# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 39c87e90-f19c-53c8-90fe-4edd657adebe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.03.2025 E-3169/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3169-2024_2025-03-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3169/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  M ä r z  2 0 2 5   

Besetzung 
 Richterin Roswitha Petry (Vorsitz), 

Richterin Daniela Brüschweiler,  

Richter Markus König,    

Gerichtsschreiberin Marion Sutter. 

   

Parteien 

 
A._______,  

geboren am (…),  Burundi,   

vertreten durch lic. iur. Michael Steiner, Rechtsanwalt,  

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; Verfügung des SEM  

vom 17. April 2024. 

 

 

 

E-3169/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Die Beschwerdeführerin reiste am (…) November 2022 in die Schweiz 

ein, wo sie gleichentags ein Asylgesuch stellte und in der Folge dem Bun-

desasylzentrum (BAZ) B._______ zugewiesen wurde. Am 10. November 

2022 bevollmächtigte sie die ihr zugewiesene Rechtsvertretung (die Mitar-

beitenden der HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren B._______). Das 

SEM befragte sie am 23. Februar 2023 im Rahmen einer Erstbefragung für 

unbegleitete minderjährige Asylsuchende (EB UMA) und hörte sie am 

31. Mai 2023 im Beisein der ihr zugewiesenen Rechtsvertretung zu ihren 

Asylgründen an. Mit Verfügungen vom 2. Juni 2023 und 8. Juni 2023 wies 

das SEM das Asylgesuch dem erweiterten Verfahren und die Beschwerde-

führerin dem Kanton C._______ zu. Am 1. November 2023 führte es – im 

Beisein der neuen Rechtsvertretung der Beschwerdeführerin (die […] 

Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not) – eine ergänzende Anhörung 

durch und veranlasste in der Folge ein «Consulting médical» vom 25. März 

2024 zur Behandlung der von der Beschwerdeführerin angegebenen ge-

sundheitlichen Beschwerden in Burundi.  

A.b Die Beschwerdeführerin machte in den beiden Anhörungen zusam-

menfassend geltend, sie sei in D._______ geboren und habe in E._______ 

und später in F._______ gelebt. Von (…) bis (…) habe sie die Primarschule 

in G._______ sowie anschliessend während (…) Jahren das (…) in der 

Provinz H._______ besucht. Während des (…) Schuljahrs sei sie im Jahr 

2021 auf dem Schulweg von einem Mann sexuell belästigt worden. Darauf-

hin sei sie während sieben bis 14 Tagen zuhause geblieben. Anschliessend 

habe sie jeweils ihr Vater zur Schule gebracht und abgeholt. Eines Tages, 

als ihr Vater sie von der Schule abgeholt habe, habe sie den Mann, der sie 

sexuell belästigt habe, erneut gesehen. Ihre Eltern hätten daraufhin ent-

schieden, dass sie zu ihrer Tante ziehen und dort die Schule abschliessen 

solle. Sie habe ins (…) gewechselt und unter der Woche bei Freunden ihrer 

Tante übernachtet, deren Haus sich in der Nähe der Schule befunden 

habe. In den Weihnachts- respektive Neujahrsferien sei sie nach Hause 

zurückgekehrt. Ihre Familie habe am 25. Dezember 2021 bei ihrem Onkel 

Weihnachten gefeiert. Nach ihrer Heimkehr hätten Angehörige der Im-

bonerakure (Jugendliga der burundischen Regierungspartei CNDD-FDD 

[Conseil national pour la défense de la démocratie – Forces de défense de 

la démocratie]) an ihre Haustür geklopft. Auf das Geheiss ihrer Mutter hin 

sei sie mit ihren beiden Schwestern auf ihr Zimmer gegangen und habe die 

Tür von innen abgeschlossen. Dennoch hätten zwei Männer die Tür einge-

E-3169/2024 

Seite 3 

stossen und sie sowie ihre Schwestern ins Wohnzimmer gebracht. Sie sei 

nackt auf einem Stuhl platziert und gefesselt worden, während ihr Vater mit 

einer Waffe bedroht und so stark geschlagen worden sei, dass er aus dem 

Mund geblutet habe. Derselbe Mann, der sie auf dem Schulweg sexuell 

belästigt habe, habe ihr über das Gesicht geleckt und ihren Vater gezwun-

gen, dies anzusehen. Dann habe er ihrem Vater gesagt, sie würden sie das 

nächste Mal schonungslos auffressen. Zudem sei ihr Vater gewarnt wor-

den, er solle aufhören mit dem, was er tue. Tags darauf sei sie mit ihrer 

Familie nach I._______ gegangen. Die Familie habe nicht über den Vorfall 

gesprochen. Anschliessend sei sie zu ihrer Tante zurückgekehrt, um dort 

weiterhin die Schule zu besuchen, und ihre Familie sei nach J._______ 

gegangen. 

Im April 2022 habe ihr ihre Tante erzählt, dass ihr Vater seit Februar 2022 

unbekannten Aufenthaltes sei. Näheres habe sie auch auf ihre Nachfrage 

hin nicht berichten können. Ende Mai 2022 sei der «préfet des études» 

während des Unterrichts in ihre Klasse gekommen, um sie abzuholen. In 

seinem Büro hätten ein uniformierter Polizist und zwei Männer des Ge-

heimdienstes in Zivilkleidung auf sie gewartet. Diese hätten sie zu ihrer 

Wohnsituation und ihrem vorherigen Wohnort befragt. Auch hätten sie nach 

dem aktuellen Aufenthaltsort ihrer Eltern gefragt und ihr nicht geglaubt, 

dass sie diesen nicht kenne. Sie sei weinend auf den Polizeiposten ge-

bracht und dort von mehreren Männern, die ihren Vater als «Hund CNL» 

bezeichnet hätten, erneut zum Aufenthaltsort ihrer Eltern befragt worden. 

Die Männer hätten sie schliesslich gehen lassen mit den Worten, sie seien 

noch nicht fertig, würden sie überall finden und sie weiter besuchen. Ende 

Juli oder Anfang August 2022 sei der Geheimdienst zu ihrer Tante nach 

Hause gekommen. Der Mann ihrer Tante habe sie (die Beschwerdeführe-

rin) durch die Hintertür zu den Nachbarn geschickt, wo sie bis am Abend 

geblieben sei. Aufgrund dieses Vorfalls habe sie sich entschieden, Burundi 

zu verlassen. Die Ausreise habe ihre Tante organisiert. So sei sie im Sep-

tember 2022 mit dem Flugzeug von Burundi nach Serbien geflogen und 

von dort aus zu Fuss durch Bosnien, Kroatien und Slowenien nach Italien 

sowie anschliessend mit dem Zug in die Schweiz gefahren. Später habe 

sie von ihrer Mutter erfahren, dass ihr Vater gefasst und inhaftiert worden 

sei, während sie in Serbien gewesen sei. Es sei ihm jedoch gelungen, in 

ein Krankenhaus zu kommen und von dort aus nach K._______ (Ruanda) 

zu fliehen. Auch der Rest der Kernfamilie sei nach Ruanda geflohen. Sie 

befürchte, dass sie bei einer Rückkehr nach Burundi verfolgt, misshandelt 

oder gar getötet würde. 

E-3169/2024 

Seite 4 

A.c Die Beschwerdeführerin reichte weder zu ihrer Identität noch zu ihren 

Asylvorbringen Beweismittel ein.  

A.d Mit Verfügung vom 17. April 2024 (eröffnet am 18. April 2024) verneinte 

die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin, lehnte 

ihr Asylgesuch ab und ordnete ihre Wegweisung aus der Schweiz sowie 

den Vollzug der Wegweisung an. 

B.  

B.a Mit Eingabe vom 21. Mai 2024 erhob die Beschwerdeführerin, nun-

mehr vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Michael Steiner, Beschwerde 

beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, es sei ihr vollumfänglich 

Einsicht in die Akten 8/2, 18/2, 21/1, 25/1, 31/2 und den Beweismittelum-

schlag inklusive Beweismittel (Akte 24) zu gewähren (1), nach Gewährung 

der Akteneinsicht und eventualiter des rechtlichen Gehörs eine angemes-

sene Frist zur Einreichung einer Beschwerdeergänzung anzusetzen (2), 

eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und die Sache 

dem SEM zur vollständigen und richtigen Abklärung und Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurteilung zurückzuweisen 

(3), eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und es sei 

ihre Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihr Asyl zu gewähren (4), 

eventualiter sei die angefochtene Verfügung aufzuheben und sie sei als 

Flüchtling vorläufig aufzunehmen (5), eventualiter sei die Unzulässigkeit 

des Wegweisungsvollzugs festzustellen und sie sei vorläufig aufzunehmen 

(6), eventualiter sei die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs festzu-

stellen und sie sei vorläufig aufzunehmen (7), auf die Erhebung eines Kos-

tenvorschusses sei zu verzichten (8) und sie sei von der Bezahlung der 

Verfahrenskosten zu befreien (9) oder es sei ihr eventualiter eine ange-

messene Frist zur Bezahlung eines Gerichtskostenvorschusses anzuset-

zen (10). 

Der Beschwerde legte sie eine Kopie der angefochtenen Verfügung (Bei-

lage 1), den Farbausdruck einer (nicht unterzeichneten) Fürsorgebestäti-

gung (Beilage 2), den Bericht eines Allgemeinmediziners vom (…) April 

2024 (im Original; Beilage 3), Farbkopien beider Seiten einer Terminkarte 

bezüglich Psychotherapie (Beilage 4), ein französischsprachiges Schrei-

ben des Bürgermeisters der Gemeinde L._______ vom (…) Mai 2024 mit-

samt deutscher Übersetzung (im Original; Beilage 5) und ein Schreiben 

des Präsidenten der ACAB (Association de la Communauté et Amis du Bu-

rundi en Suisse) vom (…) Mai 2024 (im Original; Beilage 6) bei. 

E-3169/2024 

Seite 5 

In der Hauptsache machte die Beschwerdeführerin insbesondere geltend, 

die Argumentation des SEM, wonach aufgrund der Flucht ihres Vaters ins 

nur rund 200 Kilometer und somit wenige Fahrstunden von ihrem Her-

kunftsort entfernte K._______ (Ruanda) kein staatliches Interesse an ihr 

mehr bestehen solle, sei willkürlich (Art. 81 der Beschwerde). 

B.b Am 22. Mai 2024 bestätigte die im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

eingesetzte Instruktionsrichterin den Eingang der Beschwerde. 

B.c Mit Eingabe vom 6. Juni 2024 legte die Beschwerdeführerin verschie-

dene medizinische Unterlagen (den Bericht eines Allgemeinmediziners 

vom […] Mai 2024 [im Original], den Bericht eines […]arztes vom […] April 

2024 [in Kopie], mehrere Laborresultate [in Kopie] und die Ausdrucke nicht 

unterzeichneter Schreiben der […] vom […] Februar 2024, der […] vom […] 

April 2024 sowie eines Allgemeinmediziners vom […] Januar 2024 betref-

fend Überweisung zur Psychotherapie) ins Recht und reichte mit Eingabe 

vom 18. Juni 2024 einen psychiatrischen Facharztbericht vom (…) Juni 

2024 nach. 

B.d Mit Zwischenverfügung vom 27. Juni 2024 verfügte die Instruktions-

richterin, dDie Beschwerdeführerin darf den Ausgang des Verfahrens in der 

Schweiz abwarten, übermittelte ihr in teilweiser Gutheissung ihres Akten-

einsichtsgesuchs eine Kopie des in den Vorakten liegenden Beweismit-

telumschlags mitsamt der beiden sich darin befindlichen  Zugtickets (SEM-

act. […]-24), wies ihr Gesuch um Ansetzung einer Frist zur Beschwerde-

verbesserung ab, lud die Vorinstanz zur Einreichung einer Vernehmlas-

sung – insbesondere zu Art. 81 der Beschwerde – ein und verschob den 

Entscheid über das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung auf einen 

späteren Zeitpunkt, wobei sie einstweilen auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses verzichtete.  

B.e In ihrer Vernehmlassung vom 12. Juli 2024 hielt die Vorinstanz vollum-

fänglich an den Erwägungen in der angefochtenen Verfügung fest und 

brachte zur Beschwerde verschiedene Bemerkungen (betreffend Beizug 

der Akten der Cousine sowie Gesundheitszustand der Beschwerdeführe-

rin) an. 

B.f Mit Replik vom 2. August 2024 wies die Beschwerdeführerin darauf hin, 

dass sich die Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung nicht zu Art. 81 der Be-

schwerde geäussert habe, obschon das Bundesverwaltungsgericht sie 

hierzu explizit aufgefordert habe. 

E-3169/2024 

Seite 6 

B.g Am 18. September 2024 reichte die Vorinstanz innert erstreckter Frist 

eine Duplik ein, in welcher sie sich zu Art. 81 der Beschwerde äusserte. 

B.h Am 19. September 2024 übermittelte die Instruktionsrichterin der Be-

schwerdeführerin ein Doppel der Duplik zur Kenntnisnahme. 

B.i Mit Verfügung vom 8. Januar 2025 gewährte die Instruktionsrichterin 

der Beschwerdeführerin das rechtliche Gehör zu einer in Betracht gezoge-

nen Prüfung der vom SEM als flüchtlingsrechtlich nicht relevant eingestuf-

ten Vorbringen auch unter dem Gesichtspunkt der Glaubhaftigkeit gemäss 

Art. 7 AsylG (Motivsubstitution) und räumte ihr in diesem Zusammenhang 

die Gelegenheit ein, allfällige Beweismittel für die von ihr geltend gemach-

ten politischen beziehungsweise exilpolitischen Tätigkeiten ihres Vaters 

einzureichen sowie diesbezüglich die neuesten Entwicklungen darzulegen. 

B.j Mit Eingabe vom 23. Januar 2025 machte die Beschwerdeführerin gel-

tend, die Voraussetzungen für eine Motivsubstitution seien vorliegend nicht 

erfüllt und erneuerte ihr Beschwerdevorbringen, dass die angefochtene 

Verfügung mit formellen Mängeln behaftet sei. Unter dem Eventualstand-

punkt ersuchte sie um eine Präzisierung der in Betracht gezogenen Prü-

fung der Glaubhaftigkeit und um Erstreckung der Frist zur Stellungnahme. 

B.k Mit Verfügung vom 29. Januar 2025 teilte die Instruktionsrichterin der 

Beschwerdeführerin in Präzisierung der ihr angesetzten Frist zur Stellung-

nahme mit, dass das Bundesverwaltungsgericht eine Prüfung der Glaub-

haftigkeit ihrer Asylvorbringen namentlich im Zusammenhang mit den von 

ihr geltend gemachten politischen Tätigkeiten ihres Vaters in Betracht 

ziehe, und erstreckte die Frist antragsgemäss. 

B.l Innert erstreckter Frist äusserte sich die Beschwerdeführerin zur beab-

sichtigten Motivsubstitution und reichte als neue Beweismittel (jeweils in 

Kopie) ein: eine Bestätigung der Partei CNL (Congrès national pour la li-

berté) vom 21. April 2020 betreffend ihren Vater, eine CNL-Mitgliederkarte 

ihres Vaters des Jahres 2019, ein Schreiben eines burundischen Rechts-

anwalts vom 9. Januar 2025, eine Wohnsitzbestätigung betreffend ihre El-

tern sowie eine Terminkarte, wonach am 3. Februar 2024 ein Termin in ei-

nem Psychiatriezentrum vorgesehen sei.    

  

E-3169/2024 

Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig für die Behandlung von 

Beschwerden gegen Asyl- und Wegweisungsverfügungen des SEM; dabei 

entscheidet das Gericht in der Regel – so auch vorliegend – endgültig (vgl. 

Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. Art. 31–33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, 

ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie ist daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Die Beschwerdeführerin macht geltend, das SEM habe ihr rechtliches Ge-

hör verletzt, indem es ihr keine vollständige Akteneinsicht gewährt habe. 

Zudem habe es in Verletzung der Pflicht zur korrekten und vollständigen 

Aktenführung die Akten ihrer Cousine nicht beigezogen. Ebenfalls habe es 

die Begründungspflicht in mehrfacher Hinsicht schwerwiegend verletzt. 

Schliesslich habe es auch seine Pflicht zur vollständigen und richtigen Ab-

klärung des rechtserheblichen Sachverhalts verletzt. Diese formellen Rü-

gen sind vorab zu prüfen, da sie allenfalls geeignet sein könnten, eine Kas-

sation der vorinstanzlichen Verfügung zu bewirken. 

3.1 Mit der von der Beschwerdeführerin gerügten Verletzung ihres Rechts 

auf Akteneinsicht hat sich die Instruktionsrichterin in ihrer Zwischenverfü-

gung vom 27. Juni 2024 bereits eingehend auseinandergesetzt. Sie hat 

darauf hingewiesen, dass das SEM gemäss dem Vermerk im Aktenver-

zeichnis der Beschwerdeführerin auf ihr Gesuch hin bereits alle editions-

pflichtigen Akten überlassen habe. Die übrigen Akten habe das SEM so-

dann zu Recht als interne Akten eingestuft, womit in diese auch auf Be-

schwerdeebene keine Einsicht gewährt werden könne. Die Behauptung 

der Beschwerdeführerin, ihr sei bezüglich des Beweismittelumschlags mit-

E-3169/2024 

Seite 8 

samt der Beweismittel formlos die Einsicht verweigert worden, hat die In-

struktionsrichterin zwar als nicht nachvollziehbar eingestuft, der Beschwer-

deführerin dennoch in teilweiser Gutheissung ihres Akteneinsichtsgesuchs 

eine Kopie des Beweismittelumschlags mitsamt der darin befindlichen bei-

den Beweismittel (zwei im Dublin-Verfahren eingereichte Zugtickets ohne 

Relevanz für die Asylvorbringen) zugestellt. Gleichzeitig hat sie festgehal-

ten, dass damit auch für den Fall, dass das SEM ihr diesbezüglich – ent-

gegen dem Vermerk im Aktenverzeichnis neben SEM-act. 24/2 – keine 

Einsichtnahme gewährt haben sollte, eine schwere Verletzung des rechtli-

chen Gehörs zu verneinen und eine allfällige leichte Verletzung des Akten-

einsichtsrechts mit der Zustellung der erwähnten Kopien als geheilt zu be-

trachten wäre. An dieser Beurteilung ist festzuhalten. 

3.2 Zur geltend gemachten Verletzung der Aktenführung respektive zum 

fehlenden Beizug der Akten ihrer Cousine erklärt die Beschwerdeführerin, 

sie habe ihre Cousine im Asylverfahren wiederholt erwähnt. Der Vater ihrer 

Cousine (der Bruder ihres Vaters) sei ebenfalls verschwunden. Die Asyl-

vorbringen der Cousine – und die Verfolgung deren Vaters – stünden in 

unmittelbarem Zusammenhang mit der eigenen Verfolgung. Deshalb seien 

die Akten der Cousine bei der Prüfung der Glaubhaftigkeit der eigenen 

Asylvorbringen vom SEM zu Unrecht nicht berücksichtigt worden. 

3.2.1 Die Vorinstanz hält dem in ihrer Vernehmlassung entgegen, sie habe 

das Dossier der Cousine effektiv beigezogen. Allerdings hätten sich aus 

diesem keine Implikationen für das Asylverfahren der Beschwerdeführerin 

ergeben, weshalb sie zu diesem keine Ausführungen gemacht habe. Aus 

den Aussagen der Cousine in deren ergänzender Anhörung gehe lediglich 

hervor, dass die beiden – wie dies auch die Beschwerdeführerin vorge-

bracht habe – jeweils andere Probleme gehabt und sich in I._______ ge-

troffen hätten, woraufhin sie zusammen ausgereist seien.  

3.2.2 Die Beschwerdeführerin erwidert in ihrer Replik, den Akten seien 

keine Hinweise für den vom SEM behaupteten Aktenbeizug zu entnehmen. 

3.2.3 Aus den Angaben des SEM in der Vernehmlassung ist zu folgern, 

dass dieses zwar die Akten der Cousine inhaltlich auf Überschneidungen 

mit den Asylvorbringen der Beschwerdeführerin überprüft, mangels er-

kennbarer Überschneidungen indessen auf einen formellen Aktenbeizug 

sowie entsprechend auch eine Erwähnung jener Akten in der angefochte-

nen Verfügung verzichtet hat. Dieses Vorgehen ist im Ergebnis nicht zu 

beanstanden. Tatsächlich war das SEM unter den dargelegten Umständen 

E-3169/2024 

Seite 9 

nicht gehalten, die Akten der Cousine formell in die Akten der Beschwer-

deführerin aufzunehmen und der Beschwerdeführerin diesbezüglich das 

rechtliche Gehör zu gewähren (vgl. z.B. Urteil des BVGer E-197/2022 vom 

16. Januar 2024 E. 4.4). Damit stellt der fehlende formelle Beizug der Ak-

ten der Cousine keine Verletzung des rechtlichen Gehörs der Beschwer-

deführerin dar. 

3.2.4 In Bezug auf die geltend gemachten Verletzungen der Begründungs-

pflicht führt die Beschwerdeführerin im Einzelnen aus, das SEM habe in 

der angefochtenen Verfügung nicht detailliert geschildert, weshalb die von 

ihr geltend gemachte sowie vom SEM nicht bestrittene Verfolgung nicht 

asylrelevant sein solle. Zudem habe es bezüglich der Reflexverfolgung das 

Kriterium der bereits erlittenen schwerwiegenden Nachteile nicht geprüft. 

Schliesslich habe das SEM die angebliche Zulässigkeit des Wegweisungs-

vollzugs nicht konkret begründet, obschon unbestritten sei, dass sie bereits 

Opfer von Misshandlungen geworden sei.  

3.2.4.1 Der Anspruch auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 BV ver-

langt, dass die Behörde die Vorbringen der vom Entscheid in ihrer Rechts-

stellung betroffenen Person tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfin-

dung berücksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Ent-

scheid zu begründen. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf die für den Ent-

scheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abge-

fasst sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Ent-

scheids informieren und diesen in voller Kenntnis der Sache an die höhere 

Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die 

Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten las-

sen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 143 III 65 E. 5.2 m.w.H.). 

Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt grundsätzlich 

zur Aufhebung der angefochtenen Verfügung (BGE 135 I 187 E. 2.2 

m.w.H.), wobei eine nicht besonders schwerwiegende Verletzung des 

rechtlichen Gehörs ausnahmsweise als geheilt gelten kann, wenn die be-

troffene Person die Möglichkeit erhält, sich vor einer Beschwerdeinstanz 

zu äussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei überprüfen 

kann (BGE 135 I 279 E. 2.6.1).  

3.2.4.2 Es ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass die Begründung 

der angefochtenen Verfügung äusserst kurz ausgefallen ist. So umfasst die 

Würdigung der Asylvorbringen (Ziff. II der Verfügung) lediglich zwei Seiten, 

E-3169/2024 

Seite 10 

wobei der Grossteil dieser Ausführungen darin besteht, den zuvor darge-

stellten Sachverhalt (Ziff. I der Verfügung) zu wiederholen und Textbau-

steine, insbesondere zur asylrechtlichen Relevanz von Befürchtungen 

künftiger Verfolgungsmassnahmen und zur Reflexverfolgung, wiederzuge-

ben. In Bezug auf die Reflexverfolgung ist auch die Rüge der Beschwerde-

führerin, wonach sich das SEM mit dem im Textbaustein erwähnten Krite-

rium der bereits erlittenen schwerwiegenden Nachteile nicht auseinander-

gesetzt habe, nicht unbegründet. Nachdem es der Beschwerdeführerin je-

doch – wie sich aus der 25-seitigen Begründung ihres Rechtsmittels ergibt 

– offenkundig möglich war, gegen die angefochtene Verfügung sachge-

recht Beschwerde zu erheben, ist eine allfällige leichte Verletzung der Be-

gründungspflicht aufgrund des im vorliegenden Beschwerdeverfahren 

durchgeführten zweifachen Schriftenwechsels als geheilt zu betrachten. 

Ob die materiell-rechtliche Würdigung des SEM zutreffend ist, wird im 

Nachfolgenden zu prüfen sein (vgl. E. 6 ff.). 

3.3 Schliesslich rügt die Beschwerdeführerin, die Vorinstanz hätte zwin-

gend weitere Abklärungen zu ihrem Gesundheitszustand machen respek-

tive ihr eine angemessene Frist zur Einreichung eines aktuellen Arztbe-

richts ansetzen müssen, statt ein Jahr nach Erstellung eines Kurzberichts 

vom (…). April 2023 – trotz bestehender Hinweise auf eine Traumatisierung 

– ein medizinisches Consulting zu veranlassen.  

3.3.1 Das SEM hält dem in seiner Vernehmlassung entgegen, es habe die 

Beschwerdeführerin sowohl in der Erstbefragung als auch in den beiden 

Anhörungen ausführlich zu ihrem gesundheitlichen Zustand befragt und sie 

gebeten, allfällige weitere Arztberichte einzureichen. Die Frage nach dem 

Vorliegen weiterer medizinischer Probleme (neben […], […] und […]) habe 

die Beschwerdeführerin explizit verneint. Damit habe sie deren Gesund-

heitszustand hinreichend abgeklärt. 

3.3.2 In den vorinstanzlichen Akten liegen in medizinischer Hinsicht zwei 

Medic-Help Zuweisungsschreiben sowie zwei ärztliche Kurzberichte von 

Dr. med. M._______ vom (…) März 2023 und (…) April 2023, in welchen 

die Diagnosen «(…)», (…) und (…) gestellt wurden. Das SEM hat die Be-

schwerdeführerin sodann sowohl in der Erstbefragung als auch in den bei-

den Anhörungen gebeten, Angaben zu ihrem Gesundheitszustand zu ma-

chen. In der Erstbefragung hat diese angegeben, sie habe (…), (…) sowie 

ein (…) (act. 16 Ziff. 8.02). In den beiden Anhörungen hat sie ebenfalls 

angegeben, an (…) zu leiden und Medikamente für (…) zu nehmen (act. 

23 ad F. 7; act. 37 ad F. 5). Aufgrund dieser Angaben durfte das SEM davon 

E-3169/2024 

Seite 11 

ausgehen, dass bei der Beschwerdeführerin lediglich die beiden von ihr 

erwähnten physischen Erkrankungen vorlagen. Nachdem die Beschwer-

deführerin in der ergänzenden Anhörung im Vergleich zur Anhörung zu den 

Asylgründen diesbezüglich unveränderte Angaben gemacht hatte, bestand 

für das SEM zudem kein Grund zur Annahme, der physische Gesundheits-

zustand könnte sich zwischenzeitlich verschlechtert haben. Unter diesen 

Umständen bestand für das SEM keine Veranlassung, bei der Beschwer-

deführerin vor Erlass der angefochtenen Verfügung einen aktuellen Arzt-

bericht zu ihren physischen Erkrankungen einzuholen. Die Angaben der 

Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren begründen denn auch 

keine Pflicht des SEM, mit Blick auf eine allfällige psychische Erkrankung 

nachzuforschen. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, dass die 

ihr zugewiesene Rechtsvertretung in einer E-Mail vom 11. November 2022 

darauf hingewiesen habe, die beiden unbegleiteten minderjährigen Asylge-

suchstellerinnen seien psychisch stark angeschlagen, hätten Angst vor 

Männern und es bestehe ein Verdacht auf eine geschlechtsspezifische 

Verfolgung (act. 9/2), ist darauf hinzuweisen, dass jene E-Mail nur wenige 

Tage nach Ankunft der Beschwerdeführerin sowie ihrer Cousine in der 

Schweiz verschickt wurde. Die in jenem Zeitpunkt von der Rechtsvertre-

tung – und damit namentlich nicht von einem Arzt oder einer Ärztin – fest-

gestellte psychische Abgeschlagenheit erscheint angesichts der äusserst 

langen Reise vom Heimatland in die Schweiz nachvollziehbar. Bis zum Er-

lass der angefochtenen Verfügung vergingen sodann fast zwei Jahre, in 

denen die Beschwerdeführerin gemäss den Vorakten keinerlei psychothe-

rapeutische Unterstützung in Anspruch nahm. Die Behauptung in der Be-

schwerde, wonach «sich die schwerwiegende Traumatisierung der Be-

schwerdeführerin wie ein roter Faden durch das ganze Verfahren zog», 

wird damit durch die dem Bundesverwaltungsgericht vorliegenden Akten 

des SEM nicht gestützt. Vielmehr hat die Beschwerdeführerin in den bei-

den Anhörungen, trotz des Hinweises des SEM auf ihre Mitwirkungspflicht 

in der Erstbefragung (act. 16 S. 2), keine psychischen Probleme geltend 

gemacht. Auch ihre Angaben in der ergänzenden Anhörung, wonach sie oft 

nicht einschlafen könne und infolge des Stresses manchmal vergesse, ihre 

Medikamente einzunehmen, lassen nicht ohne Weiteres auf eine Trauma-

tisierung schliessen, zumal die Beschwerdeführerin die Stressbelastung 

explizit mit ihrer damaligen Wohnsituation begründet hat (act. 37 ad F. 5). 

Unter diesen Umständen war das SEM nicht gehalten, mit Blick auf eine 

allfällige psychische Erkrankung bei der Beschwerdeführerin eine medizi-

nische Begutachtung zu veranlassen. Die Rüge der Beschwerdeführerin, 

das SEM habe seine Abklärungspflicht verletzt, verfängt daher nicht. 

E-3169/2024 

Seite 12 

3.4 Zusammenfassend zielen die formellen Rügen der Beschwerdeführe-

rin der Verletzung ihres rechtlichen Gehörs und der Verletzung der Abklä-

rungspflicht des SEM ins Leere. Ihr Eventualantrag, die angefochtene Ver-

fügung sei aufzuheben und die Sache dem SEM zur vollständigen und rich-

tigen Abklärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts so-

wie zur Neubeurteilung zurückzuweisen, ist damit abzuweisen.  

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

Nach der Lehre und Rechtsprechung setzt die Anerkennung der Flücht-

lingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG voraus, dass die asylsuchende Per-

son ernsthafte Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungs-

weise solche im Fall einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss, welche ihr 

gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt worden sind 

oder drohen. Die erlittene Verfolgung oder die begründete Furcht vor zu-

künftiger Verfolgung muss zudem sachlich und zeitlich kausal für die Aus-

reise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeit-

punkt des Asylentscheides noch aktuell sein. Die Furcht vor zukünftiger 

Verfolgung umfasst allgemein ein auf tatsächlichen Gegebenheiten beru-

hendes objektives Element einerseits sowie die persönliche Furchtempfin-

dung der betroffenen Person als subjektives Element andererseits. Be-

gründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG hat demnach, 

wer gute, von Dritten nachvollziehbare Gründe (objektives Element) für 

seine Furcht (subjektives Element) vorweist, mit gewisser Wahrscheinlich-

keit und in absehbarer Zukunft das Opfer von Verfolgung zu werden (vgl. 

BVGE 2013/11 E. 5.1 m.w.H.).  

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

E-3169/2024 

Seite 13 

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Glaubhaftmachung im Sinne von Art. 7 Abs. 2 AsylG impliziert ‒ im Gegen-

satz zum strikten Beweis ‒ ein reduziertes Beweismass und lässt Raum für 

gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen der asylsuchenden Per-

son. Entscheidend ist, ob die Gründe, die für die Richtigkeit der gesuch-

stellerischen Sachverhaltsdarstellung sprechen, überwiegen oder nicht; 

dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. Bei der Beurteilung 

der Glaubhaftmachung geht es um eine Gesamtbeurteilung aller Elemente 

(Übereinstimmung bezüglich des wesentlichen Sachverhalts, Substanzi-

iertheit und Plausibilität der Angaben, persönliche Glaubwürdigkeit, usw.), 

die für oder gegen die gesuchstellende Person sprechen. Glaubhaft ist eine 

Sachverhaltsdarstellung, wenn die positiven Elemente überwiegen. Eine 

Behauptung gilt demnach als glaubhaft gemacht, wenn das Gericht von 

ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, 

obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind. Für die Glaubhaftmachung reicht 

es demgegenüber nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich 

ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentliche und überwie-

gende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung spre-

chen (vgl. BVGE 2015/3 E. 6.5.1 m.w.H.). 

5.  

5.1 In der angefochtenen Verfügung erklärte die Vorinstanz, die Asylvor-

bringen der Beschwerdeführerin seien asylrechtlich nicht relevant, weshalb 

darauf verzichtet werden könne, auf allfällige Unglaubhaftigkeitselemente 

in den Aussagen einzugehen. Die Beschwerdeführerin sei zwar von den 

drei von ihr geschilderten Vorfällen betroffen gewesen. Es sei bei diesen 

jedoch nicht um sie selbst, sondern um die Verbindung zu ihren Eltern be-

ziehungsweise zu ihrem Vater gegangen. So habe sie in der Anhörung zu 

den Asylgründen ausgesagt, der Geheimdienst und die Imbonerakure hät-

ten es auf ihre Eltern abgesehen. Sie habe nicht schlüssig dargelegt, wes-

halb sie selbst Ziel einer Verfolgungsmassnahme seitens des Geheim-

dienstes oder der Imbonerakure geworden sei, zumal den Akten nicht zu 

entnehmen sei, dass der Geheimdienst oder die Imbonerakure sie auf-

grund der Verwandtschaft verdächtigt hätten, selbst oppositionellen Aktivi-

täten nachgegangen zu sein. Es sei damit kein konkretes Verfolgungsinte-

resse an ihr anzunehmen. Ebenso wenig seien die Voraussetzungen für 

die Annahme einer flüchtlingsrechtlich relevanten Reflexverfolgung erfüllt. 

E-3169/2024 

Seite 14 

Nachdem die Beschwerdeführerin von ihrer Mutter erfahren habe, dass ihr 

Vater inzwischen nach K._______ (Ruanda) geflohen sei und sich somit 

nicht mehr in Burundi aufhalte, könne aus objektiven Gesichtspunkten kein 

ausgeprägtes und ungebrochenes Interesse daran bestehen, ihr nachzu-

stellen, um an ihren Vater zu gelangen. Der Umstand, dass sie gemäss 

ihren Aussagen legal (mit dem eigenen Pass) unbehelligt aus Burundi habe 

ausreisen können, bekräftige die Feststellung, dass sie im Zeitpunkt ihrer 

Ausreise keiner Verfolgung ausgesetzt gewesen sei und kein staatliches 

Verfolgungsinteresse an ihr bestehe. 

5.2 Die Beschwerdeführerin bringt in ihrer Beschwerde zusammenfassend 

vor, die Vorinstanz sei in der Verfügungsbegründung zu Unrecht davon 

ausgegangen, die Verfolgung richte sich nicht gegen sie selbst, sondern 

lediglich gegen ihren Vater. Tatsächlich sei sie selbst Opfer einer massiven 

Verfolgung geworden, indem sie «wiederholt entführt» und sexuell miss-

handelt worden sei. Das SEM habe in der angefochtenen Verfügung zu-

dem nicht berücksichtigt, dass die Familie das Haus in F._______ verloren 

habe.  

Wie sie in der Anhörung angegeben habe, hätten ihre Eltern Burundi ver-

lassen in der Furcht, von denselben Personen getötet zu werden, die auch 

sie selbst verfolgt hätten. Damit sei es absurd zu argumentieren, ihr drohe 

in Burundi keine Gefahr. Ihre Vorbringen habe sie überdurchschnittlich de-

tailliert und glaubhaft geschildert. Weiter sei offensichtlich, dass die erlit-

tene Verfolgung über eine asylrelevante Intensität verfüge. Nachdem sie 

geschildert habe, sie sei wegen ihres Vaters verfolgt worden, sei die Be-

hauptung des SEM, wonach sie nicht dargelegt habe, weshalb gerade sie 

Ziel einer Verfolgungsmassnahme seitens des Geheimdienstes oder der 

Imbonerakure geworden sei, absurd. Die Willkür des Vorgehens der Ver-

folger dürfe nicht zu ihren Ungunsten gewürdigt werden. Das Verhalten und 

die „Verfolgerlogik“ entziehe sich ihrem Einflussbereich. So habe sie in der 

ergänzenden Anhörung in Frage 77 – nahe der Erschöpfung – geschildert, 

dass sie die Logik der Verfolger nicht kenne. 

Das SEM habe in der angefochtenen Verfügung eingeräumt, es sei zwar 

nachvollziehbar, dass sie befürchte, wegen ihres familiären Umfelds Opfer 

von Reflexverfolgungsmassnahmen zu werden. Die weitere Argumentation 

des SEM, dass eine Furcht in Bezug auf eine in der Zukunft liegende flücht-

lingsrechtlich relevante Verfolgung dennoch objektiv nicht begründet sei, 

sei willkürlich. Vielmehr sei offensichtlich, dass seitens des Geheimdiens-

tes beziehungsweise der Imbonerakure aufgrund ihres spezifischen Profils 

E-3169/2024 

Seite 15 

weiterhin ein ausgeprägtes und ungebrochenes Interesse an ihrer Ergrei-

fung und Festnahme bestehe. Die schwerwiegende Vorverfolgung in Form 

der Entführung und Misshandlung vor ihrer Flucht setze die Voraussetzun-

gen an die begründete Furcht vor asylrelevanter Verfolgung herab. Die Ar-

gumentation des SEM, wonach aufgrund der Flucht des Vaters nach 

K._______ (Ruanda) kein Interesse an ihr mehr bestehe, sei willkürlich. 

Erstens habe sie detailliert geschildert, dass die Verfolger das Haus nach 

der Flucht der Familie aufgesucht und geplündert hätten. Überdies sei of-

fensichtlich, dass die Verfolger weiterhin ein herausragendes Interesse da-

ran hätten, den Vater zu verhaften. So sei die Stadt K._______ in Ruanda 

nur rund 200 Kilometer und somit wenige Fahrstunden von ihrem Her-

kunftsort entfernt, womit es offensichtlich sei, dass die Verfolger darauf hof-

fen würden, durch den Zugriff auf sie, die inzwischen volljährig geworden 

sei, erneut ihren Vater beziehungsweise ihre Eltern verhaften zu können.  

5.3 Weder die Vernehmlassung noch die Replik enthalten materielle Aus-

führungen zu den Asylvorbringen der Beschwerdeführerin. 

5.4 In seiner Duplik erklärt das SEM, eine Reflexverfolgung werde nur dann 

angenommen, wenn für die verfolgte Hauptperson ein Verfolgungsmotiv 

nach Art. 3 AsyIG gegeben und die Verfolgung aktuell sei. Eine aktuelle 

Verfolgung sei gegeben, wenn seitens des Geheimdienstes beziehungs-

weise der Imbonerakure aufgrund des spezifischen Profils der gesuchten 

Hauptperson ein ausgeprägtes und ungebrochenes Interesse an deren Er-

greifung und Festnahme bestehe. Der Vater der Beschwerdeführerin und 

die restliche Familie seien indessen aus Angst, dass sie umgebracht wür-

den, nach K._______ (Ruanda) geflohen. Durch die Ausreise habe sich der 

Vater der Verfolgung in Ruanda entzogen. Der Rückschluss in Art. 81 der 

Beschwerde, dass dieser trotz der Ausreise weiterhin im gleichen Masse 

von Interesse sei und verfolgt würde, sei spekulativ. Vielmehr fehle es in 

seinem Falle aufgrund seiner Ausreise an der notwendigen Aktualität der 

Verfolgung. Daraus folge, dass das Interesse an der stellvertretenden Per-

son grundsätzlich als gering einzustufen sei. Im Falle der Beschwerdefüh-

rerin sei daher unter objektiven Gesichtspunkten kein Verfolgungsinteresse 

erkenntlich, welches die Ausreise ihres Vaters überdauere. Untermauert 

werde dies insbesondere durch die im Asylentscheid bereits erwähnte un-

behelligte, legale Ausreise mit dem eigenen Pass. 

5.5 In ihrer Eingabe vom 10. Februar 2025 macht die Beschwerdeführerin 

neu geltend, sie werde in Burundi aufgrund des politischen Profils ihres 

Vaters (Mitgliedschaft bei der CNL und Aktivitäten für diese Partei), das 

E-3169/2024 

Seite 16 

heisst aufgrund der in Burundi ausgeübten politischen Tätigkeiten ihres Va-

ters, asylrelevant verfolgt. Damit sei offensichtlich, dass sie auch nach ei-

ner Rückkehr nach Burundi eine asylrelevante Verfolgung zu befürchten 

hätte.  

6.  

6.1 Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung zu Recht festgehalten, 

es deute aufgrund der Angaben der Beschwerdeführerin nichts darauf hin, 

dass sie persönlich verfolgt würde. So hat die Beschwerdeführerin in der 

ergänzenden Anhörung dargelegt, dass es der Geheimdienst und die Im-

bonerakure vor allem auf ihre Eltern, namentlich auf ihren Vater, abgese-

hen hätten (act. 37 ad F. 55 f. und 73 f.). In ihrer Rechtsmitteleingabe hat 

die Beschwerdeführerin bestätigt, dass sie «wegen ihres Vaters» verfolgt 

worden sei (Art. 71 der Beschwerde). Die Hinweise der Beschwerdeführe-

rin, sie sei selber Opfer von Entführung und Misshandlung geworden, rei-

chen entgegen ihrer Auffassung (vgl. Beschwerde Art. 2–4 und 70) nicht 

aus zur Annahme einer gegen sie persönlich gerichteten Verfolgung durch 

den Geheimdienst und die Imbonerakure. Vielmehr ist der alternativen Dar-

legung in der Beschwerde zu folgen, wonach diese Erlebnisse im Rahmen 

einer Reflexverfolgung zu würdigen seien (Beschwerde Ziff. 74). Nichts da-

ran zu ändern vermag die Argumentation der Beschwerdeführerin in ihrer 

Rechtsmitteleingabe, wonach sich das Verhalten und die «Verfolgerlogik» 

ihrem Einflussbereich entziehe.  

6.2 Nicht gefolgt werden kann demgegenüber den Ausführungen des SEM 

im Zusammenhang mit der von ihm vorgenommenen Prüfung einer asyl-

rechtlich relevanten Reflexverfolgung. Die Argumentation des SEM, wo-

nach der Umstand, dass sich der Vater nun in K._______ (Ruanda) auf-

halte, bereits ausreiche, um ein Interesse der burundischen Behörden an 

ihm objektiv zu verneinen, greift zu kurz. Dem hält die Beschwerdeführerin 

in Art. 81 ihrer Rechtsmitteleingabe zu Recht sinngemäss entgegen, dass 

sich gerade angesichts des Aufenthalts des Vaters im nahen Ausland die 

Gefahr eines behördlichen Versuchs, über sie auf ihren Vater zuzugreifen, 

zuspitzen könnte. Auch die ergänzende Ausführung des SEM in der Duplik, 

wonach der in Art. 81 der Beschwerde gezogene Rückschluss, dass der 

Vater auch nach seiner Ausreise weiterhin in gleichem Masse von Inte-

resse sei, spekulativ sei, lässt die Begründung der vorinstanzlichen Verfü-

gung nicht ohne Weiteres schlüssig erscheinen. Weder die Argumentation 

des SEM noch diejenige der Beschwerdeführerin erlaubt indessen eine 

Klärung der Kernfrage, ob in der Vergangenheit überhaupt ein flüchtlings-

rechtlich relevantes Interesse der burundischen Behörden am Vater der 

E-3169/2024 

Seite 17 

Beschwerdeführerin bestanden hatte und ob ein solches aktuell weiterhin 

besteht. Diese Kernfrage ist nachfolgend – im Rahmen der Prüfung einer 

flüchtlingsrechtlichen Reflexverfolgung – zu prüfen.  

6.3  

6.3.1 Zum Vorliegen einer allfälligen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfol-

gung des Vaters der Beschwerdeführerin enthalten die Vorakten nur sehr 

wenige Angaben. So gab die Beschwerdeführerin in den Anhörungen an, 

nichts über mögliche politische Tätigkeiten des Vaters zu wissen. Sie habe 

dies lediglich vermutet, weil ihr Vater mehrfach als «Hund CNL» bezeichnet 

worden sei (act. 37 ad F. 56), sie ihn mit einem Pullover dieser Partei ge-

sehen habe (act. 37 ad F. 57 und 60) und er offen ausgesprochen habe, 

dass er gegen die Gewalt, die im Land passiere, sowie gegen Ungerech-

tigkeiten sei (act. 37 ad F. 58). Zudem versuchte die Beschwerdeführerin 

auch nach der ersten Anhörung offenbar nicht, etwas über die von ihr ver-

muteten politischen Tätigkeiten des Vaters in Erfahrung zu bringen, son-

dern gab in der ergänzenden Anhörung zu den Asylgründen vielmehr an, 

ihren Vater diesbezüglich nie gefragt zu haben (act. 37 ad F. 59). Schliess-

lich macht sie in diesem Zusammenhang zu Recht keine Verletzung der 

Abklärungspflicht geltend, nachdem das SEM insbesondere in der ergän-

zenden Anhörung diverse Rückfragen zu den von der Beschwerdeführerin 

vermuteten politischen Tätigkeiten ihres Vaters gestellt hat (act. 37 ad 

F. 59–68, 72–80).  

6.3.2 Auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren wird die Beschwerde-

führerin durch einen – asylrechtlich erfahrenen – Rechtsanwalt vertreten. 

Dennoch hat sie mit ihrer Rechtsmitteleingabe weiterhin nicht substantiiert 

dargelegt oder mit entsprechenden Beweismitteln untermauert, welchen 

konkreten politischen Tätigkeiten ihr Vater vor seiner Ausreise aus Burundi 

nachgegangen sei und wie ihre eigenen Asylvorbringen mit diesen politi-

schen Tätigkeiten in Zusammenhang stünden. Auf die diesbezüglichen 

Nachfragen des Bundesverwaltungsgerichts vom 8. und 29. Januar 2025 

hin hat sie mit Eingabe vom 10. Februar 2025 zwar angegeben, der Vater 

sei Mitglied der CNL und für diese Partei aktiv gewesen. Nähere Angaben 

zu den konkreten politischen Aktivitäten ihres Vaters fehlen indessen wei-

terhin. Lediglich dem eingereichten Schreiben eines burundischen Rechts-

anwalts namens N._______ vom 9. Januar 2025 ist zu entnehmen, dass 

er den Vater der Beschwerdeführerin im Januar 2022 vertreten habe, als 

dieser von der burundischen Polizei – zusammen mit weiteren Aktivisten 

der CNL – gefasst und wegen Gefährdung der Staatssicherheit angeklagt 

worden sei. Zu den konkreten politischen Aktivitäten des Vaters enthält 

E-3169/2024 

Seite 18 

jedoch auch dieses Schreiben keine näheren Angaben. Zudem geht aus 

diesem hervor, dass die CNL-Mitglieder in der Folge wieder freigelassen 

worden seien, was gegen ein anhaltendes Interesse der burundischen Be-

hörden am Vater der Beschwerdeführerin spricht. Nichts an dieser Schluss-

folge-rung zu ändern vermag die blosse Behauptung im Schreiben, wo-

nach der Vater angegeben habe, er sei auch nach der Freilassung weiter-

hin bedroht worden und werde bis anhin gesucht. Auch liegen für die im 

Schreiben aufgestellte Behauptung, dass das Verfahren des Vaters weiter-

hin hängig sei, keine entsprechenden Dokumente vor. 

6.3.3 Weder die Vorakten noch die Eingaben der Beschwerdeführerin im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren lassen sodann darauf schliessen, 

dass ihr Vater auch nach seiner Ausreise aus Burundi weiterhin politischen 

Tätigkeiten nachgegangen wäre. Vielmehr weisen die mit Eingabe der Be-

schwerdeführerin vom 10. Februar 2025 nachgereichten Beweismittel aus-

schliesslich auf eine in den Jahren 2019 bis 2022 ausgeübte – nicht näher 

dargelegte – politische Tätigkeit ihres Vaters hin, womit davon auszugehen 

ist, dass dieser nach seiner Ausreise aus Burundi im Jahr 2022 keinen op-

positionspolitischen Aktivitäten für die CNL mehr nachgegangen ist und da-

mit auch nicht mehr im Fokus der burundischen Behörden stand. Damit hat 

die Beschwerdeführerin keine nach der Ausreise ihres Vaters aus Burundi 

im Jahr 2022 nach wie vor aktuelle Verfolgung dieses durch die burundi-

schen Behörden glaubhaft gemacht. Mangels eines nachgewiesenen ak-

tuellen Interesses der burundischen Behörden an ihrem Vater ist gleichzei-

tig einer darauf gestützten Reflexverfolgung der Beschwerdeführerin die 

Grundlage entzogen. Unter diesen Umständen erübrigt sich grundsätzlich 

eine Prüfung der weiteren Voraussetzungen für die Annahme einer begrün-

deten Furcht vor einer flüchtlingsrechtlich relevanten Reflexverfolgung, ins-

besondere des in der Beschwerde erwähnten Kriteriums der bereits erlitte-

nen schwerwiegenden Nachteile. Obiter dictum ist jedoch darauf hinzuwei-

sen, dass die in der Rechtsmitteleingabe aufgestellte, nicht begründete Be-

hauptung, die Beschwerdeführerin sei wiederholt entführt worden, durch 

die Vorakten nicht gestützt wird sowie dass das Asylrecht nicht dem Aus-

gleich erlittenen Unrechts dient. 

6.3.4 Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Beschwerdeführerin 

mangels glaubhafter Darstellung, dass ihr Vater auch nach seiner Ausreise 

aus Burundi eine oppositionelle politische Tätigkeit betrieben habe und 

eine solche in Ruanda aktuell weiterhin betreibe, weder eine aktuelle Ver-

folgung des Vaters durch die burundischen Behörden noch gestützt darauf 

eine begründete Furcht vor einer flüchtlingsrechtlich relevanten Reflexver-

E-3169/2024 

Seite 19 

folgung glaubhaft gemacht hat. Damit hat die Vorinstanz im Ergebnis zu 

Recht sowohl die Asylrelevanz der Vorbringen der Beschwerdeführerin als 

auch ihre Flüchtlingseigenschaft verneint und ihr Asylgesuch abgelehnt. 

Entsprechend ist die angefochtene Verfügung im Ergebnis zu bestätigen.  

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.2.1 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

7.2.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.2.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, welche die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

E-3169/2024 

Seite 20 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

7.2.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der 

Beschwerdeführerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für 

den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe 

oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr («real 

risk») nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen ge-

lingt ihr das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Hei-

matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 

unzulässig erscheinen. Die Beschwerdeführerin machte in den Anhörun-

gen zwar geltend, sie habe zwei sexuelle Übergriffe erlebt, unbekannte 

Männer hätten ihre Familie gefesselt, ihren Vater mit einer Waffe bedroht 

sowie geschlagen und sie selber sei einmal bei einer Polizeibefragung für 

eine sehr kurze Zeit eingesperrt worden. Diese Vorfälle sind indessen nicht 

von einer Art, Intensität und/oder Regelmässigkeit, dass sie als folterähnli-

che und damit menschenrechtswidrige Behandlungen qualifiziert werden 

könnten. Es ist im Weiteren auch nicht davon auszugehen, dass die Be-

schwerdeführerin im Falle einer Rückkehr nach Burundi mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit menschenrechtswidrigen Massnahmen ausgesetzt 

wäre. Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, gemäss allgemein 

zugänglichen Quellen würden junge Frauen bei der Rückkehr nach Bu-

rundi systematisch kontrolliert, schikaniert und Opfer von Übergriffen, ist 

zuzugestehen, dass die allgemeine Menschenrechtssituation in Burundi 

als problematisch bezeichnet werden muss (vgl. dazu beispielsweise Hu-

man Rights Watch, World Report 2023 zu Burundi, https://www.hrw.org/ 

world-report/2023/country-chapters/burundi). Gemäss der Rechtspre-

chung des Bundesverwaltungsgerichts lässt diese den Vollzug der Weg-

weisung im heutigen Zeitpunkt jedoch ebenfalls nicht als unzulässig er-

scheinen (vgl. unter anderen etwa die Urteile des BVGer D-3735/2024 vom 

21. Juni 2024 E. 9.2.2; D-2770/2024 vom 21. Mai 2024 E. 9.2.3; E-

6426/2023 vom 28. März 2024 E. 9.3). Nach dem Gesagten ist der Vollzug 

der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen 

Bestimmungen zulässig. 

https://www.hrw.org/

E-3169/2024 

Seite 21 

7.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.3.1 In Burundi herrscht zurzeit weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine 

Situation allgemeiner Gewalt. Das Bundesverwaltungsgericht geht denn in 

seiner Praxis auch nicht von einer generellen Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs nach Burundi aus, auch wenn die allgemeine Lage in 

einigen Provinzen insbesondere in sicherheitspolitischer und wirtschaftli-

cher Hinsicht heikel ist (vgl. dazu Urteile des BVGer E-1766/2023 vom 

24. Mai 2023 E. 7.4.2 m.w.H; D-1784/2024 vom 11. April 2024). 

7.3.2 Es ist somit zu prüfen, ob individuelle Gründe vorliegen, welche eine 

Rückkehr nach Burundi unzumutbar erscheinen liessen. 

7.3.3 Diesbezüglich hat das SEM in der angefochtenen Verfügung darge-

legt, die Beschwerdeführerin sei zwar eine alleinstehende junge Frau, 

habe aber die Schule während (…) Jahren besucht, womit sich berufliche 

Perspektiven ergäben, die eine wirtschaftliche Selbstständigkeit ermöglich-

ten. Zudem verfüge sie über familiären Anschluss in Burundi. So lebten in 

Burundi namentlich ihre Tante, deren Partner, zwei weitere Tanten sowie 

ein Onkel, die sie allenfalls unterstützen könnten. Da sie ihr ganzes bishe-

riges Leben in Burundi verbracht habe, dies mehrheitlich am selben Ort, 

sei zudem davon auszugehen, dass sie über ein soziales Netz auch aus-

serhalb ihrer Familie verfüge und so beispielsweise Schulfreundinnen und 

Schulfreunde sowie weitere Bekannte habe. Ihren allgemeinen Lebensum-

ständen sei damit kein Wegweisungshindernis zu entnehmen.  

Weiter führte das SEM aus, die Beschwerdeführerin leide gemäss den Ak-

ten an (…). Diese Krankheit sei jedoch gemäss ihren eigenen Angaben 

bereits in Burundi behandelt worden, so dass bei einer Rückkehr nach Bu-

rundi diese Behandlung wieder aufgenommen werden könne. Darüber hin-

aus leide sie gemäss der Anhörung an (…) und es sei bei ihr eine (…) 

diagnostiziert worden, die medikamentös behandelt werde. Generell sei 

der Zugang zur benötigten medizinischen Behandlung in Burundi gesi-

chert. Die konkret notwendigen Medikamente (…) und (…) (Wirkstoff: […]) 

seien in Burundi verfügbar. Bezüglich des ihr ebenfalls verschriebenen Me-

dikaments (…) seien in Burundi die alternative (…) wie (…) oder (…) 

E-3169/2024 

Seite 22 

beziehungsweise (…) verfügbar. Die ferner diagnostizierten (…) und der 

(…) seien weder als akut noch als schwerwiegend einzustufen. Damit spre-

che hinsichtlich der gesundheitlichen Probleme folglich nichts gegen eine 

Rückkehr nach Burundi. 

7.3.4 In ihrer Rechtsmitteleingabe macht die Beschwerdeführerin geltend, 

mit Blick auf ihre schwerwiegenden gesundheitlichen Probleme, insbeson-

dere eine posttraumatische Belastungsstörung, die aktuell eine engma-

schige Betreuung in der Form einer Psychotherapie erfordere, sei der Voll-

zug der Wegweisung unzumutbar. Darüber hinaus verfüge sie in Burundi 

über kein Beziehungsnetz mehr, nachdem sie ihr Heimatland als Minder-

jährige verlassen habe und ihre Familie nach Ruanda geflohen sei. Damit 

wäre sie im Fall einer Rückkehr nach Burundi völlig allein und würde auf 

sich gestellt in eine existenzbedrohende Situation geraten. Weiter gehöre 

sie als alleinstehende Frau zu einer vulnerablen Gruppe und es wäre ihr 

unmöglich, sich in Burundi eine neue Existenz aufzubauen. Schliesslich 

habe sie sich gemäss dem eingereichten Schreiben des Bürgermeisters 

der Gemeinde L._______ gut in der Gemeinde integriert und werde dort 

unterstützt, was sie stärke. 

7.3.5 In der Vernehmlassung führt das SEM hierzu aus, in den von der Be-

schwerdeführerin neu eingereichten Arztberichten würden bei ihr ein post-

traumatischer Stresszustand sowie Anpassungsstörungen diagnostiziert. 

Eine psychiatrisch-psychologische Behandlung, wie sie der Beschwerde-

führerin empfohlen werde, sei in Burundi in zwei verschiedenen (vom SEM 

namentlich bezeichneten) Spitälern in der Hauptstadt Bujumbura möglich.  

7.3.6 Die Beschwerdeführerin hält dem in ihrer Replik entgegen, das SEM 

habe nicht berücksichtigt, dass gemäss Arztbericht vom (…) Juni 2024 im 

Fall einer Rückkehr in ihr Heimatland von einer Reaktivierung des Traumas 

(Retraumatisierung) sowie von einer Verschlechterung der Symptome der 

posttraumatischen Belastungsstörung und der Angststörungen auszuge-

hen sei. Damit sei aufgrund ihres Krankheitsbilds und der vom SEM nicht 

bezweifelten Verfolgung im Heimatland (sic) der Argumentation einer er-

folgreichen Behandlung in Burundi die Grundlage entzogen. 

7.3.7 Es ist dem SEM beizupflichten, dass die Beschwerdeführerin über 

eine gute Schulausbildung verfügt, die es ihr auch als alleinstehende junge 

Frau ermöglichen sollte, sich nach ihrer Rückkehr in Burundi wirtschaftlich 

zu integrieren. Zwar lebt ihre Kernfamilie im Nachbarland Ruanda; in ihrem 

Heimatland leben jedoch weitere Familienangehörige und Bekannte (ins-

E-3169/2024 

Seite 23 

besondere eine Tante und die Freunde dieser Tante in O._______, bei de-

nen die Beschwerdeführerin vor ihrer Ausreise zuletzt gelebt hat), auf de-

ren Unterstützung die Beschwerdeführerin bereits in der Vergangenheit zu-

rückgreifen konnte.  

Aus gesundheitlichen Gründen kann nur dann auf die Unzumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AIG geschlossen wer-

den, wenn eine dringend notwendige medizinische Behandlung im Heimat-

land nicht zur Verfügung steht und die fehlende Möglichkeit der Weiterbe-

handlung bei einer Rückkehr zu einer raschen und lebensgefährdenden 

Beeinträchtigung des Gesundheitszustands führt (Urteil des BVGer  

E-737/2020 vom 27. Februar 2023 E. 10.2.3 mit Hinweis auf BVGE 

2011/50 E. 8.3). 

Das SEM hat in der angefochtenen Verfügung zu Recht ausgeführt, dass 

die bei der Beschwerdeführerin diagnostizierten physischen Erkrankungen 

([…] und […]) auch in Burundi behandelbar sind (vgl. «Consulting médical» 

vom 25. März 2024 act. 40). Zudem hat die Beschwerdeführerin in der An-

hörung zu den Asylgründen selber angegeben, bereits seit Juli 2020 an 

(…) zu leiden und vor ihrer Ausreise in Burundi diesbezüglich behandelt 

worden zu sein (act. 23 ad F. 9–12). Nichts daran zu ändern vermögen die 

auf Beschwerdeebene nachgereichten medizinischen Berichte, welche die 

erwähnten vorbekannten physischen Erkrankungen bestätigen. Dasselbe 

gilt für die – soweit ersichtlich unauffälligen – Laborbefunde und die Mes-

sung der Sehstärke (ohne aktuellem Korrekturbedarf mittels Brille). Betref-

fend den nachgereichten psychiatrischen Facharztbericht, in welchem eine 

posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1) sowie Anpassungs-

störungen (ICD-10 F43.2) diagnostiziert wurden, sowie die Terminkarten 

betreffend Psychotherapie hat das SEM in der Vernehmlassung zu Recht 

vermerkt, dass diese psychischen Erkrankungen auch in Burundi behan-

delbar seien. Selbst unter Berücksichtigung der im psychiatrischen Fach-

arztbericht geschilderten Möglichkeit einer Verschlechterung der Symp-

tome oder einer Retraumatisierung ist bei einer Rückkehr nach Burundi 

nicht mit einer ernsthaften, rapiden und irreversiblen Verschlechterung des 

Gesundheitszustands, verbunden mit übermässigem Leiden oder einer be-

deutenden Verkürzung der Lebenserwartung, im Sinne der vorangehend 

dargestellten Rechtsprechung zu rechnen. Damit erweist sich der Vollzug 

der Wegweisung auch als zumutbar. 

7.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerinin, sich bei der zustän-

digen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr allenfalls 

E-3169/2024 

Seite 24 

notwendigen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und 

dazu auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung 

auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

7.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Verfahrenskosten 

grundsätzlich der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 

Indessen ist das mit der Beschwerde gestellte Gesuch um Gewährung der 

unentgeltlichen Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) infolge der ausge-

wiesenen Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin sowie der – ex ante be-

trachtet – fehlenden Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren gutzu-

heissen. Damit sind keine Verfahrenskosten zu erheben.  

9.2 Eine Parteientschädigung ist beim vorliegenden Verfahrensausgang 

nicht zuzusprechen (Art. 64 VwVG; Art. 7 Abs. 3 VGKE [SR 173.320.2]). 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

 

  

E-3169/2024 

Seite 25 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen.  

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Prozessführung wird gutgeheissen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.   

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Roswitha Petry Marion Sutter 

 

 

Versand: