# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a916e7e-d2a5-5eaf-b0a6-ca5d77400af5
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-08-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.08.2011 D-6025/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6025-2008_2011-08-15.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung IV
D­6025/2008

U r t e i l   v om   1 5 .   Augus t   2 0 1 1

Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz),
Richter Robert Galliker, Richterin Nina Spälti Giannakitsas;  
Gerichtsschreiberin Anna Kühler.

Parteien A._______, geboren B._______,
Afghanistan,  
vertreten durch lic. iur. Susanne Eberle, Rechtsanwältin, 
C._______,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 20. August 2008 / N _______.

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Sachverhalt:

A. 
Der Beschwerdeführer verliess Afghanistan eigenen Angaben zufolge im 
Jahr 2002 oder 2003 auf dem Landweg, lebte anschliessend nach einem 
zweitägigen  Transit  durch  D._______  während  ungefähr  vier  Jahren 
E._______,  gelangte  schliesslich  über  F._______  und  ihm  unbekannte 
Länder am 17. Mai 2006  illegal  in einem Auto  in die Schweiz und stellte 
gleichentags im Empfangs­ und Verfahrenszentrum (EVZ) G._______ ein 
Asylgesuch. Am 26. Mai 2006 wurde er  im EVZ H._______ summarisch 
befragt  und  bekam  am  27.  Juni  2006  in  Begleitung  einer 
Vertrauensperson Gelegenheit,  seine Gründe  anlässlich  der  kantonalen 
Anhörung (Kanton I._______) ausführlich darzulegen. Mit Verfügung vom 
30.  Mai  2010  wurde  der  Beschwerdeführer  für  die  Dauer  des 
Asylverfahrens dem Kanton I._______ zugewiesen.

Anlässlich  der  Befragungen  machte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen geltend, er  sei afghanischer Staatsangehöriger  J._______ 
Glaubens, gehöre der Ethnie K._______ an und stamme aus Ghazni. Im 
Alter  von  ungefähr  fünf  Jahren  seien  er  und  seine  Schwester  zu  ihrem 
Onkel  nach  Kabul  gezogen,  nachdem  ihre  Eltern  und  ihr  Bruder  bei 
Gefechten  während  des  Bürgerkriegs  ums  Leben  gekommen  seien.  Ihr 
Onkel  in  Kabul  habe  dem Glücksspiel  gefrönt  und  regelmässig  Drogen 
konsumiert.  Ungefähr  ein  Jahr  nachdem  sie  zu  ihm  gekommen  seien, 
habe der Onkel die Schwester des Beschwerdeführers einem Mann zur 
Begleichung  seiner  Spielschulden  verkauft  und  dem  Beschwerdeführer 
mit dem gleichen Schicksal gedroht. Während der folgenden Jahre sei er 
regelmässig  geschlagen,  beschimpft  und mit  dem Tod  bedroht  worden. 
Aus Angst,  der Beschwerdeführer  könnte  jemanden auf diese Zustände 
aufmerksam  machen,  habe  sein  Onkel  ihn  nur  selten  aus  dem  Haus 
gehen  lassen. Nachdem es  ihm  jedoch  eines  Tages  gelungen  sei,  sich 
dem Mann einer ebenfalls in Kabul lebenden Tante anzuvertrauen, habe 
dieser  ihm  dabei  geholfen,  das  Land  zu  verlassen.  So  sei  er  über 
D._______ E._______ gelangt, wo er sich während ungefähr vier Jahren 
aufgehalten  habe.  Da  er  E._______  jedoch  über  kein  Aufenthaltsrecht 
verfügt und daher befürchtet habe, nach Afghanistan zurückgeschickt zu 
werden, sei er im Jahr 2002 oder 2003 nach Europa weitergereist. In der 
Schweiz sei er wegen aus einer Misshandlung des Onkels resultierenden 
Kiefergelenkschmerzen  in  ärztlicher  Behandlung.  Auf  die  weiteren 
Ausführungen  des  Beschwerdeführers  wird,  soweit  wesentlich,  in  den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

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Nachdem der Beschwerdeführer angegeben hatte, 17 Jahre alt zu sein, 
sich  aber  unter  anderem  aus  einer  am  19.  Mai  2006  durchgeführter 
Knochenaltersanalyse ein Skelettalter  von mindestens 19 Jahren ergab, 
gewährte das BFM dem Beschwerdeführer anlässlich der summarischen 
Befragung  vom  26. Mai  2006  im  EVZ  H._______  das  rechtliche  Gehör 
zum  Umstand,  wonach  Zweifel  an  der  geltend  gemachten 
Minderjährigkeit bestehen würden. Der Beschwerdeführer hielt an seiner 
Minderjährigkeit  grundsätzlich  fest.  Das  BFM  ging  in  der  Folge  für  den 
weiteren  Verlauf  des  Verfahrens  von  der  Minderjährigkeit  des 
Beschwerdeführers aus und liess ihm eine Vertrauensperson beiordnen.

B. 
Am  12.  April  2007  teilte  die  Vormundschaftsbehörde  L._______  dem 
Beschwerdeführer  mit,  dass  das  pendente  Kindesschutzverfahren 
aufgrund  der  Volljährigkeit  des  Beschwerdeführers  und  der  damit 
einhergehenden Mündigkeit abzuschliessen sei.

C. 
Mit Schreiben des BFM vom 18. Juli 2008 wurde der Beschwerdeführer 
aufgefordert,  bis  zum  4.  August  2008  einen  ärztlichen  Bericht 
einzureichen.

D. 
Mit  Verfügung  vom  20.  August  2008  –  eröffnet  am  22.  August  2008 – 
lehnte das BFM das Asylgesuch des Beschwerdeführers ab und ordnete 
seine Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug an. Zur Begründung 
wurde  dargelegt,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den 
Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) nicht genügten, da 
die  geltend  gemachten  Übergriffe  nicht  als  asylrelevant  zu  qualifizieren 
seien. Den Wegweisungsvollzug erachtete die Vorinstanz nach Kabul als 
zulässig,  zumutbar  und möglich. Zudem habe es der Beschwerdeführer 
bis  zum  Entscheiddatum  unterlassen,  den  eingeforderten  ärztlichen 
Bericht einzureichen.

E. 
Mit Beschwerde vom 22. September 2008 (Poststempel) beantragte der 
Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  die  Aufhebung  der 
angefochtenen  Verfügung,  eventualiter  die  Rückweisung  an  die 
Vorinstanz,  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die 
Gewährung  von  Asyl,  eventualiter  die  Anordnung  der  vorläufigen 

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Aufnahme  sowie  das  Absehen  von  der  Wegweisung.  Zur  Begründung 
wiederholte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  die  bereits  im 
Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens geltend gemachten Asylgründe 
und wies auf gesundheitliche Beschwerden (Kiefergelenkschmerzen und 
ein  Trauma)  hin.  Zur  Stützung  dieses  Vorbringens  reichte  er  einen 
ärztlichen  Bericht  von  M._______  vom  15.  September  2008  zu  den 
Akten.  Er  erfülle  somit  die  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft 
gemäss Art. 3 AsylG, weshalb  ihm die Gewährung von Asyl zu Unrecht 
verweigert  worden  sei.  Ferner  sei  von  einer  Wegweisung  abzusehen, 
zumal  er  in  der  Schweiz  in  ordentlichen  Verhältnissen  lebe  und  einer 
geregelten  und  bewilligten  Arbeit  nachgehe.  Zur  Stützung  dieses 
Vorbringens  reichte  er  einen  Teilzeitarbeitsvertrag  vom  1.  November 
2006 sowie einen Anstellungsvertrag vom 10. April 2007 (beide in Kopie) 
ein.  Der  Wegweisungsvollzug  sei  ausserdem  weder  zulässig  noch 
zumutbar. Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

F. 
Mit  Zwischenverfügung  des  Instruktionsrichters  vom  20.  Oktober  2008 
teilte das Bundesverwaltungsgericht dem Beschwerdeführer mit, er könne 
den Ausgang des Verfahrens  in der Schweiz abwarten, und  forderte  ihn 
auf, bis zum 4. November 2008 einen Kostenvorschuss in der Höhe von 
Fr. 600.­ einzuzahlen.

G. 
Der Kostenvorschuss ging am 31. Oktober 2008 ein.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 

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Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Eine solche Ausnahme im Sinne von 
Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  liegt  in  casu  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht entscheidet demnach endgültig.

1.2.  Die  Beschwerde  wurde  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG). 
Auf die Beschwerde ist einzutreten.

1.3. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

2. 
2.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

2.2. Das Bundesamt begründete seine Verfügung vom 20. August 2008 
im Wesentlichen damit, dass die Schwierigkeiten des Beschwerdeführers 
mit  seinem  Onkel  nicht  asylrelevant  seien.  Es  führte  aus,  dass  der 
Beschwerdeführer  mittlerweile  volljährig  sei  und  daher  in  keinem 
Abhängigkeitsverhältnis  zum Onkel mehr stehe, weshalb keine weiteren 
Übergriffe  zu  erwarten  seien.  Zudem  seien  die  Behörden  in  Kabul 
gemäss  Erkenntnissen  des  BFM  grundsätzlich  schutzfähig  und 
schutzwillig, wodurch es dem Beschwerdeführer grundsätzlich zumutbar 
und  möglich  sei,  diese  um  Schutz  zu  ersuchen.  Folglich  genügten  die 
geltend gemachten Übergriffe mangels Asylrelevanz den Anforderungen 

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an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art.  3  AsylG  nicht,  weshalb  das 
Asylgesuch abzulehnen sei.

2.3. Der Beschwerdeführer entgegnete in seiner Beschwerde, eine solche 
Einschätzung  sei  einseitig  und  entspreche  nicht  der Wahrheit.  So  gehe 
vom  Onkel  –  trotz  des  mittlerweile  nicht  mehr  bestehenden 
Abhängigkeitsverhältnisses  –  immer  noch  eine  Gefahr  aus,  zumal  der 
Beschwerdeführer  sich  ihm  widersetzt  und  die  Flucht  ergriffen  habe. 
Diese  Einschätzung  erscheine  umso  wahrscheinlicher,  als  der  Onkel 
damit  rechnen  müsse,  dass  der  Beschwerdeführer  mittlerweile  die 
Behörden  über  die  Übergriffe  und  den  Verkauf  seiner  Schwester 
informiert habe. Das BFM verkenne daher den permanenten psychischen 
Druck,  unter  dem  der  Beschwerdeführer  in  Afghanistan  stehen  würde. 
Des  Weiteren  habe  er  gesundheitliche  Probleme.  Somit  habe  die 
Vorinstanz  ihm  die  Gewährung  von  Asyl  in  der  Schweiz  zu  Unrecht 
verweigert.

2.4. Der Beschwerdeführer machte zur Begründung seines Asylgesuchs 
im Wesentlichen geltend, von seinem Onkel  in Kabul schlecht behandelt 
worden  zu  sein.  Insbesondere  habe  ihn  dieser  beschimpft,  geschlagen 
und ihm wiederholt gedroht, ihn zu verkaufen oder umzubringen. In seiner 
Rechtsmitteleingabe  bringt  der  Beschwerdeführer  vor,  auch  heute  noch 
im  Falle  einer  Rückkehr  nach  Kabul  durch  seinen  Onkel  gefährdet  zu 
sein, weshalb sich die Frage stellt, ob der Beschwerdeführer begründete 
Furcht vor zukünftiger Verfolgung hat. Diese Frage kann jedoch mit Blick 
auf die nachfolgenden Erwägungen offen gelassen werden. Die geltend 
gemachten Vorbringen sind nämlich – wie die Vorinstanz wenigstens  im 
Ergebnis  zu  Recht  feststellte  –  flüchtlingsrechtlich  nicht  relevant.  Der 
Beschwerdeführer erfüllt die Flüchtlingseigenschaft nicht, da er keine aus 
einem  der  in  Art.  3  AsylG  abschliessend  aufgezählten  Gründe  (Rasse, 
Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe 
oder  politische  Anschauungen)  motivierte  Verfolgung  geltend  macht. 
Aufgrund der Vorbringen des Beschwerdeführers  ist davon auszugehen, 
einzig  der  Charakter  des  Onkels,  respektive  dessen  Spielsucht  und 
Drogenkonsum,  sei  Grund  für  das  vom  Beschwerdeführer  geschilderte 
Verhalten  des Onkels  (vgl.  A  1/10 S.  5,  6;  A  16/16 S.  8).  Da  es  – wie 
soeben  aufgezeigt  –  im  vorliegenden  Fall  an  einem  Verfolgungsmotiv 
gemäss Art. 3 AsylG  fehlt,  kann darauf  verzichtet werden,  im Asylpunkt 
auf  das  Argument  der  Vorinstanz,  wonach  die  Behörden  in  Kabul  bei 
einer Rückkehr des Beschwerdeführers  in der Lage sein würden, diesen 
vor  den  Übergriffen  seines  Onkels  zu  schützen,  einzugehen.  Der 

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Vollständigkeit  halber  ist  festzuhalten,  dass  die  vom  Beschwerdeführer 
geltend  gemachten  gesundheitlichen  Schwierigkeiten  im  Rahmen  der 
Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs zu prüfen sein werden.

2.5.  Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf  die 
weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  einzugehen,  weil  sie  am 
Ergebnis  nichts  ändern.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  genügen.  Das  Bundesamt  hat  sein 
Asylgesuch im Ergebnis somit zu Recht abgelehnt.

3. 
3.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

3.2. Der Beschwerdeführer  verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9, BVGE 2008/34 E. 9.2).

4. 
4.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

4.2.  Der  Beschwerdeführer  hat  sich  eigenen  Angaben  zufolge  vor  der 
Einreise  in  die  Schweiz  längere  Zeit  illegal  E._______  aufgehalten. 
Nachdem  den  Akten  keinerlei  Hinweise  auf  einen  geregelten 
Aufenthaltsstatus  oder  ein  Beziehungsnetz  in  diesem  Drittstaat  zu 
entnehmen  waren,  hat  das  BFM  zu  Recht  die  Durchführbarkeit  des 
Vollzugs der Wegweisung in den Heimatstaat Afghanistan geprüft.

4.3. Die erwähnten drei Bedingungen für einen Verzicht auf den Vollzug 
der  Wegweisung  (Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit) 
sind  alternativer Natur:  Sobald  eine  von  ihnen  erfüllt  ist,  ist  der Vollzug 
der  Wegweisung  als  undurchführbar  zu  betrachten  und  die  weitere 

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Anwesenheit  in  der  Schweiz  gemäss  den  Bestimmungen  über  die 
vorläufige Aufnahme zu regeln (vgl. BVGE 2009/51 E. 5.4 S. 748).

4.4.  Weil  sich  vorliegend  der  Vollzug  der  Wegweisung  –  aus  den 
nachfolgend aufgezeigten Gründen – als unzumutbar erweist, ist auf eine 
Erörterung der beiden andern Kriterien zu verzichten.

4.5. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 
Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf 
von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete 
Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter Vorbehalt  von Art.  83 Abs.  7 AuG – 
die vorläufige Aufnahme zu gewähren (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz 
über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002, 
BBl 2002 3818).

4.5.1. In Bezug auf die allgemeine Lage in Afghanistan kann auf die vom 
Bundesverwaltungsgericht  vorgenommene  Einschätzung  der  Lage  in 
einem  vor  kurzem  ergangenen,  zur  Publikation  vorgesehenen 
Grundsatzurteil  verwiesen  werden  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts
E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011).  Das  Gericht  stellt  dort 
zusammenfassend  fest, dass  in weiten Teilen von Afghanistan – ausser 
allenfalls  in  Grossstädten  –  eine  derart  schlechte  Sicherheitslage  und 
derart schwierige humanitäre Bedingungen bestünden, dass die Situation 
als existenzbedrohend  im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren 
sei.  Von  dieser  allgemeinen  Feststellung  sei  die  Situation  in  der 
Hauptstadt  Kabul  zu  unterscheiden.  Angesichts  des  Umstandes,  dass 
sich dort  die Sicherheitslage  im Verlaufe des  vergangenen Jahres nicht 
weiter verschlechtert habe und die humanitäre Situation  im Vergleich zu 
den übrigen Gebieten etwas weniger dramatisch sei,  könne der Vollzug 
der Wegweisung  nach Kabul  unter  Umständen  als  zumutbar  qualifiziert 
werden. Solche Umstände könnten namentlich dann gegeben sein, wenn 
es  sich  beim  Rückkehrer  um  einen  jungen,  gesunden  Mann  handle. 
Angesichts  der  bisher  aufgezeigten  konstanten  Verschlechterung  der 
Lage  über  die  vergangenen  Jahre  hinweg  und  der  auch  in  Kabul 
schwierigen Situation verstehe es sich aber von selbst, dass die bereits in 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  [EMARK]  2003  Nr.  10  formulierten  strengen 
Bedingungen  in  jedem  Einzelfall  sorgfältig  geprüft  und  erfüllt  sein 
müssten,  um  einen  Wegweisungsvollzug  nach  Kabul  als  zumutbar  zu 

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qualifizieren. Unabdingbar sei  in erster Linie ein soziales Netz, das sich 
im Hinblick auf die Aufnahme und Wiedereingliederung des Rückkehrers 
als  tragfähig erweise. Ohne Unterstützung durch Familie oder Bekannte 
würden die schwierigen Lebensverhältnisse auch in Kabul unweigerlich in 
eine  existenzielle  beziehungsweise  lebensbedrohende  Situation  führen. 
Für  einen  Rückkehrer  aus  Europa  bestehe,  aufgrund  der  Vermutung, 
dass er Devisen auf  sich  trage, gleich nach seiner Ankunft  in Kabul ein 
erhöhtes Risiko,  entführt  oder  überfallen  zu werden. Verfüge  er  auf  der 
anderen Seite  über  keine  genügenden  finanziellen Mittel,  hätte  er  ohne 
soziale Vernetzung kaum Aussicht auf eine zumutbare Unterkunft. Auch 
bei  der  Arbeitssuche  sei  die  Einstellung,  selbst  von  unqualifizierten 
Arbeitskräften,  regelmässig  von  persönlichen  Beziehungen  abhängig. 
Eine  die  Gesundheit  nur  einigermassen  garantierende  Ernährung  wäre 
ohne die Hilfe von nahestehenden Personen ebenfalls kaum möglich, und 
der  Zugang  zu  sauberem  Trinkwasser  schwierig; 
Unterstützungsmassnahmen  der  Regierung  oder  internationaler 
Organisationen könnten  laut zuverlässigen Quellen daran nichts ändern. 
Kämen  in  einer  solchen  Situation  noch  gesundheitliche 
Umstellungsschwierigkeiten  hinzu,  geriete  auch  ein  junger  gesunder 
Mann  ohne  soziale  Vernetzung  unweigerlich  innert  absehbarer  Zeit  in 
eine existenzbedrohende Situation (vgl. a.a.O. E. 9.9.1 f.).

4.5.2.  Der  Beschwerdeführer  stammt  ursprünglich  aus  Ghazni,  wuchs 
aber ungefähr seit seinem fünften Lebensjahr bei seinem Onkel in Kabul 
auf.  Gemäss  der  soeben  dargelegten  Rechtsprechung  des 
Bundesverwaltungsgerichts wird  ein Wegweisungsvollzug  in  die Provinz 
Ghazni  nicht  in  Betracht  gezogen.  Hingegen  geht  das 
Bundesverwaltungsgericht  im  zitierten  Urteil  nicht  von  einer  generellen 
Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs nach Kabul aus.

4.5.3.  Bei  dieser  Sachlage  stellt  sich  die  Frage,  ob  dem 
Beschwerdeführer eine Rückkehr nach Kabul aufgrund einer individuellen 
Prüfung der Verhältnisse zuzumuten  ist. Die Bejahung der Zumutbarkeit 
einer  Rückkehr  nach  Kabul  setzt  insbesondere  die  Existenz  eines 
tragfähigen  Beziehungsnetzes,  die  konkrete  Möglichkeit  der  Sicherung 
des Existenzminimums sowie eine gesicherte Wohnsituation voraus (vgl. 
das  zur  Publikation  vorgesehene  Grundsatzurteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts       E­7625/2008 vom 16. Juni 2011 E. 9.9.2 
mit Verweis auf EMARK 2003 Nr. 10 E. 10 cc).

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4.5.4. Anlässlich der Befragungen machte der Beschwerdeführer geltend, 
ursprünglich  aus  Ghazni  zu  stammen  und  im  Alter  von  ungefähr  fünf 
Jahren  zu  seinem  Onkel  in  Kabul  gebracht  worden  zu  sein,  nachdem 
seine  Eltern  und  sein  Bruder  ums  Leben  gekommen  seien.  Der 
spielsüchtige und oftmals unter Drogeneinfluss stehende Onkel habe die 
Schwester  des  Beschwerdeführers  verkauft,  weshalb  er  zur  Zeit  deren 
Aufenthaltsort  nicht  kenne.  Er  selber  habe  bis  zur  Ausreise  bei  diesem 
Onkel gewohnt, wo er regelmässig misshandelt und mit dem Tod bedroht 
worden sei.  In Kabul wohne  ferner eine Tante. Seine Grosseltern  seien 
mittlerweile  verstorben. Da  ihn  sein Onkel  in Kabul  nur  selten  aus  dem 
Haus  habe  gehen  lassen,  habe  er weder Schulbildung  genossen,  noch 
eine  Ausbildung  absolviert,  sondern  sei  Analphabet  geblieben. 
E._______ habe er während vier Jahren als Hilfskoch gearbeitet.

4.5.5.  Diese  Angaben  wurden  vom  BFM  nicht  in  Zweifel  gezogen.  Es 
führte  jedoch  aus,  die  Situation  des  Beschwerdeführers  spreche  nicht 
gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs,  zumal  er  mehrere 
Jahre in Kabul gelebt habe und dort über Verwandte verfüge, welche ihm 
gut gesinnt seien. Zudem könne er auf eine mehrjährige Arbeitserfahrung 
zurückgreifen,  die  ihm  bei  der  Reintegration  und  der  wirtschaftlichen 
Sicherung seiner Existenz helfen werde.

4.5.6.  Diesen  Erwägungen  entgegnet  der  Beschwerdeführer  in  seiner 
Rechtsmitteleingabe,  die  Bedrohung  in  Kabul  durch  seinen  Onkel  sei 
nach  wie  vor  vorhanden,  auch  wenn  inzwischen  kein 
Abhängigkeitsverhältnis zwischen den beiden mehr bestehe.

Das BFM habe in seinem Entscheid seine gesundheitlichen Beschwerden 
zu  wenig  berücksichtigt.  So  sei  es  ihm  bis  zum  Entscheiddatum  nicht 
möglich  gewesen,  den  vom  BFM  eingeforderten  ärztlichen  Bericht 
einzureichen,  zumal  er  bis  dahin  arbeitshalber  keinen  Arzttermin  habe 
wahrnehmen  können.  Dem  mit  der  Rechtsmitteleingabe  eingereichten 
Bericht  vom  15.  September  2008  sei  jedoch  zu  entnehmen,  dass  er 
sowohl an Kiefergelenkschmerzen als auch an einem Trauma  leide und 
der behandelnde Zahnarzt die Weiterbehandlung der Beschwerden in der 
Schweiz  als  notwendig  und  angemessen  erachte.  Ferner  sei  sein 
angeschlagener gesundheitlicher Zustand nicht zuletzt auch auf die Angst 
vor einer Rückweisung zurückzuführen.

Im  Weiteren  führe  er  in  der  Schweiz  ein  geordnetes  Leben  und  gehe 
einer bewilligten Arbeit nach.

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4.5.7.  Vorweg  ist  zu  bemerken,  dass  das  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers in der Rechtsmitteleingabe, wonach er in der Schweiz 
ein geordnetes Leben führe, nicht entscheidwesentlich  ist, da es bei der 
Frage  nach  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  praxisgemäss 
nicht um die Beurteilung der Situation der Asylsuchenden in der Schweiz, 
sondern der Situation im Herkunftsland geht (vgl. EMARK 1994 Nr. 19 E. 
6.a S. 148, mit weiteren Hinweisen).

Bezüglich  der  geltend  gemachten  gesundheitlichen  Beschwerden  ist 
festzustellen,  dass  dem  Beschwerdeführer  im  eingereichten  ärztlichen 
Bericht vom 15. September 2008 eine beginnende Kiefergelenksarthrose 
diagnostiziert  wird.  Die  aktuellen  Beschwerden  seien  auf  ein  Trauma 
zurückzuführen, wobei der behandelnde Zahnarzt hier von einem Trauma 
im  medizinischen  Sinn,  d.h.  von  einer  Wunde,  Verletzung  oder 
Schädigung  des  Körpers  gesprochen  haben  dürfte  und  nicht,  wie  vom 
Beschwerdeführer  interpretiert,  von  einem  Trauma  im  psychologischen 
Sinn.  Als  Behandlung  wird  eine  Schienentherapie  zur  Entlastung  des 
Kiefergelenks vorgeschlagen. Ohne eine solche Behandlung sei mit einer 
progressiv  zunehmenden  Schmerzsymptomatik  und  einer  Verstärkung 
der  Arthrose  zu  rechnen.  Daraus  ergibt  sich,  dass  das  vom 
Beschwerdeführer  geltend  gemachte  Leiden  keinen  schwerwiegenden 
oder  gar  existenzbedrohenden  Charakter  hat  und  daher  für  die 
Beurteilung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nicht 
entscheidwesentlich  ist.  Die  Frage  nach  einer  allfälligen 
Behandlungsmöglichkeit  im  Heimatstaat  des  Beschwerdeführers  kann 
indessen mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen offen bleiben.

Entgegen der Auffassung der Vorinstanz verfügt der Beschwerdeführer in 
Afghanistan über kein tragfähiges soziales Netz. Zwar trifft es zu, dass er 
während einiger Jahre in Kabul lebte, jedoch stammt er ursprünglich aus 
Ghazni  und  verfügt  eigenen  Angaben  zufolge  in  Kabul  nur  über  eine 
Tante  und  den  Onkel,  bei  dem  er  seit  ungefähr  seinem  fünften 
Lebensjahr  aufwuchs.  Der  Beschwerdeführer  wurde  von  seinem  Onkel 
während  mehrerer  Jahre  in  gravierender  Form  vernachlässigt,  weshalb 
ihm  die  Rückkehr  zu  diesem Onkel  in  keiner Weise  zugemutet  werden 
kann. Den Ausführungen des Beschwerdeführers ist zu entnehmen, dass 
er zu seiner in Kabul lebenden Tante und deren Ehemann stets ein gutes 
Verhältnis  hatte,  so  organisierte  letzterer  etwa  seine  Ausreise.  Jedoch 
kann aufgrund der Tatsache, wonach seine Tante und deren Mann zwar 
die  Ausreise  organisierten,  ihn  aber  nicht  bei  sich  wohnen  liessen,  die 
Wohnsituation  des  Beschwerdeführers  im  Falle  einer  Rückkehr 

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keineswegs  als  gesichert  betrachtet  werden.  So  führte  der 
Beschwerdeführer  diesbezüglich  anlässlich  der  kantonalen  Anhörung 
aus,  jeder  habe  auf  sich  selber  achten  müssen,  weshalb  man  ihm  nie 
angeboten  habe,  bei  der  Tante  zu  wohnen  (vgl.  A  16/16  S.10). 
Gleichzeitig  ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer mit Blick 
auf die  fehlende Schul­ und Berufsbildung sowie unter Berücksichtigung 
der schwierigen Arbeitsmarktsituation  in Kabul wohl Mühe haben dürfte, 
innert angemessener Frist eine Anstellung zu finden, mit welcher er sich 
seinen  Lebensunterhalt  selbständig  verdienen  könnte.  An  dieser 
Einschätzung  ändert  auch  die  Tatsache, wonach  der Beschwerdeführer 
E._______  während  vier  Jahren  als  Hilfskoch  arbeitete  und  in  der 
Schweiz  erwerbstätig  ist,  nichts.  Zudem  reiste  der  Beschwerdeführer 
eigenen  Angaben  zufolge  im  Alter  von  ungefähr  dreizehn  Jahren  aus 
Afghanistan  aus  und  hat  folglich  einen  grossen  Teil  seiner  Jugend  im 
Ausland  verbracht,  was  eine  Reintegration  im  Heimatstaat  zusätzlich 
erschweren  dürfte.  Weitere  Bezugspersonen,  welche  ihn  in  Kabul 
allenfalls  unterstützen  könnten,  sind  nicht  aktenkundig.  Daher  läuft  der 
Beschwerdeführer mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit bei einer Rückkehr 
nach Kabul Gefahr, in eine existenzielle Notlage zu geraten.

4.6.  Zusammenfassend  ist  angesichts  der  gesamten  Umstände 
festzustellen, dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers 
nach  Afghanistan  im  heutigen  Zeitpunkt  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  eine  konkrete  Gefährdung  zur  Folge  hätte  und 
deshalb als unzumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu qualifizieren 
ist.

5. 
Die  Beschwerde  ist  demnach  gutzuheissen,  soweit  sie  den Vollzug  der 
Wegweisung  betrifft;  im Übrigen  ist  sie  abzuweisen. Die Verfügung  des 
BFM  vom  20.  August  2008  ist  hinsichtlich  der  Ziffern  4  und  5  des 
Dispositivs  aufzuheben  und  das  Bundesamt  ist  anzuweisen,  den 
Beschwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufzunehmen.

6. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  –  das  Bundesverwaltungsgericht 
geht bei der vorliegenden Konstellation von einem hälftigen Durchdringen 
aus  ­  sind  die  reduzierten  Verfahrenskosten  von  Fr.  300.­  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (vgl.  Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die 
Verfahrenskosten  sind  mit  dem  am  24.  September  2008  geleisteten 

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Kostenvorschuss  von Fr.  600.­  zu  verrechnen  und  der Saldobetrag  von 
Fr. 300.­ ist dem Beschwerdeführer zurückzuerstatten.

7. 
Gemäss  Art.  64  Abs.  1  VwVG  kann  die  Beschwerdeinstanz  der 
obsiegenden  Partei  eine  Parteientschädigung  für  die  notwendigen  und 
verhältnismässig  hohen  Kosten  zusprechen.  Dem  vertretenen 
Beschwerdeführer  ist  angesichts  des  teilweisen  Obsiegens  eine 
reduzierte  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art.  7  Abs.  2  des 
Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen 
vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Nachdem 
keine  Kostennote  eingereicht  wurde  und  sich  der  notwendige 
Vertretungsaufwand  aufgrund  der  Aktenlage  hinreichend  zuverlässig 
abschätzen lässt (vgl. Art. 14 Abs. 2 VGKE), ist dieser anteilsmässig auf 
Fr. 700.­  (inklusive Auslagen und allfällige Mehrwertsteuer)  festzusetzen 
und von der Vorinstanz zu entrichten.

 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  betreffend  den  Vollzug  der  Wegweisung 
gutgeheissen. Im Übrigen wird sie abgewiesen.

2. 
Die  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs  der  Verfügung  des  BFM  vom  20. 
August 2008 werden aufgehoben und das Bundesamt wird angewiesen, 
den Beschwerdeführer vorläufig aufzunehmen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 300.­  werden  dem 
Beschwerdeführer  auferlegt  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss 
von  Fr.  600.­verrechnet.  Der  Saldobetrag  von  Fr.  300.­  wird  dem 
Beschwerdeführer zurückerstattet.

4. 
Die  Parteientschädigung  wird  auf  Fr.  700.­  festgesetzt.  Das  BFM  wird 
angewiesen, diesen Betrag an den Beschwerdeführer auszurichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Anna Kühler

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