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**Case Identifier:** 69e073ac-b8aa-5d48-a7f9-cfc67497b2ad
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-27
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 27.01.2022 IV 2020/254
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2020-254_2022-01-27.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2020/254

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 21.07.2022

Entscheiddatum: 27.01.2022

Entscheid Versicherungsgericht, 27.01.2022
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Invaliditätsbemessung. 
Würdigung eines Administrativgutachtens (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Januar 2022, IV 
2020/254).

Entscheid vom 27. Januar 2022

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2020/254

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Amanda Guyot, GN Rechtsanwälte, 

St. Leonhard-Strasse 20, Postfach, 9001 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im Januar 2002 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 7). Sie gab an, sie habe eine Haushaltlehre absolviert 

und arbeite aktuell als „Allrounder“ in der Küche, am Buffet, im Service etc. Seit März 

2000 leide sie an einem Lupus erythematodes. Im Auftrag der IV-Stelle erstatteten der 

Rheumatologe Dr. med. B.___ und der Psychiater Dr. med. C.___ am 5. Februar 2004 

ein bidisziplinäres Gutachten (IV-act. 54 und 56). Sie hielten fest, in psychiatrischer 

Hinsicht liege lediglich eine reaktive Dysthmyia vor, die sich nicht auf die 

Arbeitsfähigkeit auswirke; aus rheumatologischer Sicht lasse sich die von den 

behandelnden Ärzten zur Diskussion gestellte Verdachtsdiagnose einer systemischen 

Lupus erythematodes-Erkrankung nicht aufrecht erhalten. Der einzige lupusverdächtige 

objektive klinische Befund sei die teleangiektatische Gesichtsrötung, die von einem 

Dermatologen aber als eine seborrhoische Dermatitis beurteilt worden sei. Das 

humorale Terrain mit sehr niedrigtitrigen antinukleären Faktoren und nur einem 

einmaligen Anti-DNS-Nachweis könne den Verdacht auf eine Lupus erythematodes-

Erkrankung für sich allein nicht erhärten. Die Steroid- und Antimalarika-Behandlung 

habe keine Wirkung gezeigt. Phänomenologisch entspreche das Beschwerdebild einer 

Mischung zwischen einem chronischen Müdigkeitssyndrom und einem primären 

Fibromyalgiesyndrom. Aus somatischer Sicht könne für eine körperlich leichte, 

wechselbelastende Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet 

werden. Nach einer knapp viermonatigen beruflichen Abklärung in einer Buchbinderei 

berichtete das „Brüggli“ Romanshorn am 19. Oktober 2004 (IV-act. 66), die Versicherte 

habe eine Arbeitsleistung gezeigt, die einer Leistungsfähigkeit von 50 Prozent bei einer 

Präsenzzeit von 50 Prozent „in einem geschützten Rahmen oder auch in der freien 

Wirtschaft“ entspreche. Die krankheitsbedingte Ausfallquote sei sehr hoch gewesen, 

A.a. 

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weshalb sich eine erneute medizinische Abklärung empfehle. Mit einer Verfügung vom 

25. Januar 2005 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der Versicherten ab (IV-act. 

69). Zur Begründung führte sie an, ausgehend von den Angaben des Arbeitgebers 

betrage das Valideneinkommen 43’486 Franken, was dem im Arbeitgeberfragebogen 

angegebenen Jahreslohn von 42’000 Franken unter Berücksichtigung der 

Nominallohnentwicklung 2002–2005 entspreche. Gestützt auf das Gutachten der Dres. 

B.___ und C.___ sei von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit für leidensadaptierte 

Tätigkeiten auszugehen. Gemäss der Tabelle A13 der Schweizerischen 

Lohnstrukturerhebung (LSE) 2002 für die Grossregion Ostschweiz könnte die 

Versicherte unter Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 

41,7 Stunden und der Nominallohnentwicklung 2002–2005 einen Lohn von 47’265 

Franken erzielen. Dieser Betrag sei um 15 Prozent zu kürzen, weil die Versicherte bloss 

noch körperlich leichte, wechselbelastende Tätigkeiten ausüben könne. Das 

zumutbarerweise erzielbare Invalideneinkommen betrage folglich 40’175 Prozent und 

damit 92 Prozent des Valideneinkommens von 43’486 Franken. Der Invaliditätsgrad 

belaufe sich also auf acht Prozent, aber ein Rentenanspruch bestehe erst ab einem 

Invaliditätsgrad von mindestens 40 Prozent. Eine gegen diese Verfügung erhobene 

Einsprache wurde mit einem Entscheid vom 16. März 2005 gutgeheissen; die 

Verfügung wurde aufgehoben und die IV-Stelle nahm weitere Abklärungen vor (IV-act. 

79).

Im März 2006 beauftragte die IV-Stelle die Ärztliches Begutachtungsinstitut (ABI) 

GmbH mit einer polydisziplinären Begutachtung der Versicherten (IV-act. 89). Die 

Sachverständigen der ABI GmbH hielten in ihrem Gutachten vom 19. September 2006 

fest (IV-act. 97), die Versicherte leide anamnestisch (verdachtsweise) an einer nicht 

klassifizierbaren milden Kollagenose, an einem chronisch rezidivierenden lumbo-

vertebralen Schmerzsyndrom, an einer Neurasthenie sowie – ohne Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit – an einer Schmerzverarbeitungsstörung. Aus somatischer Sicht seien 

ihr leidensadaptierte Tätigkeiten uneingeschränkt zumutbar. Aus psychiatrischer Sicht 

bestehe eine Einschränkung von 20 Prozent. Die IV-Stelle ermittelte anhand eines 

Einkommensvergleichs, bei dem der Ausgangswert des zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens dem Valideneinkommen entsprach, unter Berücksichtigung eines 

Arbeitsunfähigkeitsgrades von 20 Prozent und einer „zusätzlichen 

A.b. 

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behinderungsbedingten Kürzung“ von 25 Prozent einen Invaliditätsgrad von 40 

Prozent, weshalb sie der Versicherten mit einer Verfügung vom 25. April 2008 

rückwirkend per 1. Januar 2003 eine Viertelsrente zusprach (IV-act. 127 f.). Diese 

Verfügung erwuchs unangefochten in formelle Rechtskraft.

Im Juli 2009 ersuchte die Versicherte um eine Rentenerhöhung (IV-act. 134). Die 

IV-Stelle forderte sie am 10. August 2009 auf, eine relevante Veränderung des 

Gesundheitszustandes seit dem 25. April 2008 glaubhaft zu machen (IV-act. 135). Am 

20. August 2009 notierte Dr. med. D.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst 

(RAD), die von der Versicherten zwischenzeitlich eingereichten medizinischen Berichte 

(vgl. IV-act. 136) machten eine relevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft (IV-act. 

137). Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die ABI GmbH am 24. Mai 2011 ein 

Verlaufsgutachten (IV-act. 181). Die Sachverständigen führten aus, die Versicherte leide 

an einem chronischen lumbo-spondylogenen Schmerzsyndrom bei einem Status nach 

einer mikrochirurgischen Sequesterektomie und Nukleotomie L4/5 rechts am 13. 

Februar 2009 sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einer 

Schmerzverarbeitungsstörung und anamnestisch verdachtsweise an einer nicht 

klassifizierbaren milden Kollagenose. Die Versicherte habe im Rahmen der 

Begutachtung angegeben, dass sie seit Jahren nicht mehr an Symptomen der 

Kollagenose gelitten habe. Die objektive Untersuchung habe keine Hinweise auf die 

Erkrankung geliefert. Die Belastbarkeit der Wirbelsäule habe sich aber verschlechtert; 

die Versicherte habe sich im Februar 2009 einer Operation unterziehen müssen. Aus 

rheumatologischer Sicht könne für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten lediglich noch ein 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 Prozent attestiert werden. Aus psychiatrischer Sicht sei 

dagegen bei einem völlig unauffälligen objektiven klinischen Befund eine 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit zu attestieren, womit aus polydisziplinärer Sicht 

weiterhin ein Arbeitsfähigkeitsgrad von 80 Prozent für ideal leidensadaptierte 

Tätigkeiten vorliege. Für die Zeit vom 3. Februar 2009 bis zum Zeitpunkt der aktuellen 

Begutachtung (13. April 2011) sei mit Blick auf insgesamt drei Wirbelsäulenoperationen 

eine durchgehende vollständige Arbeitsunfähigkeit zu attestieren. Die RAD-Ärztin Dr. 

D.___ qualifizierte das Verlaufsgutachten als überzeugend (IV-act. 183). Mit einer 

Verfügung vom 15. Februar 2012 (IV-act. 202) hob die IV-Stelle die ursprüngliche 

rentenzusprechende Verfügung vom 25. April 2008 rückwirkend auf. Sie „verzichtete 

A.c. 

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ausnahmsweise“ auf eine Rückforderung und sie hob die laufende Rente mit Wirkung 

ab dem Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Zur Begründung 

führte sie an, nach der damaligen Rechtsprechung des Bundesgerichtes hätte der 

Neurasthenie keine Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit zuerkannt werden dürfen. 

Zudem hätte höchstens ein „Leidensabzug“ von zehn Prozent gewährt werden dürfen. 

Mit einer weiteren Verfügung vom 31. Oktober 2012 sprach die IV-Stelle der 

Versicherten für die Zeit vom 1. Juli 2009 bis zum 31. Juli 2011 eine ganze Rente im 

Gesamtbetrag von 42’785 Franken zu, von der sie die für jenen Zeitraum bereits 

ausgerichtete Viertelsrente im Gesamtbetrag von 10’706 Franken abzog und die sie 

zudem mit einer Rückforderung von Rentenleistungen für die Zeit vom 1. August 2011 

bis zum 31. März 2012 im Betrag von 3’472 Franken verrechnete (IV-act. 233). Die 

Versicherte zog eine bereits vor dem 31. Oktober 2012 erhobene Beschwerde gegen 

die Wiedererwägungsverfügung vom 15. Februar 2012 am 2. Oktober 2014 zurück, 

weshalb das entsprechende Beschwerdeverfahren mit einem Entscheid vom 6. 

Oktober 2014 als gegenstandslos abgeschrieben wurde (IV 2012/106; vgl. IV-act. 238).

Im Februar 2017 meldete sich die Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen 

der Invalidenversicherung an (IV-act. 250). Dem Anmeldeformular legte sie einen 

Bericht des Schmerzzentrums des Kantonsspitals St. Gallen vom 8. Februar 2017 bei, 

in dem ein chronifiziertes Schmerzsyndrom diagnostiziert und ein Status nach einer 

Neurolyse im Juli 2014 sowie eine sehr starke Belastung „im Bereich Depression“ 

erwähnt worden waren (IV-act. 251). Die RAD-Ärztin Dr. D.___ notierte im Mai 2017, der 

Bericht vom 8. Februar 2017 enthalte keinen Hinweis, mit dem eine relevante 

Sachverhaltsveränderung seit dem 31. Oktober 2012 glaubhaft gemacht wäre (IV-act. 

261). Mit einem Vorbescheid vom 9. Mai 2017 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, 

dass sie vorsehe, nicht auf die Wiederanmeldung einzutreten (IV-act. 263). Dagegen 

wendete die Versicherte am 6. Juni 2017 ein, bevor über ihr neues Leistungsbegehren 

entschieden werden könne, müssten aktuelle medizinische Unterlagen eingeholt 

werden (IV-act. 268). Am 26. Juni 2017 forderte die IV-Stelle die Versicherte auf, eine 

relevante Sachverhaltsveränderung glaubhaft zu machen (IV-act. 269). Im August 2017 

gingen der IV-Stelle mehrere medizinische Berichte zu (IV-act. 273 ff.). Die RAD-Ärztin 

Dr. D.___ hielt nach einer Würdigung dieser Berichte am 12. Oktober 2017 fest, eine 

relevante Veränderung des Gesundheitszustandes sei glaubhaft gemacht, weshalb der 

A.d. 

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medizinische Sachverhalt eingehend ermittelt werden müsse (IV-act. 288). Am 17. April 

2018 beauftragte die IV-Stelle die Begaz GmbH mit der Erstellung eines 

polydisziplinären Gutachtens (IV-act. 313). Am 13. August 2018 erstattete die Begaz 

GmbH das in Auftrag gegebene Gutachten (IV-act. 318). Der internistische 

Sachverständige hielt fest, er habe keine auffälligen Befunde erheben können. Aus 

internistischer Sicht liege keine Gesundheitsbeeinträchtigung mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit vor. Der orthopädische Sachverständige führte aus, die Versicherte 

leide an einem chronischen lumbo-spondylogenen Schmerzsyndrom bei einem Status 

nach einer mikrochirurgischen Sequesterektomie und Nukleotomie L4/5 rechts im 

Februar 2009, einem Status nach einer TLIF L4–S1, einer transpedikulären 

Spondylodese L4/5 und L5/S1 beidseits im Juni 2009, einem Status nach einer OSME 

im August 2010, einem sekundären myofascialen Schmerzsyndrom und einem durch 

die Bildgebung begründeten Verdacht auf einen unvollständigen ossären Durchbau der 

Zwischenwirbelräume L4–S1 sowie – ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an 

einem Status nach einer nicht klassifizierbaren milden Kollagenose. Angesichts der 

vergangenen Rückenoperationen und der möglicherweise unvollständig durchgebauten 

Zwischenwirbelräumen seien der Versicherten keine schweren körperlichen Tätigkeiten 

(Heben von Lasten, die mehr als 5kg wiegen, häufiges Bücken) zumutbar. Für leichte 

bis mittelschwere Tätigkeiten sei schmerzbedingt ein erhöhter Pausenbedarf im 

Umfang von 30 Prozent zu attestieren. Seit der Begutachtung durch die ABI GmbH im 

April 2011 sei es zu einer objektivierbaren Schmerzverstärkung gekommen. Da die 

Problematik erst im Rahmen einer CT-Untersuchung im März 2018 entdeckt worden 

sei, gelte die aktuelle Arbeitsfähigkeitsschätzung ab März 2018. Der psychiatrische 

Sachverständige hielt fest, der objektive klinische Befund sei weitgehend unauffällig 

gewesen. Nicht nur der objektive Befund, sondern auch die anamnestischen Angaben 

der Versicherten hätten erhebliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der Diagnosestellung 

(mittelgradige depressive Episode, andauernde Persönlichkeitsänderung) und der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung (Arbeitsunfähigkeit von 80 Prozent) des behandelnden 

Psychiaters geweckt. Die Versicherte leide zwar unter Stimmungsschwankungen, wie 

sie bei jeder Schmerzproblematik aufträten, aber nach ihren eigenen Angaben lägen 

keine Leitsymptome einer depressiven Störung – längerdauernd gedrückte Stimmung 

ohne wesentliche Veränderungen, Interessenverlust, Freudlosigkeit, Verminderung des 

Antriebes, erhöhte Ermüdbarkeit – vor, weshalb keine depressive Störung 

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diagnostiziert werden könne. Die Diagnose einer Persönlichkeitsänderung setze eine 

deutliche Veränderung der primären Persönlichkeitsstruktur voraus. Eine solche lasse 

sich anamnestisch aber nicht objektivieren. In den Akten und in der klinischen 

Untersuchung hätten auch keine Hinweise auf eine primäre Persönlichkeitsproblematik 

festgestellt werden können. Aus psychiatrischer Sicht lägen gesamthaft keine 

Anhaltspunkte vor, mit denen sich eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen 

liesse. Die Schmerzstörung, die auf körperliche und psychische Faktoren 

zurückzuführen sei, schränke allerdings das Spektrum der zumutbaren Tätigkeiten ein: 

Körperlich belastende Tätigkeiten seien nicht mehr zumutbar. Der neurologische 

Sachverständige führte aus, der objektive klinische Befund sei mehrheitlich unauffällig 

gewesen. Ein radiculäres Reizsyndrom habe nicht nachgewiesen werden können. 

Klinisch bestehe lediglich der Verdacht auf ein residuelles leichtes S1-Syndrom links. 

Nach drei chirurgischen Eingriffen an der Wirbelsäule sei die Belastbarkeit des 

Achsenskeletts deutlich reduziert. Körperlich schwere und mittelschwere Belastungen 

seien nicht zumutbar. Zudem bestehe eine Einschränkung für Verrichtungen in einer 

vorwiegend einseitigen Körperhaltung sowie für Verrichtungen mit wiederkehrendem 

Bücken oder Aufrichten. In ihrer Konsensbeurteilung hielten die Sachverständigen fest, 

die Versicherte leide an einem chronischen lumbo-spondylogenen Schmerzsyndrom. 

Zudem bestehe der Verdacht auf eine Schmerzstörung mit körperlichen und 

psychischen Faktoren. Aus polydisziplinärer Sicht seien leidensadaptierte Tätigkeiten 

vollschichtig, aber mit einer Einschränkung des Rendements um 30 Prozent zumutbar. 

Die RAD-Ärztin Dr. D.___ qualifizierte das Gutachten als überzeugend (IV-act. 319).

Am 9. November 2018 teilte die Versicherte der IV-Stelle mit, dass sie im 

November 2018 ein weiteres Mal am Rücken operiert werde (IV-act. 328). Am 24. April 

2019 machte sie geltend, sie leide neu auch an einem Diabetes mellitus, der bislang 

noch nicht richtig habe eingestellt werden können (IV-act. 335). Die Klinik für 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates des 

Kantonsspitals St. Gallen hatte am 6. März 2019 berichtet (IV-act. 338), am 5. 

Dezember 2018 sei eine Pseudarthrosenrevision L4–S1 durchgeführt worden. Drei 

Monate nach dem Eingriff habe die Versicherte über eine leichte Verbesserung im 

Vergleich zur Situation vor dem Eingriff berichtet. Die objektiven Befunde seien 

unauffällig gewesen. Die RAD-Ärztin Dr. D.___ notierte am 8. Juli 2019 (IV-act. 343), die 

A.e. 

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Operation dürfte insgesamt zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes geführt 

haben; der Diabetes mellitus habe keine anhaltende Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit. Gesamthaft könne nach wie vor auf das Gutachten der Begaz GmbH 

abgestellt werden. Die Versicherte liess am 30. August 2019 darauf hinweisen (IV-act. 

350), dass sie in Kürze – im Auftrag eines Kreisgerichtes – erneut durch die Begaz 

GmbH begutachtet werde. Sie habe in diesem Zusammenhang darauf bestanden, nicht 

erneut vom Orthopäden Dr. med. E.___ untersucht zu werden, da dieser nur noch 

schlecht höre und mittlerweile geschätzt etwa 80 Jahre alt sei. Bei der letzten 

orthopädischen Untersuchung habe Dr. E.___ die Versicherte jedenfalls nicht 

vollumfänglich verstanden, was natürlich die fachliche Qualität und damit auch den 

Beweiswert des orthopädischen Teilgutachtens mindere. Am 13. Januar 2020 

erstattete die Begaz GmbH im Auftrag eines Kreisgerichtes ein „bidisziplinäres“ (recte: 

orthopädisches) Gutachten (Fremdakten). Der orthopädische Sachverständige Dr. med. 

F.___ hielt fest, bei der klinischen Untersuchung habe sich die Versicherte spontan 

soweit frei bewegt. Aufgefallen sei ein stetiges Umhergehen im Untersuchungszimmer 

während der Anamneseerhebung. Das Platzieren auf der Untersuchungsliege sei 

rückenadaptiert, en bloc erfolgt. Klinisch habe sich eine Druckdolenz am lumbo-

sacralen Übergang mit einer Ausstrahlung entlang dem dorsalen Beckenkamm bis zu 

den ISG ohne Dysfunktionen gefunden. Die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule sei 

deutlich eingeschränkt gewesen. In der kursorischen Untersuchung hätten keine 

Hinweise auf eine radiculäre Reiz- oder Ausfallsymptomatik festgestellt werden 

können. Aus orthopädischer Sicht sei erstaunlich, dass sich die von der Versicherten 

angegebenen Dauerbeschwerden über Jahre in keinerlei Weise positiv hätten 

beeinflussen lassen respektive dass keine therapeutischen Verfahren „gegriffen“ 

hätten, obwohl angeblich massive Beschwerden vorgelegen hätten, die immerhin über 

Jahre zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit geführt haben sollten. Auch wenn 

infolge der wiederholten Operationen an der Lendenwirbelsäule gesichert ein 

organischer Beschwerdekern vorliege, seien die weiterhin geklagten Beschwerden 

insgesamt schwierig zu objektivieren, da die bildgebenden und klinischen Befunde 

weitgehend unauffällig seien. Retrospektiv sei gestützt auf die überzeugenden 

Vorgutachten der ABI GmbH und der Begaz GmbH davon auszugehen, dass die 

Versicherte für leidensadaptierte Tätigkeiten ab dem Jahr 2011 (zweites Gutachten der 

ABI GmbH) zu 100 Prozent, spätestens ab März 2018 (Objektivierung einer 

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B.  

Zustandsverschlechterung im Rahmen einer CT-Untersuchung) zu 70 Prozent und ab 

Juni 2019 (sechs Monate nach der operativen Sanierung einer Pseudarthrose) wieder 

zu 80 Prozent arbeitsfähig gewesen sei. Die RAD-Ärztin Dr. D.___ qualifizierte das 

Gutachten als überzeugend (IV-act. 356). Der Hausarzt Dr. med. G.___ teilte der IV-

Stelle am 26. Juni 2020 mit, dass der Diabetes mellitus unter Kontrolle sei und dass er 

die Arbeitsfähigkeit der Versicherten nicht beeinträchtige (IV-act. 360).

Am 31. August 2020 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie – wie bereits 

mit einem Vorbescheid vom 28. August 2018 angekündigt (vgl. IV-act. 322) – nach wie 

vor die Abweisung des Rentenbegehrens mangels eines rentenbegründenden 

Invaliditätsgrades vorsehe (IV-act. 364). Die Versicherte nahm dazu keine Stellung. Mit 

einer Verfügung vom 6. November 2020 wies die IV-Stelle das Rentenbegehren der 

Versicherten ab (IV-act. 369).

A.f. 

Am 7. Dezember 2020 liess die Versicherte (nachfolgend: die Beschwerdeführerin) 

eine Beschwerde gegen die Verfügung vom 6. November 2020 erheben (act. G 1). Ihre 

Rechtsvertreterin beantragte die Aufhebung der angefochtenen Verfügung, die 

Zusprache einer ganzen Rente ab Juli 2017 und eventualiter die Rückweisung der 

Sache an die IV-Stelle (nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) zu weiteren 

medizinischen Abklärungen, namentlich zur Einholung eines neuropsychologischen 

Gutachtens. Zur Begründung führte sie aus, das Gutachten der Begaz GmbH sei nicht 

überzeugend. Der orthopädische Sachverständige Dr. E.___ sei etwa 80 Jahre alt. 

Wegen einer Schwerhörigkeit habe er sich kaum mit der Beschwerdeführerin 

verständigen können. Der Umstand, dass die Begaz GmbH 80 Jahre alte 

Sachverständige aufbiete, zerstöre das Vertrauen in diese medizinische 

Abklärungsstelle. Sowohl in orthopädischer als auch in psychiatrischer Hinsicht weise 

das Gutachten zahlreiche Widersprüche auf. Keiner der Sachverständigen habe die 

massiven Schlafprobleme der Beschwerdeführerin gewürdigt. Zu bemängeln sei 

zudem, dass keine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt worden sei. Die 

Akten enthielten keine Hinweise auf eine relevante Verbesserung des 

Gesundheitszustandes nach der im Dezember 2018 durchgeführten Operation. Die 

entsprechende Behauptung des orthopädischen Sachverständigen Dr. F.___ sei 

B.a. 

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Erwägungen

1.

Dieses Beschwerdeverfahren bezweckt die Überprüfung der angefochtenen Verfügung 

vom 6. November 2020 auf deren Rechtmässigkeit, weshalb sein Gegenstand jenem 

des vorangegangenen Verwaltungsverfahrens entsprechen muss. Das 

Verwaltungsverfahren hat sich um die Frage nach einem Rentenanspruch der 

Beschwerdeführerin gedreht. Den Ausgangspunkt des Verfahrens hatte eine 

sogenannte Wiederanmeldung gebildet, das heisst eine neue Anmeldung zum 

Leistungsbezug nach der Abweisung eines früheren Rentenbegehrens (respektive der 

Zusprache lediglich einer befristeten Rente für die Vergangenheit). Die 

Beschwerdeführerin hat deshalb die Eintretenshürde des Art. 87 Abs. 3 IVV meistern, 

deshalb haltlos. Eine allfällig noch bestehende Restarbeitsfähigkeit sei allerdings 

ohnehin nicht verwertbar. Selbst wenn die Verwertbarkeit bejaht würde, müsste ein 

„Leidensabzug“ von 25 Prozent berücksichtigt werden. Die Beschwerdeführerin habe 

also zumindest einen Anspruch auf eine Teilrente.

Die Beschwerdegegnerin beantragte am 20. Januar 2021 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 3). Zur Begründung führte sie an, das Gutachten der Begaz GmbH 

sei überzeugend. Die Beschwerdeführerin habe nur ganz allgemeine 

Verständigungsprobleme bei der orthopädischen Begutachtung geltend gemacht, aber 

nicht konkret dargelegt, welche ihrer Aussagen von Dr. E.___ nicht oder falsch 

verstanden worden seien. Sowohl die beiden orthopädischen Teilgutachten von Dr. 

E.___ und Dr. F.___ wie auch das psychiatrische Teilgutachten seien überzeugend 

begründet worden. Eine neuropsychologische Untersuchung sei nicht angezeigt 

gewesen. Gründe, die gegen eine Verwertbarkeit der Arbeitsfähigkeit sprechen würden, 

seien nicht ersichtlich. Zwar treffe zu, dass im Rahmen eines früheren 

Beschwerdeverfahrens ein „Leidensabzug“ von zehn Prozent zugestanden worden sei, 

aber nach einer Änderung der Rechtsprechung des Bundesgerichtes könne an dieser 

Auffassung nicht länger festgehalten werden, weshalb kein „Leidensabzug“ zu 

gewähren sei.

B.b. 

Die Beschwerdeführerin liess am 25. Februar 2021 an ihren Anträgen festhalten 

(act. G 6). Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (vgl. act. G 8).

B.c. 

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also glaubhaft machen müssen, dass sich der Sachverhalt seit der letzten 

rechtskräftigen Verfügung wesentlich verändert hatte. Das ist ihr gemäss der 

überzeugenden Aktenwürdigung der RAD-Ärztin Dr. D.___ vom 12. Oktober 2017 mit 

den von ihr eingereichten medizinischen Berichten gelungen, weshalb die 

Beschwerdegegnerin zu Recht auf das neue Leistungsbegehren eingetreten ist. 

Entgegen der sich an der Praxis des Bundesgerichtes orientierenden Auffassung der 

Beschwerdegegnerin hat sich das in der Folge eröffnete und am 6. November 2020 

abgeschlossene Verwaltungsverfahren nicht auf die Frage nach einem allfälligen 

Revisionsbedarf (Art. 17 Abs. 1 ATSG) der am 15. Februar 2012 und am 31. Oktober 

2012 verfügten „Nichtrente“ beschränkt, denn der Art. 17 Abs. 1 ATSG lässt seinem 

klaren Wortlaut nach nur die Revision einer laufenden Rente zu und die 

verfahrensrechtlichen Normen betreffend die Prüfung eines Leistungsbegehrens 

unterscheiden nicht zwischen einer erstmaligen und einer wiederholten Anmeldung 

zum Leistungsbezug. Der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin hat deshalb 

umfassend und ohne eine Bindung an die früheren Verfügungen geprüft werden 

müssen. Im Übrigen gälte nichts anderes, wenn man der (gesetzwidrigen) Auffassung 

der Beschwerdegegnerin respektive des Bundesgerichtes folgen würde: Nach dieser 

soll es sich bei einem Verwaltungsverfahren betreffend eine Wiederanmeldung zwar um 

ein dem Revisionsverfahren analoges Verfahren handeln, was an sich bedeuten 

müsste, dass sich das Abklärungsverfahren und die Sachverhaltswürdigung 

ausschliesslich auf Veränderungen des massgebenden Sachverhaltes seit der 

Abweisung eines früheren Rentengesuchs beschränken müssten. Aber nach der 

Auffassung der Beschwerdegegnerin respektive des Bundesgerichtes soll in jedem 

Revisionsverfahren – und damit auch in einem revisionsanalogen Verfahren betreffend 

eine Wiederanmeldung zum Rentenbezug – eine umfassende Prüfung und Würdigung 

des gesamten Sachverhaltes möglich sein, was zur Folge haben soll, dass auch 

unverändert gebliebene Elemente des anspruchsrelevanten Sachverhalts erneut 

gewürdigt werden müssen, wobei keine Bindung an eine frühere Verfügung, an ein 

früheres Urteil eines kantonalen Versicherungsgerichtes oder an ein früheres 

Bundesgerichtsurteil bestehen soll. Würde man dieser Auffassung folgen, wäre der 

Prüfungsumfang in einem Revisionsverfahren mit jenem in einem Verfahren betreffend 

eine erstmalige Anmeldung zum Leistungsbezug identisch, weil der gesamte 

massgebende Sachverhalt umfassend neu abgeklärt und gewürdigt werden müsste. 

Das müsste natürlich auch für ein Verfahren betreffend eine Wiederanmeldung zum 

Rentenbezug gelten, wobei es keine Rolle spielen könnte, ob man ein solches 

Verfahren als ein „Revisionsverfahren“ nach der bundesgerichtlichen Terminologie 

qualifizieren würde. So oder anders hat das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin 

also umfassend geprüft werden müssen.

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2.  

Der Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung setzt nach dem Art. 28 

Abs. 1 IVG voraus, dass eine versicherte Person ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

kann, dass sie während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und dass sie nach 

dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Für die Bemessung der 

Invalidität wird gemäss dem Art. 28a Abs. 1 IVG in Verbindung mit dem Art. 16 ATSG 

das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach dem Eintritt der 

Gesundheitsbeeinträchtigung und nach der Durchführung der medizinischen 

Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare 

Tätigkeit bei einer ausgeglichenen Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung zu 

jenem Erwerbseinkommen gesetzt, das sie erzielen könnte, wenn sie gesund geblieben 

wäre.

2.1. 

Die Beschwerdeführerin hat keine Berufsausbildung absolviert, die es ihr erlaubt 

hätte, einen über dem statistischen Zentralwert der Hilfsarbeiterinnenlöhne liegenden 

Lohn zu erzielen. Ihre Validenkarriere ist eine typische Hilfsarbeiterinnenkarriere, was 

bedeutet, dass das Valideneinkommen praxisgemäss dem statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne entspricht.

2.2. 

Für die Bemessung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

ausschlaggebend, welche Tätigkeiten der Beschwerdeführerin aus medizinischer Sicht 

trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung zumutbar sind. Die Beschwerdegegnerin hat zur 

Beantwortung dieser Frage ein polydisziplinäres Gutachten bei der Begaz GmbH 

eingeholt. Die medizinischen Sachverständigen der Begaz GmbH haben die 

umfangreichen Vorakten, die unter anderem ein überzeugendes bidisziplinäres 

Gutachten des Rheumatologen Dr. B.___ und des Psychiaters Dr. C.___ vom Februar 

2004, ein erstes, ebenso überzeugendes polydisziplinäres Gutachten der ABI GmbH 

vom September 2006 und ein überzeugendes Verlaufsgutachten der ABI GmbH vom 

Mai 2011 enthalten haben, eingehend gewürdigt und sie haben die Beschwerdeführerin 

umfassend persönlich untersucht. Da die Vorakten keine Hinweise auf eine 

möglicherweise relevante neuropsychologische Beeinträchtigung enthalten und da sich 

im Rahmen der ausgiebigen Untersuchung der Beschwerdeführerin keine 

neuropsychologischen Auffälligkeiten gezeigt hatten (der neurologische und der 

psychiatrische Sachverständige hätten solche Auffälligkeiten entdeckt, wenn sie 

vorgelegen hätten), haben die Sachverständigen der Begaz GmbH zu Recht keine 

zusätzliche neuropsychologische Testung durchgeführt. Die Sachverständigen haben 

2.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/16

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sowohl die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin als auch die von ihnen 

erhobenen objektiven klinischen Befunde ausführlich wiedergegeben, weshalb kein 

Grund zur Annahme besteht, sie hätten nur über eine unzureichende Kenntnis des für 

ihre medizinische Beurteilung massgebenden Sachverhaltes verfügt. Sie haben ihre 

Schlussfolgerungen hinsichtlich der Diagnosestellung und der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar und überzeugend anhand der 

massgebenden objektiven klinischen Befunde begründet. Der psychiatrische 

Sachverständige hat sich in seiner Beurteilung unter anderem intensiv mit einem 

Bericht des behandelnden Psychiaters auseinandergesetzt, der eine mittelgradige 

depressive Störung sowie eine andauernde Persönlichkeitsänderung diagnostiziert und 

einen Arbeitsunfähigkeitsgrad von 80 Prozent attestiert hatte. Er hat überzeugend 

dargelegt, dass die Leitsymptome für eine („eigenständige“) depressive Störung nicht 

vorgelegen haben und dass auch die subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin 

gesamthaft gegen das Vorliegen einer depressiven Störung gesprochen haben. Er hat 

ebenso überzeugend aufgezeigt, dass die Diagnosekriterien einer andauernden 

Persönlichkeitsänderung oder einer Persönlichkeitsstörung nicht erfüllt gewesen sind. 

Angesichts des von ihm erhobenen, weitestgehend unauffälligen objektiven klinischen 

Befundes hat er das Attest einer praktisch vollständig aufgehobenen Arbeitsfähigkeit 

zu Recht als nicht überzeugend qualifiziert. Tatsächlich steht die Beurteilung des 

behandelnden Psychiaters sowohl bezüglich der Diagnosestellung als auch bezüglich 

der Arbeitsfähigkeitsschätzung in einem erheblichen Widerspruch zu den 

psychiatrischen Beurteilungen, die im Rahmen der vier multidisziplinären 

Begutachtungen erstellt worden sind. Der behandelnde Psychiater hat keine 

überzeugende Begründung für seine massiv abweichende Beurteilung geliefert, 

weshalb es ihm nicht gelungen ist, Zweifel an der Zuverlässigkeit der Beurteilungen der 

psychiatrischen Sachverständigen insbesondere der ABI GmbH und der Begaz GmbH 

zu wecken. Die mit Blick auf die übrigen Akten viel zu pessimistische 

Arbeitsfähigkeitsschätzung des behandelnden Psychiaters muss als ein Ausdruck einer 

bereits aufgrund des Behandlungsauftrages zu vermutenden Befangenheit gewertet 

werden. In orthopädischer Hinsicht erweist sich das aktuellste Gutachten von Dr. F.___ 

als in jeder Hinsicht überzeugend. Zwar ist Dr. F.___ ein redaktionelles Versehen 

unterlaufen, indem er fälschlicherweise festgehalten hat, Dr. E.___ habe einen 

Arbeitsunfähigkeitsgrad von 40 Prozent (statt von 30 Prozent) attestiert, aber das hat 

für die Beurteilung von Dr. F.___ keine Rolle gespielt, weshalb es als irrelevant zu 

qualifizieren ist. Der Sachverständige Dr. F.___ hat die Beurteilung von Dr. E.___ nach 

einer eingehenden Würdigung als überzeugend beurteilt, womit die blosse Behauptung 

der Beschwerdeführerin, Dr. E.___ habe die Anamnese wegen einer angeblichen 

Schwerhörigkeit nicht korrekt erheben können, entkräftet ist, zumal die Wiedergabe der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/16

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Angaben der Beschwerdeführerin im orthopädischen Teilgutachten keine Lücken 

aufweist, die auf Verständigungsprobleme schliessen liessen. Zudem ist die 

Beschwerdeführerin bereits davor dreimal – einmal rheumatologisch durch Dr. B.___, 

zweimal orthopädisch durch die ABI GmbH – und anschliessend noch einmal 

orthopädisch durch Dr. F.___ begutachtet worden. Vergleicht man die fünf 

rheumatologischen und orthopädischen (Teil-) Gutachten, ergibt sich kein Anhaltspunkt 

dafür, dass Dr. E.___ eine wesentliche Angabe nicht oder falsch verstanden hätte. Die 

von der Beschwerdeführerin behaupteten Schlafstörungen sind im Gutachten der 

Begaz GmbH erwähnt worden, sie sind aber nicht mit objektiven klinischen Befunden 

einhergegangen, die sich auf die Arbeitsfähigkeit ausgewirkt hätten. Zusammenfassend 

steht gestützt auf das Gutachten der Begaz GmbH – einschliesslich des 

Ergänzungsgutachtens von Dr. F.___ – mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass die Beschwerdeführerin für ideal 

leidensadaptierte Tätigkeiten ab März 2018 zu 70 Prozent und ab Juni 2019 zu 80 

Prozent arbeitsfähig gewesen ist. Da sich die Beschwerdeführerin bereits im Februar 

2017 zum Leistungsbezug angemeldet hat, hätte ein allfälliger Rentenanspruch in 

Anwendung des Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens am 1. August 2017 entstehen können, 

was die Frage nach dem Arbeitsfähigkeitsgrad der Beschwerdeführerin in der Zeit von 

August 2017 bis und mit Februar 2018 aufwirft. Gestützt auf die überzeugenden 

Ausführungen von Dr. E.___ ist davon auszugehen, dass der Arbeitsfähigkeitsgrad in 

der Zeit vor März 2018 höher gewesen ist, denn Dr. E.___ hat festgehalten, dass es 

nach der Verlaufsbegutachtung durch die ABI GmbH im Jahr 2011 in einem mangels 

echtzeitlicher medizinischer Berichte nicht genau zu bestimmenden Zeitpunkt zu einer 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes gekommen sein müsse, die erst im März 

2018 bei einer CT-Untersuchung entdeckt worden sei. Wenn man von der für einen 

allfälligen Rentenanspruch günstigsten Variante, also davon ausgehen würde, die 

Verschlechterung sei bereits vor dem 1. August 2017 eingetreten, wäre für den 

Zeitraum von August 2017 bis und mit Februar 2018 ebenfalls von einem 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 70 Prozent für ideal leidensadaptierte Tätigkeiten 

auszugehen; andernfalls müsste von einem höheren Arbeitsfähigkeitsgrad für jene Zeit 

ausgegangen werden. Wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, spielt es für das 

Ergebnis keine Rolle, ob man von einem Arbeitsunfähigkeitsgrad von (maximal) 30 

Prozent oder von einem tieferen Arbeitsunfähigkeitsgrad ausgeht.

Der Beschwerdeführerin sind trotz der Gesundheitsbeeinträchtigung 

leidensadaptierte Hilfsarbeiten zumutbar gewesen. Die von den Sachverständigen der 

Begaz GmbH formulierten „Adaptionskriterien“ sind nicht so einschränkend, dass die 

Verwertung der Arbeitsfähigkeit auf dem massgebenden allgemeinen und 

2.4. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/16

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ausgeglichenen Arbeitsmarkt als unrealistisch qualifiziert werden müsste. Die übrigen 

von der Beschwerdeführerin vorgebrachten Gründe, die angeblich gegen die 

Verwertbarkeit sprechen sollen (fortgeschrittenes Alter u.ä.), sind irrelevant, weil für die 

zumutbare Invalidenkarriere auf den allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

abzustellen ist, der einen breiten Fächer von Tätigkeiten in ausreichender Zahl auch für 

ältere Arbeitnehmer, Arbeitnehmer, die lange nicht erwerbstätig gewesen sind, 

ausländische Arbeitnehmer etc. bereithält. Der Ausgangswert des zumutbarerweise 

erzielbaren Invalideneinkommens entspricht deshalb dem statistischen Zentralwert der 

Hilfsarbeiterinnenlöhne und damit dem Valideneinkommen. Der Betrag kann folglich bei 

der Berechnung des Invaliditätsgrades mathematisch gar keine Rolle spielen, weshalb 

die Invalidität anhand eines sogenannten Prozentvergleichs bemessen werden kann. 

Das bedeutet, dass der Invaliditätsgrad dem Arbeitsunfähigkeitsgrad, allenfalls 

korrigiert um einen dem sogenannten Tabellenlohnabzug analogen Abzug, entspricht. 

Ein solcher Abzug wird berücksichtigt, wenn davon ausgegangen werden muss, dass 

die versicherte Person ihre Arbeitsfähigkeit nicht mit demselben ökonomischen Erfolg 

verwerten kann wie eine gesunde, im selben Pensum tätige Person. Das ist der Fall, 

wenn anzunehmen ist, dass ein strikt ökonomisch-betriebswirtschaftlich denkender 

Arbeitgeber der versicherten Person keinen durchschnittlichen, sondern nur einen 

unterdurchschnittlichen Lohn ausbezahlen wird, um seinen aus der Anstellung der 

versicherten Person resultierenden „Arbeitsmehrwert“ – die Differenz zwischen dem 

ökonomischen Mehrwert der Arbeitsleistung und den direkten und indirekten Lohn- 

und Lohnnebenkosten – auf einen durchschnittlichen Betrag zu erhöhen. Kann eine 

versicherte Person nur einen unterdurchschnittlichen ökonomischen Mehrwert 

generieren oder sind die indirekten Lohnkosten oder die Lohnnebenkosten 

überdurchschnittlich hoch, resultiert für den Arbeitgeber nämlich nur ein 

unterdurchschnittlicher „Arbeitsmehrwert“. Ein strikt betriebswirtschaftlich operierender 

Arbeitgeber wird das nicht hinnehmen, sondern diese „Einbusse“ auf den Arbeitnehmer 

überwälzen, indem er diesem nur einen unterdurchschnittlichen Lohn bezahlt, sodass 

für den Arbeitgeber ein durchschnittlicher „Arbeitsmehrwert“ resultiert. Die 

Beschwerdeführerin kann zwar ganztags arbeiten, aber sie kann keine volle 

Arbeitsleistung erbringen, weil sie vermehrte Pausen benötigt. Um ihre Arbeitsfähigkeit 

voll auszuschöpfen, muss sie jedoch ihren Arbeitsplatz den ganzen Tag belegen. Ein 

strikt ökonomisch denkender Arbeitgeber sieht sich folglich mit einer 

unterdurchschnittlichen Amortisation der Arbeitsplatzkosten konfrontiert. Angesichts 

des fortgeschrittenen Alters der Beschwerdeführerin kommen hohe Lohnnebenkosten 

für die entsprechend hohen Arbeitgeberbeiträge an die berufliche Vorsorge hinzu. 

Beides hat eine „Einbusse“ zur Folge, die allerdings nicht hoch ausfallen kann, sodass 

sich insgesamt jedenfalls kein Abzug von mehr als zehn Prozent rechtfertigt. Für den 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/16

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3.  

Die Beschwerde ist abzuweisen. Die angesichts des durchschnittlichen 

Verfahrensaufwandes auf 600 Franken festzusetzenden Gerichtskosten wären an sich 

der Beschwerdeführerin aufzuerlegen. Zufolge der Bewilligung der unentgeltlichen 

Prozessführung ist sie von der Pflicht, die Gerichtskosten zu bezahlen, befreit. Da ihr 

auch die unentgeltliche Rechtsverbeiständung bewilligt worden ist, hat der Staat ihrer 

Rechtsvertreterin eine Entschädigung auszurichten, die 80 Prozent des erforderlichen 

Vertretungsaufwandes abdeckt (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Der erforderliche 

Vertretungsaufwand ist als für einen IV-Rentenfall durchschnittlich zu qualifizieren, 

weshalb die Entschädigung praxisgemäss auf 80 Prozent von 4’000 Franken, also auf 

3’200 Franken, festzusetzen ist. Sollten es ihre wirtschaftlichen Verhältnisse dereinst 

gestatten, wird die Beschwerdeführerin zur Nachzahlung der Gerichtskosten und zur 

Rückerstattung der Entschädigung für die unentgeltliche Rechtsverbeiständung 

verpflichtet werden können (Art. 99 Abs. 2 VRP i.V.m. Art. 123 ZPO).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Beschwerdeführerin ist von der Pflicht, die Gerichtskosten von 600 Franken zu 

bezahlen, befreit.

3. Der Staat hat die Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin mit 3’200 Franken 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu entschädigen.

hier massgebenden Zeitraum hat der Invaliditätsgrad folglich maximal 37 Prozent (= 

100% – 90% × 70%) betragen; ab Ende Juni 2019 hat er sich noch auf maximal 28 

Prozent (= 100% – 90% × 80%) belaufen. In der Zeit vor März 2018 kann er nicht mehr 

als maximal 37 Prozent betragen haben. Da erst ab einem Invaliditätsgrad von 40 

Prozent ein Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung besteht, erweist sich 

die angefochtene Verfügung vom 6. November 2020, mit der die Beschwerdegegnerin 

das Rentenbegehren der Beschwerdeführerin abgewiesen hat, im Ergebnis als 

rechtmässig.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 27.01.2022
	Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Rentenanspruch. Invaliditätsbemessung. Würdigung eines Administrativgutachtens (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 27. Januar 2022, IV 2020/254).

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		2025-07-19T02:03:42+0200
	"9001 St.Gallen"
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