# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ba344aa-3b65-5ddd-9cdc-c53006ce6a28
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 1994-07-22
**Language:** de
**Title:** Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 22.07.1994 JAAC 59.107
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_VB/CH_VB_999_JAAC-59-107--_1994-07-22.pdf

## Full Text

JAAC 59.107

Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der

Rekurskommission EVD vom 22. Juli 1994 in Sachen
Y und Z. gegen X und V. sowie Bundesamt für

Landwirtschaft, 93/6K-003; bestätigt durch das BGer

mit Urteil vom 19. Juni 1995, 2A.309/1994/bnm

Centre collecteur; qualité pour recourir; intérêt à une demande en
constatation; détermination du centre collecteur compétent.

1. Art. 48 let. a PA: qualité pour recourir du preneur à bail d’un centre
collecteur.

La propriété d’un centre collecteur n’est pas, à elle seule, un critère
permettant de déterminer qui en est l’exploitant («Inhaber»). Il faut
plutôt examiner, d’une part, qui possède le local et, d’autre part, qui
exploite l’entreprise qui commercialise le lait (consid. 1.2).

2. Art. 25 al. 2 PA: intérêt digne de protection à faire constater qui est
exploitant d’un centre collecteur.

L’exploitant d’un centre collecteur possède un intérêt digne de
protection à ce que l’on constate quel centre collecteur est compétent
pour recevoir le lait d’un domaine lorsque son centre collecteur est
considéré comme le plus proche du domaine en cause ou comme étant
celui qui acquiert habituellement sa production (consid. 3.2).

3. Art. 5 al. 1 ASL: centre collecteur compétent.

- Résumé de la jurisprudence du TF concernant les notions de
déplacement/création d’une unité d’exploitation et de nouvelle
livraison. Le fait d’acquérir un domaine déjà existant et ayant livré
auparavant du lait commercial n’entraîne ni un déplacement/création
d’une unité d’exploitation ni une nouvelle livraison (consid. 6).

- Lorsque l’exploitation d’un domaine fait l’objet d’un contrat de bail
à ferme prévoyant que le lait commercial n’est plus livré au centre
collecteur habituel du domaine, il n’y a pas création d’un rapport de

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livraison entre le domaine et le nouveau centre collecteur. Le rapport
de livraison habituel renaît au terme de l’affermage, le domaine étant
de nouveau exploité de manière autonome (consid. 7.3 et 7.4).

- Des conventions privées ne peuvent pas déroger aux obligations sur la
livraison fixées de manière contraignante par la loi (consid. 8).

Milchsammelstelle; Beschwerdelegitimation; Feststellungsinteresse;
Bestimmung der zuständigen Sammelstelle.

1. Art. 48 Bst. a VwVG: Beschwerdelegitimation des Pächters einer
Sammelstelle.

Das Kriterium der Eigentumsverhältnisse lässt für sich allein
betrachtet keinen Schluss darüber zu, wer als Inhaber einer
Sammelstelle zu betrachten ist. Abzustellen ist vielmehr auf die
Kriterien des Besitzes eines Sammelstellenlokals und der Führung einer
Unternehmung des Milchhandels (E. 1.2).

2. Art. 25 Abs. 2 VwVG: Schützenswertes Feststellungsinteresse eines
Sammelstelleninhabers.

Kommt eine Sammelstelle als nächstgelegene oder als angestammte
Sammelstelle eines Heimwesens in Frage, hat deren Inhaber ein
schützenswertes Interesse an der Feststellung, welche Sammelstelle für
die Milcheinlieferung des Heimwesens zuständig ist (E. 3.2).

3. Art. 5 Abs. 1 MB: Zuständige Milchsammelstelle.

- Zusammenfassung der Rechtsprechung des BGer zum Begriff der
Aussiedlung/Neusiedlung beziehungsweise Neuaufnahme der Lieferung.
Wird ein bereits bestehendes Heimwesen erworben, von welchem
aus früher schon Milch in Verkehr gebracht worden ist, kann weder
von einer Aussiedlung/Neusiedlung noch von einer Neuaufnahme der
Lieferung ausgegangen werden (E. 6).

- Erfolgt die Bewirtschaftung eines Heimwesens als Zupacht und wird
die Verkehrsmilch nicht in die angestammte Sammelstelle eingeliefert,
so wird dadurch kein neues Sammelstellenverhältnis begründet. Nach
Ende der Zupacht und erneuter selbständiger Bewirtschaftung des
Heimwesens lebt das angestammte Lieferverhältnis wieder auf (E. 7.3
und 7.4).

- Privatrechtliche Vereinbarungen vermögen die zwingend
vorgeschriebenen gesetzlichen Einlieferungspflichten nicht ausser Kraft
zu setzen (E. 8).

Centro di raccolta del latte; diritto di ricorrere; interesse ad una
decisione d’accertamento, determinazione del centro di raccolta
competente.

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1. Art. 48 lett. a PA; diritto di ricorrere dell’affittuario di un centro di
raccolta.

La proprietà di centro di raccolta non è l’unico criterio che consente di
determinare il titolare. Occorre piuttosto basarsi sul del possesso di
un locale centro di raccolta e su quello della gestione di un’azienda che
commercializza il latte (consid. 1.2).

2. Art. 25 cpv. 2 PA: interesse degno di protezione di un titolare di un
centro di raccolta ad una decisione di accertamento.

Il titolare di un centro di raccolta ha un interesse degno di protezione
ad una decisione intesa ad accertare quale centro di raccolta è
competente per ricevere il latte di un podere quando il suo centro di
raccolta potrebbe essere considerato più vicino o quello che potrebbe
acquistare abitualmente la sua produzione (consid. 3.2).

3. Art. 5 cpv. 1 DSL; centro di raccolta competente.

- Riassunto della giurisprudenza del TF relativo alle nozioni di
spostamento/creazione di un’unità aziendale e di nuova fornitura.
L’acquisto di un’azienda esistente, che ha già messo precedentemente
latte in commercio, non equivale ad un spostamento/creazione di
un’unità aziendale o ad una nuova fornitura (consid. 6).

- La gestione di un podere che costituisce l’oggetto di un contratto
d’affitto il quale prevede che il latte commerciale non è più fornito al
centro di raccolta abituale del podere, non determina un rapporto
di fornitura fra il podere e il nuovo centro di raccolta. Il rapporto di
fornitura rinasce alla fine dell’affitto, quando il podere è gestito di
nuovo in modo autonomo (consid. 7.3 e 7.4).

- Convenzioni privati non possono derogare gli obblighi di fornitura
stabiliti in modo imperativo dalla legge (consid. 8).

Aus dem Sachverhalt:

Am 1. Mai 1991 teilte X, Eigentümer der Käserei A., dem Milchverband
St. Gallen-Appenzell mit, dass der Produzent Y die Liegenschaft W. erworben
und einen neuen Stall bezogen habe und sich weigere, die Milch in die Käserei
A. einzuliefern, obwohl W. in deren Einzugsgebiet liege. Die Milch werde
weiterhin von Z., Käserei B., abgeholt. Der Milchverband leitete das Schreiben
an das Bundesamt für Landwirtschaft weiter. In der Folge einigten sich die
Beteiligten, dass Y seine Milcheinlieferungen auf die Käsereien A., B. sowie
C. aufteilen könne. Am 6. April 1992 gelangte X erneut an das Bundesamt,
brachte vor, dass sich Y nicht an die Vereinbarung halte.

Mit Entscheid vom 15. Juni 1992 stellte das Bundesamt fest, dass sich der von
Y bewirtschaftete Landwirtschaftsbetrieb im Einzugsgebiet der Käserei A.
befinde und demzufolge die gesamte Verkehrsmilch ab 1. Juli 1992 in diese
angestammte Sammelstelle einzuliefern sei.

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Gegen diesen Entscheid reichten Y und Z. am 30. Juni 1992
Verwaltungsbeschwerde beim EVD ein und beantragten, es sei die
angefochtene Verfügung des Bundesamtes aufzuheben und die Streitsache
zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei die
Zuweisung der Milchablieferung von Y in die Sammelstelle B. zu verfügen.

Die Rekurskommission EVD übernahm das Verfahren am 2. Februar 1994 als
zuständige Behörde.

Aus den Erwägungen:

1. (Zuständigkeit)

Zur Beschwerde ist berechtigt, wer durch die angefochtene Verfügung berührt
ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung hat
(Art. 48 Bst. a VwVG).

1.1. Y ist als Milchproduzent vom angefochtenen Entscheid unmittelbar
betroffen und zur Beschwerde zweifellos legitimiert.

1.2. Es gilt zu prüfen, ob auch Z. als Beschwerdeführer zuzulassen ist, was vom
Beschwerdegegner X in Abrede gestellt wird.

Vorab stellt sich jedoch die Frage, ob die Sammelstelle B. an sich zur
Beschwerde legitimiert ist. Vor dem Erwerb der Liegenschaft W. führte Y
seinen Betrieb vom Heimwesen D. aus. Als angestammte Sammelstelle dieses
Betriebes galt die Käserei B. Auch nach der Übernahme von W. bewirtschaftete
Y neben dem erworbenen Heimwesen weiterhin Teile des vormaligen
Betriebes D. Es fragt sich, an welche Sammelstelle Y zu liefern hat. Der
Inhaber der Sammelstelle B. hat an einer Antwort auf die gestellte Frage
ein unmittelbares Interesse und er ist vom Entscheid des Bundesamtes über
die Milcheinlieferung des Y direkt betroffen. Ob die Käserei B. weiterhin als
Sammelstelle für die Milcheinlieferungen des Y in Frage kommt, ist dagegen
materielle Frage des Verfahrens (unveröffentlichtes Urteil des BGer vom
24. November 1989 i. S. B. und Konsorten, E. 1d und f). Der Inhaber der
Sammelstelle B. ist damit grundsätzlich zur Beschwerde legitimiert.

Im folgenden gilt es abzuklären, ob Z. als Inhaber der Sammelstelle B. zu
betrachten ist. Der Beschwerdegegner X führt diesbezüglich in seiner
Beschwerdeantwort aus, Z. sei nicht Eigentümer der Sammelstelle und
demzufolge nicht legitimiert. Die Beschwerdeführer halten in ihrer Replik
dem entgegen, dass zwar «bisher der Vater von Z. Eigentümer der Käserei
gewesen ist». Als Pächter und Betreiber der Käserei führe aber Z. die Käserei
in eigenem Namen und auf eigene Rechnung und Gefahr. Er selbst sei auch
Milchkäufer, was aus dem beigelegten Käserei-Milchkaufvertrag hervorgehe.
Während das Bundesamt für Landwirtschaft (hiernach: Bundesamt) in seiner
Stellungnahme auf die Replik die Ausführungen der Beschwerdeführer
bestätigt, bringt der Beschwerdegegner X diesbezüglich nichts mehr vor.

Der Begriff der Sammelstelle umfasst nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung einerseits ein Lokal an einem bestimmten Standort, wo die
Milch der Produzenten eines Einzugsgebietes abgeliefert wird, und anderseits
eine Unternehmung, deren Inhaber die Milch kauft und dann verkauft oder
verarbeitet (BGE 89 I 329). Erfüllt keine der Parteien, die sich um das Recht

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_89_I_329&resolve=1

einer Milchsammelstelle streiten, die beiden genannten Voraussetzungen, so
muss diejenige Partei als Inhaberin der Sammelstelle betrachtet werden,
welche eine nähere Beziehung zur Einrichtung der Sammelstelle hat.
Neben den die faktische Ausgestaltung der Sammelstelle betreffenden
objektiven Gesichtspunkten (Besitz eines Sammellokals und Führung einer
Unternehmung des Milchhandels) muss für die Beurteilung der Nähe der
Beziehungen - allerdings nur, wenn die objektiven Gesichtspunkte keinen
eindeutigen Schluss zulassen - auch auf subjektive Momente abgestellt werden,
nämlich darauf, wie die Parteien ihre Rechte an der Sammelstelle beurteilten
und beurteilen durften (Urteil F. vom 21. Dezember 1977, in: Blätter für
Agrarrecht 1978, S. 60; bestätigt u. a. im unveröffentlichten Urteil vom
31. Oktober 1991 i. S. Milchpulverfabrik S. gegen Milchlieferungsgesellschaft
M., E. 2.b).

Auf den vorliegenden Fall bezogen kann vorab festgestellt werden,
dass gemäss der angeführten Praxis des BGer das Kriterium der
Eigentumsverhältnisse für sich alleine betrachtet keinen Schluss darüber
zulässt, wer als Inhaber einer Sammelstelle zu betrachten ist. Abzustellen
ist vielmehr auf die Kriterien des Besitzes eines Sammelstellenlokals und
der Führung einer Unternehmung des Milchhandels. Unbestrittenermassen
führt Z. die Käserei B. als Pächter auf eigene Rechnung und Gefahr und tritt
als Milchkäufer gegenüber Y auf. Er ist demnach als Inhaber der sich in der
Käserei B. befindlichen Milchsammelstelle zu betrachten. Dass sein Vater
Eigentümer der Käserei sein soll, vermag an dieser Beurteilung nichts zu
ändern. Sollte der Beschwerdegegner X aus diesem Umstand ableiten, dass
der Vater von Z. weiterhin über die Sammelstellenkonzession verfüge und
demzufolge weiterhin als Inhaber der Sammelstelle zu betrachten sei, so ist
dem entgegenzuhalten, dass solche Konzessionen nicht ad personam erteilt
werden. Der Inhaber kann wechseln, ohne dass hierfür jedesmal eine neue
Konzession zu erteilen ist (Urteil B. und Konsorten, a. a. O., E. 2.i).

Das erforderliche schutzwürdige Interesse kann Z. demzufolge nicht
abgesprochen werden.

Da Eingabefrist und -form gewahrt sind (Art. 50 und 52 Abs. 1 VwVG) und die
übrigen Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen (Art. 46 ff. VwVG), ist formell
auf die Verwaltungsbeschwerde einzutreten.

2. Die Beschwerdeführer stellen sich auf den Standpunkt, zwischen Y
und den Betreibern der Käsereien A., B. und C. sei auf privatrechtlicher
Basis am 13. November 1991 eine auch für X verbindliche Vereinbarung
zustandegekommen, gemäss welcher die Milcheinlieferung des Y in die
drei Käsereien aufzuteilen sei. X sei deshalb das Recht abzusprechen,
diese Vereinbarung einseitig für sich als unverbindlich zu betrachten. Das
Bundesamt habe zu Unrecht die angefochtene Verfügung erlassen. Es ist
zwar unbestritten, dass die eingangs genannte Vereinbarung getroffen
und von keiner Partei innert der für eine Ablehnung gesetzten Frist bis
zum 28. November 1991 widerrufen worden ist. Der Argumentation der
Beschwerdeführer ist allerdings entgegen zu halten, dass X an das Bundesamt
gelangte und eine Feststellung über die Milcheinlieferungen des Y anbegehrte.
Es ist demnach davon auszugehen, dass keine Einigung mehr besteht.
Gelangt in einem solchen Fall eine Partei an das Bundesamt, so hat dieses,
vorausgesetzt, der Gesuchsteller ist hierzu legitimiert, einen Entscheid gestützt

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auf Art. 5 Abs. 1 des Beschlusses der Bundesversammlung vom 29. September
1953 über Milch, Milchprodukte und Speisefette (Milchbeschluss, SR 916.350,
AS 1994 1648) zu fällen. Ob eine Vereinbarung über die Aufteilung der
Verkehrsmilcheinlieferung überhaupt mit dem Milchbeschluss vereinbar
ist, muss nicht weiter abgeklärt werden.

3. X machte am 1. Mai 1991 gegenüber dem Bundesamt geltend, dass Y
nach Erwerb der Liegenschaft W. sich weigere, die Verkehrsmilch in seine
Käserei abzuliefern. Das Bundesamt müsse «die Angelegenheit nach Gesetz
in Ordnung bringen». Mit Schreiben vom 6. April 1992 gelangte er erneut
an das Bundesamt und brachte vor, dass die zwischenzeitlich mit den
Beteiligten getroffene Vereinbarung von Y nicht eingehalten werde und
er demzufolge einen Entscheid des Bundesamtes verlange. X beantragte
demnach, das Bundesamt habe festzustellen, welche Sammelstelle für die
Milcheinlieferungen des Y zuständig sei. Ob er hiezu legitimiert war, gilt es im
folgenden abzuklären.

3.1. Nach Art. 25 Abs. 2 VwVG ist die Feststellungsverfügung zulässig,
wenn der Gesuchsteller ein schutzwürdiges Interesse nachweist. Gemäss
präzisierter Rechtsprechung des BGer ist der Anspruch auf Erlass einer
Feststellungsverfügung gegeben, wenn der Gesuchsteller ein solches
rechtliches oder tatsächliches Interesse an der sofortigen Feststellung seines
Rechts hat, dem keine erheblichen öffentlichen oder privaten Interessen
entgegenstehen, und wenn dieses schutzwürdige Interesse nicht durch
eine rechtsgestaltende Verfügung gewahrt werden kann (BGE 114 V 202;
vgl. auch VPB 47.23; Rhinow René A. / Krähenmann Beat, Schweizerische
Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, Nr. 36).

3.2. Zu prüfen ist, ob durch den Erwerb von W. die Milcheinlieferung neu
aufgenommen worden ist, oder - sollte dies nicht der Fall sein - welche
Sammelstelle als angestammte des Betriebes Y zu betrachten ist. X ist als
Inhaber der Sammelstelle A., welche sowohl als nächstgelegene als auch
als angestammte Sammelstelle des Heimwesens W. in Frage kommt, davon
unmittelbar betroffen. Er hat demnach ein schützenswertes Interesse an der
Feststellung, welche Sammelstelle gestützt auf den Milchbeschluss für die
Milcheinlieferung zuständig ist. Das Bundesamt ist demnach zu Recht auf sein
Begehren um Erlass einer Feststellungsverfügung eingetreten.

4. (...)

5. Bevor die eigentliche Frage nach der zuständigen Sammelstelle für den
Betrieb Y abgeklärt werden kann, gilt es auf die Behauptung einzugehen,
wonach Y zwei selbständige Betriebe bewirtschafte, nämlich einerseits W. und
anderseits den Pachtbetrieb L. (...) mit angestammter Sammelstelle B.

5.1. Als Betrieb gilt ein landwirtschaftliches Unternehmen, das eine
Gesamtheit von Land, Gebäuden, Inventar und Arbeitskräften darstellt,
eine oder mehrere Produktionsstätten umfasst, selbständig ist, räumlich
als solches erkennbar ist, ein Betriebszentrum hat und während des
ganzen Jahres bewirtschaftet wird (Art. 2 Abs. 1 der Verordnung vom
26. April 1993 über landwirtschaftliche Begriffe und die Anerkennung
von Betriebsformen, landwirtschaftliche Begriffsverordnung, SR 910.91).
Als Betriebszentrum gilt der Ort, an dem sich das Hauptgebäude und das
Schwergewicht der Betriebstätigkeit befindet (Art. 2 Abs. 4 landwirtschaftliche

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_114_V_202&resolve=1

Begriffsverordnung). Zudem muss der Betrieb von der zuständigen
kantonalen Amtsstelle anerkannt sein (Art. 7 landwirtschaftliche
Begriffsverordnung).

5.2. Unbestritten ist, dass Y seinen Wohnsitz auf W. hat. Im Gegensatz
zur Liegenschaft L. befindet sich W. in seinem Eigentum. Das für die
landwirtschaftliche Produktion genutzte Ökonomiegebäude und die
eigentliche Milchviehhaltung, mithin das Schwergewicht der Betriebstätigkeit,
befinden sich ebenfalls auf W. Weiter gilt es festzuhalten, dass Y die
auf W. liegenden Gebäude mit beträchtlichem finanziellen Aufwand
renoviert und erweitert hat. Gemäss Angaben des Bundesamtes hat Y
vom ehemaligen Betrieb L. lediglich das Land und die Scheune gepachtet,
im dazugehörenden Wohnhaus wohnt weiterhin der Eigentümer. Der
Behauptung, dass die Liegenschaft L. für sich betrachtet ebenfalls ein
selbständiges landwirtschaftliches Unternehmen darstellen soll, kann bei
solcher Sachlage nicht gefolgt werden. Insbesondere ist nicht dargetan, wie
weit auch L. ein eigenes Betriebszentrum aufweist. Ebenso fehlt der Nachweis,
dass L. eine eigene landwirtschaftliche Produktionsstätte darstellt, das heisst
über eigenes Inventar verfügt und sich die Selbständigkeit der Organisation
etwa durch eine eigene Betriebsrechnung manifestiert. Einzig der Einwand,
dass der an Y mitverpachtete und von ihm zur Bewirtschaftung genutzte Stall
auf L. unter Ausrichtung von Subventionen errichtet worden sei und aufgrund
einer Auflage weiterhin als Ökonomiegebäude genutzt werden müsse, lässt
den Schluss nicht zu, es liege ein landwirtschaftliches Unternehmen vor.
Aufgrund der tatsächlichen Verhältnisse ist vielmehr davon auszugehen,
dass auf L. nicht eine selbständige Bewirtschaftung erfolgt, sondern die
Liegenschaft als Zupacht - zuvor von D. und jetzt von W. aus - bewirtschaftet
wird.

Bei Betriebserweiterungen durch Kauf oder Zupacht von Landparzellen oder
Heimwesen bildet aber der neue Betriebsteil mit dem Stammbetrieb eine
wirtschaftliche Einheit und als Haupt- oder Stammbetrieb gilt derjenige
Betriebsteil, auf welchem der Milchproduzent Wohnsitz hat und das
Milchvieh während der überwiegenden Zeit des Jahres gehalten wird
(Art. 23 des schweizerischen Milchlieferungsregulativs vom 1. Juli 1987,
Milchlieferungsregulativ, SR 916.351.3). Dies ist vorliegend zweifellos W.

6. Im folgenden gilt es, die zuständige Sammelstelle des Heimwesens W. zu
bestimmen. Umstritten ist nun, ob - wie die Beschwerdeführer annehmen -
der Erwerb der Liegenschaft W. durch Y und die Neuschaffung respektive
Erweiterung der erforderlichen Betriebs- und Wohngebäulichkeiten als
Aussiedlung respektive Neuaufnahme der Lieferung betrachtet werden müsse.
Diesfalls wäre die Frage der nächstgelegenen Sammelstelle zu prüfen. Sollte -
wie das Bundesamt und der Beschwerdegegner befürworten - die Liegenschaft
W. trotz der baulichen Veränderungen als das gleiche Heimwesen gelten wie
früher, so ist hingegen nicht von einer Neusiedlung auszugehen und es wäre
zu untersuchen, welche als angestammte Sammelstelle von W. zu gelten hat.

6.1. Die Botschaft erwähnt die Schaffung eines neuen landwirtschaftlichen
Betriebes ausdrücklich als Beispiel für die Neuaufnahme der Lieferung und
stellt die Neusiedlung in Gegensatz zum blossen Wechsel des Eigentümers oder
Pächters (BBl 1953 I 429). Davon ausgehend hat das Bundesgericht in einem
unveröffentlichten Urteil entschieden, dass eine Neuaufnahme der Lieferung

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dann vorliege, wenn im freien Gelände eine bäuerliche Siedlung errichtet
wird, welche Verkehrsmilch produziert (Urteil vom 15. Oktober 1975 i. S. Z.
gegen W.; bestätigt in BGE 115 Ib 51 E. 3b). In jenem Fall zog ein Produzent
nicht als Nachfolger eines bestehenden Heimwesens, sondern als Neusiedler
von auswärts in die betreffende Gemeinde zu; es wurde also eindeutig ein
neues Heimwesen ohne «angestammte» Milchsammelstelle geschaffen.
Gibt ein Produzent sein bisheriges Heimwesen, welches eine angestammte
Sammelstelle aufwies, auf und bezieht er einen neuen Bauernhof, verlegt
er sein Bewirtschaftungszentrum an einen neuen Standort. Im Falle einer
solchen Aussiedlung ist nach der bundesgerichtlichen Praxis gleichfalls
eine «Neuaufnahme» der Milchlieferung gegeben (BGE 117 Ib 166 E. 2b). In
BGE 115 Ib 50 E. 3 hat das BGer ebenfalls das Vorliegen einer selbständigen
Neusiedlung und damit eine Neuaufnahme der Milchlieferung bejaht. In
jenem Fall hatte ein Milchproduzent auf einer 7 km von seinem Heimwesen
entfernten Parzelle ein neues Ökonomiegebäude samt Stall errichtet
und an seinen Sohn verpachtet, der nun dort seinerseits Verkehrsmilch
produzierte. Der Bau des Wohnhauses war erst in einer zweiten Etappe
projektiert. Nach diesem Urteil bildete der etappenweise Aufbau eines
landwirtschaftlichen Heimwesens bei einer Neusiedlung für sich alleine
keinen Grund, die Selbständigkeit des neuen Betriebes zu verneinen. In
einem weiteren unveröffentlichten Urteil schliesslich verneinte das BGer
jedoch die Annahme einer Neulieferung. Im Gegensatz zu den drei ersten
Fällen wurde nicht ein neuer Bauernhof gebaut und somit eine eigentliche
Neusiedlung errichtet, sondern lediglich ein bestehender Stall wegen dessen
unbefriedigenden baulichen Zustandes durch einen Neubau in unmittelbarer
Nähe ersetzt. Angesichts dieser Sachlage könne klarerweise nicht von einer
Neusiedlung gesprochen werden. Ebensowenig liege eine «Neuaufnahme» der
Milchlieferung vor, da bereits bisher der alte Stall für die Milchviehhaltung
benutzt worden ist (Urteil vom 15. März 1991 i. S. Z. gegen St., E. 3.b).

6.2. Im vorliegend zu beurteilenden Fall liegt ein vergleichbarer Sachverhalt
vor. Aus den Akten geht hervor, dass Y infolge Zonenumteilung einen grossen
Teil seines ehemaligen Betriebes in D. veräusserte und die Liegenschaft
W. erwarb. Auf dieser Liegenschaft bestand bereits eine Scheune und ein
Wohngebäude, welche das Heimwesen W. bildeten. Nach dem Erwerb durch
Y wurde die alte Scheune aufgrund ihres unbefriedigenden Zustandes durch
einen Neubau ersetzt. In diesem befindet sich seit dem Frühjahr 1990 der
Viehbestand. Das bestehende Wohnhaus wurde um- respektive unter Einbezug
der alten Scheune ausgebaut und im Frühjahr 1991 bezogen. Unbestritten
ist, dass die auf dem Heimwesen W. liegenden Gebäude während längerer
Zeit, wenn auch mit Unterbrüchen (...), als selbständige Betriebseinheit
landwirtschaftlich genutzt worden sind. Die Beschwerdeführer bringen selber
vor, dass die alte Scheune für «eine weitere landwirtschaftliche Nutzung»
nicht mehr brauchbar gewesen sei. Y erwarb demnach ein bereits bestehendes
Heimwesen. Bei solchem Sachverhalt kann nicht von einer «Neusiedlung»
gesprochen werden. Dabei ist unbeachtlich, ob die vorhandenen Gebäude dem
Erwerber zur landwirtschaftlichen Produktion noch zweckmässig erschienen
oder ob das Heimwesen für eine relativ kurze Zeit nicht selbständig genutzt
worden ist. Aber auch von einer «Neuaufnahme der Lieferung» kann nicht
ausgegangen werden, da bereits früher der alte Stall der Milchviehhaltung
diente und auf dem Heimwesen die Milchproduktion erfolgte. Dass ein
entsprechendes Lieferverhältnis des Heimwesens W. in eine Sammelstelle

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http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_115_Ib_51&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_117_Ib_166&resolve=1
http://jumpcgi.bger.ch/cgi-bin/JumpCGI?id=BGE_115_Ib_50&resolve=1

bestand - sei es nun die Sammelstelle A., B. oder C. - wird jedenfalls von keiner
Partei bestritten. Entgegen der Meinung des Beschwerdeführers hat der Bezug
eines neuen Ökonomiegebäudes, welches ein paar Meter neben dem alten
Stall errichtet worden ist, keine «Neuaufnahme der Lieferung» im Sinne
von Art. 5 Abs. 1 Milchbeschluss zur Folge, denn die Milchlieferung erfolgt ja
praktisch vom gleichen Produktionsstandort aus wie bisher (Urteil Z. gegen
St., a. a. O., E. 3.b). Mit der Behauptung, die Scheune sei «im freien Gelände»
errichtet worden, verkennen die Beschwerdeführer überdies die Bedeutung
dieser Formulierung gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung (vgl. E. 6.1.).
Schliesslich vermögen die Beschwerdeführer aus ihrem Einwand, «Y habe W.
eindeutig in Reinvestition aus dem Verkauf von in der Bauzone gelegenem
landwirtschaftlich genutztem Land des Stammbetriebes D. erworben», nichts
zu ihren Gunsten abzuleiten.

7. Kann demnach nicht von einer «Neuaufnahme der Lieferung» im Sinne von
Art. 5 Abs. 1 Milchbeschluss ausgegangen werden, ist zu bestimmen, welche
Sammelstelle angestammte des Betriebes W. ist.

7.1./7.2. (...)

7.3. Zweifellos kann festgehalten werden, dass bis 1963 die Käserei C. als
angestammte Sammelstelle des zu jener Zeit selbständig geführten Betriebes
W. zu betrachten war. Offenbar im Einverständnis mit den Beteiligten erfolgte
1963 ein Wechsel der Sammelstelle. Die Verkehrsmilch wurde seither in die
Käserei A. eingeliefert respektive ab Hof abgeholt.

Mit der zustande gekommenen Vereinbarung über den Sammelstellenwechsel
verzichtete der seinerzeitige Produzent auf die bisher für seine
Verkehrsmilcheinlieferung angestammte Sammelstelle und deren Inhaber
anerkannte das neue Einlieferungsverhältnis. Die von 1963 an für das
Einlieferungsverhältnis massgebende Käserei A. trat damit an die Stelle
der bisher als angestammt geltenden Sammelstelle C. und ist als deren
Nachfolger zu betrachten. Da Art. 5 Abs. 4 Milchbeschluss keine dem Abs. 1
der genannten Bestimmung widersprechende Ordnung zu schaffen vermag,
ist im vorliegenden Fall die neu für die Einlieferung zuständige Sammelstelle
A. einer angestammten Sammelstelle gleichzusetzen. Wird das Heimwesen
veräussert, so übernimmt der Erwerber dieses Einlieferungsverhältnis und ist,
vorausgesetzt, es erfolgt eine selbständige Bewirtschaftung, daran gebunden.
Die Einlieferung in eine andere Sammelstelle ist in der Regel nur im Rahmen
eines erneuten Wechsels der Sammelstelle (Art. 5 Abs. 4 Milchbeschluss)
denkbar.

Demzufolge ist zumindest für die Zeit von 1963 bis Anfang der 70er Jahre
die Käserei A. als angestammte Sammelstelle des Betriebes W. zu betrachten.
Aus welchen Gründen der Wechsel erfolgt ist, bleibt entgegen der Meinung
der Beschwerdeführer für die Frage nach dem angestammten Verhältnis
unbeachtlich. Die Frage, in welcher Sammelstelle die Einlieferungen dann
bis Mitte der 70er Jahre erfolgten, erhellen die Akten nicht, liegen doch
widersprüchliche Aussagen hierüber vor. Dies kann jedoch offen bleiben,
denn unabhängig davon, ob die Pächter die Liegenschaft in jener Zeit
als Zupacht oder als selbständige Betriebseinheit bewirtschaftet haben,
erfolgten zumindest seit der Rücknahme zur Selbstbewirtschaftung durch
den Eigentümer Mitte der 70er Jahre die Einlieferungen in der Sammelstelle A.
Diese ist demnach (weiterhin oder erneut) als angestammte Sammelstelle zu

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betrachten. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre bis zum 1. April 1988 wurde
der Betrieb W. erneut verpachtet. Gemäss Darstellungen des Bundesamtes
bewirtschaftete der Pächter W. zusammen mit seinem elterlichen Betrieb
als Zupacht. Dies ist von den Beschwerdeführern nicht in Abrede gestellt
worden. Ihr Einwand in der Replik, die Ausführungen des Bundesamtes und
des Beschwerdegegners X werden generell bestritten, vermag jedenfalls der
diesbezüglichen Feststellung nichts Substantiiertes entgegenzuhalten. Erfolgte
die Bewirtschaftung von W. demnach als Zupacht, so wurde dadurch - selbst
wenn die Einlieferungen in der Käserei C. erfolgten - kein angestammtes
Sammelstellenverhältnis begründet. Denn mit dem Begriff «angestammt»
wird eine Verbindung mit dem Heimwesen des Milchproduzenten und
der Sammelstelle umschrieben und nicht eine solche zwischen dem
milchwirtschaftlich genutzten Land und der Sammelstelle (unveröffentlichtes
Urteil des BGer vom 21. November 1986 i. S. K., E. 4.b). Dasselbe gilt für die
Zeit von 1988 bis 1991. Die Bewirtschaftung der Liegenschaft W. durch Y vom
ehemaligen Betrieb D. aus mit angestammter Sammelstelle B. vermochte
kein angestammtes Sammelstellenverhältnis zum damals nicht selbständig
geführten Betrieb W. zu begründen.

7.4. Mit demWechsel der zuständigen Sammelstelle des Betriebes W. im
Jahre 1963 wurde aufgrund des Gesagten die Käserei A. angestammte
Sammelstelle. Von «einem bloss faktischen Einlieferungsverhältnis» kann
entgegen der Meinung der Beschwerdeführer keine Rede sein. Dass seither
diese Liegenschaft zeitweise verpachtet und zumindest teilweise vom Betrieb
des Pächters aus bewirtschaftet worden ist, vermag am angestammten
Verhältnis nichts zu ändern. Eine Änderung wäre lediglich dann denkbar,
wenn kumulativ eine selbständige Bewirtschaftung von W. und ein erneuter
Wechsel der Sammelstelle stattgefunden hätte. Dies wird jedoch von
keiner Partei behauptet, entsprechende Anhaltspunkte sind aus den Akten
auch nicht ersichtlich. Im weiteren kann nach Ende der Zupacht eines
Heimwesens dessen angestammtes Lieferverhältnis wieder aufleben, falls
eine selbständige Bewirtschaftung erfolgt. Andernfalls müsste nach Ende der
Zupacht und erneuter selbständiger Bewirtschaftung des Betriebes jeweils
die nächstgelegene Sammelstelle neu bestimmt werden. Dies widerspräche
aber dem Grundsatz von Art. 5 Abs. 1 Milchbeschluss. Denn mit der darin
genannten Zuteilungsvorschrift soll unter anderem das herkömmliche
Gleichgewicht zwischen den Sammelstellen gewahrt werden, unabhängig
davon, ob die «angestammte» Sammelstelle die «nächstgelegene» ist oder
nicht (Urteil i. S. Z. gegen St., a. a. O., E. 3.c). Diese Regel würde aber aus den
Angeln gehoben, wenn nach dem Ende jeder Zupacht auch eine Neuzuteilung
vorgenommen werden müsste.

Es ist demnach davon auszugehen, dass die Käserei A. als angestammte
Sammelstelle des Betriebes W. zu betrachten ist und der Produzent Y die
Gesamtheit seiner Verkehrsmilch dort einzuliefern hat.

8. Soweit die Beschwerdeführer einwenden, einer Einlieferung der
gesamten Verkehrsmilch in die angestammte Sammelstelle A. ständen
Jaucheabnahmeverträge mit den Käsereien B. und C. entgegen, gehen sie
fehl. Denn bei solchen Vereinbarungen handelt es sich um privatrechtliche
Verträge. Diese vermögen aber die vom öffentlichen Recht zwingend
vorgeschriebenen Einlieferungspflichten gemäss Art. 5 Abs. 1 Milchbeschluss

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nicht ausser Kraft zu setzen. Auch sind sie als Zuteilungskriterien bei
der Abklärung der angestammten oder nächstgelegenen Sammelstelle
unbeachtlich.

Das Gesagte gilt ebenfalls für den Einwand, Y sei gemäss einer Vereinbarung
mit der Erbengemeinschaft Z., welche ihm eine Parzelle verpachtet habe,
verpflichtet, den entsprechenden Milchanteil in die Käserei B. einzuliefern,
ansonsten müsse er mit der Pachtauflösung rechnen, was aber die Existenz
seines Betriebes gefährden würde. Auch Verpächter oder Sammelstelle
vermögen nicht die durch das öffentliche Recht zwingend geregelten
Ablieferungspflichten der Produzenten in die angestammte Sammelstelle
(Art. 5 Abs. 1 Milchbeschluss) durch einen abweichenden Ablieferungsmodus
zu ersetzen (Urteil K. vom 21. November 1986, a. a. O., E. 6.d). Dies ist
lediglich im Einverständnis mit den betroffenen Sammelstellen (Art. 5 Abs. 4
Milchbeschluss) denkbar. (...)

9. Die Beschwerdeführer machen schlussendlich geltend, die Käserei A.
verfüge gar nicht über genügend Verarbeitungskapazitäten, um die zusätzliche
Menge des Heimwesens W. aufzunehmen. Y habe aber ein berechtigtes
Interesse daran, dass er seine Milch dort einliefern könne, wo ihm neben
dem garantierten Milchpreis auch dank hochwertiger Verkäsung eine
höhere Käseprämie garantiert werde. Teils werden damit subjektive Motive
angesprochen, welche bei der Zuteilungsfrage unbeachtlich sind (BGE 117 Ib
162 E. 6b). Angesprochen wird aber auch die prioritätsgerechte Verwertung
der Verkehrsmilch. Wie das Bundesgericht hierzu ausführte, ist diese für sich
allein kein Entscheidkriterium für die Zuweisung an eine Sammelstelle. Zu
prüfen ist nur, ob im Einzelfall konkrete, zwingende Betriebsbedürfnisse
vorliegen, und ob aufgrund derselben die unmittelbaren Interessen
prioritätsgerechter Verwertung ein Abweichen von den gesetzlichen Kriterien
(angestammte oder nächstgelegene Sammelstelle) rechtfertigen oder gebieten
(BGE 117 Ib 162 E. 5c und d). Solche zwingende Bedürfnisse liegen etwa
vor, wenn die unberücksichtigt gebliebene Sammelstelle dringend auf die
Verkehrsmilch des Produzenten angewiesen wäre, weil ohne diese Milch
die bisherige prioritäre Verwertung beziehungsweise die Existenz der diese
gewährleistenden Sammelstelle unmittelbar gefährdet wäre (BGE 117 Ib 162
E. 5c). Solche Gründe werden aber von den Beschwerdeführern nicht geltend
gemacht. Sie bringen lediglich vor, die Kapazitäten bei der Sammelstelle
A. seien nicht ausreichend. Abgesehen davon fehlt ihrer diesbezüglichen
Behauptung die Begründetheit. Gemäss Ausführungen des Bundesamtes
hätten eigene Abklärungen eine ausreichende Kapazität ergeben, was von X
mit Schreiben vom 19. September 1992 bestätigt worden ist. Im übrigen erfüllt
der Inhaber einer Sammelstelle eine öffentlich-rechtliche Aufgabe. Er ist
verpflichtet, sämtliche im Einzugsgebiet seiner Sammelstelle produzierte
Verkehrsmilch, die den Qualitätsvorschriften entspricht, abzunehmen
(Art. 6 Abs. 1 Milchbeschluss). Sollte er dieser und anderen aufgrund der
öffentlichen Ordnung ihm auferlegten Pflichten nicht nachkommen, so haben
die zuständigen Kontrollstellen einzugreifen.

(...)

(Die Rekurskommission EVD weist die Beschwerde ab)

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JAAC 59.107 - Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 22.

Juli 1994 in Sachen Y und Z. gegen X und V. sowie Bundesamt für Landwirtschaft, 93/6K-

003; bestätigt durch das BGer mit Urteil vom 19. Juni 1995, 2A.309/1994/bnm

In Verwaltungspraxis der Bundesbehörden
Dans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération
In Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr 1995
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Band 59
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	Auszug aus dem Beschwerdeentscheid der Rekurskommission EVD vom 22. Juli 1994 in Sachen Y und Z. gegen X und V. sowie Bundesamt für Landwirtschaft, 93/6K-003; bestätigt durch das BGer mit Urteil vom 19. Juni 1995, 2A.309/1994/bnm
	Aus dem Sachverhalt:
	Aus den Erwägungen: