# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d1f24654-2f9d-563a-99d2-c778d75dae63
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-31
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 31.03.2022 VBE.2021.455
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2021-455_2022-03-31.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

4. Kammer 

 

 

VBE.2021.455 / ms / ce       
Art. 37 

 

 

Urteil vom 31. März 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Präsident  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Schircks Denzler  

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde- 

führerin  

 A._____   

unentgeltlich vertreten durch Raffaella Biaggi, Advokatin, St. Jakobs-

Strasse 11, Postfach, 4002 Basel    

  

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

     

 
   

Beigeladene   B._____      

 

    
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 10. September 2021) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die 1983 geborene Beschwerdeführerin, gelernte Pflegeassistentin, mel-

dete sich am 23. Mai 2007 aufgrund von Rückenschmerzen sowie Neuro-

dermitis bei der Beschwerdegegnerin zum Bezug von Leistungen (Berufs-

beratung, Umschulung auf eine neue Tätigkeit, Arbeitsvermittlung, beson-

dere medizinische Eingliederungsmassnahmen) der Eidgenössischen In-

validenversicherung (IV) an. Nach entsprechenden Abklärungen gewährte 

die Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin berufliche Massnahmen 

(Umschulung zur kaufmännischen Angestellten), welche die Beschwerde-

führerin im Jahr 2010 erfolgreich abschloss. In der Folge verneinte die Be-

schwerdegegnerin mit Verfügung vom 24. Mai 2011 einen Rentenanspruch 

der Beschwerdeführerin. 

 

1.2. 

Am 10. Oktober 2019 meldete sich die Beschwerdeführerin erneut zum 

Leistungsbezug an. Die Beschwerdegegnerin tätigte Abklärungen in medi-

zinischer und erwerblicher Hinsicht und holte mehrmals die Akten der Kran-

kentaggeldversicherung (C.) ein. Auf Empfehlung des Regionalen Ärztli-

chen Diensts (RAD) liess sie die Beschwerdeführerin polydisziplinär begut-

achten (Gutachten der SMAB AG, St. Gallen [SMAB], vom 28. April 2021). 

Mit Vorbescheid vom 28. Juni 2021 stellte sie der Beschwerdeführerin die 

Abweisung deren Rentenbegehrens in Aussicht. Nach Rücksprache mit 

dem RAD verfügte sie am 10. September 2021 schliesslich ihrem Vorbe-

scheid entsprechend.  

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 10. September 2021 erhob die Beschwerdefüh-

rerin mit Eingabe vom 8. Oktober 2021 fristgerecht Beschwerde und stellte 

folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. Die Verfügung der Beschwerdebeklagten vom 10. September 2021 
sei aufzuheben und es sei die Beschwerdebeklagte zu verurteilen, an 
den Beschwerdeführer die gesetzliche Invalidenrente zu zahlen. 

 2. Eventualiter sei ein Gerichtsgutachten einzuholen. 

 3. Subeventualiter sei die Sache zur gutachterlichen Abklärung des 
rechtserheblichen medizinischen Sachverhalts an die Beschwerdebe-
klagte zurückzuweisen. 

 4. Der Beschwerdeführerin seien der Kostenerlass und die unentgeltli-
che Verbeiständung für das Beschwerdeverfahren zu bewilligen.  

 5. Unter o/e Kostenfolge." 

 

 - 3 - 

 

 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 20. Oktober 2021 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 22. Oktober 2021 wurde die be-

rufliche Vorsorgeeinrichtung der Beschwerdeführerin im Verfahren beige-

laden und ihr Gelegenheit zur Stellungnahme eingeräumt, worauf diese mit 

vom 29. Mai 2021 datierender Eingabe (Posteingang: 1. November 2021) 

verzichtete. 

 

2.4. 

Am 23. Dezember 2021 reichte die Beschwerdeführerin einen Bericht der 

Klinik D. vom 6. Dezember 2021 ein. 

 

2.5. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 10. Januar 2022 wurde der Be-

schwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und Raffaella 

Biaggi, Advokatin, Basel, zu ihrer unentgeltlichen Rechtsvertreterin er-

nannt. 

 

2.6. 

Am 18. März 2022 reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren medizi-

nischen Bericht ein. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Beschwerdegegnerin begründete die Abweisung des Rentenbegeh-

rens damit, dass die von den Gutachtern der SMAB diagnostizierte Anpas-

sungsstörung "nicht zu den geistigen Gesundheitsschäden, welche eine In-

validität begründen könn[t]en", gehöre und zudem vor dem Hintergrund 

psychosozial belastender Umstände zu sehen sei. Die Beschwerdeführerin 

stellt sich demgegenüber im Wesentlichen auf den Standpunkt, die gut-

achterliche Beurteilung stehe im Widerspruch zu den aktenkundigen Ein-

schätzungen der behandelnden Ärzte und tauge nicht zum Beweis. Tat-

sächlich sei sie erheblicher in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt als von 

den Gutachtern attestiert. 

 

Strittig und zu prüfen ist demnach, ob die Beschwerdegegnerin das Ren-

tenbegehren der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 10. September 

2021 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 142) zu Recht abgewiesen hat. 

 

 - 4 - 

 

 

 

2. 

2.1. 

Die Zusprechung einer Invalidenrente aufgrund einer Neuanmeldung, 

nachdem eine Rente wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verwei-

gert wurde (vgl. Art. 87 Abs. 3 i.V.m. Abs. 2 IVV), bedarf, analog zur Ren-

tenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG), einer anspruchsrelevanten Änderung 

des Invaliditätsgrades (vgl. BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71; 117 V 

198 E. 3 S. 198 f.; 109 V 108 E. 2 S. 114 f.; Urteil des Bundesgerichts 

8C_29/2020 vom 19. Februar 2020 E. 3.1 f. mit Hinweisen). 

 

Gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder aufge-

hoben, wenn sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 

Rentenbezügers erheblich ändert. Anlass zur Revision einer Invalidenrente 

im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede wesentliche Änderung in den 

tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 

den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 134 V 131 E. 3 mit Hinweisen). 

 

2.2. 

Zeitlichen Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Än-

derung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige 

Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit 

rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchfüh-

rung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunkten für eine Änderung 

in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht 

(BGE 133 V 108 E. 5 S. 110 ff.; 130 V 71 E. 3 S. 73 ff.). 

 

2.3. 

Der als Referenzzeitpunkt massgebenden Verfügung vom 24. Mai 2011 

(VB 69) lag in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen die Beurteilung des 

RAD-Arztes med. pract. E., Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, vom 

12. September 2007 (VB 9) zugrunde. Darin kam dieser gestützt auf die 

Berichte der behandelnden Ärzte, die ein chronisches panvertebrales 

Schmerzsyndrom, eine Adipositas sowie eine atopische Dermatitis diag-

nostiziert hatten (vgl. VB 5 f.), zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin 

in der letzten Tätigkeit (als Pflegeassistentin) zu mindestens 20 % arbeits-

unfähig sei. Jegliche leichte Tätigkeiten in Wechselbelastung und "ohne 

Hautkontakt für reizende Stoffe" seien ihr vollschichtig zumutbar (VB 9 

S. 2). 

 

3. 

In der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 10. September 2021 

stützte sich die Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesent-

lichen auf das SMAB-Gutachten vom 28. April 2021 (VB 127.1). Dieses 

vereint eine internistische, eine endokrinologische, eine rheumatologische, 

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eine neurologische und eine psychiatrische Beurteilung und enthält fol-

gende Diagnosen (VB 127.1 S. 7): 

 

"Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 
1. Anpassungsstörung mit längerer depressiver Reaktion, ICD-10: 

F43.21 
 
Diagnosen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (letzte Tätigkeit) 
1. Morbus Crohn, ED 03/2019, rezidivierende Stosstherapie mit Bude-

sonid 
2. Asthma bronchiale 
3.  Arterielle Hypertonie unter vierfach Kombinationstherapie 
4. Polyglanduläres Autoimmunsyndrom, ED 2010 mit Morbus Addison 

unter laufender Hydrocortison-Substitutionstherapie 
5. Autoimmunthyreoiditis mit derzeit euthyreotem Zustandsbild 
6.  Adipositas Grad 1, BMI 33.6 kg/m2 
7.  Diabetes mellitus Typ 2, ED 2020, laufende zweifach oralantidiabeti-

sche Therapie 
8.  Gefährlicher Gebrauch von Cannabis, ICD-10: F12.81 
9.  Spannungskopfschmerz (DD medikamenteninduzierter Kopf-

schmerz). 
10.  Initiale mediale Gonarthrose rechts mit Ossifikation der distalen 

Quadrizepssehne und Patella-Sehne am superioren und inferioren 
Patellapol 

11.  Streckfehlhaltung der HWS 
12. Degeneratives Lendenwirbelsäulensyndrom mit leichtgradiger links-

konvex-skoliotischer Fehlhaltung, minimalen ventralen Spondylophy-
ten L2-4 und initialen Facettengelenksarthrosen L4-S1. 

13.  Zn. Tonsillektomie und Nasenoperation 2010". 

 

Die Diagnosen aus dem allgemein-internistischen, endokrinologischen, 

neurologischen und rheumatologischen Fachgebiet würden sich allesamt 

nur so gering ausgeprägt zeigen bzw. seien soweit kompensiert, dass 

dadurch keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit im zuletzt ausgeübten 

Beruf oder einer angepassten Tätigkeit anzunehmen sei. Aus psychiatri-

scher Sicht bestehe jedoch eine leichte Beeinträchtigung der Widerstands- 

und Durchhaltefähigkeit (VB 127.1 S. 6 f.). In der bisherigen Tätigkeit habe 

vom 10. Juli bis 16. Oktober 2019 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit und ab 

Oktober 2019 eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit bestanden. Ab der aktuellen 

Begutachtung bestehe eine Arbeitsunfähigkeit von 20 % (VB 127.1 S. 9). 

In einer angepassten Tätigkeit sei die Beschwerdeführerin vom Behand-

lungsbeginn am 10. Juli an bis am 16. Oktober 2019 zu 100 % in der Ar-

beitsfähigkeit eingeschränkt gewesen. Ab "Oktober 2020" (recte wohl: Ok-

tober 2019) habe eine Arbeitsfähigkeit von 70 % bestanden und seit der 

aktuellen Begutachtung liege eine Arbeitsfähigkeit von 100 % vor 

(VB 127.1 S. 9). 

 

4. 

Das Vorliegen einer neuanmeldungsrechtlich relevanten Veränderung des 

Gesundheitszustands (vgl. E. 2.1. hiervor) ist vorliegend zu Recht unum-

stritten. 

 - 6 - 

 

 

 

5. 

5.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 V 

231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352). 

 

5.2. 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG eingehol-

ten Gutachten externer Spezialärzte, welche auf Grund eingehender Be-

obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, so-

lange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise spre-

chen (BGE 135 V 465 E. 4.4 S. 470; 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Den Gut-

achten kommt somit bei Abklärungen im Leistungsbereich der Sozialversi-

cherung überragende Bedeutung zu (UELI KIESER, Kommentar zum Bun-

desgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, 

4. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 44 ATSG; vgl. auch BGE 132 V 93 E. 5.2.8 

S. 105). 

 

5.3. 

Die Beschwerdeführerin wurde zur Erstellung des SMAB-Gutachtens vom 

28. April 2021 fachärztlich umfassend und in Kenntnis sowie unter Würdi-

gung der Vorakten (vgl. VB 127.2 S. 1 ff.) und unter Berücksichtigung der 

geklagten Beschwerden (vgl. VB 127.3 S. 2 f.; 127.4 S. 2 f.; 127.5 S. 2 f.; 

127.6 S. 3; 127.7 S. 2 f.) untersucht. Es wurden ferner eigene Zusatzunter-

suchungen durchgeführt (Laboruntersuchung; Röntgen von Halswirbel-

säule, Lendenwirbelsäule sowie Kniegelenk rechts; vgl. VB 127.8 S. 1 ff.). 

Dabei beurteilten die Gutachter die medizinischen Zusammenhänge sowie 

die medizinische Situation einleuchtend und gelangten zu einer nachvoll-

ziehbar begründeten Schlussfolgerung. Das Gutachten ist somit im Sinne 

vorstehender Kriterien grundsätzlich geeignet, den Beweis für den an-

spruchserheblichen medizinischen Sachverhalt zu erbringen. 

 

6. 

6.1. 

Die Beschwerdeführerin beanstandet – nach Lage der Akten zu Recht – 

nicht, dass die Beschwerdegegnerin in somatischer Hinsicht gestützt auf 

das SMAB Gutachten von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit sowohl 

in der zuletzt ausgeübten als auch in einer anderen angepassten Tätigkeit 

ausging. 

 

 - 7 - 

 

 

 

Soweit die Beschwerdeführerin geltend macht, die im Operationsbericht 

vom 25. Februar 2022 von Dr. med. F., Facharzt für Orthopädische Chirur-

gie und Traumatologie des Bewegungsapparates, festgestellte absolute 

Spinalkanalstenose habe ihren Gesundheitszustand und die Arbeitsfähig-

keit bereits im Zeitpunkt der Verfügung beeinträchtigt (vgl. Eingabe vom 

18. März 2022), ist darauf hinzuweisen, dass die Verfügung vom 10. Sep-

tember 2021 verfahrensmässig den Endzeitpunkt des sachverhaltlich rele-

vanten Geschehens markiert (BGE 143 V 409 E. 2.1 S. 411; 134 V 392 

E. 6 S. 397; 130 V 445 E. 1.2 S. 446). Aus dem Bericht geht hervor, dass 

die Beschwerdeführerin seit "über sechs Wochen" an linksseitig ausstrah-

lenden Armschmerzen mit Elektrisieren beim Husten und Pressen leide, 

weshalb sie am 25. Februar 2022 operiert worden sei. Folglich bezieht sich 

die ärztliche Beurteilung auf eine Veränderung des Sachverhalts, welche 

sich mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach Erlass der angefochtenen 

Verfügung vom 10. September 2021 ereignet hat und somit bezüglich der 

vorliegend zu prüfenden Rechtmässigkeit der angefochtenen Verfügung 

nicht relevant ist. 

 

6.2. 

Hinsichtlich ihres psychischen Gesundheitszustandes bringt die Beschwer-

deführerin im Wesentlichen vor, das SMAB-Gutachten vom 28. April 2021 

stehe im Widerspruch zu sämtlichen früheren spezialärztlichen Beurteilun-

gen. Die psychiatrische Gutachterin komme als Einzige zum Schluss, dass 

keine rezidivierende depressive Störung vorliegen solle, sondern eine reine 

Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (Beschwerde S. 4 f.). 

 

Die psychiatrische Gutachterin führte aus, unter Zugrundelegung der diag-

nostischen Kriterien gemäss ICD-10 sei von einer Anpassungsstörung mit 

längerer depressiver Reaktion auszugehen. Es lägen ein "auslösendes Er-

eignis nicht katastrophalen Ausmasses" (Mobbing am Arbeitsplatz und Ar-

beitsplatzverlust) und eine affektive Symptomatik in Form von gedrückter 

Stimmung, Schlafstörung und Antriebsmangel vor, welche im Verlauf ab-

genommen habe. Zudem bestehe die Symptomatik "nicht länger als zwei 

Jahre nach Beendigung des auslösenden Ereignisses" (VB 127.5 S. 7). 

Demnach wurde die von den behandelnden Ärzten beschriebene depres-

sive Symptomatik von der psychiatrischen Gutachterin durchaus erkannt, 

jedoch – mit nachvollziehbarer Begründung – diagnostisch anders einge-

ordnet. Die Beurteilung der Gutachterin findet in derjenigen von 

Dr. med. G., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, insofern eine 

Stütze, als dieser in seinem Gutachten zuhanden der Krankentaggeldver-

sicherung vom 1. Juli 2020 festgehalten hatte, die feststellbare Symptoma-

tik sei mit einer weitgehend remittierten depressiven Episode vergleichbar. 

Die "Eingangsbedingungen" seien für die Diagnosestellung einer leichtgra-

dig depressiven Episode nicht mehr erfüllt (vgl. VB 97 S. 21). Sodann 

setzte sich die psychiatrische Gutachterin mit den Berichten der behandeln-

den Ärzte auseinander und hielt insbesondere fest, deren Wechsel von der 

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von ihnen zunächst gestellten Diagnose einer Anpassungsstörung zu der-

jenigen einer mittelgradigen depressiven Episode sei anhand der Symp-

tome nicht nachvollziehbar und auch nicht begründet worden (VB 127.5 

S. 8). Angesichts dieser Gegebenheiten und unter Berücksichtigung auch 

der von der psychiatrischen Gutachterin erhobenen Befunde (vgl. VB 127.5 

S. 5) vermag deren diagnostische Wertung der psychischen Symptomatik 

ohne Weiteres zu überzeugen. In diesem Zusammenhang ist im Übrigen 

darauf hinzuweisen, dass es rechtsprechungsgemäss für die Belange der 

Invalidenversicherung grundsätzlich nicht auf die gestellte Diagnose an-

kommt, sondern auf die Auswirkungen der Gesundheitsschädigung auf die 

Arbeitsfähigkeit (vgl. BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281.; Urteil des Bundes-

gerichts 9C_524/2020 vom 23. November 2020 E. 5.1 mit Hinweisen). Die 

psychiatrische Gutachterin stellte indes bei der Beurteilung der Fähigkeiten 

und Beeinträchtigungen gemäss Mini-ICF-APP lediglich eine leichte Beein-

trächtigung der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit fest, deretwegen in 

einer leidensangepassten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähig-

keit resultiere (vgl. VB 127.5 S. 9 f.). Soweit die behandelnden Ärzte der 

Beschwerdeführerin stärkere funktionelle Einschränkungen attestierten, ist 

auch auf die Erfahrungstatsache hinzuweisen, dass behandelnde Ärzte 

mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung im Zwei-

felsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3a/cc 

S. 353 mit weiteren Hinweisen). 

 

Zusammenfassend ist damit bei den Einschätzungen der behandelnden 

Ärzte lediglich von einer anderen Beurteilung des gleichen Sachverhalts 

auszugehen (Urteil des Bundesgerichts 8C_618/2014 vom 19. Dezember 

2014 E. 2.1 mit Hinweisen), was angesichts der auf einer umfassenden 

gutachterlichen Abklärung beruhenden und nach dem Gesagten durch-

wegs einleuchtenden Beurteilung der begutachtenden Psychiaterin kein 

Abweichen vom Gutachten rechtfertigt. Dies gilt umso mehr, als im Rah-

men psychiatrischer Beurteilungen immer ein gewisser Ermessensspiel-

raum besteht, innerhalb dessen verschiedene medizinische Interpretatio-

nen möglich, zulässig und zu respektieren sind, sofern der Experte lege 

artis vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts 8C_200/2018 vom 7. Au-

gust 2018 E. 6.3 mit Hinweisen). Vorliegend sind ausweislich der Akten we-

der Hinweise ersichtlich noch wurden derartige Anhaltspunkte schlüssig 

dargetan, wonach die Einschätzungen der psychiatrischen Gutachterin 

nicht lege artis erfolgt wären. Zudem befinden sich sämtliche Berichte der 

behandelnden Ärzte in den Vorakten des Gutachtens (vgl. VB 127.2 

S. 5 ff.), waren der psychiatrischen Gutachterin demnach bekannt und gel-

ten somit als berücksichtigt (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2017 

vom 14. Dezember 2017 E. 6.2.2). 

 

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6.3. 

Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, die von den Gutachtern 

rückblickend ab Oktober 2019 attestierte Arbeitsfähigkeit in einer ange-

passten Tätigkeit von 70 % sei aufgrund der Akten nicht nachvollziehbar. 

Zudem müsse für die Zeit während der Hospitalisation in einer Tagesklinik 

von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden (vgl. Be-

schwerde S. 5). 

 

In retrospektiver Hinsicht führte die psychiatrische Gutachterin aus, die von 

den behandelnden Ärzten der Psychiatrischen Dienste H. (PD H.) ab 

10. Juli 2019 festgestellte Arbeitsunfähigkeit von 100 % erscheine anhand 

der bestehenden Diagnosen "hochgegriffen". Da auch die somatischen Di-

agnosen aufgeführt worden seien, sei davon auszugehen, dass es sich um 

eine "Vermischung von somatischen und psychiatrischen Symptomen" 

handle. Zudem stimme der im Bericht der PD H. vom 26. Mai 2020 (VB 103 

S. 2 ff.) beschriebene Verlauf auch nicht mit den Angaben der Beschwer-

deführerin überein, welche angegeben habe, dass sie durch die Einnahme 

des Escitalopram nach Beginn der ambulanten Behandlung eine Verbes-

serung der affektiven Symptomatik verspürt habe. Der im fraglichen Bericht 

abgebildete Verlauf sei aus gutachterlicher Sicht nicht nachvollziehbar 

(VB 127.5 S. 8 f.). Hinsichtlich der retrospektiven Beurteilung stützte sie 

sich sodann insbesondere auf die Einschätzung von Dr. med. G. vom 

1. Juli 2020 (VB 97), der die Beschwerdeführerin im Rahmen seiner im Auf-

trag deren Krankentaggeldversicherers durchgeführten Begutachtung am 

8. Juni 2020 fundiert untersucht hatte und dessen Angaben zur Arbeitsun-

fähigkeit sie als gut nachvollziehbar erachtete (vgl. VB 127.5 S. 9, 11). Die 

psychiatrische Gutachterin berücksichtigte demnach die Vorakten und 

hatte so umfassende Kenntnis des von den behandelnden Ärzten und vom 

Gutachter Dr. med. G. beschriebenen Verlaufs der gesundheitlichen Situa-

tion. Von der "tagesstationären" Behandlung in der Klinik D. vom 20. Okto-

ber 2020 bis 8. Januar 2021, welcher nicht etwa aufgrund einer psychi-

schen Dekompensation erfolgt war, sondern weil "die erreichten Fort-

schritte im Rahmen der ambulanten Behandlungen inzwischen stagniert[..]" 

hätten (vgl. Austrittsbericht vom 5. Februar 2021 [VB 122 S. 2 ff.]), hatte die 

psychiatrische Gutachterin sodann durchaus Kenntnis (vgl. VB 127.5). Hin-

sichtlich der von der Gutachterin auch während der Dauer des Aufenthalts 

in der Tagesklinik attestierten 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepass-

ten Tätigkeit ist darauf hinzuweisen, dass – entgegen den entsprechenden 

Ausführungen der Beschwerdeführerin (Beschwerde S. 5 Rz. 11) – eine 

stationäre medizinische Behandlung nicht per se auf eine vollständige Ar-

beitsunfähigkeit schliessen lässt (vgl. dazu etwa Urteile des Bundesge-

richts 9C_303/2018 vom 30. August 2018 E. 4.2 und 9C_52/2018 E. 4.3.3). 

 

6.4. 

Weiter verweist die Beschwerdeführerin auf den im Beschwerdeverfahren 

eingereichten Austrittsbericht der Klinik D. vom 6. Dezember 2021, gemäss 

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welchem sie vom 14. Oktober bis 25. November 2021 stationär in der Klinik 

behandelt wurde (Beschwerde S. 4 f.; Eingabe vom 23. Dezember 2021). 

Die Verfügung vom 10. September 2021 markiert jedoch verfahrensmässig 

den Endzeitpunkt des sachverhaltlich relevanten Geschehens (BGE 130 V 

445 E. 1.2 S. 446; 129 V 167 E. 1 S. 169), weshalb der Austrittsbericht der 

Klinik D. vom 6. Dezember 2021 vorliegend nicht von Bedeutung ist. Ent-

gegen der Ansicht der Beschwerdeführerin lässt der Bericht auch keine 

Rückschlüsse auf ihren Gesundheitszustand vor Verfügungserlass zu, wur-

den die dortigen Befunde, gestützt auf welche primär eine rezidivierende 

depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische 

Symptome (Hervorhebung beigefügt) diagnostiziert wurde, doch im Zeit-

punkt des Eintritts am 14. Oktober 2021 erhoben (vgl. Bericht der Klinik D. 

vom 6. Dezember 2021 S. 3). Eine daraus resultierende, allenfalls rele-

vante Veränderung des Sachverhalts wäre demnach Gegenstand einer 

neuen Verwaltungsverfügung (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243; 121 

V 362 E. 1b S. 366; Urteil des Bundesgerichts 9C_349/2017 vom 8. Januar 

2018 E. 2.1). 

 

6.5. 

Zusammenfassend bestehen keine konkreten Indizien gegen die Zuverläs-

sigkeit des SMAB-Gutachtens vom 28. April 2021, weshalb keine begrün-

deten Zweifel bezüglich der gutachterlichen Angaben zur Arbeitsfähigkeit 

angezeigt sind (Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit, vgl. 

BGE 134 V 109 E. 9.5 S. 125 mit Hinweis auf BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181). 

In antizipierter Beweiswürdigung rechtfertigen sich demnach auch keine 

weiteren Abklärungen (vgl. Rechtsbegehren Ziff. 2 und 3), da davon keine 

neuen anspruchsbeeinflussenden Erkenntnisse zu erwarten sind (vgl. 

BGE 137 V 64 E. 5.2 S. 69, 136 I 229 E. 5.3 S. 236). Es ist davon auszu-

gehen, dass die Beschwerdeführerin nach Ablauf des Wartejahres im Juli 

2020 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) in ihrer bisherigen Tätigkeit zu 40 % und 

in einer angepassten Tätigkeit zu 30 % eingeschränkt war (vgl. VB 127.1 

S. 9). Zwar ist aktenkundig, dass bei der Beschwerdeführerin verschiedene 

psychosoziale und soziokulturelle Belastungsfaktoren bestehen, die vom 

sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus unbeachtlich sind (vgl. 

BGE 140 V 193; 130 V 352 E. 2.2.5 S. 355). Diese wurden von der psychi-

atrischen Gutachterin indes durchaus erkannt und bei der Arbeitsfähigkeits-

beurteilung offensichtlich nicht berücksichtigt. Damit ist entgegen der Be-

schwerdegegnerin von einem für die Belange der Invalidenversicherung re-

levanten Gesundheitsschaden auszugehen. Ab dem SMAB-Gutachten 

vom 28. April 2021 ist sodann von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit in der 

bisherigen Tätigkeit sowie von einer 100%ige Arbeitsfähigkeit in einer an-

gepassten Tätigkeit auszugehen (vgl. VB 127.1 S. 9). Demnach ist nach-

folgend – mittels der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs 

(vgl. Art. 16 ATSG) – der Invaliditätsgrad zu ermitteln. 

 

 - 11 - 

 

 

 

7. 

7.1. 

7.1.1. 

Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-

rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmass-

nahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeits-

marktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, 

das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 

ATSG). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-

gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 

möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 

sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt 

(BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348 f.; 128 V 29 E. 1 S. 30; 104 V 135 E. 2a 

und b S. 136 f.). 

 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist rechtsprechungsgemäss 

entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt 

nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 

tatsächlich verdienen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen 

könnte (vgl. BGE 131 V 51 E. 5.1.2 S. 53; Urteil des Bundesgerichts 

9C_190/2019 vom 14. Mai 2019 E. 4.2). Dabei wird in der Regel am zuletzt 

erzielten, nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwick-

lung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsgemäss die bishe-

rige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre. Ausnah-

men von diesem Erfahrungssatz müssen mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit erstellt sein (BGE 135 V 58 E. 3.1 S. 59; vgl. auch BGE 135 V 297 

E. 5.1 S. 300 f.; Urteil des Bundesgerichts 8C_504/2018 vom 19. Oktober 

2018 E. 3.5.2). 

 

7.1.2. 

Die Beschwerdeführerin ist gelernte Pflegeassistentin (vgl. VB 1.1 S. 4). 

Diese Tätigkeit war ihr aufgrund gesundheitlicher Beschwerden nur noch 

eingeschränkt zumutbar, weshalb sie mit Unterstützung der Beschwerde-

gegnerin eine Umschulung zur kaufmännischen Angestellten absolvierte 

(vgl. VB 27; 37; 41; 45). Ab 2011 war sie dann bei einem Informatikunter-

nehmen als Sachbearbeiterin im Bereich Administration und Kundenbe-

treuung tätig (vgl. VB 73 S. 7). Es ist daher davon auszugehen, dass die 

Beschwerdeführerin diese Tätigkeit, wäre es nicht zu einer eine Arbeitsun-

fähigkeit auslösenden Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes ge-

kommen, mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nach wie vor ausüben 

würde (vgl. E. 7.1.1. hiervor sowie SVR 2019 IV Nr. 1 S. 1; 9C_887/2017 

vom 7. Juni 2018 E. 4.3). Gemäss Fragebogen für Arbeitgebende vom 

28. Oktober 2019 hat die Beschwerdeführerin zuletzt ein Jahreseinkom-

men von Fr. 62'900.00 erzielt (vgl. VB 84.1 S. 5). Der Nominallohnentwick-

lung bis 2020 angepasst (Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 2011 

 - 12 - 

 

 

 

– 2020, Sektor 3), ergibt sich daraus ein Valideneinkommen von rund 

Fr. 63'548.00 (Fr. 62'900.00 x 107.9/106.8). 

 

7.2. 

7.2.1. 

Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der beruflich-

erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person kon-

kret steht. Hat sie nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jeden-

falls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, kön-

nen nach der Rechtsprechung die LSE-Tabellenlöhne herangezogen wer-

den (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301 mit Hinweis unter anderem auf BGE 129 

V 472 E. 4.2.1 S. 475). 

 

7.2.2. 

Da die Beschwerdeführerin keine Erwerbstätigkeit mehr aufgenommen hat, 

ist zur Ermittlung des Invalideneinkommens rechtsprechungsgemäss auf 

die Tabellenlöhne abzustellen (vgl. E. 7.2.1. hiervor). Aufgrund der 60%i-

gen Arbeitsfähigkeit in der nach der Umschulung ausgeübten Tätigkeit als 

kaufmännische Angestellte rechtfertigt es sich auf die Tabelle T17 2018, 

Berufsgruppe Bürokräfte und verwandte Berufe, Lebensalter 30 – 

49 Jahre, Frauen, abzustellen, woraus sich bei 40 Arbeitsstunden pro Wo-

che durchschnittlich einen Monatslohn von Fr. 5'958.00 ergibt, was auf das 

Jahr 2020 indexiert (Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 2011 – 

2020, Sektor 3), angepasst an die betriebsübliche Arbeitszeit (Tabelle "Be-

triebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen", in Stunden pro Wo-

che) von 41.7 Stunden pro Woche, einem Jahreslohn von gerundet 

Fr. 76'014.00 (Fr. 5'958.00 x 107.9/105.8 x 41.7/40 x 12) entspricht. Bei einem 

60%-Pensum ergibt dies ein Invalideneinkommen von gerundet 

Fr. 45'608.50 (Fr. 76'014.00 / 100 x 60). Ob die Beschwerdeführerin bei 

Ausschöpfung der ihr in einer optimal angepassten Tätigkeit attestierten 

Arbeitsfähigkeit ein höheres Einkommen erzielen könnte, kann, wie sich im 

Folgenden ergibt, offen bleiben. 

 

Anzufügen bleibt, dass vorliegend zumindest kein Abzug gemäss BGE 126 

V 75 beim Invalideneinkommen angezeigt wäre. Die leidensbedingten Ein-

schränkungen wurden in der gutachterlich festgestellten Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit berücksichtigt. Auch die weiteren relevanten Faktoren 

(Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie/Beschäftigungsgrad) lassen 

statistisch keine lohnsenkenden Auswirkungen erwarten. 

 

7.3. 

Bei Gegenüberstellung der Vergleichseinkommen ergibt sich bei Ablauf 

des Wartejahrs per Juli 2020 ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad 

von rund 28 % ([Fr. 63'548.00 – Fr. 45'608.50] / Fr. 63'548.00 x 100; 

vgl. Art. 28 Abs. 2 IVG). Da sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführe-

rin per April 2021 gar verbesserte, ist auch für diesen Vergleichszeitpunkt 

 - 13 - 

 

 

 

kein rentenbegründender Invaliditätsgrad gegeben. Die Verfügung vom 

10. September 2021 erweist sich demnach im Ergebnis als rechtens. 

 

8. 

8.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. 

 

8.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrensaus-

gang der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Da dieser die unentgeltliche 

Rechtspflege bewilligt wurde, sind die Kosten einstweilen lediglich vorzu-

merken. 

 

8.3. 

Der Beschwerdeführerin steht nach dem Ausgang des Verfahrens 

(Art. 61 lit. g ATSG) und der Beschwerdegegnerin aufgrund ihrer Stellung 

als Sozialversicherungsträgerin (BGE 126 V 143 E. 4 S. 149 ff.) kein An-

spruch auf Parteientschädigung zu. Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin 

wird das angemessene Honorar nach Eintritt der Rechtskraft des versiche-

rungsgerichtlichen Urteils aus der Obergerichtskasse zu vergüten sein 

(Art. 122 Abs. 1 lit. a ZPO i.V.m. § 34 Abs. 3 VRPG). 

 

8.4. 

Es wird ausdrücklich auf Art. 123 ZPO verwiesen, wonach eine Partei, der 

die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, zur Nachzahlung der vor-

gemerkten Gerichtskosten sowie der dem Rechtsvertreter ausgerichteten 

Entschädigung verpflichtet ist, sobald sie dazu in der Lage ist. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdeführerin 

auferlegt. Zufolge Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege werden sie 

einstweilen vorgemerkt. 

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 - 14 - 

 

 

 

4. 

Das Honorar der unentgeltlichen Rechtsvertreterin wird richterlich auf 

Fr. 2'450.00 festgesetzt. 

 

Die Obergerichtskasse wird gestützt auf § 12 Anwaltstarif angewiesen, der 

unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, Raffaella Bi-

aggi, Advokatin, Basel, nach Eintritt der Rechtskraft das Honorar von 

Fr. 2'450.00 auszurichten. 

 

 
 

   

Zustellung an: 

die Beschwerdeführerin (unentgeltliche Vertreterin; 2-fach)   

die Beschwerdegegnerin    

die Beigeladene 

das Bundesamt für Sozialversicherungen 

 

Mitteilung nach Rechtskraft an: 

die Obergerichtskasse 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 - 15 - 

 

 

 

   

Aarau, 31. März 2022 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

4. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Schweizer