# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e1c7cb0-f079-51f7-b45c-840d25d72449
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-01
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 01.09.2020 S 2019 117
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2019-117_2020-09-01.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und Dr. iur. Matthias Suter
Gerichtsschreiber: MLaw Patrick Trütsch

U R T E I L  vom 1. September 2020
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer
vertreten durch RAin MLaw B.________,

gegen

SUVA, Schweizerische Unfallversicherungsanstalt, Rechtsabteilung, Postfach 4358, 
6002 Luzern
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Unfallversicherung 
(Leistungen)

S 2019 117

2

Urteil S 2019 117

A. Der 1981 geborene A.________ war seit dem 1. November 2008 als 
Bauwerktrenner bei der C.________ AG angestellt und in dieser Eigenschaft bei der 
Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva) obligatorisch gegen Berufsunfälle 
versichert. Am 14. Januar 2011 erlitt er auf einer Baustelle einen Unfall, bei welchem er 
eine Avulsion des linken Daumens erlitt (Suva-act. 1). Die Suva anerkannte in der Folge 
ihre Leistungspflicht und richtete die gesetzlichen Leistungen aus. Mit Verfügung vom 
8. April 2013 verneinte die Unfallversicherung einen Rentenanspruch (Suva-act. 243). Am 
26. April 2013 sprach die Suva A.________ eine Integritätsentschädigung bei einer 
Integritätseinbusse von 15 % zu (Suva-act. 245). Die gegen beide Verfügungen erhobene 
Einsprache (Suva-act. 246) wies die Unfallversicherung mit Entscheid vom 19. Dezember 
2013 ab (Suva-act. 252). Dieser erwuchs unangefochten in Rechtskraft.

Ende 2014 meldete A.________ einen Rückfall und beklagte persistierende Dysästhesien 
sowie Schmerzen im Bereich des linken Daumens und Unterarms, welche er auf das 
versicherte Unfallereignis vom 14. Januar 2011 zurückführte (Suva-act. 267). Nach 
durchgeführten medizinischen Abklärungen verneinte die Suva am 4. November 2015 den 
Anspruch auf weitere Leistungen mangels einer Verschlechterung des 
Gesundheitszustandes (Suva-act. 288). Die dagegen erhobene Einsprache (Suva-
act. 293) wies die Unfallversicherung mit Entscheid vom 7. Dezember 2015 ab (Suva-
act. 297). Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug bestätigte dies mit Urteil S 2016 34 
vom 7. März 2017 (Suva-act. 321).

Der Rechtsvertreter des Versicherten machte mit Schreiben vom 15. März 2017 erneut 
einen Rückfall geltend. Aufgrund des Unfalles lägen erhebliche psychiatrische Diagnosen 
vor (Suva-act. 322). Die Suva tätigte in der Folge medizinische Erhebungen und zog das 
von der Invalidenversicherung in Auftrag gegebene Gutachten der estimed AG vom 
16. Februar 2018 (Suva-act. 338) bei. Verfügungsweise verneinte sie am 6. Juni 2018 ihre 
Leistungspflicht mangels eines Kausalzusammenhangs zwischen den psychischen 
Beschwerden und dem Unfallereignis vom 14. Januar 2011 und einer Verschlechterung 
des somatischen Gesundheitszustandes (Suva-act. 344). Die dagegen erhobene 
Einsprache (Suva-act. 348) wies die Suva mit Entscheid vom 29. Juli 2019 ab (Suva-
act. 360).

B. Beschwerdeweise lässt A.________ beantragen, der Einspracheentscheid vom 
29. Juli 2019 sei aufzuheben und die Suva sei anzuweisen, ihm zufolge der 
Verschlechterung seines Gesundheitszustandes als auch zufolge psychischer Unfallfolgen 

3

Urteil S 2019 117

die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Eventualiter sei der entscheidrelevante 
Sachverhalt rechtsgenüglich abzuklären. Zur Begründung wurde angeführt, der natürliche 
und adäquate Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden und dem 
Unfall sei gegeben. Aus somatischer Sicht seien ein chronisches Schmerzsyndrom als 
auch ein reaktives progredientes Schulter-Arm-Syndrom hinzugetreten, weshalb die 
Arbeitsfähigkeit weiter eingeschränkt sei, was eine Verschlechterung der somatischen 
Situation belege (act. 1).

C. Die Suva schloss vernehmlassend auf Abweisung der Beschwerde (act. 5).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherung (Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 
Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1] i.V.m. § 77 Abs. 1 des 
Verwaltungsrechtspflegegesetzes [VRG; BGS 162.1]). Örtlich zuständig ist das 
Versicherungsgericht desjenigen Kantons, in dem die versicherte Person zur Zeit der 
Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). Der Beschwerdeführer 
hat Wohnsitz in D.________. Damit ist das Verwaltungsgericht des Kantons Zug in 
Anwendung von § 4 Abs. 1 lit. b der kantonalen Vollziehungsverordnung zum 
Bundesgesetz über die Unfallversicherung (BGS 842.5) örtlich und sachlich zuständig. Die 
Beschwerdegegnerin erliess den vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid am 29. 
Juli 2019. Dieser ging der Rechtsvertreterin frühestens am Folgetag zu. Die 
Beschwerdeschrift wurde am 16. September 2019 der Post übergeben und ging am 
darauffolgenden Tag beim Verwaltungsgericht ein. Die Beschwerde gilt folglich unter 
Berücksichtigung des Fristenstillstandes gemäss Art. 38 Abs. 4 lit. b ATSG als binnen der 
30-tägigen Frist nach Art. 60 Abs. 1 ATSG rechtzeitig eingereicht. Die Beschwerdeschrift 
entspricht sodann den formellen Anforderungen an eine Beschwerde und der 
Beschwerdeführer ist von der Verfügung des Unfallversicherers und damit als direkt 
Betroffener zur Beschwerde legitimiert. Somit ist die Beschwerde vom Gericht zu prüfen. 
Die Beurteilung erfolgt auf dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des 
Verwaltungsgerichtes (GO VG; BGS 162.11).

4

Urteil S 2019 117

2.
2.1 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles 
grundsätzlich auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids 
(in casu 29. Juli 2019) eingetretenen Sachverhalt ab. Dabei sind in zeitlicher Hinsicht 
diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Verwirklichung des zu Rechtsfolgen 
führenden Sachverhalts in Geltung standen (BGE 132 V 215 E. 3.1.1 mit weiteren 
Hinweisen).

2.2 Übergangsrechtlich ist festzuhalten, dass per 1. Januar 2017 die Revision des 
Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) und der dazugehörigen 
Verordnung über die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft trat. Nach Abs. 1 der 
Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 25. September 2015 werden 
Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes 
ereignet haben, und für Berufskrankheiten, die vor diesem Zeitpunkt ausgebrochen sind, 
nach bisherigem Recht gewährt. Das vorliegend zu beurteilende Ereignis hat sich am 
14. Januar 2011 zugetragen, weshalb nachfolgend die bis zum 31. Dezember 2016 gültig 
gewesene Fassung des UVG und der UVV angewendet werden.

3. Streitig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine 
Invalidenrente hat bzw. ob die psychischen Beschwerden unfallkausal sind und sich die 
somatischen Unfallfolgen verschlimmert haben.

3.1 Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die 
zweckmässige Behandlung ihrer Unfallfolgen. Ist sie infolge des Unfalls voll oder teilweise 
arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie Anspruch auf ein Taggeld (Art. 16 Abs. 1 UVG). 
Wird sie infolge des Unfalles zu mindestens 10 Prozent invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie 
Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch entsteht, 
wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des 
Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann und allfällige 
Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind. Mit dem 
Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen im Regelfalle dahin 
(Art. 19 Abs. 1 UVG).

5

Urteil S 2019 117

3.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt nebst dem 
Vorliegen eines Unfalls (Art. 4 ATSG) oder einer körperähnlichen Schädigung (Art. 6 Abs. 
2 UVG) zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen 
Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. 
Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne 
deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der 
gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 
Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare 
Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis 
zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der 
versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht 
werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob 
zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher 
Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im 
Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem 
im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 
zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung 
eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1).

3.3 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt im Weiteren voraus, dass 
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater 
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als 
adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der 
Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von 
der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das 
Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 177 E. 3.2).

Hervorzuheben ist, dass die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem 
natürlichen Kausalzusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers im Bereich 
organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen praktisch keine Rolle spielt, da sich hier die 
adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt. Sind die geklagten 
Beschwerden natürlich unfallkausal, aber nicht organisch objektiv ausgewiesen, so ist die 
Adäquanz besonders zu prüfen. Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf 
auszugehen, und es sind gegebenenfalls weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. 
Hat die versicherte Person beim Unfall eine Verletzung erlitten, welche die Anwendung der 

6

Urteil S 2019 117

Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so sind hierbei die durch BGE 134 V 109 E. 
10 präzisierten Kriterien massgebend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so 
kommen grundsätzlich die Adäquanzkriterien zum Zuge, welche für psychische 
Fehlentwicklungen nach 
einem Unfall entwickelt wurden (BGE 115 V 133 E. 6c/aa [sog. Psycho-Praxis]; BGE 138 
V 248 E. 4).

3.4
3.4.1 Die in Rechtskraft erwachsene Verweigerung weiterer Leistungen durch den 
obligatorischen Unfallversicherer schliesst die spätere Entstehung eines Anspruchs, der 
sich aus demselben Ereignis herleitet, nicht unter allen Umständen aus. Vielmehr steht ein 
solcher Entscheid unter dem Vorbehalt späterer Anpassung an geänderte unfallkausale 
Verhältnisse. Dieser in der Invalidenversicherung durch das Institut der Neuanmeldung 
(Art. 87 Abs. 3 der Verordnung über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201] in 
Verbindung mit Art. 17 Abs. 1 ATSG) geregelte Grundsatz gilt auch im 
Unfallversicherungsrecht, indem es der versicherten Person jederzeit freisteht, einen 
Rückfall oder Spätfolgen eines rechtskräftig beurteilten Unfallereignisses geltend zu 
machen (vgl. Art. 11 UVV) und erneut Leistungen der Unfallversicherung zu 
beanspruchen. Bei einem Rückfall handelt es sich um das Wiederaufflackern einer 
vermeintlich geheilten Krankheit, so dass es zu ärztlicher Behandlung, möglicherweise 
sogar zu (weiterer) Arbeitsunfähigkeit kommt; von Spätfolgen spricht man, wenn ein 
scheinbar geheiltes Leiden im Verlaufe längerer Zeit organische oder psychische 
Veränderungen bewirkt, die zu einem anders gearteten Krankheitsbild führen können 
(BGE 144 V 245 E. 6.1). Rückfälle und Spätfolgen sind nicht als neuer Unfall zu 
behandeln, sondern schliessen begrifflich an ein bestehende Unfallereignis an (Urteil BGer 
8C_589/2017 vom 21. Februar 2018 E. 3.1.1).

3.4.2 Rückfälle und Spätfolgen stellen besondere revisionsrechtliche Tatbestände dar 
(BGE 127 V 456 E. 4b; 118 V 293 E. 2d). Diesem Umstand ist auch dann Rechnung zu 
tragen, wenn zu einem früheren Zeitpunkt ein Leistungsanspruch verneint wurde. Unter 
diesen Titeln kann daher nicht eine uneingeschränkte neuerliche Prüfung vorgenommen 
werden. Vielmehr ist von der rechtskräftigen Beurteilung auszugehen, und die 
Anerkennung eines Rückfalls oder von Spätfolgen setzt eine nachträgliche Änderung der 
anspruchsrelevanten Verhältnisse voraus (Urteil BGer 8C_148/2018 vom 6. Juli 2018 
E. 6.2). 

7

Urteil S 2019 117

3.4.3 Bei Rückfällen und Spätfolgen obliegt es der versicherten Person, das Vorliegen 
eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und dem 
Unfall mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je 
grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und dem Auftreten der 
gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind an den 
Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen. Bei 
Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versicherten Person aus. Werden durch 
einen Unfall Beschwerden verursacht, übernimmt die Unfallversicherung den durch das 
Unfallereignis verursachten Schaden, spätere Gesundheitsstörungen dagegen nur, wenn 
eindeutige Brückensymptome gegeben sind (Urteil BGer 8C_589/2017 vom 21. Februar 
2018 E. 3.2.2 mit weiteren Hinweisen).

3.5 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es 
verlässlicher medizinischer Entscheidsgrundlagen. Wie die einzelnen Beweismittel zu 
würdigen sind, ist in BGE 125 V 351 E. 3 festgelegt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 
Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 
134 V 231 E. 5.1, vgl. auch BGE 135 V 465 E. 4.4).

4. Es ist zunächst zu prüfen, ob die geltend gemachten Beschwerden unfallkausal 
sind, namentlich ob auch die Adäquanz zu bejahen ist.

4.1 Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, der natürliche 
Kausalzusammenhang bezüglich der psychischen Problematik sei unbestritten. Auch die 
Adäquanz sieht er als erfüllt an. Ausgehend von einem Unfall im mittelschweren Bereich 
sei die medizinische Behandlung unverhältnismässig lang, zumal die durchgeführten 
Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg gebracht hätten. Es sei im Nachgang zur 
Daumenoperation zu einer Hautnekrose gekommen, weshalb eine Vollhauttransplantation 
habe vorgenommen werden müssen. Weiterführend habe rund acht Monate nach dem 
Ereignis eine Grundgelenksarthrodese durchgeführt werden müssen. Die Funktionalität 
des linken Daumens habe nicht wiederhergestellt werden können. Es sei eine 
ausgeprägte Kälteempfindlichkeit aufgetreten und die Amputation des Daumens sei erneut 
diskutiert worden. Dies habe dazu geführt, dass er seinen Daumen mittlerweile als 

8

Urteil S 2019 117

Fremdkörper wahrnehme und die Schmerzen auf die gesamte linke Extremität 
ausstrahlten. Auch im Ruhezustand würden Schmerzen auftreten. Faktisch sei die linke 
Hand nicht mehr gebrauchsfähig. Demnach sei von einem schwierigen Heilverlauf und 
erheblichen Komplikationen auszugehen. Die ärztliche Behandlung habe sich über 
mehrere Jahre dahingezogen und es seien ausgeprägte Schmerzen aufgetreten. 
Insgesamt seien zumindest vier Kriterien (ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen 
Behandlung, körperliche Dauerschmerzen, schwieriger Heilverlauf und erhebliche 
Komplikationen, Grad und Dauer der physischen Arbeitsunfähigkeit) erfüllt. Demnach sei 
nebst dem natürlichen auch der adäquate Kausalzusammenhang hinsichtlich der 
psychischen Unfallfolgen gegeben (act. 1 Ziff. 22–23).

4.2 Nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen ist für die Bejahung 
des adäquaten Kausalzusammenhangs im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die 
Entstehung der psychischen Fehlentwicklung eine massgebende Bedeutung zukommt. 
Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder ernsthaft ins 
Gewicht fällt. Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, 
wobei ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf eine Einteilung von banalen bzw. 
leichten, mittleren und schweren Unfällen vorzunehmen ist (BGE 115 V 133 E. 6).

Während bei leichten Unfällen der adäquate Kausalzusammenhang zwischen Unfall und 
psychischen Gesundheitsstörungen in der Regel ohne weiteres verneint werden kann, ist 
er bei schweren Unfällen regelmässig zu bejahen. Der mittlere Bereich umfasst jene 
Unfälle, welche weder der ersten noch der zweiten Gruppe zugeordnet werden können. 
Gemäss Rechtsprechung lässt sich hier die Frage, ob zwischen Unfall und psychisch 
bedingter Erwerbsunfähigkeit ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht 
aufgrund des Unfalls allein schlüssig beantworten. Das Bundesgericht zieht daher weitere, 
objektiv erfassbare Umstände, die unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen 
oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung mit ein. 
Solche unfallbezogenen Umstände dienen als Beurteilungskriterium, weil sie ihrerseits 
nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet 
sind, in Verbindung mit dem Unfall zu einer psychisch bedingten Erwerbsunfähigkeit zu 
führen oder diese zu verstärken. Als wichtigste Kriterien gelten:

- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des 
Unfalls;

9

Urteil S 2019 117

- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre 
erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;

- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit.

Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist jedoch nicht in 
jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des 
adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und psychisch bedingter 
Erwerbsunfähigkeit neben dem Unfall allenfalls ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft 
einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren 
Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall 
zu qualifizieren ist. Andererseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges 
Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist. Kommt keinem 
Kriterium ein besonderes bzw. ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere 
unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall 
ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem 
Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu 
berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die 
Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalls zusammen mit den 
objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die 
Notwendigkeit, nach anderen Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch 
bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten. Bei psychischen 
Fehlentwicklungen nach einem Unfall werden diese Adäquanzkriterien unter Ausschluss 
psychischer Aspekte geprüft (zum Ganzen: BGE 115 V 133 E. 6). 

4.3
4.3.1 Es gilt zunächst, den streitbetroffenen Unfall – ausgehend vom augenfälligen 
Geschehensablauf (vgl. Urteil BGer 8C_129/2009 vom 15. September 2009 E. 5.2) – nach 
seiner Schwere zu gewichten. Dabei sind sich die Parteien einig, dass es sich um einen 
mittelschweren Unfall im engeren Sinne handelt (act. 1 Ziff. 22, act. 5 Ziff. 5.1 sowie Suva-
act. 360 E. 5.1.2). Damit erübrigen sich Weiterungen. Demzufolge kann der adäquate 
Kausalzusammenhang bejaht werden, wenn mindestens drei der massgeblichen Kriterien 

10

Urteil S 2019 117

bzw. eines davon in ausgeprägter Weise erfüllt ist (Urteil BGer 8C_147/2017 vom 2. 
August 2017 E. 5.1).

4.3.2 Der Berücksichtigung des Kriteriums der besonders dramatischen 
Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls liegt der Gedanke 
zugrunde, dass solche Umstände geeignet sind, bei der betroffenen Person während des 
Unfallgeschehens oder nachher psychische Abläufe in Bewegung zu setzen, die an den 
nachfolgenden psychischen Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein können. Dabei sind 
objektive Massstäbe anzuwenden. Nicht was im einzelnen Betroffenen beim Unfall 
psychisch vorgeht – sofern sich dies überhaupt zuverlässig feststellen liesse – soll 
entscheidend sein, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumstände, bei 
Betroffenen psychische Vorgänge der genannten Art auszulösen. Zu beachten ist zudem, 
dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindrücklichkeit eigen ist 
(Urteil BGer 8C_212/2019 vom 21. August 2019 E. 4.3.3).

Diesbezüglich kann auf die zutreffende Erwägung 5.2 im angefochtenen Entscheid und die 
darin dargelegte Kasuistik verwiesen werden. Mit der Suva ist einig zu gehen, dass trotz 
einer gewissen Eindrücklichkeit des Geschehens, bei welchem aber die erlittene 
Verletzung unbeachtlich zu bleiben hat (vgl. statt vieler: Urteil BGer 8C_721/2011 vom 
11. November 2011 E. 5.1), das Kriterium nicht erfüllt ist. Gegenteiliges wird denn auch 
vom Beschwerdeführer nicht geltend gemacht.

4.3.3 Beim Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen ist 
insbesondere deren erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen 
auszulösen, zu berücksichtigen (Urteil BGer 8C_398/2012 vom 6. November 2012 E. 6.2).

Die Suva hat die hierzu ergangene Rechtsprechung zutreffend wiedergegeben (vgl. E. 5.3 
des angefochtenen Entscheids sowie etwa Urteil BGer 8C_398/2012 vom 6. November 
2012 E. 6.2.1 und 6.2.2) und gestützt darauf zu Recht erkannt, dass das Kriterium nicht 
erfüllt ist. Hiervon geht auch der Beschwerdeführer nicht aus.

4.3.4 Das Kriterium der ungewöhnlich langen Dauer der physisch bedingten ärztlichen 
Behandlung ist nicht allein nach einem zeitlichen Massstab zu beurteilen. Von Bedeutung 
sind auch Art und Intensität der Behandlung sowie der Umstand, inwieweit noch eine 
Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten ist. Gesamthaft betrachtet wird eine 
länger dauernde, kontinuierliche und zielgerichtete Behandlung somatisch begründbarer 

11

Urteil S 2019 117

Beschwerden vorausgesetzt. Dabei reichen ärztliche Verlaufskontrollen, medikamentöse 
Therapie sowie Physiotherapie nicht aus. Auch manualtherapeutische Massnahmen zur 
Erhaltung des Zustandes und medikamentöse Schmerzbekämpfung allein genügen diesen 
Anforderungen nicht. Einzig der Abklärung des Beschwerdebildes dienenden Vorkehren 
kommt nicht die Qualität einer Heilmethodik in diesem Sinne zu (BGE 140 V 356 E. 5.6.2; 
Urteil BGer 8C_344/2013 vom 10. Oktober 2013 E. 10). 

Der Versicherte wurde nach seinem Unfall insgesamt drei Mal operiert. Zuerst fand am 
14. Januar 2011 eine Daumenreplantation links statt (Operationsbericht von Prof. Dr. med. 
E.________, Chefarzt Klinik für Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie am 
Spital F.________, vom 14. Januar 2011 [Suva-act. 14]). Am 11. Februar 2011 musste 
Prof. Dr. E.________ zufolge einer Hautnekrose eine Vollhauttransplantation links 
vornehmen (Operationsbericht vom 11. Februar 2011 [Suva-act. 22]). Derselbe Arzt führte 
am 3. August 2011 eine Grundgelenksarthrodese durch (Operationsbericht vom 3. August 
2011 [Suva-act. 70]). Am 7. Dezember 2011 berichtete Prof. Dr. E.________, der Daumen 
zeige sich in einer besseren trophischen Situation. Er sei im Endgelenk im Wesentlichen 
eingesteift und zeige eine Stellung von 22° Flexion. Er könne im Thenar sehr schön 
gekreiselt werden und könne alle Langfinger erreichen. Das Grundgelenk sei nach 
Arthrodese stabil, schmerzfrei und belastungsfähig. Auf der radialen Seite finde sich 
wegen der Nervenend- zu -seitverbindung eine Schutzsensibilität, radial palmar sei der 
Finger nicht sensibel und werde auch keine Sensibilität erlangen. Chirurgisch sei eine 
Verbesserung der Situation nicht möglich. Der Aufbau der Arbeit oder die Umsetzung am 
Arbeitsplatz könne begonnen werden (Suva-act. 118). In der weiteren Folge fanden keine 
weiteren zielgerichteten Behandlungen mehr statt. Prof. Dr. E.________ erklärte nochmals 
am 24. Oktober 2012, alternative Behandlungsmöglichkeiten seien nun im Wesentlichen 
ausgeschöpft. Die Optionen, welche sich ergäben, seien das Abfinden mit der Situation, 
die Amputation des Daumens, der Daumenersatz durch eine Prothese oder eine 
Zeigefingerpollizisation (Bericht vom 24. Oktober 2012 [Suva-act. 225]). Im 2014 äusserte 
der Beschwerdeführer den Wunsch, den Daumen zu amputieren und liess sich 
diesbezüglich ärztlich beraten. Der Handchirurge Dr. med. G.________, FMH 
Handchirurgie und Orthopädische Chirurgie, riet indessen davon ab (Bericht vom 
22. Dezember 2014 [Suva-act. 260]). Auch Dr. med. H.________, FMH Handchirurgie, 
vom Muskulo-Skelettal Zentrum Handchirurgie der Klinik I.________ sah ein chirurgisches 
Prozedere als nicht erfolgsversprechend (Bericht vom 15. Juni 2015 [Suva-act. 273]). 
Damit zeigt sich, dass nach den drei innerhalb von acht Monaten nach dem Unfallereignis 
durchgeführten Operationen keine weiteren medizinische Eingriffe mehr stattfanden. 

12

Urteil S 2019 117

Ansonsten hatte er lediglich Kontrolltermine und der Versicherte wurde medikamentös 
sowie manualtherapeutisch (vgl. etwa Suva-act. 52, 56, 57, 58, 83, 182, 212, 214, 234, 
308) behandelt. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers kann somit das Kriterium 
nicht als erfüllt betrachtet werden.

4.3.5 Bezüglich der Dauerschmerzen ist entscheidend, ob über den gesamten Zeitraum 
andauernde Beschwerden vorlagen (Urteil BGer 8C_53/2019 vom 9. Mai 2019 E. 5.3). Die 
organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden können hierbei nicht berücksichtigt 
werden (Urteil BGer 8C_654/2009 vom 23. Oktober 2009 E. 4.3).

Der Beschwerdeführer klagte durchgehend über Schmerzen und Dysästhesien am linken 
Daumen. Dies wird auch von der Suva nicht in Abrede gestellt oder angezweifelt. Aus den 
Akten erhellt hierzu was folgt: Im Erstgespräch mit der Suva vom 24. Februar 2011 
erwähnte der Beschwerdeführer, er leide an leichten Beschwerden, welche er dank 
Dafalgan im Griff habe (Suva-act. 27 sowie 29). Am 18. März 2011 erklärte er, er habe 
lediglich bei den Dehnungs- und Bewegungsübungen Schmerzen (Suva-act. 41). Im 
nächsten Gespräch vom 12. April 2011 äusserte sich der Versicherte dahingehend, dass 
die Schmerzen im Tagesverlauf zunähmen, was wohl auf die Belastungen und 
Bewegungen bei der Verrichtung alltäglicher Dinge zurückzuführen sei (Suva-act. 46). 
Nach der dritten Operation am 3. August 2011 berichtete Prof. Dr. E.________, die 
Schmerzen hätten gut eingestellt werden können. Verabreicht wurde dem Versicherten 
Dafalgan (Suva-act. 71 S. 2). Dem Verlaufsbericht vom 15. September 2011 ist zu 
entnehmen, dass über keine Schmerzen geklagt worden sei (Suva-act. 89 S. 2). Eine 
Nachfrage bei der Ergotherapeutin J.________ ergab, dass der Beschwerdeführer nun 
starke Schmerzen geltend mache (Suva-act. 92). Der Versicherte unternahm im Oktober 
2011 einen Arbeitsversuch, wobei sich Schmerzen insbesondere bei Kälteexposition 
einstellten (Suva-act. 98, 106, 107). Dies äusserte der Beschwerdeführer auch an der 
Besprechung im Betrieb vom 24. November 2011 (Suva-act. 109). Gegenüber dem 
Kreisarzt Dr. med. K.________, FMH Chirurgie, erklärte der Beschwerdeführer am 
2. Dezember 2011, er verspüre ein Dauerbrennen während des gesamten Tages. In der 
Nacht könne er dennoch schlafen. Die verschiedenen ausprobierten Analgetika würden 
nur wenig Schmerzlinderung bringen. Äusserst unangenehm sei die Kälteempfindlichkeit, 
weshalb bei den jetzigen Temperaturen die Schmerzen ins Unerträgliche steigen würden 
(Suva-act. 113 S. 4). Der Kreisarzt stufte diese Schmerzen als nachvollziehbar ein, die 
geklagten Beschwerden in den Ellbogen und bis in die Schulter qualifizierte er als 
Phantomschmerzen (Suva-act. 116 S. 1). In seinem Verlaufsbericht vom 7. Dezember 

13

Urteil S 2019 117

2011 hielt Prof. Dr. E.________ fest, das Grundgelenk sei nach Arthrodese stabil, 
schmerzfrei und belastungsfähig (Suva-act. 118). Im Rahmen des Gesprächs vom 
19. Januar 2012 klagte der Beschwerdeführer über seit Mitte Dezember stärker 
auftretende Schmerzen aufgrund der Kälte (Suva-act. 126). Der Hausarzt Dr. med. 
L.________ berichtete am 2. Mai 2012, der Versicherte klage bei stärkerer Belastung nach 
wie vor über starke Schmerzen (Suva-act. 155). Auch anlässlich der kreisärztlichen 
Untersuchung vom 16. Mai 2012 beklagte sich der Beschwerdeführer bei anhaltender 
Kälteperiode über eine erneute Schmerzempfindlichkeit im linken Daumenbereich mit 
Ausstrahlung in den Unterarm (Suva-act. 160). Gegenüber der Invalidenversicherung gab 
er ebenfalls an, sehr wetterfühlig zu sein und "Knochenschmerzen" vom Ellbogen hoch bis 
in die Schulter zu verspüren (Suva-act. 164 S. 1). Im Telefongespräch vom 28. Juni 2012 
erklärte der Beschwerdeführer, es seien nicht stärkere Schmerzen, die er verspüre, aber 
er habe sie immer, was belastend sei (Suva-act. 178). Der behandelnde Handchirurg 
Prof. Dr. E.________ hielt in seinem Bericht vom 20. September 2012 fest, es zeige sich 
eine ausgeprägte Kälteempfindlichkeit, weshalb eine erneute Amputation des Daumens 
diskutiert werde (Suva-act. 206). Gleiches erhellt aus dem Bericht vom 24. Oktober 2012 
(Suva-act. 225). Dem Bericht von Dr. H.________ vom 15. Januar 2013 kann entnommen 
werden, dass der Beschwerdeführer weiterhin an einer erheblichen Kälteempfindlichkeit 
sowie an Ruheschmerzen tagsüber und fast vermehrt auch nachts leide (Suva-act. 235). 
Gegenüber Dr. G.________ berichtete der Beschwerdeführer ebenso von einer 
ausgeprägten Kälteempfindlichkeit. Die Schmerzen würden vom Daumen auf den Arm und 
auf den Zeigefinger ausstrahlen (Suva-act. 260). Gleiches ergibt sich aus dem Bericht von 
Dr. L.________ vom 16. März 2015 (Suva-act. 267). In der Konsultation vom 18. Mai 2015 
berichtete der Beschwerdeführer weiterhin über Schmerzen, welche auf der Analogskala 
VAS mit sechs, in der Kälte und vor Wetterwechsel mit acht Punkten angegeben wurden. 
Hie und da erwache er auch nachts wegen der Schmerzen (Suva-act. 271). Am 6. Juli 
2015 fand ein weiteres Gespräch mit der Suva statt, an welchem der Versicherte mitteilte, 
er habe seit gut einem Jahr viel stärkere Schmerzen. Sie seien täglich da und strahlten bis 
in den Oberarm aus. Er müsse täglich Medikamente nehmen. Am meisten Schmerzen 
verspüre er, wenn er den Daumen anschlage (Suva-act. 277). Anlässlich der 
Schmerzsprechstunde vom 18. Januar 2016 wurde festgehalten, der Beschwerdeführer 
leide an Schmerzen im Bereich des Daumenballens und des Zeigefingers, welche auch in 
den Unterarm ausstrahlten. Der Dauerschmerz sei mit mindestens 4/10 NRS angegeben 
worden. Meist sei ein Schmerz von 7–8/10 NRS vorhanden, Schmerzspitzen bei 
Belastung bis 10/10 NRS. Durch Kälte und Belastung würden die Schmerzen verstärkt 
(Suva-act. 298). Gemäss Bericht vom 6. Juni 2016 führte die Aufdosierung mit Lyrica zu 

14

Urteil S 2019 117

einer gewissen Stabilisierung. Die Schmerzen wurden aber nach wie vor mit einer Stärke 
von 8/10 NRS angegeben (Suva-act. 311). Gegenüber den Gutachtern der estimed AG 
äusserte der Beschwerdeführer, er leide ständig an Schmerzen in der linken Hand, welche 
bei Gebrauch stärker würden. Auch seien sie wetterabhängig. Das Ruheschmerzniveau 
läge bei 8–9/10 VAS und bei Gebrauch der Hand bei 10/10 VAS. Der Nachtschlaf sei 
schlecht, er erwache ca. zwei bis drei Mal (Suva-act. 338 S. 32). Der Beschwerdeführer 
befand sich vom 30. August bis 11. Dezember 2018 in stationärer psychiatrischer 
Behandlung in der Klinik M.________. Die Ärzte hielten fest, er leide an Schmerzen zu 
Tages- und Nachtzeiten plötzlich auftretend, die auf die Gabe von Dafalgan aus der 
Reserve und Fangopackungen positiv angesprochen hätten (Suva-act. 356 S. 13). 
Insgesamt waren die Beschwerden nicht derart stark, dass das Kriterium in ausgeprägter 
Weise erfüllt wäre. Die Angaben des Versicherten variierten zudem immer wieder. 
Grossmehrheitlich traten die Schmerzen wetterabhängig auf. Abgesehen davon, konnte 
vielfach durch die Einnahme von Dafalgan eine Linderung herbeigeführt werden. Immerhin 
war es dem Beschwerdeführer auch in gewissem Umfang möglich, wieder Arbeitseinsätze 
zu tätigen. Deshalb kann das Kriterium in einfacher Form bejaht werden.

4.3.6 Anhaltspunkte für das Vorliegen einer ärztlichen Fehlbehandlung liegen keine vor 
und werden denn auch nicht geltend gemacht. Weiterungen hierzu erübrigen sich. Das 
Kriterium ist nicht erfüllt.

4.3.7 Aus der blossen Dauer der ärztlichen Behandlung und der geklagten 
Beschwerden darf nicht schon auf einen schwierigen Heilungsverlauf und erhebliche 
Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf dazu besonderer Gründe, welche die 
Genesung beeinträchtigt oder verzögert haben. Der Umstand, dass trotz verschiedener 
Therapien keine Beschwerdefreiheit erreicht werden kann, genügt allein nicht (Urteil BGer 
8C_803/2017 vom 14. Juni 2018 E. 3.6). Gleiches gilt für die Einnahme vieler 
Medikamente und die Durchführung verschiedener Therapien (Urteil BGer 8C_252/2007 
vom 16. Mai 2008 E. 7.6).

Aus den Akten sind keine Hinweise erkennbar, die auf besondere Gründe hinweisen 
würden, welche die Genesung beeinträchtigt hätten. Unbestrittenermassen hat der 
Versicherte nach wie vor Beschwerden am linken Daumen. Dies genügt indessen nicht. Er 
erlitt zwar eine Wundnekrose, welche eine Vollhauttransplantation zur Folge hatte (zweite 
Operation). Später wurde noch die Grundgelenksarthrodese durchgeführt. Diese 
medizinischen Interventionen erfolgten innerhalb von acht Monaten nach dem 

15

Urteil S 2019 117

Unfallereignis. Weitere Komplikationen haben sich nicht eingestellt. Insgesamt kann somit 
nicht von einem schwierigen Heilungsverlauf ausgegangen werden, auch wenn nie eine 
Beschwerdefreiheit erreicht werden konnte.

4.3.8 Das Kriterium des Grads und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit 
bezieht sich nicht allein auf das Leistungsvermögen im angestammten Beruf (Urteil BGer 
8C_53/2019 vom 9. Mai 2019 E. 5.3).

Wie die Suva zutreffend im angefochtenen Entscheid erwogen hat, konnte dem 
Beschwerdeführer bereits knapp ein Jahr nach dem Unfall in einer leidensadaptierten 
Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit attestiert werden. Damit kann dieses Kriterium nicht als 
erfüllt gelten.

4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass von den zu prüfenden Adäquanzkriterien 
lediglich eines in einfacher Weise erfüllt ist, namentlich jenes der Dauerschmerzen. 
Infolgedessen ist der adäquate Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 
14. Januar 2011 und den psychischen Beschwerden zu verneinen.

5. Sodann ist der Frage nachzugehen, ob sich der somatische Gesundheitszustand 
des Beschwerdeführers verändert hat, mithin ob ein Rückfall vorliegt. 

5.1 Der Beschwerdeführer beruft sich auf das von der Invalidenversicherung in 
Auftrag gegebene Gutachten der estimed AG vom 16. Februar 2018 (Suva-act. 338), 
wonach lediglich eine Arbeitsfähigkeit von 50 % in angepasster Tätigkeit auf dem zweiten 
Arbeitsmarkt gegeben sei. Der Zustand sei damit im Vergleich zu den vormaligen 
Untersuchungen bzw. Einschätzungen seitens der Suva vom 16. Mai 2012, 22. Januar 
2013 und 3. August 2015 deutlich verschlechtert, insbesondere bezüglich der psychischen 
Befindlichkeit (welche unfallbedingt anzusehen sei) und daraus folgend der verbleibenden 
Arbeitsfähigkeit. Selbst wenn man für die Beurteilung der eingeschränkten Arbeitsfähigkeit 
lediglich auf die handchirurgischen Diagnosen abstellen würde, so wäre auch hier lediglich 
von einer Arbeitsfähigkeit im Umfang von 70 % in angepasster Tätigkeit auszugehen. Im 
somatischen Bereich seien insbesondere ein chronisches Schmerzsyndrom als auch ein 
reaktives progredientes Schulter-Arm-Syndrom mit neuropathischer Schmerzkomponente 
hinzugetreten. Gemäss Stellungnahme des Kreisarztes sei hier nicht nachvollziehbar, 
weshalb dem Beschwerdeführer nach gutachterlicher Einschätzung keine kauernden 
Positionen oder Rotationen mehr zumutbar sein sollen. Dahingegen habe der Gutachter 

16

Urteil S 2019 117

der estimed AG einleuchtend begründet, dass die Einschätzung daher rühre, dass 
sämtliche Tätigkeiten, welche das Gleichgewicht respektive die ausgleichende Möglichkeit 
der Arme forderten, nicht zumutbar seien. Des Weiteren seien auch beidhändige 
Tätigkeiten nicht zumutbar. Angesichts dieser Aspekte erscheine die Einschätzung der 
Arbeitsunfähigkeit – bereits aus handchirurgischer Sicht – als nachvollziehbar. Der 
Kreisarzt habe dieser Einschätzung keine stichhaltige Begründung entgegengesetzt. 
Insbesondere habe er in der Stellungnahme nicht begründet, weshalb das chronische 
Schmerzsyndrom als auch das reaktive progrediente Schulter-Arm-Syndrom, welche sich 
ebenfalls auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten, nicht unfallbedingt seien (act. 1 Ziff. 24–25).

5.2 Wie vorstehend dargelegt, sind die psychischen Beeinträchtigungen nicht adäquat 
unfallkausal und können dementsprechend bei der Beurteilung, ob eine Verschlechterung 
eingetreten ist, nicht berücksichtigt werden. Dies gilt im Übrigen für sämtliche 
Beschwerden, welche nicht auf das Unfallereignis zurückgeführt werden können.

5.2.1 Der chirurgische Sachverständige diagnostizierte ein chronisches 
Schmerzsyndrom und relative Funktionslosigkeit (analog Amputationsbefund im 
Daumengrundgelenk) bei Zustand nach Avulsionsamputation des linken Daumens mit 
nachgängiger Replantation mit Nerventransfer von D II. und zweitzeitiger 
Daumengrundgelenksarthrodese, welche sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirkten. Keinen 
Einfluss mass er dem reaktiven progredienten Schulter-Arm-Syndrom mit neuropathischer 
Schmerzkomponente sowie begleitender Epicondylitis (bilateral) zu (Suva-act. 338 S. 63). 
Bezogen auf eine Verweistätigkeit bestehe eine 70%ige Arbeitsfähigkeit, wenn die in 
Ziff. 3.1.8 aufgeführten Punkte gewürdigt werden. Einschränkend sei festzustellen, dass 
dies situativ dem aktuellen Schmerzbild und Medikation anzupassen sei, wobei dies einer 
entsprechenden ausgebauten Mitbehandlung durch die schmerztherapeutischen 
Fachkollegen obliege (Suva-act. 338 S. 71).

5.2.2 Zum handchirurgischen Gutachten nahm der Kreisarzt Dr. med. N.________, 
FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, am 5. April 
2018 Stellung. Er hielt fest, der Experte habe korrekt ausgeführt, dass nach der 
Reimplantation des Daumens und der Arthrodese des Daumengrundgelenkes nie eine 
gute Funktion des Daumens habe erreicht werden können und sich eine chronische 
Schmerzsymptomatik entwickelt habe. Zudem bestünden seither neuropathische 
Schmerzen des Daumens. Doktor N.________ erklärte, auf rein somatischer Ebene 
bestünden die gleichen Beschwerden seit der Replantation. Es sei aber festzuhalten, dass 

17

Urteil S 2019 117

unabhängig von der chronischen Schmerzsymptomatik eine zunehmende erhebliche 
psychische Beeinträchtigung des gesamten Armes im psychiatrischen Teil des Gutachtens 
beschrieben werde. Es liege laut dem behandelnden Psychiater eine dissoziative Störung 
mit mittlerweile Fremdempfinden des gesamten rechten Armes vor. Zu den 
Untersuchungsbefunden des Gutachters führte Dr. N.________ aus, die 
Untersuchungsergebnisse würden sich mit den letzten Ergebnissen der Klinik I.________ 
decken, wobei hier davon ausgegangen werde, dass mit dem DIP das IP-Gelenk des 
Daumens gemeint sei. Somit liege keine erhebliche Verschlimmerung vor. Zu den 
Behandlungen (Therapien wie auch Medikamentenspiegel) bemerkte der Kreisarzt, die 
Gebrauchsunfähigkeit des linken Daumens sei unstrittig. Die Funktionalität zu verbessern 
sei bereits mehrfach diskutiert und die Pollizisation des Zeigefingers sowie auch die 
Zehentransplantation als nicht zielführend beurteilt worden. Therapeutisch seien eine 
weitere physiotherapeutische Behandlung sowie eine schmerztherapeutische 
Mitbehandlung empfohlen, vor allem um die zwanghafte Schonhaltung des Armes 
verhindern zu können, sodass zumindest die linke Hand als Hilfshand bzw. Zudien-hand 
erhalten bleiben könne. Hinsichtlich des vom Experten definierten Zumutbarkeitsprofils 
hielt Dr. N.________ fest, dieses könne nicht ganz nachvollzogen werden, insbesondere 
weshalb kauernde Positionen sowie Rotationen im Stehen und Sitzen nicht mehr möglich 
sein sollten. Dies sei durch die Diagnosen nicht gerechtfertigt. Die Einschätzung, dass 
Heben und Tragen körpernah und körperfern bei einem Gewichtslimit von 5 kg einarmig 
rechts nur noch zu 70 % möglich seien, könne nachvollzogen werden, da ein Halten und 
Tragen der Gewichte bei der eingeschränkten Faustschlusskraft der rechten Hand und 
eingeschränkter Opposition des Daumens lediglich bei hängendem Arm im harten Beruf 
möglich seien. Allerdings wäre in einer angepassten Verweistätigkeit eine volle 
Arbeitsfähigkeit gegeben. Es sei nicht nachvollziehbar, warum unter Einhaltung der 
Zumutbarkeit keine 100%ige Arbeitsfähigkeit in angepasster Tätigkeit erzielt werden 
könne. Auf eine Veränderung seit der letztmaligen kreisärztlichen Beurteilung vom 
3. August 2015 angesprochen, erklärte Dr. N.________, den Berichten der Klinik 
I.________ vom 18. Mai und 15. Juni 2015 könne entnommen werden, dass die klinische 
Situation sich gleich dargestellt habe, wie im polydisziplinären Gutachten bzw. dem 
Teilgutachten von Dr. med. O.________, FMH Chirurgie. In letzterem würden eine 
Beeinträchtigung durch die chronischen Schmerzen sowie Beeinträchtigungen durch das 
myofasciale Schulter-Arm-Syndrom miteinbezogen. Hierbei handle es sich aber nicht 
überwiegend wahrscheinlich um direkte Folgen des Unfallereignisses. Es komme nun im 
Verlauf zusätzlich zu den somatischen Beschwerden auch zu einer starken psychischen 
Überlagerung, was den Berichten von Dr. med. P. Illes, FMH Psychiatrie und 

18

Urteil S 2019 117

Psychotherapie, zu entnehmen sei. Die Einschränkungen durch die psychische 
Problematik würden sich stark ausweiten und begründeten anscheinend einen grossen 
Teil der Einschränkungen. Insgesamt handle es sich um eine andere Wertung eines an 
und für sich unverändert gebliebenen Gesundheitszustandes (Suva-act. 342).

5.3 Den Ausführungen des Kreisarztes Dr. N.________ kann vorliegend gefolgt 
werden. Diese sind sowohl überzeugend wie auch nachvollziehbar.

5.3.1 In seiner ärztlichen Beurteilung vom 3. August 2015 hielt Dr. N.________ fest, am 
Gesundheitszustand habe sich seit der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 
16. Mai 2012 in Hinsicht auf den Daumen nach Studium der Aktenlage keine wesentliche 
Verschlechterung eingestellt. Die Befunde in der letzten Untersuchung vom 15. Juni 2015 
von Dr. H.________ in der Klinik I.________ zeigten einen unveränderten Zustand. Eine 
chirurgische Alternative mit einer Zeigefinger-Pollizisation, aber auch eine 
Zehentransplantation wäre theoretisch möglich, die zu erwartende Funktion bei 
gleichzeitig durchzuführendem Sehnentransfer werde aber eher als bescheiden gewertet. 
Bezüglich der Zumutbarkeit trete dementsprechend keine Änderung auf und es bleibe die 
gleiche Beurteilung wie vom 16. Mai 2012 und 22. Januar 2013 bestehen (Suva-act. 280). 
Dem Bericht von Dr. H.________ lagen folgende Befunde zugrunde: Es wurde ein 
verschmächtigter aber reizloser linker adominanter Daumen vorgefunden. Die 
Beweglichkeit von Schultern (mit Ausnahme des Nackengriffes links, welcher 4 cm 
reduziert gewesen sei), Ellbogen, Handgelenken und kleinen Fingergelenken sei 
seitengleich und uneingeschränkt möglich. Der linke Daumen sei im Grundgelenk und 
auch im Interphalangealgelenk unbeweglich. Die Opposition gelinge bis zum Grundgelenk 
des Zeigefingers (rechts bis zum Grundgelenk des Kleinfingers). Auf der radialen Seite sei 
die Sensibilität nicht vorhanden, es fehle auch die Sudomotorik. Auf der ulnaren Seite des 
Daumens sei die Kuppe ganz minimal feucht, auf Höhe Mitte Thenar sei ein Tinel-
Phänomen auslösbar, welches sowohl auf die ulnare Seite des Daumens aber auch auf 
die radiale Seite des Zeigefingers ausstrahle. Die Faustschlusskraft am Jamar-
Dynamometer bei Rechtsdominanz betrage rechts 44 kg und links 10 kg. Die Pinchkraft 
sei links wegen Schmerzen nicht messbar. Auch 10 cm proximal der 
Handgelenksbeugefalte sei im Bereich des Nervus medianus ein Tinel-Phänomen 
auslösbar. Im Bereich des Epicondylus humeri radialis und ulnaris bestehe eine moderate 
Druckdolenz. Radiologisch sei bei Status nach Arthrodese des Grundgelenkes das 
Osteosynthesematerial in situ, die Arthrodese sei durchbaut. Das Interphalangealgelenk 

19

Urteil S 2019 117

des Daumens sei präankylotisch. Das Sattelgelenk zeige mässige degenerative 
Veränderungen (Suva-act. 271 S. 2 und 273).

5.3.2 Demzufolge hatte im Zeitpunkt der Beurteilung durch Dr. N.________ am 
3. August 2015 das von Kreisarzt Dr. K.________ am 5. Dezember 2011 formulierte 
Zumutbarkeitsprofil nach wie vor Gültigkeit (vgl. Suva-act. 160 S. 3 und 113 S. 5). Danach 
sind leichte Arbeiten mit Heben von Lasten bis 10 kg mit den Finger II–IV links zumutbar. 
Arbeiten, die mit schweren Schlägen und starken Vibrationen auf die Hand einhergingen, 
seien nicht zumutbar. Arbeiten, die eine schnelle Greiffunktion erforderten oder eine 
Faustschlusskraft von über 2 kg (Jamar), seien nicht zumutbar. Bei Temperaturen 
oberhalb von 15° wäre die Arbeit in seiner angestammten Tätigkeit zu 50 % zumutbar, das 
heisse den ganzen Tag mit verminderter Leistung (Suva-act. 113 S. 5). 

5.3.3 Dem handchirurgischen Gutachten von Dr. O.________ können keine Hinweise 
entnommen werden, welche ein rentenrelevantes Abweichen von diesem 
Zumutbarkeitsprofil gebieten würden. Er stellt zwar die Diagnose eines reaktiven 
progredienten Schulter-Arm-Syndroms. Soweit dies überhaupt unfallkausal wäre, hätte es 
nach Auffassung des Experten ohnehin keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Es ist 
zudem in Erinnerung zu rufen, dass das Hinzutreten einer Diagnose alleine keinen 
Revisionsgrund oder eine hinreichende Veränderung der tatsächlichen Verhältnisse 
darstellt, da damit das quantitative Element der (erheblichen) 
Gesundheitsverschlechterung nicht zwingend ausgewiesen ist. Massgebend ist einzig, ob 
(und in welchem Ausmass) den medizinischen Akten eine Beeinträchtigung der Arbeits- 
bzw. Erwerbsfähigkeit entnommen werden kann, und zwar unabhängig von der Diagnose 
und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie (Urteil BGer 9C_374/2018 vom 11. Juli 2018 E. 
4.2).

Sodann ist dem Kreisarzt Dr. N.________ zuzustimmen, wenn er kritisiert, eine lediglich 
70%ige Arbeitsfähigkeit trotz Einhaltens des Zumutbarkeitsprofils sei nicht 
nachvollziehbar. Der Gutachter Dr. O.________ hat in Ziff. 3.1.8 seiner Teilexpertise 
detaillierte Aussagen zu den Ressourcen gemacht. So hielt er etwa fest, eine rein sitzende 
Tätigkeit könnte ganztags mit einer Leistung von 100 % verrichtet werden. Gleiches gilt für 
rein stehende und wechselbelastende Arbeiten sowie für Tätigkeiten im Knien und Bücken 
und für das Treppen steigen. Dass das körpernahe und -ferne Tragen nicht 
uneingeschränkt möglich ist, leuchtet ein. Ebenso, dass die linke Hand nur als Hilfshand 
benutzt werden kann und sämtliche Expositionen gegenüber Kälte, Wärme, Feuchtigkeit, 

20

Urteil S 2019 117

Nässe und Arbeiten unter Zeitdruck unterbleiben sollten. Weshalb aber unter Einhaltung 
des Zumutbarkeitsprofils eine Arbeit nicht ganztags mit uneingeschränkter 
Leistungsfähigkeit möglich sein sollte, begründete Dr. O.________ nicht. Aus seinen 
weiteren Ausführungen (vgl. Ziff. 3.6.2 des Teilgutachtens), wonach bezogen auf eine 
angepasste Verweistätigkeit eine 70%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, wenn die dortigen 
Punkte entsprechend gewürdigt würden, und dass dies situativ dem aktuellen Schmerzbild 
und der Medikation anzupassen sei, wobei dies einer entsprechenden ausgebauten 
Mitbehandlung durch die schmerztherapeutischen Fachkollegen obliege, ist zu schliessen, 
dass er psychisch überlagerte Schmerzen, namentlich das chronische Schmerzsyndrom, 
miteinbezogen hat. Diese sind für die hier zu beurteilenden Belange indessen nicht 
relevant. Anderweitige Befunde, welche eine somatisch begründete Verschlechterung 
nahelegen würden, sind nicht erkennbar. Die Veränderung des Gesundheitszustandes ist 
im psychischen Bereich eingetreten. Da aber deren Kausalität nicht gegeben ist, bleibt 
dies unbeachtlich.

5.4 Es steht nach dem Dargelegten fest, dass sich auch der somatische 
Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht in rentenrelevanter Weise 
verschlechtert hat. Hinsichtlich des Daumens sind keine neuen Befunde hinzugekommen, 
welche ein Abweichen vom ursprünglichen Zumutbarkeitsprofil durch die Kreisärzte 
gebieten würden. Die weiteren Einschränkungen rühren von psychisch überlagerten 
Schmerzen und einer schweren Depression her. Die psychischen Leiden sind indessen – 
wie vorerwähnt – nicht unfallkausal, weshalb sie für die hier vorzunehmende Beurteilung 
nicht von Relevanz sind.

6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die geltend gemachten psychischen 
Beschwerden nicht adäquat unfallkausal sind. Ebenso wenig ist eine somatische 
Verschlechterung bzw. ein Rückfall rechtsgenüglich dargetan. Somit hat die Suva zu 
Recht einen Leistungsanspruch des Beschwerdeführers verneint. Die 
Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich demnach als unbegründet und ist 
abzuweisen.

7. Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist kostenlos und eine 
Parteientschädigung ist – bei vollständigem Unterliegen – nicht zuzusprechen (vgl. Art. 61 
lit. a und lit. g ATSG). Dem obsiegenden Sozialversicherer ist in Übereinstimmung mit 
Art. 61 lit. g ATSG – welcher nur für die obsiegende Beschwerde führende Partei eine 
Entschädigung vorsieht – keine Parteientschädigung zuzusprechen.

21

Urteil S 2019 117

22

Urteil S 2019 117

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers (im Doppel), an die 
Beschwerdegegnerin sowie an das Bundesamt für Gesundheit, Bern.

Zug, 1. September 2020

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am