# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba50f105-1be5-555f-b737-25870fd20f00
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-08-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.08.2009 E-734/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-734-2007_2009-08-21.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-734/2007ame
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  A u g u s t  2 0 0 9

Richter Bruno Huber (Vorsitz),
Richterin Gabriela Freihofer,
Richter François Badoud, 
Gerichtsschreiberin Carmen Fried.

A._______, Türkei,
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 18. Dezember 2006 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-734/2007

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  türkischer  Staatsangehöriger  kurdischer 
Ethnie und islamischer Religionszugehörigkeit, verliess seinen Heimat-
staat gemäss eigenen Angaben am (...) und gelangte auf dem Land-
weg am 26. November 2006 in die Schweiz, wo er am 29. November 
2006  um  Asyl  nachsuchte.  Die  summarische  Erstbefragung  im 
B._______ fand am 4. Dezember 2006 und die direkte Bundesanhö-
rung in C._______ am 14. Dezember 2006 statt.

Zur  Begründung seines Asylgesuches machte der Beschwerdeführer 
geltend,  sein  Bruder  D._______  sei  Milizionär  bei  der  PKK (Partiya 
Karkerên Kurdistan)  gewesen. Er  habe diese Partei  logistisch  unter-
stützt  und  bei  der  Übermittlung von Nachrichten geholfen. Im  Jahre 
(...) sei ein Onkel bei einem Gefecht gestorben. Nach dem Vorfall ha-
be ihn das Militär für die Dauer einer Nacht auf den Gendarmeriepos-
ten mitgenommen und über den Aufenthalt seines Bruders verhört. Zu-
dem sei er gedrängt worden, als Spitzel bei der lokalen DEHAP (De-
mokratik  Halk  Partisi)  tätig  zu  werden,  bei  welcher  Partei  ein  (...) 
Kreisvorsteher sei. Während des Verhörs, aber auch nach seiner Frei-
lassung habe man ihn für den Fall fehlender Kooperation mit dem Tode 
bedroht. Im Jahre (...) sei seine Cousine E._______, welche ebenfalls 
bei der Guerilla gewesen sei, verhaftet worden. Im (...) sei es zu einem 
weiteren Verhör  gekommen,  welches drei  bis  vier  Stunden gedauert 
habe; erneut habe man ihn wegen seines Bruders unter Druck gesetzt 
und zur  Spitzeltätigkeit  gedrängt. Er  sei  auch geschlagen und miss-
handelt  worden.  Im  (...)  habe  er  sich  für  einen  Lebensmitteleinkauf 
nach F._______ begeben. Als er mit den Lebensmitteln auf dem Weg 
zum Kleinbus gewesen sei,  habe ein Wagen neben ihm angehalten, 
und er  sei  mit  Gewalt  zum Einsteigen gezwungen worden. Während 
der  Entführung  hätten  türkische  Behördenmitglieder  wiederum Infor-
mationen über seinen Bruder verlangt und ihn zur Spitzeltätigkeit bei 
der DEHAP gedrängt. Nachdem er mit dem Fahrzeug auf einer Dorf-
strasse zurückgelassen worden sei, habe er sich nach G._______ be-
geben und beim türkischen Menschenrechtsverein IHD ( nsan Haklarİ ı 
Derne i) eine Anzeige eingereicht. Sein am (...) verfasstes Schreibenğ  
habe er jedoch nicht, wie vom IHD empfohlen, der Staatsanwaltschaft 
als Anzeige eingereicht,  weil  er befürchtet habe, diese würde ihn an 
den  Geheimdienst  verraten. Im  (...)  habe  er  seinen  Heimatstaat  ein 
erstes Mal verlassen und in (...) ein Asylgesuch gestellt. Um der dro-

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henden Abschiebung nach H._______ und der anschliessenden Rück-
schaffung in die Türkei zu entgehen, sei er mit gefälschten Papieren 
auf  dem Luftweg in  seinen  Heimatstaat  zurückgekehrt.  In  der  Folge 
habe er sich bei Freunden in I._______ aufgehalten. Von seiner Fami-
lie habe er erfahren, dass er von den Behörden immer noch gesucht 
werde. Als  er  eines Tages vom Ausgang zurückgekehrt  sei,  habe er 
von  Schaulustigen  erfahren,  dass  die  Wohnung  seiner  Freunde  von 
der Polizei gestürmt worden sei,  weil  sich darin Terroristen aufhalten 
würden. Da sich in dieser Wohnung auch eine Kopie seiner Identitäts-
karte befunden habe und weil  er  habe befürchten müssen, dass ihn 
seine Cousine E._______ verraten habe, sei er am (...) in einem LKW 
versteckt erneut aus der Türkei geflohen.

Als  Beweismittel  reichte  der  Beschwerdeführer  im  erstinstanzlichen 
Verfahren  eine  Kopie  des  (...)  Aufenthaltstitels  seines  Bruders 
D._______ und seines beim IHD verfassten Schreibens sowie ein Be-
stätigungsschreiben des IHD vom (...) im Original samt den jeweiligen 
Übersetzungen ein. Zudem liess er dem BFM mit Eingabe vom 18. De-
zember 2006 einen Bericht des Fachschaftsrates des Department für 
Wirtschaft  und Politik  (...)  einreichen. Diese Eingabe kreuzte sich je-
doch mit  der Verfügung des BFM vom 18. Dezember 2006,  weshalb 
dieses  Beweismittel  in  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  keinen  Ein-
gang fand. 

B.
Mit  Verfügung vom 18. Dezember 2006,  welche dem Rechtsvertreter 
des Beschwerdeführers am 28. Dezember 2006 zugestellt wurde, stell-
te  das  BFM fest,  der  Beschwerdeführer  erfülle  die  Flüchtlingseigen-
schaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung 
aus der Schweiz sowie den Vollzug an.

C.
Am  29. Januar  2007  (Poststempel)  reichte  der  Beschwerdeführer 
durch  seinen  Rechtsvertreter  Beschwerde  beim Bundesverwaltungs-
gericht ein. In materieller  Hinsicht  beantragte er -  unter Kosten- und 
Entschädigungsfolge  -  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben 
und die Sache zur Feststellung des vollständigen und richtigen rechts-
erheblichen Sachverhaltes an das BFM zurückzuweisen,  eventualiter 
sei  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  Asyl  zu  gewähren, 
subeventualiter  seien die Ziffern  4 und 5 der vorinstanzlichen Verfü-

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gung aufzuheben und die Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzuges 
festzustellen.

In prozessualer Hinsicht beantragte der Beschwerdeführer für den Fall, 
dass die Beschwerdeinstanz die vorinstanzliche Verfügung nicht kas-
siere, den Beizug der Asylakten seines Cousins J._______, die Anset-
zung einer angemessenen Beweismittelfrist zur Einreichung eines psy-
chiatrischen Berichts und zur Beibringung allfälliger, sich aus dem tür-
kischen Strafverfahren der sich in Haft befindenden Cousine ergeben-
den Beweisdokumente sowie die Vornahme einer Botschaftsabklärung. 
Allenfalls müsse auch  ein weiterer  Bericht  des Fachschaftsrates des 
Department für Wirtschaft und Politik (...) eingeholt werden oder seien 
die bei der Abklärung vor Ort  Mitgewirkten als Zeugen einzuverneh-
men.

D.
Mit Zwischenverfügung vom 8. Februar 2007 teilte der Instruktionsrich-
ter dem Beschwerdeführer mit, er könne den Ausgang des Verfahrens 
in der Schweiz abwarten, setzte ihm unter Androhung des Nichteintre-
tens  auf  die  Beschwerde  eine Frist  zur  Bezahlung eines  Kostenvor-
schusses von Fr. 600.- an und gewährte dem Beschwerdeführer eine 
Beweismittelfrist von 30 Tagen.

E.
Mit Eingabe vom 23. Februar 2007 beantragte der Beschwerdeführer 
die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und den Verzicht auf 
die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Zur  Stützung  seines  Gesu-
ches legte er eine Fürsorgebestätigung der Gemeinde K._______ vom 
16. Februar 2007 bei.

F.
Mit  Verfügung  vom 14. März  2007  verzichtete  der  Instruktionsrichter 
wiedererwägungsweise  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses. 
Über das gestellte Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege wurde nicht entschieden. 

G.
Mit  Eingabe  vom 14. März  2007  reichte  der  Beschwerdeführer  eine 
Kopie der Anklageschrift gegen seine Cousine E._______ samt deut-
scher Übersetzung sowie eine Kopie des entsprechenden Strafurteils 
samt auszugsweiser deutscher Übersetzung ein. Auch gab er ein Sch-
reiben  der  Rechtsvertretung  (L._______)  seiner  Cousine  vom  (...) 

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samt  deutscher  Übersetzung  und den für  den Versand verwendeten 
Umschlag im Original zu den Akten. Als weiteres Beweismittel liess er 
dem Gericht schliesslich eine Kopie der von den deutschen Behörden 
ausgestellten  Aufenthaltsgestattung  für  M._______  zukommen,  wel-
cher im vorgenannten Schreiben der Rechtsvertretung namentlich er-
wähnt wird.

H.
Mit  Schreiben vom 23. April  2009 teilte  der  Rechtsvertreter  des  Be-
schwerdeführers  mit,  dass  es  sich  bei  der  Rechtsvertretung  von 
E._______  um einen Rechtsanwalt  und nicht,  wie  in  der  vorherigen 
Eingabe beschrieben, um eine Rechtsanwältin handle.

I.
Das Bundesamt hielt in der Vernehmlassung vom 5. Juni 2007 an sei-
ner Verfügung fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. Mit 
Verfügung vom 13. Juni 2007 wurde dem Beschwerdeführer die Gele-
genheit  gegeben,  innert  angesetzter  Frist  zu  den  Ausführungen  der 
Vorinstanz  Stellung  zu  nehmen.  Die  Replik  des  Beschwerdeführers 
vom 29. Juni 2007 ging am 2. Juli 2007 beim Gericht ein. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerden gegen Verfügungen nach  Art. 5 des Bundesgesetzes vom 
20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entscheidet in diesem 
Bereich  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni 1998 
[AsylG, SR 142.31];  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Der Beschwerdeführer ist durch die angefochtene Verfügung be-
sonders  berührt,  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhe-
bung  beziehungsweise  Änderung  und  ist  daher  zur  Einreichung  der 

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Beschwerde legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf 
die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist ein-
zutreten (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 50 und 52 VwVG).

1.3 Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrich-
tige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-
halts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG).

2.
2.1 Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich Asyl. Als Flüchtling wird eine ausländische Person aner-
kannt, wenn sie in ihrem Heimatstaat oder im Land, in dem sie zuletzt 
wohnte, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu ei-
ner  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  An-
schauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht hat,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen 
Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachwei-
sen oder zumindest  glaubhaft  machen. Diese ist  glaubhaft  gemacht, 
wenn die Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit  für  gegeben hält. Unglaubhaft  sind insbesondere Vorbringen, 
die in  wesentlichen Punkten zu wenig begründet  oder in sich wider-
sprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich 
auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 
AsylG).

3.
3.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden  Ent-
scheides aus, substanziierte Hinweise auf eine konkrete Gefährdung 
des  Beschwerdeführers  im  Heimatstaat  würden fehlen. So  stütze  er 
seine Vorbringen ausschliesslich auf Vermutungen und wisse nicht ein-
mal, ob je ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet worden sei. Ober-
flächliche Hinweise auf eine Suche nach seiner Person kenne er nur 
vom Hörensagen, und es sei erstaunlich, dass er nichts unternommen 
habe, um Konkretes in Erfahrung zu bringen. Ebenfalls nicht nachvoll-
ziehbar  sei,  weshalb  er  der  Empfehlung  des  IHD,  Anzeige  bei  der 
Staatsanwaltschaft  zu erstatten, nicht gefolgt sei. Das beim IHD ver-
fasste Schreiben beweise nicht, dass die dort geschilderten Ereignisse 

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tatsächlich so stattgefunden hätten. Die unsubstanziierten Angaben zu 
den Asylgründen würden vielmehr den Schluss nahe legen, dass der 
Beschwerdeführer  Vorbringen  konstruiere.  Als  realitätsfremd  müsse 
auch seine  Aussage  gewertet  werden,  er  habe sich  nicht  nach  den 
Auswirkungen der Razzia erkundigt, weil er sich habe retten müssen 
und unmittelbar danach ausgereist sei. Nicht glaubhaft  sei weiter die 
von  ihm angegebene  Rückkehr  in  die  Türkei  mit  einem gefälschten 
Pass, da die Flughäfen strenge, EDV-gestützte Kontrollen durchführen 
würden.  Die  Unglaubhaftigkeit  werde  noch  dadurch  verstärkt,  dass 
sich der Beschwerdeführer bei den geltend gemachten Asylgründen in 
Widersprüche verwickelt habe. So habe er bei der Bundesanhörung zu 
Protokoll gegeben, er sei für die beiden Verhöre auf dem Gendarme-
rieposten jeweils festgenommen worden. Bei der Erstbefragung habe 
er eine Festnahme jedoch nur im Zusammenhang mit dem ersten Ver-
hör erwähnt und angegeben, für das zweite Verhör vorgeladen worden 
zu sein. In seinem Bericht für den IHD sei hingegen zu lesen, dass er 
sich beide Male aufgrund von Vorladungen zum Posten begeben habe. 
Die Vorbringen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an 
die  Glaubwürdigkeit  gemäss  Art. 7  AsylG  somit  nicht  standhalten, 
weshalb die Flüchtlingseigenschaft zu verneinen und das Asylgesuch 
abzulehnen sei.

Die  Folge  der  Ablehnung  eines  Asylgesuches  sei  gemäss  Art. 44 
Abs. 1 AsylG in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz. Der Weg-
weisungsvollzug sei im vorliegenden Fall zulässig, zumutbar und mög-
lich.

3.2 In der Beschwerde hält  der Rechtsvertreter  des Beschwerdefüh-
rers der Argumentation der Vorinstanz Folgendes entgegen: Sein Man-
dant habe bei der Erstbefragung wiederholt darauf hingewiesen, dass 
er lieber in seiner Muttersprache, das heisst auf Kurdisch anstatt auf 
Türkisch  befragt  würde,  weil  er  sich  in  dieser  Sprache  nicht  so  gut 
ausdrücken  könne.  Trotzdem  sei  die  Befragung  nicht  abgebrochen 
worden, weshalb die Vorbringen des Beschwerdeführers allenfalls mit 
Fehlern  und  Missverständnissen  behaftet  seien,  welche  ihm  jedoch 
nicht angelastet werden könnten. Die Vorinstanz habe sich in ihrer Ver-
fügung überhaupt  nicht  mit  der  geltend gemachten Reflexverfolgung 
auseinandergesetzt  und  insbesondere  auch  die  Angelegenheit 
J._______, dessen Personalien und N-Nummer er der Vorinstanz be-
kannt  gegeben  habe,  nicht  abgeklärt  oder  berücksichtigt.  Auch  die 
psychischen Probleme seines Mandanten seien trotz seines entspre-

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chenden Hinweises  im Schreiben vom 13. Dezember  2006 in  keiner 
Art  und Weise abgeklärt  worden. Weiter sei  es völlig abwegig davon 
auszugehen, sein Mandant habe den IHD deshalb aufgesucht, um (...) 
später ein Beweismittel für das Asylverfahren in der Schweiz zu besit-
zen. Die Angst seines Mandanten vor weiteren Übergriffen und einer 
Verschlechterung seiner Situation durch eine Anzeigeerstattung an die 
Staatsanwaltschaft sei unter den in der Türkei herrschenden Umstän-
den mehr als begründet gewesen. Es sei somit nicht nachvollziehbar, 
inwiefern das Unterlassen der Anzeige gegen die Glaubwürdigkeit des 
Beschwerdeführers sprechen solle.

3.3 In der Vernehmlassung vom 5. Juni 2007 nimmt die Vorinstanz fol-
gendermassen  zur  Beschwerde  Stellung:  Hinsichtlich  der  angeblich 
durch  sprachliche Probleme bedingten Widersprüche handle  es  sich 
um sachliche Diskrepanzen, welche nicht durch eine ungenaue Über-
setzung des Dolmetschers erklärbar seien. Der Beschwerdeführer ver-
möge in der Beschwerde auch nicht hinreichend zu erklären, weshalb 
er an der in kurdischer Sprache durchgeführten Bundesanhörung an-
gegeben habe, zum Zwecke von Verhören von den Behörden zuhause 
festgenommen worden zu sein, jedoch im eingereichten Beweismittel 
seiner schriftlichen Eingabe beim IHD festgehalten sei,  er habe sich 
jeweils  nach  einer  Vorladung  selbst  auf  den  Posten  begeben.  Den 
Nachweis psychischer Probleme habe der Beschwerdeführer bis zum 
heutigen Datum nicht  erbracht.  Dem nach  Ausfällung der  Verfügung 
eingegangenen Bericht des Fachschaftsrates des Department für Wirt-
schaft  und Politik  (...)  seien keine substanziierten Hinweise auf  eine 
allfällige Verfolgung des Beschwerdeführers im Heimatstaat zu entneh-
men. Insbesondere  bleibe  auch unklar,  aufgrund welcher  politischen 
Betätigung er welchen Repressionen der Behörden ausgesetzt gewe-
sen sein solle. Dass die türkischen Behörden gegen seine Cousine ei-
nen  Strafprozess  angestrengt  hätten,  sei  vom  BFM  bisher  nicht  in 
Zweifel gestellt worden. Da die Vorbringen des Beschwerdeführers hin-
sichtlich seiner eigenen Situation jedoch nicht geglaubt werden könn-
ten, vermöge er aus der Situation seiner Cousine nach wie vor keine 
Asylrelevanz für sich abzuleiten. Würde es der Tatsache entsprechen, 
dass der Beschwerdeführer von der sich in Haft befindenden Cousine 
eine Warnung erhalten hätte,  so würde es erstaunen,  dass er  solch 
wesentliche  Vorbringen  nicht  bereits  bei  den  Anhörungen  gemacht 
habe. Des weiteren falle die distanzierte Ausdrucksweise im Schreiben 
der türkischen Rechtsvertretung auf. So fehlten konkrete Angaben dar-
über, in welchen polizeilichen Akten sich der Verrat der Cousine finden 

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würde. Nach gesicherten Kenntnissen des BFM sei es für einen Anwalt 
in der Türkei ohne weiteres möglich, Akteneinsicht in die entsprechen-
den Verhörprotokolle zu erhalten, selbst wenn es sich dabei um erfol-
terte Aussagen handle. Dass im eingereichten Beweismittel die Akten 
nicht konkret bezeichnet würden beziehungsweise die entsprechenden 
Protokolle  nicht  in  Auszügen  dem  Schreiben  beilägen,  lasse  den 
Schluss zu, es handle sich um ein konstruiertes Schreiben. Diese Ein-
schätzung dränge sich umso mehr auf, als sich daraus ergebe, dass 
es von der  Familie  des Beschwerdeführers in zeitlicher Hinsicht  erst 
nach der ablehnenden Verfügung des BFM und in engem Zusammen-
hang mit  der  Beschwerde in  Auftrag  gegeben worden sei. Auch der 
Begründung  des  Strafurteils  gegen  E._______  lasse  sich  keine  na-
mentliche Erwähnung des Beschwerdeführers entnehmen. Somit fehle 
es  weiterhin  an  konkreten  Hinweisen,  dass  die  Cousine  den  Be-
schwerdeführer  verraten  habe. Die  türkischen  Behörden  würden  be-
kanntermassen bei einem Verdacht auf politische Straftaten äusserst 
konsequent  vorgehen,  weshalb  zu  erwarten gewesen wäre,  dass  es 
nach den geltend gemachten Festnahmen zu einem Strafverfahren mit 
der Erstellung von Protokollen und dem Beizug eines Staatsanwaltes 
gekommen wäre. Eine allfällige Suche beziehungsweise ein Verfahren 
habe der Beschwerdeführer jedoch nicht zu substanziieren vermocht. 
Dass  sich  der  Beschwerdeführer  vor  dem  BFM  auf  seinen  Cousin 
J._______ bezogen habe, entspreche nicht den Tatsachen. In seinen 
Asylgründen habe er weder letzteren noch gemeinsame politische Ak-
tivitäten erwähnt. Die  Durchsicht  der  Asylakten von J._______ habe 
zudem ergeben,  dass  auch  er  sich  nicht  auf  den Beschwerdeführer 
beziehe.

3.4 In seiner Replik vom 29. Juni 2009 führt  der Rechtsvertreter des 
Beschwerdeführers Folgendes aus: Er stelle fest, dass sich die Vorins-
tanz  nach  wie  vor  nicht  mit  der  geltend  gemachten  und  ausführlich 
dargelegten Reflexverfolgung beschäftige. Es dürfe wohl auch als er-
wiesene  Tatsache  angesehen  werden,  dass  die  Verwendung  einer 
Sprache, welche vom Betroffenen nicht  genügend beherrscht  werde, 
zwangsläufig zu sachlichen Diskrepanzen führe. Dass der Beschwer-
deführer die Möglichkeit eines Verrats durch seine Cousine E._______ 
bereits bei seinen Anhörungen vorgebracht habe, als er noch nicht im 
Besitze des anwaltlichen Schreibens vom (...) gewesen sei und somit 
vom effektiv erfolgten Verrat noch keine Kenntnis gehabt habe, erhöhe 
nur seine Glaubwürdigkeit. Was seinen Beweisantrag um Beizug der 
Asylakten von J._______ betreffe, so sei nicht zentral, dass sich Letz-

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terer auf den Beschwerdeführer beziehe, sondern dass seine Vorbrin-
gen zur Sachverhaltsabklärung bezüglich des Vorgangs des Verrates 
durch E._______ und der anschliessenden Warnung an die betroffe-
nen Personen beitragen  würden. Die  Distanziertheit  des  Schreibens 
der Rechtsvertretung L._______ lasse sich damit erklären,  dass das 
Verfassen eines solchen Schreibens mit einer erheblichen Gefährdung 
verbunden sei, habe sich diese doch allenfalls der Begünstigung straf-
bar gemacht, indem sie die anderen Verdächtigen gewarnt habe.

4.
Wie bereits dargelegt muss, wer um Asyl nachsucht, die Flüchtlingsei-
genschaft  zumindest  glaubhaft  machen (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Glaub-
haft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vor-
handensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält 
(Art. 7 Abs. 2  AsylG). Im  Gegensatz  zum  strikten  Beweis  genügt  es 
daher, wenn der Richter das Vorhandensein der zu beweisenden Tat-
sache für wahrscheinlich hält, selbst wenn er noch mit der Möglichkeit 
rechnet,  dass sie sich nicht  verwirklicht  haben könnte (WALTER KÄLIN, 
Grundriss des Asylverfahrens, Basel 1990, S. 302 f.). Die wahrheitsge-
mässe Schilderung einer tatsächlichen Verfolgung ist dabei durch Kor-
rektheit,  Originalität,  hinreichende Präzision  und innere Übereinstim-
mung  gekennzeichnet  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der 
Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 1996 Nr. 28 S. 270). 
Unglaubhaft wird eine Schilderung von Erlebnissen insbesondere bei 
wechselnden, widersprüchlichen, gesteigerten oder nachgeschobenen 
Vorbringen.  Bei  der  Beurteilung  der  Glaubhaftmachung  geht  es  um 
eine  Gesamtbeurteilung  aller  Elemente  (Übereinstimmung  bezüglich 
des wesentlichen Sachverhaltes, Substanziiertheit und Plausibilität der 
Angaben,  persönliche Glaubwürdigkeit  etc.),  die  für  oder  gegen den 
Beschwerdeführer  sprechen.  Glaubhaft  ist  eine  Sachverhaltsdarstel-
lung nur, wenn die positiven Elemente überwiegen. Für die Glaubhaft-
machung reicht es demnach nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen 
zwar möglich ist, aber in Würdigung der gesamten Aspekte wesentli-
che  und  überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte  Sachver-
haltsdarstellung sprechen.

5.
5.1 Die Rüge der unvollständigen Sachverhaltsfeststellung ist vorweg 
zu prüfen, da ein allenfalls ungenügend abgeklärter Sachverhalt einer 

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materiellen  Behandlung der  vorliegenden Beschwerde im Wege ste-
hen würde.

5.2 Der Untersuchungsgrundsatz  gehört  zu den allgemeinen Grund-
sätzen  des  Asylverfahrens  (vgl.  Art. 12  VwVG  i.V.m.  Art. 6  AsylG). 
Demnach hat die Behörde von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  zu  sorgen. 
Dieser Grundsatz gilt indes nicht uneingeschränkt, er findet sein Kor-
relat in der Mitwirkungspflicht des Asylsuchenden (vgl. Art. 13 VwVG 
und  Art. 8  AsylG).  Trotz  Untersuchungsgrundsatz  kann  sich  nämlich 
die entscheidende Behörde in der Regel darauf beschränken, die Vor-
bringen des Asylsuchenden zu würdigen und die von ihm angebotenen 
Beweise abzunehmen, ohne weitere Abklärungen vornehmen zu müs-
sen.  Eine  ergänzende  Untersuchung  kann  sich  jedoch  aufdrängen, 
wenn auf Grund dieser Vorbringen und Beweismittel berechtigte Zwei-
fel oder Unsicherheiten bestehen, die voraussichtlich nur mit Ermittlun-
gen  von  Amtes  wegen  beseitigt  werden  können  (vgl.  EMARK 1995 
Nr. 23 E. 5a S. 222).

5.3 Aufgrund  der  Aktenlage  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht 
zum Schluss,  dass  das  BFM vorliegend den Sachverhalt  vollständig 
erstellt  und zu Recht  keine weitergehenden Abklärungen vorgenom-
men hat. Weder aufgrund der Akten noch der im vorinstanzlichen Ver-
fahren eingereichten Beweismittel gab es einen hinreichenden Anlass 
zur  Vornahme  weitergehender  Abklärungen,  zumal  die  Vorbringen 
-  wie  sich  aus  den  nachfolgenden  Erwägungen ergibt  -  unglaubhaft 
ausfielen.

5.4 Der  Antrag  auf  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und 
Rückweisung  der  Sache  an die  Vorinstanz  zu  weiteren Abklärungen 
sowie zur Neubeurteilung ist demnach abzuweisen.

6.
6.1 In  der  Beschwerdeeingabe  hält  der  Beschwerdeführer  an  der 
Glaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten  Verfolgungssituation  fest.  In-
dessen behalten die  von der  Vorinstanz  geäusserten Zweifel  an  der 
Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers auch nach Prü-
fung  der  auf  Beschwerdeebene  eingereichten  Beweismittel  ihre  Be-
rechtigung. So vermag der Beschwerdeführer auch auf  Beschwerde-
ebene nicht zu erklären, weshalb er in der auf Kurdisch geführten An-
hörung bezüglich des Berichts zuhanden des IHD abweichende Anga-
ben machte. Es fällt zunächst auf, dass er sowohl in der Erstbefragung 

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als auch in der Anhörung von zwei Verhören sprach, welche Ende (...) 
und im Jahre (...)  stattgefunden haben sollen. In  seiner Meldung an 
den IHD wird jedoch kein Verhör im Jahr (...) angesprochen, sondern 
es ist von zwei etwa einen Monat auseinanderliegenden Verhören im 
Jahre  (...)  die  Rede. Die  Unglaubhaftigkeit  der  zentralen  Vorbringen 
des Beschwerdeführers wird dadurch verstärkt, dass er bei der Anhö-
rung angab, für beide Verhöre festgenommen worden zu sein, indes-
sen im Bericht für den IHD zu lesen ist, er habe sich jeweils aufgrund 
von  Vorladungen  zum  Polizeiposten  begeben.  Realitätsfremd  mutet 
weiter  an, dass zwischen dem ersten und dem zweiten Verhör mehr 
als (...) liegen, in denen der Beschwerdeführer offenbar nicht in grö-
sserem Ausmasse behelligt wurde, und dies obwohl er den Aufforde-
rungen der  Behörden zur  Bespitzelung der DEHAP und zur  Angabe 
des Aufenthaltes seines Bruders nicht nachkam. Was das als Beweis-
mittel  eingereichte  Schreiben  der  Rechtsvertretung  L._______  und 
den darin  beschriebenen Verrat  der  Cousine betrifft,  ist  anzuführen, 
dass  dieses  im  Einklang  mit  der  vorinstanzlichen  Einschätzung  als 
konstruiertes Schreiben zu qualifizieren ist. E._______ wurde gemäss 
dem eingereichten Strafurteil am (...) festgenommen, tags darauf ver-
haftet und am (...) zu (...) Freiheitsstrafe verurteilt. Hätte sie also den 
Beschwerdeführer,  wie im genannten Schreiben des Rechtsanwaltes 
beschrieben, tatsächlich verraten, hätten ihn die Behörden wohl kaum 
wieder auf freien Fuss gesetzt, nachdem sie ihn im Jahre (...) einmal 
festgenommen  und  einmal  entführt  hatten.  Hinzu  kommt,  dass  das 
Schreiben  auf  Wunsch  des  Bruders  des  Beschwerdeführers  ausge-
stellt  wurde mit  dem angeblichen Zweck,  in einem allfälligen,  gegen 
den  Beschwerdeführer  in  der  Türkei  eingeleiteten  Strafverfahren  als 
Beweismittel  zu  dienen. Es  ist  jedoch  nicht  einsehbar,  was  das  ge-
nannte Schreiben in solch einem Verfahren beweisen sollte und wes-
halb es genau zum Zeitpunkt ausgestellt wurde, als der Beschwerde-
führer vorinstanzlich einen negativen Entscheid bezüglich seines Asyl-
gesuches erhielt. Was den vom Beschwerdeführer eingereichten Be-
richt  des Fachschaftsrates des Department für  Wirtschaft  und Politik 
(...) betrifft, so bestehen auch hier erhebliche Zweifel an der Echtheit 
des Dokumentes. So soll dieses gemäss den Angaben des Rechtsver-
treters des Beschwerdeführers im Zusammenhang mit den Asylgesu-
chen seines  Mandanten und  dessen  Cousins  J._______  entstanden 
sein und auf einer vom (...) Rechtsanwalt N._______ veranlassten Ab-
klärung in der Herkunftsregion der Asylsuchenden beruhen. Es muss 
somit  davon ausgegangen werden,  dass  es  sich  bei  N._______ um 
den  anlässlich  des  (...)  Asylverfahrens  mandatierten  Rechtsvertreter 

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handelt. Wieso der Bericht jedoch vom (...) datiert, also zu einem Zeit-
punkt verfasst wurde, als der vom Beschwerdeführer in (...)  gestellte 
Asylantrag längstens rechtskräftig abgelehnt worden war und er sich 
bereits seit mehreren Monaten wieder in der Türkei aufhielt, ergibt kei-
nen Sinn. Weiter  fällt  auf,  dass der Bericht  die Bedrohungslage des 
Beschwerdeführers und seines Cousins J._______ wiedergeben soll, 
diesen Personen jedoch gerade mal ein paar wenige Zeilen gewidmet 
werden. Diese wiederum sind dermassen allgemein gehalten und un-
substanziiert, dass selbst wenn von der Echtheit des (nicht einmal un-
terzeichneten) Dokumentes ausgegangen wird, sie – wie von der Vor-
instanz zu Recht  erwogen – keine Verfolgung oder konkrete Gefähr-
dung des Beschwerdeführers belegen können.

Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  die  Vorbringen  des  Be-
schwerdeführers anlässlich der Befragungen in wesentlichen Punkten 
widersprüchlich  ausgefallen  sind  und insbesondere  auch vom Sach-
verhalt,  wie  er  im Schreiben  zuhanden des IHD geschildert  wird,  in 
auffälliger Weise abweichen. Die vom Beschwerdeführer eingereichten 
Beweismittel vermögen die Ungereimtheiten nach dem Gesagten nicht 
zu beseitigen, sondern verstärken im Gegenteil  die Unglaubhaftigkeit 
seiner Vorbringen. 

6.2 Der  Beschwerdeführer  vertritt  die  Auffassung,  zur  vollständigen 
und korrekten Sachverhaltsabklärung sei eine Botschaftsanfrage, der 
Beizug der Asylakten von J._______ sowie allenfalls die Einholung ei-
nes weiteren Berichts des Fachschaftsrates des Department für Wirt-
schaft und Politik (...) oder die Einvernahme der untersuchenden Per-
sonen als Zeugen notwendig. Es stellt sich somit die Frage, ob diesen 
Beweisanträgen auf Beschwerdeebene nachzukommen ist. 

6.3 Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung kann das Beweisverfah-
ren geschlossen werden, wenn die noch im Raum stehenden Beweis-
anträge eine nicht erhebliche Tatsache betreffen oder offensichtlich un-
tauglich sind, etwa weil ihnen die Beweiseignung an sich abgeht oder 
- gerade umgekehrt - die betreffende Tatsache aus den Akten bereits 
genügend ersichtlich ist. Diesfalls  werden von den Parteien gestellte 
Beweisanträge  im  Rahmen  einer  vorweggenommenen,  sogenannten 
antizipierten  Beweiswürdigung  abgewiesen.  Dies  ist  zulässig,  wenn 
das  Gericht  aufgrund  bereits  erhobener  Beweise  oder  aus  anderen 
Gründen den rechtserheblichen Sachverhalt für genügend geklärt hält 
und überzeugt ist, seine rechtliche Überzeugung würde durch weitere 

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Beweiserhebungen nicht geändert (ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ 
KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Hand-
bücher für die Anwaltspraxis, Band X, Basel 2008, Rz. 3.144 S. 165).

6.4 Das  Bundesverwaltungsgericht  zieht,  wie  auch  die  Vorinstanz, 
beim  jetzigen  Aktenstand  nicht  in  Zweifel,  dass  die  Cousine 
E._______ wegen politischer Tätigkeit zu einer mehrjährigen Freiheits-
strafe verurteilt und der Bruder D._______ in (...) als Flüchtling aner-
kannt wurde. Allein aufgrund dieser Umstände vermag der Beschwer-
deführer jedoch noch keine Asylrelevanz für sich abzuleiten. Vielmehr 
hat er die ihm im Heimatstaat drohende (Reflex-)Verfolgung glaubhaft 
zu  machen. Wie  in  den Erwägungen der  Vorinstanz  und vorstehend 
unter Punkt 6.1 ausgeführt, kann der Beschwerdeführer jedoch weder 
den  Verrat  durch  seine  Cousine  noch  eine  asylrelevante  Verfolgung 
wegen  des Untertauchens  seines  Bruders  glaubhaft  machen. Daran 
würde auch ein Beizug der Asylakten von J._______ nichts ändern, da 
auch dessen bestätigenden Aussagen zum Vorgang des geltend ge-
machten Verrates durch die Cousine nicht erklären könnten, weshalb 
die türkischen Behörden den Beschwerdeführer trotz dringenden Tat-
verdachts wieder auf freien Fuss gesetzt hätten. Ebenso wenig ist es 
notwendig, eine Botschaftsabklärung zu veranlassen oder vertiefte Ab-
klärungen bezüglich des eingereichten Berichts des Fachschaftsrates 
des Department für Wirtschaft und Politik (...) vorzunehmen, da auch 
diese Nachforschungen nicht geeignet wären, die aufgrund der Befra-
gungen und der eingereichten Beweismittel aufgetretenen Widersprü-
che zu beseitigen. Schliesslich ist  darauf  hinzuweisen,  dass der Be-
schwerdeführer dem BFM zwar eine - nach eigenen Angaben echte - 
Identitätskarte zu den Akten reichte,  im Anschluss an die Erstbefra-
gung jedoch erwähnte, das auf dem Ausweis vermerkte Geburtsdatum 
entspreche nicht der Wahrheit (vgl. Akten BFM A 2/12 S. 10). Somit ist 
auch die Identität des Beschwerdeführers nicht restlos geklärt, was je-
doch für eine Nachforschung Voraussetzung wäre.

Das Bundesverwaltungsgericht weist aufgrund vorstehender Erwägun-
gen die Erhebung zusätzlicher Beweise in  antizipierter  Beweiswürdi-
gung ab.

6.5 Nach dem Gesagten gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, eine 
asylrelevante  Verfolgung  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu 
machen, weshalb die Vorinstanz das Asylgesuch zu Recht abgelehnt 
hat.

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7.
7.1 Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 
ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Ein-
heit der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

7.2 Der  Beschwerdeführer  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtli-
che Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung ei-
ner  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht  angeordnet 
(Art. 44 Abs. 1 AsylG; EMARK 2001 Nr. 21). 

8.
8.1 Ist  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar 
oder  nicht  möglich,  so  regelt  das  Bundesamt  das  Anwesenheitsver-
hältnis nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Auf-
nahme von Ausländern (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]).

8.1.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtun-
gen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Auslän-
ders in den Heimat-, Herkunfts- oder in einen Drittstaat entgegenste-
hen (Art. 83 Abs. 3 AuG). 

So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus ei-
nem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Ge-
fahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]).

Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101), Art. 3 des Über-
einkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-
same,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 der Konvention vom 4. No-
vember 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

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8.1.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 
darauf hin, dass der Grundsatz der Nichtrückschiebung nur Personen 
schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Beschwer-
deführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefährdung 
nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG 
verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non-Refoulements  im 
vorliegenden Verfahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des 
Beschwerdeführers in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt 
von Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdefüh-
rers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall ei-
ner  Ausschaffung  in  den  Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher  Wahr-
scheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen 
Strafe oder Behandlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäi-
schen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des 
UN-Anti-Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  kon-
krete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm 
im Fall  einer  Rückschiebung Folter  oder  unmenschliche Behandlung 
drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit  weiteren Hinwei-
sen; EGMR (grosse Kammer), Saadi gegen Italien, Urteil vom 28. Feb-
ruar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124-127,  mit  weiteren  Hin-
weisen). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Heimatstaat 
lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzu-
lässig  erscheinen. Nach  dem Gesagten ist  der  Vollzug  der  Wegwei-
sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestim-
mungen zulässig.

8.2
8.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen 
und Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunfts-
staat  auf  Grund von Situationen wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner 
Gewalt  und medizinischer Notlage konkret  gefährdet  sind. Wird eine 
konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 
Abs. 7  AuG –  die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft 
zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3818).

8.2.2 Angesichts der heutigen Lage in der Türkei kann nicht von einer 
Situation allgemeiner Gewalt oder von kriegerischen oder bürgerkrieg-
sähnlichen Verhältnissen gesprochen werden, welche für den von der 

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Wegweisung  betroffenen  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  eine 
konkrete Gefährdung darstellen würden. Zwar ist die Menschenrechts-
lage in verschiedenen Belangen nach wie vor unbefriedigend, aber sie 
hat sich in den letzten Jahren verbessert, was auch für die Justiz als 
solche gilt.

8.2.3 Wie  vom  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  in  der  Be-
schwerde ausgeführt, informierte er das BFM im Hinblick auf die An-
hörung  vom  14. Dezember  2006  darüber,  dass  sein  Mandant  unter 
psychischen Problemen leide und auf ärztliche Behandlung angewie-
sen sei. Trotz Ansetzung einer Beweismittelfrist im Beschwerdeverfah-
ren  ist  jedoch  bis  zum heutigen  Datum kein  psychiatrischer  Bericht 
beim Gericht  eingegangen. Ein  objektiver  Grund hierfür  ist  nicht  er-
kennbar. Da das Gericht zur Auffassung gelangt, dass die Vorbringen 
des  Beschwerdeführers  zu  den  geltend gemachten Festnahmen un-
glaubhaft sind, muss mangels gegenteiliger Indizien davon ausgegan-
gen werden,  dass  die  allenfalls  vorhandenen psychischen  Probleme 
jedenfalls nicht mit asylrelevanten Verfolgungen seitens der türkischen 
Behörden zusammenhängen. Sollte der Beschwerdeführer der psychi-
atrischen Behandlung bedürfen, so könnte er diese somit auch in der 
Türkei in Anspruch nehmen. Medizinisch bedingte Gründe, welche ei-
nen Wegweisungsvollzug als  unzumutbar  erscheinen lassen würden, 
liegen aus aktueller Sicht damit nicht vor.

8.2.4 Aus  den  Akten  ergeben  sich  auch  keine  Anhaltspunkte  dafür, 
dass der Wegweisungsvollzug aus anderen Gründen unzumutbar sein 
könnte. Beim Beschwerdeführer handelt es sich um einen jungen, al-
leinstehenden Mann mit beruflicher Erfahrung als (...), welcher in sei-
nem Heimatstaat mit seiner Mutter und seinen Geschwistern über ein 
familiäres Beziehungsnetz verfügt. 

8.2.5 Nach dem Gesagten erweist  sich der Vollzug der Wegweisung 
auch als zumutbar.

8.3 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich allenfalls bei 
der zuständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art. 8  Abs. 4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen 
ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).

9.
Insgesamt ist die durch die Vorinstanz verfügte Wegweisung zu bestä-

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tigen. Die Vorinstanz hat deren Vollzug zu Recht als zulässig, zumut-
bar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt  eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1-4 AuG).

10.
Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 
Bundesrecht  nicht  verletzt,  den rechtserheblichen Sachverhalt  richtig 
und vollständig feststellt und angemessen ist (Art. 106 AsylG). Die Be-
schwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen.

11.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwer-
deführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Nachdem aber 
aufgrund der Aktenlage von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers 
auszugehen ist und die Beschwerde nicht als aussichtslos bezeichnet 
werden konnte, ist  in Gutheissung des Gesuchs um Gewährung der 
unentgeltlichen  Rechtspflege  von  einer  Kostenauflage  abzusehen 
(Art. 65 Abs. 1 VwVG). 

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
gutgeheissen. Dem Beschwerdeführer werden keine Verfahrenskosten 
auferlegt. 

3.
Dieses Urteil geht an den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, das 
BFM und die zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Bruno Huber Carmen Fried

Versand: 

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