# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 395782da-122a-5837-8257-9e40ecca87dc
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-02
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 02.04.2024 BK 2023 420
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2023-420_2024-04-02.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 23 420

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 2. April 2024

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichter Horisberger
Gerichtsschreiberin Kurt

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigter 1

B.________

Beschuldigter 2

C.________

Beschuldigter 3

D.________

Beschuldigter 4

E.________
v.d. Rechtsanwalt F.________

Beschuldigter 5

G.________

Beschuldigte 6

2

H.________

Beschuldigter 7

unbekannte Täterschaft

Beschuldigte 8

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

I.________
v.d. Rechtsanwalt J.________

Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer

Gegenstand Einstellung

Strafverfahren wegen Drohung, Beschimpfung und Nötigung 

Beschwerde gegen die Verfügung der Regionalen Staatsanwalt-
schaft Emmental-Oberaargau vom 18. September 2023
(EO 23 2917)

3

Erwägungen:

1. Mit Verfügung vom 18. September 2023 stellte die Regionale Staatsanwaltschaft 
Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) u.a. das Verfahren ge-
gen die Beschuldigten wegen Drohung, Beschimpfung und Nötigung zum Nachteil 
des Straf- und Zivilklägers ein (Ziffer 1.2). Dagegen reichte der Straf- und Zivilklä-
ger (nachfolgend: Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt J.________, 
am 9. Oktober 2023 Beschwerde ein. Er beantragte, Ziffer 1.2 der Verfügung sei 
aufzuheben und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, die Strafuntersuchung im Ver-
fahren EO 23 2917 gegen die Beschuldigten wegen Drohung, Beschimpfung und 
Nötigung weiterzuführen sowie seinem mit Eingabe vom 14. Juli 2023 (recte: 14. 
August 2023) gestellten Beweisantrag (Übersetzung Videos) Folge zu leisten, unter 
Kosten- und Entschädigungsfolge. Mit Verfügung vom 12. Oktober 2023 des Ver-
fahrensleiters der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kan-
tons Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) wurde der Beschwerdeführer aufge-
fordert, innert 10 Tagen eine Sicherheit von CHF 2'000.00 zu leisten. Dieser Auf-
forderung kam er nach. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte in ihrer Stel-
lungnahme vom 2. November 2023 unter Verweis auf die Ausführungen in der an-
gefochtenen Verfügung die kostenfällige Abweisung der Beschwerde. Der Be-
schuldigte 5, vertreten durch Rechtsanwalt F.________, beantragte in seiner Stel-
lungnahme vom 8. November 2023, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten; 
eventualiter, die Beschwerde sei abzuweisen, unter Kosten- und Entschädigungs-
folgen zulasten des Beschwerdeführers. Die übrigen Beschuldigten liessen sich in-
nert Frist nicht vernehmen. Auf die Anordnung eines zweiten Schriftenwechsels 
wurde mit Verfügung vom 15. November 2023 verzichtet. 

2.

2.1 Einstellungsverfügungen können von den Parteien innert zehn Tagen bei der Be-
schwerdeinstanz angefochten werden (Art. 322 Abs. 2 i.V.m. Art. 393 ff. der 
Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 312.0]). Zuständig ist die Be-
schwerdekammer (Art. 35 des Gesetzes über die Organisation der Gerichtsbehör-
den und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1] i.V.m. Art. 29 Abs. 2 des Or-
ganisationsreglements des Obergerichts [OrR OG; BSG 162.11]). Der Beschwer-
deführer ist als Straf- und Zivilkläger durch die Einstellung des Verfahrens gegen 
die Beschuldigten unmittelbar in seinen rechtlich geschützten Interessen betroffen 
und somit zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 382 Abs. 1 i.V.m. Art. Abs. 1 Bst. 
b StPO). 

2.2 Der Beschuldigte 5 bestreitet die Rechtzeitigkeit der Beschwerde, indem er geltend 
macht, bereits die Zustellung der Einstellungsverfügung vom 18. September 2023 
sei fristauslösend gewesen. Die Staatsanwaltschaft habe zwar in ihrem Schreiben 
vom 26. September 2023 noch die zur Einstellungsverfügung vom 18. September 
2023 zugehörige Rechtsmittelbelehrung verschickt und angemerkt, die Beschwer-
defrist beginne erst mit Zustellung des Schreibens vom 26. September 2023 zu lau-
fen. Das ändere aber nichts, da die Frist durch den Versand der Mitteilung aus-
gelöst worden sei. Es stehe nicht im Belieben der Strafverfolgungsbehörden und 
Gerichte, den Fristbeginn auf einen späteren Zeitpunkt festzusetzen. Entsprechend 

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habe die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 26. September 2023 keine Aus-
wirkungen auf den Fristenlauf. Zwar habe die Rechtsmittelbelehrung in der Verfü-
gung vom 18. September 2023 gefehlt, was eine mangelhafte Eröffnung darstelle, 
woraus den Parteien kein Rechtsnachteil erwachsen dürfe. Der anwaltlich vertrete-
ne Beschwerdeführer könne sich aber nicht auf den Vertrauensschutz berufen, da 
er ohne Weiteres die Mangelhaftigkeit und das richtige Rechtsmittel habe erkennen 
können. Aus der unterlassenen Rechtsmittelbelehrung könne er nichts zu seinen 
Gunsten ableiten. 

2.3 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Selbst wenn sich der anwaltlich ver-
tretene Beschwerdeführer nicht auf die mangelhafte Eröffnung wegen fehlender 
Rechtsmittelbelehrung hätte berufen können, da dies für ihn erkennbar gewesen 
wäre, ist vorliegend Folgendes zu berücksichtigen. Die Staatsanwaltschaft hat das 
Versehen bemerkt und korrigiert, indem sie mit Schreiben vom 26. September 
2023 die der Einstellungsverfügung vom 18. September 2023 zugehörige Rechts-
mittelbelehrung mit dem Hinweis zugestellt hat, dass erst die Zustellung dieses 
Schreibens fristauslösend sei. Unabhängig davon, ob ein solches Vorgehen eine 
neue Frist ausgelöst hat, greift vorliegend der Vertrauensschutz. So statuiert der in 
Art. 9 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 
101) verankerte Grundsatz von Treu und Glauben ein Verbot widersprüchlichen 
Verhaltens und verleiht einer Person Anspruch auf Schutz des berechtigten Ver-
trauens in behördliche Zusicherungen oder sonstiges, bestimmte Erwartungen be-
gründendes Verhalten der Behörden (BGE 143 V 341 E. 5.2.1 mit Verweis auf BGE 
131 II 627 E. 6.1). Der Beschwerdeführer durfte sich folglich auf die Ausführungen 
der Staatsanwaltschaft im Schreiben vom 26. September 2023 verlassen, unab-
hängig davon, ob ihm durch die fehlende Rechtsmittelbelehrung ein Rechtsnachteil 
erwachsen wäre oder nicht. Die Rechtsmittelfrist hat sich gestützt auf den verfas-
sungsmässigen Anspruch auf Vertrauensschutz verlängert, da noch vor ihrem En-
de eine entsprechende vertrauensbegründende Auskunft erteilt wurde (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts 6B_758/2022 vom 9. November 2022 E. 4.3). Die Beschwerde 
ist daher form- und entgegen den Vorbringen des Beschuldigten 5 auch fristgerecht 
erfolgt, weshalb darauf einzutreten ist. 

3. Die Staatsanwaltschaft verfügt gemäss Art. 319 Abs. 1 StPO u.a. die Einstellung 
des Verfahrens, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage rechtfertigt 
(Bst. a), wenn kein Straftatbestand erfüllt ist (Bst. b) oder wenn Rechtfertigungs-
gründe einen Straftatbestand unanwendbar machen (Bst. c). Der Entscheid über 
die Einstellung eines Verfahrens hat sich nach dem Grundsatz «in dubio pro durio-
re» zu richten. Danach darf eine Einstellung durch die Staatsanwaltschaft 
grundsätzlich nur bei klarer Straflosigkeit oder offensichtlich fehlenden Prozessvor-
aussetzungen angeordnet werden. Hingegen ist, sofern die Erledigung mit einem 
Strafbefehl nicht in Frage kommt, Anklage zu erheben, wenn eine Verurteilung 
wahrscheinlicher erscheint als ein Freispruch. Ist ein Freispruch genauso wahr-
scheinlich wie eine Verurteilung, drängt sich in der Regel, insbesondere bei schwe-
ren Delikten, eine Anklageerhebung auf. Bei der Prüfung der Frage, ob nach der 
Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist, darf und muss die Staatsanwaltschaft die 
Beweise würdigen (vgl. statt vieler: Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern 

5

BK 22 383 vom 26. April 2023 E. 5.1 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts 
6B_952/2020 vom 8. Februar 2020 E. 2.1.1). Bei zweifelhafter Beweis- oder 
Rechtslage hat nicht die Staatsanwaltschaft über die Stichhaltigkeit des strafrechtli-
chen Vorwurfs zu entscheiden, sondern das zur materiellen Beurteilung zuständige 
Gericht (BGE 143 IV 2.4.1 E. 2.2.1 mit Hinweisen). Der Grundsatz, dass im Zweifel 
nicht eingestellt werden darf, ist auch bei der Überprüfung von Einstellungsverfü-
gungen zu beachten.

Stehen sich gegensätzliche Aussagen gegenüber («Aussage gegen Aussage»-
Situation) und ist es nicht möglich, die einzelnen Aussagen als glaubhafter oder 
weniger glaubhaft zu bewerten, ist nach dem Grundsatz «in dubio pro duriore» in 
der Regel Anklage zu erheben. Dies gilt insbesondere, wenn typische «Vier-Augen-
Delikte» zu beurteilen sind, bei denen oftmals keine objektiven Beweise vorliegen. 
Auf eine Anklageerhebung kann verzichtet werden, wenn der Strafkläger ein wider-
sprüchliches Aussageverhalten offenbarte und seine Aussagen daher wenig glaub-
haft sind oder wenn eine Verurteilung unter Einbezug der gesamten Umstände aus 
anderen Gründen als von vornherein unwahrscheinlich erscheint (BGE 143 IV 241 
E. 2.2.1 f.).

4.

4.1 Am 15. Oktober 2022 fand in K.________ (Ortschaft) ein tamilisches Fest statt. Auf 
dem Parkplatz stellte der Beschwerdeführer den Beschuldigten 1 zur Rede, da die-
ser seine Frau (Frau des Beschwerdeführers) an einem vorherigen Fest in 
L.________ (Ortschaft) mehrmals angerempelt haben soll. In der Folge kam es zu 
einem Streit, der von den Parteien unterschiedlich dargestellt wird. Fest steht, dass 
der Beschuldigte 1 an der Unterlippe verletzt wurde. Er machte geltend, der Be-
schwerdeführer habe ihm einen Kopfstoss verpasst, und reichte deswegen gegen 
den Beschwerdeführer Anzeige wegen Tätlichkeiten, evtl. einfacher Körperverlet-
zung ein (vgl. Anzeigerapport vom 2. November 2022). Die Staatsanwaltschaft be-
absichtigt in diesem Verfahren, einen Strafbefehl gegen den Beschwerdeführer 
wegen einfacher Körperverletzung auszufällen. Der Beschwerdeführer sagte an-
lässlich seiner polizeilichen Einvernahme vom 2. November 2022 als Beschuldigter 
zusammengefasst aus, der Beschuldigte 1 habe sofort begonnen, ihn anzuschreien 
und ihn zu beschimpfen, als er ihn zur Rede gestellt habe. Als er (der Beschwerde-
führer) in sein Auto habe einsteigen wollen, sei der Beschuldigte 1 in seine Rich-
tung gekommen und habe ihn schlagen wollen. Er habe sich schützen wollen und 
den Beschuldigten 1 weggestossen, das wisse er noch, mehr nicht (Z. 17 f., Z. 24 
ff.). Ob er dem Beschuldigten 1 einen Kopfstoss verpasst habe, wisse er nicht mehr 
(Z. 40 ff.). Der Beschuldigte 1 habe ein paar Männer zu sich gerufen. Einer sei zu 
ihm neben das Auto gekommen und habe ihn schlagen wollen. Dieser Mann habe 
ihn an den Kragen gegriffen und ihn aus dem Auto zerren wollen. Der Beschuldigte 
2 habe ihn mit dem Tod bedroht und ihm das Natel weggenommen. Er habe es ka-
putt machen wollen und gesagt, dass er (der Beschwerdeführer) nicht wegfahren 
dürfe. Die Gruppierung (bestehend aus den Beschuldigten 2 bis 6) habe auf sein 
Auto eingeschlagen und «herumgeschrien». Er habe nicht wegfahren können und 
eine halbe Stunde dort warten müssen (polizeiliche Einvernahme des Beschwerde-
führers vom 2. November 2022, Z. 53 ff.). 

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Der Beschwerdeführer reichte in der Folge Anzeige gegen die Beschuldigten we-
gen Beschimpfung, Drohung und Nötigung ein. 

4.2 An der polizeilichen Einvernahme vom 27. Dezember 2022 sagte der Beschwerde-
führer als Auskunftsperson im Zusammenhang mit seinen gegen die Beschuldigten 
erhobenen Vorwürfe aus, der Beschuldigte 1 und seine Ehefrau, die Beschuldig-
te 6, hätten ihn als Idioten beschimpft und gesagt, dass er dumm sei. Der Beschul-
digte 2 habe gesagt, dass er (der Beschwerdeführer) ein Idiot sei. Die Beschuldig-
ten 3, 4 und 5 hätten ihn als Idioten und Arschloch beschimpft. Der Beschuldigte 7 
habe gesagt, dass er ein «blöder Siech» sei (Z. 38 ff.). Auf Frage, wer ihn bedroht 
habe, gab der Beschwerdeführer an, der Beschuldigte 1, indem er ihm gesagt ha-
be, er werde ihn umbringen und in die M.________ (Fluss) werfen (Z. 53 ff.). Der 
Beschuldigte 2 habe gesagt, er werde ihn bei einer nächsten derartigen Situation 
umbringen. Er brauche nur einen einzigen Schlag. Der Beschuldigte 3 sei aggres-
siv gewesen und habe ihm den Tempelbesuch verboten (Z. 58 f.). Auch die ande-
ren hätten das gesagt. Der Beschuldigte 4 habe gesagt, dass er ihn (den Be-
schwerdeführer) umbringen und schlagen werde (Z. 60 f.). Der Beschuldigte 7 ha-
be gesagt, dass wenn er (der Beschwerdeführer) nicht aufhöre, ein Video zu ma-
chen, er ihn schlage (Z. 62 f.). Auch der Beschuldigte 5 habe gesagt, dass er ihn 
umbringen werde (Z. 63 f.). Er habe grosse Angst bekommen, alle seien hässig, 
aggressiv gewesen und hätten ihn angeschrien (Z. 73). Er habe gehen wollen, aber 
diese Personen hätten ihn nicht gehen lassen und ihn sogar an der Weiterfahrt ge-
hindert, indem sie zu ihm gesagt hätten, dass er das nicht dürfe. Sie hätten sogar 
mit einem Gitter die Ausfahrt vom Areal abgesperrt. Sie hätten auch einem Securi-
tas, welcher vor Ort gewesen sei, gesagt, dass er (der Beschwerdeführer) nicht 
wegfahren dürfe (Z. 92 ff.). Der Bruder des Beschwerdeführers, welcher beim Streit 
ebenfalls vor Ort gewesen war und im Auto des Beschwerdeführers gesessen hat-
te, wurde am 21. Juni 2023 einvernommen. Er sagte aus, es habe so ausgesehen, 
als ob sie ihn und den Beschwerdeführer hätten schlagen wollen. Er konnte aber 
nicht sagen, um wen es sich dabei gehandelt hatte. Er kenne nur zwei oder drei 
Personen. Sie hätten gesagt, sie würden sie schlagen und in den Fluss werfen. 
«b.________» (Anmerkung der Kammer: wohl der Beschuldigte 2) habe sich dem 
Beschwerdeführer genähert und ihn schlagen wollen. «d.________» (Anmerkung 
der Kammer: wohl der Beschuldigte 4) habe ihnen gedroht, sie zu schlagen und in 
den Fluss zu werfen (Z. 32 ff.). Viele Personen seien vor dem Auto gestanden und 
hätten versucht, die verschlossenen Autotüren zu öffnen (Z. 39 f.). Beschimpfun-
gen schilderte er keine. 

4.3 Sowohl der Beschuldigte 1 als auch dessen Ehefrau, die Beschuldigte 6, bestritten, 
den Beschwerdeführer beschimpft oder bedroht zu haben (vgl. Einvernahme des 
Beschuldigten 1 vom 6. Januar 2023, Z. 31 ff. und 36 ff., sowie Einvernahme der 
Beschuldigten 6 vom 6. Januar 2023, Z. 24 ff. und Z. 72 ff.). Der Beschuldigte 5 
sagte am 6. Januar 2023 aus, er habe kein einziges Wort mit dem Beschwerdefüh-
rer gewechselt und auch keine anderen Personen aufgefordert, gegen den Be-
schwerdeführer vorzugehen (Z. 20 ff.). Der Beschuldigte 4 bestritt, Drohungen oder 
Beschimpfungen gegen den Beschwerdeführer ausgesprochen zu haben (Einver-
nahmeprotokoll vom 6. Januar 2023, Z. 26 f. und Z. 49 ff.), und der Beschuldigte 2 
verneinte, dem Beschwerdeführer gedroht oder ihn beschimpft zu haben (Einver-

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nahmeprotokoll vom 6. Januar 2023, Z. 25-34). Der Beschuldigte 3 negierte am 
6. Januar 2023 ebenfalls, den Beschwerdeführer beschimpft zu haben (Z. 15 ff.). Er 
habe ihm nicht verboten, in den Tempel zu gehen (Z. 23). Er (der Beschuldigte 3) 
sei verärgert gewesen, aber nicht aggressiv (47 f.).

4.4 Die Staatsanwaltschaft kam unter Verweis auf ihre Ausführungen zum Vorfall vom 
18. September 2022 (EO 23 927) sowie nach Zusammenfassung der Aussagen 
zum Schluss, dass auch bezüglich Beschimpfungen und Drohungen Aussage ge-
gen Aussage vorliege. Da keine Version als deutlich glaubhafter identifiziert werden 
könne und weitere Erfolg versprechende Beweismassnahmen nicht ersichtlich sei-
en, mangle es an einem rechtgenügenden Nachweis der Tathandlung. 

Der Beschwerdeführer macht eine Verletzung des Grundsatzes in «dubio pro durio-
re» geltend und vertritt die Ansicht, dass eine Übersetzung der sich in den Akten 
befindenden Videos zur Klärung des Sachverhaltes beitragen könnte. 

5. Ad Beschimpfung

5.1 Wer jemanden in anderer Weise (als gemäss Art. 173 oder 174 StGB) durch Wort, 
Schrift, Bild, Gebärde oder Tätlichkeiten in seiner Ehre angreift, wird gemäss 
Art. 177 StGB, auf Antrag, mit Geldstrafe bis zu 90 Tagessätzen bestraft.

In seiner Einvernahme als Beschuldigter vom 2. November 2022 sagte der Be-
schwerdeführer einzig aus, vom Beschuldigten 1 beschimpft worden zu sein (er sei 
dumm, ein Idiot, Z. 27 f.). Erst nach Anzeigeeinreichung warf er sämtlichen Be-
schuldigten vor, sie hätten ihn als Idioten, Arschloch oder blöder «Siech» be-
schimpft. 

5.2 Die Aussagen des Beschwerdeführers insbesondere zu den Beschuldigten 2 bis 7 
erscheinen in diesem Zusammenhang als stereotype Aufzählung. Zudem äusserte 
er die Beschimpfungen (anders als die Nötigung und die Drohung) mit Ausnahme 
derjenigen des Beschuldigten 1 nicht bereits spontan im Rahmen seiner ersten 
Aussagen, sondern erst später. Die Tochter des Beschuldigten 1 (N.________) gab 
an, es sei schon recht laut gewesen. Es sei einfach eine wilde Diskussion unter 
den involvierten Personen gewesen. Man habe niemanden richtig zu Wort kommen 
lassen. Es sei ein Geschrei unter den anwesenden Personen gewesen (Einver-
nahmeprotokoll vom 22. Mai 2023, Z. 52 ff.), was auch zu den Aussagen des Be-
schwerdeführers passt, wonach alle hässig und aggressiv gewesen seien. Es er-
scheint wenig wahrscheinlich, dass sich der Beschwerdeführer mehr als zwei Mo-
nate nach dem Streit noch so exakt daran erinnern kann, wer ihn von den Beschul-
digten 2 bis 7 in diesem Tumult/Geschrei wie beschimpft haben soll. Sowohl der 
Beschuldigte 1 als auch die Beschuldigte 6 sagten zudem übereinstimmend aus, 
der Beschuldigte 1 habe gesagt, dass er auf die dummen Antworten des Be-
schwerdeführers keine Antwort gebe (Einvernahme Beschuldigter 1, Z. 31 ff.; Ein-
vernahme Beschuldigte 6, Z. 45 f., 72 f.), was im Kontext mit der Ausgangslage 
glaubhaft erscheint. Zudem erwähnte der Bruder des Beschwerdeführers 
(O.________) keine Beschimpfungen. Mit Blick auf diese Sachlage ist nicht davon 
auszugehen, dass die Aussagen des Beschwerdeführers betreffend die Beschimp-
fungen als Anklagefundament ausreichen. Eine Verurteilung der Beschuldigten 

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wegen Beschimpfung erscheint unwahrscheinlich, weshalb die Einstellung in die-
sem Zusammenhang zu Recht erfolgt ist. 

5.3 Weiter gibt es keine Hinweise, dass die sich in den Akten befindenden Videos ge-
eignet sind, an der beweisrechtlichen Ausgangslage etwas zu ändern. Es kann auf 
die Ausführungen der Staatsanwaltschaft verwiesen werden. Abgesehen davon, 
dass erwartet werden kann, dass der Beschwerdeführer, der über Akteneinsicht 
verfügt und die Videos teilweise selbst erstellt hatte, die Strafbehörden orientiert 
hätte, wenn darauf Beschimpfungen oder auch Drohungen (vgl. E. 6 dieses Be-
schlusses) zu hören wären, ist auf den Videos ohnehin nicht erkennbar, wer 
spricht. Eine Zuordnung der Stimmen scheint auch mit Blick darauf, dass die Be-
schimpfungen bestritten sind, nicht möglich. Von einer Übersetzung der Videos 
sind daher keine beweisrelevanten Informationen zu erwarten. Der entsprechende 
Antrag des Beschwerdeführers, die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, dem von 
ihm mit Eingabe vom 14. Juli 2023 (recte: 14. August 2023) gestellten Beweisan-
trag Folge zu leisten, ist abzuweisen.

6. Ad Drohung

6.1 Wer jemanden durch schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt, wird, auf 
Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 180 
StGB). 

Vorab ist festzustellen, dass sich aus den Aussagen des Beschwerdeführers keine 
konkreten Hinweise für Drohungen durch den Beschuldigten 3 oder die Beschuldig-
te 6 ergeben. Das angebliche Tempelverbot durch den Beschuldigten 3 stellt keine 
Drohung dar. Der Umstand, dass die Beschuldigte 6 die anderen Beschuldigten 
gegen ihn aufgehetzt haben soll, erfüllt den Tatbestand der Drohung offensichtlich 
ebenfalls nicht. Zudem scheint diese Aussage des Beschwerdeführers wider-
sprüchlich und auch mit Blick auf die anderen Aussagen nicht glaubhaft. So sagte 
der Beschwerdeführer am 22. November 2022 noch aus, der Beschuldigte 1 habe 
ein paar Männer zu sich gerufen (Z. 53). Zudem geht aus den Aussagen der Toch-
ter des Beschuldigten 1 (N.________) hervor, dass sie aus Angst um ihren Vater 
Leute gerufen habe (Z. 33 ff.; vgl. auch Aussagen des Beschuldigten 5, Z. 33 f.). 
Auch aus den Aussagen der übrigen Beschuldigten ergeben sich keine Hinweise, 
dass sie durch die Beschuldigte 6 aufgehetzt worden wären. Vielmehr gaben sie 
an, die blutende Lippe des Beschuldigten 1 gesehen und gefragt zu haben, was los 
sei (vgl. Aussagen des Beschuldigten 2, Z. 75 f.; des Beschuldigten 3, Z. 28 f.; des 
Beschuldigten 4, Z. 25 f.; des Beschuldigten 7, Z. 34). Diese Aussagen des Be-
schwerdeführers gegen die Beschuldigte 6 reichen damit weder als Anklagefunda-
ment für eine Drohung noch ein anderes Delikt aus. Die Einstellung wegen Dro-
hung ist damit in Bezug auf die Beschuldigten 3 und 6 zu Recht erfolgt, weshalb die 
Beschwerde insofern abzuweisen ist.

6.2 Betreffend die Beschuldigten 1, 2, 4, 5 und 7 enthalten die Aussagen des Be-
schwerdeführers konkrete Hinweise auf Drohungen (vgl. betreffend Aussagen 
E. 4.2 dieses Beschlusses). Vorab ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer in 
seiner Einvernahme vom 2. November 2022 einzig betreffend den Beschuldigten 2 
eine Drohung schilderte. Dieser habe ihm sein Handy weggenommen und ihn mit 

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dem Tod bedroht (Z. 55 f. und Z. 58). Wie die Aussagen des Beschuldigten 2 
bestätigen, ist es zutreffend, dass er dem Beschwerdeführer das Handy wegge-
nommen hatte (Z. 57 ff.). Die Vorwürfe gegen den Beschuldigten 2 sind damit in ei-
nen konkreten und unbestrittenen Kontext innerhalb des Rahmengeschehens ein-
gebettet. In diesem Zusammenhang ist weiter festzuhalten, dass der Beschwerde-
führer auch keine unnötig belastenden Aussagen machte, sondern den Beschwer-
deführer 2 auch entlastete, in dem er angab, er wisse nicht, wer das Display seines 
Handys kaputt gemacht habe, da er nicht mehr wisse, wer es ihm retour gegeben 
habe (Z. 82 ff.). Zudem ergeben sich, anders als bei den übrigen Beschuldigten, 
aus den Aussagen des Beschuldigten 2 konkrete Hinweise, dass er sich gegenüber 
dem Beschwerdeführer nicht korrekt verhalten hatte. So sagte er aus, er habe sich 
beim Beschwerdeführer entschuldigt, dass er nicht auf sein Alter Rücksicht ge-
nommen habe. Er habe sich auch später nochmals bei ihm entschuldigt (Z. 87 ff.). 
Es scheint nicht nachvollziehbar, wieso der Beschuldigte 2 sich ohne Grund zwei-
mal entschuldigen sollte, zumal er früher in seiner Einvernahme geltend machte, 
dass Alter des Beschwerdeführers respektiert zu haben (Z. 29 f. und Z. 78 f.). Wei-
ter schilderte der Beschwerdeführer in seiner Einvernahme vom 27. Dezember 
2022 auch gewisse originelle Details. So habe der Beschuldigte 2 gesagt, er würde 
nur einen Schlag brauchen, um ihn umzubringen (Z. 57). Zudem sagte auch der 
Bruder des Beschwerdeführers (O.________) aus, «b.________» (Anmerkung der 
Kammer: Abkürzung passt zum Namen des Beschuldigten 2) habe sich dem Be-
schwerdeführer genähert und ihn schlagen wollen (Z. 35 f.), was insoweit das dro-
hende Verhalten bestätigt. Die Aussagen des Beschwerdeführers erscheinen in 
diesem Zusammenhang daher glaubhaft. Der Umstand, dass er den Beschuldigten 
2 erst angezeigt hat, nachdem dieser nicht bereit war, eine Vermittlerrolle einzu-
nehmen (vgl. Einvernahme des Beschuldigten 5, Z. 62 bis Z. 69 sowie des Be-
schuldigten 2, Z. 95 ff.), weist bei der geschilderten Ausgangslage nicht daraufhin, 
dass es betreffend den Beschuldigten 2 nur um einen Racheakt ging. So hat der 
Beschwerdeführer eine solche Drohung von Anfang an geschildert. Dass er 
zunächst keine Anzeige einreichen wollte bzw. diese allenfalls erst deswegen er-
folgt ist, weil keine gütliche Einigung erzielt werden konnte, schliesst die Stichhal-
tigkeit der Vorwürfe zumindest gegen den Beschuldigten 2 nicht aus.

6.3 Weiter geht auch aus den Aussagen des Bruders des Beschwerdeführers 
(O.________) hervor, dass sie gesagt hätten, sie würden sie schlagen und in den 
Fluss werfen (Z. 34), was mit Äusserungen des Beschwerdeführers übereinstimmt. 
Zwar ist nicht klar, wen der Bruder des Beschwerdeführers mit «sie» meinte. Er 
ordnete aber abgesehen vom Beschuldigten 2 auch dem Beschuldigten 4 eine 
konkrete Drohung zu (schlagen und in den Fluss werfen, Z. 37), was mit den Aus-
sagen des Beschwerdeführers grundsätzlich ebenfalls übereinstimmt, auch wenn 
dieser von Umbringen und Schlagen sprach. Anhaltspunkte, dass der Bruder in 
diesem Zusammenhang einzig zu Gunsten des Beschwerdeführers aussagte oder 
ein Interesse daran hat, den Beschuldigten 4 zu Unrecht zu beschuldigen, liegen 
nicht vor. Er wiederholt auch nicht pauschal Vorwürfe des Beschwerdeführers. Zu-
dem handelt es sich bei der Androhung, den Beschwerdeführer in den Fluss zu 
werfen, um ein originelles Detail, welches für die Glaubhaftigkeit solcher Äusserun-
gen spricht. Mit Blick auf diese Ausgangslage bestehen jedenfalls auch hinsichtlich 

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des Beschuldigten 4 konkrete Hinweise für eine Drohung und es kann nicht gesagt 
werden, dass die Aussagen der Beschuldigten 2 und 4 von vorneherein glaubhafter 
sind als diejenigen des Beschwerdeführers und seines Bruders. Da es nicht die 
Aufgabe der Staatsanwaltschaft oder Beschwerdekammer ist, eine abschliessende 
Aussagewürdigung vorzunehmen, ist die Einstellung wegen Drohung gegen die 
Beschuldigten 2 und 4 zu Unrecht erfolgt und die Beschwerde insofern gutzuheis-
sen.

6.4 Anders sieht die Ausgangslage bei den Beschuldigten 1, 5 und 7 aus. Obwohl der 
Beschwerdeführer ihnen ebenfalls Drohungen vorwirft, erwähnt er die Beschuldig-
ten 1, 5 und 7 in seinen tatnächsten Aussagen nicht. Betreffend die Beschuldigten 
1, 5 und 7 liegen zudem einzig die Aussagen des Beschwerdeführers vor. Der Bru-
der des Beschwerdeführers (O.________) schilderte inhaltlich keine anderen Dro-
hungen und nannte auch keine anderen Namen. Zumindest den Beschuldigten 1 
scheint er nebst den Beschuldigten 2 und 4 aber zu kennen (vgl. Z. 28 seiner Ein-
vernahme), weshalb davon auszugehen ist, dass er Drohungen durch den Be-
schuldigten 1 erwähnt hätte, wären solche erfolgt, zumal er sich in unmittelbarer 
Nähe des Beschwerdeführers befunden hatte und andere Drohungen mitbekom-
men haben muss. Abgesehen davon erscheint nicht nachvollziehbar, weshalb der 
Beschwerdeführer diese Drohungen nicht bereits früher erwähnt hatte, zumal diese 
ja im gleichen Kontext erfolgt sein sollen, wie die Drohung des Beschuldigten 2. Mit 
Blick auf diese Ausgangslage scheint es jedenfalls unwahrscheinlich, dass die Be-
schuldigten 1, 5 und 7 wegen Drohung verurteilt werden. Die Beschwerde ist inso-
fern abzuweisen. 

6.5 Betreffend den Antrag auf Übersetzung der Videos kann auf die Ausführungen im 
Zusammenhang mit den Beschimpfungen (E. 5.3 dieses Beschlusses) verwiesen 
werden. Es ist auch im Zusammenhang mit den Drohungen nicht davon auszuge-
hen, dass sich relevantes Beweismaterial auf den Videos befindet bzw. die Über-
setzung der Videos etwas zur Klärung des Sachverhaltes beitragen könnte. Der 
entsprechende Antrag des Beschwerdeführers ist auch in diesem Kontext abzu-
weisen. 

7. Ad Nötigung

7.1 Gemäss Art. 181 des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) wird 
wegen Nötigung bestraft, wer jemanden durch Gewalt oder Androhung ernstlicher 
Nachteile oder durch andere Beschränkung seiner Handlungsfreiheit nötigt, etwas 
zu tun, zu unterlassen oder zu dulden. Schutzobjekt von Art. 181 StGB ist die Frei-
heit der Willensbildung und Willensbetätigung des Einzelnen. Diese ist strafrecht-
lich unabhängig von der Art der (legalen) Tätigkeit geschützt, welche der Betroffene 
nach seinem frei gebildeten Willen verrichten will. Der Tatbestand ist ein Erfolgsde-
likt; die Anwendung des Nötigungsmittels muss den Betroffenen in seiner Hand-
lungsfreiheit beeinträchtigen.

Um dem gesetzlichen und verfassungsmässigen Bestimmtheitsgebot («nullum cri-
men sine lege») gerecht zu werden, ist die Tatbestandsvariante der «anderen Be-
schränkung der Handlungsfreiheit» in Art. 181 StGB restriktiv auszulegen. Nicht je-
der noch so geringfügige Druck auf die Entscheidungsfreiheit eines andern führt zu 

11

einer Bestrafung nach Art. 181 StGB. Das Zwangsmittel der «anderen Beschrän-
kung der Handlungsfreiheit» muss, um tatbestandsmässig zu sein, das üblicher-
weise geduldete Mass an Beeinflussung in ähnlicher Weise eindeutig überschrei-
ten, wie es für die im Gesetz ausdrücklich genannten Zwangsmittel der Gewalt und 
der Androhung ernstlicher Nachteile gilt. Es muss ihnen mithin eine den gesetzlich 
genannten Mitteln vergleichbare Zwangswirkung zukommen. Es führt somit nicht 
jeder noch so geringfügige Druck auf die Entscheidungsfreiheit eines andern zu ei-
ner Bestrafung nach Art. 181 StGB.

Eine Nötigung ist unrechtmässig, wenn das Mittel oder der Zweck unerlaubt ist 
oder wenn das Mittel zum angestrebten Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht 
oder wenn die Verknüpfung zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem 
erlaubten Zweck rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE 141 IV 437 
E. 3.2.1 mit Hinweisen).

7.2 Es ist unbestritten und ergibt sich aus sämtlichen Einvernahmen, dass man den 
Beschwerdeführer (zwischen 15 bis 30 Minuten) nicht wegfahren lassen wollte, 
damit er auf die Polizei warten musste. Der Beschwerdeführer führte allgemein 
aus, der Beschuldigte 1 und seine Gruppe hätten die Absperrung zugemacht. Mit 
Blick auf den Kontext und die genannten Namen kann zwar davon ausgegangen 
werden, dass der Beschwerdeführer mit der Gruppe die Beschuldigten 2 bis 6 
meinte (Einvernahme des Beschwerdeführers vom 2. November 2022, Z. 59 f.), 
womit jedenfalls der Beschuldigte 7 von vorneherein als Täter im Zusammenhang 
mit diesem Vorwurf ausscheidet. Der Beschwerdeführer machte aber darüber hin-
aus auch in seiner Einvernahme vom 27. Dezember 2022 keine konkreten Anga-
ben, weshalb unklar ist, wer wie daran beteiligt gewesen war. Er erwähnte einzig, 
dass der Beschuldigte 4 ihm verboten habe, das Areal zu verlassen, was aber of-
fensichtlich noch keine Nötigung darstellt (Einvernahme vom 27. Dezember 2022, 
Z. 60 f.). Dass die von ihm behauptete Drohung des Beschuldigten 4, ihn umzu-
bringen oder zu schlagen, im Zusammenhang mit der Weiterfahrt gestanden hatte, 
machte der Beschwerdeführer nicht geltend. Der Bruder des Beschwerdeführers 
(O.________), welcher sich auf dem Beifahrersitz neben dem Beschwerdeführer 
befunden hatte, sagte am 21. Juni 2023 aus, es seien zwei bis drei Personen ge-
wesen, die das Gitter hingestellt hätten (Z. 53 f.), was dagegen spricht, dass sämt-
liche Beschuldigten an der Absperrung mitgewirkt haben. Sowohl der Beschuldigte 
4 als auch die Beschuldigten 5 bis 7 bestritten, eine Wegfahrt aktiv verhindert zu 
haben. Mit Blick auf diese Ausgangslage bestehen daher auch unter Berücksichti-
gung der Aussagen des Beschwerdeführers keine hinreichend konkreten Anhalts-
punkte für eine Nötigung durch die Beschuldigten 4 bis 7. Eine Verurteilung er-
scheint nicht wahrscheinlich, weshalb die Einstellung wegen Nötigung gegen die 
Beschuldigten 4 bis 8 zu Recht erfolgt ist. 

7.3 Allerdings geht aus den Aussagen der Beschuldigten 1, 2 und 3 hervor, dass sie im 
Zusammenhang mit der Hinderung des Beschwerdeführers an der Wegfahrt eine 
aktive Rolle gespielt hatten, indem sie die Wegfahrt selbst verhindert oder zumin-
dest daran mitgewirkt, sich vor das Auto gestellt oder die Absperrung durch Aufstel-
len des Gitters veranlasst hatten (vgl. Einvernahmen vom 6. Januar 2023 [Be-
schuldigter 1, Z. 58 ff. und 65 ff.], [Beschuldigter 2, 38 ff., 44 ff.] und [Beschuldigter 

12

3, 38 f., 54 ff.]). Es liegen damit bezüglich der Beschuldigten 1 bis 3 konkrete Hin-
weise auf eine Nötigungshandlung vor, zumal aufgrund der Aussagen davon aus-
gegangen werden muss, dass es dem Beschwerdeführer nicht möglich gewesen 
war wegzufahren, ohne jemanden zu verletzen oder sein Auto zu beschädigen. 
Zudem muss angenommen werden, dass das Hindern der Wegfahrt bis zum Ein-
treffen der Polizei mindestens mehrere Minuten gedauert hatte und somit auch 
konkrete Hinweise vorliegen, dass das üblicherweise geduldete Mass an Beein-
flussung überschritten ist. 

Entgegen der Staatsanwaltschaft bestehen keine offensichtlichen Hinweise, dass 
die Nötigung mit Blick auf Art. 218 StPO nicht rechtswidrig ist. 

Kann polizeiliche Hilfe nicht rechtzeitig erlangt werden, so sind Private gemäss 
Art. 218 StPO berechtigt, eine Person vorläufig u.a. dann festzunehmen, wenn sie 
diese bei einem Verbrechen oder Vergehen auf frischer Tat ertappt oder unmittel-
bar nach der Begehung einer solchen Tat angetroffen haben. Der Beschuldigte 1 
wurde verletzt und es bestehen konkrete Hinweise, dass der Beschwerdeführer 
dafür verantwortlich ist. So beabsichtigt die Staatsanwaltschaft, deswegen einen 
Strafbefehl wegen einfacher Körperverletzung gegen den Beschwerdeführer aus-
zufällen. Zudem wurde die Polizei alarmiert. Insofern liegt an sich eine Ausgangs-
lage für die Anwendbarkeit von Art. 218 StPO vor. Die Festnahme an sich (welche 
vorliegend in der Hinderung an der Wegfahrt besteht) muss aber auch verhältnis-
mässig sein. Es gilt das Subsidiaritätsprinzip (Art. 217 StPO). Folglich kann eine 
Person, die auf frischer Tat bei einem Verbrechen oder Vergehen ertappt wird, 
nicht einfach festgenommen werden; allenfalls genügt eine mildere Massnahme zur 
Verfolgung des mutmasslichen Täters, z. B. das Aufschreiben der Kontrollschilder 
seines Autos, wenn er bei der Begehung eines Strassenverkehrsdelikts beobachtet 
wurde (KESHELAVA / BREITENFELDT, in: Basler Kommentar, Schweizerische Straf-
prozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 11 zu Art. 218 StPO). Den Beschuldigten war der 
Beschwerdeführer bekannt. Es kann davon ausgegangen werden, dass sie seine 
Adresse kannten oder die Polizei diese später ohne weiteres hätte ausfindig ma-
chen können. Zudem bestand die Möglichkeit, sich das Kontrollschild zu notieren. 
Vor diesem Hintergrund kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Hinde-
rung der Wegfahrt mangels Rechtswidrigkeit offensichtlich keine Nötigung darstellt.

Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen und die angefochtene Verfügung inso-
fern aufzuheben, als eine Einstellung wegen Nötigung gegen die Beschuldigten 1 
bis 3 erfolgt ist. 

8. Zusammenfassend ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen und die Einstellung 
wegen Nötigung betreffend die Beschuldigten 1 bis 3 sowie die Einstellung wegen 
Drohung betreffend die Beschuldigten 2 und 4 aufzuheben und die Staatsanwalt-
schaft anzuweisen, das Verfahren weiterzuführen bzw. zur Anklage zu bringen. Im 
Übrigen ist die Beschwerde abzuweisen.

9.

9.1 Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-
fahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Der Beschwerdeführer 

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obsiegt insoweit, als die verfügte Einstellung des Strafverfahrens wegen Drohung 
gegen die Beschuldigten 2 und 4 sowie wegen Nötigung gegen die Beschuldigten 1 
bis 3 aufgehoben und die Staatsanwaltschaft angewiesen wird, die Strafuntersu-
chung fortzusetzen. Soweit die Beschwerde betreffend Einstellung des Strafverfah-
rens wegen Beschimpfung gegen alle Beschuldigte, wegen Drohung gegen die Be-
schuldigten 1, 3 und 5 bis 8 sowie wegen Nötigung gegen die Beschuldigten 4 bis 8 
abgewiesen wird, unterliegt der Beschwerdeführer. Bei diesem Ausgang des Ver-
fahrens rechtfertigt es sich, dem Beschwerdeführer drei Viertel der Verfahrenskos-
ten von CHF 2'000.00, ausmachend CHF 1’500.00, aufzuerlegen. Die verbleiben-
den CHF 500.00 trägt der Kanton. Die dem Beschwerdeführer auferlegten Verfah-
renskosten von CHF 1'500.00 werden der von ihm geleisteten Sicherheit von 
CHF 2'000.00 entnommen. Der Beschwerdeführer erhält CHF 500.00 der Sicher-
heitsleistung zurück. 

9.2 Kongruent dazu steht die Entschädigungsregelung von Art. 436 Abs. 3 StPO, wo-
nach die Parteien im Falle einer (teilweisen) Kassation Anspruch auf eine ange-
messene Entschädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren haben. 
Diese Bestimmung verweist zwar einzig auf Art. 409 StPO (Kassation im Beru-
fungsverfahren), muss aber nach einhelliger Lehrmeinung auch im Beschwerdever-
fahren anwendbar sein, wenn eine Rückweisung nach Art. 397 Abs. 2 StPO erfolgt 
(GRIESSER, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 
2020, N. 4 zu Art. 436 StPO; WEHRENBERG/FRANK, in: Basler Kommentar Schwei-
zerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 14 zu Art. 436 StPO mit weiteren 
Hinweisen sowie GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozess-
ordnung, Diss. BE 2011, Rz. 580). Nach der stetigen Praxis der Beschwerdekam-
mer hat im Falle einer (teilweisen) Kassation in analoger Anwendung der Entschä-
digungsregelung von Art. 436 Abs. 3 StPO nicht nur die beschwerdeführende ob-
siegende Partei, sondern auch die beschuldigte Person Anspruch auf eine ange-
messene Entschädigung für ihre Aufwendungen im Rechtsmittelverfahren (statt 
vieler: Beschluss des Obergerichts des Kantons BK 23 15 vom 30. Juni 2023 E. 
7.2.1). 

9.3 Da weder Rechtsanwalt J.________ noch Rechtsanwalt F.________ eine Kosten-
note eingereicht und sich das Einreichen einer solchen auch nicht vorbehalten ha-
ben, wird die Entschädigung praxisgemäss nach Ermessen des Gerichts festge-
setzt. Gemäss Art. 41 Abs. 2 des Kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) 
besteht die Tarifordnung für Strafrechtssachen aus Rahmentarifen. Mit Blick auf 
Art. 17 Abs. 1 Bst. f i.V.m. Bst. b und e (PKV; BSG 168.811) reicht der vorliegende 
Tarifrahmen bis zu CHF 12'500.00. Innerhalb des Rahmentarifs bemisst sich der 
Parteikostenersatz nach dem in der Sache gebotenen Zeitaufwand und der Bedeu-
tung der Streitsache und der Schwierigkeit des Prozesses (Art. 41 Abs. 3 KAG). 
Rechtsanwalt J.________ hatte bereits vor dem Beschwerdeverfahren Akten-
kenntnis und hat sich teilweise auch bereits geäussert. Mit Blick auf den eher ge-
ringen gebotenen Zeitaufwand, die maximal durchschnittliche Bedeutung der 
Streitsache und die unterdurchschnittliche Schwierigkeit des Prozesses wird die 
Entschädigung auf CHF 1’500.00 (inkl. Auslagen und MWST) bestimmt. Zumal der 
Kostenentscheid die Entschädigungsfrage präjudiziert (BGE 137 IV 352 E. 2.4.2; 
Urteile des Bundesgerichts 6B_1306/2021 vom 8. August 2022 E. 3; 

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6B_1433/2021 vom 3. März 2022 E. 4.2; je mit Hinweisen; statt vieler auch Be-
schluss des Obergerichts des Kantons Bern BK 22 216 vom 8. Juni 2022 E. 5.1), 
richtet der Kanton dem Beschwerdeführer für das Beschwerdeverfahren eine Ent-
schädigung von CHF 375.00 (inkl. Auslagen und MWST) aus. 

9.3.1 Die Beschuldigten 1 bis 3 und 5 bis 7 sind im Beschwerdeverfahren nicht anwaltlich 
vertreten und haben sich auch nicht geäussert. Ihnen sind deshalb keine entschä-
digungswürdigen Aufwendungen entstanden. Der Beschuldigte 4 hat sich insbe-
sondere zur Rechtzeitigkeit der Beschwerde geäussert. In materieller Hinsicht be-
schränken sich seine Ausführungen auf den Verweis des angefochtenen Ent-
scheids. Die in diesem Zusammenhang entstandenen Aufwendungen müssen als 
geringfügig bezeichnet werden, weshalb eine Entschädigung von CHF 500.00 (inkl. 
Auslagen und MWST) als angemessen erscheint. Die Entschädigung ist aufgrund 
der teilweisen Aufhebung sowie des Umstands, dass insbesondere die Nötigung 
als Offizialdelikt zur Diskussion stand, vom Kanton Bern auszurichten (BGE 147 IV 
47 E. 4.2.5 f. und 141 IV 476 E. 1). 

15

Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Die Beschwerde wird teilweise gutheissen. Ziffer 1.2 der Verfügung der Regionalen 
Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau vom 18. September 2023 wird insoweit 
aufgehoben, als das Verfahren gegen die Beschuldigten 1 bis 3 wegen Nötigung so-
wie das Verfahren gegen die Beschuldigten 2 und 4 wegen Drohung eingestellt wur-
de.

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens, bestimmt auf CHF 2'000.00, werden im Um-
fang von drei Vierteln, ausmachend CHF 1’500.00, dem Beschwerdeführer auferlegt 
und der von ihm geleisteten Sicherheitsleistung von CHF 2’000.00 entnommen. Der 
Restbetrag von CHF 500.00 wird dem Beschwerdeführer zurückerstattet. Der verblei-
bende Viertel der Verfahrenskosten, ausmachend CHF 500.00, trägt der Kanton Bern.

3. Dem Beschwerdeführer wird vom Kanton Bern für das Beschwerdeverfahren eine 
Entschädigung von CHF 375.00 (inkl. Auslagen MWST) ausgerichtet. 

4. Dem Beschuldigten 4 wird vom Kanton Bern für das Beschwerdeverfahren eine Ent-
schädigung von CHF 500.00 (inkl. Auslagen MWST) ausgerichtet. 

6. Den Beschuldigten 1 bis 3 und 5 bis 7 werden keine Entschädigungen zugesprochen.

7. Zu eröffnen:
- dem Straf- und Zivilkläger/Beschwerdeführer, v.d. Rechtsanwalt J.________

(per Einschreiben)
- der Generalstaatsanwaltschaft (per Kurier)
- dem Beschuldigten 1 (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten 2 (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten 3 (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten 4 (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten 5, v.d. Rechtsanwalt F.________ (per Einschreiben)
- der Beschuldigten 6 (per Einschreiben)
- dem Beschuldigten 7 (per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- der Regionalen Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwältin 

P.________ (mit den Akten – per Einschreiben)

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Bern, 2. April 2024 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler
i.V. Oberrichter Horisberger

Die Gerichtsschreiberin:

Kurt
i.V. Gerichtsschreiberin Ueltschi

Die Entschädigung für das Beschwerdeverfahren wird durch die Beschwerdekammer in Strafsachen entrichtet. 
Es wird um Zustellung eines Einzahlungsscheins ersucht. 

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt bzw. der geleisteten Sicherheit entnommen.

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.