# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 73f614c4-aa22-5d16-97f4-4ee51a445f86
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-05-05
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 05.05.2025 D-5499/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-5499-2024_2025-05-05.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-5499/2024 

law/bah 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  5 .  M a i  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter Walter Lang (Vorsitz), 

Richter William Waeber, Richterin Daniela Brüschweiler, 

Gerichtsschreiber Christoph Basler. 

   

Parteien 

 
A._______, 

geboren am (…), 

Côte d'Ivoire, 

vertreten durch Marek Wieruszewski, 

Beschwerdeführer, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (beschleunigtes Verfahren);  

Verfügung des SEM vom 22. August 2024 / N (…). 

 

 

 

D-5499/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer verliess sein Heimatland eigenen Angaben ge-

mäss am 27. Mai 2023 und flog von Abidjan nach Paris. Am 3. Mai 2024 

suchte er in der Schweiz um Asyl nach. 

A.b Ein Abgleich mit dem zentralen Visa-Informationssystem (CS-Vis) 

ergab, dass dem Beschwerdeführer von Frankreich ein vom 22. Mai bis 

21. Juni 2023 gültiges Schengen-Visum erteilt worden war. 

A.c Am 17. Mai 2024 führte das SEM mit dem Beschwerdeführer ein per-

sönliches Gespräch gemäss Art. 5 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist, durch. Dabei gab er zu Protokoll, er sei am 31. Mai 2023 von 

Frankreich in die Schweiz eingereist. Er habe danach in B._____ auf der 

Strasse gelebt und nichts gemacht, da er kein Geld habe. Er habe erstmals 

in der Schweiz um Asyl nachgesucht und von keinem anderen Staat einen 

Aufenthaltstitel erhalten. Nach gesundheitlichen Problemen gefragt, gab er 

ausserdem an, er habe Probleme mit den Händen gehabt, nun ginge es 

jedoch besser. Er habe psychische Probleme, weil seine Tochter in seiner 

Anwesenheit vergewaltigt worden sei. 

Am gleichen Tag reichte die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers die 

Kopie einer Seite seines Reisepasses zu den Akten. 

A.d Die Rechtsvertretung liess dem SEM am 22. Mai 2024 die Kopie eines 

den Beschwerdeführer betreffenden Pflegeberichts vom 7. Mai 2024 zu-

kommen. 

A.e Das SEM führte mit dem Beschwerdeführer am 5. Juni 2024 eine Be-

fragung zu seinen Asylgründen durch. Er erklärte dabei, er habe zuletzt in 

C._______ gelebt und dort vom Jahr 2000 bis im Mai 2023 als (…) gear-

beitet. Er sei Mitglied der «Alternance Citoyenne lvoirienne» (ACI) gewe-

sen, deren Verantwortliche (Frau Pulchérie Gbalet) von der ivorischen Re-

gierung 2020 zweimal in Gewahrsam genommen worden sei. Sie habe zu 

Ungehorsam der Zivilbevölkerung aufgerufen, um sich gegen die dritte Le-

gislaturperiode der aktuellen Regierung zu stellen. Sie hätten Demonstra-

tionen durchgeführt, die mit Gewalt niedergemacht worden seien. Es habe 

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mehrere Todesopfer gegeben. Nach den gewaltsamen Auseinander-set-

zungen habe er die «Witwen dieser Aktionen» registriert, damit er sie habe 

unterstützen können. Er habe dazu die Organisation «(…)» gegründet. Die 

Regierung habe dies nicht gern gesehen, weil die Anzahl der von ihm re-

gistrierten Namen höher gewesen sei als diejenige, welche die Regierung 

kommuniziert habe. Er habe sich auch für die Rechte der «LGBT-Commu-

nity» eingesetzt, weil er selbst zu einem bestimmten Zeitpunkt in diesem 

Milieu aktiv gewesen sei. Er sei auch deshalb angefeindet worden. Beim 

Verlassen einer LGBT-Veranstaltung seien seine Tochter und er angegrif-

fen worden. Sie seien von bewaffneten Unbekannten in Gewahrsam ge-

nommen und in einem «unfertigen» Haus festgehalten worden. Seine 

Tochter sei in seiner Anwesenheit vergewaltigt worden. Er habe sich des-

wegen Vorwürfe gemacht. Diese Vorkommnisse hätten ihn traumatisiert 

und er habe manchmal schlaflose Nächte. 

Zusammen mit seiner Tochter – so der Beschwerdeführer weiter – habe er 

auch versucht, Haustiere zu retten. Sie hätten die Menschen sensibilisiert 

und den Behörden Restaurants gemeldet, die (auf ihren Speisekarten; An-

merkung des Gerichts) Hunde und Katzen angeboten hätten. Die letzte Ak-

tion, die er durchgeführt habe, habe die Albinos betroffen. Diese würden 

aufgrund ihrer Hautfarbe abgelehnt und ausgegrenzt. Seine Aktionen seien 

von der Öffentlichkeit nicht gewünscht und die Themen würden durch die 

Behörden vernachlässigt. Im Jahr 2021 sei er von drei bewaffneten Men-

schen angegriffen und bedroht worden. Er habe sich das Nummernschild 

von deren Fahrzeug gemerkt und Anzeige erstattet. Die Behörden hätten 

den Fall nicht verfolgt. Beim zweiten Angriff, bei dem seine Tochter verge-

waltigt worden sei, habe man ihm mit dem Tod gedroht, falls er Anzeige 

erstatte. Er habe seine Familie ins Dorf begleitet und sei zurück zur Arbeit 

gegangen. Da er sich bedroht gefühlt habe, habe er sich zur Ausreise ent-

schlossen. Die Regierung platziere in den Stadtvierteln Menschen, die 

«Mikroben» genannt würden. Sie verübten abscheuliche Taten. All dies 

habe ihm Angst gemacht. 

Zur Stützung seiner Vorbringen gab der Beschwerdeführer mehrere Be-

weismittel ab (Kopie der Identitätskarte seiner Partnerin, Geburtsurkunden 

seiner Kinder, «Garantie» eines Optikers vom 19. Dezember 2022, Radio-

graphie eines seiner Mittelfinger vom 3. März 2023, ärztliche/psychiatri-

sche Berichte über die erlittene sexuelle Gewalt seiner Tochter vom 

28. Februar und 4. April 2023, Titelseite eines vom Beschwerdeführer ver-

öffentlichten Buchs, Kopie einer Banküberweisung, Foto des Beschwerde-

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führers im Zusammenhang mit seinen Aktivitäten für die Belange der 

LGTB). 

A.f Am 7. August 2024 hörte das SEM den Beschwerdeführer zu seinen 

Asylgründen an. Er machte dabei im Wesentlichen geltend, er sei von 

Nachbarn angerufen worden, die gesagt hätten, er sei einen Monat nach 

seiner Ausreise aus der Heimat zuhause von «Leuten» gesucht worden. 

Im Jahr 2017 habe er begonnen, Menschen humanitäre Hilfe zu leisten. 

Wegen den illegalen Präsidentschaftswahlen von 2020 habe die Sozialar-

beiterin Pulchérie Gbalet zum zivilen Ungehorsam aufgerufen. Am 13. Au-

gust 2020 habe eine Demonstration stattgefunden, bei der sie ausge-

peitscht worden seien. Eine weitere Demonstration sei von den Behörden 

verhindert worden. Sie seien bedroht und Frau Gbalet sei festgenommen 

worden. Die Wahlen seien durchgeführt worden, aber es habe viele Tote 

– unter ihnen einer seiner Cousins – gegeben. Er habe eine NGO gegrün-

det, um Frauen zu helfen, die ihre Männer bei jener Demonstration verloren 

hätten. Er habe eine Liste mit Opfern erstellt, die nicht mit derjenigen der 

Regierung übereingestimmt habe, und sei deshalb bedroht worden. Im sel-

ben Jahr habe er eine LGBT-Bewegung, eine Tierschutzbewegung und 

auch eine, um die Albinos zu verteidigen, gegründet. Weil er die «LGBT-

Leute» verteidigt habe, sei seine Tochter attackiert und vergewaltigt wor-

den. Sein grösstes Problem habe sich am 9. April 2021 zugetragen. Er sei 

am späteren Abend attackiert und zusammengeschlagen worden, als er 

sein Auto abgestellt und sich etwas zum Essen habe holen wollen. Drei 

Leute seien aus einem Auto gestiegen, das hinter seinem Wagen parkiert 

worden sei. Er sei angesprochen, angegriffen und zu Boden geschlagen 

worden. Die Angreifer hätten ihn weitergeschlagen und gesagt, sie würden 

ihn im Auge behalten. Danach sei er zum Polizeirevier gefahren und habe 

Anzeige erstattet. Am 12. April 2021 habe er einem Leutnant erklärt, was 

vorgefallen sei, und ihm die Autonummer der Angreifer genannt. Dieser 

habe gesagt, er werde Nachforschungen anstellen, und habe Geld von ihm 

verlangt. Man sei seiner Anzeige aber nicht nachgegangen. Er sei dreimal 

zum Polizeirevier gegangen, um nachzufragen wie der Stand der Dinge 

sei. Beim letzten Mal sei ihm gesagt worden, man werde ihn kontaktieren, 

falls sich etwas ergeben werde. Beim zweiten Angriff hätten ihm bewaffnete 

Aggressoren gesagt, wer ihn beim ersten attackiert habe. Man habe ihm 

Böses angedroht, falls er nochmals Anzeige erstatte. Er habe verstanden, 

dass die beiden Angriffe einen Zusammenhang hätten und man ihm nach 

dem Leben trachte. Seine Nachforschungen hätten ergeben, dass die An-

greifer («Microbes») aus dem Regierungslager gekommen seien und von 

der Regierung beschützt würden. Sein Leben sei bedroht gewesen. 

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Nach weiteren Vorfällen gefragt, führte der Beschwerdeführer aus, er sei 

am 17./18. August 2020 angegriffen worden, als er sein Auto parkiert habe. 

Um den 20. Dezember 2020 herum habe er zusammen mit einem homo-

sexuellen Freund einen grossen Markt besucht. Sie seien von jungen Leu-

ten beschimpft, körperlich angegriffen und ausgeraubt worden. Als sie ein-

mal in ein Dorf im Landesinnern gefahren seien, seien sie von Bewaffneten 

überfallen und ausgeraubt worden. Als er im Dorf angekommen sei, habe 

man ihm gesagt, dass sich Leute nach ihm erkundigt hätten. 

Trotz diesen Vorfällen habe er seine Aktivitäten fortgesetzt. Er sei telefo-

nisch bedroht worden, indem man ihm gesagt habe, man wisse, was er 

tue. Von 2000 bis 2006 habe er eine Beziehung zu einer Person aus der 

LGBT-Gruppe gepflegt und deswegen bis zu seiner Ausreise Probleme ge-

habt. Es genüge, dass man an einem öffentlichen Ort mit «solchen Leuten» 

zusammen sei, um verspottet, beschimpft und angegriffen zu werden. Im 

Februar 2023 habe er ein Treffen mit der LGBT-Gruppe gehabt, zu dem er 

mit meiner Tochter gegangen sei. Als er nach der Versammlung sein Auto 

habe holen wollen, seien sie von drei Personen angehalten worden. Sie 

seien in ein Fahrzeug «gesteckt» und in ein nicht fertig gebautes Haus ge-

bracht worden, wo er heftig geschlagen und bedroht worden sei. Dabei sei 

ihm ein Finger gebrochen worden. Die Entführer hätten ihn an die erste 

Aggression erinnert und seine Tochter vergewaltigt. Man habe ihm gesagt, 

er dürfe keine Anzeige erstatten, sonst werde er umgebracht. Man habe 

sie freigelassen und er habe seine Tochter zum Spital gebracht, wo kein 

Gynäkologe anwesend gewesen sei. Sie seien am folgenden Tag erneut 

zum Spital gegangen und seine Tochter sei mindestens zwei Tage lang 

hospitalisiert worden. Er habe sie zu seinem jüngeren Bruder nach 

D._______ gebracht, wo sie von einem Psychologen betreut worden sei. 

Nachdem er seine Familie in Sicherheit gebracht habe, habe er selbst auch 

einen neuen Schutzort finden müssen. 

A.g Das SEM händigte der Rechtsvertretung des Beschwerdeführers am 

20. August 2024 einen Entscheidentwurf zur Stellungnahme aus. Diese 

übergab dem SEM am folgenden Tag ihre Stellungnahme. 

B.  

Mit Verfügung vom 22. August 2024 – eröffnet am gleichen Tag – stellte 

das SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte sein Asylgesuch vom 3. Mai 2024 ab, verfügte die Wegwei-

sung aus der Schweiz und stellte fest, er habe das Staatsgebiet der 

Schweiz und den Schengen-Raum bis am Tag nach Eintritt der Rechtskraft 

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der Verfügung zu verlassen, dies zur Rückreise in seinen Heimat- bezie-

hungsweise Herkunftsstaat oder zur Weiterreise in ein Land, das sich aus-

serhalb des Schengen-Raums befinde und in dem er aufgenommen 

werde, verbunden mit dem Hinweis, wenn er seiner Verpflichtung nicht in-

nert Frist nachkomme, könne die Wegweisung unter Zwang vollzogen wer-

den. Gleichzeitig beauftragte es den Kanton E._______ mit dem Vollzug 

der Wegweisung und händigte dem Beschwerdeführer die editionspflichti-

gen Akten gemäss Aktenverzeichnis aus. 

C.  

Mit Eingabe seines Rechtsvertreters vom 2. September 2024 liess der Be-

schwerdeführer gegen diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht 

Beschwerde erheben. In dieser wurde beantragt, die Verfügung des SEM 

sei aufzuheben, es sei die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und es sei 

Asyl zu gewähren, eventualiter sei die vorläufige Aufnahme aufgrund der 

Unzulässigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvoll-

zugs anzuordnen. Ferner wurde in verfahrensrechtlicher Hinsicht bean-

tragt, es sei dem Beschwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung zu 

gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzich-

ten. 

D.  

Mit Verfügung vom 12. September 2024 hiess der Instruktionsrichter das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut und ver-

zichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. Gleichzeitig räumte 

er dem SEM die Gelegenheit ein, innert Frist zur Beschwerde eine Ver-

nehmlassung einzureichen. 

E.  

Das SEM äusserte sich in seiner Vernehmlassung vom 25. September 

2024 zur Beschwerde. 

F.  

Der Instruktionsrichter stellte dem Beschwerdeführer am 30. September 

2024 eine Kopie der Vernehmlassung zu und setzte ihm zur Einreichung 

einer Replik Frist bis zum 15. Oktober 2024, mit dem Hinweis, bei unge-

nutzter Frist werde Verzicht angenommen. In der Folge ging beim Bundes-

verwaltungsgericht keine Replik ein. 

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Seite 7 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1 

AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG i.V.m. 

Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

 

 

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Seite 8 

4.  

4.1 Das SEM führt zur Begründung seiner Verfügung aus, aufgrund des 

Vorfalls am 25. Februar 2023 und der miterlebten Vergewaltigung seiner 

Tochter sei nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer sich vor künftiger 

Verfolgung durch die Täter fürchte. Zu prüfen sei, ob sich diese Furcht vor 

zukünftigen Verfolgungsmassnahmen objektiv begründen lasse. Er stütze 

diese Furcht massgeblich auf die zwei Angriffe vom 9. April 2021 und vom 

25. Februar 2023 ab. Aus Sicht des SEM ergäben sich keine konkreten 

Hinweise darauf, dass die Angreifer im Auftrag der Regierung gehandelt 

hätten. Er sei von Unbekannten attackiert worden, über die er keine nähe-

ren Angaben habe machen können. Beim ersten Vorfall sei er nach seinem 

Namen gefragt worden, bevor er attackiert worden sei. Man habe ihm ge-

sagt, man folge ihm, woraus sich eine gewisse Zielgerichtetheit, aber kein 

konkretes Verfolgungsmotiv ableiten lasse. Bezüglich des zweiten Vorfalls 

gebe es gar keinen Hinweis darauf, dass es sich um einen gezielten Angriff 

auf ihn gehandelt habe. Er sei während der Autofahrt zwar mit dem Tod 

bedroht worden, man habe ihm aber nicht gesagt, weshalb er mitgenom-

men werde. Bei beiden Vorfällen sei sein politisches und soziales Engage-

ment nicht zur Sprache gekommen. Falls die ivorische Regierung jeman-

den beauftragt hätte, ihn wegen seines Engagements einzuschüchtern, 

wäre zu erwarten gewesen, dass die Angreifer sich diesbezüglich geäus-

sert hätten. 

Aufgrund seines sozialen und politischen Engagements könnten die hei-

matlichen Behörden ein niederschwelliges Interesse am Beschwerdeführer 

gehabt haben. Er selbst habe nie konkrete Probleme mit offiziellen Behör-

denvertretern gehabt, sei nie in Straf- oder Gerichtsverfahren verwickelt 

gewesen und habe sich nicht parteipolitisch betätigt. Seine Familie halte 

sich seit dem Angriff am 25. Februar 2023 im Heimatdorf auf und habe mit 

den Behörden keine Probleme. Dies lasse nicht auf ein relevantes Verfol-

gungsinteresse der Behörden an ihm schliessen und sei ein weiterer Hin-

weis darauf, dass die beiden Attacken gegen ihn nicht von den Behörden 

in Auftrag gegeben worden seien. Bei diesen handle es sich nach Ansicht 

des SEM um Übergriffe Dritter. Bezüglich des zweiten Vorfalls erscheine 

ein kriminelles Motiv – die beabsichtigte Vergewaltigung seiner Tochter – 

und nicht sein soziales und politisches Engagement im Vordergrund zu ste-

hen. Ähnlich verhalte es sich mit dem geltend gemachten Angriff im August 

2020 anlässlich der Proteste um die Präsidentschaftswahlen, dem Raub-

überfall während seiner Arbeit für die NGO, den sonstigen Beschimpfun-

gen, Beleidigungen und physischen Angriffen sowie den Drohanrufen und 

dem Besuch von unbekannten Personen bei ihm zuhause im Juni 2024. 

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Seite 9 

Bei allen Vorfällen sei nicht ersichtlich, inwiefern die Behörden darin verwi-

ckelt sein sollten. 

Es sei zwar möglich, dass die Behörden ihren Sympathisanten bei den Prä-

sidentschaftswahlen 2020 Anweisung gegeben hätten, gegen Demonst-

ranten vorzugehen. Ob der geltend gemachte Angriff auf den Beschwerde-

führer in Auftrag gegeben worden sei, bleibe unklar. Bezüglich des Raub-

überfalls vermute er, dass dieser mit seinen Aktivitäten in Zusammenhang 

stehe. Aus Sicht des SEM sei wahrscheinlicher, dass bei diesem Überfall 

ein kriminelles Motiv im Vordergrund gestanden sei, zumal er ausgeraubt 

worden sei. Die sonstigen Beschimpfungen, Beleidigungen und physi-

schen Angriffe seien durch ihm unbekannte Personen verübt worden und 

bei den Drohanrufen sei ihm jeweils gesagt worden, man wisse, was er tue. 

Unbekannte hätten sich darüber beklagt, dass er Personen aus der 

«LGBT-Community» bei der Miete von Immobilien geholfen habe. Es gebe 

keine konkreten Hinweise auf eine Verwicklung der Behörden. 

Gegen das Vorliegen einer begründeten Furcht – so das SEM weiter –

spreche auch, dass zwischen seiner Einreise in die Schweiz und dem Ein-

reichen des Asylgesuchs rund ein Jahr vergangen sei. Bezüglich der Über-

griffe durch Dritte sei nicht ersichtlich, inwiefern diese ein anhaltendes Ver-

folgungsinteresse haben sollten. Die Elfenbeinküste verfüge über Polizei- 

und Justizorgane zur Ermittlung, Strafverfolgung und Ahndung von Verfol-

gungshandlungen und der Beschwerdeführer habe grundsätzlich Zugang 

zu diesem Schutz. Es sei ihm zuzumuten, bei einer zukünftigen Gefähr-

dungssituation bei den heimatlichen Behörden um Schutz zu ersuchen. Die 

nach dem Vorfall vom 9. April 2021 eingereichte Anzeige sei zwar nicht 

weiterbearbeitet worden, aufgrund dieses isolierten Vorfalls vor mehreren 

Jahren könne aber nicht von einem grundsätzlich fehlenden Schutzwillen 

der ivorischen Behörden ausgegangen werden. 

Abschliessend sei festzuhalten, dass die geschilderten Schwierigkeiten als 

lokal oder regional beschränkte Verfolgungsmassnahmen zu definieren 

seien, denen sich der Beschwerdeführer beispielsweise durch einen Um-

zug in sein Heimatdorf hätte entziehen können. Dafür spreche der Um-

stand, dass seine Familie seit knapp eineinhalb Jahren ohne Probleme dort 

lebe. 

Die Vorfälle im Zusammenhang mit der Zugehörigkeit des Beschwerdefüh-

rers zur «LGBT-Community» erreichten die hohe Schwelle der flüchtlings-

rechtlichen Intensität nicht. Die geltend gemachten Angriffe von Unbekann-

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Seite 10 

ten seien als isolierte Ereignisse zu qualifizieren. Die Lage seit April 2021 

bis zum Vorfall vom 25. Februar 2023 sei ruhig gewesen und er habe keine 

Anzeigen eingereicht. Er habe seit 1994/1995 in C._______ gelebt und 

stehe seit 2017 in einer Beziehung mit seiner Freundin. All dies weise nicht 

auf eine intensive Gefährdungssituation beziehungsweise auf einen unzu-

mutbaren psychischen Druck hin, die sein Leben im Heimatstaat verun-

möglicht oder in unzumutbarer Weise erschwert hätten. 

4.2 In der Beschwerde wird geltend gemacht, das SEM habe das Profil des 

Beschwerdeführers falsch eingeschätzt. Die Präsidentin der ACI sei wegen 

Zusammenarbeit mit «ausländischen Kräften» verhaftet worden. Er kenne 

sich mit dem politischen Geschehen in der Elfenbeinküste sehr gut aus und 

sei eine politisch engagierte Person. Er habe Menschen unterstützt, die der 

Regierung missfallen hätten, und eine Organisation gegründet, die sich für 

die Rechte von Menschen «ohne Stimme» engagiert habe. Er habe Fami-

lienangehörige der Opfer der Regierungskrise in der Elfenbeinküste in den 

Jahren 2010/2011 betreut. Sein Aktivismus sei den Behörden nicht ge-

nehm gewesen und es erscheine plausibel, dass er gezielt eingeschüchtert 

worden sei. Die Vergewaltigung seiner Tochter habe ihn endgültig gebro-

chen. Er habe seine Geschichte sehr ausführlich, glaubhaft und detailreich 

geschildert. Während der Anhörung sei er sehr emotional geworden, was 

für die Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen spreche. Er sei mindestens zwei-

mal brutal angegriffen und mehrmals beschimpft worden und habe oft 

Drohanrufe erhalten. Er denke, dass hinter den Angriffen die «Microbes» 

stünden, die im Auftrag der Behörden Menschen angreifen, schlagen oder 

töten würden. Den ersten Vorfall habe er mehrmals bei der Polizei gemel-

det, die ihm nicht geholfen habe. Es sei verständlich, dass er den zweiten 

Vorfall nicht gemeldet habe, weil die Täter ihm mit dem Tod gedroht hätten. 

Er habe begründete Furcht vor weiteren Angriffen. 

4.3 Das SEM führt in seiner Vernehmlassung aus, dem zweiten Angriff und 

der Frage nach dem Zusammenhang der beiden Vorfälle sei in der Anhö-

rung vertieft nachgegangen worden. Aus den Aussagen des Beschwerde-

führers gehe klar hervor, dass er lediglich vermute, die beiden Vorfälle wür-

den in einem direkten Zusammenhang stehen. Er habe selber ausgesagt, 

er habe keine Beweise dafür, dass es sich um dieselben Täter gehandelt 

habe. Er setze die beiden Vorfälle in Zusammenhang, weil er nach dem 

ersten Vorfall Anzeige erstattet habe und ihm die Täter beim zweiten Vorfall 

gesagt hätten, er dürfe keine Anzeige erstatten. Der in der Beschwerde 

festgehaltenen Darstellung, die beiden Vorfälle stünden zweifelsfrei in di-

rektem Zusammenhang, sei zu widersprechen. Bezüglich seines 

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Seite 11 

politischen Profils sei erneut festzuhalten, dass er angegeben habe, er 

habe im Heimatland keine Probleme mit den Behörden gehabt, sei nie in 

Straf- oder Gerichtsverfahren involviert und nicht parteipolitisch tätig gewe-

sen. Sein politisches Profil sei daher als niederschwellig einzuschätzen. 

5.  

5.1 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung dann, wenn sie Nachteile 

von bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürch-

ten muss, welche ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive 

durch Organe des Heimatstaates oder durch nichtstaatliche Akteure zuge-

fügt worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 

2008/4 E. 5.2). Begründete Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 

Abs. 1 AsylG liegt vor, wenn konkreter Anlass zur Annahme besteht, diese 

hätte sich – aus der Sicht im Zeitpunkt der Ausreise – mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht oder werde sich 

– aus heutiger Sicht – mit ebensolcher Wahrscheinlichkeit in absehbarer 

Zukunft verwirklichen (vgl. BVGE 2010/57 E. 2.5). 

5.2 Der Beschwerdeführer machte in den Anhörungen geltend, er sei Mit-

glied der ACI gewesen und habe an Demonstrationen teilgenommen, die 

gewaltsam aufgelöst worden seien. Die Verantwortliche der Organisation 

sei von den ivorischen Behörden im Jahr 2020 zweimal in Gewahrsam ge-

nommen worden (vgl. SEM-act. …….-17/12 F52). Es trifft zu, dass die be-

kannte Aktivistin Pulchérie Gbalet wegen ihrer regierungskritischen Hal-

tung mehrmals inhaftiert wurde (vgl. «Le Monde Afrique – Côte d’Ivoire» 

«Pulchérie Gbalet, militante de tous les combats en Côte d’Ivoire», er-

schienen am 21. März 2024). Aufgrund der Angaben des Beschwerdefüh-

rers ist nicht davon auszugehen, dass er in engem Austausch mit Frau 

Gbalet stand und in der ACI eine exponierte Stellung einnahm. Er wurde 

von den Behörden seines Heimatlands nicht ermahnt, sich bei der Teil-

nahme an regierungskritischen Aktionen zurückzuhalten oder davon Ab-

stand zu nehmen, und er wurde nie festgenommen. Die Einschätzung des 

SEM, er habe nur ein niederschwelliges politisches Profil gehabt, erscheint 

zutreffend. 

5.3 In der Beschwerde wird auf das soziale Engagement des Beschwerde-

führers hingewiesen und ausgeführt, es sei plausibel, dass er einge-

schüchtert worden sei, weil sein Aktivismus den Behörden nicht genehm 

gewesen sei. Es ist tatsächlich nicht auszuschliessen, dass sein soziales 

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Seite 12 

Engagement von den heimatlichen Behörden in gewissen Teilen als Kritik 

an den sozialen und politischen Verhältnissen hätte gedeutet werden kön-

nen. Die Schlussfolgerung des SEM, es gebe keine konkreten Hinweise 

dafür, dass die vom Beschwerdeführer geschilderten Übergriffe auf ihn und 

seine Tochter von den ivorischen Behörden «angeordnet» wurden, er-

scheint indessen zutreffend. Einerseits hätten die Behörden ihn direkt auf-

fordern können, ihnen nicht genehme «Aktionen» zu unterlassen, ander-

seits hätten sie die Personen, die den Beschwerdeführer und seine Tochter 

angriffen, dahingehend instruieren können, ihm eine entsprechende Auf-

forderung beziehungsweise Warnung zu übermitteln. 

5.4 Der Beschwerdeführer äusserte in den Anhörungen die Vermutung, 

hinter den Übergriffen auf ihn stünden die «Microbes» (vgl. SEM-act. …….-

17/12 F53 und …….-20/23 F21, F23, F35, F45, F47, F126–F128, F136). 

Bei den von der ivorischen Bevölkerung «Microbes» genannten Kindern 

und Jugendlichen handelt sich um Mitglieder von kriminellen Banden, die 

extrem gewaltbereit und in Gruppen unterwegs sind, um Menschen oder 

Geschäfte auszurauben, und die auch vor Morden nicht zurückschrecken. 

Aussagen von Zeugen zufolge werden diese Banden auch für politische 

Zwecke genutzt, beispielsweise um politische Gegner einzuschüchtern 

(vgl. aktivgegenkinderarbeit, «Elfenbeinküste: Wie Armut und politische 

Unruhe Kinder in die Kriminalität drängen», vom 28. Oktober 2022; 

www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/2022/10/elfenbeinkueste-wie-armut-

und-politische-unruhe-kinder-in-die-kriminalitaet-draengt/, aufgerufen am 

26. März 2025). Angesichts der Schilderungen des Beschwerdeführers er-

achtet es das Bundesverwaltungsgericht als durchaus möglich, dass einige 

der vom Beschwerdeführer erwähnten Übergriffe auf ihn von Gruppen von 

«Microbes» verübt wurden. Da ihm indessen keine konkreten «Botschaf-

ten» übermittelt wurden, erscheint es auch dem Gericht unwahrscheinlich, 

dass die Angreifer von den Behörden instrumentalisiert wurden. 

5.5 Das SEM hält in der angefochtenen Verfügung zu Recht fest, dass das 

Zuwarten des Beschwerdeführers mit der Stellung eines Asylgesuchs – er 

reiste eigenen Angaben gemäss am 31. Mai 2023 in die Schweiz ein (vgl. 

SEM-act. …….-3/2) und stellte erst am 3. Mai 2024 ein Asylgesuch – da-

rauf hindeutet, dass er kein dringendes Schutzbedürfnis hatte. Der Erklä-

rungsversuch in der Stellungnahme zum Entscheidentwurf, er habe erst 

ein Jahr nach Ankunft in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt, weil er bei 

der Ankunft nicht gewusst habe, dass dies möglich sei (vgl. SEM-act. …….-

22/3 S. 2), vermag nicht zu überzeugen. Der Beschwerdeführer verfügt 

über eine gute Schulbildung und war in seinem Heimatland im sozialen 

http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/2022/10/elfenbeinkueste-wie-armut-und-politische-unruhe-kinder-in-die-kriminalitaet-draengt/
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Seite 13 

Bereich tätig, weshalb davon auszugehen ist, dass er Kenntnis von der 

Migration von Staatsangehörigen afrikanischer Staaten nach Europa hatte, 

die durch Stellung eines Asylgesuchs versuchen, Schutz vor Verfolgung zu 

erhalten oder zu einer Aufenthaltsberechtigung zu gelangen. 

5.6 Im Weiteren ist anstelle von Wiederholungen auf die zu bestätigenden 

Ausführungen in der angefochtenen Verfügung und in der vorinstanzlichen 

Vernehmlassung zu verweisen, denen in der Beschwerde nichts Stichhal-

tiges entgegengehalten wird. 

5.7 Aufgrund der vorstehenden Erwägungen erübrigt es sich, auf die wei-

teren Ausführungen in der Beschwerde im Einzelnen einzugehen, da sie 

an der vorgenommenen Würdigung des Sachverhalts nichts zu ändern ver-

mögen. Das SEM hat zu Recht die Flüchtlingseigenschaft des Beschwer-

deführers verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab, verfügt es in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt da-

bei den Grundsatz der Einheit der Familie (Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den ge-

setzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

7.2 Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt ge-

mäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard 

wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu be-

weisen, wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.3  

7.3.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

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Seite 14 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). 

7.3.2 So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; ebenso Art. 33 Abs. 1 FK). Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des 

Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grau-

same, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder 

unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen 

werden. 

7.3.3 Die Vorinstanz weist in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem 

Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in die 

Côte d'Ivoire ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

7.3.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwer-

deführers noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall 

einer Ausschaffung in die Côte d'Ivoire dort mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-

handlung ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des Europäischen Gerichtshofs 

für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste er eine konkrete Gefahr («real risk») nachweisen oder glaubhaft 

machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche 

Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien 

28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Dies 

gelingt ihm unter Hinweis auf die vorstehenden Erwägungen zur Flücht-

lingseigenschaft nicht. Sollte er von Drittpersonen oder einer Bande von 

«Microbes» bedroht oder beraubt werden, ist es ihm zumutbar, sich an die 

heimatlichen Sicherheitsbehörden zu wenden, die ihm im Rahmen ihrer 

Möglichkeiten zur Seite stehen können. In diesem Zusammenhang ist fest-

zuhalten, dass es keinem Staat gelingt, alle seine Bürger jederzeit vor von 

Drittpersonen ausgehenden Straftaten zu schützen. Auch die allgemeine 

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Seite 15 

Menschenrechtssituation in der Côte d'Ivoire lässt den Wegweisungsvoll-

zug zum heutigen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen. 

7.3.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinn 

der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.4  

7.4.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme anzuordnen. 

7.4.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht in ständiger Praxis davon aus, 

dass in der Côte d'Ivoire keine Situation allgemeiner Gewalt herrscht (vgl. 

dazu das Referenzurteil E-2349/2016 vom 16. Oktober 2017 E. 7.3; sowie 

u.a. Urteil des BVGer E-5881/2024 vom 14. Oktober 2024 E. 8.3.1 m.w.H.). 

In der Beschwerde wird nichts vorgebracht, das an dieser Einschätzung 

etwas ändern könnte. Der Vollzug der Wegweisung in die Côte d'Ivoire ist 

daher als generell zumutbar zu erachten. 

7.4.3 In individueller Hinsicht ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer 

in seinem Heimatland über ein familiäres Beziehungsnetz verfügt (vgl. 

SEM-act. …….-17/12 F24–F36). Es ist davon auszugehen, dass er nach 

seiner Rückkehr zumindest anfänglich auf die Unterstützung seiner Ver-

wandten zählen und eine Unterkunft finden kann. Er hat die Schule bis zur 

Matura besucht und erwarb sich während seiner langjährigen Tätigkeit in 

der (…) reichlich Berufserfahrung. Dies wird es ihm ermöglichen, erneut 

eine Arbeit zu finden und für sich und seine Familie eine wirtschaftliche 

Existenz aufzubauen. Die vom Beschwerdeführer in der Befragung vom 

5. Juni 2024 genannten gesundheitlichen Probleme (……. [vgl. SEM-act. 

…….-17/12 F45–F47]) stehen einer Rückkehr in die Côte d’Ivoire nicht ent-

gegen, da sie auch dort behandelt werden können. Es ist daher nicht davon 

auszugehen, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in die Heimat 

aufgrund einer wirtschaftlichen oder medizinischen Notlage existenziell ge-

fährdet wäre. 

7.4.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung nicht 

als unzumutbar. 

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Seite 16 

7.5 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaats die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (Art. 8 Abs. 4 AsylG; vgl. BVGE 2008/34 

E. 12). Der Vollzug der Wegweisung ist als möglich zu bezeichnen (Art. 83 

Abs. 2 AIG). 

7.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass das SEM den Vollzug der Weg-

weisung zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. Die 

Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 

Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung im 

Lichte von Art. 106 Abs. 1 AsylG und Art. 49 VwVG nicht zu beanstanden 

ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da das Gesuch um Gewährung 

der unentgeltlichen Prozessführung mit Instruktionsverfügung vom 

12. September 2024 gutgeheissen wurde und sich an den Voraussetzun-

gen dazu nichts geändert hat, sind keine Verfahrenskosten zu erheben. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Walter Lang Christoph Basler 

 

 

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