# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7995320-d38f-528c-b784-402a65bc4e56
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-11-08
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 08.11.2021 E-2309/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2309-2021_2021-11-08.pdf

## Full Text

9  B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2309/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  8 .  N o v e m b e r  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter David R. Wenger (Vorsitz), 

Richter Daniele Cattaneo, Richterin Christa Luterbacher,    

Gerichtsschreiberin Anja Hasler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch Veronica Chindamo, HEKS Rechtsschutz 

Bundesasylzentren Nordwestschweiz, 

(…),  

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 16. April 2021 / N (…). 

 

 

 

E-2309/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 8. Februar 2021 in der Schweiz um 

Asyl. Die Personalienaufnahme fand am 16. Februar 2021 statt. Anlässlich 

der Befragung vom 24. März 2021 und der Anhörung vom 7. April 2021 

machte er im Wesentlichen geltend, er sei afghanischer Staatsangehöriger 

tadschikischer Ethnie und im Distrikt B._______ in der Provinz C._______ 

geboren. Als er zwei Jahre alt gewesen sei, sei die gesamte Familie väter-

licherseits wegen Problemen mit der Familie der Mutter ins Dorf D._______ 

im Distrikt E._______ in der Provinz F._______ gezogen. Dort habe er bis 

zu seiner Ausreise aus Afghanistan mit seinen Eltern und den zwei jünge-

ren Brüdern in einem gemeinsamen Haushalt gewohnt. Er habe 12 Jahre 

lang die Schule besucht und seit 2018/2019 Mädchen und Jungen in sei-

nem Heimatdorf D._______ in einer neu gegründeten Privatschule unter-

richtet. Ungefähr im (…) habe die Schule einen Drohbrief der Gruppierung 

«Islamisches Emirat», also von den Taliban, erhalten. Im Brief habe sein 

Name, der des Schulleiters und die der (…) anderen Lehrer gestanden. 

Ihnen sei vorgeworfen worden, gegen die Regeln des Islamischen Emirats 

gehandelt zu haben, weswegen sie gesteinigt werden müssten. Insbeson-

dere am Abend und in der Nacht hätten die Taliban geherrscht. Tagsüber 

sei die Macht bei den Behörden gewesen. Die Lehrer und der Schulleiter 

hätten den Vorfall auf der Polizeistation gemeldet und ein Untersu-

chungsteam habe die Schule untersucht. Der Schulleiter habe die Schule 

nach dem Vorfall für einige Tage geschlossen. In diesen Tagen sei nichts 

Spezielles geschehen, aber ungefähr zwei Tage nach der erneuten Auf-

nahme des Schulbetriebs habe die Schule wieder einen Drohbrief erhalten. 

Der Schulleiter und die Lehrer seien erneut zur Polizei gegangen. Nach-

dem der Beschwerdeführer am Abend mit seinem Vater gesprochen habe, 

habe dieser ihn zum Grossvater gebracht. Sein Vater habe vom Dorfvor-

steher erfahren, dass die Schule von den Taliban bedroht worden sei und 

diese am nächsten Tag die Schule in Brand stecken wollten. Der Be-

schwerdeführer sei deshalb nicht zur Schule gegangen. Am nächsten Tag 

sei sie angezündet worden und die Taliban hätten den Beschwerdeführer, 

den Schulleiter und die anderen Lehrer gesucht, um sie zu bestrafen. Sein 

Vater und sein Grossvater hätten ihm mitgeteilt, er solle das Land verlas-

sen und hätten seine Ausreise organisiert. Eines Abends sei ein Auto zum 

Grossvater gekommen und habe den Beschwerdeführer abgeholt. Er habe 

später von seinem Vater erfahren, dass das Haus des Schulleiters nach 

seiner Ausreise aus Afghanistan von bewaffneten Personen angegriffen 

worden sei. 

E-2309/2021 

Seite 3 

Der Beschwerdeführer sei über Pakistan, Iran und die Türkei nach Grie-

chenland gelangt. Dort habe er Kontakt zum Christentum gehabt und sei 

ungefähr Anfang 2020 auf der Insel G._______ von einem (…) Pfarrer ge-

tauft worden. Er habe danach ungefähr (…) Monate lang als freiwilliger 

Helfer bei einer christlichen Organisation gearbeitet. Als seine Familie von 

der Konversion erfahren habe, habe diese sehr negativ reagiert und mitge-

teilt, dass er eine Schande für die ganze Familie sei. Er müsse hart bestraft 

und gemäss dem Koran gesteinigt werden. Danach habe er keinen Kontakt 

mehr zu ihnen gehabt. Im (…) 2021 sei ihm die Weiterreise über Italien und 

Frankreich in die Schweiz gelungen. In der Schweiz nehme er an Gebets-

programmen auf Facebook und über Zoom teil. Weiter besuche er religiöse 

Zeremonien sowie Klassen und lese die Bibel. 

Der Beschwerdeführer reichte seine Tazkira im Original, sowie ein Video 

seiner Taufe, zwei Fotos der Taufe einer nicht identifizierbaren Person, drei 

Fotos von Dokumenten seiner Tätigkeit für die «(…)» (datiert auf den 

24. Februar 2020), einen Röntgenbefund seines Thorax vom 10. Februar 

2021, zwei Fotos von Quittungen der griechischen Post (datiert auf den 

30. März 2021) und ein medizinisches Datenblatt für interne Arztbesuche 

im Bundesasylzentrum (BAZ) mit Einträgen vom 2. und 30. März 2021 ein. 

B.  

Das SEM gewährte dem Beschwerdeführer am 14. April 2021 das rechtli-

che Gehör zum Entscheidentwurf. Gleichentags erfolgte die schriftliche 

Stellungnahme. 

C.  

Mit Verfügung vom 16. April 2021 (gleichentags eröffnet) stellte das SEM 

fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte 

das Asylgesuch ab und verfügte die Wegweisung aus der Schweiz. Den 

Wegweisungsvollzug schob es wegen Unzumutbarkeit zu Gunsten einer 

vorläufigen Aufnahme auf. 

D.  

Mit Eingabe vom 17. Mai 2021 erhob der Beschwerdeführer beim Bundes-

verwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragt, die Verfügung des SEM sei 

bezüglich der Ziffern 1-3 aufzuheben und er sei als Flüchtling anzuerken-

nen und ihm sei Asyl zu gewähren. Eventualiter sei er als Flüchtling vor-

läufig aufzunehmen. Subeventualiter seien die Ziffern 1-3 der Verfügung 

des SEM aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

E-2309/2021 

Seite 4 

zurückzuweisen. In prozessualer Hinsicht sei ihm die unentgeltliche Pro-

zessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

zu verzichten. 

Der Beschwerde lagen die Vertretungsvollmacht sowie eine Schnellrecher-

che der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) bei. 

E.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. Mai 2021 hiess der Instruktionsrichter das 

Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung gut, verzich-

tete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und gab der Vorinstanz 

Gelegenheit zur Einreichung einer Vernehmlassung. 

F.  

Am 21. Juni 2021 reichte die Vorinstanz eine Vernehmlassung ein.  

G.  

Mit Replik vom 15. Juli 2021 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur Ver-

nehmlassung. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG). Der Beschwerde-

führer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerdeführung legitimiert 

(Art. 48 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

einzutreten (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde in Asylsachen kann die Verletzung von Bundesrecht 

(einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die 

unrichtige und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Der Wegweisungsvollzug wurde zugunsten der vorläufigen Aufnahme 

aufgeschoben und bildet deshalb nicht Gegenstand des Beschwerdever-

fahrens. 

E-2309/2021 

Seite 5 

3.  

3.1 In der Beschwerde wird implizit eine unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts gerügt. Diese formelle Rüge ist vorab zu 

beurteilen, da sie allenfalls geeignet sein könnte, eine Kassation der vor-

instanzlichen Verfügung zu bewirken. 

3.2 Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von Amtes 

wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter Buchstaben a–e aufge-

listeten Beweismittel. Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an 

der Mitwirkungspflicht der Asylsuchenden (Art. 8 AsylG; Art. 13 VwVG). 

Dazu gehört unter anderem, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzu-

wirken und in der Anhörung die Asylgründe darzulegen (vgl. BVGE 2011/28 

E. 3.4). 

Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der Verfügung ein falscher 

und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird oder Beweise falsch 

gewürdigt worden sind; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Ent-

scheid rechtswesentlichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. 

KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl. 2013, Rz. 1043). 

3.3 Der Beschwerdeführer moniert, die Vorinstanz habe es in ihrer Verfü-

gung unterlassen, weitere Abklärungen zu seiner Tätigkeit als Lehrer und 

der geltend gemachten Verfolgung durch die Taliban zu treffen. 

Die Vorinstanz beurteilte die Aussagen des Beschwerdeführers zu der gel-

tend gemachten Verfolgung durch die Taliban als unglaubhaft, was nicht zu 

beanstanden ist (E. 5.5 weiter unten). Eine weitergehende Abklärung hat 

sie somit als nicht notwendig erachtet. Diesbezüglich liegt keine Verletzung 

der Pflicht zur vollständigen Feststellung des rechtserheblichen Sachver-

halts vor. 

3.4 Die formelle Rüge erweist sich angesichts dieser Sachlage als unbe-

gründet, weshalb keine Veranlassung besteht, die Sache aus formellen 

Gründen aufzuheben und an die Vorinstanz zurückzuweisen. Das diesbe-

zügliche Rechtsbegehren ist somit abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

E-2309/2021 

Seite 6 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Flüchtlingen wird nach Art. 54 AsylG kein Asyl gewährt, wenn sie erst 

durch ihre Ausreise aus dem Heimat- oder Herkunftsstaat oder wegen ih-

res Verhaltens nach der Ausreise Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG 

wurden (subjektive Nachfluchtgründe). 

4.3 Die Flüchtlingseigenschaft muss nachweisen oder zumindest glaubhaft 

machen, wer um Asyl nachsucht (Art. 7 Abs. 1 AsylG). Gleiches gilt für die 

Person, die subjektive Nachfluchtgründe geltend macht. Glaubhaft ge-

macht ist die Flüchtlingseigenschaft, wenn die Behörde ihr Vorhandensein 

mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für gegeben hält. Unglaubhaft sind 

insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet 

oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder 

massgeblich auf gefälschte oder verfälschte Beweismittel abgestützt wer-

den (Art. 7 Abs. 2 und 3 AsylG). Das Bundesverwaltungsgericht hat die 

Anforderungen an das Glaubhaftmachen der Vorbringen in einem publi-

zierten Entscheid dargelegt und folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann 

hier verwiesen werden (BVGE 2015/3 E. 6.5.1). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz hält in der angefochtenen Verfügung fest, dass der Be-

schwerdeführer den Erhalt der Drohbriefe vom Islamischen Emirat bezie-

hungsweise der Taliban und die daraus resultierende geltend gemachte 

Verfolgung nicht glaubhaft machen konnte. Sie führt hierzu im Wesentli-

chen aus, seine Schilderungen seien inhaltlich ohne Tiefe ausgefallen und 

die einzelnen Ereignisse habe er lediglich oberflächlich und wenig lebendig 

erläutert, sodass kein persönlicher Erlebnisbezug spürbar sei. Seine Er-

zählungen seien durch eine kontinuierliche, strukturierte und meist strikt 

chronologische Erzählweise gekennzeichnet. Sie enthielten zwar einzelne 

Realkennzeichen, insgesamt wiesen sie jedoch eindeutig nicht die Qualität 

auf, welche von einer Person mit seinen individuellen Fähigkeiten zu er-

warten gewesen wäre, hätte er das Ereignis unter den geltend gemachten 

Umständen tatsächlich erlebt. Es fehle insbesondere an einem quantitati-

ven Detailreichtum, der dynamischen Schilderung von sozialer Interaktion 

und Gesprächen sowie von inhaltlichen Besonderheiten. Seine Erzähl-

weise habe sich jedoch merklich geändert, als er über seine Reise von 

E-2309/2021 

Seite 7 

Afghanistan bis nach Griechenland berichtet habe. Es fänden sich in sei-

nen Aussagen augenfällig mehr Details sowie etwas mehr Realkennzei-

chen. Im Übrigen seien gewisse Schilderungen unplausibel und es fänden 

sich in ihnen widersprüchliche Angaben zum Erhalt des Drohbriefes, zur 

Abgabe von Fingerabdrücken bei der polizeilichen Untersuchung sowie 

zum Ausreisezeitpunkt. Eine Gesamtwürdigung ergebe, dass seine Vor-

bringen die Anforderungen an die Glaubhaftmachung gemäss Art. 7 AsylG 

nicht zu erfüllen vermögen. 

5.2 Der Beschwerdeführer macht im Wesentlichen geltend, es sei nicht 

nachvollziehbar, wie die Vorinstanz zum Schluss komme, er habe die Ver-

folgung durch die Taliban nicht glaubhaft machen können. Bei seinen Aus-

führungen zeigten sich immer wieder eindeutige Realkennzeichen, welche 

für das tatsächliche Erleben sprächen. So habe er beispielsweise Gesprä-

che wiedergegeben und seine Erzählungen seien nicht frei von persönli-

chen Eindrücken oder Empfinden. Die Geschehnisse habe er sehr umfang-

reich geschildert. Aufgrund seiner Nervosität sei es verständlich, dass er 

teilweise Schwierigkeiten gehabt habe, das Erlebte in Worte zu fassen oder 

sich an alles zu erinnern. Im Übrigen habe er die vermeintlichen Wider-

sprüche zum Erhalt der Drohbriefe, zum Ausreisezeitpunkt und zu den Er-

eignissen auf dem Polizeiposten auflösen können. Eine Schnellrecherche 

der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zeige auf, dass die Region F._______ 

eine unbeständige und umstrittene Provinz sei und weite Gebiete unter der 

Kontrolle der Taliban seien. Es würden dokumentierte Fälle von Angriffen 

und Drohungen durch die Taliban und andere Extremisten gegen Schulbe-

amte, Lehrer und Schüler existieren (SFH, Afghanistan: Lehrkräfte, Sicher-

heitslage in F._______, 10.05.2021). Diese Tatsache sowie die Beschaf-

fung der Tazkira und damit die Einhaltung der Mitwirkungspflicht müssten 

bei der Glaubhaftigkeitsprüfung berücksichtigt werden und seien als 

Glaubhaftigkeitsindiz zugunsten des Beschwerdeführers zu werten (Urteil 

des BVGer E-1022/2008 vom 27. März 2021 E. 2.2). Die Vorinstanz habe 

nicht alle für den Beschwerdeführer sprechenden Glaubhaftigkeitsindizien 

berücksichtigt und die gegen die Glaubhaftigkeit sprechenden Punkte un-

verhältnismässig zu seinen Ungunsten gewürdigt. Er habe in allen Glaub-

haftigkeitsindizien überzeugen können und seine Aussagen seien daher 

insgesamt als glaubhaft anzusehen, weshalb ihm die Flüchtlingseigen-

schaft im Sinne von Art. 3 AsylG zuzuerkennen sei. 

5.3 Die Vorinstanz führt in ihrer Vernehmlassung aus, die schlechte allge-

meine Sicherheitslage in der Provinz F._______ sei in ihrer Verfügung da-

E-2309/2021 

Seite 8 

hingehend gewürdigt worden, dass der Vollzug der Wegweisung des Be-

schwerdeführers in seine Heimat als unzumutbar erachtet worden sei. Al-

leine aufgrund der Tatsache, dass Schulen, Lehrkräfte, Schüler und Schü-

lerinnen in Afghanistan in das Visier der Taliban geraten könnten, würden 

sich die Vorbringen des Beschwerdeführers nicht als glaubhaft erweisen. 

Im Weiteren verweist sie auf die Erwägungen in ihrer Verfügung und wie-

derholt diese teilweise. 

5.4 In seiner Replik macht der Beschwerdeführer zusätzlich geltend, der 

Bericht der SFH (SFH, a.a.O.) beziehe sich nicht nur auf die allgemeine 

Sicherheitslage in Afghanistan, sondern zeige vielmehr die besondere Be-

drohungslage der Lehrer auf. Dies verleihe seinen Aussagen Plausibilität 

und die geltend gemachte Verfolgung durch die Taliban sei daher nicht re-

alitätsfremd, sondern glaubhaft. 

5.5  

5.5.1 Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist in Übereinstimmung 

mit der Vorinstanz festzustellen, dass die Schilderungen des Beschwerde-

führers zur geltend gemachten Bedrohungslage durch die Taliban den An-

forderungen an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG nicht standzu-

halten vermögen. 

5.5.2 Vorab ist zu erwähnen, dass die Vorinstanz eine ausführliche und 

umfassende Glaubhaftigkeitsprüfung der Aussagen des Beschwerdefüh-

rers vorgenommen hat und sie – entgegen seiner Ansicht – insbesondere 

auch die für ihn sprechenden Glaubhaftigkeitsindizien in ihrer Abwägung 

berücksichtigt hat. Die gegen die Glaubhaftigkeit sprechenden Indizien hat 

sie zudem nicht unverhältnismässig zu seinen Ungunsten gewürdigt. Die 

Schilderungen des Beschwerdeführers hinterlassen gesamthaft einen un-

substantiierten und stereotypen Eindruck, obwohl sein erster freier Bericht 

durchaus ausführlich ausfiel und gewisse Realkennzeichen enthält (SEM-

Akte A24 F92). Namentlich konnte er aber beispielsweise trotz mehrfacher 

Aufforderung den Moment, als er und die weiteren Lehrer vom Schulleiter 

über den Erhalt des Drohbriefs informiert worden seien, nicht ausführlich 

beschreiben. Seine Ausführungen deckten sich zudem überwiegend mit 

denen anlässlich seines freien Berichts (SEM-Akte A27 F37 f.). Würde er 

über ein erlebnisbasiertes Ereignis erzählen, wäre von ihm zu erwarten ge-

wesen, dass seine Ausführungen auf Nachfrage weitere Details enthalten 

und sich nicht weitgehend auf Wiederholungen beschränken. Auch als er 

mehrmals konkret gefragt wurde, was in ihm vorgegangen sei, als er vom 

Drohbrief erfahren habe, blieben seine Schilderungen weiterhin vage und 

E-2309/2021 

Seite 9 

enthielten kaum persönliche Eindrücke (SEM-Akte A27 F39 f.). Dasselbe 

Bild zeigt sich in der weiteren, ausführlichen Anhörung (SEM-Akte A27 

F42 ff.). Indem er den Sachverhalt trotz zahlreicher, verschiedener offener 

Fragen – sowohl in der Chronologie als auch in der Tiefe – jeweils fast 

vollständig gleich vorbringt, entsteht beim Durchlesen der Protokolle der 

Eindruck, dass kein persönlicher Erlebnisbezug vorhanden ist. Das Aus-

wendiglernen und Vortragen eines solch komplexen Sachverhalts ohne 

nennenswerte Widersprüche (E. 5.5.3 unten) setzt eine hohe kognitive 

Leistung voraus. Der Beschwerdeführer hat 12 Jahre lang die Schule be-

sucht und ist eine gebildete Person, weshalb davon auszugehen ist, dass 

er dazu durchaus im Stande ist, zumal die Befragung und die Anhörung 

auch nur zwei Wochen auseinanderliegen. Wie die Vorinstanz richtiger-

weise festhält, weisen seine Aussagen nicht die Qualität auf, die zu erwar-

ten wäre, würde eine Person mit seinem Bildungsstand ein erlebnisbasier-

tes Ereignis schildern. Seine Ausführungen zu seiner Ausreise von der Tür-

kei bis nach Griechenland und weiter zeugen davon, dass er zu substanti-

ierteren und differenzierteren Aussagen fähig ist (SEM-Akte A24 F92, A27 

F36). 

5.5.3 Die Vorinstanz wertete die unterschiedlichen Angaben des Be-

schwerdeführers zum Erhalt des Drohbriefs als Widerspruch in seinen Aus-

sagen, welche für die Unglaubhaftigkeit seiner Schilderungen sprächen. 

Der Vorinstanz ist beizupflichten, dass der Beschwerdeführer in seiner Be-

fragung im freien Bericht explizit erwähnte, dass er den Drohbrief erhalten 

habe (SEM-Akte A24 F92, zweiter Abschnitt), später jedoch angab, der 

Brief sei an den Leiter der Schule geschickt worden (SEM-Akte A24 F92, 

dritter Abschnitt). Er habe die Drohbriefe nicht persönlich erhalten (SEM-

Akte A24 F92, sechster Abschnitt). In der Anhörung sagte er dann, der 

Schulleiter habe erzählt, der Brief sei in die Schule geworfen worden (SEM-

Akte A27 F38). Das Gericht ist mit dem Beschwerdeführer jedoch einig, 

dass diese unterschiedlichen Aussagen durchaus auch als Ergänzungen 

und Präzisierungen qualifiziert werden können. Seine weitestgehend sub-

stanzlosen, undifferenzierten und sich – auch auf Nachfrage – oft überra-

schend gleich wiederholenden Schilderungen sprechen indes schon für 

sich alleine für die Unglaubhaftigkeit seines Vorbringens. Das Gericht ver-

zichtet deshalb darauf, die von der Vorinstanz geltend gemachten und vom 

Beschwerdeführer bestrittenen weiteren Widersprüche einer Überprüfung 

zu unterziehen. 

5.5.4 Zu erwähnen bleibt, dass die Vorinstanz entgegen der Ansicht des 

Beschwerdeführers nicht geltend macht, der Bericht der SFH (SFH, a.a.O.) 

E-2309/2021 

Seite 10 

beziehe sich nur auf die allgemeine Sicherheitslage in Afghanistan. Sie hält 

in ihrer Vernehmlassung richtigerweise fest, dass der Beschwerdeführer 

alleine aufgrund der Tatsache, dass er ins Visier der Taliban geraten könne, 

nicht ableiten kann, seine Vorbringen zu seiner Vorverfolgung in Afghanis-

tan seien glaubhaft. Er muss trotzdem eine gezielte Verfolgung glaubhaft 

machen können, was ihm jedoch nicht gelungen ist. Das Gericht weist den 

Beschwerdeführer zudem darauf hin, dass das Beschaffen der Tazkira und 

damit die Erfüllung der Mitwirkungspflicht zwar für die persönliche Glaub-

würdigkeit sprechen kann, aber bei der Glaubhaftigkeitsprüfung seiner gel-

tend gemachten Verfolgung kaum ins Gewicht fällt. Wie ausführlich von der 

Vorinstanz in ihrer Verfügung festgehalten und vom Gericht bestätigt, spre-

chen überwiegende Umstände gegen die vorgebrachte Sachverhaltsdar-

stellung. 

5.5.5 In der Summe betrachtet überwiegen die Unglaubhaftigkeitsele-

mente in den Aussagen des Beschwerdeführers hinsichtlich der geltend 

gemachten Bedrohungslage durch die Taliban, weshalb er keine Vorflucht-

gründe glaubhaft machen konnte. Die Beschwerdevorbringen sind nicht 

geeignet, zu einer von der Vorinstanz abweichenden Betrachtungsweise 

zu gelangen. 

6.  

6.1 Der Beschwerdeführer sei in Griechenland zum Christentum konver-

tiert. Er macht damit subjektive Nachfluchtgründe gemäss Art. 54 AsylG 

geltend. 

6.2 Die Vorinstanz hielt dazu im Wesentlichen fest, eine im Ausland erfolgte 

Konversion führe für sich alleine nicht automatisch zu einer flüchtlings-

rechtlich relevanten Verfolgung in Afghanistan. Eine asylsuchende Person 

müsse glaubhaft darlegen können, dass ihre Konversion in Afghanistan be-

kannt sei und ihr aus diesem Grund bei einer Rückkehr nach Afghanistan 

eine individuelle und gezielte Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG drohe. 

Sie müsse mit ihren Aussagen den Behörden glaubhaft machen können, 

dass sie sich aufgrund ihrer inneren Überzeugung von ihrer früheren Reli-

gion abgewendet und einer anderen zugewendet habe. Eine lediglich for-

melle Konversion beispielsweise durch die Taufe ohne Hinweise auf innere 

Überzeugung reiche für die Glaubhaftmachung in der Regel nicht aus. Die 

Aussagen des Beschwerdeführers zu seiner Motivation zur Konversion 

seien knapp, ohne Tiefe oder persönlichen Bezug ausgefallen. Eine tiefe 

innere Überzeugung, welche ihn dazu gebracht habe, vom Islam zum 

Christentum zu konvertieren, sei nicht ersichtlich. Er sei lediglich formell 

E-2309/2021 

Seite 11 

mit der Taufe konvertiert. Er sei nicht wirklich vom Islam abgefallen und 

lebe gemäss eigener Aussagen seinen christlichen Glauben in der Schweiz 

vorwiegend für sich im privaten Rahmen und nicht hauptsächlich öffentlich 

aus. Es sei deshalb nicht davon auszugehen, dass eine Nicht-Ausübung 

seines christlichen Glaubens in Afghanistan für ihn einen unerträglichen 

psychischen Druck bewirken würde. Aufgrund seiner teilweise wider-

sprüchlichen, unplausiblen, inkonsistenten und knappen Angaben dazu, 

wie seine Familie von seiner Konversion erfahren und darauf reagiert habe, 

beständen Zweifel an seiner Darstellung der Ereignisse. Seine Angaben 

sprächen zudem ebenfalls nicht dafür, dass er selber konkret und mit be-

achtlicher Wahrscheinlichkeit davon ausgehe, seitens seiner Familie ernst-

hafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes erwarten zu müssen. Dass 

seine Familie ihn eventuell nicht mehr bei sich aufnehmen wolle, stelle für 

sich alleine noch keinen ernsthaften Nachteil im Sinne des Asylgesetzes 

dar. Es sei deshalb nicht davon auszugehen, dass er bei einer Rückkehr 

nach Afghanistan aufgrund seiner Konversion mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft mit ernsthaften Nachteilen im 

Sinne des Asylgesetzes zu rechnen habe. 

6.3 Der Beschwerdeführer entgegnet dem in der Rechtsmitteleingabe, 

seine Schilderungen zum Religionswechsel seien durch viele Realkennzei-

chen geprägt. Seine Konversion sei kein rein formeller Akt, sondern würde 

einer tiefen inneren Überzeugung entspringen. Er beschäftige sich in der 

Schweiz weiterhin mit seinem Glauben und nehme an diversen Veranstal-

tungen teil. Seine Angst vor seiner religiösen Familie sei begründet. Selbst 

wenn sie sich seiner nicht selbst entledigen würde, sei die Wahrscheinlich-

keit sehr hoch, dass sie ihn an das umliegende Umfeld verrate oder eine 

Anzeige gegen ihn erstatte. Auch wenn sie nichts von seinem Religions-

wechsel wisse, könne von ihm nicht verlangt werden, sich bei einer Rück-

kehr in sein Heimatland seiner neu gefundenen Religion zu entledigen oder 

sie ein Leben lang zu verschweigen. Die Verheimlichung seines Glaubens 

würde einen enormen psychischen Druck bei ihm bewirken. Er würde sich 

in einem Umfeld bewegen, in dem er Gefahr laufe, jederzeit entdeckt, de-

nunziert und sanktioniert zu werden. Weil sein Heimatort in weiten Teilen 

unter der Kontrolle der Taliban sei, müsse er sich nicht nur vor einer kon-

servativen Gesellschaft fürchten, sondern auch vor einer Verfolgung durch 

die Taliban. 

6.4 Die Vorinstanz führt in der Vernehmlassung aus, hinsichtlich einer kon-

kreten Gefährdung bei einer Rückkehr nach Afghanistan aufgrund seiner 

Konversion vermöge der Bericht der SFH (SFH, a.a.O.) ihren Standpunkt 

E-2309/2021 

Seite 12 

nicht zu ändern. Auch gebe es keine Hinweise darauf, dass die afghani-

schen Behörden Kenntnis von seiner Konversion erlangt hätten. Im Übri-

gen verweist sie auf die Erwägungen in ihrer Verfügung und wiederholt 

diese teilweise. 

6.5 Der Beschwerdeführer verweist in seiner Replik vollumfänglich auf die 

Erklärungen in der Beschwerde. Die Vernehmlassung der Vorinstanz ent-

halte keine neuen Vorbringen, auf die nicht bereits in der Beschwerde-

schrift eingegangen worden sei. 

6.6  

6.6.1 Die Vorinstanz stellt richtig fest, dass eine lediglich formelle Konver-

sion ohne Hinweise auf die innere Überzeugung für deren Glaubhaftma-

chung in der Regel nicht ausreicht (vgl. Urteil des BVGer D-4952/2014 vom 

23. August 2017 E. 6.2 [als Referenzurteil publiziert]). Gemäss Rechtspre-

chung unterliegen konvertierte Christen dejure in Afghanistan keiner Kol-

lektivverfolgung, wobei jeweils eine individuelle Prüfung der Gefährdung im 

Einzelfall vorzunehmen ist (vgl. auch Urteil des BVGer E-6163/2020 vom 

23. Dezember 2020 E. 8.3 f.). 

6.6.2 Das Gericht geht mit der Vorinstanz einig, wonach keine Zweifel da-

ran bestehen, dass der Beschwerdeführer formell konvertiert ist und heute 

noch christliche Veranstaltungen besucht. Bei der Durchsicht der Akten fällt 

jedoch auf, dass es klar an einer substantiierten Darlegung der inneren 

Überzeugung beziehungsweise einer nachvollziehbaren Schilderung der-

selben fehlt. Daran vermögen auch die Ausführungen in der Beschwerde 

nichts zu ändern. Die Vorinstanz hat eine ausführliche und korrekte Glaub-

haftigkeitsprüfung der Aussagen des Beschwerdeführers vorgenommen. 

Seinen Schilderungen ist keine vertiefte Auseinandersetzung mit dem 

neuen christlichen Glauben zu entnehmen. So erzählte er in seinem freien 

Bericht, er habe auf der Insel G._______ keine Beschäftigung gehabt und 

sei deshalb mit ein paar anderen Jungen zu einem Ort namens H._______ 

gegangen, wo er religiösen Unterricht erhalten habe und über das Chris-

tentum gesprochen worden sei. Nach zwei oder drei Wochen sei sein Inte-

resse gegenüber dem Christentum geweckt worden und anfangs 2020 sei 

er getauft worden (SEM-Akte A27 F36). Im weiteren Verlauf der Anhörung 

wurde der Beschwerdeführer mehrmals konkret gebeten, darüber zu be-

richten, wie es zum Religionswechsel gekommen sei oder was ihn am 

christlichen Glauben überzeugt habe (SEM-Akte A27 F70, F72 f.). Auch 

hier schilderte er seinen inneren Konversionsprozess nicht differenziert, 

sondern wiederholte mehrmals, es habe den dunklen und den hellen Weg 

E-2309/2021 

Seite 13 

gegeben und er habe sich für den Weg des Lichtes entschieden, denn Je-

sus Christus sei wegen der Sünden der Menschheit gekreuzigt worden und 

in den Himmel gekommen. Darauf angesprochen, was für ihn der dunkle 

Weg oder die Kreuzigung Jesu bedeute, blieben seine Erklärungen vage, 

oberflächlich sowie die Religion beschreibend und lassen eine eigene Aus-

einandersetzung mit der Thematik vermissen (SEM-Akte A27 F74). Es ist 

nicht abzustreiten, dass der Beschwerdeführer einiges an Wissen über das 

Christentum vorweisen kann (SEM-Akte A27 F76 ff.). Sobald er jedoch auf-

gefordert wird, über seine persönliche Beziehung zum Christentum und 

den Grund für sein Zweifeln am Islam zu sprechen, bleiben seine Ausfüh-

rungen oberflächlich und lassen eine eigene differenzierte Ansicht vermis-

sen (SEM-Akte A27 F81, F84 f.). Dem Beschwerdeführer wurden viele of-

fene Fragen gestellt und ihm wurde dadurch mehrmals die Möglichkeit ge-

geben, sich ausführlich über seine Konversion zu äussern. Das Gericht ist 

mit der Vorinstanz einig, dass bei einem solch bedeutsamen Ereignis im 

Leben einer Person, die aus einer gläubigen schiitischen Familie stammt, 

bedeutend mehr Schilderungen zum Konversionsprozess sowie konkret zu 

Überlegungen, Gedanken und auch zum Zweifel beim Glaubenswechsel 

zu erwarten gewesen wären. Es war ihm deshalb nicht möglich, ein genu-

ines Interesse am Christentum sowie die Ernsthaftigkeit seiner Konversion 

glaubhaft zu machen, weshalb – entgegen der Ansicht des Beschwerde-

führers – auch nicht davon auszugehen ist, dass eine Nicht-Ausübung sei-

nes christlichen Glaubens in Afghanistan für ihn einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken würde. Das Gericht unterstützt die Vorinstanz 

weiter darin, dass seine Ausführungen dazu, wie sein Vater von seiner Kon-

version erfahren haben soll, aufgrund der unsubstantiierten und wider-

sprüchlichen Schilderungen unglaubhaft sind. So ist aufgrund seiner knap-

pen, vagen und wiederholenden Angaben nicht nachvollziehbar, weshalb 

seine Kollegen die Telefonnummer seines Vaters gehabt und diesen über 

die Taufe informiert haben sollen (SEM-Akte A27 F92, F94 ff.). Weiter er-

zählte er einerseits in der Befragung, er habe das letzte Mal vor acht Mo-

naten (ungefähr Ende August 2020) mit dem Vater Kontakt gehabt und sie 

hätten über dessen Wohlbefinden gesprochen (SEM-Akte A24 F36 f.). An-

dererseits gab er in der Anhörung an, ungefähr zwei oder drei Monate nach 

der Taufe letztmals mit seinem Vater telefoniert zu haben. Dabei habe die-

ser ihn wegen seiner Konversion zum Christentum bedroht (SEM-Akte A27 

F97 f.). Die Taufe habe ungefähr Ende 2019 (SEM-Akte A24 F87) bezie-

hungsweise anfangs 2020 (SEM-Akte A27 F36) stattgefunden. Er machte 

damit nicht nur widersprüchliche Angaben zum Zeitpunkt des letzten Kon-

takts, sondern auch zum Inhalt des letzten Telefonats. So erwähnte er in 

E-2309/2021 

Seite 14 

der Befragung den Konflikt wegen der Konversion anlässlich der Beschrei-

bung des Telefoninhalts mit keinem Wort. Auf den Widerspruch angespro-

chen, war es ihm nicht möglich, diesen zu erklären (SEM-Akte A27 F112 f.). 

Es bestehen damit erhebliche Zweifel am vorgetragenen Sachverhalt, wes-

halb er nicht glaubhaft machen konnte, dass ihm aufgrund seiner formellen 

Konversion seitens seiner Familie in Afghanistan mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft eine asylrelevante Verfolgung 

drohen würde. Den Akten sind zudem keine Hinweise zu entnehmen, dass 

die afghanischen Behörden oder die Taliban Kenntnisse von seiner formel-

len Konversion erhalten haben, weshalb auch nicht davon auszugehen ist, 

dass er von diesen eine asylrelevante Bedrohung zu befürchten hätte. 

6.6.3 Das Gericht geht mit der Vorinstanz einig, dass der Beschwerdefüh-

rer nicht glaubhaft machen konnte, seine Konversion entspreche seiner in-

neren Überzeugung oder seine Familie sei über diese informiert. Es ist da-

mit weder davon auszugehen, dass eine Nicht-Ausübung seines christli-

chen Glaubens bei einer allfälligen Rückkehr nach Afghanistan ihn einem 

unerträglichen psychischen Druck aussetzen würde noch, dass er seitens 

seiner Familie, der afghanischen Behörden oder der Taliban eine asylrele-

vante Verfolgung bei einer allfälligen Rückkehr nach Afghanistan zu be-

fürchten hätte. Daran ändern auch die aktuellen Ereignisse in Afghanistan 

nichts. Es liegen damit keine subjektiven Nachfluchtgründe vor. 

7.  

Der Beschwerdeführer konnte damit weder Vorfluchtgründe noch subjek-

tive Nachfluchtgründe im Sinne von Art. 7 AsylG glaubhaft machen. Die 

Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers damit zu 

Recht verneint und das Asylgesuch abgelehnt. 

8.  

Lehnt die Vorinstanz das Asylgesuch ab oder tritt sie darauf nicht ein, so 

verfügt sie in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an. Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrecht-

liche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer 

solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht angeordnet 

(vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

9.  

Der Beschwerdeführer wurde von der Vorinstanz mit Verfügung vom 

16. April 2021 wegen Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in der 

E-2309/2021 

Seite 15 

Schweiz vorläufig aufgenommen. Nachdem die Wegweisungsvollzugshin-

dernisse alternativer Natur sind (vgl. statt vieler BVGE 2011/7 E. 8 m.w.H.), 

sind die Zulässigkeit und die Möglichkeit des Vollzugs nicht mehr zu prüfen. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Da jedoch der Antrag auf Be-

willigung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG mit Zwischenverfügung vom 25. Mai 2021 gutgeheissen wurde und 

sich aus den Akten auch keine Hinweise auf eine nachträgliche Verände-

rung der finanziellen Verhältnisse ergeben, ist der Beschwerdeführer von 

der Auferlegung der Verfahrenskosten zu befreien. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-2309/2021 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David R. Wenger Anja Hasler 

 

 

Versand: