# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a1405b2-619a-54c2-8b24-06ebe7e426df
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-07-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.07.2009 D-3562/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3562-2009_2009-07-31.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-3562/2009/wif
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  J u l i  2 0 0 9

Richter Daniel Schmid (Vorsitz), Richter Hans Schürch, 
Richter Gérald Bovier; 
Gerichtsschreiber Alfred Weber.

A._______, geboren [...], Nigeria,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 25. Mai 2009 / N [...].

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-3562/2009

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt,

dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge sein Heimatland 
Nigeria im Dezember 2008 verliess und am 13. Februar 2009 in der 
Schweiz um Asyl ersuchte,

dass er im Empfangs- und Verfahrenszentrum (EVZ) [...] am 18. Febru-
ar 2009 summarisch befragt und am 23. Februar 2009 im Rahmen ei-
ner Direktanhörung zu seinen Fluchtgründen angehört wurde, 

dass diese Anhörung unterbrochen und am 5. März 2009 fortgesetzt 
wurde,  da  der  Beschwerdeführer  zu  zittern  begann  und  sich  nicht 
mehr auszudrücken vermochte sowie über Schmerzen ("partout") klag-
te,

dass der Beschwerdeführer für die Dauer des Verfahrens dem Kanton 
[...] zugewiesen wurde,

dass das BFM mit Verfügung vom 25. Mai 2009 – eröffnet am 27. Mai 
2009 – in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 
26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch nicht eintrat und 
die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass der Beschwerdeführer unter Beilage eines ärztlichen Zeugnisses 
mit Eingabe vom 3. Juni 2009 gegen diese Verfügung Beschwerde er-
hob und unter anderem beantragte, die Verfügung des BFM sei aufzu-
heben und sein Asylgesuch sei gutzuheissen, eventuell  sei  die Weg-
weisungsverfügung aufzuheben und die vorläufige Aufnahme anzuord-
nen,

dass er ferner beantragte, es sei ihm die unentgeltliche Rechtspflege 
im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezem-
ber 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]) zu ge-
währen,

dass mit Zwischenverfügung vom 9. Juni 2009 das Gesuch um Gewäh-
rung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1 
VwVG  unter  der  Voraussetzung  des  Nachreichens  einer  Fürsorge-
bestätigung  sowie  unter  Vorbehalt  der  Veränderung  der  finanziellen 
Lage des Beschwerdeführers gutgeheissen wurde,

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dass der Beschwerdeführer die Fürsorgebestätigung am 11. Juni 2009 
nachreichte,

dass das BFM in seiner Vernehmlassung vom 25. Juni 2009 die Abwei-
sung der Beschwerde beantragte,

dass das Bundesverwaltungsgericht endgültig über Beschwerden ge-
gen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des BFM entscheidet (Art. 105 AsylG 
i.V.m.  Art. 31-34 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
[VGG, SR 173.32];  Art. 83 Bst. d  Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes 
vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass der Beschwerdeführer durch die angefochtene Verfügung berührt 
ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungswei-
se  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legiti-
miert ist (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass somit auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde  – 
unter  nachstehendem  Vorbehalt  – einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2 
AsylG und Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG),

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskom-
mission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),

dass  indessen  im  Falle  des  Nichteintretens  auf  ein  Asylgesuch  ge-
mäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG über das Nichtbestehen 
der Flüchtlingseigenschaft abschliessend materiell zu entscheiden ist, 

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soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung möglich ist (vgl. 
BVGE 2007/8 insb. E. 5.6.5 S. 90 f.),

dass dementsprechend in einem diesbezüglichen Beschwerdeverfah-
ren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines  formellen 
Nichteintretensentscheides  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozess-
gegenstand bildet (vgl. BVGE 2007/8 E. 2.1 S. 73),

dass der Beschwerdeführer vorliegend das hauptsächliche Begehren 
stellt, es sei ihm Asyl zu gewähren (Gutheissung des Asylgesuchs), 

dass das Bundesverwaltungsgericht jedoch im Rahmen der ihm zuste-
henden  Prüfungsbefugnis  im  für  den  Beschwerdeführer  günstigsten 
Fall zum Schluss gelangen kann, das BFM sei deshalb zu Unrecht auf 
sein Asylgesuch nicht eingetreten, weil es bereits aufgrund einer sum-
marischen  Prüfung  hätte  erkennen  sollen,  dass  er  offensichtlich  die 
Flüchtlingseigenschaft erfüllt (Art. 32 Abs. 3 Bst. b AsylG), 

dass  jedoch auch  in  diesem Fall  das  Bundesverwaltungsgericht  das 
Bestehen der Flüchtlingseigenschaft nicht selber im Dispositiv seines 
Urteils feststellen kann, sondern die angefochtene Nichteintretensver-
fügung aufzuheben und die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der 
Erwägungen (vgl. dazu wiederum BVGE 2007/8 E. 5.6.5 S. 90 f.) an 
das BFM zurückzuweisen hat, 

dass konsequenterweise auf die Beschwerde nicht einzutreten ist, so-
weit darin die Gewährung von Asyl durch das Bundesverwaltungsge-
richt beantragt wird,

dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs mate-
riell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht diesbezüglich volle 
Kognition zukommt,

dass auf  ein Asylgesuch nicht  eingetreten wird,  wenn Asylsuchende 
den Behörden nicht innerhalb von 48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgeben (Art. 32 Abs. 2 Bst. a 
AsylG),

dass diese Bestimmung jedoch keine Anwendung findet, wenn Asylsu-
chende glaubhaft machen können, sie seien dazu aus entschuldbaren 
Gründen nicht in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), auf Grund der 
Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigen-

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schaft  festgestellt  wird  (Art. 32  Abs. 3  Bst. b  AsylG)  oder  sich  auf 
Grund der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Fest-
stellung der Flüchtlingseigenschaft  oder eines Wegweisungsvollzugs-
hindernisses nötig sind (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG),

dass für  den zur  Begründung des Asylgesuches geltend gemachten 
Sachverhalt auf die Protokolle der Befragung im EVZ [...] vom 18. Feb-
ruar 2009 und der Anhörung zu den Asylgründen vom 23. Februar und 
5. März 2009 sowie auf die angefochtene Verfügung zu verweisen ist 
(vgl. daselbst, Sachverhaltszusammenfassung S. 2),

dass der Beschwerdeführer es unterliess, im Moment der Einreichung 
des Asylgesuches im EVZ [...] bzw. in den 48 Stunden nach der dies-
bezüglichen Aufklärung durch Vorhalt eines Informationsblattes ein Do-
kument zu seiner zweifelsfreien Identifizierung abzugeben,

dass damit die in Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG statuierte Grundvoraus-
setzung für ein Nichteintreten wegen fehlender Papiere vorliegend er-
füllt ist,

dass der Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang unter anderem 
angab, in Nigeria als Besitzer eines Coiffeursalons und Verkäufer von 
Kleidern und Schuhen weder einen Pass noch eine Identitätskarte  ge-
habt zu haben und auch nie kontrolliert worden zu sein,

dass  er  sich  hinsichtlich  Dauer  und  Orte  der  Reise  in  die  Schweiz 
(Schiff, Auto, Zug) nicht mehr zu erinnern vermöge,

dass das Bundesamt diese Ausführungen des Beschwerdeführers zu-
treffend als erfahrungswidrig, tatsachenwidrig und nicht nachvollzieh-
bar bezeichnet und daraus zu Recht den Schluss gezogen hat, es lä-
gen keine entschuldbaren Gründe für die Nichtabgabe von Reise- oder 
Identitätspapieren vor,

dass die Beschwerde hinsichtlich der Frage der Identitätspapiere kei-
nerlei substanziierte Ausführungen enthält,

dass  lediglich  pauschal  behauptet  wird,  Leute  aus  dem Niger-Delta 
würden keine Identitätskarten bekommen, und dass er erfolglos eine 
solche bestellt habe, 

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dass das BFM in der angefochtenen Verfügung sodann zutreffend dar-
gelegt hat, weshalb die weiteren Voraussetzungen für einen Nichtein-
tretensentscheid gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a und Abs. 3 AsylG gege-
ben sind und weshalb die Wegweisung zu verfügen und deren Vollzug 
anzuordnen ist,

dass in der Beschwerde zum einen bloss rudimentär der zur Begrün-
dung  des  Asylgesuches  geltend  gemachte  Sachverhalt  wiederholt 
(Auseinandersetzungen  zwischen  Christen  und  Muslimen  anlässlich 
der Wahlen von November 2008; Probleme im Zusammenhang mit den 
Unabhängigkeitsbestrebungen  [Biafra]  der  Leute  des  Heimatdorfes; 
Probleme mit den Leuten vom Niger-Delta, welche ihn zum Mitglied in 
ihrer Organisation [MASSOB] zwingen wollten; Suche der Familie des 
getöteten  Angestellten  nach  dem  Beschwerdeführer)  und  angefügt 
wird, gemäss dem Wortlaut von Art. 1 A Abs. 2 des Abkommens vom 
28. Juli 1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK, 
SR 0.142.30) sei der Beschwerdeführer als Flüchtling anzusehen,

dass die Beschwerde ansonsten keine weiteren Ausführungen enthält, 
mithin nicht ansatzweise dargetan wird, inwiefern die Erwägungen des 
BFM unzutreffend sein sollen,

dass zum anderen aufgrund der zeitlichen Dauer zwischen der Direkt-
anhörung  des  Beschwerdeführers  und  dem  Zeitpunkt  des  Erlasses 
des  BFM-Entscheides,  insbesondere in  Verbindung mit  der  dem Be-
schwerdeführer  obliegenden  Mitwirkungspflicht  (Art.  8  Abs. 1  Bst.  d 
AsylG), für die Vorinstanz keine Veranlassung bestand, irgendwelche 
zusätzliche  Abklärungen  hinsichtlich  eines  Wegweisungsvollzugshin-
dernisses als notwendig zu erachten, 

dass der Beschwerdeführer mithin aus den auf Beschwerdestufe gel-
tend gemachten und mit einem ärztlichen Zeugnis untermauerten psy-
chischen Beschwerden im Zusammenhang mit dem ergangenen Nicht-
eintretensentscheid des BFM nichts zu seinen Gunsten abzuleiten ver-
mag,

dass im Rahmen der  Prüfung des Vollzugs der  Wegweisung auf  die 
geltend gemachten gesundheitlichen Beschwerden des Beschwerde-
führers einzugehen ist (vgl. nachstehend),

dass unter diesen Umständen ohne weitere Erörterungen festgestellt 
werden kann, dass das Bestehen der Flüchtlingseigenschaft des Be-

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schwerdeführers offensichtlich ausgeschlossen werden kann und auch 
zusätzliche Abklärungen im Sinne von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG nicht 
notwendig sind,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 
Abs. 3 AsylG zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), vorliegend der Kanton keine Aufenthaltsbe-
willigung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung einer sol-
chen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegwei-
sung im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und dem-
nach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzli-
chen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme von Ausländern re-
gelt, wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar 
oder nicht möglich ist  (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 des Bun-
desgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20]), 

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrechtli-
che  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin 
oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

dass keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land ge-
zwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 
einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden 
(Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 
28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK, 
SR 0.142.30]),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist, da es dem Beschwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, wes-
halb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen 
Non-Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet 

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und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung 
ersichtlich sind, die im Heimat- oder Herkunftsstaat droht,

dass in der Beschwerde diesbezüglich geltend gemacht wird, es gebe 
keine Garantie auf eine Rückkehr in Sicherheit  und Würde, vielmehr 
befürchte er (der Beschwerdeführer) bei einer Rückkehr Behandlungen 
ausgesetzt zu werden, die gegen Art. 3 der Konvention vom 4. Novem-
ber  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten 
(EMRK, SR 0.101) verstossen würden,

dass diese unsubstanziierten pauschalen Ausführungen offensichtlich 
nichts an der Schlussfolgerung der Zulässigkeit des Wegweisungsvoll-
zugs zu ändern vermögen,

dass der Vollzug der Wegweisung eines abgewiesenen Asylsuchenden 
mit  gesundheitlichen  Problemen  im  Einzelfall  einen  Verstoss  gegen 
Art. 3 EMRK darstellen kann, hierfür jedoch ganz aussergewöhnliche 
Umstände  vorausgesetzt  sind  (vgl.  EMARK  2005  Nr. 23  E. 5.1 
S. 211 f., mit einer Zusammenfassung der Rechtsprechung des Euro-
päischen Gerichtshofes für Menschenrechte [EGMR]),

dass sich im vorliegenden Fall solch ganz aussergewöhnliche Umstän-
de indessen nicht ausmachen lassen, insbesondere da Art. 3 EMRK 
nur dann betroffen ist,  wenn ein Wegweisungsvollzug kausal  für  das 
Entstehen einer schwerwiegenden lebensbedrohenden Situation wäre, 
weil beispielsweise die notwendigen medizinischen Behandlungsmög-
lichkeiten fehlen, was vorliegend – wie sich aus den nachfolgenden Er-
wägungen zur Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzuges ergibt  – auf-
grund  der  Behandelbarkeit  der  diagnostizierten  psychischen  Be-
schwerden im Heimatland des Beschwerdeführers nicht der Fall ist,

dass aus dem ärztlichen Zeugnis des Regionalspitals [...] vom 3. Juni 
2009 hervorgeht, beim Beschwerdeführer bestünden suizidale Gedan-
ken, wobei er sich zurzeit von suizidalen Handlungen distanziere und 
dass zu vermuten sei, eine Ausreise würde bei ihm gesundheitsschä-
digende Folgen nach sich ziehen,

dass im Zusammenhang mit  einer allfälligen Ausschaffung festzuhal-
ten ist, dass nach Art. 3 EMRK keine Verpflichtung des Konventions-
staates besteht, bei einer Konfrontation mit allfälligen Suiziddrohungen 
von einer  zu  vollziehenden Weg- oder  Ausweisung Abstand zu neh-
men, und vorliegend hinreichende Garantien dafür bestehen, dass nö-

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tigenfalls  geeignete  Massnahmen  ergriffen  werden  könnten,  um  die 
Umsetzung allfälliger Suizidabsichten im Zusammenhang mit der Aus-
schaffung zu verhindern (vgl. EMARK 2005 Nr. 23 E. 5.1 S. 212, mit ei-
nem Hinweis auf den Entscheid des EGMR vom 7. Oktober 2004 i.S. 
Dragan et al. gegen Deutschland [Nr. 33743/03]),

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  die  allgemeine  Lage  im  Heimat-  bzw. Herkunftsstaat  des  Be-
schwerdeführers  nicht  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer 
Rückkehr schliessen lassen, 

dass beim Beschwerdeführer gemäss dem auf Beschwerdestufe ein-
gereichten ärztlichen Zeugnis vom 3. Juni 2009 eine posttraumatische 
Belastungsstörung  (PTBS)  sowie  eine  Anpassungsstörung  vor  dem 
Hintergrund einer Emigration mit Flucht diagnostiziert wurde,

dass  durch  pharmakologische  und  stützende  psychotherapeutische 
Behandlung eine leichte Verbesserung der Symptomatik habe erreicht 
werden können,

dass Gründe ausschliesslich medizinischer Natur den Wegweisungs-
vollzug im Allgemeinen nicht als unzumutbar erscheinen lassen, es sei 
denn, die erforderliche Behandlung sei wesentlich und im Heimatland 
nicht erhältlich (vgl. EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.),

dass  Behandlungsmöglichkeiten  im  Heimatland  des  Beschwerdefüh-
rers für das bei ihm diagnostizierte Krankheitsbild gegeben sind (vgl. 
UK Home Office and Danish Immigration Service, Report of Joint Bri-
tish-Danish  Fact-Finding  Mission  to  Lagos  and  Abuja,  Nigeria  9-27 
September  2007  and  5-12  January  2008,  28.10.2008; 
http:/www.unhcr.org/refworld/docid/49081bad2.html), 

dass,  entsprechen  die  Behandlungsmöglichkeiten  im  Herkunftsland 
nicht  dem medizinischen  Standard  in  der  Schweiz,  dies  allein  noch 
nicht die Unzumutbarkeit des Vollzugs bewirkt, sondern von einer sol-
chen  erst  dann  auszugehen  ist,  wenn  die  ungenügende  Möglichkeit 
der  Weiterbehandlung  eine  drastische  und  lebensbedrohende  Ver-

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schlechterung des Gesundheitszustandes nach sich zieht (vgl. EMARK 
2004 Nr. 7 E. 5d S. 50 ff., EMARK 2003 Nr. 24 E. 5b S. 157 f.),

dass die erforderliche Behandlung teilweise allenfalls auch unter Zu-
griff auf eine zu beantragende individuelle medizinische Rückkehrhilfe 
(Art. 93 Abs. 1 Bst. d AsylG i.V.m. Art. 75 der Asylverordnung 2 vom 
11. August 1999 über Finanzierungsfragen [AsylV 2, SR 142.312]) im 
Heimatland gewährleistet werden kann, 

dass unter diesen Rahmenbedingungen im vorliegenden Fall den Ak-
ten keine stichhaltigen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer medizini-
schen Notlage im Heimatstaat im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG zu ent-
nehmen sind,

dass sodann auch mit hinlänglicher Sicherheit auszuschliessen ist, der 
Beschwerdeführer geriete im Falle der Rückkehr in seine Heimat aus 
individuellen  Gründen wirtschaftlicher,  sozialer  oder  gesundheitlicher 
Natur in eine existenzbedrohende Situation,

dass der knapp 29-jährige, Schwierigkeiten mit den heimatlichen Be-
hörden  verneinende  Beschwerdeführer  gemäss  Akten  während  acht 
Jahren vor seiner  Ausreise aus Nigeria  einen eigenen Coiffeurladen 
mit  einem Angestellten  betrieb  und sich  zusätzliche Einkünfte  durch 
den Verkauf von Kleidern und Schuhen verschaffte, weshalb nicht da-
von auszugehen ist,  er würde im Falle der Rückkehr in eine existen-
zielle Notlage geraten,

dass die Eltern des Beschwerdeführers gemäss seinen Aussagen im 
Zeitpunkt seiner Ausreise lebten und es ihm zuzumuten ist, bei seiner 
Rückkehr ins Heimatland deren Aufenthaltsort ausfindig zu machen, 

dass nach dem Gesagten auch unter Berücksichtigung medizinischer 
Aspekte der Wegweisungsvollzug als zumutbar zu erachten ist,

dass der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers in den Hei-
matstaat schliesslich möglich ist, da keine Vollzugshindernisse beste-
hen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt,  bei 
der  Beschaffung  gültiger  Reisepapiere  mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4 
AsylG),

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

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dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 
oder unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde ab-
zuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist,

dass mit Verfügung vom 9. Juni 2009 das Gesuch um Gewährung der 
unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG – un-
ter  Vorbehalt  einer  nachträglichen  Veränderung  der  finanziellen  Ver-
hältnisse des Beschwerdeführers – gutgeheissen wurde,

dass zwischenzeitlich keine solche Veränderung eingetreten ist, wes-
halb auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: angefochtene Verfü-
gung im Original)

- das BFM, Abteilung Aufenthalt,  mit  den Akten Ref.-Nr. N [...]  (per 
Kurier; in Kopie)

- (die zuständige kantonale Behörde) (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Daniel Schmid Alfred Weber

Versand:

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