# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d9669ec7-2bfd-5171-833a-2f94b1886664
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-07-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.07.2013 UV 2012/85
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2012-85_2013-07-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2012/85

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 30.08.2019

Entscheiddatum: 29.07.2013

Entscheid Versicherungsgericht, 29.07.2013
Art. 4 UVG; Art. 6 Abs. 2 UVG in Verbindung mit Art. 9 Abs.2 UVV: Verneinung 
eines Unfalls, aber Bejahung einer unfallähnlichen Körperschädigung 
bezüglich Ausführung eines gestreckten Vorwärtsfusstritts mit dem linken 
Bein und dem anschliessenden Abrollen des rechten Fusses von der Ferse 
auf den Fussballen und Erleidens eines Risses der Achillessehne im Rahmen 
eines polizeilichen Sicherheitstrainings mit Kampfausrüstung (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. Juli 2013, UV 
2012/85).

Versicherungsrichterin Christiane Gallati Schneider (Vorsitz),Versicherungsrichter

Joachim Huber, Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiberin Vera

Holenstein Werz

Entscheid vom 29. Juli 2013

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Simone Schmucki, Marktgasse 3, 

9004 St. Gallen,

gegen

Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG,Postfach, 8085 Zürich,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Leistungspflicht

Sachverhalt:

A.

A.___ ist bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Zürich) gegen die 

Folgen von Unfällen versichert. Laut Schadenmeldung UVG vom 6. Juli 2012 vollzog 

der Versicherte am 28. Juni 2012 als Teilnehmer einer BFE (Beweissicherungs- und 

Festnahmeeinheit)-Ausbildung bei einer Zugriff-/Abwehrvariante mit dem linken Bein 

einen gestreckten Vorwärtsfusstritt und rollte mit dem rechten Bein von der Ferse her 

auf den Fussballen. Ohne Einwirkung von Dritten riss ihm dabei die Achillessehne 

rechts, die am 2. Juli 2012 in der Klinik B.___ durch Dr. med. C.___ operativ versorgt 

wurde (act. G 3.1/Z1, act. G 3.1/ZM1). Nach Einholung ergänzender Erkundigungen 

beim Versicherten zum Ereignishergang (act. G 3.1/Z4) teilte ihm die Zürich mit 

Schreiben vom 23. Juli 2012 mit, sie müsse einen Leistungsanspruch aus der 

Unfallversicherung mit der Begründung ablehnen, dass weder ein Unfall noch eine 

unfallähnliche Körperschädigung vorliege (act. G 3.1/Z6). Auf Ersuchen des 

Versicherten vom 8. Juli (recte: August) 2012 (act. G 3.1/Z11) erliess die Zürich am 13. 

August 2012 eine entsprechende formelle Verfügung (act. G 3.1/Z12).

B.

Die gegen diese Verfügung vom Versicherten am 22. August 2012 erhobene 

Einsprache (act. G 3.1/Z14) wies die Zürich mit Einspracheentscheid vom 24. 

September 2012 (act. G 3.1/Z18) ab.

C.  

C.a  Gegen diesen Einspracheentscheid richtet sich die von Rechtsanwältin lic. iur. 

S. Schmucki, St. Gallen, für den Versicherten am 25. Oktober 2012 eingereichte 

Beschwerde mit dem Antrag, der Einspracheentscheid vom 24. September 2012 sei 

aufzuheben und die Beschwerdegegnerin sei anzuweisen, das Ereignis vom 28. Juni 

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2012 als Unfall anzuerkennen und die gesetzlichen Leistungen aus UVG zu erbringen, 

unter Kosten- und Entschädigungsfolge (act. G 1).

C.b  In der Beschwerdeantwort vom 1. November 2012 beantragte die 

Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde (act. G 3).

C.c  Mit Replik vom 19. März 2012 (act. G 11) und Duplik vom 16. April 2013 

bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

C.d  Am 4. Juni 2013 legte die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers Fotos der 

Ausrüstung, wie sie während des Trainings getragen werde, ins Recht und brachte vor, 

dass das Tragen einer schweren Ausrüstung ein weiteres äusseres Element darstelle, 

welches im Sinn der Ungewöhnlichkeit für die Bewertung des Ereignisses als Unfall 

spreche (act. G 15).

C.e  Auf die weiteren Begründungen und Ausführungen in den einzelnen 

Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen 

eingegangen.

Erwägungen:

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin als obligatorischer 

Unfallversicherer für die Folgen des Ereignisses vom 28. Juni 2012 leistungspflichtig 

ist.

2.   

2.1 Die Beschwerdegegnerin hat den Unfallbegriff (Art. 4 des Bundesgesetzes über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]) sowie die 

Rechtsprechung zum Unfallbegriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren 

Faktors (vgl. dazu auch BGE 134 V 72, BGE 130 V 117) zutreffend dargelegt. Gleiches 

gilt für den Begriff der unfallähnlichen Körperschädigungen (Art. 6 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Unfallversicherung [UVG; SR 832.20] in Verbindung mit Art. 9 

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Abs. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung [UVV; SR 832.202]). Darauf wird 

verwiesen. Das bei einem Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG vorausgesetzte 

Begriffsmerkmal der Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors ist bei den unfallähnlichen 

Körperschädigungen - wie im Einspracheentscheid festgehalten - nicht erforderlich. 

Hingegen ist entgegen der Argumentation der Rechtsvertreterin des 

Beschwerdeführers - zusätzlich zum Vorliegen einer der in Art. 9 Abs. 2 UVV 

abschliessend (vgl. BGE 116 V 140 E. 4a, BGE 116 V 147 E. 2b, je mit Hinweisen; 

Alfred Maurer, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Aufl. Bern 1989, S. 202) 

aufgezählten Körperschädigungen sei kein äusserer Faktor erforderlich - darauf 

hinzuweisen, dass das Erfordernis des äusseren Faktors weiterhin gilt (BGE 129 V 466; 

Urteile des Bundesgerichts [bis 31. Dezember 2006 Eidgenössisches 

Versicherungsgericht, EVG] vom 3. Juli 2009, 8C_346/2009, E. 3, und vom 9. Juni 

2008, 8C_532/2007, E. 5.1; vgl. Petra Fleischanderl, Unfallähnliche 

Körperschädigungen - aktuelle Rechtslage, SZS 2009 S. 151; Alexandra Rumo-Jungo/

André Pierre Holzer, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialver­

sicherungsrecht, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl. Zürich/Basel/Genf 

2012, S. 80 f.).

2.2 Das für die Bejahung eines Unfalls vorausgesetzte Merkmal des ungewöhnlichen 

äusseren Faktors kann auch in einer unkoordinierten Bewegung bestehen (RKUV 1999 

Nr. U 333 S. 199 E. 3c/aa und RKUV 1999 Nr. U 345 S. 422 E. 2b; Maurer, a.a.O., 

S. 176 f.). In einem solchen Fall ist das Merkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, wenn ein 

in der Aussenwelt begründeter Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung 

gleichsam "programmwidrig" beeinflusst hat, was beispielsweise dann zutrifft, wenn 

die versicherte Person stolpert, ausgleitet oder an einen Gegenstand anstösst oder 

wenn sie, um ein Ausgleiten zu verhindern, eine reflexartige Abwehrbewegung ausführt 

oder auszuführen versucht (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 f. [U 322/02] E. 4.1; Rumo-

Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40 mit Hinweisen). Dass es tatsächlich zu einem Sturz kommt, 

wird mithin nicht vorausgesetzt. Es gilt jedoch festzuhalten, dass der Nachweis eines 

Unfalls bei Schädigungen, die sich auf das Körperinnere beschränken, insofern 

strengen Anforderungen unterliegt, als die unmittelbare Ursache der Schädigung unter 

besonders sinnfälligen Umständen gesetzt werden muss; denn ein Unfallereignis 

manifestiert sich in der Regel in einer äusserlich wahrnehmbaren Schädigung, während 

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bei deren Fehlen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine krankheitsbedingte Ursache 

besteht (RKUV 1996 Nr. U 253 S. 204 E. 4d).

2.3 Im Unfallversicherungsrecht herrscht, wie allgemein im Sozialversicherungsrecht, 

der Untersuchungsgrundsatz. Der Unfallversicherer und im Streitfall das Gericht haben 

den Sachverhalt von Amtes wegen zu ermitteln. Indessen ist die Person, die 

Leistungen verlangt, gesetzlich verpflichtet, dabei mitzuwirken. Kommt sie dieser 

Forderung nicht nach, indem sie unvollständige, ungenaue oder widersprüchliche 

Angaben macht, die das Bestehen eines unfallmässigen Schadens als unglaubwürdig 

erscheinen lassen, besteht keine Leistungspflicht des Unfallversicherers (BGE 114 V 

305 E. 5b). Wenn eine versicherte Person ihre Darstellung im Lauf der Zeit wechselt, 

kommt den Angaben, die sie kurz nach dem Unfall gemacht hat, in der Regel grössere 

Bedeutung zu als jenen nach Kenntnis einer Ablehnungsverfügung des Versicherers 

(sogenannte Aussage der ersten Stunde; Maurer, a.a.O., S. 263; Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 5; BGE 115 V 143 E. 8c mit Hinweisen). Das Gericht stellt auf jene 

Sachverhaltsdarstellung ab, die es von allen möglichen Geschehensabläufen als die 

wahrscheinlichste würdigt. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts 

genügt den Beweisanforderungen nicht (BGE 126 V 360 E. 5b, BGE 117 V 360 E. 4a, je 

mit Hinweisen). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst eine Beweislast im Sinn einer 

Beweisführungslast begriffsnotwendig aus. Die Parteien tragen aber eine Beweislast 

insofern, als im Fall der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei 

ausfällt, die aus dem unbewiesenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese 

Beweisregel kommt zur Anwendung, wenn im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes 

kein wahrscheinlicher Sachverhalt ermittelt werden kann (BGE 114 V 305 f. E. 5b).

3. 

Gemäss Schadenmeldung vom 6. Juli 2012 erlitt der Beschwerdeführer am 28. Juni 

2012 ohne Einwirkung von Dritten einen Achillessehnenriss rechts, als er als Teilnehmer 

einer BFE-Ausbildung bei einer Zugriff-/Abwehrvariante mit dem linken Bein einen 

gestreckten Vorwärtsfusstritt vollzog und mit dem rechten Bein von der Ferse her auf 

den Fussballen rollte (act. G 3.1/Z1). Im Fragebogen zum Ereignishergang vom 13. Juli 

2012 schilderte der Beschwerdeführer, sie hätten ein Eigensicherungstraining 

durchgeführt, wobei bestimmte Abläufe für einen Zugriff auf gewaltbereite Fans 

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eingeübt würden. Er habe im Zentrum und vier Angreifer (Arbeitskollegen) hätten um 

ihn herum gestanden. Er habe sich Raum verschafft, indem er mit dem linken Bein zu 

einem Vorwärtsfusstritt angesetzt habe. Dabei habe er auf dem rechten Fuss 

gestanden und sei von der Ferse her auf den Fussballen gerollt. In der Folge habe er 

einen grossen Schmerz in der unteren Hälfte des Wadenmuskels verspürt. Auf die 

Frage, ob sich im Bewegungsablauf anlässlich des Ereignisses vom 28. Juni 2012 

etwas Ungewöhnliches zugetragen habe, antwortete der Beschwerdeführer, dass 

durch das Abrollen von der Ferse auf den Fussballen ein zu grosser Druck in der Sehne 

entstanden und diese somit gerissen sei. Er habe durch den wahrgenommenen Druck 

sofort gewusst, dass die Achillessehne gerissen sein müsse (act. G 3.1/Z4). Am 2. Juli 

2012 wurde dem Beschwerdeführer die gerissene Achillessehne rechts durch Dr. C.___ 

operativ behandelt (act. G 3.1/ZM1). In der Einsprache vom 22. August 2012 (act. G 

3.1/Z14), und mithin nach der am 13. August 2012 durch die Beschwerdegegnerin 

verfügten Ablehnung der Leistungspflicht für die entsprechenden Behandlungskosten 

(act. G 3.1/Z12), führte der Beschwerdeführer aus, die Ausbildung sei eine 

Eigensicherungs-/Selbstverteidigungslektion, wobei ein einzelner Teilnehmer von 

mehreren Gegnern angegriffen werde. Dieser müsse sich mit Händen und Füssen 

verteidigen. So habe er - der Beschwerdeführer - sich mittels eines abrupten, 

gestreckten Vorwärtsfusstritts mit dem linken Fuss gegen vier rund um ihn stehende/

angreifende Gegner (Arbeitskollegen) verteidigt. Dabei sei er bei einer Abwehr mit dem 

rechten Fuss, auf welchem nun das gesamte Körpergewicht gelegen habe, von der 

Ferse her auf die Fussspitze gerollt. Dadurch habe er erstens die Distanz zum Gegner 

verkürzen und zweitens das ganze Körpergewicht in den Vorwärtsfusstritt legen 

können. Während dieser enormen Belastung auf dem rechten Fuss, habe die 

Achillessehne gerissen. Es sei zu erwähnen, dass die Bewegungen reaktionsschnell 

und abrupt durchgeführt werden müssten. Die Angreifer gingen dabei stetig auf den 

Abwehrenden los.

4.   

4.1 Zu prüfen ist vorerst, ob das in Erwägung 3 geschilderte Geschehen das Merkmal 

der Ungewöhnlichkeit erfüllt und somit ein Unfall im Sinn von Art. 4 ATSG vorliegt. Dies 

wird von der Beschwerdegegnerin ausdrücklich bestritten, vom Beschwerdeführer 

indessen geltend gemacht. Zunächst ist festzuhalten, dass grundsätzlich jedes 

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Geschehen für sich, mit seinen ihm eigenen Sachverhaltskomponenten, in Bezug auf 

das Merkmal der Ungewöhnlichkeit hin geprüft werden muss. Ebenso wie nicht 

uneingeschränkt gesagt werden kann, dass das Erleiden einer Verletzung im Rahmen 

einer sportlichen Betätigung als Unfall gilt, vermag auch die Argumentation der 

Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers in der Beschwerde vom 25. Oktober 2012 

(act. G 1) - das Sicherheitstraining selbst stelle bereits eine im Vergleich zum Alltag 

aussergewöhnliche Situation dar; von einer "blossen Lebensverrichtung" könne keine 

Rede sein; im Gegenteil sei einem Sicherheitstraining (Abwehr von körperlichen 

Angriffen) inhärent, dass dieses eine von alltäglichen Verrichtungen abweichende, 

gefahrengeneigte Tätigkeit darstelle - nicht zum Vornherein eine Ungewöhnlichkeit 

bzw. einen Unfall zu begründen. Gemäss Rechtsprechung des EVG ist auch bei einer 

Sportverletzung ohne besonderes Vorkommnis das Merkmal der Ungewöhnlichkeit und 

damit das Vorliegen eines Unfalls zu verneinen (BGE 130 V 118 E. 2.2 mit Hinweis). 

Wenn sich das in einer sportlichen Übung inhärente Risiko einer Verletzung 

verwirklicht, liegt kein Unfallereignis vor. Ein solches ist auch dann zu verneinen, wenn 

die Übung zwar nicht ideal verläuft, die Art der Ausführung sich aber noch in der 

Spannweite des Üblichen bewegt (RKUV 2004 Nr. U 502 S. 185 [U 322/02] E. 4.4). Die 

Tatsache, dass gewisse Verrichtungen, Bewegungen oder Tätigkeiten - wie hier das 

Sicherheitstraining - lediglich von einer Minderzahl von Personen ausgeübt werden, 

vermag entsprechend des Gesagten ebenfalls keine Ungewöhnlichkeit zu begründen. 

Dasselbe gilt für den Umstand, dass ein Bewegungsablauf geübt werden muss. 

Gerade Bewegungsabläufe im Rahmen des Erlernens einer Sportart erfordern ein 

Einüben und die dafür notwendigen Bewegungen werden in der Regel - insbesondere 

auch bezüglich Tempo und Schnelligkeit - dem im konkreten Zeitpunkt erreichten 

Übungsstand angepasst, womit auch eine entsprechende, die physiologischen Kräfte 

eben nicht übersteigende körperliche Anstrengung einhergeht. Das schädigende 

Moment bzw. die unmittelbar davor ausgeübte Bewegung ist differenziert im Hinblick 

auf die dabei tatsächlich entstehenden körperlichen Belastungen und nicht unter dem 

Gesichtspunkt des äusseren Rahmens - Sport, Haushalt, Sicherheitstraining, 

Berufsausübung etc. - zu prüfen. Eine relevante Programmwidrigkeit ist bei sportlichen 

Tätigkeiten allerdings dann anzunehmen, wenn die sportliche Übung anders verläuft als 

geplant bzw. wenn der Sportunfall durch mechanische Einwirkung eines äusseren 

Faktors auf den Körper (Sturz, Zusammenstossen, Ausgleiten etc.) zustande kommt 

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(RKUV 2004 Nr. U 502 S. 183 ff. [U 322/02] E. 4 mit Hinweisen; SVR 1999 UV Nr. 9 

S. 28 f. E. 3c/dd; RKUV 1992 Nr. U 156 S. 258; Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 40). 

Dies muss analog beim hier zur Debatte stehenden BFE-Training gelten.

4.2 Im vorliegenden Fall wird vom Beschwerdeführer ein üblicher Bewegungsverlauf im 

Rahmen eines Sicherheitstrainings der Kantonspolizei - ein Vorwärtsfusstritt mit dem 

linken Fuss und das nachfolgende Abrollen mit dem rechten Fuss von der Ferse auf 

den Fussballen - geschildert. Damit werden zwar äussere Faktoren im Sinn von 

äusserlich sichtbaren Körperbewegungen beschrieben, doch ist darin nichts 

Programmwidriges zu sehen und folglich keine Ungewöhnlichkeit des äusseren Faktors 

zu erblicken. Die fragliche Übung im Rahmen des Sicherheitstrainings besteht gerade 

in der Abfolge der beschriebenen Bewegungen (Vorwärtsfusstritt links, Abrollen des 

rechten Fusses). Damit die körpereigene Bewegung das gemäss Art. 4 ATSG 

erforderliche Tatbestandsmerkmal der Ungewöhnlichkeit erfüllt, muss sie also 

zusätzlich aus einer eindeutig programmwidrigen Bewegung hervorgegangen sein. 

Inwiefern der vom Beschwerdeführer beschriebene Bewegungsablauf nicht im Rahmen 

der üblichen Bewegung erfolgt bzw. etwas Aussergewöhnliches, Programmwidriges 

passiert sein sollte, ist jedoch nicht ersichtlich. Eine gewisse Abruptheit und 

Schnelligkeit darf in Bezug auf die Ausübung des Bewegungsablaufs im Rahmen der 

fraglichen Trainingsübung ohne weiteres als in der Spannweite des Üblichen betrachtet 

werden. Zwar hat als unbestritten zu gelten, dass mit dem vom Beschwerdeführer 

ausgeführten Bewegungsablauf eine Verteidigungsstrategie geübt wurde, welche die 

Abwehr von Angreifern zum Inhalt hat und im konkreten Fall von Arbeitskollegen eine 

Ernstsituation nachgestellt worden ist. Dieser Umstand ist jedoch ebenfalls nicht für 

sich ungewöhnlich. Entscheidend ist, dass vom Beschwerdeführer ausser dem 

Bodenkontakt des rechten Fusses keine Berührungspunkte mit der Aussenwelt 

beschrieben werden. So ist den Schilderungen in Erwägung 3 nicht zu entnehmen, 

dass er mit einem Angreifer zusammengestossen oder dass er gestürzt wäre. Bei der 

diesbezüglich massgebenden Frage im Fragenkatalog der Beschwerdegegnerin (act. G 

3.1/Z4), nahm der Beschwerdeführer vielmehr Bezug auf den eingetretenen Umstand 

der Achillessehnenverletzung, als auf ein Geschehen mit der Wirkungskraft eines 

Sturzes (vgl. Erwägung 2.2). Dass ein äusserer Faktor allenfalls schwerwiegende, 

unerwartete Folgen nach sich zog, ist ohne Belang für die Prüfung der 

Ungewöhnlichkeit. Der aufgetretene Schmerz bzw. die aufgetretene 

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Gesundheitsschädigung als solches, welche hinzugetreten sind, stellen keinen 

ungewöhnlichen äusseren (schädigenden) Faktor dar. Hier ist von der Wirkung des 

Vorgangs zu sprechen, auf die es bei der Beurteilung der Aussergewöhnlichkeit des 

äusseren Faktors gerade nicht ankommt (vgl. Rumo-Jungo/Holzer, a.a.O., S. 31; BGE 

129 V 404 E. 2.1 und 469 f. E. 4.2.1, BGE 122 V 232 f. E. 1 = Pra 1997 Nr. 82 S. 415 

E. 1, BGE 121 V 38 E. 1a).

4.3 Das Unfallmerkmal des ungewöhnlichen äusseren Faktors im Sinn einer 

unkoordinierten Bewegung ist unter diesen Umständen nicht nachgewiesen. Das 

Ereignis vom 28. Juni 2012 kann daher nicht als Unfall im Rechtssinn anerkannt 

werden. Die Argumentation der Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers, es habe sich 

um ein Abwehr-Training gehandelt, weshalb der Beschwerdeführer auch die volle 

Ausrüstung mit gut 19 kg Gesamtgewicht getragen habe (vgl. act. G 15), vermag an 

dieser Beurteilung nichts zu ändern. Das Tragen einer schweren Ausrüstung stellt für 

sich ebenfalls keinen ungewöhnlichen, sondern im konkreten Fall eben üblichen Faktor 

- dem letztlich auch das Unfallbegriffsmerkmal der Plötzlichkeit abgeht - dar. Die 

Ausrüstung wird gezielt angezogen und bezweckt eben gerade auch, den Körper zu 

schützen.

5.   

5.1 Somit bleibt die Frage zu beantworten, ob von einer unfallähnlichen 

Körperschädigung im Sinn von Art. 9 Abs. 2 UVV auszugehen ist. Als unbestritten hat 

zu gelten, dass die vom Beschwerdeführer am 28. Juni 2012 erlittene und am 2. Juli 

2012 operativ behandelte Achillessehnenruptur links mit der in Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV 

erwähnten Diagnose (Sehnenrisse) vereinbar ist und somit grundsätzlich 

unfallähnlichen Charakter haben kann. Streitig ist jedoch, ob ein Geschehen 

entsprechend einem unfallähnlichen Ereignis im Sinn der im angefochtenen 

Einspracheentscheid und in den Rechtsschriften der Beschwerdegegnerin korrekt 

dargelegten Praxis stattgefunden hat, d.h. ein Geschehen, dem ein gewisses 

gesteigertes Gefährdungspotential innewohnt bzw. das mit einer plötzlich erhöhten 

Krafteinwirkung auf den menschlichen Körper verbunden ist (BGE 129 V 467 E. 2.2).

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5.2 Der vom Beschwerdeführer im Rahmen des Sicherheitstrainings konkret geübten 

Abwehrbewegung an sich bzw. dem dabei ausgeführten Bewegungsablauf haftet - im 

Gegensatz zu einer Verdrehung des Fusses oder eines Misstritts - grundsätzlich nichts 

Programmwidriges an. Insofern handelt es sich, wie beispielsweise auch beim Gehen, 

Rennen, Schwimmen, Skifahren usw. um eine alltägliche, übliche Aktivität. Bei der 

Frage, ob ein sinnfälliges bzw. unfallähnliches Ereignis stattgefunden hat, gilt es nun 

aber zusätzlich zu prüfen, ob es beim fraglichen Bewegungsablauf der Abwehrübung 

zu einer abgrenzbaren gesteigerten Belastungssituation speziell für die Achillessehne 

des abrollenden rechten Fusses, im Sinn einer plötzlichen Einwirkung, ohne zusätzliche 

Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors, gekommen ist. Dies gilt es - 

analog zur Situation bei Ballspielen - zu bejahen. Für Körperschädigungen gemäss Art. 

9 Abs. 2 UVV, die im Rahmen von Ballspielen eingetreten sind, hat das Bundesgericht 

das gesteigerte Gefährdungspotenzial verschiedentlich bejaht (Urteile 8C_532/2007 

vom 9. Juni 2008, E. 5.2, U 469/06 vom 26. Juli 2007, E. 5.2, U 71/07 vom 15. Juni 

2007, E. 6.2, U 611/06 vom 12. März 2007, E. 5.1; vgl. auch Rumo-Jungo/Holzer, 

a.a.O., S. 81). Wie in den angeführten Präjudizien ist auch im vorliegenden Fall der 

Gesundheitsschaden auf eine Beanspruchung des Körpers zurückzuführen, welche 

über die alltägliche Belastung einer physiologisch normalen (und psychologisch 

beherrschten) Beanspruchung des Körpers, insbesondere seiner Gliedmassen, 

hinausgeht. Es ist davon auszugehen, dass der ganze Ablauf der Abwehrübung in 

Sekundenschnelle geplant und ausgeführt werden musste, womit auch eine gewisse 

Ruckartigkeit in der Bewegung verbunden ist, was die natürliche Beanspruchung des 

Fusses beim gleichmässigen Gehen und Rennen mit einem bewussten Auftreten und 

Abrollen bezüglich Schädigungspotenzial übersteigt. Während der Fokus auf den 

Abwehrtritt mit dem linken Fuss gerichtet war, lag das ganze Körpergewicht auf dem 

rechten (letztlich betroffenen) Fuss, wodurch das dort vorhandene 

Schädigungspotenzial stark erhöht wurde. Sie trainierten zudem offensichtlich den 

Ernstfall, was bedeutet, dass bezüglich des physiologisch Beherrschbaren auch 

Grenzsituationen ausgelotet wurden. Durch das Tragen der schweren Kampfmontur 

wurden der Körper und insbesondere auch die Füsse zusätzlich beansprucht. Der 

Beschwerdeführer trug die Kampfmontur zwar nicht zum ersten Mal, doch findet das 

fragliche Training nur zweimal jährlich statt.

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5.3 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass in dem vom Beschwerdeführer am 

28. Juni 2012 ausgeführten Bewegungsablauf im Rahmen einer Abwehrübung ein 

objektiv feststellbares, sinnfälliges - eben unfallähnliches - Ereignis gesehen werden 

kann. Da auch die übrigen Tatbestandsmerkmale der unfallähnlichen 

Körperschädigung (plötzliche, nicht beabsichtigte, schädigende Einwirkung auf den 

menschlichen Körper) erfüllt sind, ist die Beschwerdegegnerin leistungspflichtig. Die 

Beschwerdegegnerin hat demnach ihre Leistungspflicht zu Unrecht abgelehnt.

6. 

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 24. September 2012 gutzuheissen. Gerichtskosten sind 

keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Indessen hat der Beschwerdeführer bei diesem 

Verfahrensausgang Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 lit. g ATGS). Diese 

ist wie in gleichartigen Verfahren ohne mündliche Verhandlung auf pauschal 

Fr. 3'500.-- (einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) festzusetzen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1.  In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 24. September 

2012 aufgehoben und die Beschwerdegegnerin verpflichtet, für die unfallähnliche 

Körperschädigung des Beschwerdeführers die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.  Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit Fr. 3'500.-- zu 

entschädigen.

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		2025-07-19T10:33:58+0200
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