# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 06fac961-0c93-55b0-a713-68f9d346d050
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-10-27
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 27.10.2025 C-1285/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1285-2022_2025-10-27.pdf

## Full Text

‘  B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung III 

C-1285/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 7 .  O k t o b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Christoph Rohrer (Vorsitz), 

Richter Beat Weber, Richterin Caroline Bissegger,    

Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, (Portugal), 

vertreten durch Tania Teixeira, Rechtsanwältin,  

Beschwerdeführerin,  

  
 

 
gegen 

 
 

IV-Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Invalidenversicherung, Rentenanspruch 

(Verfügung vom 11. Februar 2022). 

 

 

 

C-1285/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a A._______, geboren am (…) 1960 (nachfolgend: Versicherte oder Be-

schwerdeführerin), ist portugiesische Staatsangehörige, seit 1978 verhei-

ratet, und wohnte und arbeitete seit 1979 in der Schweiz; seit 23. März 

1993 verfügt sie über einen C-Ausweis. Sie arbeitete seit 2012 bei der 

B._______, zuletzt in (…) als Kundenberaterin (…). Das Arbeitsverhältnis 

wurde per 30. April 2020 gekündet (Vorakten der IV-Stelle für Versicherte 

im Ausland [IVSTA-act.] 5 S. 5, 5 S. 8 ff., 80, 219, 222 S. 2, 224). 

A.b Die Versicherte war seit 22. Januar 2018 zu 100 % krankgeschrieben 

(IVSTA-act. 253 S. 202). Am 8. Mai 2018 erlitt sie einen Autounfall (IVSTA-

act. 25, 204 S. 51 f.). Sie meldete sich am 3. Juli 2018 wegen verschiede-

nen gesundheitlichen Beeinträchtigungen (mittelgradige depressive Epi-

sode, Einschränkungen am Bewegungsapparat [Diskushernie, Ischias 

Arthrosen], bevorstehende Operationen an Nase/Nasennebenhöhlen und 

Füssen, allenfalls Schulter rechts und beiden Knien) bei der IV-Stelle  

C._______ (nachfolgend: IV C._______) zu Leistungen der Invalidenversi-

cherung an (Eingang bei der IV C._______ am 4. Juli 2018; IVSTA-act. 60, 

69, 262 S. 1 f.). 

A.c Die IV C._______ schloss am 23. August 2018 die Frühintervention ab 

(IVSTA-act. 83). 

A.d Mit Vorbescheid vom 10. Mai 2019 stellte die IV C._______ der Versi-

cherten die Abweisung des Leistungsbegehrens in Aussicht, da kein dau-

erhafter psychischer oder somatischer Gesundheitsschaden mit Auswir-

kung auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Bankange-

stellte ausgewiesen sei (IVSTA-act. 1, 230). Die Versicherte reichte – ver-

treten durch Rechtsanwältin Tania Teixeira, (…) – gegen diesen Bescheid 

am 26. Juni 2019 einen Einwand ein (IV-act. 140, 235 [inkl. Beilagen]).  

A.e Im Nachgang zur Kündigung der Arbeitgeberin vom 23. Januar 2020 

per 30. April 2020 meldete sich die Versicherte am 31. Januar 2020 bei der 

Arbeitslosenversicherung zur Arbeitsvermittlung im Umfang von 60 % per 

1. Mai 2020 an, wobei gemäss Arztzeugnis eine Arbeitsvermittelbarkeit im 

Umfang von 20 % vorliege (IVSTA-act. 253 S. 327-338). Am 17. April 2020 

stellte sie einen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung (IVSTA-act. 

253/316-321). In Berücksichtigung der von der Pensionskasse D._______ 

am 18. Mai 2020 zugesprochenen Überbrückungsrente (siehe nachfolgend 

Bst. A.f) wies die Arbeitslosenkasse des Kantons C._______ am 8. Juni 

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Seite 3 

2020 den Anspruch der Versicherten auf Arbeitslosenentschädigung ab 

(IVSTA-act. 186 S. 1 f.). 

A.f Am 18. Mai 2020 sprach die Pensionskasse D._______ der Versicher-

ten eine temporäre volle Invalidenrente ab 1. Mai 2020 von Fr. 3'940.– zu-

züglich einer Überbrückungsrente von Fr. 2'370.– zu (temporäre Invaliden-

rente; Erlöschen des Anspruchs mit Einsetzen der Invalidenrente der Eid-

genössischen Invalidenversicherung bei allfälliger ganzer oder teilweiser 

Rückforderung der Überbrückungsrente bei Einsetzen von staatlichen 

Leistungen; IVSTA-act. 244 S. 2 ff.). 

A.g Das am 28. Mai 2020 in Auftrag gegebene bidisziplinäre neuropsycho-

logisch-psychiatrische Gutachten vom 6. Juli /16. November 2020 ging am 

16. November 2020 bei der IV C._______ ein (IVSTA-act. 174 S. 3 f., 

242 f.; Gutachten: IVSTA-act. 190, 204; Konsensbeurteilung vom 

13.11.2020 [IVSTA-act. 204/102-109]). In somatischer Hinsicht holte die IV 

C._______ am 20. und 21. Juli 2020 aktualisierte Akten ein (IVSTA-act. 

197, 201, 202). 

A.h Am 30. September 2020 teilte die Versicherte der IV C._______ mit, 

sie habe aus gesundheitlichen Gründen die Schweiz verlassen, und über-

mittelte die Abmeldebestätigung der Stadt (…) vom 29. September 2020 

mit neuer Adresse in Portugal (IVSTA-act. 254). 

A.i Nach Eingang des psychiatrischen Gutachtens vom 16. November 

2020 forderte die IV C._______ die Versicherte auf, zum Gutachten Stel-

lung zu nehmen (Schreiben nicht aktenkundig, vgl. IVSTA-act. 265 S. 36 

[Abklärung extern vom 27.11.2020]).  

A.j Am 8. Januar 2021 übermittelte die IV C._______ ihre Akten an die  

IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA; nachfolgend auch: Vorinstanz; 

IVSTA-act. 257-265). 

A.k Am 21. Januar 2021 forderte die IVSTA die Versicherte auf, aktuali-

sierte Akten seit ihrer Abreise nach Portugal einzureichen (inkl. Fragebo-

gen für den Arbeitgeber, falls eine Arbeit aufgenommen worden sei). Am 

23. März 2021 erinnerte sie die Versicherte an ihre Mitwirkungspflicht und 

drohte bei Nichterfüllung Nichteintreten an. Am 7. Mai 2021 reichte die Ver-

sicherte den ausgefüllten Fragebogen per E-Mail ein (IVSTA-act. 269 f.). 

Mit Verfügung vom 10. Mai 2021 trat die IVSTA wie angekündigt nicht auf 

das Leistungsgesuch der Versicherten vom 3. Juli 2018 ein (IVSTA-act. 

266-268). Am 25. Mai 2021 teilte sie der Versicherten mit, den Fragebogen 

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Seite 4 

erhalten zu haben, weshalb die Verfügung vom 10. Mai 2021 als nichtig zu 

betrachten sei (IVSTA-act. 271). 

A.l Die Vorinstanz holte in der Folge bei Dr. E._______, FMH Psychiatrie 

und Psychotherapie sowie Dr. F._______, FMH für allgemeine Medizin, 

und Dr. G._______, FMH für physikalische Medizin und Rehabilitation vom 

ärztlichen Dienst der IVSTA (service médical), Stellungnahmen zum Dos-

sier ein. Gestützt darauf stellte sie der Versicherten mit dem zweiten Vor-

bescheid am 22. Oktober 2021 in Aussicht, das Leistungsbegehren abzu-

weisen (IVSTA-act. 274, 276, 279-281). 

A.m In ihrem Einwand vom 25. November 2021 beanstandete die Versi-

cherte im Wesentlichen, die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung sei nicht rechts-

genüglich erfolgt. Sie habe ab Januar 2019 Anspruch auf eine ganze Inva-

lidenrente. Eine allfällige medizinisch-theoretische Restarbeitsfähigkeit 

könne sie gar nicht verwerten. Die Vorinstanz habe zudem auch keine be-

ruflichen Eingliederungsmassnahmen durchgeführt (IVSTA-act. 286).  

A.n Mit Verfügung vom 11. Februar 2022 wies die IVSTA das Leistungsbe-

gehren wie angekündigt ab (IVSTA-act. 289). 

B.  

B.a Gegen diesen Bescheid reichte die Beschwerdeführerin am 17. März 

2022 (Postaufgabe) beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein und 

beantragte die Aufhebung der Verfügung vom 11. Februar 2022 und die 

Zusprache einer ganzen Invalidenrente seit dem 1. Januar 2019. Eventua-

liter sei ein polydisziplinäres Gutachten anzuordnen; unter Kosten- und 

Entschädigungsfolgen zuzüglich Mehrwertsteuer zu Lasten der Vorinstanz 

(Verfahrensakten des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer-act.] 1). 

B.b Der auferlegte Kostenvorschuss von Fr. 800.– ging am 28. März 2022 

bei der Gerichtskasse ein (BVGer-act. 4). 

B.c In ihrer Vernehmlassung vom 17. Mai 2022 beantragte die Vorinstanz, 

die Beschwerde sei abzuweisen und die angefochtene Verfügung sei zu 

bestätigen. 

B.d Mit Replik vom 5. September 2022 und Duplik vom 3. Oktober 2022 

hielten Beschwerdeführerin und die Vorinstanz an ihren gestellten Anträ-

gen fest (BVGer-act. 13, 15).  

C-1285/2022 

Seite 5 

B.e Mit prozessleitender Verfügung vom 12. Oktober 2022 wurde der Be-

schwerdeführerin ein Doppel der Duplik zur Kenntnisnahme zugestellt und 

der Schriftenwechsel abgeschlossen (BVGer-act. 16).  

C.  

Auf den weiteren Inhalt der Akten sowie der Rechtsschriften ist – soweit 

erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen einzugehen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der vorliegenden Be-

schwerde zuständig (Art. 31, 32 und 33 Bst. d VGG; Art. 69 Abs. 1 Bst. b 

IVG [SR 831.20]). Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht rich-

tet sich grundsätzlich nach dem VwVG (Art. 37 VGG). Vorbehalten bleiben 

gemäss Art. 3 Bst. dbis VwVG die besonderen Bestimmungen des ATSG 

(SR 830.1). Die Beschwerdeführerin ist als Adressatin der angefochtenen 

Verfügung durch diese besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung oder Abänderung, weshalb sie zur Erhebung 

der Beschwerde legitimiert ist (Art. 59 ATSG; Art. 48 Abs. 1 VwVG). Nach-

dem auch der Kostenvorschuss rechtzeitig geleistet wurde, ist auf die frist- 

und formgerecht eingereichte Beschwerde einzutreten (Art. 60 ATSG; 

Art. 50 Abs. 1, Art. 52 Abs. 1 und Art. 63 Abs. 4 VwVG). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 40 Abs. 1 Bst. a IVV (SR 831.201) ist zur Entgegennahme 

und Prüfung der Anmeldungen die IV-Stelle zuständig, in deren Tätigkeits-

gebiet die Versicherten ihren Wohnsitz haben. Verlegt eine versicherte Per-

son, die ihren Wohnsitz in der Schweiz hat, während des Verfahrens ihren 

Wohnsitz ins Ausland, so geht die Zuständigkeit auf die IV-Stelle für Versi-

cherte im Ausland über (Art. 40 Abs. 2quater IVV). 

2.2 Die Beschwerdeführerin lebte im Zeitpunkt ihrer IV-Anmeldung im Kan-

ton C._______, weshalb sie sich rechtmässig bei der IV C._______ zum 

Leistungsbezug anmeldete. Da sie ihren Wohnsitz im Lauf des IV-Verfah-

rens nach Portugal verlegte, ging die Zuständigkeit an die IVSTA über, wel-

che deshalb zu Recht das Verfahren weiterführte und über ihren Leistungs-

anspruch verfügte. 

C-1285/2022 

Seite 6 

3.  

Anfechtungsobjekt und damit Begrenzung des Streitgegenstandes des 

vorliegenden Beschwerdeverfahrens (vgl. BGE 131 V 164 E. 2.1) bildet die 

Verfügung vom 11. Februar 2022, mit welcher die Vorinstanz das Leis-

tungsbegehren hinsichtlich einer Invalidenrente abgewiesen hat (IVSTA-

act. 289). Prozessthema ist somit der Anspruch der Beschwerdeführerin 

auf eine schweizerische Invalidenrente. 

4.  

4.1 Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht 

einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens, 

die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts und die Unangemessenheit (Art. 49 VwVG). Es ist gemäss 

dem Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen nicht an die Be-

gründung der Begehren der Parteien gebunden (Art. 62 Abs. 4 VwVG). Es 

kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Grün-

den gutheissen oder den angefochtenen Entscheid im Ergebnis mit einer 

Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. 

BVGE 2013/46 E. 3.2). 

4.2 Sowohl das Verwaltungsverfahren wie auch der erstinstanzliche Sozi-

alversicherungsprozess sind vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht 

(vgl. Art. 43 Abs. 1 ATSG; Art. 12 VwVG). Danach hat die Verwaltung und 

im Beschwerdeverfahren das Gericht von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des erheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. 

BGE 136 V 376 E. 4.1.1). Dieser Grundsatz gilt indessen nicht unbe-

schränkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien 

(vgl. Art. 43 Abs. 3 ATSG; BGE 125 V 195 E. 2 und 122 V 158 E. 1a, je 

m.w.H.). Die behördliche und richterliche Abklärungspflicht umfasst damit 

nicht unbesehen alles, was von einer Partei behauptet oder verlangt wird. 

Vielmehr bezieht sie sich nur auf den im Rahmen des streitigen Rechtsver-

hältnisses (Streitgegenstand) rechtserheblichen Sachverhalt. Rechtser-

heblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen es abhängt, ob über den 

streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist (vgl. F. GYGI, Bun-

desverwaltungsrechtspflege, 1983, S. 43 und 273). In diesem Rahmen ha-

ben Verwaltungsbehörden und Sozialversicherungsgerichte zusätzliche 

Abklärungen stets vorzunehmen oder zu veranlassen, wenn hierzu auf-

grund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten ergebender 

Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (vgl. BGE 144 V 427 E. 3.2). 

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Seite 7 

4.3 Sofern das Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, gilt im Sozial-

versicherungsrecht der Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlich-

keit (BGE 143 V 168 E. 2; 138 V 218 E. 6). Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der 

Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu 

folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahr-

scheinlichste würdigen (BGE 144 V 427 E. 3.2, 138 V 218 E. 6, 126 V 353 

E. 5b, 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). Der Sozialversicherungsträger als 

verfügende Instanz und – im Beschwerdefall – das Gericht dürfen eine Tat-

sache nur dann als bewiesen annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen 

überzeugt sind (Urteil des Bundesgerichts [BGer] 8C_494/2013 vom 

22. April 2014 E. 5.4.1, n. publ. in: BGE 140 V 220). 

4.4 Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Beschwerdeverfahren 

gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Danach haben Versiche-

rungsträger und Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, das heisst 

ohne förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu wür-

digen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen 

und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuver-

lässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten (BGE 125 V 

351 E. 3a). 

5.  

5.1 Die Beschwerdeführerin ist portugiesische Staatsangehörige und 

wohnt in Portugal. Damit gelangen das Freizügigkeitsabkommen vom 

21. Juni 1999 (FZA, SR 0.142.112.681) und die Regelwerke der Gemein-

schaft zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit gemäss An-

hang II des FZA, insbesondere die für die Schweiz am 1. April 2012 in Kraft 

getretenen Verordnungen (EG) Nr. 883/2004 (SR 0.831.109.268.1) und 

Nr. 987/2009 (SR 0.831.109.268.11), zur Anwendung. Seit dem 1. Januar 

2015 sind auch die durch die Verordnungen (EU) Nr. 1244/2010, 

Nr. 465/2012 und Nr. 1224/2012 erfolgten Änderungen in den Beziehun-

gen zwischen der Schweiz und den EU-Mitgliedstaaten anwendbar. Das 

Vorliegen einer anspruchserheblichen Invalidität beurteilt sich indes auch 

im Anwendungsbereich des FZA und der Koordinierungsvorschriften nach 

schweizerischem Recht (vgl. BGE 130 V 253 E. 2.4; Urteil des BGer 

9C_573/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4; Art. 46 Abs. 3 und Anhang VII der 

Verordnung [EG] Nr. 883/2004). 

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Seite 8 

5.2 In zeitlicher Hinsicht sind grundsätzlich diejenigen Rechtssätze mass-

geblich, die bei der Erfüllung des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechts-

folgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 146 V 364 E. 7.1; 

139 V 335 E. 6.2).  

 

Am 1. Januar 2022 sind die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG und des 

ATSG (Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705; BBl 2020 5535; Botschaft 

des Bundesrates vom 15. Februar 2017 [BBl 2017 2535]) sowie die Ände-

rungen der IVV vom 3. November 2021 (AS 2021 706) in Kraft getreten. 

Leistungsansprüche, die nach in Kraft treten dieser Änderungen entstan-

den sind, sind nach den neuen Normen zu prüfen. Soweit Ansprüche zu 

prüfen sind, die noch vor dem 1. Januar 2022 entstanden sind, kommen 

die bis 31. Dezember 2021 geltenden Normen zur Anwendung (vgl. auch 

Kreisschreiben des BSV über Invalidität und Rente in der Invalidenversi-

cherung [KSIR], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Juli 2022, Rz. 9100 f.; 

Kreisschreiben zu den Übergangsbestimmungen zur Einführung des line-

aren Rentensystem [KS ÜB WE IV], gültig ab 1. Januar 2022, Stand 1. Ja-

nuar 2022, Rz. 1007–1010). 

5.3 Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung einer Streit-

sache in der Regel auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der streitigen 

Verwaltungsverfügung (hier: 11. Februar 2022) eingetretenen Sachverhalt 

ab (BGE 132 V 215 E. 3.1.1; 130 V 445 E. 1.2). Tatsachen, die jenen Sach-

verhalt seither verändert haben, sollen im Normalfall Gegenstand einer 

neuen Verwaltungsverfügung sein (BGE 121 V 362 E. 1b; Urteil des BGer 

8C_136/2017 vom 7. August 2017 E. 3). 

6.  

6.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Die Invalidi-

tät kann Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 

Abs. 1 IVG) und gilt als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des 

Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht 

hat (Art. 4 Abs. 2 IVG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung 

der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und 

nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder 

teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommen-

den ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung 

des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen 

der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbs-

unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht über-

C-1285/2022 

Seite 9 

windbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). Arbeitsunfähigkeit ist die durch eine Be-

einträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit 

bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bisherigen Beruf oder Aufga-

benbereich zumutbare Arbeit zu leisten. Bei langer Dauer wird auch die 

zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-

sichtigt (Art. 6 ATSG). 

6.2 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG 

Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch zumutbare Eingliede-

rungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern können 

(Bst. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durch-

schnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind 

(Bst. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 

ATSG) sind (Bst. c). Gemäss Art. 28 Abs. 1bis IVG wird eine Rente nach 

Absatz 1 nicht zugesprochen, solange die Möglichkeiten zur Eingliederung 

im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis und 1ter IVG nicht ausgeschöpft sind. Der Ren-

tenanspruch entsteht gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens nach Ablauf 

von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 

Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 

des 18. Altersjahrs folgt (zum Verhältnis zwischen Art. 28 Abs. 1 und Art. 29 

Abs. 1 IVG vgl. BGE 142 V 547 E. 3.2). Gemäss Art. 29 Abs. 3 IVG wird 

die Rente vom Beginn des Monats an ausbezahlt, in dem der Rentenan-

spruch entsteht.  

 

Zusätzliche kumulative Voraussetzung für einen Rentenanspruch ist, dass 

der Versicherte im Sinne von Art. 36 Abs. 1 IVG beim Eintritt der Invalidität 

während mindestens drei Jahren Beiträge an die Alters-, Hinterlassenen- 

und Invalidenversicherung (AHV/IV) geleistet hat. Die Anspruchsvoraus-

setzung der Mindestbeitragsdauer für eine ordentliche Invalidenrente ist 

hier unbestritten erfüllt (IVSTA-act. 80 S. 7 – 10, 82 S. 12, 257 S. 2 [Eintrag 

vom 06.07.2018], 262 S. 20 [Eintrag vom 30.04.2019]). 

6.3 Der Rentenanspruch erlischt mit der Entstehung des Anspruchs auf 

eine Altersrente der Alters- und Hinterlassenenversicherung, das heisst 

insbesondere bei Erreichen des Referenzalters nach Art. 21 Abs. 1 AHVG 

(SR 831.10). Das Referenzalter der Frauen liegt bei 64 Jahren für Frauen 

bis und mit Jahrgang 1960 (vgl. Art. 30 IVG und Art. 21 AHVG sowie Über-

gangsbestimmungen zur Änderung des AHVG vom 17. Dezember 2021 

[AHV 21] Bst. a lit. a, je in ihren Fassungen vor dem 1. Januar 2024 [AS 

2023 92, 2002 3371 und 1996 2466]).  

C-1285/2022 

Seite 10 

6.4  

6.4.1 Bei der Beurteilung der Arbeits(un)fähigkeit stützen sich die Verwal-

tung und – im Beschwerdefall – das Gericht auf Unterlagen, die von ärztli-

chen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verfügung zu stel-

len sind. Ärztliche Aufgabe ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen 

und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 

Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsfähig ist. Hinsichtlich des Beweis-

wertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser für die streitigen Be-

lange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die ge-

klagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammen-

hänge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-

folgerungen der Expertinnen und Experten begründet sind (BGE 134 V 231 

E. 5.1; 125 V 351 E. 3a). Eine begutachtende medizinische Fachperson 

muss über die notwendigen fachlichen Qualifikationen verfügen (vgl. Ur-

teile des BGer 9C_546/2018 vom 17. Dezember 2018 E. 4.3 mit Hinweis 

auf BGE 137 V 210; 9C_555/2017 vom 22. November 2017 E. 3.1 m.H.). 

6.4.2 Zwar gilt für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsver-

fahren der Grundsatz der freien Beweiswürdigung, doch hat die Rechtspre-

chung in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gut-

achten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufgestellt (vgl. BGE 125 V 351 

E. 3b). So kommt den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten 

Gutachten von externen Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Be-

obachtungen und Untersuchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht 

erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen 

gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zu, solange nicht 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. 

BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4; 125 V 351 E. 3b/bb). Berichte 

behandelnder Ärzte sind aufgrund deren auftragsrechtlichen Vertrauens-

stellung zum Patienten mit Vorbehalt zu würdigen. Dies gilt für den allge-

mein praktizierenden Hausarzt wie den behandelnden Spezialarzt (Urteil 

des BGer 8C_787/2013 vom 14. Februar 2014 E. 3.3.2 m.H. auf 

BGE 125 V 351 E. 3b/cc). Allerdings dürfen auch die potentiellen Stärken 

der Berichte behandelnder Ärzte nicht vergessen werden, namentlich 

wenn sie wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation ent-

springende – Aspekte benennen, die im Rahmen der Begutachtung uner-

kannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteil des BGer 9C_24/2008 vom 

27. Mai 2008 E. 2.3.2 m.H.). 

C-1285/2022 

Seite 11 

6.4.3 Die Stellungnahmen des regional-ärztlichen Dienstes (RAD), welche 

nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, können wie Aktengutachten 

beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im We-

sentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehen-

den medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befas-

sung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt (vgl. Urteile des 

BGer 9C_661/2019 vom 26. Mai 2020 E. 4.1; 9C_524/2017 vom 21. März 

2018 E. 5.1; 9C_28/2015 vom 8. Juni 2015 E. 3.2; je m.H.). Die Aufgabe 

der versicherungsinternen Fachpersonen besteht insbesondere darin, aus 

medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung für die medizini-

schen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge über den 

Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachver-

halt zusammenzufassen und versicherungsmedizinisch zu würdigen (vgl. 

SVR 2009 IV Nr. 50 [Urteil 8C_756/2008] E. 4.4 m.H.; Urteil des BGer 

9C_692/2014 vom 22. Januar 2015 E. 3.3). Sie haben die vorhandenen 

Befunde aus medizinischer Sicht zu würdigen, wozu namentlich auch ge-

hört, bei widersprüchlichen medizinischen Akten eine Wertung vorzuneh-

men und zu beurteilen, ob auf die eine oder die andere Ansicht abzustellen 

oder aber eine zusätzliche Untersuchung vorzunehmen ist (BGE 142 V 58 

E. 5.1). Enthalten die Akten für die streitigen Belange keine beweistaugli-

chen Unterlagen, kann die Stellungnahme einer versicherungsinternen 

Fachperson in der Regel keine abschliessende Beurteilungsgrundlage bil-

den, sondern nur zu weitergehenden Abklärungen Anlass geben (vgl. Urteil 

des BGer 9C_58/2011 vom 25. März 2011 E. 3.3). 

6.4.4 Den von Versicherungsträgern im Verfahren nach Art. 44 ATSG ein-

geholten Gutachten von medizinischen Sachverständigen, die den Anfor-

derungen der Rechtsprechung entsprechen, darf das Gericht vollen Be-

weiswert zuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverläs-

sigkeit der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 E. 2.2.2; 135 V 465 E. 4.4). 

Die unterschiedliche Natur von Behandlungsauftrag des therapeutisch tä-

tigen (Fach-)Arztes einerseits und Begutachtungsauftrag des amtlich be-

stellten fachmedizinischen Experten anderseits lässt es nicht zu, ein Admi-

nistrativgutachten stets in Frage zu stellen und zum Anlass weiterer Abklä-

rungen zu nehmen, wenn behandelnde Ärzte zu anderslautenden Ein-

schätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in denen sich eine ab-

weichende Beurteilung aufdrängt, weil diese wichtige Aspekte benennen, 

die bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Ur-

teil des BGer 8C_150/2022 vom 7. November 2022 E. 12.3).  

C-1285/2022 

Seite 12 

6.4.5 Geht es um psychische Erkrankungen, namentlich eine anhaltende 

somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergleichbares psychosomati-

sches Leiden (vgl. BGE 140 V 8 E. 2.2.1.3) oder depressive Störungen 

leicht- bis mittelgradiger Natur (BGE 143 V 409 E. 4.5.2), sind für die Be-

urteilung der Arbeitsfähigkeit systematisierte Indikatoren beachtlich, die – 

unter Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren 

einerseits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – erlau-

ben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen einzuschätzen 

(BGE 141 V 281 E. 2, E. 3.4-3.6 und 4.1; 143 V 418 E. 6 ff.). Ausgangs-

punkt der Prüfung und damit erste Voraussetzung bildet eine psychiatri-

sche, lege artis gestellte Diagnose (vgl. BGE 141 V 281 E. 2.1; 143 V 418 

E. 6 und E. 8.1). Die für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit erwähnten In-

dikatoren hat das Bundesgericht wie folgt systematisiert (BGE 141 V 281 

E. 4.1.3): Kategorie «funktioneller Schweregrad» (E. 4.3) mit den Komple-

xen «Gesundheitsschädigung» (Ausprägung der diagnoserelevanten Be-

funde und Symptome; Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resis-

tenz; Komorbiditäten [E. 4.3.1]), «Persönlichkeit» (Persönlichkeitsentwick-

lung und -struktur, grundlegende psychische Funktionen [E. 4.3.2]) und 

«sozialer Kontext» (E. 4.3.3) sowie Kategorie «Konsistenz» (Gesichts-

punkte des Verhaltens [E. 4.4]) mit den Faktoren gleichmässige Einschrän-

kung des Aktivitätenniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen 

(E. 4.4.1) und behandlungs- und eingliederungsanamnestisch ausgewie-

sener Leidensdruck (E. 4.4.2). 

7.  

7.1 Die Vorinstanz geht in der angefochtenen Verfügung davon aus, dass 

bei der Beschwerdeführerin keine ausreichende durchschnittliche Arbeits-

unfähigkeit während eines Jahres vorgelegen habe und trotz der Gesund-

heitsbeeinträchtigung eine gewinnbringende Tätigkeit in rentenausschlies-

sender Weise zumutbar sei. Aus psychischer Sicht liege trotz einer leichten 

Depression im Rahmen einer Anpassungsstörung wegen vielfältigen psy-

chosozialen Problemen keine gesundheitliche Beeinträchtigung vor, die 

eine langfristige Arbeitsunfähigkeit rechtfertigen würde. In somatischer Hin-

sicht ergäben sich mehrere Beeinträchtigungen, insbesondere an den Füs-

sen. Für die Zeiträume von September bis Dezember 2018 und für Juli bis 

Ende September 2019 würden Arbeitsunfähigkeiten erkannt. Diese führten 

aber nicht zu einer dauerhaften funktionellen Einschränkung der üblichen 

Tätigkeit. Die osteoartikulären Schäden würden keine dauerhafte, sondern 

nur eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit begründen. Demnach bestehe 

kein massgebender Gesundheitsschaden mit andauernder Einschränkung 

der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Bankangestellte (zu-

C-1285/2022 

Seite 13 

mutbare Arbeitsfähigkeit im Umfang von 80 %). Gestützt auf das psychiat-

rische Gutachten sei die arbeitsmarktliche Desintegration nicht invaliditäts-

bedingt, sondern beruhe auf psychosozialen Faktoren, die rechtspre-

chungsgemäss invaliditätsfremd seien. Zudem verfüge die Beschwerde-

führerin über zahlreiche Fähigkeiten und Ressourcen, die sie auf dem aus-

geglichenen Arbeitsmarkt einsetzen könne.  

 

Vernehmlassungsweise verweist die Vorinstanz am 17. Mai 2022 auf die 

Rechtsprechung zur Beweiskraft von Gutachten, zu Grundlagen zum An-

spruch auf Leistungen der Invalidenversicherung, zur Invaliditätsbemes-

sung sowie auf ihre medizinische und rechtliche Beurteilung in der Sache. 

In der Duplik vom 3. Oktober 2022 präzisiert sie ihre Ausführungen hin-

sichtlich der Rechtsprechung zur Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähig-

keit. Vorliegend sei diese im massgebenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

verwertbar (BVGer-act. 7 und 15). 

7.2  

7.2.1 Die Beschwerdeführerin rügt zur Abklärung ihres Gesundheitszu-

stands, die (gutachterliche) Arbeitsfähigkeitsbeurteilung vermöge in retro-

spektiver Hinsicht nicht zu überzeugen, insgesamt fehle eine rechtsgenüg-

liche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung. Schon in psychiatrischer Hinsicht könne 

der Expertise kein Beweiswert zugemessen werden. Der Gutachter habe 

ihre somatischen Beschwerden komplett ausgeklammert, welche ebenfalls 

zu einer massiven Reduktion der Leistungsfähigkeit sowie – zeitweise – zu 

einer vollumfänglichen (zusätzlichen) Einschränkung der Leistungsfähig-

keit geführt hätten. Bezüglich der Restarbeitsfähigkeit im Gutachtenszeit-

punkt habe der Gutachter nicht eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit 

festgestellt, wie in der Verfügung suggeriert werde. Weshalb der Gutachter 

ihr trotz Diagnose einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und 

psychischen Faktoren keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit zuge-

messen habe – obwohl sie anlässlich der Begutachtung massiv gedanklich 

auf die somatischen Beschwerden eingeengt gewesen sei, sei nicht nach-

vollziehbar. Die Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, wonach ihr in ihrer zuletzt 

ausgeübten Tätigkeit als Kundenberaterin wie auch in jeder anderen Ver-

weistätigkeit maximal eine Arbeitsfähigkeit von 80 % zugemutet werden 

könne, überzeuge nicht. Die Angabe, sie habe keine Schwierigkeiten mit 

ihrem Gedächtnis, widerspreche den Feststellungen anlässlich der Anam-

nese, wonach verschiedene Thematiken für sie nicht erinnerlich gewesen 

seien, die der Gutachter selbst anhand der Akten ergänzt respektive korri-

giert habe. Zudem habe er mittels Testverfahren sowohl wesentliche de-

pressive Symptome als auch empfundene Ängstlichkeit und geringe 

C-1285/2022 

Seite 14 

Selbstmanagementsfähigkeiten festgestellt, diese in der Beurteilung aber 

übergangen und messe den erhobenen Befunden keine oder nur geringe 

Bedeutung zu, weil bei der Beschwerdeführerin angeblich Inkonsistenzen 

vorliegen würden. Inwiefern die angegebenen Beschwerden mit dem Ta-

gesprofil beziehungsweise mit dem alltäglichen Aktivitätsniveau in Diskre-

panz stehen solle, erschliesse sich nicht. Insgesamt genüge die Expertise 

nicht, weshalb ihr keinerlei Beweiswert zugemessen werden könne. Dazu 

komme, dass die IV-Stelle keine orthopädische Begutachtung durchgeführt 

habe, obwohl verschiedenste somatische Probleme vorlägen, welche sich 

infolge Schmerzen wesentlich auf die Leistungsfähigkeit auswirkten und 

einen Einfluss auf den psychischen Gesundheitszustand hätten. Die 

Rückenbeschwerden sowie die Kopfschmerzen seien gar nicht abgeklärt 

worden. Insgesamt sei ihr Gesundheitszustand weder vollständig noch 

schlüssig abgeklärt worden.  

7.2.2 Sie macht weiter geltend, dass sie seit Januar 2018 vollumfänglich in 

ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt sei. Damit sei das Wartejahr gemäss 

Art. 28 IVG ab Januar 2018 erfüllt. Sie habe deshalb seit Januar 2019 An-

spruch auf eine ganze IV-Rente. Eine Verwertbarkeit einer allfälligen medi-

zinisch-theoretischen Restarbeitsfähigkeit bei ihrem aktuell fast erreichten 

62. Altersjahr sei zudem unrealistisch, weshalb ihr gar kein IV-Einkommen 

anzurechnen sei. Sie sei – abgesehen von den verschiedenen persistie-

renden Schmerzen und psychischen Beeinträchtigungen – zudem unge-

lernt und während über 20 Jahren bei der gleichen Arbeitgeberin arbeitstä-

tig gewesen. Eine Restarbeitsfähigkeit sei somit nicht mehr verwertbar, 

dies führe zu einer Verneinung eines zumutbaren Invaliditätseinkommens. 

Darüber hinaus sei zu Unrecht keine IV-Gradbemessung erfolgt: Ein Inva-

lideneinkommen im Rahmen des im Jahr 2017 erzielten Valideneinkom-

mens bei der B._______ könne nicht angerechnet werden, wenn ab No-

vember 2020 von einer verwertbaren Restarbeitsfähigkeit von höchstens 

80 % – was bestritten werde – ausgegangen werden könnte. Es könne ab 

November 2020 (bei einer [bestrittenen] noch verwertbaren Restarbeitsfä-

higkeit von höchstens 80 %) höchstens ein Invalideneinkommen im Kom-

petenzniveau 1 angerechnet werden. Angesichts ihrer Einschränkungen 

sei ein Leidensabzug von mindestens 15 % zu berücksichtigen, woraus 

sich ein IV-Grad von gerundet 66 % und eine entsprechende Rente ergebe. 

Selbst wenn ihr eine Stelle in der Finanzbranche zugemutet werden könn-

te, ergebe sich bei 80 % Arbeitsfähigkeit ein IV-Grad von mindestens 50 %, 

weshalb die ihr zustehende ganze Rente ab 1. Januar 2019 ab November 

2020 höchstens auf eine halbe Rente reduziert werden dürfte. Als Eventu-

alantrag wird angeführt, dass die Rente ohnehin nicht reduziert werden 

C-1285/2022 

Seite 15 

dürfe, da die IV-Stelle keine beruflichen Eingliederungsmassnahmen ge-

prüft habe und ihr eine Selbsteingliederung nicht zumutbar sei. 

7.2.3 Replikweise ergänzt die Beschwerdeführerin am 5. September 2022 

im Wesentlichen, die Vorinstanz habe sich mit ihren Vorbringen zur Be-

weiskraft des psychiatrischen Gutachtens und den Vorbringen zum Ge-

sundheitszustand in somatischer Hinsicht nicht auseinandergesetzt. Letz-

tere Einschränkungen beständen länger als von der Invalidenversicherung 

berücksichtigt.  

8.  

Vorab streitig und zu prüfen ist, ob der Sachverhalt im vorinstanzlichen Ver-

fahren rechtsgenüglich abgeklärt wurde (vgl. Art. 43 ATSG; siehe hiernach 

E. 9). Aus den Akten ergibt sich zum Gesundheitszustand der Beschwer-

deführerin sowie zur Einschränkung ihrer Arbeits- und Leistungsfähigkeit 

Folgendes: 

8.1  

8.1.1 In orthopädischer Hinsicht (Rücken und Füsse) erfolgten seit Herbst 

2011 medizinische Abklärungen in Neurologie und Neurochirurgie, wobei 

eine Diskushernie L4/L5 mit Rezessusstenose L5 links diagnostiziert 

wurde (IVSTA-act. 2-4). Ab Herbst 2014 folgten fusschirurgische und or-

thopädische Abklärungen und Behandlungen zur Rücken- und Fussprob-

lematik (Schwellung linker Fussrücken bei Hypermobilität im Rückfuss und 

Fusslängsachse Krämpfe nachts; IVSTA-act. 15, 17). 

8.1.2 Weiter diagnostizierte die Neurologin Dr. H._______ am 31. Oktober 

2014 ein residuelles lumboradikuläres Ausfallsyndrom L5 links sowie be-

lastungsabhängig eine leichte Fussheberparese und Senk-/Spreizfüsse 

beidseitig linksbetont bei Status nach Hallux valgus-Operation. Sie beur-

teilte die im Vordergrund stehenden Unterschenkel- und Fussbeschwerden 

von neurologischer Seite vorwiegend im Rahmen eines residuellen senso-

motorischen radikulären Ausfallssyndroms L5 links mit entsprechender 

Sensibilitätsstörung/Dysästhesie/Parästhesie über dem Fussrücken, Er-

müdung des Beines beim Gehen und nächtlichen Krämpfen der betroffe-

nen Muskeln, bei Nachweis einer axonalen Nervenwurzelläsion (Diagnose 

2011). Hinweise für eine differentialdiagnostisch zu erwägende Peronae-

usparese ergäben sich nicht. Zusätzlich bestünden wahrscheinlich musku-

loskelettale Beschwerden des Vorfusses. Die Rückenschmerzen seien 

nicht direkt von neurologischer Seite zu erklären. Sie empfahl unter ande-

rem, dass mit dem Antiepileptikum Lyrica auch die nächtlichen Beinkrämp-

C-1285/2022 

Seite 16 

fe positiv beeinflusst werden könnten, und bezüglich der belastungsabhän-

gigen Beinschwäche und der Rückenbeschwerden ein gezieltes, konse-

quent durchgeführtes Training (IVSTA-act. 12 f.). 

8.1.3 PD Dr. med. I._______, FMH für Neurochirurgie des Neuro- und Wir-

belsäulenzentrums, Klinik J._______, schlug bei den Diagnosen Claudica-

tio radicularis L5 links und chronische lumbovertebrogene Beschwer-

den·bei Segmentdegeneration L4/5 mit lateralbetonter Spinalkanalstenose 

L4/5 links und Status nach Hallux valgus-Operation beidseits 2007 am 

9. Dezember 2014 eine lumbale therapeutische PDA (Partduralanalgesie) 

vor, mit ergänzender Physiotherapie. Bei anhaltenden Schmerzen Wieder-

vorstellung hinsichtlich weiterführend operativer Beratung (mikrochirurgi-

sche Fenestration L4/5 links mit Neurolyse der Wurzel L5 links [IVSTA-act. 

18-20]). Die lumbale therapeutische PDA erfolgte am 17. Dezember 2014 

(IVSTA-act. 24). 

8.1.4 In den Jahren 2014/2015 wurde eine Therapie aufgrund einer de-

pressiven Symptomatik, getriggert durch berufliche Belastungen, bei der 

Psychologin K._______, (…), durchgeführt (nicht aktenkundig; vgl.  

IVSTA-act. 78/1). 

8.2  

8.2.1 Am 23. Januar 2018 schrieb die Hausärztin die Versicherte aus psy-

chischen und verschiedenen somatischen Gründen krank (IVSTA-act. 27, 

29, 59, 85, 88) und veranlasste verschiedene Untersuchungen und Be-

handlungen (vgl. IV-act. 28). 

8.2.2 Am 27. Februar 2018 informierte Dr. L._______, Facharzt FMH für 

orthopädische Chirurgie, Praxis für Fusschirurgie, die Hausärztin über die 

Konsultation der Patientin zu den Diagnosen MP-1-Gelenke beidseits links 

mehr als rechts bei Status nach Hallux valgus Operation beidseits 2007 

sowie zum residuellen lumboradikulären sensomotorischen Ausfallsyn-

drom L5 links und zu neuropathischen Schmerzen über dem Fussrücken, 

nächtlichen Muskelkrämpfen entlang des Beines lateral links unter Lyrica-

behandlung. Er stellte eine zunehmende Symptomatik im Bereich der 

Grosszehengelenke fest, die Patientin habe erhebliche Schmerzen und 

komme zur Planung einer operativen Therapie. Sie werde sich zur Planung 

des ersten Eingriffs melden, sobald die Abklärung betreffend die Schulter 

durchgeführt sei, dort sei allenfalls ein operativer Eingriff vorgesehen  

(IVSTA-act. 36). 

C-1285/2022 

Seite 17 

8.2.3 Am 14. März 2018 berichtete Dr. M._______, Facharzt FMH für Or-

thopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats, der 

Hausärztin über die Konsultationen der Patientin wegen multiplen Schmer-

zen vor allem der Schulter rechts und beidseitigen Kniebeschwerden. Er 

stellte die Diagnosen Periarthritis humeroscapularis rechts, Ausschluss 

strukturelle Läsion der Rotatorenmanschette und leichte Retropatellar-

Arthrose beidseits, momentaner depressiver Verstimmungszustand / Burn-

out-Syndrom, derzeit in psychiatrischer Behandlung, und die Nebendiag-

nosen Status nach Hallux valgus Operation beidseits 1970 (recte: 2007), 

Senkspreizfüsse und rezidivierende Lumboischialgie links. Er schloss be-

treffend die rechte Schulter eine strukturelle Läsion aus. An den Kniegelen-

ken fänden sich leichte degenerative Veränderungen retropatellar. Momen-

tan erscheine ihm das gesamte Beschwerdebild am Bewegungsapparat 

eher überwiegend durch die momentane psychische Situation beeinflusst 

zu sein. Die Patientin sei wegen des Burnout-Syndroms / der depressiven 

Verstimmung krankgeschrieben (IVSTA-act. 39). 

8.2.4 Am 23. März 2018 berichtete die Radiologin Dr. N._______ zu Han-

den von Prof. Dr. O._______, Facharzt für HNO-Erkrankungen, Hals und 

Gesichtschirurgie, über die am 22. März 2018 erstellte Computertomogra-

phie (CT) NNH nativ mit 2D-Rekonstruktionen. Dieser empfahl nach Be-

gutachtung der CT-Bilder eine endonasale Siebbein- und Kieferhöhlenope-

ration mit Abtragung der Choncha bullosa bds., sowie eine Septumplastik 

und Conchotomie in ITN (IVSTA-act. 44, 48). Die geplante Operation fand 

am 11. (oder 12.) Juli 2018 statt (IVSTA-act. 73-74). 

8.2.5 Die Hausärztin berichtete der P._______ (Krankentaggeldversiche-

rung der Beschwerdeführerin) am 19. April 2018 über ihre Behandlung der 

Patientin seit 6. Juli 2017 (IVSTA-act. 216/10 ff.) und über Einschränkun-

gen auf die Arbeitsfähigkeit aufgrund eines Schmerzsyndroms an diversen 

Körperstellen (gemäss Anamnese), chronische Müdigkeit und Schlafstö-

rungen. Es resultiere eine Reduktion der körperlichen und psychischen Be-

lastbarkeit zusammen mit Konzentrationsstörungen. Abgesehen von der 

psychiatrischen Weiterbehandlung sei eventuell eine Rückenoperation 

(mikrochirurgische Fenestration L4/5 links mit Neurolyse der Wurzel L5 

links) durchzuführen. Die Prognose (hinsichtlich Verbesserung der Arbeits-

fähigkeit) sei eher ungünstig, die ärztliche Behandlung werde vermutlich 

mehrere Monate dauern. 

8.2.6 Mit ärztlichem Zeugnis vom 30. April 2018 berichtete der behandeln-

de Psychiater Dr. Q._______ der P._______ über die begonnene Therapie. 

C-1285/2022 

Seite 18 

Er diagnostizierte eine mittelgradige depressive Episode (ICD-10 F32.1). 

Zum aktuellen psychopathologischen Befund führte er aus, die Patientin 

sei wach, bewusstseinsklar, zu allen Qualitäten voll orientiert. lm formalen 

Gedankengang sei sie mitunter beschleunigt, zeitweise etwas sprunghaft 

und aufgeregt. Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit seien redu-

ziert. Inhaltlich bestünden keine wesentlichen Probleme. Es gebe keine 

Hinweise für Wahn, Halluzinationen, psychotisches Erleben oder lch-Stö-

rungen. lm Affekt sei sie deutlich zum depressiven Pol ausgelenkt, sie be-

richte von Schlafstörungen, ausgeprägter Nervosität, innerer Unruhe, star-

ker Anspannung, einem deutlichen Morgentief, diversen Ängsten und Un-

sicherheiten. Die Psychomotorik sei deutlich gesteigert und es bestehe er-

höhter Redebedarf mit starkem Mitteilungsbedürfnis. Sie sei krankheitsein-

sichtig, distanziere sich glaubhaft von Suizidalität und sei bündnisfähig. Die 

psychotherapeutische Therapie ergebe sich aus einer integrierten psychi-

atrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit informativen, psychothera-

peutischen und sozialpsychischen Elementen (3 – 4 x pro Monat ambu-

lante Therapie). Dazu komme eine medikamentöse Therapie mit Valdoxan 

(Agomelatin, Antidepressivum), Lyrica (Pregabalin, Antiepileptikum, indi-

ziert u.a. bei neuropathischen Schmerzen, generalisierten Angststörun-

gen) und Relaxane (pflanzliches Sedativum, indiziert bei Nervosität, Span-

nung, Unruhe [vgl. https://compendium.ch, je abgerufen am 26.6.2025]), 

neben weiteren somatischen Medikamenten. Zur Arbeitsunfähigkeit führte 

er aus, die Patientin sei bedingt durch die depressive Episode in ihrer Kon-

zentrationsfähigkeit, ihrer Merkfähigkeit und ihrer Aufmerksamkeit mitunter 

beeinträchtigt. Zusätzlich bestünden aufgrund der depressiven Symptoma-

tik Antriebsstörungen, Ängste, Unsicherheiten, Nervosität und trauriger, de-

pressiver Affekt. Neben den psychischen Einschränkungen bestünden be-

dingt durch die depressive Symptomatik deutliche körperliche Einschrän-

kungen. Ferner lägen auch diverse somatische Erkrankungen vor, weshalb 

die Patientin sich auch bei somatischen ärztlichen Kollegen in regelmässi-

ger Behandlung befinde (Hausärztin, Orthopäde, HNO-Arzt, Dermatologe 

[vgl. dazu IVSTA-act. 55 und 69/7]). Durch das Bündel an Erkrankungen 

sei der Patientin zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Ausübung der aktuel-

len Tätigkeit nicht möglich, bei 100-%iger Arbeitsunfähigkeit. Mit einer Stei-

gerung der Arbeitsunfähigkeit sei zu rechnen. Eine diesbezügliche Prog-

nose sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar (IVSTA-act. 

54). Gegenüber der Arbeitgeberin bestätigte der behandelnde Psychiater 

die 100%-ige Arbeitsunfähigkeit ab 17. Februar 2018 (anschliessend an die 

Arztzeugnisse der Hausärztin [IVSTA-act. 27, 29], danach jeweils für den 

Folgemonat (vgl. IVSTA-act. 31, 35, 46, 53, 56, 58, 77, 81). 

https://compendium/

C-1285/2022 

Seite 19 

8.2.7 Am 8. Mai 2018 erlitt die Beschwerdeführerin einen Autounfall und 

war in der Folge während sieben Tagen zu 100 % arbeitsunfähig (IVSTA-

act. 25; vgl. Ausführungen der Beschwerdeführerin gegenüber der IV 

C._______ und anlässlich der psychiatrischen Begutachtung: IVSTA-act. 

183 S. 5 und 204 S. 51 f., weitere Unfallakten sind nicht aktenkundig). 

8.2.8 Im Bericht an die IV-Stelle vom 31. Juli 2018 diagnostizierte der be-

handelnde Psychiater Dr. Q._______ neu eine rezidivierende depressive 

Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, ICD-10 F33.1, bestehend seit 

zirka einem Jahr, durch ihn behandelt seit 8. Februar 2018. Er bescheinigte 

aktuell eine Arbeitsunfähigkeit von 100 %. Eine zukünftige Abschätzung 

der Arbeitsfähigkeit sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich. Hin-

sichtlich der bisherigen Tätigkeit bestünden die Einschränkungen einer re-

duzierten Konzentrationsfähigkeit, verminderten psychischen Belastbar-

keit, rascher Erschöpfbarkeit, reduziertem Antrieb und verminderter Belas-

tungsstabilität, die sich bei der Arbeit als erhöhte Ermüdbarkeit, vermin-

derte Belastungstoleranz und reduzierte Stressbelastungsfähigkeit aus-

wirkten. Die eingeleiteten Therapien (in psychiatrisch-psychotherapeuti-

scher und in somatischer Hinsicht [Hausärztin und Spezialisten] seien fort-

zuführen (IVSTA-act. 78; psychiatrischer Befund und aktuelle Behandlung: 

siehe Bericht an die P._______ vom 30.04.2018 [E. 8.2.6 hiervor]). 

8.2.9 Am 10. September 2018 erfolgte die Operation des linken Fusses 

(Arthrotomie MP1 links und Gelenkskörperentfernung, Synovektomie MP1 

links, Bursektomie links, Osteosynthesematerialentfernung Metatarsale 1 

links [2 x 2,4 mm Kortikaliszugschrauben], Osteosynthesematerialentfer-

nung F1 Dig 1 [aufwändig mit Operace 1 x 2,4 mm Kortikaliszugschraube], 

Exostosenabtragung Metatarsale 1 lateral und plantar medial links, Kno-

chentransplantation ins MP1 links, Grosszehengrundgelenksarthrodese 

MP1 links unter Korrektur) nach einer vorgängigen Konsultation vom 

6. September 2018 sowie nachfolgenden Kontrollkonsultationen. Die Be-

schwerdeführerin war vom 10. September 2018 bis 13. Dezember 2018 

aus orthopädischer Sicht zu 100 % arbeitsunfähig geschrieben, unabhän-

gig von der vom behandelnden Psychiater festgestellten Arbeitsunfähigkeit 

(IVSTA-act. 86 f., 92-99). Am 20. März 2019 berichtete Dr. L._______ über 

einen unauffälligen, problemlosen Verlauf (IVSTA-act. 235/7). 

8.2.10 Im Ausführlichen Ärztlichen Bericht E 213 vom 11. September 2018 

zu Handen der IV C._______ verwies die Hausärztin ausser auf die hiervor 

dargelegten Diagnosen und Behandlungen (Fusschirurgie, HNO-Chirur-

gie, psychiatrische Behandlungen) im Wesentlichen auf Schmerzen der 

C-1285/2022 

Seite 20 

Lendenwirbelsäule bei Degeneration L4/5 mit Spinalkanalstenose L4/5, 

Schulterschmerzen beidseits bei degenerativen Veränderungen im AC-Ge-

lenk. Die Patientin sei seit 22. Januar 2018 arbeitsunfähig. Zu den Funkti-

onseinschränkungen führte sie aus, es bleibe abzuwarten, wie sich die 

Fussschmerzen nach der Operation darstellten und die Funktion des Fus-

ses werde. In psychischer Hinsicht bestünden Konzentrationsstörungen, 

ein Überlastungssyndrom und Schlafstörungen (IVSTA-act. 88). 

8.2.11 Im Folgezeugnis vom 2. Januar 2019 berichtete Dr. Q._______ zu 

Handen der P._______ über den aktuellen psychopathologischen Befund 

und diagnostizierte eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 

mittelgradige Episode, ICD-10 F33.1 (durch BDI verifiziert). Er verwies ins-

besondere auf die eingeschränkten Bereiche Konzentration, Gedächtnis, 

reduzierte Belastbarkeit, Antriebsstörungen, innere Unruhe, Anspannung 

und Ängste, welche eine objektive Einschränkung der gegenwärtigen Tä-

tigkeit bedingen würden. Hinzu kämen diverse somatische Probleme, die 

von den entsprechenden somatischen Kollegen behandelt würden. Er be-

richtete weiter über die durchgeführte integrierte psychiatrisch – psycho-

therapeutische ambulante Behandlung mit informativen, psychotherapeu-

tischen (bestehend aus tiefenpsychologischen und verhaltenstherapeuti-

schen Elementen) und sozialpsychiatrischen Anteilen, 3–4 x pro Monat, 

sowie die aktuell weitergeführte medikamentöse Therapie und erwähnte 

die im Juli 2018 (Nase) und September 2018 (linker Fuss) durchgeführten 

Operationen mit jeweils stationären Spitalaufenthalten. Zum Verlauf führt 

er aus, die Patientin sei bedingt durch die depressive Episode in ihrer Kon-

zentrationsfähigkeit, ihrer Merkfähigkeit und ihrer Aufmerksamkeit beein-

trächtigt. Zusätzlich bestünden aufgrund der depressiven Symptomatik An-

triebsstörungen, Ängste, Unsicherheiten, Nervosität und ein trauriger, de-

pressiver Affekt. Neben diesen psychischen Einschränkungen lägen auch 

bedingt durch die depressive Symptomatik deutliche körperliche Ein-

schränkungen vor – abgesehen von den Einschränkungen, welche durch 

die diversen somatischen Kollegen regelmässig behandelt würden. Im Zu-

sammenspiel der Erkrankungen und Beeinträchtigungen sei ihr eine Aus-

übung der aktuellen Tätigkeit zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich, 

weshalb sie weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig sei. Mit einer Steigerung der 

Arbeitsfähigkeit sei eventuell zu rechnen, dies sei auch weiterhin ihr 

Wunsch. Sie wolle wieder in eine berufliche Tätigkeit zurückkehren. Eine 

Prognose sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber noch nicht möglich. Zur 

beruflichen Situation führt er schliesslich aus, das bisherige berufliche Um-

feld sei für die Patientin sehr schwierig. Aus fachärztlicher Sicht erscheine 

eine Neuorientierung sinnvoll. Demgegenüber erschienen soziale Umstän-

C-1285/2022 

Seite 21 

de, Arbeitsweg oder Sucht keine wesentliche Rolle bei der Wiederauf-

nahme einer beruflichen Tätigkeit zu spielen. Eine angepasste Tätigkeit er-

scheine möglich, um ein geeignetes Belastungsprofil dafür erstellen zu 

können, erscheine ein Job Coaching sehr sinnvoll. Er empfahl die Fortfüh-

rung der verschiedenen Behandlungen. Damit sei mit einer Verbesserung 

der Arbeitsfähigkeit zu rechnen. Die Patientin mache langsam Fortschritte 

in ihrem Heilungs- und Genesungsverlauf. Es sei weiterhin sehr wichtig, 

äusserst behutsam mit bereits erreichten Therapieerfolgen umzugehen 

und diese nicht durch eine erneute Überforderung zu gefährden. Eine wei-

tere Stabilisierung nach den somatischen Belastungen und Festigung der 

Therapieerfolge seien angedacht. Es sei sehr wahrscheinlich, dass da-

durch die Arbeitsfähigkeit erhöht werden könne (IVSTA-act. 101). 

8.2.12 Dr. med. Dr. phil. nat. R._______, Facharzt für Rheumatologie, di-

agnostizierte anlässlich der Konsultation vom 25. Januar 2019 unter ande-

rem ein unspezifisches muskuloskelettales Syndrom bei folgender Klinik: 

myofasciale Symptome in den oberen Extremitäten, Epicondylitis humeri 

radialis links, unspezifische Arthralgien in den Fingergelenken a e. bei be-

ginnender Fingerpolyarthrose. Belastungsbedingte Gonalgien, Ansatz-

tendinosen retrotrochantar beidseitig, bei keinen Arthritiden, bei normwer-

tigen BSR, CRP (25.01.2019), bei ANA 1: 160, ENA, Rheumafaktor, Anti-

CCP-Ak negativ, und HLA B27: negativ sowie aktuell ohne Anhaltspunkte 

für das Vorliegen eines entzündlichen rheumatischen Prozesses. Er führte 

zur Anamnese unter anderem auf, aktuell bestünden seit zirka eineinhalb 

Jahren intermittierende Kribbelparästhesien und stechende Schmerzen in 

den Händen, Spannungsgefühl in den Fingern, subjektive Symptomzu-

nahme in den letzten zwei bis drei Monaten, Morgensteife zirka drei Stun-

den. Teilweises Ansprechen auf Lodine, Stopp im September 2018. Keine 

floriden Synovitiden. Kompensiertes lumbospondylogenes Syndrom. In der 

Beurteilung führte er aus, die aktuell führende polytope Symptomatik im-

poniere als unspezifisches mehrheitlich degenerativbelastungsassoziier-

tes muskulo-skelettales Syndrom mit multiplen periartikulären, enthesiopa-

thischen und muskulären Irritationen und aktivierten Ansatztendinosen. Die 

Symptomatik in den Fingern sei am ehesten degenerativ bedingt im Rah-

men von intermittierend symptomatischen Fingerpolyarthrosen mit beglei-

tenden Tenosynovitiden. Die neurogene Komponente im Rahmen eines 

Karpaltunnelsyndroms seien ebenfalls denkbar. Weder anamnestisch noch 

klinisch habe er symmetrische Arthritiden beziehungsweise Daktylitiden 

feststellen können. Laborchemisch habe sich keine erhöhte entzündliche 

Aktivität gezeigt. Aufgrund Anamnese, Klinik und Laborbefunde bestünden 

keine Hinweise für das Vorliegen einer klassifizierbaren entzündlichen 

C-1285/2022 

Seite 22 

rheumatischen Erkrankung. Er verordnete die Wiederaufnahme von 

Lodine 1 x täglich bei anamnestisch gutem Effekt sowie Hand-Ergothera-

pie, gegebenenfalls sei eine erneute neurologische Vorstellung zu erwägen 

(IVSTA-act. 235 S. 9-11). 

8.2.13 Im Verlaufsbericht zu Handen der IV C._______ vom 12. Februar 

2019 bestätigte Dr. Q._______ den Verlauf der Arbeitsfähigkeit der Patien-

tin von 100 % Arbeitsunfähigkeit seit 31. Juli 2018 bis 28. Februar 2019. In 

seinem ergänzenden Bericht zur Beantwortung der Zusatzfragen wieder-

holte er im Wesentlichen seine Ausführungen gegenüber der P._______ 

vom 2. Januar 2019 (hiervor E. 8.2.11). Er verwies auf die erfolgten Spital-

aufenthalte (Nase, linker Fuss) und die weiteren behandelnden Ärzte mit 

noch offenen Behandlungen (in somatischer Hinsicht), wie auch auf die 

weiter bestehenden durch die depressive Episode verursachten Ein-

schränkungen. Unter diesen Umständen sei der Patientin im gegenwärti-

gen Zeitpunkt die Ausübung einer aktuellen Tätigkeit nicht möglich. Eine 

genaue Prognose, wie lange die Arbeitsunfähigkeit mit welchem Grad be-

stehen werde, sei leider noch nicht abschätzbar (IVSTA-act. 253 S. 125 ff.). 

8.2.14 Gemäss dem Verlaufsbericht vom 13. Juni 2019 von Dr. Q._______ 

wurde die psychotherapeutische und medikamentöse Therapie (Valdoxan 

und Relaxane) weitergeführt, das Medikament Lyrica habe abgesetzt wer-

den können. Die Patientin sei weiterhin zu 100 % arbeitsunfähig, mit einer 

Steigerung der Arbeitsfähigkeit sei eventuell zu rechnen. Sie wolle wieder 

in eine berufliche Tätigkeit zurückkehren. Eine Prognose sei zur Zeit aber 

nicht möglich (IVSTA-act. 235 S. 5). 

8.2.15 Am 14. Juni 2019 bestätigte S._______, Dipl. Ergotherapeutin, die 

laufende Therapie seit 25. Februar 2019 wegen beginnender Polyarthrose 

beidseits. Die Schmerzen in den Händen beidseits, das Kribbeln nachts, 

die Morgensteifigkeit und die Schwellung bei Belastung der Hände seien 

bereits deutlich besser. Jedoch bestünden weiterhin Schmerzen bei Belas-

tung der Hand vor allem in Dig rechts vor allem im MCP (IVSTA-act. 235 

S. 12). 

8.2.16 Am 1. Juli 2019 erfolgte die Operation des rechten Fusses. Die Be-

schwerdeführerin war in der Folge bis 5. September 2019 zu 100 % ar-

beitsunfähig (IVSTA-act. 143, 145 f., 150, 153, 159, 163, 166, 235 S. 8). 

8.2.17 Im Verlaufsbericht vom 4. September 2019 verwies die Hausärztin 

auf die Fussoperation vom 1. Juli 2019 und die damit verbundenen Mass-

C-1285/2022 

Seite 23 

nahmen bei einer guten Prognose und den behandelnden Dr. L._______ 

IVSTA-act. 156 S. 1-2; vgl. E. 8.2.16). 

8.2.18 Im Verlaufsbericht des behandelnden Psychiaters vom 12. Novem-

ber 2019 wird eine dezente Verbesserung beschrieben bei weiterhin be-

stehender Arbeitsunfähigkeit von 100 %, bei einer vorsichtig optimistischen 

Prognose (IVSTA-act. 167). 

8.2.19 Im Arztzeugnis vom 28. Januar 2020 wird die Patientin durch den 

behandelnden Psychiater zu 20 % arbeitsfähig geschrieben. Die bisherige 

von der B._______ angebotene berufliche Tätigkeit sei aus gesundheitli-

chen, medizinischen Gründen jedoch nicht zumutbar. Für eine stressredu-

zierte angepasste Tätigkeit sei die Patientin «arbeitsvermittelbar» (IVSTA-

act. 169). In der Folge bescheinigte Dr. Q._______ eine (nicht weiter be-

stimmte) Arbeitsunfähigkeit von 80 % ab 1. März 2020 (IVSTA-act. 176).  

8.2.20 Am 9. Juli 2020 erfolgte eine weitere (ambulant durchgeführte)  

Fussoperation. Die Beschwerdeführerin war deswegen vom 9. Juli 2020 

bis 24. Juli 2020 zu 100 % arbeitsunfähig (IVSTA-act. 193 S. 2, 198).  

8.3  

8.3.1 In seiner Beurteilung vom 18. Januar 2018 (recte: 10. Dezember 

2018) führte Dr. T._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, 

zertifizierter Gutachter SIM, vom RAD (...), gestützt auf die Berichte des 

behandelnden Psychiaters aus, es bestehe aus psychiatrischer Sicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit kein Gesundheitsschaden mit anhalten-

der Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Er forderte die IV-Stelle auf, beim 

behandelnden Psychiater weitere Akten mit Zusatzfragen einzuholen  

(IVSTA-act. 183/7 und 183 S. 12 f.). 

8.3.2 In der versicherungsmedizinischen konsularärztlichen Beurteilung 

auf dem Fachgebiet Orthopädie vom 16. Januar 2019 führte  

Dr. U._______, Fachärztin für Orthopädie und Traumatologie des Bewe-

gungsapparats vom RAD (...) für den Zeitraum seit Anfang 2018 aus, die 

Bankangestellte habe nach Arbeitsprofil vom Arbeitgeber eine vorwiegend 

sitzende Tätigkeit, Einschränkungen in ihrer Tätigkeit auf somatischem Ge-

biet seien bisher nicht beschrieben worden. Der stattgehabte und auch 

noch die zukünftig stattfindenden operativen Eingriffe wegen Arthrosen der 

Beine (Grosszehengrundgelenk, ggf. später Knie) bewirkten jeweils nur 

eine zeitlich recht begrenzte Arbeitsunfähigkeit von maximal 6 Wochen 

postoperativ. Die Schulterbeschwerden wiesen kein strukturelles Korrelat 

C-1285/2022 

Seite 24 

auf, die Abnutzung hinter der Kniescheibe sei nur gering, zu den Lenden-

wirbelsäulendegenerationen würden keine Funktionseinschränkungen be-

schrieben, die die bisherige Tätigkeit verhindern würden. Somit sei auf so-

matischem Gebiet (Orthopädie) kein Gesundheitsschaden mit langanhal-

tender Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit aus-

gewiesen. Eine länger dauernde Arbeitsunfähigkeit sei wegen dieser Diag-

nosen bisher nicht erfolgt. Gemäss Arbeitgeberfragebogen sehe die Arbeit-

geberin die Versicherte weiter bei sich mit Aufgaben beschäftigt, die sie 

bewältigen könne. Die Arbeitsfähigkeit (gemeint wohl: Arbeitsunfähigkeit) 

in angestammter Tätigkeit aus somatischer Sicht sei bei komplikationslo-

sen Verläufen voraussichtlich nur wenige Wochen (max. peri-/postopera-

tiv). Hinsichtlich des Eingriffs vom September 2018 (Fussoperation) seien 

die Akten noch zu ergänzen (IVSTA-act. 183 S. 17 f.). 

8.3.3 In seiner Stellungnahme vom 5. April 2019 führte Dr. T._______ vom 

RAD (...) aus, die zusätzlich eingetroffenen Berichte enthielten keine rele-

vanten neuen Fakten. Es werde weiterhin eine 100 %-ige Arbeitsunfähig-

keit attestiert trotz nur minimaler antidepressiver psychopharmakologi-

scher Behandlung. Aufgrund des beschriebenen psychopathologischen 

Befundes sei lediglich von einer leichten depressiven Symptomatik auszu-

gehen. Es würden psychosoziale Faktoren beschrieben. Diagnostisch sei 

von einer längeren depressiven Reaktion im Rahmen einer Anpassungs-

störung auszugehen. Die Arbeitsunfähigkeit werde auch mit somatischen 

Anteilen erklärt, ohne dass dies mit Befunden dokumentiert werde. Vom 

Orthopäden werde bei durchgeführter Arthrodese nur eine vorübergehend 

und nachvollziehbare Arbeitsunfähigkeit attestiert. Die vom behandelnden 

Psychiater attestierte Arbeitsunfähigkeit sei aus versicherungsmedizini-

scher Sicht nicht nachvollziehbar. Ein Gesundheitsschaden mit andauern-

der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit sei mit überwiegender Wahrschein-

lichkeit nicht ausgewiesen (IVSTA-act. 183 S. 22). 

8.3.4 In seiner Beurteilung vom 20. September 2019 hielt Dr. T._______ an 

seiner Auffassung fest. Der Bericht von Dr. Q._______ vom 13. Juni 2019 

enthalte keine neuen Befunde. Dr. T._______ stellte zudem fest, dass die 

Versicherte am 11. Juni 2019 gegenüber der IV-Stelle mitgeteilt habe, dass 

sie «keine Depressionen mehr» habe (vgl. IVSTA-act. 183 S. 24 f.). Hin-

sichtlich der am 1. Juli 2019 durchgeführten Fussoperation rechts sei von 

einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit von zirka 3 Monaten mit an-

schliessender voller Arbeitsfähigkeit auszugehen. Die rheumatologischen 

Diagnosen und die HNO-Operation würden keine anhaltende Arbeitsunfä-

higkeit begründen (IVSTA-act. 183 S. 27). Am 3. Dezember 2019 führte er 

C-1285/2022 

Seite 25 

aus, die neue Beurteilung des behandelnden Psychiaters vom 12. Novem-

ber 2019 mit weiterhin attestierter Arbeitsunfähigkeit von 100 % sei nicht 

nachvollziehbar. An der bisherigen Beurteilung sei festzuhalten. Es be-

stehe kein Gesundheitsschaden mit andauernder Einschränkung der Ar-

beitsfähigkeit als Bank-/Büroangestellte (IVSTA-act. 183 S. 28). 

8.3.5 Am 21. April 2020 ging der fallführende Dr. T._______ gestützt auf 

die Beurteilung des behandelnden Psychiaters vom 12. November 2019 

und seine bisherigen Beurteilungen nunmehr von einer zwischenzeitlich 

wahrscheinlich chronifizierten Anpassungsstörung aus. Er empfahl des-

halb zur Klärung des Sachverhalts die Einholung einer bidisziplinären neu-

ropsychologischen und psychiatrischen Begutachtung mit Beschwerdevali-

dierung und Konsensbeurteilung bei lic. phil. V._______, Neuropsycholo-

gin, und Dr. W._______, Psychiater (IVSTA-act. 174).  

8.4 Aus den auf Veranlassung des RAD der IV C._______ eingeholten Gut-

achten ergibt sich im Wesentlichen Folgendes: 

8.4.1 Das neuropsychologische Teilgutachten vom 6. Juli 2020 beruht auf 

der Untersuchung vom 25. Juni 2020 und wurde von lic. phil. V._______, 

Fachpsychologin für Neuropsychologie FSP, zertifizierte Gutachterin für 

Neuropsychologie SIM, verfasst und von lic. phil. X._______, Fachpsycho-

login für Neuropsychologie FSP, zertifizierte Gutachterin für Neuropsycho-

logie SIM (Praxispartnerin) mitunterzeichnet (IVSTA-act. 190).  

 

In ihrer Beurteilung stellte die Gutachterin eine Diskrepanz zwischen der 

Eigenwahrnehmung und der tatsächlichen Leistung der Explorandin fest. 

Mit Ausnahme einer leicht verminderten Ideenproduktion habe sich eine 

alters- und ausbildungsadäquate Leistungsfähigkeit bei anamnestisch zeit-

lich verminderter mentaler Belastbarkeit ergeben. Die Explorandin habe 

sich – trotz zeitweise selbstlimitierenden Verhaltens – insgesamt gut auf 

die neuropsychologische Untersuchung einlassen können, habe interes-

siert und kooperativ gearbeitet. Sie habe Instruktionen gut umsetzen kön-

nen, mit insgesamt durchschnittlichem Tempo gearbeitet und flexibel zwi-

schen den Anforderungen wechseln können. In den geprüften kognitiven 

Domänen ergäben sich durchschnittliche Ergebnisse. Leichte Einschrän-

kungen zeigten sich in den exekutiven Teilbereichen sprachliche und non-

verbale ldeenproduktion. Diese objektivierten leichten Dysfunktionen seien 

am ehesten in Zusammenhang mit der psychopathologischen Symptoma-

tik zu interpretieren. Ein Einfluss des zeitenweise auftretenden selbstlimi-

tierenden Verhaltens sei ebenfalls nicht ausgeschlossen. Die zeitliche 

C-1285/2022 

Seite 26 

mentale Belastbarkeit für eine gut 3 ¼-stündige neuropsychologische Un-

tersuchungssitzung – ohne Pause – sei ausreichend. Die Belastbarkeit da-

rüber hinaus sei nicht geprüft worden. Die kognitiven Leistungen seien von 

einer Vielzahl von Faktoren (Schmerzen, Müdigkeit, Schlafvermögen, psy-

chische Befindlichkeit) abhängig, weshalb trotz grundsätzlich unauffälliger 

kognitiver Leistungsfähigkeit intermittierende Leistungsschwankungen res-

pektive Leistungseinbussen möglich seien. Auch sei möglich, dass die Ex-

plorandin ihre kognitive Leistungsfähigkeit schlechter wahrnehme als sie 

tatsächlich sei. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit würden sich die leichten 

exekutiven Dysfunktionen in Teilbereichen in der bisherigen wie in einer 

bildungsentsprechenden Verweistätigkeit maximal leicht limitierend auswir-

ken. Die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit gelte ab Zeitpunkt des Gutach-

tens.  

8.4.2 Das psychiatrische Gutachten vom 16. November 2020 wurde von 

Dr. W._______, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, Fach-

arzt für Neurologie FMH, zertifizierter Gutachter SIM, Vertrauensarzt SGV, 

verfasst (IVSTA-act. 204/2 ff.; Untersuchungen am 16. Juli 2020 und 1. 

September 2020 [inkl. testpsychologische Untersuchung SCID-5-PD 

{Strukturiertes klinisches Interview für DSM-5® – Persönlichkeitsstörungen} 

durch lic. phil. Y._______, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP;  

IVSTA-act. 204). 

Der Gutachter diagnostizierte als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar-

beitsfähigkeit eine Angst und depressive Störung gemischt (ICD-10: F41.2) 

mit/bei Status nach rezidivierenden Anpassungsstörungen in der Vergan-

genheit aufgrund von multiplen, nicht medizinisch relevanten psychosozia-

len Belastungsfaktoren (ICD-10: F43.2) und als Diagnose ohne Auswirkun-

gen auf die Arbeitsfähigkeit eine chronische Schmerzstörung mit somati-

schen und psychischen Faktoren (ICD-10: F45.41) sowie Probleme ver-

bunden mit Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung im Sinne von his-

trionisch akzentuierten Persönlichkeitszügen (ICD-10: Z73.1).   

 

In der bisherigen Tätigkeit als Kundenberaterin bei der B._______ sei die 

Beschwerdeführerin bei einem hypothetischen Arbeitspensum von 42.5 

Stunden pro Woche zu 6.8 Stunden pro Tag an 5 Tagen in der Woche 

(80 %) arbeitsfähig. In diesem Umfang bestehe keine Einschränkung in der 

Leistungsfähigkeit. Im IV-relevanten Sinn könne seit Erkrankungsbeginn 

2018 bezogen auf das zuletzt ausgeübte Arbeitspensum von 100 % allen-

falls eine 20 %-ige Einschränkung der Arbeitsfähigkeit auf psychiatrischem 

Fachgebiet attestiert werden. Der vom behandelnden Psychiater gestellten 

C-1285/2022 

Seite 27 

Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittel-

gradige depressive Episode, könne nicht gefolgt werden. Die zuletzt aus-

geübte Tätigkeit sei am besten an die Ressourcen der Versicherten ange-

passt. Auch in einer anderen, ihren beruflichen Ressourcen optimal ange-

passten Tätigkeit sei von keinem höheren Pensum auszugehen. Die Frage, 

ob die Arbeitsfähigkeit durch medizinische Massnahmen verbessert wer-

den könne, beantwortete der Gutachter damit, dass durch die chronische 

Belastung der Versicherten kurz- beziehungsweise mittelfristig durch wei-

tere medizinische Massnahmen nicht von einem höheren Arbeitspensum 

als 80 % (von 100 %) auszugehen sei. Aus psychiatrischer Sicht bestün-

den zur Zeit keine therapeutischen Möglichkeiten, um das aktuell ermittelte 

Belastungsprofil der Versicherten zu verbessern. Rein psychiatrisch könne 

eine ressourcenorientierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behand-

lung zum Erlernen von positiven Copingstrategien im Hinblick auf den adä-

quaten Umgang mit chronischen Schmerzen empfohlen werden. Die aktu-

elle Leistungs- sowie Veränderungsmotivation werde als gering eingestuft. 

Wiederholt wird ausgeführt, die Explorandin trage multiple somatische Un-

zulänglichkeiten vor (z.B. IVSTA-act. 204 S. 79). Es lägen diverse nicht 

versicherungsmedizinisch relevante psychosoziale Belastungsfaktoren 

(gemeint wohl: Migrationshintergrund, keine berufliche Ausbildung, längere 

Abwesenheit vom Arbeitsmarkt, erfolgte Kündigung, Alter, familiäre Prob-

leme, finanzielle Schwierigkeiten [vgl. IVSTA-act. 204 S. 101 f. Ziff. 8.5], 

auch: 204 S. 80) vor. Diese seien bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit 

ausgeschlossen worden.  

8.5  

8.5.1 Dr. T._______ vom RAD (…) führte zu Handen der IV C._______ am 

18. November 2020 aus, das Gutachten sei umfassend und nachvollzieh-

bar. Es sei in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und der 

medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen seien 

begründet. Aus Sicht des RAD könne darauf abgestützt werden  

(IVSTA-act. 206).  

8.5.2 Der Psychiater Dr. E._______ des ärztlichen Dienstes der IVSTA 

führte am 18. August 2021 aus, die Vorinstanz könne sich auf das sehr 

ausführliche, hervorragende psychiatrische Gutachten stützen. Es lägen 

keine schwerwiegenden psychiatrisch begründeten funktionellen Ein-

schränkungen vor. Objektiviert werden könne nur eine leichte Depression 

im Rahmen einer Anpassungsstörung bei vielfältigen psychosozialen Prob-

lemen. In der bisherigen Tätigkeit habe nie eine Arbeitsunfähigkeit bestan-

den. Eine Verweisungstätigkeit sei nicht zumutbar. Da die vielfältigen 

C-1285/2022 

Seite 28 

Schmerzen im psychiatrischen Gutachten wohl abgehandelt würden, sei 

es nicht nötig, das Dossier noch von einem somatischen Kollegen beurtei-

len zu lassen. 

8.5.3 Dr. F._______, FMH Allgemeine Medizin, zertifizierter RAD Arzt, zer-

tifizierter medizinischer Gutachter SIM, führte gestützt auf das Aktendos-

sier am 31. August 2021 aus, die Versicherte sei ausführlich abgeklärt wor-

den. Die bisherige Arbeit sei von somatischer Sicht her als leicht einzustu-

fen, wiederholte und regelmässige Belastungen ausserhalb des Arbeits-

wegs seien nicht nötig. Die lumbalen Beschwerden bestünden seit vielen 

Jahren, hätten sich im Verlauf gebessert und die Arbeitsfähigkeit nicht er-

heblich eingeschränkt. Man könne eventuell das Fehlen eines orthopädi-

schen Gutachtens kritisieren. Es lägen allerdings viele Berichte zu den Lei-

den von Seiten des Bewegungsapparats vor. Daraus könne keine langdau-

ernde Krankheit mit signifikanter und vor allem andauernder Einschrän-

kung der Arbeitsfähigkeit abgeleitet werden. Der Eingriff bezüglich einer 

chronischen Sinusitis mit Nasenpolypen sei kein Grund für eine signifikante 

und langjährige Krankheit (IVSTA-act. 276).  

8.5.4 Dr. G._______, FMH für physikalische Medizin und Rehabilitation, 

vom ärztlichen Dienst der IVSTA ergänzte am 24. September und am 

1. Oktober 2021 zu Handen der IVSTA, aufgrund der Fussoperationen 

könne jeweils eine befristete Arbeitsunfähigkeit anerkannt werden. Darüber 

hinaus bestätigte sie die Beurteilung von Dr. F._______, wonach sich aus 

den Operationen keine dauerhafte Einschränkung in der angestammten 

Tätigkeit ergebe. Eine Vervollständigung der Beurteilung durch ein ortho-

pädisches Gutachten sei nicht nötig, da die osteoartikulären Beeinträchti-

gungen keine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit begründeten. In psychischer 

Hinsicht sei das Gutachten schon beurteilt worden (IVSTA-act. 279 f.). 

9.  

Zu prüfen ist im Folgenden, ob die Vorinstanz den Gesundheitszustand der 

Beschwerdeführerin im Hinblick auf den massgeblichen Zeitraum ab Ja-

nuar 2018 zutreffend festgestellt und gestützt darauf die ihr zumutbare Ar-

beitsfähigkeit korrekt eingeschätzt hat. 

9.1 In somatischer Hinsicht geht aus den Akten hervor, dass im Rahmen 

der Abklärung durch die IV-Stelle C._______ die Orthopädin des RAD ein-

zig am 16. Januar 2019 in orthopädischer Hinsicht Stellung nahm (als fach-

ärztliches Konsilium bezeichnet; IVSTA-act. 183/17), dies vor der zweiten 

Fussoperation vom 1. Juli 2019 und vor der Konsultation des Rheumatolo-

C-1285/2022 

Seite 29 

gen Dr. R._______ vom 25. Januar 2019 (oben E. 8.2.12). Zu den geltend 

gemachten Beeinträchtigungen ausgehend vom Rücken (nach Interven-

tion mittels PDA im Dezember 2014; oben E. 8.1.3) finden sich im weiteren 

Verlauf des Verfahrens kaum aussagekräftigen Akten, nachdem die Haus-

ärztin am 19. April 2018 eine allfällige Rückenoperation in Betracht zog  

(IVSTA-act. 216/10 ff., oben E. 8.2.5). Ein somatisches oder orthopädi-

sches Gutachten wurde – obwohl auch vom psychiatrischen Gutachter an-

geregt – nicht eingeholt, ebensowenig ein weiteres RAD-internes orthopä-

disches Konzil, wie vom fallführenden Psychiater des RAD (...) vorgeschla-

gen wurde (vgl. IV-act. 196/3, 201). Zur Arbeits(un)fähigkeit in somatischer 

Hinsicht finden sich ausser den Arztzeugnissen des Fussorthopäden 

Dr. L._______ und der Hausärztin Anfang Jahr 2018 keine Angaben, ab-

gesehen vom Arbeitsunfähigkeitszeugnis der Notfallärzte der Z._______ 

nach dem Unfall vom 8. Mai 2018 und den Ausführungen des behandeln-

den Psychiaters, der wiederholt auf die laufenden Behandlungen seiner 

Kollegen in somatischen Disziplinen hinwies, weshalb die Versicherte im 

Rahmen der verschiedenen Einschränkungen in somatischer und psychi-

scher Hinsicht zu 100 % arbeitsunfähig sei. Zu geklagten Beeinträchtigun-

gen wie Kopfschmerzen sowie Problemen mit den Augen (IVSTA-act. 

183/5 sowie in den Administrativgutachten: 190/2, Kopfschmerz bei Com-

puterarbeit: 190/5 und 204/50, 56 f.) oder wegen der Hände (oben E. 8.2.12 

und 8.2.15) finden sich keine Ausführungen oder Auseinandersetzungen 

im Hinblick auf eine mögliche Wiederaufnahme einer Tätigkeit im Büro 

([Bildschirmarbeit/Tastaturschreiben).  

9.2 Demnach fehlt in somatischer Hinsicht eine Abklärung des Gesund-

heitszustands der Beschwerdeführerin ab Anmeldedatum am 3. Juli 2018 

und im Verlauf. Der RAD hat aufgrund der zur Verfügung stehenden soma-

tischen Berichte die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in orthopädischer 

Hinsicht – ohne neurologische, allenfalls rheumatologische oder andere 

Disziplinen – geschätzt, ohne die verschiedenen Einschränkungen in  

einem Zusammenhang und im Verlauf zu betrachten; eine eigene Untersu-

chung der Versicherten durch den RAD wurde ebensowenig in Betracht 

gezogen. Auch wurden somatisch bedingte Einschränkungen wegen 

Schmerzen aufgrund der Fusssituation ausgeblendet, soweit sie nicht den 

unbestrittenen Zeitraum nach den beiden Operationen im September 2018 

und Juli 2019 betrafen (oben E. 8.2.2, 8.2.9, 8.2.16). Wie Dr. F._______ 

am 30. August 2021 – letztlich bestätigt durch Dr. G._______ am 29. Sep-

tember/1. Oktober 2021 – unter diesen Umständen schliessen konnte, eine 

andauernde Einschränkung der Arbeitsfähigkeit könne nicht abgeleitet 

werden, lässt sich nicht nachvollziehen. Soweit schliesslich der Psychiater 

C-1285/2022 

Seite 30 

Dr. W._______ die Schmerzsituation als administrativer psychiatrischer 

Gutachter in somatischer Hinsicht zu beurteilen scheint, erweist sich dies 

– da fachfremd – nicht als zulässig und daher für die Beurteilung in soma-

tischer Hinsicht nicht als verwertbar. Daraus können gestützt auf die Akten-

lage in somatischer Hinsicht keine Schlüsse hinsichtlich der Einschränkun-

gen der Beschwerdeführerin in ihrer Arbeitsfähigkeit gezogen werden. Da-

hingehend erweist sich die Sachverhaltsabklärung demnach als unvoll-

ständig.  

9.3 Zum psychiatrischen Administrativgutachten rügt die Beschwerdefüh-

rerin einerseits, es fehle eine retrospektive Beurteilung, andererseits, es 

sei auch nicht schlüssig. Ihre Angaben würden in der Beurteilung ausge-

blendet und die festgehaltene Diskrepanz der angegebenen Beschwerden 

mit dem Tagesprofil beziehungsweise mit dem alltäglichen Aktivitätsniveau 

erschliesse sich nicht. Zudem habe der Gutachter ihre somatischen Be-

schwerden, welche ebenfalls zu einer massiven Reduktion sowie – zeit-

weise – zu einer vollumfänglichen (zusätzlichen) Einschränkung der Leis-

tungsfähigkeit geführt hätten, komplett ausgeklammert. 

9.3.1 Vorab ist hierzu festzuhalten, dass es im Rahmen der psychiatrischen 

Begutachtung nicht Aufgabe des Psychiaters war, sich zu den (rein soma-

tisch) bedingten Einschränkungen der Leistungsfähigkeit zu äussern. So-

weit der Gutachter dennoch Aussagen dazu zu machen scheint, erweisen 

sich diese – wie bereits angeführt – nicht als verwertbar, da einerseits fach-

fremd und er andererseits – da das somatische Korrelat zu den Schmerzen 

unklar respektive unvollständig war – dazu auch nicht über eine verwert-

bare Grundlage verfügte. Soweit der Psychiater sich ferner ansatzweise in 

neurologischer Hinsicht zu Kopf- und Rückenschmerzen oder Migränezei-

chen äussert (IVSTA-act. 204 S. 57) – ohne dies weiter zu deklarieren –, 

können daraus keine beweiskräftigen Schlussfolgerungen gezogen wer-

den, da die Ausführungen zu unbestimmt sind. Demnach erweist sich seine 

(wiederholte) Beurteilung, die Angaben der Beschwerdeführerin zu 

Schmerzen am Bewegungsapparat und Kopfschmerzen, begleitet von 

Photophobie, seien «multiple somatische Unzulänglichkeiten» (z.B.  

IVSTA-act. 204 S. 79 f.), vor diesem Hintergrund weder als zulässig noch 

als verwertbar, zumal aufgrund der in somatischer Hinsicht unvollständigen 

Sachverhaltsabklärung eine beweistaugliche (psychiatrische) Beurteilung 

unter Ausblendung des somatisch begründeten Anteils der Schmerzen 

nicht möglich war. 

C-1285/2022 

Seite 31 

9.3.2 Weiter wird im Gutachten erwähnt (IVSTA-act. 204 S. 46, 51, 56), 

dass die Beschwerdeführerin beim ersten Begutachtungstermin am 16. Juli 

2020 nach der Fussoperation vom 9. Juli 2020 aus somatischen Gründen 

zu 100 % arbeitsunfähig war (oben E. 8.2.20; IVSTA-act. 193 S. 2, 198) 

und gemäss den Akten mit Fussbandagen und Krücken zur Begutachtung 

erschien (IVSTA-act. 196 S. 3). Es kann hier offen bleiben, ob die psychi-

atrische Begutachtung bei einer unbestritten vorliegenden vollen Arbeits-

unfähigkeit der Explorandin (aus somatischen Gründen) verwertbar sein 

konnte. Wegen der offensichtlichen Behinderung der Beschwerdeführerin 

beim ersten Begutachtungstermin und der Intervention des Gutachters 

deswegen bei der IV C._______ (IVSTA-act. 196 S. 3) erweisen sich indes 

Angaben im Gutachten wie das Gangbild sei unauffällig gewesen (IVSTA-

act. 204 S. 65), als widersprüchlich respektive als aktenwidrig. 

9.3.3 Der Beschwerdeführerin kann ferner zugestimmt werden, dass sich 

aus dem Gutachten kaum Ausführungen zum Verlauf der Einschränkungen 

in psychischer Hinsicht seit Krankschreibung im Januar 2018 entnehmen 

lassen. Der Gutachter hat sich insofern mit den verschiedenen ausführli-

chen Beurteilungen des behandelnden Psychiaters zum Verlauf und des-

sen psychiatrischer Behandlung (Psychotherapie begleitet mit wechseln-

der medikamentöser Behandlung) auseinandergesetzt, als er einerseits 

ausführt, dass gestützt auf seine gutachterliche (aktuelle) Befundung an-

dere Diagnosen zu stellen seien. Andererseits äussert er sich zum «State 

of the Art» gemäss Leitlinien zur Behandlung von unipolaren Depressio-

nen. Die Behandlung des behandelnden Psychiaters sei nicht entspre-

chend diesen Regeln erfolgt – insbesondere nicht in medikamentöser Hin-

sicht. Weshalb könne er nicht beurteilen (IVSTA-act. 204/93-96 oben). Ob 

sich die gesundheitlichen Einschränkungen der Beschwerdeführerin in 

psychischer Hinsicht seit Krankschreibung im Januar 2018 verändert ha-

ben, lässt sich dem Gutachten indes nicht nachvollziehbar entnehmen. 

9.3.4 Ebenfalls kaum Gegenstand gutachterlicher Beurteilung sind die be-

ruflichen Gegebenheiten, die – ausser den somatischen Gründen (oben 

E. 8.2 ff.) – zur Krankschreibung im Januar 2018 und zur Einleitung einer 

psychiatrischen Behandlung geführt hatten (vgl. IVSTA-act. 190 S. 3 und 

204 S. 62). Im Januar 2019 legte der behandelnde Psychiater dar, das be-

rufliche Umfeld sei schwierig, und im Januar 2020, eine Tätigkeit bei der 

Firma, bei welcher sie zuletzt gearbeitet habe, sei nicht zumutbar (oben 

E. 8.2.11, 8.2.19). Auch die Explorandin hatte sich anlässlich der Begut-

achtungen zu den Umständen ihrer letzten Arbeit geäussert (IVSTA-act. 

190/3, 204/62). Aufgrund der dahingehend fehlenden gutachterlichen Aus-

C-1285/2022 

Seite 32 

einandersetzung erweisen sich die Schlussfolgerungen des Gutachters, 

die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei am besten an die Ressourcen der Ver-

sicherten angepasst, weder als schlüssig noch als nachvollziehbar. 

9.3.5 Unter diesen Umständen braucht auf die Vorbringen der Beschwer-

deführerin, der Gutachter habe ihre Angaben in der Beurteilung und die 

durchaus festgestellten Einschränkungen als irrelevant ausgeblendet und 

die festgehaltene Diskrepanz der angegebenen Beschwerden mit dem Ta-

gesprofil beziehungsweise mit dem alltäglichen Aktivitätsniveau erschlies-

se sich nicht, nicht weiter eingegangen zu werden.  

9.3.6 Somit erweist sich schon die Diagnosestellung im psychiatrischen 

Gutachten als unvollständig und allenfalls auch als fehlerhaft. Nicht weiter 

zu prüfen sind deshalb die weiteren Ausführungen im Gutachten zur Beur-

teilung der Arbeitsfähigkeit anhand systematisierter Indikatoren (oben 

E. 6.4.5). Bei der Sachverhaltsermittlung mangelt es demnach an einer 

nachvollziehbaren Einordnung des psychischen Anteils der gesundheitli-

chen Einschränkung. Somit erweist sich das Gutachten in verschiedener 

Hinsicht weder als nachvollziehbar noch als schlüssig, wie die Beschwer-

deführerin zu Recht geltend macht. 

9.4 Zu ergänzen bleibt, dass sich zum neuropsychologischen Teilgutach-

ten keine Ausführungen oder Folgerungen der mit der Sache betrauten  

IV-Stellen respektive deren regionalen medizinischen Dienste finden. Al-

lenfalls wurde es als Teil des psychiatrischen Gutachtens respektive als 

Grundlage dafür betrachtet (vgl. IVSTA-act. 204/44-45, 204/81-82, 204/94, 

204/96). Eine eigene Beurteilung des (Teil)-Gutachtens hätte im Rahmen 

einer vollständigen Sachverhaltsermittlung durch die IV-Stellen jedoch 

ebenfalls erfolgen müssen. 

9.5 In Folge der fehlenden Abklärung in somatischer Hinsicht und der (zu 

wesentlichen Teilen daraus folgenden) nicht verwertbaren Beurteilung in 

psychischer Hinsicht fehlt eine Beurteilung der gesundheitlichen Gesamt-

situation sowohl im Verfügungszeitpunkt (11. Februar 2022) wie auch im 

Verlauf seit Januar 2018. Das Zusammenspiel der psychischen und soma-

tischen Einschränkungen im Hinblick auf eine allfällige zumutbare Arbeits-

fähigkeit wurde demnach nicht gemäss den rechtlichen Voraussetzungen 

beurteilt.  

 

 

C-1285/2022 

Seite 33 

9.6  

9.6.1 Wie die Beschwerdeführerin weiter zu Recht vorbringt, wurde auch 

der berufliche Sachverhalt durch die IV C._______ und die Vorinstanz nur 

hinsichtlich ihrer letzten Tätigkeit abgeklärt. Angaben zur langjährigen be-

ruflichen Karriere der Beschwerdeführerin in der Schweiz, vor ihrer Tätig-

keit im (…) seit 1996 respektive 2012, wie unter anderem in der Gastrono-

mie, sowie der damit verbundenen Aus- und Weiterbildung (ausser dem 

aktenkundigen Curriculum vitae und ihren eigenen Angaben im psychiatri-

schen Gutachten; IVSTA-act. 82/11-13; 204/47-48), fehlen in den Akten 

ebenso wie ein IK-Auszug. Die Vorinstanz beschränkte sich darauf, bei der 

Beschwerdeführerin den allgemeinen «Fragebogen für Versicherte» mit 

Angaben zur beruflichen Karriere einzuholen (vgl. IVSTA-act. 270/2).  

9.6.2 Ferner wurde während des in (…) hängigen Verfahrens eine allfällige 

Wiedereingliederung nicht in Betracht gezogen, obwohl die Beschwerde-

führerin bereits bei ihrer Anmeldung am 3. Juli 2018 das 55. Altersjahr über-

schritten hatte (siehe hierzu hiernach E. 11.2.2) und gegenüber der IV 

C._______ mehrfach angab, sie wolle wieder arbeiten und brauche even-

tuell Unterstützung für die Eingliederung (Gespräch vom 22. April 2018, 

Telefone vom 11. Juni 2019 und 28. Mai 2020 [IVSTA-act. 183/5 und 

183/25 oben, 265/29]). Auch der behandelnde Psychiater führte am 2. Ja-

nuar 2019 zu Handen der P._______ aus, eine angepasste Tätigkeit er-

scheine möglich. Um ein geeignetes Belastungsprofil dafür erstellen zu 

können, erscheine ein Job-Coaching sehr sinnvoll (IVSTA-act. 229/10; Ein-

gang des Berichts bei der IV C._______ am 28. Januar 2019). Ab Januar 

2020 war die Beschwerdeführerin nur noch teilweise krankgeschrieben, 

wobei der behandelnde Psychiater dazu ausführte, die bisherige Tätigkeit 

sei aus medizinischen Gründen nicht zumutbar (oben E. 8.2.19). Die Be-

schwerdeführerin war in dieser Zeit bei der Arbeitslosenversicherung zu-

dem zur Arbeitsvermittlung angemeldet und suchte Arbeit, da ihre letzte 

Stelle mittlerweile per 30. April 2020 gekündet worden war (Sachverhalt 

A.e sowie IVSTA-act. 190/3).  

9.6.3 Die Vorinstanz hat es schliesslich unterlassen, die Frage nach der 

Verwertbarkeit der (verbleibenden) Arbeitsfähigkeit zu prüfen (unten 

E. 11.2 ff.). Die gestützt auf das psychiatrische Gutachten fussende Be-

hauptung der Vorinstanz, die bisherige Tätigkeit sei angepasst und sie 

könne an der bisherigen Arbeitsstelle oder einer anderen ähnlichen leich-

ten Tätigkeit wieder einsteigen, erweist sich damit nicht als nachvollzieh-

bar.  

C-1285/2022 

Seite 34 

9.7 Unter diesen Umständen wurde der Sachverhalt nicht rechtskonform 

abgeklärt (oben E. 9.5) und müsste die Sache zur Klärung des Gesund-

heitszustandes der Beschwerdeführerin im Sinne von Art. 61 Abs. 1 VwVG 

an die Vorinstanz zurückgewiesen werden, damit diese eine umfassende 

polydisziplinäre Begutachtung in der Schweiz einholt, in welchem auch der 

gesundheitliche Verlauf seit Anfang 2018 retrospektiv nachvollziehbar be-

urteilt wird (vgl. unter vielen: Urteil des BVGer C-5873/2023 vom 25. Okto-

ber 2024 E. 8). Dazu kämen Abklärungen in beruflicher Hinsicht. Wie nach-

folgend indes dargelegt wird, sind hier keine weiteren Abklärungsmassnah-

men angezeigt (siehe hiernach E. 11). 

9.8  

9.8.1 Auf die unvollständige, unübersichtliche und damit unzureichende 

Aktenführung der beteiligten IV-Stellen (vorhandene Akten sind chronolo-

gisch ungeordnet und mehrfach abgelegt, ohne nachvollziehbare Bezeich-

nung im Aktenverzeichnis, fehlende [aktualisierte] medizinische Akten  

[augenärztliche Akten fehlen vollständig], fehlende Akten zur Berufstätig-

keit in der Schweiz vor 2015 und zu allfälligen Aus- resp. Weiterbildungen, 

fehlender IK-Auszug, fehlende Dokumentation der Unfallversicherung und 

der Pensionskasse [siehe dazu hiernach E. 9.8.2], Laufbahnprotokoll der 

IV C._______ endet am 15.06.2020, vor Eingang der eingeholten Gutach-

ten und Stellungnahmen des RAD (...) dazu [IVSTA-act. 269 S. 29, 195 ff., 

201, 206]; der Zustand der Aktenlage wird auch vom ärztlichen Dienst der 

IVSTA bemängelt: vgl. IVSTA-act. 279 in fine) im Hinblick darauf, dass eine 

korrekte Aktenführung ein Teilaspekt des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

darstellt (vgl. Art. 29 Abs. 2 BV und Art. 29 VwVG; vgl. unter vielen: Urteil 

des BVGer C-5873/2023 vom 25. Oktober 2023 E. 8.3; C-638/2018 vom 

12. März 2018 E. 4.3 m.H., KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren 

und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 497 m.H. so-

wie WALDMANN/OESCHGER, in: Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], Praxiskom-

mentar VwVG, 3. Aufl. 2023, Art. 26 Rz. 4 ff.) und als Grundlage für eine 

korrekte Entscheidfindung dient (vgl. BGer 8C_319/2010 E. 2.2.1 f.), 

braucht unter diesen Umständen nicht mehr eingegangen zu werden.  

9.8.2 Zur unvollständigen Sachverhaltsermittlung bleibt zu ergänzen, dass 

die Vorinstanz (resp. die damals dossierführende IV C._______) es auch 

unterlassen hat, die Akten der Pensionskasse einzuholen, welche ab 

1. Mai 2020 eine (vorübergehende) Rente gewährt hat (oben A.f.; vgl. 

Art. 68bis Abs. 1 Bst. c IVG; Art. 66 ATSG e contrario), obwohl sie zeitnah 

darüber informiert wurde (IVSTA-act. 244).  

C-1285/2022 

Seite 35 

10.  

Zur hier zu beurteilenden Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin im Hin-

blick auf einen allfälligen Rentenanspruch ergibt sich demnach gemäss der 

mangelhaften vorinstanzlichen Abklärung gestützt auf die vorhandenen Ak-

ten (oben E. 8 ff.) Folgendes: Es steht fest, dass zunächst die Hausärztin 

ab 22. Januar 2018 in psychischer und somatischer Hinsicht (zur Abklärung 

und anschliessender Behandlung verschiedener somatischer Einschrän-

kungen sowie Verdacht auf beginnendes Burn-out-Syndrom [vgl. IVSTA-

act. 59]) eine Arbeitsunfähigkeit von 100 % attestiert hatte, seit Februar 

2018 bescheinigte der behandelnde Psychiater eine 100%-ige Arbeitsun-

fähigkeit. Zu den (gemäss den Akten zirka wöchentlichen) Therapiesitzun-

gen beim Psychiater kamen (insbesondere im Februar/März 2018) ver-

schiedene Untersuchungen und Konsultationen in somatischer Hinsicht 

sowie in der Folge die Behandlung der verschiedenen somatischen Ein-

schränkungen, im Wesentlichen in orthopädischer Hinsicht (Schulter, Knie, 

Rücken, Füsse; oben E. 8.2.2 f.) sowie in Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde 

(HNO; oben E. 8.2.4). Am 8. Mai 2018 erlitt die Beschwerdeführerin einen 

Autounfall mit konsekutiv kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit zu 100 % (oben 

E. 8.2.7; vgl. auch IVSTA-act. 204/104). Im Juli 2018 folgte die Operation 

der Nase und Nasennebenhöhlen (E. 8.2.4) mit anschliessender (nicht 

weiter dokumentierter) Erholungszeit, bei daneben weiterhin deklarierter 

voller Arbeitsunfähigkeit durch den behandelnden Psychiater. In der Folge 

wird auch durch die Vorinstanz nicht bestritten, dass die Beschwerdefüh-

rerin vom 10. September bis 13. Dezember 2018 in somatischer Hinsicht 

vollumfänglich arbeitsunfähig war (E. 8.2.9), ausser der weiter attestierten 

Arbeitsunfähigkeit von 100 % durch den behandelnden Psychiater. Somit 

ergibt sich für das Jahr 2018 eine nicht wesentlich unterbrochene Arbeits-

unfähigkeit von mindestens 40 % ab Krankschreibung per 22. Januar 2018 

schon in somatischer Hinsicht, in welcher die Beschwerdeführerin ohne 

Weiteres nachvollziehbar nicht in der Lage war, einer Arbeitstätigkeit nach-

zugehen. Eine massgebende Änderung des Gesundheitszustandes ab Ja-

nuar 2019 in dem Sinne, dass nunmehr wieder eine konstante dauerhafte 

Arbeitsfähigkeit von mindestens 60 % vorgelegen hätte, ist gestützt auf die 

Akten nicht ersichtlich (in somatischer Hinsicht bspw. Abklärung und Be-

handlung der Probleme mit den Händen [oben E. 8.2.12, 8.2.15]). Aus den 

Akten geht ebensowenig hervor, ob die von der Hausärztin im April 2018 in 

Betracht gezogene zweite Rückenoperation (oben E. 8.2.5) weiter in Frage 

stand, oder ob die vom Rücken ausgehenden Beschwerden sich effektiv 

verbessert hatten. Im Juli 2019 folgte die zweite Fussoperation mit erneut 

100 %-iger Arbeitsunfähigkeit in somatischer Hinsicht zusätzlich zu den 

durch den behandelnden Psychiater deklarierten Einschränkungen 

C-1285/2022 

Seite 36 

(E. 8.2.16). Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 Bst. b IVG lief damit 

sechs Monate nach der IV-Anmeldung vom 3. Juli 2018 per Ende 2018 ab, 

während sich die gesundheitliche Situation in der Folge nicht wesentlich 

veränderte. Damit entstand – entgegen der Beurteilung der Vorinstanz – 

am 1. Januar 2019 ein Rentenanspruch (vgl. Art. 29 Abs. 1 Satz 1). 

11.  

Die Anordnung weiterer, an sich notwendiger medizinischer Abklärungen 

erweist sich wie erwähnt hier nicht als angezeigt. 

11.1 Die Beschwerdeführerin, welche am (…) 1960 geboren ist, verfügt seit 

dem 1. August 2024 über einen Anspruch auf eine schweizerische Alters-

rente (vgl. Art. 30 Bst. b IVG, oben E. 6.3).  

11.2 In Frage steht demnach noch die Verwertbarkeit ihrer verbleibenden 

Restarbeitsfähigkeit im Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Juli 2024.  

11.2.1 Die versicherte Person, die über eine Restarbeitsfähigkeit verfügt, 

ist allgemein verpflichtet, sich aus eigener Initiative, nötigenfalls mittels ei-

nes Berufswechsels, in den Arbeitsmarkt zu integrieren (sogenannte Pflicht 

zur Selbsteingliederung). Die Rechtsprechung sieht hierzu allerdings Aus-

nahmen vor. So wird anerkannt, dass das (vorgerückte) Alter zusammen 

mit weiteren persönlichen und beruflichen Gegebenheiten dazu führen 

kann, dass die verbleibende Resterwerbsfähigkeit einer versicherten Per-

son auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt realistischerweise nicht mehr 

nachgefragt wird. Massgebend sind die Umstände des konkreten Falles, 

etwa die Art und Beschaffenheit des Gesundheitsschadens und seiner Fol-

gen, der absehbare Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand und in die-

sem Zusammenhang auch Persönlichkeitsstruktur, vorhandene Begabun-

gen und Fertigkeiten, Ausbildung, beruflicher Werdegang oder Anwendbar-

keit von Berufserfahrung aus dem angestammten Bereich (BGE 145 V 2 

E. 5.3.1; 138 V 457 E. 3.1). Für den Zeitpunkt, in welchem die Frage nach 

der Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit bei vorgerücktem Alter be-

antwortet wird, ist auf das Feststehen der medizinischen Zumutbarkeit ei-

ner (Teil-)Erwerbstätigkeit abzustellen (BGE 146 V 16 E. 7.1, 145 V 2 

E. 5.3.1; 138 V 457 E. 3.3; Urteil des BGer 9C_469/2016 vom 22. Dezem-

ber 2016 E. 3.2; vgl. dazu: MARCO WEISS, Verwertbarkeit der Restarbeits-

fähigkeit aufgrund vorgerückten Alters – Rechtsprechungstendenzen, SZS 

2018 S. 630). 

C-1285/2022 

Seite 37 

11.2.2 Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass wenn über die Befristung 

und/oder Abstufung zeitgleich mit der Rentenzusprache befunden wird, bei 

Herabsetzung oder Aufhebung der Invalidenrente von über 55-jährigen 

Versicherten grundsätzlich Eingliederungsmassnahmen durchzuführen 

sind, bis die betroffene Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch 

(wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial mittels Eigenanstrengung aus-

zuschöpfen und erwerblich zu verwerten (BGE 148 V 321 E. 7.1.2; 145 V 

209 E. 5.4). Die IV-Stelle trägt die Beweislast dafür, dass entgegen der Re-

gel die versicherte Person in der Lage ist, das medizinisch-theoretisch 

(wieder) ausgewiesene Leistungspotenzial auf dem Weg der Selbsteinglie-

derung erwerblich zu verwerten (BGE 148 V 321 E. 7.1.2; 145 V 209 E. 5.1 

mit Hinweisen). Die Aufhebung einer bisherigen Rente kann nach dem Ge-

sagten in Fällen der nicht zumutbaren Selbsteingliederung erst nach der 

Durchführung von Eingliederungsmassnahmen erfolgen (BGE 148 V 321 

E. 7.1.3). Für die Ermittlung, ob der Eckwert des 55. Altersjahres erreicht 

ist, wird bei rückwirkend befristeter und/oder abgestufter Rentenzusprache 

– gleich wie bei der Revision eines bestehenden Rentenanspruchs nach 

Art. 17 ATSG (vgl. BGE 141 V 5) – auf den Verfügungszeitpunkt abgestellt 

(BGE 148 V 321 E. 7.3; zum Ganzen: BVGer C-2297/2022 vom 20. Juni 

2025 E. 11.2). 

11.3 Wie dargelegt wurde, fehlt vorliegend eine entscheidwesentliche Klä-

rung des Sachverhalts (oben E. 9.5, 9.7), weshalb nicht auf das Feststehen 

der medizinischen Zumutbarkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt abgestellt 

und damit auch die Verwertbarkeit der (Rest-)Arbeitsfähigkeit nicht be-

stimmt werden kann (hiervor E. 11.2.1). Eine weitere medizinische Beurtei-

lung wäre sehr aufwändig und zeitintensiv. Da indes eine Verwertung der 

Arbeitsfähigkeit aufgrund des erreichten AHV-Rentenalters nicht mehr 

möglich ist, ist eine weitere Sachverhaltsklärung nicht zielführend. Dem-

nach hat die Invaliditätsbemessung hier ohne weitere gesundheitliche und 

berufliche Abklärungen zu erfolgen respektive ist sie entsprechend zu 

schätzen. Die Beschwerdeführerin war gemäss den Akten ab Januar 2018 

bis Ende 2019 zu 100 % arbeitsunfähig, danach war sie zu 20 % arbeits-

fähig, mit Einschränkungen (oben E. 8.2.19). Bei dieser Ausgangslage er-

gibt sich – entgegen den Beurteilungen der Vorinstanz – keine überwie-

gend wahrscheinlich belegte massgebliche Arbeitsfähigkeit seit Erkran-

kung im Januar 2018 (siehe oben E. 10). Im Verfügungszeitpunkt am 

11. Februar 2022 war die Beschwerdeführerin 61 Jahre und sieben Monate 

alt und während vier Jahren nicht mehr erwerbstätig gewesen. Die letzte 

Arbeitsstelle bei der B._______ war per 30. April 2020 gekündet worden. 

Ob die gemäss den Akten angebotene Ersatzstelle bei der B._______ 

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C-1285/2022 

Seite 38 

gleichwertig (insb. hinsichtlich des Lohnes) und für die Beschwerdeführerin 

aus medizinischer Sicht zumutbar gewesen wäre, blieb im Rahmen der 

Prüfung durch die IV-Stelle genauso offen wie eine Prüfung von Eingliede-

rungsmassnahmen im Hinblick auf eine Wiedereingliederung der Be-

schwerdeführerin in eine mögliche zumutbare Tätigkeit gestützt auf ihre 

langjährige Arbeitsbiographie (oben E. 9.6.2). Selbst wenn noch von einer 

massgebenden Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden könnte, erweist es 

sich als unwahrscheinlich, einen Arbeitgeber im Rahmen des ausgegliche-

nen Arbeitsmarkts zu finden, welcher der Beschwerdeführerin eine (gleich-

wertige) Tätigkeit bei unklarem Gesundheitszustand und reduzierter Be-

lastbarkeit für den verbleibenden Zeitraum hätte anbieten können (vgl. 

hierzu Urteile des BGer 9C_940/2012 vom 12. Dezember 2013 E. 5.3 und 

9C_751/2013 vom 6. Mai 2014 E. 4.5 sowie Urteil des BVGer C-3490/2017 

vom 12. April 2018 E. 9.9 mit Hinweisen). Unter diesen Umständen ist von 

der wirtschaftlichen Unverwertbarkeit einer allfälligen Restarbeitsfähigkeit 

auszugehen.  

12.  

Im Folgenden bleibt die Bestimmung des Invaliditätsgrads: 

12.1 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist 

Art. 16 ATSG anwendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Be-

stimmung des Invaliditätsgrades das Erwerbseinkommen, das die versi-

cherte Person nach Eintritt der Invalidität und Durchführung der medizini-

schen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine 

ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könn-

te, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (allgemeine Methode des Einkom-

mensvergleichs). 

12.2 Die Beschwerdeführerin war unstreitig bis zur Krankschreibung am 

22. Januar 2018 in einem vollen Pensum erwerbstätig und wäre ohne erlit-

tene gesundheitliche Einschränkungen weiterhin zu 100 % arbeitstätig ge-

wesen (vgl. wirtschaftliche Beurteilung der Vorinstanz: IVSTA-act. 262 

S. 20). Demnach ist der Invaliditätsgrad nach der allgemeinen Methode zu 

bestimmen. Da nach dem Gesagten die Beschwerdeführerin ihre allfällige 

Restarbeitsfähigkeit wirtschaftlich nicht mehr verwerten kann, liegt bei er-

werbstätigen Versicherten nach der Rechtsprechung eine Vollinvalidität vor 

(BGE 138 V 457 E. 3.1 und 3.4; vgl. auch Urteile des BGer 9C_437/2008 

vom 19. März 2009 E. 4.3. und 4.4; I 831/05 vom 21. August 2006 E. 4.1.1). 

Tatsächlich kann bei der Berechnung des Invaliditätsgrades ab dem Zeit-

C-1285/2022 

Seite 39 

punkt des frühestmöglichen Rentenbeginns (1. Januar 2019) kein Invali-

deneinkommen berücksichtigt werden (vgl. Urteil des BVGer C-3490/2017 

vom 12. April 2018 E. 9.9). Daraus ergibt sich ein Anspruch auf eine ganze 

Invalidenrente ab 1. Januar 2019. Bei diesem Ergebnis ist ergänzend an-

zumerken, dass die Pensionskasse der Beschwerdeführerin bereits im 

Jahr 2020 zum Schluss kam, dass die Beschwerdeführerin über einen An-

spruch auf eine volle Invalidenrente bei einem IV-Grad von 100 % verfüge 

(per 1. Mai 2020, nach Auslaufen des Arbeitsverhältnisses; oben Bst. A.a 

und A.f; IVSTA-act. 244/2 ff.). 

13.  

Die Beschwerde ist damit gutzuheiss