# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22bb9e88-897f-5633-b048-a0dfe8f5d0c0
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-17
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 17.05.2016 S 2015 54
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2015-54_2016-05-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 15 54

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Stecher
RichterIn Moser, Audétat 

Aktuarin Baumann-Maissen

URTEIL

vom 17. Mai 2016

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Thomas Castelberg, 

Beschwerdeführer

gegen 

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden, 

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

- 2 -

1. Der in im Ausland geborene A._____ reiste im Jahr 1992 in die Schweiz 

ein. Fortan war er bei verschiedenen Unternehmen mehrheitlich als Hilfs-

schlosser tätig. Seit Mai 2006 ging A._____ keiner Erwerbstätigkeit mehr 

nach.

2. Wegen gesundheitlicher Beschwerden meldete sich der Versicherte erst-

mals am 8. Dezember 2006 bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden 

(nachfolgend: IV-Stelle) zum Bezug von Versicherungsleistungen an. 

Nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens wies die IV-Stelle dieses 

Leistungsbegehren mit Verfügung vom 6. Juni 2007 ab. Am 29. Januar 

2008 wandte sich A._____ abermals an die IV-Stelle und ersuchte diese 

um Zusprache von Versicherungsleistungen. Auf diese Neuanmeldung 

trat die IV-Stelle ein, klärte die erwerbliche und medizinische Situation ab 

und sprach A._____ mit Verfügung vom 9. Oktober 2009 bei einem Inva-

liditätsgrad von 50 % mit Wirkung ab dem 1. Mai 2007 eine halbe Invali-

denrente zu. Die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde wies das 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit Urteil S 09 169 vom 

16. Februar 2010 ab, wobei es von einem Invaliditätsgrad von 51.45 % 

ausging.

3. Im Jahr 2012 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen ein Revisionsverfah-

ren ein. Im Rahmen dieses Verfahrens ordnete sie eine rheumatologisch-

psychiatrische Begutachtung an, liess den Versicherten observieren und 

legte den Gutachtern das Observationsmaterial vor. Auf der Grundlage 

dieser Sachverhaltsabklärungen stellte die IV-Stelle mit Zwischenverfü-

gung vom 6. August 2014 die zugesprochene Rentenleistung vorsorglich 

ein. Mit Verfügung vom 7. April 2015 hob sie alsdann nach Durchführung 

des Vorbescheidverfahrens die halbe Invalidenrente rückwirkend per 

30. Juni 2012 auf und entzog einer allfälligen gegen diese Verfügung ge-

richteten Beschwerde die aufschiebende Wirkung.

- 3 -

4. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 7. Mai 

2015 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

folgenden Anträgen:

"1. Die Verfügung vom 07.04.2015 sei aufzuheben und es sei dem Einsprecher 
weiterhin eine halbe Invalidenrente der IV zuzusprechen.

2. Eventuell sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 
zurückzuweisen.

3. Unter Entschädigungsfolge gemäss Gesetz.

4. Prozessualer Antrag
Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung in Bezug auf Ziff. 2 der an-
gefochtenen Verfügung zu erteilen."

Zur Begründung führte der Beschwerdeführer im Wesentlichen aus, seine 

gesundheitliche Verfassung habe im Vergleich zum Sachverhalt vom 

9. Oktober 2009 keine wesentliche Verbesserung erfahren. Die Einschät-

zung seiner Arbeitsfähigkeit im rheumatologischen Gutachten vom 

21. August 2013 erachte der Regionalärztliche Dienst Ostschweiz (RAD) 

für nicht nachvollziehbar. Gleichwohl habe die IV-Stelle davon abgese-

hen, ein weiteres rheumatologisches Gutachten einzuholen. Dies er-

scheine umso unverständlicher, als der begutachtende Rheumatologe 

den Verdacht auf eine Plantarfasziitis beidseits äussere. Der behandelnde 

Hausarzt des Beschwerdeführers, Dr. med. B._____, diagnostiziere denn 

auch ganz klare Fersenspornschmerzen. Unter diesen Umständen hätte 

die IV-Stelle weitere Sachverhaltsabklärungen veranlassen müssen, um 

den Gesundheitszustand des Beschwerdeführers aus rheumatologischer 

Sicht zuverlässig feststellen zu können. In jedem Fall sei eine Verbesse-

rung des diesbezüglich massgeblichen medizinischen Sachverhalts nicht 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ausgewiesen. Dasselbe gelte für 

die psychische Verfassung des Beschwerdeführers. Dr. med. C._____ 

schildere im psychiatrischen Gutachten vom 5. November 2013 die psy-

chischen Beschwerden und Probleme des Beschwerdeführers im Ver-

gleich zur ersten gutachterlichen Untersuchung durch Dr. med. D._____ 

gleichermassen. Damit liege auch aus psychiatrischer Sicht keine verän-

- 4 -

derte Sachlage vor. Die abweichende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des 

Beschwerdeführers im von der IV-Stelle eingeholten Gutachten vom 

5. November 2014 stelle somit lediglich eine andere Einschätzung eines 

im Wesentlichen unverändert gebliebenen Sachverhalts dar. Damit liege 

kein Revisionsgrund vor. Die IV-Stelle habe die zugesprochene Invaliden-

rente in der angefochtenen Verfügung deshalb zu Unrecht in Revision ge-

zogen. Sie habe dem Beschwerdeführer die zugesprochene halbe Invali-

denrente weiterhin auszurichten.

5. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Vernehmlassung vom 20. Mai 2015 die 

Abweisung der Beschwerde. Bezüglich der neu eingereichten Arztberich-

te der behandelnden Ärzte sei nochmals darauf hinzuweisen, dass die 

Angaben der Versicherten für die den Gesundheitszustand beurteilenden 

Ärzte eine der wichtigsten Informationsquellen seien. Falls hier seitens 

der Versicherten (objektiv) falsche und/oder unvollständige Angaben ge-

macht würden, resultierten in den medizinischen Berichten fast zwangs-

läufig falsche Schlussfolgerungen. Vorliegend sei aufgrund der Aktenlage 

offensichtlich, dass der Beschwerdeführer über gesundheitliche Be-

schwerden berichte, die effektiv nicht oder nur teilweise vorlägen. Die (auf 

der Grundlage dieser objektiv falschen oder unvollständigen Selbstanga-

ben verfassten) medizinischen Einschätzungen der behandelnden Ärzte 

wiesen folgerichtig grundlegende Mängel auf. Bezeichnenderweise hiel-

ten die behandelnden Psychiater fest, dass aufgrund der oben geschilder-

ten Symptome von einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auszugehen 

sei; mithin stützten sie sich zur Bestimmung der Arbeitsfähigkeit auf die 

Schilderungen der gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerdefüh-

rers. Die entsprechenden Beurteilungen vermöchten daher keine Zweifel 

an der Richtigkeit des eingeholten versicherungsexternen Gutachtens zu 

wecken.

- 5 -

6. Der Beschwerdeführer nahm zu diesen Ausführungen in der Replik vom 

23. Juni 2015 Stellung. Dabei zog er den prozessualen Antrag auf Wie-

derherstellung der aufschiebenden Wirkung zurück. Im Übrigen hielt er an 

seinen ursprünglichen Rechtsbegehren fest. Die IV-Stelle verzichtete am 

26. Juni 2015 auf die Einreichung einer Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien und die eingereichten Be-

weismittel wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen die Verfügung der IV-

Stelle des Kantons Graubünden vom 7. April 2015. Eine solche Anord-

nung, die gemäss Bundesrecht der Beschwerde an das Versicherungsge-

richt am Ort der IV-Stelle unterliegt, kann beim Verwaltungsgericht ange-

fochten werden (vgl. Art. 49 Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwal-

tungsrechtspflege [VRG; BR 370.100] i.V.m. Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bun-

desgesetzes über die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20] und Art. 57 

des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-

rechts [ATSG; SR 830.1]). Die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

fällt folglich in die Zuständigkeit des angerufenen Gerichts. Als formeller 

und materieller Verfügungsadressat ist der Beschwerdeführer von der an-

gefochtenen Verfügung überdies unmittelbar betroffen und hat ein 

schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Abänderung. Dem-

nach ist er zur Beschwerdeführung berechtigt (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 59 ATSG). Schliesslich hat er seine Beschwerde frist- und formge-

recht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 60 und Art. 61 lit. b ATSG). 

Auf die vorliegende Beschwerde ist damit einzutreten.

- 6 -

2. a) Streitig und nachfolgend zu prüfen ist, ob die IV-Stelle in der Verfügung 

vom 7. April 2015 zu Recht auf ihre vormalige Rentenzusprache zurück-

gekommen ist und die dem Beschwerdeführer zugesprochene halbe Ren-

te mit Wirkung ab dem 30. Juni 2012 aufgehoben hat. Nach Art. 28 Abs. 2 

IVG haben Versicherte bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 Pro-

zent Anspruch auf eine Viertelsrente, bei einem Invaliditätsgrad von min-

destens 50 Prozent Anspruch auf eine halbe Rente, bei einem Invali-

ditätsgrad von mindestens 60 Prozent Anspruch auf eine Dreiviertelsrente 

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 70 Prozent Anspruch auf 

eine ganze Rente. Bei erwerbstätigen Versicherten ist der rentenbegrün-

dende Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestim-

men (Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG). Dazu wird das Erwerbs-

einkommen, welches der Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung sowie allfälliger Eingliede-

rungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei ausgegliche-

ner Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Be-

ziehung gesetzt zu dem Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, 

wenn er nicht invalid geworden wäre (sog. Valideneinkommen). Der Ein-

kommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die 

beiden hypothetischen Erwerbseinkommen auf zeitidentischer Basis zif-

fernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüber gestellt 

werden, worauf aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad zu be-

stimmen ist (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 

BGE 130 V 343 E.3.4.2, 128 V 29 E.1). 

b) Ändert sich der Invaliditätsgrad eines Rentenbezügers erheblich, wird die 

Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entspre-

chend erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. 

Art. 17 Abs. 1 ATSG, Art. 88a und Art. 88bis der Verordnung über die Inva-

lidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Anlass für eine solche Anpassung 

gibt jede Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, 

- 7 -

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die 

Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Veränderung des 

Gesundheitszustandes, sondern etwa auch dann revidierbar, wenn sich 

die erwerblichen Auswirkungen eines an sich gleich gebliebenen Ge-

sundheitszustandes erheblich verändert haben oder eine andere Art der 

Invaliditätsbemessung zur Anwendung gelangt (BGE 130 V 343 E.3.5; Ur-

teile des Bundesgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.1, 

9C_261/2009 vom 11. Mai 2009 E.1.2). Dagegen bildet die unterschiedli-

che Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert 

gebliebenen Gesundheitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit nach der 

bundesgerichtlichen Rechtsprechung für sich allein genommen keinen 

Revisionsgrund (Urteil des Bundesgerichtes 9C_552/2007 vom 17. Janu-

ar 2008 E.3.1.2).

c) Als Vergleichsbasis für die Beurteilung der Frage, ob bis zum Abschluss 

des aktuellen Verwaltungsverfahrens eine anspruchserhebliche Änderung 

des Invaliditätsgrads im Sinne von Art. 17 Abs. 1 ATSG eingetreten ist, 

dient die letzte rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prü-

fung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, 

Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei 

Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des 

Gesundheitszustandes) beruht (BGE 133 V 108 E.5; vgl. Urteile des Bun-

desgerichtes 9C_646/2014 vom 17. Dezember 2014 E.2.2, 8C_441/2012 

vom 25. Juli 2013 E.3.1.2, 9C_418/2010 vom 20. August 2011 E.3.1). 

Wird bei dieser Gegenüberstellung festgestellt, dass der Invaliditätsgrad 

im zur Beurteilung stehenden Zeitraum keine rechtserhebliche Änderung 

erfahren hat, bleibt es beim bisherigen Rechtszustand (Urteil des Bun-

desgerichtes 8C_441/2012 vom 25. Juli 2013 E.3.1.3). Andernfalls ist das 

Vorliegen eines Revisionsgrunds zu bejahen und die zugesprochene 

Rente entsprechend der festgestellten Sachverhaltsveränderung abzuän-

dern (vgl. MEYER/REICHMUTH, in: STAUFFER/CARDINAUX [Hrsg.], Rechtspre-

- 8 -

chung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Invalidenversicherung, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 30-

31 Rz. 13). Die Beweislast für das Vorliegen eines Revisionsgrundes als 

rechtsaufhebende Tatsache trägt die IV-Stelle, die aus dieser Tatsache 

Rechte ableitet (MÜLLER, Das Verwaltungsverfahren in der Invalidenversi-

cherung, Bern 2010, Rz. 1538). 

3. Im vorliegenden Fall prüfte die IV-Stelle den Anspruch des Beschwerde-

führers auf Versicherungsleistungen vor Erlass der angefochtenen Verfü-

gung letztmals im Rahmen des Verfahrens, welches nach umfassenden 

Sachverhaltsabklärungen mit der Zusprache der halben Invalidenrente 

seinen Abschluss fand (Akten der IV-Stelle [IV-act.] 65, 75 [Verfügung der 

IV-Stelle vom 9. Oktober 2009], IV-act. 85 [Urteil des Verwaltungsgerichts 

S 09 160 vom 16. Februar 2010]). Ob die gesundheitliche Verfassung des 

Beschwerdeführers und, als Folge davon, dessen Arbeitsfähigkeit seither 

eine wesentliche Verbesserung erfahren haben, beurteilt sich demnach 

durch den Vergleich des Sachverhalts, welcher der Verfügung der IV-

Stelle vom 9. Oktober 2009 zugrunde lag, mit jenem, der sich bis zum Er-

lass der angefochtenen Verfügung am 7. April 2015 verwirklicht hat. Da-

von ausgehend ist nachfolgend zunächst zu untersuchen, auf welchem 

Sachverhalt die Verfügung vom 9. Oktober 2009 beruht. In der Folge wird 

der rechtserhebliche Sachverhalt zu ermitteln sein, der sich bis zum Ab-

schluss des vorinstanzlichen Verfahrens zugetragen hat, worauf zu prüfen 

sein wird, ob die massgeblichen Verhältnisse hiermit eine rechtserhebli-

che Änderung erfahren haben. 

4. Die Zusprache der halben Invalidenrente stützte sich in medizinischer 

Hinsicht im Wesentlichen auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. 

D._____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 4. Ok-

tober 2008 (IV-act. 48). Dieser diagnostizierte darin eine Somatisierungs-

störung (ICD-10: F 45.0) verbunden mit einer Störung in der Krankenrolle 

- 9 -

und dem Krankheitsverhalten ("Flucht in die Krankheit"), anamnetisch 

Missbrauch nicht psychotroper Analgetika (ICD-10: F 55.2), einen Ver-

dacht auf einen Status nach dissozialer Sensibilitäts- und Empfindungs-

störung 2001 (ICD-10: F 44.8) sowie eine posttraumatische Belastungs-

störung (ICD-10: F 43.1). Infolge dieser Krankheiten sei das Gangbild des 

Exploranden komplex gestört oder breitbeinig tapsig. Im Übrigen spreche 

er sehr leise und undeutlich. Der Explorand wirke bedrückt; seine Miene 

sei leer. Er wirke erschöpft und kraftlos. Sein Arbeitstempo sei verlang-

samt. Die Informationsverarbeitung sei gestört und seine Belastbarkeit 

sowie Ausdauer vermindert. Derzeit stehe beim Exploranden die Somati-

sierungsstörung im Vordergrund. Diese sei seit Jahren dokumentiert, an-

haltend, mit zunehmender Auswirkung auf die Lebensgestaltung des Ex-

ploranden und habe bisher zu zwei stationären psychiatrischen Behand-

lungen ohne Besserung geführt. Aufgrund der vorliegenden Befunde und 

der diagnostizierten psychischen Krankheit sei die bisherige Tätigkeit dem 

Exploranden weiterhin zumutbar. Akzeptierend, dass eine Somatisie-

rungsstörung mit Veränderungen in der Emotionalität und Motivation, 

Ausdauer und Belastbarkeit verbunden sei, könne wohl von einer Ver-

minderung des zumutbaren zeitlichen Rahmens ausgegangen werden. 

Das Ausmass einer solchen Beeinträchtigung könne, bedingt durch die 

Somatisierungsstörung, indessen nicht genau beziffert werden. Eine 

Verminderung von mehr als 50 % erscheine jedoch nicht begründbar. 

Dieser Grad der Arbeitsunfähigkeit bestehe, abgesehen von den Zeiten 

der stationären Behandlung, seit Mai 2006. Anknüpfend an diese Beurtei-

lung gingen die entscheidenden Behörden seit 2007 von einer 50%igen 

Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in seiner angestammten sowie 

jeder anderen Tätigkeit aus. Die darüber hinausgehend geltend gemach-

ten körperlichen Beschwerden wurden nicht als ausgewiesen angesehen 

(vgl. Urteil des Verwaltungsgerichts S 09 169 vom 16. Februar 2010 

E.3b). Auf der Basis der üblichen durchschnittlichen Arbeitszeit von 41.7 

Wochenstunden ergab sich daraus unter Berücksichtigung der massge-

- 10 -

blichen Lohnentwicklung sowie in Gewährung eines Leidensabzugs von 

10 % ein Invaliditätsgrad von 50 % (Verfügung der IV-Stelle vom 9. Okto-

ber 2009 [IV-act. 75]) bzw. 51.45 % (Urteil des Verwaltungsgerichts S 09 

169 E.2e).

5. a) Um beurteilen zu können, ob sich die gesundheitliche Verfassung des 

Beschwerdeführers und damit dessen Arbeitsfähigkeit seither in einer für 

den Rentenanspruch massgeblichen Weise verbessert hat, liess die IV-

Stelle den Beschwerdeführer observieren (vgl. Aktendokumentation BVM 

samt Videoaufnahmen auf DVD als separate Beilage) und beauftragte 

Dr. med. E._____, Facharzt FMH für Innere Medizin und Rheumatologie, 

sowie Dr. med. Mathias C._____, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psy-

chotherapie, mit der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdefüh-

rers aus rheumatologischer und psychiatrischer Sicht. Die Rechtmässig-

keit dieser Beweisvorkehren, einschliesslich der durchgeführten Observa-

tion (vgl. dazu BGE 135 I 147), stellt der Beschwerdeführer zu Recht nicht 

in Frage. Die dadurch gewonnenen Beweismittel sind somit verwertbar. 

Deren Beweiswert hängt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 

davon ab, ob sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf allseitigen 

Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in 

Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben wurden, in der Beurtei-

lung der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation 

einleuchten sowie in den daraus gezogenen Schlussfolgerungen begrün-

det sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert von medizinischen Beur-

teilungen ist deshalb grundsätzlich weder deren Herkunft noch die Be-

zeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahmen 

als Bericht oder Gutachten (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; 

122 V 160 E.1c). Dennoch hat es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz 

der freien Beweiswürdigung als vereinbar erachtet, in Bezug auf bestimm-

te Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für die Be-

weiswürdigung aufzustellen. Danach kommt Gutachten versicherungsex-

- 11 -

terner Ärzte, wie dem vorliegend in Frage stehenden, voller Beweiswert 

zu, wenn sie die vorgenannten Anforderungen erfüllen und nicht konkrete 

Indizien gegen deren Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 353 E.3b/bb). 

Nur wenn die Schlüssigkeit eines versicherungsexternen Gutachtens in 

wesentlichen Punkten zweifelhaft erscheint, sind ergänzende Beweisvor-

kehren in Betracht zu ziehen und nötigenfalls anzuordnen. Andernfalls ist 

ihnen voller Beweiswert beizumessen, womit darauf bei der Beurteilung 

der strittigen Leistungsansprüche abgestellt werden kann (vgl. BGE 121 

Ia 146 E.1c).

b) Die Gutachter stellten im rheumatologischen Teilgutachten vom 21. Au-

gust 2013 (IV-act. 155 S. 1 ff.) sowie dem psychiatrischen Gutachten vom 

5. November 2013 mit interdisziplinärerer Zusammenfassung (IV-act. 155 

S. 21 ff.) als Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

eine rezidivierend depressive Störung, beginnend chronifiziert in leichter 

bis mittelgradiger Ausprägung (ICD-10: F 33.8), einen Verdacht auf eine 

Plantarfasziitits beidseits sowie ein chronisches Zervikalsyndrom mit 

leichter Spondylarthrose C6/7 sowie myofaszialen Schmerzen fest. Ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierten sie eine anhaltend 

somatoforme Schmerzstörung (ICD-10: F 45.4), akzentuierte Persönlich-

keitszüge mit histrionisch-unreifen und passiv-aggressiven Anteilen (ICD-

10: Z 73.1), Verdacht auf eine posttraumatische Belastungsstörung (ICD-

10: F 43.1), einen Status nach transarthroskopischer Resektion des Hin-

terhorns des medialen Meniskus links nach Kniedistorsion im Oktober 

2000, Status nach Metatarsale Fraktur Dig. V links am 31. Januar 1995, 

belastungsabhängige Oberschenkelschmerzen beidseits, ein chronischer 

Tinnitus, chronisch rezidivierende Kopfschmerzen sowie unspezifische 

Oberbauchbeschwerden (vgl. auch rheumatologisches Teilgutachten vom 

10. Juli 2013 [IV-act. 155 S. 12]). Aus rheumatologischer Sicht bestehe 

beim Exploranden eine leicht eingeschränkte Belastbarkeit im Bereich 

beider Fersen und des Nackens. Deshalb sei ihm seine angestammte 

- 12 -

Tätigkeit als (Hilfs)Schlosser nur mehr im Umfang von sechs Stunden pro 

Tag zumutbar. In körperlich leichten bis mittelschweren wechselbelasten-

den Tätigkeiten mit einer maximalen regelmässigen Gewichtsbelastung 

von 10 kg ohne erhöhte Belastung beider Fersen und des Nackens sei 

der Explorand aus rheumatologischer Sicht zu 100 % arbeitsfähig. Aus 

psychiatrischer Sicht bestehe in der angestammten Tätigkeit sowie jeder 

beliebigen anderen Tätigkeit bei voller zeitlicher Präsenz eine verminderte 

Leistungsfähigkeit infolge erhöhtem Pausenbedarf sowie etwas vermehr-

ter Ermüdbarkeit und einer leicht verminderten, emotionalen Belastbarkeit 

von 30 bis 40 %. Aus bidisziplinärer Sicht sei damit von einer Arbeits-

fähigkeit des Exploranden von 60 % bis 70 % auszugehen. Im Vergleich 

zu 2009 habe sich die gesundheitliche Verfassung des Exploranden aus 

rheumatologischer Sicht nicht verändert. In psychischer Hinsicht erschei-

ne etwa seit Mitte 2013 eine schrittweise Besserung der gesundheitlichen 

Verfassung des Exploranden und, darauf fussend, dessen Arbeitsfähig-

keit als überwiegend wahrscheinlich. Spätestens seit Anfang Oktober 

2013 sei von einer Verbesserung der psychischen Verfassung auszuge-

hen. 

c) Nach Vorlage des Observationsmaterials bestätigte der begutachtende 

Rheumatologe, Dr. med. E._____, in der Stellungnahme vom 9. Juni 2014 

die 100%ige Arbeitsfähigkeit des Exploranden in körperlich leichten bis 

mittelschweren Tätigkeiten (IV-act. 172). Dr. med. C._____ hielt dagegen 

in der Ergänzung vom 21. Juli 2014 fest (IV-act. 171 und 173), die Video- 

und Ermittlungsakten zeigten gewisse Widersprüche zu den Angaben des 

Exploranden in der psychiatrischen Untersuchung. Sie würden teilweise 

oder graduell der Beurteilung im psychiatrischen Gutachten widerspre-

chen, in dem bereits eher geringe psychische Einschränkungen festge-

stellt worden seien. Die Diagnosen, die im psychiatrischen Gutachten ge-

stellt worden seien, müssten nicht revidiert werden. Infolge der nunmehr 

zu Tage getretenen Widersprüche und/oder Falschangaben stelle sich 

- 13 -

aber die Frage, ob überhaupt psychische Einschränkungen mit Auswir-

kungen auf die Arbeitsfähigkeit bestünden. Anhand des Observationsma-

terials erscheine der Explorand oberflächlich betrachtet in der ange-

stammten Tätigkeit als arbeitsfähig. Zu den aufgrund der psychischen 

Beschwerden angenommenen Leistungseinschränkungen lieferten die 

Video- und Ermittlungsakten jedoch eher wenig nachvollziehbare Beob-

achtungsergebnisse. Es sei anhand dieses Materials mit eher allgemei-

nen körperlichen Aktivitäten nicht ohne weiteres möglich, leichte Konzen-

trationsschwierigkeiten und die weiteren nur leichten psychischen Ein-

schränkungen, die im Gutachten aufgeführt worden seien, zu beobachten, 

also eindeutig zu bestätigen oder auszuschliessen. Eine Arbeitsfähigkeit 

von 60-70 %, wie im Gutachten angegeben, bestehe nach Kenntnisnah-

me des Observationsmaterials mit Sicherheit. Eventuell sei unter Kenntnis 

dieses Materials von einer höheren Arbeitsfähigkeit auszugehen. Im Gut-

achten werde eine schrittweise Besserung der psychischen Verfassung 

ab Mitte 2013 als überwiegend wahrscheinlich erachtet. Da die Observa-

tion schon im Juni 2012 begonnen habe und der Explorand im Beobach-

tungsmaterial aus psychiatrischer Sicht relativ unauffällig wirke, wäre 

auch denkbar, dass schon zu diesem Zeitpunkt eine Besserung der psy-

chischen Verfassung bestanden habe. Doch könnten solche Fragen aus 

medizinischer Sicht nicht abschliessend beantwortet werden.

d) Diese Ausführungen erachtete der fallführende RAD-Arzt, med. pract. 

F._____, hinsichtlich der Beurteilung der psychischen Verfassung des 

Beschwerdeführers als umfassend, in sich schlüssig und nachvollziehbar 

begründet. Dagegen vermochte ihn die Beurteilung des begutachtenden 

Rheumatologen nicht zu überzeugen, zumal darin die aus rheumatologi-

scher Sicht objektivierbaren körperlichen Beschwerden von den (beklag-

ten) Beschwerden nicht klar unterschieden würden (vgl. Case Report 

S. 13). In der Tat leuchten die Ausführungen im rheumatologischen Teil-

gutachten vom 21. August 2013 (IV-act. 155 S. 1 ff.) und die darauf beru-

- 14 -

hende Beurteilung in der interdisziplinären Zusammenfassung vom 5. No-

vember 2013 (IV-act. 155 S. 36 ff.) nicht restlos ein. Es existiert jedoch 

keine ärztliche Stellungnahme, in welcher eine Verschlechterung der 

rheumatologischen Beschwerden des Beschwerdeführers im Vergleich zu 

dem im Oktober 2009 bestehenden Zustand geltend gemacht wird. Der 

begutachtende Rheumatologe stellt zwar im Unterschied zum Vorgutach-

ter, Dr. med. D._____, die Verdachtsdiagnose einer Plantarfasziitis beid-

seits und diagnostiziert ein chronisches Zervikalsyndrom (IV-act. 155 

S. 2). Er verneint jedoch eine objektivierbare Veränderung des Gesund-

heitszustands des Beschwerdeführers aus rheumatologischer Sicht. Er-

läuternd führt er aus, die Fersen- und Nackenschmerzen bestünden be-

reits seit Jahren. Die Fersen-Röntgenbilder zeigten keine relevante Pa-

thologie, die HWS-Röntgenbilder lediglich eine leichte (altersentspre-

chende) Spondylarthrosen im Bereich C6/7 beidseits. Im Vergleich zum 

Zustand im Jahr 2009 lägen keine Hinweise auf einen veränderten Ge-

sundheitszustand vor (IV-act. 155 S. 18). Diese Beurteilung steht im Ein-

klang mit der Einschätzung des Hausarztes des Beschwerdeführers, Dr. 

med. Mathis B._____, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin. Dieser be-

schreibt im Arztbericht vom 24. April 2015 aus rheumatologischer Sicht 

indes ebenfalls keine Verschlechterung des Gesundheitszustands des 

Beschwerdeführers (Bf-act. 1). Eine solche Entwicklung wird auch in kei-

nem anderen Arztbericht postuliert. Unter diesen Umständen besteht kein 

Anlass, diesbezüglich von einem im Vergleich zum Oktober 2009 ver-

schlechterten Gesundheitszustand auszugehen. Dies umso weniger, als 

der Beschwerdeführer selbst am 18. November 2013 nach Konfrontation 

mit dem Observationsmaterial angab, seine Probleme seien psychischer 

Natur. Er beklage sich nicht wegen körperlicher Schwächen, wie Gehen 

oder Kraftlosigkeit (IV-act. 157 S. 5). Mit den Verfahrensparteien ist somit 

davon auszugehen, dass sich die gesundheitliche Verfassung des Be-

schwerdeführers seit dem massgeblichen Referenzzeitpunkt nicht ver-

schlechtert hat.

- 15 -

e) Streitig ist hingegen, ob sich die psychische Verfassung des Beschwerde-

führers seit dem 9. Oktober 2009 in rechtserheblicher Weise verbessert 

hat. Dies wird vom begutachtenden Psychiater nach eingehender persön-

licher Untersuchung des Beschwerdeführers und Kenntnisnahme der me-

dizinischen Vorakten bejaht. Den Zeitpunkt dieser Verbesserung verortete 

er zunächst auf Mitte 2013. Nach Kenntnisnahme des Observationsmate-

rials kam er auf diese Beurteilung zurück und erachtete eine Besserung 

der psychischen Einschränkungen bereits ab Juni 2012 für möglich. Die 

diesen Schlussfolgerungen zugrundeliegenden Ausführungen im Gutach-

ten vom 5. November 2013 und der Ergänzung vom 21. Juli 2014 sind für 

die strittigen Belange umfassend, berücksichtigen die vom Beschwerde-

führer beklagten Leiden und wurden in Kenntnis der Vorakten sowie unter 

Berücksichtigung der im Rahmen der Observation gemachten Beobach-

tungen erstellt. Zudem beruhen sie auf einer persönlichen Untersuchung 

des Beschwerdeführers, die es dem begutachtenden Psychiater erlaubt 

hat, einen persönlichen Eindruck über das Leistungsvermögen des Be-

schwerdeführers zu gewinnen. Der begutachtende Psychiater hat sich 

ausserdem ausführlich mit allen relevanten medizinischen Aspekten der 

streitigen Angelegenheit auseinandergesetzt und objektiv, in sich schlüs-

sig und nachvollziehbar begründet, weshalb sich die gesundheitliche Ver-

fassung des Beschwerdeführers seit dem massgeblichen Referenzzeit-

punkt (9. Oktober 2009) erheblich verbessert hat. Die diesbezüglichen 

Ausführungen leuchten sowohl in der Darlegung der massgeblichen me-

dizinischen Zusammenhänge als auch in der hierauf gestützt vorgenom-

menen Einschätzung des funktionellen Leistungsvermögens des Be-

schwerdeführers ein. In den Akten finden sich keine Hinweise, welche 

Zweifel an der Zuverlässigkeit und Richtigkeit der fraglichen Beurteilung 

wecken. 

aa) Soweit der Beschwerdeführer dem entgegenhält, die von Dr. med. 

C._____ geschilderten Beschwerden entsprächen im Wesentlichen den 

- 16 -

von Dr. med. D._____ im Vorgutachten vom 4. Oktober 2008 beschriebe-

nen (IV-act. 48), kann ihm nicht gefolgt werden. Dr. med. C._____ führte 

im Gutachten vom 5. November 2013 im Hinblick auf den Vorzustand des 

Beschwerdeführers aus, der Explorand wirke bei aus subjektiver Sicht im 

Vergleich zur Begutachtung durch Dr. med. D._____ unveränderten Be-

schwerden im Verhalten und im psychischen Befund deutlich weniger 

eingeschränkt als bei der Voruntersuchung (IV-act. 155 S. 39). Es könne 

eine leichte bis allenfalls zeitweilig mittelgradig depressive Symptomatik 

mit gewissen Schwankungen, Schlafstörungen, gelegentlich unspezifi-

schen Ängsten, insbesondere betreffend der körperlichen Beschwerden, 

allenfalls geringere Antriebsminderung und allenfalls leichte Konzentrati-

onsstörungen festgestellt werden. Spezifische Symptome einer posttrau-

matischen Belastungsstörung seien nicht erkennbar. Falls eine solche ir-

gendwann vorgelegen habe, könne diese Diagnose anhand der aktuellen 

Untersuchungsbefunde nicht mehr bestätigt werden. Sie würde in jedem 

Fall die Arbeitsfähigkeit zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr beeinträchti-

gen. Auch die vom Vorgutachter differentialdiagnostisch erwogene "an-

dauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung" habe aktuell 

anhand der objektiven psychischen Befunde nicht bestätigt werden kön-

nen. Diagnostisch könne aus gutachterlicher Sicht anhand der aktuellen 

anamnestischen Auskünfte, verschiedener psychiatrischer Vorbeurteilun-

gen und den aktuell objektivierbaren Untersuchungsbefunde eine Somati-

sierungsstörung bestätigt werden, welche die Arbeitsfähigkeit des Explo-

randen jedoch nicht beeinträchtige. Im Übrigen liege nur mehr eine rezidi-

vierende depressive Störung mit gegenwärtig leichter bis mittelgradiger 

Symptomatik mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Im Gegensatz 

zum Vorgutachter, Dr. med. D._____, beschreibt Dr. med. C._____ im 

Gutachten vom 5. November 2013 damit nur mehr eher leichtgradige 

psychische Beeinträchtigungen. Diese Beurteilung bekräftigte Dr. med. 

C._____ in seiner Ergänzung vom 21. Juli 2014, in welcher er sogar in 

Frage stellt, ob beim Exploranden überhaupt psychische Beschwerden 

- 17 -

mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vorliegen (IV-act. 173 S. 2). Damit 

schildert Dr. med. C._____ den psychischen Gesundheitszustand des 

Beschwerdeführers im Vergleich zum Vorgutachter als deutlich gebessert. 

Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers beruht die gutachterli-

che Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers durch Dr. 

med. C._____ folglich nicht auf einem im Wesentlichen unverändert ge-

bliebenen psychischen Gesundheitszustand. 

bb) Die gegenteilige Auffassung begründet der Beschwerdeführer primär mit 

den Beurteilungen seiner behandelnden Ärzte, die von einem insgesamt 

unverändert gebliebenen Gesundheitszustand ausgingen (Beilagen des 

Beschwerdeführers [Bf-act.] 1; Bf-act. 2 und IV-act. 144). Bei der Würdi-

gung dieser Stellungnahmen ist nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass die behandeln-

de Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstel-

lung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen 

(BGE 135 V 465 E.4.3.2, 4.4 und 4.51, 125 V 351 E.3b/cc; MÜLLER, 

a.a.O., Rz. 1742). Diese Erfahrungstatsache befreit das Gericht freilich 

nicht von seiner Pflicht zu einer korrekten Beweiswürdigung, bei der auch 

die Arztberichte von behandelnden Ärzten zu berücksichtigen sind, wel-

che den Versicherten vielfach über Jahre hinweg medizinisch betreut ha-

ben und dessen gesundheitliche Verfassung über einen längeren Zeit-

raum beobachten konnten. Solche Berichte vermögen indessen die 

Schlüssigkeit eines versicherungsexternen Gutachten nur zu erschüttern, 

wenn darin wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation 

entspringende – Aspekte benannt werden, die sich auf die Arbeitsfähig-

keit auswirken und im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder unge-

würdigt geblieben sind (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 

I 514/06 vom 25. Mai 2007 E.2.2.1; MÜLLER, a.a.O., Rz. 1478). Dies kann 

in Bezug auf die Beurteilung des Hausarztes des Beschwerdeführers im 

Arztbericht vom 24. April 2015 von vornherein ausgeschlossen werden, 

- 18 -

da dieser den Beschwerdeführer als Allgemeinarzt ausschliesslich wegen 

somatischer Beschwerden behandelt hat (vgl. Bf-act. 1). Seine Beurtei-

lung erscheint deshalb von vornherein nicht geeignet, begründete Zweifel 

an der Richtigkeit der gutachterlichen Einschätzung der psychischen Ver-

fassung des Beschwerdeführers zu wecken.

cc) Hinsichtlich der Einschätzung der den Beschwerdeführer behandelnden 

Psychiaterinnen und Psychologen ist vorab darauf hinzuweisen, dass die-

se die psychische Verfassung des Beschwerdeführers unterschiedlich 

beurteilen:

- So hielten die Psychiaterin, Dr. med. G._____, sowie die Psychologin, Dr. 
phil H._____, im IV-Arztbericht vom 16. Mai 2013 fest (IV-act. 144), der 
Patient leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer Soma-
tisierungsstörung sowie einer rezidivierenden depressiven Störung, ge-
genwärtig mittelgradige Episode. Er werde durch eine integrierte psychia-
trisch-psychotherapeutische Behandlung unterstützt. Zwischenzeitlich er-
folge zudem eine spezifische Traumatherapie an der Universität Zürich, 
Zentrum für Kriegsopfer. Es bestünden psychosomatische Beschwerden 
mit starken Schmerzen vor allem im Kopf-, Hals- sowie Kniebereich und 
am Rücken. Der Patient sei im Auffassungsvermögen und in der Merk-
fähigkeit mittelgradig beeinträchtigt. Im formalen Denken sei der Patient 
umständlich und verlangsamt. Er leide unter einer verminderten Belast-
barkeit, imponiere durch starke Stimmungsschwankungen. Der Antrieb 
sei vermindert respektive gehemmt. Die bisherige Tätigkeit sei dem Pati-
enten nicht zumutbar. Eine berufliche Wiedereingliederung sei ab sofort 
im geschützten Arbeitsrahmen mit einem schrittweisen Belastungsaufbau 
zumutbar. 

- Auf diese Beurteilung kam Dr. med. G._____ am 5. November 2013 an-
lässlich eines Telefonats mit dem begutachtenden Psychiater zurück. 
Damals hielt sie fest, sie schätze den psychischen Zustand des Patienten 
inzwischen etwas anders ein als noch vor einigen Monaten. Der Patient 
habe die Motivation für eine adäquate Behandlung zwischenzeitlich fast 
völlig verloren, komme derzeit nur noch alle zwei bis drei Monate eigent-
lich vorrangig um seine Schmerzmedikamente abzuholen. Ein wirklicher 
seelischer Leidensdruck sei kaum noch spürbar. Die posttraumatischen 
Symptome seien vollständig in den Hintergrund getreten und es bestehe 
als Hauptklage eine diffuse Schmerzproblematik. Diese sei durch eine 
zumutbare Intensivierung der Therapie sicher besserungsfähig. Eine Ar-

- 19 -

beitsfähigkeit von zumindest 50 % sei erreichbar (IV-act. 155 S. 35 f., IV-
act. 155 S. 45). 

- Deutlich zurückhaltender zur Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 
äusserte sich Dr. med. I._____ im gemeinsam mit Dr. phil. H._____ ver-
fassten Arztbericht vom 6. Mai 2015 (Bf-act. 2). Diesem Bericht zufolge ist 
der Patient seit 2006 bei den Psychiatrischen Diensten Graubünden auf-
grund einer posttraumatischen Belastungsstörung, einer Somatisierungs-
störung und depressiver Symptome in Behandlung, die nach einer akuten 
Traumasituation, die er vor ca. 18 Jahren im Rahmen des Krieges erlebt 
habe, entstanden seien. Zum jetzigen Zeitpunkt stünden weiterhin ausge-
prägte Albträume, Flashbacks des Traumas, Ein- und Durchschlafstörun-
gen, starke Kopfschmerzen, Tinnitus, Gedankenkreisen über jegliche 
Kleinigkeiten, Magenbeschwerden, Kraft- sowie Antriebslosigkeit im Vor-
dergrund. Es könne davon ausgegangen werden, dass aufgrund der vor-
angehend geschilderten Symptomatik eine Einschränkung der Arbeits-
fähigkeit hinsichtlich der Anpassungsfähigkeit, Leistungsfähigkeit, Belast-
barkeit, Konzentrationsfähigkeit- und Aufmerksamkeit bestehe. Zu einer 
allfälligen Arbeitsfähigkeit könnten sie sich nicht äussern, da der Patient 
seit Jahren nicht mehr arbeitstätig sei (Bf-act. 2). 

Die IV-Stelle weist zutreffend darauf hin, dass die behandelnden Ärzte in 

diesen Beurteilungen die Angaben des Beschwerdeführers weitgehend 

unbesehen übernommen haben. In dieser Beziehung unterscheidet sich 

der Therapieauftrag der behandelnden Ärzte grundlegend von der Aufga-

be eines Gutachters, der gehalten ist, die Angaben eines Exploranden ei-

ner kritischen Würdigung zu unterziehen und auf allfällige Diskrepanzen 

zwischen dem in der Untersuchungssituation gezeigten Verhalten sowie 

dem geschilderten Alltagsverhalten hinzuweisen. Diese unterschiedliche 

Herangehensweise kann sich gerade bei schwierig abzuklärenden psy-

chischen Leiden, bei denen die Diagnosestellung in wesentlichen Teilen 

auf den Angaben des Betroffenen beruht, auswirken. Dies gilt insbeson-

dere in Fällen, wie dem vorliegenden, in denen Versicherte ihre Be-

schwerden – wie die Observation gezeigt hat (vgl. dazu nachstehende 

Erwägungen 6b und 7b/c) – teils erheblich überzeichnen, teils falsch dar-

stellen. Mit dem begutachtenden Psychiater ist zudem davon auszuge-

hen, dass den Beurteilungen der behandelnden medizinischen Fachper-

sonen das in der Medizin vorherrschende bio-psycho-soziale Krankheits-

- 20 -

modell zugrunde liegt, während die Invalidenversicherung einem bio-

psychischen Krankheitsverständnis folgt. Dies hat zur Folge, dass soziale 

Belastungsfaktoren grundsätzlich nicht geeignet sind, einen invalidisie-

renden Gesundheitsschaden zu begründen und bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit als invaliditätsfremde Umstände auszuklammern sind 

(BGE 127 V 299 E.5a; MEYER-BLASER, Der Rechtsbegriff der Arbeitsun-

fähigkeit und seine Bedeutung in der Sozialversicherung, namentlich für 

den Einkommensvergleich in der Invaliditätsbemessung, in: SCHAFFHAU-

SER/SCHLAURI [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gallen 2003, 

S. 27 ff., S. 74; LOCHER, Invalidität und invaliditätsfremde Faktoren, in: 

SCHAFFHAUSER/SCHLAURI [Hrsg.], Schmerz und Arbeitsunfähigkeit, St. Gal-

len 2003, S. 243 ff., S. 248 ff.). Dass beim Beschwerdeführer sozialen Be-

lastungsfaktoren, wie Arbeitslosigkeit, familiäre Konflikte, sozialer Rück-

zug, Integrationsschwierigkeiten, vorliegen, ist aufgrund der Akten aus-

gewiesen und im Übrigen unbestritten. Der begutachtende Psychiater hat 

diese Faktoren bei der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-

führers richtigerweise ausser Betracht gelassen, was mit ein Grund für 

dessen im Vergleich zu den behandelnden Ärzten höher eingeschätztes 

funktionelles Leistungsvermögen ist (IV-act. 155 S. 45). Auffallend ist 

schliesslich, dass die behandelnden Ärzte dem Beschwerdeführer 

zunächst eine 100%ige, alsdann eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit attestie-

ren und sich dann ausser Stande sehen, die Arbeitsfähigkeit des Be-

schwerdeführers festzulegen. Die von Dr. med. I._____ hierfür angeführte 

lange Abwesenheit vom Arbeitsmarkt vermag als Grund nicht zu über-

zeugen. In den Arztberichten der behandelnden Ärzte finden sich somit 

keine für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

wichtigen Aspekte, die der begutachtenden Psychiater unerkannt oder 

ungewürdigt gelassen hat. Das Gericht sieht sich daher aufgrund der Stel-

lungnahmen der behandelnden Ärzte nicht veranlasst, an der Richtigkeit 

der Einschätzung des begutachtenden Psychiaters zu zweifeln. Dem 

- 21 -

psychiatrischen Gutachten vom 5. November 2013 ist damit voller Be-

weiswert zuzuerkennen.

f) In Würdigung der Akten gelangt das Gericht nach dem vorangehend Aus-

geführten damit zum Schluss, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

ausgewiesen ist, dass der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers 

aus rheumatologischer Sicht seit dem massgeblichen Referenzzeitpunkt 

(9. Oktober 2009) keine Änderung erfahren hat, während sich die psychi-

sche Verfassung der Beschwerdeführer und infolgedessen seine Arbeits-

fähigkeit seit Mitte 2013, wohl aber bereits seit Juni 2012 wesentlich ver-

bessert hat. Dass weitere Beweisvorkehren an diesem Beweisergebnis 

etwas zu ändern vermögen, kann ausgeschlossen werden. Insbesondere 

ist nicht zu erwarten, dass die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

aufgrund einer weiteren psychiatrischen Begutachtung zuverlässiger be-

stimmt werden könnte, muss doch damit gerechnet werden, dass der Be-

schwerdeführer abermals versuchen wird, sich kränker darzustellen als er 

in Wirklichkeit ist. Auf die Einholung eines weiteren psychiatrischen Gut-

achtens ist deshalb in antizipierter Beweiswürdigung zu verzichten (vgl. 

BGE 134 I 140 E.5.3, 127 V 491 E.1b, 124 V 90 E.4b, 122 V 157 E.1d). 

Soweit der Beschwerdeführer im Übrigen die Einholung eines rheumato-

logischen Gutachtens beantragt, ist festzuhalten, dass sich in den Akten – 

wie vorangehend dargelegt (vgl. vorstehende Erwägung 5d) – keine Hin-

weise auf eine Verschlechterung des Gesundheitszustands des Be-

schwerdeführers aus rheumatologischer Sicht finden. Eine erneute rheu-

matologische Begutachtung lässt daher keine neuen rechtserheblichen 

Erkenntnisse erwarten, weshalb der entsprechende Antrag des Be-

schwerdeführers in antizipierter Beweiswürdigung abzuweisen ist. Die IV-

Stelle ist der ihr obliegenden Untersuchungspflicht im vorinstanzlichen 

Verfahren demnach nachgekommen und hat in der angefochtenen Verfü-

gung in korrekter Würdigung der Aktenlage das Vorliegen eines Revisi-

onsgrundes im Sinne von Art. 17 ATSG per 1. Juni 2012 bejaht. 

- 22 -

6. a) Es bleibt ohne Bindung an frühere Beurteilungen frei zu prüfen, ob der 

Beschwerdeführer bei dieser Sachlage nach wie vor in rentenbegründen-

den Umfang invalid ist (BGE 141 V 9 E.2.3 und 6.1). In tatsächlicher Hin-

sicht steht nach dem vorangehend Ausgeführten diesbezüglich fest, dass 

der Beschwerdeführer in einer leichten bis mittelschweren wechselbelas-

tenden Tätigkeit mit einer maximalen regelmässigen Gewichtsbelastung 

von 10 kg ohne erhöhte Belastung beider Fersen und des Nackens aus 

rheumatologischer Sicht voll arbeitsfähig ist. Infolge seiner psychischen 

Beschwerden kann er eine solche Tätigkeit laut Auffassung des begut-

achtenden Psychiaters mit Sicherheit zu 60 % bis 70 % ausüben. Dass er 

in darüber hinausgehendem Umfang arbeitsfähig ist, schliesst Dr. med. 

C._____ nach Kenntnisnahme des Observationsmaterials in der Ergän-

zung vom 21. Juli 2014 nicht aus. Die Video- und Ermittlungsakten zeig-

ten gewisse Widersprüche zu den Angaben des Beschwerdeführers. Sie 

würden teilweise oder graduell den Beurteilungen im psychiatrischen 

Gutachten widersprechen, in welchem bereits eher geringgradige psychi-

sche Beeinträchtigungen festgestellt worden seien. Infolge der nunmehr 

zu Tage getretenen Widersprüche und/oder Falschangaben stelle sich die 

Frage, ob der Beschwerdeführer infolge seiner psychischen Beschwerden 

überhaupt voraussichtlich dauerhaft in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträch-

tigt sei (IV-act. 173 S. 2). Es sei im Gutachten bereits auf über Verdeutli-

chungstendenzen hinausgehende Aggravationstendenzen und ein aus-

geprägtes dysfunktionales Schon-, Krankheits- und Vermeidungsverhal-

ten hingewiesen worden. Auch habe ein eher geringer Leidensdruck fest-

gestellt werden können. Es sei zudem nicht ausgeschlossen, dass der 

Explorand zumindest zu einem Teil unwahre Angaben gemacht habe, um 

sich kränker bzw. stärker behindert erscheinen zu lassen als er in Wirk-

lichkeit sei. In diese Richtung hätten schon die Angaben der behandeln-

den Psychiaterin anlässlich des Telefonats vom 5. November 2013 ge-

deutet (IV-act. 173 S. 4). 

- 23 -

b) Diese Ausführungen in der Ergänzung vom 21. Juli 2014 zeigen die gros-

sen Schwierigkeiten auf, mit denen sich ein begutachtender Psychiater 

konfrontiert sieht, wenn ein Explorand falsche Angaben zu Art und Um-

fang seiner Beschwerden macht. In solchen Fällen ist eine zuverlässige 

Beurteilung der psychischen Verfassung des Exploranden und der daraus 

resultierenden Beeinträchtigung seines funktionellen Leistungsvermögens 

ausgesprochen schwierig, da die psychiatrische Diagnostik in hohem 

Masse auf den Angaben des Exploranden beruht. Macht ein Explorand – 

wie vorliegend der Beschwerdeführer – falsche Angaben zu seinen Be-

schwerden und muss deshalb notgedrungen an der Richtigkeit sämtlicher 

Angaben gezweifelt werden, ist eine verlässliche psychiatrische Diagnos-

tik in Frage gestellt. Im vorliegenden Fall sieht sich der begutachtende 

Psychiater aufgrund des Observationsmaterials zwar nicht veranlasst, auf 

die gestellten Diagnosen zurückzukommen, äussert jedoch Zweifel daran, 

ob die von ihm im Gutachten vom 5. November 2013 als Folge dieser 

Krankheiten postulierte, eher leichtgradige Beeinträchtigung des funktio-

nellen Leistungsvermögen überhaupt existiert, der Beschwerdeführer mit-

hin wegen seiner psychischen Beschwerden überhaupt nennenswert in 

seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt ist. Dem begutachtenden Psychiater 

ist es damit, wie der RAD-Arzt, med. pract. F._____, zutreffend festhält 

(Case Report S. 14), nicht gelungen, einen psychischen Gesundheits-

schaden zu objektiveren, welcher die Arbeitsfähigkeit des Beschwerde-

führers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit beeinträchtigt. Damit ist 

nicht mit hinreichender Gewissheit erstellt, dass der Beschwerdeführer in-

folge seiner psychischen Beschwerden in seiner Arbeitsfähigkeit beein-

trächtigt ist. In Berücksichtigung seiner rheumatologischen Beschwerden 

erweist es sich demzufolge als überwiegend wahrscheinlich, dass er in 

einer leichten bis mittelschweren wechselbelastenden Tätigkeit mit einer 

maximalen regelmässigen Gewichtsbelastung von 10 kg ohne erhöhte 

Belastung beider Fersen und des Nackens seit dem 1. Juli 2012 zu 100 % 

arbeitsfähig ist.

- 24 -

c) Das vom Beschwerdeführer bei Ausschöpfung dieser Restarbeitsfähigkeit 

erzielbare Invalideneinkommen bezifferte die IV-Stelle in der angefochte-

nen Verfügung auf Basis der LSE 2010, Anforderungsniveau 4, einfache 

und repetitive Tätigkeiten, männlich, unter Anpassung an die Nominal-

lohnentwicklung mit Fr. 63'515.60. Diesem Invalideneinkommen stellte sie 

ein Valideneinkommen von Fr. 60'812.20 gegenüber, das sie auf der 

Grundlage des vormals vom Beschwerdeführer als (Hilfs)Schlosser erziel-

ten Lohnes ermittelte. Daraus resultierte keine Erwerbseinbusse und 

demzufolge ein Invaliditätsgrad von 0 % (IV-act. 190 S. 2). Die Richtigkeit 

dieser Berechnungsweise hat der Beschwerdeführer nicht in Abrede ge-

stellt. Dazu besteht denn auch kein Anlass. Demnach ist davon auszuge-

hen, dass der Beschwerdeführer seit dem 1. Juli 2012 nicht mehr in ren-

tenbegründendem Umfang invalid ist.

7. a) Bei dieser Sachlage bleibt zu untersuchen, ob die IV-Stelle die dem 

Beschwerdeführer zugesprochene halbe Invalidenrente zu Recht mit 

Wirkung ab dem 1. Juli 2012 aufgehoben hat. Eine rückwirkende Aufhe-

bung oder Berichtigung der Invalidenrente (ex tunc) und damit verbunden 

die – von der IV-Stelle hier mit Verfügung vom 21. April 2011 angekündig-

te Geltendmachung einer – Rückerstattung unrechtmässig bezogener 

Rentenbetreffnisse (Art. 25 Abs. 1 erster Satz ATSG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 

IVG) greifen dann Platz, wenn der Tatbestand des Art. 88bis Abs. 2 lit. b 

IVV erfüllt ist. Danach darf die IV-Stelle eine Rente rückwirkend vom Ein-

tritt der für den Anspruch erheblichen Änderung aufheben, wenn die un-

richtige Ausrichtung einer Leistung darauf zurückzuführen ist, dass der 

Bezüger sie unrechtmässig erwirkt hat oder einer ihm obliegenden Mel-

depflicht nicht nachgekommen ist (Urteil des Bundesgerichts 

9C_1022/2012 vom 16. Mai 2013 E.2.2). Gemäss Art. 77 IVV haben der 

Berechtigte oder sein gesetzlicher Vertreter sowie Behörden oder Dritte, 

denen die Leistung zukommt, jede für den Leistungsanspruch wesentliche 

- 25 -

Veränderung, namentlich eine solche des Gesundheitsschadens, der Ar-

beits- und Erwerbsfähigkeit, des Zustandes der Hilflosigkeit, des invali-

ditätsbedingten Betreuungsaufwandes oder Hilfsbedarfs, des für den An-

satz der Hilfslosenentschädigung und des Assistenzbeitrags massgeben-

den Aufenthaltsorts sowie der persönlichen und gegebenenfalls der wirt-

schaftlichen Verhältnisse des Versicherten, unverzüglich der IV-Stelle an-

zuzeigen (vgl. ausserdem Art. 31 Abs.1 ATSG). Für den Tatbestand der 

Meldepflichtverletzung ist ein schuldhaftes Verhalten erforderlich, wobei 

nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung bereits leichte Fahr-

lässigkeit genügt (BGE 118 V 214 E.2a, 112 V 97 E.2a, 110 V 180 E.3d; 

UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 31 

N. 14). Für den Vorwurf einer unrechtmässigen Erwirkung von Rentenleis-

tung genügt es nicht, dass aggravatorisches Verhalten im Raum steht 

(Urteile des Bundesgerichts 9C_491/2012 vom 22. Mai 2013 E.5.3, 

9C_877/2011 vom 22. Mai 2012 E.3.4.2).

b) Der Beschwerdeführer gab im IV-Fragebogen am 9. März 2012 an, seine 

gesundheitliche Verfassung habe sich in den letzten fünf Jahren durch die 

Zunahme körperlicher Schmerzen verschlechtert (IV-act. 113 S. 1). Er lei-

de unter Fuss- und Beinschmerzen. Er könne nur eine Stunde stehen 

oder gehen. Ausserdem leide er unter Rücken- sowie Magenschmerzen 

und Schlafproblemen. Er können sich nur schlecht bücken und maximal 

sechs Kilogramm tragen (IV-act. 113 S. 4). Er habe sich seit Beginn sei-

ner Krankheit zurückgezogen. Er bekomme nur selten Besuch. Selbst an 

der Hochzeit seines Sohnes habe er wegen seiner Schmerzen nicht teil-

nehmen können (IV-act. 113 S. 5). Diese Angaben bestätigte der Be-

schwerdeführer anlässlich der Befragung vom 29. Juni 2012 (IV-act. 122). 

Ergänzend führte er damals aus, sich beim Treppensteigen am Handlauf 

festhalten zu müssen (IV-act. 122 S. 4). Im Übrigen hielt er auf entspre-

chende Nachfrage hin fest, kein Fahrzeug zu besitzen. Er habe jedoch ein 

Fahrrad, das er gelegentlich benutze. Heute sei er aber mit dem Bus zur 

- 26 -

IV-Stelle gekommen (IV-act. 122 S. 6). Anlässlich der Vorführung vom 

18. November 2013 zeigte der Beschwerdeführer beim Treppensteigen 

unter Inanspruchnahme des Handlaufs ein deutlich verlangsamtes Gang-

bild, deutlich verlangsamte Bewegungsläufe beim Aufstehen und Absit-

zen, beim Vorbeugen und bei der Rotation des Oberkörpers. Die HWS-

Flexion und –Extension wurde deutlich verlangsamt unter schmerzver-

zerrtem Gesicht durchgeführt. Das Gangbild war breitbeinig sowie deut-

lich verlangsamt (vgl. IV-act. 174 S. 1).

c) Diese Angaben des Beschwerdeführers zu seinen Beschwerden und die 

demonstrierten Beeinträchtigungen bei den am 18. November 2013 vor-

geführten Bewegungsabläufen werden durch die während der Observati-

on gemachten Beobachtungen teilweise in ihrer Ausprägung erheblich re-

lativiert, teils wiederlegt (vgl. Stellungnahme von Dr. med. E._____ vom 

9. Juni 2014 [IV-act. 172 und 174] und Ergänzung von Dr. med. C._____ 

vom 21. Juli 2014 [IV-act. 171 und 173]). Auf den fraglichen Videoauf-

nahmen zeigt sich, dass der Beschwerdeführer beim Treppensteigen 

nicht immer den Handlauf in Anspruch nehmen muss (vgl. Aktennotiz vom 

14. November 2013 in der separaten Aktendokumentation BVM). Ausser-

dem ist seine Laufgeschwindigkeit in Situationen, in denen er sich unbe-

obachtet fühlt, deutlich höher als bei der Vorführung vom 18. November 

2013. Ein schmerzverzerrtes Gesicht ist nicht zu beobachten. Ausserdem 

sind auf dem Observationsmaterial nach Einschätzung des begutachten-

den Psychiaters keine konkreten psychischen Einschränkungen zu beob-

achten (IV-act. 173 S. 2). Fest steht ausserdem, dass der Beschwerde-

führer am 29. Juni 2012 nicht – wie von ihm behauptet – mit dem Bus, 

sondern mit dem Fahrrad zur IV-Stelle gekommen ist. Dass er dieses 

Verhalten selbst als problematisch einstufte, zeigt sich darin, dass er nach 

der Befragung durch die IV-Stelle zunächst an seinem Fahrrad vorbei-

ging, weiter vorne, um sich schauend, stehen blieb und erst dann zu sei-

nem Fahrrad ging, dieses nahm und losfuhr (Aktendokumentation BVM 

- 27 -

im separaten Dossier S. 2). Der Beschwerdeführer hat der IV-Stelle somit 

Beschwerden vorgegaukelt, unter denen er nicht oder nicht im behaupte-

ten Ausmass leidet.

d) Durch dieses Verhalten hat der Beschwerdeführer zumindest billigend in 

Kauf genommen, dass die IV-Stelle ihn weiterhin als erheblich in seiner 

Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt ansah und deshalb davon ausging, seine 

gesundheitliche Verfassung habe seit dem 9. Oktober 2009 keine rechts-

erhebliche Veränderung erfahren. Dies gilt umso mehr, als er sogar be-

hauptet, seine gesundheitliche Verfassung habe sich zwischenzeitlich 

verschlechtert. Er hat folglich versucht, die IV-Stelle zu veranlassen, nicht 

geschuldete Versicherungsleistungen an ihn auszurichten. Hätte er die 

IV-Stelle über seinen verbesserten Gesundheitszustand informiert, so hät-

te diese die zugesprochene Rentenleistung überprüfen und ohne langwie-

rige Sachverhaltsabklärungen an die veränderte medizinische Sachlage 

anpassen können. Unter diesen Umständen hat die IV-Stelle die dem Be-

schwerdeführer zugesprochene Rente zu Recht in Anwendung von 

Art. 88bis Abs. 2 lit. b IVV rückwirkend per 1. Juli 2012 aufgehoben. Die 

angefochtene Verfügung erweist sich demnach als rechtens, was zu de-

ren Bestätigung und zur Abweisung der dagegen erhobenen Beschwerde 

führt.

8. Da es im vorliegenden Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung 

von Leistungen der Invalidenversicherung geht, ist das Verfahren kosten-

pflichtig. Die Gerichtskosten sind gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert zu bemessen. Diese 

werden für den vorliegenden Fall, der mit einem durchschnittlichen Auf-

wand verbunden war, ermessensweise auf Fr. 700.-- festgelegt und ent-

sprechend dem Verfahrensausgang dem Beschwerdeführer als unterlie-

gender Partei zur Bezahlung auferlegt (Art. 73 Abs. 1 VRG). Die obsie-

- 28 -

gende IV-Stelle hat keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung 

(Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 

Tagen seit Zustellung dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des 

Kantons Graubünden, Chur, zu bezahlen.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]