# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b70ef189-2b17-54d2-ace7-9f315863eb1c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240384-O1
**Docket/Reference:** SB240384-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240384-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240384-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Spiess, Präsident, Oberrichter Dr. iur. Bezgovsek 

und Oberrichter lic. iur. Weder sowie Gerichtsschreiberin MLaw Brü-

lisauer

Urteil vom 20. Juni 2025

in Sachen

A._____, 

Beschuldigte und Berufungsklägerin

verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X._____, 

gegen

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte

betreffend mehrfache Veruntreuung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern, Einzelgericht, vom 

18. März 2024 (GG230007)

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Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 13. Oktober 2023 

ist diesem Urteil beigeheftet (Urk. 24).

Urteil der Vorinstanz:
(Urk. 57 S. 49 f.)

1.

Die Beschuldigte A._____ ist schuldig





der mehrfachen Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

Abs. 1 StGB sowie

des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB.

2.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 

Fr. 80.– (entsprechend Fr. 12'000.–).

3.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt.

4.

Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal / Albis vom 28. Sep-

tember 2023 beschlagnahmte Gegenstand (Safebag inkl. Quittung [Asser-

vat-Nr. A016'936'020]) wird eingezogen und nach Eintritt der Rechtskraft die-

ses Urteils vernichtet.

5.

Die Privatklägerin wird mit ihrem Schadenersatzbegehren auf den Weg des 

Zivilprozesses verwiesen.

6.

Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

Fr.

2'400.00; die weiteren Kosten betragen:

2'100.00  Gebühr für das Vorverfahren,

4'500.00  Kosten total.

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, ermässigt sich 

die Entscheidgebühr auf zwei Drittel. 

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7.

Die Gerichtsgebühr sowie die weiteren Kosten gemäss Dispositiv-Ziffer 6 

werden der Beschuldigten auferlegt.

Berufungsanträge:

a)

Der Verteidigung der Beschuldigten:

(Urk. 70 S. 1)

Das Urteil des Bezirksgerichtes Affoltern vom 18. März 2024 sei aufzuheben 

und die Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zuzüglich MwSt. zu Lasten des Staates.

b)

Der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis:

(schriftlich, Urk. 62 S. 1)

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils.

___________________________________ _

Erwägungen:

I.  Verfahren und Formelles

1.

Die  Beschuldigte  wurde  mit  Urteil  des  Bezirksgerichtes  Affoltern  vom 

18. März 2024  entsprechend  dem  eingangs  zitierten  Urteilsdispositiv  anklagege-

mäss schuldig gesprochen und mit einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessät-

zen zu Fr. 80.– bei einer Probezeit von 2 Jahren bestraft. Das Zivilbegehren der 

Privatklägerin wurde auf den Zivilweg verwiesen und die Kosten wurden der Be-

schuldigten  auferlegt  (Urk.  53  bzw.  57  S.  49  f.).  Im  Anschluss  an  die  mündliche 

Eröffnung des vorinstanzlichen Urteils (Prot. I S. 20) liess die Beschuldigte durch 

ihre Verteidigerin am 21. März 2024 fristgerecht die Berufung anmelden (Urk. 48). 

Mit Eingabe vom 29. August 2024 ging in der Folge rechtzeitig die Berufungserklä-

rung  am  hiesigen  Gericht  ein  (Urk. 59).  Die  Privatklägerschaft  und  die  Staatsan-

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waltschaft  verzichteten  derweil  auf  eine  Anschlussberufung,  wobei  Erstere  sich 

nicht vernehmen liess und Letztere die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils be-

antragte (Urk. 62), womit ihr die Teilnahme an der Berufungsverhandlung freige-

stellt war. Zu dieser erschien nach schriftlicher Vorladung vom 15. Oktober 2024 

(Urk. 64) am 20. Juni 2025 die Beschuldigte in Begleitung ihrer erbetenen Verteidi-

gerin  und  liess  die  eingangs  genannten  Berufungsanträge  stellen  (Prot. II  S. 3; 

Urk. 70 S. 1). 

2.

Die  Beschuldigte  ficht  mit  ihrer  Berufung  das  vorinstanzliche  Urteil  in  allen 

Punkten an und verlangt einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 59 S. 1; Urk. 70 

S. 1). Demzufolge ist dieses in keinem Punkt in Rechtskraft erwachsen und ist dem-

gemäss nach Massgabe von Art. 398 Abs. 2 StPO in zweiter Instanz umfassend zu 

überprüfen. 

3.

Die Verteidigung warf im Berufungsverfahren keine Vorfragen auf und stellte 

auch keine Beweisanträge (vgl. Urk. 59 S. 1; Prot. II S. 4 + 27). Weitere Beweis-

erhebungen drängen sich in zweiter Instanz auch von Amtes wegen nicht auf, so 

dass sich das Verfahren als spruchreif erweist. 

II.  Sachverhalt

1.

Der Beschuldigten wird in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Limmat-

tal/Albis vom 13. Oktober 2023 in Dossier 1 vorgeworfen, als Assistentin des Filial-

leiters der B._____-Filiale C._____ am 17. November 2022 im Rahmen der Vorbe-

reitung  der  mit  den  jeweiligen  Tageseinnahmen  versehenen  "Safebags"  für  den 

Einwurf in den Tresor ein solches Exemplar mit dem darin befindlichen Betrag von 

Fr. 4'500.– in einem unbeobachteten Moment an sich genommen und das Geld in 

der Folge für ihre persönlichen Bedürfnisse verwendet zu haben, wobei sie gewusst 

habe, dass sie auf diese Vermögenswerte keinerlei rechtmässigen Anspruch hat 

(Urk. 24 S. 2; Dossier 1). 

In Dossier 2 wird ihr ferner angelastet, vom 9. Juni 2022 (zur Korrektur des 

massgebenden Anfangszeitpunktes vgl. nachstehend Ziffer 2) bis zum 16. Dezem-

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ber 2022 im Rahmen ihrer Kompetenz zur Rücknahme von verkauften Warenarti-

keln insgesamt 22 virtuelle (recte wohl: fiktive) Rücknahmevorgänge im Computer-

system erfasst und die entsprechenden Auszahlungsbeträge in der Gesamthöhe 

von  Fr. 2'602.60  hernach  aus  der  Kasse  entnommen  zu  haben,  um  diese  in  der 

Folge  für  sich  persönlich  zu  verwenden,  wobei  sie  auch  diesbezüglich  gewusst 

habe, dass sie auf diese Vermögenswerte keinerlei rechtmässigen Anspruch hat 

(Urk. 24 S. 3 f.; Dossier 2).

2.

Vorweg  ist  in  diesem  Zusammenhang  zum  Anklagevorwurf  betreffend 

Dossier 2 festzuhalten, dass es sich beim im Ingress festgehaltenen Tatbeginn vom 

9. Juni 2022 um ein offensichtliches Versehen handeln muss, bestehen in der Folge 

doch keinerlei Anhaltspunkte, dass die behauptete Delinquenz der Beschuldigten 

tatsächlich derart früh ihren Anfang genommen hat. Vielmehr ist die erste (fiktive) 

Warenrücknahme für den 6. September 2022 um 15.09 Uhr eingeklagt, worauf sich 

die  entsprechenden  Vorgänge  bis  zum  16. Dezember  2022  um  19.49 Uhr 

erstrecken  (vgl.  Urk. 24  S. 4).  Das  Versehen  könnte  auf  der  Ähnlichkeit  der 

Zahlenkombination  (6.9.22  anstatt  9.6.22)  beruhen,  wobei  die  konkreten  Gründe 

insofern nicht relevant sind, als genügende Klarheit über den Irrtum besteht und 

dieser infolgedessen an dieser Stelle ohne Weiteres berichtigt werden kann.

3.

Die Beschuldigte ist bezüglich beider Dossiers nicht geständig und anerkennt 

lediglich die äusseren Rahmenbedingungen der inkriminierten Vorfälle, wonach sie 

in  der  besagten  Zeit  als  Assistentin  des  Filialleiters  angestellt  war  und  in  dieser 

Funktion unter anderem bei der Bereitstellung der "Safebags" mit den Tagesein-

nahmen mitwirkte (Urk. D1/5/1 S. 2) bzw. als Führungsmitarbeiterin die Kompetenz 

hatte,  mittels  des  ihr  zur  Verfügung  stehenden  Badges  Rücknahmen  von 

Warenartikeln  mit  einem  höheren  Wert  zu  tätigen  (Urk.  D1/5/3  S.  7  + 9;  Prot. I 

S. 15).  Demgegenüber  bestreitet  sie  hinsichtlich  Dossier  1,  den  inkriminierten 

"Safebag" am Tattag in einem unbeobachteten Moment an sich genommen und in 

der Folge samt Inhalt zu sich nach Hause genommen zu haben (Urk. D1/5/1 S. 2 f. 

+ 7; Urk. D1/5/2 S. 5; Urk. D1/5/3 S. 16; Prot. I S. 11 f.). Betreffend Dossier 2 stellt 

sie  in  Abrede,  fiktive  Rücknahmen  erfasst  und  die  sich  daraus  ergebenden 

Auzszahlungsbeträge aus der Kasse genommen und für sich verwendet zu haben, 

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dies  hauptsächlich  mit  der  Argumentation,  jeder  Mitarbeiter  könnte  solche 

Rücknahmen erfasst und das Geld genommen haben, da ihr Badge jeweils bei der 

Kasse deponiert gewesen sei (Urk. D1/5/3 S. 8 ff. + 18; Prot. I S. 15 f.). 

Bei dieser Darstellung blieb die Beschuldigte auch anlässlich der heutigen Be-

rufungsverhandlung,  indem  sie  mit  Bezug  auf  die  Vorfälle  betreffend  Dossier  1 

wiederholte, dass sie mit diesem "Safebag" gar nichts zu tun gehabt und diesen nie 

gesehen habe. Zwar hätte sie gemäss Vorschrift zusammen mit Herrn D._____ den 

"Safebag" vorbereiten sollen, indes sei dies nie zu zweit gemacht worden, da sie 

zu  wenig  Personal  gehabt  hätten.  Sie  sei  damals  also  hauptsächlich  bei  den 

Kassen gewesen und als sie ins Büro zurückgekommen sei, habe Herr D._____ zu 

ihr gesagt, dass er den "Safebag" bereits in den Tresor geworfen habe. Sie habe 

dann  nur  noch  die  Schichtübernahme  unterschriftlich  bestätigt  (Prot.  II  S. 10 ff. 

+ 19 f.; vgl. auch Urk. 70 S. 1 ff.). Betreffend Dossier 2 machte sie geltend, dass 

jeweils alle Filialassistentinnen ihre Badges auf Anweisung des Filialleiters bei den 

Kassen gelassen hätten, so dass die Retouren von den Kassiererinnen selbständig 

hätten  vorgenommen  werden  können.  Entsprechend  hätten  alle Zugriff  auf  ihren 

Badge  gehabt.  Sie  selber  habe  keine  fiktiven  Rückgaben  verbucht.  Dass  sie 

verdächtigt worden sei, liege einzig daran, dass man nur ihren Badge kontrolliert 

habe (Prot. II S. 21 ff.; vgl. auch Urk. 70 S. 6 ff.).

4.

Nachdem der Sachverhalt der Anklage mithin auch in zweiter Instanz in den 

wesentlichen Punkten bestritten blieb, ist im Folgenden nochmals zu prüfen, inwie-

fern  sich  die  eingeklagten  Vorwürfe  der  Beschuldigten  gestützt  auf  die  im  Recht 

liegenden Beweismittel anhand der geltenden Beweisregeln rechtsgenügend nach-

weisen lassen.

5.

Die Vorinstanz hat im Rahmen ihrer Ausführungen zum Sachverhalt betref-

fend die Dossiers 1 und 2 die allgemein gültigen Grundsätze der Beweiswürdigung 

im Wesentlichen zutreffend wiedergegeben (vgl. Urk. 57 S. 5 ff.). Zu ergänzen ist 

diesbezüglich, dass der Nachweis der Schuld auch im Rahmen eines Indizienbe-

weises geführt werden kann. Dabei wird aus bestimmten Einzelumständen, die be-

wiesen sind, auf das Zutreffen des eingeklagten Vorfalles geschlossen. Eine Mehr-

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zahl von Indizien, welche für sich alleine nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit 

auf die Täterschaft oder die Tat hinweisen und einzeln betrachtet die Möglichkeit 

des Andersseins offen lassen, kann dabei einen Anfangsverdacht verstärken und 

in der Gesamtheit ein Bild erzeugen, das bei objektiver Betrachtung keine Zweifel 

offen lässt, dass sich der Sachverhalt im Sinne der Anklage verwirklicht hat. Dies 

ist mithin auch der Fall, wenn sich die als belastend gewerteten Indizien zu einer 

Gewissheit verdichten, welche gewisse entlastende Umstände als unerheblich er-

scheinen lassen (Urteil 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014, E. 3.3.). Der Indizien-

prozess verletzt weder die Unschuldsvermutung noch die aus ihr abgeleiteten Teil-

rechte.  Der  Grundsatz  "in  dubio  pro  reo"  findet  demnach  auf  das  einzelne  Indiz 

keine  Anwendung  (Urteile  6B_360/2016  vom  1. Juni  2017,  E. 2.4.,  6B_605/2016 

vom  15. September  2016,  E. 2.8.  und  6B_1021/2016  vom  20. September  2017, 

E. 4.1.). Massgebend ist in diesem Zusammenhang nämlich nicht eine isolierte Be-

trachtung  der  einzelnen  Indizien,  die  für  sich  allein  betrachtet  nur  eine  gewisse 

Wahrscheinlichkeit begründen und insofern Zweifel offen lassen können, sondern 

deren gesamthafte Würdigung (Urteil 6B_699/2018 vom 7. Februar 2019, E. 2.3.2.; 

vgl. auch WOHLERS, Kommentar StPO, 3. Aufl., N 27 zu Art. 10 StPO; OBERHOLZER, 

Grundzüge des Strafprozessrechts, 4. Aufl., Rz. 1090). Schliesslich ist auch noch-

mals hervorzuheben, dass es genügen muss, dass das Beweisergebnis über jeden 

vernünftigen Zweifel erhaben ist. Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel dürfen 

dabei  nicht  massgebend  sein,  weil  solche  immer  möglich  sind  und  absolute  Ge-

wissheit nicht verlangt werden kann (vgl. BGE 138 V 74, E. 7. m.w.H.).

6.

Ferner hat die Vorinstanz die jeweils massgeblichen Beweismittel vollständig 

aufgelistet  und  korrekt  zusammengefasst  (Urk. 56  S. 7 f.  sowie  S. 8 ff.  bzw. 

S. 24 ff.), wobei in casu sowohl den Personal- wie auch den Sachbeweisen glei-

chermassen Bedeutung im Rahmen der Beweiswürdigung zukommt. Zur Verwert-

barkeit  der  einzelnen  Beweismittel  hat  sich  die  Vorderrichterin  nicht  geäussert, 

doch ergeben sich insoweit keine massgeblichen Probleme, was die Verteidigung 

mangels entsprechender Rügen nicht anders zu sehen scheint.

7.

Im  Rahmen  der  Beweiswürdigung  betreffend  Dossier  1  kam  die  Vorinstanz 

zum Schluss, dass sich die Beschuldigte am 17. November 2022 nachweislich im 

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Tresorraum der B._____-Filiale befand und somit die Möglichkeit hatte, den inkri-

minierten  "Safebag"  an  sich  zu  nehmen,  ohne  dass  dies  jemand  mitbekommen 

hätte. Des Weiteren werde sie durch den Umstand, dass der besagte "Safebag" im 

Nachgang  zur  Tat  bei  ihr  zu  Hause  gefunden  worden  sei,  massgeblich  belastet. 

Dass ihr dieser "Safebag" – wie sie selber geltend macht – von einer Drittperson 

am Arbeitsort in ihre Handtasche gelegt worden sei, worauf sie diesen unbeabsich-

tigt mitgenommen habe, erscheine unrealistisch, da kein Motiv für eine solche Ak-

tion  ersichtlich  sei  und  namentlich  der  von  ihr  verdächtigte  D._____  ein  solches 

Manöver glaubhaft in Abrede gestellt habe, zumal sich auf seiner Seite weder kon-

kretisierte Hinweise für die in den Raum gestellten sexuellen Belästigungen erge-

ben hätten noch eine Konkurrenzsituation vorgelegen habe, welche dafür sprechen 

könnte,  dass  sich  D._____  einer  unliebsamen  Mitarbeiterin  entledigen  wollte 

(Urk. 57 S. 19 ff.). 

Diese Schlussfolgerungen sind in zweiter Instanz nicht zu beanstanden und 

können für das vorliegende Berufungsurteil vollumfänglich übernommen werden. 

Namentlich ist nicht ersichtlich, weshalb die Beschuldigte den ihr angeblich unter-

geschobenen  "Safebag"  nach  dessen  Entdeckung  nicht  postwendend  zur  Filiale 

zurückbrachte und den wahren Sachverhalt offenlegte, um sich zeitgerecht entlas-

ten zu können, sondern diesen stattdessen mit nach Hause nahm, um ihn in der 

Folge im Kleiderschrank zu verstecken, wobei sie dessen Existenz gegenüber der 

Polizei selbst auf Nachfrage noch verschwieg, als sie sich mit der Hausdurchsu-

chung konfrontiert sah (vgl. Urk. D1/5/2 S. 2; Urk. D1/5/3 S. 5). Dieses Verhalten 

vermochte die Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung nicht zu plausi-

bilisieren und machte stattdessen pauschal geltend, für sie sei damals einfach die 

ganze Welt zusammengebrochen (vgl. Prot. II S. 14 + 17). Derweil hatte sie selber 

aufgrund  ihrer  gegenüber  Dritten  offenbarten  Geldsorgen  (vgl.  Urk. D1/10  S. 6) 

durchaus ein Motiv, ihre finanzielle Situation in der eingeklagten Art und Weise auf-

zubessern, zumal sie erst kürzlich eine eigene Wohnung angemietet hatte und sich 

insofern mit Mehrkosten konfrontiert sah (vgl. statt vieler Urk. D1/5/3 S. 3; Prot. II 

S. 23). Ins Bild passt diesbezüglich, dass sich bei ihr just für den Zeitraum ab dem 

22. November 2022 Belege für vier Überweisungen von namhaften Geldbeträgen 

an  ihren  heutigen  Ehemann  und  ihre  Cousine  im  Kosovo  finden  liessen 

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(vgl. Urk. D1/2 S. 4 f.). Dass es sich hierbei um Bargeld handeln soll, welches sie 

und ihr Partner zur Verlobung geschenkt bekommen haben (vgl. Prot. II S. 23), er-

scheint reichlich konstruiert und nicht sonderlich überzeugend, nachdem das Vor-

bringen erstmals anlässlich der Berufungsverhandlung vorgebracht wurde und es 

ohnehin so war, dass die Beschuldigte ihren damals im Kosovo wohnhaften Ver-

lobten zumindest teilweise unterstützte (Urk. D1/5/2 S. 4 f.), weshalb es insgesamt 

nur wenig einleuchtet, dass sie das gesamte geschenkte Geld in die Schweiz mit-

nahm, um es gleich anschliessend in mehreren Raten wieder in den Kosovo zu-

rückzuüberweisen. Im Übrigen ergeben die einzelnen Überweisungen über einen 

Monat hinweg nur wenig Sinn, wenn das Geld – wie vorgebracht (vgl. Urk. 70 S. 6) 

– einzig für den Kauf einer Schlafzimmergarnitur im Kosovo gedacht war. Zudem 

unterschrieb die Beschuldigte am 21. Dezember 2022 gegenüber ihrer Arbeitgebe-

rin eine Schuldanerkennung betreffend den Betrag von Fr. 4'500.–, dies in der Hoff-

nung, einer fristlosen Entlassung zu entgehen (vgl. Urk. D1/3/1; Prot. II S. 18 + 21). 

Dass sie selbiges auch getan hätte, wenn sie komplett unschuldig gewesen wäre, 

ist nicht anzunehmen. Die diesbezüglichen Erklärungsversuche der Verteidigung, 

wonach die Schweiz für die Beschuldigte damals noch ein fremdes Land gewesen 

sei und sie die Möglichkeiten bzw. Rechte des Arbeitgebers sowie der Polizei nicht 

gekannt habe (vgl. Urk. 70 S. 8 f.), vermögen insofern denn auch nicht zu überzeu-

gen. Stattdessen verlegte sich die Beschuldigte, als dieses Zugeständnis ihre Ent-

lassung nicht zu verhindern vermochte, in ihren nachmaligen Einvernahmen in der 

Untersuchung und im gerichtlichen Verfahren darauf, den ihr vorgeworfenen Sach-

verhalt komplett zu bestreiten, dies unter anderem mit dem fadenscheinigen Argu-

ment, dass sie für den abhanden gekommenen "Safebag" nicht (mit-)verantwortlich 

gewesen  sei,  wobei  ihr  in  diesem  Zusammenhang  das  Gegenteil  nachgewiesen 

werden kann, da sie ihre Präsenz am Tatort unterschriftlich bestätigt hat (vgl. dazu 

Urk. 57 S. 18 f. und Prot. II S. 18 f.). 

Damit wird die Beschuldigte einerseits durch diverse Indizien belastet, welche 

sie nicht zu erklären vermag, während andrerseits keine valablen Ausschlusskrite-

rien vorhanden sind, welche das insofern kompakte Bild der Täterschaft der Be-

schuldigten in relevante Zweifel zu ziehen vermöchten, wobei namentlich die von 

ihr geltend gemachte Dritttäterschaft durch D._____ nicht sonderlich plausibel er-

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scheint. Zwar ist entgegen der Vorinstanz nicht in Abrede zu stellen, dass seitens 

von  D._____  möglicherweise  ein  Motiv  bestand,  die  Beschuldigte  zu  Unrecht  zu 

belasten, nachdem sie ihn bei ihren Vorgesetzten wegen sexueller Belästigungen 

gemeldet hatte (vgl. statt vieler Prot. II S. 15 ff.; Urk. 70 S. 2; vgl. auch Urk. D1/10 

S. 7 f.),  wobei  er  sich  diesfalls  aber  nicht  einer  derart  komplizierten  Vorgehens-

weise bedient hätte, um die Beschuldigte in den Fokus der Ermittlungen zu rücken. 

Es erscheint nämlich geradezu lebensfremd, dass D._____ – hätte er den Diebstahl 

selbst  begangen  –  den  leeren  "Safebag"  über  einen  Monat  bei  sich  aufbewahrt 

hätte, um diesen dann just im richtigen Zeitpunkt der Beschuldigten unterzuschie-

ben, zumal diese bereits einschlägig verdächtigt wurde und ein solches Vorgehen 

für ihn mit erheblichen Risiken verbunden gewesen wäre, wenn man berücksichtigt, 

was hierbei alles hätte schieflaufen und ihn als wahren Täter hätte entlarven kön-

nen.  Etwas  anderes  lässt  sich  aus  seinen  Aussagen  denn  auch  nicht  ableiten. 

Wenn er beispielsweise die Frage verneinte, ob er schon einmal vergessen habe, 

einen "Safebag" einzuwerfen, und daraufhin erklärte, dass er deshalb davon aus-

gehe,  dass  er  diesen  auch  am  17. November  2022  eingeworfen  habe 

(vgl. Urk. D1/6 S. 8), so ist dies im Kontext seiner weiteren Aussagen dahingehend 

zu verstehen, dass die "Safebags" im Sinne einer Routinehandlung immer einge-

worfen worden sind, was aus seiner Warte auch an jenem Tag gemeinsam mit der 

Beschuldigten der Fall gewesen sein muss (vgl. hierfür Urk. D1/6 S. 2 + 4, wonach 

an jenem Tag alles ganz normal gewesen sei und er nichts Besonderes wüsste, 

was damals passiert sei.). Diese Aussagen sprechen entgegen der Beschuldigten-

seite  (vgl.  Urk. 70  S. 1 f.)  somit  vielmehr  dafür,  dass  er  nicht  mitbekommen  hat, 

dass die Beschuldigte den "Safebag" an jenem Tag vor dem Einwurf unbemerkt zur 

Seite schaffte, weil er sich gerade einer anderen Tätigkeit im Rahmen der Vorbe-

reitungsarbeiten  widmete.  Schlussfolgernd  verbleiben  mithin  letztlich  keine  über 

rein theoretische Zweifel hinausgehende Unsicherheiten an der Täterschaft der Be-

schuldigten. 

Der Sachverhalt gemäss Dossier 1 der Anklage, wonach es die Beschuldigte 

war,  welche  den  inkriminierten  "Safebag"  mit  der  Nummer  ...  am  17. November 

2022  gegen  14.00  Uhr  in  einem  unbeobachteten  Moment  samt  dem  Inhalt  von 

Fr. 4'500.– an sich nahm (vgl. Urk. 24 S. 2), ist demzufolge aufgrund der vorste-

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hend genannten Erwägungen als vollumfänglich erstellt zu erachten und als solcher 

der  nachfolgenden  rechtlichen  Würdigung  zu  Grunde  zu  legen  (vgl.  hinten  Ziffer 

III./1.).

8.

Zum  Sachverhalt  gemäss  Dossier 2  hat  die  Vorinstanz  in  ihrem  Urteil 

ebenfalls durchwegs zutreffende Überlegungen angestellt und namentlich die zur 

Verfügung stehenden Beweismittel korrekt rezitiert und gewürdigt. Es kann mithin 

gestützt auf Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich auf die diesbezüglichen Schluss-

folgerungen verwiesen werden (vgl. Urk. 57 S. 22 ff.). Namentlich ist nicht zuletzt 

auch  mit  Blick  auf  die  teilweise  gleichgelagerte  und  -motivierte  Tat  gemäss 

Dossier 1 als erstellt zu gelten, dass die Beschuldigte ihre Stellung als Assistentin 

der  Filialleitung  ausnutzte,  um  sich  wiederholt  an  den  Einnahmen 

ihrer 

Arbeitgeberin  ohne  ersichtlichen  Gegenanspruch  zu  bedienen, 

indem  sie 

Warenretouren  von  Kunden  vorschob,  welche  in  Tat  und  Wahrheit  gar  nicht 

existierten.  Die  entsprechenden  Einwände  der  Verteidigung  sind 

lediglich 

theoretischer Natur und damit unbehelflich. Insbesondere ist eine Manipulation des 

Kassensystems  bzw.  eine  damit  verbundene  Dritttäterschaft  in  diesem  Fall  noch 

weit weniger realistisch als bei den Tatvorgängen gemäss Dossier 1, hätte doch 

die entsprechende Täterschaft an den genau gleichen Tagen wie die Beschuldigte 

arbeiten müssen, welche an den massgebenden Daten zwischen dem 6. Septem-

ber  2022  und  dem  16. Dezember  2022  belegtermassen  stets  am  Arbeitsplatz 

anwesend war (vgl. Urk. D2/2/8). Ebenso geht der Einwand der Beschuldigten fehl, 

wonach  nur  ihr  Badge  kontrolliert  worden  sei,  weshalb  auch  nur  bei  ihr  solche 

Unregelmässigkeiten festgestellt worden seien (vgl. Prot. II S. 25 ff.), nachdem die 

Auffälligkeiten  vom  System  automatisch  gemeldet  und  einzig  bei  ihr  festgestellt 

wurden (vgl. Urk. D2/1 S. 5 + 11 ff.). Von einer vorab gezielten Verdächtigung der 

Beschuldigten kann vor diesem Hintergrund mithin keine Rede sein. Dennoch hat 

in  der  vorliegenden  Konstellation  eine  Verurteilung  der  Beschuldigten  wegen 

mehrfacher Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 StGB – wie noch zu zeigen 

sein wird (vgl. hinten Ziffer III./2.) – infolge formal-rechtlicher Überlegungen ausser 

Betracht zu fallen. 

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III.  Rechtliche Würdigung

1.

Die Vorinstanz würdigt das Verhalten der Beschuldigten gemäss Dossier 1 in 

rechtlicher Hinsicht anklagegemäss als Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB 

(Urk. 57 S. 35 f.). Auf ihre insofern zutreffenden Erwägungen kann an dieser Stelle 

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Die Strafbarkeit des Vorgehens als Dieb-

stahl begründet sich namentlich durch den Bruch des Gewahrsams der Privatklä-

gerin an den inkriminierten Vermögenswerten infolge der Entwendung des "Safe-

bags" mitsamt den darin befindlichen Verkaufserlösen sowie deren Mitnahme an 

den eigenen Wohnort. Dass dieser Bruch des Gewahrsams wissentlich zwecks un-

rechtmässiger Bereicherung ohne jeglichen Gegenanspruch erfolgte, kann aus den 

Umständen ohne Weiteres geschlossen werden, zumal die Beschuldigtenseite in 

dieser Hinsicht auch keine konkreten Einwände erhoben hat (vgl. Urk. 70 S. 10). 

Die  Beschuldigte  ist  somit  auch  zweitinstanzlich  des  Diebstahls  im  Sinne  von 

Art. 139 Ziff. 1 StGB schuldig zu sprechen.

2.

Den  Sachverhalt  gemäss  Dossier 2  würdigte  die  Vorinstanz  als  mehrfache 

Veruntreuung  im  Sinne  von  Art. 138  Ziff. 1  StGB,  womit  sie  sich  ebenfalls  der 

Anklage  anschloss  (Urk. 57  S. 36 ff.).  Sie  stützt  sich  diesbezüglich  indessen  auf 

eine ältere Rechtsprechung des Bundesgerichtes, welche im Falle des Mitgewahr-

sams an Vermögenswerten ein Anvertrautsein (pauschal) zu bejahen pflegte. Nach 

neuerer  Praxis  hat  indessen  eine  angestellte  Mitarbeiterin  lediglich  unter-

geordneten Mitgewahrsam an den Tageseinnahmen eines Betriebes, welcher mit 

dem Gewahrsam des geschädigten Betriebsinhabers grundsätzlich nicht vergleich-

bar ist. Hat aber die Beschuldigte mit der definitiven Entnahme des Geldes aus der 

Geschäftskasse  für  eigene  Zwecke  den  übergeordneten  Gewahrsam  der  Privat-

klägerin gebrochen, so liegt im Grundsatz ein Diebstahl im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB vor (vgl. Urteil 6B_943/2020 vom 19. Januar 2021, E. 2.4.2. f.), welcher sich 

in  casu  über  eine  Zeitdauer  von  rund  vier  Monaten  in  unregelmässigen  Zeitab-

ständen wiederholt hat.

Übersehen  wurde  im  Rahmen  der  rechtlichen  Würdigung  nun  aber  bisher 

offensichtlich,  dass  die  einzelnen  Taten  der  Beschuldigten  objektiv  jeweils 

- 13 -

ausnahmslos  geringfügige  Geldbeträge  betrafen,  welche  auch  in  subjektiver 

Hinsicht nicht über ein geringfügiges Delikt im Sinne von Art. 172ter Abs. 1 StGB 

hinausgingen, da der Beschuldigten bei jeder einzelnen Tat bewusst war, um wel-

chen Betrag sie die Geschäftskasse konkret erleichterte. Nachdem in dieser Kon-

stellation aufgrund teilweise grösserer Zeitabstände (bis nahezu einem Monat) zwi-

schen  den  Taten  eine  Einheitstat  nach  überwiegender  Lehrmeinung  ausser  Be-

tracht zu fallen hat (vgl. WEISSENBERGER, BSK StGB II, 4. Aufl., N 51 zu Art. 172ter 

StGB; STRATENWERTH/JENNY/BOMMER, Strafrecht BT/1, § 25 N 9 m.w.H.) und eine 

gewerbsmässige Tatbegehung nicht eingeklagt ist (vgl. Urk. 24 S. 3 f.), hat es bei 

der von Amtes wegen zu berücksichtigenden Qualifikation von geringfügigen Ver-

mögensdelikten zu bleiben. 

Geringfügige  Vermögensdelikte  im  Sinne  von  Art.  172ter  Abs.  1  StGB  sind 

gesetzlich  vorgesehene  Antragsdelikte,  welche  einen  Strafantrag  des  Geschä-

digten voraussetzen. Ein Strafantrag der B._____ AG liegt indessen für keine der 

eingeklagten Taten in den Akten. Es fehlt diesbezüglich bereits eine Strafanzeige 

der  Geschädigten,  nachdem  das  vorliegende  Strafverfahren  aufgrund  der  Tat 

gemäss Dossier 1 seinen Anfang nahm und in der Folge von Amtes wegen auf das 

weitere  Dossier  2  ausgeweitet  wurde,  ohne  dass  die  Polizei  nochmals  tätig 

geworden wäre und weitere Ermittlungen zu diesen Delikten angestrengt hätte. Bei 

dieser Sachlage fehlt es indessen an einer notwendigen Prozessvoraussetzung für 

die Strafbarkeit der Täterin, weshalb das Verfahren betreffend Dossier 2 in zweiter 

Instanz definitiv einzustellen ist. 

IV.  Sanktion

1.

Der Straftatbestand des Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB sieht 

als  massgebenden  Strafrahmen  eine  Geldstrafe  oder  eine  Freiheitsstrafe  bis  zu 

fünf Jahren vor. Die Vorinstanz hat die wesentlichen Grundsätze der prinzipiell in-

nerhalb dieses Strafrahmens vorzunehmenden Strafzumessung allseits zutreffend 

wiedergegeben, so dass für das vorliegende Berufungsurteil in analoger Anwen-

dung von Art. 82 Abs. 4 StPO darauf verwiesen werden kann (vgl. Urk. 57 S. 38 ff.; 

- 14 -

zur  diesbezüglichen  Zulässigkeit  des  Verweises  auf  das  vorinstanzliche  Urteil 

vgl. Urteil  6B_246/2024/  6B_258/2024  vom  27. Februar  2025,  E. 2.4.3.),  wobei 

nunmehr zu berücksichtigen ist, dass im Berufungsverfahren mit dem Diebstahl ge-

mäss Dossier 1 lediglich noch eine einzelne Tat zur Bestrafung ansteht.

2.

2.1. Hinsichtlich des begangenen Diebstahls hat die Vorinstanz die bei der objek-

tiven  und  subjektiven  Tatschwere  zu  berücksichtigenden  Umstände  zutreffend 

angeführt und gewürdigt (vgl. Urk. 57 S. 42). Diesbezüglich ist mit dem angefoch-

tenen Urteil namentlich festzuhalten, dass die Deliktssumme mit Fr. 4'500.– nicht 

mehr als geringfügig zu qualifizieren ist und die Beschuldigte direktvorsätzlich und 

egoistisch agierte, obwohl sie das Geld nicht dringend benötigte, wobei zu ihren 

Gunsten davon auszugehen ist, dass sie die Tat spontan beging. Darüber hinaus 

offenbarte sie bei ihrem Handeln aber auch eine im Vergleich zu einem Ladendieb-

stahl nicht zu unterschätzende kriminelle Energie, indem sie das Vertrauen ihrer 

Arbeitgeberin missbrauchte. 

2.2.

Innerhalb des zur Verfügung stehenden Strafrahmens ist das Verschulden der 

Beschuldigten mithin zwar insgesamt noch als eher leicht einzustufen, doch recht-

fertigt sich in diesem Rahmen aufgrund der von ihr an den Tag gelegten Dreistigkeit 

isoliert betrachtet nichtsdestotrotz eine empfindliche Bestrafung mit 90 Tagen bzw. 

Tagessätzen,  wobei  angesichts  des  moderaten  Verschuldens  mit  der  ver-

gleichsweise geringen Strafhöhe sowie namentlich auch der Vorstrafenlosigkeit der 

Beschuldigten  (vgl.  Urk.  69)  in  casu  primär  die  Sanktionsart  der  Geldstrafe  in 

Betracht fällt.

3.

3.1. Bei  der  Beurteilung  der  Täterkomponente  kann  betreffend  die  persönlichen 

Verhältnisse der Beschuldigten vollumfänglich auf die entsprechenden Erwägun-

gen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden (Urk. 57 S. 43 f.), nachdem sich 

im Berufungsverfahren abgesehen davon, dass die Beschuldigte zwischenzeitlich 

einen zweiten Sohn bekommen hat und derzeit wieder in einem Vollzeitpensum in 

einem  Callcenter  arbeitet,  wobei  sie  ab  August  2025  eine  Stelle  im  Detailhandel 

antreten wird und hernach ihre Weiterbildung zur Fachspezialistin Detailhandel ab-

- 15 -

schliessen  möchte,  nichts  Neues  ergeben  hat  (vgl.  Prot. II  S. 5 ff.).  Der  im 

vorinstanzlichen Urteil skizzierte Werdegang enthält keine besonderen Auffälligkei-

ten und ist im Rahmen der Strafzumessung mithin neutral zu werten.

3.2. Weitere  Straferhöhungs-  oder  Strafminderungsgründe  wie  namentlich  Vor-

strafen (vgl. Urk. 69) oder ein Geständnis, welche die Strafe zu modifizieren ver-

möchten, sind ebenfalls nicht gegeben. 

4.

Die Höhe des Tagessatzes hat die Vorinstanz in Berücksichtigung der dama-

ligen finanziellen Verhältnissen der Beschuldigten auf den Betrag von Fr. 80.– fest-

gelegt (Urk. 57 S. 45), was als vergleichsweise hoch, indessen in zweiter Instanz 

auch  nicht  als  unverhältnismässig  erscheint,  nachdem  sich  das  Einkommen  der 

Beschuldigten mit monatlich Fr. 3'900.– bis Fr. 4'000.– mittlerweile noch marginal 

verbessert hat (vgl. Urk. 68/2; Prot. II S. 8). Unberücksichtigt zu bleiben haben bei 

der  Tagessatzbemessung  derweil  die  von  der  Beschuldigten  erstmals  im  Beru-

fungsverfahren angegebenen Schulden von Fr. 7'000.– (vgl. Urk. 67; Prot. II S. 9), 

da es sich hierbei um die tatbezogene Schadenersatzforderung der B._____ AG 

handelt (vgl. BGE 134 IV 60, E. 6.4.).

5.

In  Würdigung  aller  aufgeführten  Strafzumessungsgründe  erweist  sich  dem-

nach  eine  Geldstrafe  von  90 Tagessätzen  zu  Fr.  80.–  als  dem  Verschulden  und 

den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten angemessen. Von der Ausfäl-

lung einer Verbindungsbusse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB ist unter Verweis 

auf die vorinstanzlichen Erwägungen (Urk. 57 S. 46) und in Nachachtung des Ver-

schlechterungsverbotes gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO abzusehen.

6.

Im Einklang mit der Vorinstanz (vgl. Urk. 57 S. 46 f.) ist der Vollzug der Gelds-

trafe schliesslich unter Berücksichtigung der Ersttäterschaft der Beschuldigten bei 

einer minimalen Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben, zumal auch hier das Ver-

schlechterungsverbot strengeren Vollzugsmodalitäten entgegenstünde.

- 16 -

V.  Beschlagnahmungen

Nachdem die vorinstanzliche Dispositivziffer 4 lediglich als Folge des Antra-

ges  auf  vollumfänglichen  Freispruch  der  Beschuldigten  mitangefochten  wurde 

(vgl. Urk. 59 S. 1; Urk. 70 S. 1) und die Beschuldigte keine substantiierten Ausfüh-

rungen zu dieser Thematik macht (vgl. Urk. 70 e contrario), kann diesbezüglich in-

tegral auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen (Urk. 57 S. 47) 

und die von ihr angeordnete Einziehung und Vernichtung des inkriminierten "Safe-

bags" inkl. Quittung (Asservat-Nr. A016'936'020) unverändert für das vorliegende 

Berufungsurteil übernommen werden.

VI.  Zivilbegehren

Vorliegend hat sich die B._____ AG als Privatklägerin konstituiert und adhä-

sionsweise  ein  Schadenersatzbegehren  über  Fr. 6'500.–  zuzüglich  5 %  Zins  seit 

dem Ereignisdatum gestellt (Urk. D1/12/4), welches von der Vorinstanz auf den Zi-

vilweg verwiesen wurde (Urk. 57 S. 47 ff.). Die Beschuldigte beantragt für den Fall 

eines Freispruches die Abweisung des Zivilbegehrens, eventualiter die Verweisung 

desselben  auf  den  Zivilweg  (Urk. 59  S. 1).  Für  den  Fall  eines  Schuldspruches 

wurde der betreffende Punkt indes nicht mit einer eigenständigen Begründung ge-

rügt (vgl. Urk. 70 e contrario), weshalb die vorinstanzliche Anordnung hinsichtlich 

des Zivilpunktes mit Bezug auf Dossier 1 ohne Weiteres zu bestätigen ist, zumal 

die Privatklägerin aufgrund des entsprechend erstellten Verhaltens der Beschuldig-

ten insofern nachweislich geschädigt wurde. Betreffend Dossier 2 rechtfertigt sich 

angesichts des nicht abschliessend liquiden Sachverhaltes ebenfalls keine defini-

tive Abweisung ihres entsprechenden Zivilbegehrens. Vielmehr ist auch dieses auf 

den Zivilweg zu verweisen.

- 17 -

VII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen

1.

1.1. Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrens-

kosten, wenn sie verurteilt wird. Wird das Verfahren eingestellt oder die beschul-

digte Person freigesprochen, können ihr die Verfahrenskosten ganz oder teilweise 

auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfah-

rens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat (Art. 426 Abs. 2 StPO).

1.2. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Disp.-Ziff. 6) ist zu bestätigen. Nach-

dem betreffend Dossier 2 in Abweichung zur Vorinstanz indes eine definitive Ein-

stellung des Verfahrens resultiert, sind der Beschuldigten die Kosten der Untersu-

chung und des erstinstanzlichen Verfahrens hingegen nur zur Hälfte aufzuerlegen 

und im Übrigen auf die Gerichtskasse zu nehmen.

2.

2.1. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens haben die Parteien nach Massgabe 

ihres Obsiegens und Unterliegens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Inwiefern eine 

Partei im Sinne dieser Bestimmung obsiegt oder unterliegt, hängt insbesondere da-

von  ab,  in  welchem  Ausmass  ihre  in  zweiter  Instanz  gestellten  Anträge  gut-

geheissen werden (Urteil 6B_1344/2019 vom 11. März 2020, E. 2.2.). Hat lediglich 

die beschuldigte Person ein Rechtsmittel eingelegt und obsiegt sie nur teilweise, 

werden die Kosten nach Massgabe der gutzuheissenden bzw. abzuweisenden Be-

gehren  auf  sie  und  den  verfahrensführenden  Kanton  aufgeteilt  (DOMEISEN,  BSK 

StPO II, a.a.O., N 7 zu Art. 428 StPO). 

2.2. Die  Entscheidgebühr  für  das  obergerichtliche  Verfahren  ist  vorliegend  auf 

Fr. 3'600.– zu veranschlagen (Art. 424 Abs. 1 StPO in Verbindung mit § 16 Abs. 1 

und § 14 Abs. 1 lit. a GebV OG).

2.3. Die Beschuldigte dringt mit ihrer Berufung insoweit durch, als das Verfahren 

betreffend den Vorwurf der mehrfachen Veruntreuung gemäss Dossier 2 definitiv 

eingestellt wird. Demgegenüber unterliegt sie mit ihrer Appellation hinsichtlich Dos-

sier 1 gänzlich. Ausgangsgemäss und in Gewichtung der einzelnen Berufungsbe-

- 18 -

gehren sind die Kosten des Berufungsverfahrens der Beschuldigten daher eben-

falls  hälftig  aufzuerlegen  und  im  verbleibenden  Betrag  auf  die  Gerichtskasse  zu 

nehmen.

3.

3.1. Wird die beschuldigte Person ganz oder teilweise freigesprochen oder wird 

das Verfahren gegen sie eingestellt, so hat sie Anspruch auf eine angemessene 

Entschädigung für ihre Aufwendungen. Diese richtet sich in erster Linie auf vollen 

oder anteilsmässigen Ersatz der  Kosten der Wahlverteidigung der beschuldigten 

Person (vgl. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO bzw. Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 

Abs. 1 lit. a StPO). Nach der Rechtsprechung ist die Entschädigungsfrage nach der 

Kostenfrage zu beantworten. Es gilt der Grundsatz, dass bei Auferlegung der Kos-

ten  keine  Entschädigung  auszurichten  ist,  während  bei  Übernahme  der  Kosten 

durch die Staatskasse die beschuldigte Person Anspruch auf Entschädigung hat. 

Im Falle einer teilweisen Kostenauflage ist eine entsprechend gekürzte Entschädi-

gung zuzusprechen (BGE 137 IV 352, E. 2.4.2.).

3.2. Die erbetene Verteidigung macht für ihre Aufwendungen und Barauslagen in 

der Untersuchung sowie in den gerichtlichen Verfahren bis zum 18. Juni 2025 den 

Betrag von Fr. 10'771.50 (inkl. MWST) geltend (Urk. 72). Das geforderte Honorar 

steht im Einklang mit den Ansätzen der Anwaltsgebührenverordnung und erweist 

sich als angemessen, wobei noch die Aufwendungen im Zusammenhang mit der 

Berufungsverhandlung im Umfang von vier Stunden hinzuzurechnen sind. Analog 

zur Kostenverteilung ist der Verteidigung deshalb für das gesamte Verfahren ge-

stützt auf Art. 429 Abs. 1 und 3 StPO – unter Vorbehalt der Abrechnung mit ihrer 

Klientschaft  –  eine  um  die  Hälfte  reduzierte  Parteientschädigung  von  Fr. 6'000.– 

(inkl. 7,7 % bzw. 8,1 % MWST) aus der Gerichtskasse zuzusprechen.

Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte A._____ ist schuldig des Diebstahls im Sinne von Art. 139 

Ziff. 1 StGB (Dossier 1).

- 19 -

2.

Das Verfahren betreffend mehrfache Veruntreuung im Sinne von Art. 138 

Ziff. 1 StGB (Dossier 2) wird definitiv eingestellt.

3.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 80.–.

4.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

5.

Der mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 28. Septem-

ber 2023 beschlagnahmte Safebag inklusive Quittung (Asservat-Nr. 

A016'936'020) wird eingezogen und nach Vollstreckbarkeit dieses Urteils 

vernichtet.

6.

Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ AG wird auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen.

7.

8.

9.

Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Disp.-Ziff. 6) wird bestätigt.

Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'600.–.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens beider In-

stanzen werden zur Hälfte der Beschuldigten auferlegt und zur Hälfte auf die 

Gerichtskasse genommen.

10. Rechtsanwältin lic. iur. X._____ wird für ihre Aufwendungen als Verteidigerin 

der Beschuldigten im gesamten Verfahren eine reduzierte Prozessentschä-

digung von Fr. 6'000.– aus der Gerichtskasse zugesprochen.

11. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 
(übergeben)

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 

die Privatklägerin B._____ AG

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
der Privatklägerin nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangt.)

- 20 -

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Beschuldigten 

die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis 

die Privatklägerin B._____ AG (falls verlangt)

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an











die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich 

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG)

die Kantonspolizei Zürich, KDM-FS-A, betr. Dispositivziffer 5 per E-Mail 
(asservate@kapo.zh.ch)

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A.

12. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsa-

chen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, vom Empfang der vollständigen, be-

gründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

- 21 -

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 20. Juni 2025

Der Präsident:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichter lic. iur. Spiess

MLaw Brülisauer

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.