# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 93f28784-c34c-5531-ad1f-227333a7ed85
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-03-14
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 14.03.2013 SB110625
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB110625_2013-03-14.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB110625-O/U/hb 
 

Mitwirkend: die Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, lic. iur. Spiess und lic. iur. 

Stiefel sowie die Gerichtsschreiberin lic. iur. Heuberger Golta 

Urteil vom 14. März 2013 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter, Erstberufungskläger, Zweitberufungsbeklagter und Anschlussberu-

fungsbeklagter 

bisher amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X1._____, sowie durch 

Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ 

neu seit 26. April 2012 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. X3._____ 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich,  
Anklägerin, Erstberufungsbeklagte, Zweitberufungsklägerin und Anschlussberu-

fungsklägerin 

 

betreffend vorsätzliche Tötung etc.   
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 
23. August 2011 (DG100656) 

- 2 - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 2. Dezem-

ber 2010 (Urk. 46) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Beschluss der Vorinstanz: 

1. Der Antrag der Privatklägerschaft, es sei das durch den Beschuldigten ein-

gereichte Privatgutachten aus dem Recht zu weisen, wird abgewiesen. 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Erkennt-

nis. 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB; 

− des strafbaren Schwangerschaftsabbruchs im Sinne von Art. 118 

Abs. 2 StGB sowie 

− der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 15 Jahren Freiheitsstrafe, wovon 548 Ta-

ge durch Untersuchungs- und Sicherheitshaft erstanden sind. 

3. Es wird davon Vormerk genommen, dass sich der Beschuldigte seit dem 

1. März 2011 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. 

4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber der Privatklägerin 

B._____ aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach bei voller 

Haftung schadenersatzpflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges 

des Schadenersatzanspruches wird die Privatklägerin B._____ auf den Weg 

des Zivilprozesses verwiesen. 

- 3 - 

5. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ CHF 60'000.– 

zuzüglich 5 % Zins ab dem 26. August 2009 als Genugtuung zu bezahlen. 

Im Mehrbetrag wird das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

6. Das mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

26. Oktober 2010 beschlagnahmte und beim Forensischen Institut Zürich 

deponierte Elektroschockgerät (Asservatnummer 1) wird eingezogen und 

der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

7. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich vom 30. November 2010 beschlagnahmten und bei der Bezirksge-

richtskasse unter der Sachkautions-Nummer 1 deponierten Gegenstände 

werden dem Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft zu Handen seiner 

Effekten herausgegeben: 

− 1 Notebook, Marke Asus, Typ PRO80J, Seriennummer ..., Windows 
Vista Home Premium 

− 1 externes Gehäuse, Marke Western Digital Typ Elements, USB Se-
riennummer ... 

− 1 Digitalkamera Lumix, Typ Panasonic DMC-LX3, Seriennummer ... 
− 1 Mobiltelefon Sony Ericsson W810i IMEI Nr. ... 

8. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich vom 30. November 2010 beschlagnahmten und beim Forensischen 

Institut Zürich deponierten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach 

Eintritt der Rechtskraft herausgegeben: 

− Freizeitjacke, grau/schwarz, "SALEWA" (Asservatnummer: 2) 
− Cargohose, hellgrau, "CLOCKHOUSE" (Asservatnummer: 3) 
− T-Shirt, bordeauxrot, "COLONIAL" (Asservatnummer: 4) 
− Boxershorts, grün/gelb, "H&M" (Asservatnummer: 5) 
− 1 Paar Socken (Asservatnummer: 6) 
− 1 Paar Halbschuhe, hellbraun, mit Klettverschluss, Gr. 46/48, "Falke 

TK" (Asservatnummer: 7) 
− T-Shirt, grün, "NRG", mit weissem Aufdruck "Sportswear", Gr. L (As-

servatnummer: 8) 

- 4 - 

− Shorts, grün/gelb, mit schwarzem Netz darüber, "Nike" (Asservatnum-
mer: 9) 

− 1 Paar Sandalen, "MBT", Gr. 47 (Asservatnummer: 10) 
− Trägershirt, "Clockhouse", Grösse XL, hellgrün (Asservatnummer: 11) 
− T-Shirt, "Gatsby", Gr. XL, schwarz, kurzarm, V-Ausschnitt (Asservat-

nummer: 12) 
− T-Shirt, ohne Markenbezeichnung und Grössenangabe, grau meliert, 

mit Brust- und Rückenprint "…-Backpacker" (Asservatnummer: 13) 

9. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich vom 30. November 2010 beschlagnahmten und bei der Bezirksge-

richtskasse unter der Sachkautions-Nummer 2 deponierten Gegenstände 

werden der Privatklägerin B._____ nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes 

Verlangen zu Handen des Nachlasses von †C._____ herausgegeben: 

− Computer Apple iMac, Seriennummer ..., Mac OS X Maximus 
− Notebook IBM ThinkPad T21, Seriennummer ...  
− USB-Memorystick Disk2go Pure II, Seriennummer ..., Gr. 5 MB  
− Mobiltelefon Siemens ME45 mit italienischer SIM Karte und Ladekabel 

IMEI ... 
− Mobiltelefon Sony Ericsson W760i mit Ladekabel, IMEI ... 
− "Weidenköfferchen", geflochten, hellbraun mit Deckel 
− Haushaltleiter, Aluminium, Bez. "rvs 8974-00" 
− 4 Klappstühle, Holz, hellbraun 

10. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons 

Zürich vom 30. November 2010 beschlagnahmten und beim Forensischen 

Institut Zürich deponierten Gegenstände werden der Privatklägerin B._____ 

nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes Verlangen zu Handen des Nachlas-

ses von †C._____ herausgegeben: 

− 1 T-Shirt, hellgrün, "one by one", Gr. 176 (Asservatnummer: 14) 
− 1 Trainerhose, schwarz, "EXCEED", Gr. S (Asservatnummer: 15) 
− 1 Paar Sandalen, blau mit weisser Musterung, "Björndal", Gr. 35 (As-

servatnummer: 16) 
− 1 Sehbrille, graues Metallgestell mit ovalen Gläsern, "G&N Götti & Nie-

derer" (Asservatnummer: 17) 
− 1 Fingerring, oval (Asservatnummer: 18) 

- 5 - 

− 1 Fingerring, silber, S.D. (Asservatnummer: 19) 
− 1 Mappe, schwarz Leder mit 2 Fächern, "The Trend" (Asservatnum-

mer: 20) 
− 1 Molton weiss (Asservatnummer: 21) 
− 1 Küchenschürze, dunkelblau/rot/weiss (Asservatnummer: 22) 

11. Die mit Verfügung der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich vom 

2. Dezember 2010 beschlagnahmten und bei der Bezirksgerichtskasse unter 

der Sachkautionsnummer 3 deponierten diversen schriftlichen Unterlagen 

werden der Privatklägerin B._____ nach Eintritt der Rechtskraft auf erstes 

Verlangen zu Handen des Nachlasses von †C._____ herausgegeben. 

12. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf 

CHF 12'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

CHF 6'282.40   Kosten Kantonspolizei 

CHF     Gebühr Anklagebehörde 

CHF     Kanzleikosten 

CHF 37'349.--   Auslagen Untersuchung 

CHF 24'000.--   amtliche Verteidigung 

CHF    unentgeltl. Vertretung Privatklägerschaft (ausstehend) 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

13. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem 

Beschuldigten auferlegt. 

14. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genom-

men; vorbehalten bleibt eine Nachforderung für die Kosten der amtlichen 

Verteidigung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO. Über die Höhe der Kosten der 

amtlichen Verteidigung wird separat entschieden. 

15. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerschaft werden auf 

die Staatskasse genommen. 

16. (Mitteilungen) 

- 6 - 

17. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) der amtlichen Verteidigung des Beschuldigten: 

(mündlich und schriftlich, Urk. 220 S. 2) 

"1. A._____ sei der ihm vorgeworfenen Delikte für nicht schuldig zu befin-

den und vollumfänglich freizusprechen. 

2. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens, inklusive der amtlichen Ver-

teidigung, seien auf die Staatskasse zu nehmen, und A._____ sei eine 

angemessene Entschädigung und Genugtuung aus der Staatskasse zu 

bezahlen, deren Quantifizierung, nachträglich zu ermöglich sei. 

3. Auf die Zivilansprüche der Geschädigten, bzw. Privatklägerin und Beru-

fungsbeklagten 2, sei nicht einzutreten bzw. diese Forderungen seien 

abzuweisen. 

4. Eventualiter sei A._____ der unterlassenen Nothilfe im Sinne von 

Art. 128 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen und zu bestrafen. 

5. Subeventualiter, im Falle der teilweisen oder gänzlichen Bestätigung 

des vorinstanzlichen Urteils, sei die Strafzumessung zu überprüfen und 

eine wesentlich reduzierte Strafe auszufällen." 

b) der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich: 

(mündlich und schriftlich, Urk. 223 S. 1): 

"1. Der Beschuldigte sei im Sinne der Anklageschrift schuldig zu sprechen. 

2. Der Beschuldigte sei mit 20 Jahren Freiheitsstrafe zu bestrafen. 

3. Es sei während des Vollzuges der Freiheitsstrafe eine ambulante Be-

handlung im Sinne von Art. 63 StGB anzuordnen. 

- 7 - 

4. Es sei das Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 9. Abteilung, vom 

23. August 2011 bezüglich der Nebenfolgen des Urteils und den Kos-

tenfolgen zu bestätigen." 

c) des unentgeltlichen Geschädigtenvertreters: 

(mündlich und schriftlich, Urk. 224 S. 1) 

"Es sei das vorinstanzliche Urteil im Zivilpunkt (Ziff. 4 und 5) und betreffend 

der persönlichen Gegenstände der Getöteten (Ziff. 9 bis 11) vollumfänglich 

zu bestätigen. 

Es seien die Kosten des Verfahrens dem Beschuldigten aufzuerlegen. Die 

Kosten der unentgeltlichen Geschädigtenvertretung seien auf die Staatskas-

se zu nehmen." 

 

 

- 8 - 

Erwägungen:  

I. Prozessuales 

 1. Gegen das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil des Bezirksge-

richts Zürich, 9. Abteilung, vom 23. August 2011 meldeten sowohl der vormalige 

Verteidiger des Beschuldigten mit Eingabe vom 26. August 2011 als auch der Be-

schuldigte selber mit Eingabe vom 2. September 2011 und die Staatsanwaltschaft 

mit Eingabe vom 30. August 2011 rechtzeitig Berufung an (Urk. 127; Urk. 132; 

Urk. 129; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Erhalt des begründeten Urteils am 16. Sep-

tember 2011 (Urk. 145/4) liess der Beschuldigte am 5. Oktober 2011 (Datum des 

Poststempels) fristgerecht seine Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 Abs. 3 

StPO einreichen (Urk. 149). Die Staatsanwaltschaft, die das begründete Urteil der 

Vorinstanz ebenfalls am 16. September 2011 erhalten hatte (Urk. 145/1), reichte 

ihre Berufungserklärung dagegen erst am 7. Oktober 2011 und damit einen Tag 

nach Fristablauf beim Obergericht ein (Urk. 148). Mit Präsidialverfügung vom 

17. Oktober 2011 wurde der Anklagebehörde daher Gelegenheit gegeben, sich 

zur Frage der Rechtzeitigkeit ihrer Berufung zu äussern (Urk. 152). Mit Eingabe 

vom 20. Oktober 2011 machte die Staatsanwaltschaft geltend, die Berufungser-

klärung sei am 5. Oktober 2011 innert Frist dem Kurier übergeben worden, und 

sie stellte gestützt auf Art. 94 StPO (eventualiter) ein Fristwiederherstellungsge-

such (Urk. 154). Mit Präsidialverfügung vom 25. Oktober 2011 wurden dem Be-

schuldigten und der Privatklägerin Kopien der Berufungserklärung und des Frist-

wiederherstellungsgesuches der Staatsanwaltschaft sowie der Staatsanwaltschaft 

und der Privatklägerin die Berufungserklärung des Beschuldigten zugestellt und 

Frist für Anschlussberufung oder einen Nichteintretensantrag angesetzt 

(Urk. 155). Mit Eingabe vom 28. Oktober 2011 erklärte die Staatsanwaltschaft 

rechtzeitig Anschlussberufung (Urk. 157). Mit Eingabe vom 15. November 2011 

beantragte der Beschuldigte persönlich, es sei auf das Fristwiederherstellungsge-

such und die Berufung der Staatsanwaltschaft nicht einzutreten (Urk. 165). Mit 

Beschluss vom 25. November 2011 wurde das Fristwiederherstellungsgesuch der 

- 9 - 

Staatsanwaltschaft abgewiesen (Urk. 169). Mit Urteil des Bundesgerichts vom 

6. Juli 2012 wurde die von der Staatsanwaltschaft dagegen erhobene Beschwer-

de abgewiesen, soweit darauf eingetreten wurde (Urk. 187A). Es liegen somit die 

rechtzeitige Berufung des Beschuldigten und die rechtzeitige Anschlussberufung 

der Staatsanwaltschaft vor. Die Anschlussberufung richtet sich sinngemäss nach 

Art. 399 Abs. 3 und 4 StPO. Sie ist nicht auf den Umfang der Hauptberufung be-

schränkt, es sei denn, diese beziehe sich ausschliesslich auf den Zivilpunkt des 

Urteils (Art. 401 Abs. 1 und 2 StPO). Aufgrund der Verspätung der Berufungser-

klärung der Staatsanwaltschaft ist auf deren Berufung nicht einzutreten (Art. 403 

Abs. 1 lit. a StPO). Die Privatklägerin liess sich nicht vernehmen. 

 2. Der Beschuldigte liess mit seinen eingangs aufgeführten Berufungsanträ-

gen einen vollumfänglichen Freispruch und die Entrichtung einer angemessenen 

Entschädigung und Genugtuung aus der Staatskasse sowie ein Nichteintreten auf 

die Zivilansprüche der Zivilklägerin beantragen (Urk. 220 S. 2). Damit ist das vor-

instanzliche Erkenntnis fast gänzlich angefochten. Unangefochten blieben nur der 

Beschluss der Vorinstanz, mit welchem diese den Antrag der Privatklägerschaft, 

das durch den Beschuldigten eingereichte Privatgutachten (vgl. Urk. 122/1) aus 

dem Recht zu weisen (Urk. 147 S. 100), abwies, sowie die Urteilsdispositivzif-

fern 3 (Vormerknahme des vorzeitigen Strafvollzuges), 5 Satz 2 (Verweisung des 

Fr. 60'000.– übersteigenden Betrages der Genugtuung auf den Zivilweg), 6 (Ein-

ziehung des Elektroschockgerätes), 7 bis 11 (Herausgabe von beschlagnahmten 

Gegenständen und Unterlagen) sowie 12 (Kostenfestsetzung). Es ist deshalb mit-

tels Beschluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in 

Rechtskraft erwachsen ist (Art. 402 i.V.m. Art. 437 StPO). 

 3.1. Dem Beschuldigten wurde mit Verfügung der Präsidentin der Anklage-

kammer des Obergerichts des Kantons Zürich (fortan: Anklagekammer) vom 

2. September 2009 ursprünglich Rechtsanwalt lic. iur. X4._____ als amtlicher Ver-

teidiger bestellt (Urk. 34/2). Anfangs 2010 wandte sich der Beschuldigte in mehre-

ren Schreiben mit dem Begehren an die Staatsanwaltschaft, ihm eine andere amt-

liche Verteidigung zu bestellen, was mit Verfügung der Präsidentin der Anklage-

kammer vom 8. Februar 2010 zunächst abgelehnt wurde (Urk. 34/17; Urk. 34/19; 

- 10 - 

Urk. 34/27). In mehreren weiteren Schreiben an die Staatsanwaltschaft sowie mit 

einem Schreiben an die Präsidentin der Anklagekammer erneuerte der Beschul-

digte sein Begehren im März und April 2010 und ersuchte um Bestellung eines 

neuen amtlichen Verteidigers in der Person von Rechtsanwalt Dr. iur. X5._____ 

(Urk. 34/36; Urk. 34/40; Urk. 34/43; Urk. 34/46; Urk. 34/51). Mit Verfügung der 

Präsidentin der Anklagekammer vom 22. April 2010 wurde auch dieses Begehren 

abgewiesen (Urk. 34/51), worauf der Beschuldigte am 27. Mai 2010 ein erneutes 

Gesuch stellte (Urk. 34/62). 

 3.2. Mit Schreiben vom 3. Juni 2010 und unter Beilage der Vollmacht mit 

demselben Datum teilte Rechtsanwalt Dr. X5._____ der Staatsanwaltschaft mit, 

dass er ab sofort die erbetene Verteidigung des Beschuldigten übernehme 

(Urk. 34/64 f.; Urk. 34/63). Nach einem Schriftenwechsel verfügte die Präsidentin 

der Anklagekammer am 15. Juni 2010, dass der bisherige amtliche Verteidiger 

nicht entlassen und das Gesuch um Verteidigerwechsel abgewiesen werde 

(Urk. 34/67). Die dagegen erhobene Beschwerde ans Bundesgericht zog der Be-

schuldigte in der Folge wieder zurück (Urk. 34/75 f.). Auf weiteren Antrag des er-

betenen Verteidigers vom 31. Januar 2011, den amtlichen Verteidiger per sofort 

zu entlassen, wurde Rechtsanwalt X4._____ schliesslich mit vorinstanzlicher Prä-

sidialverfügung vom 1. Februar 2011 als amtlicher Verteidiger entlassen (Urk. 78; 

Urk. 80). Im vorinstanzlichen Verfahren wurde der Beschuldigte in der Folge 

durch seinen erbetenen Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. X5._____, vertreten (vgl. 

u.a. Prot. I S. 10, S. 32). 

 3.3. Mit Schreiben vom 31. August 2011 teilte Rechtsanwalt Dr. X5._____ 

mit, dass das Mandatsverhältnis definitiv erloschen sei und er dieses auch nicht 

als amtliches Mandat fortführen würde (Urk. 131). Mit Vollmacht vom 1. Septem-

ber 2011 beauftragte der Beschuldigte Rechtsanwalt lic. iur. X1._____ mit der 

Wahrung seiner Interessen (Urk. 134 f.), worauf dieser mit vorinstanzlicher Präsi-

dialverfügung vom 9. September 2011 als amtlicher Verteidiger bestellt wurde 

(Urk. 136). Mit Schreiben vom 26. Oktober 2011 ersuchte der Beschuldigte da-

rum, Rechtsanwalt X1._____ als amtlichen Verteidiger zu entlassen und Rechts-

anwalt lic. iur. X2._____ als neuen amtlichen Verteidiger zu ernennen, dies unter 

- 11 - 

Beilage der Vollmacht an Rechtsanwalt X2._____ mit demselben Datum 

(Urk. 158 f.). 

 3.4. Mit Präsidialverfügung des Kammerpräsidenten vom 1. November 2011 

wurde dem amtlichen Verteidiger eine kurze Frist zur Stellungnahme eingeräumt, 

auf welche Rechtsanwalt X1._____ mit Schreiben vom 9. November 2011 aus-

drücklich verzichtete (Urk. 160; Urk. 162). Mit Präsidialverfügung des Kammer-

präsidenten vom 14. November 2011 wurde Rechtsanwalt X1._____ als amtlicher 

Verteidiger entlassen und Rechtsanwalt X2._____ als solcher neu ernannt 

(Urk. 163). Mit Eingabe vom 13. April 2012 verlangte der Beschuldigte erneut ei-

nen Verteidigerwechsel "wegen Ineffektivität etc." und die Ernennung von 

Rechtsanwalt Dr. iur. X3._____ als neuen amtlichen Verteidiger (Urk. 176 S. 2). In 

der ihm mit Verfügung des Kammerpräsidenten vom 19. April 2012 angesetzten 

Frist zur Stellungnahme erklärte Rechtsanwalt X2._____ mit Eingabe vom 23. Ap-

ril 2012 zusammengefasst, aufgrund der gegebenen Umstände und Differenzen 

mit dem Beschuldigten in der Mandatsführung nichts gegen einen Verteidiger-

wechsel einzuwenden (Urk. 177; Urk. 179 S. 2 ff.). Mit Eingabe vom 26. April 

2012 erneuerte der Beschuldigte seinen pendenten Antrag und nahm seinerseits 

kritisch Stellung zur Stellungnahme von Rechtsanwalt X2._____ (Urk. 180). Mit 

Verfügung des Kammerpräsidenten vom 26. April 2012 wurde Rechtsanwalt 

X2._____ schliesslich aus seinem Amt entlassen und neu Rechtsanwalt Dr. 

X3._____ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten bestellt (Urk. 181). 

 4. Der Beschuldigte befindet sich seit dem 1. März 2011 im vorzeitigen Straf-

vollzug, derzeit in der Justizvollzugsanstalt D._____ (Urk. 111; Urk. 151). Mit Prä-

sidialverfügung vom 30. Juli 2012 wurde ein Haftentlassungsgesuch des Be-

schuldigten abgewiesen, und mit Präsidialverfügung vom 2. August 2012 wurde 

auf ein weiteres Haftentlassungsgesuch nicht eingetreten (Urk. 198; Urk. 201). Mit 

Eingabe vom 4. Februar 2013 stellte der Beschuldigte u.a. erneut den Antrag, ihn 

sofort aus der Haft zu entlassen (Urk. 211 S. 5). Mit Eingabe der Verteidigung 

vom 7. Februar 2013 liess er das Haftentlassungsgesuch wieder zurückziehen 

(Urk. 212). 

- 12 - 

 5.1. a) Mit Eingabe vom 14. Juni 2012 stellte der Beschuldigte persönlich 

den folgenden ersten Beweisantrag (Urk. 185/1 S. 2 und 8; Urk. 185/2 sinnge-

mäss): Es sei bei einem wirklich objektiven und neutralen Gutachter die E._____, 

die Bruchrichtung des zweiten Halswirbels, mittels CT-Bildern, Obduktionsbildern, 

der ursprünglich korrekt erhobenen Befunde von IRM-Dr. F._____ und dem or-

thopädisch-traumatologischen Gutachten von Prof. Dr. med. G._____ (fortan: Dr. 

G._____) rechtsgültig abzuklären. 

 b) Zur Begründung führte er im Wesentlichen an, das Abknicken sei nicht 

durch einen Druck mit der Hand seitlich gegen den Kopf erfolgt, sondern durch 

"Überstreckung im gemeinsamen Sturz", gemäss seinen stets konstanten Aussa-

gen und der Tatrekonstruktion vom 17. September 2009, wie dies auch Dr. 

G._____ eindeutig festgestellt habe (Urk. 185/1 S. 2 ff.; vgl. "orthopädisch-

traumatologisches Gutachten" bzw. Privatgutachten von Dr. G._____ vom 

29. Juni 2011, Urk. 122/1). Die Anprallmarken hätten sich bei †C._____ und ihm 

am Rücken befunden, was mit dem rückwärtigen Sturz der Tatrekonstruktion 

übereinstimme (Urk. 185/1 S. 4). Auf diesen Beweisantrag wird an passender 

Stelle zurückzukommen sein (vgl. unten Erw. III.3.7.d)). 

 5.2. Mit (teilweise ungebührlichen Inhalt aufweisenden) Eingaben vom 

12. November 2012 und vom 7. Februar 2013 (Urk. 208/1; Urk. 213/1) stellte der 

Beschuldigte persönlich den zweiten und dritten Beweisantrag, wonach die von 

ihm eingereichten weiteren Beweismittel zu den Akten zu nehmen seien. Dem ist 

das Gericht nachgekommen (vgl. Urk. 208/2-7; Urk. 213/2-5). 

 5.3. Mit Eingabe vom 30. Juli 2012, welche in weiten Teilen wiederum unge-

bührlichen und insoweit nicht zu beachtenden Inhalt aufweist (Urk. 200 S. 2 ff.), 

beantragte der Beschuldigte die Zweiteilung der Hauptverhandlung (Urk. 200 

S. 3) und die Vorladung von Dr. Dr. med. F._____, Facharzt für Rechtsmedizin 

und Oberarzt am Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich (fortan: 

Dr. F._____) zur Berufungsverhandlung (Urk. 200 S. 4). Dr. F._____ hat seine im 

Rahmen der Obduktion gewonnenen Erkenntnisse indessen bereits anlässlich 

seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 3. Juni 2010 sowie seiner er-

neuten Befragung als Zeuge durch die Vorinstanz am 17. August 2011 auch auf 

- 13 - 

Ergänzungsfragen des Beschuldigten und seiner Verteidigung ausführlich erläu-

tert und vollumfänglich bestätigt (Urk. 18/10 S. 2 ff.; Urk. 117 S. 2 ff.). Dies hat be-

reits die Vorinstanz detailliert und korrekt wiedergegeben, worauf verwiesen wer-

den kann (Urk. 147 S. 24 f.; Art. 82 Abs. 4 StPO). Eine nochmalige Befragung von 

Dr. F._____ als Zeuge verspricht keine neuen, weitergehenden Erkenntnisse und 

erübrigt sich daher im Berufungsverfahren. 

 5.4. Eine Fristansetzung zur Nachbesserung von ungebührlichen Teilen der 

Eingaben des Beschuldigten gestützt auf Art. 110 Abs. 4 StPO erübrigt sich eben-

falls, da die Berufungsverhandlung dem Beschuldigten und der Verteidigung aus-

reichend Gelegenheit zur Klarstellung oder Ergänzung allfälliger Anträge geboten 

hat. 

 5.5. a) Mit Eingabe vom 4. November 2012 (Urk. 207) verwies der amtliche 

Verteidiger auf die Beweisergänzungseingabe des Beschuldigten vom 14. Juni 

2012 mit dem ersten Beweisantrag (Urk. 185/1+2) und erneuerte den bereits vom 

Beschuldigten angesprochenen prozessualen Antrag (Urk. 207 S. 3 f.), dass das 

Verfahren gemäss Art. 342 Abs. 1 lit. b StPO zweizuteilen sei. Im ersten Verfah-

rensteil sei im Sinne eines Tatinterlokuts nur die Tatfrage zu erörtern; erst im 

zweiten Verfahrensteil seien die Schuldfrage sowie die Folgen eines Schuld- oder 

Freispruchs zu behandeln. Falls dem nicht gefolgt würde, sei die Berufungsver-

handlung zu unterbrechen und zu vertagen. Diesfalls sei im Sinne eines Beweis-

antrages zwischenzeitlich ein Obergutachten – "nicht aus Zürich!" – einzuholen, 

welches sich zum "wahren Todeseintritt", ausgehend von der "erwiesenen hori-

zontalen Bruchlinie" am zweiten Halswirbel der Verstorbenen, "auseinanderset-

zend" mit den bei den Akten liegenden Gutachten von Dr. F._____ und Dr. 

G._____ "determinierend" äussere. Diese Anträge erneuerte die Verteidigung in 

der Berufungsverhandlung (Prot. II S. 16 f.; Urk. 220 S. 3). 

 b) Anlässlich der Berufungsverhandlung vom 22. Februar 2013 beantragte 

auch die Staatsanwaltschaft eine Zweiteilung der Verhandlung, allerdings im Sin-

ne eines Schuldinterlokuts. Sie führte zur Begründung an, dass sich der Geistes-

zustand des Beschuldigten seit dem erstinstanzlichen Schuldspruch markant und 

dramatisch verändert habe. Seine diversen Eingaben an das Obergericht und 

- 14 - 

Schreiben an die Mutter des Opfers belegten dies und zeigten, dass der Beschul-

digte geistig verwirrt sei und offensichtlich unter Wahnvorstellungen leide. Schon 

der damalige Psychologe, H._____, habe in seinem Bericht festgehalten, dass 

aufgrund des Verhaltens des Beschuldigten an schizoide und dissoziale Züge zu 

denken sei. Bei dieser Sachlage bestünden nicht nur erhebliche und ernsthafte 

Zweifel am Geisteszustand des Beschuldigten, sondern auch an den Ausführun-

gen der Gutachter Dr. I._____ und Dr. J._____ im Gutachten vom 5. Januar 2011, 

wonach beim Beschuldigten nur eine akzentuierte Persönlichkeit mit dissozialen 

und narzisstischen Zügen vorliege – und damit auch an der Schuldfähigkeit des 

Beschuldigten und der gestellten Legalprognose. Da sich die Verhältnisse ekla-

tant verändert hätten, könne auf das erste Gutachten nicht mehr vollumfänglich 

abgestellt werden, und es sei ein neues psychiatrisches Gutachten über den Be-

schuldigten einzuholen (Prot. II S. 18; Urk. 217 S. 2 f.). 

 c) Das beantragte Schuld- bzw. Tatinterlokut gemäss Art. 342 Abs. 1 lit. a 

und b StPO sieht eine Zweiteilung der Hauptverhandlung vor. Beim Schuldinter-

lokut i.S. der genannten lit. a werden in einem ersten Verfahrensteil nur die Tat- 

und Schuldfrage, in einem zweiten Teil dann im Falle eines Schuldspruchs die 

Straf- und Nebenfolgen, bei einem Freispruch nur noch die Nebenfolgen (d.h. ins-

besondere die Kosten- und Entschädigungsfolgen) behandelt. Beim Tatinterlokut 

i.S. der genannten lit. b werden in der ersten Verfahrensetappe nur die Tatfrage 

und erst im zweiten Teil die Schuldfrage sowie die Folgen eines Schuld- oder 

Freispruchs behandelt. Diese Variante steht im Vordergrund, wenn die beschul-

digte Person die Tat bestreitet und zur Schuldfrage aufwendige Beweiserhebun-

gen (z.B. Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit) erforderlich sind, die sich er-

übrigen, wenn ein Freispruch ergehen kann. Dieses Vorgehen soll zunächst dem 

Persönlichkeitsschutz der beschuldigten Person dienen, da ihre persönlichen 

Verhältnisse nicht erörtert werden müssen, wenn noch gar nicht feststeht, ob 

überhaupt eine Sanktion auszusprechen ist. Sodann bleibt der Verteidigung, wel-

che einen vollumfänglichen Freispruch beantragt, die Aufgabe erspart, in einem 

Eventualstandpunkt bereits zu den Sanktionen Stellung nehmen zu müssen. Aus 

einer Verfahrenszweiteilung können sich aber auch Schwierigkeiten und Nachteile 

ergeben, wenn sich in gewissen Fällen die Täterpersönlichkeit von der Feststel-

- 15 - 

lung des Tatbestandes nicht trennen lässt. Ferner kann ein solches Vorgehen zu 

Verfahrensverzögerungen führen und ganz allgemein dem Beschleunigungsgebot 

widersprechen. Das Stellen von Eventualanträgen gehört schliesslich zum Pro-

zessalltag (Hauri, in: Basler Kommentar zur Strafprozessordnung, Basel 2011, 

N 1 ff. zu Art. 342 StPO; Fingerhuth, in: Zürcher Kommentar zur Strafprozessord-

nung, Zürich 2010, N 1 zu Art. 342 StPO). Geringere Bedeutung kommt der Zwei-

teilung im Berufungsverfahren zu; sie ist aber nach Art. 379 StPO in Verbindung 

mit Art. 342 StPO auch da möglich. Eine Pflicht zur Zweiteilung besteht für das 

Gericht nicht. Die sachliche Zuständigkeit für den Entscheid über die Zweiteilung 

liegt beim Gericht, nicht bei der Verfahrensleitung (Art. 342 Abs. 1 StPO). Die 

Frage der Zweiteilung kann daher erst zu Beginn der Hauptverhandlung als Vor-

frage aufgeworfen werden. Den anwesenden Parteien ist dazu das rechtliche Ge-

hör zu gewähren (Art. 339 Abs. 2 lit. f. StPO). Werden die Tat- bzw. die Tat- und 

Schuldfrage bejaht, ergeht nach Massgabe von Abs. 4 ein Zwischenentscheid in 

der Form eines Urteils, das mündlich eröffnet und kurz begründet wird. Ein Dispo-

sitiv ist nicht zwingend auszuhändigen, da dies gemäss Art. 84 Abs. 2 StPO erst 

am Ende der Hauptverhandlung notwendig ist (Hauri, in: Basler Kommentar zur 

Strafprozessordnung, Basel 2011, N 5 ff. zu Art. 342 StPO; Fingerhuth, in: Zür-

cher Kommentar zur Strafprozessordnung, Zürich 2010, N 4, N 6, N 12 zu 

Art. 342 StPO). 

 d) Die Tragweite des Persönlichkeitsschutzes ist im Berufungsverfahren 

nicht mehr dieselbe wie vor erster Instanz, nachdem die persönlichen Verhältnis-

se bereits einmal in einer öffentlichen Verhandlung erörtert wurden. Das Be-

schleunigungsgebot geht im vorliegenden Fall vor. Was die Begründung der 

Staatsanwaltschaft für das beantragte Schuldinterlokut angeht, so ist festzuhalten, 

dass der Geisteszustand des Beschuldigten zum Zeitpunkt der eingeklagten Tat 

relevant ist, und dieser war gemäss dem psychiatrischen Gutachten von Dr. med. 

I._____ und Dr. med. J._____ nicht beeinträchtigt bzw. die Schuldfähigkeit des 

Beschuldigten war nicht eingeschränkt (Urk. 65 S. 88). Selbst wenn sich der Zu-

stand des Beschuldigten im Nachhinein verändert haben sollte, so liesse dies kei-

ne Rückschlüsse auf seinen Zustand im eingeklagten Tatzeitpunkt zu. Ohnehin ist 

aber vielmehr davon auszugehen, dass es die vom Gutachter diagnostizierten 

- 16 - 

dissozialen und narzisstischen Persönlichkeitszüge sind, welche nunmehr in der 

Haftsituation verstärkt zum Ausdruck kommen, wie dies im Gerichtsalltag nicht 

selten zu beobachten ist. Nach alledem ist von einer Zweiteilung der Berufungs-

verhandlung abzusehen (zur Frage eines Obergutachtens bezüglich Todesursa-

che vgl. unten Erw. III.3.7.d)). 

 5.6. a) Schliesslich stellte die Staatsanwaltschaft anlässlich der Berufungs-

verhandlung den Antrag, dass ihr – sofern die Berufungsinstanz das Geschehen 

wie die Vorinstanz in zwei je abgeschlossene Vorfälle aufteilen sollte – Gelegen-

heit zu geben sei, die Anklageschrift bezüglich des subjektiven Tatbestandes zu 

berichtigen bzw. zu ergänzen, damit der erste Angriff gegen den Hals als versuch-

te Tötung abgeurteilt werden könnte (Urk. 223 S. 3).  

 b) Vorliegend ist ein einheitliches Tatgeschehen zu beurteilen, welches aus 

zwei Phasen besteht, wie dies mit Anklageschrift vom 2. Dezember 2010 auch 

eingeklagt wurde. Eine eigentliche Unterteilung in zwei abgeschlossene Phasen 

ist aber für die vorliegende Beurteilung nicht notwendig. Für diesen Fall gilt der 

Antrag der Staatsanwalt als nicht gestellt, weshalb nicht weiter darauf einzugehen 

ist. 

II. Anklagevorwürfe  

 1.1. Dem Beschuldigten wird im Hauptdossier (Anklagevorwürfe der vorsätz-

lichen Tötung und des strafbaren Schwangerschaftsabbruchs) unter Ziffer I. zu-

sammengefasst vorgeworfen (Urk. 46 S. 3 ff.), er habe am 26. August 2009, ge-

gen ca. 23 Uhr, seine von ihm im dritten Monat schwangere Freundin †C._____ in 

ihrer Wohnung aufgesucht, wo sich zwischen ihnen aus einem verbalen Streit ei-

ne Auseinandersetzung mit gegenseitigen Handgreiflichkeiten entwickelt habe, in 

deren Verlauf er †C._____ zu Boden gebracht und sich rittlings auf sie gesetzt 

und sie mit der rechten Hand am Hals gewürgt habe, bis sie regungslos gewesen 

sei. Kurz darauf sei †C._____ auf den Beschuldigten losgegangen und habe ihn, 

als er im Begriff gewesen sei, das Wohn-/Schlafzimmer zu verlassen, gepackt, 

worauf er sie in den Schwitzkasten (Würgegriff mit dem Arm) genommen habe. Im 

- 17 - 

Gerangel seien beide zu Boden gefallen, wo der Beschuldigte †C._____ weiterhin 

im Schwitzkasten gehalten und mit der rechten Hand bzw. dem rechten Arm seit-

lichen Druck gegen ihren Hals bzw. ihren Kopf ausgeübt habe. Durch dieses Vor-

gehen des Beschuldigten habe †C._____ u.a. eine Fraktur des zweiten Halswir-

bels und eine Halsmarkquetschung erlitten, was aufgrund der Unterbrechung 

zentraler Nervenleitungen ihren Tod zur Folge gehabt habe. Bei seinem zweiten 

Angriff auf den Hals von †C._____ habe der Beschuldigte um die möglicherweise 

tödlichen Folgen seines Verhaltens gewusst, und er habe ihren Tod herbeiführen 

wollen oder zumindest in Kauf genommen. Er habe auch um die Schwangerschaft 

von †C._____ gewusst und den Tod des ungeborenen Kindes zumindest in Kauf 

genommen. Schliesslich habe der Beschuldigte die leblose †C._____ vom Wohn-

zimmer in die Küche geschleppt, wo er sie vor dem Schrank auf den Boden ge-

legt, ihr das zerrissene T-Shirt gewechselt, die Pantoffeln angezogen, die Brille 

aufgesetzt sowie das Haar gebüschelt habe, ihr eine Leiter über die Füsse gestellt 

und eine Mappe, einen Koffer sowie einen Stuhl auf sie gelegt habe, um die Tö-

tung zu vertuschen und diese als Unfall (Sturz von der Leiter) zu inszenieren. Da-

nach habe der Beschuldigte die Wohnung verlassen (HD). 

 1.2. Der Beschuldigte anerkannte im Wesentlichen den äusseren, objektiven 

Sachverhalt, wonach er sich also am Mittwoch, 26. August 2009, gegen ca. 23 

Uhr in der Wohnung von †C._____ aufgehalten habe, wobei es zu einer gegen-

seitigen tätlichen Auseinandersetzung gekommen sei, als er ihr das Ende ihrer 

Beziehung eröffnet habe. Er anerkennt auch, dass es im Verlauf dieser tätlichen 

Auseinandersetzung zu einem Gerangel kam, welches zu einem gemeinsamen 

Sturz führte, und dass †C._____ bei dieser Auseinandersetzung schliesslich tödli-

che Verletzungen erlitt. Er bestreitet dagegen vehement, den Tod von †C._____ 

verursacht zu haben, und macht im Wesentlichen ein Unfallgeschehen im Rah-

men eines in Notwehr abgewehrten Angriffes von †C._____ mit tödlichen Folgen 

geltend (Urk. 10/17 S. 12; Urk. 10/29 S. 3; Urk. 10/57 S. 3; Urk. 116 S. 6 ff.; 

Urk. 185/2; Urk. 208/2, Urk. 208/4, Urk. 208/7; Urk. 213/1+2). 

 1.3. Der unbestrittene objektive Sachverhalt ist auch aufgrund des Untersu-

chungsergebnisses, insbesondere der rechtsmedizinischen Befunde (Urk. 18/9 

- 18 - 

S. 6 ff.; Urk. 18/10 S. 2 f.), erstellt, wie dies bereits im vorinstanzlichen Urteil de-

tailliert dargelegt und mit den korrekt aufgeführten Aktenstellen nachgewiesen 

wurde. Zur Vermeidung unnötiger Wiederholungen kann vorab darauf verwiesen 

werden (Urk. 147 S. 17 ff.). 

 1.4. Bestritten geblieben sind dagegen der 5. und 9. Absatz des Anklage-

sachverhaltes I. (Urk. 46 S. 4 oben und S. 5 letzter Absatz vor II.). Diese beiden 

Absätze betreffen den Ablauf des Gerangels zwischen dem Beschuldigten und 

†C._____, die genaue Ausgestaltung des Schwitzkastens, den genauen Hergang 

des Sturzes, das Vorgehen des Beschuldigten, nachdem †C._____ regungslos 

am Boden liegen blieb, sowie den subjektiven Sachverhalt, wonach der Beschul-

digte um die möglicherweise tödlichen Folgen seines Verhaltens gewusst habe 

und den Tod von †C._____ habe herbeiführen wollen oder zumindest in Kauf ge-

nommen habe – und wonach er schliesslich auch um die Schwangerschaft von 

†C._____ gewusst und den Tod des ungeborenen Kindes ebenfalls zumindest in 

Kauf genommen habe. 

 1.5. Bei diesen Bestreitungen blieb der Beschuldigte auch im Berufungsver-

fahren. Er beantragte nach wie vor einen Freispruch (Urk. 219; Urk. 220 S. 17 ff.; 

Prot. II S. 23 ff.). 

 2.1. Im Nebendossier wird dem Beschuldigten unter Ziffer II. zusammenge-

fasst vorgeworfen (Urk. 46 S. 5 f.), mit K._____ zu einem nicht mehr genau be-

stimmbaren Zeitpunkt im Februar/März 2007 in ihrer Wohnung in L._____ den 

Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben, obwohl er gewusst habe, dass sie damit 

nicht einverstanden sei, da sie ihm das gesagt und sich gewehrt habe, worauf er 

sie mit einer Hand am Hals gewürgt habe, bis sie ihren Widerstand aufgegeben 

habe. 

 2.2. Der Beschuldigte anerkannte im Vorverfahren wie auch vor Vorinstanz, 

am fraglichen Abend mit K._____ Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, wandte 

aber ein, es habe sich um einvernehmlichen Sex gehandelt. Er bestritt mithin, ge-

gen den Willen von K._____ sowie unter Anwendung von Gewalt Geschlechts-

- 19 - 

verkehr gehabt zu haben (Urk. 10/25 S. 3; Urk. 65 S. 60, ND 1/3/1 S. 1, Urk. 116 

S. 10, 19 ff.). 

 2.3. Bei dieser Darstellung blieb der Beschuldigte auch im Berufungsverfah-

ren. Er verlangte auch einen Freispruch vom Vergewaltigungsvorwurf (Urk. 191 

S. 5 ff.; Urk. 219; Urk. 220 S. 3 ff.; Prot. II S. 25 ff.). 

 3.1. Die bestrittenen Teile der Anklagesachverhalte sind demzufolge mit Hil-

fe der Untersuchungsakten sowie der Aussagen der Befragten nach den allge-

mein gültigen Beweisregeln zu überprüfen. Dabei ist insbesondere von Belang, ob 

und allenfalls auf welche Angaben des Beschuldigten und der von ihm vorge-

brachten Argumente abgestellt werden kann. 

 3.2. Die Vorinstanz hat die bei der richterlichen Beweis- und Aussagenwür-

digung anzuwendenden rechtstheoretischen Grundsätze und Regeln korrekt und 

umfassend aufgeführt und zutreffend auf die bei der Würdigung der Aussagen 

vorzunehmende Unterscheidung zwischen der generellen Glaubwürdigkeit der 

aussagenden Person und der Glaubhaftigkeit ihrer konkreten, im Prozess ge-

machten relevanten Aussagen hingewiesen (Urk. 147 S. 13 ff.). Diese Darlegun-

gen brauchen an dieser Stelle nicht wiederholt zu werden; es kann vollumfänglich 

auf sie verwiesen werden. 

III. Sachverhalt Hauptdossier (vorsätzliche Tötung,  
strafbarer Schwangerschaftsabbruch) 

 1. Die vom Beschuldigten in den insgesamt 13 Befragungen durch die Poli-

zei und die Staatsanwaltschaft im Vorverfahren (inklusive Tatrekonstruktion, 

Urk. 10/4) sowie in seinen Schreiben an die Staatsanwaltschaft und vor Vor-

instanz gemachten Aussagen wurden im angefochtenen Urteil korrekt wiederge-

geben (vgl. Urk. 147 S. 20-51). In der Folge hat die Vorinstanz in sorgfältiger 

Kleinarbeit korrekt und überzeugend zahllose unauflösbare Widersprüche, Un-

stimmigkeiten, Lügensignale und Kehrtwendungen in den Aussagen und in den 

immer wieder geänderten und angepassten Darstellungen des Beschuldigten zum 

eigentlichen Hergang des Ereignisses aufgeführt, so zum Beispiel seine neue, 

- 20 - 

nicht nachvollziehbare und völlig unglaubhafte Schilderung anlässlich der Tatre-

konstruktion vom 17. September 2009, wonach er nach dem (gemeinsamen) 

Sturz das Bewusstsein verloren habe (Urk. 10/4 S. 19 f.; Urk. 147 S. 36 unten). 

Darauf kann vorab verwiesen werden. 

 2. Den nachfolgenden Darlegungen kommt daher sowohl bestätigender wie 

auch ergänzender Charakter zu den Ausführungen der Vorinstanz zu. Dabei ist 

insbesondere auf die im Berufungsverfahren erhobenen oder erneuerten Einwän-

de des Beschuldigten einzugehen. 

 3.1. Die Anklage beruht im Wesentlichen auf den eigenen Aussagen des 

Beschuldigten, die dieser rund drei Tage nach dem Vorfall in der Hafteinvernah-

me vom 30. August 2009 zwischen 2.47 und 4.22 Uhr zu Protokoll gegeben hatte 

(Urk. 10/2). Die Vorinstanz hat diese Aussagen korrekt zitiert (Urk. 147 S. 20 

Erw. 3.1.). Zur besseren Übersicht sind sie an dieser Stelle nochmals wie folgt 

wiederzugeben: Zu Beginn der Einvernahme schilderte der Beschuldigte die 

rechtlich relevante zweite Phase, auf welcher der fünfte Absatz der Anklagezif-

fer I. basiert, von sich aus wie folgt: "Dann wollte ich gehen, sie kam wieder, ich 

nahm sie in den Schwitzkasten. Dann war ich nicht sicher, ob sie noch lebt oder 

nicht. Ich versuchte sie zu beatmen und habe ihr Herz massiert. Es packte mich 

die Panik und dann ging ich" (Urk. 10/2 S. 2). Es wurden dem Beschuldigten her-

nach zusätzliche Fragen gestellt, mit denen die Staatsanwältin und der polizeili-

che Sachbearbeiter Einzelheiten in Erfahrung bringen wollten. Auf Fragen der 

Staatsanwältin gab der Beschuldigte dazu im Wesentlichen zu Protokoll, dass er 

in Richtung Türe gegangen sei, dass †C._____ ihn dann wieder angegriffen habe, 

worauf er sie in den 'Schwitzkasten' genommen habe; sie seien dann miteinander 

auf den Küchenboden gefallen, das Gerangel sei weitergegangen, er habe sie 

wieder am Hals gepackt und gewürgt, indem er sie im 'Schwitzkasten' gehalten 

und zugedrückt habe, bis sie sich nicht mehr bewegt habe; wie lange er sie im 

'Schwitzkasten' gehalten habe, wisse er nicht mehr, es sei länger gewesen als 

beim Würgen in der ersten Phase (Urk. 10/2 S. 4). Auf Nachfragen des polizeili-

chen Sachbearbeiters, ob er ihm den Schwitzkasten erklären könne, antwortete 

der Beschuldigte: "Ich hatte eine Hand um den Hals. Die andere Hand weiss ich 

- 21 - 

nicht und so fielen wir um". Auf weiteres Nachfragen, was der Beschuldigte mit 

Schwitzkasten meine, demonstrierte Letzterer den Würgegriff, indem er dem 

Sachbearbeiter stehend von hinten den linken Arm um den Hals auf die Schulter 

legte, wobei er mit dem rechten Arm seitlich an den Kopf drückte, was in einer 

Protokollnotiz so festgehalten wurde (Urk 10/2 S. 9). Ebenfalls in selbigem Proto-

koll ist a.a.O. zu lesen, dass der Beschuldigte dann aussagte, dass sie (gemeint 

†C._____ und er) "so" umgefallen seien, wobei er auf entsprechende Fragen be-

jahte, dass der Schwitzkasten am Boden weitergegangen sei ("Ja, ich habe sie so 

weiter gehalten") und dass er in dieser Situation ein Knacksen und ein Schnaufen 

oder ein Seufzen gehört habe ("Ja, ein Knacksen und ein Schnaufen war da. So 

ein tiefes Schnaufen. Oder so ein Seufzen. Ich weiss es nicht. Es ging schnell in 

diesem Moment"). Somit entsprechen seine damaligen Aussagen dem, was ihm 

in der Anklageschrift vorgeworfen wird (kurz: sie ging auf ihn los und packte ihn, 

er nahm sie in den 'Schwitzkasten', im Gerangel fielen beide zu Boden, am Boden 

liegend hielt er sie weiter im 'Schwitzkasten' und übte seitlichen Druck gegen ih-

ren Hals bzw. Kopf aus; Urk. 46 S. 4 oben). 

 3.2. Es war dies die erste formelle Einvernahme des Beschuldigten, seine 

Erinnerungen waren rund drei Tage nach dem Ereignis noch frisch. Mit der Vor-

instanz (Urk. 147 S. 21 Erw. 3.2.1.a)) kommt solchen ersten, selbstbelastenden 

Aussagen ein hoher Stellenwert zu, insbesondere beim Beschuldigten, der offen-

kundig die Tendenz besitzt, die Schuld oft auf andere abzuschieben. Dies hat sich 

im Verfahren vielfach gezeigt (vgl. z.B. Urk. 147 S. 36 ff. Erw. 3.4.2.), es geht aber 

auch aus dem psychiatrischen Gutachten von Dr. I._____ vom Psychiatriezent-

rum M._____ vom 5. Januar 2011 hervor. Demgemäss weist der Beschuldigte ei-

ne verzerrte Wahrnehmung von Situationen, der eigenen Person, des eigenen 

Handelns auf, "dabei geht es auch um das Externalisieren von Schuld" (Urk. 65 

S. 80). Das Gutachten spricht auch davon, dass ein empathisches Mitschwingen 

des Beschuldigten für die von ihm geschädigten Opfer praktisch nicht gegeben 

war (Urk. 65 S. 44), oder dass er oft eigene, schwer nachvollziehbare Bewertun-

gen von Wahrgenommenem mache, die daraus entstehenden Konflikte kaum 

wahrnehmen und über die diesbezüglichen Reaktionen anderer eher erstaunt 

sein dürfte (Urk. 65 S. 73). 

- 22 - 

 3.3. Der Beschuldigte wandte wie bereits im Vorverfahren (vgl. Urk. 147 

S. 32 m.w.H.) ein, zu den Aussagen in der "illegalen" Hafteinvernahme gezwun-

gen worden zu sein und diese in nicht einvernahmefähigem Zustand nach 93 bis 

94 Stunden Schlafentzug gemacht zu haben (Urk. 185/1 S. 3 ff.; Urk. 208/7; 

Urk. 219 S. 24 f., 27; Urk. 220 S. 22 f.). Es bestehen aber keine Anhaltspunkte 

dafür, dass der Beschuldigte in dieser ersten Hafteinvernahme nicht einvernah-

mefähig gewesen wäre. Er verhielt sich adäquat, das Frage-Antwortspiel erfolgte 

in klar logischer Abfolge. Er äusserte akustische Eindrücke, die das Geschilderte 

als selbsterlebt erscheinen lassen. Seine Erzählung war detailliert und lebensnah 

und insbesondere auch stimmig, was das Kerngeschehen angeht, wie er also 

†C._____ in den Schwitzkasten genommen habe (Urk. 10/2, insb. S. 4 und 9). 

 3.4. Zudem wurde auch die in dieser Hafteinvernahme anwesende damalige 

Substitutin der Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich (vgl. Urk. 10/2 S. 1) am 

3. Juni 2010 im Beisein des Beschuldigten und seines amtlichen Verteidigers als 

Zeugin zu seinem Zustand und ihren Impressionen in dieser Einvernahme be-

fragt. Auch sie hatte einen ganz normalen Eindruck des Beschuldigten gewonnen, 

ohne Hinweise auf einen Schockzustand oder ähnliches (Urk. 14). Irgendwelche 

Gründe, um an den von der Zeugin unter Hinweis auf die Strafandrohung bei wis-

sentlich falschem Zeugnis im Sinne von Art. 307 StGB gemachten Aussagen zu 

zweifeln, sind nicht ersichtlich.  

 3.5. Sodann hatte Dr. med. N._____, Facharzt für Rechtsmedizin und da-

mals als Assistenzarzt am Institut für Rechtsmedizin (IRM) tätig (vgl. Urk. 19/1 

S. 3; fortan: Dr. N._____), im Rahmen der nur kurze Zeit vorher – von 23.30 bis 

00.25 Uhr – durchgeführten Untersuchung des Beschuldigten ebenfalls keinerlei 

Anhaltspunkte für entsprechende Beeinträchtigungen festgestellt (vgl. Urk. 19/1 

S. 2: "Im Kontakt wach, allseits orientiert, ohne Hinweise auf wahnhaftes Erle-

ben"; vgl. auch Urk. 20/2 und Urk. 19/4 S. 3 oben). Dass der Beschuldigte auf-

grund des Vorgefallenen nicht mehr gut geschlafen hatte und sich nicht wohlfühl-

te, vermag daran entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 220 S. 23) 

nichts zu ändern. 

- 23 - 

 3.6. Die ersten Depositionen des Beschuldigten werden überdies durch die 

Aussagen, die er am Freitag, 28. August 2009, in O._____ gegenüber seiner da-

maligen Lebenspartnerin, P._____ (heute Q._____), und seinem Freund R._____ 

machte, bestätigt, wie dies im vorinstanzlichen Urteil bereits detailliert und korrekt 

wiedergegeben und zutreffend gewürdigt wurde (Urk. 147 S. 22 f.). Auch sind die 

vom Beschuldigten am 31. August 2009 gegenüber der Haftrichterin in der haft-

richterlichen Anhörung (Urk. 37/9) zu Protokoll gegebenen Erklärungen ein weite-

res bestätigendes Indiz dafür, dass seine Aussagen in der Hafteinvernahme vom 

30. August 2009 der Wahrheit entsprachen. Er hatte dort erklärt: "Die Auseinan-

dersetzung war zunächst verbal, danach griff sie mich an. Daraufhin kam es zu 

einem Gerangel. Es ist nicht nur möglich, sondern ich bin überzeugt, sie anläss-

lich dieser Auseinandersetzung getötet zu haben" (Urk. 39/7 S. 4). Wäre der Tod 

von †C._____ – wie der Beschuldigte heute geltend macht (dazu sogleich) – ein 

Unfall gewesen, wäre zu erwarten gewesen, dass er diese These bereits bei sei-

ner Freundin und seinem Freund bzw. hernach bei der Haftrichterin vorgebracht 

hätte. 

 3.7. a) Diese erste Version des Beschuldigten steht schliesslich auch im 

Einklang mit den Erkenntnissen aus dem Obduktionsgutachten von Dr. F._____ 

vom 12. März 2010 (Urk. 18/9). Dr. F._____ hatte am 1. September 2009 als ers-

ter Obduzent den Leichnam von †C._____ obduziert (Urk. 18/9 S. 14 ff.; 

Urk. 18/5). Am 3. Juni 2010 wurde Dr. F._____ in Gegenwart des Beschuldigten 

sowie seiner Verteidigung als Sachverständiger einvernommen, um sein Gutach-

ten zu erläutern (Urk. 18/10). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

wurde Dr. F._____ zudem als Zeuge einvernommen (Urk. 117). 

 b) Dr. F._____ bestätigte die im Rahmen der Obduktion gewonnenen Er-

kenntnisse anlässlich aller nachfolgenden Einvernahmen und auch anhand der 

während der Obduktion angefertigten Fotos (Urk. 17, v.a. S. 216 ff.) vollumfäng-

lich. Die Vorinstanz hat auch dies ausführlich und zutreffend wiedergegeben und 

korrekt gewürdigt, worauf vorab verwiesen werden kann (Urk. 147 S. 23 ff.). 

Dr. F._____ stellte einen klassischen Genickbruch fest. Im vorliegenden Fall habe 

jedoch nicht ein Bruch des Zahnfortsatzes bestanden, sondern ein eigentlicher 

- 24 - 

Wirbelbogen- und ein tiefer Wirbelkörperbruch. Derartige Brüche entstünden typi-

scherweise bei einem seitlichen Abknicken der Halswirbelsäule. Der Bruchverlauf 

im Bogenbereich sei durch die schwächste Stelle des Bogens gegangen, was ei-

nem typischen Verlauf entspreche (Urk. 18/10 S. 5). Praktisch ausschliessen 

konnte Dr. F._____ demgegenüber ein Abknicken des Kopfes durch einen Anprall 

an einem harten Gegenstand, da derartige Anprälle in der Regel auch an der 

Haut selbst mehr oder weniger geformte Verletzungen hervorriefen. Am Kopf von 

†C._____ seien jedoch keine anprallverdächtigen Verletzungen vorhanden gewe-

sen, so dass ein entsprechender Sturz mit Anschlagen des Kopfes und so für die 

Fraktur ursächlichem Abknicken der Halswirbelsäule ausgeschlossen werden 

könne. Ohnehin wäre ein Sturz einer jungen, gesunden Person wie †C._____ aus 

kniender oder kauernder Stellung auf den Boden aus energetischen und biome-

chanischen Überlegungen alleine nicht geeignet gewesen, eine derartige Fraktur 

hervorzurufen (Urk. 18/10 S. 6 f.). In der vorinstanzlichen Zeugenbefragung hatte 

Dr. F._____ ausgeführt, der gefundene Frakturverlauf gebe Hinweise darauf, dass 

der Bruch eher durch ein seitliches Abknicken der Wirbelsäule entstanden sein 

müsse als z. B. durch eine Überstreckung des Kopfes und der Halswirbelsäule 

(Urk. 117 S. 4). Bei einer massiven Streckung des Kopfes komme es eher zu ei-

nem Abbruch des Zahnfortsatzes als zu einer solchen Wirbelkörperfraktur, wie sie 

sie bei der Geschädigten vorgefunden hätten. Knochen sei biomechanisch gese-

hen widerstandsfähiger auf Druck als auf Zug. Deshalb gehe er davon aus, dass 

es zu einem seitlichen Abknicken der Wirbelsäule habe kommen müssen, was 

dann Zug auf einen der Wirbelbögen bewirkt habe, und dass diese Knochenstruk-

tur dann quasi gerissen sei und sich der Riss über den unteren Anteil des Wirbel-

körpers in den gegenüberliegenden Wirbelbogen habe fortsetzen können 

(Urk. 117 S. 4 f.). Der Frakturverlauf spreche für ein Abknicken und nicht für eine 

Überstreckung (Urk. 117 S. 7). Weiter schloss der sachverständige Zeuge noch-

mals ausdrücklich aus, dass das Abknicken der Halswirbelsäule auf einen Sturz 

zurückzuführen sei, da entsprechende Sturzverletzungen wie eine Anprallstelle an 

der Geschädigten nicht vorhanden gewesen seien. Sie hätten zwar Quetschun-

gen und Einblutungen im rechten Schläfenmuskel festgestellt. Da aber die Kopf-

schwarte darüber nicht eingeblutet gewesen sei, gehe er davon aus, dass hier ein 

- 25 - 

Druck stattgefunden haben müsse und nicht ein Anschlagen. Zudem wäre bei ei-

nem derartigen Anschlagen aufgrund des unter der Haupt gelegenen knöchernen 

Widerlagers gar eine dort lokalisierte Quetschwunde zu erwarten gewesen. Zu-

dem hätte es ein erhebliches Anschlagen sein müssen, welches zu einem sol-

chen Abknicken der Halswirbelsäule geführt hätte. Und es sei so, dass genau 

diese Stelle, d.h. das Schläfenbein, ein sehr dünner Knochen sei verglichen mit 

dem übrigen Schädeldach. Man hätte also sogar Brüche am Schläfenbein erwar-

ten müssen, wenn man dort massiv angeschlagen hätte und z.B. auf eine Kante 

gefallen wäre und dies dann zu diesem Bruch an der Halswirbelsäule geführt hät-

te (Urk. 117 S. 8). Er habe für den Bruch der Halswirbelsäule keine andere Erklä-

rung als die erhebliche seitliche Druckausübung durch den Beschuldigten, und ein 

Unfallgeschehen könne er ausschliessen, weil am Kopf keine Anprallstelle vor-

handen gewesen sei. (Urk. 117 S. 10). 

 c) Auf diese schlüssigen Ausführungen kann abgestellt werden. Insbesonde-

re aufgrund der erstellten Fotos, auf welchen der Bruch des Halswirbelkörpers 

sehr gut zu erkennen ist (Urk. 17 S. 216 ff., insb. S. 218 und 220), sind die gut-

achterlichen Befunde auch für einen medizinischen Laien nachvollziehbar. Es ist 

einleuchtend, dass das vom Beschuldigten in der ersten Hafteinvernahme ge-

schilderte Vorgehen – Schwitzkasten mit dem linken Arm unter gleichzeitigem 

Drücken des Kopfes mit dem rechten Arm (Urk. 10/2 S. 9; vgl. Urk. 10/5 S. 42 und 

Urk. 10/4 S. 24) – geeignet ist, bei starkem Druck zu einem Genickbruch zu füh-

ren. 

 d) Unbeirrt von Dr. F._____s Erkenntnissen haben der Beschuldigte und 

seine Verteidigung geltend gemacht, dass die bestehende Bruchlinie einzig von 

einem Abknicken nach vorne oder hinten stammen könne; etwas anderes sei 

nicht möglich, die klar erkennbare Bruchlinie schliesse ein seitliches Abknicken 

"eindeutig" aus; die von Dr. F._____ vertretene These des seitlichen Abknickens 

sei "schon rein aus physikalischen Gründen absolut unmöglich" (Urk. 220 S. 22, 

26 und 30 f.; Prot. II S. 20 i.V.m Urk. 222 [Halswirbelmodell] und S. 24). Dem 

kann vor dem Hintergrund der geschilderten gutachterlichen Erkenntnisse nicht 

gefolgt werden. Es kommt hinzu, dass selbst das vom Beschuldigten und seinem 

- 26 - 

Verteidiger eingereichte Privatgutachten von Dr. G._____ durchaus einräumt, 

dass "ein mehr seitliches Abknicken" in Frage komme (Urk. 122/1 S. 2). Insofern 

besteht Übereinstimmung zwischen den beiden Gutachten, weshalb kein Anlass 

besteht, zu dieser Frage ein rechtsmedizinisches Obergutachten einzuholen. Die 

entsprechenden Beweisanträge (vgl. oben Erw. I.5.1.a) und I.5.5.a)) sind abzu-

weisen. 

 4.1. Anlässlich der am 17. September 2009 durchgeführten Tatrekonstrukti-

on machte der Beschuldigte dann plötzlich einen anderen Schwitzkasten als in 

der Hafteinvernahme vom 30. August 2009 geltend, nämlich nicht mehr derge-

stalt, dass er †C._____ mit dem linken Arm vor sich gehalten habe (vgl. oben 

Erw. III.3.1. bzw. Urk. 10/5 S. 42, Foto-Nr. 2877), sondern nunmehr mit dem rech-

ten Arm hinter sich (vgl. Urk. 10/5 S. 39 f., Foto- Nrn. 2873 und 2875). Wie 

†C._____ ihren Kopf gehalten habe und wie sie anschliessend hingefallen seien, 

will er zu jenem Zeitpunkt nicht mehr gewusst haben (Urk. 10/4 S. 18 ff.; zum 

Ganzen: Urk. 10/5 S. 32 ff., Foto-Nrn. 2866-2877). Im weiteren Verlauf des Ver-

fahrens änderte der Beschuldigte dann auch diese Version wiederum mehrfach 

ab bzw. ergänzte sie mit immer wieder neuen Vorbringen (vgl. dazu auch unten 

Erw. III.4.4.), was die Vorinstanz bereits ausführlich dargelegt und zutreffend als 

unglaubhaft gewürdigt hat (Urk. 147 S. 36 ff.). Darauf kann vorab verwiesen wer-

den. 

 4.2. a) Die Verteidigung wandte – entsprechend dem, was der Beschuldigte 

bereits anlässlich der Tatrekonstruktion behauptet hatte (Urk. 10/4 S. 22-24) – im 

Berufungsverfahren ein, der Beschuldigte sei in der fraglichen Hafteinvernahme 

gefragt worden, was er unter einem Schwitzkasten verstehe. Der Beschuldigte 

habe gemeint, er werde "ganz allgemein" nach einem Schwitzkasten gefragt. 

Dann sei er aufgefordert worden, am polizeilichen Sachbearbeiter einen Schwitz-

kasten zu demonstrieren – "eben, was man ganz allgemein, gemeinhin unter ei-

nem Schwitzkasten" verstehe. Deshalb – so die Verteidigung implizit – habe der 

Beschuldigte dann später anlässlich der Tatrekonstruktion einen anderen, aber 

eben den "richtigen" Schwitzkasten gezeigt (Urk. 220 S. 23 f.). 

- 27 - 

 b) Diese Argumentation ist nicht überzeugend. Es ist bereits angesichts 

dessen, dass es in der fraglichen Einvernahme konstant um die tatsächlichen Ab-

läufe an jenem Abend ging, uneinsichtig, dass der Beschuldigte plötzlich einen 

bloss theoretischen Schwitzkasten hätte vorführen sollen. Aber auch aus dem 

Gesamtkontext der Einvernahme ergeht ohne Zweifel, dass der Beschuldigte auf 

entsprechende Aufforderung hin demonstrierte, wie er †C._____ ganz konkret am 

fraglichen Abend um den Hals bzw. Kopf herum gehalten hatte. So geht es deut-

lich aus dem Protokoll hervor: Der Beschuldigte war von der Staatsanwältin ge-

fragt worden, wie er †C._____ in der zweiten Phase am Hals gepackt hatte. Ant-

wort: "Ich hatte sie im Schwitzkasten. Dabei lag ich seitlich von ihr. Irgendwann 

schlug sie nicht mehr. Ich hielt sie weiterhin im Schwitzkasten" (Urk. 10/2 S. 4). 

Kurze Zeit später hakte der polizeiliche Sachbearbeiter nach und fragte den Be-

schuldigten, was er unter einem Schwitzkasten verstehe (Urk. 10/2 S. 9). Darauf 

wurde in einer ersten Protokollnotiz festgehalten: "Der Angeschuldigte zeigt wie er 

den Arm von vorne um den Hals gelegt hatte". Darauf sagte der Beschuldigte: 

"Die andere Hand hatte ich vorne". Aus dieser Antwort erhellt, dass der Beschul-

digte die konkrete (und nicht irgendeine theoretische) Schwitzkastensituation be-

schrieben haben muss, wenn er dabei doch schilderte, wo er – während des Vor-

falles – seine andere Hand hatte. In einer zweiten Protokollnotiz wurde dann wei-

ter festgehalten: "Der Angeschuldigte zeigt am Sachbearbeiter, wie er den 

Schwitzkasten gemacht hatte. Er steht hinter dem Sachbearbeiter und legt von 

hinten den linken Arm vorne um den Hals auf die Schulter. Den rechten Arm 

drückt er seitlich an den Kopf". In der Folge sagte der Beschuldigte gemäss Pro-

tokoll: "So fielen wir um". Auch mit diesem Satz schilderte der Beschuldigte, wie 

sich die soeben gezeigte Situation konkret fortsetzte; dass er, †C._____ haltend 

wie vorgeführt, mit ihr eben "so" umfiel. Hätte der Beschuldigte lediglich einen all-

gemeinen Schwitzkasten demonstriert, so hätte er auch nicht angefügt, dass sie 

nachher "so" umgefallen seien. Die Geschichte mit dem allgemeinen Schwitzkas-

ten entpuppt sich somit als Schutzbehauptung. Es kann keine Rede davon sein, 

dass der Beschuldigte den Einvernehmenden in irgendeine "Falle" lief, wie die 

Verteidigung dartut. Ebenso wenig ist es zielführend, wenn die Verteidigung weit-

gehend begründungslos (vgl. Urk. 220 S. 24, Einschub: "Er hats wohl unter-

- 28 - 

schrieben, aber nie so gesagt") das Protokoll anzweifelt – der Beschuldigte hat 

die Niederschrift seiner Einvernahme selber durchgelesen und unterschriftlich be-

stätigt (Urk. 10/2 S. 12), worauf er zu behaften ist. 

 4.3. a) Die Verteidigung machte in der Berufungsverhandlung sodann gel-

tend, der Beschuldigte und †C._____ seien "aneinandergepresst" gleichzeitig 

miteinander nach hinten umgefallen, und er habe sie unter sich begraben. Es sei 

also eine riesige Körpermasse auf einen erheblich kleineren Körper "aufgeprasst", 

was den Todesfall als unglücklichen Unfall erkläre, jedoch nie und nimmer als 

vorsätzliche Tötung betrachtet werden könne. In der Endphase des Sturzes 

"bzw." beim Auftreffen auf dem Boden habe der Beschuldigte dann ein Knacksen 

in †C._____ Nacken wahrgenommen. Entsprechend sei im medizinischen Formu-

lar von Schutz & Rettung am Hinterkopf eine Anprallmarke vom tödlichen 

Sturzunfall vermerkt worden (Urk. 220 S. 19 f.).  

 b) Zunächst ist festzuhalten, dass diese Ausführungen die lange Reihe von-

einander abweichender Schilderungen zum Sturz fortführen (vgl. bereits im vor-

instanzlichen Urteil [Urk. 147] S. 36 ff., insb. S. 42, 45 und 46). Bei der Staatsan-

waltschaft hatte der Beschuldigte dazu zuletzt gesagt, †C._____ habe ihn nach 

hinten gerissen, und dann habe er das Knacksen bzw. ein Reissen gehört 

(Urk. 10/57 S. 3). Als ihm daraufhin vorgehalten wurde, dass gemäss Dr. F._____ 

auch ein Anschlagen des Kopfes aus kauernder oder kniender Position nicht ge-

eignet sei, das an †C._____s Halswirbelsäule autoptisch festgestellte Verlet-

zungsbild zu erklären, erwiderte er: "Ich habe nie gesagt, das Knacken oder Reis-

sen sei auf dem Boden entstanden. Ich sagte, es passierte irgendwann während-

dem sie mich nach hinten riss. (…) Wenn Dr. F._____ sagt, dass es nicht durch 

das Auftreffen auf den Boden passiert ist, dann passierte es irgendwann in der 

Luft" (Urk. 10/57 S. 3). Dabei blieb der Beschuldigte auch vor Vorinstanz 

(Urk. 116 S. 6). Es kommt somit einer (weiteren) Kehrtwende gleich, wenn er an-

lässlich der Berufungsverhandlung wiederum – etwas unklar zwar – behaupten 

lässt, das Knacksen habe eben doch in der Endphase des Sturzes "bzw." beim 

Auftreffen auf dem Boden stattgefunden. Einzuräumen ist, dass der Beschuldigte 

selber im Berufungsverfahren nicht mehr explizit davon gesprochen hat, das 

- 29 - 

Knacksen auf dem Boden gehört zu haben. Etwas vage sagte er, das sei "im 

Sturz" gewesen, "einfach während dem Sturz knackste es im Nacken von 

†C._____" (Urk. 219 S. 27).  

 c) Dr. F._____ hat aber, wie bereits (oben Erw. III.3.7.b)) wiedergegeben 

und mit Unterstreichungen verdeutlicht, klar festgehalten, dass am Kopf von 

†C._____ keine Anprallstelle vorhanden war. Die Anprallmarke, auf welcher die 

Verteidigung und der Beschuldigte beharren, war keine Anprallmarke, sondern ei-

ne Quetschung bzw. Einblutung aufgrund des vom Beschuldigten gegen den Kopf 

von †C._____ ausgeübten Druckes. Die Vorwürfe an Dr. F._____, wonach er die 

Anprallmarke geleugnet (Prot. II S. 24 f.) oder diese auf seiner Kopfskizze 

(Urk. 18/9 S. 27) örtlich "verlegt" habe, oder wonach der Druck des Beschuldigten 

gegen †C._____s Kopf "erfunden" oder "von ihm gesucht" worden sei (Urk. 220 

S. 20), sind ungerechtfertigt und teilweise aktenwidrig. Dr. F._____ hatte gewiss 

kein Interesse, diesbezüglich etwas Unwahres festzuhalten. Aktenwidrig ist auch 

die – nota bene zitatlose – Behauptung der Verteidigung, dass sich aus der Ob-

duktion "klar" erweise, dass sich die Anprallmarke vom "Sturz-Unfall" am Hinter-

kopf befinde (Urk. 220 S. 20). Schliesslich weist die Verteidigung auf eine angeb-

liche "Feststellung" der Vorinstanz hin, wonach der Beschuldigte selber nie gel-

tend gemacht habe, dass er beim Schwitzkasten Druck ausgeübt habe (Urk. 220 

S. 20). Der Beschuldigte selber liest aus dem vorinstanzlichen Urteil gar heraus, 

dass dort "ganz klar" festgehalten worden sei, dass er nie irgend einen Druck ge-

gen †C._____ Kopf ausgeführt habe (Urk. 219 S. 24). Dies ist alles nicht zutref-

fend. Richtig ist einzig Folgendes: Die Vorinstanz hatte im Zuge des Herausarbei-

tens verschiedener grober Widersprüche in den Aussagen des Beschuldigten 

festgehalten: "(…) Ferner ist einmal mehr die Bagatellisierungstendenz unübersichtlich: Im Un-
terschied zu früher (HD 10/2 passim; HD 10/17 S. 15; HD 10/19 S. 2 f., 8) erwähnte er ein Würgen 
per 'Schwitzkasten' mit keinem Wort, sondern will einfach mit seinem Ellbogen "eine Art Schwitzkas-
ten" um ihren Hals und Oberkörper geformt haben; dass er dabei Druck ausgeübt habe, behauptet 
er mit keinem Wort. Überdies lässt sich seine Angst, "ihr Nacken könne noch mehr Schaden neh-
men", nicht mit dem von ihm früher in der Untersuchung erwähnten T-Shirt-Wechsel in Einklang 
bringen, da nicht nachvollziehbar ist, wie er dieses Umziehen vorgenommen haben will, ohne den 
Nacken der am Boden liegenden †C._____ zu tangieren. Neu sind auch weitere Punkte, nämlich 

- 30 - 

dass…". Offenkundig sagte die Vorinstanz damit nur, dass der Beschuldigte – eben 
im Unterschied zu früher, wo er dies noch eingestanden hatte (vgl. die Verweise 

nach "im Unterschied zu früher", z.B. auf Urk. 10/2 S. 4: "Wie fest hielten Sie sie 

im Schwitzkasten?" "Ich weiss es nicht. Ich war in Panik. Ich habe einfach zuge-

drückt.") – mit keinem Wort mehr behaupte, dass er während des Schwitzkastens 
Druck ausgeübt habe. Die Vorinstanz stellte dem Beschuldigten damit in keiner 

Weise einen Persilschein aus, sondern zeigte Widersprüche in seinen Aussagen 

auf. Die Verteidigung und der Beschuldige unterliegen hier einer Fehlinterpretati-

on. Entsprechend kann die Verteidigung auch aus der Frage, ob diese (recte) 

Quetschung/Einblutung nun eher "vor" oder aber eher "oberhalb/hinter" dem rech-

ten Ohr des Opfers war (vgl. Urk. 220 S. 20), nichts für den Beschuldigten ablei-

ten. Im Übrigen versteht es sich von selbst, dass die ca. 8 x 9 Zentimeter mes-

sende Kopfskizze von Dr. F._____ (vgl. Urk. 18/9 S. 27) eine genauere Lokalisie-

rung der (recte) Quetschung zuliess als die Körperskizze auf dem Formular von 

Schutz & Rettung mit einem nur gerade ca. 3 x 4 Millimeter messenden Köpfchen 

(vgl. Urk. 18/1). Dies gilt umso mehr, als Dr. F._____ – im Gegensatz zu den Sa-

nitätern – eine Obduktion vornahm sowie Fotos machte (Urk. 17/169 ff.). Ob die 

Sanitäter von Schutz & Rettung Stadt Zürich die Blutung nun auf ihrem Formular 

auf der Vorder- oder Rückseite des Kopfes der dort abgebildeten Körperskizze 

einzeichneten, ist somit nicht von entscheidender Bedeutung. Zudem befand sich 

die Quetschung erwiesenermassen (vgl. Urk. 18/9 S. 6) auf der rechten Seite des 

Kopfes von †C._____, somit weder klar auf der Vorder- noch auf der Rückseite. 

Die Sanitäter hatten also gute Gründe, die Quetschung auf der einen oder ande-

ren Seite einzuzeichnen. 

 4.4. a) Der Beschuldigte liess bei Dr. G._____ das bereits erwähnte Privat-

gutachten vom 29. Juni 2011 in Auftrag geben (Urk. 122/1). Die Verteidigung mo-

nierte im Berufungsverfahren unter Hinweis auf Seite 29 des vorinstanzlichen Ur-

teils (Urk. 147), die Vorinstanz habe die Schlussfolgerungen des Privatgutachtens 

praktisch ausser Acht gelassen und diese, ohne sich mit dessen Argumentation 

auseinanderzusetzen, mit einem Satz abgetan (Urk. 220 S. 23 f., S. 36). Dabei 

wurde übersehen, dass die Vorinstanz sich zwei Seiten weiter (Urk. 147 S. 31 f.) 

durchaus mit den Argumenten des Privatgutachtens auseinandergesetzt hat. Die 

- 31 - 

dort geäusserten Bedenken gegenüber dem in der Anklageschrift umschriebenen 

Ablauf (Urk. 122/1 S. 4) konnten die Vorinstanz jedoch zu Recht nicht überzeugen 

(Urk. 147 S. 29, 31 f.). 

 b) Dr. G._____ hält in seinem Privatgutachten fest, biomechanische Ursache 

für die Halswirbelfraktur sei eine erzwungene Abknickung der Halswirbelsäule, 

wobei ein seitliches Abknicken dafür in Frage komme (Urk. 122/1 S. 2), womit er 

im Einklang mit den Erkenntnissen des rechtsmedizinischen Gutachtens von Dr. 

F._____ steht. Unzweifelhaft steht sodann fest, dass es als Folge der Fraktur des 

zweiten Halswirbels zur Halsmarkquetschung kam, die infolge Unterbrechung 

zentraler Nervenleitungen zum unmittelbaren Todeseintritt führte (Urk. 18/9 

S. 10). Weiter ist dem Privatgutachten zu entnehmen, dass im Schwitzkasten für 

†C._____ eine relative Zwangshaltung von Kopf und Hals gegenüber ihrem be-

weglichen Rumpf bestanden habe. In dieser Situation müsse der den Hals um-

schlingende Arm des Beschuldigten das Abknicken der Halswirbelsäule mit Frak-

turfolge durch Hebelung bewirkt haben (Urk. 122/1 S. 2 f.). 

 c) Von welchem Schwitzkasten der Privatgutachter ausging, ist nicht be-

kannt. Ebenso wenig erhellt, von welchem Sturzgeschehen, mithin von welcher 

Dynamik und von welchen biomechanischen Kräften er bei seiner Begutachtung 

ausging, obwohl er von der "Wucht des Aufkommens" schreibt (vgl. dazu auch 

Urk. 220 S. 33), durch welche die erforderliche Kompression für die Verlagerung 

des Bruchfragments ausgeübt worden und damit "wahrscheinlich" erst die Hals-

markquetschung hervorgerufen worden sei (Urk. 122/1 S. 3, 2. Absatz). Die vom 

Privatgutachter dabei getroffenen Annahmen stehen diametral im Widerspruch 

zur glaubhaften ersten Aussage des Beschuldigten in der Hafteinvernahme, wo-

nach er das Knacksen erst am Boden gehört habe, als er †C._____ weiterhin im 

Schwitzkasten gehalten habe (Urk. 10/2 S. 4, 9). 

 d) Offenbar lagen dem Privatgutachter nicht nur die Aussagen des Beschul-

digten nicht vor, sondern auch keine Bilder der Tatrekonstruktion oder jene Bilder, 

welche anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Befragung des Beschuldigten vom 

16. Februar 2010 aufgrund von dessen geänderter Darstellung erstellt worden 

waren (Urk. 10/39 S. 4; Urk. 10/40). Der Privatgutachter hatte mithin nur einen 

- 32 - 

unvollständigen Teil der Unterlangen zu seiner Instruktion über die tatsächlichen 

Geschehnisse zur Verfügung gestellt erhalten (vgl. Urk. 122/1, Anh.). Wenn im 

Privatgutachten dann ausgeführt wird (Urk. 122/1 S. 3), es liege nahe, dass die 

Fraktur vor dem Ankommen auf dem Boden passiert sei, erweist sich dies als in 

hohem Masse spekulativ und widerspricht wiederum den Aussagen des Beschul-

digten, insbesondere jenen in der Hafteinvernahme. 

 e) Schliesslich entstehen bei bildhafter Vorstellung oder unter Zuhilfenahme 

der entsprechenden Aufnahme aus der Tatrekonstruktion auch beim dem Be-

schuldigten im Anklagesachverhalt (Urk. 46 S. 4 oben) vorgeworfenen Druck mit 

der rechten Hand gegen die "rechte Kopfseite" entgegen der privatgutachterlichen 

Einschätzung (Urk. 122/1 S. 4; Urk. 220 S. 21, 30 f.) keinerlei "Bedenken", zumal 

nicht – wie von Dr. G._____ festgehalten (Urk. 122/1 S. 4) – "Druck gegen den 

Hals", sondern Druck gegen die rechte Kopfseite und den Hals Gegenstand der 

Anklage ist. 

 f) Die Schlussfolgerungen des Privatgutachters erweisen sich aus all diesen 

Gründen nur als begrenzt aussagekräftig und vermögen die überzeugenden Er-

kenntnisse aus dem Obduktionsgutachten – entgegen der dem Beschuldigten fol-

genden Auffassung der Verteidigung (Urk. 220 S. 21 f., 25 ff., insb. S. 32) – nicht 

in Zweifel zu ziehen, wie dies bereits durch die Vorinstanz mit zutreffender und 

überzeugender Begründung erkannt wurde (Urk. 147 S. 32). Immerhin hielt aber 

auch der Privatgutachter fest, dass das Aufschlagen des Kopfes der im Schwitz-

kasten verbliebenen, gegebenenfalls noch lebenden †C._____ als Frakturursache 

unwahrscheinlich sei (Urk. 122/1 S. 3 letzter Absatz). 

 4.5. Auch das bereits angesprochene widersprüchliche Aussageverhalten 

des Beschuldigten lässt seine neue Darstellung als unglaubhaft erscheinen. Er 

zeigte die Tendenz, sein eigenes Verhalten immer mehr zu bagatellisieren, das 

Verhalten von †C._____ demgegenüber aber zunehmend aggraviert darzustellen 

(vgl. bereits die Vorinstanz in Urk. 147 S. 36 ff.). Das gilt zum Beispiel für den in 

der polizeilichen Einvernahme vom 19. Oktober 2009 neu zu Protokoll gegebenen 

Faustschlag †C._____s in sein Gesicht (Urk. 10/5 S. 27), für die Schilderung an-

lässlich der polizeilichen Einvernahme vom 26. Oktober 2009, wie †C._____ mit 

- 33 - 

einer Hand während einiger Minuten sein Genitale gedrückt habe (Urk. 10/17 

S. 7), und ebenso für die neue Beschreibung in der gleichen Einvernahme, wie 

das spätere Opfer ihn wohl in den Oberarm geklemmt oder gebissen habe 

(Urk. 10/17 S. 16). Wesentlich ist, dass der untersuchende Arzt, Dr. N._____, in 

keinem dieser Fälle den behaupteten Verletzungen entsprechende Befunde erho-

ben hat (vgl. Urk. 147 S. 37 m.w.H.). Er hat dies in seinem Bericht vom 

2. September 2009 klar festgehalten (Urk. 19/1) und als Zeuge am 28. Juli 2010 

nochmals bestätigt (Urk. 19/4, insb. S. 3). Es besteht kein Zweifel, dass er wahr-

heitsgemäss ausgesagt hat, auch wenn der Beschuldigte auch diesem Arzt unter-

stellt, dass er die Unwahrheit sage (u.a. Urk. 219 S. 23). Ein besonders auffallen-

der Widerspruch betrifft sodann die Frage, ob der Beschuldigte beabsichtigte, mit 

der aufgestellten Leiter etc. (vgl. Anklageschrift, Urk. 46 S. 5) einen Unfall vorzu-

täuschen. Er hatte dies mehrfach bestritten, zwischenzeitlich mit Schreiben vom 

14. Januar 2010 an die Staatsanwaltschaft zugegeben (Urk. 10/32 S. 4) und es in 

der Folge wieder bestritten. Bei letzterer Variante blieb er auch anlässlich der Be-

rufungsverhandlung, wenn seine diesbezüglichen Erklärungen auch alles andere 

als überzeugend ausfielen. So führte er auf die Frage, wie es dazu gekommen 

sei, dass auf dem Leichnam ein Koffer und eine Mappe gelegen seien, aus, dass 

er †C._____ nach dem Sturz zunächst die Beine hochgelagert und sie danach in 

die Bewusstlosenlagerung gebracht habe. Er denke mal, dass dabei diese Ge-

genstände oben runtergefallen seien (Urk. 219 S. 33). Er bestätigte in der Folge, 

dass er die Bewusstlosenlagerung im Sinne einer Erste-Hilfe-Massnahme vorge-

nommen habe. Er wurde weiter gefragt, dass es dann doch naheliegend gewesen 

wäre, allfällige Gegenstände, die zwischenzeitlich auf †C._____ gefallen waren, 

wegzunehmen. Die Antworten des Beschuldigten hierauf können nur als Ausre-

den qualifiziert werden: Er wollte glauben machen, dass ihm bei der Bewusst-

losenlagerung "absolut irrelevant" vorkam, "ob da nun etwas auf den Beinen lag 

oder nicht". Er habe †C._____ Beine zwar vom Hochlagern in die Seitenlage ge-

bracht, dabei aber "auf den Oberkörper fokussiert und nicht auf die Beine" 

(Urk. 219 S. 35 f.). Es ist völlig unglaubhaft, dass dem Beschuldigten diese Ge-

genstände, wenn sie tatsächlich ohne sein Zutun auf die Beine des Opfers – dem 

er immerhin erste Hilfe leisten wollte – gefallen wären, nicht aufgefallen wären, 

- 34 - 

bzw. dass er sie nicht weggenommen hätte, wenn sie ihm aufgefallen wären. Es 

besteht letztlich kein Zweifel, dass der Beschuldigte diese Unfallsituation tatsäch-

lich vorgetäuscht hat und der Verstorbenen zu diesem Zweck auch die Brille auf-

gesetzt, die Haare gebüschelt und die Pantoffeln angezogen hat. Dieses Vorge-

hen spricht im Übrigen für ein sehr überlegtes, kontrolliertes und raffiniertes Ver-

halten und klar gegen die immer wieder vorgetragene Behauptung des Beschul-

digten, es sei in völliger Panik gewesen (z.B. Urk. 10/2 S. 2 sowie heute Urk. 220 

S. 40 f.). 

 5. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vom Beschuldigten in der 

Hafteinvernahme vom 30. August 2009 zu Protokoll gegebene erste Version der 

fraglichen Ereignisse glaubhaft erscheint. Es bestehen keinerlei Anhaltspunkte, 

dass er sich in einem einvernahmeunfähigen Zustand befunden hätte oder auf ir-

gendeine Weise zu Aussagen gezwungen worden wäre. Auf die entsprechenden 

Aussagen kann darum abgestellt werden. †C._____ erlitt demnach durch das 

Vorgehen des Beschuldigten einen Bruch des zweiten Halswirbels, was eine 

Halsmarkquetschung sowie eine Unterbrechung zentraler Nervenleitungen zur 

Folge hatte und zu ihrem Tod wie auch zum Tod des Embryos in ihrem Körper 

führte. Der objektive Sachverhalt ist damit erstellt.  

 6.1. Zu überprüfen bleibt der gegen den Beschuldigten im 9. Absatz des er-

sten Anklagesachverhaltes in subjektiver Hinsicht erhobene Vorwurf (Urk. 46 

S. 5), wonach er um die möglicherweise tödlichen Folgen seines Verhaltens ge-

wusst habe und den Tod von †C._____ habe herbeiführen wollen oder zumindest 

in Kauf genommen habe, wobei er auch um die Schwangerschaft von †C._____ 

gewusst und den Tod des ungeborenen Kindes zumindest in Kauf genommen 

habe. 

 6.2. Was der Beschuldigte wusste, wollte und in Kauf nahm, betrifft innere 

Tatsachen und ist damit Tatfrage. Rechtsfrage ist demgegenüber, ob der Schluss 

auf Eventualvorsatz berechtigt erscheint. Als innerer Vorgang lässt sich dieser je-

doch häufig nur anhand einer eingehenden Würdigung des äusseren Verhaltens 

sowie allenfalls weiterer Umstände erschliessen, wobei in diesem Bereich Tat- 

und Rechtsfragen sehr eng miteinander verbunden sein können (Pra 1993 

- 35 - 

S. 881 f.; Urteil des Bundesgerichts 6B_572/2011 vom 20. Dezember 2011, 

E. 2.1.4; BGE 133 IV 9 E. 4.1 m.w.H.). 

 6.3. Beim Betrachten des äusseren Verhaltens des Beschuldigten ist vom 

erstellten Tatvorgehen auszugehen, dass der Beschuldigte †C._____ im Rahmen 

einer tätlichen Auseinandersetzung auf dem Boden liegend mit dem linken Arm im 

Schwitzkasten hielt und mit der rechten Hand seitlich gegen ihren Kopfbereich er-

heblichen Druck ausübte, worauf †C._____ einen Bruch des zweiten Halswirbels 

erlitt und aufgrund der Halsmarkquetschung verstarb. 

 6.4. Bei den äusseren Tatumständen fällt weiter in Betracht, dass der Be-

schuldigte eine rund 40 cm kleinere und ca. 40 kg leichtere Person in den 

Schwitzkasten nahm und zusätzlich dazu mit der anderen Hand mit erheblichem 

Kraftaufwand seitlich gegen den Kopfbereich drückte. Wer solches tut, muss um 

die Möglichkeit wissen, dass das Ausüben solchen Druckes, vergleichbar mit ei-

nem Schraubstock, bei der anderen Person einen Genickbruch mit tödlichen Fol-

gen verursachen kann. Insofern handelt es sich bei einem solchen Schwitzkasten 

entgegen der Auffassung der Verteidigung nicht um eine völlig ungefährliche Art 

der Rangelei. Wer solches dennoch tut, nimmt den Tod dieser Person zumindest 

in Kauf. Zur bildlichen Veranschaulichung der markanten Grössenunterschiede 

zwischen dem Beschuldigten und †C._____ ist auf das Foto hinzuweisen, auf 

welchem die beiden nebeneinanderstehen (Urk. 10/7 S. 18; Urk. 10/8/15; vgl. 

auch Urk. 27/3 letzte Seite). 

 6.5. Wird zudem in Betracht gezogen, dass †C._____ schwanger war, was 

der Beschuldigten unbestrittenermassen wusste, nahm er damit entgegen der 

Auffassung der Verteidigung (Urk. 220 S. 37 ff.) gleichzeitig auch den Tod des 

ungeborenen Kindes in Kauf. Daran vermag auch der Umstand, dass †C._____ 

körperlich durchtrainiert war, nichts zu ändern, zumal auch der Beschuldigte eine 

athletische Konstitution aufweist, was ihm ohne Weiteres ermöglichte, entspre-

chende Kraft aufzubringen. Nicht zu vergessen ist, dass er überdies über eine 

abgeschlossene Ausbildung als Physiotherapeut verfügt und in seinem Beruf über 

lange Jahre Erfahrung gesammelt hat. Es ist daher bei ihm bereits von Berufes 

wegen ein überdurchschnittliches Wissen im Zusammenhang mit der menschli-

- 36 - 

chen Anatomie und der physiotherapeutischen manuellen Druckausübung vor-

handen – und erst recht gilt dies für das Wissen um möglicherweise tödliche Fol-

gen beim Ausüben von Druck mit erheblichem Kraftaufwand gegen den Kopf-

/Halsbereich einer Person, welche bereits im Schwitzkasten gehalten wird. 

 6.6. Demzufolge hat der Beschuldigte den Tod von †C._____ sowie denje-

nigen des ungeborenen Kindes in Kauf genommen, weshalb auch der subjektive 

Sachverhalt insoweit rechtsgenügend erstellt ist. 

 6.7. Hinsichtlich der Fragestellung, ob der Beschuldigte den Tod von 

†C._____ allenfalls sogar direktvorsätzlich mit eigentlichem Tötungswillen herbei-

geführt haben könnte, wie dies von der Staatsanwaltschaft geltend gemacht wird 

(Urk. 157; Urk. 223 S. 5 f.), kann vorab auf die Darlegungen der Vorinstanz ver-

wiesen werden (Urk. 147 S. 53 f. Erw. 4.4.). Gewisse Indizien sprechen durchaus 

für ein direktvorsätzliches Handeln: So konnte der Beschuldigte nicht schlüssig 

erklären, weshalb er †C._____ an jenem Abend des 26. August 2009 überhaupt 

aufsuchte, nachdem er bereits die vorangegangene Nacht mit ihr verbracht hatte 

(Urk. 10/2 S. 3; Urk. 10/38 S. 1; Urk. 219 S. 18). Er befand sich sodann in einer 

ausgeprägten Konfliktsituation: Seine "offizielle" Freundin P._____, mit der er im 

Begriffe war, zusammenzuziehen, wusste nichts von †C._____, die überdies 

schwanger war. †C._____ drohte, P._____ zu informieren – was ein klares Motiv 

für den Beschuldigten gewesen wäre. Es wurden weiter keinerlei Kampfspuren in 

der Wohnung festgestellt, und es steht fest, dass der Beschuldigte sehr kaltblütig 

einen Unfall vorgetäuscht hat (vgl. oben Erw. III.4.5.). Gegen direkten Vorsatz 

spricht aber der erstellte Verlauf der Auseinandersetzung: Hätte der Beschuldigte 

in direkter Tötungsabsicht gehandelt, wäre zu erwarten gewesen, dass er bereits 

den von ihm anerkannten Würgevorgang (Urk. 46 S. 3) bis zum Tod von 

†C._____ fortgesetzt hätte, was er aber nicht tat. Dasselbe gilt für den Umstand, 

dass der Beschuldigte gemäss seinen unwiderlegbaren, durch den Obduktionsbe-

fund gestützten Aussagen Reanimationsbemühungen unternommen hatte 

(Urk. 18/9 S. 6 f., S. 11). In Betracht zu ziehen ist auch sein Nachtatverhalten: 

P._____ und R._____ schilderten durchaus überzeugend, in welch schlechter 

- 37 - 

Verfassung sich der Beschuldigte in O._____ befand. Eine Tötungsabsicht lässt 

sich dem Beschuldigten demnach nicht nachweisen. 

IV. Sachverhalt Nebendossier (Vergewaltigung) 

 1. Beim Vorwurf der Vergewaltigung (ND; Urk. 46 S. 5 f.) macht der Be-

schuldigte, wie bereits dargelegt (vgl. oben Erw. II.2.2.), geltend, es habe sich um 

einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gehandelt. Er bestritt mithin im Vorverfah-

ren wie auch vor Vorinstanz einzig, gegen den Willen von K._____ bzw. unter 

Anwendung von Gewalt Geschlechtsverkehr mit ihr gehabt zu haben (Urk. 10/25 

S. 3; Urk. 65 S. 60; ND 1/3/1 S. 1, S. 7 f.; Urk. 116 S. 10, S. 19 ff.). Beim Ein-

wand, es habe sich um Analverkehr gehandelt (Urk. 116 S. 10, 18 f., 21; 

Urk. 214/1 S. 6 f.), handelt es sich um eine nachgeschobene, unglaubhafte 

Schutzbehauptung des Beschuldigten (vgl. dazu eingehend die Vorinstanz in 

Urk. 147 S. 65 f. Erw. 4.2.1.). 

 2.1. Im angefochtenen Urteil wurde zutreffend dargelegt, dass K._____ die 

dem Beschuldigten zur Last gelegte Vergewaltigung von Februar/März 2007 erst 

anlässlich ihrer ca. 2 ½ Jahre später erfolgten polizeilichen Befragung im Rahmen 

der Umfeldermittlungen zur Tötung von †C._____ zur Anzeige brachte. Die ent-

sprechenden Aussagen von K._____ wurden im vorinstanzlichen Urteil korrekt 

wiedergegeben (Urk. 147 S. 54 ff.). Die durch die Vorinstanz vorgenommene Be-

weiswürdigung überzeugt in allen Teilen, so dass vorab vollumfänglich darauf 

verwiesen werden kann (Urk. 147 S. 57 ff.). 

 2.2. Den nachfolgenden Erwägungen kommt daher lediglich bestätigender 

und ergänzender Charakter zu, wobei auf die im Berufungsverfahren erhobenen 

und erneuerten Einwände des Beschuldigten einzugehen bleibt: 

 3.1. Der Beschuldigte hat anlässlich seiner ersten staatsanwaltschaftlichen 

Befragung zum Vergewaltigungsvorwurf am 1. Dezember 2009 die Darstellung 

von K._____ und S._____, genannt T._____, K._____s damaligem Freund, be-

stätigt (ND 1/3/1 S. 4 f.), wonach er T._____ nur einmal in der Wohnung von 

K._____ getroffen habe, wo sie zuerst ca. eine Stunde lang zu dritt ein Gespräch 

- 38 - 

geführt hätten, bevor er mit K._____ dann alleine gesprochen habe. Worüber, 

wisse er nicht mehr. Im Berufungsverfahren hat sich der Beschuldigte jedoch wie-

der an den Gesprächsinhalt erinnert, und dies sogar relativ genau (Urk. 219 

S. 38). Später an diesem Abend habe er dann noch Sex mit K._____ gehabt und 

sei dann gegangen. Der Sex sei wie immer freiwillig gewesen (ND 1/3/1 S. 5 

oben). Überdies hat der Beschuldigte ebenfalls bestätigt, dass K._____ einmal ei-

nen Vergewaltigungsvorwurf gegen ihn erhoben habe (wie sie in ND 1/4/2 S. 1 

selber aussagte). Der Beschuldigte sagte, sie habe so etwas erwähnt. Dies treffe 

aber nicht zu, wie vieles bei ihr (ND 1/3/1 S. 6 ff.). Es sei ihre Eigenart gewesen 

und sie habe es erotisch gefunden, zu sagen, dass sie keinen Sex wolle. Aber sie 

habe es immer gewollt (ND 1/3/1 S. 7). 

 3.2. Bereits mit diesen Aussagen hat der Beschuldigte den äusseren Sach-

verhalt betreffend Ort, ungefähren Zeitpunkt sowie anwesende Personen, wie er 

ihm in der Anklage zum Vorwurf gemacht wird, anerkannt und damit (indirekt) 

auch bestätigt, dass K._____ (ND 1/4/1 S. 5) und T._____ diesbezüglich wahr-

heitsgemässe Aussagen gemacht haben (so auch in ND 1/3/4 S. 1), auch wenn 

sich K._____ nicht mehr an das genaue Datum des Vorgefallenen erinnern konn-

te (ND 1/4/1 S. 5; ND 1/4/2 S. 7; ND 1/4/3 S. 8 f.). Bei diesen Bestätigungen blieb 

der Beschuldigte auch in der Berufungsverhandlung (Urk. 219 S. 37 ff.). Ausser-

dem bestätigte er damit auch, dass es bei K._____ bereits viel früher ein Thema 

gewesen sein musste, dass sie damals von ihm vergewaltigt worden war – und 

nicht erst über 2 ½ Jahre später anlässlich ihrer Kontaktierung durch die Polizei 

(im Rahmen der Ermittlungen wegen des Tötungsvorwurfs) bloss aus Kränkung 

oder allenfalls Rache wegen der Schwangerschaft von †C._____ und der vom 

Beschuldigten inzwischen eingegangen ernsthaften Beziehung mit P._____, wie 

nun geltend gemacht wird (vgl. Urk. 220 S. 6 f.; Urk. 219 S. 41). Dass sich 

K._____ über 2 ½ Jahre nach dem Vorgefallenen nicht mehr an alle Details erin-

nerte und nicht mehr genau wusste, an welchem Datum der Vorfall passierte, wie 

lange er dauerte und welche Kleider sie dabei genau trug (ND 1/4/3 S. 11 ff.; 

ND 1/4/3 S. 27), macht ihre Aussagen entgegen der Auffassung der Verteidigung 

(Urk. 220 S. 8, 12 ff.) nicht von vornherein unglaubhaft, zumal diejenigen zum 

äusseren Ablauf am betreffenden Tag durch den Zeugen T._____ bestätigt und 

- 39 - 

untermauert wurden, soweit sie nicht bereits durch die Aussagen des Beschuldig-

ten selber Bestätigung finden, was mithin zeigt, dass K._____ auch diesbezüglich 

wahrheitsgemässe Angaben gemacht haben musste. Ebenso wenig kann der 

Umstand, dass K._____ einen Monat später wieder einvernehmlichen Sex mit 

dem Beschuldigten hatte (ND 1/4/2 S. 15; ND 1/4/3 S. 15 f.), dazu führen, die ein-

geklagte Vergewaltigung von vornherein als unglaubhaft und unmöglich zu taxie-

ren, wie auch Vergewaltigungen in anschliessend weiterbestehenden Ehen bei-

spielhaft aufzeigen. 

 3.3. In seiner staatsanwaltschaftlichen Befragung vom 13. April 2010 bestä-

tigte der Beschuldigte ausserdem zunächst selber (ND 1/3/4 S. 1 f.) und entgegen 

der von der Verteidigung in der Berufungsverhandlung vorgebrachten "Richtigstel-

lung" (Urk. 220 S. 3 f. Rz. 2), dass K._____ – gemäss ihren stets gleichlautenden 

Aussagen (ND 1/4/1 S. 4 f.; ND 1/4/2 S. 7; ND 1/4/3 S. 8) – ihn am betreffenden 

Abend zunächst nicht in ihre Wohnung habe reinlassen wollen, da es ihr unange-

nehm gewesen sei und sie sich geschämt habe. Sie habe Angst gehabt, dass sie 

jetzt ihn und T._____ verlieren würde (ND 1/3/4 S. 2). 

 3.4. Im Übrigen bestätigte K._____ anlässlich ihrer staatsanwaltschaftlichen 

Zeugeneinvernahme vom 15. Dezember 2009 die am 5. und am 15. September 

2009 bei der Polizei gemachten Aussagen ohne Unstimmigkeiten vollumfänglich 

in Anwesenheit des Beschuldigten und von dessen Verteidiger (ND 1/4/3). 

 3.5. Indem K._____ sich anlässlich ihrer polizeilichen Befragung vom 

5. September 2009 beim Polizeibeamten erkundigte, ob es irgendwie eine Grenze 

gebe, wann es als Vergewaltigung gelte, da sie ja längere Zeit die Freundin des 

Beschuldigten gewesen sei (ND 1/4/1 S. 5), fragte sie nach der rechtlichen Quali-

fikation des Vorgefallenen. Daraus lässt sich nichts ableiten, das gegen die 

Glaubhaftigkeit ihrer Sachverhaltsschilderungen spricht, zumal dann, wenn sich 

diese wie vorliegend teilweise durch die eigenen Aussagen des Beschuldigten 

oder von anderen Befragten untermauern lassen. Insbesondere die Aussagen 

von T._____ (ND 1/5/3 S. 1 ff., insb. S. 3 ff.; ND 1/5/4 S. 2 ff.) zeigen auf, dass 

K._____ entgegen der im Verteidigungsplädoyer und vom Beschuldigten geäus-

serten Auffassung (Urk. 214/1 S. 4; Urk. 220 S. 5 Rz. 4; Urk. 219 S. 36 f.) bereits 

- 40 - 

unmittelbar nach dem Geschehen davon überzeugt war, vom Beschuldigten ver-

gewaltigt worden zu sein. Ansonsten hätte sie sich kaum gleich im Anschluss da-

ran mit diesem Problem an ihr damals vertraute Personen gewandt. 

 3.6. Entgegen der Auffassung des Beschuldigten und seiner Verteidigung 

(Urk. 214/1 S. 3; Urk. 220 S. 9 f.) spricht der Umstand, dass K._____ dem Be-

schuldigten eine Schwangerschaft vorgetäuscht und beim Arzt wahrheitswidrig 

angegeben hatte, das Kondom sei geplatzt, um "die Pille danach" zu erhalten, 

nicht gegen ihre allgemeine Glaubwürdigkeit und insbesondere auch nicht von 

vornherein gegen die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen. Es gilt hier nicht einfach die 

Verkürzung: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht". Es spricht vielmehr für 

wahrheitsgemässe Aussagen, dass sie diese Unwahrheit sowie die Notlüge ge-

genüber dem Arzt in den Befragungen von sich aus offenlegte, wie dies auch von 

der Vorinstanz bereits zutreffend erwogen wurde (Urk. 147 S. 58). 

 4. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Sachverhalt in objektiver 

und subjektiver Hinsicht rechtsgenügend erstellt ist, da der Beschuldigte beim 

Vollzug des vaginalen Geschlechtsverkehrs wusste, dass K._____ damit nicht 

einverstanden war. 

V. Rechtliche Würdigung 

 1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der (eventual-)vorsätzlichen Tötung 

im Sinne von Art. 111 StGB, des strafbaren Schwangerschaftsabbruchs im Sinne 

von Art. 118 Abs. 2 StGB sowie der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 Abs. 1 

StGB schuldig gesprochen (Urk. 147 S. 79, 100). 

 2. Die Staatsanwaltschaft wendet sich mit ihrer Anschlussberufung gegen 

die Annahme eines Notwehrexzesses sowie des Eventualvorsatzes bei der vor-

sätzlichen Tötung und das Bejahen eines Notstandsexzesses beim strafbaren 

Schwangerschaftsabbruch durch die Vorinstanz (Urk. 157; Urk. 223 S. 5 ff.). 

 3.1. Der Beschuldigte hat bei †C._____ durch das erstellte Vorgehen einen 

Bruch des zweiten Halswirbels verursacht, was eine Halsmarkquetschung sowie 

- 41 - 

eine Unterbrechung zentraler Nervenleitungen und schliesslich ihren Tod zur Fol-

ge hatte (vgl. oben Erw. III.5.). Dies ist aus folgenden Gründen als vorsätzliche 

Tötung zu qualifizieren: 

 3.2. Den Tatbestand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB 

erfüllt, wer vorsätzlich den Tod eines Menschen verursacht, ohne dass eine der 

besonderen Voraussetzungen gemäss Art. 112 ff. StGB erfüllt ist. Indem der Be-

schuldigte den Tod von †C._____ verursachte, hat er den objektiven Tatbestand 

von Art. 111 StGB erfüllt. 

 3.3. a) Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit 

Wissen und Willen ausführt. Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung 

der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 2 StGB). Wie bereits dar-

gelegt (vgl. oben Erw. III.6.1.-6.) hat der Beschuldigte in Kauf genommen, 

†C._____ zu töten, als er sie mit dem linken Arm im Schwitzkasten hielt und mit 

der rechten Hand gegen ihre rechte Kopfseite drückte. 

 b) Im vorinstanzlichen Urteil wurden die von der bundesgerichtlichen Praxis 

für die Annahme eines Eventualvorsatzes verlangten rechtlichen Voraussetzun-

gen unter Hinweis auf BGE 135 IV 12 korrekt aufgeführt. Es kann darauf verwie-

sen werden (Urk. 147 S. 68 f.). 

 c) Dass jemand, der wie der Beschuldigte die rund 40 cm kleinere und ca. 

40 kg leichtere †C._____ nicht nur in den Schwitzkasten nimmt, sondern zusätz-

lich mit der anderen Hand und erheblichem Kraftaufwand seitlich gegen den 

Kopfbereich der auf diese Weise in seinem anderen Arm fixierten Person drückt, 

um die Möglichkeit weiss, dass diese Person dadurch einen Genickbruch erleiden 

und in der Folge sterben könnte, und dadurch den Tod dieses Menschen zumin-

dest in Kauf nimmt, wurde bereits dargelegt (vgl. oben Erw. III.6.1.-6.) und auch 

durch die Vorinstanz überzeugend erwogen (Urk. 147 S. 69). Ein eventualvorsätz-

liches Handeln des Beschuldigten ist somit klarerweise zu bejahen. Der subjektive 

Tatbestand der vorsätzlichen Tötung im Sinne von Art. 111 StGB ist erfüllt.  

- 42 - 

 d) In Übereinstimmung mit den Erwägungen der Vorinstanz ist ausserdem 

auch festzuhalten, dass nicht zu verlangen ist, dass der Beschuldigte um den 

"medizinisch äusserst komplizierten Verlauf" hätte wissen müssen, wie dies die 

Verteidigung vor der Vorinstanz geltend machte (Urk. 121 S. 15, 23 f.). Andern-

falls würden massiv überhöhte Anforderungen an das Wissen und damit an die 

sogenannte intellektuelle Vorsatzkomponente gestellt. Das Wissen um die mög-

licherweise tödlichen Folgen eines Genickbruchs setzt nicht voraus, dass der Tä-

ter über die entsprechenden medizinischen Abläufe Bescheid weiss. Andernfalls 

wäre Art. 111 StGB ein auf Täter mit abgeschlossenem Medizinstudium und 

rechtsmedizinischem Facharzttitel beschränktes Sonderdelikt, wie dies im ange-

fochtenen Urteil treffend festgehalten wurde (Urk. 147 S. 70). Es genügt vielmehr, 

dass der Täter weiss, dass sein Vorgehen tödliche Folgen haben kann. Beim Be-

schuldigten war mithin auch die Voraussetzung der Vorhersehbarkeit erfüllt. 

 3.4. Die Vorinstanz hat weiter erwogen, dass der Grundtatbestand der vor-

sätzlichen Tötungsdelikte (Art. 111 StGB) dann zur Anwendung gelangt, wenn 

weder der qualifizierte Tatbestand des Mordes noch der privilegierte Tatbestand 

des Totschlages gegeben sind, und sie hat in der Folge mit zutreffenden Argu-

menten im Einzelnen und unter Hinweis auf die entsprechende bundesgerichtli-

che Praxis dargelegt, dass die Verhaltensweise des Beschuldigten weder das pri-

vilegierende Merkmal der nach den Umständen entschuldbaren heftigen Gemüts-

bewegung bzw. der grossen seelischen Belastung im Sinne von Art. 113 StGB er-

füllt oder ein entschuldbarer Affekt vorlag noch das qualifizierende Element der 

besonderen Skrupellosigkeit im Sinne des Mordtatbestandes gegeben ist 

(Art. 112 StGB). Es kann vollumfänglich darauf verwiesen werden (Urk. 147 

S. 70 ff.). 

 3.5. Der von der Verteidigung eventualiter beantragte Schuldspruch wegen 

Unterlassung der Nothilfe im Sinne von Art. 128 StGB fällt nur schon deshalb 

ausser Betracht, weil wegen des Todes von †C._____ gar keine Hilfe mehr mög-

lich war (vgl. Maeder, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, 

N 27 zu Art. 128 StGB).  

- 43 - 

 4.1. Indem der Beschuldigte die schwangere †C._____ tötete, verursachte 

er auch den Tod des Embryos. Dies ist aus folgenden Gründen objektiv und sub-

jektiv unter den Tatbestand des strafbaren Schwangerschaftsabbruchs im Sinne 

von Art. 118 Abs. 2 StGB zu subsumieren: 

 4.2. Wer eine Schwangerschaft ohne Einwilligung der schwangeren Frau 

abbricht, erfüllt den objektiven Tatbestand des strafbaren Schwangerschaftsab-

bruchs. Indem der Beschuldigte die erwiesenermassen schwangere †C._____ tö-

tete, brach er ohne ihre Einwilligung die Schwangerschaft ab (Schwarzeneg-

ger/Heimgartner, in: Basler Kommentar Strafrecht II, 3. Auflage, Basel 2013, N 17 

zu Art. 118 StGB). Der objektive Tatbestand von Art. 118 Abs. 2 StGB ist somit 

erfüllt. 

 4.3. Der subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz, wobei Eventualvorsatz ge-

nügt (Schwarzenegger/Heimgartner, a.a.O., N 18 zu Art. 118 StGB; Trechsel/ 

Fingerhuth, in: Trechsel/Pieth, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommen-

tar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, N 5 zu Art. 118 StGB). Der Beschuldigte 

wusste, dass †C._____ schwanger war. Wer wie der Beschuldigte bei seinem 

Verhalten den Tod einer Schwangeren in Kauf nimmt, handelt auch in Bezug auf 

den Abbruch der Schwangerschaft mit Eventualvorsatz. Der Tatbestand ist somit 

auch in subjektiver Hinsicht erfüllt. 

 5.1. Dass der Beschuldigte gegen den Willen von K._____ und unter An-

wendung von Gewalt mit ihr den vaginalen Geschlechtsverkehr vollzog, erfüllt aus 

folgenden Gründen den Tatbestand der Vergewaltigung im Sinne von Art. 190 

Abs. 1 StGB: 

 5.2. Den objektiven Tatbestand von Art. 190 Abs. 1 StGB erfüllt, wer eine 

Person weiblichen Geschlechts zur Duldung des Beischlafs nötigt, namentlich 

durch die Anwendung von Gewalt. Der Beschuldigte vollzog mit K._____, welche 

damit nicht einverstanden war und deren Widerstand er durch Gewalt im Sinne 

von körperlichem Zwang (Niederdrücken auf das Bettsofa, Würgen) überwand, 

den Vaginalverkehr. Der Umstand, dass K._____ als Reaktion auf das Würgen ih-

ren Widerstand angesichts der körperlichen Überlegenheit des Beschuldigten 

- 44 - 

aufgab, ändert nichts daran, dass das Nötigungsmittel der Gewalt vorlag (Trech-

sel/Bertossa, in: Trechsel/Pieth, a.a.O., N 5 zu Art. 189 StGB i.V.m. N 3, N 5 zu 

Art. 190 StGB). 

 5.3. In subjektiver Hinsicht ist Vorsatz erforderlich, wobei Eventualvorsatz 

genügt (Trechsel/Bertossa, in: Trechsel/Pieth, a.a.O., N 6 zu Art. 190 StGB). Der 

Beschuldigte vollzog den Beischlaf willentlich, obwohl er wusste, dass K._____ 

damit nicht einverstanden war, womit er vorsätzlich handelte. Dass K._____ ab 

einem gewissen Punkt resignierend den Widerstand aufgab und den Akt über sich 

ergehen liess, steht dem nicht entgegen. 

 5.4. Schliesslich liegt entgegen der Auffassung der Verteidigung (Urk. 121 

S. 22, 25; Urk. 220 S. 16 Rz 12) kein Sachverhaltsirrtum vor. Es bleibt nicht straf-

los, wer den Widerstand nicht für ernstgemeint hält (Urteil des Bundesgerichtes 

6P.131/2004 vom 10. Januar 2005, E. 3. m.w.H.). Der Beschuldigte selber mach-

te zudem auch gar nicht geltend, K._____ habe Widerstand geleistet. Ebenso 

wenig schliesst der Umstand, dass K._____ und der Beschuldigte vor und nach 

der vorliegenden Vergewaltigung einvernehmliche Sexualkontakte hatten, die 

Anwendbarkeit von Art. 190 StGB aus (BGE 132 IV 120 f.). 

 5.5. Mit zutreffender Begründung der Vorinstanz wurde unter Hinweis auf 

BGE 119 IV 49 ff., 53 dargelegt, dass der qualifizierte Tatbestand von Art. 190 

Abs. 3 StGB vorliegend nicht erfüllt ist, da kein minutenlanges, intermittierendes 

Würgen, das beim Opfer Todesangst verursachte, vorlag oder der Beschuldigte 

K._____ andere besondere Leiden zugefügt hätte, welche erheblich über das 

Mass dessen hinaus gehen, was zur Erfüllung des Grundtatbestandes nötig ist. 

Es kann darauf verwiesen werden (Urk. 147 S. 73). 

 6.1. Der Beschuldigte macht geltend, dass er sich gegen den Angriff von 

†C._____ verteidigt habe. Er beruft sich mithin auf den Rechtfertigungsgrund der 

Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB, wonach jemand, der ohne Recht angegriffen 

oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht wird, berechtigt ist, den Angriff in einer 

den Umständen angemessenen Weise abzuwehren. 

- 45 - 

 6.2. a) Die Vorinstanz hat die rechtlichen Voraussetzungen der Notwehr un-

ter Hinweis auf die Lehre und die bundesgerichtliche Praxis zutreffend wiederge-

geben und das Vorliegen einer Notwehrlage mit überzeugender Begründung be-

jaht. Dies, da aus Sicht des Beschuldigten Anzeichen einer Gefahr vorgelegen 

hätten, welche eine Verteidigung nahelegten, weshalb der Beschuldigte von ei-

nem unmittelbar drohenden und bevorstehenden Angriff im Sinne von Art. 15 

StGB habe ausgehen dürfen, da nicht erwiesen sei, dass er den Angriff vorsätz-

lich provoziert habe, um sich selbst Gelegenheit zu verschaffen, gegen †C._____ 

vorzugehen. Mit ebenso zutreffender Begründung hat die Vorinstanz in der Folge 

aber eine Anwendung von Art. 15 StGB zu Recht verworfen und erwogen, dass 

der Beschuldigte die Grenzen der Notwehr in Verletzung der Prinzipien der Sub-

sidiarität und der Proportionalität klar überschritt (Notwehrexzess), zumal er sich 

ohne Weiteres mit angemessener Körpergewalt aus dem Griff von †C._____ hät-

te befreien und danach ihre Wohnung hätte verlassen können (Urk. 147 S. 74 -

 77). 

 b) Die Staatsanwaltschaft ist der Auffassung, dass das Verhalten von 

†C._____, d.h. das Aufstehen und Packen des Beschuldigten, als unmittelbare 

Reaktion auf das Würgen des Beschuldigten und mithin als Abwehr vor weiteren 

möglichen drohenden Angriffen zu qualifizieren sei. Das Verhalten von †C._____ 

sei somit nicht rechtswidrig gewesen und eine Notwehr des Beschuldigten folglich 

nicht zulässig (Urk. 223 S. 6 f.). Dem kann nicht zugestimmt werden. Nur schon 

gemäss Anklage setzte sich das spätere Opfer nicht unmittelbar oder sofort wie-

der gegen den Beschuldigten "zur Wehr". Vielmehr stand †C._____ nach kurzer 

Zeit wieder auf und "ging" auf den Beschuldigten "los" (Urk. 46 S. 4). Dass keine 

ununterbrochene Abwehrhandlung vorlag, zeigt sich auch daran, dass der Be-

schuldigte auch gemäss Anklage im Begriff war, das Wohn-/Schlafzimmer zu ver-

lassen (Urk. 46 S. 4). 

 6.3. Auch beim Tatbestand des strafbaren Schwangerschaftsabbruches 

(Art. 118 StGB) kann ein rechtfertigender Notstand im Sinne von Art. 17 StGB 

nicht zur Anwendung gelangen, da bereits die Voraussetzung, dass die Gefahr 

- 46 - 

nicht anders als durch die Notstandshandlung abwendbar gewesen wäre (Grund-

satz der Subsidiarität), nicht gegeben ist (vgl. oben Erw. V.6.2.a)). 

 6.4. Die vom Beschuldigten verübte vorsätzliche Tötung von †C._____ so-

wie der begangene strafbare Schwangerschaftsabbruch bleiben damit rechtswid-

rig. Weitere Rechtfertigungsgründe liegen nicht vor und wurden auch nicht gel-

tend gemacht. 

 7.1. Auch Schuldausschlussgründe liegen beim Beschuldigten keine vor. Die 

Bestimmung, wonach der Abwehrende, welcher die Grenzen der Notwehr in ent-

schuldbarer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff überschreitet, nicht 

schuldhaft handelt (Art. 16 Abs. 2 StGB), ist vorliegend nicht anwendbar, da wie 

bereits dargelegt kein entschuldbarer Affekt vorlag (vgl. oben Erw. V.3.4.). 

 7.2. Ebenso wenig kann sich der Beschuldigte auf die den Notstandsexzess 

im Zusammenhang mit dem strafbaren Schwangerschaftsabbruch betreffende 

Bestimmung berufen, wonach der Täter nicht schuldhaft handelt, sofern ihm nicht 

zuzumuten war, das gefährdete Gut preiszugeben (Art. 18 Abs. 2 StGB). Ihm wä-

re angesichts des Umstandes, dass er das höchste Rechtsgut eines Unbeteilig-

ten, nämlich das Leben des Embryos, verletzte, ohne Weiteres zuzumuten gewe-

sen, den im Vergleich dazu eher leicht erscheinenden Angriff von †C._____ und 

den damit verbundenen eher leichten Eingriff in seine körperliche Integrität zu er-

dulden. 

 7.3. Gemäss dem schlüssigen und überzeugenden psychiatrischen Gutach-

ten war der Beschuldigte in den Deliktszeitpunkten auch nicht schuldunfähig 

(Urk. 65 S. 82 f., 88). 

 8. S