# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f74867f8-0bf1-50c6-9cee-c85753451948
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-27
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 27.04.2022 WBE.2021.200
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_006_WBE-2021-200_2022-04-27.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht 

3. Kammer 

 

WBE.2021.200 / sr / jb 

(Nr. 2021-000488)  

Art. 44 

 

Urteil vom 27. April 2022 
 
 

Besetzung  Verwaltungsrichter Michel, Vorsitz  

Verwaltungsrichter Brandner  

Verwaltungsrichter Winkler  

Gerichtsschreiberin Ruchti   

 

 

 
   

Beschwerde-

führer 1 

 Gemeindeverband Bevölkerungsschutz der Region Suhrental-

Uerkental, Hauptstrasse 38, 5742 Kölliken   

 

Beschwerde-

führerin 2 

 Einwohnergemeinde Bottenwil, 4814 Bottenwil   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 3 

 Einwohnergemeinde Hirschthal, 5042 Hirschthal   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 4 

 Einwohnergemeinde Holziken, 5043 Holziken   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 5 

 Einwohnergemeinde Kirchleerau, Dorfstrasse 176, 5054 Kirchleerau   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 6 

 Einwohnergemeinde Kölliken, 5742 Kölliken   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 7 

 Einwohnergemeinde Moosleerau, 5054 Moosleerau   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 8 

 Einwohnergemeinde Muhen, 5037 Muhen   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 9 

 Einwohnergemeinde Reitnau, 5057 Reitnau   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 10 

 Einwohnergemeinde Safenwil, 5745 Safenwil   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

 - 2 - 

 

 

Beschwerde-

führerin 11 

 Einwohnergemeinde Schlossrued, Hauptstrasse 87, 5044 Schlossrued   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 12 

 Einwohnergemeinde Schmiedrued, 5046 Schmiedrued   

handelnd durch den Gemeinderat   

 

Beschwerde-

führerin 13 

 Einwohnergemeinde Schöftland, 5040 Schöftland   

handelnd durch den Gemeinderat   

 

Beschwerde-

führerin 14 

 Einwohnergemeinde Staffelbach, 5053 Staffelbach   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 15 

 Einwohnergemeinde Uerkheim, 4813 Uerkheim   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

Beschwerde-

führerin 16 

 Einwohnergemeinde Wiliberg, 5058 Wiliberg   

handelnd durch den Gemeinderat  

 

alle vertreten durch Dr. iur. Lukas Pfisterer, Rechtsanwalt,  

Frey-Herosé-Strasse 25, Postfach, 5001 Aarau 1    

 

gegen 

 

  Regierungsrat des Kantons Aargau, Regierungsgebäude, 5000 Aarau   

handelnd durch das Departement Gesundheit und Soziales, 

Generalsekretariat  

 

     

 
 

   

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend Bevölkerungsschutz Region Aargau 

West 

 

Entscheid des Regierungsrats vom 28. April 2021 

  

 - 3 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht entnimmt den Akten: 

 

A. 

1. 

Mit Beschluss vom 10. September 2014 (RRB Nr. 2014-001014) geneh-

migte der Regierungsrat die Konzeption Zivilschutz Kanton Aargau 2013 

mit Grundlagen und Empfehlungen für eine Neuorganisation des Aargauer 

Zivilschutzes. Basierend auf diesem Konzept legte er elf Bevölkerungs-

schutzregionen fest, die je ein Regionales Führungsorgan (RFO) und eine 

Zivilschutzorganisation (ZSO) umfassen. Gleichzeitig beauftragte er das 

Departement Gesundheit und Soziales (DGS), Abteilung Militär und Bevöl-

kerungsschutz, mit der Umsetzung der Konzeption (Neuorganisation) bis 

zum 31. Dezember 2019. 

 

2. 

Am 22. Januar 2019 beantragte der Regionalplanungsverband Baden 

Regio dem Regierungsrat, die drei bisherigen Bevölkerungsschutzregionen 

Baden Region, Wasserschloss und Wettingen-Limmattal nicht – wie im 

Regierungsratsbeschluss vom 10. September 2014 und der zugrundelie-

genden Konzeption vorgesehen – zu einer Bevölkerungsschutzregion zu-

sammenzufassen, sondern zwei Bevölkerungsschutzregionen Baden und 

Wettingen-Limmattal zu schaffen. 

 

Einen vergleichbaren Antrag stellte der Gemeindeverband Bevölkerungs-

schutz der Region Suhrental-Uerkental dem Regierungsrat am 28. Mai 

2019, wonach die Region Suhrental-Uerkental als eigenständige Bevölke-

rungsschutzregion zu belassen und nicht mit den bisherigen zwei Bevölke-

rungsschutzregionen Zofingen Region und Wartburg zu einer neuen Bevöl-

kerungsschutzregion Aargau West zusammenzulegen sei. 

 

3. 

Mit Beschluss vom 25. September 2019 (RRB Nr. 2019-001199) gab der 

Regierungsrat dem Antrag des Regionalplanungsverbands Baden Regio 

statt; denjenigen des Gemeindeverbands Bevölkerungsschutz der Region 

Suhrental-Uerkental lehnte er ab. Die Frist für die Umsetzung der Konzep-

tion Zivilschutz Kanton Aargau 2013 wurde bis zum 31. Dezember 2021 

verlängert und die Zielstruktur neu auf zwölf statt elf Bevölkerungsschutz-

regionen festgelegt. Dieser Entscheid wurde den Antragsstellern mit zwei 

separaten Schreiben des damaligen Landammanns vom 27. September 

2019 samt Begründung eröffnet. 

 

B. 

1. 

Mit Eingabe vom 26. November 2019 ersuchte der Gemeindeverband Be-

völkerungsschutz der Region Suhrental-Uerkental den Regierungsrat um 

 - 4 - 

 

 

Wiedererwägung und Abänderung des Entscheids, die Region Suhrental-

Uerkental in die Bevölkerungsschutzregion Aargau West zu integrieren. Die 

Begründung dazu lieferte der Gemeindeverband in seiner Eingabe vom 

13. Juli 2020 nach. 

 

Parallel dazu ersuchten die Zivilschutzorganisationen Zofingen Region und 

Wartburg den Vorsteher des DGS mit Schreiben vom 8. Juni 2020 um Frei-

gabe des Starts eines reduzierten Fusionsprojekts ohne Beteiligung der 

Region Suhrental-Uerkental. 

 

2. 

An einer Besprechung zwischen Vertretern des DGS und der Bevölke-

rungsschutzregionen Zofingen Region, Wartburg und Suhrental-Uerkental 

vom 3. September 2020 konnte keine einvernehmliche Lösung erzielt wer-

den. 

 

3. 

Nach Eröffnung eines förmlichen Verfahrens am 16. Dezember 2020 mit 

Stellungnahme der Zivilschutzorganisationen Zofingen Region und Wart-

burg vom 13. Januar 2021 zum Wiedererwägungsgesuch des Gemeinde-

verbands Bevölkerungsschutz der Region Suhrental-Uerkental entschied 

der Regierungsrat am 28. April 2021 (RRB Nr. 2021-000488): 

 

1. 
Aus den 23 Gemeinden der bisherigen Bevölkerungsschutzregionen 
Zofingen Region (Brittnau, Murgenthal, Rothrist, Strengelbach, 
Vordemwald und Zofingen), Wartburg (Aarburg und Oftringen) und 
Suhrental-Uerkental (Bottenwil, Hirschthal, Holziken, Kirchleerau, Kölliken, 
Moosleerau, Muhen, Reitnau, Safenwil, Schlossrued, Schmiedrued, 
Schöftland, Staffelbach, Uerkheim und Wiliberg) wird (vorbehältlich der 
Rechtskraft des vorliegenden Entscheids) gestützt auf § 3 Abs. 2 Bst. a 
des Gesetzes über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz im Kanton 
Aargau (Bevölkerungsschutz- und Zivilschutzgesetz Aargau, BZG-AG) die 
Bevölkerungsschutzregion Aargau West gebildet. 
 
2. 
Die in Ziffer 1 genannten Gemeinden werden (vorbehältlich der Rechts-
kraft des vorliegenden Entscheids) beauftragt, ein Fusionsprojekt aufzu-
nehmen und dem Departement Gesundheit und Soziales (Abteilung Militär 
und Bevölkerungsschutz) über den Fortgang der Arbeiten Bericht zu 
erstatten. 
 
3. 
Der Zeitraum für die Umsetzung der Konzeption Zivilschutz Aargau 2013 
wird in Abweichung von Ziffer 5 des Regierungsratsbeschlusses vom 
19. September 2019 (RRB Nr. 2019-001199) vom 31. Dezember 2021 auf 
den 31. Dezember 2023 verlängert. 
 
4. 
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben und keine Parteientschädi-
gung ausgerichtet. 

 - 5 - 

 

 

 

C. 

1. 

Dagegen liessen der Gemeindeverband Bevölkerungsschutz der Region 

Suhrental-Uerkental und die daran beteiligten Verbandsgemeinden am 

4. Juni 2021 Beschwerde beim Verwaltungsgericht einreichen, mit den 

Anträgen: 

 

1. 
In Gutheissung der Beschwerde sei der Regierungsratsbeschluss 
Nr. 2021-000488 vom 28. April 2021 aufzuheben. 
 
2. 
Unter den gesetzlichen Kosten- und Entschädigungsfolgen. 
 
Verfahrensantrag: 
 
3. 
Das Beschwerdeverfahren sei zu sistieren, mindestens bis zum Abschluss 
der Fusionsgespräche zwischen den Beschwerdeführern und den Ge-
meinden der Bevölkerungsschutzregionen Zofingen Region und Wartburg 
zur Bevölkerungsschutzregion Aargau West bzw. bis eine der Parteien im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren die Fortsetzung des Beschwerdever-
fahrens beantragt. 

 

2. 

Mit Eingabe vom 7. Juli 2021 beantragte das DGS, Generalsekretariat, 

vorab die Abweisung des Sistierungsgesuchs. 

 

3. 

Mit Verfügung vom 13. Juli 2021 wies der instruierende Verwaltungsrichter 

das Sistierungsgesuch ab und eröffnete den Entscheid im Dispositiv, unter 

Hinweis auf die Möglichkeit, eine begründete Ausfertigung zu verlangen. 

 

4. 

Mit Beschwerdeantwort vom 23. August 2021 stellte das DGS, Generalse-

kretariat, den Hauptantrag, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Even-

tualiter sei die Beschwerde abzuweisen, beides unter Kostenfolgen. 

 

5. 

In der Replik vom 17. November 2021 hielten die Beschwerdeführer an 

ihren Anträgen fest. Der Inhalt der Duplik des DGS vom 16. Dezember 

2021 deckt sich vollständig mit demjenigen der Beschwerdeantwort vom 

23. August 2021. 

 

D. 

Das Verwaltungsgericht hat den Fall am 27. April 2022 beraten und ent-

schieden. 

  

 - 6 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

 

I. 

1. 

Gegen letztinstanzliche Entscheide der Verwaltungsbehörden ist die Ver-

waltungsgerichtsbeschwerde zulässig (§ 54 Abs. 1 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege vom 4. Dezember 2007 [Verwaltungsrechtspfle-

gegesetz, VRPG; SAR 271.200]). Das gilt auch für den Rechtsschutz in 

den Bereichen des Bevölkerungs- und Zivilschutzes (§ 48 Abs. 2 des 

Gesetzes über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz im Kanton 

Aargau vom 4. Juli 2006 [Bevölkerungsschutz- und Zivilschutzgesetz 

Aargau, BZG-AG; SAR 515.200]). Der angefochtene Entscheid des Regie-

rungsrats ist verwaltungsintern letztinstanzlich. Das Verwaltungsgericht ist 

somit für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 

 

2. 

In den Erw. 1.2 bis 1.4 des angefochtenen Entscheids äusserte sich die 

Vorinstanz zum Thema Wiedererwägung und gelangte zum Schluss, das 

Gesuch des Gemeindeverbands Bevölkerungsschutz der Region 

Suhrental-Uerkental vom 26. November 2019 (Vorakten, act. 3) trotz der 

Bezeichnung als "Wiedererwägungsgesuch" nicht als solches, sondern als 

Erstgesuch um Erlass eines anfechtbaren Entscheids über die Zusammen-

legung der bisherigen Bevölkerungsschutzregionen Suhrental-Uerkental, 

Zofingen Region und Wartburg zur neuen Bevölkerungsschutzregion 

Aargau West entgegenzunehmen. Entsprechend wurden die Vorausset-

zungen einer Wiedererwägung von der Vorinstanz nicht ("näher") geprüft. 

Auf das Gesuch wurde ohne weiteres eingetreten und es wurde materiell 

beurteilt. Die Vorinstanz befand, zwar sei das ursprüngliche Gesuch des 

Gemeindeverbands Bevölkerungsschutz der Region Suhrental-Uerkental 

vom 28. Mai 2019 um Verzicht auf Einbezug in die neue Bevölkerungs-

schutzregion Aargau West vom Regierungsrat schon einmal (mit dem RRB 

Nr. 2019-001199 vom 25. September 2019) materiell beurteilt worden. Weil 

jedoch dieser Beschluss nicht in Form eines Entscheids gemäss § 26 

VRPG, sondern in Briefform eröffnet worden sei, liege keine der Wiederer-

wägung zugängliche Verfügung vor (angefochtener Entschied, Erw. 1.4).  

 

Ob auch der ursprüngliche Regierungsratsbeschluss Nr. 2014-001014 vom 

10. September 2014, mit welchem der Kanton Aargau neu in elf Bevölke-

rungsschutzregionen eingeteilt und die bisherige Bevölkerungsschutzre-

gion Suhrental-Uerkental der neuen Bevölkerungsschutzregion Aargau 

West zugeteilt wurden, nicht als der Wiedererwägung zugänglicher Ent-

scheid gemäss § 26 VRPG eröffnet wurde, entzieht sich der Kenntnis des 

Verwaltungsgerichts. Der betreffende Beschluss liegt nicht bei den Akten. 

Jedenfalls hat der Regierungsrat die Angelegenheit mit dem vorliegend an-

gefochtenen Entscheid vom 28. April 2021 (RRB Nr. 2021-000488) neu 

 - 7 - 

 

 

materiell beurteilt. Folglich ersetzt dieser neue Entscheid allfällige frühere 

Entscheide in der gleichen Sache (soweit es die Integration der Bevölke-

rungsschutzregion Suhrental-Uerkental in die neue Bevölkerungsschutzre-

gion Aargau West betrifft). Mit der von den Beschwerdeführern beantragten 

Aufhebung dieses Entscheids entfiele somit die umstrittene Verpflichtung 

der Verbandsgemeinden des Gemeindeverbands Bevölkerungsschutz der 

Region Suhrental-Uerkental, zusammen mit den Gemeinden der Zivil-

schutzorganisationen Zofingen Region und Wartburg die Bevölkerungs-

schutzregion Aargau West zu bilden und die dafür erforderlichen organisa-

torischen Vorkehren (Fusionsprojekt) zu treffen. 

 

3. 

3.1. 

Das DGS, Generalsekretariat, wendet in seinen Rechtsschriften ein, der 

Gemeindeverband Bevölkerungsschutz der Region Suhrental-Uerkental 

und die ihm angehörenden Gemeinden seien nicht zur vorliegenden Be-

schwerde legitimiert.  

 

Durch die Zuteilung zu einer Bevölkerungsschutzregion seien die Gemein-

den offensichtlich nicht gleich oder ähnlich wie eine Privatperson in schutz-

würdigen eigenen Interesse im Sinne von § 42 lit. a VRPG betroffen. Daher 

setze das schutzwürdige eigene Interesse an der Beschwerdeführung 

voraus, dass der angefochtene Rechtsakt ein wichtiges öffentliches Inte-

resse des Gemeinwesens erheblich berühre. Das Gemeinwesen müsse 

auf qualifizierte Art und Weise in seinen hoheitlichen Interessen betroffen 

sein. Das Bundesgericht bejahe ein solches Berührtsein unter anderem bei 

Eingriffen in wichtige vermögensrechtliche Interessen, welche die Aufga-

benerfüllung der Gemeinde beeinträchtigen können – zum Beispiel im Zu-

sammenhang mit dem interkommunalen Finanzausgleich, namhaften Sub-

ventionsbeträgen, der Pflicht zur Auszahlung von Sozialhilfegeldern oder 

bei Auswirkungen auf das Gemeinwesen in seiner Funktion als öffentlicher 

Arbeitgeber. Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau gehe von eige-

nen schutzwürdigen Interessen einer Gemeinde aus, wenn sie dem spezi-

fisch lokalen Lebensbereich entspringen, womit jene Belange gemeint sei-

en, welche die Gemeindeeinwohner erheblich anders als die Kantonsein-

wohner im Allgemeinen berührten. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten 

Bevölkerungsschutzregion spiele für die Erfüllung der Aufgaben der Ge-

meinden auf dem Gebiet des Bevölkerungs- und Zivilschutzes keine ent-

scheidende Rolle. Es gehe auch nicht um öffentliche Interessen, die einen 

spezifisch lokalen Bereich betreffen. Der Bevölkerungs- und Zivilschutz sei 

vielmehr eine Aufgabe, welche in allen Gemeinden nach Massgabe des 

Bundes- und des kantonalen Rechts grundsätzlich in gleicher Weise erfüllt 

werden müsse. Entsprechend könnten die Beschwerdeführer kein schutz-

würdiges eigenes Interesse geltend machen, um den Entscheid über die 

Zuteilung zu einer Bevölkerungsschutzregion anzufechten. 

 

 - 8 - 

 

 

Auch die nach Massgabe von § 106 der Verfassung des Kantons Aargau 

vom 25. Juni 1980 (KV; SAR 110.000) gewährleistete Gemeindeautonomie 

verleihe den Beschwerdeführern in der vorliegenden Konstellation keine 

Beschwerdebefugnis. Nach konstanter Rechtsprechung des Bundesge-

richts sei eine Gemeinde in einem Sachbereich autonom, wenn das kanto-

nale Recht diesen Bereich nicht abschliessend ordne, sondern ihn ganz 

oder teilweise der Gemeinde zur Regelung überlasse und ihr dabei eine 

relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit einräume. Gemäss § 3 Abs. 2 lit. a 

BZG-AG bezeichne der Regierungsrat nach Anhörung der Gemeinden die 

Bevölkerungsschutzregionen. Er könne die Gemeinden innerhalb einer sol-

chen Bevölkerungsschutzregion zur Zusammenarbeit verpflichten (§ 3 

Abs. 3 BZG-AG). Aufgrund dieser gesetzlichen Vorgaben bestehe in die-

sem Bereich eine ausschliessliche und abschliessende Entscheidkompe-

tenz des Regierungsrats. Die Gemeinden könnten einzig darüber befinden, 

ob sie diesen Entscheid mit dem Instrument des Gemeindeverbands oder 

demjenigen des Gemeindevertrags umsetzen wollten. Ansonsten seien die 

kantonalen Erlasse auf dem Gebiet des Bevölkerungs- und Zivilschutzes 

relativ detailliert. Das gelte auch für die Aufgaben der Bevölkerungsschutz-

regionen. Ein gewisser Spielraum verbleibe den Gemeinden demnach ein-

zig bei der Regelung der Zusammenarbeit untereinander und beim Vollzug 

der Aufgaben. Von einer für die Gemeindeautonomie erforderlichen relativ 

erheblichen Entscheidungsfreiheit im Sinne der bundesgerichtlichen Praxis 

könne insofern nicht gesprochen werden. 

 

3.2. 

Die Beschwerdeführer bringen dagegen vor, die Zuweisung der Verbands-

gemeinden zur Bevölkerungsschutzregion Aargau West beeinträchtige die 

Zweckerreichung des Beschwerdeführers 1 und greife in dessen Organisa-

tion und Struktur ein. Der Entscheid verpflichte die Verbandsgemeinden zur 

Fusion (recte: Zusammenarbeit) mit anderen Gemeinden. Sie müssten da-

für aus dem Gemeindeverband Bevölkerungsschutz der Region Suhrental-

Uerkental austreten bzw. diesen auflösen. Durch den Verlust seiner Exi-

stenz und der Aufgabenerfüllung nach § 9 BZG-AG sei der Beschwerdefüh-

rer 1 in seinen eigenen persönlichen Interessen berührt. Die einzelnen Ver-

bandsgemeinden trügen die Verantwortung für den Bevölkerungsschutz in 

ihren Gemeinden (§ 9 BZG-AG). Durch die Zwangsfusion (recte: Zwangs-

zusammenarbeit) mit den anderen Gemeinden der Bevölkerungsschutzre-

gion Aargau West könnten sie ihrer Verpflichtung nicht mehr gleichermas-

sen nachkommen. Zudem würden die Kosten steigen. Sie seien somit als 

Träger der Verantwortung für den Schutz ihrer Bevölkerung als auch als 

Gemeinden in ihren eigenen finanziellen Interessen vom Entscheid des Re-

gierungsrats betroffen und müssten sich, da er zu höheren Kosten führen 

werde, dagegen zur Wehr setzen können. Die Beschwerdelegitimation der 

Beschwerdeführer sei daher zu bejahen. 

 

 - 9 - 

 

 

Letztlich seien alle Beschwerdeführerenden auch in ihrer Gemeindeauto-

nomie betroffen. Beim Entscheid über die Bezeichnung der Bevölkerungs-

schutzregionen bewege sich der Regierungsrat nicht in einem rechtsfreien, 

gerichtlich nicht überprüfbaren Raum. Er müsse seinen Entscheid nach 

pflichtgemässem Ermessen fällen und die Gemeinden so den Bevölke-

rungsschutzregionen zuteilen, dass diese ihre Verantwortung und Aufga-

ben im Rahmen des Bevölkerungsschutzes tatsächlich wahrnehmen könn-

ten. Es gehe somit auch nicht um einen Entscheid mit vorwiegend politi-

schem Charakter. Der vom Regierungsrat eingeräumte Spielraum bei der 

Regelung der Zusammenarbeit der Gemeinden untereinander und beim 

Vollzug der Aufgaben bedeute rechtlich ausgedrückt eine rechtlich über-

prüfbare Ermessensausübung. Falsch liege der Regierungsrat in der An-

nahme, er könne nach Anhörung der Gemeinden frei über deren Zuteilung 

zu Bevölkerungsschutzregionen entscheiden. Mit der laufenden Revision 

des BZG-AG sei beabsichtigt, den Begriff der "Anhörung" durch denjenigen 

der "Konsultation" der Gemeinden zu ersetzen. Die Anhörung im Sinne 

einer Konsultation verlange, dass die vorgebrachten Argumente aufgenom-

men, gewichtet und in der darauffolgenden Entscheidung abgewogen wer-

den, was eine Ermessensbetätigung voraussetze. Würden die Argumente 

der Gemeinde nicht gehört, falsch gewichtet oder ungenügend abgewogen, 

könne sie sich dagegen wehren. 

 

3.3. 

3.3.1. 

Vorauszuschicken gilt es, dass der Beschwerdeführer 1 als Zweckverband 

zur Erfüllung der Aufgaben seiner Verbandsgemeinden auf dem Gebiet des 

Bevölkerungs- und Zivilschutzes keine eigenen, über die Interessen seiner 

Verbandsgemeinden hinausgehenden Interessen an der Beschwerdefüh-

rung bzw. an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids geltend ma-

chen kann. Deshalb begründet die Tatsache allein, dass im Zuge der Bil-

dung der Bevölkerungsschutzregion Aargau West in die Organisation und 

Strukturen des Beschwerdeführers 1 eingegriffen respektive dieser aufge-

löst wird, noch kein schutzwürdiges Interesse im Sinne von § 42 lit. a 

VRPG. Ein solches setzt vielmehr voraus, dass die an ihm beteiligten Ver-

bandsgemeinden, d.h. die Beschwerdeführerinnen 2 bis 16, ihrerseits ein 

schutzwürdiges eigenes Interesse daran haben, nicht zur neu gebildeten 

Bevölkerungsschutzregion Aargau West zu gehören und sich nicht zu die-

sem Zweck mit den Gemeinden der Zivilschutzorganisationen Zofingen Re-

gion und Wartburg zu einem neuen Gemeindeverband zusammenschlies-

sen oder mit diesen Gemeinden einen Gemeindevertrag zur Regelung der 

Zusammenarbeit beim Vollzug der Bevölkerungs- und Zivilschutzaufgaben 

abschliessen zu müssen. 

  

Nach der bereits von der Vorinstanz zitierten Rechtsprechung (Aargaui-

sche Gerichts- und Verwaltungsentscheide [AGVE] 2017, S. 264 mit Hin-

weisen; 2016, S. 324) geht das Verwaltungsgericht bei Beschwerden von 

 - 10 - 

 

 

Gemeinden nur zurückhaltend von einem schutzwürdigen eigenen Interes-

se im Sinne von § 42 lit. a VRPG aus, nämlich wenn es sich um öffentliche 

Interessen handelt, die dem spezifischen lokalen Lebensbereich entsprin-

gen und die Einwohner der betroffenen Gemeinde(n) erheblich anders als 

die Kantonseinwohner im Allgemeinen berühren. Eine solche spezifische 

Betroffenheit der Verbandsgemeinden des Gemeindeverbands Bevölke-

rungsschutz der Region Suhrental-Uerkental und ihrer Einwohner durch 

den Entscheid des Regierungsrats, neue, grössere Bevölkerungsschutzre-

gionen zu bilden und dafür bisherige Bevölkerungsschutzregionen zusam-

menzulegen, ist hier nicht erkennbar. Andere Gemeinden des Kantons 

Aargau und ihre Einwohner dürften von den organisatorischen und finan-

ziellen Veränderungen, die dieser Entscheid mit sich bringt, in gleichem 

oder ähnlichem Masse betroffen sein.  

 

Im Übrigen wird in der Botschaft des Regierungsrats des Kantons Aargau 

an den Grossen Rat vom 14. Februar 2007 zum Gesetz über die Verwal-

tungsrechtspflege (VRPG), 07.27., S. 55, darauf hingewiesen, dass die Be-

schwerdebefugnis nach § 42 lit. a VPRG inhaltlich deckungsgleich ist mit 

derjenigen nach Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes über das Bundesge-

richt vom 17. Juni 2005 (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110), was 

sich auch auf die Beschwerdebefugnis des Gemeinwesens beziehen muss. 

Dadurch wird dem Umstand Rechnung getragen, dass die Beschwerde ans 

Verwaltungsgericht im gleichen Umfang gewährleistet sein muss wie die 

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht 

(vgl. Art. 111 Abs. 1 BGG). Somit gilt es bei der Auslegung von § 42 lit. a 

VRPG die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Beschwerdebefugnis 

von Gemeinwesen nach Art. 89 Abs. 1 BGG zu beachten (vgl. hinten 

Erw. 3.3.3). Ausserdem sind Gemeinden und andere öffentlich-rechtliche 

Körperschaften zur Beschwerde berechtigt, wenn sie die Verletzung von 

Garantien rügen, die ihnen die Kantons- oder Bundesverfassung gewährt 

(§ 42 lit. b VRPG i.V.m. Art. 89 Abs. 2 lit. c BGG), etwa die Verletzung der 

Gemeindeautonomie (vgl. nachstehend Erw. 3.3.2).  

 

3.3.2. 

Die Auffassung des DGS, wonach den Gemeinden des Kantons Aargau im 

Bereich des Bevölkerungs- und Zivilschutzes keine (verfassungsmässig 

geschützte) Autonomie zukomme, verdient zumindest mit Bezug auf die 

Bildung der Bevölkerungsschutzregionen Zustimmung.  

 

Eine Gemeinde ist in einem Sachbereich autonom im Sinne von Art. 50 

Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

vom 18. April 1999 (BV; SR 101), wenn das kantonale Recht diesen Be-

reich nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Ge-

meinde zur Regelung überlässt und ihr dabei eine relativ erhebliche Ent-

scheidungsfreiheit einräumt. Der geschützte Autonomiebereich kann sich 

auf die Befugnis zum Erlass oder Vollzug eigener kommunaler Vorschriften 

 - 11 - 

 

 

beziehen oder einen entsprechenden Spielraum bei der Anwendung kanto-

nalen oder eidgenössischen Rechts betreffen. Der Schutz der Gemeinde-

autonomie setzt eine solche nicht in einem ganzen Aufgabengebiet, son-

dern lediglich im streitigen Bereich voraus. Im Einzelnen ergibt sich der 

Umfang der kommunalen Autonomie aus dem für den entsprechenden Be-

reich anwendbaren kantonalen Verfassungs- und Gesetzesrecht (vgl. statt 

vieler: BGE 145 I 52, Erw. 3.1; 142 I 177, Erw. 2; 141 I 36, Erw. 5.3 mit 

weiteren Hinweisen).  

 

§ 3 Abs. 2 lit. a BZG-AG schreibt zwar dem Regierungsrat vor, die Gemein-

den anzuhören, bevor er seinen Entscheid über die Bezeichnung der Be-

völkerungsschutzregionen fällt. Das Recht der Gemeinden auf Anhörung 

oder auch Konsultation bewirkt jedoch in keiner Weise, dass sie über ihre 

Zuteilung zu einer Bevölkerungsschutzregion selbständig entscheiden oder 

in dieser Frage auch nur mitbestimmen könnten. Der Entscheid über die 

Grenzziehung der Bevölkerungsschutzregionen liegt letztlich allein beim 

Regierungsrat. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass dieser sein 

Ermessen pflichtgemäss ausüben und die Interessen der vom Entscheid 

betroffenen Gemeinden gebührend berücksichtigen muss, was bei der 

Ausübung hoheitlicher Befugnisse regelmässig gilt und keinen Einfluss da-

rauf hat, ob und in welchem Masse Gemeinden in einem Bereich autonom 

sind und autonom entscheiden können. Ob den Gemeinden in anderen 

Belangen des Bevölkerungs- und Zivilschutzes Autonomie (durch eigen-

ständige Rechtssetzung samt Vollzug oder durch einen relativ grossen Er-

messensspielraum bei der Anwendung des kantonalen Rechts) zukommt, 

kann dabei offenbleiben. Der Entscheid über die Zuteilung der Gemeinden 

zu Bevölkerungsschutzregionen ist ihrem Selbst- und Mitbestimmungs-

recht jedenfalls entzogen. Das erhellt auch daraus, dass die Gemeinden 

gemäss § 3 Abs. 3 BZG-AG vom Regierungsrat zur Zusammenarbeit mit 

anderen Gemeinden (der gleichen Bevölkerungsschutzregion) verpflichtet 

werden können. Zudem ergibt sich aus der Gesetzessystematik mit der 

exemplarischen deutlichen Aufteilung zwischen den Aufgaben und der 

Verantwortung des Kantons nach den §§ 3 ff. BZG-AG einerseits, wozu 

namentlich die Bezeichnung der Bevölkerungsschutzregionen gehört, und 

den Aufgaben und der Verantwortung der Gemeinden nach den §§ 9 f. 

BZG-AG andererseits, dass den Gemeinden jegliches Mitbestimmungs-

recht bei der Bildung der Bevölkerungsregionen entzogen ist. Soweit sie 

vom Regierungsrat diesbezüglich konsultiert werden, geht es um die blosse 

Informationsbeschaffung im Hinblick auf einen fundierten und sachgerech-

ten Entscheid. 

 

Bezeichnenderweise rügen die Beschwerdeführer eine Verletzung der Ge-

meindeautonomie, ohne nachvollziehbar darzulegen, inwiefern ihr im Be-

reich der Bildung von Bevölkerungsschutzregionen Autonomie zukommen 

und worin die behauptete Verletzung der Gemeindeautonomie bestehen 

 - 12 - 

 

 

soll. Dass die Ermessensausübung des Regierungsrats einer Rechts-

kontrolle untersteht und die Gemeinden beim Entscheid über die Bezeich-

nung der Bevölkerungsschutzregionen anzuhören sind, begründet offen-

sichtlich noch keine Gemeindeautonomie. Zwar ist für das Eintreten auf 

eine Beschwerde allein entscheidend, dass die Gemeinde durch einen Akt 

in ihrer Eigenschaft als Trägerin hoheitlicher Gewalt berührt ist und eine 

Verletzung der Gemeindeautonomie geltend macht. Ob die beanspruchte 

Autonomie tatsächlich besteht, ist hingegen keine Frage des Eintretens, 

sondern der materiellen Beurteilung. Dasselbe gilt für die Frage, ob die 

Autonomie im konkreten Fall tatsächlich verletzt ist (BERNHARD WALDMANN, 

in: Basler Kommentar BGG, 3. Auflage, Basel 2018, Art. 89 N 62 mit Hin-

weisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Erforderlich ist immer-

hin eine hinreichende Begründung, mit welcher die Gemeinde den behaup-

teten Autonomiebereich und die behauptete Verletzung der Gemeinde-

autonomie darlegt, soweit dies – wie im vorliegenden Fall – nicht ohne wei-

teres ersichtlich ist (BGE 140 I 90, Erw. 1.1; 133 II 353, Erw. 1; Urteile  

des Bundesgerichts 1C_70/2017 vom 18. Juli 2017, Erw. 1.2.1, sowie 

2C_949/2013 vom 24. März 2014, Erw. 2.2.1; WALDMANN, a.a.O., Art. 89 

FN 407 [S. 1426]; vgl. auch das Urteil 2C_127/2018 vom 30. April 2019, wo 

das Bundesgericht das fehlende Selbstbestimmungsrecht der betroffenen 

Gemeinde [im Sachbereich interkommunaler Finanzausgleich] schon bei 

den Sachurteilsvoraussetzungen [Erw. 1.2] thematisierte).   

 

In Anlehnung an diese Rechtsprechung könnte die Beschwerdelegitimation 

auch hier, wo eine Verletzung der Gemeindeautonomie von den Beschwer-

deführern zwar behauptet wird, ein geschützter Autonomiebereich in Er-

mangelung gegenteiliger Anhaltspunkte und einer nachvollziehbaren Be-

gründung der Beschwerdeführer nach dem oben Gesagten aber schon auf 

Ebene der Prüfung der Sachurteilsvoraussetzungen ausgeschlossen wer-

den kann, nur angenommen werden, wenn die Beschwerdeführer durch 

den angefochtenen Entscheid in schutzwürdigen Interessen im Sinne von 

Art. 89 Abs. 1 lit. c BGG berührt wären. 

 

3.3.3. 

Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann sich ein Gemeinwe-

sen auf das allgemeine Beschwerderecht nach Art. 89 Abs. 1 BGG stützen, 

wenn es durch einen angefochtenen Entscheid entweder gleich oder ähn-

lich wie eine private Person betroffen oder aber in spezifischer, schutzwür-

diger Weise in der Wahrnehmung einer hoheitlichen Aufgabe respektive in 

qualifizierter Weise in schutzwürdigen hoheitlichen Interessen berührt ist. 

Das allgemeine Interesse an der richtigen Rechtsanwendung begründet 

demgegenüber keine Beschwerdebefugnis. Gestützt auf die allgemeine 

Beschwerdebefugnis von Art. 89 Abs. 1 BGG sind Gemeinwesen nur re-

striktiv zur Beschwerdeführung zuzulassen (BGE 141 II 161, Erw. 2.1; 

140 V 328, Erw. 4.1; 138 II 506, Erw. 2.1.1; Urteil 2C_344/2021 vom 

21. September 2021, Erw. 1.2). Gleich oder ähnlich wie eine Privatperson 

 - 13 - 

 

 

betroffen ist ein Gemeinwesen in Konstellationen, in denen es um finanziel-

le Leistungen aus Rechtsverhältnissen geht, die zwar öffentlich-rechtlich 

geregelt sind, aber Analogien zu entsprechenden privatrechtlichen Institu-

ten – wie etwa das öffentliche Dienstrecht, das Staatshaftungsrecht oder 

das Enteignungsrecht – haben. Soweit es um die übrigen fiskalischen Inte-

ressen eines Gemeinwesens geht, ist es jedoch nicht wie eine Privatperson 

betroffen, sondern vielmehr in seiner Eigenschaft als Hoheitsträger (vgl. 

BGE 141 II 161, Erw. 2.3; 138 II 506, Erw. 2.3; Urteil 2C_344/2021 vom 

21. September 2021, Erw. 1.2.1; MICHAEL PFLÜGER, Die Legitimation des 

Gemeinwesens zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, 

Diss. Zürich/St. Gallen 2013, S. 100 ff.). In qualifizierter Weise in schutz-

würdigen öffentlichen Interessen berührt ist ein Gemeinwesen, wenn die 

streitigen finanziellen Leistungen eine beträchtliche Höhe erreichen bzw. 

der direkte Nachteil für das betroffene Gemeinwesen besonders schwer 

wiegt und die Beantwortung der Streitfrage eine über den Einzelfall hinaus-

gehende präjudizielle Wirkung für die öffentliche Aufgabenerfüllung mit ins-

gesamt wesentlicher finanzieller Belastung hat. Eine solche Betroffenheit 

wird in der Regel im Bereich der Sozialhilfe sowie beim interkommunalen 

Finanzausgleich und ähnlichen Regelungen anerkannt (BGE 141 II 161, 

Erw. 2.3; 140 I 90, Erw. 1.2.6; Urteil 2C_344/2021 vom 21. September 

2021, Erw. 1.2.2 mit weiteren Hinweisen; PFLÜGER, a.a.O., S. 132 ff.). 

Verneint wird die Legitimation, wenn es einzig um die finanziellen Folgen 

der Verwaltungstätigkeit geht, welche das Gemeinwesen in seiner Stellung 

als hoheitlich verfügende Behörde treffen (BGE 138 II 506, Erw. 2.3; Urteil 

des Bundesgerichts 1C_220//2009 vom 26. April 2010, Erw. 2.2.2, nicht 

publiziert in BGE 136 II 204). 

 

Die Betroffenheit der Beschwerdeführer gleich oder ähnlich einer Privatper-

son scheidet in der vorliegenden Konstellation, in welcher Gemeinden als 

Hoheitsträger zur Zusammenarbeit zwecks Erfüllung einer öffentlichen Auf-

gabe (Bevölkerungs- und Zivilschutz) verpflichtet werden, von vornherein 

aus. Zu prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdeführer durch die Zuteilung 

zu einer grösseren Bevölkerungsschutzregion und die damit verbundene 

Anordnung zur Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden auf dem Gebiet 

des Bevölkerungs- und Zivilschutzes in qualifizierter Weise in schutzwürdi-

gen öffentlichen respektive in zentralen hoheitlichen Interessen berührt 

sind. Sie machen in diesem Zusammenhang geltend, die Erfüllung der 

ihnen nach § 9 BZG-AG obliegenden Aufgaben werde ihnen erschwert und 

sie hätten innerhalb einer grösseren Organisation mit Mehrkosten zu rech-

nen. Wie stark sich die umstrittene Fortsetzung der Regionalisierung 

nachteilig auf die Aufgabenerfüllung und den Finanzhaushalt der einzelnen 

Verbandsgemeinden des Beschwerdeführers 1 auswirkt, lässt sich ihrem 

Vortrag jedoch nicht hinreichend entnehmen.  

 

Den Schilderungen der Beschwerdeführer zu den Unwetter- und Über-

schwemmungsereignissen im Jahr 2017, die das Uerkental besonders hart 

 - 14 - 

 

 

trafen, ist zu entnehmen, dass Unterstützung von ausserhalb der Bevölke-

rungsschutzregion Suhrental-Uerkental schon damals notgetan hätte (aber 

aus topographischen Gründen nicht oder nur zeitverzögert erhältlich war). 

Entsprechend kann nicht davon ausgegangen werden, dass der Bevölke-

rungs- und Zivilschutz in dieser Region völlig oder weitgehend autark funk-

tionieren würde. Hält man sich zudem vor Augen, dass der Regierungsrat 

den Beschwerdeführern ausdrücklich zugesteht, die einzelnen Kompanien 

des Bataillons der neuen Bevölkerungsschutzregion Aargau West dezen-

tral stationieren, die Kompanie für die Region Suhrental und Uerkental 

vorab aus Einwohnern aus diesem Gebiet rekrutieren, deren Material vor 

Ort bereitstellen und die Milizstrukturen sowohl beim RFO als auch bei der 

Zivilschutzorganisation beibehalten zu können (angefochtener Entscheid, 

Erw. 5), ist nicht ersichtlich, inwiefern sich die geplante Zusammenlegung 

der bisherigen Bevölkerungsschutzregionen (erheblich) nachteilig auf die 

Leistungsfähigkeit des Bevölkerungs- und Zivilschutzes in der Region 

Suhrental und Uerkental auswirken könnte.  

 

Es ist zudem namentlich nicht anzunehmen, dass der Bestand an Zivil-

schützern aus der Region Suhrental und Uerkental wegen der Zusammen-

legung (und nicht aufgrund eines allgemein negativen Trends bei den Be-

ständen) kurzfristig dermassen sinken würde, dass die für die Aufgabener-

füllung vorteilhaften Ortskenntnisse und die Identifikation der Einsatzkräfte 

mit dem Einsatzgebiet in nennenswertem Ausmass verloren gingen. Dass 

die Befehlsketten innerhalb der neuen Struktur etwas länger werden, hat 

nicht notwendigerweise einen negativen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit 

des Bevölkerungs- und Zivilschutzes, zumal mit grösseren Organisations-

einheiten eine gewisse Professionalisierung und Effizienzsteigerung er-

reicht werden kann. Nicht vernachlässigt werden dürfen dabei auch das 

tendenziell grössere Potenzial für eine Modernisierung des Materials und 

der Infrastruktur sowie eine Hebung des Ausbildungsstandards, welche die 

Einsatzbereitschaft grundsätzlich zu erhöhen vermögen. 

 

Gemäss ihrer Darstellung in der Replik haben die Beschwerdeführer offen-

bar eine Umfrage bei "zahlreichen" Gemeinden durchgeführt, um sich nach 

deren Zufriedenheit mit den neuen Strukturen und namentlich den Kosten 

für den Bevölkerungs- und Zivilschutz vor und nach der Zusammenlegung 

zu grösseren Bevölkerungsschutzregionen zu erkundigen. Die Reaktionen 

zur Zufriedenheit sollen gemischt ausgefallen sein, wobei nicht behauptet 

wird, eine Mehrzahl der Gemeinden sei mit den neuen Strukturen ("eher") 

unzufrieden. Verwertbare Angaben zur Kostenentwicklung erhielten die 

Beschwerdeführer anscheinend lediglich von vier Gemeinden, was zum 

vornherein nicht als repräsentativ angesehen werden kann. Zudem ist das 

Resultat diesbezüglich nicht so eindeutig ausgefallen, wie die Beschwer-

deführer glauben machen wollen und es sich möglichweise vorgestellt hat-

ten. In der Gemeinde A. entwickelten sich die Kosten pro Kopf (Einwohner) 

und Jahr von Fr. 13.80 im Jahr 2017, auf Fr. 16.40 im Jahr 2018, Fr. 17.70 

 - 15 - 

 

 

im Jahr 2019 und Fr. 21.20 im Jahr 2020 (nach der Zusammenlegung). Un-

sicher ist dabei, ob diese Kostensteigerung tatsächlich (nur) auf die neuen 

Strukturen oder nicht (auch) gewachsene Ausgaben infolge gestiegener 

Anforderungen an die Leistungsfähigkeit des Bevölkerungsschutzes, etwa 

wegen der Modernisierung der Schutzinfrastruktur, zurückzuführen sind. In 

der Gemeinde B. lagen die effektiven Kosten pro Kopf und Jahr im Jahr 

2020 (nach der Zusammenlegung) mit Fr. 13.46 sogar unter den Werten 

für die Jahre 2018 mit Fr. 16.29 und 2019 mit Fr. 16.64. Dass die Kosten 

für die Jahre 2021 und 2022 mit Fr. 20.87 bzw. Fr. 21.91 nun wesentlich 

höher budgetiert sind, ist insofern nur beschränkt aussagekräftig, als die 

Kosten bereits für das Jahr 2020 ganze Fr. 5.00 zu hoch mit Fr. 18.49 

budgetiert waren. Die Gemeinde C. gab an, vor der Zusammenlegung hät-

ten die Kosten pro Kopf und Jahr Fr. 16.95 betragen, danach zunächst 

Fr. 16.00, jetzt (2021?) aber Fr. 21.93. Auch hier ist die genaue Ursache 

für die Kostensteigerung unklar; dies gilt umso mehr, als unmittelbar nach 

der Fusion weniger Kosten anfielen. Die Gemeinde D. meinte, immer ge-

wusst zu haben, dass die neue Organisation teurer werde, ohne allerdings 

Zahlen zu nennen. Somit ist offen, ob tatsächlich – wie von den Be-

schwerdeführern befürchtet – eine Kostensteigerung eintritt und gegebe-

nenfalls wie hoch sie ist und welche Auswirkungen sie auf den Gesamtetat 

und die Aufgabenerfüllung der Verbandsgemeinden hat.  

 

Vor diesem Hintergrund ist nicht dargetan, geschweige denn ausgewiesen, 

dass sich die Zusammenlegung der bisherigen Bevölkerungsschutzregio-

nen Suhrental-Uerkental, Zofingen Region und Wartburg zur neuen Bevöl-

kerungsschutzregion Aargau West erheblich (nachteilig) auf die Aufgaben-

erfüllung der daran beteiligten Gemeinden im Bereich des Bevölkerungs- 

und Zivilschutzes auswirken könnte und beträchtliche Mehrkosten mit Im-

plikationen auf den Finanzhaushalt und die Erfüllung der übrigen Aufgaben 

der Gemeinden generieren würde. Damit fehlt es aber letztlich an der Be-

troffenheit der Beschwerdeführer in zentralen hoheitlichen Interessen.  

 

3.4. 

Insgesamt ergibt sich, dass auf die vorliegende Beschwerde mangels Be-

schwerdebefugnis nicht eingetreten werden darf. 

 

II. 

Der Vollständigkeit halber rechtfertigen sich folgende materiellen Hinweise:   

 

Die Beschwerdeführer scheinen in weiten Teilen ihrer Argumentation zu 

übersehen, dass das Verwaltungsgericht aufgrund seiner eingeschränkten 

Kognition (vgl. § 55 Abs. 3 VPRG im Umkehrschluss) nur korrigierend ein-

greifen dürfte, wenn dem Regierungsrat bei der Bezeichnung der Bevölke-

rungsschutzregionen ein qualifizierter Ermessensfehler und damit eine 

Rechtsverletzung vorzuwerfen wäre. Es würde mit anderen Worten nicht 

für eine Aufhebung des angefochtenen Entscheids reichen, wenn die von 

 - 16 - 

 

 

den Beschwerdeführern favorisierte Lösung mit einer eigenständigen Be-

völkerungsschutzregion Suhrental-Uerkental gegenüber der vom Regie-

rungsrat beschlossenen Regionalisierung ebenfalls vertretbar oder in man-

cherlei Hinsicht sogar besser wäre. Dies gilt selbst dann, wenn die streitige 

Regionalisierung tatsächlich – wie von den Beschwerdeführern befürchtet 

– zu einer gewissen Kostensteigerung führen würde, zumal erwartete Ver-

besserungen in anderer Hinsicht (Verbesserung der Leistungsfähigkeit, Ef-

fizienzsteigerung, Ausgleich zur negativen Bestandesentwicklung zwecks 

Vermeidung von Unterbeständen etc.) gewisse Mehrkosten durchaus zu 

rechtfertigen vermöchten. 

 

Eine Verletzung des Gleichbehandlungsgebots (Art. 8 Abs. 1 BV) durch 

eine ungerechtfertigte Differenzierung bei der Beurteilung der beiden Gesu-

che der Beschwerdeführer einerseits und der Bevölkerungsschutzregionen 

Baden Region, Wasserschloss und Wettingen-Limmattal andererseits um 

Verzicht auf die Zusammenlegung zu einer grösseren Bevölkerungsschutz-

region machen die Beschwerdeführer nicht (substanziiert) geltend und ist 

nicht ansatzweise dargetan. Die Beschwerdeführer widersprechen der Dar-

stellung des Regierungsrats nicht, dass die Bevölkerungsschutzregionen 

Baden Region, Wasserschloss und Wettingen-Limmattal ihr Gesuch mit Er-

kenntnissen aus den Projektierungsarbeiten zur Zusammenarbeit in der 

einst geplanten Bevölkerungsschutzregion "ZSO Baregg" (Arbeitstitel) un-

termauert haben, während die Beschwerdeführer diesbezüglich mehr oder 

weniger untätig blieben. Nach der Darstellung des DGS in der Beschwer-

deantwort haben die Beschwerdeführer bis heute keine ernsthaften Bemü-

hungen unternommen, die regierungsrätlichen Vorgaben umzusetzen. 

Trotz verschiedener Besprechungen der potenziellen Fusionspartner in 

den Jahren 2016 bis 2020 sei das Fusionsprojekt nicht vorangekommen. 

Vor diesem Hintergrund kann nicht gesagt werden, der Regierungsrat habe 

vergleichbare Sachverhalte ohne sachliche Gründe unterschiedlich behan-

delt. Ist eine Vergleichbarkeit der Sachverhalte nicht gegeben, können die 

Beschwerdeführer aus der Gutheissung des Gesuchs der Bevölkerungs-

schutzregionen Baden Region, Wasserschloss und Wettingen-Limmattal 

auch nichts zu ihren Gunsten ableiten. 

 

III. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Beschwerdeführer kosten-

pflichtig und haben keinen Anspruch auf den Ersatz ihrer Parteikosten für 

die anwaltliche Vertretung vor Verwaltungsgericht (§§ 31 Abs. 2 und 32 

Abs. 2 VRPG). Sie haben die Kosten des verwaltungsgerichtlichen Verfah-

rens anteilsmässig zu tragen, haften aber für die gesamten Kosten solida-

risch (§ 33 Abs. 1 und 3 VRPG). 

 

  

 - 17 - 

 

 

 
   

Das Verwaltungsgericht erkennt: 

 

1. 

Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. 

Die verwaltungsgerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer 

Staatsgebühr von Fr. 3'000.00 sowie der Kanzleigebühr und den Auslagen 

von Fr. 270.00, gesamthaft Fr. 3'272.00, sind von den Beschwerdeführern 

zu je 1/16 mit Fr. 204.50 zu bezahlen. Sie haften für die gesamten Kosten 

solidarisch. 

 

3. 

Es werden keine Parteikosten ersetzt. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführer (Vertreter) 

den Regierungsrat 

das Departement Gesundheit und Soziales (Generalsekretariat) 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Dieser Entscheid kann wegen Verletzung von Bundesrecht, Völkerrecht, 

kantonalen verfassungsmässigen Rechten sowie interkantonalem Recht 

innert 30 Tagen seit der Zustellung mit Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten beim Schweizerischen Bundesgericht, 

1000 Lausanne 14, angefochten werden. Die Frist steht still vom 7. Tag vor 

bis und mit 7. Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August und 

vom 18. Dezember bis und mit 2. Januar. Die unterzeichnete Beschwerde 

muss das Begehren, wie der Entscheid zu ändern sei, sowie in gedrängter 

Form die Begründung, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt, mit 

Angabe der Beweismittel enthalten. Der angefochtene Entscheid und als 

Beweismittel angerufene Urkunden sind beizulegen (Art. 82 ff. des 

Bundesgesetzes über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG; 

SR 173.110] vom 17. Juni 2005). 

 

 
 

 - 18 - 

 

 

   

Aarau, 27. April 2022 

 

Verwaltungsgericht des Kantons Aargau 

3. Kammer 

Vorsitz: Gerichtsschreiberin:  

 

       

 

Michel Ruchti