# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 37499089-e7d4-5527-99d9-7fcd2733984a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-10-04
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 04.10.2017 D-8048/2016
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-8048-2016_2017-10-04.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-8048/2016 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  4 .  O k t o b e r  2 0 1 7  

Besetzung 
 Richter Thomas Wespi (Vorsitz), 

Richterin Esther Marti, Richterin Nina Spälti Giannakitsas,    

Gerichtsschreiber Stefan Weber. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (...), 

Eritrea,   

vertreten durch Fürsprecher Thomas Wenger, 

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug); 

Verfügung des SEM vom 25. November 2016 / N_______. 

 

 

 

D-8048/2016 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.   

A.a Die Beschwerdeführerin, eine unbegleitete, im Zeitpunkt der Einrei-

chung ihres Asylgesuchs noch minderjährige eritreische Staatsangehörige 

tigrinischer Ethnie aus B._______ (Subzoba C._______/Zoba D._______), 

verliess Eritrea eigenen Angaben im November 2014 unter Umgehung der 

Grenzkontrolle auf dem Landweg und gelangte über Äthiopien, E._______, 

F._______ und G._______ am 26. Mai 2015 in die Schweiz, wo sie glei-

chentags im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) H._______ um Asyl 

nachsuchte. 

A.b Am 2. Juni 2015 fand die Befragung zur Person (BzP) im EVZ 

H._______ statt. Dort führte die Beschwerdeführerin zu den Gründen für 

ihr Gesuch an, sie habe in Eritrea keinen Frieden gefunden und man könne 

nicht unabhängig leben. Sie habe auch nicht richtig die Schule besuchen 

können. Wenn man die 11. Klasse beendet habe, müsse man nach Sawa 

gehen. Weiter habe sie die gegen ihre Eltern ausgeübte staatliche Repres-

sion beschäftigt. So sei ihr Vater, der als Soldat im Camp in I._______ 

Dienst geleistet habe, vor (...) Jahren gefangen genommen worden, weil er 

seine Familie im Urlaub besucht und bei seiner Rückkehr zu anderen Sol-

daten „Politisches“ gesagt respektive in diesem Zusammenhang moniert 

habe, dass sie als Soldaten zu wenig Gehalt erhalten würden. Er sei in ein 

ihnen unbekanntes Gefängnis gebracht worden. Zu diesem Zeitpunkt sei 

ihre Mutter schwanger gewesen. Nach einem Jahr hätten sie sich gewun-

dert, weshalb ihr Vater sie nicht mehr besuchen komme. Sie hätten nicht 

nachfragen können, da ihre Mutter gerade ihr jüngstes Geschwister zur 

Welt gebracht habe. Nach einem weiteren Jahr ohne Nachricht von ihrem 

Vater sei ihre Mutter losgegangen, um über dessen Verbleib nachzufragen. 

Dabei habe man ihre Mutter ebenfalls gefangen genommen, was sie von 

ihrer Grossmutter erfahren habe. In der Folge habe sie nicht mehr weiter 

gewusst und sich zur Ausreise entschlossen. 

Die Beschwerdeführerin reichte keinerlei Identitätsdokumente zu den Ak-

ten. 

A.c Mit Verfügung vom 5. Juni 2015 wurde die Beschwerdeführerin für die 

Dauer des Verfahrens dem Kanton Bern zugewiesen. 

A.d Mit Schreiben vom 3. August 2015 zeigte die damalige Rechtsvertre-

tung, (...), die Übernahme des Mandats an und ersuchte gleichzeitig um 

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vollständige Akteneinsicht und um Einräumung des Rechts auf Stellung-

nahme nach abgeschlossener Instruktion. 

A.e Mit Eingabe vom 24. März 2016 reichte die Beschwerdeführerin (Nen-

nung Beweismittel) zu den Akten. 

A.f Mit E-Mail vom 22. August 2016 teilte das SEM der damaligen Rechts-

vertretung den Anhörungstermin für die Beschwerdeführerin mit. 

A.g Am 20. September 2016 sowie am 8. November 2016 hörte das SEM 

die Beschwerdeführerin jeweils in Anwesenheit ihrer damaligen Rechtsver-

tretung zu ihren Asylgründen an. Dabei reichte sie zunächst das Original 

der bereits in Kopie eingereichten (Nennung Beweismittel) zu den Akten, 

welche ihre Grossmutter einem sich in J._______ aufhaltenden Bewohner 

ihres Heimatdorfes geschickt, und der es ihr danach zugesendet habe. Sie 

habe die Schule bis zur neunten Klasse besucht, diese danach aber abge-

brochen. Nach der elften Klasse müsse man nach Sawa und bleibe ewig 

eine Soldatin. Ihre Familie habe ausschliesslich von der Landwirtschaft ge-

lebt. Ihr Vater befinde sich nun seit etwa (...) Jahren im Gefängnis. Zwei 

Jahre nach dessen Festnahme habe sich ihre Mutter nach ihm erkundigt 

und sei daraufhin selber inhaftiert worden. In der Folge habe sie sich mit 

ihrer Grossmutter zusammen auf die Suche nach ihrer Mutter gemacht. 

Einmal hätten sie gehört, dass sie nach K._______ gebracht worden sei, 

und manchmal sei L._______ als Ort der Haft genannt worden. Ihre Suche 

sei jedoch ergebnislos verlaufen und am Ende hätten sie aufgegeben. Im 

(...) habe sie aus der Schweiz mit ihrer Mutter telefoniert, die ihr gesagt 

habe, dass sie aus dem Gefängnis entlassen worden sei. Insgesamt habe 

man ihre Mutter über (...) Jahre lang festgehalten. Sodann habe sie im (...) 

ein Aufgebot für den Militärdienst erhalten. Am Anfang sei sie auf einer 

Liste in C._______ gewesen und später habe sie die Vorladung durch den 

Dorfältesten bekommen. In der Schule sei im (...) eine Liste aufgehängt 

gewesen. Darauf habe gestanden, dass diejenigen, die die Schule abge-

brochen hätten, die Schule entweder weiter besuchen oder nach Sawa ge-

hen müssten. Ihre Schulkameraden aus der Nachbarschaft hätten ihr dies 

mitgeteilt und ihr vorgeschlagen, den Unterricht weiterhin zu besuchen. 

Dies habe sie aber aufgrund der Probleme zu Hause nicht gekonnt, wes-

halb sie weiterhin daheim geblieben sei und ihre Geschwister versorgt 

habe. Nach ein paar Wochen sei von den Dorfältesten ein schriftliches Auf-

gebot zu ihr nach Hause gebracht worden, worauf gestanden habe, dass 

sie entweder dem Schulunterricht wieder folgen oder nach Sawa gehen 

müsse. Das zweite Schreiben ein paar Wochen später habe sie nicht mehr 

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gelesen, da sie sehr gestresst gewesen sei und geahnt habe, dass es um 

das Gleiche gehe. Etwa einen Monat später habe sie zusammen mit wei-

teren Personen einen ersten Ausreiseversuch unternommen. Dabei sei sie 

von den Soldaten erwischt und deshalb während (...) Wochen in Haft ge-

halten worden. Auch beim zweiten Versuch acht Monate später hätten die 

Soldaten sie und die übrigen Flüchtenden aufgegriffen, worauf man sie ins-

gesamt während (Nennung Dauer) festgehalten habe. Aufgrund einer 

Bürgschaft habe man sie jeweils entlassen. Etwa einen oder zwei Monate 

später habe sie einen dritten Ausreiseversuch gestartet, der erfolgreich 

verlaufen sei. 

Auf die weiteren Ausführungen wird, soweit wesentlich, in den nachfolgen-

den Erwägungen eingegangen. 

A.h Am 18. November 2016 stellte das SEM der damaligen Rechtsvertre-

tung in Beantwortung ihres am 3. August 2015 gestellten Gesuchs um Ak-

teneinsicht Kopien des Aktenverzeichnisses und der Akten zu. Gleichzeitig 

wurde unter Hinweis auf Art. 32 Abs. 2 VwVG darauf aufmerksam gemacht, 

dass mit der Akteneinsicht kein Recht zur Stellungnahme verbunden sei. 

B.  

Mit Verfügung vom 25. November 2016 – eröffnet am 28. November 2016 

– stellte das SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigen-

schaft nicht, und lehnte ihr Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es ihre Weg-

weisung aus der Schweiz. Zufolge derzeitiger Unzumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs ordnete es die vorläufige Aufnahme der Beschwerdefüh-

rerin an. 

C.  

Mit Schreiben vom 20. Dezember 2016 orientierte die damalige Rechtsver-

tretung das SEM darüber, dass das Mandat zur rechtlichen Vertretung der 

Beschwerdeführerin durch die (...) nicht mehr bestehe. 

D.  

Mit an das Bundesverwaltungsgericht gerichteter Eingabe vom 27. Dezem-

ber 2016 liess die Beschwerdeführerin gegen die vorinstanzliche Verfü-

gung Beschwerde erheben und darin die Aufhebung der angefochtenen 

Verfügung, die Anerkennung als Flüchtling, die Gewährung von Asyl, even-

tualiter die vorläufige Aufnahme als Flüchtling, subeventuell den Verzicht 

auf einen Wegweisungsvollzug und die Anordnung der vorläufigen Auf-

nahme in der Schweiz beantragen. In prozessualer Hinsicht ersuchte sie 

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um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 

Abs. 1 VwVG, um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses so-

wie um Ernennung ihres Rechtsvertreters als amtlichen Rechtsbeistand 

gemäss Art. 110a Abs. 1 AsylG (SR 142.31). Ferner sei M._______ in ihrer 

Anwesenheit als Zeugin zu befragen und deren Asylakten (N_______) 

seien zu edieren. 

Der Eingabe lagen (Auflistung Beweismittel) bei. 

E.  

Mit Verfügung vom 9. Januar 2017 teilte der Instruktionsrichter der Be-

schwerdeführerin mit, dass sie gemäss Art. 42 AsylG den Abschluss des 

Verfahrens in der Schweiz abwarten dürfe. Er hiess das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG gut und verzichtete antragsgemäss auf die Erhebung eines Kosten-

vorschusses. Er gab dem Gesuch um amtliche Beiordnung gemäss 

Art. 110a Abs. 1 AsylG statt und bestellte der Beschwerdeführerin einen 

amtlichen Rechtsbeistand in der Person von Fürsprecher Thomas Wenger. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Eine solche 

Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht vor, weshalb 

das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

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Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist – unter 

Vorbehalt der nachfolgenden Erwägungen – einzutreten. 

1.3 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des 

Ausländerrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

1.4 Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden in der 

Regel in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen (vgl. Art. 21 

Abs. 1 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht kann auch in solchen Fällen 

auf die Durchführung des Schriftenwechsels verzichten (Art. 111a Abs. 1 

AsylG). 

2.  

2.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

2.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG; vgl. auch BVGE 2015/3 

E. 6.5.1, 2013/11 E. 5.1, 2012/5 E. 2.2, 2010/57 E. 2.3). 

3.  

3.1 Das SEM führte zur Begründung seines ablehnenden Entscheides im 

Wesentlichen aus, die Beschwerdeführerin habe geltend gemacht, in Erit-

rea zweimal verhaftet worden zu sein, als sie versucht habe, das Land ille-

gal zu verlassen. Diese Ereignisse habe sie jedoch anlässlich der BzP mit 

keinem Wort erwähnt. Ihre dortigen Vorbringen hätten sich auf die Verhaf-

tung ihres Vaters und ihrer Mutter beschränkt, denen viel Platz eingeräumt 

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werde. Auch als sie zweimal die Gelegenheit erhalten habe, ihre Vorbrin-

gen zu ergänzen, habe sie die eigenen Verhaftungen nicht erwähnt. Zudem 

sei auffallend, dass sie auch bei der Schilderung des Reisewegs ihre an-

geblichen vorhergehenden Ausreiseversuche nicht erwähnt habe. Als sie 

darauf angesprochen worden sei, woher sie den richtigen Weg gekannt 

habe, habe sie auf Glück und Zufall verwiesen, obschon sie gemäss ihren 

Ausführungen im Rahmen der ergänzenden Anhörung den Weg bereits 

von den zwei vorhergehenden Versuchen gekannt habe. Auf Vorhalt habe 

sie diese Ungereimtheiten nicht überzeugend aufzulösen vermocht. Die 

vorgebrachten Haftaufenthalte seien daher als nachgeschoben und somit 

als unglaubhaft zu qualifizieren. Überdies habe sie ihre beiden Verhaftun-

gen auch nicht überzeugend zu schildern vermocht. So seien die Darle-

gungen zur ersten Haft kurz, unpersönlich, mit nur wenigen Einzelheiten 

versehen und teilweise ausweichend ausgefallen, so auch diejenigen zur 

Freilassung aus der ersten Haft. Zwar schildere sie ihre zweite Verhaftung 

ausführlicher, es entstehe jedoch dabei der Eindruck, dass sie im Wesent-

lichen eine auswendig gelernte Geschichte wiedergebe. Dies insbeson-

dere deshalb, weil eine persönlich geprägte Perspektive auf die Ereignisse 

darin nicht zu Tage trete. Vielmehr habe sie zahlreiche Einzelheiten gelie-

fert, die ihr gar nicht hätten bekannt sein dürfen, weshalb ihre Erzählung 

nicht authentisch wirke. Beispielsweise habe sie detailliert ausgeführt, wie 

es der Person ergangen sei, die die Soldaten schliesslich zu ihr und ihren 

Fluchtgefährten geführt habe. Sie vermöge zudem Hintergrundinformatio-

nen über eine angeblich angetroffene Frau zu geben. In beiden Fällen 

werde nicht ersichtlich, wie sie zu diesem Wissen über die Erlebniswelt 

fremder Personen gekommen sein wolle. Als man sie aufgefordert habe, 

die weiteren Ereignisse aus ihrer eigenen Perspektive zu erzählen, sei die 

Schilderung arm an Einzelheiten geworden. Kurz darauf sei sie wieder in 

die Perspektive von Drittpersonen zurückgefallen. Der Eindruck einer aus-

wendig gelernten Geschichte verstärke sich durch ihre Aussagen in der 

zweiten Anhörung. So würden auch dort sich fern von der Beschwerdefüh-

rerin abspielende Ereignisse in den Vordergrund treten, während ihre ei-

gene Perspektive kaum vorhanden sei. Dadurch entstehe der Eindruck, 

dass sie die vorgebrachte Verhaftung nicht persönlich miterlebt habe. 

Überdies verwies das SEM auf die Antworten zu den Fragen 86 und 87 im 

zweiten Anhörungsprotokoll (vgl. act. A19/16 S. 13) und führte an, es be-

stehe trotz einer strukturell auffälligen Ähnlichkeit der Schilderungen in den 

beiden Anhörungen ein Widerspruch, den die Beschwerdeführerin auch 

auf Nachfrage nicht habe plausibel auflösen können. 

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Weiter brachte die Vorinstanz vor, die Beschwerdeführerin habe geltend 

gemacht, wiederholt aufgefordert worden zu sein, die Schule zu besuchen, 

da sie ansonsten in den Militärdienst eingezogen werden könnte. Auch die-

ses Vorbringen habe sie in der BzP mit keinem Wort erwähnt, was aber zu 

erwarten gewesen wäre, hätte sie ihre Heimat tatsächlich aus diesen vor-

geblichen Gründen verlassen. Sie habe in der Anhörung von Aufgeboten 

für den Militärdienst durch den Dorfältesten erzählt und erwähnt, dass sie 

in C._______ auf einer Liste gewesen sei. Auf Nachfrage sei jedoch deut-

lich geworden, dass es sich dabei vielmehr um Aufforderungen gehandelt 

haben soll, die Schule weiterhin zu besuchen. Über den Inhalt des letzten 

Schreibens habe sie gar keine Auskunft zu geben vermocht. Von einem 

konkreten Einrückungsbefehl in den Militärdienst habe sie in den Anhörun-

gen an keiner Stelle berichtet. Weshalb sie aber in der ersten Anhörung 

von einem Aufgebot für den Militärdienst gesprochen habe, und warum 

man sie während des Jahres, als sie anschliessend noch in Eritrea verblie-

ben sei, nicht mehr wegen des Militärdienstes kontaktiert habe, habe sie 

auch auf Nachfrage nicht nachvollziehbar erklären können. Hinzu komme, 

dass die Ausführungen zu den angeblichen Aufgeboten wenig substanzi-

iert und stereotyp ausgefallen seien. Insgesamt könne ihrem Vorbringen 

daher nicht geglaubt werden. 

Ferner seien auch die Vorbringen bezüglich der illegalen Ausreise aus Erit-

rea als asylrechtlich unbeachtlich zu qualifizieren. Da die Beschwerdefüh-

rerin weder den Nationaldienst verweigert noch aus demselben desertiert 

sei, und den Akten auch sonst nichts zu entnehmen sei, wonach sie bei 

einer Rückkehr ernsthafte Nachteile zu gewärtigen hätte, seien die Anfor-

derungen an die Feststellung einer begründeten Furcht vor zukünftiger 

Verfolgung nicht erfüllt. Zusätzlich seien infolge ungereimter Aussagen be-

züglich der Gründe für den gelungenen dritten Fluchtversuch sowie unsub-

stanziierter Schilderungen zu den Umständen ihrer Reise auch bezüglich 

der Glaubhaftigkeit der illegalen Ausreise Vorbehalte angebracht. 

3.2 Auf Beschwerdeebene wendete die Beschwerdeführerin im Wesentli-

chen ein, es möge zwar zutreffen, dass sich in ihren Schilderungen einige 

Widersprüche befinden würden. Sie verzichte jedoch darauf, sich zu den 

erwähnten Differenzen im Detail zu äussern, da sie in der Lage sei, die 

Tatsache, dass sie anlässlich der zwei Fluchtversuche von den heimatli-

chen Sicherheitskräften jeweils festgenommen und eingesperrt worden 

sei, zu beweisen. Sie habe nämlich hier in der Schweiz eine Landsfrau 

namens M._______ angetroffen, welche mit ihr zusammen in N._______ 

inhaftiert gewesen sei. Diese sei deshalb in ihrer Anwesenheit als Zeugin 

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zu befragen und es seien deren Asylakten zu edieren. Gestützt auf diesen 

Beweis könnten ihre Ausführungen bezüglich Fluchtversuchen, Festnah-

men und schliesslich illegaler Flucht nicht mehr bezweifelt werden. Zwar 

bestehe auch die Möglichkeit, eine schriftliche Bestätigung von M._______ 

einzuholen. Allerdings erscheine eine Zeugenbefragung aufschlussreicher 

und beweiskräftiger, weshalb derzeit auf die Einreichung einer solchen 

schriftlichen Aussage verzichtet werde. Aufgrund der ergänzenden Beweis-

massnahme und deren Resultat sei davon auszugehen, dass ihre Vorbrin-

gen als glaubhaft zu bezeichnen seien. Angesichts der Tatsache, dass ihre 

Eltern verhaftet worden seien und man auch sie anlässlich von zwei ge-

scheiterten Fluchtversuchen bereits zweimal inhaftiert habe, sei sie in der 

Schweiz als Flüchtling anzuerkennen und es sei ihr Asyl zu gewähren. Ent-

sprechend dieser Tatsachen sei auch klar, dass sie Eritrea letztlich illegal 

verlassen habe. Sodann weiche das SEM mit seiner Schlussfolgerung, die 

illegale Ausreise aus Eritrea sei asylrechtlich unbeachtlich, von der gelten-

den Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts sowie seiner eige-

nen Praxis ab. Diese im angefochtenen Entscheid von der Vorinstanz voll-

zogene Praxisänderung sei rechtlich nicht haltbar, da sie auf einer unge-

nügenden Informationsgrundlage basiere und die in BVGE 2010/54 fest-

gelegten Zulässigkeitsvoraussetzungen für ein Abweichen von der ständi-

gen Rechtsprechung des angerufenen Gerichts nicht erfülle. Es sei davon 

auszugehen, dass sie bei einer Rückkehr nach Eritrea mit asylrelevanten 

Nachteilen rechnen müsse. 

4.   

4.1 Die Beschwerdeführerin brachte zum Vorhalt unglaubhafter Asylvor-

bringen im Wesentlichen vor, sie verzichte auf Einwendungen zu den Vor-

halten der Vorinstanz, da sie ihre Ausführungen mittels einer Zeugin, die 

mit ihr zusammen inhaftiert gewesen sei, beweisen könne. Daher sei 

M._______ in ihrer Anwesenheit als Zeugin einzuvernehmen und deren 

Asylakten seien zu edieren, eventuell könne auf Verlangen eine schriftliche 

Bestätigung nachgereicht werden. Nach Durchsicht der beigezogenen 

Asylakten von M._______ (N_______) sind diese Anträge abzuweisen. So 

ist zunächst festzustellen, dass sich die Ausführungen von M._______ in 

deren Verfahren hinsichtlich des Zeitpunkts, der Dauer und der Örtlichkei-

ten der geltend gemachten Haft kaum mit denjenigen der Beschwerdefüh-

rerin anlässlich ihrer Anhörungen in Übereinstimmung bringen lassen. 

Selbst aber wenn M._______ den gemeinsamen Aufenthalt in einem Ge-

fängnis bestätigen würde, müsste angesichts der zahlreichen, vom SEM 

bereits aufgeführten Unglaubhaftigkeitselemente von einer Gefälligkeit 

ausgegangen werden. Die Angaben von M._______ vermögen daher – 

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entgegen der in der Beschwerdeschrift geäusserten Ansicht – die ange-

führten Festnahmen und damit auch die damit einhergehenden Ausreise-

versuche sowie die illegale Flucht nicht zu belegen. Unter diesen Umstän-

den kann sowohl auf die Einholung einer schriftlichen Bestätigung als auch 

auf eine Zeugenbefragung von M._______ verzichtet werden, da diese 

keine Rückschlüsse auf das tatsächliche Bestehen der geltend gemachten 

Verfolgungssituation zulassen würden und somit bezüglich der Glaubhaf-

tigkeit ihrer Vorbringen zu keiner anderen Erkenntnis zu führen vermöchten 

(antizipierte Beweiswürdigung: vgl. BVGE 2008/24 E. 7.2 S. 357, ANDRÉ 

MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 3.144). 

Nachdem die Beschwerdeführerin darauf verzichtete, sich zu den Vorhal-

ten der Vorinstanz zur Glaubhaftigkeit konkret zu äussern, kann diesbe-

züglich zur Vermeidung von Wiederholungen vollumfänglich auf die zutref-

fenden Erwägungen des SEM im angefochtenen Entscheid – so insbeson-

dere auch hinsichtlich des angeblichen Aufgebots zum Militärdienst – ver-

wiesen werden, denen sich das Bundesverwaltungsgericht vorliegend voll-

umfänglich anschliesst. 

4.2 Die Beschwerdeführerin rügte im Weiteren, die durch das SEM vollzo-

gene Praxisänderung bezüglich der flüchtlingsrechtlichen Beurteilung der 

illegalen Ausreise aus Eritrea müsse als rechtlich unhaltbar bezeichnet 

werden. So stütze sich diese auf eine ungenügende Informationsgrundlage 

und erfülle die in BVGE 2010/54 festgelegten Zulässigkeitsvoraussetzun-

gen für ein Abweichen von der ständigen Rechtsprechung des angerufe-

nen Gerichts nicht. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich in seiner 

Rechtsprechung (vgl. Urteil des BVGer D-632/2017 vom 23. Februar 2017 

E. 5.3) mit dieser Frage auseinandergesetzt. Die vorgebrachten Einwen-

dungen erweisen sich in diesem Zusammenhang als nicht stichhaltig. Die 

vom SEM eingeleitete Praxisänderung wurde mittels einer Medienkonfe-

renz vom 23. Juni 2016 publik gemacht und mit dem Referenzurteil  

D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 wurde die Praxisänderung des SEM 

mittlerweile bestätigt. Selbst wenn die diesbezügliche Vorgehensweise, 

insbesondere hinsichtlich des zeitlichen Ablaufs, mit den Zulässigkeitsvo-

raussetzungen im zitierten BVGE 2010/54 nicht gänzlich korrespondieren 

sollte und allenfalls die Kassation zur Folge haben müsste, käme vorlie-

gend eine solche einem prozessökonomischen Leerlauf gleich, weshalb 

von einer Rückweisung der Sache an die Vorinstanz abzusehen ist. Die 

Begründung in einem neuen Entscheid des SEM bliebe nämlich grundsätz-

lich unverändert. 

D-8048/2016 

Seite 11 

4.3 Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Vorinstanz die Flüchtlingseigenschaft 

der Beschwerdeführerin wegen illegalen Verlassens von Eritrea zu Recht 

verneint hat. 

4.3.1 Die Beschwerdeführerin behauptet das Vorliegen von subjektiven 

Nachfluchtgründen. Als subjektive Nachfluchtgründe gelten insbesondere 

illegales Verlassen des Heimatlandes (sogenannte Republikflucht), Einrei-

chung eines Asylgesuches im Ausland oder aus der Sicht der heimatstaat-

lichen Behörden unerwünschte exilpolitische Betätigung, wenn sie die Ge-

fahr einer zukünftigen Verfolgung begründen. Personen mit subjektiven 

Nachfluchtgründen erhalten zwar gemäss Art. 54 AsylG kein Asyl, werden 

jedoch als Flüchtlinge vorläufig aufgenommen. Durch Republikflucht zum 

Flüchtling wird, wer sich aufgrund der unerlaubten Ausreise mit Sanktionen 

seines Heimatstaates konfrontiert sieht, die bezüglich ihrer Intensität und 

der politischen Motivation des Staates ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 

Abs. 2 AsylG darstellen.  

4.3.2 Vorliegend stellt sich demnach die Frage, ob die Beschwerdeführerin 

infolge der von ihr geltend gemachten illegalen Ausreise – unbesehen der 

vorinstanzlichen Vorhalte bezüglich der Glaubhaftigkeit derselben – aus 

dem Heimatstaat bei einer Rückkehr nach Eritrea befürchten müsste, 

ernsthaften Nachteilen im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt zu werden.  

4.3.3 Im Urteil D-7898/2015 vom 30. Januar 2017 (als Referenzurteil pu-

bliziert) gelangte das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass im 

Kontext von Eritrea die illegale Ausreise allein zur Begründung der Flücht-

lingseigenschaft nicht ausreicht. Vielmehr bedarf es hierzu zusätzlicher An-

knüpfungspunkte, welche die asylsuchende Person in den Augen der erit-

reischen Behörden als missliebige Person erscheinen lassen und dadurch 

zu einer flüchtlingsrechtlich relevanten Verfolgungsgefahr führen könnten 

(vgl. a.a.O. E. 5).  

4.3.4 Für den vorliegenden Fall ist festzustellen, dass die geltend gemach-

te illegale Ausreise gemäss den vorstehenden Ausführungen für sich allein 

keine Furcht vor einer zukünftigen flüchtlingsrechtlich relevanten Verfol-

gung zu begründen vermag. Zusätzliche Anknüpfungspunkte im vorste-

hend erwähnten Sinn bestehen keine. Die Beschwerdeführerin verliess 

Eritrea eigenen Angaben zufolge im Alter von (...) Jahren und vermochte 

nicht glaubhaft zu machen, dass sie vor ihrer Ausreise Kontakt mit den erit-

reischen Behörden betreffend einen allfälligen Einzug in den Nationaldienst 

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Seite 12 

gehabt hätte (vgl. E. 4.1 oben). Ihre zweimalige Haft wegen versuchter il-

legaler Ausreise wurde nicht glaubhaft gemacht. Auch ihre Befürchtung, 

eines Tages in den Militärdienst einberufen zu werden, vermag nicht auf-

zuzeigen, dass sie im Fokus der Militärbehörden steht, und erfüllt im Übri-

gen die nach Art. 3 AsylG erforderliche Intensität nicht (vgl. Entscheidun-

gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission  

[EMARK] 2006 Nr. 3 E. 4.10). Zudem sind auch keine anderweitigen Fak-

toren ersichtlich, welche die Beschwerdeführerin in den Augen des eritrei-

schen Regimes als missliebige Person erscheinen lassen könnten. Insbe-

sondere ist nicht ersichtlich, weshalb sie heute im Falle der Rückkehr we-

gen ihres Vaters, der aufgrund kritischer Äusserungen zur Höhe des Sol-

des von eritreischen Soldaten bestraft worden sei, zur Rechenschaft gezo-

gen werden sollte. Das Gleiche hat auch für das Vorbringen, wonach ihre 

Mutter – die sich bei den eritreischen Behörden nach dem Verbleib des 

Vaters erkundigt und in der Folge während längerer Zeit in Haft gehalten 

worden sei – zu gelten. So erwähnte die Beschwerdeführerin im Anschluss 

an die behördliche Festnahme ihrer Mutter keine weiteren, sich daraus er-

gebenden Probleme für sich oder andere Angehörige ihrer Familie. Es ist 

in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass begründete Furcht vor 

Verfolgung nur vorliegt, wenn hinreichend Anlass zur Annahme besteht, die 

Verfolgung werde sich mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in abseh-

barer Zukunft verwirklichen – eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Ver-

folgung genügt nicht. Es müssen vielmehr konkrete Indizien vorliegen, wel-

che den Eintritt der erwarteten Benachteiligung als wahrscheinlich und 

dementsprechend die Furcht davor als realistisch und nachvollziehbar er-

scheinen lassen (vgl. BVGE 2011/51 E. 6.2, 2010/57 E. 2.5, 2010/44 

E. 3.4). Dies ist vorliegend offensichtlich nicht der Fall. Zur angeführten 

Haft ihrer Mutter ist schliesslich am Rande festzuhalten, dass ihre Ausfüh-

rungen zum Zeitpunkt der angeblichen Inhaftierung ihrer Mutter vage und 

uneinheitlich ausgefallen sind (vgl. act. A6/11 S. 5 f.; A17/16 S. 7) und nicht 

nachvollziehbar erscheint, dass die eritreischen Behörden eine Mutter von 

mehreren Kleinkindern über zwei Jahre hinweg in Haft gehalten hätten, 

bloss weil sie sich nach dem Aufenthaltsort ihres Mannes erkundigt habe. 

4.4 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen ist insgesamt festzustellen, 

dass die geltend gemachten Fluchtgründe der Beschwerdeführerin den An-

forderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen vermögen und 

auch keine subjektiven Nachfluchtgründe bestehen. Die Vorinstanz hat 

demnach das Asylgesuch der Beschwerdeführerin zu Recht abgewiesen. 

 

D-8048/2016 

Seite 13 

5.  

5.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Fa-

milie (Art. 44 AsylG). 

5.2 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4, 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

6.  

6.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

6.2 Nachdem das SEM in seiner Verfügung vom 25. November 2016 die 

vorläufige Aufnahme der Beschwerdeführerin in der Schweiz angeordnet 

hat, erübrigen sich praxisgemäss weitere Ausführungen zur Durchführbar-

keit des Wegweisungsvollzugs. Die vorläufige Aufnahme tritt mit dem vor-

liegenden Entscheid formell in Kraft. 

6.3 Auf den – ohnehin nicht begründeten – Subeventualantrag, es sei je-

denfalls vom Vollzug der Wegweisung abzusehen und die Beschwerdefüh-

rerin in der Schweiz vorläufig aufzunehmen, ist mangels aktuellen Rechts-

schutzinteresses nicht einzutreten. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist 

demnach abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

8.  

8.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung mit Verfügung vom 9. Januar 

2017 gutgeheissen wurde und den Akten keine Hinweise auf eine Verän-

derung ihrer finanziellen Verhältnisse zu entnehmen sind, ist von einer Kos-

tenauflage abzusehen. 

D-8048/2016 

Seite 14 

8.2 Mit Verfügung vom 9. Januar 2017 wurde ausserdem das Gesuch um 

amtliche Verbeiständung gutgeheissen (Art. 110a Abs. 1 AsylG) und der 

Beschwerdeführerin ihr Rechtsvertreter als Rechtsbeistand bestellt. Dem-

nach ist diesem ein amtliches Honorar für seine notwendigen Aufwendun-

gen im Beschwerdeverfahren auszurichten. Der Rechtsvertreter reichte mit 

seiner Beschwerdeschrift eine Kostennote – datierend vom 27. Dezember 

2016 – zu den Akten. Darin werden ein als angemessen zu erachtender 

Aufwand von acht Stunden und Auslagen von Fr. 99.– geltend gemacht. 

Das Bundesverwaltungsgericht geht bei amtlicher Vertretung in der Regel 

von einem Stundenansatz von Fr. 200.– bis Fr. 220.– für Anwältinnen und 

Anwälte aus. Der in der Kostennote enthaltene Ansatz von Fr. 250.– ist 

deshalb auf Fr. 220.– zu reduzieren. In Anbetracht dieser Ausführungen, 

der Kostennote (Art. 9 Abs. 1 Bst. a und b VGKE) und der massgebenden 

Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) ist die dem Rechtsvertreter vom 

Bundesverwaltungsgericht auszurichtende amtliche Entschädigung auf 

insgesamt Fr. 2008.– (Honorar: Fr. 1760.–, Auslagen: Fr. 99.–, Mehrwert-

steuer: Fr. 149.–) festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

  

D-8048/2016 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Dem amtlichen Rechtsbeistand wird zulasten der Gerichtskasse eine Ent-

schädigung von Fr. 2008.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Thomas Wespi Stefan Weber 

 

 

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