# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e38a6c66-94f6-56e1-8b72-6ced47277767
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2010-04-09
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 09.04.2010 SK1 2010 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2010-1_2010-04-09.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 9. April 2010 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 10 1 (nicht mündlich eröffnet)

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 16. Dezember 2010 abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war).

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Präsident Brunner und Kantonsrichterin Michael Dürst
Redaktion Aktuarin ad hoc Gadient Stecher

In der strafrechtlichen Berufung

des X., Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. 
Jean-Pierre Menge, Quaderstrasse 5, 7002 Chur, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses I. vom 3. November 2009, mitgeteilt 
am 15. Dezember 2009, in Sachen der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n -
d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Anklägerin und Berufungsbeklagte, gegen 
den Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend Raufhandel,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. X. wurde am _ geboren und wuchs zusammen mit fünf Geschwistern bei 
den Eltern im M. auf. Er besuchte während elf Jahren die Schule. Anschliessend 
erlernte er den Beruf eines Schuhmachers. Weil er in seinem Heimatland eigenen 
Angaben zufolge politisch verfolgt wird, kam er im Jahr 2001 in die Schweiz, wo er 
ein Asylgesuch einreichte. Während neun Monaten war er bei der Firma J. in L. 
als Maler tätig. Seit 2006 betreibt er unter dem Namen „K.“ eine eigene Firma. 
Sein durchschnittliches Monatseinkommen beziffert er auf Fr. 4'000.-- bis Fr. 
5'000.--. Für den Kauf von Fahrzeugen hat er bei Freunden und Familie den Be-
trag von Fr. 180'000.-- aufgenommen.

X. ist mit F. verheiratet. Gemeinsam haben sie drei Kinder (geboren 1984, 1985 
und 1994).

X. ist im Schweizerischen Strafregister nicht verzeichnet und geniesst einen guten 
Leumund.

B. Mit Verfügung vom 23. Oktober 2008 eröffnete die Staatsanwaltschaft 
Graubünden eine Strafuntersuchung gegen X. wegen Beteiligung an einem Rauf-
handel. Am 21. Januar 2009 stellte die Staatsanwaltschaft dem Kreisamt O. einen 
Mandatsantrag bei Verbrechen und Vergehen. Mit Strafmandat des Kreispräsidi-
ums O. vom 31. März 2009, mitgeteilt am 2. April 2009, wurde X. wegen Raufhan-
dels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe 
von 25 Tagessätzen zu je Fr. 70.--, bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren, 
und zur Bezahlung einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt. Dagegen liess dieser mit 
Schreiben vom 9. April 2009 frist- und formgerecht Einsprache erheben. Die Akten 
wurden in der Folge der Staatsanwaltschaft zur Durchführung des ordentlichen 
Verfahrens überwiesen. Die Schlussverfügung erging am 28. Mai 2009.

C. Mit Anklageverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 8. Juli 2009 
wurde X. wegen Raufhandels gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB in Anklagezustand 
versetzt. Dieser Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft 
Graubünden vom 8. Juli 2009 folgender Sachverhalt zugrunde:

„Der Angeklagte wollte am 5. September 2008 kurz nach 21.30 Uhr mit sei-
nem Fahrzeug, das er vor seinem Wohnhaus an der N. in O. abgestellt hat-
te, ins Stadtzentrum fahren. Dabei stellte er fest, dass A. seinen P. unbe-
rechtigterweise auf einem Besucherparkplatz der Liegenschaft an der N. 
abgestellt hatte. Beim Wegfahren machte der Angeklagte A., der sich in 
Begleitung von B. und C. befand, auf diesen Umstand aufmerksam. In der 

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Folge kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung, in deren Verlauf X. 
aus seinem Fahrzeug ausstieg. Da die anschliessende Diskussion nur zu 
weiteren gegenseitigen Beschimpfungen führte, begab sich der Angeklagte 
zur Hauswartin E. und forderte diese auf, das Kontrollschild des Fahrzeu-
ges von A. zu notieren. Nach einer weiteren, von B. ausgesprochenen Be-
leidigung bzw. Beschimpfung verpasste der Angeklagte diesem einen 
Schlag ins Gesicht. Daraufhin griffen B., A. und C. den Angeklagten an, 
wobei dieser sowie A. und C. in einen Dornenbusch fielen. Trotzdem schlu-
gen die drei jungen Männer mehrmals mit Fäusten und Füssen auf X. ein. 
E., ein unbeteiligter Kollege der drei jungen Männer und die Ehefrau des 
Angeklagten versuchten, die drei Männer vom Angeklagten wegzureissen, 
was ihnen auch gelang.

X. erlitt bei dieser Auseinandersetzung mehrfache Prellungen im Gesicht, 
an Armen und Beinen sowie Rippenprellungen links und eine Bruch der 
Querfortsätze der Lendenwirbelkörper I – III. Er war vom 5. – 10. Septem-
ber 2008 im Kantonsspital Graubünden hospitalisiert. Der Angeklagte ei-
nerseits sowie A., B. und C. anderseits stellten gegenseitig Strafantrag we-
gen Körperverletzung bzw. Tätlichkeiten.

Mit Strafmandaten vom 31. März 2009 sprach der Kreispräsident-
Stellvertreter O. X., C., B. und A. schuldig des Raufhandels gemäss Art. 
133 Abs. 1 StGB. Der Angeklagte, der zu einer bedingten Geldstrafe von 25 
Tagessätzen zu je Fr. 70.-- sowie zu einer Busse von Fr. 500.-- verurteilt 
wurde, erhob gegen das Strafmandat rechtzeitig Einsprache. Die Strafman-
date gegen B., A. und C. erwuchsen in Rechtskraft.“

D. Mit Urteil vom 3. November 2009, mitgeteilt am 15. Dezember 2009, er-
kannte der Bezirksgerichtsauschuss I. wie folgt:

„1. X. ist schuldig der Beteiligung an einem Raufhandel gemäss Art. 133 
Abs. 1 StGB.

2. Dafür wird X. mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen à CHF 70.00 
und einer Busse von CHF 400.00 bestraft.

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit von 
zwei Jahren aufgeschoben.

4. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt fünf Tage. Sie tritt an 
die Stelle der Busse, soweit diese nicht bezahlt wird.

5. Die Kosten des Verfahrens von CHF 3'975.00 (Untersuchungskosten 
der Staatsanwaltschaft Graubünden von CHF 1'975.00, Gerichtskos-
ten von CHF 2'000.00) gehen zu Lasten von X..

X. schuldet dem Bezirksgericht I. folglich Total CHF 4'375.00 (Busse 
von CHF 400.00, Verfahrenskosten von CHF 3'975.00). Dieser Be-
trag ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Urteils auf das PC-Konto 
70-3596-3 des Bezirksgerichtes I. zu überweisen.

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6. (Rechtsmittelbelehrung)

7. (Mitteilung).“

E. Gegen dieses Urteil reichte X. am 4. Januar 2010 beim Kantonsgericht von 
Graubünden Berufung ein und stellte folgendes Rechtsbegehren:

„1. Das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses I. vom 3.11.2009 sei 
vollumfänglich aufzuheben und der Berufungskläger sei von Schuld 
und Strafe freizusprechen.

2. Sollte der Berufungskläger des Raufhandels schuldig gesprochen 
werden, so ist in Anwendung von Art. 54 StGB von einer Bestrafung 
Umgang zu nehmen.

3. Eventualiter sei im Falle einer Verurteilung wegen Raufhandels die 
Strafe in Anwendung von Art. 48 lit. c StGB zu mildern und in An-
wendung von Art. 48a StGB eine Busse im Betrage von Fr. 1.-- aus-
zusprechen.

4. Subeventualiter sei im Falle einer Verurteilung wegen Tätlichkeit 
gemäss Art. 126 StGB in Anwendung von Art. 54 StGB von einer 
Bestrafung Umgang zu nehmen.

5. Subsubeventualiter sei im Falle einer Verurteilung wegen Tätlichkeit 
gemäss Art. 126 StGB eine Busse von Fr. 1.-- auszusprechen.

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich 7.6% MWSt.“

F. Mit Vernehmlassung vom 25./26. Januar 2010 beantragte die Staatsanwalt-
schaft Graubünden die kostenfällige Abweisung der Berufung unter Hinweis auf 
die Akten, das zutreffende Urteil des Bezirksgerichtsausschusses I. sowie auf die 
Ausführungen des Anklagevertreters vor erster Instanz. Der Bezirksgerichtsaus-
schuss I. verzichtete mit Schreiben vom 1. Februar 2010 auf die Einreichung einer 
Vernehmlassung.

Auf die Begründung der Anträge sowie die weiteren Ausführungen im ange-
fochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1. Gemäss Art. 141 Abs. 1 des Gesetzes über die Strafrechtspflege (StPO; 
BR 350.00) können Verurteilte und der Staatsanwalt gegen Urteile und Beschlüs-
se der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse beim Kantonsgericht Berufung einle-

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gen. Die Berufung ist innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des 
Entscheids und unter Beilage des angefochtenen Entscheids einzureichen. Sie ist 
zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheids 
gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten 
werden (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen vermag die vorliegende 
Berufung zu genügen, weshalb auf sie einzutreten ist.

2. Die I. Strafkammer des Kantonsgerichts überprüft das erstinstanzliche Urteil 
in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht im Rahmen der gestellten Anträge frei 
(Art. 146 Abs. 1 StPO). Sie besitzt eine umfassende, uneingeschränkte Kogniti-
onsbefugnis. Wenn die Aktenlage die Beurteilung zulässt und keine Verletzung 
des rechtlichen Gehörs vorliegt oder der Mangel geheilt ist, entscheidet die 
I. Strafkammer in der Sache selber (Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario; Padrutt, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Auflage, O. 
1996, S. 376).

3. Der Vorsitzende kann eine mündliche Verhandlung von sich aus oder auf 
Antrag der Parteien anordnen, wenn die persönliche Befragung des Angeklagten 
für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 Abs. 1 StPO). Findet 
keine mündliche Verhandlung statt, so trifft die I. Strafkammer ihren Entscheid oh-
ne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte 
in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von der kantonalen Verfahrensord-
nung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch darauf, dass seine Sache in billiger 
Weise öffentlich gehört wird. Das Gebot der Verfahrensöffentlichkeit unter dem 
Vorbehalt von Art. 107 StPO gilt dem Grundsatz nach nicht nur für das erstin-
stanzliche Strafverfahren, sondern erstreckt sich auf die Gesamtheit eines Straf-
verfahrens inklusive des gesamten Rechtsmittelweges, somit auch auf das Beru-
fungsverfahren gemäss Art. 141 ff. StPO. Der Betroffene kann auf die Durch-
führung einer mündlichen Berufungsverhandlung von sich aus verzichten. Voraus-
setzung eines wirksamen Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird oder sich 
aus dem Stillschweigen des Betroffenen eindeutig ergibt.

Der anwaltlich vertretene Berufungskläger hat im vorliegenden Fall nicht die 
Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung verlangt. Daraus kann auf 
einen wirksamen Verzicht geschlossen werden. Es besteht aber auch kein Grund, 
dass das urteilende Gericht von sich aus (vgl. hierzu Art. 144 Abs. 1 StPO) eine 
mündliche Berufungsverhandlung anordnet, nachdem die Vorinstanz öffentlich 
verhandelt hat, bezüglich des strittigen Sachverhalts keine zusätzlichen Auf-
schlüsse von einer mündlichen Verhandlung zu erwarten sind, eine reformatio in 

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peius ausgeschlossen ist und sich ferner im vorliegenden Fall keine Fragen zur 
Person und zum Charakter des Berufungsklägers stellen, welche sich nicht mit 
genügender Hinlänglichkeit aufgrund der Akten beantworten lassen. Zudem steht 
einem nichtöffentlichen Verfahren kein öffentliches Interesse entgegen (vgl. BGE 
119 Ia 316 E. 2b S. 318 f.; Art. 107 StPO; ZGRG 2/99, S. 46; ZR 99/2000 Nr. 36). 
Die streitige Strafsache kann somit gestützt auf die vorliegenden Akten sachge-
recht entschieden werden. Ein persönliches Vortreten des Berufungsklägers er-
scheint nicht als notwendig.

4. Der Berufungskläger bestreitet die Beteiligung an einem Raufhandel 
gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB. Er habe keinen Faustschlag gegen den Kopf von B. 
ausgeführt, sondern lediglich eine Abwehrbewegung gemacht, nachdem dieser 
die Hand gegen ihn erhoben habe. Es gilt damit entsprechend der vorgebrachten 
Rügen zu prüfen, ob die Vorinstanz aufgrund der vorliegenden Beweismittel zu 
Recht zur Überzeugung gelangt ist, dass X. den ihm zur Last gelegten Sachver-
halt verwirklicht hat.

a) Der aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessende Grundsatz „in 
dubio pro reo“, der auch als Leitgedanke im Bündner Strafprozessrecht gilt (vgl. 
u.a. PKG 1978 Nr. 31 und 1996 Nr. 38), ist ein Aspekt der in diesen Normen statu-
ierten Unschuldsvermutung. Als Beweislastregel besagt die Maxime, dass es Sa-
che der Anklagebehörde ist, die Schuld des Angeklagten zu beweisen. Es liegt 
nicht an diesem, seine Unschuld nachzuweisen. Er ist freizusprechen, wenn der 
Richter nicht sämtliche schuld- und strafbegründenden Tatsachen für nachgewie-
sen erachtet. Als Beweiswürdigungsregel bedeutet der Grundsatz „im Zweifel zu-
gunsten des Angeklagten“, dass sich der Strafrichter nicht von der Existenz eines 
für den Angeklagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären darf, wenn bei 
objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht 
hat. Ist der Ablauf des tatsächlichen Geschehens in einer Strafsache zweifelhaft, 
muss der Strafrichter seinem Urteil die für den Angeklagten günstigere Annahme 
zugrunde legen (BGE 120 Ia 31 E. 2a - 2c m.w.H.; 127 I 38 E. 2a; Padrutt, a.a.O., 
S. 306 f. m.w.H. auf die kantonale Rechtsprechung). An den Beweis der tatsächli-
chen Voraussetzungen der Schuld- und Straffrage sind hohe Anforderungen zu 
stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahrscheinlichkeit, nicht jedoch ein 
absoluter Beweis der Täterschaft. Nur theoretische und abstrakte Zweifel sind 
nicht massgebend. Hingegen hat ein Freispruch zu erfolgen beim Vorliegen erheb-
licher und unüberwindlicher Zweifel, die sich bei objektiver Würdigung des ganzen 
Beweisergebnisses offensichtlich aufdrängen, sich jedem kritischen und vernünfti-
gen Menschen stellen und durch die erhobenen Beweise und Indizien nicht besei-

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tigen lassen (Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 
6. Auflage, Basel 2005, § 54 N 12 ff.; Schmid, Strafprozessrecht, 4. Auflage, 
Zürich/Basel/Genf 2004, § 17 N 296; PKG 1987 Nr. 12; Padrutt, a.a.O., S. 307; 
BGE 120 Ia 31 E. 2c; 124 IV 86 E. 2a; 127 I 38 E. 2a).

Bei der Würdigung der Beweismittel entscheidet das Gericht gemäss 
Art. 125 Abs. 2 StPO nach freier, in der Hauptverhandlung gewonnener Überzeu-
gung ohne Bindung an Beweisregeln. Der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
verbietet eine Rangordnung der Beweismittel (BGE 115 IV 268 f.; 103 IV 300). Bei 
der Beweiswürdigung ist nicht die Form, sondern der Gesamteindruck, das heisst 
die Art und Weise der Bekundung, sowie die Überzeugungskraft der Beweismittel 
im Einzelfall, entscheidend (Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 54 N 5). Sind 
Aussagen zu würdigen, steht nicht die Glaubwürdigkeit der befragten Person, 
sondern die Glaubhaftigkeit der Aussage im Vordergrund. Kennzeichen für eine 
wahrheitsgetreue Aussage bilden die innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit 
in der Darstellung des Geschehensablaufes, die konkrete, anschauliche Wieder-
gabe des Ereignisses, wie sie nur von dem zu erwarten ist, der den Vorfall selbst 
erlebt hat, die Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle 
und die Konstanz in der Aussage im Zuge verschiedener Befragungen. Bei wahr-
heitswidrigen Aussagen fehlen diese Kennzeichen regelmässig. Kriterien des 
glaubhaften Aussageinhalts sind weiter der Grad der Detaillierung und inhaltlichen 
Besonderheit sowie der Homogenität der Aussage. Die Richtigkeit einer Depositi-
on ist sodann auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfahrungen und dem Er-
gebnis der übrigen Beweiserhebungen zu überprüfen. Als Indizien für bewusst 
oder unbewusst falsche Aussagen gelten Unstimmigkeiten oder grobe Wider-
sprüche in den eigenen Aussagen, Zurücknahme sowie unklare, ausweichende 
und als eingeübt wirkende Antworten (Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess 
mit Berücksichtigung des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 311 m.H., 315 f.). Die 
Rechtsregel „in dubio pro reo“ kommt nicht schon zur Anwendung, wenn Aussage 
gegen Aussage steht. Es ist anhand sämtlicher, sich aus den Akten ergebender 
Umstände und unter Vornahme einer kritischen Analyse hinsichtlich Person, Aus-
sageinhalt und Ausdruckserscheinung zu untersuchen, ob die Darstellung der An-
klage oder die des Angeklagten den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn 
eine Überzeugung in keiner Richtung zu gewinnen ist, muss der für den Angeklag-
ten günstigere Sachverhalt angenommen werden (PKG 1978 Nr. 31; 1996 Nr. 38; 
Padrutt, a.a.O., S. 307) und ein Freispruch erfolgen.

b) Die Vorinstanz ist nach Würdigung der ihr vorliegenden Beweise zum Er-
gebnis gelangt, dass es am fraglichen Abend zunächst zu einer verbalen Ausein-

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andersetzung aufgrund unberechtigten Parkierens zwischen X. und mehreren jun-
gen Männern gekommen war. In deren Verlauf habe sodann X. einen Faustschlag 
gegen das Gesicht von B. ausgeführt, worauf es zu einer tätlichen Auseinander-
setzung mit Verletzungsfolge für den Berufungskläger gekommen sei. Die Vorin-
stanz stellte dabei insbesondere auf die Aussagen der Hausabwartin E. ab, wel-
che während des Vorfalls zugegen war.

c) Fest steht zunächst, dass es am Abend des 5. September 2008 zu einer 
zunächst verbalen Auseinandersetzung zwischen dem Berufungskläger und meh-
reren jungen Männern gekommen war. Der Berufungskläger hatte A. darauf auf-
merksam gemacht, dass er sein Fahrzeug unberechtigt auf einem Besucherpark-
platz der Liegenschaft N. abgestellt habe, was zu einer hitzigen Diskussion zwi-
schen den Parteien führte, während welcher auch Schimpfworte und Beleidigun-
gen fielen, worauf der Berufungskläger die Hausabwartin E. herbeiholte. In der 
Folge kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten, 
deren genauer Hergang umstritten ist.

ca) Aus dem Arztbericht vom 15. September 2008 (act. 6.10) sowie dem Aus-
trittsbericht vom 9. September 2008 (act. 6.11) des Kantonsspitals Graubünden 
ergibt sich, dass X. als Folge der körperlichen Auseinandersetzung vom 5. Sep-
tember 2008 mehrfache Prellungen sowie Schürfungen im Gesicht, an Armen und 
Beinen, Rippenprellungen und Brüche der Querfortsätze der Lendenwirbelkörper 1 
– 3 erlitten hatte. Er befand sich aufgrund dieser Verletzungen vom 5. bis 10. Sep-
tember 2008 in Spitalpflege und war vom 5. bis 21. September 2008 arbeitsun-
fähig. Lebensgefahr habe nicht bestanden und bleibende Nachteile seien nicht zu 
erwarten.

Dr. med. G., welcher X. am 12. September 2008 sowie in der darauf fol-
genden Woche behandelte, führte in seinem ärztlichen Zeugnis vom 24. Dezem-
ber 2008 (Akten Bezirksgericht I. act. 6) aus, gemäss Verletzungsart und insbe-
sondere aufgrund der brutalen Vorgehensweise der Täter müsse von einer schwe-
ren Körperverletzung gesprochen werden, die bei einer körperlich weniger stabilen 
Person lebensgefährliche Auswirkungen hätte haben können. Es bestünden ein 
psychischer Schockzustand und eine Destabilisierung der Stützstrukturen im Rü-
ckenbereich mit noch nicht absehbaren Folgen.

cb) X. wurde zum Hergang des Tatgeschehens erstmals am 16. September 
2008 polizeilich einvernommen (act. 6.5). Im Wesentlichen legte er dar, dass er 
sich am betreffenden Abend gemeinsam mit seiner Ehefrau mit dem Personenwa-

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gen, welchen er auf einem der Besucherparkplätze seines Wohnhauses an der N. 
parkiert habe, habe in die Stadt begeben wollen. Auf den betreffenden Besucher-
parkplätzen habe auch ein junger Mann sein Fahrzeug parkiert, zwei weitere 
Männer hätten sich ebenfalls dort aufgehalten. Als er vorbeigefahren sei, hätten 
diese Schimpfworte gegen ihn geäussert, worauf er ausgestiegen sei und es zu 
einer Diskussion gekommen sei. Er habe geantwortet, was sie ihm gesagt hätten, 
gelte für sie und ihre Familien ebenfalls. Er habe dem jungen Mann dann gesagt, 
dass er hier nicht parkieren dürfe. Da die Männer nicht gegangen seien, habe er 
die Hausabwartin E. geholt. Mittlerweile seien es vier Männer gewesen. Während 
diese mit E. diskutiert hätten, habe einer zu ihm gesagt, dass er ihn an seinen Ei-
ern lutschen könne. Daraufhin habe er diesem jungen Mann mit seiner rechten 
Hand einen Faustschlag auf seinen Kopf ausgeteilt. Er könne nicht mehr sagen, 
ob er getroffen habe. Sodann seien die anderen drei Männer auf ihn losgegangen 
und er sei gemeinsam mit einem in einen Busch gefallen. Die anderen drei hätten 
mit Händen und Füssen auf ihn eingeschlagen und ihn am Rücken, im Rippenbe-
reich und im Gesicht getroffen. Er selbst habe immer noch den einen Mann fest-
gehalten und habe niemanden mehr geschlagen. Seiner Frau und E. sei es 
schliesslich gelungen, die Männer von ihm wegzuziehen.

Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 8. Mai 2009 
(act. 7.5) legte X. dann abweichend dar, nachdem einer der Jugendlichen auf ihn 
zugekommen sei, die Hand an sein Geschlechtsteil gehalten und mit der anderen 
Hand ausgeholt habe, als ob er ihn habe schlagen wollen, habe er selbst nur mit 
seinem Arm ausgeholt, jedoch niemanden getroffen. Sodann seien die anderen 
drei Jugendlichen auf ihn losgegangen. Seine Aussage gegenüber der Polizei be-
züglich des Faustschlages sei nicht korrekt. Er sei damals noch rekonvaleszent 
gewesen und habe kaum auf dem Stuhl sitzen können. Er habe auch das Proto-
koll nicht gelesen. E. habe das Ganze nicht beobachten können, weil sie mit C. 
geredet und ihm den Rücken zugedreht habe.

Anlässlich der Einvernahme des Polizeibeamten H., welcher die Einver-
nahme des Berufungsklägers durchgeführt hatte, vom 27. Mai 2009 (act. 7.6) 
bestätigte X., dass dieser ihm das Protokoll vorgelesen habe, bevor er es unter-
zeichnet habe. Seine Aussage bezüglich des Faustschlages sei richtig wiederge-
geben. Er sei sich jedoch beinahe sicher, dass er niemanden getroffen habe.

cc) E., die Hausabwartin der Liegenschaft N., sagte gegenüber der Polizei am 
6. September 2008 (act. 6.2) im Wesentlichen aus, auf Verlangen des Mieters X. 
habe sie sich am vergangenen Abend zu den Besucherparkplätzen begeben, wo 

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sich mehrere junge Männer, unter anderem C., welcher in einer Nachbarliegen-
schaft wohne, aufgehalten hätten. Während sie mit diesem gesprochen habe, ha-
be zwischen X. und den jungen Männern eine verbale Auseinandersetzung be-
gonnen. Sie hätten sich gegenseitig mit Wörtern wie „Nuttensohn“ und „Arschloch“ 
beschimpft. X., welcher hinter ihr gestanden sei, habe dann plötzlich den neben ihr 
stehenden jungen Mann mit der Faust oder Hand ins Gesicht geschlagen. Wie er 
ihn genau getroffen habe, habe sie nicht gesehen. Aufgrund dieses Schlages hät-
ten der Angegriffene, C. und ein weiterer junger Mann X. angegriffen, worauf die-
ser rücklings in eine Rabatte gefallen sei. Zwei der Männer seien ebenfalls hinge-
fallen. Ein dritter junger Mann habe dann X. mehrmals in den Rücken getreten. 
Die andern hätten mit den Fäusten auf ihn eingeschlagen. Sie könne nicht sagen, 
ob sich dieser gewehrt habe. Sie habe dann versucht, die Schlagenden von X. 
wegzuziehen, worauf diese von ihm abgelassen hätten. Auch in der Folge hätten 
sich die beiden Parteien noch aufs Übelste beschimpft. Die heftige körperliche 
Auseinandersetzung sei sicherlich auf den ersten Schlag von X. zurückzuführen. 
Sie habe den Eindruck gehabt, dass sie sich gut mit den jungen Männern habe 
unterhalten können und diese wohl bald weggefahren wären. Es habe schon 
mehrmals verbale Auseinandersetzungen zwischen den jungen Männern und X. 
gegeben.

Anlässlich der untersuchungsrichterlichen Einvernahmen vom 20. Januar 
2009 (act. 7.4) und 27. Mai 2009 (act. 7.7) als Zeugin, bestätigte E. diese Aussa-
gen vollumfänglich.

cd) A. (act. 6.3, 7.1), C. (act. 6.7, 7.3), B. (act. 6.8, 7.2) und der ebenfalls anwe-
sende D. (act. 6.4) sagten sowohl anlässlich der polizeilichen als auch der unter-
suchungsrichterlichen Einvernahmen übereinstimmend aus, dass X. nach gegen-
seitigen Beschimpfungen den ersten Schlag gegen B. ausgeführt habe, worauf sie 
sich auf diesen gestürzt hätten und es zu der weiteren körperlichen Auseinander-
setzung gekommen sei.

ce) F., die Ehefrau von X., sagte sowohl anlässlich der polizeilichen Einver-
nahme vom 16. September 2008 (act. 6.6) als auch der untersuchungsrichterli-
chen Einvernahme als Zeugin vom 23. Juni 2009 (act. 7.8) aus, dass die Jugendli-
chen Schimpfworte gegen sie ausgesprochen hätten, als sie am betreffenden 
Abend mit ihrem PW vorbeigefahren seien. Ihr Mann sei dann ausgestiegen und 
habe begonnen, mit den Männern zu diskutieren, er habe die Schimpfworte 
zurückgegeben. Schliesslich habe er die Hausabwartin geholt. Sie habe sich noch 
im Auto befunden und gesehen, wie einer der Männer ihren Mann umgestossen 

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habe. Ein Jugendlicher habe dann auf ihren Mann eingeschlagen, ob dieser sich 
gewehrt oder auch geschlagen habe, habe sie nicht gesehen.

d) Damit ist festzustellen, dass bezüglich des Beginns der Schlägerei 
zunächst alle befragten Zeugen und Auskunftspersonen sowie auch alle Tatbetei-
ligten übereinstimmend aussagten, der verbale Streit sei eskaliert, nachdem X. auf 
eine Beleidigung von B. mit einem Schlag mit der Hand bzw. Faust gegen dessen 
Kopf reagiert hatte. Dabei stehen die Aussagen der Zeugin E. im Vordergrund, 
welche anlässlich sämtlicher Einvernahmen glaubhaft dargelegt hat, dass sie be-
obachtet habe, dass X. den neben ihr stehenden B. mit Faust oder Hand ins Ge-
sicht geschlagen habe. Sie konnte zwar nicht mehr sagen, wie genau dieser ge-
troffen worden war, liess jedoch keinen Zweifel daran, dass er tatsächlich getrof-
fen wurde und es sich nicht nur um einen Schlag in die Luft gehandelt hatte. Da B. 
nahe bei ihr gestanden hatte, dürfte dies aufgrund dessen Reaktion auf den 
Schlag für sie auch klar erkennbar gewesen sein. Sie schilderte auch den weiteren 
Geschehensablauf nachvollziehbar und frei von Widersprüchen. Ihre Darlegungen 
erfolgten unter Hinweis auf die Strafandrohung von Art. 307 StGB und erscheinen 
insbesondere auch deshalb als überzeugend und glaubhaft, weil sie zwar feststell-
te, dass ihrer Ansicht nach dieser erste Schlag von X. Auslöser für die tätliche 
Auseinandersetzung gewesen war, sie aber im Folgenden auch ebenso klar dar-
legte, dass sich im weiteren Verlauf die jungen Männer unangemessenen verhal-
ten hatten, indem sie den am Boden liegenden Berufungskläger in Überzahl mehr-
fach schlugen bzw. mit Füssen traten. Es liegen damit entgegen der Darstellung 
des Berufungsklägers keinerlei Anhaltspunkte dafür vor, dass E. aus Angst die 
Aussage bezüglich des ersten Schlages gemacht haben könnte. Sie belastete im 
Gegenteil sämtliche Beteiligten. Sodann sagte auch X. anlässlich seiner ersten 
Einvernahme unmissverständlich aus, dass er einem jungen Mann mit seiner 
rechten Hand einen Faustschlag auf dessen Kopf ausgeteilt habe, nachdem ihn 
dieser beleidigt habe; er könne allerdings nicht mehr sagen, ob er getroffen habe. 
Diese Aussagen machte er erst elf Tage nach dem Ereignis. Er war zu diesem 
Zeitpunkt zwar immer noch arbeitsunfähig, stand jedoch aufgrund der verstriche-
nen Zeitdauer nicht mehr unter einem möglichen Schock aufgrund der noch fri-
schen Eindrücke. Damit muss auch seine spätere Darlegung, seine erste Aussage 
könne nicht verwertet werden, da er damals noch rekonvaleszent gewesen sei, er 
habe nur eine Abwehrbewegung mit dem Arm gemacht, als reine Schutzbehaup-
tung qualifiziert werden. Es stellte sich sodann heraus, dass er das Protokoll vor 
Unterzeichnung zwar nicht selbst gelesen, es ihm vom einvernehmenden Polizei-
beamten jedoch vorgelesen worden war und er bestätigte sodann das damals vom 

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Polizeibeamten Protokollierte noch einmal ausdrücklich als korrekt. Sodann sag-
ten auch A., C., B. und D. übereinstimmend aus, dass X. als erster einen Schlag 
gegen B. ausgeführt hatte. Ihre Aussagen sind aufgrund ihrer eigenen Interessen 
als Angeschuldigte zwar nur mit Zurückhaltung zu würdigen, jedoch stehen sie 
bezüglich dieses Punktes wie dargelegt in Übereinstimmung mit den Aussagen 
von E. und der ersten Aussage des Berufungsklägers selbst. Aufgrund der sich 
deckenden Aussagen ist somit davon auszugehen, dass sich der Beginn der 
Schlägerei entsprechend der Darstellung in der Anklageschrift und den Schluss-
folgerungen der Vorinstanz zugetragen hat. Es ist damit vollumfänglich auf den 
Sachverhalt gemäss Anklageschrift abzustellen.

5. Der Berufungskläger lässt sodann geltend machen, dass selbst wenn vom 
Sachverhalt gemäss Anklageschrift ausgegangen werde, keine Beteiligung an ei-
nem Raufhandel gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB vorliege. Die Ohrfeige des Beru-
fungsklägers habe sich nur gegen B. gerichtet und in der Folge sei er nicht mehr 
aktiv beteiligt gewesen, weshalb keine wechselseitige tätliche Auseinandersetzung 
vorliege.

a) Wer sich an einem Raufhandel beteiligt, der den Tod oder die Körperverlet-
zung eines Menschen zur Folge hat, wird gemäss Art. 133 Abs. 1 StGB mit Frei-
heitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Nicht strafbar ist dagegen, 
wer ausschliesslich abwehrt oder die Streitenden scheidet (Abs. 2). Mit diesem 
Tatbestand wird die in einer Tötung oder Verletzung manifestierte Gefährdung 
durch eine physische Auseinandersetzung unter mehreren Personen selbständig 
pönalisiert, weil sich dabei in der Regel nur schwer beweisen lässt, wer den Scha-
den unmittelbar verursacht hat und weil die Eigendynamik der Rauferei solche 
Folgen begünstigt (Trechsel/Fingerhuth, in: Trechsel et al., Schweizerisches Straf-
gesetzbuch, Zürich/St. Gallen 2008, N 1 zu Art. 133). Ein Raufhandel ist eine tätli-
che, wechselseitige Auseinandersetzung, meist in Form einer Schlägerei, an der 
mindestens drei Personen beteiligt sind, weil erst dann die erwähnten Beweis-
schwierigkeiten entstehen. Dabei muss jede Seite aktiv am Streit beteiligt sein, 
wobei auch Abwehrhandlungen eine – allerdings straflose – Beteiligung darstellen. 
Wie die tätliche Auseinandersetzung geführt wird, ist irrelevant. Die Beteiligung am 
Raufhandel wird bestraft, wenn dieser zum Tod oder zur körperlichen Schädigung 
im Mindestumfang von Art. 123 StGB eines Teilnehmers oder eines Dritten führt. 
Blosse Tätlichkeiten gemäss Art. 126 StGB genügen nicht (Aebersold, in: Nigg-
li/Wiprächtiger (Hrsg.), Basler Kommentar, Strafrecht II, 2. Auflage, Basel 2007, N 
5 ff. zu Art. 133 m.w.H.; Trechsel/Fingerhuth, a.a.O., N 2 f. zu Art. 133). Der sub-
jektive Tatbestand verlangt Vorsatz, dolus eventualis genügt. Der Vorsatz muss 

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sich auf die genannten objektiven Tatbestandsmerkmale beziehen, nicht aber auf 
die Todes- oder Körperverletzungsfolge. Diese sind nicht Tatbestandsmerkmal, 
sondern objektive Strafbarkeitsbedingung (Aebersold, BSK, a.a.O., N 11 zu Art. 
133; Trechsel/Fingerhuth, a.a.O., N 6 f. zu Art. 133). 

b) Die Verletzungen, welche X. aufgrund der körperlichen Auseinandersetzung 
erlitten hatte (vgl. Arztbericht bzw. Austrittsbericht Kantonsspital Graubünden act. 
6.10, 6.11), sind als einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 StGB zu 
qualifizieren. Fraglich ist damit, ob die Kriterien der wechselseitigen tätlichen Aus-
einandersetzung zwischen mindestens drei Personen erfüllt sind. Zwar trifft zu, 
dass sich der Schlag von X. nur gegen B. gerichtet hatte. Daraus kann jedoch 
nicht der Schluss gezogen werden, es habe sich nicht um eine wechselseitige 
Auseinandersetzung von mindestens drei Personen gehandelt. Die jungen Männer 
reagierten auf diesen ersten Schlag, indem sie X. zu Boden stiessen und ihn in 
der Folge mehrfach schlugen bzw. traten. Der Schlag von X. kann damit nicht vom 
weiteren Geschehensablauf getrennt werden. Er führte unmittelbar zur Eskalation 
der Auseinandersetzung und bildet damit einen Teil davon. Eine Zweiteilung des 
Geschehensablaufes in zwei Phasen lässt sich damit entgegen der Darstellung 
des Berufungsklägers sachlich nicht rechtfertigen. X. war durch seinen Schlag mit 
der Hand bzw. Faust gegen den Kopf von B. aktiv an der Schlägerei mit Körper-
verletzungsfolge beteiligt. Dabei ist irrelevant, ob er sich in der Folge nur noch 
passiv verhielt bzw. sich darauf beschränkte, Schläge abzuwehren. Da der Tatab-
lauf als Einheit anzusehen ist, kann damit auch nicht mehr in Frage gestellt wer-
den, dass die Kriterien der wechselseitigen Auseinandersetzung von mindestens 
drei Personen erfüllt sind. Durch sein Verhalten hat X. die Schlägerei zudem in 
Kauf genommen, womit in subjektiver Hinsicht zumindest Eventualvorsatz gege-
ben ist. Er hat nach einer hitzigen verbalen Diskussion auf eine Beleidigung mit 
einem Schlag ins Gesicht von B. reagiert. Es musste ihm aufgrund der damaligen 
Situation ohne weiteres klar gewesen sein, dass er damit eine Eskalation her-
beiführen würde. Damit hat sich X. der Beteiligung an einem Raufhandel gemäss 
Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.

6. Zu überprüfen bleibt im Folgenden die vorinstanzliche Strafzumessung. X. 
lässt geltend machen, es sei gestützt auf Art. 54 StGB auf eine Bestrafung zu ver-
zichten, eventualiter habe eine Strafmilderung gemäss Art. 48 lit. c StGB zu erfol-
gen.

a) Bei Überprüfung der erfolgten Strafzumessung setzt die I. Strafkammer des 
Kantonsgerichtes sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und wendet 

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die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Grundlage für die Strafzu-
messung ist vorliegend der in Art. 133 Abs. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen von 
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Die Vorinstanz hat den Beru-
fungskläger zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 70.-- und ei-
ner Busse von Fr. 400.-- verurteilt. Grundsätzlich gilt, dass für die Wahl der Sank-
tionsart dieselben Kriterien wie bei der Strafzumessung massgebend sind, wobei 
der Zweckmässigkeit einer bestimmten Sanktion, ihre Auswirkungen auf den Täter 
und sein soziales Umfeld sowie ihre präventive Effizienz angemessen zu berück-
sichtigen sind (BGE 134 IV 82 E. 4.1; 120 IV 67 E. 2b). Die Strafart gilt es gemein-
sam mit dem Strafmass unter Berücksichtigung der vorgenannten Grundsätze 
nach Art. 47 StGB zu bestimmen.

b) Dieser Bestimmung zufolge hat das Gericht die Strafe nach dem Verschul-
den des Täters zu bemessen (Art. 47 Abs. 1 Satz 1 StGB). Dabei hat es das Vor-
leben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben 
des Täters zu berücksichtigen. Die Bewertung des Verschuldens wird in Art. 47 
Abs. 2 StGB dahingehend konkretisiert, dass dieses nach der Schwere der Verlet-
zung oder Gefährdung des betroffenen Rechtsgutes, der Verwerflichkeit des Han-
delns, der Beweggründe und Ziele des Täters sowie danach festzulegen ist, in-
wieweit der Täter nach den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die 
Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden. Bei der Auswahl und Gewichtung die-
ser im Rahmen der Strafzumessung zu berücksichtigenden Kriterien kommt dem 
Gericht ein erheblicher Ermessensspielraum zu, der dahingehend zu nutzen ist, 
dass eine verhältnismässige Strafe angeordnet wird, die ein Höchstmass an 
Gleichheit gewährleistet (BGE 134 IV 19 E. 2.1; Wiprächtiger, BSK, a.a.O., Art. 47 
N 10 ff.; Stratenwerth, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Allgemeiner Teil II: Stra-
fen und Massnahmen, 2. Auflage, Bern 2006, § 6 N 16 ff.).

c) Das Verschulden von X. wiegt insgesamt nicht leicht. Dabei fällt zunächst 
ins Gewicht, dass er bei der vorgängigen verbalen Auseinandersetzung ebenfalls 
massgeblich beteiligt war. Er hatte sich auf eine Auseinandersetzung mit den jun-
gen Männern eingelassen und deren Beschimpfungen zugegebenermassen in 
gleicher Weise beantwortet (act. 6.5 S. 2), was auch von der Zeugin E. zu Proto-
koll gegeben worden war (act. 6.2 S. 2). Sodann muss dem Berufungskläger ins-
besondere zur Last gelegt werden, dass er durch seine Reaktion auf eine Beleidi-
gung mit einem Schlag als erster tätlich geworden ist und die Eskalation der Aus-
einandersetzung direkt verursacht hat. Diese Entwicklung des Geschehens muss-
te für ihn aufgrund der aufgeheizten Situation ohne weiteres vorhersehbar gewe-
sen sein. Schliesslich gilt es miteinzubeziehen, dass X. mit einem Schlag auf den 

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Kopf von B. ebenfalls Verletzungen desselben in Kauf genommen hat. Strafmin-
dernd ist dem Berufungskläger der gute Leumund zugute zu halten. Strafschär-
fungs- und Straferhöhungsgründe liegen nicht vor. Insgesamt muss damit von ei-
nem nicht mehr leichten Verschulden ausgegangen werden.

ca) Unter Einbezug des festgestellten Verschuldens von X. stellt sich die Frage 
der Strafbefreiung bzw. Strafmilderung gemäss Art. 54 StGB. Ist der Täter durch 
die unmittelbaren Folgen seiner Tat so schwer betroffen, dass eine Strafe unan-
gemessen wäre, so sieht die zuständige Behörde gemäss Art. 54 StGB von einer 
Strafverfolgung, einer Überweisung an das Gericht oder einer Bestrafung ab. 
Gemäss mehrheitlicher Lehre und namentlich der Bundesgerichtspraxis ist ge-
stützt auf Art. 54 StGB auch eine blosse Strafmilderung nach freiem Ermessen 
möglich, wenn die unmittelbaren Folgen der Tat, die den Täter getroffen haben, 
das Strafbedürfnis nur teilweise aufwiegen (vgl. zum Ganzen Riklin, in: Nigg-
li/Wiprächtiger (Hrsg.), Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Auflage, Basel 2007, N 
48 f. zu Art. 54 mit Hinweisen). Die unmittelbare Betroffenheit kann durch physi-
sche Folgen für den Täter erfüllt sein, welche zumindest die Intensität einer einfa-
chen Körperverletzung einer gewissen Erheblichkeit hat (Riklin, BSK, a.a.O., N 15 
zu Art. 54). Sodann kann ein Täter durch ein Delikt auch seelisch schwer betroffen 
sein (Riklin, BSK, a.a.O., N 24 zu Art. 54). Die Unangemessenheit der Strafe 
hängt insbesondere von der Schwere der Betroffenheit des Täters ab. Die unmit-
telbaren Folgen müssen schwer genug wiegen, um das Strafbedürfnis entfallen zu 
lassen. Sie müssen den Rahmen des Üblichen deutlich sprengen (Riklin, BSK, 
a.a.O., N 34 zu Art. 54). Andererseits hängt der Entscheid über die Unangemes-
senheit der Strafe wesentlich vom Verschulden ab. Bei Vorsatzdelikten ist die An-
wendung von Art. 54 StGB nicht von Vornherein ausgeschlossen, jedoch spricht 
die herrschende Auffassung nur für eine restriktive Anwendung auf Vorsatzdelikte 
(Riklin, BSK, a.a.O., N 36 f. zu Art. 54 mit Hinweisen auf die Kasuistik).

Im vorliegenden Fall hatten sowohl die Anklagebehörde als auch die Vorin-
stanz die unmittelbare Betroffenheit des Berufungsklägers strafmildernd berück-
sichtigt (vgl. Ergänzung zur Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden 
bzw. Plädoyer S. 6 sowie Urteil des Bezirksgerichtsausschusses I. Proz.Nr. 520-
2009-18 S. 15 f.). Eine weitere Strafmilderung bzw. eine gänzliche Strafbefreiung 
gestützt auf Art. 54 StGB erscheinen nun als nicht angemessen. Zwar war der Be-
rufungskläger durch die Tat fraglos unmittelbar betroffen. Die erlittenen Verletzun-
gen können zudem auch nicht als unerheblich bezeichnet werden. Sie führten zu 
einem mehrtätigen Spitalaufenthalt und zu einer Arbeitsunfähigkeit von rund zwei 
Wochen. Dennoch erweisen sich die erlittenen Verletzungen nicht als derart gra-

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vierend – weder in ihrer Intensität noch in ihrer Dauer –, dass das Strafbedürfnis 
entfallen würde. Bezüglich des ärztlichen Zeugnisses des behandelnden Arztes 
Dr. med. G. ist insbesondere darauf hinzuweisen, dass der Berufungskläger ledig-
lich in einem Zeitraum von rund zwei Wochen nach dem Ereignis dessen Behand-
lung in Anspruch nehmen musste und der Arzt bei seiner Einschätzung der Verlet-
zungsschwere im Wesentlichen auf die Darstellungen seines Patienten zum Ge-
schehensablauf abstellte. Soweit er schliesslich auf noch nicht absehbare Folgen 
hinweist, ist festzustellen, dass nicht aktenkundig ist, dass solche zu einem späte-
ren Zeitpunkt diagnostiziert worden wären. Im Weiteren gilt es insbesondere das 
nicht leichte Verschulden von X. miteinzubeziehen. Wie bereits dargelegt, hat er 
durch den vorsätzlich ausgeführten Schlag gegen den Kopf von B. ebenfalls Ver-
letzungen desselben in Kauf genommen und die Eskalation der Auseinanderset-
zung unmittelbar verursacht. Unter Berücksichtigung, dass Art. 54 StGB bei Vor-
satzdelikten zudem mit Zurückhaltung anzuwenden ist und der bereits erfolgten 
Strafmilderung, kann damit dem Vorbringen des Berufungsklägers auf gänzliche 
Strafbefreiung bzw. eine weitere Strafmilderung nicht gefolgt werden.

cb) Sodann gilt es, eine Strafmilderung gemäss Art. 48 lit. c StGB zu prüfen. 
Danach mildert das Gericht die Strafe, wenn der Täter in einer nach den Umstän-
den entschuldbaren heftigen Gemütsbewegung oder unter grosser seelischer Be-
lastung gehandelt hat. Die Entstehung des Affekts oder der grossen seelischen 
Belastung muss menschlich begreiflich und verständlich erscheinen und darf nicht 
ausschliesslich oder überwiegend auf eigener Schuld des Täters beruhen (Wi-
prächtiger, BSK, a.a.O., N 26 zu Art. 48).

Vorliegend scheitert die Anwendung von Art. 48 lit. c StGB bereits am Krite-
rium der Entschuldbarkeit. Dem Raufhandel waren Beschimpfungen der jungen 
Männer vorausgegangen, welche jedoch vom Berufungskläger zugegebenermas-
sen in gleicher Weise beantwortet worden waren (act. 6.5 S. 2). Auch E. hatte sich 
dahingehend geäussert, dass die verbale Auseinandersetzung bzw. die Be-
schimpfungen gegenseitig erfolgt waren (act. 6.2 S. 2). Schliesslich liess sich X. 
nach einer Beleidigung zu einem Schlag hinreissen. Aufgrund der Tatsache, dass 
er auch bei der verbalen Eskalation und damit an der Entstehung der aufgeheizten 
Stimmung massgeblich mitbeteiligt gewesen war, erscheint sein Verhalten als 
nicht entschuldbar. Eine Strafmilderung gestützt auf Art. 48 lit. c StGB kann damit 
nicht gewährt werden.

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Es ist insgesamt vorliegend kein Grund ersichtlich, weshalb eine kurze 
Freiheitsstrafe anzuordnen wäre, weshalb der Berufungskläger entsprechend dem 
vorinstanzlichen Entscheid zu einer Geldstrafe zu verurteilen ist.

d) Die Geldstrafe (Art. 34 StGB) als neue Sanktionsart wurde im Rahmen der 
jüngsten Strafrechtsreform als neue Hauptstrafe ins strafrechtliche Sanktionensys-
tem eingeführt. Im Unterschied zur Busse wird sie im Tagessatzsystem verhängt 
(Dolge, in: Niggli/Wiprächtiger (Hrsg.), Basler Kommentar, Strafrecht I, 2. Auflage, 
Basel 2007, Art. 34 N 13 m.H.; BGE 134 IV 60 E. 4.1). Diese Methode verlangt 
vom Gericht eine neue Form der Strafzumessung, die in zwei Schritten verläuft: 
Zunächst hat es nach Massgabe der allgemeinen Strafzumessungsprinzipien die 
Anzahl der Tagessätze zu bestimmen, welche das Strafmass widerspiegeln (Art. 
34 Abs. 1 StGB). Im Anschluss daran gilt es gemäss Art. 34 Abs. 2 StGB, die 
Höhe des Tagessatzes entsprechend den individuellen Verhältnissen des Täters 
festzulegen (Botschaft 1998, S. 40; BGE 134 IV 60 E. 5.2; Sollberger, Besondere 
Aspekte der Geldstrafe, in: ZStrR 121 (2003), S. 244 ff.; S. 250; Dolge, BSK, 
a.a.O., N 12 zu Art. 34). In Würdigung sämtlicher Strafzumessungskriterien erach-
tet die I. Strafkammer vorliegend in Übereinstimmung mit der Vorinstanz eine 
Geldstrafe von 20 Tagessätzen als angemessen. Zu bestimmen bleibt die Höhe 
des Tagessatzes.

e) Bei der Bemessung der Tagessatzhöhe ist vom Nettoeinkommensprinzip 
auszugehen. Danach bildet das durchschnittliche Tagesnettoeinkommen des 
Täters, das im Einzelfall entsprechend den gesetzlichen Vorgaben anzupassen ist, 
den Ausgangspunkt (BGE 134 IV 60 E. 5.4 m.H.; Urteil des Bundesgerichts vom 
29. März 2008 [6B_476/2007] E. 3.4; Dolge, BSK, a.a.O., Art. 34 N 35 und 43). 
Massgebend ist somit das Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem 
Tag zufliesst, ganz gleich, aus welcher Quelle die Einkünfte stammen, und damit 
dessen tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit (BGE 134 IV 60 E. 6.1). 
Zum Einkommen zählen ausser den Einkünften aus selbständiger und un-
selbständiger Arbeit namentlich die Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb und aus 
dem Vermögen, ferner privat- und öffentlichrechtliche Unterhalts- und Unterstüt-
zungsbeiträge, Renten, Sozialversicherungs- und Sozialhilfeleistungen sowie Na-
turaleinkünfte (Botschaft, a.a.O., S. 41; BGE 134 IV 60 E. 6.1; Dolge, BSK, a.a.O., 
Art. 34 N 53). Das Gericht hat die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit möglichst ak-
tuell und genau zu ermitteln und zwar im Hinblick auf den Zeitraum, in dem die 
Geldstrafe zu bezahlen sein wird. Daraus folgt, dass künftige Einkommensverbes-
serungen oder Einkommensverschlechterungen zu berücksichtigen sind, wenn sie 

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konkret zu erwarten sind und unmittelbar bevorstehen (BGE 134 IV 60 E. 6.1; 
Dolge, BSK, a.a.O., Art. 34 N 54).

Vom Bruttoeinkommen des Täters sind die Sozialversicherungsleistungen 
abzuziehen. Sodann ist in Abzug zu bringen, was gesetzlich geschuldet ist oder 
dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, so die laufenden Steuern, die Beiträge an 
die obligatorische Kranken- und Unfallversicherung sowie die notwendigen Be-
rufsauslagen bzw. bei Selbständigerwerbenden die branchenüblichen Geschäfts-
unkosten (Botschaft, a.a.O., S. 41; Dolge, BSK, a.a.O., Art. 34 N 59). Das Netto-
prinzip verlangt, dass bei den ermittelten Einkünften – innerhalb der Grenzen des 
Rechtsmissbrauchs – nur der Überschuss der Einnahmen über die damit verbun-
denen Aufwendungen zu berücksichtigen sind. Der Ermittlung des Nettoeinkom-
mens können in der Regel die Daten der Steuerveranlagung zu Grunde gelegt 
werden (BGE 134 IV 60 E. 6.1; Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2008 
[6B_476/2007] E. 3.4.1). Es erweist sich im Regelfall als sachgerecht, dem Täter 
für Kranken- und Unfallversicherung sowie Steuern je nach Höhe des Einkom-
mens einen Pauschalabzug vom Einkommen von 15% bis 30% zuzugestehen 
(Sollberger, ZStrR 121 (2003), a.a.O., S. 255; ders., Die neuen Strafen des Straf-
gesetzbuches in der Übersicht, in: Bänziger/Hubschmid/Sollberger (Hrsg.), Zur 
Revision des Allgemeinen Teils des Schweizerischen Strafrechts und zum neuen 
materiellen Jugendstrafrecht, 2. Auflage, Bern 2006, S. 43; Dolge, BSK, a.a.O., 
Art. 34 N 60). Auch bei Vornahme eines Pauschalabzuges gilt es jedoch zusätz-
lich die für den konkreten Fall relevanten Abzüge gemäss bundesgerichtlicher 
Rechtsprechung zu berücksichtigen.

Weiter nennt das Gesetz allfällige Familien- und Unterstützungspflichten, da 
Familienangehörige von der Einschränkung des Lebensstandards möglichst nicht 
in Mitleidenschaft gezogen werden sollen. Das Nettoeinkommen ist daher um die 
Unterhalts- und Unterstützungsbeiträge zu reduzieren, soweit der Verurteilte ihnen 
tatsächlich nachkommt. Das Gericht kann sich hierbei weitgehend an den 
Grundsätzen des Familienrechts orientieren (BGE 134 IV 60 E. 6.4; Urteil des 
Bundesgerichts vom 29. März 2008 [6B_476/2007] E. 3.4.1; 134 IV 60 E. 6.4; Dol-
ge, BSK, a.a.O., Art. 34 N 70). Der Unterhalt für ein Kind bewegt sich hierbei in 
der Grössenordnung von 15-17 % des elterlichen Einkommens, für zwei Kinder 
bei 25-27 % und für drei Kinder bei 33-35 %, wobei ein allfälliger Verdienst des 
Ehegatten ebenfalls als Bestandteil des elterlichen Einkommens zu betrachten ist 
(Breitschmid, Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch I, 3. Auflage, Basel 2006, N 10 
zu Art. 285; ähnlich auch Cimichella, Die Geldstrafe im Schweizer Strafrecht unter 
Berücksichtigung der Problematik zum bedingten Vollzug, Bern 2006, S. 179 f.).

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Weiter nennt das Gesetz das Vermögen als Bemessungskriterium, wobei 
nur die Substanz des Vermögens in Frage kommt, da dessen Ertrag bereits Ein-
kommen darstellt. Dieses ist allerdings nur (subsidiär) zu berücksichtigen, wenn 
besondere Vermögensverhältnisse einem vergleichsweise geringen Einkommen 
gegenüberstehen. Es erlangt mit anderen Worten nur insofern Bedeutung, als der 
Täter von dessen Substanz lebt, und bildet Bemessungsgrundlage in dem Aus-
mass, in dem er es für seinen Alltag anzehrt (BGE 134 IV 60 E. 6.2 m.H.; Urteil 
des Bundesgerichts vom 29. März 2008 [6B_476/2007] E. 3.4.2). 

Schliesslich ist bei der Bemessung des Tagessatzes das Existenzminimum 
zu berücksichtigen. Hierbei gilt, dass auch für einkommensschwache Personen 
das strafrechtliche Nettoeinkommen Grundlage und Ausgangspunkt für die Be-
messung des Tagessatzes bildet. Der Hinweis auf das Existenzminimum gibt dem 
Gericht allerdings ein Kriterium zur Hand, welches erlaubt, vom Nettoeinkom-
mensprinzip abzuweichen und den Tagessatz bedeutend tiefer zu bemessen. 
Ähnlich wie dem Kriterium des Lebensaufwandes kommt demjenigen des Exis-
tenzminimums Korrekturfunktion zu. Der Tagessatz für Verurteilte, die nahe oder 
unter dem Existenzminimum leben, ist daher in einem Masse herabzusetzen, das 
einerseits die Ernsthaftigkeit der Sanktion erkennen, andererseits den Eingriff 
nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen als noch zumutbar er-
scheinen lässt. Als Richtwert ist dabei von einer Herabsetzung des Nettoeinkom-
mens um mindestens 50 % auszugehen. Bei einer hohen Anzahl Tagessätzen – 
namentlich bei Geldstrafen von mehr als 90 Tagessätzen – ist eine Reduktion um 
weitere 10-30 % angebracht, da mit zunehmender Dauer die wirtschaftliche Be-
drängnis und damit das Strafleiden progressiv ansteigt (BGE 134 IV 60 E. 6.5 
m.H.; Urteil des Bundesgerichts vom 29. März 2008 [6B_476/2007] E. 3.4.3). 

f) Der Berufungskläger betreibt unter dem Namen „K.“ eine eigene Fir-
ma. Sein durchschnittliches Nettomonatseinkommen beträgt Fr. 4'500.--. Hinweise 
dafür, dass der Berufungskläger zusätzlich von Vermögenssubstanz leben würde, 
liegen nicht vor. Der vorgenommene Pauschalabzug für Kranken- und Unfallversi-
cherung sowie Steuern von 20 % bzw. Fr. 900.-- erscheint im vorliegenden Fall als 
angemessen. Sodann kommt der Berufungskläger Unterstützungspflichten nach, 
indem er seine nicht erwerbstätige Ehefrau sowie noch ein Kind finanziell unter-
stützt. Für diese ist je ein Abzug von 15 % bzw. Fr. 675.-- vorzunehmen. Die bei-
den anderen Kinder des Berufungsklägers haben ihre Berufsausbildung gemäss 
den erfolgten Abklärungen (act. 2.6, 2.7) bereits abgeschlossen bzw. stehen in 
einem Anstellungsverhältnis und sind finanziell selbständig. Dies ergibt ein rele-
vantes Nettoeinkommen von Fr. 2'250.-- bzw. einen Tagessatz von Fr. 75.-- (Fr. 

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2'250.--/30). Eine Korrektur aufgrund des Kriteriums des Existenzminimums er-
weist sich angesichts der finanziellen Verhältnisse des Berufungsklägers als nicht 
notwendig. Eine Tagessatzhöhe von abgerundet Fr. 70.--  ist somit nicht zu bean-
standen.

Damit erscheint die von der Vorinstanz wegen Raufhandels gemäss 
Art. 133 Abs. 1 StGB ausgesprochene Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 70.-- 
ist als dem Verschulden des Berufungsklägers angemessen.

7. a) Bei diesem Strafmass ist zu prüfen, ob dem Täter der bedingte Strafvollzug 
gewährt werden kann. In objektiver Hinsicht setzt der Aufschub des Strafvollzuges 
einzig voraus, dass der Täter zu einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Mo-
naten und höchstens zwei Jahren, einer Geldstrafe oder gemeinnütziger Arbeit 
verurteilt wird (Art. 42 Abs. 1 StGB). In subjektiver Hinsicht hat das Gericht eine 
Prognose über das zukünftige Verhalten des Täters zu stellen. Dabei ist eine Ge-
samtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung mit 
einzubeziehen sind die Tatumstände, das Vorleben, der Leumund sowie alle wei-
teren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aus-
sichten der Bewährung zulassen. Für die Einschränkung des Rückfallrisikos ist ein 
Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich (BGE 134 IV 1 E. 4.2.1). Während 
früher eine günstige Prognose erforderlich war, genügt nach neuem Recht das 
Fehlen einer ungünstigen Prognose. Es genügt somit die Abwesenheit der Be-
fürchtung, dass der Täter sich nicht bewähren wird (Art. 42 Abs. 1 StGB; Botschaft 
1998, S. 2049; BGE 134 IV 1 E. 4.2.2 und 134 IV 97 E. 7.3).

b) Der Berufungskläger wird wie dargelegt zu einer Geldstrafe von 20 Tages-

sätzen à Fr. 70.-- verurteilt, weshalb einer Gewährung des bedingten Strafvollzu-

ges zumindest in objektiver Hinsicht nichts entgegensteht. Zu prüfen ist jedoch, ob 

in subjektiver Hinsicht keine ungünstige Prognose vorliegt. Beim Berufungskläger 

ist insgesamt nicht von einer ungünstigen Prognose auszugehen. Er hatte sich bis 

anhin stets wohlverhalten, verfügt über einen guten Leumund und ist nicht vorbe-

straft. Es kann aufgrund der vorliegenden Tatumstände davon ausgegangen wer-

den, dass sich eine unbedingte Strafe nicht als notwendig erweist, um den Beru-

fungskläger von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. 

Vielmehr ist das Gericht zur Überzeugung gelangt, dass eine bedingt ausgespro-

chene Geldstrafe sowie das Strafverfahren an sich eine genügende Warnwirkung 

auf diesen ausüben und er sich in Zukunft wohlverhalten wird. Damit ist auch das 

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subjektive Erfordernis erfüllt und der bedingte Strafvollzug zu gewähren. Unter 

Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalles erweist sich vorliegend eine Pro-

bezeit von zwei Jahren als angemessen (Art. 44 Abs. 1 StGB).

8. a) Unter diesen Umständen stellt sich die Frage nach der Anwendung von 
Art. 42 Abs. 4 StGB. Diese Bestimmung erlaubt es, eine bedingte Geldstrafe mit 
einer unbedingten Geldstrafe oder einer Busse nach Art. 106 StGB zu verbinden. 
Verbindungsstrafen kommen insbesondere in Betracht, wenn dem Täter der be-
dingte Vollzug einer Geld- oder Freiheitsstrafe gewährt, ihm aber dennoch in ge-
wissen Fällen mit der Auferlegung einer zu bezahlenden Geldstrafe oder Busse 
ein spürbarer Denkzettel erteilt werden soll. Die Strafenkombination dient hier 
spezialpräventiven Zwecken. Zudem zu berücksichtigen gilt es, dass der Verbin-
dungsgeldstrafe bzw. –busse nur untergeordnete Bedeutung zukommt und das 
Hauptgewicht auf der bedingten Freiheits- oder Geldstrafe liegt. Sie soll weder zu 
einer Straferhöhung führen, noch eine zusätzliche Strafe ermöglichen. Anderer-
seits soll ihr aber auch nicht nur eine symbolische Bedeutung zukommen (vgl. 
zum Ganzen BGE 134 IV 1 ff.; 134 IV 60 E. 7.3; 135 IV 188 E. 3.3). Nach Art. 106 
Abs. 3 StGB bemisst das Gericht die Busse zudem nach den Verhältnissen des 
Täters so, dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist 
(BGE 134 IV 76 E. 7.3.3). Die Vorinstanz hat im vorliegenden Fall gestützt auf 
Art. 42 Abs. 4 StGB eine Busse von Fr. 400.-- ausgesprochen. Es erscheint vor-
liegend aus spezialpräventiven Gründen als sinnvoll, zusätzlich zur bedingten 
Geldstrafe eine Busse auszusprechen. Der Betrag von Fr. 400.-- erweist sich zu-
dem unter Einbezug der genannten Kriterien – insbesondere auch der wirtschaftli-
chen Leistungsfähigkeit des Berufungsklägers - als angemessen und ist nicht zu 
beanstanden.

b) Die Vorinstanz hat für die von ihr ausgesprochene Busse von Fr. 400.-- ei-
ne Ersatzfreiheitsstrafe von fünf Tagen verhängt. Das Gericht hat gemäss Art. 106 
Abs. 2 StGB für eine ausgesprochene Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von min-
destens einem Tag und höchstens drei Monaten festzulegen. Ist eine Ersatzfrei-
heitsstrafe für eine Verbindungsbusse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB festzule-
gen, besteht die Besonderheit, dass das Gericht sich mit der wirtschaftlichen Leis-
tungsfähigkeit des Täters bei der Bestimmung des Tagessatzes bereits befasst 
hat. Dies lässt es als sachgerecht erscheinen, die Tagessatzhöhe als Umrech-
nungsschlüssel zu verwenden, indem der Betrag der Verbindungsstrafe durch den 
Tagessatz dividiert wird (BGE 134 IV 60 E. 7.7.3). Wird diese Umrechnung nun im 
vorliegenden Fall vorgenommen, ergibt dies für die ausgesprochene Busse von 

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Fr. 400.-- unter Berücksichtigung der Tagessatzhöhe von Fr. 70.-- eine Ersatzfrei-
heitsstrafe von abgerundet 5 Tagen, womit der vorinstanzliche Urteilsspruch auch 
diesbezüglich nicht zu beanstanden ist.

9. Das vorinstanzliche Urteil erweist sich damit als rechtmässig und die Beru-
fung ist abzuweisen. Es hat daher auch beim vorinstanzlichen Kostenspruch zu 
bleiben (vgl. Art. 158 StPO). Die Kosten des Berufungsverfahrens sind bei diesem 
Ausgang des Verfahrens gemäss Art. 160 Abs. 1 StPO vollumfänglich dem Beru-
fungskläger aufzuerlegen.

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III. Demnach wird erkannt

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 2'000.-- gehen zu Lasten von 
X..

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG) Beschwerde in Strafsachen an das Schweizerische Bundesge-
richt, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist dem Bundes-
gericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausferti-
gung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen 
Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die 
weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die 
Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an: