# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9fbad9ff-0d33-5ee2-967a-c51db62416c6
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2015-08-28
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 28.08.2015 E-5010/2015
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5010-2015_2015-08-28.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 
 Abteilung V 

E-5010/2015 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 8 .  A u g u s t  2 0 1 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Daniel Willisegger, 

mit Zustimmung von Richterin Nina Spälti Giannakitsas;   

Gerichtsschreiber Pascal Waldvogel. 

   

Parteien 

 
A._______, 

Eritrea,   

vertreten durch lic. iur. LL.M. Tarig Hassan,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration  

(SEM; zuvor Bundesamt für Migration, BFM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 14. Juli 2015 / N (…). 

 

 

 

E-5010/2015 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer verliess Eritrea nach eigenen Angaben im Juni 

2013 in Richtung Sudan. Am 12. März 2014 reiste er in die Schweiz ein 

und stellte gleichentags ein Asylgesuch. Am 24. März 2014 wurde er im 

Empfangs- und Verfahrenszentrum Kreuzlingen zur Person befragt (BzP). 

Die Vorinstanz hörte ihn am 16. Januar 2015 zu den Asylgründen an. 

B.  

Der Beschwerdeführer machte im Wesentlichen geltend, sie hätten in der 

Schule in B._______ öfters Fussball gespielt. Im April 2013 seien sie vom 

Lehrer aufgefordert worden, ihre Identitätskarten mitzubringen, unter dem 

Vorwand, es gebe ein Fussballspiel. Man habe ihnen sodann die Ausweise 

abgenommen und drei Tag später seien die volljährigen Schüler auf einer 

Schulversammlung von Soldaten mitgenommen worden. Er sei in eine still-

gelegte Textilfabrik gebracht und dort festgehalten worden. Zusammen mit 

anderen sei er nach 10-15 Tagen von dort geflohen und habe danach kurze 

Zeit auf einer Plantage gearbeitet. Im Juni 2013 sei er sodann in den Sudan 

geflohen. 

C.  

Mit Verfügung vom 14. Juli 2015 – eröffnet am 16. Juli 2015 – stellte die 

Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung, schob den 

Vollzug der Wegweisung jedoch wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten einer 

vorläufigen Aufnahme auf. Den zuständigen Kanton beauftragte sie mit der 

Umsetzung der vorläufigen Aufnahme. 

D.  

Mit Eingabe vom 17. August 2015 reichte der Beschwerdeführer durch sei-

nen Rechtsvertreter beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde ein. Er 

beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei in den Ziffern 1-3 des Dispo-

sitivs aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft festzustellen und es 

sei ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die vorläufige Aufnahme wegen 

Unzulässigkeit des Wegweisungsvollzugs anzuordnen. In prozessualer 

Hinsicht sei die unentgeltliche Prozessführung zu bewilligen, es sei auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihm sei in der Per-

son von lic. iur. LL.M. Tarig Hassan ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu 

bestellen. Der Beschwerdeführer reichte ein Foto seiner Fussballmann-

schaft sowie Fotos seines Reisewegs zu den Akten. 

E-5010/2015 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). Der 

Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung le-

gitimiert (Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Be-

schwerde (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG) ist insoweit 

einzutreten. 

2.  

2.1 Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rü-

gen richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

2.2 Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bilden einzig die 

Fragen Flüchtlingseigenschaft, Asyl und Wegweisung. Der Wegweisungs-

vollzug ist nicht zu prüfen, nachdem die Vorinstanz die vorläufige Auf-

nahme zu Gunsten des Beschwerdeführers angeordnet hat. Da die Weg-

weisungsvollzugshindernisse alternativer Natur sind (vgl. BVGE 2009/51 

E. 5.4), besteht kein schutzwürdiges Interesse an der Überprüfung, aus 

welchen Gründen die Vorinstanz den Vollzug aufgeschoben hat (Art. 48 

Abs. 1 Bst. c VwVG). Soweit in der Beschwerdeschrift diesbezüglich Aus-

führungen gemacht werden, ist darauf nicht einzutreten. 

2.3 Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegründet und ist im 

Verfahren einzelrichterlicher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten 

Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Weiterungen und mit summarischer 

Begründung zu behandeln (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

E-5010/2015 

Seite 4 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss gemäss Art. 7 AsylG die Flüchtlingsei-

genschaft nachweisen oder zumindest glaubhaft machen (Abs. 1). Glaub-

haft gemacht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhan-

densein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält (Abs. 2). 

Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu 

wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht 

entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismit-

tel abgestützt werden (Abs. 3). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in einem publizierten Entscheid dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann hier verwiesen werden (BVGE 

2010/57 E. 2.2 und 2.3). 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, die Vorbrin-

gen des Beschwerdeführers würden den Anforderungen an die Glaubhaf-

tigkeit nicht genügen. Den Moment, als er bei einer Schulversammlung von 

Soldaten mitgenommen worden sei, vermöge er nicht substantiiert zu be-

schreiben. Seine Aussagen dazu seien oberflächlich, sodass der Eindruck 

entstehe, dass er das Erzählte nicht persönlich erlebt habe. Seine Ausfüh-

rungen über die Räumlichkeiten der Textilfabrik und über seinen dortigen 

Aufenthalt seien äusserst vage und oberflächlich. Auch bei der Schilderung 

der Flucht aus der Textilfabrik sei er äusserst vage geblieben, und er be-

schränke sich auf eine Wiedergabe der Handlungsabfolge. Zudem seien 

verschiedene Widersprüche festzustellen. So dazu, ob er in der zehnten 

oder der elften Klasse mitgenommen worden sei. Auch über die Länge der 

Beschäftigung auf der Plantage, sowie über die Tatsache, ob er vor seiner 

Ausreise noch seine Mutter aufgesucht habe oder nicht. 

4.2 Der Beschwerdeführer wendet dagegen ein, es sei festzuhalten, dass 

er im Eifer der Anhörung die Schuljahre verwechselt habe und sich daraus 

prima facie widersprüchliche Angaben ergeben würden. Bei vertiefter Be-

trachtung zeige sich jedoch, dass einzig die formale Verwechslung und 

nicht etwa eine inhaltliche Abweichung ursächlich für die Unklarheiten ge-

wesen sei. Dafür spreche die Tatsache, dass in Eritrea allgemein bekannt 

E-5010/2015 

Seite 5 

sei, dass die militärische Grundausbildung während dem zwölften Schul-

jahr in Sawa erfolge. Zudem könne er heute ein Foto einreichen, das ihn 

im Jahre 2013 mit seiner Fussballmannschaft zeige. Er habe somit wahr-

heitsgemäss über seine Fussballmannschaft und die Turniere ausgesagt. 

Seine Aussagen zur Arbeit auf der Plantage könnten nicht als diametrale 

Abweichung in Kernvorbringen qualifiziert werden. Seine Aussagen zur 

Textilfabrik und der Flucht aus der Gefangenschaft seien weder oberfläch-

lich noch vage. Seine Schilderungen seien durchaus ausführlich und wür-

den Realkennzeichen aufweisen. Dass er in der BzP den Besuch seiner 

Mutter vor der Ausreise nicht erwähnt habe, dürfe nur mit Zurückhaltung 

herangezogen werde, diene doch die BzP bloss einer summarischen Ab-

klärung des Sachverhalts. 

4.3 Die Schlussfolgerungen der Vorinstanz sind indes weder in tatsächli-

cher noch in rechtlicher Hinsicht zu beanstanden. In der angefochtenen 

Verfügung wird einlässlich begründet, weshalb ein Grossteil der Aussagen 

des Beschwerdeführers widersprüchlich und unglaubhaft ausgefallen ist. 

Zutreffend hält die Vorinstanz fest, dass sowohl die Schilderung seiner Mit-

nahme durch Soldaten auf einer Schulversammlung als auch seine Aus-

führungen zur stillgelegten Textilfabrik, in der er angeblich festgehalten 

worden ist, vage und oberflächlich ausgefallen sind. So schildert der Be-

schwerdeführer in der freien Erzählung der Gesuchsgründe lediglich Hand-

lungsabläufe, die kaum nachvollziehbar sind (SEM-Akten, A24/19 F60). 

Der Befrager versucht danach mit gezieltem Nachfragen den Sachverhalt 

zu klären, was aufgrund der unstrukturierten und kargen Antworten des 

Beschwerdeführers kaum gelingt (vgl. SEM-Akten, A24/19 F61 ff.). So 

bleibt bis zum Schluss unklar, wer genau die Identitätskarten eingezogen 

hat (Lehrer, Beamte oder Soldaten), ob die Soldaten am Tag der Einzie-

hung der Identitätskarten bereits da waren und warum die Schüler die Iden-

titätskarten zum Fussballspielen überhaupt brauchten. Auch kann der Be-

schwerdeführer nicht sagen, wie viele Soldaten am Tag der Versammlung 

da waren, um die Schüler mitzunehmen (SEM-Akten, A24/19 F89). Eine 

grobe Schätzung wäre bei einem solch einschneidenden Erlebnis zu er-

warten gewesen. Als der Befrager den Beschwerdeführer auffordert, de-

tailliert vom ersten Tag der Gefangennahme zu erzählen, antwortet der Be-

schwerdeführer lediglich, sie hätten einzeln aus dem Auto aussteigen müs-

sen und seien in einen Raum gebracht worden (SEM-Akten, A24/19 F98). 

Auch nach mehrfachem Nachfragen ist der Beschwerdeführer nicht in der 

Lage, den Raum beziehungsweise die Halle, in der er angeblich 10-15 

Tage festgehalten wurde, detailliert zu beschreiben. Gleiches gilt für den 

E-5010/2015 

Seite 6 

Tagesablauf in Gefangenschaft und seine Flucht aus der angeblichen Ge-

fangenschaft (SEM-Akten, A24/19 F96 und F99 ff.). Dass seine Ausführun-

gen, wie er auf Beschwerdeebene vorbringt, durchaus ausführlich seien 

und Realkennzeichen aufweisen würden, ist zu verneinen. Zudem weisen 

seine Aussagen einige Widersprüche auf. Warum er in der Anhörung davon 

redet, dass man die elfte Klasse in Sawa besuche und er bereits in der 

zehnten Klasse mitgenommen worden sei, vermag er nicht zu erklären, 

zumal er in der Beschwerde selbst vorbringt, dass in Eritrea allgemein be-

kannt sei, dass das zwölfte Schuljahr (und nicht das elfte) in Sawa absol-

viert werde. Trotz mehrmaligem Nachfragen bleibt der Beschwerdeführer 

dabei, dass es keine zwölfte Klasse gebe (SEM-Akten, A24/19 F52 ff.). 

Auch widerspricht sich der Beschwerdeführer bezüglich der Dauer, die er 

auf der Tomatenplantage nach seiner Flucht verbracht hat. Während er in 

der BzP erwähnt, er habe einen Monat dort gearbeitet (SEM-Akten, A4/14 

S. 7), spricht er in der Anhörung von zwei Monaten (SEM-Akten, A24/19 

F60 und F151). Obwohl der Beschwerdeführer auf Beschwerdeebene zu 

Recht vorbringt, dass es sich dabei nicht um diametrale Abweichungen in 

Kernvorbringen handelt, fügen sich diese Widersprüche nahtlos ins Aussa-

geverhalten des Beschwerdeführers ein. Seine Vorbringen sind über die 

ganze Befragung gesehen äusserst oberflächlich, wobei zur Vermeidung 

von Wiederholungen auf die zutreffenden Erwägungen der Vorinstanz zu 

verweisen ist. Aus dem eingereichten Foto seiner Fussballmannschaft 

kann der Beschwerdeführer nichts zu seinen Gunsten ableiten. 

4.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer 

nicht gelungen ist, eine im Zeitpunkt seiner Ausreise aus Eritrea beste-

hende oder drohende, asylrechtlich relevante Gefährdung nachzuweisen 

oder glaubhaft zu machen. 

5.  

5.1 Gemäss Art. 54 AsylG wird Flüchtlingen kein Asyl gewährt, wenn sie 

erst durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen 

ihres Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG 

wurden (subjektive Nachfluchtgründe). 

5.2 In Übereinstimmung mit der Vorinstanz und dem Beschwerdeführer 

geht das Gericht davon aus, dass ein legales Verlassen des Landes ledig-

lich mit einem gültigen Reisepass und einem zusätzlichen Ausreisevisum 

möglich ist, und dass Ausreisevisa bereits seit mehreren Jahren nur noch 

E-5010/2015 

Seite 7 

unter sehr restriktiven Bedingungen und gegen Bezahlung hoher Geldbe-

träge an wenige als loyal beurteilte Personen ausgestellt werden, wobei 

Kinder ab elf Jahren, Männer bis zum Alter von 54 Jahren und Frauen bis 

47 Jahre grundsätzlich von der Visumserteilung ausgeschlossen sind. Ver-

schiedentlich gab es auch Zeiten, in welchen überhaupt keine derartigen 

Dokumente mehr erhältlich waren, selbst bei Vorliegen eines gültigen Rei-

sepasses. Wer versucht, das Land ohne behördliche Erlaubnis zu verlas-

sen, riskiert neben der gesetzlich angedrohten Bestrafung sein Leben, da 

die Grenzschutztruppen gemäss übereinstimmenden Quellen den Befehl 

haben, Fluchtversuche mit gezielten Schüssen zu verhindern. Das eritrei-

sche Regime erachtet das illegale Verlassen des Landes als Zeichen poli-

tischer Opposition gegen den Staat und versucht, mit den drakonischen 

Massnahmen der sinkenden Wehrbereitschaft und der Massenfluchtbewe-

gung in der Bevölkerung Herr zu werden (vgl. Urteil des BVGer E-

5045/2009 vom 29. November 2012 E. 6.4.2 m.w.H.). 

5.3 Die Vorinstanz kommt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die geltend gemachte illegale Ausreise sei unglaubhaft. Die Schilderungen 

des Beschwerdeführers seien durch Detailarmut, Oberflächlichkeit und 

Leblosigkeit gekennzeichnet. Die Abreise von zu Hause sei nicht nachvoll-

ziehbar. Somit kenne man weder die konkreten Ausreisegründe noch die 

Ausreiseumstände des Beschwerdeführers. Zusammenfassend sei festzu-

stellen, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, die illegale 

Ausreise glaubhaft zu machen, weshalb nicht vom Vorliegen subjektiver 

Nachfluchtgründe auszugehen sei. 

5.4 Der Beschwerdeführer bringt vor, von Oberflächlichkeit und Leblosig-

keit könne keine Rede sein. Durch die wüstenartige Einöde des eritreisch-

sudanesischen Grenzgebietes vermöge es nicht zu erstaunen, dass er we-

nig Nennenswertes über die Landschaft und insbesondere keine besonde-

ren Anekdoten wiedergeben könne. Zu betonen sei zudem, dass er über 

den weiteren Fluchtweg äusserst genaue und lebensnahe Angaben ge-

macht habe. Zudem könne er heute Fotos einreichen, die diesen Reiseweg 

belegen würden. Seine Ausführungen zum Reiseweg und die beigelegten 

Fotografien seien weitere Belege für seine hohe Glaubwürdigkeit. 

5.5 Aufgrund der Akten stimmt das Gericht der Vorinstanz darin zu, dass 

die Vorbringen des Beschwerdeführers zu den Umständen der Ausreise 

unglaubhaft sind. Zutreffend stellt die Vorinstanz fest, dass die Ausführun-

gen zur angeblich illegalen Ausreise nicht hinreichend substantiiert und 

oberflächlich sind. So führt der Beschwerdeführer in der freien Erzählung 

E-5010/2015 

Seite 8 

zur Ausreise einzig aus, er habe sich von seiner Mutter verabschiedet, sei 

dann nach Numro Ashera und Arbaete Asher gegangen und schliesslich in 

Lafa im Sudan angekommen (SEM-Akten, A24/19 F169). Auch auf Nach-

fragen hin gibt er nur einsilbige und oberflächliche Antworten (vgl. SEM-

Akten, A24/19 F170 ff.). Als er schliesslich aufgefordert wurde, ein bisschen 

detaillierter zu erzählen, führte er einzig aus, er habe den Weg bis nach 

Sewagi gekannt, dann sei er einfach weiter gelaufen und habe beobachtet 

(SEM-Akten, A24/19 F174). Trotz offensichtlichem Bemühen des Befra-

gers war vom Beschwerdeführer nicht mehr zu erfahren. Die karge Land-

schaft im Grenzgebiet, die Dunkelheit oder die kurze Dauer der Ausreise 

vermögen dies nicht zu erklären. Es ist offensichtlich, dass er die wahren 

Umstände seiner Flucht verheimlicht. Aus den eingereichten Fotos der wei-

teren Stationen seiner Reise in die Schweiz kann der Beschwerdeführer 

nichts zu seinen Gunsten ableiten, zumal diese Fotos von jedem beliebi-

gen Flüchtling stammen könnten. 

5.6 Obwohl der Beschwerdeführer die wahren Umstände seiner Ausreise 

offensichtlich verheimlicht, lässt sich zwar (angesichts des Alters zur Zeit 

der Ausreise und in Berücksichtigung der Erwägung 5.2) noch nicht mit 

Bestimmtheit auf eine legale Ausreise schliessen. Aber sie kann auch nicht 

ausgeschlossen werden. Sich einzig auf die notorisch schwierige Ausreise 

zu berufen, ohne die konkreten Ausreisegründe und -umstände auch nur 

ansatzweise darzutun, reicht nicht aus. Die Partei wird nämlich auch unter 

der in Erwägung 5.2 dargelegten Rechtsprechung nicht davon entbunden, 

subjektive Nachfluchtgründe nachzuweisen oder zumindest glaubhaft zu 

machen. Die Beweis- und Substantiierungslast gilt von Gesetzes wegen 

und wird nicht etwa umgekehrt (Urteile des BVGer E-4799/2012 vom 21. 

Februar 2014 E. 6.3 und E-2511/2015 vom 17. Juni 2015 E. 5.6). Unter 

diesen Umständen ist aufgrund der unglaubhaften Vorbringen im erstin-

stanzlichen Verfahren, welche im Übrigen ein schiefes Licht auf die per-

sönliche Glaubwürdigkeit des Beschwerdeführers werfen, und angesichts 

des Fehlens nachvollziehbarer Erklärungen auf Beschwerdeebene festzu-

stellen, dass er das Vorliegen subjektiver Nachfluchtgründen nicht nachzu-

weisen oder zumindest glaubhaft zu machen vermag. Die Vorinstanz hat 

deshalb zu Recht die Flüchtlingseigenschaft verneint und das Asylgesuch 

des Beschwerdeführers abgelehnt. 

6.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder darauf nicht eintritt. 

E-5010/2015 

Seite 9 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen (vgl. 

BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde zu Recht angeordnet. 

7.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und auch sonst nicht zu beanstanden ist 

(Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist abzuweisen. 

8.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer die Kosten 

des vorliegenden Verfahrens zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG), die auf 

Fr. 600.– festzusetzen sind (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Den Ersuchen um Gewährung der unent-

geltlichen Prozessführung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung 

kann nicht stattgegeben werden, weil seine Begehren als aussichtslos zu 

gelten haben (Art. 65 Abs. 1 VwVG). Der Antrag auf Verzicht auf Erhebung 

eines Kostenvorschusses ist mit diesem Entscheid gegenstandslos gewor-

den. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5010/2015 

Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 600.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu Gunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Daniel Willisegger Pascal Waldvogel 

 

 

Versand: