# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90a79691-67c1-5aae-b5f3-01598f90868d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-27
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 27.05.2021 720 21 19 / 146
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-21-19---146_2021-05-27.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 27. Mai 2021 (720 21 19 / 146) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

IV-Rente: Würdigung des medizinischen Sachverhalts und des Einkommensvergleichs 

 

 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jürg Pulver, Kantons-

richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiberin Margit Campell 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dr. Silvia Bucher, Rechts-
anwältin, iur.team, Metzgerrainle 9, 6004 Luzern 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente / Kinderrente  

 
 
 

A. Der 1962 geborene A.____ war zuletzt vom 29. September 2014 bis 30. April 2015 als 
System Engineer in einem befristeten Arbeitsverhältnis bei der B.____ AG angestellt, wobei er 
seine Tätigkeit wegen einer schweren Erkrankung ab 21. Januar 2015 nicht mehr ausüben 
konnte. Am 15. Juli 2015 meldete er sich bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) 
zum Bezug von Leistungen an. Die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) untersuchte den rechts-

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

erheblichen Sachverhalt und klärte die erwerbliche und die medizinische Situation des Versicher-
ten ab. In der Folge befand sich der Versicherte ab 21. November 2017 in einem Arbeitstraining 
beim Verein C._____. Nach dessen Abschluss holte die IV-Stelle bei der D._____ ein polydiszip-
linäres Gutachten ein, welches am 14. Juni 2019 erstattet wurde. Gestützt auf diese Abklärungs-
ergebnisse und nach einem weiteren Arbeitstraining beim Verein C.____ sprach die IV-Stelle – 
nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren – A.____ mit Verfügungen vom 3. Dezember 2020 
für die Zeit vom 1. Januar 2016 bis 30. November 2018 eine ganze Rente und eine Kinderrente 
für seine im Jahr 1996 geborene Tochter zu. Einen über diesen Zeitpunkt hinausgehenden Ren-
tenanspruch des Versicherten lehnte sie bei einem rentenausschliessenden Invaliditätsgrad von 
37 % ab. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Dr. Silvia Bucher, am 19. Ja-
nuar 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge-
richt). Er beantragte, dass die Verfügungen vom 3. Dezember 2020 aufzuheben seien, soweit 
darin für die Zeit ab 1. Dezember 2018 ein Rentenspruch abgelehnt werde, und es sei ihm über 
den 30. November 2018 hinaus eine Rente (Haupt- und Kinderrente) auszurichten; unter o/e-
Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, dass die IV-Stelle den Invali-
ditätsgrad fehlerhaft ermittelt habe, indem sie das Valideneinkommen auf die Lohnstrukturerhe-
bungen (LSE) des Bundesamts für Statistik (BFS) abgestützt habe. Zudem sei vom Invalidenein-
kommen ein zu tiefer leidensbedingter Abzug vorgenommen worden. Weiter wurde in medizini-
scher Hinsicht das Abstellen auf die Ergebnisse im Gutachten der D.____ vom 14. Juni 2019 
beanstandet und geltend gemacht, dass die Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit fraglich sei. 
Insbesondere könne nicht auf die Ergebnisse der neuropsychologischen Testung abgestellt wer-
den.  
 
C. Am 13. März 2020 liess sich die IV-Stelle vernehmen und beantragte die Abweisung der 
Beschwerde. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Auf die frist- und formgerecht beim örtlich wie sachlich zuständigen Gericht erhobene 
Beschwerde vom 19. Januar 2021 ist einzutreten. 
 
2. Streitig und zu prüfen ist der Leistungsanspruch des Beschwerdeführers ab 1. Septem-
ber 2018. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfü-
gung vom 3. Dezember 2020 entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die 
zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (vgl. BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis). 
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inva-
lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä-
higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

men wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne we-
sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und 
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2).  
 
3.3 Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebre-
chen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Be-
einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach 
zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach dem 
im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG aus-
schliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). Eine 
Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Satz 
2).  
 
4.1 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine 
halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 
40 % invalid ist.  
 
4.2 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach ist der Invaliditätsgrad aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Ein-
tritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Einglie-
derungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage 
erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie 
erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommens-
vergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbsein-
kommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus 
der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Ein-
kommensvergleichs; vgl. BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b).  
 
5.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrads bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.2 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Ver-
waltung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 
1). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beurtei-
lung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt ausge-
übte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach 
ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch ver-
richtet werden können (vgl. ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditäts-
schätzung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der So-
zialversicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
5.3 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle relevanten 
Beweismittel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden 
hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs 
gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden 
berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung 
der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch-
tet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlagge-
bend für den Beweiswert ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 
Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gut-
achten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 160 E. 1c; AHI-Praxis 2001 S. 113 E. 3a). 
 
5.4 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 125 V 351 E. 
3b/bb mit weiteren Hinweisen). In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten und Ärztinnen 
darf und soll das Gericht der Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hin-

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

blick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Pati-
entinnen und Patienten aussagen (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Die unterschiedliche Natur von 
Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits und von Begutachtungs-
auftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Experten anderseits (vgl. Urteil des damaligen 
Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilun-
gen] vom 13. Juni 2001, I 506/00, E. 2b) lässt nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten 
stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandeln-
den Ärzte oder Ärztinnen zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die behandelnden Ärzte und 
Ärztinnen wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte 
benennen, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts vom 25. Mai 2007, I 514/06, E. 2.2.1, mit Hinweisen). 
 
6. Das Administrativverfahren wie auch der kantonale Sozialversicherungsprozess sind 
vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
Verwaltung und Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und vollständige 
Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht dauert so 
lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsachen hinrei-
chende Klarheit besteht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 8C_163/2007, 
E. 3.2). Was zu beweisen ist, ergibt sich aus der Sach- und Rechtslage. Gestützt auf den Unter-
suchungsgrundsatz ist der Sachverhalt soweit zu ermitteln, dass über den Leistungsanspruch 
zumindest mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit entschieden werden kann 
(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 7. März 2019, 9C_57/2019, E. 3.2). 
 
7.1 Zur Beurteilung des vorliegenden Falls liegen zahlreiche medizinische Unterlagen vor, 
die vom Gericht gesamthaft gewürdigt wurden. Im Folgenden werden indessen lediglich diejeni-
gen Gutachten und Berichte wiedergegeben, welche sich nach Auffassung des Gerichts für die 
Beurteilung der Angelegenheit als zentral erweisen. 
 
7.2 In den Akten befindet sich das polydisziplinäre Gutachten der D.____ vom 14. Juni 2019. 
In der Konsensbeurteilung diagnostizierten die Gutachter aus den Fachdisziplinen Allgemeine 
Innere Medizin, Psychiatrie, Gastroenterologie und Neuropsychologie mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit ein proximales Rektumkarzinom, Stadium pT3 pN0 (0/25) V1 pN1 G2 R0 (Erst-diagnose 
[ED] 01/2015) bei Status nach Operation im Januar 2015 (mit Komplikationen im postoperativen 
Verlauf), einen Status nach adjuvanter Chemotherapie von April bis September 2015, bis dato 
ohne Rezidiv, bei bestehender Fatigueproblematik und Stuhlunregelmässigkeiten (differentialdi-
agnostisch [DD] Low anterior resection syndrome). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit be-
stünde eine arterielle Hypertonie. Bei unregelmässigem und oft imperativem Stuhlgang sei es 
nachvollziehbar, dass die bisherige Tätigkeit als IT-Spezialist in den Labors der Grosschemie, 
welche eine hochgradige Teamintegration notwendig gemacht und in hygieneintensiven Berei-
chen stattgefunden habe, deutlich eingeschränkt sei. Aus diesen Gründen dürfe davon ausge-
gangen werden, dass diese Arbeit, welche als stark spezialisiert einzustufen sei, dauerhaft nicht 
mehr praktikabel sei. Für eine angepasste Tätigkeit sei ab Abschluss der Behandlung im Oktober 
2015 von einer grundsätzlich gegebenen Teilarbeitsfähigkeit bei 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rezidivfreier Situation und gemäss Einschätzung des E.____ vom 24. Dezember 2015 bei sehr 
erfreulichem Verlauf und Behandlungsabschluss auszugehen. Allerdings lasse sich das Ausmass 
der im Dezember 2015 noch bestehenden Einschränkungen (vor allem Stuhlunregelmässigkei-
ten) aus den Akten nicht schlüssig eruieren. Nach Abschluss der Integrationsmassnahmen im 
August 2018 sei von einer Arbeitsfähigkeit in einer allgemeinen IT-Tätigkeit auszugehen, sofern 
ein freier und jederzeitiger Zugang zu einer Toilette sowie eine möglichst freie Einteilbarkeit der 
Pausen möglich sei. Aktuell bestünde unter Berücksichtigung der Fatigueproblematik und der 
Stuhlunregelmässigkeiten mit gestörtem Nachtschlaf eine Leistungsreduktion von 20 % bis ma-
ximal 30 %. 
 
7.3 Dem Bericht des behandelnden Arztes PD Dr. med. F.____, FMH Gastroenterologie und 
Allgemeine Innere Medizin, vom 19. März 2020 ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer 
unter Stuhlunregelmässigkeiten und immer wieder auftretenden Bauchschmerzen mit Blähungen 
und intermittierenden Krampferscheinungen leide. Diese Beschwerden würden teilweise sehr un-
vermittelt auch in der Nacht auftreten, weshalb kein regelmässiger Schlafrhythmus möglich sei 
und eine ausgeprägte Müdigkeit und Leistungsintoleranz bestünden. Zudem sei es deshalb nur 
schwer möglich, einen geordneten Tagesablauf zu organisieren. PD Dr. F.____ erachtete den 
Beschwerdeführer im geschützten Rahmen für zwei Mal vier Stunden pro Tag als arbeitsfähig. 
Es müssten jedoch immer ein Zugang zu einer Toilette und die Möglichkeit bestehen, das Ta-
gespensum an die Abdominalbeschwerden anzupassen. Eine Tätigkeit im freien Arbeitsmarkt sei 
unter diesen Umständen kaum umsetzbar. 
 
7.4 Dr. med. G.____, Facharzt Allgemeinmedizin, Regionaler ärztlicher Dienst (RAD) beider 
Basel, hielt in seiner Beurteilung des Gutachtens der D.____ am 29. Mai 2020 im Wesentlichen 
fest, dass das Ergebnis der polydisziplinären Begutachtung aus medizinischer Sicht nachvoll-
ziehbar und widerspruchsfrei sei, weshalb darauf abgestellt werden könne.  
 
8.1 Die IV-Stelle stützte sich in der angefochtenen Verfügung vom 3. Dezember 2020 bei 
der Beurteilung des Gesundheitszustands und der Arbeitsfähigkeit des Versicherten auf die Er-
gebnisse, zu denen die D.____ in ihrem polydisziplinären Gutachten vom 14. Juni 2019 gelangt 
war. Sie ging demzufolge davon aus, dass der Versicherte die bisherige Tätigkeit nicht mehr 
ausüben könne. Ab August 2018 sei ihm aber eine allgemeine IT-Tätigkeit vollschichtig zumutbar, 
sofern ein freier und jederzeitiger Zugang zu einer Toilette sowie eine möglichst freie Einteilbar-
keit der Pausen gewährleistet seien. Unter Berücksichtigung der Fatigueproblematik und der 
Stuhlunregelmässigkeiten sei eine Leistungsreduktion von 20 % bis maximal 30 % zu beachten. 
Diese vorinstanzliche Beweiswürdigung ist nicht zu beanstanden. Wie oben ausgeführt (vgl. 
E. 5.4 hiervor), ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, die aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen so-
wie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssi-
gen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen. Solche Indizien liegen 
hier keine vor. Das polydisziplinäre Gutachten der D.____ weist weder formale noch inhaltliche 
Mängel auf, es ist – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 5.3 hiervor) – für die strei-

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

tigen Belange umfassend, es beruht auf allseitigen Untersuchungen, es berücksichtigt die ge-
klagten Beschwerden, es ist in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden, es leuchtet in der Dar-
legung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung der aktuellen medizinischen 
Situation ein, es setzt sich mit den vorhandenen abweichenden ärztlichen Einschätzungen aus-
einander und es ist in den Schlussfolgerungen überzeugend. Ebenso nimmt es eine schlüssige 
Beurteilung der aktuellen Arbeitsfähigkeit des Versicherten vor. Das Gutachten der D.____ vom 
14. Juni 2019 genügt somit den von der Rechtsprechung umschriebenen Anforderungen an ein 
ärztliches Gutachten, weshalb darauf abgestellt werden kann. 
 
8.2.1 Daran ändern die Vorbringen des Beschwerdeführers nichts. Er moniert, dass auf das 
im Rahmen der Begutachtung der D.____ durch Prof. Dr. H.____ erstellte neuropsychologische 
Teilgutachten vom 16. Mai 2019 nicht abgestellt werden könne. Die Testergebnisse seien in er-
holtem Zustand ohne vorgängige Belastung erhoben worden. Sie würden deshalb nicht das tat-
sächliche Leistungsvermögen in einem vollschichtigen Pensum abbilden, weshalb die so erho-
benen Resultate nicht verwertbar seien. Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Dabei ist 
zu beachten, dass der neuropsychologische Gutachter Prof. Dr. H.____ den Beschwerdeführer 
eingehend verhaltensneurologisch und testpsychologisch untersucht hat. Die Resultate dieser 
Abklärungen haben durchschnittliche Leistungen gezeigt und ergaben keine klinisch relevanten 
Leistungseinschränkungen. Es besteht daher kein Anlass, nicht auf dieses Ergebnis abzustellen. 
Dies umso mehr, als das Teilgutachten von Prof. Dr. H.____ gesamthaft überzeugend ist und 
weder formale noch inhaltliche Mängel aufweist. Es wird deutlich, dass der Beschwerdeführer 
entgegen seiner Auffassung kognitiv nicht beeinträchtigt ist. Auch die Tatsache, dass die Unter-
suchung ohne vorgängige Belastung vorgenommen wurde, ändert daran nichts. Der Beschwer-
deführer gab bei der Alltags- und Sozialanamnese während der Begutachtung durch 
Prof. Dr. H.____ an, gegen 8 Uhr aufzustehen und nach Einnahme des Frühstücks und nach 
Erledigung der Morgentoilette die anstehenden Hausarbeiten zu erledigen. Danach arbeite er am 
Computer und tätige diverse Anrufe, was ihn aber ermüde. Diese Aussage stimmt mit den Erhe-
bungen in den anderen Teilgutachten überein, wonach der Beschwerdeführer insbesondere am 
Nachmittag müde sei. Da die Begutachtung am Nachmittag zwischen 14.30 Uhr und 16.30 Uhr 
stattfand, kann daher kaum von einer unbelasteten Situation gesprochen werden. Davon wäre 
gegebenenfalls dann auszugehen, wenn die neuropsychologische Begutachtung am Morgen 
stattgefunden hätte. Weiter ist zu beachten, dass die neuropsychologischen Testergebnisse, wo-
nach beim Beschwerdeführer keine klinisch relevanten Leistungseinschränkungen vorlägen, 
nicht unbesehen Eingang in die Zumutbarkeitsbeurteilung fanden. Die Gutachter kamen in ihrer 
Konsensbeurteilung nämlich zum Schluss, dass diese Resultate aufgrund der Stuhlunregelmäs-
sigkeiten und der Fatigueproblematik sowie den dadurch verursachten Schwankungen im Tages-
ablauf und im Berufsalltag nur angepasst beachtet werden könnten. Unter Berücksichtigung der 
als konsistent und repräsentativ bezeichneten Schilderungen des Beschwerdeführers in Bezug 
auf seinen Tagesablauf und die reduzierten Belastungen ohne berufliche Tätigkeit attestierten sie 
ihm nachvollziehbar in einer angepassten Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungs-
reduktion von 20 % bis maximal 30 %.  
 
8.2.2 Der Beschwerdeführer beanstandet weiter, dass im Gutachten von einem regen Sozial-
leben ausgegangen werde. Dies entspreche aber nur seiner Wunschvorstellung und nicht der 

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Realität, weshalb diese Angaben stark zu relativieren seien. Auch dieser Einwand kann nicht 
gehört werden. Entgegen der Ansicht des Versicherten gehen die Gutachter nicht von einem sehr 
aktiven Sozialleben aus. Zwar ist dem psychiatrischen Teilgutachten zu entnehmen, dass der 
Beschwerdeführer am Nachmittag manchmal spontan mit Freunden abmache und abends auch 
gerne einmal auswärts essen gehe oder sich mit jemanden treffe. Indem aber im allgemein-me-
dizinischen Teilgutachten ausdrücklich festgehalten wird, dass der Beschwerdeführer sehr oft 
Veranstaltungen oder Termine absagen müsse, wird deutlich, dass auch die Gutachter nicht von 
einem sehr regen Sozialleben ausgehen. Auch berücksichtigen sie die schnelle Ermüdbarkeit 
und die Information, dass er aktuell langsamer sei und länger für die Erledigung des Haushalts 
sowie die anderen anfallenden Arbeiten brauche. Damit werden im polydisziplinären Gutachten 
die Möglichkeiten des Beschwerdeführers realistisch aufzeigt. Von wiedergegebenen Wunsch-
vorstellungen in Bezug auf sein Sozialleben kann daher nicht gesprochen werden.  
 
8.3 Zusammenfassend ergibt sich gestützt auf die Darlegungen im polydisziplinären Gut-
achten insgesamt stimmig, dass es mit Blick auf die funktionellen Einschränkungen im Alltag und 
Berufsleben entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers an der nötigen Schwere des Lei-
dens mangelt, um auf eine invalidisierende Gesundheitsbeeinträchtigung zu schliessen. Somit 
steht fest, dass die Beschwerdegegnerin ihren Entscheid zu Recht auf das polydisziplinäre Gut-
achten der D.____ vom 14. Juni 2019 abstützte. Sie durfte daher davon ausgehen, dass dem 
Beschwerdeführer eine angepasste Verweistätigkeit im IT-Bereich zu 100 % mit einer Leistungs-
einschränkung von 20 % bis maximal 30 % zumutbar ist. Lässt die vorhandene Aktenlage nach 
dem Gesagten eine zuverlässige Beurteilung des massgebenden medizinischen Sachverhalts 
zu, so kann auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet werden. Die damit verbundene an-
tizipierte Beweiswürdigung ist nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung zulässig 
(vgl. BGE 141 I 64 E. 3.3, 124 V 94 E. 4b, 122 V 162 E. 1d, 119 V 344 E. 3c am Ende mit Hin-
weisen).  
 
9.1 Der Beschwerdeführer macht im Weiteren sinngemäss geltend, die ihm gutachterlich 
attestierte Restarbeitsfähigkeit sei nicht mehr verwertbar. Die Beschwerdegegnerin scheine über-
sehen zu haben, dass die Gutachter der D.____ in ihrer Arbeitsfähigkeitseinschätzung von einer 
allgemeinen IT-Tätigkeit mit der Möglichkeit zur freien Pausengestaltung und Arbeitseinteilung 
sowie zu jederzeit ungestörtem Toilettenzugang, ohne regelmässig schwere oder mittelschwere 
Tätigkeitsanteile ausgegangen seien. Dies sei bei einem 58-jährigen Versicherten in dem Sinne 
realitätsfremd, als das Finden einer entsprechenden Stelle auch auf einem ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt ausgeschlossen erscheine.  
 
9.2 Die Möglichkeit einer versicherten Person, das verbliebene Leistungsvermögen auf dem 
allgemeinen ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, hängt von den konkreten Umständen 
des Einzelfalles ab. Massgebend sind rechtsprechungsgemäss die Art und Beschaffenheit des 
Gesundheitsschadens und seiner Folgen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsauf-
wand und in diesem Zusammenhang auch die Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabungen 
und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder die Anwendbarkeit von Berufserfah-
rung aus dem angestammten Bereich (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 29. April 2021, 
9C_426/2020, E. 5.2 mit Hinweisen). Beim ausgeglichenen Arbeitsmarkt handelt es sich um eine 

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

theoretische Grösse, so dass nicht leichthin angenommen werden kann, die verbliebene Leis-
tungsfähigkeit sei unverwertbar (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 20. Juli 2019, 8C_442/2019, 
E. 4.2 und vom 28. November 2014, 9C_485/2014, E. 3.3.1). Unverwertbarkeit der Restarbeits-
fähigkeit ist anzunehmen, wenn die zumutbare Tätigkeit in nur so eingeschränkter Form möglich 
ist, dass sie der ausgeglichene Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt oder sie nur unter nicht realis-
tischem Entgegenkommen eines durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden 
einer entsprechenden Stelle daher zum Vornherein als ausgeschlossen erscheint (vgl. Urteile 
des Bundesgerichts vom 20. Januar 2020, 9C_644/2019, E. 4.2 und vom 13. Juni 2019, 
8C_759/2018, E. 7.1, je mit Hinweis).  
 
9.3 Mit der Beschwerdegegnerin ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer seine 
Restarbeitsfähigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 16 ATSG) verwerten kann. Ge-
mäss den Ausführungen im Gutachten der D.____ vom 14. Juni 2019 muss davon ausgegangen 
werden, dass für den Beschwerdeführer die in den letzten Jahren ausgeübte Tätigkeit als IT-
Spezialist in den Labors der Grosschemie, welche als stark spezialisiert einzustufen sei, dauer-
haft nicht mehr praktikabel ist. Ab Abschluss der Integrationsmassnahmen im August 2018 ist 
aber von einer Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsreduktion von 20 % bis maximal 30 % in einer 
allgemeinen IT-Tätigkeit auszugehen, sofern ein freier und jederzeitiger Zugang zu einer Toilette 
sowie eine möglichst freie Einteilbarkeit der Pausen möglich ist. Auch der behandelnde Gastro-
enterologe PD Dr. F.____ erachtete den Beschwerdeführer am 19. März 2020 für zwei Mal vier 
Stunden pro Tag als arbeitsfähig, wobei auch er einen Zugang zu einer Toilette und die Möglich-
keit, das Tagespensum an die Abdominalbeschwerden anzupassen forderte. Diese Einschrän-
kungen erscheinen nicht derart gross, dass von einer Unverwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit 
auszugehen ist. Vielmehr ist anzunehmen, dass dem Beschwerdeführer auch unter Beachtung 
der gesundheitlichen Beeinträchtigungen nach wie vor genügend Tätigkeiten im IT-Bereich offen-
stehen. Dies umso mehr, als aufgrund der Angaben in den medizinischen Unterlagen keine Hin-
weise zu entnehmen sind, dass der Beschwerdeführer die Toilette während des Tages unüblich 
oft frequentiert (vgl. gastroenterologisches Teilgutachten, Seite 2). Demnach komme es morgens 
zu 3 bis 4 Stuhlentleerungen, danach aber zu keinen weiteren mehr während des Tages. Unter 
diesen Umständen erscheint eine Verwertbarkeit der Restarbeitsfähigkeit nicht unrealistisch. 
Schliesslich ist – wie die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung ausführt – darauf hinzu-
weisen, dass Arbeiten im IT-Bereich geeignet sind, im Homeoffice erledigt zu werden. Dies wird 
erfahrungsgemäss auch immer wieder so gehandhabt und gilt vor allem seit der Corona-Pande-
mie vermehrt.  
 
9.4 Zusammenfassend ist deshalb im vorliegenden Fall die Verwertbarkeit der Arbeitsfähig-
keit im Rahmen der von den Ärzten attestierten vollen Arbeitsfähigkeit mit einer Leistungsein-
busse von 20 % bis maximal 30 % nicht zu beanstanden.  
 
10.1 Der Beschwerdeführer beanstandet ferner den von der Beschwerdegegnerin vorgenom-
menen Einkommensvergleich gemäss Art. 16 ATSG (vgl. E. 4.2 hiervor).  
 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

10.2.1 Der Beschwerdeführer bestreitet zunächst das Valideneinkommen und macht geltend, 
dass der zuletzt verdiente Lohn von Fr. 153'398.-- weit höher gewesen sei als der von der Be-
schwerdegegnerin gestützt auf die LSE ermittelte in Höhe von Fr. 93'117.--. Zwischen der B.____ 
AG und ihm habe ein Temporär-Rahmenarbeitsvertrag bestanden, wobei sich der temporäre Ein-
satzvertrag vom 1. Januar 2015 bis 30. April 2015 nahtlos an einen früheren vom 29. September 
2014 bis 31. Dezember 2014 abgeschlossen habe. Es dürfe ohne Weiteres davon ausgegangen 
werden, dass er auch über den 1. Mai 2015 hinaus bis zum Ende des betreffenden Projekts bei 
der I.____ temporär hätte arbeiten könne, wäre er nicht im Januar 2015 arbeitsunfähig geworden. 
Auch hätte es durchaus nach Ende des dortigen Temporäreinsatzes zu einer Anstellung bei der 
I.____ oder zu weiteren durch die B.____ AG vermittelte Einsätze in anderen Betrieben kommen 
können. Dies hätte zur Folge gehabt, dass er ein weit über dem von der Beschwerdegegnerin 
gestützt auf die LSE ermittelten Einkommen hätte erzielen können. 
 
10.2.2 Bei der Bestimmung des Valideneinkommens wird in der Regel am zuletzt erzielten, nö-
tigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst ange-
knüpft, da es empirischer Erfahrung entspricht, dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheits-
schaden fortgesetzt worden wäre; Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 
erstellt sein (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 25. August 2017, 8C_382/2017, E. 2.3.1 mit Hin-
weis). Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar, war die versicherte Person zur Zeit des Unfalls ar-
beitslos oder hätte sie ihre bisherige Stelle auch ohne den Unfall in der Zeit bis zum Rentenbeginn 
verloren, können die Zahlen der LSE herangezogen werden (vgl. Urteil vom 28. November 2013, 
9C_501/2013, E. 4.2). Insbesondere um eine berufliche Weiterentwicklung mit einem daraus re-
sultierenden höheren Einkommen mit zu berücksichtigen, müssen konkrete Anhaltspunkte dafür 
gegeben sein, dass ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein beruflicher Aufstieg und ein ent-
sprechend höherer Verdienst tatsächlich realisiert worden wären (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 mit Hinweisen).  
 
10.2.3 Den vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer zuletzt in einem 
temporären Arbeitsverhältnis bei der B.____ AG angestellt war, welches von 29. September 2014 
bis 30. April 2015 dauerte. Daraus wird deutlich, dass der Beschwerdeführer auch im Gesund-
heitsfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit Ablauf des Einsatzvertrags per Ende April 
2015 nicht mehr dort angestellt gewesen wäre.  
 
10.2.4 Daran ändern die Ausführungen des Beschwerdeführers nichts. So sind den Akten – 
entgegen seiner Auffassung – keine Anhaltspunkte für eine über den Temporäreinsatz hinausge-
hende Anstellung bei der B.____ AG oder der I._____ zu entnehmen. Die im Arbeitszeugnis der 
Firma J._____ attestierte gute Qualifikation ändert daran ebenfalls nichts und auch mit Blick auf 
die relativ kurze Dauer der letzten Temporäreinsätze erscheint eine dauerhafte Anstellung beim 
letzten Arbeitgeber nicht überwiegend wahrscheinlich. Darauf ist ausserdem unter Berücksichti-
gung des IK-Auszugs (vgl. act. 11 Seite 2) zu schliessen. Demnach war der Beschwerdeführer in 
den Jahren vor seiner Erkrankung für einzelne IT-Projekte angestellt. Nach deren Abschluss war 
er arbeitslos, bevor er wiederum für ein neues Projekt temporär angestellt wurde. Da den vorlie-

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

genden Unterlagen zudem keine konkreten Hinweise für einen beruflichen Aufstieg und ein ent-
sprechendes Einkommen zu entnehmen sind, kann ein solches nicht berücksichtigt werden (vgl. 
E. 10.2.2 hiervor).  
 
10.2.5 Es ist unter diesen Umständen auch unter Berücksichtigung der vorstehend zitierten 
Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin davon 
ausging, dass bei der Berechnung des Valideneinkommens nicht auf das zuletzt erzielte Einkom-
men von Fr. 153'398.--, sondern auf die LSE abzustellen ist. Gemäss den zutreffenden Ausfüh-
rungen der IV-Stelle könnte der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden in einer Tätigkeit 
im Bereich IT-Support ab September 2018 ein Jahreseinkommen in Höhe von Fr. 93'117.-- erzie-
len. Grundlage hierfür ist die LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor Information und 
Kommunikation, Kompetenzniveau der Tätigkeit 3, Spalte Männer, Fr. 7'502.-- monatlich, basie-
rend auf 40 Wochenstunden. Nach Anpassung dieses Betrags an die Nominallohnentwicklung 
von 0.9% (vgl. BFS T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2017) und Umrechnung auf die be-
triebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.0 Stunden (BFS Dokument je-d-03.02.04.19) x 12 
Monate resultiert das vorstehend erwähnte jährliche Einkommen von Fr. 93'117.--. 
 
10.3.1 Der Beschwerdeführer beanstandet auch das dem Einkommensvergleich zugrunde ge-
legte Invalideneinkommen. Unter Berücksichtigung der im Gutachten der D.____ vom 14. Juni 
2019 attestierten Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit ging die Beschwerdegegnerin da-
von aus, dass der Beschwerdeführer ein jährliches Einkommen von Fr. 58'664.-- erzielen könnte. 
Dabei stützte sie sich wiederum auf die LSE 2016, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Sektor Infor-
mation und Kommunikation, Kompetenzniveau der Tätigkeit 3, Spalte Männer, CHF 7'502.-- mo-
natlich, basierend auf 40 Wochenstunden ab. Nach Anpassung dieses Betrags an die Nominal-
lohnentwicklung von 0.9 % (vgl. BFS T1.1.10 Nominallohnindex Männer 2011-2017) und Um-
rechnung auf die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41.0 Stunden (BFS Dokument je-
d-03.02.04.19) x 12 Monate ergabt sich das jährliche lnvalideneinkommen von Fr. 93'117.--, von 
dem ein Abzug von 10 % für eine invaliditätsbedingte Beeinträchtigung vorgenommen wurde. In 
einem vollschichtig zumutbaren Pensum von 100 % mit einer Leistungseinschränkung von 30 % 
resultiert das vorstehend erwähnte Jahreseinkommen in Höhe von Fr. 58'664.--. 
 
10.3.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen insbesondere ein, dass bei der Bemessung des 
Invalideneinkommens nicht wie beim Valideneinkommen auf das Kompetenzniveau 3 abgestellt 
werden dürfe. Es sei realitätsfremd, eine IT-Stelle gemäss dem im Gutachten der D.____ erstell-
ten Anforderungsprofil mit freier Einteilung von Arbeitszeit und Pausen auf dem bisherigen Niveau 
ausüben zu können. Eine solche freie Einteilbarkeit sei nur für einfachere IT-Support-Tätigkeiten 
denkbar, weshalb bei der Berechnung des Invalideneinkommens gestützt auf die LSE vom Kom-
petenzniveau 2 und damit von einem tieferen Lohn auszugehen sei. Auch bei Zugrundelegung 
des von der Beschwerdegegnerin angenommenen Valideneinkommens von Fr. 93'117.-- würde 
unter Annahme eines lnvalideneinkommens von Fr. 50'869.-- (vgl. LSE 2016, Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Sektor Information und Kommunikation, Kompetenzniveau der Tätigkeit 
2, Spalte Männer, CHF 6'506.-- monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden, angepasst an die 
Nominallohnentwicklung von 0.9% und umgerechnet auf die betriebsübliche wöchentliche Ar-

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

beitszeit von 41.0 Stunden x 12 Monate, abzüglich 10 % für eine invaliditätsbedingte Beeinträch-
tigung x 70 %) ein Invaliditätsgrad von 45 % resultieren und damit ein Anspruch auf eine Viertels-
rente begründet.  
 
10.3.3 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Die Beschwerdegegnerin ging in der an-
gefochtenen Verfügung gestützt auf die Ausführungen im Gutachten der D.____davon aus, dass 
der Beschwerdeführer die angestammte Tätigkeit in IT-Bereich wegen der hochgradigen Teamin-
tegration und den hygieneintensiven Bereichen nicht mehr ausüben könne, aber es ihm zumutbar 
sei, eine adaptierte Tätigkeit mit den erwähnten Einschränkungen (freier und jederzeitiger Zugang 
zu einer Toilette sowie eine möglichst freie Einteilbarkeit der Pausen) vollschichtig mit einer Leis-
tungsreduktion von 20 % bis maximal 30 % auszuüben. Die so definierte Verweistätigkeit berück-
sichtigt zwar die Schwierigkeiten des Beschwerdeführers bei der Umsetzung seiner Arbeitsfähig-
keit. Diese Belastungen haben aber keinen Einfluss auf die fachliche Kompetenz des Beschwer-
deführers. Es ist vielmehr mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er auf-
grund seines Bildungsniveaus und seiner langjährigen Berufserfahrung auch mit den erwähnten 
Einschränkungen auf hohem Niveau einer Tätigkeit im IT-Support nachgehen kann. Das Abstel-
len auf das Kompetenzniveau 3 ist daher nicht zu beanstanden.  
 
10.3.4.1 Auch die übrigen Einwände des Beschwerdeführers können nicht gehört werden. So 
führt er aus, dass ein rentenbegründender lnvaliditätsgrad sich auch dann ergäbe, wenn anstelle 
der Wahl eines tieferen Kompetenzniveaus vom Invalideneinkommen ein höherer Leidensabzug 
von 15 % (anstelle von 10 %) gewährt würde. Ausgehend von einem Valideneinkommen von Fr. 
93'117.-- und einem lnvalideneinkommen von Fr. 55'405.- (Fr. 7'503.- x 100,9% : 40 x 41 x 12 x 
85 % x 70 %) ergäbe sich ein lnvaliditätsgrad von 40 % mit der Folge eines Anspruchs auf eine 
Viertelsrente.  
 
10.3.4.2 Wird das Invalideneinkommen gestützt auf die LSE ermittelt, sind praxisgemäss ver-
schiedene Abzüge zulässig. Im Entscheid 126 V 75 ff. hat das damalige Eidgenössische Versi-
cherungsgericht (EVG) seine Rechtsprechung zu den Abzügen vom Tabellenlohn bereinigt und 
weiterentwickelt. Dabei hat es betont, dass die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne 
herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkreten Ein-
zelfalles abhängt (leidensbedingte Einschränkung, Lebensalter, Anzahl Dienstjahre, Nationalität/ 
Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), welche nach pflichtgemässem Ermessen ge-
samthaft zu schätzen sind. Dabei ist der Abzug vom statistischen Lohn unter Berücksichtigung 
aller jeweils in Betracht fallenden Merkmale letztlich aber auf insgesamt höchstens 25% zu be-
grenzen (BGE 126 V 80 E. 5b).  
 
10.3.4.3 Vorliegend hat die IV-Stelle in der angefochtenen Verfügung in Würdigung der gegebe-
nen Umstände sowie unter Berücksichtigung aller in Betracht fallenden Merkmale einen Abzug 
von 10 % vom Tabellenlohn gewährt. Dies erscheint unter Berücksichtigung der Tatsache, dass 
sie bei der Bemessung des Invalideneinkommens zugunsten des Beschwerdeführers von einer 
70%igen Leistungsfähigkeit ausgegangen ist, obwohl im Gutachten der D.____ eine 20%ige bis 
maximal 30%ige Einschränkung attestiert wurde, eher grosszügig. Dies umso mehr, als gesund-
heitliche Einschränkungen, welche bereits im medizinischen Zumutbarkeitsprofil berücksichtigt 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

wurden, nicht ein weiteres Mal über die Anwendung eines leidensbedingten Abzugs beachtet 
werden können (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 14. November 2008, 9C_362/2008, E. 3.2.4). 
Damit wurden aber mit überwiegender Wahrscheinlichkeit alle persönlichen und beruflichen Um-
ständen des Beschwerdeführers berücksichtigt. Das Kantonsgericht sieht unter diesen Umstän-
den keinen Anlass, in das Ermessen der Beschwerdegegnerin einzugreifen und einen Abzug von 
15 % zu gewähren.  
 
10.4 Aufgrund der vorstehenden Ausführungen steht fest, dass der von der Beschwerdegeg-
nerin vorgenommene Einkommensvergleich nicht zu beanstanden ist. Ausgehend von einem Va-
lideneinkommen in Höhe von Fr. 93'117.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 58'664.-- re-
sultiert ab 1. September 2018 ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von 37 %.  
 
11.  Zusammenfassend steht aufgrund der vorstehenden Erwägungen fest, dass die ange-
fochtene Verfügung der IV-Stelle vom 3. Dezember 2020 rechtens ist, weshalb die dagegen er-
hobene Beschwerde unbegründet und deshalb abzuweisen ist.  
 
12. Gemäss Art. 69 Abs. 1

bis
 IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-

willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach 
§ 20 Abs. 3 des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 
16. Dezember 1993 werden die Verfahrenskosten in der Regel der unterliegenden Partei in an-
gemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, 
weshalb ihm die Verfahrenskosten zu überbinden sind. Diese werden mit dem von ihm bezahlten 
Vorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. Ein Anspruch auf Parteienschädigung besteht 
bei diesem Verfahrensausgang nicht (Art. 61 lit. g ATSG e contrario).  
 

  

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 800.-- werden dem Beschwerde-
führer auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in Höhe von 
Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 
 

 
Gegen vorliegenden Entscheid wurde durch den Beschwerdeführer am 14. September 2021 
beim Bundesgericht Beschwerde (vgl. 9C_478/2021) erhoben. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht