# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 63ca19c2-7df0-5bf9-8393-1d217ffdf395
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-06
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Beschwerdekammer in Strafsachen 06.09.2023 BK 2023 354
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_008_BK-2023-354_2023-09-06.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

Beschwerdekammer in 
Strafsachen

Cour suprême
du canton de Berne

Chambre de recours pénale

Beschluss
BK 23 354 + 368

Hochschulstrasse 17
Postfach
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 09
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 6. September 2023

Besetzung Oberrichter Bähler (Präsident), Oberrichter Schmid,
Oberrichterin Hubschmid
Gerichtsschreiberin Beldi

Verfahrensbeteiligte A.________

Beschuldigte/Gesuchstellerin

Gerichtspräsident B.________

Gesuchsgegner

Staatsanwältin C.________

Gesuchsgegnerin 2

Gegenstand Ausstand

Strafverfahren wegen übler Nachrede

2

Erwägungen:

1. Beim Regionalgericht Emmental-Oberaargau (nachfolgend: Regionalgericht) ist ein 
Strafverfahren gegen die Beschuldigte A.________ wegen übler Nachrede hängig. 
Am 22. Juni 2023 wies der zuständige Gerichtspräsident B.________ diverse Be-
weisanträge der Beschuldigten ab (amtliche Akten pag. 78 f.), worauf sich diese am 
10. Juli 2023 erneut mit diversen Beweisanträgen an das Regionalgericht wandte 
(amtliche Akten pag. 80 ff.). Mit Verfügung vom 27. Juli 2023 wurden diese vom 
zuständigen Gerichtspräsidenten abgewiesen (amtliche Akten pag. 88 f.). Mit 
Schreiben vom 14. August 2023, eingereicht bei der Staatsanwaltschaft, wandte 
sich die Beschuldigte (nachfolgend: Gesuchstellerin) an die die Staatsanwaltschaft 
vertretende Staatsanwältin C.________ und an Gerichtspräsident B.________ und 
stellte sinngemäss ein Ausstandsgesuch. Dieses wurde am 16. August 2023 an 
das Regionalgericht weitergeleitet. Mit Verfügung vom 21. August 2023 stellte Ge-
richtspräsident B.________ (nachfolgend: Gesuchsgegner 1) das Ausstandsge-
such zusammen mit den amtlichen Akten der Beschwerdekammer in Strafsachen 
des Obergerichts des Kantons Bern (nachfolgend: Beschwerdekammer) zur weite-
ren Behandlung zu und verfügte, dass am Vergleichsverhandlungstermin mit evtl. 
anschliessender Hauptverhandlung vom 14. September 2023 festgehalten werde. 
In seiner gleichzeitig eingereichten Stellungnahme beantragte der Gesuchsgegner 
1 die kostenfällige Abweisung des Ausstandsgesuchs. Diese wurde im anschlies-
send von der Verfahrensleitung der Beschwerdekammer eröffneten Ausstandsver-
fahren (BK 23 354) der Gesuchstellerin zugestellt, mit dem Hinweis, dass auf die 
Anordnung eines Schriftenwechsels verzichtet werde und allfällige abschliessende 
Bemerkungen innert fünf Tagen einzureichen seien. Im unter einer separaten Ge-
schäftsnummer eröffneten Ausstandsverfahren BK 23 368 wurde auf die Einholung 
einer Stellungnahme bei Staatsanwältin C.________ (nachfolgend: Gesuchsgegne-
rin 2) verzichtet (siehe E. 5).

2.

2.1 Den Akten kann entnommen werden, dass die Gesuchstellerin mit Strafbefehl vom 
22. Mai 2023 wegen übler Nachrede zum Nachteil von D.________ schuldig erklärt 
und zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen à CHF 30.00, ausmachend 
CHF 450.00, sowie zu einer Verbindungsbusse in der Höhe von CHF 300.00 verur-
teilt worden ist (amtliche Akten pag. 30 f.). Hiergegen erhob die Gesuchstellerin 
Einsprache. Daraufhin hielt Staatsanwältin C.________ mit Verfügung vom 5. Juni 
2023 am Strafbefehl fest und überwies die Akten dem Regionalgericht zur Durch-
führung des Hauptverfahrens (amtliche Akten pag. 37). 

Der Gesuchstellerin wird vorgeworfen, auf ihrer Homepage «E.________» direkt 
auf der Startseite diverse rufschädigende Kommentare zum Nachteil von 
D.________ geschrieben/geäussert zu haben, so insbesondere, dass diese Wel-
pen von der Hündin «F.________» mit falschen Rassenangaben verkaufe und es 
sich hierbei um Betrug handle, dass D.________ die Hündin «F.________» nicht 
bezahlt habe und den geschützten Namen der Gesuchstellerin missbrauche sowie 
Urheberrechtsverletzungen begehe. Aktenkundig ist weiter, dass der Gesuchsgeg-
ner 1 die Anträge der Gesuchstellerin auf Einvernahme diverser Personen mit der 

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Begründung abwies, dass diese nicht darlege und es auch nicht ersichtlich sei, in-
wiefern die beantragten Zeugen konkrete und auf eigene Wahrnehmungen gestütz-
te Aussagen zu den im vorliegenden Verfahren einzig Gegenstand bildenden Vor-
würfen gemäss Strafbefehl machen könnten. Die aufgerufenen Zeugen sollten, so-
weit verständlich, einerseits bezeugen können, dass «G.________» (Anmerkung 
der Kammer: mutmassliche Mutter von «F.________») genkrank gewesen sei und 
deshalb «mit dem Hund» nicht gezüchtet werden dürfe. Andererseits sollten sich 
diese zu offenbar in einem Video behaupteten Schlägen der Gesuchstellerin ge-
genüber «F.________» äussern können. Beides sei allerding nicht Gegenstand 
des vorliegend gegen die Gesuchstellerin geführten Strafverfahrens (amtliche Ak-
ten pag. 78 und 88). 

2.2 Dem Schreiben der Gesuchstellerin vom 14. August 2023 kann, soweit für die Be-
urteilung des Ausstandsgesuchs relevant, was folgt entnommen werden: 

Eins im voraus zu Ihrem Verhalten gegenüber mir sage ich ihnen gleich Korruption Voreingenommen 
Befangenheit und Amtsmissbrauch Ihrer seits ist dann auch Strafbar das dürfen Sie vom Gesetz her 
nicht daher verlange ich ein neutralen Gerichtshof und das ist da ich bis ende diesem Monat Ausge-
wandert bin der zuständige Europäische Gerichtshof in der Sache. 

Sie haben kein Recht meine Anzeige gegen Frau D.________ ab zu Lehnen und Zeugen ab zu Leh-
nen. Die Beweise meiner seits sind Wasserdicht und offensichtlich.

[…]

Ich werde seit 2018 von dieser Frau Gestalkt Konkuriert gemeldet bei Vetamt und ich seie Ilegaler 
Hundehändler mit welchem Rechtl!!? Wo haben Sie so ein Beweis für diese Behauptung!!!? Also ist 
das üble Nachrede und wurde in H.________ (Ort) von dem CHeff der Polizei mir vorgeworfen. Also 
ist die Schweiz bereits Korrupt und das die Polizei und Sie damit ebenfals. Ich werde Strafrechtliche 
schritte gegen die Schweiz von Deutschland aus Europäischer Gerichtshoff einleiten. Vor Gesetz gilt 
jeder gleich zu behandeln.
Frau D.________ hat bei Frau I.________ üble Nachrede gegenüber mir und Frau J.________ ge-
macht. Mein Zuchtname ist E.________ also hat Sie mein name damit erwähnt. Frau J.________ ist 
die wo in K.________ (Ort) Hunde hat angeblich im Keller. Also es reicht die Aufnahme von Zeugen 
gehört zu haben Sie zu verurteilen. Sie haben sich an die Gesetze zu halten.

[…]

Kennen Sie mich denn?!! dass Ihr verhalten Gerichtlich gesehn so einseitig beurteilt wird ?!!!Und mit 
wessem hintergrund handeln Sie Gesetzmässig so?!! Der Termin Gericht werde ich nicht selber an-
treten ich Lehne Sie Grundsätzlich ab.

[…]

2.3 Der Gesuchsgegner 1 bringt dagegen Folgendes vor: 

Mit Verfügungen vom 22.06.2023 und vom 27.07.2023 hat die Verfahrensleitung die Beweisanträge 
der Beschuldigten auf Einvernahme diverser Personen als Zeugen begründet abgewiesen. Soweit die 
Beschuldigte ihr Ausstandsgesuch mit ersterer Verfügung begründen möchte, stellt sich vorab die 
Frage nach dessen Rechtzeitigkeit. Sodann erscheint fraglich, ob im blossen Verweis auf die Abwei-
sung der Beweisanträge eine rechtsgenügliche Begründung des Ausstandsbegehrens i.S.v. Art. 58 
Abs. 1 StPO zu sehen ist.

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Jedenfalls aber ist nicht ersichtlich und wird von der Beschuldigten auch nicht dargetan, inwiefern die 
erwähnten verfahrensleitenden Entscheide im konkreten Fall den Anschein einer Befangenheit beim 
Unterzeichnenden begründen könnten.

3.

3.1 Will eine Partei den Ausstand einer in einer Strafbehörde tätigen Person verlangen, 
hat sie der Verfahrensleitung ohne Verzug ein entsprechendes Gesuch zu stellen, 
sobald sie vom Ausstandsgrund Kenntnis hat; die den Ausstand begründenden 
Tatsachen sind glaubhaft zu machen (Art. 58 Abs. 1 der Schweizerischen Strafpro-
zessordnung [StPO; SR 312.0]). Zuständig für den Entscheid ist die Beschwerde-
kammer (Art. 59 Abs. 1 Bst. b StPO). 

3.2 Wie sich aus der Formulierung von Art. 58 StPO «ohne Verzug […], sobald sie vom 
Ausstandsgrund Kenntnis hat» ergibt, kann das Recht auf Ausstand nicht ohne 
zeitliche Beschränkung geltend gemacht werden. Nach der Rechtsprechung des 
Bundesgerichts muss die gesuchstellende Person den Ausstand in den nächsten 
Tagen nach Kenntnis des Ausstandsgrunds verlangen. Andernfalls verwirkt sie 
grundsätzlich den Anspruch (vgl. BGE 143 V 66 E. 4.3 mit Hinweisen; Urteil des 
Bundesgerichts 1B_209/2022 vom 22. Dezember 2022 E. 2.1, auch zum Folgen-
den). In der Regel gilt ein sechs bis sieben Tage nach Kenntnis des Ausstands-
grunds gestelltes Gesuch noch als rechtzeitig; ein zwei- bis dreiwöchiges Zuwarten 
ist dagegen bereits verspätet (Urteile des Bundesgerichts 1B_42/2022 vom 14. Ju-
ni 2022 E. 2.1, 1B_266/2021 vom 25. August 2021 E. 2 und 1B_98/2020 vom 
26. November 2020 E. 2.2, je mit Hinweisen). Bei ganz offensichtlichem Anschein 
der Befangenheit steht die allfällige Verspätung eines Ausstandsgesuchs der 
Ausstandspflicht unter Umständen nicht entgegen (vgl. BGE 134 1 20 E. 4.3.2; Ur-
teile des Bundesgerichts 6B_321/2023 vom 16. Juni 2023 E. 4.2.2, 1B_42/2022 
vom 14. Juni 2022 E. 2.1 und 1B_240/2021 vom 8. Februar 2022 E. 3.3.1 f.; BOOG, 
in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 8 zu Art. 58 StPO).

3.3 Die Gesuchstellerin leitet die Befangenheit des Gesuchsgegners 1 hauptsächlich 
aus dem Umstand ab, dass dieser ihre Beweisänträge abgewiesen hat. Aktenkun-
dig ist die Gesuchstellerin zweimal mit Beweisanträgen an den Gesuchsgegner 1 
gelangt (Schreiben vom 17. Juni 2023 und 10. Juli 2023). Die entsprechenden Ver-
fügungen ergingen am 22. Juni 2023 und 27. Juli 2023. Bezüglich der erstgenann-
ten Verfügung wirft der Gesuchsgegner 1 zu Recht die Frage der Rechtzeitigkeit 
auf, zumal davon ausgegangen werden muss, dass die Gesuchstellerin diese vor 
resp. spätestens am 24. Juli 2023 erhalten hat, reichte sie doch am 24. Juli 2023 
ein weiteres Schreiben (datiert mit 10. Juli 2023) an den Gesuchsgegner 1 ein, in 
welchem sie auf die Verfügung vom 22. Juni 2023 Bezug nahm und erneut Be-
weisanträge stellte. Dass das Ausstandsgesuchs vom 14. August 2023 insofern 
isoliert betrachtet als verspätet qualifiziert werden könnte, ist vorliegend indes nicht 
weiter von Relevanz. Dies deshalb, weil sich der Gesuchsgegner 1 mit Verfügung 
vom 27. Juli 2023 erneut mit denselben Beweisanträgen (Einvernahme einer Frau 
J.________, einer Frau L.________ und einer Frau M.________) befassen musste 
und die Gesuchstellerin im Nachgang an die insoweit ergangene Verfügung, deren 
Zustelldatum nicht eruiert werden kann, rechtzeitig ein Ausstandsgesuch einge-

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reicht hat (Postaufgabe: 16. August 2023). Auf das im Übrigen formgerecht einge-
reichte Ausstandsgesuch betreffend den Gesuchsgegner 1 ist somit einzutreten.

4.

4.1 Art. 56 StPO zählt verschiedene Gründe auf, die zum Ausstand von in einer Straf-
behörde tätigen Personen führen. Nach Art. 56 Bst. f StPO trifft dies namentlich 
aus anderen (als den in Bst. a-e der gleichen Bestimmung genannten) Gründen zu, 
insbesondere wenn die in der Strafverfolgung tätige Person wegen Freundschaft 
oder Feindschaft mit einer Partei oder deren Rechtsbeistand befangen sein könnte. 
Art. 56 StPO konkretisiert die Verfassungsbestimmung von Art. 30 Abs. 1 der Bun-
desverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV; SR 101) sowie Art. 6 
Ziff. 1 der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 
(EMRK; SR 0.101). Danach hat jede Person Anspruch darauf, dass ihre Sache von 
einem unparteiischen, unvoreingenommenen und unbefangenen Gericht ohne 
Einwirken sachfremder Umstände entschieden wird. Die Garantie des verfas-
sungsmässigen Gerichts soll zu der für einen korrekten und fairen Prozess erfor-
derlichen Offenheit des Verfahrens im Einzelfall beitragen und damit ein gerechtes 
Urteil ermöglichen. Sie wird verletzt, wenn bei objektiver Betrachtung Gegebenhei-
ten vorliegen, die den Anschein der Befangenheit oder die Gefahr der Voreinge-
nommenheit zu begründen vermögen. Solche Umstände können entweder in ei-
nem bestimmten Verhalten der betreffenden Gerichtsperson oder in gewissen äus-
seren Gegebenheiten funktioneller und organisatorischer Natur begründet sein. Bei 
der Anwendung von Art. 56 Bst. f StPO ist entscheidendes Kriterium, ob bei objek-
tiver Betrachtungsweise der Ausgang des Verfahrens noch als offen erscheint (zum 
Ganzen: BGE 143 IV 69 E. 3.2 [in: Pra 2017 Nr. 97], 140 I 240 E. 2.2, 140 III 221 E. 
4.1 und 137 I 227 E. 2.1; Urteile des Bundesgerichts 1B_209/2022 vom 22. De-
zember 2022 E. 3.1 und 1B_119/2018 vom 29. Mai 2018 E. 6.5.1; je mit Hinwei-
sen). Ob der Anschein von Befangenheit vorliegt, beurteilt sich ohne Rücksicht auf 
das subjektive Empfinden der Verfahrenspartei (vgl. BOOG, a.a.O., N. 8 und 10 zu 
Vor Art. 56-60 StPO). 

4.2 Die Gesuchstellerin legt in ihrem Gesuch keine Gründe oder Umstände dar, welche 
eine Befangenheit des Gesuchsgegners 1 zu begründen vermögen. Abgesehen 
davon, dass sich allfällige Verfahrensfehler grundsätzlich nicht als Begründung für 
eine Verletzung der Garantie des verfassungsmässigen Richters heranziehen las-
sen (es sei denn, es handle sich um besonders schwere oder wiederholte Fehler, 
die schwere Pflichtverletzungen bilden, was vorliegend ohnehin nicht der Fall ist; 
vgl. 143 IV 69 E. 3.2 [in: Pra 2017 Nr. 97]), ist das Vorgehen des Gesuchsgegners 
1 nicht zu beanstanden. So ist er befugt, im Vorfeld einer Hauptverhandlung über 
Beweisanträge zu befinden und solche auch abzulehnen (Art. 331 Abs. 3 StPO). 
Die Verfahrensleitung hat für die Würdigung des Anklagesachverhalts massgeben-
de und erlaubte Beweismittel zuzulassen (ACHERMANN, in: Basler Kommentar, 
Schweizerische Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 8 zu Art. 331 StPO). Abge-
lehnt werden dürfen Beweise, die Tatsachen betreffen, die unerheblich, offenkun-
dig, der Strafbehörde bekannt oder bereits rechtsgenügend erwiesen sind, mit an-
deren Worten solche Beweise, die nicht geeignet sind, das Urteil zu beeinflussen 
(Art. 331 Abs. 3 i.V.m Art. 139 Abs. 2 StPO). Soweit ersichtlich können die bean-

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tragten Zeugen lediglich zu anderen als dem der Anklage zugrundeliegenden 
Sachverhalt (der sich auf mutmasslich ehrverletzende Äusserungen auf einer Ho-
mepage beschränkt) Auskunft geben. Dass der Gesuchsgegner 1 die beantragten 
Zeugeneinvernahmen als unerheblich einstufte, ist daher nachvollziehbar. Es steht 
der Gesuchstellerin offen, die Anträge anlässlich der Hauptverhandlung erneut vor-
zubringen (Art. 331 Abs. 3 StPO). Ein Ausstandsgrund resp. ein Anschein von Be-
fangenheit liegt indes nicht vor. Soweit sie den Gesuchsteller allenfalls deshalb als 
befangen bezeichnet, weil er Anzeigen von ihr nicht behandelt haben soll, ist ihr 
entgegenzuhalten, dass das Regionalgericht nicht zur Entgegennahme und Be-
handlung von Strafanzeigen zuständig ist. Weitere angebliche «Fehler» werden 
dem Gesuchsgegner 1 nicht vorgeworfen und können auch nicht ausgemacht wer-
den. Auch die örtliche Zuständigkeit ist nicht zu beanstanden und zwar unabhängig 
eines allfälligen Wegzugs der Gesuchstellerin. Somit entbehrt auch ein allenfalls 
insoweit begründeter Vorwurf des Amtsmissbrauchs jeglicher Grundlage.

5.

5.1 Unklar ist, ob die Gesuchstellerin mit ihrer Eingabe vom 16. August 2023 auch den 
Ausstand von Staatsanwältin C.________ verlangt, zumal sie einerseits die mut-
masslichen Ausstandsgründe, konkret die angeblich zu Unrecht erfolgten Ableh-
nungen von Beweisanträgen und Anzeigen, soweit aktenkundig bisher lediglich ge-
genüber dem Gesuchsgegner 1 vorgebracht hat und andererseits die Beurteilung 
durch einen «neutralen Gerichtshof» verlangt. Soweit die Eingabe der Gesuchstel-
lerin auch als Ausstandsgesuch gegen Staatsanwältin C.________ (nachfolgend: 
Gesuchsgegnerin 2) entgegenzunehmen ist, ist in aller Kürze festzuhalten was 
folgt: 

Mittlerweile ist das hier interessierende Verfahren, welches einzig den Vorwurf der 
üblen Nachrede in Bezug auf mutmasslich ehrverletzende Äusserungen auf der 
Homepage der Gesuchstellerin zum Gegenstand hat, beim Regionalgericht hängig. 
Die Gesuchsgegnerin 2 hat insoweit nicht mehr die Verfahrensleitung inne. Ihr 
kommt somit keine Entscheidbefugnis mehr zu, sondern lediglich die Rolle als An-
klagevertreterin und damit die Rolle einer Partei vor dem Regionalgericht (Art. 104 
Abs. 1 Bst. c StPO). Definitionsgemäss ist sie in diesem Stadium nicht mehr zur 
Unparteilichkeit gehalten und es obliegt ihr einzig, die Anklage zu vertreten (Art. 16 
Abs. 2 in fine StPO). In diesem Rahmen verleihen weder Art. 29 und 30 BV noch 
Art. 6 Ziff. 1 EMRK der beschuldigten Person einen besonderen Schutz, um sich 
gegen die Haltung des/der die Anklagebehörde vertretenden Staatsan-
walts/Staatsanwältin und dessen resp. deren während der Hauptverhandlung dar-
gelegten Überzeugungen zu beschweren (BGE 138 IV 142 E. 2.2.2). Abgesehen 
davon, hat sich die Gesuchsgegnerin 2 – mit Ausnahme der Anklage – im vorlie-
genden Hauptverfahren ohnehin nicht geäussert resp. keine Beweisanträge gestellt 
(vgl. pag. 44). Dass der Gesuchsgegner 1 die Beweisanträge der Gesuchstellerin 
abgewiesen hat, stellt hinsichtlich der Gesuchsgegnerin 2 offensichtlich keinen 
Ausstandsgrund dar. Nicht relevant für das vorliegende Verfahren ist weiter der 
Einwand, wonach die Staatsanwaltschaft angeblich Anzeigen der Gesuchstellerin 
nicht behandeln würde. Der Gesuchstellerin steht es indes frei, in Verfahren, in 

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welchen die Gesuchsgegnerin 2 die Verfahrensleitung (noch) inne hat, ein allfälli-
ges Ausstandsgesuch einzureichen.

5.2 Da im hier interessierende Strafverfahren offensichtlich keine Ausstandsgründe 
gegen die Gesuchsgegnerin 2 bestehen, das Gesuch somit wegen offensichtlicher 
materieller Unbegründetheit abzuweisen ist, wurde ausnahmsweise auf die Einho-
lung einer Stellungnahme verzichtet. 

6. Die Ausstandsgesuche sind demnach abzuweisen. 

7. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten für die Behandlung der bei-
den Ausstandsgesuche (vereinigt unter der Verfahrens-Nr. BK 23 254) grundsätz-
lich der Gesuchstellerin aufzuerlegen (Art. 59 Abs. 4 StPO). Da indes unklar ist, ob 
sich die Eingabe der Gesuchstellerin vom 14. August 2023 auch gegen Staatsan-
wältin C.________ richtet, von einer Rückfrage abgesehen wurde und kaum Auf-
wand für die Beurteilung des entsprechenden Ausstandsgesuchs entstanden ist, 
werden insoweit keine separaten Verfahrenskosten festgesetzt. Die übrigen Ver-
fahrenskosten, welche für die Beurteilung des Ausstandsgesuchs gegen den Ge-
suchsgegner 1 entstanden sind, werden auf CHF 800.00 bestimmt und der Ge-
suchstellerin auferlegt. Zufolge ihres Unterliegens hat sie keinen Anspruch auf eine 
Entschädigung. 

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Die Beschwerdekammer in Strafsachen beschliesst:

1. Gestützt auf das durch das Regionalgericht Emmental-Oberaargau am 21. August 
2023 an die Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Bern 
(Eingang Beschwerdekammer: 23. August 2023) weitergeleitete Ausstandsgesuch der 
Beschuldigten/Gesuchstellerin vom 14. August 2023 (Poststempel: 16. August 2023 / 
Eingang Regionalgericht 17. August 2023) gegen Staatsanwältin C.________ wird ein 
Ausstandsverfahren eröffnet (BK 23 368).

Dieses wird mit dem Ausstandsverfahren BK 23 254 vereinigt und die Verfahren wer-
den fortan unter der Verfahrens-Nr. BK 23 254 geführt.

2. Die Ausstandsgesuche werden abgewiesen. 

3. Die Kosten des Ausstandsverfahrens gegen den Gesuchsgegner 1, bestimmt auf CHF 
800.00, werden der Gesuchstellerin auferlegt. Auf die Erhebung von Kosten im 
Ausstandsverfahren gegen die Gesuchsgegnerin 2 wird ausnahmsweise verzichtet. 

4. Es wird keine Entschädigung gesprochen. 

5. Zu eröffnen:
- der Beschuldigten/Gesuchstellerin (per Einschreiben)
- dem Gesuchsgegner 1 (per Einschreiben)
- der Gesuchsgegnerin 2 (per Einschreiben)

Mitzuteilen:
- Regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau, Staatsanwältin C.________

(EO 23 5038 – per A-Post)

Bern, 6. September 2023 Im Namen der Beschwerdekammer
in Strafsachen

Der Präsident:

Oberrichter Bähler
i.V. Oberrichter Schmid

Die Gerichtsschreiberin:

Beldi
i.V. Gerichtsschreiberin Kurt

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens werden durch die Beschwerdekammer in Strafsachen in Rechnung 
gestellt.

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Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung beim Bundesgericht, Av. du Tribunal fédéral 29, 
1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. des Bundesgerichtsgeset-
zes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entspre-
chen.