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**Case Identifier:** 33061520-2f04-549b-9b58-4d17a24112c8
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-05-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.05.2015 200 2015 190
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-190_2015-05-15.pdf

## Full Text

200 15 190 IV
KOJ/JAP/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. Mai 2015

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Januar 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2015, IV/15/190, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1961 geborene A.________ (fortan Versicherter bzw. Beschwerdefüh-
rer) meldete sich am 26. März 2013, unter Hinweis auf innere Blutungen 
und ein damit verbundenes Hebelimit von zehn Kilogramm, bei der IV-
Stelle Bern (fortan IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Diese stellte dem Versicherten mit 
Vorbescheid vom 16. Januar 2014 (AB 36) die Abweisung des Leistungs-
gesuchs hinsichtlich einer Invalidenrente in Aussicht. Nach erhobenem 
Einwand (AB 43), weiteren Abklärungen sowie Rückfragen beim Regiona-
len Ärztlichen Dienst (RAD; AB 47, 70), ermittelte die IVB einen Invali-
ditätsgrad von 34 % und bestätigte in einem neuen Vorbescheid vom 
19. November 2014 (AB 72) die beabsichtigte Leistungsablehnung. Der 
Versicherte erklärte sich hiermit nicht einverstanden (AB 80), worauf die 
IVB erneut eine Stellungnahme des RAD einholte (AB 85) und alsdann mit 
Verfügung vom 23. Januar 2015 (AB 86) entsprechend dem Vorbescheid 
einen Rentenanspruch verneinte. 

B.

Mit Eingabe vom 24. Februar 2015 erhob der Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt B.________, Beschwerde und beantragte, die angefochtene 
Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihm sei eine halbe Invalidenren-
te zuzusprechen; eventualiter sei die Sache zur Durchführung einer poly-
disziplinären medizinischen Begutachtung an die Beschwerdegegnerin 
zurückzuweisen.

In ihrer Beschwerdeantwort vom 20. März 2015 schloss die Beschwerde-
gegnerin auf Abweisung der Beschwerde.

Am 25. März 2015 legte der Beschwerdeführer einen zusätzlichen medizi-
nischen Bericht vom 27. Februar 2015 (Akten des Beschwerdeführers, Be-
schwerdebeilage [BB] 12) ins Recht.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2015, IV/15/190, Seite 3

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb er zur 
Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. Januar 2015 
(AB 86). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99).

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3.

3.1 In medizinischer Hinsicht lassen sich den Akten im Wesentlichen 
die folgenden Angaben entnehmen:

3.1.1 Der Beschwerdeführer stand ab Mai 2012 wegen einer Panzyto-
penie bei Dr. med. C.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin 
FMH, in hausärztlicher Behandlung (AB 7.6/1 f.) und wurde vom 6. bis 14. 
August sowie am 28. und 29. September 2012 nach Magen-Darm-
Blutungen während den Ferien in … hospitalisiert. Dort wurden Gastrosko-
pien durchgeführt, eine chronische äthylische Lebererkrankung mit sekun-
därer Pfortaderhypertonie, Ösophagusvarizen und oberer gastrointestinaler 
Blutung diagnostiziert sowie Varizenverödungen bzw. -ligaturen vorge-
nommen (AB 7.6, 7.8, 7.14).

3.1.2 Im Auftrag des vertrauensärztlichen Dienstes der sozialen Kranken-
versicherung (AB 7.4/1 f.), über die er nach dem Bundesgesetz vom 
18. März 1994 über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) kranken-
taggeldversichert war, wurde der Beschwerdeführer am 22. März 2013 von 
Dr. med. D.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, un-
tersucht. Im entsprechenden Bericht (AB 7.3) führte sie hauptsächlich die 
nachstehenden Diagnosen auf:

- Chronische äthylische Hepatopathie mit sekundärer Pfortader-
hypertonie und Ösophagusvarizen (diagnostiziert im März 2013 
mit Grad 2-3, Erstdiagnose im August 2012 in …)

- Ulkus Forrest 3 Antrum Vorderwand (Erstdiagnose im März 
2013)

- Unklare wahrscheinlich plurifaktorielle leichte Panzytopenie mit 
Anämie, Thrombozytopenie und leichter Leukozytopenie

Sie attestierte ab 6. August 2012 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit in der 
angestammten sowie jeder anderen schweren Tätigkeit bzw. für Verrich-
tungen, die mit wiederholten Valsalva-Manövern einhergehen (häufiges 
Kauern und Aufstehen, Heben und Tragen von Lasten). Für angepasste 
Tätigkeiten (gelegentliches Heben und Tragen von Gewichten von 10 bis 
15 Kilogramm, ohne Valsalva-Manöver und ohne besondere Verletzungs-
gefahr) bescheinigte sie eine 50%ige Arbeitsfähigkeit mit Steigerung auf 
ein Vollpensum in drei bis vier Wochen. 

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3.1.3 Dr. med. C.________ diagnostizierte im Bericht vom 29. April 2013 
(AB 14) eine seit August 2012 bestehende Leberzirrhose mit Ösophagus-
varizen Grad 2-3 und ging von einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit in der 
angestammten Tätigkeit aus, wobei das Heben von Gewichten bis zehn 
Kilogramm möglich sei.

3.1.4 Am 6. Juni 2013 erfolgte wegen Unterbauchschmerzen eine not-
fallmässige ambulante Behandlung im Spital E.________ (AB 20, 25). Der 
Assistenzarzt Dr. med. F.________ stellte eine Pfortaderthrombose fest, 
überwies den Beschwerdeführer ins Spital G.________ und erklärte im 
Bericht vom 21. August 2013 (AB 25), die rezidivierenden anämisierenden 
gastrointestinalen Blutungen bei portalvenöser Hypertonie stellten eine 
latent lebensbedrohliche Krankheit mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
dar.

3.1.5 Nach einer Arbeitsmarktlichen Abklärung (AA) in der Abklärungs-
stelle H.________ vom 23. September bis 18. Oktober 2013 (AB 29, 31, 
33 f.) gelangte der RAD-Arzt Dr. med. I.________, Facharzt für Allgemeine 
Innere Medizin FMH, in seiner Aktenbeurteilung vom 3. März 2014 (AB 47) 
zum Schluss, dass grundsätzlich auf die Einschätzung von Dr. med. 
D.________ sowie das von ihr formulierte Zumutbarkeitsprofil abgestellt 
werden könne, jedoch die Akten mittels eines Berichts über die Nachbe-
handlung der Pfortaderthrombose im Spital G.________ sowie eines Ver-
laufsberichts des Hausarztes zu ergänzen seien.

3.1.6 Im Bericht des Spitals G.________ vom 25. September 2014 
(AB 67) erklärte PD Dr. med. J.________, Facharzt für Gastroenterologie 
sowie Allgemeine Innere Medizin, aufgrund der Leberzirrhose und der 
Ösophagusvarizen könnten keine schweren Lasten ab zehn Kilogramm 
getragen werden, da es durch die Erhöhung des intraabdominalen Drucks 
zu Blutungen durch die Varizen kommen könne. Die bisherige Tätigkeit sei 
nicht mehr zumutbar bzw. es bestehe mindestens eine 50%ige Leistungs-
minderung. Leidensadaptierte Verrichtungen seien möglich, wobei ein 
Über-Kopf-Arbeiten, Kauern, Knien, das Heben und Tragen von Gewichten 
über fünf Kilogramm sowie das Besteigen von Leitern und Gerüsten unzu-
mutbar seien. Überdies seien das Konzentrations- und Auffassungsvermö-
gen, die Belastbarkeit sowie die Fahrtauglichkeit eingeschränkt. Hinsicht-

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lich des Behandlungsverlaufs verwies er auf zwei beigelegte Konsiliarbe-
richte. Anlässlich der Erstkonsultation vom 12. Juli 2013 im Spital 
G.________ wurde die äthyltoxische Leberzirrhose diagnostisch als Child A 
(fünf Punkte) bewertet. Der Beschwerdeführer war beschwerdefrei und seit 
August 2012 alkoholabstinent. Es wurde davon ausgegangen, dass die 
Ösophagusvarizen bereits eradiziert worden seien und die sonographisch 
befundete Pfortaderthrombose wurde mittels einer Antikoagulation mit the-
rapeutischer Heparinisierung angegangen. Im Rahmen der Kontrolle vom 
1. Juli 2014 wurde der Schweregrad der Leberzirrhose unverändert mit 
Child A (jedoch mit sechs Punkten) bewertet. Es zeigten sich stabile Ver-
hältnisse, wobei die Pfortader als vaskularisiert mit erniedrigtem Fluss be-
schrieben wurde. Das Screening hinsichtlich eines hepatozellulären Karzi-
noms (HCC) fiel negativ aus, Dr. med. J.________ wies jedoch darauf hin, 
dass eine Abstinenz wichtig für den Verlauf der Leberzirrhose sei und der 
Beschwerdeführer seit sechs Monaten wieder Alkohol konsumiere.

3.1.7 Nachdem der Beschwerdeführer am 29. September 2014 zur be-
rufspraktischen «Referenzerarbeitung» in die Abklärungsstelle K.________ 
eingetreten war (AB 63, 83), äusserte sich Dr. med. I.________ am 14. No-
vember 2014 zur aktualisierten Aktenlage (AB 70). Er ordnete die äthyltoxi-
sche Leberzirrhose sowie den Magenulkus den Diagnosen mit Auswirkung 
auf die Arbeitsfähigkeit zu und attestierte für die angestammte Tätigkeit 
eine vollständige Arbeitsunfähigkeit. Hingegen erachtete er eine Verwei-
sungstätigkeit ganztags ohne wesentliche Leistungseinschränkung für 
möglich. Er formulierte ein Anforderungsprofil, wonach körperlich leichte 
Arbeiten mit einem Last-Limit von zehn Kilogramm bis selten (und nicht 
repetitiv) 15 Kilogramm zumutbar seien, nicht jedoch häufiges Kauern und 
Aufstehen, Verrichtungen mit besonderer Verletzungsgefahr, in Nacht-
schicht sowie mit psychosozialem Stress verbundene Tätigkeiten. Unge-
eignet seien zudem Tätigkeiten mit Eigen- bzw. Fremdgefährdungspotential 
und in gehobener Verantwortung sowie das Bedienen komplizierter Ma-
schinen. Er empfahl wegen der Dekonditionierung nach langer Absenz vom 
Arbeitsprozess eine mit 50 % beginnende stufenweise Steigerung des Ar-
beitspensums bis auf 100 %.

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Am 12. Januar 2015 hielt der RAD-Arzt an seiner Beurteilung fest und er-
achtete – unter Berücksichtigung eines Befundberichts über eine bildge-
bende Untersuchung der Lendenwirbelsäule vom 6. Mai 2013 (AB 80/8 f.) – 
eine polydisziplinäre Begutachtung für nicht erforderlich (AB 85).

3.1.8 Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens legte der Beschwerdeführer 
einen Konsiliarbericht des Spitals G.________ vom 27. Februar 2015 
(BB 12) über eine ambulante Konsultation vom 25. Februar 2015 ins Recht. 
PD Dr. med. L.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, sowie 
die Assistenzärztin Dr. med. M.________ diagnostizierten hauptsächlich 
chronische Lumbalgien. Sie gingen aufgrund von mässigen degenerativen 
Veränderungen von einer eingeschränkten physischen Tätigkeit für schwe-
re Arbeiten aus und empfahlen zur gezielten Einschätzung der Arbeits-
fähigkeit eine medizinische Begutachtung.

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

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Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt Beweis-
wert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet 
sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverläs-
sigkeit bestehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem An-
stellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf 
mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Gleiches gilt, 
wenn ein frei praktizierender Arzt von einer Versicherung wiederholt für die 
Erstellung von Gutachten beigezogen wird (SVR 2008 IV Nr. 22 S. 70 
E. 2.4). Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen 
in die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen 
lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten 
im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gut-
achters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 125 V 351 
E. 3b ee S. 354).

Nach der Rechtsprechung ist dem Sozialversicherungsgericht nicht 
verwehrt, gestützt auf im Wesentlichen oder ausschliesslich von dem am 
Recht stehenden Versicherungsträger intern eingeholte medizinische 
Unterlagen zu entscheiden. In solchen Fällen sind an die Beweiswürdigung 
jedoch strenge Anforderungen zu stellen in dem Sinne, dass bei auch nur 
geringen Zweifeln an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der ärztlichen 
Feststellungen ergänzende Abklärungen vorzunehmen sind (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 1. Juli 2010, 8C_491/2009, E. 3.1).

Nach der Praxis sind Aktengutachten nicht zu beanstanden, wenn die Ak-
ten ein vollständiges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Sta-
tus ergeben und diese Daten unbestritten sind. Der Untersuchungsbefund 
muss lückenlos vorliegen. Der Experte muss sich aufgrund vorhandener 
Unterlagen ein gesamthaft lückenloses Bild machen können (RKUV 2006 U 
578 S. 175 E. 3.4, 1988 U 56 S. 371 E. 5b).

3.3 Die angefochtene Verfügung vom 23. Januar 2015 (AB 86) stützt 
sich in medizinischer Hinsicht hauptsächlich auf die Stellungnahmen von 
Dr. med. I.________ (AB 47, 70, 85). Diese fachärztlichen Beurteilungen 
erfüllen die vorerwähnten höchstrichterlichen Beweisanforderungen und 
erbringen damit vollen Beweis. Der RAD-Arzt orientierte sich an der Ein-
schätzung von Dr. med. D.________, welche den Beschwerdeführer kli-

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nisch exploriert hatte (AB 7.3) und berücksichtigte auch die weitere medizi-
nische Aktenlage. Seine Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar und 
überzeugend. 

3.3.1 Entgegen der Argumentation in der Beschwerde (S. 5 Ziff. III f. 
Art. 4) stehen die RAD-Berichte nicht im Widerspruch zu den übrigen Ärz-
ten, vielmehr liegen miteinander korrelierende und konsistente Beurteilun-
gen vor. Vorab ist die diagnostische Zuordnung der geklagten Beschwer-
den allseits unbestritten. Internistisch bzw. gastroenterologisch im Vorder-
grund stehen eine von sämtlichen involvierten Ärzten anerkannte chroni-
sche äthylische Hepatopathie (alkoholische Lebererkrankung), die von den 
Spezialisten im Spital G.________ (AB 67/7 Ziff. 1, 67/12 Ziff. 1) spezifi-
scher als äthyltoxische Leberzirrhose mit dem Schweregrad A nach Child-
Pugh-Score qualifiziert wurde, was für eine noch gute Leberfunktion steht 
(vgl. PSCHYREMBEL, Klinisches Wörterbuch, 266. Aufl. 2014, S. 368). Damit 
einher geht eine portale Hypertension (Pfortaderhochdruck) mit 
Ösophagusvarizen (Erweiterungen der Speiseröhrenvenen), was zu gastro-
intestinalen Blutungen führen kann (vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 963 und 
S. 1531 f.) und im Juni 2013 eine Pfortaderthrombose verursachte (AB 20, 
25). Zudem liegt ein Ulkus Grad 3 der Forrest-Klassifikation vor, mithin ein 
Magengeschwür ohne Blutungszeichen (vgl. PSCHYREMBEL, a.a.O., S. 709 
und S. 2191). Ebenfalls anerkannt sind chronische Lumbalgien (AB 80/8; 
BB 12). Die Ärzte sind der einhelligen Auffassung, dass die bisherige 
Tätigkeit als … (AB 1/4 Ziff. 6, 11/1 Ziff. 3, 12, 16/2 Ziff. 2.7) nicht mehr 
zumutbar ist (AB 7.3/2 Ziff. 5, 14/3 f. Ziff. 1.6 und Ziff. 1.7, 67/4 Ziff. 1.7, 
70/3).

Was eine leidensangepasste Tätigkeit anbelangt, gingen die Dres. med. 
D.________ und I.________ von einer 100%igen Arbeitsfähigkeit aus, wo-
bei sie wegen der Dekonditionierung vorerst einen Einstieg mit einem 
50%igen Pensum und alsdann eine schrittweise Steigerung auf ein Voll-
pensum empfahlen (AB 7.3/2 Ziff. 5, 70/3). Der RAD-Arzt entwickelte das 
von Dr. med. D.________ formulierte Zumutbarkeitsprofil unter Berücksich-
tigung der ergänzten Aktenlage weiter. Es ist einleuchtend, dass aufgrund 
der Thrombozytopenie bzw. der (oralen) Antikoagulation Verrichtungen mit 
besonderen Verletzungsgefahren unzumutbar sind und zur Vermeidung 

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einer intraabdominellen Druckerhöhung funktionelle Einschränkungen be-
stehen. Auch dieser Beurteilung der medizinisch-theoretischen Arbeits-
fähigkeit stehen keine divergierenden Arztberichte entgegen. Der Hausarzt 
äusserte sich im Bericht vom 29. April 2013 (AB 14) nicht zur Arbeitsfähig-
keit in einer Verweisungstätigkeit und das von ihm postulierte Hebelimit von 
zehn Kilogramm (AB 14/4 Ziff. 1.7) ist im Zumutbarkeitsprofil von Dr. med. 
I.________ (AB 70/3) angemessen berücksichtigt. Dr. med. J.________ 
ging ebenfalls von einer solchen Limitierung aus (AB 67/4 Ziff. 1.7), für die 
von ihm im selben Bericht erwähnten fünf Kilogramm (AB 67/6) fehlt hinge-
gen eine konklusive Begründung. Anders als in der Beschwerde (S. 3 f. 
Ziff. III Art. 3 f.) angenommen, bezieht sich die von ihm bescheinigte min-
destens 50%ige Leistungseinschränkung (AB 67/4 Ziff. 1.7) im Übrigen 
explizit auf die bisherige Tätigkeit (was mit dem Umstand kontrastiert, dass 
er die Frage nach deren Zumutbarkeit verneinte). In den Berichten des Spi-
tals E.________ (AB 20, 25) wurde keine Arbeitsunfähigkeit attestiert und 
die Feststellung von Dr. med. F.________, dass die Krankheit Einfluss auf 
die Arbeitsfähigkeit zeitigt (AB 25/2 Ziff. 1.1, 25/4 Ziff. 1.7), ist unbestritten. 

Dr. med. I.________ bezog im Rahmen des von ihm formulierten Zumut-
barkeitsprofils in Kenntnis des Befundberichts vom 6. Mai 2013 
(AB 80/11 f.) auch die Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule mit 
ein (AB 85/2 ad Ziff. 5). Soweit der im Beschwerdeverfahren aufgelegte 
Bericht des Spitals G.________ vom 27. Februar 2015 (BB 12) aufgrund 
des zeitlichen Überprüfungshorizonts des angerufenen Gerichts überhaupt 
zu berücksichtigen ist (vgl. BGE 130 V 138 E. 2.1 S. 140), stützt er die Be-
urteilung des RAD-Arztes. Die Dres. med. L.________ und M.________ 
gingen lediglich von Einschränkungen für schwere Arbeiten aus und äus-
serten sich zur Arbeitsfähigkeit für (leichte) Verweisungstätigkeiten nicht. 
Hinzu kommt, dass der klinische Befund keinen Hinweis auf eine radikuläre 
Symptomatik (Neurokompression) zeigte und bildgebend (MRI nativ und 
mit Kontrastmittel) eine eigentliche Diskushernie ausgeschlossen werden 
konnte (AB 80/8 f.). Im Übrigen empfahlen die Ärzte im Zusammenhang mit 
den muskulären Dysbalancen sowie der Haltungsinsuffizienz aktivierende 
Gymnastikübungen, sie führten aber gleichzeitig aus, der Beschwerdefüh-
rer stehe einer (ihm im Rahmen seiner Schadenminderungspflicht [Art. 7 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2015, IV/15/190, Seite 12

Abs. 1 IVG] ohne weiteres zumutbaren) aktivierender Physiotherapie skep-
tisch gegenüber.

Es liegen keinerlei ärztliche Berichte vor, die geeignet wären, auch nur ge-
ringe Zweifel an der differenzierten RAD-Beurteilung zu begründen. Im Ge-
genteil präsentiert sich die medizinische Aktenlage insgesamt kohärent und 
widerspruchsfrei. 

3.3.2 Der Beschwerdeführer moniert sinngemäss, die Erkenntnisse aus 
den berufspraktischen Erhebungen stünden den Schlussfolgerungen von 
Dr. med. I.________ entgegen (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. III Art. 3). Dazu 
ist zu bemerken, dass den Ergebnissen leistungsorientierter beruflicher 
Abklärungen zwar nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung der Rest-
arbeitsfähigkeit abgesprochen werden können, es aber in der Hauptsache 
dem Arzt oder der Ärztin obliegt, den Gesundheitsschaden zu beurteilen 
und zur medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen 
(vgl. Entscheid des BGer vom 4. Juli 2008, 9C_833/2007, E. 3.3.2).

Vom 23. September bis 18. Oktober 2013 erfolgte eine Arbeitsmarktliche 
Abklärung (AA) in der Abklärungsstelle H.________ (AB 29, 31, 33 f.) und 
vom 29. September bis 28. Dezember 2014 befand sich der Beschwerde-
führer zur berufspraktischen «Referenzerarbeitung» in der Abklärungsstelle 
K.________ (AB 63, 83). Im Abschlussbericht der Abklärungsstelle 
H.________ vom 26. November 2013 (AB 34) wurde eine geringe Motivati-
on des Beschwerdeführers festgestellt, wobei er bei zumutbaren Montage-
arbeiten trotzdem eine Leistung von 78 % erreichte (AB 34/4 Ziff. 4, 34/6 
Ziff. 4), was Dr. med. I.________ in seiner Stellungahme vom 14. Novem-
ber 2014 berücksichtigte (AB 70/3). Der Bericht der Abklärungsstelle 
K.________ lag am 16. Dezember 2014 vor (AB 83) und ging von einem im 
ersten Arbeitsmarkt möglichen Pensum von 50 % mit 10%iger Leistungs-
einschränkung aus (AB 83/3). Eine nachvollziehbare Begründung dafür, 
weshalb kein höheres Rendement erreicht werden konnte, ist dem besag-
ten Bericht nicht zu entnehmen, vielmehr wurde offenbar allein auf das sub-
jektiv gezeigte Leistungsvermögen abgestellt. Nach eigener Auffassung 
des Beschwerdeführers würde ein grösserer Beschäftigungsgrad daran 
scheitern, dass nach zirka vier Stunden Schmerzen auftreten (AB 83/4), 
was jedoch in den medizinischen Akten keinen Rückhalt findet. In Anbe-

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tracht der sich mit Bezug auf Schmerzen naturgemäss ergebenden Be-
weisschwierigkeiten muss im Rahmen der sozialversicherungsrechtlichen 
Leistungsprüfung verlangt werden, dass die subjektiven Schmerzangaben 
durch damit korrelierende, fachärztlich schlüssig feststellbare Befunde hin-
reichend erklärbar sind (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281), was hier gerade 
nicht der Fall ist. Eine derartige einschränkende Schmerzsymptomatik wur-
de im Zusammenhang mit den gastroenterologischen Beschwerden nicht 
beschrieben und eine entsprechende Limitierung durch die Lumbalgien 
wäre bei einem nach den Vorgaben von Dr. med. I.________ optimal adap-
tierten Arbeitseinsatz (AB 70/3, 85/2) mit den klinischen Befunden nicht 
vereinbar.

3.3.3 Nach dem Gesagten ist der medizinische Sachverhalt hinreichend 
erstellt und erübrigen sich weitere diesbezügliche Erhebungen (sog. antizi-
pierte Beweiswürdigung [BGE 122 V 157 E. 1d S. 162]). Insbesondere be-
steht weder eine Veranlassung noch ein Anspruch auf die eventualiter be-
antragte (vgl. Beschwerde S. 2 Ziff. 1 Ziff. 2) versicherungsexterne polydis-
ziplinäre Begutachtung (vgl. BGE 123 V 175 E. 3d S. 176, 122 V 157 E. 2c 
S. 165). In tatsächlicher Hinsicht ist nach dem massgebenden Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
seit August 2008 in der angestammten Tätigkeit bzw. eine stufenweise auf 
100 % steigerbare Arbeitsfähigkeit in einer leidensadaptierten Tätigkeit 
erstellt. 

Die bestehende Dekonditionierung bezieht sich nicht auf die muskulären 
Dysbalancen bzw. die Haltungsinsuffizienz (BB 12), sondern hauptsächlich 
auf die blosse lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt (AB 7.3/2 Ziff. 5, 70/3), 
die keiner (therapeutischen) Eingliederungsmassnahme zugänglich ist. Bei 
dieser Ausgangslage ist kein Mahn- und Bedenkzeitverfahren im Sinne von 
Art. 21 Abs. 4 ATSG durchzuführen. Weil medizinisch-theoretisch zudem 
binnen weniger Wochen ein Vollpensum erreicht werden kann, fällt ein 
Rentenanspruch allein für die notwendige Zeit zur Angewöhnung an die 
Erwerbstätigkeit von vornherein ausser Betracht (vgl. Entscheid des BGer 
vom 13. Dezember 2007, I 1048/06, E. 6.3 [Umkehrschluss]). Abzustellen 
ist folglich auf eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit in einer Verweisungs-
tätigkeit.

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Zu prüfen bleiben die erwerblichen Auswirkungen dieser medizinischen 
Ausgangslage.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2015, IV/15/190, Seite 15

4.

4.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

4.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 
S. 133 E. 7.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik (BFS) herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 139 V 592 
E. 2.3 S. 593; SVR 2014 IV Nr. 37 S. 133 E. 7.1).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2015, IV/15/190, Seite 16

beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 
E. 4.1.1).

4.3

4.3.1 Die Beschwerdegegnerin stützte sich für das Valideneinkommen auf 
den im letzten Arbeitsverhältnis im Jahr 2012 erzielten Bruttolohn von 
Fr. 6‘415.-- pro Monat bzw. Fr. 83‘395.-- im Jahr (AB 16/2 Ziff. 2.10, 
18.2/1). Aufindexiert auf das für den frühestmöglichen Rentenbeginn mass-
gebende Jahr 2013 (vgl. Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG bzw. Art. 29 Abs. 1 IVG) 
ergibt sich ein Wert von Fr. 83‘887.-- (Fr. 83‘395.-- / 101.7 x 102.3 [BFS, 
Lohnentwicklung 2013, Tabelle T1.1.10, Nominallohnentwicklung, Männer, 
Wirtschaftszweig F 41-43 {Baugewerbe/Bau}, Index 2012 bzw. 2013]).

4.3.2 Der Beschwerdeführer hat keine ihm an sich zumutbare neue Er-
werbstätigkeit aufgenommen, weshalb für das Invalideneinkommen statisti-
sche Werte heranzuziehen sind. Ausgehend von der LSE 2012 und unter 
Berücksichtigung der Nominallohnentwicklung bis zum Jahr 2013 resultiert 
ein hypothetischer Bruttojahreslohn von Fr. 65‘690.-- (Fr. 5‘210.-- [BFS, 
LSE 2012, Tabelle TA1, Total, Männer, Kompetenzniveau 1 {einfache 
Tätigkeiten körperlicher oder handwerklicher Art}] x 12 Monate / 40 Wo-
chenarbeitsstunden x 41.7 Wochenarbeitsstunden [BFS, Betriebsübliche 
Arbeitszeit {BUA}, Total, 2013] / 101.7 x 102.5 [BFS, Tabelle T1.1.10, No-
minallohnindex, Männer, Total, Index 2012 bzw. 2013]). Die Höhe des in 
der angefochtenen Verfügung (AB 86) zugelassenen Abzugs vom Tabel-
lenlohn wird beschwerdeweise nicht gerügt und es besteht keine Veranlas-
sung, in das pflichtgemäss ausgeübte Ermessen der Beschwerdegegnerin 
einzugreifen. Demnach beträgt das Invalideneinkommen Fr. 55‘837.-- 
(Fr. 65‘690.-- ./. 15 %).

4.4 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen resul-
tiert ein abgerundeter (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123) und ren-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2015, IV/15/190, Seite 17

tenausschliessender (vgl. E. 2.2 hievor) Invaliditätsgrad von 33 % 
([Fr. 83‘887.-- ./. Fr. 55‘837.--] / Fr. 83‘887.-- x 100). Die Beschwerdegegne-
rin verneinte folglich einen Rentenanspruch in ihrer Verfügung vom 23. Ja-
nuar 2015 (AB 86) im Ergebnis zu Recht, womit sich die dagegen erhobene 
Beschwerde vom 24. Februar 2015 als unbegründet erweist und abzuwei-
sen ist.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss entnommen.

5.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 
Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Mai 2015, IV/15/190, Seite 18

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.