# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4aee6e96-da14-59f3-b61d-7c5050d51590
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-06-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.06.2010 D-3028/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3028-2010_2010-06-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3028/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  J u n i  2 0 1 0

Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), 
Richter Hans Schürch, Richter Gérald Bovier,
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
alias A._______, geboren (...),
Äthiopien,
vertreten durch lic. phil. I Annelise Gerber, 
(...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 20. April 2010 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3028/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  am 
18. Dezember  2005  unkontrolliert  in  die  Schweiz  einreiste  und 
gleichentags ein Asylgesuch stellte, das sie mit der ihr drohenden Be-
schneidung sowie Problemen mit  den äthiopischen Behörden wegen 
Verteilens von Flugblättern einer politischen Partei begründete,

dass  das  BFM dieses  Gesuch  mit  Verfügung  vom 14.  August  2007 
wegen  fehlender  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  ablehnte,  wobei  es 
gleichzeitig die Wegweisung verfügte und deren Vollzug anordnete,

dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil  vom 12. Oktober 2007 
auf eine dagegen erhobene Beschwerde nicht eintrat,

dass das BFM am 16. Oktober 2007 der Beschwerdeführerin eine Frist  
zum Verlassen der Schweiz bis zum 30. Oktober 2007 ansetzte,

dass die Beschwerdeführerin am 13. Dezember 2007 zu einem Aus-
reisegespräch beim Migrationsdienst des Kantons Bern erschien, doch 
war  sie  nicht  bereit,  die  Antragsformulare  für  die  Ausstellung  eines 
Laissez-Passer auszufüllen,

dass die Beschwerdeführerin am 1. März 2010 durch ihre Rechtsver-
treterin eine als Gesuch um vorläufige Aufnahme bezeichnete Eingabe 
zu den Akten reichte, verbunden mit den Anträgen, es sei die Unmög-
lichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  festzustellen  und  die  vorläufige 
Aufnahme der Beschwerdeführerin in der Schweiz anzuordnen,

dass  sie  zur  Begründung  ihrer  Anträge  auf  die  Unmöglichkeit  der 
Papierbeschaffung  sowie  auf  subjektive  Nachfluchtgründe  hinwies, 
wobei sie zur Untermauerung ihrer Vorbringen zwei private Fotos von 
einer Kundgebung im Mai 2009 beilegte,

dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Direktanhörung  vom 
14. April 2010 durch das BFM geltend machte, sie sei in der Schweiz 
seit  etwa drei  Monaten Mitglied der äthiopischen Exilpartei  Andenet, 
einer  der  Nachfolgeparteien  der  Kinijit-Partei  und  habe  an  ver-
schiedenen Versammlungen und Kundgebungen in (...),  (...)  und (...) 
teilgenommen,

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dass sie eine Bestätigung ihrer Partei als Beweismittel zu den Akten 
reichte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  20.  April  2010  – eröffnet  am 
folgenden  Tag –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  e  des  Asyl-
gesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch 
nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug 
anordnete und eine Gebühr von Fr. 600.-- erhob,

dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  die  Be-
schwerdeführerin habe im Rahmen ihres ersten Asylverfahrens keine 
politisch  motivierte  Verfolgung  durch  die  äthiopischen  Behörden 
geltend machen können, weshalb kein Anlass zur Annahme bestehe, 
die  Beschwerdeführerin  sei  vor  dem  Verlassen  ihres  Landes  als 
regimefeindliche Person ins Blickfeld  der  äthiopischen Behörden ge-
raten  oder  dort  in  irgendeiner  Form  als  politische,  oppositionelle 
Aktivistin registriert worden,

dass demnach nicht davon auszugehen sei,  sie habe nach ihrer An-
kunft  in  der  Schweiz  unter  spezieller  Beobachtung  seitens  der 
äthiopischen Behörden gestanden,

dass  die  Beschwerdeführerin  zwar  an  einigen  Versammlungen  und 
Kundgebungen in (...), (...) und (...) teilgenommen habe, doch dränge 
sich aufgrund dieser Aktivitäten nicht der Schluss auf, sie sei von den 
äthiopischen  Behörden  in  irgendeiner  Form  registriert  worden  und 
werde  im  Falle  einer  Rückkehr  nach  Äthiopien  aus  asylrechtlich 
relevanten Gründen verfolgt,

dass sie nach eigenen Angaben erst vor drei  Monaten der Andenet-
Partei  beigetreten sei  und keinerlei  Funktion  in  den Parteistrukturen 
wahrnehme,

dass  im  Zusammenhang  mit  den  exilpolitischen  Aktivitäten  jegliche 
aktenkundigen Hinweise auf die Eröffnung eines Strafverfahrens oder 
andere behördliche Massnahmen im Heimatstaat fehlten,

dass der eingereichten Parteibestätigung lediglich zu entnehmen sei, 
die  Beschwerdeführerin  sei  Parteimitglied  und  habe  an  den  Partei -
aktivitäten teilgenommen,

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dass sich die Bestätigung indessen weder zum Datum des Parteibei -
tritts  noch zu ihren über  die  Teilnahme an Demonstrationen hinaus-
gehenden Tätigkeiten für diese Partei oder gar zu den Gründen einer 
allfälligen Gefährdung in Äthiopien äussere,

dass angesichts der nur rudimentären politischen Kenntnisse der Be-
schwerdeführerin  zudem  erhebliche  Zweifel  an  ihrem  tatsächlichen 
politischen Engagement bestünden,

dass das am 18. Dezember 2005 eingeleitete Asylverfahren seit dem 
12. Oktober 2007 rechtskräftig abgeschlossen sei, sich aus den Akten 
zudem keine Hinweise ergäben, wonach nach dem Abschluss dieses 
Verfahrens  Ereignisse  eingetreten  seien,  die  geeignet  wären,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant wären,

dass die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe vom 28. April 2010 gegen 
diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  er-
heben  und  dabei  unter  anderem  die  Aufhebung  der  angefochtenen 
Verfügung  und Rückweisung an  die  Vorinstanz zu neuem Entscheid 
sowie  Eintreten  auf  das  Asylgesuch  vom 1.  März  2010  beantragen 
liess,  ferner  sei  die  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs festzustellen  und die  vorläufige  Aufnahme der  Be-
schwerdeführerin in der Schweiz anzuordnen,

dass sie schliesslich in prozessualer Hinsicht um Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  des Bundes-
gesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) beantragen liess,

dass  auf  die  Begründung,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen wird,

dass die  vorinstanzlichen Akten am 30. April  2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105 
AsylG  i.V.m.  Art. 31  -  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

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dass die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 
VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen (Art. 32  -  35 AsylG),  die  Beurteilungskompetenz der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen 
materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und 
die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. 
Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich 
volle Kognition zukommt, 

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen 
Schriftenwechsel verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn Asylsuchende in 
der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  haben 
oder während des hängigen Asylverfahrens in den Heimat- oder Her-
kunftsstaat zurückgekehrt sind,

dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  es 
Hinweise  auf  zwischenzeitlich  eingetretene  Ereignisse  gibt,  die  ge-
eignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, oder die für die 

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Gewährung  vorübergehenden Schutzes  relevant  sind  (Art. 32  Abs. 2 
Bst. e AsylG),

dass  bei  der  Prüfung,  ob  Hinweise  auf  eine  Verfolgung  vorliegen, 
welche geeignet  sind,  die Flüchtlingseigenschaft  zu begründen, vom 
engen Verfolgungsbegriff  im Sinne von Art. 3  AsylG auszugehen ist, 
wobei darunter auch subjektive Nachfluchtgründe fallen,

dass  bei  der  Prüfung  von  Hinweisen  auf  in  der  Zwischenzeit  ein-
getretene, für die Flüchtlingseigenschaft relevante Ereignisse, welche 
gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG dazu führen, dass auf ein zweites 
(oder weiteres) Asylgesuch einzutreten ist, ein gegenüber der Glaub-
haftmachung reduzierter Beweismassstab zur Anwendung kommt,

dass nämlich auf ein Asylgesuch eingetreten werden muss, wenn sich 
Hinweise auf  eine relevante Verfolgung ergeben, die nicht  von vorn-
herein haltlos sind (vgl. BVGE 2008/57 E. 3.2 S. 780,  EMARK 2005 
Nr. 2 E. 4.3. S. 17),

dass bei  fehlender Rückreise nach Abschluss des vorangegangenen 
Asylverfahrens die Gewährung des rechtlichen Gehörs (grundsätzlich) 
genügt (Art. 36 Abs. 2 AsylG; vgl. BVGE 2009/53 E. 5.3 S. 770 und 5.6 
S. 771),

dass das BFM indessen, falls es Lücken oder Unklarheiten im Sach-
verhalt  oder  das  Fehlen  von  Beweismitteln  feststellt,  verpflichtet  ist, 
diese mittels  konkretem Nachfragen beziehungsweise Einfordern  der 
Beweismittel zu schliessen,

dass dies in der  Regel  auf  schriftlichem Weg geschehen kann,  eine 
mündliche Anhörung jedoch nach der publizierten Praxis des Bundes-
verwaltungsgerichts nicht ausgeschlossen ist,

dass letztere nicht den Anforderungen der Art. 29 und 30 AsylG ge-
nügen muss, da es sich nicht um eine formelle Anhörung im Rahmen 
eines  ordentlichen  Verfahrens  handelt,  sondern  um  den  in  Art.  29 
VwVG  statuierten  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  (BVGE  2009/53 
E. 5.7 S. 272),

dass sich aufgrund des Titels  der Anhörung vom 14. April  2010 der 
Eindruck aufdrängen könnte, die Vorinstanz habe in casu weitere Ab-
klärungen im Sinne von Art. 41 Abs. 1 AsylG (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl, 

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in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser, Ausländerrecht, 2. Auflage, Basel, 
2009,  Rz. 11.150)  vorgenommen,  beispielsweise  Gutachten  und 
Auskünfte  Dritter,  Expertisen, Zeugeneinvernahmen  und  dergleichen 
eingeholt,

dass derlei indessen nicht der Fall ist, weshalb es bei der Beurteilung 
der  Zulässigkeit  des  vorinstanzlichen  Vorgehens  nicht  auf  die  un-
zutreffende Bezeichnung des Dokuments,  sondern auf  dessen Inhalt 
ankommt,

dass  das  BFM  anlässlich  der  Direktanhörung  vom  14.  April  2010 
lediglich  die  in  casu  durch  den  Untersuchungsgrundsatz  gebotenen 
ergänzenden  Sachverhaltsabklärungen  vornahm,  weshalb  eine 
Kassation der angefochtenen Verfügung wegen angeblicher, weiterer 
Abklärungen einem überspitzten  Formalismus  gleichkäme und somit 
ausser Betracht fällt,

dass die Möglichkeit, in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG 
einen Nichteintretensentscheid zu treffen, ausser Betracht fällt,  wenn 
sich  aufgrund  des  Gesuchs  Hinweise  auf  in  der  Zwischenzeit  ein-
getretene  Ereignisse  ergeben,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlings-
eigenschaft  zu  begründen  (oder  die  für  die  Gewährung  vorüber-
gehenden Schutzes relevant sind),

dass  indessen der  Umstand  allein,  dass  in  einem  weiteren,  ins-
besondere  schriftlich  eingereichten  Asylgesuch  das  exilpolitische 
Engagement  der  asylsuchenden  Person  umfassend  dargelegt  und 
allenfalls  mit  Beweismitteln dokumentiert  wird,  keineswegs bedeutet, 
dass  auf  das  Asylgesuch  im  Sinne  eines  Automatismus  einzutreten 
wäre,

dass im Hinblick auf die Frage, ob das ordentliche Verfahren durchzu-
führen oder ein Nichteintretensentscheid gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e 
AsylG zu fällen ist, vielmehr unter Berücksichtigung des länderspezi-
fischen  und  personenbezogenen  Kontextes  im  konkreten  Fall  zu 
prüfen  ist,  ob  sich  aufgrund  der  geltend  gemachten  exilpolitischen 
Tätigkeiten  Hinweise  ergeben,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlings-
eigenschaft zu begründen (BVGE 2009/53 E. 6),

dass  in  casu  die  tatsächliche  Erkennbarkeit  der  behaupteten  exil-
politischen  Tätigkeit  von Bedeutung  ist,  die  Individualisierbarkeit  der 

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Beschwerdeführerin sowie insbesondere deren konkrete exilpolitische 
Tätigkeit,

dass  ein  exponierter  exilpolitischer  Einsatz  der  Beschwerdeführerin, 
der  sie  ins  Zentrum  des  Interesses  des  äthiopischen  Nachrichten-
dienstes rücken könnte, aufgrund der vorliegenden Akten zu verneinen 
ist,  weshalb  den Akten  keine  Hinweise  auf  in  der  Zwischenzeit  ein-
getretene  Ereignisse  zu  entnehmen  sind,  die  geeignet  sind,  die 
Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen  oder  die  für  die  Gewährung 
vorübergehenden Schutzes relevant sind,

dass  im  Weiteren  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  im 
Wesentlichen  zutreffenden  Erwägungen  der  Vorinstanz  verwiesen 
wird,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bs. e AsylG 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht  ein-
getreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001  Nr. 21),  weshalb  die  verfügte 
Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht 
und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  gesetz-
lichen Bestimmungen über  die  vorläufige  Aufnahme von Ausländern 
regelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumut-
bar oder nicht  möglich ist,  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen 
und Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen 
gemäss  ständiger  Praxis  des Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft gilt, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der 
strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu 
machen (vgl. WALTER STÖCKLI, a.a.O., Rz. 11.148),

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dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es der Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen, 
weshalb  das in  Art. 5  AsylG verankerte  Prinzip des flüchtlingsrecht -
lichen Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung 
findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Be-
handlung im Sinne von Art. 3  der Konvention vom 4. November 1950 
zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, 
SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  der  Beschwerdeführerin  im  Heimat- 
oder Herkunftsstaat droht,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und 
medizinischer Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass weder die allgemeine Lage im Heimat- bzw. Herkunftsstaat der 
Beschwerdeführerin  noch individuelle  Gründe  auf  eine konkrete  Ge-
fährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb der Voll-
zug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist,

dass  sich  die  Beschwerdeführerin  im  Heimatstaat  auf  ein  soziales 
Netz  abstützen (A1/10 S. 3)  und wie  schon vor ihrer  Ausreise  einer 
Erwerbstätigkeit  als  M._______  nachgehen  kann,  weshalb  sie  nach 
der  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  nicht  mit  einer  existenziellen 
Gefährdung zu rechnen hat,

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dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den 
Heimatstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es der Beschwerdeführerin obliegt, 
bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 
AsylG),

dass in diesem Zusammenhang, anders als in der Beschwerdeschrift  
vermutet, keine Hilfestellung von Bezugspersonen im Heimatstaat er-
forderlich ist, sondern ausschliesslich die Mitwirkung der Beschwerde-
führerin selbst,

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  die  Gebührenerhebung  nicht  zu  beanstanden  ist  (vgl.  Art.  17b 
Abs. 4 AsylG),

dass es der Beschwerdeführerin demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  
oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist, 

dass  die  Bedürftigkeit  der Beschwerdeführerin im Sinne  von Art.  65 
Abs.  1  VwVG nicht  ausgewiesen  ist,  weshalb  das  Gesuch  um  Ge-
währung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1 - 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63 
Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von Fr. 600.--  werden der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin  (Einschreiben,  Bei-
lage: Einzahlungsschein)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt, mit den Akten Ref.-Nr.  (per Kurier;  
in Kopie)

- (die zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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