# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c7def775-9a68-50ff-8638-a8ca472501c0
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-10-13
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 13.10.2022 SST.2022.36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-36_2022-10-13.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2022.36 
(ST.2021.9; StA.2019.3809) 

 

 

Urteil vom 13. Oktober 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichter Holliger 

Gerichtsschreiberin Sprenger 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg, 

Riburgerstrasse 4, 4310 Rheinfelden  

 

 
    

Beschuldigter   B._____,  

geboren am tt.mm.1979, von Basel, 

[…] 

verteidigt durch Rechtsanwalt André Kuhn,  

[…] 

 

  

 
 

Gegenstand  Sexuelle Handlungen mit einem Kind usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg erhob am 10. August 2020 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfacher sexueller 

Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, mehrfacher 

Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB, mehrfacher Pornografie 

gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB und Verabreichen von gesundheits-

gefährdender Stoffe an Kinder gemäss Art. 136 StGB. 

 

Der Sachverhalt gemäss Anklage lautet wie folgt: 

 

[…] 
 
I. Zur Last gelegte strafbare Handlungen (Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO) 
 
[…] 
 
1. Mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern, Art. 187 Ziff. 1 StGB 
 
Der Beschuldigte hat im Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019 mit dem 
damals unter 16-jährigen Privatkläger A., geb. tt.mm.2004, zu nicht näher bekannten Zeiten 
mehrfach, mindestens zehnmal, in Q. am Wohnort des Privatklägers und in R. am Wohnort 
des Beschuldigten sexuelle Handlungen in Form von Anal- und Oralverkehr vollzogen. 
Beim Analverkehr war der Beschuldigte stets aktiv und der Privatkläger passiv, d.h. der 
Beschuldigte führte seinen Penis jeweils in den Anus des Privatklägers ein. Der 
Oralverkehr erfolgte beidseitig. 
 
Der Beschuldigte wusste dabei oder nahm zumindest billigend in Kauf, dass der 
Privatkläger im vorgenannten Zeitraum noch nicht 16 Jahre alt war.  
 
Zeit:  1. Dezember 2018 bis 30. November 2019, nicht näher bekannte Zeiten 
Ort:  Q. und R. 
 
2. Mehrfaches Überlassen von Pornografie, Art. 197 Abs. 1 StGB 
 
Der Beschuldigte hat im Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019 dem 
damals unter 16-jährigen Privatkläger A., geb. tt.mm.2004, zu nicht näher bekannten Zeiten 
mehrfach, mindestens zweimal, von einem unbekannten Ort eine Bildaufnahme seines 
Penis über die App GRINDR gesendet. Der Kontakt über die App GRINDR zwischen dem 
Beschuldigten und dem Privatkläger bestand hauptsächlich aus sexuellem Interesse. Die 
Übermittlung der Penisbilder an den Privatkläger sollten der sexuellen Erregung des 
Privatklägers dienen. 
 
Der Beschuldigte wusste dabei oder nahm zumindest billigend in Kauf, dass der 
Privatkläger im vorgenannten Zeitraum noch nicht 16 Jahre alt war.  
 
Zeit:  1. Dezember 2018 bis 30. November 2019, nicht näher bekannte Zeiten 
Ort:  unbekannt 
 
3. Mehrfacher Konsum und Besitz zum Eigenkonsum von harter Pornografie, 

Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB 
 

 - 3 - 

 

 

Der Beschuldigte hat im Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019 vom 
damals unter 16-jährigen Privatkläger A., geb. tt.mm.2004, zu nicht näher bekannten Zeiten 
mehrfach, mindestens zweimal, eine Bildaufnahme des Penis des Privatklägers erhalten 
und konsumiert. Der Beschuldigte hat diese Bildaufnahmen auf seiner App GRINDR 
zumindest zwischenzeitlich gespeichert und hat diese somit auf einem unbekannten Gerät 
an unbekanntem Ort zum Eigenkonsum zumindest zwischenzeitlich besessen. Der Kontakt 
über die App GRINDR zwischen dem Beschuldigten und dem Privatkläger bestand 
hauptsächlich aus sexuellem Interesse. Die Übermittlung der Penisbilder an den 
Beschuldigten sollten der sexuellen Erregung des Beschuldigten dienen. 
 
Der Beschuldigte wusste dabei oder nahm zumindest billigend in Kauf, dass der 
Privatkläger im vorgenannten Zeitraum minderjährig war.  
 
Zeit:  1. Dezember 2018 bis 30. November 2019, nicht näher bekannte Zeiten 
Ort:  unbekannt 
 
4. Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder, Art. 136 StGB 
 
Der Beschuldigte hat dem damals unter 16-jährigen Privatkläger A., geb. tt.mm.2004, 
mindestens einmal am tt.mm.2019 in Q. eine unbekannte Menge Alkohol und Zigaretten 
zum Konsum zur Verfügung gestellt. 
 
Der Beschuldigte wusste dabei oder nahm zumindest billigend in Kauf, dass der 
Privatkläger im vorgenannten Zeitraum noch nicht 16 Jahre alt war.  
 
Zeit:  tt.mm.2019 
Ort:  Q. 

 

2. 

Die Präsidentin des Bezirksgerichts Rheinfelden, handelnd als 

ausserordentliche Vertretung des Bezirksgerichts Laufenburg, fällte am 

27. September 2021 folgendes Urteil: 

 

1. 
Der Beschuldigte wird von den Vorwürfen  
- des mehrfachen Überlassens von Pornografie an eine Person unter 16 Jahren gemäss 

Art. 197 Abs. 1 StGB 
- des mehrfachen Konsums und Besitzes zum Eigenkonsum von harter Pornografie 

(tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen) gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 
StGB 

 
von Schuld und Strafe freigesprochen. 
 
2. 
Der Beschuldigte ist schuldig  
- der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB 
- des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder gemäss Art. 136 StGB. 
 
3. 
Gemäss Art. 52 StGB wird von Strafe Umgang genommen.  
 
4. 
Auf den Widerruf des mit Urteil der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 18. Januar 
2018 für 55 Tagessätze Geldstrafe zu einem Tagessatz von je Fr. 150.– gewährte bedingte 
Vollzug, wird gestützt auf Art. 46 Abs. 2 StGB verzichtet.  
 

 - 4 - 

 

 

5. 
Auf die Anordnung, dem Beschuldigten gegenüber ein Tätigkeitsverbot im Sinne von 
Art. 67 Abs. 3 lit. b und d StGB auszusprechen, wird gemäss Art. 67 Abs. 4bis verzichtet. 
 
6. 
6.1. 
Die Kostennote der Vertreterin des Zivil- und Strafklägers [A.], Renate Senn, 
Rechtsanwältin, wird in der Höhe von Fr. 2'039.55 (inkl. Fr. 145.80 MwSt.) gerichtlich 
genehmigt.  
 
6.2. 
Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Zivil- und Strafkläger [A.], einen Parteikostenersatz 
von Fr. 2'039.55 zu bezahlen. 
 
7. 
Über das beschlagnahmte Mobiltelefon wird zu einem späteren Zeitpunkt befunden.  
 
8. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
a) der Gebühr von Fr. 1'800.00 
b) Anklagegebühr Fr.  1'000.00 
c) den Kosten für die unentgeltl. Verbeiständung von Fr.  0.00 
d) den Kosten für Übersetzungen von Fr.  0.00 
e) den Kosten für Gutachten von Fr.  0.00 
f) den Kosten der Mitwirkung anderer Behörden von Fr.  0.00 
g) den Spesen von Fr.  72.00 
h) andere Auslagen Fr.  0.00 
Total  Fr.  2'872.00 
 
Dem Beschuldigten werden die Gebühren sowie die Kosten gemäss lit. g im Gesamtbetrag 
von Fr. 2'872.00 auferlegt. 
 
9. 
Der Beschuldigte trägt seine Kosten selber. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 21. Februar 2022 beantragte die 

Staatsanwaltschaft, der Beschuldigte sei zusätzlich zu den mehrfachen 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB und 

dem Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder gemäss 

Art. 136 StGB auch der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 

StGB sowie der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 

StGB schuldig zu sprechen. Der dem Beschuldigten mit Strafbefehl der 

Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 18. Januar 2018 gewährte 

bedingte Strafvollzug sei zu widerrufen. Der Beschuldigte sei insgesamt zu 

einer bedingten Freiheitsstrafe von 10 Monaten, Probezeit 4 Jahre, einer 

Busse von Fr. 1'500.00 sowie einer Gesamtgeldstrafe (inkl. Widerrufs-

strafe) von 150 Tagessätzen à 130.00, d.h. Fr. 19'500.00, zu verurteilen. 

Als Massnahme sei ein lebenslängliches Berufs- und Tätigkeitsverbot 

anzuordnen. 

 

 - 5 - 

 

 

3.2. 

Die Staatsanwaltschaft reichte am 28. Februar 2022 vorgängig zur 

Berufungsverhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein. 

 

3.3. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort und Anschlussberufungserklärung vom 

17. März 2022 beantragte der Beschuldigte, die Berufung der Staats-

anwaltschaft sei abzuweisen. Zudem sei er vom Vorwurf der mehrfachen 

sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie 

des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an ein Kind gemäss 

Art. 136 StGB freizusprechen. Auf ein Berufs- und Tätigkeitsverbot sowie 

den Widerruf der mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft 

vom 18. Januar 2018 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe sei zu 

verzichten und es sei ihm eine Entschädigung zuzusprechen. Der Antrag 

auf Herausgabe des Mobiltelefons des Beschuldigten wurde anlässlich der 

Berufungsverhandlung zurückgezogen. 

 

3.4. 

Die Berufungsverhandlung mit Einvernahme des Beschuldigten sowie von 

A. als Auskunftsperson fand am 16. September 2022 statt. 

 

 
   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufung einen vollumfänglichen 

Schuldspruch gemäss Anklage. Der Beschuldigte hingegen beantragt 

einen vollumfänglichen Freispruch. Damit ist das vorinstanzliche Urteil 

vollumfänglich zu überprüfen. 

 

2. 

2.1. 

Hinsichtlich der Vorwürfe der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem 

Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie dem Verabreichen von gesund-

heitsgefährdenden Stoffen an ein Kind gemäss Art. 136 StGB ergibt sich 

Folgendes: 

 

2.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit einem Kind sowie dem Verabreichen gesundheits-

gefährdender Stoffe an ein Kind schuldig gesprochen. Der Beschuldigte 

habe im Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019 die 

angeklagten sexuellen Kontakte im Sinne von Oral- und Analverkehr zu 

sowie das Verabreichen von Alkohol und Zigaretten am tt.mm.2019 an den 

damals unter 16-jährigen A. eingestanden, womit die objektiven 

Tatbestände erfüllt seien. Er habe eventualvorsätzlich gehandelt, indem er 

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in Kauf genommen habe, dass A. unter 16 Jahre alt gewesen sei, trotz 

gegenteiliger Hinweise. Hinweise, die darauf hingedeutet haben könnten, 

dass A. über 16 Jahre alt sei, hätten den Beschuldigten nicht von seiner 

Pflicht befreit, sich zu vergewissern, dass sein Gegenüber tatsächlich 16 

Jahre alt sei (vorinstanzliches Urteil E. 6.4 und E. 7.3). 

 

Der Beschuldigte bringt dagegen vor, er habe bezüglich beider Tatvorwürfe 

weder vorsätzlich noch eventualvorsätzlich gehandelt. A. habe ihn auf der 

App «Grindr» angeschrieben, deren Nutzung die Volljährigkeit erfordere. A. 

habe vom Aussehen her deutlich älter gewirkt, ihm einen Ausweis gezeigt, 

auf dem er über 16 Jahre alt gewesen sei, ihm sein Alter bewusst 

verheimlicht, ihm gesagt, er gehe auf die Kunstschule und würde alleine in 

einer Wohnung leben. Er habe folglich nicht gewusst und auch nicht wissen 

können, dass A. noch nicht 16 Jahre alt war. Somit habe er die 

Tatbegehung auch nicht wollen oder in Kauf nehmen können (GA 

act. 35 ff.; Protokoll der Berufungsverhandlung, Anschlussberufungs-

begründung, S. 3 ff.). 

 

2.3. 

Gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB macht sich der sexuellen Handlungen mit 

Kindern schuldig, wer mit einem Kind unter 16 Jahren eine sexuelle 

Handlung vornimmt, es zu einer solchen Handlung verleitet oder es in eine 

sexuelle Handlung einbezieht. In subjektiver Hinsicht ist mindestens 

Eventualvorsatz erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 6B_506/2019 vom 

27. August 2019 E. 2.2 mit Hinweis), d.h. der Täter muss mit dem Wissen 

handeln, mindestens möglicherweise ein Kind unter 16 Jahren vor sich zu 

haben.  

 

Gemäss Art. 136 StGB macht sich dem Verabreichen gesundheits-

gefährdender Stoffe an Kinder schuldig, wer einem Kind unter 16 Jahren 

alkoholische Getränke oder andere Stoffe in einer Menge, welche die 

Gesundheit gefährden kann, verabreicht oder zum Konsum zur Verfügung 

stellt. In subjektiver Hinsicht ist ebenfalls mindestens Eventualvorsatz 

erforderlich. 

 

Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen 

und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der 

Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB; zum 

Eventualvorsatz: BGE 137 IV 1 E. 4.2.3; zum Nachweis des Vorsatzes 

insbesondere des Eventualvorsatzes: Urteil des Bundesgerichts 

6B_675/2018 vom 26. Oktober 2018 E. 2.3.2 mit Hinweisen).  

 

2.4. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt sowie unbestritten, dass mindestens 

zehn sexuelle Kontakte in Form von Oral- und Analsex zwischen dem 

Beschuldigten und dem damals unter 16-jährigen A. stattgefunden haben 

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und folglich der objektive Tatbestand von Art. 187 Ziff. 1 StGB erfüllt ist (UA 

act. 116; GA act. 33 f.; vorinstanzliches Urteil E. 6.4; vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung, Anschlussberufungsbegründung, S. 9). Ebenso 

unbestritten geblieben ist, dass der Beschuldigte A. Bier, Vodka und 

Zigaretten zum Konsum zur Verfügung gestellt hat, in einer Menge, welche 

die Gesundheit gefährden kann und folglich den objektiven Tatbestand von 

Art. 136 StGB erfüllt (UA act. 120 und 107 f.; GA act. 25; vorinstanzliches 

Urteil E. 7.2; Protokoll der Berufungsverhandlung, Anschlussberufungs-

begründung, S. 6). Umstritten ist, ob der Beschuldigte im Wissen darum 

gehandelt hat, dass A. im damaligen Zeitpunkt mindestens möglicherweise 

noch nicht 16 Jahre alt war (GA act. 33; Protokoll der Berufungs-

verhandlung, Anschlussberufungsbegründung, S. 3 ff.).  

 

2.5. 

Das Vorbringen des Verteidigers des Beschuldigten, der Beschuldigte habe 

nicht gewusst und auch nicht wissen können, dass A. noch nicht 16 Jahre 

alt war, vermag nicht zu überzeugen. Aufgrund der äusseren Umstände 

muss es der Beschuldigte mindestens für möglich gehalten haben, dass A. 

unter 16 Jahre alt war. Der Beschuldigte selbst liess sich in der Berufungs-

verhandlung nicht vernehmen. A. sah selbst am 9. April 2019 mit knapp 

15 Jahren und damit mehrere Monate nach dem ersten Treffen mit dem 

Beschuldigten noch deutlich jünger aus als 16-jährig. Davon konnte sich 

das Obergericht ein eigenes Bild machen anhand seiner in diesem 

Zeitpunkt auf Video aufgezeichneten Einvernahme im Rahmen eines 

anderen Strafverfahrens (UA act. 72). Er hatte dazumal gemäss eigenen 

Angaben denn auch noch keinen Bartwuchs (vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 8). Dass A. hingegen sein damaliges Auftreten 

als älter wirkend einschätzte, ändert nichts daran (vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 8). Auch die Anfrage von A., ob der Beschuldigte 

ihm Vodka, Bier und Zigaretten – z.T. bereits ab 16 Jahren erhältlich – 

mitbringen könnte (UA act. 107 und 120; GA act. 25), will beim Beschul-

digten keine Zweifel geweckt haben, dass A. jünger als 16 Jahre sein 

könnte. Es erscheint jedoch lebensfremd, dass sich der Beschuldigte in 

dieser Konstellation keine Gedanken über das Alter des Gegenübers 

gemacht haben will. Das gilt umso mehr, als dass der Beschuldigte, der 

u.a. die Bar «D.» in C. betreibt, um die Bedeutung der Altersgrenze bzw. 

Alterskontrollen wusste. Die Annahme, dass A. jünger als 16 Jahre sein 

könnte, hat sich vorliegend geradezu aufgedrängt. Bemerkenswert ist in 

diesem Zusammenhang denn auch, dass der Beschuldigte bei seinen 

Sexualpartnern nie nach einem Ausweis habe fragen müssen, weil diese 

jeweils «Autofahren, Motorradfahren usw.» konnten (GA act. 25). Dass 

dies bei A. eben gerade nicht der Fall war und es der Beschuldigte trotz 

seiner eigens aufgestellten Kriterien zur Alterskontrolle unterliess, dem 

nachzugehen, unterstreicht den Eindruck, er habe sich mit dem Alter seines 

Gegenübers gar nicht auseinandersetzen wollen. Damit steht aber auch 

fest, dass er im Wissen gehandelt haben muss, mindestens 

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möglicherweise ein Kind unter 16 Jahren vor sich zu haben. Zudem hat der 

Beschuldigte A. in die Nähe der Oberstufenschule in Q. gefahren. Dass der 

Beschuldigte davon ausgegangen sei, A. gehe dort auf eine Kunstschule 

(UA act. 116; GA act. 24), wo die Schüler regelmässig älter als 16 Jahre alt 

sind, ist als Schutzbehauptung zu werten, zumal der Beschuldigte selbst 

aussagte, A. habe ihm mitgeteilt, dass er die Absicht hätte, eine 

Kunstschule zu besuchen (UA act. 116). Daran ändert auch nichts, dass 

der Beschuldigte A. lediglich an der Bushaltestelle vor der Schule abgesetzt 

haben soll und diese durch Büsche verdeckt worden sei (Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 7). Ebenso erscheint fraglich, ob die Wohnung, 

in der sich A. und der Beschuldigte teilweise zum Sex trafen, tatsächlich 

keine offensichtlichen Hinweise enthielt – bzw. A. diese jeweils alle 

versteckt habe (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 10) –, dass dort 

neben A. auch seine Mutter wohnte, selbst wenn der Beschuldigte aufgrund 

der Ferienabwesenheit der Mutter nie das Gefühl verspürt haben will, sich 

verstecken zu müssen (UA act. 109 und 118; GA act. 24 f.). A. sagte denn 

auch aus, das erste Treffen durch den Hinweis «alleine zuhause» zu sein, 

initiiert zu haben, was dem Beschuldigte hätte aufzeigen müssen, dass A. 

normalerweise nicht alleine dort wohnte (Protokoll der Berufungs-

verhandlung, S. 9 f.). Schliesslich fügt sich auch die ausbleibende 

überraschte Reaktion des Beschuldigten, als A. ihn – ein paar Tage vor der 

ersten polizeilichen Einvernahme in diesem Fall und somit mehrere Monate 

nach dem ersten sexuellen Kontakt – fragte, ob er die Bar des 

Beschuldigten für seinen 16. Geburtstag mieten dürfe, in das gewonnene 

Bild ein (UA act. 107 und 112). Die Aussage des Beschuldigten, dass A. 

nicht erwähnt haben soll, welchen Geburtstag er feiern möchte, ist als 

Schutzbehauptung des Beschuldigten zu qualifizieren (UA act. 120), zumal 

es für den Inhaber einer Bar regelmässig von grossem Interesse sein 

dürfte, wie alt die Besucher seines Lokals sind, nicht zuletzt aufgrund der 

geltenden Jugendschutzbestimmungen im Bereich Alkohol- und 

Tabakverkauf. Ebenso als Schutzbehauptung zu qualifizieren ist die 

Aussage des Beschuldigten, wonach A. ihm vor einem Grenzübertritt nach 

Deutschland einen falschen Ausweis gezeigt haben soll, auf welchem 

dieser 17 oder 18 Jahre alt gewesen sei (UA act. 116 und 120 f.; GA 

act. 24: Auf dem Ausweis sei der Jahrgang 2000 gestanden; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 10 f.). A. hat dies bei seiner Einvernahme vom 

3. März 2020 auf Rückfrage hin, was sie über sein Alter beredet hätten, 

nicht erwähnt. Vielmehr sagte er gegenteilig aus, dass der Beschuldigte ihn 

nicht nach der ID gefragt habe (UA act. 107). Erst anlässlich der 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung, zu der er gemeinsam mit dem 

Beschuldigten erschienen ist (GA act. 21), änderte er seine frühere 

Aussage komplett ab: Ein Kollege mit Jahrgang 2002 habe seinen Ausweis 

bei einer Party vergessen und er habe ihn sogleich an sich genommen und 

dem Beschuldigten bei ihrem ersten Treffen – ca. Ende 2018 – gezeigt (GA 

act. 20 f.; vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 10 f.). An der 

 - 9 - 

 

 

Berufungsverhandlung ergänzte er diese Aussage in nicht nachvoll-

ziehbarer Weise dahingehend, dass er alles auf dem Ausweis abgedeckt 

habe und dem Beschuldigten lediglich das Geburtsdatum gezeigt habe, als 

es darum gegangen sei, nachzuschauen, ob sie ihre Ausweise dabeihätten 

(Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 11). Auf die in diesem Punkt 

widersprüchlichen, nicht nachvollziehbaren und damit nicht glaubhaften 

Aussagen von A. kann nicht abgestellt werden. Daran würde auch eine 

Einvernahme von A. als Zeuge nichts ändern. A. hatte sich denn auch 

zumindest im erstinstanzlichen Verfahren als Privatkläger beteiligt und ist 

entsprechend als Auskunftsperson einzuvernehmen. Der diesbezügliche 

Beweisantrag des Beschuldigten ist abzuweisen (Protokoll der Berufungs-

verhandlung, S. 2). 

 

Zusammengefasst steht für das Obergericht zweifelsfrei fest, dass der 

Beschuldigte die sexuellen Handlungen und die Abgabe von Alkohol und 

Zigaretten im Wissen darum vorgenommen hat, dass A. zum Tatzeitpunkt 

mindestens möglicherweise noch keine 16 Jahre alt war. Somit erweist sich 

die Anschlussberufung des Beschuldigten in diesem Punkt als 

unbegründet. Er ist der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind 

gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB sowie dem Verabreichen gesundheits-

gefährdender Stoffe an ein Kind gemäss Art. 136 StGB schuldig zu 

sprechen.  

 

3. 

3.1. 

Hinsichtlich der Vorwürfe der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 

Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB ergibt sich Folgendes:  

 

3.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten vom Vorwurf der mehrfachen 

Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB 

freigesprochen. Sie erwog, dass keine ausgetauschten Bilder in den Akten 

vorhanden seien, weshalb nicht beurteilt werden könne, ob diese die 

angeklagten Tatbestände erfüllen würden (vorinstanzliches Urteil E. 5.5). 

 

Die Staatsanwaltschaft bringt dagegen vor, es sei aufgrund der Aussagen 

von A. sowie des Beschuldigten erstellt, dass beide sich gegenseitig 

mindestens zwei Mal im Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis 

30. November 2019 intime Bilder mit Betonung des Genitalbereichs zur 

sexuellen Aufreizung überlassen bzw. konsumiert und zum Eigenkonsum 

besessen haben. Die versandten Bilder würden die vorgeworfenen 

Tatbestände erfüllen (Berufungsbegründung Ziff. II/B/1 S. 3). 

 

3.3. 

Gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe bestraft, wer u.a. pornografische Bildaufnahmen einer 

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Person unter 16 Jahren anbietet, zeigt, überlässt oder zugänglich macht. 

Gemäss Art. 197 Abs. 5 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren 

oder Geldstrafe bestraft, wer Gegenstände oder Vorführungen im Sinne 

von Abs. 1, die tatsächliche sexuelle Handlungen mit Minderjährigen zum 

Inhalt haben, konsumiert oder zum eigenen Konsum herstellt, einführt, 

lagert, erwirbt, sich über elektronische Mittel oder sonst wie beschafft oder 

besitzt. 

 

Der Begriff der Pornografie setzt zum einen voraus, dass die Darstellungen 

oder Darbietungen objektiv betrachtet darauf ausgelegt sind, den 

Konsumenten sexuell aufzureizen. Zum anderen ist erforderlich, dass die 

Sexualität so stark aus ihren menschlichen und emotionalen Bezügen 

herausgetrennt wird, dass die jeweilige Person als ein blosses 

Sexualobjekt erscheint, über das nach Belieben verfügt werden kann. Das 

sexuelle Verhalten wird dadurch vergröbert und aufdringlich in den 

Vordergrund gerückt. Entscheidend ist der Gesamteindruck (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_954/2019 vom 20. Mai 2020 E. 1.3.2; vgl. BGE 144 II 

233 E. 8.2.3 mit Hinweisen). 

 

3.4. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und unbestritten geblieben, dass der 

Beschuldigte und der damals unter 16-jährige A. sich über die Plattform 

«Grindr» kennengelernt und sich später auch über WhatsApp ausgetauscht 

haben (UA act. 38 ff., 105, 108 und 119; GA act. 25; vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung, Anschlussberufungsbegründung, S. 5). Umstritten 

ist, ob dabei auch Bildmaterialien mit pornografischem Inhalt ausgetauscht 

worden sind und der Beschuldigte pornografische Bildmaterialien von A. 

konsumiert und/oder zum Eigenkonsum besessen hat (GA act. 38 ff.; 

Protokoll der Berufungsverhandlung, Berufungsantwort, S. 1 ff.). 

 

3.5. 

A. führte anlässlich seiner Einvernahmen durch die Polizei vom 3. März 

2020 schlüssig und nachvollziehbar aus, dass er und der Beschuldigte sich 

gegenseitig Fotos ihrer Penisse zugesandt haben. Er habe die Dateien auf 

seinem Handy belassen und gehe davon aus, dass der Beschuldigte dies 

ebenfalls getan habe (UA act. 110 f.). Nachdem er zu den Vorwürfen der 

Pornografie an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung nicht befragt wurde, 

bestätigte er seine Aussagen anlässlich der Berufungsverhandlung, wobei 

er jedoch zunächst verneinte, Penisbilder erhalten zu haben und selbst 

lediglich Fotos von seinem freien Oberkörper versandt haben will, wo man 

seine Schambehaarung gesehen habe (Protokoll der Berufungs-

verhandlung, S. 12 f.). Auf Rückfrage hin gab er an, Ganzkörperbilder 

versandt zu haben, auf denen man einen halberigierten Penis gesehen 

habe. Schliesslich ergänzte er, er sei damals sehr schlimm gewesen und 

habe vielen Typen Bilder gesandt. Dem Beschuldigten habe er sicherlich 

15 – 20 Bilder allenfalls mit sensiblen Inhalten gesandt. Es seien aber nicht 

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einfach konkret 20 Schwanzbilder gewesen. Der Beschuldigte habe ihm im 

Gegenzug nur ca. neun Schwanzbilder oder Bilder mit Unterhosen auf 

denen sich eine Beule bilde geschickt (Protokoll der Berufungs-

verhandlung, S. 13). Der Beschuldigte bestätigte in der polizeilichen 

Einvernahme vom 3. März 2020 zwei oder drei Mal Fotos mit Intimitäten 

ausgetauscht zu haben, vermutlich über Grindr oder WhatsApp. Es seien 

meist Aufforderungen zu einem Treffen gewesen. Die Fotos seien 

vermutlich auf Grindr gespeichert worden. Er habe seine Fotos als Antwort 

auf die Fotos von A. versandt (UA act. 119). Obwohl auch ihm an der 

erstinstanzlichen Hauptverhandlung keine expliziten Fragen bezüglich der 

Vorwürfe der Pornografie gestellt wurden, äusserte er sich dazu und 

relativierte seine bisherige Aussage: Ihm sei nicht klar, was sie sich 

zugeschickt hätten. Die Bilder auf seinem Handy würden denn auch 

verschwinden, wenn er sie nicht herunterlade (GA act. 25). An der 

Berufungsverhandlung liess er sich nicht vernehmen.  

 

Entgegen der Vorinstanz ist aufgrund der schlüssigen und ein in sich 

stimmiges Bild erzeugenden Aussagen von A. und den schlüssigen 

Aussagen des Beschuldigten bei der Polizei erstellt, dass sich der 

Beschuldigte und A. gegenseitig Fotos mit pornografischem Inhalt 

zugesandt haben. Der Beschuldigte gab ausdrücklich an, die Fotos seien 

meist Aufforderungen zu einem Treffen gewesen (UA act. 119), wobei der 

Inhalt dieser Treffen unbestrittenermassen sexueller Natur war (UA 

act. 108 und 117). A. ging in der Berufungsverhandlung denn auch davon 

aus, mit solchen Bildern die «Typen auf Trab» gehalten zu haben (Protokoll 

der Berufungsverhandlung, S. 13). Fotos mit Betonung des Genital-

bereichs auf denen insbesondere die Penisse des Beschuldigten bzw. A.s 

abgebildet sind, die als Aufforderung zu einem sexuellen Treffen zu 

verstehen sind oder einen «auf Trab halten», lassen keine Zweifel daran, 

dass sie den Zweck verfolgten, A. bzw. den Beschuldigten sexuell 

aufzureizen und die abgebildete Person als Sexualobjekt erscheinen 

lassen – unabhängig davon, ob dem Gericht die Bildaufnahmen vorliegen 

oder nicht. Der pornografische Inhalt der Fotos ist folglich erstellt. Insoweit 

der Beschuldigte vorbringt, es liege eine Verletzung des Anklageprinzips 

vor, da der Vorwurf der Einordnung der Fotos als pornografisch ohne deren 

Vorliegen nicht genügend konkret sei (Protokoll der Berufungsverhandlung, 

Berufungsantwort, S. 3), verkennt er, dass die Anklageschrift konkret von 

Bildaufnahmen der Penisse des Beschuldigten bzw. A. ausgeht und die 

Anklageschrift somit alle diesbezüglich relevanten und notwendigen 

Informationen beinhaltet (Anklageschrift Ziff. I/2 und 3). Der Beschuldigte 

hat seine Verteidigungsrechte angemessen ausüben können und dabei 

gewusst, welche Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden. 

 

Indem der Beschuldigte A. mindestens zwei Mal Fotos mit pornografischem 

Inhalt vorsätzlich überliess, obwohl er wusste oder mindestens in Kauf 

nahm, dass dieser unter 16 Jahre alt ist (vgl. oben), hat er sich der 

 - 12 - 

 

 

mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB schuldig gemacht. 

Ebenso konsumierte der Beschuldigte vorsätzlich mindestens zwei Mal 

Fotos mit pornografischen Inhalt, die A. und folglich eine minderjährige 

Person zeigten – was der Beschuldigte wusste oder mindestens in Kauf 

nahm (vgl. oben) – in strafbarer Weise, indem er die Fotos mit dem Penis 

von A. zur sexuellen Erregung bewusst anschaute (vgl. ISENRING/KESSLER, 

in: Basler Kommentar, 4. Aufl. 2019, N. 52m zu Art. 197 StGB), was 

insbesondere durch die Antwort des Beschuldigten im Sinne vom Versand 

eigener Fotos bestätigt wird. Dem Vorbringen des Beschuldigten, es könne 

kein strafbarer Konsum vorliegen, da er vor dem Öffnen der Fotos nicht um 

deren Inhalt wusste und kein strafbarer Konsum nach dem Öffnen der 

Fotos angeklagt sei (GA act. 43; Protokoll der Berufungsverhandlung, 

Berufungsantwort, S. 3), kann nicht gefolgt werden. Zum einen war der 

Kontakt zwischen A. und dem Beschuldigten sexueller Natur und die Fotos 

dienten dazu, ein Treffen zu initiieren (UA act. 119). Sein behauptetes 

Nichtwissen um den Inhalt der erhaltenen Fotos bei deren Öffnung kann 

vor diesem Hintergrund insbesondere aufgrund der mehrfachen Vorfälle 

und seiner Antwort auf die Fotos (vgl. oben) nur als Schutzbehauptung 

gewertet werden. Zudem besagt die Überschrift des angeklagten 

Sachverhalts ausdrücklich «Mehrfacher Konsum und Besitz zum 

Eigenkonsum von harter Pornografie […]» und im Sachverhalt wird von 

«[…] erhalten und konsumiert» gesprochen sowie davon, dass die Fotos 

der sexuellen Erregung des Beschuldigten dienten, was den Konsum im 

rechtlichen Sinne umschreibt. Folglich hat sich der Beschuldigte auch der 

mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB schuldig 

gemacht. 

 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft ist in diesen Punkten gutzuheissen. 

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 

Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB schuldig gemacht.  

 

4. 

4.1. 

Der Beschuldigte hat sich der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem 

Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 StGB, des Verabreichens gesundheits-

gefährdender Stoffe an ein Kind gemäss Art. 136 StGB und der 

mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 

Satz 2 StGB strafbar gemacht. 

 

4.2. 

4.2.1. 

Die Vorinstanz sah – neben den Freisprüchen für die Tatbestände der 

Pornografie – von einer Bestrafung des Beschuldigten für die Delikte der 

mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss Art. 187 Ziff. 1 

StGB sowie des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe gemäss 

Art. 136 StGB gestützt auf Art. 52 StGB ab. A. und der Beschuldigte seien 

 - 13 - 

 

 

befreundet gewesen und hätten eine sexuelle Beziehung miteinander 

geführt. Es mache nicht den Anschein, dass A. durch diese Beziehung in 

seiner sexuellen Entwicklung gestört worden sei (vorinstanzliches Urteil 

E. 8.7). 

 

Die Staatsanwaltschaft bringt dagegen vor, dass negative Folgen aus der 

Gefährdung des geschützten hochwertigen Rechtsguts der ungestörten 

sexuellen Entwicklung eines Kindes oft erst nach Jahren einträten und 

gravierende und langanhaltende Wirkungen entfalten würden. Die Anwen-

dung von Art. 52 StGB liesse sich aus generalpräventiven Überlegungen 

bei Art. 187 StGB kaum rechtfertigen (Berufungsbegründung der Staats-

anwaltschaft S. 3 f.). 

 

4.2.2. 

Gemäss Art. 52 StGB sieht das Gericht von einer Bestrafung ab, wenn 

Schuld und Tatfolgen geringfügig sind. Das Verhalten des Täters muss im 

Quervergleich zu typischen, unter dieselbe Gesetzesbestimmung fallenden 

Taten insgesamt – vom Verschulden wie von den Tatfolgen her – als uner-

heblich erscheinen, sodass die Strafbedürftigkeit offensichtlich fehlt. Die 

Behörde hat sich mithin am Regelfall der Straftat zu orientieren. Für die 

Anwendung der Bestimmung bleibt nur ein relativ eng begrenztes Feld 

(Urteil des Bundesgerichts 6B_519/2020 vom 27. September 2021 E. 2.4 

mit weiteren Hinweisen). 

 

4.2.3. 

Entgegen der Vorinstanz kann vorliegend nicht von einer Bestrafung 

abgesehen werden. Zwar ist hinsichtlich der Tatbestände der sexuellen 

Handlungen mit einem Kind und der mehrfachen Pornografie nicht von 

einem schweren Verschulden auszugehen (siehe dazu unten), zumal A. im 

Tatzeitraum bereits 14 bzw. 15 Jahre alt war und der Beschuldigte nicht mit 

direktem Vorsatz handelte. Sein Verhalten ist mit Blick auf die Intensität 

und Häufigkeit der vorgenommenen sexuellen Handlungen, namentlich 

dem mehrfachen Anal- und Oralverkehr, jedoch keinesfalls zu 

bagatellisieren. Der Beschuldigte hat damit das zentrale – und sehr hoch 

zu gewichtende – Rechtsgut der ungestörten sexuellen Entwicklung von 

Kindern und Jugendlichen, welches durch das Verbot der sexuellen 

Handlungen mit Kindern, des Überlassens von Pornografie an unter 16-

jährige sowie der Kinderpornografie geschützt werden soll, mehrfach 

verletzt. Angesichts der Hochwertigkeit des Rechtsgutes besteht aus 

generalpräventiven Gründen ein eminentes Interesse der Öffentlichkeit, 

dass sexueller Kindsmissbrauch grundsätzlich nicht straflos bleibt (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_215/2013 vom 27. Januar 2014 E. 2.5.3). Die 

Auswirkungen der Tat sind daher als durchaus bedeutend einzustufen, 

auch wenn zwischen dem Beschuldigten und A. stets eine Freundschaft 

bestanden hat und sich A. – nach eigenen Angaben – aufgrund der 

sexuellen Handlungen mit dem Beschuldigten vor seinem 16. Geburtstag 

 - 14 - 

 

 

nicht in seiner sexuellen Entwicklung gestört sieht (Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 16). Zu beachten ist sodann, dass weder eine 

echte Liebesbeziehung vorlag, noch handelt es sich bei einem 

Altersunterschied von rund 25 Jahren um Umstände, die eine 

Strafbefreiung rechtfertigen würden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_215/2013 vom 27. Januar 2014 E. 2.5.3).  

 

In Bezug auf das Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder 

gemäss Art. 136 StGB ist festzuhalten, dass das Verschulden des 

Beschuldigten nur noch als knapp leicht zu bewerten ist (vgl. unten) und 

folglich ein geringfügiges Verschulden ausschliesst. 

 

4.3. 

4.3.1. 

Nach dem Gesagten ist der Beschuldigte für die sexuellen Handlungen mit 

einem Kind, das Verabreichen gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder 

sowie und die mehrfache Pornografie angemessen zu bestrafen.  

 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 

144 IV 217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4. ff.; je mit 

Hinweisen). Darauf kann verwiesen werden. 

 

4.3.2. 

Die Tatbestände der sexuellen Handlungen mit einem Kind gemäss 

Art. 187 Ziff. 1 StGB, der Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 und Abs. 5 

Satz 2 StGB sowie des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an 

Kinder gemäss Art. 136 StGB sehen jeweils Freiheits- oder Geldstrafen 

vor. Wie zu zeigen sein wird, kommt für die sexuellen Handlungen mit 

einem Kind aufgrund der Schwere des Verschuldens nur eine Freiheits-

strafe infrage. Für die übrigen Delikte ist auf eine Geldstrafe zu erkennen 

(vgl. BGE 147 IV 241 E. 3). 

 

4.4. 

4.4.1. 

Der Beschuldigte hat im Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis 

30. November 2019 mehrfach sexuelle Handlungen, namentlich Anal- und 

Oralverkehr, mit A. vollzogen. Die genaue Anzahl der Übergriffe lässt sich 

aufgrund des mehrmonatigen Tatzeitraums nicht exakt eruieren. Der 

Beschuldigte sowie A. gehen jedoch von rund zehn Vorfällen aus (UA 

act. 108 und 117). Unter diesen Umständen rechtfertigt es sich, die 

Einsatzstrafe für den ersten Vorfall, bei welchem es zu Anal- und Oralsex 

gekommen ist, festzusetzen und diese aufgrund der weiteren Vorfälle in 

Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu erhöhen. Im Rahmen 

der Asperation ist die Gesamtheit der Handlungen im Blick zu behalten und 

es ist nicht für jede Handlung gesondert nach Art. 49 Abs. 1 StGB zu 

 - 15 - 

 

 

verfahren, zumal die Anzahl der einschlägigen Handlungen gar nicht 

bestimmbar ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_432/2020 vom 30. 

September 2021 E. 1.4 mit Hinweisen). 

 

4.4.2. 

Hinsichtlich des ersten Vorfalls, bei welchem es zu Anal- und Oralverkehr 

mit A. gekommen ist und für welchen die Einsatzstrafe festzusetzen ist, 

ergibt sich Folgendes: 

 

Der Täter, der eine sexuelle Handlung mit einem Kind begeht, wird mit 

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestraft. Das Gericht 

misst die Strafe innerhalb des ordentlichen Strafrahmens nach dem 

Verschulden zu (Art. 47 Abs. 1 StGB). Ausgangspunkts für die Strafzumes-

sung bildet die Verletzung oder Gefährdung des geschützten Rechtsguts 

(Art. 47 Abs. 2 StGB). Der Straftatbestand der sexuellen Handlungen mit 

Kindern schützt die ungestörte psychisch-emotionale und sexuelle 

Entwicklung des Kindes (BGE 146 IV 153 E. 3.5.2). Der damals 14-jährige 

A. schrieb den 39-jährigen Beschuldigten über Grindr an und sie trafen sich 

nach einem Kennenlerntreffen zum Oral- und Analverkehr, wobei A. sexuell 

bereits erfahren war. Zwischen dem Beschuldigten und A. bestand eine 

grosse Altersdifferenz von 25 Jahren. Es handelte sich auch nicht um eine 

Liebesbeziehung. Im Zentrum stand Sex (UA act. 108). Ob und inwiefern 

sich die Gefährdung der sexuellen oder seelischen Entwicklung von A. 

nachhaltig verwirklicht hat, kann zum heutigen Zeitpunkt nicht 

abschliessend beurteilt werden und ist auch nicht entscheidend. Mögliche 

drohende Langzeitfolgen werden bei Opfern von Sexualdelikten oft erst 

nach Jahren manifest, können dann aber gravierende und langanhaltende 

Wirkungen zeitigen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_1076/2021 vom 

28. Oktober 2021 E. 2.6.4 f. und 6B_215/2013 vom 27. Januar 2014 

E. 2.5.2).  

 

Die Art und Weise der Tatbegehung bzw. die Verwerflichkeit des Handelns 

ist nicht wesentlich über die blosse Erfüllung des Tatbestandes 

hinausgegangen. Dabei ist auch zu beachten, dass es A. war, der den 

Beschuldigten auf Grindr angeschrieben hatte und die folgenden Treffen 

grösstenteils durch A. selbst initiiert worden sind und von seinem Willen 

getragen wurden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_249/2016 vom 

19. Januar 2017 E. 1.4.2 mit weiterem Hinweis). 

 

Der sexuellen Handlungen mit einem Kind ist eine sexuelle sowie 

egoistische Motivation immanent, was für sich allein nicht 

verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6P.194/2001 vom 3. Dezember 2002 E. 7.4.2). Der 

Beschuldigte handelte eventualvorsätzlich, was verschuldensmässig 

weniger schwer als direktvorsätzliches Handeln zu gewichten ist (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts 6B_190/2012 vom 25. Mai 2012 E. 5.4). 

 - 16 - 

 

 

 

Der Beschuldigte verfügte hingegen über ein sehr hohes Mass an 

Entscheidungsfreiheit, was sich verschuldenserhöhend auswirkt. Es war 

ihm jederzeit möglich, die sexuellen Handlungen zu unterlassen. Je leichter 

es für den Beschuldigten gewesen wäre, sich an die gesetzlichen Normen 

zu halten, desto schwerer wiegt die Entscheidung dagegen und damit 

einhergehend das Verschulden (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1 mit Hinweisen).  

 

Insgesamt ist in Relation zum Strafrahmen von bis zu 5 Jahren Freiheits-

strafe von einem nicht mehr leichten bis mittelschweren Verschulden und 

einer dafür angemessenen Einsatzstrafe von 12 Monaten Freiheitsstrafe 

zuzüglich einer Verbindungsbusse (siehe dazu unten) als eine in ihrer 

Summe angemessenen Sanktion auszugehen. 

 

4.4.3. 

Der Beschuldigte hat nebst dem zeitlich erstgelegenen Oral- und 

Analverkehr mit A. weitere sexuelle Handlungen mit A. im Zeitraum vom 

1. Dezember 2018 bis 30. November 2019 vorgenommen. Dabei ist es zu 

rund neun weiteren Vorfällen mit oralen und analen Penetrations-

handlungen gekommen. Das Tatvorgehen und die Tatumstände haben 

sich bei diesen weiteren Vorfällen nicht vom ersten Vorfall unterschieden, 

weshalb auch hinsichtlich dieser weiteren sexuellen Handlungen für sich 

betrachtet von einem jeweils nicht mehr leichten bis mittelschweren 

Verschulden und dafür angemessenen Einzelstrafen von je 12 Monaten 

auszugehen ist.  

 

Im Rahmen der Asperation dieser weiteren Straftaten ist einerseits zu 

berücksichtigen, dass insofern ein gewisser Zusammenhang zwischen den 

einzelnen Vorfällen besteht, als sie immer mit A. stattfanden und jeweils 

auf ähnliche Art und Weise begangen worden sind. Andererseits besteht 

hinsichtlich der verschiedenen Zeitpunkte und Örtlichkeiten sowie des 

langen Tatzeitraums keine natürliche Handlungseinheit. Vielmehr hat der 

Beschuldigte den Eventualvorsatz hinsichtlich der zahlreichen Vorfälle 

immer wieder von Neuem gefasst. Insgesamt rechtfertigt es sich, die 

Einsatzstrafe von 12 Monaten Freiheitsstrafe aufgrund ihres jeweiligen 

Gesamtschuldbeitrags angemessen um 6 Monate auf 18 Monate zu 

erhöhen. 

 

4.4.4. 

Im Rahmen der Täterkomponente wirkt sich leicht straferhöhend aus, dass 

der Beschuldigte – teilweise im Bereich des Sexualstrafrechts – vorbestraft 

ist (BGE 136 IV 1 E. 2.6). Er ist mit Urteil des Militärstrafgerichts vom 

16. Januar 2014 wegen sexueller Belästigung und einfacher Körperver-

letzung nach dem Militärstrafgesetz zu einer bedingten Geldstrafe von 5 

Tagessätzen sowie einer Busse und mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft 

Basel-Landschaft vom 18. Januar 2018 wegen grober Verletzung der 

 - 17 - 

 

 

Verkehrsregeln zu einer bedingten Geldstrafe von 55 Tagessätzen sowie 

einer Busse verurteilt worden. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass aus 

dem täterbezogenen Strafzumessungskriterium der Vorstrafe nicht indirekt 

ein tatbezogenes Kriterium gemacht werden darf. Mithin dürfen die Vorstra-

fen nicht wie eigenständige Delikte gewürdigt werden (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.4). 

 

Der Beschuldigte lebt heute in stabilen persönlichen Verhältnissen. Dies 

wirkt sich neutral aus. Er arbeitet in einer Bar sowie im Büro einer Firma, 

die Prüfungsvorbereitungskurse anbietet (GA act. 22 f.; vgl. Protokoll der 

Berufungsverhandlung, S. 16).  

 

Der Beschuldigte hat sich hinsichtlich der ihm zum Nachteil von A. 

gemachten Vorwürfe von Anfang an geständig gezeigt, was die 

Strafverfolgung und Wahrheitsfindung zweifellos erleichtert hat. Nachdem 

sich der Beschuldigte im Berufungsverfahren jedoch nicht vernehmen liess 

bzw. sich gemäss seinem Verteidiger erneut auf den Standpunkt gestellt 

hat, er habe nicht um das wahre Alter von A. gewusst und das auch nicht 

wissen können, kann nicht von einer nachhaltigen Einsicht und Reue, die 

über eine blosse Tatfolgenreue hinausgeht, ausgegangen werden. Unter 

diesen Umständen kommt nur eine leichte, nicht aber eine erhebliche 

Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an geständigen, nachhaltig 

einsichtigen und aufrichtig reuigen Täter möglich ist, infrage. 

 

Weitere Umstände, die im Rahmen der Täterkomponente zu berück-

sichtigen wären, sind nicht ersichtlich. Insbesondere liegen hinsichtlich der 

Strafempfindlichkeit des Beschuldigten keine aussergewöhnlichen 

Umstände vor (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_1053/2018 vom 

26. Februar 2019 E. 3.4 mit Hinweisen). 

 

Insgesamt überwiegen die positiven Faktoren und es rechtfertigt sich, die 

Täterkomponente im Umfang von 3 Monaten strafmindernd zu berücksich-

tigen.  

 

4.4.5. 

Zusammenfassend erscheint dem Obergericht für die mehrfachen 

sexuellen Handlungen mit einem Kind eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten 

zuzüglich einer Verbindungsbusse (siehe dazu unten) als dem nicht mehr 

leichten bis mittelschweren Verschulden und den persönlichen Verhält-

nissen des Beschuldigten angemessen. 

 

4.5. 

4.5.1. 

Der Beschuldigte ist sodann wegen des Verabreichens gesundheits-

gefährdender Stoffe an Kinder gemäss Art. 136 StGB sowie mehrfacher 

 - 18 - 

 

 

Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB 

zu einer Geldstrafe zu verurteilen.  

 

4.5.2. 

Die Einsatzstrafe für die mit einer Geldstrafe zu bestrafenden Straftaten ist 

für das Verabreichen von Alkohol und Zigaretten an den dazumal 15-

jährigen A. als konkret schwerste Straftat festzusetzen. Dazu ergibt sich 

Folgendes: 

 

Der Täter, der einem Kind alkoholische Getränke zum Konsum zur 

Verfügung stellt, wird gemäss Art. 136 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren oder Geldstrafe bestraft. Das geschützte Rechtsgut ist die Gesund-

heit der Kinder. Der Beschuldigte stellte A. am tt.mm.2019 – wenige Tage 

nach seinem 15. Geburtstag – Vodka, Bier und Zigaretten in einer 

unbekannten Menge und auf seine Bitte hin zum Konsum zur Verfügung. 

Bier und Zigaretten sind bereits ab 16 Jahren erhältlich, wohingegen Vodka 

einen deutlich erhöhten Alkoholgehalt beinhaltet und erst ab 18 Jahren 

freigegeben ist. Aufgrund der unbekannten Menge der abgegebenen Stoffe 

kann das Ausmass der Gefährdung nicht abschliessend eruiert werden. 

Fest steht jedoch, dass zumindest eine geringe Gefahr bestanden hat, da 

diese potentiell für Kinder gesundheitsgefährdenden Stoffe für A. erst rund 

ein bzw. drei Jahre später legal erhältlich gewesen wären. Es ist von einer 

noch knapp leichten Gefährdung des geschützten Rechtsguts auszugehen. 

 

Die Art und Weise des Vorgehens ging nicht über die blosse Erfüllung des 

Tatbestandes hinaus und wirkt sich somit neutral aus. Leicht verschul-

denserhöhend zu berücksichtigen ist hingegen das hohe Mass an 

Entscheidungsfreiheit, über das der Beschuldigte verfügte. Es wäre ihm 

ohne weiteres möglich gewesen, weder Alkohol noch Zigaretten zur 

Verfügung zu stellen (vgl. oben). 

 

Die Beweggründe des Beschuldigten, den Geburtstagswünschen von A. 

nachzukommen, ist neutral zu werten. Der Beschuldigte handelte zudem 

mit Eventualvorsatz, was verschuldensmässig weniger schwer zu 

gewichten ist (vgl. oben). 

 

Insgesamt ist von einem noch knapp leichten Verschulden und einer dafür 

angemessenen Einsatzstrafe von 90 Tagessätzen Geldstrafe zuzüglich 

einer Verbindungsbusse (siehe dazu unten) als eine in ihrer Summe 

angemessenen Sanktion auszugehen. 

 

4.5.3. 

Hinsichtlich der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 5 Satz 2 

StGB ergibt sich Folgendes:  

 

 - 19 - 

 

 

Der Täter, der Gegenstände oder Vorführungen, die tatsächliche sexuelle 

Handlungen mit Minderjährigen zum Inhalt haben, konsumiert, wird mit 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Der 

Straftatbestand schützt die ungestörte sexuelle Entwicklung von Kindern 

und Jugendlichen. Der Konsum kinderpornografischer Erzeugnisse weckt 

die Nachfrage für die Herstellung solcher Produkte und schafft den 

finanziellen Anreiz zur Begehung von Straftaten (Urteil des Bundesgerichts 

1B_189/2018 vom 2. Mai 2018 E. 3.3). Der Beschuldigte erhielt vom 

25 Jahre jüngeren und somit 14-jährigen A. im Zeitraum vom 1. Dezember 

2018 bis 30. November 2019 zwei Mal ein Foto von seinem Penis als 

Aufforderung zu einem Treffen, an dem es jeweils zu sexuellen Han-

dlungen kam. Der Beschuldigte konsumierte diese Fotos beide Male in 

strafbarer Weise. Im Spektrum der denkbaren Handlungen zur Erfüllung 

des Tatbestandes handelt es sich bei den einzig durch den Beschuldigten 

konsumierten Fotos des Penis von A. um jeweils vergleichsweise leichte 

Gefährdungen des geschützten Rechtsguts.  

 

Die Art und Weise bzw. die Verwerflichkeit des Handelns ist nicht über die 

blosse Erfüllung des Tatbestands hinausgegangen, zumal dem Beschul-

digten die pornografischen Fotos von A. ohne explizite Aufforderung 

zugeschickt worden waren. Dies ändert freilich nichts daran, dass sie der 

Beschuldigte in der Folge bewusst angeschaut hatte. Leicht verschuldens-

erhöhend ist denn auch in diesem Zusammenhang das hohe Mass an 

Entscheidungsfreiheit zu berücksichtigen, wäre es dem Beschuldigten 

doch ohne Weiteres möglich gewesen, sich dem strafbaren Konsum der 

Fotos mit tatsächlich sexuellen Handlungen als Inhalt zu entziehen. 

 

Die Beweggründe des Beschuldigten, die auf die eigene sexuelle 

Befriedigung ausgerichtet waren, dürfen dagegen nicht zusätzlich verschul-

denserhöhend berücksichtigt werden (vgl. oben). Der Beschuldigte 

handelte zudem in Bezug auf das Alter von A. mit Eventualvorsatz, was 

verschuldensmässig weniger schwer zu gewichten ist (vgl. oben). 

 

Insgesamt ist bei isolierter Betrachtungsweise der beiden Vorfälle des 

strafbaren Konsums von Pornografie mit minderjährigen Personen von 

einem noch leichten Verschulden und einer dafür angemessenen Einzel-

strafe von je 30 Tagessätzen Geldstrafe auszugehen. Im Rahmen der 

Asperation ist zu beachten, dass insoweit ein Zusammenhang zwischen 

den beiden Vorfällen besteht, als dass sich diese identisch zugetragen 

haben und A. jeweils der Absender der Fotos war. Dennoch war der zweite 

Vorfall von einem neuen Eventualvorsatz des Beschuldigten getragen, 

zumal es um eine Aufforderung zu einem neuen Treffen ging. Hingegen 

besteht kein Zusammenhang zum Tatbestand der Verabreichung 

gesundheitsgefährdender Stoffe, für welchen die Einsatzstrafe festgesetzt 

worden ist. Insgesamt rechtfertigt es sich, die Einsatzstrafe von 90 

 - 20 - 

 

 

Tagessätzen aufgrund des Gesamtschuldbeitrages angemessen um 40 

Tagessätze auf 130 Tagessätze Geldstrafe zu erhöhen.  

 

4.5.4. 

Hinsichtlich der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB 

ergibt sich Folgendes:  

 

Der Täter, der pornografische Bildaufnahmen einer Person unter 16 Jahren 

überlässt, wird nach Art. 197 Abs. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu drei 

Jahren oder Geldstrafe bestraft. Das geschützte Rechtsgut ist identisch mit 

demjenigen des Tatbestandes der Pornografie nach Art. 197 Abs. 5 Satz 2 

StGB (vgl. oben). Der Beschuldigte überliess A., der zu diesem Zeitpunkt 

unter 16 Jahre alt war, an zwei unterschiedlichen Zeitpunkten im Zeitraum 

vom 1. Dezember 2018 bis 30. November 2019 ein Foto von seinem Penis 

als Antwort auf die von A. an ihn gesandten Fotos, die jeweils eine 

Aufforderung zu einem neuen Treffen waren. Im Spektrum der denkbaren 

Handlungen zur Erfüllung des Tatbestandes handelt es sich beim Versand 

von Penisbildern an eine Person unter 16 Jahren, die selbst zuvor 

Penisbilder versandte, um eine vergleichsweise noch leichte Gefährdung 

des geschützten Rechtsguts. 

 

Die Art und Weise bzw. die Verwerflichkeit des Handelns ist nicht über die 

blosse Erfüllung des Tatbestandes hinausgegangen, zumal die Initiative 

des Zusendens von Penisbildern nicht vom Beschuldigten, sondern von A. 

ausgegangen ist. Leicht verschuldenserhöhend ist das hohe Mass an 

Entscheidungsfreiheit zu werten. Der Beschuldigte hätte ohne Weiteres auf 

den Versand der Fotos mit pornografischem Inhalt verzichten können (vgl. 

oben). Die Beweggründe des Beschuldigten, die auf die eigene sexuelle 

Befriedigung ausgerichtet waren, dürfen dagegen nicht zusätzlich 

verschuldenserhöhend berücksichtigt werden (vgl. oben). Der Beschuldigte 

handelte zudem mit Eventualvorsatz, was verschuldensmässig weniger 

schwer zu gewichten ist (vgl. oben). 

 

Insgesamt ist bei isolierter Betrachtung von einem noch leichten 

Verschulden und einer dafür angemessenen Einzelstrafe von 30 Tages-

sätzen auszugehen. Im Rahmen der Asperation ist zu berücksichtigen, 

dass das Überlassen der Bildaufnahmen in einem engen sachlichen und 

zeitlichen Zusammenhang zum Konsum von Kinderpornografie gemäss 

Art. 197 Abs. 5 Satz 2 StGB steht (vgl. oben), indem der Beschuldigte A. 

die Fotos von seinem Penis als Antwort auf dessen Penisfotos überliess. 

Entsprechend geringer fällt ihr Gesamtschuldbeitrag aus. Angemessen 

erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe um insgesamt 20 Tagessätze 

auf 150 Tagessätze.  

 

 - 21 - 

 

 

4.5.5. 

Die Täterkomponente wirkt sich auch hinsichtlich der Geldstrafe 

verschuldensmindernd aus (siehe dazu oben). Es rechtfertigt sich, die 

Täterkomponente im Umfang von 10 Tagessätzen strafmindernd zu 

berücksichtigen.  

 

4.5.6. 

Zusammenfassend erscheint dem Obergericht für das Verabreichen 

gesundheitsgefährdender Stoffe an Kinder gemäss Art. 136 StGB und der 

mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 Abs. 5 

Satz 2 StGB eine Geldstrafe von 140 Tagessätzen zuzüglich einer 

Verbindungsbusse (siehe dazu unten) als dem Verschulden und den 

persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten angemessen. 

 

4.6. 

Die Höhe des Tagessatzes bemisst sich nach den Verhältnissen des Täters 

im Urteilszeitpunkt (Art. 34 Abs. 2 StGB). Massgebende Kriterien für die 

Bestimmung der Tagessatzhöhe sind das Einkommen, das Vermögen und 

der Lebensaufwand des Beschuldigten, seine Unterstützungspflichten und 

persönlichen Verhältnisse sowie sein Existenzminimum (BGE 142 IV 315 

E. 5 = Pra 2018 Nr. 52, Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung). 

Ausgangspunkt ist das Nettoeinkommen, das der Täter im Zeitpunkt des 

Urteils durchschnittlich erzielt bzw. alle geldwerten Leistungen, die ihm 

zufliessen (BGE 134 IV 60 E. 6.1). 

 

Der ledige und kinderlose Beschuldigte, der keine Unterhaltspflichten hat, 

verfügt über ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 2'500.00 (GA 

act. 52; vgl Protokoll der Berufungsverhandlung S. 16). Er lebt somit nahe 

am Existenzminimum. Das für die Berechnung des Tagessatzes mass-

gebende Nettoeinkommen ist deshalb um 50 % zu reduzieren (BGE 134 IV 

60 E. 6.5.2). Da vorliegend eine hohe Anzahl Tagessätze ausgesprochen 

wird, ist eine Reduktion um weitere 20 % angebracht (BGE 134 IV 60 E. 

6.5.2). Somit ist der Tagessatz auf Fr. 30.00 festzusetzen. 

 

4.7. 

4.7.1. 

Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe 

von höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Ver-

brechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). 

 

Der Beschuldigte hat die vorliegend zu beurteilenden Straftaten noch 

während der Probezeit des mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-

Landschaft vom 18. Januar 2018 für die Geldstrafe von 55 Tagessätzen 

gewährten bedingten Strafvollzugs begangen. Ist der Täter während der 

Probezeit erneut straffällig geworden, hat gemäss Art. 46 Abs. 1 StGB ein 

 - 22 - 

 

 

Widerruf zu erfolgen, wenn wegen der Begehung neuer Delikte zu erwarten 

ist, dass der Täter weitere Straftaten verüben wird, d.h. wenn wegen der 

erneuten Straffälligkeit eine eigentliche Schlechtprognose besteht (BGE 

134 IV 140 E. 4.2 und 4.3).  

 

Das Nebeneinander von zwei Sanktionen (neue Strafe und Widerrufs-

strafe) erfordert eine Beurteilung in Varianten: Möglich ist, dass der Vollzug 

der neuen Strafe erwarten lässt, der Verurteilte werde dadurch von weiterer 

Straffälligkeit abgehalten, weshalb es nicht notwendig erscheine, den 

bedingten Vollzug der früheren Strafe zu widerrufen. Umgekehrt kann der 

nachträgliche Vollzug der früheren Strafe dazu führen, dass eine 

Schlechtprognose für die neue Strafe im Sinne von Art. 42 Abs. 1 StGB 

verneint und diese folglich bedingt ausgesprochen wird (Urteil des Bundes-

gerichts 6B_808/2018 vom 6. Mai 2019 E. 2.3 mit Hinweisen). 

 

4.7.2. 

Die gemäss Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 

18. Januar 2018 bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 55 Tagessätzen 

ist zu widerrufen. Dieser Vollzug führt dazu, dass die neu ausgesprochene 

Freiheits- und Geldstrafe bedingt ausgesprochen werden kann: 

 

Der Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft (siehe oben). Weder die bedingte 

Geldstrafe von 5 Tagessätzen vom 16. Januar 2014 wegen einfacher 

Körperverletzung und sexueller Belästigung noch die bedingte Geldstrafe 

von 55 Tagessätzen vom 18. Januar 2018 wegen grober Verletzung der 

Verkehrsregeln konnten den Beschuldigten von der Begehung der vorlie-

gend zu beurteilenden Straftaten abhalten. Der Beschuldigte scheint aus 

den bedingt ausgesprochenen Vorstrafen nichts gelernt zu haben. Er 

beging die neuen Delikte bereits knapp 1 Jahr nach Eröffnung des 

Strafbefehls vom 18. Januar 2018 und somit während laufender Probezeit. 

Die familiären sowie beruflichen Verhältnisse des Beschuldigten sind zwar 

stabil (vgl. oben), was sie aber bereits bei der Verübung der letzten 

Vorstrafe waren und ihn nicht von der Begehung weiterer Straftaten 

abhalten konnte. In Anbetracht dessen ist der Widerruf der mit Strafbefehl 

vom 18. Januar 2018 ausgesprochenen bedingten Geldstrafe von 55 

Tagessätzen angezeigt. Der anzuordnende Vollzug führt in einer Gesamt-

abwägung jedoch dazu, dass beim Beschuldigten für die neuen Freiheits- 

und Geldstrafen von einer begründeten Aussicht auf Bewährung ausge-

gangen werden kann (vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_377/2017 vom 

5. Juli 2018 E. 2.2, nicht publ. in BGE 144 IV 277) und diese folglich bedingt 

auszusprechen sind. Den noch bestehenden Bedenken an seiner 

Legalbewährung ist mit einer erhöhten Probezeit von 3 Jahren Rechnung 

zu tragen. 

 

 - 23 - 

 

 

4.8. 

Bedingt ausgesprochene Geld- und Freiheitsstrafen können mit einer 

Busse verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Vorliegend ist die 

Verbindung der bedingt ausgesprochenen Geld- und Freiheitsstrafen mit 

einer Busse angezeigt, um dem Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der Sank-

tion und die Konsequenzen seines Handelns deutlich vor Augen zu führen.  

 

Um dem akzessorischen Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu 

werden, erscheint unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse 

und des Verschuldens des Beschuldigten sowie des Umstands, dass der 

Verbindungsstrafe nicht lediglich symbolische Bedeutung zukommen soll, 

eine Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00 zur bedingt ausgesprochenen 

Freiheitsstrafe und Geldstrafe angemessen (vgl. BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). 

 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Verbindungs-

busse ist ausgehend vom als Umrechnungsschlüssel zu verwendenden 

Tagessatz von Fr. 30.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3 S. 77) auf 67 Tage fest-

zusetzen. 

 

4.9. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte zu einer bedingten Freiheitsstrafe 

von 15 Monaten, einer bedingten Geldstrafe von 140 Tagessätzen à 

Fr. 30.00, d.h. Fr. 4'200.00, Probezeit je 3 Jahre, und einer Verbindungs-

busse von Fr. 2'000.00, ersatzweise 67 Tage Freiheitsstrafe zu verurteilen. 

 

Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 18. Janu-

ar 2018 bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 55 Tagessätzen à 

Fr. 150.00, d.h. Fr. 8'250.00, ist zu widerrufen. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat kein Berufs- und Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 Abs. 3 

StGB ausgesprochen mit der Begründung, von einer Bestrafung 

abgesehen zu haben, wodurch die Voraussetzungen für das Aussprechen 

eines Berufs- und Tätigkeitsverbots gemäss Art. 67 Abs. 3 StGB in der 

Fassung vom 1. März 2018 nicht mehr gegeben seien. 

 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit Berufungserklärung ein Berufs- und 

Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 Abs. 3 StGB auszusprechen. 

 

Der Beschuldigte geht im Falle einer Verurteilung davon aus, dass die 

Strafe tiefer anzusetzen wäre, als dass ein Berufs- und Tätigkeitsverbot in 

der Fassung vom 1. März 2018 vorgesehen werden könnte (Protokoll der 

Berufungsverhandlung, Berufungsantwort, S. 6). Vor Vorinstanz ging der 

Beschuldigte davon aus, dass ein besonders leichter Fall gemäss Art. 67 

Abs. 4bis StGB vorliegen würde. Die Anordnung eines Berufs- und 

 - 24 - 

 

 

Tätigkeitsverbotes sei im konkreten Fall nicht notwendig, um den 

Beschuldigten von weiteren Straftaten abzuhalten (GA act. 53).  

 

5.2. 

Am 1. Januar 2019 ist die revidierte Fassung des Art. 67 StGB in Kraft 

getreten, wobei das Berufs- und Tätigkeitsverbot gemäss Art. 67 Abs. 3 

StGB beim Vorliegen von Katalogtaten wie der sexuellen Handlung mit 

einem Kind oder der Pornografie nach Art. 197 Abs. 1 und 5 Satz 2 StGB 

lebenslänglich ausgesprochen werden muss. In der vorangehenden 

Fassung des Art. 67 Abs. 3 StGB vom 1. März 2018 wurde ein Berufs- und 

Tätigkeitsverbot für Katalogtaten insbesondere nur bei einer ausgespro-

chenen Freiheitsstrafe von über 6 Monaten und für 10 Jahre ausge-

sprochen. Gemäss Art. 2 Abs. 2 StGB ist grundsätzlich das im Zeitpunkt 

der Verübung der Tat geltende Gesetz anwendbar, es sei denn, das neue 

Gesetz sei das mildere (sog. lex mitior). 

 

Das Berufs- und Tätigkeitsverbot ist nach der heutigen Fassung von Art. 67 

StGB zu beurteilen. Der Beschuldigte hat die mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit einem Kind im Zeitraum vom 1. Dezember 2018 bis 

30. November 2019 vorgenommen. Gemäss seinen Aussagen hat er sich 

mit A. circa einmal monatlich getroffen, wobei es beim ersten Treffen nicht 

zu sexuellen Handlungen gekommen sei (UA act. 117). A. geht denn auch 

davon aus, dass es erst Wochen oder Monate nach dem ersten Treffen 

zum Sex gekommen sei (Protokoll der Berufungsverhandlung, S. 10). 

Daraus lässt sich schliessen, dass – wenn überhaupt – maximal ein Vorfall 

im Jahr 2018 stattfand, wohingegen der Grossteil der Vorfälle – mindestens 

neun – im Jahr 2019 stattfand. Gleiches gilt für das Überlassen der 

Pornografie sowie des Konsums von Kinderpornografie, zumal die Fotos 

jeweils vor den Treffen versandt wurden bzw. um den Beschuldigten «auf 

Trab» zu halten (vgl. oben). Folglich ist das Berufs- und Tätigkeitsverbot für 

die nach dem 1. Januar 2019 erfolgten Straftaten gemäss der heutigen 

Fassung von Art. 67 StGB zu beurteilen.  

 

5.3. 

5.3.1. 

Die Anordnung des Tätigkeitsverbots soll – grundsätzlich unabhängig von 

den Umständen des Einzelfalls und der Höhe der konkret ausgespro-

chenen Strafe – zwingend angeordnet werden und lebenslänglich dauern 

(vgl. Botschaft zur Änderung des Strafgesetzbuchs und des Militärstraf-

gesetzes [Umsetzung von Art. 123c BV] vom 3. Juni 2016, BBl 2016 6115). 

In besonders leichten Fällen, in denen das Tätigkeitsverbot nicht notwendig 

erscheint, um den Täter vor weiteren einschlägigen Straftaten abzuhalten, 

kann das Gericht gemäss Art. 67 Abs. 4bis StGB ausnahmsweise auf die 

Anordnung eines solchen Verbots verzichten, sofern der Täter keine 

besonders qualifizierte Anlasstat begangen hat und er nicht pädophil ist im 

 - 25 - 

 

 

Sinne von international anerkannten Klassifikationskriterien (Art. 67 Abs. 4 

bis lit. a und b StGB).  

 

5.3.2. 

Dem Beschuldigten ist gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b sowie Art. 67 Abs. 3 

lit. d Ziff. 1 und 2 StGB lebenslänglich jede berufliche und jede 

ausserberufliche Tätigkeit, die einen regelmässigen Kontakt zu Minder-

jährigen umfasst, verboten. Er hat sich zwar keiner besonders qualifizierten 

Anlasstat i.S.v. Art. 67 Abs. 4bis lit. a StGB schuldig gemacht und bei ihm 

wurde auch keine Pädophilie diagnostiziert. Dennoch hat er mehrfach 

sexuelle Handlungen mit einem Kind, namentlich Anal- und Oralverkehr, 

vorgenommen, Kinderpornografie konsumiert und Pornografie einer 

Person unter 16 Jahren überlassen. Selbst wenn der Konsum der Kinder-

pornografie sowie das Überlassen von Pornografie an eine Person unter 

16 Jahren für sich selbst das Absehen eines Berufs- und Tätigkeitsverbotes 

ermöglichen würden, ist eine Gesamtbetrachtung vorzunehmen. Wie 

bereits ausgeführt, liegt in Bezug auf die mehrfachen sexuellen 

Handlungen mit Kindern eine nicht zu bagatellisierende Gefährdung des 

geschützten Rechtsgutes vor (vgl. oben). Es handelte sich auch nicht um 

einen Fall von Jugendliebe, zumal der Altersunterschied 25 Jahre betrug 

und keine Liebesbeziehung zwischen dem Beschuldigten und A. bestand 

(vgl. BBl 2016 6115, S. 6155). Ein Absehen von der Anordnung eines 

Berufs- und Tätigkeitsverbotes kommt nicht in Betracht.  

 

6. 

6.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 

10. November 2017 E. 4.3). 

 

Die Berufung der Staatsanwaltschaft ist vollumfänglich gutzuheissen. Die 

Anschlussberufung des Beschuldigten ist abzuweisen. Die obergericht-

lichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 (§ 18 VKD) sind vollumfänglich 

dem Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ausgangsgemäss 

hat der freigewählt verteidigte Beschuldigte keinen Anspruch auf eine 

Entschädigung (Art. 436 Abs. 1 StPO i.V.m. Art. 429 StPO e contrario). 

 

6.2. 

Die erstinstanzliche Kosten- und Entschädigungsregelung bedarf keiner 

Änderung. Der Beschuldigte wird verurteilt und hat deshalb die Verfahrens-

kosten zu tragen (Art. 428 Abs. 3 i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). Er hat 

keinen Anspruch auf eine Entschädigung (Art. 429 Abs. 1 StPO e 

contrario). 

 - 26 - 

 

 

 

Die Höhe der Entschädigung der Vertreterin des Privatklägers aus dem 

erstinstanzlichen Verfahren ist im Berufungsverfahren nur im Zusammen-

hang mit einem beantragten Freispruch angefochten worden (Protokoll der 

Berufungsverhandlung, Anschlussberufungsbegründung, S. 2 ff.). In Anbe-

tracht des Verfahrensausgangs ist darauf nicht zurückzukommen. Der 

Beschuldigte ist zu verpflichten, A. für das erstinstanzliche Verfahren eine 

Parteientschädigung von Fr. 2'039.55 zu bezahlen (Art. 433 Abs. 1 lit. a 

StPO).  

 

7. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO).  

 
 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte ist schuldig 

- der mehrfachen sexuellen Handlung mit einem Kind gemäss Art. 187 

Ziff. 1 StGB; 

- des Verabreichens gesundheitsgefährdender Stoffe an ein Kind gemäss 

Art. 136 StGB; 

- der mehrfachen Pornografie gemäss Art. 197 Abs. 1 StGB und Art. 197 

Abs. 5 Satz 2 StGB. 

 

2. 

2.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 1 genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB, Art. 40 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 Abs. 1 und 4 StGB, Art. 44 

StGB und Art. 106 StGB 

 

zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten, Probezeit 3 Jahre,  

 

einer bedingten Gelstrafe von 140 Tagessätzen à Fr. 30.00, d.h. 

Fr. 4'200.00, Probezeit 3 Jahre, 

 

und einer Verbindungsbusse von Fr. 2'000.00, ersatzweise 67 Tage 

Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

 - 27 - 

 

 

2.2. 

Die mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft vom 

18. Januar 2018 bedingt ausgesprochene Geldstrafe von 55 Tagessätzen 

à Fr. 150.00, d.h. Fr. 8'250.00, wird widerrufen. 

 

3. 

Dem Beschuldigten wird gestützt auf Art. 67 Abs. 3 lit. b und d Ziff. 1 und 2 

StGB lebenslänglich jede berufliche und jede ausserberufliche Tätigkeit, 

die einen regelmässigen Kontakt zu Minderjährigen umfasst, verboten. 

 

4. 

4.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 4'000.00 und die 

erstinstanzlichen Verfahrenskosten von Fr. 2'872.00 (inkl. Anklagegebühr 

von Fr. 1'000.00) werden dem Beschuldigten auferlegt. 

 

4.2. 

Der Beschuldigte hat seine erst- und zweitinstanzlichen Parteikosten selbst 

zu tragen. 

 

4.3. 

Der Beschuldigte wird verpflichtet, dem Privatkläger A. für das 

erstinstanzliche Verfahren eine Parteientschädigung von Fr. 2'039.55 zu 

bezahlen. 

 
 

 Zustellung an:  

[…] 

 

  

 - 28 - 

 

 

   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht bezahlen 

bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der Probezeit 

aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere Straftaten 

verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 Abs. 1 

StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 13. Oktober 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

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