# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cd24674e-bab3-53b6-9a50-78c6e74793d6
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-03-20
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 20.03.2017 BB.2017.2
**Docket/Reference:** BB.2017.2
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BB-2017-2_2017-03-20

## Full Text

Beschlagnahme (Art. 263 ff. StPO).;;Beschlagnahme (Art. 263 ff. StPO).;;Beschlagnahme (Art. 263 ff. StPO).;;Beschlagnahme (Art. 263 ff. StPO).

Beschluss vom 20. März 2017 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Tito Ponti, 

Gerichtsschreiber Martin Eckner  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwälte Laurent Moreillon 

und Miriam Mazou,  

 

Beschwerdeführer 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Beschlagnahme (Art. 263 ff. StPO) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BB.2017.2-6 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Bundesanwaltschaft (nachfolgend "BA") führt ein Strafverfahren 

(SV.16.1896) gegen A. wegen des Verdachts der Bestechung fremder Amts-

träger (Art. 322septies StGB), der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 

StGB), evtl. der Veruntreuung (Art. 138 StGB). 

 

 

B. Die BA erliess am 22. Dezember 2016 mit "Auskunft, Edition, Kontosperre 

und Mitteilungsverbot" betitelte Verfügungen, mit der namentlich folgende 

Konten von A. gesperrt wurden (BB.2017.2-6 act. 1.1): 

 

 Nr. 1 bei der Bank B.;  

Nr. 2 bei der Bank B.;  

Nr. 3 bei der Bank B.; 

 Nr. 4 bei der Bank C.; 

 Nr. 5 bei der Bank D.; 

 Nr. 6 bei Bank E.;  

Nr. 7 bei Bank E.;  

Nr. 8 bei Bank E.; 

 Nr. 9 bei Bank F. 

 

 

C. Gegen diese Kontosperren liess A. am 5. Januar 2017 Beschwerden führen 

(act. 1 Verfahren BB.2017.2-6). Die Beschwerden beantragen im Haupt-

punkt, die im Verfahren SV.16.1896 ergangenen Kontosperren seien aufzu-

heben (act. 1 S. 14). 

 

Die Beschwerdeantworten der BA vom 3. Februar 2017 (BB.2017.2-6 act. 6) 

beantragen, die Beschwerden seien abzuweisen. Die Repliken vom 23. Feb-

ruar 2017 (BB.2017.2-6 act. 12) halten an den gestellten Anträgen fest. Sie 

wurden der BA am 27. Februar 2017 zur Kenntnis zugestellt (BB.2017.2-6 

act. 13). 

 

 

  

- 3 - 

 

 

D. Am 9. März 2017 hob die BA die Kontensperren teilweise auf. Dabei gab sie 

folgende Konten frei (BB.2017.2-6 act. 14.1, 14.2, 14.3, 14.4): 

 

 Nr. 1 bei der Bank B.;  

Nr. 2 bei der Bank B.;  

 Nr. 4 bei der Bank C.; 

 Nr. 5 bei der Bank D.; 

 Nr. 7 bei Bank E. 

 

 

E. Mit Eingabe vom 10. März 2017 stellt der Beschwerdeführer zunächst fest, 

dass die Beschwerden nach den Freigaben der BA zum überwiegenden Teil 

gegenstandslos geworden seien. Er zieht, als Ergebnis seiner Darlegungen, 

die Beschwerden BB.2017.2-6 zurück. Bezüglich Kosten seien den Parteien 

keine Kosten aufzuerlegen. Subsidiär beantrage er, und dies in Übereinstim-

mung mit der BA, dass zwei Drittel der Staatskasse und ein Drittel dem Be-

schwerdeführer aufzuerlegen seien (BB.2017.2-6 act. 14). Auf Nachfrage 

vom 13. März 2017 präzisierte er am 15. März 2017, auf eine Prozessent-

schädigung zu verzichten (BB.2017.2-6 act. 15, 16). 

 

Die Eingaben des Beschwerdeführers wurden der BA zur Kenntnis zugestellt 

(BB.2017.2-6 act. 15, 17: 13. und 16. März 2017). 

 

Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit 

erforderlich, in den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen Bezug genom-

men. 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. Die Beschwerdeverfahren BB.2017.2-6 haben die gleichen Parteien und den 

gleichen Verfahrensgegenstand. Sie unterscheiden sich nur durch die be-

schlagnahmten Vermögenswerte und sind, wie auch von den Parteien über-

einstimmend beantragt (BB.2017.2-6 act. 6 S. 2 Ziff. 2; act. 4 S. 1), zu verei-

nen. 

 

  

- 4 - 

 

 

2.  

2.1 Beschwerdevoraussetzung ist, dass ein rechtlich geschütztes Interesse an 

der Aufhebung oder Änderung eines Entscheides besteht (Art. 382 

Abs. 2 StPO; GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafpro-

zessordnung, Berner Diss., Zürich/ St. Gallen 2011, S. 100 N. 232, S. 109 

N. 259). Soweit die BA die Kontosperren am 9. März 2017 aufgehoben hat 

(act. 14.1), fehlt es der Beschwerde an einem Anfechtungsobjekt und dem 

Beschwerdeführer an einer Beschwer: Das Verfahren ist insoweit gegen-

standslos geworden und entsprechend von der Geschäftskontrolle als erle-

digt abzuschreiben. 

 

2.2 Für den übrigen Verfahrensteil hat der Beschwerdeführer die Beschwerde 

zurückgezogen (act. 14). Diesbezüglich ist die Beschwerde zufolge Rück-

zugs abzuschreiben. 

 

 

3.  

3.1 In der StPO fehlt eine gesetzliche Grundlage, um bei einvernehmlichen Ver-

fahrenserledigungen von Gerichtskosten Umgang zu nehmen. Dies wäre al-

lenfalls unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse der kosten-

pflichtigen Person möglich (Art. 425 StPO; DOMEISEN, Basler Kommentar, 

2. Aufl., 2014, N. 3 zu Art. 425 StPO), was vorliegend ausscheidet. 

 

3.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer ein Drittel 

der Gerichtskosten zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die volle Gerichtsge-

bühr wäre auf Fr. 600.-- festzusetzen (Art. 73 StBOG i.V.m. Art. 5 und 8 

Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über 

die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren 

[BStKR; SR 173.713.162]). Dem Beschwerdeführer ist somit eine entspre-

chend (auf einen Drittel) reduzierte Gebühr von Fr. 200.-- aufzuerlegen. 

 

Vom Verzicht auf eine Prozessentschädigung ist Vormerk zu nehmen. 

 

 

 

- 5 - 

 

 

Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Die Verfahren BB.2017.2, BB.2017.3, BB.2017.4, BB.2017.5 und BB.2017.6 

werden vereinigt. 

 

2. Soweit nicht gegenstandslos geworden, wird das Verfahren infolge Rückzugs 

der Beschwerde abgeschrieben. 

 

3. Die Gerichtsgebühr von Fr. 200.-- wird dem Beschwerdeführer auferlegt. 

 

4. Vom Verzicht auf eine Prozessentschädigung wird Vormerk genommen. 

 

 

Bellinzona, 21. März 2017 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwälte Laurent Moreillon und Miriam Mazou  

- Bundesanwaltschaft 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide der Beschwerdekammer über Zwangsmassnahmen kann innert 30 Tagen nach 
der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde geführt werden 
(Art. 79 und 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht vom 17. Juni 2005; BGG). Das 
Verfahren richtet sich nach den Artikeln 90 ff. BGG. 

Eine Beschwerde hemmt den Vollzug des angefochtenen Entscheides nur, wenn der Instruktions-
richter oder die Instruktionsrichterin es anordnet (Art. 103 BGG).