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**Case Identifier:** 12ef8042-aff1-5a3e-9e5a-30ab5209cc40
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-09-15
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 15.09.2021 200 2021 447
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-447_2021-09-15.pdf

## Full Text

200 21 447 IV
SCP/BOC/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 15. September 2021

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Wiedmer, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________, substituiert durch Rechtsanwäl-
tin C.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 19. Mai 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1975 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im November 2006 unter Hinweis auf eine 
seit 2001 bestehende Depression und eine seit Mai 2005 bestehende Dis-
kushernie bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an (Akten der 
IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. II] 2). 
Nach Abklärung des Leistungsanspruches verneinte die IVB mit Verfügung 
vom 2. April 2008 (act. II 51) bei einem Invaliditätsgrad von 10 % den An-
spruch auf eine Rente. Diese Verfügung blieb unangefochten.

B.

Im Mai 2018 meldete sich der Versicherte unter Hinweis auf eine Operation 
an der linken Schulter erneut bei der Invalidenversicherung zum Leistungs-
bezug an (act. II 53). Nach Vornahme erwerblicher und medizinischer Ab-
klärungen (act. II 63, 71 f., 76) schloss die IVB am 20. November 2018 die 
berufliche Eingliederung ab, dies aufgrund eines im Februar 2019 erfolgten 
operativen Eingriffs und der damit zusammenhängenden Arbeitsunfähig-
keit, wobei sie auf die Möglichkeit einer Neuanmeldung nach Stabilisierung 
des Gesundheitszustandes verwies (act. II 84). 

Am 20. Mai 2019 stellte der Versicherte ein Gesuch um Unterstützung be-
treffend beruflicher Integration (act. II 91). Daraufhin holte die IVB die Akten 
der zuständigen Krankentaggeldversicherung ein (act. II 94; Akten der IVB 
[act. IIa] 95.1 - 95.6) und führte ein Erstgespräch durch (act. IIa 96). Nach-
dem die IVB vom 9. September bis 8. Dezember 2019 bzw. 8. März 2020 
eine berufliche Abklärung in der Abklärungsstelle D.________ in ... gewährt 
(Mitteilungen vom 10. September und 29. November 2019 [act. IIa 101, 
120]) und eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 
eingeholt hatte (act. IIa 109 f.), stellte sie mit Vorbescheid vom 13. Novem-
ber 2019 (act. IIa 113) bei einem Invaliditätsgrad von 20 % die Verneinung 
eines Rentenanspruchs in Aussicht, was sie mit Verfügung vom 27. Januar 

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2020 (act. IIa 131) bestätigte. Ebenfalls am 27. Januar 2020 ging ein vom 
24. Januar 2020 datierter Einwand des Versicherten (act. IIa 132/1 f.) unter 
Beilage einer zu Handen der E.________ AG erstellten Verlaufsexpertise 
der Privatgutachter Dres. med. F.________ und G.________, beide 
Fachärzte für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewe-
gungsapparates, vom 10. Januar 2020 (act. IIa 132/6 - 16 = 133/2 - 12 = 
135/3 - 13) bei der IVB ein. Diese ordnete in der Folge eine orthopädisch-
psychiatrische Begutachtung an (act. IIa 148) und gewährte am 11. März 
2020 einen Arbeitsversuch mit Jobcoaching bei der H.________ AG vom 9. 
März bis 8. Juni 2020 (act. IIa 151). Am 9. Juni 2020 erfolgte der Abschluss 
der beruflichen Massnahmen (act. IIa 170). 

Nachdem das orthopädisch-psychiatrische Gutachten der I.________ 
(MEDAS) am 7. September 2020 (act. IIa 182.1 – 182.3) erstattet worden 
war, erliess die IVB am 24. September 2020 einen neuen Vorbescheid (act. 
IIa 186). Damit ersetzte und annullierte sie den Vorbescheid vom 13. No-
vember 2019 sowie die Verfügung vom 27. Januar 2020 und stellte die 
Ausrichtung einer ganzen Rente vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 
2019 (Invaliditätsgrad 100 %) sowie die Verneinung eines Rentenan-
spruchs ab dem 1. Dezember 2019 (Invaliditätsgrad 20 %) in Aussicht. Im 
Rahmen des Vorbescheidverfahrens legte der Versicherte einen Bericht 
der Psychiatrischen Tageskliniken des Spitals J.________ vom 8. Oktober 
2020 (act. IIa 202/2 - 5) vor. In der Folge holte die IVB bei der MEDAS eine 
ergänzende Stellungnahme ein (act. IIa 205), welche am 11. Januar 2021 
erstattet wurde (act. IIa 207).

Nach erneut durchgeführtem Vorbescheidverfahren (act. IIa 211, 215) 
sprach die IVB dem Versicherten mit Verfügung vom 19. Mai 2021 (act. IIa 
219) vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019 eine ganze Rente zu 
(Invaliditätsgrad 100 %) und verneinte ab dem 1. Dezember 2019 den An-
spruch auf eine Rente (Invaliditätsgrad 20 %). Dabei wurde eine Drittaus-
zahlung an die K.________ und eine Verrechnung bezüglich des 
Doppelbezuges von Taggeldern und der Rente der Invalidenversicherung 
(vgl. act. IIa 218) vorgenommen. 

Nachdem am 7. Juni 2021 bei der IVB kommentarlos ein Arbeitsunfähig-
keitszeugnis eingegangen war (act. IIa 220), informierte diese den Versi-

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cherten mit Schreiben vom 14. Juni 2021 (act. IIa 221) darüber, dass für 
die allfällige Geltendmachung einer gesundheitlichen Verschlechterung 
eine Neuanmeldung zu erfolgen hätte.

C.

Gegen die Verfügung vom 19. Mai 2021 (act. IIa 219) erhob der Versicher-
te, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, dieser subsituiert durch 
Rechtsanwältin C.________, am 18. Juni 2021 Beschwerde. Er beantragt, 
unter Aufhebung der angefochtenen Verfügung sei die Beschwerdegegne-
rin zu verpflichten, ihm die zugesprochene Invalidenrente über November 
2019 hinaus im Umfang einer Dreiviertelsrente weiter auszurichten. Even-
tualiter sei seitens des Verwaltungsgerichts ein psychiatrisches Gerichts-
gutachten einzuholen und anschliessend über den Rentenanspruch ab 30. 
November 2019 neu zu entscheiden, alles unter Kosten- und Entschädi-
gungsfolgen.

Mit Beschwerdeantwort vom 16. Juli 2021 beantragt die Beschwerdegeg-
nerin die Abweisung der Beschwerde. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 23. Juli 2021 wurde dem Beschwerde-
führer eine mögliche Schlechterstellung im Zusammenhang mit der befris-
tet zugesprochenen Rente angedroht. Gleichzeitig wurde ihm Gelegenheit 
zum Rückzug der Beschwerde oder zur Einreichung einer Stellungnahme 
gegeben. Daraufhin hielt der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 12. Au-
gust 2021 an der Beschwerde fest und reichte einen Bericht des Psychia-
trischen Ambulatoriums des Spitals L.________ vom 27. Juli 2021 ein. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 5

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. 
Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 19. Mai 2021 (act. IIa 219). Um-
stritten ist die Befristung der bis Ende November 2019 zugesprochenen 
ganzen Invalidenrente im Umfang einer Dreiviertelsrente. 

In anfechtungs- und streitgegenständlicher Hinsicht liegt ein Rechtsverhält-
nis vor, wenn rückwirkend eine abgestufte und/oder befristete IV-Rente 
zugesprochen wird. Wird nur die Abstufung oder die Befristung der Leis-
tungen angefochten, wird damit die richterliche Überprüfungsbefugnis nicht 
in dem Sinne eingeschränkt, dass die unbestritten gebliebenen Rentenbe-
zugszeiten von der richterlichen Prüfung ausgenommen blieben (BGE 125 
V 413; AHI 2001 S. 278 E. 1a; SVR 2019 IV Nr. 32 S. 100 E. 3.2). Folglich 
unterliegt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers (Beschwerde, 
S. 3) das gesamte Rechtsverhältnis, welches mit der angefochtenen Verfü-
gung geregelt wurde, der gerichtlichen Überprüfungsbefugnis.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 6

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem 
ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder 
bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbs-
unfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG). Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG so-
wie Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Be-
fundlage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann 
anspruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchti-
gung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 
215 E. 5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch 
nicht gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies 
zutrifft, beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Ein-
fluss, den der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit 
hat. Entscheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten 
Leidens nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb 

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gilt eine objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berück-
sichtigung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 
106 E. 4.4 S. 110). 

2.3 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 
4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeeinträchti-
gung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf der 
ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe nach 
BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte Ge-
sundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggrava-
tion oder einer ähnlichen Erscheinung beruht. Liegt auch unter dem 
Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine versicherte Gesundheitsschädi-
gung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten Ebene anhand eines normati-
ven Prüfungsrasters mit einem Katalog von Indikatoren eine ergebnisoffene 
symmetrische Beurteilung des – unter Berücksichtigung leistungshindern-
der äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen 
(Ressourcen) anderseits – tatsächlich erreichbaren Leistungsvermögens 
(BGE 141 V 281 E. 2.2 und 2.2.1 S. 287, E. 3.6 S. 294).

Aus Gründen der Verhältnismässigkeit kann dort von einem strukturierten 
Beweisverfahren abgesehen werden, wo es nicht nötig oder geeignet ist. 
Es bleibt daher etwa dann entbehrlich, wenn für eine – länger dauernde 
(Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) – Arbeitsunfähigkeit nach bestehender Aktenlage 
keine Hinweise bestehen oder eine solche im Rahmen beweiswertiger 
fachärztlicher Berichte in nachvollziehbar begründeter Weise verneint wird 
und allfälligen gegenteiligen Einschätzungen mangels fachärztlicher Quali-
fikation oder aus anderen Gründen kein Beweiswert beigemessen werden 
kann (BGE 145 V 215 E. 7 S. 228).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 8

2.4 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Vier-telsrente.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Abs. 1).

2.5

2.5.1 Wird ein Gesuch um Revision eingereicht, so ist darin glaubhaft zu 
machen, dass sich der Grad der Invalidität in einer für den Anspruch erheb-
lichen Weise geändert hat (Art. 87 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 
1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 831.201]). Wurde eine Rente 
wegen eines zu geringen Invaliditätsgrades verweigert, so wird eine neue 
Anmeldung nur geprüft, wenn die Voraussetzung nach Abs. 2 erfüllt ist (Art. 
87 Abs. 3 IVV; vgl. auch BGE 130 V 343 E. 3.5.3 S. 351). 

2.5.2 Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung oder das Revisionsge-
such ein, so hat sie die Sache materiell abzuklären und sich zu vergewis-
sern, ob die von der versicherten Person glaubhaft gemachte Veränderung 
des Invaliditätsgrades auch tatsächlich eingetreten ist. Stellt sie fest, dass 
der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren rechtskräftigen Verfügung keine 
Veränderung erfahren hat, so weist sie das neue Gesuch ab. Andernfalls 
hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die festgestellte Veränderung genügt, 
um nunmehr eine rentenbegründende (bzw. anspruchsrelevant höhere) 

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Invalidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall 
obliegt die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 
198 E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

2.5.3 Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den 
tatsächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit 
den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die Invalidenrente ist deshalb nicht 
nur bei einer wesentlichen Veränderung des Gesundheitszustandes, son-
dern auch dann revidierbar, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen 
(oder die Auswirkungen auf die Betätigung im üblichen Aufgabenbereich) 
des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert 
haben. Dazu gehört die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit aufgrund einer 
Angewöhnung oder Anpassung an die Behinderung. Ein Revisionsgrund ist 
ferner unter Umständen auch dann gegeben, wenn eine andere Art der 
Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt oder eine Wandlung des 
Aufgabenbereichs eingetreten ist (BGE 144 I 103 E. 2.1 S. 105, 141 V 9 E. 
2.3 S. 10; SVR 2018 UV Nr. 22 S. 79 E. 2.2.1).

Eine weitere Diagnosestellung bedeutet nur dann eine revisionsrechtlich 
relevante Gesundheitsverschlechterung oder eine weggefallene Diagnose 
eine verbesserte gesundheitliche Situation, wenn diese veränderten Um-
stände den Rentenanspruch berühren (BGE 141 V 9 E. 5.2 S. 12; SVR 
2020 IV Nr. 25 S. 84 E. 3).

2.5.4 Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invali-
ditätsgrad erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuan-
meldungsverfahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG 
– durch Vergleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten mate-
riellen Beurteilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit 
demjenigen zur Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 
S. 112; 130 V 71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b). 

2.5.5 Liegt eine erhebliche Änderung des Sachverhalts vor, ist der Ren-
tenanspruch in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht allseitig, d.h. unter 
Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung ausschlag-
gebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere Invali-

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ditätsschätzungen zu prüfen (BGE 141 V 9 E. 2.3 S. 11, 117 V 198 E. 4b S. 
200; SVR 2019 IV Nr. 39 S. 124 E. 5).

2.6

2.6.1 Bei rückwirkender Zusprechung einer abgestuften oder befristeten 
IV-Rente sind die für die Rentenrevision geltenden Bestimmungen analog 
anzuwenden, weil noch vor Erlass der ersten Rentenverfügung eine an-
spruchsbeeinflussende Änderung eingetreten ist mit der Folge, dass dann 
gleichzeitig die Änderung mitberücksichtigt wird. Wird rückwirkend eine 
abgestufte oder befristete Rente zugesprochen, sind einerseits der Zeit-
punkt des Rentenbeginns und anderseits der in Anwendung der Dreimo-
natsfrist von Art. 88a IVV festzusetzende Zeitpunkt der Anspruchsänderung 
die massgebenden Vergleichszeitpunkte (BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263; 
SVR 2019 IV Nr. 2 S. 4 E. 2).

2.6.2 Bei einer Verbesserung der Erwerbsfähigkeit oder der Fähigkeit, 
sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeeinflussende 
Änderung für die Herabsetzung oder Aufhebung der Leistung von dem 
Zeitpunkt an zu berücksichtigen, in dem angenommen werden kann, dass 
sie voraussichtlich längere Zeit dauern wird. Sie ist in jedem Fall zu 
berücksichtigen, nachdem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Mona-
te angedauert hat und voraussichtlich weiterhin andauern wird (Art. 88a 
Abs. 1 IVV). Bei einer Verschlechterung der Erwerbsfähigkeit oder der 
Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, ist die anspruchsbeein-
flussende Änderung zu berücksichtigen, sobald sie ohne wesentliche Un-
terbrechung drei Monate angedauert hat (Art. 88a Abs. 2 IVV). Dabei ist im 
Unterschied zu dem in Art. 88a Abs. 1 IVV geregelten Tatbestand der Ver-
besserung der Erwerbsfähigkeit nicht verlangt, dass die Änderung, nach-
dem sie ohne wesentliche Unterbrechung drei Monate angedauert hat, 
voraussichtlich weiterhin andauern muss. Das gesetzliche Erfordernis einer 
auf Dauer gerichteten Änderung ist mit Ablauf der dreimonatigen Wartezeit 
grundsätzlich erfüllt (SVR 2017 IV Nr. 71 S. 220 E. 2.3.1).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 11

3.

3.1 Die Beschwerdegegnerin ist auf die Neuanmeldung vom Mai 2018 
(act. II 53) eingetreten und hat den Leistungsanspruch materiell geprüft, 
womit die Eintretensfrage nicht richterlich zu beurteilen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Hingegen ist zu prüfen, ob im Zeitraum zwischen der ur-
sprünglichen leistungsverweigernden Verfügung vom 2. April 2008 (act. II 
51) und der hier angefochtenen Verfügung vom 19. Mai 2021 (act. IIa 219) 
eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten 
ist, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit einen allfälligen Leis-
tungsanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.5.3 und 2.5.4 hiervor). 

Mit der seit der Verfügung vom 2. April 2008 (act. II 51) neu hinzugetrete-
nen Schulterproblematik (vgl. E. 3.2 hiernach) ist eine Verschlechterung 
ausgewiesen und damit der Anspruch frei zu prüfen (vgl. E. 2.5.5 hiervor 
und E. 4.2.1 hiernach).

3.2 Den Akten ist in medizinischer Hinsicht – soweit entscheidwesent-
lich – das Folgende zu entnehmen:

3.2.1 Im Bericht vom 16. August 2018 (act. II 95.3/26 f.) führte Dr. med. 
M.________, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des 
Bewegungsapparates, nach einer am 24. April 2018 an der linken Schulter 
erfolgten Operation die folgenden Hauptdiagnosen auf:

 SLAP-Läsion Typ II mit Instabilität der langen Bizepssehne Schulter links
 Beginnende PASTA-Läsion der Supraspinatussehne
 Hypertrophe Synovialitis

Aktuell: zunehmende Schulterbeschwerden rechts bei:
SLAP-Läsion Typ II und kleinem, intervallseitigem Einriss der Supraspinatussehne 
(MRI vom 25. Juni 2018), leichtgradige Tossy-Läsion

Zur Anamnese wurde festgehalten, der Beschwerdeführer stelle sich nach 
seinem Urlaub zur abschliessenden Kontrolle der linken Schulter vor; des 
Weiteren werde bei zunehmenden Schulterbeschwerden rechts die durch-
geführte bildgebende Diagnostik (Röntgen, Arthro-MRI) besprochen. Er 
gebe eine sehr gute Schultergelenkfunktion links an, auch die Rückführung 
des Armes sei viel besser als vor der Operation möglich, allerdings habe er 
nach wie vor Probleme beim Schlafen auf beiden Schulterseiten. Er führe 

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regelmässige Fitness- und Kraftübungen für beide Schultergelenke durch. 
Zur Beurteilung und zum Procedere hielt Dr. med. M.________ fest, bezüg-
lich der linken Schulter zeige sich eine sehr gute und freie Schultergelenk-
funktion, hier sei prinzipiell eine Arbeitswiedereingliederung möglich. 
Bezüglich der rechten Schulter zeige sich allerdings eine ähnliche Proble-
matik wie bei der operierten linken Schulter mit instabiler SLAP-Läsion und 
entsprechender Beschwerdesymptomatik. Der Beschwerdeführer sehe sich 
momentan noch nicht im Stande, seinen früheren Beruf als ... wieder aus-
zuüben.

3.2.2 Dr. med. M.________ führte im Bericht vom 30. April 2019 (act. II 
104/3 f.) nach einer am 19. Februar 2019 an der rechten Schulter erfolgten 
Operation die folgenden Hauptdiagnosen auf: 

 Ausgeprägte SLAP-Läsion Typ II mit Instabilität der langen Bizepssehne 
Schulter rechts

 PASTA-Läsion der Supraspinatussehne (Typ 1A nach Habermeyer)
 Hypertrophe Synovitis
 Lokale Chondropathie II – III° kaudales Glenoid

Der Beschwerdeführer führe weiterhin regelmässige aktive Physiotherapie 
durch, mittlerweile auch selbständig mit Kraftaufbau. Er sei sehr zufrieden 
mit dem Verlauf und könne beide Schultern gut bewegen. Es zeige sich 
eine sehr gute Schultergelenkfunktion rechts. Mit einem moderaten 
Kraftaufbau (PET-Flaschen, 2 - 3 kg Gewicht) könne begonnen werden. 
Eine entsprechende Physiotherapieverordnung sei nochmals ausgehändigt 
worden. Weitere spezifische Massnahmen darüber hinaus seien nicht er-
forderlich. Die Behandlung könne hiermit abgeschlossen werden.

3.2.3 Die RAD-Ärztin med. pract. N.________, Fachärztin für Allgemeine 
Innere Medizin, führte in der Stellungnahme vom 29. Oktober 2019 (act. IIa 
110) aus, es bestünden anhaltende Schulterschmerzen beidseits bei radio-
logisch nachgewiesenem Riss der Bizepssehnenverankerung am Schulter-
gelenk und degenerativen Veränderungen, welche nach erfolgloser 
konservativer Behandlung zweizeitig operativ behandelt worden seien (24. 
April 2018 Schulteroperation links, 19. Februar 2019 Schulteroperation 
rechts). Seit dem 5. Dezember 2017 bestehe eine medizinisch begründete 
Arbeitsunfähigkeit von 50 % bis zum 25. März 2018. Seit dem 26. März 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 13

2018 werde dem Beschwerdeführer eine 100 %ige Arbeitsunfähigkeit attes-
tiert. Der oben aufgeführte Arbeitsunfähigkeitsverlauf könne medizinisch für 
die körperlich schwer belastende Tätigkeit als ... nachvollzogen werden. 
Nach der Schulteroperation links vom 24. April 2018 sei das Leistungsver-
mögen für jegliche Tätigkeiten während drei Monaten aufgehoben gewe-
sen. Ab dem 16. August 2018 (Orthopädie Spital L.________: sehr gute 
Schulterbeweglichkeit links) bis zum 18. Februar 2019 sei eine angepasste, 
schulterschonende Tätigkeit zu 100 % möglich gewesen. Nach der 
Schulteroperation rechts vom 19. Februar 2019 bis zum 30. April 2019 (Or-
thopädie Spital L.________: sehr gute Schulterbeweglichkeit rechts) habe 
erneut ein aufgehobenes Leistungsvermögen für jegliche Tätigkeiten 
während der Genesungsphase bestanden. Seit 05/2019 sei wieder eine 
angepasste, schulterschonende Tätigkeit, wie unten formuliert, vollumfäng-
lich bis auf Weiteres leistbar. Aus Sicht des RAD sei die angestammte 
Tätigkeit als ..., eingestuft als körperlich schwer belastende Tätigkeit, daue-
rhaft seit spätestens 01/2018 (Röntgen Schulter links) nicht mehr leistbar. 
Aus Sicht des RAD seien körperlich leichte bis ausnahmsweise mittel-
schwere, wechselbelastende Tätigkeiten ganztags ohne zusätzliche Leis-
tungsminderung möglich. Zu vermeiden seien Zwangshaltungen (z.B. 
längeres Sitzen mit vorgeneigtem Kopf, stereotype Kopfbewegungen), Ro-
tation im Sitzen/Stehen unter Gewichtsbelastung, repetitives Heben von 
Lasten über Brusthöhe, armbelastende Tätigkeiten mit Arbeiten über 
Bauchhöhe, Überkopfarbeiten, repetitives Kauern, Bücken oder Tätigkeiten 
in nach vorne geneigter Haltung, das Besteigen von Leitern und Gerüsten, 
Tätigkeiten mit Kälte-, Nässe- und Zugluftexposition. In Ausnahmefällen 
und in nicht repetitiver Weise könnten Gewichte von 10 - 15 kg gehoben 
und getragen werden, dies jedoch nur bis Bauchhöhe.

3.2.4 Im orthopädischen Privatgutachten der Dres. med. F.________ und 
G.________ vom 10. Januar 2020 (act. IIa 135/3 - 13) wurden die folgen-
den Diagnosen mit Relevanz für die Arbeitsfähigkeit aufgeführt (act. IIa 
135/11):

 St.n. Tenodese der langen Bicepssehne beidseitig mit /bei
 verbliebener Tendopathie mit Tendinits beider Bicepssehnen
 St.n. Debridement der Supraspinatussehne

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 14

 ausgeprägte SLAP-Läsion Typ II mit Instabilität der langen Bicepssehne 
Schulter rechts

 PASTA-Läsion der Supraspinatussehne (Typ 1A nach Habermeyer)
 Hypertrophe Synovitis
 lokale Chondropathie II-III° kaudales Glenoid

Die Gutachter führten aus (act. IIa 135/12), zusammengefasst liessen sich 
immer noch Pathologien an beiden Schultern feststellen. So zeigten die 
Bewegungsprüfungen beider Schultern Schmerzen beim Beschwerdefüh-
rer. Zwar seien die Bewegungsumfänge beider Schultern nicht wesentlich 
vom physiologisch Gesunden abweichend, jedoch liessen sich die erhobe-
nen Befunde mit den schon im Sommer 2019 festgestellten Erkrankungen 
vereinbaren. Eine wesentliche Veränderung zur Erstbefundung habe sich 
heute nicht ergeben. Dies auch in Hinblick auf die Umfangsmessungen, 
welche nahezu konstant geblieben seien. Es sei somit festzuhalten, dass 
der Beschwerdeführer weiterhin mit seinen Armen körperlich aktiv sei und 
ein Muskelabbau durch Schonhaltung nicht entstanden sei, jedoch die Be-
schwerden und Einschränkungen nahezu unverändert vorhanden seien; 
glücklicherweise ohne Verminderung der Beweglichkeiten. Vordergründig 
bestehe eine klinisch darstellbare Tendopathie beider Bizepssehnen mit 
deutlicher Ausprägung. Diese schränkten den Beschwerdeführer ein und 
führten zu den immer noch geklagten und nachvollziehbaren Beschwerden. 
Aktuell bestehe für das Arbeitsfeld des ... sicherlich eine Arbeitsunfähigkeit 
von 100 %. Aufgrund des bisherigen Verlaufes sei davon auszugehen, 
dass bei optimal umgesetzter Therapie eine Arbeitsfähigkeit im ange-
stammten Berufsfeld schrittweise bis auf etwa 80 % innert der nächsten 
zwölf Monate erreichbar erscheine. Für leichte Verweistätigkeiten ohne 
schulterbelastende Tätigkeiten (Heben und Tragen von Lasten über 10 kg, 
Überkopfarbeiten) bestehe aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 50 %. Dies 
auch gemäss der Einschätzung der Abklärungsstelle D.________ im Rah-
men des stattfindenden Arbeitsversuchs. Bei optimal umgesetzter Therapie 
wäre diesbezüglich eine Steigerung der Arbeitsfähigkeit auf 80 - 100 % 
innert der nächsten sechs Monate zu erwarten.

3.2.5 Im orthopädisch-psychiatrischen MEDAS-Gutachten vom 7. Sep-
tember 2020 (act. IIa 182.1 - 182.3) führten die Gutachter die folgenden 
Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit auf (act. IIa 182.1/7 f.):

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 15

 Chronische Schulterbeschwerden beidseits (ICD-10 M79.61/Z98.8)
 Status nach subakromialer Infiltration mit Kenacort links am 19. Januar 

2018 (Dr. med. M.________, Spital L.________)
 Status nach arthroskopischer Labrumtrimmung, Tenodese der langen Bi-

zepssehne, Debridement der Supraspinatussehne und Teilsynovialektomie 
links am 24. April 2018 bei SLAP-Läsion Typ II mit Instabilität der langen 
Bizepssehne, beginnender PASTA-Läsion der Supraspinatussehne und 
hypertropher Synovialitis (Dr. med. M.________, Spital L.________)

 Status nach arthroskopischer Labrumtrimmung, Tenodese der langen Bi-
zepssehne, Debridement der Supraspinatussehne und Teilsynovialektomie 
rechts am 19. Februar 2019 bei SLAP-Läsion Typ II mit Instabilität der lan-
gen Bizepssehne, PASTA-Läsion der Supraspinatussehne, hypertropher 
Synovialitis und lokaler Chondropathie Grad II - III des kaudalen Glenoides 
(Dr. med. M.________, Spital L.________)

 radiologisch beidseits bis auf links geringe Partialruptur der Supraspinatus-
sehne regelrechter Befund (MRI 18. und 22. Juni 2020)

 klinisch Protraktionsfehlhaltung ohne relevantes funktionelles Defizit

Die Gutachter führten in der Konsensbeurteilung aus (act. IIa 182.1/8 f.), 
aus orthopädischer Sicht beeinflussten die chronischen Schulterbeschwer-
den beidseits bei Zustand nach beidseitiger Schulteroperation die Arbeits-
fähigkeit des Beschwerdeführers. In der angestammten Tätigkeit könne 
aufgrund der objektivierbaren Befunde eine vollständige Arbeitsunfähigkeit 
festgestellt werden. Für körperlich leichte bis mittelschwere, adaptierte 
Tätigkeiten bestehe hingegen aus orthopädischer Sicht eine uneinge-
schränkte Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Aus psychiatrischer Sicht könne 
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit gestellt werden. Die 
Schmerzverarbeitungsstörung und die Hyperventilation schränkten die Ar-
beitsfähigkeit aus gutachterlicher Sicht nicht relevant ein. 

Zur Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit hielten die Gutachter fest, für 
körperlich andauernd mittelschwere und schwere sowie den wiederholten 
und vor allem kraftvollen Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb Schul-
terniveaus bedingende Verrichtungen einschliesslich jener als ... bestehe 
aufgrund der heutigen Untersuchung seit April 2018 bis auf weiteres eine 
vollständige Arbeitsunfähigkeit. 

Zur Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit hielten die Gutachter 
fest, für körperlich leichte bis mittelschwere Verrichtungen unter Wechsel-
belastung bestehe aufgrund der heutigen Untersuchung eine zeitlich und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 16

leistungsmässig uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Das wiederholte Heben 
und Tragen von Lasten über 15 kg sollte dabei ebenso wie der häufige und 
vor allem kraftvolle Einsatz der oberen Extremitäten oberhalb des Schulter-
niveaus vermieden werden. Die Arbeitsfähigkeit sei für sämtliche Tätigkei-
ten von April 2018 bis August 2019 aufgehoben gewesen. Seit September 
2019 sei die aktuelle Arbeitsfähigkeit zu bestätigen.

Die Gesamtarbeitsunfähigkeit begründe sich durch die orthopädische Dia-
gnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Aus rein psychiatrischer Sicht 
sei die Arbeitsfähigkeit nicht relevant eingeschränkt.

3.2.6 Im Austrittsbericht der Psychiatrischen Tageskliniken des Spitals 
L.________ vom 8. Oktober 2020 (act. IIa 202/2 - 5) im Zusammenhang 
mit der Behandlung vom 4. August bis 2. Oktober 2020 wurden die folgen-
den (psychiatrischen) Austrittsdiagnosen aufgeführt: 

1. Posttraumatische Belastungsstörung - F43.1
2. Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst] - F41.0
3. Mittelgradige depressive Episode - F32.1

 Mittel- bis schwergradig (BDI-II vom 31. August 2020: Summenwert 39)
4. Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung

Während der gesamten Behandlungsdauer in der Tageklinik habe eine 
Arbeitsunfähigkeit zu 100 % bestanden, welche auch nach Austritt bei Be-
darf rückwirkend bescheinigt werden könne. Der Beschwerdeführer werde 
auch nach Austritt nicht als voll arbeitsfähig erachtet; die Arbeitsfähigkeit 
sei im ambulanten Verlauf zu evaluieren. Der Beschwerdeführer habe an 
den Therapien regelrecht teilgenommen und habe keine Schwierigkeiten 
gehabt, sich an Regeln und Routinen anzupassen. Von Beginn an habe er 
jedoch mit erhöhtem Antrieb imponiert, innerer Unruhe, Anspannung und 
Niedergestimmtheit, welche als Ausprägung einer agitierten Depression 
interpretiert worden seien. Es sei ihm bis zum Schluss schwer gefallen, ein 
gesundes Mass an Aktivität und Erholung zu finden. Es sei ihm weder im ... 
noch im ... gelungen, auf psychische oder somatische Warnsignale einer 
Überlastung zu reagieren. Eine indizierte Traumatherapie sei angespro-
chen worden. Der Beschwerdeführer sei im Alltag kooperativ und flexibel 
gewesen, insbesondere in Tätigkeiten wie ... und sich um Andere in der 
Gruppe kümmern, sei er aufgegangen. Sich auf sich selber besinnen, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 17

"Leerzeiten" mit sich verbringen oder in der Pause Teil der Gruppe sein, sei 
ihm kaum gelungen. Wenn er alleine Zeit für sich gehabt habe, habe er 
diese mit ...- und ...übungen gefüllt, für welche er in seinem Alltag und zu-
hause keinerlei Platz finde. Der Austritt sei in gegenseitigem Einverständnis 
erfolgt, auch wenn seitens der Behandlerinnen eine klare Indikation für eine 
vertiefte integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung im 
Sinne einer teilstationären Behandlung weiter bestehe. Der Beschwerde-
führer habe auch weiteres Interesse an der Tagesklinik bekundet, könne 
sich jedoch erst nach Klärung der Frage bezüglich Schulter-OP auf eine 
vertiefte Auseinandersetzung mit seinen psychischen Themen befassen.

3.2.7 In der ergänzenden Stellungnahme der MEDAS vom 11. Januar 
2021 (act. IIa 207) wurde festgehalten, die Diagnose einer posttraumati-
schen Belastungsstörung sei im Bericht der Psychiatrischen Tageskliniken 
des Spitals L.________ vom 8. Oktober 2020 (act. IIa 202/2 - 5) nicht näher 
erläutert worden. Wie bereits erwähnt, sei der Beschwerdeführer nie in … 
verwickelt worden, sei nie gefangen genommen worden, sei nie verletzt 
worden. Es bestünden somit keine Voraussetzungen, um diese Diagnose 
stellen zu können. Der Beschwerdeführer sei nie Opfer schwerer Miss-
handlungen gewesen, sei nicht gefoltert worden, sei nie mit dem Tod be-
droht gewesen. Es bestünden auch keinerlei Symptome einer 
posttraumatischen Belastungsstörung wie angstbesetzte Träume, Nachhal-
lerinnerungen. Eine Panikstörung könne ebenfalls nicht diagnostiziert wer-
den. Er habe bis 2018 gearbeitet, habe dabei einen guten Verdienst erzielt, 
habe bei der Arbeit nie unter irgendwelchen Angstattacken gelitten. Er ha-
be anlässlich der psychiatrischen Untersuchung nicht über Ängste berich-
tet. Er könne sich in der Öffentlichkeit frei bewegen. Beispielsweise habe er 
von 02/2020 bis 06/2020 in ... gearbeitet, die Wegzeit habe zwei Stunden 
betragen, er habe weder beim Weg zur Arbeit noch während der Arbeit 
irgendwelche Panikattacken gehabt. Der Beschwerdeführer habe einzig 
das Gefühl geäussert, dass er manchmal zu schnell atme, wenn er arbeite, 
sich dann dessen bewusst werde und sich innert Minuten beruhigen könne. 
Diese Feststellungen genügten nicht, um eine Panikstörung diagnostizieren 
zu können. Die mittelgradige depressive Episode sei von der psychiatri-
schen Tagesklinik damit begründet worden, dass der Beschwerdeführer bei 
der Selbsteinschätzung einen Score von 39 erreicht habe, was einer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 18

schweren Depression entspreche. Im Rahmen einer Begutachtung hätten 
Selbstbeurteilungsfragebögen keinen Platz. Der Beschwerdeführer habe 
gemäss dem Austrittsbericht regelrecht an den Therapien teilgenommen, 
habe keine Mühe gehabt, sich an die Regeln und Routinen anzupassen. Er 
habe regelmässig ..., habe ...übungen gemacht. Er habe Freude am ... ge-
habt, habe sich um andere in der Gruppe gekümmert. Alle diese Verhal-
tensweisen, vor allem die Fähigkeit ... zu können, schlössen eine 
mittelgradige oder schwere depressive Episode aus. Die von der Psychia-
trischen Tagesklinik des Spitals L.________ gestellten Diagnosen könnten 
also nicht bestätigt werden. Beim Beschwerdeführer liege keine psychiatri-
sche Störung vor, die die Arbeitsfähigkeit beeinträchtige.

3.2.8 In der Stellungnahme des Psychiatrischen Ambulatoriums des Spi-
tals L.________ vom 27. Juli 2021 (im Gerichtsdossier) zum MEDAS-
Gutachten vom 7. September 2020 (act. IIa 182.1 - 182.3) wurden die 
folgenden (psychiatrischen) Diagnosen gestellt:

1. Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren
(ICD-10: F45.41)

2. Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
(ICD-10: F33.1)

3. Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10: F43.1)
4. Aktenanamnestisch: Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst]

(ICD-10: F41.0)
 teilremittiert

Zur Posttraumatischen Belastungsstörung wurde ausgeführt, beim Be-
schwerdeführer lägen die folgenden Geschehnisse und Folgen des ... vor: 
drei Monate auf der Flucht im Wald, Bombardierung seines Dorfs, Verlust 
des ... im … , Rückkehr eines schwer traumatisierten ..., welcher fast nicht 
mehr geredet habe und nach mehreren Schlaganfällen auf u.a. die Pflege 
des Beschwerdeführers angewiesen gewesen sei. In dem Kontext sei nicht 
nachvollziehbar, inwiefern das Erleben von … , Flucht und Gewalt keine 
"Bedrohung mit dem Tod" sein könne. Weiter berichte der Beschwerdefüh-
rer u.a. von lebhaften Träumen vom verstorbenen ... und der brennenden 
..., zudem von Schreien der Frauen und Kinder aus der ..., welche er durch 
den Tag zeitweise höre und das Bild seines geschwächten .... Der Be-
schwerdeführer zeige die Gesamtheit (der gemäss ICD-10 geforderten) 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 19

Kriterien, vor allem Hypervigilanz und Angetriebenheit. Der Beschwerde-
führer sei am 12. Mai 2021, nach fünfwöchigem Klinikaufenthalt aus der 
psychiatrischen Klinik des Spitals L.________ in ... entlassen worden (vgl. 
Kurzaustrittsbericht vom 12. Mai 2021 [Akten des Beschwerdeführers {act. 
I} 4]). Hier habe er sich, ähnlich den Schilderungen anderer Fachpersonen 
aus vergangenen psychiatrischen Behandlungen, sehr therapiemotiviert 
gezeigt, trotz schweren psychischen (u.a. Zunahme der depressiven Sym-
ptomatik, Angetriebenheit) wie auch somatischen (u.a. sehr hoher Blut-
druck, bekannte Schulterbeschwerden) Belastungen. Ziel der Therapie sei 
eher, ihn in seinem Elan zu bremsen, Pausen gezielt einzuplanen und ihn 
an seine somatischen, wie psychischen Grenzen zu erinnern, als ihn zu 
motivieren, mehr zu arbeiten. Demnach stünden die Behandler vor einer 
paradoxalen Aufgabe, wenn der Beschwerdeführer zu einer Erhöhung des 
Arbeitspensums motiviert würde, da aus somatischer (Referenz Hausarzt 
Dr. med. O.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, zusätzlich 
somatische Problematiken durch weitere Ärzte bezeugbar) und psychiatri-
scher Sicht eine 100 %ige Arbeitsfähigkeit nicht zu verantworten sei. Der 
Beschwerdeführer habe es selbstständig geschafft, einen Arbeitgeber zu 
finden, der ihm eine Probezeit mit reduziertem Pensum ermögliche. Er sei 
derzeit lediglich 35 % arbeitsfähig aus Sicht des Hausarztes und aus 
psychiatrischer Sicht. Die psychische Gesundheit und damit die finanzielle 
und psychosoziale Situation der Familie sei ständig bedroht, wenn Behör-
den und Fachpersonen die schwere der Erlebnisse des Beschwerdeführers 
und die Auswirkungen auf seinen Zustand bagatellisierten und notwendige 
Unterstützung verweigerten. Entwertende Schreiben destabilisierten ihn 
aus klinischer Sicht jeweils extrem, sogar mehr als er dies subjektiv benen-
nen würde. Mindestens eine Teilrente, welche ihm aufgrund seines multi-
faktoriellen Leidens zustehe, würde die notwendige Entlastung, 
Erholungsphase und finanzielle Sicherheit mit sich bringen, um ein gewis-
ses Pensum auf längere Sicht auf dem ersten Arbeitsmarkt leisten zu kön-
nen und gleichzeitig eine gewisse psychische Stabilität zu erlangen. Zudem 
stehe es ihm zu, fachlich gerecht dargestellt und nicht grundlos entwertet 
zu werden. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 20

4.

4.1

4.1.1 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1).

4.1.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

4.1.3 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 21

4.2 Das orthopädisch-psychiatrische MEDAS-Gutachten vom 7. Sep-
tember 2020 (act. IIa 182.1 - 182.3; inklusive der Stellungnahme vom 11. 
Januar 2021 [act. IIa 207]) erfüllt die an den Beweiswert einer medizini-
schen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 4.1.2 hiervor). Es ist voll 
beweiskräftig, da es – beruhend auf allseitigen Untersuchungen und unter 
Berücksichtigung der geklagten Beschwerden – die streitigen Punkte um-
fassend abhandelt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben wurde. Weiter 
leuchtet es in der medizinischen Beurteilung ein und die darin gezogenen 
Schlussfolgerungen werden eingehend begründet. 

4.2.1 Die anlässlich der orthopädischen Exploration erhobenen Befunde 
sowohl an der HWS wie an den Schultern stehen in Übereinstimmung mit 
denjenigen, wie sie anlässlich der Verlaufsexpertise von den Privatgutach-
tern F.________/G.________ in der Expertise vom 10. Januar 2020 erho-
ben wurden (HWS: kein paravertebraler Muskelhartspann, Myogelosen 
nicht tastbar, keine Schmerzangaben bei Rotationsbewegungen [act. IIa 
135/5]; Schultern: passive und aktive Bewegungsprüfungen problemlos 
durchführbar, Druck- und Bewegungsschmerzen werden nicht ausgelöst, 
Schürzen-/Nackengriff durchführbar [act. IIa 135/6 f.], keine relevante Be-
wegungseinschränkung [act. IIa 135/11]). Ebenso entspricht das vom ME-
DAS-Gutachter formulierte Zumutbarkeitsprofil für schulteradaptierte 
Tätigkeiten (act. IIa 182.3/11) in etwa demjenigen der Privatgutachter (act. 
IIa 135/12). Der Beschwerdeführer beanstandet denn auch einzig die Dis-
krepanz in der Beurteilung des Grades der Arbeitsfähigkeit (Beschwerde, 
S. 7, IV./2.) und übersieht dabei, dass sich die Privatgutachter im Zeitpunkt 
der Untersuchung zum Grad der Arbeitsfähigkeit nicht aus medizinisch-
theoretischer Sicht geäussert, sondern – überwiegend wahrscheinlich ent-
sprechend dem Auftrag der Rechtsvertretung mit Blick auf die von der 
Abklärungsstelle D.________ erwartete Steigerung des Pensums (vgl. da-
zu act. IIa 158/4 unten [Standortgespräch Abklärungsstelle D.________ 
vom 27. Februar 2020 in Anwesenheit des Rechtsvertreters]) – zum aktuell 
geleisteten Pensum Stellung genommen und dieses aufgrund der erhobe-
nen Befunde auf bis zu 100 % steigerbar gehalten haben (act. IIa 135/12). 
So hielt denn bereits im Dezember 2019 der Hausarzt Dr. med. 
O.________ die von der Beschwerdegegnerin und der Abklärungsstelle 
D.________ erwartete Steigerung des Pensums auf 100 % für absolut rea-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 22

listisch (Protokoll der Beschwerdegegnerin per 16. Juli 2021 [im Gerichts-
dossier], S. 10, Eintrag vom 13. Dezember 2019). Aufgrund des Umstan-
des, dass die Schulterbehandlung am 29. April 2019 bei guter Beweglich-
keit beider Schultern und Zufriedenheit des Beschwerdeführers für 
abgeschlossen erklärt wurde (act. IIa 104/3 f.), ist nicht nachvollziehbar, 
weshalb die von den Privatgutachtern für möglich und zumutbar gehaltene 
Steigerung der Arbeitsfähigkeit nicht auf einen früheren Zeitpunkt hin ge-
fordert werden durfte. Insoweit überzeugt der MEDAS-Gutachter, wenn er 
den Beginn für die Frist, binnen welcher mit Bezug auf eine adaptierte 
Tätigkeit spätestens wieder eine volle Arbeits- und Leistungsfähigkeit er-
wartet werden kann, bei erfolgreich verlaufener Operation auf den Tag der 
Operation ansetzt (act. IIa 182.3/11, Ziff. 8.2.5). Die Frist beträgt in Über-
einstimmung mit den Privatgutachtern (vgl. act. II 135/12) längstens sechs 
Monate.

4.2.2 Die Kritik am psychiatrischen Teilgutachten (Beschwerde, S. 4 ff., 
IV./1) erweist sich als unbegründet. Dr. med. P.________, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, hat mit überzeugender Begründung (act. 
IIa 182.2/9) ausgeschlossen, dass beim Beschwerdeführer eine Posttrau-
matische Belastungsstörung zu diagnostizieren ist bzw. dass er im Beurtei-
lungszeitpunkt noch an den Folgen einer solchen gelitten hat. Dr. med. 
P.________ führte aus, der Beschwerdeführer sei nie in … verwickelt ge-
wesen, sei nie gefangen genommen und nie verletzt worden. Er sei traurig 
darüber, dass sein ... im … getötet worden sei. Er habe auch fliehen müs-
sen, sei in die Schweiz emigriert. Er träume gelegentlich davon, dass er 
von ... verfolgt werde. Er reise aber jedes Jahr dreimal in seine Heimat, wo 
das Elternhaus aufgebaut worden sei und wo sich die … abgespielt hätten. 
Darauf freue er sich jeweils sehr. Es sei mit dem Beschwerdeführer auch 
möglich, über die Erfahrungen im … zu sprechen, ohne dass er dabei in 
vegetative Erregung geraten wäre. Die belastenden Ereignisse hätten an-
fangs der neunziger Jahre stattgefunden. Der Beschwerdeführer lebe seit 
1993 in der Schweiz, habe hier bis 2018 ohne grössere Schwierigkeiten 
gearbeitet. Er habe eine Familie gegründet, habe eine sehr gute Beziehung 
mit seinen Kindern. Weder die Voraussetzung noch die Symptome einer 
posttraumatischen Belastungsstörung seien somit vorhanden. Die vom 
Spital L.________, auf der Station ..., gestellten Diagnosen (vgl. act. II 40/2 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 23

ff.; act. IIa 167) könnten also in keiner Art und Weise bestätigt werden. Aus 
psychiatrischer Sicht bestehe keine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit.

Dass die von den Psychiatrischen Diensten des Spitals L.________ und 
Dr. med. Q.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, von 
der psychiatrischen Klinik R.________ gestellte Diagnose (vgl. act. II 14, 
36/2 ff.) nicht zutrifft, hat im Übrigen bereits der Vorgutachter Dr. med. Dr. 
phil. S.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, im Gutach-
ten der Gutachterstelle T.________ vom 23. März 2007 aufgrund der von 
ihm erhobenen Befunde überzeugend begründet (act. II 20/24). Er hielt 
fest, für eine manifeste posttraumatische Störung (Hypervigilanz, Schreck-
haftigkeit, Intrusivität, neurovegetative Entkoppelung) liessen sich anläss-
lich der eigenen Untersuchung keine Befunde objektivieren, welche für eine 
Berufsunfähigkeit von Relevanz sein könnten. Vielmehr liege eine Anpas-
sungsstörung mit subsyndromalen posttraumatischen Anteilen vor. Der 
Lebenslauf in der Schweiz sei, neben der „...sucht", gezeichnet durch den 
Verdacht auf persönlichkeitsbezogene, dissoziale Anteile, welche im Aus-
trittsbericht des Zentrums U.________, Spital L.________, in narrativer und 
wenig strukturierter, teils begriffslogisch unklarer Form, aufgeführt würden. 
Diese Schilderungen legten den Schluss nahe, dass es sich hier insgesamt 
um eine primär dysfunktionale Fehlverarbeitung handle, welche nicht als 
„genuine, selbständige psychiatrische Störung", sondern als eine „erlebnis-
reaktive Störung" vor dem Hintergrund eines persönlichen Scheiterns auf 
den verschiedensten privaten und sozialen Ebenen zu rezipieren sei. Die 
aktenmässig aufgeführte „Regression" (Dr. med. Q.________) als „krank-
heitsunterminierender Prozess" könne hier aus psychodynamischer Sicht 
nur bestätigt werden. Es handle sich hier, in einem psychodynamisch-
hierarchischen Krankheitskonzept, primär um eine dysfunktionale „Regres-
sion", welche in einem Prozess sich gegenseitig bedingender Faktoren, 
dann tatsächlich zu glaubwürdigen „Panikattacken" und „depressiven Ver-
stimmungen" geführt hätten. Sodann hat der psychiatrische MEDAS-
Gutachter Dr. med. P.________ in der ergänzenden Stellungnahme vom 
11. Januar 2021 (act. IIa 207) noch einmal überzeugend und schlüssig 
dargelegt, dass weder eine Posttraumatische Belastungsstörung noch eine 
Panikstörung noch eine mittelgradige depressive Episode vorgelegen ha-
ben. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 24

Wie die Beschwerdegegnerin in der Beschwerdeantwort, S. 3, Ziff. 5, zu-
treffend darauf hinweist, hat Dr. med. P.________ durchaus psychiatrische 
Diagnosen gestellt (Schmerzverarbeitungsstörung, Hyperventilation [act. IIa 
182.2/6]), indessen aufgrund der erhobenen Befunde mit nachvollziehbarer 
und überzeugender Begründung daraus keine Auswirkungen auf die Ar-
beitsfähigkeit abgeleitet (act. II 182.2/6 f.). Schliesslich kann aus dem Um-
stand, dass die behandelnden Ärzte dem Beschwerdeführer Psycho-
pharmaka verabreichen, nicht auf eine die Arbeitsfähigkeit beeinträch-
tigende psychische Erkrankung geschlossen werden (Beschwerde, S. 6, 
IV./1.), wobei festzustellen ist, dass der Beschwerdeführer nach eigenen 
Angaben seit Behandlung seiner ...sucht in der psychiatrischen Klinik 
R.________ vor 15 Jahren keine psychiatrische Behandlung mehr bean-
spruchte (act. II 90) bzw. sich erst wieder ab März 2020 in psychotherapeu-
tische Behandlung begab (act. IIa 182.2/2). 

Schliesslich macht der Beschwerdeführer in der Stellungnahme vom 
12. August 2021 (im Gerichtsdossier) unter Beilage der Stellungnahme des 
Psychiatrischen Ambulatoriums des Spitals L.________ vom 27. Juli 2021 
(im Gerichtsdossier) geltend, der zentrale Punkt der Beschwerdeerhebung 
betreffe nicht die Schulterproblematik, sondern die psychische Gesund-
heitsbeeinträchtigung (Vorliegen einer Posttraumatischen Belastungs-
störung), wobei die Beschwerdegegnerin diese wesentliche 
Gesundheitsbeeinträchtigung unberücksichtigt lasse. Die erwähnte Stel-
lungnahme wurde nach dem hier für das Gericht massgebenden Überprü-
fungszeitpunkt – dem Erlass der angefochtenen Verfügung vom 19. Mai 
2021 (act. IIa 219; vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 2.1 S. 
140) – verfasst und ist nur insoweit zu berücksichtigen, als sie Rückschlüs-
se auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsverfahrens be-
stehende Situation erlaubt (SVR 2008 IV Nr. 8 S. 25 E. 3.4). Das 
Psychiatrische Ambulatorium des Spitals L.________ nimmt einen advoka-
torischen Standpunkt ein, indem es festhält, dass dem Beschwerdeführer 
mindestens eine Teilrente zustehe. Zudem wird ausschliesslich auf die sub-
jektiven, nicht überprüfbaren Angaben über Erlebnisse abgestellt, welche 
den Beschwerdeführer über Jahre hinaus nicht daran hinderten, erwerbs-
tätig zu sein. Bei all dem ist schliesslich auch der unterschiedlichen Natur 
von Behandlungsauftrag des therapeutisch tätigen (Fach-)Arztes einerseits 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 25

und Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten fachmedizinischen Exper-
ten anderseits Rechnung zu tragen; diese lässt es nicht zu, ein medizini-
sches Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu stellen und 
zum Anlass weiterer Abklärungen zu nehmen, wenn die behandelnden 
Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben 
Fälle, in denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil die be-
handelnden Ärzte wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpreta-
tion entspringende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung 
unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (SVR 2019 UV Nr. 31 S. 117 E. 
3, 2017 IV Nr. 49 S. 148 E. 5.5), was vorliegend nicht der Fall ist.

Der Sachverhalt ist folglich rechtsgenüglich abgeklärt. Auf weitere Beweis-
massnahmen kann in antizipierter Beweiswürdigung (BGE 144 V 361 E. 
6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 
50 S. 163 E. 4) verzichtet werden.

Da aus psychiatrischer Sicht keine Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeits-
fähigkeit gestellt werden (act. IIa 182.2/6), ist vorliegend die Durchführung 
des strukturierten Beweisverfahrens (Indikatorenprüfung [vgl. E. 2.3 hier-
vor]) nicht erforderlich.

4.3 Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen ist für die Invaliditäts-
bemessung das von der MEDAS formulierte und mit der Beurteilung der 
RAD-Ärztin in Übereinstimmung stehende (act. IIa 110/7) Zumutbar-
keitsprofil wegleitend. 

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 26

5.2 Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig 
möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf 
sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. 
Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermit-
telt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten 
Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte mitein-
ander zu vergleichen (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; 
BGE 128 V 29 E. 1 S. 30, 104 V 135 E. 2b S. 136; SVR 2019 BVG Nr. 16 
S. 64 E. 4.4.2).

5.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 
4.1 S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1).

5.2.2 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Hat die versicherte 
Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine 
ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, so können 
nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne gemäss den vom Bundesamt für 
Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen 
werden (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-
schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass 
Tabellenlöhne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und 
beruflichen Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Ein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 27

schränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Be-
schäftigungsgrad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalidenein-
kommen ist nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wo-
bei der Abzug auf insgesamt höchstens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 
297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 
3.3). Zu beachten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizini-
schen Arbeitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht 
zusätzlich in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und 
so zu einer doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen 
(BGE 146 V 16 E. 4.1 S. 20).

5.3 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222). Die Leistungsanmeldung erfolgte im Mai 2018 (act. II 
53) und seit dem 5. Dezember 2017 wurde dem Beschwerdeführer eine im 
Durchschnitt 74.25 %-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert (act. IIa 95.5 f.). Mit 
Blick auf diese Gegebenheiten und unter Berücksichtigung der sechsmona-
tigen Karenzfrist von Art. 29 Abs. 1 IVG und des Wartejahres gemäss Art. 
28 Abs. 1 lit. b IVG (vgl. E. 2.4 hiervor) fällt der fühestmögliche Rentenbe-
ginn auf Anfang Dezember 2018. Laut MEDAS-Gutachten war der Be-
schwerdeführer zu diesem Zeitpunkt bzw. von April 2018 bis August 2019 
in sämtlichen Tätigkeiten voll arbeitsunfähig (act. IIa 182.1/9 Ziff. 4.7.5). 
Dies vermag indes nicht zu überzeugen, hielt die RAD-Ärztin med. pract. 
N.________ doch am 29. Oktober 2019 (act. II 110) fest, nach der Schulte-
roperation links vom 24. April 2018 sei das Leistungsvermögen für jegliche 
Tätigkeit während drei Monaten aufgehoben gewesen; ab dem 16. August 
2018 bis zum 18. Februar 2019 sei eine angepasste, schulterschonende 
Tätigkeit zu 100 % möglich gewesen. Dabei verweist sie auf den Bericht 
von Dr. med. M.________ vom 16. August 2018 (Behandlung vom 13. Au-
gust 2019; act. II 95.3/26 f.), gemäss welchem sich bezüglich der linken 
Schulter eine sehr gute und freie Schultergelenkfunktion zeigte. Laut dem 
Bericht von Dr. med. M.________ vom 25. September 2018 (Behandlung 
vom 19. September 2018; act. IIa 95.3/20 f.) führte der Beschwerdeführer 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 28

ein regelmässiges Fitnesstraining durch mit Hanteltraining bis 25 - 30 kg 
Gewicht; zudem gab der Beschwerdeführer an, er sei mittlerweile wieder 
vollständig berufstätig. Gemäss der Taggeldabrechnung der Krankentag-
geldversicherung bezog er zumindest vom 1. Oktober 2018 bis 18. Februar 
2019 mit Bezug auf die seinem Gesundheitszustand nicht angepasste an-
gestammte Tätigkeit Taggelder für eine 50 %-ige Arbeitsunfähigkeit (act. IIa 
95.5). Damit ist auf die schlüssige und überzeugende Einschätzung der 
RAD-Ärztin abzustellen, wonach vom 16. August 2018 bis zum 18. Februar 
2019 in einer leidensangepassten, insbesondere schulterschonenden 
Tätigkeit eine volle Arbeitsfähigkeit bestand. Dem steht auch der Umstand 
nicht entgegen, dass der Beschwerdeführer ab dem 20. Juni 2018 über 
zunehmende Schulterbeschwerden rechts klagte (Bericht Dr. med. 
M.________ vom 3. Juli 2018; act. IIa 95.3/29 f.) und er seine Stelle als ... 
im ...bereich per 30. September 2018 verloren hat (act. IIa 95.4/2). 

Am 19. Februar 2019 erfolgte eine Operation an der rechten Schulter (act. 
II 89/5 f.). Diesbezüglich hielt der Orthopäde der MEDAS fest, spätestens 
sechs Monate nach dem Eingriff (d.h. am 19. August 2019) sei von einer 
zeitlich und leistungsmässig uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit auszuge-
hen (act. IIa 182.3/11 Ziff. 8.2.5). Wenn die Beschwerdegegnerin die durch 
die zweite Operation dauerhaft eingetretene Verbesserung per Ende No-
vember 2019 annimmt, erweist sich dies unter den gegebenen Umständen 
als wohlwollend falsch, erfolgte doch der Behandlungsabschluss zufolge 
Beschwerdefreiheit und guter Schulterbeweglichkeit bereits am 29. April 
2019 (act. IIa 104/3 f.), womit die RAD-Ärztin grundsätzlich zutreffend per 
Mai 2019 davon ausging, eine angepasste, schulterschonende Tätigkeit 
(körperlich leichte bis ausnahmsweise mittelschwere, wechselbelastende 
Tätigkeiten) seien ganztags ohne zusätzliche Leistungsminderung wieder 
möglich und zumutbar (act. IIa 110/7). Auch der Hausarzt Dr. med. 
O.________ berichtet Ende Juni 2019 unter Hinweis auf den Bericht des 
Operateurs vom 29. April 2019 (act. IIa 104/3 f.) von einem erfreulichen 
Verlauf und zunehmenden Schmerzen bei Belastungen über der Horizonta-
len (act. IIa 97/2), wobei es sich um Belastungen handelte, welche nicht 
dem Zumutbarkeitsprofil entsprachen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 29

5.4 Mit Blick auf die vorstehenden Ausführungen ist per 1. Dezember 
2018 ein erster Einkommensvergleich vorzunehmen. Vom 19. Februar 
2019 bis 30. April 2019 war die Arbeitsfähigkeit für jegliche Tätigkeit aufge-
hoben, so dass für diese Zeit ein Invaliditätsgrad von 100 % resultiert. 
Schliesslich ist per 1. Mai 2019 ein weiterer Einkommensvergleich vorzu-
nehmen.

5.4.1 Für das Valideneinkommen ist vom zuletzt bei der H.________ AG 
im Jahr 2018 erzielten Erwerbseinkommen von Fr. 84'660.-- auszugehen 
(act. II 76/3), da der Beschwerdeführer diese Anstellung aus gesundheitli-
chen Gründen verloren hat (vgl. Protokoll der Beschwerdegegnerin per 16. 
Juli 2021 [im Gerichtsdossier], S. 1, Eintrag vom 11. September 2018; in 
der Kündigung vom 30. August 2018 [act. IIa 95.4/2] werden als Kündi-
gungsgrund jedoch wirtschaftliche Gründe angegeben). Indexiert auf das 
Jahr 2019 resultiert ein Betrag von Fr. 85'496.55 (Tabelle T1.1.15, Nomi-
nallohnindex, Männer, 2016 - 2020, Wirtschaftszweig F, Ziff. 41 - 43, Bau-
gewerbe/Bau, Index Jahr 2018: 101.2 Punkte, Index Jahr 2019: 102.2 
Punkte). 

5.4.2 Da der Beschwerdeführer die nach Eintritt des Gesundheitsscha-
dens bzw. erfolgreicher Behandlung verbliebene Arbeitsfähigkeit nicht voll 
ausschöpft (vgl. Bericht des Psychiatrischen Ambulatoriums des Spitals 
L.________ vom 27. Juli 2021, S. 3 [im Gerichtsdossier]), ist das Invaliden-
einkommen gestützt auf die LSE festzulegen. Auszugehen ist von den LSE 
2018, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) 
nach Wirtschaftszweigen, Kompetenzniveau und Geschlecht, Privater Sek-
tor, Total, Kompetenzniveau 1, Männer, im Betrag von Fr. 5'417.-- monat-
lich bzw. Fr. 65'004.-- jährlich. Angepasst an die betriebsübliche 
wöchentliche Arbeitszeit im Abschnitt Total im Jahr 2018 von 41.7 Stunden 
resultiert ein Betrag von Fr. 67'766.65 (Fr. 65'004.-- : 40 h x 41.7 h). Die 
Indexierung auf das Jahr 2019 ergibt einen Betrag von Fr. 68'367.55 (Ta-
belle T1.1.15, Nominallohnindex, Männer, 2016 - 2020, Wirtschaftszweig 
Total, Index Jahr 2018: 101.5 Punkte, Index Jahr 2019: 102.4 Punkte). Ei-
nen leidensbedingten Abzug (vgl. E. 5.2.2 hiervor) hat die Beschwerdegeg-
nerin zu Recht nicht gewährt.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 30

5.5 Die Gegenüberstellung der hypothetischen Vergleichseinkommen 
ergibt sowohl per 1. Dezember 2018 als auch per 1. Mai 2019 einen ren-
tenausschliessenden Invaliditätsgrad von gerundet 20 % (2018: 100 / 
Fr. 84'660.-- x [Fr. 84'660.-- - Fr. 67'766.65] = 19.95 %; 2019: 100 / 
Fr. 85'496.55 x [Fr. 85'496.55 - Fr. 68'367.55] = 20.03 %; zu den Run-
dungsregeln vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 3.3 S. 123; SVR 2019 IV Nr. 
61 S. 198 E. 7.1).

Damit bestand – entgegen den Ausführungen in der angefochtenen Verfü-
gung – ab dem 1. Dezember 2018 bei einen Invaliditätsgrad von 20 % kein 
Rentenanspruch. Ein solcher entstand in Anwendung von Art. 88a Abs. 2 
IVV (vgl. E. 2.6.2 hiervor) mit Blick auf die ab dem 19. Februar 2019 beste-
hende vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeit ab dem 1. Mai 
2019 und zwar bei einem Invaliditätsgrad von 100 % im Umfang einer gan-
zen Rente. Da ab dem 1. Mai 2019 wiederum eine vollständige Arbeits-
fähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit gegeben war, ist der 
Rentenanspruch bei einem Invaliditätsgrad wiederum von 20 % in Anwen-
dung von Art. 88a Abs. 1 IVV (vgl. E. 2.6.2 hiervor) per Ende Juli 2019 zu 
befristen. 

5.6 Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen. Die ange-
fochtene Verfügung vom 19. Mai 2021 (act. IIa 219) ist insoweit abzuän-
dern, als vom 1. Mai bis 31. Juli 2019 Anspruch auf eine ganze 
Invalidenrente besteht. Ab dem 1. August 2019 besteht kein Rentenan-
spruch mehr. Der Beschwerdeführer wurde auf eine mögliche Schlechter-
stellung mit prozessleitender Verfügung vom 23. Juli 2021 hingewiesen.

6.

6.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 31

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens dem Beschwerdeführer zur Bezah-
lung auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG) und dem geleisteten Kostenvor-
schuss in gleicher Höhe entnommen.

6.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens besteht kein Anspruch auf eine 
Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG [Umkehr-
schluss]); auch die obsiegende Beschwerdegegnerin hat als öffentlich-
rechtliche Anstalt des Kantons Bern nicht Anspruch auf Ersatz ihrer 
Parteikosten (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern vom 19. Mai 2021 wird 
insoweit abgeändert, als vom 1. Mai bis 31. Juli 2019 Anspruch auf ei-
ne ganze Invalidenrente besteht. Ab dem 1. August 2019 besteht kein 
Rentenanspruch mehr.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

4. Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwältin C.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe des Beschwerdeführers vom 12. August 

2021 inkl. Beilage)
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 15. Sept. 2021, IV/21/447, Seite 32

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.