# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 422e2fb6-71ef-55a8-b0fb-abc908edf4c9
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-05-11
**Language:** de
**Title:** Projektbezogener Schutzentscheid. Unzulässige Eingriffe in wertvolle Parkanlagen, Bäume und Baumbestände (§ 203 Abs. 1 lit. f PBG).
**Docket/Reference:** BRGE II Nr. 0093/2021
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_ii_nr._0093-2021_vom_11._mai_2021.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 
2. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE II Nr. 

R2.2020.00246 
0093/2021  

Entscheid vom 11. Mai 2021  

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Peter Rütimann, Baurichter Adrian Bergmann, Ersatz-
richterin Marlen Patt, Gerichtsschreiber Robert Durisch     

in Sachen 

Rekurrentinnen 

1.  M. S. […] 
2.  B. V. […] 

beide vertreten durch […] 

gegen 

Rekursgegnerschaft 

1.  Gemeinderat X […] 

vertreten durch […] 

2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

3.  Politische Gemeinde X […] 

Nr. 3 vertreten durch Gemeinderat X […] 

betreffend 

Beschluss des Gemeinderats vom 22. September 2020 und Verfügung der 
Baudirektion  Kanton  Zürich  BVV  20-1608  vom  27.  Juli  2020;  Baubewilli-
gung  bzw.  denkmalschutzrechtliche  Bewilligung  für  Umbau  und  energeti-
sche Fassadensanierung des Feuerwehrdepots […] 
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 
Der Gemeinderat X erteilte der Politischen Gemeinde X mit Beschluss vom 

22. September 2020 unter Nebenbestimmungen die Baubewilligung für den 

Umbau  und  die  Erweiterung  des  Feuerwehrdepots  und  Werkhofs  L.-

Strasse  1  und  für  die  bauliche  Sanierung  des  Wohngebäudes  L.-Strasse 

1.1 (je Assek.-Nr. 1) auf dem Grundstück Kat.-Nr. 1 in X.  

Die  Baubewilligung  wurde  zusammen  mit  der  Verfügung  der  Baudirektion 

Kanton Zürich vom 27. Juli 2020 eröffnet, mit welcher der Bauherrin insbe-

sondere  die  zugehörige  Bewilligung  der  kantonalen  Denkmalpflege  erteilt 

wurde.  

B.  
Gegen diese Entscheide erhoben M. S. und B. V. mit gemeinsamer Einga-

be  vom  29. Oktober  2020  Rekurs  beim  Baurekursgericht  des  Kantons  Zü-

rich. Die Rekurrentinnen beantragten in erster Linie die Aufhebung der an-

gefochtenen Bewilligungen.  

C.  
Das Baurekursgericht eröffnete mit Verfügung vom 2. November 2020 das 

Rekursverfahren  und  lud  die  Rekursgegnerschaft  zur  freigestellten  Ver-

nehmlassung ein.  

Der  Gemeinderat  X  (Rekursgegner 1)  und  die  Baudirektion  Kanton  Zürich 

(Rekursgegnerin 2)  beantragten  mit  Vernehmlassungen  vom  4.  Dezember 

2020 und  30. November  2020  die  Abweisung  des  Rekurses  unter Kosten-

folge zulasten der Rekurrentinnen. Der Rekursgegner 1 beantragte zudem 

die Zusprechung einer Parteientschädigung.  

In den weiteren Rechtsschriften vom 13. Januar 2021 (Replik), 11. Februar 

2021  (Duplik  des  Rekursgegners 1)  und  22. März  2021  (Triplik)  wurde  an 

den jeweiligen Anträgen festgehalten. In der Replik beantragten die Rekur-

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rentinnen  zusätzlich,  dass  ihnen  eine  Parteientschädigung  zuzusprechen 

sei.  

D.  
Am 24. März 2021 führte die 2. Abteilung des Baurekursgerichts im Beisein 

der Parteien einen Augenschein auf dem Lokal durch.  

Dazu liess sich die Rekurrentin 2 mit Eingabe vom 25. März 2021 verneh-

men.  

Es kommt in Betracht: 

1. 
Die  Rekurrentinnen  sind  Bewohnerinnen  der  Liegenschaften  D.-Strasse 1 

und 4, die entweder an das Baugrundstück anstossen oder es in der Nach-

barschaft  umgeben.  Aufgrund  dieser  nachbarlichen  Nähe  zum  Bauvorha-

ben und der von ihnen erhobenen Rügen (insbesondere ungenügende Ab-

klärungen  zum  Schutz  des  Baumbestandes  und  mangelnde  Einordnung) 

sind  sie  zum  Rekurs  gegen  die  angefochtenen  Bewilligungen  berechtigt 

(vgl. § 338a des Planungs- und Baugesetzes/PBG).  

Da  neben  der  Rekurslegitimation  auch  die  übrigen  Prozessvoraussetzun-

gen erfüllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten.  

2.  
Zunächst  einmal  beantragen  die  Rekurrentinnen,  dass  bis  zum  Vorliegen 

des  Schutzentscheids  zu  den  vom  Bauvorhaben  betroffenen  inventarisier-

ten Bäumen des Parks der Villa «S.» und des Schulhauses B. das Vorha-

ben zu ruhen habe bzw. zu sistieren sei.  

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Dem  vorliegenden  Rekurs  kommt  nach  § 339  Abs. 1  PBG  aufschiebende 

Wirkung  zu,  was  den  Parteien  mit  Verfügung  des  Baurekursgerichts  vom 

2. November  2020  angezeigt  worden  ist.  Als  Folge  davon  erwachsen  die 

angefochtenen  Entscheide  vorerst  nicht  in  Rechtskraft  und  dürfen  die  ge-

planten Bauarbeiten bis auf Weiteres nicht ausgeführt werden.  

Ob  das  Bauvorhaben  darüber  hinaus  bis  zum  Vorliegen  eines  formellen 

Schutzentscheids  zu  ruhen  habe,  wie  es  die  Rekurrentinnen  verlangen, 

hängt  sodann  davon  ab,  ob  die  strittigen  Baubewilligungen  dereinst  in 

Rechtskraft  erwachsen  oder  aber  aufgehoben  werden,  was  zum  jetzigen 

Zeitpunkt nicht vorweggenommen werden kann.  

3.  
Die Rekurrentinnen beantragen sodann die Einholung eines «Obergutach-

tens»  zum  Baumbestand  des Parks  der  Villa  «S.»  und  zu den  Auswirkun-

gen  des  Bauvorhabens  auf  die  dazu  gehörenden  Baumgruppen  und  Ein-

zelbäume.  

Gemäss  § 7  Abs. 1  des  Verwaltungsrechtspflegegesetzes  (VRG)  unter-

sucht  die  Verwaltungsbehörde  den  Sachverhalt  von  Amtes  wegen  durch 

Befragen  der  Beteiligten  und  von  Auskunftspersonen,  durch  Beizug  von 

Amtsberichten,  Urkunden  und  Sachverständigen,  durch  Augenschein  oder 

auf andere Weise.  

Bestandteil der Akten bilden unter anderem die Schutzwertbeurteilung des 

Büros G.  vom 9. Juni 2015  zum  Schulhaus B., der «Baumbestandesplan» 

mit  Zustandsbeurteilung  von  b.  Landschaftsarchitektur/Baumpflege  vom 

30. Juli  2019,  das  Baumschutzgutachten  von  b.  vom  4. November  2019, 
das Baumschutzkonzept  von  b.  vom  4. November  2019  und  das  Parkpfle-

gewerk Teil 1 der r. ag landschaftsarchitekten vom 18. Februar 2020. Diese 

Konzepte,  Fachberichte  und  Gutachten  äussern  sich  unter  verschiedenen 

Gesichtspunkten  zum  Baumbestand  der  Gartenanlage  der  Villa  «S.»  und 

des  Schulhauses  B.  und  teilweise  auch  zu  den  erwarteten  Auswirkungen 

des Bauvorhabens auf die inventarisierten Baumgruppen und Einzelbäume. 

Zu letzterem Thema reichten sodann die Rekurrentinnen insbesondere den 

Bericht  von  G. W.,  Baumpflegespezialist  eidg.  FA,  vom  13. Mai  2019,  das 

Schreiben von B. Zürich vom 23. Oktober 2020 und die Stellungnahme von 

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A.  L.,  Dipl-Ing.  Gartenbau,  vom 28. Oktober 2020  zu  den  Akten.  Beim  ge-

richtlichen  Augenschein  vom  24. März  2021  wurde  zudem  insbesondere 

den  Sachverständigen  L.  P.,  Dipl. Ing. Landschaftsarchitekt  von b.,  und A. 

L.  ausführlich  Gelegenheit  geboten,  die  von  ihnen  erwarteten  Auswirkun-

gen  des  Bauvorhabens  auf  die  einzelnen  inventarisierten  Baumgruppen 

und Einzelbäume vor Ort aufzuzeigen.  

Aufgrund der verschiedenen ins Recht gelegten sachdienlichen Unterlagen 

und  der  genannten  tatsächlichen  Feststellungen,  an  denen  jeweils  auch 

von  den  Parteien  beigezogene  Sachverständige  mitwirkten,  ist  der  mass-

gebliche  Sacherhalt  rechtsgenügend  abgeklärt.  Die  Einholung  eines  zu-

sätzlichen  Gutachtens  bzw.  einer  «Oberexpertise»  ist  deshalb  nicht  erfor-

derlich.  

Der Verfahrensantrag ist somit abzuweisen.  

4.  
In verfahrensrechtlicher Hinsicht verlangen die Rekurrentinnen weiter, dass 

die inventarisierten Bäume des Parks der Villa «S.» und des Schulhauses 

B.  bis  zum  Vorliegen  eines  rechtskräftigen  formellen  Schutzentscheids 

nicht gefällt und ihre Baumkronen nicht zurückgeschnitten werden dürften.  

Gemäss § 23 Abs. 1 VRG muss die Rekursschrift einen Antrag und dessen 

Begründung  enthalten.  Wie  der  Antrag  bildet  auch  die  Begründung  eine 

formelle Gültigkeitsvoraussetzung des Rekurses; wenn mehrere Rekursan-

träge gestellt werden, sind grundsätzlich alle zu begründen (Alain Griffel, in: 

Kommentar VRG, § 23 Rzn. 17 f.).  

Das letzterwähnte Begehren wird jedoch in der Rekursschrift nicht begrün-

det oder auch nur ansatzweise erläutert, weshalb ihm mangels Begründung 

keine Folge zu leisten ist.  

5.1.  
Mit  den  angefochtenen  Entscheiden  wurden  der  Rekursgegnerin 3  unter 

Nebenbestimmungen  die  notwendigen  Bewilligungen  für  den  Um-  und 

Ausbau  des  mehrheitlich  in  den  gewachsenen  Boden  hineinragenden  und 

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mit  dem  Untergeschoss  des  Wohngebäudes  L.-Strasse  1.1  (je  Assek.-

Nr. 1)  zusammenhängenden  Feuerwehrdepots  und  Werkhofs  L.-Strasse  1 

erteilt.  Gleichzeitig  wurde  die  bauliche  Sanierung  des  zwei  Vollgeschosse 

und  ein  Attikageschoss  aufweisenden  Wohngebäudes  L.-Strasse  1.1  (je 

Assek.-Nr. 1) im Südosten des Baugrundstückes Kat.-Nr. 1 bewilligt. Neben 

der  modernisierenden  Instandsetzung  des  Mehrfamilienhauses  und  der 

Aufstockung  des  Feuerwehr-  und  Werkhofgebäudes  um  ein  Vollgeschoss 

und ein reduziertes Attikageschoss zur Unterbringung der Technikzentrale, 

welche  rund  20 m  östlich  des  Mehrfamilienhauses  auf  der  bestehenden 

Aussichtsplattform  geplant  ist,  beinhaltet  das  Bauvorhaben  die  unterirdi-

sche Erweiterung der zusammenhängenden Baute und Anlage in Richtung 

Norden  und  Westen.  Dabei  ist  einerseits  in  nördlicher  Richtung  auf  einer 

Länge  von ungefähr  75 m  ein 5 m  bis 10 m tiefer  Ausbau  des  1. Unterge-

schosses  und  anderseits  in  westlicher  Richtung  auf  einer  Länge  von 

ca. 15 m die Anhebung der Geschossdecke um rund 0,8 m vorgesehen.  

5.2.  
Die  Rekursgegnerin 2  hat  in  der  Verfügung  vom  27. Juli  2020  unter  ande-

rem Folgendes erwogen:  

Das Bauvorhaben erstrecke sich teilweise auf den Park der Villa «S.», die 

im  Inventar  der  Denkmalschutzobjekte  von  überkommunaler  Bedeutung 

verzeichnet  sei.  Durch  die  geplante  Erweiterung  des  Feuerwehrdepots 

werde  der  südliche  Teil  der  Parkanlage,  in  dem  sich  erhaltenswerte,  prä-

gende Gehölze aus der Bauzeit befänden, unterbaut. Das Unterbauen be-

einträchtige die Parkanlage im Süden stark, was umso mehr der Fall wäre, 

wenn  einzelne  Bäume  des  historischen  Baumbestands  die  vorgesehenen 

Bauarbeiten  nicht  überleben  sollten.  Das  Bauvorhaben  könne  deshalb  in 

denkmalpflegerischer  Hinsicht  nur  hingenommen  werden,  wenn  vor,  wäh-
rend und nach den Bauarbeiten alle Massnahmen ergriffen würden, die das 

Fortbestehen des historischen Baumbestands sicherstellten; falls der Fort-

bestand einzelner Bäume nachgewiesenermassen nicht mehr gewährleistet 

sei,  müsse  in  Absprache  mit  der  kantonalen  Denkmalpflege  für  einen  an-

gemessenen  Ersatz  gesorgt  werden.  Bei  der  Bauausführung  sei  sicherzu-

stellen, dass es nicht zu weiteren Verletzungen des Wurzelwerks der inven-

tarisierten Bäume komme. Das könne nur gewährleistet werden, wenn die 

Vorgaben des Baumschutzkonzepts von b. vom 4. November 2019 befolgt 

und  die  Bauarbeiten  durch  einen  Fachmann  in  Baumpflege  begleitet  wür-

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den. Einzelne baumpflegerische Massnahmen seien bereits vor Baubeginn 

einzuleiten,  so  etwa  die  Redimensionierung  der  Eiben-Gruppe  und  Stüt-

zungsmassnahmen  zugunsten  der  Scheinzypressen.  Da  die  kantonale 

Denkmalpflege  nicht  nur  das  Ziel  verfolge,  die  noch  vorhandenen  histori-

schen  Elemente  des  Parks  zu  stärken,  sondern  auch  die  Entlastung  der 

Parkanlage  von  nachträglich  hinzugekommenen  Elementen  anstrebe,  sei 

zusätzlich  als  kompensatorische  Massnahme  zu  verlangen,  dass  dem  in-

zwischen  erstellten  Leitbild  für  die  zukünftige  Entwicklung  der  Parkanlage 

nachgelebt werde.  

Demnach  werde  das Bauvorhaben  insbesondere unter  den folgenden  Ne-

benbestimmungen bewilligt (Dispositivziffer II):  

–  Neben  dem  Bauinstallationsplan  sei  der  kantonalen  Denkmalpflege  vor 

der  Erteilung  der  Baufreigabe  ein  Konzept  eines  Fachmanns  in  Baum-

pflege  zur  Genehmigung  einzureichen,  aus  dem  alle  Schutzmassnah-

men  hervorgingen,  welche  aufzeigten,  wie  die  Redimensionierung  der 

Eiben-Gruppe  und  der  Umgang  mit  den  Scheinzypressen  etc.  vor  Bau-

beginn und während der Bauarbeiten vorzunehmen seien (lit. b).  

–  Vor der Erteilung der Baufreigabe sei der kantonalen Denkmalpflege der 

Nachweis zu erbringen, dass das Baumschutzkonzept von b. vom 4. No-

vember  2019  umgesetzt  werde  und  sämtliche  Schutzmassnahmen  vor 

und während der Bauarbeiten durch einen Fachmann in Baumpflege be-

gleitet würden (lit. c).  

–  Des  Weiteren  sei  der  kantonalen  Denkmalpflege  vor  der  Erteilung  der 

Baufreigabe  mittels  Beschluss  des  Gemeinderats  nachzuweisen,  dass 

das  Parkpflegewerk  Teil 1  der  r.  ag 

landschaftsarchitekten  vom 

18. Februar 2020 innerhalb von fünf Jahren umgesetzt werde (lit. d).  

5.3.  
Mit Beschluss vom 27. Juli 2020 hat der Rekursgegner 1 dazu in Erwägung 

gezogen,  dass  abgesehen  von  der  Eiben-Gruppe,  den  Scheinzypressen 

und  dem  ausgewachsenen  Mammutbaum,  die  sich  im  südlichen  Teil  des 

Parks der Villa «S.» befänden, auch zwei Eichen im Süden des Schulhau-

ses  B.  vom  Bauvorhaben  betroffen  seien.  Wie  die  älteren  und  markanten 

Bäume  der  Parkanlage  seien  auch  die  beiden  Eichen  beim  Schulhaus  im 

kommunalen  Inventar  der  Natur-  und  Heimatschutzobjekte  verzeichnet, 

welches die Eichen als «wertvoll» einstufe. Die Schutzwertbeurteilung zum 

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Schulhaus  B.  des  Büros  G.  vom  9. Juni  2015  klassifiziere  die  Eichen  als 

«schützenswert».  Gemäss  dem  Baumschutzgutachten  von  b.  vom  4.  No-

vember 2019 sei davon auszugehen, dass die zwei Bäume durch geeigne-

te Schutzmassnahmen erhalten werden könnten.  

Das Bauvorhaben werde deshalb zusätzlich zu den mit Verfügung der Re-

kursgegnerin 2  vom  27. Juli  2020  verhängten  Auflagen  unter  nachfolgen-

den Nebenbestimmungen bewilligt (Dispositivziffer 2.3.):  

–  Vor  der  Erteilung  der  Baufreigabe  seien  die  Schutzmassnahmen  und 

weiteren  Massnahmen  zur  Standortverbesserung  der  inventarisierten 

Bäume gemäss Baumschutzkonzept von b. vom 4. November 2019 um-

zusetzen (lit. b).  

–  Die  Bauarbeiten  seien  von  einem  Fachmann  in  Baumpflege eng  zu  be-

gleiten (lit. c).  

–  Vor  der  Erteilung  der  Baufreigabe  sei  der  Abteilung  Hochbau  und  Lie-

genschaften  ein  Konzept  eines  Fachmanns  in  Baumpflege  zu  den  im 

kommunalen  Inventar  der  Natur-  und  Heimatschutzobjekte  verzeichne-

ten  Eichen  beim  Schulhaus  B.  zur  Genehmigung  einzureichen,  in  dem 

sämtliche  Schutzmassnahmen  und  Arbeitsschritte  vor  Baubeginn  und 

während der Bauarbeiten aufgezeigt werden (lit. d).  

6.1.  
Die  Rekurrentinnen  machen  geltend,  dass  das  Baumschutzgutachten  und 

das  Baumschutzkonzept  von  b.  vom  4.  November  2019  weder  vollständig 

noch schlüssig seien. Das Baumschutzkonzept gewährleiste keinen effekti-

ven Schutz der inventarisierten Bäume und Baumgruppen vor den Auswir-
kungen des Bauvorhabens, sondern beschreibe lediglich Massnahmen, um 

deren  Schädigung  zu  begrenzen.  Bei  der  Realisierung  des  Bauvorhabens 

sei deshalb trotz des Baumschutzkonzepts mit einer massiven Schädigung 

insbesondere  des  Parks  der  Villa  «S.»  und  seinem  schützenswerten 

Baumbestand zu rechnen. Da das mangelhafte Baumschutzgutachten und 

Baumschutzkonzept die Grundlage für das Parkpflegewerk Teil 1 der r. ag 

landschaftsarchitekten  vom  18. Februar  2020  bilde,  vermöge  auch  dieses 

den Anforderungen an die fachgerechte Pflege und den griffigen Schutz der 

historisch  bedeutsamen  Bäume  nicht  zu  genügen.  Aus  dem  Parkpflege-

werk  gehe  immerhin  unmissverständlich  hervor,  dass  sich  der  denkmal-

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pflegerisch  wertvollste  Bereich  des  Parks  der  Villa  «S.»  im  Süden  der 

Parkanlage  befände.  Dessen  ungeachtet  habe  der  Rekursgegner 1  wider 

besseren  Wissens  auf  einen  Entscheid  über  die  Schutzwürdigkeit  der  in-

ventarisierten  Bäume  verzichtet  und  mit  der  Erteilung  der  Bewilligung  des 

umstrittenen  Bauvorhabens  ihre  erhebliche  Beeinträchtigung  und  teilweise 

Zerstörung  billigend  in  Kauf  genommen.  Dabei  würde  nicht  zuletzt  das 

Wäldchen aus Eiben- und Scheinzypressen ein spezielles Augenmerk ver-

dienen; es stamme aus der Anfangszeit des Parks und sei ein Naturdenk-

mal ersten Ranges, das auch durch Rückschnitte nicht zerstört werden dür-

fe.  Gemäss  der  Beurteilung  von  B.  S.  Landschaftsarchitekten  vom 

24. Oktober 2017 bilde die dominante Eibe sogenannte Senkäste aus, was 

dem Baum seine typisch ausladende Form verleihe; bei der Eibe handle es 

sich laut Einschätzung der Fachleute um eines der grössten Exemplare in 

Westeuropa  und  daher  um  ein  Naturdenkmal  von  überregionaler  Bedeu-

tung.  

Weiter  ordne  sich  der  geplante  Aufbau  des  Feuerwehrdepots  im  Bereich 

der bestehenden Aussichtsterrasse, der sogenannte «Pavillon», nicht in die 

bauliche Umgebung ein. Die vorgesehene Aufstockung solle an einem Ort 

erfolgen,  der  infolge  seiner  aussergewöhnlich  schönen  Aussicht  auf  den 

Zürichsee  von  alters  her  das  Erscheinungsbild  von  X  präge.  Zu  diesem 

neuralgischen  Aussichtspunkt  passe  der  «Pavillon»,  welcher  banal  gestal-

tet  sei  und  eine  immense  Höhe  von  gegen  12 m  aufweise,  wie  die  Faust 

aufs Auge.  

6.2.  
Dem hält die Rekursgegnerschaft entgegen, dass die Schutzwürdigkeit der 

inventarisierten Parkanlage und Bäume seitens der zuständigen Behörden 

anerkannt werde. Der materielle Entscheid über deren Schutz könne auch 
in  einer  Baubewilligung  mitenthalten  sein.  Es  sei  vorliegend  zweckmässi-

ger,  einen  entsprechenden  projektbezogenen  Schutzentscheid  zu  treffen 

als  eine  von  der  Baubewilligung  separierte  formelle  Unterschutzstellung 

oder  Inventarentlassung  anzuordnen.  Denn  in  letzterem  Fall  sei  eine  Inte-

ressenabwägung vorzunehmen, die aufgrund des grossen öffentlichen Inte-

resses am geplanten Um- und Ausbau des Feuerwehrdepots und Werkhofs 

zuungunsten  des  schutzwürdigen  Baumbestands  ausfallen  könnte.  Mit  zu 

berücksichtigen  sei  hierbei,  dass  die  ursprüngliche  Grösse  und  Substanz 

des  Parks  der  Villa  «S.»  bereits  durch  den  Bau  des  bestehenden  Feuer-

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wehrdepots  spürbar  beschnitten  worden  sei.  Es  komme  hinzu,  dass  sich 

auch  bei  Realisierung  des  Bauvorhabens  das  Konzept  der  Gartenanlage 

mit seinem unterschiedlichen Bewuchs weiterhin ablesen lasse. Unter die-

sen Umständen sei es die ständige Praxis der Rekursgegnerin 2, wertvolle 

Bäume,  die  mit  Schutzmassnahmen  erhalten  werden  könnten,  nicht  prä-

ventiv aus dem Inventar zu entlassen. Zudem habe die Bauherrin einerseits 

keine  Mühe  gescheut,  um  die  Sachlage  fachkundig  und  umfassend  abzu-

klären,  und  anderseits  alle  nur  erdenklichen  Massnahmen  getroffen,  um 

den Erhalt und die grösstmögliche Schonung des schutzwürdigen Baumbe-

stands  sicherzustellen.  So  seien  insbesondere  ein  Baumschutzgutachten 

erstellt  und  zusätzlich  ein  Baumschutzkonzept  sowie  ein  Parkpflegewerk 

ausgearbeitet  worden.  Mit  der  Umsetzung  des  Parkpflegewerks  und  der 

Schutzmassnahmen, die im Baumschutzkonzept vorgesehen seien, sei es 

möglich, die Auswirkungen des Bauvorhabens auf die Parkanlage und den 

Baumbestand  auf  ein  Minimum  zu  reduzieren  sowie  die  schutzwürdigen 

Bäume zu erhalten und überdies optimal zu schützen. Die strengen Aufla-

gen,  die  in  den  angefochtenen  Bewilligungen  angeordnet  worden  seien, 

sähen  darüber  hinaus  die  fortwährende  Begleitung  der  Bauarbeiten  durch 

einen Fachmann in Baumpflege vor.  

Die  geplante  Aufstockung  des  bestehenden  Gebäudes  weise  eine  stand-

ortgerechte Dichte und gelungene Disposition auf. Sie trete auf dem Terrain 

des  Parks  der  Villa  «S.»  lediglich  eingeschossig  in  Erscheinung  und  bilde 

zum Park einen gelungenen räumlichen Abschluss. Die vorgesehene Erhö-

hung des Gebäudes lasse den abgegrabenen Innenhof optisch in den Hin-

tergrund treten und bewirke eine klare Adressierung zur L.-Strasse hin. Die 

Gebäudehöhe  des  vorgesehenen  Aufbaus  unterschreite  diejenige  der  be-

nachbarten Villa «S.» und der südlich angrenzenden Häusergruppe an der 

D.-Strasse  deutlich.  Die  Gebäudefassade  enthalte  unter  anderem  roten 
Klinker, wodurch ein gestalterischer Bezug zu der Villa und den Gebäuden 

des Schulhauses B. geschaffen werde. Der vorgesehenen Aufstockung sei 

daher eine gute Gestaltung und Einordnung in die Umgebung zu beschei-

nigen.  

7.1.1.  
Zu den möglichen Schutzobjekten des Natur- und Heimatschutzes, welche 

vor Zerstörung oder Beeinträchtigung bewahrt werden sollen, gehören un-

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ter  anderem  wertvolle  Park-  und  Gartenanlagen,  Bäume,  Baumbestände, 

Feldgehölze  und  Hecken  (§ 203  Abs. 1  lit. f  PBG,  § 13  Abs. 1  und  § 19 

Abs. 1  der  kantonalen  Natur-  und  Heimatschutzverordnung/KNHV).  Deren 

Erhalt  erfolgt  unter  anderem  durch  Massnahmen  des  Planungsrechts 

(§ 205 lit. a PBG), in erster Linie durch Einteilung in Freihaltezonen, Festle-

gen  von  Abstandslinien  an  Waldrändern  und  Gewässern  sowie  bau-  und 

zonenrechtliche  Regelungen  zum  Schutz  des  Baumbestandes  (§ 14  und 

§ 20 KNHV). Der Schutz erfolgt ausserdem durch Verordnung, insbesonde-

re  bei  Schutzmassnahmen,  die  ein  grösseres  Gebiet  erfassen,  Verfügung 

oder Vertrag (§ 205 lit. b-d PBG). Diese Schutzmassnahmen sind anzuord-

nen,  wenn  oder  soweit  planungsrechtliche  Massnahmen  und  die  Bauvor-

schriften  einen  fachgerechten  Schutz  sowie  Pflege  und  Unterhalt  nicht  si-

cherstellen  (§ 9  KNHV).  Sind  solche  Massnahmen  angezeigt,  ist  eine  for-

melle Unterschutzstellung erforderlich. Dadurch können Objekte des Natur- 

und  Heimatschutzes  dauernd  geschützt  werden,  wobei  der  Umfang  der 

Schutzmassnahmen jeweils örtlich und sachlich genau zu umschreiben ist 

(§ 207 Abs. 1 PBG, § 10 KNHV).  

7.1.2.  
Das Gesetz sieht sodann die Erstellung von kommunalen und überkommu-

nalen Inventaren vor (§ 203 Abs. 2 PBG, § 4 KNHV). Dabei handelt es sich 

nicht um eine Schutzmassnahme, sondern um eine Bestandsaufnahme der 

in Betracht fallenden Schutzobjekte. Ein Inventar ist für den Grundeigentü-

mer nicht direkt verbindlich (vgl. § 209 f. PBG). Hingegen ist es behörden-

verbindlich:  Mit  der  Aufnahme  in  das  Inventar  wird  die  Vermutung  der 

Schutzwürdigkeit der verzeichneten Objekte aufgestellt und die zuständige 

Behörde  verpflichtet,  sich  mit dieser Vermutung  auseinanderzusetzen.  Die 

Auseinandersetzung erfolgt beim Entscheid darüber, ob eine Schutzmass-

nahme anzuordnen ist.  

Der aus dieser Auseinandersetzung resultierende Entscheid kann entweder 

in  einer  definitiven  Unterschutzstellung,  womit  die  durch  das  Inventar  be-

gründete  Vermutung  in  eine  definitive  Schutzmassnahme  umgesetzt  wird, 

oder  in  einer  Entlassung  aus  dem  Inventar  und  damit  einem  Verzicht  auf 

Unterschutzstellung bestehen. Daraus folgt indessen nicht, dass im Fall ei-

ner Unterschutzstellung  zwingend ein förmlicher Schutzentscheid zu fällen 

wäre, in dem sich die Behörde in allgemeiner Weise über alle schutzwürdi-

gen  Teile  des  Objekts  ausspricht  und  dauernde  Schutzmassnahmen  an-

R2.2020.00246 

Seite 11 

 
 
ordnet. Sofern  sich  die  zuständige  Behörde  vorfrageweise  mit  der  Schutz-

zweckverträglichkeit  der  geplanten  Eingriffe  auseinandersetzt,  kann,  pro-

jektbezogen,  ein  materieller  Schutzentscheid  in  einer  Bau-  oder  Abbruch-

bewilligung mitenthalten sein.  

Ist  ein Schutzobjekt  inventarisiert  und möchte  der  Grundeigentümer  daran 

Änderungen  vornehmen,  bestehen  zwei  Möglichkeiten:  Der  Eigentümer 

kann  erstens  ohne  konkretes  Bauvorhaben  bei  der  Gemeinde  nach  § 213 

PBG ein Provokationsbegehren stellen, womit er einen förmlichen Schutz-

entscheid  über  den  Schutzumfang  des  Objekts  oder  über  dessen  Entlas-

sung aus dem Inventar erhalten wird. Zweitens kann er ein Baugesuch ein-

reichen,  worauf  die  Baubehörde,  sofern  sie  auf  einen  umfassenden 

Schutzentscheid verzichtet, allfällige Schutzmassnahmen in der Baubewilli-

gung, d. h. in einem projektbezogenen Schutzentscheid, anordnen kann. Im 

Baubewilligungsverfahren  können  keine  definitiven  Schutzmassnahmen 

angeordnet,  aber  die  der  Behörde  aufgrund  des  Bauvorhabens  notwendig 

erscheinenden  natur-  und  heimatschutzrechtlichen  Massnahmen  erlassen 

werden (VB.2019.00813 vom 14. Mai 2020, E. 3.3).  

7.1.3.  
Ein projektbezogener Schutzentscheid setzt voraus, dass sich der erforder-

liche Schutz des Naturschutz- oder Heimatschutzobjektes mit Anordnungen 

in  der  Baubewilligung  gewährleisten  lässt.  Als  solche  Anordnungen  kom-

men  insbesondere  Nebenbestimmungen  gemäss  § 321  PBG  in  Betracht. 

Nach dieser Bestimmung sind mit der Bewilligung die gebotenen Nebenbe-

stimmungen,  d. h.  Auflagen,  Bedingungen  und  Befristungen,  zu  verknüp-

fen,  sofern  inhaltliche  oder  formale  Mängel  des  Bauvorhabens  ohne  be-

sondere  Schwierigkeiten  behoben  werden  können.  Ein  Vorgehen  nach 

§ 321  PBG  kommt  indessen  nur  infrage,  wenn  die  Mängel  des  Bauvorha-
bens  von  untergeordneter  Natur  sind;  führen  diese  dagegen  zu  einer  we-

sentlichen  Projektänderung,  können  sie  nicht  mittels  einer  Nebenbestim-

mung  behoben  werden.  Projektbezogene  Schutzentscheide  sind  in  Über-

einstimmung dazu nur bei untergeordneten Eingriffen in die Schutzobjekte 

zulässig,  d. h.  wenn  der  Schutzzweck  höchstens  geringfügig  tangiert  wird 

und  es  unverhältnismässig  wäre,  allein  deswegen  den  Schutzumfang  um-

fassend  festzulegen.  Dabei  dürfen  die  projektbezogen  zugelassenen  Ein-

griffe eine umfassende Festlegung des Schutzumfangs, die allenfalls zu ei-

nem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer formellen Unterschutzstellung zu 

R2.2020.00246 

Seite 12 

 
 
erfolgen hat, nicht präjudizieren. Als Folge davon lassen sich Bauvorhaben, 

die zu stark auf Schutzobjekte einwirken oder gar deren Beseitigung vorse-

hen, nicht durch einen projektbezogenen Schutzentscheid bewilligen.  

Ob ein Bauvorhaben mit einem projektbezogenen Schutzentscheid bewilligt 

werden kann, ist demnach in erster Linie von der Art und dem Ausmass der 

Eingriffe in das Schutzobjekt abhängig. Um deren Auswirkungen beurteilen 

zu können, ist im Baugesuch im Einzelnen darzulegen, weshalb die vorge-

sehenen  Eingriffe  das  Schutzobjekt  nicht  zu  gefährden  vermögen.  Sind 

diese  von  untergeordneter  Natur,  ist  die  Bewilligung  zulässig,  ohne  dass 

vorgängig  ein  förmlicher  Schutzentscheid  zu  treffen  ist.  Ein  solcher  hat 

demgegenüber immer dann zu ergehen, wenn das Schutzobjekt wesentlich 

verändert  oder  gar  abgebrochen  werden  soll.  Andernfalls  könnte  der  Sinn 

und Zweck des Natur- und Heimatschutzes unterlaufen werden, indem das 

Schutzobjekt  infolge  der  Schwere  und/oder  Anzahl  der  Eingriffe  seinen 

Wert  verliert.  In  diesen  Fällen  bedarf  es  folglich  einer  Inventareröffnung, 

welche die Rechtswirkungen von § 209 PBG entfaltet, oder eines Provoka-

tionsbegehrens 

des  Grundeigentümers 

gemäss 

§ 213 

PBG 

(VB.2019.00813, E. 3.4 und 3.5).  

7.2.1.  
Für die Sanierung und den Ausbau des Feuerwehrdepots und Werkhofs ist, 

wie erwogen, insbesondere auch vorgesehen, den Gebäudekomplex unter 

dem Erdboden in nördlicher und westlicher Richtung zu erweitern. Unterir-

disch  soll  das  Gebäude  einerseits  zum  Park  der  Villa  «S.»  hin  über  eine 

Distanz von rund 75 m 5 m bis 10 m ausgebaut werden; anderseits ist ge-

plant, die Decke der Werkhofhalle südlich des Schulgebäudes B.-Strasse 1 

teilweise um etwa 0,8 m anzuheben. Vom unterirdischen Bauvorhaben wird 

der südliche Teil der Parkanlage und teilweise der Umschwung südlich des 
Schulhauses  B.  tangiert.  Auf  diesen  Grünflächen  stehen  einige  ältere  und 

markante Bäume und Baumgruppen, die im kommunalen Inventar der Na-

tur- und Landschaftsschutzobjekte verzeichnet sind.  

Im Einzelnen handelt es sich um:  

–  einen  Riesenmammutbaum  (Sequoiadendron  giganteum,  auch Welling-

tonia  genannt),  Inventar-Nr. 1,  der  gemäss  Eintrag  im  Inventar  einen 

Stammdurchmesser von ca. 1,3 m aufweist und als «sehr wertvoll» gilt,  

R2.2020.00246 

Seite 13 

 
 
–  eine Eibe (Taxus baccata), Inventar-Nr. 2, die gemäss Eintrag im Inven-

tar  «mehrstämmig  mit  weiteren  Stämmen  aus Wurzeln»,  eine  «Rarität» 

und «sehr wertvoll» ist,  

–  eine  Scheinzypresse  (Chamaecyparis  Iawsoniana),  Inventar-Nr. 2,  die 

gemäss Eintrag im Inventar «mehrstämmig» und «wertvoll» ist, und  

–  zwei Stieleichen (Quercus robur), Inventar-Nr. 3, die gemäss Eintrag im 

Inventar einen Stammdurchmesser von ca. 0,8 m (S) und 0,6 m (N) auf-

weisen und breitkronig sowie «wertvoll» sind.  

Während  sich  die  beiden  Stieleichen  auf  dem  Schulgelände  B.  befinden, 

stehen  der  Riesenmammutbaum  und  die  Baumgruppe  mit  der  Eibe  und 

den Scheinzypressen im Südteil des Parks der Villa «S.», welche selber im 

Inventar  der  Denkmalschutzobjekte  von  überkommunaler  Bedeutung  ver-

zeichnet  ist.  Bei  der  Villa  «S.»  mit  Gartenanlage  handelt  es  sich  gemäss 

dem  zugehörigen  Inventarblatt  um  ein  regional  eingestuftes  Schutzobjekt, 

dessen  Schutzzweck  unter  anderem  auch  die  «integrale  Erhaltung  von 

Brunnen und Park» vorsieht (Inventarblatt S. 2).  

7.2.2.  
In Zusammenhang mit den inventarisierten Bäumen ist die Schutzwertbeur-

teilung zum Schulhaus B. des Büros G. vom 9. Juni 2015 zum Schluss ge-

langt,  dass  der  südliche  Teil  des  Parks  der  Villa  «S.»  bis  und  mit  dem 

«Wegoval»  einschliesslich  des  Riesenmammutbaums,  der  Eibe  und  der 

Scheinzypresse  schützenswert  sei  (S. 39).  Weiter  wurde  in  der  Schutz-

wertbeurteilung empfohlen, die Eiben- und Scheinzypressengruppe im Park 

als Naturdenkmal von kantonaler Bedeutung im Sinn von § 203 Abs. 1 lit. e 

und  lit. f  PBG  unter  Schutz  zu  stellen,  weil  der  baumartige  Grossstrauch 

aufgrund  seines  Kronendurchmessers  von  18 m  und  der  zwei  Generatio-
nen von Astabsenkern im Kanton Zürich einmalig sei (S. 37).  

Das  Baumschutzgutachten  von  b.  vom  4.  November  2019  beschreibt  die 

Schutzobjekte insbesondere wie folgt:  

–  Der  markante  und  schön  gewachsene  Mammutbaum  kil_035  sei  noch 

nicht besonders alt. Trotz einer lang anhaltenden Trockenheit und eines 

in Bezug auf den Boden und die Vegetation für die Baumart nicht idealen 

Standorts  scheine  der  Baum  sehr  vital  zu  sein.  Der  Mammutbaum  sei 

prächtig, vital und schön gewachsen.  

R2.2020.00246 

Seite 14 

 
 
–  Die Bäume der Eibe kil_001 und kil_011 bis _034 seien Teil einer alten, 

ineinander  gewachsenen  Gruppe  aus  mehreren  Generationen,  die  vom 

«Mutterbaum»  kil_001  ausgingen.  Die  Baumgruppe  nehme  eine  grosse 

Fläche des Parks ein. Die gemeinsame Wuchsform bilde einen für diese 

Art  ungewöhnlichen  und  kuriosen  Habitus.  Insbesondere  die  peripher 

stehenden  Exemplare  wüchsen  sehr  einseitig  und  schräg.  Die  gesamte 

Gruppe  sei  sehr  vital  und  strukturell  grösstenteils  in  einem  sehr  guten 

Zustand. Wenige wiesen als Folge der intensiven Nutzung durch Kinder 

Stammschäden auf, wobei diese Schäden kaum problematisch seien. Im 

Innern der  Gruppe  stünden  vereinzelt  gekappte,  abgestorbene  Stämme 

und  Schösslinge,  die  auf  eine  fortlaufende  Regenerationsfähigkeit  der 

Gruppe hinwiesen.  

–  Die  markante  Gruppe  der  Scheinzypressen  (wiederum)  kil_001  und 

kil_011 bis  _034  bestehe,  ähnlich  wie  bei  der  benachbarten  Eibengrup-

pe, aus einem «Mutterbaum», kil_006, der von einer Reihe von Nachfah-

ren  unterschiedlichen  Alters  umgeben  sei.  Kil_006  weise  insbesondere 

im unteren Stammbereich einen ausgesprochen malerischen Wuchs auf. 

Leider  zeige  die  gesamte  Gruppe  Anzeichen  von  vitaler  Schwäche  und 

viele, teilweise gravierende, strukturelle Schäden. Die Bäume stünden im 

Verbund und seien allesamt schlank, hochgewachsen und aufgrund ihrer 

Exposition  dem  Wind  stark  ausgesetzt.  Ein  Freistellen  durch  Entfernen 

einzelner Exemplare könnte daher sehr problematisch sein.  

–  Luftbilder  von  Swisstopo  wiesen  darauf  hin,  dass  die  zwei  mächtigen 

Stieleichen  kil_041  und  _042  wahrscheinlich  ungefähr  anfangs  der 

1970er  Jahre  gepflanzt  worden  seien.  Das  bedeute,  dass  sich  ihr  Wur-

zelwerk in der Überdeckung des unterirdischen Bauwerks ungestört ha-

be  ausbreiten  können.  Die  Eiche  kil_041  sei  vital,  gut  belaubt,  sparrig, 

weit  verzweigt;  er  habe  zwei  eher  dünne  Haupttriebe,  eine  eher  lichte 
Krone und einzelne tote Äste im Starkastbereich; alle Wurzelanläufe sei-

en  vorhanden  und  intakt.  Der  Baum  kil_042  sei  spärlich  belaubt,  leicht 

chlorotisch mit geringen Zuwachsraten, aber mit wenig Totholz; die Wur-

zelanläufe  seien  allesamt  intakt  und  gut  ausgeprägt,  die  Zugwurzel  in 

Richtung  Westen  stark  ausgeprägt;  Richtung  Seeseite  wiesen  einzelne 

oberflächliche Wurzeln Rasenmäher-Schäden auf; die Stileiche habe ei-

nen geraden Leittrieb mit schönem U-Zwiesel auf ca. 10 m Höhe und sei 

strukturell intakt.  

R2.2020.00246 

Seite 15 

 
 
7.2.3.  
Zu den Ein- und Auswirkungen, die das Bauvorhaben auf die inventarisier-

ten  Bäume  zeitigen  würde,  äussert  sich  das  Baumschutzgutachten  von  b. 

vom 4. November 2019 sodann im Wesentlichen folgendermassen:  

–  Für  das  unterirdische  Bauwerk  erfolge  im  nahen  Bereich  des  Mammut-

baums ein tiefgründiger Aushub. Obwohl ein böschungsloser Aushub mit 

Bohrpfählen  geplant  sei,  deuteten  oberflächliche,  gut  sichtbare  Stark-

wurzeln im nahen und weiter entfernten Bereich des Baums darauf hin, 

dass  infolge  des  Bauvorhabens  mit  einem  grossen  Wurzelverlust  zu 

rechnen  sei.  Der  Baum  wurzle  über  grosse  Flächen, d. h.  weit  über  die 

Baumkrone hinaus, auffallend oberflächlich. Mit den sehr oberflächlichen 

Starkwurzeln  erschliesse der  Mammutbaum aussergewöhnlich  weit  ent-

fernte Bodenvolumen, was, verglichen mit dem Erschliessen von baum-

nahen,  tiefer  liegenden  Bodenschichten,  für  ihn  eher  ungünstig  sei.  Es 

sei  zu  vermuten,  dass  der  Boden  im Baumbereich nicht  besonders  tief-

gründig und/oder in tiefen Lagen für den Baum nicht besonders interes-

sant sei. Der ursprünglich vorgesehene Grundriss hätte zweifelsohne ei-

ne massive Beeinträchtigung des Baumes in seiner Vitalität und damit in 

seiner  vitalen  Resistenz  zur  Folge  gehabt; diese Beeinträchtigung  habe 

im Rahmen der Konfliktbereinigung durch eine Anpassung des Grundris-

ses zu Gunsten des Baums entschärft werden können. Die erfolgte An-

passung des Grundrisses werde die zu erwartende Beeinträchtigung des 

Baums  deutlich  reduzieren.  Der  verbleibende Wurzelverlust  werde  den-

noch zu einem merklichen Einbruch der Vitalität führen. Dem sei mit ei-

ner  nachhaltigen  Standortverbesserung  entgegenzuwirken,  wofür  na-

mentlich  im  Baumbereich  die Wasseraufnahmefähigkeit  und  die  Durch-

lässigkeit  des  Bodens  gefördert  und  der  Untergrund  für  den  Baum  zu-

gänglicher und wurzelfreundlicher ausgestaltet werden sollten.  

  Daraus sei das Fazit zu ziehen, dass der Mammutbaum durch das Bau-

vorhaben in seiner weiteren Entwicklung eher wenig gestört werde, wenn 

die  im  Baumschutzkonzept  aufgezeigten  Massnahmen  zum  Schutz  des 

Baums und zur Standortverbesserung umgesetzt würden.  

–  Der  Erhalt  der  vollständigen  Eibengruppe  wäre  nur  möglich,  wenn  das 

geplante Gebäude und der dazugehörende Arbeitsraum für das Bohrge-

rät aus dem Kronenbereich der Baumgruppe geschoben würde. Manche 

der betroffenen Bäume stünden im geplanten Aushub, andere seien vom 

Arbeitsraum für das Bohrgerät mehr oder weniger stark betroffen. Es sei 

R2.2020.00246 

Seite 16 

 
 
von folgendem Szenario auszugehen: massive Kappung oder Fällung im 

Rahmen  des  Aushubs  und  der  Grabensicherung  von  kil_016,  _017, 

_019,  _020  und  _021;  starker  Rückschnitt  oder  Kappung  bei  der  Gra-

bensicherung  von  kil_018,  _022,  _023,  _024  und  _030.  Der  Rest  der 

Gruppe könne bei Berücksichtigung der restlichen Auflagen voraussicht-

lich erhalten werden.  

  Das  Fazit  sei  demnach,  dass  mit  der  vorgesehenen  Kappung  und  Fäl-

lung  die  ursprüngliche  Form  der  Eibengruppe  unwiderruflich  verändert 

werde,  es  müsse  mit  einer  deutlichen  Redimensionierung  des  Ensem-

bles gerechnet werden.  

–  Aufgrund  des  Aushubs  wäre  der  Erhalt  der  Scheinzypressen  kil_003, 

_004  und  _007  kaum  möglich  und  im  Fall  der  bereits  geschwächten 

kil_003  und  _004  auch  wenig  sinnvoll.  Die  kräftige,  hoch  gewachsene 

Zypresse  kil_007  stehe  sehr  nah  an  der  Kante  des  Aushubs,  wobei  ein 

massiver Wurzelanlauf  direkt  in  deren  Richtung  weise.  Insbesondere  in 

Kombination  mit  der  Freistellung  als  Folge  der  Fällung  von  kil_003  und 

_004  müsse  davon  ausgegangen  werden,  dass  auch  der  Erhalt  dieses 

Baums nicht möglich sei. Durch das Entfernen einzelner Exemplare der 

Gruppe  würden  die  verbleibenden  Zypressen  freigestellt;  ob  und  unter 

welchen Bedingungen dies möglich sei, müsse im Rahmen einer vertief-

ten Untersuchung eruiert werden.  

  Das Fazit laute deshalb, dass das grundlegende Problem der Gruppe im 

geschwächten  Allgemeinzustand  liege;  der  ohnehin  laufende  Prozess 

des Abgangs einzelner Bäume werde jedoch mit dem geplanten Baupro-

jekt beschleunigt.  

–  Die  Sondierung  vom  13. September  2019  habe  ausserdem  ergeben, 

dass durch die Freilegung der gesamten Decke der Werkhofhalle mit fol-

genden Auswirkungen auf die Stieleiche kil_041 zu rechnen sei: vermin-

derte  Vitalität,  übermässige  Totholzbildung,  Vergreisung  der  Krone,  er-

höhte Anfälligkeit für Krankheiten und verfrühtes Absterben des Baumes.  

  Um dem entgegenzuwirken, müssten, so das Fazit, die im Baumschutz-

konzept  aufgezeigten  Massnahmen  zum  Schutz,  zur  Standortverbesse-

rung  und  zum  Unterhalt  der  Eiche  kil_041  konsequent  umgesetzt  wer-

den.  Demgegenüber  sei  davon  auszugehen,  dass  die  Eiche  kil_042 

durch  die  baulichen  Tätigkeiten  nicht  in  ihrer  weiteren  Entwicklung  ge-

stört werde.  

R2.2020.00246 

Seite 17 

 
 
7.2.4.  
Wie erwogen hängt es von der Art und dem Ausmass der Einwirkungen auf 

ein  Schutzobjekt  ab,  ob  ein  Bauvorhaben  mit  einem  projektbezogenen 

Schutzentscheid  bewilligt  werden  kann.  Bauvorhaben,  die  zu  stark  auf 

Schutzobjekte einwirken oder gar deren Beseitigung vorsehen, dürfen nicht 

durch  einen  projektbezogenen  Schutzentscheid  bewilligt  werden.  Ein  sol-

cher  ist  nur  bei  untergeordneten  Eingriffen,  durch  die  der  Schutzzweck 

höchstens geringfügig tangiert wird, zulässig. Sollen Schutzobjekte wesent-

lich verändert oder gar abgebrochen werden, hat dagegen immer ein förm-

licher Schutzentscheid zu ergehen.  

Der  von  der  Rekursgegnerin 3  beigezogene  Sachverständige  kommt  in 

seiner  gründlichen  und  überzeugenden  Analyse  der  Auswirkungen  auf  die 

Schutzobjekte,  wie  ausgeführt,  mehrmals  zum  Schluss,  dass  das  Bauvor-

haben  nicht  realisiert  werden  kann,  ohne  an  den  inventarisierten  Bäumen 

und Baumgruppen Schaden zu verursachen. So erleide der Mammutbaum 

einen grossen Verlust an Wurzeln, was seine Vitalität merklich einbrechen 

lassen  dürfte.  Weiter  müssten  verschiedene  Exemplare  der  Eibengruppe 

stark zurückgeschnitten, gekappt oder sogar gefällt werden, was die beste-

hende  Form  der  Gruppe  unwiderruflich  verändern  und  zu  einer  deutlichen 

Verkleinerung des Ensembles führen würde. Wahrscheinlich sei es sodann 

nicht möglich, die kräftige, hoch gewachsene Zypresse kil_007 zu erhalten. 

Zudem werde der Abgang weiterer Zypressen durch das erforderliche Frei-

stellen  dieser  Baumgruppe  beschleunigt.  Mit  einem  verfrühten  Absterben 

sei  auch  bei  der  Stieleiche  kil_041  zu  rechnen,  zumal  sie  aufgrund  des 

Bauvorhabens  an  Vitalität  einbüssen,  übermässig  Totholz  bilden  und  ver-

mehrt anfällig für Krankheiten würde und zudem ihre Baumkrone vergreis-

te.  

Daraus ergibt sich, dass die Art und das Ausmass der vorgesehenen Ein-

griffe  vielfältig  und  erheblich  sind.  Auf  sämtliche  Schutzobjekte  wird,  teil-

weise stark, eingewirkt, wobei auch die Beseitigung von Bestandteilen der 

inventarisierten Bäume und Baumgruppen vorgesehen ist. Von untergeord-

neten  Eingriffen,  welche  den  Schutzzweck,  namentlich  die  Erhaltung  der 

Schutzobjekte, höchstens geringfügig beeinflussen, kann in Anbetracht der 

notwendigen Behandlung, Beschneidung, Kappung und Fällung der inven-

tarisierten  Bäume  nicht  mehr  ausgegangen  werden.  Es  ist  folglich  nicht 

damit zu rechnen, dass sich ihr Schutz mit Anordnungen in der Baubewilli-

R2.2020.00246 

Seite 18 

 
 
gung  gewährleisten  lässt.  In  diesem  Zusammenhang  machen  die  Rekur-

rentinnen  zu  Recht  geltend,  dass  das  erwähnte  Baumschutzkonzept  im 

Grunde genommen lediglich Massnahmen vorsieht, welche die beabsichtig-

te  Schädigung  der  inventarisierten  Bäume  und  Baumgruppen  möglichst 

eingrenzt.  Zusammengefasst  ist  deshalb  davon  auszugehen,  dass  das 

Bauvorhaben  die  Unversehrtheit  und  den  Bestand  der  Schutzobjekte  we-

sentlich  beeinträchtigt.  Infolgedessen  fällt  der  rechtmässige  Erlass  eines 

projektbezogenen Schutzentscheids ausser Betracht und es ist stattdessen 

ein formeller Schutzentscheid zu treffen.  

7.2.5. 
Dieses  Resultat  wird  vorliegend  durch  § 204 PBG,  der  die  Bindung  des 

Gemeinwesens  an  den  Natur-  und  Heimatschutz  regelt,  nicht  infrage  ge-

stellt.  

Gemäss Abs. 1 dieser Bestimmung haben insbesondere der Staat und die 

Gemeinden in ihrer Tätigkeit dafür zu sorgen, dass Schutzobjekte geschont 

und,  wo  das  öffentliche  Interesse  an  diesen  überwiegt,  ungeschmälert  er-

halten bleiben; soweit es möglich und zumutbar ist, muss nach Abs. 2 der 

Vorschrift für zerstörte Schutzobjekte Ersatz geschaffen werden. Diese Be-

stimmung verlangt von den Gemeinden, dass sie bei ihrer täglichen Tätig-

keit  Schutzobjekte  schonen,  dispensiert  sie  aber  nicht  von  formellen  Ent-

scheiden,  wo  das  Planungs-  und  Baurecht  diese  im  Natur-  und  Heimat-

schutz vorsieht. Andernfalls würde beispielsweise das Verbandsbeschwer-

derecht ungerechtfertigt eingeschränkt.  

Wie  beim  Entscheid  über  eine  formelle  Unterschutzstellung  mittels  Verfü-

gung  nach  § 205  lit. c PBG  verlangt  die  Anwendung  von  § 204 PBG  eine 

Interessenabwägung,  welche  die  entscheidenden  Behörden  nach  pflicht-
gemässem Ermessen vorzunehmen haben. Anders als bei Schutzobjekten 

im Eigentum Privater ist jedoch nicht zwischen dem öffentlichen Schutzinte-

resse  und  den  privaten  Interessen  der  Eigentümer  abzuwägen,  sondern 

zwischen gegenläufigen öffentlichen Interessen. Gegen die ungeschmäler-

te  Erhaltung  des  Schutzobjekts  kann  einem dem  betreffenden  Gemeinwe-

sen  obliegende  öffentliche  Aufgabe  oder  das  Gebot  des  haushälterischen 

Umgangs mit öffentlichen Mitteln sprechen (BEZ 1996 Nr. 23).  

R2.2020.00246 

Seite 19 

 
 
Wie  sich  aus  den  Akten  ergibt,  haben  jedoch  weder  der  Rekursgegner 1 

noch die Rekursgegnerin 2 in den angefochtenen Entscheiden oder, nach-

gelagert,  in  den  Vernehmlassungen  zum  Rekurs  eine  eigentliche  Interes-

senabwägung  vorgenommen.  Stattdessen  haben  sie  ihre  Bemühungen 

vollständig darauf ausgerichtet, das Bauvorhaben möglichst ohne Abstriche 

und  unter  Begrenzung  der  erwarteten  Schäden  an  den  schutzwürdigen 

Bäumen  zu  optimieren.  Der  Rekursgegner 1  deutet  dazu  in  der  Vernehm-

lassung  –  konjunktivistisch  –  lediglich  an,  dass  im  Rahmen  der  bei  einer 

Unterschutzstellung  vorzunehmenden  Interessenabwägung  das  grosse  öf-

fentliche  Interesse  an  der  Realisierung  des  Feuerwehrdepots  mit  Werkhof 

zu  berücksichtigen  und,  aufgrund  des  überwiegenden  öffentlichen  Interes-

ses am Bauprojekt, ein Verzicht auf die Unterschutzstellung mit Entlassung 

von  einzelnen  Bäumen  aus  dem  Inventar  zweifellos  ebenfalls  möglich  ge-

wesen wäre. Die angefochtenen Entscheide wie auch die Vernehmlassun-

gen schweigen sich dagegen insbesondere über den Grad der Schutzwür-

digkeit der vom Bauvorhaben betroffenen inventarisierten Bäume aus. Dies 

kann gemäss Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts nicht angehen, da 

sich  ohne  diese  Wertung  die  gegenläufigen  Interessen  nicht  rechtsgenü-

gend  abwägen  lassen  (VB.2019.00388  und  VB.2019.00404  vom  8. April 

2020, E. 6.9).  

Die  Rekursgegnerschaft  kann  deshalb  aus  der  Bindung  des  Gemeinwe-

sens nichts zu ihren Gunsten ableiten.  

7.2.6.  
Die Rüge, welche die Rekurrentinnen zu den Auswirkungen des Bauvorha-

bens  auf  die  inventarisierten  Bäume  des  Parks  der  Villa  «S.»  und  des 

Schulgeländes B. erheben, ist demnach begründet.  

Daraus folgt, dass ihrem Hauptantrag stattzugeben ist.  

8.  
Der  Rekurs  ist  somit  gutzuheissen;  die  angefochtenen  Entscheide  sind 

demnach aufzuheben.  

Da der Ausgang des Verfahrens dazu führt, dass vor einer allfälligen Bewil-

ligung des Bauvorhabens ein formeller Schutzentscheid zu fällen ist, ist im 

R2.2020.00246 

Seite 20 

 
 
Weiteren  davon  abzusehen,  die  zusätzlich  erhobene  Rüge  zur  Gestaltung 

und Einordnung des sogenannten «Pavillons» in allen Einzelheiten zu prü-

fen.  

Der  Vollständigkeit  halber  ist  immerhin  anzufügen,  dass  der  Augenschein 

zeigte,  dass  der  geplanten  Aufstockung  des  Feuerwehrdepots  und  Werk-

hofs in Übereinstimmung mit der im «Einordnungsgutachten» von Z. Archi-

tekten  AG  vom  20.  August  2020  vertretenen  Auffassung  eine  sorgfältige 

Gestaltung mit ausgewählten Baumaterialien zu bescheinigen ist. Wie sich 

am  Augenschein  gezeigt  hat,  ordnet  sich  sodann  dieser  «Pavillon»,  der 

ausserhalb des eigentlichen Areals des Feuerwehrdepots und Werkhofs im 

Wesentlichen  eingeschossig  in  Erscheinung  tritt,  kubisch  zurückhaltend 

und gestalterisch ausgewogen in die bauliche Umgebung und den Park der 

Villa «S.» im Süden bzw. Norden des Bauvorhabens ein (vgl. die anlässlich 

des  Augenscheins  erstellte  Fotografie  Nr. 6,  act. 1,  Protokoll  S. 12).  Der 

gegenteiligen  Ansicht  der  Rekurrentinnen,  wonach  diese  Aufstockung 

überhaupt  nicht  zwischen  die  Häuserzeile  D.-Strasse  1,  2  und  3  und  dem 

«S.» passe, ist deshalb schwerlich zu folgen.  

9.  
Die am Verfahren Beteiligten tragen die Kosten gemäss § 13 Abs. 2 VRG in 

der Regel entsprechend ihrem Unterliegen. Die Gerichtskosten sind folglich 

der  in  diesem  Verfahren  unterliegenden  Rekursgegnerschaft  zu  gleichen 

Teilen aufzuerlegen.  

Die Gerichtsgebühr beträgt bei Verfahren ohne bestimmbaren Streitwert in 

der Regel Fr. 500.-- bis Fr. 50’000.-- (§ 338 Abs. 2 PBG und § 3 Abs. 2 der 

Gebührenverordnung  des  Verwaltungsgerichts/GebV  VGr).  Sie  wird  nach 
dem  Zeitaufwand  des  Gerichts,  der  Schwierigkeit  des  Falls  und  dem  tat-

sächlichen  Streitinteresse  festgelegt  (§ 338  Abs. 1  PBG  und  § 2  GebV 

VGr). Neben dem Streitinteresse schlägt in diesem Verfahren der Aufwand 

des  Baurekursgerichts  einschliesslich  Aktenstudium,  Augenschein,  Urteils-

findung  und  Schreibarbeit  zu  Buche.  Die  Gerichtsgebühr  ist  deshalb  auf 

Fr. 6’000.-- festzusetzen.  

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10.  
Den  Rekurrentinnen  ist  eine  für  eine  nichtanwaltliche  Vertretung  übliche 

hälftige  Umtriebsentschädigung  in  der  Höhe  von  je  Fr. 500.--  (insgesamt 

mithin  Fr. 1’000.--)  zuzusprechen,  welche  durch  die  Rekursgegnerin 3  zu 

bezahlen ist; dem vorliegend unterliegenden Rekursgegner 1 steht demge-

genüber keine Entschädigung zu (§ 17 Abs. 2 und 3 VRG).  

[…] 

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