# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6206b137-1f3f-5a5a-b7f0-bb51702035e4
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.09.2021 725 19 278/257
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-19-278-257_2021-09-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 16. September 2021 (725 19 278 / 257) 

___________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Ein Kausalzusammenhang zwischen den geltend gemachten Gesundheitsproblemen und 

dem Zeckenbiss kann nicht mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit herge-

stellt werden. 
 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichter Jgnaz Jermann, Gerichtsschreiberin Christina Markiewicz 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Pierre Derivaz, Rechts-
anwalt, Angestellte Schweiz, Rechtsdienst, Martin-Disteli-Strasse 9, 
4601 Olten 1 Fächer 

  
 
gegen 
 
 

 Visana Versicherungen AG, Leistungszentrum UVG, Weltpost-
strasse 19, 3000 Bern 15, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. Die 1971 geborene A.____ arbeitete seit 1. Juli 2012 als Landschaftsgärtnerin für die 
Gärtnerei B.____ und war bei der Visana Versicherungen AG (Visana) obligatorisch gegen die 
Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Mit Schadenmeldung vom 1. Februar 
2018 meldete die Arbeitgeberin der Visana einen Unfall vom 20. April 2014. Die Versicherte sei 

 

 
 
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an Ostern Zelten gewesen. Nach anhaltendem brennendem Gefühl am Kreuzbein habe sie eine 
Wanderröte von 10 cm Durchmesser entdeckt. In den darauffolgenden Wochen sei der Aus-
schlag auf 30 cm angewachsen. Es habe sich sodann herausgestellt, dass es sich um einen 
Zeckenbiss gehandelt habe. Die Erstkonsultation erfolgte am 10. Juni 2014 bei ihrer Hausärztin, 
Dr. med. C.____, FMH Allgemeine Medizin. Zur Frage, weshalb sie das Ereignis erst jetzt gemel-
det habe, erklärte sie, dass die Borreliose erst im Herbst 2017 diagnostiziert worden sei und sie 
im Januar 2018 erfahren habe, dass sie einen Zeckenstich der Unfallversicherung melden müsse. 
Dass erst im Herbst 2017 ein erster Test auf Borreliose erfolgt sei, liege daran, dass sie die Situ-
ation falsch eingeschätzt habe, da sie keinen Zusammenhang zwischen der Wanderröte und dem 
Zeckenstich gesehen habe. Sie habe die Hautrötung als Ausschlag nach Kontakt mit Brennnes-
seln gedeutet. Ein weiterer Grund sei gewesen, dass sie zu jener Zeit einen Tumor im rechten 
Oberschenkel gehabt habe. Ihren schleichend schlechter werdenden Allgemeinzustand habe sie 
damals dem Tumor zugeschrieben. 
 
Mit Schreiben vom 31. Mai 2018 informierte die Visana A.____ dahingehend, dass sie das Ereig-
nis vom 20. April 2014 als Unfall anerkenne und die Kosten der Erstbehandlung vom 10. Juni 
2014 bzw. die Kosten für die Behandlungen im Jahr 2014 übernehme. Mit Verfügung vom 5. Juli 
2018 ging die Visana davon aus, dass es sich bei den ab 2017 geltend gemachten Beschwerden 
um einen Rückfall handle und verneinte einen Leistungsanspruch der Versicherten, da kein Kau-
salzusammenhang zwischen Unfallereignis und Rückfall bestehen würde. Das unklare neurolo-
gische und kardiologische Zustandsbild sei nach Rücksprache mit ihrem beratenden Arzt nicht 
auf eine Neuroborreliose zurückzuführen. Differenzialdiagnostisch sei von einer Somatisierungs-
störung bzw. einem Burnout auszugehen. 
 
Die gegen die Verfügung vom 5. Juli 2018 erhobene Einsprache wies die Visana mit Einsprache-
entscheid vom 9. Juli 2019 ab. 
 
B. Mit Eingabe vom 29. August 2019 erhob A.____, vertreten durch Marilena Schioppetti, 
Rechtsanwältin, Angestellte Schweiz, Beschwerde ans Kantonsgericht, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht. Sie beantragte die Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und die 
Ausrichtung von Versicherungsleistungen. Eventualiter sei ein polydisziplinäres Gutachten ein-
zuholen. In formeller Hinsicht machte sie eine Verletzung des rechtlichen Gehörs geltend, na-
mentlich, dass die Vorinstanz ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen sei. Insbesondere 
habe sich die Vorinstanz nicht zum Einwand geäussert, der Vertrauensarzt der Visana, Dr. med. 
D.____, verfüge nicht über die notwendigen Facharzttitel, um das Beschwerdebild der Versicher-
ten zu würdigen. Folglich sei der angefochtene Einspracheentscheid schon deshalb aufzuheben. 
Weiter sei vorliegend nicht von einem Rückfall auszugehen, sondern weiterhin vom Grundfall, da 
nach Bestätigung der Hausärztin, Dr. C.____, die Behandlung im Jahr 2014 nicht abgeschlossen 
worden sei. Ferner seien die Berichte des Vertrauensarztes vom 27. November 2018 sowie 4. 
Dezember 2018 und 8. Januar 2019, worauf sich die Visana stütze, nicht beweiskräftig. Vielmehr 
sei den Berichten des Infektiologen Dr. med. E.____ vom 29. September 2017, 17. Januar 2018 
sowie 8. Mai 2018 zu entnehmen, dass die Versicherte an einer chronischen Borreliose leide. 
Weiter sei auch aus den Berichten der F.____ vom 14. Juni 2018, der G.____ vom 30. Oktober 
2018, dem Sprechstundenbericht von Dr. med. H.____, FMH Orthopädie und Traumatologie des 

 

 
 
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Bewegungsapparates, vom 9. November 2019 sowie dem Arztbericht des Rheumatologen Dr. 
med. I.____ vom 16. Oktober 2018 zu entnehmen, dass die Versicherte stark an typischen Be-
schwerden nach Zeckenbiss leide. 
 
C. Die Visana beantragte mit Vernehmlassung vom 16. Oktober 2019 die Abweisung der 
Beschwerde. Die Begründung im Einspracheentscheid sei so abgefasst, dass die Beschwerde-
führerin, die anwaltlich vertreten sei, die Tragweite des Entscheids erkennen und ihn in voller 
Kenntnis der Sachlage habe anfechten können. Eine Verletzung des rechtlichen Gehörs liege 
nicht vor. Selbst wenn aber eine Gehörsverletzung vorliegen würde, seien die Voraussetzungen 
für eine Heilung vorliegend gegeben. Dr. D.____ sei Facharzt für Prävention und Gesundheits-
wesen und verfüge auch über einen Master in Public Health in Epidemiology. Er sei bestens 
geeignet, die sich hier stellenden Fragen zu beantworten. Entscheidend für die Frage, ob eine 
Wiederaufnahme der ärztlichen Behandlung als Rückfall oder als Weiterbehandlung unter dem 
Grundfall zu qualifizieren sei, sei, ob bei der letzten ärztlichen Untersuchung davon habe ausge-
gangen werden können, dass die Behandlung abgeschlossen sei. Die echtzeitlichen Unterlagen 
zeigten, dass die Versicherte wegen des Zeckenbisses nicht therapeutisch behandelt worden sei. 
Zudem hätten keine Brückensymptome vorgelegen, die mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im 
Zusammenhang mit dem Ereignis vom 20. April 2014 zu sehen seien. Die beschriebenen Be-
schwerden beständen seit mindestens 2010. Eine klare Ursache für das neurologische Be-
schwerdebild mit Fatigue-Symptomatik habe nicht festgestellt werden können. Die Borreliose sei 
lediglich als eine von mehreren möglichen Beschwerdeursachen zu betrachten und damit sei 
diese weder eindeutig noch überwiegend wahrscheinlich für die gesundheitliche Entwicklung der 
letzten Jahre verantwortlich. 
 
D. Mit Beschluss vom 7. Mai 2020 wies das Kantonsgericht die Einsprache der Beschwer-
deführerin gegen die Instruktionsverfügung vom 8. Oktober 2019, wonach auf das Gesuch um 
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung nicht eingetreten worden war, ab. 
 
E. Aus den bei der IV-Stelle eingeholten Akten ging hervor, dass die IV-Stelle ein polydis-
ziplinäres Gutachten bei der Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) in Auftrag gegeben 
hatte inklusive Fachdisziplin Infektiologie. In der Folge sistierte das Gericht das Verfahren mit 
Verfügung vom 30. Juni 2020 bis zum Eingang des Gutachtens. 
 
F. Nach Eingang des asim-Gutachtens vom 9. Juli 2020 mit Ergänzung vom 21. Dezember 
2020 am 13. Januar 2021 wurde die Sistierung mit Verfügung vom 1. Februar 2021 aufgehoben 
und den Parteien Gelegenheit gegeben, zum Inhalt Stellung zu nehmen. 
 
G. Die Visana beantragte mit Eingabe vom 24. März 2021 weiterhin die Abweisung der 
Beschwerde, da gemäss asim-Gutachten kein Kausalzusammenhang zwischen den ab 2017 gel-
tend gemachten Beschwerden und dem gemeldeten Zeckenbiss vom 20. April 2014 gegeben sei. 
 
H. Die Beschwerdeführerin, nunmehr vertreten durch Pierre Derivaz, Angestellte Schweiz, 
vertrat demgegenüber den Standpunkt, dass das infektiologische Teilgutachten der asim vom 23. 

 

 
 
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Januar 2020 ungenügend und somit nicht beweistauglich sei. Mit dem Bestehen einer chroni-
schen Borreliose setzten sich die Infektiologen inhaltlich nicht auseinander. Sie begnügten sich 
mit dem Hinweis, die chronische Borreliose sei als valide Diagnose nicht anerkannt. Auch in Be-
zug auf das Vorliegen eines Post-Treatment Lyme Disease Syndromes sei das Gutachten nicht 
schlüssig. Folglich könne darauf nicht abgestellt werden.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss 
Art. 2 ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
(UVG) vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einsprache-
entscheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Be-
schwerde erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjeni-
gen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz 
hat. Vorliegend befindet sich dieser in X.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kan-
tonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Ver-
fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und 
formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 29. August 2019 ist demnach einzu-
treten.  
 
2.1 Die Beschwerdeführerin macht in formeller Hinsicht geltend, die Vorinstanz habe den 
Anspruch auf rechtliches Gehör bzw. die Begründungspflicht verletzt, namentlich sei sie in ihrem 
Einspracheentscheid auf ihren Einwand, dem beratenden Arzt fehle die fachärztliche Qualifikation 
zur Beurteilung der medizinischen Sachlage, nicht eingegangen. 
 
2.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) vom 18. April 1999 gebietet, dass die Behörde die Vor-
bringen der betroffenen Person auch tatsächlich hört, prüft und in der Entscheidfindung berück-
sichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen (BGE 139 V 
496 E. 5.1). Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich 
auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich 
auf die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss so abgefasst 
sein, dass sich die betroffene Person über die Tragweite des Entscheides Rechenschaft geben 
und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinn 
müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat 
leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid stützt (BGE 138 IV 81 E. 2.2). 
 
2.3 Die Vorinstanz hat die dargelegten Grundsätze eingehalten. Aus dem Einspracheent-
scheid ist ersichtlich, auf welche medizinischen Unterlagen sich die Beschwerdegegnerin stützte 

 

 
 
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und dass sie den Fall als Rückfall behandelte. Indem sie die Berichte von Dr. D.____ als beweis-
kräftig ansah, brachte sie klar zum Ausdruck, dass sie ihn als qualifiziert einstufte. Eine Verlet-
zung der Begründungspflicht liegt somit nicht vor. Zudem hat Dr. D.____ im weiteren Verfahren 
am 22. November 2018 zur Frage seiner fachärztlichen Qualifikation Stellung genommen. Als 
Facharzt für Prävention und Gesundheitswesen mit einem Master in Public Health in Epidemio-
logy verfügt Dr. D.____ über die fachärztliche Kompetenz, die medizinische Sachlage zu beurtei-
len. Da im Rahmen des weiteren Schriftenwechsels diesbezüglich keine Einwände erhoben wor-
den sind, kann davon ausgegangen werden, dass – selbst wenn von einem Mangel ausgegangen 
würde – dieser als geheilt zu gelten hätte.  
 
3. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversi-
cherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufs-
unfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt 
der versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbe-
handlung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so 
hat sie gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Ist die versicherte Person infolge 
des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente 
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Erleidet sie durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädigung der 
körperlichen oder geistigen Integrität, so hat sie nach Art. 24 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine 
angemessene Integritätsentschädigung. Diese wird mit der Invalidenrente festgesetzt oder, falls 
kein Rentenanspruch besteht, bei der Beendigung der ärztlichen Behandlung gewährt (Art. 24 
Abs. 2 UVG). 
 
4. Als Unfall gilt gemäss Art. 4 ATSG die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Ein-
wirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat. 
In diesem Zusammenhang erfüllt der Biss der Zecke sämtliche Merkmale des Unfallbegriffs. Da-
bei ist nicht entscheidend, ob sich die versicherte Person an einen Zeckenstich erinnern kann. 
Massgebend ist, ob aufgrund der fachärztlichen Stellungnahmen darauf geschlossen werden 
kann, dass im Zeitpunkt der vorhandenen Versicherungsdeckung überwiegend wahrscheinlich 
von einem Zeckenstich auszugehen ist, der die Gesundheitsschädigung bewirkt hat (Urteil des 
Bundesgerichts vom 18. Januar 2006, U 208/05, E. 5.3). Der erfolgte Kontakt mit dem Borreliose-
Erreger kann mit serologischen Untersuchungen belegt werden; indessen genügen diese nicht 
für den Schluss auf eine daraus entstandene Lyme-Borreliose. Deren Diagnose – gleich welchen 
Stadiums – setzt ein entsprechendes klinisches Beschwerdebild und den Ausschluss von Diffe-
renzialdiagnosen voraus, wobei je nach Krankheitsstadium ein pathologischer laborchemischer 
Test die Wahrscheinlichkeit der Diagnose erhöhen kann. Ebenso hilfreich können bei rückbli-
ckender Einschätzung der Verlauf und die Ergebnisse einer Therapie sein (Urteil des Bundesge-
richts vom 9. Juni 2011, 8C_695/2010, E. 5). 
 
5.1 Eine Leistungspflicht des Unfallversicherers besteht nur, wenn die Gesundheitsbe-
schwerden die natürliche und adäquate Folge des Unfallereignisses sind. Ursachen im Sinne des 
natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der einge-
tretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen 

 

 
 
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Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer ge-
sundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber 
das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversiche-
rungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die 
blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs 
nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1 mit Hinweisen). Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstel-
lung zu folgen, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die Wahrscheinlichste wür-
digt (Urteil des Bundesgerichts vom 17. August 2016, 8C_307/2016, E. 5.3 mit Hinweis auf BGE 
138 V 218 E. 6). Während bei der Frage, ob ein Kausalzusammenhang überhaupt jemals gege-
ben ist, die versicherte Person beweisbelastet ist, trägt die Beweislast für einen behaupteten 
Wegfall der Kausalität aufgrund des Erreichens des Status quo sine vel ante (Zustand ohne oder 
vor Unfall) die Unfallversicherung. Allerdings tragen die Parteien im Sozialversicherungsprozess 
in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Un-
gunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten 
wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 
im Verwaltungsverfahren wie auch im kantonalen Sozialversicherungsprozess geltenden Unter-
suchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zu-
mindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (Urteil des Bundes-
gerichts vom 24. August 2016, 8C_263/2016, E. 4.2 mit vielen Hinweisen).  
 
5.2 Weiter muss zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäqua-
ter Kausalzusammenhang bestehen. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adä-
quate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und 
nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des einge-
tretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als be-
günstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2). Bei Beschwerden als direkte Folgen eines zecken-
stichbedingten Leidens kommt grundsätzlich die allgemeine Adäquanzformel zur Anwendung 
(Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni 2015, 8C_208/2015, E. 3 mit Hinweisen). Falls aber bei 
Beschwerdebildern im Zusammenhang mit einer Lyme-Borreliose psychische Beschwerden se-
kundäre Folgen der Erkrankung sind, so sind die organisch nicht objektiv ausgewiesenen Unfall-
folgen nach der Rechtsprechung für eine psychische Fehlentwicklung nach Unfall zu beurteilen 
(Urteil des Bundesgerichts vom 9. Juni 2011, 8C_695/2010, E. 3 mit Hinweisen). 
 
6. Unbestritten ist, dass die Versicherte von einer Zecke gebissen worden ist und mit Bor-
relien infiziert wurde. Insbesondere ergaben serologische Labortests einen Kontakt mit Borrelia 
burgdorferi. Streitig ist hingegen, ob daraus das Krankheitsbild chronische Borreliose, Lyme-Bor-
reliose oder Post-Treatment Lyme Disease Syndrome entstanden ist, das kausal für die ab 2017 
geltend gemachten Beschwerden ist. 
 
6.1 Zur Beurteilung medizinischer Sachverhalte ist das Gericht auf ärztliches Fachwissen 
angewiesen (BGE 132 V 93 E. 4). Es hat die medizinischen Unterlagen sodann nach dem für den 
Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c 
ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, 

 

 
 
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sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungs-
gericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu 
entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 
Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die 
Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. 
Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die 
streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Be-
schwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 E. 3a mit Hinweis). 
 
6.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 
Gutachten externer Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen 
und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung 
der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft 
zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen 
(BGE 125 V 351 E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Dagegen sind bei Entscheiden gestützt auf 
versicherungsinterne ärztliche Beurteilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem 
Verfahren vor dem Sozialversicherungsträger stammen, an die Beweiswürdigung strenge Anfor-
derungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
der ärztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Ver-
fahren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 465 E. 4.7). 
 
7.1 Am 26. September 2017 stellte sich die Beschwerdeführerin bei Dr. E.____ vor. Er diag-
nostizierte eine chronische Borreliose gestützt auf die serologischen Werte nach Kontrolle im 
Referenzlabor, wonach sich das Vollbild einer bereits länger bestehenden Borrelieninfektion mit 
sehr ausgeprägtem Bandenmuster gezeigt habe. Er fasste zusammen, dass seit etwa 8 Jahren 
immer wieder Schübe mit Grippegefühl, Gliederschmerzen und Arthralgien an verschiedenen Ge-
lenken aufträten. Betroffen seien Handwurzel, Finger, Knie, Ellbogen und die Halswirbelsäule. 
Bei dieser Konstellation sei nur eine intravenöse Therapie mit Cefotaxim zielführend (vgl. Bericht 
vom 29. September 2017). 
 
7.2 Bei Verdacht auf Neuroborreliose veranlasste Prof. Dr. med. J.____, Infektiologe, eine 
Lumbalpunktion, welche am 14. November 2017 durchgeführt wurde. Aus dem Untersuchungs-
bericht von Dr. med. K.____ vom 3. Januar 2018 geht hervor, dass die Versicherte seit der fest-
gestellten Wanderröte im Jahr 2014 rezidivierend krank sei mit grippeähnlichen Symptomen, ins-
besondere Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Augendruck, Gliederschmerzen und Fieberschü-
ben. Vor allem leide sie unter einer ständigen Müdigkeit sowie kognitiven Einschränkungen. Seit 

 

 
 
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Juni 2016 sei sie 100 % arbeitsunfähig. Im September 2017 sei die Versicherte positiv auf Borre-
lien getestet und eine Therapie mit Cefotaxim 3 x 2 g intravenös täglich empfohlen worden. Die 
Lumbalpunktion habe nun einen unauffälligen Befund gezeigt. Weder laborchemisch noch kli-
nisch gebe es einen Hinweis auf eine Neuroborreliose (vgl. auch Bericht von Dr. med. L.____, 
FMH Neurologie, vom 30. November 2017). Es liege ein unklares neurologisches Zustandsbild 
vor und differenzialdiagnostisch eine Somatisierungsstörung. 
 
7.3 Die Befunde der Lumbalpunktion übermittelte die Versicherte Dr. E.____ zur Beurtei-
lung. Am 17. Januar 2018 führte er aus, dass nach wie vor das Bild einer chronischen Borreliose 
gegeben sei. Es sei zu unterscheiden zwischen einer Neuroborreliose im eigentlichen Sinn, bei 
der auch das Zentralnervensystem beteiligt sei, und einer chronischen Borreliose, ohne Beteili-
gung des Nervensystems. Es sei grundsätzlich so, dass Neuroborreliosen nur innerhalb eines 
Jahres nach Infektionsbeginn aufträten. Wenn diese Phase überstanden sei, gebe es keine Neu-
roborreliose mehr. Die chronische Borreliose verursache in der Regel Beschwerden am Bewe-
gungsapparat, aber keine neurologischen Ausfälle. Eine Therapie der chronischen Borreliose sei 
problemlos möglich. 
 
7.4 Nach Ausschluss einer Neuroborreliose hielt Dr. D.____ mit Kurzbericht vom 1. Mai 2018 
fest, dass in Bezug auf das unklare neurologische und kardiologische Zustandsbild differenzial-
diagnostisch von einer Somatisierungsstörung und einem Burnout auszugehen sei. 
 
7.5 Mit Bericht vom 14. Juni 2018 äusserte sich Dr. I.____ zur Kausalität. Seit dem Zecken-
biss im Jahr 2014 leide die Versicherte unter Beschwerden, die dem Bild einer nicht behandelten 
Borreliose entsprächen. Eine Neuroborreliose sei inzwischen zwar ausgeschlossen worden, es 
lägen jedoch weiterhin positive Blutergebnisse vor. Nach Einschätzung von Dr. D.____ leide die 
Versicherte zweifellos an einer chronischen Borreliose. Da die Erkrankung im Frühstadium nicht 
suffizient behandelt worden sei, sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit die jetzt vorhandene 
chronische Borreliose im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 20. April 2014 zu sehen. 
 
7.6 Die Versicherte bat Dr. E.____ um eine erneute Kontrolle der Serologie, da die empfoh-
lene Cefotaximtherapie nicht habe organisiert werden können. Mit Bericht vom 8. Mai 2018 be-
stätigte er die Diagnose einer chronischen Borreliose. Es finde sich praktisch ein identisches Bild 
wie bei den Vorbefunden. 
 
7.7 Am 16. Oktober 2018 berichtete Dr. I.____ über den rheumatologischen Verlauf. Er di-
agnostizierte unter anderem ein chronisches, schweres, generalisiertes Schmerzsyndrom mit 
chronischer Erschöpfung und verminderter Belastbarkeit bei «chronischem Post-Lyme-Syn-
drome» bei Status nach Zeckenbiss im April 2014 sowie mit «chronischem Post-HWS-
Distorsionssyndrom» bei Status nach 3 HWS-Distorsionen mit anhaltenden Symptomen wie 
Übelkeit, Schwindel, verstärkt bei Inklination und Reklination der HWS, Reizdarmsyndrom mit 
Verdauungsstörungen, Diarrhoe, Meteorismus, Bauchkrämpfen und Histaminintoleranz. Bereits 
seit 2009 leide die Versicherte an rezidivierenden Gliederschmerzen und Erschöpfungszustän-
den, welche zyklisch aufträten. Seit dem Zeckenbiss im Jahr 2014 sei es zu einer verstärkten 

 

 
 
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Beschwerdesymptomatik mit Gliederschmerzen, zervikocephalen Schmerzen, panvertebralen 
Schmerzen und neuropsychologischen Defiziten gekommen. 
 
7.8 Am 2. Mai 2018 sowie am 6. Juni 2018 fanden neuropsychologische und medizinische 
Untersuchungen in der G.____ statt mit anschliessender Diagnosekonferenz am 20. Juni 2018. 
Als Diagnosen wurden im Bericht vom 30. Oktober 2018 eine leichte Aufmerksamkeitsstörung 
bei schwerer Fatigue-Symptomatik unklarer Ätiologie sowie eine normochrome, normozytäre 
Anämie gestellt. Die Versicherte habe erstmals 2009 unter Erschöpfung gelitten und sei für 6 
Wochen aufgrund eines Burnout-Syndroms ambulant psychologisch behandelt worden. In den 
darauffolgenden Jahren hätten sich die Erschöpfungszustände zyklisch wiederholt (alle 4 bis 6 
Wochen für 1-2 Tage grippeartige Symptome mit Gliederschmerzen) und im Verlauf zugenom-
men. Ausserdem hätten Abklärungen 2017/18 Hinweise für eine Infektion mit Borrelien ergeben. 
In der umfassenden neuropsychologischen Untersuchung seien mittelschwere Minderleistungen 
in Teilbereichen der Aufmerksamkeit festgestellt worden. Vereinzelt liessen sich auch Defizite im 
Bereich der exekutiven Funktionen objektivieren, wobei diese möglicherweise bedingt durch die 
verminderten Aufmerksamkeitsleistungen seien. Subjektiv stehe eine ständige Müdigkeit / Er-
schöpfung im Sinne einer schweren Fatigue-Symptomatik im Vordergrund, deren Ursache letzt-
lich unklar bleibe. Es lägen aber verschiedene psychosoziale Belastungsfaktoren vor. Ob die En-
tität einer chronischen Borreliose bestehe, werde unter Experten kontrovers diskutiert. Nach um-
fangreichem Akten- und Literaturstudium erscheine es als nicht unwahrscheinlich, dass eine 
chronische Infektion mit Borrelien einen Teil der Beschwerden der Versicherten erklären könnte. 
Erschwerend hinzu komme sicher eine psychiatrische Problematik. 
 
7.9 Die von der Beschwerdegegnerin auf Veranlassung von Dr. D.____ eingeholten Sprech-
stundeneinträge der Hausärztin von 2009 bis 2014 ergaben keine Hinweise auf eine Borreliose. 
Diese Frage habe sich damals aber auch nicht gestellt, sondern erst im Jahr 2017 nach positiven 
Blutwerten. Rückwirkend sei der Auslöser mit dem Ereignis an Ostern 2014, welches in den Ein-
trägen vom 10. Juni 2014 und 8. Juli 2014 thematisiert worden sei, in Verbindung gebracht wor-
den (vgl. Berichte vom 22. November 2018, 27. November 2018 und 4. Dezember 2018). 
 
8.1 Im Rahmen des invalidenversicherungsrechtlichen Verfahrens wurde bei der asim eine 
umfassende, polydisziplinäre Abklärung des Gesundheitszustandes der Versicherten in den Dis-
ziplinen Allgemeinmedizin, Psychiatrie, Rheumatologie, Neurologie, Neuropsychologie, Handchi-
rurgie und lnfektiologie in Auftrag gegeben (vgl. Gutachten vom 9. Juli 2020). Im infektiologischen 
Teilgutachten vom 23. Januar 2020 konnten Dr. med. M.____ und Prof. Dr. med. N.____ keine 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit stellen. Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
sei ein Verdacht auf ein Erythema migrans 2014. Die von der Versicherten geschilderten multip-
len Beschwerden mit ausgeprägter Erschöpfungs- und Ermüdungssymptomatik könnten in Be-
zug auf eine Borreliose – wenn überhaupt – nur im Rahmen einer Neuroborreliose erklärt werden. 
Eine solche sei mittels Lumbalpunktion vom 14. November 2017 jedoch ausgeschlossen worden. 
 
Ferner sei die Entität einer chronischen Borreliose, die in verschiedenen Arztberichten erwähnt 
werde, wissenschaftlich nicht anerkannt und sie werde von keiner wissenschaftlich / schulmedi-

 

 
 
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zinisch orientierten Fachgesellschaft in ihre Guidelines übernommen. Im Zeitpunkt der Explora-
tion am 23. Januar 2020 habe eine aktive Borrelienerkrankung als Ursache der von der Versi-
cherten geschilderten Beschwerden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausge-
schlossen werden können. Als weitere Diffenzialdiagnose müsse ein Post-Treatment Lyme Dise-
ase Syndrome diskutiert werden. Diese Entität sei wissenschaftlich ebenfalls nicht unumstritten, 
das Krankheitsbild sei jedoch von den neurologischen Fachgesellschaften in die massgebenden 
Guidelines aufgenommen worden. Die Diagnosekriterien beinhalteten eine klinisch und laborche-
misch dokumentierte Lyme-Borreliose. Laborchemisch zeige sich vorliegend in den aktuellen se-
rologischen Untersuchungen ein Befund, der vereinbar sei mit einem Status nach einer Lyme-
Borreliose. Klinisch stütze sich die Diagnose einer durchgemachten Lyme-Borreliose einzig auf 
die anamnestischen Angaben der Explorandin, die sich wiederum auf die Beschreibungen von 
Bekannten stützen. Ein weiterer Diagnosepunkt sei eine erfolgreich abgeschlossene, stadienge-
rechte Antibiotikatherapie mit Verbesserung oder Stabilisierung der objektiven Symptome der 
Lyme-Borreliose. Tatsächlich sei die Versicherte erst 2017 für 2 Wochen mit Doxycyclin behan-
delt worden. Die Therapie habe zu keiner Besserung der Symptome geführt, was wiederum ge-
gen Borrelien verursachte Beschwerden spreche. Ein weiteres Kriterium seien unspezifische 
Symptome wie Fatigue, generalisierte Muskelschmerzen oder kognitive Einschränkungen, die 
innerhalb von 6 Monaten nach Diagnose der Lyme-Borreliose aufträten und über 6 Monate nach 
Abschluss der Behandlung andauerten. Vorliegend dauerten die Beschwerden an. Bestanden die 
unklaren Beschwerdebilder jedoch schon vor der Borrelienerkrankung, gelte dies als klares Aus-
schlusskriterium eines Post-Treatment Lyme Disease Syndromes. Gemäss den Ausführungen 
der Versicherten habe sie schon vor dem Zeckenbiss im Jahr 2014 an ähnlichen Beschwerden 
gelitten, welche alle paar Wochen für einige Tage aufgetreten seien. Damit sei aber bereits ein 
Ausschlusskriterium erfüllt. Ferner gälten auch Alternativdiagnosen, die die Beschwerden erklä-
ren könnten, als Ausschlussfaktoren. Ein Post-Treatment Lyme Disease Syndrome liege in An-
betracht des medizinischen Sachverhalts mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht vor. Auf-
grund der im Bericht von Prof. Dr. med. O.____, lnfektiologe, vom 20. Dezember 2019 erwähnten 
Möglichkeit eines post-infektionellen Belastungsintoleranzsyndroms, DD bei Status nach Enze-
phalitis im Sommer 2014, hätten sie die Anamnese wiederholt. Die Explorandin habe aber bestä-
tigt, dass es 2014 zu keiner akuten Erkrankung gekommen sei, die mit einer Enzephalitis verein-
bar wäre. Vielmehr sei es zu einer schleichenden Verschlechterung ihrer Leistungsfähigkeit ge-
kommen. Die Diagnose eines post-infektionellen Belastungsintoleranzsyndroms nach Enzepha-
litis könne demnach praktisch ausgeschlossen werden. 
 
8.2 Die Gutachter der asim gingen in der Konsensbeurteilung davon aus, dass die vielfälti-
gen und auch diffusen Beschwerden inklusive der kognitiven Beeinträchtigungen primär im Rah-
men der komplexen psychiatrischen Problematik einzuordnen seien. Als Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit stellten sie eine komplexe Traumafolgestörung, einen Status nach 
wahrscheinlich mittelschwerer depressiver Störung 2009 mit tagesklinischer Behandlung sowie 
ein dynamisches ulnokarpales lmpaktionssyndrom links mit Verdacht auf eine beginnende Luna-
tummalazie (Zerfall der Knochenbälkchen im Os Lunatum) fest. Die ausgeprägte kognitive und 
motorische Fatigue und die damit einhergehende mittelschwere neuropsychologische Störung 
seien durch das psychiatrische Störungsbild vollständig erklärt. Aktuell sei weder eine Arbeit im 
ersten Arbeitsmarkt noch eine Beschäftigung im geschützten Rahmen möglich. 

 

 
 
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9.1 Das Gutachten der asim vom 9. Juli 2020, namentlich das infektiologische Teilgutachten 
vom 23. Januar 2020, erweist sich ohne Weiteres als beweistauglich. Dabei ist unerheblich, dass 
es im Verfahren der Invalidenversicherung eingeholt worden ist, stellen sich doch bezüglich der 
Folgen des Zeckenbisses dieselben Fragen wie im unfallversicherungsrechtlichen Verfahren. 
Ferner basiert es auf einer persönlichen Untersuchung und berücksichtigt die ganze Krankenge-
schichte. Die Gutachter setzen sich differenziert mit den abweichenden Diagnosen auseinander, 
die Schlussfolgerungen sind nachvollziehbar begründet und überzeugen. Die dagegen erhobe-
nen Einwände vermögen daran letztlich nichts zu ändern. In Bezug auf die chronische Borreliose 
wird bereits im Bericht der G.____ vom 30. Oktober 2018 darauf hingewiesen, dass über dieses 
Krankheitsbild in der Fachwelt kontrovers diskutiert werde. Die lnfektiologen der asim bestätigen 
folgend, dass das Krankheitsbild wissenschaftlich nicht anerkannt und nicht in die Guidelines 
aufgenommen worden sei. Diesbezüglich kann auch auf die von der Deutschen Gesellschaft für 
Neurologie im April 2018 veröffentlichte S3-Leitlinie Neuroborreliose verwiesen werden, worin 
sich die Autoren kritisch zum «Phänomen Chronische Lyme-Borreliose» äussern (vgl. S. 53). Es 
obliegt nicht der Sozialgerichtsbarkeit, medizinisch-wissenschaftliche Kontroversen zu entschei-
den (BGE 134 V 231), weshalb auf die von Dr. E.____ gestellte Diagnose der chronischen Bor-
reliose, welche von Dr. I.____ unbesehen übernommen worden ist, im Einklang mit den Guta-
chern der asim nicht weiter einzugehen ist (vgl. dazu «Long Covid», in: SZS 2021, S. 174, Ziff. 
2c, letzter Abschnitt). Nachdem eine Neuroborreliose sowie eine aktive Borrelioseerkrankung 
ausgeschlossen werden konnten, stellt sich die Frage nach einem Post-Treatment Lyme Disease 
Syndrome. Selbst wenn die Antibiotikatherapie gemäss Beschwerdeführerin erst Ende 2018, An-
fang 2019 erfolgt ist und nicht schon im Jahr 2017 – wie im infektiologischen Teilgutachten vom 
23. Januar 2020 angenommen –, bleibt festzuhalten, dass diese offensichtlich wirkungslos ge-
wesen ist. Ob es sich dabei noch um eine stadiengerechte Behandlung gehandelt hat, kann of-
fengelassen werden. Denn der Ausschluss der Lyme-Borreliose bzw. eines Post-Treatment Lyme 
Disease Syndroms als Ursache der geklagten Beschwerden erfolgt aufgrund der gegebenen Aus-
schlusskriterien. Einerseits ist mit den medizinischen Akten, insbesondere den Sprechstunden-
berichten der Hausärztin, belegt, dass die Versicherte schon lange vor der fraglichen Diagnose 
einer Borreliose an den aktuell beschriebenen Einschränkungen gelitten hat. Andererseits stellten 
die Ärzte der asim eine klare psychiatrische Diagnose, welche die Beschwerden, namentlich die 
ausgeprägte kognitive und motorische Fatigue und die damit einhergehende mittelschwere neu-
ropsychologische Störung, zweifellos erklärt. Wenn die Beschwerdeführerin in diesem Zusam-
menhang von möglichen mehreren Ursachen für die Beschwerden und von einem logischen Fehl-
schluss der Gutachter im infektiologischen Teilgutachten spricht, kann ihr nicht gefolgt werden. 
Eine Borreliose als Ursprung der Beschwerden wurde anhand der dafür massgebenden Kriterien 
ausgeschlossen. Des Weiteren ist die Gesamtbeurteilung aller beteiligten asim-Fachgutachter in 
der Konsensbeurteilung vom 9. Juli 2020 entscheidend, wonach die gesundheitlichen Beschwer-
den auf die komplexe Traumafolgestörung zurückzuführen sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 22. März 2016, 8C_777/2015, E. 3.5). Folglich kann ein Kausalzusammenhang zwischen 
den seit 2017 geltend gemachten Gesundheitsproblemen und dem Zeckenbiss von 2014 nicht 
mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit hergestellt werden. Bei dieser Erkenntnis 
kann die Frage, ob es sich um einen Rückfall handelt oder ob die Thematik unter dem Titel Grund-
fall zu beurteilen ist, offengelassen werden. 

 

 
 
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9.2 Die Einwände der Beschwerdeführerin vermögen an diesem Ergebnis nichts zu ändern. 
Soweit die Beweistauglichkeit der Erkenntnisse des Vertrauensarztes Dr. D.____ angezweifelt 
wird, erweist sich dieser Einwand als irrelevant, werden seine Einschätzungen in Bezug auf die 
Ursächlichkeit der Beschwerden in den wesentlichen Aspekten von den Infektiologen der asim 
bestätigt. Ferner wurde bereits festgestellt, dass seine fachärztlichen Qualifikationen für die Be-
urteilung der Streitfrage ohne Weiteres ausreichend sind. Weiter werden die Laborbefunde, auf 
die sich Dr. E.____ beruft, von Prof. Dr. N.____ und Dr. M.____ nicht in Frage gestellt. Hinsichtlich 
der daraus gezogenen Schlussfolgerungen kann ihm jedoch nicht gefolgt werden, da er sich da-
bei im Wesentlichen von den subjektiven Angaben der Versicherten leiten lässt, ohne die ganze 
Aktenlage zu berücksichtigen. Zudem bestehen bezüglich der Diagnosestellung erhebliche Zwei-
fel. Die Verlaufsberichte von Dr. I.____ (vgl. auch Bericht vom 8. März 2021) sind vorliegend 
ebenfalls nicht von ausschlaggebendem Beweiswert, stützen sich doch seine Beurteilungen auf 
die Ausführungen von Dr. E.____. Schliesslich ist der von der Versicherten im Zusammenhang 
mit einer chronischen Borreliose erwähnte Bundesgerichtsentscheid vom 16. März 2016, 
8C_777/2015, für die Beurteilung des vorliegenden Falles nicht entscheidend. Zwar hat die asim 
damals den Begriff chronische Borreliose verwendet. Aus heutiger medizinischer Sicht sind hin-
gegen die Krankheitsbilder Neuroborreliose und Lyme-Borreliose bzw. Post-Treatment Lyme 
Disease Syndrome massgebend. 
 
Die Beschwerde ist somit abzuweisen. 
 
10. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Nach Art. 61 lit. a ATSG in der bis Ende 2020 
gültig gewesenen, hier anwendbaren Fassung (vgl. Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 
1. Januar 2021) hat der Prozess vor dem kantonalen Gericht für die Parteien kostenlos zu sein. 
Es sind demnach für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erheben. Dem Prozessausgang 
entsprechend wird keine Parteientschädigung zugesprochen (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). 
 
 
  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 

 
 
 
 
 
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