# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3ab0209b-1c83-56b7-80bc-2cbbe9e0ee39
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-08-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 22.08.2023 S 2022 101
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-101_2023-08-22.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 101

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Zanolari Hasse

Richterinnen von Salis und Brun

Aktuarin Hemmi

URTEIL

vom 22. August 2023

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Castelberg, 

Beschwerdeführerin

gegen

B._____ AG, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1974, führt das Lokal "C._____" in D._____ und ist als 

Selbstständigerwerbende obligatorisch bei der B._____ AG (nachfolgend: 

B._____) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 20. Februar 2021 

wurde sie als korrekt fahrende Motorradlenkerin im Kreisverkehrsplatz 

E._____ in D._____ von einem Personenwagenlenker angefahren, wobei 

sie stürzte, sieben Meter am Boden rutschte und sich Schürfwunden am 

linken Knie und am oberen Sprunggelenk links sowie eine 

Schulterkontusion links und eine Lippenquetschung zuzog; bildgebend 

waren keine Frakturen ersichtlich. Es wurde eine konservative Therapie 

verordnet bei einer 100%igen Arbeitsunfähigkeit bis zum 5. April 2021 und 

einer solchen von 50 % vom 6. April 2021 bis zum 18. April 2021. Die 

B._____ erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilungskosten und 

Taggeld).

2. Nachdem A._____ nach dem Lockdown ihr Lokal wiedereröffnet hatte, 

verspürte sie bei zusätzlicher Belastung verstärkte Schmerzen und es 

wurde ihr ab dem 2. Juni 2021 eine 80%ige Arbeitsunfähigkeit und ab dem 

28. Juni 2021 eine solche von 50 % attestiert.

3. Aufgrund persistierender Schmerzen, vor allem am linken Vorfuss, aber 

auch rechts bei Spreizfüssen, überwies der Hausarzt Dr. med. F._____, 

Facharzt für Innere Medizin FMH, A._____ zwecks Durchführung einer 

MRI-Untersuchung an die Radiologie G._____ in D._____, welche am 

7. Juni 2021 erfolgte.

4. Der Vertrauensarzt bzw. Versicherungsmediziner Dr. med. H._____, 

Facharzt FMH für orthopädische Chirurgie und Traumatologie, 

untersuchte A._____ im Auftrag der B._____ am 1. September 2021 und 

hielt in seiner Kurzbeurteilung vom 22. September 2021 zuhanden der 

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B._____ fest, dass bei Fehlfussstellung und progredienter vorbestehender 

Degeneration der Status quo sine am 1. September 2021 (Datum der 

Kurzuntersuchung) eingetreten sei.

5. Gestützt auf diese Kurzbeurteilung informierte die B._____ A._____ mit 

Schreiben vom 7. Oktober 2021 darüber, dass die Leistungen für 

Heilungskosten per 1. September 2021 eingestellt würden, unter 

Gewährung von Taggeldern bis am 3. Oktober 2021 (Übergangsfrist) 

aufgrund attestierter Arbeitsunfähigkeit. Auf eine Rückforderung der 

bereits erbrachten Leistungen werde verzichtet.

6. In der Folge reichte A._____ der B._____ Bestätigungen ihres Hausarztes 

Dr. med. F._____ vom 10. Dezember 2021 und 21. Dezember 2021 ein, 

wonach sie vor dem Unfall vom 20. Februar 2021 nie unter Fuss- bzw. 

Unterschenkelbeschwerden links gelitten habe. Die genaue Ursache der 

persistierenden Beschwerden mit Schmerzen vor allem beim Gehen mit 

Bewegungseinschränkung sei auch nach diversen spezialärztlichen 

Untersuchungen (MRI, Neurologie, Orthopädie) nicht ganz klar. Die 

zufällig im MRI festgestellte Metatarsophalangealarthrose dürfe für die 

persistierenden Schmerzen nicht verantwortlich gemacht werden, d.h. es 

handle sich um einen Zufallsbefund. Ab Januar 2022 begab sich A._____ 

in die Schmerzsprechstunde und es erfolgten weitere orthopädische und 

neurologische Abklärungen.

7. Mit Verfügung vom 11. Februar 2022 stellte die B._____ die Leistungen 

für Heilungskosten per 1. September 2021 und die Taggelder per 

3. Oktober 2021 ein. Zur Begründung stützte sie sich auf die 

Kurzbeurteilung von Dr. med. H._____ vom 22. September 2021, wonach 

der Unfall zu einer vorübergehenden Verschlimmerung einer 

vorbestehenden Gesundheitsschädigung geführt habe, wobei die 

Fussbeschwerden spätestens ab dem 1. September 2021 nicht mehr auf 

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das Unfallereignis, sondern auf krankheitsbedingte Ursachen 

zurückzuführen seien. Auf eine Rückforderung der bereits erbrachten 

Leistungen wurde verzichtet.

8. Dagegen liess A._____ am 14. März 2022 Einsprache erheben und 

beantragen, es sei die Taggeldleistung nach UVG im Umfang der ärztlich 

attestierten Arbeitsunfähigkeit von 50 % ab dem 3. Oktober 2021 bis auf 

Weiteres zu erbringen. Die gesetzlichen Versicherungsleistungen an den 

Heilungskosten seien weiterhin zu erbringen. Eventualiter sei ein 

Gutachten über eine neutrale Gutachterstelle einzuholen (MEDAS 

Zentralschweiz). Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, es 

sei nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Status quo sine per 

1. September 2021 eingetreten sei. Es gebe keine derart gewichtigen 

Gründe, die dafürsprächen, dass die Schmerzen heute auch ohne das 

Unfallereignis vorhanden wären. 

9. Mit Einspracheentscheid vom 31. August 2022 wies die B._____ die 

Einsprache ab. Zur Begründung wurde zusammenfassend ausgeführt, die 

Kurzbeurteilung von Dr. med. H._____ vom 22. September 2021 

entspreche den Anforderungen der Rechtsprechung an den Beweiswert 

eines Gutachtens vollumfänglich und stimme zudem mit den 

Beurteilungen der behandelnden Fachärzte überein. Es sei überwiegend 

wahrscheinlich, dass die bestehenden Beschwerden nicht unfallbedingt 

seien bzw. die natürliche Kausalität und somit die Leistungspflicht aus 

UVG per 1. September 2021 zu verneinen sei, wobei auf die 

Rückforderung der bereits erbachten Leistungen bis zum 3. Oktober 2021 

verzichtet worden sei. Selbst wenn die natürliche Kausalität der nicht 

objektivierbaren Beschwerden bejaht würde, was bestritten werde, wäre 

mangels adäquater Kausalität dieser Beschwerden kein 

Leistungsanspruch aus UVG gegeben. 

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10. Dagegen liess A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 

30. September 2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden erheben. Sie beantragte die kosten- und 

entschädigungsfällige Aufhebung des Einspracheentscheids vom 

31. August 2022 und die Zusprechung eines Unfalltaggeldes bei einem 

Erwerbsunfähigkeitsgrad von mindestens 50 % ab dem 4. Oktober 2021 

bis zum Abschluss der medizinischen Behandlung. Eventualiter sei der 

Einspracheentscheid vom 31. August 2022 aufzuheben und zur 

Neubeurteilung bzw. Prüfung einer Rente bei einem 

Erwerbsunfähigkeitsgrad von mindestens 50 % zurückzuweisen; hierfür 

sei vom Gericht ein geeigneter Gutachter bzw. eine geeignete Gutachterin 

einzusetzen. Zur Begründung brachte die Beschwerdeführerin im 

Wesentlichen vor, es sei der Sachverhalt unrichtig oder unvollständig 

festgestellt worden, da sich die B._____ entgegen den Auskünften 

verschiedener Ärzte und den Erläuterungen der Beschwerdeführerin auf 

die Kurzbeurteilung von Dr. med. H._____ berufen habe und behaupte, 

die Folgen des Unfalls seien seit dem 1. September 2021 nicht mehr 

vorhanden. Die Ausführungen der B._____ in ihrem Einspracheentscheid 

bezüglich der Kausalität psychischer Beschwerden würden gar keinen 

Zusammenhang zum vorliegenden Fall aufweisen, zumal psychische 

Beschwerden nie Bestandteil des Verfahrens gewesen seien. Folglich 

seien die Ausführungen der B._____ unbegründet. Es scheine fast so, als 

sei sie von einem falschen Sachverhalt ausgegangen. Ausserdem 

begründe sie den Einspracheentscheid damit, dass es keine 

anderslautenden medizinischen Beurteilungen gebe und somit der 

Nachweis eines natürlich kausalen, auf das Ereignis vom 20. Februar 

2021 zurückzuführenden Gesundheitsschadens fehle. Dass ein auf den 

Unfall zurückzuführender Gesundheitsschaden vorgelegen habe, sei 

unbestritten, womit die Beweislast bezüglich des Wegfalls der Kausalität 

allein bei der B._____ liege und sich diese nicht auf den fehlenden 

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Nachweis seitens der Beschwerdeführerin abstützen könne. Die 

Beurteilung des Vertrauensarztes Dr. med. H._____, welcher der 

Beweiswert eines versicherungsinternen Gutachtens zukomme, sei weder 

ausführlich noch schlüssig. Sollte angenommen werden, dass die Position 

von Dr. med. H._____ nicht mit jener eines versicherungsinternen Arztes 

vergleichbar sei, und somit keine erhöhten Anforderungen an das 

Gutachten gestellt werden könnten, so würden die mangelhafte Qualität 

der Kurzbeurteilung und insbesondere die sämtlichen Beurteilungen der 

behandelnden Ärzte widersprechende Diagnose zu erheblichen Zweifeln 

an deren Richtigkeit führen, weshalb das Beweismass der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werde. Die behandelnden Ärzte des 

I._____, Dres. med. J._____ und K._____, würden in ihren Berichten vom 

1. November 2021 bzw. 24. August 2022 entgegen den Behauptungen 

von Dr. med. H._____ im Rahmen ihrer Diagnosen von einer Kausalität 

des Unfalls als Ursache der Beschwerden ausgehen. Auch ausserhalb 

des I._____ hätten Fachärzte festgestellt, dass die Ursache der 

Beschwerden zweifelsohne unfallkausal sei. In diesem Sinne habe Dr. 

med. L._____ in ihrem Bericht vom 25. August 2022 festgehalten, dass 

die Beschwerdeführerin unter dem neuropathischen Schmerzsyndrom 

des linken Fusses nach einem Motorradunfall mit heftiger Kontusion leide. 

Zu einem ähnlichen Ergebnis sei Dr. med. M._____ in seinem Bericht vom 

1. September 2022 gekommen, welcher die Beschwerdeführerin zu 

weiteren Abklärungen insbesondere an Dr. med. N._____ überwiesen 

habe. Letzterer habe in seinem Bericht vom 21. September 2022 

festgestellt, dass ein Grossteil der Schmerzen traumatisch bedingt seien. 

Dr. med. M._____ habe in seinem Bericht vom 28. September 2022 

bezüglich der Unfallkausalität festgehalten, dass gestützt auf den SPECT 

CT Befund eine degenerative oder gelenkentzündliche Ursache mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne. Die 

B._____ verkenne, dass die Beschwerdeführerin sehr wohl medizinische 

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Beurteilungen vorgebracht habe, welche wohlgemerkt erhebliche Zweifel 

an der Kurzbeurteilung von Dr. med. H._____ wecken würden. Sämtliche 

Untersuchungen der behandelnden Ärzte hätten zur Diagnose geführt, 

dass der Unfall vom 20. Februar 2021 zumindest eine Teilursächlichkeit 

der heute noch fortbestehenden Beschwerden darstelle. Die B._____ 

führe zur Verneinung der adäquaten Kausalität keine Begründung an, 

weshalb sie ihrer Beweispflicht über den Wegfall des Anspruchs auf 

Taggeldleistungen nicht nachgekommen sei.

11. In Ergänzung zur Beschwerde reichte die Beschwerdeführerin mit Eingabe 

vom 20. Oktober 2022 eine Rückmeldung der O._____ an die B._____, 

datierend vom 5. Oktober 2022, ein, wonach die Diagnose 

"neuropathisches Schmerzsyndrom des linken Fusses nach einem 

Motorradunfall vom 20.02.2021 mit heftiger Kontusion" gestellt und der 

Beschwerdeführerin eine Arbeitsunfähigkeit von 50 % wie bis anhin und 

bis auf weiteres attestiert wurde. 

12. In ihrer Vernehmlassung vom 21. Oktober 2022 schloss die B._____ 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde und 

vertiefte ihre bereits im angefochtenen Einspracheentscheid angeführte 

Begründung anhand der beschwerdeführerischen Vorbringen. 

Zusammenfassend sei der medizinische Sachverhalt mehrfach 

übereinstimmend erstellt, wonach für die subjektiv geklagten Schmerzen 

keine klinischen sowie objektiven Befunde bestünden bzw. ein 

morphologisches Korrelat auszuschliessen sei und die Schmerzen weder 

klinisch noch MR-tomographisch erklärbar seien. Mithin handle es sich bei 

der diagnostizierten chronischen Schmerzsymptomatik um eine nicht 

objektivierbare Beschwerde, weshalb die Adäquanzprüfung anhand der 

Psychopraxis des Bundesgerichts zu erfolgen habe, wobei ein leichter Fall 

vorliege. Die objektivierbaren Beschwerden seien degenerativer Natur und 

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nicht unfallkausal, weshalb eine Prüfung eines Rentenanspruchs sowie 

einer Integritätsentschädigung entfalle. 

13. Mit Stellungnahme vom 3. November 2022 zur Eingabe der 

Beschwerdeführerin vom 20. Oktober 2022 wies die Beschwerdegegnerin 

darauf hin, dass es sich beim Bericht von Dr. med. L._____ vom 5. Oktober 

2022 um einen von der Krankentaggeldversicherung veranlassten Bericht 

handle, sodass die Beschwerdeführerin aufgrund dessen im Rahmen der 

Leistungspflicht aus UVG nichts zu ihren Gunsten ableiten könne. Aus der 

darin gestellten Diagnose könne keine Unfallkausalität abgeleitet werden.

14. In ihrer Replik vom 15. November 2022 verwies die Beschwerdeführerin 

auf die in der Beschwerde gestellten Rechtsbegehren und gemachten 

Ausführungen.

15. Die Beschwerdegegnerin duplizierte am 23. November 2022 bei 

unveränderten Rechtsbegehren und wiederholte ihren Standpunkt.

16. Mit Eingabe vom 12. Juni 2023 reichte die Beschwerdeführerin einen 

Sprechstundenbericht von Dr. med. P._____, Q._____, vom 28. Februar 

2023, einen Sprechstundenbericht von Dr. med. M._____, R._____, vom 

30. März 2023 sowie einen Sprechstundenbericht von Dr. med. S._____, 

T._____, vom 25. Mai 2023 ein.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid vom 31. August 2022 sowie die übrigen Akten wird, 

soweit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 31. August 2022. Gemäss Art. 1 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann 

gegen einen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung 

Beschwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben 

werden, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der 

Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Die Beschwerdeführerin wohnt 

im Kanton Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des 

Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen 

sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 

lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als im Einspracheverfahren unterlegene, formelle und 

materielle Adressatin des angefochtenen Einspracheentscheids ist die 

Beschwerdeführerin davon überdies berührt und weist ein schutzwürdiges 

Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung auf (vgl. Art. 59 ATSG). 

Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

somit einzutreten (vgl. Art. 60 und Art. 61 ATSG).

2. Im konkreten Fall sind das Vorliegen eines Unfalls im Sinne von Art. 4 

ATSG und die Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin gemäss Art. 6 

Abs. 1 UVG (Heilbehandlung und Taggeld) unbestritten geblieben. 

Demgegenüber ist eine allfällige Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin 

über den 1. September 2021 (Heilbehandlung, vgl. Art. 10 UVG) bzw. 

3. Oktober 2021 (Taggeld, vgl. Art. 16 UVG) hinaus resp. eine allfällige 

(Teil-)Kausalität des Unfallereignisses vom 20. Februar 2021 zu einer 

zusätzlichen richtunggebenden Verschlimmerung eines degenerativen 

Vorzustandes streitig und zu prüfen. 

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3.1. Gemäss Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen 

Unfallversicherung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die 

Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und 

Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 

versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der 

Unfallfolgen (Heilbehandlung). Ist die versicherte Person infolge des 

Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG), so hat sie gemäss 

Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld.

3.2.1. Die Leistungspflicht des obligatorischen Unfallversicherers gemäss UVG 

setzt voraus, dass zwischen dem versicherten Ereignis und dem 

eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Invalidität, Tod, 

Integritätseinbusse, Hilflosigkeit) ein natürlicher und ein adäquater 

Kausalzusammenhang besteht (BGE 147 V 161 E.3.1 und 129 V 177 E.3; 

vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, Einführung in das schweizerische 

Unfallversicherungsrecht, Bern 2021, Rz. 221 f. und Rz. 249 ff.; RUMO-

JUNGO/HOLZER, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., 

Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 6 S. 53 ff.). Ursachen im Sinne des 

natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren 

Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als 

in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht 

werden kann (vgl. statt vieler: BGE 147 V 161 E.3.2). Entsprechend dieser 

Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen 

Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass das Unfallereignis die 

alleinige oder unmittelbare Ursache der gesundheitlichen Störungen und 

Beschwerden ist; vielmehr genügt es, dass das Unfallereignis eine 

Teilursache des Gesundheitsschadens ist (vgl. HÜRZELER/USINGER-

EGGER, a.a.O., Rz. 252; NABOLD, in: HÜRZELER/KIESER, Kommentar zum 

UVG, Bern 2018, Art. 6 Rz. 52), d.h. dass der Unfall nicht weggedacht 

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werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung 

entfiele (BGE 147 V 161 E.3.2 und 129 V 177 E.3.1).

3.2.2. Ob ein natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist, stellt eine Tatfrage 

dar, die mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit von der leistungsansprechenden 

Person nachzuweisen ist, wobei die blosse Möglichkeit, dass ein solcher 

besteht, den Beweisanforderungen nicht genügt (BGE 146 V 51 E.5.1 und 

129 V 177 E.3.1; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, 

a.a.O., Art. 6 Rz. 53). Nicht tauglich für den Beweis des natürlichen 

Kausalzusammenhangs ist das Argument, die gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen seien erst nach dem Unfall aufgetreten und deshalb 

auf das Unfallereignis zurückzuführen, d.h. die Beweismaxime "post hoc 

ergo propter hoc" ist unzulässig (BGE 119 V 335 E.2b/bb; Urteil des 

Bundesgerichts 8C_241/2020 vom 29. Mai 2020 E.3; vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 253; NABOLD, a.a.O., Art. 6 

Rz. 53).

3.2.3. Die Frage, ob ein bestimmter natürlicher Kausalzusammenhang adäquat 

ist, stellt eine Rechtsfrage dar. Bei organisch objektiv ausgewiesenen 

Unfallfolgen erfolgt eine einfache Adäquanzprüfung. Dabei spielt die 

Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen 

Kausalzusammenhang ergebenden Leistungspflicht des 

Unfallversicherers praktisch keine (selbstständige) Rolle, da sich hier die 

adäquate weitgehend mit der natürlichen Kausalität deckt (BGE 140 V 356 

E.3.2 und 138 V 248 E.4; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 271; 

NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 62 f.). Deshalb erfolgt in solchen Fällen 

grundsätzlich keine Eingrenzung mittels der Adäquanzformel (vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 271). Anders verhält es sich bei 

natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv ausgewiesenen 

Beschwerden. Hier ist bei der Adäquanzprüfung vom augenfälligen 

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Geschehensablauf auszugehen, wobei zwischen banalen bzw. leichten 

Unfällen einerseits, schweren Unfällen anderseits und schliesslich dem 

dazwischenliegenden mittleren Bereich unterschieden wird, und es sind je 

nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen. Bei 

psychischen Fehlentwicklungen nach Unfall werden diese 

Adäquanzkriterien unter Ausschluss psychischer Aspekte geprüft (sog. 

Psycho-Praxis; vgl. BGE 140 V 356 E.3.2, 138 V 248 E.4, 134 V 109 E.6.1 

und 115 V 133).

3.2.4. Wird durch einen Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder 

überhaupt erst manifest bzw. ist die Unfallkausalität einmal mit der 

erforderlichen Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, entfällt die 

Leistungspflicht des Unfallversicherers erst, wenn der Unfall nicht mehr 

die natürliche und adäquate Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, 

wenn also Letzterer nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden 

Ursachen beruht (BGE 147 V 161 E.3.3 mit Hinweisen; vgl. 

HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 261). Dies trifft dann zu, wenn 

entweder der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor 

dem Unfall bestanden hat (Status quo ante), oder aber derjenige Zustand, 

wie er sich nach schicksalsmässigem Verlauf eines krankhaften 

Vorzustandes auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (BGE 147 V 161 

E.3.3 mit Hinweisen; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 262 f.; 

NABOLD, a.a.O., Art. 6 Rz. 54). Ebenso wie der leistungsbegründende 

natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen 

Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse 

Möglichkeit nunmehr gänzlich fehlender ursächlicher Auswirkungen des 

Unfalls genügt nicht. Da es sich hierbei um eine anspruchsaufhebende 

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Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast – anders als bei 

der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist – nicht bei der versicherten Person, 

sondern beim Unfallversicherer (Urteile des Bundesgerichts 8C_241/2020 

vom 29. Mai 2020 E.3 und 8C_669/2019 vom 25. März 2020 E.2.2 mit 

Hinweisen; vgl. HÜRZELER/USINGER-EGGER, a.a.O., Rz. 264). Mit dem 

Erreichen des Status quo sine vel ante entfällt eine Teilursächlichkeit für 

die noch bestehenden Beschwerden. Solange jedoch der Status quo sine 

vel ante noch nicht wieder erreicht ist, hat der Unfallversicherer gestützt 

auf Art. 36 Abs. 1 UVG in aller Regel neben den Taggeldern auch 

Pflegeleistungen und Kostenvergütungen zu übernehmen, worunter auch 

die Heilbehandlungskosten nach Art. 10 UVG fallen (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_781/2017 vom 21. September 2018 E.5.1, 

8C_421/2018 vom 28. August 2018 E.3.2 und 8C_637/2013 vom 11. März 

2014 E.2.3.2).

3.2.5. Der vom Unfallversicherer zu beweisende Wegfall des 

Kausalzusammenhangs muss ebenfalls mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit erstellt sein (Status quo sine vel ante; BGE 146 V 51 

E.5.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_689/2019 vom 9. März 2020 E.5.3), 

d.h. auch der Wegfall einer Teilkausalität im Sinne von Art. 36 UVG, wie 

die Beschwerdeführerin in casu vorbringt. Dabei hat der Unfallversicherer 

indes nicht den Beweis für unfallfremde Ursachen zu erbringen. Welche 

Ursachen (Krankheit, Geburtsgebrechen oder degenerative 

Veränderungen) ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist an sich 

unerheblich. Entscheidend ist allein, ob die unfallbedingten Ursachen 

eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren haben, also 

dahingefallen sind (Urteile des Bundesgerichts 8C_600/2021 vom 3. März 

2022 E.3.2, 8C_80/2021 vom 7. Juli 2021 E.2.2, 8C_840/2019 vom 

14. Februar 2020 E.3.2 und 8C_58/2017 vom 9. Juni 2017 E.6.3 mit 

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Hinweisen). Ebenso wenig muss der Unfallversicherer den negativen 

Beweis erbringen, dass kein Gesundheitsschaden mehr vorliege oder 

dass die versicherte Person nun bei voller Gesundheit sei (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. März 2020 E.3.2 und 8C_840/2019 

vom 14. Februar 2020 E.3.2 mit Hinweisen).

3.3. Das sozialversicherungsrechtliche Verwaltungsverfahren und der 

Sozialversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz 

beherrscht (vgl. Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 

Versicherungsträger und Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. 

Die Verwaltung als verfügende Instanz und im Beschwerdefall das Gericht 

dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von 

ihrem Bestehen überzeugt sind. Im Sozialversicherungsrecht hat das 

Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes 

vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu 

fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den 

Beweisanforderungen nicht. Das Gericht hat vielmehr jener 

Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von allen möglichen 

Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 144 V 427 

E.3.2 und 138 V 218 E.6). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die 

Beweislast im Sinne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es 

Sache des Sozialversicherungsgerichts (oder der verfügenden 

Verwaltungsstelle) ist, für die Zusammentragung des Beweismaterials 

besorgt zu sein. Im Sozialversicherungsprozess tragen mithin die Parteien 

in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit 

der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die aus dem unbewiesen 

gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift 

allerdings erst, wenn es sich als unmöglich erweist, im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweiswürdigung einen 

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Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich 

hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 144 V 427 E.3.2 und 138 V 218 

E.6; Urteile des Bundesgerichts 8C_722/2021 vom 20. Januar 2022 E.4, 

8C_382/2020 vom 3. Dezember 2020 E.3.3 und 8C_17/2017 vom 4. April 

2017 E.2.2).

3.4.1. Zur Beurteilung von sozialversicherungsrechtlichen Leistungsansprüchen 

sind die rechtsanwendenden Behörden auf verlässliche medizinische 

Entscheidungsgrundlagen angewiesen. Das Gericht hat diese nach dem 

für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel 

– frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 

pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Gericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 

prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 

eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 

zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 

auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 

eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 

(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 

einleuchtet, und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind 

(BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a und 122 V 157 E.1c; Urteil des 

Bundesgerichts 9C_528/2021 vom 11. Februar 2022 E.4.1).

3.4.2. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte 

– denen auch beratende Ärzte gleichzusetzen sind, was den Beweiswert 

- 16 -

ihrer ärztlichen Beurteilungen angeht (Urteile des Bundesgerichts 

8C_355/2021 vom 25. November 2021 E.3.2, 8C_234/2021 vom 12. 

August 2021 E.3.2 und 8C_774/2020 vom 19. Februar 2021 E.2.2) – wird 

nach der Rechtsprechung Beweiswert zugemessen, sofern sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich 

widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit 

bestehen. Trotz dieser grundsätzlichen Beweiseignung kommt den 

Berichten versicherungsinterner medizinischer Fachpersonen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem gerichtlichen oder 

im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger veranlassten 

Gutachten unabhängiger Sachverständiger (sog. Administrativgutachten). 

Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG 

eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung genügenden 

Gutachten externer Spezialärzte darf voller Beweiswert zuerkannt werden, 

solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise 

sprechen. Soll ein Versicherungsfall – wie hier – ohne Einholung eines 

externen Gutachtens entschieden werden, sind an die Beweiswürdigung 

strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an 

der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen 

Feststellungen, sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 

97 E.8.5 in fine, 142 V 58 E.5.1 mit Hinweisen, 139 V 225 E.5.2, 135 V 

465 E.4.4 und E.4.6 f. sowie 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_596/2022 vom 11. Januar 2023 E.2.3, 8C_410/2022 

vom 23. Dezember 2022 E.4.3, 8C_131/2022 vom 27. Juni 2022 E.3.2.2, 

8C_234/2021 vom 12. August 2021 E.3.2, 8C_143/2021 vom 7. Juni 2021 

E.2.4 und 8C_740/2020 vom 7. April 2021 E.2.2).

3.4.3. In Bezug auf behandelnde Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Hausärzte, 

ist zu beachten, dass sie in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur 

versicherten Person stehen. Da sie sich zudem in erster Linie auf die 

- 17 -

Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den 

Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 

Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des 

Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen 

Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus 

diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde 

Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen, wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache einzig 

gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte kaum je 

in Frage kommen. Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht indessen 

nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch 

die von der versicherten Person aufgelegten Berichte 

mitzuberücksichtigen sind. Diese sind daraufhin zu prüfen, ob sie auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

Feststellungen versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte wecken (vgl. 

BGE 135 V 465 E.4.5 f.; Urteile des Bundesgerichts 8C_527/2013 vom 

28. Oktober 2013 E.3.2, 8C_160/2012 vom 13. Juni 2012 E.3.1.2 und 

8C_245/2011 vom 25. August 2011 E.5.3).

4.1. Vorliegend besteht unter den involvierten Ärzten Einigkeit darüber, dass 

der Unfall vom 20. Februar 2021 kausal zu einer gewissen 

gesundheitlichen Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin gewesen ist 

und bei Letzterer im Zeitpunkt des Unfalls ein degenerativer Vorzustand 

ausgehend von der Fehlfussstellung Spreizfuss vorgelegen hat. Dieser 

Vorzustand wird von der Beschwerdeführerin per se nicht bestritten (vgl. 

Beschwerde vom 30. September 2022 Rz. 7, 30, 34 und 37). Unerheblich 

ist dabei, ob dieser Vorzustand schmerzhaft war oder nicht (vgl. 

Beschwerde vom 30. September 2022 Rz. 9). 

- 18 -

4.2. Uneinigkeit zwischen den Parteien besteht indes hinsichtlich der Frage, ob 

die anhaltenden Beschwerden der Beschwerdeführerin durch den Unfall 

zumindest teilursächlich sind bzw. die Unfallkausalität noch nicht 

weggefallen ist. Diesbezüglich stehen der medizinischen Beurteilung des 

Versicherungsmediziners Dr. med. H._____ die Beurteilungen der 

beratenden und behandelnden Ärzte der Beschwerdeführerin entgegen. 

Es ist somit zu prüfen, ob die ärztlichen Einschätzungen der 

orthopädischen Chirurgen Dr. med. U._____ vom 17. Juni 2021 (vgl. 

beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 13), Dr. med. V._____ vom 

24. August 2021 (vgl. Bg-act. 34) und 18. November 2021 (vgl. Bg-act. 

47), Dr. med. L._____ vom 25. August 2022 (vgl. beschwerdeführerische 

Akten [Bf-act.] 10) und 5. Oktober 2022 (vgl. Bf-act. 14), Dr. med. M._____ 

vom 1. September 2022 (vgl. Bf-act. 11), 28. September 2022 (vgl. Bf-act. 

13) und 30. März 2023 (vgl. Bf-act.16), Dr. med. P._____ vom 28. Februar 

2023 (vgl. Bf-act. 15) und Dr. med. S._____ vom 25. Mai 2023 (vgl. Bf-act. 

17), der Neurologen Dr. med. J._____ vom 1. November 2021 (vgl. Bf-act. 

8) und Dr. med. N._____ vom 21. September 2022 (vgl. Bf-act. 12), des 

behandelnden Arztes Dr. med. K._____ vom 24. August 2022 (vgl. Bf-act. 

9), der Radiologen Dr. med. W._____ vom 7. Juni 2021 (vgl. Bg-act. 14) 

und Dr. med. X._____ vom 8. Dezember 2021 (vgl. Bg-act. 48 S. 3 f.), 

sowie des Hausarztes Dr. med. F._____ vom 13. Juli 2021, 10. Dezember 

2021 und 21. Dezember 2021 (vgl. Bg-act. 22 S. 3 f., 48 S. 6 und 52 S. 4) 

zumindest geringe Zweifel an der versicherungsmedizinischen 

Kurzbeurteilung von Dr. med. H._____ vom 22. September 2021 (vgl. Bg-

act. 39 S. 4 ff.) zu begründen vermögen.

5.1. Dr. med. H._____ hielt in seiner Kurzbeurteilung vom 22. September 2021 

anlässlich der Kurzuntersuchung vom 1. September 2021 fest, die 

subjektiv beklagten Beschwerden könnten objektiviert werden, wobei er 

auf geringgradige Fussdeformitäten sowie muskelverkürzungs- und 

- 19 -

fehlhaltungsbedingte Schmerzen über der Tibialis anterior Sehne (massiv 

dolent) und plantare Schmerzen über den Metatarsalköpfchen hinwies. Es 

gebe keine eindeutige Korrelation zwischen klinischen und radiologischen 

Befunden. Die radiologische Bildgebung nach der Fussquetschung am 

20. Februar 2021 habe keine nachweisbare strukturelle Läsion ergeben. 

Die MRT habe kein spezifisches Korrelat, geringgradige 

Deformationszeichen, keine höhergradigen Degenerationszeichen, 

insbesondere keine unfallkausalen strukturellen Läsionen gezeigt. Die 

Unfallkausalität zwischen dem Unfallereignis vom 20. Februar 2021 und 

der festgestellten gesundheitlichen Störung wurde zudem bejaht und als 

Teilursache deklariert. Beim Unfallereignis handle es sich um eine 

überwiegend wahrscheinliche Ursache der gesundheitlichen Störung. Bei 

Fehlfussstellung und progredienter Degeneration könne kein Status quo 

ante mehr erhoben werden. Schliesslich führte Dr. med. H._____ aus, ein 

derartiges Ereignis könne die sich in der MRT präsentierende 

vorbestehende Degeneration "demaskieren"; der Status quo sine sei mit 

Datum der Untersuchung am 1. September 2021 eingetreten (vgl. Bg-act. 

39 S. 8 f. [Ziff. 4, 5 und 6]). 

5.2. Dr. med. H._____ lagen im Zeitpunkt seiner Beurteilung bereits die 

Berichte der orthopädischen Chirurgen Dres. med. U._____ und V._____ 

sowie das MRI vom 7. Juni 2021 vor:

5.2.1. Der Radiologe Dr. med. W._____, Radiologie G._____, beurteilte mittels 

MRI vom 7. Juni 2021 was folgt: "Rückfuss rechts: Synchondritis am Os 

tibiale externum und am Rückfuss rechts mit reaktiver Reizung der Tibialis 

posterior Sehne. Gering aktivierte Osteochondrose im Lisfranc II. Diffus 

etwas Erguss im Rückfussbereich und OSG. Fuss links: Grössere 

intraossäre Zyste im Os metatarsale I subkapital medial ohne Ödem. 

Moderate Hallux valgus Fehlstellung mit Erguss und Degenerationen. 

Etwas geringer ausgeprägte Synchondritis des Os tibiale externum als 

- 20 -

auch am rechten Rückfuss. Zarte Reizung des Tibialis posterior Sehne. 

Etwas Erguss im Rückfussbereich, keine fortgeschrittenen 

Degenerationen. Kein Knochenmarködem" (vgl. Bg-act. 14 S. 2 f.). 

5.2.2. Gestützt auf das MRI diagnostizierte Dr. med. U._____, Abteilung 

orthopädisch-traumatologische Chirurgie des I._____, in seinem Bericht 

vom 17. Juni 2021 ein subkutanes Décollement am distalen Unterschenkel 

links ventral bei Status nach Töffunfall vom 20. Februar 2021. Er hielt fest, 

das MRI vom 7. Juni 2021 zeige keine strukturelle Läsion. Die gesamten 

Gelenkreihen des Mittelfusses seien jedoch mit etwas verstärkter 

Flüssigkeit angereichert, was eher durch die vermehrte Belastung und die 

Re-Adaptation nach längerer belastungsarmer Phase zu erklären sei. 

Dafür spreche auch die Transfermetatarsalgie unter den Metatarsale-

Köpfchen bei mildem Spreizfuss. Für diese Beschwerdesymptomatik sei 

eine retrokapitale Abstützung empfohlen und es seien auf Wunsch der 

Beschwerdeführerin hin direkt orthopädische Einlagen rezeptiert worden. 

Die Beschwerden an der distalen ventralen Tibia seien am ehesten im 

Rahmen eines subkutanen Décollements zu werten. Eine Affektion der 

Lymphgefässe könne durchaus die Schwellungszustände und die 

Symptome der Beschwerdeführerin erklären. Ein Seitenvergleich sei bei 

Status nach Venenoperation rechts nur eingeschränkt möglich. Es würden 

konservative Therapien empfohlen bzw. verordnet. Zusätzliche 

Interventionen drängten sich beim Fehlen von strukturellen Läsionen nicht 

auf (vgl. Bg-act. 13 S. 2 f.). 

5.2.3. Dr. med. V._____, Abteilung orthopädisch-traumatologische Chirurgie des 

I._____, stellte anlässlich der Konsultation vom 23. August 2021 in seinem 

Bericht vom 24. August 2021 folgende Diagnose: "Chronische 

Schmerzsymptomatik möglicherweise neuropathisch bei St. n. 

subkutanem Décollement links ventral bei St. n. Töffunfall am 20.02.2021." 

Er führte aus, sowohl der klinische als auch der bildgebend ausführlich 

- 21 -

abgeklärte Befund seien unauffällig. So zeige das MRI vom Juni 2021 

keine wesentlichen muskuloskelettalen Probleme auf, welche mit der 

bestehenden Klinik korrelieren könnten. Die Beschwerden seien sehr 

diffus, teils aber stark und es bestünden Hinweise auf allenfalls 

neuropathische Schmerzen, was erklärbar wäre durch das Décollement 

der Weichteile mit Läsion der sensiblen Nervenäste. Eine klare 

Hyposensibilität scheine aber nicht vorzuliegen. Die Allodynie nachts 

durch das Aufliegen der Bettdecke sei aber sehr subjektiv für einen 

neuropathischen Schmerz (vgl. Bg-act. 34 S. 2 f.).

5.3. Die beratenden Ärzte Dres. med. U._____ und V._____ weisen 

naturgemäss eine gewisse Nähe zur Beschwerdeführerin als deren 

Patientin auf, weshalb ihren Beurteilungen rechtsprechungsgemäss einen 

geringeren Beweiswert zukommt. Nichtsdestotrotz laufen sie dem 

Kurzbericht des Versicherungsmediziners Dr. med. H._____ insofern 

entgegen, als dass beide Ärzte umfassendere medizinische Aspekte 

hervorheben. So wird im Kurzbericht vom 22. September 2021 der 

vorbestehende Gesundheitszustand, hervorgerufen durch beidseitige 

Spreizfüsse, als einzige Ursache für die im linken Rückfuss und 

Unterschenkel beklagten Schmerzen erachtet. Hingegen gehen die 

beratenden Ärzte Dres. med. U._____ und V._____ zusätzlich von einem 

unfallkausalen subkutanen Décollement an der distalen ventralen Tibia bei 

Status nach Unfall aus und deuten auf neuropathische Schmerzen hin. Auf 

diesen Befund geht der Versicherungsmediziner Dr. med. H._____ in 

seiner Einschätzung bezüglich der Beurteilung eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs der über den 1. September 2021 hinaus 

beklagten Schmerzen mit dem Unfallereignis vom 20. Februar 2021 

überhaupt nicht ein. Ausserdem widerspricht sich der besagte 

Versicherungsmediziner selbst, wenn er festhält, "die MRT zeigte […] 

insbesondere keine unfallkausalen strukturellen Läsionen," um dann im 

- 22 -

Rahmen der Kausalitätsprüfung festzuhalten, "es" handle sich um eine 

überwiegend wahrscheinliche Ursache der gesundheitlichen Störung (vgl. 

Bg-act. 39 S. 8 f. [Ziff. 5 und 6.4]). Mangels präziser Begründung 

überzeugt die darauffolgende Herleitung des Status quo sine nicht und 

obschon der besagte Versicherungsmediziner von einer (Teil-) 

Ursächlichkeit ausgeht, begründet er nicht, wieso der Eintritt des Status 

quo sine mit dem Datum der Untersuchung der Beschwerdeführerin 

korreliert. Das entsprechende Resultat ist somit weder schlüssig noch 

nachvollziehbar.

6.1. Weiter aktenkundig sind die folgenden medizinischen Berichte, die 

nachträglich ins Verfahren eingeflossen sind und dem 

Versicherungsmediziner Dr. med. H._____ deshalb noch nicht vorlagen: 

6.1.1. Im Bericht von Dr. med. J._____, Neurologin am I._____, vom 

1. November 2021 wurde was folgt diagnostiziert: "Unklare Schmerzen 

betont am linken Fuss, DD: Arthrose, aggraviert durch Töffunfall am 

20.02.2021." Ausserdem beurteilte die besagte Neurologin, dass die von 

der Beschwerdeführerin geschilderten Schmerzen aktuell aufgrund der 

Anamnese und der klinischen Befunde nicht eindeutig neuropathisch 

zuzuordnen seien. Neurographisch hätten keine richtungsweisenden 

Pathologien erkannt werden können (vgl. Bf-act. 8).

6.1.2. Dr. med. V._____ berichtete am 18. November 2021 anlässlich der 

gleichentags erfolgten Konsultation, die in der Zwischenzeit erfolgte 

Untersuchung durch den Vertrauensarzt Dr. med. H._____ bleibe ohne 

klare Diagnosestellung. Ebenfalls sei die neurologische Beurteilung 

(Anmerkung des Gerichts: Bericht von Dr. med. J._____ vom 1. November 

2021; vgl. Bf-act. 8) ergebnislos geblieben und eine neurologische 

Ursache sei nicht erkannt worden. Die heutige nochmalige klinische 

Untersuchung ergebe keine wesentliche Auffälligkeit im Bereich der 

- 23 -

Rückfussgelenke, dafür ausgeprägte Druckdolenzen recht diffus, vor 

allem an der distalen medialen Tibia ca. 5 bis 8 cm proximal des 

Sprunggelenks, dann aber auch Schmerzen im Vorfussbereich zentral. 

Nach nochmaliger Durchsicht der gesamten Bildgebung, insbesondere 

des MRIs vom Juni 2021, würden die dort beschriebenen Veränderungen 

überhaupt nicht mit der Schmerzsymptomatik der Beschwerdeführerin 

korrelieren und trotz negativem neurologischem Bericht könnte es sich 

nach wie vor um einen neuropathischen Schmerz handeln. Eine 

Décollement-Verletzung führe häufig zu einer Läsion der Nervenstränge 

weiter proximal, ebenso seien Impingement-Syndrome der sensiblen 

Nervenäste am distalen Unterschenkel beschrieben (vgl. Bg-act. 47 S. 2 

f.).

6.1.3. Gemäss Bericht der Dres. med Y._____ und Z._____, I._____, vom 

28. Januar 2022 wurde anlässlich der Schmerzsprechstunde vom 

26. Januar 2022 gestützt auf das durch Dr. med. X._____ erstellte 

Verlaufs-MRI vom 8. Dezember 2021, welches unveränderte Befunde und 

keine neuaufgetretene Pathologie ergab (vgl. Bg-act. 48 S. 3 f.), eine 

chronische Schmerzsymptomatik am linken Fuss möglicherweise 

neuropathisch diagnostiziert und Physiotherapie verordnet. Zudem wurde 

im besagten Bericht festgehalten, dass die Beschwerdeführerin wegen der 

psychischen Belastung bereits in psychotherapeutischer Betreuung sei 

(vgl. Bg-act. 55 S. 13 ff.).

6.1.4. Dr. med. K._____, Schmerzklinik I._____, führte in seinem Verlaufsbericht 

vom 24. August 2022 aus, dass die Beschwerdeführerin von den 

verordneten Schuheinlagen nur partiell profitiere. Sie wechsle mit dem 

Tragen der Einlagen und mit den Spezialschuhen. Hinsichtlich der 

Beschwerden sei die Beschwerdeführerin weiterhin nicht zufrieden. Die 

belastungsabhängigen Schmerzen schränkten sie weiterhin ein (vgl. Bf-

act. 9). 

- 24 -

6.1.5. Am 25. August 2022 berichtete Dr. med. L._____, Fusschirurgie O._____, 

über die am 24. August 2022 durchgeführte Untersuchung, es liege ein 

neuropathisches Schmerzsyndrom des gesamten linken Fusses nach 

Unfall vor. Aufgrund der Tatsache, dass eine Hauptdruckdolenz 

intermetatarsal II/III und III/IV ausgelöst werden könne, seien diese 

infiltriert worden. Im Anschluss zeige sich bei Belastung eine deutliche 

Schmerzreduktion beim Abrollen über den Vorfuss (vgl. Bf-act. 10).

6.1.6. In seinem Bericht vom 1. September 2022 hielt Dr. med. M._____, 

R._____, fest, es scheine, dass klinisch keine Arthrosen vorlägen. Er 

überwies die Beschwerdeführerin zur weiteren Abklärung (SPECT CT und 

Neurologie) (vgl. Bf-act. 11). 

6.1.7. Dr. med. N._____, Facharzt FMH für Neurologie, führte in seinem 

Konsiliarbericht vom 21. September 2022 aus, klinisch-neurologisch finde 

sich lediglich eine diffuse Hypästhesie im Bereich des Fussrückens. Eine 

Sensibilitätsstörung im Innervationsgebiet des Nervus tibialis sei derzeit 

nicht nachweisbar. Die Elektroneurographie habe unauffällige Befunde 

des Nervus peronaeus communis und des Nervus tibialis gezeigt. Dabei 

bestehe eine fraglich signifikante Verminderung des motorischen 

Summenpotentials von 30 % im Vergleich zur Gegenseite. Die Befunde 

sprächen für eine leichte Druckneuropathie des Nervs im Verlaufe des 

Fussrückens. Ein Tarsaltunnelsyndrom links sei hingegen nicht 

nachweisbar. Angesichts der Befunde dürfte der Grossteil der Schmerzen 

traumatisch bedingt sein, ohne dass eine erklärende neurologische 

Schädigung vorliege (vgl. Bf-act. 12).

6.1.8. Aus dem Bericht von Dr. med. M._____, R._____, vom 28. September 

2022 ergibt sich, dass ein Tinel-Phänomen am Nervus saphenus auf der 

Höhe des medialen Tibiaplateaus auffällig sei. Das obere Sprunggelenk 

sei eindeutig viel dolenter als das untere Sprunggelenk. Diese 

- 25 -

posttraumatischen Schmerzen seien eindeutig verursacht durch eine 

Nervenkompression bzw. Quetschung. Das SPECT CT habe eine 

degenerative oder eine gelenkentzündliche Ursache praktisch sicher 

ausschliessen können. Somit sei die Schmerzgenese immer noch 

posttraumatischer Art, nämlich durch die Quetschung der Nerven, was 

durch motorische Potentiale, die Dr. med. N._____ abgeleitet habe, nicht 

bewiesen werden könne, lediglich durch die Klinik und die Tinel-

Phänomene. Von dem her sei eindeutig, dass die Schmerzen auf den 

Unfall zurückzuführen seien und keine degenerativen Ursachen 

vorhanden seien (vgl. Bf-act. 13).

6.1.9. Dem im Rahmen der Krankentaggeld-Abklärung eingeholten 

Parteigutachten von Dr. med. L._____, Fusschirurgie O._____, vom 

5. Oktober 2022 ist zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin aufgrund 

von persistierenden Schmerzen zugewiesen worden sei. Als Diagnose mit 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde ein neuropathisches 

Schmerzsyndrom des linken Fusses nach einem Motorradunfall vom 

20. Februar 2021 mit heftiger Kontusion genannt. Weiter wurde 

ausgeführt, dass eine namhafte Besserung der Gesundheitsschädigung 

nicht voraussehbar sei. Die Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit 

liege wie bis anhin und bis auf weiteres bei 50 %. Betreffend 

Arbeitsfähigkeit in einer anderen Tätigkeit wurde festgehalten, dass 

wechselbelastende Tätigkeiten zu 50 % zumutbar seien, wobei die 

Beschwerdeführerin bei gehend-stehenden Tätigkeiten und insbesondere 

beim Lastentragen eingeschränkt sei. Sie sei von Seiten des linken 

Fusses vermindert belastungsfähig (vgl. Bf-act. 14). 

6.1.10. Aus dem orthopädischen Bericht von Dr. med. P._____, Q._____, 

AA._____, vom 28. Februar 2023 ergibt sich unter anderem ein positiver 

Silfverskjöld-Test. Zudem wurden in befundlicher Hinsicht einschiessende 

Schmerzen über die dorsale Unterschenkelseite bis plantar beschrieben. 

- 26 -

Im Rahmen ihrer Beurteilung hielt Dr. med. P._____ fest, dass sich bei der 

Beschwerdeführerin ein diffuses Schmerzbild ca. 2 Jahre posttraumatisch 

nach dem Fusskontusionstrauma links zeige. Ein Teil der von ihr 

beschriebenen Beschwerden könnten neben neuropathisch anmutenden 

Beschwerden im Rahmen einer Vorfussüberlastung bei stark verkürzter 

Wadenmuskulatur sowie deutlich hypermobilem TMT-I-Gelenk erklärt 

werden. Des Weiteren habe sich anamnestisch, klinisch und radiologisch 

der Verdacht auf ein gereiztes symptomatisches Os tibiale externum links 

gezeigt (vgl. Bf-act. 15). 

6.1.11. Dr. med. M._____, R._____, hielt in seinem Bericht vom 30. März 2023 

über die Sprechstunde vom 29. März 2023 fest, dass nach wie vor das 

Impingement, dorsal und ventral, im Vordergrund stehe (vgl. Bf-act. 16). 

6.1.12. Im Sprechstundenbericht vom 25. Mai 2023 führte Dr. med. S._____, 

Fusschirurgie T._____, aus, klinisch scheine am ehesten eine 

Neurapraxie des Nervus saphenus für die Beschwerden ursächlich zu sein 

und nicht ein anteriores Impingement des oberen Sprunggelenks (vgl. Bf-

act. 17). 

6.2. Auch im Lichte des rechtsprechungsgemäss geringeren Beweiswerts der 

hiervor genannten medizinischen Berichte der behandelnden Ärzte 

vermag der versicherungsmedizinische Kurzbericht von Dr. med. H._____ 

vom 22. September 2021 nicht zu überzeugen. Augenfällig ist einerseits 

die einhellige Meinung der behandelnden/beratenden Ärzte hinsichtlich 

des möglichen Vorliegens neuropathischer Schmerzen links. Mangels 

gestellter Diagnose im besagten Kurzbericht besteht somit keine Klarheit 

darüber, inwiefern ein subkutanes Décollement dabei eine Rolle spielt und 

ob die beklagten Schmerzen neuropathischen Ursprungs, geschweige 

denn unfallkausal sind. Auch bestehen erhebliche Widersprüche bezüglich 

des Vorliegens eines degenerativen Vorzustandes. Aufgrund der Akten 

- 27 -

lässt sich ein solcher nur im Bereich des Vorfusses erstellen. Was den 

Bereich der distalen medialen Tibia proximal des Sprunggelenks angeht, 

so schweigt sich der Kurzbericht vom 22. September 2021 darüber aus. 

Nach Auffassung des angerufenen Gerichts bestehen somit Zweifel 

hinsichtlich der Vollständigkeit der orthopädisch-chirurgischen 

Einschätzung des Versicherungsmediziners Dr. med. H._____ über die 

Diagnose und die ursächlichen Beschwerden. Auf der anderen Seite 

widersprechen sich auch die beratenden Ärzte teilweise gegenseitig, wie 

die hiervor genannten letzten beiden Einschätzungen der Dres. med. 

M._____ und S._____ beispielhaft demonstrieren (vgl. vorstehend 

E.6.1.11 f.). Eine gesamtheitliche, schlüssige Beurteilung liegt im 

konkreten Fall nicht vor.

7.1. Obwohl sich die Beschwerdegegnerin vollumfänglich auf den Kurzbericht 

von Dr. med. H._____ vom 22. September 2021 stützt, anerkennt sie in 

ihrem Einspracheentscheid, dass die Beschwerdeführerin beim 

Unfallereignis vom 20. Februar 2021 ein subkutanes Décollement am 

distalen Unterschenkel links ventral erlitten hat (vgl. Bg-act. 61 S. 8 [Ziff. 

3.3.2]). Es ist somit widersprüchlich, wenn die Beschwerdegegnerin ein 

paar Zeilen weiter festhält, dass die Kurzbeurteilung von Dr. med. H._____ 

vom 22. September 2021 umfassend sei und auf allseitigen 

Untersuchungen beruhe (vgl. Bg-act. 61 S. 8 [Ziff. 3.3.6]). Dies ist 

mitnichten der Fall, weshalb die Beschwerdegegnerin den 

rechtserheblichen Sachverhalt offensichtlich nicht hinreichend abgeklärt 

hat. Als Folge ist die Beschwerdegegnerin der ihr obliegenden Beweislast 

hinsichtlich des Wegfalls der natürlichen (Teil-)Kausalität bzw. des 

Erreichens des Status quo sine vel ante nicht genügend nachgekommen 

(vgl. vorstehend E.3.2.4 f.). Es bestehen bei der Beschwerdeführerin nach 

wie vor Dysästhesien (Schmerzen, Kribbeln). Der 

versicherungsmedizinische Kurzbericht vom 22. September 2021 

- 28 -

beschränkt sich indes auf orthopädisch-chirurgische Implikationen. Um die 

Tatfrage des natürlichen Kausalzusammenhangs restlos beantworten zu 

können, bedarf es mindestens eines orthopädisch-chirurgischen sowie 

neurologischen Gutachtens, welches die möglicherweise neuropathischen 

Schmerzen der Beschwerdeführerin und deren Ursache beleuchtet. Es ist 

nach wie vor die Frage zu beantworten, ob die anhaltenden Beschwerden 

der Beschwerdeführerin durch den Unfall zumindest teilursächlich sind 

bzw. die Unfallkausalität noch nicht weggefallen ist.

7.2. Die Beschwerdegegnerin ist demnach ihrer Abklärungspflicht im Sinne 

von Art. 43 ATSG nicht rechtsgenüglich nachgekommen, weshalb der 

angefochtene Einspracheentscheid in Gutheissung der Beschwerde 

aufzuheben und die Angelegenheit zur Vervollständigung des 

Versichertendossiers und zur Vornahme ergänzender medizinischer 

Abklärungen in Form eines externen, zumindest orthopädisch-

chirurgischen sowie neurologischen Gutachtens im Verfahren nach Art. 44 

ATSG und zu neuem Entscheid an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen ist. 

7.3. Aufgrund der noch zu schaffenden Entscheidbasis wird sich zeigen, ob die 

anhaltenden Beschwerden der Beschwerdeführerin – wie seitens der 

Beschwerdegegnerin mehrfach behauptet – effektiv nicht objektivierbar 

sind und die Adäquanzprüfung anhand der Psychopraxis des 

Bundesgerichts durchzuführen ist, oder die allgemeine Adäquanztheorie 

zur Anwendung gelangt. Die Beschwerdegegnerin kommt somit nicht 

umhin, die Tatfrage der natürlichen Kausalität gründlich abklären zu 

lassen. Sobald die Beschwerdegegnerin die von ihr vorzunehmenden 

umfassenden Abklärungen abgeschlossen hat, wird sie je nach Ausgang 

des Verfahrens zu prüfen haben, ob allfällige weitere Ansprüche im 

Rahmen einer UVG-Invalidenrente bestehen, mithin der medizinische 

Endzustand erreicht ist. 

- 29 -

8.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in 

der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in 

casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens 

(Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren sind daher keine Kosten zu erheben.

8.2.1. Die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin zu 

medizinischen Abklärungen und neuem Entscheid gilt praxisgemäss als 

volles Obsiegen der beschwerdeführenden Partei, unabhängig davon, ob 

sie beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im 

Eventualbegehren gestellt wird (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 

8C_214/2022 vom 16. Februar 2023 E.5 mit Hinweisen). Bei diesem 

Ausgang des Verfahrens hat die obsiegende Beschwerdeführerin somit 

Anspruch auf einen angemessenen Parteikostenersatz, welcher vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert 

nach der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des 

Prozesses bemessen wird (Art. 61 lit. g ATSG). 

8.2.2. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin machte in seiner Eingabe 

vom 28. November 2022 einen Aufwand von 0.5 Stunden à CHF 150.-- 

(CHF 75.--) bzw. 15.5 Stunden à CHF 250.-- (CHF 3'875.--) zzgl. einer 

Kleinspesenpauschale von 3 % (CHF 118.50) und 7.7 % MWST 

(CHF 309.40 [recte: CHF 313.28]), d.h. insgesamt CHF 4'377.90 (recte: 

CHF 4'381.78) geltend. Da vorliegend keine Honorarvereinbarung 

eingereicht wurde, ist der geltend gemachte Stundenansatz von 

- 30 -

CHF 250.‑‑ auf CHF 240.-- zu kürzen. Dies entsprechend der vom 

angerufenen Gericht am 5. September 2017 um der Vereinheitlichung der 

kantonalen obergerichtlichen Praxis willen vorgenommenen 

Praxisänderung, wonach bei Nichteinreichung einer Honorarvereinbarung 

höchstens ein Stundenansatz von CHF 240.-- übernommen wird (vgl. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] U 16 92 

vom 25. Oktober 2017 E.13b). Demgegenüber ist der geltend gemachte 

Stundenansatz von CHF 150.-- für den Aufwand der Substitutin nicht zu 

beanstanden. Auch erscheint der zeitliche Aufwand von insgesamt 16 

Stunden (entsprechend CHF 3'795.-- = 0.5 x CHF 150.-- + 15.5 CHF 240.-

-) als angemessen, ebenso die geltend gemachte Kleinspesenpauschale 

von 3 % (entsprechend CHF 113.85) auf das Honorar sowie die MWST 

(7.7 % von CHF 3'908.85, entsprechend CHF 301.--). Damit hat die 

Beschwerdegegnerin der Beschwerdeführerin einen Parteikostenersatz in 

der Höhe von CHF 4'209.85 zu leisten.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird der angefochtene 

Einspracheentscheid vom 31. August 2022 aufgehoben und die 

Angelegenheit zu ergänzenden medizinischen Abklärungen in Form eines 

externen, zumindest orthopädisch-chirurgischen sowie neurologischen 

Gutachtens und zu neuem Entscheid im Sinne der Erwägungen an die 

B._____ AG zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Die B._____ AG entschädigt A._____ aussergerichtlich mit CHF 4'209.85 

(inkl. Spesen und MWST).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

- 31 -

5. [Mitteilung]