# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 21e62540-0cd7-57c6-8166-1fe6f1124755
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-12-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.12.2008 D-5598/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5598-2006_2008-12-08.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-5598/2006/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  8 .  D e z e m b e r  2 0 0 8

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), Richterin Christa 
Luterbacher, Richter Walter Lang; 
Gerichtsschreiberin Stella Boleki.

A._______
Nepal,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
23. Juni 2006 / (...)

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-5598/2006

Sachverhalt:

A.
Der Beschwerdeführer verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben 
zufolge am 8. Februar 2005 und gelangte via Indien und Frankreich am 
5. Mai 2005 illegal in die Schweiz, wo er am folgenden Tag um Asyl 
nachsuchte. 

B. Am 11. Mai 2005 wurde er zu seiner Person und seinen Asylgrün-
den erstmals summarisch befragt. Anlässlich der direkten Bundesan-
hörung vom 1. Juni 2005 wurde er einlässlich zu den Asylgründen an-
gehört. 

Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer bei den Befragungen 
geltend, er habe mit seinen Eltern eine kleine Lodge mit einem Laden 
geführt, in dem er die Maobaadi (Maoisten) monatlich mindestens ein-
mal habe beherbergen müssen. Ebenso sei er immer wieder gezwun-
gen worden, den Maobaadi Spendengelder auszurichten. Zudem hät-
ten sie seine Wiese genutzt, um darauf ihre Sitzungen durchzuführen; 
so einmal am 7. Mangshir 2060 (23. November 2003). Im Anschluss 
daran hätten sie ihre Taschen bei ihm deponiert. Am darauffolgenden 
Tag sei die Armee gekommen und habe die Taschen der Maobaadi – 
welche  mit  Granaten,  Metallrohren,  Gewehren,  Magazinen  und 
Schiesspulver gefüllt  gewesen seien – sowie Quittungen über Spen-
dengelder gefunden. Obschon er beteuert habe, nicht zu den Maobaa-
di  zu  gehören,  hätten  die  Armeeangehörigen  es  ihm nicht  geglaubt 
und ihn mitgenommen. Er sei zuerst während eines Monats auf dem 
Armeeposten in  einem dunklen Zimmer  eingesperrt  und geschlagen 
worden,  anschliessend habe  man ihn  ins  Gefängnis  von B._______ 
verlegt. Aufgrund eines Gesprächs mit dem Präsidenten des Dorfkomi-
tees habe man ihn 3 Monate später mit der Auflage, sich einmal pro 
Monat bei  den Behörden zu melden,  aus dem Gefängnis  entlassen. 
Nur eine Woche später, am 7. Chaitra 2060 (20. März 2004), sei er von 
den  Maobaadi  gezwungen  worden,  mit  ihnen  zusammen  die  Stadt 
B._______ zu überfallen. Nach der  nächtlichen Aktion  seien sie  zu-
sammen in das Camp der Maobaadi  nach C._______ gegangen. Er 
sei von den Maobaadi nicht freigelassen worden, weil diese befürchtet 
hätten, er würde sie bei der Armee verraten. Schliesslich sei  es ihm 
gelungen, das Camp am 24. Magh 2061 (6. Februar 2005) zu verlas-
sen und nach Hause zurückzukehren. Der Vater habe ihm aber berich-

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tet, die Armee suche ihn und er sei in Gefahr, weshalb er umgehend 
aus Nepal ausgereist sei. 

C.
Das  BFM  stellte  mit  Verfügung  vom  23.  Juni  2006  –  eröffnet  am 
27. Juni  2006 –  fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingsei-
genschaft  nicht,  und lehnte das Asylgesuch ab. Gleichzeitig verfügte 
es die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz und ord-
nete den Vollzug an. Zur Begründung wurde ausgeführt,  die Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers hielten den Anforderungen an die Flücht-
lingseigenschaft  gemäss Art. 3  des Asylgesetzes vom 26. Juni  1998 
(AsylG, SR 142.31)  nicht stand. Angesichts der heutigen Lage in Ne-
pal  müsse  der  Beschwerdeführer  künftig  keine  staatlichen  Verfol-
gungsmassnahmen befürchten, denn Ende Mai 2006 seien die inhaf-
tierten Maobaadi freigelassen worden, was zu einer Entspannung und 
zu  einer  deutlichen  Verbesserung  der  Menschenrechtssituation  im 
ganzen Land geführt habe. Es sei somit davon auszugehen, dass Per-
sonen, welche die Maobaadi unterstützt hätten, keine Verfolgung mehr 
befürchten müssten. Es bestehe in Nepal weder eine Situation von all-
gemeiner Gewalt noch sei der Vollzug der Wegweisung technisch un-
möglich oder praktisch undurchführbar. 

D.
Mit Beschwerde vom 20. Juli  2006 beantragte der Beschwerdeführer 
bei der Schweizerischen Asylrekurskommission unter Kosten- und Ent-
schädigungsfolge die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und die 
Gewährung von Asyl. Eventualiter sei von einer Wegweisung abzuse-
hen, und er sei von Amtes wegen in der Schweiz vorläufig aufzuneh-
men.  In  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  sei  ihm  die  unentgeltliche 
Rechtspflege zu gewähren. Der Eingabe lagen vier Quittungen im Ori-
ginal  bei,  welche  die  Maobaadi  den  Eltern  des  Beschwerdeführers 
ausgestellt  hätten. Auf die Begründung der Beschwerde wird,  soweit 
entscheidwesentlich in den Erwägungen eingegangen.

E.
Mit  Zwischenverfügung vom 25. Juli  2006 wurde unter  anderem das 
Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65 
Abs. 1  VwVG)  abgewiesen  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvor-
schusses verzichtet.

F.
Das BFM hielt in der Vernehmlassung vom 4. September 2006 an sei-

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ner  Verfügung  fest  und  beantragte  die  Abweisung  der  Beschwerde. 
Hinsichtlich der Begründung wird auf die Akten verwiesen. 

G.
Die Vernehmlassung wurde dem Beschwerdeführer am 6. September 
2006 zur Kenntnisnahme ohne Replikrecht zugestellt.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört zu 
den Behörden  nach  Art. 33  VGG und ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnah-
me im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungs-
gericht  ist  daher  zuständig  für  die Beurteilung der  vorliegenden Be-
schwerde und entscheidet in diesem Bereich endgültig Art. 105 AsylG; 
Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 
[BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurtei-
lung der am 31. Dezember 2006 bei der ARK hängigen Rechtsmittel 
übernommen.  Das  neue  Verfahrensrecht  ist  anwendbar  (vgl. 
Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht.  Der  Be-
schwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung berührt und hat 
ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Der  Beschwerdeführer  ist  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 und 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1, 
Art. 50 Abs. 1 und 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutre-
ten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

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3.
3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile gelten namentlich die Gefährdung von Leib, Leben oder Frei-
heit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

4.
Für die Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft ist die Situation im Zeit-
punkt des Asylentscheides massgebend. Dabei ist einerseits die Frage 
nach  der  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  aktuell  vorhandenen  Furcht  zu 
stellen und andererseits zu prüfen, ob die Furcht vor einer absehbaren 
Verfolgung (noch) begründet ist. So sind Veränderungen der objektiven 
Situation  im  Heimatstaat  zwischen  Ausreise  und  Asylentscheid  zu-
gunsten  und  zulasten  des  Gesuchstellers  zu  berücksichtigen  (vgl. 
BVGE 2008/4 E. 5.4 S. 38 f.).

Zutreffend stellte das BFM fest, dass sich die allgemeine Lage in Ne-
pal seit der Ausreise des Beschwerdeführers wesentlich verändert hat. 
Bereits die ARK hat die allgemeine Situation in Nepal ausführlich be-
urteilt  und  festgestellt,  die  allgemeine  Sicherheits-  und  Menschen-
rechtslage habe sich seit  der  Aufnahme von Friedensverhandlungen 
zwischen  den  Maoisten  ("Communist  Party  of  Nepal"  [CPN-M])  und 
der  Regierung  beziehungsweise  der  Verkündung  der  Maoisten  vom 
28. Juli 2006, den Waffenstillstand zu verlängern, erheblich verbessert 
(vgl. dazu Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen Asyl-
rekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 31 E. 4.3.4. und 4.3.5 S. 332 ff.).

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Seither hat sich die Lage weiter wesentlich verbessert. Am 21. Novem-
ber  2006 unterzeichneten die  Regierung und die  Maoisten ein  Frie-
densabkommen. Gemäss diesem Vertrag beteiligten sich die Maoisten 
am  Übergangsparlament  und  stellten  73  der  330  Abgeordneten.  Im 
Dezember  2006  wurde  die  Interimsverfassung  verabschiedet.  Am 
15. Januar 2007 beschloss das Übergangsparlament seine Auflösung, 
und  es  erfolgte  die  Neubestellung  des  interimistischen  Parlaments, 
welchem 83 Abgeordnete der Maoisten angehörten. Nach einigen Ver-
zögerungen wurde am 16. Januar 2007 mit der Entwaffnung der Mao-
isten begonnen. Am 10. April 2008 erfolgte die Wahl der verfassungs-
gebenden Versammlung, die in Anwesenheit einer EU-Beobachtermis-
sion mit  insgesamt 120 Wahlbeobachtern durchgeführt  wurde. Dabei 
wurden die Maoisten vor dem Nepali Congress zur stärksten Kraft. Am 
28. Mai 2008 kam die verfassungsgebende Versammlung zu ihrer ers-
ten Sitzung zusammen. Gleich zu Beginn der konstituierenden Sitzung 
schuf die Versammlung die fast 240 Jahre alte Monarchie ab und er-
klärte das Land zur Republik. Am 11. Juni 2008 verliess der entmach-
tete Monarch Nepals, König Gyandendra, seinen Palast in Kathmandu. 
Die  verfassungsgebende  Versammlung  wählte  schliesslich  am 
21. Juli 2008 Ram Baran Yadav vom Nepali Congress zum ersten Prä-
sidenten der Republik, und am 15. August 2008 wählte sie den Chef 
der Maoisten,  Pushpa Kamal Dahal  (Prachanda),  zum Ministerpräsi-
denten. Die Maoisten sind somit in den politischen Prozess eingebun-
den worden, was zu einer weiteren Stabilisierung der Lage in Nepal 
führen dürfte. Die Parteien in der Verfassungsgebenden Versammlung 
haben sich denn auch für die Schaffung einer neuen Verfassung am 
17. November 2008 den 28. Mai 2010 als Frist gesetzt. (vgl. zum Gan-
zen  beispielsweise  http://www.crisisgroup.org   >  reports  by  region  > 
asia > south asia > nepal; Final Report on the Constituent Assembly 
Election  on  10 April 2008, http://ec.europa.eu/external_relations/hu      -  
man_rights/eu_election_ass_observ/nepal/index.htm  , besucht  am 21. 
November 2008; http://www.nzz.ch/nachrichten/international/neue_ver      -  
fassung_fuer_nepal_bis_mai_2010_1.1274060.html  ,  besucht  am 
21. November 2008).

In Anbetracht dieser Entwicklung geht das Bundesverwaltungsgericht 
davon  aus,  dass  sich  die  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor  einer 
künftigen Verfolgung seitens der Konfliktparteien im heutigen Zeitpunkt 
als unbegründet erweist. Daher kann darauf verzichtet werden, auf die 
Ausführungen in der Beschwerde vom 20. September 2006 einzuge-
hen. Insbesondere erübrigen sich Erörterungen zu den vom Beschwer-

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http://www.crisisgroup.org/
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/neue_verfassung_fuer_nepal_bis_mai_2010__1.1274060.html
http://www.nzz.ch/nachrichten/international/neue_verfassung_fuer_nepal_bis_mai_2010__1.1274060.html
http://ec.europa.eu/external_relations/human_rights/eu_election_ass_observ/nepal/index.htm
http://ec.europa.eu/external_relations/human_rights/eu_election_ass_observ/nepal/index.htm

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deführer eingereichten Dokumenten, da sie am Ergebnis offensichtlich 
nichts zu ändern vermögen.

5.
5.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

5.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

6.
6.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

6.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

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(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

6.3 Die Vorinstanz wies in  ihrer  angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen  (vgl.  MARIO GATTIKER, 
Das Asyl- und Wegweisungsverfahren, 3. Aufl., Bern 1999, S. 89). Da 
es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erheb-
liche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann das 
in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Re-
foulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine 
Rückkehr des Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach un-
ter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art.  3  EMRK  oder  Art.  1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinwei-
sen;  EGMR,  Bensaid  gegen  Grossbritannien,  Urteil  vom 6.  Februar 
2001, Recueil des arrêts et décisions 2001-I, S. 327 ff.). Auch die all-
gemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat  lässt den Wegwei-
sungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt klarerweise nicht als unzulässig 
erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung so-
wohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen 
zulässig.

6.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art.  83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

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6.5 Eine  Situation,  welche  den  Beschwerdeführer  als  "Gewalt-  oder 
de-facto-Flüchtling" qualifizieren würde, lässt sich aufgrund der heuti-
gen Situation in Nepal nicht bejahen (vgl. EMARK 2006 Nr. 31 sowie 
Ziff. 4 hiervor).

Darüber  hinausgehende  individuelle  Unzumutbarkeitsaspekte  stehen 
einem allfälligen Wegweisungsvollzug auch nicht entgegen. Es ist nicht 
davon auszugehen, dass der  junge und gemäss Akten gesunde Be-
schwerdeführer bei einer Rückkehr in sein Heimatland Lebensumstän-
den ausgesetzt wird, die ein derartiges Ausmass annehmen, dass ihm 
eine menschenwürdige Existenz verunmöglicht würde. 

6.6 Schliesslich  obliegt  es  dem  Beschwerdeführer,  sich  bei  der  zu-
ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwen-
digen Reisedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG), weshalb 
der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

7.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-
tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

8.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

9.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf insgesamt 
Fr. 600.– festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsge-
richt [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.– werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des vorliegen-
den Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das BFM, Abteilung Aufenthalt und Rückkehrförderung, mit den Ak-

ten Ref.-Nr. (...) (per Kurier; in Kopie)
- (...)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Schmid Stella Boleki

Versand:

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