# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f7d3f9d3-93a2-5297-b286-8d48bcf2d60a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-02-26
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 26.02.2015 D-3851/2014
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3851-2014_2015-02-26.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung IV 

D-3851/2014 

 

 

  U r t e i l  v o m  2 6 .  F e b r u a r  2 0 1 5  

Besetzung 

 
Richter Hans Schürch (Vorsitz), 

Richter Markus König, 

Richter Yanick Felley,    

Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. 

   Parteien 
 

A._______, geboren (…), 

Sudan,   

vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan LL.M., 

Advokatur Kanonengasse,  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM, 

zuvor Bundesamt für Migration [BFM]), 

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des BFM vom 10. Juni 2014 / N (…). 

 

 

D-3851/2014 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer, ein Angehöriger der "Folfolde" beziehungsweise 

des Stammes Al-Falata oder B._______ aus C._______ im D._______ im 

Sudan, habe sein Heimatland gemäss eigenen Aussagen am 21. Juli 2009 

verlassen und sich im Anschluss an die Ausreise während vier Tagen in 

E._______ aufgehalten. Anschliessend sei er nach F._______ gelangt, wo 

man ihm die Fingerabdrücke genommen habe und wo er bis am 6. Juli 

2012 geblieben sei. Danach sei er über G._______ am folgenden Tag in 

die Schweiz gereist. Weder in F._______ noch in G._______ habe er um 

Asyl nachgesucht. In der Schweiz stellte er am 8. Juli 2012 ein Asylgesuch. 

Am 12. Juli 2012 wurde er in H._______ zur Person befragt und am 14. 

April 2014 führte das SEM eine Anhörung durch.  

Der Beschwerdeführer machte geltend, er habe in C._______ bis zum elf-

ten Schuljahr die Schule besucht, diese dann abgebrochen und bis 2009 

als Händler gearbeitet. Seit dem Besuch der Sekundarschule sei er Mit-

glied der "Abna Rawabit Darfur" beziehungsweise des Justice and Equality 

Movements (JEM) gewesen und habe für Darfur Hilfsgelder gesammelt. 

Monatlich habe er die gesammelten Geldbeträge zwei Mitgliedern des JEM 

übergeben; diese hätten das Geld der Bewegung in Dafur weitergeleitet. 

Nach der Festnahme der beiden Mittelsmänner seien die sudanesischen 

Behörden im Juni 2009 an seinem Wohnort vorbeigekommen und hätten 

ihn gesucht. Seine Mutter und/oder ein Mitglied des JEM habe ihm telefo-

nisch zur Flucht geraten. In der Schweiz sei er exilpolitisch aktiv.  

Zur Untermauerung seiner Vorbringen reichte der Beschwerdeführer eine 

Geburtsurkunde, eine Bescheinigung des abgeschlossenen Studiums so-

wie verschiedene Beweismittel über das geltend gemachte exilpolitische 

Engagement zu den Akten. 

B.  

Mit Verfügung vom 10. Juni 2014 – eröffnet am folgenden Tag – stellte das 

SEM fest, dass der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht er-

fülle, und lehnte sein Asylgesuch ab. Er wurde aus der Schweiz weggewie-

sen, und es wurde der Vollzug der Wegweisung angeordnet. Auf die Be-

gründung wird in den nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen. 

C.  

Mit Eingabe vom 10. Juli 2014 liess der Beschwerdeführer Beschwerde an 

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das Bundesverwaltungsgericht erheben und um vollumfängliche Aufhe-

bung der angefochtenen Verfügung und um Feststellung der Flüchtlingsei-

genschaft, sowie eventualiter um Gewährung der vorläufigen Aufnahme in-

folge fehlender Zulässigkeit beziehungsweise Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs ersuchen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht begehrte er die 

Gewährung der vollständigen unentgeltlichen Prozessführung unter Ein-

schluss des Verzichts auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Hin-

sichtlich der Begründung wird auf die nachfolgenden Erwägungen verwie-

sen. 

D.  

Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 21. Juli 2014 

wurde dem Beschwerdeführer mitgeteilt, dass er den Ausgang des Be-

schwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten könne. Es wurde zudem 

festgestellt, dass die angefochtene Verfügung bezüglich der Frage der 

Asylgewährung in Rechtskraft erwachsen sei. Das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung wurde gutgeheissen, auf die Erhebung 

eines Kostenvorschusses wurde verzichtet und lic. iur. Tarig Hassan, 

LL.M., wurde dem Beschwerdeführer als unentgeltlicher Rechtsbeistand 

beigeordnet. Das SEM wurde zur Vernehmlassung eingeladen.  

E.  

Mit Schreiben vom 25. Juli 2014 reichte das SEM die Vernehmlassung zu 

den Akten. Dazu wurde dem Beschwerdeführer mit Zwischenverfügung 

vom 29. Juli 2014 die Möglichkeit einer Stellungnahme gewährt.  

F.  

Mit Eingabe vom 13. August 2014 nahm der Beschwerdeführer zur vo-

rinstanzlichen Vernehmlassung Stellung und legte nebst der Kostennote 

vom 13. August 2014 Kopien von Internetbeiträgen sowie Teile von deren 

Übersetzungen und Fotos ins Recht.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

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zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist 

einzutreten. 

2.  

Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht (einschliesslich 

Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige und 

unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gerügt 

werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

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Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM legte zur Begründung seiner Verfügung vom 10. Juni 2014 

hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Vorflucht-

gründe dar, diese würden insgesamt den Anforderungen an die Glaubhaft-

machung nicht genügen. Angesichts der Tatsache, dass der vertretene Be-

schwerdeführer in seiner Beschwerde vom 10. Juli 2014 weder die Frage 

der Verneinung der Asylgewährung in Frage stellte noch zu den Argumen-

ten des SEM betreffend Unglaubhaftigkeit der Vorfluchtgründe Stellung 

nahm, beschränkt sich das vorliegende Beschwerdeverfahren auf die 

Überprüfung der dargelegten subjektiven Nachfluchtgründe und der Frage 

des Wegweisungsvollzugs. Unter diesen Umständen erübrigt es sich, die 

Argumentation des SEM hinsichtlich der Glaubhaftmachung der Flucht-

gründe zu überprüfen, weshalb sie an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt 

werden. Es bleibt – mit Bezug auf die nachfolgenden Erwägungen zu den 

dargelegten exilpolitischen Tätigkeiten – einzig zu erwähnen, dass davon 

auszugehen ist, der Beschwerdeführer habe keine asylrechtlich relevante 

Verfolgung im Sudan beziehungsweise in Darfur glaubhaft geltend ge-

macht.  

4.2 Bezüglich der vorgebrachten exilpolitischen Aktivitäten des Beschwer-

deführers in der Schweiz hielt das SEM in der angefochtenen Verfügung 

fest, aus den eingereichten Unterlagen sei nicht ansatzweise auf ein be-

sonderes und folglich durch die sudanesischen Geheimdienste erkennba-

res exilpolitisches Profil zu schliessen, welches den Beschwerdeführer in 

den Augen der heimatlichen Behörden als lohnenswertes Verfolgungsob-

jekt mit einem staatsuntergrabenden Potential darstellen würde. Es fehle 

ein prägnantes politisches Profil und er gehöre nicht zum "harten Kern" von 

aktiven oppositionellen Sudanesen im Ausland. Vielmehr handle es sich 

bei ihm um einen der zahlreichen Mitläufer an verschiedenen Anlässen in 

der Schweiz. Das SEM gehe deshalb davon aus, dass sich die sudanesi-

schen Behörden selbst dann nicht ernsthaft für ihn interessieren würden, 

wenn sie von seinen "exilpolitischen Aktivitäten" je Kenntnis erlangt hätten. 

Die geltend gemachten Aktivitäten würden sich als Inszenierungen charak-

terisieren, wobei das Zielpublikum nicht die sudanesischen, sondern die 

schweizerischen Behörden seien, um sich damit ein Aufenthaltsrecht in der 

Schweiz verschaffen zu können. Zudem würden Hinweise in den Akten 

fehlen, wonach die sudanesischen Behörden aufgrund der exilpolitischen 

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Aktivitäten in der Schweiz ein Strafverfahren  

oder behördliche Massnahmen eingeleitet hätten. Diesbezüglich sei auch 

auf Art. 8 AsylG zu verweisen, da es nicht Sache der schweizerischen Be-

hörden sei, jede auch nur ansatzweise und abstrakte mögliche Gefähr-

dungssituation im Heimatland abklären zu müssen. Folglich bestünden 

auch unter Berücksichtigung von Art. 54 AsylG keine Hinweise auf eine zu-

künftige Verfolgung beziehungsweise auf das Vorliegen einer begründeten 

Furcht vor einer solchen.  

4.3 Demgegenüber legte der Beschwerdeführer in seiner Beschwerde-

schrift dar, er sei ein aktives Mitglied bei der Exilorganisation JEM und beim 

Darfur Friedens- und Entwicklungszentrum (DFEZ). Er nehme regelmässig 

an deren Treffen, an den Sitzungen und Demonstrationen teil. Diesbezüg-

lich habe er verschiedene Beweismittel zu den Akten gegeben. Auch wenn 

ihm innerhalb der Organisationen JEM und DFEZ keine führende Funktion 

zukomme, bedeute dies – entgegen der Argumentation der Vorinstanz – 

nicht, dass die sudanesischen Behörden und insbesondere der Geheim-

dienst an seinen Tätigkeiten nicht interessiert seien. Zudem sei es nicht 

nachvollziehbar, in welcher Form die Vorinstanz Hinweise aus den Akten 

erwarte, aus welchen hervorgehen müsste, dass die sudanesischen Be-

hörden von seinen Mitgliedschaften bei der JEM und der DFEZ Kenntnis 

erhalten hätte, oder dass sie Massnahmen zu seinem Nachteil eingeleitet 

hätten. Es könne nicht erwartet werden, dass der Beschwerdeführer Be-

weise in Form von offiziellen Dokumenten vorlege. Der Beschwerdeführer 

nehme regelmässig an den Sitzungen der JEM und der DFEZ teil, organi-

siere die Treffen der JEM-Gruppe und bereite diese vor, indem er Wasser 

und Essen kaufe sowie den Sitzungsraum einrichte. Zudem habe er an 

öffentlichen Veranstaltungen teilgenommen, so am (…) am "I._______ 

Summit for Human Rights and Democracy", am (…) am "I._______ Call", 

am (…) an einer Demonstration in J._______, an einer Versammlung des 

JEM mit Oppositionsgruppen beim Roten Kreuz in J._______ und an einer 

Konferenz der Friedensorganisation für Darfur am (…). Während der UNO-

Konferenzen habe er sich mit führenden Personen der sudanesischen Op-

position über die aktuelle Lage in Darfur unterhalten und sei mit ihnen fo-

tografiert worden, was den sudanesischen Behörden und dem Geheim-

dienst National Intelligence and Security Service (NISS) mit Sicherheit 

nicht entgangen sei. Gemäss der Praxis des BVGer (vgl. Urteil des BVGer 

E-1979/2008 vom 31. Mai 2013) betreffend Menschenrechtslage im Sudan 

würden Personen dann ins Visier der sudanesischen Behörden und des 

NISS geraten, wenn sie sich politisch engagierten, sich kritisch gegen die 

Regierung, die regierende National Congress Party (NCP), die Behörden 

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oder die Lage in Darfur äusserten oder verdächtigt würden, eine Rebellen-

gruppe zu unterstützen. Journalisten, Anwälte, politisch aktive Studenten 

und aktive Mitarbeiter von lokalen Nichtregierungsorganisationen (NGO) 

seien in den vergangenen Jahren in Khartoum festgenommen worden. Un-

ter diesen Umständen könne nicht die Rede davon sein, dass die sudane-

sischen Behörden nur Interesse hätten an Personen, deren Aktivitäten als 

Bedrohung für das politische System wahrgenommen würden. Dass der 

NISS die im Ausland tätige Opposition überwache, sei auch vom Europäi-

schen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einem Urteil vom 7. Ja-

nuar 2014 bestätigt worden (vgl. Case of A.A.v. Switzerland, Application 

no. 58802/12). Dieser habe auch festgehalten, dass bereits geringe politi-

sche Aktivitäten genügten, um der Gefahr von Folter ausgesetzt zu sein. 

Unter diesen Umständen müsse man auch im Fall des Beschwerdeführers 

davon ausgehen, dass er vom sudanesischen Regime als aktiver Opposi-

tioneller registriert worden sei. Insbesondere werde der JEM im Sudan von 

den staatlichen Behörden mit allen Mitteln bekämpft. Folglich habe der Be-

schwerdeführer Grund zur Annahme, dass er im Fall einer Rückkehr in den 

Sudan mit ernsthaften Nachteilen von Seiten des sudanesischen Regimes 

zu rechnen habe. Da der JEM im Zusammenhang mit dem Darfur-Konflikt 

eine gewisse Legitimation erhalten habe und zudem die Regierung Al-

Bashir diskreditiert werde, sei die Gefährlichkeit der Bewegung in den Au-

gen der Regierung noch gesteigert worden, was ein schärferes Vorgehen 

gegenüber deren Mitglieder ausgelöst habe. Der Beschwerdeführer müsse 

schon am Flughafen damit rechnen, inhaftiert zu werden, womit ihm auch 

keine innerstaatliche Fluchtalternative offen stehe. Damit habe er nachge-

wiesen beziehungsweise glaubhaft gemacht, dass er aufgrund seiner exil-

politischen Tätigkeit und infolge seiner politischen Anschauung in seinem 

Heimatland an Leib und Leben gefährdet sei. Somit erfülle er die Flücht-

lingseigenschaft, weshalb die vorläufige Aufnahme zu gewähren sei.  

4.4 Das SEM hielt in seiner Vernehmlassung vom 25. Juli 2014 fest, dass 

der Beschwerdeführer nicht über ein spezielles politisches Profil, welches 

ihn in den Augen der sudanesischen Behörden als lohnenswertes Verfol-

gungsobjekt erscheinen lasse, verfüge. Ein spezielles Gefährdungsprofil 

müsse in Berücksichtigung der von ihm geltend gemachten Aktivitäten ver-

neint werden. An dieser Einschätzung vermöge der Hinweis auf das Urteil 

des EGMR nichts zu ändern, da sich der dort festgehaltene Sachverhalt 

vom vorliegenden erheblich, insbesondere in Bezug auf den Umfang, die 

Dauer und die Exponiertheit der darin erwähnten Person, unterscheide. 

Zudem handle es sich um ein Einzelurteil und keinen Grundsatzentscheid. 

Folglich werde an der bisherigen Einschätzung festgehalten. 

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4.5 In seiner Replik vom 13. August 2014 entgegnete der Beschwerdefüh-

rer der Darstellung der Vorinstanz in ihrer Vernehmlassung, dass er in gros-

sem Mass exilpolitisch aktiv sei. Er habe am (…) am I._______ Summit for 

Human Rights and Democracy, am (…) am "I._______ Call" und am (…) 

an einer Versammlung des JEM mit Oppositionsgruppen beim Roten Kreuz 

in J._______ sowie am (…) an einer Konferenz für Friedensorganisation 

für Darfur teilgenommen. Weitere, mit dieser Eingabe zu den Akten gege-

bene Beweismittel würden sein grosses exilpolitisches Engagement auf-

zeigen. Er nehme regemässig an den Sitzungen des JEM teil. Am (…) 

seien anlässlich einer solchen Sitzung in den Räumlichkeiten des Radio 

K._______ Fotos entstanden, welche ebenfalls beigelegt würden. Im (…) 

2014 habe er zudem zwei Artikel unter seinem Namen in arabischer Spra-

che auf der sudanesischen Internetseite L._______, in welchen er die Re-

gierung stark kritisiere, veröffentlicht. Er werfe der Regierung vor, einen 

rassistischen Krieg zu führen und eine grausame Politik zu verfolgen, um 

die sudanesischen Stämme zu dominieren. In einem weiteren Artikel habe 

er die islamische Bewegung im Sudan kritisiert, indem er ihnen vorgewor-

fen habe, die Bevölkerung über wichtige Themen belogen zu haben. Die 

beiden Artikel würden mit Übersetzung ebenfalls beigelegt.  

5.  

5.1 Vorliegend ist zu prüfen, ob der Beschwerdeführer durch die Ausreise 

aus dem Heimatstaat – mithin wegen subjektiver Nachfluchtgründe – bei 

einer Rückkehr befürchten müsste, ernsthaften Nachteilen im Sinne von 

Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden.  

5.2 Subjektive Nachfluchtgründe sind dann anzunehmen, wenn eine asyl-

suchende Person erst durch die Flucht aus dem Heimat- oder Herkunfts-

staat oder wegen ihres Verhaltens nach der Ausreise eine Verfolgung im 

Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hat. Personen mit subjektiven Nach-

fluchtgründen erhalten zwar kein Asyl, werden jedoch als Flüchtlinge vor-

läufig aufgenommen (Art. 54 AsylG; vgl. BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352).  

5.3 Vorab ist festzuhalten, dass das vom Beschwerdeführer geltend ge-

machte politische Engagement in seinem Heimatland für den JEM vom 

SEM in der angefochtenen Verfügung als unglaubhaft qualifiziert wurde. 

Da der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer in seiner Beschwerde-

schrift weder um Gewährung von Asyl ersuchte noch inhaltlich zu diesem 

Thema Ausführungen darlegte, beschränkt sich die vorliegende Be-

schwerde auf die Überprüfung der geltend gemachten subjektiven Nach-

fluchtgründe, mithin auf die Verneinung der Flüchtlingseigenschaft, die 

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Wegweisung und deren Vollzug, auch wenn in Ziff. 1 der Anträge die voll-

umfängliche Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt wurde. 

Dies wurde dem Beschwerdeführer bereits mit Zwischenverfügung vom 

21. Juli 2014 mitgeteilt und von diesem im Anschluss daran nicht bemän-

gelt. Folglich sind die vorinstanzlichen Erwägungen betreffend Asylgewäh-

rung und Ziff. 2 des Dispositivs der angefochtenen Verfügung in Rechts-

kraft erwachsen, weshalb die Vorfluchtgründe einer Überprüfung nicht 

mehr zugänglich sind. Somit steht fest, dass die vom Beschwerdeführer 

geltend gemachten politischen Aktivitäten im Heimatland – mithin die Vor-

fluchtgründe – nicht als glaubhaft zu gelten haben, weil deren Unglaubhaf-

tigkeit rechtskräftig von der Vorinstanz festgestellt worden ist. Angesichts 

der Unglaubhaftigkeit seiner Aussagen bezüglich der Vorfluchtgründe kann 

er den Behörden seines Heimatlandes vor seiner Ausreise im Sommer 

2009 nicht als politisch oppositionelle Person bekannt gewesen sein, was 

Auswirkungen auf die Prüfung der Gefährdung seiner Person im heutigen 

Zeitpunkt hat.  

5.4 Im Einzelnen machte der Beschwerdeführer folgende exilpolitische Tä-

tigkeiten geltend: 

5.4.1 Anlässlich des erstinstanzlichen Verfahrens legte er dar, er sei Helfer 

des Anführers des JEM, begleite diesen zu allen Versammlungen, werde 

von diesem über die im Sudan getroffenen Entscheidungen der Anführer 

orientiert und müsse dann die andern informieren. Er organisiere Treffen 

und Versammlungen, sei mithin zuständig für alles, was die Logistik und 

Verpflegung angehe. Jeden Samstag komme er mit den Mitgliedern der 

Organisation zusammen. Er sei nur für die Organisation zuständig und ma-

che nichts anderes, was bedeute, dass er die andern über die bevorste-

henden Treffen informiere, den Raum organisiere und dafür schaue, dass 

genügend Wasser und Essen vorhanden sei. Für grössere Veranstaltun-

gen, an welchen alle Sudanesen in der Schweiz eingeladen würden, 

müsse er die Betroffenen telefonisch oder per Mail kontaktieren. Er habe 

an der Friedenskonferenz vom (…) in J._______ (I._______ Summit for 

Human Rights and Democracy) teilgenommen, dort aber keine bestimmte 

Aufgabe gehabt. Auch am "I._______ Call" vom (…) in J._______ habe er 

keine grosse Rolle gespielt, sondern sei nur als Helfer im Einsatz gewesen. 

Am (…) habe er an einer Demonstration – ebenfalls ohne eine bestimmte 

Aufgabe übernommen zu haben – in J._______ teilgenommen. Dabei 

habe er Flugblätter an die Passanten verteilt. Es sei um die Solidarität mit 

der Bevölkerung im Sudan wegen der Benzinpreiserhöhung gegangen. 

Auch an einer Versammlung der JEM mit allen Oppositionsgruppen in den 

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Räumlichkeiten des Roten Kreuzes in J._______ vom (…) sei er als Helfer 

anwesend gewesen. Am (…) schliesslich habe er an der jährlichen Konfe-

renz der Friedensorganisation für Darfur in M._______ teilgenommen und 

über diese Organisation Spenden gesammelt. Er sei auch Mitglied beim 

DFEZ. Man habe über die Verwaltung gesprochen. Damit habe er an allen 

Versammlungen, welche es in der Schweiz gebe, teilgenommen. Da es 

von ihm als Folge seiner exilpolitischen Tätigkeiten Fotos, auf welchen er 

mit oppositionellen Führern zu sehen sei, gebe, wäre im Fall einer Rück-

kehr ins Heimatland sein Leben in Gefahr (vgl. Akte A15/20 S. 14 ff.).  

5.4.2 Im Beschwerdeverfahren wurde in Ergänzung dazu vorgebracht, der 

Beschwerdeführer habe sich anlässlich der verschiedenen UNO-Konferen-

zen mit führenden Persönlichkeiten der sudanesischen Opposition über die 

aktuelle Lage in Darfur unterhalten und sei mit ihnen fotografiert worden.  

5.4.3 Der zweiten Beweismittelmappe des SEM (A16) kann darüber hinaus 

entnommen werden, dass der Beschwerdeführer als Mitglied des DFEZ an 

einem weiteren I._______ Summit for Human Rights and Democracy vom 

(…) teilgenommen hat, zumal er seine Legitimation für die Teilnahme und 

verschiedene Fotos zu den Akten reichte.  

5.4.4 Im Beschwerdeverfahren schliesslich reichte er Fotos einer Ver-

sammlung des JEM vom (…) zu den Akten und machte darüber hinaus 

geltend, in den Monaten (…) 2014 zwei regierungskritische Artikel in ara-

bischer Sprache auf der sudanesischen Internetseite (unter L._______) 

publiziert zu haben. 

5.5 Seit der Konferenz vom (…) in J._______ sind – abgesehen von den 

wöchentlichen Sitzungen des JEM – keine politischen Aktivitäten des Be-

schwerdeführers mehr geltend gemacht und dokumentiert worden. Somit 

hat er während seines nunmehr zweieinhalbjährigen Aufenthaltes in der 

Schweiz an sechs grösseren Veranstaltungen und an verschiedenen inter-

nen Sitzungen des JEM teilgenommen, wobei seit bald einem Jahr nur 

noch die wöchentlichen Sitzungen des JEM geltend gemacht wurden und 

sonst überhaupt keine exilpolitischen Tätigkeiten mehr ersichtlich sind. Un-

ter diesen Umständen kann im Fall des Beschwerdeführers grundsätzlich 

nicht von einem vertieften exilpolitischen Engagement ausgegangen wer-

den.  

5.6 Hinsichtlich der Teilnahme und Organisation von internen Sitzungen 

beim JEM ist aufgrund der nachfolgenden Erwägungen anzunehmen, dass 

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diese Tätigkeiten nicht an die Öffentlichkeit gelangt sind und infolgedessen 

weder den Behörden des Heimatlandes noch dem Geheimdienst bekannt 

geworden sein können. Daran vermögen auch die eingereichten Fotos im 

Beschwerdeverfahren, welche den Beschwerdeführer an einer solchen Sit-

zung vom (…) in den Räumlichkeiten einer Radiostation zusammen mit 

anderen Teilnehmern zeigen, nichts zu ändern. Wie der Beschwerdeführer 

ferner zum Ausdruck brachte, hatte er – ausser der logistischen Arbeit – 

innerhalb des JEM keine besondere Aufgabe und ist somit auch unter die-

sem Blickwinkel nicht exponiert aufgetreten. Angesichts dessen ist nicht 

davon auszugehen, allein seine Mitgliedschaft und seine internen Tätigkei-

ten beim JEM in der Schweiz hätten dazu geführt, dass er bei den heimat-

lichen Behörden oder dem Geheimdienst als Oppositioneller bekannt ge-

worden sei. 

5.7 Bezüglich der Teilnahme des Beschwerdeführers an den grösseren vo-

rangehend erwähnten Veranstaltungen des JEM und anderer Organisatio-

nen im Umfeld von UNO-Konferenzen oder in den Räumlichkeiten des Ro-

ten Kreuzes beziehungsweise anlässlich einer Demonstration zwischen 

dem (…) und dem (…) ist festzuhalten, dass er gemäss seinen Angaben 

als Helfer oder ganz ohne Funktion teilgenommen hat. Somit lässt sich 

auch aus diesen Aktivitäten kein exponiertes exilpolitisches Engagement 

ableiten. Selbst wenn er mit führenden Personen der Opposition ins Ge-

spräch gekommen sein sollte und sich mit ihnen ablichten liess, kann nicht 

von einer herausragenden exilpolitischen Tätigkeit ausgegangen werden.  

5.8 An dieser Einschätzung vermögen die eingereichten Beweismittel 

nichts zu ändern, wie den nachfolgenden Erwägungen zu entnehmen ist: 

5.8.1 Aufgrund der eingereichten Mitgliederbestätigung beim JEM und der 

Kopie dessen Mitgliederausweises ist zwar davon auszugehen, dass der 

Beschwerdeführer Mitglied beim JEM ist. Indessen ist allein aus dieser Mit-

gliedschaft nicht auf eine Gefährdung seiner Person zu schliessen, wie be-

reits vorangehend zum Ausdruck gekommen ist. 

5.8.2 Die als Beilage 4 eingereichten Fotos zeigen den Beschwerdeführer 

zusammen mit anderen Personen als Teilnehmer der Friedenskonferenz 

vom (…) und die als Beilage 5 zu den Akten gegebenen Fotos stammen 

vom "I._______ Call" vom (…), wobei letztere Veranstaltung in einem klei-

nen Rahmen stattgefunden haben muss, zumal auf den eingereichten Fo-

tos kleine Räumlichkeiten und wenig Personen ersichtlich sind. An beiden 

Veranstaltungen hat der Beschwerdeführer gemäss eigenen Aussagen 

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keine grosse Rolle gespielt, ist mithin nicht exponiert aufgetreten und kann 

somit nicht aufgefallen sein. An dieser Einschätzung vermögen die Fotos 

nichts zu ändern, zumal nicht angenommen werden kann, dass diese in 

die Hände der Behörden seines Heimatlandes gelangt sind. Aufgrund der 

Tatsache, dass der Beschwerdeführer Abzüge davon erhalten hat, dürften 

sie von einem Vereinsmitglied oder einem Bekannten des Beschwerdefüh-

rers angefertigt worden sein.  

5.8.3 Auch aus der als Beilage 6 abgegebenen Kopie eines Flyers sind 

keine Rückschlüsse auf die Person des Beschwerdeführers ersichtlich, 

weshalb auch dieses Beweismittel keine herausragende exilpolitische Ak-

tivität zu belegen vermag. 

5.8.4 Die Kopien weiterer Beweismittel – betreffend Treffen der Opposition 

in J._______ und Auszüge aus dem Internet, welche im erstinstanzlichen 

Verfahren zu den Akten gegeben wurden – liegen bloss als Reproduktio-

nen vor, weshalb ihnen ein geringer Beweiswert zukommt. 

5.8.5 Aus dem auf den Namen des Beschwerdeführers ausgestellten Pro-

gramm des I._______ Summit vom (…) sowie der in diesem Zusammen-

hang eingereichten weiteren Fotos ist zwar der Schluss zu ziehen, dass 

der Beschwerdeführer mit einer Vielzahl von Interessenten an dieser Ver-

anstaltung teilgenommen hat. Allein die blosse Teilnahme am Gipfel lässt 

indessen nicht auf ein exponiertes exilpolitisches Engagement schliessen. 

Fraglich ist, ob die sudanesischen Behörden und der Geheimdienst von 

dieser Veranstaltung überhaupt Kenntnis erhalten haben. Angesichts der 

zahlreichen Besucher und der Vorträge ist indessen mit hoher Wahrschein-

lichkeit anzunehmen, dass der Beschwerdeführer nicht im Mittelpunkt des 

Interessens und die sudanesischen Behörden kaum auf ihn aufmerksam 

geworden sind. Daran vermögen entstandene Fotos mit oppositionellen 

Politikern nichts zu ändern.   

5.8.6 Der Beschwerdeführer legte zudem mit Eingabe vom 13. August 

2014 dar, er habe im (…) 2014 unter seinem Namen zwei Artikel auf der 

sudanesischen Internetseite L._______ publiziert. Dabei habe er die Re-

gierung stark kritisiert. In einem weiteren Artikel habe er an der islamischen 

Bewegung im Sudan Kritik vorgebracht. Aus den beigelegten Übersetzun-

gen ist ersichtlich, dass die fraglichen Artikel – entgegen der anderslauten-

den Angabe in der Eingabe vom 13. August 2014 – nicht auf den Namen 

des Beschwerdeführers, N._______, lauten. Der dort aufgeführte Name – 

D-3851/2014 

Seite 13 

O._______ – tönt zwar teilweise ähnlich. Indessen legte der Beschwerde-

führer anlässlich der Befragung zur Person nicht dar, sein Name bestehe 

aus vier Teilen; vielmehr gab er nur deren zwei an. Folglich handelt es sich 

nicht um eine mehrheitlich übereinstimmende Namensangabe. Rück-

schlüsse auf die Person des Beschwerdeführers sind somit aufgrund des 

abweichenden Namens nicht zu ziehen. Es gibt keinen plausiblen Grund, 

seinen Namen – als Teil der Identität – nicht von Anfang an vollständig und 

zutreffend anzugeben, weshalb Zweifel an der nachträglich angegebenen 

Identität angebracht erscheinen. Zwar lautet das später nachgereichte 

Zeugnis auf ähnliche Namensbestandteile wie in den vorangehend er-

wähnten Publikationen; diese sind indessen nicht in der gleichen Reihen-

folge aufgeführt, was weitere Zweifel aufwirft. Angesichts dessen, dass we-

der das eingereichte Zeugnis noch die – nicht übersetzte – Geburtsurkunde 

als rechtsgenügliche Identitätspapiere im Sinne von Art. 1a Bst. c der Asyl-

verordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 142.311) gelten, steht die 

Identität des Beschwerdeführers somit auch heute noch nicht fest. Unter 

diesen Umständen können die erwähnten Artikel nicht dem Beschwerde-

führer zugeordnet werden, womit eine Gefährdung seiner Person auszu-

schliessen ist.  

5.8.7 Insgesamt führen folglich die eingereichten Beweismittel nicht zu ei-

ner anderen Einschätzung. 

5.9 Zusammenfassend kann somit nicht davon ausgegangen werden, 

dass die sudanesischen Behörden und der Geheimdienst von exponierten 

exilpolitischen Aktivitäten des Beschwerdeführers Kenntnis erlangt und ihn 

als regimekritische Person identifiziert haben. Dabei ist zu beachten, dass 

er im Heimatland vor seiner Ausreise mangels glaubhafter Aussagen nicht 

als Oppositioneller bekannt war, in der Schweiz als Helfer im Bereich der 

Logistik nur im Hintergrund des JEM tätig ist und als blosser Teilnehmer an 

verschiedenen Veranstaltungen nicht aufgefallen sein kann. Vor diesem 

Hintergrund besteht kein hinreichender Anlass zur Annahme, dass er we-

gen seiner Teilnahme an Veranstaltungen bei einer Rückkehr in den Sudan 

mit ernsthaften Nachteilen von Seiten des sudanesischen Regimes zu 

rechnen hätte. 

5.10 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat sich im 

Urteil vom 7. Januar 2014 mit der Lage im Sudan auseinandergesetzt und 

festgestellt, dass die Situation von politischen Opponenten der sudanesi-

schen Regierung sehr unsicher sei. Es seien nicht nur Personen mit her-

ausragendem politischem Profil gefährdet, sondern alle Personen, welche 

D-3851/2014 

Seite 14 

das aktuelle Regime ablehnten oder einer solchen Ablehnung verdächtigt 

würden. Bezüglich exilpolitischer Aktivitäten stellte der Gerichtshof grund-

sätzlich fest, dass im Ausland politisch aktive Sudanesen, insbesondere 

wenn sie mit der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA) in Verbindung ge-

bracht würden, von den sudanesischen Behörden registriert würden (Urteil 

des EGMR A.A. gegen die Schweiz vom 7. Januar 2014, Beschwerde Nr. 

58802/12). 

Im Blickpunkt der Regierung dürften somit primär solche Personen stehen, 

die sich aufgrund besonderer Umstände aus dem eher anonymen Kreis 

der blossen Teilnehmer an politischen Veranstaltungen von Exilorganisati-

onen herausheben. Wie sich aus den obenstehenden Ausführungen ergibt, 

weist der Beschwerdeführer auch im Sinn des angeführten Urteils des 

EGMR kein besonders beachtliches politisches Profil auf. Bei dieser Sach-

lage ist die geltend gemachte Furcht vor künftiger Verfolgung als unbegrün-

det zu erachten, weshalb das Vorliegen von subjektiven Nachfluchtgrün-

den im Sinne von Art. 54 AsylG zu verneinen ist.   

5.11 Der Beschwerdeführer erfüllt somit die Voraussetzungen zur Anerken-

nung der Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb die Vorinstanz das Asylbe-

gehren zu Recht abgelehnt hat.  

6.  

6.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, 

so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

D-3851/2014 

Seite 15 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land gezwun-

gen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem Grund 

nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, zur Aus-

reise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. 

ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechts-

stellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 

1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedri-

gende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 

EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender 

Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

7.3 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend darauf 

hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur Per-

sonen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr («real risk») nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–

D-3851/2014 

Seite 16 

127 m.w.H.). Wie unter E. 5.10 ausgeführt wurde, weist der Beschwerde-

führer auch im Sinn des Urteils des EGMR A.A. gegen die Schweiz vom 

7. Januar 2014, Beschwerde Nr. 58802/12, kein besonders beachtliches 

politisches Profil auf. Unter diesen Umständen führt die von ihm geltend 

gemachte exilpolitische Tätigkeit nicht zur Annahme, er habe im Fall einer 

Rückkehr ins Heimatlandmit einer menschenrechtswidrigen Behandlung o-

der mit Folter zu rechnen. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation 

im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt 

klarerweise nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der 

Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völker-

rechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.4 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

7.4.1 Der Beschwerdeführer stammt aus dem Q._______ südlich von 

Khartoum. Damit steht fest, dass er nicht aus der Region Darfur stammt. 

Den Erkenntnissen des Bundesverwaltungsgerichts zufolge besteht im Su-

dan ausserhalb der Region Darfur keine Situation allgemeiner Gewalt, und 

es sind keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass der Be-

schwerdeführer bei einer Rückkehr in einem ausserhalb der Region Darfur 

gelegenen Gliedstaat einer konkreten Gefährdung im Sinne von Art. 83 

Abs. 4 AuG ausgesetzt wäre (vgl. Urteil des BVGer D-63/2010 vom 27. 

September 2011). 

7.4.2 Sodann sind auch keine individuellen Gründe in der Person des Be-

schwerdeführers ersichtlich, die den Wegweisungsvollzug als unzumutbar 

erscheinen liessen. Es handelt sich bei ihm um einen jungen und laut Akten 

ungebundenen, gesunden Mann, der über eine höhere Schulbildung ver-

fügt und Erfahrungen im Handel hat. Somit kann er sich im Heimatland eine 

Existenz aufbauen. Zudem leben gemäss Aktenlage die Mutter und der 

Onkel im Heimatland, womit ihm bei seiner Rückkehr ein familiäres Bezie-

hungsnetz und eine Unterkunft zur Verfügung stehen werden. 

7.4.3 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

D-3851/2014 

Seite 17 

7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AuG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Indessen hat sich 

gezeigt, dass das Verfahren nicht als aussichtslos zu bezeichnen war, wes-

halb mit Zwischenverfügung vom 21. Juli 2014 die Gesuche um Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechts-

verbeiständung gutgeheissen wurden. Nachdem aufgrund der Aktenlage 

nach wie vor von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen ist, 

hat er keine Verfahrenskosten zu tragen. Ferner steht seinem Rechtsver-

treter infolge der Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der unentgelt-

lichen Rechtsverbeiständung die Entrichtung einer Entschädigung für die 

ihm entstandenen notwendigen Kosten der Rechtsvertretung zu (vgl. Art. 7 

des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigun-

gen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] i.V.m. Art. 

8 ff. VGKE). Die eingereichte Kostennote vom 13. August 2014 weist einen 

Stundenansatz von Fr. 300.- auf. Dieser ist als übersetzt zu erachten und 

praxisgemäss auf Fr. 200.- zu kürzen (vgl. Urteil des Bundesverwaltungs-

gerichts D-4548/2014 vom 7. Januar 2015 und dort zitierte weitere Urteile). 

Nachdem der zeitliche Vertretungsaufwand angemessen erscheint, ist dem 

Rechtsvertreter für seine Bemühungen im Beschwerdeverfahren zulasten 

des Gerichts ein amtliches Honorar in der Höhe von (gerundet) Fr. 1'906.- 

(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) auszurichten.  

 

 

D-3851/2014 

Seite 18 

 

(Dispositiv nachfolgende Seite) 

  

D-3851/2014 

Seite 19 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  

3.  

Dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers wird vom Bundesverwal-

tungsgericht eine Entschädigung für die amtliche Vertretung in der Höhe 

von Fr. 1'906.- entrichtet. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Hans Schürch Eva Zürcher 

 

 

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