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**Case Identifier:** 54fd9cfc-2e5c-5d62-b06b-fc7ae56054f0
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-07-31
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 31.07.2018 100 2017 343
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2017-343_2018-07-31.pdf

## Full Text

100.2017.343U
STE/MBE/KIB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 31. Juli 2018

Verwaltungsrichter Burkhard, Abteilungspräsident
Verwaltungsrichter Häberli, Verwaltungsrichterin Steinmann
Gerichtsschreiber Messerli

In der Beschwerdesache

1. A.________
2. B.________
beide vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
Reiterstrasse 11, 3011 Bern

und

Einwohnergemeinde Innertkirchen
Baubewilligungsbehörde, Grimselstrasse 1, 3862 Innertkirchen

betreffend generelles Baugesuch für den Neubau einer Betriebsleiterwoh-
nung mit landwirtschaftlicher Einstellhalle und Werkstatt (Entscheid der 
Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern vom 15. Novem-
ber 2017; RA Nr. 110/2017/72)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 31.07.2018, Nr. 100.2017.343U, 
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Sachverhalt:

A.

A.________ und B.________ reichten am 7. März 2017 bei der 
Einwohnergemeinde (EG) Innertkirchen ein auf den 7. Februar 2017 da-
tiertes generelles Baugesuch ein für den Neubau einer Betriebsleiterwoh-
nung mit landwirtschaftlicher Einstellhalle und Werkstatt auf der in der 
Landwirtschaftszone liegenden Parzelle Innertkirchen 
Gbbl. Nr. 1.________. Nachdem das Amt für Gemeinden und 
Raumordnung des Kantons Bern (AGR) mit Verfügung vom 23. Mai 2017 
festgestellt hatte, das Vorhaben sei nicht zonenkonform und es könne auch 
keine Ausnahmebewilligung nach Art. 24 ff. des Bundesgesetzes vom 22. 
Juni 1979 über die Raumplanung (Raumplanungsgesetz, RPG; SR 700) 
erteilt werden, verweigerte das Regierungsstatthalteramt (RSA) Interlaken-
Oberhasli die generelle Baubewilligung mit Gesamtentscheid vom 
12. Juni 2017.

B.

Dagegen reichten A.________ und B.________ am 13. Juli 2017 
Beschwerde bei der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons 
Bern (BVE) ein. Diese wies das Rechtsmittel am 15. November 2017 ab.

C.

Gegen diesen Entscheid haben A.________ und B.________ am 
18. Dezember 2017 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie be-
antragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die nachge-
suchte Baubewilligung zu erteilen; eventuell sei die Sache zur Neubeurtei-
lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

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Mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2018 beantragt die BVE die Abwei-
sung der Beschwerde. Die EG Innertkirchen hat keine Stellungnahme ein-
gereicht.

Erwägungen:

1.

1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als 
letzte kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; 
BSG 155.21) zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzli-
chen Verfahren teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid 
besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen 
Aufhebung oder Änderung (Art. 79 Abs. 1 VRPG; vgl. auch Art. 40 Abs. 5 
i.V.m. Abs. 2 des Baugesetzes vom 9. Juni 1985 [BauG; BSG 721.0]). Auf 
die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

1.2 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG).

2.

Umstritten ist, ob das geplante Betriebsleiterwohnhaus in der Landwirt-
schaftszone zonenkonform ist.

2.1 Gemäss Art. 16a Abs. 1 RPG sind in der Landwirtschaftszone Bau-
ten und Anlagen zonenkonform, die zur landwirtschaftlichen Bewirtschaf-
tung oder für den produzierenden Gartenbau nötig sind. Bauten für den 
Wohnbedarf sind zonenkonform, wenn der Wohnraum für den Betrieb des 
entsprechenden landwirtschaftlichen Gewerbes unentbehrlich ist, ein-
schliesslich des Wohnbedarfs der abtretenden Generation (Art. 34 Abs. 3 
der Raumplanungsverordnung vom 28. Juni 2000 [RPV; SR 700.1]). Un-

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entbehrlich bedeutet, dass für den Wohnraum ein objektiver, unmittelbarer 
Bedarf besteht und der Betrieb ohne den zusätzlichen Wohnraum nicht 
aufrechterhalten werden kann. Neuer landwirtschaftlich begründeter Wohn-
raum darf jedoch solange nicht erstellt werden, als vorhandener Wohnraum 
landwirtschaftsfremd genutzt wird. Denn das Privileg, in der Landwirt-
schaftszone zu wohnen, soll auf einen beschränkten Personenkreis be-
grenzt bleiben. Vorhandener Wohnraum ist deshalb grundsätzlich der 
landwirtschaftlichen Bevölkerung vorbehalten, so lange und soweit sie die-
sen benötigt (so bereits BGE 103 Ib 115 E. 2b; BVE 3.4.1998, in BVR 1998 
S. 435 E. 3; VGE 2010/490 vom 11.7.2011 E. 2.1; Zaugg/Ludwig, Kom-
mentar zum bernischen BauG, Band II, 4. Aufl. 2017, Art. 80 N. 14; vgl. 
auch Themenblatt L2 «Landwirtschaftliches Wohnen» des AGR, einsehbar 
unter <www.jgk.be.ch>, Rubriken «Baubewilligungen/Themen zum Bauen 
ausserhalb der Bauzonen in der Übersicht» [im Folgenden: Themenblatt 
L2]).

2.2 Die Beschwerdeführenden haben den Landwirtschaftsbetrieb im […] 
im Ortsteil […] gemäss eigenen Angaben im Mai 2013 vom Vater des 
Beschwerdeführers übernommen (undatierte Stellungnahme in act. 3B/3) 
und bewirtschaften ihn seither von ihrem Wohnort […] aus. Die Eltern des 
Beschwerdeführers bewohnen eine der beiden Wohnungen im Bauernhaus 
(Gebäude Nr. 2.________ auf Parzelle Nr. 1.________); die andere im 
2. Obergeschoss ist gemäss Angaben der Beschwerdeführenden baufällig 
und steht leer. Drei Jahre vor der Betriebsübergabe hat der Vater des Be-
schwerdeführers das leerstehende Wohn- und Ökonomiegebäude 
Nr. 3.________ samt Umschwung von den Grundstücken Nrn. 1.________ 
sowie 4.________ abparzellieren, vom Anwendungsbereich des 
Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 über das bäuerliche Bodenrecht 
(BGBB; SR 211.412.11) ausnehmen lassen (vgl. Ausnahmebewilligung des 
RSA Interlaken-Oberhasli vom 30.6.2010, act. 3C pag. 1 ff. und 26) und 
dem Bruder des Beschwerdeführers auf Rechnung künftiger Erbschaft 
übereignet (Entwurf Parzellierung und Abtretungsvertrag, act. 3C pag. 7 ff.; 
Auszug aus dem Grundstück-Informationssystem des Kantons Bern 
[Grudis]). Der Bruder brach das alte Gebäude ab und erstellte stattdessen 
gestützt auf eine Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG ein 
Einfamilienhaus mit Autounterstand (vgl. Verfügung des AGR vom 

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11.1.2010 sowie Baubewilligung der EG Innertkirchen vom 24.2.2010, 
act. 3C pag. 12 und 22 ff.).

2.3 Unbestritten ist, dass es sich beim Betrieb der Beschwerdeführen-
den um ein landwirtschaftliches Gewerbe handelt. Ebenso sind der Bedarf 
an einer Betriebsleiterwohnung sowie Wohnraum für die abgetretene Ge-
neration ausgewiesen. Die BVE ist aber zum Schluss gekommen, dass 
bereits genügend anrechenbarer Wohnraum vorhanden sei. Denn nebst 
dem Bauernhaus mit zwei Wohnungen zähle das freiwillig vom landwirt-
schaftlichen Gewerbe abgetrennte und an den nicht in der Landwirtschaft 
tätigen Bruder des Beschwerdeführers veräusserte Wohnhaus bzw. der an 
dessen Stelle errichtete Neubau raumplanungsrechtlich weiterhin zum Be-
trieb (angefochtener Entscheid E. 2d).

3.

3.1 Die Beschwerdeführenden machen geltend, das Bauernhaus auf 
der Parzelle Nr. 1.________ sei das Stöckli des früheren 
Betriebsleiterpaars. Die leerstehende Wohnung im 2. Obergeschoss dürfe 
nicht angerechnet werden, da sie in einem baufälligen Zustand und nicht 
vermietbar sei. Man ziehe in Erwägung, diese aufzuheben oder zur 
Wohnung der Eltern zu schlagen. Im Bauernhaus bestehe folglich nur eine 
Wohnung und kein landwirtschaftsfremd genutzter Wohnraum. – Diesen 
Ausführungen kann nicht gefolgt werden. Selbst wenn die 4-Zimmer-
Wohnung im 2. Obergeschoss des Bauernhauses sanierungsbedürftig sein 
sollte, ändert dies nichts an ihrem Bestand. Die Eltern des 
Beschwerdeführers bewohnen unbestrittenermassen (nur) die 
darunterliegende, in den Jahren 2002-2004 sanierte 3-Zimmer-Wohnung 
(vgl. Bericht des Amtes für Landwirtschaft und Natur des Kantons Bern 
[LANAT] vom 29.10.2015, in act. 3B/4; undatierte Stellungnahme der 
Beschwerdeführenden, in act. 3B/3). Es trifft deshalb nicht zu, dass das 
ganze Bauernhaus als Stöckli zu betrachten ist, zumal die gesamte 
Wohnfläche, die nach Angaben der Beschwerdeführenden pro Wohnung 
ca. 60 m2 beträgt, auch über dem Richtwert für den Bedarf der abtretenden 
Generation von 100 m2 liegt (vgl. Themenblatt L2).

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3.2 Die Beschwerdeführenden machen weiter geltend, die Parzelle 
Nr. 5.________ mit dem neuen Einfamilienhaus Nr. 6.________ sei kein 
landwirtschaftliches Grundstück im Sinn von Art. 6 BGBB mehr und gehöre 
auch nicht mehr zum landwirtschaftlichen Gewerbe. Ob ein Bedarf für die 
neue Betriebsleiterwohnung bestehe, müsse deshalb unabhängig von 
diesem Wohnhaus entschieden werden. 

3.2.1 Der Vater des Beschwerdeführers hat das Wohn- und Ökonomiege-
bäude Nr. 3.________ freiwillig aus dem landwirtschaftlichen Betrieb 
herausgelöst und seinem nicht in der Landwirtschaft tätigen Sohn 
übereignet. Dieser hat am 24. Februar 2010 die Bewilligung für den 
Abbruch des Wohn- und Ökonomiegebäudes und den Neubau eines 
Einfamilienhauses mit Autounterstand erhalten. Ausnahmebewilligungen 
nach Art. 24c RPG können für bestimmungsgemäss nutzbare Bauten und 
Anlagen ausserhalb der Bauzonen erteilt werden, die nicht mehr 
zonenkonform sind. Gebäude, die für einen wirtschaftlich rentablen und 
existenzsichernden landwirtschaftlichen Betrieb unentbehrlich sind, 
gehören nicht dazu; sie gelten als zonenkonform (Art. 16a RPG; Art. 34 
Abs. 3 RPV).  Für die Ausnahmebewilligung gestützt auf Art. 24c RPG war 
somit namentlich vorausgesetzt, dass das künftig zonenfremd genutzte 
(wieder aufgebaute) Gebäude mit Blick auf einen langfristig existenzfähigen 
Landwirtschaftsbetrieb nicht mehr benötigt wird (vgl. Rudolf Muggli, in 
Kommentar RPG, 2017, Art. 24c N. 18 und 21, vgl. auch Ruch/Muggli, in 
Kommentar RPG, 2017, Art. 16a N. 45 und 52). Diese 
raumplanungsrechtliche Regelung dient ebenso dem Schutz der 
Landwirtschaft (vgl. ausdrücklich Art. 24c Abs. 3 Satz 2 RPG i.V.m. Art. 43a 
Bst. a RPV, in Kraft seit 1.11.2011; Bundesamt für Raumentwicklung, Er-
läuternder Bericht zur Teilrevision der RPV vom Oktober 2012 S. 5 und 11) 
wie das Realteilungs- und Zerstückelungsverbot nach Art. 58 ff. BGBB. 
Gebäude dürfen nur aus dem Geltungsbereich der BGBB entlassen wer-
den, wenn sie für eine auch künftig wirtschaftlich rentable landwirtschaftli-
che Nutzung objektiv – d.h. nach Massgabe der Bedürfnisse eines norma-
len Familienbetriebs und losgelöst von der momentanen Situation – nicht 
mehr benötigt werden. Eine Ausnahmebewilligung vom Zerstückelungsver-
bot weist insoweit nicht nur einen bodenrechtlichen, sondern auch einen 
raumplanungsrechtlichen Aspekt auf; die beiden Verfahren sind deshalb zu 

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koordinieren (Art. 49 RPV, Art. 4a Abs. 2 Verordnung vom 4. Oktober 1993 
über das bäuerliche Bodenrecht [VBB; SR 211.412.110]; BGE 125 III 175 
E. 2c mit Hinweisen; BGer 2C_747 vom 8.9.2014 E. 4.2.1; Muggli, a.a.O., 
Vorbem. zu Art. 16-16b N. 33).

3.2.2 Im BGBB-Verfahren hat der Vater des Beschwerdeführers aus-
drücklich erklärt, er bewohne das Bauernhaus mit zwei Wohnungen und 
verfüge somit über genügend Wohnraum für sein landwirtschaftliches Ge-
werbe mit damals ca. 1,2 Standardarbeitskräften (SAK; vgl. Gesuch vom 
11.6.2010, act. 3C pag. 6). Wie die BVE zutreffend ausgeführt hat, war 
diese Aussage entscheidend für die bodenrechtliche Bewilligung des RSA 
Interlaken-Oberhasli vom 30. Juni 2010. Gestützt darauf ging das RSA da-
von aus, dass mit den zwei Wohnungen im Bauernhaus objektiv genügend 
Wohnraum für die landwirtschaftliche Nutzung vorhanden ist, d.h. für eine 
Betriebsleiterfamilie und die abtretende Generation (Art. 16a RPG). Die 
gleiche Voraussetzung hatte zuvor auch das AGR für gegeben erachtet, 
stand die Ausnahmebewilligung nach Art. 24c RPG doch unter dem Vorbe-
halt, dass der künftig zonenfremd genutzte Wohnraum für die landwirt-
schaftliche Nutzung objektiv nicht mehr benötigt wird (vorne E. 3.2.1). Dass 
der Vater des Beschwerdeführers sich über eine Betriebsübergabe zu je-
nem Zeitpunkt keine Gedanken gemacht haben soll, wie die Beschwerde-
führenden behaupten, ist zum einen unwahrscheinlich, da er im Jahr 2010 
bereits 62-jährig wurde, zum andern nicht von Bedeutung, kommt es doch 
nicht auf die momentane Situation oder die subjektiven Vorstellungen der 
Betroffenen, sondern auf den objektiven Bedarf eines durchschnittlichen 
Familienbetriebs an. Dieser wurde in den beiden Bewilligungsverfahren 
gestützt auf die Angaben der beteiligten Familienmitglieder als gedeckt 
beurteilt. Wenn die Beschwerdeführenden nun geltend machen, dies sei 
falsch gewesen, wäre dies allenfalls Anlass für einen Widerruf der entspre-
chenden Bewilligungen; der Bedarf für ein neues Wohnhaus lässt sich da-
mit aber nicht begründen. Bei freiwilliger Veräusserung von der Be-
triebsgrösse angemessenen Wohn- und Ökonomiegebäuden an nicht in 
der Landwirtschaft Tätige, d.h. für zonenfremde Zwecke, besteht vielmehr 
kein Anspruch für zonenkonforme Neubauten. Wie die BVE zutreffend aus-
geführt hat, käme es einer Gesetzesumgehung gleich, wenn ein solches 
Vorgehen zugelassen würde (vgl. schon BGE 103 Ib 115 E. 2b zum damals 

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geltenden Gewässerschutzgesetz). Entscheidend ist hierfür das gesetzwid-
rige Ergebnis; auf die Beweggründe der Beteiligten kommt es nicht an. Ob 
diese vorsätzlich gehandelt haben, ist entgegen der Auffassung der Be-
schwerdeführenden somit nicht von Belang. Nebst der leerstehenden 
Wohnung im Bauernhaus ist folglich auch das freiwillig weggegebene 
Wohnhaus bzw. der Ersatzbau beim Bedarfsnachweis für einen Neubau zu 
berücksichtigen, obwohl dieser nicht mehr zum Betrieb gehört. 

3.2.3 Daran ändert nichts, dass nicht die Beschwerdeführenden, sondern 
der Vater des Beschwerdeführers das Gesuch nach Art. 60 BGBB gestellt 
hat und die Betriebsübergabe an den Beschwerdeführer damals noch nicht 
geplant gewesen sein soll. Der Beschwerdeführer war über die Pläne und 
das Vorgehen von Vater und Bruder informiert (vgl. insb. Entwurf Parzellie-
rungs- und Abtretungsvertag; act. 3C pag. 7 ff.) und muss sich das Handeln 
seines Rechtsvorgängers – ebenso wie die Beschwerdeführerin – anrech-
nen lassen. Eine Betriebsübergabe – an wen auch immer – und damit die 
Frage nach ausreichend Wohnraum für eine Nachfolgefamilie und die ab-
tretende Generation hatte der Vater ohnehin zu bedenken und war hier 
auch konkret absehbar. Wenn er als verantwortlicher Betriebsleiter erklärte, 
dass die beiden Wohnungen im Bauernhaus für die Bedürfnisse des Be-
triebs ausreichen, durften die Bewilligungsbehörden auf diese Tatsachen-
behauptung abstellen, zumal zwei Wohnungen grundsätzlich ausreichen, 
um den landwirtschaftlich begründeten Bedarf an Wohnraum für eine Be-
triebsleiterfamilie und die abtretende Generation zu decken. Darauf müs-
sen sich die Beschwerdeführenden behaften lassen.

3.3 Vor Verwaltungsgericht machen die Beschwerdeführenden weiter 
geltend, aufgrund der Grösse des Betriebs mit aktuell rund 1,7 SAK be-
stehe gar Anspruch auf zwei Betriebsleiterwohngen, da der Richtwert für 
Berggebiete 1,5 SAK betrage. Selbst wenn das Wohnhaus des Bruders 
anzurechnen wäre, dürften sie ihr Vorhaben deshalb ausführen. – Dieser 
Argumentation kann schon deshalb nicht gefolgt werden, weil die Be-
schwerdeführenden nicht geltend machen und auch nicht ersichtlich ist, 
dass der Betrieb von zwei (oder mehr) gleichberechtigten und -verantwort-
lichen Betriebsleiterinnen oder Betriebsleitern geführt werden soll (z.B. 
Übernahme durch zwei Geschwister). Dazu kommt Folgendes:

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3.3.1 Zonenkonform sind Wohnbauten in der Landwirtschaftszone nur, 
wenn sie zu einem landwirtschaftlichen Gewerbe im Sinn von Art. 7 BGBB 
gehören (BGer 1A.184/2006 vom 15.2.2007 E. 2.2; Ruch/Muggli, a.a.O., 
Art. 16a N. 52). Als solches gilt eine Gesamtheit von landwirtschaftlichen 
Grundstücken, Bauten und Anlagen, die als Grundlage der landwirtschaftli-
chen Produktion dient und zu deren Bewirtschaftung, wenn sie landesüb-
lich ist, mindestens eine SAK nötig ist (Art. 7 Abs. 1 Satz 1 BGBB in der 
Fassung vom 5.10.2007, in Kraft seit 1.9.2008). Soll eine zweite Betriebs-
leiterwohnung erstellt werden, hat ein Betrieb die Voraussetzung der An-
zahl SAK mindestens doppelt (= mind. 2,0 SAK) zu erfüllen. Abtretende 
Generation und junger Betriebsleiter bzw. junge Betriebsleiterin haben nicht 
Anspruch auf zwei Betriebsleiterwohnungen (vgl. Themenblatt L2; auch 
zum Folgenden VGE 2017/151 vom 25.4.2018 [noch nicht rechtskräftig]). 
Das gilt auch für Betriebe im Berggebiet. Nach Art. 5 Bst. a BGBB können 
die Kantone zwar kleinere Betriebe den Bestimmungen über die landwirt-
schaftlichen Gewerbe unterstellen, wenn für die Bewirtschaftung mindes-
tens 0,6 SAK erforderlich sind (Fassung vom 22.3.2013, in Kraft seit 
1.1.2014). Im Kanton Bern sind landwirtschaftliche Betriebe im Berg- und 
Hügelgebiet den Bestimmungen über die landwirtschaftlichen Gewerbe 
unterstellt, wenn für ihre Bewirtschaftung mindestens 0,75 SAK nötig sind 
(Art. 1 Abs. 1 des Gesetzes vom 21. Juni 1995 über das bäuerliche Boden- 
und Pachtrecht [BPG; BSG 215.124.1], in der Fassung vom 23.11.2011, in 
Kraft seit 1.1.2013). Die Ermächtigung der Kantone, kleinere Betriebe den 
Bestimmungen über die landwirtschaftlichen Gewerbe zu unterstellen, hat 
aber strukturpolitische Gründe; Nebenerwerbsbetriebe sollen ebenfalls von 
Bestimmungen profitieren, die deren langfristige Erhaltung zum Ziel haben 
(Botschaft zum BGBB vom 19.10.1988, in BBl 1988 III S. 953 ff., 979; 
Schmid-Tschirren/Bandli, in Kommentar zum BGBB, 2. Aufl. 2011, Art. 5 
N. 5 und Art. 4 N. 1). Diese Gründe haben keinen Zusammenhang mit der 
hier umstrittenen raumplanungsrechtlichen Frage, ab welcher Be-
triebsgrösse Anspruch auf eine zweite Betriebsleiterwohnung besteht. Dies 
ist ebenfalls daraus ersichtlich, dass Wohnbauten grundsätzlich nur für 
landwirtschaftliche Gewerbe im Sinn von Art. 7 BGBB zonenkonform sind, 
nicht auch für solche nach Art. 5 BGBB (BGE 121 II 307 E. 5c; 
BGer 1A.184/2006 vom 15.2.2007 E. 2.2; Bundesamt für Raumentwick-
lung, Erläuterungen zur RPV, 2000/2001, S. 31 [einsehbar unter: 

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<www.are.admin.ch>, Rubriken «Raumplanungsrecht/Publikationen»]). Die 
Revision der RPV vom 4. Juli 2007 (in Kraft seit 1.1.2007) hat daran nach 
vorherrschender Auffassung nichts geändert (Jeannette Kehrli, Der Begriff 
der Landwirtschaft im Raumplanungsrecht des Bundes, Diss. Luzern 2015, 
S. 232 f.; Ruch/Muggli, a.a.O., Art. 16a N. 52; a.M. Eduard Hofer, in Kom-
mentar BGBB, Vorbem. zu Art. 6-10 N. 50b).

3.3.2 Bei Betrieben, deren Bewirtschaftung weniger als 2,0 SAK erfordert, 
ist grundsätzlich zu vermuten, dass sie von einer Betriebsleiterfamilie allein 
bewirtschaftet werden können, so dass eine zweite Betriebsleiterwohnung 
für den Betrieb nicht unentbehrlich ist (vgl. zur Bedeutung der Be-
triebsgrösse BGer 1C_461/2016 vom 28.2.2017 E. 3.3.3; Michael Ritter, 
Die Zulässigkeit von Wohnraum in der Landwirtschaftszone – die neuste 
Entwicklung der Rechtsprechung, in Jusletter 2.3.2015 Rz. 19). Wohl wird 
mit der SAK ein standardisierter Arbeitszeitbedarf erfasst (vgl. Art. 3 Abs. 1 
der Verordnung vom 7. Dezember 1998 über landwirtschaftliche Begriffe 
und die Anerkennung von Betriebsformen [Landwirtschaftliche Begriffsver-
ordnung, LBV; SR 910.91]; Eduard Hofer, in Kommentar zum BGBB, Art. 7 
N. 42). Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass die tatsächlichen be-
trieblichen Verhältnisse im Einzelfall die dauernde Anwesenheit weiterer 
Personen erfordern, auch wenn der Betrieb die Grösse von 2,0 SAK nicht 
erreicht (zur Berücksichtigung betrieblicher Besonderheiten vgl. BGE 121 II 
67 E. 3a [betreffend biologischen Landbau]; BGer 1A.220/1999 vom 
11.4.2000 E. 3d/bb [betreffend biologische Schafhaltung]). Solche Um-
stände sind hier aber weder geltend gemacht noch ersichtlich. 

3.4 Nichts zu ihren Gunsten ableiten können die Beschwerdeführenden 
schliesslich aus der Tatsache, dass ein reduziertes Projekt für eine land-
wirtschaftliche Einstellhalle mit Werkraum möglicherweise bewilligt werden 
könnte. Anders als sie meinen, wäre die Zonenkonformität des geplanten 
Wohnraums nicht anders zu beurteilen, wenn der Boden für die Halle über-
baut werden dürfte und deshalb «für die Landwirtschaft ohnehin verloren» 
wäre. Dass es im […] vor 150 Jahren offenbar noch mehrere zusätzliche 
Bauten gegeben hat, entbindet ebenfalls nicht davon die Zonenkonformität 
eines Neubaus gestützt auf die aktuellen Gegebenheiten zu prüfen. 

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4.

4.1 Zusammenfassend ergibt sich, dass mit den beiden Wohnungen im 
Bauernhaus sowie dem ebenfalls anrechenbaren, weil freiwillig an den 
nicht im Betrieb beschäftigten Bruder des Beschwerdeführers weggegebe-
nen Wohnhaus aus raumplanungsrechtlicher Sicht genügend Wohnraum 
für eine Betriebsleiterfamilie und die abgetretene Generation vorhanden ist. 
Ein zusätzliches Wohnhaus ist für den Betrieb nicht unentbehrlich und da-
mit auch nicht zonenkonform. Die BVE hat folglich kein Recht verletzt, 
wenn sie die Verweigerung der generellen Baubewilligung bestätigt hat. 
Diese Beurteilung ist ohne weiteres gestützt auf die Akten möglich; ein Au-
genschein verspricht keine zusätzlichen entscheidrelevanten Erkenntnisse. 
Der Beweisantrag wird deshalb abgewiesen.

4.2 Die Beschwerdeführenden beantragen im Eventualstandpunkt eine 
Rückweisung an die Vorinstanz. Zur Begründung machen sie sinngemäss 
geltend, die BVE habe zu Unrecht eine Verletzung des Anspruchs auf 
rechtliches Gehörs durch das RSA verneint. Der Regierungsstatthalter hat 
den Bauabschlag mit der mangelnden Zonenkonformität eines weiteren 
Wohnhauses und der entsprechend ablehnenden Verfügung des AGR be-
gründet. Wie ausgeführt käme eine Baubewilligung in dieser Situation einer 
Gesetzesumgehung gleich. Dass erst die BVE den Aspekt des Rechts-
missbrauchs ausdrücklich benannt hat, bedeutet nicht, dass die erstin-
stanzliche Verfügung ungenügend begründet gewesen wäre. Auch trifft es 
nicht zu, dass die Beschwerdeführenden eine Instanz für ihre rechtliche 
Argumentation verloren haben, wenden die Behörden das Recht doch von 
Amtes wegen an (Art. 20a Abs. 1 VRPG). Eine Rückweisung erübrigt sich 
deshalb.

5.

Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 
Bei diesem Ausgang des Verfahrens haben die unterliegenden Beschwer-
deführenden die Kosten für das verwaltungsgerichtliche Verfahren zu tra-
gen (Art. 108 Abs. 1 VRPG). Sie haften solidarisch dafür (Art. 106 VRPG). 

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Anspruch aus Ersatz von Parteikosten besteht nicht (Art. 108 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3'000.--, werden den Beschwerdeführen-
den auferlegt.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

4. Zu eröffnen:
- den Beschwerdeführenden
- der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern
- der Einwohnergemeinde Innertkirchen
- dem Bundesamt für Raumentwicklung

und mitzuteilen:
- dem Regierungsstatthalteramt Interlaken-Oberhasli
- dem Amt für Gemeinden und Raumordnung des Kantons Bern

Der Abteilungspräsident: Der Gerichtsschreiber:

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bundesgesetzes vom 
17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) geführt werden.