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**Case Identifier:** 11a75c7a-6c59-53e6-8a2f-d4644a9396b9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-07-22
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 22.07.2021 200 2021 221
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-221_2021-07-22.pdf

## Full Text

200 21 221 UV
FUE/SCC/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 22. Juli 2021

Verwaltungsrichter Furrer, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Jakob, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführer

gegen

Branchen Versicherung Genossenschaft
Sihlquai 255, Postfach, 8031 Zürich
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________,
Beschwerdegegnerin

betreffend Einspracheentscheid vom 16. Februar 2021

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, UV/21/221, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1976 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer) 
arbeitete seit dem 18. Juli 2016 für die E.________ AG (Arbeitgeberin) als 
… und war dadurch bei der F.________ bzw. seit Mai 2018 (SHAB-
Publikation vom …. Januar 2020) bei der Branchen Versicherung Genos-
senschaft (Versicherungsträgerin bzw. Beschwerdegegnerin) gegen die 
Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als er sich am 
13. Februar 2020 bei der Arbeit mit einem Messer ins rechte Auge stach 
(Akten der Unfallversicherung [act. II] K1). Die Versicherungsträgerin er-
brachte die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilbehandlung und Tag-
geld. Mit Verfügung vom 21. Januar 2021 nahm sie den Fallabschluss vor, 
stellte die Taggeldleistungen per 31. März 2021 ein, lehnte bei einem Inva-
liditätsgrad von 9 % die Zusprechung einer UV-Rente ab und sicherte die 
Übernahme weiterer Heilungskosten zu, soweit dadurch eine namhafte 
Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erreichen sei, und richtete 
eine Integritätsentschädigung von Fr. 44'460.-- aus (act. II K22). Die hier-
gegen erhobene Einsprache (act. II K27) betreffend die Ablehnung einer 
Rente wies die Versicherungsträgerin mit Entscheid vom 16. Februar 2021 
ab (act. III K28).

Nach Anmeldung im Juli 2020 (Akten der Invalidenversicherung [act. III] 1) 
und Durchführung beruflicher Massnahmen (act. III 36 f.) verneinte die IV-
Stelle Bern (IVB) mit unangefochten gebliebener Verfügung vom 23. Fe-
bruar 2021 bei einem Invaliditätsgrad von 9 % den Anspruch auf eine IV-
Rente (act. III 54). 

B.

Am 18. März 2021 erhob der Versicherte, vertreten durch B.________, 
Rechtsdienst, Rechtsanwalt C.________, beim Verwaltungsgericht des 
Kantons Bern Beschwerde und beantragte, der Einspracheentscheid sei 
aufzuheben und dem Beschwerdeführer sei eine UV-Rente zuzusprechen.  

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Mit Beschwerdeantwort vom 5. Mai 2021 schloss die Beschwerdegegnerin, 
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. D.________, auf Abweisung der Be-
schwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Am 10. Juni 2021 gingen die mit prozessleitender Verfügung vom 7. Juni 
2021 edierten Akten der IVB (act. III 1-64) beim Gericht ein.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 58 ATSG). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 
ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des 
kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege 
[VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten. 

1.2 Anfechtungsobjekt bildet der Einspracheentscheid vom 16. Februar 
2021 (act. II K28). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine UV-
Rente. Hinsichtlich der mit Verfügung vom 21. Januar 2021 (act. II K21) 
zugesprochenen Integritätsentschädigung von Fr. 44'460.-- (30 % der ge-
setzlichen Maximalentschädigung von Fr. 148'200.-- zum Zeitpunkt des 
Unfalls) blieb der Einspracheentscheid demgegenüber unangefochten, 

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weshalb er diesbezüglich in Teilrechtskraft erwachsen ist (vgl. Entscheid 
des Bundesgerichts [BGer] vom 4. Juni 2018, 8C_172/2018, E. 2.1).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Die Zusprechung von Leistungen der obligatorischen Unfallversi-
cherung setzt grundsätzlich das Vorliegen eines Berufsunfalles, eines 
Nichtberufsunfalles oder einer Berufskrankheit voraus (Art. 6 Abs. 1 des 
Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über die Unfallversicherung [UVG; SR 
832.20]). Der Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversiche-
rung setzt nebst anderem einen natürlichen und adäquaten Kausalzusam-
menhang zwischen dem Unfall und dem eingetretenen Schaden voraus 
(BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181; SVR 2018 UV Nr. 3 S. 9 E. 3.1, 
2012 UV Nr. 2 S. 6 E. 3.1).

2.2 Der Unfallversicherer hat den Fall unter Einstellung von Heilbehand-
lung und Taggeld sowie Prüfung des Anspruchs auf Invalidenrente und 
Integritätsentschädigung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der 
ärztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustan-
des mehr erwartet werden kann und allfällige Eingliederungsmassnahmen 
der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; 
BGE 143 V 148 E. 3.1.1 S. 151, 137 V 199 E. 2.1 S. 201).

2.3 Ist die versicherte Person infolge des Unfalles zu mindestens 10 % 
invalid (Art. 8 ATSG), so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente, sofern 
sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat 
(Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Bundesrat regelt die Bemessung des Invali-
ditätsgrades in Sonderfällen. Er kann dabei auch von Art. 16 ATSG abwei-
chen (Art. 18 Abs. 2 UVG).

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2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

2.5 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

3.

3.1 Zum Sachverhalt ist den Akten das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Mit Schadenmeldung UVG hielt die Arbeitgeberin zum Unfallablauf 
fest, am 13. Februar 2020 habe der Beschwerdeführer mit dem Messer in 
der Hand vom Kistenband eine Kiste nehmen wollen, welche geklemmt 
habe, wodurch er abgerutscht sei und sich mit dem Messer ins rechte Auge 
gestochen habe (act. II K1).

3.1.2 Gemäss Bericht des Spitals G.________ vom 14. Februar 2020 
liege eine dislozierte, extraartikuläre, nach palmar angulierte, subkapitale 
Fraktur des OS metacarpale V rechts vor (act. II M1).

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Im Bericht vom 20. Februar 2020 diagnostizierten die Ärzte des Spitals 
G.________ am rechten Auge ein Bulbuseröffnendes Trauma sowie eine 
Lazeration am Lid vom 13. Februar 2020. Am linken Auge bestehe eine 
funktionelle Monokelsituation (act. II M2).

Am 7. Mai 2020 hielten die Ärzte des Spitals G.________ fest, die Sehkraft 
am rechten Auge liege aktuell bei Lichtperzeption bis Handbewegungs-
wahrnehmung. Eine weitere bedeutende Verbesserung sei unwahrschein-
lich (act. II M5/1 Ziff. 1).

Im Bericht von Oktober 2020 zuhanden der IVB hielten die Ärzte des Spi-
tals G.________ fest, das rechte Auge sei blind, eine Visusverbesserung 
sei dort nicht mehr zu erwarten (act. III 28/3 Ziff. 2.2). Zur Arbeitsfähigkeit 
führten sie aus, eine berufliche Tätigkeit, die das Stereosehen sowie die 
Tiefenwahrnehmung benötige, sei nicht geeignet (act. III 28/4 Ziff. 2.7). In 
einer adaptierten Tätigkeit (ohne relevante Verletzungsgefahr) bestehe 
eine Arbeitsfähigkeit von 100 % (act. III 28/6 Ziff. 4.1 und 4.2).

3.2 Vorab ist unbestritten und aufgrund der Akten erstellt, dass das Er-
eignis vom 13. Februar 2020 (act. II K1) den Unfallbegriff erfüllt und die 
Erblindung des rechten Auges (act. II M2/2, M4, M7/2; act. III 28/3 Ziff. 2.2) 
sowie die dadurch bedingten Funktionseinschränkungen in einem natürli-
chen und adäquaten Kausalzusammenhang zum Unfall stehen (vgl. E. 2.1 
hiervor). Seit Mai 2020 steht fest, dass eine weitere bedeutende Verbesse-
rung der Sehkraft am rechten Auge unwahrscheinlich (act. II M5/1 Ziff. 1) 
und von weiteren medizinischen Massnahmen auch keine namhafte Besse-
rung des unfallbedingten Gesundheitsschadens mehr zu erwarten ist. Zu-
dem wurden durch die Invalidenversicherung Eingliederungsmassnahmen 
durchgeführt (vgl. act. III 37) und am 6. Januar 2021 abgeschlossen (act. III 
38). Damit waren die Voraussetzungen für den Fallabschluss im Zeitpunkt 
der Rentenprüfung (Verfügung vom 21. Januar 2021 [act. II K22]) gegeben 
(vgl. E. 2.2 hiervor), zumal sich aufgrund der Akten keine Anhaltspunkte 
ergeben und nicht geltend gemacht wird, dass die beim Unfall zusätzlich 
erlittene Fraktur des Mittelhandknochens rechts damals nicht folgenlos 
ausgeheilt war.

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Gestützt auf die medizinischen Berichte (E. 3.1.2 hiervor), welche die    
Voraussetzungen der Rechtsprechung an medizinische Berichte erfüllen 
(E. 2.5 hiervor), steht zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit sowie zum Zu-
mutbarkeitsprofil fest, dass die bisherige Tätigkeit (am …, körperlich streng 
und repetitiv mit Verletzungsgefahr aufgrund des … beim …) aufgrund des 
totalen Visusverlustes am rechten Auge nicht mehr ausgeübt werden kann. 
Hingegen ist eine Tätigkeit, welche keine Tiefenwahrnehmung und Stereo-
sehen notwendig macht, zu 100 % zumutbar (act. III 28/4 Ziff. 2.7, 28/5 Ziff. 
3.3, 28/6 Ziff. 4.1 und 4.2; vgl. auch act. II K18; act. III 37/3). Gestützt auf 
diese zu Recht unbestrittene Einschätzung der Fachärzte des Spitals 
G.________ (vgl. Beschwerde S. 4 f.) ist nachfolgend der Einkommensver-
gleich vorzunehmen.

4.

4.1 Für die Bemessung des Valideneinkommens ist in der Unfallversi-
cherung nach jenem hypothetischen Verdienst zu fragen, welchen die ver-
sicherte Person ohne die unfallbedingte Schädigung wahrscheinlich erzie-
len würde. Dieser kann sich zwar mit dem mutmasslichen Verdienst als 
gesunde Person decken, aber nur dann, wenn keine weiteren, nicht unfall-
bedingten, leistungsschmälernden Beeinträchtigungen vorhanden sind 
(SVR 2018 UV Nr. 33 S. 115 E. 2.1).

4.2 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung entweder Tabellen-
löhne gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch herausgegebe-
nen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 143 V 295 
E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Wird auf Tabellenlöhne 
abgestellt, sind grundsätzlich immer die aktuellsten statistischen Daten zu 
verwenden (BGE 143 V 295 E. 2.3 S. 297).

Es gilt zu berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, 
die selbst bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich 
zu voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern 
lohnmässig benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurch-

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schnittlichen Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit ei-
nem Abzug vom Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 
S. 327, 129 V 472 E. 4.2.3 S. 481).

Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöhne herabzusetzen sind, 
hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen Umständen des konkre-
ten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Na-
tionalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad). Der Einfluss sämt-
licher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist nach pflichtgemässem 
Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Abzug auf insgesamt höchs-
tens 25 % zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 
E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu beachten ist, dass 
allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Arbeitsfähigkeit ent-
haltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich in die Bemes-
sung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer doppelten 
Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (BGE 146 V 16 E. 4.1 
S. 20).

4.3 Es ist – wie oben erwähnt – nicht zu beanstanden, dass die Be-
schwerdegegnerin den Fall abschloss und nach einer Übergangsfrist per 
31. März 2021 die Taggeldleistungen einstellte mit gleichzeitiger Prüfung 
des Anspruches auf eine Invalidenrente (vgl. BGE 144 V 354 E. 4.1 S. 357; 
zur Integritätsentschädigung vgl. E. 1.2 hiervor). Massgeblicher Zeitpunkt 
für den potentiellen Rentenbeginn ist damit der 1. April 2021 (act. II K22).

4.4 Das Valideneinkommen, festgesetzt auf Fr. 65'000.-- (Fr. 5'000.-- x 
13), ermittelte die Beschwerdegegnerin gestützt auf die Angaben der Ar-
beitgeberin (act. II K1, K28/2; act. III 14/3 Ziff. 2.9), was vom Beschwerde-
führer nicht beanstandet wird und zu keinen Bemerkungen Anlass bietet. 

4.5 Beim Invalideneinkommen ist der Beschwerdeführer der Ansicht, es 
sei das Einkommen massgebend, das er bei der bisherigen Arbeitgeberin 
erziele, wobei die Arbeitsstelle in hohem Masse angepasst sei (Beschwer-
de S. 4 f. Ziff. 5). 

Dem kann nicht gefolgt werden. Wie dem vom Beschwerdeführer erwähn-
ten (Beschwerde S. 4 Ziff. 5) Bericht Job-Coaching vom 4. Januar 2021 
entnommen werden kann, handelt es sich bei der Tätigkeit für die bisherige 

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Arbeitgeberin – auch wenn der Beschwerdeführer nur für kurze Zeit (ca. 
2 ½ Stunden morgens) beim … und danach fürs … eingesetzt wird (act. III 
37/4) – nicht um eine den Einschränkungen (optimal) adaptierte Tätigkeit. 
Denn diese kann der Beschwerdeführer zwar weiterhin vollschichtig (43 
Stunden pro Woche) ausüben (act. III 37/5 Ziff. 3), indes erreicht er eine 
Leistung von lediglich 60 % act. III 37/7 Ziff. 5), weswegen die Arbeitgebe-
rin von einem der Leistung entsprechenden bzw. gekürzten Bruttolohn von 
Fr. 3'000.-- ausging (60 % von Fr. 5'000.--, vgl. Protokolleintrag vom 4. Ja-
nuar 2021 [IV-Akten] S. 7; vgl. auch Zwischenbericht H.________ AG vom 
22. Dezember 2020 [act. II K14]). Weil der Beschwerdeführer eine ange-
passte Tätigkeit zu 100 % bei vollem Rendement ausüben (vgl. E. 3.2 hier-
vor) und damit ein höheres Einkommen erzielen kann (vgl. nachfolgend), 
schöpft er seine Restarbeitsfähigkeit bei der bisherigen Arbeitgeberin nicht 
optimal aus. Es ist deshalb korrekt, dass die Beschwerdegegnerin zur 
Festsetzung des Invalideneinkommens auf die LSE abstellte.

Die Beschwerdegegnerin zog zu Recht die LSE 2018 heran. Da dem Be-
schwerdeführer eine Vielzahl von adaptierten Tätigkeiten zumutbar sind, ist 
praxisgemäss bei der Bestimmung des tabellarischen Referenzlohnes vom 
Durchschnittslohn im gesamten privaten Sektor gemäss Zeile „Total“ der 
LSE-Tabelle TA1, Kompetenzniveau 1, Männer, auszugehen (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 29. April 2020, 8C_134/2020, E. 4.2), hier von 
Fr. 5’417.--. Angepasst an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 
41.7 Stunden pro Woche (entgegen dem Vorgehen im angefochtenen Ein-
spracheentscheid [act. II K28/2]), aufgerechnet auf ein Jahr und indexiert 
auf das Jahr 2020 (Nominallohnindex, Männer, 2016-2020, Total, 2018: 
101.5; 2020: 103.2 [für das Jahr 2021 {E. 4.3} liegen keine Angaben vor]) 
ergibt dies Fr. 68'901.70 (Fr. 5’417.-- / 40 x 41,7 x 12 / 101.5 x 103.2 = 
Fr. 68'901.68).

Umstritten ist ferner, ob ein Abzug vom Tabellenlohn vorzunehmen ist. Die 
Beschwerdegegnerin berücksichtigte im angefochtenen Einspracheent-
scheid vom 16. Februar 2021 einen Abzug vom Tabellenlohn von 10 % 
(act. II K28/2). In der Beschwerdeantwort geht sie nunmehr davon aus, 
dass kein Leidensabzug vorzunehmen sei und begründet dies mit Hinweis 
auf die Rechtsprechung (S. 6 f. Ziff. 25-29). Der Beschwerdeführer macht 

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demgegenüber geltend, es sei ein Abzug vom Tabellenlohn von 15 % zu 
gewähren mit der Begründung, er sei fremdsprachig, lebe noch nicht 
10 Jahre in der Schweiz, habe immer in der … gearbeitet und müsste einen 
Branchenwechsel vollziehen (Beschwerde S. 5 Ziff. 6).

Die IVB hat einen Abzug vom Tabellenlohn von 15 % vorgenommen (act. 
III 54/1). Da die Invaliditätsschätzung der Invalidenversicherung gegenüber 
dem Unfallversicherer jedoch keine Bindungswirkung entfaltet (BGE 131 V 
362; BGer vom 18. September 2019, 8C_224/2019, E. 4.3), kommt dem 
von der IVB gewährten Abzug von 15 % (act. III 39, 54) im vorliegenden 
Verfahren keine präjudizierende Wirkung zu. 

Anders als der Beschwerdeführer annimmt, rechtfertigen die geltend ge-
machten fehlenden Sprachkenntnisse bei einer Tätigkeit im Kompetenzni-
veau 1 in keiner Weise einen Abzug (statt vieler: Entscheid des BGer vom 
10. September 2019, 8C_314/2019, E. 6.2), zumal einfache und repetitive 
Tätigkeiten weder gute Sprachkenntnisse noch ein besonderes Bildungsni-
veau erfordern (Entscheid des BGer vom 30. Oktober 2017, 9C_418/2017, 
E. 4.5.2).

Weiter steht der im angefochtenen Einspracheentscheid gewährte Abzug 
von 10 % mit der bundesgerichtlichen Praxis zur (tatsächlichen oder fakti-
schen) Einäugigkeit mit entsprechend eingeschränktem Zumutbarkeitsprofil 
(insbesondere Ausschluss von Arbeiten, welche besondere Anforderungen 
an das Stereosehen stellen oder mit der Gefahr einer Verletzung des noch 
gesunden anderen Auges verbunden sind) im Einklang (Entscheid des 
BGer vom 26. Februar 2010, 8C_683/2009, E. 5.2; Entscheid des Eid-
genössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute BGer] vom 25. Septem-
ber 2001, U 122/01, E. 2c; restriktiver jedoch Entscheid des BGer vom 
15. März 2013, 8C_945/2012, E. 4, wonach eine Monokelsituation – nach 
Abschluss der Angewöhnungszeit – für sich alleine keinen Abzug vom Ta-
bellenlohn zu rechtfertigen vermöge), sodass insoweit kein triftiger Grund 
für eine abweichende Ermessensausübung vorliegt.

Schliesslich vermag der Verweis auf das Gutachten „Nutzung Tabellenme-
dianlöhne LSE zur Bestimmung der Vergleichslöhne bei der IV-
Rentenbemessung“ vom 8. Januar 2021 des Büros für arbeits- und sozial-

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politische Studien BASS AG (BASS [abrufbar unter <www.wesym.ch>, Ru-
brik: Downloads]) und das Rechtsgutachten „Grundprobleme der Invali-
ditätsbemessung in der Invalidenversicherung“ vom 22. Januar 2021 von 
GÄCHTER/EGLI/MEIER/FILIPO (Schlussfolgerungen vom 27. Januar 2021 
abrufbar unter <www.wesym.ch>, a.a.O.) keinen höheren Tabellenlohnab-
zug zu begründen (Beschwerde S. 6 Ziff. 8). Die Autoren des BASS-
Gutachtens und des Rechtsgutachtens kommen gestützt auf empirische 
Erhebungen im Wesentlichen zum Schluss, dass der Medianlohn von Er-
werbstätigen mit starken gesundheitlichen Einschränkungen – unabhängig 
davon, ob sie eine IV-Rente beziehen oder nicht – signifikant tiefer ist als 
jener von voll leistungsfähigen Erwerbstätigen, wobei der weitaus grösste 
Anteil der Lohnunterschiede nicht auf lohnrelevante Faktoren wie bspw. 
Geschlecht, Alter, Kompetenzniveau oder Brancheneffekte zurückzuführen 
sei. Der Faktor „starke gesundheitliche Einschränkungen“ wird dabei defi-
niert als (sehr) schlechter allgemeiner Gesundheitszustand (IZ40/4 bzw. 
IZ40/5) oder (kumulativ) eine länger andauernde Krankheit bzw. gesund-
heitliche Probleme (IZ41/1) sowie mindestens sechs Monate dauernde 
starke Einschränkung des täglichen Lebens wegen gesundheitlicher Pro-
bleme (IZ42/1; vgl. BASS-Gutachten S. 17 Fn. 4 bzw. Schlussfolgerung 
Rechtsgutachten S. 38 Rz. 109; vgl. auch BFS, Schweizerische Arbeits-
kräfteerhebung [SAKE], Variablenliste 2019, Variablenliste und Struktur des 
SAKE-Fragebogens 2019, S. 19 und 48 [abrufbar unter 
<www.bfs.admin.ch>]). Im vorliegenden Fall enthalten die medizinischen 
Akten jedoch keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Beschwerdeführer 
einen schlechten oder sogar sehr schlechten Allgemeinzustand aufweist 
(vgl. E. 3.1.2 hiervor). Zudem ist er bei voller Präsenzzeit hauptsächlich 
durch die starke Belastung des linken Auges bzw. die hohen visuellen An-
forderungen des aktuellen Arbeitsplatzes in Kombination mit dem hohen 
Arbeitstempo (sowohl beim … als auch im Bereich …) leistungsmässig 
reduziert (act. III 37/5), womit er im täglichen Leben nicht „stark einge-
schränkt“ ist. Daraus ergibt sich, dass aus dem angerufenen Gutachten des 
BASS wie auch aus dem Rechtsgutachten von GÄCHTER/EGLI/MEIER/FILIPO 
keine Schlussfolgerungen abgeleitet werden können, die hier für einen 
höheren Tabellenlohnabzug sprächen.

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Bei einem Abzug vom Tabellenlohn von 10 % resultiert ein Invalidenein-
kommen von Fr. 62'011.50 (Fr. 68'901.70 x 0.9).

4.6 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 65'000.-- und einem Invali-
deneinkommen von Fr. 62'011.50 resultiert eine Einbusse von Fr. 2'988.50 
und damit ein Invaliditätsgrad von 4.6 %. 

4.7 Nach dem Dargelegten ist der angefochtene Einspracheentscheid 
vom 16. Februar 2021 (act. II K28) nicht zu beanstanden und die dagegen 
erhobene Beschwerde abzuweisen.

5.

5.1 In Anwendung von Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis ATSG 
(Umkehrschluss; vgl. auch BBl 2018 1639) sind keine Verfahrenskosten zu 
erheben.

5.2 Es ist keine Parteientschädigung zuzusprechen.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden weder Verfahrenskosten erhoben noch wird eine Parteien-
tschädigung zugesprochen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 22. Juli 2021, UV/21/221, Seite 13

3. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- Rechtsanwalt Dr. D.________ z.H. der Beschwerdegegnerin
- Bundesamt für Gesundheit

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.