# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a9e4b139-d432-5099-9cec-1d5f3c7e9c07
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1985-05-07
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 07.05.1985 Verwaltung ARGVP 1988 1171
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_Verwaltung-ARGVP-198_1985-05-07.pdf

## Full Text

A. Entscheide des Regierungsrates 1171

13. Gewerbe

1171

Gewerbe. Taxigewerbe; Rechtsnatur der Taxikonzession.

Die Verordnung über das Taxametergewerbe in der Gemeinde H. aus dem 
Jahre 1930 erklärt die Ausübung des Taxametergewerbes als «konzes­
sionspflichtig».

Der Regierungsrat nahm zur Rechtsnatur dieser «Konzession» wie folgt 
Stellung:

Als Konzession ist ein Verwaltungsakt zu verstehen, mit dem das Ge­
meinwesen ein Recht, über das es verfügen kann, an einen Privaten über­
trägt (vgl. Fleiner, Grundzüge des allgemeinen und schweizerischen Ver­
waltungsrechts, S. 150). Gemäss anerkannter Verwaltungsrechtslehre 
werden folgende Konzessionsarten unterschieden:

a) Eine Monopolkonzession stände in Frage, wenn der Gemeinde Fl. ein 
faktisches oder ein rechtliches Monopol zum gewerbsmässigen Transport 
von Personen zukäme. Das ist zu verneinen. Es wäre im übrigen nicht ein­
zusehen, weshalb Transportunternehmer für ihre Cars und Lastwagen kei­
ner Konzession bedürften.

b) Ebensowenig handelt es sich um eine Konzessionierung eines 
öffentlichen Dienstes, mit anderen Worten um die Abtretung einer Verwal­
tungsbefugnis an Private (z.B. von Starkstromanlegen, Betrieb von Milch­
sammelstellen). Die Ausführung von Taxifahrten ist keine öffentliche Auf­
gabe. Eine solche Aufgabe könnte auch nicht mit blosser Verordnung des 
Gemeinderates begründet werden.

c) Kraft eines behördlichen Aktes kann schliesslich eine öffentliche 
Sache zur ausschliesslichen Nutzung an einen Privaten übertragen werden 
(vgl. Imboden/Rhinow, a.a.0., Bd. II, S .835). Eine derartige Sondernut­
zungskonzession wäre im vorliegenden Fall denkbar. Demgemäss stünde 
den Taxihaltern das Recht zu, ein Stück öffentlichen Grundes als Taxistand­
platz ausschliesslich zu benützen. Im Falle der Taxiunternehmer besteht

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A. Entscheide des Regierungsrates 1171,1172

jedoch kein derartiges Rechtsverhältnis zur Gemeinde. Die benützten 
Standplätze auf dem Bahnhofareal sind Unbestrittenermassen Eigentum 
der beiden Bahnunternehmungen AB und BT.

Nach dem Gesagten liegt kein Konzessionsverhältnis vor. Vielmehr 
handelt es sich bei der Verfügung des Gemeinderates, wonach einem Bür­
ger die Ausführung von Taxifahrten gestattet wird, um eine Polizeibewil- 
ligung. Dass das Taxigewerbe polizeilichen Beschränkungen unterworfen 
werden kann, ist nach gefestigter Bundesgerichtspraxis unbestritten 
(vgl. BGE 92 I 102 und dort zitierte Entscheide, ferner BGE 102 la 438, 
1081a 135).

RRB 7.5.1985

1172

Gewerbe. Regelung des Warenverkaufs mit fahrenden Verkaufsstellen auf 
gemeindeeigenem Boden; Zuständigkeit der Gemeinden.

Die Beschwerdeführerin beruft sich vor allem auf Art.1 lit. b, Art. 5 und 
Art. 12 des kantonalen Hausiergesetzes vom 30. April 19331 und vertritt 
die Auffassung, mit der Lösung des entsprechenden Patents und der Be­
zahlung der Patenttaxe das Recht auf Benützung der öffentlichen Strassen 
und Plätze für die vorübergehende Stationierung von Verkaufswagen zum 
Zwecke des Warenverkaufs erworben zu haben. Dieser Ansicht ist entge­
genzuhalten, dass das Hausiergesetz lediglich die gewerbepolizeiliche 
Seite des Verkaufs mit Verkaufswagen regelt. Das Patent bildet die gewer­
bepolizeiliche Bewilligung zur Ausübung des Handels mit Verkaufswagen, 
und die Taxe stellt eine Sondergewerbesteuer auf dieser Verkaufsart dar. 
Nicht im Patent inbegriffen ist jedoch die Bewilligung für eine über den 
Gemeingebrauch hinausgehende Benützung der öffentlichen Strassen 
und Plätze.

Eindeutig steht fest, dass der Verkauf von Verkaufswagen aus, die auf 
öffentlichen Strassen und Plätzen stationiert sind, nicht mehr unter den 
Begriff des Gemeingebrauchs fällt. Es handelt sich dabei um einen gestei­
gerten Gemeingebrauch von öffentlichem Boden, zu dessen Ausübung es 
grundsätzlich einer Polizeibewilligung bedarf. Die Zuständigkeit zur Ertei­

1 bGS 956.312

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