# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 514faea9-8cf2-5fdc-a46b-407c3c1c109c
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-09-02
**Language:** de
**Title:** Zürich Baurekursgericht 02.09.2008 BRKE II Nr. 0165/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Baurekurs/ZH_BRK_001_BRKE-II-Nr--0165-200_2008-09-02.pdf

## Full Text

BRKE II Nr. 0165/2008 vom 2. September 2008 in BEZ 2009 Nr. 14

Angefochten war die Bewilligung für die Erstellung von zwei Flachdachgebäu-
den je mit fünfeckigem Grundriss in der Form eines gleichschenkligen Trapezes mit 
Ergänzung um ein Dreieck auf der längeren Seite des Trapezes. Strittig war, auf 
welchen Gebäudeseiten das Profil für das hypothetische Schrägdach anzusetzen 
sei. 

Aus den Erwägungen:

6.2 Attikageschosse werden vom Gesetz nur mittelbar durch § 292 PBG erfasst. 
Nach dieser Norm dürfen, wo nichts anderes bestimmt ist, Dachaufbauten, ausge-
nommen Kamine, Anlagen zur Nutzung von Sonnenenergie und kleinere technisch 
bedingte Aufbauten insgesamt nicht breiter als ein Drittel der betreffenden Fassa-
denlänge, sofern sie bei Schrägdächern über die tatsächliche Dachebene hinausra-
gen (lit. a) bzw. bei Flachdächern die für ein entsprechendes Schrägdach zulässigen 
Ebenen durchstossen. Gemäss Ziffer 5.4 BZO darf die Gesamtlänge von Dachein-
schnitten und Dachaufbauten zusammen pro Geschoss höchstens zwei Drittel der 
betreffenden Fassadenlänge betragen. Damit hat der kommunale Gesetzgeber eine 
weitergehende Regelung als der kantonale Gesetzgeber getroffen.

Das Planungs- und Baugesetz schreibt nicht explizit vor, wie das für die zuläs-
sige Ausdehnung von Attikageschossen anzunehmende Profil eines hypothetischen 
Schrägdaches zu bilden ist. Bei einem lang gezogenen rechteckigen Flachdachge-
bäude stellt die längere Gebäudeseite meist auch die (hypothetische) Traufseite dar. 
Dieser Umstand ist jedoch keineswegs zwingend, sondern ergibt sich in der Regel 
aus der konkreten Konfiguration. Bereits bei einem Gebäude, bei dem die Fassa-
denseiten in einem Verhältnis von 3:4 zu einander stehen, besteht bezüglich der 
hypothetischen Firstrichtung eine Wahlfreiheit des Bauherrn. Nach der Rechtspre-
chung sollen jedoch Attikageschosse klar von Vollgeschossen unterscheidbar und 
als Dachgeschosse erkennbar sein. Dies wird nur da zunichte gemacht, wo bei Ge-
bäuden mit deutlich unterschiedlich langen Gebäudeseiten die Längsseite als hypo-
thetische Giebelseite angenommen wird. Das Attikageschoss könnte so über weite 
Strecken des Gebäudeumfanges mit den Vollgeschossen bündig ausgestaltet wer-
den (vgl. BRKE I Nr. 0099/2002 = BEZ 2002 Nr. 37). (…) 

6.3 Der fünfeckige Grundriss hat vorliegend Fall zur Folge, dass nicht ohne wei-
teres von einer Gebäudelänge und einer Gebäudebreite gesprochen werden kann, 
wie dies bei rechteckigen Gebäuden der Fall ist.

§ 28 ABV definiert die Gebäudelänge und die Gebäudebreite. Danach gilt als
Gebäudelänge die längere Seite des flächenkleinsten Rechtecks, welches die senk-
recht auf den Boden projizierte grösste, durch die massgebliche Fassadenlänge ge-

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bildete Gebäudeumfassung umschreibt. Als Gebäudebreite gilt die kürzere Seite 
dieses Rechtecks (§ 28 Abs. 1 ABV).

Die Konstruktion eines solchen Rechtecks führt bei den beiden geplanten Ge-
bäuden beinahe zu einem Quadrat mit einer Fläche von 267,6 m2, indem die längere 
Seite mit 17,84 m knapp 3 m länger ist als die 15 m lange kürzere Seite. Damit ste-
hen die Fassadenseiten in einem Verhältnis vom 5:6 zu einander und damit in einem 
kleineren Verhältnis als 3:4.

Zur Bestimmung des hypothetischen Dachprofils konstruieren die privaten Re-
kursgegner nun bei beiden Gebäuden nicht den längst möglichen Dachfirst. Auf-
grund der dargelegten Rechtsprechung sind sie dazu auch gar nicht verpflichtet, 
sondern sie konnten die Ansetzung des hypothetischen Dachprofils gestützt auf das 
Verhältnis der Fassadenlängen frei wählen. Weshalb die von den privaten Rekurs-
gegnern gewählte Lösung in gestalterischer Hinsicht zu einem unbefriedigenden 
Ergebnis führen sollte, ist nicht einzusehen und wurde von den Rekurrierenden auch 
nicht näher begründet. Jedenfalls wirken die Attikageschosse weder willkürlich noch 
disharmonisch. Gleichzeitig kommt auch noch Ziff. 5.4 BZO ins Spiel. Danach dürfen 
Dacheinschnitte und Dachaufbauten höchstens zwei Drittel der betreffenden Fassa-
denlänge betragen. Dadurch hat der kommunale Gesetzgeber bewusst in Kauf ge-
nommen, dass Attikageschosse gerade auch auf den Traufseiten relativ massiv in 
Erscheinung treten können.

Die beiden Gebäude stehen versetzt und gedreht zu einander. Unter Berück-
sichtigung dieses Umstandes ergibt sich, dass der hypothetische Dachfirst bei bei-
den Gebäuden unterschiedlich gewählt wurde. Sie verlaufen auch nicht parallel, 
sondern allenfalls in ähnlicher Richtung. Wären die Dachfirste identisch gewählt, so 
müsste der Dachfirst beim Haus Ost dem Verlauf desjenigen des Hauses West ent-
sprechend von der östlichen Gebäudeecke auf die Mitte der Westfassade verlaufen 
und nicht von der nordöstlichen Ecke auf die Mitte der Südostfassade. Dies hängt –
trotz des identischen Grundrisses – mit der unterschiedlichen Gestaltung und Positi-
onierung der beiden Gebäude zusammen und führt aber ebenso wenig zu einer un-
genügenden Gestaltung der Gebäude. 

7. Zusammenfassend ist der Rekurs abzuweisen und ist der angefochtene Be-
schluss im überprüften Umfange zu bestätigen.