# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9374ef2-b9b1-57a2-bd53-eb9c562bdd71
**Source:** Appenzell Ausserrhoden (AR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 1965-05-24
**Language:** de
**Title:** Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht Sammlung ARGVP 24.05.1965 OG ARGVP 1988 3053
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AR_Gerichte/AR_KG_005_OG-ARGVP-1988-3053_1965-05-24.pdf

## Full Text

C. Gerichtsentscheide 3053, 3054

3053

Hausfriedensbruch des Verpächters durch unberechtigtes Betreten der 
verpachteten Wirtschaft (Art. 186 StGB).

Wie jeder andere Geschäftsmann ist auch der Wirt in der Wahl seiner 
Vertragspartner frei. Die öffentliche Aufforderung zur Einkehr begründet 
keinen Kontrahierungszwang; BGE 80 II 26. Der Pächter hatte demnach 
das Recht, das Betreten des Gasthauses anderen Personen -  wie auch dem 
Verpächter -  zu verbieten; Art. 926 ZGB und dazu Hornberger, Kommen­
tar zum Sachenrecht, N. 20 zu Art. 926 ZGB.

Die amtliche Verfügung ist nicht Voraussetzung des Betretungsverbo­
tes. Dieses Verbot kann in jeder Form auf privater Basis erlassen werden. 
Die Anrufung des Richters zum Erlass eines Amtsbefehls ist möglich, aber 
nicht erforderlich. Die behauptete Annahme des Angeklagten, das Verbot 
sei ungültig, da es nicht amtlich erlassen worden sei, vermöchte als Rechts­
irrtum sein Verschulden nicht auszuschliessen; Art. 20 StGB. Er ist daher 
des Hausfriedensbruchs schuldig zu erklären.

OGer 24.5.1965 (RBer 1965/66, S. 41)

3054

Hausfriedensbruch. Die Wegweisung des Eintretenden muss deutlich 
und unmissverständlich sein (Art. 186 StGB).

Wer sich beim Eindringen in einen geschützten Raum nicht auf ein ding­
liches oder vertragliches Recht oder auf eine amtliche Befugnis stützen 
kann, handelt noch nicht unrechtmässig; Urteil des Zürcher Obergerichts 
1953, SJZ1954, S. 211; Urteil des ThurgauerObergerichts 1965, SJZ1966, 
S. 332. Würde man jedes Überschreiten einer fremden Schwelle ohne be­
sondere Erlaubnis als unrechtmässig bezeichnen, so wäre jede Verfolgung 
eines Angreifers, aber auch jeder unangemeldete Besuch eines Vertreters, 
jede Geld- oder Kleidersammlung, das Vorsprechen eines Pfarrers oder 
Predigers im Grunde genommen bereits eine strafbare Verletzung des 
Hausrechts. Das Hausrecht ist wie die Ehre ein Teil des Persönlichkeits­
rechts; Schwander, Das Schweiz. Strafgesetzbuch, 1964, S.409. Wie die

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