# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 91d66a9b-5523-5bed-84ec-42eff3a7fa24
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-05-16
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 16.05.2024 720 22 174 / 108 (720 2022 174 / 108)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-22-174---108_2024-05-16.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 16. Mai 2024 (720 22 174 / 108) 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Gerichtsgutachten schlüssig. Keine verwertbare Arbeitsfähigkeit auf dem ersten Arbeits-
markt. 
 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichterin Elisabeth Berger 

Götz, Kantonsrichterin Ana Dettwiler, Gerichtsschreiber Stephan Pau-
kner 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Ferhat Kizilkaya, Advo-
kat, Advokatur GTK GmbH, Bäumleingasse 22, 4051 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente 

 
 
 
A. Die 1992 geborene A.____ hat ihre 2014 begonnene Ausbildung zur Fachfrau Betriebs-
unterhalt abbrechen müssen, nachdem ihr seit September 2016 eine vollständige Arbeitsunfä-
higkeit attestiert worden war. Am 31. Mai 2017 hat sie sich unter Hinweis auf eine Antriebslosig-
keit und Depressionen ein erstes Mal für eine berufliche Integration bzw. eine Rente bei der eid-

 
 
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genössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug angemeldet, nachdem sie sich be-
reits im März 2017 unter Hinweis auf eine depressive Symptomatik, eine soziale Phobie sowie 
Agoraphobie bei der Früherfassung angemeldet hatte. Die damals noch zuständige IV-Stelle des 
Kantons Aargau hat in der Folge berufliche Massnahmen eingeleitet. Nachdem diverse Einglie-
derungsmassnahmen abgebrochen werden mussten, hat die IV-Stelle des Kantons Aargau nach 
Durchführung eines Mahn- und Bedenkzeitverfahrens die Eingliederungsmassnahmen mit Ver-
fügung vom 27. August 2018 eingestellt und einen Rentenanspruch unter Hinweis auf den Grund-
satz «Eingliederung vor Rente» abgelehnt. Diese Verfügung erwuchs in Rechtskraft.  
 
B. Am 29. November 2019 meldete sich die Versicherte unter Hinweis auf sozialphobische 
und agoraphobische Ängste erneut bei IV zum Leistungsbezug an. Die mittlerweile zuständige 
IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) hat in der Folge ein Belastbarkeitstraining bei der B.____ 
in die Wege geleitet, welches vom 11. Mai bis 6. November 2020 gedauert hat. Eine anschlies-
sende Abklärung im C.____ vom 7. November 2020 bis 5. Februar 2021 hat die Versicherte per 
Ende November 2020 infolge Verschlechterung ihrer gesundheitlichen Verhältnisse nach ledig-
lich drei Tagen Präsenz abgebrochen. Die Berufsberatung hat das Dossier in der Folge mit der 
Begründung geschlossen, dass weitere Massnahmen nicht zielführend seien. Nach Abklärung 
der gesundheitlichen und der erwerblichen Verhältnisse, insbesondere nach Einholung eines psy-
chiatrischen Verwaltungsgutachtens bei Dr. med. D.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
vom 14. September 2021, wies die IV-Stelle nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren auf der 
Basis eines Invaliditätsgrads von 25% einen Rentenanspruch mit Verfügung vom 19. Mai 2022 
erneut ab.  
 
C. Gegen diese Verfügung erhob die Versicherte, vertreten durch Advokat Ferhat Kizilkaya, 
am 19. Juni 2022 Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung 
Sozialversicherungsrecht (Kantonsgericht). Sie beantragte, es sei ihr unter Berücksichtigung ei-
nes leidensbedingten Abzugs beim Invalideneinkommen im Umfang von mindestens 15% eine 
Viertelrente der IV auszurichten. Eventualiter sei ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten in Auf-
trag zu geben und gestützt darauf der Invaliditätsgrad neu zu ermitteln. Mit ergänzender Eingabe 
vom 6. Juli 2022 hat die Beschwerdeführerin eine diagnostische Stellungnahme der E.____ vom 
15. Juni 2022 zum Verwaltungsgutachten von Dr. D.____ nachgereicht. 
 
D. Mit Vernehmlassung vom 20. Juli 2022 schloss die IV-Stelle unter Hinweis auf eine Stel-
lungnahme ihres regional-ärztlichen Dienstes (RAD) vom 9. Juli 2022 auf Abweisung der Be-
schwerde. 
 
E. Anlässlich der Urteilsberatung vom 26. Januar 2023 gelangte das Kantonsgericht zur 
Auffassung, dass dem psychiatrischen Verwaltungsgutachten von Dr. D.____ vom 14. Septem-
ber 2021 keine ausschlaggebende Beweiskraft zukomme. Die Abklärungsergebnisse aus dem 
Verwaltungsverfahren seien nicht beweiskräftig genug. Der Fall werde ausgestellt und es werde 
zur abschliessenden Klärung der medizinischen Sachlage ein Gerichtsgutachten bei 
Dr. med. F.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, in Auftrag gegeben. 
 

 
 
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F. Mit verfahrensleitender Verfügung vom 29. März 2023 wurde von einem Auftrag für eine 
psychiatrische Begutachtung bei Dr. F.____ abgesehen und als neuer Gutachter für die gericht-
liche Begutachtung Dr. G.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, bestimmt.  
 
G. Die Beschwerdeführerin hat das in der Folge am Kantonsgericht eingegangene Ge-
richtsgutachten von Dr. G.____ vom 12. Oktober 2023 als beweiskräftig erachtet und gestützt 
darauf in Abänderung ihrer ursprünglichen Rechtsbegehren mit Stellungnahme vom 13. Novem-
ber 2023 beantragt, es sei ihr gestützt auf einen IV-Grad von 100% rückwirkend eine ganze In-
validenrente auszurichten. Die IV-Stelle gelangte gestützt auf eine Stellungnahme ihres RAD vom 
3. November 2023 mit Eingabe vom 8. November 2023 zum Schluss, dass Rückfragen an den 
Gerichtsgutachter notwendig seien. Angesichts des erhobenen Aktivitäts- und Funktionsniveaus 
sei nicht schlüssig, dass in einer angepassten Tätigkeit keinerlei Arbeitsfähigkeit mehr vorliegen 
würde. 
 
Auf die einzelnen Vorbringen der Parteien ist soweit notwendig in den nachfolgenden Erwägun-
gen einzugehen.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG) 
vom 19. Juni 1959 können Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt vor dem Versicherungs-
gericht am Ort der IV-Stelle angefochten werden. Anfechtungsobjekte der vorliegenden Verfahren 
bildet eine Verfügung der IV-Stelle Basel-Landschaft, sodass die örtliche Zuständigkeit des Kan-
tonsgerichts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. b des Gesetzes über die Ver-
fassungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kan-
tonsgericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden 
gegen Verfügungen der kantonalen IV-Stelle. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vor-
liegenden Beschwerde zuständig. Auf die im Übrigen frist- und formgerecht eingereichte Be-
schwerde der Versicherten vom 19. Juni 2022 ist demnach einzutreten. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 ist die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft getreten. Die Parteien gehen zu Recht davon 
aus, dass der Versicherungsfall (rentenbegründende Invalidität; BGE 137 V 417 E. 2.2.4) noch 
vom dem 1. Januar 2022 eingetreten ist. Damit kommt der allgemeine Grundsatz zur Anwendung, 
wonach im Rahmen einer Rechtsänderung dasjenige Recht gilt, welches bei der Erfüllung des zu 
Rechtsfolgen führenden Tatbestandes in Kraft stand (BGE 138 V 475 E. 3 f. mit Hinweisen; BGE 
127 V 466 E. 1). Im vorliegenden Fall sind somit die Bestimmungen des IVG in der bis Ende 2021 
geltenden Fassung anwendbar. Sie werden im Folgenden jeweils in dieser Version wiedergege-
ben, zitiert und angewendet. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbs-
fähigkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Ein-

 
 
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gliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während ei-
nes Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig ge-
wesen sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid sind (lit. c). Gemäss 
Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abgestuft: Die versi-
cherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, auf eine Drei-
viertelrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% 
und auf eine Viertelrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist.  
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berück-
sichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht 
nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
2.3 Die Annahme einer allenfalls invalidisierenden psychischen Gesundheitsbeeinträchti-
gung setzt eine fachärztlich (psychiatrisch) gestellte Diagnose nach einem wissenschaftlich an-
erkannten Klassifikationssystem voraus (BGE 131 V 49 E. 1.2, BGE 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). 
Zu betonen ist, dass im Kontext der rentenmässig abzugeltenden psychischen Leiden belasten-
den psychosozialen Faktoren sowie soziokulturellen Umständen kein Krankheitswert zukommt. 
Ein invalidisierender Gesundheitsschaden im Sinne von Art. 8 ATSG in Verbindung mit Art. 4 
Abs. 1 IVG setzt in jedem Fall ein medizinisches Substrat voraus, das die Arbeits- und Erwerbs-
fähigkeit wesentlich beeinträchtigt. Ist eine psychische Störung von Krankheitswert schlüssig er-
stellt, kommt der weiteren Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigne-
ter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensmässig 
erwartet werden kann, zu arbeiten und einem Erwerb nachzugehen. Zur Annahme einer durch 
eine psychische Gesundheitsbeeinträchtigung verursachten Erwerbsunfähigkeit genügt es also 
nicht, dass die versicherte Person nicht hinreichend erwerbstätig ist; entscheidend ist vielmehr, 
ob anzunehmen ist, die Verwertung der Arbeitsfähigkeit sei ihr sozial-praktisch nicht mehr zumut-
bar oder – als alternative Voraussetzung – sogar für die Gesellschaft untragbar (BGE 102 V 165; 
vgl. auch BGE 127 V 294 E. 4c in fine). 
 
2.4 Zu ergänzen ist, dass das Bundesgericht in BGE 143 V 409 entschieden hat, dass grund-
sätzlich sämtliche psychischen Erkrankungen einem strukturierten Beweisverfahren zu unterzie-

 
 
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hen sind. Dieses Verfahren definiert systematisierte Indikatoren, die - unter Berücksichtigung leis-
tungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einerseits und Kompensationspotentialen (Res-
sourcen) anderseits - im Regelfall erlauben, das tatsächlich erreichbare Leistungsvermögen er-
gebnisoffen und symmetrisch zu beurteilen (BGE 141 V 281 E. 3.6). Entscheidend ist dabei, un-
abhängig von der diagnostischen Einordnung des Leidens, ob es gelingt, auf objektivierter Beur-
teilungsgrundlage den Beweis einer rechtlich relevanten Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit zu er-
bringen, wobei die versicherte Person die materielle Beweislast zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 
4.5.2 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 3.7.2). 
 
3.1 Das Administrativverfahren und der kantonale Sozialversicherungsprozess sind vom Un-
tersuchungsgrundsatz beherrscht (Art. 43 Abs. 1 ATSG und Art. 61 lit. c ATSG). Danach haben 
die Verwaltung und das Sozialversicherungsgericht von Amtes wegen für die richtige und voll-
ständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen. Diese Untersuchungspflicht 
dauert so lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderlichen Tatsa-
chen hinreichende Klarheit besteht (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Februar 2008, 
8C_163/2007, E. 3.2).  
 
3.2 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es verlässli-
cher medizinischer Entscheidungsgrundlagen. Das Gericht hat diese nach dem für den Sozial-
versicherungsprozess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bun-
desgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG) - wie alle anderen 
Beweismittel - frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1). 
 

3.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; auch 
BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versiche-
rungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach Art. 44 
ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten. Ins-
besondere im Zusammenhang mit den Gerichtsgutachten führte das Bundesgericht aus, dass 
das Gericht "nicht ohne zwingende Gründe" von den Einschätzungen medizinischer Experten 
abweicht, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, 

 
 
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um einen bestimmten Sachverhalt medizinisch genauer zu erfassen (BGE 125 V 351 E. 3b/aa). 
Demnach lässt es die Natur des Begutachtungsauftrags eines amtlich bestellten fachmedizini-
schen Experten nicht zu, ein Gerichtsgutachten nur deshalb in Frage zu stellen, weil andere Ärz-
tinnen und Ärzte zu anderslautenden Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben Fälle, in 
denen sich eine abweichende Beurteilung aufdrängt, weil beispielsweise die behandelnde Ärzte-
schaft wichtige – und nicht rein subjektiver ärztlicher Interpretation entspringende – Aspekte be-
nennt, die im Rahmen der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind.  
 
4.1 In seinem Verwaltungsgutachten vom 14. September 2021 erhob Dr. D.____ mit Aus-
wirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine Agoraphobie mit Panikstörung sowie soziale Phobien bei 
emotional-instabiler, selbstunsicher-vermeidender Persönlichkeitsakzentuierung. In der ange-
stammten Tätigkeit als Hausfrau bzw. als Fachfrau Betriebsunterhalt ohne Berufsabschluss be-
stehe eine Arbeitsfähigkeit von 60%. In einer optimal leidensangepassten Tätigkeit ohne Publi-
kumsverkehr bzw. ohne Kundenkontakt mit gut strukturierten Arbeiten und der Möglichkeit für 
kurze selbstgewählte Pausen sowie mit einem geringen Zeit- und Termindruck sei eine 70%-ige 
Arbeitsfähigkeit zumutbar. In diesem Gutachten ist Dr. D.____ die Erklärung schuldig geblieben, 
weshalb und wieweit sich die Diagnose einer Persönlichkeitsakzentuierung, welche als soge-
nannte Z-Diagnose grundsätzlich keine fortdauernde Arbeitsunfähigkeit begründen kann, im hier 
vorliegenden Fall dennoch auf die Arbeitsfähigkeit der Versicherten auswirkt, und wie sie sich im 
Verlauf und im Zusammenspiel mit den weiteren erhobenen Diagnosen entwickelt hat. Zwecks 
Abgrenzung zu der von den Behandlern diagnostizierten Persönlichkeitsstörung wären entspre-
chende Überlegungen jedoch umso mehr von Nöten gewesen, weil Dr. D.____ auch vermissen 
lässt, welche Kriterien für eine eigentliche Persönlichkeitsstörung nicht vorliegen bzw. welche 
Symptome zumindest teilweise durch die Angststörung verursacht sein könnten, soweit er der 
Versicherten eben doch eine eingeschränkte Arbeitsfähigkeit attestiert. Eine entsprechende 
Nachfrage zu der von der behandelnden Ärzteschaft diagnostizierten Persönlichkeitsstörung ist 
seitens des Gutachters keine erfolgt, obwohl Dr. D.____ selber ausführt, dass letztlich unklar 
geblieben sei, ob es sich dabei um eine rein klinische Diagnose handle oder ob Zusatzabklärun-
gen durchgeführt worden seien. Diese Unzulänglichkeit fällt umso mehr ins Gewicht, weil Dr. 
D.____ an anderer Stelle festgehalten hat, dass die Diagnose einer allfälligen Persönlichkeitsstö-
rung im weiteren Verlauf noch einmal zu evaluieren sei. Auffallend ist schliesslich auch, dass die 
Beschwerdeführerin während der psychiatrischen Exploration durch Dr. D.____ viele Fragen gar 
nicht erst beantwortet hat. Auf diesen Umstand hat Dr. D.____ weder referenziert noch hat er ihn 
analysiert. Damit bestehen bereits auf diagnostischer Ebene diverse Unsicherheiten, welche mit 
Blick auf die differenzierten Ausführungen der Behandler in deren Stellungnahme vom 15. Juni 
2022 noch verstärkt werden (Einzelbeilage zur Eingabe der Beschwerdeführerin vom 6. Juli 
2022). 
 
4.2 Als erklärungsbedürftig erweist sich sodann die Frage nach einer schlüssigen Differen-
zierung hinsichtlich der von Dr. D.____ vorgenommenen Einschätzung der Arbeitsfähigkeit einer-
seits in der angestammten Tätigkeit als Hausfrau bzw. als Fachfrau Betriebsunterhalt im Umfang 
von 60% und andererseits in der Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten Verweistätigkeit im 
Umfang von 70%. Unklar bleibt dabei nicht nur, weshalb eine nur 10%-ige Abweichung zwischen 

 
 
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der angestammten Tätigkeit und dem für eine Verweistätigkeit massgebenden Arbeitsprofil vor-
liegt, sondern auch, aufgrund welcher Untersuchungen der Gutachter zu diesem Schluss gelangt 
ist. Hinzu tritt die Unzulänglichkeit, dass die Arbeit als Hausfrau ohnehin nicht der angestammten 
Tätigkeit der Versicherten entspricht. Auch lässt Dr. D.____ vertiefende Ausführungen zum zeit-
lichen Verlauf und zur Entwicklung der Arbeitsfähigkeit vermissen, welche mit Blick auf eine mög-
liche Frühinvalidität der Versicherten aber ebenfalls von Relevanz gewesen wären. Schliesslich 
geht Dr. D.____ in seinem Verwaltungsgutachten in keiner Weise auf die Berichte der im Verlauf 
beteiligten Eingliederungsinstitutionen ein. In diesem Zusammenhang   wäre mindestens zu be-
gründen gewesen, weshalb Dr. D.____ zu abweichenden Schlussfolgerungen gelangt ist. Dies 
gilt umso mehr, nachdem namentlich die im Rahmen der beruflichen Abklärung im C.____ ge-
machten Beobachtungen mit den Darlegungen der Behandler übereinstimmen (IV-Dok 166; 176). 
Nachdem sowohl die Behandler der E.____ als auch das C.____ die Beschwerdeführerin als 
nicht vermittelbar erachtet haben (a.a.O.), erweist sich die gutachterlich attestierte Arbeitsfähig-
keit von 70% in einer Verweistätigkeit jedenfalls als nur bedingt nachvollziehbar. Insgesamt hat 
die gerichtliche Überprüfung der psychiatrischen Explorationsergebnisse durch Dr. D.____ mithin 
erhebliche Mängel aufgezeigt, die den vom Bundesgericht vorgegebenen Begutachtungsleitlinien 
teils klar widersprechen (oben, Erwägung 3.2). Eine Abklärung der gesundheitlichen Verhältnisse 
mittels eines psychiatrischen Gerichtsgutachtens hat sich deshalb als unerlässlich erwiesen. 
 
5.1 Damit steht nunmehr das Gerichtsgutachten von Dr. G.____ vom 12. Oktober 2023 im 
Zentrum der medizinischen Beurteilung. Der begutachtende Facharzt für Psychiatrie und Psy-
chotherapie kommt darin zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin mit Auswirkung auf ihre 
Arbeitsfähigkeit an einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD10 
F60.31), an einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung (ICD10 F43.1) sowie an einer 
Agoraphobie mit Panikstörung (ICD10 F40.01) leide. Diagnosen ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit bestünden keine. Nach einer umfassenden versicherungsmedizinischen Beurtei-
lung und nach eingehender Würdigung der Fähigkeiten, Ressourcen und Belastungsfaktoren der 
Versicherten stellt der Gerichtsgutachter zusammenfassend fest, dass die qualitativen Funktions-
fähigkeiten aus psychiatrischer Sicht derart schwer beeinträchtigt seien, dass im ersten Arbeits-
markt keine Arbeitsfähigkeit mehr vorliege. Die Versicherte sei einzig zwischen den Jahren 2010 
und 2013 an Temporärstellen im ersten Arbeitsmarkt tätig gewesen. Details dazu, namentlich in 
welcher Regelmässigkeit diese Arbeitseinsätze erfolgt seien und wie kontinuierlich die Versi-
cherte an diesen Stellen präsent gewesen sei, seien nicht bekannt. Mit Ausnahme dieser Tem-
poräreinsätze habe aus psychiatrischer Sicht nie eine Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt be-
standen. Es sei der Explorandin nie gelungen, dauerhaft stabile und versichernde Elternteile zu 
internalisieren, so dass sie auch nie eine ausreichend stabile narzisstische Entwicklung durch-
laufen habe. Für den spezifischen Lebensabschnitt der Versicherten, in welchem ihr Vater aus 
der Haft entlassen worden sei, müsse postuliert werden, dass die Explorandin eigene Bedürfnisse 
und Anliegen zurückgehalten habe, um die unterdessen gesundheitlich angeschlagenen Eltern 
nicht zusätzlich zu belasten. Als die Eltern dann entschieden hätten, die Schweiz für immer zu 
verlassen und auszuwandern, sei dies für die Explorandin im Grundsatz die Umsetzung dessen 
gewesen, was ihre internalisierten Elternbilder schon jahrelang repräsentiert hätten, nämlich, 
dass sie nicht versichernd und letztlich auch nicht mehr präsent gewesen seien. Beleuchte man 

 
 
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sodann die weiteren anamnestischen Lebensbereiche der Versicherten, falle auf, dass diese al-
lesamt durch erhebliche Diskontinuitäten und Schwierigkeiten gekennzeichnet seien. Anlässlich 
der Anmeldung zum IV-Leistungsbezug sei schliesslich deutlich geworden, wie defizitär die sozi-
alen Interaktionen tatsächlich gewesen seien. Aus den Vorakten werde deutlich, dass immer wie-
der ein forderndes und konfliktbehaftetes interaktionelles Verhalten bestanden habe. Im Grund-
satz habe die Explorandin auch im Rahmen der gescheiterten beruflichen Massnahmen immer 
wieder Beziehungsabbrüche gezeigt, die nichts anderes abgebildet hätten als ihre bereits zuvor 
als fehlend erlebte Internalisierung versichernder Beziehungen. Auch die soziale und private Be-
ziehungsanamnese sei durch eine relevante Diskontinuität gekennzeichnet. Aus den anamnesti-
schen Angaben gehe sodann hervor, dass die eigene Wohnsituation nicht stabil sei. Während 
den beiden Explorationsterminen habe die Versicherte immer wieder eine ausgeprägte Polarisie-
rung und Externalisierung gezeigt, als sie über andere Menschen aus ihrem Leben sowie über 
belastende Lebensereignisse gesprochen habe. Zusammenfassend weise sie in sämtlichen Le-
bensbereichen relevante Auffälligkeiten auf, die auf eine deutlich reduzierte innerpsychische Be-
lastbarkeit hinweisen würden. Die Kardinaldefinition für eine Persönlichkeitsstörung sei deshalb 
erfüllt, wonach seit verhältnismässig frühem Lebensalter zentrale Bereiche der privaten, sozialen 
und beruflichen Anamnese nachhaltig und relevant tangiert seien. Die Explorandin könne in Be-
lastungs- und Konfliktsituationen lediglich auf unsublimierte Abwehrmechanismen zurückgreifen 
und sei dazu prädestiniert, sekundäre psychische Beschwerden und Störungen zu entwickeln. 
Durch die Aneinanderreihung diverser Gewalterfahrungen in Beziehungen zu Männern und durch 
die jüngst erlebte sexuelle Missbrauchserfahrung würden auch die diagnostischen Kriterien für 
eine komplexe Traumafolgestörung erfüllt, aufgrund welcher die Versicherte ebenfalls nicht auf 
ausreichend sublimierte Abwehrmechanismen zurückgreifen könne. Eine eigentliche depressive 
Störung könne nicht diagnostiziert werden. Im Rahmen der primären Persönlichkeitsstörung liege 
aber eine Affektpathologie in Form einer emotionalen Instabilität vor. Auch die Angststörung sei 
ein Sekundärphänomen auf dem Boden der primären Persönlichkeitsstörung, die durch eine er-
hebliche narzisstische Insuffizienz definiert werde. Diese Angststörung habe dazu geführt, dass 
die Versicherte ein soziales Vermeidungsverhalten von klinischer Relevanz entwickelt habe, wel-
ches bis heute weiterbestehe. Psychosoziale Belastungsfaktoren würden in der Krankheitsent-
wicklung keine primäre Rolle spielen.  
 
5.2 In seiner versicherungsmedizinischen Beurteilung kommt Dr. G.____ zum Schluss, dass 
die Explorandin auch die beruflichen Massnahmen der IV bisher nie zu ihren Gunsten habe nut-
zen können. Immer wieder sei es zu relevanten interaktionellen Schwierigkeiten oder zu frühen 
Abbrüchen gekommen, was Ausdruck einer relevanten Dysfunktionalität sei. Seit rund eineinhalb 
Jahren habe die Versicherte begonnen, ihr offensichtliches Talent, das Zeichnen, im Rahmen 
eines verhältnismässig knappen monatlichen Einkommens umzusetzen. Sie habe mitgeteilt, dass 
sie damit einen monatlichen Erwerb im Umfang von Fr. 150.— bis Fr. 800.— erziele. Sie tätige 
diese Arbeiten ausschliesslich bei sich zu Hause. Dabei handle es sich aber nicht um eine ange-
ordnete Tätigkeit im Homeoffice, sondern um eine von der Versicherten selbst ausgewählte Tä-
tigkeit, da sie in Arbeitsteams Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen und Ängste erlebe. Auf-
grund ihrer psychostrukturellen Defizite bestünden für ausserhäusliche Tätigkeiten zu grosse De-
fizite, als dass sie bestehen könne. Die Fähigkeit zur Anpassung an Regeln und Routinen sei zu 

 
 
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schwer beeinträchtigt, als dass sie im ersten Arbeitsmarkt prästieren könne. Auch die Entschei-
dungs- und Urteilsfähigkeit sei schwer beeinträchtigt, weil sie im Rahmen ihrer Persönlichkeits-
störung eine defizitäre Wahrnehmung der Innen- und Aussenwelt mitbringe. Weil die Explorandin 
kaum über sublimierte Abwehrmechanismen verfüge, könne sie ausserdem auf keine ausrei-
chende Flexibilität und Umstellungsfähigkeit zurückgreifen. Ebenfalls schwer beeinträchtigt sei 
ihre Durchhaltefähigkeit. Sie könne zwar im häuslichen Rahmen Tätigkeiten nachgehen, ausser-
häuslich würden jedoch interaktionelle Schwierigkeiten dominieren, die eine Folge ihrer Persön-
lichkeits- und Traumastörung darstellen und immer wieder zu sekundären psychischen Sympto-
men führen würden. Ihre Selbstbehauptungsfähigkeit sei ebenfalls schwer beeinträchtigt. Die ent-
sprechenden Defizite würden die Kernphänomene der psychostrukturellen Störungen darstellen. 
Zusammenfassend seien die qualitativen Fähigkeiten in den relevanten Funktionen derart schwer 
beeinträchtigt, dass in jeglichen beruflichen Tätigkeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Ar-
beitsfähigkeit mehr vorliege.  
 
6.1 Das zitierte Gerichtsgutachten von Dr. G.____ erfüllt alle rechtsprechungsgemässen Vo-
raussetzungen an eine beweiskräftige Gerichtsexpertise. Seine Explorationsergebnisse weisen 
weder formale noch inhaltliche Mängel auf und sind – wie dies vom Bundesgericht verlangt wird 
(oben, E. 3.3 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend. Die Schlussfolgerungen des Ge-
richtsgutachters sind in Kenntnis sämtlicher relevanten Vorakten abgegeben worden und beruhen 
auf allseitigen und detaillierten Untersuchungen der Versicherten sowie auf einer umfassenden 
Analyse ihrer funktionellen Einschränkungen. Die Explorationsergebnisse berücksichtigen weiter 
alle geklagten Beschwerden, basieren insbesondere auch auf detaillierten anamnestischen Aus-
künften und leuchten in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge hinsichtlich der im 
Vordergrund stehenden Interaktionsprobleme der Versicherten ohne Weiteres ein. Wie oben aus-
geführt, weicht das Gericht bei einem Gerichtsgutachten nicht ohne zwingende Gründe von der 
Einschätzung medizinischer Experten ab, deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Ge-
richtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen bestimmten Sachverhalt besonders präzise zu 
erfassen. Solche Gründe liegen im vorliegenden Fall keine vor. Massgebend ist, ob das fragliche 
Gutachten den rechtsprechungsgemässen Kriterien zufolge (oben, Erwägung 3.3) überzeugend 
ausgefallen ist. Dies ist hier der Fall. Das Gerichtsgutachten von Dr. G.____ zeichnet sich durch 
eine hohe Qualität aus, weil es nicht nur auf einer nunmehr umfassenden Anamnese beruht, 
sondern sich überaus detailliert mit den funktionellen Auswirkungen der erhobenen Diagnosen 
auseinandersetzt (a.a.O., S. 51 ff.). Der Gerichtsgutachter vermag seine Einschätzung dabei um-
fassend zu begründen. Er zeigt deutlich auf, dass die Beschwerdeführerin bereits seit ihrer Ju-
gend durch ihre psychische Erkrankung stark beeinträchtigt gewesen ist und keine ausreichende 
innerpsychische Belastbarkeitskompetenz aufbauen konnte. Mit Blick auf diese Erhebungen be-
gründet Dr. G.____ aber ebenso umfassend, dass die Versicherte aktuell nur in einem geschütz-
ten Arbeitsumfeld funktionieren kann und eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt bis auf weiteres 
für sie nicht in Frage kommt.  
 
6.2 Gestützt auf die Stellungnahme ihres RAD vom 3. November 2023 bringt die Beschwer-
degegnerin vor, dass dem Gerichtsgutachter eine Rückfrage im Zusammenhang mit der von ihm 
attestierten vollständigen Arbeitsunfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu unterbreiten sei. Aus 
dieser Stellungnahme des RAD geht hervor, dass die Versicherte über kreative Fähigkeiten im 

 
 
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Rahmen grafischer Arbeiten am Computer verfüge, welche sie je nach Auftragslage seit mittler-
weile eineinhalb Jahren für eine 20-50%-ige Tätigkeit im Homeoffice einsetze. Sie könne alleine 
wohnen und ihren Haushalt versorgen. Auch administrative Arbeiten erledige sie recht gut. Zu-
dem führe sie eine Partnerschaft und habe Kolleginnen. Sie telefoniere regelmässig mit ihren 
Eltern, besitze einen Führerschein und ein eigenes Auto und sei daher auch in ihrer Wegfähigkeit 
nicht eingeschränkt. Ihr Tagesablauf sei weitgehend geregelt und aktiv gestaltet. Es scheine ihr 
insbesondere mit Blick auf ihre graphischen Arbeiten auch möglich zu sein, mit ihren Auftragge-
bern zu kommunizieren. Ausserdem habe die Versicherte bei der B.____ im Jahre 2020 in einem 
kleinen Team ein Pensum von 68% erreichen können und sei dabei stets pünktlich zur Arbeit 
erschienen. Vor diesem Hintergrund sei nochmals auf die Zumutbarkeit einer 50%-igen Arbeits-
fähigkeit für eine Verweistätigkeit einzugehen, welche ohne Publikumsverkehr in einem kleinen 
und festen Team stattfinde, gut strukturierte Arbeiten aufweise und ohne Zeit- und Termindruck 
die Möglichkeit für kurze und selbstgewählten Pausen biete (Beilage zur Stellungnahme der IV-
Stelle vom 8. November 2023).  
 
6.3 Soweit die IV-Stelle unter Verweis auf diese Stellungnahme ihres RAD mithin einwendet, 
das Aktivitäts- und Funktionsniveau der Beschwerdeführerin zu Hause lasse die Zumutbar-
keitseinschätzung des Gerichtsgutachters als zweifelhaft erscheinen, geht ihre Kritik fehl. Es ist 
ihr zwar beizupflichten, dass die Versicherte dem Gerichtsgutachten von Dr. G.____ zufolge in 
den eigenen vier Wänden im Alltag grundsätzlich bestehen kann. Hintergrund hierfür bildet jedoch 
der Umstand, dass sich ihre reduzierte Frustrationstoleranz, ihre defizitäre Impulskontrolle, affek-
tive Reagibilität und ihre damit interferierenden Ängste in diesem Rahmen fern von jeglichen so-
zialen Interaktionen deutlich weniger stark auswirken als in einer Tätigkeit auf dem ersten Ar-
beitsmarkt. Dass die Beschwerdeführerin aufgrund ihrer Beeinträchtigungen auf dem ersten Ar-
beitsmarkt letztlich nicht zu funktionieren vermag, wird von Dr. G.____ detailliert hergeleitet. So 
gibt er an, dass die Versicherte im ersten Arbeitsmarkt aufgrund ihrer psychostrukturellen Defizite 
in der Teamarbeit ausserhalb eines quasi geschützten Arbeitsplatzes zu Hause konsequent dazu 
prädestiniert sei, in eine Polarisierung und Externalisierung zu geraten. Weil diese interaktionellen 
Defizite sekundär auch zu Angstsymptomen führen, bestehen nachvollziehbar zu grosse Defizite, 
als dass die Explorandin ausser Haus bestehen könnte. Bezeichnend hierfür ist das divergie-
rende Bild in der Interaktion, welches die Versicherte im Vergleich zur ersten Untersuchung an-
lässlich des zweiten Explorationstermins bei Dr. G.____ offenbart und welches ihre Diskontinui-
täten hinsichtlich ihrer innerpsychischen Belastbarkeit bereits bei letztlich unbedeutenden Kon-
frontationen deutlich zu Tage gebracht hat (Gerichtsgutachten, S. 38 f.). Dass ihre Fähigkeiten, 
die für eine ausserhäusliche Tätigkeit gefragt sind, bei dieser Ausgangslage durchwegs schwer 
beeinträchtigt sind, liegt mithin auf der Hand. Der Gerichtsgutachter hat in diesem Zusammen-
hang auch detailliert aufgezeigt, dass die Beschwerdeführerin bereits in der Vergangenheit die in 
die Wege geleiteten beruflichen Massnahmen just infolge dieser interaktionellen Dysfunktionalität 
nie auch nur ansatzweisezu ihren Gunsten nutzen konnte. Es ist in diesbezüglich auf das zuletzt 
in der B.____ durchgeführte Belastbarkeitstraining zu verweisen, im Rahmen dessen die Versi-
cherte von 52 möglichen Arbeitstagen lediglich 32 Tage anwesend war und ebenso deutlich auf-
gezeigt hat, dass sie im Bereich der Flexibilität nur schwer mit von eigenen Vorstellungen abwei-
chenden Situationen umzugehen vermag und durch unvorhergesehene Ereignisse sehr aus dem 
Konzept geworfen wird (IV-Dok 145, S. 4). Ein identisches Bild zeigt schliesslich auch der Bericht 

 
 
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des C.____ vom 16. Dezember 2020, demzufolge die Versicherte selbst in einem geschützten 
Rahmen weder als vermittelbar noch als ausbildungsfähig qualifiziert werden musste. Hinter-
grund bildete auch hier eine bereits anlässlich des Beginns ihrer beruflichen Abklärung offen zu 
Tage getretene Dysfunktionalität in Bezug auf die eigene Belastbarkeit und Kritikfähigkeit, welche 
trotz engmaschiger Betreuung keinerlei messbare Leistungsfähigkeit ergeben hatte (IV-Dok 166, 
S. 3 f.). Mit Blick auf die rechtsprechungsgemäss enge, sich gegenseitig ergänzende Zusammen-
arbeit zwischen der Ärzteschaft und der beruflichen Eingliederung erweist sich die im Gerichts-
gutachten dargelegte Analyse der vorhandenen Funktionsstörungen daher als schlüssig. Die von 
Dr. G.____ vorgenommene Evaluation der Leistungsfähigkeit der Versicherten deckt sich klar mit 
den Beobachtungen, wie sie bereits anlässlich ihrer beruflichen Abklärung gemäss den Einschät-
zungen der Berufsfachleute objektiviert werden konnten. Bei dieser Ausgangslage können die 
neuerlichen Einwände des RAD nicht überzeugen. Die Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeits-
markt damit zu begründen, dass die Versicherte in der Lage sei, ihre Leistungsfähigkeit zu Hause 
erwerblich umzusetzen, zielt bei dieser Aktenlage jedenfalls an der Sache vorbei. Namentlich 
greift es zu kurz, ihre Leistungsfähigkeit auf der Basis eines mehr oder minder nach freiem Be-
lieben gewählten Pensums beurteilen zu wollen. Andererseits steht ausser Frage, dass die Ver-
sicherte zwar über ein zeichnerisches Talent verfügt, dessen Umsetzung aber ebenso Ausdruck 
davon ist, quasi ihr «eigenes Ding zu machen», wie dies bereits anlässlich ihrer beruflichen Ab-
klärung im C.____ erhoben worden war (IV-Dok 166, S. 4) und wonach sie aufgrund ihrer inter-
aktionellen Defizite vielschichtige Schwierigkeiten im sozialen Kontext aufweist. Mithin geht es 
nicht darum, ob die Versicherte fähig ist, im Homeoffice ihr Zeichnungstalent in einem ohnehin 
nur bescheidenen Rahmen nach eigenem Gutdünken zu verwerten, sondern um die Frage, ob 
und inwiefern es ihr vor dem Hintergrund ihrer offensichtlich überaus stark ausgeprägten sozialen 
Interaktionsstörung zuzumuten ist, sich in beruflichen Beziehungen dauerhaft angepasst und kon-
struktiv zu verhalten. Solche Fähigkeiten gehen der Versicherten krankheitsbedingt ab, weil sie 
gemäss den übereinstimmenden Einschätzungen sowohl des Gerichtsgutachters als auch der 
Berufsfachleute in ihren rigiden Denkmustern gefangen bleibt, sich nicht situationsadäquat ver-
halten kann und sich daher letztlich wiederholt in chronischen Konflikten erschöpft, welche wie-
derum zum Abbruch beruflicher Herausforderungen führen (Gerichtsgutachten, S. 52 f.). Die nun-
mehr vorgetragene Kritik des RAD vermag bei dieser Sachlage nicht zu überzeugen, weshalb 
sich eine Rückfrage an Dr. G.____ erübrigt.  
 
7. Zusammenfassend kommt dem Gerichtsgutachten von Dr. G.____ voller Beweiswert zu. 
Damit ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführerin auf dem ersten Arbeitsmarkt keine 
verwertbare Arbeitsfähigkeit mehr verbleibt. Bei dieser Ausgangslage erübrigen sich allfällige 
Weiterungen im Zusammenhang mit den erwerblichen Auswirkungen ihrer gesundheitlichen Ver-
hältnisse. Ebenfalls offen gelassen werden kann bei diesem Ergebnis, ob eine allfällige Frühin-
validität vorgelegen hat. Die Versicherte hat sich Ende November 2019 erneut zum Leistungsbe-
zug angemeldet (IV-Dok 91). Unbesehen des bereits zuvor abgelaufenen Wartejahres (oben, 
Erwägung 2.1) resultiert infolge einer vollständig aufgehobenen Arbeitsfähigkeit nach Ablauf der 
sechsmonatigen Karenzfrist (Art. 29 Abs. 1 IVG) ab 1. Mai 2020 ein unbefristeter Anspruch auf 
eine ganze Rente der IV. Dies führt zur Gutheissung der Beschwerde. 
 

 
 
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8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.— bis Fr. 1'000.— festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen 
infolge wiederholter Urteilsberatungen durch das Kantonsgericht ein grosser Verfahrensaufwand 
entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtli-
chen Kostenrahmens auf Fr. 1’000.— fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten 
in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die 
IV-Stelle unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. 
 
8.2 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu 
übernehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, 
so übernimmt er deren Kosten dennoch, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des An-
spruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. Wie 
das Bundesgericht in BGE 137 V 210 ff. entschieden hat, sind in den Fällen, in denen zur Durch-
führung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rückweisung 
in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness entfällt, 
die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung dem Versicherer aufzuer-
legen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 Abs. 1 
ATSG durchaus vereinbar (BGE 137 V 210 E. 4.4.2). Vorliegend war das Gericht anlässlich sei-
ner Urteilsberatung vom 26. Januar 2023 zum Ergebnis gelangt, dass ein Entscheid in der Ange-
legenheit gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war (oben, Erwägung 4.2, 
a.E.). Es beschloss deshalb, den Fall auszustellen und zur weiteren Klärung des medizinischen 
Sachverhalts ein psychiatrisches Gerichtsgutachten in Auftrag zu geben. Das in der Folge 
schliesslich bei Dr. G.____ eingeholte Gerichtsgutachten vom 12. Oktober 2023 war für eine ab-
schliessende Beurteilung des medizinischen Sachverhalts demnach unerlässlich. Im Lichte der 
geschilderten bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind die entsprechenden Begutachtungskos-
ten in der Höhe von Fr. 6'000.— (vgl. Rechnung vom 12. Oktober 2023) deshalb der IV-Stelle 
aufzuerlegen.  
 
8.3 Laut Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine Parteient-
schädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin 
hat in seiner Honorarnote vom 13. November 2023 für das vorliegende Verfahren einen Zeitauf-
wand von insgesamt 14 Stunden und 54 Minuten zu einem Stundenansatz von Fr. 200.— geltend 
gemacht, was sich in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechtsfragen, der Not-
wendigkeit einer ergänzenden Stellungnahme zum eingeholten Gerichtsgutachten vom 12. Ok-
tober 2023 als angemessen erweist. Nicht zu beanstanden sind ausserdem die geltend gemach-
ten Auslagen im Umfang von Fr. 30.70. Der Beschwerdeführerin ist deshalb eine Parteientschä-
digung in der Höhe von Fr. 3'242.50 (14 Stunden und 54 Minuten à Fr. 200.— + Auslagen von 
Fr. 30.70 zuzüglich 7,7 % Mehrwertsteuer für die Bemühungen noch bis Ende des Jahres 2023) 
zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. 
 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 
 
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://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle Basel-
Landschaft vom 19. Mai 2022 aufgehoben und es wird festgestellt, dass 
die Beschwerdeführerin mit Wirkung ab 1. Mai 2020 Anspruch auf eine 
ganze Rente der Invalidenversicherung besitzt.  

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1’000.— werden der IV-Stelle 
Basel-Landschaft auferlegt. 

 3. Die Kosten für das gerichtliche Gutachten von Dr. med. G.____, FMH 
Psychiatrie und Psychotherapie, vom 12. Oktober 2023 in der Höhe von 
Fr. 6’000.— werden der IV-Stelle Basel-Landschaft auferlegt. 

 4. Die IV-Stelle Basel-Landschaft hat der Beschwerdeführerin eine Partei-
entschädigung in der Höhe von Fr. 3'242.50 (inkl. Auslagen und 7.7 % 
Mehrwertsteuer) zu bezahlen.