# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0da818f8-2b94-527f-8e51-e9879ab70e28
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-12-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.12.2021 B-5789/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_B-5789-2020_2021-12-22.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid bestätigt durch BGer mit  

Urteil vom 06.05.2022 (4A_65/2022) 

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung II 

B-5789/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 2 .  D e z e m b e r  2 0 2 1   

Besetzung 
 Richterin Vera Marantelli (Vorsitz), 

Richter Marc Steiner, Richter David Aschmann,    

Gerichtsschreiberin Anna Wildt. 
 

 
 

Parteien 
 Factfulness AB,  

Magnus Ladulasgatan 33, SE-118 65 Stockholm,   

vertreten durch dipl.-jur. Sibylle Richter, Rechtsanwältin, 

Weinmann Zimmerli AG,  

Apollostrasse 2, Postfach 1021, 8032 Zürich,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE, 

Stauffacherstrasse 65/59g, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 Internationale Registrierung IR 1'381'407 FACTFULNESS. 

 

 

 

B-5789/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin ist Inhaberin der internationalen Registrierung 

Nr. 1'381'407 FACTFULNESS mit Basiseintragung in der Europäischen 

Union als Ursprungsbehörde. Am 21. Dezember 2017 notifizierte die Orga-

nisation Mondiale de la Propriété Intellectuelle (OMPI) dem Eidgenössi-

schen Institut für Geistiges Eigentum (IGE; Vorinstanz) die beantragte 

Schutzausdehnung auf die Schweiz für Waren und Dienstleistungen der 

Klassen 9, 16, 25, 35, 41 und 42. 

B.  

Mit Notifikation vom 21. November 2018 eröffnete das IGE der Inhaberin 

einen Refus provisoire partiel (d’office) und verweigerte vorläufig für fol-

gende Waren und Dienstleistungen den Schutz: 

Klasse 16: Produits d'imprimerie; matériel d'instruction et d'enseignement 

(à l'exception d'appareils). 

Klasse 41: Éducation se rapportant à la science et aux statistiques basées 

sur des faits, à savoir mise à disposition temporaire en ligne de matériel 

pédagogique non téléchargeable concernant une grande variété de do-

maines statistiques, y compris population, revenus, santé, éducation, em-

plois, sécurité, utilisation de technologies et autres mesures; mise à dispo-

sition de formations dans le domaine de l'analyse statistique; mise à dispo-

sition en ligne de publications électroniques non téléchargeables, à savoir 

blogs en matière de développement mondiaux, logiciels informatiques, ser-

vices de publication en ligne, statistiques, ainsi qu'analyses statistiques et 

présentation de données; mise à disposition d'informations, services de 

conseillers et conseils concernant les services éducatifs et d'édition préci-

tés, tous les services précités en rapport avec la promotion du développe-

ment mondial durable et la réalisation des objectifs de développement par 

le biais d'une utilisation accrue de statistiques et d'autres informations en 

matière de développement social, économique et environnemental; ser-

vices de formation; activités culturelles. 

Die vorläufige teilweise Schutzverweigerung begründete die Vorinstanz da-

mit, dass die Wortmarke zum Gemeingut gehöre. Gleichzeitig lud sie die 

Beschwerdeführerin innert Frist zur Einreichung einer Stellungnahme ein. 

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Seite 3 

C.  

Nach erstreckter Frist beantragte die Beschwerdeführerin mit Stellung-

nahme vom 21. Juni 2019, das Zeichen für sämtliche Waren und Dienst-

leistungen zum Markenschutz zuzulassen. Zur Begründung führte sie im 

Wesentlichen an, dass es sich bei der Wortmarke um einen unterschei-

dungskräftigen Fantasiebegriff handle. 

D.   

Mit Schreiben vom 12. September 2019 hielt die Vorinstanz an ihrer teil-

weisen Verweigerung der Schutzausdehnung fest und gab der Beschwer-

deführerin Gelegenheit für eine weitere Stellungnahme. 

E.  

In ihrer Stellungnahme vom 13. Januar 2020 bestritt die Beschwerdeführe-

rin erneut das Vorliegen von Ausschlussgründen und beantragte, das Zei-

chen vollumfänglich zum Markenschutz in der Schweiz zuzulassen. 

F.  

Mit Verfügung vom 19. Oktober 2020 verweigerte die Vorinstanz der inter-

nationalen Registrierung Nr. 1'381'407 FACTFULNESS Schutz in der 

Schweiz für Waren und Dienstleistungen der Klassen 16 und 41. Für Wa-

ren und Dienstleistungen der Klassen 9, 25, 35 und 42 gewährte sie den 

Schutz.  

Zur Begründung führte sie an, das Zeichen beschreibe in der Bedeutung 

von «Faktenfülle» direkt Eigenschaften beziehungsweise Qualität der Wa-

ren und Dienstleistungen der Klassen 16 und 41. Es entfalte keine Unter-

scheidungskraft in Bezug auf die Waren und Dienstleistungen zur Wissens-

vermittlung und sei deshalb als Gemeingut zu qualifizieren. Für die im Wei-

teren geltend gemachten Waren und Dienstleistungen der Klassen 9, 25, 

35 und 42 werde der Schutz auf die Schweiz ausgedehnt, da andere As-

pekte als der Wissenstransfer im Vordergrund stünden. 

G.  

Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 

18. November 2020 Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht. Sie 

beantragt die Aufhebung der Verfügung vom 19. Oktober 2020 und die Zu-

lassung der IR-Marke FACTFULNESS zum Markenschutz in der Schweiz 

für sämtliche Waren und Dienstleistungen unter Kostenfolge zulasten der 

Vorinstanz. 

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Seite 4 

Zur Begründung führt sie im Wesentlichen an, das Zeichen sei nicht be-

schreibend in Bezug auf ihre Waren und Dienstleistungen. Es handle sich 

um einen Fantasiebegriff, der zur Denkarbeit anrege und unterscheidungs-

kräftig sei. Im Weiteren macht sie mit Bezug auf zwei Voreintragungen des 

Zeichens «fact» einen Anspruch auf Gleichbehandlung geltend. 

H.  

Mit Eingabe vom 25. Januar 2021 verzichtete die Vorinstanz auf die Einrei-

chung einer Vernehmlassung.  

I.  

Eine Parteiverhandlung fand nicht statt. Auf die Vorbringen der Parteien 

wird, soweit erforderlich, im Rahmen der folgenden Urteilserwägungen de-

tailliert eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden ge-

gen Verfügungen in Markensachen der Vorinstanz zuständig (Art. 31, 32, 

33 Bst. e des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwal-

tungsgericht [VGG, SR 173.32]). Die Beschwerdeführerin ist Verfügungs-

adressatin und hat am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Sie ist 

als Inhaberin der international registrierten Marke besonders berührt und 

hat ein schutzwürdiges Interesse an der Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung. Damit ist ihre Beschwerdelegitimation gegeben (Art. 48 Abs. 1 

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsver-

fahren [VwVG, SR 172.021]). Sie hat den eingeforderten Kostenvorschuss 

bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG) und die Beschwerde innert Frist und unter 

Einhaltung der Formvorschriften erhoben (Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 

VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Strittig ist, ob die Vorinstanz die international registrierte Marke FACTFUL-

NESS in Bezug auf Waren und Dienstleistungen der Klassen 16 und 41 zu 

Recht als gemeinfrei qualifiziert hat und gestützt darauf die Schutzausdeh-

nung auf die Schweiz verweigern konnte.  

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Seite 5 

3.  

3.1 Die Beschwerdeführerin hat ihren Sitz in Schweden. Schweden und die 

Schweiz sind als Vertragsparteien des Protokolls vom 27. Juni 1989 zum 

Madrider Abkommen über die internationale Registrierung von Marken 

(MMP, SR 0.232.112.4) in das Madrider System eingebunden und gehören 

der Pariser Verbandübereinkunft zum Schutz des gewerblichen Eigentums 

(PVÜ, SR 0.232.04, revidiert in Stockholm am 14. Juli 1967) an.  

3.2 Art. 5 Abs. 1 MMP gewährt der zuständigen Behörde einer Vertrags-

partei das Recht, einer internationalen Markenregistrierung die Verweige-

rung der Schutzausdehnung zu erklären.  

Die Schweiz hat der OMPI eine Schutzverweigerung gestützt auf Art. 5 

Abs. 2 Bst. b MMP innert 18-monatiger Frist mitzuteilen. Diese Frist hat die 

Vorinstanz mit Erklärung der provisorischen Schutzverweigerung vom 

21. November 2018 gewahrt. 

3.3 Nach Art. 5 Abs. 1 MMP sowie Art. 6quinquies Bst. b Ziff. 2 PVÜ, darf einer 

international registrierten Marke der Schutz verweigert werden, wenn die-

ser jegliche Unterscheidungskraft fehlt, oder sie ausschliesslich aus Zei-

chen oder Angaben zusammengesetzt ist, die im Verkehr zur Bezeichnung 

der Art, der Beschaffenheit, der Menge, der Bestimmung, des Wertes, des 

Ursprungsortes der Erzeugnisse oder der Zeit der Erzeugung dienen kön-

nen, oder die im allgemeinen Sprachgebrauch oder in den redlichen und 

ständigen Verkehrsgepflogenheiten der Schweiz üblich sind. Ein absolutes 

Eintragungshindernis besteht zudem für Marken, die eine Täuschungseig-

nung aufweisen (Art. 5 Abs. 1 MMP i.V.m. Art. 6quinquies Bst. b Ziff. 3 PVÜ). 

Diese zwischenstaatliche Regelung korrespondiert mit den in Art. 2 Bst. 

a und c des Bundesgesetzes über den Schutz von Marken und Herkunfts-

angaben vom 28. August 1992 [MSchG, Markenschutzgesetz, SR 232.11]) 

vorgesehenen absoluten Ausschlussgründen. Die Rechtsprechung nach 

dem Markenschutzgesetz kann somit herangezogen werden. 

4.  

4.1 Zeichen, die zum Gemeingut gehören, sind vom Markenschutz ausge-

schlossen, es sei denn, dass sie sich als Marke für die beanspruchten Wa-

ren oder Dienstleistungen durchgesetzt haben (Art. 2 Bst. a des Marken-

schutzgesetzes vom 28. August 1992 [MSchG, SR 232.11]). Als Gemein-

gut gelten einerseits Zeichen, die für den Wirtschaftsverkehr freizuhalten 

sind, und andererseits Zeichen, die sich mangels Unterscheidungskraft 

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Seite 6 

nicht zur Identifikation von Waren oder Dienstleistungen eignen und damit 

nicht als Hinweis auf eine bestimmte betriebliche Herkunft verstanden wer-

den (MATTHIAS STÄDELI/SIMONE BRAUCHBAR BRIKHÄUSER, in: David/Frick 

[Hrsg.], Kommentar zum Markenschutz- und Wappenschutzgesetz, 3. Aufl. 

2017, Art. 2 N. 34). 

4.2 Die Unterscheidungskraft fehlt Sachbezeichnungen sowie Zeichen, die 

beschreibend sind. Beschreibende Zeichen sind Angaben, die sich in ei-

nem direkten Bezug zum gekennzeichneten Gegenstand erschöpfen, also 

von den massgeblichen Verkehrskreisen unmittelbar als Aussage über be-

stimmte Eigenschaften der zu kennzeichnenden Waren oder Dienstleistun-

gen verstanden werden. Darunter fallen namentlich Wörter, die geeignet 

sind, im Verkehr als Hinweis auf Art, Zusammensetzung, Qualität, Quanti-

tät, Bestimmung, Verwendungszweck, Wert, Wirkungsweise, Inhalt, Form, 

Verpackung oder Ausstattung der beanspruchten Ware oder Dienstleistung 

aufgefasst zu werden (BGE 128 III 447 E. 1.5 «Première»; STÄDELI/ 

BRAUCHBAR BRIKHÄUSER, a.a.O., Art. 2 N. 84; EUGEN MARBACH, in: von Bü-

ren/David [Hrsg.], Schweizerisches Immaterialgüter- und Wettbewerbs-

recht, Bd. III/1, Markenrecht, 2. Aufl. 2009, N. 247, 282 f.).  

4.3 Der Umstand, dass die Marke Gedankenassoziationen weckt oder An-

spielungen enthält, die nur entfernt auf die Waren oder Dienstleistungen 

hindeuten, macht ein Zeichen noch nicht zum Gemeingut. Der gedankliche 

Zusammenhang mit den Waren oder Dienstleistungen muss vielmehr der-

art sein, dass der beschreibende Charakter der Marke für einen erhebli-

chen Teil der schweizerischen Markenadressaten ohne besondere Denk-

arbeit oder besonderen Aufwand an Fantasie zu erkennen ist (BGE 128 III 

447 E. 1.5 «Première»; 127 III 160 E. 2b/aa «Securitas»; Urteil des BVGer 

B-4697/2014 vom 16. Dezember 2016 E. 4.2 «Apotheken Cockpit»). Zum 

Gemeingut zählen damit auch Zeichen, die sich in allgemeinen Qualitäts-

hinweisen oder reklamehaften Anpreisungen erschöpfen (BGE 128 III 447 

E. 1.6 «Première»; 129 III 225 E. 5.2 «Masterpiece»; 103 II 339 E. 4c 

«More»). 

4.4 Bei inhaltsbezogenen Waren werden Titel und Überschriften nicht ohne 

weiteres als Kennzeichen einer betrieblichen Herkunft wahrgenommen 

(Urteil des BVGer B-7663/2016 vom 21. Dezember 2017 E. 2.5 «Super 

Wochenende [fig.]»). Die Rechtsprechung verneint die Unterscheidungs-

kraft von Marken für Waren wie Zeitschriften, Datenträger und andere Me-

dien nicht nur bei unmittelbaren Hinweisen auf das darin behandelte 

Thema (vgl. Urteile des BVGer B-1456/2016 vom 7. Dezember 2016 E. 4 

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«Schweiz aktuell»; B-4026/2015 vom 19. Juli 2016 E. 5.3 «Heimat On-

line/Die Heimat [fig.]»; B-3815/2014 vom 18. Februar 2016 E. 7 «Rapun-

zel»). Dienstleistungen wie Erziehung, Ausbildung, Unterhaltung und kul-

turelle Aktivitäten werden ebenfalls wegen ihres Inhalts oder thematischen 

Bezugs nachgefragt. Weist ein entsprechendes Zeichen einen solchen Be-

zug auf und entfaltet es deshalb keine unterscheidungskräftige Wirkung, 

wird es nicht in das Register eingetragen (Urteil des BVGer B-1456/2016 

vom 7. Dezember 2016 E. 6.2 «Schweiz aktuell»). 

Die Unterscheidungskraft wird aber nicht mit jedem denkbaren themati-

schen Bezug beseitigt, der sich zwischen Marke und Ware bzw. Dienstleis-

tung herstellen lässt, vielmehr muss dieser hinreichend bestimmt sein (Ur-

teil des BVGer B-7663/2016 vom 21. Dezember 2017 E. 2.5 «Super Wo-

chenende [fig.]» mit Hinweisen auf B-3528/2012 vom 17. Dezember 2013 

E. 5.2.3 «Venus [fig.]», B-2642/2008 vom 30. September 2009 E. 5.3 «Park 

Avenue», B-1759/2007 vom 28. Februar 2008 E. 3.4 «Pirates of the Car-

ribbean» und B-3815/2014 vom 18. Februar 2016 E. 4.3.1 «Rapunzel»). 

Marken, die trotz eines gewissen inhaltlichen Bezugs schlagwortartig und 

einprägsam gebildet sind sowie die Absicht erkennen lassen, zur Unter-

scheidbarkeit von den Angeboten der Konkurrenz beizutragen, wird Schutz 

gewährt (vgl. Urteile des BVGer B-649/2018 vom 9. Dezember 2019 E. 6.1 

«Küchenmaschine [fig.]»; B-1759/2007 vom 26. Februar 2008 E. 3.4 f. «Pi-

rates of the Caribbean»; B-2642/2008 vom 30. September 2009 E. 5.5 

«Park Avenue»; B-6422/2007 vom 20. Mai 2009 E. 4.2.1 «Tintenklecks»).  

Erschöpft sich aber der Sinngehalt des Zeichens in der unmittelbaren Be-

schreibung eines möglichen Inhalts, ohne dass weitere Elemente erkenn-

bar sind, die ihm konkrete Unterscheidungskraft verleihen, gehört es zum 

Gemeingut (Urteil des BVGer B-7663/2016 vom 21. Dezember 2017 E. 2.5 

«Super Wochenende [fig.]» mit Hinweisen). Eine Registrierung wird auch 

dann verweigert, wenn trotz eines mehrdeutigen Begriffs der beschrei-

bende Sinngehalt im Zusammenhang mit den angebotenen Waren und 

Dienstleistungen vorherrschend ist oder mehrere Sinnvarianten auf die-

selbe Bedeutung hinauslaufen (vgl. Urteile des BVGer B-3528/ 2012 vom 

17. Dezember 2013 E. 5.2–5.3 «Venus [fig]»; B-3331/2010 vom 3. Novem-

ber 2010 E. 6.2 «Paradies»). 

4.5 Für die Beurteilung der Frage, ob die in einer Marke enthaltene Bezug-

nahme eine Beschaffenheitsangabe darstellt, ist auf das mutmassliche 

Verständnis der angesprochenen Verkehrskreise abzustellen (BGE 128 III 

451 E. 1.6 «Première», Urteil des BVGer B-4697/2014 vom 16. Dezember 

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2016 E. 4.3 «Apotheken Cockpit»; MARBACH, a.a.O., N. 248). Zur Bestim-

mung der massgeblichen Verkehrskreise gehört die Abwägung der übli-

chen Aufmerksamkeit, mit welcher jene das zu beurteilende Zeichen wahr-

nehmen und interpretieren. Konsumgüter des täglichen Bedarfs und alltäg-

liche Dienstleistungen werden mit einer eher geringen oder durchschnittli-

chen Aufmerksamkeit erworben. Dagegen ist bei teuren und seltener er-

worbenen Waren oder Dienstleistungen sowie bei Fachleuten von einer 

höheren Aufmerksamkeit auszugehen (BGE 134 III 547, 552 «Freischwin-

ger Panton II»; 122 III 382 E. 3a «Kamillosan»; DAVID ASCHMANN, in: 

Noth / Bühler / Thouvenin [Hrsg.], Kommentar zum Markenschutzgesetz, 

2. Aufl. 2017, Art. 2 Bst. a N. 33).  

4.6 Die Markenprüfung erfolgt in Bezug auf alle vier Landessprachen. Da-

bei kommt jeder Sprache der gleiche Stellenwert zu. Ist die Marke aus Sicht 

der massgeblichen Verkehrskreise auch nur nach einer Landessprache 

schutzunfähig, so ist die Eintragung zu verweigern (BGE 131 III 495 E. 5 

«Felsenkeller»; MARBACH, a.a.O., N. 214).  

Englischsprachige Ausdrücke werden im Rahmen der schweizerischen 

Markenprüfung berücksichtigt, sofern sie für einen erheblichen Teil der 

massgeblichen Verkehrskreise verständlich sind (BGE 129 III 225 E. 5.1 

«Masterpiece»). Vom breiten Publikum ist die Kenntnis eines Grundwort-

schatzes englischer Vokabeln zu erwarten (BGE 125 III 203 E. 1c «Bud-

weiser»; Urteil des BVGer B-8058/2010 vom 27. Juli 2011 E. 3.2 «Iron-

wood»). Für die hypothetische Beurteilung der Englischkenntnisse können 

weitere Indizien herangezogen werden, etwa die Ähnlichkeit fremdsprachi-

ger Begriffe mit jenen einer Landessprache oder die zunehmende Verbrei-

tung von Anglizismen (vgl. Urteile des BVGer B-4849/2017 vom 8. Februar 

2019 E. 4.2 «Revelation»; B-1615/2014 vom 23. März 2016 E. 6.2 

«Gridstream AIM/aim [fig.]»; CLAUDIA KELLER, Do you speak English? – An-

merkungen zum Bundesverwaltungsgerichtsentscheid B-804/2007 vom 

4. Dezember 2007 «Delight Aromas [fig.]», in sic! 2008, 485). Fachkreise 

verfügen in ihrem Fachgebiet oft über gute Englischkenntnisse (Urteil des 

BGer 4A_455/2008 vom 1. Dezember 2008 E. 4.3 «Ad-Rank»; Urteil des 

BVGer vom 1. Dezember 2008 E. 7 «Stencilmaster»). 

4.7 Um ein Zeichen vom Markenschutz auszuschliessen, muss es nicht 

zwingend in einem Wörterbuch erwähnt sein (Urteile des BVGer 

B-4762/2011 vom 28. November 2012 E. 5.2 «Myphotobook»; B-283/2012 

vom 13. Dezember 2012 E. 4.5 «Noblewood»). Die blosse Möglichkeit ver-

schiedener Bedeutungsgehalte bzw. Übersetzungen allein reicht nicht aus, 

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um die Unterscheidungskraft eines Zeichens zu begründen (Urteil des 

BVGer B-2125/2008 vom 15. Mai 2009 E. 4.1 «Total Trader» mit Hinwei-

sen). Dass eine Angabe neuartig, ungewohnt oder fremdsprachig ist, 

schliesst ihren beschreibenden Charakter nicht aus. Entscheidend ist, ob 

das Zeichen von den beteiligten Verkehrskreisen in der Schweiz als Aus-

sage über bestimmte Merkmale oder Eigenschaften der gekennzeichneten 

Waren oder Dienstleistungen aufgefasst wird (Urteile des BGer 

4A_265/2007 vom 26. September 2007 E. 2.1 «American Beauty»; 

4A_109/2010 vom 27. Mai 2010 E. 2.3.1 «terroir»). 

4.8 Mit der zusätzlichen Prüfung eines Freihaltebedürfnisses an Marken, 

die sich in einem Sinnbezug auf den Inhalt, die Form oder Gestalt der ge-

kennzeichneten Waren oder Dienstleistungen erschöpfen, wird der Ver-

breitung und Häufigkeit des Motivs oder Themas am Markt und damit dem 

konkreten Verwendungsinteresse der Mitanbieter Rechnung getragen (Ur-

teile des BVGer B-1759/2007 vom 26. Februar 2008 E. 4 «Pirates of the 

Caribbean»; B-5996/2013 vom 9. Juni 2015 E. 5.3 «Froschkönig»). Bei 

Wortmarken für inhaltsbezogene Waren oder Dienstleistungen ist beson-

ders das Vorliegen eines schutzwürdigen Interesses der Konkurrenten am 

Thema zu prüfen, das die Marke beschreibt. Ein solches ist insbesondere 

anzunehmen, wenn aktuell mit entsprechenden Publikationen zu rechnen 

ist und das Thema einen von den involvierten Personen unabhängigen Ge-

genstand der Kultur oder Wissenschaft betrifft (Urteile des BVGer 

B-1759/2007 E. 4 «Pirates of the Caribbean»; B-3815/2014 vom 18. Feb-

ruar 2016 E. 4.4 «Rapunzel»). Von einem absoluten Freihaltebedürfnis, 

das eine Durchsetzung als Marke in jedem Fall ausschliesst, ist jedoch nur 

dann auszugehen, wenn der Verkehr auf die Verwendung des Zeichens 

angewiesen ist, wobei diese Bedingung nicht allgemein, sondern im Hin-

blick auf die Waren oder Dienstleistungen zu prüfen ist, für die das Zeichen 

bestimmt ist (BGE 134 III 324 E. 2.3.3 «M/M-Joy»).  

5.  

5.1 Vorab sind die massgeblichen Verkehrskreise zu bestimmen. Für die 

normative Abwägung und Interessenwürdigung sind alle Verkehrskreise ei-

ner Marke festzustellen, auch wenn schliesslich das Verständnis eines 

Teils davon aufgrund seines Gewichts für die Beurteilung genügen kann 

(ASCHMANN, a.a.O., Art. 2 Bst. a N. 29). 

B-5789/2020 

Seite 10 

5.2 Die Vorinstanz geht davon aus, dass vorwiegend Durchschnittskonsu-

menten wie auch Statistiker und Wissenschaftler die Waren und Dienstleis-

tungen der Beschwerdeführerin beziehen würden.  

Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sich ihre Waren und Dienst-

leistungen primär an Endverbraucher richteten, die über keine erhöhten 

Englischkenntnisse verfügten. Die von der Vorinstanz zusätzlich genann-

ten Abnehmer machten keinen erheblichen Teil der Verkehrskreise aus. 

5.3 Die Waren und Dienstleistungen der Beschwerdeführerin zielen auf die 

Wissensvermittlung ab. Druckereierzeugnisse (Klasse 16) richten sich ne-

ben Zwischenhändlern und spezialisierten Anbietern, die über besondere 

Marktkenntnisse verfügen, vor allem an Abnehmer aus allen Bevölkerungs-

schichten und Altersgruppen und werden mit einer gewöhnlichen bis flüch-

tigen Aufmerksamkeit nachgefragt. Die genannten Ausbildungsdienstleis-

tungen im Bereich Wissenschaften und Statistik (Klasse 41) werden vor-

wiegend von einem erwachsenen Publikum nachgefragt, welches den An-

geboten mit einer durchschnittlichen Aufmerksamkeit begegnet. Lehr- und 

Unterrichtsmittel sowie Dienstleistungen im Bereich der Erziehung und 

Ausbildung richten sich auch an Fachkräfte im schulisch-pädagogischen 

Bereich, die über besondere Marktkenntnisse verfügen und deshalb eine 

grössere Aufmerksamkeit an den Tag legen. Unterhaltung und kulturelle 

Aktivitäten werden von einem breiten Publikum mit einer gewissen Regel-

mässigkeit und daher mit einer gewöhnlichen Aufmerksamkeit nachgefragt 

(vgl. zum Ganzen Urteile des BVGer B-3815/2014 vom 18. Februar 2016 

E. 5 «Rapunzel»; B-1456/2016 vom 7. Dezember 2016 E. 4 «Schweiz ak-

tuell»; B-2609/2012 vom 28. August 2013 E. 4.2 «Schweizer Fernsehen»; 

BVGer B-5048/2014 vom 4. April 2017 E. 5.3 «E-Cockpit»; B-7202/2014 

vom 1. September 2016 E. 5 «Geo/Geo influence»).  

5.4 Bei Waren und Dienstleistungen, welche sowohl an Fachkreise als 

auch an Endverbraucher vertrieben werden, ist bei der Beurteilung der 

Schutzfähigkeit der Marke in erster Linie auf das Verständnis der Endkon-

sumenten abzustellen, da diese die grösste und am wenigsten erfahrene 

Marktgruppe bilden (Urteil des BVGer B-5504/2018 vom 28. November 

2018 E. 3 «piú»; ASCHMANN, a.a.O., Art. 2 Bst. a N. 29). Massgebend ist 

daher das Verständnis von überwiegend erwachsenen Konsumentinnen 

und Konsumenten, welche den Waren und Dienstleistungen im Bereich der 

Erziehung und Ausbildung mit einer gewöhnlichen Aufmerksamkeit begeg-

nen.  

B-5789/2020 

Seite 11 

6.   

Ausgangspunkt für die Ermittlung des Sinngehalts ist die lexikalische Be-

deutung (E. 6.1–6.2). Danach ist auf die strittige Frage einzugehen, wie die 

relevanten Verkehrskreise das Zeichen im Kontext zu den gekennzeichne-

ten Waren und Dienstleistungen der Klassen 16 und 41 deuten (E. 7). 

6.1 Zur Begriffsbedeutung hat die Vorinstanz in der angefochtenen Verfü-

gung festgehalten, das Wort «factfulness» entspreche in Anlehnung zu den 

Wörtern «truthfulness», «mindfulness» oder «cheerfulness» einer sprach-

regelkonformen Substantivierung des Adjektivs «factful». «Factful» sei zu 

übersetzen mit «that contains many facts; consisting of facts». Das Suffix 

«–ness» werde im Englischen üblicherweise verwendet, um auf einen Zu-

stand oder die Qualität («state»; «quality») zu verweisen. Weiter könne das 

Wort auch in die zwei Substantive «fact» und «fulness» aufgeteilt werden. 

Das Wort «fact» werde mit «Tatsache; Faktum» übersetzt und sei den  

massgeblichen Abnehmerkreisen bekannt. «Full» gehöre in der Bedeutung 

von «voll» zum englischen Grundwortschatz. «Fulness» bedeute «state of 

being complete or whole» und werde u.a. mit «Fülle» übersetzt. Die 

sprachlich richtig gebildete Wortneuschöpfung «factfulness» werde in der 

Schweiz im Sinne von «quality of containing many facts» verstanden und 

ohne merklichen Aufwand mit «Faktenfülle» übersetzt. 

Dem hält die Beschwerdeführerin unter anderem entgegen, die Vorinstanz 

habe den Zeichenbestandteil «fulness» mit «Fülle» nicht korrekt übersetzt. 

Gemäss verschiedenen Online-Wörterbüchern bedeute der Begriff auch 

«Sattheit, Prallheit, Weite oder Volumen». Das Wort weise nicht auf eine 

mess- oder zählbare Fülle hin, sondern auf eine menschliche oder geistige 

Eigenschaft oder einen Zustand. Dies zeige sich auch anhand der Anwen-

dungsbeispiele der Vorinstanz betreffend «truthfulness», «mindfulness» 

und «cheerfulness». Der Begriff «fulness» ergebe daher in Verbindung zu 

«fact» keinen Sinn. Für die Erfassung eines Sinngehalts sei erheblicher 

Aufwand nötig. 

6.2 Das Wort «factfulness» kommt in Standardwörterbüchern nicht vor (vgl. 

Merriam-Webster Dictionary, https://www.merriam-webster.com/dictionary, 

und Oxford English Dictionary, https://www.oed.com/, beide besucht am 

15. November 2021). Hingegen existiert der Begriff «factualness» in der 

Bedeutung von «the state of being factual; the state of containing many 

facts» (Oxford English Dictionary). «Factfulness» ist weder fester Bestand-

teil des deutschen, französischen, italienischen noch des englischen Wort-

schatzes. Daher werden Abnehmer versucht sein, die Wortneuschöpfung 

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Seite 12 

gedanklich in allfällige inhaltlich sinngebende Bestandteile zu zergliedern 

(Urteil des BVGer B-103/2020 vom 10. Mai 2021 E. 4.3.1 «ECOSHELL»). 

«Factful» bedeutet «that contains many facts; consisting of facts» oder 

– auf eine Person bezogen – «knowing many facts» (Oxford English Dic-

tionary). Das im englischen Sprachgebrauch zwar unbekannte, morpholo-

gisch aber korrekt gebildete Substantiv «factfulness» ergibt in der Überset-

zung «Faktenfülle» oder «auf vielen Fakten beruhende Kenntnisse». 

Der Zeichenbestandteil «fact» bedeutet «Tatsache» oder «Faktum» und ist 

unstrittig als allgemein bekannt vorauszusetzen. Der Begriff «full» bedeutet 

übersetzt «voll» und ist gemäss den zutreffenden Feststellungen der Vor-

instanz Teil des Grundwortschatzes (vgl. Klett, Thematischer Grund- und 

Aufbauwortschatz Englisch, 1. Auflage 2009). Das Suffix «-ness» dient der 

Hauptwortbildung (zur Beschreibung eines Zustands). Es ist unbestritten, 

dass die Vokabel «truthfulness», «mindfulness» oder «cheerfulness» als 

geläufige Beispiele für eine vergleichbare Wortbildung gelten. Das zusam-

mengesetzte Wort ergibt in der Übersetzung «Tatsache-Vollsein». 

Das Wort «fulness» beziehungsweise «fullness» wird umschrieben mit 

«the quality or state of being full» und ist eine Substantivierung von «full» 

(Merriam-Webster Dictionary). Der Begriff wird unter anderem mit «Voll-

sein» beziehungsweise «Fülle» übersetzt; gleichzeitig bedeutet das Wort 

auch «Prallheit», «Sattheit», «Völle», «Weite» oder «Volumen» (PONS On-

line-Wörterbuch, https://de.pons.com, und Langenscheidt Online-Dictio-

nary, https://en.langenscheidt.com, beide besucht am 15. November 

2021). Ins Französische wird «fullness» mit «abondance», «richesse» oder 

«ampleur» übersetzt (Le Robert & Collins, Dictionnaire francais-anglais 

anglais-francaise, 8. Auflage 2006). «Abondance» bedeutet «Fülle, Über-

fluss» (PONS Online-Wörterbuch). «Factfulness» ergibt in der Zusammen-

setzung von «fact» und «fulness» wortwörtlich «Tatsache-Fülle», «Tatsa-

che-Weite», «Faktum-Prallheit» oder «Tatsache-Sattheit».  

Wie die Beschwerdeführerin zu Recht anführt, ergeben einige der wörtli-

chen Übersetzungen von «fact» und «fulness» in der Kombination keinen 

Sinn. Nachdem aber der soeben beschriebene Sinngehalt deutlich im Vor-

dergrund steht, ergibt sich durch die anderen Kombinationen von wörtli-

chen Übersetzungen keine Mehrdeutigkeit. 

B-5789/2020 

Seite 13 

7.  

Im Folgenden ist zu prüfen, ob dem Zeichen in Bezug auf die Waren und 

Dienstleistungen der Klassen 16 und 41 Unterscheidungskraft zukommt. 

7.1  

7.1.1 Die Vorinstanz stellte sich in der angefochtenen Verfügung auf den 

Standpunkt, das Zeichen beschreibe in der Bedeutung von «Faktenfülle» 

direkt die Eigenschaften beziehungsweise die Qualität der Waren und 

Dienstleistungen der Beschwerdeführerin. Die Abnehmer würden ohne 

grossen Gedankenaufwand verstehen, dass sich die Waren der Klasse 16 

durch Faktenfülle auszeichnen und daher qualitativ von anderen Produkten 

des gleichen Segments abheben würden. Auch für die Abnehmerkreise der 

Dienstleistungen der Klasse 41 sei offensichtlich, dass die zur Verfügung 

gestellten Publikationen wie Blogs sowie das pädagogische Material zu 

Ausbildungszwecken Faktenfülle aufweisen und sich in anpreisender 

Weise von vergleichbaren Dienstleistungen unterscheiden würden. Dies 

gelte auch für die angebotenen kulturellen Aktivitäten, welche nicht nur der 

Unterhaltung, sondern auch der Wissensvermittlung dienten. Da die Wort-

neuschöpfung in reklamehaft anpreisender Weise Eigenschaften und Qua-

lität der Waren und Dienstleistungen beschreibe, sei es den Abnehmern 

nicht möglich, im Zeichen einen Herkunftshinweis zu erkennen und die An-

gebote von jenen der Konkurrenz zu unterscheiden. 

7.1.2 Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin vor, «factfulness» sei 

ein Fantasiebegriff und nicht beschreibend. Das Zeichen enthalte keinen 

direkten Hinweis auf ihre Waren und Dienstleistungen. Ihre Angebote ziel-

ten zwar auf die Wissensvermittlung ab, Fakten stellten aber kein Wissen 

dar. Der Zusammenhang zwischen «fact» und Wissensvermittlung sei 

nicht leicht zu erschliessen. Das Wort laute auch nicht «facts» oder «fact-

ful», sondern sei eine im Englischen unübliche Substantivierung von «fact-

ful». Auch der Begriff «fulness» ergebe in Verbindung zu «fact» keinen 

Sinn. Die angesprochenen Verkehrskreise würden daher nicht an Waren 

der Klasse 16 oder Dienstleistungen der Klasse 41 denken.  

Die in der Wortneuschöpfung enthaltenen Begriffe würden üblicherweise in 

einem anderen Kontext und nicht in Kombination miteinander verwendet. 

Für eine Deutung benötige man mehrere gedankliche Schritte. In einem 

ersten Schritt müsse das Wort übersetzt werden. Während «fulness» eine 

diffuse An- oder Abwesenheit beschreibe, welche sich eher auf einer emo-

tionalen oder geistigen Ebene abspiele, verlange das Wort «fact» in der 

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Seite 14 

Übersetzung zwingend nach einer konkreten Angabe. In einem dritten 

Schritt müsse dann eine Verbindung zwischen den Waren und dem Zei-

chen hergestellt werden. Gerade Lern- und Ausbildungsmaterialien der 

Klassen 16 und 41 müssten streng rational sein. Sie seien nicht «mindful» 

oder «truthful», sondern «true». Die Verwendung des Zeichens «factful-

ness» sei daher für die genannten Waren und Dienstleistungen unerwartet 

und nicht einfach damit in Verbindung zu bringen. Dass es sich um eine 

fantasievolle Bezeichnung handle, zeige auch eine Google-Suche, die aus-

schliesslich Treffer ergebe, welche im Zusammenhang mit der Inhaberin 

der IR-Marke beziehungsweise mit ihren Gründerinnen und Gründern 

stehe. Auch würde die Eintragung des Zeichens im englischsprachigen 

Ausland darauf hinweisen, dass es unterscheidungskräftig sei. 

7.2 Das Wort «fact» ist nah an dem Begriff Faktum (Tatsache) und in dieser 

Bedeutung bei den relevanten Verkehrskreisen als bekannt vorauszuset-

zen. Gleiches gilt für das Wort «full» (voll) und das Suffix «-ness», welches 

zur Hauptwortbildung verwendet wird. Aus der Verbindung der einzelnen 

Zeichenbestandteile ergibt sich im Gesamteindruck ein die Waren und 

Dienstleistungen inhaltlich beschreibender, unmittelbar verständlicher 

Sinn. Wie die Vorinstanz ausgeführt hat, ist von Angeboten, die der Wis-

sensvermittlung dienen, zu erwarten, dass sie Informationen aus der Tat-

sachenwelt enthalten. Abnehmerinnen und Abnehmer sind auch bei einer 

flüchtigen Betrachtung des Zeichens in der Lage, unmittelbar die Bedeu-

tungen «Tatsache» und «voll» in einer englischen Hauptwortbildung zu er-

kennen. Für eine Übersetzung mit «Tatsache-Vollsein» beziehungsweise 

«Faktenfülle» ist entgegen den Vorbringen der Beschwerdeführerin nur ein 

zusätzlicher Schritt notwendig, nämlich die Substantivierung von «voll».  

Eine sprachlich einwandfreie Übersetzung ist für die sinngebende Erfas-

sung des Zeichens nicht notwendig. Marginale Verfremdungseffekte fallen 

nicht ins Gewicht und gewisse grammatikalische Fehler weisen noch nicht 

auf eine fantasievolle Verdrehung oder Mutilation der einzelnen Begriffe hin 

(Urteil des BVGer B-2125/2008 vom 15. Mai 2009 E. 4.2 «Total Trader»). 

Die Verwendung von «fact» im Singular ändert nichts an der Verständlich-

keit des Zeichens. Gleiches gilt für die Annahme der Beschwerdeführerin, 

die Zeichenbestandteile müssten «full of facts» statt «factful» lauten, um 

zur Deutung der Vorinstanz zu gelangen.  

Es ist auch unerheblich, ob Wissen überhaupt mit Fakten gleichzusetzen 

ist. Im Bereich der Ausbildung und Erziehung deckt sich der Sinngehalt des 

Zeichens mit der allgemeinen Erfahrung, dass durch die Sammlung und 

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Seite 15 

Darstellung von Fakten Wissen vermittelt wird. Das Zeichen wird daher als 

Inhaltsangabe und nicht als Marke verstanden. 

Aufgrund der Angebote, die der Wissensvermittlung dienen, werden die re-

levanten Verkehrskreise mit Blick auf das Zeichen schliessen, dass ihnen 

eine Ansammlung von Fakten zur Verfügung gestellt wird. Die von der Be-

schwerdeführerin angeführten Übersetzungsmöglichkeiten des Zeichen-

bestandteils «fulness» mit «Sattheit, Prallheit, Weite oder Volumen» treten 

in den Hintergrund. Es ist daher auch nicht ersichtlich, dass der Gesamt-

eindruck von «factfulness» mit Assoziationen verbunden wäre, welche im 

Zusammenhang mit den strittigen Waren und Dienstleistungen die Deu-

tung im Sinne einer Ansammlung von Fakten aufheben könnten. Das Zei-

chen erweckt in der Gesamtheit nicht den Eindruck eines Fantasiebegriffs.   

7.3 Die Beschwerdeführerin bringt weiter vor, es handle sich um ein fanta-

sievolles Zeichen, weil die Wortkombination als solche grundsätzlich nicht 

übersetzbar sei. Das Wort verliere aufgrund der Zusammensetzung von 

Begriffen beziehungsweise Silben, die nicht zusammenpassten, an Bedeu-

tung. Die Substantivierung des Wortes «factful» sowie die Kombination von 

«fact» mit dem Zeichenbestandteil «fulness» seien absolut unüblich. Die 

Verkehrskreise würden allenfalls an den Begriff «mindfulness» denken, 

welcher ausschliesslich im Zusammenhang mit geistigen und emotionalen 

Zuständen verwendet werde. Das Wort «fact» ergebe dazu keinen Sinn. 

Ein Kompositum aus bekannten englischen Wörtern wird als Fantasiewort 

angesehen, wenn die einzelnen Wörter aufgrund ihrer Zusammensetzung 

die eigentliche Bedeutung verlieren (Urteil des BVGer B-1615/2014 vom 

23. März 2016 E. 6.2 «Gridstream AIM/aim»). Dies ist aber vorliegend nicht 

der Fall. Der Einwand, «fulness» ergebe in Zusammenhang mit «fact» kei-

nen Sinn, da der Begriff im Sinne eines diffusen Zustands zu übersetzen 

sei, überzeugt nicht. Wie bereits erwähnt, hat das Wort «fulness» die Be-

deutung von «Fülle» beziehungsweise «abondance». Das Zeichen führt in 

der Kombination von «fact» und «fulness» nicht zum Bedeutungsverlust.  

Hinzu kommt, dass das Wort «factfulness» in der Assoziation zu «mindful-

ness» an einen in der Ratgeberliteratur weit verbreiteten Begriff erinnert. 

Die Argumentation, es handle sich um eine zur Denkarbeit anregende 

Wortkombination, weil mit «fulness» ein emotionaler Zustand ausgedrückt 

werde, verfängt nicht. Das Zeichen hinterlässt in der Zusammensetzung 

sowie im Kontext zu Bildungsangeboten keinen irritierenden Eindruck. 

B-5789/2020 

Seite 16 

7.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, eine Google-Suche ergebe 

fast ausschliesslich Hinweise auf sie als Inhaberin des Zeichens. Da sich 

sonst keine weiteren Treffer ergeben hätten, handle es sich – entgegen der 

Annahme der Vorinstanz – um keine banale Wortschöpfung. Dies spreche 

gegen eine mangelnde Unterscheidungskraft.   

Auszüge aus dem Internet können als Indizien für die Beurteilung, wie die 

massgeblichen Verkehrskreise ein Zeichen wahrnehmen, herangezogen 

werden (Urteil des BGer 4A_492/2007 vom 14. Februar 2008 E. 3.2 «Gip-

feltreffen»; Urteile des BVGer B-5608/2019 vom 30. September 2020 E. 

4.1 «Umbra Sheer»; B-5484/2013 vom 22. Juli 2014 E. 4 «Companions»). 

Dass eine englischsprachige Wortneuschöpfung keine geläufige Bezeich-

nung im Internet darstellt, sagt aber noch nichts über den Sinngehalt des 

Begriffs in der Wahrnehmung der Schweizer Verkehrskreise aus. Von ei-

nem beschreibenden Charakter ist auch dann auszugehen, wenn das Wort 

zwar nicht allgemein gebraucht wird, aber von den relevanten Verkehrs-

kreisen als Aussage über die Beschaffenheit der Ware oder Dienstleistung 

aufgefasst wird (vgl. E. 4.7 hiervor). Aufgrund des eindeutigen Sinngehalts 

ist das Zeichen «factfulness» als inhaltlich beschreibend zu beurteilen. 

Dass sich bei einer Google-Suche keine Belege für dessen Gebrauch als 

Sachbezeichnung finden lassen, ändert nichts am vorliegenden Ergebnis. 

7.5 Die Beschwerdeführerin wendet ein, sie habe ihr Zeichen in englisch-

sprachigen Ländern eintragen lassen können. Die Vorinstanz schätze da-

her die Englischkenntnisse der Schweizer Konsumentinnen und Konsu-

menten zu hoch ein. 

Es ist durchaus möglich, dass die Wortneuschöpfung für Verkehrskreise im 

englischsprachigen Ausland einprägsam gebildet ist und die Absicht erken-

nen lässt, zur Unterscheidung von Waren und Dienstleistungen der Kon-

kurrenz beizutragen. Die Beschwerdeführerin hat aber nicht nachvollzieh-

bar dargelegt, inwiefern die im Vergleich als geringer einzuschätzenden 

Englischkenntnisse der Verkehrskreise in der Schweiz eine sinngebende 

Deutung verhindern sollen. Auch bruchstückhafte Fremdsprachenkennt-

nisse können für eine sinngebende Erfassung des Zeichens ausreichen 

(Urteil des BVGer B-6099/2013 vom 28. Mai 2015 E. 5.2.1 «Carpe 

Diem/carpe noctem»). Aufgrund der als bekannt vorauszusetzenden zu-

sammengesetzten Begriffe steht der beschreibende Sinngehalt für Perso-

nen, die weniger gut Englisch sprechen, im Vordergrund. Selbst jenen, die 

über gute Fremdsprachenkenntnisse verfügen, dürfte bei einer durch-

B-5789/2020 

Seite 17 

schnittlich aufmerksamen Betrachtung der Unterschied zwischen «factual-

ness» und «factfulness» nicht sofort auffallen. Auf die relevanten Schwei-

zer Verkehrskreise wirkt die Wortneuschöpfung – sofern sie als solche 

überhaupt erkannt wird – nicht irritierend. Der Gesamteindruck, den das 

Zeichen hinterlässt, eignet sich nicht, einen Fantasiebegriff zu erkennen.  

Die Beurteilung des Gemeingutcharakters erfolgt im Übrigen im Lichte der 

Schweizerischen Rechtsprechung zu Art. 2 Bst. a MSchG (BGE 129 III 225 

E. 5.5 «Masterpiece»). Ein Vergleich mit anderen Zeichen, die gemäss der 

bisherigen Praxis zum Gemeingut gehören oder aufgrund ihrer Unterschei-

dungskraft für inhaltsbezogene Waren eingetragen wurden (vgl. E. 4.4 

hiervor), spricht gegen die Schutzfähigkeit der Marke «factfulness» für die 

Waren und Dienstleistungen der Klassen 16 und 41. Vorliegend handelt es 

sich auch nicht um einen Grenzfall, der trotz fehlender präjudizieller Wir-

kung ausländischer Eintragungen zu deren Berücksichtigung führen 

könnte (Urteil des BGer 4A.5/2004 vom 25. November 2004 E. 4.3 in fine 

«Firemaster»). Aus den geltend gemachten Eintragungen im Ausland kann 

die Beschwerdeführerin daher nichts zu ihren Gunsten ableiten.  

7.6 Zusammengefasst erwarten die relevanten Verkehrskreise aufgrund 

des Zeichens, dass sie für ihre Ausbildung Zugang zu einer Ansammlung 

von Fakten erhalten werden. Der beschreibende Sinngehalt in Bezug auf 

Druckereierzeugnisse, Lehr- und Unterrichtsmittel sowie Dienstleistungen 

zur Wissensvermittlung liegt damit auf der Hand. Die Vorinstanz hat das 

Zeichen zu Recht als Gemeingut eingestuft. Eine weiterführende Prüfung 

bezüglich der Freihaltebedürftigkeit erübrigt sich. 

8.  

Die Beschwerdeführerin verlangte bereits im Vorverfahren die Gleichbe-

handlung mit den beiden Marken CH 662060 FACT und CH P-539899 

FACT. Die Vorinstanz hielt in der angefochtenen Verfügung fest, von den 

beiden vorbestehenden Eintragungen könne kein Anspruch auf Gleichbe-

handlung abgeleitet werden, weil es sich nicht um vergleichbare Sachver-

halte handle. Das Zeichen beschreibe in der Bedeutung von Faktum nicht 

die Eigenschaften oder Qualität der Waren und eine der beiden Eintragun-

gen liege schon lange zurück. In der Beschwerde bringt die Beschwerde-

führerin im Wesentlichen vor, die Vorinstanz habe zu Unrecht angenom-

men, das Zeichen «fact» sei nicht mit ihrem Zeichen vergleichbar. Es sei 

nicht nachvollziehbar, weshalb die Vorinstanz das Wort in Bezug auf Waren 

der Klasse 16 nicht ebenso als beschreibend ansehe. 

B-5789/2020 

Seite 18 

8.1 Nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz sind juristische Sachverhalte 

nach Massgabe ihrer Gleichheit gleich zu behandeln. Dieselbe Behörde 

darf nicht ohne sachlichen Grund zwei rechtlich gleiche Sachverhalte un-

terschiedlich beurteilen. Nicht erforderlich ist, dass die Sachverhalte in all 

ihren tatsächlichen Elementen identisch sind. Demgegenüber besteht 

grundsätzlich kein Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht, insbeson-

dere dann, wenn nur in vereinzelten Fällen vom Gesetz abgewichen wurde. 

Frühere – allenfalls fehlerhafte – Entscheide sollen nicht als Richtschnur 

für alle Zeiten Geltung haben müssen. Der Anspruch auf Gleichbehandlung 

im Unrecht wird ausnahmsweise anerkannt, wenn eine ständige gesetzes-

widrige Praxis einer rechtsanwendenden Behörde vorliegt und die Behörde 

zu erkennen gibt, dass sie auch in Zukunft nicht von dieser Praxis abzu-

weichen gedenke. Im Markenrecht wird das Gleichbehandlungsgebot äus-

serst zurückhaltend angewendet, da die Eintragungspraxis naturgemäss 

kasuistisch ist (BVGE 2016/21 E. 6.2 «Goldbären» mit Hinweisen).  

8.2 Da die Vorinstanz das Zeichen zu Recht für die geltend gemachten 

Waren und Dienstleistungen der Klassen 16 und 41 dem Gemeingut zuge-

ordnet hat, kann mit Blick auf die Eintragung anderer Zeichen nur ein all-

fälliger Anspruch auf Gleichbehandlung im Unrecht geprüft werden. 

8.3 Beide Voreintragungen beanspruchten unter anderem Schutz für Wa-

ren der Klasse 16.   

Die Vorinstanz hielt in der angefochtenen Verfügung fest, dass es sich nicht 

um vergleichbare Sachverhalte handle. Sie hat bezüglich der Marke CH 

P-539899 FACT (Eintragung 2005, Löschung 2013) zutreffend auf die 

Rechtsprechung zur mangelnden Vergleichbarkeit mit älteren Eintragun-

gen hingewiesen. Marken, deren Eintragungen mehr als acht Jahre zurück-

liegen, sind in der Regel nicht mehr vergleichbar, da jene nicht mehr die 

aktuelle Praxis widerspiegeln (Urteil des BVGer B-4849/2017 vom 8. Feb-

ruar 2019 E. 6.2 «Revelation» mit Hinweisen).  

Die Vorinstanz hat im Weiteren die Marke CH 662060 FACT ohne vertiefte 

Analyse des Warenverzeichnisses als nicht beschreibend und daher als 

nicht vergleichbar einstuft. In der Klasse 16 sind zwar überwiegend Waren 

eingetragen, welche nicht aufgrund ihres Inhalts nachgefragt werden 

(Pappe, Papier, Karton, Buchbinderartikel, Schreibwaren, Schreibmaschi-

nen und Büroartikel, usw.). Daneben werden aber auch inhaltsbezogene 

Waren angeführt (Druckereierzeugnisse, Lehr- und Unterrichtsmittel). Die 

B-5789/2020 

Seite 19 

Beschwerdeführerin macht gestützt darauf eine Vergleichbarkeit der Sach-

verhalte geltend. Auch wenn in diesem Zusammenhang Zweifel an der 

pauschalen Begründung der Vorinstanz bestehen, kann bei insgesamt nur 

zwei Eintragungen, von denen eine vor 16 Jahren vorgenommen und zwi-

schenzeitlich gelöscht wurde, nicht von einer ständig gesetzeswidrigen 

Praxis ausgegangen werden. Die Beschwerdeführerin dringt daher mit 

dem Begehren um Gleichbehandlung nicht durch. 

9.  

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die Schutzaus-

dehnung der IR-Marke FACTFULNESS auf die Schweiz in Bezug auf Wa-

ren der Klasse 16 und Dienstleistungen der Klasse 41 zu Recht verweigert 

hat. Die Beschwerde ist vollumfänglich abzuweisen. 

10.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten des Beschwerdever-

fahrens der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  

10.1 Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang und der Schwierigkeit der Streit-

sache, Art der Prozessführung und finanzieller Lage der Parteien zu be-

messen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG; Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom 21. 

Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesver-

waltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Bei Markeneintragungsverfahren 

geht es um Vermögensinteressen. Die Gerichtsgebühr bemisst sich folglich 

nach dem Streitwert (Art. 4 VGKE). Im Markeneintragungsverfahren ist das 

Interesse der beschwerdeführenden Partei am Aufwand einer neuen Mar-

keneintragung und an der Vorbereitung der Markteinführung im Fall der 

Rückweisung der hängigen Markenanmeldung zu veranschlagen. Mangels 

anderer streitwertrelevanter Angaben ist der Umfang der Streitsache da-

rum nach Erfahrungswerten auf Fr. 50'000.– bis Fr. 100'000.– festzulegen 

(BGE 133 III 490 E. 3.3 «Turbinenfuss» mit Hinweisen). Von diesem Erfah-

rungswert ist auch für das vorliegende Verfahren auszugehen. Die Kosten 

sind mit Fr. 3'000.– zu beziffern und dem von der Beschwerdeführerin in 

gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu entnehmen.  

10.2 Der Vorinstanz ist als Bundesbehörde keine Parteientschädigung zu-

zusprechen (Art. 7 Abs. 3 VGKE). 

  

B-5789/2020 

Seite 20 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 3'000.– werden der Beschwerdeführerin auf-

erlegt und dem von ihr in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ent-

nommen. 

3.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. […]; Gerichtsurkunde) 

– das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement (Gerichtsurkunde) 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Vera Marantelli Anna Wildt 

 

  

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Seite 21 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Zivilsachen geführt werden 

(Art. 72 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist gewahrt, wenn die Beschwerde 

spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder 

zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen 

diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben worden ist 

(Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufas-

sen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel 

und die Unterschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Be-

weismittel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, 

beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

Versand: 13. Januar 2022