# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ad415a9-708e-5f91-a756-fdcde1dfb161
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-08-06
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 06.08.2008 BK.2008.5
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_BK-2008-5_2008-08-06.pdf

## Full Text

Entscheid vom 6. August 2008  
I. Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Vorsitz, 
Tito Ponti und Alex Staub,  
Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 
Parteien 

  
A., vertreten durch Rechtsanwalt Ruedi Portmann, 

 
Gesuchsteller 

 
 gegen 
   

BUNDESANWALTSCHAFT, 
 

Gesuchsgegnerin 
 

Gegenstand  Entschädigung bei Einstellung (Art. 122 BStP) 

 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

Geschäftsnummer:  BK.2008.5 
 
 
 

 

 

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Sachverhalt: 
 

A. Infolge eines Fesselballonunglücks vom 23. Juli 2004 in Z. eröffnete die 
Bundesanwaltschaft am 27. Juli 2004 ein gerichtspolizeiliches Ermittlungs-
verfahren gegen unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung 
(Art. 117 StGB) und der fahrlässigen schweren Körperverletzung (Art. 125 
Abs. 2 StGB) (Akten BA/EAI/6/04/0809, pag. 01 00 0001). Mit Verfügung 
vom 21. März 2005 dehnte sie dieses Verfahren u. a. auf A. aus (Akten 
BA/EAI/6/04/0809, pag. 01 00 0004). Nach Abschluss der Eidgenössischen 
Voruntersuchung stellte die Bundesanwaltschaft am 4. April 2008 das ge-
gen A. geführte Verfahren in Anwendung von Art. 120 BStP ein (act. 8.1). 
 
 

B. Mit Gesuch vom 14. April 2008 gelangte A. an die Bundesanwaltschaft und 
ersuchte um Ausrichtung einer Entschädigung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 
BStP im Umfang von Fr. 12'995.50 (inkl. MwSt.; act. 1).  

 
Die Bundesanwaltschaft leitete das Gesuch am 28. April 2008 zuständig-
keitshalber an die I. Beschwerdekammer weiter und beantragte, dem Ent-
schädigungsbegehren zu entsprechen (act. 2). 
 
Mit Verfügung vom 30. April 2008 forderte der Präsident der I. Beschwer-
dekammer A. u. a. auf, den oder die Zahlungsnachweise für die als Scha-
den geltend gemachten Anwaltshonorare nachzureichen. Die Bundesan-
waltschaft wurde demgegenüber u. a. aufgefordert, der I. Beschwerde-
kammer darzulegen, welches die Gründe für die Einleitung der Strafunter-
suchung gegen A. waren (act. 3).  
 
Mit Eingabe vom 2. Mai 2008 führte der Vertreter von A. der I. Beschwer-
dekammer gegenüber aus, sein Klient sei rechtsschutzversichert. Die 
Rechtsschutzversicherung habe die A. gestellten Honorarrechnungen für 
diesen vorfinanziert und ihn aufgrund von Ziff. B 2.5 der allgemeinen Ver-
tragsbedingungen (act. 4.1) verpflichtet, ihr die ihm zugesprochenen Par-
teientschädigungen zu erstatten. Er selber sei Kooperationsanwalt der 
Rechtsschutzversicherung und betreue eine gewisse Anzahl von Fällen 
dieser Versicherung; die Überweisung seiner Honorare sei in diesem Falle 
im Rahmen einer Sammelüberweisung erfolgt, weshalb es nicht ohne wei-
teres möglich sei, die einzelnen Überweisungen nachzuweisen. Die dem 
Gesuch beiliegenden Fakturadetailkopien zeigten jedoch im Einzelnen sei-
ne in diesem Fall getätigten Aufwendungen (act. 4). 

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Mit Eingabe vom 21. Mai 2008 erläuterte die Bundesanwaltschaft die Um-
stände, welche zur Ausdehnung des Verfahrens gegen A. geführt haben 
(act. 9). 
 
Die jeweiligen Eingaben wurden den Parteien am 28. Mai 2008 wechselsei-
tig zur Kenntnis gebracht (act. 10 und 11). 
 
Auf die Ausführungen der Parteien und die eingereichten Akten wird, so-
weit erforderlich, in den rechtlichen Erwägungen Bezug genommen.  
 
 
 
Die I. Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 
 

1. Die Zuständigkeit der I. Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts zum 
Entscheid über Entschädigungsbegehren ergibt sich aus Art. 122 Abs. 3 
BStP i.V.m. Art. 28 Abs. 1 lit. b SGG und Art. 9 Abs. 2 des Reglements vom 
20. Juni 2006 für das Bundesstrafgericht (SR 173.710). Das Eintreten der 
I. Beschwerdekammer auf ein Entschädigungsgesuch setzt voraus, dass 
das Strafverfahren oder das Ermittlungsverfahren (Art. 122 Abs. 4 BStP) 
mittels eines formellen Einstellungsentscheides eingestellt wurde (TPF 
BK.2008.3 vom 20. Februar 2008, BK.2006.14 vom 12. April 2007 E. 1.2 
und BK.2006.2 vom 10. März E. 1.2). Fristerfordernisse bestehen demge-
genüber im Entschädigungsverfahren nach dem Bundesstrafprozessrecht 
keine. 

 
 
2. Dem Beschuldigten, gegen den die Untersuchung eingestellt wird, ist auf 

Begehren eine Entschädigung für die Untersuchungshaft und für andere 
Nachteile, die er erlitten hat, auszurichten. Die Entschädigung kann ver-
weigert werden, wenn der Beschuldigte die Untersuchungshandlungen 
durch ein verwerfliches oder leichtfertiges Benehmen verschuldet oder er-
schwert hat (Art. 122 Abs. 1 BStP). 

 
 
3.  
3.1 Als „andere Nachteile“ im Sinne von Art. 122 BStP gelten insbesondere 

auch die dem Beschuldigten entstandenen Verteidigungskosten, wenn der 
Beizug des Verteidigers zulässig war – was bei einem gerichtspolizeilichen 
Ermittlungsverfahren und einer eidgenössischen Voruntersuchung gemäss 
Art. 35 Abs. 1 BStP zu jedem Zeitpunkt der Fall ist – und wenn die Kosten 
unmittelbar durch das Verfahren bedingt und aus Vorkehren entstanden 

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sind, die sich bei sorgfältiger Interessenwahrung als geboten erweisen oder 
doch in guten Treuen verantworten lassen (BGE 115 IV 156 E. 2c S. 159; 
vgl. zum Ganzen auch TPF BK_K 002-006/04 vom 6. Juli 2004 jeweils 
E. 2.1). 

 
3.2 Der Gesuchsteller beantragt für die angefallenen Verteidigungskosten eine 

Entschädigung in der Höhe von Fr. 12'995.50. Gemäss Gesuch und den 
eingereichten Fakturadetailkopien (act. 1 und 1.2 bis 1.7) beinhaltet dieser 
Betrag einen Honoraranteil von Fr. 11'361.60 (42.08 Stunden à Fr. 270.--) 
sowie Auslagen im Betrag von Fr. 716.--, zuzüglich MwSt. im Betrag von 
Fr. 917.90.  
 
Ein leichtfertiges oder verwerfliches Verhalten des Gesuchstellers, das für 
die Durchführung oder Erschwerung der Strafuntersuchung ursächlich ge-
wesen wäre, ist weder behauptet noch ersichtlich. Der Beizug eines Vertei-
digers war vorliegend angesichts der Schwere der Tatvorwürfe ohne weite-
res zulässig. Ebenso war ein solcher geboten, da der Beschuldigte über 
keine strafrechtlichen Kenntnisse verfügt und der Tatverdacht der fahrläs-
sigen Tötung bzw. der fahrlässigen schweren Körperverletzung schwer 
wiegt. 
 
Der Gesuchsteller macht für die Verfahrensdauer bis zur Einstellung des 
Strafverfahrens durch die Gesuchsgegnerin einen Arbeitsaufwand von total 
42.08 Stunden geltend. Der geltend gemachte Aufwand erscheint ausge-
wiesen und anhand der Schwere der Tatvorwürfe auch gerechtfertigt. Der 
Gesuchsteller kann im genannten Umfang eine entschädigungsberechtigte 
Tätigkeit seines Verteidigers geltend machen. 
 
Die Verordnung vom 22. Oktober 2003 über die Kosten der Bundesstraf-
rechtspflege (SR 312.025) enthält keine Bestimmungen über die Anwalts-
entschädigung, weshalb in ständiger Praxis für die Bemessung des Hono-
rars das Reglement vom 26. September 2006 über die Entschädigungen in 
Verfahren vor dem Bundesstrafgericht (SR 173.711.31) zur Anwendung ge-
langt (TPF BK.2005.3 vom 11. Mai 2005 E. 4). Das Reglement sieht in 
Art. 3 Abs. 1 einen Stundenansatz von mindestens 200 und höchstens 
300 Franken vor. In Berücksichtigung der tatsächlichen und rechtlichen 
Schwierigkeiten des Falles, welche nicht als überdurchschnittlich zu bewer-
ten sind, erscheint vorliegend ein Stundenansatz von Fr. 220.-- (exkl. 
MwSt.) für die von Rechtsanwalt Portmann geleisteten Arbeiten als ange-
messen. Der vom Gesuchsteller geltend gemachte Stundenansatz von Fr. 
270.-- (exkl. MwSt.) ist bei der Festlegung der Entschädigung entsprechend 
herabzusetzen.  

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Rechtsanwalt Portmann stellte für die drei in Y. durchgeführten Einvernah-
men, an denen er teilnahm, jeweils Reisespesen im Umfang von Fr. 226.-- 
bzw. Fr. 227.-- in Rechnung. Er bezog sich hierbei offenbar auf die Fahr-
strecke von etwas über 110 Kilometern zwischen Z. und Y. Die Benutzung 
eines privaten Fahrzeuges für diese Strecke erscheint nicht notwendig, 
weshalb gemäss Art. 6 Abs. 1 lit. a der Verordnung vom 22. Oktober 2003 
über die Kosten der Bundesstrafrechtspflege (SR.312.025) für Reisekosten 
der Preis für eine Fahrkarte mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zweiter Klasse 
(inkl. Rückfahrt), vergütet wird. Dieser beträgt für die Strecke Z. – Y. 
(inkl. Rückfahrt) derzeit Fr. 70.--. Die geltend gemachten Reisespesen sind 
pro Einvernahmetermin auf diesen Betrag zu kürzen.  
 

3.3 Dem Gesuchsteller steht nach dem Gesagten ein Entschädigungsanspruch 
für Verteidigungskosten in der Höhe von Fr. 10'225.85 zu (42.08 Stunden à 
Fr. 220.--, ausmachend Fr. 9'257.60, zuzüglich Fr. 246.-- für Auslagen, ins-
gesamt ausmachend Fr. 9'503.60, zuzüglich 7,6 % MwSt., ausmachend 
Fr. 722.25). 

 
 
4.  
4.1 Vorliegend hat – den Ausführungen des Gesuchstellers zufolge – die 

Rechtsschutzversicherung B. die dem Gesuchsteller in Rechnung gestell-
ten Honorarforderungen für diesen vorfinanziert. Der Rechtsanwalt macht 
denn auch in seiner Eingabe vom 2. Mai 2008 geltend (act. 4), dass die 
Bezahlung seiner Honorare in diesem Fall mittels Sammelüberweisung 
durch die Versicherung erfolgt sei. Gemäss Ziff. B 2.5 der allgemeinen Ver-
tragsbedingungen zur Rechtsschutzversicherung sind jedoch die dem Ver-
sicherten gerichtlich oder aussergerichtlich zugesprochenen Prozess- und 
Parteientschädigungen der Rechtsschutzversicherung B. bis zur Höhe der 
erbrachten Leistungen zu erstatten bzw. abzutreten (act. 4.1). 

 
4.2 Eine Entschädigung wird nur für die dem Betroffenen tatsächlich erwach-

senen Verteidigungskosten zugestanden. Übernimmt ein Dritter die Ausla-
gen für die Verteidigung und ist der Beschuldigte weder gesetzlich noch 
vertraglich zur Rückerstattung an diesen verpflichtet, so kann der Beschul-
digte diese Kosten nicht als notwendige Auslagen geltend machen  
(vgl. WALLIMANN BAUR, Entschädigung und Genugtuung durch den Staat an 
unschuldig Verfolgte im ordentlichen zürcherischen Untersuchungsverfah-
ren, Diss. Zürich 1998, S. 108 m.w.H.). 

 
4.3 Dem Gesuchsteller sind zwar gegenwärtig keine tatsächlichen Verteidi-

gungskosten entstanden, dieser ist jedoch vertraglich zur Rückerstattung 

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des von der Rechtsschutzversicherung B. beglichenen Betrages verpflich-
tet (act. 4.1). Der Gesuchsteller ist demnach befugt, den Entschädigungs-
anspruch für die entstandenen Verteidigungskosten im eigenen Namen gel-
tend zu machen. Vorliegend rechtfertigt es sich jedoch aufgrund der in 
Ziff. B 2.5 der allgemeinen Vertragsbedingungen zur Rechtsschutzversi-
cherung statuierten Rückerstattungspflicht des Gesuchstellers die Ent-
schädigung von Fr. 10'225.85 direkt an die Rechtsschutzversicherung B. zu 
überweisen (vgl. auch TPF BK.2006.11 vom 19. Januar 2007 E. 4). Der 
Gesuchsteller hat hierzu der Gesuchsgegnerin die entsprechende Konto-
verbindung anzugeben. 

 
 
5.  
5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der zu einem Fünftel unterliegen-

de Gesuchsteller einen reduzierten Anteil an den Gerichtskosten zu tragen 
(Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 66 Abs. 1 BGG). Die reduzierte Gerichts-
gebühr wird auf Fr. 300.-- festgesetzt (Art. 245 Abs. 2 BStP und Art. 3 des 
Reglements vom 11. Februar 2004 über die Gerichtsgebühren vor dem 
Bundesstrafgericht, SR 173.711.32), unter Anrechnung des geleisteten 
Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 1'500.--. Die Bundesstrafgerichts-
kasse wird angewiesen, dem Gesuchsteller Fr. 1'200.-- zurückzuerstatten. 

 
5.2 Der Aufwand des Rechtsvertreters für das vorliegende Verfahren vor der 

I. Beschwerdekammer wurde bei der Festlegung der Entschädigung nach 
Art. 122 BStP noch nicht berücksichtigt. Die Gesuchsgegnerin hat deshalb 
dem Rechtsvertreter des Gesuchstellers für das Verfahren vor der I. Be-
schwerdekammer eine reduzierte Entschädigung in der Höhe von Fr. 300.--  
auszurichten (inkl. Auslagen und MwSt.; Art. 245 Abs. 1 BStP i.V.m. Art. 68 
Abs. 1 BGG und Art. 3 Abs. 1 und 2 des Reglements vom 26. September 
2006 über die Entschädigungen in Verfahren vor dem Bundesstrafgericht 
[SR 173.711.31]). 

 

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Demnach erkennt die I. Beschwerdekammer: 
 
1. Das Gesuch wird teilweise gutgeheissen und der Gesuchsteller ist für das 

eingestellte Strafverfahren mit insgesamt Fr. 10'225.85 (inkl. MwSt.) zu ent-
schädigen. Die Gesuchsgegnerin wird angewiesen, den Betrag von 
Fr. 10'225.85 direkt der Rechtsschutzversicherung B. zu überweisen. Der 
Gesuchsteller hat der Gesuchsgegnerin hierzu die entsprechende Kontover-
bindung anzugeben. 

 
2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 300.-- wird dem Gesuchsteller auferlegt und mit 

dem geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. Die Bundesstrafgerichtskasse 
hat dem Gesuchsteller Fr. 1'200.-- zurückzuerstatten. 

 
3. Die Gesuchsgegnerin hat den Gesuchsteller für das Verfahren vor der I. Be-

schwerdekammer mit Fr. 300.-- (inkl. MwSt.) zu entschädigen.  
 
 

Bellinzona, 6. August 2008 
 
Im Namen der I. Beschwerdekammer 
des Bundesstrafgerichts 
 
Der Präsident:    Der Gerichtsschreiber:  
 
 
 
i.V. Alex Staub, 
Bundesstrafrichter 
 
 
 
 
 
Zustellung an 
 
- Rechtsanwalt Ruedi Portmann 
- Bundesanwaltschaft 
 
 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diesen Entscheid ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.