# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1ad38766-9b59-5148-8dcd-afe00d359802
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-12-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.12.2010 E-7197/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-7197-2010_2010-12-13.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-7197/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 3 .  D e z e m b e r  2 0 1 0

Einzelrichterin Gabriela Freihofer, 
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer.

X._______,
Sri Lanka,
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Einreisebewilligung und Asylgesuch aus dem Ausland; 
Verfügung des BFM vom 6. August 2010 / N_______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-7197/2010

Sachverhalt:

A.
Mit englischsprachiger Eingabe vom 26. Februar 2008 an die Schwei -
zerische Botschaft in Colombo (Eingang Botschaft: 29. Februar 2008) 
suchte die Beschwerdeführerin um Asyl in der Schweiz nach.

B.
Zur Begründung führte die Beschwerdeführerin aus, sie stamme aus 
A._______,  Jaffna  (Nordprovinz  Sri  Lankas),  wo  sie  zusammen  mit 
ihrem Mann und ihren Kindern gewohnt habe. Ihr Mann habe in der 
Landwirtschaft gearbeitet und sei weder an terroristischen Aktivitäten 
noch  politisch  aktiv  gewesen.  Wegen  ihrer  guten  finanziellen  Lage 
seien sie von verschiedenen Gruppierungen erpresst und unter Druck 
gesetzt worden, so dass ihr Ehemann manchmal eine ihr unbekannte 
Summe  bezahlt  habe.  In  der  Nacht  des  10. Februars  2007  seien 
vermummte Männer zu ihnen nach Hause gekommen und hätten ihren 
Ehemann  abgeführt.  Am  nächsten  Morgen  habe  sie  gehört  und 
gesehen,  dass ihr  Ehemann sowie eine andere Person tot  in einem 
Strassengraben  gefunden  worden  seien.  Da  ihr  Mann  während  der 
Ausgangssperre  aufgesucht  und  abgeführt  worden  sei,  vermute  sie, 
dass  die  Sicherheitskräfte  hinter  dieser  Tat  stecken  würden.  Nach 
diesem Vorfall habe sie bei der Polizei in B._______ Anzeige erstattet.  
Obschon  der  Friedensrichter  von  C._______  eine  behördliche 
Untersuchung eingeleitet habe, habe die Polizei seit einem Jahr keine 
Anstalten getroffen habe, um nach dem Schuldigen zu suchen. In der 
Folge seien die Sicherheitskräfte verschiedentlich zu ihr nach Hause 
gekommen und hätten sie belästigt. Seit dem Tod ihres Mannes sorge 
sie  alleine  für  ihre  vier  Kinder.  Aus  Angst,  weiterhin  bedrängt  zu 
werden,  sei  sie  mit  ihren  Kindern  anfangs  des  Jahres  2008  nach 
Colombo gezogen, wo sie seither in verschiedenen Lodges wohnten, 
weil sie dort weder Bekannte noch Verwandte hätten. Ferner könnten 
ihre  Kinder  in  Colombo  nicht  zur  Schule  gehen  und  seien  von  den 
Ereignissen  in  Jaffna  immer  noch  traumatisiert.  Auch  in  Colombo 
würden sie nach wie vor von den Sicherheitskräften belästigt. Zudem 
sei die Sicherheitslage in Sri Lanka nach wie vor unsicher.

Zusammen  mit  ihrem  schriftlichen  Asylgesuch  reichte  die  Be-
schwerdeführerin diverse Dokumente in Kopie und in  Englisch über-
setzt als Beweismittel zu den Akten. 

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C.
Mit  Schreiben  vom  4.  März  2008  forderte  die  Schweizerische  Ver-
tretung in Colombo die Beschwerdeführerin – sofern sie am Gesuch 
festhalte  –  auf,  ihre  Vorbringen  detailliert  auszuführen,  ihre  Be-
drohungslage  darzulegen,  ihre  bisherigen  Bemühungen  um  Schutz 
zu  schildern  und  zu  einer  eventuellen  innerstaatlichen  Fluchtalter-
native Stellung zu nehmen.

D.
Mit  Eingabe  vom  30.  April  2009  (recte:  30.  April  2008)  an  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo (Eingangsstempel: 6. Mai 2008) 
ergänzte  die  Beschwerdeführerin  ihre  bisherigen Vorbringen. Als  sie 
kürzlich zu Hause nach Jaffna gegangen sei, sei sie von den Sicher-
heitskräften belästigt worden. Zudem würden sie auch in Colombo von 
der  Polizei  behelligt,  so  dass  sie  für  sich  und  ihre  Kinder  keine 
konkreten Schutzmassnahmen ergreifen könne. 

E.
Am 1. Juni 2008 (Eingang BFM: 10. Juni 2008) überwies die Schwei -
zerische Botschaft in Colombo dem BFM die Akten mit einem kurzen 
Kommentar und teilte mit,  dass keine Möglichkeit  für eine Befragung 
der Beschwerdeführerin durch die Botschaft bestanden habe.

F.
Mit  Eingabe vom 1. Juni  2008  an die  Botschaft  der  Bundesrepublik 
Deutschland  in  Colombo  ersuchte  die  Beschwerdeführerin  um  Er-
teilung  einer  Einreisebewilligung  nach  Deutschland  und  stellte  ein 
Asylgesuch.  Dieses  wurde  von  der  deutschen  Auslandvertretung  an 
die Schweizer Botschaft  weitergeleitet  und von dieser  mit  Schreiben 
vom 2. Juli 2008 ans BFM.

G.
Mit Schreiben vom 15. Oktober 2008 und 16. Oktober 2009 erkundigte 
sich die Beschwerdeführerin nach dem Verfahrensstand. Der Eingabe 
vom 16. Oktober  2009 legte  sie  eine  Kopie  eines  in  Englisch  über-
setzten  Empfehlungsschreibens  zum  Bezug  von  Entschädigungs-
zahlungen der Polizei B._______ vom 16. Juli  2007 bei, wonach das 
Verbrechen ihres Mannes registriert worden sei und die Akte dem Ge-
richt C._______ vorliege.

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H.
Mit Schreiben vom 18. Mai 2010 gewährte das BFM der Beschwerde-
führerin die Möglichkeit, sich zur aktuellen Situation sowie zu dem sich 
abzeichnenden negativen Entscheid  zu äussern,  und setzte ihr  Frist 
zur  Einreichung  einer  Stellungnahme.  Diese  erfolgte  innert  der  an-
gesetzten  Frist  in  englischer  Sprache  und  wurde  von  der 
Schweizerischen Botschaft in Colombo dem BFM mit Schreiben vom 
8.  Juli  2010  übermittelt.  Darin  wiederholte  die  Beschwerdeführerin 
nochmals ihre Vorbringen, welche sie bereits im Rahmen ihres Asyl-
gesuchs und in ihrem Schreiben vom 30. April 2008 dargelegt hat. 

I.
Mit Verfügung vom 6. August 2010 – Datum der Eröffnung: 19. August 
2010 – verweigerte das BFM der Beschwerdeführerin die Einreise in 
die Schweiz und lehnte das Asylgesuch ab. 

J.  
J.a Am 16. September 2010 reichte die Beschwerdeführerin ein Tele-
fax-Schreiben in englischer Sprache, betitelt als "Humble Request for 
the  extension  of  Deadline  for  the  submission  of  appeal",  bei  der 
Schweizerischen  Auslandvertretung  in  Colombo  ein  (Eingang  Bot-
schaft: 17. September 2010), welches von dieser mit  Schreiben vom 
21.  September  2010  dem  Bundesverwaltungsgericht  weitergeleitet 
wurde (Eingang Bundesverwaltungsgericht: 6. Oktober 2010).

J.b Mit  Zwischenverfügung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
8. Oktober  2010  wurde  diese  Eingabe  als  Beschwerde  entgegen-
genommen  und  der  Beschwerdeführerin  Frist  zur  Beschwerdever-
besserung (Begehren und Begründung) angesetzt. 

K.
Mit deutschsprachiger und als "Einspruch" bezeichneter Eingabe vom 
5. Oktober 2010 an das BFM (Posteingang: 15. Oktober 2010) und von 
diesem  dem  Bundesverwaltungsgericht  weitergeleitet  (Posteingang: 
20. Oktober 2010) beantragte die Beschwerdeführerin sinngemäss die 
Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die  Bewilligung  der 
Einreise  in  die  Schweiz.  Ihrer  Beschwerde  legte  sie  mehrere 
Dokumente (25 Zeitungsausschnitte, sowie ein Bestätigungsschreiben 
der Human Rights Commission of Sri Lanka) ins Recht.

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L.
Mit  Telefax-Schreiben vom 6. November  2010 an das BFM ersuchte 
die  Beschwerdeführerin  (unter  Bezugnahme  auf  die  Zwischenver-
fügung  des  Bundesveraltungsgerichts)  um  nochmalige  Fristverlän-
gerung bis zum 15. November 2010. 

M.
Mit  Eingabe  vom  6.  November  2010  an  das  BFM  (Posteingang: 
30. November  2010)  legte  die  Beschwerdeführerin  mehrere  eides-
stattliche  schriftliche  Erklärungen  ins  Recht.  Diese  gingen  am 
6. Dezember 2010 beim Bundesverwaltungsgericht ein. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.  
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni 
2005 (VGG, SR 173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist 
daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des Asyls endgültig (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 
1998 [AsylG,  SR 142.31]; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des Bundesgerichts -
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teil -
genommen, ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt, 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist  
somit einzutreten (Art. 108 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. 37 VGG 
und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG).

1.3 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

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2.  
2.1 Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzel-
richterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art.  111  Bst.  e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

2.2 Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung des Schriftenwechsels verzichtet. 

3.  
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person an-
erkannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zu-
letzt wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt ist oder begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

3.2 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft  machen 
oder  ihr  die  Aufnahme in  einem Drittstaat  zugemutet  werden  kann. 
Vorbringen sind glaubhaft gemacht, wenn die Behörde ihr Vorhanden-
sein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält. 
Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen 
Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den 
Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 
verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und 
Art. 52 Abs. 2 AsylG). 

3.3 Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  Bundesamt  Asyl-
suchenden die Einreise zur Abklärung des Sachverhaltes, wenn ihnen 
nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz- oder Aufenthaltsstaat zu 
bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen. Gestützt  auf  Art.  20 
Abs. 3 AsylG kann das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement 
(EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die 
Einreise zu bewilligen, die glaubhaft machen, dass eine unmittelbare 

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Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach 
Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 

3.4 Bei  diesem  Entscheid  gelten  für  die  Erteilung  einer  Einreise-
bewilligung  restriktive  Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein 
weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Ge-
fährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die Beziehungs-
nähe zur Schweiz, die Möglichkeit der Schutzgewährung durch einen 
anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  prak-
tische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen 
Schutzsuche sowie die voraussichtlichen Eingliederungs- und Assimi-
lationsmöglichkeiten in  Betracht  zu  ziehen (vgl. Entscheidungen und 
Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 
1997 Nr. 15 E. 2.e.- g. S. 131 ff.; die dort akzentuierte Praxis hat nach 
bloss  redaktionellen  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des 
Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit). 

4.
Vorweg  ist  festzustellen,  dass  die  Vorinstanz  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt  in  ausreichender  Weise  erstellt  sowie  der  Beschwerde-
führerin  am  18.  Mai  2010  das  rechtliche  Gehör  zum  sich  ab-
zeichnenden  negativen  Entscheid  gewährt  hat  (vgl.  Entscheide  des 
Schweizerischen Bundesverwaltungsgerichts [BVGE] 2007/30). 

5.
5.1 In  der  angefochtenen  Verfügung  führt  das  BFM  aus,  die  Be-
willigung  der  Einreise  diene  nicht  dem  Ausgleich  vergangenen  Un-
rechts. Zwar sei der Tod des Ehemannes der Beschwerdeführerin be-
dauerlich  und  stelle  ein  grosses  Unrecht  dar.  Jedoch  sei  er  vor 
Kriegsende  ermordet  worden,  mithin  zu  einem  Zeitpunkt,  als  all -
gemeines Misstrauen geherrscht und die tamilische Bevölkerung unter 
starker Repression gelitten habe. In Anbetracht,  dass sich weder die 
Beschwerdeführerin noch ihr Ehemann politisch engagiert hätten, sei 
davon auszugehen dass zum heutigen Zeitpunkt bei den srilankischen 
Sicherheitskräften nichts gegen sie vorliege und sie folglich keine Ver-
folgungsmassnahmen  zu  befürchten  habe.  Demgemäss  habe  sie 
Jaffna  wegen  der  unsicheren  Lage  und  vor  allem  auch,  weil  ihre 
beiden Töchter im Jugendalter seien und sich die Beschwerdeführerin 
um deren Sicherheit gefürchtet habe, verlassen. Im Übrigen habe sie 
keine weiteren konkreten Nachteile seitens des srilankischen Staates 
geltend gemacht. 

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Obschon  nicht  in  Abrede  gestellt  werden  solle,  dass  sich  die 
Beschwerdeführerin  und  ihre  Familie  in  einer  schwierigen  Situation 
befinden würden, stellten humanitäre Überlegungen keinen Grund für 
die Bewilligung zur Einreise in die Schweiz dar. Eine solche könne nur 
erteilt  werden, wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit  von einer 
akuten Gefährdung einer gesuchstellenden Person bei einem Verbleib 
in Sri Lanka ausgegangen werden müsse, was vorliegend jedoch nicht 
der Fall sei. 

5.2 In der Rechtsmitteleingabe wiederholt die Beschwerdeführerin ihre 
Asylvorbringen und legt die allgemeine sowie ihre individuelle schwie-
rige Lage unter der LTTE und den staatlichen Sicherheitsbehörden dar 
und verweist  auf  die gegenwärtige  Situation in  Sri  Lanka nach dem 
Sieg gegen die LTTE. Darüber hinaus macht sie geltend, seit der Er-
mordung  ihres  Ehemannes  würden  sie  und  ihre  Kinder  seitens  der 
Regierung  und  anderer  kleinerer  paramilitärischer  Gruppierungen 
sowie  von  Nachbarn  und  auf  der  Strasse  geächtet  und  von  der 
Öffentlichkeit ausgeschlossen. Ferner sei es ihr unmöglich, das Geld 
einzutreiben, welches ihr Ehemann verschiedenen Dorfbewohnern von 
A._______  geliehen  habe.  Da  keine  Verwandten  in  Colombo  leben 
würden,  seien sie  gezwungen,  ihren Wohnsitz  ständig  zu  wechseln. 
Zudem sei es sehr schwierig, eine geeignete Schule für ihre Kinder zu 
finden.  Ihre  Töchter  seien  nicht  in  der  Lage,  Privatunterricht  zu 
nehmen, da sie der Angst ausgesetzt seien, entführt oder erpresst zu 
werden. Sie sei  deshalb in grosser Sorge und sehe in Sri Lanka keine 
Zukunft für sich und ihre Kinder.

6.
Es ist nicht in Abrede zu stellen, dass die allgemeine Situation für die  
Tamilen insbesondere im Norden und Osten Sri Lankas während des 
langjährigen Bürgerkriegs sehr schwierig war. Namentlich gab es eine 
Vielzahl  von  Gewaltereignissen,  Entführungen  und  „Killings“.  In  Zu-
sammenhang  mit  diesem  Krieg  stehen  offensichtlich  auch  die  tra-
gischen Tötungen von Familienangehörigen und Verwandten. Zudem 
ist  insoweit  auch durchaus denkbar, dass die Beschwerdeführerin in 
der  Vergangenheit  von  Unbekannten  belästigt  und  bedroht  wurde. 
Allerdings vermag sie weder aus dem Tod ihres Ehemannes noch aus 
den  gegenüber  ihr  erfolgten  Behelligungen  etwas  zu  ihren  Gunsten 
abzuleiten. Dabei handelte es sich immer um Belästigungen, welchen 
bereits  aufgrund  mangelnder  Intensität  kein  Verfolgungscharakter  im 
Sinne von Art. 3 AsylG zukommt. 

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Hinzu kommt, dass sich die allgemeine Sicherheitslage in Sri Lanka in 
jüngster Zeit  sukzessive verbessert  hat. Namentlich  können sich  die 
Tamilen  im Land  freier  bewegen,  wurden  wichtige  Verbindungswege 
wieder  dem  Verkehr  übergeben  und  das  restriktive  Passsystem  für 
Aus- und Einreisen nach Jaffna abgeschafft. Vor diesem Hintergrund 
und insbesondere der Tatsache, dass weder der Beschwerdeführerin 
noch  ihren  Kindern  trotz  der  angeblich  anhaltenden  Belästigungen 
seitens  Dritter  etwas  Nachteiliges  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG 
widerfahren ist, ist davon auszugehen, dass sie in ihrer Heimatregion 
keine  asylrelevanten  Verfolgungsmassnahmen  zu  befürchten  hat. 
Sodann  genügt  allein  die  Angst  beziehungsweise  Sorge  vor  einer 
allfällig künftig möglichen Bedrohung nicht, um auf das Vorliegen einer 
begründeten  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  zu  schliessen. Insoweit 
vermag die Beschwerdeführerin aus der Ermordung ihres Ehemannes 
nichts für sich abzuleiten. 

Der Beschwerdeführerin ist es somit nicht gelungen, eine aktuelle und 
unmittelbare Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG beziehungsweise 
konkrete Hinweise auf eine künftige, asylrelevante Verfolgung und eine 
damit  einhergehende,  begründete  Verfolgungsfurcht  darzutun.  Ein 
weiterer Verbleib im Heimatland ist ihr deshalb zumutbar. Das BFM hat 
demnach  der  Beschwerdeführerin  zu  Recht  die  Einreise  in  die 
Schweiz nicht bewilligt und ihr Asylgesuch abgelehnt. Daran vermögen 
auch  ihre  ins  Recht  gelegten  Dokumente  und  insbesondere  die 
eidesstaatlichen  Dokumente  nichts  zu  ändern;  insbesondere,  weil 
Letztere einzig erklären,  dass die Beschwerdeführerin die jeweiligen 
Dokumente  gelesen,  dessen  Inhalt  verstanden  und  mit  ihrer  Unter-
schrift bestätigt habe.

7.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist daher abzuweisen. 

8.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich 
der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Aus 
verwaltungsökonomischen Gründen sowie in Anwendung von Art. 63 
Abs. 1  in  fine  VwVG und  Art.  2  und  6  Bst.  b  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 

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Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend 
jedoch auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die 
Schweizerische Botschaft in Colombo.

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin:

Gabriela Freihofer Chantal Schwizer

Versand: 

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