# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c95a7f5-fe1d-5a2e-b87c-d1490afc5312
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-06
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 06.09.2023 200 2022 67
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-67_2023-09-06.pdf

## Full Text

200 22 67 SCHG
SCI/SHE/LAB

Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten 
des Kantons Bern

Urteil vom 6. September 2023

Vorsitzender Verwaltungsrichter Schwegler
Fachrichter Fürsprecher Cadotsch, Fachrichter Dr. med. Trümpler Moll
Gerichtsschreiber Schnyder

1. Aquilana Versicherungen (BAG Nr. 32)
Bruggerstrasse 46, 5401 Baden

2. Assura-Basis SA (BAG Nr. 1542)
Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully

3. Atupri Gesundheitsversicherung vormals Atupri Krankenkasse 
(BAG Nr. 312), 
Zieglerstrasse 29, Postfach, 3001 Bern 

4. Avenir Assurance Maladie SA (BAG Nr. 343)
Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

5. CONCORDIA Schweiz. Kranken- und Unfallversicherung AG (BAG 
Nr. 290)
Bundesplatz 15, 6002 Luzern

6. CSS Krankenversicherung AG (BAG Nr. 8) in eigener Sache und 
als Rechtsnachfolgerin der Arcosana AG (BAG Nr. 1569), der 
INTRAS Kranken-Versicherung AG (BAG Nr. 1529) und der 
Sanagate AG (BAG Nr. 1577)
Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern

7. Easy Sana Assurance Maladie SA (BAG Nr. 774)
Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

8. EGK Grundversicherungen AG (BAG Nr. 881)
Birspark 1, 4242 Laufen

9. Genossenschaft KRANKENKASSE SLKK vormals Krankenkasse 
SLKK (BAG Nr. 923)
Hofwiesenstrasse 370, Postfach 5652, 8050 Zürich

10. Genossenschaft Krankenkasse Steffisburg (BAG Nr. 246)
Unterdorfstrasse 37, Postfach, 3612 Steffisburg 

11. Kolping Krankenkasse AG (BAG Nr. 762)
Peter Merian-Weg 4, 4052 Basel

12. KPT Krankenkasse AG (BAG Nr. 376)
Wankdorfallee 3, Postfach, 3001 Bern

13. Krankenkasse Luzerner Hinterland (BAG Nr. 360)
Luzernstrasse 19, 6144 Zell LU

14. Moove Sympany AG (BAG Nr. 57)
Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel

15. Mutuel Assurance Maladie SA (BAG Nr. 1479)
Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny 

16. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG (BAG Nr. 455) in 
eigener Sache und als Rechtsnachfolgerin der KVF 
Krankenversicherung AG vormals Krankenversicherung Flaachtal 
AG, Bülach (BAG Nr. 558)
Bahnhofstrasse 13, 7302 Landquart

17. Philos Assurance Maladie SA (BAG Nr. 1535)
Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny

18. sana24 AG (BAG Nr. 1568)
Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16

19. sodalis gesundheitsgruppe (BAG Nr. 941)
Balfrinstrasse 15, 3930 Visp

20. Sumiswalder Krankenkasse (BAG Nr. 194)
Spitalstrasse 47, 3454 Sumiswald

21. SUPRA-1846 SA (BAG Nr. 62)
Av. De la Rasude 8, 1006 Lausanne

22. SWICA Krankenversicherung AG vormals SWICA 
Krankenversicherung (BAG Nr. 1384)
Römerstrasse 38, 8401 Winterthur

23. Visana AG (BAG Nr. 1555)
Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16

24. vivacare AG (BAG Nr. 1570)
Weltpoststrasse 19, Postfach, 3000 Bern 16

25. Vivao Sympany AG (BAG Nr. 509)
Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel

alle vertreten durch tarifsuisse AG, Römerstrasse 20, Postfach, 4502 
Solothurn, Postadresse: Lagerstrasse 107, 8004 Zürich
und diese vertreten durch Rechtsanwalt und Notar A.________
Klägerinnen

gegen

B.________ AG
vertreten durch Fürsprecher C.________
Beklagte

betreffend Klage vom 26. Januar 2022 betreffend Rückerstattung Honorar 
(Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschalen F)

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 3

Sachverhalt:

A.

Mit Gesuch zur Durchführung einer Vermittlungsverhandlung vom 11. Mai 
2021 beantragten 29 Krankenversicherer, vertreten durch Tarifsuisse AG, 
diese vertreten durch Rechtsanwalt und Notar A.________, die 
B.________ AG sei zur Zahlung von mindestens Fr. 1'144'231.26 (für 
Forderungen betreffend Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschalen F, 
Tarifposition 00.2505 der TARMED-Tarifposition; Zeitraum: ab 1. Januar 
2016; Zahlstelle: ZSR-Nr. ...) zu verpflichten.

Mit Eingabe vom 12. Juli 2021 beantragte die B.________ AG, vertreten 
durch Fürsprecher Dr. C.________, die Abweisung des Gesuchs. 

Am 6. Oktober 2021 fand vor dem Vorsitzenden des Schiedsgerichts in 
Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern eine 
Vermittlungsverhandlung statt, anlässlich welcher die Parteien erklärten, 
aussergerichtlich Einigungsverhandlungen durchführen zu wollen, was mit 
prozessleitender Verfügung vom 7. Oktober 2021 festgehalten wurde. 

Mit Schreiben vom 1. November 2021 teilten die Krankenversicherer mit, 
die aussergerichtlichen Verhandlungen seien gescheitert, und ersuchten 
um Abschluss des gerichtlichen Vermittlungsverfahrens sowie um Erteilung 
der Klagebewilligung. 

Mit Urteil vom 4. November 2021 des Vorsitzenden des Schiedsgerichts in 
Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern, SCHG/2021/347, 
wurde den Krankenversicherern die Klagebewilligung mit Klagefrist von drei 
Monaten, laufend ab dem 4. November 2021, erteilt. 

B.

Mit Eingabe vom 26. Januar 2022 erhoben die Krankenversicherer 
(nachfolgend Klägerinnen) Klage. Sie beantragen, die B.________ AG 
(nachfolgend Beklagte) sei zur Zahlung von mindestens Fr. 1‘144‘231.26 

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vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 4

(für Forderungen betreffend Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschalen F, 
Tarifposition 00.2505 TARMED [Zeitraum: ab 1. Januar 2016, Zahlstelle: 
ZSR-Nr. ...]) zu verpflichten.

Mit Klageantwort vom 20. April 2022 schliesst die Beklagte auf Abweisung 
der Klage. 

Im Rahmen der Replik vom 15. Juni 2022 (Klägerinnen) und der Duplik 
vom 10. August 2022 (Beklagte) wurden die Rechtsbegehren bestätigt. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 26. Oktober 2022 schloss der 
Vorsitzende den Schriftenwechsel und das Beweisverfahren. Gleichzeitig 
gab er den Parteien die Besetzung des Schiedsgerichts im vorliegenden 
Verfahren bekannt. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 30. Dezember 2022 wurden 
Kostennoten der Parteivertreter eingeholt. Diese gingen am 5. resp. 10. 
Januar 2023 beim Schiedsgericht ein. 

Mit prozessleitender Verfügung vom 16. Januar 2023 wurden weitere 
Angaben bei den Klägerinnen verlangt. Die Unterlagen gingen am 31. 
Januar 2023 beim Schiedsgericht ein und wurden mit prozessleitender 
Verfügung vom 31. Januar 2023 der Beklagten zur Stellungnahme 
unterbreitet. Die Beklagte verzichtete mit Eingabe vom 20. Februar 2023 
auf weitere Bemerkungen.

Mit prozessleitender Verfügung vom 17. März 2023 wurden bei den 
Parteien weitere statistische Daten erhoben. Diese gingen von Seiten der 
Klägerinnen am 13. April 2023 und von Seiten der Beklagten am 26. April 
2023 beim Gericht ein. Mit prozessleitender Verfügung vom 26. April 2023 
wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, zu den Angaben der jeweiligen 
Gegenpartei Stellung zu nehmen. Eingaben der Parteien gingen am 12. 
Mai 2023 (Beklagte) und am 19. Mai 2023 (Klägerinnen) beim Gericht ein. 
Mit prozessleitender Verfügung vom 22. Mai 2023 wurden die Eingaben 
den Parteien wechselseitig zugestellt. 

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Erwägungen:

1.

1.1 Gemäss Art. 89 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994 
über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) sind Streitigkeiten 
zwischen Versicherern und Leistungserbringern durch ein Schiedsgericht 
zu entscheiden. Die Kantone können die Aufgaben des Schiedsgerichts 
dem kantonalen Versicherungsgericht übertragen (Art. 89 Abs. 4 Satz 3 
Halbsatz 1 KVG), was der Kanton Bern getan hat (Art. 40 des kantonalen 
Gesetzes vom 6. Juni 2000 betreffend die Einführung der Bundesgesetze 
über die Kranken-, die Unfall- und die Militärversicherung [EG KUMV; BSG 
842.11]).

1.2 Im vorliegenden Verfahren ist eine Streitigkeit zwischen 
Versicherern und einem Leistungserbringer zu beurteilen, weshalb die 
sachliche Zuständigkeit des Schiedsgerichts gegeben ist. Die Beklagte hat 
ihre ständige Einrichtung im Kanton Bern (Akten der Klägerinnen [act. I] 1; 
vgl. auch www.zefix.ch), womit das Schiedsgericht in 
Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern auch örtlich zuständig 
ist (Art. 89 Abs. 2 KVG).

Tarifsuisse AG wurde von den Klägerinnen zur Prozessführung ermächtigt. 
Die Vertretungsvollmacht ergibt sich aus den eingereichten 
Prozessvollmachten (vgl. act. I 4; Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 15 
des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die 
Verwaltungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]). Der Rechtsvertreter der 
Klägerinnen ist ordnungsgemäss bevollmächtigt (act. I 3). Auf die 
formgerechte (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 32 Abs. 2 und 3 VRPG) 
und – mit Blick auf die Klagebewilligung vom 4. November 2021 
(SCHG/2021/347) – fristgerechte Klage vom 
26. Januar 2022 (Art. 45 Abs. 3 EG KUMV) ist somit einzutreten.

1.3 Die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) fin-
den gemäss Art. 1 Abs. 2 lit. e KVG beim Verfahren vor dem kantonalen 
Schiedsgericht (Art. 89 KVG) keine Anwendung. Das KVG schreibt vor, 

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dass das Verfahren einfach und rasch zu sein und das Schiedsgericht die 
für den Entscheid erheblichen Tatsachen unter Mitwirkung der Parteien 
festzustellen hat, wobei es die notwendigen Beweise erhebt und in der 
Beweiswürdigung frei ist (Art. 89 Abs. 5 KVG). Der Kanton regelt das 
Weitere (Art. 89 Abs. 5 KVG). Das Klageverfahren richtet sich vorbehältlich 
abweichender Regelungen des EG KUMV (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV) nach 
dem VRPG.

1.4 Im Klageverfahren ergibt sich der Streitgegenstand einzig aus den 
Rechtsbegehren der Klage. Innerhalb des Streitgegenstands ist das 
Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten in Durchbrechung der 
Dispositionsmaxime an die Begehren der Parteien nicht gebunden (vgl. 
BGE 135 V 23 E. 3.1 S. 26). Das Gericht würdigt die Vorbringen der 
Parteien in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nach pflichtgemässem 
Ermessen. Es kann unter Wahrung des rechtlichen Gehörs zu Ungunsten 
der klagenden Partei entscheiden oder dieser mehr zusprechen als sie 
verlangt hat (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 92 Abs. 1 und 3 Satz 2 
VRPG). 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beklagte den Klägerinnen für den Zeitraum 
vom 1. Januar 2016 bis 28. Februar 2021 (Klage S. 6 Ziff. 3) als 
Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschalen F, TARMED-Tarifposition 00.2505, 
abgerechnete Honorare im Umfang von Fr. 1‘144‘231.26 zurückzuerstatten 
hat. 

1.5 Das Schiedsgericht in Sozialversicherungsstreitigkeiten urteilt in 
Dreierbesetzung. Es besteht aus einem Mitglied einer Abteilung des 
Verwaltungsgerichts als neutralem Vorsitzenden und je einer Vertreterin 
oder einem Vertreter der betroffenen Versicherer und Leistungserbringer. 
Diese werden von der oder dem neutralen Vorsitzenden bezeichnet (Art. 56 
Abs. 4 des kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation 
der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft [GSOG; BSG 161.1]; vgl. 
auch Art. 89 Abs. 4 Sätze 2 und 3 KVG).

2.

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2.1 Die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) übernimmt die 
Kosten für die Leistungen gemäss Art. 25 bis 31 KVG nach Massgabe der 
in den Art. 32 bis 34 KVG festgelegten Voraussetzung (Art. 24 Abs. 1 
KVG).

Die Leistungserbringer erstellen ihre Rechnungen nach Tarifen oder 
Preisen (Art. 43 Abs. 1 KVG). Der Tarif ist eine Grundlage für die 
Berechnung der Vergütung (Art. 43 Abs. 2 KVG). Tarife und Preise werden 
in Verträgen zwischen Versicherern und Leistungserbringern (Tarifvertrag) 
vereinbart oder in den vom Gesetz bestimmten Fällen von der zuständigen 
Behörde festgesetzt. Dabei ist auf eine betriebswirtschaftliche Bemessung 
und eine sachgerechte Struktur der Tarife zu achten (Art. 43 Abs. 4 Satz 1 
und 2 KVG). Einzelleistungstarife müssen auf einer gesamtschweizerisch 
vereinbarten einheitlichen Tarifstruktur beruhen. Können sich die 
Tarifpartner nicht einigen, so legt der Bundesrat diese Tarifstruktur fest 
(Art. 43 Abs. 5 KVG). Der Bundesrat kann Anpassungen an der 
Tarifstruktur vornehmen, wenn sie sich als nicht mehr sachgerecht erweist 
und sich die Parteien nicht auf eine Revision einigen können (Art. 43 Abs. 
5bis KVG).

Die Leistungserbringer müssen sich an die vertraglich oder behördlich 
festgelegten Tarife und Preise halten und dürfen für Leistungen nach 
diesem Gesetz keine weitergehenden Vergütungen verrechnen 
(Tarifschutz; Art. 44 Abs. 1 Satz 1 KVG). Der Tarifschutz in weit gefasster 
Definition umfasst die Pflicht der Leistungserbringer und der Versicherer 
zur Erhaltung der massgebenden Tarife und Preise sowohl im 
gegenseitigen als auch im Verhältnis zum Versicherten (GEBHARD 
EUGSTER, Die obligatorische Krankenpflegeversicherung, in: ULRICH MEYER 
[Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Band XIV, 
Soziale Sicherheit, 3. Aufl. 2016, S. 779 N. 1248; EICHENBERGER/HELMLE, 
in: BLECHTA/COLATRELLA/RÜEDI/
STAFFELBACH [Hrsg.], Basler Kommentar, Krankenversicherungsgesetz 
[nachfolgend Basler Kommentar KVG], Art. 44 N. 6 ff.). 

2.2 Nach Art. 56 Abs. 2 Satz 2 KVG kann eine nach diesem Gesetz 
dem Leistungserbringer zu Unrecht bezahlte Vergütung zurückgefordert 
werden. Diese Bestimmung ist nicht nur auf unwirtschaftliche, sondern per 

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analogiam auch auf andere nach dem KVG zu Unrecht bezogene 
Leistungen anwendbar (EUGSTER, a.a.O, S. 686 N. 919; vgl. auch Art. 59 
Abs. 1 lit. b KVG; ISABELLE HÄNER, in: Basler Kommentar KVG, Art. 59 N. 
28 ff.).

3.

Die Aktivlegitimation der Klägerinnen und die Passivlegitimation der 
Beklagten ergeben sich aus Art. 56 Abs. 2 KVG. Als Klägerinnen treten 
vorliegend Krankenkassen auf, die zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 
28. Februar 2021 der Beklagten Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschalen F, 
TARMED-Tarifposition 00.2505, vergütet haben. Aktiv- und 
Passivlegitimation sind nicht bestritten und es bestehen keine Anzeichen 
für Umstände, die diese Voraussetzungen in Frage stellen könnten. 

Die in der Klage vom 26. Januar 2022 aufgeführten Klägerinnen bzw. deren 
BAG-Nummern stimmen teilweise insofern nicht mehr mit den im Rubrum 
aufgeführten Krankenkassen überein, als seither gewisse Krankenkassen 
miteinander fusioniert haben (vgl. Rubrum und www.zefix.ch). Ihre 
Aktivlegitimation als Frage der materiellen Anspruchsberechtigung in den 
Verfahren betreffend Rückerstattung ist auf die neuen Kassen 
übergegangen. Soweit unterschiedliche Parteibezeichnungen bloss auf 
einen Wechsel der Firma der klagenden Kassen zurückgehen, liegt darin 
von vornherein kein rechtlich relevanter Parteiwechsel (Entscheid des 
Bundesgerichts [BGer] vom 10. Dezember 2009, 9C_457/2009, E. 5).

4.

4.1 Die Klägerinnen machen zusammengefasst geltend, die Beklagte 
habe zwischen dem 1. Januar 2016 und dem 28. Februar 2021 zu Unrecht 
Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschalen F, TARMED-Tarifposition 00.2505, 
im Umfang von Fr. 1‘144‘231.26 in Rechnung gestellt und von den 
Klägerinnen vergütet erhalten. Diese seien für Konsultationen während der 

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regulären Sprechstunden der Beklagten abgerechnet worden, was gemäss 
den anwendbaren Tarifbestimmungen nicht erlaubt sei und weswegen 
diese nun zurückgefordert würden (vgl. insbesondere Klage S. 16 Ziff. 21).

Die Beklagte macht zusammengefasst geltend, die Dringlichkeits-
Inkonvenienzpauschale F dürfe gemäss den anwendbaren 
Tarifbestimmungen ausserhalb der regulären Sprechstundenzeiten wie 
auch ganz allgemein montags bis freitags zwischen 19.00 und 22.00 Uhr 
sowie samstags und sonntags zwischen 07.00 und 19.00 Uhr verrechnet 
werden. Eine Abrechnung während den spezifisch genannten Zeiten sei 
letztlich unabhängig davon erlaubt, ob die Arztpraxis zu diesen Zeiten 
reguläre Öffnungszeiten anbiete. Die Dringlichkeits-
Inkonvenienzpauschalen F seien ihr zu Recht ausbezahlt worden und es 
bestehe keine Grundlage für eine Rückforderung. Ein allfälliger 
Rückerstattungsanspruch wäre zudem (teilweise) verwirkt (vgl. 
insbesondere Klageantwort S. 18 ff. Ziff. 48 ff., S. 24 ff. Ziff. 65 ff.).

4.2 Die ambulanten ärztlichen Leistungen im Rahmen der 
obligatorischen Krankenpflegeversicherung werden seit dem 1. Januar 
2004 einheitlich über das Tarifsystem TARMED abgerechnet. Die 
Tarifstruktur TARMED ist ein Projekt u.a. der Verbindung der Schweizer 
Ärztinnen und Ärzte (FMH), der Spitäler Schweiz (H+) und der Schweizer 
Krankenversicherer (santésuisse). Zwischen santésuisse und der FMH wie 
auch zwischen santésuisse und H+ wurden entsprechende 
Rahmenverträge abgeschlossen. Als Bestandteil dieses Vertrages gilt die 
Tarifstruktur TARMED. In dieser werden in über 4'500 Tarifpositionen 
ärztliche und technische Leistungen erfasst und mit Taxpunkten versehen. 
Die Höhe der Taxpunkte (in Franken und Rappen) wird mittels 
Tarifverträgen auf kantonaler Ebene festgelegt. Aus der Multiplikation der 
Taxpunkte mit dem Taxpunktwert ergibt sich der Preis der einzelnen 
Leistungseinheit (vgl. BGE 144 V 138 lit. A S. 138). Stellt ein Arzt seine 
Leistungen nach TARMED in Rechnung, akzeptiert er auch, dass seine 
Leistung in diesem Tarif abgebildet wird (Entscheid des BGer vom 14. Juli 
2011, 9C_252/2011, E. 5.5).

Hinsichtlich des vorliegend zur Diskussion stehenden 
Abrechungszeitraums ab dem 1. Januar 2016 ist Ausgangspunkt der 

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weiteren Diskussion die TARMED-Version 1.08, wie sie der Bundesrat am 
15. Juni 2012 genehmigt hat. Beachtlich sind dabei auch die vom Bundes-
rat später vorgenommenen Anpassungen (vgl. Verordnung vom 20. Juni 
2014 über die Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der 
Krankenversicherung [SR 832.102.5]; E. 4.2.1 hiernach). Seit dem 1. 
Januar 2018 gilt die TARMED-Version 01.09 (E. 4.2.2 hiernach).

4.2.1 Die vorliegend zur Diskussion stehende Tarifposition 00.2505 lautet 
in der seit dem 1. Oktober 2014 gültigen TARMED-Version 01.08.01_BR 
(abrufbar unter: https://www.tarmed-browser.ch) in den gleichwertigen 
Versionen in deutscher, französischer und italienischer Sprache wie folgt:

Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F bei dringlichen 
Konsultationen/Besuchen ausserhalb der regulären Sprechstundenzeiten, 
sowie Mo-Fr 19-22, Sa 12-19, sowie So 7-19. 

Medizinische Interpretation

Dringlichkeitskriterien (tarifarisch):
- Medizinisch notwendig und/oder vom Patienten, Angehörigen oder Dritten als 

offensichtlich notwendig erachtet.
- Der Facharzt befasst sich spätestens innerhalb von 2 Stunden mit dem Patienten 

bzw. sucht ihn auf.
- Es wird ein direkter und unmittelbarer Arzt - Patienten - Kontakt vorausgesetzt. 

Ausnahme: Vergebliche Fahrt zum Ereignisort.
- Besuche: zuhause, Altersheim, Ereignisort usw.
- Gilt nicht für Leistungen, die im Spital erbracht werden.

Für die Entschädigung massgebend ist der Zeitpunkt des ersten, direkten und 
unmittelbaren Arzt - Patienten - Kontakts (Ausnahme: Bei einem dringlichen Besuch 
gilt die Startzeit). Darf nicht während einer regulären Sprechstunde 
(Abendsprechstunde, reguläre Sonntags-Sprechstunde) verrechnet werden.

Die Behandlung von nicht angemeldeten Patienten gilt nicht generell als dringlich 
und berechtigt nicht generell zur Verrechnung der Dringlichkeits-
Inkonvenienzpauschale F.

Indemnité forfaitaire de dérangement en cas de consultation ou visite 
pressante F/Visites en dehors des heures régulières de consultation, ainsi que 
lu-ve 19-22, sa 12-19, et di 7-19

Interprétation médicale

Critères de la consultation ou visite pressante (du point de vue tarifaire):
L'intervention du médecin est médicalement nécessaire et/ou jugée manifestement 
nécessaire par le patient, ses proches ou des tiers.

- Le spécialiste doit s'occuper du patient ou lui rendre visite au plus tard dans les 2 
heures.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
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- Il y a contact direct et immédiat entre médecin et patient. Exception: déplacement 
inutile jusqu'au lieu de l'accident ou de l'évènement.

- Visites: domicile, maison de retraite, lieu de l'accident ou de l'événement, etc.
- Ne vaut pas pour les prestations fournies à l'hôpital.

Le moment où s'établit le premier contact direct entre le médecin et le patient est 
déterminant pour l'indemnisation (sauf pour les visites pressantes, où c'est le 
moment du départ qui compte). La consultation pressante ne peut pas être facturée 
dans le cadre d'une consultation régulière (consultation en soirée, consultation 
régulière le dimanche).

En règle générale, le traitement de patients sans rendez-vous ne vaut pas comme 
consultation pressante et ne donne pas droit à facturer des indemnités forfaitaires de 
dérangement en cas de consultation pressante F.

Forfait F per urgenze e incomodo per consultazioni/viste d'urgenza al di fuori dei 
normali orari di consultazione, come anche lu-ve 19-22, sa 12-19, e do 7-19

Interpretazione medica

Criteri d'urgenza (tariffali):

- necessaria dal profilo medico e/o ritenuta tale dal paziente, dai parenti o da terzi
- il medico specialista deve occuparsi del paziente o recarsi a visitarlo al più tardi 

entro 2 ore
- è inteso avvenire un diretto e immediato contatto fisico medico-paziente 

(eccezione: inutile viaggio verso il luogo dell'incidente o dell'accaduto)
- visite: a domicilio, in casa per anziani, sul luogo dell'inci-dente / dell'accaduto, etc.
- Non vale per prestazioni fornite in un ospedale

Per il calcolo dell'indennizzo è determinante il momento del primo diretto e immediato 
contatto fisico medico-paziente (eccezione: per la visita urgente vale l'ora della 
partenza). Non può essere applicato durante gli orari normali di consultazione (orario 
serale, orario normale domenicale).

La cura di persone non annunciate non è di regola considerata un'urgenza e non da 
diritto in generale alla fatturazione del forfait per incomodo F.

4.2.2 In der seit dem 1. Januar 2018 gültigen TARMED-Version 01.09 
(abrufbar unter www.tarmed-browser.ch) wurde die hier zur Diskussion 
stehende Tarifposition 00.2505 im Vergleich zu den Vorgängerversionen 
insoweit angepasst, als die Abrechenbarkeit auf Samstagvormittag 
ausgedehnt wurde (zuvor „Sa 12-19“ – neu „Sa 7-19“). Dies, weil der 
Samstagvormittag ausserhalb der regulären Sprechstundenzeiten liege. 
Damit werde zudem verhindert, dass die Akutpatientinnen und -patienten 
am Samstagvormittag von den Arztpraxen bzw. von den dem Spital vorge-
lagerten und von Hausärzten geführten Notfallpraxen direkt in den Spital-
notfall geschickt würden (vgl. Eidgenössisches Departement des Innern 
EDI, Bundesamt für Gesundheit BAG, Änderung der Verordnung über die 
Festlegung und die Anpassung von Tarifstrukturen in der Krankenversiche-

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rung, Änderungen per 1. Januar 2018, S. 14 Ziff. 9 sowie S. 28 Ziff. 9 am 
Schluss, abrufbar unter: www.bag.admin.ch). 

4.3 Im vorliegenden Fall zu klären ist in einem ersten Schritt, welche 
Bedeutung der negativ formulierten Voraussetzung „ausserhalb der 
regulären Sprechstundenzeiten“ / "en dehors des heures régulières de 
consultation" / "al di fuori dei normali orari di consultazione" zukommt (E. 
5.2 hiernach), welche regulären Sprechstundenzeiten konkret die Beklagte 
aufweist und schliesslich ob bzw. in welchem Umfang die Beklagte die 
Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F für Behandlungen ausserhalb der 
regulären Sprechstundenzeiten nach dem tarifarischen Verständnis 
erbracht hat (E. 5.3 hiernach).

Der negativ formulierten Voraussetzung "ausserhalb der regulären 
Sprechstundenzeiten" folgen als positiv formulierte Voraussetzung mit 
einem Komma abgetrennt und mit dem Begriff "sowie" / "ainsi que" / "come 
anche" versehen spezifische Zeiten ("Mo-Fr 19-22, Sa 12-19, sowie So 7-
19" / " lu-ve 19-22, sa 12-19, et di 7-19" / " lu-ve 19-22, sa 12-19, e do 7-
19"; bzw. angepasst in der Version 01.09 auf Sa 7-19). In einem zweiten 
Schritt ist demnach die unter den Parteien unterschiedlich beantwortete 
Frage zu prüfen, in welchem Verhältnis die beiden Voraussetzungen 
zueinander stehen (E. 6.1 hiernach) und ob bzw. in welchem Umfang zu 
Unrecht Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F vergütet wurden (E. 6.2 
hiernach). Das Gericht wird dabei unter Beizug aller massgeblichen Regeln 
der Normauslegung (vgl. E. 5.1 hiernach) zu klären haben, welche 
Bedeutung der Tarifbestimmung und ihren Voraussetzungen zugrunde 
gelegt worden war. 

5.

5.1 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der 
Bestimmung. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene 
Interpretationen möglich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht 
werden unter Berücksichtigung aller Auslegungselemente 
(grammatikalisches, historisches, zeitgemässes, systematisches und 
teleologisches Element [vgl. SVR 2005 ALV Nr. 6 S. 20 E. 3.3]). 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 13

Abzustellen ist dabei namentlich auf die Entstehungsgeschichte der Norm 
und ihren Zweck, auf die dem Text zu Grunde liegenden Wertungen sowie 
auf die Bedeutung, die der Norm im Kontext mit anderen Bestimmungen 
zukommt. Die Gesetzesmaterialien sind zwar nicht unmittelbar 
entscheidend, dienen aber als Hilfsmittel, um den Sinn der Norm zu 
erkennen. Das Bundesgericht hat sich bei der Auslegung von Erlassen 
stets von einem Methodenpluralismus leiten lassen und nur dann allein auf 
das grammatikalische Element abgestellt, wenn sich daraus zweifelsfrei die 
sachlich richtige Lösung ergab (BGE 147 V 55 E. 5.1 S. 58).

Ist der Wortlaut klar, d.h. eindeutig und unmissverständlich, darf von ihm 
nur abgewichen werden, wenn ein triftiger Grund für die Annahme besteht, 
er ziele am "wahren Sinn", d.h. am Rechtssinn der Regelung vorbei. Anlass 
für eine solche Annahme können die Entstehungsgeschichte der 
Bestimmung (historisch), ihr Zweck (teleologisch) oder der Zusammenhang 
mit anderen Vorschriften (systematisch) geben, so namentlich, wenn die 
grammatikalische Auslegung zu einem Ergebnis führt, das der 
Gesetzgeber nicht gewollt haben kann (BGE 147 V 377 E. 4.1 S. 381, 146 
V 28 E. 4.2 S. 35).

5.2 Der Begriff der „regulären Sprechstundenzeiten“ / " des heures 
régulières de consultation" / "dei normali orari di consultazione" ist in allen 
drei Sprachen eindeutig. Gemeint sind die von einer Praxis vorgesehenen 
Öffnungszeiten, d.h. diejenigen Zeiten, in welchen Patientinnen und 
Patienten, je nach der Konzeption der Geschäftstätigkeit mit oder ohne 
Anmeldung empfangen und behandelt werden, also diejenigen Zeiten, die 
etwa im Internet oder in einem Verzeichnis veröffentlicht werden. Erfolgt 
eine Behandlung innerhalb der beworbenen Öffnungszeiten bzw. innerhalb 
derjenigen Zeiten, in denen eine Ärztin oder ein Arzt Termine vereinbart 
bzw. regelmässig Patientinnen und Patienten annimmt, so liegt diese 
innerhalb der regulären Sprechstundenzeiten. 

Nach der Einführung der Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F nahm 
seitens der Verhandlungsdelegation der FMH, Dr. med. Marie-Christine 
Peter-Gattlen, Mitglied des Zentralvorstandes der FMH, in der 
Schweizerischen Ärztezeitung (SÄZ) als Reaktion auf die seitens der 
Ärzteschaft geäusserte Kritik erläuternd Stellung. Sie führte aus, die 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 14

„reguläre“ Sprechstunde entspreche der Zeit, während deren die Patienten 
wissen, dass sie konsultieren oder Besuche abstatten können. Diese 
Stunden könnten veröffentlicht oder auf dem Telefonbeantworter abhörbar 
sein. Es betreffe Stunden, während deren der Arzt Patienten auf Rendez-
vous empfangen würde, aber auch die Stunden, während deren die 
Patienten sich, wie in einer Permanence, kurzfristig anmelden oder direkt in 
die Praxis kämen. Die FMH habe sich für eine Anpassung an die heutigen 
Gegebenheiten stark gemacht und erreicht, dass die regulären 
Sprechstunden individuell definiert werden könnten bzw. die Zeiten, 
während der nicht konsultiert wird oder keine Besuche abgestattet werden, 
möglichst der heutigen Realität entspreche. Unter Bezugnahme auf eine 
Anfrage von Seiten eines Arztes führte sie weiter aus: In allen Fällen könne 
die Dringlichkeitspauschale abgerechnet werde: Montag bis Freitag von 19 
bis 22 Uhr, Samstag von 12 bis 19 Uhr und Sonntag von 7 bis 19 Uhr, mit 
der Ausnahme, dass dies nicht möglich sei, wenn es sich um eine 
regelmässige oder eine permanence-ähnliche Sprechstunde handle. Dazu 
sei die Verrechnung der Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale möglich an 
eigentlich freien Stunden, Halbtagen oder Tagen (SÄZ 2007, S. 645; vgl. 
auch SÄZ 2007, S. 365).

Für die weitere Beurteilung ist damit zusammenfassend das folgende 
Zwischenergebnis festzuhalten: Als "reguläre Sprechstundenzeiten" gelten 
diejenigen Zeiten, in denen eine selbstständige Ärztin, ein selbstständiger 
Arzt bzw. eine Arztpraxis Sprechstunden anbietet, unabhängig davon, ob 
die Patientinnen und Patienten sich vorgängig anmelden müssen oder 
nicht. Ausserhalb der regulären Sprechstundenzeiten liegen einzig 
diejenigen Zeiten, für welche keine Annahme von Patientinnen und 
Patienten vorgesehen ist.

5.3 Zweck der Beklagten ist gemäss Handelsregister (act. I 1) im 
Wesentlichen die Zurverfügungstellung der zum Betrieb einer erweiterten 
Arztpraxis erforderlichen Infrastruktur und die Erbringung der damit 
verbundenen Leistungen. Die Beklagte verfügt über die ZSR-Nummer ... 
(vgl. www.sasis.ch), über welche sie ihre Leistungen, insbesondere die hier 
umstrittene Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F, Tarifposition 00.2505, 
abgerechnet hat.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 15

Die Beklagte hatte ihre Öffnungs- bzw. Sprechstundenzeiten bis 
mindestens Ende 2020 auf die Zeit von 07.00 bis 22.00 Uhr während 365 
Tagen pro Jahr festgelegt und dieses Angebot insbesondere auch in ihrem 
Internetauftritt so beworben. Dies wurde seitens der Beklagten im 
Verfahren SCHG/2021/347 (Gesuchsantwort S. 5 Ziff. 8) bestätigt und auch 
im vorliegenden Verfahren nicht grundsätzlich bestritten. Die von der 
Beklagten erbrachten Behandlungen, für welche die Dringlichkeits-
Inkonvenienzpauschale F abgerechnet wurde, erfolgten innerhalb der 
Öffnungszeiten der Beklagten und entsprechend der massgeblichen 
Beschreibung der Tarifposition (vgl. E. 5.2 hiervor am Schluss) innerhalb 
der regulären Sprechstundenzeiten. Dass die Beklagte die Bewerbung ihrer 
Öffnungszeiten geändert hat, führt zu keinem anderen Ergebnis. 

5.3.1 In dem noch im Dezember 2020 verwendeten Briefpapier (vgl. etwa 
Schreiben der Beklagten vom 8. Dezember 2020 [act. I 10]) kommunizierte 
die Beklagte Sprechstundenzeiten von 07.00 bis 22.00 Uhr. Diese wurden 
im Jahr 2021 angepasst (vgl. etwa Schreiben der Beklagten vom 1. März 
2021 [act. I 11]). Das Vorbringen der Beklagten (vgl. Klageantwort S. 9 Ziff. 
17), die Änderung sei bereits per 17. September 2020 erfolgt, ist wenig 
glaubwürdig, andernfalls sie nicht noch im Dezember 2020 in ihren Briefen 
die ursprünglichen Sprechstundenzeiten kommuniziert hätte. Gemäss den 
Akten der Parteien wurden die angepassten Zeiten erstmals im Schreiben 
der Beklagten vom 1. März 2021 verwendet. Belege für die Darstellung, 
dass die Änderung vor dem 1. März 2021 vollzogen worden sei, legte die 
Beklagte nicht vor. Damit ist vorliegend mit (mindestens) überwiegender 
Wahrscheinlichkeit erstellt, dass im gesamten die vorliegend beantragte 
Rückforderung betreffenden Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 
28. Februar 2021 bei der Beklagten die regulären Sprechstundenzeiten 
während 365 Tage im Jahr von 07.00 bis 22.00 Uhr galten. 

5.3.2 Selbst wenn jedoch, wie die Beklagte geltend macht, davon 
auszugehen wäre, dass zumindest betreffend einen Teil des fraglichen 
Zeitraums bereits die angepasste Bewerbung der Öffnungszeiten publiziert 
gewesen wäre, würde sich am Ergebnis nichts ändern. Nach wie vor 
bewirbt die Beklagte ihre Praxis an verschiedenen Stellen ihres 
Internetauftritts in der Weise, dass sie an 365 Tagen von 07.00 bis 22.00 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 16

Uhr geöffnet habe und Patientinnen und Patienten jederzeit ohne 
Anmeldung vorsprechen können und es findet sich auf der Homepage 
aktuell der folgende Hinweis:

[Screenshot von der Homepage der Beklagten]

www.....ch (Fussleiste)

Die von der Beklagten unter den Öffnungszeiten in Anwendung des 
Wortlauts der Tarifposition 00.2505 des TARMED vorgenommene 
Unterscheidung von "Reguläre Sprechstundenzeiten (tarifarisch)", die 
wochentags zwischen 07.00 und 19.00 Uhr gelten sollen und den 
Öffnungszeiten nach 19.00 Uhr bzw. an Wochenenden, in welchen sie für 
dringliche, medizinisch notwendige Probleme und Notfälle zur Verfügung 
stehe, findet auf ihrer Homepage nirgends eine Erläuterung. Eine für die 
Patientinnen und Patienten als medizinische und abrechnungstechnische 
Laien nachvollziehbare Darstellung dieser Unterscheidung bzw. wie sie 
sich zu verhalten haben, insbesondere in welchen Fällen sie nach 19.00 
Uhr bzw. an Wochenenden nicht vorsprechen sollen, allenfalls gar nicht 
behandelt würden, findet sich nirgends auf der Homepage. Im Gegenteil 
bewirbt die Beklagte ihr Angebot gegenüber ihren Kundinnen und Kunden 
selbst auf ihrer aktuellen Homepage wiederholt und in deutlichem 
Widerspruch zur angeblichen Trennung für die gesamte Öffnungszeit ohne 
Vorbehalt:

[Screenshot von der Homepage der Beklagten]

www…..ch (Startseite B.________)

[Screenshot von der Homepage der Beklagten]

www.....ch (Kontakt)

[Screenshot von der Homepage der Beklagten]

www.....ch (Tickets)

Die Praxis der Beklagten ist auch nach der Anpassung der Homepage bzw. 
des Briefpapiers nach 19.00 Uhr bzw. an den Wochenenden regulär 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 17

geöffnet und es ist keine Anmeldung erforderlich. Es liegen keine Belege 
vor, dass eine Anpassung der Geschäftstätigkeit erfolgt wäre. Die 
Unterteilung der Öffnungszeiten in "reguläre Sprechstundenzeiten 
(tarifarisch)" und andere Öffnungszeiten ist damit rein deklaratorisch und 
ohne praktische Relevanz. Die Behandlung der Patientinnen und Patienten 
erfolgt auch in diesen Zeitfenstern zu regulären Sprechstundenzeiten im 
Sinne der Tarifposition 00.2505 des TARMED.

5.3.3 Gegenteiliges belegen auch die statistischen Vergleiche nicht. Bei 
Öffnungszeiten der Beklagten von wöchentlich 105 Stunden (7 Tage x 15 
Stunden) liegen 39 Stunden ([5 Tage x 3 Stunden] + [2 Tage x 12 
Stunden]) oder 37% (100 / 105 x 39) der Sprechstundenzeiten innerhalb 
der in der Tarifposition 00.2505 spezifisch erwähnten Zeiten. Unter 
Berücksichtigung der von der Beklagten in der Klageantwort, S. 11 Ziff. 24, 
für das nicht pandemiebetroffene Jahr 2019 dargelegten Zahlen und nach 
der in diesem Jahr anwendbaren TARMED-Fassung 1.09 erfolgten 35'997 
Konsultationen und davon 11'889 (d.h. 33%) innerhalb der Zeiten der 
Tarifposition 00.2505. Die Konsultationsdichte zu diesen Zeiten ist geringer 
als zu den normalen Arbeitszeiten. Die Beklagte hat ihre Praxis während 
5475 Stunden geöffnet (15 Stunden pro Tag x 365 Tage). Auf die 
spezifischen Zeiten der Tarifposition 00.2505 des TARMED entfallen 2'026 
Stunden, während welchen im Schnitt pro Stunde 5.87 Patientinnen und 
Patienten behandelt werden (11'899 / 2'026). Auf die übrigen Zeiten 
entfallen 3'449 Stunden und es werden im Schnitt pro Stunde 6.99 
Patientinnen und Patienten behandelt (24'108 / 3'449). Das Gericht 
verkennt nicht, dass innerhalb der hier betrachteten zwei grossen Blöcken 
an Öffnungszeiten die Behandlungsdichte aus verschiedensten Gründen 
nicht zu allen Zeiten und Tagen der Woche gleich ist. Solche Faktoren 
bestehen jedoch letztlich für beide Blöcke und über die verschiedenen 
Tage und Wochen des Jahres hinweg. Die Beklagte muss aufgrund ihres 
Geschäftsmodells externen Umständen so oder anders mit der 
Belegungsdichte an Personal vorausschauend und vorsorglich begegnen. 
Dass dies nicht immer vollständig gelingt, liegt innerhalb des 
Betriebsrisikos jeder Arztpraxis. Ganz besonders gilt dies für eine Praxis, 
die im Sinne eines Alleinstellungsmerkmals unangemeldet Patientinnen 
und Patienten annimmt. Daraus erklärt sich denn auch der von der 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 18

Beklagten auf ihrer Homepage angebrachte Vermerk, dass Patientinnen 
und Patienten zuweilen auch mit Wartezeiten rechnen müssen. Der 
statistisch erhobene Unterschied in der Behandlungsdichte ist nicht 
geeignet, den durch die Bewerbung des Angebots und die tatsächliche 
Geschäftstätigkeit erbrachten Beweis, dass die Beklagte an 365 Tagen 
zwischen 07.00 bis 22.00 Uhr reguläre Sprechstundenzeiten anbietet, zu 
erschüttern.

Die Behandlung ausserhalb der regulären Sprechstundenzeiten soll die 
Ausnahme darstellen. Die Verrechnung der Dringlichkeits-Inkonvenienz-
pauschale F soll dort erfolgen können, wo ein Arzt oder eine Ärztin 
ausserhalb ihrer (vorher) eingeplanten Arbeitszeiten eine Behandlung 
übernimmt (vgl. auch E. 6.3 hiernach). Selbst wenn die Beklagte, wie sie 
geltend macht, nicht für sämtliche in den fraglichen Zeitfenstern 
behandelten Patientinnen und Patienten die Dringlichkeits-
Inkonvenienzpauschale F abgerechnet hat (vgl. Klageantwort, S. 10 Ziff. 
20, Duplik S. 6 Ziff. 8), liegt offensichtlich nicht eine bloss ausnahmsweise 
Abrechnung vor. Gemäss den Berechnungen der Beklagten selbst wurde 
im (nicht pandemiebetroffenen) Jahre 2019 werktags nach 19.00 Uhr in 
72% der Fälle sowie an den Wochenenden in 85% der Fälle (Klageantwort 
S. 12, Ziff. 27), wobei die tarifarischen Zeiten der Abrechnung an 
Wochenenden (07.00 bis 19.00) kürzer sind als die Öffnungszeiten der 
Beklagten (07.00 - 22.00 Uhr), die Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F 
in Rechnung gestellt. Deren Verrechnung stellt somit die Regel dar.

6.

6.1 Ausgehend von der Feststellung, dass die von der Beklagten 
abgerechneten Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschalen F Behandlungen 
während der regulären Sprechstundenzeiten im Sinne der Tarifposition 
00.2505 betreffen, ist nun im zweiten Schritt zu prüfen, welche Bedeutung 
den im Beschrieb der Tarifposition festgehaltenen konkreten Zeiten 
zukommt. Die Klägerinnen vertreten dabei die Auffassung, dass eine 
Behandlung innerhalb der in der Tarifposition 00.2505 des TARMED 
erwähnten Zeiten unter diesen Umständen nicht zur Abrechnung einer 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 19

Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F berechtige, während die Beklagte 
davon ausgeht, dass eine Behandlung unabhängig davon, ob sie in einer 
regulären Sprechstundenzeit liegt, zur Abrechnung berechtigt (vgl. E. 4.1 
hiervor). 

6.2 Aus keiner der drei Sprachversionen lässt sich eindeutig schliessen, 
in welchem Verhältnis die beiden Voraussetzungen zueinander stehen 
sollen. Weder der Wortlaut für sich, als Ausgangspunkt jeder Auslegung, 
noch eine erweiterte sprachliche Betrachtung aus grammatikalischer Sicht 
erlaubt vorliegend eine abschliessende Beurteilung. Die notwendige 
sprachlogische bzw. grammatikalisch-mathematische Logik und Klarheit 
fehlt der stichwortartigen Formulierung. Daran ändert auch nichts, dass der 
Begriff "sowie" / "ainsi que" / "come anche" verwendet wird, denn dieser 
lässt in seiner konkreten Verwendung sprachlich sowohl die Deutung der 
Klägerinnen wie auch jene der Beklagten zu. Es lässt sich deshalb weder 
ableiten, dass je nur eine der Voraussetzungen erfüllt sein müsste, sie also 
alternativ zum Vergütungsanspruch führen, noch (insbesondere subsidiär) 
kumulativ erfüllt sein müssten.

Ist der Text nicht klar und sind verschiedene Interpretationen möglich, so 
muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden unter 
Berücksichtigung aller Auslegungselemente (grammatikalisches, 
historisches, zeitgemässes, systematisches und teleologisches Element; 
vgl. E. 5.1 hiervor).

6.2.1 Den Erläuterungen in der Tarifposition 00.2505 TARMED selbst ist 
in allen Sprachversionen eindeutig zu entnehmen, dass die Pauschale 
während einer regulären Sprechstunde (Abendsprechstunde, reguläre 
Sonntags-Sprechstunde) nicht verrechnet werden kann: "Darf nicht 
während einer regulären Sprechstunde (Abendsprechstunde, reguläre 
Sonntags-Sprechstunde) verrechnet werden." / "La consultation pressante 
ne peut pas être facturée dans le cadre d'une consultation régulière 
(consultation en soirée, consultation régulière le dimanche)." / "Non può 
essere applicato durante gli orari normali di consultazione (orario serale, 
orario normale domenicale)." Dies kann nicht anders verstanden werden, 
als dass während regulären Sprechstundenzeiten, die sich mit den 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 20

spezifischen Zeiten überdecken, eine Abrechnung der Dringlichkeits-
Inkonvienzpauschale F ausgeschlossen ist.

Dies bestätigen auch die Materialien: So führte Dr. med. Peter-Gattlen als 
Mitglied der Verhandlungsdelegation der FMH unter Verweis auf die 
schwierige Verhandlungssituation aus, dass schon bald nach der 
Einführung von TARMED sich gravierende Probleme bei der Anwendung 
der Positionen der Notfallpauschalen A-C, die – vor allem wegen des 
erlaubten Zeitrahmens – sehr eng definiert seien, gezeigt hätten. Daher sei 
im Mai 2005 beschlossen worden, eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung einer 
Dringlichkeitspauschale zu gründen. Die FMH-Delegation, die an den 
Verhandlungen teilnehme, sei sich bewusst, dass die 
Dringlichkeitspauschale nicht alle Erwartungen erfülle. Sie honoriere aber 
alle Ärzte, die bereit seien, in dringenden Fällen ausserhalb der regulären 
Sprechstunde Patienten zu behandeln. Sie sei Ausdruck der Anerkennung 
einer ärztlichen „Sonderleistung“, die zu grossen Kosteneinsparungen im 
Notfallbereich führe (SÄZ 2007, S. 79). Sie erläuterte das 
Verhandlungsumfeld und die getroffene Lösung nach (heftiger) Kritik aus 
der Ärzteschaft in einem weiteren Beitrag nochmals in gleicher Weise (SÄZ 
2007, S. 365): Mehrere Reaktionen [gemeint auf den ersten Beitrag] 
forderten eine Dringlichkeitspauschale während der Konsultation, die 
jedoch nicht Teil des Antrages gewesen sei, weil diese Forderung auch 
unter vielen standespolitisch aktiven Vertretern der Grundversorger 
umstritten sei. Eine solche Position würde zu einer grossen 
Mengenausweitung führen, weil sie von allen in der Praxis tätigen 
Ärztinnen und Ärzten, insbesondere auch von den "Permanences", 
abgerechnet werden könnte (SÄZ 2007, S. 365). Hinsichtlich der Definition 
der regulären Sprechstundenzeit führte sie schliesslich aus, die 
Dringlichkeitspauschale könne Montag bis Freitag von 19.00 bis 22.00 Uhr, 
Samstag von 12.00 bis 19.00 Uhr und Sonntag von 07.00 bis 19.00 Uhr, 
abgerechnet werden, mit der Ausnahme, dass dies nicht möglich sei, wenn 
es sich um eine regelmässige oder eine permanence-ähnliche 
Sprechstunde handle. Dazu sei die Verrechnung der 
Dringlichkeitspauschale möglich an eigentlich freien Stunden, Halbtagen 
oder Tagen (SÄZ 2007, S. 645; gleich auch Dr. med. Ernst Gähler, Mitglied 
des Zentralvorstands der FMH, SÄZ 2007, S. 349). Dieser klaren, 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 21

nachvollziehbaren und ohne weiteres in den echtzeitlichen Kontext zu 
setzende Aussage des auf der Seite der Leistungserbringer, d.h. auch der 
Beklagten, stehenden Mitglieds der Delegation der FMH kommt hohe 
Bedeutung bei der Auslegung der Bestimmung zu. 

Nichts anderes ergibt sich aus den Fallstudien TARMED der Infras zu 
Handen der Eidgenössischen Finanzkontrolle, Fallbeispiel 2, „Konsultation 
mit Notfall- und Inkonvenienzpauschalen“ vom 3. Juni 2010, verfasst von 
Simon Schmid und Anna Vettori, (abrufbar unter: www.infras.ch). Darin 
wurde ausgeführt, Permanencen könnten grundsätzlich keine 
Dringlichkeitspauschalen verrechnen, da Patienten nur innerhalb von sehr 
langen "Sprechstunden" behandelt würden. 

6.2.2 An diesen Grundsätzen der Regelung hat sich bis heute nichts 
geändert. Während regulären Sprechstundenzeiten einer Arztpraxis, die 
sich mit den spezifischeren Zeiten überschneiden, kann keine 
Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F abgerechnet werden. Nach wie vor 
sollen mit der zur Diskussion stehenden Tarifposition einzelfallweise 
auftretende Inkonvenienzen abgegolten, jedoch keine besonderen 
Praxisstrukturen finanziert, unterhalten oder gar gefördert werden. 
Anderweitige Anliegen wären im Rahmen entsprechender Absprachen 
zwischen den Tarifpartnern umzusetzen und beschlagen dementsprechend 
das vorliegende Verfahren nicht. 

In der hier zu beurteilenden Frage brachte denn auch die Einführung der 
Version 1.09 des TARMED keine entsprechende Neuregelung mit sich. Die 
hier zur Diskussion stehende Tarifposition 00.2505 betreffend wurde einzig 
die Zeit insoweit ausgedehnt, als neu für die Samstage (wie für die 
Sonntage) die Zeit zwischen 07.00 und 19.00 Uhr gelten soll (vorher an 
Samstagen nur zwischen 12.00 und 19.00 Uhr). Das gewisse noch im 
Vernehmlassungsverfahren diskutierte Vorstellungen (vgl. Klageantwort 
S. 19 Ziff. 52 f.) schliesslich keine Berücksichtigung fanden, ist dabei 
unerheblich. Die damals geführte Diskussion drehte sich um die Notfall-
Inkonvenienzpauschalen. Im Zentrum stand dabei der kategorische 
Ausschluss gewisser Leistungserbringer von diesen Pauschalen. Dass von 
diesem Vorhaben abgesehen wurde, änderte nichts am Gehalt und 
Verständnis der bestehenden und weiterhin geltenden Regelung. So war 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 22

und ist die Beklagte denn auch im Grundsatz durchaus berechtigt, die 
Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F abzurechnen (vgl. Klageantwort 
S. 20 Ziff. 53 am Schluss), wenn im konkreten Einzelfall alle 
Voraussetzungen erfüllt sind. Dies bestreiten schliesslich auch die 
Klägerinnen (zu Recht) nicht.

6.2.3 Nicht gefolgt werden kann schliesslich der Argumentation der 
Beklagten, sie dürfe die Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F schon 
deshalb abrechnen, weil sie mit ihrem Geschäftsmodell wesentlich mit dazu 
beitrage, die Notfallstationen der Spitäler zu entlasten. Für Notfälle haben 
die Grundversorger gemäss den kantonalrechtlichen Vorschriften einen 
Notfalldienst zu unterhalten (vgl. Art. 30a Abs. 1 und 30b des kantonalen 
Gesundheitsgesetzes vom 2. Dezember 1984 [GesG; BSG 811.01]), damit 
Tätigkeiten ausserhalb der regulären Arbeitszeiten vermieden und Notfälle 
vorgelagert zu den Angeboten der Spitäler behandelt bzw. triagiert werden 
können. Ziel bei der Einführung der Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale 
F war es hingegen, Ärztinnen und Ärzten für Behandlungen, die gerade 
noch keinen Notfall darstellen, jedoch eine Inkonvenienz mit sich bringen, 
weil sie ausserhalb der regulären Praxisöffnungszeiten (u.a. Auslassen der 
Mittagspausen oder Verpassen des Familienabends durch ungewollt 
verlängerte Arbeitszeiten des Praxisteams) eingeschoben werden, zu 
entschädigen. Es geht damit weder um die pauschale Entschädigung von 
Tätigkeiten zu bestimmten Zeiten noch um die Verlängerung des 
Arbeitstags bei notorischer Überbuchung des Terminkalenders. 

6.3 Zusammenfassend ist damit festzuhalten, dass weil die Beklagte mit 
den ihrem Geschäftsmodell entsprechenden Öffnungszeiten, die reguläre 
Sprechstundenzeiten darstellen und die spezifischen Zeiten der 
Tarifposition 00.2505 vollständig abdecken, die Abrechnung der 
Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F im hier fraglichen Zeitraum 
unzulässig war. 

7.

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 23

7.1 Zu klären bleibt, ob, wie von der Beklagten geltend gemacht, die 
eingeklagte Rückforderung (teilweise) verwirkt ist (Klageantwort S. 24 Ziff. 
65 ff.).

7.2

7.2.1 Gemäss Art. 25 Abs. 2 ATSG (in der seit 1. Januar 2021 in Kraft 
stehenden Fassung; vgl. Art. 82a ATSG Übergangsbestimmung zur 
Änderung vom 21. Juni 2019) erlischt der Rückforderungsanspruch mit 
dem Ablauf von drei Jahren (zuvor: einem Jahr), nachdem die 
Versicherungseinrichtung davon Kenntnis erhalten hat, spätestens aber 
fünf Jahren nach der Auszahlung der einzelnen Leistung. Die gleiche 
Verwirkungsfrist findet auch Anwendung, soweit der 
Rückforderungsanspruch statt auf Art. 25 ATSG auf Art. 56 Abs. 2 KVG 
gestützt wird (BGE 133 V 579 E. 4.1 S. 582; vgl. zur Verwirkung ebenfalls 
Entscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] 
vom 16. Februar 2000, K 155/97, E. 3, sowie des BGer vom 12 März 2007, 
K 30/05, E. 6.4, und vom 14. Oktober 2019, 9C_314/2019, E. 5) und sich 
die Rückforderung auf einen Tarifvertrag stützt (vgl. BGE 133 V 579 E. 4.2 
S. 582 f.). Die neue Regelung kommt allerdings, wie die Beklagte zu Recht 
vorbringt (vgl. Klageantwort S. 25 Ziff. 66), nicht zur Anwendung auf 
Rückforderungsansprüche, die am 1. Januar 2021 bereits verwirkt waren. 

7.2.2 Beruht die unrechtmässige Leistungsausrichtung auf einem Fehler 
der Verwaltung, so wird die einjährige bzw. seit dem 1. Januar 2021 
dreijährige relative Verwirkungsfrist nicht durch das erstmalige unrichtige 
Handeln der Amtsstelle ausgelöst, sondern es bedarf eines sogenannten 
„zweiten Anlasses“. Danach ist erst auf jenen Tag abzustellen, an dem das 
Durchführungsorgan später – beispielsweise anlässlich einer 
Rechnungskontrolle oder aufgrund eines zusätzlichen Indizes – unter 
Anwendung der ihm zumutbaren Aufmerksamkeit seinen Fehler hätte 
erkennen müssen (BGE 148 V 217 E. 5.1.2 S. 222, 146 V 217 E. 2.2 S. 
220).

7.3

7.3.1 Die Abwicklung der Rechnungsvergütung und Rechnungskontrolle 
durch die Krankenversicherer ist ein Massengeschäft, das automatisiert 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 24

und (soweit möglich) mit elektronischer Unterstützung erfolgt. Die 
informatikunterstützten Erfassungs- und Kontrollmechanismen wurden bei 
den Krankenversicherern über die Jahre weiterentwickelt und erkannte 
Lücken wurden bzw. werden geschlossen. Aus technischen Gründen hatte 
die systematische Erfassung und Kontrolle in früheren Jahren jedoch einen 
wesentlich geringeren Standard, als dies heute der Fall ist (vgl. zutreffend 
Eingabe der Klägerinnen vom 12. April 2023). Aus dem retrospektiven 
Vergleich der total gegenüber den Klägerinnen abgerechneten Leistungen 
zu den abgerechneten Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschalen F ergibt 
sich, dass im Jahr 2010 1,96% der Leistungen letztere Pauschale betroffen 
haben. Im Jahr 2011 waren es 3.69% und im Jahr 2012 3.95%. Ab dem 
Jahr 2013 bewegte sich der Anteil zwischen knapp 6 bis gut 6.5%. Daraus 
ergibt sich zunächst, dass die Beklagte erst einige Jahre nach der 
Einführung der Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F begonnen hat, die 
Position abzurechnen und in ihr Geschäftsmodell einzupflegen. Zwischen 
dem Jahr 2010 und 2013 steigerte sie die Abrechnung auf den heutigen 
prozentualen Umfang. Innerhalb der ersten, unmittelbar an die Schaffung 
der Pauschale im Jahr 2007 anschliessenden und als eigentlichen 
Beobachtungszeitraum zu bezeichnenden Jahre hatte sie auf eine 
Abrechnung der Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F noch verzichtet 
bzw. sie in vernachlässigbarem Mass geltend gemacht. Ab dem Jahr 2013 
war der Ausbau der Abrechnung abgeschlossen und traten allein noch 
marginale Schwankungen auf. Schwankungen, die nicht geeignet waren, 
die Aufmerksamkeit der Klägerinnen auf sich zu ziehen. Kein wesentlich 
anderes Bild ergibt sich bei einer Betrachtung der Leistungsabrechnungen 
der Beklagten gegenüber allen Krankenversicherern. Die Zahlen 
unterscheiden sich einzig insoweit, als mit der Aufnahme der 
umfangreichen Verrechnung im Jahr 2010 der Anteil über alle Leistungen 
bereits 3.88% betragen hat und bereits ab dem Jahr 2011 der Wert 
gegenüber allen Versicherungsträgern zwischen 6.5% und 7% lag. 
Abgesehen davon, dass auf diese Gesamtzahlen die Leistungserbringer 
keinen Zugriff hatten, ist beachtlich, dass die Abrechnung der 
Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F einer Leistungserbringerin wie der 
Beklagten grundsätzlich offen steht. Dass eine Abrechnung konkret 
unzulässig ist, konnten bzw. können die Klägerinnen erst im Rahmen einer 
detaillierten Einzelfallprüfung erkennen. Eine unberechtigte Abrechnung 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 25

konnte deshalb selbst durch die fortlaufend weiterentwickelten 
(elektronischen) Prüfsysteme der Klägerinnen anlässlich der 
Rechnungskontrolle ohne weiteren Anlass nicht als falsch erkannt werden. 
Dazu kommt, dass bei der Einzelrechnungskontrolle die zeitliche 
Komponente (wie auch die weiteren verschiedenen Voraussetzungen) aus 
der Abrechnung nicht erkennbar sind, worauf die Klägerinnen zu Recht 
hinweisen (vgl. Replik S. 23 Ziff. 68). Dies ist der vom Gesetzgeber so 
gewollten datenschutzrechtlichen Abgrenzung geschuldet, wodurch die 
Leistungserbringer mit den Abrechnungen nur beschränkt Angaben zu den 
näheren Umständen der Behandlung liefern. Der Erhalt des Überblicks wird 
weiter dadurch erschwert, dass die Rechnungen sich auf eine grosse 
Anzahl Versicherer verteilt. Diesem gesetzgeberisch gewollten Umstand 
steht die Selbstbeschränkung und Selbstkontrolle der Leistungserbringer 
bei der Leistungsabrechnung gegenüber. Die Beklagte kann den 
Klägerinnen dementsprechend nicht entgegenhalten, ihnen mit den von ihr 
erstellten Leistungsabrechnungen bereits Erkennbarkeit der fehlenden 
Abrechnungsberechtigung vermittelt zu haben (Klageantwort S. 25 Ziff. 68).

Der vorliegende Fall kann hinsichtlich des Fristenlaufs dementsprechend 
auch nicht mit den Fällen der sogenannten Überarztung verglichen werden. 
Bei solchen Verfahren werden die statistischen Auswertungen betreffend 
die Kosten aller Behandlungen und die durchschnittlichen Kosten pro 
Patientin bzw. Patient eines bestimmten Arztes den Werten des Kollektivs 
aller anderen Ärzte der gleichen Dignität gegenübergestellt. Ist der Wert 
beim betroffenen Arzt um ein bestimmtes Mass überhöht, so gilt dies, 
Sonderfaktoren vorbehalten, als Überarztung und führt zur Rückforderung. 
Anders als bei sogenannten Überarztungen, wo jeweils nach Abschluss der 
Statistik eines Rechnungsjahres Auffälligkeiten fortlaufend erkannt werden 
können, ist mit Blick auf die einzelnen Tarifpositionen eine solche 
systematische Prüfung nicht möglich. Umso weniger fallen 
Fehlabrechnungen einzelner Tarifpositionen auf, wenn sie (wie hier) 
konstant jedes Jahr gleichermassen (falsch) in Rechnung gestellt werden. 
Die Leistungserbringerin sah sich im Übrigen offenbar zu keinem Zeitpunkt 
veranlasst, die für die Krankenversicherer nicht ohne weitere Abklärungen 
erkennbare Problematik vorgängig der Abrechnung bzw. der gegenüber 
den Klägerinnen schleichenden Anpassung ihrer Abrechnungspraxis im 

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vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 26

Verlauf der Jahre 2010 bis 2013 bei den Klägerinnen zu klären. 
Schliesslich bestehen keine Hinweise und liegen keine Unterlagen bei den 
Akten, dass die Problematik öffentlich oder auch nur unter den Akteuren 
des Gesundheitswesens bzw. der Krankenversicherung in diesem, hier 
relevanten Zeitraum noch in einer Weise Diskussionsthema gewesen wäre, 
welche die Aufmerksamkeit der Klägerinnen nach der ersten Zeit der 
Einführung (erneut) auf die Abrechnungen der Dringlickheits-
Inkonvenienzpauschele F der Beklagten hätte lenken müssen. 
Anpassungen an der fraglichen Tarifposition waren zu dieser Zeit 
schliesslich ebenfalls kein Thema. Angesichts der unzähligen 
Tarifpositionen kombiniert mit verschiedensten Geschäftsmodellen von 
vergleichbaren Leistungserbringern ist es den Krankenversicherern nicht 
möglich, im Rahmen einer statistischen Kontrolle Fehler wie den 
vorliegenden ohne zusätzlichen Anlass zu bemerken. 

Die Klägerinnen führen aus, die Problematik im Juli 2021 (recte: Juli 2020 
act. I 5; Replik S. 23 Ziff. 68) erkannt zu haben, an die Beklagte gelangt zu 
sein und die Grundlagen für die Rückforderungskalkulation per 8. März 
2021 für die Periode vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2020 bzw. per 
4. Mai 2021 für die Periode vom 1. Januar 2021 bis 28. Februar 2021 
erhalten zu haben (vgl. Klage S. 15 Ziff. 19 und act. I 15). Damit hatten sie 
ab diesen Daten hinreichend Kenntnis und in diesem Zeitpunkt trat der sog. 
zweiten Anlass ein (vgl. hierzu BGE 148 V 217, 146 V 217), der nach einer 
unrechtmässigen Leistungsausrichtung den Lauf der relativen 
Verwirkungsfrist auslöst. Dies wird seitens der Beklagten bestritten, es 
liegen jedoch keine Unterlagen vor, aus welchen sich ergeben würde, dass 
die Klägerinnen früher als vor Juli 2020 Kenntnis über die für die 
Rückforderung massgeblichen Umstände gehabt hätten bzw. hätten haben 
müssen. Die relative Verwirkungsfrist begann damit im März resp. Mai 
2021, auf jeden Fall jedoch nicht vor Juli 2020, zu laufen und wurde mit der 
Einreichung des Gesuchs vom 11. Mai 2021 sowohl nach altem (einjährige 
Verwirkungsfrist) wie nach neuem (dreijährige Verwirkungsfrist) Recht 
gewahrt.

Anders als von der Beklagten vorgebracht ist für den Beginn der absoluten 
fünfjährigen Verwirkungsfrist nicht die Einreichung der Rechnung für die 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 27

einzelne Leistung (Klageantwort S. 24 Ziff. 65), sondern gemäss klarem 
Gesetzeswortlaut (vgl. auch E. 7.2 hiervor) die Auszahlung der Leistung 
massgebend. Da hier Vergütungen für die Zeitspanne vom 1. Januar 2016 
bis zum 28. Februar 2021 zurückgefordert werden, ist die absolute 
Verwirkungsfrist nur beschränkt eingehalten. Die mehr als fünf Jahre vor 
dem eingereichten Schlichtungsgesuch vom 11. Mai 2021 (Datum 
Postaufgabe), d.h. bis und mit zum 10. Mai 2016, von den Klägerinnen als 
Dringlichkeits-Inkonvenienzpauschale F ausbezahlten Leistungen sind 
verwirkt. Gemäss den Ausführungen in der Eingabe der Klägerinnen vom 
30. Januar 2023 werden lediglich die Monatsdaten der ausbezahlten 
Vergütungen gesammelt, weshalb sie zu Gunsten der Beklagten eine 
Rückforderung lediglich ab 1. Juni 2016 beantrage. Gemäss den mit 
Eingabe vom 30. Januar 2023 von den Klägerinnen eingereichten 
Unterlagen (vgl. act. I 21) vergüteten die Klägerinnen der Beklagten vom 1. 
Juni 2016 bis zum 28. Februar 2021 unter der Rubrik Dringlichkeits-
Inkonvenienzpauschale F Leistungen im Umfang von Fr. 1‘040‘377.56. 

Hinweise oder Unterlagen für Fehler in der Zusammenstellung des 
Rückforderungsbetrags liegen keine vor und die Beklagte selbst bestreitet 
explizit nicht, unter der TARMED-Tarifposition 00.2505, Dringlichkeits-
Inkonvenienzpauschale F, im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 28. 
Februar 2021 den eingeklagten Betrag bzw. im Zeitraum vom 1. Juni 2016 
bis 28. Februar 2021 den Betrag von Fr. 1‘040‘377.56 von den Klägerinnen 
erhalten zu haben (vgl. Klageantwort S. 16 Ziff. 41 sowie Eingabe der 
Beklagten vom 20. Februar 2023).

8.

Der von den Klägerinnen geltend gemachte Rückforderungsbetrag von 
Fr. 1‘144‘331.26 (vgl. Klage S. 4 Rechtsbegehren 1) ist im Umfang von 
Fr. 1‘040‘377.56 weder relativ noch absolut verwirkt. 

Aufgrund des Dargelegten ist erstellt, dass die Beklagte in der Zeit vom 
1. Juni 2016 bis zum 28. Februar 2021 zu Unrecht von den Klägerinnen für 
die TARMED-Position 00.2505, Dringlichkeits-Inkonvenienzenpauschale F, 
Vergütungen im Umfang von Fr. 1‘040‘377.56 erhielt. In teilweiser 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 28

Gutheissung der Klage ist die Beklagte daher zu verurteilten, den 
Klägerinnen diesen Betrag zurückzuerstatten. 

9.

9.1 Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.-- des Vermittlungsverfahrens 
SCHG/2021/347 wurden unter Vorbehalt des vorliegenden Verfahrens mit 
Urteil vom 4. November 2021 vorerst den Klägerinnen auferlegt. Über 
deren definitive Verlegung ist hier zu entscheiden. Denn die Kosten sind 
gemäss Art. 45 Abs. 4 EG KUMV i.V.m. Art. 207 Abs. 2 der 
Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 
(Zivilprozessordnung, ZPO; SR 272) zur Hauptsache zu schlagen. Die 
Kosten des Vermittlungsverfahrens sind der unterliegenden Beklagten 
aufzuerlegen. Das geringfügige massliche Überklagen hatte im Vermitt-
lungsverfahren keine Relevanz und rechtfertigt es nicht, den Klägerinnen 
einen Teil der Verfahrenskosten aufzuerlegen. Die Kosten wurden dem 
entsprechenden Kostenvorschuss der Klägerinnen entnommen, weshalb 
die Beklagte verurteilt wird, den Klägerinnen Fr. 2'000.-- zu ersetzen.

9.2 Für das Klageverfahren werden Kosten erhoben. Die Kosten richten 
sich gemäss Art. 47 Abs. 3 EG KUMV nach dem Dekret vom 24. März 
2010 betreffend die Verfahrenskosten und die Verwaltungsgebühren der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (Verfahrenskostendekret, 
VKD; BSG 161.12), sind nach Art. 52 VKD festzusetzen und nach 
Massgabe des Unterliegens auf die Parteien zu verlegen (Art. 46 Abs. 2 
EG KUMV i.V.m. Art. 109 Abs. 1 VRPG)

Die Verfahrenskosten werden, was das vorliegende Verfahren betrifft, auf 
Fr. 8'000.-- festgesetzt und sind von der weitgehend unterliegenden 
Beklagten zu tragen. Das geringfügige massliche Überklagen führte zu 
keinem massgeblichen (zusätzlichen) Aufwand beim Gericht und rechtfer-
tigt es nicht, den Klägerinnen einen Teil der Verfahrenskosten aufzuerle-
gen. Die Verfahrenskosten von Fr. 8‘000.-- werden dem von den 
Klägerinnen geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnommen; die 
Beklagte hat den Klägerinnen den Betrag von Fr. 8’000.-- zu ersetzen. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 29

9.3 Die Parteikosten sind ebenfalls nach Massgabe des Unterliegens 
auf die Parteien zu verlegen (Art. 46 Abs. 2 EG KUMV i.V.m. Art. 109 Abs. 
1 VRPG). Gemäss Art. 104 Abs. 1 VRPG umfassen die Parteikosten den 
durch die berufsmässige Parteivertretung anfallenden Aufwand. Die 
Bemessung des Parteikostenersatzes richtet sich nach den Vorschriften 
der Anwaltsgesetzgebung. Gestützt auf Art. 41 Abs. 1 und 4 des 
kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) 
bemisst sich der Parteikostenersatz in sozialversicherungsrechtlichen 
Klage- und Beschwerdeverfahren ohne Rücksicht auf den Streitwert nach 
der Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses, 
wobei der Tarifrahmen von Art. 13 der Verordnung vom 17. Mai 2006 über 
die Bemessung des Parteikostenersatzes (Parteikostenverordnung, PKV; 
BSG 168.811) von Fr. 400.-- bis Fr. 11‘800.-- pro Instanz zur Anwendung 
gelangt.

Die durch Rechtsanwalt und Notar A.________ vertretenen Klägerinnen 
haben Anspruch auf Ersatz ihrer Parteikosten (BGE 119 V 448 E. 6b S. 
456). Mit am 10. Januar 2023 beim Schiedsgericht eingegangenen 
Kostennoten vom 12. Juli 2021, 6. Januar 2022, 30. Juni 2022 und 15. 
Dezember 2022 macht Rechtsanwalt und Notar A.________ für 
Vermittlungs- und Klageverfahren (SCHG/2021/347 und SCHG/2022/67) 
einen Aufwand im Umfang von total 42.64 Stunden zu Stundensätzen von 
Fr. 175.-- bis 250.-- bzw. insgesamt Fr. 10'360.60 geltend, was nicht zu 
beanstanden ist. Zu vergüten sind weiter die notwendigen Auslagen (Art. 2 
PKV). Mit den Honorarnoten vom 12. Juli 2021 und 6. Januar 2022 werden 
effektive Auslagen von Fr. 95.70 und Fr. 31.40 geltend gemacht, was nicht 
zu beanstanden ist. Was die mit den Honorarnoten vom 6. Januar 2022, 
30. Juni 2022 und 15. Dezember 2022 geltend gemachten Pauschalspesen 
von 4%, gesamt Fr. 315.60 (in der Kostennote vom 6. Januar 2022 parallel 
zu den effektiven Kosten) betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass grundsätz-
lich nur die im konkreten Fall entstandenen Auslagen ersetzt werden kön-
nen, was bedeutet, dass nicht ein im Voraus pauschal festgelegter Pro-
zentsatz des Honorars zu erstatten ist (vgl. in BVR 2015 S. 15 nicht publ. 
E. 6.2.3 des Urteils des Verwaltungsgerichts vom 10. Februar 2014, VGE 
2012/422). Die geltend gemachten Pauschalauslagen lassen sich auch 
nicht mit Blick auf die Verfahrensakten und den Prozessaufwand begrün-

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 30

den. Die Auslagen die in der Zeit, für die mit den erwähnten Kostennoten 
Rechnung gestellt wurde, offensichtlich angefallen und zu entschädigen 
sind, werden gerichtlich ermessensweise auf Fr. 50.-- festgesetzt. Die Be-
klagte hat den Klägerinnen damit Auslagen von Fr. 177.10 zu erstatten. 
Zuzüglich der MWST belaufen sich die der Beklagten aufzuerlegenden 
Parteikosten auf Fr. 11'349.10 ([10'360.60 + 177.10] * 1.077).

Das geringfügige massliche Überklagen, bedingt durch die bereits erfolgte 
Verwirkung eines Teils der grundsätzlich rechtmässigen Rückforderung, 
rechtfertigt weder eine Kürzung der Parteientschädigung noch einen An-
spruch der Beklagten auf eine Parteientschädigung gegenüber den Kläge-
rinnen. Soweit der Rechtsanwalt der Klägerinnen mit der ergänzenden Kos-
tennote vom 30. Januar 2023 jedoch einen weiteren Aufwand von 2.54 
Stunden geltend macht, kann dieser nicht der Beklagten angelastet wer-
den. Dieser Aufwand fiel einzig im Zusammenhang mit der Ausscheidung 
des verwirkten Anteils an der eingeklagten Forderung an (act. I 21). Nichts 
Anderes gilt für die weiteren danach notwendig gewordenen Aufwendun-
gen der Klägerinnen, denn auch diese standen nur noch im Zusammen-
hang mit der Frage der (von den Klägerinnen nicht bereits selbst hinrei-
chenden) Ausscheidung des verwirkten Anteils der eingeklagten Forde-
rung. Entsprechend hat die Beklagte den Klägerinnen hierfür keine Partei-
entschädigung zu leisten.

Demnach entscheidet das Schiedsgericht:

1. In teilweiser Gutheissung der Klage wird die Beklagte verurteilt, den 
Klägerinnen Fr. 1‘040‘377.56 zurückzubezahlen. 

Urteil des Schiedsgerichts in Sozialversicherungsstreitigkeiten des Kantons Bern 
vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 31

2. Die Beklagte wird verurteilt, den Klägerinnen die Verfahrenskosten des 
Schlichtungsverfahrens SCHG/2021/347 von Fr. 2‘000.-- zu erstatten.

3. Die Verfahrenskosten des vorliegenden Verfahrens, festgelegt auf 
Fr. 8‘000.--, werden der Beklagten auferlegt. Sie werden dem von den 
Klägerinnen geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 8'000.-- entnommen. 
Die Beklagte wird verurteilt, den Klägerinnen Verfahrenskosten von 
Fr. 8’000.-- zu erstatten.

4. Die Beklagte hat den Klägerinnen eine Parteientschädigung von 
Fr. 11'349.10 (inkl. Auslagen und MWST) zu bezahlen.

5. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt und Notar A.________ z.H. der Klägerinnen (inkl. 

Eingabe der Beklagten vom 20. Februar 2023) 
- Fürsprecher Dr. C.________ z.H. der Beklagten
- Bundesamt für Gesundheit 

Namens des Schiedsgerichts:

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber:

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vom 6. September 2023, SCHG/200/22/67 Seite 32

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.