# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0c0b69a4-08df-523c-84f1-27daa11c29c0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 07.04.2016 720 15 300
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-15-300_2016-04-07.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 7. April 2016 (720 15 300) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Die angefochtene Verfügung beruht auf unzureichenden medizinischen Abklärungser-

gebnissen. Rückweisung an die Vorinstanz. 

 

 
 
Besetzung Präsident Andreas Brunner, Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, 

Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, Gerichtsschreiber i.V. Marcel 
Czaja 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Michèle Wehrli, 
Rechtsanwältin, Kirchplatz 14, 4800 Zofingen 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, 
Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 
 
 
 
A.1 Die 1979 geborene A.____ war zuletzt vom 1. September 2000 bis zum 30. Juni 2002 
als Betriebsarbeiterin bei der B.____ AG in X.____ tätig. Am 10. Januar 2000 wurde sie als 
Fussgängerin von einem Auto angefahren und erlitt dabei eine Commotio cerebri mit Kontusion 
der Brustwirbelsäule und des rechten oberen Sprunggelenks. Am 14. April 2003 meldete sich 
A.____ bei der IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) zum Leistungsbezug an. Nach Abklärun-

 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

gen in medizinscher und erwerblicher Hinsicht, nach Einholung eines Abklärungsberichts Haus-
halt und nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens sprach ihr die IV-Stelle mit Verfügung 
vom 10. August 2007 aufgrund eines Invaliditätsgrads von 100% mit Wirkung ab dem 1. April 
2003 eine ganze Invalidenrente zu.  
 
A.2 Im Juni 2012 leitete die IV-Stelle von Amtes wegen eine Revision ein. Nachdem sie die 
gesundheitlichen, erwerblichen und haushälterischen Verhältnisse abgeklärt hatte, ermittelte sie 
bei A.____ – nunmehr in Anwendung der spezifischen Methode – einen Invaliditätsgrad von 
1.05%, worauf sie die laufende ganze Rente der Versicherten nach Durchführung des Vorbe-
scheidverfahrens mit Verfügung vom 17. August 2015 per Ende September 2015 aufhob. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Rechtsanwältin Michèle Wehrli Roth, am  
17. September 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht 
(Kantonsgericht). Darin beantragte sie, es sei die angefochtene Verfügung vom 17. August 
2015 aufzuheben und es sei ihr weiterhin eine ganze IV-Rente auszurichten; alles unter  
o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wird im Wesentlichen vorgebracht, dass sie bei guter Ge-
sundheit wegen der finanziellen Notwendigkeit zu 100% erwerbstätig wäre, weshalb der IV-
Grad gestützt auf die allgemeine Methode zu ermitteln sei. Zudem beruhe der Entscheid auf 
unzureichenden medizinischen Unterlagen. 
 
C. Mit Eingabe vom 24. November 2015 reichte A.____ dem Kantonsgericht ein Schreiben 
von Dr. med. C.____, FMH Neurologie, vom 13. November 2015 samt Bericht über neurologi-
sche Konsilien und Kontrollen ein.  
 
D. In ihrer Vernehmlassung vom 23. November 2015 beantragte die IV-Stelle die Abwei-
sung der Beschwerde. Gleichzeitig reichte sie eine Stellungnahme des Regionalen Ärztlichen 
Dienstes (RAD) von pract. med. D.____, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, vom  
13. November 2015 ein. 
 
E. Am 15. Dezember 2015 zog das Kantonsgericht die Akten der Schweizerischen Unfall-
versicherung (SUVA) bei. Hierzu liess sich die IV-Stelle im Schreiben vom 8. Februar 2016 ver-
nehmen. Die Beschwerdeführerin verzichtete auf eine Stellungnahme. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versiche-
rungsgericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekt des vorliegenden 
Verfahrens bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständig-
keit des Kantonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes 
über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beur-
teilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons 
Beschwerden gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Be-

 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

handlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht 
erhobene – Beschwerde des Versicherten vom 17. September 2015 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin über den 30. September 2015 
hinaus Anspruch auf eine Invalidenrente hat. 
 
2.2 Als Invalidität gilt nach Art. 8 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozi-
alversicherungsrechts (ATSG) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze 
oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Geburtsgebrechen, 
Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beein-
trächtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zu-
mutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verstehen 
(Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
dem im Rahmen der 5. IV-Revision am 1. Januar 2008 in Kraft gesetzten Art. 7 Abs. 2 ATSG 
ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen (Satz 1). 
Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist 
(Satz 2). 
 
2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchfüh-
rung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkom-
men), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht 
invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der 
Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst 
genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt 
sich der Invaliditätsgrad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 
 
2.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu 
mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist.  
 
3.1 Nach Art. 17 Abs. 1 ATSG sind laufende IV-Renten für die Zukunft zu erhöhen, herab-
zusetzen oder aufzuheben, wenn sich der Invaliditätsgrad in einer für den Anspruch erheblichen 
Weise ändert. Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tatsächlichen 
Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beein-
flussen. Zu denken ist dabei in erster Linie an eine wesentliche Änderung des Gesundheitszu-
standes der versicherten Person. Darüber hinaus ist die Rente aber auch revidierbar, wenn sich 
die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheb-
lich verändert haben (BGE 130 V 349 E. 3.5 mit Hinweisen). Ebenso kann auch eine Änderung 
der Bemessungsmethode – bei gleich gebliebenem Gesundheitszustand und bei unveränderten 

 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

erwerblichen Auswirkungen – eine erhebliche Änderung des Invaliditätsgrads mit sich bringen 
(UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 17 Rz. 33 mit Hin-
weisen). 
 
3.2 Zeitliche Vergleichsbasis für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung des In-
validitätsgrades bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, 
welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhalts-
abklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines Einkommensvergleichs (bei Anhaltspunk-
ten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustandes) beruht 
(BGE 133 V 114 E. 5.4; vgl. auch BGE 130 V 75 ff. E. 3.2.3). Vorliegend hat die IV-Stelle der 
Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 10. August 2007 rückwirkend ab 1. April 2003 eine 
ganze Rente zugesprochen. Nachdem sie im Juni 2012 eine Überprüfung des Rentenan-
spruchs der Versicherten eingeleitet und die erforderlichen Abklärungen vorgenommen hatte, 
hob die IV-Stelle die laufende ganze Rente des Versicherten mit Verfügung vom 17. August 
2015 auf das Ende des der Zustellung der Verfügung folgenden Monats auf. Somit beurteilt sich 
die Frage, ob eine Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten ist, die eine revisi-
onsweise Aufhebung der bis anhin ausgerichteten Rente rechtfertigt, durch Vergleich des 
Sachverhalts, wie er im Zeitpunkt der ursprünglichen Rentenverfügung vom 10. August 2007 
bestanden hat, mit demjenigen im Zeitpunkt der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 
17. August 2015. 
 
4.1 In der ursprünglichen Rentenverfügung vom 10. August 2007 hat die IV-Stelle ange-
nommen, dass die Versicherte im Gesundheitsfall zu 100% erwerbstätig wäre und nahm des-
halb die Invaliditätsbemessung anhand der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs 
vor. In der vorliegend angefochtenen Verfügung ist die IV-Stelle der Ansicht, dass aktuell, 
nachdem die Versicherte Mutter von vier Kindern geworden ist, nicht mehr davon ausgegangen 
werden könne, dass sie im Gesundheitsfall zu 100% einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. 
Vielmehr nimmt die IV-Stelle an, dass die Beschwerdeführerin nun ausschliesslich im Haushalt 
beschäftigt wäre und sieht darin einen Revisionsgrund.  
 
4.2. Die Beschwerdeführerin moniert, dass sie bei guter Gesundheit weiterhin zu 100% er-
werbstätig wäre, weshalb der IV-Grad wie bisher gestützt auf die allgemeine Methode zu ermit-
teln sei. 
 
4.3.1 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig erwerbstätig oder als nichter-
werbstätig einzustufen ist – was je zur Anwendung einer anderen Methode der Invaliditätsbe-
messung führt –, ergibt sich nach konstanter Rechtsprechung des Bundesgerichts aus der Prü-
fung, was die Person bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine gesundheitli-
che Beeinträchtigung bestünde. Dabei sind im Besonderen die persönlichen, familiären, sozia-
len und erwerblichen Verhältnisse ebenso wie allfällige Erziehungs- und Betreuungsaufgaben 
gegenüber Kindern, das Alter, die beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persön-
lichen Neigungen und Begabungen der versicherten Person zu berücksichtigen. Die Statusfra-
ge beurteilt sich praxisgemäss nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verfü-
gung (hier: 17. August 2015) entwickelt haben, wobei für die hypothetische Annahme einer im 
Gesundheitsfall ausgeübten Teilerwerbstätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Be-

 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 150 E. 2c, 
117 V 194 E. 3b, je mit Hinweisen; Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG, heute Schweizerisches Bundesgericht, sozialrechtliche Abteilungen] vom 13. November 
2002, I 58/02, E. 1.2). Die blosse Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Be-
weisanforderungen nicht. Das Gericht hat jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von 
allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 115 V 142 E. 8b 
mit zahlreichen weiteren Hinweisen; THOMAS LOCHER, THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozial-
versicherungsrechts, 4. Auflage, Bern 2014, S. 549 f.). 
 
4.3.2 In der Regel ist zur Beurteilung der Statusfrage auf die Angaben, die anlässlich des Ab-
klärungsgesprächs von der versicherten Person gemacht werden, abzustellen. Im Rahmen der 
Haushaltsabklärung vom 30. Januar 2007 vor der ersten Rentenverfügung am 10. August 2007 
hatte die Beschwerdeführerin ein Kind und war mit dem zweiten schwanger. Sie gab an, dass 
sie ohne gesundheitliche Einschränkungen einem Vollzeiterwerb nachgehen würde. An Rand-
zeiten und am Abend würden der Mann und ihre Schwester die Kinderbetreuung übernehmen 
und sie würde auch eine Tagesmutter engagieren, welche Fr. 600.- pro Monat kosten würde. 
Die IV-Stelle ging, ausgehend von den Angaben der Beschwerdeführerin, davon aus, dass eine 
100%ige Erwerbstätigkeit im Gesundheitsfall vorliege und ermittelte in Anwendung der allge-
meinen Bemessungsmethode einen 100%igen IV-Grad. 
 
4.3.3 Aktuell hat die Beschwerdeführerin vier Kinder. Im Zeitpunkt der vorliegend angefochte-
nen Revisionsverfügung vom 17. August 2015 waren die Kinder 12-, 8-, 7-, und 2-jährig. Im 
Fragebogen zur Ermittlung der Erwerbstätigkeit vom 1. April 2014 protokollierte die Abklärungs-
person, dass die Versicherte sich nicht vorstellen könne, ausser Haus einem Erwerb nachzuge-
hen. Sie sei in erster Linie Mutter von vier Kindern und hätte ein schlechtes Gewissen ihren 
Kindern gegenüber, und allein lassen können sie sie ja auch nicht. Sie wäre am liebsten zu 
100% Mutter und Hausfrau. Es sei eher unwahrscheinlich, dass sie bei guter Gesundheit arbei-
ten würde. Sie sei noch nie von ihren Kindern getrennt gewesen und sie sei immer daheim. An-
dererseits sei ihr Mann mit seinem Einkommen nicht in der Lage, eine sechsköpfige Familie zu 
ernähren. Wahrscheinlich wäre sie aus diesem Grund gezwungen, einem Erwerb nachzugehen, 
um das Einkommen für die Familie mitzutragen. Gleichzeitig müsste sie dann aber ihre Kinder 
von einer Tagesmutter betreuen lassen, was ihr Zusatzerwerbseinkommen wieder aufbrauchen 
würde. Ihren zwei Schwestern, könnte sie nicht zumuten, sich auch noch zusätzlich um ihre vier 
Kinder zu kümmern. Aufgrund der Berechnung der Abklärungsperson müsste die Versicherte in 
Ergänzung zum Einkommen ihres Mannes einem 100%-Erwerb nachgehen. So wäre das Ehe-
paar in der Lage, die Familie zu versorgen. Eine kostenpflichtige Fremdbetreuung würde aber 
den Verdienst wieder aufbrauchen. Darum könnte die Versicherte in der Zeit, in welcher ihr 
Ehemann zu Hause wäre, einen Teilzeiterwerb am Abend oder am Samstag zu 45% ausüben. 
 
4.3.4 In der Revisionsverfügung ging die IV-Stelle davon aus, dass die Versicherte im Ge-
sundheitsfall seit der Geburt ihres vierten Kindes im Jahr 2013 keiner Erwerbstätigkeit mehr 
nachgehen würde. Dagegen lässt die Versicherte einwenden, sie habe anlässlich der Haus-
haltsabklärung vom 1. April 2014 lediglich gesagt, dass sie am liebsten zu 100% Mutter und 
Hausfrau wäre, sie habe aber ebenfalls gesagt, aus welchen Gründen dies nicht möglich sei 
und sie habe auf die finanzielle Belastung durch eine sechsköpfige Familie hingewiesen. Konk-

 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ret würde sie im Gesundheitsfall in Gegenschicht zu ihrem Ehemann arbeiten. Daraus würde 
ein 100%-Pensum resultieren. Zwar sei eine solche Doppelbelastung beträchtlich, aber nicht 
ungewöhnlich. Ausserdem bestehe ein enger Familienzusammenhalt und die Versicherte könne 
auf umfangreiche familiäre Unterstützung, namentlich durch ihre Schwester und durch eine Kol-
legin, die in der Nähe wohne, zählen. Die älteste Tochter sei bereits 12 Jahre alt und könne 
eine gewisse Zeit auf die Geschwister aufpassen. Für den Gesundheitsfall sei darum von einer 
100%igen Erwerbstätigkeit auszugehen.  
 
4.3.5 Soweit die IV-Stelle davon ausgeht, dass die Beschwerdeführerin im Gesundheitsfall zu 
100% Mutter und Hausfrau sei, kann ihr nicht gefolgt werden. Aus dem Haushaltsbericht vom  
1. April 2014 ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin bei guter Gesundheit einem Erwerb 
nachgehen müsste, um zusammen mit dem Einkommen ihres Ehemannes finanziell die sechs-
köpfige Familie zu tragen. Entgegen der Ansicht der Beschwerdeführerin kann aber auch nicht 
von einer 100%igen Arbeitstätigkeit im Gesundheitsfall ausgegangen werden. In Anbetracht der 
aktuellen Kindersituation, das heisst einerseits mit Blick auf das Alter der vier Kinder und ihre 
entsprechende Betreuungsbedürftigkeit, andererseits mit Blick auf die gegenseitige Hilfe in der 
Familie durch die Schwestern und den Ehemann, ist es überwiegend wahrscheinlich, dass die 
Versicherte ein reduziertes Erwerbspensum ausüben könnte. Unrealistisch erscheint dagegen 
ihre Behauptung, sie würde um 17.00 Uhr zum Arbeiten aus dem Haus gehen, wenn die Kinder 
aus der Schule zurück sind und auch an Samstagen, wenn die Kinder ebenfalls daheim sind. 
Dies lässt sich vereinbaren mit ihrer Aussage, dass sie ihren Kindern gegenüber ein schlechtes 
Gewissen hätte, wenn sie arbeiten gehen würde und dass eine Erwerbstätigkeit ihrerseits eher 
unwahrscheinlich sei. Am wahrscheinlichsten ist, dass sie dann arbeiten gehen würde, wenn 
die drei älteren Kinder auch aus dem Haus sind, also jeweils an Schultagen am Morgen, und 
dass sie das jüngste Kind dann vielleicht der Kollegin oder der Schwester zur Betreuung über-
lassen könnte. Sie hat der Abklärungsperson gegenüber – in widersprüchlicher Weise zur Aus-
sage in der Beschwerde – aktuell aber klar festgehalten, dass sie ihren Schwestern die vier 
Kinder nicht noch zusätzlich zu ihren eigenen Kindern zur Betreuung überlassen könnte und 
dass sie für eine fixe Betreuung nicht in Betracht kommen würden. Die Betreuung nur des 
kleinsten Kindes durch die Schwestern oder die Nachbarin würde sich jedoch im Gesundheits-
fall vielleicht realisieren lassen, sofern die Versicherte allenfalls jeden Morgen während der 
Schulzeit der anderen Kinder eine Erwerbstätigkeit ausüben würde. In Würdigung dieser ge-
samten Umstände ist somit überwiegend wahrscheinlich, dass die Beschwerdeführerin auf-
grund ihrer eigenen Prioritätensetzung, mit aktuell vier betreuungsbedürftigen kleineren Kindern 
und bei voller Erwerbstätigkeit des Ehemannes einem Teilzeitpensum von höchstens 50% einer 
Erwerbstätigkeit nachgehen würde. 
 
4.3.6 Die Statusänderung von vorher 100% Erwerb auf aktuell allerhöchstens 50% Erwerb im 
Gesundheitsfall ist geeignet, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflus-
sen, weshalb die Beschwerdegegnerin zu Recht die Voraussetzungen für eine Rentenrevision 
im Sinne von Art. 17 ATSG bejaht hat. 

 
5. Weiter zu prüfen ist nachfolgend, in welchem Ausmass die Versicherte aufgrund ihrer 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt ist.  
 

 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

5.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das 
Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute 
zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszu-
stand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher 
Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte 
eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person 
noch zugemutet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
5.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungs-
prozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle an-
deren Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und 
pflichtgemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismit-
tel, unabhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob 
die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs ge-
statten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den 
Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzu-
geben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich 
des Beweiswertes eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen 
Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darle-
gung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation 
einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind 
(BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 E. 1c).  
 
5.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführlichen Zusam-
menstellungen dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen). So ist 
den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten externer Spezialärztinnen 
und -ärzte, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu schlüssigen Er-
gebnissen gelangen, bei der Beweiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht 
konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 353 E. 3b/bb 
mit weiteren Hinweisen).  
 
6.1 In der ursprünglichen Verfügung vom 10. August 2007, mit der die Beschwerdegegne-
rin der Beschwerdeführerin rückwirkend ab 1. April 2003 eine ganze Rente zusprach, stützte sie 
sich bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Versicherten 
auf das von der SUVA in Auftrag gegebene psychiatrische Gutachten Dr. med. E.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 11. November 2006. Der Gutachter stellte bei der Be-
schwerdeführerin eine Agoraphobie mit Panikstörung, einen somatoformen Schwindel und ei-
nen chronischen posttraumatischen Kopfschmerz fest. Er führte weiter aus, Schmerz, Schwin-
del und vor allem Angst würden in ihren Auswirkungen auf das Belastungsvermögen und die 
Bewegungsfreiheit der Beschwerdeführerin derart ins Gewicht fallen, dass ihr keinerlei Berufs-

 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ausübung zugemutet werden könne. Sie sei auf jedem denkbaren Tätigkeitsgebiet vollständig 
arbeitsunfähig. 
 
6.2 Im Zusammenhang mit dem im Jahr 2012 eingeleiteten Revisionsverfahren holte die 
IV-Stelle zur Abklärung des Gesundheitszustandes und zur Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
der Versicherten ein psychiatrisches Gutachten bei Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psy-
chotherapie, vom 25. März 2013 ein. Der Gutachter diagnostizierte eine Agoraphobie mit Pa-
nikstörung, einen somatoformen Schwindel und einen chronischen posttraumatischen Kopf-
schmerz mit möglichen psychischen Faktoren. Weiter berichtete er, es müsse festgestellt wer-
den, dass die Beschwerdeführerin nun schon seit mehreren Jahren unter einer ähnlichen 
Symptomatik leide. Im Vordergrund stehe die agoraphobische Problematik, indem die Be-
schwerdeführerin das Haus nicht ohne Begleitung verlassen könne. Weiterhin würden je nach 
Belastung und Aufregung vermehrt Schwindelgefühle und Angstzustände bis panikartige Zu-
stände auftreten, die allerdings im Alltag nicht massiv einschränkend seien. Die Beschwerde-
führerin sei immer noch auf Hilfe anderer angewiesen, insbesondere auf den Ehemann und ihre 
Geschwister. Einen Grossteil der Haushaltsarbeiten vermöge sie allerdings allein zu erledigen. 
Sie fühle sich hingegen durch die drei Kinder und ihre Verpflichtungen als Mutter und Hausfrau 
bereits ausgelastet. Nun sei sie unverhofft noch einmal schwanger geworden, was eine zusätz-
liche Belastung mit sich bringen könne. Von der behandelnden Psychiaterin werde eine leichte 
Besserung beschrieben, doch werde immer noch ein labiles Gleichgewicht angenommen. Ins-
gesamt müsse festgestellt werden, dass der Beschwerdeführerin theoretisch die Haushaltarbeit 
praktisch vollkommen möglich sei, solange sie das Haus nicht verlassen müsse, was bei den 
Einkäufen der Fall wäre. Theoretisch würde sie bei fast jedem Gang ausserhalb des Hauses 
eine Begleitung benötigen, wäre dann aber auch in der Lage, eine gewisse Tätigkeit zu verrich-
ten, wobei möglicherweise wegen zusätzlicher Belastung auch eine Zunahme der Panik, der 
Schwindel- und Kopfbeschwerden angenommen werden müsse, was eine zusätzliche Leis-
tungsverminderung zur Folge hätte. Insgesamt sei daher im Vergleich zu den früheren Untersu-
chungen keine durchschlagende Besserung eingetreten, allenfalls eine leichtgradige Stabilisie-
rung. Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin hielt Dr. F.____ fest, es sei ihr 
möglich, die Haushaltstätigkeit zu verrichten, solange sie das Haus nicht verlassen müsse, 
weswegen einzig Einkäufe nicht möglich seien. Es sollte ihr aus psychiatrischer Sicht ansons-
ten die Haushaltstätigkeit vollkommen möglich sein. Eine zusätzliche Tätigkeit neben der Haus-
haltstätigkeit sei der Beschwerdeführerin aufgrund des labilen psychischen Zustandes nicht 
möglich. Falls eine komplette Entlastung im Haushalt und bei der Versorgung der Kinder er-
möglicht würde, würde sie noch eine Begleitung zu einer Arbeitsstelle benötigen. Es sei anzu-
nehmen, dass aufgrund einer allgemein verminderten Belastbarkeit eine etwa 25%ige Leis-
tungseinschränkung bestehen würde, doch wäre ihr dann theoretisch eine ausserhäusliche Tä-
tigkeit unter den oben genannten Bedingungen möglich. Im Vergleich zur Vergangenheit sei 
eine geringfügige Besserung eingetreten, doch befinde sich die Beschwerdeführerin immer 
noch in einem labilen Gleichgewicht, eine durschlagende Besserung sei nicht zu beobachten. 

 
6.3 Die RAD-Ärztin G.____, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, nahm in ihrer Stel-
lungnahme vom 1. Dezember 2014 zur Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin wie folgt Stel-
lung: Auf der Diagnoseebene seien keine Änderungen zu verzeichnen. Auf der Befundebene 
sowie auf der Ebene der Auswirkungen im Alltag würden sich leichte Verbesserungen nachvoll-

 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ziehen lassen, die jedoch nicht ausreichend seien, um eine daraus resultierende Verbesserung 
der Arbeitsfähigkeit von 0% (Gutachten Dr. E.____ November 2006) auf 75% mit Begleitung 
des Arbeitsweges (Gutachten Dr. F.____ März 2013) zu begründen. Die Differenz resultiere 
vielmehr aus einer Berücksichtigung der zumutbaren Willensanstrengung im Gutachten von  
Dr. F.____, während diese Berücksichtigung im Gutachten von Dr. E.____ unterblieben sei. Aus 
RAD-Sicht sei eine willentliche Steuerbarkeit faktisch gegeben, da die Beschwerdeführerin trotz 
eines gegebenen Rückzuges weiterhin die Führungs- und Kontrollfunktionen im Haushalt ausü-
be. Dies könne im Bericht der Haushaltsabklärung vom 29. Juni 2014 gut nachvollzogen wer-
den. Eine Arbeitsfähigkeit von 75%, wie sie von Dr. F.____ festgestellt worden sei, könne aus 
RAD-Sicht nachvollzogen werden. Auch die im Bericht der Haushaltsabklärung gemachten 
Feststellungen mit einer resultierenden Einschränkung von 1.05% könne nachvollzogen wer-
den. 
 
7.1 Im Rahmen ihrer Vernehmlassung beantragte die IV-Stelle beim RAD die Prüfung der 
vorgebrachten Rügen der Beschwerdeführerin. In seiner Stellungnahme vom 13. November 
2015 kam RAD-Arzt D.____ zum Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin, wenn genügend Mo-
tivation vorhanden sei, ihre Ängste zu überwinden vermöge. Bezüglich der Schwindelsympto-
matik sei eine qualitative Einschränkung der Arbeitsfähigkeit nachvollziehbar, analog zum 
Haushalt, wo sie bestimmte Arbeiten nicht durchführen könne. Eine quantitative Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit liesse sich daraus aber nicht ableiten. Das Argument, dass die Beschwer-
deführerin für eine ausserhäusliche Tätigkeit immer eine Begleitung benötige, sei aus RAD-
Sicht nur zum Teil nachvollziehbar. Zwar sei sie im privaten Bereich laut den eigenen Angaben 
ebenfalls immer in Begleitung. Hier spiele aber sicher auch eine Gewöhnung und ein gewisser 
sekundärer Krankheitsgewinn eine Rolle. Prinzipiell sei es der Beschwerdeführerin zumutbar, 
einer Teilzeitbeschäftigung ausser Haus nachzugehen. Grundsätzlich würde Dr. F.____ in sei-
nem Gutachten die Versicherte im Haushalt als nahezu vollständig arbeitsfähig sehen. Ein voll-
ständiger Verlust der funktionellen Leistungsfähigkeit, wie die Rechtsvertreterin postuliere, lies-
se sich hieraus sicher nicht ableiten. Deshalb sei es auch schlüssig, dass von einer medizi-
nisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 75% ausgegangen werde. Diese wäre aber aus RAD-
Sicht prinzipiell auch anteilig in dem im Abklärungsbericht Haushalt festgelegten Pensum aus-
serhause zumutbar. 
 
7.2 Die Beschwerdeführerin reichte am 24. November 2015 ein Schreiben von ihrem be-
handelnden Arzt Dr. C.____ vom 13. November 2015 samt Bericht über neurologische Konsi-
lien und Kontrollen ein. Darin berichtet er über chronische Schwindelsensationen sowie episo-
dische Kopfschmerzen, die nur unzureichend konservativ beziehungsweise medikamentös be-
handelt werden konnten. Die Beschwerdeführerin sei aufgrund ihrer Beschwerden in ihrer Ar-
beits- und Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt und nicht fähig, die für eine geregelte Arbeit 
erforderliche Leistung zu erbringen. Zu diesen Unterlagen äusserte sich die IV-Stelle im Schrei-
ben vom 8. Februar 2016 dahingehend, dass nach erfolgter RAD-Prüfung festzustellen sei, 
dass durch eine entsprechende medikamentöse Therapie eine Besserung der Kopfschmerzsi-
tuation habe erzielt werden können. 
 

 

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

8.1 Die IV-Stelle stützte sich bei der Beurteilung des aktuellen medizinischen Sachverhalts 
und bei ihrem Entscheid über die Frage, ob seit der ursprünglichen Rentenzusprache eine we-
sentliche Veränderung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin eingetreten ist, auf 
die Ergebnisse des Gutachtens von Dr. F.____ vom 25. März 2013 sowie die Stellungnahme 
der RAD-Ärztin G.____ vom 1. Dezember 2014. Sie ging demzufolge davon aus, dass sich der 
Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin seit der Rentenzusprache im Jahr 2007 gesamt-
haft verändert habe und aus medizinischer Sicht die Ausübung einer Tätigkeit im Umfang von 
75% zumutbar sei. Die Beschwerdeführerin macht dagegen geltend, sie sei zu 100% arbeitsun-
fähig in jeglicher Tätigkeit. Der Gutachter Dr. F.____ habe darauf hingewiesen, dass keine 
durchschlagende Besserung zu beobachten sei. Es handle sich demnach lediglich um eine an-
dere Beurteilung desselben Sachverhaltes, was nicht relevant sei. Überdies halte er ausdrück-
lich fest, dass die Beschwerdeführerin eine Begleitung zu einer Arbeitsstelle benötigen würde. 
Selbst wenn sie in einem gewissen Masse arbeitsfähig wäre, könne ihr zufolge Notwendigkeit 
einer Begleitung ausserhause und in der Folge mangelnder Stellen auf dem ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt kein hypothetisches Invalideneinkommen angerechnet werden. 
 
8.2 Beim Vergleich des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin im Jahr 2013 mit 
demjenigen im Jahr 2006 ist aus psychiatrischer Sicht keine wesentliche Besserung festzustel-
len. In beiden Gutachten wurden als Diagnose eine Agoraphobie mit Panikstörung, ein somato-
former Schwindel und ein chronischer posttraumatischer Kopfschmerz festgestellt. Der Gutach-
ter Dr. F.____ hält sodann auch fest, dass keine durchschlagende Besserung zu beobachten 
sei. Dagegen sieht die RAD-Ärztin in ihrem RAD-Bericht vom 1. Dezember 2014 bei der Be-
schwerdeführerin eine Willensanstrengung, die erkläre, wieso sie als 75% arbeitsfähig einzu-
schätzen sei, als zumutbar an. Allerdings lässt sich für diese Aussage keine Grundlage im Gut-
achten von Dr. F.____ finden. Sodann erscheinen die Schlussfolgerungen im Gutachten von  
Dr. F.____ zur Arbeitsfähigkeit nicht schlüssig. Einerseits spricht er von einer theoretisch mögli-
chen ausserhäuslichen Tätigkeit von 75%, hält aber andererseits gleichzeitig fest, dass weiter 
keine durchschlagende Besserung zu beobachten sei sowie eine zusätzliche Tätigkeit neben 
der Haushaltstätigkeit aufgrund des labilen psychischen Zustandes nicht möglich sei. Es ist in 
der Folge unklar, wie diese theoretische Arbeitsfähigkeit zu verstehen ist. 
 
8.3.1 In den eingereichten Unterlagen der Beschwerdeführerin vom 24. November 2015 fin-
den sich Hinweise auf eine neurologische Problematik (chronische Cephalgien und diffuser 
Schwindel), die offenbar bereits seit dem Verkehrsunfall im März 2000 bestehe und gemäss 
den vorgelegten Berichten die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin beein-
trächtige. Zu dieser seit längerem bestehenden neurologischen Problematik finden sich keine 
fachärztlichen Aussagen in den für die Revisionsverfügung berücksichtigten Unterlagen oder 
den RAD-Berichten – geschweige denn eine eigenständige Begutachtung eines anerkannten 
Facharztes. Aus diesem Grund ist unklar, ob sich die neurologischen Beschwerden auf die Ar-
beitsfähigkeit auswirken. Diesbezüglich hat es die Beschwerdegegnerin unterlassen, Abklärun-
gen zum medizinischen Sachverhalt sowie zu deren Auswirkungen zu tätigen. Aus diesen Aus-
führungen ergibt sich, dass in dieser Angelegenheit ein polydisziplinäres Gutachten zur Würdi-
gung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin unter Be-
rücksichtigung aller bisherigen ergangenen medizinischen Berichte in Auftrag zu geben ist. Wei-

 

 
 
Seite 11   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

ter wird sich das polydisziplinäre Gutachten auch zu den im Abklärungsbericht Haushalt vom  
1. April 2014 genannten Einschränkungen und Auswirkungen zu äussern haben. Gestützt auf 
die Ergebnisse wird die IV-Stelle sodann über den Rentenanspruch der Versicherten neu zu 
befinden haben. 
 
8.3.2 Dem Gesagten nach beruht die Revisionsverfügung der IV-Stelle auf unzureichenden 
medizinischen Abklärungsergebnissen, weshalb die vorliegende Beschwerde in dem Sinne gut-
zuheissen ist, als die angefochtene Verfügung vom 17. August 2015 aufzuheben und die Ange-
legenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum Erlass einer neuen Verfü-
gung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückzuweisen ist. 
 
9. Gemäss dem Urteil der zweiten Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Men-
schenrechte (EGMR) Di Trizio gegen die Schweiz vom 2. Februar 2016 (7186/09) verletzt die 
Anwendung der gemischten Invailiditätsbemessungsmethode in der Invalidenversicherung bei 
einer Versicherten, welche ohne eine gesundheitliche Einschränkung nach der Geburt ihrer 
Kindern nur noch teilzeitlich erwerbstätig gewesen wäre und darum im Rentenrevisionsverfah-
ren ihren Anspruch auf eine Invalidenrente verliert, Art. 14 EMRK (Diskriminierungsverbot) in 
Verbindung mit Art. 8 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens). Solange die 
Anspruchsvoraussetzungen einer allfälligen Rente im vorliegenden Fall noch nicht vollends ge-
klärt sind, kann an dieser Stelle offen bleiben, welche Auswirkungen dieses Urteil auf die 
Rechtsprechung in Zukunft haben wird.  
 
10.1 Gemäss neuer bundesgerichtlicher Rechtsprechung können die Sozialversicherungs-
gerichte nicht mehr frei entscheiden, ob sie eine Streitsache zur neuen Begutachtung an die 
Verwaltung zurückweisen. Die Beschwerdeinstanz hat vielmehr im Regelfall selbst ein Ge-
richtsgutachten einzuholen, wenn sie einen im Verwaltungsverfahren anderweitig erhobenen 
Sachverhalt überhaupt für gutachtlich abklärungsbedürftig hält oder wenn eine Administrativex-
pertise in einem rechtserheblichen Punkt nicht beweiskräftig ist. Eine Rückweisung an die IV-
Stelle bleibt hingegen möglich, wenn sie allein in der notwendigen Erhebung einer bisher voll-
ständig ungeklärten Frage begründet ist oder wenn lediglich eine Klarstellung, Präzisierung  
oder Ergänzung von gutachtlichen Ausführungen erforderlich ist (BGE 137 V 210 ff, E. 4.4.1 ff.). 
 
10.2 Da die Beschwerdegegnerin keine eigenen medizinischen Abklärungen betreffend die 
neurologische Problematik getätigt hat und es nicht die Aufgabe der kantonalen Gerichte ist, im 
Verwaltungsverfahren versäumte medizinische und betriebliche Abklärungen nachzuholen, 
steht einer Rückweisung an die Vorinstanz nichts entgegen. Demnach ist die vorliegende Be-
schwerde in dem Sinne gutzuheissen, als die angefochtene Verfügung vom 17. August 2015 
aufgehoben und die Angelegenheit zur weiteren Abklärung im Sinne der Erwägungen und zum 
Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle Basel-Landschaft zurückgewiesen wird. 
 
11.1 Beim Entscheid über die Verlegung der Verfahrens- und der Parteikosten ist grund-
sätzlich auf den Prozessausgang abzustellen. Hebt das Kantonsgericht eine bei ihm angefoch-
tene Verfügung auf und weist es die Angelegenheit zum weiteren Vorgehen im Sinne der Erwä-
gungen und zum Erlass einer neuen Verfügung an die IV-Stelle zurück, so gilt in prozessualer 

 

 
 
Seite 12   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Hinsicht die Beschwerde führende Partei als (vollständig) obsiegende und die IV-Stelle als un-
terliegende Partei (BGE 137 V 61 f. E. 2.1 und 2.2, BGE 132 V 235 E. 6.2, je mit Hinweisen). 
 
11.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG sind Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweige-
rung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Verfah-
renskosten werden gestützt auf § 20 Abs. 3 VPO in der Regel in angemessenem Ausmass der 
unterliegenden Partei auferlegt. In casu hätte deshalb die IV-Stelle als unterliegende Partei 
grundsätzlich die Verfahrenskosten zu tragen. In diesem Zusammenhang ist allerdings zu be-
achten, dass laut § 20 Abs. 3 Satz 3 VPO den Vorinstanzen - vorbehältlich des hier nicht inte-
ressierenden § 20 Abs. 4 VPO - keine Verfahrenskosten auferlegt werden. Dies hat zur Folge, 
dass für den vorliegenden Prozess keine Verfahrenskosten erhoben werden. Der Beschwerde-
führerin ist der geleistete Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 600.- zurückzuerstatten. 
 
11.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Partei-
entschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Die Rechtsvertreterin der Beschwerde-
führerin hat in ihrer Honorarnote vom 5. Januar 2016 für das vorliegende Verfahren einen Zeit-
aufwand von 10.19 Stunden geltend gemacht, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich 
stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu 
dem in Sozialversicherungsprozessen praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung 
gelangenden Stundenansatz von 250.- Franken zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind 
sodann die in der Honorarnote ausgewiesenen Auslagen von Fr. 66.50. Der Beschwerdeführe-
rin ist deshalb eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 2‘823.10 (10.19 Stunden 
à Fr. 250.- + Auslagen von Fr. 66.50 zuzüglich 8 % Mehrwertsteuer) zu Lasten der IV-Stelle 
zuzusprechen. 
 
12.1 Gemäss Art. 90 des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG) vom 17. Juni 
2005 ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht zuläs-
sig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Selbständig eröffnete Zwischenent-
scheide sind - mit Ausnahme der Zwischenentscheide über die Zuständigkeit und über Aus-
standsbegehren (vgl. Art. 92 BGG) - nur mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenhei-
ten anfechtbar, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken können (Art. 93 
Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid her-
beiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Be-
weisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der bundesgerichtlichen Recht-
sprechung handelt es sich bei einem Rückweisungsentscheid an den Versicherungsträger zur 
Aktenergänzung und anschliessenden Neuverfügung nicht um einen Endentscheid, sondern um 
einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 Abs. 1 BGG. Dies gilt auch für einen Rückwei-
sungsentscheid, mit dem eine materielle Teilfrage (z.B. eine von mehreren materiellrechtlichen 
Anspruchsvoraussetzungen) beantwortet wird (BGE 133 V 481 f. E. 4.2). 
 
12.2 Beim vorliegenden Rückweisungsentscheid handelt es sich somit um einen Zwischen-
entscheid im Sinne des BGG. Demnach ist gegen ihn eine Beschwerde in öffentlich-rechtlichen 
Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den in Art. 93 Abs. 1 BGG genannten Vo-

 

 
 
Seite 13   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

raussetzungen zulässig. Ob diese erfüllt sind, entscheidet das Bundesgericht. Die nachstehen-
de Rechtsmittelbelehrung erfolgt unter diesem ausdrücklichen Vorbehalt. 
 
12.3 Zu ergänzen bleibt, dass nach bundesgerichtlicher Praxis die in einem Rückweisungs-
entscheid getroffene (Kosten- und) Entschädigungsregelung - wie die Rückweisung im Haupt-
punkt selbst - einen Zwischenentscheid (Art. 93 Abs. 1 BGG) darstellt, der in der Regel keinen 
nicht wieder gutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG bewirkt und damit 
nicht selbstständig beim Bundesgericht angefochten werden kann. Ihre Anfechtung ist erst mit 
Beschwerde gegen den Endentscheid möglich. Entscheidet die Instanz, an welche die Sache 
zurückgewiesen wurde, in der Hauptsache voll zu Gunsten der Beschwerde führenden Person, 
so kann die Kosten- oder Entschädigungsregelung im Rückweisungsentscheid direkt innerhalb 
der Frist des Art. 100 BGG ab Rechtskraft des Endentscheids mit ordentlicher Beschwerde 
beim Bundesgericht angefochten werden (BGE 133 V 648 E. 2.2, bestätigt im Urteil K. des 
Bundesgerichts vom 30. Oktober 2008, 9C_567/2008, E. 2-4; vgl. auch Urteil K. des Bundesge-
richts vom 19. Februar 2008, 9C_748/2007). 
  

 

 
 
Seite 14   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass die Verfügung 
vom 17. August 2015 aufgehoben und die Angelegenheit zur erneuten 
Abklärung im Sinne der Erwägungen an die Vorinstanz zurückgewie-
sen wird. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 600.-- zurückerstattet. 

 3. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Par-
teientschädigung in der Höhe von Fr. 2'823.10 (inkl. Auslagen und 8 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 http://www.bl.ch/kantonsgericht