# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6f1c2bee-61b6-5ab6-a05b-456719ce285b
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-11-30
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015
**Docket/Reference:** DB.2018.70
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/2-db.2018.70--2-st.2018.86.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2018.70 
2 ST.2018.86 

Entscheid 

30. November 2018 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Christian Mäder und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 

A ,    

vertreten durch B GmbH,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführer/ 
Rekurrent,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,   

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,   

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  der  Pflichtige)  ist  Präsident  des  Verwaltungsrats  der  in  C 

domizilierten  D  AG.  Diese  weist  ein  Aktienkapital  von  Fr.  250'000.-  aus,  das  in  500 

Namenaktien  zu  Fr.  500.-  eingeteilt  ist.  Ende  2014  gehörten  ihm  350  Aktien.  Am 

11. Februar 2015 erwarb der Pflichtige von E, ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrats, 

weitere 75 Aktien zum Nominalwert von je Fr. 500.-, also für insgesamt Fr. 37'500.-. In 

der Steuererklärung 2015 deklarierte der Pflichtige seine Beteiligung von 425 Namen-

aktien zum Wert von Fr. 31'730.-. Demgegenüber stellte sich der Steuerkommissär auf 

den Standpunkt, dass sich der Verkehrswert einer Aktie Ende 2014 auf Fr. 850.- belau-

fen  habe.  Die  Differenz  zum  Erwerbspreis  von  Fr. 500.-  stelle  somit  in  der  Höhe  von 

(75  x  Fr.  350.-  =)  Fr.  26'250.-  einen  Lohnanteil  dar  und  unterliege  der  Einkommens-

steuer.  Der  Vermögenssteuerwert  einer  Aktie  per  Ende 2015  betrage  Fr.  650.-.  Dem-

entsprechend  setzte  er  mit  Veranlagungsverfügung  direkte  Bundessteuer  2015  sowie 

Einschätzungsentscheid  Staats-  und  Gemeindesteuern  2015  vom  25.  Oktober  2017 

das  steuerbare  Einkommen  des  Pflichtigen  auf  Fr. 92'300.-  (direkte  Bundessteuer) 

bzw.  Fr. 85'600.-  (satzbestimmend  Fr. 89'900.-)  fest;  das  steuerbare  Vermögen  belief 

sich auf Fr. 324'000.- (satzbestimmend Fr. 444'000.-). 

B. Die vom Pflichtigen hiergegen erhobene Einsprache, womit er den Verzicht 

auf die Aufrechnung von Fr. 26'250.- und die Berücksichtigung eines Vermögenssteu-

erwerts  von  Fr.  500.-  je  Aktie  beantragt  hatte,  wies  das  kantonale  Steueramt  am 

16. März 2018 ab. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  11./12.  April  2018  liess  der  Pflichtige  – 

unter Zusprechung einer Parteientschädigung – die Einspracheanträge erneuern. 

In  seiner  Beschwerde-/Rekursantwort  vom  24.  April  2018  schloss  das kanto-

nale Steueramt auf Abweisung der Rechtsmittel. Die Eidgenössische Steuerverwaltung 

verzichtete stillschweigend auf eine Stellungnahme. 

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Auf die Begründung der Einspracheentscheide und die Parteivorbringen wird, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückgekommen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1. a) Gemäss dem Grundsatz in Art. 16 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

direkte Bundessteuer vom 14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 16 Abs. 1 des Steuerge-

setzes vom 8. Juni 1997 (StG) sind sämtliche Einkünfte ohne Rücksicht auf ihre Quel-

len steuerbar. Diese Generalklausel dient als Auffangtatbestand für Einkünfte, die nicht 

einem der in den Art. 17-23 DBG bzw. §§ 17-23 StG genannten Tatbestände zugeord-

net  werden  können.  Vom  Grundsatz  der  Steuerbarkeit  sämtlicher  Einkünfte  ausge-

nommen sind nur im Gesetz aufgezählte einzelne Tatbestände. Dies ist beispielsweise 

der  Fall  bei  den  steuerfreien  privaten  Kapitalgewinnen  gemäss  Art. 16  Abs. 3  DBG 

bzw. § 16 Abs. 3 StG.  

b) Zu den steuerbaren Einkünften gehören nach Art. 17 Abs. 1 DBG bzw. § 17 

Abs. 1 StG alle Einkünfte aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit unter Einschluss der 

Nebeneinkünfte,  wie  Entschädigungen  für  Sonderleistungen,  Provisionen,  Zulagen, 

Dienstalters-  und  Jubiläumsgeschenke,  Gratifikationen,  Trinkgelder,  Tantiemen  und 

andere geldwerte Vorteile.  

Gemäss  konstanter  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  der  Begriff  des 

Einkommens aus einer Erwerbstätigkeit weit zu interpretieren. Steuerbar sind demnach 

sämtliche  geldwerten  Vorteile,  die  ein  Arbeitnehmer  als  Gegenleistung  für  seine  un-

selbstständige  Erwerbstätigkeit  erhält,  wobei  auch  Naturalleistungen  erfasst  werden. 

Entscheidend  ist,  ob  die  Leistung  Entgelt  für  die  Arbeitstätigkeit  des  Steuerpflichtigen 

bildet  und  unmittelbar  als  Folge  des  Arbeitsverhältnisses  ausgerichtet  wird.  Zwischen 

der  unselbstständigen  Erwerbstätigkeit  und  den  daraus  fliessenden  Einkünften  muss 

somit  ein  wirtschaftlicher  bzw.  kausaler  Zusammenhang  bestehen  (BGr,  29.  Novem-

ber 2006, 2A.381/2006; StRK IV, 18. Dezember 1998 = StE 2000 B 22.1 Nr. 3; Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Handkommentar  zum  DBG,  3.  A.,  2016,  Art.  17  N  28  und 

41  DBG,  und  Kommentar  zum  Zürcher  Steuergesetz,  3.  A.,  2013,  §  17  N  28  und  41 

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StG).  Für  die  Steuerbarkeit  kommt  es  nicht  auf  den  Charakter  der  Tätigkeit  und  die 

Ausgestaltung  des  Arbeitsverhältnisses  oder  auf die  von  den  Beteiligten verwendeten 

Ausdrücke oder privatrechtlichen Formen an.  

Auch  Leistungen  Dritter,  die  dem  Steuerpflichtigen  im  Zusammenhang  mit 

dem  Arbeitsverhältnis  zufliessen,  sind  dem  Arbeitseinkommen  zuzurechnen,  selbst 

wenn  zu  dieser  Leistung  keine  Rechtspflicht  bestand  (vgl.  BGr,  3.  März  1989  =  ASA 

60, 245). Darunter fallen etwa Trinkgelder, Preise für besondere berufliche Leistungen, 

Zuwendungen  an  Künstler  zur  Förderung  ihres künstlerischen  Schaffens oder  der  Er-

werb  von  Aktien  von  einer  Drittperson  zu  einem  Vorzugspreis  (Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter,  Art.  17  N  37  DBG  und  §  17  N  37  StG).  Entscheidend  für  die  Besteue-

rung  –  insbesondere  bei  Leistungen  Dritter  oder  freiwilligen  Leistungen  des  Arbeit-

gebers  (wie  vertraglich  nicht  vereinbarte  Gratifikationen,  Boni,  Gewinnbeteiligungen 

usw.) – ist immer, dass die Leistung ihren Rechtsgrund im Arbeitsverhältnis des Leis-

tungsempfängers hat (VGr, 6. Juni 2012, SB.2011.00104 und SB.2011.00105). Erwirbt 

ein Arbeitnehmer Vermögenswerte aufgrund des Arbeitsverhältnisses zu einem günsti-

geren  Preis  als  dem  Verkehrswert,  gilt  diese  Differenz  als  Einkommen  aus  unselbst-

ständiger Erwerbstätigkeit und ist somit steuerbar (RB 1990 Nr. 31; Richner/Frei/Kauf-

mann/Meuter, Art. 17 N 44 DBG und § 17 N 44 StG).  

c)  Die  Steuerbehörde  hat  die  steuerbegründenden  und  -erhöhenden  Tatsa-

chen nachzuweisen und die steuerpflichtige Person jene Tatsachen, welche die Steu-

erschuld  mindern  oder  aufheben.  Diese  allgemeine  Regel  wird  dann  durchbrochen, 

wenn für das Vorhandensein einer Tatsache eine (widerlegbare) gesetzliche oder na-

türliche Vermutung spricht. Somit haben die Steuerbehörden den Nachweis zu erbrin-

gen, dass eine steuerpflichtige Person bestimmte Einkünfte erzielt hat, da es sich hier-

bei  um  einen  steuerbegründenden  Umstand  handelt.  Ist  ein Wertzufluss  nachgewies-

en,  so  begründet  dies  nach  der  Generalklausel  von  Art. 16  Abs.  1  DBG  bzw.  § 16 

Abs. 1  StG  die  natürliche  Vermutung,  dass  dieser  aus  einer  steuerbaren  Quelle 

stammt. Diese Vermutung kann vom Steuerpflichtigen entkräftet werden, indem er den 

Beweis  des  Gegenteils  erbringt,  etwa  dass  es  sich  um  einen  steuerfreien  Kapitalge-

winn aus der Veräusserung beweglichen Privatvermögens handelt.  

d)  Das  kantonale  Steueramt  erwog  in  den  Einspracheentscheiden,  dass  der 

Pflichtige  die  Beteiligung  zwar  nicht  von  der  Arbeitgeberin, sondern  von einem  Mitak-

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tionär erworben habe. Somit handle es sich zwar nicht um eine echte Mitarbeiterbetei-

ligung  im  engeren  Sinn  nach  Art.  17a  DBG.  Weil  das  Beteiligungsrecht  mit  dem  

Arbeitsverhältnis  zusammenhänge,  sei  der  unterpreisliche  Erwerb  der  Namenaktien 

jedoch  als  Einkommen  aus  unselbstständiger  Erwerbstätigkeit  zu  würdigen.  Hierzu 

stützt  es  sich  auf  eine  Bewertung,  welche  die  Dienstabteilung  Wertschriften  gemäss 

Ziff. B.I.2 der Weisung der Finanzdirektion vom 12. November 2010 (ZStB Nr. 22/201) 

nach  der Wegleitung  der  Schweizerischen  Steuerkonferenz  zur  Bewertung  von Wert-

papieren ohne Kurswert für die Vermögenssteuer (Kreisschreiben Nr. 28 vom 28. Au-

gust 2008, nachfolgend KS 28) ermittelt hat. Der Vermögenssteuerwert einer Namen-

aktie  der  D  AG  sei  per  31.  Dezember  2014  auf  Fr.  850.-  bemessen  worden.  Beim 

zeitnah  am  11.  Februar 2015  erfolgten  Kauf  zu Fr. 500.-  dürfe  daher  auf  diesen Wert 

abgestellt  werden.  Mithin  habe  der  Pflichtige  so  Einkommen  von  (75  x  [Fr.  850.-  ./. 

Fr. 500.-]  =)  Fr.  26'250.-  erzielt.  Dass  die  Aufhebung  des  Mindestkurses  von  Fr.  1.20 

pro  Euro  den  Geschäftsgang  der  D  AG  verschlechtern  würde,  sei  damals  noch  nicht 

voraussehbar gewesen. Einen tieferen Aktienwert habe der Pflichtige nicht nachgewie-

sen. An diesem Standpunkt hält die Amtsstelle in der Beschwerde-/Rekursantwort fest. 

Zur  Begründung  von  Beschwerde  und  Rekurs  bringt  der  Pflichtige  vor,  dass 

der  vom  kantonalen  Steueramt  ermittelte  hohe  Vermögenssteuerwert  von  Fr.  850.- 

einer  Aktie  per  Ende  2014  insbesondere  auf  der  doppelten  Gewichtung des  Gewinns 

von Fr. 134'052.- beim Ertragswert beruhe. Dieser stelle jedoch einen "Ausreisser" dar, 

wie er in der Werbemittelbranche "immer mal wieder" vorkomme. In den beiden voran-

gehenden und nachfolgenden Jahren habe die Gesellschaft Verluste hinnehmen müs-

sen.  Unter  diesen  Umständen  dürfe  der  Wert  der  Aktie  nicht  auf  der  Grundlage  des 

Gewinns  von  2014  bemessen  werden.  Vielmehr  sei  es  angezeigt,  den  zwischen  den 

beiden Aktionären vereinbarten Kaufpreis von Fr. 500.- als unter unabhängigen Dritten 

vereinbarten Wert und damit als Verkehrswert zu betrachten. Dafür spreche auch, dass 

der  in  der  Werbemittelbranche  erfahrene  Veräusserer  der  Aktien  um  die  schwierigen 

wirtschaftlichen Aussichten der Gesellschaft gewusst habe. 

e) Die D AG erzielte im Jahr 2014 einen Gewinn von Fr. 134'052.-, nachdem 

sie 

in  den  Vorjahren  2012  und  2013  einen  Verlust  von  Fr.  23'722.-  bzw.  

Fr. 137'992.-  erlitten  hatte.  In  den  Jahren  2015  und  2016  musste  die  Gesellschaft 

ebenfalls einen Verlust von Fr. 24'201.- bzw. Fr. 15'378.- hinnehmen. Der Erwerb von 

75  Aktien  durch  den  Pflichtigen  hängt  mit  seinem  Arbeitsverhältnis  zusammen.  Dem 

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kantonalen Steueramt ist insoweit beizupflichten, als der Vorteilszufluss nicht zwingend 

von der D AG als Arbeitgeberin erfolgen muss, sondern als Leistender auch ein Mitak-

tionär oder anderer Dritter in Betracht kommt. Jedoch kann von einer Leistung aus dem 

Arbeitsverhältnis nur dann gesprochen werden, wenn die Vertragsparteien die Zuwen-

dung eines Vorteils tatsächlich beabsichtigt haben. Fehlt ihnen das Bewusstsein, dass 

die  Leistung  tatsächlich  einen  höheren  Wert  hat,  als  sie  übereinstimmend  angenom-

men  haben,  kann  der  Zufluss  des  Vermögensvorteils  nicht  als  Gegenleistung  für  das 

Arbeitsverhältnis  gewürdigt  werden 

(StRG,  29.  Mai  2018,  1 DB.2017.174  + 

1 ST.2017.219, E. 2a). Der Aktienkaufvertrag vom 11. Februar 2015 enthält keine Hin-

weise  darauf,  dass  E  das  Aktienpaket  bewusst  unterpreislich  veräussern  wollte.  Es 

ergeben  sich  keine  Anhaltspunkte  darauf,  dass  die  Vertragsparteien  den  Verkauf  zu 

einem  anderen  als  zu  ihrem  Verständnis  geltenden  Marktpreis  vornehmen  wollten. 

Letzterer  wurde  von  den  schwierigen  Geschäftsjahren  2012  und  2013  ebenso  beein-

flusst wie vom "Spitzenjahr" 2014. Ob überhaupt und in welchem Ausmass der von der 

Nationalbank am 15. Januar 2015 aufgehobene Euro-Mindestkurs den Geschäftsgang 

der  D  AG  beeinträchtigt  hat,  lässt  sich  anhand  der  Akten  nicht  sagen.  Jedenfalls  er-

scheint  es  als  glaubwürdig,  dass  sich  die  dadurch  ergebenden  Unsicherheiten  den 

Pflichtigen als Käufer eines grösseren Aktienpakets zur Vorsicht mahnten.  

f)  Die  steueramtliche  Bewertung  nach  dem  Berechnungsmodell  1  des  KS  28 

ergab per 31. Dezember 2014 einen Verkehrswert pro Namenaktie von Fr. 850.-. Der 

Pflichtige  kaufte  die  Aktien  am  11.  Februar  2015  zu  einem  Preis  von  Fr.  500.-  pro 

Stück. Steht eine Preisvereinbarung indessen in einem offensichtlichen Missverhältnis 

zum objektiven Marktwert, stellt sich die Frage, ob der Preis nicht bewusst zu tief an-

gesetzt  wurde  und  weitere,  nicht  offen  gelegte  Absprachen  bestehen.  In  der  Praxis 

zum  Grundstückgewinnsteuerrecht  hat  sich  deshalb  die  Regel  gebildet,  dass  aus-

nahmsweise statt auf den vereinbarten Kaufpreis dann auf den nach anerkannten Me-

thoden geschätzten Verkehrswert abgestellt wird, wenn zwischen objektivem Wert und 

Vertragspreis  ein  offensichtliches,  in  die  Augen  springendes  Missverhältnis  besteht 

(Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  §  220  N  101  StG,  auch  zum  Folgenden).  Das  offen-

sichtliche Missverhältnis zwischen dem vereinbarten Preis und dem Verkehrswert des 

Verkaufsobjekts im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses stellt ein Indiz für die fehlende 

rechtsgeschäftliche Bedeutung der Preisvereinbarung dar. Die Praxis nimmt aus Grün-

den  der  Rechtssicherheit  ein  solches  offensichtliches  Missverhältnis  erst  dort  an,  wo 

die  Differenz  zwischen  Verkehrswert  und  vereinbartem  Kaufpreis  mindestens  25% 

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(vom Verkehrswert) ausmacht. Erreicht der vertraglich vereinbarte Kaufpreis somit we-

niger als 75% des Verkehrswerts, ist anstelle dieses vereinbarten Kaufpreises der Ver-

kehrswert als Erwerbspreis einzusetzen. Dabei besteht nicht etwa ein Rabatt von 25%; 

vielmehr ist bei Überschreiten des genannten Schwellenwerts von 25% auf den vollen 

Verkehrswert (von 100%) abzustellen. 

Es drängt sich auf, diese Praxis auch auf den vorliegenden Fall anzuwenden 

(vgl.  ferner  StRG,  29.  Mai  2018,  1  DB.2017.174  +  1  ST.2017.219,  www.strgzh.ch). 

Zwischen  dem  vom  kantonalen  Steueramt  ermittelten  Verkehrswert  von  Fr. 850.-  und 

dem  vom  Pflichtigen  bezahlten  Kaufpreis  von  Fr.  500.-  besteht  ein  offensichtliches 

Missverhältnis von über 25%. 

g) Das KS 28 bezweckt im Licht der Steuerharmonisierung zwischen den Kan-

tonen betreffend die Vermögenssteuer eine in der Schweiz einheitliche Bewertung von 

inländischen und ausländischen Wertpapieren, die an keiner Börse gehandelt werden 

(vgl. KS 28 Rz. 1). Den in der Wegleitung formulierten Grundsätzen liegt allgemein der 

Gedanke zugrunde, dass der Verkehrswert erfahrungsgemäss vom bisherigen und zu 

erwartenden  Ertrag  in  Form  von  Dividenden  und  anderen  Gewinnanteilen  sowie  von 

der Ertragskraft der Gesellschaft abhängt und durch weitere Faktoren beeinflusst wird, 

wie  beispielsweise  durch  das  Vermögen  der  Gesellschaft  (Kapital,  Reserven),  die  Li-

quidität der Unternehmung, Stabilität des Geschäftsbetriebs usw. Für die Bewertung ist 

jedoch  nach  Art  der  Unternehmung  zu  unterscheiden.  Bei  Handels-,  Industrie-  und 

Dienstleistungsgesellschaften wird der Unternehmenswert grundsätzlich nach der Mit-

telwertmethode  (Praktikermethode)  durch  zweimalige  Gewichtung  des  Ertragswerts 

und einfache Gewichtung des Substanzwerts ermittelt. Der Ertragswert ergibt sich aus 

dem  kapitalisierten  ausgewiesenen  Reingewinn  der  massgebenden  Geschäftsjahre, 

wobei wahlweise zwei oder drei Geschäftsjahre berücksichtigt werden können (vgl. KS 

28  Rz.  41 ff.  und  Kommentar  2015  zum  KS  28 Rz.  34  ff.).  Grundlage für  die  Bestim-

mung des Substanzwerts ist die Jahresrechnung unter vollständiger Berücksichtigung 

der Aktiven und Passiven (vgl. KS 28 Rz. 17 f., Kommentar 2015 zum KS 28 Rz. 11). 

h)  In  der  steueramtlichen  Bewertung  der  Aktien  nach  KS  28  wurden  für  die 

Ertragswertberechnung  lediglich  die  Geschäftsjahre  2014  und  2013  berücksichtigt, 

wobei  der  Erfolg  2014  zweimal  gewichtet  wurde  (Modell  1,  Rz.  7  KS  28). Wie  bereits 

erwähnt,  war  das  Geschäftsjahr  2014  im  Vergleich  zu  den  Jahren  2012,  2013,  2015 

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und  2016  das  einzige  Jahr,  in  welchem  die  D  AG  einen  Gewinn  erwirtschaftete.  Das 

alleinige  Abstellen  auf  das  Bewertungsmodell  1  des  KS  28  erscheint  vorliegend  nicht 

sachgerecht, da der Verkehrswert von Wertpapieren im Zusammenhang mit der Frage 

des Erwerbseinkommens aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit im Streit liegt. Bei der 

Vermögenssteuer  hat  die  Auswahl  eines  Berechnungsmodells  bei  der  Bewertung  von 

Wertpapieren  nach  KS  28  deutlich  geringere  Auswirkungen;  einerseits  aufgrund  des 

niedrigeren  Vermögenssteuersatzes  und  andererseits,  weil  sich  stark  divergierende 

Ertragswerte in der Bewertung nachfolgender Steuerperioden niederschlagen und da-

mit,  über  mehrere  Jahre  hinweg  betrachtet,  ein  Ausgleich  stattfindet.  Bei  der  Bewer-

tung von Wertpapieren im Zusammenhang mit der Frage des Erwerbseinkommens aus 

unselbstständiger  Erwerbstätigkeit  ist  dem  nicht  so.  Dort  fällt  die  Belastung  für  den 

Steuerpflichtigen stärker ins Gewicht.  

Aufgrund  dessen  erscheint  es  vorliegend  angemessen,  die  Plausibilität  des 

Verkehrswerts  von  Fr. 850.-  pro  Aktie  anhand  des  Berechnungsmodells  2  des  KS  28 

(Rz. 7 KS 28) zu überprüfen. Letzteres berücksichtigt – im Gegensatz zum Modell 1 – 

bei der Ertragswertberechnung die Ergebnisse von drei Geschäftsjahren: 

Ertragswert 

Geschäftsjahr 

1.1. - 31.12.2014 

1.1. - 31.12.2013 

1.1. - 31.12.2012 

Total 

Total anrechenbares Jahresergebnis im Durchschnitt (:3) 

Total einfacher Ertragswert (kapitalisiert mit 7.5%) 

Substanzwert per 31.12.2014 

Unternehmenswert 

Ertragswert 2 x gewichtet 

Substanzwert 1 x gewichtet 

Total Unternehmenswert (Durchschnitt :3) 

Wert pro Namenaktie 

Erfolg (in Fr.) 

134'052.- 

-137'992.- 

-23'722.- 

-27'662.- 

0.- 

0.- 

in Fr. 

184'145.- 

in Fr. 

0.- 

184'145.- 

61'381.66 

122.75. 

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Der  vom  Pflichtigen  bezahlte  Kaufpreis  von  Fr.  500.-  liegt  somit  ungefähr  in 

der  Mitte  der  Bewertungen  des  Verkehrswerts  der  Aktien  nach  dem  Modell  1  von 

Fr. 850.-  und  dem  Modell  2  von  Fr.  122.75.  Es  liegt  somit  kein  offensichtliches  Miss-

verhältnis  vor.  Dass  der  Pflichtige  die  Aktien  zu  einem  Vorzugspreis  gekauft  hat,  ist 

damit nicht erstellt. Mithin hat das kantonale Steueramt aus dem Aktienkauf zu Unrecht 

auf einen Einkommenszufluss geschlossen, was in diesem Punkt zur Gutheissung von 

Beschwerde und Rekurs führt.  

2.  a)  Gemäss  Art. 13  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  über  die  Harmonisierung 

der  direkten  Steuern  der  Kantone  und  Gemeinden  vom  14. Dezember  1990  (StHG) 

unterliegt der Vermögenssteuer das gesamte Reinvermögen. Dieses bemisst sich laut 

Art.  17  Abs.  1  StHG  nach  dem  Stand  am  Ende  der  Steuerperiode  oder  der  Steuer-

pflicht. Dabei wird das Vermögen gemäss § 39 Abs. 1 StG zum Verkehrswert bewertet. 

Als solcher gilt der objektive Marktwert. Dieser entspricht dem Preis, der bei einer Ver-

äusserung  im  gewöhnlichen  Geschäftsverkehr  mutmasslich  zu  erzielen  ist,  den  also 

ein unbefangener Käufer bzw. ein fernstehender Dritter unter normalen Umständen zu 

zahlen bereit wäre. Der Verkehrswert im steuerrechtlichen Sinn ist nicht eine mathema-

tisch exakt bestimmbare Grösse, sondern in der Regel ein Schätz- oder Vergleichswert 

(BGE 128 I 240; BGr, 22. Juni 2015, 2C_1118/2014, E. 2.1). 

b)  Bei  nicht  kotierten  Wertpapieren,  für  die  offizielle  Kursnotierungen  fehlen 

oder die nicht oder nur selten gehandelt werden, ist der Verkehrswert nach Massgabe 

von KS 28 zu ermitteln. Es ist hier auf die Ausführungen in E. 1g zu verweisen. 

c) Das KS 28 ist kein Bundesrecht, sondern eine Verwaltungsverordnung und 

bindet  die  richterlichen  Behörden  nicht.  Es  wendet  sich  an  die  rechtsanwendenden 

Behörden und bezweckt im Interesse der Steuerharmonisierung zwischen den Kanto-

nen eine in der Schweiz einheitliche Bewertung nicht kotierter Wertpapiere. Es enthält 

somit verwaltungsinterne Regeln für das Verhalten der Steuerbeamten, begründet aber 

keine Rechte und Pflichten (BGr, 12. Juni 2009, 2C_800/2008, E. 5.1). Das Bundesge-

richt  orientiert  sich  an  solchen  Kreisschreiben,  sofern  diese  eine  überzeugende  Kon-

kretisierung  der  rechtlichen  Vorgaben  enthalten  (BGE  139  V  122  E. 3.3;  BGE  133  V 

587 E. 6.1; BGE 133 II 305, E. 8.1) und es sich um eine eher technische Materie von 

begrenzter  Justiziabilität  handelt.  Eine  solche  Konstellation  ist  in  steuerlichen  Bewer-

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tungsfragen gegeben, weswegen das Bundesgericht in seiner Praxis das KS 28 jeden-

falls im Bereich der Besteuerung natürlicher Personen regelmässig in seine Erwägun-

gen einbezieht (BGr, 18. September 2013, 2C_309/2013, 2C_310/2013, E. 3.5). 

Nach  ständiger  Praxis  des  Bundesgerichts  gilt  das  KS  28  als  zuverlässige 

Methode zur Bestimmung des Verkehrswerts, weil darin die Überlegungen, die für die 

Preisbildung bei den nicht an der Börse kotierten Aktien im Allgemeinen massgebend 

sind, zum Ausdruck kommen (vgl. BGr, 30. Juni 2014, 2C_1168 + 1169/2013, E. 3.6; 

BGr, 15. April 2010, 2C_504/2009, E. 3.3). Das schliesst nicht aus, dass im Einzelfall 

aufgrund besserer Erkenntnisse oder mit Rücksicht auf die Besonderheiten des Einzel-

falles  vom  Kreisschreiben  Abstand  genommen  und  eine  andere  Bewertungsmethode 

herangezogen wird (BGr, 30. Juni 2014, 2C_1168 + 1169/2013, E. 3.6; BGr, 18. Sep-

tember 2013, 2C_309 + 310/2013, E. 3.6). 

d)  Das  kantonale  Steueramt  hält  fest,  dass  die  Bewertung  der  AG  nach  den 

Grundsätzen von KS 28 nicht strittig sei. Gemäss Rz. 2 Abs. 4 dieser Wegleitung seien 

privatrechtliche  Vereinbarungen  wie  z.B.  Aktionärbindungsverträge,  welche  die  Über-

tragbarkeit  der Wertpapiere  beeinträchtigten, für die  Bewertung unmassgeblich. Dem-

gegenüber hält der Pflichtige in Beschwerde und Rekurs an seiner im Einsprachever-

fahren  vertretenen  Auffassung  fest,  dass  aufgrund  der  ungünstigen  wirtschaftlichen 

Aussichten des Unternehmens ein Aktienwert von Fr. 500.- angemessen sei. 

e)  Wie  in  E.  1e  gesagt,  erzielte  die  D  AG  im  Jahr  2014  einen  Gewinn  von 

Fr. 134'052.-,  nachdem  sie  in  den  Vorjahren  2012  und  2013  einen  Verlust  von  

Fr. 23'722.- bzw. Fr. 137'992.- erlitten hatte. Aufgrund dieser Ergebnisse stieg der nach 

Massgabe von KS 28 ermittelte Unternehmenswert von Fr. 16'697.- per Ende 2013 auf 

Fr.  447'150.-  per  Ende  2014  und  sank  per  Ende  2015  auf  Fr.  325'230.  Dementspre-

chend  erhöhte  sich  der  Brutto-Steuerwert  einer  Aktie  von  (rund)  Fr.  33.-  per  31.  De-

zember  2013  auf  (rund)  Fr.  850.-  per  31.  Dezember  2014  und  ging  per  31.  Dezem-

ber 2015 wieder auf Fr. 650.- zurück. 

Der  Pflichtige  macht  nicht  geltend,  dass  dem  kantonalen  Steueramt  bei  der 

Ermittlung des letztgenannten Werts ein methodischer Fehler unterlaufen sei. Es mag 

zutreffen,  dass  der Wert  des  streitbetroffenen  Kleinunternehmens  in  der  Werbemittel-

branche stärkeren Schwankungen unterliegt als der Wert von Unternehmen in anderen 

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Branchen. Aus diesem Umstand lässt sich jedoch nicht ableiten, dass von der Bewer-

tung auf der Grundlage nach KS 28 abzuweichen wäre. Es liegt auch keine Handände-

rung unter unabhängigen Dritten vor. Denn sowohl der Verkäufer als auch der Käufer 

der Aktien waren Mitglieder des Verwaltungsrats der D AG. Auf die unter E. 1h gezo-

genen Schlüsse kann für den Vermögenssteuerwert auch nicht abgestellt werden. Bei 

der  Vermögenssteuer  fällt  die  Belastung  nicht  stark  ins  Gewicht,  weshalb  sich  eine 

schematisierte  Lösung  aufdrängt,  die  den  Bedürfnissen  einer  effizienten  Verwaltung 

gerecht  wird  (vgl.  Peter  Locher,  Praktikabilität  im  Steuerrecht  [unter  besonderer  Be-

rücksichtigung des materiellen Rechts der direkten Steuern], in: Beiträge zur Methodik 

und zum System des schweizerischen Steuerrechts, 2014, S. 249). Wie in E. 1g aus-

geführt,  schlagen  sich  stark  divergierende  Ertragswerte  in  der  Bewertung  nachfolgen-

der  Steuerperioden  nieder  und  führt  dies,  über  mehrere  Jahre  hinweg  betrachtet,  zu 

einem  Ausgleich.  Aufgrund  dessen  ist  es  nicht  zu  beanstanden,  wenn  das  kantonale 

Steueramt den Vermögenssteuerwert basierend auf dem Modell 1 des KS 28 ermittelt 

hat.  Der  mit  dem  Einspracheentscheid  Staats-  und  Gemeindesteuern  2015  bestätigte 

Vermögenssteuerwert  der  Aktien  der  D  AG  von  Fr.  650.-  ist  daher  rechtens  und  der 

Rekurs insoweit abzuweisen.  

3.  Diese  Erwägungen  führen  zur  Gutheissung  der  Beschwerde  und  zur  teil-

weisen  Gutheissung  des  Rekurses.  Das  steuerbare  Einkommen  vermindert  sich  um 

die  zu  Unrecht  vorgenommene  Aufrechnung  von  Fr. 26'250.-  auf  (rund)  Fr. 66'100.- 

(direkte  Bundessteuer)  bzw.  (rund)  Fr.  59'700.-  (satzbestimmend  Fr. 63'600.-;  Staats- 

und Gemeindesteuern). Das steuerbare Vermögen von Fr. 324'000.- (satzbestimmend 

Fr. 444'000.-) gemäss Einspracheentscheid bleibt unverändert. 

4.  Bei  diesem  Prozessausgang  sind  die  Kosten  des  Verfahrens  der  unterlie-

genden  Beschwerdegegnerin  bzw.  dem  weitestgehend  unterliegenden  Rekursgegner 

aufzuerlegen (Art. 144 Abs. 1 DBG und § 151 Abs. 1 StG) und ist dem Pflichtigen eine 

reduzierte  Parteientschädigung  im  angemessenen  Umfang  von  (insgesamt)  Fr. 500.- 

(einschliesslich  Mehrwertsteuer)  zuzusprechen  (Art.  144  Abs.  4  DBG  i.V.m.  Art. 64 

Abs.  1  des  Bundesgesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20. Dezember  1968 

bzw. § 152 StG i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 

1959). 

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Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Der  Beschwerdeführer  wird  für  die  direkte 

Bundessteuer,  Steuerperiode  2015,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 66'100.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 36 Abs. 2 DBG; Verheiratetentarif). 

2.  Der  Rekurs  wird  teilweise  gutgeheissen.  Der  Rekurrent  wird  für  die  Staats-  und 

Gemeindesteuern  wie  folgt  eingeschätzt  (Tarif  gemäss  §  35  Abs. 2  bzw.  § 47  

Abs. 2 StG; Verheiratetentarif): 

Steuerperiode 

Einkommen 

Vermögen 

2015 

steuerbar 

satzbestimmend 

Fr. 

59'700.- 

63'600.-. 

Fr. 

324'000.- 

444'000.-. 

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