# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3056e9a1-5f38-5a3c-b7b7-7dc607509c17
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-05
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 05.07.2017 LB160067
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_LB160067_2017-07-05.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Zivilkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: LB160067-O/U 

 

Mitwirkend: Oberrichterin Dr. L. Hunziker Schnider, Vorsitzende, Oberrichter 

Dr. H.A. Müller und Oberrichter lic. iur. M. Spahn sowie Gerichts-

schreiberin lic. iur. M. Reuss Valentini 

Beschluss und Urteil vom 5. Juli 2017 

 

in Sachen 

 
A._____, Dr. iur.,  

Beklagter, Widerkläger und Berufungskläger 

 

gegen 

 
B._____,  

Kläger, Widerbeklagter und Berufungsbeklagter 

 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 

 
betreffend Forderung 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 
11. Juli 2016 (CG130047-L) 
 

- 2 - 

Rechtsbegehren Hauptklage (Urk. 2 S. 2): 

"1. Es sei der Beklagte zu verpflichten, dem Kläger mindestens 
CHF 223'033.00 zuzüglich Zins zu 5% auf CHF 160'000.00 seit dem 
15. Mai 2012 und auf CHF 39'966.00 seit dem 9. November 2011 zu 
bezahlen. 

  2. Mehrforderungen vorbehalten. 

  3. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Beklagten, wobei dem Kläger die 
unentgeltliche Prozessführung mit dem Unterzeichnenden als dessen 
unentgeltlichen Rechtsbeistand zu gewähren sei." 

 
 

Rechtsbegehren Widerklage (Urk. 33 S. 2): 

"1. Die Klage samt Verfahrensantrag sei abzuweisen, soweit darauf 
einzutreten ist. 

  2. Widerklageweise sei festzustellen, dass der Beklagte dem Kläger 
nichts schuldet. 

  3. Der Kläger sei widerklageweise zu verpflichten, dem Beklagten 
CHF 98'566.10 zu bezahlen nebst Zins zu 5 % seit 5. Mai 2014. 

  4. … 
  5. … 
  6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Klägers." 

 

Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 11. Juli 2016 
(Urk. 136 = Urk. 141): 

1. Der Beklagte und Widerkläger (nachfolgend: Beklagter) wird verpflichtet, dem 

Kläger und Widerbeklagten (nachfolgend Kläger) Fr. 176'866.-- nebst Zins zu 

5% auf den Betrag von Fr. 136'900.-- seit 15. Mai 2012 und 5% Zins auf den 

Betrag von Fr. 39'966.-- seit 9. November 2011 zu bezahlen. Im eingeklagten 

Mehrbetrag wird die Klage abgewiesen. 

2. Die Widerklage auf Leistung wird abgewiesen. 

- 3 - 

3. In teilweiser Gutheissung der negativen Feststellungswiderklage wird festge-

stellt, dass der Beklagte dem Kläger über den zugesprochenen Betrag hinaus 

nichts schuldet. 

4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf Fr. 20'000.--. Über die weiteren Aus-

lagen wird die Gerichtskasse Rechnung stellen. 

Allfällige weitere Kosten bleiben vorbehalten. 

5. Die Gerichtskosten werden dem Kläger zu 1/5 und dem Beklagten zu 4/5 auf-

erlegt. Die Kosten des Klägers werden unter Hinweis auf die Nachzahlungs-

pflicht gemäss Art. 123 ZPO einstweilen auf die Staatskasse genommen. Die 

dem Beklagten auferlegten Kosten werden mit dem von ihm geleisteten Vor-

schuss verrechnet. Der Fehlbetrag wird vom Beklagten nachgefordert. 

6. Der Beklagte wird verpflichtet, dem unentgeltlichen Rechtsbeistand des Klä-

gers Dr. X1._____ eine reduzierte Parteientschädigung von Fr. 17'820.-- zu-

züglich 8% Mehrwertsteuer zu bezahlen. Im übrigen Umfang von Fr. 4'455.-- 

zuzüglich 8% Mehrwertsteuer wird dieser aus der Gerichtskasse entschädigt, 

wobei auch dieser Betrag zufolge Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung unter Hinweis auf die Nachzahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO einst-

weilen auf die Staatskasse genommen wird. 

7. Der Kläger wird verpflichtet, dem Beklagten eine auf einen Fünftel reduzierte 

Parteientschädigung von Fr. 4'455.-- zuzüglich 8% MWSt zu bezahlen. 

8. Schriftliche Mitteilung an die Parteien, je mit Gerichtsurkunde. 

9. Eine Berufung gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen von der Zustel-

lung an im Doppel und unter Beilage dieses Entscheids beim Obergericht des 

Kantons Zürich, Zivilkammer, Postfach 2401, 8021 Zürich, erklärt werden. In 

der Berufungsschrift sind die Anträge zu stellen und zu begründen. Allfällige 

Urkunden sind mit zweifachem Verzeichnis beizulegen. 

 
 

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Berufungsanträge: 

des Beklagten, Widerklägers und Berufungsklägers (Urk. 140): 
 
"1. Die Klage sei abzuweisen. 
2. Es sei festzustellen, dass der Beklagte dem Kläger nichts schuldet;  
3. Der Kläger sei zu verpflichten, dem Beklagten Fr. 99'249.60 zu bezahlen 

nebst Zins zu 5% seit 15. April 2014;  
4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Klägers." 
 
 
des Klägers, Widerbeklagten und Berufungsbeklagten (Urk. 143): 
 
"1. Es sei die Berufung abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 
 
2. Demzufolge sei das Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 11. Juli 2016 voll-

umfänglich zu bestätigen.  
 
3. Unter o/e-Kostenfolge zu Lasten des Berufungsklägers, wobei dem Beru-

fungsbeklagten die unentgeltliche Prozessführung mit dem Unterzeichnen-
den als dessen unentgeltlichen Rechtsbeistand zu gewähren sei." 

 

Erwägungen: 

I.  

 1. Der Kläger betrieb im Rahmen seiner im Kanton Basel-Landschaft domizi-

lierten Einzelfirma "CB._____" Arbeiten im Bereich Fördertechnik und Liftmontage 

(Urk. 36/15). Er erlitt am 21. November 2003 auf einer Baustelle des Einkaufscen-

ters …-… in … einen Arbeitsunfall, bei dem er von einem Baugerüst rund fünfein-

halb Meter in die Tiefe fiel. Laut Einstellungsverfügung des Untersuchungsrichter-

amtes des Kantons Zug vom 15. Oktober 2005 begab sich der als Liftmonteur auf 

der Baustelle arbeitende Kläger vom Motorenraum der Personenaufzüge im 

Dachgeschoss des neugebauten Parkhauses auf einen auf der südlichen Aus-

senseite befindlichen Vorbau und von dort aus auf ein seitlich angrenzendes, ab-

gesperrtes Baugerüst, wo er abstürzte und sich unter anderem schwere Kopfver-

letzungen zuzog (Urk. 5/9, Urk. 5/10). Seit 1. November 2004 bezieht der Kläger 

bei einem IV-Grad von 100% eine ganze Invalidenrente (Urk. 5/19).  

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 2. Am 29. Dezember 2006 reichte der Kläger, vertreten durch den Beklag-

ten, beim Friedensrichteramt D._____ das Schlichtungsgesuch ein mit dem 

Rechtsbegehren, die E._____ AG und weitere neun Personen seien solidarisch 

zu verpflichten, dem Kläger Fr. 7'000'000.– als Schadenersatz und Genugtuung 

zu bezahlen (Urk. 5/21). Nach erfolgloser Durchführung der Friedensrichterver-

handlung wurde dem Kläger am 15. August 2007 der Akzessschein ausgestellt 

(Urk. 5/23). Bereits am 15. Mai 2007 hatte der Kläger "alle Ansprüche aufgrund 

meines Unfalles gegen Haftpflichtige zahlungshalber an Herrn Dr. A._____" abge-

treten (Urk. 5/22). Gemäss dem tags darauf von den Parteien unterzeichneten 

Auftrag "betreffend Prozess" in Sachen "Forderung / Diverses Unfall vom 21. No-

vember 2003" betrug das Honorar des Beklagten Fr. 280.– pro Stunde zuzüglich 

einer "Erfolgsprämie von 20% im Fall des vollständigen oder teilweisen Obsie-

gens" (Urk. 5/5).  

 3. Am 13. August 2008 wurde der Akzessschein vom Beklagten beim Be-

zirksgericht Liestal eingereicht und die Klage gegen die E._____ AG eingeleitet 

(Urk. 5/29). Mit Verfügung vom 14. Oktober 2008 wies das Bezirksgericht Liestal 

das Gesuch des Klägers um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung 

mangels Bedürftigkeit ab (Urk. 5/32). Nach mehrmaligen Fristerstreckungen reich-

te der Beklagte am 9. März 2009 die schriftliche Klagebegründung ein und stellte 

folgendes Rechtsbegehren (Urk. 5/40):  

"1. Die Beklagte sei solidarisch zu verpflichten, dem Kläger auf das Konto 
seines Rechtsvertreters, Dr. A._____, bei der UBS AG, 8098 Zürich, 
IBAN CH..., Fr. 7'000'000.-- zu bezahlen; 

2. […] 

3. Die Klage sei als Teilklage entgegenzunehmen;  

alles unter o-/e- Kostenfolgen zu Lasten der Beklagten." 

 Die Gesamtforderung des Klägers (Schadenersatz und Genugtuung) wurde 

in der Klagebegründung auf Fr. 8'796'597.– veranschlagt (Urk. 5/40 S. 86).  

 4.  In der Klageantwort vom 10. Juni 2009 hielt die E._____ AG auf Abwei-

sung der Klage (Urk. 36/15). Nach Schliessung des Schriftenwechsels und Durch-

führung einer mündlichen Schlusseinleitungsverhandlung wurde eine Expertise 

über das Liftbaugewerbe in Bosnien angeordnet (Urk. 36/26+27). Anlässlich der 

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beiden Hauptverhandlungen vom 8. November und 7. Dezember 2011 wurden 

zwei Auskunftspersonen und zwei Zeugen einvernommen (Urk. 5/44 S. 3). Mit Ur-

teil vom 7. Dezember 2011 (mündlich eröffnet) wies das Bezirksgericht Liestal die 

Klage vollumfänglich ab. Der Kläger wurde verpflichtet, die Gerichtskosten von Fr. 

10'000.– zu übernehmen und der E._____ AG eine Parteientschädigung von Fr. 

126'900.– (inkl. Spesen und MwSt) zu bezahlen. Das vollständige, schriftlich be-

gründete Urteil wurde am 12. April 2012 spediert (Urk. 5/44).  

 Das Gericht erwog, der Kläger sei aufgrund der am 15. Mai 2007 erfolgten 

Abtretung zur Geltendmachung der eingeklagten Schadenersatz- und Genugtu-

ungsansprüche nicht aktivlegitimiert, womit die Klage bereits aus diesem Grund 

vollumfänglich abzuweisen sei. Zudem fehle es an einem der E._____ AG zur 

Last zu legenden Kausalzusammenhang, weshalb diese auch aus diesem Grund 

nicht zum Ersatz des vom Kläger durch den Arbeitsunfall vom 21. November 2003 

erlittenen Schadens herangezogen werden könne. Damit könne offen bleiben, ob 

der vom Kläger geltend gemachte Schaden hinreichend belegt sei  

oder – wie die E._____ AG ausführe – als spekulativ, masslos überrissen und un-

belegt bezeichnet werden müsse. Immerhin sei festzustellen, dass die vom Kläger 

im Zusammenhang mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit in der Schweiz gel-

tend gemachten Einkommenszahlen von zwischen Fr. 300'000.– bis Fr. 350'000.– 

als zu hoch bemessen bezeichnet werden müssten, nachdem sich den Steuerun-

terlagen für die Zeit unmittelbar vor dem Unfall lediglich ein Erwerbseinkommen 

von maximal Fr. 164'000.– pro Jahr entnehmen lasse. Für den vom Kläger im Zu-

sammenhang mit der von ihm zur Gründung beabsichtigten Liftbaufirma in Bosni-

en geltend gemachten Erwerbsausfall von insgesamt Fr. 3'000'000.– fehle sodann 

jeglicher objektiv verwertbare Anhaltspunkt, so dass der vom Kläger im Rahmen 

der vorliegenden Klage nach Abzug der ihm ausgerichteten Renten- und Tag-

geldzahlungen sowie nach Hinzurechnung diverser weiterer Schadenspositionen 

und Genugtuungsansprüche geltend gemachte Gesamtschaden von Fr. 

8'796'597.– nicht ohne weiteres als tatsächlich gegeben angesehen werden kön-

ne. Zusammenfassend führte das Bezirksgericht aus (Urk. 5/44 S. 7):  

"Zusammenfassend ist somit an dieser Stelle festzuhalten, dass der Kläger 
für den von ihm eingeklagten Schadenersatz- und Genugtuungsanspruch 

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zum einen nicht hinreichend aktivlegitimiert ist und die Beklagte für die vom 
Kläger geltend gemachten Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen 
zum anderen nicht einzustehen hat, da der ihr allenfalls zur Last zu legende 
Kausalzusammenhang zwischen dem Absturz des Klägers von dem von ihr 
errichteten Gerüst und dem vom Kläger dadurch erlittenen Schaden durch 
das eigene Verhalten des Klägers einerseits sowie durch das Drittverschul-
den der den Absperrungsbügel beiseite schiebenden Handwerker anderer-
seits rechtswirksam unterbrochen wurde. Da des weiteren auch der vom Klä-
ger geltend gemachte Gesamtschaden von Fr. 8'796'597.-- in weiten Teilen 
als unbelegt zu gelten hat, ist die vorliegende Klage somit vollumfänglich ab-
zuweisen, wobei bei diesem Ausgang des Verfahrens in Anwendung von §§ 
209 und 211 ZPO BL sowohl die ordentlichen Gerichtskosten als auch die der 
Beklagten entstandenen Anwaltskosten vollumfänglich zu Lasten des Klägers 
zu gehen haben." 

 5. Nach mündlicher Urteilseröffnung legte der Beklagte am 14./15. Dezem-

ber 2011 das Mandat nieder (Urk. 5/46, Urk. 36/31). Am 21. Dezember 2011 er-

klärte er die Rückabtretung der Ansprüche gegen die E._____ AG "[s]ollten dem 

unterzeichneten Rechtsanwalt, Dr. A._____, jemals Ansprüche von Herrn 

B._____, ... [Adresse], gegen die E._____ AG, ..., insbesondere bezüglich Partei-

entschädigung, Schadenersatz oder Genugtuung abgetreten worden sein[.]" (Urk. 

5/49). Im Nachgang zur Urteilseröffnung wurde der Kläger kurzzeitig in Haft ver-

setzt (Urk. 5/47). Am 22. Dezember 2011 mandatierte der Kläger Rechtsanwalt 

Dr. X1._____ als neuen Rechtsvertreter (Urk. 5/48, Urk. 3). Das Urteil des Be-

zirksgerichts Liestal erwuchs am 15. Mai 2012 in Rechtskraft (Urk. 5/44 S. 1).  

 6. Mit Eingabe vom 6. Juni 2013 machte der Kläger eine gegen den Beklag-

ten gerichtete Teilklage mit obgenanntem Rechtsbegehren bei der Vorinstanz an-

hängig (Urk. 2). Die Klagebewilligung des Friedensrichteramtes F._____ datiert 

vom 6. März 2013 (Urk. 1, Urk. 13). Mit Beschluss vom 4. Juli 2013 wies die Vo-

rinstanz das Gesuch des Klägers um unentgeltliche Rechtspflege zufolge Aus-

sichtslosigkeit ab und verpflichtete ihn zur Leistung eines Kostenvorschusses von 

Fr. 13'670.– (Urk. 16). Auf Beschwerde des Klägers hin bewilligte die Kammer 

dem Kläger die unentgeltliche Prozessführung und bestellte ihm Rechtsanwalt Dr. 

X1._____ als unentgeltlichen Rechtsbeistand (Urk. 25). Am 25. April 2014 erstat-

tete der Beklagte die Klageantwort; gleichzeitig erhob er Widerklage mit obge-

nanntem Rechtsbegehren (Urk. 33). Den ihm auferlegten Kostenvorschuss von 

Fr. 8'700.– leistete er rechtzeitig (Urk. 37, Urk. 51). Die Widerklageantwort datiert 

vom 9. April 2015 (Urk. 65). Am 27. Oktober 2015 fand die Hauptverhandlung 

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statt, die am 26. Januar 2016 fortgesetzt wurde (Prot. I S. 11 ff.). Mit Beschluss 

vom 1. Februar 2016 wurde den Parteien Frist angesetzt, um ihre Schlussvorträ-

ge einzureichen (Urk. 112). Nur der Beklagte reichte am 29. März 2016 einen 

schriftlichen Schlussvortrag ein (Urk. 124), worauf dem Kläger Gelegenheit zur 

Stellungnahme gegeben wurde (Urk. 127). Die vom Kläger eingereichte Stellung-

nahme vom 3. Mai 2016 wurde dem Beklagten zur freigestellten Vernehmlassung 

zugestellt (Urk. 129 bis Urk. 132). Weitere Eingaben sind nicht erfolgt. Am 11. Juli 

2016 fällte die Vorinstanz das eingangs im Dispositiv wiedergegebene Urteil (Urk. 

136 = 141).   

 7. Gegen das ihm am 21. Juli 2016 zugestellte Urteil führt der Beklagte mit 

Eingabe vom 14. September 2016 Berufung mit obgenannten Anträgen (Urk. 138, 

Urk. 140). Eine Berichtigung der Berufungsbegründung erfolgte am 15. Septem-

ber 2015 (Urk. 144). Den Kostenvorschuss von Fr. 11'830.– leistete er rechtzeitig 

(Urk. 145, Urk. 146). Die Berufungsantwort ging am 22. Dezember 2016 hierorts 

ein und wurde am 6. Januar 2017 dem Beklagten zugestellt (Urk. 148). Am 27. 

Februar 2017 erfolgte eine Noveneingabe des Beklagten (Urk. 150). Am 8. März 

2017 wurden bei der Gerichtsleitung des Bezirksgerichts Zürich die Konstituierun-

gen des Bezirksgerichts Zürich für die zweite Jahreshälfte 2015 und die erste Jah-

reshälfte 2016 angefordert (Prot. II S. 7). Mit Schreiben vom 8. März 2017 über-

mittelte die Gerichtsleitung des Bezirksgerichts Zürich die gewünschten Konstitu-

ierungsbeschlüsse (Urk. 153 bis Urk. 155/1-2), worauf den Parteien mit Verfügung 

vom 9. März 2017 Frist angesetzt wurde, um zum Wechsel im Abteilungsvorsitz 

und im Spruchkörper der 7. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich sowie zu den 

Konstituierungsbeschlüssen Stellung zu nehmen. Der Beklagte liess sich mit Ein-

gabe vom 24. März 2017 vernehmen (Urk. 157). Dieser Schriftsatz wurde der Ge-

genpartei am 29. März 2017 zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 160). Seither 

sind keine weiteren Eingaben erfolgt.  

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II.   

 1. Der Kläger wirft dem Beklagten vor, er habe den ihm übertragenen Auf-

trag in mehrfacher Hinsicht unsorgfältig ausgeführt, weshalb er den ihm dadurch 

entstandenen Schaden zu ersetzen habe:  

- Aufgrund der dem Beklagten abgetretenen Forderung sei der Kläger wäh-

rend des erstinstanzlichen Verfahrens nicht aktivlegitimiert gewesen, wes-

halb die Klage allein gestützt auf die fehlende Aktivlegitimation abgelehnt 

worden sei. Ein solcher Mangel könne ihm Rechtsmittelverfahren nicht mehr 

geheilt werden; mit anderen Worten habe der Beklagte eine "res iudicata" 

herbeigeführt (Urk. 2 S. 40 ff. Ziff. 43 bis 51 und Ziff. 57; Urk. 96 S. 4 f.).  

- Der Beklagte habe den geltend gemachten Schaden, die Genugtuung und 

den rechtserheblichen Sachverhalt im Allgemeinen in völlig unsubstantiierter 

Weise geltend gemacht; insbesondere sei der Schaden lediglich geschätzt 

und massiv zu hoch beziffert worden (Urk. 2 S. 43 f. Ziff. 52 bis 56 und Ziff. 

57; Urk. 96 S. 7 ff.).  

- Der Beklagte habe es unterlassen, den Kläger über die mit der Geltendma-

chung einer solch hohen Schadenssumme in Zusammenhang stehenden 

Risiken aufzuklären. Auch habe der Beklagte gegenüber dem Kläger mit 

keinem Wort erwähnt, dass hinsichtlich der Kausalität Probleme auftauchen 

könnten. Auch im Lichte der Kausalitätsproblematik erscheine die eingeklag-

te Summe von Fr. 7'000'000.– als gänzlich überrissen. Bei korrekter Aufklä-

rung hätte der Kläger zu einem derartigen Prozess nie sein Einverständnis 

erteilt (Urk. 2 S. 43 Ziff. 52, S. 44 Ziff. 56, S. 52 Ziff. 76; Urk. 96 S. 1 f., S. 

14).  

- Obwohl der Kläger Schulden gehabt habe, seien diese vom Beklagten im 

Rahmen des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege nicht rechtsgenügend 

dargelegt worden (Urk. 96 S. 11 f.).  

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 Der vom Kläger eingeklagte Schaden setzt sich wie folgt zusammen (Urk. 2 

S. 45 ff. Ziff. 59 ff.):  

Gerichtskosten und Parteientschädigung Fr.  136'900.00 
Bezahltes Honorar Fr. 39'966.00 
Vorprozessuale Anwaltskosten Fr. 23'067.70 
Teilhaushaltsschaden (23.11.2003 bis 31.12.2005) Fr. 23'100.00  
Total Fr. 223'033.70 

 2. Bei den vom Beklagten mit Widerklagebegehren Ziffer 3 geltend gemach-

ten Fr. 98'566.10 handelt es sich um ausstehende Honoraransprüche (Urk. 33 S. 

66 f. Ziff. 126 ff.). Der Beklagte führte in der Klageantwort und Widerklagebegrün-

dung vom 25. April 2014 zusammenfassend aus, die Frage der Aktivlegitimation 

sei vom Bezirksgericht Liestal nicht schlüssig und rechtlich korrekt abgehandelt 

worden. Mit der erfolgten Abtretung (gemeint: Rückabtretung) wäre diese Frage in 

einem Rechtsmittelverfahren ohnehin irrelevant geworden. Da das Urteil des Be-

zirksgerichts Liestal aufgrund des verneinten adäquaten Kausalzusammenhangs 

ohnehin erfolgversprechend hätte angefochten werden müssen, habe die vernein-

te Aktivlegitimation dem Kläger keinen Schaden verursacht. Zudem wäre in einem 

Rechtsmittelverfahren von der Rechtsmittelinstanz festgestellt worden, dass ein 

Drittverschulden nicht erstellt sei. Einerseits habe die E._____ AG dazu keine kor-

rekten Behauptungen aufgestellt, andererseits habe das Beweisverfahren nicht zu 

Tage gefördert, dass tatsächlich eine Drittperson den Absperrbügel aufgedrückt 

habe. Das angeblich fehlende Geländer an der Absturzstelle auf dem Unfallgerüst 

sei von keiner Partei behauptet worden, weshalb die Feststellungen des Bezirks-

gerichts Liestal die Verfahrensmaxime (gemeint wohl: Verhandlungsmaxime) ver-

letzten. Der vom Beklagten für den Kläger behauptete Schaden sei von der 

E._____ AG mittels Pauschalbestreitung nicht rechtsgenügend bestritten worden. 

Mit diesen Rügen hätte das Urteil des Bezirksgerichts Liestal erfolgversprechend 

angefochten werden können. Dazu habe der Beklagte dem Kläger ausdrücklich 

geraten, weshalb die angeblich eingetretene "res iudicata" dem Kläger zum haf-

tungsausschliessenden groben Selbstverschulden gereiche. Da der Beklagte den 

stets anwaltlich vertretenen Kläger ausdrücklich aufgefordert habe, sich auch mit 

den gesamten Prozessakten auseinanderzusetzen und das Urteil des Bezirksge-

richts Liestal anzufechten, sei auch der Rückforderungsanspruch für bezahlte 

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Kostenvorschüsse nicht durchsetzbar, da die Arbeit des Beklagten nützlich gewe-

sen sei. Da der Beklagte dem Kläger keinen Schaden zugefügt habe und die Wi-

derklagebegehren ausgewiesen seien, sei allen seinen Begehren zu entsprechen 

(Urk. 33 S. 72 Ziff. 143). Eine Verletzung der Aufklärungspflicht stellte der Beklag-

te in Abrede: Der Kläger habe den Prozess auf jeden Fall geführt haben wollen, 

was jegliche Aufklärungspflicht habe entfallen lassen. Der Kläger sei rechtsgenü-

gend aufgeklärt und auf erhebliche Risiken hingewiesen worden. Das Antizipieren 

von Unterbrechungsgründen sei vorliegend unmöglich gewesen (Urk. 33 S. 60 ff. 

Ziff. 106 ff.). Für den Eventualfall stellte er eine Forderung von Fr. 1'400'000.– (Er-

folgsprämie von 20% von Fr. 7'000'000.–) zur Verrechnung (Urk. 33 S. 8 Ziff. 13). 

 3. Für eine detailliertere Zusammenfassung der Parteistandpunkte kann auf 

den angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Urk. 141 S. 7 bis S. 26).    

 4.1 Die Vorinstanz hielt dafür, der Entscheid und die Begründung des Be-

zirksgerichts Liestal seien aufgrund der vorliegenden Prozessakten des seinerzei-

tigen Verfahrens nachvollziehbar, überzeugend und ohne Weiteres vertretbar, 

weshalb kein Anlass bestehe, den seinerzeitigen Fall gänzlich neu aufzurollen 

(Urk. 141 S. 35 E. 2.3.2). Als Zwischenfazit hielt die Vorinstanz fest, der Beklagte 

müsse sich folgende Sorgfaltspflichtverletzungen vorwerfen lassen: Mangelhafte 

Einleitung der Klage vor Bezirksgericht Liestal wegen fehlender Aktivlegitimation; 

mangelhafte Einleitung der Klage mit überhöhtem Streitwert bzw. mangelhafter 

Schadensberechnung sowie mangelhafte Aufklärung des Klägers hinsichtlich der 

Prozesschancen und -risiken, insbesondere des Kostenrisikos. Eine mangelhafte 

Darlegung des rechtserheblichen Sachverhalts im Prozess (soweit nicht die man-

gelhafte Schadensberechnung betroffen sei), die Schaffung einer "res iudicata" 

sowie eine mangelhafte Begründung des Gesuchs um unentgeltliche Prozessfüh-

rung könnten dem Beklagten – so die Vorinstanz – hingegen nicht vorgeworfen 

werden (Urk. 141 S. 50 E. 2.5).  

 4.2 Hinsichtlich Kausalität und Schaden stellte sich die Vorinstanz die Frage, 

wie sich der Kläger bei pflichtgemässem Verhalten des Beklagten wahrscheinlich 

verhalten hätte. Sei davon auszugehen, dass der geltend gemachte Schaden bei 

pflichtgemässem Verhalten des Beklagten bzw. bei gehöriger Aufklärung mit 

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überwiegender bzw. an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht eingetre-

ten wäre, habe der Beklagte den Schaden vollumfänglich zu ersetzen (Urk. 141 S. 

51 f. E. 2.6.1).  

 4.3 Zur fehlenden Aktivlegitimation erwog die Vorinstanz, das Urteil des Be-

zirksgerichts Liestal enthalte zwei überzeugende Alternativbegründungen, die das 

Urteil je für sich tragen würden. Damit stehe fest, dass auch bei gegebener Aktiv-

legitimation ein für den Kläger negatives Urteil ergangen wäre, weshalb nicht da-

von ausgegangen werden könne, dass ohne diese Sorgfaltspflichtverletzung eine 

Gutheissung der Klage resultiert hätte. Mit anderen Worten wäre dem Kläger der 

geltend gemachte Haushaltsschaden auch bei gegebener Aktivlegitimation, d.h. 

ohne Sorgfaltspflichtverletzung bei Klageeinleitung, nicht ersetzt worden. Da we-

der zu beanstanden noch dem Beklagten vorzuwerfen sei, dass das Bezirksge-

richt Liestal von einer Unterbrechung des Kausalzusammenhangs ausgegangen 

sei, müsse die Klage hinsichtlich des eingeklagten Teilhaushaltsschadens von  

Fr. 23'100.– scheitern. Weder könne dem Beklagten vorgeworfen werden, er ha-

be eine "res iudicata" herbeigeführt, noch erscheine überwiegend wahrscheinlich, 

dass eine obere Instanz bei gegebener Sachlage die Kausalitätsfrage anders ent-

schieden hätte (Urk. 141 S. 51 E. 2.6.2).  

 4.4 Zu den übrigen Sorgfaltspflichtverletzungen erwog die Vorinstanz, es 

hätten keine vernünftigen Chancen bestanden, vor Bezirksgericht Liestal auch nur 

annähernd einen Prozessgewinn in der Grössenordnung der eingeklagten Streit-

summe von Fr. 7'000'000.– zu realisieren, worüber sich der Kläger aufgrund der 

diesbezüglich mangelhaften Aufklärung nicht habe im Klaren sein können. Ge-

nauso wenig sei er sich über die möglichen Konsequenzen – insbesondere was 

das Kostenrisiko betreffe – im Klaren gewesen, die ein derart waghalsiges Pro-

zessieren mit sich bringen könnten. Vor diesem Hintergrund sei es sehr unwahr-

scheinlich, dass der Kläger bei den schlechten Prozessaussichten seiner Klage 

das Risiko auf sich genommen hätte, nicht nur leer auszugehen und selber Par-

teikosten in der Höhe von mindestens Fr. 70'000.– zu tragen, sondern auch noch 

die Gegenpartei mit Fr. 126'900.– entschädigen und für die Gerichtskosten von 

Fr. 10'000.– aufkommen, mithin einen Prozessverlust von weit über Fr. 200'000.– 

- 13 - 

hinnehmen zu müssen. Somit sei davon auszugehen, dass der Kläger bei ord-

nungsgemässer Aufklärung über die Prozess- und insbesondere Kostenrisiken 

den Prozess vor Bezirksgericht Liestal mit überwiegender bzw. an Sicherheit 

grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geführt hätte und damit der ihm dadurch ent-

standene Schaden bei pflichtgemässem Verhalten des Beklagten bzw. gehöriger 

Aufklärung durch diesen mit überwiegender bzw. an Sicherheit grenzender Wahr-

scheinlichkeit nicht eingetreten wäre (Urk. 141 S. 52 E. 2.6.3).  

 4.5 Als vom Beklagten dem Kläger zu ersetzenden Schaden qualifizierte die 

Vorinstanz zunächst die dem Kläger angefallenen Gerichtskosten von  

Fr. 10'000.– und die der E._____ AG zugesprochene Parteientschädigung von Fr. 

126'900.–.  Da – so die Vorinstanz weiter – davon auszugehen sei, dass der Be-

klagte (recte Kläger) den Prozess mit der Streitsumme von Fr. 7'000'000.– bei 

korrekter Aufklärung durch den Kläger (recte Beklagten) gar nie geführt hätte, sei 

auch davon auszugehen, dass ihm keine eigenen Parteikosten entstanden wären, 

weshalb er dem Kläger (recte Beklagten) kein Honorar schulde. Die mangelhafte 

Auftragserfüllung sei damit einer vollständigen Nichterfüllung gleichzusetzen. Da-

bei könne offen bleiben, ob die vom Beklagten erbrachte Leistung teilweise 

brauchbar gewesen sei oder nicht, nachdem der Kläger bei ordnungsgemässer 

Aufklärung über die Prozess- und insbesondere Kostenrisiken den Prozess vor 

Bezirksgericht Liestal nie geführt und damit eben auch von Anfang an auf die 

Leistung als Ganze verzichtet hätte, womit diese für ihn als Ganze unbrauchbar 

gewesen sei. Der Beklagte habe dem Kläger damit auch die geleisteten Vor-

schüsse in der Höhe der behaupteten Fr. 39'966.– zurückzuerstatten. Bei dieser 

Sach- und Rechtslage bleibe für die Zusprechung der vom Beklagten widerklage-

weise geltend gemachten Honoraransprüche kein Raum. Auch könne der Auffas-

sung des Beklagten, dass der Kläger durch die unterlassene Anfechtung des Ur-

teils des Bezirksgerichts Liestal die Realisierung eines Prozessgewinnes von Fr. 

7'000'000.– und damit der Erfolgsprämie von 20% in der Höhe von Fr. 1'400'000.– 

treuwidrig verteilt habe, nicht gefolgt werden, weshalb die zur Verrechnung ge-

stellte Forderung von Fr. 1'400'000.– (Erfolgsprämie) nicht ausgewiesen sei. Wie 

aufgezeigt scheine nicht überwiegend wahrscheinlich, dass je vernünftige Chan-

- 14 - 

cen bestanden hätten, in einem Gerichtsverfahren einen solchen Prozessgewinn 

zu realisieren (Urk. 141 S. 52 f. E. 2.6.4 und 2.6.5).  

 4.6 Die eingeklagten vorprozessualen Anwaltskosten von Fr. 23'067.70 er-

achtete die Vorinstanz als mit der Parteientschädigung, die auch die Prozessvor-

bereitung umfasse, abgegolten (Urk. 141 S. 53 f. E. 2.6.6). Die Hauptklage war für 

die Vorinstanz daher gutzuheissen in der Höhe von Fr. 176'866.– zuzüglich Zins 

und abzuweisen im darüber hinausgehenden Umfang; ebenfalls abzuweisen war 

das widerklageweise geltend gemachte Leistungsbegehren. Zur negativen Fest-

stellungswiderklage erwog die Vorinstanz, der Kläger habe einen potenziellen 

Prozessgewinn im Verfahren vor Bezirksgericht Liestal, der über den geltend ge-

machten Teilhaushaltsschaden von Fr. 23'100.– hinausgehe, weder konkret be-

hauptet noch beziffert, weshalb in teilweiser Gutheissung festzustellen sei, dass 

der Beklagte dem Kläger über den zugesprochenen Betrag hinaus nichts schulde 

(Urk. 141 S. 54 f. E. 2.6.7 und E. 3).  

III.  

 1.1 Die Berufung wurde form- und fristgerecht erhoben. Sie richtet sich ge-

gen einen erstinstanzlichen Endentscheid. Entgegen der Auffassung des Klägers 

(Urk. 148 S. 3 Ziff. 3) ist ein Antrag auf Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils 

entbehrlich, wenn ein materieller Antrag in der Sache (hier: auf Klageabweisung) 

gestellt wurde. Da auch die Streitwertgrenze erreicht wird, ist auf die Berufung – 

unter Vorbehalt hinreichender Begründung – einzutreten (Art. 308 und Art. 311 

ZPO).  

 1.2 Die Berufung ist zu begründen (Art. 311 Abs. 1 ZPO), ansonsten nicht 

darauf einzutreten ist. Begründen im Sinne dieser Bestimmung bedeutet aufzei-

gen, inwiefern der angefochtene Entscheid fehlerhaft ist. Dazu muss der Beru-

fungskläger die vorinstanzlichen Erwägungen bezeichnen, die er anficht, sich ar-

gumentativ mit den angefochtenen Urteilserwägungen auseinandersetzen und im 

Einzelnen aufzeigen, worin eine unrichtige Rechtsanwendung oder eine unrichtige 

Feststellung des Sachverhalts (Art. 310 ZPO) liegt. Dabei hat der Berufungskläger 

- 15 - 

mittels sauberer Verweisungen die vorinstanzlichen Vorbringen und Aktenstücke 

zu benennen, auf denen seine Kritik beruht. Es ist nicht Sache der Rechtsmitte-

linstanz, die Akten und Rechtsschriften des vorinstanzlichen Verfahrens zu durch-

forsten, um festzustellen, was welche Partei wo ausgeführt hat. Ungenügend ist 

es, lediglich auf das vor erster Instanz Vorgetragene zu verweisen, sich mit Hin-

weisen auf frühere Prozesshandlungen zufriedenzugeben oder den angefochte-

nen Entscheid in allgemeiner Weise zu kritisieren (BGer 4A_580/2015 vom 11. 

April 2016, E. 2.2, nicht publiziert in: BGE 142 III 271; BGer 4A_263/2015 vom 29. 

September 2015, E. 5.2.2; BGer 4A_382/2015 vom 4. Januar 2016, E. 11.3.1). 

Abgesehen von offensichtlichen Mängeln hat sich die Berufungsinstanz bei ihrer 

Beurteilung grundsätzlich auf die in der schriftlichen Begründung erhobenen Be-

anstandungen zu beschränken (BGE 142 III 413 E. 2.2.4 S. 417). Indes ist die Be-

rufungsinstanz aufgrund der umfassenden Überprüfungsbefugnis nicht an die mit 

den Rügen vorgebrachten Argumente oder an die Erwägungen der Vorinstanz 

gebunden; sie kann die Rügen auch mit abweichenden Erwägungen gutheissen 

oder abweisen (BGer 2C_124/2013 vom 25. November 2013, E. 2.2.2; 

Reetz/Hilber, in: Sutter-Somm/Ha-senböhler/Leuenberger, ZPO-Komm., N 21 zu 

Art. 318 ZPO; Seiler, Die Berufung nach ZPO, Zürich 2013, N 1507; für das Ver-

fahren vor Bundesgericht: BGE 138 III 537 E. 2.2 S. 540; 137 III 385 E. 3 S. 386; 

BSK BGG-Meyer/ Dormann, N 11 f. zu Art. 106 BGG).   

 1.3 Soweit die Hauptklage abgewiesen wurde, ist das Urteil der Vorinstanz 

mit unbenutztem Ablauf der Anschlussberufungsfrist am 11. Januar 2017 in 

Rechtskraft erwachsen (Art. 315 Abs. 1 ZPO). Dies ist vorzumerken. 

 2. Der Beklagte erhebt verschiedene prozessuale Rügen, die vorab zu be-

handeln sind (E. 2.1.1 bis 2.4.3):  

 2.1.1 Der Beklagte wirft der Vorinstanz vor, sie habe übersehen, dass der 

Kläger sein Rechtsbegehren bzw. seinen Gesamtanspruch nie genau beziffert 

habe, weshalb die Klage hätte abgewiesen werden müssen. Von einem unbezif-

ferten Rechtsbegehren sei auch deshalb auszugehen, weil der Kläger im Rechts-

begehren Fr. 223'033.– und 5% Zins auf Fr. 160'000.– verlange, in der Begrün-

- 16 - 

dung aber Fr. 233'033.70 (recte: Fr. 223'033.70) und 5% Zins auf Fr. 136'900.– 

(Urk. 140 S. 4 ff. Ziff. 7 ff.). 

 2.1.2 Die Rüge ist unbegründet. Wird die Bezahlung eines Geldbetrages 

verlangt, so ist dieser zu beziffern (Art. 84 Abs. 2 ZPO). Der Kläger verlangte in 

seiner als "Teilklage" überschriebenen Klageschrift mit Rechtsbegehren Ziffer 1 

die Bezahlung von mindestens Fr. 223'000.– zuzüglich Zins und behielt sich in 

Rechtsbegehren Ziffer 2 Mehrforderungen vor (Urk. 2 S. 1 f.). Durch die Verwen-

dung des Adverbs "mindestens" wird das Rechtsbegehren Ziffer 1 nicht zur unbe-

zifferten Forderungsklage. Rechtsbegehren sind im Lichte der Begründung auszu-

legen. Der Kläger stellte in der Klageschrift hinreichend klar, dass es sich beim 

verlangten Geldbetrag insofern um einen "Mindestbetrag" handelt, als er den 

Haushaltsschaden lediglich im Umfange von Fr. 23'100.– einklagt und er sich die 

Geltendmachung der restlichen Schadenssumme zu einem späteren Zeitpunkt 

vorbehält (Urk. 2 S. 47 Ziff. 64, S. 48 Ziff. 67). Damit ist dem Bestimmtheitsgebot 

Genüge getan. Aus dem vom Beklagten zitierten  Bundesgerichtsentscheid (BGer 

4A_93/2014 vom 4. Juli 2014, E. 4.3.1 ff.) kann für den vorliegenden Fall nichts 

abgeleitet werden. Der Kläger hat nie zum Ausdruck gebracht, eine unbezifferte 

Forderungsklage oder eine Stufenklage im Sinne von Art. 85 ZPO einzureichen. 

Offensichtlich ist zudem, dass der Kläger die in der Begründung aufgeführten 

Schadenposten (Fr. 136'900.– Prozesskosten, Fr. 39'966.– Rückforderung Hono-

rar, vorprozessuale Anwaltskosten Fr. 23'067.70, Teilhaushaltsschaden Fr. 

23'100.–), total Fr. 223'033.70, im Rechtsbegehren auf Fr. 223'033.– abrundete. 

Ein unbestimmtes Rechtsbegehren bzw. eine Klageabweisung resultiert auch 

nicht aus der Diskrepanz des ab 15. Mai 2012 zu verzinsenden Betrags gemäss 

Rechtsbegehren Ziffer 1 (Fr. 160'000.–; Urk. 2 S. 2) und Begründung (Fr. 

136'900.–; Urk. 2 S. 46 Ziff. 63), zumal die Vorinstanz den Zins ohnehin nur auf 

dem tieferen Betrag von Fr. 136'900.– zugesprochen und den Haushaltsschaden 

(Fr. 23'100.–) abgewiesen hat. Mit Blick auf die Hauptklage war schliesslich eine 

über den eingeklagten Betrag hinausgehende Bezifferung des Gesamtanspruchs 

nicht notwendig. Die Vorinstanz erwog, weil der Kläger den potentiellen Prozess-

gewinn, der über die geltend gemachten Fr. 23'100.– hinausginge, weder konkret 

behauptet noch beziffert habe, sei in teilweiser Gutheissung der negativen Fest-

- 17 - 

stellungsklage festzustellen, dass der Beklagte dem Kläger über den zugespro-

chenen Betrag hinaus nichts schulde (Urk. 141 S. 54 E. 3.2). Dies ist die einzige 

Konsequenz aus dem prozessualen Verhalten des Klägers; im Ergebnis blieb es 

damit bei einem Gesamtschaden von Fr. 223'033.70. 

 2.2.1 Der Beklagte sieht durch einen Wechsel im Spruchkörper seinen An-

spruch auf ein gesetzmässig besetztes Gericht (Art. 30 Abs. 1 BV) verletzt. Wäh-

rend an der Hauptverhandlung vom 27. Oktober 2015 Vizepräsident Weber den 

Vorsitz geführt habe, sei an der Fortsetzung der Hauptverhandlung vom 26. Ja-

nuar 2016 und an Urteilsfällung die Vizepräsidentin Knüsel als Vorsitzende betei-

ligt gewesen. Den Parteien seien weder die beabsichtigte Änderung im Spruch-

körper noch die Gründe dafür bekanntgegeben worden. Nach der bundesgericht-

lichen Rechtsprechung wäre es Sache der Vorinstanz gewesen, auf die beabsich-

tigte Auswechslung eines Richters hinzuweisen und die Gründe dafür zu nennen. 

Die Änderung im Spruchkörper wiege umso schwerer, als die neue Vorsitzende 

nicht selber wahrgenommen habe, was sich an der ersten Tagfahrt und zuvor ab-

gespielt habe (Redezeitbeschränkung von 45 Minuten, Vergleichsbemühungen 

des Referenten Bezirksrichter Maira). Als er am 26. Januar 2016 plötzlich mit ei-

ner neuen Vorsitzenden konfrontiert worden sei, hätten Einwendungen nichts 

mehr genützt. Aus diesem Grund sei ein Widerspruch unterblieben, was ohnehin 

bedeutungslos sei, da ein unheilbarer formeller Mangel vorliege, der ungeachtet 

der materiellen Begründetheit (des Rechtsmittels) zur Aufhebung des angefoch-

tenen Urteils führe (Urk. 140 S. 18 ff. Ziff. 25 ff.).   

 2.2.2 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 30 Abs. 1 BV ist 

es Sache des Gerichts, die Parteien auf eine beabsichtigte Änderung im einmal 

besetzten Spruchkörper und auf die Gründe dafür hinzuweisen. Erst wenn einer 

Partei die Gründe für die Besetzungsänderung bekannt gegeben worden sind, ist 

sie gehalten, deren Sachlichkeit substanziiert zu bestreiten. Wurde den Parteien 

der Grund für die Änderung in der Besetzung im Verlauf des vorinstanzlichen Ver-

fahrens nicht mitgeteilt, kann der Grund für den Wechsel auch noch im Beru-

fungsverfahren nachgeliefert werden (BGE 142 I 93 E. 8.2 S. 94 f.). Der Anspruch 

auf ein durch Gesetz geschaffenes Gericht kann verletzt sein, wenn die Zusam-

- 18 - 

mensetzung des Spruchkörpers im Verlauf des Verfahrens ohne hinreichende 

sachliche Gründe geändert wird. Jede Besetzung, die sich nicht mit sachlichen 

Gründen rechtfertigen lässt, verletzt die Garantie des verfassungsmässigen Ge-

richts. Eine Veränderung ist einzelfallbezogen zulässig, beispielsweise wenn ein 

Mitglied des Gerichts aus Altersgründen ausscheidet oder wegen einer länger 

dauernden Krankheit oder Mutterschaftsurlaub das Amt nicht ausüben kann oder 

wenn eine Neukonstituierung des Gerichts die Auswechslung erfordert (BGer 

4A_726/2016 vom 12. Mai 2017, E. 3.1.2; 4A_271/2015 vom 29. September 

2015, E. 6.2 mit weiteren Hinweisen).  

 2.2.3 Den vorinstanzlichen Akten lässt sich nicht entnehmen, aus welchen 

Gründen um den Jahreswechsel 2015 / 2016 herum der Vorsitz von Vizepräsident 

Weber auf Vizepräsidentin Knüsel überging. Aus dem Protokoll der Hauptver-

handlung vom 26. Januar 2016 ist lediglich ersichtlich, dass die Vorsitzende die 

Gerichtsbesetzung vorstellte (Prot. I S. 17). Die Berufungsinstanz sah sich daher 

veranlasst, bei der Gerichtsleitung des Bezirksgerichts Zürich die Konstituierun-

gen für die 2. Jahreshälfte 2015 und die 1. Jahreshälfte 2016 anzufordern (Prot. II 

S. 7). Die angeforderten Beschlüsse gingen am 9. März 2017 ein (Urk. 153, Urk. 

155/1+2). Aus ihnen geht hervor, dass bis 31. Dezember 2015 Vizepräsident We-

ber den Vorsitz der 7. Abteilung innehatte und Vizepräsidentin Knüsel per 1. Ja-

nuar 2016 den Vorsitz der 7. Abteilung übernahm (Urk. 155/1 S. 2 und S. 5; Urk. 

155/2 S. 2 und S. 5). Zudem ist aus der Konstituierung für die 1. Jahreshälfte 

2016 zu ersehen, dass Bezirksrichter Weber als Einzelrichter und Mitglied der 1. 

Abteilung konstituiert wurde und bis 30. April 2016 beurlaubt war (Urk. 155 S. 3 

f.). Der Beklagte liess sich mit Eingabe vom 24. März 2017 zum Wechsel im Ab-

teilungsvorsitz und im Spruchkörper der 7. Abteilung des Bezirksgerichts Zürich 

und zu den Konstituierungsbeschlüssen vernehmen (Urk. 157).  

 2.2.4 Der Beklagte macht geltend, die "Konstituierungen des BGZ [seien] 

aus dem Recht zu weisen". Obwohl im Kanton Zürich der Vorinstanz standard-

mässig Rechtsmittelschriften mit Gelegenheit zur Stellungnahme übermittelt wür-

den, was auch hier geschehen sei, sei eine Stellungnahme der Vorinstanz unter-

blieben. Damit sei dem formellen Anspruch auf Stellungnahme Genüge getan 

- 19 - 

worden. Eine erneute Stellungnahme oder gar die Einholung von Unterlagen ver-

biete sich, weil von einem Verzicht auf Stellungnahme durch die Vorinstanz aus-

zugehen sei (Urk. 157 S. 7 f. Ziff. 6).  

 Die Berufungsinstanz kann wie die Beschwerdeinstanz (Art. 324 ZPO) das 

erstinstanzliche Gericht zur Vernehmlassung auffordern (Seiler, Die Berufung, Zü-

rich 2013, N 1070; Hungerbühler/Bircher, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 

Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., 2016, Art. 324 N 2). Weder ent-

spricht dies einem "Standard", noch ist dies hier – entgegen der Darstellung des 

Beklagten – geschehen (Prot. I S. 2 ff.). Davon abgesehen verkennt der Beklagte, 

dass die Verweigerung einer Stellungnahme durch die Vorinstanz sanktionslos 

bleibt und höchstens in eine Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung an die 

Vorinstanz münden kann (Hungerbühler/Bircher, a.a.O., Art. 324 N 6). Der Be-

rücksichtigung der Konstituierungsbeschlüsse steht daher nichts im Wege.  

 2.2.5 Die Neukonstituierung per 1. Januar 2016 stellt einen zulässigen 

Grund für die Auswechslung des vorsitzenden Richters dar. Dies anerkennt auch 

der Beklagte (Urk. 157 S. 6: "ein grundsätzlich zulässiger Grund"). Er vermisst je-

doch Angaben, weshalb die Neukonstituierung ein Auswechseln des Präsidiums 

des Spruchkörpers erforderlich gemacht habe und ab wann diese Änderung des 

Spruchkörpers absehbar gewesen sei. Auch sei unerfindlich, weshalb der offen-

sichtlich geplante Abgang des Vorsitzenden Weber gegenüber den Parteien ver-

heimlicht und der Wechsel des Präsidiums nicht bereits vor der Hauptverhand-

lung, also vor Oktober 2015, vorgenommen worden sei. Damit hätte sich "der 

neue Vorsitz" aus den Akten und aus eigener Wahrnehmung ein klares Bild ver-

schaffen können. Art. 30 Abs. 1 BV und der Grundsatz, wonach der Hauptver-

handlung grosse Bedeutung zukomme, seien übergangen worden (Urk. 157 S . 7 

Ziff. 5).  

 Mit seiner Argumentation verkennt der Beklagte, dass eine Veränderung der 

Besetzung einzelfallbezogen aus sachlichen Gründen zulässig ist und die Neu-

konstituierung per se einen sachlichen Grund darstellt. Aus welchen (gerichtsor-

ganisatorischen) Gründen das Plenum eines Bezirksgerichts eine Neukonstituie-

rung vornimmt, muss den Parteien nicht mitgeteilt werden. Soweit der Beklagte 

- 20 - 

über die Gründe für den Wechsel im Vorsitz der 7. Abteilung mutmasst (Urk. 157 

S. 9 ff.), verliert er sich in Spekulation und unbelegten Vorwürfen an die Richter 

Weber und Knüsel, die als ungehörig bezeichnet werden müssen. Unerheblich ist, 

ob und ab wann die Änderung im Spruchkörper absehbar war. Der Wechsel im 

Vorsitz konnte nicht bereits mit Blick auf die am 27. Oktober 2015 durchgeführte 

Hauptverhandlung stattfinden, da die Neukonstituierung erst am 4. Dezember 

2015 beschlossen wurde und per 1. Januar 2016 in Kraft trat. Schliesslich liegt 

auf der Hand, dass die Übernahme des Abteilungsvorsitzes durch Vizepräsidentin 

Knüsel ihre Mitwirkung an der Fortsetzung der Hauptverhandlung und an der Ur-

teilsfällung im Jahre 2016 nach sich zog. 

 2.2.6 Der Beklagte führt weiter ins Feld, eine nachträgliche Rechtfertigung 

der Änderung des Spruchkörpers könne nicht zu einer Heilung führen, zumal die 

Parteien vor vollendete Tatsachen gestellt und daran gehindert worden seien, ein 

Ausstandsbegehren zu stellen, da sie über die Gründe der Auswechslung des 

Präsidiums nicht informiert worden seien. Ein Nachschieben von bis anhin unge-

nannten Gründen im zweitinstanzlichen Verfahren könne nicht zulässig sein, 

nachdem das verfassungsmässige Recht, von einem unbefangenen, ordentlich 

besetzten Gericht beurteilt zu werden, vereitelt worden sei. Nach wie vor seien die 

Parteien daran gehindert, ein Ausstandsbegehren zu stellen, da über die Gründe 

für den Wechsel keine Klarheit herrsche (Urk. 157 S. 8 f. Ziff. 7).   

 Dieser Auffassung kann nicht gefolgt werden. Es wurde bereits erwähnt, 

dass die Gründe für einen Wechsel im zweitinstanzlichen Verfahren (mit freier 

Prüfung der Tat- und Rechtsfragen) nachträglich bekannt gegeben werden kön-

nen. Dem Beklagten wurde die Möglichkeit geboten, sich zur Neukonstituierung 

auf der 7. Abteilung per 1. Januar 2016 zu äussern. Wie ebenfalls bereits aufge-

zeigt, ist das Gericht für die Gründe, die zu einer Neukonstituierung führen, ge-

genüber den Parteien eines konkret betroffenen Verfahrens nicht rechenschafts-

pflichtig. Dies muss jedenfalls solange gelten, als keine Gründe für eine geradezu 

missbräuchliche Neukonstituierung dargetan sind. Der vom Beklagten geäusserte 

Verdacht, der Vorsitzende Weber habe sich mit einer Versetzung eines missliebi-

- 21 - 

gen Falles entledigen wollen (so der Beklagte: Urk. 157 S. 9 ff.), entbehrt jeder 

Grundlage.  

 2.2.7 In seiner Stellungnahme vom 24. März 2017 sieht der Beklagte Art. 30 

Abs. 1 BV auch deshalb verletzt, weil die am Verfahren beteiligten und mitwirken-

den Gerichtsschreiberinnen mehrfach ausgewechselt worden seien. Wie der Be-

klagte aber selber einräumt, erhob er in der Berufungsschrift keine dahingehende 

Rüge (Urk. 157 S. 3). Die Verletzung von Art. 30 Abs. 1 BV wurde ausschliesslich 

mit dem Wechsel im Vorsitz begründet. Da der Beklagte bereits im Laufe des Ver-

fahrens und mit Zustellung des vorinstanzlichen Urteils von den jeweils mitwir-

kenden Gerichtsschreiberinnen Kenntnis erhielt, kann auch nicht gesagt werden, 

die Rüge sei erst durch die nachträglich beigezogenen Konstituierungsbeschlüsse 

veranlasst worden. Eine Ergänzung der Rechtsmittelbegründung – worauf die ge-

rügte Beteiligung verschiedener Gerichtsschreiberinnen hinausläuft – ist nach Ab-

lauf der Berufungsfrist von 30 Tagen nicht möglich (BGer 5A_979/2014 vom 12. 

Februar 2015, E. 2). Darauf ist nicht einzutreten.  

 2.2.8 Eine Verletzung von Art. 30 Abs. 1 BV liegt nicht vor. Bei diesem Er-

gebnis kann offen bleiben, ob sich der Beklagte nach Treu und Glauben (Art. 52 

ZPO) anlässlich der Verhandlung vom 26. Januar 2016 nach den Gründen für den 

Richterwechsel hätte erkundigen müssen, zumal gerichtsorganisatorische Fragen 

frühestmöglich zu bereinigen sind (BGer 5A_837/2012 vom 25. Juni 2013, E. 5 

und dort zitierte Entscheide).  

 2.3 Der Beklagte erachtet das Gebot der Waffengleichheit und sein An-

spruch auf rechtliches Gehör verletzt, weil den Parteien für den ersten Vortrag an 

der Hauptverhandlung vom 27. Oktober 2015 eine Redezeit von je höchstens 45 

Minuten zugestanden wurde (Urk. 94) und die Vorinstanz die Auffassung vertrat, 

gemäss Art. 229 Abs. 2 ZPO seien Noven im Rahmen des ersten Parteivortrags – 

und nicht in einem separaten Vortrag vor dem ersten Parteivortrag (Prot. I S. 11 

f.) – vorzubringen (Urk. 140 S. 19 ff. Ziff. 26 ff., S. 25 Ziff. 33). Der Beklagte zeigt 

aber nicht auf, welche konkreten, entscheidrelevanten Vorbringen er aufgrund des 

Vorgehens der Vorinstanz nicht in den Prozess einbringen konnte und im Urteil 

unberücksichtigt blieben. Der Beklagte führte denn auch aus, er habe entschie-

- 22 - 

den, das Dilemma so zu lösen, dass möglichst keine Konfrontationen mit der Pro-

zessleitung vor Vorinstanz erfolgt seien und dennoch seine materiellen Verteidi-

gungs- und Angriffsrechte vollumfänglich gewahrt würden (Urk. 140 S. 21 Ziff. 

29). Zudem anerkennt er, dass während des Vortrags seines Rechtsvertreters 

seitens des Gerichts nicht interveniert wurde (Urk. 140 S. 26 Ziff. 33), obwohl sein 

Rechtsvertreter von 15.30 Uhr bis 16.57 Uhr plädierte (Prot. I S. 14 f.). Es kann 

daher offengelassen werden, ob eine Redezeitbeschränkung zulässig und welche 

Interpretation von Art. 229 Abs. 2 ZPO die Richtige ist.   

 2.4.1 Schliesslich trägt der Beklagte vor, die an der Verhandlung vom 26. 

Januar erstmals eingesetzte neue Vorsitzende, Vizepräsidentin Knüsel, sei über-

haupt nicht über die Vorgänge im Zusammenhang mit den Vergleichsbemühun-

gen des Referenten Maira, die lediglich in (der Berichtigung nicht zugänglichen) 

Aktennotizen (gemeint wohl: Urk. 53, 54, 56, 60, 70, 71, 73) niedergelegt worden 

seien, und das an der Tagfahrt vom 27. Oktober 2015 Vorgefallene im Bilde ge-

wesen. Das Protokoll einer mündlichen Verhandlung könne nur ungenügend die 

Eindrücke und Gegebenheiten wiedergeben, weshalb die Richterbank bei mündli-

chen Verhandlungen gleich besetzt sein müsse wie der Urteilsspruchkörper. "Ent-

sprechend Art. 30 Abs. 1 BV" sei das Urteil der Vorinstanz aufzuheben. Die un-

vollständigen und irreführenden Aktennotizen (über den von der Vorinstanz auf-

gebauten Vergleichsdruck) des Referenten Maira müssten zum gleichen Ergebnis 

führen. Dessen Schilderungen der Vergleichsbemühungen und Telefonate wären 

protokollpflichtig gewesen. Es liege ein unheilbarer Mangel vor, der die Aufhe-

bung des angefochtenen Urteils erzwinge (Urk. 140 S. 26 ff. Ziff. 33 f.). 

    2.4.2 Ob eine nachträgliche Änderung im einmal gebildeten Spruchkörper 

zulässig ist, tangiert auch den Anspruch auf rechtliches Gehör (Art. 53 Abs. 1 

ZPO, Art. 29 Abs. 2 BV). Danach haben die Parteien einen Anspruch darauf, dass 

kein Gerichtsmitglied urteilt, das nicht Kenntnis von ihren Vorbringen und vom 

Beweisverfahren hat. Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist daher verletzt und 

das Verfahren ganz oder teilweise zu wiederholen, wenn nicht alle an der Beurtei-

lung beteiligten Gerichtsmitglieder an der ausschliesslich mündlichen, in keinem 

Protokoll festgehaltenen Beweisabnahme mitgewirkt haben. Er ist umgekehrt ge-

- 23 - 

wahrt, soweit dem an der Beurteilung neu teilnehmenden Gerichtsmitglied der 

Prozessstoff durch Aktenstudium zugänglich gemacht werden kann und dadurch 

alle am Urteil mitwirkenden Gerichtsmitglieder die gleichen Kenntnisse haben 

(BGer 4A_726/2016 vom 12. Mai 2017, E. 3.1.1, 4A_271/2015 vom 29. Septem-

ber 2015, E. 6.1; Hervorhebungen hinzugefügt).  

 2.4.3 Der Beklagte bezeichnet keine Vorbringen oder Beweise, von denen 

Vizepräsidentin Knüsel keine Kenntnis erlangte, und legt nicht dar, inwiefern sich 

der ihr in den Akten präsentierte Prozessstoff unvollständig erwies. Weder die 

Vergleichsbemühungen des Gerichts noch die unterschiedlichen Auffassungen 

über Art. 229 Abs. 2 ZPO, die an der Verhandlung vom 27. Oktober 2015 eine 

Rolle spielten, hatten letztlich Einfluss auf den Prozessstoff im Sinne der rechts-

erheblichen Tatsachen. Inwiefern die Vergleichsbemühungen zu einer Benachtei-

ligung des Beklagten führten (vgl. Urk. 140 S. 26 Ziff. 33), ist nicht ansatzweise 

ersichtlich. Davon abgesehen sind sowohl der Ablauf der Verhandlung vom 27. 

Oktober 2015 als auch die Vergleichsbemühungen resp. Telefonate von der Vor-

instanz sehr detailliert (in 42 Protokollnotizen bzw. sieben Aktennotizen) doku-

mentiert worden. Das Protokoll der Verhandlung wäre ohne Zweifel einer Berich-

tigung zugänglich gewesen. Was die Aktennotizen anbelangt ist zu beachten, 

dass die ZPO gar keine Pflicht zur Führung eines umfassenden Verfahrensproto-

kolls kennt, sondern lediglich ein Verhandlungsprotokoll vorschreibt (Art. 235 

ZPO). Die Lehre leitet aus dem Gehörsanspruch ab, dass alle wesentlichen Vor-

gänge des Verfahrens bzw. sämtliche entscheidrelevanten Tatsachen und Ergeb-

nisse (schriftlich oder in anderer Weise) festzuhalten sind (Pahud, in: Brunner/ 

Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., 2016, 

Art. 235 N 3). Daher mag es zutreffen, dass Telefonnotizen über Vergleichsbe-

mühungen – im Gegensatz zum Protokoll der Verhandlung vom 27. Oktober 2015 

– nicht mittels eines Protokollberichtigungsbegehrens angefochten werden kön-

nen. Es folgt aber auch, dass der Beklagte aus diesen Telefonnotizen nichts zu 

seinen Gunsten ableiten kann, ist doch weder ersichtlich noch dargetan, inwiefern 

sie entscheidrelevante Tatsachen enthalten.  

- 24 - 

 3. In materieller Hinsicht ist zunächst auf die zutreffenden allgemeinen recht-

lichen Erwägungen der Vorinstanz zur Anwaltshaftung, zum Schaden, zur Ver-

tragsverletzung (Sorgfalts- und Aufklärungspflicht), zum Kausalzusammenhang 

und zum Honoraranspruch bei Schlechterfüllung zu verweisen (Urk. 141 S. 26 ff.). 

Zentrale Bestimmung ist Art. 398 Abs. 2 OR, wonach der Anwalt als Beauftragter 

seinem Mandanten für getreue und sorgfältige Ausführung des ihm übertragenen 

Geschäfts haftet (Art. 398 Abs. 2 OR). Die Aufklärungs- und Benachrichtigungs-

pflicht des Anwalts ist Ausfluss seiner Treuepflicht. Der Rechtsanwalt ist insbe-

sondere verpflichtet, den Mandanten über Gefahren und Erfolgsaussichten des 

bevorstehenden Rechtsstreits zu orientieren (BK-Fellmann, Art. 398 OR N 412).   

 3.1.1 Der Beklagte beanstandet, die Vorinstanz sei auf seine Vorbringen, 

wonach der definitive Eintritt des Schadens weder behauptet noch bewiesen wor-

den sei, mit keinem Wort eingegangen. Sie habe damit das rechtliche Gehör ver-

letzt und eine Rechtsverweigerung gemäss Art. 6 EMRK begangen. Der Beklagte 

habe nie bzw. nicht rechtzeitig vor Eintritt der Novenschranke eine Rechtskraftbe-

scheinigung des Urteils des Bezirksgerichts Liestal beigebracht und auch die 

Rechtskraft nie rechtzeitig behauptet. Die mit dem Schlussvortrag erfolgte angeb-

liche Einreichung der Rechtskraftbescheinigung sei verspätet, da die Noven-

schranke bereits früher gefallen sei (Urk. 140 S. 8 f. Ziff. 14 ff.). 

 3.1.2 Der Einwand ist unbegründet. Die Vorinstanz hat in ihren Erwägungen 

ausdrücklich festgehalten, das Urteil des Bezirksgerichts Liestal vom 7. Dezember 

2011 sei unangefochten bzw. am 15. Mai 2012 in Rechtskraft erwachsen (Urk. 

141 S. 5 und S. 54). Damit hat es die Einwendung des Beklagten, Rechtskraft und 

bleibende Vermögensverminderung seien nicht dargetan worden (Urk. 98/4 S. 2 

ff. Ziff. 44 ff.), implizit verworfen. Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung ist 

nicht zu beanstanden: Bereits das mit der Klageschrift eingereichte Urteil des Be-

zirksgerichts Liestal vom 7. Dezember 2011 trägt einen Rechtskraftvermerk (Urk. 

5/44 S. 1). Ebenfalls mit der Klageschrift wurde ausgeführt und belegt, dass dem 

Kläger mit Schreiben des Bezirksgerichts Liestal vom 5. Juni 2012 die Ratenzah-

lung bewilligt worden war (Urk. 5/62; Urk. 2 S. 53 Ziff. 79). Der Kläger warf dem 

Beklagten in der Klageschrift vor, er habe sorgfaltswidrig eine "res iudicata", d.h. 

- 25 - 

einen materiell-rechtskräftigen Entscheid, herbeigeführt (Urk. 2 S. 44 Ziff. 57). Der 

Beklagte hielt dem Kläger in der Klageantwort vor, das Urteil (KB 44) hätte wei-

tergezogen werden müssen (Urk. 33 S. 22 Ziff. 34); hätte der Kläger das Urteil 

(KB 44) weitergezogen, hätte er obsiegt (Urk. 33 S. 59 Ziff. 103). Bei dieser Be-

hauptungs- und Beweislage ist der Vorinstanz weder eine Gehörs- oder Rechts-

verweigerung noch ein sonstiger Fehler in der Sachverhaltsfeststellung oder 

Rechtsanwendung vorzuwerfen, auch wenn der Beklagte in der Hauptverhand-

lung vom 27. Oktober 2015 vortragen liess, weder den ordentlichen Vorträgen des 

Klägers noch den von ihm eingereichten Beilagen lasse sich eine Rechtskraftbe-

scheinigung des Urteils des Bezirksgerichts Liestal und damit eine bleibende 

Vermögensverminderung entnehmen (Urk. 98/4 S. 2 Ziff. 4, S. 4 Ziff. 8). Der neu-

erlichen Beibringung einer Rechtskraftbescheinigung (Urk. 129, Urk. 130) in der 

Stellungnahme des Klägers zum Schlussvortrag des Beklagten bedurfte es nicht, 

um "das Definitivum der Vermögensverminderung" (Urk. 140 S. 9 Ziff. 15) zu be-

haupten und zu belegen.  

 3.2.1 Der Beklagte bemängelt, die Vorinstanz habe den von ihm behaupte-

ten Prozessbetrug des Klägers gänzlich unberücksichtigt gelassen. Mit seinen  

vorinstanzlichen Vorbringen sei erstellt, dass er vom Kläger vor Erstellung der 

Klageschrift gegen die E._____ AG angelogen worden sei, indem der Kläger ihm 

vorgegaukelt habe, er sei unfallbedingt völlig arbeitsunfähig. Das Gegenteil sei 

richtig. Der Kläger sei arbeitsfähig und habe durch den Unfall keinen Schaden im 

Sinne des Schadenersatzrechts erlitten. Der Kläger lasse Ansprüche aus verlore-

nem Prozess geltend machen, die gar nicht durchsetzbar gewesen wären, wenn 

er den Beklagten, das Bezirksgericht Liestal und die E._____ AG nicht über die 

Arbeitsfähigkeit angelogen hätte. Es gehe nicht an, dass der Kläger dafür im vor-

liegenden Prozess Rechtsschutz erhalte. Die Inadäquanz müsse dazu führen, 

dass dem Kläger jeder Schadenersatzanspruch gegen den Beklagten zu versa-

gen sei. Die Vorinstanz habe ein rechtsmissbräuchliches Verhalten des Klägers 

geschützt und übersehen, dass der Kläger aufgrund seines betrügerischen Ver-

haltens gegenüber dem Beklagten gestützt auf Art. 41 Abs. 1 OR schadenersatz-

pflichtig sei (Urk. 140 S. 10 f. Ziff. 17).  

- 26 - 

 3.2.2 Die Kritik des Beklagten geht fehl. Der Beklagte räumt mit Verweis auf 

das Anwaltsgeheimnis und seine Treuepflicht selber ein, dass er gegenüber dem 

Bezirksgericht Liestal – nachdem er von "diesen Gegebenheiten" erfahren hatte – 

Stillschweigen bewahrte (Urk. 14 S. 10 Ziff. 17). Das Bezirksgericht Liestal ging in 

seinem Urteil vom 7. Dezember 2011 denn auch ohne Prüfung der vom Beklagten 

erwähnten "Gegebenheiten" davon aus, dass die Arbeitsfähigkeit des Klägers  

voraussichtlich dauerhaft zu 100% beeinträchtigt bleibe (Urk. 5/44 S. 1). Die vom 

Beklagten erhobenen Vorwürfe, die vom Kläger zurückgewiesen werden (Urk. 

148 S. 7 Ziff. 10), blieben mit Blick auf den Ausgang des Verfahrens somit ohne 

jegliche Relevanz. Es kann deswegen nicht gesagt werden, die vom Kläger gegen 

die E._____ AG erhobenen Ansprüche wären wegen der vom Beklagten nunmehr 

behaupteten Arbeitsfähigkeit des Klägers ohnehin nicht durchsetzbar gewesen. 

Die von der Vorinstanz bejahte Haftung des Beklagten liegt darin begründet, dass 

er seine Sorgfalts- und Aufklärungspflicht verletzte und dem Kläger dadurch (adä-

quat kausal) ein Schaden im Rechtssinne erwuchs. Zur Frage der Arbeitsfähigkeit 

des Klägers besteht kein Zusammenhang. Noch in der Klageantwort liess der Be-

klagte überdies verlauten, es hätte in einem Rechtsmittelverfahren für den Kläger 

eine "exzellente Ausgangslage" bestanden (Urk. 33 S. 8 Ziff. 13). Ganz abgese-

hen davon lässt sich der Nachweis für die vom Beklagten behauptete Arbeitsfä-

higkeit des Klägers mit den in der Klageantwort genannten Beweismitteln (Urk. 

36/20-23) nicht erbringen (Urk. 140 S. 10 Ziff. 17 mit Verweis auf Urk. 33 Ziff. 47 

ff.). Sie mögen einzig belegen, dass der Kläger – wie er selbst einräumte (Urk. 64 

S. 17 Ziff. 16) – ab und zu unentgeltlich Übersetzungen für den Beklagten ge-

macht hat. Eine Verletzung von Art. 2 ZGB oder Art. 41 OR ist nicht ansatzweise 

dargetan.   

 3.3.1 Der Beklagte wendet sich gegen die vorinstanzliche Erwägung, wo-

nach im Verfahren vor Bezirksgericht Liestal im Zusammenhang mit der beabsich-

tigten Gründung einer Liftbaufirma in Bosnien hinsichtlich der geltend gemachten 

Einkommensausfälle überklagt bzw. der geltend gemachte Schaden falsch be-

rechnet worden sei. Diese tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz seien ak-

tenwidrig und ignorierten die Vorbringen der Parteien. Indem der Kläger vor Vor-

instanz fest umrissene Pläne und getroffene Dispositionen bestritten habe, habe 

- 27 - 

er jegliche Schritte bezüglich Eröffnung einer bosnischen Liftbaufirma kategorisch 

in Abrede gestellt. Aus diesem Kontext ergebe sich, dass der Kläger die bosni-

sche Liftbaufirma erfunden und nie die Absicht gehabt habe, in Bosnien eine Lift-

baufirma zu eröffnen. Somit müsse davon ausgegangen werden, dass der Kläger 

den Beklagten absichtlich falsch instruiert und ihn als mittelbaren Täter (als willen-

loses Tatwerkzeug) für einen Prozessbetrug benutzt habe. Jedenfalls hätten we-

der der Beklagte selbst noch die E._____ AG oder das Bezirksgericht Liestal die 

Glaubwürdigkeit und die Richtigkeit der Darlegungen des Klägers zur bosnischen 

Liftbaufirma überprüfen können, nachdem der Kläger ihm einen bosnischen An-

walt (der konkrete Abklärungen für die Gründung einer bosnischen Liftbaufirma in 

Bosnien vorgenommen habe) und Familienmitglieder (die der Kläger im Hinblick 

auf die bosnische Liftbaufirma in der Schweiz ausgebildet haben wolle) genannt 

sowie Korrespondenz zwischen dem Kläger und dem bosnischen Anwalt überlas-

sen habe. Das Bezirksgericht Liestal habe alle Noveneingaben, worin der Beklag-

te instruktionsgemäss die Gegebenheiten über die bosnische Liftbaufirma unter 

Beilage der Korrespondenz des Klägers mit dem bosnischen Anwalt dargelegt 

habe, akzeptiert. Das durch das Bezirksgericht Liestal durchgeführte Beweisver-

fahren und das in Bosnien eingeholte Gerichtsgutachten belegten, dass die Sach-

verhaltsvorbringen und die Konkretisierung der Pläne von diesem Gericht als ge-

nügend eingestuft worden seien. In der Klageantwort sei auch dargetan worden, 

dass die Vorbringen zur bosnischen Liftbaufirma genügend substantiiert und spe-

zifiziert gewesen seien, weshalb das Bezirksgericht Liestal Übersetzungen von 

Gutachten, die es in Bosnien eingeholt habe, in Auftrag gegeben habe. Der Ein-

wand des Klägers im vorliegenden Prozess, "seine bosnische Firma sei gar nicht 

konkret genug gewesen", sei weder mit dem Urteil des Bezirksgerichts Liestal 

noch mit dem Verfahrensausgang vor diesem Gericht belegt, im Gegenteil. Es sei 

unbestritten geblieben, dass das Bezirksgericht Liestal im Rahmen eines Beweis-

verfahrens in Bosnien ein Gutachten zum Liftbauwesen eingeholt habe (Urk. 140 

S. 11 ff. Ziff. 18 ff.).   

 3.3.2 Die Ausführungen des Beklagten zum angeblichen Prozessbetrug ge-

hen an der Sache vorbei. Das Bezirksgericht Liestal hielt in seinem Urteil dafür, 

für den vom Kläger im Zusammenhang mit der von ihm zur Gründung beabsich-

- 28 - 

tigten Liftbaufirma in Bosnien geltend gemachten Erwerbsausfall von insgesamt 

Fr. 3'000'000.– fehle jeglicher objektiv verwertbarer Anhaltspunkt (Urk. 5/44 S. 7). 

Da die abschliessende Willensbildung des Gerichts allein in der schriftlichen Ur-

teilsbegründung zum Ausdruck kommt, ist nicht relevant, dass zuvor Beweiserhe-

bungen über das Liftbauwesen in Bosnien getätigt worden waren (Urk. 36/28). Zu 

Recht führte die Vorinstanz aus, die Erhebungen zu Liftfirmen auf dem Balkan 

änderten nichts daran, dass die entsprechende Position im seinerzeitigen Verfah-

ren äusserst dürftig dokumentiert und vage geblieben sei und unter anderem kei-

nerlei vor dem Unfall im Hinblick auf diese Firmengründung getätigten Dispositio-

nen behauptet oder belegt worden seien, weshalb der vom Bezirksgericht Liestal 

eingenommene Standpunkt zutreffend erscheine (Urk. 141 S. 40 E. 2.4.2.2). 

Wenn der Beklagte berufungsweise mit Verweis auf die Klageantwort einfach das 

Gegenteil behauptet (Urk. 140 S. 12 f. Ziff. 19: "In Rz 55 der KA ist auch dargetan 

worden, dass die Darlegungen zur bosnischen Liftbaufirma genügend substanti-

iert und spezifiziert waren") oder auf eine Eingabe an das Bezirksgericht Liestal 

vom 20. Mai 2011 verweist, mit der er die Gegebenheiten über die bosnische Lift-

baufirma unter Beilage der Korrespondenz des Klägers mit "dem bosnischen An-

walt" dargelegt habe (Urk. 140 S. 14 Ziff. 20), vermag er den Berufungsanforde-

rungen nicht zu genügen.  

 Davon abgesehen erwog das Bezirksgericht Liestal völlig zu Recht, der gel-

tend gemachte Erwerbsausfall von Fr. 3'000'000.– entbehre jeglicher objektiver 

Grundlagen. Gemäss Art. 42 Abs. 2 OR ist der nicht ziffernmässig nachweisbare 

Schaden mit Rücksicht auf den gewöhnlichen Lauf der Dinge und die vom Ge-

schädigten getroffenen Massnahmen abzuschätzen. Diese Bestimmung soll dem 

Geschädigten nicht die Möglichkeit eröffnen, ohne nähere Angaben Schadener-

satzforderungen in beliebiger Höhe zu stellen. Auch im Rahmen der richterlichen 

Schadensschätzung müssen die Umstände, die für den Eintritt eines Schadens 

sprechen und dessen Abschätzung erlauben oder erleichtern, soweit möglich vom 

Geschädigten behauptet und bewiesen werden (BGE 122 III 219 E. 3a S. 221). 

Behauptet der Geschädigte einen aussergewöhnlich hohen Schaden, ohne 

gleichzeitig Massnahmen nachzuweisen, die für den Eintritt eines solchen Scha-

dens sprechen, darf der Richter nicht darauf abstellen (Fellmann/Kottmann, 

- 29 - 

Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band I, Bern 2012, S. 500 N 1476). In der Kla-

geschrift vom 9. März 2009 wurde zum Schaden ausgeführt, der Kläger hätte – 

nebst einem Erwerbseinkommen in der Schweiz von Fr. 5'700'000.– (15 x Fr. 

380'000.– pro Jahr) – mit einer (geplanten) Liftbaufirma in Bosnien ab 2009 bis 

zum 70. Altersjahr ein zusätzliches Erwerbseinkommen von Fr. 3'000'000.– (20 x 

Fr. 150'000.– pro Jahr) erzielt, was mittels Expertise durch einen Sachverständi-

gen im Bereich Liftbau in Bosnien bewiesen werden könne (Urk. 5/40 S. S. 83 f.). 

Dass damit die Erfahrungszahlen und Fakten, die eine Objektivierung der Anga-

ben des Geschädigten und eine seriöse Schadensschätzung erlauben, nicht bei-

gebracht wurden, versteht sich von selbst. Die in der Noveneingabe vom 20. Mai 

2011 an das Bezirksgericht Liestal erwähnte Besprechung mit dem bosnischen 

Rechtsanwalt X2._____ über die Gründung einer Firma in Bosnien boten eben-

falls keinen genügende Anhaltspunkt für eine Schadenschätzung in der Grössen-

ordnung von Fr. 3'000'000.– (Urk. 36/30 S. 2 = Urk. 100/26 S. 2). Mit anderen 

Worten vermag der Beklagte den vom Bezirksgericht Liestal vermissten objekti-

ven verwertbaren Anhaltspunkt für den eingeklagten zukünftigen Erwerbsausfall 

von Fr. 3'000'000.– auch im Berufungsverfahren nicht konkret zu bezeichnen bzw. 

zu liefern. Wie der Kläger zutreffend bemerkt (Urk. 148 S. 8 Ziff. 11), war es Sa-

che des Beklagten, anhand der ihm vom Kläger präsentierten (äusserst dünnen) 

Faktenlage zu prüfen, ob sich die Geltendmachung einer Schadensposition von 

Fr. 3'000'000.– rechtfertigt. Dies gilt unabhängig davon, ob der Kläger tatsächlich 

in Bosnien eine Liftbaufirma zu gründen beabsichtigte oder nicht. Das Versäumnis 

des Beklagten wäre nicht kleiner, wenn sich nebst jeglichem Anhaltspunkt für ei-

nen Erwerbsausfall von Fr. 3'000'000.– auch das hypothetische Konstrukt einer 

Liftbaufirma in Bosnien an sich in Luft auflösen würde. Im Übrigen ist der vom Be-

klagten gezogene Schluss unzulässig: Wenn der Kläger einräumt, er habe weder 

fest umrissene Pläne erstellt noch irgendwelche Dispositionen getroffen, bedeutet 

dies keineswegs, dass der Kläger nie die Absicht hatte, in Bosnien eine Lift-

baufirma zu eröffnen, und den Beklagten falsch instruierte. Eine Aktenwidrigkeit 

bzw. ein Fehler in der Sachverhaltsfeststellung ist nicht dargetan.  

 3.4.1 Der Beklagte wirft der Vorinstanz vor, sie betrachte das Urteil des Be-

zirksgerichts Liestal im Ergebnis als eine res iudicata (d.h. abgeurteilte Sache), 

- 30 - 

was bereits im Ansatz falsch sei, da sich im vorliegenden Verfahren andere Per-

sonen gegenüber stehen würden. Obwohl die Vorinstanz erwähnt habe, dass bei-

de Parteien heftige Kritik am Urteil des Bezirksgerichts Liestal vorgebracht hätten, 

habe die Vorinstanz Behauptungen und Beweise der Parteien ignoriert, eine Aus-

einandersetzungen mit den Vorbringen der Parteien unterlassen und einfach auf 

ein Urteil eines anderen Gerichts in anderer Sache verwiesen, ohne dass die ge-

ringste Bindungswirkung bestehe. Darin liege eine besonders schwerwiegende 

Verletzung des rechtlichen Gehörs, die nach der bundesgerichtlichen Rechtspre-

chung zur absoluten Nichtigkeit des angefochtenen Urteils führen müsse. Diese 

Nichtigkeit sei gemäss Art. 20 OR von Amtes wegen zu beachten (Urk. 140 S. 16 

ff. Ziff. 22 ff.).  

 3.4.2 Die Vorinstanz erwog, das Urteil des Bezirksgerichts Liestal und die 

ihm zugrundeliegende Begründung seien aufgrund der vorliegenden Prozessak-

ten des seinerzeitigen Verfahrens nachvollziehbar, überzeugend und ohne Weite-

res vertretbar, was namentlich für die Ausführungen zur fehlenden Aktivlegitimati-

on des Klägers, zum fehlenden Kausalzusammenhang zwischen Schadensereig-

nis und geltend gemachtem Schaden sowie zur Schadensberechnung gelte. Es 

bestehe daher kein Anlass, den seinerzeitigen Fall gänzlich neu aufzurollen, wie 

dies beispielsweise dann angezeigt sein könnte, wenn der Entscheid an einem 

gravierenden Fehler litte, wovon jedoch nicht ausgegangen werden könne. Daran 

änderten auch die kritischen Ausführungen der Parteien zum Urteil des Bezirks-

gerichts Liestal nichts, auf die nachfolgend soweit erforderlich einzugehen sein 

werde (Urk. 141 S. 35 E. 2.3.2; Hervorhebung hinzugefügt). In der Folge behan-

delte die Vorinstanz die dem Beklagten vorgeworfenen Pflichtverletzungen (Einlei-

tung der Klage trotz fehlender Aktivlegitimation, Einleitung der Klage mit überhöh-

tem Streitwert bzw. mangelnder Schadensberechnung, mangelhafte Aufklärung 

hinsichtlich der Prozesschancen und Risiken, mangelhafte Aufklärung hinsichtlich 

des Kostenrisikos, mangelhafte Darlegung des rechtserheblichen Sachverhalts, 

Schaffung einer res iudicata, mangelhafte Begründung des Gesuchs um unent-

geltliche Prozessführung; Urk. 141 S. 36 ff. E. 2.4.1 bis 2.4.7).     

- 31 - 

 3.4.3 Demnach betrachtete sich die Vorinstanz weder an das Urteil des Be-

zirksgerichts Liestal gebunden, noch überging es die Vorbringen des Beklagten.  

Gerade mit Bezug auf die verneinte Aktivlegitimation und das Schadensquantitativ 

– also in Bereichen, in denen die Vorinstanz eine Sorgfaltspflichtverletzung des 

Beklagten bejahte (Urk. 141 S. 36 f. E. 2.4.1 und S. 37 ff. E. 2.4.2) – erfolgten 

mehrfache Bezugnahmen auf die Klageantwort des Beklagten (Urk. 33). Welche 

Kritik am Urteil des Bezirksgerichts Liestal die Vorinstanz dabei unbeachtet liess, 

welche Behauptungen und Beweise sie ignorierte und mit welchen seiner Vor-

bringen sie sich nicht auseinandersetzte, legt der Beklagte nicht näher dar. Inso-

fern kommt er seinen Begründungsanforderungen nicht nach. Von einer Verlet-

zung des rechtlichen Gehörs und einer Nichtigkeit des angefochtenen Urteils 

kann daher keine Rede sein.  

 3.5.1 Die Vorinstanz wertete als Sorgfaltspflichtverletzung, dass der Beklag-

te die Haftungsklage im Namen des Klägers einleitete, obwohl er sich am 15. Mai 

2007 alle Ansprüche des Klägers aufgrund seines Unfalles gegen Haftpflichtige 

zahlungshalber abtreten liess (Urk. 5/22). Die am 21. Dezember 2011 erfolgte 

Rückzession (Urk. 5/49) änderte für die Vorinstanz nichts an diesem Ergebnis. 

Sie erwog, einerseits lägen Sinn und Zweck eines Weiterzuges an eine höhere 

Instanz nicht darin, vor Vorinstanz gemachte Anwaltsfehler auszubügeln. Ande-

rerseits wäre ein Weiterzug nicht erfolgversprechend gewesen, weil das Bezirks-

gericht Liestal die Klage mit einer selbständig tragenden Alternativbegründung 

auch mangels Kausalzusammenhangs zwischen Schadenereignis und Schaden 

abgewiesen habe. Der Beklagte könne aus dem Umstand, dass der Kläger das 

erstinstanzliche Urteil nicht angefochten habe, nichts zu seinen Gunsten ableiten 

(Urk. 141 S. 36 f. E. 2.4.1).  

 3.5.2 Der Beklagte vertritt den Standpunkt, es müsse zu Sicherungszwecken 

möglich sein, dass der ganze Klageanspruch sicherungshalber an den prozess-

führenden und vorfinanzierenden Anwalt abgetreten werde. Die von der Vor-

instanz zur Diskussion gestellte limitierte Abtretung bis zur Höhe der Honorarfor-

derung sei undurchführbar und nicht praktikabel. Die sicherungshalber erfolgte 

volle Abtretung des Klageanspruchs (Sicherungszession) als einzig praktikable 

- 32 - 

Lösung habe keine Änderung der Aktivlegitimation herbeigeführt, zumal der 

E._____ AG und dem Bezirksgericht Liestal habe klar sein müssen, dass es nicht 

um einen definitiven wirtschaftlichen Übergang der Forderung auf den Beklagten 

gegangen sei. Das Bezirksgericht habe denn auch ein umfangreiches Beweisver-

fahren durchgeführt und die Frage der Aktivlegitimation bewusst ignoriert. Wenn 

der Kläger seiner Schadensminderungspflicht nicht nachgekommen sei, weil er 

nach erfolgter Rückzession (ein zulässiges echtes Novum) das Urteil des Be-

zirksgerichts Liestal nicht angefochten habe, falle ihm ein grosses Selbstver-

schulden zur Last, das zur Versagung jeglicher Schadenersatzansprüche gegen 

den Beklagten führen müsse. Aber selbst wenn ein Anwaltsfehler vorliegen wür-

de, übersehe die Vorinstanz, dass die Klage vom Bezirksgericht Liestal mit einer 

selbständigen Alternativbegründung mangels adäquaten Kausalzusammenhangs 

abgewiesen worden sei, weshalb der Kläger ohnehin ein Rechtsmittel hätte erhe-

ben müssen und sich die ganze Frage der Aktivlegitimation erübrige. Die Frage 

des Kausalzusammenhangs sei aber auch nach den Feststellungen der Vor-

instanz vom Beklagten nicht falsch behandelt worden (Urk. 140 S. 31 ff. Ziff. 35 

ff.).  

 3.5.3 Die Ausführungen des Beklagten zur Sicherungszession sind nicht 

stichhaltig. Der Sicherungszessionar wird alleiniger Gläubiger der abgetretenen 

Forderung. Als solcher ist er zur Prozessführung hinsichtlich des Abtretungsge-

genstandes aktiv- und passivlegitimiert, insbesondere gegenüber dem debitor 

cessus. Der Sicherungszessionar ist nicht bloss Bevollmächtigter des Zedenten, 

sondern handelt im eigenen Namen und aus eigenem Recht (BK-Zobl/Thurnherr, 

ST N 1600, mit Verweis auf Lehre und Rechtsprechung). Demzufolge hat das Be-

zirksgericht Liestal die Klage des Klägers zu Recht mangels Aktivlegitimation ab-

gewiesen.  

 3.5.4 Ob die Rückzession vom 21. November 2011 und ein Weiterzug des 

Urteils vom 7. Dezember 2011 daran noch etwas hätten ändern können, kann of-

fen gelassen werden. Selbst wenn die Rückzession als echtes Novum zugelassen 

worden wäre (BGer 4A_439/2014 vom 16. Februar 2015, E. 5.3), die Gläubiger-

stellung des Klägers bejaht und seine Klage gutgeheissen worden wäre, steht 

- 33 - 

nicht fest, ob dies Einfluss auf die erstinstanzlichen Kosten- und Entschädigungs-

folgen gehabt hätte. Denn das späte Vorbringen von Angriffs- oder Verteidi-

gungsmitteln kann bei der Kostenverlegung berücksichtigt werden (BGE 123 III 

220 E. 4d S. 229 f.; KUKO ZPO-Schmid, Art. 108 N 2). Diesen Aspekt lässt der 

Beklagte ausser Acht. Entscheidend ist nun allerdings, dass die Vorinstanz die 

Klage nicht wegen dieser Sorgfaltspflichtverletzung gutgeheissen hat. Sie hielt 

nämlich ausdrücklich fest, dass auch bei gegebener Aktivlegitimation ein für den 

Kläger negatives Urteil ergangen wäre, weil das Bezirksgericht Liestal von einer 

Unterbrechung des Kausalzusammenhangs ausgegangen sei (Urk. 141 S. 51 E. 

2.6.2). Die Vorinstanz bejahte eine Ersatzpflicht des Beklagten aufgrund der "üb-

rigen festgestellten Sorgfaltspflichtverletzungen", indem sie schloss, dass der Be-

klagte die Klage mit überhöhtem Streitwert bzw. mangelhafter Schadensberech-

nung eingeleitet und den Kläger hinsichtlich der Prozesschancen und -risiken, 

insbesondere des Kostenrisikos nur ungenügend aufgeklärt habe (Urk. 141 S. 52 

E. 2.6.3). Unberechtigt ist daher die Kritik des Beklagten, die Vorinstanz sei auf 

seine Vorbringen zum "Ohnehinschaden" nicht eingegangen, was eine materielle 

Rechtsverweigerung und eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle. Da 

der Beklagte zudem anerkennt, dass sich mit Blick auf die verneinte Kausalität 

"die ganze Frage der Aktivlegitimation erübrigt" (Urk. 140 S. 40 Ziff. 44), sind sei-

ne Vorbringen zur Aktivlegitimation nicht geeignet, den vorinstanzlichen Entscheid 

aus den Angeln zu heben.  

 3.6.1 Zur Einleitung der Klage vor dem Bezirksgericht Liestal mit überhöh-

tem Streitwert bzw. mangelhafter Schadensberechnung erwog die Vorinstanz, 

was folgt (Urk. 141 S. 37 ff. E. 2.4.2):  

«2.4.2.1. Im Verfahren vor Bezirksgericht Liestal wurden Fr. 7'000'000.-- gel-
tend gemacht, wobei in der Klagebegründung vom 9. März 2009 von einem 
eigentlich geschuldeten Betrag in der Höhe von Fr. 8'796'597.-- die Rede ist 
(act. 5/40 S. 86 bzw. im Einzelnen S. 80 ff.). Das Bezirksgericht Liestal setzte 
sich in Erwägung 6 seines Entscheids mit der Frage auseinander, ob der be-
hauptete Schaden hinreichend belegt wurde oder als spekulativ, masslos 
überrissen und unbelegt bezeichnet werden müsse. Obschon es eingangs 
der Erwägung noch festhielt, diese Frage könne offen bleiben, führte es in der 
Folge aus, der geltend gemachte Erwerbseinkommensausfall lasse sich 
"noch nicht hinreichend belegen". Insbesondere müssten "die vom Kläger im 
Zusammenhang mit seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit in der Schweiz 
geltend gemachten Einkommenszahlen von zwischen Fr. 300'000.-- und 

- 34 - 

Fr. 350'000.-- pro Jahr zweifelsohne als zu hoch bemessen bezeichnet wer-
den" und für den von ihm "im Zusammenhang mit der von ihm zur Gründung 
beabsichtigten Liftbaufirma in Bosnien geltend gemachten Erwerbsausfall von 
insgesamt Fr. 3'000'000.--" fehle "jeglicher objektiv verwertbarer Anhalts-
punkt". Der geltend gemachte Gesamtschaden von insgesamt Fr. 8'796'597.-- 
könne "nicht ohne weiteres als tatsächlich gegeben angesehen werden". In 
Erwägung 7 heisst es schliesslich, der "geltend gemachte Gesamtschaden 
von Fr. 8'796'597.--" habe "in weiten Teilen als unbelegt zu gelten" (act. 5/44 
S. 6 f.). 

2.4.2.2. Auch wenn das Bezirksgericht Liestal die Schadensfrage nicht ab-
schliessend prüfte, muss gestützt auf seine auch in diesem Punkt überzeu-
genden Erwägungen, die sich mit dem vorliegenden Aktenmaterial des sei-
nerzeitigen Prozesses ohne weiteres in Einklang bringen lassen, davon aus-
gegangen werden, dass im damaligen Verfahren hinsichtlich der geltend ge-
machten Erwerbseinkommensausfälle überklagt bzw. der geltend gemachte 
Schaden falsch berechnet wurde (vgl. dazu u.a. act. 5/40 S. 80 ff.). Unabhän-
gig von der Beurteilung der Kausalitätsfrage (vgl. dazu Erwägung 4 des Ent-
scheids) hätte sich im Vergleichs- wie im Urteilsfall realistischerweise besten-
falls ein Bruchteil der eingeklagten Summe als Prozessgewinn realisieren las-
sen. 

Daran vermögen die Vorbringen des Beklagten nichts zu ändern. Dieser 
macht unter anderem geltend, sämtliche Darlegungen in der seinerzeitigen 
Klagebegründung seien von der E._____ AG nicht hinreichend bestritten 
worden. So sei im Rahmen der Schlusseinleitungsverhandlung am 10. Sep-
tember 2009 von der E._____ AG nicht bestritten worden, dass der Kläger 
arbeitsunfähig geworden sei. Damit habe die E._____ AG auf Einreden zum 
Quantitativ des Schadens verzichtet. Ebenso habe sie damit auf allfällige 
Einwendungen zur Aktivlegitimation verzichtet. Damit hätte das Bezirksgericht 
Liestal keine Überlegungen zur Substantiierung und Spezifizierung des gel-
tend gemachten Schadenersatzanspruches anstellen dürfen und im Urteil die 
Forderungssumme als anerkannt darstellen müssen (act. 33 S. 33 Rz. 54 und 
S. 36 f. Rz. 56 f.). Zunächst ist festzuhalten, dass es dem Gericht selbstver-
ständlich freistand, sich in seinem Entscheid auch zu Fragen zu äussern, die 
es letztlich nicht abschliessend beurteilte bzw. offen liess, wie eben die Frage 
des Schadens. Die Einwände treffen sodann auch in tatsächlicher Hinsicht 
nicht zu: So liess die E._____ AG in ihrer Klageantwort vom 10. Juni 2009 
mehrmals ausführen, der Unfall des Klägers sei vollumfänglich selbstver-
schuldet, und es treffe sie keine Haftung. Entsprechend seien der Lebenslauf 
des Klägers und dessen mannigfaltigen Erwerbstätigkeiten ohne Belang. Die 
Ausführungen über die beruflichen Absichten und mutmasslichen Entwicklun-
gen des Klägers wurden als rein spekulativ bestritten. Weiter seien die kläge-
rischen Berechnungen des behaupteten Schadens "spekulativ, masslos über-
rissen und unbelegt" (act. 36/15 S. 2-4). Sodann liess die E._____ AG ge-
mäss Protokoll der Schlusseinleitungsverhandlung vom 10. September 2009 
zwar ausführen, es werde nicht bestritten, dass der Kläger durch den Unfall 
arbeitsunfähig geworden sei, da der Prozess ja auf die Haftungsfrage be-
schränkt sei (act. 36/26; betreffend das unleserliche Datum vgl. auch 
act. 36/27), hielt jedoch anlässlich der Hauptverhandlung vom 7. Dezember 
2011 ausdrücklich fest, die eingeklagte Forderung sei "masslos übersetzt" 
und bestehe auch aus "rein fiktiven Punkten" (act. 100/106 S. 7). Wie sich 
hieraus ergeben soll, dass die E._____ AG auf Einreden zum Quantitativ des 
Schadens verzichtete, ist nicht nachvollziehbar, ebensowenig, weshalb das 

- 35 - 

Bezirksgericht Liestal die geltend gemachte Forderungssumme hätte als an-
erkannt darstellen müssen. 

Weiter wird vom Beklagten bemängelt, das Bezirksgericht Liestal habe bei 
der Beurteilung der Einkommensverhältnisse des Klägers fälschlicherweise 
auf sein steuerbares Einkommen abgestellt, obschon es sich dabei nur um 
ein Indiz gehandelt habe (act. 33 S. 34 Rz. 54). Hierzu ist lediglich zu sagen, 
dass nicht einsichtig ist, worauf das Bezirksgericht Liestal mangels anderer 
Behauptungen und Belege denn sonst hätte abstellen sollen. Sodann wurden 
vom Beklagten die Ausführungen im Urteil des Bezirksgerichts Liestal zu den 
behaupteten Umsätzen und Gewinnen der geplanten Liftfirma in Bosnien kri-
tisiert (act. 33 S. 35 f. Rz. 55 f.). Zwar wurden im Rahmen des Prozesses vor 
Bezirksgericht Liestal Erhebungen zu Liftfirmen im Balkan gemacht (act. 
36/27-29). Dies ändert jedoch nichts daran, dass die entsprechende Position 
im seinerzeitigen Verfahren äusserst dürftig dokumentiert und vage blieb und 
unter anderem keinerlei vor dem Unfall im Hinblick auf diese Firmengründung 
getätigte Dispositionen behauptet oder belegt wurden (vgl. in der seinerzeiti-
gen Klageschrift, act. 5/40 S. 83 f. Rz. 124). Der vom Bezirksgericht Liestal 
eingenommene Standpunkt, wonach für den vom Kläger im Zusammenhang 
mit der von ihm beabsichtigten Gründung der Liftbaufirma in Bosnien geltend 
gemachten Erwerbsausfall von insgesamt Fr. 3'000'000.-- jeglicher objektiv 
verwertbarer Anhaltspunkt fehlte (act. 5/44 S. 7 E. 6.), ist daher ebenfalls zu-
treffend. Vor diesem Hintergrund kann denn auch von einer Verletzung der 
Verhandlungs- und Dispositionsmaxime durch das Bezirksgericht Liestal nicht 
die Rede sein (act. 33 S. 37 Rz. 58 und 39 Rz. 63). Soweit der Beklagte 
schliesslich erneut geltend macht, das Urteil hätte, da fehlerhaft, vom Kläger 
weitergezogen werden können bzw. müssen (act. 33 S. 37 Rz. 58), ist dieser 
Einwand auch in diesem Zusammenhang unbehelflich (vgl. dazu bereits wei-
ter vorne V.2.4.1.). 

Schliesslich ist festzuhalten, dass der Beklagte ein Überklagen zwar in Abre-
de stellt, jedoch geltend macht, es sei gerichtsnotorisch, dass in Haftpflicht-
prozessen "überklagt" werde (act. 33 S. 59 Rz. 103). Das mag zutreffen, und 
es ist auch durchaus so, dass dies bisweilen prozesstaktisch indiziert und im 
Ergebnis zielführend sein kann. Ein solches Vorgehen setzt aber nicht nur die 
berechtigte Erwartung auf ein vergleichsweises Einlenken der Gegenpartei 
voraus, sondern muss vor allem mit dem Klienten klar abgesprochen sein, 
insbesondere auch im Hinblick auf die damit verbundenen Kosten für den 
Fall, dass diese Taktik nicht zielführend ist, mithin, wie vorliegend, die Ge-
genseite nicht zu einem vergleichsweisen Einlenken bereit ist und man unter-
liegt (vgl. dazu auch vorne unter V.1.3.). Gestützt auf die vom Beklagten an-
gerufenen Beweise, namentlich die zwischen ihm und dem Kläger geführte 
Korrespondenz (vgl. dazu sogleich nachfolgend unter V.2.4.3.1.), lässt sich 
jedoch nicht erstellen, dass ein solches Vorgehen unter Hinweis auf die damit 
einhergehenden (Kosten-)Risiken abgesprochen worden wäre. Vielmehr blei-
ben Zweifel, ob vorliegend überhaupt bewusst überklagt wurde, stellte der 
Beklagte dem Kläger mit Schreiben vom 7. November 2011 einen Tag vor der 
Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Liestal doch einen unter den gege-
benen Umständen doch eher unrealistischen Prozessgewinn von "deutlich 
über Fr. 7'000'000.--" in Aussicht (act. 5/45 S. 3 = 36/7 S. 4). 

2.4.2.3. Damit ist zu diesem Punkt abschliessend festzuhalten, dass der Be-
klagte vor Bezirksgericht Liestal eine Klage mit überhöhtem Streitwert einge-
leitet bzw. den Schaden falsch berechnet hat, was als Sorgfaltspflichtverlet-

- 36 - 

zung zu qualifizieren ist, zumal er im vorliegenden Verfahren insbesondere 
weder dartun konnte, dass mit dem Kläger ein bewusstes Überklagen abge-
sprochen war, noch wie der vor Bezirksgericht Liestal geltend gemachte 
Schaden auch nur zu einem kleinen Teil hätte bewiesen werden können.» 

 3.6.2 Der Beklagte wirft der Vorinstanz vor, sie übersehe, dass gemäss Art. 

8 ZGB der Kläger als Anwaltsklient den Schaden und die Sorgfaltspflichtsverlet-

zung zu behaupten und zu beweisen habe. Den Eingaben des Klägers könne 

zwar die Auffassung entnommen werden, der Beklagte habe masslos überklagt; 

indes fehlten substantiierte und spezifizierte Vorwürfe in Bezug auf den Schaden. 

Den Eingaben des Klägers könne an keiner Stelle entnommen werden, wie hoch 

der Betrag sei, den die E._____ AG dem Beklagten bei richtigem Vorgehen des 

Anwalts als Schadenersatz hätte zahlen müssen und wie denn der Schaden hätte 

dargetan werden müssen. Somit sei der Schaden vom Kläger nie substantiiert 

und spezifiziert behauptet und bewiesen worden (Urk. 140 S. 41 f. Ziff. 45).  

  Der Kläger hat die ihm von der Vorinstanz zugesprochenen Schadener-

satzpositionen bereits in der Klageschrift vom 6. Juni 2013 auf Franken und Rap-

pen beziffert, indem er ausführte, ihm seien Prozesskosten von Fr. 136'900.– 

(Gerichtsgebühr und Parteientschädigung) sowie Fr. 39'966.– (bezahltes Hono-

rar) zuzüglich Zins angefallen, die ihm vom Beklagten zu ersetzen seien (Urk. 2 S. 

45 f. Ziff. 59 ff.). Als Verletzung der anwaltlichen Sorgfaltspflicht wertete es der 

Kläger insbesondere, dass der Beklagte den bisherigen Erwerbsausfall von  

Fr. 1'720'000.– (November 2003 bis Februar 2009), den zukünftigen durchschnitt-

lichen Erwerbsausfall von Fr. 380'000.– pro Jahr, total Fr. 5'700'000.–, und den 

mit einer noch zu eröffnenden Liftbaufirma in Bosnien erzielbaren Gewinn von  

Fr. 3'000'000.– in keiner Weise substantiiert bzw. belegt habe (Urk. 2 S. 26 ff. Ziff. 

21 ff.). Zum Nachweis, dass der eingeklagte Schaden spekulativ, masslos über-

rissen und unbelegt geblieben ist (Urk. 64 S. 17 f. Ziff. 17), berief sich der Kläger 

insbesondere auf die vom Beklagten verfasste Klagebegründung vom 9. März 

2009 (Urk. 2 S. 25 ff. Ziff. 20 bis 27; Urk. 64 S. 17 ff. Rz 17 f.). Die Vorinstanz kam 

unter Verweis auf die Ausführungen zum Schaden in der Klagebegründung vom 

9. März 2009 (Urk. 5/40 S. 80 ff.) zum Schluss, dass im damaligen Verfahren hin-

sichtlich der geltend gemachten Erwerbseinkommensausfälle überklagt bzw. der 

geltend gemachte Schaden falsch berechnet worden sei und sich im Vergleichs- 

- 37 - 

wie im Urteilsfall bestenfalls ein Bruchteil der eingeklagten Summe als Prozess-

gewinn hätte realisieren lassen, woran die Vorbringen des Beklagten nichts zu 

ändern vermöchten (Urk. 141 S. 38). Wo aber das Gericht in Würdigung von Be-

weisen zur Überzeugung gelangt, eine Tatsachenbehauptung sei bewiesen oder 

widerlegt, ist die Beweislastverteilung gegenstandslos und liegt Beweiswürdigung 

vor, die nicht durch Art. 8 ZGB geregelt wird (BGE 128 III 22 E. 2.d S. 25; BGer 

4A_240/2008 vom 12. Dezember 2008, E. 1.2). Eine Verletzung von Art. 8 ZGB 

ist nicht ersichtlich. Entgegen der Auffassung des Beklagten genügt auch die 

Feststellung, dass überklagt bzw. mit Bezug auf den geltend gemachten Erwerb-

sausfall eine mangelhafte Berechnung des Schadens erfolgt ist. Bei einer Ge-

samtforderung von Fr. 8'796'597.– machten die nebst dem Erwerbsausfall geltend 

gemachten Schadenspositionen und die Genugtuung gerade einmal Fr. 38'178.– 

bzw. Fr. 220'000.– aus (Urk. 5/40 S. 83 und S. 86). Weder der Kläger noch die 

Vorinstanz mussten darlegen, welcher Schaden sich "bei richtigem Vorgehen" 

hätte rechtsgenügend begründen und belegen lassen.  

 3.6.3 Soweit der Beklagte an dieser Stelle erneut geltend macht, seine 

Schadensberechnung bezüglich Liftbaufirma in Bosnien habe sehr wohl auf ver-

wertbaren Anhaltspunkten basiert und auch das Bezirksgericht Liestal habe sämt-

liche aufgestellten Behauptungen als genügend substantiiert und spezifiziert er-

klärt, weshalb es ein Gutachten in Bosnien in Auftrag gegeben habe (Urk. 140 S. 

42 f. Ziff. 46 f., S. 46 Ziff. 50), kann zunächst auf das in E. III/3.3.2 Ausgeführte 

verwiesen werden. Der Beklagte verkennt erneut, dass eine richterliche Scha-

densschätzung gemäss Art. 42 Abs. 2 OR den Kläger nicht davon entbindet, 

sämtliche Tatsachen darzulegen und zu beweisen, welche für die Existenz eines 

Schadens sprechen und eine Schadensschätzung ermöglichen oder erleichtern. 

Zwar kann eine richterliche Schadensschätzung nicht nur mit Bezug auf die Höhe 

sondern auch mit Bezug auf die Existenz eines Schadens Platz greifen. Immer 

aber muss sich die Existenz eines Schadens mit einer gewissen Überzeugungs-

kraft aufdrängen und die Grössenordnung des Schadens "hinreichend fassbar" 

werden (BSK OR I-Kessler, Art. 42 N 10b, mit Verweis auf die Rechtsprechung). 

Wie ebenfalls in E. III/3.3.2 bereits dargelegt wurde, reichten dafür die Angaben 

des Beklagten in der Klageschrift vom 9. März 2009 auch unter Berücksichtigung 

- 38 - 

seiner späteren Noven "zur Gründung der bosnischen Liftbaufirma" (Urk. 140 S. 

46 f. Ziff. 50) nicht aus. Überhaupt nicht nachzuvollziehen ist, inwiefern der Be-

klagte die Schadensberechnung "gestützt" bzw. "anhand" des vom Bezirksgericht 

Liestal in Bosnien eingeholten Gutachtens ermittelt bzw. vorgenommen hätte 

(Urk. 140 S. 42 Ziff. 46, S. 47 Ziff. 50).       

 3.6.4 Das Bezirksgericht Liestal erwog, die im Zusammenhang mit der selb-

ständigen Erwerbstätigkeit in der Schweiz geltend gemachten Einkommenszahlen 

von Fr. 300'000.– bis Fr. 350'000.– pro Jahr müssten zweifelsohne als zu hoch 

bemessen werden, da sich den vom Kläger ins Recht gelegten Steuerunterlagen 

jedenfalls für die Zeit unmittelbar vor dem Unfall lediglich ein Erwerbseinkommen 

von maximal Fr. 164'000.– entnehmen lasse (Urk. 5/44 S. 7). Der Beklagte macht 

geltend, auch die Vorinstanz habe ein Einkommen zwischen Fr. 300'000.– und Fr. 

350'000.– als "zweifelsohne" zu hoch bemessen betrachtet. Sie urteile abwegig, 

wenn sie bloss erwähne, seine Vorbringen vermöchten daran nichts ändern. Sie 

begehe eine materielle Rechtsverweigerung und verletze den Anspruch auf recht-

liches Gehör, indem sie von einer falschen Beweislastverteilung ausgehe und 

nicht ansatzweise erkläre, wie sie selbst zu dieser Einschätzung gelange (Urk. 

140 S. 43 Ziff. 47).  

 Die Vorinstanz hat es nicht bei dem Hinweis, die Vorbringen des Beklagten 

vermöchten daran nichts zu ändern, belassen. Sie ist vielmehr auf die einzelnen 

Vorbringen eingegangen (Urk. 141 S. 38 ff. E. 2.4.2.2). Sie erwog unter anderem, 

der Beklagte bemängle, das Bezirksgericht Liestal habe bei der Beurteilung der 

Einkommensverhältnisse des Klägers fälschlicherweise auf das steuerbare Ein-

kommen abgestellt, obschon es sich dabei nur um ein Indiz handle. Dazu sei le-

diglich zu sagen, dass nicht einsichtig sei, worauf das Bezirksgericht Liestal man-

gels anderer Behauptungen und Belege denn sonst hätte abstellen sollen (Urk. 

141 S. 39 E. 2.4.2.2). Diese Begründung ist zwar kurz, aber ausreichend, weshalb 

weder eine materielle Rechtsverweigerung noch eine Verletzung des rechtlichen 

Gehörs vorliegt. Berufungsweise trägt der Beklagte dagegen an, er habe mit Be-

zug auf die schweizerische Firma in der Klageantwort, Rz 54, dargetan, dass 

sämtliche Einkommensverhältnisse des Klägers anhand sämtlicher bezahlter 

- 39 - 

Rechnungen der beiden einzigen Kunden des Klägers, der G._____ AG und der 

H._____ AG, behauptet und bewiesen worden seien. An der gleichen Stelle in der 

Klageantwort sei auch gerügt worden, das Bezirksgericht Liestal habe verkannt, 

dass der Schaden so konkret wie möglich vom Kläger zu beweisen gewesen sei, 

was anhand der gesamten Bruttoumsätze offensichtlich korrekt erfolgt sei. Statt-

dessen habe das Bezirksgericht Liestal auf Steuerzahlen abgestellt, die weniger 

präzise seien. Der Gläubiger habe den Schaden zu behaupten und beweisen; der 

Haftpflichtige müsse diesen substantiiert bestreiten und alle Herabsetzungsgrün-

de als rechtshindernde Tatsachen behaupten und nachweisen. Dies gelte auch 

für die (von ihm unterlassene) Kapitalisierung des Schadenersatzanspruchs (Urk. 

140 S. 45 Ziff. 49).  

 Bereits in der Klageantwort (Urk. 33 S. 33 f. Ziff. 54) führte der Beklagte an 

der besagten Stelle aus, die Einkommensverhältnisse seien detailliert behauptet 

und bewiesen worden anhand sämtlicher bezahlten Rechnungen der G._____ 

und der H._____ AG. Das Bezirksgericht Liestal stelle fälschlicherweise auf das 

steuerbare Einkommen ab, das gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

bloss ein Indiz, nicht aber einen genügenden Beweis darstelle. Der Beklagte habe 

den Schaden des Klägers so konkret wie möglich bewiesen, "was offensichtlich 

nur mit seinen gesamten Bruttoumsätzen möglich" gewesen sei. Beim Kapitalisie-

rungsfaktor handle es sich um eine rechtshindernde Tatsache, die von der 

E._____ AG hätte substantiiert vorgetragen werden müssen. 

 Die Ausführungen und Rügen des Beklagten gehen fehl. Der Schaden ist 

vom Geschädigten zu behaupten und zu beweisen. Gleich wie beim Unselbstän-

digen ist auch bei einem Selbständigerwerbenden vom Nettoeinkommen auszu-

gehen (BGE 129 III 135 E. 2.2 S. 141 ff.). Sein Einkommen besteht im erwirt-

schafteten Reingewinn, der entweder als Vermögensstandsgewinn (Differenz 

zwischen dem Eigenkapital am Ende des laufenden und am Ende des vorange-

gangenen Geschäftsjahres) oder als Gewinn in einer ordnungsgemässen Ge-

winn- und Verlustrechnung ausgewiesen wird. Erst aus dem betriebswirtschaftlich 

korrekt ermittelten Gewinn ergibt sich das Nettoeinkommen des selbständigen 

Unternehmers (Fellmann/Kottmann, a.a.O., N 1602 f., 1608). Der Kläger betrieb 

- 40 - 

eine im Handelsregister eingetragene Einzelfirma und war zur Buchführung ver-

pflichtet (Art. 957 Abs. 1 OR). Allein mit Rechnungen und Bruttoumsätzen liess 

sich sein haftpflichtrechtlich relevantes Einkommen nicht ansatzweise ermitteln. 

Wenn das Bezirksgericht Liestal und die Vorinstanz darauf hinwiesen, aufgrund 

der ebenfalls zum Beweis angerufenen Steuerunterlagen (Urk. 5/40 S. 44), denen 

sich für die Zeit vor dem Unfall ein Erwerbseinkommen von max. Fr. 164'000.– 

pro Jahr entnehmen liesse, seien Einkommenszahlen von Fr. 300'000.– bis Fr. 

350'000.– zweifelsohne als zu hoch bemessen, ist dies nicht zu beanstanden, 

zumal der Beklagte anerkennt, dass die Steuererklärungen als Indiz in die Be-

weiswürdigung miteinbezogen werden dürfen (vgl. Fellmann/Kottmann, a.a.O., N 

1638). Angesichts der nicht aussagekräftigen Bruttoumsätze stellten die Veranla-

gungsverfügungen das einzige Indiz für das monatliche Nettoeinkommen dar. Es 

kann daher keine Rede davon sein, die Behauptung des Schadens sei "weit prä-

ziser" erfolgt als mittels Steuererklärung (Urk. 140 S. 46 Ziff. 49). Der Beklagte irrt 

auch, wenn er meint, der Kapitalisierungsfaktor sei als rechtshindernde Tatsache 

nur auf Einwendung des Haftpflichtigen hin zu prüfen. Die Kapitalisierung mit ei-

nem Kapitalisierungszinsfuss von 3.5% ist Teil der Berechnung des Personen-

schadens (Fellmann/Kottmann, a.a.O., N  1599 f.; BGE 129 III 135 E. 2.3.2.3 S. 

148). Dies sah auch der Beklagte in seinem Schreiben vom 8. Juli 2008 nicht an-

ders (Urk. 5/27). Zur Rüge der fehlerhaften Beweislastverteilung wurde im Übri-

gen bereits Stellung genommen. 

 3.6.5 Der Beklagte hält in der Berufung daran fest, dass die E._____ AG das 

eingeklagte Schadensquantitativ vor Bezirksgericht Liestal gar nicht substantiiert 

bestritten habe und das Bezirksgericht Liestal den behaupteten Schaden über-

haupt nicht als bestritten hätte betrachten dürfen. Der Kläger habe weder behaup-

tet noch belegt, dass die E._____ AG den behaupteten Schaden in der Klageant-

wort als "spekulativ, masslos überrissen und unbelegt" bezeichnet habe. Die Vo-

rinstanz verkenne, dass die E._____ AG an der Schlusseinleitungsverhandlung 

vom 10. September 2009 mit ihrer Äusserung, der Prozess sei auf die Haftungs-

frage beschränkt und die Arbeitsunfähigkeit des Klägers unbestritten, auf Einre-

den zum Quantitativ verzichtet habe. Aus dem Gesamtzusammenhang ergebe 

sich, dass mit der "Haftungsfrage" einzig gemeint sei, dass der Kläger nicht vom 

- 41 - 

Gerüst sondern vom Mauervorsprung abgestützt sei, weshalb keine substantiier-

ten Bestreitungen zum Schadensquantitativ vorgenommen worden seien. Auf die-

ses irrtumsfeindliche und unwiderrufliche Zugeständnis habe die E._____ AG 

später an der Hauptverhandlung auch aus novenrechtlichen Gründen nicht mehr 

zurückkommen dürfen, als sie die eingeklagte Forderung als masslos übersetzt 

und aus rein fiktiven Punkten bestehend bezeichnet habe. Zu rügen bleibe, dass 

die Vorinstanz überhaupt nicht erkläre, was die E._____ AG mit "Beschränkung 

auf die Haftungsfrage" gemeint habe (Urk. 140 S. 43 ff. Ziff. 48 f.).  

 3.6.6 Der Beklagte selbst wies vor Vorinstanz darauf hin, dass die E._____ 

AG in der Klageantwort vom 10. Juni 2009 den behaupteten Schaden als speku-

lativ, masslos überrissen und unbelegt bezeichnete (Urk. 33 S. 33 Ziff. 54 mit 

Verweis auf Urk. 36/15). Überdies hat die E._____ AG in der (vom Beklagten ein-

gereichten) Klageantwort vom 10. Juni 2009 die klägerischen "Berechnungen" 

des behaupteten Schadens "in aller Form" bestritten (Urk. 36/15 S. 5). In der glei-

chen Rechtsschrift wurden die Ausführungen über die beruflichen Absichten und 

mutmasslichen Entwicklungen des Klägers (insbesondere jene über die bis im 

Jahre 2003 nicht existente Zweitfirma in Bosnien) als rein spekulativ bestritten 

(Urk. 36/15 S. 4). Angesichts der mangelhaften Darlegungen des Beklagten zum 

Schaden können die Bestreitungen der E._____ AG nicht als ungenügend qualifi-

ziert werden. Wenn die E._____ AG an der Schlusseinleitungsverhandlung vom 

10. September 2009 im Rahmen der Bereinigung der Beweisanträge ausführen 

liess, es werde nicht bestritten, dass der Kläger durch Unfall arbeitsunfähig ge-

worden und der Prozess ausschliesslich auf die Haftungsfrage beschränkt sei, 

kann allein daraus nicht auf einen Widerruf der bereits vorher erfolgten Bestrei-

tung der klägerischen Schadensberechnung bzw. auf eine Anerkennung des vom 

Kläger behaupteten Schadens geschlossen werden, zumal seitens des Klägers 

keine weiteren Ergänzungen mehr erfolgt waren (Urk. 36/26). Auch diese Kritik 

am angefochtenen Urteil ist unbegründet. 

 3.6.7 Nach dem bereits Ausgeführten (vgl. E. III/3.3.2) vermag dem Beklag-

ten auch der Hinweis, er könne für die Erfindung der bosnischen Liftbaufirma 

nichts (Urk. 140 S. 47 Ziff. 51), nicht zu entlasten. Die vom Beklagten vermissten 

- 42 - 

Hinweise, die belegen, dass der Schaden falsch berechnet und überklagt wurde 

(Urk. 140 S. 47 Ziff. 52), sind – worauf bereits die Vorinstanz hinwies – in der (Teil 

der Klageschrift vom 9. März 2009 bildenden) Schadensberechnung zu finden. 

Schliesslich kann dem Beklagten auch nicht gefolgt werden, wenn er ausführt, die 

vorinstanzlichen Erwägungen zum (bewussten) Überklagen seien durch nichts 

begründet worden, ein (bewusstes) Überklagen liege überhaupt nicht vor, wes-

halb es auch nicht mit dem Kläger habe abgesprochen sein können (Urk. 140 S. 

48 Ziff. 52). Mit ihren Erwägungen nahm die Vorinstanz auf das in der Klageant-

wort vom 25. April 2014 erhobene Argument des Beklagten Bezug, es sei ge-

richtsnotorisch bekannt, dass im Haftpflichtrecht "überklagt" werde, weshalb von 

einem Überklagen keine Rede sein könne (Urk. 33 S. 59 Ziff. 103). Dies ist nicht 

zu beanstanden.   

 3.6.8 Es bleibt beim Verdikt der Vorinstanz, dass der Beklagte vor Bezirks-

gericht Liestal eine Klage mit überhöhtem Streitwert eingeleitet bzw. den Schaden 

falsch berechnet hat, was als Sorgfaltspflichtverletzung zu qualifizieren ist. Für die 

(verflossene) Zeit von November 2003 bis Februar 2009 machte der Beklagte ein 

Valideneinkommen zwischen Fr. 300'000.– und Fr. 360'000.– pro Jahr geltend 

(Urk. 5/40 S. 80). Für die Zukunft bis zum Eintritt ins AHV-Alter ging der Beklagte 

von einem Valideneinkommen von Fr. 380'000.– pro Jahr aus (Urk. 5/40 S. 83). 

Verglichen mit dem durch Steuerunterlagen ausgewiesenen maximalen steuerba-

ren Nettoeinkommen von Fr. 164'000.– pro Jahr erweist sich der erlittene und zu-

künftige Erwerbsausfall aus der Tätigkeit in der Schweiz (Fr. 1'720'000.– bzw. Fr. 

5'700'000.–) um mindestens die Hälfte zu hoch. Die unterbliebene Kapitalisierung 

des zukünftigen Schadens ist dabei noch nicht einmal berücksichtigt (Urk. 5/40 S. 

83 f.). Der zukünftige Erwerbsausfall in Bosnien (Fr. 3'000'000.–) war zur Gänze 

ohne ernsthafte Aussichten auf Erfolg. Vor diesem Hintergrund erweist die vom