# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 13e27eff-4ced-5e12-8927-e44e920ffdc7
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-01-21
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 21.01.2022 CA.2021.11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_CA-2021-11_2022-01-21.pdf

## Full Text

Urteil vom 21. Januar 2022 
Berufungskammer 

Besetzung  Richter Andrea Blum, Vorsitzende 

Thomas Frischknecht und Petra Venetz  

Gerichtsschreiber Sandro Clausen  

Parteien  A., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Samuel 

Droxler,    

 

Berufungsführer / Anschlussberufungsgegner / 

Beschuldigter 

 

gegen 

 

 

BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch den Leiten-

den Staatsanwalt des Bundes Carlo Bulletti,  

 

Berufungsgegnerin / Anschlussberufungsführerin / 

Anklagebehörde  

 

 

sowie  

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer:  CA.2021.11 

- 2 - 

KANTON SCHWYZ, Sicherheitsdepartement, vertreten 

durch Rechtsanwalt Arthur Schilter, Herrengasse 3, 

Postfach 17, 6431 Schwyz,    

 

Privatklägerschaft  

 

 

 

Gegenstand 

 

Berufung (teilweise) und Anschlussberufung (teilweise) 

gegen das Urteil der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts SK.2020.51 vom 22. April 2021 

 

Mehrfache Widerhandlung gegen das Waffengesetz; 

Mehrfache qualifizierte Veruntreuung, Mehrfache Ur-

kundenfälschung; Mehrfache ungetreue Amtsführung; 

Mehrfache Verletzung des Amtsgeheimnisses 

 

 

  

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Sachverhalt: 

A. Prozessgeschichte und erstinstanzliches Urteil  

A.1 Die Staatsanwaltschaft Konstanz, Deutschland, führte ein Ermittlungsverfahren 

(Aktenzeichen: 61 Js 25833/16) gegen den deutschen Staatsangehörigen B. und 

den Schweizer Staatsangehörigen A. (nachfolgend: der Beschuldigte) wegen 

Verstosses gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und unerlaubten Handels mit 

Waffen. Am 14. November 2017 stellte sie diesbezüglich ein Ersuchen um Über-

nahme der Strafverfolgung gegen den Beschuldigten an die Oberstaatsanwalt-

schaft des Kantons Schwyz (BA pag. 01-02-0006 ff.). Dieses Ersuchen wurde 

durch die Oberstaatsanwaltschaft über das Bundesamt für Justiz am 14. Dezem-

ber 2017 an die Bundesanwaltschaft (nachfolgend: BA) weitergeleitet (BA pag. 

01-02-0017 ff.). 

A.2 Mit Verfügung vom 2. Februar 2018 eröffnete die BA ein Verfahren gegen den 

Beschuldigten und gegen unbekannte Täterschaft wegen Verdachts der Wider-

handlung gegen das Kriegsmaterialgesetz (Art. 33 KMG) und/oder Widerhand-

lung gegen das Waffengesetz (Art. 33 WG), Amtsgeheimnisverletzung (Art. 320 

StGB) und Begünstigung (Art. 305 StGB) (BA pag. 01-01-0001). Mit Verfügung 

vom 5. Februar 2018 vereinigte die BA die Strafverfolgung wegen vorgenannter 

Delikte in der Hand der Bundesbehörden (BA pag. 01-01-0002 f.). 

A.3 Die BA ordnete am 8. Februar 2018 eine rückwirkende Überwachung (8. August 

2017 bis 8. Mai 2018) und die Echtzeitüberwachung der durch den Beschuldigten 

privat und an seinem Arbeitsort bei der Kantonspolizei Schwyz (nachfolgend: 

KAPO SZ) benutzten Rufnummern sowie des Internetzugangs des Beschuldig-

ten an. Die Massnahmen wurden am 8. Mai 2018 aufgehoben (BA pag. 09-01-

0060 ff.). 

A.4 Der Beschuldigte wurde am 22. Februar 2018 verhaftet. Anschliessend befand 

er sich bis am 4. Mai 2018 in Untersuchungshaft (BA pag. 06-01-0001 ff.; -0143). 

A.5 Am 22. Februar 2018 fanden am Wohnort des Beschuldigten sowie an dessen 

Arbeitsort bei der KAPO SZ Hausdurchsuchungen statt. Bei den Hausdurchsu-

chungen wurde unter anderem eine Vielzahl von Waffen und Munition sicherge-

stellt und beschlagnahmt (BA pag. 08-01-0001 ff.; -02-0001 ff.). Die BA führte 

sodann, teilweise rechtshilfeweise, mehrere Befragungen von in die Vorgänge 

involvierten Personen durch. Ferner zog sie die Akten des deutschen Strafver-

fahrens (vgl. oben Erw. A.1) bei. 

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A.6 Am 29. März 2018 erstattete die KAPO SZ bei der BA Strafanzeige gegen den 

Beschuldigten. Die KAPO SZ machte in der Strafanzeige geltend, es sei davon 

auszugehen, dass der Beschuldigte als Leiter Logistik der KAPO SZ für den Zeit-

raum von 2015 bis März 2018 insgesamt 15 Munitionsbestellungen im Umfang 

von Fr. 57'531.40 über die KAPO SZ zum eigenen Vorteil getätigt haben soll (BA 

pag. 05-01-0001 ff.). Gestützt auf diese Strafanzeige dehnte die BA das Verfah-

ren am 23. Mai 2018 auf den Tatbestand der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 

StGB) aus (BA pag. 01-01-0004).  

A.7 Mit Schreiben vom 9. Mai 2018 konstituierte sich der Kanton Schwyz im Zusam-

menhang mit den am 29. März 2018 angezeigten Straftaten als Straf- und Zivil-

klägerin. Eine allfällige Zivilklage wurde nicht beziffert (BA pag. 15-01-0001).  

A.8 Mit Schreiben vom 22. Juni 2018 und 13. Juli 2018 ergänzte die Privatkläger-

schaft ihre Strafanzeige vom 29. März 2018 (BA pag. 05-01-0005 ff.; -0023 ff.). 

In der Ergänzung vom 13. Juli 2018 machte die Privatklägerschaft insbesondere 

geltend, der Beschuldigte habe im Zeitraum von 2009 und 2017 Munition und 

Material im Betrag von Fr. 180'976.90 über die KAPO SZ bestellt. Diese Ware 

sei durch die KAPO SZ bzw. den Kanton Schwyz bezahlt worden, obwohl die 

bestellte Ware bei der KAPO SZ keine Verwendung gefunden habe (BA pag. 05-

01-0023). Gestützt auf diese Ergänzungen dehnte die BA das Verfahren am 29. 

Juni 2018 auf den Tatbestand der Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) aus (BA 

pag. 01-01-0005). 

A.9 Die BA führte anschliessend weitere Beweiserhebungen durch. Insbesondere 

fand am 30. Juli 2019 eine zweite Hausdurchsuchung am Wohnort des Beschul-

digten statt, an welcher wiederum Waffen und weiteres evtl. beweisrelevantes 

Material sichergestellt und beschlagnahmt wurde (BA pag. 08-01-0174 ff.). 

A.10 Am 4. November 2020 erhob die BA bei der Strafkammer des Bundesstrafge-

richts (nachfolgend: Strafkammer) Anklage gegen den Beschuldigten wegen 

mehrfacher Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a WG), 

mehrfacher Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB), mehrfacher ungetreuer 

Amtsführung (Art. 314 StGB) und mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnisses 

(Art. 320 Ziff. 1 StGB) (TPF pag. 9.100.003 ff.). 

A.11 Am 23. November 2020 lud das Gericht die BA gestützt auf Art. 333 Abs. 1 StPO 

zur Änderung und Erweiterung der Anklage ein (TPF pag. 9.110.001 f.). Darauf-

hin reichte die BA am 30. November 2020 eine modifizierte Anklage gegen den 

Beschuldigten wegen mehrfacher, teilweise gewerbsmässiger Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 3 lit. a WG), mehrfacher qualifizierter Ver-

untreuung (Art. 138 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB), mehrfacher Urkundenfälschung 

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(Art. 251 Ziff. 1 StGB), mehrfacher ungetreuer Amtsführung (Art. 314 StGB) und 

mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 Ziff. 1 StGB) (TPF 

pag. 9.110.003 ff.) ein. 

A.12 Mit Schreiben vom 25. November 2020 stellte die Privatklägerschaft den Antrag, 

dass die Schadenersatzforderungen des Kantons Schwyz auf den Zivil- bzw. 

Verwaltungsverfahrensweg zu verweisen seien (TPF pag. 9.551.001 f.). 

A.13 Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte das Gericht von Amtes wegen die er-

forderlichen Beweismittel zu den persönlichen und finanziellen Verhältnissen des 

Beschuldigten ein (TPF pag. 9.231.1 ff.). Weiter erkannte das Gericht den online 

abrufbaren Bericht der Finanzkontrolle Schwyz «Kantonspolizei: Beschaffung, 

Bewirtschaftung und Vernichtung von Waffen und Munition, Überprüfung der 

Ordnungsmässigkeit von Beschaffungen; Prüfung der Organisation, Prozesse 

und IKS» vom September 2018 zu den Verfahrensakten (abrufbar unter 

<https://www.sz.ch/public/upload/assets/37401/2018.10.22_Kapo-SZ_Beschaf-

fungswesen_%28eingeschw%C3%A4rzt%29_def.pdf>; nachfolgend: Bericht 

FIKO Schwyz [TPF pag. 9.271.001 ff.]). Zudem holte es beim Bundesamt für Po-

lizei (fedpol), Zentralstelle Waffen, einen Amtsbericht über die angeblich ange-

botenen und verkauften sowie die sichergestellten Gegenstände (jeweils Waf-

fen/Munition) vom 15. März 2021 (nachfolgend: Bericht der Zentralstelle Waffen 

vom 15. März 2021 [TPF pag. 9.262.3.009 ff.]) sowie bei der KAPO SZ weitere 

Unterlagen und Auskünfte ein (TPF pag. 9.262.4.001 ff.). 

A.14 Die Hauptverhandlung vor der Strafkammer fand am 8./9. April 2021 in Anwe-

senheit der BA, der Privatklägerschaft und deren Vertreter sowie des Beschul-

digten und dessen Verteidigung am Sitz des Bundesstrafgerichts statt.  

A.15 Mit Urteil der Strafkammer SK.2021.51 vom 22. April 2021 (den Parteien glei-

chentags mündlich eröffnet) wurde das Verfahren gegen den Beschuldigten we-

gen Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 3 lit. a i.V.m. Art. 5 

und Art. 11 WG sowie der versuchten Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

(Art. 33 Abs. 3 lit. a i.V.m. Art. 5, Art. 7b WG und Art. 22 StGB (Anklagepunkte 

1.1.1 – 1.1.4) eingestellt und der Beschuldigte wurde von den Vorwürfen der Ur-

kundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB [Anklagepunkt 1.3.1]) sowie der unge-

treuen Amtsführung (Art. 314 [Anklagepunkt 1.4.2]) freigesprochen. Hingegen 

wurde der Beschuldigte der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 

Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. a WG, Art. 6 Abs. 1 WG i.V. Art. 26 Abs. 1 lit. a 

WV und Art. 12 WG [Anklagepunkt 1.1.5]), der mehrfachen qualifizierten Verun-

treuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB [Anklagepunkt 1.2]), der Urkun-

denfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB [Anklagepunkt 1.3.2]), der mehrfachen unge-

treuen Amtsführung (Art. 314 StGB Anklagepunkt 1.4.1]) sowie der mehrfachen 

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Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 Ziff. 1 StGB [Anklagepunkt 1.5]) 

schuldig gesprochen und mit einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten, wovon 20 

Monate bedingt vollziehbar (Probezeit von 2 Jahren), sowie einer bedingten 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 30.00 bestraft (vgl. CAR 

pag. 1.100.101 ff.) 

A.16 Mit Schreiben vom 3. Mai 2021 meldete der Beschuldigte innert Frist Berufung 

gegen das Urteil an (TPF pag. 9.940.001). Das schriftlich begründete Urteil 

wurde am 8. Juni 2021 an die Parteien versandt und von diesen am 9. Juni 2021 

in Empfang genommen (CAR pag. 1.100.106 ff.; TPF pag. 9.930.106 f.) 

B. Verfahren vor der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts 

B.1 Mit Berufungserklärung vom 29. Juni 2021 stellte der Beschuldigte folgende An-

träge (CAR pag. 1.100.116 f.):  

 

1. Der Schuldspruch in Ziff. 3 des angefochtenen Urteils sei im den Deliktsbetrag von 

CHF 40'000.00 übersteigenden Umfang hinsichtlich der mehrfachen qualifizierten 

Veruntreuung (Anklagepunkt 1.2) und der mehrfachen ungetreuen Amtsführung 

(Anklagepunkt 1.4.1) sowie der Schuldspruch der Urkundenfälschung (Anklage-

punkt 1.3.2) sowie der mehrfachen Verletzung des Amtsgeheimnisses (Anklage-

punkt 1.5) aufzuheben. 

 

Entsprechend seien Ziff. 4 und 5 des angefochtenen Urteils aufzuheben und es sei 

der Beschuldigte mit einer bedingten Geldstrafe von maximal 300 Tagessätzen zu 

je CHF 30.00 zu bestrafen.  

 

2. Es seien Ziff. 4 und 5 des angefochtenen Urteils auch bei einer allfälligen Bestäti-

gung des Schuldspruchs gemäss Ziff. 3 des angefochtenen Urteils aufzuheben und 

es sei der Beschuldigte mit einer bedingten Freiheitsstrafe von maximal 20 Monaten 

sowie einer Geldstrafe von maximal 240 Tagessätzen zu je CHF 30.00 zu bestrafen. 

 

3. Schliesslich sei Ziff. 8.4 (Einziehung und Vernichtung der beschlagnahmten Gegen-

stände) bzw. die Beschlagnahe teilweise aufzuheben und die Gegenstände seien 

der berechtigten Person auszuhändigen. 

B.2 Innert Frist erhob die BA am 5. Juli 2021 Anschlussberufung (CAR pag. 

2.100.003) mit Beschränkung auf:  

 

- die Einstellung betreffend Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 

Abs. 3 Bst. a WG i.V.m. Art. 5 und Art. 11 WG sowie der versuchten Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 3 Bst. a WG i.V.m. Art. 5 und Art. 7b 

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WG sowie Art. 22 StGB gemäss Ziff. 1 des Urteilsdispositivs (Anklagepunkte 1.1.1 – 

1.1.4), 

- die Bemessung der Strafe gemäss Ziff. 4 und 5 des Urteilsdispositivs vom 22.04.2021, 

- den Verzicht der Begründung einer Ersatzforderung gemäss Ziff. 7 des Urteilsdispo-

sitivs vom 22.4.2021, 

- die Kosten- und Entschädigungsfolgen gemäss Ziff. 9 und 10 vom 22.04.2021. 

B.3 Die Privatklägerschaft erklärte mit Eingabe vom 20. Juli 2021 ihren Verzicht auf 

das Beantragen des Nichteintretens auf die Berufung und Anschlussberufung 

(CAR pag. 2.100.007). 

B.4 Mit Eingabe vom 30. August 2021 ersuchte der Beschuldigte unter anderem um 

Übersendung der Tonbandaufnahmen des erstinstanzlichen Verfahrens (CAR 

pag. 3.102.001). In der Folge wurden dem Verteidiger des Beschuldigten die Au-

diodaten der erstinstanzlichen Hauptverhandlung übermittelt (CAR pag. 3.102. 

003). Mit Eingabe vom 9. September 2021 stellte der Beschuldigte eine Reihe 

von prozessualen Anträgen und ersuchte unter anderem um Zustellung einer Au-

diodatei, die die BA anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung abzuspie-

len beabsichtigt habe (CAR pag. 3.102.004 ff.). Nachdem die BA der Berufungs-

kammer die fragliche Audiodatei zugestellt hatte, wurde diese ebenfalls der Ver-

teidigung des Beschuldigten zugestellt (CAR pag. 3.102.010 ff.). Am 18. Oktober 

2021 erfolgte eine weitere Eingabe des Beschuldigten, in welcher er der Beru-

fungskammer mitteilte, dass er gegen den Leitenden Staatsanwalt des Bundes 

Carlo Bulletti eine Aufsichtsanzeige eingereicht habe. Ferner beantragte der Be-

schuldigte die Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und die Rückweisung der 

Sache und ersuchte eventualiter um Sistierung des Berufungsverfahrens sowie 

den Beizug der Akten des aufsichtsrechtlichen Verfahrens (CAR 

pag. 3.102.012 ff.). 

B.5 Mit Verfügung vom 28. Oktober 2021 wurde die Durchführung des mündlichen 

Verfahrens angeordnet, die Edition diverser Unterlagen/Auskünfte (Strafregister, 

Betreibungsregister, letzte Steuererklärung/Steuerveranlagungsverfügung) ver-

anlasst, mit Frist für die Parteien zur Stellung weiterer Beweisanträge. Die pro-

zessualen Anträge des Beschuldigten auf Feststellung einer Verletzung der An-

sprüche auf rechtliches Gehör und ein faires Verfahren sowie auf Aufhebung des 

angefochtenen Urteils und Rückweisung an die Vorinstanz wurden dem Beru-

fungsentscheid vorbehalten. Der prozessuale Eventualantrag des Beschuldigten 

auf Sistierung des Berufungsverfahrens wurde abgewiesen und derjenige betref-

fend Beizug der Akten des Aufsichtsverfahrens bei der Aufsichtsbehörde über 

die BA vorgemerkt (CAR pag. 6.200.001 ff.). Auf Gesuch des Beschuldigten hin 

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(CAR pag. 6. 200.006) wurde den Parteien eine berichtigte Version dieser Ver-

fügung zugestellt, die der Klarstellung halber in einem Punkt ergänzt worden war 

(CAR pag. 6.200.009 f.) 

B.6 Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 11. Januar 2021 (CAR pag. 7.200. 

001 ff.), welche in Anwesenheit sämtlicher Parteien am Sitz des Bundesstrafge-

richts in Bellinzona stattfand, wurden zunächst Vorfragen geklärt (CAR 

pag. 7.200.004 ff.; CAR pag. 7.300.001 ff.) und anschliessend der Beschuldigte 

zur Person und zur Sache einvernommen (CAR pag. 7.401.001 ff.). Nach Ab-

schluss des Beweisverfahrens hielten die Parteien die Parteivorträge (CAR 

pag. 7.200.007 ff.). Der Beschuldigte stellte und begründete die folgenden An-

träge (CAR pag. 7.300.016 ff.): 

 

1. Ziffer 1 des Dispositivs Urteil vom 22. April 2012 der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts (Geschäftsnummer: SK.2020.51), wonach das Verfahren 

in den Anklagepunkten 1.1.1 bis 1.1.4 infolge Verjährung eingestellt wird, 

sei von der Berufungskammer zu bestätigen. 

2. Ziffer 2 des Dispositivs Urteil vom 22. April 2012 der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts (Geschäftsnummer: SK.2020.51), wonach der Beschul-

digte im Anklagepunkt 1.3.1 vom Vorwurf der Urkundenfälschung gemäss 

Art. 251 Ziff. 1 StGB und im Anklagepunkt 1.4.2 vom Vorwurf der unge-

treuen Amtsführung gemäss Art. 314 StGB freigesprochen wird, sei von der 

Berufungskammer zu bestätigen. 

3. Der Schuldspruch in Ziff. 3 des Dispositivs Urteil vom 22. April 2021 der 

Strafkammer (Geschäftsnummer SK.2020.51) sei aufzuheben und der Be-

schuldigte 

3.1 im den Deliktsbetrag von Fr. 49'271.90 übersteigenden Umfang 

 3.1.1 im Anklagepunkt 1.2 hinsichtlich der mehrfachen qualifizierten Verun-

treuung gemäss Art. 138 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB; 

 3.1.2 im Anklagepunkt 1.4.1 hinsichtlich der mehrfachen ungetreuen Amts-

führung gemäss Art. 314 StGB: 

3.2 im Anklagepunkt 1.3.2 hinsichtlich Urkundenfälschung gemäss Art. 251 

Ziff. 1 StGB sowie 

3.3 im Anklagepunkt 1.5 mehrfache Verletzung des Amtsgeheimnisses gemäss 

Art. 320 Ziff. 1 StGB 

 freizusprechen. 

 und im Restlichen (Anklagepunkt 1.1.5) hinsichtlich der Widerhandlung ge-

gen das Waffengesetz und in den Anklagepunkten 1.2 und 1.4.1 bis zum 

Deliktsbetrag von Fr. 49'271.90 zu bestätigen. 

4. Entsprechend seien Ziff. 4 und 5 des angefochtenen Urteils aufzuheben 

und es sei der Beschuldigte mit einer bedingten Geldstrafe von 180 Ta-

gessätzen zu je Fr. 30.00 zu bestrafen. 

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5. Der Beschuldigte sei zu verpflichten, dem Kanton Schwyz Schadenersatz 

in der Höhe von Fr. 49'271.90 zu bezahlen, wobei die Anzahlung von 

Fr. 40'000.00 und ein Verwertungserlös gemäss Antrag Ziff. 7.2 in Abzug 

zu bringen sind, zzgl. allfälliger Prozessentschädigung. 

6. Eventualiter (bei einer Bestätigung des Schuldspruches gemäss Ziff. 3 des 

angefochtenen Urteils) seien Ziff. 4 und 5 des angefochtenen Urteils aufzu-

heben und es sei der Beschuldigte angemessen zu bestrafen. 

7. Ziff. 8 des angefochtenen Urteils (Beschlagnahmte Gegenstände) sei da-

hingehend abzuändern, dass 

7.1 die am Wohnort des Beschuldigten beschlagnahmten Waffen im Eigentum 

von BB. Asservaten-Nr. 02.04.0001, 02.03.0011, 02.03.0009, 02.13.0002, 

diesem herauszugeben sind, und 

7.2 ein Verwertungserlös primär zur Deckung der Entschädigung an den Kan-

ton Schwyz und subsidiär zur Deckung der Verfahrenskosten zu verwen-

den ist. 

8. Schliesslich sind ausgangsgemäss die Kosten- und Entschädigungsfolgen 

in Ziff. 10 und 11 des angefochtenen Urteils aufzuheben und neu zu vertei-

len.  

 

Die BA stellte und begründete die folgenden Anträge (CAR pag. 7.200.008 ff.; 

CAR pag. 7.300.092 f.): 

 

1. A. sei unter Gutheissung der Anschlussberufung freizusprechen vom Vor-

wurf: 

 - der Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) im Anklagepunkt 1.3.1, 

 - der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB) im Anklagepunkt 1.4.2, 

 - des Vergehens gegen das Waffengesetz gemäss den heutigen Ausfüh-

rungen der Vorsitzenden zu Anklagepunkt 1.1.5. 

2. A. sei unter Gutheissung der Anschlussberufung schuldig zu sprechen der: 

 - mehrfachen, teilweise gewerbsmässigen Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 und 3 WG) sowie des Versuchs (Art. 22 

StGB) dazu in den Anklagepunkten 1.1.1 – 1.1.5, 

 - mehrfachen Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB) im Ankla-

gepunkt 1.2, 

 - Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB) im Anklagepunkt 1.3.2, 

 - mehrfachen ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB) im Anklagepunkt 

1.4.1, 

 - mehrfachen Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 Ziff. 1 StGB) im 

Anklagepunkt 1.5. 

3. A. sei zu bestrafen mit einer Freiheitsstrafe von 42 Monaten. Die Freiheits-

strafe sei zu vollziehen. Die ausgestandene Untersuchungshaft von 72 Ta-

gen sei anzurechnen. 

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4. A. sei zudem zu bestrafen mit einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 

Fr. 30.00, ausmachend Fr. 2'400.00. Der Vollzug der Geldstrafe sei unter 

Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufzuschieben. 

5. Zulasten von A. und zugunsten der Eidgenossenschaft sei eine Ersatzfor-

derung in gerichtlich zu bestimmender Höhe zu begründen (Art. 71 StGB). 

6. Beschlagnahmte Gegenstände 

6.1 Die gemäss Inventarisierungsliste «Munition» beschlagnahmten Gegen-

stände seien unter vorgängiger Aussonderung des historischen Armee- 

und Militärmaterials durch das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen, 

der Kantonspolizei Schwyz zu restituieren. 

6.2 Die folgenden beschlagnahmten Gegenstände seien an die berechtigte 

Person zurückzugeben: 

 - Sturmgewehr Mod. 90, Nr. 19. (Ass.-Nr. 02.04.0001), 

 - das gemäss Ziff. 6.1 des Dispositivs ausgesonderte Armee- und Mili-

tärmaterial. 

6.3 Die gemäss Inventarisierungsliste «Diverses» beschlagnahmten Gegen-

stände seien mit Ausnahme des Glasgefässes mit kleiner Menge Mari-

huana und zwei Wasserpfeifen (Ass. Nr. 02.13.0001) bei den Akten zu be-

lassen. 

6.4 Die übrigen beschlagnahmten Gegenstände gemäss Inventarisierungsliste 

«Waffen und Waffenteile», Inventarisierungsliste «Zubehör etc.» sowie die 

Gegenstände unter der Ass.Nr. 02.13.0001 seien einzuziehen und zu ver-

werten oder zu vernichten. Ein allfälliger Verwertungserlös sei zur Deckung 

der Verfahrenskosten zu verwenden. 

7. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 65'484.25, zzgl. die vom Gericht 

festzulegenden Kosten, seien A. aufzuerlegen (Art. 426 Abs. 1 StPO). 

8. Der amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt Samuel Droxler, sei aus der Ge-

richtskasse für seine Aufwendungen zu entschädigen. A. sei im Falle einer 

Verurteilung zu verpflichten, diese Kosten dem Bund vollumfänglich zurück-

zuerstatten (Art. 135 StPO). 

9. Die weiteren Verfügungen seien von Amtes wegen zu treffen. 

 

Die Privatklägerschaft stellte und begründete die nachfolgenden Anträge (CAR 

pag. 7.200.011 f.; CAR pag. 7.200.013): 

1. Die Schadenersatzforderungen des Kantons Schwyz seien auf den Zivil- 

bzw. Verwaltungsverfahrensweg zu verweisen. 

2. Es sei Vormerk davon zu nehmen, dass der Kanton Schwyz an seiner Stel-

lung als Strafkläger festhält. 

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwST. zu 7.7 % zu Lasten 

des Beschuldigten. 

- 11 - 

Die Verteidigung replizierte im Namen des Beschuldigten (CAR pag. 7.200. 

012 f.), die Privatklägerschaft und die BA verzichteten auf einen zweiten Partei-

vortrag (CAR pag. 7.200.013).  

 

B.7 Die Parteien erklärten schliesslich ihren Verzicht auf eine mündliche Urteilseröff-

nung (CAR pag. 7.200.014). Im Nachgang zur Berufungsverhandlung ersuchte 

die amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 14. Januar 2022 um Ausrichtung ei-

ner Akontozahlung (CAR pag. 9.102.001 ff.). Dem Antrag wurde mit Verfügung 

vom 17. Januar 2022 entsprochen (CAR pag. 9.102.004 f.). 

 

B.8 Das vorliegende Urteil wurde am 21. Januar 2022 gefällt und den Parteien im 

Dispositiv schriftlich zugestellt (CAR pag. 11.100.001 ff.). 

 

Die Berufungskammer erwägt: 

I. Formelle Erwägungen 

1. Eintreten / Fristen 

Die Berufungsanmeldung/-erklärung des Beschuldigten sowie die Anschlussbe-

rufung der BA erfolgten jeweils unter Fristwahrung (vgl. Art. 399 Abs. 1 StPO). 

Berufung und Anschlussberufung richten sich gegen das Urteil der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts SK.2020.51 vom 22. April 2021, mit dem das Verfahren 

ganz abgeschlossen wurde (Art. 398 Abs. 1 StPO). Mit diesem Urteil wurde das 

Verfahren gegen den Beschuldigten wegen Widerhandlung gegen das Waffen-

gesetz (Art. 33 Abs. 3 lit. a i.V.m. Art. 5 und Art. 11 WG sowie der versuchten 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 3 lit. a i.V.m. Art. 5, Art. 7b 

WG und Art. 22 StGB (Anklagepunkte 1.1.1 – 1.1.4) eingestellt und der Beschul-

digte wurde von den Vorwürfen der Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB 

[Anklagepunkt 1.3.1]) sowie der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 [Anklage-

punkt 1.4.2]) freigesprochen. Hingegen wurde der Beschuldigte der Widerhand-

lung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. a WG, 

Art. 6 Abs. 1 WG i.V. Art. 26 Abs. 1 lit. a WV und Art. 12 WG [Anklagepunkt 

1.1.5]), der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. 

Ziff. 2 StGB [Anklagepunkt 1.2]), der Urkundenfälschung (Art. 251 Ziff. 1 StGB 

[Anklagepunkt 1.3.2]), der mehrfachen ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB 

Anklagepunkt 1.4.1]) sowie der mehrfachen Verletzung des Amtsgeheimnisses 

(Art. 320 Ziff. 1 StGB [Anklagepunkt 1.5]) schuldig gesprochen und mit einer Frei-

heitsstrafe von 28 Monaten, wovon 20 Monate bedingt vollziehbar (Probezeit von 

2 Jahren), sowie einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 30.00 

- 12 - 

bestraft (vgl. CAR pag. 1.100.101 ff.). Der Beschuldigte wie auch die BA sind im 

Rahmen ihrer Anträge beschwert und haben in diesem Umfang ein rechtlich ge-

schütztes Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Urteils. Die Berufungs-

kammer des Bundesstrafgerichts ist in der Besetzung mit drei Richterpersonen 

für die Beurteilung der vorliegenden Berufung örtlich und sachlich zuständig 

(Art. 21 Abs. 1 lit. a StPO; Art. 33 Iit. c, Art. 38a und 38b des Bundesgesetzes 

über die Organisation der Strafbehörden des Bundes [Strafbehördenorganisati-

onsgesetz, StBOG; SR. 173.71]). Sämtliche Voraussetzungen, um auf Berufung 

und Anschlussberufung einzutreten, sind erfüllt. 

2. Verfahrensgegenstand und Kognition 

2.1 Gemäss Art. 402 StPO hat die Berufung im Umfang der Anfechtung aufschie-

bende Wirkung und wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils entsprechend 

gehemmt. Das Berufungsgericht überprüft somit das erstinstanzliche Urteil nur in 

den angefochtenen Punkten (Art. 404 Abs. 1 StPO). Dabei ist es naheliegend, 

dass weitere nicht angefochtene Punkte in die Überprüfung des Urteils einzube-

ziehen sind, wenn eine enge Konnexität mit den angefochtenen Punkten besteht. 

Bei Anfechtung des Schuldspruchs mit Antrag auf Freispruch gelten für den Fall 

der Gutheissung automatisch auch damit zusammenhängende Folgepunkte des 

Urteils, wie zum Beispiel Nebenfolgen von Entscheiden über Einziehungen, Zi-

vilpunkte sowie Kosten- und Entschädigungsregelungen, als angefochten. Be-

stätigt das Berufungsgericht den Schuldspruch, sind die weiteren nicht angefoch-

tenen Urteilspunkte bei einer Beschränkung der Berufung nicht zu überprüfen 

(ZIMMERLIN, Zürcher Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 399 StPO N. 19; SCHMID, 

Praxiskommentar StPO, 3. Aufl. 2017, Art. 399 StPO N. 18). Auch wenn das Be-

rufungsgericht nur die angefochtenen Punkte neu beurteilt, fällt es am Ende ein 

insgesamt neues Urteil (Art. 408 StPO), wobei es jedoch anzugeben hat, welche 

Punkte bereits früher in Rechtskraft erwachsen sind (BGE 141 IV 244 E. 1.3.3). 

2.2 Der Beschuldigte focht das erstinstanzliche Urteil bezüglich der Schuldsprüche 

wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung und mehrfacher ungetreuer Amts-

führung, jeweils im einen Deliktsbetrag von Fr. 40'000.00 (gemäss Berufungser-

klärung [CAR pag. 1.100.116]) bzw. von Fr. 49'271.90 (gemäss Parteivortrag an 

der Berufungsverhandlung [CAR pag. 7.300.016]) übersteigenden Umfang (Dis-

positiv-Ziffer 3 zweiter und vierter Spiegelstrich des vorinstanzlichen Urteils), so-

wie wegen Urkundenfälschung und mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnis-

ses (Dispositiv-Ziffer 3 dritter und vierter Spiegelstrich des vorinstanzlichen Ur-

teils) an. Im Rahmen des Parteivortrages machte der Beschuldigte bezüglich des 

Schuldspruchs wegen Vergehens gegen das Waffengesetz (Dispositiv-Ziffer 3 

erster Spiegelstrich) geltend, dass mangels Vorliegens des subjektiven Tatbe-

- 13 - 

standes ein Freispruch vom Vorwurf des unberechtigten Besitzes eines Spring-

messers zu erfolgen habe (CAR pag. 7.300.026). Dergleichen hat der Beschul-

digte im Rahmen der Berufungserklärung jedoch nicht beantragt. Nach Ablauf 

der gesetzlichen Frist zur Einreichung der Berufungserklärung ist eine Ausdeh-

nung der Berufungsanträge auf bisher nicht angefochtene Teile des vorinstanzli-

chen Urteils nicht mehr möglich (Urteil BGer 6B_1403/2019 vom 10. Juni 2020 

E. 1.3; Urteil BGer 6B_562/2019 vom 27. November 2019 E. 2.1; Urteil BGer 

6B_1160/2017 vom 17. April 2018 E. 1.1; EUGSTER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 

2014, Art. 399 StPO N. 3). Deshalb ist auch der beanstandete Schuldspruch im 

Zusammenhang mit dem Vergehen gegen das Waffengesetz in Rechtskraft er-

wachsen. Die Berufung des Beschuldigten richtet sich im Weiteren gegen das 

vorinstanzlich ausgefällte Strafmass (Dispositiv-Ziffern 4 bis 6 des angefochte-

nen Urteils) sowie gegen die Einziehung und Vernichtung beschlagnahmter Ge-

genstände (Dispositiv-Ziffer 8.4 des vorinstanzlichen Urteils). Im Umfang der be-

antragten Freisprüche hat auch die damit zusammenhängende Kosten- und Ent-

schädigungsregelung als angefochten zu gelten (Dispositiv-Ziffern 9 bis 11 des 

angefochtenen Urteils). Die Anschlussberufung der BA beschränkt sich auf die 

Einstellung des Verfahrens betreffend die vollendete bzw. versuchte Widerhand-

lung gegen das Waffengesetz gemäss den Anklagepunkten 1.1.1 bis 1.1.4 (Dis-

positiv-Ziffer 1 des vorinstanzlichen Urteils), die Bemessung der Sanktion (Dis-

positiv-Ziffern 4 und 5 des vorinstanzlichen Urteils), den Verzicht auf die Begrün-

dung einer Ersatzforderung (Dispositiv-Ziffer 7 des vorinstanzlichen Urteils) so-

wie die Kosten- und Entschädigungsregelung (Dispositiv-Ziffern 9 und 10 des vo-

rinstanzlichen Urteils). Die Privatklägerschaft hat weder Berufung noch An-

schlussberufung erhoben. 

2.3 Nach dem vorstehend Ausgeführten ist das Urteil der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts SK.2020.51 vom 22. April 2021 wie folgt in Rechtskraft erwach-

sen: 

 - Freispruch von den Vorwürfen 

  - der Urkundenfälschung gemäss Art. 251 Ziff. 1 StGB im Anklagepunkt 1.3.1; 

  - der ungetreuen Amtsführung gemäss Art. 314 StGB im Anklagepunkt 1.4.2; 

  -  der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. 

Art. 5 Abs. 1 lit. a WG, Art. 6 Abs. 1 WG i.V.m. Art. 26 Abs. 1 lit. a WV und Art. 12 

WG im Anklagepunkt 1.1.5 (bezüglich Maschinengewehr Mod. 34 8x57 IS, Nr. 10. 

[Ass-Nr. 02.04.0010] und die entsprechenden Wechselläufe [2 ohne Nummern, Nr. 

12, 13, 14 (Ass-Nr. 02.06.0001 - 0004)], 188 Patronen Kaliber 7.92 x 33 mm, Hart-

kern [Ass-Nr. 02.03.0041], 55 Patronen, Hartkern [Ass-Nr. 02.03.0042], 1 Patrone 

20 mm HS 48, Minenbrand explosiv [Ass-Nr. 02.06.0013], 1 Patrone Kaliber .55 

- 14 - 

Boys Armor Piercing [Ass-Nr. 02.06.0046], 15 Gewehrpatronen 8x57 IS, Leucht-

spur gelb, Hartkern [Ass-Nr. 05.03.0002], 13 Patronen 8x57 IS, Hartkern [Ass-Nr. 

05.13.0049], 3 Patronen 8x57 IS, schwarze Spitze, Hartkern [Ass-Nr. 05.13.0049], 

8 Patronen, 8 mm kurz, Hartkern [Ass-Nr. 05.13.0049], 15 Patronen, 8 mm kurz, 

Hartkern [Ass-Nr. 05.13.0049]); 

 - Schuldspruch wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 

lit. a i.V.m. Art. 5 Abs. 1 lit. a WG, Art. 6 Abs. 1 WG i.V.m. Art. 26 Abs. 1 lit. a WV und 

Art. 12 WG im Anklagepunkt 1.1.5 (bezüglich Springmesser [Ass-Nr. 02.03.0026], Ma-

schinenpistole FN, Mod. UZI [Ass-Nr. 02.03.0032], Maschinenpistole Sten [Ass-Nr. 

02.05.0001] und der 200 Gewehrpatronen .308 Winchester Armor Piercing [Ass-Nr. 

02.06.0036]). 

 - Entscheid über Verwendung diverser beschlagnahmter Gegenstände gemäss den 

Dispositiv-Ziffern 8.1. bis 8.3 

 Betreffend alle aufgeführten Teile des vorinstanzlichen Urteils ist vorab vom Ein-

tritt der Rechtskraft Vormerk zu nehmen (Art. 404 StPO). Bezüglich des Ankla-

gevorwurfs der mehrfachen qualifizierten Veruntreuung im Sinne von Art. 138 

Ziff. 1 Abs. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB gilt es anzumerken, dass die Vorinstanz den 

Sachverhalt betreffend eine Bestellung bei der «I. AG» als nicht erstellt beurteilte 

(Urteil SK.2020.51 E. 3.3.3.6). Zum gleichen Ergebnis kam die Vorinstanz auch 

hinsichtlich des Anklagevorwurfs, wonach der Beschuldigte B. diverse Schreiben 

und Verfügungen der deutschen und Schweizer Strafbehörden weitergeleitet und 

damit das Amtsgeheimnis im Sinne von Art. 320 StGB verletzt habe (Urteil 

SK.2020.51 E. 6.3.2.4). Damit hat die Vorinstanz in diesen beiden Anklagesach-

verhalten in der Sache ein freisprechendes Erkenntnis gefällt, was jedoch im Ur-

teilsdispositiv nicht zum Ausdruck kommt. Im Sinne einer erschöpfenden Be-

handlung der Anklage gilt es dies von Amtes wegen nachzuholen. Nachdem die 

BA diese beiden Freisprüche nicht angefochten hat, kann darauf im Berufungs-

verfahren nicht mehr zurückgekommen werden. In diesem Sinne sind im Beru-

fungsverfahren demnach noch die nachfolgenden Punkte angefochten und einer 

vollumfänglichen Prüfung zu unterziehen: 

 - Einstellung des Verfahrens wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz in den 

Anklagepunkten 1.1.1 bis 1.1.4; 

 - Schuldspruch wegen mehrfacher qualifizierter Veruntreuung, wegen Urkundenfäl-

schung, wegen mehrfacher ungetreuer Amtsführung und wegen mehrfacher Verlet-

zung des Amtsgeheimnisses (Weiterleitung von Aussagen bei der Befragung durch 

die KAPO SZ / Weiterleitung von Informationen über Überwachung mit GPS-Tech-

nik); 

 - Strafzumessung und Vollzugsfrage; 

 - Begründung einer Ersatzforderung; 

- 15 - 

 - Einziehung und Verwertung zweier beschlagnahmter Waffen; 

 - Regelung der Kosten- und Entschädigungsfolgen. 

2.4 Die Privatklägerschaft hat im vorliegenden Strafverfahren keinerlei finanzielle An-

sprüche gegen den Beschuldigten gestellt, soweit sie sich dabei wie hinsichtlich 

der geforderten Parteientschädigung nicht auf eine strafprozessuale Grundlage 

stützte (vgl. TPF pag. 9.721.006; CAR pag. 7.300.013). Zu solchen Forderungen 

äussert sich das vorinstanzliche Urteil zu Recht weder in der Begründung noch 

im Urteilsdispositiv. Die Frage von finanziellen Ansprüchen zwischen der Privat-

klägerschaft und dem Beschuldigten steht ausserhalb des Gegenstands der zu 

beurteilenden Strafsache. Der vom Beschuldigten im Berufungsverfahren gestell-

ten Antrag, er sei gegenüber dem Kanton Schwyz (unter Vormerkung bereits ge-

leisteter Zahlungen) zu einer Schadenersatzzahlung in bezifferter Höhe zu ver-

pflichten (CAR pag. 7.300.017; CAR pag. 7.300.082), kann demnach von Vorn-

herein nicht behandelt werden. Darauf ist ohne förmliche Erledigung im Beru-

fungsurteil nicht weiter einzugehen. 

3. Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör und auf ein faires Verfahren 

3.1 Der Beschuldigte stellte im Rahmen des Berufungsverfahrens und insbesondere 

anlässlich der Berufungsverhandlung im Rahmen der Behandlung von Vorfragen 

und im Rahmen des Parteivortrages zur Sache zahlreiche Anträge zum Verfah-

ren und rügte die Verletzung seiner Verteidigungsrechte und Gehörsansprüche. 

Ausserdem stellte der Beschuldigte zur Diskussion, ob die BA ihre gesetzliche 

Aktenführungspflicht vernachlässigt habe. Zur Begründung brachte der Beschul-

digte zusammenfassend vor, dass er sich nicht zu allen relevanten Ergebnissen 

und Erkenntnissen aus der Strafuntersuchung habe äussern können. Einerseits 

sei eine Audiodatei, die der anklagevertretende Leitende Staatsanwalt des Bun-

des anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung habe abspielen wollen, 

nicht aktenkundig gewesen. Diese Audiodatei hätte zwingend in die Verfahrens-

akten aufgenommen werden müssen, befinde sich aber nicht dort. Sofern diese 

Audiodatei gegen ihn verwertet werden soll, hätte er im Strafverfahren damit kon-

frontiert werden müssen. Ähnlich verhalte es sich mit den im vorinstanzlichen 

Urteil erwähnten Word-Dateien, die sich nicht in den ihm zur Verfügung gestellten 

Untersuchungsakten befunden hätten. Sofern verfahrensrelevant, hätten sie 

zwingend in den Akten abgelegt werden müssen, um der strafprozessualen Do-

kumentationspflicht zu genügen und eine wirksame und effektive Verteidigung 

überhaupt zu ermöglichen. Es genüge nicht, wenn die BA eine Festplatte oder 

einen Stick mit physischen Datenträgern herausgebe. Als Beschuldigter habe er 

ein Recht auf Akteneinsichtnahme und Konfrontation mit den Ergebnissen und 

Erkenntnissen aus der Strafuntersuchung. Würden ihm entscheidrelevante Akten 

vorenthalten, werde sein Anspruch auf rechtliches Gehör und damit der Anspruch 

- 16 - 

auf ein faires Verfahren verletzt (CAR pag. 7.300.005 ff.; vgl. auch CAR 

pag. 3.102.012 ff. und CAR pag. 3.102.004 ff.; vgl. auch CAR pag. 7.300.047 ff.).  

3.2 Aus dem in Art. 29 Abs. 2 BV bzw. Art. 6 Ziff. 3 EMRK verankerten Anspruch auf 

rechtliches Gehör, welcher einen wichtigen und deshalb eigens aufgeführten 

Teilaspekt des allgemeineren Grundsatzes des fairen Verfahrens von Art. 29 

Abs. 1 BV bzw. Art. 6 Ziff. 1 EMRK darstellt, ergibt sich für die beschuldigte Per-

son das grundsätzlich uneingeschränkte Recht, in alle für das Verfahren wesent-

lichen Akten Einsicht zu nehmen (vgl. zudem Art. 3 Abs. 2 lit. c und Art. 107 Abs. 

1 lit. a StPO). Das Akteneinsichtsrecht soll sicherstellen, dass die beschuldigte 

Person als Verfahrenspartei von den Entscheidgrundlagen Kenntnis nehmen und 

sich wirksam und sachbezogen verteidigen kann. Die effektive Wahrnehmung 

dieses Anspruchs setzt notwendigerweise voraus, dass die Akten vollständig 

sind. In einem Strafverfahren bedeutet dies, dass die Beweismittel, jedenfalls so-

weit sie nicht unmittelbar an der gerichtlichen Hauptverhandlung erhoben wer-

den, in den Untersuchungsakten vorhanden sein müssen und dass aktenmässig 

belegt sein muss, wie sie produziert wurden, damit die beschuldigte Person in 

der Lage ist zu prüfen, ob sie inhaltliche oder formelle Mängel aufweisen und 

gegebenenfalls Einwände gegen deren Verwertbarkeit erheben kann. Dies ist 

Voraussetzung dafür, dass sie ihre Verteidigungsrechte überhaupt wahrnehmen 

kann, wie dies Art. 32 Abs. 2 BV verlangt (BGE 129 I 85 E. 4.1 S. 88 f. mit Hin-

weisen). Die Aktenführungspflicht der Behörde ist das Gegenstück zu dem aus 

Art. 29 Abs. 2 BV fliessenden Akteneinsichts- und Beweisführungsrecht der Par-

tei. Das Bundesrecht schreibt in Art. 100 Abs. 2 StPO "die systematische Ablage 

der Akten und [...] deren fortlaufende Erfassung in einem Verzeichnis" vor (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_1095/2019 vom 30. Oktober 2019 E. 3.3.1). Das Dossier 

muss systematisch geordnet sein; zu einer geordneten Anlage gehört ein Ver-

zeichnis, welches einen raschen Überblick über den Inhalt des Dossiers ermög-

licht und zur Kontrolle der vorhandenen Dokumente unerlässlich ist (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_1095/2019 vom 30. Oktober 2019 E. 3.3.1). 

3.3 Die prozessualen Beanstandungen des Beschuldigten kreisen allesamt um die 

Einsichtnahme in auf elektronischen Datenträgern gespeicherte Audio- bzw. 

Worddateien. Die beiden vorhandenen Datenträger wurden dem Beschuldigten 

im Rahmen des Berufungsverfahrens in einsehbarer Form zugestellt (CAR 

pag. 3.102.037 ff.). Der Inhalt dieser Dateien ist dem Beschuldigten damit zur 

Kenntnis gebracht worden und er hat sich im Berufungsverfahren dazu äussern 

können. Der Anspruch auf rechtliches Gehör wurde nicht verletzt. In Bezug auf 

die als unzureichend gerügte Aktenführung war bereits in der Verfügung vom 

28. Oktober 2021 darauf hingewiesen worden, dass es unter dem Aspekt der 

effizienten Wahrnehmung von Verfahrensrechten nicht unproblematisch er-

- 17 - 

scheine, wenn in einem Datenbestand von mehreren Zehntausend sichergestell-

ten und nicht ohne Weiteres identifizierbaren Dateien vergleichsweise wenige 

von den Strafverfolgungsbehörden als beweisrelevant erachtete Dokumente 

über eine «Durchforstung» erschlossen werden müssen (CAR 

pag. 6.200.002 f.). Im Hinblick auf die Verfahrensfairness hätte es sodann nahe 

gelegen, dem Beschuldigten die vollständigen Dateien unmittelbar zur Stellung-

nahme vorzuhalten. Der Anspruch auf ein faires Verfahren erscheint aber 

dadurch noch nicht als verletzt. Die Verteidigungsrechte wurden im Verlauf des 

Strafprozesses insgesamt hinreichend berücksichtigt. Es ist zudem darauf hin-

zuweisen, dass es dem Beschuldigten bzw. seiner Verteidigung möglich gewe-

sen wäre, von sich aus bereits im Vorverfahren die Edition der fraglichen Dateien 

zu beantragen. Dass es diese Dateien gab, war – darauf hat die Privatkläger-

schaft zu Recht hingewiesen (CAR pag. 7.300.013 f.) – aktenkundig. Die foren-

sischen Kopien der auf den Datenträgern des Beschuldigten sichergestellten Da-

teien wurde bereits im Bericht der Bundeskriminalpolizei vom 2. Oktober 2018 

erwähnt (BA pag. 10-01-0148 ff.). Überdies wurde auch im von der Privatkläger-

schaft eingereichten Bericht der KAPO SZ vom 28. November 2019 auf diese 

Word-Dateien hingewiesen (BA pag. 15-01-0095 ff.). Eingereicht wurden zudem 

einzelne Ausdrucke ab den entsprechenden Datenträgern (vgl. USB-Stick «BA 

pag. 15-01-0103» Datei «Ausdrucke Word-Dokumente ab externer Festplatte, 

B1-B20»). Nicht zuletzt wurden dem Beschuldigten einzelne dieser Word-Da-

teien anlässlich der Befragungen durch die BA zur Äusserung unterbreitet (BA 

pag. 13-01-0027). 

3.4 Aus dem Gesagten ergibt sich insgesamt, dass die von Beschuldigten in pro-

zessualer Hinsicht erhobenen Rügen unbegründet sind. Eine Aufhebung des an-

gefochtenen Urteils und die Rückweisung an die Erstinstanz sind nicht angezeigt. 

Die Sache kann ohne Verletzung von Verfahrensrechten durch die Berufungs-

kammer entschieden werden. Auf die vom Beschuldigten wegen der beanstan-

deten Verfahrensführung gegen den Leitenden Staatsanwalt des Bundes einge-

reichte Aufsichtsanzeige (CAR pag. 3.102.023 ff.) ist an dieser Stelle nicht näher 

einzugehen. Nach dem Kenntnisstand der Berufungskammer ist ein Entscheid in 

dieser Angelegenheit im Zeitpunkt der Eröffnung des Dispositivs noch nicht er-

gangen (CAR pag. 3.101.015). Ein förmliches Ausstandsgesuch wurde vom Be-

schuldigten im Berufungsverfahren explizit nicht gestellt. 

4. Konstituierung Privatklägerschaft 

 Der Beschuldigte machte anlässlich der Berufungsverhandlung geltend, dass es 

der von der Vorinstanz im Rubrum als Privatklägerschaft aufgeführten «KAPO 

SZ» an der Prozess- und Postulationsfähigkeit fehle und sich der Kanton Schwyz 

zudem nicht rechtsgültig als Privatklägerschaft konstituiert habe und somit nicht 

- 18 - 

Verfahrenspartei sei (CAR pag. 7.300.006 f.). Als geschädigte Person gilt die 

Person, die durch die Straftat in ihren Rechten unmittelbar verletzt worden ist 

(Art. 115 Abs. 1 StPO). Als Privatklägerschaft gilt die geschädigte Person, die 

ausdrücklich erklärt, sich am Strafverfahren als Straf- oder Zivilklägerin zu betei-

ligen (Art. 118 Abs. 1 StPO). Dem Beschuldigten ist darin Recht zu geben, dass 

im Falle von Amtsdelikten, wie sie vorliegend zur Diskussion stehen, das Ge-

meinwesen («Kanton Schwyz») und nicht die Verwaltungseinheit («KAPO SZ») 

als geschädigte Person gilt. Nicht zweifelhaft sein kann jedoch, dass das geschä-

digte Gemeinwesen im Strafverfahren durch ihre Organisationseinheiten handelt. 

Insofern ist nicht zu beanstanden, dass der geschädigte Kanton Schwyz seine 

Rechte durch Angehörige der Kantonspolizei wahrnehmen liess. Die Verteidi-

gung macht darüber hinaus geltend, der Kanton Schwyz habe sich nicht rechts-

gültig als Privatklägerschaft konstituiert. Begründend wird ausgeführt, dass die 

schriftliche Vollmacht für die Mandatierung des die Konstituierungserklärung ab-

gegeben habenden Rechtsanwalts Arthur Schilter nur durch den Vorsteher des 

Sicherheitsdepartements unterzeichnet worden sei, obwohl das Regierungs- und 

Verwaltungsorganisationsgesetz des Kantons Schwyz vorschreibe, dass Schrei-

ben an eidgenössische und ausserkantonale Behörden zusammen vom Land-

amman und vom Staatsschreiber zu unterzeichnen sind (CAR pag. 7.300.007). 

Das vom Beschuldigten angerufene Gesetzessrecht sieht unter dem ersten Titel 

«Der Regierungsrat» in § 16 Abs. 1 des Gesetzes über die Organisation des Re-

gierungsrates und der kantonalen Verwaltung (Regierungs- und Verwaltungsor-

ganisationsgesetzes vom 27. November 1986 (RVOG; SRSZ 143.110) unter der 

Marginalie «Unterzeichnung» vor, dass die Beschlüsse des Regierungsrates von 

allgemeinverbindlicher Natur im Rahmen der Rechtspflege, die Vorlagen für den 

Kantonsrat und die Schreiben an eidgenössische und ausserkantonale Behörden 

zusammen vom Landammann und vom Staatsschreiber unterzeichnet werden. 

Bei der für eine konkrete Rechtsangelegenheit erfolgenden Vollmachtserteilung 

handelt es sich nicht um eine Willenserklärung, die diesen Formvorschriften un-

tersteht. Eine solche Vollmacht kann vom zuständigen Departementvorstehers 

im Rahmen der Ausübung der Regierungstätigkeit erteilt werden. Bei den Akten 

liegt eine schriftliche Vollmacht für Rechtsanwalt Arthur Schilter, die vom «Kanton 

Schwyz» als Vollmachtgeber ausgestellt und am 16. Oktober 2018 von Regie-

rungsrat und Vorsteher des Sicherheitsdepartements DD. unterzeichnet wurde 

(BA pag. 13-01-0029). Mit Eingabe vom 28. November 2018 erklärte der Kanton 

Schwyz durch den bevollmächtigen Rechtsanwalt Arthur Schilter in der Folge, 

sich am Strafverfahren als Zivil- und Strafkläger beteiligen zu wollen (BA pag. 15-

01-0028). Damit hat sich der Kanton Schwyz gültig als Privatklägerschaft konsti-

tuiert. Weshalb dennoch im Vorverfahren und im erstinstanzlichen Verfahren die 

«KAPO SZ» als Verfahrensbeteiligte aufgeführt wurde, ist nicht nachvollziehbar. 

Für das Berufungsverfahren ist das Rubrum jedoch entsprechend berichtigt. Da-

mit hat es bezüglich der Parteibezeichnung sein Bewenden. 

- 19 - 

II. Materielle Erwägungen 

A) Schuldpunkt 

1. Gewerbsmässige Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Art. 33 Abs. 3 

lit. a i.V.m. Art. 5 und Art. 11 WG sowie der versuchten Widerhandlung ge-

gen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a i.V.m. Art. 5, Art. 7b WG 

[Anklagepunkte 1.1.1 – 1.1.4]) 

1.1 Anklagevorwurf 

1.1.1 Die Anklage legt dem Beschuldigten zur Last, in der Zeit von August 2012 bis 

November 2013 ohne Berechtigung Waffen und Munition verkauft und angebo-

ten zu haben (Anklagepunkt 1.1.4 [TPF pag. 9.110.009]). Gemäss Anklage soll 

der Beschuldigte dabei berufsmässig gehandelt haben, indem er im Zeitraum von 

August/September 2012 bis November 2013 mit sehr vielen Einzeltaten insge-

samt 85 Mal den Tatentschluss zum deliktischen Handeln gefasst (Verkauf von 

mindestens 22 Waffen inkl. Munition sowie Anbieten von mindestens 63 Waffen 

inkl. Munition auf «D.») und einen Erlös von mindestens € 5'800.00 (mit 5 Ver-

käufen, wobei der restliche Erlös unbestimmbar sei) erzielt habe. Im selben Zeit-

raum habe er in der Schweiz Aufwand für die Waffen-/Munitionsgeschäfte betrie-

ben (Organisieren der Waffen/Munition, Eröffnung des Darknet-Accounts «D.», 

Erstellung der Angebote inkl. Aufbereitung der Fotos sowie logistische und ad-

ministrative Vorbereitung der Taten), ein professionelles Tatvorgehen gezeigt 

(breites Sortiment, Disponibilität als Ansprechperson für Übergabemodalitäten 

und Preisverhandlungen, regelmässige Erneuerung der Darknet-Angebote) und 

sich damit einen nicht unerheblichen Zusatzverdienst im Sinne von regelmässi-

gen Zusatzeinnahmen zwecks Finanzierung des Lebensunterhalts verschafft 

(vgl. pag. TPF 9.110.009 - 011 ff.). Der Vorwurf des gewerbsmässigen Waffen-

handels umfasst mehrere Tatkomplexe, die in der Anklageschrift jeweils thema-

tisch gegliedert unter eigenen Anklageziffern (Anklagepunkte 1.1.1 – 1.1.3 [TPF 

pag. 9.110.005]) umschrieben werden. 

1.1.2 Gemäss Anklage soll der Beschuldigte in der Zeit von August 2012 bis Oktober 

2013 untenstehende Waffen und Munition an seinem Wohnort in X. – mit einer 

Ausnahme – zu unbekannten Preisen an B. verkauft und übergeben haben (vgl. 

TPF pag. 9.110.005 f. und 009 – 011): 

 

 

- 20 - 

Gegenstand | Beschreibung Käufer Preis 

1 Pistole SIG, Modell 9 mm Pistole 1975, Kaliber 9 x 

19 mm, Seriennummer 1, u.a. bezeichnet als «Selbst-

ladepistole SIG Sauer, P220, Cal. 9 mm Luger, Halb-

automat» 

B. Unbekannt 

1 Pistole Walther, Modell PPK, Kaliber 7.65 x 17 mm, 

Seriennummer 2, u.a. bezeichnet als «Selbstladepis-

tole Walther PPK, CaI. 7.65 mm Browning, Halbauto-

mat» 

B. Unbekannt 

1 Revolver Smith & Wesson, Modellbezeichnung nicht 

eindeutig, Kaliber .357 Magnum, Seriennummer 3 

B. € 1’800.– 

1 Revolver Taurus, Modell nicht näher bestimmt, Kali-

ber .22 l.r., Seriennummer 4 

B. Unbekannt 

1 Pistole SIG, 9 mm Pistole 1949, Kaliber 9 x 19 mm, 

Seriennummer 5, u.a. bezeichnet als «Selbstladepis-

tole SIG P210, Cal. 9 mm Luger, Halbautomat» 

B. Unbekannt 

1 SIG Sturmgewehr 57, Kaliber 7.5 x 55 mm (Gewehr-

patrone 11), privatisiert, Seriennummer 6, u.a. be-

zeichnet als «Selbstladegewehr SIG Sturmgewehr 57, 

Cal. 7,5 x 55 mm, Kriegswaffe» und mit Seriennummer 

«7» 

B. Unbekannt 

1 Vorderschaftrepetierflinte Winchester, Modell 1300 

Turkey, Kaliber 12/76, Seriennummer 8, u.a. bezeich-

net als «Vorderschaftrepetierflinte Marke Winchester, 

Modell 1300, Cal. 12/76, Repetierwaffe» 

B. Unbekannt 

Mindestens 3’500 Schuss Munition zu den vorgenann-

ten Waffen 

B. Unbekannt 

1.1.3 Im Anklagepunkt 1.1.2 wird dem Beschuldigten vorgeworfen, in der Zeit von Au-

gust bis Oktober 2013 zusammen mit B. untenstehende Waffen und Munition an 

seinem Wohnort in X. und anderswo in der Schweiz zu nachstehenden Preisen 

an C. verkauft und übergeben zu haben. Der Beschuldigte soll die jeweiligen Ge-

genstände an seinem Wohnort an B. übergeben haben. B. habe die Gegen-

stände dann einem Parkplatz etwas ausserhalb von X. an C. verkauft und den 

Erlös abzüglich seines Anteils von je Fr. 500.00 pro Verkauf danach dem Be-

schuldigten zurückgegeben haben (vgl. TPF pag. 9.110.007 und 009 – 011). 

Gegenstand | Beschreibung Käufer Preis 

1 Karabiner 31, 7.5 x 55 mm GP 11, 

inkl. 250 Schuss dazugehöriger Munition 

C. € 500.– 

1 Pistole SIG SAUER P210, Kaliber 9 x 19 mm C. € 1’800.– 

1 Pistole Erma 452, Kaliber .22 I.r., C. € 1’000.– 

- 21 - 

inkl. 100 Schuss Munition 

1’000 Schuss Kaliber 7.62 x 39 mm C. € 700.– 

1.1.4 Der Anklagepunkt 1.1.3 beinhaltet den Vorwurf, dass der Beschuldigte in der Zeit 

von Mai 2013 bis November 2013 bzw. zu untenstehenden Angebotsdaten über 

den gemeinsam mit B. gegründeten und betriebenen Account «D.» im Darknet 

untenstehende Waffen und Munition an seinem Wohnort in X. und anderswo in 

der Schweiz zu nachstehenden Preisen zum Verkauf angeboten haben soll (vgl. 

TPF pag. 9.110.008 – 011). 

 

Gegenstand | Beschreibung Angebotsdatum Preis 

Mehr als 20 Karabiner K11 und K31 (Abnahme von 

drei und mehr gewünscht) 

Ab dem 16. August 

2013 dauerhaft bis 

November 2013 

à je 

€ 400.– 

(Meng.’Ra-

batt möglich: 

2 Stück für 

€ 500.–) 

100 Schuss [zu Karabiner K11 und K31] dazugehöri-

ger Munition 7,5 x 55 

Ab dem 16. August 

2013 dauerhaft bis 

November 2013 

€ 150.–  

2 Selbstladepistolen P 210, Cal. 9 mm 8. September 2013 à je € 1’600.– 

2 Selbstladepistolen CZ 83, Cal. 7,65 mm 8. September 2013 zu je 

EUR 1’000.– 

1 halbautomatisches Schweizer Sturmgewehr SGI 57 

PE 

8. September 2013 EUR 2’200.– 

1 Selbstladepistole Daewoo DP51C, Cal. 9 mm 8. September 2013 € 1’800.– 

1 Selbstladepistole Davis Industries Chino Model 

P-380 

8. September 2013 € 1’000.– 

3 weitere Selbstladepistolen P 210, Cal. 9 mm (insge-

samt nunmehr 5 Stück) 

15. September 2013 à je € 1’600.– 

1 weiteres halbautomatisches Schweizer Sturmge-

wehr SIG 57 PE (insgesamt nunmehr 2 Stück) 

15. September 2013 € 2’200.– 

1 Selbstladepistole Walther PP 32.acp 15. September 2013 € 1’200.– 

1 Selbstladepistole Deutsche Werke 7,65 mm 20. September 2013 € 700.– 

1 Selbstladepistole Star (Spain) 22lr 20. September 2013 € 700.– 

1 Maschinenpistole Ceska zbrojovka (Skorpion) VZ 68 

CaI. 9 mm 

26. September 2013 € 4’200.– 

1 Selbstladepistole FN Browning, Cal. 9 mm 13. Oktober 2013 € 1’500.– 

1 Selbstladepistole Makarov 9x18 13. Oktober 2013 € 1’500.– 

Mindestens 15 weitere Karabiner K11 und K31  19. Oktober 2013 Unbekannt 

2 weitere Selbstladepistolen P 210, Cal. 9 mm 19. Oktober 2013 à je € 1’600.– 

- 22 - 

2 weitere halbautomatische Schweizer Sturmgewehre 

SIG 57 PE 

19. Oktober 2013 à je € 2’200.– 

2 Selbstladepistolen LC380.380 auto 19. Oktober 2013 à je € 1’400.– 

1 halbautomatisches Schweizer Sturmgewehr SIG 90 

PE 

19. Oktober 2013 € 3’200.– 

1 Double-Action-Revolver Smith & Wesson mod.29 44 

Magnum 

19. Oktober 2013 € 2’500.– 

1 Selbstladepistole Glock 33 .357 SIG 19. Oktober 2013 € 2’800.– 

1 Selbstladepistole (Hersteller unbekannt, diverse 

möglich) 1911, Cal. 9 mm 

19. Oktober 2013 € 1’800.– 

1 Selbstladepistole Erma KGP68 7,65 19. Oktober 2013 € 1’200.– 

1.2 Standpunkt des Beschuldigten und vorinstanzlicher Entscheid 

Die soeben wiedergegebenen Anklagevorwürfe hat der Beschuldigte vollumfäng-

lich bestritten (BA pag. 13-01-0189 ff.; TPF pag. 9.731.007; CAR pag. 7.401. 

004 ff.). Die Vorinstanz hält das Tatbestandsmerkmal der Gewerbsmässigkeit 

nicht für erfüllt und stellt das Verfahren betreffend die allenfalls als einzelne Wi-

derhandlungen gegen das Waffengesetz einzuordnenden Tatvorwürfe ein (Urteil 

SK.2020.51 E. 2.1.2 – E. 2.1.4). Die Vorinstanz befasst sich zunächst mit der 

Höhe der vom Beschuldigten gemäss Anklagevorwurf aus den angeklagten Waf-

fenverkaufsgeschäften erzielten Deliktserlöse. Bezüglich des Revolvers «Smith 

& Wesson» sei zugunsten des Beschuldigten von einem maximalen Verkaufs-

preis von Fr. 1'200.-- auszugehen, da B. widersprüchliche und erst vier Jahre 

nach dem angeblichen Verkauf gemachte Aussagen deponiert habe und im Be-

richt der Zentralstelle Waffen ein geringerer Wert angenommen werde. Betref-

fend die übrigen in der Anklageschrift erwähnten Verkaufspreise sei maximal von 

einem Verkaufspreis von Fr. 3'315.-- auszugehen. In Bezug auf die übrigen an-

geblich verkauften Gegenstände erwägt die Vorinstanz, es fänden sich in den 

Akten ausser dem Bericht der Zentralstelle Waffen vom 15. März 2021 keinerlei 

Anhaltspunkte zur Bestimmung des Verkaufspreises. Falls dem Beschuldigten 

die jeweiligen Verkäufe nachgewiesen werden könnten, wäre auch in Bezug auf 

diese Gegenstände von maximal 150 % des Mindestverkaufspreises gemäss 

Schätzungen des Berichts der Zentralstelle Waffen vom 15. März 2021 auszuge-

hen. Selbst wenn dem Beschuldigten die einzelnen Verkäufe nachgewiesen wer-

den könnten, wäre unter Einschluss sämtlicher ihm vorgeworfenen Verkäufe ma-

ximal von einem Umsatz von Fr. 10'335.00 bzw. von rund Fr. 650.00 pro Monat 

auszugehen (Urteil SK.2020.51 E. 2.1.3.5). Dieser dem Beschuldigten aufgrund 

von Schätzungen maximal nachweisbarere Bruttoerlös von monatlich rund 

Fr. 650.00 stelle im Verhältnis zum damaligen vom Beschuldigten erzielten 

durchschnittlichen Nettoeinkommen von über Fr. 6'600.00 pro Monat einen zu 

niedrigen Betrag dar, um als namhafter Beitrag an die Kosten zur Finanzierung 

- 23 - 

der Lebensgestaltung zu gelten. Dabei seien der Einkaufspreis sowie der an B. 

geflossene Anteil von € 500.00 pro Verkauf noch nicht berücksichtigt, was einen 

deutlich tieferen Nettoerlös ergeben hätte. Im Übrigen könne auch das angebli-

che Tatvorgehen nicht als besonders professionell bezeichnet werden. Für den 

Verkauf der Waffen wären für den Beschuldigten, der seit den 1980er Jahren 

passionierter Waffensammler sei und über eine umfangreiche Waffen- und Mu-

nitionssammlung verfüge, ausserdem keine besonderen logistischen Vorberei-

tungsarbeiten nötig gewesen (vgl. Urteil SK.2020.51 E. 2.1.3.6). Selbst wenn die 

in der Anklageschrift umschriebenen Handlungen dem Beschuldigten nachge-

wiesen werden könnten, wären sie unter Berücksichtigung der gesamten Um-

stände des konkreten Falles nicht als gewerbsmässig im Sinne von Art. 33 Abs. 3 

lit. a WG zu qualifizieren (Urteil SK.2020.51 E. 2.1.3.7). Die nicht gewerbsmäs-

sige Übertragung von Waffen und Munition ohne Berechtigung gemäss Art. 33 

Abs. 1 lit. a WG sei angesichts des vorgeworfenen Tatzeitpunktes von August 

2012 bis längstens November 2013 bereits verjährt und das Verfahren deswegen 

einzustellen (Urteil SK.2020.51 E. 2.1.4.1 und E. 2.1.4.2). 

1.3 Einstellung des Verfahrens infolge Eintritts der Verjährung 

1.3.1 Die BA wendet sich anschlussberufungsweise gegen die Verfahrenseinstellung 

infolge Verjährung und beantragt der Berufungskammer stattdessen die ankla-

gegemässe Schuldigsprechung des Beschuldigten (CAR pag. 7.300.092). Im vo-

rinstanzlichen Urteil wird die verjährungsrechtliche Ausgangslage zutreffend dar-

gelegt (Urteil SK.2020.51 E. 2.1.2.1 und E. 2.1.2.2). Um unnötige Wiederholun-

gen zu vermeiden, kann vollumfänglich auf diese Erwägungen verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Als Fazit hat die Vorinstanz richtig festgehalten, dass nach 

Massgabe der als milderes Recht anwendbaren altrechtlichen Verjährungsrege-

lung die nicht gewerbsmässige Widerhandlung gegen das Waffengesetz im 

Sinne von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG nach sieben Jahren verjähre, währenddem die 

Verjährungsfrist betreffend die qualifizierte Widerhandlung gegen das Waffenge-

setz nach Art. 33 Abs. 3 lit. a WG nach altem und neuem Recht gleichermassen 

15 Jahre betrage (Urteil SK.2020.51 E. 2.1.2.2). Die Frage des Verjährungsein-

tritts ist damit unmittelbar mit der rechtlichen Einordnung der eingeklagten Taten 

verknüpft. Diese ist nach dem Dafürhalten der Anschlussberufung führenden BA 

unrichtig erfolgt. Einerseits wendet die BA ein, dass der vorinstanzlich festge-

stellte Deliktserlös von rund Fr. 650.00 pro Monat immerhin zehn Prozent des 

Nettoeinkommens des Beschuldigten und damit sehr wohl einen namhaften Bei-

trag an seine Lebenshaltungskosten ausgemacht habe. Nicht zutreffend sei 

zweitens die Auffassung der Vorinstanz, wonach das Tatvorgehen des Beschul-

digten nicht professionell gewesen sei. Der Beschuldigte habe zwar über die ent-

sprechenden Waffen verfügt, doch seien der Verkauf und insbesondere der Ver-

- 24 - 

kauf ins Ausland nicht ganz so einfach zu organisieren gewesen. Der Beschul-

digte habe den Vertrieb organisieren müssen und habe B. als Mittelsmann ge-

braucht, damit er neben dem Auftritt im Darknet auch jemanden gehabt habe, 

der die Waffen habe liefern können. Der Beschuldigte habe auch Werbung über 

«D.» und die bei ihm fotografierten Waffen gemacht. Zusätzlich sei die mehrfache 

Tatbegehung entscheidend sowie die Absicht, ein entsprechendes Erwerbsein-

kommen zu erzielen. Es könne nicht sein, dass ein Gewerbe nur dann als ein 

Gewerbe bezeichnet werden, wenn es erfolgreich sei. Dass der Beschuldigte zu 

einer Vielzahl von Taten bereit gewesen sei und auch die Absicht gehabt habe, 

ein entsprechendes Einkommen zu erzielen, ergebe sich unschwer aus den in 

der Anklageschrift geschilderten Umständen, wonach der Beschuldigte zwei 

Waffen für einen reduzierten Gesamtpreis angeboten oder davon gesprochen 

habe, dass die Abnahme von zwei oder mehr Waffen gewünscht sei. All dies 

müsse den Schluss zulassen, dass es sich um ein gewerbsmässiges Handeln 

gehandelt habe und somit eine noch nicht verjährte Widerhandlung nach Art. 33 

Abs. 3 WG vorliege (CAR pag. 7.200.009). Der Beschuldigte schliesst sich dem 

vorinstanzlichen Entscheid an und hält daran fest, dass die ihm vorgeworfenen 

Taten selbst dann nicht als gewerbsmässig im Sinne von Art. 33 Abs. 3 lit. a WG 

qualifiziert werden könnten, wenn ihm die bestrittenen Waffenverkäufe nachzu-

weisen wären. Von einer berufsmässigen Ausübung könne keine Rede sein 

(CAR pag. 7.300.023; CAR pag. 7.200.012 f.). 

1.3.2.1 Die Vorinstanz hat die gesetzliche Bestimmung des qualifizierten Tatbestands-

merkmals der Gewerbsmässigkeit korrekt wiedergegeben und zutreffend auf die 

betreffende Bundesgerichtspraxis hingewiesen (Urteil SK.2020.51 E. 2.1.3.3). 

Unter Verweis auf die entsprechenden Erwägungen der Vorinstanz braucht dies 

nicht im Einzelnen wiederholt zu werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). An dieser Stelle 

ist nochmals hervorzuheben, dass der Ansatzpunkt für die Definition der Ge-

werbsmässigkeit rechtsprechungsgemäss im berufsmässigen Handeln liegt. Der 

Täter handelt berufsmässig, wenn sich aus der Zeit und den Mitteln, die er für die 

deliktische Tätigkeit aufwendet, aus der Häufigkeit der Einzelakte innerhalb eines 

bestimmten Zeitraums sowie aus den angestrebten und erzielten Einkünften 

ergibt, dass er die deliktische Tätigkeit nach der Art eines Berufes ausübt (BGE 

116 IV 319 E. 4). Wesentlich für die Annahme der Gewerbsmässigkeit ist, dass 

der Täter, wie aus den gesamten Umständen geschlossen werden muss, sich 

darauf eingerichtet hat, durch deliktische Handlungen Einkünfte zu erzielen, die 

einen namhaften Beitrag an die Kosten zur Finanzierung seiner Lebensgestal-

tung darstellen. Dann ist die erforderliche soziale Gefährlichkeit gegeben (BGE 

129 IV 253 E. 2.1 mit Hinweis; BGE 119 IV 129 E. 3a; BGE 116 IV 319 E. 4c; 

Urteile des Bundesgerichts 6B_259/2017 vom 21. Dezember 2017 E. 5.1, 

6B_550/2016 vom 10. August 2016 E. 2.3, 6B_932/2015 vom 18. November 

2015 E. 4.1 und 6B_1077/2014 vom 21. April 2015 E. 3). Die bundesgerichtliche 

- 25 - 

Umschreibung des Begriffs der Gewerbsmässigkeit hat Richtlinienfunktion (NIG-

GLI/RIEDO, Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, Art. 139 StGB N. 110). Die Vo-

rinstanz hat schliesslich zutreffend darauf hingewiesen, dass für den Bereich des 

illegalen Waffenhandels keine andere Definition der Gewerbsmässigkeit gilt, als 

sie für die im Strafgesetzbuch geregelten gewerbsmässigen Delikte massgeblich 

ist (Urteil SK.2020.51 E. 2.1.3.2 mit Verweis auf die Gesetzesmaterialien und 

eine einschlägige Literaturstellen). 

1.3.2.2 Der Anklagevorwurf gemäss Anklageziffer 1.1.4 lautet – wie einleitend bereits 

ausgeführt – dahingehend, dass der Beschuldigte innerhalb eines Zeitraumes 

von August/September 2012 bis November 2013 sehr viele und unter den Ankla-

geziffern 1.1.1 bis 1.1.3 umschriebene Einzeltaten begangen habe. Im Einzelnen 

soll der Beschuldigte in diesem Zeitraum mindestens 22 Waffen inklusive Muni-

tion verkauft und auf «D.» mindestens 63 Angebote zum Verkauf von Waffen 

samt Munition gemacht haben. Der Beschuldigte soll nur schon mit fünf Verkäu-

fen einen Erlös von mindestens € 5’800.00 erzielt und insgesamt mindestens 85 

Mal den Tatentschluss zum deliktischen Handeln gefasst haben (TPF 

pag. 9.110.010). In der vorinstanzlichen Entscheidbegründung wird dieser De-

liktsvorwurf ebenfalls wiedergegeben (Urteil SK.2020.51 E. 2.1.3.4). In der Folge 

befasst sich die Vorinstanz jedoch ausschliesslich mit den vom Beschuldigten 

angeblich veranlassten Waffenverkäufen, soweit sie diese wegen Verletzung des 

Anklageprinzips (vgl. Urteil SK.2020.51 E. 1.2.4) nicht von Vornherein als nicht 

relevant betrachtet. Die Vorinstanz unterlässt es demgegenüber, sich mit den in 

grosser Anzahl zur Anklage gebrachten Angeboten zum Verkauf von Waffen und 

Munition auseinanderzusetzen. Weshalb die Prüfung des Anklagevorwurfs des 

gewerbsmässigen Waffenhandels einzig unter dem Blickwinkel tatsächlich getä-

tigter Verkaufsgeschäfte erfolgen müsste, wird im angefochtenen Urteil nicht be-

gründet. Einerseits pönalisiert der gesetzliche Straftatbestand nicht nur die Über-

tragung von Waffen oder Munition, sondern ausdrücklich auch das gewerbsmäs-

sige Anbieten von Waffen oder Munition (Art. 33 Abs. 2 lit. c WG). Andererseits 

legen die in der Rechtsprechung entwickelten Kriterien zur Gewerbsmässigkeit 

eine solch eingeschränkte Betrachtung nicht nahe. Die bundesgerichtliche Be-

griffsbestimmung macht die gewerbsmässige Delinquenz gerade auch an der 

bestehenden Bereitschaft zur Begehung einer Vielzahl von Straftaten fest. Wer 

wiederholt Waffen und Munition zur widerrechtlichen Veräusserung anbietet, ma-

nifestiert gleichzeitig den Entschluss, aus der deliktischen Tätigkeit mit einer ge-

wissen Regelmässigkeit Einkünfte zu erzielen. Diese Absichtskomponente kann 

bei der Beurteilung der gewerbsmässigen Tatbegehung nicht ausgeklammert 

werden. Deshalb macht die BA zu Recht geltend, dass die Vorinstanz wesentli-

che Sachverhaltselemente unberücksichtigt lässt, die im Hinblick auf die Beant-

wortung der Frage, ob der Beschuldigte gewerbsmässig gehandelt hat, von Be-

deutung sind. 

- 26 - 

1.3.2.3 Unter der Prämisse, dass sich sämtliche dem Beschuldigten vorgeworfenen Waf-

fenverkäufe und Verkaufsangebote rechtsgenügend erstellen liessen, sind beim 

gesamten Tatkomplex des verbotenen Waffenhandels gewerbsmässige Züge 

nicht zu übersehen. Von mehrfachem Delinquieren wäre ohne Weiteres auszu-

gehen und es liessen sich wohl auch gewichtige Anzeichen für eine vorhandene 

Bereitschaft zur Verübung einer Vielzahl von Delikten der fraglichen Art anführen. 

Vertieft einzugehen ist indessen auf die Frage, ob und inwiefern darüber hinaus 

auch angenommen werden müsste, der Beschuldigte hätte in der Absicht gehan-

delt, ein eigentliches Erwerbseinkommen zu erzielen, das zudem geeignet ge-

wesen wäre, einen namhaften Teil seiner Lebenshaltungskosten zu decken. Den 

Zweck der Qualifizierung der gewerbsmässigen Begehungsform erblickt die bun-

desgerichtliche Rechtsprechung – wie erwähnt – in der Sozialgefährlichkeit sol-

cher Straffälligkeit. In diesem Sinne ist Gewerbsmässigkeit nur dann anzuneh-

men, wenn sich ein Täter derart auf regelmässige Einnahmen verlässt, dass ein 

eigentlicher «Ausstieg» kaum mehr möglich ist, was insbesondere der Fall ist, 

wenn der Täter aufgrund der konkreten Lebensumstände geradezu auf weiteres 

Delinquieren angewiesen ist (vgl. NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 139 StGB N. 84). Be-

reits im vorinstanzlichen Verfahren liess der Beschuldigte diesen Aspekt beson-

ders aufgreifen und darauf hinweisen, dass er im mutmasslichen Tatzeitraum in 

einem Vollzeitpensum erwerbstätig gewesen sei und dass er und seine Ehefrau 

über ein gutes Einkommen verfügt hätten. Ausserdem seien die Kaufpreise für 

die Waffen nicht bestimmbar und es müsste davon ausgegangen werden, dass 

die behaupteten Einnahmen allenfalls seine Auslagen gedeckt hätten (TPF 

pag. 9.721.054 ff.). Auf diese Ausführungen hat der Beschuldigte im Berufungs-

verfahren verwiesen (CAR pag. 7.300.024). Dieser von der Vorinstanz im Ergeb-

nis geteilten Sichtweise wird seitens der BA im Berufungsverfahren widerspro-

chen (CAR pag. 7.200.009). 

1.3.2.4 Offen gelassen werden kann die vorab die von Vorinstanz und BA unterschied-

lich beantwortete Frage, ob das angebliche Tatvorgehen als besonders profes-

sionell bezeichnet werden müsste. Der Anwendungsbereich der Gewerbsmäs-

sigkeit geht über jene Fälle von routinierten und raffiniert agierenden «Berufsver-

brechern» hinaus. Es kann daher nicht ausschlaggebend sein, welche logisti-

schen Herausforderungen der Beschuldigte für die Tatausführung zu bewältigen 

gehabt hätte. Was alsdann den vom Beschuldigten erzielte und angestrebte De-

liktserlös anbelangt, äussert sich die Anklageschrift im Quantitativen einzig da-

hingehend, dass der Beschuldigte tatsächlich Einnahmen von mindestens 

€ 5'800.00 erlangt habe, wobei dies dem Erlös aus fünf Waffenverkäufen ent-

spreche (TPF pag. 9.110.010). Im Übrigen geht die Anklage von nicht näher be-

stimmbaren Deliktserlösen aus, die sich jedoch im Bereich von mehreren Tau-

send Euro bzw. Schweizer Franken bewegt haben sollen (TPF pag. 9.110.010). 

- 27 - 

Was den Akten hinsichtlich der massgeblichen Verkaufspreise entnommen wer-

den kann, hat die Vorinstanz detailliert aufgearbeitet und in ihre Überlegungen 

einbezogen. Dabei ist die Vorinstanz mit rechnerisch nachvollziehbarer Begrün-

dung zum Ergebnis gelangt, bei vollständig bewiesenem Sachverhalt wäre im 

Durchschnitt mit monatlichen Einkünften von rund Fr. 650.00 aus den nach ihrer 

Zählung insgesamt zehn zu berücksichtigenden Waffenverkäufen zu rechnen ge-

wesen (Urteil SK.2020.51 E. 2.3.1.5). Die BA argumentiert im Berufungsverfah-

ren mit keinem anderen Zahlenmaterial. Der vorinstanzlich angenommene De-

liktsbetrag ist um die Einnahmen zu erhöhen, die hätten erlangt werden können, 

wenn die zahlreichen Angebote zum Abschluss eines Verkaufsgeschäfts geführt 

hätten. Die entsprechenden Annahmen können jedoch nur auf unzuverlässiger 

Grundlage getroffen werden und werden sich wiederum auf Schätzungen stützen 

müssen. Annäherungsweise sind die im von der Vorinstanz veranlassten Amts-

bericht des Bundesamtes für Polizei (TPF pag. 9.262.3.010 ff.) aufgeführten 

Wertangaben heranzuziehen. Gestützt darauf wäre für die angeklagten Ver-

kaufsangebote von Einnahmen von gesamthaft rund Fr. 30'000.00 auszugehen. 

Realistischerweise hätte der für den Beschuldigten tatsächlich verfügbare De-

liktserlös jedoch deutlich weniger betragen, sind doch die zu dessen Erzielung 

getätigten Aufwendungen noch nicht berücksichtigt und müsste auch der gemäss 

Anklageschrift (vgl. TPF pag. 9.110.007) an B. abzuliefernde Anteil von € 500.00 

in Abzug gebracht werden. In Anbetracht dessen kann nicht angenommen wer-

den, dass der dem Beschuldigten zur Last gelegte Waffenhandel ihm fortlau-

fende Einnahmen von mehr als Fr. 1'500.00 monatlich verschafft hätten. In tat-

sächlicher Hinsicht steht fest, dass der Beschuldigte über den gesamten Tatzeit-

raum hinweg in unbefristeter Anstellung in einem Vollzeitpensum erwerbstätig 

war. Die Vorinstanz hat ein durchschnittliches Erwerbseinkommen von monatlich 

über Fr. 6'600.00 errechnet (Urteil SK.2020.51 E. 2.1.3.6). Dabei handelt es sich 

mit Blick auf die verfügbaren Lohnunterlagen (TPF pag. 9.231.2.011 ff.) um eine 

durchaus adäquate Einkommensbestimmung, die im Berufungsverfahren denn 

auch von keiner Seite kritisiert wurde. 

1.3.2.5 Ab welchem Verhältnis von deliktischen Einnahmen zum ordentlichen Erwerbs-

einkommen das Kriterium des namhaften Beitrages an den Lebensunterhalt von 

Gewerbsmässigkeit ausgegangen werden muss, ist nicht abschliessend geklärt 

(vgl. die Nachweise bei NIGGLI/RIEDO, a.a.O., Art. 139 StGB N. 98). Letztlich han-

delt es sich um eine Wertungsfrage. Beim mutmasslichen Deliktserlös hätte es 

sich jedenfalls weder um die ausschliessliche noch auch nur um die überwie-

gende Erwerbsquelle des Beschuldigten gehandelt. Im Vergleich zu den übrigen 

wirtschaftlichen Verhältnissen des Beschuldigten wären die angeblich rechtswid-

rig erzielten Einnahmen zwar nicht nur von ganz untergeordneter, umgekehrt 

aber auch nicht von erheblicher Bedeutung. Damit kann nicht davon ausgegan-

- 28 - 

gen werden, dass der Anteil des Beschuldigten an den deliktisch erlangten Geld-

mitteln einen namhaften Beitrag an die Kosten seiner Lebensgestaltung darge-

stellt hätte. Es mag ein Grenzfall vorliegen. Entscheidend wirkt sich letztlich aus, 

dass unter den gegebenen Umständen nicht mit Bestimmtheit gesagt werden 

kann, beim Beschuldigten hätte eine ausgeprägte wirtschaftliche Motivation vor-

gelegen, die ihn eindeutig von einem Gelegenheits- oder Wiederholungstäter un-

terscheidet. In diese Richtung weist auch der von der BA angeführte Umstand, 

dass der Beschuldigte mehrere Waffen zu reduzierten Gesamtpreisen angeboten 

oder die Abnahme mehrerer Waffen gewünscht habe (CAR pag. 7.200.009). Ent-

gegen der Deutung der BA lässt sich daraus folgern, dass der Beschuldigte nicht 

möglichst hohe Verkaufserlöse angestrebt, sondern es vielmehr darauf angelegt 

hatte, möglichst viele Waffen tatsächlich weitergeben zu können. Der besondere 

Unwert und das gesetzgeberische Motiv für die strengere Sanktionierung der Ge-

werbsmässigkeit liegen – wie gesehen – in der sozialschädlichen Haltung des 

Täters. Nach dem Dargelegten lässt sich bei den angeklagten Straftaten eine 

solche nicht genügend klar erkennen. Selbst unter der Annahme, sämtliche der 

in der Anklageschrift aufgeführten Einzeldelikte seien tatsächlich begangen wor-

den, erschiene der Beschuldigte insofern nicht als gewerbsmässig handelnder 

Täter. Es lässt sich nicht sagen, dass vom Beschuldigten eine schwerwiegende 

Beeinträchtigung und Gefährdung des sozialen Gefüges ausgegangen sei, wie 

sie für das gewerbsmässige Handeln qualifizierend ist. 

1.3.3 Sind die dem Beschuldigten angelasteten Widerhandlungen gegen das Waffen-

gesetz im Sinne der rechtlichen Bewertungseinheit eines gewerbsmässigen De-

likts zu erfassen, sondern als rechtlich selbstständige Einzeltaten zu betrachten, 

sind sie im Zeitpunkt des erstinstanzlichen Urteils bereits verjährt gewesen. Dies 

wurde von der Vorinstanz zutreffend erkannt (Urteil SK.2020.51 E. 2.1.4.2) und 

ist im Berufungsverfahren unbestritten geblieben (vgl. CAR pag. 7.200.009). Das 

Verfahren gegen den Beschuldigten wegen Widerhandlung gegen das Waffen-

gesetz gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a i.V.m. Art. 5 und Art. 11 WG sowie der ver-

suchten Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 3 lit. a 

i.V.m. Art. 5, Art. 7b WG und Art. 22 StGB ist in den Anklagepunkten 1.1.1 bis 

1.1.4 entsprechend einzustellen. Bei diesem Ausgang braucht das Gericht nicht 

abschliessend zu erstellen, welche Waffen der Beschuldigte tatsächlich verkauft 

und angeboten hat, und muss sich auch nicht weiter mit dem von den Verfah-

rensbeteiligten gegensätzlich bewerteten Glaubhaftigkeitsgehalt der den Be-

schuldigten belastenden Aussagen von B. auseinandersetzen. Ebenfalls erübrigt 

sich ein Eingehen auf die vom Beschuldigten im Berufungsverfahren aufgewor-

fene Beweisverwertungsproblematik bezüglich der Erkenntnisse aus der Über-

wachung des Fernmeldeverkehrs (CAR pag. 7.300.003 ff.). 

- 29 - 

2. Mehrfache Veruntreuung (Art. 138 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 StGB [Anklage-

punkt 1.2]) 

2.1 Anklagevorwurf und Standpunkt des Beschuldigten 

2.1.1 Gemäss Anklage soll der Beschuldigte in seiner damaligen Funktion als Leiter 

Logistik der Kantonspolizei in der Zeit vom 19. Januar 2009 bis 28. Februar 2018 

Munition und Material im Gesamtwert von Fr. 180'976.90 (recte: Fr. 183'313.60) 

im Namen der KAPO SZ bestellt und anschliessend von den jeweiligen Lieferan-

ten entgegengenommen haben, um die bestellte Ware für die KAPO SZ in Besitz 

zu nehmen. Die entgegengenommene Ware, welche von der KAPO SZ bezahlt 

worden sei, habe innerhalb dieser keine Verwendung gefunden. Vielmehr habe 

der Beschuldigte Munition für private Zwecke verwendet, um sich so einen ihm 

nicht zustehenden geldwerten Vorteil zu verschaffen. Konkret werden dem Be-

schuldigten diese Handlungen im Zusammenhang mit folgenden Munitions- und 

Materialbestellungen vorgeworfen (vgl. TPF pag. 9.110.011 – 020): 

a) insgesamt 34 Bestellungen bei der Logistikbasis der Armee (nachfolgend: 

 LBA) zwischen 2009 und 2017 im Betrag von total Fr. 108'807.25 (recte: 

Fr. 110'823.25); 

b)  insgesamt fünf Bestellungen bei der G. AG (heute und nachfolgend: zwischen 

2014 und 2017 im Betrag von total Fr. 6'250.05; 

c)  eine Bestellung bei der H. GmbH aus dem Jahr 2017 im Betrag von 

Fr. 492.50; 

d)  eine Bestellung bei der I. AG aus dem Jahr 2017 im Betrag von Fr. 1'333.00; 

e)  insgesamt 19 Bestellungen bei der E. AG zwischen 2009 und 2017 im Betrag 

von total Fr. 64'414.–. 

2.1.2 Im Vorverfahren und vor Vorinstanz bestritt der Beschuldigte den Umfang der 

ihm vorgeworfenen Bestellungen. Zusammenfassend anerkannte er Bestellun-

gen von Munition und Material im Betrag von ca. Fr. 40'000.00 (von insgesamt 

ca. Fr. 180'000.00 gemäss Anklage) für sich privat via die KAPO SZ und damit 

die Veruntreuung in diesem Umfang (BA pag. 13-01-0098; BA pag. 13-01-0189; 

TPF pag. 9.731.019; TPF pag. 9.731.020; vgl. auch TPF pag. 9.721.064 ff.). Hin-

gegen bestritt er nicht, dass sämtliche ihm vorgeworfenen Bestellungen im Na-

men der KAPO SZ durch ihn bestellt und durch die KAPO SZ bezahlt wurden 

(TPF 9.731.023 Z. 3 ff.). Dies ergibt sich im Übrigen auch aus den Akten (BA 05-

01-0029 bis 0057; -0248 bis 0335). Er beruft sich darauf, dass lediglich die an-

lässlich der HD bei ihm zu Hause sichergestellten Waffen/Munition ihm zugeord-

net werden können, nicht alles andere. Die übrigen Waffen/Munition würden (ent-

gegen der Anklage) bei der KAPO SZ sehr wohl eingesetzt. Sie seien für 

Schiessübungen verwendet worden. Er bemängelt das fehlende Kontrollsystem 

bei der Waffenbestellung (mitunterzeichnende Offiziere hätten eine Mitverant-

- 30 - 

wortung) – es gehe nicht an, alles was man nicht zuordnen könne, ihm anzulas-

ten (TPF pag. 9.721.064 ff.). Im Berufungsverfahren blieb der Beschuldigten bei 

seinem Standpunkt (CAR pag. 7.300.027 ff.) und beantragte, das Berufungsge-

richt habe in Abänderung des vorinstanzlichen Urteils im einen Deliktsbetrag von 

Fr. 49'271.90 übersteigenden Umfang einen Freispruch zu fällen (CAR 

pag. 7.300.017). Die BA schliesst auf Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

(CAR pag. 7.300.092). 

2.2 Sachverhaltserstellung 

2.2.1 Allgemeine Beweisregeln 

Im Berufungsverfahren zu klären bleibt der Umfang der vom Beschuldigten als 

Leiter Logistik der KAPO SZ in deren Namen und auf deren Rechnung getätigten 

und anschliessend für seine privaten Zwecke verwendeten Munitions- und Mate-

rialbestellungen. Ein bestrittener Sachverhalt ist nach den allgemein gültigen Be-

weisregeln zu erstellen. Das Gericht legt seinem Urteil denjenigen Sachverhalt 

zugrunde, den es nach seiner freien, aus der Hauptverhandlung und den Unter-

suchungsakten geschöpften Überzeugung als verwirklicht erachtet. Das Gericht 

würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen 

Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Ist ein Sachverhalt umstritten, ist es die Auf-

gabe des Gerichts, den Fakten verpflichtet und unter Einbezug aller im Einzelfall 

relevanten Umstände zu prüfen, ob es sich von einer bestimmten Sachverhalts-

darstellung überzeugt zeigen kann. Bestehen gemäss Art. 10 Abs. 3 StPO un-

überwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzungen der 

angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person güns-

tigeren Sachlage aus. Diese Bestimmung kodifiziert den Grundsatz «in dubio pro 

reo», der ebenso durch Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Abs. 2 EMRK gewährleistet 

ist (BGE 45 IV 156 E. 1.1; Urteil BGer 6B_335/2020 vom 7. September 2020 E. 

2.2). Art. 10 Abs. 3 StPO operationalisiert den verfassungsmässigen Grundsatz 

der Unschuldsvermutung. Sie verbietet es, bei der rechtlichen Würdigung eines 

Straftatbestands von einem belastenden Sachverhalt auszugehen, wenn nach 

objektiver Würdigung der gesamten Beweise ernsthafte Zweifel bestehen, ob 

sich der Sachverhalt tatsächlich so verwirklicht hat, oder wenn eine für die be-

schuldigte Person günstigere Tatversion vernünftigerweise nicht ausgeschlossen 

werden kann (BGE 144 IV 345 E. 2.2.1). Eine tatbestandsmässige, zum Schuld-

spruch beitragende Tatsache ist rechtserheblich festgestellt, sobald das Gericht 

erkennt, dass die Zuverlässigkeit des Beweisergebnisses nicht ernsthaft zu be-

zweifeln ist (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.3). Die denktheoretisch nie auszuschlies-

sende Möglichkeit, dass es auch anders sein könnte, ist demgegenüber irrele-

vant (WOHLERS, Basler Kommentar, 3. Aufl. 2020, Art. 10 StPO N. 13). Wenn-

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-IV-345%3Ade&number_of_ranks=0#page345
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F144-IV-345%3Ade&number_of_ranks=0#page345

- 31 - 

gleich in einem Strafprozess an den Beweis von Täterschaft und Schuld beson-

ders hohe Anforderungen zu stellen sind, hat ein Schuldspruch auch dann zu 

erfolgen, wenn hinsichtlich der Tatsachenfeststellung keine absolute Sicherheit 

besteht. Es liegt in der Natur der Sache, dass mit menschlichen Erkenntnismitteln 

keine absolute Sicherheit in der Beweisführung erreicht werden kann. Dem di-

rekten Beweis gleichgestellt ist der Indizienbeweis (BGE 144 IV 352 f. E. 2.2.3.4; 

Urteil des Bundesgerichts 6B_1059/2019 vom 10. November 2020 E. 3.3.3). In-

dizien (Anzeichen) sind Hilfstatsachen, die, wenn selber bewiesen, auf eine an-

dere, unmittelbar rechtserhebliche Tatsache schliessen lassen. Der erfolgreiche 

Indizienbeweis begründet eine der Lebenserfahrung entsprechende Vermutung, 

dass die nicht bewiesene Tatsache gegeben ist. Für sich allein betrachtet deuten 

Indizien jeweils nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine bestimmte 

Tatsache hin. Auf das einzelne Indiz ist der "In dubio pro reo"-Grundsatz nicht 

anwendbar. Gemeinsam einander ergänzend und verstärkend können Indizien 

aber zum Schluss führen, dass die rechtserhebliche Tatsache nach der allgemei-

nen Lebenserfahrung gegeben sein muss. 

2.2.2 Beweismittel und Verwertbarkeit 

2.2.2.1 Bei den Akten finden sich im Wesentlichen folgende massgebliche Beweismittel, 

um den strittigen Anklagesachverhalt zu prüfen: 

- Aussagen des Beschuldigten 

- Aussagen der Zeugen L., M. und N. 

- diverse von der Privatklägerschaft verfasste Berichte bezüglich Bestellwesen, Be-

stand und Verwendungszweck von Material und Munition sowie die Durchführung so-

genannter «Gast-, Versuchs- und Fremdwaffenschiessen 

- zahlreiche Unterlagen zu Munitionsbestellungen und Munitionslieferungen 

- diverse Dokumente aus der Auswertung von elektronischen Datenträgern des Be-

schuldigten 

- Buchhaltung und Rechnungskontrolle der Privatklägerschaft 

- Bericht Finanzkontrolle des Kantons Schwyz vom September 2018 über Bestell- und 

Abrechnungsabläufe im Bereich der Materialbeschaffung und -bewirtschaftung 

Die Vorinstanz hat den Inhalt der erwähnten Aussagen und der im Übrigen auf-

gezählten Beweismittel einlässlich und zutreffend wiedergegeben, soweit sie 

diese als relevant erachtete (Urteil SK.2020.51 E. 3.3.2.1 – E. 3.3.2.9). Auf die 

entsprechende Zusammenfassung kann vorab verwiesen werden. Darauf sowie 

auf allenfalls nicht im Einzelnen zitierte Elemente und Aspekte der vorhandenen 

Beweismittel wird – soweit erforderlich- im jeweiligen Sachzusammenhang zu-

rückzukommen sein. 

- 32 - 

2.2.2.2 Wie schon im vorinstanzlichen Verfahren macht der Beschuldigte auch im Beru-

fungsverfahren geltend, dass einzelne Beweismittel nicht verwertbar seien. Dies 

sei einmal der Fall bezüglich des von der Vorinstanz eingeholten Berichts der 

Finanzkommission des Kantons Schwyz vom September 2018, da dieser in Ver-

letzung strafprozessualer Vorschriften zustande gekommen sei (CAR 

pag. 7.300.020 f.). Bezugnehmend auf den vom Beschuldigten vor allem mit 

Blick auf die formellen Anforderungen an die Erstattung von Gutachten vorgetra-

gen Einwand erwägt die Vorinstanz, der online abrufbare Bericht der Finanzkom-

mission des Kantons Schwyz sei gestützt auf Art. 194 StPO von Amtes wegen 

zu den Akten erkannt worden. Bei diesem Bericht handle es sich nicht um Gut-

achten, für welches die Vorschriften von Art. 182 ff. StPO massgeblich gewesen 

wären. Der Bericht sei als sachliches Beweismittel verwertbar (Urteil SK.2020.51 

E. 1.3.3). Was der Beschuldigte im Berufungsverfahren dagegen vorbringt, ver-

mag im Ergebnis nicht zu verfangen. Der fragliche Bericht wurde mit vorinstanz-

licher Verfügung vom 28. Januar 2021 zum Beweismittel erhoben (TPF 

pag. 9.250.005). Bei den Akten liegt sodann ein Exemplar des Berichts der Fi-

nanzkontrolle des Kantons Schwyz vom September 2018 mit dem Titel «Kan-

tonspolizei: Beschaffung, Bewirtschaftung und Vernichtung von Waffen und Mu-

nition» (vgl. TPF pag. 9.271.001 ff.). Weil die Vorinstanz ausdrücklich darauf hin-

weist, der besagte Bericht sei im Internet einsehbar (TPF pag. 9.250.005: «Der 

online abrufbare Bericht […]» mit Angabe eines Internetlinks), wird davon ausge-

gangen werden dürfen, dass die Vorinstanz einen selber erstellten Ausdruck zu 

den Akten genommen hat. Ein förmlicher Aktenbeizug im Sinne von Art. 194 

StPO ist daher entgegen dem, was im angefochtenen Urteil ausgeführt wird, zwar 

nicht erfolgt. Offenkundig handelt es sich dabei aber auch nicht um ein Gutachten 

im Sinne von Art. 182 ff. StPO, weshalb die vom Beschuldigten angerufenen Gül-

tigkeitsvorschriften nicht massgeblich sein konnten. Bei Lichte gesehen hat sich 

die Vorinstanz allenfalls sachdienliche Informationen aus öffentlich zugänglichen 

Quellen verschafft. Die Strafprozessordnung kennt keinen Numerus clausus der 

Beweismittel (Urteil des Bundesgerichts 6B_811/2018 vom 25. Februar 2019 

E. 2.2; Urteil des Bundesgerichts 6B_921/2014 vom 21. Januar 2015 E. 1.3.2; 

vgl. zur Konsultation von allgemein zugänglichen Informationen durch die Straf-

behörden auch BGE 143 IV 380 und INFANGER, Darf ein Richter googeln?, in: 

"Justice - Justiz - Giustizia" 2017/4). Es ist nicht ersichtlich und wird vom Beschul-

digten nicht dargetan, weshalb ein solches Vorgehen nicht zulässig gewesen 

sein sollte. Es liegt in der Natur der Sache, dass solche ausserhalb eines kon-

kreten Strafverfahrens erstellte Behördenberichte regelmässig ohne jede Mitwir-

kung der Verfahrensbeteiligten zustande kommen. Entgegen der Auffassung des 

Beschuldigten ist darin jedoch keine Missachtung der strafprozessual gewähr-

leisteten Teilnahmerechte (vgl. Art. 147 StPO) zu erblicken. Die Vorinstanz hat 

sich damit nicht vorwerfen zu lassen, nicht rechtskonform erhobene Beweise her-

- 33 - 

angezogen zu haben. Der Ausdruck des Berichts wurde den Verfahrensbeteilig-

ten mit Schreiben vom 22. März 2021 zur Kenntnisnahme übermittelt (TPF 

pag. 9.403.003). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung hatte der Be-

schuldigte zudem die Möglichkeit zur Stellungnahme, von welcher er Gebrauch 

machte (TPF pag. 9.721.028). Damit ist auch den im gleichen Zusammenhang 

erhobenen Rügen die Grundlage entzogen, wonach sein Anspruch auf rechtli-

ches Gehör und der Grundsatz des fairen Verfahrens verletzt worden seien (vgl. 

TPF pag. 9.721.028; CAR pag. 7.300.020). Die weiteren vom Beschuldigten in 

diesem Kontext geäusserten Vorbehalte (Mitwirkung von Funktionären der Pri-

vatklägerschaft / Einordnung als Parteibehauptung / unklare Deklaration von Da-

ten und Aussagen / Motivation zur Berichterstattung / anonymisierte Textpassa-

gen [CAR pag. 7.300.020 ff.]) betreffen im Wesentlichen die inhaltliche Aussage-

kraft des Berichts und damit nicht an dieser Stelle abzuhandelnde Fragen der 

Beweiswürdigung. 

2.2.2.3 Im Berufungsverfahren stellt sich der Beschuldigte auf den Standpunkt, dass 

sämtliche Ermittlungen der KAPO SZ in Verletzung seiner Teilnahmerechte er-

folgt und deshalb unverwertbar seien. Zusammengefasst wird geltend gemacht, 

dass Staatsanwälte die Beweiserhebungen selber durchzuführen hätten und die 

Verfahrensherrschaft mit der formellen Eröffnung der Untersuchung auf die 

Staatanwaltschaft übergegangen sei. Von da an dürfe die Polizei keine weiteren 

selbstständigen Ermittlungen vornehmen, weshalb das Ausmass der vorliegen-

den Strafermittlungen durch die KAPO SZ und die Disparitäten zum Primat des 

Staatsanwaltes und dessen Leitungsfunktion besonders gravierend und damit 

höchst problematisch seien. Beweisabnahmen hätten parteiöffentlich zu erfol-

gen, die Partei- und Anwesenheitsrechte seien bei den Ermittlungen der KAPO 

SZ nicht gewährt worden. Die Beweisabnahmen seien in Abwesenheit des Be-

schuldigten und seiner Verteidigung erfolgt. Die Verteidigung habe den bei den 

Ermittlungen informell einvernommenen Personen keine Fragen stellen können, 

womit die Beweiserhebung unter Verletzung des Teilnahmerechts als fundamen-

taler Pfeiler des Strafprozesses erfolgt seien. Die Beweiserhebungen der KAPO 

SZ seien in Verletzung strafprozessualer Bestimmungen erfolgt und entspre-

chend gerade wegen ihrer Intensität und ihres Umfangs nicht verwertbar (CAR 

pag. 7.300.009 f.). Die Strafrechtspflege steht einzig den vom Gesetz bestimm-

ten Behörden zu (Art. 2 Abs. 1 StPO). Zweck eines Strafverfahrens ist die Wahr-

heitsfindung zur Verfolgung und Beurteilung von strafbaren Handlungen (vgl. 

Art. 6 StPO). Zur Wahrheitsfindung setzen die Strafbehörden alle nach dem 

Stand von Wissenschaft und Erfahrung geeigneten Beweismittel ein, die rechtlich 

zulässig sind. Als Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör hat die Privat-

klägerschaft als Partei im Strafverfahren das Recht, den Strafverfolgungsbehör-

den Beweise zu präsentieren (vgl. VEST/HORBER, Basler Kommentar, 2. Aufl. 

- 34 - 

2014, Art. 107 StPO N. 33 f.). Die Privatklägerschaft darf zwar keine Beweise er-

heben, sie kann aber gegenüber den Strafbehörden Aussagen machen, sowie 

ihnen Unterlagen und andere potentielle Beweismittel aushändigen (vgl. WOHL-

ERS, Beweisverwertungsverbote nach privater Beweiserlangung – wann bzw. un-

ter welchen Voraussetzungen dürfen rechtswidrig durch Private erlangte Beweis-

mittel im Strafverfahren verwertet werden?, forumpoenale Sonderheft 2020, 

S. 198 ff., 202). Betriebsinterne Untersuchungen von privatwirtschaftlichen Un-

ternehmen und öffentlichen Verwaltungsträgern beim Verdacht auf strafbare 

Handlungen entsprechen einem legitimen Interesse, die Ursachen für Regel- 

oder Rechtsverstösse zu kennen, um sie inskünftig beheben zu können. Dass 

die Erkenntnisse solcher Untersuchungen von geschädigten Parteien in ein Straf-

verfahren eingebracht werden, ist häufig der Fall und keineswegs ungewöhnlich. 

Der Beschuldigte macht gerade nicht geltend, die KAPO SZ sei von der BA mit 

der Beweissammlung beauftragt worden. Unbehelflich erwähnt der Beschuldigte 

deshalb, dass die BA weder eine formelle Delegationsverfügung noch eine 

schriftliche Anweisung an die KAPO SZ erlassen habe. Dass die KAPO SZ bei 

ihren internen Untersuchungen gegen eine Rechtsnorm des schweizerischen 

Rechts verstossen hätte, wird nicht behauptet. Die vom Beschuldigten bean-

spruchten Teilnahmerechte bei den von der KAPO SZ autonom durchgeführten 

Abklärungen bestanden nicht. Die fehlende Involvierung und Mitwirkung des Be-

schuldigten und seiner Verteidigung steht der Beweisverwertbarkeit der von der 

KAPO SZ verfassten Berichte und Eingaben nicht entgegen. Es ist damit nicht 

zu beanstanden, dass die internen Untersuchungsberichte der Privatklägerschaft 

Eingang in das vorliegende Strafverfahren gefunden haben. Dabei handelt es 

sich indessen lediglich um Parteibehauptungen, was es bei der Bewertung ihrer 

Beweiskraft zu berücksichtigen gilt. Dass und inwiefern bezüglich der übrigen 

Beweismittel eine Verwertungsproblematik bestehen würde, ist nicht zu erkennen 

und wird auch nicht geltend gemacht. Bei der Beweiswürdigung kann demnach 

auf sämtliche verfügbare Beweismittel abgestellt werden. 

2.2.3 Beweiswürdigung 

2.2.3.1 Anerkannter Sachverhalt und Vorbemerkungen 

 a) Der Beschuldigte bestreitet nicht, dass er als Chef der Logistik der KAPO 

SZ Munitionsbestellungen für sich getätigt und die bestellte Munition nach deren 

Lieferung für sich privat verwendet hat. Im Verlauf des Vorverfahrens und der 

gerichtlichen Verfahren hat er die nachfolgend angeführten Munitionsbestellun-

gen ausdrücklich anerkannt (BA pag. 13-01-0096 ff.; TPF pag. 9.731.019 ff.; 

CAR pag. 7.300.059; CAR pag. 7.401.009 f.): 

 

- 35 - 

Datum Lieferant Bezeichnung Betrag 

06.12.2017 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

2’000 «7.65mm Para FMJ»  

480 «7.5mm LSP PAT 11»  

4’800 «7.5mm GP 11» 

Fr.  2'600.80 

31.10.2017 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

4’800 «7.5mm GP 11»  

8’000 «5.6mm GW PAT 90» 

Fr.  5'200.00 

22.08.2017 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

12’480 «7.5mm GP 11» Fr.  3'744.00 

18.05.2017 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

11'520 «7.5mm GP 11» 

3'000 «5.6mm GW PAT 90» 

Fr.  4'356.00 

31.03.2017 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

9'600 «7.5mm GP 11» 

6'000 «5.6mm GW PAT 90»  

Fr.  4'680.00 

29.08.2017 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

14'400 «7.5mm GP 11» Fr.  4'320.00 

23.06.2016 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

6'720 «7.5mm GP 11» 

8'000 «9mm PIST PAT 14» 

Fr.  4'416.00 

22.03.2016 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

7'200 «7.5mm GP 11» 

7'000 «7.65mm Para FMJ» 

Fr.  4'610.00 

20.10.2015 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

960 «7.5mm LSP PAT 11»  

4'800 «7.5mm GP 11» 

6'000 «5.6mm GW PAT 90» 

Fr.  4'161.60 

04.09.2015 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

5'000 «5.6mm GW PAT 90» 

6'000 «9mm PIST PAT 41» 

Fr.  3'300.00 

23.06.2015 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

6'000 «5.6mm GW PAT 90» 

4'000 «9mm PIST PAT 14» 

Fr.  4'020.00 

08.06.2015 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

5'000 «7.65mm PIST PAT 03» 

800 «7.5mm Mark Pat MG 51» 

Fr.  2'188.00 

16.01.2015 Logistikbasis der Armee 

(LBA) 

4'000 «9mm PIST PAT 14» 

8 «2 Knall Nico» 

8'640 «7.5mm GP 11» 

Fr.  4'344.00 

21.12.2017  

(Datum Rech-

nung) 

H. GmbH 1'200 «Pistolenpatrone 03 

Kaliber 7.65mm» 

Fr.     492.50 

22.03.2017 E. AG 200 «.308 Win Swiss P AP» Fr.  1'183.00 

Gesamtbetrag der Bestellungen Fr. 53'615.90 

 Es ist kein Grund ersichtlich, weshalb nicht auf das vom Beschuldigten im Verlauf 

des vorliegenden Strafverfahrens mehrfach bestätigte Geständnis abgestellt wer-

den könnte. Soweit anerkannt, ist demnach von einem rechtsgenügend erstellten 

Anklagesachverhalt auszugehen. 

- 36 - 

 b) Die Vorinstanz hat den dem Beschuldigten in der Anklage vorgeworfenen 

Sachverhalt auch im von ihm umstrittenen Umfang ganz weitgehend als erstellt 

erachtet. Als Beweisergebnis hält die Vorinstanz fest, dem Beschuldigten könne 

rechtsgenügend nachgewiesen werden, dass er bei der LBA, der G. AG, der H. 

GmbH sowie der E. AG über die KAPO SZ für sich privat Munition im Gesamtbe-

trag von Fr. 181'659.10 bestellt und schliesslich verwendet habe. Einzig bezüg-

lich der Bestellung eines Gurthalters «Uncle Mike» bei der G. AG im Betrag von 

Fr. 320.70 sowie der Bestellung bei der I. AG im Betrag von Fr. 1'333.80 erach-

tete die Vorinstanz – was im Berufungsverfahren nicht mehr zur Diskussion steht 

– die Beweislage als unzureichend und den Sachverhalt als nicht erstellt (Urteil 

SK.2020.51 E. 3.3.3.1). Bei der Sachverhaltserstellung geht die Vorinstanz so 

vor, dass sie die dem Beschuldigten vorgeworfenen unrechtmässigen Munitions-

bestellungen analog der Auflistung in der Anklageschrift in nach dem jeweiligen 

Lieferanten gegliederte Tatkomplexe («Bestellungen bei der Logistikbasis der Ar-

mee [LBA]» [Urteil SK.2020.51 E. 3.3.3.3] / «Bestellungen bei der G. AG [Urteil 

SK.2020.51 E. 3.3.3.4] / «Bestellungen bei der H. GmbH» [Urteil SK.2020.51 

E. 3.3.3.5] / «Bestellungen bei der E. AG [Urteil SK.2020.51 E. 3.3.3.7]) unterteilt 

und jeweils einer gesonderten Beweiswürdigung unterzieht. Die von der Vo-

rinstanz zur Führung des Schuldbeweises berücksichtigten Beweismittel und In-

dizien sind jedoch überwiegend die gleichen und in diesem Sinne von überge-

ordneter Bedeutung. Es erscheint daher sinnvoll, auch die Anklagevorwürfe aus 

einer ganzheitlichen Perspektive zu betrachten. Im Sinne der erforderlichen Ge-

samtwürdigung aller Beweismittel lässt sich dabei berücksichtigen, ob und inwie-

fern sich diese gegenseitig bedingen und voneinander abhängen. Ein solches 

Vorgehen ermöglicht es auch, auf die vom Beschuldigten im Berufungsverfahren 

gegen die erstinstanzliche Beweiswürdigung vorgetragene Kritik auf die konkrete 

Thematik bezogen einzugehen. 

2.2.3.2 Bestellwesen und Bestellkompetenzen bei der KAPO SZ 

 a) Es steht unbestritten fest, dass der Beschuldigte im angeklagten Delikts-

zeitraum in der Funktion als Leiter Logistik bei der KAPO SZ angestellt und für 

die Materialbeschaffung und Ausrüstung des Korps der KAPO SZ zuständig war. 

Die ihm zur Last gelegten Delikte soll der Beschuldigte allesamt in Ausübung 

seiner Tätigkeit begangen haben. Der Beschuldigte hat das Bestellwesen bei der 

KAPO SZ und die konkreten Bestellabläufe im Verlauf des Verfahrens wiederholt 

erläutert. So gab er an, dass er die an ihn herangetragenen Bestellaufträge aus-

geführt habe, wobei verschiedene Polizeifunktionäre über ihn bestellt hätten. Er 

sei oftmals von anderen Polizisten auf benötigtes Material angesprochen worden. 

In Absprache mit ihm habe jedermann bestellen können. Er sei der Einkäufer der 

KAPO SZ gewesen und habe ungefähr zwischen 900 und 1'000 Bestellungen 

pro Jahr gemacht, wobei die Bestellungen auch Waffen und Munition umfasst 

- 37 - 

hätten. Munition habe er eigentlich immer schriftlich bestellt. Seine Aufgabe sei 

der organisatorische Ablauf gewesen, er habe die bei ihm eingegangenen Be-

stellungen und damit zusammenhängenden Rechnungen abgewickelt. Die Rech-

nungen habe er abgelegt, wobei jede Rechnung vor der Bezahlung von einem 

Vorgesetzten habe visiert werden müssen. Die Rechnungen habe er auch im in-

ternen Buchungsprogramm eingetragen. Er sei bei der Kantonspolizei für die 

Führung von vier Buchhaltungskonten zuständig gewesen. Für Bestellungen 

über einen Betrag von Fr. 5'000.00 habe er eine Offerte eingeholt, einen Arbeits-

auftrag erstellt. Dies habe er sodann einem Vorgesetzten zur Visierung vorlegen 

müssen. Dieser Arbeitsauftrag habe vor der Bestellung und vor der Lieferung er-

stellt werden müssen. Er sei dafür verantwortlich gewesen, dass die tatsächlich 

bestellte Ware geliefert werde. Ob die bestellte Ware bei der KAPO SZ auch tat-

sächlich Verwendung gefunden habe, sei nicht seine Aufgabe gewesen (BA 

pag. 13-01-0101 ff.; BA pag. 13-01-0118 und 0132 ff.; TPF pag. 9.731.021 ff.; 

CAR pag. 7.401. 010 ff.). 

 b) Die Vorinstanz hält für erstellt und unbestritten, dass sämtliche der dem Be-

schuldigten vorgeworfenen Bestellungen im Namen der KAPO SZ durch ihn als 

Leiter Logistik vorgenommen und durch die KAPO SZ bezahlt worden seien (Ur-

teil SK.2020.51 E. 3.3.3.1). Der Umstand alleine, dass der Beschuldigte die frag-

lichen Bestellungen veranlasst hat, ist jedenfalls kein Indiz für dessen Täter-

schaft. Wie den Aussagen des Beschuldigten entnommen werden kann, konnten 

eine beliebige Anzahl Polizeimitarbeiter bei ihm Bestellungen veranlassen. Mit 

Recht weist die Verteidigung zudem darauf hin (CAR pag. 7.300.030), dass es 

innerhalb der KAPO SZ verschiedene Stellen gegeben hat, die selbstständig Mu-

nitionsbestellungen machen konnten. Im von der KAPO SZ vorgelegten Bericht 

vom 28. November 2019 über «die Überprüfung von Bestellungen, Lieferungen 

und Verwendungszwecken von Waffen und Munition bei der KAPO SZ in den 

Jahren 2008 bis 2018» (BA pag. 15-01-0077) werden mehrere Diensteinheiten 

genannt, die ebenfalls Munitionsbestellungen vornehmen konnten. Dies betrifft 

einmal den Dienst «Schiessen, Taktik und Selbstverteidigung» (STS), wozu im 

Bericht angegeben wird, die meisten Bestellungen von Munition seien bei der 

KAPO SZ im Zusammenhang mit dieser Einheit erfolgt. Die Munitionsbestellun-

gen seien jeweils zentral über den Beschuldigten gelaufen, wobei die Mitarbeiter 

des Dienstes die Bestellungen teilweise vorbereitet und nötigenfalls auch Offer-

ten eingeholt hätten (BA pag. 15-01-0080). Auch bezüglich der Diensteinheit 

«Sondergruppe K.» kann dem Bericht entnommen werden, dass diese teilweise 

selber Munition bestellt habe, wobei die Bestellungen «im Normalfall» direkt 

durch den Materialchef der Sondergruppe getätigt worden seien. Nur in Ausnah-

mefällen, wenn grosse Mengen Munition oder spezielle Munition zu bestellen ge-

wesen seien, seien die Bestellungen über den Beschuldigten erfolgt (BA pag. 15-

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01-0081). Des Weiteren geht der Bericht auf die Bestellungen für den «Detache-

ment Ordnungsdienst» (nachfolgend: OD) und für von Korpsangehörigen benö-

tigte Munition ein. Die vom OD benutzten Munitionstypen seien zentral über den 

Beschuldigten, die Munition für Korpsangehörige durch den Dienst «STS» be-

stellt worden (BA pag. 15-01-0082). Die soeben aus dem Bericht der KAPO SZ 

zitierten Aussagen werden im vorinstanzlichen Urteil zwar ebenfalls erwähnt (Ur-

teil SK.2020.51 E. 3.3.2.2 b), in der Folge jedoch nicht e