# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0690af23-4759-5bad-9478-b546676f84d4
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2014-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2014 B-4612/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-4612-2012_2014-11-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung II 

B-4612/2012 

 

 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  N o v e m b e r  2 0 1 4  

Besetzung 

 
Richterin Vera Marantelli (Vorsitz), 

Richter Vito Valenti,  

Richter Ronald Flury,    

Gerichtsschreiberin Bianca Spescha. 
 

 
 

Parteien 

 
X._______,  

wohnhaft in Frankreich,   

vertreten durch lic. iur. Sandra Waldhauser, Advokatin, 

St. Jakobs-Strasse 14, Postfach, 4002 Basel, 

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 

 
IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Avenue Edmond-Vaucher 18, Postfach 3100, 1211 Genf 2,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Invalidenrente (Revision). 

 

 

B-4612/2012 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die [...] geborene, aus Deutschland stammende und in Frankreich wohn-

hafte X._______ (nachfolgend: Beschwerdeführerin oder Versicherte) war 

Grenzgängerin und arbeitete von 2002 bis 2007 in der Schweiz als Infor-

matikerin (vgl. IV act. 11 und 56). Dementsprechend entrichtete sie die 

obligatorischen Beiträge an die Schweizerische Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenversicherung (AHV/IV).  

B.  

Mit Formular vom 24. November 2003 meldete sich die Versicherte bei 

der IV-Stelle Basel-Stadt (nachfolgend: IV-Stelle BS) zum Leistungsbezug 

an und machte geltend, von Februar 2001 bis Mai 2003 teilweise und seit 

Juni 2003 aufgrund einer Angstneurose und Fibromyalgie vollständig ar-

beitsunfähig zu sein (vgl. IV act. 1). Nach entsprechenden Abklärungen 

wurde ihr mit Verfügung vom 23. Juni 2005 für den Zeitraum von  

1. November 2002 bis 31. März 2004 eine ganze Invalidenrente und ab 

1. April 2004 eine Viertelsrente zugesprochen (vgl. IV act. 23).  

C.  

Im Rahmen einer Rentenrevision wurde der Versicherten – insbesondere 

nach Einholung eines psychiatrischen Verlaufsgutachten am Spital 

A._______ (vgl. IV act. 45) – mit Verfügung vom 28. Februar 2008 ab 

1. Oktober 2005 eine ganze Invalidenrente zugesprochen (vgl. IV act. 

52). 

D.  

Anlässlich der im Jahr 2009 eingeleiteten Rentenrevision wurden diverse 

medizinische Berichte der behandelnden Ärzte der Versicherten einge-

holt. Sodann veranlasste die IV-Stelle BS eine psychiatrische Begutach-

tung bei der Klinik B._______ (vgl. IV act. 64).  

E.  

Am 30. März 2012 erliess die IV-Stelle BS einen Vorbescheid und stellte 

aufgrund einer gesundheitlichen Verbesserung die Reduktion der bisheri-

gen ganzen Invalidenrente auf eine halbe Invalidenrente in Aussicht (vgl. 

IV act. 71).  

Mit Schreiben vom 24. April und 1. Juni 2012 nahm die Versicherte zum 

Vorbescheid vom 30. März 2012 Stellung (vgl. IV act. 72 und 76).  

B-4612/2012 

Seite 3 

F.  

Mit Verfügung vom 3. August 2012 bestätigte die Vorinstanz den Vorbe-

scheid und ersetzte ab 1. Oktober 2012 die bisher ausbezahlte ganze In-

validenrente durch eine halbe Invalidenrente (vgl. IV act. 79). 

G.  

Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte mit Eingabe vom  

5. September 2012 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Sie be-

antragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihr sei weiterhin 

eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter seien weitere Abklä-

rungen bezüglich der Borderline-Persönlichkeitsstörung sowie der rheu-

matologischen Leiden durch einen unabhängigen psychiatrischen und 

rheumatologischen Gutachter vorzunehmen. Zudem beantragte die Be-

schwerdeführerin, es sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen und die 

Vorinstanz sei zu verpflichten, ihr die Rente im bisherigen Umfang, even-

tuell im reduzierten Umfang (75 % der Rente im bisherigen Umfang) aus-

zuzahlen. 

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2012 wies die Instruktionsrichte-

rin des Bundesverwaltungsgerichts das Gesuch der Beschwerdeführerin 

um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab.  

I.  

Mit Vernehmlassung vom 22. November 2012 verweist die Vorinstanz auf 

die Stellungnahme der IV-Stelle BS vom 20. November 2012 und bean-

tragt die Abweisung der Beschwerde und die Bestätigung der Verfügung 

vom 3. August 2012.   

J.  

Mit Replik vom 14. Januar 2013 hält die Beschwerdeführerin an ihren An-

trägen fest und macht ergänzende Ausführungen.  

K.  

Mit Eingabe vom 31. Januar 2013 verweist die Vorinstanz auf das Schrei-

ben der IV-Stelle BS vom 24. Januar 2013 und verzichtet auf die Einrei-

chung einer Duplik.  

L.  

Auf die weiteren Vorbringen der Parteien und die eingereichten Unterla-

gen wird – sofern erforderlich und rechtserheblich – in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.  

B-4612/2012 

Seite 4 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 

(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine 

Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt. Als Vorinstanzen gelten die in 

Art. 33 VGG genannten Behörden. Zu diesen gehört auch die Vorinstanz, 

die mit Verfügungen über Rentengesuche von Grenzgängerinnen und 

Grenzgängern befindet (Art. 33 Bst. d VGG; vgl. Art. 69 Abs. 1 IVG sowie 

Art. 40 Abs. 2 und 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invali-

denversicherung [IVV, SR 831.201]).  

1.2 Die Beschwerdeführerin war Grenzgängerin. Wie in der Zuständig-

keitsregelung des Art. 40 Abs. 2 IVV hierfür vorgesehen, hat die IV-Stelle 

BS, in deren Tätigkeitsgebiet die Versicherte zuletzt in ihrer Eigenschaft 

als Grenzgängerin eine Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, in korrekter Weise 

die Anmeldung für Leistungen der IV geprüft, während die Vorinstanz die 

angefochtene Verfügung vom 3. August 2012 erlassen hat.  

1.3 Nach Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwal-

tungsgericht nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt. 

Indes findet das Verwaltungsverfahrensgesetz aufgrund von Art. 3 Bst. 

d
bis

 VwVG keine Anwendung in Sozialversicherungssachen, soweit das 

Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 

vom 6. Oktober 2000 (ATSG, SR 830.1) anwendbar ist. Nach Art. 1 Abs. 1 

IVG sind die Bestimmungen des ATSG auf die Invalidenversicherung 

(Art. 1a – 26
bis

 und 28 – 70) anwendbar, soweit das IVG nicht ausdrück-

lich eine Abweichung vom ATSG vorsieht.  

1.4 Anfechtungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Verfü-

gung der Vorinstanz vom 3. August 2012. Die Beschwerde wurde frist- 

und formgerecht eingereicht (Art 60 ATSG). Als Adressatin der angefoch-

tenen Verfügung ist die Beschwerdeführerin besonders berührt und hat 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Änderung oder Aufhebung (Art. 59 

ATSG). Damit ist auf die Beschwerde – nachdem der Kostenvorschuss 

rechtzeitig geleistet worden ist – einzutreten.  

B-4612/2012 

Seite 5 

2.  

2.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit, wenn nicht eine kantonale Be-

hörde als Beschwerdeinstanz verfügt hat (Art. 49 VwVG).  

2.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist gemäss dem Grundsatz der 

Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Begründung der Be-

gehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es kann die Be-

schwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gründen gut-

heissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer Be-

gründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. THOMAS 

HÄBERLI, in: Praxiskommentar VwVG, 2008, Art. 62 N. 40).  

2.3 Im Sozialversicherungsprozess hat das Gericht seinen Entscheid, so-

fern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweis-

grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Mög-

lichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 

nicht. Das Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, 

die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichs-

te würdigt (BGE 126 V 353 E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen).  

3.  

Vorab ist zu prüfen, welche Rechtsnormen im vorliegenden Verfahren zur 

Anwendung gelangen.  

3.1 Die Beschwerdeführerin ist deutsche Staatsangehörige und lebt in 

Frankreich, so dass vorliegend das am 1. Juni 2002 in Kraft getretene 

Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenos-

senschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mit-

gliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit (FZA; SR 0.142.112.681), 

insbesondere dessen Anhang II betreffend die Koordinierung der Syste-

me der sozialen Sicherheit, anzuwenden ist (Art. 80a IVG). Gemäss Art. 1 

Abs. 1 in Verbindung mit Abschnitt A dieses Anhangs in der am 1. April 

2012 in Kraft getretenen Fassung (vgl. den Beschluss Nr. 1/2012 des 

Gemischten Ausschusses vom 31. März 2012 zur Ersetzung des An-

hangs II dieses Abkommens über die Koordinierung der Systeme der so-

zialen Sicherheit [AS 2012 2345]) wenden die Vertragsparteien unterein-

ander namentlich – unter Vorbehalt vorliegend nicht relevanter Anpas-

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Seite 6 

sungen – die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 des Europäischen Parla-

ments und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme 

der sozialen Sicherheit (SR 0.831.109.268.1; geändert durch die Verord-

nung [EG] Nr. 988/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates 

vom 16. September 2009 [ABl. L 284 S. 43]) sowie die Verordnung (EG) 

Nr. 987/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Sep-

tember 2009 zur Festlegung der Modalitäten für die Durchführung der 

Verordnung (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.11) an.  

Im Rahmen des FZA ist auch die Schweiz als "Mitgliedstaat" im Sinne der 

erwähnten Koordinierungsverordnungen zu betrachten (vgl. Art. 1 Abs. 2 

Anhang II des FZA). Fallen Personen in den persönlichen Anwendungs-

bereich der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 (vgl. Art. 2 Abs. 1 der Verord-

nung), haben sie nach Art. 4 der Verordnung auf Grund der Rechtsvor-

schriften eines Mitgliedstaats die gleichen Rechte und Pflichten wie die 

Staatsangehörigen dieses Staates. Entsprechendes galt nach Art. 3  

Abs. 1 der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71. Soweit das FZA beziehungs-

weise die auf dieser Grundlage anwendbaren gemeinschaftsrechtlichen 

Rechtsakte keine abweichenden Bestimmungen vorsehen, richtet sich die 

Ausgestaltung des Verfahrens sowie die Prüfung der Anspruchsvoraus-

setzungen einer schweizerischen Invalidenrente damit grundsätzlich nach 

der innerstaatlichen Rechtsordnung (BGE 130 V 257 E. 2.4). Demnach 

richten sich die Bestimmung der Invalidität, die Berechnung des Invalidi-

tätsgrades und der Rentenhöhe auch nach dem Inkrafttreten des FZA 

nach schweizerischem Recht (BGE 130 V 253 E. 2.4), insbesondere dem 

IVG, der IVV, dem ATSG sowie der entsprechenden Verordnung vom 

11. September 2002 (ATSV, SR 830.11). 

Für die Beurteilung des Rentenanspruchs sind Feststellungen ausländi-

scher Versicherungsträger, Krankenkassen, Behörden und Ärzte bezüg-

lich Invaliditätsgrad und Anspruchsbeginn für die rechtsanwendenden 

Behörden in der Schweiz nicht verbindlich (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4, 

AHI 1996, S. 179; vgl. auch ZAK 1989 S. 320 E.2). Vielmehr unterstehen 

auch aus dem Ausland stammende Beweismittel der freien Beweiswürdi-

gung des Gerichts (vgl. zum Grundsatz der freien Beweiswürdigung BGE 

125 V 351 E. 3a).  

3.2 Nach den allgemeinen intertemporalen Regeln sind in verfahrens-

rechtlicher Hinsicht diejenigen Rechtssätze massgebend, welche im Zeit-

punkt der Beschwerdebeurteilung Geltung haben (BGE 130 V 1 E. 3.2).  

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Seite 7 

In materiellrechtlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze 

massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Sach-

verhalts Geltung haben (BGE 130 V 329 E. 2.3). Ein allfälliger Leistungs-

anspruch ist für die Zeit vor einem Rechtswechsel aufgrund der bisheri-

gen und ab diesem Zeitpunkt nach den neuen Normen zu prüfen (pro rata 

temporis; BGE 130 V 445). Im vorliegenden Verfahren finden demnach 

grundsätzlich jene schweizerischen Rechtsvorschriften Anwendung, die 

bei Erlass der angefochtenen Verfügung vom 3. August 2012 in Kraft 

standen; weiter aber auch alle übrigen Vorschriften, die für die Beurtei-

lung der streitigen Verfügung im vorliegend massgeblichen Zeitraum von 

Belang sind. Da sich vorliegend der zu beurteilende Sachverhalt im Zeit-

raum von Februar 2008 bis August 2012 zugetragen hat, sind bis zum 

31. Dezember 2011 die auf den 1. Januar 2008 in Kraft getretenen Be-

stimmungen der 5. IV-Revision anwendbar (AS 2007 5129 bzw. AS 2007 

5155) und ab 1. Januar 2012 die zu diesem Zeitpunkt in Kraft getretenen 

Bestimmungen des ersten Massnahmenpakets der 6. IV-Revision (AS 

2011 5659 bzw. AS 2011 5679). 

3.3 Bezüglich der vorliegend auf Grund von Art. 2 ATSG in Verbindung mit 

Art. 1 Abs. 1 IVG zu berücksichtigenden ATSG-Normen zur Ar-

beitsunfähigkeit (Art. 6), Erwerbsunfähigkeit (Art. 7), Invalidität (Art. 8) 

und zur Bestimmung des Invaliditätsgrades (Art. 16) hat das Schweize-

rische Bundesgericht (vormals Eidgenössisches Versicherungsgericht 

[EVG]) erkannt, dass es sich bei den in Art. 3-13 ATSG enthaltenen Le-

galdefinitionen in aller Regel um eine formellgesetzliche Fassung der 

höchstrichterlichen Rechtsprechung zu den entsprechenden Begriffen vor 

In-Kraft-Treten des ATSG handelt und sich inhaltlich damit keine Ände-

rung ergibt, weshalb die hierzu entwickelte Rechtsprechung übernommen 

und weitergeführt werden kann (vgl. BGE 130 V 343 E. 3.1, 3.2 und 3.3). 

4.  

Streitig ist vorliegend, ob die Vorinstanz zu Recht die bisher ausgerichtete 

ganze Invalidenrente wegen Änderung des Invaliditätsgrades auf eine 

halbe Invalidenrente reduziert hat, wobei die Frage im Zentrum steht, ob 

sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin in rentenrelevanter 

Weise verbessert hat bzw. ob der Sachverhalt rechtsgenügend abgeklärt 

und gewürdigt worden ist.  

Nachfolgend sind die zur Beurteilung der Streitsache massgebenden ge-

setzlichen Grundlagen und die von der Rechtsprechung entwickelten 

Grundsätze darzulegen. 

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Seite 8 

4.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invali-

dität kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der kör-

perlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 

zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teil-

weise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die 

durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen 

Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf 

oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird 

auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbe-

reich berücksichtigt (Art. 6 ATSG).  

4.2 Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit können in gleicher 

Weise wie körperliche Gesundheitsschäden eine Invalidität im Sinne von 

Art. 4 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 8 ATSG bewirken. Die Annahme 

eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 

sowie Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 ATSG im Besonderen setzt grundsätzlich 

eine lege artis auf die Vorgaben eines wissenschaftlich anerkannten 

Klassifikationssystems abgestützte fachärztliche (psychiatrische) Diagno-

se voraus (vgl. BGE 130 V 396). Eine solche Diagnose ist eine rechtlich 

notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung für einen invalidisieren-

den Gesundheitsschaden (BGE 132 V 65 E. 3.4). So ist zu beachten, 

dass das klinische Beschwerdebild nicht einzig in Beeinträchtigungen be-

stehen darf, welche von belastenden psychosozialen oder soziokulturel-

len Faktoren herrühren, sondern davon psychiatrisch zu unterscheidende 

Befunde zu umfassen hat, wie zum Beispiel eine von depressiven Ver-

stimmungszuständen klar unterscheidbare andauernde Depression in 

fachmedizinischem Sinne. Solche verselbständigte psychische Störungen 

mit Auswirkungen auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit sind unabdingbar, 

damit überhaupt von Invalidität gesprochen werden kann (Entscheid EVG 

I 232/04 vom 10. Januar 2005 E. 5). 

4.3 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 70 % Anspruch auf eine ganze Rente, bei einem Invaliditäts-

grad von mindestens 60 % Anspruch auf eine Dreiviertelsrente, bei einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 50 % Anspruch auf eine halbe Rente, bei 

einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % Anspruch auf eine Viertels-

rente. 

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Seite 9 

Renten, die einem Invaliditätsgrad von weniger als 50 % entsprechen, 

werden jedoch nur an Versicherte ausgerichtet, die ihren Wohnsitz und 

gewöhnlichen Aufenthalt (Art. 13 ATSG) in der Schweiz haben, was laut 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung eine besondere Anspruchsvoraus-

setzung darstellt (BGE 121 V 264 E. 6c). Eine Ausnahme von diesem 

Prinzip gilt seit dem 1. Juni 2002 für Schweizer Bürger und Staatsange-

hörige der EU, denen bereits ab einem Invaliditätsgrad von 40 % eine 

Rente ausgerichtet wird, wenn sie in einem Mitgliedstaat der EU Wohnsitz 

haben – was vorliegend der Fall ist (Art. 29 Abs. 4 IVG). 

4.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades bei erwerbstätigen Versi-

cherten wird das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt der Invalidität 

und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei aus-

geglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen) in 

Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; Art. 16 ATSG; 

allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 128 V 29 E. 1, 

BGE 104 V 135 E. 2a und b; ZAK 1990 S. 518 E. 2). 

4.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und 

im Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche 

und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-

ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 

zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und be-

züglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im 

Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person 

noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4, BGE 115 V 133 

E. 2). Die – arbeitsmedizinische – Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen be-

steht darin, sich dazu zu äussern, inwiefern die versicherte Person in ih-

ren körperlichen oder geistigen Funktionen leidensbedingt eingeschränkt 

ist.  

4.6 Die Verwaltung und im Beschwerdefall das Gericht haben die medizi-

nischen Unterlagen nach dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung  

– wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 

Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Dies 

bedeutet für das Gericht, dass es alle Beweismittel, unabhängig, von 

wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 

die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen 

http://links.weblaw.ch/BGE-121-V-264

B-4612/2012 

Seite 10 

Rechtsanspruches gestatten. Insbesondere darf es bei einander wider-

sprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne 

das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 

warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These ab-

stellt. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob 

der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-

suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind. Ausschlagge-

bend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft eines 

Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 

gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Inhalt (BGE 125 V 351 E. 3a).  

Auch die Stellungnahmen des RAD müssen den allgemeinen beweis-

rechtlichen Anforderungen an einen ärztlichen Bericht genügen. Die RAD-

Ärzte müssen sodann über die im Einzelfall gefragten persönlichen und 

fachlichen Qualifikationen verfügen, spielt doch die fachliche Qualifikation 

des Experten für die richterliche Würdigung einer Expertise eine erhebli-

che Rolle. Bezüglich der medizinischen Stichhaltigkeit eines Gutachtens 

müssen sich Verwaltung und Gerichte auf die Fachkenntnisse des Exper-

ten verlassen können. Nimmt der RAD selber keine Untersuchung vor, 

hat er zunächst zu überprüfen, ob die medizinischen Akten ein vollständi-

ges Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben (vgl. 

zu den Anforderungen an einen Aktenbericht Urteil Bundesgericht [BGer] 

8C_653/2009 vom 28. Oktober 2009 E. 5.2, Urteil BGer I 1094/06 vom 

14. November 2007 E. 3.1.1) bzw. ob ein von ihm angefordertes Gutach-

ten den Anforderungen der Rechtsprechung entspricht und die im konkre-

ten Fall erforderlichen Untersuchungen vorgenommen und dokumentiert 

wurden. 

4.7 Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, so 

wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft ent-

sprechend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 17 Abs. 1 ATSG).  

Anlass zur Rentenrevision gibt nach der Rechtsprechung jede wesentli-

che Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den 

Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (BGE 

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Seite 11 

125 V 368 E. 2). Die Invalidenrente ist deshalb nicht nur bei einer wesent-

lichen Veränderung des Gesundheitszustandes revidierbar, sondern auch 

dann, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen (oder die Auswirkungen 

auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) des an sich gleich ge-

bliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben; zudem kann 

auch eine Wandlung des Aufgabenbereichs einen Revisionsgrund dar-

stellen (BGE 130 V 343 E. 3.5, 117 V 198 E. 3b; AHI 1997 S. 288 E. 2b). 

Die anspruchsbeeinflussende Änderung für die Herabsetzung oder Auf-

hebung der Leistung ist von dem Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem 

angenommen werden kann, dass sie voraussichtlich längere Zeit dauern 

wird. Sie ist in jedem Fall zu berücksichtigen, nachdem sie ohne wesent-

liche Unterbrechung drei Monate angedauert hat und voraussichtlich wei-

ter andauern wird (Art. 88a Abs. 1 IVV). Die Herabsetzung der Renten er-

folgt am ersten Tag des zweiten der Zustellung der Verfügung folgenden 

Monats an (Art. 88
bis

 Abs. 2 Bst. a IVV; vgl. BGE 135 V 306 E. 7).  

Dagegen ist die unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen un-

verändert gebliebenen Sachverhalts kein Revisionsgrund; unterschiedli-

che Beurteilungen sind revisionsrechtlich nur dann beachtlich, wenn sie 

Ausdruck von Änderungen der tatsächlichen Verhältnisse sind (siehe 

BGE 115 V 313 E. 4a/bb mit Hinweisen; SVR 1996 IV Nr. 70 S. 204 E. 

3a). Identisch gebliebene Diagnosen schliessen eine revisionsrechtlich 

erhebliche Steigerung des tatsächlichen Leistungsvermögens (Arbeitsfä-

higkeit) grundsätzlich nicht aus. Dies gilt namentlich dann, wenn der 

Schweregrad eines Leidens sich verringert hat oder es der versicherten 

Person gelungen ist, sich besser an das Leiden anzupassen. Ob eine 

derartige tatsächliche Änderung vorliegt oder aber eine revisionsrechtlich 

unbeachtliche abweichende ärztliche Einschätzung eines im Wesentli-

chen gleich gebliebenen Gesundheitszustandes, bedarf auch mit Blick 

auf die mitunter einschneidenden Folgen für die versicherte Person einer 

sorgfältigen Prüfung. Dabei gilt der Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit; die blosse Möglichkeit einer Verbesserung tatsächli-

cher Art genügt nicht (Urteil BGer 9C_88/2010 vom 4. Mai 2010 E. 2.2.2 

mit Hinweis).  

Ob eine unter revisionsrechtlichen Gesichtspunkten erhebliche Änderung 

eingetreten ist, beurteilt sich durch den Vergleich mit dem Sachverhalt, 

auf dem die letzte rechtskräftige Verfügung beruhte, bei der eine materiel-

le Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklä-

rung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs 

vorgenommen wurde (BGE 133 V 108 E. 5.4).  

B-4612/2012 

Seite 12 

Im vorliegenden Fall wurde eine derartige materielle Abklärung vorge-

nommen, bevor mit Verfügung vom 28. Februar 2008 die letzte Renten-

erhöhung erfolgte. Der entsprechende Sachverhalt bildet daher den 

massgeblichen Referenzzeitpunkt für die Frage, ob sich der gesundheitli-

che Zustand sowie die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin in renten-

relevantem Ausmass verbessert hat.  

5.  

5.1 Die Verfügung vom 28. Februar 2008 mit der die Invalidenrente der 

Beschwerdeführerin erhöht wurde, basierte im Wesentlichen auf dem 

Gutachten des Spitals A._______ vom 10. September 2007. Darin wur-

den bei der Beschwerdeführerin insbesondere folgende Leiden diagnosti-

ziert:  

– Agoraphobie mit Panikstörung (ICD-10 F40.01) 

– Zwangsstörung gemischt (ICD-10 F42.2) 

– Spezifische Phobien von situativem Typ (ICD-10 F40.2) 

– Bulimia nervosa (ICD-10 F50.2) 

 

Die Gutachter führten aus, dass sich der psychische Zustand der Be-

schwerdeführerin seit der Vorbegutachtung im Jahr 2004 insgesamt ver-

schlechtert habe. Neben den im Vorgutachten diagnostizierten spezifi-

schen Phobien bestehe bei der Beschwerdeführerin derzeit auch eine 

diagnostisch gut abgrenzbare Agoraphobie mit Panikstörung, wodurch die 

Beschwerdeführerin in ihrem Alltag nicht unerhebliche Einschränkungen 

erfahre. Das Vermeidungsverhalten der Beschwerdeführerin sei erheblich 

und im Sinne eines Systems strukturiert. Des Weiteren habe die Be-

schwerdeführerin anlässlich der aktuellen Untersuchung von ausgepräg-

ten Zwangsgedanken berichtet. Sie habe angegeben, dass weder ihr be-

handelnder Psychiater noch die Vorbegutachterin davon hätten erfahren 

dürfen. Wenn man allerdings die ausgeprägten Schamgefühle der Be-

schwerdeführerin sowie ihre Angst berücksichtige, sie könnte, wenn je-

mand von ihren Gedanken und Vorstellungen bezüglich der Kinder erfah-

re, das Sorgerecht für ihre Kinder aberkannt bekommen, erscheine die 

Verheimlichung der subjektiv sehr belastenden Symptomatik durchaus 

nachvollziehbar. Solche Verläufe seien bei an Zwangsstörungen erkrank-

ten Menschen bekannt und würden unter Umständen zu einem jahrzehn-

telangen Intervall zwischen dem Auftreten der Störung und deren Diag-

nose bzw. dem Beginn einer Behandlung führen. Momentan liege bei der 

Beschwerdeführerin ausserdem ein charakteristisches Bild einer Bulimia 

B-4612/2012 

Seite 13 

nervosa mit typischen Essanfällen und dem Erleichterung bringenden 

Erbrechen vor. Die Diagnose einer Borderline-Störung könne momentan 

nicht nachvollzogen werden. Die aktuelle Symptomatik der Beschwerde-

führerin lasse sich durch die komorbide Angst- und Zwangsstörung hin-

reichend gut erklären, zumal ihr Zustand nicht den Kriterien einer emotio-

nal instabilen Persönlichkeitsstörung von Borderline-Typ nach ICD-10 

entspreche. Bei der aktuellen Untersuchung habe sich bei der Beschwer-

deführerin kein Anhalt für eine affektive Störung oder eine Störung aus 

dem schizophrenen Formenkreis finden können. Als Faktoren, die die ak-

tuelle Symptomatik der Beschwerdeführerin aufrecht erhalten würden, 

dürften die negative Selbstwahrnehmung, die negativen Apperzeptionen 

und eine Reihe von logischen Denkfehlern wie z.B. Übergeneralisierung, 

Etikettierung, dychotomes Denken genannt werden.  

Die Gutachter erachteten die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten 

Tätigkeit als Programmiererin zu 30 % arbeitsfähig. Die Einschränkungen 

in der angestammten Tätigkeit würden aufgrund der stark herabgesetzten 

emotionalen Belastbarkeit, des ausgeprägten Vermeidungsverhaltens 

sowie der stark verminderten Umstellungsfähigkeit zustande kommen. In 

der Tätigkeit als Hausfrau erachteten die Gutachter die Beschwerdeführe-

rin zu 30 % eingeschränkt. Die Einschränkungen im Haushaltsbereich 

seien in erster Linie durch Erschöpfbarkeit, aber auch durch Vermei-

dungsverhalten und durch abnormes Essverhalten bedingt.  

5.2 Für die neuerliche Beurteilung des Gesundheitszustandes und der 

Arbeitsfähigkeit stützte sich die Vorinstanz hauptsächlich auf das psychi-

atrische Gutachten der Klinik B._______ vom 27. Januar 2011. Daraus 

ergibt sich im Einzelnen Folgendes: 

Die Gutachter Dr. med. C._______, Facharzt für Psychiatrie und Psycho-

therapie sowie für Neurologie, und Dr. med. D._______ stellten bei der 

Beschwerdeführerin als einzige psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf 

die Arbeitsfähigkeit eine Panikstörung fest (ICD-10 F41.0). Des Weiteren 

stellten sie folgende psychiatrischen Diagnosen ohne Einfluss auf die Ar-

beitsfähigkeit:  

– Dysthymia (ICD-10 F34.1) 

– Atypische Bulimia nervosa (ICD-10 F50.3) 

– Zwangsstörung mit vorwiegend Zwangshandlungen (ICD-10 F42.1) 

 

B-4612/2012 

Seite 14 

Sie erachteten die Beschwerdeführerin derzeit aus rein psychiatrischer 

Sicht in einer Tätigkeit, welche an ihre körperlichen Beschwerden und 

keiner erheblichen Stressbelastung ausgesetzt sei, als zu 70 % arbeitsfä-

hig. Die Gutachter qualifizierten die angestammte Tätigkeit der Be-

schwerdeführerin als Informatikerin als eine solche angepasste Tätigkeit 

und führten aus, dass eine Einschränkung von 30 % vor allem aufgrund 

der herabgesetzten emotionalen Belastbarkeit, der rezidivierenden Pa-

nikattacken sowie der verminderten Umstellungsfähigkeit zustande kom-

me. Die Beschwerdeführerin sei durch ihre Grübelgedanken bezüglich ih-

rer Gesundheit in ihrer Konzentration leichtgradig eingeschränkt.  

Die Beschwerdeführerin beschreibe typische Panikattacken, in denen es 

zu intensiver Angst käme, die abrupt beginnen und mit Schwindel, Angst 

umzufallen, Herzrasen, tauben Fingern und Hyperventilieren einhergehen 

würden. Bestimmte auslösende Situationen gebe es nicht, sie habe da-

durch auch kein Vermeidungsverhalten. Die Panikattacken würden im 

Schnitt zwei Mal pro Tag auftreten, so dass die Diagnosekriterien für eine 

Panikstörung erfüllt seien. Da die Beschwerdeführerin kein Vermeidungs-

verhalten schildere, liege keine Agoraphobie vor. Zusätzlich schildere sie 

eine seit zwei Jahren anhaltende depressive Stimmungslage, grosse 

Ängste und Sorgen vor körperlichen Erkrankungen, eine Neigung zum 

Weinen sowie verminderter Antrieb. Die Diagnosekriterien für eine de-

pressive Episode seien zur Zeit nicht erfüllt, anamnestisch bestehe kein 

Hinweis für eine manische Episode in der Vorgeschichte. Die hypochond-

rischen Befürchtungen würden sie unter dieser Diagnose subsumieren, 

da die Beschwerdeführerin nicht anhaltend überzeugt davon sei, an einer 

schwerwiegenden Erkrankung zu leiden oder annehme, entstellt oder 

missgebildet zu sein.  

Die Beschwerdeführerin gebe als führende Beschwerden Panikattacken 

sowie Ängste und Grübelneigung bezüglich ihrer Gesundheit an. Die 

Gutachter führten aus, dass bei der Beschwerdeführerin seit ihrer Kind-

heit eine Angsterkrankung vorliege. Die Symptomatik habe immer auch in 

Abhängigkeit ihrer jeweiligen Lebensumstände fluktuiert. Zur Zeit sei die 

Beschwerdeführerin unter einer Therapie mit 25 mg Sertralin sowie 5 mg 

Olanzapin stabiler als bei der letzten Begutachtung. Durch die seit Jahren 

bestehende psychotherapeutische Behandlung habe die Beschwerdefüh-

rerin zunehmend gelernt, mit ihren Panikattacken umzugehen, so dass es 

nicht mehr zu einem Vermeidungsverhalten komme. Auch die im Vorgut-

achten geschilderten Zwangsgedanken und -handlungen hätten nachge-

fragt werden müssen. Dabei schildere die Beschwerdeführerin Kontroll-

B-4612/2012 

Seite 15 

zwänge, die sie im Alltagsleben nicht übermässig belasten würden. Sie 

sehe diese Kontrollzwänge selber als unsinnig an. Auch die seit 1985 

immer wieder auftretenden Ess-Störungen hätten sich insoweit gebes-

sert, dass sie zur Zeit, wenn sie unter Anspannung stehe, meist nachmit-

tags, Süsses essen müsse und dann durch den weiteren Konsum von 

Cola oder Eis ein Erbrechen induzieren könne. Dies erleichtere sie, da sie 

insgesamt an Gewicht zugenommen habe und bemüht sei, ihr altes Ge-

wicht wieder zu erreichen. Auch durch diese Symptomatik sei die Be-

schwerdeführerin nicht übermässig in ihren Alltagsaktivitäten beeinträch-

tigt. Die erst auf Nachfrage geäusserte Schmerzsymptomatik der Be-

schwerdeführerin, die sie daran hindere, dass sie alleine keine Einkäufe 

tragen und keine Gartenarbeiten erledigen könne, müsse von anderer 

Seite beurteilt werden. Die Schmerzsymptomatik werde erst auf gezieltes 

Nachfragen geäussert, so dass nicht der Eindruck entstehe, dass diese 

Symptomatik für die Beschwerdeführerin im Vordergrund stehe und es zu 

einer ständigen Beeinträchtigung komme. Im Querschnitt der Beschwer-

deführerin sei die Schmerzsymptomatik nicht relevant, so dass auf ein 

rheumatologisches Untergutachten verzichtet werde. Insgesamt sei die 

Beschwerdeführerin zur Zeit suffizient behandelt, was zu einer deutlichen 

Reduktion ihrer Beschwerden geführt habe. Es bestehe weiterhin eine 

leichte Stimmungslabilität sowie unter einem erhöhten Druck die Möglich-

keit, dass sich die Symptomatik der Beschwerdeführerin wieder verstär-

ke. Aus rein psychiatrischer Sicht sei die Beschwerdeführerin in einer Tä-

tigkeit, welche an ihre körperlichen Beschwerden angepasst und keiner 

erheblichen Stressbelastung ausgesetzt sei, zur Zeit zu 70 % arbeitsfä-

hig. Aus medizinisch-theoretischer Sicht wäre unter einer weiteren, nach 

allgemein anerkannten Leitlinien durchgeführten, psychiatrisch-

psychotherapeutischen Behandlung eine weitere Reduktion der Be-

schwerden möglich und somit eine weitere Verbesserung der Arbeitsfä-

higkeit zu erwarten. Gegen eine solche Besserung spreche der chronifi-

zierte Verlauf sowie die lange Zeit der Arbeitsunfähigkeit.  

Die Gutachter führten weiter aus, dass im psychiatrischen Gutachten des 

Spitals A._______ vom 10. September 2007 die Diagnosen Agoraphobie 

mit Panikstörung (ICD-10 F40.01), Zwangsstörung gemischt (ICD-10 

F24.2), spezifische Phobie vom situativen Typ (ICD-10 F40.2) sowie Bu-

limia nervosa (ICD-10 F50.2) gestellt worden seien. Damals hätten die 

Ängste der Beschwerdeführerin vor einer allergischen Reaktion sowie 

das Bedürfnis, alles 100 %ig korrekt zu machen und kontrollieren zu wol-

len im Vordergrund gestanden. Damals habe sie eine Ess-Störung, de-

pressive Symptome und Zwangsgedanken, dass sie ihren Kindern etwas 

B-4612/2012 

Seite 16 

antun möchte, sowie Zwangshandlungen (Schmuckstücke in der richtigen 

Reihenfolge anzuziehen) geschildert. Damals habe die Beschwerdeführe-

rin auch geäussert, dass sie sich mit Esoterik beschäftige und nachts 

nach dem Aufwachen optische, sehr selten auch akustische Halluzinatio-

nen habe, die vorbei seien, wenn sie das Licht einschalten würde. Von 

Seiten des jahrelang behandelnden Psychiaters Dr. med. G._______, sei 

der Beschwerdeführerin die Diagnose einer Panikstörung sowie die einer 

Borderline-Persönlichkeitsstörung gestellt worden. Insgesamt bestünden 

keine grossen Diskrepanzen zu früheren Beurteilungen. Die Beschwerde-

führerin leide seit Jahren unter einer Panikstörung, Zwangssymptomen 

und einer Ess-Störung. Die Symptomatik sei über den gesamten Beo-

bachtungszeitraum immer unterschiedlich stark ausgebildet, so dass es 

bei verschiedenen Begutachtungen zu unterschiedlichen Diagnosen 

komme, die aber in die Gesamtentwicklung der Beschwerdeführerin pas-

sen würden. Während der Exploration hätten sich keine Hinweise für eine 

Borderline-Persönlichkeitsstörung gezeigt, was aber nicht ausschliesse, 

dass bei längeren und intensiveren Kontakten eine Symptomatik zutage 

trete, die die Vergabe dieser Diagnose rechtfertige.  

Die ambulante psychiatrische Therapie sollte fortgeführt werden, wobei 

eine leitliniengerechte, ausreichend hochdosierte Psychopharmakothera-

pie beibehalten werden sollte. Bei Verschlechterung der Symptomatik 

sollte begleitend eine konsequente verhaltenstherapeutisch-orientierte 

Psychotherapie erfolgen.  

6.  

Die Vorinstanz und die RAD-Ärzte Dr. med. E._______, Facharzt für All-

gemeinmedizin, und Dr. med. F._______, Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie, stützten sich auf das Gutachten der Klinik B._______ 

vom 27. Januar 2011 und kamen zusammengefasst zum Schluss, dass 

dieses eine wesentliche Verbesserung des Gesundheitszustandes und 

der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufzeige. 

Die Beschwerdeführerin dagegen erachtete das Gutachten der Klinik 

B._______ nicht als schlüssig. Im Einzelnen rügt sie Folgendes: 

6.1 Die Befunde und Diagnosen im Gutachten des Spitals A._______ 

vom 10. September 2007 und im Gutachten der Klinik B._______ vom 

27. Januar 2011 stimmten im Wesentlichen überein. Es bleibe völlig un-

klar, inwiefern sich der Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit-

her verändert respektive verbessert haben solle.  

B-4612/2012 

Seite 17 

Dieser Rüge kann nicht gefolgt werden. So hielten die Gutachter der Kli-

nik B._______ als auch die RAD-Ärzte nachvollziehbar fest, dass sich der 

psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin, insbesondere 

die Panikstörung, die Zwangssymptome und die Essstörungen, inzwi-

schen verbessert habe.  

In der früheren Beurteilung wurde bei der Beschwerdeführerin eine Ago-

raphobie mit Panikstörung diagnostiziert. Aktuell erachteten die Gutachter 

lediglich noch eine Panikstörung als gegeben. Aufgrund des fehlenden 

Vermeidungsverhaltens liegt – aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts 

– eine Agoraphobie folgerichtig nicht mehr vor. Im Rahmen der früheren 

Begutachtung war das Vermeidungsverhalten noch erheblich, wodurch 

der Alltag der Beschwerdeführerin nicht unerhebliche Einschränkungen 

erfahren hat. In Übereinstimmung mit den Gutachtern der Klinik 

B._______ und dem RAD-Arzt Dr. med. F._______ kann daher festgehal-

ten werden, dass die Angststörung der Beschwerdeführerin qualitativ re-

levant besser geworden ist.  

Im Gutachten des Spitals A._______ vom 10. September 2007 wurden 

bei der Beschwerdeführerin des Weiteren Zwangsgedanken und -

handlungen gemischt diagnostiziert. Damals berichtete sie von ausge-

prägten Zwangshandlungen, insbesondere Kontrollzwängen, und auch 

Zwangsgedanken, beispielsweise, dass sie ihren Kindern etwas antun 

möchte. Die Beschwerdeführerin führte damals aus, dass sie zur Abwen-

dung des drohenden Unheils allabendlich vor dem Schlafengehen eine 

Art Gebet aufsagen müsse, welches nicht unterbrochen werden dürfe. 

Auch würde sie sich regelmässig an den Vorderarmen kratzen. So wür-

den die Gedanken sie für eine Weile in Ruhe lassen. In der aktuellen Un-

tersuchung berichtete die Beschwerdeführerin erst auf Nachfrage des 

Gutachters lediglich noch von Zwangshandlungen in Form von Kontroll-

zwängen. Zum Beispiel müsse sie abends mehrfach kontrollieren, ob die 

Türe abgeschlossen sei. Sie würde dies als unsinnig erleben und fühle 

sich von diesem Kontrollzwang im Alltagsleben nicht beeinträchtigt. In 

Übereinstimmung mit den Gutachtern Klinik B._______ und dem RAD-

Arzt Dr. med. F._______ kann dementsprechend festgehalten werden, 

dass die Kontrollzwänge im Alltag der Beschwerdeführerin wesentlich 

schwächer geworden sind und die Beschwerdeführerin an der Krank-

heitseinsicht deutlich gewonnen hat, da sie die Kontrollzwänge selbst als 

unsinnig betrachtet.  

B-4612/2012 

Seite 18 

Zudem wurde der Beschwerdeführerin im Rahmen der früheren Begut-

achtung die Diagnose Spezifische Phobien von situativem Typ (ICD-10 

F40.2) gestellt. So äusserte die Beschwerdeführerin, dass sie aus Angst 

vor einer allergischen Reaktion auf ein Nahrungsmittel nicht auswärts es-

sen gehe. Sie nehme nur zu den Zeiten, an denen ein Arzt telefonisch er-

reichbar sei, Nahrung zu sich. So esse sie über Mittag prinzipiell nicht. 

Auch schilderte die Beschwerdeführerin die Angst krank zu sein oder zu 

werden. Anlässlich der aktuellen Untersuchung sorgt sich die Beschwer-

deführerin zwar immer noch ständig um ihre Gesundheit, doch ist sie 

nicht mehr anhaltend davon überzeugt, an einer schwerwiegenden Er-

krankung zu leiden. Der Gutachter der Klinik B._______ subsumierte die 

hypochondrischen Befürchtungen der Beschwerdeführerin nachvollzieh-

bar unter einer Dysthymia. Die Diagnose der Dysthymia wird gemäss 

ICD-10-Code F34.1 als eine chronische, wenigstens mehrere Jahre an-

dauernde depressive Verstimmung definiert, die weder schwer noch hin-

sichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer 

schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Stö-

rung (ICD-10 F33) zu erfüllen. Die seit zwei Jahren anhaltende depressi-

ve Stimmungslage, die Neigung zum Weinen und der verminderte Antrieb 

der Beschwerdeführerin würden gemäss den Gutachtern ebenfalls unter 

diese Diagnose fallen. Eine depressive Episode sei bei der Beschwerde-

führerin zur Zeit nicht erfüllt und anamnestisch bestehe auch kein Hinweis 

für eine manische Episode in der Vorgeschichte. Der RAD-Arzt Dr. med. 

F._______ erachtete die Stimmungsstabilität der Beschwerdeführerin in-

zwischen auch als relevant fester und ausgeglichener. Eine depressive 

Episode kann daher bei der Beschwerdeführerin nicht objektiviert werden, 

weshalb ihre Stimmungslage in Übereinstimmung mit den Gutachtern der 

Klinik B._______ und dem RAD-Arzt Dr. med. F._______ zu Recht unter 

eine Dysthymia subsumiert wurde. Zudem sprechen auch die erhobenen 

Testresultate (Montgomery-Asperg Depression Rating Scale und Beck-

Depressionsinventar) im Vergleich zu den Ergebnissen im Jahr 2007 für 

eine Verbesserung des psychischen Zustands. 

Die Ess-Störung der Beschwerdeführerin hat sich inzwischen ebenfalls 

nachvollziehbar gebessert. Im Jahr 2007 wurde noch eine Bulimia nervo-

sa diagnostiziert. Die Gutachter der Klinik B._______ sind der Auffas-

sung, dass sich diese zu einer atypischen Bulimia nervosa, welche keine 

ausgeprägte Beeinträchtigung im Alltag der Versicherten hat, gewandelt 

hat. Sie begründeten dies damit, dass die Beschwerdeführerin aktuell nur 

einmal am Tag, meistens nachmittags Heisshunger auf Süssigkeiten habe 

und anschliessend bewusst erbreche. Das Essverhalten im weiteren Ver-

B-4612/2012 

Seite 19 

lauf des Tages sei normal, so dass sich die Beschwerdeführerin nicht an-

dauernd mit dem Essen beschäftige. Auch die Menge der Nahrung, wel-

che die Beschwerdeführerin verzerre, sei nicht mehr so immens gross 

wie früher.  

Wie der RAD-Arzt Dr. med. F._______ korrekt ausführte, hat sich die Art 

der psychischen Störungen der Beschwerdeführerin nicht wesentlich ver-

ändert, jedoch deren Stärke. Alle drei psychischen Störungen (Panikstö-

rung, Zwangssymptome und Ess-Störungen) seien inzwischen wesentlich 

milder geworden.  

6.2 Die Beschwerdeführerin kritisiert, dass die vom behandelnden Psy-

chiater Dr. med. G._______ diagnostizierte Borderline-Persönlichkeits-

störung nicht berücksichtigt worden sei. Hierzu kann festgehalten werden, 

dass bereits im Jahr 2007 anlässlich der Vorbegutachtung im Spital 

A._______ die Diagnose einer Boderline-Persönlichkeitsstörung nicht ge-

stellt werden konnte. Damals wurde ausgeführt, dass der Zustand der 

Beschwerdeführerin nicht den Kriterien einer emotional instabilen Persön-

lichkeitsstörung vom Borderline-Typ nach ICD-10 entspreche und sich die 

Symptomatik der Beschwerdeführerin durch die komorbide Angst- und 

Zwangsstörung hinreichend gut erklären lasse. Auch anlässlich der aktu-

ellen Begutachtung lasse sich gemäss den Gutachtern der Klinik 

B._______ eine solche Diagnose nicht rechtfertigen, da sich während der 

Exploration keine Hinweise für eine Boderline-Persönlichkeitsstörung ge-

zeigt hätten. Sie führten zudem aus, dass nicht ausgeschlossen sei, dass 

bei längeren und intensiveren Kontakten eine Symptomatik zutage trete, 

die die Vergabe dieser Diagnose rechtfertigen würde. Jedoch auch der 

RAD-Arzt Dr. med. F._______ empfahl keine weiteren Abklärungen zu ei-

ner allfälligen Borderline-Persönlichkeitsstörung, da die Gutachter alle 

Defizite und Ressourcenverminderungen der Beschwerdeführerin bereits 

berücksichtigt hätten. Aus dem zuvor Dargelegten geht hervor, dass sich 

der allgemeine psychische Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 

nachweislich verbessert hat. Bereits unter diesem Blickwinkel ist daher 

nicht nachvollziehbar, weshalb bei der Beschwerdeführerin nun eine Bor-

derline-Persönlichkeitsstörung vorliegen sollte. Zudem stellt der Umstand, 

dass lediglich eine einmalige Exploration durch den begutachtenden Psy-

chiater stattgefunden hat, die Zuverlässigkeit seiner Einschätzung nicht in 

Frage. In den klinisch-diagnostischen Leitlinien der ICD-10 (Kapitel V [F]) 

wird zu den Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F60-F69) denn 

auch ausdrücklich festgehalten, nicht in allen Fällen seien mehrere Inter-

views notwendig (Dilling/Mombour/Schmidt [Hrsg.], Internationale Klassi-

B-4612/2012 

Seite 20 

fikation psychischer Störungen, ICD-10 Kapitel V [F], Klinisch-

diagnostische Leitlinien, 8. Aufl. 2011, S. 275). Es ist allein Aufgabe des 

Gutachters zu entscheiden, ob eine einmalige Exploration eine zuverläs-

sige Beurteilung zulässt, oder ob ergänzende Untersuchungen erforder-

lich sind (Urteil BGer I 718/04 vom 27. März 2006 E. 4.1). 

6.3 Die Beschwerdeführerin rügt weiter, dass die Gutachter kein rheuma-

tologisches Untergutachten eingeholt und die rheumatologischen Leiden 

der Beschwerdeführerin abgeklärt hätten. Obwohl die Beschwerdeführe-

rin in ihrer IV-Anmeldung vom 24. November 2003 angegeben hat, an 

Fibromyalgie zu leiden, geht aus den Akten hervor, dass seit Jahren keine 

Behandlung eines solchen Leidens stattfindet. Es fällt zudem auch auf, 

dass anlässlich der aktuellen Begutachtung die Schmerzsymptomatik erst 

auf gezieltes Nachfragen geäussert wurde. Die Gutachter führten aus, es 

entstehe nicht der Eindruck, dass die Schmerzsymptomatik für die Be-

schwerdeführerin im Vordergrund stehe und es zu einer ständigen Beein-

trächtigung komme. Der RAD-Arzt Dr. med. E._______ hat in der Stel-

lungnahme vom 17. Juli 2012 ausgeführt, dass Angaben von Schmerzen 

nicht immer ein rheumatologisches Leiden bedeuten würden, vor allem 

dann nicht, wenn nie ein solches diagnostiziert und therapiert worden sei. 

Sie könnten auch Ausdruck eines psychischen Leidens sein. In Anbet-

racht dessen, dass sich die Beschwerdeführerin wegen rheumatologi-

scher Beschwerden seit Jahren nicht in ärztlicher Behandlung befunden 

hat, kann der Entscheid, vorliegend kein rheumatologisches Gutachten 

eingeholt zu haben, gestützt werden. 

7.  

7.1 Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass die Beschwerde-

führerin von den Gutachter Klinik B._______ eingehend in psychiatrischer 

Hinsicht abgeklärt worden ist. Sie berücksichtigten die geklagten Be-

schwerden und setzten sich mit diesen sowie dem Verhalten der Be-

schwerdeführerin detailliert auseinander. Ihnen waren die Vorakten be-

kannt und sie setzten sich mit ihnen nachweislich auseinander, auch in 

Bezug auf die Diagnosestellung. Gemäss ihrem Gutachten ist mit dem im 

Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit erstellt, dass sich der Gesundheitszustand der Be-

schwerdeführerin seit der letzten Begutachtung verbessert hat, indem ih-

re psychischen Störungen wesentlich milder geworden sind. In Bezug auf 

die Beurteilung der Entwicklung des Gesundheitszustandes der Be-

B-4612/2012 

Seite 21 

schwerdeführerin kann daher auf das Gutachten der Klinik B._______ 

vom 27. Januar 2011 vollumfänglich abgestellt werden. 

7.2 Doch erscheint im Gutachten der Klinik B._______ vom 27. Januar 

2011 die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit sowie deren Verwertbarkeit nicht 

nachvollziehbar und schlüssig. So haben die Gutachter die Beschwerde-

führerin in ihrer angestammten Tätigkeit als Informatikerin zu 70 % ar-

beitsfähig erachtet. Im vorliegenden Gutachten mangelt es jedoch an der 

Erhebung der beruflichen Anamnese mitsamt den konkreten Arbeitsan-

forderungen in der von der Beschwerdeführerin zuletzt ausgeübten Tätig-

keit als Informatikerin. Die Gutachter haben weder ein Belastungs- bzw. 

Zumutbarkeitsprofil erstellt noch haben sie ihre Einschätzung der Arbeits-

fähigkeit näher begründet. Aus einem bei den Akten liegenden Schreiben 

der ehemaligen Arbeitgeberin der Beschwerdeführerin vom 21. Juli 2005 

geht hervor, dass das ursprünglich erlernte Wissen der Beschwerdeführe-

rin in der Informatik nicht mehr reiche. In einem weiteren Schreiben vom 

15. August 2006 führte die ehemalige Arbeitgeberin aus, dass sie von der 

Beschwerdeführerin seit 2001 keine Leistung mehr bekommen habe, 

verglichen mit ihrem Potential als Systemanalytikerin. Die nach Eintritt 

des Gesundheitsschadens durchgeführten Arbeitsversuche seien alle-

samt gescheitert, obwohl die Beschwerdeführerin lediglich für Hilfsarbei-

ten in der kaufmännischen Administration und nicht als Informatikerin ein-

gesetzt worden sei. Aus dem Dargelegten ist aus Sicht des Bundesver-

waltungsgerichts nicht nachvollziehbar, dass die Beschwerdeführerin in 

ihrer anspruchsvollen letzten Tätigkeit 70 % arbeitsfähig sein soll. Das 

Gutachten der Klinik B._______ lässt zudem auch keine eindeutigen 

Rückschlüsse zu, welche Verweisungstätigkeiten in welchem Pensum der 

Beschwerdeführerin zumutbar sein sollen. Hinsichtlich der Beurteilung 

der Arbeitsfähigkeit kann daher auf das Gutachten der Klinik B._______ 

vom 27. Januar 2011 nicht vollumfänglich abgestellt werden. 

7.3 Anzufügen ist, dass die Vorinstanz – obwohl sie sich auf das Gutach-

ten der Klinik B._______ vom 27. Januar 2011 stützte – im Rahmen der 

Invaliditätsgradbemessung bei der Ermittlung des Invalideneinkommens 

nicht auf die letzte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als Informatikerin 

abgestellt hat, sondern das hypothetische Invalideneinkommen nach den 

Tabellenlöhnen der Lohnstrukturerhebung (LSE) aus dem Jahr 2008 be-

rechnet hat.  

7.4 Da die Akten keine weiteren verwertbaren Hinweise zur Klärung der 

verbleibenden Arbeitsfähigkeit enthalten, ist es dem Bundesverwaltungs-

B-4612/2012 

Seite 22 

gericht nicht möglich, mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Be-

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu beurteilen, ob und in 

welchem Ausmass sich die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin seit 

dem Referenzzeitpunkt (28. Februar 2008) rentenrelevant verändert hat. 

Damit eine zuverlässige Beurteilung des Invaliditätsgrades möglich ist, 

sind weitere beruflich-erwerbliche Abklärungen angezeigt.  

8.  

In den genannten Umständen liegt eine unvollständige Sachverhaltsab-

klärung vor (Art. 43 ff. ATSG und Art.12 VwVG) und eine Rückweisung 

der Sache an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung (Art. 43 Abs. 1 ATSG, 

vgl. auch BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 und Urteil BGer 9C_646/2010 vom 

23. Februar 2011 E. 4) ist angebracht.  

Die Beschwerde vom 5. September 2012 ist daher insoweit gutzuheissen, 

als die angefochtene Verfügung vom 3. August 2012 aufzuheben und die 

Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, damit diese sich mit der 

Auswirkung des Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit der Be-

schwerdeführerin seit dem 28. Februar 2008 auseinandersetzt. Sie hat 

nachvollziehbar darzulegen, in welchem Umfang die Beschwerdeführerin 

sowohl in ihrer angestammten Tätigkeit als auch in einer angepassten Tä-

tigkeit arbeiten könnte. Aufgrund der erlangten Erkenntnisse zu den Ein-

schränkungen der Arbeitsfähigkeit hat die Vorinstanz über den Leistungs-

anspruch der Beschwerdeführerin neu zu befinden. 

9.  

9.1 Die Verfahrenskosten werden in der Regel der unterliegenden Partei 

auferlegt. Der unterliegenden Vorinstanz sind allerdings keine Verfah-

renskosten aufzuerlegen (Art. 64 Abs. 2 VwVG).  

Die im vorliegenden Verfahren entschiedene Rückweisung der Angele-

genheit an die Vorinstanz zur weiteren Abklärung gilt praxisgemäss als 

Obsiegen der Beschwerde führenden Partei (BGE 137 V 210 E. 7.1 und 

132 V 215 E. 6). Indessen wurde der in der Beschwerdeschrift ebenfalls 

gestellte Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung be-

reits mit Zwischenverfügung vom 22. Oktober 2012 abgewiesen. Die Kos-

ten für dieses Verfahren betreffend das Gesuch um Wiederherstellung der 

aufschiebenden Wirkung sind ermessensweise auf Fr. 150.– festzuset-

zen. Diese Kosten sind der Beschwerdeführerin aufzuerlegen und dem 

geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 400.– zu entnehmen. 

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Der Restbetrag ist der Beschwerdeführerin nach Eintritt der Rechtskraft 

des vorliegenden Urteils auf ein von ihr bekannt zu gebendes Konto zu-

rückzuerstatten. 

9.2 Die Beschwerdeinstanz kann der ganz oder teilweise obsiegenden 

Partei von Amtes wegen oder auf Begehren eine Entschädigung für ihr 

erwachsene notwendige und verhältnismässig hohe Kosten zusprechen 

(Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 des Reglements 

vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem 

Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Die Parteientschädi-

gung umfasst die Kosten der Vertretung sowie allfällige weitere notwendi-

ge Auslagen der Partei (Art. 8 VGKE). Die Beschwerdeführerin ist im vor-

liegenden Verfahren durch Rechtsanwältin lic. iur. Sandra Waldhauser 

vertreten. Ihr ist daher zu Lasten der Vorinstanz eine angemessene Par-

teientschädigung für die ihr entstandenen notwendigen Kosten zuzuspre-

chen. Da keine Kostennote eingereicht wurde, ist die Parteientschädi-

gung aufgrund der Akten auf Fr. 2'400.– festzusetzen (Art. 14 Abs. 2 

VGKE).  

 
Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die angefochtene 

Verfügung vom 3. August 2012 aufgehoben und die Sache an die Vorin-

stanz zurückgewiesen wird, damit diese im Sinne der Erwägungen neu 

über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin verfüge. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 150.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt. Sie werden mit dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 400.– 

verrechnet. Der Restbetrag wird der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet.  

  

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3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert 30 Tagen 

ab Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils eine Parteientschädi-

gung in der Höhe von Fr. 2'400.– auszurichten. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde; Beilage: Rückerstattungs-

formular) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

– das Bundesamt für Sozialversicherungen BSV (Gerichtsurkunde) 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Vera Marantelli Bianca Spescha 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten geführt werden, sofern die Voraussetzungen 

gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des Bundesgerichtsgesetzes vom 

17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben sind. Die Rechtsschrift hat die 

Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 

BGG). 

 

Versand: 26. November 2014