# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a7aef4f7-55ce-5d37-98ab-80f196f67fc6
**Source:** Bundesgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-10-12
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 12.10.2017 SK.2016.3
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG/CH_BSTG_001_SK-2016-3_2017-10-12.pdf

## Full Text

Urteil vom 12. Oktober 2017 
Strafkammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Emanuel Hochstrasser, Einzelrichter 

Gerichtsschreiberin Anne Kathrin Herzog  

Parteien  BUNDESANWALTSCHAFT, vertreten durch Marco Ab-

bühl, Stv. Leiter Rechtsdienst,  

 

und 

 

EIDGENÖSSISCHES FINANZDEPARTEMENT, Gene-

ralsekretariat EFD, vertreten durch Fritz Ammann, Leiter 

Strafrechtsdienst EFD,  

 

 

gegen 

  

1. A., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Lukas 

Blättler,  

 

2. B., erbeten verteidigt durch Rechtsanwalt Christoph 

Hohler,  

 

3. C., amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Gian Moeri,  

 

Gegenstand 

 

Unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen, Ge-

hilfenschaft zur unbefugten Entgegennahme von Publi-

kumseinlagen 

B u n d e s s t r a f g e r i c h t  

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

Geschäftsnummer: SK.2016.3 

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Anträge der Bundesanwaltschaft: 

Die Bundesanwaltschaft stellt keine eigenen Anträge. 

Anträge der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFD): 

1. A. sei 

a) schuldig zu sprechen der unbefugten Entgegennahme von Publikumseinlagen ge-

mäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG , begangen vom 14. August 2007 bis zum 23. Feb-

ruar 2009; und 

b) zu verurteilen: 

 zu einer Geldstrafe von 32 Tagessätzen à CHF 70.--, bedingt erlassen auf 

eine Probezeit von zwei Jahren; 

 zu einer Busse von CHF 560.--; sowie 

 zur Bezahlung der Verfahrenskosten, inkl. der Kosten des Vorverfahrens des 

EFD in Höhe von CHF 3'000.--. 

2. B. sei 

a) schuldig zu sprechen der Gehilfenschaft zur unbefugten Entgegennahme von 

PubIikumseinlagen gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG in Verbindung mit 

Art. 25 StGB sowie Art. 2 und 5 VStrR, begangen vom 13. Juli 2007 bis zum 

23. Februar 2009; und 

b) zu verurteilen: 

 zu einer Geldstrafe von 32 Tagessätzen à CHF 680.--, bedingt erlassen auf 

eine Probezeit von zwei Jahren; 

 zu einer Busse von CHF 5'440.--; 

 zur Bezahlung einer staatlichen Ersatzforderung in Höhe von CHF 11'825.--; 

 zur Bezahlung der Verfahrenskosten, inkl. der Kosten des Vorverfahrens des 

EFD in Höhe von CHF 3'000.--. 

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3. C. sei 

a) schuldig zu sprechen der Gehilfenschaft zur unbefugten Entgegennahme von Pub-

likumseinlagen gemäss aArt. 46 Abs. 1 lit. f BankG in Verbindung mit Art. 25 StGB 

sowie Art. 2 und 5 VStrR, begangen vom 29. Juni 2007 bis zum 9. Dezember 2008; 

und 

b) zu verurteilen: 

 zu einer Geldstrafe von 52 Tagessätzen à CHF 80.--, bedingt erlassen auf 

eine Probezeit von zwei Jahren; 

 zu einer Busse von CHF 1‘040.--; 

 zur Bezahlung der Verfahrenskosten, inkl. der Kosten des Vorverfahrens des 

EFD in Höhe von insgesamt CHF 10‘383.20. 

Anträge der Verteidigung von A.: 

Hauptantrag:  

Es sei das Verfahren gegen die Beschuldigte A. einzustellen. 

 

Eventualantrag:  

Es sei das Verfahren gegen die Beschuldigte für die Tatvorwürfe bis zum 17. November 

2008 einzustellen; Im Übrigen sei sie von Schuld und Strafe freizusprechen. 

 

Subeventualantrag:  

Es sei die Beschuldigte von Schuld und Strafe freizusprechen. 

 

In jedem Fall seien die Kosten nicht der Beschuldigten aufzuerlegen und sei 

sie nach Ermessen zu entschädigen. 

Anträge der Verteidigung von B.: 

1. Hauptantrag  

Das Verfahren sei einzustellen. 

2. Eventualantrag  

Das Verfahren sei bezüglich der Vorwürfe bis 17. November 2008 einzustellen. 

Im Übrigen sei B. freizusprechen. 

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3. Subeventualantrag  

B. sei voIIumfängIich freizusprechen. 

3. a  Der Antrag des EFD auf eine Ersatzforderung sei abzuweisen. 

4. Kostenfolgen 

AIIes unter Übernahme der Verfahrenskosten auf die Bundeskasse und Zuspre-

chung einer angemessenen Entschädigung an B.. 

Anträge der Verteidigung von C.: 

1. Das gegen den Beschuldigten geführte Verfahren sei einzustellen; 

2. Eventualiter sei der Beschuldigte freizusprechen; 

3. Subeventualiter sei der Beschuldigte im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen 

und mit einer Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu CHF 10.-- zu bestrafen, unter 

Gewährung des bedingten Strafvollzugs und einer Probezeit von 2 Jahren; 

4. Die Kosten des Verfahrens seien dem Bund aufzuerlegen. 

 

 

  

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Prozessgeschichte: 

A. Mit Schreiben vom 2. November 2009 erstattete die Eidgenössische Finanz-

marktaufsicht (nachfolgend: FINMA) beim Eidgenössischen Finanzdepartement 

(nachfolgend: EFD) Strafanzeige wegen des Verdachts auf Widerhandlung ge-

gen Art. 46 und Art. 49 des Bundesgesetzes über die Banken und Sparkassen 

vom 8. November 1934 (Bankengesetz, BankG; SR 952.0) sowie gegen Art. 44 

des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht vom 22. Juni 

2007 (Finanzmarktaufsichtsgesetz, FINMAG; SR 956.1) gegen die Verantwortli-

chen der D. GmbH (Akten EFD [Verfahrens-Nr. 442.1-025]. pag. 010 1 ff.). Ge-

stützt auf die Anzeige der FINMA eröffnete das EFD am 9. November 2009 ge-

gen die verantwortlich handelnden Personen der D. GmbH (in Liquidation) ein 

Verwaltungsstrafverfahren wegen Verdachts auf Widerhandlung gegen Art. 46 

BankG in seiner bis zum 31. Dezember 2008 in Kraft stehenden Fassung (EFD 

pag. 040 1). 

B. Mit internationalem Rechtshilfeersuchen vom 19. April 2010 ersuchte das EFD 

die Staatsanwaltschaft Hildesheim (Deutschland) um Akteneinsicht in einem 

Strafverfahren gegen A. wegen Kapitalbetruges im Zusammenhang mit der D. 

GmbH (EFD pag. 031 1 f.). Diese beschied dem EFD mit Schreiben vom 7. Juni 

2010, dass das Verfahren gegen A. eingestellt worden sei (EFD pag. 031 4).  

C. Mit Verfügung vom 17. September 2012 wurde die Untersuchung auf Widerhand-

lungen gegen Art. 46 BankG in seiner ab dem 1. Januar 2009 geltenden Fassung 

ausgedehnt (EFD pag. 040 2). Am 23. August 2013 wurde das Verwaltungsstraf-

verfahren auch formell auf C., A. und B. ausgedehnt (EFD pag. 040 3).  

D. Mit Mitteilungen vom 7. Januar 2014 gab der untersuchende Beamte den Be-

schuldigten die Eröffnung der Untersuchung bekannt und setzte ihnen Frist zur 

Stellungnahme (EFD pag. 021 1; 022 1; 023 1). C. liess sich am 10. Februar 2014 

telefonisch vernehmen und wies jegliche strafrechtliche Verantwortung von sich 

(EFD pag. 021 5). Mit Eingaben vom 30. April 2014 und vom 22. Oktober 2014 

liessen sich B. (EFD pag. 023 17 f.) und A. (EFD pag. 022 50 ff.) vernehmen. 

Beide beantragten die Einstellung des Verfahrens; B. machte geltend, dem An-

waltsgeheimnis unterstellt zu sein. 

E. Am 16. Januar 2015 eröffnete das EFD den Beschuldigten das Schlussprotokoll 

der verwaltungsstrafrechtlichen Untersuchung und setzte ihnen Frist zur Stel-

lungnahme (EFD pag. 080 1 ff.; 082 1 f.; 083 1 f.; 084 1 f.). Die Beschuldigten 

bestritten die Vorwürfe und beantragten die Einstellung des Verfahrens bzw. 

stellten eventualiter Beweisanträge (EFD pag. 082 12 ff.; 083 18 ff.; 084 29 ff.). 

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Mit Beschluss vom 13. Juli 2015 wies der untersuchende Beamte die Anträge auf 

Ergänzung der Untersuchung ab (EFD pag. 040 4 ff.). 

F. Am 12. August 2015 erliess das EFD Strafbescheide gegen die Beschuldigten. 

Es erkannte A. (EFD pag. 091 1 ff.) und C. (EFD pag. 092 1 ff.) der unerlaubten 

Entgegennahme von Publikumseinlagen gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG und 

B. (EFD pag. 093 1 ff.) der Gehilfenschaft hierzu schuldig. Die Beschuldigten 

wurden zur Bezahlung bedingt erlassener Geldstrafen von 32 Tagessätzen à 

CHF 70.-- (A.), 56 Tagessätzen à CHF 80.-- (C.) und 32 Tagessätzen à 

CHF 650.-- (B.) sowie zu Bussen in Höhe von CHF 560.-- (A.), CHF 1‘120.-- (C.) 

und CHF 5‘200.-- (B.) verurteilt. Ausserdem wurden den Beschuldigten die Ver-

fahrenskosten auferlegt. Gegen die Strafbescheide erhoben diese jeweils be-

gründet Einsprache und beantragten die Einstellung des Verfahrens (EFD 

pag. 091 010 ff.; 092 12 ff.; 093 14 ff.). 

G. Mit Datum vom 17. November 2015 erliess das EFD gegen alle Beschuldigten 

Strafverfügungen (TPF pag. 10-100-1 ff.). Die Strafbescheide gegen A. und B. 

bestätigte es. C. wurde in Abänderung seines Strafbescheides der Gehilfen-

schaft zur unerlaubten Entgegennahme von Publikumseinlagen gemäss aArt. 46 

Abs. 1 lit. f BankG schuldig erkannt und zu einer bedingt erlassenen Geldstrafe 

von 52 Tagessätzen à CHF 80.-- und einer Busse von CHF 1’040.-- verurteilt. 

Die Auferlegung der Verfahrenskosten wurde bestätigt. Hierauf verlangten die 

Beschuldigten die gerichtliche Beurteilung (TPF pag. 10-100-5 ff.).  

H. Mit Schreiben vom 9. Dezember 2015 überwies das EFD die Sache in Anwen-

dung von Art. 50 Abs. 2 FINMAG an die Bundesanwaltschaft zuhanden des Bun-

desstrafgerichts (TPF pag. 10-100-3). Am 21. Januar 2016 ging das Dossier 

beim Bundesstrafgericht (Einzelrichter) ein (TPF pag. 10-100-1). 

I. Mit Schreiben vom 27. Januar 2016 lud der Einzelrichter die Parteien dazu ein, 

Beweisanträge zu stellen und zu begründen (TPF pag. 10-300-1), mit Schreiben 

vom 15. März 2016 forderte er sie zudem auf, zur Frage der Verjährung Stellung 

zu beziehen (TPF pag. 10-280-1). Die Beschuldigten beantragten in der Haupt-

sache die Einstellung des Verfahrens (TPF pag. 10-521-8; 10-522-19 ff.; 10-523-

6), das EFD sinngemäss dessen Fortführung (TPF pag. 10-511-2 f.). B. bean-

tragte zudem, dass das Verfahren bis zum Vorliegen des Entscheides der An-

waltskammer des Kantons Solothurn (nachfolgend: Anwaltskammer SO) über 

die Entbindung vom Anwalts- und Notariatsgeheimnis sistiert werde (TPF 

pag. 10-522-3). 

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J. Mit Amtshilfeersuchen vom 4. April 2016 ersuchte der Einzelrichter die Anwalts-

kammer SO um Zustellung ihres Entscheides über die Entbindung von B. vom 

Anwalts- und Notariatsgeheimnis und um Bestätigung der Rechtskraft (TPF 

pag. 10-361-1 f.). Gleichentags sistierte der Einzelrichter das Verfahren.  

K. Mit Beschluss vom 12. Mai 2016 und Verfügung vom 23. Mai 2016 entband die 

Anwaltskammer SO B. gegenüber seinen Mitbeschuldigten sowie gegenüber E. 

vom Berufsgeheimnis als Notar und Anwalt (TPF pag. 10-661-2 f.). Der Ent-

scheid wurde gemäss Auskunft vom 24. Februar 2017 der Anwaltskammer SO 

rechtskräftig (TPF pag. 10-361-5). 

L. Mit prozessleitender Verfügung vom 21. März 2017 wurde die Sistierung des 

Verfahrens aufgehoben sowie der Beweisantrag auf Einvernahme von E. abge-

wiesen, hingegen wurde der Beweisantrag auf Einvernahme der Zeuginnen F. 

und G. gutgeheissen. 

M. Im Rahmen der Prozessvorbereitung holte der Einzelrichter die erforderlichen 

Beweismittel zu den persönlichen und finanziellen Verhältnissen der Beschuldig-

ten ein (TPF pag. 10-221-1 ff.). Zudem erfolgte ein Aktenbeizug bei B. (TPF pag. 

10-522-23 ff.;…-45 ff.). 

N. Am 24. Mai 2017 fand die Hauptverhandlung am Sitz des Gerichts statt. Die Bun-

desanwaltschaft war nicht vertreten, A. und C. wurden vorgängig von der Anwe-

senheitspflicht entbunden. Im Rahmen der Behandlung der Vorfragen wurden 

die durch das EFD gegen die drei Beschuldigten vom EFD getrennt geführten 

Verfahren vereinigt (TPF pag. 10-920-4). 

 

 

  

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Sachverhalt: 

A. B. ist in Z./SO als Rechtsanwalt und Notar tätig. Die Verantwortlichen der D. GmbH 

– es handelt sich insbesondere um H. und E. - wurden diesem durch I., Betriebs-

wirtschafter und Wirtschaftsprüfer aus Köln, als Kunden für eine Gesellschafts-

gründung zugewiesen (EFD pag. 084 33). B. ging anlässlich der Gründung der 

D. GmbH und in den Folgemonaten davon aus, dass die Gesellschaft mit Anteilen 

an anderen ausländischen Gesellschaften handeln sollte (EFD pag. 084 32), wo-

bei Investoren Stammanteile – also im Handelsregister eingetragene Beteiligun-

gen – der D. GmbH erwerben sollten (EFD pag. 084 32). Die Tätigkeit der D. GmbH 

hätte also einerseits darin bestehen sollen, Investoren zu suchen und diesen 

Stammanteile zu verkaufen, bzw. für diese zu emittieren, und andererseits mit den 

dadurch erhaltenen Geldern in den Golfstaaten des mittleren Ostens über lokale 

Betriebsgesellschaften Elektronikfachmärkte im Stil von Media Markt aufzubauen 

und zu betreiben. 

B. Am 30. November 2006 wurde die D. GmbH mit Sitz in Y./SZ gegründet. Bei dieser 

Gründung amtete B. als Notar, und er setzte seine in seinem Büro in Z./SO tätigen 

Sekretärinnen bzw. Lehrtöchter F. und G. als Gesellschafterinnen und Geschäfts-

führerinnen ein. Als Zweck der Gesellschaft gab B. dem Handelsregisteramt die 

„Dauernde Verwaltung von Beteiligungen“ an (Akten FINMA [Verfahrens-Nr. 

1009380]) pag. B 152). Die D. GmbH war damit als steuerprivilegierte Sitzgesell-

schaft konstituiert. 

C. Am 28./29. Dezember 2006 wurde durch die D. GmbH bei der Bank J. ein Bank-

konto eröffnet. Seitens der D. GmbH unterzeichnete F. die Kontoeröffnungsformu-

lare (FINMA pag. B 154). Als an den Vermögenswerten wirtschaftlich Berechtigter 

wurde H. angegeben (FINMA pag. B 148 ff.). Am 2. Februar 2007 wurde für alle 

Konten der D. GmbH das Internet-Banking eingerichtet, mit der Identifikationsnum-

mer 1; auch diese Bankformulare wurden durch F. unterzeichnet. (FINMA pag. 

B 145 ff.). 

D. Auf dem Konto der D. GmbH bei der Bank J. wurden in der Folge Zahlungen ab-

gewickelt, und zwar auf drei Unterkonten: ein Sparkonto (CHF), auf welches das 

Stammkapital nach der Gründung überwiesen wurde, ein Neu-Unternehmerkonto 

(CHF) und ein FW-Konto (EUR). Die erste Zahlung erfolgte am 17. Januar 2007 

auf das Sparkonto, ab dem 26. März 2007 begann der Zahlungsverkehr auf dem 

FW–Konto, über welches schlussendlich der weitaus grösste Teil der Zahlungen 

abgewickelt wurde, und ab dem 27. Juni 2007 begann der Zahlungsverkehr auch 

auf dem Neu-Unternehmerkonto. Nach den Zahlungseingängen erfolgten meist 

sehr kurzfristig Belastungen in nahezu identischer Höhe, teilweise tragen Gut-

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schrift und Belastung das gleiche Datum. Der weitaus überwiegende Teil der Zah-

lungen erfolgte grenzüberschreitend, und zwar in beiden Richtungen (FINMA pag. 

B 1-135). 

E. Allgemein kann festgestellt werden, dass die Gutschriften auf dem Konto der 

D. GmbH grossmehrheitlich aus Zahlungen von Kunden bzw. Investoren stamm-

ten: die erste solche Zahlung war diejenige von K. im Betrag von EUR 1‘990.-- am 

26. März 2007 (FINMA pag. B 122). In der Folge wurden auf dem Konto, bzw. auf 

den beiden Unterkonten Neu-Unternehmerkonto und FW-Konto von 20 Investoren 

Beträge einbezahlt; mehrere der Investoren nahmen wiederholt Einzahlungen vor. 

Die letzte Investoreneinzahlung auf dem Konto erfolgte am 5. Februar 2009 durch 

L. im Betrag von EUR 5‘000.-- (EFD 033 17). Von einem weiteren Investor konnte 

auf dem Konto der D. GmbH keine Zahlung festgestellt werden, es liegt aber ein 

Darlehensvertrag vor, in welchem sich der Investor verpflichtet, ein Darlehen von 

CHF 10‘000.-- zu gewähren (FINMA pag. C 33 f.).  

F. Die auf dem Konto vorgenommenen Belastungen lauteten zugunsten verschiede-

ner Empfänger; häufigste Empfänger waren die M. GmbH in Deutschland (auf 

einem Konto bei der Bank N., Düsseldorf), welche E. zuzurechnen ist, und die 

C. S.L. bzw. die Firma C. (auf Konten bei der Bank O., Madrid, und bei der Bank P., 

Madrid), welche C. zuzurechnen sind. E. erhielt dadurch gesamthaft 

EUR 251‘461.76 und CHF 11‘998.30, C. gesamthaft EUR 586‘213.70 und 

CHF 15‘479.85 (FINMA pag. B 1-135). Was mit den Geldern daraufhin geschehen 

ist, konnte die Anklagebehörde nicht eruieren. C. gab an, er habe die Gelder je-

weils an E. auf dessen Durchreise nach Marokko ausgehändigt, wovon die Ankla-

gebehörde in dubio pro reo ausgeht (TPF pag. 10-100-50; EFD 021 5).  

G. Am 21. Dezember 2006 waren die Websites der D. GmbH aktiv und im Internet 

abrufbar (EFD pag. 061 475). Am 22. Dezember 2006 stellte SWITCH an D. GmbH 

für die beiden Domain-Namen für die Periode 1. Januar 2007 bis 31. Dezember 

2007 Rechnung (EFD pag. 061 471). Auf der einen Website der D. GmbH wurde 

auf über 30 Seiten mit einer Beschreibung der D. GmbH und ihrer Tätigkeit gewor-

ben, und es wurden Investoren aufgefordert, mit D. GmbH Kontakt aufzunehmen 

(pag. 061 409). Als Geschäftsführer wurde auf der Website vorerst „Kaufmann H.“ 

bezeichnet (EFD pag. 061 424), später erschien dann „A.“ als Geschäftsführer 

(FINMA pag. A 8; C 103). Eine „Rechtsanwaltskanzlei Q.“ wurde jeweils als Mittel-

verwendungskontrolle angegeben. Die andere Website der D. GmbH war bis min-

destens 19. Mai 2009 aufgeschaltet und aktiv (FINMA pag. C 103). Die sofortige 

Löschung der beiden Domain-Namen wurde am 7. Juli 2009 bestätigt (FINMA 

pag. A 97). 

H. Mit Datum vom 9. Februar 2007 wurde von der Druckerei R. in X./BRD eine Rech-

nung für 100 Imagebroschüren und für 280 Visitenkarten an die D. GmbH gestellt, 

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welche am 8. Februar 2007 geliefert wurden (EFD pag. 061 455). Eine weitere 

Rechnung für 186 Broschüren „D. GmbH“ stellte die Druckerei R. mit Datum vom 

22. Juni 2007 der D. GmbH zu (EFD pag. 061 439). Diese Drucksachen wurde am 

2. Juli 2007 nach Z./SO geliefert (EFD pag. 061 437). In der Broschüre wurde in 

ähnlicher Weise wie auf der Website im Internet für die D. GmbH geworben, in der 

Broschüre waren aber zusätzlich Planzahlen enthalten, welche den Geschäfts-

gang und die Renditen für die Anleger bis ins Jahr 2010 voraussagten (EFD 

pag. 061 426 – 436). 

I. Die Visitenkarten wurden insbesondere für Kundenberater verwendet (EFD 

pag. 061 425). Die Broschüren wurden mindestens bis zum 20. Juli 2007 auch an 

Interessenten versandt (EFD pag. 061 397).  

J. Die D. GmbH bewarb ihre Tätigkeit auch durch den Einsatz von Vermittlern. Unter 

diesen Vermittlern war C., der unter anderem auch einen Darlehensvertrag mit 

dem Investor S. unterzeichnete (Akten STA I pag. 45) und verschiedenenorts als 

Kundenberater bzw. Kontaktperson bei der D. GmbH aktenkundig ist (beispielhaft 

FINMA pag. C 11; EFD pag. 063 41 f.); aktenkundige Hinweise auf einen Kunden-

berater mit der Bezeichnung „T.“ betreffen offensichtlich auch C. (EFD pag. 030 

49). Als weitere Vermittler/Kundenberater tauchen in den Akten folgende Namen 

auf: AA., BB., CC., DD. (EFD pag 030 49;…150;…171;…174). Im Übrigen gilt es 

als unbestritten, dass sich die D. GmbH an potenzielle Investoren gewandt hat 

(FINMA pag. A 33). 

K. Spätestens anfangs Juli 2007, nachdem erste Investoreneinzahlungen an die 

D. GmbH erfolgt waren, erkannte B. bzw. die von diesem eingesetzte Geschäfts-

führerin F., dass die Tätigkeit der D. GmbH möglicherweise unrechtmässig war, 

weil diese unter Einsatz von Werbemitteln (Drucksachen, Internet, Vermittler) aus 

dem Publikum Investoren akquirierte und von diesen Investoren, ohne über die 

entsprechende Bewilligung dafür zu verfügen, Einlagen in Form von Darlehen ent-

gegen nahm. Seitens B. bzw. der Geschäftsführerin F. wurden die Inhaber der 

D. GmbH auf diese Situation aufmerksam gemacht (EFD pag. 061 407 f.). 

Schliesslich zog B. seine Mitarbeiterinnen als Geschäftsführerinnen und Gesell-

schafterinnen formell aus der D. GmbH ab, und A. trat neu als solche in die 

D. GmbH ein. (FINMA pag. A 10). 

L. B. organisierte registermässig den aufgrund des Domizilerfordernisses als Ge-

schäftsführerin der D. GmbH notwendigen Wohnsitz für A. in der Schweiz; er war 

es auch, der A. die zur Glaubhaftmachung des Wohnsitzes notwendige Wohnung 

in W./SO vermietete (EFD pag. 093 24). A. gab gegenüber dem Untersuchungs-

beauftragten der FINMA an, sie sei zwar in W./SO gemeldet, halte sich aber in 

X./BRD auf (FINMA pag. C 153). Ein weiteres Indiz dafür, dass es sich bei der 

Wohnung in W. um einen fiktiven Wohnsitz handelte, ist die Tatsache, dass sich 

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die an A. persönlich gerichtete Post in den Kanzleiakten von B. befanden (beispiel-

haft EFD pag. 061 280 f.), und es wurden A. Unterlagen zur Unterzeichnung und 

Rücksendung nach Deutschland zugesandt. Dies deutet darauf hin, dass für diese 

persönlichen Postsendungen ein Nachsendeauftrag von der Adresse in W. an die 

Kanzlei B. erfolgt sein muss. Es ist damit erstellt, dass es sich bei der Adresse in 

W./SO um einen fiktiven Wohnsitz handelte.  

M. Die Briefpost der D. GmbH wurde seit Beginn der Geschäftstätigkeit bis zu deren 

Einstellung im Jahre 2009, von der Domiziladresse in Y./SZ an die Adresse des 

Rechtsanwalts- und Notariatsbüros B. in Z./SO weitergeleitet, und von dort per 

Telefax an die Telefaxnummer (…) in Deutschland gesandt (EFD pag. 063 2 – 

495). Diese Weiterleitung erfolgte beispielsweise für die Zugangscodes für das In-

ternet-Banking der D. GmbH, womit jedem Empfänger der Codes zusammen mit 

dem PIN-Code Verfügungen über die Bankkonten ermöglicht wurden (EFD 

pag. 061 27;…124). Zudem war die Kanzlei B. telefonisch im Kontakt mit den Ver-

antwortlichen der D. GmbH (TPF pag. 10-522-026). B. erledigte somit in seiner 

Kanzlei administrative Arbeiten für die D. GmbH und hielt mit der Postumleitung 

über mehrere Stationen den Schein aufrecht, es bestehe eine aktive Geschäftstä-

tigkeit der D. GmbH in der Schweiz, die Geschäftsführerin habe in der Schweiz 

ihren Wohnsitz (vgl. lit. L hievor), und sie sei in der Schweiz tätig. Der Einwand der 

Verteidigung von B., es habe sich bei der Postweiterleitung um eine übliche Wei-

terleitung nach Mandatsbeendigung gehandelt, ist angesichts der unzähligen 

Faxsendungen der Kanzlei B., welche allesamt nach dem Juli 2007 datieren und 

mindestens einen Bundesordner umfassen, offensichtlich nicht stichhaltig. Zudem 

war auf den von der D. GmbH verwendeten Darlehensverträgen, bis zur Einstel-

lung deren Tätigkeit, die Faxnummer der Kanzlei B. als Kontaktreferenz (nebst 

einer Schweizer Mobiltelefonnummer) aufgeführt.  

N. Am 8. August 2007 unterzeichnete A. einen Geschäftsführervertrag mit der 

D. GmbH, und zwar einerseits persönlich und andererseits als einzige Gesell-

schafterin (FINMA pag. C 168). Am 14. August 2007 wurde sie als einzige Gesell-

schafterin und Geschäftsführerin mit Einzelunterschrift der D. GmbH mit einer 

Stammeinlage von CHF 20‘000.-- im Handelsregister des Kantons Schwyz einge-

tragen. 

O. Am 28. August 2007 erteilte A. der Bank J. den Auftrag, Vertragsnummer 1 (Bank-

konto) freizuschalten (EFD pag. 061 364). Am 29. August 2007 unterzeichnete A. 

den Basisvertrag zur Weiterführung des Kontos bei der Bank J. und erteilte eine 

Kontovollmacht an H. (FINMA pag. B 141 f.). Am 13. September 2007 unterzeich-

nete A. in Düsseldorf die Vereinbarung zur Benützung des Internet-Banking der 

Bank J. (FINMA B 137).  

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P. In der Zeit nach dem 30. September 2007 unterzeichnete A. eine Quellensteuer-

abrechnung für das Steueramt des Kantons Solothurn und bestätigte damit, dass 

in der Zeit vom 1. bis 30. September 2007 von der D. GmbH ein Bruttolohn von 

CHF 3‘000.-- an sie bezahlt worden sei (EFD pag. 061 336). Am 4. Januar 2008 

unterzeichnete A. eine AHV-Abrechnung, in welcher sie bestätigte, es seien im 

Jahre 2007 keine AHV/IV/EO/ALV-pflichtigen Zahlungen an natürliche Personen 

geleistet worden (EFD pag. 061 187). In der Zeit nach dem 31. März 2008 unter-

zeichnete A. eine Quellensteuerabrechnung für das Steueramt des Kantons Solo-

thurn und bestätigte, dass in der Zeit von Januar bis März 2008 von der D. GmbH 

CHF 6‘000.-- pro Monat Bruttolohn an sie bezahlt worden seien (EFD pag. 061 67). 

Q. C. taucht im Zusammenhang mit verschiedenen Investoren, insbesondere mit dem 

Hauptinvestor S., als Vermittler für die D. GmbH auf. Er unterzeichnete unter an-

derem einen Darlehensvertrag mit dem Investor S. und brachte diesen dazu, zahl-

reiche Zusatzzahlungen zu leisten (EFD pag. 101 10 ff.). C. ist es auch, an welchen 

der grösste Teil der Investorengelder ab dem Konto der D. GmbH überwiesen 

wurde, die letzte dieser Überweisungen an C. erfolgte am 9. Dezember 2008 (EFD 

pag. 101 12). 

 

 

  

- 13 - 

Der Einzelrichter zieht in Betracht: 

 Zuständigkeit und Frist 

 Gemäss Art. 50 Abs. 1 Satz 2 des Bundesgesetzes über die Eidgenössische Fi-

nanzmarktaufsicht vom 22. Juni 2007 (Finanzmarktaufsichtsgesetz, FINMAG; 

SR 956.1) ist das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) verfolgende und ur-

teilende Behörde bei Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen des FIN-

MAG und der übrigen Finanzmarktgesetze i.S.v. Art. 1 Abs. 1 FINMAG. 

 Art. 50 Abs. 2 FINMAG sieht vor, dass die strafbare Handlung der Bundesge-

richtsbarkeit untersteht, wenn die gerichtliche Beurteilung verlangt wurde. In die-

sem Fall überweist das EFD die Akten der Bundesanwaltschaft zuhanden des 

Bundesstrafgerichts. Die Überweisung der zu überprüfenden Strafverfügung gilt 

als Anklage (Art. 73 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 22. März 1974 über das 

Verwaltungsstrafrecht; VStrR; SR 313.0), wobei der Beschuldigte, die Bundes-

anwaltschaft und die beteiligte Verwaltung selbständige Parteien im Verfahren 

sind (Art. 74 VStrR).  

 Das vorliegende Verfahren hat eine Widerhandlung gegen das Bundesgesetz 

über die Banken und Sparkassen vom 8. November 1934 (Bankengesetz, 

BankG; SR 952.0) zum Gegenstand, das zu den Finanzmarkterlassen zählt 

(Art. 1 Abs. 1 lit. d FINMAG). Nachdem alle Beschuldigten fristgerecht innert 

10 Tagen nach Eröffnung der Strafverfügungen die gerichtliche Beurteilung ver-

langten ist die Strafkammer des Bundesstrafgerichts für die Beurteilung zustän-

dig (Art. 72 VStrR i.V.m. Art. 35 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Organisa-

tion der Strafbehörden des Bundes vom 19. März 2010 [Strafbehördenorganisa-

tionsgesetz, StBOG; SR 173.71]). 

 Das Verfahren vor dem Bundesstrafgericht bestimmt sich nach Massgabe der 

Artikel 73–80 VStrR (Art. 81 VStrR); subsidiär sind die Bestimmungen der Bun-

desstrafprozessordnung heranzuziehen (Art. 82 VStrR). Das Gericht entscheidet 

in der Sache und bezüglich der Kosten neu (HAURI, Verwaltungsstrafrecht, Bern 

1998, S. 155 f.); hierbei kommt ihm freie Kognition zu (HAURI, a.a.O., S. 149 f.). 

Im Verwaltungsstrafverfahren findet kein Beweisverfahren nach StPO statt. Das 

Urteil ist mit den wesentlichen Entscheidungsgründen den Parteien schriftlich zu 

eröffnen unter Angabe der Rechtsmittelbelehrung (Art. 79 Abs. 2 VStrR). 

- 14 - 

 Anwendbares Recht  

 Gemäss Art. 2 Abs. 1 und Art. 104 StGB sowie Art. 2 VStrR wird nach geltendem 

Recht beurteilt, wer nach dessen Inkrafttreten eine Straftat begangen hat. Mass-

gebend ist der Zeitpunkt der Vornahme der tatbestandsmässigen Handlung 

(POPP /BERKEMEIER, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Auflage, Basel 2013, 

Art. 2 N 5). Als Ausnahme bestimmt Art. 2 Abs. 2 StGB, dass eine Tat, die vor 

Inkrafttreten des Gesetzes begangen wurde, nach dem neuen Recht zu beurtei-

len ist, wenn dieses für den Täter milder ist (lex mitior).  

 Vorliegend begann der Deliktszeitraum spätestens mit der ersten Überweisung 

an die D. GmbH vom 26. März 2007 (FINMA pag. B 122) und endete zumindest 

bezüglich A. und B. mit der superprovisorischen Einsetzung des Untersuchungs-

beauftragten durch die FINMA am 12. Februar 2009 (FINMA pag. A 024 f.). Die 

C. vorgeworfenen Unterstützungshandlungen endeten bereits mit der Überwei-

sung von Anlegergeldern am 9. Dezember 2008 (Strafverfügung Ziff. 100, [TPF 

pag. 10-100-56]). 

 Bis zum 31. Dezember 2008 war die alte Fassung von Art. 46 BankG in Kraft. 

Gemäss Abs. 1 lit. f dieser Bestimmung wurde mit Gefängnis bis zu sechs Mo-

naten oder mit Busse bis zu CHF 50‘000.-- bestraft, wer vorsätzlich unbefugter-

weise, also ohne Bewilligung und gewerbsmässig - d.h. mehr als 20 Einlagen - 

entgegennahm (Art. 3a Abs. 1 der Verordnung über die Banken und Sparkasse 

vom 17. Mai 1972 (aBankenverordnung, aBankV; aSR 952.02) oder in Inseraten, 

Prospekten, Rundschreiben oder elektronischen Medien für die Entgegennahme 

von Geldern geworben hat, selbst wenn daraus weniger als 20 Publikumseinla-

gen resultieren (BGE 131 II 306 E. 3.2.1; BAHAR /STUPP, in: Basler Kommentar 

BankG, 2. Auflage, Basel 2013, Art. 1 N 10). Am 1. Januar 2007 entsprachen 

dieser altrechtlichen Strafandrohung gemäss Art. 333 Abs. 2 lit. c StGB bis zu 

180 Tagessätze Geldstrafe (vgl. Urteil des BGer 6B_785/2009 vom 23. Februar 

2010 E. 5.6). 

Seit 1. Januar 2009 gilt die aktuelle Fassung von Art. 46 Abs. 1 BankG. Danach 

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer vorsätz-

lich unbefugterweise Publikums- oder Spareinlagen entgegennimmt (lit. a).  

 Wo begrifflich, faktisch oder typischerweise mehrere Einzelhandlungen zur Erfül-

lung des tatbestandsmässigen Verhaltens vorausgesetzt sind, liegt gemäss bun-

desgerichtlicher Rechtsprechung eine tatbestandliche Handlungseinheit vor 

(BGE 131 IV 83 E. 2.4.5). Die betreffenden Handlungen werden auf diese Weise 

- 15 - 

strafrechtlich zu einer einzigen Straftat zusammengefasst, deren Begehung ähn-

lich einem Dauerdelikt über einen gewissen Zeitraum hinweg andauert. Folge-

richtig ist auch bei der Strafzumessung zwischen den einzelnen Handlungen eine 

Konkurrenz ausgeschlossen (ACKERMANN, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 

3. Auflage, Basel 2013, Art. 49 N 72). Demnach ist eine tatbestandliche Hand-

lungseinheit wie ein Dauerdelikt nach neuem Recht zu beurteilen, wenn sie 

(auch) begangen wurde, nachdem dieses in Kraft trat (Art. 2 Abs. 1 StGB). Daran 

ändert nichts, wenn die Handlung nur zum Teil unter das neue Recht fällt. Hinge-

gen muss bei der Strafzumessung berücksichtigt werden, dass sie begonnen 

wurde, als sie (nach altem Recht) straflos oder minder strafbar war (POPP/BER-

KEMEIER, a.a.O., Art. 2 N 11).  

 Natürliche und juristische Personen, die nicht dem Bankengesetz unterstehen, 

dürfen nicht gewerbsmässig Publikumseinlagen entgegennehmen (Art. 1 Abs. 2 

BankG). Gewerbsmässig im Sinne des Gesetzes handelt, wer dauernd mehr als 

20 Publikumseinlagen hält oder für die Entgegennahme von Geldern wirbt (Art. 3 

Abs. 1 i.V.m. Art. 3a Abs. 2 aBankV; BGE 131 II 306 E.3.2.1; BGE 136 II 43 

E. 4.2; Urteil des BVGer B-2474/2007 vom 4. Dezember 2007 E. 3.1.2; Urteil des 

BVGer B-1645/2007 vom 17. Januar 2008 E. 4.1.4). Mit der Revision der BankV 

wurde diese Definition beibehalten (vgl. Art. 6 BankV). Gewerbsmässigkeit setzt 

demnach ein über den Einzelfall hinausreichendes, auf gleichartige Tatwiederho-

lungen gerichtetes Verhalten voraus. Die gewerbsmässige Entgegennahme von 

Publikumseinlagen ist als tatbestandliche Handlungseinheit im Sinne der vorste-

henden Ausführungen zu qualifizieren. Das Andauern des strafbaren Verhaltens 

ist somit von dem in Frage stehenden Straftatbestand ausdrücklich erfasst, wes-

halb von einer tatbestandlichen Handlungseinheit auszugehen ist. 

 Da die letzten Gelder im vorliegenden Fall am 5. Februar 2009 einbezahlt wurden 

(EFD pag. 033 17;…19), die Website der D. GmbH bis am 7. Juli 2009 online war 

(FINMA pag. A 97) und die von A. und B. (mit-) zu verantwortenden Tatbeiträge 

bis mindestens am 23. Februar 2009 andauerten (Einsetzung des Untersu-

chungsbeauftragten durch die FINMA), ist betreffend A. und B. auf den gesamten 

Sachverhalt die neue Fassung von Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG anzuwenden.  

Die Strafandrohung für die unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen 

wurde per 1. Januar 2009 verschärft (vgl. E. 2.2.1). Der letzte vorgeworfene Tat-

beitrag von C. ist gemäss Anklageschrift im Dezember 2008 erfolgt, weshalb auf 

dessen strafbares Verhalten Art. 46 Abs. 1 lit. f aBankG der bis Ende 2008 gel-

tenden Fassung anzuwenden ist. 

- 16 - 

 Verjährung 

 Es stellt sich die Frage, ob die am 9. Dezember 2008 resp. 23. Februar 2009 

beendeten und mit einer Geldstrafe von (neurechtlich) 180 Tagessätzen bzw. 

Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe (Vergehen; Art. 10 Abs. 3 

StGB) bedrohten Handlungen verjährt sind. Kein taugliches Kriterium zur Beur-

teilung der Frage, ob es sich beim Tatverlauf um eine verjährungsrechtliche Ein-

heit handelt bildet das Qualifikationsmerkmal der Gewerbsmässigkeit (BGE 124 

IV 59; Urteil des BGer 6S.184/2003, E. 1.2.2). Eine verjährungsrechtliche Einheit 

kann nur angenommen werden, wenn der in Frage stehende Straftatbestand Ele-

mente enthält, die ein andauerndes pflichtwidriges Verhalten ausdrücklich oder 

sinngemäss erfassen (z.B. gefangen halten, aufbewahren; vgl. hierzu Urteil des 

BGer 6S.184/2003 E. 1.1 in fine). Die Parteien konnten sich hierzu vor der Haupt-

verhandlung äussern (vgl. Prozessgeschichte lit. I). 

 Die Beschuldigten machen zusammengefasst geltend, die Strafverfügung vom 

17. November 2015 könne nicht als erstinstanzliches Urteil gelten und somit auch 

keine Unterbrechung der Verjährung bewirken. Da seit Beendigung der vorge-

worfenen Handlungen seither sieben Jahre verstrichen seien, sei die Verjährung 

eingetreten. Zwar habe das Bundesgericht in BGE 133 IV 112 entschieden, dass 

eine Strafverfügung nach Art. 70 VStrR einem erstinstanzlichen Urteil im Sinne 

von Art. 70 aStGB gleichkomme, es habe in BGE 139 IV 62 und in BGE 142 IV 11 

indes eine Praxisänderung angedeutet, diese jedoch aufgrund der Sachverhalts-

konstellation nicht konkret zu prüfen gehabt. In der Sache rechtfertige sich die 

Praxisänderung erstens deshalb, weil das (verwaltungsstrafrechtliche) Begehren 

um gerichtliche Beurteilung funktional der Einsprache gegen einen (gemeinstraf-

rechtlichen) Strafbefehl gleichkomme, dessen Erlass den Lauf der Verjährung 

auch nicht unterbreche. Zweitens könne die Verwaltung den Lauf der Verjährung 

(auch) nicht stoppen, wenn der Beschuldigte die gerichtliche Beurteilung direkt 

nach dem Strafbescheid verlange. Dies habe auch im Fall des Erlasses einer 

Strafverfügung zu gelten. Drittens seien die bundesgerichtlichen Feststellungen 

in BGE 133 IV 112, nach welchen der Strafverfügung ein kontradiktorisches Ver-

fahren vorausgehe, verfehlt (TPF pag.10-521-3 ff.).  

 Das Bundesgericht erwog in BGE 133 IV 112 E. 9.4.4, dass jeder Strafverfügung 

(Art. 70 VStrR) zwingend ein Strafbescheid (Art. 64 VStrR) voranzugehen habe, 

welcher wie ein Strafmandat (Strafbefehl) auf summarischer Grundlage getroffen 

werden könne. Die Strafverfügung müsse demgegenüber auf einer umfassenden 

Grundlage beruhen und werde in einem kontradiktorischen Verfahren erlassen. 

Während somit der Strafbescheid Parallelen zum Strafbefehl aufweise, sei die 

http://links.weblaw.ch/BGE-124-IV-59
http://links.weblaw.ch/BGE-124-IV-59
http://links.weblaw.ch/6S.184/2003
http://links.weblaw.ch/6S.184/2003

- 17 - 

Strafverfügung einem gerichtlichen Urteil gleichzustellen, mit dessen Ausfällung 

die Verjährung zu laufen aufhöre.  

 Zwischenzeitlich hatte sich das Bundesgericht bei zwei Gelegenheiten zu Kons-

tellationen zu äussern, die mit der vorliegenden vergleichbar sind. Im Urteil 

6B_564/2015 vom 29. Oktober 2015 E. 8.2 stellte das Bundesgericht fest, die 

Vorinstanz habe kein Bundesrecht verletzt, wenn sie in einem Verfahren, in wel-

chem das EFD auf Einsprache des Beschuldigten gegen einen Strafbescheid 

eine Strafverfügung erlassen hatte, feststellte, dass mit Erlass der Strafverfügung 

die Verjährung nicht mehr eintrete. Zur Begründung stützte sich das Bundesge-

richt auf BGE 139 IV 62 E. 1.2, 135 IV 196 E. 2.1 und 133 IV 112 E. 9.4.4. Im 

jüngsten zu dieser Frage ergangenen BGE 142 IV 276 E. 5.2 erwog das Bundes-

gericht: « Dans le cas d'affaires pénales qui sont d'abord traitées en procédure 

administrative en vertu de la loi fédérale sur le droit pénal administratif, le pro-

noncé pénal de l'administration (art. 70 DPA) qui succède au mandat de répres-

sion (art. 64 DPA) constitue la décision déterminante qui met fin à la prescrip-

tion ». 

Gestützt auf die erwähnten Präjudizien ist im Ergebnis festzuhalten, dass mit Er-

lass der Strafverfügungen vom 17. November 2015 der Lauf der Verfolgungsver-

jährung für sämtliche Beschuldigten endete. Die Verjährung ist somit nicht ein-

getreten.  

 Die Verteidiger der Beschuldigten brachten anlässlich der Hauptverhandlung zu-

dem vor, die Verfolgungsverjährung sei für alle vorgeworfenen Tätigkeiten, wel-

che sich vor dem 17. oder 18. November 2008 (TPF pag. 10-925-17;…-34;…-

52) ereignet hätten, eingetreten und das Verfahren bezüglich dieser Handlungen 

sei einzustellen.  

 In casu handelt es sich um ein Dauerdelikt; das andauernde strafbare Verhalten 

ist Tatbestandselement (vgl. E. 2.2.3), weshalb nicht von einzelnen Tätigkeiten 

gesprochen werden und folglich auch keine Einstellung bestimmter vorgeworfe-

ner Einzelhandlungen erfolgen kann.  

 Unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen 

 Die Entgegennahme von Publikumseinlagen, das bankenmässige Passivge-

schäft, besteht darin, dass ein Unternehmen gewerbsmässig Verpflichtungen ge-

genüber Dritten eingeht, d.h. selber zum Rückzahlungsschuldner der entspre-

chenden Leistung wird (BGE 136 II 43 E. 4.2). Es muss ein Vertrag vorliegen, in 

- 18 - 

welchem sich der Zahlungsempfänger zur späteren Rückzahlung der betreffen-

den Summe verpflichtet. Massgeblich hierfür ist nicht die Bezeichnung der Einla-

gen, sondern der gewollte Vertragszweck (Urteil des BVGer B-2723/2011 vom 

24. April 2012, E. 4.1). Als Publikumseinlagen gelten dabei grundsätzlich alle 

entgegengenommenen Fremdmittel. Die Ausnahmen sind abschliessend in 

Art. 3a Abs. 3 und 4 aBankV aufgeführt (vgl. FINMA-RS 2008/3, Publikumseinla-

gen bei Nichtbanken, N 10 und 19; BGE 136 II 43 E. 4.2; ebenso Art. 5 Abs. 2 

und 3 der revidierten BankV). 

 Entgegengenommene Gelder gelten nicht als Einlagen, wenn sie eine Gegen-

leistung aus einem Vertrag auf Übertragung des Eigentums oder aus einem 

Dienstleistungsvertrag darstellen (Art. 3a Abs. 3 lit. a aBankV). Nach der bundes-

gerichtlichen Rechtsprechung muss dem Vertragspartner jedoch das tatsächli-

che Eigentum verschafft werden, mit anderen Worten muss eine Individualisie-

rung des erworbenen Eigentums erfolgen können und dieses muss als Gegen-

leistung zur geleisteten Summe des Vertragspartners stehen (Urteil des Bundes-

gerichts 2A.332/2006 vom 6. März 2007, E. 5.2.1; Urteil des Bundesgerichts 

2A.218/1999 vom 5. Januar 2000, E. 3b/cc). 

 Gewerbsmässig handelt, wer dauernd mehr als 20 Publikumseinlagen entgegen-

nimmt oder sich öffentlich zur Entgegennahme von Publikumseinlagen empfiehlt, 

selbst wenn daraus weniger als 20 Einlagen resultieren (Art. 3a Abs. 2 und Art. 3 

Abs. 1 aBankV, Art. 6 BankV; BGE 136 II 43 E. 4.2; Urteil des BVGer  

B-1645/2007 vom 17. Januar 2008, E. 4.1.4). Das Bundesgericht hat bereits in 

BGE 131 II 306 E. 3.2.1 entschieden, gewerbsmässig handle auch, wer in Inse-

raten, Prospekten, Rundschreiben oder elektronischen Medien für die Entgegen-

nahme von Geldern werbe. Unter den Begriff der elektronischen Medien sind 

insbesondere Websites im Internet zu subsumieren (BAHAR/STUPP, a.a.O., Art. 1 

N 63). Nach übereinstimmender Lehre und Rechtsprechung reicht denn auch 

bereits der Nachweis der Absicht, Gelder gewerbsmässig entgegenzunehmen, 

um auf Gewerbsmässigkeit zu erkennen bzw. die Bewilligungspflicht auszulösen 

(Urteil des BVGer B-2474/2007 vom 4. Dezember 2007 E. 3.1.2 m.w.H; vgl. BA-

HAR/STUPP, a.a.O., Art. 1 N 10). Die Gewerbsmässigkeit und die Öffentlichkeit 

des Angebots setzen demnach regelmässig ein über den Einzelfall hinausrei-

chendes, auf gleichartige Tatwiederholungen gerichtetes Verhalten voraus (vgl. 

Urteil des BStGer SK.2015.31 vom 3. November 2015 E 2.3.2, wobei es hier um 

den Effektenhandel ging). 

 Natürliche und juristische Personen, die nicht dem Bundesgesetz vom 8. Novem-

ber 1934 über die Banken und Sparkassen [BankG; SR 952.0] unterstehen, d.h. 

nicht über eine Bankbewilligung verfügen, dürfen keine Publikumseinlagen 

- 19 - 

gewerbsmässig entgegennehmen (Art. 1 Abs. 2 BankG) oder dafür in irgendeiner 

Form Werbung betreiben (Art. 3 Abs. 1 aBankV). Sie werden mit Freiheitsstrafe 

bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wenn vorsätzlich unbefugt Publikums-

einlagen entgegengenommen werden (Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG). Vorsätzlich 

begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen aus-

führt (Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB i.V.m. Art. 2 VStrR). Eventualvorsatz ist dem 

direkten Vorsatz gleichgestellt (Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB). Eventualvorsätzlich 

handelt, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält und in Kauf nimmt (Art. 12 

Abs. 1 und 2 StGB).  

 Die D. GmbH hat im Zeitraum vom 26. März 2007 bis 5. Februar 2009 gestützt 

auf sogenannte Darlehensverträge Einlagen von 20 Anlegern in der Höhe von 

gesamthaft EUR 837‘675.46 und CHF 27‘478.15 entgegengenommen, mit einem 

Zinsversprechen von bis zu 8.75 Prozent (FINMA pag. B 1-135; EFD pag. 063 

51). Es handelte sich um eine kontinuierliche Tätigkeit, welche beinahe zwei 

Jahre andauerte. Mittels Internetauftritt, Imagebroschüren und unter Zuhilfen-

ahme zahlreicher Vermittler hat die D. GmbH für ihr Geschäftsmodell öffentlich 

Werbung betrieben (vgl. Sachverhalt lit. H-J). Der Verteidiger der D. GmbH und 

von A. in Deutschland, FF., bestätigte dem Untersuchungsbeauftragen der 

FINMA zudem, „man hat sich (…) von Deutschland aus an potenzielle Investoren 

gewandt“ (FINMA pag. A 33). Folglich hat die D. GmbH gewerbsmässig im Sinne 

von Art. 3 Abs. 1 aBankV bzw. Art. 1 Abs. 2 BankG gehandelt. Über die dafür 

notwendige Bankbewilligung verfügte die D. GmbH nicht. Somit hat sich die D. 

GmbH der unbefugten Entgegennahme von Publikumseinlagen im Sinne von Art. 

46 Abs. 1 lit. a BankG schuldig gemacht. 

 Strafrechtliche Verantwortung der beschuldigten Personen 

 A. 

 Bei Widerhandlungen gegen die Strafbestimmungen des FINMAG oder der Fi-

nanzmarktgesetze ist das VStrR anwendbar, soweit das FINMAG oder die Fi-

nanzmarktgesetze nichts anderes bestimmen (Art. 50 Abs. 1 FINMAG). Das 

BankG enthält keine abweichende Bestimmung. Folglich ist das VStrR auf Wi-

derhandlungen gemäss BankG anwendbar (Art. 1 Abs. 1 lit. d FINMAG). Gemäss 

Art. 6 VStrR finden die Strafbestimmungen vorab auf denjenigen Anwendung, 

der die Tat verübt hat. Art. 6 Abs. 2 VStrR statuiert, dass der Geschäftsherr, der 

es vorsätzlich oder fahrlässig in Verletzung einer Rechtspflicht unterlässt, eine 

Widerhandlung des Untergebenen, Beauftragten oder Vertreters abzuwenden 

oder in ihren Wirkungen aufzuheben, den Strafbestimmungen untersteht, die für 

- 20 - 

den entsprechend handelnden Täter gelten. Die Verwaltungsstraftat des Unter-

gebenen (Anlasstat) ist lediglich objektive Strafbarkeitsbedingung. Dies bedeutet, 

Vorsatz oder Fahrlässigkeit müssen sich nicht auf die konkrete Anlasstat bezie-

hen, sondern auf die Nichtverhinderung der Anlasstat (EICKER/ FRANK/ ACHER-

MANN, Verwaltungsstrafrecht und Verwaltungsstrafverfahrensrecht, Bern, 2012, 

S. 52 m.w.H.).  

5.1.1.1 Bei der strafrechtlichen Geschäftsherrenhaftung handelt es sich um ein echtes 

Sonderdelikt, wobei es an einer Legaldefinition des Geschäftsherrn im VStrR 

mangelt. Unter den Begriff des Geschäftsherrn sind diejenigen Organe sowie na-

türliche Personen zu subsumieren, die auf Grund ihrer Weisungs- und Kontroll-

befugnisse in der Lage sind, dem strafbaren Verhalten einer weisungsunterwor-

fenen Person Einhalt zu gebieten (vgl. EICKER/ FRANK/ ACHERMANN, a.a.O., 

S. 52; ACKERMANN, in: Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, Hand- und Studien-

buch, Ackermann/Heine [Hrsg.], Bern, 2013, §4 N 86 ff.). Nach Art. 6 Abs. 2 

VStrR besteht die Pflicht, Gesetzesverletzungen von Untergebenen, Beauftrag-

ten oder Vertretern abzuwenden, nicht aber solche von gleich- oder übergeord-

neten Personen. Der Arbeitnehmer, Auftragnehmer oder Vertreter muss zudem 

gemäss der betriebsinternen Ordnung oder auf Grund eines besonderen Auf-

trags- oder Vertretungsverhältnisses dem Verantwortlichkeitsbereich des Ge-

schäftsherrn unterstellt sein (BGE 113 IV 68, S. 75).  

5.1.1.2 Der strafrechtliche Einbezug des Geschäftsherrn für die Nichtverhinderung der 

Anlasstat setzt dessen Garantenstellung voraus. Art. 6 Abs. 2 VStrR beinhaltet 

demnach, entgegen der Auffassung der Verteidigung, ein Unterlassungsdelikt 

des Geschäftsherrn, parallel zum Tätigkeitsdelikt des Untergebenen, Beauftrag-

ten oder Vertreters (HAURI, a.a.O., Art. 6 N 7). Erfasst sind insbesondere Fälle, 

bei denen eine Führungsperson Straftaten der ihr unterstellten Person(en) nicht 

unterbindet, weshalb eine solche Nichtverhinderung der Begehung von Strafta-

ten als strafwürdig erachtet wird. Folglich handelt es sich um eine strafrechtliche 

Mithaftung des passiven Vorgesetzten, wonach sich dieser nach denselben 

Strafbestimmungen strafbar macht wie die ihm weisungsunterworfene Person 

(vgl. EICKER/ FRANK/ ACHERMANN, a.a.O., S. 51 f.). Die Garantenpflicht des Ge-

schäftsherrn wird dadurch begründet, als dass er in leitender Funktion dafür zu 

sorgen hat, Gefahrenquellen für öffentliche Rechtsgüter oder Rechtsgüter Dritter, 

welche vom Unternehmen ausgehen, zu unterbinden. Demzufolge ist der Ge-

schäftsherr von Gesetzes wegen als Überwachungsgarant für die Kontrolle und 

die Minimierung der vom Unternehmen ausgehenden Gefahren verantwortlich. 

Nötigenfalls muss er ein entsprechendes Sicherheitskonzept erstellen und des-

sen Einhaltung überwachen (vgl. dazu BGE 122 IV 103 E. 5.2; DONATSCH/ TAG, 

Strafrecht I, Verbrechenslehre, 9. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2013, S. 368 f.). 

- 21 - 

5.1.1.2.1 Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung wird die rechtliche Verpflichtung 

des Geschäftsherrn dadurch begründet, dass sich die Bestimmungen des Ver-

waltungsrechts in der Regel an ihn richten und er folglich deren Anwendung si-

cherzustellen, beziehungsweise deren Verletzung zu verhindern hat. Demzu-

folge hat der Geschäftsherr die rechtliche Pflicht, das fragliche Verhalten seiner 

Angestellten durch Überwachung, Weisungen und falls notwendig durch Eingrei-

fen zu verhindern (BGE 142 IV 315 E. 2). 

5.1.1.2.2 Für den Geschäftsführer einer GmbH folgt die in Erwägung 5.1.1.2 erwähnte 

Rechtspflicht direkt aus dessen unübertragbaren und unentziehbaren Aufgaben 

gemäss Art. 810 Abs. 2 OR. Die Geschäftsführer sowie Dritte, die mit der Ge-

schäftsführung befasst sind, müssen nach Art. 812 Abs. 1 OR ihre Aufgaben mit 

aller Sorgfalt erfüllen. Für diese Sorgfalt gilt ein objektiver Massstab. Die Ge-

schäftsführer müssen ihre Aufgabe sorgfältig erledigen, wie man es von einem 

erfahrenen und pflichtbewussten Geschäftsmann erwarten darf (F. NUSSBAUM, 

Kurzkommentar zum neuen GmbH-Recht, Bern, 2007, Art. 812 OR, N 2.). Da 

bereits die Wortwahl von Art. 812 Abs. 1 OR auf diejenige in Art. 717 Abs. 1 OR 

hindeutet, kann auf die Ausführungen zur Sorgfaltspflicht des Verwaltungsrates 

einer Aktiengesellschaft verwiesen werden (WATTER/ROTH PELLANDA, in: Basler 

Kommentar, OR II, 5. Auflage, Basel 2016, Art. 812 N 5.). Der Geschäftsführer 

hat insbesondere die Aufsicht darüber, dass Gesetze und Weisungen eingehal-

ten werden. Damit er diese Aufgabe sorgfältig wahrnehmen kann, muss er sich, 

gleich wie der Verwaltungsrat einer AG, über den laufenden Geschäftsgang in-

formieren, Berichte verlangen, sie sorgfältig studieren, nötigenfalls ergänzende 

Auskünfte einziehen und Fehlentwicklungen oder Unregelmässigkeiten nachge-

hen bzw. gegebenenfalls einschreiten. In jedem Fall muss er unabhängig von 

seiner tatsächlichen Stellung fundierte Kenntnisse der Gesellschaft und deren 

Betriebsorganisation, des Geschäftszweigs sowie den grundlegenden rechtli-

chen Pflichten aufweisen. (vgl. BGE 122 III 195 E. 3a; BGE 113 II 52 E. 3a.).  

 A. war ab dem 14. August 2007 einzige Gesellschafterin und Geschäftsführerin 

der D. GmbH mit Einzelunterschrift (EFD pag. 062 249;…237). Als solche gilt sie 

als Geschäftsherrin im Sinne von Art. 6 Abs. 2 VStrR. Aufgrund ihrer leitenden 

Funktion innerhalb der D. GmbH war es ihre Aufgabe, die Geschäftstätigkeit der 

D. GmbH zu überwachen und sicherzustellen, dass diese keine widerrechtlichen 

Geschäftstätigkeiten unterhielt. Keine entsprechenden Vorkehren oder Überprü-

fungen ihrerseits sind aktenkundig; sie werden von A. auch nicht behauptet. Im 

Gegenteil, A. weist jegliche Implikation in die Tätigkeit der D. GmbH von sich; sie 

habe, gemäss Antwortschreiben an den Untersuchungsbeauftragen der FINMA, 

innerhalb des Unternehmens keine Funktion übernommen. Sie sei zu keiner Zeit 

in keiner Form für das Unternehmen tätig gewesen und könne daher über das 

- 22 - 

Unternehmen und die Geschäftstätigkeiten der D. GmbH keine Aussagen tätigen 

(FINMA pag. C 160). Sämtliche Fragen zur Geschäftstätigkeit der D. GmbH be-

antwortete A. mit: „Diese Frage kann ich aufgrund Nicht-Wissens nicht beantwor-

ten“ (FINMA pag. C 160 ff.). Wie vorstehend ausgeführt, war es jedoch die ge-

setzliche Pflicht von A., sich mit den finanzmarktrechtlichen Bestimmungen und 

insbesondere mit der Bewilligungspflicht gemäss BankG zu befassen und wo 

nötig die entsprechenden Informationen einzuholen, um die Einhaltung der ge-

setzlichen Vorschriften durch die Tätigkeit der D. GmbH sicherzustellen. Diese 

Pflicht musste ihr auch aufgrund ihrer kaufmännischen Ausbildung bekannt ge-

wesen sein (EFD pag. 062 254). Sie hätte die Entgegennahme von Publikums-

einlagen und die Werbung dafür entweder verhindern oder dafür sorgen müssen, 

dass eine entsprechende Bewilligung eingeholt würde. A. unternahm jedoch 

nichts dergleichen, obwohl ihr die Art der Tätigkeit der D. GmbH bzw. deren Ver-

mittler nicht entgangen sein konnten: das Anwerben von Investoren ergab sich 

aus dem öffentlich zugänglichen Internetauftritt der D. GmbH, wo A. auch als 

Geschäftsführerin aufgeführt war (FINMA pag. C 112 ff.). Ausserdem muss ihr 

anlässlich der Einsetzung als Gesellschafterin und Geschäftsführerin Zweck und 

Tätigkeit der D. GmbH bewusst gewesen sein, als sie am 13. August 2007 im 

Büro des Mitbeschuldigten B. an der ausserordentlichen Gesellschafterver-

sammlung teilnahm (EFD pag. 062 255 ff.). Zudem sind zentrale Geschäftsführ-

ertätigkeiten von A. für die D. GmbH aktenkundig: Sie verlangte – neben der Un-

terzeichnung des Basisvertrages für das Konto der D. GmbH – die Freischaltung 

einer Vertragsnummer für Online-, Fremd- und Auslandsüberweisungen, und er-

möglichte somit jeder Person, welcher sie diese Vertragsnummer zur Verfügung 

stellte, über das Konto zu verfügen bzw. brachte diese Vorkehr sie in die Lage, 

dies selber anonym und ortsunabhängig zu tun. Über das Konto wurden während 

der Geschäftsführertätigkeit von A. Einzahlungen von Anlegern von rund 

CHF 930‘000.-- entgegengenommen und ins Ausland, überwiegend nach 

Deutschland und nach Spanien, weitergeleitet. A. unterzeichnete auch die not-

wendigen Formulare für die Steuerbehörden und die AHV, wobei sie nicht davor 

zurückschreckte, die Auszahlung von AHV – pflichtigen Lohnzahlungen für das 

Jahr 2007 der AHV gegenüber schriftlich zu verneinen, obwohl sie den Steuer-

behörden gegenüber für den Monat September 2007 einen Lohn von 

CHF 3‘000.-- bestätigt hatte. A. mietete zudem eine Wohnung in W./SO, womit 

sie einen Wohnsitz in der Schweiz vortäuschte und damit das Schweizer Domi-

zilerfordernis für die D. GmbH vordergründig erfüllte.  

 Mit dem obigen Verhalten (E. 5.1.2) ermöglichte A. den übrigen für die D. GmbH 

tätigen Personen, insbesondere E. und C., in krimineller Art und Weise Gelder 

von Anlegern entgegenzunehmen und das Geld länderübergreifend auszuführen 

– sofern man annimmt, dass sie dies nicht mittels E-Banking selber getan hat. A. 

- 23 - 

verletzte damit ihre Garantenpflicht, die darin bestand, für gesetzeskonformes 

Geschäftsgebaren der D. GmbH zu sorgen, flagrant. Das Gericht erachtet es da-

mit auch als erwiesen, dass A. zumindest in Kauf nahm, dass im Namen der 

D. GmbH für die Entgegennahme von Publikumsgeldern ohne entsprechende 

Bewilligung Werbung gemacht und auf dem Konto der D. GmbH Publikumsein-

lagen entgegengenommen wurden. Als einzige Geschäftsführerin der D. GmbH 

unterliess sie es, eine entsprechende Bewilligung einzuholen bzw. die Entgegen-

nahme von Publikumsgeldern inklusive der Werbung dafür zu unterbinden oder 

zumindest entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Sie ist daher gestützt auf 

Art. 6 Abs. 2 VStrR i.V.m. Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG der unbefugten Entgegen-

nahme von Publikumseinlagen schuldig zu sprechen. 

 Im Übrigen ist Folgendes zum Verbotsirrtum gemäss Art. 21 StGB festzuhalten: 

5.1.4.1 Gemäss Art. 21 StGB handelt nicht schuldhaft, wer bei Begehung der Tat nicht 

weiss und nicht wissen kann, dass er sich rechtswidrig verhält. War der Irrtum 

vermeidbar, so mildert das Gericht die Strafe. Ein Verbotsirrtum ist dann gege-

ben, wenn dem Täter trotz Kenntnis des unrechtsbegründenden Sachverhalts 

das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit fehlt (STRATENWERTH, Schweizerisches 

Strafrecht: Allgemeiner Teil I, 4. Auflage, Bern 2011, § 11 N 46 f.). Es ist allge-

mein bekannt, dass die Tätigkeit im Finanzmarktbereich einer engmaschigen Re-

gulierung unterworfen ist. „Nach dem Denkmodell des Übernahmeverschuldens 

[...] ist vorwerfbar die Ignoranz dessen, der sich in einem dicht durchnormten 

Bereich [...] bewegt, mindestens wenn er eine bewilligungspflichtige Tätigkeit 

ausführt“ (TRECHSEL/JEAN-RICHARD, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxis-

kommentar, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2013, Art. 21 N 7). Es kann deshalb nur 

in seltenen Ausnahmefällen davon ausgegangen werden, dass der Zuwiderhan-

delnde nicht wissen konnte, dass sein Verhalten nur mit Bewilligung erlaubt war. 

5.1.4.2 Die Frage der Vermeidbarkeit des Verbotsirrtums orientiert sich daran, ob sich 

auch ein gewissenhafter Mensch hätte in die Irre führen lassen, oder ob der Täter 

hinreichenden Anlass gehabt hätte, die Rechtswidrigkeit seines Verhaltens zu 

erkennen oder in Erfahrung zu bringen: sei es durch eigenes Nachdenken, eine 

Gewissensanspannung oder eine gewissenhafte Überlegung, sei es durch ein 

Erkundigen bei Behörden oder vertrauenswürdigen Personen. Die Überprüfung 

des eigenen Verhaltens auf seine Rechtmässigkeit ist insbesondere dann ver-

langt, wenn der Täter weiss, dass sein Verhalten rechtlicher Regelung unterliegt, 

ohne sich näher über deren Inhalt und Reichweite zu informieren. Vermeidbar ist 

der Verbotsirrtum ferner dann, wenn die Möglichkeit einer rechtlichen Regelung 

derart nahe liegt, dass es völliger Gleichgültigkeit gegenüber den Anforderungen 

des Rechts bedarf, sie nicht zu erkennen (NIGGLI/MÄDER, in: Basler Kommentar 

- 24 - 

Strafrecht I, 3. Auflage, Basel 2013, Art. 21 N 21; Urteil SK.2015.31 des Bun-

desstrafgerichts vom 3. November 2015, E. 7.3). 

5.1.4.3 A. musste als Geschäftsführerin und einziger Gesellschafterin bei der D. GmbH 

bereits anlässlich der Übernahme des Mandats, welches vertraglich vereinbart 

und notariell beglaubigt wurde, bewusst gewesen sein, dass an ihre Rolle er-

höhte rechtliche Anforderungen gestellt werden. Diese Kenntnisse mussten ihr 

auch aufgrund ihrer kaufmännischen Ausbildung bekannt gewesen sein. Es ist 

zudem allgemein bekannt, dass der Finanz- und Börsenbereich stark reguliert 

ist. Durch ihre tragende Funktion für eine Firma, welche im Finanzmarktbereich 

agiert, musste ihr bewusst gewesen sein, dass die Tätigkeit der D. GmbH recht-

lichen Restriktionen unterliegen könnte. Ihr war das Geschäftsmodell der 

D. GmbH bekannt. Juristischer Rat wäre zu solchen Fragen leicht einholbar ge-

wesen. Auch hätte A. vor der Aufnahme - aber auch während - ihrer Tätigkeit bei 

der D. GmbH die Frage der Bewilligungspflicht unter Darlegung des vollständigen 

Sachverhalts bei der FINMA ohne weiteres abklären und so einen allfälligen Ver-

botsirrtum vermeiden können und müssen. Die Schuld von A. ist somit in Bezug 

auf die gesamte Tatzeit zu bejahen. Ein Entfallen der Schuld aufgrund eines un-

vermeidbaren Verbotsirrtums ist nicht gegeben. 

 B. 

 Wer zu einem Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich Hilfe leistet, wird milder be-

straft (Art. 25 StGB). Wer zu einer Verwaltungsstraftat vorsätzlich Hilfe leistet, 

wird als Gehilfe bestraft (Art. 25 StGB i.V.m. Art. 2 und 5 VStrR). Der objektive 

Tatbestand der Gehilfenschaft setzt voraus, dass der Gehilfe einen untergeord-

neten Tatbeitrag Ieistet. Darunter ist jeder irgendwie geartete kausale Tatbeitrag 

zu verstehen, der das Delikt fördert, so dass sich die Tat ohne die Mitwirkung des 

Gehilfen anders abgespielt hätte. Erforderlich ist also nicht, dass die Haupttat 

ohne die Gehilfenschaft überhaupt nicht stattgefunden hätte (BGE 118 IV 309 

E. la S. 312; BGE 121 IV 109 E. 3a S. 119; BGE 1291V 126). Ausreichend ist 

vielmehr bereits eine Förderung der Haupttat durch den Tatbeitrag des GehiIfen, 

d.h. eine Erhöhung der Erfolgschancen (Förderungskausalität; BGE 117 IV 186 

E. 3 S. 188; BGE 120 IV 265 E. 2c/aa S. 272; BGE 129 IV 124 E. 3.2 S. 126). 

Der Gehilfe muss bloss das Risiko des Erfolgseintrittes erhöht haben. Der Ge-

setzesverstoss durch die Haupttäter muss hypothetisch nicht zwingend entfallen, 

wenn die Gehilfenschaft ausgeblieben wäre. Die strafbare Unterstützung kann 

nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts auch in einer allgemein zugängli-

chen Dienstleistung oder in einer anderen Alltagshandlung bestehen, die aus-

serhalb des Deliktszusammenhangs harmlos wäre. Voraussetzung dafür ist, 

dass der Gehilfe den deliktischen Zusammenhang erkennt (BGE 119 IV 289 

- 25 - 

E. 2c/cc S. 294; BGE 121 IV 109 E. 3c S. 122; BGE 126 IV 198 E. 2 S. 201 f.). 

Letzteres ist eine Frage des subjektiven Tatbestandes. Ob die Beihilfehandlung 

substituierbar ist oder nicht, d.h. ob sie ebenso gut ein anderer hätte erbringen 

können, spielt keine Rolle (FORSTER, in: Basler Kommentar Strafrecht I, 3. Auf-

lage, Basel 2013, Art, 25 N 10). In der Praxis ist z.B. das Weiterleiten von Post 

zur Begehung eines Betruges als Gehilfenschaft qualifiziert worden (BGE 88 IV 

21 E. 2). 

 Die Anklagebehörde wirft B. Gehilfenschaft zur unbefugten Entgegennahme von 

Publikumseinlagen ab dem 13. Juli 2007 bis zur Einsetzung des Untersuchungs-

beauftragten der FINMA am 23. Februar 2009 vor. 

5.2.2.1 B. gründete die D. GmbH als Notar und setzte seine Sekretärinnen F. und G. als 

Gründerinnen bzw. als Gesellschafterinnen ein. F. war als Geschäftsführerin bei 

der D. GmbH im Handelsregister eingetragen (FINMA pag. A 10;…B 145-154; 

EFD pag. 061 466-488;…062 253-313). Im Zusammenhang mit der Gründung 

der D. GmbH stellte B. in seinem Namen eine Honorarrechnung für „Gründung 

pauschal CHF 800.00, weitere Gründerin CHF 250.00“ (TPF pag. 10-522-46). 

Die Firma EE. GmbH, welche unbestrittenermassen B. zuzuordnen ist, mit Sitz 

in Y./SZ, der gleichen Sitzadresse wie die der D. GmbH, stellte der D. GmbH am 

1. Februar 2007 unter anderem eine Rechnung für “Sitz- und Domizilgebühr so-

wie Geschäftsführung Jahr 2007“ in der Höhe von CHF 5‘000.-- (TPF pag 10-

522-47). F. war für mindestens 4 weitere Gesellschaften als Gesellschafterin und 

teilweise als Geschäftsführerin im Handelsregister eingetragen (StA I pag. 135). 

Sie hat wie G. Jahrgang 1987 (EFD pag. 062 255), war zur Tatzeit also rund 

20 Jahre alt und wie diese als Lehrtochter bei B. angestellt. Gemäss den Zeu-

genaussagen von F. und G. haben sie für die verschiedenen Gesellschaften we-

der gearbeitet noch hätten sie von den Gesellschaften Entgelt erhalten. F. hat 

mehrmals ausgesagt, sie sei zwar im Handelsregister eingetragen gewesen aber 

sie hätte nicht für die D. GmbH gearbeitet (TPF pag. 10-932-5). Sie habe sich als 

Geschäftsführerin im Handelsregister eintragen lassen, weil B. sie darum gebe-

ten habe (TPF pag. 10-932-5). Hinterfragt habe sie das nicht, sie hätte einfach 

ihre Ausbildung machen wollen (TPF pag. 10-932-12). Auch die Briefe und  

E-Mails, die F. als Geschäftsführerin der D. GmbH verschickt habe, seien von B. 

redigiert worden (TPF pag. 10-932-11;…-13; 10-925-38;…-40). Aufgrund dieser 

Umstände wird als erwiesen erachtet, dass Urheber der für die D. GmbH im 

Namen und mit Unterschrift von F. verfassten Schreiben B. war, der diese Schrei-

ben durch seine Sekretariatsmitarbeiterin erstellen liess.  

5.2.2.2 Die Post der D. GmbH wurde mit ständigem Nachsendeauftrag der Post an die 

Kanzlei von B. weitergeleitet. Gemäss glaubhafter Aussage von F. wurde die in 

- 26 - 

der Kanzlei eingehende Post durch Mitarbeiter des Sekretariats geöffnet und in 

einer Mappe zu B. gebracht (TPF pag. 10-932-15). B. überreichte dem Untersu-

chungsbeamten der FINMA insgesamt drei Bundesordner mit diversen Unterla-

gen der D. GmbH. Darunter befinden sich namentlich Kontoauszüge der Bank J., 

die Rechnungen für den Internetauftritt sowie eine Vielzahl Darlehensverträge. 

Nebst den zahlreichen Bankauszügen, Rechnungen und Briefen von D. GmbH-

Anlegern sind auch acht Einschreiben in der Dokumentation von B. zu finden, 

wovon das Letzte vom 12. Januar 2009 datiert (EFD pag. 063 78 f.; 

…85;…99;…125;…128;…178;…210). Diese Postsendungen musste B. gese-

hen haben. Bei weiteren Dokumenten handelt es sich um Faxsendungen an die 

Faxnummer (…), welche unbestrittenermassen diejenige der Kanzlei von B. ist. 

Darunter sind auch aus der Zeit nach dessen angeblicher Mandatsbeendigung 

stammende Darlehensverträge mit Anlegern der D. GmbH. Der letzte dieser Dar-

lehensverträge datiert vom 29. Januar 2009, welcher am 4. Februar 2009 von 

der Kanzlei B. per Fax weitergeleitet wurde (EFD 063 49 ff.). Auf den Darlehens-

verträgen erschien bis zuletzt die Faxnummer der Kanzlei B.. Es besteht keinerlei 

Anhaltspunkt dafür, dass B. gegen die Verwendung der Telefaxnummer etwas 

unternommen hat. Er machte lediglich geltend, er habe keine Kenntnis vom Inhalt 

sämtlicher Post gehabt, welche an die D. GmbH adressiert und durch seine 

Kanzlei per Fax weitergeleitet wurde. Somit hat er zumindest in Kauf genommen, 

dass seine Kanzleimitarbeiterinnen die Post einer Gesellschaft weiterleiteten, 

welche gemäss seiner eigenen Erkenntnis unrechtmässig handelte. Zudem 

stellte er auch nach der angeblichen Mandatsbeendigung im Juli 2007 seine 

Kanzleiadresse als Nachsendungsadresse der D. GmbH zur Verfügung und dul-

dete, dass seine Faxnummer weiterhin auf den Darlehensverträgen der D. GmbH 

aufgeführt wurde. Mit diesen Dienstleistungen unterstützte B. den Fortgang der 

unrechtmässigen Geschäftstätigkeit der D. GmbH und nahm diese zumindest in 

Kauf.  

5.2.2.3 Durch die Vermietung einer Wohnung aus seinem eigenen Portefeuille war er 

ausserdem für die Einrichtung des fiktiven Wohnsitzes von A. – deren Post eben-

falls an die Kanzlei B. umgeleitet und dieser per Fax nach Deutschland nachge-

sandt wurde – besorgt. Durch die D. GmbH wurde zumindest eine Mietzinszah-

lung von CHF 3‘025.-- an die Liegenschaftsverwaltung B. bezahlt (EFD pag. 093 

24 ff.).  

5.2.2.4 Mit dem hievor beschriebenen Verhalten hat B. die Geschäftstätigkeit der 

D. GmbH und deren unbefugte Entgegennahme von Publikumseinlagen geför-

dert. Durch seine Dienstleistungen konnte nicht nur A. als Geschäftsführerin und 

Gesellschafterin ins Handelsregister eingetragen werden, die ständige Post- und 

Faxweiterleitung förderte das Vertrauen der Anleger, dass es sich bei der 

- 27 - 

D. GmbH um eine rechtmässige, gesetzeskonform tätige Schweizer Gesellschaft 

handelte. Damit hat er sich der Gehilfenschaft zur unbefugten Entgegennahme 

von Publikumseinlagen im Sinne von Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG i.V.m. Art. 25 

StGB schuldig gemacht. 

 C. 

 Betreffend die rechtlichen Ausführungen wird auf E. 5.2.1 verwiesen. 

 Die Anklagebehörde wirft C. Gehilfenschaft zur unbefugten Entgegennahme von 

Publikumseinlagen ab dem 26. Juni 2007 bis zum 9. Dezember 2008 vor. 

C. unterstützte die Haupttäter E. und A. bei der Akquisition von Kundengeldern, 

unterschrieb zumindest einen der Darlehensverträge – mit dem Anleger S. – und 

reichte zwischen 29. Juni 2007 und 9. Dezember 2008 87 Überweisungen von 

insgesamt rund EUR 600'000.-- aus Anlegergeldern in Spanien an E. weiter (vgl. 

FINMA pag. B 111-129; EFD pag. 021 5) C. hatte zu mehreren Anlegern zumin-

dest telefonischen Kontakt und sprach mit diesen über bereits erfolgte und über 

zukünftige Einlagen. Eindrücklich illustriert wird diese Tatsache durch das Schrei-

ben des Anlegers L., welches dieser an die „D. GmbH z.H. C.“ richtete (EFD pag. 

063 41 f.). Mit der Vermittlertätigkeit und der Entgegennahme und Weiterleitung 

der Anlagegelder an E. hat C. für die D. GmbH wesentliche Unterstützung zur 

unbefugten Entgegennahme von Publikumseinlagen geleistet. Die Aussage, wo-

nach E. C. informierte, die D. GmbH sei berechtigt gewesen, Gelder von Inves-

toren entgegenzunehmen, ist offensichtlich eine Schutzbehauptung in dem 

Sinne, als sie C. nicht zu entlasten vermag: es musste ihm als erfahrenen Immo-

bilienkaufmann zumindest die Tatsache bekannt sein, dass der Anlage- und Ban-

kensektor engmaschiger Regulierung untersteht, und es wäre für ihn ein Leichtes 

und auch seine Pflicht gewesen, sich an unabhängiger Stelle darüber zu infor-

mieren (vgl. TPF pag. 10-523-5). Ohne seine Mitwirkung hätte sich das Delikt 

zwingend anders abgespielt. Das Delikt der unbefugten Entgegennahme von 

Publikumseinlagen ist erst mit der Rückzahlung der Gelder an die Anleger been-

det. Bis dahin kann strafbare Gehilfenschaft geleistet werden (vgl. BGE 98 IV 83 

E. 2c 6. 85; 118 IV 309 E. la 8. 312; 121 IV 109 E. 3a S. 120). Aufgrund dieser 

Umstände ist C. wegen Gehilfenschaft zur unbefugten Entgegennahme von 

Publikumseinlagen im Sinne von Art. 46 Abs. 1 lit. f aBankG i.V.m. Art. 25 StGB 

schuldig zu sprechen. 

 Im Übrigen ist Folgendes zum Verbotsirrtum gemäss Art. 21 StGB festzuhalten: 

5.3.3.1 Für die rechtlichen Ausführungen wird auf E. 5.1.4.1 f. verwiesen. 

- 28 - 

5.3.3.2 Vorliegend ist erwiesen, dass es C. insbesondere durch seine Vermittlertätigkeit, 

aber auch durch die Entgegennahme und Weiterleitung der Anlagegelder be-

wusst gewesen war, dass die D. GmbH im Finanzmarktbereich tätig war, der 

erhöhten Regulierungen untersteht (vgl. auch E. 5.3.2). Die Rechtswidrigkeit des 

Geschäftsmodells der D. GmbH konnte C. nicht entgangen sein, weshalb ein 

Verbotsirrtum gemäss Art. 21 StGB entfällt. Hätte ein Verbotsirrtum vorgelegen, 

wovon nicht ausgegangen wird, so wäre dieser mittels Einholung juristischer Be-

ratung leicht vermeidbar gewesen. Ein Entfallen der Schuld aufgrund eines un-

vermeidbaren Verbotsirrtums ist dementsprechend nicht gegeben. 

 Strafzumessung 

 Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Verschul-

den des Täters zu. Es berücksichtigt das Vorleben und die persönlichen Verhält-

nisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das Verschulden 

wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen Rechts-

guts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und Zielen des 

Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren und äusse-

ren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu vermeiden 

(Art. 47 Abs. 2 StGB). Dem (subjektiven) Tatverschulden kommt somit bei der 

Strafzumessung eine entscheidende Rolle zu (BGE 136 IV 55 E. 5.4). Ausge-

hend von der objektiven Tatschwere hat der Richter dieses Verschulden zu be-

werten. Er hat im Urteil darzutun, welche verschuldensmindernden und welche 

verschuldenserhöhenden Gründe im konkreten Fall gegeben sind, um so zu ei-

ner Gesamteinschätzung des Tatverschuldens zu gelangen. Der Gesetzgeber 

hat einzelne Kriterien aufgeführt, welche für die Verschuldenseinschätzung von 

wesentlicher Bedeutung sind und das Tatverschulden vermindern bzw. erhöhen 

(BGE 136 IV 55 E. 5.5 und 5.6). Das Gesetz führt indes weder alle in Betracht zu 

ziehenden Elemente detailliert und abschliessend auf, noch regelt es deren 

exakte Auswirkungen bei der Bemessung der Strafe. Es liegt im Ermessen des 

Gerichts, in welchem Umfang es die verschiedenen Strafzumessungsfaktoren 

berücksichtigt. Dabei ist es nicht gehalten, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, 

wie es die einzelnen Strafzumessungskriterien berücksichtigt (BGE 136 IV 55 

E. 5.4 ff.; 134 IV 17 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_650/2007 vom 2. Mai 

2008, E. 10.1). 

 Der objektive Strafrahmen in Art. 46 Abs. 1 lit. a. BankG beläuft sich auf 1 Ta-

gessatz Geldstrafe bis zu 3 Jahren Freiheitsstrafe. Die Strafdrohung von Art. 46 

Abs. 1 lit. f. aBankG i.V.m. Art. 333 Abs. 2 lit. c. StGB lautet auf Geldstrafe von 

bis zu 180 Tagessätzen. Bereits an dieser Stelle ist zu erwähnen, dass betreffend 

- 29 - 

aller Beschuldigten eine Geldstrafe auszufällen ist (vgl. E. 6.6.1). Zudem kann 

vorab festgehalten werden, dass betreffend aller Beschuldigten keine Strafschär-

fungsgründe vorliegen. Hingegen ist als Strafmilderungsgrund die lange Verfah-

rensdauer und insbesondere auch die Gehilfenschaft aufgrund von Art. 25 StGB 

zu berücksichtigen (Art. 48a StGB; BGE 143 IV 179 E. 1.5.1). Die Gehilfenschaft 

ist als Strafmilderungsgrund obligatorisch zu beachten, wenn zwei Drittel der Ver-

jährungsfrist verstrichen sind (BGE 132 IV 1), was bis zum Erlass der Strafverfü-

gung vom 17. November 2015 zweifelsohne der Fall war. Nichtsdestotrotz ist der 

ordentliche Strafrahmen, unter Berücksichtigung der Strafandrohung von 

Art. 46 Abs. 1 lit. f. aBankG, nicht zu verlassen. 

 A. 

 Hinsichtlich der objektiven Tatkomponente ist erwiesen, dass es A. unterlassen 

hat, betriebsinterne Massnahmen zu ergreifen um die unbefugte Entgegennah-

me von Publikumseinlagen zu unterbinden bzw. die erforderliche Bewilligung ein-

zuholen. Im Rahmen der objektiven Tatkomponente ist zum Ausmass des ver-

schuldeten Erfolgs in Gestalt einer Gefährdung des Funktionierens der Finanz-

märkte und der Interessen von Anlegern festzuhalten, dass auf den Konten der 

D. GmbH ab dem Amtsantritt von A. am 14. August 2007 Anlagegelder von ins-

gesamt rund CHF 850‘000.--, einbezahlt von 17 Privatpersonen, entgegenge-

nommen wurden. In der Folge kamen alle Anleger zu Verlust, die meisten zu 

einem Totalverlust. Das Vorgehen von A. zeigt einerseits grosse Gleichgültigkeit 

gegenüber gesetzlichen Vorschriften, andererseits aber auch eine gewisse 

Durchtriebenheit bei deren Umgehung: Damit die D. GmbH als GmbH im schwei-

zerischen Handelsregister weiterhin eingetragen bleiben konnte, und um gegen-

über den Anlegern als schweizerische Gesellschaft aufzutreten, hat sich A. eine 

Wohnung in der Schweiz verschafft und sich als Geschäftsführerin der D. GmbH 

eintragen lassen, obwohl sie effektiv nie in der Schweiz wohnte. Mit der Weiter-

gabe der Kontozugangsnummer an Dritte hat sie sich jeder Kontrolle über die 

Vermögenswerte der D. GmbH begeben. Der illegalen Entgegennahme von Pub-

likumsgeldern und der illegalen Werbung dafür ist sie nicht entgegengetreten, 

womit der Schutz der Anleger und die Funktionsfähigkeit der Finanzmärkte 

geschädigt wurden. Diese handlungsbezogenen Elemente haben somit insge-

samt ein mittleres Gewicht. 

 Im Rahmen der subjektiven Tatkomponente ist zu den Beweggründen von A. 

festzuhalten, dass diese ihr Mandat als Geschäftsführerin ohne jegliches Verant-

wortungsbewusstsein ausübte und sich schlichtweg nicht mit anlagerechtlichen 

Fragen auseinandersetzte, obwohl ihr klar sein musste, dass die D. GmbH im 

- 30 - 

Anlagebereich tätig war und es allgemein bekannt ist, dass der Banken- und An-

lagebereich engmaschigen gesetzlichen Regelungen unterliegt. Sie hat damit die 

Sorgfaltspflicht als Geschäftsführerin der D. GmbH erheblich missachtet. Sie 

hätte die Tatverwirklichung mit minimalen Vorsichtsmassnahmen ohne weiteres 

vermeiden können. Die Art und Weise der Tatausführung war berechnend und 

zugleich leichtsinnig. A. handelte eventualvorsätzlich. Auch hier ist von einem 

mittleren Verschulden auszugehen. 

 Gesamthaft ist von einem mittleren Tatverschulden von A. auszugehen. Eine 

Geldstrafe von 60 Tagessätzen ist demnach angemessen. 

 Aufgrund der langen Verfahrensdauer sowie der Tatsache, dass sich A. in der 

Zwischenzeit wohl verhalten hat, ist die Strafe um 20 Tagessätze zu mildern 

(Art. 48 lit. e. StGB). 

 Hinsichtlich der Täterkomponente ist Folgendes festzuhalten: A. lebt in stabilen 

persönlichen Verhältnissen und geht einer geregelten Erwerbstätigkeit nach. Sie 

ist nicht vorbestraft. Im Strafverfahren hat sie sich weitgehend anständig und kor-

rekt verhalten. Einsicht oder Reue betreffend ihrer Tat zeigte sie im Verfahren zu 

keinem Zeitpunkt. Sie weist nach wie vor jegliche Verantwortung für die im Na-

men der D. GmbH begangene Straftat von sich, was leicht straferhöhend zu be-

rücksichtigen ist. Die Strafempfindlichkeit gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. 

Das Vorleben, die persönlichen Verhältnisse sowie die Strafempfindlichkeit sind 

neutral zu werten. Somit wiegt das Gesamtverschulden bei der Täterkomponente 

insgesamt leicht straferhöhend. 

 In Anbetracht aller wesentlichen Umstände ist die Geldstrafe auf 45 Tagessätze 

festzusetzen.  

 B.  

 Hinsichtlich der objektiven Tatkomponente ist erwiesen, dass auf den Konten der 

D. GmbH ab dem Eintritt von A. am 14. August 2007 als Geschäftsführerin Anla-

gegelder von insgesamt rund CHF 850‘000.-- von 17 Personen einbezahlt 

wurden. In der Folge kamen die meisten Anleger zu einem Totalverlust. Dadurch 

versagte der öffentliche Schutz der Anlegerinteressen und derjenige der Finanz-

märkte. Obwohl B. um die illegale Tätigkeit der D. GmbH wusste, unterstützte er 

deren Tätigkeit weiter. So ermöglichte er den Weiterbestand der Gesellschaft 

dadurch, dass er der in Deutschland ansässigen Geschäftsführerin A. einen fik-

tiven Wohnsitz in der Schweiz verschaffte und dafür den Mietzins beanspruchte; 

zudem besorgte er die Post sowohl der D. GmbH als auch von A. persönlich und 

- 31 - 

duldete die Verwendung seiner Kanzleitelefaxnummer durch die D. GmbH. Durch 

dieses Verhalten hat B. die Tätigkeit der D. GmbH in einem mittleren Umfang 

gefördert. Diese Unterstützung erfolgte, obwohl ihm die Unrechtmässigkeit des 

Vorgehens der D. GmbH bewusst war. Dementsprechend erkennt das Gericht 

auf eine mittelschwere objektive Tatkomponente. 

Zu den Beweggründen von B. ist festzustellen, dass er zumindest eventualvor-

sätzlich und eigennützig gehandelt hat. Die Tatsache, dass er für die D. GmbH 

statt seiner selbst bzw. den effektiven Berechtigten seine unerfahrenen Lehrtöch-

ter bzw. späteren Mitarbeiterinnen als Geschäftsführerinnen und Gesellschafte-

rinnen im Handelsregister eintrug lässt darauf schliessen, dass er selbst die gan-

zen Geschäfte von allem Anfang an nicht als lauter einschätzte; dies lässt das 

Vorgehen als besonders niederträchtig erscheinen. Der Grund, weshalb B. die 

Tätigkeit der D. GmbH nach dem Juli 2007 weiterhin unterstützte ist in dessen 

finanziellen Interessen zu sehen. Hätte B. im Juli 2007 seine Unterstützung ein-

gestellt, so hätte sich der Tatablauf zweifelsohne anders dargestellt.  

Auch den handlungsbezogenen Elementen ist insgesamt ein mittleres Gewicht 

beizumessen. Gesamthaft ist darum von einem mittleren Tatverschulden von B. 

auszugehen. Das Gericht erachtet eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen als an-

gemessen. 

 Aufgrund der langen Verfahrensdauer sowie der Tatsache, dass sich B. in der 

Zwischenzeit wohl verhalten hat, ist die Strafe um 20 Tagessätze zu mildern 

(Art. 48 lit. e). Aufgrund der Tatbegehung als Gehilfe ist die Strafe um weitere 

10 Tagessätze zu mildern (Art. 25 StGB). 

 Hinsichtlich der Täterkomponente ist Folgendes auszuführen: Zu den persönli-

chen Verhältnissen ist festzuhalten, dass B. auch heute noch, nach Erreichen 

des Pensionierungsalters, seine Dienstleistungen als Rechtsanwalt und Notar 

anbietet. Er ist geschieden. Seine finanzielle Situation ist überdurchschnittlich 

gut. Er ist nicht vorbestraft. Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sind 

neutral zu werten. Im Strafverfahren hat sich B. anständig und korrekt verhalten. 

Anlässlich der Hauptverhandlung verweigerte er die Aussage; dies ist jedoch sein 

gutes Recht als beschuldigte Person in einem Strafverfahren und wird nicht be-

wertet. Einsicht oder Reue betreffend seiner strafrechtlichen Verantwortung bzw. 

seiner Unterstützungshandlungen zeigte B. zu keinem Zeitpunkt im Verfahren, 

was leicht straferhöhend zu berücksichtigen ist. Die Strafempfindlichkeit gibt zu 

keinen Bemerkungen Anlass. Das Verschulden wiegt bei der Täterkomponente 

insgesamt leicht straferhöhend, weshalb sich die Strafe um 2 Tagessätze erhöht. 

- 32 - 

 Aufgrund des Gesamtverschuldens und nach Berücksichtigung der Strafmilde-

rungsgründe ist vorliegendenfalls eine Geldstrafe von 32 Tagessätzen angemes-

sen. 

 C. 

 Im Rahmen der objektiven Tatkomponente ist erwiesen, dass auf den Konten der 

D. GmbH ab dem Amtsantritt von A. am 14. August 2007 von 17 Personen Anla-

gegelder von insgesamt rund CHF 850‘000.-- eingingen. In der Folge kamen die 

meisten Anleger zu einem Totalverlust. Dadurch wurden der Anlegerschutz und 

das Funktionieren der Finanzmärkte gestört. Der überwiegende Teil der Anleger-

gelder wurde auf die Konten von C. in Spanien überwiesen, welcher die Beträge 

nach seinen Angaben in bar an E. weiterleitete. Ein grosser Teil der Anlagegelder 

gelangte aufgrund der Vermittlungstätigkeit von C. zur D. GmbH: er rekrutierte 

sowohl neue Investoren, entwickelte aber auch ein grosses Talent, bestehende 

Investoren zu zusätzlichen Anlagen zu überreden, wobei er zumindest in einem 

Fall auch eine Unterschrift für die D. GmbH leistete (Darlehensvertrag mit S.). 

Die objektive Tatschwere ist als mittelschwer einzustufen.  

C. hat zumindest eventualvorsätzlich gehandelt, musste ihm als Immobilienkauf-

mann doch die engmaschige Regulierung des Anlage- und Bankenbereichs be-

kannt sein. Über die Gründe, weshalb er die Tätigkeit der D. GmbH förderte ob-

wohl er über deren Geschäftsmodell Bescheid wusste und ihm die Weitergabe 

hoher Barbeträge an E. als suspekt hätte auffallen müssen, kann nur gemut-

masst werden. Nebst einer angeblichen Freundschaft zu E. kommen nur finanzi-

elle Interessen in Frage. C. hätte ohne weiteres seine Unterstützungshandlungen 

einstellen können, wodurch sich der Tathergang zweifelsohne anders abgespielt 

hätte. Die subjektive Tatschwere ist als eher mittelschwer einzustufen. 

Die handlungsbezogenen Elemente haben insgesamt ein eher mittleres Gewicht. 

Gesamthaft ist darum von einem eher mittleren Tatverschulden von C. auszuge-

hen. Das Gericht erachtet eine Geldstrafe von 55 Tagessätzen als angemessen. 

 Aufgrund der langen Verfahrensdauer sowie der Tatsache, dass sich C. in der 

Zwischenzeit wohl verhalten hat, ist die Strafe um 20 Tagessätze zu mildern 

(Art. 48 lit. e). Die Strafe ist um weitere 10 Tagessätze aufgrund der Tatbegehung 

als Gehilfe zu mildern (Art. 25 StGB). 

 Hinsichtlich der Täterkomponente ist Folgendes festzuhalten: C. ist Vater er-

wachsener Kinder. Er wohnt in Spanien in angeblich bescheidenen Verhältnissen 

und ist gesundheitlich angeschlagen (TPF pag. 10-263-4 ff.). Er ist geschieden 

- 33 - 

und nicht vorbestraft. Das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sind neut-

ral zu werten. Im Strafverfahren hat er sich anständig und korrekt verhalten, je-

doch betreffend seiner Unterstützungshandlungen zu keinem Zeitpunkt des Ver-

fahrens Einsicht oder Reue gezeigt, was leicht straferhöhend zu berücksichtigen 

ist. Die Strafempfindlichkeit gibt zu keinen Bemerkungen Anlass. Das Verschul-

den wiegt bei der Täterkomponente insgesamt leicht straferhöhend, weshalb sich 

die Strafe um 2 Tagessätze erhöht. 

 Aufgrund des Gesamtverschuldens und nach Berücksichtigung der Strafmilde-

rungsgründe ist vorliegend eine Geldstrafe von 27 Tagessätzen angemessen. 

 Geldstrafe 

 Die Geldstrafe beträgt höchstens 360 Tagessätze (Art. 34 Abs. 1 StGB), wobei 

sich der Tagessatz auf höchstens CHF 3‘000.-- belaufen darf. Das Gericht be-

stimmt dessen Höhe nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen 

des Täters im Zeitpunkt des Urteils, namentlich nach Einkommen und Vermögen, 

Lebensaufwand, allfälligen Familien- und Unterstützungspflichten sowie nach 

dem Existenzminimum (Art. 34 Abs. 2 StGB). 

Das Gericht hat keinen Grund zur Annahme, dass eine Geldstrafe nicht vollzogen 

werden könnte, weshalb eine derartige Strafe für alle drei Beschuldigten auszu-

fällen ist. 

 A. hat laut eigenen Angaben ein monatliches Nettoeinkommen von EUR 2‘345.- 

(TPF pag. 10-521-10); wesentliches Vermögen ist dem Gericht nicht bekannt. 

Aufgrund dieser Situation wird der Tagessatz auf CHF 70.-- festgelegt (Art. 34 

Abs. 2 StGB).  

 B. hat laut Steuererklärung 2015 ein jährliches Einkommen von rund 

CHF 319‘846.-- brutto (TPF pag. 10-262-8). Das steuerbare Einkommen belief 

sich 2015 auf CHF 307‘611.--. Für das Jahr 2014 wurde ein steuerbares 

Einkommen von CHF 210‘700.-- berechnet (TPF pag. 10-262-134). Steuerbares 

Vermögen wurde nicht veranlagt. B. hat keine Unterhaltsverpflichtungen. 

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass B. in sehr guten und geregel-

ten finanziellen Verhältnissen lebt. Aufgrund der persönlichen und wirtschaftli-

chen Situation von B. im Zeitpunkt des Urteils wird der Tagessatz auf CHF 680.- 

festgelegt (Art. 34 Abs. 2 StGB).  

- 34 - 

 C. hat laut eigenen Angaben ein monatliches Einkommen zwischen EUR 200.-- 

bis 350.-- (TPF pag. 10-263-7). Er lebt nach seinen Angaben in bescheidenen 

finanziellen Verhältnissen in einer eigenen Wohnung in Meeresnähe in Spanien. 

Über weitere aktuelle Informationen zur Einkommens- und Vermögenssituation 

verfügt das Gericht nicht. Aufgrund dieser persönlichen und wirtschaftlichen Si-

tuation wird der Tagessatz auf CHF 50.-- festgelegt (Art. 34 Abs. 2 StGB).  

 Bedingter Vollzug  

Wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den Täter von der 

Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten, so schiebt das Ge-

richt in der Regel den Vollzug einer Geldstrafe, gemeinnütziger Arbeit oder einer 

Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten und höchstens zwei Jahren auf 

(Art. 42 Abs. 1 StGB). Vorliegend sind die Einschränkungen von Art. 42 Abs. 2 

StGB bei der Gewährung des bedingten Vollzugs nicht zu berücksichtigen. 

Es besteht bezüglich keinem der Beschuldigten eine Notwendigkeit, die ausge-

sprochene Strafe zu vollziehen. Das Gericht erachtet die Wirkung einer bedingt 

ausgesprochenen Geldstrafe in Kombination mit einer Verbindungsbusse (vgl. 

sogleich E. 6.8 ff.) als ausreichend, um die Beschuldigten von der abermaligen 

Begehung deliktischer Handlungen abzuhalten. Der bedingte Vollzug kann den 

Beschuldigten deshalb gewährt werden, die Probezeit ist auf zwei Jahre festzu-

setzen (Art. 44 Abs. 1 StGB). Eine Erhöhung der Dauer der Probezeit über das 

gesetzliche Minimum von 2 Jahren hinaus ist vorliegend nicht angezeigt. 

 Busse  

 Nach Art. 42 Abs. 4 StGB kann eine bedingte Strafe mit einer unbedingten Geld-

strafe oder mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbunden werden. Die Bestim-

mung dient in erster Linie dazu, die Schnittstellenproblematik zwischen der Busse 

(für Übertretungen) und der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen 

(Botschaft (zur Änderung des Strafgesetzbuches […]) vom 29.06.2005, BBl 

2005, S. 4699 ff. und S. 4705 ff.). Zudem trägt die unbedingte Verbindungsstrafe 

dazu bei, das unter spezial- und generalpräventiven Gesichtspunkten eher 

geringe Drohpotential der bedingten Geldstrafe zu erhöhen. Dem Verurteilten soll 

ein Denkzettel verpasst werden können, um ihm (und soweit nötig allen anderen) 

den Ernst der Lage vor Augen zu führen und zugleich zu demonstrieren, was bei 

Nichtbewährung droht (BOMMER, Die Sanktionen im neuen AT StGB - ein Über-

blick, in: Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches, Bern 2007, 

S. 35). Um dem akzessorischen Charakter der Verbindungsstrafe gerecht zu 

werden, erscheint es sachgerecht, ihre Obergrenze grundsätzlich auf einen Fünf-

- 35 - 

tel beziehungsweise 20% festzulegen. Abweichungen sind im Bereich tiefer Stra-

fen denkbar, um sicherzustellen, dass der Verbindungsstrafe nicht eine lediglich 

symbolische Bedeutung zukommt (BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). Hingegen ist auch 

zu berücksichtigen, dass die Verbindungsstrafe nicht zu einer Straferhöhung füh-

ren soll (BGE 134 IV 1 E. 4.5.2.) 

 In casu wird eine bedingte Strafe A. nicht sonderlich beeindrucken, handelt es 

sich doch bei der ausgesprochenen Strafe um eine Geldstrafe im unteren Be-

reich. Sie ist daher mit einer Busse von CHF 630.-- zu bestrafen. Bezahlt A. die 

Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 9 Ta-

gen. Die bedingte Geldstrafe ist im Hinblick auf das Verbot einer Straferhöhung 

aufgrund der auszusprechenden Verbindungsbusse um 9 Tagessätze herabzu-

setzen. 

 Auch B. wird eine bedingte Strafe nicht sonderlich beeindrucken, ein „Denkzettel“ 

ist deshalb durchaus angebracht. Die ausgesprochene Geldstrafe ist im unteren 

Bereich ausgefällt worden. B. ist daher mit einer Busse von CHF 4‘080.-- zu be-

strafen. Bezahlt er die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatz-

freiheitsstrafe von 6 Tagen. Die bedingte Geldstrafe ist im Hinblick auf das Verbot 

einer Straferhöhung aufgrund der auszusprechenden Verbindungsbusse um 

6 Tagessätze herabzusetzen. 

 C. wurde mit einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe bestraft, wobei ihn diese nicht 

sonderlich beeindrucken wird. Er ist daher mit einer Busse von CHF 250.-- zu 

bestrafen. Beim tiefen monatlichen Einkommen verfügt auch dieser tiefe Bussen-

betrag über eine Denkzettelfunktion. Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so 

tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. Die bedingte Geld-

strafe ist im Hinblick auf das Verbot einer Straferhöhung aufgrund der auszuspre-

chenden Verbindungsbusse um 5 Tagessätze herabzusetzen. 

 Konkretes Strafmass 

 A. wird verurteilt zu einer Geldstrafe von 36 Tagessätzen à CHF 70.--, bedingt 

erlassen auf eine Probezeit von zwei Jahren, und zu einer Busse von  

CHF 630.--. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Er-

satzfreiheitsstrafe von 9 Tagen. 

 B. wird verurteilt zu einer Geldstrafe von 26 Tagessätzen à CHF 680.--, bedingt 

erlassen auf eine Probezeit von 2 Jahren, und zu einer Busse von CHF 4‘080.--. 

Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheits-

strafe von 6 Tagen. 

- 36 - 

 C. wird verurteilt zu einer Geldstrafe von 22 Tagessätzen à CHF 50.--, bedingt 

erlassen auf eine Probezeit von 2 Jahren, und zu einer Busse von CHF 250.--. 

Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheits-

strafe von 5 Tagen. 

 Ersatzforderung 

 Gemäss Art. 2 VStrR gelten die allgemeinen Bestimmungen des StGB auch für 

das Verwaltungsstrafverfahren. Das Gericht verfügt die Einziehung von Vermö-

genswerten, die durch eine Straftat erlangt worden sind (Art. 70 Abs. 1 StGB). 

Sie ist ausgeschlossen, wenn ein Dritter die Vermögenswerte in Unkenntnis der 

Einziehungsgründe erworben hat und soweit er für sie eine gleichwertige Gegen-

leistung erbracht hat (Art. 70 Abs. 2 StGB). Sind die der Einziehung unterliegen-

den Vermögenswerte nicht mehr vorhanden, so erkennt das Gericht auf eine Er-

satzforderung des Staates in gleicher Höhe, gegenüber einem Dritten jedoch nur, 

soweit dies nicht nach Art. 70 Abs. 2 StGB ausgeschlossen ist (Art. 71 Abs. 1 

StGB). Das Gericht kann von einer Ersatzforderung ganz oder teilweise absehen, 

wenn diese voraussichtlich uneinbringlich wäre oder die Wiedereingliederung 

des Betroffenen ernstlich behindern würde (Art. 71 Abs. 2 StGB).  

 Die Vermögenseinziehung steht wesentlich im Dienst des sozialethischen Ge-

bots, dass der Täter nicht im Genuss eines durch strafbare Handlung erlangten 

Vorteils bleiben darf. Strafbares Verhalten soll sich nicht lohnen. Diese Funktion 

der Einziehung nach Art. 70 StGB kommt präziser in den Bezeichnungen Aus-

gleichs- oder Abschöpfungseinziehung zum Ausdruck (TRECHSEL/JEAN-RI-

CHARD, a.a.O., Art. 70 StGB N. 1 m.w.H.). Objekt der Einziehung sind Vermö-

genswerte; erfasst werden alle wirtschaftlichen Vorteile, gleichgültig ob sie in 

einer Vermehrung der Aktiven oder einer Verminderung der Passiven bestehen. 

Immer muss es sich aber um einen geldwerten Vorteil handeln (TRECHSEL/JEAN-

RICHARD, a.a.O., Art. 70 StGB N. 2 m.w.H.). 

 A. hat durch ihre Tätigkeit als Geschäftsführerin bei der D. GmbH nachweislich 

ein Einkommen von mindestens CHF 21‘000.-- erzielt (vgl. Sachverhalt lit. P. hie-

vor). Die durch die Straftat erlangten Vermögenswerte sind bei A. nicht sicherge-

stellt worden und nach dem langen Zeitablauf ist davon auszugehen, dass diese 

nicht mehr vorhanden sind. Es ist daher gegen A. eine Ersatzforderung festzu-

setzen. Zur Erleichterung ihrer Wiedereingliederung und insbesondere im Hin-

blick auf ihre wirtschaftlichen Verhältnisse ist die Ersatzforderung zu reduzieren 

(Art. 71 Abs. 2 StGB). Sie ist auf CHF 10‘000.-- festzusetzen.  

- 37 - 

  

 Das EFD beantragt, es sei gemäss Art. 71 Abs. 1 StGB gegen B. auf eine Er-

satzforderung von CHF 11‘825.-- zu erkennen.  

 B. hat durch die von ihm als Gehilfe begangene Straftat einen finanziellen Vorteil 

für die Domizilgebühr der D. GmbH in Y. in der Höhe von CHF 2‘500.-- erlangt. 

Dieser Betrag entspricht der Hälfte der jährlichen Domizilgebühr von  

CHF 5‘000.--, da B. erst ab Juli 2007 Gehilfenschaft geleistet hat (TPF pag. 10-

522-47). Des Weiteren hat B. am 13. August 2007 eine Rechnung an die 

D. GmbH gestellt für die Stammanteilübertragung inkl. MWST in der Höhe von 

CHF 753.20 im Zusammenhang mit der Einsetzung von A. als Geschäftsführerin 

und Gesellschafterin der D. GmbH. Der Betrag sei bar erhalten worden (EFD 062 

274). Zudem hat sich B. auf das Konto seiner Liegenschaftsverwaltung mit der 

Nummer 46-333333-6 für die Wohnung in W./SO, nachweislich CHF 3‘025.-- von 

der D. GmbH überweisen lassen (EFD pag. 093 26). Diese Zahlungen kamen 

wirtschaftlich unmittelbar B. zu; er konnte über die Konten seiner Firmen frei ver-

fügen und hat dies auch getan. Die erlangten Vermögenswerte sind bei B. nicht 

sichergestellt worden und nach dem langen Zeitablauf ist davon auszugehen, 

dass diese nicht mehr vorhanden sind. Somit ist gegen ihn eine Ersatzforderung 

festzusetzen. Ein Verzicht oder eine teilweise Reduktion nach Art. 71 Abs. 2 

StGB ist nicht angezeigt. Indes werden – entgegen dem Antrag des EFD – nur 

nachgewiesene und keine hypothetisch hochgerechneten Beträge berücksich-

tigt. Die Ersatzforderung ist auf CHF 6‘278.20 festzusetzen.  

 Es ist unwahrscheinlich und unglaubwürdig, wenn C. behauptet, er habe sämtli-

che von ihm im Zusammenhang mit der D. GmbH vereinnahmten Gelder an E. 

weitergeleitet; vielmehr ist davon auszugehen, dass er sich für seine Vermitt-

lungs- und Geldverschiebungstätigkeit hat bezahlen lassen. Allerdings hat die 

Untersuchung keine diesbezüglichen konkreten Erkenntnisse erbracht, weshalb 

auf die Festsetzung einer Ersatzforderung gegenüber C. verzichtet wird.  

 Verfahrenskosten 

 Die Verfahrenskosten setzen sich zusammen aus den Gebühren zur Deckung 

des Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall (Art. 422 Abs. 1 StPO; 

Art. 1 Abs. 1 des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. August 2010 über 

die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstrafverfahren [BStKR; 

SR 173.713.162]). Bund und Kantone regeln die Berechnung der Verfahrens-

- 38 - 

kosten und legen die Gebühren fest. Sie können für einfache Fälle Pauschal-

gebühren festlegen, die auch die Auslagen abgelten (Art. 424 StPO).  

Die Gebühren sind für die Verfahrenshandlungen geschuldet, die im Vorverfah-

ren sowie im erstinstanzlichen Hauptverfahren von der Strafkammer des Bun-

desstrafgerichts durchgeführt oder angeordnet worden sind (Art. 1 Abs. 2 

BStKR). Die Höhe der Gebühr richtet sich nach Bedeutung und Schwierigkeit der 

Sache, der Vorgehensweise der Parteien, ihrer finanziellen Situation und dem 

Kanzleiaufwand (Art. 5 BStKR); sie bemisst sich nach Art. 6 und Art. 7 BStKR.  

Die Auslagen umfassen die vom Bund vorausbezahlten Beträge, namentlich die 

Kosten für die amtliche Verteidigung, Übersetzungen, Gutachten, Mitwirkung an-

derer Behörden, Porti, Telefonspesen und andere entsprechende Kosten 

(Art. 422 Abs. 2 StPO und Art. 1 Abs. 3 BStKR).  

 Das EFD macht für die Vorverfahren jeweils eine Spruch- und Schreibgebühr 

geltend, wobei sich die Kosten für B. auf CHF 2‘750.-- und bei A. und C. auf je 

CHF 2‘730.-- belaufen. Diese liegen im gesetzlichen Rahmen (Art. 6 Abs. 3 lit. b, 

Abs. 4 lit. c und Abs. 5 BStKR) und erscheinen angemessen. Die Gebühr für das 

erstinstanzliche Hauptverfahren ist aufgrund der Bedeutung und Schwierigkeit 

der Sache und des angefallenen Aufwands und der finanziellen Situation der Be-

schuldigten auf gesamthaft CHF 4'500.-- festzusetzen (Art. 5 i.V.m. Art. 7 lit. a 

BStKR) und wird den Beschuldigten zu je 1/3, folglich je CHF 1‘500.--, auferlegt.  

 Die beschuldigte Person trägt die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, um von dieser 

Regel abzuweichen. 

 Amtliche Verteidigung 

 Die Berechnung der Entschädigung der amtlichen Verteidigung im Bundesstraf-

verfahren erfolgt gemäss dem Reglement des Bundesstrafgerichts über die Kos-

ten, Gebühren und Entschädigungen im Bundesstrafverfahren (BStKR; Art. 11 

BStKR). Die Anwaltskosten umfassen das Honorar und die notwendigen Ausla-

gen, namentlich für Reise, Verpflegung und Unterkunft sowie Porti und Tele-

fonspesen (Art. 11 Abs. 1 BStKR). Das Honorar wird nach dem notwendigen und 

ausgewiesenen Zeitaufwand des Verteidigers bemessen. Der Stundenansatz 

beträgt mindestens 200 und höchstens 300 Franken (Art. 12 Abs. 1 BStKR). Die 

Auslagen werden im Rahmen der Höchstansätze aufgrund der tatsächlichen 

- 39 - 

Kosten vergütet (Art. 13 BStKR). Bei Fällen im ordentlichen Schwierigkeitsbe-

reich, d.h. für Verfahren ohne hohe Komplexität und ohne Mehrsprachigkeit, be-

trägt der Stundenansatz gemäss ständiger Praxis der Strafkammer CHF 230.-- 

für Arbeitszeit und CHF 200.-- für Reise- und Wartezeit (vgl. Beschluss des Bun-

desstrafgerichts BK.2011.21 vom 24. April 2012, E. 2.1; Urteil des Bundesstraf-

gerichts SN.2011.16 vom 5. Oktober 2011, E. 4.1). 

 Das vorliegende Verfahren stellte in rechtlicher und tatsächlicher Hinsicht keine 

überdurchschnittlichen Anforderungen an die Verteidigung. Der Stundenansatz 

ist daher auf CHF 230.-- für Arbeitszeit, sowie auf CHF 200.-- für Reise- und 

Wartezeit festzusetzen.  

Für das vorliegende Verwaltungsstrafverfahren macht Rechtsanwalt Gian Moeri 

gemäss Kostennote vom 24. Mai 2017 eine Entschädigung von CHF 16‘887.30 

(inkl. MWSt) geltend, wobei er einen Stundenansatz von CHF 250.-- verrechnet. 

Die Auslagen belaufen sich auf CHF 613.60. Für die verrechenbaren Stunden im 

Vorverfahren ist die Kostennote vom 15. Mai 2015 (EFD pag. 083 25 ff.) heran-

zuziehen. Darin machte RA Moeri einen Zeitaufwand von 22.64 Stunden zu 

CHF 250.-- und Auslagen in der Höhe von CHF 198.50 geltend. Die Honorarno-

ten entsprechen nicht den reglementarischen Vorgaben und der Praxis des Ge-

richts, weshalb sie zu kürzen sind. Auch für das Vorverfahren wird eine Entschä-

digung für den Arbeitsaufwand in der Höhe von CHF 230.-- festgesetzt. Dement-

sprechend werden Rechtanwalt Moeri für das Vorverfahren 22.64 Stunden zu 

CHF 230.--, gesamthaft ausmachend CHF 5‘207.20 sowie die Auslagen von 

CHF 198.50, welche nicht zu beanstanden sind, entschädigt. Zuzüglich der 

Mehrwertsteuer von 8 Prozent beläuft sich die Kostennote des Vorverfahrens so-

mit auf CHF 5‘838.70. Im Hauptverfahren sind die Reisehonorarstunden zu re-

duzieren (von CHF 250.- auf CHF 200.-), hingegen kommen die in der Abrech-

nung nicht enthaltenen Honorarstunden für die Verhandlung (8 Stunden 45 Mi-

nuten) hinzu. Nach diesen Anpassungen belaufen sich die Arbeitsstunden auf 

35.73 Stunden, die Wegzeit auf 4.84 Stunden. Die Auslagen in der Höhe von 

CHF 613.60 sind nicht zu beanstanden. Dementsprechend wird Rechtsanwalt 

Moeri für das Verwaltungsstrafverfahren vor dem Bundesstrafgericht mit 

CHF 10‘583.60 (inkl. MWST) entschädigt. 

 Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers von C. beträgt somit gesamthaft 

CHF 16‘422.30.  

 Nach Art. 33 Abs. 3 VStrR hat C., welcher zu Verfahrenskosten verurteilt wird, 

dem Eidgenössischen Finanzdepartement als Vollzugsbehörde (Art. 90  Abs. 1 

- 40 - 

VStrR) die Entschädigung der amtlichen Verteidigung zurückzubezahlen, wenn 

es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben.  

  

- 41 - 

Der Einzelrichter erkennt: 

 

I. A. 

1. A. wird schuldig gesprochen der unbefugten Entgegennahme von Publikumsein-

lagen gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG. 

2. A. wird verurteilt zu einer Geldstrafe von 36 Tagessätzen à    CHF 70.--, bedingt 

erlassen auf eine Probezeit von zwei Jahren. 

3. A. wird bestraft mit einer Busse von CHF 630.-; bei schuldhafter Nichtbezahlung 

tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 9 Tagen. 

4. Zulasten von A. und zugunsten der Eidgenossenschaft wird eine Ersatzforderung 

von CHF 10‘000.-- festgesetzt. 

5. Die Verfahrenskosten (Vorverfahren CHF 2‘730.--; Hauptverfahren anteilsmässig 

CHF 1‘500.--) in der Höhe von CHF 4‘230.-- werden A. zur Bezahlung auferlegt. 

 

II. B. 

1. B. wird schuldig gesprochen der Gehilfenschaft zur unbefugten Entgegennahme 

von Publikumseinlagen gemäss Art. 46 Abs. 1 lit. a BankG in Verbindung mit 

Art. 25 StGB. 

2. B. wird verurteilt zu einer Geldstrafe von 26 Tagessätzen à CHF 680.--, bedingt 

erlassen auf eine Probezeit von 2 Jahren. 

3. B. wird verurteilt zu einer Busse von CHF 4‘080.--; bei schuldhafter Nichtbezah-

lung tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 6 Tagen. 

4. Zulasten von B. und zugunsten der Eidgenossenschaft wird eine Ersatzforderung 

von CHF 6‘278.20 begründet.  

5. Die Verfahrenskosten (Vorverfahren CHF 2‘750.--; Hauptverfahren anteilsmässig 

CHF 1‘500.--) in der Höhe von CHF 4‘250.-- werden B. zur Bezahlung auferlegt. 

 

III. C. 

6. C. wird schuldig gesprochen der Gehilfenschaft zur unbefugten Entgegennahme 

von Publikumseinlagen gemäss aArt. 46 Abs. 1 lit. f BankG in Verbindung mit 

Art. 25 StGB. 

7. C. wird verurteilt zu einer Geldstrafe von 22 Tagessätzen à CHF 50.--, bedingt 

erlassen auf eine Probezeit von 2 Jahren. 

8. C. wird verurteilt zu einer Busse von CHF 250.--; bei schuldhafter Nichtbezahlung 

tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 5 Tagen. 

- 42 - 

9. Die Verfahrenskosten (Vorverfahren CHF 2730.--; Hauptverfahren anteilsmässig 

CHF 1‘500.--) in der Höhe von CHF 4‘230.-- werden C. zur Bezahlung auferlegt. 

10. Für die amtliche Verteidigung von C. wird Rechtsanwalt Gian Moeri mit 

CHF 16‘422.30 entschädigt. 

C. hat dem Eidgenössischen Finanzdepartement die Entschädigung der amtli-

chen Verteidigung zurückzubezahlen, wenn es seine wirtschaftlichen Verhält-

nisse erlauben. 

 

IV.  

11. Der Vollzug des vorliegenden Urteils erfolgt durch das Eidgenössische Finanz-

departement (Art. 90 Abs. 1 VStrR).  

12. Das Urteil wird den Parteien schriftlich eröffnet. 

 

 

 

Im Namen der Strafkammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Einzelrichter Die Gerichtsschreiberin 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

- 43 - 

Eine vollständige schriftliche Ausfertigung wird zugestellt an 

 Bundesanwaltschaft, Herrn Marco Abbühl, Stv. Leiter Rechtsdienst 

 Eidg