# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 62b3e481-4032-5ab7-bf1d-af46e7a14858
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2020-07-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.07.2020 E-2271/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2271-2020_2020-07-07.pdf

## Full Text

°  B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2271/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  J u l i  2 0 2 0  

Besetzung 
 Einzelrichterin Constance Leisinger, 

mit Zustimmung von Richterin Daniela Brüschweiler; 

Gerichtsschreiberin Kinza Attou. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am 16. März 2002, 

Sri Lanka,   

vertreten durch MLaw Cora Dubach, (…), 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 30. März 2020 / (…). 

 

 

 

E-2271/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ist sri-lankischer Staatsangehöriger tamilischer Eth-

nie mit letztem Wohnsitz in B._______, Distrikt Jaffna. Eigenen Angaben 

zufolge verliess er Sri Lanka am 25. Oktober 2019 auf dem Luftweg via 

Dubai in die Türkei. Von der Türkei aus sei er mehrheitlich in Kleinbussen 

über ihm unbekannte europäische Länder in die Schweiz gelangt.  

Am 27. November 2019 stellte der Beschwerdeführer in der Schweiz ein 

Asylgesuch. Am 9. Dezember 2019 fand im Beisein eines Rechtsvertreters 

die Erstbefragung des damals noch minderjährigen Beschwerdeführers 

statt. Am 16. Januar 2020 führte das SEM sodann die Anhörung nach 

Art. 29 AsylG durch; auch an dieser Anhörung war der Beschwerdeführer 

durch seinen Rechtsvertreter begleitet.  

Sein Asylgesuch begründete der Beschwerdeführer im Wesentlichen da-

mit, er sei während einer Razzia rund einen halben Monat beziehungs-

weise einen bis zwei Monate vor seiner Ausreise von der Armee mitgenom-

men und ins C._______ Camp gebracht worden. Dort sei er dazu befragt 

worden, wo sich sein Onkel väterlicherseits befinde und ob er selbst heim-

lich versuche, die „Bewegung“ wieder auferstehen zu lassen; ihm sei eine 

Ohrfeige verpasst worden. Später seien seine Eltern und der Schulleiter 

ins Camp gekommen und hätten seine Freilassung gefordert. Unter der 

Auflage, jeden Sonntag Unterschrift zu leisten, sei er dann freigelassen 

worden. Seine Probleme stünden im Zusammenhang mit einem Onkel vä-

terlicherseits, der in der Schweiz lebe. Als die Leute im Dorf einem weiteren 

Onkel in Frankreich von seinen Problemen erzählt hätten, habe dieser 

seine Grossmutter angerufen und ihm ausrichten lassen, er solle vorsichts-

halber ausreisen. Gleiches sei ihm auch von seinem Schulleiter angeraten 

worden. Wider Willen habe er diesen Ratschlägen Folge geleistet. Sein 

Vater habe überdies früher Probleme mit den Behörden gehabt. 

Zum Nachweis seiner Identität reichte der Beschwerdeführer neben Ko-

pien seiner Identitätskarte und des Geburtsregisterauszugs eine beglau-

bigte Kopie seiner Geburtsurkunde zu den Akten. Zur Dokumentation sei-

ner Asylvorbringen brachte er zudem ein Schreiben des Dorfvorstehers 

vom 23. Januar 2020 sowie ein Bestätigungsschreiben der Schule bei. 

B.  

Am 20. Januar 2020 wurde der Beschwerdeführer dem erweiterten Verfah-

ren zugewiesen. 

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Seite 3 

C.  

Mit Verfügung des SEM vom 30. März 2020 wurde das Asylgesuch abge-

lehnt, der Beschwerdeführer aus der Schweiz weggewiesen und der Voll-

zug der Wegweisung angeordnet. 

D.  

Mit Eingabe vom 29. April 2020 erhob der Beschwerdeführer (handelnd 

durch seine bevollmächtigte Rechtsvertreterin) gegen die Verfügung des 

SEM vom 30. März 2020 beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde und 

beantragte, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und ihm sei in der 

Schweiz Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit, allenfalls 

die Unzumutbarkeit und Unmöglichkeit der Wegweisung festzustellen und 

die vorläufige Aufnahme anzuordnen.  

In formeller Hinsicht beantragte er neben der Feststellung der aufschieben-

den Wirkung des Rechtsmittels die Gewährung der unentgeltlichen Pro-

zessführung sowie die Beiordnung einer amtlichen Rechtsbeiständin in 

Person seiner Rechtsvertreterin; zudem ersuchte er darum, auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses zu verzichten.  

E.  

Am 30. April 2020 wurde dem Beschwerdeführer der Eingang seiner Be-

schwerde beim Bundesverwaltungsgericht angezeigt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – so auch vorliegend – endgültig, ausser bei 

Vorliegen eines Auslieferungsersuchens des Staates, vor welchem die be-

schwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; 

Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG).  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der Be-

schwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

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durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten.  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. Im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a 

Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als 

ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung des Leibes, des Le-

bens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psy-

chischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG). 

4.2 Nach Lehre und Rechtsprechung ist für die Anerkennung der Flücht-

lingseigenschaft erforderlich, dass die asylsuchende Person ernsthafte 

Nachteile von bestimmter Intensität erlitten hat, beziehungsweise solche 

im Falle einer Rückkehr in den Heimatstaat mit beachtlicher Wahrschein-

lichkeit und in absehbarer Zukunft befürchten muss. Die Nachteile müssen 

der asylsuchenden Person gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungs-

motive drohen oder zugefügt worden sein. Weiter ist massgeblich, dass die 

geltend gemachte Gefährdungslage noch aktuell ist. Das heisst, dass die 

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erlittene Verfolgung sachlich und zeitlich kausal für die Ausreise aus dem 

Heimat- oder Herkunftsstaat und grundsätzlich auch im Zeitpunkt des Asy-

lentscheides noch aktuell sein muss. 

4.3 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.4 Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaub-

haftmachen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und 

folgt dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 

2015/3 E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, 

die Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen 

an das Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG noch denjenigen an die 

Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG stand.  

Zur Begründung hielt die Vorinstanz im Wesentlichen fest, die Ausführun-

gen des Beschwerdeführers zu seinen Asylgründen seien mehrheitlich 

vage und stereotyp ausgefallen. Insbesondere bei zentralen Vorbringen 

wie der Verhaftung, dem Verhör und den daraus resultierenden Konse-

quenzen, seien seine Schilderungen – trotz mehrmaliger Nachfrage – 

mehrheitlich detailarm und emotionslos geblieben. Zwar hätten seine freien 

Schilderungen einige Details enthalten. Das Gesagte wirke jedoch wenig 

lebensnah und auswendig gelernt. Spontane Beschreibungen insbeson-

dere geprägt von Emotionen und Gedankengängen oder weitere Real-

kennzeichen würden fast gänzlich fehlen. Dies deute darauf hin, dass es 

sich um einen konstruierten Sachverhalt handle. Diese Einschätzung gelte 

umso mehr, als er auch hinsichtlich der angeblichen erlittenen Verfolgung 

in zeitlicher und inhaltlicher Hinsicht widersprüchliche Aussagen gemacht 

habe. So habe er während der ersten Befragung zu Protokoll gegeben, 

dass ein Armeeangehöriger ihn vom Haus seines Grossvaters mitgenom-

men und zum Tempel gebracht habe; dieser habe ein wenig Tamilisch ge-

sprochen und seiner Grossmutter erklärt, dass er den Beschwerdeführer 

zur Befragung mitnehme und ihn danach wieder gehen lassen werde. 

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Während der Anhörung habe er hingegen von mehreren Personen gespro-

chen, die ihn mitgenommen und mit seiner Grossmutter gesprochen hät-

ten. Zu einem späteren Zeitpunkt habe er dann wiederum ausgeführt, dass 

beide Grosseltern mit den Armeeangehörigen gesprochen hätten. Auch sei 

er nicht in der Lage gewesen, konkrete zeitliche Angaben zu machen, wann 

dieser Vorfall stattgefunden habe. In der Erstbefragung habe er erklärt, 

dass die Razzia und die Festnahme etwa einen halben Monat vor der Aus-

reise stattgefunden hätten. In der Anhörung habe er hingegen erklärt, dass 

die Vorfälle einen oder zwei Monate vor der Ausreise stattgefunden hätten. 

Auf Nachfrage habe er sich auf ein bis zwei Monate festgelegt. Weiter sei 

festzustellen, dass er nicht in der Lage gewesen sei, das zweieinhalbstün-

dige Verhör zu beschreiben. Er habe nur ein paar wenige Angaben machen 

können. Es wäre aber zu erwarten gewesen, dass er konkreter hätte be-

richten können. Zudem hätten die Angaben zum Verhör unpräzise bezie-

hungsweise inkonsistente Elemente enthalten. Der Beschwerdeführer 

habe jeweils verschiedene Angaben zum Verhör gemacht. Als er das erste 

Mal aufgefordert worden sei, das Verhör zu beschreiben, habe er erklärt, 

dass Armeeangehörige ihm Fragen nach dem Aufenthalt seiner Onkel ge-

stellt und ihm gesagt hätten, dass er ihnen ausrichten solle, sie dürften sich 

nicht mehr an Protesten beteiligen. Ausserdem sei er gefragt worden, ob 

er seinen Onkeln "Informationen" weitergebe. Als die Armeeangehörigen 

ihm ein Foto seines Onkels gezeigt hätten, habe er lediglich gefragt, wer 

das sei und sonst nichts Weiteres gesagt. Kurz darauf habe er aber erklärt, 

dass er mehrheitlich über den Onkel N. befragt worden sei. Auf die Frage, 

was die Armeeangehörigen über den Onkel N. hätten wissen wollen, habe 

er geantwortet, dass ihm die Armeeangehörigen gesagt hätten, dass der 

Onkel N. sich in der Schweiz an Protesten beteilige. Als er am Ende der 

Anhörung nochmals aufgefordert worden sei, detailliert wiederzugeben, 

was er beim Verhör durch die Armeeangehörigen gefragt worden sei, habe 

er geantwortet, dass er immer wieder nach dem Aufenthaltsort seiner bei-

den Onkel gefragt worden sei, und er habe immer wieder gesagt, dass er 

über diesen nichts wüsste. Ferner habe er keine plausible Erklärung abge-

ben können, warum gerade er von sri-lankischen Armeeangehörigen mit-

genommen und befragt worden sei und nicht beispielsweise sein Vater o-

der Grossvater. Seine Erklärung, dass er denke, die Sicherheitsbehörden 

hätten ihn mitgenommen, weil sie gedacht hätten, es handle sich bei ihm, 

dem Beschwerdeführer, um den Onkel väterlicherseits, weil er wie dieser 

aussehe, sei höchst unplausibel. Dasselbe gelte für die Frage, weshalb er 

beim Leisten der Unterschrift auf dem Militärstützpunkt die Fotos der Onkel 

väterlicherseits und eine Bestätigung des Dorfvorstehers mitgebracht 

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habe. Im Übrigen habe er auch keine substanziierte und differenzierte Ant-

wort auf die Frage geben können, was die Behörden mit den Massnahmen 

hätten erreichen wollen. Schliesslich habe er auch keine plausible Antwort 

darauf geben können, was mit den anderen verhafteten Personen pas-

siert sei.  

Die Vorinstanz kommt sodann zum Schluss, dass aufgrund dieses Ergeb-

nisses auch keine Risikofaktoren vorliegen würden, welche einer Rückkehr 

in den Heimatstaat entgegenstehen könnten.  

5.2 Der Beschwerdeführer hält dem in seiner Rechtsmitteleingabe entge-

gen, dass widersprüchliche Aussagen zwischen der BzP und der vertieften 

Anhörung nicht derart stark gewichtet werden dürften. Widersprüche könn-

ten nur dann gegen die Glaubhaftigkeit sprechen, wenn diese sich auf zent-

rale Punkte des Asylvorbringens beziehen würden. Zu berücksichtigen sei 

nebst seines jungen Alters insbesondere auch der Umstand, dass er sich 

während der Asylanhörung an das Verhör im Militärcamp zurückversetzt 

gefühlt habe und dadurch gestresst gewesen sei. Auch müsse beachtet 

werden, dass seine Wahrnehmung während des geschilderten Verhörs 

durch die Armee durch seine grosse Angst eingeschränkt gewesen sei. Die 

Vorinstanz verkenne zudem, dass er angebliche Widersprüche auf erneute 

Nachfrage hin im Verlaufe der Anhörung habe klären können. So habe ein 

Armeeangehöriger etwas Tamilisch sprechen können und mit der Gross-

mutter gesprochen. Aber auch andere Armeeangehörige seien am Ge-

spräch beteiligt gewesen; diese hätten aber kein Tamilisch gesprochen, 

weshalb nur einer direkt mit der Grossmutter gesprochen habe. Der Gross-

vater habe sich nicht am Gespräch beteiligt, sei aber anwesend gewesen. 

Zeitliche Widersprüche seien zwar nicht von der Hand zu weisen, diese 

seien aber auf die Nervosität des Beschwerdeführers zurückzuführen. Er 

sei sich sicher, dass die Razzia am 20. August 2019 stattgefunden und er 

das Dorf am 25. September 2019 verlassen habe, um am 25. Oktober 

2019 aus Sri Lanka auszureisen.  

Abgesehen davon, seien seine Vorbringen weder detailarm, vage, stereo-

typ noch wenig konkret ausgefallen. Er habe die verschiedenen Ereignisse 

überzeugend dargestellt und insbesondere die Mitnahme und das Verhör 

detailliert beschrieben. Dass er keine überzeugende Erklärung habe abge-

ben können, weshalb ausgerechnet er mitgenommen worden sei, und nicht 

sein Vater oder sein Grossvater, treffe nicht zu. Dasselbe gelte für die 

Frage, weshalb er beim Leisten der Unterschrift auf dem Militärstützpunkt 

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die Fotos der Onkel väterlicherseits und eine Bestätigung des Dorfvorste-

hers mitgebracht habe. Er habe erklärt, dass sein Grossvater bereits alt 

und der Vater psychisch angeschlagen gewesen sei. Er sei das einzige 

junge und gesunde männliche Familienmitglied gewesen, dem zuzutrauen 

gewesen sei, sich am Wiederaufbau einer separatistischen Bewegung zu 

beteiligen. Zudem sehe er seinen Onkeln sehr ähnlich, weshalb die Armee-

angehörigen hätten überprüfen wollen, ob es sich bei ihm nicht um den 

Onkel handle. Aus diesen Gründen sei er mitgenommen worden und nicht 

etwa ein anderes Familienmitglied. Die Armeeangehörigen hätten bei der 

Razzia gemeint, dass es sich bei ihm um einen der Onkel handeln könnte. 

Spätestens beim Verhör sei den Armeeangehörigen seine Identität be-

wusst geworden und er sei zu seinen Onkeln befragt worden. Die Bestäti-

gung des Dorfvorstehers, die er beim Verhör abgegeben habe, hätte be-

weisen sollen, dass er eben nicht einer der Onkel sei und dass sich diese 

im Ausland befinden. Er habe sich erhofft, dass er dann in Ruhe gelassen 

würde. 

6.  

6.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt angesichts der verschiedenen 

zentralen Widersprüche hinsichtlich der Fluchtgründe sowie aufgrund der 

unsubstanziiert gehaltenen Aussagen zum Schluss, dass die Vorbringen 

des Beschwerdeführers als unglaubhaft zu qualifizieren sind und somit den 

Anforderungen an Art. 7 AsylG nicht standhalten. Die Vorinstanz hat zutref-

fend auf massgebliche Widersprüche in den Asylvorbringen des Beschwer-

deführers hingewiesen; zur Vermeidung von Wiederholungen kann auf die, 

hiervor wiedergegebenen Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden 

(E. 5.1, vgl. auch angefochtene Verfügung S. 3-8). Die Ausführungen in der 

Beschwerde vermögen keine andere Einschätzung zu begründen. 

6.2 Die Ausführungen auf Beschwerdeebene, wonach die Vorinstanz ihre 

Glaubhaftigkeitsprüfung nicht primär auf Widersprüche zwischen BzP und 

Anhörung stützen dürfe, sind zutreffend für den Fall, das keine wesentli-

chen Widersprüche vorliegen. Indessen hat die Vorinstanz bei ihrer Glaub-

haftigkeitsprüfung vorliegend wesentliche Widersprüche im Vorbringen des 

Beschwerdeführers vorgebracht und auch die Substanziiertheit und Plau-

sibilität der Aussagen des Beschwerdeführers beurteilt. Bereits der Um-

stand, dass der Beschwerdeführer sich widerspricht, wann die Razzia be-

ziehungsweise das Verhör stattgefunden hat, lässt erheblich an der Glaub-

haftigkeit seiner Asylvorbringen zweifeln, zumal die Umstände dieses Er-

eignisses prägend und zentral für seine Flucht gewesen sein müssten (vgl. 

SEM-act. A[…]-17/26, F57 [ein bis zwei Monate] gegenüber SEM-

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act. A[…]-12/11, F 7.01 [halber Monat]). Weiter ist mit der Vorinstanz fest-

zuhalten, dass der Beschwerdeführer in der Anhörung – anders als in der 

BzP – nicht mehr (nur) davon sprach, geohrfeigt worden zu sein, sondern 

davon berichtete, in den Bauch getreten worden zu sein (vgl. SEM-

act. A[…]-17/26, F51). Das zweite Verhör im Zusammenhang mit der Un-

terschriftenpflicht (vgl. SEM-act. A[…]-17/26, F52) erwähnte er in der BzP 

nicht.  

Soweit der Beschwerdeführer nun in seiner Beschwerdeeingabe pauschal 

versucht, die vom SEM festgestellten Widersprüche zu entkräften, indem 

er vorträgt, dass er sich während der Asylanhörung an die Befragungssitu-

ationen, denen er im Heimatstaat ausgesetzt gewesen sei, zurückversetzt 

gefühlt habe, vermag nicht zu überzeugen. Aus dem Anhörungsprotokoll 

ergeben sich keine Hinweise darauf, dass der Beschwerdeführer aufgrund 

der Anhörungssituation gestresst beziehungsweise nicht in der Lage ge-

wesen ist, sich frei zu äussern. Dem Beschwerdeführer wurde zu Beginn 

der Anhörung der Ablauf erklärt; namentlich wurde er darauf hingewiesen, 

dass er jederzeit die Möglichkeit habe, eine Pause zu verlangen oder mit-

zuteilen, falls es ihm nicht gut gehe. Auch wurde ihm während der gesam-

ten Anhörung immer wieder die Möglichkeit gegeben, seine Asylgründe in 

freier Schilderung vorzutragen. Zutreffend verwies das SEM sodann da-

rauf, dass die Schilderungen des Beschwerdeführers zwar eine gewisse 

Ausführlichkeit im Vortrag aufweisen, hingegen wenn es um die konkrete 

Schilderung des Verhörs geht, seine Angaben den zu erwartenden Sub-

stanziierungsgrad nicht aufweisen. Das Verhör soll angeblich über mehrere 

Stunden gedauert haben (vgl. SEM-act. A[…]-17/26, F51-52, F68-69). 

Dennoch vermochte der Beschwerdeführer seine eigenen Erlebnisse nicht 

einlässlich darzulegen, auch nicht auf gezielte Fragestellung hin; vielmehr 

wiederholte er mehrfach pauschal, dass er Angst gehabt habe (vgl. SEM-

act. A[…]-17/26, F74, F155, F183). Wie die Vorinstanz zurecht festhielt er-

staunt es überdies, dass er nicht zu erzählen vermochte, wie es den ande-

ren jungen Menschen ergangen sei, die mit ihm ins Militärcamp zum Verhör 

mitgenommen worden sein sollen; dies, obschon er diese Männer zum Teil 

persönlich gekannt haben will (vgl. SEM-act. A[…]-17/26, F59, F171 [Nach-

bar D._______]). Hinzu tritt der Umstand, dass die Schilderungen des Be-

schwerdeführers auch insofern unplausibel sind, als er vorbringt, die sri-

lankischen Behörden hätten ihn mit dem deutlich älteren Onkel N. väterli-

cherseits verwechselt und ihn aus diesem Grund bei der Razzia mitgenom-

men (vgl. SEM-act. A[…]-17/26, F117; F210).   

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Seite 10 

6.3 Wie das SEM in der angefochtenen Verfügung letztlich zutreffend fest-

gestellt hat, ergeben sich auch aus den (vom Gericht beigezogenen)  

N-Akten der beiden Onkel des Beschwerdeführers keine Anhaltspunkte da-

für, dass der Beschwerdeführer wegen ihnen relevante Verfolgungshand-

lungen zu erdulden hatte beziehungsweise solche objektiv zu befürchten 

wären. Insbesondere ergibt sich weder aus den Akten noch aus der Be-

schwerdeschrift eine derartige Beziehungsnähe zwischen dem Beschwer-

deführer und seinen Verwandten, welche die auf Beschwerdeebene nur 

unsubstanziiert behauptete künftige Reflexverfolgungsfurcht als genügen 

konkret erscheinen liesse. 

6.4 Sodann weist der Beschwerdeführer keine Risikofaktoren im Sinne des 

Referenzurteils E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 auf, aufgrund derer davon 

auszugehen wäre, dass er bei einer Rückkehr mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit asylrelevanten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt wäre. 

Es ist nach Ansicht des Gerichts im vorliegenden Fall nicht zu befürchten, 

dass der Beschwerdeführer, der seinen Heimatstaat erst vor einem halben 

Jahr verlassen hat, Massnahmen zu befürchten hat, die über einen soge-

nannten Background Check (Befragungen, Überprüfung von Auslandsauf-

enthalten und Tätigkeiten in Sri Lanka und im Ausland) hinausgehen. Zu 

einer anderen Einschätzung gelangt das Gericht auch nicht in Bezug auf 

die in der Schweiz lebenden Onkel des Beschwerdeführers, weil nach den 

vorangegangenen Ausführungen gerade nicht davon ausgegangen wer-

den kann, dass der Beschwerdeführer wegen dieser behelligt worden ist. 

Er selbst war zum Zeitpunkt der Niederschlagung der LTTE im Jahr 2009 

noch im Kindesalter und weist keinerlei Profil auf, welches den Schluss 

zulassen könnte, dass er im Falle seiner Rückkehr in den Heimatstaat als 

eine Person wahrgenommen werden könnte, deren Handeln darauf gerich-

tet ist, die LTTE wieder aufleben zu lassen.  

6.5 Die Vorinstanz hat zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdeführer 

die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt und sein Asylgesuch entsprechend 

abgewiesen.  

7.  

Gemäss Art. 44 AsylG verfügt das SEM in der Regel die Wegweisung aus 

der Schweiz, wenn es das Asylgesuch ablehnt oder nicht darauf eintritt. 

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen 

(vgl. BVGE 2009/50 E. 9). Die Wegweisung wurde demnach zu Recht an-

geordnet. 

E-2271/2020 

Seite 11 

8.  

8.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis 

nach den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme 

(Art. 44 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

8.2  

8.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 

Abs. 3 AuG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein 

Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus 

einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr 

läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

8.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es dem Be-

schwerdeführer nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Gefähr-

dung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 AsylG 

verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Verfahren 

keine Anwendung finden. Eine Rückkehr des Beschwerdeführers in den 

Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen des Beschwerdeführers 

noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer Aus-

schaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Behandlung 

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Seite 12 

ausgesetzt wäre. Gemäss Praxis des EGMR sowie jener des UN-Anti-Fol-

terausschusses müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rück-

schiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Ur-

teil des EGMR Saadi gegen Italien 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124-127 m.w.H.). Die allgemeine Menschenrechtssituation in 

Sri Lanka lässt den Wegweisungsvollzug nach Auffassung des Gerichts 

nicht als unzulässig erscheinen (vgl. Urteil BVGer E-1866/2015, a.a.O., 

E. 12.2). Auch der EGMR hat sich mit der Gefährdungssituation im Hinblick 

auf eine EMRK-widrige Behandlung namentlich für Tamilen, die aus einem 

europäischen Land nach Sri Lanka zurückkehren müssen, wiederholt be-

fasst (vgl. EGMR, R.J. gegen Frankreich, Urteil vom 19. September 2013, 

Beschwerde Nr. 10466/11; E.G. gegen Grossbritannien, a.a.O.; T.N. gegen 

Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 20594/08; P.K. 

gegen Dänemark, Urteil vom 20. Januar 2011, Beschwerde Nr. 54705/08). 

Dabei unterstreicht der Gerichtshof, dass nicht in genereller Weise davon 

auszugehen sei, zurückkehrenden Tamilen drohe eine unmenschliche Be-

handlung.  

8.2.3 Es ergeben sich vorliegend keine konkreten Anhaltspunkte dafür, 

dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr nach Sri Lanka mit beacht-

licher Wahrscheinlichkeit Massnahmen zu befürchten hätte, die über einen 

so genannten "Background Check" (Befragung und Überprüfung von Tä-

tigkeiten im In- und Ausland) hinausgehen würden oder, dass er sonst per-

sönlich gefährdet wäre.  

8.2.4 Weder die aktuelle allgemeine Menschenrechtssituation in Sri Lanka 

noch individuelle Faktoren in Bezug auf die Situation des Beschwerdefüh-

rers lassen demnach den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt als 

unzulässig erscheinen. 

8.3 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

8.3.1 Der bewaffnete Konflikt zwischen der sri-lankischen Regierung und 

den LTTE ist im Mai 2009 zu Ende gegangen, und es herrscht weder Krieg 

E-2271/2020 

Seite 13 

noch eine Situation allgemeiner Gewalt (vgl. BVGE 2011/24 E. 13.2.1). Ge-

mäss Rechtsprechung ist der Wegweisungsvollzug in die Nord- und Ost-

provinz zumutbar, wenn das Vorliegen der individuellen Zumutbarkeitskri-

terien bejaht werden kann (vgl. Referenzurteil des BVGer E-1866/2015 

vom 15. Juli 2016 E. 13.2). An dieser Einschätzung vermögen die Gewalt-

vorfälle in Sri Lanka vom 21. April 2019, der gleichentags von der sri-lanki-

schen Regierung verhängte und am 28. August 2019 aufgehobene Aus-

nahmezustand sowie die mit den Wahlen im November 2019 zusammen-

hängenden gewalttätigen Ausschreitungen nichts zu ändern (vgl. dazu statt 

vieler Urteil BVGer E-895/2020 vom 15. April 2020 E. 9.3). 

8.3.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat zuletzt im länderspezifischen Re-

ferenzurteil E-1866/2015 vom 15. Juli 2016 zur Frage der Zumutbarkeit des 

Wegweisungsvollzugs abgewiesener Asylsuchender aus Sri Lanka insbe-

sondere tamilischer Ethnie eine Lageanalyse vorgenommen (ebd., E. 13.2-

13.4). Hinsichtlich der Nordprovinz, insbesondere Jaffna, woher der Be-

schwerdeführer stammt, wurde dabei zusammenfassend festgestellt, dass 

der Wegweisungsvollzug dorthin zumutbar ist, sofern das Vorliegen der in-

dividuellen Zumutbarkeitskriterien – insbesondere die Existenz eines trag-

fähigen familiären oder anderweitigen sozialen Beziehungsnetzes sowie 

Aussichten auf eine gesicherte Einkommens- und Wohnsituation – bejaht 

werden kann (ebd., E. 13.3).  

8.3.3 Die Vorinstanz hat in ihrer Verfügung zutreffend festgehalten, dass 

der Beschwerdeführer in Sri Lanka über ein tragfähiges, familiäres Bezie-

hungsnetz verfügt (vgl. SEM-act. A[…]-12/11, Ziff. 3). Er stammt eigenen 

Angaben gemäss aus einer Familie mit mittelmässigem Lebensstandard 

(vgl. SEM-act. A[…]-17/26. F32). Beim Beschwerdeführer handelt es sich 

gemäss Aktenlage um einen jungen gesunden Mann, welcher über einen 

O-Level Schulabschluss verfügt und vor seiner Ausreise das A-Level be-

gonnen hatte (vgl. SEM-act. A[…]-12/11, Ziff. 1.17.4). Es besteht kein 

Grund zur Annahme, der Beschwerdeführer werde bei einer Rückkehr 

nach Sri Lanka in eine existenzielle Notlage geraten. 

8.3.4 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

in individueller Hinsicht als zumutbar. 

8.4 Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 

http://links.weblaw.ch/BVGer-E-1866/2015

E-2271/2020 

Seite 14 

2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu 

bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

8.5 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz den Wegwei-

sungsvollzug zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat. 

Eine Anordnung der vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht 

(Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

9.  

Schliesslich steht auch die Corona-Pandemie dem Wegweisungsvollzug 

nicht entgegen. Die Anordnung einer vorläufigen Aufnahme setzt voraus, 

dass ein Vollzugshindernis nicht nur vorübergehender Natur ist, sondern 

voraussichtlich eine gewisse Dauer – in der Regel mindestens zwölf Mo-

nate – bestehen bleibt. Ist dies nicht der Fall, so ist dem temporären Hin-

dernis bei den Vollzugsmodalitäten Rechnung zu tragen (vgl. Entscheidun-

gen und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission  

[EMARK] 1995 Nr. 14 E. 8d und e). 

Bei der Corona-Pandemie handelt es sich – wenn überhaupt – um ein bloss 

temporäres Vollzugshindernis, welchem somit im Rahmen der Vollzugsmo-

dalitäten durch die kantonalen Behörden Rechnung zu tragen ist, indem 

etwa der Zeitpunkt des Vollzugs der Situation im Heimatland angepasst 

wird. 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und angemessen ist. Die 

Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Zufolge Aussichtslosigkeit der Beschwerdebegehren sind 

die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und 

Bestellung einer amtlichen Rechtsverbeiständung (Art. 102m Abs. 1 AsylG) 

abzuweisen. Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses wird mit dem vorliegenden Endentscheid gegenstandslos. 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-2271/2020 

Seite 15 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Gesuche um unentgeltliche Prozessführung und Bestellung einer amt-

lichen Rechtsverbeiständung sind abzuweisen. 

3.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Constance Leisinger Kinza Attou 

 

 

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