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**Case Identifier:** fdbb27e6-77e7-5e4e-9a1a-a7c86cacd254
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.05.2017 200 2016 1195
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-1195_2017-05-09.pdf

## Full Text

200 16 1195 IV
SCI/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Mai 2017

Verwaltungsrichter Schwegler, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Ackermann
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 2. November 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2017, IV/16/1195, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1973 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich am 2. April 2013 aufgrund einer Ohrproble-
matik mit Schwindel bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an 
(Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin], 
Antwortbeilage [AB] 2, 3/3). Die IVB führte in der Folge ein Erstgespräch 
durch, nahm erwerbliche und medizinische Abklärungen vor und holte eine 
Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) ein (AB 9, 11 ff., 
16, 23, 25 f., 31 - 34). Nachdem die IVB am 7. Oktober 2013 Arbeitsvermitt-
lung gewährt hatte, wurde diese aufgrund einer bevorstehenden Operation 
und der unklaren medizinischen Situation nach durchgeführtem Vorbe-
scheidverfahren mit Verfügung vom 24. Februar 2014 abgeschlossen (AB 
36, 38, 41). Im weiteren Verlauf liess die IVB den Versicherten durch die 
MEDAS in … interdisziplinär begutachten (Expertise vom 14. März 2016 
[AB 81.1]). Daraufhin stellte die IVB dem Versicherten mit Vorbescheid vom 
15. August 2016 bei einem Invaliditätsgrad von 12 % die Verneinung des 
Rentenanspruchs in Aussicht (AB 84). Der Versicherte liess dagegen durch 
Rechtsanwalt B.________ Einwände erheben (AB 88, 91), woraufhin die 
IVB eine Stellungnahme des RAD einholte (AB 93) und am 2. November 
2016 wie angekündigt verfügte (AB 94). 

B.

Dagegen erhob der Versicherte, weiterhin vertreten durch Rechtsanwalt 
B.________, am 5. Dezember 2016 Beschwerde. Er beantragt, unter Auf-
hebung der angefochtenen Verfügung sei die Beschwerdegegnerin zu ver-
pflichten, ihm die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Eventualiter 
beantragt er, es sei eine neurootologische und eine neurologische Ergän-
zungsbegutachtung anzuordnen und die Sache zur Neubeurteilung an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Gleichzeitig stellt er ein Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung von Rechtsanwalt 
B.________ als amtlicher Anwalt, alles unter Kosten- und Entschädigungs-

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folge. Mit Eingabe vom 30. Dezember 2016 reichte der Beschwerdeführer 
eine in Aussicht gestellte Stellungnahme von PD Dr. med. C.________, 
Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, Spital D.________, vom 19. Dezem-
ber 2016 ein (Akten des Beschwerdeführers, Beschwerdebeilage [BB] 13). 
Gleichzeitig zog er das mit der Beschwerde vom 5. Dezember 2016 gestell-
te Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zurück. 

Mit Beschwerdeantwort vom 13. Februar 2017 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten wer-
den könne. Gleichzeitig reicht sie eine Aktennotiz der RAD-Ärztin Dr. med. 
E.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin, vom 14. Dezember 
2016 und eine Stellungnahme der gleichen RAD-Ärztin vom 13. Januar 
2017 zum Bericht von PD Dr. med. C.________ vom 19. Dezember 2016 
ein. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 21. Februar 2017 forderte der Instruk-
tionsrichter den Beschwerdeführer auf, eine vollständige Auflistung der 
Untersuchungen, Abklärungen und Behandlungen seit dem 18. November 
2016 sowie die diese Abklärungen betreffenden Berichte einzureichen. Die 
entsprechenden Angaben und Unterlagen gingen am 7. März 2017 beim 
Gericht ein.

Auf die Möglichkeit, Schlussbemerkungen einzureichen, verzichteten beide 
Parteien. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 

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11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde – soweit den Rentenanspruch betreffend – einzutreten (vgl. 
E. 1.2 hiernach). 

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 2. November 2016 (AB 94). So-
weit der Beschwerdeführer die Durchführung von Eingliederungsmass-
nahmen verlangt (Beschwerde S. 6), ist darauf nicht einzutreten. Denn in 
der angefochtenen Verfügung wurde nicht über berufliche Massnahmen 
entschieden, so dass es diesbezüglich an einem Anfechtungsgegenstand 
und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung fehlt (vgl. BGE 131 V 164 E. 
2.1 S. 164; SVR 2011 UV Nr. 4 S. 13 E. 2.1).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG)

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-

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werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende 
Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem aus-
geglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG).

2.2 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach 
Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs 
nach Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollen-
dung des 18. Altersjahres folgt. 

2.3 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-

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kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

3.

Der Beschwerdeführer meldete sich im April 2013 bei der Invalidenversi-
cherung zum Leistungsbezug an (AB 2). Den Akten ist zum Gesundheits-
zustand und zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers im 
Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1 Im Bericht des Spitals D.________ vom 22. April 2013 (AB 11/6 f.) 
wurde festgehalten, der Beschwerdeführer leide seit Jahren an Ohrproble-
men und sei schon fünf Mal operiert worden. Intermittierend bestünden 
auch Schwindelbeschwerden, aufgrund welcher am XX.XX.2012 ein (weite-
rer) operativer Eingriff durchgeführt worden sei. Im Anschluss an die Ope-
ration habe der Beschwerdeführer stärkeren Schwindel gehabt, der es ihm 
verunmöglicht habe zu arbeiten. Die Arbeitsunfähigkeit zu 100 % bestehe 
seit dem XX.XX.2012 und bestehe bis auf Weiteres. Gefährliche Arbeiten, 
die das Gleichgewicht benötigten, sollten möglichst vermieden werden. 
Arbeit am Computer oder aber Arbeit ohne Gefahrengut sollten gut möglich 
sein. 

3.2 Prof. Dr. med. F.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, 
Spital G.________, empfahl im Bericht vom 27. Juni 2013 (AB 23/2 f.) die 
rasche Wiederaufnahme der Arbeitstätigkeit im Teilzeitpensum jeweils 
halbtags mit einer langsamen Steigerung in den nächsten drei bis sechs 
Monaten.

3.3 Im Verlaufsbericht vom 12. August 2013 (AB 25) berichteten die 
behandelnden Fachärzte des Spitals D.________ von einem stationären 
Gesundheitszustand und hielten fest, dass Tätigkeiten im Sitzen gut mög-
lich seien. 

Im Bericht vom 20. Januar 2014 (AB 39) wurde festgehalten, die am 
XX.XX.2014 (richtig: XX.XX.2014 [AB 46/9 f.]) durchgeführte Operation sei 
mit grösserer Wahrscheinlichkeit hilfreich, die Symptome zu mindern, nicht 

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für das Gehör, jedoch für die Gleichgewichtsorgane. Die Schwindelbe-
schwerden sollten mit einer grossen Wahrscheinlichkeit im Verlauf der 
nächsten drei Monate deutlich besser werden. Der Beschwerdeführer sollte 
spätestens ab Mitte März 2014 in einer angepassten Tätigkeit zu 100 % 
arbeitsfähig sein.

Dr. med. C.________ vom Spital D.________ gab im Bericht vom 8. Juli 
2014 (AB 46/7 f.) an, der Verlauf seit der letzten Operation sei unverändert. 
Der Beschwerdeführer klage weiterhin über rezidivierende Schwindelepi-
soden, welche invalidisierend seien. Der Schwindel, induziert durch einen 
hypermobilen Stapes, habe durch die letzte Operation behandelt werden 
können und trete nicht mehr auf. Allerdings habe in der heutigen Untersu-
chung eine Verstärkung und Persistenz des Schwindels mit einem sichtba-
ren Upbeat-Nystagmus gesehen werden können. 

3.4 Dr. med. H.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie 
sowie Allgemeine Innere Medizin, gab im Bericht vom 3. August 2014 (AB 
46/1 - 6) an, die depressiven Verstimmungen habe der Beschwerdeführer 
im Zuge seiner chronischen Ohrenerkrankung und der damit verbundenen 
Beschwerden und Einschränkungen entwickelt. Die Arbeitsunfähigkeit be-
trage zur Zeit 100 % wegen der Schwindelsymptomatik, aus psychiatri-
scher Sicht dürfte die Einschränkung 50 % betragen, wobei diese eng 
verknüpft sei mit der Affektion des Gleichgewichtsorgans respektive der 
Reizverarbeitung. Dr. med. H.________ verwies zudem auf frühere psy-
chiatrische Behandlungen und empfahl otorhinolaryngologische und neuro-
logische Abklärungen.

3.5 Im Bericht vom 4. Dezember 2014 (AB 54/4 f.) zur interdisziplinären 
(Neurootologie, HNO und Neurologie) Schwindelsprechstunde des Spitals 
D.________ vom 25. November 2014 gaben die behandelnden Ärzte an, 
es handle sich um ein chronisches vestibuläres Syndrom unklarer Ursache. 
Die Prognose sei bei noch unklarer Diagnose ungewiss. Der Beschwerde-
führer werde in der Orthoptik sowie in der Klinik für Neurologie inklusive 
Schlaflabor weitere Abklärungen erhalten. Im vom gleichen Tag datierten 
Verlaufsbericht des oben erwähnten Spitals (AB 54/1 - 3) wurde von einem 
stationären Gesundheitszustand berichtet und eine 100 %-ige Arbeitsun-
fähigkeit seit November 2013 angegeben. 

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3.6 Im Bericht des Spitals D.________ vom 15. Januar 2015 (AB 56) 
gaben die behandelnden Ärzte an, der Beschwerdeführer klage über 
Sehstörungen bei Anstrengung und tägliche Kopfschmerzen. Es bestehe 
eine diskrete Heterophorie, welche gut kompensiert sei. Heute finde sich 
kein Nystagmus. Für den Schwindel sei keine okuläre Ursache gefunden 
worden. 

3.7 Im Bericht des Spitals D.________ vom 26. Januar 2015 (AB 58/2 
f.) gaben die behandelnden Ärzte an, es habe keine relevanten Auffälligkei-
ten im geprüften neurologischen Status (bei bekannten HNO-Defiziten) 
gegeben. Die Ursache und Einordung der geschilderten unwillkürlichen 
Bewegungen (multiform und vordergründig nachts, vereinzelt den Kopf 
betreffend tags) bleibe vorerst unklar. Eine Mitrolle dürfte die depressive 
Stimmungslage (DD reaktiv) spielen, welche aufgrund der anamnestischen 
Angaben (Vortherapie mit Antidepressivum, Niedergeschlagenheit, Interes-
senverlust, verminderter Antrieb u.a.) habe erhärtet werden können. Das 
Ausfüllen des BDI (Fragebogen zur Depression) habe der Beschwerdefüh-
rer verweigert.

3.8 Im Verlaufsbericht vom 8. März 2015 (AB 55) hielt der Psychiater 
Dr. med. H.________ fest, die Arbeitsunfähigkeit liege aufgrund der 
Schwindelproblematik bei 100 %. Aus psychiatrischer Sicht sei durch den 
Verlust des Gehörs rechts und die damit verbundenen Schwierigkeiten im 
Alltag eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % zu veranschlagen, wobei diese eng 
verknüpft sei mit der Affektion des Gleichgewichtsorgans bzw. der Reizver-
arbeitung.

3.9 Am 2. April 2015 berichteten die behandelnden Ärzte des Spitals 
D.________ im Zusammenhang mit einer neurootologischen Untersuchung 
vom 10. Februar 2015 über einen stationären Verlauf. Die Diagnose bleibe 
weiterhin unklar. Unter VNS zeige sich kein Spontannystagmus, auch beim 
Kopfschütteln nicht. Im Rosemanöver sehe man einen Upbeat-Nystagmus 
transitorisch. Der Kopfimpulstest sei pathologisch auf der linken Seite. 
Gang und Koordination seien unauffällig und der Romberg werde sicher 
gestanden (AB 59). 

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3.10 Nachdem eine Actigraphie (AB 60/6 f.) eine mangelnde Schlafhygi-
ene aufgezeigt hatte und eine Polysomnographie (AB 60/4) durchgeführt 
worden war, berichteten die behandelnden Ärzte des Spitals D.________ 
am 13. April 2015 (AB 60/2 f.) von einer Einschlaf- und Durchschlafinsom-
nie aktuell noch unklarer Ursache, periodischen Beinbewegungen im Schlaf 
und einem leichten Schlafapnoesyndrom. 

Im undatierten Bericht des Spitals D.________ zur Actigraphie vom 6. Mai 
2015 (AB 67/6) gaben die behandelnden Ärzte eine mangelnde Schlafhygi-
ene an und berichteten von einer schlechten Übereinstimmung zwischen 
Patientenprotokoll und aktimetrischen Daten. 

3.11 Zur Verlaufskontrolle im Spital D.________ vom 23. Juni 2016 ga-
ben die behandelnden Ärzte am 7. Juli 2015 (AB 68) an, der Beschwerde-
führer beschreibe unveränderte Symptome mit täglichem Schwank- und 
Drehschwindel sowie Gangunsicherheit. Dies bestätige eine Insomnie, 
Schlafapnoesyndrom sowie periodische Beinbewegungen im Schlaf 
(PLMS). Unter der VNS zeige sich kein Spontannystagmus. Im Rosemanö-
ver sei keine Upbeat-Nystagmus auslösbar, aber auch beim Kopfschüttel-
test. Der Kopfimpulstest sei unauffällig beidseits.

3.12 Im interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 14. März 2016 (AB 
81.1) mit Untersuchungen in den Fachdisziplinen Allgemeine Innere Medi-
zin, Psychiatrie, Orthopädie, Neurologie, Ophthalmologie und HNO gaben 
die Experten die folgenden Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
an (AB 81.1/30):

1. Kombinierte Schwerhörigkeit rechts (ICD-10 H90.8)
 Zustand nach mehrmaligen Mittelohrrevisionen, letztmalig Radikalhöhlen-

operation rechts ohne ossikuläre Rekonstruktion 01/2014
2. Tinnitus beidseits (ICD-10 H93.1)

 aktuell mittelgradig kompensiert
3. Intermittierende Schwindelsymptomatik (ICD-10 H81.3)

 periphere vestibuläre Funktionsstörung links
 Up-Beat Nystagmen unklarer Zuordnung

Als (Haupt-)Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit führten die 
Gutachter die Folgenden auf (AB 81.1/30):

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1. Leichte depressive Episode (ICD-10 F32.0)
2. Schlafstörungen multifaktoriell bedingt (ICD-10 G47)
3. Metabolisches Syndrom (ICD-10 E88.9)
4. Chronische Benetzungsstörung (ICD-10 H19.3)
5. Latentes Aussenschielen (ICD-10 H50.5)
6. Aktenanamnestisch Status nach Ganglionexzision am linken Handgelenk 2003 

(ICD-10 Z98.8)
7. Nikotionabusus (ICD-10 F17.1)

In der Gesamtbeurteilung gaben die Gutachter an (AB 81.1/31 f.), aus oto-
rhinolaryngologischer Sicht bestehe eine qualitative Einschränkung der 
Arbeitsfähigkeit, indem sturzgefährdende Tätigkeiten für den Beschwerde-
führer nicht geeignet seien. Das berufsmässige Führen eines … sollte ge-
mieden werden, diesbezüglich sei auch die angestammte Tätigkeit mit 
Bedienen eines … nicht geeignet. Insgesamt müsse aufgrund der Be-
schwerdesymptomatik mit bewegungsabhängigen Drehschwindelbe-
schwerden von einem verminderten Arbeitstempo ausgegangen werden, 
so dass zusätzlich eine Leistungseinschränkung von 20 % bestehe. In ei-
ner angepassten Tätigkeit bestehe unter Berücksichtigung der erwähnten 
qualitativen Einschränkung aus ORL-Sicht eine Leistungseinschränkung 
von 20 %. Bei der neurologischen Untersuchung habe eine multifaktoriell 
bedingte Schlafstörung diagnostiziert werden können. Es bestünden ana-
mnestisch periodische Beinbewegungen, welche eine Nebenwirkung der 
antidepressiven Medikation sein könnten. Eine polysomnographische Un-
tersuchung habe den Nachweis eines leichten Schlafapnoesyndroms mit 
einem Apnoe-Hypnoe-Index von 7.0/h ergeben. Es handle sich dabei um 
einen sehr diskreten Befund und die Indikation zur CPAP-Therapie sei nur 
schwierig nachvollziehbar. Ausserdem bestehe eine eingeschränkte 
Schlafhygiene, welche wahrscheinlich an erster Stelle bezüglich Ursache 
der Schlafstörungen stehen dürfte. Aus neurologischer Sicht habe keine 
Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden können und 
es bestehe eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Bei der ophthalmolo-
gischen Untersuchung habe an beiden Augen ein altersentsprechender 
Normalbefund mit voller Sehschärfe und gutem Stereosehen bestanden. 
Die Arbeitsfähigkeit sei aus ophthalmologischer Sicht nicht eingeschränkt. 
Bei der orthopädischen Untersuchung der Wirbelsäule habe sich eine freie 
Beweglichkeit sämtlicher Abschnitte mit Inkonsistenzen im Verlauf der Un-
tersuchung gezeigt. Auch an den oberen und unteren Extremitäten habe 

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eine freie Beweglichkeit bestanden. Seitens des Bewegungsapparates hät-
ten keine höhergradigen Veränderungen festgestellt werden können und 
die Arbeitsfähigkeit sei aus orthopädischer Sicht nicht eingeschränkt. Bei 
der psychiatrischen Untersuchung habe eine leichte depressive Episode 
festgestellt werden können. Der Beschwerdeführer sei etwas freudlos, be-
trauere den Verlust seiner Lebensmöglichkeiten. Weitere psychiatrische 
Diagnosen hätten nicht gestellt werden können und die Arbeitsfähigkeit sei 
aus psychiatrischer Sicht nicht eingeschränkt. Auch aus allgemeininternisti-
scher Sicht habe keine Diagnose mit Einschränkung der Arbeitsfähigkeit 
gestellt werden können. Insgesamt sei aus polydisziplinärer Sicht der 
Schluss zu ziehen, dass beim Beschwerdeführer einerseits eine qualitative 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus otorhinolaryngologischer Sicht be-
stehe. Die bisherige Arbeit bei der Firma I.________ mit der Notwendigkeit, 
einen … zu führen, könne dem Beschwerdeführer deshalb aus ORL-Sicht 
nicht mehr zugemutet werden. Für Tätigkeiten, die den qualitativen Ein-
schränkungen angepasst seien, bestehe eine Arbeits- und Leistungsfähig-
keit von 80 %. Das Pensum könnte vollschichtig umgesetzt werden mit 
leicht erhöhtem Pausenbedarf.

4.

4.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352; SVR 2015 IV Nr. 28 S. 86 E. 4.1).

4.2 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

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beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99). 

4.3 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.4 Das interdisziplinäre MEDAS-Gutachten vom 14. März 2016 (AB 
81.1) erfüllt die an den Beweiswert einer medizinischen Expertise gestellten 
Anforderungen (vgl. E. 4.3 hiervor) und ist voll beweiskräftig, da die Gut-
achter – beruhend auf allseitigen Untersuchungen, unter Berücksichtigung 
der geklagten Beschwerden und in Kenntnis der Vorakten – eine umfas-
sende Abhandlung der streitigen Punkte vorgenommen haben. Weiter 
leuchtet die Expertise in der medizinischen Beurteilung ein und die darin 
gezogenen Schlussfolgerungen werden eingehend begründet. 

Bei den einlässlichen Untersuchungen haben die MEDAS-Gutachter einen 
umfassenden Status erhoben. In diagnostischer Hinsicht weicht das Gut-
achten vom aus den Akten bekannten Zustand insoweit ab, als internistisch 
erstmals der Verdacht auf ein metabolisches Syndrom (mit Diabetes melli-
tus) und einer Thrombopenie unklarer Ätiologie erhoben wurde; die Gut-
achter sahen darin jedoch keine versicherungsmedizinische Mass-
geblichkeit (AB 81.1/10). Auch aus Sicht der anderen Fachrichtungen mit 
Ausnahme des Gebietes HNO wurde eine Störung mit Einschränkung der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit verneint (AB 81.1/31 f.). Dies ist absolut 
nachvollziehbar und überzeugend begründet worden. Es steht dies denn 

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auch in keiner Weise im Widerspruch zu den aktenkundigen Arztberichten 
der behandelnden Ärzte. So hat insbesondere der begutachtende Neurolo-
ge schlüssig dargelegt, dass die Schlafprobleme auf die auch apparativ 
belegte, eingeschränkte Schlafhygiene zurückzuführen seien und die 
Schlafstörungen günstig beeinflusst werden könnten, wenn der Beschwer-
deführer bereit wäre, die Schlafhygiene zu verbessern (AB 81.1/23 f.). 
Dass eine hinreichende Schlafhygiene aus psychiatrischen oder somati-
schen Gründen nicht erreicht werden könnte, wurde verneint. 

Aus HNO-Sicht wurde der bis zum Zeitpunkt der Begutachtung nun 
während Jahren erhobene Status und Befund korrekt wiedergegeben. Auch 
in diagnostischer Hinsicht weicht der HNO-Gutachter, Dr. med. 
J.________, Facharzt für Oto-Rhino-Laryngologie, nicht von den von den 
behandelnden Facharztkollegen erstellten Berichten ab. Anders als der 
nach der Begutachtung erstellte Bericht vom 19. Dezember 2016 (BB 13) 
des behandelnden PD Dr. med. C.________ möglicherweise glauben ma-
chen will, hat der HNO-Gutachter denn durchaus auch eine umfassende 
Befundaufnahme durchgeführt und dabei keinen Spontannystagmus, je-
doch durchaus auch die Upbeat-Nystagmen vereinzelt objektiviert (AB 
81.1/27). In diesem Sinne stellen gerade diese Upbeat-Nystagmen, die 
bereits in Vorberichten erhoben (AB 46/7 f., 54, 59), dann aber nicht mehr 
festgestellt wurden (AB 56, 68), in der Begutachtung hingegen wieder er-
hoben wurden, in keiner Weise neue bzw. im Gutachten unberücksichtigte 
Tatsachen dar. Sie wurden vielmehr auch vom HNO-Gutachter in seiner 
Beurteilung mitberücksichtigt. Bezüglich des Einwandes von PD Dr. med. 
C.________ im Bericht vom 19. Dezember 2016 (BB 13), wonach der neu-
rologische und der HNO-Gutachter – ausser einer Kalorik – keine apparati-
ven Untersuchungen vorgenommen hätten, ist darauf hinzuweisen, dass 
den Gutachtern die vollständigen Vorakten der behandelnden Ärzte, wel-
che umfassende Abklärungen vorgenommen haben, zur Verfügung stan-
den. Dass in der Folge die Gutachter, zumal sie die Befunde auch nicht in 
Frage stellen, die umfangreiche Testung selbst nicht wiederholten, ist nicht 
zu beanstanden. 

Soweit der Beschwerdeführer die fachliche Qualifikation des HNO-
Gutachters Dr. med. J.________ in Bezug auf die Beurteilung der Schwin-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2017, IV/16/1195, Seite 14

delproblematik in Frage stellt und vorbringt (Beschwerde S. 4 f.), für die 
Beurteilung brauche es Spezialisten, welche sowohl aus otologischer als 
auch neurologischer Sicht eine zuverlässige Diagnose und entsprechende 
Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit abgeben könnten, Dr. med. J.________ 
fehle jedoch eine entsprechende Zusatzqualifikation in der Neurootologie, 
ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer sowohl in den Bereichen Neu-
rologie und HNO begutachtet wurde, womit eine umfassende Beurteilung 
der Schwindelproblematik erfolgt ist. Der HNO-Gutachter hat zudem wie 
die behandelnden HNO-Ärzte der präsentierten Symptomatik Auswirkun-
gen auf die Arbeitsfähigkeit zugeschrieben (AB 81.1/27). Die Einschätzung 
des Experten, dass bei objektiver Betrachtung aus HNO-Sicht eine Leis-
tungseinschränkung von 20 % resultiere (AB 81.1/29), überzeugt. Diese 
Beurteilung steht schliesslich auch nicht in einem unauflösbaren Wider-
spruch zu den Akten: Prof. Dr. med. F.________ vom Spital G.________ 
ging im Rahmen seiner „Drittmeinung“ (AB 23/2 f.) von einer (erreichbaren) 
vollen Arbeitsfähigkeit aus. Die später operierenden Ärzte des Spitals 
D.________ hielten objektiv einen guten Erfolg der Operation fest (vgl. AB 
39). Bis heute konnten denn auch sie die geklagten Einschränkungen nur 
partiell einer gesundheitlichen Störung zuordnen. Damit bleibt es dabei, 
dass das MEDAS-Gutachten in jeder Hinsicht überzeugt und darauf abzu-
stellen ist.

Der behandelnde PD Dr. med. C.________ hat korrekt darauf hingewiesen 
(vgl. BB 13), dass für eine umfassende Beurteilung der sich hier stellenden 
Fragen auch seitens des RAD entsprechende Fachärzte hätten zugezogen 
werden müssen. Nicht gefolgt werden kann ihm hingegen, wenn er der 
RAD-Ärztin Dr. med. E.________ die Kompetenz abspricht, anhand der 
Akten die hier gebotene Plausibilitätsprüfung der Einwendungen behan-
delnder Ärzte vorzunehmen. Ob und welche Bedeutung den Beurteilungen 
von Dr. med. E.________ vom 24. Oktober 2016, 14. Dezember 2016 und 
13. Januar 2017 (AB 93, 96 bzw. in den Gerichtsakten) versicherungsme-
dizinisch zukommt, braucht hier jedoch nicht abschliessend geklärt zu wer-
den, weil sich auch ohne diese Berichte durch die gerichtliche Würdigung – 
wie vorstehend dargelegt – die Verwertbarkeit und Massgeblichkeit des 
MEDAS-Gutachtens zweifelsfrei ergibt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2017, IV/16/1195, Seite 15

4.5 In der Beschwerde wird (S. 3 und 5) unter Hinweis auf den Bericht 
von PD Dr. med. C.________ vom 22. September 2016 (AB 91/3 f.) eine 
allgemeine Zustandsverschlechterung geltend gemacht. Der Arzt halte im 
genannten Bericht fest, es zeige sich ein unverändertes Hörvermögen 
linksseitig. Auffällig sei eine progrediente Gang- und Standunsicherheit mit 
Zunahme des allgemeinen Tremors und Reduktion des Allgemeinzustan-
des, es handle sich um ein unklares, progressives, neurologisches Zu-
standsbild. Zudem hätten laut der Ehefrau des Beschwerdeführers die 
kognitiven Funktionen abgenommen. Aus diesem Bericht kann der Be-
schwerdeführer jedoch nichts zu seinen Gunsten ableiten, denn zwecks 
Abklärung der subjektiv beklagten Abnahme der kognitiven Funktionen 
wurde eine Untersuchung im Spital D.________ durchgeführt. Im entspre-
chenden Bericht vom 13. Februar 2017 (BB 16) hielten die behandelnden 
Ärzte fest, die drei bisher durchgeführten MRIs hätten keine Parenchymlä-
sion oder Läsionen in kognitiv kritischen Arealen gezeigt (vgl. das letzte 
MRI vom 3. Oktober 2016); es könne mit überwiegender Wahrscheinlich-
keit davon ausgegangen werden, dass die subjektiven Gedächtnisklagen 
nicht primär hirnorganisch, sondern durch die diagnostizierte körperliche 
Symptomatik und/oder die psychischen Symptome verursacht seien. Aus 
neurokognitiver Sicht lasse sich eine eigenständige Diagnose nicht ablei-
ten. Sodann war das vom Beschwerdeführer erwähnte Körperzittern laut 
PD Dr. med. C.________ nur an einer einzelnen Konsultation zu sehen (BB 
13). Schliesslich gaben die behandelnden Ärzte des Spitals D.________ 
am 27. Januar 2017 an (BB 15), die Entität der fremdanamnestisch be-
schriebenen “komplexen Bewegungsstörungen“ habe bei der gemeinsa-
men Durchsicht der Home-Videographie geklärt werden können, indem die 
Bettpartnerin einerseits viele physiologische Körperlageänderungen und 
andererseits periodische Beinbewegungen im Schlaf (PLMS) als typisch für 
die beobachteten Bewegungen identifiziert habe. Das ungewöhnliche Aus-
mass der physiologischen Körperlageänderungen könne im Rahmen der 
Durchschlafinsomnie erklärt werden, welche mit grosser Wahrscheinlichkeit 
im Zusammenhang mit der bekannten Depression zu verstehen sei. Es sei 
aber nicht ausgeschlossen, dass die PLMS ebenfalls einen gewissen Bei-
trag leisteten zur Insomnie. Zudem wurde der Beschwerdeführer an dieser 
Stelle erneut darauf hingewiesen, die Schlafhygiene zu verbessern (vgl. 
auch BB 4 f.). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2017, IV/16/1195, Seite 16

Die Befundlage präsentierte sich damit den behandelnden Ärzten auch 
nach der MEDAS-Begutachtung nicht wesentlich anders als anlässlich der 
Begutachtung (vgl. Bericht vom 18. November 2016 der Interdisziplinären 
Schwindelsprechstunde des Spitals D.________ vom 25. Oktober 2016 
[BB 3]). Insgesamt ergeben die nach der Begutachtung verfassten bzw. die 
gerichtlich erhobenen Unterlagen denn auch für den hier massgeblichen 
objektivierten medizinischen Zustand nichts Neues (AB 83, 91./3 f.; BB 3 - 
6, 13 - 16). Vielmehr bestätigen diese einen unveränderten Zustand der 
Symptomatik und festigen die Einschätzung der MEDAS-Gutachter hin-
sichtlich Ätiologie und Bedeutung der geklagten Beschwerden. Die Gutach-
ter haben den Schwindel, soweit er medizinisch zu objektiveren war, wie 
die behandelnden Ärzte anerkannt und die daraus folgenden Auswirkungen 
bei ihrer Einschätzung berücksichtigt (AB 81.1/31). Hinzu kommt, dass die 
neue Diagnose „Ponto-medulläres Syndrom mit/bei Gefässimpression der 
unteren Olive links – aktuell Upbeat-Nystagmus“ (BB 3) nicht die Auswir-
kungen anders darstellen würde als bisher (zum Upbeat-Nystagmus vgl. E. 
4.4 hiervor), sondern allein die Ätiologie (teilweise) erklären könnte. In die-
sem Sinne haben die Ärzte des Spitals D.________ denn auch selbst aus-
geführt, es handle sich weiterhin um ein unklares vestibuläres Syndrom mit 
fluktuierender Symptomatik. Dass das Verhalten des Beschwerdeführers in 
seinen durchaus auch inkonsistenten Anteilen (worauf die MEDAS-
Gutachter nachvollziehbar hingewiesen haben [Inkonsistenz bei der or-
thopädischen Untersuchung; AB 81.1/32]) nun neu als 
Gesundheitsschaden anzuerkennen wäre, wurde auch von den behan-
delnden Ärzten nicht geltend gemacht. Daran ändert auch nichts, dass Dr. 
med. H.________ in seinem Überweisungsschreiben vom 6. März 2017 
(BB 17) eine Verschlechterung des psychischen Zustandes festhält. Zum 
einen läge eine solche Verschlechterung zweifelsfrei ausserhalb des hier 
massgeblichen Beurteilungszeitraums, da das Sozialversicherungsgericht 
die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheides in der Regel nach 
dem Sachverhalt, der zur Zeit seines Erlasses gegeben war, beurteilt und 
Tatsachen, die jenen Sachverhalt seither verändert haben, im Normalfall 
Gegenstand einer neuen Verwaltungsverfügung sein sollen (BGE 131 V 
242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 140), zum anderen hat Dr. med. 
H.________ selbst die psychische Problematik zentral auf invalidenversi-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2017, IV/16/1195, Seite 17

cherungsrechtlich nicht relevante reaktive Elemente (Trennung der Ehefrau 
vom Beschwerdeführer) zurückgeführt.

Abschliessend ist darauf hinzuweisen, dass die vom Beschwerdeführer 
geschilderten massiven Beschwerden durchaus zur Frage führen müssten, 
ob er hiermit im Strassenverkehr als Motorfahrzeugführer, auch wenn er 
selbst behauptet, nur noch kurze Strecken selbst zu fahren (AB 46/4, 55/2, 
81.1/12), nicht für sich und Dritte eine Gefahr darstellt. Nachdem die be-
handelnden Ärzte den Beschwerdeführer zwar darauf aufmerksam ge-
macht haben, dass er bei Schläfrigkeit auf das Führen von Motorfahr-
zeugen verzichten bzw. sofort anhalten müsse (AB 83/6; BB 5 f.), sie in 
dieser Hinsicht jedoch bis anhin nicht weitergehend tätig wurden und ent-
sprechend der überzeugenden MEDAS-Begutachtung von einer weit weni-
ger drastischen Einschränkung auszugehen ist, als der Beschwerdeführer 
diese darstellt, hat hier vorerst und insbesondere nicht vom Gericht eine 
Meldung an das Strassenverkehrsamt zu erfolgen. Ob dies mit Blick auf die 
geltend gemachte psychische Verschlechterung dereinst allenfalls anders 
zu beurteilen wäre, hätte die Beschwerdegegnerin im Falle einer Neuan-
meldung durch den Beschwerdeführer von Amtes wegen zu prüfen (Art. 
66c IVG). 

4.6 Damit kann dem behandelnden HNO-Arzt PD Dr. med. C.________ 
zusammenfassend insoweit gefolgt werden, als er die Beurteilung der Dr. 
med. E.________ als fachfremde Ärztin kritisiert. Nicht gefolgt werden kann 
ihm hingegen, wenn er die MEDAS-Begutachtung in Frage stellt. Er ver-
kennt mit seiner Kritik, dass anlässlich der MEDAS-Begutachtung der Be-
schwerdeführer in verschiedensten Fachdisziplinen untersucht und beurteilt 
wurde und diese Fachdisziplinen sich interdisziplinär ausgetauscht haben. 
Dabei wurden Störungen erhoben, die bis anhin gar nicht zur Diskussion 
standen (Diabetes [vgl. AB 81.1/30]). Die hier im Vordergrund stehenden 
Fachdisziplinen Neurologie und HNO wurden berücksichtigt und haben 
eine schlüssige und überzeugende Beurteilung der Sachlage abgeliefert 
(AB 81.1/20 - 24, 81.1/25 - 29). Dass und weshalb auf das MEDAS-
Gutachten nicht abgestellt werden könnte, wurde seitens der behandelnden 
Ärzte nicht dargelegt. Dass sie dies indirekt über die Kritik an Dr. med. 
E.________ getan haben, ändert nichts, denn anders als sie auf der Basis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2017, IV/16/1195, Seite 18

von Dr. med. E.________ annehmen, haben die Gutachter – es sei noch-
mals erwähnt – wie die behandelnden Ärzte eine somatische Basis der 
geklagten Beschwerden bejaht. Sie gelangten letztlich allein hinsichtlich der 
Auswirkungen nachvollziehbar und überzeugend zu anderen Ergebnissen. 

Nach dem Dargelegten ist in medizinischer Hinsicht auf das voll beweis-
kräftige MEDAS-Gutachten vom 14. März 2016 (AB 81.1) abzustellen, wo-
nach beim Beschwerdeführer für die bisherige Tätigkeit keine zumutbare 
Arbeitsfähigkeit besteht und für angepasste Tätigkeiten eine Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit von 80 %, vollschichtig realisierbar, gegeben ist (AB 
81.1/32 f.). 

5.

Es bleibt mittels Einkommensvergleich der Invaliditätsgrad zu bestimmen.

5.1 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136).

5.1.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 139 V 28 E. 3.3.2 S. 30, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325).

5.1.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2017, IV/16/1195, Seite 19

Person konkret steht (BGE 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 
S. 40 E. 2.2). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellen-
löhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen 
Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 142 V 178 E. 
2.5.7 S. 188, 139 V 592 E. 2.3 S. 593; SVR 2016 UV Nr. 13 S. 40 E. 2.2).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-
schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, 
wobei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 
135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2015 IV Nr. 1 S. 1 
E. 2.2).

5.2 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222).

5.3 Mit Blick auf die beim Beschwerdeführer seit November 2012 be-
stehende Einschränkung in der Arbeitsfähigkeit (AB 14/3, 81.1/32) und die 
am 2. April 2013 erfolgte Anmeldung zum Leistungsbezug (AB 2), ist ein 
Rentenanspruch ab November 2013 zu prüfen (vgl. E. 2.2 und 5.2 hiervor). 
Hinsichtlich des Verlaufs haben die MEDAS-Gutachter keine Arbeitsun-
fähigkeit erheben können, die Anspruch auf eine allenfalls auch befristete 
Rente zur Folge haben könnte (vgl. Art. 88a der Verordnung vom 17. Janu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2017, IV/16/1195, Seite 20

ar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Sie kamen zum 
Schluss (AB 81.1/32), die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus ORL-
Sicht könne auf das Jahr 2012 zurückgeführt werden. In der angestammten 
Tätigkeit könne seit November 2012 eine bleibende Arbeitsunfähigkeit an-
genommen werden. Ab November 2012 bis Februar 2013 sei eine volle 
Arbeitsunfähigkeit auch in adaptierten Tätigkeiten zu bestätigen. Anschlies-
send sei von März 2013 bis Dezember 2013 von einer 80 %-igen Arbeits-
fähigkeit auszugehen. Von Januar bis März 2014 sei die Arbeitsfähigkeit 
wieder aufgehoben gewesen. Ab April 2014 sei von der aktuellen Arbeits-
fähigkeit auszugehen. Folglich ist per November 2013 ein Einkommensver-
gleich vorzunehmen.

5.4 Für das Valideneinkommen hat die Beschwerdegegnerin zu Recht 
das bei der letzten Arbeitgeberin im Jahr 2013 erzielte Einkommen von 
Fr. 59‘345.-- (AB 13/3) herangezogen. Das Invalideneinkommen ist anhand 
statistischer Daten zu bestimmen, da der Beschwerdeführer nach Eintritt 
des Gesundheitsschadens keine ihm zumutbare Erwerbstätigkeit aufge-
nommen hat (vgl. E. 5.1.2 hiervor). Auszugehen ist dabei von den LSE 
2012, Tabelle TA1, Total, Männer, Kompetenzniveau 1, im Betrag von mo-
natlich Fr. 5‘210.--, jährlich Fr. 62‘520.--. Indexiert auf das Jahr 2013 resul-
tiert ein Betrag von Fr. 63‘011.80 (Tabelle T1.1.10 Nominallohnindex, 
Männer, 2011 - 2015, Total, Index Jahr 2012: 101.7 Punkte; Index Jahr 
2013: 102.5 Punkte) und die Anpassung an die betriebsübliche wöchentli-
che Arbeitszeit im Abschnitt Total im Jahr 2013 von 41.7 Stunden ergibt 
einen Betrag von Fr. 65‘689.80. Nach Berücksichtigung der gutachterlich 
attestierten Leistungsminderung von 20 % verbleibt ein Invalideneinkom-
men von Fr. 52‘551.85. Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers 
(Beschwerde S. 7) ist kein zusätzlicher Abzug vom Tabellenlohn zu ge-
währen, da mit der 20 %-igen Leistungsminderung den Einschränkungen 
des Beschwerdeführers hinreichend Rechnung getragen wird und auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt trotz der Einschränkung, keine sturzgefähr-
denden Tätigkeiten auszuüben und das berufsmässige Führen eines … zu 
meiden, ein genügend breites Spektrum an zumutbaren Verweistätigkeiten 
besteht. Die weiteren für den Tabellenlohnabzug relevanten Kriterien (vgl. 
E. 5.1.2 hiervor) sind auch nicht einschlägig, da der Beschwerdeführer im 
Zeitpunkt des Verfügungserlasses erst 43 Jahre alt war, zudem besitzt er 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2017, IV/16/1195, Seite 21

die Schweizerische Staatsbürgerschaft (AB 10) und der langen Betriebszu-
gehörigkeit – der Beschwerdeführer war von 1999 bis 2013 bei seiner letz-
ten Arbeitgeberin angestellt (AB 13/2 und 31) – kommt im Rahmen des 
Anforderungsniveaus 4 (bzw. des Kompetenzniveaus 1) keine relevante 
Bedeutung zu (Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Oktober 2013, 
9C_455/2013, E. 4.1). Schliesslich vermag auch der Umstand, dass der 
Beschwerdeführer in einem Vollzeitpensum mit einer Leistungsminderung 
von 20 % arbeitsfähig ist (vgl. E. 4.7 hiervor), keinen über die Berücksichti-
gung der eingeschränkten Leistungsfähigkeit hinausgehenden Abzug zu 
rechtfertigen (Entscheide des BGer vom 15. April 2016, 9C_84/2015, 
E. 6.2, und 16. August 2012, 8C_344/2012, E. 3.2).

5.5 Folglich ergibt die Gegenüberstellung der beiden hypothetischen 
Vergleichseinkommen gerundet einen nicht rentenbegründenden Invali-
ditätsgrad von 11 % (100 / Fr. 59‘345.-- x [Fr. 59‘345.-- – Fr. 52‘551.85] = 
11.44 %; zu den Rundungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 
S. 123). Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit darauf einzutre-
ten ist (vgl. E. 1.2 hiervor). 

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen (Art. 
108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss glei-
cher Höhe entnommen.

6.2 Bei vorliegendem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 61 lit. g ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Mai 2017, IV/16/1195, Seite 22

6.3 Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechts-
pflege ist zufolge Rückzugs vom 30. Dezember 2016 (in den Gerichtsak-
ten) als erledigt vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben. 

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.