# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 30ea0677-3abf-521f-b05a-8438de7e67e6
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-04-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.04.2025 100 2022 297
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_100-2022-297_2025-04-30.pdf

## Full Text

100.2022.297U
STN/REC/SRE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Verwaltungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. April 2025

Verwaltungsrichterin Herzog, präsidierendes Mitglied
Verwaltungsrichter Bürki, Verwaltungsrichter Stohner
Gerichtsschreiberin Reichelt

1. A.________
2. B.________
3. C.________
Beschwerdeführende 2 und 3 gesetzlich vertreten durch ihre Mutter 
(Beschwerdeführerin 1)
alle vertreten durch Rechtsanwalt …
Beschwerdeführende

gegen

Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
Kramgasse 20, 3011 Bern

betreffend Verweigerung einer Aufenthaltsbewilligung und Wegweisung 
(Entscheid der Sicherheitsdirektion des Kantons Bern vom 12. August 
2022; 2022.SIDGS.337)

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.04.2025, Nr. 100.2022.297U, 
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Prozessgeschichte:

A.

A.________ (Jg. 1980), türkische Staatsangehörige, reiste am 16. Novem-
ber 2019 zusammen mit ihren Kindern B.________ (geb. 2010) und 
C.________ (geb. 2013) mit türkischen Spezialpässen, die sie zur visums-
freien Einreise für einen Aufenthalt von 90 Tagen berechtigten, in die 
Schweiz ein. 

Am 25. Februar 2020 beantragte A.________ für sich und ihre Kinder beim 
Amt für Bevölkerungsdienste des Kantons Bern (ABEV), Migrationsdienst 
(MIDI), eine «Verlängerung [der] Aufenthaltsbewilligung bis 31. Mai 2020». 
Mit Verfügung vom 20. März 2020 wies das ABEV (MIDI) dieses Gesuch, 
das es als Gesuch um Verlängerung der Dauer des Visums bzw. um 
Erteilung einer Kurzaufenthaltsbewilligung deutete, ab und A.________ und 
ihre Kinder aus der Schweiz weg. Dagegen erhoben A.________, 
B.________ und C.________ am 20. April 2020 Beschwerde bei der 
Sicherheitsdirektion des Kantons Bern (SID). Während des laufenden 
Verfahrens reichten sie am 22. September 2021 beim ABEV (MIDI) ein 
neues Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung wegen 
schwerwiegenden persönlichen Härtefalls ein. Darauf schrieb die SID das 
hängige Beschwerdeverfahren am 5. Oktober 2021 mit Zustimmung des 
Rechtsvertreters der Betroffenen als gegenstandslos geworden vom 
Geschäftsverzeichnis ab. 

Mit Verfügung vom 26. April 2022 wies das ABEV (MIDI) das Gesuch vom 
22. September 2021 um Erteilung einer Härtefallbewilligung ab und 
A.________, B.________ und C.________ unter Ansetzung einer 
Ausreisefrist aus der Schweiz weg.

B.

Gegen diese Verfügung erhoben A.________, B.________ und C.________ 
am 25. Mai 2022 Beschwerde bei der SID und ersuchten hauptsächlich um 
Aufhebung der Verfügung und Rückweisung der Sache an das ABEV zur 

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Neubeurteilung, eventuell um Erteilung einer Härtefallbewilligung. In verfah-
rensrechtlicher Hinsicht ersuchten sie um Sistierung des Verfahrens bis zum 
Abschluss des Eheschutzverfahrens von A.________ und dem Ehemann 
bzw. Kindsvater D.________ (Jg. 1969). Am 22. Juni 2022 ersuchten sie um 
unentgeltliche Rechtspflege hinsichtlich der Verfahrenskosten. Mit Entscheid 
vom 12. August 2022 wies die SID den Antrag auf Sistierung sowie die Be-
schwerde, soweit sie darauf eintrat, ab und setzte A.________, B.________ 
und C.________ eine neue Ausreisefrist auf den 23. September 2022. Das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wies sie aufgrund Aussichtslosigkeit 
der Rechtsbegehren ab.

C.

Gegen diesen Entscheid haben A.________, B.________ und C.________ 
am 22. September 2022 Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben. Sie be-
antragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die Sache sei zur 
Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventuell sei der ange-
fochtene Entscheid aufzuheben und ihnen eine Härtefallbewilligung zu ertei-
len. Subeventuell sei festzustellen, dass der Wegweisungsvollzug unzumut-
bar und unzulässig sei und das ABEV (MIDI) anzuweisen, dem Staatssekre-
tariat für Migration (SEM) einen Antrag um vorläufige Aufnahme zu unter-
breiten. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragen sie, das Beschwerde-
verfahren sei bis zum Abschluss des Eheschutzverfahrens von A.________ 
und ihrem Ehemann zu sistieren. Weiter beantragen sie, die kantonalen 
Behörden seien im Sinn einer vorsorglichen Massnahme anzuweisen, den 
Wegweisungsvollzug bis zum Entscheid des Verwaltungsgerichts auszuset-
zen. 

Mit Eingabe vom 10. Oktober 2022 haben A.________, B.________ und 
C.________ für das verwaltungsgerichtliche Verfahren um unentgeltliche 
Rechtspflege unter Beiordnung ihres Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt 
ersucht.

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Die SID schliesst mit Vernehmlassung vom 21. Oktober 2022 auf Abweisung 
der Beschwerde. Zum Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege hat sie sich 
eines Antrags enthalten. 

Mit Verfügung vom 27. Oktober 2022 hat der Instruktionsrichter das ABEV 
(MIDI) angewiesen, Handlungen zum Vollzug der Wegweisung von 
A.________, B.________ und C.________ aus der Schweiz vorläufig zu un-
terlassen.

Mit Eingabe vom 6. Oktober 2023 haben A.________, B.________ und 
C.________ eine Kopie des rechtskräftigen Entscheids des Eheschutzge-
richts vom 2. Juni 2023 eingereicht und ihr Gesuch um Verfahrenssistierung 
zurückgezogen. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 14. März 2024 hat 
der Instruktionsrichter die Akten des Eheschutzverfahrens beim Regionalge-
richt Berner Jura-Seeland CIV 22 3198 i.S. A.________ gegen D.________ 
zum vorliegenden Verfahren beigezogen. A.________, B.________ und 
C.________ sowie die SID haben dazu Stellung nehmen können. Mit Einga-
ben vom 4. und 29. April 2024 haben A.________, B.________ und 
C.________ zwei Berichte der Fachstelle Opferhilfe bei häuslicher Gewalt 
des Frauenhauses … zu den Akten gereicht. Darauf haben sich die SID am 
22. Mai 2024 und A.________, B.________ und C.________ am 7. Juni 
2024 erneut zur Sache geäussert.

Am 14. Oktober 2024 hat der MIDI ein Schreiben von D.________ an das 
SEM inklusive diverser Beilagen zu den Akten gereicht. Von der Möglichkeit, 
sich dazu zu äussern, haben die SID am 6. November 2024 und 
A.________, B.________ und C.________ am 20. November 2024 Ge-
brauch gemacht. Letztere haben gleichzeitig weitere Unterlagen zu den Ak-
ten gereicht. 

Erwägungen:

1.

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1.1 Das Verwaltungsgericht ist zur Beurteilung der Beschwerde als letzte 
kantonale Instanz gemäss Art. 74 Abs. 1 i.V.m. Art. 76 und 77 des Gesetzes 
vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21) 
zuständig. Die Beschwerdeführenden haben am vorinstanzlichen Verfahren 
teilgenommen, sind durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt 
und haben ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Ände-
rung (Art. 79 Abs. 1 VRPG). 

1.2 Eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde muss namentlich einen An-
trag, die Angabe von Tatsachen und Beweismitteln und eine Begründung 
enthalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 Abs. 2 VRPG). Die Beschwerde-
führenden beantragen die (vollständige) Aufhebung des angefochtenen Ent-
scheids. In der Begründung ihrer Beschwerde setzen sie sich allerdings nur 
mit der Hauptsache auseinander und nicht mit der Abweisung des Gesuchs 
um unentgeltliche Rechtspflege. Dass und inwiefern die Vorinstanz den Be-
schwerdeführenden die unentgeltliche Rechtspflege zu Unrecht nicht er-
teilte, begründen sie nicht. Soweit die Beschwerdeführenden den Entscheid 
in diesem Punkt anfechten wollen, ist auf die Beschwerde mangels Begrün-
dung folglich nicht einzutreten. Im Übrigen sind die Bestimmungen über 
Form und Frist eingehalten (Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 VRPG). Auf die Be-
schwerde ist grundsätzlich einzutreten (vgl. zum Subeventualbegehren be-
treffend vorläufige Aufnahme hinten E. 3).

1.3 Das Verwaltungsgericht überprüft den angefochtenen Entscheid auf 
Rechtsverletzungen hin (Art. 80 Bst. a und b VRPG). 

2.

2.1 Nach dem Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 über die Auslän-
derinnen und Ausländer und über die Integration (Ausländer- und Integrati-
onsgesetz, AIG; SR 142.20) besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Ertei-
lung bzw. Verlängerung einer Aufenthaltsbewilligung, es sei denn, die um 
eine Bewilligung ersuchende Person oder ihre in der Schweiz lebenden An-
gehörigen könnten sich auf eine besondere Norm des Bundesrechts (ein-
schliesslich Bundesverfassungsrecht) oder eines Staatsvertrags berufen 

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(BGE 135 II 1 E. 1.1, 133 I 185 E. 2.3). Andernfalls entscheidet die zustän-
dige Behörde nach pflichtgemässem Ermessen über die Bewilligungsertei-
lung oder -verlängerung (vgl. Art. 3, Art. 33 Abs. 3 sowie Art. 96 AIG). Das 
AIG unterscheidet demnach zwischen Bewilligungen, auf deren Erteilung ein 
Rechtsanspruch besteht (sog. Anspruchsbewilligung), und Bewilligungen, 
über welche die Behörde ermessensgeprägt entscheidet (sog. Ermessens-
bewilligung; BVR 2020 S. 443 E. 4.1 mit Hinweisen).

2.2 Die Beschwerdeführenden machen keine Anspruchsbewilligung 
geltend. Sie sind vielmehr der Auffassung, es sei ein schwerwiegender 
persönlicher Härtefall gegeben und der Aufenthalt in der Schweiz sei ihnen 
deshalb ermessensweise zu erlauben (Beschwerde S. 10-12).

2.3 Nach Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG kann von den Zulassungsvorausset-
zungen (Art. 18-29 AIG) abgewichen werden, um schwerwiegenden persön-
lichen Härtefällen oder wichtigen öffentlichen Interessen Rechnung zu tra-
gen. Bei der Beurteilung sind insbesondere die Integration anhand der Krite-
rien nach Art. 58a Abs. 1 AIG, die Familienverhältnisse, die finanziellen Ver-
hältnisse, die Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, der Gesundheitszu-
stand und die Möglichkeiten für eine Wiedereingliederung im Herkunftsstaat 
zu berücksichtigen (Art. 31 Abs. 1 Bst. a-g der Verordnung vom 24. Oktober 
2007 über Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE; SR 142.201]). 
Ein Härtefall im Sinn von Art. 30 Abs. 1 Bst. b AIG liegt nach der Rechtspre-
chung vor, wenn sich die betreffende ausländische Person in einer persönli-
chen Notlage befindet bzw. ihre Lebens- und Existenzbedingungen, gemes-
sen am durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Personen in einer 
vergleichbaren Situation, in gesteigertem Mass in Frage gestellt sind und die 
Verweigerung einer Ausnahme für sie schwere Nachteile zur Folge hätte. 
Die Ausländerbehörden dürfen diese Voraussetzungen zur Anerkennung ei-
nes Härtefalls grundsätzlich streng handhaben (vgl. BVR 2020 S. 443 E. 4.5, 
2016 S. 369 E. 3.3, u.a. mit Hinweis auf BGE 137 II 1 E. 4.1, 130 II 39 E. 3 
[Pra 93/2004 Nr. 140]). Der Bewilligungsbehörde kommt in der Frage, ob ein 
Härtefall vorliegt, grundsätzlich ein grosser Ermessensspielraum zu. Sie hat 
diesen Spielraum pflichtgemäss auszufüllen, d.h. im Rahmen von Verfas-
sung und Gesetz nach sachlichen Grundsätzen. Namentlich sind die gesetz-
lichen Vorgaben und die dort angelegten öffentlichen Interessen, das Gebot 

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der rechtsgleichen Behandlung, die Verhältnismässigkeit und das Willkürver-
bot zu beachten (BVR 2020 S. 443 E. 4.4 mit weiteren Hinweisen).

2.4 Vollzugshindernisse im Sinn von Art. 83 Abs. 2-4 AIG können von je-
der weggewiesenen Person gegenüber jeder wegweisenden Behörde vor-
gebracht werden. Unabhängig davon, ob es sich um ein asyl- oder ein aus-
länderrechtliches Verfahren handelt, hat diejenige Instanz, welche den Voll-
zug der Weg- oder Ausweisung anordnet, sämtliche Wegweisungsvollzugs-
hindernisse zu prüfen. Nach der zu Entfernungsmassnahmen entwickelten 
Rechtsprechung kann ein Vollzugshindernis geeignet sein, die Wiederein-
gliederung im Herkunftsland zu beeinträchtigen. Diesfalls können die ent-
sprechenden Fragen nicht (ausschliesslich) in das Vollzugsverfahren verwie-
sen werden (vgl. BGE 137 II 345 E. 3.3.2 [Anspruchsbewilligung], 137 II 305 
E. 3.2 [Wegweisung]; BVR 2015 S. 105 E. 3.2.1 [Ermessensbewilligung]), 
sondern sind diese Aspekte in die bewilligungsrechtliche Beurteilung einzu-
beziehen (vgl. zuletzt VGE 2021/177 vom 21.8.2023 E. 8.1, 2019/267 vom 
14.12.2021 E. 5; vgl. auch angefochtener Entscheid E. 4.3). Bei der Beurtei-
lung der Möglichkeit der Wiedereingliederung im Zielland im Rahmen der 
Härtefallprüfung nach Art. 30 Abs. 1 Bst b AIG i.V.m. Art. 31 VZAE liegt al-
lerdings der Schwerpunkt auf der Situation der Betroffenen in der Schweiz. 
Die zentrale Frage lautet, ob die betroffene Person aufgrund ihrer persönli-
chen Möglichkeiten (bzw. Fähigkeiten) oder Schwierigkeiten in der Lage 
wäre, sich im Herkunftsland wieder einzugliedern. Dies hat weniger mit der 
Integration in der Schweiz zu tun als damit, ob der betroffenen Person die 
Rückkehr aufgrund ihrer persönlichen Situation (und nicht aufgrund der Lage 
im Herkunftsland) zugemutet werden kann (BVGer F-7043/2018 vom 
25.5.2020 E. 8.2 betreffend Zustimmung zur Erteilung einer Aufenthaltsbe-
willigung nach Art. 14 Abs. 2 Bst. c des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
[AsylG; SR 142.31]). Eine gewisse Überschneidung von Gründen, die den 
Wegweisungsvollzug betreffen, und solchen, die einen Härtefall (mit)begrün-
den können, ist dabei in Kauf zu nehmen (BVGer F-3956/2016 vom 
17.12.2018 E. 6.3; BVGE 2017 VII/6 E. 6.4).

2.5 Die Beschwerdeführenden halten sich seit dem 16. November 2019 
und damit seit rund fünf Jahren in der Schweiz auf. Diese Aufenthaltsdauer 
ist dahingehend zu relativieren, dass sie sich mit ihren türkischen Spezial-

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pässen (Hususi Pasaport; vgl. Akten MIDI 6B pag. 10) nur während 90 Ta-
gen innerhalb von 180 Tagen visumsfrei in der Schweiz aufhalten durften. 
Nach Ablauf der 90 Tage war ihr Aufenthalt unbewilligt, wenn auch der MIDI 
seit der Verfügung der SID vom 27. Juni 2022 angewiesen war, Handlungen 
zum Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführenden vorläufig zu unter-
lassen (Akten SID pag. 38 ff.; vgl. auch angefochtener Entscheid E. 4.2). 
Wird die erstmalige Erteilung einer Niederlassungs- oder Aufenthaltsbewilli-
gung verweigert, handelt es sich um eine negative Verfügung, bei welcher 
die aufschiebende Wirkung kein Anwesenheitsrecht während der Dauer des 
Verfahrens zur Folge hat (vgl. etwa Daum/Rechsteiner, in Herzog/Daum 
[Hrsg.], Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 27 N. 24).

2.6 Bezüglich der Integration in der Schweiz ist Folgendes festzustellen: 
Die Beschwerdeführenden verfügen in der Schweiz über mehrere Familien-
mitglieder, zu denen sie eine enge Beziehung zu pflegen scheinen (vgl. Ak-
ten MIDI 6B pag. 83 f.). Enge soziale Kontakte ausserhalb der Familie zur 
einheimischen Bevölkerung, deren Abbruch sie hart treffen würde, belegen 
sie indes nicht. Zwar hat die Beschwerdeführerin 1 einen Sprachkurs be-
sucht, womit davon auszugehen ist, dass sie zumindest über ein Niveau A1 
in Deutsch verfügt. Den Kurs hat sie allerdings erst knapp zwei Jahre nach 
ihrer Einreise absolviert (Akten MIDI 6B pag. 80 und 118). Die Beschwerde-
führenden 2 und 3 gehen seit November 2020 in der Schweiz zur Schule und 
erbringen gute Leistungen. Diese Integrationsleistungen hat die SID zu 
Recht anerkannt (angefochtener Entscheid E. 4.3). Sie sind jedoch zu rela-
tivieren, da die Beschwerdeführenden mit ihrer Wohnsitznahme in der 
Schweiz nach Ablauf ihres visumsfreien Aufenthalts und ohne Bewilligung 
ein «fait accompli» geschaffen haben. Dies kann bei der rechtlichen Beurtei-
lung des Aufenthaltsanspruchs nicht zu ihren Gunsten berücksichtigt wer-
den. Ansonsten würden diejenigen benachteiligt, die – wie gesetzlich vorge-
sehen (Art. 17 Abs. 1 AIG) – den Bewilligungsentscheid im Ausland abwarten 
(vgl. BGE 149 I 207 E. 5.6 [Pra 113/2024 Nr. 9]; BGer 2C_634/2017 vom 
14.8.2018 E. 3.8 mit Hinweis). Mangels vertiefter sozialer Beziehungen zum 
ausserfamiliären oder ausserhäuslichen Bereich fällt ein Bewilligungsan-
spruch nach Art. 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK; 
SR 0.101) ausser Betracht (BGE 149 I 207 E. 5.3.1 und 5.4).

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2.7 Die Beschwerdeführenden begründen den persönlichen Härtefall in 
erster Linie damit, dass ihnen eine Rückkehr in ihr Heimatland nicht zumut-
bar sei. 

2.7.1 Vor ihrer Ausreise lebten die Beschwerdeführenden in der Provinz 
Mardin. Wie die Vorinstanz zu Recht erkannt hat, erachtet das Bundesver-
waltungsgericht die Rückkehr in die Provinz Mardin als zumutbar (angefoch-
tener Entscheid E. 4.4; BVGer D-3131/2021 vom 29.1.2025 E. 9.4.2, 
D-2219/2024 vom 28.11.2024 E. 9.4.1). Dass gesundheitliche Beschwerden 
der Rückkehr entgegenstehen, machen die Beschwerdeführenden vor Ver-
waltungsgericht nicht (mehr) geltend. Ohnehin hat die Vorinstanz zu Recht 
darauf geschlossen, dass diese einer Rückkehr nicht entgegenstehen wür-
den (vgl. angefochtener Entscheid E. 4.4 u.a. mit Verweis auf BV-
Ger D-4246/2020 vom 9.3.2022 E. 8.4.3).

2.7.2 Im Zeitpunkt des vorliegenden Urteils sind die Kinder bereits 12 bzw. 
14 Jahre alt. Sie verfügen über eine gewisse Selbständigkeit und es wäre 
der Beschwerdeführerin 1 auch zumutbar, ohne weitere Betreuungsmöglich-
keiten für die Kinder einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Beschwerde-
führerin 1 hat in der Türkei das Gymnasium abgeschlossen und ein zweijäh-
riges Fernstudium für Sozialarbeit begonnen (Akten MIDI 6B pag. 84), was 
ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht. Sie bringt auch nicht vor, dass 
sie nicht in der Lage wäre, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Die Be-
schwerdeführenden sind sodann in der Türkei geboren und aufgewachsen 
und mit der Sprache und Kultur ihres Heimatlands vertraut. Dort verfügen sie 
auch über ein soziales Netz. So pflegen zumindest die Kinder Kontakt zu 
ihren in der Türkei lebenden Verwandten (Protokoll Anhörung Beschwerde-
führerin 2 im Eheschutzverfahren vom 21.4.2023 in Zivilakten Regionalge-
richt Berner Jura-Seeland [act. 13A]; Akten MIDI 6B pag. 84 f.). Diese könn-
ten ihnen in ihrem Heimatland zumindest unterstützend zur Seite stehen.

2.7.3 Die Rückkehr wäre sicherlich für die beiden minderjährigen Kinder 
besonders schwierig. Sie haben mittlerweile einen wesentlichen Teil ihrer 
Schulzeit hier verbracht und würden erneut aus ihrem gewohnten Umfeld 
gerissen. Die Beschwerdeführenden lebten allerdings bis zu ihrem siebten 
bzw. zehnten Lebensjahr in der Türkei und haben dort auch die Primarschule 
besucht (Akten MIDI 6B pag. 85). Sie befinden sich noch nicht am Ende der 

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obligatorischen Schulzeit und sind damit in einem anpassungsfähigen Alter, 
in welchem ihnen die Rückkehr zusammen mit ihrer Mutter in das Heimat-
land grundsätzlich zumutbar ist (vgl. BGer 2C_164/2017 vom 12.9.2017 
E. 3.4.3, 2C_792/2013 vom 11.2.2014 E. 5.1; VGE 2017/279 vom 18.7.2018 
E. 5.8). Auch könnten sie weiterhin altersgerecht durch ihre Mutter betreut 
werden.

2.8 Die Beschwerdeführerin 1 bringt hauptsächlich vor, sie wäre bei ihrer 
Rückkehr durch ihren Ehemann an Leib und Leben bedroht. Schon vor ihrer 
Ausreise habe sie unter der häuslichen Gewalt ihres Ehemanns gelitten und 
schliesslich «unter dem Vorwand, ihre Verwandten in der Schweiz zu besu-
chen», die Türkei zusammen mit ihren Kindern verlassen (vgl. Beschwerde 
S. 3, 8-10, 13). Sie habe lange überlegt, ob sie sich mit dem Risiko einer 
ständigen Lebensbedrohung von ihrem Ehemann trennen oder sich wieder 
in die Situation der häuslichen Gewalt begeben sollte, um ihr Überleben zu 
sichern. Diese ambivalente Haltung habe dazu geführt, dass sie sich erst 
sehr spät dazu habe durchringen können, eine gerichtliche Trennung anzu-
streben und sich damit einer erhöhten Gefährdung auszusetzen. Von der 
Schweiz aus habe sie im März 2022 eine Scheidungsklage in der Türkei ein-
gereicht. Darauf habe der Ehemann ihr gedroht, dass er sie töten werde. 
Zudem habe er angekündigt, er werde die Kinder entführen und zu seiner 
Familie bringen. Sie habe in der Folge die Scheidungsklage zurückgezogen. 
Da sie dennoch schutzbedürftig sei, habe sie im Juli 2022 ein Eheschutzge-
such in der Schweiz eingereicht (Beschwerde S. 3-5, 10, 13). 

2.8.1 Die Vorinstanz hat erwogen, die Vorbringen der Beschwerdeführe-
rin 1 stützten sich weitgehend auf blosse Behauptungen. Sie habe weder die 
gemachte eheliche Gewalt noch die drohende Gefahr eines Femizids «bis 
zur Glaubhaftigkeit substanziiert». Konkrete und gegenwartsbezogene Wil-
lensäusserungen des Ehemanns, die eine Entschlossenheit zur Gewaltan-
wendung als plausibel erscheinen lassen könnten, seien in den Akten nicht 
belegt. Allein mit dem eingereichten Papierausdruck eines Textnachrichten-
austauschs zwischen dem Ehemann und der Schwester der Beschwerde-
führerin 1 vom 6. August 2021 (Akten MIDI 6B pag. 99 ff.) vermöge die Be-
schwerdeführerin 1 ein entsprechendes reales Risiko nicht hinreichend zu 
dokumentieren (angefochtener Entscheid E. 4.4). 

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2.8.2 Vor Verwaltungsgericht haben die Beschwerdeführenden diverse Be-
richte verschiedener Fachstellen (Fachstelle Opferhilfe bei häuslicher Ge-
walt des Frauenhauses … [nachfolgend Fachstelle Opferhilfe bei häuslicher 
Gewalt], Organisation … und Praxis für systemische Beratung) eingereicht. 
Daraus geht hervor, dass die Beschwerdeführerin 1 am 24. Januar 2024 bei 
der Organisation «…» in … um Unterstützung gebeten hatte. Ihre Anfrage 
hatte sie damit begründet, dass ihr Ehemann in die Schweiz reisen werde, 
um sie und ihre Kinder in die Türkei zurückzubringen. Eine Hilfsorganisation 
stellte den Beschwerdeführenden hierauf während einiger Tage ein Hotel zur 
Verfügung. Am 6. Februar 2024 traten sie in das Frauenhaus … ein (Bericht 
Fachstelle Opferhilfe bei häuslicher Gewalt vom 30.3.2024 [act. 17A]), wo 
sie bis Mitte Mai 2024 wohnten. Anschliessend stellte ihnen die Organisation 
… eine Wohnung zur Verfügung (Bericht Organisation … vom 4.11.2024 
[act. 33A]). Die Fachberaterin der Fachstelle Opferhilfe bei häuslicher Ge-
walt hielt in ihren Berichten vom 30. März 2024 (act. 17A) und vom 24. April 
2024 (act. 21A) fest, die Beschwerdeführerin 1 sei eigenen Angaben zufolge 
mit ihrem Ehemann zwangsverheiratet worden und habe bereits in der Türkei 
unter dessen Gewalt und Drohungen gelitten. Sie habe auch das Haus nur 
selten verlassen dürfen. Als ihre Mutter an Krebs erkrankt sei, habe der Ehe-
mann ihr erlaubt, in die Schweiz auszureisen. Nachdem die Beschwerdefüh-
rerin 1 später dem Ehemann gegenüber ihre Trennungsabsichten offenbart 
habe, habe er mit «heftigen Morddrohungen» reagiert sowie angedroht, er 
werde die Kinder zurück in die Türkei holen. Zudem hätten auch die in der 
Schweiz lebenden Brüder der Beschwerdeführerin 1 vermehrt Druck auf sie 
ausgeübt und sie dazu gedrängt, zu ihrem Ehemann zurückzukehren. Der 
Ehemann bzw. Kindsvater habe die Beschwerdeführenden schliesslich 
während seiner Anwesenheit in der Schweiz im Januar 2024 erfolglos ge-
sucht. Die Beschwerdeführenden hätten sich vor ihm verstecken bzw. in Si-
cherheit bringen müssen, was sie unter anderem zur «Flucht» nach … zu 
einer Schwester der Beschwerdeführerin 1 bewogen habe. 

2.8.3 Wie die Vorinstanz zu Recht vorbringt (Stellungnahme SID vom 
6.11.2024 [act. 29]), stehen diese Darstellungen im Widerspruch zu den im 
Verlauf des verwaltungsgerichtlichen Verfahrens vom MIDI eingereichten 
Unterlagen des Ehemanns der Beschwerdeführerin 1. Diese enthalten unter 
anderem Bilder, die ihn gemeinsam mit den Beschwerdeführenden in der 

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Schweiz zeigen, und die mit 24. Januar 2024 sowie 21. Juli 2024 datiert sind. 
Zudem enthalten sie einen Ausdruck eines Textnachrichtenaustauschs zwi-
schen ihm und der Beschwerdeführerin 1, der im Juni 2024 stattgefunden 
haben soll und in welchem die Beschwerdeführerin 1 ihn auffordert, den ge-
meinsamen Sohn anzurufen, da sich dieser weigern würde, in die Schule zu 
gehen. Zudem informiert sie ihn darüber, dass sie nun ein «Haus» erhalten 
hätten (act. 27 und 27A). Die Beschwerdeführerin 1 bestreitet weder die bei-
den Treffen noch die Textnachrichtunterhaltung mit ihrem Ehemann. Sie er-
klärt aber, dass sie sich direkt nach dem Treffen mit dem Ehemann im Januar 
2024 bei der Organisation «…» gemeldet und um Schutz ersucht habe, das 
Treffen mit ihm allerdings nicht erwähnt habe aus Angst, sie könne nicht hin-
reichend vermitteln, wie gross die Gefahr für sie und die Kinder sei (Bericht 
Fachstelle Opferhilfe bei häuslicher Gewalt vom 1.11.2024 [act. 33A]). 

2.8.4 Gestützt auf das mittlerweile abgeschlossene Eheschutzverfahren 
(Entscheid vom 2.6.2023; vgl. Zivilakten des Regionalgerichts Berner 
Jura-Seeland [act. 13A]) ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin 1 zur Tren-
nung von ihrem Ehemann entschlossen ist und keine intakte eheliche Bezie-
hung mehr besteht. Es erscheint auch plausibel, dass die Gesamtsituation 
für die Beschwerdeführerin 1 äusserst belastend ist. Die SID bringt allerdings 
zu Recht vor (angefochtener Entscheid E. 4.4; Stellungnahme SID vom 
6.11.2024 [act. 29]), dass bis heute keine konkreten, vom Ehemann ausge-
henden Todes- oder Gewaltandrohungen vorliegen, die eine ernsthafte Ge-
fahr als plausibel erscheinen lassen. Inwiefern «viele objektive Anhalts-
punkte» (Beschwerde S. 13) für derartige Drohungen bestehen, ist nicht er-
sichtlich. Gegen die Annahme einer konkreten und ernsthaften Gefahr spre-
chen zudem die mehrfachen Treffen der Beschwerdeführenden mit ihrem 
Ehemann bzw. Vater in der Schweiz (vgl. E. 2.8.3 hiervor: vgl. auch Stellung-
nahme SID vom 6.11.2024 [act. 29]). Die Beschwerdeführenden äussern 
sich in ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch nicht dazu, aus welchen 
Gründen sie innerhalb der Türkei nicht an einen anderen als ihren früheren 
Wohnort (bei ihrem Ehemann bzw. Vater) zurückkehren könnten, dies ob-
wohl die Vorinstanz ausdrücklich auf solche Aufenthaltsalternativen im Hei-
matland hingewiesen hatte (angefochtener Entscheid E. 4.4). So könnten die 
Beschwerdeführenden an einen Ort in der Türkei zurückkehren, an welchem 
andere Familienmitglieder leben. Möglich wäre beispielsweise eine Rück-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.04.2025, Nr. 100.2022.297U, 
Seite 13

kehr zu einer der drei Schwestern der Beschwerdeführerin 1, welche in den 
Provinzen … bzw. … (West- bzw. Osttürkei) leben. Vertraut ist die Beschwer-
deführerin 1 ausserdem mit den Verhältnissen in der Stadt … (…; Osttürkei), 
wo sie während drei Jahren das Gymnasium besucht hatte (Akten MIDI 6B 
pag. 84). Soweit die Beschwerdeführerin 1 auf den von ihren Brüdern aus-
gehenden Druck, zu ihrem Ehemann zurückzukehren, bzw. auf deren an-
gebliche Morddrohungen verweist, ist nicht erkennbar, inwiefern dies ihre 
Wiedereingliederung in der Türkei erschweren sollte (vgl. Eingabe Be-
schwerdeführende vom 20.11.2024 [act. 33]; Bericht Fachstelle Opferhilfe 
bei häuslicher Gewalt vom 30.3.2024 [act. 17A] und vom 1.11.2024 S. 1 f. 
[act. 33A]). Mit Blick auf das hiervor Gesagte ist nicht davon auszugehen, 
dass den Beschwerdeführenden eine Wiedereingliederung im Heimatland 
nicht zumutbar wäre (vgl. auch Stellungnahme SID vom 6.11.2024 [act. 29]). 
Anhaltspunkte dafür, dass die Beschwerdeführenden in der Türkei mit be-
achtlicher Wahrscheinlichkeit einer verbotenen Strafe oder Behandlung aus-
gesetzt wären im Sinn von Art. 3 EMRK oder Art. 3 i.V.m. Art. 1 des Überein-
kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-
menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105; 
vgl. Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung [BV; SR 101]) liegen nicht vor (vgl. 
Beschwerde S. 12).

2.8.5 Aus den Akten des Eheschutzverfahrens ergeben sich keine anderen 
Erkenntnisse, hat die zuständige Gerichtspräsidentin doch sogar festgehal-
ten, dass die Äusserungen der Beschwerdeführerin 1 bezüglich der von ih-
ren Kindern angeblich erlittenen häuslichen Gewalt «äusserst vage» geblie-
ben seien (Verfügung des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland vom 
22. Juli 2022 S. 5 [act. 13A]; Stellungnahmen SID vom 5.4.2024 [act. 18]). 
Den Entscheid, die Kinder unter die alleinige elterliche Sorge und Obhut ihrer 
Mutter zu stellen, begründet die Gerichtspräsidentin auch nicht mit konkreten 
Drohungen des Ehemanns und Vaters (Eingabe Beschwerdeführende vom 
6.10.2023 S. 2 [act. 9]), sondern damit, dass die Kommunikation und Koope-
ration der Eltern aufgrund eines gravierenden Konflikts, schwerer Vorwürfe 
(Todesdrohungen und Kindsentführung) und der räumlichen Distanz er-
schwert sei. Wichtige Entscheide könnten aufgrund dessen nicht oder nicht 
innert nützlicher Frist gefällt werden, was eine (potenzielle) Kindeswohlge-
fährdung darstelle (Entscheidbegründung Regionalgericht Berner 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.04.2025, Nr. 100.2022.297U, 
Seite 14

Jura-Seeland vom 14.8.2023 Ziff. 25 [act. 9A2]). Was die angeblich ange-
drohte Kindsentführung angeht, hat die Beschwerdeführerin 1 im Rahmen 
des Eheschutzverfahrens selber ausgesagt, ihr Ehemann habe ihr «nicht 
persönlich damit gedroht» (Protokoll der Gesuchsverhandlung vom 
26.5.2023 im Eheschutzverfahren vor dem Regionalgericht Berner 
Jura-Seeland S. 5 [act. 13A]). Inwiefern die Tatsache, dass das Regionalge-
richt dem Vater kein Besuchsrecht für seine Kinder eingeräumt hat, dafür 
spricht, dass eine Gefahr von diesem ausgeht, ist nicht ersichtlich (Eingabe 
Beschwerdeführende vom 6.10.2023 S. 3 [act. 9]). Vielmehr wurde aufgrund 
der grossen räumlichen Distanz zurzeit auf die Regelung eines Besuchs-
rechts verzichtet (Entscheidbegründung Regionalgericht Berner Jura-See-
land vom 14.8.2023 Ziff. 27 [act. 9A2]). Diesbezüglich bemerkenswert ist, 
dass die Beschwerdeführenden im Rahmen des Eheschutzverfahrens ihre 
zunächst gestellten Anträge, es seien Sicherungsmassnahmen zu treffen, 
dass der Ehemann und Vater die Kinder nicht in die Türkei verbringe, und es 
sei gegen diesen eine Einreisesperre zu verhängen, beim zweiten Parteivor-
trag zurückgezogen haben (Entscheidbegründung Regionalgericht Berner 
Jura-Seeland vom 14.8.2023 Ziff. 5 [act. 9A2]; Protokoll der Gesuchsver-
handlung vom 26.5.2023 im Eheschutzverfahren vor dem Regionalgericht 
Berner Jura-Seeland S. 7 [act. 13A]). Anhaltspunkte dafür, dass der Be-
schwerdeführerin 1 bei Einreise in die Türkei ihre Kinder weggenommen und 
dem Vater übergeben werden würden, liegen ebenfalls nicht vor (Eingabe 
Beschwerdeführende vom 6.10.2023 S. 2 [act. 9]).

2.9 Die Vorinstanz ist damit zu Recht zum Schluss gekommen, die Le-
bens- und Existenzbedingungen der Beschwerdeführenden seien gemessen 
am durchschnittlichen Schicksal von ausländischen Personen in einer ver-
gleichbaren Situation nicht in gesteigertem Mass in Frage gestellt. Daran än-
dern auch die vor Verwaltungsgericht neu eingereichten und eingegangenen 
Beweismittel nichts (vgl. auch Stellungnahmen SID vom 5.4.2024 [act. 18], 
22.5.2024 [act. 23] und 6.11.2024 [act. 29]). Entgegen der Auffassung der 
Beschwerdeführenden ist der rechtserhebliche Sachverhalt ausreichend er-
stellt (Beschwerde S. 8 f.). Auf weitere Beweismassnahmen, insbesondere 
die Befragung der Beschwerdeführerin 1 und die Abklärungen bei den psy-
chologischen Diensten der Erziehungsberatung sowie bei den Lehrpersonen 
der Kinder kann folglich verzichtet werden. Sie versprechen keine zusätzli-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.04.2025, Nr. 100.2022.297U, 
Seite 15

chen entscheidwesentlichen Erkenntnisse. Die entsprechenden Beweisan-
träge (vgl. Beschwerde S. 10 sowie Eingabe Beschwerdeführende vom 
29.4.2024 S. 2 [act. 21]) sind abzuweisen (antizipierte Beweiswürdigung; 
statt vieler BVR 2021 S. 239 E. 5.6; Michel Daum, in Herzog/Daum [Hrsg.], 
Kommentar zum bernischen VRPG, 2. Aufl. 2020, Art. 18 N. 27 f., je mit wei-
teren Hinweisen). Daher erübrigt es sich, den Beschwerdeführenden eine 
«angemessene Frist» zur Einreichung weiterer Berichte anzusetzen (Be-
schwerde S. 10). Die SID hat die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung 
gemäss Art. 30 Abs. 1 AIG zu Recht verweigert (vgl. angefochtener Ent-
scheid E. 4.5). 

3.

Im Subeventualstandpunkt streben die Beschwerdeführenden eine vorläu-
fige Aufnahme wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegwei-
sungsvollzugs an (Rechtsbegehren 4; vorne Bst. C; vgl. auch Eingabe Be-
schwerdeführende vom 7.6.2024 S. 2 [act. 25]). Die vorläufige Aufnahme 
wird vom SEM verfügt (Art. 83 Abs. 1 AIG). Nach Art. 83 Abs. 6 AIG kann 
nur die kantonale Behörde einen entsprechenden Antrag beim SEM stellen, 
nicht aber die betroffene ausländische Person (vgl. BGE 141 I 49 E. 3.5.3 
[Pra 104/2015 Nr. 82], 137 II 305 E. 3.2 mit Hinweisen; BVR 2013 S. 543 
E. 7.1, 2015 S. 105 E. 4 f. [zusammengefasst]; vgl. Beschwerde S. 12 ff.). 
Gleichwohl dürfen Vollzugshindernisse, die zu einer vorläufigen Aufnahme 
führen könnten, vor jeder wegweisenden Behörde vorgebracht werden. 
Diese prüft nach pflichtgemässem Ermessen, ob es die geltend gemachten 
Umstände rechtfertigen, eine Beurteilung der Vollzugssituation bzw. eine all-
fällige vorläufige Aufnahme beim sachlich zuständigen SEM im Sinn von 
Art. 83 Abs. 6 AIG zu beantragen (vgl. BVR 2013 S. 543 E. 7.1; vgl. zum 
Ganzen VGE 2021/75 vom 25.4.2023 E. 8). Im vorliegenden Fall haben so-
wohl die Vorinstanz als auch das Verwaltungsgericht geprüft, ob Anhalts-
punkte dafür bestehen, dass die Rückkehr der Beschwerdeführenden in die 
Türkei unzumutbar oder gar unzulässig sein könnte (vgl. vorne E. 2.8; ange-
fochtener Entscheid E. 4.4 und 5). Entgegen der Auffassung der Beschwer-
deführenden ist dies nicht der Fall (vgl. vorne E. 2.8.4 in fine). Gründe, wel-
che den Vollzug der Wegweisung als unzulässig oder unzumutbar erschei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.04.2025, Nr. 100.2022.297U, 
Seite 16

nen liessen (Art. 83 Abs. 3 und 4 AIG), sind nicht erkennbar. Ein Antrag auf 
vorläufige Aufnahme beim SEM fällt damit ausser Betracht. Ebenso wenig 
besteht (bereits mangels des erforderlichen besonderen Feststellungsinter-
esses) Raum und Anlass zur beantragten förmlichen Feststellung der Unzu-
mutbarkeit und Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs (Rechtsbegehren 
4; vorne Bst. C; statt aller: BVR 2018 S. 310 E. 7.3).

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass es den Beschwerdeführenden 
freisteht, in der Schweiz um Asyl zu ersuchen, wie sie es bereits im vorin-
stanzlichen Verfahren angedeutet hatten (Akten MIDI 6B pag. 78; vgl. ange-
fochtener Entscheid E. 5.3).

4. 

Zusammenfassend hält der angefochtene Entscheid der Rechtskontrolle 
stand. Eine Rückweisung der Angelegenheit zur Neubeurteilung an die 
Vorinstanz (vgl. vorne Bst. C) erübrigt sich. Die Beschwerde ist daher abzu-
weisen, soweit darauf einzutreten ist (vgl. vorne E. 1.2 und E. 3 hiervor). Kon-
krete Anhaltspunkte dafür, dass der Wegweisungsvollzug allenfalls unzuläs-
sig, unzumutbar oder unmöglich im Sinn von Art. 83 AIG sein könnte, liegen 
nicht vor. Da die von der Vorinstanz angesetzte Ausreisefrist abgelaufen ist, 
ist eine neue anzusetzen (Art. 64d Abs. 1 AIG; vgl. BVR 2019 S. 314 E. 7). 
Mit einer Frist bis 15. Juli 2025 ist gewährleistet, dass die Beschwerde-
führenden 2 und 3 das Schuljahr in der Schweiz abschliessen können.

5.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdeführenden kos-
tenpflichtig und haben ihre Parteikosten selber zu tragen (Art. 108 Abs. 1 und 
3 i.V.m. Art. 104 Abs. 1 VRPG). Sie haben indes für das verwaltungsgericht-
liche Verfahren um unentgeltliche Rechtspflege unter Beiordnung ihres 
Rechtsvertreters als amtlicher Anwalt ersucht (act. 4).

5.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Verfahrenskosten, wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.04.2025, Nr. 100.2022.297U, 
Seite 17

verfügt und ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint (Art. 111 Abs. 1 
VRPG; vgl. auch Art. 117 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 
19. Dezember 2008 [Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272]). Unter den glei-
chen Voraussetzungen kann einer Partei überdies eine Anwältin oder ein 
Anwalt beigeordnet werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhält-
nisse es rechtfertigen (Art. 111 Abs. 2 VRPG). 

5.2 Die Beschwerdeführenden erzielen keinerlei Einkommen (vgl. auch 
E-Mail Soziale Dienste … vom 14.3.2024 [act. 15A] und Eingabe Beschwer-
deführende vom 4.4.2024 S. 2 [act. 17]). Ihre Prozessbedürftigkeit ist erstellt. 
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich sodann nicht als von vorn-
herein aussichtslos. Dies ergibt sich namentlich aus den Vorbringen der Be-
schwerdeführerin 1 zur erlittenen und befürchteten häuslichen Gewalt durch 
ihren Ehemann und den hier zur Diskussion stehenden Kindesinteressen. 
Die Verhältnisse rechtfertigten auch den Beizug eines Rechtsvertreters. Das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist somit gutzuheissen, und den Be-
schwerdeführenden ist für das verwaltungsgerichtliche Beschwerdeverfah-
ren ihr Rechtsvertreter als amtlicher Anwalt beizuordnen.

5.3 Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführenden macht mit Kostenno-
ten vom 10. März 2025 (act. 36) für das Verfahren vor dem Verwaltungsge-
richt einen Zeitaufwand von insgesamt 50,76 Stunden (bis Ende 2023: 24,5 
Std.; ab 2024: 26,26 Std.) geltend. Dieser zeitliche Aufwand erscheint mit 
Blick auf die massgeblichen Kriterien nach Art. 41 Abs. 3 des Kantonalen 
Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) und den Tarifrah-
men als überhöht: Zwar ist im verwaltungsgerichtlichen Verfahren durch die 
Aktenergänzung ein gewisser Mehraufwand entstanden und hat sich der 
Rechtsvertreter mehrfach geäussert. Der Rechtsvertreter hat die Beschwer-
deführenden allerdings bereits im vorinstanzlichen Verfahren vertreten und 
war mit dem Prozessstoff vertraut. Mit Rücksicht auf sämtliche Umstände 
und im Vergleich mit ähnlich gelagerten Fällen erscheint (ausgehend von 
einem Stundenansatz von Fr. 250.--) ein Parteikostenersatz von pauschal 
Fr. 7ʹ000.-- als angemessen. Der tarifmässige Parteikostenersatz ist ent-
sprechend auf Fr. 7ʹ000.--, zuzüglich Fr. 106.20 Auslagen und Fr. 561.90 
MWSt (7,7 % von Fr. 3'423.80 [für Leistungen bis 31.12.2023; 48,3 % des 
Aufwands inkl. Auslagen entsprechend der Kostennote] und 8,1 % von 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.04.2025, Nr. 100.2022.297U, 
Seite 18

Fr. 3'682.40 [für Leistungen ab 1.1.2024; 51.7 % des Aufwands inkl. Ausla-
gen]), insgesamt Fr. 7ʹ668.10, festzusetzen (vgl. Art. 41 Abs. 3 i.V.m. 
Art. 42a Abs. 3 KAG). 

5.4 Die amtliche Entschädigung bestimmt sich nach Art. 112 Abs. 1 
VRPG i.V.m. Art. 42 KAG. Demnach bezahlt der Kanton den amtlich bestell-
ten Anwältinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich 
nach dem gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar 
gemäss der Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht (Art. 42 
Abs. 1 Satz 1 KAG). Der Stundenansatz beträgt Fr. 200.-- (Art. 42 Abs. 4 
KAG i.V.m. Art. 1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschä-
digung der amtlichen Anwältinnen und Anwälte [EAV; BSG 168.711]). Aus-
lagen und Mehrwertsteuer werden zusätzlich entschädigt (Art. 42 Abs. 1 
Satz 3 KAG). Bei einem massgeblichen Zeitaufwand von 28 Stunden ist die 
amtliche Entschädigung auf Fr. 5ʹ600.-- (28 x Fr. 200.--), zuzüglich 
Fr. 106.20 Auslagen und Fr. 451.20 MWSt (7,7 % von Fr. 2'747.60 [für Leis-
tungen bis 31.12.2023; 48.3 % des Aufwands inkl. Auslagen] und 8,1 % von 
Fr. 2'958.60 [für Leistungen ab 1.1.2024; 51.7 % des Aufwands inkl. Ausla-
gen]), insgesamt Fr. 6'157.40, festzusetzen.

5.5 Der Rechtsvertreter ist vorerst aus der Gerichtskasse zu entschädi-
gen. Die Beschwerdeführenden sind gegenüber dem Kanton bzw. dem 
Rechtsvertreter zur Nachzahlung verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage 
sind (Art. 113 VRPG i.V.m. Art. 42a Abs. 2 KAG und Art. 123 ZPO).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. Den 
Beschwerdeführenden wird eine neue Ausreisefrist gesetzt auf den 
15. Juli 2025.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30.04.2025, Nr. 100.2022.297U, 
Seite 19

3. Die Kosten des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht, bestimmt auf 
eine Pauschalgebühr von Fr. 3ʹ000.--, werden den Beschwerdeführenden 
auferlegt. Die Kosten trägt vorerst der Kanton Bern. Vorbehalten bleibt die 
Nachzahlungspflicht der Beschwerdeführenden.

4. Für das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht wird den Beschwerde-
führenden Rechtsanwalt …, Bern, als amtlicher Anwalt beigeordnet. Der 
tarifmässige Parteikostenersatz wird in diesem Verfahren auf Fr. 7ʹ668.10 
(inkl. Auslagen und MWSt) festgesetzt. Davon wird Rechtsanwalt … aus 
der Gerichtskasse eine auf Fr. 6'157.40 (inkl. Auslagen und MWSt) fest-
gesetzte Entschädigung vergütet. Vorbehalten bleibt die Nachzahlungs-
pflicht der Beschwerdeführenden. 

5. Zu eröffnen:
- Beschwerdeführende 
- Sicherheitsdirektion des Kantons Bern
- Staatssekretariat für Migration 

Das präsidierende Mitglied: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Eröffnung beim Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, subsidiäre Verfassungsbeschwerde gemäss Art. 39 ff. und 
113 ff. des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; 
SR 173.110) geführt werden.