# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 803b8618-a756-581d-8d10-bc59a686bce2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-09-13
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 13.09.2011 C-1389/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1389-2009_2011-09-13.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung III
C­1389/2009

U r t e i l   v om   1 3 .   S ep t embe r   2 0 1 1

Besetzung Richterin Ruth Beutler (Vorsitz),
Richter Andreas Trommer, Richter Bernard Vaudan,   
Gerichtsschreiberin Viviane Eggenberger.

Parteien 1. X._______, 
2. Y._______,
beide vertreten durch Thomas Biedermann, Rechtsanwalt, 
Beschwerdeführerinnen, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

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Sachverhalt:

A. 
Die  aus Mazedonien  stammende  Beschwerdeführerin 1  (geboren  1972) 
reiste  gemäss  ihren  eigenen Angaben  im Mai  1998  in  die Schweiz  ein. 
Am  22. Mai  1998  verheiratete  sie  sich  mit  dem  im  Kanton  Wallis 
wohnhaften Schweizer Bürger Z._______  (geboren 1967), worauf  sie  in 
diesem  Kanton  eine  Aufenthaltsbewilligung  zum  Verbleib  bei  ihrem 
Ehemann erhielt. Am 11. August 1998 nahm ihre einer früheren (im Juni 
1990  geschiedenen)  Ehe  entstammende  Tochter,  die 
Beschwerdeführerin 2  (geboren  […]  1990),  bei  ihr  in  der  Schweiz 
Wohnsitz.

B. 
Mit Datum vom 23. April 2002 stellte die Beschwerdeführerin 1 ein erstes 
Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung  gemäss  Art. 27  des 
Bürgerrechtsgesetzes  vom  29. September  1952  (BüG,  SR  141.0), 
welches  jedoch  aufgrund  des  nicht  erfüllten  Erfordernisses  der 
Wohnsitzdauer  nicht  weiterbehandelt  wurde.  Am  27. Juni  2003  (Datum 
des  Eingangs)  reichte  sie  ein  neuerliches  Gesuch  um  erleichterte 
Einbürgerung  ein.  Im  Rahmen  des  Einbürgerungsverfahrens 
unterzeichneten  sie  und  ihr  Ehemann  am  9. Dezember  2003  eine 
gemeinsame  Erklärung,  wonach  sie  in  einer  tatsächlich  bestehenden, 
ungetrennten  ehelichen  Gemeinschaft  an  derselben  Adresse 
zusammenlebten und dass weder Trennungs­ noch Scheidungsabsichten 
beständen. Gleichzeitig nahmen sie unterschriftlich zur Kenntnis, dass die 
erleichterte Einbürgerung nicht möglich  ist, wenn vor oder während des 
Einbürgerungsverfahrens  einer  der  Ehegatten  die  Trennung  oder 
Scheidung beantragt hat oder keine  tatsächliche eheliche Gemeinschaft 
mehr besteht. Ebenfalls bestätigten sie ihre Kenntnisnahme davon, dass 
die  Verheimlichung  solcher  Umstände  zur  Nichtigerklärung  der 
Einbürgerung  führen  könne.  Am  19. Februar  2004  wurde  die 
Beschwerdeführerin 1  gestützt  auf  Art. 27  BüG  erleichtert  eingebürgert. 
Die  Beschwerdeführerinnen  erwarben  damit  das  Bürgerrecht  der 
Gemeinde A._______ (Kanton Wallis).

C. 
Bereits am 22. November 2003 hatte der – zu diesem Zeitpunkt schon an 
der  neuen  Adresse  wohnhafte –  Ehemann  der  Beschwerdeführerin 1 
einen Mietvertrag für eine (in derselben Gemeinde gelegene)  frühestens 
per  30. November  2004  kündbare,  möblierte  1.5­Zimmer­Wohnung  mit 

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Mietbeginn  per  1. Dezember  2003  unterzeichnet.  Die 
Beschwerdeführerin 1,  welche  zunächst  in  der  ehemals  ehelichen 
Wohnung  verblieb,  kündigte  diese  per  31. Mai  2004 und  verzog  in  eine 
andere  Walliser  Gemeinde.  Am  20. Mai  2005  unterzeichnete  sie  einen 
Mietvertrag  für  eine  3.5­Zimmer­Wohnung  in  Langenthal mit Mietbeginn 
am  1. Juli  2005.  Seither  ist  sie  in  dieser  Gemeinde  angemeldet  und 
wohnhaft.

D. 
Mit  gemeinsamem  Begehren  vom  31. Januar  2006  machten  die 
Ehegatten  beim  zuständigen  Zivilgericht  (unter  Einreichung  einer  von 
beiden  am  24. November  2005  unterzeichneten  vollständigen 
Vereinbarung über die Scheidungsnebenfolgen) ein Scheidungsverfahren 
anhängig. Das Scheidungsurteil erging am 30. Mai 2006 und erwuchs am 
30. Juni 2006 in Rechtskraft.

Am  1. Dezember  2006  verheiratete  sich  die  Beschwerdeführerin 1  mit 
ihrem jetzigen Ehegatten, einem türkischen Staatsangehörigen (geboren 
1978),  welchen  sie  im  Jahre  2002  in  der  Türkei  kennengelernt  und  im 
Jahre  2005  dort  wieder  getroffen  hatte.  Dieser  Ehe  entsprang  am  (…) 
2008 ein gemeinsames Kind.

E. 
Diese  Umstände  bewogen  das  BFM,  ein  Verfahren  betreffend 
Nichtigerklärung  der  erleichterten  Einbürgerung  gemäss  Art. 41  BüG 
einzuleiten.

Mit  Schreiben  vom  14. März  2008  informierte  das  BFM  die 
Beschwerdeführerin 1 über die Verfahrenseröffnung. Es  forderte sie auf, 
zur  Frage  einer  allfälligen  Nichtigerklärung  ihrer  erleichterten 
Einbürgerung sowie derjenigen  ihrer Tochter, der Beschwerdeführerin 2, 
zur  Trennung/Scheidung  von  ihrem  Schweizer  Ehemann,  zu  den 
Umständen  ihres  Kennenlernens  und  zur  Eheschliessung  mit  ihrem 
jetzigen  Ehemann  sowie  zur  aktuellen  Familiensituation  Stellung  zu 
nehmen,  und  ihre  Einwilligung  zur  Einsicht  in  die  Scheidungsakten  zu 
erteilen.

F. 
In  einem Schreiben  vom 26. Mai  2008  führte  die  (inzwischen anwaltlich 
vertretene) Beschwerdeführerin 1 aus, sie habe ihren früheren Ehemann 
im Jahre 1997 anlässlich eines Besuchsaufenthalts bei  ihren  im Kanton 

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Wallis wohnhaften Schwestern kennengerlernt. Nach ihrer Rückkehr nach 
Mazedonien hätten sie unregelmässig  telefonischen Kontakt gehabt und 
schliesslich  habe  ihr  ihr  Ex­Ehemann  via  Schweizer  Vertretung  einen 
Heiratsantrag  gemacht.  Sie  hätten  sich  daraufhin  noch  einige  Male 
getroffen,  sich  zur  Heirat  entschlossen  und  im  Mai  1998  geheiratet. 
Anfänglich  sei  die  Ehe  gut  verlaufen.  Im  Jahre  2002  sei  sie  sich  des 
Alkoholproblems  ihres  Ex­Ehemanns  erstmals  bewusst  geworden.  Im 
Jahre  2003  habe  sein  Alkoholkonsum  zugenommen  und  im  Sommer 
2004,  einige Monate  nach  der Einbürgerung,  sei  die Situation  eskaliert. 
Aufgrund seiner Ausfälligkeiten ihr und ihrer Tochter gegenüber habe sie 
sich  entschlossen,  aus  der  ehelichen Wohnung  auszuziehen.  Sie  habe 
damals  jedoch  keine  Scheidung  gewollt,  sondern  hinsichtlich  des 
Weiterbestehens  der Ehe noch Hoffnung gehabt. Sie  hätten  daher  eine 
Ehetherapie aufgenommen; diese sei jedoch aufgrund der Suchtkrankheit 
ihres  Ex­Ehemannes  gescheitert.  Im  Sommer  2005  habe  dieser  –  trotz 
der  getrennten  Wohnsitze  –  verstärkt  psychischen  Druck  auf  sie 
ausgeübt,  so  dass  sie  krank  geworden  sei  und  eine  Therapie  habe 
beginnen  müssen.  Schliesslich  habe  er  damit  begonnen,  sie 
richtiggehend  zu  terrorisieren,  so  dass  sie  nach  Langenthal  zu  ihren 
Schwestern  gezogen  sei.  Daraufhin  sei  es  ihr  psychisch  relativ  rasch 
besser gegangen. Im Jahre 2006 hätten sie sich einvernehmlich scheiden 
lassen.  Es  sei  unzutreffend,  dass  sie  im  Dezember  2003  nicht  mehr 
daran geglaubt hätten, dass ihre Ehe eine Zukunft habe. Zum damaligen 
Zeitpunkt  habe  weder  eine  Trennung  noch  gar  eine  Scheidung  zur 
Diskussion  gestanden.  Sie  sei  im  Sommer  2004  einzig  aufgrund  der 
Eskalation  infolge  des  vermehrten  Alkoholkonsums  des  Ex­Ehemannes 
ausgezogen;  sie  hätten  aber  versucht,  sich wieder  anzunähern,  und  zu 
diesem Zweck die Hilfe von Drittpersonen in Anspruch genommen. Dass 
es letztlich zur Scheidung gekommen sei, sei alleine auf die Alkoholsucht 
ihres  Ex­Ehemannes  und  seine  diesbezügliche  Uneinsichtigkeit 
zurückzuführen.  Ihren  jetzigen  Ehemann  habe  sie  im  Sommer  2005 
während eines Urlaubs in der Türkei kennengelernt. Sie hätten sich dann 
zur Heirat in der Türkei und zum Familiennachzug des Ehemannes in die 
Schweiz  entschlossen.  Inzwischen  sei  ein  gemeinsames  Kind  geboren 
worden.

G. 
Nachdem  sie  seitens  der  Vorinstanz  zur  Klärung  einiger  Fragen 
(insbesondere  hinsichtlich  der  Chronologie  der  Ereignisse)  aufgefordert 
worden  war,  führte  die  Beschwerdeführerin 1  in  einer  weiteren 
Stellungnahme vom 25. August 2008 aus, sie habe sich vom 19. April bis 

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31. August  2005  in  engmaschiger,  ärztlicher  Behandlung  befunden, 
mithin  in  der  Zeit,  als  der  "Psychoterror"  ihres  ehemaligen  Ehemannes 
unzumutbar geworden sei (diesbezüglich reichte sie eine entsprechende 
Bestätigung  ein).  Bereits  zuvor  sei  sie  an  ihrem  Wohnort  bei  einer 
Psychiaterin/Psychologin  in  Behandlung  gewesen.  Anfangs  Juni  2004 
habe  sie  sich  am  früheren  gemeinsamen  Wohnort  abgemeldet,  doch 
habe sie die neu angemietete Wohnung damals noch nicht bezogen; die 
Beschwerdeführerin 2  habe  das  Schuljahr  noch  am  alten  Wohnort  zu 
Ende gebracht. Vom Zeitpunkt des Auszugs des Ex­Ehemannes aus der 
ehelichen Wohnung habe sie ebenso wenig Kenntnis wie davon, wer die 
Wohnung gekündigt habe. Auch könne sie nicht sagen, wann genau sein 
Alkoholkonsum  zum  Problem  geworden  sei;  es  habe  sich  um  einen 
schleichenden  Prozess  gehandelt.  Einzig  dieses  Alkoholproblem  sei 
letztlich  für  die  Scheidung  der  Ehe  ursächlich  gewesen.  Zu  einer 
Belastung  geworden  sei  es  ab  Sommer  2003  (häufigere  Betrunkenheit 
des  Ex­Ehemannes,  zum  Teil  finanzielle  Schwierigkeiten),  wobei  sie 
damals noch nicht das Gefühl gehabt habe, sie würden das Problem nicht 
in den Griff bekommen. Mit der Suche einer neuen Wohnung habe sie im 
Februar/März  2004  begonnen.  Im  rechtlichen  Sinne  getrennt  hätten  sie 
sich mit  ihrem Auszug  im  Juni  2004.  Ihren  jetzigen  Ehemann  habe  sie 
tatsächlich bereits  im Jahre 2002 anlässlich eines Besuchsaufenthalts  in 
der  Türkei  kennengelernt,  im  Jahre  2005  hätten  sie  sich  dort  wieder 
getroffen.

Gleichzeitig  erteilte  die Beschwerdeführerin 1  die  verlangte  Zustimmung 
zur Einsicht in die Scheidungsakten.

H. 
Mit  Schreiben  vom  25. September  und  vom  21. Oktober  2008  (jeweils 
Eingang  bei  der  Vorinstanz)  beantwortete  der  Ex­Ehemann  der 
Beschwerdeführerin 1  ihm  vom  BFM  schriftlich  unterbreitete  Fragen.  Er 
gab  an,  aufgrund  ihrer  unterschiedlichen  Mentalitäten  seien  ihre 
Interessen  und  Ansichten  stets  "grundverschieden"  gewesen.  Zudem 
hätten  sie  finanzielle  Probleme  gehabt,  die  zu  Auseinandersetzungen 
geführt hätten. Die Streitereien hätten unmittelbar nach dem Eheschluss 
begonnen und seien nach etwa einem Jahr immer schlimmer geworden. 
Mit der Zeit hätten sie nur noch (über alles Mögliche, vornehmlich jedoch 
über  finanzielle  Belange)  gestritten.  Jeder  habe  sein  eigenes  Leben 
gelebt.  Anfangs  November  2003  seien  die  Streitereien  – von  der 
Beschwerdeführerin 1  provoziert –  eskaliert.  Daraufhin  habe  sie  die 
Trennung verlangt, woraufhin er Mitte November 2003 aus der ehelichen 

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Wohnung  ausgezogen  sei.  Er  habe  dann  an  sich  sofort  die  Scheidung 
gewollt, doch sei es damit nur langsam vorangegangen. Eine Ehetherapie 
hätten  sie  jedoch  nie  durchgeführt.  Kenntnis  davon,  zu  welchem 
Zeitpunkt  die  Beschwerdeführerin 1  die  ehemals  eheliche  Wohnung 
gekündigt habe, habe er keine. Er bestätigt, Alkoholprobleme gehabt zu 
haben, und führt weiter aus, dies sei schon vor der Ehe der Fall gewesen 
und  der  Beschwerdeführerin 1  bereits  damals  bekannt.  Zu  jenem 
Zeitpunkt  habe  sie  dies  jedoch  nicht  gestört;  später  seien  ihr  diese 
Probleme  "gerade  recht  gekommen",  da  sie  damit  einen  Grund  für  die 
Scheidung  gehabt  habe.  Zur  Unterzeichnung  der  gemeinsamen 
Erklärung hinsichtlich der stabilen, ungetrennten Gemeinschaft sei er von 
der Beschwerdeführerin 1 "genötigt" worden, die  ihm ansonsten das von 
ihm für die Arbeit benötigte Auto vorenthalten wollte. 

I. 
Mit  Schreiben  vom  24. Oktober  2008  gewährte  die  Vorinstanz  der 
Beschwerdeführerin 1  unter  Zustellung  von  Kopien  der  beiden 
Antwortschreiben  ihres  Ex­Ehemannes  (vgl.  Bst. H)  die  Möglichkeit,  zu 
diesen  sowie  zur  beabsichtigten  Nichtigerklärung  ihrer  erleichterten 
Einbürgerung Stellung zu nehmen.

J. 
In  ihrer  Stellungnahme  vom  8. Dezember  2008  führte  die 
Beschwerdeführerin 1  aus,  die  (in  erster  Linie  finanziellen)  Probleme 
während  ihrer  Ehe  seien  auf  die  Alkoholsucht  ihres  Ex­Ehemannes 
zurückzuführen  gewesen.  Die  anfänglich  bestehenden 
Mentalitätsunterschiede  hätten  mit  ihrer  zunehmenden  Integration 
abgenommen.  Es  treffe  nicht  zu,  dass  sich  die  Ehegatten  vor  der 
Einbürgerung nur noch gestritten hätten,  zutreffend sei  jedoch, dass sie 
insbesondere  wegen  finanzieller  Fragen  regelmässig 
Auseinandersetzungen  gehabt  hätten.  Das  Suchtproblem  ihres  Ex­
Ehemannes habe sich im Verlaufe des Jahres 2003 verschärft, vorher sei 
sie guter Hoffnung gewesen, dass er noch zur Einsicht komme. Einer von 
ihr  angeregten  Suchtberatung  sowie  gemeinsamen  Psychotherapie­
Sitzungen  habe  er  sich  jedoch  verweigert.  Vor  der  Trennung  sei  es  zu 
Aggressionen  ihr  und  ihrer  Tochter,  der  Beschwerdeführerin 2, 
gegenüber  gekommen,  weshalb  sie  ihren  Ex­Ehemann  schliesslich 
aufgefordert  habe,  das  eheliche Domizil  zu  verlassen.  Noch  zu  diesem 
Zeitpunkt habe sie gehofft, ihn damit zur Vernunft zu bringen und ihn zur 
Aufnahme  einer  Therapie  zu motivieren.  Doch  habe  er  sie  dort  wie  an 
ihrem  Arbeitsort  weiterhin  belästigt,  weshalb  sie  ihrerseits  im  Sommer 

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2004  aus  der  früheren  ehelichen  Wohnung  ausgezogen  sei.  Die 
Trennung und  letztlich die Scheidung sei somit einzig und allein auf die 
Alkoholsucht  des  Ex­Ehemannes,  seine  diesbezügliche  Uneinsichtigkeit 
sowie  seine Aggressionen  ihr  und der Beschwerdeführerin 2  gegenüber 
zurückzuführen.

K. 
Auf Ersuchen der Vorinstanz erteilte der Kanton Wallis als Heimatkanton 
der  Beschwerdeführerin 1  mit  Schreiben  vom  19. September  2008 
(Eingang  beim  BFM  am  14. Januar  2009)  seine  Zustimmung  zur 
Nichtigerklärung der erleichterten Einbürgerung.

L. 
Mit  Verfügung  vom  6. Februar  2009  erklärte  die  Vorinstanz  die 
erleichterte  Einbürgerung  der  Beschwerdeführerin 1  für  nichtig.  Zudem 
hielt  sie  fest,  die  Nichtigkeit  erstrecke  sich  auf  alle  Familienmitglieder, 
deren  Schweizer  Bürgerrecht  auf  der  nichtig  erklärten  Einbürgerung 
beruhe.  Zur  Begründung  führte  sie  aus,  aus  den  gesamten Umständen 
müsse geschlossen werden, dass die Ehe im Zeitpunkt der erleichterten 
Einbürgerung  instabil  und nicht mehr auf die Zukunft gerichtet gewesen 
sei.  Insbesondere  verwies  sie  diesbezüglich  auf  die  Wohnsituation  der 
damaligen Ehegatten Ende 2003 bzw. Anfang 2004. Sie hob hervor, dass 
die Beschwerdeführerin 1 ihren Ex­Ehemann bereits drei Wochen vor der 
gemeinsamen  Erklärung  betreffend  die  eheliche  Gemeinschaft 
aufgefordert habe, die eheliche Wohnung zu verlassen, woraufhin dieser 
für  sich  alleine  eine  frühestens  per  30. November  2004  kündbare  1.5­
Zimmer­Wohnung gemietet habe. Die Beschwerdeführerin 1 selbst habe 
gemäss  ihren  eigenen  Angaben  im  Februar/März  2004  mit  der  Suche 
einer  eigenen  Wohnung  begonnen;  der  Trennungsentschluss  müsse 
vorher  gewachsen  und  gefällt  worden  sein.  Das  Verhalten  der 
ehemaligen Ehegatten sei ein klares Zeichen  für die  Instabilität der Ehe 
zum  Zeitpunkt  der  Einbürgerung.  Die  –  unbelegten  –  Ausfälligkeiten, 
Drohungen  und  Belästigungen  seitens  ihres  damaligen  Ehemannes 
müssten  bereits  vor  der  Einbürgerung  stattgefunden  haben.  Es 
bestünden  Anhaltspunkte  (finanzielle  Probleme,  unterschiedliche 
Mentalitäten,  Interessen  und  Ansichten,  Alkoholsucht,  Streitereien  etc.) 
dafür, dass die ehelichen Verhältnisse bereits vor der Unterzeichnung der 
gemeinsamen  Erklärung  bzw.  vor  der  erleichterten  Einbürgerung  völlig 
destabilisiert  gewesen  seien.  Dennoch  seien  während  des 
Einbürgerungsverfahrens  Hinweise  an  die  zuständigen  Behörden 
betreffend die Alkoholsucht,  die ehelichen Probleme und die Benutzung 

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zweier  Wohnungen  gänzlich  ausgeblieben.  Aufgrund  der  Umstände 
müsse  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Fortsetzung  der  Ehe 
seitens  der  Beschwerdeführerin 1  bis  im  Winter  2003/2004  den  Zweck 
hatte, ihr den Erwerb des Schweizer Bürgerrechts zu ermöglichen. Schon 
zum Zeitpunkt der erleichterten Einbürgerung habe kein auf die Zukunft 
gerichteter  Wille  mehr  bestanden,  das  eheliche  Leben  wieder 
aufzunehmen  bzw.  die  –  völlig  zerstörte  –  eheliche  Gemeinschaft  im 
Sinne  der  Vorstellung  des  Gesetzgebers  nach  der  Einbürgerung 
langfristig weiterzuführen. Es sei somit davon auszugehen, dass sich die 
Beschwerdeführerin 1  die  erleichterte  Einbürgerung  erschlichen  habe, 
weshalb die Voraussetzungen für die Nichtigerklärung erfüllt seien. 

M. 
Mit Rechtsmitteleingabe vom 4. März 2009 hat die Beschwerdeführerin 1 
beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung 
erhoben und ihre Aufhebung beantragt; eventualiter sei ihrer Tochter das 
Schweizer  Bürgerrecht  zu  belassen.  Zur  Begründung  führt  sie  aus, 
obwohl  die  damaligen  Ehegatten  ab  Dezember  2003  aufgrund  der 
ehelichen Probleme tatsächlich getrennte Wohnsitz gehabt hätten, sei die 
Ehe  zum damaligen Zeitpunkt  in  einer  schwierigen Phase,  jedoch  noch 
nicht  definitiv  gescheitert  gewesen.  Rückblickend  betrachtet  sei  dieser 
Auszug zwar "der Anfang vom Ende" ihrer Ehe gewesen. Es gehe jedoch 
nicht an, retrospektiv auf den damals angeblich nicht mehr bestehenden 
Willen  der  ehemaligen  Ehegatten  zur  Weiterführung  der  Ehe  zu 
schliessen.  Hätte  die  Beschwerdeführerin 1  lediglich  das  Bürgerrecht 
erschleichen  wollen,  so  hätte  sie  die  Situation  mit  ihrem  damaligen 
Ehemann  noch  über  ein  paar  weitere  Monate  oder  Jahre  ausgehalten 
bzw.  den  Anschein  einer  gelebten  Ehe  so  lange  aufrecht  erhalten.  Auf 
eine räumliche Trennung habe sie gedrängt, um eventuell die Ehe noch 
retten zu können: Sie habe gehofft, damit  ihren damaligen Ehemann zur 
Einsicht  und  zur  Aufnahme  einer  Suchttherapie  zu  bewegen.  Aufgrund 
seiner zunehmenden Belästigungen am alten Wohnort habe sie sich zum 
Domizilwechsel  nach  Naters  entschlossen.  Auch  zu  diesem  Zeitpunkt 
habe  sie  jedoch  die  Hoffnung  auf  die  Rettung  der  Ehe  noch  nicht 
aufgegeben.  Sämtliche  entsprechenden  Bemühungen  hätten  jedoch 
angesichts  der  Uneinsichtigkeit  ihres  Ex­Ehemannes  betreffend  seine 
Alkoholsucht  nichts  gefruchtet.  Diese  alleine  sei  für  das  Scheitern  ihrer 
Ehe  ursächlich  gewesen.  Als  endgültiger  Bruch  könne  allenfalls  ihr 
Wegzug  aus  dem  Kanton  Wallis  betrachtet  werden.  Die  in  der 
vorinstanzlichen  Verfügung  hervorgehobenen  widersprüchlichen 
Angaben zum zeitlichen Ablauf seien auf ihre damalige Schwangerschaft 

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und  die  mit  dieser  einhergehende  emotionale  Instabilität  und 
Erinnerungslücken  zurückzuführen.  Zur  Begründung  des  –  ihre  Tochter 
betreffenden  –  Eventualantrags  verweist  die  Beschwerdeführerin 1  auf 
das  damals  zur  Publikation  vorgesehene  Urteil  des  Bundesgerichts 
1C_190/2008  vom  29. Januar  2009  (nunmehr  publiziert  in  BGE  135  II 
161).

Mit einer weiteren Eingabe vom 17. April 2009 hat sich auf Anfrage des 
Bundesverwaltungsgerichts auch die Beschwerdeführerin 2 als Partei  im 
Verfahren  konstituiert.  Zur  weiteren  Begründung  des  sie  betreffenden 
Antrags  hat  sie  auf  die  seit  ihrer  Einreise  im  Jahre  1998  erfolgte 
Schulbildung und soziale  Integration sowie  ihr Wohlverhalten verwiesen. 
Aufgrund  gesundheitlicher  Probleme  (Anorexie)  habe  sie  sich  im  Jahre 
2008 während mehrerer Monate in spezialisierter stationärer Behandlung 
befunden  und  eben  habe  sie  sich  wieder  in  entsprechende  Pflege 
begeben.  Für  ihren  Unterhalt  würden  derzeit  die  Beschwerdeführerin 1 
und  deren  Ehemann  aufkommen.  Sie  plane  jedoch  eine  (An­)Lehre  im 
Pflegebereich  ab  Sommer  2009.  Schliesslich  sei  das  Kriterium  der 
wirtschaftlichen  Selbständigkeit  bei  jungen,  sich  in  einer  Ausbildung 
befindenden  Einbürgerungswilligen  regelmässig  nicht  erfüllt,  was  ihrer 
ordentlichen Einbürgerung nicht entgegenstehen würde.

N. 
In ihrer Vernehmlassung vom 20. Mai 2009 spricht sich die Vorinstanz im 
Wesentlichen  unter  Verweis  auf  die  bereits  erwähnten  Gründe  für  die 
Abweisung  der  Beschwerde  aus,  insofern  sie  die  Beschwerdeführerin 1 
betreffe.  Namentlich  hebt  sie  hervor,  dass  die  Beschwerdeführerin 1  in 
der Beschwerde bestätigt habe, im Dezember 2003 – zum Zeitpunkt der 
Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  –  hätten  getrennte 
Wohnsitze  bestanden,  so  dass  sie  damals  eine  erhebliche  Tatsache 
verheimlicht  habe.  Zudem  trage  die  Anwaltsvollmacht,  welche  mit  dem 
gemeinsamen  Scheidungsbegehren  vom  31. Januar  2006  eingereicht 
worden sei, das Datum vom 25. August 2004 sowie bereits den Vermerk 
"Scheidungsverfahren".

Mit  ergänzender  Vernehmlassung  vom  17. Juni  2009  spricht  sich  die 
Vorinstanz  für  die  vollumfängliche Abweisung  der Beschwerde  aus.  Sie 
verweist  namentlich  darauf,  dass  die  Beschwerdeführerin 2  trotz 
Aufforderung  zur  Einreichung  von  im  Hinblick  auf  die  Beurteilung  des 
Vorliegens  der  Voraussetzungen  der  ordentlichen  Einbürgerung 
erforderlichen  Unterlagen  (Straf­  und  Betreibungsregisterauszüge, 

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Wohnsitzbescheinigung,  Arztbericht  und  allenfalls  Arbeits­  bzw. 
Lehrvertrag)  keinerlei  Beweismittel  eingereicht  habe,  so  dass  sie  nicht 
von  der  Erstreckung  der  Nichtigkeit  der  Einbürgerung  der 
Beschwerdeführerin 1 ausgenommen werden könne.

O. 
Die  Beschwerdeführerinnen  halten  in  ihrer  Replik  vom  25. September 
2009  an  ihren  Anträgen  und  deren  Begründung  fest.  Es  sei  der 
Beschwerdeführerin 1  nie  um  das  Erschleichen  des  Bürgerrechts 
gegangen,  auch  wenn  objektiv  betrachtet  entsprechende  Hinweise 
bestehen würden.

In Bezug auf die Beschwerdeführerin 2 wird (unter Beilage eines Berichts 
der  Psychiatrischen  Dienste  SRO,  Langenthal,  vom  17. August  2009) 
ausgeführt,  ihre  Krankheit  habe  es  ihr  bis  anhin  verunmöglicht,  eine 
Berufslehre zu absolvieren. Doch habe sie  immer wieder gearbeitet und 
werde  sie  demnächst  – mit  engmaschiger  Unterstützung  seitens  von 
Spezialisten – die berufliche Integration in Angriff nehmen. 

P. 
Mit  einer  weiteren  Eingabe  vom  4. Dezember  2009  reichte  die 
Beschwerdeführerin 2  eine  Kopie  eines  Vertrages  vom  23. November 
2009  über  eine Anstellung  vom 1. Dezember  2009  bis  13. August  2010 
als Praktikantin bei einem Kinderkrippen­Verein zu den Akten.

Q. 
Mit  Eingabe  vom  29. März  2011  reichte  die  Beschwerdeführerin 2  auf 
Aufforderung  zur  Stellungnahme  zu  ihrer  Integration  sowie  zur 
Beibringung aktualisierter Beweismittel hin den sich bereits bei den Akten 
befindenden  Anstellungsvertrag  (vgl.  Bst. P)  sowie  zwei  Lohnausweise 
ein.  Sie  gibt  an,  finanziell  "hapere  es  noch",  da  ihr  der  tiefe  Lohn  als 
Angestellte  einer  Kinderkrippe  ein  selbständiges  Bestreiten  des 
Lebensunterhaltes noch nicht erlaube. Gesundheitlich sei sie inzwischen 
in der Lage, einer Vollzeiterwerbstätigkeit nachzugehen.

R. 
Mit  ergänzender  Vernehmlassung  vom  1. Juni  2011  beantragt  die 
Vorinstanz  die  Gutheissung  des  die  Beschwerdeführerin 2  betreffenden 
Eventualantrags  unter  gleichzeitiger  Bestätigung  von  Ziffer  2  der 
angefochtenen  Verfügung.  Zur  Begründung  verweist  sie  auf  eine  im 
Oktober  2010  erlassene  Weisung  des  BFM  derzufolge  Kinder,  die  im 

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Zeitpunkt  der  Nichtigerklärung  über  16  Jahre  alt  sind  und  die 
Voraussetzungen  für  die  Erteilung  der  eidgenössischen 
Einbürgerungsbewilligung  (Art. 14  und  15  BüG)  erfüllen,  nicht  in  die 
Erstreckung  der  Nichtigkeit  einer  erleichterten  Einbürgerung 
einzubeziehen  sind.  Die  Beschwerdeführerin 2  erfülle  die  festgelegten 
Alters­  und  Wohnsitzerfordernisse  ebenso  wie  die  Voraussetzungen 
gemäss Art. 14 Bst. c und d BüG. Für die Prüfung der weiteren Kriterien 
der  Integration  (Art. 14  Bst. a  BüG)  und  Vertrautheit  mit  den 
schweizerischen  Lebensgewohnheiten,  Sitten  und  Gebräuchen  (Art. 14 
Bst. b BüG) seien Kanton bzw. Gemeinde zuständig. 

S. 
In  einer  weiteren  Stellungnahme  vom  8. Juli  2011  macht  die 
Beschwerdeführerin 2  im  Wesentlichen  geltend,  sie  sei  ihrer 
Mitwirkungspflicht  im  Verfahren  sehr  wohl  –  soweit  möglich – 
nachgekommen.  Teilweise  sei  ihr  dies  jedoch  aufgrund  ihrer  Krankheit 
nicht möglich gewesen.

T. 
Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird  – soweit  rechtserheblich –  in  den 
Erwägungen eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 

1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  unter 
Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 
20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  welche  von  einer  in  Art. 33 
VGG  aufgeführten  Behörde  erlassen  wurden.  Darunter  fallen 
Verfügungen des BFM betreffend die Nichtigerklärung einer erleichterten 
Einbürgerung (vgl. Art. 51 Abs. 1 BüG).

1.2.  Gemäss  Art. 37  VGG  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  VwVG,  soweit  das 
Verwaltungsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt.

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1.3.  Als  Adressatin  der  angefochtenen  Verfügung  ist  die 
Beschwerdeführerin 1  zur  Beschwerde  legitimiert  (vgl.  Art.  48  Abs. 1 
VwVG). Dies gilt auch für die von der angefochtenen Verfügung ebenfalls 
betroffene Beschwerdeführerin 2, welche  sich  nachträglich  als Partei  im 
Verfahren  konstituiert  hat.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte 
Beschwerde ist deshalb einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG). 

2. 
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung 
von  Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des 
Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des 
rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  –  wenn  nicht  eine  kantonale 
Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit 
gerügt werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im 
Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist 
gemäss  Art. 62  Abs. 4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht 
gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich die Sachlage zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 
2011/1 E. 2).

3. 
Als  Beweismassnahme  beantragt  die  Beschwerdeführerin 1  ihre  eigene 
Befragung sowie diejenige ihres Ex­Ehemannes als Auskunftsperson.

Der  Behörde  kommt  grundsätzlich  die  Pflicht  zu,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt  von  Amtes  wegen  zu  ermitteln  (Art.  12  VwVG).  Gemäss 
Art. 12  Bst. a  –  e  VwVG  kommen  als  Beweismittel  für  die  Behörde 
Urkunden,  Auskünfte  der  Parteien,  Augenscheine,  Auskünfte  und 
Zeugnisse  von Drittpersonen  sowie Gutachten  von Sachverständigen  in 
Betracht.  Grundsätzlich  werden  Auskünfte  von  Drittpersonen  schriftlich 
eingeholt  (PATRICK  L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER,  in:  Waldmann  / 
Weissenberger  [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, Zürich 2009, N 115 mit 
Verweis auf N 104 f. zu Art. 12). Im Rahmen der Sachverhaltsermittlung 
sind  die  Behörden  verpflichtet,  die  von  den  Parteien  angebotenen 
Beweise abzunehmen, sofern diese geeignet sind, den rechtserheblichen 
Sachverhalt  zu  erhellen.  Kommt  die  Behörde  bei  pflichtgemässer 
Beweiswürdigung zur Überzeugung, die Akten erlaubten die richtige und 
vollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  oder  die 
behauptete Tatsache sei  für die Entscheidung der Streitsache nicht von 
Bedeutung, kann sie auf die Erhebung weiterer Beweise verzichten, ohne 

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durch  diese  antizipierte  Beweiswürdigung  den  Anspruch  auf  rechtliches 
Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  zu  verletzen  (vgl. 
zum Ganzen BGE 136 I 229 E. 5.3 S. 236 mit weiteren Hinweisen).

Gemäss  Beschwerde  soll  die  Beschwerdeführerin 1  namentlich  zu  den 
Eheproblemen  und  Ereignissen  nach  der  erleichterten  Einbürgerung 
befragt werden, der Ex­Ehemann insbesondere Auskunft hinsichtlich der 
Ursachen  für die ehelichen Differenzen erteilen. Diese Fragen erweisen 
sich vorliegend jedoch – wie nachfolgend zu zeigen sein wird – als für die 
Beurteilung  der  Streitsache  irrelevant;  der  entscheiderhebliche 
Sachverhalt  ergibt  sich  insoweit  in  hinreichender  Weise  aus  dem 
unbestritten  gebliebenen  Akteninhalt.  Von  den  beantragten 
Beweisvorkehren  kann  somit  in  antizipierter  Beweiswürdigung  ohne 
Verletzung des rechtlichen Gehörs abgesehen werden.

4. 

4.1. Gemäss Art. 27 Abs. 1 BüG kann eine ausländische Person nach der 
Eheschliessung mit einem Schweizer Bürger ein Gesuch um erleichterte 
Einbürgerung  stellen,  wenn  sie  insgesamt  fünf  Jahre  in  der  Schweiz 
gewohnt hat, seit einem Jahr hier wohnt und seit drei Jahren in ehelicher 
Gemeinschaft mit  einem Schweizer Bürger  lebt. Die Einbürgerung  setzt 
gemäss Art. 26 Abs. 1 BüG zudem voraus, dass die ausländische Person 
in die schweizerischen Verhältnisse eingegliedert  ist, die schweizerische 
Rechtsordnung  beachtet  und  die  innere  oder  äussere  Sicherheit  der 
Schweiz  nicht  gefährdet.  Sämtliche  Einbürgerungsvoraussetzungen 
müssen sowohl im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich 
der  Einbürgerungsverfügung  erfüllt  sein.  Fehlt  es  im  Zeitpunkt  des 
Einbürgerungsentscheids  an  der  ehelichen  Gemeinschaft,  darf  die 
erleichterte Einbürgerung nicht ausgesprochen werden  (BGE 135  II 161 
E. 2 S. 165 mit Hinweisen).

4.2.  Der  Begriff  der  ehelichen  Gemeinschaft  bedeutet  nach  der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung mehr als nur das formelle Bestehen 
einer Ehe.  Verlangt wird  vielmehr  die  tatsächliche  Lebensgemeinschaft, 
getragen  vom  beidseitigen  Willen,  die  Ehe  auch  künftig  aufrecht  zu 
erhalten.  Gemäss  konstanter  Praxis  muss  sowohl  im  Zeitpunkt  der 
Gesuchseinreichung  als  auch  im  Zeitpunkt  des 
Einbürgerungsentscheides eine tatsächliche Gemeinschaft bestehen, die 
Gewähr für die Stabilität der Ehe bietet. Zweifel am Willen der Ehegatten, 

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die  eheliche  Gemeinschaft  aufrecht  zu  erhalten,  sind  beispielsweise 
angebracht,  wenn  kurze  Zeit  nach  der  erleichterten  Einbürgerung  die 
Trennung erfolgt oder die Scheidung eingeleitet wird (vgl. BGE 135 II 161 
E. 2 S. 165 mit Hinweisen).

5. 

5.1.  Gemäss  Art. 41  Abs. 1  und  1bis  BüG  kann  die  Einbürgerung  vom 
BFM  mit  Zustimmung  der  Behörde  des  Heimatkantons  innert  zwei 
Jahren,  gerechnet  ab  Kenntnis  vom  rechtserheblichen  Sachverhalt, 
spätestens aber innert acht Jahren nach dem Erwerb (Art. 41 Abs. 1 BüG 
in der bis zum 28. Februar 2011 geltenden Fassung kannte lediglich eine 
[absolute]  fünfjährige  Frist  [vgl.  AS  1952  1087])  nichtig  erklärt  werden, 
wenn  sie  durch  falsche  Angaben  oder  Verheimlichung  erheblicher 
Tatsachen erschlichen worden  ist, wobei nach  jeder der eingebürgerten 
Person  mitgeteilten  Untersuchungshandlung  eine  neue  zweijährige 
Verjährungsfrist zu laufen beginnt.

Gemäss  Art. 41  Abs. 3  BüG  erstreckt  sich  die  Nichtigkeit  auf  alle 
Familienmitglieder, deren Schweizer Bürgerrecht auf der nichtig erklärten 
Einbürgerung beruht, sofern nicht ausdrücklich anders verfügt wird.

5.2.  Das  blosse  Fehlen  einer  Einbürgerungsvoraussetzung  genügt  im 
Zusammenhang  mit  der  Nichtigerklärung  nicht.  Diese  setzt  vielmehr 
voraus,  dass die erleichterte Einbürgerung  "erschlichen",  d.h. mit  einem 
unlauteren  und  täuschenden  Verhalten  erwirkt  worden  ist.  Arglist  im 
Sinne  des  strafrechtlichen  Betrugstatbestandes  ist  nicht  erforderlich. 
Immerhin  ist  notwendig,  dass  der  Betroffene  bewusst  falsche  Angaben 
macht bzw. die Behörde bewusst  in  falschem Glauben  lässt und so den 
Vorwurf auf sich zieht, es unterlassen zu haben, die Behörde über eine 
erhebliche Tatsache zu informieren (vgl. BGE 135 II 161 E. 2 S. 165 mit 
Hinweisen).  Weiss  der  Betroffene,  dass  die  Voraussetzungen  für  die 
erleichterte  Einbürgerung  auch  im  Zeitpunkt  der  Verfügung  vorliegen 
müssen, so muss er gestützt auf den Grundsatz von Treu und Glauben 
sowie  seine  Mitwirkungs­  bzw.  Auskunftspflicht  gemäss  Art. 13  Abs. 1 
Bst. a  VwVG  die  Behörde  unaufgefordert  über  eine  nachträgliche 
Änderung  der  Verhältnisse  orientieren,  von  der  er  weiss  oder  wissen 
muss, dass sie einer Einbürgerung entgegensteht. Die Behörde darf sich 
ihrerseits  darauf  verlassen,  dass  die  vormals  erteilten  Auskünfte  bei 
passivem  Verhalten  des  Gesuchstellers  nach  wie  vor  der  Wirklichkeit 
entsprechen (vgl. BGE 132 II 113 E. 3 S. 115 f.).

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Erheblich  ist ein Sachverhalt nicht nur dann, wenn seine pflichtgemässe 
Offenlegung dazu geführt hätte, dass die mit der Einbürgerung befasste 
Behörde  eine  Einbürgerungsvoraussetzung  verneint  und  die 
Einbürgerung verweigert hätte. Es genügt, wenn der Sachverhalt, wäre er 
der  Behörde  bekannt  gewesen,  begründete  Zweifel  am  Vorliegen  einer 
solchen Voraussetzung geweckt und die Einbürgerung ernsthaft in Frage 
gestellt  hätte  bzw.  eine  solche  nicht  ohne  weitere  Beweismassnahmen 
hätte verfügt werden können  (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts 
C­5696/2008 vom 12. Mai 2011 E. 5.3 mit Hinweisen).

6. 
Die  formellen Voraussetzungen  gemäss Art. 41 Abs. 1  und  1bis  BüG  für 
eine Nichtigerklärung  sind  vorliegend  erfüllt:  Namentlich  hat  der  Kanton 
Wallis  als  Heimatkanton  die  Zustimmung  zur  Nichtigerklärung  der 
erleichterten  Einbürgerung  erteilt  und  wurde  mit  der  Eröffnung  der 
Verfügung betreffend Nichtigerklärung am 9. Februar 2009 die gesetzlich 
vorgesehene  Frist  eingehalten  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts 
1C_535/2010 vom 13. Januar 2011 E. 2.2 mit Hinweis; die angefochtene 
Verfügung  erging  noch  unter  der  Geltung  des  alten  Rechts  [vgl.  E. 5], 
wobei die von diesem vorgesehene fünfjährige Frist eingehalten wurde).

7. 
Die  angefochtene  Verfügung  geht  insbesondere  aufgrund  der 
Wohnverhältnisse  zum Zeitpunkt  der Unterzeichnung  der  gemeinsamen 
Erklärung am 9. Dezember 2003 sowie der Ereignisse  im Anschluss an 
die  erleichterte  Einbürgerung  vom  19. Februar  2004  davon  aus,  die 
Beschwerdeführerin 1  habe  sich  die  Einbürgerung  erschlichen.  Bereits 
vor  der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  habe  ihr  Ex­
Ehemann  einen  Mietvertrag  über  eine  frühestens  ein  Jahr  darauf 
kündbare  1.5­Zimmer­Wohnung  abgeschlossen.  Sie  selbst  habe  im 
Februar/März 2004 mit der Suche einer eigenen Wohnung begonnen. Zu 
den  massgeblichen  Zeitpunkten  der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen 
Erklärung  sowie  der  erleichterten  Einbürgerung  habe  sie  somit  nicht 
(mehr)  in einer  intakten und stabilen Ehe mit  ihrem Schweizer Ehemann 
gelebt,  im Einbürgerungsverfahren  jedoch  die  ehelichen Probleme  bzw. 
die  bereits  fortgeschrittene  Zerrüttung  der  Ehegemeinschaft  sowie  den 
Umstand,  dass  sie  zwei  Wohnungen  benutzt  hätten,  den  Behörden 
verschwiegen.

7.1. Zunächst sind die Ereignisse in ihrer zeitlichen Abfolge festzuhalten: 
Nach  dem  unbestritten  gebliebenen  Akteninhalt  haben  sich  die 

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Beschwerdeführerin 1  und  ihr  Ex­Ehemann  im  Jahre  1997  bei  einem 
Besuchsaufenthalt  der  Ersteren  bei  einer  im  Kanton Wallis  wohnhaften 
Schwester  kennengelernt.  Nach  kurzer  Fernbekanntschaft  verheirateten 
sie  sich  am  22. Mai  1998  in  Leuk  (Kanton  Wallis).  Am  23. April  2002 
stellte  die  Beschwerdeführerin 1  ein  erstes  Gesuch  um  erleichterte 
Einbürgerung,  welches  jedoch  zufolge  der  nicht  erfüllten  fünfjährigen 
Wohnsitzdauer  nach  Art. 27  Abs. 1  Bst. a  BüG  nicht  weiterbehandelt 
wurde.  Am  27. Juni  2003  stellte  sie  ein  neuerliches  Gesuch  um 
erleichterte  Einbürgerung.  Am  22. November  2003  hatte  der  damalige 
Ehemann  –  auf  Aufforderung  der  Beschwerdeführerin 1  hin,  aus  der 
ehelichen  Wohnung  auszuziehen  –  einen  Mietvertrag  über  eine  im 
gleichen  Ort  gelegene,  frühestens  per  30. November  2004  kündbare, 
möblierte  1.5­Zimmer­Wohnung  mit  Mietbeginn  per  1. Dezember  2003 
abgeschlossen.  Am  9. Dezember  2003   unterzeichneten  die  damaligen 
Ehegatten  die  gemeinsame  Erklärung  zur  tatsächlich  gelebten, 
ungetrennten Ehegemeinschaft und mit Verfügung vom 19. Februar 2004 
wurde  das  Einbürgerungsgesuch  gutgeheissen.  Per  31. Mai  2004  zog 
auch die Beschwerdeführerin 1 aus der ehemaligen ehelichen Wohnung 
aus und verlegte  ihren Wohnsitz  in eine andere Walliser Gemeinde. Am 
25. August  2004  unterzeichnete  sie  eine  Vollmacht  im  Hinblick  auf  das 
"Scheidungsverfahren  c/ Roger  Locher"  zugunsten  des  sie  nachmals  in 
ebendiesem  Verfahren  vertretenden  Rechtsanwalts.  Am  20. Mai  2005 
schloss  sie  einen  Mietvertrag  über  eine  Wohnung  in  Langenthal  mit 
Mietbeginn per 1. Juli 2005 ab und verzog auf diesen Zeitpunkt dorthin. 
Am 24. November 2005 unterzeichneten beide Ehegatten eine vollständig 
ausgearbeitete  Vereinbarung  über  die  Nebenfolgen  der  Scheidung, 
welche sie zusammen mit einem gemeinsamen Begehren auf Scheidung 
am  31. Januar  2006  beim  zuständigen  Zivilgericht  einreichten.  Die 
gemeinsame  und  getrennte  Anhörung  der  Ehegatten  fand  am  22. März 
2006  statt.  Dabei  gaben  beide  sowohl  ihren  Scheidungswillen  als  auch 
die  Zustimmung  zur  Vereinbarung  über  die  Scheidungsnebenfolgen  zu 
Protokoll und beide bestätigten am 23. Mai 2006 (mithin zum – aufgrund 
der  damals  noch  gesetzlich  vorgegebenen  zweimonatigen Bedenkfrist – 
frühestmöglichen  Zeitpunkt)  unterschriftlich  sowohl  ihren 
Scheidungswillen  als  auch  die  getroffene  Vereinbarung.  Das 
Scheidungsurteil wurde am 30. Mai 2006 gefällt und erwuchs – mangels 
Anfechtung –  am  30. Juni  2006  in  Rechtskraft.  Am  1. Dezember  2006 
verheiratete  sich  die Beschwerdeführerin 1  an  ihrem Wohnort mit  ihrem 
aktuellen  Ehemann,  welchen  sie  im  Jahre  2002  in  der  Türkei 
kennengelernt und dort im Jahre 2005 wieder getroffen hatte. 

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Seite 17

7.2. 

7.2.1. Den Stellungnahmen der Beschwerdeführerin 1 im vorinstanzlichen 
Verfahren  und  ihren  Eingaben  im  Rechtsmittelverfahren  ist  zu 
entnehmen,  dass  sie  ihren  Ex­Ehemann  aufgrund  der  bestehenden 
ehelichen  Probleme  (ihrer  Darstellung  zufolge  insbesondere  bedingt 
durch die von  ihm zugestandene Alkoholsucht) gegen Ende des Jahres 
2003  zum Auszug  aus  der  ehelichen Wohnung aufforderte  und  der Ex­
Ehemann  bereits  im  Dezember  2003  in  einer  eigenen  Wohnung  lebte 
(vgl. Stellungnahme zuhanden des BFM vom 8. Dezember  2008 S. 2 f., 
Beschwerde  S. 3 f.,  Replik  S. 1).  Den  Mietvertrag  betreffend  diese 
Wohnung unterzeichneten er wie die Vermieterin am 22. November 2003; 
als  offizieller  Mietbeginn  war  der  1. Dezember  2003  festgehalten,  doch 
gab  der  Ex­Ehemann  zum  Zeitpunkt  des  Abschlusses  des  schriftlichen 
Vertrages bereits die neu angemietete Wohnung als Adresse an. Seinem 
Antwortschreiben  zuhanden  des  BFM  zufolge  (vgl.  sein  Schreiben  vom 
25. September  2008)  hatte  sein  Auszug  aus  der  ehelichen  Wohnung 
bereits  Mitte  November  2003  stattgefunden.  Seine  Angaben  erweisen 
sich  insgesamt  als  nachvollziehbar,  nicht  unausgewogen  bzw. 
übermässig belastend und daher glaubhaft und werden insoweit von der 
Beschwerdeführerin 1 nicht bestritten. In einer der ersten Stellungnahmen 
gegenüber der Vorinstanz hatte sie selbst den Auszug noch ausdrücklich 
auf  November  2003  datiert  (vgl.  erwähnte  Stellungnahme  vom 
8. Dezember 2008 S. 5), auch wenn in späteren Eingaben allgemein nur 
noch von Dezember 2003 die Rede ist. Es ist folglich davon auszugehen, 
dass  der  Auszug  (aufgrund  des  vereinbarten  Mietbeginns) 
allerspätestens per Ende November 2003 stattfand. Damit  ist zum einen 
erwiesen,  dass  die  Ehegatten  spätestens  ab  Anfang  Dezember  2003 
getrennt  lebten,  und  steht  zum  anderen  fest,  dass  die  damals 
vorhandenen ehelichen Probleme Anlass für diese Wohnsituation waren.

7.2.2. Die unterschriftliche Bestätigung seitens der Beschwerdeführerin 1 
– mit  der  Unterzeichnung  am  9. Dezember  2003  der  gemeinsamen 
Erklärung  zur  ehelichen  Gemeinschaft –  sie  lebe  "mit  dem 
schweizerischen  Ehegatten  in  einer  tatsächlich  bestehenden, 
ungetrennten  ehelichen  Gemeinschaft  an  derselben  Adresse",  erfolgte 
somit  tatsachenwidrig.  Zum  einen  lag  eben  keine  "tatsächlich 
bestehende,  ungetrennte"  Ehegemeinschaft  mehr  vor;  zum  anderen 
waren – wie die Beschwerdeführerin 1 selbst zugestanden hat – eheliche 
Probleme  der Grund  für  die Auflösung  der Wohngemeinschaft,  so  dass 

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unzweifelhaft erscheint, dass die eheliche Gemeinschaft bereits zu jenem 
Zeitpunkt massiv zerrüttet bzw. mitnichten mehr intakt und stabil war.

Auch  im  weiteren  Verlauf  des  Einbürgerungsverfahrens  hat  die 
Beschwerdeführerin 1  den  Behörden  gegenüber  die  bestehenden 
Eheprobleme,  den  damit  zusammenhängenden  Auszug  ihres  Ex­
Ehemannes  sowie  ihr  eigenes  Auszugsvorhaben  mit  keinem  Wort 
erwähnt.  Dabei  war  sie  selbst  –  ihren  eigenen  Angaben  zufolge  –  ab 
Februar/März 2004 auf der Suche nach einer Wohnung für sich und ihre 
Tochter  (vgl.  Stellungnahme  zuhanden  des  BFM  vom  25. August  2008 
S. 2);  ihr  Auszug  aus  der  früheren  ehelichen  Wohnung  fand  –  wie 
erwähnt – per 31. Mai 2004 statt.

Selbst wenn die Beschwerdeführerin 1, wie sie in ihren Eingaben geltend 
macht (vgl. Beschwerde S.  3, 7), zum Zeitpunkt der Unterzeichnung wie 
in  den  Monaten  darauf  noch  Hoffnung  auf  eine  nachmalige 
Wiederaufnahme  des  Zusammenlebens  und  allenfalls  den  Willen  zur 
Weiterführung  der  ehelichen  Gemeinschaft  gehabt  haben  sollte,  würde 
dies  nichts  an  der  Tatsachenwidrigkeit  ihrer  Bestätigung  ändern.  Der 
entsprechende Einwand erweist  sich damit als unbehelflich. Dies gilt  im 
Übrigen  auch  hinsichtlich  ihrer  weiteren  Einwände,  namentlich  zu  den 
Ursachen der ehelichen Probleme (vgl. Beschwerde S. 5 f.) und zu ihren 
angeblichen  (durch  nichts  belegten)  Bemühungen  zur  Rettung  der  Ehe 
(vgl. Beschwerde S. 6).

7.2.3. Bei den von der Beschwerdeführerin 1 wahrheitswidrig bestätigten 
Tatsachen  handelt  es  sich  um  im  Sinne  von  Art. 41  Abs. 1  BüG 
erhebliche  Umstände:  Entsprechende  Kenntnis  während  des 
Einbürgerungsverfahren  hätte  die  Behörden  unweigerlich  an  der 
Intaktheit, Stabilität und Zukunftsgerichtetheit der ehelichen Gemeinschaft 
zweifeln  lassen,  und  dementsprechend  –  zumindest  –  weitere, 
eingehendere  Abklärungen  in  dieser  Hinsicht  nach  sich  gezogen.  Dies 
musste  der  Beschwerdeführerin 1  bewusst  sein.  Dass  sie  zur 
Offenlegung  der  "schwierigen  Ehesituation"  zum  damaligen  Zeitpunkt 
verpflichtet  gewesen  wäre,  anerkennt  sie  denn  auch  im  Prinzip  (vgl. 
Beschwerde S. 5).

Damit  hat  sich  die  Beschwerdeführerin 1  die  Einbürgerung  durch  ein 
Verheimlichen  erheblicher  Tatsachen  erschlichen.  Die 
Eingriffsvoraussetzungen von Art. 41 Abs. 1 BüG sind somit erfüllt.

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7.3.  Sämtliche  auf  die  erleichterte  Einbürgerung  folgenden  Ereignisse 
(vgl.  E. 7.1)  verdeutlichen  lediglich,  dass  die  eheliche  Gemeinschaft 
genau  jene  Entwicklung  genommen  hat,  welche  sich  aufgrund  des 
Zustands  der  Zerrüttung  der  ehelichen  Gemeinschaft  bereits  im 
Dezember  2003  abzeichnete.  Dies  gilt  insbesondere  für  die 
Wohnungssuche  und  den  Auszug  auch  der  Beschwerdeführerin 1 
(spätestens) Ende Mai 2004 aus der vormals ehelichen Wohnung. Die als 
Grund  für  ihren  Auszug  angegebenen  Belästigungen  bzw.  die 
Aggressionen  seitens  des  Ex­Ehemannes  finden  sich  in  den  Akten 
nirgends  auch  nur  ansatzweise  belegt.  Ebenso  gilt  dies  für  die 
Mandatierung  wohl  (spätestens)  im  August  2004  eines  Anwalts 
(Unterzeichnung  der  Vollmacht  am  25. August  2004).  Diese  lässt  sich 
nicht  anders  nachvollziehbar  erklären,  als  dass  bei  der 
Beschwerdeführerin 1  damals  der  Entschluss  zur  Durchführung  eines 
Scheidungsverfahrens  bereits  gefällt war. Wäre es  ihr  lediglich  um eine 
Beratung  im Hinblick  auf  ihre  "Rechte und Pflichten"  gegangen, wie  sie 
vorbringt  (vgl.  Beschwerde  S. 5),  wäre  die  Unterzeichnung  einer  –  den 
Anwalt  insbesondere  auch  zur  Vertretung  vor  Gericht  legitimierenden – 
Vollmacht  nicht  notwendig  gewesen.  Hinsichtlich  der  behaupteten 
Bemühungen der Beschwerdeführerin 1  zur Rettung der Ehe  (angeblich 
will  sie  sowohl  den  Besuch  einer  Suchttherapie  seitens  des  Ex­
Ehemannes wie einer gemeinsamen Ehetherapie angeregt haben) finden 
sich wiederum keinerlei Belege oder sonstige Hinweise in den Akten. 

Zumal in Anbetracht des Umstands, dass der Prozess der Zerrüttung der 
ehelichen  Gemeinschaft,  welcher  bereits  im  Dezember  2003  weit 
fortgeschritten war, auch  in der Folge eine  lineare Fortsetzung  fand und 
nicht  etwa  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  eine  Wiederannäherung 
zwischen  den  (ehemaligen)  Ehegatten  stattgefunden  hat,  erweist  sich, 
dass  die  Nichtigerklärung  der  Einbürgerung  der  Beschwerdeführerin 1 
insbesondere  auch  nicht  unangemessen  ist  (vgl.  in  diesem 
Zusammenhang  das  bereits  erwähnte  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts  C­5696/2008  vom  12. Mai  2011  E. 9.2  mit 
Hinweis  auf  das  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_27/2011  vom  21. März 
2011).

7.4. Zusammenfassend ist Folgendes festzuhalten: Bereits zum Zeitpunkt 
der  Unterzeichnung  der  gemeinsamen  Erklärung  hatten  die  damaligen 
Ehegatten  aufgrund  der  bestehenden  ehelichen  Probleme  getrennte 
Wohnsitze. Dies lässt darauf schliessen, dass die Ehegemeinschaft zuvor 
massiven  Belastungen  ausgesetzt  gewesen  war  und  infolgedessen 

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bereits  im  Dezember  2003  zerrüttet  war.  Indem  sie  der 
Einbürgerungsbehörde  im  Rahmen  des  Einbürgerungsverfahrens 
wahrheitswidrig  bestätigte,  in  einer  tatsächlich  gelebten,  stabilen  und 
intakten  ehelichen  Gemeinschaft  mit  ihrem  Schweizer  Ehegatten  an 
derselben  Adresse  zu  leben,  hat  sie  sich  die  erleichterte  Einbürgerung 
durch Verheimlichung erheblicher Tatsachen bzw. durch falsche Angaben 
erschlichen. 

Damit  erweist  sich  die  angefochtene  Verfügung,  soweit  sie  die 
Beschwerdeführerin 1  betrifft,  als  rechtmässig  und  angemessen. 
Dementsprechend ist die Beschwerde im Hauptantrag abzuweisen.

8. 
In  Bezug  auf  den  Eventualantrag,  mit  welchem  sinngemäss  beantragt 
wird, es sei von der Ausdehnung der Nichtigkeit der Einbürgerung auf die 
Beschwerdeführerin 2 abzusehen, ergibt sich was folgt:

8.1.  Mit  ergänzender  Vernehmlassung  vom  1. Juni  2011  hat  sich  die 
Vorinstanz – wie erwähnt (vgl. Sachverhalt Bst. R) – für die Gutheissung 
dieses  Antrags  unter  Beibehaltung  von  Ziffer  2  der  angefochtenen 
Verfügung ausgesprochen. Bezug genommen hat  sie dabei  auf  eine  im 
Herbst 2010 erlassene Weisung, mit welcher sie einer Aufforderung des 
Bundesgerichts  nachgekommen  ist,  Grundsätze  im  Hinblick  auf  eine 
einheitliche Anwendung von Art. 41 Abs. 3 BüG bzw. die Beurteilung der 
Angemessenheit  der  Erstreckung  der  Nichtigkeit  einer  erschlichenen 
Einbürgerung  auf  Familienmitglieder  zu  entwickeln.  Das  Bundesgericht 
führte  aus,  die  Behörden  hätten  im  Zusammenhang  mit  der  Frage,  in 
welchen Konstellationen von einer  solchen Ausdehnung abzusehen sei, 
insbesondere die Vorschriften über die Voraussetzungen zur ordentlichen 
Einbürgerung nach Art. 14 f. BüG zu beachten. Konkretisierend führte es 
aus,  insbesondere  in  Fällen  des  offensichtlichen  Vorliegens  der 
Voraussetzungen  der  ordentlichen  Einbürgerung  bei  der  betroffenen, 
selber  bereits  mündigen  Person  erwiese  sich  eine  Ausdehnung  der 
Nichtigkeit  als  kaum  mit  Sinn  und  Zweck  des  Bürgerrechtsgesetzes 
vereinbar (BGE 135 II 161 E. 5.3 S. 170 f.).

Der  im  Nachgang  zu  diesem Urteil  erlassenen Weisung  des  BFM  vom 
Oktober  2010  zufolge  werden  Kinder,  die  im  Zeitpunkt  der 
Nichtigerklärung mindestens 16 Jahre alt sind und die Voraussetzungen 
für  die  Erteilung  der  eidgenössischen  Einbürgerungsbewilligung  (mithin 
die  Eignungsvoraussetzungen  nach  Art. 14  sowie  die 

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Wohnsitzerfordernisse  nach  Art. 15  BüG)  erfüllen,  oder  die  durch  die 
Nichtigerklärung  staatenlos  würden,  nicht  in  die  Nichtigerklärung  einer 
erleichterten  Einbürgerung  einbezogen.  Hinsichtlich  der 
Beschwerdeführerin 2  hat  das  BFM  die  – von  ihm  zu  prüfenden – 
Voraussetzungen  von  Art. 15  BüG  und  Art. 14  Bst. c  und  d  BüG 
(Beachtung der Rechtsordnung und keine Gefährdung der  inneren oder 
äusseren  Sicherheit)  als  erfüllt  erachtet.  Die  Voraussetzungen  gemäss 
Art.  14 Bst. a  und  b BüG  (Integration  und Vertrautheit mit  den  hiesigen 
Verhältnissen)  würden  im  Verfahren  der  ordentlichen  Einbürgerung  von 
Kanton und Gemeinde überprüft  (vgl. ergänzende Vernehmlassung vom 
1. Juni  2011  S. 2 f.).  Eine  Prüfung  dieser  beiden  Erfordernisse  wurde 
vorliegend offenbar nicht vorgenommen bzw. veranlasst.

Ungeachtet  des  Antrags  auf  Gutheissung  des  fraglichen 
Beschwerdebegehrens  geht  aus  der  ergänzenden Vernehmlassung  des 
BFM  hervor,  dass  seinerseits  Zweifel  an  der  (namentlich  beruflichen) 
Integration der Beschwerdeführerin 2 bestehen. So hebt es – zu Recht – 
hervor,  die  von  dieser  mit  Eingabe  vom  29. Mai  2011  erneut 
eingereichten  Unterlagen  würden  sich  auf  einen  Praktikumsstellenplatz 
betreffend den Zeitraum von Dezember 2009 bis August 2010 beziehen. 
Hinsichtlich  der  aktuellen  beruflichen  bzw.  wirtschaftlichen  Situation  der 
Beschwerdeführerin 2  bestehe  daher  Unklarheit.  Namentlich  fehlten 
Belege wie ein aktueller Arbeitsvertrag sowie auch ein Arztbericht, welche 
Aufschluss  über  ihren  derzeitigen  Gesundheitszustand  bzw.  ihre 
Arbeitsfähigkeit  geben  würden,  ebenso  seien  keinerlei  weitere 
Beweismittel  eingereicht  worden,  welche  auf  die  Integration  der 
Beschwerdeführerin 2 schliessen lassen würden.

8.2.  Im  Zusammenhang  mit  dem  Kriterium  der  beruflichen  Integration 
bringt die Beschwerdeführerin 2 vor, die Beschwerdeführerin 1 und deren 
Ehemann  hätten  sie  bis  anhin  stets  finanziell  unterstützt,  so  dass  sie 
(bislang)  keine  Unterstützung  durch  die  öffentliche  Hand  habe  in 
Anspruch  nehmen  müssen  (vgl.  Eingabe  vom  17. April  2009  S. 2).  Sie 
macht  geltend,  in  Fällen  von  sich  in  Ausbildung  befindlichen 
Jugendlichen, welche ein Gesuch um ordentliche Einbürgerung  stellten, 
werde regelmässig nicht auf die wirtschaftliche Selbständigkeit abgestellt 
bzw.  würden  solche  Gesuche  gutgeheissen,  obwohl  (noch)  keine 
wirtschaftliche  Selbständigkeit  bestehe.  In  einer  ihrer  letzten  Eingaben 
(vgl. Eingabe vom 29. März 2011) wird ausgeführt, beruflich könne sie als 
integriert  bezeichnet  werden.  Finanziell  "hapere  es"  noch,  da  die 
Entschädigungen  für  das  Kinderkrippenpersonal  tief  seien  und  der 

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erzielte  Lohn  die  selbständige  Bestreitung  des  Lebensunterhaltes  noch 
nicht erlaube.

8.3.  Die  berufliche  Integration  als  Teilaspekt  des  Kriteriums  der 
Eingliederung  in  die  schweizerischen  Verhältnisse  (vgl.  Art. 14  Bst. a 
BüG)  umfasst  auch  den  Aspekt  der  wirtschaftlichen 
Selbsterhaltungsfähigkeit (vgl. zu diesem Kriterium als Voraussetzung für 
die  ordentliche  Einbürgerung:  BGE 136  I  309  E. 4  S. 312 f.  sowie  auch 
Urteil des Bundesgerichts 1D_5/2007 vom 30. August 2007 E. 4.2). Sind 
für  die  Beurteilung  der  Angemessenheit  der  Ausdehnung  der 
Nichtigerklärung  einer  erleichterten  Einbürgerung  auf  Familienmitglieder 
grundsätzlich dieselben Kriterien heranzuziehen wie bei der ordentlichen 
Einbürgerung  (vgl. soeben E. 8.1), kann auf der Grundlage des Fehlens 
der  beruflichen  Integration  bzw.  der  fehlenden  wirtschaftlichen 
Selbsterhaltungsfähigkeit einer Person zugemutet werden, ein Verfahren 
auf  ordentliche  Einbürgerung  zu  durchlaufen,  in  dessen  Rahmen  das 
Vorliegen dieses Kriteriums eingehend abgeklärt wird.

Vorliegend wurden – trotz mehrfacher Aufforderung seitens des BFM wie 
des  Gerichts –  kaum  sachdienliche  Unterlagen  hinsichtlich  der 
beruflichen Situation der Beschwerdeführerin 2 und gar keine betreffend 
ihre  gegenwärtige  Tätigkeit  (einschliesslich  Verdienst  und  berufliche 
Perspektiven)  beigebracht.  Mit  einer  ihrer  neuesten  Eingaben  vom 
29. März  2011  reichte  sie  lediglich  einen  (bereits  mit  Eingabe  vom 
4. Dezember  2009  zu  den  Akten  gegebenen)  Anstellungsvertrag 
betreffend  eine  Praktikumsstelle  von  Dezember  2009  bis  August  2010 
(monatlicher  Bruttoverdienst  von  CHF 1'100.­  sowie  Anspruch  auf 
13. Monatslohn), sowie Lohnausweise über den Zeitraum vom 1. Januar 
2010  bis  13. August  2010  sowie  vom  1. September  2010  bis 
31. Dezember 2010 ein. Aus diesen geht hervor, dass sie  in dieser Zeit 
ein  bescheidenes  Einkommen  erzielt  hat.  Ob  die  Praktikumsstelle 
inzwischen  allenfalls  in  eine  ordentliche  Anstellung  überführt  werden 
konnte oder die Dauer des Praktikums verlängert wurde, ist damit ebenso 
wenig  bekannt wie,  ob  sonstige  berufliche Perspektiven  bzw. Absichten 
der  Beschwerdeführerin 2  bestehen  und  entsprechende  Schritte  in  die 
Wege  geleitet  wurden.  Vor  dem  Hintergrund  ihrer  früheren 
gesundheitlichen  Schwierigkeiten,  die  sie  während  beträchtlicher  Zeit 
daran gehindert haben, eine Ausbildung in Angriff zu nehmen, sowie des 
Umstands,  dass  auch  diesbezüglich  aktuelle  Beweismittel  fehlen  (wie 
bspw.  ein  Arztbericht),  herrscht  auch  in  Bezug  auf  ihren  aktuellen 
Gesundheitszustand  und  damit  ihre  Arbeitsfähigkeit  Ungewissheit. 

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Zugestandermassen vermag sie  jedenfalls auch zum aktuellen Zeitpunkt 
nicht,  selbständig  für  ihren Lebensunterhalt  aufzukommen  (vgl. Eingabe 
vom 29. März 2011). Insbesondere in Anbetracht der soeben dargelegten 
grundsätzlichen Unsicherheiten bzw. Unklarheiten bestehen zudem keine 
Hinweise darauf, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern könnte.

Den Akten, auf deren Grundlage der Entscheid zu  fällen  ist  (vgl. Art. 13 
Abs. 1  VwVG  sowie  CHRISTOPH AUER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.], 
Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren  [VwVG], 
Bern 2008, N 22 ff. und insb. N 27 zu Art. 13), lässt sich in Bezug auf die 
aktuelle  berufliche  Situation  der  Beschwerdeführerin 2,  den  dabei 
erzielten  Verdienst  wie  auch  die  beruflichen  Perspektiven  kaum  etwas 
entnehmen. Aufgrund der bisherigen Entwicklung  in dieser Hinsicht, des 
Fehlens von Beweismitteln hinsichtlich der aktuellen Situation und der auf 
dieser Grundlage absehbaren, zukünftigen Entwicklung ist die Integration 
der Beschwerdeführerin 2 zumindest in beruflicher Hinsicht zu verneinen. 
Die Voraussetzung von Art. 14 Bst. a BüG erscheint damit nicht als erfüllt 
und  die  Erstreckung  der  Nichtigkeit  der  Einbürgerung  auf  die 
Beschwerdeführerin 2  erweist  sich  infolgedessen  nicht  als 
unangemessen.  Es  ist  ihr  zuzumuten,  zur  eingehenden  Prüfung  der 
Einbürgerungsvoraussetzungen  ein  Verfahren  auf  ordentliche 
Einbürgerung einzuleiten und zu durchlaufen.

8.4. Zudem  ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 2 
durch  die  Nichtigerklärung  staatenlos  würde  (vgl.  den  in  E. 8.1 
wiedergegebenen Wortlaut  der Weisung  des  BFM  vom Oktober  2010). 
Sie  dürfte  stets  über  die  mazedonische  Staatsangehörigkeit  verfügt 
haben  bzw.  nach  wie  vor  über  diese  verfügen  (vgl.  das mazedonische 
Bürgerrechtsgesetz  vom  11. November  1992  [insb.  Art. 16 ff.]  und  das 
Gesetz  zur  Abänderung  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom  2. März  2004 
[beide  einsehbar  unter  www.unhcr.org/cgi­
bin/texis/vtx/refworld/rwmain?page=publisher& 
skip=0&publisher=NATLEGBOD  >  National  Legislation  >  Macedonia, 
besucht im August 2011]).

8.5.  Dementsprechend  ist  die  Beschwerde  – trotz  des  vorinstanzlichen 
Antrags  auf  Gutheissung  (welcher  insbesondere  in  Anbetracht  der 
weiteren  Ausführungen  in  der  ergänzenden  Vernehmlassung  als 
relativiert erscheint) – auch im Eventualantrag abzuweisen.

http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?page=publisher&skip=0&publisher=NATLEGBOD
http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?page=publisher&skip=0&publisher=NATLEGBOD
http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?page=publisher&skip=0&publisher=NATLEGBOD
http://www.unhcr.org/cgi-bin/texis/vtx/refworld/rwmain?page=publisher&skip=0&publisher=NATLEGBOD

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Seite 24

9. 
Die  angefochtene  Verfügung  erweist  sich  somit  als  rechtsmässig  und 
angemessen (vgl. Art. 49 VwVG). Die Beschwerde  ist dementsprechend 
vollumfänglich abzuweisen.

10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  den  Beschwerdeführerinnen 
die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 800.­  in  solidarischer 
Verpflichtung  aufzuerlegen  (vgl.  Art. 63 Abs. 1 VwVG  in Verbindung mit 
Art. 1 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 
173.320.2]).

(Dispositiv S. 24)

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Seite 25

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die Verfahrenskosten  von Fr. 800.­ werden den Beschwerdeführerinnen 
in  solidarischer  Verpflichtung  auferlegt.  Sie  werden mit  dem  in  gleicher 
Höhe geleisteten Kostenvorschuss verrechnet.

3. 
Dieses Urteil geht an:

– die Beschwerdeführerinnen (Gerichtsurkunde)
– die  Vorinstanz  (gegen  Empfangsbestätigung;  Akten  Ref­Nr.  K  370 

824 retour)
– das  Département  de  l'économie,  des  institutions  et  de  la  sécurité, 

Service de  l'état civil et des étrangers, Avenue de  la Gare 39, Case 
postale 478, 1951 Sion (Ref­Nr. K 370 824)

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin:

Ruth Beutler Viviane Eggenberger

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Seite 26

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30  Tagen  nach  Eröffnung  beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen 
Angelegenheiten  geführt  werden  (Art.  82  ff.,  90  ff.  und  100  des 
Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, 
deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu 
enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit 
sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).

Versand: