# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e93f13fd-89fe-5b8e-8058-3def2bed457a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-09-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.09.2018 E-4982/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4982-2018_2018-09-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4982/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  S e p t e m b e r  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richterin Mia Fuchs;   

Gerichtsschreiber Peter Jaggi. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

eigenen Angaben zufolge Afghanistan, 

vertreten durch MLaw Ruedy Bollack, 

Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende  

(…),  

Beschwerdeführerin,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 7. August 2018 / N (…). 

 

 

 

E-4982/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin verliess Afghanistan eigenen Angaben zufolge un-

gefähr im (…) 2016 und gelangte am 1. März 2016 in die Schweiz, wo sie 

gleichentags um Asyl nachsuchte. Am 4. März 2016 wurde sie summarisch 

zu ihrer Person befragt (BzP; Protokoll in den SEM-Akten A4/11) und am 

17. April 2018 zu ihren Asylgründen angehört (Anhörung; Protokoll in den 

SEM-Akten A13/17). 

Zur Begründung ihres Asylgesuchs führte sie im Wesentlichen aus, sie sei 

afghanische Staatsangehörige und ethnische Usbekin aus B._______ im 

Bezirk C._______, wo sie geboren und aufgewachsen sei. Sie könne we-

der lesen noch schreiben. Ihre Mutter sei gestorben, als sie fünfjährig ge-

wesen sei. Ihr Vater habe kurze Zeit später erneut geheiratet und sei ge-

storben, als sie noch jung gewesen sei. Danach habe sie mit ihrer Stief-

mutter und ihren Halbgeschwistern ([…]) gelebt und in deren Haus als (…) 

gearbeitet. Ihre Stiefmutter habe das Geld der Kunden entgegengenom-

men; sie habe mit den Kunden nie Kontakt gehabt. Sie habe jeweils (Tä-

tigkeit). Sie habe das Haus nur äusserst selten verlassen dürfen, neben 

der (…) habe sie Hausarbeiten erledigen müssen. Die Stiefmutter habe sie 

ständig geschlagen. Sie habe eine (…), weil einer ihrer (…) sie einmal mit 

(…) verletzt habe. Einmal habe sie ihre Stiefmutter und (…) von der Absicht 

reden hören, sie mit einem älteren Mann zu verheiraten. Sie habe darauf-

hin einem Jungen, den sie an der Wasserstelle getroffen habe und in den 

sie verliebt gewesen sei, von diesem Plan erzählt. Eine Woche nach dem 

Gespräch zwischen ihrer Stiefmutter und ihren (…) habe der Junge sie mit 

seinem (…) abgeholt und nach D._______ gefahren. Von dort aus seien 

sie mit einem Bus zu einem ihr unbekannten Ort weiter gereist. Die Grenze 

zum Iran hätten sie zu Fuss überquert. Der Fussmarsch habe (…) Stunden 

und die Reise insgesamt (…) Wochen gedauert. Vor der Überfahrt nach 

E._______, in der F._______, habe sie ihren Freund, der die Reise organi-

siert und finanziert habe, aus den Augen verloren. 

B.  

Mit am 9. August 2018 eröffneter Verfügung vom 7. August 2018 stellte das 

SEM fest, die Beschwerdeführerin erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte ihr Asylgesuch ab und ordnete die Wegweisung aus der Schweiz 

sowie den Vollzug an. 

Zur Begründung führte es im Wesentlichen aus, die Vorbringen der Be-

schwerdeführerin vermöchten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit 

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Seite 3 

nicht standzuhalten. Insbesondere erstaune, dass sie nicht wisse, woran 

ihre Mutter und ihr Vater verstorben seien, und dass sie sich auch nicht 

danach erkundigt habe. Zudem seien ihre Aussagen, sie habe nie Kontakt 

mit den Kunden gehabt und (Tätigkeit), realitätsfremd. Auch auf mehrma-

lige Nachfragen hin sei sie nicht imstand gewesen, von einem bestimmten 

Vorfall mit der Stiefmutter zu berichten, der ihr besonders in Erinnerung 

geblieben sei. Ihre Wissenslücken zum Tod ihrer Eltern und ihre realitäts-

fremden Schilderungen zum Leben mit der Stieffamilie erweckten Zweifel 

an dem von ihr geltend gemachten Lebenslauf. 

Die Beschwerdeführerin sei nicht in der Lage gewesen, die umliegenden 

Ortschaften von B._______ zu benennen, was erstaunlich sei, zumal sie 

beteuert habe, dort geboren und aufgewachsen zu sein. Auch von einer 

ungeschulten Person könnten minimale Kenntnisse zu den umliegenden 

Dörfern erwartet werden. Sie habe auch nicht angeben können, ob sie in 

C._______ gewesen sei oder nicht. Ihre Beschreibungen von B._______ 

seien äusserst oberflächlich ausgefallen. Sie habe lediglich eine der (…) 

Moscheen beim Namen nennen können. Ihre Wissenslücken und unsub-

stanziierten Beschreibungen in Bezug auf den angeblichen Heimatort 

B._______ würden die Zweifel an ihrer geltend gemachten Herkunft erhär-

ten. Auch ihre Schilderungen zur geplanten Heirat seien detailarm ausge-

fallen. Sie sei weder in der Lage gewesen, ihre Situation zu veranschauli-

chen, noch habe sie detailliert darlegen können, was sie gedacht habe, als 

sie ihre Stieffamilie über die Heirat habe reden hören. Zudem habe sie über 

die Familienverhältnisse des für sie vorgesehenen Mannes unterschiedli-

che Aussagen gemacht. Bei der BzP habe sie ausgeführt, er habe (…) 

Frauen und (…) Kinder. Bei der Anhörung habe sie indessen ausgesagt, 

sie wisse nur, dass er (…) Frauen habe. Auf Vorhalt hin habe sie nicht ver-

mocht, diese Unstimmigkeit nachvollziehbar aufzulösen. Sie habe auch 

nicht realitätsnah beschreiben können, wie sie die Situation erlebt habe, 

als sie ihrem Freund von den Plänen ihrer Stieffamilie erzählt und wie er 

darauf reagiert habe. Sie sei aufgrund ihrer unsubstanziierten und unstim-

migen Aussagen nicht imstande gewesen, die geplante Zwangsheirat 

glaubhaft zu machen. 

Zudem seien ihre Aussagen zur Ausreise unstimmig. Bei der BzP habe sie 

geltend gemacht, ihr Zuhause am Abend verlassen zu haben. Bei der An-

hörung habe sie hingegen ausgesagt, sie sei bereits am Morgen wegge-

gangen. Auf Vorhalt hin habe sie diesen Widerspruch nicht klären können. 

Auch habe sie weder zur Fahrt mit dem (…) noch zur weiteren Reise in den 

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Iran genauere Angaben zur Reiseroute und dazu, wo sie im Iran angekom-

men sei, machen können. Von einer Person, die angebe, sonst fast nie ihr 

Zuhause verlassen zu haben, könnten selbst beim Tragen einer Burka an-

schaulichere Beschreibungen erwartet werden. Des Weiteren seien ihre 

Angaben zur Organisation und Finanzierung der Ausreise realitätsfremd 

ausgefallen. Sie habe zwar ausgesagt, ihr Begleiter habe die Reise orga-

nisiert und finanziert, aber keine Angaben dazu machen können, woher er 

das Geld gehabt habe. Ihre Erklärung, sie habe keine Zeit gehabt, ihn zu 

fragen, vermöge nicht zu überzeugen, zumal sie ihn erst in F._______ aus 

den Augen verloren habe. Sie habe auch nicht anschaulich beschreiben 

können, wie sie ihren Begleiter aus den Augen verloren habe, und sie habe 

abgesehen davon nur wenig zu ihrem Begleiter zu erzählen vermocht. 

Auch diese Vorbringen seien unglaubhaft und es bestünden aufgrund der 

Zweifel an ihrem Lebenslauf, der mangelnden Herkunftskenntnisse, der 

unglaubhaften Asylgründe und des unglaubhaften Reisewegs unter objek-

tiven Gesichtspunkten vernünftige Zweifel daran, dass die Beschwerdefüh-

rerin jemals in der von ihr angegebenen Region gelebt habe. Die (…) sei 

nicht geeignet, an dieser Beurteilung etwas zu ändern. 

Die Beschwerdeführerin sei zufolge Ablehnung ihres Asylgesuchs zur Aus-

reise aus der Schweiz verpflichtet. Der Grundsatz der Nichtrückschiebung 

gelange folglich nicht zur Anwendung und aus den Akten ergäben sich 

keine Anhaltspunkte dafür, dass ihr bei einer Rückkehr mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit eine durch Art. 3 EMRK verbotene Strafe oder Behand-

lung drohe. Zwar sei die Zulässigkeit, Zumutbarkeit und Möglichkeit des 

Wegweisungsvollzugs grundsätzlich von Amtes wegen zu prüfen. Diese 

Untersuchungspflicht finde jedoch ihre Grenzen an der Mitwirkungspflicht 

der asylsuchenden Person, die im Übrigen auch die Substanziierungslast 

trage. Gemäss ständiger Rechtsprechung sei es nicht Aufgabe der Asylbe-

hörden, bei fehlenden Hinweisen nach allfälligen Wegweisungsvollzugs-

hindernissen in hypothetischen Herkunftsländern zu forschen. Mit Verweis 

auf den Grundsatz der Rechtsgleichheit könne aus der Sicht des SEM nicht 

von der geltenden Praxis abgewichen werden. Die Beschwerdeführerin 

habe deshalb die Folgen ihrer unglaubhaften Identitätsangaben und ihres 

Sachverhaltsvortrages zu tragen, indem vermutungsweise davon auszu-

gehen sei, einer Wegweisung an ihren bisherigen Aufenthaltsort stünden 

keine Vollzugshindernisse entgegen. Bei der Verheimlichung der wahren 

Identität stelle sich auch die Frage der Möglichkeit eines allfälligen Weg-

weisungsvollzugs. Im heutigen Zeitpunkt könne jedoch keineswegs gesagt 

werden, dieser sei von vornherein nicht möglich oder technisch nicht durch-

führbar. 

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Seite 5 

C.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 31. August 2018 gelangte die Beschwerde-

führerin durch ihren Rechtsvertreter an das Bundesverwaltungsgericht und 

beantragte, die Verfügung vom 7. August 2018 sei aufzuheben und es sei 

ihr unter Feststellung ihrer Flüchtlingseigenschaft Asyl zu gewähren. Even-

tualiter sei wegen Unzulässigkeit und Unzumutbarkeit des Wegweisungs-

vollzugs die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Subeventualiter sei die Sa-

che zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrens-

rechtlicher Hinsicht beantragte sie unter Verzicht auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und 

die unentgeltliche Rechtsverbeiständung in der Person ihres Rechtsvertre-

ters. Als Beilagen liess sie die im separaten Verzeichnis aufgeführten Do-

kumente zu den Akten reichen. 

Auf die Begründung der Rechtsbegehren wird, soweit für den Entscheid 

relevant, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

D.  

Am 6. September 2018 bestätigte die Instruktionsrichterin dem Rechtsver-

treter den Eingang der Beschwerde und verfügte, die Beschwerdeführerin 

könne den Ausgang des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. 

E.  

Mit Eingabe vom 7. September 2018 (Datum Poststempel) liess die Be-

schwerdeführerin eine Unterstützungsbedürftigkeitserklärung vom 6. Sep-

tember 2018 einreichen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

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Seite 6 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Die Beschwer-

deführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung; sie ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

3.1 Über offensichtlich begründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

3.2 Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchfüh-

rung eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

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Seite 7 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Glaubhaftmachung im Sinne des Art. 7 Abs. 2 AsylG bedeutet 

– im Gegensatz zum strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und 

lässt durchaus Raum für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen 

der asylsuchenden Person. Für die Glaubhaftmachung reicht es jedoch 

nicht aus, wenn der Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber in Würdi-

gung der gesamten Aspekte wesentliche und überwiegende Umstände ge-

gen die vorgebrachte Sachverhaltsdarstellung sprechen (vgl. dazu aus-

führlich BVGE 2015/3 E. 6.5.1; 2013/11 E. 5.1; 2012/5 E. 2.2; 2010/57 

E. 2.3). Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Im Asylverfahren – wie auch im übrigen Verwaltungsverfahren – gilt der 

Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Dieser be-

sagt, dass die Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige 

Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen, die für das Ver-

fahren notwendigen Unterlagen zu beschaffen, die rechtlich relevanten 

Umstände abzuklären und ordnungsgemäss darüber Beweis zu führen hat. 

Dabei beschränken sich die behördlichen Ermittlungen nicht nur auf jene 

Umstände, welche die Betroffenen belasten, sondern haben auch die sie 

entlastenden Momente zu erfassen. Die Behörde hat alle für den Entscheid 

wesentlichen Tatsachen und Ergebnisse in den Akten festzuhalten. Unrich-

tig ist die Sachverhaltsfeststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher 

und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt wird, etwa weil die Rechts-

erheblichkeit einer Tatsache zu Unrecht verneint wird und folglich nicht alle 

wesentlichen Gesichtspunkte des Sachverhalts geprüft werden, oder weil 

Beweise falsch gewürdigt wurden. Unvollständig ist die Sachverhaltsfest-

stellung demgegenüber, wenn nicht alle für den Entscheid rechtsrelevan-

ten Sachumstände berücksichtigt wurden (vgl. BVGE 2012/21 E. 5.1; PAT-

RICK L. KRAUSKOPF/KATRIN EMMENEGGER, in: Praxiskommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren, Waldmann/Weissberger 

(Hrsg.) 2009, Art. 12 VwVG N 19 ff. und N 42, ALFRED KÖLZ/ISABELLE 

HÄNER/MARTIN BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechts-

pflege des Bundes, 3. Aufl., Zürich 2013, Rz. 1043 ff.). Gemäss Art. 8 

AsylG hat die asylsuchende Person demgegenüber die Pflicht (und unter 

dem Blickwinkel des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 VwVG und 

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Seite 8 

Art. 29 Abs. 2 BV auch das Recht), an der Feststellung des Sachverhaltes 

mitzuwirken. Sofern die gesetzlichen Mitwirkungspflichten durch die asyl-

suchende Person nicht verletzt worden sind, muss die Behörde insbeson-

dere dann weitere Abklärungen ins Auge fassen, wenn aufgrund der Vor-

bringen der asylsuchenden Person und der von ihr eingereichten oder an-

gebotenen Beweismittel Zweifel und Unsicherheiten am Sachverhalt wei-

terbestehen, die voraussichtlich mit Ermittlungen von Amtes wegen besei-

tigt werden können (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2; 2008/24 E. 7.2; 2007/21 

E. 11.1). 

5.2 Bei Zweifeln an der Herkunft asylsuchender Personen führt die Vor-

instanz in der Regel eine unabhängige Herkunftsanalyse (Lingua-Analyse) 

durch. Dabei werden neben den landeskundlich-kulturellen Kenntnissen 

üblicherweise auch die sprachlichen Fähigkeiten der asylsuchenden Per-

son geprüft. Diese Analysen werden ausschliesslich von amtsexternen, 

von der Fachstelle LINGUA der Vorinstanz beauftragten Sachverständigen 

mit den entsprechenden Sprach- und Länderkenntnissen durchgeführt 

(vgl. EMARK 1998 Nr. 34 E. 4b). Gemäss Rechtsprechung sind LINGUA-

Analysen nicht Sachverständigengutachten im Sinne von Art. 12 Bst. e 

VwVG (vgl. hierzu Art. 57 - 61 BZP [SR 273] i.V.m. Art. 19 VwVG), sondern 

lediglich schriftliche Auskünfte von Drittpersonen im Sinne von Art. 12 Bst. 

c VwVG. Sie unterliegen grundsätzlich der freien Beweiswürdigung und 

binden die urteilende Behörde nicht. Bei Einhaltung bestimmter Minimalan-

forderungen an die fachliche Qualifikation, Objektivität und Neutralität der 

sachverständigen Person, wie auch an die inhaltliche Schlüssigkeit und 

Nachvollziehbarkeit der Untersuchung, kann den LINGUA-Analysen im 

Vergleich zu gewöhnlichen Parteivorbringen im Einzelfall durchaus erhöh-

ter Beweiswert zugemessen werden (vgl. EMARK 1998 Nr. 34 E. 3-8, insb. 

E. 8g; vgl. ferner EMARK 2003 Nr. 14 E. 7; seither ständige Praxis des 

Bundesverwaltungsgerichts, vgl. beispielsweise BVGE 2014/12 E. 4.2.1 

sowie Urteil des BVGer E-163/2012 vom 7. August 2012 E. 6.1.1). Die 

Rechtsprechung definierte ferner Mindeststandards, denen die Gewährung 

des rechtlichen Gehörs und der Akteneinsicht betreffend LINGUA-Analy-

sen zu genügen hat (vgl. Urteil des BVGer E-3361/2014 vom 6. Mai 2015 

E. 5.1). 

6.  

6.1 Die Beschwerdeführerin bringt vor, afghanische Staatsangehörige us-

bekischer Ethnie zu sein und wegen erlittener Misshandlungen und einer 

ihr drohenden Zwangsverheiratung aus B._______ im Distrikt C._______ 

(Provinz G._______), wo sie geboren und aufgewachsen sei, geflüchtet zu 

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Seite 9 

sein. Im als Referenzurteil publizierten Entscheid D-5800/2016 vom 

13. Oktober 2017 kommt das Bundesverwaltungsgericht in Bestätigung 

seiner bisherigen Rechtsprechung in BVGE 2011/7 zum Schluss, dass der 

Wegweisungsvollzug in diese Region auch heute noch unzumutbar ist 

(vgl. E. 7, insb. 7.6). Die Vorinstanz glaubt der Beschwerdeführerin jedoch 

weder ihre geltend gemachten Asylvorbringen (insb. die drohende Zwangs-

verheiratung) noch ihre afghanische Staatsangehörigkeit und Herkunft aus 

B._______. Sie geht vielmehr davon aus, dass die Beschwerdeführerin die 

Asylbehörden – in Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht – über ihre Herkunft 

zu täuschen versucht habe. Es sei nicht Aufgabe des SEM, bei fehlenden 

Hinweisen nach etwaigen Wegweisungsvollzugshindernissen in hypotheti-

schen Herkunftsländern zu forschen. 

6.2  

6.2.1 Was die geltend gemachten Asylvorbringen anbelangt, enthält sich 

das Gericht angesichts der nachfolgend dargelegten Ausführungen zwar 

einer abschliessenden Beurteilung. Indessen erscheinen einige Anmer-

kungen angezeigt. So ist der Beschwerdeführerin in Übereinstimmung mit 

ihren Entgegnungen in der Rechtsmitteleingabe (Ziff. […]) zuzustimmen, 

dass ihre Aussagen zur Zwangsheirat nicht, wie von der Vorinstanz ausge-

führt, äusserst unsubstanziiert und unstimmig ausgefallen sind. Zur beab-

sichtigten Zwangsverheiratung führte sie aus, sie sei nicht direkt darauf an-

gesprochen worden, sie habe ihre Stieffamilie heimlich belauscht (A13/17 

Fragen 42, 45 und 46). Zudem habe sie am Fluss davon erfahren, dass die 

Verlobung als Gerücht unter den Bewohnern von B._______ kursiert habe 

(A13/17 Fragen 32, 40, 44, 45 und 56). Zudem ist ihr auch darin zuzustim-

men, dass allein aufgrund des Umstandes, dass sie auf mehrmalige Nach-

fragen hin immer gleich antwortete, nicht auf eine fehlende Glaubhaftigkeit 

ihrer Aussagen geschlossen werden kann. Auf die Frage, was sie gedacht 

habe, als sie ihre Stiefmutter und (…) von der beabsichtigten Zwangsheirat 

habe sprechen hören, führte sie in durchaus nachvollziehbarer Weise aus, 

der Moment sei für sie unbeschreiblich gewesen. Sie sei sich wie eine Last 

vorgekommen. Sie habe ihren Freund geliebt und ein glückliches Leben 

mit ihm anfangen wollen. Das Schicksal habe ihr dies aber nicht erlaubt 

(A13/6 F50). Als zutreffend erweist sich die weitere Entgegnung, die Be-

schwerdeführerin habe keine genaueren Angaben zu ihrem zukünftigen 

Verlobten machen können, weil sie die Informationen über ihn lediglich von 

anderen Leuten erfahren habe. Sie sagte diesbezüglich immerhin aus, sie 

habe erfahren, dass es sich bei ihm um einen (…) handle, der Mitglied der 

(…) und mit (…) Frauen verheiratet sei (A13/17 Fragen 39, 47, 53 und 54). 

Schliesslich verweist die Beschwerdeführerin zu Recht darauf hin, dass 

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Seite 10 

sich ihre Vorbringen problemlos in den Kontext ihres geltend gemachten 

Herkunftsortes einordnen lassen, insbesondere, was die Stellung der Frau 

betrifft. 

6.2.2 In Bezug auf die Herkunft der Beschwerdeführerin kommt das Bun-

desverwaltungsgericht zum Schluss, dass die vom SEM für seine Zweifel 

angeführten Argumente nicht vollumfänglich zu überzeugen vermögen. 

Auch wenn ihre Angaben nicht in allen Punkten nachvollziehbar ausgefal-

len sind, so geht doch die Annahme, die diesbezüglichen Aussagen der 

Beschwerdeführerin seien überwiegend unglaubhaft, womit sie ihre Mitwir-

kungs- und Wahrheitspflicht verletzt habe, nach Einschätzung des Gerichts 

zu weit. Zu berücksichtigen und von der Vorinstanz nicht bestritten ist ins-

besondere ihre Aussage, sie könne weder schreiben noch lesen, welcher 

Umstand zumindest teilweise zu erklären vermag, dass sie nicht in der 

Lage war, die umliegenden Ortschaften von B._______ zu beschreiben. 

Zudem sagte sie aus, sie habe sich praktisch ausschliesslich zu Hause 

aufhalten müssen, weshalb es ihr verwehrt war, die umliegenden Dörfer zu 

besuchen oder sich mit anderen Leuten darüber zu unterhalten. Sie gab 

immerhin zu Protokoll, sie kenne den Namen des Dorfes Qaisar und ihre 

Familie habe die grossen Einkäufe in der Ortschaft C._______ getätigt 

(A13/17 Fragen 81 und 88). Angesichts der weiteren Aussagen der Be-

schwerdeführerin (A13/17 Fragen 85, 86 und 87) erweist sich das Vorbrin-

gen, die Beschwerdeführerin habe nicht gewusst, ob sie in C._______ ge-

wesen sei oder nicht, als wenig stichhaltig. Nicht ungewöhnlich erscheint 

des Weiteren, dass sie lediglich eine der (…) Moscheen beim Namen nen-

nen konnte, zumal sie diesbezüglich in schlüssiger Weise zu Protokoll gab, 

sie kenne nur die Moschee „I._______“, die in der Nähe ihres Hauses und 

(…) liege (A13/17 Fragen 79, 89, 90, 92, 94 und 96). Vor diesem Hinter-

grund erscheinen die Herkunftsangaben der Beschwerdeführerin nicht der-

art vage und unsubstanziiert, um auf eine gänzliche Unglaubhaftigkeit ihrer 

Angaben und eine Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht schliessen zu kön-

nen. 

6.3 Nach dem Gesagten ist festzustellen, dass der für den Entscheid we-

sentliche Sachverhalt in Bezug auf die Herkunft der Beschwerdeführerin 

unvollständig festgestellt wurde, zumal keine Mitwirkungspflichtverletzung 

vorliegt. Aufgrund der Untersuchungspflicht der Asylbehörden ist es Sache 

des SEM, die Herkunft der Beschwerdeführerin mit geeigneten Mitteln, na-

mentlich mittels Lingua-Analyse, weiter abzuklären. Dabei erscheint nicht 

ausgeschlossen, dass eine Lingua-Analyse Aufschluss darüber geben 

kann, ob die Beschwerdeführerin tatsächlich in B._______ im Distrikt 

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Seite 11 

C._______ in der Provinz G._______ geboren und aufgewachsen ist oder 

aber an einem anderen Ort in Afghanistan oder gar in einem anderen Staat 

sozialisiert wurde. 

7.  

7.1 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt in der Sache selbst oder weist diese mit verbindlichen Weisungen an 

die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und Rückweisung an die Vorinstanz 

ist insbesondere angezeigt, wenn weitere Tatsachen festgestellt werden 

müssen und ein umfassendes Beweisverfahren durchzuführen ist. Die in 

diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife kann grundsätzlich zwar auch 

durch die Beschwerdeinstanz selbst hergestellt werden, wenn dies im Ein-

zelfall aus prozessökonomischen Gründen angebracht erscheint; sie muss 

dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5). 

7.2 Wie in E. 6 ausgeführt, ist es im vorliegenden Fall angezeigt, die Her-

kunft der Beschwerdeführerin mit geeigneten Mitteln, namentlich mittels 

Lingua-Analyse, weiter abzuklären. Da sich diese Abklärungen voraus-

sichtlich nicht mit geringem Aufwand durchführen lassen, erscheint eine 

Aufhebung der angefochtenen Verfügung und eine Rückweisung der Sa-

che an die Vorinstanz gerechtfertigt. 

8.  

Die Beschwerde ist insofern gutzuheissen, als damit die Aufhebung der 

angefochtenen Verfügung beantragt wird. Die Verfügung vom 7. Au-

gust 2018 ist aufzuheben. Die Sache ist zur vollständigen und richtigen 

Sachverhaltsabklärung an das SEM zurückzuweisen mit der Anweisung, 

die Herkunft der Beschwerdeführerin mit geeigneten Mitteln, namentlich 

mittels Lingua-Analyse, weiter abzuklären. Auf die in der Beschwerde in 

reformatorischer Hinsicht gestellten Rechtsbegehren und deren Begrün-

dung ist bei diesem Verfahrensausgang nicht weiter einzugehen, zumal es 

Sache der Vorinstanz sein wird, sich damit zu befassen. Sollte sich auf-

grund der Lingua-Analyse herausstellen, dass die Herkunftsangaben der 

Beschwerdeführerin zutreffen, wären bei der Prüfung ihrer Asylvorbringen 

auch die in E. 6.2.1 vorstehend gemachten Ausführungen zu berücksichti-

gen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 VwVG). Der Antrag auf Gewährung der unentgeltlichen 

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Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird somit gegenstands-

los. 

9.2 Der vertretenen Beschwerdeführerin ist angesichts ihres Obsiegens in 

Anwendung von Art. 64 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 

21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundes-

verwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) eine Entschädigung für die ihr 

notwendigerweise erwachsenen Parteikosten zuzusprechen. Damit wird 

auch der Antrag auf amtliche Rechtsverbeiständung in der Person ihres 

Rechtsvertreters im Sinne von Art. 110a Abs. 1 AsylG hinfällig. Es wurde 

keine Kostennote eingereicht, weshalb die notwendigen Parteikosten auf-

grund der Akten zu bestimmen sind (Art. 14 Abs. 2 in fine VGKE). Gestützt 

auf die in Betracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9–13 VGKE) 

ist der Beschwerdeführerin zulasten der Vorinstanz eine Parteientschädi-

gung von insgesamt Fr. 900.– zuzusprechen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die Aufhebung der vorinstanz-

lichen Verfügung beantragt wird. 

2.  

Die Verfügung vom 7. August 2018 wird aufgehoben. Die Sache wird im 

Sinne der Erwägungen zur vollständigen und richtigen Sachverhaltsabklä-

rung und zu neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückgewiesen.  

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Die Vorinstanz hat der Beschwerdeführerin für das Rechtsmittelverfahren 

eine Parteientschädigung von Fr. 900.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Esther Marti Peter Jaggi 

 

 

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