# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c4252f8-831f-5403-8d8d-7083e2dac3de
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht Praxis des Verwaltungsgerichts (PVG) 00.00.0000 PVG 2005 19
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_006_PVG-2005-19_0000-00-00.pdf

## Full Text

10/19 Gebühren und Abgaben PVG 2005

Kehrichtgebühr. Abgabesubjekt.
– Wenn das Gesetz die Kehrichtgrundgebühr auch für ge- 

wisse Kategorien von Angestellten als Abgabesubjekte 
vorsieht, kann die Gebühr nicht deren Arbeitgeber auf- 
erlegt werden.

Tassa sui rifiuti. Soggetto della stessa.
– Se nella legge sono previste quali soggetti della tassa di 

base sui rifiuti differenti categorie d’impiegati, la tassa non 
può essere imposta ai loro datori di lavoro.

Erwägungen:
1. Im Steuer- wie im Abgaberecht gilt es grundsätzlich stets

zwischen Steuersubjekt und Steuerobjekt zu unterscheiden. Das 
Steuersubjekt definiert den Schuldner, das Steuerobjekt gibt den 
abgabepflichtigen Tatbestand wieder. Anknüpfungspunkt für die 
hier strittige Kehrichtgebühr ( Rechnung vom 13.04.2005 ) ist das 
seit 01.01.2002  in der betreffenden Gemeinde gültige Abfallgesetz  
( GAbG ), worin die umweltgerechte Entsorgung der Abfälle auf 
Gemeindegebiet als Zweckbestimmung ( Art. 1) angeführt wird. 
Zur Finanzierung wurde in Art. 21 GAbG bestimmt, dass die 
Unkosten der Siedlungsabfallbewirtschaftung mit Grund- und Ge- 
bindegebühren gedeckt werden sollten. Während die Gebinde- 
gebühren in Art. 22 GAbG als mengenabhängige Kosten ausge- 
staltet sind, wurde zu den Grundgebühren in Art. 23 GAbG was 
folgt bestimmt: Die Grundgebühren werden jährlich erhoben von 
allen Einwohnerinnen und Einwohnern inkl. Ausländer (mit Bewil- 
ligung B, C, Saisonniers, Kurzaufenthalter [ L]), von Ferienwoh- 
nungs-/Hauseigentümern, Handels-/Gewerbe-/Dienstleistungs- 
sowie Land- und Forstwirtschaftsbetrieben. Im Anhang I «Ge- 
bührentarif» wurden die pflichtigen «Steuersubjekte» bezüglich 
Grundgebühr nochmals detailliert und einzeln wie folgt aufge- 
listet: a) Schweizer mit Niederlassung und Ausländer mit Aufent- 
haltsbewilligung B oder C Grundgebühr Fr. 50.– [ bzw. Familien- 
pauschale Fr. 200.–]; b) Saisonniers + Kurzaufenthalter Fr. 20.–; 
c) Ferien-/Zweitwohnungen Fr. 100.– [usw.]; letztlich h) Grosse Be- 
triebe [ Hotels/Restaurants] Fr. 450.–. Aus jener klaren Gebühren- 
regelung ergibt sich zweifelsfrei, dass namentlich auch die hier 
allein und ausschliesslich interessierenden Saisonniers und Kurz- 
aufenthalter [mit L-Bewilligung] als eigenständiges Steuer- bzw. 
Abgabesubjekt erfasst und als Schuldner ins Recht gefasst wer- 
den. Wie aus den vorhandenen Akten bzw. der Korrespondenz im

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konkreten Fall jedoch hervorgeht, stellte die Gemeinde  jeweils 
dem Hotelbesitzer bzw. Arbeitgeber der beiden  Kurzaufenthal-  
ter/ Saisonniers die Grundgebühr von Fr. 40.– ( 2 x Fr. 20.– laut An- 
hang I Ziff. A, lit. b) in Rechnung, womit offensichtlich das falsche 
Steuersubjekt bzw. der falsche «Abgabeschuldner» ins Recht ge- 
fasst wurde. Der angefochtene Einspracheentscheid muss deshalb 
schon aus diesem formellen Grunde aufgehoben werden, was zur 
Gutheissung des Rekurses führt.
A 05 75 Urteil vom 14.  November 2005

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