# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 89330572-0ec5-5b48-8266-d70f7d1b9dec
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-18
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs Basel-Landschaft 18.08.2020 420 20 136
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_005_420-20-136_2020-08-18.pdf

## Full Text

Entscheid der Aufsichtsbehörde Schuldbetreibung und Konkurs  

Basel-Landschaft  

 

vom 18. August 2020 (420 20 136) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) 

 

 

Vertrauensschutz bei der Neuberechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums 

(Art. 93 Abs. 1 SchKG) 

 

 
 
Besetzung  Präsident Roland Hofmann, Richter Philippe Spitz (Ref.), Richterin  

Barbara Jermann Richterich; Aktuar i.V. Raphael Müller 
  

 

Parteien  A. ____,  
Beschwerdeführer 

  gegen 

  Betreibungsamt Basel-Landschaft, Eichenweg 12, 4410 Liestal,  
Beschwerdegegner 

   

Gegenstand  Betreibungsrechtliche Beschwerde / Existenzminimumberechnung 

 

 

 

A. Mit Verfügung vom 27. Februar 2019 legte das Betreibungsamt Basel-Landschaft (fort-

an: Betreibungsamt) das Existenzminimum von A. ____ auf CHF 4'685.25 fest und verfügte 

eine stille Lohnpfändung von CHF 400.00. Am 12. Mai 2020 nahm das Betreibungsamt Basel-

Landschaft aufgrund hängiger Betreibungen eine Neuberechnung des Existenzminimums vor 

und setzte dieses auf CHF 3’355.00 fest. Gleichzeitig verfügte das Betreibungsamt, weiterhin 

unter Gewährung der stillen Lohnpfändung, die Pfändung des über das errechnete betreibungs-

rechtliche Existenzminimum hinausgehenden Mehrverdienstes. 

 

 
 
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B. Gegen diese Existenzminimumberechnung erhob A. ____ (fortan: Beschwerdeführer) 

am 27. Mai 2020 Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde über Schuldbetreibung- und Konkurs 

Basel-Landschaft und beantragte eine «Revision» der Existenzminimumberechnung vom 12. 

Mai 2020.  

C. In seiner Vernehmlassung vom 5. Juni 2020 beantragte das Betreibungsamt, es sei auf 

die Beschwerde nicht einzutreten, eventualiter sei sie abzuweisen.  

D. Mit Verfügung der Aufsichtsbehörde vom 11. Juni 2020 wurde der Schriftenwechsel ge-

schlossen und den Parteien der schriftliche Beschwerdeentscheid in Aussicht gestellt.  

Erwägungen 

1.1 Mit Ausnahme der Fälle, in denen das Gesetz den Weg der gerichtlichen Klage vor-

schreibt, kann gegen jede Verfügung eines Betreibungsamtes bei der Aufsichtsbehörde über 

Schuldbetreibung und Konkurs wegen Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit Beschwer-

de geführt werden. Wird eine Gesetzesverletzung oder Unangemessenheit geltend gemacht, so 

muss die Beschwerde gemäss Art. 17 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und 

Konkurs (SchKG, SR 281.1) innert zehn Tagen seit dem Zeitpunkt, in welchem der Beschwer-

deführer von der Verfügung Kenntnis erhalten hat, angebracht werden, ansonsten auf die Be-

schwerde nicht eingetreten werden kann. § 11 Abs. 1 EG SchKG hält fest, dass sich das betrei-

bungsrechtliche Beschwerdeverfahren vor dem Kantonsgericht nach dem Verwaltungsverfah-

rensgesetz Basel-Landschaft (VwVG, SGS 175) richtet, soweit das Bundesrecht keine Rege-

lung vorsieht. § 15 Abs. 1 VwVG verlangt, dass die Eingaben der Parteien ein klar umschriebe-

nes Begehren, die Angabe der Tatsachen und Beweismittel, eine Begründung sowie die Unter-

schrift der Parteien oder ihres Vertreters enthalten müssen. Der Beschwerdeantrag muss ent-

weder auf Aufhebung bzw. Änderung der angefochtenen Verfügung oder auf Vornahme einer 

betreibungsrechtlichen Massnahme gerichtet sein (Art. 21 SchKG).  

1.2 Der Beschwerdeführer ficht mit seiner Eingabe vom 27. Mai 2020 die Verfügung des 

Betreibungsamts zur Berechnung des Existenzminimums vom 12. Mai 2020 an, welche als An-

fechtungsobjekt einer Beschwerde nach Art. 17 SchKG zugänglich ist. Mangels eines Hinwei-

ses, wann die angefochtene Verfügung dem Beschwerdeführer zugestellt werden konnte, ist die 

Beschwerdeschrift durch Erhebung der Beschwerde am 27. Mai 2020 als gewahrt zu betrach-

ten. Der Beschwerdeführer beanstandet die fehlerhafte und unangemessene Berechnung des 

Existenzminimums, da die Rückzahlung seiner aufgelaufenen Steuerschulden nicht wie bis an-

hin als freier Eintrag bei der Berechnung der Lebenskosten berücksichtigt worden sei. Er ver-

langt eine entsprechende Revision der Existenzminimumberechnung. Eine Revision der Ein-

kommenspfändung ist durchzuführen, wenn sich während der Dauer der Einkommenspfändung 

die für die Bestimmung des pfändbaren Betrages massgebenden Verhältnisse hinsichtlich des 

Existenzminimums oder des Einkommens des Schuldners ändern (vgl. VONDER MÜHLL, Basler 

Kommentar SchKG, 2. Aufl. 2010, Art. 93 SchKG N 54). Sie ist beim Betreibungsamt geltend zu 

machen; bei veränderten Verhältnissen ist der Beschwerdeweg ausgeschlossen (BGer 

5A_392/2012 vom 19. Juli 2012 E. 2.2). In casu macht der Beschwerdeführer nicht die Verän-

http://www.bl.ch/kantonsgericht

 

 
 
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derung massgebender Verhältnisse im Sinne von Art. 93 Abs. 3 SchKG, sondern sinngemäss 

die Unangemessenheit der angefochtenen Existenzminimumberechnung geltend. Seine Einga-

be wird deshalb als Beschwerde gemäss Art. 17 SchKG entgegengenommen, zumal der Be-

schwerdeführer zuvor offenbar erfolglos eine Revision beim zuständigen Betreibungsamt ver-

langt hatte und die Anforderungen an Laienbeschwerden nicht allzu hoch anzusetzen sind. Die 

sachliche Zuständigkeit der Dreierkammer der Abteilung Zivilrecht des Kantonsgerichts zur Be-

handlung der Angelegenheit als Aufsichtsbehörde ergibt sich aus § 6 Abs. 3 lit. a EG SchKG. 

Auch die übrigen Prozess- und Rechtsmittelvoraussetzungen sind vorliegend erfüllt, so dass auf 

die Beschwerde einzutreten ist. 

2.1 Der Beschwerdeführer verlangt sinngemäss die Hinzurechnung einer vereinbarten mo-

natlichen Ratenzahlung bezüglich Steuerschulden in seinem Existenzminimum. Zur Begrün-

dung macht er geltend, bei der vorhergehenden Existenzminimumberechnung vom 27. Februar 

2019 sei eine vereinbarte Rentenzahlung zwecks Rückzahlung von Steuerschulden als freier 

Eintrag berücksichtigt worden. Er habe damals glaubhaft dargelegt, dass er in eine Schulden-

spirale komme, falls ein zu hoher Anteil seines Einkommens gepfändet würde. Ohne diesen 

freien Eintrag werde er seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können und erneut in 

die Schuldenspirale gelangen. Das Betreibungsamt ist dagegen der Auffassung, der Beschwer-

deführer lege nicht dar, inwiefern ihm bei der Berechnung des Existenzminimums ein Fehler 

unterlaufen sei. Er mache einzig geltend, dass er in eine Schuldenspirale geraten würde, wenn 

ihm die Rückzahlung seiner aufgelaufenen Steuerschulden nicht in Form einer Berücksichti-

gung derselben in der Existenzminimumberechnung gewährt werde. Dass dies in der Berech-

nung vom 27. Februar 2019 in Form eines freien Eintrages geschehen sei, gebe dem Be-

schwerdeführer keinen Anspruch auf Berücksichtigung in der revidierten Existenzminimumbe-

rechnung vom 27. Mai 2020, zumal gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung laufende und 

rückständige Steuerschulden nicht im Existenzminimum zu berücksichtigen seien.  

2.2 Gemäss Art. 93 Abs. 1 SchKG kann Erwerbseinkommen jeder Art so weit gepfändet 

werden, als es nach dem Ermessen des Betreibungsbeamten für den Schuldner nicht unbe-

dingt notwendig ist. Der Betreibungsbeamte hat die tatsächlichen Verhältnisse, die zur Ermitt-

lung des pfändbaren Erwerbseinkommens nötig sind, von Amtes wegen abzuklären. Es steht 

ihm dabei ein weitgehendes Ermessen zu, das pflichtgemäss auszuüben ist. Dies bedeutet ins-

besondere, dass sowohl den Interessen des Schuldners wie auch jenen des Gläubigers Rech-

nung getragen werden muss (BGE 119 III 70 E. 3b; KGE BL 420 15 7 vom 17. März 2015 E. 2). 

Grundlage der Berechnung des Existenzminimums eines Schuldners bilden gemäss Beschluss 

des Regierungsrates vom 18. August 2009 (RRB Nr. 1222) die Richtlinien der Konferenz der 

Betreibungs- und Konkursbeamten der Schweiz vom 1. Juli 2009 (SchKG-Richtlinien). Das von 

Art. 93 Abs. 1 SchKG dem Betreibungsbeamten eingeräumte Ermessen wird durch die Richtli-

nien nicht beschränkt (KOSKIEVICZ, Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, Art. 93 SchKG N. 

25). So können Abweichungen von den Ansätzen nach den SchKG-Richtlinien getroffen wer-

den, als der Betreibungsbeamte sie aufgrund der ihm im Einzelfall obliegenden Prüfung aller 

Umstände für angemessen hält (SchKG-Richtlinien Ziff. VI).  

2.3 Die SchKG-Richtlinien halten ausserdem in Ziff. III ausdrücklich fest, dass bei der Be-

rechnung des Notbedarfs die Steuern nicht zu berücksichtigen sind. Auch gemäss ständiger 

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bundesgerichtlicher und kantonaler Rechtsprechung finden laufende oder rückständige Steuer-

schulden des Schuldners keine Berücksichtigung in der Existenzminimumberechnung (statt 

vieler BGE 140 III 337 E. 4.4.1 ff.; KGE BL 420 13 211 vom 10. September 2013 E. 6). Diese 

Rechtsprechung wird von einem bedeutenden Teil der Lehre als massgebend bezeichnet (vgl. 

VONDER MÜHLL, Basler Kommentar SchKG, 2. Aufl. 2010, Art. 93 SchKG N 23; WINKLER, 

Schulthess Kommentar SchKG, 4. Aufl. 2017, Art. 93 SchKG N 55). Die Begründung liegt im 

Wesentlichen darin, dass die Bezahlung der Steuern nicht zum unbedingt notwendigen Le-

bensbedarf gehört, der Fiskus im Vergleich zu anderen Gläubigern nicht bevorzugt werden soll 

und keine Gewähr für die zweckentsprechende Verwendung besteht, wenn für die Steuern ein 

Zuschlag gewährt würde (KGE BL 420 13 211 vom 10. September 2013 E. 6). Eine Ausnahme 

wird lediglich bei ausländischen Arbeitnehmern gemacht, die der Quellensteuer unterliegen und 

entsprechend den um die Steuern reduzierten Lohn ausbezahlt erhalten (BGE 90 III 33 E. 1.2). 

Der Beschwerdeführer hat somit keinen Anspruch auf die Berücksichtigung seiner rückständi-

gen Steuerschulden in der Existenzminimumberechnung. Wie bereits festgehalten, kommt dem 

Betreibungsbeamten bei der Festlegung des Existenzminimums ein erhebliches Ermessen zu, 

welches neben den Interessen des Schuldners auch diejenigen des Gläubigers zu billigen hat. 

So steht es dem Betreibungsamt im Rahmen der Ausübung seines pflichtgemässen Ermessens 

frei, Positionen in der Existenzminimumberechnung, auf die der Schuldner ohnehin keinen An-

spruch hätte, im Zuge einer Neuberechnung nicht mehr zu berücksichtigen. Die Argumentation 

des Beschwerdeführers, der sich sinngemäss auf den Vertrauensschutz berufen möchte, geht 

vor diesem Hintergrund ins Leere. 

3. Die vorstehenden Erwägungen haben gezeigt, dass die Beschwerde des Schuldners 

abzuweisen ist. Für das Beschwerdeverfahren werden gemäss Art. 20a Abs. 2 Ziff. 5 SchKG 

keine Kosten erhoben. Die Zusprechung einer Parteientschädigung ist im betreibungsrechtli-

chen Beschwerdeverfahren gemäss Art. 62 Abs. 2 GebV SchKG nicht vorgesehen. 

 

Demnach wird erkannt: 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Kosten erhoben. 

Jede Partei trägt ihre eigenen Parteikosten selbst. 

Mitteilung an Parteien 

Regierungsrat als administrative Aufsichtsbehörde 

Präsident 

Roland Hofmann 

Aktuar i.V. 

Raphael Müller 

 

http://www.bl.ch/kantonsgericht