# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1144419f-01fa-56e0-91c3-a61b7b51cfe1
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-25
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 25.09.2025 IV 2024/204
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-204_2025-09-25.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2026 Seite 1/17

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/204

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 04.11.2025

Entscheiddatum: 25.09.2025

Entscheid Versicherungsgericht, 25.09.2025
Art. 28 und 29 IVG und Art. 44 ATSG. Bestimmung der Arbeitsfähigkeit bei 
aggravierendem Verhalten während der Begutachtung. Berücksichtigung 
von Observationsmaterial (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 25. September 2025, IV 2024/204).

«Entscheid als PDF»

 

Kanton St.Gallen  
Gerichte 
 
 

 
 
 
 

 
 1/16 

 

 
 
Versicherungsgericht 
Abteilung I 

 

 

 
 
 
 

 Entscheid vom 25. September 2025 

Besetzung  Versicherungsrichterin Michaela Machleidt Lehmann (Vorsitz), 
Versicherungsrichterin Marie Löhrer und Versicherungsrichter Michael 
Rutz; Gerichtsschreiberin Felicia Sterren  

   

Geschäftsnr.   IV 2024/204 

   

Parteien 
 

 A.___,  
Beschwerdeführerin,  

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Lorenz Gmünder, Schwager  
Mätzler Schneider, Poststrasse 23, Postfach 1936, 9001 St. Gallen,  
 
 

  gegen 

  I V - S t e l l e  d e s  K a n t o n s  S t .  G a l l e n ,  Postfach 368, 
9016 St. Gallen,  

Beschwerdegegnerin,  
 
 

 
  

Gegenstand  Rente 
 
 
 

 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

2/16 

Sachverhalt 
A.  

A.a A.___ meldete sich am 27. Januar 2021 wegen eines Hirntumors (2020) und eines 
Bandscheibenvorfalls (2018) bei der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 1). Mit Bericht vom 

6. Februar 2021 führte der Hausarzt der Versicherten, Dr. med. B.___, Facharzt für Allgemeine Medizin, 

aus, bei der Versicherten sei die Diagnose eines enossären mengiothelialen Meningeoms gestellt und 

am 1. Februar 2020 eine Operation durchgeführt worden. Der postoperative Verlauf sei schleppend 

gewesen. Die Versicherte klage weiterhin über stark wechselnde Kopfschmerzen und 
Schwindelbeschwerden, die es ihr verunmöglichten, allein nach draussen zu gehen. Sie sei wegen der 

ausgeprägten belastungsabhängigen Schwindelbeschwerden in ihrer angestammten Tätigkeit als 

Reinigungskraft zurzeit nicht arbeitsfähig (IV-act. 9-2 f.). Am 20. April 2021 berichtete Dr. B.___, die 

Versicherte leide an einem lumbovertebralen Syndrom bei bekannter Diskushernie L4/L5/S1, 

Exazerbation der Beschwerden im Februar 2021, und einer Makuladegeneration beidseits mit 

Sehfähigkeit 40 % links. Im Rahmen einer stationären Behandlung in der Rheinburg Klinik habe sich 

die Schwindel- und Kopfschmerzsymptomatik leicht gebessert. Im Laufe des Februars sei es aber zu 

zunehmend tieflumbalen Rückenschmerzen mit Ausstrahlung ins rechte Bein gekommen. Aufgrund der 

protrahierten Symptomatik mit Verdacht auf Entwicklung einer depressiven Störung sei eine 

Antidepressiva-Behandlung begonnen worden (IV-act. 20-2 f.; vgl. auch Austrittsbericht Klinik C.___ 

vom 29. März 2021, IV-act. 23). 

A.b Mit Bericht vom 21. Oktober 2021 gaben Dr. med. D.___, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie, und die behandelnde Psychologin E.___ an, die Versicherte leide an einer 

Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion gemischt (ICD-10: F43.22) mit Verdacht auf 
vorbestehende generalisierte Angststörung (ICD-10: F41.1). Sie sei zurzeit bei reduzierter 

Konzentrationsfähigkeit, reduzierter geistiger Flexibilität, reduzierter psychischer Belastbarkeit, 

Antriebsstörung und reduzierter Ausdauer 20 % arbeitsfähig (IV-act. 37). 

A.c Mit Stellungnahme vom 29. November 2021 hielt RAD-Arzt med. pract. F.___, Facharzt für 
Psychiatrie und Psychotherapie, fest, aus psychiatrischer Sicht liege bei einer Anpassungsstörung kein 

dauerhafter Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit vor. Eine Arbeitsunfähigkeit 

von 80 % sei nicht nachvollziehbar, da aufgrund der Anpassungsstörung keine schwere psychische 

Erkrankung vorliege. Es sei von einer mindestens 50%igen Arbeitsfähigkeit in einer körperlich 

adaptierten und den beruflichen Ressourcen der Versicherten entsprechenden Tätigkeit mit einer initial 

noch verminderten psychischen Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit auszugehen (IV-act. 38-4). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

3/16 

A.d Am 6. Januar 2022 teilt die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie keinen Anspruch auf berufliche 
Massnahmen habe, weil sie sich nicht in der Lage fühle, daran teilzunehmen (IV-act. 43). 

A.e Mit Bericht vom 13. Mai 2022 diagnostizierte Dr. D.___ der Versicherten eine mittelgradige 
depressive Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10: F32.11). Es sei nicht mehr mit einer 

Verbesserung zu rechnen (IV-act. 58).  

A.f Am 17. Juni 2022 teilte die IV-Stelle der Versicherten mit, dass sie zur Klärung der 
Leistungsansprüche eine umfassende medizinische Untersuchung (Allgemeine/Innere Medizin, 

Neurologie, Neuropsychologie, Ophthalmologie, Orthopädie, Psychiatrie) als notwendig erachte (IV-

act. 60). Mit der Begutachtung wurde die estimed AG beauftragt (vgl. IV-act. 69). 

A.g Mit Gutachten vom 17. August 2023 stellten die estimed-Sachverständigen der 
Beschwerdeführerin folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit: chronisches 

lumbovertebrales Schmerzsyndrom mit pseudoradikulärer Ausstrahlung in das rechte Bein (ICD10: 

M54.4); chronisches HWS-Syndrom bei degenerativen Veränderungen (ICD-10: M54.2); generalisierte 

Angststörung GAS (ICD10: F41.1); sonstige somatoforme Störungen (Schwindel; ICD10: F45.8); 

rezidivierende depressive Störung, ggw. Schweregrad aufgrund Aggravation nicht feststellbar (ICD-10: 

F33.x; IV-act. 87-15). Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurde unter anderem eine 

schwere Sehbeeinträchtigung monokular (linkes Auge) wegen Makulopathie (ICD-10: H54.5; H35.3) 

festgehalten (IV-act. 87-16). Die Gutachter führten weiter aus, im Rahmen der Konsistenzprüfung 
hätten sich zahlreiche Diskrepanzen ergeben (vgl. IV-act. 87-17 ff.). Aufgrund des 

Aggravationsverhaltens könne die Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht nicht beurteilt werden. In 

den übrigen Fachbereichen liege keine Arbeitsunfähigkeit vor. Hieraus ergebe sich aus 

interdisziplinärer Sicht eine Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit von 0 % und in einer 

Verweistätigkeit von 0 % (vgl. IV-act. 87-20). Aus interdisziplinärer Sicht sei aufgrund des 

Aggravationsverhaltens keine valide Aussage bezüglich des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit möglich (IV-

act. 87-21). 

A.h Am 12. Oktober 2023 erteilte die IV-Stelle einen Überwachungsauftrag betreffend die Versicherte 
(IV-act. 103). Nachdem der Observationsbericht am 15. Dezember 2023 bei der IV-Stelle eingegangen 

war (IV-act. 106), führte die IV-Ärztin G.___ mit medizinischer Stellungnahme vom 2. Januar 2024 aus, 

die Observationsergebnisse würden darauf hinweisen, dass die von der Versicherten geltend 

gemachten Einschränkungen nicht so vorhanden seien wie von ihr angegeben. Insbesondere würden 

sich keine Hinweise auf solch beeinträchtigende Schmerzen erkennen lassen, wie die Versicherte sie 

in den gutachterlichen Untersuchungen geschildert habe. Sie führe zwar Walkingstöcke bei sich, 
scheine diese aber nicht zu benötigen, um sich Halt zu geben. Die Versicherte könne sich auch 

entgegen ihren Angaben bücken und nach vorne beugen, ohne Vorsicht oder Sorge vor einem eventuell 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

4/16 

auftretenden Schwindelgefühl erkennen zu lassen. Somit könne davon ausgegangen werden, dass ein 

solches Schwindelgefühl entweder nicht vorhanden sei oder kein beeinträchtigendes Ausmass 

aufweise. Auch würden sich keine Hinweise auf Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen aus den 

Aufnahmen ergeben. Das Vorliegen einer depressiven Verstimmung gehe aus den Aufnahmen 

ebenfalls nicht hervor (IV-act. 108-5). 

A.i Am 30. April 2024 nahm die Versicherte, nun vertreten durch Rechtsanwalt Lorenz Gmünder, zur 
Observation Stellung (IV-act. 130). 

A.j Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (IV-act. 133 und 141) wies die IV-Stelle mit 
Verfügung vom 18. September 2024 das Leistungsbegehren der Versicherten ab. Zur Begründung 

führte sie im Wesentlichen aus, schon anlässlich des IV-Assessmentgesprächs vom 20. Dezember 

2021 habe der IV-Eingliederungsberater eine diskrepante Beschwerdepräsentation der Versicherten 

festgestellt. Die estimed-Begutachtung habe diverse Inkonsistenzen zutage gefördert. Aus somatischer 

Sicht hätten keine Einschränkungen in einer angepassten Tätigkeit festgestellt werden können. Aus 

psychiatrischer Sicht seien Einschränkungen als möglich erachtet worden, der Schweregrad dieser 

Einschränkungen habe als Folge der manifesten Aggravation aber nicht zuverlässig beurteilt werden 

können. Anlässlich der Observation vom 18. Oktober bis 29. November 2023 sei ein völlig unauffälliges 

Verhalten der Versicherten dokumentiert worden. Die IV-Ärztin habe am 2. Januar 2024 deshalb 

überzeugend festgehalten, dass die geltend gemachten Einschränkungen nicht in dem Ausmass 
vorhanden seien, wie sie angegeben worden seien. Gemessen an den geringen objektivierten 

psychiatrischen Befunden erlange die Aggravation ein weit überwiegendes Gewicht. Gleichmässige 

Einschränkungen des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensbereichen seien eindeutig zu 

verneinen. Damit liege kein invalidisierender Gesundheitsschaden vor. Es sei von einer vollen 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit auszugehen. Die im estimed-Gutachten umschriebenen 

Unsicherheiten hätten durch die Observation ausgeräumt werden können. Die Ausführungen des 

Hausarztes und des Rechtsvertreters der Versicherten würden nicht zu einer anderen Einschätzung 

führen. Eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit sei nicht ausgewiesen. 

Unter Anwendung der gemischten Methode resultiere ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad (IV-

act. 142). 

B.  

B.a Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 21. Oktober 2024. Die Beschwerdeführerin, weiterhin 
vertreten durch Rechtsanwalt Lorenz Gmünder, beantragt unter Kosten- und Entschädigungsfolgen 

zulasten der Beschwerdegegnerin, die Verfügung vom 18. September 2024 sei aufzuheben und ihr sei 
ab Juni 2021 eine ganze IV-Rente zuzusprechen. Eventualiter seien weitere medizinische Abklärungen 

vorzunehmen. Zur Begründung führt sie aus, nach Ansicht der behandelnden Ärzte sei sie zu maximal 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

5/16 

20 % arbeitsfähig. Das estimed-Gutachten habe die massgebenden Diagnosen bestätigt und im 

Gesamtkonsens festgehalten, dass keine Simulation vorliege. Der Hausarzt der Beschwerdeführerin 

habe sich die Videoaufnahmen der Observation angesehen und sehe sich bestätigt, dass sich die 

Beschwerdeführerin aufgrund der Angstzustände und Gehunsicherheit nur mit den Stöcken fortbewege 

und sich immer von ihrem Ehemann begleiten lasse. Er betone, der Gemütszustand sei nicht an jedem 
Tag gleich, und halte fest, dass er die Beschwerdeführerin keinesfalls als Simulantin bezeichnen würde. 

Auf dem ersten Video sei entgegen der RAD-Feststellung ersichtlich, dass das Gehtempo der 

Beschwerdeführerin nicht zügig, sondern langsam sei. Sie sei immer mit den Gehstöcken unterwegs. 

Dass sie diese mit wenig Krafteinsatz nutze, liege daran, dass ihre Einschränkungen von Schwindel-, 

Kopf- und Sehbeschwerden herrührten und nur unwesentlich orthopädisch (Rückenbeschwerden) 

bedingt seien. Die Beschwerdeführerin habe sich immer schon gepflegt und modisch gekleidet. Es sei 

ihr zugute zu halten, dass sie dies trotz ihrer schlimmen Krankheit weiterhin tue. Viel aussagekräftiger 

sei ihr Gesichtsausdruck. Sie wirke krank und unglücklich. Die depressive Stimmung könne auf den 

Videoaufnahmen gut nachvollzogen werden. Auf dem zweiten Video sei ebenfalls ersichtlich, dass die 

Beschwerdeführerin langsam, unsicher und krankheitsgeplagt sei. An den weiteren Observationstagen 

habe sie nicht gesichtet werden können, weil sie ohne ihren Ehemann oder eine andere erwachsene 

Begleitperson das Haus nicht mehr verlasse. Das Observationsmaterial beweise nicht, dass die 

Beschwerdeführerin simuliere. Es zeige im Gegenteil eine __-jährige Frau, die sich trotz normaler 
körperlicher Statur sehr langsam und vorsichtig fortbewege. Die estimed-Gutachter hätten fünf 

namhafte Diagnosen explizit bestätigt. Sie hätten nicht festgestellt, dass die Beschwerdeführerin 

arbeitsfähig sei, sondern nur, dass keine Aussage über den Schweregrad ihrer Erkrankung gemacht 

werden könne. Die Beschwerdeführerin verfüge über eine minimale Schulbildung, keine 

Berufsausbildung, schlechte Sprachkenntnisse und keinerlei Computerkenntnisse. Sie habe in der 

Schweiz stets als Reinigungskraft gearbeitet und sich keine Fähigkeiten oder Kenntnisse angeeignet, 

welche sie ausserhalb der angestammten Tätigkeit verwerten könnte. Da die Beschwerdegegnerin 

anerkenne, dass die angestammte Tätigkeit nicht mehr zumutbar sei, hätte sie die Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit vertieft abklären müssen. Indem sie das nicht getan habe, habe sie das rechtliche 

Gehör verletzt. Die Observation habe den schlechten Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin 

bestätigt. Sie könne eine allenfalls verbliebene Resterwerbsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht 

verwerten. Sie habe somit seit Juni 2021 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente (act. G1). 

B.b Mit Beschwerdeantwort vom 27. Januar 2025 beantragt die Beschwerdegegnerin die Abweisung 
der Beschwerde. Die Stellungnahme des Hausarztes zum Observationsmaterial setze sich weder mit 
dem estimed-Gutachten noch mit den internen medizinischen Beurteilungen auseinander und habe im 

vorliegenden Fall, in welchem Aggravation nachgewiesen sei, keinen Beweiswert. Die estimed-

Gutachter hätten aus somatischer Sicht eine eindeutige Arbeitsfähigkeitsschätzung abgegeben. 

Lediglich aus psychiatrischer Sicht hätten sie wegen der nachgewiesenen Aggravation auf eine 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

6/16 

Arbeitsfähigkeitsschätzung verzichtet. Die Ausführungen der Beschwerdeführerin zum 

Observationsmaterial seien weitgehend unzutreffend. Mindestens zwei Standardindikatoren (Komplexe 

Gesundheitsschädigung und Konsistenz) seien nicht erfüllt. Mehrfach sei eine erhebliche Diskrepanz 

zwischen dem Gebaren der Beschwerdeführerin in Untersuchungssituationen und ihrem Verhalten im 

Alltag, wo keinerlei Einschränkungen sichtbar geworden seien, dokumentiert worden. In einer 
adaptierten Tätigkeit sei deshalb von einer vollen Arbeitsfähigkeit auszugehen. Zeige eine versicherte 

Person bei der Begutachtung ein Täuschungsverhalten, sei nicht eine neue Begutachtung unter 

Androhung von Säumnisfolgen notwendig, sondern es sei der rechtliche Schluss zu ziehen, dass kein 

invalidisierender Gesundheitsschaden als ausgewiesen erachtet werden könne. Die 

Beschwerdeführerin sei in der Mitteilung vom 20. März 2023 ausdrücklich auf ihre Mitwirkungs- und 

Auskunftspflichten und die möglichen Konsequenzen einer Pflichtverletzung hingewiesen worden. 

Soweit durch die Verletzung der Mitwirkungspflicht ein Zustand der Beweislosigkeit eingetreten sei, 

habe die Beschwerdeführerin deren Folgen zu tragen, ohne dass weitere Abklärungen zu tätigen seien 

(act. G6). 

B.c Mit Replik vom 31. März 2025 hält die Beschwerdeführerin an ihrer Beschwerde fest und 
bestreitet die Ausführungen der Beschwerdegegnerin. Die Aggravationsvermutung habe mit der 

Observation eben gerade nicht bestätigt werden können. Sowohl eine Schwindelepisode als auch die 

unterdurchschnittliche Bewegungsaktivität seien dokumentiert. Die RAD-Stellungnahme basiere auf 
einer einseitigen, nicht objektivierten Interpretation der Observationsvideos. Der RAD interpretiere die 

Videos so, wie er sie haben wolle. Die estimed-Gutachterin Dr. H.___ habe die psychiatrischen 

Diagnosen der Behandler anerkannt. Angesichts dieser Ausgangslage könne sicherlich nicht von einer 

100%igen Arbeitsfähigkeit ausgegangen werden. IV-Ärztin G.___ habe die Beschwerdeführerin nie 

selbst untersucht. Das Observationsmaterial hätte Dr. H.___ gezeigt werden müssen, mit der Bitte, 

dieses zu prüfen und die fehlende Arbeitsfähigkeitsschätzung nachzuholen. Für die Diskrepanz der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung der IV-Ärztin G.___ (100 %) und jener von Dr. D.___ (20 %) gebe es keine 

nachvollziehbare Begründung. Der Verweis auf die Observationsvideos genüge nicht. Einerseits 

würden diese nach Ansicht von Dr. B.___ keine Aggravation zeigen, andererseits könnten psychische 

Beschwerden nicht einfach dadurch verneint werden, dass eine versicherte Person ein flüssigeres 

Gangbild zeige als erwartet (act. G10). 

B.d Mit Duplik vom 19. Mai 2025 äussert die Beschwerdegegnerin sich erneut zum 
Observationsmaterial. Insbesondere bringt sie vor, die Beschwerdeführerin habe ein normales, nicht 

verlangsamtes Gehtempo sowie normale Bewegungsabläufe gezeigt. Selbst wenn man ihr zustimmen 
und anerkennen würde, dass einmalig eine einzige Schwindelattacke dokumentiert worden sei, habe 

diese keine Relevanz. Die Beschwerdeführerin habe sich zuvor während mehr als zwei Minuten 

wiederholt gebückt, in die Hocke begeben und wieder aufgerichtet, was bei vielen Personen kurzzeitige 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

7/16 

Schwindelepisoden auslösen könne. Das Funktionsniveau im Alltag kontrastiere derart zum Verhalten 

in Abklärungssituationen, dass eine Aggravation nicht ernsthaft bestritten werden könne. Im Übrigen 

würde es dem Gericht freistehen, entsprechend den Vorschlägen der Beschwerdeführerin Dr. H.___ zu 

einer Stellungnahme einzuladen (act. G12). 

B.e Mit Triplik vom 3. Juni 2025 weist die Beschwerdeführerin darauf hin, ihr Gehtempo könne 
anhand der Angaben der Beschwerdegegnerin nicht verlässlich berechnet werden, da der genaue 

Sachverhalt nicht ermittelt werden könne. Das Gelände sei flach gewesen und die Beschwerdeführerin 

habe keine Strasse überqueren müssen, was ebenfalls zu berücksichtigen sei (act. G14). 

Erwägungen 
1.  

1.1 Am 1. Januar 2022 traten im Zuge der Weiterentwicklung der IV revidierte Bestimmungen im 
Bundesgesetz über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) sowie im Bundesgesetz über den 

Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) samt entsprechendem 

Verordnungsrecht in Kraft (Weiterentwicklung der IV [WEIV]; Änderung vom 19. Juni 2020, AS 2021 

705, BBl 2017 2535; vgl. auch BGE 150 V 323 E. 4.1). Entsprechend den allgemeinen 

intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1 und Urteil des Bundesgerichts vom 

1. Juli 2025, E. 3.2, mit Hinweisen) ist nach der bis zum 31. Dezember 2021 geltenden Rechtslage zu 

beurteilen, ob bis zu diesem Zeitpunkt ein Rentenanspruch entstanden ist. Trifft dies zu, so erfolgt ein 

allfälliger Wechsel zum neuen stufenlosen Rentensystem nur unter bestimmten, in den 

Übergangsbestimmungen vorgesehenen Umständen (vgl. lit. b und c der Übergangsbestimmungen 

des IVG zur Änderung vom 19. Juni 2020; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 5. Juni 2023, 

9C_540/2022, E. 3.1). 

1.2 Vorliegend hat die Beschwerdeführerin sich am 27. Januar 2021 zum Bezug von Leistungen der 
Invalidenversicherung angemeldet. Aufgrund der Karenzfrist von sechs Monaten (Art. 29 Abs. 1 IVG) 

kann der zu prüfende Rentenanspruch somit frühestens per 1. Juli 2021 entstanden sein. Demnach 

sind nach den allgemeinen intertemporalrechtlichen Grundsätzen (vgl. BGE 144 V 210 E. 4.3.1) und 

unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in zeitlicher Hinsicht vorliegend 

grundsätzlich noch die materiellen Bestimmungen in der bis 31. Dezember 2021 gültigen Fassung 

anwendbar, zumal keine Hinweise (wie etwa eine behauptete bzw. nachgewiesene Verschlechterung 

des Gesundheitszustands nach diesem Datum) darauf vorliegen, der zu prüfende Rentenanspruch 

wäre tatsächlich erst nach dem 31. Dezember 2021 entstanden. Die materiellen Bestimmungen werden 

dementsprechend nachfolgend in der bis 31. Dezember 2021 anwendbaren Fassung zitiert. 

2.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

8/16 

2.1 Anspruch auf eine Invalidenrente haben gemäss Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 
Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich 

im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c). 

2.2 Als Invalidität gilt laut Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde 

ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 

und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in 

Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des 

Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen 

Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus 

objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG). 

2.3 Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn die versicherte 
Person mindestens zu 70 %, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens zu 60 % invalid 

ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50 % besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei 
einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein Anspruch auf eine Viertelsrente. 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das 
Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 

Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 261 E. 4). Hinsichtlich des Beweiswertes von 

Arztberichten sowie Gutachten ist entscheidend, ob sie für die streitigen Belange umfassend sind, auf 

allseitigen Untersuchungen beruhen, die geklagten Beschwerden berücksichtigen, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden sind, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge 

und der medizinischen Situation einleuchten und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 125 V 351 E. 3a). Den von Versicherungsträgern im 

Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten, den Anforderungen der Rechtsprechung entsprechenden 

Gutachten externer Spezialärzte darf voller Beweiswert zuerkannt werden, solange nicht konkrete 

Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (Urteil des Bundesgerichts vom 15. April 
2020, 9C_173/2020, E. 4.3, u.a. mit Hinweis auf BGE 135 V 465 E. 4.4). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

9/16 

2.5 Ein invalidenversicherungsrechtlich relevanter Gesundheitsschaden setzt eine auf objektivierten 
Beschwerden beruhende fachärztlich gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich anerkannten 

Klassifikationssystem voraus (BGE 141 V 281 E. 3.2 mit Hinweisen). Erforderlich ist zudem, dass die 

geltend gemachten Beschwerden objektiviert werden können und sich auf die Arbeits- bzw. 

Erwerbsfähigkeit auswirken (vgl. BGE 143 V 418 E. 6; Urteile des Bundesgerichts vom 30. November 
2017, 8C_350/2017, E. 5.4, und vom 27. März 2015, 8C_673/2014, E. 5.1.1). Für somatisch unklare 

Beschwerdebilder (somatoforme Schmerzstörung und gleichgestellte Diagnosen) sowie psychische 

Erkrankungen ist der Beweis nach dem strukturierten Verfahren mittels Indikatoren zu führen (vgl. dazu 

BGE 141 V 281 und BGE 143 V 418, E. 7.1). Der Beweis für eine lang andauernde und erhebliche 

gesundheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit kann nur dann als geleistet betrachtet werden, wenn die 

Prüfung der massgeblichen Beweisthemen im Rahmen einer umfassenden Betrachtung ein stimmiges 

Gesamtbild einer Einschränkung in allen Lebensbereichen (Konsistenz) für die Bejahung einer 

Arbeitsunfähigkeit zeigt (BGE 143 V 427 E. 6). Die psychiatrische Exploration eröffnet dem 

begutachtenden Psychiater daher praktisch immer einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen 

verschiedene medizinisch-psychiatrische Interpretationen möglich, zulässig und rechtlich zu 

respektieren sind, sofern der Experte lege artis vorgegangen ist (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Mai 

2020, 9C_18/2020, E. 4.1, mit Hinweis auf BGE 145 V 361). 

2.6 Im Sozialversicherungsrecht gelten der Untersuchungsgrundsatz und der Grundsatz der freien 
Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG). Verwaltung und Gericht haben – unter Vorbehalt der 

Mitwirkungspflichten der Parteien – von sich aus für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Rechtserheblich sind alle Tatsachen, von deren Vorliegen 

es abhängt, ob über den streitigen Anspruch so oder anders zu entscheiden ist. In diesem Rahmen 

haben Verwaltungsbehörden und das Gericht zusätzliche Abklärungen stets dann vorzunehmen oder 

zu veranlassen, wenn hierzu aufgrund der Parteivorbringen oder anderer sich aus den Akten 

ergebender Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (BGE 122 V 157 E. 1a; MIRIAM LENDFERS, in: 

Ueli Kieser/Matthias Kradolfer/Miriam Lendfers [Hrsg.], ATSG-Kommentar, 5. Auflage, Art. 61 N 88).  

2.7 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das Gesetz nicht etwas 
Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen (vgl. 

BGE 126 V 353 E. 5b; BGE 125 V 193 E. 2, je mit Hinweisen). 

3.  

3.1 In der zu beurteilenden Angelegenheit liegt ein Administrativgutachten der estimed AG vor. 
Dieses Gutachten erfüllt grundsätzlich die von der Rechtsprechung festgelegten beweisrechtlichen 
Anforderungen. Insbesondere ist es in Kenntnis der vollständigen Vorakten erstellt worden, die 

Sachverständigen haben die Beschwerdeführerin persönlich untersucht, aktuelle Laborwerte 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

10/16 

berücksichtigt und die von ihr geklagten Beschwerden in ihre Beurteilung miteinbezogen. Das estimed-

Gutachten ist für die streitigen Belange umfassend. Namentlich wurden Teilgutachten in allen 

relevanten medizinischen Fachdisziplinen erstellt und eine Konsensbeurteilung vorgenommen. Die 

estimed-Sachverständigen haben ihre Einschätzungen anhand einer Diskussion der Vorakten unter 

Berücksichtigung ihrer Untersuchungsergebnisse und gestützt auf Fachliteratur nachvollziehbar 
begründet. Dem estimed-Gutachten darf folglich Beweiswert zuerkannt werden. Dies wird von den 

Parteien denn auch anerkannt, sodass sich weitere Ausführungen diesbezüglich erübrigen. 

3.2 Gestützt auf das estimed-Gutachten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin in somatischer 
Hinsicht in ihrer Arbeitsfähigkeit quantitativ nicht eingeschränkt ist (vgl. IV-act. 87-20). Lediglich die 

ophthalmologische Gutachterin hat mittels Adaptionsprofil qualitative Einschränkungen der 

Arbeitsfähigkeit attestiert (berufliche Tätigkeiten mit erhöhtem Gefahrenpotential seien nicht geeignet, 

bei Tätigkeiten mit höheren Anforderung an das Sehvermögen wie Bildschirmarbeit könnte eine etwas 

schnellere Ermüdung erfolgen [IV-act. 94-17]; im Aufgabenbereich Haushalt benötige die 

Beschwerdeführerin für Tätigkeiten mit höheren Anforderungen an das Sehvermögen wie Nähen oder 

Rüsten und administrative Bildschirmtätigkeiten wie Onlinebanking etwas mehr Zeit. Tätigkeiten mit 

erhöhtem Gefahrenpotential wie Heckenschneiden seien nicht geeignet [IV-act. 94-24]). Der 

orthopädische Gutachter hat zwar ebenfalls qualitative Einschränkungen genannt (schwere körperliche 

Arbeit, Arbeiten in Zwangshaltungen wie Bücken, Hocken etc., repetitives Überkopfarbeiten, repetitive 
Drehungen des Rumpfes und des Kopfes sowie das Tragen und Heben von schweren Gegenständen 

seien zu vermeiden), gleichzeitig aber betont, dass er dieses Adaptionsprofil allein aufgrund der Akten 

erstelle, nicht aufgrund seines persönlichen Untersuchs (IV-act. 95-25). Die Funktionsstörungen, die er 

in der Exploration festgestellt habe, seien aus orthopädischer Sicht als sehr gering einzustufen (IV-

act. 95-26). Aufgrund der kaum vorhandenen Funktionseinschränkungen attestierte er der 

Beschwerdeführerin eine volle Arbeitsfähigkeit auch in der angestammten Tätigkeit (vgl. IV-act. 95-27). 

Die Beschwerdeführerin bestreitet denn zu Recht auch nicht, dass sie wegen ihrer orthopädischen 

Beschwerden in ihrer Arbeitsfähigkeit nicht eingeschränkt ist (vgl. in diesem Zusammenhang auch 

act. G1, Rz. 20 [ihre Einschränkungen beim Gehen seien nicht oder nur unwesentlich orthopädisch 

bedingt] und IV-act. 96-13 [Sie benutze noch die Walkingstecken wegen dem Schwindel. Wenn der 

Schwindel komme, bleibe sie stehen und halte sich an den Walkingstecken fest, das helfe]). 

3.3 Der neurologische estimed-Gutachter legte insbesondere dar, für den beklagten Schwindel und 
die Kopfbeschwerden finde sich kein neurologisches Korrelat. Aus neurologischer Sicht seien die 

vorgetragenen Beschwerden nicht erklärbar (IV-act. 92-26). Die Beschwerdeführerin macht folglich 
auch im vorliegenden Beschwerdeverfahren nicht (mehr) geltend, ihre Arbeitsfähigkeit sei aus 

neurologischen Gründen eingeschränkt. Soweit sie nach wie vor Schwindel und Kopfschmerzen beklagt 

(vgl. act. G1), ist dafür keine somatische Ursache objektiviert worden. Was die von ihr geltend 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

11/16 

gemachten Sehbeschwerden (vgl. ebenfalls act. G1) betrifft, ist darauf hinzuweisen, dass die 

ophthalmologische Gutachterin ihr mit adäquater Brillenkorrektur eine volle Sehschärfe und ein intaktes 

Gesichtsfeld attestierte und sie als aus ophthalmologischer Sicht fahrfähig einschätzte (vgl. IV-act. 94-

17). Selbst für Tätigkeiten mit höheren Anforderungen an das Sehvermögen sah diese Gutachterin 

keine Arbeitsunfähigkeit, sondern ging lediglich davon aus, die Beschwerdeführerin benötige dafür 
etwas mehr Zeit (vgl. IV-act. 94-24).  

3.4 Als Zwischenfazit ist festzuhalten, dass die somatischen Teilgutachten wie auch die 
Konsensbeurteilung des estimed den Beweisanforderungen der Rechtsprechung an ein 

beweiskräftiges Gutachten entsprechen, sodass darauf abgestellt werden kann. Somit ist erstellt, dass 

in somatischer Hinsicht keine Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin vorliegt. Streitig und zu prüfen 

ist einzig noch, ob die Beschwerdeführerin aufgrund von psychischen Leiden teilarbeitsunfähig ist. 

4.  

4.1 Die psychiatrische estimed-Gutachterin Dr. med. univ. P. H.___, Fachärztin für Psychiatrie und 
Psychotherapie, stellte nur deshalb überhaupt Diagnosen, weil sie sie aus den medizinischen Vorakten 

der Behandler abgeleitet und auf die subjektiven Erzählungen der Beschwerdeführerin abgestellt hat, 

obwohl sie die erforderlichen Kriterien für die Diagnosestellung nicht objektiv bestätigen konnte und ein 

Aggravationsverhalten bei der Beschwerdeführerin nachgewiesen hatte (vgl. IV-act. 96-27 ff.). 

Dr. H.___ hielt diesbezüglich fest, im Rahmen der psychiatrischen Testung sei ein 
Aggravationsverhalten festgestellt worden (IV-act. 96-23). Da es sich nicht um Simulation handle, 

könnten die psychiatrischen Diagnosen gemäss Vorakten gestellt werden, jedoch könnten keine 

Aussagen über den Schweregrad, die funktionellen Auswirkungen, die Arbeitsfähigkeit und die 

Prognose getroffen werden (vgl. IV-act. 96-27). Gemäss der Konsensbeurteilung im estimed-Gutachten 

zeigte sich die Beschwerdeführerin auch in der neuropsychologischen Untersuchung in einem Zustand, 

in welchem ihre kognitive Leistungsfähigkeit nicht beurteilt werden konnte. Aufgrund der mit hoher 

Wahrscheinlichkeit vorliegenden Aggravation von kognitiven Beschwerden war keine Stellungnahme 

zur Funktions- und Arbeitsfähigkeit möglich (IV-act. 87-15). Basierend auf den Resultaten der 

kognitiven Performanzvalidierung konnten die estimed-Gutachter auch keine Aussage darüber 

machen, ob bei der Beschwerdeführerin ein authentisches psychiatrisches Störungsbild vorliegt oder 

nicht (IV-act. 87-20).  

4.2 Statt die Diagnosen zu stellen und offen zu lassen, inwiefern diese Diagnosen die Arbeitsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin tangieren, hätte Dr. H.___ deshalb auch zum Ergebnis gelangen können, die 

Diagnosen könnten wegen des aggravierenden Verhaltens der Beschwerdeführerin nicht gestellt 
werden. Dass eine Diagnose nicht gestellt wird, muss nicht heissen, dass sie nicht gegeben ist. 

Umgekehrt muss das Vorliegen einer generalisierten Angststörung, einer sonstigen somatoformen 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

12/16 

Störung (Schwindel) und einer rezidivierenden depressiven Störung – wie sie von Dr. H.___ nicht 

ausgeschlossen wurden – nicht zwingend eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge haben.  

4.3 Vorliegend stellten nicht nur Dr. H.___, sondern auch die neuropsychologische Fachperson und 
der orthopädische estimed-Gutachter bei der Beschwerdeführerin eine Aggravation fest und schilderten 

das aggravierende Verhalten ausführlich. Die neuropsychologische Fachperson legte beispielsweise 
dar, die Beschwerdeführerin sei darüber informiert worden, dass anhand ihres Testprofils auch 

Aussagen über ihre Leistungsbereitschaft gemacht würden (IV-act. 93-10). In einigen Tests hätten sich 

auffällige bis hoch auffällige Ergebnisse gezeigt, welche auf nicht authentisches Verhalten und 

suboptimale Leistungsbereitschaft bis hin zu bewusstseinsnaher Aggravation hinwiesen (vgl. IV-

act. 93-11; siehe auch IV-act. 93-12 f.). Die Befunde würden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das 

Vorliegen einer Aggravation von kognitiven Defiziten bzw. von psychischen Beschwerden belegen. Die 

im Rahmen der neuropsychologischen Begutachtung ermittelten Befunde würden folglich keine 

Aussagekraft besitzen. Deshalb seien weder Rückschlüsse auf die Funktionsfähigkeit noch auf die 

Arbeitsfähigkeit möglich (IV-act. 93-13).  

4.4 Der orthopädische estimed-Gutachter beschrieb das Verhalten der Beschwerdeführerin sehr 
ausführlich und erklärte eingehend, inwiefern dieses nicht authentisch wirkte. Beispielsweise nahm er 

das Verhalten der Beschwerdeführerin teilweise als einstudiert bzw. geschauspielert wahr, beobachtete 

in Situationen ausserhalb der eigentlichen Untersuchung und im Gegensatz dazu ein zügiges und 
sicheres Gangbild, über einen längeren Zeitraum eine freie Beweglichkeit des Kopfes, ein problemloses 

Beugen des Oberkörpers und unter Ablenkung keinerlei Anzeichen von Schmerzen. Demgegenüber 

habe die Beschwerdeführerin während der Untersuchung nahezu bei allen Bewegungen gestöhnt, sich 

an ihm festgekrallt und immer wieder versucht, die aktive Beweglichkeit einzuschränken, was aber unter 

Ablenkung misslungen sei. Unter Ablenkung hätten sich keinerlei Auffälligkeiten und eine schmerzfreie, 

unauffällige Beweglichkeit gezeigt. Ohne Ablenkung sei die Untersuchung unter heftigsten 

Schmerzreaktionen erfolgt. Nachdem die Beschwerdeführerin die Praxis verlassen habe, habe der 

Sachverständige beobachtet, dass ihr Hinken verschwunden sei, nachdem sie um eine Ecke gegangen 

sei, dass sie zügig mit den zwei Nordic Walking-Stöcken zum geparkten Auto gegangen sei, die Stöcke 

auf den Rücksitz geworfen habe und sich problemlos und mit Schwung auf den Beifahrersitz gesetzt 

habe (vgl. IV-act. 95-12, 95-16 ff. und 95-22 f.). 

4.5 Auffallend ist zudem, dass die Beschwerdeführerin auch gegenüber von Behandlern ein 
Verdeutlichungs- bzw. Aggravationsverhalten zeigte. Namentlich beim Kantonsspital St. Gallen 

(KSSG), Klinik für Neurologie, zeigte die Beschwerdeführerin eine eingeschränkte Kooperation bzw. 
eine ausgeprägte Malcompliance, sodass in der klinischen Untersuchung keine diagnostische Aussage 

getätigt werden konnte. Während der klinischen Untersuchung seien Verdeutlichungs- bzw. 

Aggravationstendenzen bei ihr bemerkbar gewesen (Berichte vom 25. Oktober 2021, 22. November 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

13/16 

2021 und vom 10. Januar 2022; IV-act. 46-20 ff., 46-25 ff. und 46-29). Es gibt daher Hinweise darauf, 

dass die Beschwerdeführerin auch gegenüber ihrem Hausarzt und dem psychiatrischen Behandler bzw. 

ihrer Psychologin ein aggravierendes Verhalten zeigt. 

4.6 Rechtsprechungsgemäss liegt Aggravation oder eine ähnliche Konstellation namentlich vor, 
wenn eine erhebliche Diskrepanz zwischen den geschilderten Schmerzen oder Einschränkungen und 
dem gezeigten Verhalten oder der Anamnese besteht; intensive Schmerzen angegeben werden, deren 

Charakterisierung jedoch vage bleibt; keine medizinische Behandlung und Therapie in Anspruch 

genommen wird; demonstrativ vorgetragene Klagen auf den Sachverständigen unglaubwürdig wirken 

oder wenn schwere Einschränkungen im Alltag behauptet werden, das psychosoziale Umfeld jedoch 

weitgehend intakt ist. Nicht per se auf Aggravation weist blosses verdeutlichendes Verhalten hin. Eine 

auf Aggravation oder einer vergleichbaren Konstellation beruhende Leistungseinschränkung vermag 

einen versicherten Gesundheitsschaden nicht leichthin auszuschliessen, sondern nur, wenn im 

Einzelfall Klarheit darüber besteht, dass nach plausibler ärztlicher Beurteilung die Anhaltspunkte für 

eine klar als solche ausgewiesene Aggravation eindeutig überwiegen und die Grenzen eines bloss 

verdeutlichenden Verhaltens zweifellos überschritten sind, ohne dass das aggravatorische Verhalten 

auf eine verselbstständigte, krankheitswertige psychische Störung zurückzuführen wäre (Urteil des 

Bundesgerichts vom 20. September 2018, 9C_659/2017, E. 4.1 mit Hinweisen). Führen die von den 

Gutachtern einhellig berichtete Aggravation und die gezeigten Inkonsistenzen zum Ergebnis, dass ein 
erhebliches krankheitsmässiges Geschehen nicht mehr mit ausreichender Wahrscheinlichkeit 

festgestellt werden kann, so geht die daraus resultierende Beweislosigkeit zu Lasten der versicherten 

Person (Urteil des Bundesgerichts vom 20. September 2018, 9C_659/2017, E. 4.1 und 4.4 mit 

Hinweisen). Zur Beurteilung einer Aggravation darf auf gewisse neuropsychologische (Validierungs-

)Tests abgestellt werden, soweit ein psychiatrischer Facharzt die Testergebnisse würdigt (Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. November 2019, 8C_605/2019, E. 3.2.2). 

4.7 Gestützt auf die ausführlichen und einleuchtenden Ausführungen verschiedener Fachpersonen 
ist von einer Aggravation auszugehen, welche es den estimed-Sachverständigen verunmöglichte, die 

tatsächlichen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin zu ermitteln, sodass 

eine Arbeitsunfähigkeit nicht mit dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

festgestellt werden konnte. Die Beschwerdeführerin ist im Vorfeld zur Begutachtung auf ihre 

Mitwirkungspflicht und die Folgen einer Verletzung dieser Pflicht hingewiesen worden (vgl. IV-act. 79-

2). Gründe, welche ihr Verhalten entschuldbar machen würden, namentlich einen medizinischen 

Hintergrund (krankheitsmässiges Geschehen) der unauthentisch wirkenden Beschwerdedarstellung, 
sind nicht ersichtlich. Die Beschwerdeführerin muss dementsprechend die Folgen der aus ihrem 

Verhalten resultierenden Beweislosigkeit tragen (vgl. E. 4.6 vorstehend). 

5.  

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

14/16 

5.1 Während die Beschwerdegegnerin das Observationsmaterial als Bestätigung der 
vollumfänglichen Arbeitsfähigkeit anführt, bringt die Beschwerdeführerin vor, das Observationsmaterial 

zeige sie als krank und arbeitsunfähig. 

5.2 Vorauszuschicken ist, dass das Observationsmaterial lediglich für die psychiatrische 
Einschätzung des Gesundheitszustand allenfalls noch von Relevanz sein kann, nachdem die 
somatischen Beschwerden der Beschwerdeführerin gutachterlich hatten beurteilt werden können. 

Nachdem die Beschwerdeführerin geltend macht, sie benütze die Walkingstöcke wegen ihrer 

Sehbehinderung, dem Schwindel und den Kopfschmerzen, ist festzuhalten, dass sie diese aus 

ophthalmologischer Sicht grundsätzlich nicht benötigen würde.  

5.3 Entgegen ihren Behauptungen zeigt das Observationsmaterial die Beschwerdeführerin nicht als 
krank, übermässig verlangsamt, schmerzgeplagt, unsicher oder ängstlich. Weiterungen zur 

Gehgeschwindigkeit oder Kleidung der Beschwerdeführerin, dazu, wie genau sie eine Kartonschachtel 

zerstampft hat, und zu ihrem Verhalten beim Einkaufen erübrigen sich deshalb. Festgestellt werden 

kann, dass die Beschwerdeführerin anlässlich der Observation nur wenige Male beobachtet werden 

konnte und abgesehen von einer kurzen Sequenz, als sie Altkarton zur Entsorgung nach draussen 

stellte, stets mit zwei Walkingstöcken und in Begleitung ihres Ehemannes unterwegs war. Weder die 

Beschwerdeführerin noch ihr Hausarzt bringen vor, anhand des Observationsmaterials würden sich 

Hinweise auf noch nicht berücksichtigte somatische Beschwerden ergeben. Solche sind für den 
medizinischen Laien denn auch nicht ersichtlich. Ihr Verhalten anlässlich der Observation war auch 

nicht so auffällig, dass damit die gutachterliche psychiatrische Einschätzung in Frage gestellt würde, 

sodass in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. hierzu LENDFERS, a.a.O., Art. 61 N 113 und BGE 144 V 

361 E. 6.5 mit Hinweisen) davon abgesehen werden kann, das Observationsmaterial Dr. H.___ zur 

Stellungnahme vorzulegen. Nach wie vor ist nachvollziehbar, dass bei der Beschwerdeführerin 

psychiatrische Diagnosen vorliegen könnten (Angst, Schwindel, Depression), wobei aber eine 

Auswirkung auf ihre Arbeitsfähigkeit anhand des Observationsmaterials nicht objektiviert werden kann. 

Insbesondere ist der Beschwerdegegnerin zuzustimmen, dass die Beschwerdeführerin auf den 

Videoaufnahmen ihre Stöcke zwar mitführt, diese aber soweit ersichtlich nicht benötigt, um sich 

Sicherheit zu geben (Angst/Schwindel) und auch nicht übermässig verlangsamt oder antriebsarm wirkt 

(Depression). Erwähnenswert mag sein, dass der Ehemann der Beschwerdeführerin auf den 

Videoaufnahmen der Beschwerdeführerin gegenüber zwar aufmerksam ist (er trägt z.B. die Einkäufe 

oder die Handtasche der Beschwerdeführerin), jedoch nicht besorgt wirkt, insbesondere auch nicht in 

der Sequenz, in welcher die Beschwerdeführerin nach eigenen Angaben Schwindel verspürte, 
nachdem sie sich aus der Hocke erhoben hatte. Namentlich tritt ihr Ehemann nicht heran, um die 

Beschwerdeführerin bei Bedarf stützen zu können, wie man es tun würde, wenn man befürchtet, dass 

jemandem schwindelig wird (vgl. hierzu auch die Bemerkung der IV-Ärztin G.___, IV-act. 132-2). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

15/16 

5.4 Somit ist eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin aufgrund psychischer 
Leiden nach wie vor nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt. Die Beschwerdegegnerin hat 

den Sachverhalt hinreichend abgeklärt und den Untersuchungsgrundsatz damit gewahrt. Nachdem die 

Beschwerdeführerin anlässlich der estimed-Begutachtung aggraviert hat, hat sie die Folgen dieser 

Beweislosigkeit zu tragen.  

5.5 Die Beschwerdeführerin ist demnach auch in ihrer angestammten Tätigkeit als zu 100 % 
arbeitsfähig anzusehen. Namentlich schränkt ihre Sehbehinderung sie gemäss dem 

ophthalmologischen Gutachten nicht wesentlich ein. Selbst wenn mit der Beschwerdegegnerin 

zugunsten der Beschwerdeführerin das orthopädische Adaptionsprofil berücksichtigt würde und 

dementsprechend der Tabellenlohn gemäss den vom Bundesamt für Statistik periodisch 

herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) herangezogen würde, wäre es der 

Beschwerdeführerin ohne Weiteres zumutbar, eine Hilfstätigkeit auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

zu suchen. Von einer Arbeitsgelegenheit kann dann nicht mehr gesprochen werden, wenn die 

zumutbare Tätigkeit nur in so eingeschränkter Form möglich ist, dass sie der ausgeglichene 

Arbeitsmarkt praktisch nicht kennt, oder sie nur unter nicht realistischem Entgegenkommen eines 

durchschnittlichen Arbeitgebers möglich wäre und das Finden einer entsprechenden Stelle daher von 

vornherein ausgeschlossen erscheint (Urteil des Bundesgerichts vom 24. April 2012, 8C_869/2011, 

E. 4.3.5 mit Hinweisen). Dies ist bei der Beschwerdeführerin nicht der Fall, zumal sie ohnehin als 
lediglich 60 % arbeitstätig und für die restliche Zeit als im Aufgabenbereich tätig einzustufen ist. Ihr 

stehen auf dem hypothetisch ausgeglichenen Arbeitsmarkt eine Vielzahl von möglichen Arbeitsstellen 

offen. Zu denken ist etwa an eine Teilzeitanstellung für einfache Überwachungs-, Sortier-, Kontroll- und 

Konfektionierungsarbeiten, Montage von Kleinteilen oder Verpackung verschiedener Produkte, welche 

ohne übermässige Ermüdung der Augen ausgeführt werden können. Dass keine relevante 

Einschränkung im Haushalt vorliegt, ergibt sich aus dem estimed-Gutachten und den vorher getroffenen 

Feststellungen ohne Weiteres. 

6.  

6.1 Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen.  

6.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand 
und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis 

IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit 

als angemessen. Da die Beschwerdeführerin unterliegt, ist die Gerichtsgebühr ihr aufzuerlegen (Art. 95 

Abs. 1 des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege [VRP; sGS 951.1]). Der von ihr geleistete 
Kostenvorschuss von Fr. 600.-- wird ihr daran angerechnet. Bei diesem Verfahrensausgang hat die 

Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung (vgl. Art. 61 lit. g ATSG). 

 

 
 
 
 

 
 
 
 

IV 2024/204 
 

 

16/16 

Entscheid 
im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP  

1.  
Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  
Die Beschwerdeführerin bezahlt die Gerichtskosten in Höhe von Fr. 600.-- unter Anrechnung des 

Kostenvorschusses von Fr. 600.--. 

3.  
Der Antrag auf Parteientschädigung der Beschwerdeführerin wird abgewiesen. 

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 25.09.2025
	Art. 28 und 29 IVG und Art. 44 ATSG. Bestimmung der Arbeitsfähigkeit bei aggravierendem Verhalten während der Begutachtung. Berücksichtigung von Observationsmaterial (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 25. September 2025, IV 2024/204).

		2026-01-28T04:07:18+0100
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen