# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6ec63c02-2a6d-5d2c-a872-45c8aa0c7651
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-11-22
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 22.11.2005 BRKE II Nr. 0259/2005
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-II-Nr--0259-200_2005-11-22.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 0259/2005 vom 22. November 2005 in BEZ 2006 Nr. 19

Strittig ist die Einhaltung der Gebäudehöhe eines Flachdachgebäudes. Die 
Nachbarrekurrenten wenden ein, für die Messung der Gebäudehöhe sei nicht das 
Niveau des Vollgeschossdaches (das zugleich die Terrasse für das Attikageschos-
ses bildet), sondern die Oberkante der gemauerten Brüstung um diese Terrasse 
massgebend. Die Vorinstanz nimmt demgegenüber den Standpunkt ein, die Ge-
meinden seien gestützt auf § 49 Abs. 2 lit. b PBG ermächtigt, Regelungen über die 
Gebäudehöhe zu erlassen. Aus den zeichnerischen Erläuterungen der Bau- und Zo-
nenordnung ergebe sich klar, dass Brüstungen von Flachdächern bei der Ermittlung 
der Gebäudehöhe nicht zu berücksichtigen seien. 

Aus den Erwägungen:

5.3 (…) Gemäss § 280 Abs. 1 PBG ist die Gebäudehöhe - unabhängig davon, 
ob ein Schräg- oder ein Flachdachgebäude gegeben sei - von der jeweiligen Schnitt-
linie zwischen Dach und Fassade auf den darunterliegenden gewachsenen Boden zu 
messen. Mit dieser Definition ist die rekurrentische Auffassung, wonach gemauerte 
Brüstungen an die Gebäudehöhe anzurechnen seien, nicht vereinbar, fehlt doch in 
jenem Bereich ein Schnittpunkt der genannten Art. Aus dem von den Rekurrierenden 
erwähnten Entscheid VB.98.00088 (auszugsweise publiziert in RB 1998 Nr. 110) er-
gibt sich nichts Gegenteiliges. Das Verwaltungsgericht hat dort entschieden, dass 
das offene Sicherungsgeländer des begehbaren Flachdaches eines Besonderen 
Gebäudes nicht an die für solche Bauten zulässige Gesamthöhe (§ 273 PBG) anzu-
rechnen sei. In den Erwägungen hielt es fest, dass Gleiches auch mit Bezug auf die 
zulässige Gebäudehöhe von Hauptgebäuden gelte. Daraus lässt sich nicht der 
Schluss ziehen, dass geschlossene (gemauerte) Brüstungen von Flachdächern ohne 
weiteres gebäudehöhenrelevant seien. Dies steht wie erwähnt in klarem Widerspruch 
zur Gebäudehöhendefinition von § 280 Abs. 1 PBG. Die sachgerechte Lösung be-
steht vielmehr darin, dass gemauerte Brüstungen von die zulässige Gebäudehöhe 
ausschöpfenden Flachdachgebäuden als (massiv in Erscheinung tretende) Bauteile 
qualifiziert werden, welche das zulässige Dachprofil durchstossen, demgemäss
Dachaufbauten darstellen und daher ohne gegenteilige kommunale Anordnung nicht 
breiter als ein Drittel der betreffenden Fassadenlänge sein dürfen (§ 292 PBG). Das 
Verwaltungsgericht dürfte bei der vorgenannten Feststellung wohl gemeint haben, 
dass offene Sicherungsgeländer als kleinere technisch bedingte Aufbauten im Sinne 
von § 292 PBG zu qualifizieren sind. Solche unterliegen nach der genannten Norm 

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keiner Längenbeschränkung. Demgemäss sind solche auch bei die zulässige Ge-
bäudehöhe ausschöpfenden Flachdachbauten über die gesamte Länge und/oder 
Breite des Gebäudes zulässig. 

Eine etwas andere Betrachtungsweise ist bei die zulässige Gebäudehöhe nicht 
ausschöpfenden (Flachdach-)Bauten geboten. Werden bei solchen der Absicherung 
des Flachdaches dienende Brüstungen geplant, deren Oberkante sich innerhalb der 
zonengemäss erlaubten Gebäudehöhe hält, so ist eine Zurückversetzung auch dann 
nicht erforderlich, wenn sie gemauert sind. Dies deswegen, weil Nachbarn akzeptie-
ren müssen, dass die zulässige Gebäudehöhe ausgeschöpft wird, sei es nun durch 
das Gebäude selbst oder eine - aus Sicht der Nachbarn - gebäudeähnlich in Er-
scheinung tretende gemauerte Brüstung.

5.4. Als Fazit ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die gemauerten Brüstungen 
bei der Ermittlung der zulässigen Gebäudehöhe zu Recht nicht mitberücksichtigt hat. 
Dies allerdings nicht aus dem von der Vorinstanz angeführten Grund. Gestützt auf § 
49 Abs. 2 lit. b PBG sind die Gemeinden lediglich ermächtigt, das Mass der jeweils 
zulässigen Gebäudehöhe festzusetzen, nicht jedoch auch deren Messweise zu 
bestimmen. Letztere wird in für die Gemeinden verbindlicher Weise vom kantonalen 
Recht geregelt. Die sich aus den Erläuterungen der Bau- und Zonenordnung erge-
bende Nichtberücksichtigung von Flachdachbrüstungen bei der Gebäudehöhe quali-
fiziert sich vielmehr als eine abweichende kommunale Vorschrift im Sinne von § 292 
PBG. Im Ergebnis hat die Gemeinde X bestimmt, dass gemauerte Flachdachbrüs-
tungen, welche als (nicht gebäudehöhenrelevante) Aufbauten zu beurteilen sind, der 
von § 292 PBG statuierten Drittelsregel nicht unterliegen. Hierzu sind die Gemeinden 
nach der genannten Norm berechtigt.