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**Case Identifier:** 00887d62-7315-5251-aa7e-809876fe7766
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-11-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.11.2016 200 2016 542
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-542_2016-11-23.pdf

## Full Text

200 16 542 IV
KOJ/GET/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. November 2016

Verwaltungsrichter Kölliker, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichter Schwegler
Gerichtsschreiber Germann

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Mai 2016

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2016, IV/16/542, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der … geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Beschwerde-
führer) meldete sich am 31. Juli 2015 unter Hinweis auf eine mittelschwere 
depressive Episode in Teilremission (Burnout) bei der Eidgenössischen 
Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der IV-Stelle 
Bern [nachfolgend IVB bzw. Beschwerdegegnerin], [act. II], 1). Die IVB 
führte mit dem Versicherten ein Erstgespräch durch (act. II 10), holte Be-
richte der behandelnden Ärzte ein – aus welchen u.a. hervorging, dass der 
Versicherte seit einem Infarkt im Jahr 2009 unter kardiologischer Kontrolle 
steht (act. II 20) – und klärte den Sachverhalt in erwerblicher Hinsicht ab. 
Mit Vorbescheid vom 14. März 2016 (act. II 27) stellte sie ihm die Ableh-
nung des Leistungsbegehrens mit der Begründung in Aussicht, es liege 
kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Dagegen liess der Versi-
cherte, vertreten durch seine behandelnde Ärztin Dr. med. B.________ 
(Spital C.________), Einwand erheben und geltend machen, er leide an 
einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere depressi-
ve Episode, und sei „seit Wochen“ zu 100% arbeitsunfähig (act. II 28; 30). 
Mit Verfügung vom 11. Mai 2016 (act. II 32) entschied die IVB wie im Vor-
bescheid in Aussicht gestellt. 

B.

Dagegen erhob der Versicherte mit Eingabe vom 8. Juni 2016 Beschwerde. 
Er beantragt, sein Gesundheitszustand sei „neu“ abzuklären und es seien 
Eingliederungsmassnahmen durchzuführen. In der Begründung macht der 
Beschwerdeführer geltend, im Verlauf des Jahres 2015 habe sich sein Ge-
sundheitszustand laufend verschlechtert. Seit dem 28. Januar 2016 sei er 
zu 100% arbeitsunfähig. Anfangs Dezember 2015 habe er mit seinen Mit-
arbeitern von einem Provisorium in neu renovierte Räumlichkeiten mit Ein-
zelbüros einziehen können. Sein Vorgesetzter sei längst wieder gesund 
und es gebe auch keine Probleme mehr mit der Abgrenzung. Trotz des 
verbesserten Arbeitsumfeldes habe sich sein Gesundheitszustand massiv 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2016, IV/16/542, Seite 3

verschlechtert. Die IVB habe bis auf ein 20-minütiges Erstgespräch keine 
Abklärungen durchgeführt. Sobald er wieder arbeitsfähig sei, benötige er 
Unterstützung bei der beruflichen Wiedereingliederung. Er stelle deshalb 
den Antrag, dass die IVB zusammen mit seinem Arbeitgeber berufliche 
Eingliederungsmassnahmen definiere mit dem Ziel, ihm eine reduzierte 
Einsatzfähigkeit zu ermöglichen. Zudem bitte er um Rückmeldung, falls 
weitere Unterlagen (medizinische Berichte von Dr. med. B.________) für 
die Beurteilung seines Falles benötigt würden. 

Mit Beschwerdeantwort vom 29. August 2016 beantragt die IVB die Abwei-
sung der Beschwerde unter Auferlegung der Verfahrenskosten zu Lasten 
des Beschwerdeführers. In der Begründung macht die Beschwerdegegne-
rin im Wesentlichen geltend, es falle auf, dass bisher keine fachärztliche 
(psychiatrische) Behandlung erfolgt sei, was die in der Verfügung getroffe-
ne Schlussfolgerung, es liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden 
vor, stütze. Im Weiteren seien Störungen leicht bis mittelgradiger depressi-
ver Natur in der Regel nicht invalidisierend bzw. therapierbar. Sodann sei 
die von Dr. med. B.________ diagnostizierte schwere depressive Episode 
nicht ausgewiesen. Schliesslich beständen gestützt auf die Akten auch in 
kardiologischer Hinsicht keine Einschränkungen, womit weder in psychiatri-
scher noch somatischer Hinsicht weiterer Abklärungsbedarf bestehe und 
ein invalidisierendes Leiden nicht ausgewiesen sei.    

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 

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11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Mai 2016 (act. II 
32). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
Leistungen der Invalidenversicherung. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer 
Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 
Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem 
nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 
ATSG). 

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2.2 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne 
von IVG und ATSG setzt grundsätzlich voraus, dass eine Diagnose gestellt 
werden kann. Diese Diagnose muss zudem lege artis auf die Vorgaben 
eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützt sein (BGE 130 V 
396). Für die Beurteilung der Frage nach dem Vorliegen einer Invalidität 
(vgl. E. 2.1 vorne) kommt es indes nicht auf die Diagnose, sondern einzig 
darauf an, welche Auswirkungen eine Erkrankung auf die Arbeitsfähigkeit 
hat. Massgebend ist in erster Linie der lege artis erhobene 
psychopathologische Befund und der Schweregrad der Symptomatik 
(Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 15. März 2016, 9C_634/2015, 
E. 6.1; vgl. auch BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110; 141 V 281 E. 2.1 S. 285). 
Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens und damit inva-
lidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Einschränkungen der 
Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei Aufbietung allen guten 
Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu verwerten, abwenden könn-
te; das Mass des Forderbaren wird dabei weitgehend objektiv bestimmt 
(BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 
S. 5 E. 3.1). 

2.3 Psychosoziale und soziokulturelle Faktoren lassen sich oft nicht 
klar vom medizinisch objektivierbaren Leiden trennen. Trotzdem können 
solche äusseren Umstände nicht als gesundheitliche Beeinträchtigungen 
im Sinne des Gesetzes verstanden werden, weil der gesetzliche Invali-
ditätsbegriff selber klar zwischen der versicherten Person als Trägerin des 
(invalidisierenden) Gesundheitsschadens und der durch ihn verursachten 
Erwerbsunfähigkeit unterscheidet. Infolgedessen können psychische 
Störungen, welche durch soziale Umstände verursacht werden und bei 
Wegfall der Belastung wieder verschwinden, nicht zur Invalidenrente be-
rechtigen. Zwar kann einer fachgerecht diagnostizierten psychischen 
Krankheit der invalidisierende Charakter nicht mit dem blossen Hinweis auf 
eine bestehende psychosoziale Belastungssituation abgesprochen werden. 
Je stärker aber psychosoziale und soziokulturelle Faktoren im Einzelfall in 
den Vordergrund treten und das Beschwerdebild mitbestimmen, desto aus-
geprägter muss eine fachärztlich festgestellte psychische Störung von 
Krankheits-wert vorhanden sein (BGE 127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 
IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2).

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3.

3.1 Der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers präsentiert sich 
nach der Aktenlage im Wesentlichen wie folgt: 

3.1.1 Im … 2009 erlitt der Beschwerdeführer einen Herzinfarkt (akuter 
anteriorer STEMI [act. II 20 S. 56]), welcher mittels einem Stent und ansch-
liessend medikamentös sowie im Rahmen eines ambulanten zwölfwöchi-
gen Rehabilitationsprogramms behandelt wurde (S. 50; 31). Der weitere 
Verlauf war günstig, der Beschwerdeführer kardial beschwerdefrei und 
kompensiert (S. 43; 32; 17). Weiterhin und wiederholt auftretende Thorax-
schmerzen wurden im Rahmen einer Refluxkrankheit interpretiert (vgl. 
S. 25 f.; 12). 

3.1.2 Mit Bericht vom 19. April 2015 (act. II 5.2 S. 4-6) hielt Dr. med. 
D.________, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin FMH, folgende Dia-
gnosen nach ICD-10 fest: „F51.0“ (nichtorganische Schlafstörung) und 
„F32.0“ (depressive Episode). Es beständen eine Schlafstörung, ein de-
pressives Zustandsbild, eine Überlastungsreaktion, Müdigkeit und Angst 
(S. 4). Der Beschwerdeführer sei an einen Spezialisten überwiesen wor-
den. Als krankheitsfremder Faktor bestehe „Stress am Arbeitsplatz“ und die 
Symptome würden bei weiterer beruflicher Belastung verstärkt. Der Be-
schwerdeführer sei seit 4. März 2015 zu 100%, seit 14. März 2015 zu 50% 
und ab 4. April 2015 zu 25% arbeitsunfähig (gewesen). Die aktuelle Tätig-
keit als ... sei wahrscheinlich innerhalb des nächsten Monats wieder voll 
zumutbar (S. 5). 

3.1.3 Am 5. Mai 2015 erfolgte im Spital F.________ eine weitere Ver-
laufskontrolle. Im entsprechenden Bericht vom 11. Mai 2015 (act. II 20 S. 6-
8) wurde festgehalten, der Beschwerdeführer beklage aktuell keinerlei 
kardiale Probleme, der Verlauf sei erfreulich stabil und die Leistungsfähig-
keit normal. Gelegentlich trete in Ruhe und unter beruflichem Stress ein 
thorakales Engegefühl auf, was jedoch seit Jahren der Fall sei. In den heu-
te durchgeführten Untersuchungen bestehend aus Echokardiographie und 
Laufbandergometrie habe sich im Echo ein stabiler Befund gezeigt. Der 
Belastungstest sei klinisch und elektrisch negativ gewesen und habe eine 
weit überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit gezeigt (S. 7).

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3.1.4 Im Bericht vom 17. Juni 2015 (act. II 5.2 S. 1-3) diagnostizierte 
med. pract. G.________ eine mittelschwere depressive Episode, in Teilre-
mission (ICD-10; F32.1 [S. 1]). Aktuell habe in der psychiatrischen Unter-
suchung eine noch deutliche Restsymptomatik mit Grübelneigung, 
Schlafstörungen, vermehrter Reizbarkeit, morgendlichem Früherwachen 
und erhöhter Ermüdbarkeit festgestellt werden können. Eine weitere psych-
iatrisch-psychotherapeutische Behandlung sei eingeleitet worden. Seit dem 
1. Mai 2015 befinde sich der Beschwerdeführer in regelmässiger psychia-
trisch-psychotherapeutischer Behandlung. Es fänden Gespräche im Ab-
stand von ein bis zwei Wochen statt. Die medikamentöse antidepressive 
Therapie habe aufgrund von Nebenwirkungen umgestellt werden müssen. 
In Anbetracht der doch deutlichen depressiven Symptomatik sowie der er-
forderten medikamentösen Umstellung im Verlauf habe bisher eine rasche 
Leistungssteigerung bei der Arbeit erreicht werden können. Zurzeit bestehe 
noch eine „Krankschreibung“ von 25% (S. 2). 

3.1.5 Mit Bericht vom 12. Oktober 2015 (act. II 20 S. 1-5) hielt Dr. med. 
E.________ als Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit im Wesent-
lichen ein depressives Zustandsbild mit Schlafstörung sowie eine koronare 
und hypertensive Kardiopathie fest (S. 1). Die Arbeitsfähigkeit in der bishe-
rigen Tätigkeit betrage 70-80%. Das Arbeitstempo sei leicht reduziert und 
es bestehe eine verminderte Anpassungs- und Konzentrationsfähigkeit 
(S. 3). 

3.1.6 Dr. med. B.________ diagnostizierte im Bericht vom 2. November 
2015 (act. II 21) eine seit mehreren Monaten bestehende mittelschwere 
depressive Episode in Teilremission (S. 1). Seit einem Herzinfarkt im Sep-
tember 2009 fühle sich der Beschwerdeführer nicht mehr so belastbar wie 
früher. Dies bemerke er vor allem am Arbeitsplatz, wo es ihm schwerfalle, 
sich abzugrenzen, da er sehr viel übernehme und wenig delegiere. Hinzu 
komme, dass sein direkter Vorgesetzter psychisch angeschlagen sei, was 
das Arbeitsklima belaste. Im Frühjahr 2015 sei es dann im Rahmen eines 
Bauprojektes zu Konflikten mit einem … gekommen, woraufhin der Be-
schwerdeführer unter starken Schlafstörungen sowie Gedankenkreisen 
gelitten habe. Zudem sei es wiederholt zu Herzrasen, retrosternalem En-
gegefühl und einer deutlichen Zunahme der inneren Anspannung gekom-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2016, IV/16/542, Seite 8

men. Seit Einnahme eines Antidepressivums habe sich vor allem die Ten-
denz zum Grübeln deutlich gebessert. Bei der Arbeit habe daher eine 
schrittweise Leistungssteigerung stattgefunden. Aktuell sei der Beschwer-
deführer zu 25% krankgeschrieben. Allerdings bemerke er noch eine deut-
lich raschere Erschöpfung und benötige vermehrt Ruhepausen (S. 1 f.). Es 
fänden regelmässige, etwa zweiwöchentliche psychiatrisch-psycho-
therapeutische Interventionen sowie eine regelmässige Medikation statt 
(S. 2). 

Im Bericht vom 21. Januar 2016 (act. II 22 S. 2 f.) diagnostizierte Dr. med. 
B.________ eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittel-
schwere depressive Episode (ICD-10 F33.1). Der Gesundheitszustand ha-
be sich verschlechtert. Es bestehe ein Erschöpfungszustand mit 
Schlafstörungen, deutlich herabgesetzter Konzentration, reduziertem An-
trieb, Freudlosigkeit, Zukunftsängsten sowie deutlich herabgesetzter Aus-
dauer. Der Beschwerdeführer sei motiviert; dennoch habe er die 75%ige 
Arbeitsfähigkeit nicht aufrechterhalten können und sei in den vergangenen 
Wochen lediglich zu einem 50%-Pensum in der Lage gewesen. Es fänden 
regelmässige, ein- bis zweiwöchentliche psychotherapeutische Interventio-
nen statt (S. 2). Seit dem 23. November 2015 bestehe eine 50%ige Ar-
beitsunfähigkeit (S. 3). 

3.1.7 Dr. med. E.________ hielt im Bericht vom 25. Februar 2016 (act. II 
26 S. 2 ff.) fest, Anfang Januar sei es bei erhöhtem Arbeitsdruck wieder zu 
progredienten Schafstörungen, Angst und retrosternalem Druckgefühl ge-
kommen, weshalb seit Ende Januar wieder eine 100%ige Arbeitsunfähig-
keit bestehe. Der Beschwerdeführer werde unverändert alle sieben bis 14 
Tage psychiatrisch ambulant behandelt. Aufgrund des aktuellen Verlaufs 
sei eher von einer langfristigen Arbeitsfähigkeit von 50% auszugehen 
(S. 2). Aktuell sei die bisherige Erwerbstätigkeit nicht zumutbar (S. 3). 

3.1.8 Mit Bericht vom 30. März 2016 (act. II 28 S. 1) hielt Dr. med. 
B.________ fest, sie erhebe „Einsprache“ gegen den vorgesehenen IV-
Entscheid. Der Beschwerdeführer leide unter einer rezidivierenden depres-
siven Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode. Innerhalb der 
vergangenen Wochen habe sich eine erneute Verschlechterung ergeben. 
Es bestehe seit Wochen eine Arbeitsunfähigkeit zu 100%. Eine Rückkehr 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2016, IV/16/542, Seite 9

an den Arbeitsplatz, auch im Rahmen eines Teilzeitpensums, sei zum ge-
genwärtigen Zeitpunkt nicht zu erwarten. Die Prognose sei vor dem Hinter-
grund des bisherigen Verlaufes eher ungünstig.

3.2

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a). 

3.2.2 Im Sozialversicherungsverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz 
(Art. 43 Abs. 1 und 61 lit. c ATSG). Danach haben Verwaltung und Gericht 
von Amtes wegen, aus eigener Initiative und ohne Bindung an die Vorbrin-
gen oder Beweisanträge der Parteien für die richtige und vollständige Ab-
klärung und Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen 
(BGE 138 V 218 E. 6 S. 221, 122 V 157 E. 1a S. 158).  

Die Untersuchungsmaxime bedeutet nicht, dass das kantonale Gericht un-
besehen alles, was behauptet wird, von Amtes wegen prüfen müsste. Es 
hat nur dort den Sachverhalt abzuklären, wo noch Unsicherheiten und Un-
klarheiten bestehen (BGE 100 V 61 E. 4 S. 62). Führen die von Amtes we-
gen vorzunehmenden Abklärungen die Verwaltung oder das Gericht bei 
pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung, ein bestimmter Sach-
verhalt sei als überwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es könnten 
weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts 
mehr ändern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten. Glei-
ches gilt, wenn der Sachverhalt, den die Partei beweisen will, nicht rechts-
erheblich erscheint (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162). 

3.3 Die den gesamten Beurteilungszeitraum bis zum massgeblichen 
Zeitpunkt der angefochtenen Verfügung vom 11. Mai 2016 (act. II 32) ab-
deckenden medizinischen Berichte erlauben eine zuverlässige Beurteilung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2016, IV/16/542, Seite 10

der strittigen Rechtsfrage nach dem Vorliegen einer Invalidität. Insbesonde-
re kann – wie zu zeigen sein wird (vgl. E. 3.4 f.) – von der vom Beschwer-
deführer beantragten nochmaligen Abklärung des Gesundheitszustandes 
abgesehen werden, sind davon doch keine neuen rechtsrelevanten Er-
kenntnisse zu erwarten (sog. antizipierte Beweiswürdigung; vgl. E. 3.2.2 
vorne). Namentlich liegen bereits diverse Berichte der behandelnden Ärztin 
Dr. med. B.________ im Recht. 

3.4 Zunächst ist in somatischer Hinsicht erstellt und im Übrigen unbe-
stritten, dass der Beschwerdeführer kardial beschwerdefrei, kompensiert 
und befundmässig stabil ist, weshalb insoweit keine Einschränkung in der 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit besteht (act. II 20 S. 7 und 10). 

3.5 In psychischer Hinsicht diagnostizierten die behandelnden Ärzte 
Dres. med. E.________ und B.________ sowie med. pract. G.________ 
eine seit März 2015 bestehende, im Verlauf vorerst rasch teilremittierende, 
ab Ende November 2015 wiederum sich verschlechternde rezidivierende 
depressive Störung, wobei für die Zeit vom 4. bis 13. März 2015 eine 
100%ige, bis 3. April eine 50%ige, ab 4. April bis 22. November eine 
25%ige, ab 23. November 2015 wiederum eine 50%ige und ab Ende Janu-
ar 2016 eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde (vgl. E. 3.1 vor-
ne). 

3.5.1 Die Beschwerdegegnerin weist grundsätzlich zu Recht darauf hin, 
dass die Diagnose einer rezidivierenden depressiven Störung mit im Ver-
lauf wechselndem Schweregrad bis dato weder fachärztlich gestellt noch 
fachärztlich behandelt wurde, verfügen doch die vorliegend involvierten 
Ärztinnen – soweit ersichtlich – nicht über einen psychiatrischen Facharztti-
tel. Inwieweit dies in beweismässiger Hinsicht bereits Rückschlüsse auf 
den (fehlenden) invalidisierenden Charakter des psychischen Leidens 
zulässt, braucht indes mit Blick auf die nachfolgenden Erwägungen nicht 
weiter geklärt zu werden. 

3.5.2 Zunächst ist mit der Beschwerdegegnerin darauf hinzuweisen, 
dass das depressive Zustandsbild in massgeblicher Hinsicht von psycho-
sozialen Problemen in Form von Schwierigkeiten am Arbeitsplatz (act. II 
5.2 S. 5) sowie einer Konfliktsituation im Rahmen eines Bauprojekts (act. II 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2016, IV/16/542, Seite 11

21 S. 1 f.) verursacht und aufrechterhalten wurde und eine davon ver-
selbstständigte psychische Störung in den vorliegenden Berichten nicht 
ausgewiesen ist. Zwar macht der Beschwerdeführer beschwerdeweise gel-
tend, sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert, obwohl sich das 
Arbeitsumfeld inzwischen verbessert habe. Letzteres wird jedoch in den 
vorliegenden Arztberichten nicht bestätigt. Im Gegenteil wies Dr. med. 
E.________ im Bericht vom 25. Februar 2016 darauf hin, dass sich die 
Beschwerden Anfang Januar 2016 „bei erhöhtem Arbeitsdruck“ wiederum 
verschlimmert hätten (act. II 26 S. 2), womit auch weiterhin von einer das 
depressive Zustandsbild massgeblich bestimmenden psychosozialen Pro-
blematik auszugehen ist bzw. dieselbe eine selbstständige Rolle spielt und 
insoweit keine versicherte direkte Ursache der Leistungseinschränkung 
darstellt (vgl. E. 2.3 vorne). 

3.5.3 Selbst wenn von einem verselbstständigten depressiven Zu-
standsbild auszugehen wäre, gälte es den rechtsprechungsgemässen 
Grundsatz zu beachten, wonach leichte bis mittelgradige depressive 
Störungen rezidivierender oder episodischer Natur einzig dann als 
invalidisierende Krankheiten in Betracht fallen, wenn sie erwiesenermassen 
therapieresistent sind. Zudem muss die Therapie in dem Sinne konsequent 
gewesen sein, als die aus fachärztlicher Sicht indizierten zumutbaren 
(ambulanten und stationären) Behandlungsmöglichkeiten in kooperativer 
Weise optimal und nachhaltig ausgeschöpft worden sind (Entscheid des 
BGer vom 14. Oktober 2016, 9C_434/2016, E. 6.3).

Zwar geht aus den Akten hervor, dass der Beschwerdeführer sowohl medi-
kamentös wie auch ein- bis zweimal wöchentlich (psycho)-therapeutisch 
behandelt wurde, wobei die Frequenz auch nach der geltend gemachten 
Verschlechterung des depressiven Zustandsbildes Ende November 2015 
bzw. Ende Januar 2016 keine Steigerung erfuhr (vgl. act. II 5.2 S. 2; 22 
S. 2, 26 S. 2). Ob vor diesem Hintergrund von einer konsequenten Depres-
sionstherapie im rechtlich geforderten Sinne gesprochen werden kann, ist 
deshalb fraglich (vgl. Entscheid des BGer vom 31. Oktober 2016, 
8C_444/2016, E. 6.2.2), kann aber offen bleiben. Denn eine Therapieresis-
tenz lag und liegt jedenfalls nicht vor und es lassen sich den medizinischen 
Berichten keine Hinweise entnehmen, wonach die Behandlungsmöglichkei-

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ten im Sinne der hiervor dargelegten Rechtsprechung ausgeschöpft oder 
gescheitert wären, womit es bereits aus diesem Grund am Vorliegen einer 
Invalidität gebricht. Davon abgesehen, sind für die Beurteilung funktioneller 
Einschränkungen nicht primär die Diagnose, sondern die Befunde respekti-
ve deren Schweregrad massgebend (vgl. E. 2.2 vorne). Insoweit ist festzu-
halten, dass sich die Befundlage – soweit dokumentiert – innerhalb des 
vorliegend massgeblichen Beurteilungszeitraums (vgl. E. 3.3 vorne) als 
eher bescheiden präsentiert (vgl. act. II 5.2 S. 1; 21 S. 2), welcher Umstand 
ebenso wenig auf ein invalidisierendes Leiden schliessen lässt. Soweit die 
Dres. med. E.________ und B.________ im weiteren Verlauf und insbe-
sondere ab Ende Januar 2016 eine Verschlechterung des depressiven Zu-
standsbildes postulieren, wird dies befundmässig nicht weiter untermauert. 
Insbesondere überzeugt die von Dr. med. B.________ im Bericht vom 
30. März 2016 (act. II 28 S. 1) festgehaltene, indes nicht lege artis auf die 
Vorgaben eines anerkannten Klassifikationssystems abgestützte (BGE 130 
V 396; vgl. E. 2.2 vorne) Diagnose einer rezidivierenden depressiven 
Störung, gegenwärtig schwere Episode, in beweismässiger Hinsicht nicht, 
wird die geltend gemachte Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
doch nicht weiter diskutiert, sondern lediglich unkommentiert und nicht 
näher begründet in den Raum gestellt. Zudem erfolgte dieser Bericht im 
Rahmen eines Einwandschreibens und in gewillkürter Vertretung des Be-
schwerdeführers (act. II 30), womit in besonderem Masse der Erfahrungs-
tatsache Rechnung zu tragen ist, dass Hausärzte und behandelnde Ärzte 
in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 
351 E. 3b cc S. 353). 

Die seit Ende November 2015 respektive seit Ende Januar 2016 geltend 
gemachte Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustandes ist 
mithin nicht erstellt. 

3.6 Demnach hat die Beschwerdegegnerin das Vorliegen einer Invali-
dität im Rechtssinne zu Recht verneint, womit kein Anspruch auf Leistun-
gen der IV besteht, soweit dieser den Tatbestand der Invalidität im Sinne 
von Art. 8 Abs. 1 ATSG voraussetzt (zum Anspruch auf Arbeitsvermittlung 
gemäss Art. 18 IVG, vgl. demgegenüber ULRICH MEYER/MARCO 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2016, IV/16/542, Seite 13

REICHMUTH, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung [IVG], 3. Aufl. 
2014, S. 214 ff. Rz. 2 ff.). 

3.7 Zusammenfassend erweist sich die angefochtene Verfügung vom 
11. Mai 2016 (act. II 32) als rechtens. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen. 
Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss gleicher Höhe entnom-
men. 

4.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung. Die 
obsiegende Beschwerdegegnerin hat als Sozialversicherungsträgerin nach 
allgemeinem sozialversicherungsrechtlichem Prozessgrundsatz keinen 
Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. BGE 128 V 124 E. 5b S. 133).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe ent-
nommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. Nov. 2016, IV/16/542, Seite 14

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.