# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ef1d6e2a-9c36-59b0-9a6c-528c6349ab99
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-25
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 25.09.2020 720 19 323 / 232
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-323---232_2020-09-25.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 25. September 2020 (720 19 323 / 232) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Anspruch eine Invalidenrente bei einer beinbetonten Tetraspastik mit auffälligem 

ataktischen Gangbild; Rückweisung an Vorinstanz zur ergänzenden neurologi-

schen Begutachtung 

 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Christof Enderle, Kan-

tonsrichterin Susanne Afheldt, Gerichtsschreiberin Gisela Wartenwei-
ler 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Dieter Roth, Advokat, 
Zeughausplatz 34, Postfach 375, 4410 Liestal 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Der 1970 geborene A.____ arbeitete seit 26. September 2008 als Fenstermonteur und 
Mitarbeiter bei den B.____ in einem Vollzeitpensum und seit 1. Dezember 2010 zusätzlich als 
Zeitungsverträger bei der C.____ AG im Stundenlohn. Am 19. Februar 2014 meldete er sich unter 

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Hinweis auf seine Hüftgelenksprothese bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum 
Leistungsbezug an. In der Folge führte die IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) erwerbliche und 
medizinische Abklärungen durch. Gestützt auf das Gutachten von Dr. med. D.____, FMH Rheu-
matologie und Innere Medizin, vom 12. März 2018 sprach sie A.____ nach Durchführung des 
Vorbescheidverfahrens mit Verfügung vom 19. August 2019 für die Zeit vom 1. August 2014 bis 
30. September 2014 eine ganze Invalidenrente, für die Zeit vom 1. Oktober 2014 bis 31. August 
2015 eine halbe Invalidenrente und für die Zeit vom 1. März 2017 bis 31. Dezember 2017 eine 
ganze Invalidenrente zu. Für die Zeit danach verneinte sie einen Rentenanspruch. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Dieter Roth, am 19. Sep-
tember 2019 Beschwerde ans Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungs-
recht (Kantonsgericht). Er beantragte, es sei ihm in Aufhebung der angefochtenen Verfügung ab 
dem 1. August 2014 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventualiter sei die angefochtene 
Verfügung insoweit aufzuheben, als ihm ab dem 1. Januar 2018 keine Rente mehr zugesprochen 
werde, und es sei ihm ab dem 1. Januar 2018 eine ganze Invalidenrente auszuzahlen. Subeven-
tualiter sei die Angelegenheit zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen; unter o/e-
Kostenfolge, wobei ihm die unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Verbeiständung zu 
bewilligen seien. In formeller Hinsicht rügte er, dass die angefochtene Verfügung nicht hinrei-
chend begründet sei, weshalb eine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliege. Weiter machte 
er eine falsche und ungenügende Feststellung des Sachverhalts sowie eine willkürliche Beweis-
würdigung geltend. Zudem beanstandete er die Verwertbarkeit des Gutachtens von Dr. D.____ 
vom 12. März 2018. Ferner sei bei der Ermittlung des Invalideneinkommens ein leidensbedingter 
Abzug vom Tabellenlohn in Höhe von 25 % vorzunehmen. 
 
C. Mit Verfügung vom 24. September 2019 wurde dem Versicherten die unentgeltliche Pro-
zessführung und die unentgeltliche Verbeiständung bewilligt. 
 
D. Die IV-Stelle schloss in ihrer Vernehmlassung vom 4. Dezember 2019 unter Verweis auf 
die Stellungnahme von Dr. med. E.____, Facharzt für Allgemeinmedizin, Regionaler Ärztlicher 
Dienst (RAD), vom 20. November 2019 auf Abweisung der Beschwerde. 
 
E. In seiner Replik vom 7. Februar 2020 hielt der Versicherte an seinen Rechtsbegehren und 
seiner Begründung fest. Am 24. Februar 2020 reichte er die in der Replik in Aussicht gestellten 
ärztlichen Berichte von Dr. med. F.____, FMH Neurologie, vom 11. Februar 2020 und von Dr. 
med. G.____, FMH Allgemeine Innere Medizin, vom 10. Februar 2020 ein.  
 
F. Die IV-Stelle beantragte in ihrer Duplik vom 3. März 2020 weiterhin die Abweisung der 
Beschwerde. Sie verwies hierbei insbesondere auf die Stellungnahmen von Dr. E.____ 
 vom 19. und 27. Februar 2020. 
 
G. Anlässlich der Urteilsberatung vom 28. Mai 2020 stellte das Kantonsgericht den Fall aus. 
Es kam zum Schluss, dass das Gutachten von Dr. D.____ vom 12. März 2018 nicht beweiskräftig 
genug sei, um darauf abstellen zu können. Es ziehe deshalb – im Falle eines Urteils – in Betracht, 
die Angelegenheit zur weiteren Abklärung der medizinischen Sachlage mittels eines neutralen 

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

neurologischen Gutachtens und einer anschliessenden Konsensbeurteilung unter Einbezug von 
Dr. D.____ an die IV-Stelle zurückzuweisen (vgl. dazu Beschluss vom 28. Mai 2020). Nach Mas-
sgabe von BGE 137 V 314 räumte das Kantonsgericht dem Versicherten zuerst die Gelegenheit 
zum Beschwerderückzug ein. Mit Eingabe vom 14. Juli 2020 (Eingang) liess der Versicherte 
durch seinen Rechtsvertreter mitteilen, dass er an der Beschwerde festhalte.  
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden Verfah-
rens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des 
Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die 
Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das 
Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwer-
den gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der 
vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde vom 19. September 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 In formeller Hinsicht rügt der Versicherte eine Verletzung des rechtlichen Gehörs, weil 
die IV-Stelle ihrer Begründungspflicht in der angefochtenen Verfügung nicht in ausreichendem 
Mass nachgekommen sei. So habe die IV-Stelle nicht aufgezeigt, aufgrund welcher medizini-
schen Berichte sich die unterschiedlichen Arbeitsunfähigkeiten begründen lassen würden. Insbe-
sondere sei nicht klar, weshalb ab Oktober 2017 aus versicherungsmedizinischer Sicht eine 
80%ige Arbeitsfähigkeit gegeben sein soll.  
 
2.2 Gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 
(BV) vom 18. April 1999 haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Gehör. In Konkretisierung 
dieses verfassungsrechtlichen Gehörsanspruchs statuiert Art. 49 Abs. 3 des Bundesgesetzes 
über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 die 
grundsätzliche Pflicht der Versicherungsträger, ihre Verfügungen zu begründen, wenn sie den 
Begehren der Parteien nicht voll entsprechen. Zur Frage, welche Begründungsdichte die Verfü-
gung aufweisen muss, äussert sich die genannte Bestimmung nicht. Diesbezüglich ist auf die 
bundesgerichtliche Rechtsprechung zu verweisen, wonach die Begründung so abgefasst sein 
muss, dass die betroffene Person die Verfügung gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann. 
Dies ist nur möglich, wenn sowohl die betroffene Person wie auch die Rechtsmittelinstanz sich 
über die Tragweite des Entscheides ein Bild machen können. Zu diesem Zweck müssen wenigs-
tens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und 
auf die sich ihre Verfügung stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit 
jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. 
Vielmehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken 
(BGE 136 I 188 E. 2.2.1, 124 V 181 E. 1 mit Hinweisen). 
 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

2.3 Eine schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs hat - auf Antrag oder von Am-
tes wegen - die Aufhebung des angefochtenen Verwaltungsaktes und die Rückweisung der Sa-
che zu neuer Entscheidung unter Wahrung der Verfahrensrechte der betroffenen Partei zur 
Folge. Davon kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn die Rechtsmittelinstanz in tatsäch-
licher und rechtlicher Hinsicht über uneingeschränkte Kognition verfügt und wenn die Rückwei-
sung zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu unnötigen Verzögerungen führen würde, 
die mit dem Interesse der betroffenen Partei an einer beförderlichen Beurteilung der Sache nicht 
zu vereinbaren wären (BGE 132 V 390 E. 5.1 mit Hinweis). 
 
2.4 In der angefochtenen Verfügung vom 19. August 2019 wird ab Seite 8 dargelegt, auf 
welche medizinische Einschätzung sich die IV-Stelle bei der abgestuften, befristeten Rentenzu-
sprechung stützt. Es wird ersichtlich, dass sie dem Gutachten von Dr. D.____ vom 12. März 2018 
und den Stellungnahmen ihres RAD-Arztes Dr. E.____ volle Beweiskraft zumisst. Ein Blick in die 
Akten zeigt auf, dass der von der IV-Stelle festgelegte Verlauf der Arbeitsunfähigkeiten sich auf-
grund der Beurteilungen von Dr. E.____ vom 18. September 2017 und 28. März 2018 sowie des 
Gutachtens von Dr. D.____ vom 12. März 2018, Ziffer 5.4, nachvollziehen lässt. Eine Verletzung 
der Begründungspflicht durch die IV-Stelle ist bei dieser Sachlage nicht zu erkennen.  
 
2.5 Selbst wenn eine Verletzung des rechtlichen Gehörs infolge unzureichender Begrün-
dung der angefochtenen Verfügung vorliegen würde, wäre eine solche als geheilt zu betrachten. 
Denn das Kantonsgericht, welches in IV-Beschwerdeverfahren gemäss § 57 VPO über eine un-
eingeschränkte Kognition verfügt, räumte dem Rechtsvertreter des Versicherten ein Replikrecht 
zur Vernehmlassung der IV-Stelle vom 4. Dezember 2019 ein, in welcher sich die IV-Stelle aus-
führlich mit dem medizinischen Sachverhalt auseinandersetzte und dabei die entsprechenden 
medizinischen Berichte aufführte. Auf Seite 6 der Vernehmlassung ist der Ziffer 7 insbesondere 
zu entnehmen, dass die IV-Stelle gestützt auf das Gutachten von Dr. D.____ davon ausging, ab 
Oktober 2017 bestehe eine 80%ige Arbeitsfähigkeit. In der Replik vom 7. Februar 2020 hatte der 
Rechtsvertreter des Versicherten die Gelegenheit, sich dazu zu äussern. Unter diesen Umstän-
den besteht keine Veranlassung, aufgrund einer Verletzung des rechtlichen Gehörs den ange-
fochtenen Verwaltungsakt aufzuheben und die Sache zur Neuverfügung an die IV-Stelle zurück-
zuweisen. Ein solcher Schritt würde letztlich zu einem formalistischen Leerlauf und damit zu un-
nötigen Verzögerungen führen, was mit dem Interesse des Versicherten an einer beförderlichen 
Beurteilung der Sache nicht zu vereinbaren wäre. 
 
3.1 Materiell streitig ist, ob die IV-Stelle dem Versicherten zu Recht eine vom 1. August 2014 
bis 30. September 2014 befristete ganze, vom 1. Oktober 2014 bis 31. August 2015 eine befris-
tete halbe und vom 1. März 2017 bis 31. Dezember 2017 eine befristete ganze Invalidenrente 
zugesprochen hat. Massgebend ist der Sachverhalt, wie er sich bis zum Erlass der angefochte-
nen Verfügung (hier: 19. August 2019) entwickelt hat. Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungs-
gemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprüfungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hin-
weis). In diesem Zusammenhang ist bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass die Beur-
teilung von Dr. F.____ vom 27. Januar 2020/11. Februar 2020 im vorliegenden Verfahren nicht 
berücksichtigt werden kann, da die darin beschriebenen Schwindelepisoden mit Stürzen einen 
Sachverhalt betreffen, der sich erst nach Verfügungserlass verwirklicht hat.  

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
3.2 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG hat die versicherte Person Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn sie zu mindestens 70 %, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60 %, auf eine 
halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50 % und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 
40 % invalid ist. Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Die Invalidität wird durch eine Beein-
trächtigung der körperlichen, der geistigen oder der psychischen Gesundheit verursacht, wobei 
sie im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein kann (Art. 4 Abs. 1 
IVG; Art. 3 und 4 ATSG). 
 
4.1 Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurteilung 
der Arbeitsfähigkeit einer versicherten Person ist die rechtsanwendende Behörde – die Verwal-
tung und im Streitfall das Gericht – auf Unterlagen angewiesen, die vorab von Ärztinnen und 
Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Deren Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurtei-
len und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 
versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 115 V 134 E. 2, 114 V 314 E. 3c, 105 V 158 E. 1 in 
fine). Darüber hinaus bilden die ärztlichen Stellungnahmen eine wichtige Grundlage für die Beur-
teilung der Zumutbarkeit, also der Frage, welche anderen Erwerbstätigkeiten als die zuletzt aus-
geübte Berufsarbeit von der versicherten Person auf dem allgemeinen, ausgeglichenen und nach 
ihren persönlichen Verhältnissen in Frage kommenden Arbeitsmarkt zumutbarerweise noch ver-
richtet werden können (ULRICH MEYER-BLASER, Zur Prozentgenauigkeit in der Invaliditätsschät-
zung, in: René Schaffhauser/Franz Schlauri [Hrsg.], Rechtsfragen der Invalidität in der Sozialver-
sicherung, St. Gallen 1999, S. 20 f. mit Hinweisen). 
 
4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle ande-
ren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die 
verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, 
auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfol-
gerungen der Expertin oder des Experten begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert 
ist somit grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der einge-
reichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 352 
E. 3a, 122 V 160 E. 1c). 
 

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

4.3 Dennoch erachtet es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdi-
gung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richt-
linien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusammenstellungen dieser 
Richtlinien in BGE 125 V 352 ff. E. 3b und in AHI-Praxis 2001 S. 114 E. 3b, jeweils mit weiteren 
Hinweisen). So ist den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer 
Spezialärztinnen und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen 
sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüs-
sigen Ergebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange 
nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 
E. 3b/bb mit weiteren Hinweisen). Hingegen kommt Berichten und Gutachten versicherungsinter-
ner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG ein-
geholten Gutachten externer Fachpersonen. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge An-
forderungen zu stellen, wenn ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens 
entschieden werden soll. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüs-
sigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen 
vorzunehmen (BGE 135 V 470 E. 4.4 in fine mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 
2015, 8C_879/2014, E. 5.3). 
 
5.1 Den Akten ist zu entnehmen, dass der Versicherte ca. 2008 eine Hüfttotalprothese links 
erhielt (vgl. Bericht des Spitals H.____ vom 12. Juli 2013). Aufgrund der am 4. September 2013 
ausgewiesenen aktivierten Coxarthrose rechts (vgl. SPECT-CT vom 4. September 2013; Bericht 
des Spitals H.____ vom 26. November 2013) wurde am 10. Januar 2014 auch die rechte Hüfte 
mit einer Totalprothese versorgt (vgl. Operationsbericht vom 13. Januar 2014). Die bereits vor 
der Operation bestandene Überlänge des rechten Beines konnte mit dem Eingriff nicht korrigiert 
werden. Es wurde immer noch eine Beinlängendifferenz im Liegen von + 1,5 cm rechts gemessen 
(vgl. Berichte des Spitals H.____ vom 13. Januar 2014, 17. März 2014 und 1. April 2014). Im April 
2014 war bei der rechten Hüftseite eine Verbesserung der Beschwerden festzustellen. Der Ver-
sicherte klagte aber vermehrt über Schmerzen bei der linken Hüfte und der Lendenwirbelsäule 
(LWS; vgl. Bericht des Spitals H.____ vom 1. April 2014). Bei der Untersuchung im März 2015 
berichtete er auch über Schmerzen auf der rechten Hüftseite (vgl. Bericht des Spitals H.____ vom 
19. März 2015). Ein stundenweiser Arbeitsversuch bei den B.____ ab 2. Juni 2015 brach der 
Versicherte aufgrund der Nebenwirkungen der Medikamente nach 2 – 3 Monaten ab. Hingegen 
war es ihm möglich, täglich 1,5 bis 2 Stunden als Zeitungsverträger zu arbeiten (vgl. Berichte des 
Spitals I.____ vom 28. Juni 2015 und des Spitals H.____ vom 9. September 2015).  
 
5.2 Da die Schmerzen des Versicherten an der LWS und der Hüfte nicht hinreichend objek-
tivierbar waren und keine sämtliche Beschwerden umfassende orthopädische Beurteilung vorlag, 
beauftragte die IV-Stelle Dr. med. J.____, FMH Rheumatologie, mit der Begutachtung des Versi-
cherten. Dr. J.____ hielt in seinem Gutachten vom 21. Oktober 2015 als Diagnosen mit Auswir-
kungen auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach Neugeborenenhüftluxation beidseits mit Status 
nach Hüfttotalprothese links und Status nach Hüfttotalprothese rechts und residueller 
Schmerzsymptomatik im Hüft- und proximalen Oberschenkelbereich links fest. Die diskreten 
Spondylosen und Spondylarthrosen L5/S1 ohne Neurokompression und die foraminale Enge L4 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

beeinflussten die Arbeitsfähigkeit nicht. Möglicherweise sei die persistierende Schmerzsympto-
matik bei der linken Hüfte auf eine Offsetstörung (= eine anatomische Variante mit verminderter 
Taillierung am Übergang vom Hüftkopf zum Schenkelhals) oder ein Impingement zurückzuführen. 
Es bestehe eine Beinverkürzung links von 2 cm, welche unausgeglichen zu gewissen Fehlhal-
tungen und –belastungen führen könne. Aufgrund der Beeinträchtigungen bei der linken Hüfte 
könne der Versicherte keine mittelschweren bis schweren körperlichen Arbeiten mehr ausführen 
und keine längeren Strecken mehr gehen. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit im Gastronomie-
sektor und als Zeitungsverträger bestehe aufgrund der rein stehenden/gehenden Tätigkeit eine 
50%ige Arbeitsunfähigkeit. Demgegenüber sei es dem Versicherten zumutbar, eine alternative 
wechselbelastende (Sitzen, Gehen, Stehen) Tätigkeit ohne Heben und Tragen von mittelschwe-
ren bis schweren Lasten über 5 kg und ohne Verweilen in der gleichen Position von mehr als 
einer Stunde zu 100 % auszuüben. Diese Zumutbarkeitsbeurteilung gelte ab 1. Juni 2015. Davor 
sei er vom 12. Juli 2013 bis 30. Juni 2014 in einer Verweistätigkeit zu 100 % und vom 1. Juli 2014 
bis 31. Mai 2015 zu 50 % arbeitsunfähig gewesen. 
 
5.3 Aufgrund des Impingements bei der linken Hüfte und der Offsetstörung wurde am 14. Ja-
nuar 2016 ein Hüftkopfwechsel im Spital H.____ durchgeführt (vgl. Operationsbericht vom 14. 
Januar 2016 und Austrittsbericht vom 19. Januar 2016). 
 
5.4 Vom 29. Januar 2016 bis 5. Februar 2016 war der Versicherte wegen einer koronaren 
2-Gefässerkrankung mit akutem Herzinfarkt am 29. Januar 2016 im Spital H.____ hospitalisiert 
(vgl. Kurzaustrittsbericht vom 5. Februar 2016). Nachdem sich der Versicherte vom 7. bis 
26. Februar 2016 zur Rehabilitation in der Klinik K.____ aufgehalten hatte (vgl. Bericht vom 
26. Februar 2016), wurde dem Versicherten am 22. April 2016 aus kardiologischer Sicht eine 
100%ige Arbeitsfähigkeit attestiert (vgl. Bericht des Spitals H.____ vom 22. April 2016). Im wei-
teren Verlauf hat sich die kardiologische Situation nicht verändert (vgl. Bericht des Spitals H.____ 
vom 6. Oktober 2017).  
 
5.5 Aufgrund einer progredienten Gangstörung begutachtete Dr. F.____ im Auftrag des 
Hausarztes des Versicherten, Dr. med. G.____, den Versicherten aus neurologischer Sicht. Dem 
Bericht von Dr. G.____ vom 5. Januar 2017 ist zu entnehmen, dass Dr. F.____ den Versicherten 
bereits im Dezember 2016 neurologisch untersucht und dabei eine Paraspastik festgestellt hatte, 
deren Ursache damals noch unklar war. Nach Durchführung von MRT-Untersuchungen des Neu-
rocraniums und der Wirbelsäule konnte Dr. F.____ am 30. Januar 2017 nun eine zervikale Mye-
lopathie bei zervikaler Spinalkanalstenose HWK 5/6 und HWK 6/7 mit Paraspastik diagnostizie-
ren. Als weitere Diagnosen führte er chronische Kopfschmerzen am ehesten vom Spannungstyp, 
eine koronare 2-Gefässerkran-kung, Hüftbeschwerden beidseits und chronische Lumbalgien mit 
lumboischialgiformen Schmerzen auf. Die MRT der Wirbelsäule vom 13. Januar 2017 habe eine 
hochgradige Spinalkanalstenose auf der Höhe HWK 5/6 mit Myelonkompression und myelopa-
thischem Signal und eine höhergradige Stenose auf der Höhe HWK 6/7 gezeigt. Aufgrund dieser 
Befunde stehe fest, dass die zervikale Myelopathie Ursache der seit Jahren bestehenden Pa-
raspastik sei. Zur Klinik passten die durch Husten verstärkten Missempfindungen der Hände. 
Hinweise auf eine entzündlich-demyelinisierende Erkrankung des Zentralnervensystems seien 
dagegen keine vorhanden.  

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
5.6 In der Folge nahm der Neurochirurg, Dr. med. L.____, Spital M.____, am 21. März 2017 
eine ventrale Diskektomie, eine Foraminotomie und eine Implantation zweier Bandscheibenpro-
thesen bei der Halswirbelsäule (HWS) vor (vgl. Bericht des Spitals M.____ vom 24. März 2017).  
 
5.7 Am 10. April 2017 hielt Dr. F.____ als Diagnosen eine beinbetonte Tetraspastik fest. Es 
beständen erhebliche Schädigungen der Pyramidenbahn und der langen spinalen Bahnen, 
wodurch die Gehfähigkeit des Versicherten erheblich eingeschränkt werde. Die chronischen 
Kopfschmerzen, die Hüftbeschwerden bei Hüftdysplasien und die Lumbalgien seien auf die Tet-
raspastik zurückzuführen. Die Tetraspastik vermindere die Kraft sowie die Koordination in den 
Beinen und beeinträchtige das Gleichgewicht. Der Versicherte sei deswegen zu 70 – 80 % in 
seiner Arbeitsfähigkeit eingeschränkt. Stehende oder gehende Arbeiten könne der Versicherte 
überhaupt nicht mehr ausüben. Aufgrund der Sensibilitätsstörung in den Händen bestehe eine 
manuelle Ungeschicklichkeit.   
 
5.8  Dr. L.____ liess am 22. Juni 2017 die HWS des Versicherten bildgebend untersuchen 
Aufgrund dieser Bilder hielt er in seinem Bericht vom 22. Juni 2017 als Diagnosen einen Status 
nach ventraler Diskektomie und Dekompression des Spinalkanals HWK 5/6 und HWK 6/7, Fora-
minotomie bei C6 und C7 und Implantation zweier Bandscheibenprothesen fest. Er bestätigte 
eine deutliche Regredienz der Gangstörung. Es lägen aber immer noch erhebliche Zeichen der 
spinalen Ataxie vor. Das Feingefühl in den Händen habe demgegenüber deutlich zugenommen. 
Aufgrund dieser Befunde könne der Versicherte nur noch leichte körperliche Tätigkeiten halbtags, 
d.h. 50 %, ausführen, sofern sie zu gleichen Teilen sitzend, stehend und gehend ausgeübt wer-
den könnten.  
 
5.9 Schliesslich liegt das Gutachten von Dr. D.____ in den Akten, auf welches sich die IV-
Stelle bei ihrer Rentenzusprechung stützt. Dr. D.____ hielt als Diagnosen mit Auswirkungen auf 
die Arbeitsfähigkeit (1) eine Residualsymptomatik einer zervikalen Myelopathie bei Status nach 
operativem Eingriff vom 21. März 2017, bei kleinschrittigem ataktischem Gangbild und bei ver-
minderter Sensibilität der Hände, (2) einen Status nach kongenitaler Hüftluxation rechts mit nach-
folgender Hüftdysplasie rechts bei Status nach Hüfttotalprothese rechts vom 10. Januar 2014, (3) 
einen Status nach kongenitaler Hüftluxation links mit nachfolgender Hüftdysplasie links bei Status 
nach Hüftoperation links 1973 und nach Hüfttotalprothese links ca. 2008, (4) einen Status nach 
Hüftkopfwechsel, Nachresektion dorsal am Schenkelhals und Entfernung eines dorsalen Pfan-
nenrandosteophyts bei Impingement Hüfte links und vermindertem Offset am 14. Januar 2016 
und (5) eine persistierende Schmerzsymptomatik fest. Das chronische Lumbovertebralsyndrom, 
die koronare 2-Gefässerkrankung, die arterielle Hypertonie und die chronischen Kopfschmerzen 
beeinflussten die Arbeitsfähigkeit dagegen nicht. In der Beurteilung führte Dr. D.____ aus, dass 
beim Versicherten ein zervikovertebrales Syndrom mit einer Residualsymptomatik im Sinne eines 
leicht ataktischen Gangbildes sowie einer verminderten Sensibilität im Bereich der Hände bei 
Status nach Diskusprothesen-Operation C5/6 und C6/7 mit noch radiologischen Zeichen einer 
Myeolopathie bestehe. Die Residualsymptomatik des ataktischen Gangbildes sei eindrücklich 
und klinisch klar reproduzierbar. Ebenso sei aufgrund der Anamnese eine klinisch relevante Stö-

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

rung bezüglich der Feinmotorik der Hände anzunehmen. Es beständen dadurch erhebliche Ein-
schränkungen. In Bezug auf das Lumbovertebralsyndrom liege eine gewisse Diskrepanz zwi-
schen den subjektiv empfundenen Schmerzen und den altersentsprechenden degenerativen Ver-
änderungen vor. Eine solche Diskrepanz sei auch hinsichtlich der linken Hüfte festzustellen. Für 
die angestammte Tätigkeit in der Gastronomie in einem Schnellimbiss-Restaurant und als Zei-
tungsverträger bestehe aufgrund des ataktischen Gangbildes keine Arbeitsfähigkeit mehr. Aus 
dem gleichen Grund könne der Versicherte auch in einer Verweistätigkeit nicht mehr als 10 Mi-
nuten gehen oder stehen. Zudem sei es ihm aufgrund der eingeschränkten Feinmotorik in den 
Händen und der operierten HWS nicht mehr möglich, feinmotorische Arbeiten und dauernd mit-
telschwere oder schwere Tätigkeiten in vornübergebeugter, repetitiv bückender, dauernd inkli-
nierter oder reklinierter Stellung und Überkopfarbeiten auszuführen. Unter diesen Vorgaben 
könne er eine vorwiegend sitzende Arbeit, bei welcher er die Möglichkeit habe, aufzustehen und 
herumzugehen zu 80 % bezogen auf ein Ganztagespensum ausüben. Die Einschränkung von 20 
% sei mit dem vermehrten Zeitbedarf aufgrund der beeinträchtigten Handmotorik zu begründen. 
Zum Verlauf der Arbeitsunfähigkeiten führte er aus, dass er sich der bis Ende November 2016 
vorgenommenen Beurteilung von Dr. E.____ vom 18. September 2017 anschliesse. Demgemäss 
sei davon auszugehen, dass der Versicherte in einer angepassten Verweistätigkeit vom 4. Juni 
2013 bis 12. Juli 2013 zu 50 %, vom 13. Juli 2013 bis 31. Mai 2015 zu 0 %, vom 1. Juni 2015 bis 
28. Januar 2016 zu 100 % und vom 29. Januar 2016 bis April 2016 zu 0 % in seiner Arbeitsfähig-
keit eingeschränkt gewesen sei. Von Mai 2016 bis November 2016 habe eine vollständige Ar-
beitsfähigkeit bestanden. Aufgrund der Operation an der linken Hüfte sei dem Versicherten von 
Dezember 2016 bis Ende September 2017 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Ab 
Oktober 2017 sei es ihm zuzumuten, eine Erwerbstätigkeit im Umfang von 80 % auszuüben.  
 
6.1 Das Gutachten von Dr. D.____ entspricht - soweit dieses sich auf das Fachgebiet der 
Rheumatologie bezieht - grundsätzlich den praxisgemässen Anforderungen an den Beweiswert 
einer Expertise (vgl. Erwägung 4.2 hiervor). Es berücksichtigt die geklagten Beschwerden, beruht 
auf den notwendigen allseitigen Untersuchungen und wurde in Kenntnis der relevanten Vorakten 
erstellt und leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung 
der medizinischen Situation ein. Im Gutachten von Dr. D.____ wird jedoch den neurologischen 
Befunden von Dr. F.____ und der neurochirurgischen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit von Dr. 
L.____ zu wenig Rechnung getragen. Unter sämtlichen medizinischen Fachpersonen besteht Ei-
nigkeit, dass der Versicherte unter anderem an einer zervikalen Myelopathie (= Kompression des 
Rückenmarks) leidet, welche auf eine hochgradige zervikale Spinalkanal-stenose zurückzuführen 
ist. Dr. F.____ weist in neurologischer Hinsicht präzisierend darauf hin, dass beim Rückenmark 
die motorischen (absteigenden) Bahnen, d.h. die Pyramidenbahn und die langen spinalen Bah-
nen, erheblich geschädigt sind (vgl. dazu auch amboss.com, online: shorturl.at/dptBL, 
[28.05.2020]). Er stellt aufgrund der Bildgebung und seiner klinischen Untersuchungen als Symp-
tom der Rückenmarkschädigungen eine beinbetonte Tetraspastik, d.h. Lähmungen in allen vier 
Extremitäten, fest. Eine Schädigung der Pyramidenbahn und der extraspinalen Bahnen zeigt sich 
oft zunächst in einer Parese mit Beeinträchtigung der Feinmotorik. Diese schlaffe Lähmung kann 
dann in eine spastische Lähmung übergehen (vgl. lecturio.de, online: shorturl.at/avPTV, 
[28.05.2020]). Beim Versicherten äussert sich die Lähmung in den Beinen unbestrittenermassen 
in einem deutlichen ataktischen Gangbild, das Dr. D.____ im Übrigen als eindrücklich bezeichnet 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

hat. Daran hat auch die HWS-Operation vom 21. März 2017 nichts verändert, ist doch weiterhin 
eine ausgeprägte Ataxie festzustellen (vgl. Berichte von Dr. L.____ vom 4. Mai 2017 und 22. Juni 
2017). Bei der Ataxie handelt es sich um ein Symptom, bei welchem die Bewegungskoordination 
und Haltungsinnervation der betroffenen Person infolge gestörter funktioneller Abstimmung der 
entsprechenden Muskelgruppen beeinträchtigt ist (vgl. Lexikon der Neurowissenschaft, Ataxie, 
in: spektrum.de, online: shorturl.at/lrFT0, [28.05.2020]). Bei den Händen ist die Parese weniger 
ausgeprägt. Dort bestehen derzeit nur Sensibilitätsstörungen, welche die Feinmotorik beeinträch-
tigen. Gemäss Ansicht von Dr. D.____ führt die Residualsymptomatik des zervikovertebralen 
Syndroms zu erheblichen Einschränkungen in der Arbeitsfähigkeit. Im Rahmen dieses Syndroms 
reduzierten die eingeschränkte Beweglichkeit der HWS, das ataktische Gangbild und die Störung 
der Feinmotorik in den Händen die Arbeitsfähigkeit des Versicherten. So sei aufgrund der Ataxie 
die Gehstrecke eingeschränkt und aufgrund der beeinträchtigten HWS könnten Arbeiten in be-
stimmten Zwangsstellungen nicht mehr ausgeführt werden. Aufgrund der gestörten Handmotorik 
bestehe ein erhöhter Zeitbedarf bei der Ausübung von Tätigkeiten, was die Arbeitsfähigkeit im 
Umfang von 20 % beeinträchtige. Auch Dr. F.____ betrachtet das zervikovertebrale Syndrom und 
die gestörte Feinmotorik der Hände als die Arbeitsfähigkeit beeinflussende Faktoren. Dr. F.____ 
ist jedoch der Auffassung, dass die chronischen Kopfschmerzen und die LWS-Symptomatik im 
Zusammenhang mit der Tetraspastik bzw. mit den Schädigungen der Pyramidenbahn und der 
langen spinalen Bahnen ständen. Folglich führt er diese Leiden – im Gegensatz zu Dr. D.____ – 
als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit auf. Zudem schildert Dr. F.____ genauer 
als Dr. D.____, inwiefern die Gehfähigkeit des Versicherten eingeschränkt ist. So seien die Kraft 
der Beine und die Ausdauer reduziert sowie das Gleichgewicht und die Koordination beeinträch-
tigt. Ausserdem könne er für wenige Minuten Lasten tragen. In Bezug auf die Auswirkungen der 
Beeinträchtigungen auf die Arbeitsfähigkeit sind beide Ärzte der Ansicht, dass der Versicherte 
leichte leidensangepasste Tätigkeiten ausführen könne, sofern sie sitzend erfolgten und keine 
feinmotorischen Arbeiten beinhalteten. Während Dr. D.____ bei diesem Zumutbarkeitsprofil eine 
80%ige Arbeitsfähigkeit annimmt, geht aus der Beurteilung von Dr. F.____ nicht hervor, in wel-
chem Umfang dem Versicherten die Ausübung einer solchen sitzenden Verweistätigkeit zumut-
bar ist. Auch wenn mangels Begründung nicht auf die Ausführungen von Dr. F.____ abgestellt 
werden kann, ist seine Beurteilung geeignet sind, Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilung 
von Dr. D.____ zu erwecken. Ins Gewicht fällt dabei insbesondere der Umstand, dass die ge-
sundheitlichen Beeinträchtigungen des Versicherten vorwiegend auf neurologischen Befunden 
beruhen. Neurologische Erkrankungen fallen aber nicht ins Fachgebiet von Dr. D.____. Es er-
staunt daher nicht, dass die fachärztlichen Ausführungen von Dr. F.____ sowohl in der Befunder-
hebung als auch in der Beschreibung der daraus folgenden Beeinträchtigungen detaillierter sind 
als jene von Dr. D.____. Es ist aufgrund dieser Sachlage nicht auszuschliessen, dass die chroni-
schen Kopfschmerzen und die Lumbalgien – entgegen der Ansicht von Dr. D.____ – Symptome 
der Schädigungen am Rückenmark sind und die Arbeitsfähigkeit des Versicherten zusätzlich be-
einflussen. In dieser Hinsicht bedarf es deshalb weiterer neurologischer Abklärungen. Dieses 
Vorgehen rechtfertigt sich umso mehr, als auch der Neurochirurg Dr. L.____ dem Versicherten 
eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit für leichte körperliche Tätigkeiten attestiert (vgl. Bericht vom 
22. Juni 2017). 
 

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

6.2 Die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. L.____ vom 22. Juni 2017 gibt gleichzeitig auch 
Anlass zur Einholung von ergänzenden Ausführungen bei Dr. D.____. Dr. L.____ geht – im Un-
terschied zu Dr. D.____ und Dr. F.____ – davon aus, dass eine 50%ige Arbeitsfähigkeit nur für 
Arbeiten in teils sitzender, teils gehender und teils stehender Position gegeben sei. Dazu führt 
Dr. D.____ aus, dass er sich dieser Einschätzung anschliessen könne, wenn es sich dabei um 
eine stehende und gehende Tätigkeit handle (vgl. Gutachten S. 36). Dagegen bestehe in einer 
leidensangepassten, rein sitzenden Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 80 %. Diese Beurteilung 
ist nicht ganz nachvollziehbar, weil Dr. D.____ nicht begründet, weshalb in einer rein sitzenden 
Tätigkeit eine um 30 % höhere Arbeitsfähigkeit bestehen soll als in einer stehenden und/oder 
gehenden Arbeit. Zudem kann die Einschätzung von Dr. L.____ auch dahingehend verstanden 
werden, dass eine Verweistätigkeit im Wechsel von Sitzen, Gehen und Stehen ausgeübt werden 
müsse, dem Versicherten also eine rein sitzende Arbeit nicht zumutbar sei. Dieser Unterschei-
dung hat Dr. D.____ keine Rechnung getragen. Im Zusammenhang mit den Ausführungen von 
Dr. D.____ zur Beurteilung von Dr. L.____ vom 22. Juni 2017 bedarf es daher eines Ergänzungs-
gutachtens.  
 
6.3 Nach dem Gesagten lassen die vorhandenen medizinischen Unterlagen keine ab-
schliessende Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts und somit auch keinen Ent-
scheid über die Frage zu, ob der Versicherte ab 1. August 2014 bzw. ab 1. Januar 2018 einen 
Anspruch auf eine unbefristete ganze Invalidenrente hat. Die angefochtene Verfügung vom 19. 
August 2019 ist deshalb aufzuheben und die Sache ist zu weiteren Abklärungen an die IV-Stelle 
zurückzuweisen.  
 
7. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung hat das angerufene kantonale Versiche-
rungsgericht im Regelfall selbst ein Gerichtsgutachten einzuholen, wenn es einen im Verwal-
tungsverfahren anderweitig erhobenen Sachverhalt überhaupt für gutachterlich abklärungsbe-
dürftig hält oder wenn eine Administrativexpertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweis-
kräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-Stelle ist zulässig, wenn sie allein in der notwendigen 
Erhebung einer bisher vollständig ungeklärten Frage begründet liegt oder wenn lediglich eine 
Klarstellung, Präzisierung oder Ergänzung von gutachterlichen Ausführungen erforderlich ist 
(BGE 139 V 100 E. 1.1, 137 V 263 ff. E. 4.4.1). Da die IV-Stelle den medizinischen Sachverhalt 
aber unvollständig abgeklärt hat und es nicht die Aufgabe des kantonalen Gerichts ist, im Ver-
waltungsverfahren versäumte Abklärungen nachzuholen, steht einer Rückweisung an die IV-
Stelle unter Berücksichtigung der zitierten Rechtsprechung des Bundesgerichts nichts entgegen. 
Die Angelegenheit ist deshalb an die IV-Stelle zurückzuweisen. Diese hat den aktuellen medizi-
nischen Sachverhalt mittels eines verwaltungsexternen, neurologischen Gutachtens mit an-
schliessenden Konsensbeurteilung unter Einbezug von Dr. D.____ abzuklären. Dr. D.____ wird 
dabei gleichzeitig seine Einschätzung, wonach in einer sitzenden leidensangepassten Tätigkeit 
eine 80%ige Arbeitsfähigkeit bestehe, in Bezug auf seine Ausführungen auf Seite 36 seines Gut-
achtens zur Beurteilung von Dr. L.____ vom 22. Juni 2017 im Sinne der Erwägung 6.2 zu be-
gründen haben. Nach Vorliegen der Abklärungsergebnisse wird die IV-Stelle über den Renten-
anspruch des Versicherten neu zu verfügen haben. Die Beschwerde ist in diesem Sinne gutzu-
heissen. 
 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

8.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grundsätz-
lich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefochtene 
Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwägungen 
und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer Hinsicht 
die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als unterliegende 
Partei (BGE 137 V 57 E. 2.1 und 2.2 sowie 132 V 215 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
8.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1000.-- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten 
in Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Da die 
IV-Stelle unterliegende Partei ist, sind ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen.  
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da der Versicherte obsiegende Partei ist, ist ihm eine Parteientschädi-
gung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter des Versicherten hat in seiner 
Honorarnote vom 7. Februar 2020 für das vorliegende Verfahren einen Zeitaufwand von 
17,8333 Stunden geltend gemacht. Darin sind Bemühungen mit zwei Ausgleichskassen und einer 
anderen Versicherung von 25 Minuten enthalten, welche AHV-Beiträge, aber nicht den strittigen 
Anspruch auf eine Invalidenrente des Versicherten betreffen und deshalb im vorliegenden Ver-
fahren nicht zu entschädigen sind. Praxisgemäss bleiben auch Telefonversuche bei der Bemes-
sung der Parteientschädigung unberücksichtigt. Demzufolge ist der 5-minütige Telefonversuch 
vom 16. Januar 2020 an den behandelnden Arzt vom geltend gemachten Stundenaufwand ab-
zuziehen. Nach Abzug von insgesamt 30 Minuten verbleibt ein Stundenaufwand von 17 Stunden 
und 20 Minuten, welcher sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen 
als hoch, aber noch knapp angemessen erweist. Dieser Aufwand ist zum in Sozialversicherungs-
prozessen für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 250.-
- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen 
Auslagen von insgesamt Fr. 187.90. Dem Beschwerdeführer ist deshalb eine Parteientschädi-
gung in der Höhe von Fr. 4'869.35 (17 Stunden 20 Minuten à Fr. 250.-- + Auslagen von Fr. 187.90 
zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 
9.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 2005 
ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zulässig ge-
gen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbstständig eröffnete Zwischenentscheide 
sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Ausstandsbegeh-
ren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar, 
wenn sie einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 Abs. 1 lit. a 
BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und 
damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren er-
sparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung handelt 
es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur Aktenergänzung und 

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um einen Zwischenent-
scheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückweisungsentscheid, mit 
dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiell-rechtlichen Anspruchsvorausset-
zungen) beantwortet wird (BGE 133 V 477 E. 4.2).  
 
9.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten  
Voraussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachste-
hende Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
  

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als die angefochtene 
Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft vom 19. August 2019 aufge-
hoben und die Angelegenheit zur erneuten Abklärung im Sinne der Er-
wägungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die Vorinstanz zu-
rückgewiesen wird. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt.  

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat dem Beschwerdeführer eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 4'869.35 (inkl. Auslagen und 7,7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.