# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9f511ffd-3790-550f-a359-040cee0943e6
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-07-10
**Language:** de
**Title:** Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015
**Docket/Reference:** DB.2017.82
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_DB_2017_82_dk.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

2. Abteilung 

2 DB.2017.82 
2 ST.2017.102 

Entscheid 

10. Juli 2017 

Mitwirkend: 

Einzelrichter Christian Mäder und Gerichtsschreiber Hans Heinrich Knüsli 

A ,    

vertreten durch B, Treuhandbüro,  

In Sachen 

gegen 

Beschwerdeführerin/ 
Rekurrentin,  

1.  S c h w e i z e r i s c h e   E i d g e n o s s e n s c h a f t ,    

2.  S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Nord,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Beschwerdegegnerin,  

Rekursgegner,  

Direkte Bundessteuer 2015 sowie Staats- und Gemeindesteuern 2015 

betreffend 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 2 - 

hat sich ergeben: 

A.  A  (nachfolgend  die  Pflichtige)  ist  Eigentümerin  der  Einfamilienhaus-

Liegenschaft ……..strasse 5a in der Gemeinde C. In der Steuererklärung 2015 dekla-

rierte sie effektive Unterhaltskosten für diese Liegenschaft von insgesamt Fr. 12'195.-; 

darin inbegriffen waren Aufwendungen für das Fällen einer Föhre. Die Steuerkommis-

särin stellte sich auf den Standpunkt, dass die Entfernung des Baums im geschätzten 

Betrag von Fr. 1'000.- nicht abzugsfähig sei. Dementsprechend setzte sie das steuer-

bare Einkommen mit Veranlagungsverfügung vom 15. September 2016 auf Fr. 97'500.- 

(direkte  Bundessteuer)  und  mit  Einschätzungsentscheid  vom  gleichen  Tag  auf  

Fr. 93'300.-  (satzbestimmend  Fr. 96'200.-;  Staats-  und  Gemeindesteuern)  fest;  das 

steuerbare Vermögen belief sich auf Fr. 2'135'000.- (satzbestimmend Fr. 2'310'000.-). 

B. Im Einspracheverfahren, das sich einzig auf die Aufwendungen für das Fäl-

len  der  Föhre  bezog,  verlangte  die  Steuerkommissärin  am  3.  November  2016  einen 

detaillierten  und  belegten  Kostennachweis.  Nachdem  die  Pflichtige  am  15.  Novem-

ber 2016  eine  Rechnungskopie  der  Gärtnerei  D  eingereicht  hatte,  erliess  die  Steuer-

kommissärin  am  22.  November  2016  eine  Mahnung,  womit  sie  nach  dem  auf  die 

Baumfällung  entfallenden  Teilbetrag  der  Rechnung  fragte.  Am  30. November  2016 

reichte  die  Pflichtige  die  diesbezügliche  Rechnung  über  Fr. 1'156.15  ein.  Daraufhin 

wies das kantonale Steueramt die Einsprachen am 11. April 2017 ab. Weil der die Fäl-

lung der Föhre betreffende Anteil der Gärtnerrechnung um Fr. 156.- höher ausfiel, als 

ursprünglich  angenommen,  erhöhte  sich  das  steuerbare  Einkommen  auf  Fr.  97'700.- 

(direkte  Bundessteuer)  bzw.  Fr.  93'500.-  (satzbestimmend  Fr.  96'300.-;  Staats-  und 

Gemeindesteuern); das steuerbare Vermögen blieb unverändert. 

C.  Mit  Beschwerde  und  Rekurs  vom  25.  April  2017  liess  die  Pflichtige  dem 

Steuerrekursgericht  beantragen,  dass  der  von  ihr  für  die  Fällung  der  Schwarzföhre 

aufgewendete Betrag von Fr. 1'156.- als Liegenschaftenunterhalt anzurechnen und das 

steuerbare Einkommen dementsprechend auf Fr. 96'562.- (direkte Bundessteuer) bzw. 

Fr.  95'212.-  (Staats-  und  Gemeindesteuern)  herabzusetzen  sei.  Ausserdem  verlangte 

sie eine Parteientschädigung. 

2 DB.2017.82 
2 ST.2017.102 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 3 - 

Die  Beschwerde-/Rekursantwort  des  kantonalen  Steueramts  vom  17.  Mai 

2017 lautet auf Abweisung der Rechtsmittel. 

Auf die Erwägungen der Einspracheentscheide und die Parteivorbringen wird, 

soweit wesentlich, in den nachfolgenden Urteilsgründen zurückgekommen. 

Der Einzelrichter zieht in Erwägung: 

1.  Gemäss  Art. 25  des  Bundesgesetzes  über  die  direkte  Bundessteuer  vom 

14. Dezember 1990 (DBG) bzw. § 25 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) wer-

den zur  Ermittlung des Reineinkommens  die gesamten  steuerbaren  Einkünfte um  die 

zu  ihrer  Erzielung  notwendigen  Aufwendungen  und  die  allgemeinen  Abzüge  vermin-

dert. Dazu gehören nach Art. 32 Abs. 2 Satz 1 DBG bzw. § 30 Abs. 2 Satz 1 StG bei 

Liegenschaften  im  Privatvermögen  die  Unterhaltskosten,  die  Versicherungsprämien 

und die Kosten der Verwaltung durch Dritte. 

2.  a)  Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  sind  unter  Unterhaltskosten  Aufwen-

dungen zu verstehen, deren Ziel nicht die Schaffung neuer, sondern die Erhaltung bis-

heriger Werte ist und die in längeren oder kürzeren Zeitabständen wiederkehren (Rich-

ner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG, 3. A., 2016, Art. 32 N 37 DBG, 

und Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 30 N 36 ff. StG). Dazu gehö-

ren einerseits die Aufwendungen für den laufenden Unterhalt – wie Kosten für Ausbes-

serungsarbeiten  aller  Art  und  Ersatzanschaffungen –  sowie  die  mit  dem  Grundstück 

verbundenen  jährlich  wiederkehrenden  Abgaben.  Abzugsfähig  sind  sodann  auch  Auf-

wendungen  für  periodische  Renovationen  grösseren  Ausmasses  (Fassaden,  Dach-

renovation,  zeitbedingte  Änderung  der  Zentralheizung,  Anpassung  der  elektrischen 

Einrichtung an geänderte Vorschriften u. dgl.). Mit anderen Worten gelten als Unterhalt 

im  Sinn  von  Art. 32  Abs. 2 DBG bzw.  § 30  Abs. 2  StG  Kosten,  die der  Instandhaltung 

des Grundstücks oder seiner Instandstellung dienen, d.h. der Nachholung unterbliebe-

ner Instandhaltung (VGr, 22. April 1986 = StE 1987 B 44.13.1 Nr. 1; Richner/Frei/Kauf-

2 DB.2017.82 
2 ST.2017.102 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 4 - 

mann/Meuter,  Art. 32  N 39  ff.  DBG  und  § 30  N 40  ff.  StG),  so  dass  das  Grundstück 

weiterhin – allenfalls  "modernisiert" – seinen  bisherigen  Verwendungszweck  erfüllen 

kann. 

b)  Nicht  abzugsfähig sind  demgegenüber  Aufwendungen,  welche  zur Wertver-

mehrung  eines Grundstücks führen  (Art. 34  lit. d  DBG,  § 33  lit. d StG). Dazu gehören 

alle  Massnahmen,  welche  ein  Grundstück  in  einen  besseren  Zustand  versetzen,  d.h. 

ein Haus in den Rang eines besser ausgestatteten, wertvolleren Gebäudes aufrücken 

lassen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter,  Art. 32  N 48  DGB  bzw.  § 30  N 48b StG).  Fer-

ner sind all jene Aufwendungen nicht abzugsfähig, die sich als  Lebenshaltungskosten 

erweisen (Art. 34 lit. a DBG, § 33 lit. a StG). Dies ist der Fall, wenn sie weder dem Un-

terhalt  noch  der  Schaffung  liegenschaftlicher  Werte,  sondern  einzig  der  Befriedigung 

persönlicher Bedürfnisse und Neigungen eines Steuerpflichtigen dienen und damit Ein-

kommensverwendung  darstellen  (Peter  Locher,  Kommentar  zum  DBG,  I.  Teil,  2001, 

Art. 34  N 4).  Als  Lebenshaltungskosten  gelten  bei  selbstbewohnten  Liegenschaften 

beispielsweise  die  Farbtonänderung  einer  neuwertigen  Bemalung,  luxuriöse  Anlagen, 

Ersatz  von  Installationen  kurz  nach  deren  Investition  usw.  (Richner/Frei/Kaufmann/ 

Meuter,  Art.  32  N  78  DBG  bzw.  § 30  N 65  StG), aber  auch  die periodisch  wiederkeh-

renden  Verbrauchskosten  (inkl.  Grundgebühren)  für  Wasser,  Abwasser,  Entwässe-

rung,  Strom,  Erdgas,  Fernheizung,  Kehricht  und  Feuerschau  (BGr,  15. Juli  2005  = 

StE 2006 B 25.6 Nr. 53). 

c) Die Abgrenzung zwischen Werterhaltung und Wertvermehrung erfolgt in der 

Regel nach objektiv-technischen Kriterien (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Art. 32 N 46 

DBG und § 30 N 48 StG). Ob das Objekt zufolge der Aufwendung wirtschaftlich für den 

Berechtigten  einen  höheren Wert  aufweist  oder  nicht,  ist  somit  unerheblich  (RB  1997 

Nr. 47). Im Übrigen lassen sich bei Umbauten bestehender Gebäude wertvermehrende 

und  werterhaltende  Aufwendungen  naturgemäss  nicht  immer  scharf  auseinanderhal-

ten; sie lassen sich aus diesem  Grund nur  schätzen.  Dabei  ist  es Sache  des  Steuer-

pflichtigen,  die  notwendigen  Schätzungsgrundlagen  zu  beschaffen.  Hierzu  bedarf  es 

insbesondere  genauer  Angaben  über  die  ausgeführten  Arbeiten  sowie  den  Zustand 

und  die  Ausrüstung  des  Objekts  vor  und  nach  dem  Umbau  (RB 1997  Nr. 51;  VGr, 

22. April 1986 = StE 1987 B 44.13.1 Nr. 1). Andernfalls ist die steuerrechtliche Beurtei-

lung  der  Abzugsfähigkeit  nicht  möglich.  Folge  davon  ist,  dass  die  betreffenden  Auf-

wendungen  entweder  gänzlich  unberücksichtigt  bleiben  müssen  oder  diese  nach 

2 DB.2017.82 
2 ST.2017.102 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 5 - 

pflichtgemässem  Ermessen  im  Sinn  von  Art.  130 Abs.  2  DBG  bzw.  § 139  Abs. 2  StG 

zu schätzen sind. 

d)  Bei  Aufwendungen  für  die  Gartenpflege  ist  die  Abgrenzung  zwischen  

Unterhaltskosten,  wertvermehrenden  Aufwendungen  und  Lebenshaltungskosten  

besonders schwierig und zudem gesamtschweizerisch nicht einheitlich, weil die Kanto-

ne  auch  bei  der  Festsetzung  des  Eigenmietwerts  über  eine  gewisse  "Bewertungsfrei-

heit"  verfügen.  Entsprechend  werden  Aufwendungen  für  die  Gartenarbeit  bei  selbst 

genutzten  Liegenschaften  nicht  überall  gleich  gewürdigt  (BGr,  8. November 2012, 

2C_393/2012  +  2C_394/2012,  E.  2.3,  7.  August  2012,  2C_390/2012  +  2C_391/2012, 

E. 2.2, je mit Hinweisen auf die Lehre). 

3. a) Das kantonale Steueramt erwog in den Einspracheentscheiden, dass für 

die Beurteilung des Sachverhalts die zürcherische Praxis massgebend sei, weshalb die 

Pflichtige  aus  Weisungen  anderer  Kantone  nichts  zu  ihren  Gunsten  ableiten  könne. 

Aus der Rechnung Nr. 4117 von D, Gärtnerei und Gartenpflege, gehe hervor, dass die 

Schwarzföhre  entfernt  worden  sei,  "um  noch  stärkere  Belagsschäden  an  der  angren-

zenden  Strasse  zu  vermeiden".  Daraus  folge,  dass  die  Pflanzung  der  Föhre  an  der 

betreffenden  Stelle  als  fehlerhaft  zu  betrachten  sei.  Die  Pflichtige  habe  einen  Mangel 

beseitigt  und  den  ordnungsgemässen  Zustand  wiederhergestellt.  Unter  diesen  Um-

ständen handle es sich bei den umstrittenen Aufwendungen nicht um Unterhalts-, son-

dern um nachgeholte Anlagekosten. Auch die Tatsache, dass ohne Entfernung weitere 

Schäden  an  der  angrenzenden  Strasse  hätten  entstehen  können,  spiele  keine  Rolle, 

weil  sogenannte  "vorgezogene"  Unterhaltskosten  ebenso  wenig  abgezogen  werden 

könnten. Da die Kosten für die Baumfällung nicht, wie im Veranlagungs- und Einschät-

zungsentscheid  angenommen,  Fr.  1'000.-,  sondern  Fr.  1'156.-  betragen  hätten,  sei  in 

den Einspracheentscheiden das steuerbare Einkommen um Fr. 156.- zu erhöhen. 

b)  Zur  Begründung  von  Beschwerde  und  Rekurs  lässt  die  Pflichtige  vorbrin-

gen, aus der Gärtnerrechnung gehe hervor, dass die Föhre gefällt worden sei, um noch 

stärkere  Belagsschäden  an  der  angrenzenden  Strasse  zu  vermeiden.  Ihres  Wissens 

gehöre das Fällen von zu gross gewordenen, kranken, dürren, Schaden verursachen-

den oder alten, sturmgefährdeten Bäumen wie in anderen Kantonen zum ordentlichen, 

werterhaltenden Gartenunterhalt. Eine allfällige strengere Praxis im Kanton Zürich wä-

2 DB.2017.82 
2 ST.2017.102 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 6 - 

re  harmonisierungswidrig  und  würde  gegen  das  Gebot  der  Rechtsgleichheit  verstos-

sen. 

4. a) Wie das Bundesgericht festgehalten hat (vorne E. 2d), lässt das Bundes-

recht  den  Kantonen  nicht  nur  bei  der  Festsetzung  des  Eigenmietwerts, sondern auch 

bei  der  Anrechnung  des  mit  diesem  zusammenhängenden  anrechenbaren  Liegen-

schaftenunterhalts  einen gewissen  Spielraum.  Unter  dem  Randtitel "Gartenunterhalts-

kosten" hält das Merkblatt des kantonalen Steueramtes über die steuerliche Abzugsfä-

higkeit  von  Kosten  für  Unterhalt  und  die  Verwaltung  von  Liegenschaften  vom 

13. November 2009 (ZStB 18/821; Merkblatt) in Rz 27 fest: 

"Gewöhnliche  Gartenunterhaltskosten  sind  grundsätzlich  abzugsfähig.  Davon  ausge-
nommen  sind  die  Neuanlage  eines  Gartens  sowie  Aufwendungen,  die  den  normalen 
Gartenunterhalt übersteigen (Liebhaberei)." 

Sodann erklärt der Abgrenzungskatalog in Rz 49 unter Ziffer 5.3 "Gartenunterhalt" bei 

Einfamilienhäusern wie folgt als abzugsfähig:  

"A. Bäume, Sträucher und Pflanzen; b. Pflege / gleichwertiger Ersatz 

B.  Kosten  für  ordentlichen  Gartenunterhalt.  Normale  Rasenpflege,  Reparatur  oder 
gleichwertiger  Ersatz  des  Rasenmähers,  Baumschnitt,  Schädlingsbekämpfung,  etc. 
(keine luxuriösen Aufwendungen) …" 

Beim  genannten  Merkblatt  handelt  es  sich  um  eine  Verwaltungsverordnung,  d.h.  um 

die Dienstanweisung einer Behörde, mit der eine einheitliche, gleichmässige und sach-

gerechte  Praxis  des  Gesetzesvollzugs  sichergestellt  werden  soll.  Als  blosse  Verwal-

tungsverordnungen statuieren Kreisschreiben keine Rechte und Pflichten der Privaten 

und sind sie keine Rechtsquellen des Verwaltungsrechts (vgl. Häfelin/Müller/Uhlmann, 

Allgemeines  Verwaltungsrecht,  7. A.,  2016,  Rz 81 ff.  mit  Hinweisen).  Das  Steuerre-

kursgericht ist als Gericht bei der Auslegung des Gesetzes an diese Dienstanweisun-

gen  nicht  gebunden,  sondern  prüft  allein,  ob  die  Veranlagung  mit  dem  Steuergesetz 

übereinstimmt.  Es  berücksichtigt  Verwaltungsverordnungen  bei  seiner  Entscheidung 

allerdings,  soweit  diese  eine  dem  Einzelfall  gerecht  werdende  Auslegung  der  mass-

geblichen  Bestimmung  zulässt,  weil  es  nicht  ohne  Not  von  einer  einheitlichen  Praxis 

2 DB.2017.82 
2 ST.2017.102 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 7 - 

der  Verwaltungsbehörden  abweichen  will  (BGE 122 V 19,  mit  Hinweisen;  vgl.  auch 

BGE 132 V 200). 

b)  Die  von  der  Pflichtigen  im  Einspracheverfahren  eingereichte  Rechnung  

Nr.  4117  von  D,  Gärtnerei  und  Gartenpflege  vom  7.  November 2015  über  insgesamt 

Fr. 3'958.95 umfasst folgende Arbeiten: "Schwarzföhre stückweise fällen. Kronenpflege 

an  zwei  Schwarzföhren  und  einer  Waldföhre.  Aufräumen,  Abraum,  Astschnitt  und 

Stammholz aufladen, abführen und in der Kompostieranlage deponieren". Eine separa-

te Rechnung Nr. 4117 vom gleichen Tag über Fr. 1'156.15 bezieht sich auf das "Fällen 

einer Schwarzföhre" mit folgender Bemerkung: "Die Föhre wurde gefällt, um noch stär-

kere  Belagsschäden  an  der  anrenzenden  Strasse  zu  vermeiden."  Laut  Beschwerde-

/Rekursschrift war der Baum rund 35 Jahre alt. 

c)  aa)  Gemäss  der  erwähnten  Ziffer  5.3  des  Merkblatts  gilt  der  gleichwertige 

Ersatz eines Baums als Liegenschaftenunterhalt. Es erscheint sachgerecht, die Fällung 

eines Baums jedenfalls dann gleich zu behandeln, wenn er krank oder gar abgestorben 

ist.  Diese  Schlussfolgerung  drängt  sich  insbesondere  in  jenen  Fällen  auf,  wenn  von 

einem solchen Baum, so z.B. durch herabfallende Äste oder Übertragung einer Krank-

heit  auf  andere Bäume, Gefahren  ausgehen.  Auf  der  anderen  Seite  liegt regelmässig 

kein Unterhalt vor, wenn die Beseitigung eines Baums rein ästhetisch motiviert ist oder 

der  Bequemlichkeit  des  Eigentümers  dient.  Verschafft  die  Rodung  eines  Baum-  oder 

Buschbestands eine Verbesserung der Aussicht, so könnte in einer solchen Massnah-

me gar eine Wertvermehrung erblickt werden. 

bb)  Nach  der  seitens  des  kantonalen  Steueramts  unwidersprochenen  und 

plausiblen  Darstellung  der  Pflichtigen  hat  die  Schwarzföhre  –  wohl  mit  ihrem Wurzel-

werk  –  an  der  an  das  Hausgrundstück  angrenzenden  ……..strasse  Belagsschäden 

verursacht.  Es  kann  dahingestellt  bleiben,  ob  sich  die  Gemeinde  C  als  Eigentümerin 

der Strasse mit der sogenannten Eigentumsfreiheitsklage oder wegen Überschreitung 

des Grundeigentums durch die Pflichtige zur Wehr setzen könnte. Laut Art. 641 Abs. 2 

des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs vom 10. Dezember 1907 (ZGB) hat der Eigen-

tümer das Recht, jede ungerechtfertigte Einwirkung auf seine Sache abzuwehren. Auf-

grund der nachbarrechtlichen Bestimmung von Art. 684 Abs. 1 ZGB ist jedermann ver-

pflichtet,  bei  der  Ausübung  seines  Eigentums,  wie  namentlich  beim  Betrieb  eines 

Gewerbes auf seinem Grundstück, sich aller übermässigen Einwirkung auf das Eigen-

2 DB.2017.82 
2 ST.2017.102 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 8 - 

tum der Nachbarn zu enthalten. Sodann enthält die (zürcherische) Strassenabstands-

verordnung vom 19. April 1978 (StrAV) in §§ 14 ff. verschiedene Vorschriften für Pflan-

zen. Aus dem Sinn und Zweck der Verordnung, die Verkehrssicherheit zu gewährleis-

ten,  ergibt  sich,  dass  diese  auch  nicht  durch  Wurzelwerk  beeinträchtigt  werden  darf, 

welches  zu  Schäden  am  Strassenbelag  führt.  Im  Übrigen  wäre  die  Baubehörde  auf-

grund  von  §  358  des  Planungs-  und  Baugesetzes  vom  7.  September  1975  ebenfalls 

verpflichtet, gegen eine drohende oder schon eingetretene Beschädigung der Strasse 

einzuschreiten. 

Dient  eine  Massnahme  der  Beseitigung  eines  rechtswidrigen  Zustands,  so 

qualifiziert sich diese nach der Praxis des Steuerrekursgerichts als Unterhalt (StRK III, 

12.  Dezember  2000  =  StE  2001  B  25.6 Nr.  46). Dies gilt  auch für  die  streitbetroffene 

Fällung der Schwarzföhre. Es kann offenbleiben, ob gleich zu entscheiden wäre, wenn 

der Grundeigentümer die erforderliche Massnahme fahrlässig verschuldet hätte. Abge-

sehen  davon,  dass  das  kantonale  Steueramt  seinen  Einwand,  der  Baum  sei  "am  fal-

schen Ort" gepflanzt worden, nicht näher begründet, erscheint dieser Vorwurf in Anbe-

tracht  des  erwähnten  Alters  der  Schwarzföhre  nicht  stichhaltig.  Anzumerken  bleibt, 

dass Unterhaltsmassnahmen an einer Liegenschaft regelmässig auch dann als solche 

anerkannt werden, wenn sie wegen einer minder sorgfältigen Gebäudenutzung vorzei-

tig anfallen. 

d)  Aufgrund  dieser  Erwägungen  steht  der  Pflichtigen  der  für  die  Fällung  

der  Schwarzföhre  aufgewendete  Betrag  von  Fr. 1'156.-  als  Liegenschaftenunterhalt  

zu.  Beschwerde  und  Rekurs  sind  daher  gutzuheissen.  Dies  führt  bei  der  direkten  

Bundessteuer  2015  zu  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  96'500.-  sowie  bei  

den  Staats-  und  Gemeindesteuern  2015  zu  einem  solchen  von  Fr.  92'300.-  (satzbe-

stimmend  Fr. 95'200.-).  Das  steuerbare  Vermögen  gemäss  Einspracheentscheid  von  

Fr. 2'135'000.- (satzbestimmend Fr. 2'310'000.-) ist unbestritten geblieben. 

5.  Bei  diesem  Prozessausgang sind  die Gerichtskosten  der  Beschwerdegeg-

nerin/dem  Rekursgegner  aufzuerlegen  (Art.  144  Abs.  1  DBG  und  §  151 Abs.  1  StG). 

Ferner  ist  den  Pflichtigen  für  das  Beschwerde-  und  Rekursverfahren  eine  Parteient-

schädigung zuzusprechen (Art. 144 Abs. 4 DBG i.V.m. Art. 64 Abs. 1 - 3 des Bundes-

gesetzes  über  das  Verwaltungsverfahren  vom  20.  Dezember  1968  und  § 152  StG 

2 DB.2017.82 
2 ST.2017.102 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
- 9 - 

i.V.m. § 17 Abs. 2 des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/6. Septem-

ber  1987).  In  Anbetracht  des klaren  Sachverhalts  und des geringen  Streitwerts  recht-

fertigt  sich  für  das  Beschwerdeverfahren  eine  Vergütung  von  (insgesamt)  Fr.  400.- 

(Mehrwertsteuer inbegriffen). 

Demgemäss erkennt der Einzelrichter: 

1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Die  Beschwerdeführerin  wird  für  die  direkte 

Bundessteuer  2015,  Steuerperiode  2015,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von 

Fr. 96'500.- veranlagt (Tarif gemäss Art. 36 Abs. 1 DBG; Grundtarif). 

2.  Der Rekurs wird gutgeheissen. Die Rekurrentin wird für die Staats- und Gemeinde-

steuern,  Steuerperiode 2015,  mit  einem  steuerbaren  Einkommen  von  Fr.  92'200.- 

(satzbestimmend  Fr. 95'200.-)  und  einem 

steuerbaren  Vermögen 

von  

Fr.  2'135'000.-  (satzbestimmend  Fr.  2'310'000.-)  eingeschätzt  (Tarif  gemäss  §  35 

Abs. 1 bzw. § 47 Abs. 1 StG; Grundtarif). 

[…] 

2 DB.2017.82 
2 ST.2017.102