# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89e8229e-d7eb-5a67-8657-9778c0161cc0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.07.2009 E-3654/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3654-2009_2009-07-27.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-3654/2009/ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 7 .  J u l i  2 0 0 9

Richterin Muriel Beck Kadima (Vorsitz), 
Richter Thomas Wespi, Richter Walter Stöckli;
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

A._______, geboren (...), Sri Lanka, 
c/o Schweizer Botschaft in Colombo,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; 
Verfügung des BFM vom 4. März 2009 / (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-3654/2009

Sachverhalt:

A. Der Beschwerdeführer, ein Angehöriger der tamilischen Ethnie aus 
B._______, derzeit wohnhaft in Batticaloa, ersuchte mit einem ersten 
englischsprachigen  Schreiben  vom  28.  Juli  2008  an  die 
schweizerische Vertretung in  Colombo um Asyl  in  der Schweiz,  wel-
ches bei der Botschaft am 12. August 2008 einging. 

Zur Präzisierung der Vorbringen reichte der Beschwerdeführer nach je-
weiliger Aufforderung der Schweizer Botschaft  in Colombo weitere in 
Englisch  verfasste  Eingaben  vom  18.  September  2008,  vom 
8. November  2008  und  vom  22.  November  2008  ein.  Der  Be-
schwerdeführer  wurde  auf  der  Schweizer  Botschaft  in  Colombo  am 
27. Januar 2009 zur Sache angehört. 

Zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  machte  der  Beschwerdeführer 
geltend, er sei im Jahre 1991 von der Liberation Tigers of Tamil Eelam 
(LTTE) zwangsrekrutiert worden, dabei habe er eine Militärausbildung 
erhalten und in einem Camp gearbeitet,  bis er eines Tages aus dem 
Lager der LTTE desertiert sei und sich der srilankischen Armee habe 
stellen wollen. Diese sei ihm aber zuvorgekommen und habe ihn auf 
der Flucht festgenommen und in ein Militärcamp geführt, wo er auch 
misshandelt worden sei. Nach mehrfachen Verlegungen in verschiede-
ne Gefängnisse sei er am (...) aus dem „C._______“ entlassen worden 
(Haftentlassungsbestätigung  bei  den  Akten)  und  nach  B._______ 
zurückgekehrt. Ein paar Tage nach seiner Flucht aus dem Camp der 
LTTE, am (...), sei sein Bruder von einer bewaffneten Gruppe mitge-
nommen und erschossen worden (Todesbescheinigung bei den Akten). 
Erst im Jahre 2003 hätten die Probleme mit den LTTE wieder begon-
nen,  indem  sie  ihn  erneut  hätten  rekrutieren  wollen.  Obwohl  er 
abgelehnt  habe,  habe  er  schliesslich  doch  während  zweier  Jahre 
zweimal die Woche im Büro in Batticaloa für den politischen Flügel der 
LTTE  gearbeitet.  Er  sei  für  die  Schlichtung  von  innerfamiliären 
Streitigkeiten  zuständig  gewesen.  Im  Mai  2005  sei  er  nach  Saudi-
Arabien  gereist  und  erst  im  Jahre  2007  wieder  nach  Batticaloa 
zurückgekehrt  (Passkopie  mit  Einreise  und Ausreisestempel  bei  den 
Akten). Am 28. Juli 2008 hätten die Probleme wieder angefangen. Er 
sei  vom  Criminal  Investigation  Departement  (CID)  befragt  worden. 
Gleichentags  habe  er  den  Vorfall  dem Internationalen  Komitee  vom 
Roten Kreuz (IKRK) und der Human Rights Commission of Sri Lanka 
(HRCSL)  gemeldet.  Man  habe  ihm  auch  Schutz  anerboten,  den  er 

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aber  wegen  seiner  Frau  und  Kinder  nicht  in  Anspruch  genommen 
habe. Im August  2008 seien er  und seine Familie  von Unbekannten 
zweimal  beziehungsweise  dreimal  bei  sich  zu  Hause  in  Batticaloa 
bedroht worden. Am 15. August 2008 habe er diese Bedrohungen bei 
der Polizei in Batticaloa gemeldet (Polizeirapport bei den Akten). Seit 
diesen Vorfällen würden sie (die Familie des Beschwerdeführers) nicht 
mehr  in  ihrem  Haus,  sondern  bei  Bekannten  übernachten.  Am  (...) 
habe er einen Brief der Tamil Makkal Viduthalai Pulikal (TMVP) mit der 
Aufforderung erhalten, sich bei ihnen zu melden, wobei er der Vorla-
dung keine Folge geleistet habe. Er vermutet,  dass diese ihn wegen 
seiner früheren Tätigkeit bei den LTTE zur Rechenschaft ziehen wolle.

Mit  den  vorgenannten  Eingaben  reichte  der  Beschwerdeführer  zum 
Beleg seiner Vorbringen und seiner Identität die vorgenannten in Eng-
lisch  übersetzten  Dokumente,  eine  Haftbestätigung  des  IKRK  vom 
11.  Juli  2008  betreffend  seine  Inhaftierung  in  den  Jahren  1992  bis 
1993,  eine  englische  Übersetzung  des  Geburtsregisterauszugs  von 
B._______ vom 7. Juli 2008 und andere nicht namentlich aufgeführte 
Beweismittel ein. 

B.
Das  BFM  verweigerte  dem  Beschwerdeführer  mit  Verfügung  vom 
4. März 2009 die Einreise in die Schweiz und lehnte dessen Asylge-
such ab. Zur Begründung führte es aus, für die Gewährung der Einrei-
se sei  die Gefährdung einer asylsuchenden Person im Zeitpunkt der 
Einreisebewilligung  massgeblich.  Eine  vergangene  Verfolgung  könne 
nur berücksichtigt werden, wenn sie noch andauere oder konkrete Hin-
weise auf eine künftige Verfolgung bestünden. Aus den Vorbringen des 
Beschwerdeführers sei aber zu schliessen, dass er seit der Haftentlas-
sung  keine  ernsthaften  Probleme  mit  den  srilankischen  Behörden 
mehr  gehabt  habe.  Im  Juni  2005  habe  er  problemlos  in  Richtung 
Saudi-Arabien  ausreisen  können  und  bei  seiner  Rückkehr  im  Jahre 
2007 habe er  auch keine Probleme am Flughafen Colombo gehabt, 
obwohl rigorose Sicherheitskontrollen durchgeführt worden seien. Dies 
zeige,  dass  er  seitens  der  srilankischen  Behörden  nicht  als  LTTE-
Mitglied beziehungsweise LTTE-Unterstützer angesehen worden sei. 

Weiter  führte  das  BFM aus,  die  vom Beschwerdeführer  geltend  ge-
machte Befragung durch das CID vom 28. Juli  2008 vermöge keine 
Furcht vor einreiserelevanter Verfolgung zu begründen. Es handle sich 
vielmehr  um  Kontroll-  und  Überprüfungsmassnahmen  der  srilanki-

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schen Sicherheitskräfte, die bei der angespannten Lage in gewissen 
Regionen  normal  seien.  Das  BFM  nahm  zudem  an,  dass  der  Be-
schwerdeführer  vom  CID  festgenommen  worden  wäre,  wenn  ernst-
hafte  Verdachtsmomente  bezüglich  terroristischer  Aktivitäten  gegen 
den Beschwerdeführer vorgelegen hätten. 

Das BFM wies weiter darauf hin, dass der Beschwerdeführer sich all-
fälligen  lokal  bedingten  Behelligungen  seitens  der  srilankischen  Si-
cherheitskräfte  entziehen  könne,  indem  er  seinen  Wohnsitz  in  den 
Grossraum Colombo verlegen würde. In seinem Fall lägen keine An-
haltspunkte vor, aufgrund derer er eine künftige Verfolgungsmassnah-
me in Colombo befürchten müsse.

Die übrigen Vorbringen würden den Anforderungen an die Glaubhaft-
machung jedoch nicht genügen, weil sie teils in wesentlichen Punkten 
den gesicherten Erkenntnissen des BFM, teils der allgemeinen Erfah-
rung oder der Logik des Handelns widersprächen oder aber als reali-
tätsfremd oder widersprüchlich zu qualifizieren seien. An dieser Beur-
teilung würden auch die eingereichten Beweismittel nichts zu ändern 
vermögen.  Insbesondere  die  Ausführungen  zur  Bürotätigkeit  für  die 
LTTE in Batticaloa und zum Zeitraum, in dem er tätig gewesen sein 
soll, würden den gesicherten Erkenntnissen des BFM widersprechen. 

Auf weitere Einzelheiten wird, soweit entscheidwesentlich, in den Er-
wägungen näher eingegangen. 

C.
Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer mit an das BFM 
gerichteter  Eingabe  vom  10.  April  2009  (Eingangsstempel  8.  Juni 
2009) Beschwerde, welche von der Schweizer Botschaft an das Bun-
desverwaltungsgericht weitergeleitet wurde. Zur Begründung bringt er 
im  Wesentlichen  vor,  er  habe  keine  Probleme  mit  der  srilankischen 
Regierung, aber tamilische Gruppen seien die Feinde der Regierung 
und als ehemaliger Anhänger stehe er im Rampenlicht. Seitdem sich 
die Karuna-Gruppe TMVP mit den Regierungstruppen verbündet habe, 
habe  sich  seine  Lage  noch  verschärft.  Er  könne  unmöglich  in  Sri 
Lanka  leben.  Leider  könne  er  seine  Tätigkeit  für  die  LTTE  nicht 
beweisen, da er alle Dokumente aus Angst vor Verfolgung vernichtet 
habe.  Auf  die  weiteren  Entgegnungen  des  Beschwerdeführers  wird, 
soweit entscheidwesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt Beschwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgeset-
zes vom 20. Dezember 1968 über  das Verwaltungsverfahren (VwVG, 
SR 172.021). Das (BFM) gehört  zu den Behörden nach  Art. 33 VGG 
und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine 
das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne von Art. 32 VGG liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer  ist  durch die angefochtene Verfügung besonders be-
rührt und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung bezie-
hungsweise  Änderung.  Der  Beschwerdeführer ist  daher  zur  Einrei-
chung der Beschwerde legitimiert  (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 
Art. 50 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.
4.1 Das BFM kann  ein  im Ausland gestelltes  Asylgesuch  ablehnen, 
wenn  die  asylsuchende  Person  keine  Verfolgung  glaubhaft  machen 
kann oder ihr die Bemühungen um Aufnahme in einem Drittstaat zuge-
mutet  werden können (vgl. Art. 3,  Art. 7,  und Art. 52 Abs. 2 AsylG). 
Gemäss Art. 20 Abs. 2 AsylG bewilligt das BFM einem Asylsuchenden 
die  Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhalts,  wenn  ihm  nicht 
zugemutet  werden  kann,  im  Wohnsitz-  oder  Aufenthaltsstaat  zu 
bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 

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4.2 Bei diesem Entscheid sind die Voraussetzungen zur Erteilung ei-
ner Einreisebewilligung grundsätzlich restriktiv zu umschreiben, wobei 
den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum zukommt.  Neben  der 
erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich 
die Beziehungsnähe zur  Schweiz,  die Möglichkeit  der  Schutzgewäh-
rung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen 
Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  oder  objektive  Zumutbarkeit  zur 
anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliede-
rungs- und Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. die 
nach wie vor geltende Praxis in EMARK 2004 Nr. 20, S. 130 mit weite-
ren Hinweisen). Ausschlaggebend für die Erteilung der Einreisebewilli-
gung ist dabei die Schutzbedürftigkeit der betroffenen Person, mithin 
die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG 
glaubhaft gemacht wird und ob der Verbleib am Aufenthaltsort für die 
Dauer der Sachverhaltsabklärung zugemutet werden kann. 

5.
5.1 Nach  Prüfung  der  Akten  gelangt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss,  dass  die  Vorinstanz  im Ergebnis  zutreffend feststellte, 
dass der Beschwerdeführer nicht schutzbedürftig im Sinne des Asylge-
setzes ist, weshalb es zu Recht das Asylgesuch abwies und die Einrei-
se verweigerte.

5.1.1 Vorab ist der vorinstanzlichen Schlussfolgerung, wonach der Be-
schwerdeführer nicht als LTTE-Mitglied gelten könne, weil er ungehin-
dert  aus  dem  Land  habe  aus-  beziehungsweise  einreisen  können, 
entgegenzuhalten,  dass  es  durchaus  vorkommen  kann,  dass  einer 
gesuchten  Person  die  Ausreise  bewilligt  wird,  da nach  gesicherten 
Erkenntnissen des Gerichts die Zusammenarbeit zwischen den Immig-
rationsbehörden und der Armee beziehungsweise den Sicherheitskräf-
ten nicht immer gut funktioniert. 

5.1.2 Zur  vom  Beschwerdeführer  vorgebrachten  Verfolgung  seitens 
der Regierung ist festzustellen, dass sich dieser diesbezüglich wider-
sprüchlich  geäussert  hat:  Während  er  im  vorinstanzlichen  Verfahren 
noch Probleme mit der Regierung geltend machte, namentlich, dass er 
am 28. Juli  2008 vom CID verhört  worden sei,  bestritt  er  in  der  Be-
schwerde zuerst,  Probleme mit  der Regierung zu haben, um sodann 
zu betonen, als ehemaliger LTTE-Anhänger stehe er im Rampenlicht. 
Aus den  Akten  geht  hervor,  dass  der  Beschwerdeführer  am 31. Juli 
1993 aus der staatlichen Haft entlassen worden war, was aufgrund der 

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eingereichten  Haftentlassungsbestätigung  glaubhaft  erscheint, 
indessen  aber  bis  im  Juli  2008  keinen  weiteren  vom  Staat 
ausgehenden Nachteilen ausgesetzt war. Erst am 28. Juli 2008 sei der 
Beschwerdeführer einmal, und ohne weitergehende Folgen, vom CID 
befragt worden, was im Rahmen der üblichen Kontrolle von Tamilen in 
Sri  Lanka  nichts  Aussergewöhnliches  ist.  Aufgrund  dieser  Aus-
führungen kann in keiner Weise der Schluss gezogen werden, der Be-
schwerdeführer  habe  seitens  der  Regierung  eine  Gefahr  zu 
befürchten. 

5.1.3 Hinsichtlich der geltend gemachten Verfolgung durch die LTTE 
kann den Akten entnommen werden, dass der Beschwerdeführer ein 
erstes Mal 1992 und ein zweites Mal angeblich im Mai 2005 aus den 
LTTE ausgetreten ist, nachdem er im Jahre 2003 erneut von den LTTE 
rekrutiert worden sei, um für die Schlichtung von innerfamiliären Strei-
tigkeiten der LTTE-Mitglieder in einem Büro in Batticaloa tätig zu sein. 
Dabei gab er an, während dieser Zeit  bis zu seiner Ausreise im Mai 
2005 keine Schwierigkeiten gehabt zu haben (vgl. A10 S. 9). Diese Tä-
tigkeit für die LTTE ist aus verschiedenen Gründen zu bezweifeln. Zum 
Einen erstaunt,  dass er  als  Schlichter  in familiären Angelegenheiten 
angestellt  worden  sein  soll,  obschon er  als  Verkäufer  tätig  gewesen 
war und keine entsprechende Ausbildung aufwies. Andererseits igno-
riert  der  Beschwerdeführer,  dass  sich  die  TMVP im Jahre 2004 von 
den LTTE abgespaltet hat. So gab er an, die Abspaltung sei während 
seines  Auslandaufenthalts  in  Saudi-Arabien  geschehen,  also 
frühestens im Jahre 2005 (vgl. A10 S. 9, 13). Diese Angaben passen in 
keiner Weise zu den tatsächlichen Geschehen. Im März 2004 hat sich 
das  in  Batticaloa  basierende  Karuna-Lager/TMVP  von  den  LTTE 
offiziell  abgespaltet.  Also  spätestens  zu  diesem  Zeitpunkt  hatte  die 
TMVP  in  Batticaloa  die  Macht,  weshalb  nicht  nachvollziehbar  ist, 
weshalb der Beschwerdeführer – wäre er tatsächlich für die LTTE in ei-
nem  Büro  in  Batticaloa  tätig  gewesen  –  nichts  von  diesem  Bruch 
zwischen  LTTE  und  TMVP  bemerkt  haben  will.  Anlässlich  der  Bot-
schaftsbefragung vom 19. Januar 2009 verneinte der Beschwerdefüh-
rer, aktuell Probleme mit den LTTE zu haben, und in der Beschwerde 
sind die Vorbringen derart unsubstanziiert und    widersprüchlich, dass 
insgesamt  nicht  angenommen  werden  muss,  der  Beschwerdeführer 
sei durch die LTTE gefährdet.

Auch die geltend gemachten nächtlichen Behelligungen durch Unbe-
kannte im Jahr  2008 können nicht  eindeutig  LTTE-Mitgliedern  zuge-

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schrieben werden, zumal der Polizeirapport der Polizeistation Battica-
loa  vom (...),  in  welchem  die  Anzeige  des  Beschwerdeführers  über 
diesen  Vorfall  protokolliert  wurde,  bezüglich  der  Urheber  keine 
Angaben zu Tage fördert.  

5.1.4 Die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  hinsichtlich  seiner 
geltend gemachten Verfolgung seitens der TMVP sind unsubstanziiert 
und  inkohärent  ausgefallen.  In  seiner  Eingabe  vom  18.  September 
2008 führte der Beschwerdeführer aus, die Karuna-Gruppe habe ihn 
zum Zeitpunkt der Abspaltung von den LTTE zwingen wollen, Mitglied 
ihrer Partei  zu werden. Weil er der Partei  aber nicht beigetreten sei, 
würden er und seine Familie seither bedroht. Anlässlich der Befragung 
in der Schweizer Botschaft in Colombo vom 19. Januar 2009 erwähnte 
er die Bedrohung durch die TMVP erst im Zusammenhang mit dem als 
Beweismittel  eingereichten  übersetzten  Brief  auf  Englisch,  aus  dem 
hervorgeht,  dass es sich um eine Vorladung der TMVP vom 22. De-
zember  2008  handelt.  Aussagen  hinsichtlich  der  Verfolgungsgründe 
der TMVP beschränkten sich auf die unsubstanziierte Vermutung, sie 
könnten  böse  auf  ihn  sein,  weil  er  ein  ehemaliges  LTTE-Mitglied 
gewesen sei (vgl. A10 S. 13). Insgesamt geht aus den Ausführungen 
hervor,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Verfolgung  der  TMVP 
glaubhaft machen konnte. 

5.2 Der  Vollständigkeithalber  ist  anzuführen,  dass  der  Beschwerde-
führer  aus  dem  Osten  Sri  Lankas,  B._______  (Distrikt  Ampara), 
stammt und sich seit der Rückkehr aus Saudi-Arabien im Jahre 2007 
in Batticaloa aufhält, wohin während zweier Jahre, bis Mitte 2008, und 
mit  Hilfe der UNHCR über 180'610 Personen zurückkehren konnten. 
Trotzdem verkennt das Bundesverwaltungsgericht nicht, dass der über 
25  Jahre  dauernde  und  mit  der  Niederlage  der  LTTE  endende 
Bürgerkrieg  Ende  Mai  2009  verheerende  Auswirkungen  auf  die 
Zivilbevölkerung hatte. Seit Beginn dieses Jahres bis Ende April 2009 
gab es gemäss Angaben der Vereinten Nationen 7'000 zivile Opfer und 
bis zum offiziellen Ende des Bürgerkriegs seien täglich rund weitere 
1000  Zivilisten  gestorben.  Zurzeit  leben  schätzungsweise  300'000 
Tamilen  in  Flüchtlingslagern.  Trotz  des  offiziellen  Bürgerkriegsendes 
wird  von der  Regierung  die  Meinungs-  und Pressefreiheit  bekämpft, 
weshalb  die  Berichterstattung aus Sri  Lanka zur  aktuellen  Lage nur 
unter  Lebensgefahr  oder  gar  nicht  mehr  möglich  ist.  Es  erstaunt 
deshalb  nicht,  dass  der  UN-Generalsekretär  Ban  Ki-moon  die 
srilankische Regierung auffordert,  „den internationalen Ruf nach Ver-

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antwortung  und  Transparenz“  anzuerkennen  und  bei  glaubhaften 
Vorwürfen von Menschenrechtsverletzungen angemessene Ermittlun-
gen  durchführen  zu  lassen.  Bisweilen  kündigt  die  srilankische 
Regierung im Rahmen der nationalen Versöhnung eigene Ermittlungen 
an (vgl. Sri Lanka, Country operation file in UNHCR,  www.unhcr.org  ; 
„Kriegsverbrechen in  Sri  Lanka untersuchen“,  in NZZ Online vom 6. 
Juni 2009, besucht am 6. Juli  2009). Ob sich die allgemeine Lage in 
Sri  Lanka mit  dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs verbessert  und 
wie die Regierung mit  den ehemaligen LTTE-Anhängern umgeht be-
ziehungsweise  umgehen  wird,  ist  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht 
bekannt und noch offen. Trotz der jüngsten Ereignisse und der nach 
wie  vor  unklaren  Situation  für  die  ehemaligen  LTTE-Anhänger  kann 
vorliegend festgehalten werden, dass, abgesehen von der festgestell-
ten Unglaubhaftigkeit  der Verfolgungsvorbringen des Beschwerdefüh-
rers, die geschilderten Behelligungen durch Unbekannte als ungenü-
gend  im  Sinne  des  Asylgesetzes  beurteilt  werden  müssen,  um  die 
Einreise des Beschwerdeführers in die Schweiz zu bewilligen, zumal 
sie  nicht  über  das  hinausgehen  dürften,  was  weite  Teile  der  tamili-
schen Bevölkerung in dieser Region erleben.  

5.3 Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer 
aufgrund der Akten keine aktuelle Gefährdung darzulegen vermochte 
beziehungsweise  keine  konkreten  Hinweise  auf  eine  unmittelbarer 
künftige  Verfolgung  vorliegen.  Auch  wenn  die  Haft  im  Jahre  1993 
durchaus plausibel erscheint, vermag sie – wie vorgenannt ausgeführt 
–  keine  anhaltende  Gefährdung  zu  begründen.  Ebensowenig 
vermochte  der  Beschwerdeführer  eine  Verfolgung  durch  die  TMVP 
glaubhaft zu machen. Die vom Beschwerdeführer wenig substanziiert 
geltend  gemachte  Furcht  vor  Übergriffen  durch  Unbekannte  scheint 
nicht  derart  zu  sein,  dass  ihm  der  Verbleib  im  Heimatstaat  nicht 
zugemutet  werden  könnte  (vgl.  Art.  20  Abs. 2  AsylG)  oder  auf  eine 
unmittelbare Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit des Be-
schwerdeführers  (vgl.  Art.  3  Abs.  1  AsylG)  geschlossen  werden 
müsste. Unter diesen Umständen hat die Vorinstanz dem Beschwerde-
führer zu Recht die Erteilung der Einreisebewilligung verweigert  und 
das Asylgesuch abgewiesen. 

6.

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http://www.unhcr.org/
http://www.unhcr.org/

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Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig festgestellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die 
Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 

7.
Bei diesem Ausgang wären dessen Kosten von Fr. 600.- grundsätzlich 
dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus ver-
waltungsökonomischen Gründen und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 
in fine VwVG und Art. 6 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt (VGKE, SR 173.320.2) ist allerdings auf die Erhebung von Verfah-
renskosten zu verzichten. 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Schweizer Botschaft 
in Colombo und das BFM. 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Muriel Beck Kadima Stella Boleki

Versand:

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