# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 863bd71e-8c1d-5844-aeec-ad39d6cd786d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-07-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.07.2018 E-3683/2017
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-3683-2017_2018-07-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-3683/2017 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  J u l i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Regula Schenker Senn, 

mit Zustimmung von Richter Markus König, 

Gerichtsschreiberin Annina Mondgenast. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Sri Lanka,  

vertreten durch MLaw Cora Dubach, Freiplatzaktion Basel, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 24. Mai 2017 / N (…). 

 

 

 

E-3683/2017 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 8. November 2016 in der Schweiz um 

Asyl und führte anlässlich der Befragung zur Person (BzP) vom 14. No-

vember 2016 und der Anhörung vom 14. Dezember 2016 zu den Asylgrün-

den im Wesentlichen Folgendes aus: 

Er sei sri-lankischer Staatsbürger tamilischer Ethnie, stamme aus der Stadt 

Kilinochchi und habe bis 2006 mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bru-

der in B._______, Distrikt C._______, gelebt. Die Schule habe er bis zur 

siebten Klasse besucht. Aufgrund des Kriegsausbruchs im Jahr 2006 sei 

er die darauffolgenden drei Jahre mit seiner Mutter zu Hause geblieben, 

weil die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) wahllos junge Leute 

zwangsrekrutiert hätten. Sein Vater, ein Mitglied der LTTE, sei im Januar 

2009 angeblich im Krieg erschossen worden und seine Mutter sowie sein 

Bruder seien im Mai 2009 bei einer Bombenexplosion gestorben. Danach 

habe er sich alleine in einer durch die SLA (Sri Lanka Army) kontrollierten 

Zone aufgehalten. Am 16. Mai 2009 habe die SLA viele Männer festgenom-

men. Auch er sei mit drei Männern zusammen entführt und an einen unbe-

kannten Ort im Distrikt D._______ gebracht worden. Dort hätten sie sieben 

Jahre lang neben dem Haus eines hochrangigen SLA-Beamten in Gefan-

genschaft gelebt. Unter ständiger Aufsicht von Soldaten habe er für den 

Beamten arbeiten müssen und sei von Ersteren geschlagen sowie be-

schimpft worden. Zu den Soldaten habe er keinen Kontakt gehabt, da sie 

Singalesisch gesprochen hätten. Der einzige Tamilisch sprechende Soldat 

E._______ sei wegen seiner strengen Art nicht zugänglich gewesen. Am 

24. April 2016 sei sein Mitgefangener F._______ bei einem Fluchtversuch 

erschossen worden. Nachdem die zwei anderen Mitgefangenen am 

12. Mai 2016 an einen unbekannten Ort gebracht worden seien, sei er rat-

los gewesen. Am Abend des 25. Mai 2016 sei ausnahmsweise die Stachel-

drahtzaunspirale entfernt worden und nur eine Wachperson anwesend ge-

wesen. Als diese weggegangen sei, sei er über den Zaun gesprungen be-

ziehungsweise darunter durchgekrochen und in den Wald geflohen. Nach 

einem Fussmarsch während zwei Nächten habe er am 27. Mai 2016, früh-

morgens einen hinduistischen Priester, der auf dem Weg zum Tempel ge-

wesen sei, getroffen. Dieser habe ihn zu einem Tamilen namens 

G._______ aus Kanada, der in Sri Lanka in den Ferien gewesen sei, ge-

bracht. Bis zum 5. Juni 2016 habe er mit G._______ zusammen bei einer 

tamilischen Familie in Vavuniya gewohnt. G._______ habe für eine (…) 

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Hilfsorganisation, die Ex-LTTE Mitgliedern zur Ausreise verhelfe, gearbei-

tet. Dieser habe ihm sodann seine (Beschwerdeführer) Geburtsurkunde, 

einen (auf den Namen des Sohnes von G._______ lautenden) gefälschten 

(…) Reisepass besorgt sowie seine Ausreise organisiert und finanziert. Zu-

dem habe er mit Hilfe von G._______ per Skype mit Mitgliedern einer (…) 

Menschenrechtsorganisation gesprochen. G._______ habe ihm Bilder von 

ausgereisten Ex-LTTE Mitgliedern gezeigt, weshalb er ihm vertraut habe. 

Gemäss G._______ könne er nicht in seine Heimat zurück, weil die Regie-

rung Rückkehrer verhafte. Die SLA sei vermutlich im Besitz seiner Fotos 

und würde ihn sicher suchen. Wegen des Krieges sowie der fehlenden Un-

terstützung von Tamilen durch die Regierung, könne er in seiner Heimat 

nicht frei leben und sich auch nicht registrieren lassen. Zu seinen Verwand-

ten habe er keinen Kontakt und er wisse nicht, wo sich diese aufhalten 

würden. Die Familie mütterlicherseits sei gegen die Heirat seiner Eltern so-

wie die Betätigungen des Vaters bei den LTTE gewesen. Am 8. Juni 2016 

sei er zusammen mit G._______ von Colombo in die Türkei geflogen, habe 

sich bis zum 2. November 2016 dort aufgehalten und sei dann über unbe-

kannte Länder am 8. November 2016 illegal in die Schweiz gelangt. 

Zu den Akten legte er eine Kopie seiner Geburtsurkunde (Registrierung 

vom (…) 2016 in Kilinochchi). G._______ habe das Original nicht rechtzei-

tig per Post schicken können beziehungsweise habe dieses nach Holland 

gesendet. Seinen gefälschten (…) Reisepass habe ihm G._______ am 

Flughafen in der Türkei weggenommen. 

B.  

Mit Verfügung vom 24. Mai 2017, eröffnet am 30. Mai 2017, verneinte die 

Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte sein 

Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz sowie deren 

Vollzug. 

C.  

Gegen diesen Entscheid erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 

29. Juni 2017 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht. Darin bean-

tragte er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung sowie die Gewäh-

rung von Asyl. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs festzustellen und ihm die vorläufige Auf-

nahme zu gewähren. 

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Feststellung der aufschiebenden 

Wirkung der Beschwerde, Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung 

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inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Bei-

ordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes nach Art. 110a AsylG 

(SR 142.31). 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. Juli 2017 stellte das Bundesverwaltungs-

gericht den rechtmässigen Aufenthalt des Beschwerdeführers in der 

Schweiz fest, wies die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung sowie um Beiordnung eines amtlichen Rechtsbeistandes ab 

und setzte ihm Frist zur Leistung eines Kostenvorschusses, der fristgerecht 

bezahlt wurde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

Der vorliegenden Beschwerde kommt von Gesetzes wegen aufschiebende 

Wirkung zu (vgl. Art. 42 AsylG und Art. 55 VwVG) und die Vorinstanz hat 

diese auch nicht entzogen, weshalb der entsprechende Antrag hinfällig ist. 

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2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).  

5.  

5.1 Zur Begründung des ablehnenden Asylentscheids qualifizierte die Vor-

instanz die Vorbringen des Beschwerdeführers als den Anforderungen an 

die Glaubhaftigkeit und an die Asylrelevanz nicht genügend, weshalb er die 

Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Nach seiner Flucht habe er sich nicht 

bemüht, amtliche Ausweisdokumente zu beschaffen und habe sich auch 

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nicht an eine Hilfsorganisation gewendet. Er habe nicht aufgeklärt, wie 

G._______ am (…) 2016 in den Besitz seiner Geburtsurkunde gelangt sei. 

Die Kopie der Geburtsurkunde stelle kein rechtsgenügliches Ausweisdoku-

ment dar; zudem sei eine Kopie manipulationsanfällig. Durch seine unzu-

länglichen Ausführungen zur Geburtsurkunde im Original stehe seine Iden-

tität nicht fest. Seine Erläuterungen zur Reiseroute sowie zu den Reiseum-

ständen seien vage, würden der allgemeinen Erfahrung widersprechen 

und zusammen mit den Aussagen zu den fehlenden Ausweisdokumenten 

erste Glaubhaftigkeitszweifel erwecken. Er sei nach sieben Jahren Haft auf 

einfache Art geflüchtet und habe weder den Ort der Gefangenschaft noch 

nähere Informationen zum SLA-Beamten in Erfahrung gebracht, weil er zu 

keiner Person Kontakt habe aufbauen können. Seine vagen Angaben habe 

er auf Nachfragen hin nicht zu konkretisieren vermögen. Es widerspreche 

jeglicher Lebenserfahrung, dass er im alltäglichen Umgang, obschon er mit 

mehreren Personen zusammen gewesen sei, keine Beziehung aufgebaut 

habe, was allenfalls bei Einzelhaft vorstellbar wäre. Seine diesbezüglichen 

Erklärungsversuche seien als behelfsmässige Schutzbehauptungen zu 

werten, welche die Zweifel an der Glaubhaftigkeit verstärken würden. Es 

könne nicht sein, dass die einzigen Personen, die er auf seiner Flucht ge-

troffen habe, ihn (als geflüchteten Gefangenen der SLA) ungeachtet des 

persönlichen Risikos unterstützt hätten. Obwohl G._______ gegenüber der 

neuen Regierung misstrauisch gewesen sei, habe er mit ihm zusammen 

wohnen können. Den Namen der Organisation, die Ex-LTTE Mitglieder un-

terstütze, kenne er trotz der Skype-Gespräche nicht und er weise keinen 

Bezug zu den LTTE auf. Zudem sei widersprüchlich, wie er den Priester 

getroffen habe. Die wesentlichen Sachverhaltselemente würden der allge-

meinen Erfahrung und Logik des Handelns widersprechen und seien somit 

nicht plausibel. Im Sinne einer Gesamtbetrachtung sei davon auszugehen, 

er habe das Geschilderte nicht selbst erfahren. Seine Vorbringen zu seiner 

Gefangenschaft seien daher unglaubhaft. Im Rahmen der Prüfung der sog. 

Risikofaktoren gemäss Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts 

sei festzuhalten, dass er nicht glaubhaft gemacht habe, vor seiner Ausreise 

asylrelevant verfolgt worden zu sein. Er sei bis Juni 2016 – sieben Jahre 

nach Kriegsende – in Sri Lanka wohnhaft gewesen. Allfällige im Ausreise-

zeitpunkt bestandene Risikofaktoren vermöchten kein Verfolgungsinte-

resse seitens der sri-lankischen Behörden auszulösen. Es sei nicht ersicht-

lich, weshalb er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka in den Fokus der Be-

hörden geraten und asylrelevant verfolgt würde. 

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5.2 In seiner Beschwerdeschrift bringt der Beschwerdeführer erstmals vor, 

er sei in seiner Gefangenschaft Ende 2015 während eines Monats von ei-

nem jeweils alkoholisierten Soldaten sexuell missbraucht worden. Dieser 

habe ihn geschlagen und ihm eine Flasche in den After gestossen. Aus 

Scham habe er dies niemandem erzählt. Bei der BzP sei die übersetzende 

Person weiblich gewesen und in der Anhörung habe er sich vor dem Vor-

wurf, dies nicht schon vorher erwähnt zu haben, gefürchtet. Er sei als (…)-

Jähriger festgenommen worden und habe als Minderjähriger keine Mög-

lichkeit gehabt, Identitätspapiere zu besitzen. Um sich diese ausstellen zu 

lassen, hätte er sich beim Dorfvorsteher melden müssen, was für ihn le-

bensgefährlich gewesen wäre. Er sei während den sieben Jahren Haft 

nicht registriert gewesen, weshalb er keinen Wohnsitz habe. Zu seiner Fa-

milie habe er keinen Kontakt und könne sie somit nicht um Hilfe bei der 

Ausstellung von Dokumenten bitten. G._______ habe ihm dies jedoch mit 

seinen Beziehungen und finanziellen Mitteln ermöglicht. Den Namen der 

Organisation habe G._______ aufgrund seiner Schleppertätigkeiten ab-

sichtlich nicht genannt. Um die Reise habe er (Beschwerdeführer) sich 

nicht selber kümmern und somit nicht wissen müssen, wo er durchgereist 

sei. Da er keine gültigen Reisedokumente gehabt habe, habe er sich ver-

steckt gehalten. Deshalb kenne er die Details der Reise nicht; zu den Fort-

bewegungsmitteln habe er hingegen genaue Angaben machen können. 

Aufgrund seiner Erzählungen werde klar, wie er einen inneren Prozess vor 

der Flucht durchlebt habe, als seine Mitgefangenen getötet oder ver-

schwunden seien und er ständig überwacht, eingeschüchtert sowie ge-

schlagen worden sei. Aus den Anhörungen sei ferner ersichtlich, dass der 

Priester auf dem Weg zum frühen Morgengebet gewesen sei und ihr Tref-

fen nicht nur mit Zufall und Glück, sondern mit der Uhrzeit zu tun gehabt 

habe. Zudem würden sich Geistliche ohne Eigennutz für andere einsetzen. 

Es sei die Aufgabe von G._______ gewesen, Leute aus Sri Lanka zu 

schleusen, weshalb sich dieser dadurch schon öfters in Gefahr begeben 

habe. Zu seiner siebenjährigen Haft habe er detaillierte Ausführungen ge-

macht (so zum Gelände mit entsprechender Zeichnung, zu den Alltagsar-

beiten, zu seinem Verhältnis zu den Soldaten sowie Mitgefangenen und 

zum durchlebten inneren Prozess vor der Flucht sowie zur Flucht selber). 

Die Soldaten hätten nur Singalesisch gesprochen, weshalb er von diesen 

nichts über den SLA-Beamten habe erfahren können. Wegen seiner Flucht 

aus der Gefangenschaft werde er mit hoher Wahrscheinlichkeit gesucht 

und bei einer allfälligen Rückkehr von den Behörden festgenommen oder 

verfolgt.  

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5.3 In der Zwischenverfügung vom 25. Juli 2017 erwog die Instruktionsrich-

terin im Zusammenhang mit der festgestellten Aussichtslosigkeit der Be-

schwerde, 

„[…] dass das SEM in seinen Erwägungen mit umfassender, überzeugen-

der sowie hinlänglich auf die Akten und die Praxis abgestützter Begrün-

dung zur zutreffenden Erkenntnis gelangt ist, die Vorbringen des Be-

schwerdeführers würden weder den Anforderungen von Art. 7 AsylG an die 

Glaubhaftmachung eines Asyl begründenden Sachverhalts noch jenen von 

Art. 3 AsylG an die die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit genügen, wes-

halb er keinen Anspruch auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und 

auf Gewährung des Asyls habe, 

dass das SEM ebenso die verfügte Wegweisung und die Anordnung des 

Wegweisungsvollzuges gesetzes- und praxiskonform erwogen hat, 

dass auf diese Erwägungen verwiesen werden kann und darin kein Grund 

zur Beanstandung zu erblicken sein dürfte, 

dass der Inhalt der Beschwerde zu keiner anderen Betrachtungsweise füh-

ren dürfte, 

dass der Beschwerdeführer zu seinen Mitgefangenen trotz der siebenjäh-

rigen gemeinsamen Gefangenschaft keine näheren Angaben machen 

konnte, 

dass es unglaubhaft erscheinen dürfte, dass während der ganzen Zeit 

kaum Interaktionen mit den Soldaten stattgefunden hätten, 

dass der erstmals mit der Beschwerde geltend gemachte sexuelle Miss-

brauch durch einen Soldaten als nachgeschoben erachtet werden dürfte,  

dass der Beschwerdeführer anlässlich der Befragung zur Person und der 

Anhörung auf seine Rechte und Pflichten hingewiesen wurde, 

dass er genügend Gelegenheit gehabt hätte, dieses Ereignis zu erwähnen 

und auch ein rein männliches Befragungsteam hätte verlangen können,  

dass nicht glaubhaft erscheinen dürfte, dass nach dem Fluchtversuch sei-

nes Mitgefangenen am 24. April 2016 einen Monat später die Stachel-

drahtspirale entfernt und gleichzeitig die Wache auf einen Soldaten redu-

ziert worden sei, 

dass davon auszugehen sein dürfte, dass der Beschwerdeführer die letz-

ten sieben Jahre seiner tatsächlichen Biografie verheimlicht, weshalb man-

gels Hinweisen auf sein näheres Umfeld auch der Wegweisungsvollzug zu 

Recht angeordnet worden sein dürfte […]“. 

6.  

6.1 Die Vorinstanz ist in ihren Erwägungen zur zutreffenden Erkenntnis ge-

langt, die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verfolgungsvorbrin-

gen würden den Anforderungen an die Glaubhaftmachung nach Art. 7 

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AsylG und an die Asylrelevanz nach Art. 3 AsylG nicht genügen, weshalb 

er die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle. Auf die betreffenden Erwägun-

gen der Vorinstanz gemäss angefochtener Verfügung und Zusammenfas-

sung in E. 5.1 kann zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen wer-

den; sie sind nicht zu beanstanden. Wie in der Zwischenverfügung vom 

25. Juli 2017 ausgeführt, ist die Beschwerde aussichtslos. Auf die oben zi-

tierten Erwägungen dieser Zwischenverfügung kann ebenfalls verwiesen 

werden. Die vorinstanzlichen Erkenntnisse zeichnen sich einerseits durch 

eine umfassende Aktenabstützung und andererseits durch ihre Ausgewo-

genheit aus, indem für und gegen die Glaubhaftigkeit der relevanten Anga-

ben sprechende Elemente erfasst, abgewogen und in das klare Gesamter-

gebnis eingebunden wurden. Der Inhalt der Beschwerde vermag die wider-

sprüchlichen sowie unplausiblen Vorbringen nicht zu klären. Der Be-

schwerdeführer konnte insbesondere die Beziehung zu seinen Mitgefan-

genen nicht einlässlicher darlegen, obschon sie während der angeblichen 

siebenjährigen Gefangenschaft auf engstem Raum in einem Zimmer ge-

lebt hätten (vgl. SEM-Akten A7 S. 11). Weiter ist selbst unter Berücksichti-

gung der Ausführungen in der Beschwerde nicht nachvollziehbar, dass er 

sich zwar an die Art der Reise in die Schweiz, aber nicht an die einzelnen 

Stationen erinnern kann. Obwohl er bei der Anhörung und der BzP mehr-

mals darauf hingewiesen wurde, ausführlicher auszusagen (vgl. A7 S. 8, 

12, 17 f.; A4 S. 8, 15), blieben seine Sachverhaltsergänzungen vage. Sei-

nem angeblich durchlebten inneren Prozess vor der Flucht lassen sich zu-

dem keine Gefühlsäusserungen oder Gedankengänge entnehmen. Seine 

Vorbringen zur siebenjährigen Gefangenschaft enthalten weder detaillierte 

noch nachvollziehbare Sachverhaltselemente, die den Eindruck des 

Selbsterlebten erwecken würden und sind deshalb nicht glaubhaft. Dem-

zufolge ist der Einwand der drohenden Verfolgung des Beschwerdeführers 

durch die SLA aufgrund seiner Flucht aus der Gefangenschaft ebenfalls 

unglaubhaft. Die auf Beschwerdeebene erstmals vorgebrachten sexuellen 

Missbräuche des Beschwerdeführers durch einen Soldaten während der 

Gefangenschaft sind nicht genügend substanziiert. Er schilderte weder den 

Ablauf der Übergriffe noch seine damalige Gefühlslage. Seine Begrün-

dung, er habe dies aus Scham nicht früher erzählen können, vermag nichts 

daran zu ändern, dass die geltend gemachten Missbräuche als nachge-

schoben zu erachten sind und in diesem Kontext aufgrund seiner nicht 

glaubhaft gemachten Gefangenschaft ebenfalls als unglaubhaft einzustu-

fen sind. Er weist zudem keinen persönlichen Bezug zu den LTTE auf (vgl. 

A7 S. 7) und macht – trotz der angeblichen LTTE-Betätigungen seines Va-

ters – keine Reflexverfolgung geltend. Zudem hat er sich nicht bemüht, 

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Identitätsdokumente zu beschaffen (vgl. A7 S. 2). Weiter gehört der Be-

schwerdeführer selber keiner der in BVGE 2011/24 E. 8 definierten Risiko-

gruppen an und erfüllt keine risikobegründenden Faktoren gemäss Urteil 

des Bundesverwaltungsgerichts E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 E. 8 (als 

Referenzurteil publiziert). 

6.2 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers zutreffend verneint und das Asyl-

gesuch abgelehnt hat. 

7.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine aus-

länderrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Er-

teilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeord-

net (Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen der 

Schweiz (insb. Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 FK, Art. 25 Abs. 3 BV, 

Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und an-

dere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder 

Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK) einer Weiterreise der Ausländerin 

oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat ent-

gegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der 

Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im 

Heimat- oder Herkunftsstaat aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürger-

krieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer Notlage konkret gefährdet 

sind. Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von 

Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. Der Vollzug ist 

schliesslich nicht möglich, wenn die Ausländerin oder der Ausländer weder 

in den Heimat- oder in den Herkunftsstaat noch in einen Drittstaat ausrei-

sen oder dorthin gebracht werden kann (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

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Seite 11 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2 Die Vorinstanz hat in der angefochtenen Verfügung mit zutreffender 

Begründung erkannt, dass der in Art. 5 AsylG verankerte Grundsatz der 

Nichtrückschiebung mangels Erfüllung der Flüchtlingseigenschaft keine 

Anwendung findet und keine anderweitigen völkerrechtlichen Vollzugshin-

dernisse erkennbar sind. Gemäss Rechtsprechung des Bundesverwal-

tungsgerichts lassen weder die Zugehörigkeit zur tamilischen Ethnie noch 

die allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka den Wegweisungs-

vollzug als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil E-1866/2015 E. 12.2 f.). Wei-

ter ändert der Ausgang der Kommunalwahlen vom 10. Februar 2018 nichts 

an der Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts betreffend die Verfol-

gungssituation von nach Sri Lanka zurückkehrenden Tamilen. Insofern ist 

an der Lageeinschätzung im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts             

E-1866/2015 festzuhalten. Auch der Europäische Gerichtshof für Men-

schenrechte (EGMR) hat wiederholt festgestellt, dass nicht generell davon 

auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe in Sri Lanka eine un-

menschliche Behandlung. Eine Risikoeinschätzung müsse im Einzelfall 

vorgenommen werden (vgl. Urteil des EGMR R.J. gegen Frankreich vom 

19. September 2013, 10466/11, Ziff. 37). Aus den Akten ergeben sich keine 

konkreten Anhaltspunkte dafür, dass er bei einer Rückkehr nach Sri Lanka 

dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, 

die über einen so genannten „Background Check“ (Befragung und Über-

prüfung von Tätigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden, oder 

dass er persönlich gefährdet wäre. Der Vollzug der Wegweisung ist somit 

zulässig. 

Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und den 

LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen. Aktuell herrscht in Sri Lanka we-

der Krieg noch eine Situation allgemeiner Gewalt. Der Wegweisungsvoll-

zug in die Nordprovinz ist zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen 

Zumutbarkeitskriterien (insbesondere Existenz eines tragfähigen familiä-

ren oder sozialen Beziehungsnetzes sowie Aussichten auf eine gesicherte 

Einkommens- und Wohnsituation) bejaht werden kann (vgl. Urteil 

E-1866/2015 E. 13.2). Wie die Vorinstanz zutreffend ausgeführt hat, ist der 

Vollzug der Wegweisung aufgrund des langjährigen letzten Wohnsitzes 

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Seite 12 

des Beschwerdeführers im Distrikt D._______ in der Nordwestprovinz, sei-

nes jungen Alters, seiner guten Gesundheit, seiner Arbeitsfähigkeit und 

schulischen Bildung zumutbar. Er hat sich überdies offensichtlich nicht be-

müht, den Kontakt zu seinen Verwandten oder weiteren Bekannten herzu-

stellen (vgl. A7 S. 5 f.). Aufgrund fehlender Anhaltspunkte zu seinen Bezie-

hungen und allfälligen Tätigkeiten während der letzten Jahre, können sein 

Beziehungsnetz sowie seine Einkommens- und Wohnsituation in seiner 

Heimat vorliegend nicht weiter überprüft werden. 

Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständigen 

Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Reise-

dokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

8.3 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. 

Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Es erübrigt sich, auf den Inhalt der Be-

schwerde noch näher einzugehen. Die Beschwerde ist als offensichtlich 

unbegründet abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der in dieser Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur Be-

zahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-3683/2017 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Der in derselben Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezah-

lung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Regula Schenker Senn Annina Mondgenast 

 

 

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