# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 260fc5ca-d863-5870-ac28-0c6409fd101d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-10-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 4. Kammer 24.10.2006 R 2006 41
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_004_R-2006-41_2006-10-24.pdf

## Full Text

R 06 41

4. Kammer 

URTEIL
vom 24. Oktober 2006

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend Änderung Grundordnung

1. a) Am 08.06.1984 verkauften … einerseits und … anderseits als Miteigentümer 

je zur Hälfte der Gemeinde … ab Parzelle 1272 die in der Zone für öffentliche 

Bauten (ZöBA) gelegene Wiese im Halte von 25'912 m2 als neue Parzelle 

1715 (5'392 m2) und Parz. 1716 (1'363 m2) zum Preis von Fr. 852'370.--. Die 

Parteien vereinbarten ein Rückkaufsrecht, welches zeitlich unbefristet 

ausgeübt werden könne, falls die Gemeinde die beiden Parzellen ganz oder 

teilweise nicht zum vorgesehenen Zweck (Parz. 1715: für die Erstellung von 

Sportanlagen und Gebäuden von max. 7.5 m Trauf- und 11 m Firsthöhe; Parz. 

1716: für Erstellung öffentlicher Parkplätze) benütze oder sie einer Wohnzone 

zuteile.

b) Am 30.09.2004 stellte … dem Gemeindevorstand im Hinblick auf die laufende 

Ortsplanungsrevision Antrag auf Zuteilung von Parz. 1716 zur Bauzone mit 

einem 100%-igen Hauptwohnungsanteil. Damit könne attraktiver zusätzlicher 

Wohnraum für einheimische Familien geschaffen werden. 

c) Am 06.04.2005 liess … der Gemeinde im Sinne von Wünschen und 

Anregungen zuhanden der Ortsplanungsrevision mitteilen, er sei bereit, der 

…-Stiftung namhafte Mittel zukommen zu lassen, falls Teile von 

verschiedenen Parzellen von zirka 4'600 m2 einer Bauzone mit 

Hauptwohnungsanteil und Quartierplanpflicht zugewiesen würden. … würde 

den entsprechenden Mehrwert von CHF 2 Mio. in Form von Barmitteln der …-

Stiftung zur Verfügung stellen. Die Unterlagen der Ortsplanung hätten gezeigt, 

dass die Gemeinde die Parzellen 1715 und 1716 zum jetzigen Zeitpunkt nicht 

für öffentliche Zwecke benötige. Die beiden Parzellen sollten einer Wohnzone 

zugeteilt werden, damit der Rückkauf abgewickelt und vollzogen werden 

könne. Damit zusammen hänge die raumplanerische Behandlung der 

Parzellen, die jetzt im Zuge des Ortsplanungsrevisionsverfahrens geprüft und 

geregelt werden sollte.

d) Am 09.08.2005 stellte der Rechtsvertreter von … fest, dass bisher keine 

Einwände gegen den Vorstoss vom 05.04.2005 geäussert worden seien und 

auch die Ausübung des Rückkaufsrechtes nicht in Abrede gestellt worden sei. 

Man stelle aber fest, dass auf Parzelle 1716 Bauabsichten bestünden bzw. 

Bauaktivitäten herrschten. Es sei ein Anbau für die … AG erstellt worden und 

man habe am 08.08.2005 begonnen, die dazugehörigen Leitungen zu 

verlegen. Dies könne nicht akzeptiert werden. 

e) Am 13.10.2005 liessen … und die Erben von … der Gemeinde mitteilen, dass 

nach ihren Feststellungen Parzelle 1715 knapp zur Hälfte überbaut und die 

Restparzelle seit vielen Jahren unüberbaut sei. Bei Parzelle 1716 sei nur am 

Rande ein Abfallhäuschen errichtet und der im Kaufvertrag vereinbarte 

Zweck, nämlich ein öffentlicher Parkplatz, sei nie erstellt worden. Auf den 

Vorstoss vom 06.04.2005 habe die Gemeinde bis heute nicht geantwortet. 

Deshalb würde man jetzt das Rückkaufsrecht bezüglich der beiden Parzellen 

ausüben. Die Gemeinde solle das Flächenmass der Parzelle 1715, soweit 

diese unter das Rückkaufsrecht falle, bekannt geben und den Rückkaufspreis 

entsprechend der Vereinbarung festsetzen sowie die Schritte veranlassen, 

um den Rückkaufsvertrag sobald als möglich abschliessen zu können. Sie 

würden den Kaufpreis mittels Zahlungsversprechens einer schweizerischen 

Bank garantieren. Zudem werde die Gemeinde ersucht, die unter das 

Rückkaufsrecht fallenden Teile von Parzellen 1715 und der gesamten 

Parzelle 1716 anlässlich der laufenden Ortsplanungsrevision der 

entsprechenden Wohnzone zuzuteilen. Die Gemeinde habe damals von 

ihnen Bauland gekauft und sie hätten das Recht, Bauland zurückzukaufen.

f) Am 23.11.2005 schrieb die Gemeinde …, sie habe in Abwägung der 

öffentlichen und privaten Interessen davon abgesehen, eine Einzonung 

verschiedener Parzellen im Umfang von zirka 4'600 m2 in eine Bauzone mit 

Hauptwohnungsanteil und Quartierplanpflicht vorzunehmen. Der Hauptgrund 

sei zweifellos, dass die Via … die natürliche Abgrenzung der Wohnzone von 

der Landwirtschaftszone bilde und eine weitere Einzonung dieses 

geschlossene Siedlungsbild beeinträchtigen würde. Die Bereitschaft zur 

Überlassung von Sachmitteln von … an die …-Stiftung werde verdankt, könne 

aber ortsplanerische Überlegungen nicht beeinflussen. Betreffend Parzelle 

1716 und des Restanteils von Parzelle 1715 habe die Gemeinde aufgrund 

einer externen Studie, in welcher sie den räumlichen Bedarf für ein 

Schuloberstufenzentrum abgeklärt habe, festgestellt, dass diese beiden 

Parzellen in der ZöBA zu belassen seien, weil sich die Gemeinde nur so die 

geforderte strategische Freiheit bewahren könne. Die 

Gemeindeversammlung werde voraussichtlich im Dezember 2005 über die 

Teilrevision der Ortsplanung entscheiden.  

g) Am 06.01.2006 schrieb … dem Gemeindepräsidenten, dass er, um Klarheit 

zu schaffen, Fragen um die Rückkaufsrechte und deren Ausübung dem 

früheren Grundbuchinspektor … zur Begutachtung überlassen habe. Dieser 

komme zum Schluss, die Rückkaufsrechte seien intakt und jederzeit ausübbar 

und seien grundsätzlich in unverändertem Zustand an die damaligen 

Verkäufer resp. deren Rechtsnachfolger zurückzuübertragen. Das Gutachten 

legte er bei.

h) Mit Verfügung vom 21.02, mitgeteilt am 27.03.2006, wies die Gemeinde das 

Gesuch um Umzonung der in der ZöBA liegenden Parzelle 1715 sowie von 

Teilen der in der ZöBA liegenden Parzelle 1716 ab. Sie stellte fest, dass das 

am 08.06.1984 vereinbarte Rückkaufsrecht insofern nichtig sei, als damit 

(unter Einschränkung des der Gemeindeversammlung zustehenden 

Planungsermessens) ein Anspruch auf Umzonung der in der ZöBA liegenden 

Parzellen 1715 und 1716 in eine Wohnzone begründet sein sollte. Architekt 

… habe im Auftrag der Gemeinde den künftig zu erwartenden Raum- und 

Flächenbedarf in der ZöBA auf den Parzellen 1274, 1715 und 1716 abgeklärt. 

Auf Parzelle 1715 befinde sich heute eine Mehrzweckhalle mit 

Zivilschutzanlage, Büros und kleineren Schulungsräumen sowie ein 

Kindergarten mit Wohnnutzung (Abwart) im OG. Auf Parzelle 1716 stehe ein 

Kehrichthäuschen und eine Trafostation und auf der direkt angrenzenden 

Parzelle 1274 eine Schulanlage mit Grün- und Hartplatz. Architekt … habe 

festgestellt, das Parzelle 1716 als Reservefläche freigehalten werden müsse. 

Im Nordteil von Parzelle 1715 könne der Hartplatz der Schule gelegt und somit 

dieser Bereich baulich freigehalten werden. Der Südteil mit Kindergarten und 

Mehrzweckhalle könne baulich ergänzt bzw. umgenutzt werden. Die 

Gemeinde habe nur auf die allgemeinen, im RPG vorgegebenen 

Planungsgrundsätze über ein Gesuch um Änderung der Grundordnung 

gemäss Art. 47 Abs. 2 KRG zu entscheiden. Die Voraussetzungen für eine 

ganze oder teilweise Umzonung von Parzelle 1715 und 1716 in eine 

Wohnzone seien nicht gegeben. Die Ausübung des Rückkaufsrechts 

begründe insbesondere keinen Umzonungsanspruch. Die Umzonung bilde 

vielmehr zwingende Voraussetzung für die Ausübung des Rückkaufsrechts. 

Dieses könne nur unter der Voraussetzung ausgeübt werden, dass die 

Gemeindeversammlung vorgängig gestützt auf allgemeine 

Planungsgrundsätze die Umzonung jener beiden Parzellen 1715 und 1716 in 

eine Wohnzone beschliesse. Zudem verstosse eine langfristige verbindliche 

Zusicherung der Umzonung gegen materielles Planungsrecht. Eine derartige 

Vereinbarung wäre schon aus formellen Gründen nichtig, weil für 

Umzonungen nur die Gemeindeversammlung zuständig sei. Rechtlich 

verbindliche Verpflichtungen zur Änderung der Grundordnung hätten zudem 

der konstitutiven Genehmigung der Regierung bedurft. Die Gemeinde könne 

nicht darüber entscheiden, was privat-rechtlich Inhalt des 1984 vereinbarten 

Rückkaufsrechtes sei und ob dieses rechtsgültig ausgeübt worden sei oder 

nicht. Hingegen könne sie entscheiden, ob bzw. unter welchen 

Voraussetzungen seitens der Gesuchsteller ein Anspruch auf Umzonung der 

Parzellen 1715 und 1716 von der ZöBA in eine Wohnzone bestehe. Wenn die 

Gesuchsteller aus der Vereinbarung von 1984 einen Anspruch auf Umzonung 

ableiteten, sei von der Gemeinde zuständigkeitshalber festzustellen, dass 

diese Anspruchsgrundlage nichtig sei.

2. Dagegen liessen … und die Erben von … durch ihren gemeinsamen 

Rechtsvertreter am 01.05.2006 frist- und formgerecht Rekurs beim 

Verwaltungsgericht erheben mit dem Begehren um kostenfällige Aufhebung 

der angefochtenen Verfügung. Zur Begründung brachten sie im Wesentlichen 

vor, dass die Gemeinde gar nicht in Form einer Verfügung (hoheitlich und 

verbindlich) hätte tätig werden dürfen. Ein Gesuch um Änderung der 

Grundordnung nach Art. 47 Abs. 2 KRG sei nie gestellt worden und daher 

auch nicht mittels Verfügung darüber zu entscheiden gewesen. Mit dem 

Antwortschreiben im November 2005 sei die Anfrage betreffend Umzonung 

auf freiwilliger Basis der Gemeinde für sie erledigt gewesen. Dass sodann für 

die Geltendmachung des Rückkaufsrechts der Zivilrechtsweg beschritten 

werden müsste, sei ihnen ebenfalls bereits damals bekannt gewesen und 

habe deshalb mangels Zuständigkeit der Gemeinde zum vorneherein nicht 

Gegenstand einer Verfügung sein können. Die Vorinstanz habe zudem 

verkannt, dass die Gesuche im Jahre 2005 während einer laufenden 

Ortsplanrevision eingereicht worden seien; womit es sich bei diesen nicht um 

ein Gesuch um die Einleitung einer Ortsplanungsrevision und der dafür 

geltenden Formvorschriften gehandelt habe. In Tat und Wahrheit gehe es der 

Gemeinde gar nicht um die Frage der Umzonung der Parz. 1715 und 1716, 

sondern darum, den Gesuchstellern ihr Anliegen des Rückkaufs jener 

Parzellen bereits vor einem allfälligen Zivilprozess mittels Ausübung 

hoheitlicher Gewalt abzusprechen. Im Übrigen hätte die Vorinstanz ihre 

Entscheidungskompetenz klar überschritten, als sie aufgrund eigenmächtiger 

Vertragsauslegung in Ziff. 2 der angefochtenen Verfügung einseitig bestimmt 

habe, dass das Rückkaufsrecht - soweit es den Anspruch auf Umzonung 

betreffe – nichtig sei.

3. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz die kostenfällige 

Abweisung des Rekurses, soweit darauf einzutreten sei. Zum 

Nichteintretensantrag brachte sie vor, dass kein aktuelles 

Rechtsschutzinteresse an der Aufhebung von Ziff. 2 des Dispositivs 

betreffend Rückkaufsrecht bestehe, nachdem selbst die Gesuchsteller im 

Rekurs (S. 12) eingeräumt hätten, dass der Kaufvertrag von 1984 keine 

Bestimmung enthalten habe, wonach die Ausübung des Rückkaufrechts 

effektiv einen Anspruch auf Umzonung begründet hätte. Mangels 

Verbesserung der Rechtsposition könne auf den Rekurs deshalb insofern gar 

nicht eingetreten werden. Zum Antrag auf Abweisung hielt sie abermals fest, 

dass der bereits 1984 vereinbarte Kaufvertrag keinen Anspruch auf 

Umzonung begründet habe, sondern eine allfällige Umzonung überhaupt erst 

die Voraussetzung für die Ausübung des Rückkaufrechts gewesen sei. Im 

Einzelnen wurde noch erläutert, dass bei einer laufenden Teilrevision sehr 

wohl ein Gesuch nach Art. 47 Abs. 2 KRG gestellt werden könnte. Damit 

könnte verlangt werden, dass die Teilrevision auf bisher nicht erfasste 

Gebietsteile ausgedehnt würde. Die Gemeinde habe dies dann - falls sie ein 

solches Gesuch ablehnen möchte - den Gesuchstellern mittels anfechtbarer 

Verfügung zu eröffnen. Exakt um jenen Sachverhalt handle es sich hier. Aus 

den Unterlagen der Mitwirkungsauflagen (18.03.-19.04.05) hätten die 

Gesuchsteller nämlich entnehmen können, dass die beiden in der ZöBA 

liegenden Parzellen 1715/16 keinerlei Änderungen erfahren würden und 

deshalb eben auch nicht Gegenstand der laufenden Teilrevision bilden 

könnten. Mit ihren Gesuchen im Jahre 2005 hätten sie indes aber gerade 

verlangt, dass die bereits laufende Teilrevision auf die Parz. 1715/16 

ausgedehnt werde und diese neu einer Wohnzone zuzuweisen seien, 

weshalb es am strittigen Verfügungsakt formell nichts auszusetzen gebe. 

Materiell sei es zudem nicht richtig, dass der ursprünglich vorgesehene Zweck 

der beiden Parzellen verloren gegangen sei, da jene Grundstücke damals im 

Einverständnis mit den Verkäufern als allgemeine Landreserve gekauft 

worden seien und noch eine externe Expertise im Nov. 2004 bestätigt habe, 

dass künftig ein Raum-/Flächenbedarf in jener ZöBA bestünde. Im Übrigen 

wäre die Gemeindeversammlung (und nicht der Vorstand) für jede Änderung 

der Grundordnung (inkl. verbindlicher Verträge) zuständig gewesen, was noch 

der konstitutiven Genehmigung durch die Regierung bedurft hätte.

4. Am 12.06.2006 machten die Rekurrenten die Angelegenheit bzw. Streitigkeit 

betreffend Rückkaufsrechte der zwei Landparzellen 1715/1716 beim Kreisamt 

Oberengadin anhängig. Die Vermittlungsverhandlung wurde vom Kreisamt 

auf den 24.08.2006 angesetzt.  

5. Ein zweiter Schriftenwechsel vor Verwaltungsgericht brachte im Resultat 

keine wesentlichen neuen Erkenntnisse hervor, vertieften und erhärteten die 

Parteien darin doch nur nochmals ihre gegensätzlichen Standpunkte 

betreffend Geltung und Umsetzung des Vertragsinhalts von 1984 resp. der 

Gültigkeit der Ziffer 1 (Ablehnung des Gesuches auf Umzonung) und Ziff. 2 

(Teilnichtigkeit Rückkaufsrecht, sofern gestützt darauf ein Anspruch auf 

Umzonung begründet werden sollte) im Dispositiv der angefochtenen 

Verfügung vom 21.02/27.03.2006.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Am 1. Januar 2007 ist das neue Gesetz über die Verwaltungsrechtspflege 

(VRG; BR 370.100) in Kraft getreten, welches das bisherige 

Verwaltungsgerichtsgesetz (VGG; BR 370.100) abgelöst hat. 

Übergangsrechtlich bestimmt Art. 85 Abs. 2 VRG, dass sich die 

Weiterziehbarkeit und das Rechtsmittelverfahren nach neuem Recht richten, 

wenn bei dessen In-Kraft-Treten die Rechtsmittelfrist noch nicht abgelaufen 

ist. Umgekehrt gilt noch das bisherige Recht, wenn die Rechtsmittelfrist vor 

dem 1. Januar 2007 bereits abgelaufen ist. Hier hat die Rechtsmittelfrist noch 

im Jahre 2006 geendet, weshalb vorliegend bisheriges Recht zur Anwendung 

kommt.

2. a) Nach der höchstrichterlichen bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der 

Grundeigentümer unter gewissen Bedingungen gestützt auf Art. 21 Abs. 2 des 

Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 700) einen Anspruch 

formeller Natur auf Überprüfung der bestehenden Nutzungsplanung erheben, 

namentlich dann, wenn die geltende Planung schon älter ist und sich die 

Verhältnisse seit Erlass der Planung beträchtlich geändert haben (BGE 120 

Ia 227 = Praxis 1996 Nr. 7). Solche Ansprüche sind laut dieser Vorschrift 

durch den Gemeindevorstand zu behandeln und zu entscheiden. Damit wird 

gleichzeitig sichergestellt, dass abgelehnte Ansprüche auf Überprüfung der 

geltenden Nutzungsordnung auf dem Rekursweg dem Verwaltungsgericht 

zum Entscheid unterbreitet werden können. Sofern ein Verfahren für eine Teil- 

oder Totalrevision der Ortsplanung bereits im Gang ist, können Ansprüche 

aus Art. 21 Abs. 2 RPG auch mit einer entsprechenden Planungsbeschwerde 

gemäss Art. 101 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden 

(KRG; BR 801.100) geltend gemacht werden (vgl. Botschaft der Regierung 

an den Grossen Rat, Heft 3, 2004/2005, zur KRG-Revision). Vorliegend 

hätten die Rekurrenten folglich im Anschluss an die Genehmigung der 

Teilrevision durch die Gemeindeversammlung im Dezember 2005 an die 

Regierung gelangen können, mit dem Begehren, auch bezüglich der 

Parzellen 1715 und 1716 habe eine Planung stattzufinden.   

b) Aus diesem Grund erteilt Art. 47 Abs. 2 KRG eben auch keinen Anspruch auf 

Umzonung, sondern bloss einen Anspruch auf Einleitung eines Verfahrens 

auf Änderung der Grundordnung. Eine eigene Vorschrift, wonach bei 

Nichtausübung des Enteignungsrechtes durch das jeweils zuständige 

Gemeinwesen innert bestimmter Frist ein Anspruch auf Umzonung einer 

ZöBA besteht, kennt das bündnerische Recht nicht (vgl. Hänni, Planungs-, 

Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. Aufl. Bern, 2002, S. 166). Im 

Einzelfall gehört das Eigentum an den ZöBA-Parzellen 1715/1716 bereits der 

Gemeinde, womit hier Gegenstand der Enteignung lediglich noch das 

Rückkaufsrecht sein könnte. Allein aus der Tatsache, dass die Rekurrenten 

seit 1984 immer noch dieses Rückkaufsrecht besitzen und die Vorinstanz die 

ZöBA-Parzellen noch nicht ihrer endgültigen Bestimmung zugeführt hat, kann 

jedoch noch nichts zu Gunsten einer allfälligen Umzonung hergeleitet werden, 

weil das Bundesgericht auch schon entschieden hat, dass die 

Gemeindebehörden die zu planenden öffentlichen Bauten und Anlagen nach 

den Bedürfnissen einer längeren Zeitperiode als derjenigen von Art. 15 RPG 

(15 Jahre) bemessen können (vgl. BGE vom 10.03.1995  in ZBl 1996 S. 116; 

BGE 114 Ia 339 - sogar 30 Jahre).     

c) Nach Art. 13 der Verordnung zum KRG (KRVO; BR 801.110) kann während 

der öffentlichen Auflagefrist betreffend Änderung der Grundordnung  

hingegen jedermann beim Gemeindevorstand Vorschläge und Einwendungen 

einbringen (Abs. 2). Der Vorstand hat die Eingaben zu prüfen und dazu 

gegenüber den Mitwirkenden Stellung zu nehmen. Das Ergebnis des 

Mitwirkungsverfahrens wird zuhanden des beschlussfassenden Organs 

zusammengefasst. Wird eine Vorlage nach der Mitwirkungsauflage geändert 

und erfolgt keine zweite Auflage, gibt der Gemeindevorstand die Änderungen 

in der Publikation des Beschlusses über den Erlass oder die Änderung der 

Grundordnung bekannt und teilt diese ausserdem Direktbetroffenen schriftlich 

mit (Abs. 3). Dieses, aus Art. 4 Abs. 2 RPG fliessende Mitwirkungsrecht gibt 

aber bekanntlich keinen Anspruch auf Umzonung, weshalb die Rekurrenten - 

entgegen der Behauptung der Vorinstanz – gar keinen derartigen Antrag resp. 

Rechtsanspruch geltend gemacht haben können. Die Ziff. 1 im Dispostiv der 

angefochtenen Verfügung erweist sich daher bereits im Ansatz als falsch. Die 

Rekurrenten haben nach dem Gesagten keinen Antrag auf Umzonung gestellt 

bzw. stellen können. Ebenso wenig haben sie unbestritten einen Antrag auf 

Einleitung des Verfahrens betreffend Änderung der Grundordnung im Sinne 

von Art. 47 Abs. 2 KRG gestellt. Die Ziff. 1 der Verfügung ist folglich 

aufzuheben.

d) Was die Ziff. 2 anbetrifft, ist festzustellen, dass die Rekurrenten mit ihren 

Schreiben vom 05.04. und 13.10.2005 vorweg Ansprüche aus dem ihnen laut 

Kaufvertrag von 1984 zustehenden Rückkaufsrecht geltend gemacht haben. 

Die Beurteilung der Frage, ob diese Ausübung rechtmässig erfolgte, das 

heisst, ob die Voraussetzungen dafür gegeben sind, obliegen einzig und allein 

dem Zivilrichter. In denselben Schreiben und schon früher haben die 

Rekurrenten die Gemeinde ferner gebeten, die unter das Rückkaufsrecht 

fallenden Teile von Parzelle 1715 und 1716 anlässlich der laufenden 

Ortsplanungsrevision der entsprechenden Wohnzone zuzuteilen. Dies ist 

aber – wenn auch verspätet, weil nicht mehr in der Auflagefrist – im Zuge des 

laufenden Verfahrens in Ausübung ihrer Mitwirkungsrechte geschehen und ist 

jedenfalls nicht als Geltendmachung eines öffentlichrechtlichen Anspruches 

zu verstehen. Ein solcher Anspruch besteht, wie vorne in Erw. 1.b) erörtert, 

mangels einer gesetzlichen Grundlage nicht. Alles andere hat der Zivilrichter 

zu beurteilen. Daraus folgt, dass die Gemeinde nicht befugt war, die 

Teilnichtigkeit des am 08.06.1984 vereinbarten Rückkaufsrechts 

festzustellen.

3. a) Die angefochtene Verfügung ist daher in jeder Beziehung nicht rechtmässig, 

was zu ihrer Aufhebung und zur Gutheissung des Rekurses führt.

b) Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten gestützt auf Art. 

75 VGG der Rekursgegnerin aufzulegen. Sie hat die anwaltlich vertretenen 

Rekurrenten aussergerichtlich noch angemessen zu entschädigen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Der Rekurs wird gutgeheissen und die angefochtene Verfügung der 

Vorinstanz vollständig aufgehoben.

2. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 5'000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 221.--

zusammen Fr. 5'221.--

gehen zulasten der Gemeinde … und sind innert 30 Tagen seit Zustellung 

dieses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

3. Die Vorinstanz hat die Rekurrenten aussergerichtlich mit Fr. 3'000.-- (inkl. 

MWST) zu entschädigen.