# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe684d20-5440-5ff8-905d-ca40c93f9ac6
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-02-05
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 05.02.2024 VBE.2023.237
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2023-237_2024-02-05.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

2. Kammer 

 

VBE.2023.237 / dr / sc 
Art. 16 

 

 

Urteil vom 5. Februar 2024 
 

Besetzung  Oberrichterin Peterhans, Präsidentin 

Oberrichterin Jacober 

Oberrichterin Fischer 

Gerichtsschreiberin Reisinger 

 

 
   

Beschwerde- 

führer 

 A._____ 

unentgeltlich vertreten durch Dr. iur. Andreas Edelmann, Rechtsanwalt, 

Bahnhofstrasse 1, Postfach, 5330 Bad Zurzach 

 

 
   

Beschwerde- 

gegnerin 

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 31. März 2023) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1977 geborene Beschwerdeführer meldete sich im November 2005 

erstmals unter Hinweis auf eine Diskushernie bei der Sozialversicherungs-

anstalt (SVA) des Kantons Zürich, IV-Stelle, zum Bezug von Leistungen der 

Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an, zog die Anmeldung im Ja-

nuar 2006 jedoch wieder zurück. 

 

1.2. 

Im Juni 2009 meldete sich der Beschwerdeführer unter Hinweis auf Rü-

cken- und Schulterbeschwerden erneut zum Bezug von Leistungen der IV 

an. In der Folge verneinte die SVA des Kantons Zürich, IV-Stelle, mit Ver-

fügung vom 11. Januar 2010 dessen Anspruch auf berufliche Massnahmen 

sowie dessen Rentenanspruch. Diese Verfügung erwuchs unangefochten 

in Rechtskraft. 

 

1.3. 

Im Januar 2019 erfolgte sodann unter Hinweis auf Rückenbeschwerden 

und eine zweimalige Bandscheibenoperation erneut eine Anmeldung zum 

Bezug von Leistungen der IV. Im Rahmen der daraufhin getätigten Abklä-

rungen zog die SVA des Kantons Zürich, IV-Stelle, die Berichte der behan-

delnden Ärzte des Beschwerdeführers bei und wies in der Folge dessen 

Rentenbegehren mit Verfügung vom 26. August 2019, welche unangefoch-

ten in Rechtskraft erwuchs, ab. 

 

1.4. 

Am 8. Juni 2020 meldete sich der zuletzt als Mitarbeiter im Gleisbau bzw. 

als selbstständiger Musikproduzent und Labelmanager tätige und neu im 

Kanton Aargau wohnhafte Beschwerdeführer unter Hinweis auf einen 

Bandscheibenvorfall infolge Unfalls, welcher eine Operation nach sich ge-

zogen habe, eine weitere Operation infolge Bandscheibenvorfalls und eine 

operative Versteifung von zwei Wirbeln bei der Beschwerdegegnerin zum 

Bezug von Leistungen der IV an. Im Rahmen der daraufhin getätigten Ab-

klärungen nahm diese Rücksprache mit dem Regionalen Ärztlichen Dienst 

(RAD) und liess den Beschwerdeführer durch die Neurologie Toggen-

burg AG bidisziplinär begutachten (Gutachten vom 12. Januar 2023). Nach 

durchgeführtem Vorbescheidverfahren wies die Beschwerdegegnerin das 

Rentenbegehren des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 31. März 

2023 ab. 

 

 - 3 - 

 

 

2. 

2.1. 

Am 16. Mai 2023 erhob der Beschwerdeführer fristgerecht Beschwerde ge-

gen die Verfügung vom 31. März 2023 und stellte folgende Rechtsbegeh-

ren: 

 

"1.   Die Verfügung der SVA Aargau vom 31.03.2023 sei aufzuheben. 
 
 2.   Es sei festzustellen, dass dem Beschwerdeführer ein Anspruch auf 

Ausrichtung einer ganzen Invalidenrente zusteht. 
 
 3.   Eventualiter: Es sei die Angelegenheit an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen mit dem Auftrag zur Veranlassung einer neuen, geeigneten Be-
gutachtung im Sinne der vorstehenden Ausführungen. 

 
 4.    Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Vorinstanz. 
 
 5.    a.  Es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu 

gewähren. 
   b. Es sei der unterzeichnende Rechtsanwalt als unentgeltlicher 

Rechtsvertreter zu bestimmen." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 21. Juni 2023 beantragte die Beschwerdegegne-

rin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 5. Juli 2023 wurde dem Be-

schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und Dr. iur. An-

dreas Edelmann, Rechtsanwalt, Bad Zurzach, zu seinem unentgeltlichen 

Vertreter ernannt. 

 

2.4. 

Mit Eingabe vom 11. August 2023 reichte der Beschwerdeführer einen Be-

richt von Prof. Dr. med. B._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, vom 8. August 2023 ein. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren 

des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 31. März 2023 (Vernehmlas-

sungsbeilage [VB] 123) zu Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderungen betreffend Weiterentwicklung der 

IV (WEIV) in Kraft getreten. Weder dem IVG noch der IVV sind besondere 

Übergangsbestimmungen betreffend die Anwendbarkeit dieser Änderun- 

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gen im Hinblick auf nach dem 1. Januar 2022 beurteilte mögliche Ansprü-

che des Zeitraums bis zum 31. Dezember 2021 zu entnehmen. Es sind da-

her nach den allgemeinen übergangsrechtlichen Grundsätzen jene Bestim-

mungen anzuwenden, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden 

oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestands Geltung haben beziehungs-

weise hatten (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_136/2021 vom 7. April 

2022 E. 3.2.1 mit Hinweis unter anderem auf BGE 144 V 210 E. 4.3.1 

S. 213). Da vorliegend Leistungen mit Anspruchsbeginn vor dem 1. Januar 

2022 streitig sind, ist für deren Beurteilung die bis zum 31. Dezember 2021 

geltende Rechtslage massgebend (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

8C_744/2022 vom 12. Mai 2023 E. 2.2). 

 

3. 

3.1. 

Die Zusprechung einer Invalidenrente aufgrund einer Neuanmeldung, 

nachdem eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verwei-

gert wurde (vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV), bedarf, analog zur Ren-

tenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG), einer anspruchsrelevanten Änderung 

des Invaliditätsgrades (vgl. BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71; 117 V 

198 E. 3 S. 198 f.; 109 V 108 E. 2 S. 114 f.; Urteil des Bundesgerichts 

8C_29/2020 vom 19. Februar 2020 E. 3.1 f. mit Hinweisen). Gemäss 

Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin 

für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben, wenn 

sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezü-

gers erheblich ändert. Anlass zur Revision einer Invalidenrente im Sinne 

von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächli-

chen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den 

Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 mit Hinweisen). Un-

erheblich unter revisionsrechtlichem Gesichtswinkel ist dagegen nach stän-

diger Rechtsprechung die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentli-

chen unverändert gebliebenen Sachverhaltes (BGE 112 V 371 E. 2b 

S. 372; vgl. auch BGE 135 V 201 E. 5.2 S. 205; MEYER/REICHMUTH, Recht-

sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesge-

setz über die Invalidenversicherung [IVG], 4. Aufl. 2022, N. 118 ff. zu 

Art. 30 IVG mit Hinweisen). Insbesondere stellt die bloss unterschiedliche 

Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert geblie-

benen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genom-

men keinen Revisionsgrund im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG dar 

(BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 10 f.; Urteil des Bundesgerichts 9C_698/2019 vom 

3. März 2020 E. 2). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Än-

derung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige 

Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

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rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh-

rung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung 

in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht 

(BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71 E. 3 S. 73 ff.). 

 

3.2.2. 

Der retrospektiv als Vergleichszeitpunkt heranzuziehenden Verfügung vom 

26. August 2019 der SVA des Kantons Zürich, IV-Stelle (VB 1.5), lagen in 

medizinischer Hinsicht im Wesentlichen verschiedene Arztberichte des 

Kantonsspitals F._____ und der Klinik G._____, insbesondere jener des 

Kantonsspitals F._____ vom 30. Januar 2019 (VB 1.9 S. 5 f.), zugrunde 

(vgl. VB 1.8 S. 2). Im neurochirurgischen Spezialsprechstundenbericht 

vom 30. Januar 2019 diagnostizierten die Ärzte des Kantonsspitals 

F._____ einen Status nach mikrochirurgischer Re-Diskekto-

mie LWK 5/SWK 1 von links am 1. November 2018 bei Rezidiv-Diskusher-

nie LWK 5/SWK 1 links und eine zervikale Spinalkanalstenose HWK 5/6 

und 6/7. Sie hielten fest, dass bezüglich der lumboradikulären Restsymp-

tomatik ein guter Verlauf mit praktisch kompletter Regredienz der Be-

schwerden vorliege; die Zervikobrachialgien seien weiterhin komplett re-

gredient. Sie schrieben den Beschwerdeführer für drei Wochen 100 %, da-

nach für vier Wochen zu 50 % arbeitsunfähig und prognostizierten, dass 

danach eine Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit möglich sein werde 

(VB 1.9 S. 5). 

 

4. 

Die angefochtene Verfügung vom 31. März 2023 (VB 123) beruht in medi-

zinischer Hinsicht im Wesentlichen auf dem bidisziplinären Gutachten vom 

12. Januar 2023 der Dres. med. C._____, Facharzt für Orthopädische Chi-

rurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, und D._____, Fach-

arzt für Psychiatrie und Psychotherapie, das eine orthopädische und eine 

psychiatrische Beurteilung umfasst. Die Gutachter stellten folgende Diag-

nosen (VB 111.1 S. 5): 

 

"4.3.1. Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit mit ICD-
Codierung 

Funktionsstörungen der Hals- und Lendenwirbelsäule bei Versteifungssi-
tuation C5-7 und L4-S1 mit Bewegungseinschränkung und Belastungs-
schmerzen. ICD 10: Z96.68 
 
4.3.2. Diagnosen ohne Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit 
Weitgehend remittierte, ehemals leichte depressive Episode (ICD-10: 
F32.0)" 

 

In der bisherigen Tätigkeit als Gleisbauer sei der Beschwerdeführer seit 

dem 17. Oktober 2018 aus psychiatrischer Sicht voll, aus orthopädischer 

Sicht jedoch nicht arbeitsfähig. In einer angepassten wechselbelastenden, 

leichten Tätigkeit, die kein Heben, Tragen oder Bewegen von Lasten von 

mehr als 10 kg sowie kein häufiges Bücken, keine Zwangshaltungen für die 

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Hals- und Lendenwirbelsäule und keine häufigen Überkopfarbeiten erfor-

dere, sei der Beschwerdeführer konsensuell seit April 2019 (mit zwei rund 

drei- bzw. viermonatigen Unterbrüchen, in welchen der Beschwerdeführer 

aufgrund von Operationen nicht arbeitsfähig gewesen sei) während 

6.8 Stunden pro Tag und damit zu 80 % arbeitsfähig (VB 111.1 S. 5 ff.). 

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situ-

ation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

5.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten von externen Spezialärzten, welche auf Grund eingehender 

Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Be-

richt erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergeb-

nissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerken-

nen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Exper-

tise sprechen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). 

 

5.3. 

Der Beschwerdeführer wurde zur Erstellung des Gutachtens fachärztlich 

umfassend untersucht. Die Gutachter beurteilten die medizinischen Zu-

sammenhänge sowie die medizinische Situation in Kenntnis der Vorakten 

(vgl. VB 111.2 S. 3 und 111.3 S. 3 ff.) und unter Berücksichtigung der ge-

klagten Beschwerden einleuchtend und gelangten zu einer nachvollziehbar 

begründeten Schlussfolgerung. Dem Gutachten kommt damit grundsätz-

lich Beweiswert im Sinne vorstehender Kriterien zu. Hinsichtlich der psy-

chiatrischen Beurteilung (wonach er keinen sich auf die Arbeitsfähigkeit 

auswirkenden psychischen Gesundheitsschaden aufweist), stellt der Be-

schwerdeführer die Beweiskraft des Gutachtens denn – nach Lage der Ak-

ten zu Recht – auch nicht in Frage. 

 

5.4. 

Der Beweiswert eines zwecks Rentenrevision erstellten Gutachtens hängt 

wesentlich davon ab, ob es sich ausreichend auf das Beweisthema – er-

hebliche Änderung(en) des Sachverhalts – bezieht. Einer für sich allein be-

trachtet vollständigen, nachvollziehbaren und schlüssigen medizinischen 

Beurteilung, die im Hinblick auf eine erstmalige Beurteilung der Rentenbe-

rechtigung beweisend wäre, mangelt es daher in der Regel am rechtlich 

erforderlichen Beweiswert, wenn sich die ärztliche Einschätzung nicht 

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hinreichend darüber ausspricht, inwiefern eine effektive Veränderung des 

Gesundheitszustandes stattgefunden hat. Vorbehalten bleiben jedoch 

Sachlagen, in denen es evident ist, dass die gesundheitlichen Verhältnisse 

sich verändert haben (SVR 2012 IV Nr. 18 S. 81, 9C_418/2010 E. 4.2; Ur-

teil des Bundesgerichts 9C_113/2019 vom 29. August 2019 E. 2.2). 

 

6. 

6.1. 

Die SVA des Kantons Zürich, IV-Stelle, ging im Vergleichszeitpunkt (Verfü-

gung vom 26. August 2019 in VB 1.5) gestützt auf den Bericht des Kan-

tonsspitals F._____ vom 30. Januar 2019 (VB 1.9 S. 5 f.) von einer fast 

gänzlichen Regredienz der lumboradikulären Beschwerden sowie einer 

kompletten Regredienz der Zervikobrachialgien und einer 100%igen Ar-

beitsfähigkeit sowohl in der angestammten als auch in einer angepassten 

Tätigkeit aus (vgl. VB 1.8 S. 1; E. 3.2.2). Seit dieser letzten materiellen Prü-

fung wurden beim Beschwerdeführer aufgrund einer chronischen Lumbal-

gie bzw. einer Pseudarthrose L5/S1 respektive eines exazerbierten zer-

vikoradikulären Reizsyndroms C6 links bei diskogener Foraminalste-

nose C6 eine Dekompression L4/S1 und eine Stabilisation L4/S1 (Operati-

onsbericht des Kantonsspitals H._____ vom 31. März 2020 in VB 8 S. 6 ff.; 

vgl. auch Austrittsbericht des Kantonsspitals H._____ vom 3. April 2020 in 

VB 8 S. 4 f.), eine Metallentfernung L4/S1, eine Re-Stabilisation L4/Ilium 

und eine posterolaterale Re-Spondylodese L5/S1 (Operationsbericht des 

Universitätsspitals I._____ vom 18. August 2021 in VB 81 S. 5 f.; vgl. auch 

Austrittsbericht des Universitätsspitals I._____ vom 21. August 2021 in 

VB 81 S. 2 ff.) und eine ventrale Mikrodiskektomie C5/7 und C6/7 sowie 

eine Dekompression der Neuroforamina und anschliessende Fusion in bei-

den Höhen (Austrittsbericht des Kantonsspitals E._____ vom 30. Oktober 

2021 in VB 97 S. 6 ff.) durchgeführt. 

 

Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers hat sich demnach nach 

der am 26. August 2019 verfügten Abweisung des Rentenbegehrens inso-

fern verschlechtert, als aufgrund der damals noch fast gänzlich bzw. kom-

plett regredienten und sich nicht auf die Arbeitsfähigkeit auswirkenden lum-

balen und zervikalen Beschwerden verschiedene operative Eingriffe erfor-

derlich wurden, in deren Folge (zumindest vorübergehend) und allenfalls 

auch schon davor eine Arbeitsunfähigkeit bestand. Aufgrund der zwischen-

zeitlich erfolgten operativen Eingriffe an der Hals- und Lendenwirbelsäule 

mit Versteifung sowohl C5-6 als auch L4-S1 respektive des Zustands der 

Wirbelsäule des Beschwerdeführers ist jedenfalls ohne Weiteres nachvoll-

ziehbar, dass diesem die angestammte (körperlich schwere) Tätigkeit als 

Gleisbauer – anders als noch im Zeitpunkt der Verfügung vom 26. August 

2019 gestützt auf den Bericht des Kantonsspitals F._____ vom 30. Januar 

2019 angenommen – nicht mehr zumutbar ist. Dies stellt eine neuanmel-

dungsrechtlich relevante Veränderung dar. Dr. med. C._____ ging in sei-

nem orthopädischen (Teil-)Gutachten aufgrund von erheblichen 

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Funktionsstörungen der Wirbelsäule sowohl für die Periode von April 2019 

bis April 2020 (und damit auch betreffend den Zeitpunkt der letzten materi-

ellen Beurteilung vom 26. August 2019; VB 111.2 S. 21.; 111.1 S. 7) als 

auch für die Zeit seit dem 1. Januar 2022 (und damit auch bezüglich des 

Zeitpunkts der angefochtenen Verfügung vom 31. März 2023 [VB 123]; 

VB 111.2 S. 20 f.; 111.1 S. 5 ff.; E. 4) von einer gänzlichen Arbeitsunfähig-

keit in der angestammten Tätigkeit als Gleisbauer und von einer 80%igen 

Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit aus. Einerseits beurteilte er 

somit die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers zum Zeitpunkt der letz-

ten materiellen Beurteilung vom 26. August 2019 anders als die Mediziner 

des Kantonsspitals F._____ (diese waren – zumindest prognostisch – ab 

dem 20. März 2019 von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen; Be-

richt vom 30. Januar 2019 in VB 1.9 S. 5 f.; vgl. E. 3.2.2), ohne diese Ab-

weichung näher zu begründen. Andererseits haben die Gutachter nicht 

konkret dargelegt, inwiefern und zu welchem Zeitpunkt bzw. zu welchen 

Zeitpunkten sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers im Ver-

lauf seit dem 26. August 2019 in für die Arbeitsfähigkeit relevanter Weise 

verändert hat. Das Gutachten vom 12. Januar 2023 erweist sich demnach 

insgesamt als unvollständig und nicht nachvollziehbar (vgl. E. 5 hiervor), so 

dass nicht darauf abgestellt werden kann. 

 

6.2. 

Der für die Beurteilung des Leistungsanspruchs des Beschwerdeführers 

relevante medizinische Sachverhalt erweist sich somit im Lichte der Unter-

suchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 133 V 196 

E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 125 V 193 E. 2 S. 195; UELI KIESER, 

ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, N. 13 ff. zu Art. 43 ATSG) als nicht 

rechtsgenüglich erstellt. Die Sache ist daher – entsprechend dem (Even-

tual-) Antrag des Beschwerdeführers (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 3) – zu wei-

teren fachärztlichen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzu-

weisen (vgl. BGE 139 V 99 E. 1.1 S. 100; 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264 f.). 

Anschliessend hat sie neu über den Leistungsanspruch des Beschwerde-

führers zu verfügen. 

 

6.3. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne gutzuheissen, 

dass die angefochtene Verfügung vom 31. März 2023 (VB 123) aufzuhe-

ben und die Sache zur weiteren Abklärung und zur Neuverfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen ist. 

 

7. 

7.1. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

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Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

 

7.2. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der rich-

terlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die Rück-

weisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzender Ab-

klärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 215 

E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen). Die Parteikosten sind dem unentgeltlichen 

Rechtsvertreter zu bezahlen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 

31. März 2023 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne 

der Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zu-

rückgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdegegnerin auf-

erlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsver-

treter des Beschwerdeführers die Parteikosten in richterlich festgesetzter 

Höhe von Fr. 2'500.00 zu bezahlen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

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Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie 

in Händen hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 5. Februar 2024 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Die Präsidentin:     Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Peterhans     Reisinger