# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e3089a4b-dd2f-5516-9321-3a615dde454e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-11-10
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 10.11.2009 D-6883/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6883-2009_2009-11-10.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-6883/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 0 .  N o v e m b e r  2 0 0 9

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
Kosovo,
vertreten durch Dr. St. Laederich (Rechtsvertreter 1),
(...),
sowie durch lic. iur. Othman Bouslimi (Rechtsvertreter 2),
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfü-
gung des BFM vom 28. Oktober 2009 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-6883/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimat-
staat Ende 2006 verliess und nach einem mehrjährigen Aufenthalt bei 
Bekannten in Montenegro am 29. September 2009 in die Schweiz ein-
reiste,

dass  er  am  1.  Oktober  2009  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
(EVZ)  M._______  ein  Asylgesuch  stellte,  das  er  anlässlich  der 
Befragung vom 7. Oktober 2009 im EVZ und der direkten Anhörung 
vom  22. Oktober  2009  durch  das  BFM  im  Wesentlichen  damit 
begründete,  er  habe  zwischen  März  1997  und  März  1998  den 
obligatorischen Militärdienst in Serbien geleistet,

dass er  die militärische Grundausbildung in der  Kaserne N._______ 
(Serbien) absolviert  habe und anschliessend für Unterhalts- und Ma-
lerarbeiten in der Kaserne eingesetzt worden sei,

dass er nach dem Ende des Kosovokriegs aufgrund des von ihm ge-
leisteten Militärdienstes und wegen seiner Zugehörigkeit zu einer Min-
derheit (Ashkali) in Schwierigkeiten mit Angehörigen der UCK geraten 
sei,

dass er etwa in ein leerstehendes Gebäude mitgenommen und verprü-
gelt worden sei, ein Schicksal, das ihm bis zur Ausreise aus dem Ko-
sovo noch mehrfach widerfahren sei,

dass der Beschwerdeführer zur Untermauerung seiner Vorbringen ei-
nen Geburtsschein sowie einen Heimatschein zu den Akten reichte,

dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom 28.  Oktober  2009  –  eröffnet  am 
29. Oktober 2009 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 1 des Asylgesetzes 
vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht ein-
trat und die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordne-
te,

dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, der Bundes-
rat habe den Kosovo mit Beschluss vom 6. März 2009 als verfolgungs-
sicheren Staat (safe country) im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG 
bezeichnet, weshalb das BFM auf Asylgesuche kosovarischer Staats-

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angehöriger nicht  eintrete, ausser es gebe Hinweise auf  eine Verfol-
gung,

dass in casu jedoch keine derartigen Hinweise, welche die widerlegba-
re Vermutung der Verfolgungssicherheit gemäss Art. 6a Abs. 2 Bst. a 
AsylG umstossen könnten, aus den Akten ersichtlich seien,

dass  seine  Vorbringen  zur  angeblichen  Verfolgungssituation  haltlos 
seien, er sich weder bei der UNMIK-Police noch der KFOR um Schutz 
bemüht habe und erst nach längerer Zeit ausgereist sei, ferner die von 
ihm genannten Ursachen für seine Schwierigkeiten nicht plausibel sei-
en und die Vorbringen sich insgesamt durch chronologische und inhalt-
liche Widersprüche auszeichneten,

dass  vom Vorhandensein  eines  adäquaten  Schutzes  der  Ashkali  im 
Heimatstaat auszugehen sei,

dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingaben  vom  2. und  4.  Novem-
ber 2009 gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Be-
schwerde erheben und dabei unter anderem die Aufhebung der ange-
fochtenen Verfügung sowie die Gewährung von Asyl beantragen liess, 
ferner  die  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvoll-
zugs festzustellen und die vorläufige Aufnahme des Beschwerdefüh-
rers in der Schweiz anzuordnen sei, nicht zuletzt sei eine vorsorgliche 
Massnahme im Sinne der  aufschiebenden  Wirkung  anzuordnen und 
dem Beschwerdeführer eine Frist zur Vervollständigung der Beschwer-
deschrift vom 2. November 2009 anzusetzen,

dass er schliesslich in prozessualer  Hinsicht  die Gewährung der un-
entgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesge-
setzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf die Erhebung eines Kosten-
vorschusses beantragen liess,

dass die vorinstanzlichen Akten am 5. November 2009 beim Bundes-
verwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m. Art. 31 - 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32]; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

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dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung beson-
ders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung be-
ziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – teils 
offensichtlich  unbegründet,  teils  offensichtlich begründet  ist,  weshalb 
darüber  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines 
zweiten Richters beziehungsweise einer zweiten Richterin zu entschei-
den ist (Art. 111 Bst. e AsylG), 

dass somit auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Be-
schwerde – unter Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen - einzutre-
ten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG),

dass der Beschwerde aufschiebende Wirkung zukommt (Art. 55 Abs. 1 
VwVG) und die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung einer allfäl-
ligen  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  nicht  entzogen  hat 
(Art. 55 Abs. 2 VwVG), 

dass daher auf das Begehren, es sei eine vorsorgliche Massnahme im 
Sinne  der  aufschiebenden  Wirkung  anzuordnen,  mangels  Rechts-
schutzinteresses nicht einzutreten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen (Art. 32  -  35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent-
scheid  als  unrechtmässig  erachtet  – einer  selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Entscheidun-
gen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission 
[EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

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dass demnach auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, soweit darin 
beantragt wird, es sei dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren,

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass  in  casu  weder  aussergewöhnlicher  Umfang  noch  besondere 
Schwierigkeit der Beschwerdesache gegeben sind (vgl. Art. 53 VwVG), 
weshalb  es  sich  erübrigt,  dem Beschwerdeführer  eine  Frist  zur  Be-
schwerdeergänzung anzusetzen, und das entsprechende Gesuch ab-
zuweisen ist,

dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staa-
ten nach Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG (sogenannte Safe-Country-Rege-
lung) nicht eingetreten wird, ausser es gebe Hinweise auf Verfolgung 
(Art. 34 Abs. 1 AsylG),

dass in den Beschwerdeeingaben vom 2. und 4. November 2009 fest-
gehalten wird, die Vorinstanz habe in den Vorbringen des Beschwerde-
führers zu Unrecht keine Hinweise auf Verfolgung gesehen,

dass die fehlende Reaktion des Beschwerdeführers auf Angriffe Dritter 
seine  diesbezüglichen  Vorbringen  nicht  als  unglaubhaft  erscheinen 
lasse, zumal alle bisherigen Rapporte international anerkannter NGOs 
den Schluss zuliessen, im Kosovo führten Angriffe gegen Minderheiten 
nicht zu Verurteilungen, sondern zu häufigen Bedrohungen von Anklä-
gern und Zeugen,

dass die Lage ethnischer Minderheiten im Kosovo immer noch als pre-
kär zu betrachten sei,

dass diese Vorbringen indessen lediglich zum Teil zu einer veränderten 
Betrachtungsweise Anlass geben,

dass  sich  zunächst  die  Frage  stellt,  welche  Staatsangehörigkeit  der 
Beschwerdeführer besitzt,

dass gemäss Art. 155 Abs. 2 der am 15. Juni 2008 in Kraft getretenen 
Verfassung von Kosovo allen Bürgern der ehemaligen Bundesrepublik 
Jugoslawien, die am 1. Januar 1998 ihren ständigen Wohnsitz („habi-
tually residing“) in Kosovo hatten, sowie deren direkten Nachkommen 

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unabhängig  vom  aktuellen  Wohnsitz  und  allfällig  vorbestehender 
Staatsbürgerschaften  die  kosovarische  Staatsbürgerschaft  zukommt 
(vgl. für  den völkerrechtlichen Status des Kosovo und zur Frage der 
Staatsangehörigkeit D-3369/2006, Urteil vom 19. Juni 2009, E. 5.1 und 
6.1, mit weiteren Hinweisen),

dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben im Jahre 1998 
im Kosovo lebte,

dass der Beschwerdeführer demnach kosovarischer Staatsbürger ist,

dass  der  Bundesrat  mit  Beschluss  vom  6.  März  2009  Kosovo  zum 
"safe country" im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG erklärt hat und 
von dieser  Einschätzung im Rahmen der  periodischen Prüfung (vgl. 
Art. 6a Abs. 3 AsylG) bisher nicht abgewichen ist,

dass  praxisgemäss  bei  Art. 34  Abs. 1  AsylG  derselbe  weite  Verfol-
gungsbegriff  zur  Anwendung  gelangt  wie  bei  den  Art. 18,  Art. 33 
Abs. 3 Bst. b und Art. 35 AsylG (zu den beiden erstgenannten Bestim-
mungen vgl. EMARK 2004 Nr. 35 E. 4.3 S. 247), 

dass dieser weite Verfolgungsbegriff  nicht  bloss ernsthafte Nachteile 
im Sinne von Art. 3 AsylG umfasst, sondern auch die von Menschen-
hand  verursachten  Wegweisungshindernisse  im  Sinne  von  Art. 44 
Abs. 2  AsylG  i.V.m.  Art. 83  Abs. 3  und  4  des  Bundesgesetzes  vom 
16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG, 
SR 142.20)  (vgl.  EMARK 2004 Nr. 5  E. 4c.aa  S. 35 f.,  EMARK 2004 
Nr. 35 E. 4.3 S. 247), 

dass ausserdem dabei ein im Vergleich zum - bereits erleichterten - 
Beweismass  des  Glaubhaftmachens  nochmals  reduzierter  Massstab 
anzuwenden ist,

dass, sobald sich aus den Akten Hinweise auf Verfolgung ergeben, de-
ren Unglaubhaftigkeit nicht bereits auf den ersten Blick erkannt werden 
kann,  auch bei Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten ein-
lässlich geprüft werden muss, ob sie die Flüchtlingseigenschaft erfül-
len (vgl. EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 16 f.),

dass die Vorinstanz zutreffend und in ausführlicher Begründung festge-
stellt hat, dass sich aufgrund der unglaubhaften Vorbringen insgesamt 

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keine Hinweise auf Verfolgung ergäben und in den diesbezüglichen Er-
wägungen kein Beanstandungspotenzial zu erkennen ist,

dass zwecks Vermeidung von Wiederholungen auf die vorstehende zu-
sammenfassende Darlegung dieser Erwägungen sowie im Detail  auf 
den  diesbezüglichen  Inhalt  der  angefochtenen  Verfügung  (vgl.  dort 
E. I) verwiesen wird,

dass die erkannten Unglaubhaftigkeitselemente eklatant und augenfäl-
lig sind und keinen andern Schluss zulassen, als dass die Verfolgungs-
vorbringen nicht der Wahrheit entsprechen,

dass der  Beschwerdeführer bei  dieser  Sachlage auch aus allfälligen 
Berichten von NGOs nichts zu seinen Gunsten ableiten kann, zumal 
sich diese nicht auf den Beschwerdeführer beziehen,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  einlässlicher  Prüfung  der 
Akten zur Ansicht gelangt, dass im Verfahren des Beschwerdeführers 
keine Hinweise auf Verfolgung vorliegen, welche nicht auf den ersten 
Blick als haltlos erkennbar wären,

dass  nach  dem  Gesagten  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von 
Art. 34 Abs. 1 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerde-
führers nicht eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegwei-
sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend 
der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An-
spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang  mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeord-
net wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

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dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, weil keine Hinweise auf Verfolgung vorliegen, die sich nicht als of-
fensichtlich haltlos erweisen,  und keine Anhaltspunkte für  eine men-
schenrechtswidrige Behandlung ersichtlich sind, die dem Beschwerde-
führer im Kosovo droht (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass das Bundesverwaltungsgericht in seiner Praxis grundsätzlich von 
der Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs von albanischsprachigen 
Roma,  Ashkali  und  „Ägyptern“  in  den  Kosovo  ausgeht,  sofern  auf 
Grund einer Einzelfallabklärung bestimmte Reintegrationvoraussetzun-
gen  –  wie  berufliche  Ausbildung,  Gesundheitszustand,  Alter,  ausrei-
chende wirtschaftliche Lebensgrundlage und Beziehungsnetz im Koso-
vo – als gegeben erscheinen (vgl. BVGE 2007/10),

dass das Bundesverwaltungsgericht  auch nach der Qualifikation des 
Kosovo  als  „safe  country“  durch  Bundesratsbeschluss  vom  1.  April 
2009 an dieser Rechtsprechung grundsätzlich festhält, weil sich die Si-
tuation der Minderheiten durch die Unabhängigkeit nicht grundlegend 
geändert  bzw. verbessert  hat  punkto Sicherheit,  Bestreitung des Le-
bensunterhaltes  und  diskriminierungsfreiem  Zugang  zu  öffentlichen 
Leistungen wie Ausbildung, Justiz oder medizinische Versorgung,

dass die Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung die Zumutbarkeit 
des Wegweisungsvollzuges bejaht, ohne sich auf Abklärungen vor Ort 
stützen zu können,

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dass der angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 2009 auch keine 
Begründung für den Verzicht der Vorinstanz auf Abklärungen vor Ort 
zu entnehmen ist,

dass von einem bereits aufgrund der eigenen Angaben des Beschwer-
deführers vollständig erstellten Sachverhalt insofern nicht gesprochen 
werden kann, als zentrale Fragen wie diejenige nach einer mittelfristig 
gesicherten  Bleibe  im Kosovo,  diejenige  nach  den beruflichen  Pers-
pektiven oder nach der finanziellen Unterstützung durch Drittpersonen 
(vgl. A12/15 F 22) offen bleiben,

dass die angefochtene Verfügung somit im Vollzugspunkt (Ziff. 4 und 5) 
auf einem unvollständig abgeklärten Sachverhalt beruht,

dass die unterbliebenen, notwendigen Abklärungen vor Ort eine relativ 
aufwändige  Beweiserhebung  darstellen,  weshalb  sich  in  einem  sol-
chen Fall gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts die Kassati-
on  der  angefochtenen  Verfügung  rechtfertigt  (vgl.  die  Praxis  bei 
mangelhafter  Abklärung  des  Sachverhaltes  in:  ANDRÉ MOSER/MICHAEL 
BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren vor dem Bundesverwaltungs-
gericht, Basel 2008, S. 180 f. Rz. 3.193 ff.),

dass somit die Ziffern 3 - 5 der angefochtenen Verfügung vom 28. Ok-
tober 2009 aufzuheben sind und das BFM anzuweisen ist,  die erfor-
derlichen Abklärungen vor Ort  vorzunehmen bzw. vornehmen zu las-
sen und aufgrund des vollständig erstellten und aktualisierten Sach-
verhalts betreffend den Vollzug der Wegweisung neu zu entscheiden,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  keine  Kosten  zu  erheben 
sind (Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG), womit das Gesuch um Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege gegenstandslos wird,

dass die  Vorinstanz  angesichts  des  teilweise  Obsiegens (betreffend 
den  Wegweisungsvollzug)  anzuweisen  ist,  dem  Beschwerdeführer 
eine hälftige Parteientschädigung auszurichten (Art. 64 Abs. 1 und 2 
VwVG; Art.  7  Abs. 1  und 2  des  Reglements  vom 21. Februar  2008 
über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-
gericht [VGKE, SR 173.320.2]),

dass der Rechtsvertreter 1 des Beschwerdeführers zwar keine Kos-
tennote  einreichte,  doch  ist  der  entstandene  und  notwendige  Auf-
wand aufgrund der Akten abschätzbar (Art. 14 Abs. 2 VGKE),  wes-

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halb von der Einforderung einer Kostennote abzusehen und die Ent-
schädigung  zu  Lasten  des  BFM  auf  Fr.  600.--  (inkl.  Auslagen  und 
MWSt) festzusetzen ist,

dass  dieses  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  der  vom  Be-
schwerdeführer zuerst bezeichneten bevollmächtigten Person zu er-
öffnen ist (Art. 12 Abs. 2 AsylG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das  Gesuch  um  Einräumung  einer  Frist  zur  Beschwerdeergänzung 
wird abgewiesen.

2.
Die  Beschwerde  wird,  soweit  darauf  eingetreten  wird,  bezüglich  der 
Ziffern 1 und 2 der angefochtenen Verfügung vom 28. Oktober 2009 
abgewiesen.

3.
Die  Beschwerde  wird  betreffend  die  vorinstanzliche  Anordnung  des 
Wegweisungsvollzuges gutgeheissen. Ziffern 3 - 5 der angefochtenen 
Verfügung vom 28. Oktober 2009 werden aufgehoben. Die Vorinstanz 
hat  das erstinstanzliche Verfahren im Sinne der  Erwägungen wieder 
aufzunehmen.

4.
Auf die Auferlegung von Verfahrenskosten wird verzichtet.

5.
Das BFM hat dem Beschwerdeführer eine Parteientschädigung in der 
Höhe von Fr. 600.-- (inkl. Auslagen und MWSt) auszurichten.

6.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter 1 des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N   (per 

Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)
- den Rechtsvertreter 2 des Beschwerdeführers (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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