 2015 – also dem 

Zeitpunkt der Erteilung der Kurzaufenthaltsbewilligung zwecks Ehevorbe-

reitung – hat sich der Beschwerdeführer illegal in der Schweiz aufgehalten. 

Er ist in dieser langen Zeit regelmässig negativ aufgefallen durch Straffäl-

ligkeit (s. Auflistung der Straffälligkeit in Bg-act. I/15), zuletzt mit Strafbefehl 

vom 3. November 2015 wegen rechtswidrigen Aufenthalts in der Schweiz 

(Bg-act. I/77) und vom 18. Januar 2016 wegen mehrfacher Übertretung des 

BetmG, Ungehorsam gegen die Polizei, Auskunftsverweigerung und unan-

ständigem Benehmen nach Art. 36 d, e und g PolG (Bg-act. I/82). Hinzu 

kommt der Umstand, dass der Beschwerdeführer immer wieder und zum 

Teil für längere Zeit von der Sozial- und Nothilfe abhängig war (Bg-act. 

I/89). Für das Gericht ist damit klar erstellt, dass der Beschwerdeführer von 

2001 bis März 2015 aufgrund seines Aufenthaltsstatus gar nicht zur Er-

werbstätigkeit in der Schweiz berechtigt war; er hat seither aber auch auf 

diesem Gebiet keine grossen bzw. dauerhaften Erfolge vorzuweisen. Die 

Annahme eines Härtefalls laut Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG kommt für das streit-

berufene Gericht deshalb hier nicht in Frage.

3.1. Der Beschwerdeführer macht überdies eine Verletzung von Art, 8 EMRK 

(entspricht inhaltlich Art. 13 BV) geltend. Nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK hat jede 

Person das Recht auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens, ihrer Woh-

nung und ihrer Korrespondenz (= Anspruch auf Einheit der Familien). Der 

Beschwerdeführer hält dafür, dass die Argumentation des Beschwerdegeg-

ners einer näheren Prüfung nicht standhalte und er legt sodann die eigene 

Sicht der Dinge – ohne Auseinandersetzung mit den Erwägungen des Be-

schwerdegegners – dar. Der Beschwerdeführer schildert seine Lebensge-

schichte, weist auf die Anwesenheit in der Schweiz seit 1997 hin, und be-

teuert keinerlei Kontakt zum Herkunftsland zu haben. Er sei zudem Vater 

eines Schweizer Bürgers (Sohn B._____) und habe während sechs Jahren 

eine Beziehung und Ehe mit einer Schweizerin gelebt. Sein Lebensmittel-

punkt sei eindeutig in der Schweiz, wo er auch private, geschäftliche und 

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berufliche Beziehungen unterhalte. Der Beschwerdeführer legte überdies 

ein paar Notizen von Bekannten und Freunden vor (vgl. beschwerdeführe-

rische Akten [Bf-act.] 8-10), welche diesen als hilfsbereit und umgänglich 

schildern. Der Beschwerdeführer ist ferner Mitglied im Männerchor 

X._____. Schliesslich bringt der Beschwerdeführer noch vor, dass sich der 

Kontakt zu seinem Sohn intensiviert habe und sie hätten sich am 27. Ja-

nuar 2018 ein erstes Mal wieder getroffen. Sie hätten zusammen Kaffee 

getrunken und er hätte seinem Sohn Fr. 200.-- Taschengeld gegeben. An-

fangs Februar und Mitte März 2018 hätten sie sich wieder getroffen und 

seither würden sie sich regelmässig sehen. Er unterstütze seinen Sohn bei 

der Lehrstellensuche.

3.2. Der Beschwerdegegner bringt dazu vor, dass diese Aspekte – ausser der 

Reaktivierung der Vater-Sohn-Beziehung – in früheren Verfahren aus-

drücklich geprüft worden seien und eine Änderung der Sach- und Rechts-

lage, die zu einer anderen Beurteilung führen würde, nicht gegeben sei. Es 

gelte lediglich nochmals darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer 

unbestrittenermassen über heimatliche Dokumente verfüge, die eine frei-

willige Ausreise jederzeit möglich mache.

3.3. Vorab gilt es zu Art. 8 EMRK und der dazu entwickelten Rechtsprechung 

des Bundesgerichts grundsätzlich festzuhalten: Art. 8 EMRK verschafft 

praxisgemäss keinen Anspruch auf Einreise und Aufenthalt oder auf einen 

Aufenthaltstitel. Er hindert Konventionsstaaten nicht daran, die Anwesen-

heit auf ihrem Staatsgebiet zu regeln und den Aufenthalt ausländischer 

Personen unter Beachtung überwiegender Interessen des Familien- und 

Privatlebens gegebenenfalls auch wieder zu beenden. Dennoch kann das 

in Art. 8 Ziff. 1 EMRK verankerte Recht auf Achtung des Privat- und Fami-

lienlebens berührt sein, wenn einer ausländischen Person mit in der 

Schweiz aufenthaltsberechtigten Familienangehörigen das Zusammenle-

ben verunmöglicht wird. Der Anspruch auf Achtung des Privat- und Famili-

enlebens gemäss Art. 8 Ziff. 1 EMRK gilt im Übrigen nicht absolut, sondern 

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kann rechtmässig eingeschränkt werden, wenn dies gesetzlich vorgesehen 

ist, einem legitimen Zweck entspricht und zu dessen Realisierung in einer 

demokratischen Gesellschaft notwendig erscheint (Art. 8 Ziff. 2 EMRK). Die 

Konvention verlangt, dass die individuellen Interessen an der Erteilung 

bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts und der öffentlichen Interessen an 

dessen Verweigerung sorgfältig gegeneinander abgewogen werden (Urteil 

des EGMR: El Ghat gegen die Schweiz vom 8. November 2016 [Nr. 

56971/10] § 53; BGE 142 II 35 E.6.1, 139 I 330 E.2.2, 135 I 143 E.2.1, 122 

II 1 E.2, 116 Ib 353 E.3). Das Recht nach Art. 8 Ziff. 1 EMRK gilt als verletzt, 

falls keine umfassende, faire Interessenabwägung erfolgt, obwohl die in-

takten, engen persönlichen und familiären Beziehungen der Familienmit-

glieder nicht problemlos andernorts gelebt werden können (so BGE 143 I 

21 E.5.1 in fine). Das Verfassungs- (Art. 13 Abs. 1 i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV) 

und das Konventionsrecht gebieten praxisgemäss die individuellen Anlie-

gen an der Erteilung bzw. am Erhalt des Anwesenheitsrechts und die öf-

fentlichen Interessen an dessen Beendigung gegeneinander abzuwägen, 

wenn zumindest eine der beteiligten Personen in der Schweiz über ein ge-

festigtes Anwesenheitsrecht verfügt (BGE 135 I 153 E.2.2.1, 135 I 143 

E.2.1). Erforderlich ist dabei [1] eine affektive und [2] in wirtschaftlicher Hin-

sicht besonders enge Eltern-Kind-Beziehung; [3] der Umstand, dass diese 

wegen der Distanz zwischen der Schweiz und dem Staat, in welchen die 

ausländische Person oder Personen mutmasslicherweise auszureisen hät-

ten, praktisch nicht aufrechterhalten werden könnte und [4] dass sich die 

ausreisepflichtige Person hier weitgehend tadellos verhalten hat (vgl. BGE 

143 I 21 E.5.2, 140 I 145 E.3.2, 139 I 315 E.2.2). Unter dem Gesichtswinkel 

des Schutzes des Anspruchs auf Familienleben (Art. 13 BV; Art. 8 Ziff. 1 

EMRK) genügt je nach den Umständen, dass der Kontakt zum Kind im 

Rahmen von Kurzaufenthalten, Ferienbesuchen oder über die modernen 

Kommunikationsmittel vom Ausland her wahrgenommen werden kann 

(BGE 143 I 21 E.5.3; zu einer "schwierigen" Vater-Sohn-Beziehung vgl. Ur-

teil 2C_281/2018 vom 4. Juni 2018 E.3.3).

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3.4. Zum geschützten Familienkreis gehört in erster Linie die Kernfamilie, d.h. 

die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderjährigen Kindern (BGE 

144 II 1 E.6.1, 137 I 113 E.6.1, 135 I 143 E.1.3.2). Nach ständiger Recht-

sprechung genügen jedoch alleine eine lange Anwesenheit und die damit 

verbundene normale Integration hierzu noch nicht; erforderlich sind viel-

mehr besonders intensive, über eine normale Integration hinausgehende 

private Beziehungen beruflicher oder gesellschaftlicher Natur (Urteil BGer 

2C_105/2017 vom 8. Mai 2018 E.3.4). Das Bundesgericht hat deshalb in 

zahlreichen Fällen trotz Aufenthaltsdauern von ca. 10 bis 20 Jahren einen 

Aufenthaltsanspruch verneint, falls die Integration normal/durchschnittlich, 

aber nicht aussergewöhnlich war (Urteile BGer 2C_739/2016 vom 31. Ja-

nuar 2017 E.5, 2C_661/2016 vom 9. November 2016 E.1.1, 2C_111/2015 

vom 26. Juni 2015 E.3.6, 2C_725/2014 vom 23. Januar 2015 E.5). Nach 

einer rechtmässigen Aufenthaltsdauer von rund 10 Jahren kann in der Re-

gel jedoch davon ausgegangen werden, dass die sozialen Beziehungen in 

diesem Land so eng geworden sind, dass es für eine Aufenthaltsbeendi-

gung besonderer Gründe bedarf. Im Einzelfall kann es sich freilich anders 

verhalten und die Integration zu wünschen übrig lassen (Urteil BGer 

2C_105/2017 vom 8. Mai 2018 E.3.9 in fine). Voraussetzung ist also stets 

die Rechtmässigkeit des bisherigen Aufenthalts im Gastland Schweiz.

3.5. Aus der Sicht des streitberufenen Verwaltungsgerichts gilt es in Bezug auf 

das geltend gemachte Anwesenheitsrecht aus der Vater-Sohn-Beziehung 

festzuhalten, dass der Beschwerdeführer eine solche Verbindung über die 

ganze Kindheit seines im Jahr 2000 geborenen Sohnes nicht gesucht oder 

gar gepflegt hat. Das Verhalten des Beschwerdeführers erscheint daher in 

einem schlechten Licht: Weder in affektiver noch in wirtschaftlicher Hinsicht 

hat sich der Beschwerdeführer je ernsthaft um seinen Sohn gekümmert; im 

Gegenteil: Aus den Akten geht dazu hervor, dass der Beschwerdeführer 

die Ursache oder zumindest Mitursache für die Angstproblematik des Soh-

nes war, die schliesslich als 'broken-home-Syndrom' diagnostiziert wurde. 

Dabei nützt es nun auch nichts mehr, wenn der Beschwerdeführer während 

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hängigem Beschwerdeverfahren seinen Sohn 'wiederentdeckt', mit ihm 

Kaffee trinkt und ihm etwas Sackgeld zusteckt. Vielmehr sieht es nach In-

strumentalisierung des Sohnes für seine eigenen Zwecke aus. Im Übrigen 

ist der Sohn mittlerweile volljährig, sodass die Vater-Kind-Beziehung im 

Kontext mit Art. 8 EMRK ohnehin an Bedeutung verloren hat, da sich der 

Schutz der Einheit der Familie lediglich auf minderjährige Kinder bezieht 

(so BGE 144 II 1 E.6.1; sowie Urteil BGer 2C_880/2017 vom 3. Mai 2018 

E.3.1). Zudem hat selbst die väterliche Verantwortung den Beschwerdefüh-

rer nicht von seiner erheblichen Delinquenz abhalten können. Zwar dürfte 

dem Sohn die örtliche Trennung vom Vater nicht völlig gleichgültig sein, 

aufgrund der Beziehungsentwicklung in der Vergangenheit (2000-2018) 

wird der mittlerweile volljährige Sohn die wohl selteneren Kontakte mit dem 

Vater nach dessen Wegweisung aus der Schweiz aber dennoch nicht als 

einschneidende Verlusterfahrung verinnerlichen. Genau dies ist auch dem 

KESB-Bericht vom 22. Januar 2016 zu entnehmen (Bg-act. I/83 Ziff. 2 und 

Ziff. 4; im Sachverhalt Ziff. 8). Dass sich der Beschwerdeführer unter dem 

Eindruck des laufenden Bewilligungsverfahrens plötzlich der Erziehungs-

/Vorbildfunktion als Vater und Vertrauensperson stellt, vermag jedenfalls 

beim Verwaltungsgericht das bisher überwiegend negative Bild des Be-

schwerdeführers nicht mehr zu verdrängen. Selbst das vom Beschwerde-

führer zu seinen Gunsten angeführte Argument der langen Aufenthalts-

dauer (ununterbrochen seit 1997 und somit über 20 Jahre) in der Schweiz 

kann daran nichts ändern, da einzig der rechtmässige Aufenthalt zählt, sich 

der Beschwerdeführer aber nachweislich von Februar 2001 bis Januar 

2015 illegal in der Schweiz aufhielt und sich die gesetzeskonform anre-

chenbare Aufenthaltsdauer somit auf höchstens drei bis vier Jahre be-

schränkt. Dasselbe gilt auch für die seit 2009/2010 behauptete eheähnliche 

Beziehung mit einer Schweizerin, die der Beschwerdeführer zwar am 27. 

März 2015 heiratete, sich im selben Jahre (Dezember 2015) aber schon 

wieder von ihr trennte, womit er abermals an seinen früheren, instabilen 

Lebenswandel vor dem 25. April 2014 anknüpfte. Von einer eheähnlichen 

Beziehung, die diesen Namen auch wirklich verdient, kann deshalb höchs-

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tens von April 2014 bis Dezember 2015 (also max. 20 Monate) die Rede 

sein. Schliesslich kann auch nicht von einem 'weitgehend tadellosen' Ver-

halten des Beschwerdeführers während seiner 20-jährigen Anwesenheits-

dauer in der Schweiz gesprochen werden, wurde er doch gleich mehrfach 

auf verschiedenen Rechtsgebieten (so Verstösse gegen BetmG, StGB, 

PolG, ANAG/AuG) zu unterschiedlichen Zeiten (2008-2013, 2015-2016) 

straffällig und dafür rechtskräftig bestraft. Im Übrigen hat auch die lange 

anhaltende Sozialhilfe- und Fürsorgeabhängigkeit des Beschwerdeführers 

gezeigt, dass seine berufliche Integration (trotz guter Sprachkenntnisse) in 

der Schweiz als gescheitert bezeichnet werden muss, weil er seit seiner 

Einreise 1997 in die Schweiz niemals richtig Fuss fassen konnte, um für 

sich und seine Angehörigen (Ehefrau/Kind) den Lebensunterhalt finanzie-

ren und so ohne fremde Hilfe eine eigene Existenz aufbauen und auf Dauer 

mit Erfolg bestreiten zu können. Die Voraussetzungen für einen künftigen 

Verbleib des Beschwerdeführers in der Schweiz sind daher zu Recht ver-

neint worden.

4.1. Der angefochtene Entscheid vom 3. Juli 2017 ist damit rechtens und ver-

tretbar, was zu seiner Bestätigung und zur Abweisung der dagegen erho-

benen Beschwerde vom 2. August 2017 führt.

4.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf 

Art. 73 Abs. 1 VRG dem Beschwerdeführer aufzuerlegen. Aufgrund ver-

gleichbarer Fälle (so etwa U 17 9 vom 23. Mai 2017, 17 12 vom 6. Februar 

2018, 17 21 vom 13. März 2018, 17 74 vom 23. Oktober 2018, 17 87 vom 

5. Dezember 2017 oder 18 12 vom 23. Oktober 2018) erhebt das Gericht 

vorliegend praxisgemäss eine Staatsgebühr von Fr. 1'500.--.

4.3. Aussergerichtlich steht dem Beschwerdegegner nach Art. 78 Abs. 2 VRG 

keine Entschädigung zu, da er bloss in seinem amtlichen Wirkungskreis 

obsiegte.

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4.4. Zum Gesuch auf unentgeltliche Rechtspflege (beinhaltet Prozessführung 

und Rechtsvertretung auf Kosten des Staates) ist Art. 76 ff. VRG massge-

bend. Hiernach kann die Behörde (inkl. Gericht) mit dem Entscheid in der 

Hauptsache einer Partei, die nicht über die erforderlichen Mittel verfügt, auf 

Antrag diese Rechtswohltat gewähren, sofern deren Rechtsstreit nicht of-

fensichtlich mutwillig oder aussichtlos ist (PVG 2008 Nr. 4 E.3a). Die Krite-

rien für die Gewährung der URP sind somit die Bedürftigkeit des Gesuch-

stellers und die zu verneinende (bzw. fehlende) Aussichtslosigkeit des 

Streitfalles. Bedürftig ist eine Partei dann, falls sie zur Wahrung ihrer 

Rechte auf anwaltlichen Beistand angewiesen ist und somit eine Notwen-

digkeit für eine solche Hilfe erstellt ist. Als aussichtslos gelten Verfahren, 

bei denen die Gewinnchancen beträchtlich geringer sind als die Verlustge-

fahr und deshalb kaum mehr als ernsthaft bezeichnet werden können. Da-

gegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnchancen 

und Verlustgefahr ungefähr die Waage halten oder jene nur wenig geringer 

sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die über die nötigen Mittel 

verfügt, sich bei vernünftiger Überlegung zu einem Prozess entschliessen 

würde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und 

Gefahr nicht führen würde, nicht allein deshalb anstrengen können, weil er 

nichts kostet (BGE 139 I 138 E.4.2, 122 I 267 E.2b; PVG 1998 Nr. 27). Im 

konkreten Fall könnte das Kriterium der finanziellen Mittellosigkeit des Be-

schwerdeführers ohne weiteres bejaht werden (Bg-act. I/101), das kumula-

tiv erforderliche (zweite) Kriterium der 'fehlenden Aussichtslosigkeit' muss 

hingegen verneint werden, da es dem Beschwerdeführer aufgrund seiner 

gesamten Lebensgeschichte in der Schweiz, seinem eigenen Fehlverhal-

ten gegenüber dem Staat/den Behörden wie auch seiner eigenen Familie, 

sowie insbesondere den leicht nachvollziehbaren und einlässlich begrün-

deten Erwägungen im angefochtenen Entscheid vom 3. Juli 2017 bezüglich 

Widerruf der Jahresaufenthaltsbewilligung selbst längst klar sein musste, 

dass er mit seinem Antrag um Verlängerung seiner Aufenthaltsberechti-

gung gewiss nicht durchdringen würde, so jedoch immerhin zusätzliche Zeit 

gewinnen dürfte, um hier bis zum Abschluss des Rechtsmittelverfahrens 

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und damit zugleich bis zur angeordneten Wegweisung aus der Schweiz 

verweilen zu dürfen. Aus den genannten Gründen wird das Gesuch um un-

entgeltliche Rechtspflege für das Verfahren vor Verwaltungsgericht folge-

richtig nicht bewilligt.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1'500.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 484.--

zusammen Fr. 1‘984.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung dieses 

Entscheids an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, zu be-

zahlen.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird nicht bewilligt.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]

Die an das Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 25. Novem-

ber 2019 abgewiesen (2C_60/2019).