# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a072214-017b-5524-919d-24f6f37dc481
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-06-03
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 03.06.2016 SK 2014 368
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2014-368_2016-06-03.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

2. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

2e Chambre pénale

Urteil
SK 14 368

Hochschulstrasse 17
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 635 48 15
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 3. Juni 2016 

Besetzung Oberrichter Weber (Präsident i.V.), Oberrichter Aebi, Oberrichterin 
Bratschi
Gerichtsschreiberin Garo

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigte/Berufungsführerin

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Maulbeerstras-
se 10, Postfach 6250, 3001 Bern
vertreten durch Staatsanwalt I.________, Staatsanwaltschaft für 
Wirtschaftsdelikte, Speichergasse 12, 3011 Bern 

Anschlussberufungsführerin

und

C.________
D.________
beide vertreten durch Dr. iur. E.________

Straf- und Zivilkläger 1 + 2

und

F.________ 

Zivilklägerin

Gegenstand gewerbsmässiger Betrug, Betrug, Gehilfenschaft zum Betrug, 
Urkundenfälschung und Geldwäscherei

2

Berufung gegen die Urteile des Wirtschaftsstrafgerichts vom 
15. August 2014 (WSG 2014 1-3) und vom 21. März 2015 
(WSG 15 5)

3

Erwägungen:

I. Vorbemerkungen zur Aktenführung und Zitierweise 

Vorliegend wurde gegen A.________ (nachfolgend: Berufungsführerin) zunächst 
durch die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte (nachfolgend: Staatsanwalt-
schaft) das Untersuchungsverfahren W 11 48 geführt (Paginierung beginnend bei 
01 001 001). Nach Anklageerhebung beim Kantonalen Wirtschaftsstrafgericht 
(nachfolgend: Vorinstanz) erhielt das Verfahren die Dossiernummer WSG 14 1-3 
(Paginierung beginnend bei 18 001, bis pag. 19 618) und nach Berufungsanmel-
dung beim Obergericht des Kantons Bern wurde es unter der Dossiernummer 
SK 14 368 weitergeführt, wobei die vorinstanzliche Paginierung aufgenommen und 
fortgeführt wurde (pag. 19 619 ff.). 

Noch während das Verfahren WSG 14 1-3 bei der Vorinstanz hängig war, wurde 
gegen die Berufungsführerin durch die Staatsanwaltschaft das Verfahren W 14 40 
eröffnet (Paginierung beginnend bei 01 001 001). Mit Anklageerhebung bei der 
Vorinstanz wurde diesem Verfahren die Verfahrensnummer WSG 15 5 zugeteilt 
(Paginierung beginnend bei 18 001, bis pag. 18 283). Nach Berufungsanmeldung 
beim Obergericht des Kantons Bern erhielt es die Dossiernummer SK 15 213, wo-
bei die vorinstanzliche Paginierung aufgenommen und fortgeführt wurde (pag. 18 
284 ff.).

Der Kammer liegt ausserdem ein Bundesordner vor, welcher die relevanten par-
teiöffentlichen Akten des Verfahrens W 14 40 enthält, welche die Staatsanwalt-
schaft der Vorinstanz bereits im Hinblick auf die Hauptverhandlung im Verfahren 
WSG 14 1-3 zugehen liess. Diese Akten wurden mit «pag. 99 999 001 ff.» pagi-
niert, um Verwechslungen mit den Akten aus W 11 48 zu vermeiden. Bei der Re-
daktion der vorliegenden Urteilsbegründung wird dieser Bundesordner nicht 
berücksichtigt, zumal der Kammer die Originalakten vorliegen.

Die beiden oberinstanzlichen Verfahren (SK 14 368 und SK 15 213) wurden mit 
Verfügung vom 18.09.2015 vereinigt (vgl. II.3. Sistierung und Verfahrensvereini-
gung hiernach) und fortan im Hauptdossier SK 14 368 fortgeführt. 

Nachfolgend werden Fundstellen aus W 11 48 und WSG 14 1-3 mit WSG I 
(«WSG I pag. XXX»), solche aus W 14 40 und WSG 15 5 mit WSG II zitiert 
(«WSG II pag. XXX»). Zitate aus SK 14 368 werden nicht besonders gekennzeich-
net, da es sich um das Hauptdossier handelt. Wird auf das Dossier SK 15 213 ver-
wiesen, wird dies mit «SK 15 213 pag. XXX» gekennzeichnet. 

4

II. Formelles

1. Erstinstanzliche Urteile

1.1 Urteil vom 15.08.2014 (WSG 14 1-3)

Die Vorinstanz stellte das Strafverfahren gegen die Berufungsführerin wegen 
Geldwäscherei, angeblich mehrfach und teilweise gemeinsam mit G.________ be-
gangen von ca. Juni 2007 bis am 14.08.2007 in BU.________, BV.________ und 
anderswo, im Deliktsbetrag von CHF 47‘400.00, mit Urteil vom 15.08.2014 ein, oh-
ne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Ausrichtung einer Entschädi-
gung (WSG I pag. 19 313). 

Hingegen erklärte es die Berufungsführerin schuldig (WSG I pag. 19 313 f.): 

1. des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs, begangen 

1.1 zwischen dem 19.05.2001 und dem 09.11.2001 in BF.________, gemein-
sam mit G.________ und teilweise gemeinsam mit H.________, z.N.v. 
F.________ (nachfolgend Zivilklägerin), im Deliktsbetrag von 
CHF 96‘000.00; 

1.2 zwischen ca. 14.07.2004 und dem 17.01.2005 in BL.________ und 
BC.________, teilweise gemeinsam mit G.________ und H.________, 
z.N.v. J.________ und K.________, im Deliktsbetrag von CHF 531‘900.00; 

1.3 zwischen dem 05.04.2007 und dem 17.04.2009 in BQ.________ (TG), 
BR.________ und evtl. anderswo, z.N.v. C.________ (nachfolgend Straf- 
und Zivilkläger 1), im Deliktsbetrag von CHF 185‘500.00; 

1.4. im August 2007 in BZ.________ (ZH), z.N.v. D.________ (nachfolgend 
Straf- und Zivilkläger 2), im Deliktsbetrag von CHF 15‘000.00; 

2. des mehrfachen Betrugs, begangen 

2.1 am 12.08.2009 in CA.________, z.N.v. L.________, im Deliktsbetrag von 
CHF 4‘000.00; 

2.2 im Mai/Juni 2011 in BH.________, z.N.d. M.________ (Malergeschäft) 
(N.________), im Deliktsbetrag von CHF 4‘835.15; 

3. der Gehilfenschaft zum Betrug, begangen am 28.02.2001 in BF.________, 
z.N.v. O.________, im Deliktsbetrag von CHF 8‘500.00; 

4. der mehrfachen Urkundenfälschung, begangen 

4.1 Anfang September 2004 (Vergütungsauftrag der P.________ (Bank) vom 
31.08.2004); 

4.2 Anfang Januar 2005 (Beleg der P.________ (Bank) vom 05.01.2005); 

4.3 im Oktober 2006 (Beleg «Kontostand» der P.________ (Bank) vom 
05.10.2006);

4.4 im März 2008 (Schreiben der Q.________ (Bank) vom 29.02.2008); 

4.5 im November 2008 (Schreiben der R.________ (Bank) vom 12.11.2008); 

5

4.6 im April 2009 (Schreiben und Überweisungsbeleg der Q.________ (Bank) 
vom 17.04.2008);

5. der Geldwäscherei, mehrfach und teilweise gemeinsam mit G.________ began-
gen vom 19.10.2007 bis April 2009 in BU.________, BV.________ und anders-
wo, im Deliktsbetrag von CHF 107‘501.95. 

Die Vorinstanz verurteilte die Berufungsführerin zu einer Freiheitsstrafe von 
42 Monaten sowie zu den auf sie entfallenden erstinstanzlichen Verfahrenskosten 
(WSG I pag. 19 315). Weiter legte sie die Entschädigung des amtlichen Vertei-
digers der Berufungsführerin fest (WSG I pag. 19 319 f.). 

Die Zivilklage betreffend stellte die Vorinstanz zunächst fest, dass die Berufungs-
führerin, G.________ und H.________ unter solidarischer Haftbarkeit anerkennen 
würden, der Zivilklägerin CHF 96‘000.00 zuzüglich 2% Zins zu schulden (WSG I 
pag. 19 320). Weiter wurden die Berufungsführerin, G.________ und H.________ 
in Anwendung von Art. 41 OR sowie Art. 126 und Art. 433 StPO verurteilt, der Zivil-
klägerin auf dem geschuldeten Betrag ab dem 09.11.2011 einen Zins von 2% und 
eine Entschädigung von CHF 1‘066.00 zu bezahlen. Soweit weitergehend wurde 
die Zivilklage abgewiesen (WSG I pag. 19 321). 

Weiter wurde festgestellt, dass die Berufungsführerin anerkennt, dem Straf- und 
Zivilkläger 1 CHF 131‘500.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 01.06.2009 zu schulden. 
Die Berufungsführerin wurde zudem in Anwendung von Art. 41 OR sowie 
Art. 126 StPO verurteilt, dem Straf- und Zivilkläger 1 CHF 10‘000.00 zuzüglich 5% 
Zins seit dem 01.06.2009 zu bezahlen. Weiter wurden die Berufungsführerin und 
G.________ unter solidarischer Haftbarkeit zur Bezahlung einer Entschädigung 
von CHF 1‘000.00 an den Straf- und Zivilkläger 1 verurteilt. Soweit weitergehend 
wurde die Zivilklage abgewiesen (WSG I pag. 19 321). 

Schliesslich wurde festgestellt, dass die Berufungsführerin anerkennt, dem Straf- 
und Zivilkläger 2 CHF 15‘000.00 zuzüglich 5% Zins seit dem 01.06.2009 zu 
schulden und die Berufungsführerin wurde zur Bezahlung einer Entschädigung von 
CHF 500.00 an den Straf- und Zivilkläger 2 verurteilt. Soweit weitergehend wurde 
die Zivilklage abgewiesen. Für die Beurteilung der Zivilklage wurden gesamthaft 
keine Verfahrenskosten ausgeschieden (WSG I pag. 19 321). 

Schliesslich traf die Vorinstanz die notwenigen Verfügungen (WSG I pag. 19 
321 f.). 

1.2 Urteil vom 21.05.2015 (WSG 15 5)

Mit Urteil vom 21.05.2015 erklärte die Vorinstanz die Berufungsführerin des ge-
werbsmässigen Betrugs, begangen zwischen Juli 2011 und April 2014 in 
CB.________, BQ.________, CC.________, BV.________, BH.________ und evtl. 
anderswo z.N.d. Straf- und Zivilklägers 1 im Deliktsbetrag von CHF 569‘850.00 
schuldig und verurteilte sie zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten sowie zur 
Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten (WSG II pag. 18 165). Weiter 
legte es die Entschädigung für die amtliche Verteidigung der Berufungsführerin fest 
(WSG II pag. 18 166). 

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Im Zivilpunkt wurde die Berufungsführerin in Anwendung von Art. 41 OR sowie 
Art. 126 und Art. 433 StPO zur Bezahlung von CHF 569‘050.00 Schadenersatz zu-
züglich 5% Zins seit dem 27.07.2014 sowie zur Bezahlung einer Parteientschädi-
gung von CHF 1‘000.00 an den Straf- und Zivilkläger 1 verurteilt. Soweit weiterge-
hend wurde die Zivilklage abgewiesen. Für die Beurteilung der Zivilklage wurden 
keine Verfahrenskosten ausgeschieden (WSG II pag. 18 166). 

Schliesslich traf die Vorinstanz die notwendigen Verfügungen (WSG II pag. 18 
167). 

2. Berufung

2.1 Gegen das Urteil vom 15.08.2014 (WSG 14 1-3)

Fürsprecher B.________ meldete gegen das Urteil vom 15.08.2014 (WSG 14 1-3) 
im Namen und im Auftrag der Berufungsführer mit Eingabe vom 22.08.2014 form- 
und fristgerecht Berufung an (WSG I pag. 19 330). Auch die schriftliche Berufungs-
erklärung ging am 29.12.2014 fristgerecht beim Obergericht des Kantons Bern ein 
(pag. 19 639 ff.). 

Dr. iur. E.________ teilte mit Eingabe vom 06.01.2015 namens der Straf- und Zivil-
kläger 1 + 2 mit, dass auf die Erhebung einer Anschlussberufung verzichtet werde 
und es auch keine Gründe für ein Nichteintreten auf die Berufung geltend gemacht 
würden (pag. 19 651). 

Die Staatsanwaltschaft erklärte mit Eingabe vom 16.01.2015 fristgerecht die An-
schlussberufung (pag. 19 654). 

Mit Stellungnahme vom 17.02.2015 liess die Berufungsführerin verlauten, die An-
schlussberufung der Staatsanwaltschaft werde nicht beanstandet (pag. 19 662). 
Die Straf- und Zivilkläger 1 + 2 liessen sich innert der gesetzten Frist nicht verneh-
men (vgl. pag. 19 659). 

2.2 Gegen das Urteil vom 21.05.2015 (WSG 15 5)

Gegen das Urteil vom 21.05.2015 (WSG 15 5) meldete die Berufungsführerin, ver-
treten durch Fürsprecher B.________, am 01.06.2015 form- und fristgerecht Beru-
fung an (WSG II pag. 18 180). Die schriftliche Berufungserklärung erfolgte eben-
falls fristgerecht mit Datum vom 28.07.2015 (pag. 18 307 f.). 

Mit Eingabe vom 04.08.2015 erklärte die Staatsanwaltschaft fristgerecht An-
schlussberufung und beschränkte diese auf die Bemessung der Strafe (SK 15 213 
pag. 18 315). 

Die Straf- und Zivilkläger 1 + 2 liessen sich innert der gesetzten Frist nicht verneh-
men (vgl. SK 15 213 pag. 18 317). 

7

3. Sistierung und Verfahrensvereinigung 

Die Berufungsführerin beantragte mit schriftlicher Berufungserklärung vom 
24.12.2014 im Verfahren SK 14 368, das Urteil vom 15.08.2014 im Verfahren 
WSG 14 1-3 sei aufzuheben und es sei das gesamte Verfahren an die Vorinstanz 
zurückzuweisen, zur Neubeurteilung und zur Vereinigung mit dem im Som-
mer 2014 neu eröffneten und bei der Staatsanwaltschaft noch hängigen Verfahren 
W 14 40 (pag. 19 639).

Die Straf- und Zivilkläger 1 + 2 verzichteten mit Eingabe vom 06.01.2015 auf eine 
Stellungnahme zum Antrag der Berufungsführerin (pag. 19 651).

Mit Anschlussberufung vom 16.01.2015 beantragte Staatsanwalt I.________, das 
Verfahren SK 14 368 sei bis zum Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts im 
zweiten Verfahren W 14 40 bzw. später WSG 15 5 zu sistieren (pag. 19 654). Er 
beantragte, der Antrag der Berufungsführerin auf Beschränkung des oberinstanzli-
chen Verfahrens auf die Frage der Rückweisung an die Vorinstanz sei abzuweisen 
(pag. 19 656). 

Die Berufungsführerin liess mit Stellungnahme vom 17.02.2015 verlauten, dem An-
trag der Staatsanwaltschaft auf Sistierung des oberinstanzlichen Verfahrens (SK 14 
368) wäre dann zu folgen, wenn der Kassationsantrag der Berufungsführerin wider 
Erwarten nicht gutgeheissen würde (pag. 19 662).

Mit Beschluss vom 02.03.2015 sistierte die Kammer das oberinstanzliche Ver-
fahren SK 14 368 bis zum Vorliegen des Urteils im Verfahren WSG 15 5 
(pag. 19 668). 

Nachdem das Urteil im Verfahren WSG 15 5 am 21.05.2015 ergangen war, bean-
tragte die Berufungsführerin mit Berufungserklärung vom 28.07.2015 erneut die 
Vereinigung der Verfahren SK 14 368 und SK 15 213 (SK 15 213 pag. 18 308). Mit 
Eingabe vom 04.08.2015 teilte der Staatsanwalt mit, es würden seitens der Staats-
anwaltschaft keine Einwände gegen die beantragte Vereinigung der beiden Verfah-
ren erhoben (SK 15 213 pag. 18 315). 

Die Verfahrensleitung vereinigte die Verfahren SK 14 368 und SK 15 213 mit 
Verfügung vom 18.09.2015 (SK 15 213 pag. 18 320 f.). 

4. Oberinstanzliche Beweisergänzungen

Mit Eingabe vom 28.09.2015 teilte der Staatsanwalt fristgerecht mit, es würden im 
Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung keine Beweisanträge gestellt 
(pag. 19 691). 

Die Verteidigung stellte mit Eingabe vom 02.11.2015 innert einmalig erstreckter 
Frist folgende Beweisanträge (pag. 19 703): 

«[…]

1. Es sei eine neue (nicht vorbelastete), geeignete und unabhängige Fachstelle mit der Erstellung 
eines aktuellen psychiatrischen Gutachtens über die Beschuldigte zu beauftragen. 

8

2. Es sei beim Regionalgefängnis Bern, Genfergasse 22, 3011 Bern, ein Verlaufsbericht über die 
Beschuldigte einzufordern. 

3. Es seien fundierte Abklärungen über Herrn S.________, dessen finanzielle Verhältnisse (Bank-
konti, Wertschriften, Liegenschaften, Beteiligungen, Fahrzeuge etc.), dessen berufliche Aktivitäten 
in Mexiko (hauptberufliche Tätigkeit, weitere Aktivitäten, insbesondere im Immobilienbereich und 
im Kaffeehandel) sowie dessen Beziehung zu A.________ – immer im Lichte der von der Be-
schuldigten wiederholt gemachten Aussagen im Zusammenhang mit ihren Investitionen bei 
Herrn S.________ – einzuholen.» 

Die Staatsanwaltschaft beantragte mit begründeter Stellungnahme vom 06.11.2015 
die Abweisung der Beweisanträge der Berufungsführerin (pag. 19 714/a). 
Dr. iur. E.________ stellte mit Eingabe vom 09.11.2015 ebenfalls den Antrag auf 
Abweisung der erwähnten Beweisanträge (pag. 19 714/1). 

Mit begründeter Verfügung vom 23.12.2015 wurden die Beweisanträge der Beru-
fungsführerin auf neue psychiatrische Begutachtung der Berufungsführerin sowie 
auf fundierte Abklärungen über Herrn S.________ abgewiesen. Hingegen wurden 
praxisgemäss von Amtes wegen auf den oberinstanzlichen Verhandlungstermin hin 
mit Verfügung vom 23.12.2015 (pag. 19 774 ff.) ein aktueller Führungsbericht des 
Regionalgefängnisses Bern, datierend vom 06.05.2016 (pag. 19 813), sowie ein 
aktueller Strafregisterauszug, datierend vom 09.05.2016 (pag 19 815), eingeholt. 

In der oberinstanzlichen Verhandlung wurden schliesslich die von der Verteidigung 
mit Eingabe vom 26.05.2016 eingereichte handschriftliche Stellungnahme der Be-
rufungsführerin (pag. 19 822 ff.) sowie der Bericht der Gefängnisseelsorgerin vom 
21.05.2016 (pag. 19 870 f.) zu den Akten erkannt. 

5. Haft

Das Haftentlassungsgesuch der Berufungsführerin vom 10.11.2015 (pag. 19 
715 ff.) wurde mit begründeter Verfügung vom 26.11.2015 (pag. 19 762 ff.) sowohl 
im Haupt-, als auch im Eventualantrag abgewiesen. 

Mit begründetem Beschluss vom 03.06.2016 (pag. 19 909 ff.) wurde in Anwendung 
von Art. 231 Abs. 1 lit. a StPO zur Sicherung des Strafvollzugs bis zur Vollstreck-
barkeit des oberinstanzlichen Urteils Sicherheitshaft angeordnet. 

6. Anträge der Parteien
Fürsprecher B.________ stellte und begründete in der oberinstanzlichen Verhand-
lung die folgenden Anträge (pag. 19 876):
«[…]
1. Es sei festzustellen, dass folgende Schuldsprüche in Rechtskraft erwachsen sind: 

1.1 gewerbsmässiger Betrug z.N. C.________; 
1.2 Urkundenfälschung, mehrfach begangen.

2. Es sei festzustellen, dass folgende Deliktshandlungen resp. Schuldsprüche verjährt sind:
2.1 das erste Darlehen von F.________ vom 22.05.2001 in Höhe von Fr. 5‘000.-;
2.2 Gehilfenschaft zum Betrug z.N. O.________; 

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2.3 Geldwäscherei
Das Verfahren sei in diesen Punkten einzustellen. 
3. Die Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen von den Vorwürfen: 

3.1 des gewerbsmässigen Betrugs z.N. F.________ (im Deliktsbetrag von Fr. 91‘000.-);
3.2 des gewerbsmässigen Betrugs z.N. K.________ und J.________; 
3.3 des einfachen Betrugs z.N. D.________;
3.4 des einfachen Betrugs z.N. L.________; 
3.5 des einfachen Betrugs z.N. M.________ (Malergeschäft); 
3.6 des gewerbsmässigen Betrugs z.N. C.________, angeblich begangen von Juli 2011 bis 

April 2014.
4. Für die bereits rechtskräftigen Schuldsprüche des gewerbsmässigen Betrugs z.N. C.________ 

und der Urkundenfälschung, mehrfach begangen, sei die Beschuldigte zu bestrafen zu einer Frei-
heitsstrafe von 18 Monaten. Die ausgestandene Untersuchungs- und Sicherheitshaft seit dem 
25. Juni 2014 sei auf jeden Fall auf eine Freiheitsstrafe anzurechnen und die Beschuldigte sei un-
verzüglich aus der Sicherheitshaft zu entlassen. 

5. Für die infolge Verjährung weggefallenen Schuldsprüche sowie für die im vorliegenden Verfahren 
erfolgten Freisprüche sei die Beschuldigte zu Lasten des Kantons Bern angemessen zu entschä-
digen, ebenso für eine allfällige Überhaft. Überdies sei der Beschuldigten für die verjährten 
Schuldsprüche sowie die Freisprüche eine angemessene Entschädigung zu Lasten des Kantons 
Bern für die Verteidigungskosten zuzusprechen. 

6. Die Verfahrenskosten aus den beiden vorinstanzlichen Verfahren seien ebenso wie die Kosten 
des oberinstanzlichen Verfahrens dem Verfahrensausgang entsprechend zu verlegen, wobei die 
nicht der Beschuldigten auferlegten Kosten dem Kanton Bern aufzuerlegen seien. 

7. Die Zivilklage von C.________ in Höhe von Fr. 569‘050.00 zuzüglich Zins aus dem zweiten Ver-
fahren (Juli 2011 bis April 2014) sei abzuweisen oder eventualiter auf den Zivilweg zu verweisen. 
Dem Zivilkläger sei deshalb auch keine Parteientschädigung zuzusprechen. 

8. Die sichergestellten persönlichen Gegenstände der Beschuldigten seien ihr nach Eintritt der 
Rechtskraft auszuhändigen. 

9. Es sei die Zustimmung zur Löschung des DNA-Profils der Beschuldigten nach Ablauf der Frist 
einzuholen.» 

Staatsanwalt I.________ beantragte und begründete seinerseits Folgendes 
(pag. 19 883 f.):
«[…]
I. Es sei festzustellen, dass das erstinstanzliche Urteil des Kantonalen Wirtschaftsstrafgerichts (Kol-

legialgericht) vom 15. August 2014 insoweit in Rechtkraft erwachsen ist als: 
1. das Verfahren gegen A.________ wegen Geldwäscherei, angeblich mehrfach begangen zwi-

schen ca. Juni 2007 und dem 14. August 2007, eingestellt wurde (gemäss Ziffer I. des Disposi-
tivs vom 15. August 2014 / teilw. Ziffer 1.2.4 [Anhang 4] der Anklageschrift vom 17. Dezember 
2013); 

2. A.________ schuldig erklärt wurde: 
2.1 des gewerbsmässigen Betrugs, begangen zwischen dem 5. April 2007 und dem 17. 

April 2009, zum Nachteil von C.________, im Deliktsbetrag von CHF 185‘500.00 
(gemäss Ziffer II.1.3 des Dispositivs vom 15. August 2014 / teilw. Ziffer 1.2.1.3 [Anhang 
3] der Anklageschrift vom 17. Dezember 2013), 

10

2.2 der Urkundenfälschung, mehrfach begangen zwischen Anfang September 2004 und 
April 2009 (gemäss Ziffern II.4.1 - II.4.6. des Dispositivs vom 15. August 2014 / Zif-
fern 1.2.3.1 - 1.2.3.6 der Anklageschrift vom 17. Dezember 2013); 

3. die Ziffern IV. - XII. des Dispositivs vom 15. August 2014 betreffend. 
II. Das Verfahren gegen A.________ sei, ohne Ausscheidung von Verfahrenskosten und ohne Aus-

richtung einer Entschädigung, infolge Eintritts der Verjährung einzustellen wegen: 
1. Gehilfenschaft zum Betrug, angeblich begangen am 28. Februar 2001 in BF.________, zum 

Nachteil von O.________, im Deliktsbetrag von CHF 8‘500.00 (gemäss Ziffer II.3. des Disposi-
tivs vom 15. August 2014 / Ziffer 1.2.2.3 der Anklageschrift vom 17. Dezember 2013); 

2. Betrugs, angeblich begangen am 19. resp. 22. Mai 2001 in BF.________, zum Nachteil von 
F.________, im Deliktsbetrag von CHF 5‘000.00 (teilw. gemäss Ziffer II.1.1 des Dispositivs 
vom 15. August 2014 / teilw. Ziffer 1.2.1.1 [Anhang 1] der Anklageschrift vom 17. Dezember 
2013). 

III. A.________ sei schuldig zu erklären: 
1. Des gewerbsmässigen Betrugs, mehrfach begangen: 

1.1 zwischen ca. 10. August 2001 und 9. November 2001 in BF.________, gemeinsam mit 
G.________ und teilw. gemeinsam mit H.________, zum Nachteil von F.________, im 
Deliktsbetrag von CHF 91‘000.00 (teilw. gemäss Ziffer II.1.1 des Dispositivs vom 15. Au-
gust 2014 / teilw. Ziffer 1.2.1.1 [Anhang 1] der Anklageschrift vom 17. Dezember 2013), 

1.2 zwischen ca. 14. Juli 2004 und 17. Januar 2005 in BL.________ und BC.________, teilw. 
gemeinsam mit G.________ und H.________, zum Nachteil von J.________ und 
K.________, im Deliktsbetrag von CHF 531‘900.00 (gemäss Ziffer II.1.2 des Dispositivs 
vom 15. August 2014 / Ziffer 1.2.1.2. [Anhang 2] der Anklageschrift vom 17. Dezem-
ber 2013), 

1.3 im August 2007 in BZ.________, zum Nachteil von D.________, im Deliktsbetrag von 
CHF 15‘000.00 (gemäss Ziffer II.1.4 des Dispositivs vom 15. August 2014 / teilw. Ziffer 
1.2.1.3. der Anklageschrift vom 17. Dezember 2013), 

1.4 zwischen Juli 2011 und April 2014 in CB.________, BQ.________, CC.________, 
BV.________ und BH.________, zum Nachteil von C.________, im Deliktsbetrag von 
CHF 569‘850.00 (gemäss Ziffer I. des Dispositivs vom 21. Mai 2015 / Anklageschrift vom 
17. Februar 2015); 

2. Des Betrugs, mehrfach begangen: 
2.1 am 12. August 2009 in CA.________, zum Nachteil von L.________, im Deliktsbetrag 

von CHF 4‘000.00 (gemäss Ziffer II.2.1 des Dispositivs vom 15. August 2014 / Zif-
fer 1.2.2.1 der Anklageschrift vom 17. Dezember 2013), 

2.2 im Mai / Juni 2011 in BH.________, zum Nachteil des M.________ (Malergeschäft) 
(N.________), im Deliktsbetrag von CHF 4‘835.15 (gemäss Ziffer II.2.2 des Dispositivs 
vom 15. August 2014 / Ziffer 1.2.2.2 der Anklageschrift vom 17. Dezember 2013); 

3. Der Geldwäscherei, mehrfach begangen, zwischen dem 19. Oktober 2007 und April 2009 in 
BU.________ und BV.________, teilweise gemeinsam mit G.________, im Deliktsbetrag von 
CHF 107‘501.95 (gemäss Ziffer II.5. des Dispositivs vom 15. August 2014 / teilw. Ziffer 1.2.4. 
[Anhang 4] der Anklageschrift vom 17. Dezember 2013). 

IV. A.________ sei in Anwendung der einschlägigen Bestimmungen zu verurteilen: 
1. zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 8 Monaten, unter Anrechnung der bisherigen Unter-

suchungs- und Sicherheitshaft von 707 Tagen (Stand 31. Mai 2016); 

11

2. zur Bezahlung der auf sie entfallenden erstinstanzlichen und gesamten oberinstanzlichen Ver-
fahrenskosten (inkl. einer Gebühr der Staatsanwaltschaft für die oberinstanzliche Verhandlung 
von CHF 500.00 / Halbtag gemäss Art. 21 VKD). 

V.
1. A.________ sei in Sicherheitshaft zu belassen. 
2. Das Honorar des amtlichen Verteidigers für das erstinstanzliche Verfahren WSG 15 5 sowie 

für das oberinstanzliche Verfahren sei gerichtlich zu bestimmen.» 

Die Straf- und Zivilkläger 1 und 2 hatten bereits mit Eingabe vom 28.04.2016 
schriftlich die folgenden Anträge gestellt (pag. 19 808): 
«[…]
1. Die Berufungen von A.________ betreffend Schuld- und Strafpunkte seien abzuweisen und sie sei 

gemäss den Anträgen der Staatsanwaltschaft zu verurteilten und zu bestrafen. 
2. Die Berufungen gegen die erstinstanzlichen Urteile in Bezug auf die Zivilforderungen der Straf- 

und Zivilkläger C.________ und D.________ seine abzuweisen. 
3. A.________ sei zu verpflichten, C.________ Fr. 141‘500.- nebst Zins zu 5% seit dem 1. Juni 2009 

(analog Urteil vom 15.8.2014), sowie Fr. 569‘050.- nebst Zins zu 5% seit dem 27. Juli 2014 (ana-
log Urteil vom 21.5.2015) zu bezahlen. 

4. A.________ sei zu verpflichten, C.________ mit Fr. 2‘500.- zu entschädigen. 
5. A.________ sei zu verpflichten, D.________ Fr. 15‘000.- nebst Zins zu 5% seit dem 1. Juni 2009 

zu bezahlen. 
6. A.________ sei zu verpflichten, D.________ mit Fr. 1‘000.- zu entschädigen.» 

Die Zivilklägerin hatte mit Schreiben vom 25.05.2016 mitgeteilt, sie halte an ihrer 
Zivilforderung und an der ihr durch die Vorinstanz zugesprochenen Entschädigung 
fest (pag. 19 818). 

7. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

7.1 Urteil vom 15.08.2014 (WSG 14 1-3)

Das vorinstanzliche Urteil vom 15.08.2014 (WSG 14 1-3) wurde durch die Beru-
fungsführerin mit Berufungserklärung vom 29.12.2014 zunächst vollumfänglich 
angefochten; es wurde eine Kassation beantragt (pag. 19 639 ff.). Davon abwei-
chend stellte Fürsprecher B.________ in der oberinstanzlichen Verhandlung die 
unter II.6. Anträge der Parteien hiervor zitierten Anträge. Danach richtet sich die 
Berufung der Berufungsführerin ausdrücklich nicht gegen die Ziffern II.1.3. (ge-
werbsmässiger Betrug z.N.v. C.________) und II.4.1 - 4.6 (Urkundenfälschung, 
mehrfach begangen) des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs. Ausserdem geht aus 
den Anträgen hervor, dass die Ziffer XI. (Zivilpunkt) des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs nicht angefochten wird. Diese Punkte sind damit in Rechtskraft erwach-
sen. 

Die Generalstaatsanwaltschaft focht das Urteil der Vorinstanz vom 15.08.2014 
(WSG 14 1-3) mit Anschlussberufungserklärung vom 16.01.2015 nur teilweise an 

12

(pag. 19 654). Sie beschränkte die Anschlussberufung auf die Bemessung der 
Strafe (Ziff. III.1. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs). 

Damit sind die Ziffern I., II.1.3., II.4.1 - 4.6 sowie XI. des erstinstanzlichen Urteils-
dispositivs in Rechtskraft erwachsen. Demgegenüber hat die Kammer die Ziffern 
II.1.1, 1.2, 1.4, II.2.1, 2.2, II.3. und II.5., III., X. sowie XII. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs neu zu beurteilen. 

In Bezug auf die angefochtenen Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Aufgrund der Anschlussberufung der Generalstaatsanwalt-
schaft kann das Urteil im Sanktionenpunkt auch zum Nachteil der Berufungsführe-
rin abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO).

7.2 Urteil vom 21.05.2015 (WSG 15 5)

Das Urteil der Vorinstanz vom 21.05.2015 wurde durch die Berufungsführerin mit 
Berufungserklärung vom 28.07.2015 (pag. 18 307 f.) vollumfänglich angefochten; 
die angefochtenen Punkte stimmen mit den an der oberinstanzlichen Verhandlung 
gestellten Anträgen (vgl. pag. 19 876) überein. 

Die Anschlussberufung der Generalstaatsanwaltschaft wurde demgegenüber 
wiederum auf die Strafzumessung beschränkt (Ziff. II.1. des erstinstanzlichen Ur-
teilsdispositivs). 

Demzufolge hat die Kammer über das erstinstanzliche Urteil gesamthaft, d.h. über 
die Ziffern I., II., III., IV. und V. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs neu zu befin-
den. 

In Bezug auf die angefochtenen Punkte verfügt die Kammer über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Aufgrund der Anschlussberufung der Generalstaatsanwalt-
schaft kann das Urteil im Sanktionenpunkt auch zum Nachteil der Berufungsführe-
rin abgeändert werden (Art. 391 Abs. 2 StPO).

III. Prozesshindernis Verjährung

8. Vorbemerkungen und allgemeine Ausführungen zu den verjährungsrechtli-
chen Vorschriften

Die Vorinstanz hat vorliegend das Strafverfahren gegen die Berufungsführerin we-
gen Geldwäscherei, angeblich mehrfach begangen von ca. Juni 2007 bis am 
14.08.2007 in BU.________, BV.________ und anderswo, infolge Verjährung ein-
gestellt (Ziff. I. des erstinstanzlichen Urteilsdispositivs vom 15.08.2014). Oberin-
stanzlich stellt sich die Frage der Verjährung auch in Bezug auf weitere Vorwürfe. 

Es kann vorab auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz zu den ver-
jährungsrechtlichen Vorschriften verwiesen werden (vgl. WSG I pag. 19 425 f.): 

«Die Vorschriften zu den Verjährungsfristen wurden in den letzten Jahren mehrfach revidiert. 
Demnach muss geprüft werden, ob im vorliegenden Fall altes oder neues Recht zur Anwendung 

13

gelangt. Gemäss Art. 2 Abs. 1 StGB wird der Täter nach dem Recht beurteilt, welches im Zeitpunkt 
der Tatbegehung Geltung hatte. Eine Ausnahme von diesem Rückwirkungsverbot sieht Art. 2 Abs. 2 
StGB vor, sofern das nach der Tatbegehung in Kraft getretene Recht für ihn das Mildere ist.

Bis am 01.10.2002 verjährte die Strafverfolgung in zwanzig Jahren, wenn die strafbare Tat mit lebens-
länglichem Zuchthaus bedroht ist; in zehn Jahren, wenn die strafbare Tat mit Gefängnis von mehr als 
drei Jahren oder mit Zuchthaus bedroht ist; in fünf Jahren, wenn die strafbare Tat mit einer andern 
Strafe bedroht ist (aaArt. 70 StGB). Die Verjährung wurde dabei durch jede Untersuchungshandlung 
einer Strafverfolgungsbehörde unterbrochen und begann neu zu laufen, wobei sie in jedem Fall ver-
jährt war, wenn die ordentliche Verjährungsfrist um die Hälfte überschritten war (aaArt. 72 
Ziff. 2 StGB), d.h. in fünfzehn Jahren (absolute Verjährungsfrist). Die Verjährung wurde dabei durch 
Tätigkeiten der Strafverfolgungsbehörden unterbrochen die dem Fortgang des Verfahrens dienten 
und gegen Aussen in Erscheinung traten. Dazu gehörten gemäss TRECHSEL beispielsweise die Eröff-
nungsverfügung oder polizeiliche Einvernahmen im Auftrag der Justizbehörden, nicht aber selbstän-
dige Ermittlungshandlungen der Polizei (STEFAN TRECHSEL, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Kurz-
kommentar, 2. Aufl., Zürich 1997, aaArt. 72 StGB N 2 f.). Ab dem 01.10.2002 bis am 31.12.2006 ver-
jährte die Strafverfolgung in fünfzehn Jahren, wenn die Tat mit Gefängnis von mehr als drei Jahren 
oder mit Zuchthaus bedroht war, in sieben Jahren, wenn die Tat mit einer anderen Strafe bedroht war 
(aArt. 70 Abs. 1 StGB). In den vom 01.01.2007 bis am 31.12.2013 geltenden Verjährungsvorschriften 
galten genau die gleichen Verjährungsfristen (aArt. 97 lit. b und c StGB). Vorgenommen wurden nur 
textliche Anpassungen an die neuen Strafdrohungen des allgemeinen Strafgesetzbuches (Freiheits-
strafe statt Gefängnis- und Zuchthausstrafe). Die am 01.01.2014 in Kraft getretene neue Verjährungs-
vorschrift brachte zudem eine weitere Neuerung, indem nun die Strafverfolgung bei Delikten, die mit 
drei Jahren bedroht sind, nach zehn Jahren verjähren (Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB).»

9. Vorwurf der Gehilfenschaft zum Betrug z.N.v. O.________

Mit Ziff. 1.2.2.3 der Anklageschrift vom 17.12.2013 wird der Berufungsführerin vor-
geworfen, sie habe sich der Gehilfenschaft zum Betrug z.N.v. O.________, began-
gen am 28.02.2001 in BF.________, schuldig gemacht (WSG I pag. 18 014). Der 
Betrug soll durch ihren Vater, H.________, am 27. und am 28.02.2001 begangen 
worden sein (Ziff. 1.4.2.1 der Anklageschrift vom 17.12.2013; WSG I pag. 18 029). 

Da sämtliche nach dem 01.10.2002 in Kraft getretenen neuen Verjährungsvor-
schriften eine Verschärfung brachten, zumal die Strafverfolgung bei Delikten, die 
mit mehr als drei Jahren bedroht sind, nach fünfzehn Jahren verjähren (aaArt. 70 
Abs. 1 lit. b StGB; Art. 97 Abs. 1 lit. b StGB), ist das neuere Recht nicht das milde-
re. Infolgedessen ist das bis am 01.10.2002 geltende Verjährungsrecht anzuwen-
den. 

Betrug wird nach Art. 146 Abs. 1 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder 
Geldstrafe bestraft. Nach aaArt. 70 StGB tritt die Verfolgungsverjährung für dieses 
Delikt nach zehn Jahren, mithin im vorliegenden Fall konkret am 28.02.2011, ein. 
Dies unter der Prämisse, dass die Verfolgungsverjährung nicht durch Untersu-
chungshandlungen einer Strafbehörde unterbrochen wurde. Gerade dies wäre je-
doch vorliegend gemäss den korrekten Ausführungen der Vorinstanz der Fall (vgl. 
WSG I pag. 19 537 f.). Die vorinstanzlichen Ausführungen hätten jedoch dann kei-
ne Relevanz, wenn unterdessen, d.h. bis zum oberinstanzlichen Urteilszeitpunkt, 

14

bereits die absolute Verjährung eingetreten wäre. Absolut verjährt die Strafverfol-
gung gemäss aaArt. 72 Ziff. 2 StGB nach 15 Jahren (nach Überschreitung der or-
dentlichen Verjährungsfrist um die Hälfte). Im vorliegenden Fall ist der Betrug z.N.v. 
O.________ bzw. die Gehilfenschaft dazu am 28.02.2016 absolut verjährt. Das Ur-
teil der Kammer datiert erst vom 03.06.2016, weshalb das Strafverfahren gegen die 
Berufungsführerin wegen Gehilfenschaft zum Betrug, angeblich begangen am 
28.02.2001 in BF.________ zum Nachteil von O.________ im Deliktsbetrag von 
CHF 8‘500.00 infolge Verjährung einzustellen ist.

10. Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs z.N.d. Zivilklägerin F.________

Der Berufungsführerin wird mit Ziff. 1.2.1.1, 1.3.1.1 und 1.4.1 der Anklageschrift 
vom 17.12.2013 vorgeworfen, sie habe sich des gewerbsmässigen Betrugs z.N.v. 
F.________, begangen zwischen dem 19.05.2001 und dem 09.11.2001, schuldig 
gemacht (WSG I pag. 18 002 ff.). 

Da vorliegend gemäss Art. 146 Abs. 2 StGB eine Höchststrafe von zehn Jahren zur 
Diskussion steht, stellen alle nach dem 01.10.2002 in Kraft getretenen Revisionen 
eine Verschärfung der bisher geltenden Verjährungsvorschriften dar. Die Vorin-
stanz hat somit zu Recht festgestellt, dass das neuere Recht nicht das Mildere, 
mithin das bis am 01.10.2002 geltende Recht anzuwenden ist (vgl. WSG I pag. 19 
425 f.). 

Gewerbsmässiger Betrug, begangen zwischen dem 19.05.2001 und dem 
09.11.2001, verjährt gemäss aaArt. 70 StGB in zehn Jahren, d.h. zwischen dem 
19.05.2011 und dem 09.11.2011. Die absolute Verjährung tritt ein, wenn die or-
dentliche Verjährungsfrist um die Hälfte überschritten ist, d.h. nach fünfzehn Jahren 
(aaArt. 72 Ziff. 2 StGB); im vorliegenden Fall verjährt der gewerbsmässige Betrug 
zwischen dem 19.05.2016 und dem 09.11.2016 absolut. Für das erste, angeblich 
am 19./22.05.2001 in BF.________ gewährte Darlehen (Deliktsbetrag 
CHF 5‘000.00), ist damit bereits am 19./22.05.2016 die absolute Verjährung einge-
treten. Angesichts der Tatsache, dass das oberinstanzliche Urteil vom 03.06.2016 
datiert, ist das Strafverfahren gegen die Berufungsführerin diesbezüglich, d.h. we-
gen gewerbsmässigen Betrugs, angeblich begangen am 19./22.05.2001 in 
BF.________ z.N.v. F.________, infolge Verjährung einzustellen. 

In Bezug auf die restlichen vier Darlehen der Zivilklägerin kann auf die zutreffenden 
Ausführungen der Vorinstanz betreffend die unterbrochene ordentliche Ver-
jährungsfrist verwiesen werden (vgl. WSG I pag. 19 426); die entsprechenden An-
klagepunkte sind demnach nicht verjährt. 

15

IV. WSG I

11. Prozessgeschichte und Vorbemerkungen zum Aufbau der Urteilsbegründung

Auf die durch die Vorinstanz in der schriftlichen Urteilsbegründung vom 10.12.2014 
(WSG I pag. 19 342 ff.) korrekt wiedergegebene Prozessgeschichte kann verwie-
sen werden (vgl. WSG I pag. 19 353 ff.). Es ist diesbezüglich hervorzuheben, dass 
die Berufungsführerin als einzige der ursprünglich drei Beschuldigten das erstin-
stanzliche Urteil angefochten hat; ihre Mutter, G.________, akzeptierte das gegen 
sie ergangene erstinstanzliche Urteil und mithin die Verurteilung zu einer bedingten 
Freiheitsstrafe von 22 Monaten. Schuldig gesprochen wurde Letztere unter ande-
rem wegen gewerbsmässigen Betrugs, gemeinsam begangen mit A.________ 
z.N.v. F.________ und z.N.v. J.________ und K.________, wegen Gehilfenschaft 
zum gewerbsmässigen Betrug z.N.v. C.________ sowie wegen Geldwäscherei, 
gemeinsam begangen mit A.________ (vgl. WSG I pag. 19 316 f.). Auch der Vater 
der Berufungsführerin, H.________, hat das gegen ihn ergangene erstinstanzliche 
Urteil und die damit ausgesprochene bedingte Geldstrafe von 300 Tagessätzen ak-
zeptiert. Er wurde von der Vorinstanz wegen mehrfachen Betrugs, gemeinsam be-
gangen mit A.________ z.N.v. F.________, begangen in Gehilfenschaft mit 
A.________ z.N.v. O.________ sowie gemeinsam begangen mit A.________ 
z.N.v. Ester und K.________, schuldig erklärt (vgl. WSG I pag. 19 318 f.). 

Was den Aufbau der Urteilsbegründung anbelangt, so folgt die Kammer der von 
der Vorinstanz vorgenommenen Gliederung (vgl. WSG I pag. 19 364). 

12. Allgemeine Ausführungen zur Familie T.________ (Familie der Berufungsfüh-
rerin)

12.1 Beweismittel (Dokumente, Unterlagen und Aussagen) 

Es kann vorab auf die zutreffenden, sehr ausführlichen allgemeinen Ausführungen 
der Vorinstanz zur Familie T.________ verwiesen werden (vgl. WSG I pag. 19 
365 ff.). Der besseren Leserlichkeit halber werden die Erwägungen der Vorinstanz 
und ihre Erkenntnisse zu den einzelnen Punkten in der Folge in zusammengefass-
ter Form wiedergegeben sowie punktuell ergänzt. 

Die Vorinstanz ging im Rahmen ihrer Ausführungen zunächst auf die Geschehnis-
se im Zusammenhang mit dem Wohnungskauf der Familie T.________ im 
Jahr 1999 ein, in Bezug auf welchen die Berufungsführerin ein Zahlungsverspre-
chen der U.________ (Bank) an die V.________ (Bank) in der Höhe von 
CHF 500‘000.00 fälschte und die V.________ (Bank) dadurch veranlasste, ihren 
Eltern G.________ und H.________ ein Hypothekardarlehen über CHF 880‘000.00 
zu gewähren. Nachdem die Fälschung aufgeflogen war, wurde den Eheleu-
ten T.________ das Darlehen gekündigt und sie wurden für die Ausstände in der 
Höhe von CHF 922‘000.00 betrieben, die Wohnung wurde schliesslich am 
05.09.2003 versteigert. Die Berufungsführerin wurde mit Strafmandat vom 
04.11.2003 wegen mehrfacher Urkundenfälschung zu einer bedingten Freiheits-

16

strafe von zwei Monaten mit einer Probezeit von zwei Jahren verurteilt. Das Straf-
mandat ist in Rechtskraft erwachsen (vgl. zum Ganzen WSG I pag. 19 365 ff.).

Weiter wies die Vorinstanz in der schriftlichen Urteilsbegründung auf verschiedene 
Schreiben von Bekannten betreffend gewährte Darlehen hin (WSG I pag. 19 
367 f.). Rechtsanwalt Dr. W.________ warnte die Berufungsführerin mit Schreiben 
vom 25.09.2005, er erachte ihr Vorgehen, wonach sie immer wieder gutmütige 
Leute um ein Darlehen angehe, obschon sie bereits im Voraus wisse, dass sie die-
se Darlehen nicht werde zurückzahlen können, als gefährlich und strafbar und kön-
ne es nicht weiter verantworten, sie im Zusammenhang mit ihren finanziellen Ver-
pflichtungen und Auseinandersetzungen mit Gläubigern zu vertreten. Im Übrigen 
finden sich drei weitere Schreiben von Ex-Partnern der Berufungsführerin bzw. der 
Mutter eines ihres Ex-Partners bei den Akten; X.________ forderte am 04.08.2004 
den Betrag von CHF 14‘000.00 von der Familie T.________, Y.________ schrieb 
am 02.07.2012 an die Staatsanwaltschaft, die Berufungsführerin habe 
CHF 90‘000.00 von ihr ertrogen und Z.________ teilte der Staatsanwaltschaft am 
11.08.2012 mit, er habe der Berufungsführerin CHF 20‘000.00 überwiesen. Alle 
Absender erwähnten dabei, die Berufungsführerin habe angegeben, ihre Schuld 
mit einer ausstehenden Erbschaft begleichen zu wollen. 

Die Vorinstanz machte weiter Ausführungen zur Strafuntersuchung wegen 
Zechprellerei, welche im Frühling 2004 im Zusammenhang mit einem Aufenthalt 
im AA.________ (Hotel) vom 16.02.2004 bis am 17.04.2004 gegen die Familie 
T.________ geführt wurde (vgl. WSG I pag. 19 368 ff.). Das Strafverfahren wurde 
schliesslich zufolge Rückzugs des Strafantrags eingestellt. Auch in diesem Zu-
sammenhang sprach die Familie T.________ gegenüber den Strafbehörden von 
einem Erbe aus dem Ausland (Holland bzw. Deutschland), welches angeblich bald 
ausbezahlt werde und womit sie ihre Schuld hätten begleichen wollen. 

In der Folge äusserte sich die Vorinstanz zur Wohnsituation der Familie 
T.________ (vgl. WSG I pag. 19 370 ff.); Die Familie T.________ hielt sich über 
längere Zeit in Hotels auf, wobei sie jeweils hohe Schulden machte, und mietete 
Wohnungen, für welche sie die Mieten nicht bezahlte. Ausserdem war die Familie 
T.________ zeitweise nirgends gemeldet. 

Die Vorinstanz wies auch auf teure, aber unbezahlte Möbel- und Weinbestel-
lungen, welche die Berufungsführerin in Auftrag gab, sowie auf unbezahlte 
Sprachkurse in der Höhe von rund CHF 4‘000.00 hin (vgl. WSG I pag. 19 372).

Weiter listete die Vorinstanz kostspielige, von der Familie T.________ gebuchte 
Reisen auf, welche nur selten angetreten und praktisch nie bezahlt wurden (vgl. 
WSG I pag. 19 372 ff.). 

Gemäss den Ausführungen der Vorinstanz unter dem Untertitel III.A.1.7 Auskünfte 
von der AB.________ (Treuhand) (vgl. WSG I pag. 19 374 f.) errichtete 
AC.________ für die Berufungsführerin per 05.10.2006 und per 06.08.2009 zwei 
verschiedene Schuldenstatus, welche beide Schulden von über einer Million 
Franken auswiesen. Auch ihm gegenüber stellte die Berufungsführerin eine 
ausstehende Erbschaft aus Deutschland in Aussicht. 

17

Die Vorinstanz verwies sodann auf die Aktenfundstellen der Bankunterlagen und 
Betreibungsregisterauszüge (vgl. WSG I pag. 19 375). Diesen kann entnommen 
werden, dass sich die finanzielle Situation von G.________ und H.________ ab 
dem Zeitpunkt des Wohnungskaufs im Jahr 1999 zu verschlechtern begann. Die 
Berufungsführerin hatte sich dagegen schon früher verschuldet.

Schliesslich machte die Vorinstanz Ausführungen zu den angeblich in Mexiko 
getätigten Investitionen bzw. zu den Unterlagen, welche S.________ betreffen 
(vgl. WSG I pag. 19 375). Sie erwähnt dabei einen Überweisungsauftrag, wonach 
die Berufungsführerin S.________ am 18.08.2003 CHF 13‘950.00 auf eine Bank in 
Cancún überwies, eine E-Mail von S.________ an die Berufungsführerin, wonach 
Letztere ihm CHF 100‘000.00 schicken solle und dann monatlich CHF 50‘000.00, 
sowie zwei Vergütungsaufträge vom 12.02.2004 und vom 15.03.2004, mit welchen 
die Berufungsführerin die Überweisung von je CHF 100‘000.00 an S.________ 
bzw. auf ein Konto in Mexiko in Auftrag gab.

Im Anschluss daran gab die Vorinstanz die Aussagen der Berufungsführerin 
(WSG I pag. 19 376 ff.), die Aussagen von G.________ (WSG I pag. 19 384 ff.), 
diejenigen von H.________ (WSG I pag. 19 387 ff.) sowie diejenigen von 
AD.________ (WSG I pag. 19 391 ff.), X.________ (WSG I pag. 19 394), 
AE.________ (WSG I pag. 19 394 f.), AF.________ (WSG I pag. 19 395), 
AG.________ (WSG I pag. 19 395), AH.________ (WSG I pag. 19 396), 
AI.________ (WSG I pag. 19 396), AJ.________ (WSG I pag. 19 396), 
AK.________ (WSG I pag. 19 396 f.), AL.________ und AM.________ (WSG I 
pag. 19 397) und AN.________ (WSG I pag. 19 397) in zusammengefasster Form 
wieder. Sämtliche Aussagen sind korrekt und sehr ausführlich zusammengefasst, 
es kann vollumfänglich darauf verwiesen werden. 

In der Folge machte die Vorinstanz Ausführungen zur psychiatrischen Begutach-
tung der Berufungsführerin (vgl. WSG I pag. 19 397 ff.) und auch zu derjenigen 
von G.________ (vgl. WSG I pag. 19 399 f.), wobei letztere im vorliegenden Beru-
fungsverfahren nicht relevant ist. In Bezug auf die psychiatrische Begutachtung der 
Berufungsführerin wurden durch die Vorinstanz zunächst deren Angaben dem Gut-
achter gegenüber wiedergegeben (WSG I pag. 19 397 f.), anschliessend die Beur-
teilung durch den Gutachter wie folgt korrekt zusammengefasst und auch gleich 
gewürdigt (WSG I pag. 19 398 f.): «Es gebe keinen Anhaltspunkt für das Vorliegen einer Per-
sönlichkeitsstörung, was auch von der unauffälligen Testpsychologie untermauert werde. Allerdings 
gehen die Gutachten gestützt auf die Aussagen der Beschuldigten davon aus, dass diese bis zum 
Jahr 2009 mehrheitlich einer Arbeit nachgegangen ist, was ganz offensichtlich aktenwidrig ist. Es ist 
jedoch nicht anzunehmen, dass dieser Umstand allein etwas an der Einschätzung der Gutachter än-
dern würde. Festgehalten wurde: ‹A.________ zeichnet sich durch gewisse dissoziale Züge aus, wel-
che jedoch nicht das Ausmass einer Persönlichkeitsstörung bzw. einer schweren psychischen 

Störung annehmen. Seit dem 29. Lebensjahr hat sie sich wiederholt auf Kosten anderer bereichert, 

ohne jedoch – laut ihren Angaben – das Geld z.B. für eine Sucht verwendet zu haben.› Einerseits 
übernehme sie gegenüber den Gutachtern teilweise Verantwortung für ihr deliktisches Handeln, ande-
rerseits sei sie im Rahmen der Begutachtung nicht bereit gewesen, über diverse Punkte nähere Aus-
kunft zu erteilen, während sie sich gleichzeitig klagsam und weinerlich präsentiert habe. Zusammen-
fassend sei die Schuldfähigkeit während der ganzen Tatzeit vollständig vorhanden gewesen.

18

Unter dem Titel Risikoeinschätzung wird festgehalten: ‹Zusammenfassend sowie in Würdigung und 
einzelfallbezogenen Gewichtung aller prognoserelevanten Faktoren ist bei A.________ das Rückfall-

risiko bzw die spezifische Fortsetzungsgefahr weiterhin als deutlich erhöht einzuschätzen. Zu rechnen 

ist bei A.________ mit ähnlichen Straftaten wie denen, die ihr aktuell zur Last gelegt werden.› 
(pag. 11 003 050). Da bei ihr keine schwere psychische Störung vorliege erübrigten sich Ausführun-
gen zu einer Massnahme.

Am 08.11.2013 nahm der Verteidiger zum psychiatrischen Gutachten Stellung und hielt fest, seine 
Mandantin anerkenne den Schluss, dass bei ihr keine psychische Störung vorliege, welche eine Min-
derung der Einsichts- und Steuerungsfähigkeit und damit der Schuldfähigkeit rechtfertigen würde. 
Hingegen wehre sich seine Mandantin vehement gegen die von den Gutachtern vorgenommene Risi-
koeinschätzung. ‹Der Hinweis, ‚zu rechnen ist bei A.________ mit ähnlichen Straftaten wie denen, die 
ihr aktuell zur Last gelegt werden‘ empfindet meine Klientin als Affront sondergleichen. A.________ 

hat immer und immer wieder beteuert, dass ihr die ganze Sache ausserordentlich leid tue und dass 

sie die Geschädigten schadlos halten wolle und werde.› (pag. 15 002 032).

Aus den Akten der Kantonspolizei Graubünden geht im Übrigen hervor, dass A.________ schon im 
Jahr 2003 in BF.________ 10,5 Therapiesitzungen bei der Psychologin Dr. AO.________ hatte, die-
ser die ausstehenden Honorare von CHF 1‘365.00 jedoch nie bezahlte. Zudem war sie bereits in den 
neunziger Jahren bei der gleichen Ärztin in Behandlung, hat damals die Rechnungen aber noch or-
dentlich beglichen (pag. 13 004 057).» 

Mit Schreiben vom 26.05.2016 (pag. 19 820 f.) reichte Fürsprecher B.________ 
im Hinblick auf die oberinstanzliche Verhandlung eine persönliche, rund 50 Seiten 
umfassende Stellungnahme der Berufungsführerin (pag. 19 822 ff.) sowie einen 
vom 21.05.2016 datierenden Bericht der Gefängnisseelsorgerin AP.________ 
(pag. 19 870 f.) ein. An dieser Stelle wird die Stellungnahme der Berufungsführerin 
insofern zusammengefasst wiedergegeben, als dass diese sich zu ihrer Kindheit 
und Jugend, zu ihrer Ausbildung, zur finanziellen Situation der Familie T.________, 
zur Wohnsituation der Familie T.________, zu den Reisen der Familie T.________ 
sowie zu S.________ bzw. den angeblichen Investitionen in Mexiko äussert. Auf 
die Ausführungen der Berufungsführerin die einzelnen Deliktsvorwürfe bzw. die je-
weiligen Geschädigten betreffend, wird bei den entsprechenden Ausführungen 
hiernach eingegangen. Der Bericht der Gefängnisseelsorgerin wird im Rahmen der 
Strafzumessung zusammengefasst wiedergegeben (vgl. VI.22.2 Täterkomponen-
ten hiernach).

Die Berufungsführerin macht in ihrer handschriftlichen Stellungnahme 
zunächst Angaben zu ihrer Kindheit und Jugend; sie sei in BF.________ bei Ur-
grossmutter, Grossmutter, Onkel und der Mutter aufgewachsen. Als sie 11 Jahre 
alt gewesen sei, habe ihre Mutter ihren Vater geheiratet und sie seien zusammen 
gezogen. Ihre Mutter habe ihr Leben lang gearbeitet, bis sie krank geworden sei. 
Sie habe Lähmungserscheinungen in den Händen gehabt und sei depressiv ge-
worden. Nach der Genesung ihrer Hände habe sie im Jahr 2000 einen Winter lang 
im AQ.________ (Hotel) gearbeitet. Ihr Vater habe 39 Jahre lang im AR.________ 
gearbeitet, beim AS.________ (Sportclub) sei er von 1964 bis 1992 aktiv gewesen. 
Aktuell arbeite er seit ca. 11 Jahren bei der Firma AT.________. Sie habe die obli-
gatorische Schulzeit absolviert und bereits während dieser Zeit gekocht und den 
Haushalt gemacht, damit ihre Mutter habe Arbeiten gehen können. Sie selber habe 

19

Ballett gemacht und angefangen, für das Langlaufen zu trainieren. Nach der Schule 
sei sie als Au-Pair nach Amerika und Kanada gegangen. Wieder zurück in der 
Schweiz habe sie einen Winter lang bei der Familie AU.________ gearbeitet, habe 
den Haushalt gemacht und zur Tochter der Familie geschaut. Nebenbei habe sie 
noch auf privater Basis als Langlauflehrerin gearbeitet, wofür sie einfach Trinkgeld 
erhalten habe. Danach habe sie die Lehre als Hochbauzeichnerin angefangen. Sie 
habe diesen Beruf geliebt. Doch ihr Lehrmeister habe ihr die Lehre zu einem Alb-
traum gemacht. Am Anfang sei alles okay gewesen, doch dann habe er angefan-
gen, sie zu «begrabschen». Er habe sie immer angefasst und sei ihr nahe gekom-
men, ausserdem habe sie für Fotos hinhalten müssen. Sie habe immer in der Mit-
tagspause trainiert und er habe dann gewollt, dass sie im Büro dusche. Sie habe 
es gehasst, zur Arbeit zu gehen und habe angefangen zu trinken. Sie habe die vier 
Jahre einfach nur noch hinter sich bringen wollen. Ihren Eltern habe sie nichts ge-
sagt. Es sei schon damals so gewesen, dass sie alles in sich «hineingefressen» 
habe. Sie habe ihnen ja auch nichts davon gesagt, dass es ihr als Au-Pair in Ame-
rika nicht gut gegangen sei (pag. 19 822). Sie habe sich dann selber wieder hoch-
gezogen, habe einen Sommer lang bei der Tiefbaufirma AV.________ und einen 
Winter lang im Sportgeschäft AW.________ gearbeitet. Sie habe auch wieder an-
gefangen zu trainieren. Danach sei sie nach Norwegen gegangen und habe dort 
ein Sportgymnasium besucht. Anschliessend habe sie ein Fernstudium bei der 
AKAD für die B-Matura begonnen, welches sie aber nicht abgeschlossen habe. Sie 
habe sich ganz auf den Sport konzentriert und täglich trainiert. In den zehn Jahren, 
in denen ihre Mutter im AX.________ (Café) gearbeitet habe, habe sie auch den 
Haushalt gemacht, gekocht und der Mutter mit der Arbeit im AX.________ (Café) 
geholfen. Wenn die Mutter krank gewesen sei und zu Hause habe bleiben müssen, 
sei sie an ihrer Stelle ins AX.________ (Café) gegangen. Sie sei in einer Laufgrup-
pe gewesen, welcher die Teilnahme am New Yorker Marathon gesponsert worden 
sei, und habe Triathlon gemacht, wobei sie einmal Dritte geworden und auf Euro-
sport gekommen sei. Ihr «Hauptsport» sei aber das Langlaufen geblieben, sie habe 
jeden Tag hart trainiert, habe an Volksläufen, FIS-Rennen, Schweizermeisterschaf-
ten und am Bündner-Cup teilgenommen. Später habe sie dann auch noch Bike-
Rennen bestritten. 1998/1999 seien sie nach Mexiko in die Ferien geflogen, was 
der Anfang vom Ende gewesen sei. Sie habe S.________ bei einer Rundreise in 
Mexiko kennen gelernt, wobei sie drei Wochen unterwegs gewesen seien. Er habe 
ihr erzählt, er suche noch Investoren. Er kaufe Immobilien auf, renoviere das 
Nötigste und verkaufe sie wieder zu einem viel höheren Preis, die Rendite sei sehr 
hoch. Man würde so schnell zu Geld kommen (pag. 19 823). Er habe ihr auch er-
zählt, dass er ein eigenes Reiseunternehmen gründen möchte und sie ihm dabei 
inoffiziell als Reisegruppenführerin helfen könne (pag. 19 823 f.). Sie seien dann 
zurück geflogen und sie habe es sich überlegt. Sie habe darin die Möglichkeit ge-
sehen, ihre Darlehen zurückzuzahlen, ohne auf das Erbe ihrer Mutter warten zu 
müssen. Im Vorfeld habe sie ein Gespräch mit ihrer Mutter über ihren Grossvater in 
Deutschland gehabt. Die Mutter habe ihr gesagt, dass sie sicher erben werde, der 
Grossvater sei sehr wohlhabend und besitze ein bis zwei Hotels in Deutschland. 
Sie habe also angenommen, dass dieses Erbe auch eintreffen werde. Deshalb ha-
be sie allen von dieser Erbschaft erzählt. Nicht aus Bösartigkeit oder um Geld zu 

20

erschwindeln, sondern weil sie wirklich an dieses Erbe geglaubt habe. Es sei nie 
eine heimtückische, arglistige Absicht dahinter gewesen. Sie habe auch die Mög-
lichkeit gesehen, ihren Eltern etwas Gutes zu tun, zumal diese sie all die Jahre im-
mer unterstützt hätten und sie ihnen etwas habe zurückgeben wollen. So habe sie 
sich entschieden, bei S.________ zu investieren. Sie habe ihren Vater nach Geld 
gefragt, ohne ihm aber von S.________ zu erzählen. Sie habe ihm nur gesagt, sie 
könne bei einem Kollegen investieren. Hätte sie ihrem Vater gesagt, dass es sich 
dabei um S.________ gehandelt habe, so hätte ihr dieser das Geld wohl nicht ge-
geben und ihr davon abgeraten. Er habe ihr das Geld gegeben, sie wisse aber 
nicht mehr wie viel. Sie habe dann das mit der Eigentumswohnung eingefädelt, 
wobei sie ihren Eltern gesagt habe, dass sie die Wohnung finanzieren könnten. Ih-
re Eltern hätten ihr vertraut. Sie sei dann wieder nach Mexiko zurückgeflogen und 
habe S.________ das Geld gebracht. Dieser habe ihr erzählt, er habe noch andere 
Investoren und dass sie jetzt eine grössere Summe investieren müsse, 60‘000.00 
bis 70‘000.00. Sie habe bei ihren Besuchen auch AY.________ und AZ.________ 
kennen gelernt, welche dann in Deutschland oder in der Schweiz das Geld in bar 
entgegen genommen hätten (pag. 19 825 f.). Nach ihrer Rückkehr aus Mexiko ha-
be sie also ein Darlehen von 60‘000.00 bis 70‘000.00 gebraucht. Sie sei in dieser 
Zeit noch mit BA.________ zusammen gewesen, er habe ihr das Geld vom Erbe 
seines Vaters gegeben. Sie habe ihm gesagt, für was das Geld bestimmt gewesen 
sei. Sie habe das Geld dann weiter gegeben, so habe der Teufelskreis seinen Lauf 
genommen. Ihre Eltern hätten dann den Kaufvertrag für die Eigentumswohnung un-
terschrieben und seien eingezogen. Das von S.________ versprochene Geld sei 
nicht gekommen und der Verkäufer habe endlich das Geld gewollt. Ihre Mutter ha-
be gesundheitliche Probleme gehabt, sei depressiv geworden, und ihrem Vater sei 
es auch nicht gut gegangen. Sie habe die Verwandtschaft um Hilfe wegen der 
Wohnung angefragt, doch niemand habe helfen wollen. Sie hätten nicht so ein gu-
tes Verhältnis gehabt. Sie habe auf das Geld von S.________ gehofft oder darauf, 
dass die Erbschaft von ihrer Mutter ausbezahlt würde. Es sei aber nichts gekom-
men, also habe sie die Fälschung gemacht. Diese habe sie BB.________ ge-
schickt, er habe ihr dabei geholfen und die Fälschung an die Bank weiter geleitet. 
Die Bank habe dann das Geld gegeben. Sie sei verzweifelt gewesen, habe einfach 
nicht mehr weiter gewusst. Darum habe sie das getan. Sie habe ihren Eltern eine 
Zwangsräumung ersparen wollen. Es sei ja ihre Schuld gewesen, dass sie in dieser 
Situation gewesen seien. Sie habe gedacht, dass nun alles gut werden würde, dem 
sei aber nicht so gewesen. In der Zwischenzeit seien auch Betreibungen gelaufen. 
Ihre Eltern hätten die offenen Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Ihr Vater 
habe O.________ für CHF 8‘500.00 gefragt, damit sie die Rechnungen hätten be-
zahlen können. S.________ habe immer mehr Geld gewollt, nochmals 60‘000.00. 
Ihre Mutter habe die Zivilklägerin F.________ gefragt (pag. 19 826). Diese habe ih-
rer Mutter das Geld gegeben. Sie selber habe es dann an S.________ weiter ge-
geben. Aber das versprochene Geld sei nicht gekommen. Sie hätte die Reissleine 
ziehen sollen, aber sie habe immer noch gedacht, dass das Geld sicher kommen 
werde und alle Schulden bezahlt werden könnten. Sie habe S.________ vertraut. 
Sie habe auch immer auf die Erbschaft ihrer Mutter gehofft. Sie habe versucht, die 
Wohnung zu halten und offene Rechnungen zu bezahlen. Sie habe ihre Eltern im-

21

mer mehr in den Schuldensumpf mit hineingezogen. Sie habe ein Geburtstagsfest 
für ihren Vater organisiert, den Auftrag dazu habe sie von den Geschwistern ihres 
Vaters erhalten. Sie hätten das Ganze auch bezahlt. Irgendwann sei dann die 
Hausdurchsuchung gewesen, wegen dieser Fälschung, und irgendwann die Ver-
steigerung der Eigentumswohnung. Ihre Mutter habe von alldem nichts gewusst. 
Sie hätten es nicht übers Herz gebracht, ihr das zu sagen. Ende November 2003 
hätten sie ihre Koffer gepackt und seien nach Mexiko geflogen. Sie hätten vor 
Weihnachten wieder zurückfliegen wollen, seien dann aber drei Monate geblieben. 
In Mexiko hätten sie es der Mutter dann gesagt, dass sie in BF.________ keine 
Wohnung mehr hätten. Sie habe alles versucht, das investierte Geld wieder zurück 
zu holen, um alle Schulden bezahlen und wieder zurück fliegen zu können. 
S.________ habe sie vertröstet und er habe sie wieder davon überzeugen können, 
dass doch noch alles gut kommen werde. Er habe ihr die Immobilien, in welche er 
investiert habe, gezeigt. Sie habe von Mexiko aus mit W.________ telefoniert und 
die Situation erklärt, dieser habe gemeint, dass er das mit dem AR.________ 
schon regeln würde (pag. 19 827). Nach der Rückkehr aus Mexiko sei ihr Vater 
nach 39 Jahren fristlos entlassen worden, weil er für die Firma angeblich nicht 
mehr tragbar gewesen sei. Auch ihre Mutter habe wegen W.________ die Arbeits-
stelle verloren. Sie hätten damals schon in der Eigentumswohnung gewohnt, als ih-
re Mutter ihren damaligen Chef um ein Darlehen gefragt habe. Ihr sei auf Rat von 
W.________ hin gekündigt worden. Sie habe Schulden gehabt, aber kein Zuhause 
mehr und sei verzweifelt gewesen. AG.________ habe dann ein Auto für sie gelie-
hen. Sie selber sei dann auf die bescheuerte Idee gekommen, nach BC.________ 
in dieses Hotel zu fahren. Ihre Eltern hätten ihr vertraut. Sie habe ihnen gesagt, 
dass sie sich keine Sorgen machen müssten, das Geld werde sicher kommen. Sie 
habe stets S.________ kontaktiert und gefragt, wo das Geld bleibe. Es sei immer 
das gleiche Spiel gewesen, er habe gesagt, dass er noch mehr Geld brauche, dann 
würde das Geld endlich kommen. In der Zwischenzeit habe ihr Vater wegen der 
Auszahlung der Pensionskasse geschaut. Das Pensionskassengeld sei dann aber 
gepfändet worden. Sie habe sich dann gedacht, dass sie S.________ einfach sa-
gen würde, sie habe 100‘000.00 einbezahlt und ihm einen Fax schicken würde. Sie 
habe einfach das Geld von S.________ gewollt! Aber auch das habe nichts 
genützt, es sei kein Geld gekommen. Sie seien angezeigt worden, J.________ ha-
be ihnen geholfen. Sie hätten dann im Hotel BD.________ gewohnt, ihr Vater habe 
auch wieder Arbeit gefunden. Sie habe weiterhin versucht, alles in Ordnung zu 
bringen. Sie hätten an verschiedenen Orten gewohnt, bis sie endlich wieder ein 
Zuhause gehabt hätten (pag. 19 828). Sie habe S.________ vertraut, dass er ihr 
die investierten Gelder mit Rendite zurückgeben würde und sie all ihre Schulden 
bezahlen können würde. Ihre Eltern hätten nie Schulden gehabt, hätten gearbeitet 
und seien zufrieden gewesen mit dem, was sie gehabt hätten. Sie seien nie «hoch-
gestochen» gewesen. Sie hätten ihr, der Berufungsführerin, so vieles ermöglicht 
und sie habe ihnen etwas zurückgeben wollen. Das habe aber in einer Katastrophe 
geendet. Sie hätten ihr Zuhause, ihre Arbeit, Familie und Kollegen sowie ihr Anse-
hen verloren und alles wegen ihr, der Berufungsführerin. Ihre Eltern hätten ihr bis 
zum Schluss vertraut und hätten bis zur Gerichtsverhandlung geglaubt, dass sie 
keine Schulden mehr gehabt hätten. Sie habe sich so vor ihren Eltern geschämt, 

22

als vor Gericht alles ausgekommen sei. Sie habe sich auch vor der Zivilklägerin 
geschämt, dass diese das alles habe mitmachen müssen. Sie bereue jeden Tag, 
was sich in den letzten vielen Jahren abgespielt habe. Sie habe niemanden um 
sein Geld bringen wollen. Sie habe einfach alles in Ordnung bringen wollen. Sie 
habe vieles auf Pump gekauft, weil sie immer gedacht habe, das Geld würde kom-
men. Sie sei so geblendet gewesen. Es tue ihr so leid. Sie habe so viel falsch ge-
macht, so viele Leute ins Unglück gestürzt, weil sie an diese Investitionen geglaubt 
habe. Sie wolle sich bei allen Leuten entschuldigen, es tue ihr leid (pag. 19 829). 

Am Tag ihrer Verhaftung sei es ihr sehr schlecht gegangen, weil sie nicht gewusst 
habe, wie es ihrer Mutter gegangen sei, welche sie habe zu Hause lassen müssen. 
Beim Zwangsmassnahmengericht habe sie nur geweint und habe keinen klaren 
Gedanken fassen können. Dann habe sie ja keine Gelegenheit mehr gehabt, eine 
Aussage zu machen, bis zur Hauptverhandlung im August habe es keine Einver-
nahme mehr gegeben. Die Einvernahme vom 17.09.2014 bei der Polizei habe ihr 
Anwalt verschieben wollen, weil er in den Ferien gewesen sei, das sei aber nicht 
möglich gewesen. Ihr Anwalt habe ihr gesagt, sie solle ohne ihn keine Aussagen 
machen (pag. 19 848). 

Schliesslich machte die Berufungsführerin Ausführungen zu S.________: Sie habe 
S.________ 1998 auf einer Rundreise durch Mexiko kennen gelernt. Sie sei entge-
gen den Angaben von S.________ gegenüber der Kantonspolizei Bern ca. drei bis 
vier Wochen nach der ersten Rundreise wieder nach Mexiko geflogen, diesmal al-
leine. Sie und S.________ seien im Privatauto nach Guatemala und Belize gereist, 
er habe ihr dort auch Immobilien gezeigt. In ihrem Pass sollten Stempel sein, falls 
nicht, sei nur ihre Touristenkarte abgestempelt worden, was oftmals vorgekommen 
sei. Sie sei zwischen 1998 und ca. 2011 einige Male in Mexiko gewesen, das kön-
ne man bei verschiedenen Reisebüros nachprüfen. 2007 seien sie mit 
AD.________ in Mexiko gewesen und hätten auch damals S.________ gesehen 
und mit diesem über die Investitionen gesprochen. Sie habe sich auch in Frankfurt 
mit S.________ getroffen, er habe ihr Geld übergeben und sie sei zwei bis drei Ta-
ge in Frankfurt geblieben. Mit einem Auto, welches S.________ gemietet habe, 
seien sie nach Wiesbaden gefahren, um seine Tochter zu sehen. Danach seien sie 
in die Schweiz zurück gefahren. S.________ sei in die Schweiz gekommen, um ih-
re Familie zu besuchen, was er mit einer Reise nach Italien verbunden habe. Er 
habe sie gefragt, ob sie mit ihm mitfahren wolle, sie seien ca. 10 Tage zusammen 
unterwegs gewesen. Später sei er wieder für drei Wochen in die Schweiz gekom-
men, nachdem er in Deutschland bei seiner Tochter gewesen sei (pag. 19 866). 
Man könne S.________ nachweisen, dass sie über die P.________ (Bank) 
CHF 10‘000.00 einbezahlt habe, dieses Geld habe er ihr längst zurückbezahlt. 
S.________ habe danach keine Einzahlungen auf dieses Konto mehr gewollt. Er 
habe alles in bar gewollt. Er habe ihr gesagt, dass er vom Kaffeehandel sehr gut 
leben könne und der Reiseleiterjob nur ein Zusatzverdienst sei, weil er das gerne 
mache. S.________ habe auch von beiden Anzeigen gewusst. Kurz vor der Ver-
haftung hätten sie noch zusammen telefoniert. Er sei gewarnt gewesen und nicht 
überrascht, als die Polizei und die Staatsanwaltschaft mit ihm Kontakt aufgenom-
men hätten. Er habe sehr gut Immobilien kaufen können, er sei mit einer Mexikane-
rin verheiratet, habe einen mexikanischen Pass und viele mexikanische Bekannte. 

23

Die Polizei habe angeblich nur ein ca. zehnminütiges Gespräch mit S.________ 
gebraucht, um zu klären, dass alles nur eine Schutzbehauptung ihrerseits sei. Die 
Emails habe S.________ nicht mehr beantworten wollen. Man hätte diesbezüglich 
viel mehr abklären können, um zu beweisen, dass es sich nicht um eine Schutzbe-
hauptung von ihr handle. Sie habe Mexiko ja schon bei der ersten polizeilichen 
Einvernahme erwähnt (pag. 19 867). Sie habe sich S.________ gegenüber nie als 
reich ausgegeben. Er habe gewusst, dass sie bei verschiedenen Leuten Geld aus-
geliehen habe, um es ihm geben zu können. Er habe auch nicht gewollt, dass sie 
anderen gegenüber die Investitionen erwähnen würde. Es habe sich nicht nur um 
eine Urlaubsbekanntschaft gehandelt. Dass sie viel mit S.________ telefoniert ha-
be, gehe schliesslich auch aus der Hotelrechnung vom Hotel BD.________ hervor 
(pag. 19 868). 

Abschliessend führte die Berufungsführerin aus, dass auch Fürsprecherin 
BE.________ über die Investitionen in Mexiko Bescheid gewusst habe. Sie habe 
diese ca. eineinhalb Jahre vor der Hauptverhandlung aufgesucht und ihr die ganze 
Situation erzählt. Es stimme nicht, dass sie sich, aufgrund dessen, was sie an der 
Hauptverhandlung gehört habe, eine Geschichte zusammengereimt habe. Sie ha-
be bei den Einvernahmen, als sie noch nicht im Gefängnis gewesen sei, deshalb 
keine Aussagen gemacht, weil sie immer noch gedacht habe, dass das Geld noch 
kommen würde und sie alle Schulden würde begleichen können. Sie habe dann 
schuldenfrei eine Aussage machen wollen. Sie habe CHF 600‘000.00 bis 
CHF 650‘000.00 sowie CHF 100‘000 bis CHF 200‘000.00 nach Mexiko investiert. 
Was geschehen sei, sei geschehen. Leider könne sie es nicht mehr rückgängig 
machen. Sie werde versuche, so viele Gelder wie möglich an die Gläubiger zurück-
zubezahlen und sie werde sich bei ihnen entschuldigen. Sie stehe dafür gerade, 
was sie im ersten Delikt [recte: im ersten Deliktszeitraum] getan habe. Im zweiten 
Tatverdacht [recte: in Bezug auf das zweite Verfahren] sei sie aber nicht bereit, ei-
ne Schuld auf sich zu nehmen, da sie nichts Falsches gemacht habe (pag. 19 869). 

12.2 Beweiswürdigung und -ergebnisse 

Nach Wiedergabe sämtlicher Beweismittel, nahm die Vorinstanz auf 22 Seiten eine 
umfassende Würdigung vor (vgl. WSG I pag. 19 401 ff.). Dabei kann vorab auf die 
rechtlichen Grundlagen der Beweiswürdigung verwiesen werden, welche durch die 
Vorinstanz korrekt wieder gegeben wurden (WSG I pag. 19 401). 

Die Kammer geht sodann mit der Vorinstanz einig, dass sowohl die Berufungsfüh-
rerin, als auch ihre Eltern, durch ein äusserst selektives Erinnerungsvermögen 
auffallen; immer dann, wenn es um etwas (manchmal nur vermeintlich) Entlasten-
des ging, fielen ihnen plötzlich auf viele Jahre zurück noch Einzelheiten ein. Dage-
gen konnten sie sich an Wesentliches, wie z.B. den Grund für den Kauf der Eigen-
tumswohnung oder die Gründe für die ihnen gewährten Darlehen angeblich nicht 
mehr erinnern (vgl. WSG I pag. 19 401 f.). Diesbezüglich kann vollumfänglich auf 
die vorinstanzlichen Erwägungen verwiesen werden (WSG I pag. 19 402 f.): 
«A.________ machte an der Hauptverhandlung zwar grundsätzlich Aussagen und war geständig 
Geld von ihren Gläubigern erhalten zu haben und Belege gefälscht zu haben. Dennoch beantwortete 

24

sie praktisch keine der ihr zu den Vorwürfen konkret gestellten Fragen, sondern flüchtete sich stets in 
ein nicht mehr wissen, sich nicht mehr erinnern können. Lediglich zu den angeblich in Mexiko getätig-
ten Investitionen und Gewalttätigkeiten von AD.________ und C.________ äusserte sie sich etwas 
ausführlicher, konnte aber auch diesbezüglich keine Antworten mehr geben, sobald die Fragen kon-
kreter wurden. Dagegen konnte sie sich an der Hauptverhandlung plötzlich erstmals an kleine sie 
oder ihre Eltern entlastende Details erinnern. So zum Beispiel, dass ihr Vater nicht dabei gewesen 
sei, während ihre Mutter F.________ um ein Darlehen von CHF 60‘000.00 gefragt habe (vgl. dazu Zif-
fer IV.A.1.3.2.1) oder, dass die Nachbarn die Polizei rufen wollten, als C.________ sie geschlagen 
habe. Ihre Aussagen sind demnach wenig glaubhaft und es wird nur insofern auf sie abgestellt, als sie 
ausdrücklich Zugeständnisse enthalten oder sich mit weiteren Aussagen oder Dokumenten decken.

G.________ war die einzige der Beschuldigten, welche von Anfang an Aussagen machte. Ihre Aus-
sagen waren aber stets geprägt von Erinnerungslücken, Ungereimtheiten und Widersprüchen. Auch 
sie konnte sich an der Hauptverhandlung plötzlich an kleine sie entlastende Details erinnern. So zum 
Beispiel, dass BG.________ ihr gesagt habe, er helfe auch noch jemand anderem, nicht nur ihr, 
nachdem sie in mehreren Einvernahmen in der Voruntersuchung davon nichts erwähnt hatte (vgl. da-
zu Ziffer V.A.2.2). Ging es aber um kritische Fragen oder wurde für die Beschuldigte Unangenehmes 
thematisiert, so flüchtete auch sie sich in ein nicht mehr wissen, nicht mehr erklären können. Dem-
nach sind auch ihre Aussagen wenig glaubhaft und es wird nur insofern auf sie abgestellt, als sie 
ausdrücklich Zugeständnisse enthalten oder sich mit weiteren Aussagen oder Dokumenten decken.

Auch die Aussagen von H.________ enthalten Widersprüche und auch er flüchtete sich oftmals in ein 
nicht mehr wissen, sich nicht mehr erinnern können. Dennoch zeigen insbesondere seine in der 
Hauptverhandlung gemachten Ausführungen einige Ansätze zu einem ehrlichen Aussageverhalten. 
So räumte er beispielsweise ein, K.________ etwas von der Erbschaft seiner Frau erzählt zu haben 
und dass er dem Ehepaar J.________ und K.________ keine realistischen Angaben gemacht habe, 
was die Rückzahlungstermine des Darlehens angehe. Diesen positiven Ansatz machte er aber gleich 
wieder zunichte, als er seine spontanen und detailreichen Aussagen zur Verarrestierung der Pensi-
onskasse nach einem Unterbruch der Verhandlung widerrief (vgl. dazu Ziffer IV.A.2.2.2.3). Auch die 
Aussagen von H.________ sind insgesamt wenig glaubhaft und es wird nur insofern auf sie abge-
stellt, als sie ausdrücklich Zugeständnisse enthalten oder sich mit weiteren Aussagen oder Dokumen-
ten decken.» 

Die Aussagen von G.________ und H.________ interessieren im vorliegenden 
Berufungsverfahren insoweit, als sie die Verschuldung der Familie T.________ be-
treffen und etwas über die Rückzahlungsmöglichkeiten der Darlehen aussagen, als 
sie die «Geschäfte» der Berufungsführerin betreffen und schliesslich auch insofern, 
als auch die Eltern immer wieder von ausstehenden Erbschaften sprachen. 

Unter dem Titel III.B.3. Der zeitliche Ablauf der Ereignisse ordnete die Vorinstanz 
die unbestrittenen Ereignisse im Leben der Berufungsführerin und ihrer Eltern 
chronologisch in einer Art Tabelle (vgl. WSG I pag. 19 403 ff.). Es handelt sich da-
bei um eine dem Leser sehr dienliche Aufstellung, weshalb ausdrücklich darauf 
verwiesen wird. Die Vorinstanz zog denn nach Auffassung der Kammer auch die 
richtigen Schlüsse aus dieser chronologischen Zusammenstellung, weshalb auch 
darauf verwiesen werden kann (vgl. III.B.4. Erkenntnisse aus der chronologischen 
Zusammenstellung der Ereignisse, WSG I pag. 19 405 ff.). Konkret kam die Vorin-
stanz zum Schluss, dass die finanziellen Probleme von G.________ und 
H.________ mit dem Kauf der Eigentumswohnung in BF.________ für fast eine 

25

Million Franken begannen, dass die Berufungsführerin beim Kaufentscheid zumin-
dest einen massgebenden Einfluss auf ihre Eltern hatte und dass das Ehepaar 
T.________ ganz genau wusste, dass sie sich die Wohnung nicht leisten konnten, 
der Einstieg in die massiven finanziellen Schwierigkeiten mithin klar selbstver-
schuldet war (WSG I pag. 19 405 f.). Demgegenüber begannen die finanziellen 
Probleme der Berufungsführerin schon früher; sie ging bereits seit 1998 keiner ge-
regelten beruflichen Tätigkeit mehr nach, profitierte finanziell von ihren Eltern und 
ging bei Drittpersonen hohe Schulden ein. Weiter hielt die Vorinstanz zutreffend 
fest, dass sich die Berufungsführerin im Zusammenhang mit dem Hauskauf der Ur-
kundenfälschung strafbar machte. Aus der chronologischen Zusammenstellung ist 
sodann ersichtlich, dass sich die gesamte Familie T.________ auch nach mehre-
ren Berührungspunkten mit den Strafverfolgungsbehörden nicht davon abhalten 
liess, weiter über ihren Verhältnissen zu leben. Diesbezüglich ist zu betonen, dass 
die Staatsanwaltschaft im Frühling 2004 ursprünglich wegen Betruges gegen die 
Familie T.________ ermittelte (vgl. WSG I pag. 07 032 170; die Anzeige des 
AA.________ (Hotel) lautete auf Betrug, nicht auf Zechprellerei). Selbst die 
schliesslich wegen Zechprellerei ausgestellten Strafbefehle schreckten die drei 
ehemals Beschuldigten aber nicht davor ab, geliehenes Geld in hohen Beträgen 
mit vollen Händen für unnötigen Luxus auszugeben. Insbesondere bezog die Fami-
lie T.________, nachdem sie das AA.________ (Hotel) nicht bezahlen konnte, 
nicht etwa eine günstige Wohnung, sondern quartierte sich gleich danach im Hotel 
BD.________ ein. Und schliesslich macht die Aufstellung der Vorinstanz deutlich, 
dass immer dann zu einem neuen «Geldgeber» gewechselt wurde, wenn der vor-
herige «erschöpft» war, bzw. dass nie bei mehreren Personen gleichzeitig Geld 
bezogen wurde (WSG I pag. 19 406 f.). 

Zu den finanziellen Verhältnissen der Familie T.________ vor der angeklagten 
Deliktszeit hielt die Vorinstanz zusammengefasst zu Recht Folgendes fest: Die fi-
nanziellen Verhältnisse von G.________ und H.________ hätten sich bis im Herbst 
2000 geordnet präsentiert. Ab November 2000 bzw. Januar 2001 hätten sich die 
Betreibungen zu häufen begonnen, zu Lohnpfändungen sei es jedoch erst Ende 
2001 gekommen. Die finanzielle Schieflage lasse sich wohl damit erklären, dass 
G.________ und H.________ neben dem Wohnungskauf auch sonst damit begon-
nen hätten, deutlich über ihren Verhältnissen zu leben (WSG I pag. 19 407 f.). Die 
Berufungsführerin ihrerseits habe schon Ende 2000 Betreibungen von rund 
CHF 100‘000.00 aufgewiesen und bei Dritten Schulden von über CHF 300‘000.00 
gehabt. Ihre wirtschaftliche Lage sei daher schon vor dem ersten angeklagten De-
likt ganz offensichtlich katastrophal gewesen, sie sei in keiner Art und Weise kre-
ditwürdig gewesen (WSG I pag. 19 408). Die Kammer schliesst sich auch dem Fa-
zit der Vorinstanz an, wonach spätestens ab Herbst 2000 keiner der ursprünglich 
drei Beschuldigten mehr für mehrere Tausend Franken kreditwürdig war und wo-
nach alle drei Beschuldigten genau wussten, dass ihre finanzielle Situation sehr 
angespannt bzw. bei der Berufungsführerin offensichtlich katastrophal war. Insge-
samt wurde das «Familieneinkommen» durch die Geldbezüge von Dritten ab 1999 
bis 2001 jeweils mehr als verdoppelt. In den Jahren 2003 und 2004 flossen mehr 
als CHF 540‘000.00 von Dritten an die Familie T.________ (WSG I pag. 19 408 f.). 

26

Betreffend die finanziellen Verhältnisse während der angeklagten Deliktszeit 
erachtete es die Vorinstanz zu Recht als erstellt, dass es der Familie T.________ 
aufgrund des Lebens über den Verhältnissen trotz der Lohneingänge von 
H.________ und trotz der Geldbezüge von Dritten nicht gelang, ihre Rechnungen 
pünktlich zu bezahlen. Die Berufungsführerin und ihre Eltern gönnten sich ein Le-
ben mit Luxuswohnungen, Luxushotels, Luxusferien, Luxusmöbeln und teuren Au-
tos, wobei dieser Lebensstil jedoch nicht mit ihren legal erzielten finanziellen Mitteln 
in Übereinstimmung zu bringen war. Die Vorinstanz – und auch die Staatsanwalt-
schaft in der oberinstanzlichen Verhandlung (vgl. pag. 19 886) – bezeichneten das 
Verhalten der Familie T.________ denn auch zu Recht als hochstaplerisch. Die 
Vorinstanz hielt dazu fest, die Berufungsführerin und ihre Eltern hätten ganz genau 
gewusst, dass sie mit ihrem legalen Einkommen nicht in der Lage gewesen seien, 
sich die Aufenthalte in teuren Hotels, die Ferien, die Möbel etc. leisten zu können, 
was sie jedoch nicht davon abgehalten habe, über Jahre hinweg so zu leben. Un-
strittig sei, dass die Berufungsführerin über die finanzielle Situation der Familie 
stets im Bilde gewesen sei; sie sei bei fast allen Geldbeschaffungen von Dritten 
dabei gewesen, habe von der Zwangsversteigerung der Wohnung gewusst, habe 
unzählige Betreibungen erhalten, habe gewusst, dass die Pensionskasse ihres Va-
ters gepfändet worden sei und habe sich teilweise um die Finanzen ihrer Mutter 
gekümmert (WSG I pag. 19 409). 

In Bezug auf die finanziellen Verhältnisse nach Dezember 2009 hielt die Vorin-
stanz richtig fest, dass das hochstaplerische Vorgehen der Familie T.________ 
auch nach dem Eingreifen der Strafverfolgungsbehörden im Dezember 2009 nicht 
aufhörte; die Berufungsführerin mietete im Jahr 2010 Wohnungen, von denen sie 
wusste, dass sie nicht in der Lage war, sie zu bezahlen und beauftragte 2011 das 
M.________ (Malergeschäft), die Wohnung ihrer Eltern in BH.________ für über 
CHF 4‘000.00 zu streichen, obwohl sie wusste, dass sie dies nicht würde bezahlen 
können (WSG I pag. 19 411). 

Unter dem Titel III.B.6. Die angebliche Erbschaft machte die Vorinstanz Ausführun-
gen zu der angeblichen «kurz bevorstehenden Erbschaft» bzw. der «kurz bevor-
stehenden Auszahlung geerbter Gelder», welche sich wie ein roter Faden durch die 
gesamten Akten zieht. Darauf kann vollumfänglich verwiesen werden; die Vorin-
stanz hat zu Recht geschlussfolgert, dass die Berufungsführerin nicht aus einer 
vermögenden irischen Familie stammt und deshalb auch keine Erbschaft aus Irland 
in Aussicht hat, dass auch eine konkret anstehende Erbschaft aus Deutschland 
oder Holland nicht existiert und dass alle drei Familienmitglieder dies wussten (vgl. 
WSG I pag. 19 411 ff.). Der Vorinstanz ist auch zuzustimmen, wenn sie es als er-
stellt erachtete, dass die Berufungsführerin diversen Drittpersonen gegenüber 
wahrheitswidrig behauptete, sie selbst bzw. ihre Mutter werde in kurzer Zeit eine 
grosse Erbschaft antreten können, weshalb es ihr möglich sein werde, alle Schul-
den zurückzubezahlen. Ausserdem ist auch für die Kammer erwiesen, dass die Be-
rufungsführerin und ihre Eltern voneinander wussten, dass sie alle drei mit dieser 
Lüge von der bevorstehenden Erbschaft «operierten» (vgl. dazu WSG I pag. 19 
412 f. und pag. 19 415). 

27

In der Folge ging die Vorinstanz unter dem Titel III.B.7. Lebensläufe zu Recht da-
von aus, dass sich die Berufungsführerin Dritten gegenüber als die aus reichen iri-
schen Verhältnissen stammende Gwyneth McGregor ausgab, welche ein grosses 
Erbe in Aussicht hat (vgl. III.B.7.1.1 Gwyneth McGregor / Abstammung aus einer 
reichen irischen Familie / Erbschaft; WSG I pag. 19 415 f.). In Ergänzung der erst-
instanzlichen Ausführungen hält die Kammer fest, dass es entgegen den Vorbrin-
gen der Verteidigung nicht so war, dass AD.________ die Berufungsführerin 
L.________ und der Straf- und Zivilkläger 1 als Gwyneth McGregor vorstellte, ob-
wohl die Berufungsführerin ihn über ihren richtigen Namen aufgeklärt hatte und 
dass Letztere nicht gestützt auf die Angaben von AD.________ davon ausgingen, 
die Berufungsführerin heisse so (vgl. die Ausführungen von Fürsprecher 
B.________ an der oberinstanzlichen Verhandlung; pag. 19 878). Die von der Vor-
instanz erwähnte, auf den Namen Gwyneth McGregor lautende und bei der Beru-
fungsführerin sichergestellte Weinbestellung (WSG I pag. 07 001 072) datiert näm-
lich aus dem Jahr 2009 und wurde von der Berufungsführerin selber verfasst. Da-
mit ist klar, dass sich die Berufungsführerin ihren Gläubigern gegenüber vielmehr 
selber als Gwyneth McGregor ausgab. Weiter schliesst sich die Kammer der Vorin-
stanz an, wenn diese es als erstellt erachtete, dass sich die Berufungsführerin fäl-
schlicherweise als Velo- und Langlaufprofi ausgab, zu Unrecht behauptete, eine 
Lehre als Hochbauzeichnerin abgeschlossen und bei der AKAD die Matura nach-
geholt sowie eine Weiterbildung zur Reiseleiterin absolviert zu haben (vgl. 
III.B.7.1.2 Berufliche Tätigkeiten; WSG I pag. 19 416 f. vgl. dazu auch die Aus-
führungen der Berufungsführerin in der handschriftlichen Stellungnahme vom 
26.05.2016 bzw. die Erwägungen unter IV.12.1 Beweismittel (Dokumente, Unterla-
gen und Aussagen) hiervor). Ebenfalls geht die Kammer mit der Vorinstanz davon 
aus, dass weder AD.________ noch der Straf- und Zivilkläger 1 die Berufungsfüh-
rerin geschlagen oder bedroht haben (es wird diesbezüglich auf die zutreffenden 
vorinstanzlichen Erwägungen unter III.B.7.1.3 Angebliche Gewalttätigkeiten ge-
gen A.________ verwiesen; WSG I pag. 19 417 f.). Zu betonen ist, dass es für die 
Berufungsführerin keinen Grund gegeben hätte, nicht zum Arzt zu gehen, wenn es 
denn wirklich zu Gewalttätigkeiten gekommen wäre. Ausserdem fällt auf, dass die 
Berufungsführerin praktisch alle Männer, welche in ihrer Vergangenheit eine Rolle 
spielten und welche im vorliegenden Verfahren Erwähnung fanden, entweder der 
Gewalt gegen sie, der verbalen Entgleisung oder einer sexuellen Verfehlung be-
zichtigte – vom Lehrmeister (vgl. pag. 19 822) über ihren Ex-Partner AD.________ 
bis hin zu ihren diversen Darlehensgebern (insbesondere den Straf- und Zivilklä-
ger 1 sowie auch L.________). 

Wie bereits die Vorinstanz zweifelt die Kammer sodann nicht daran, dass es 
S.________ gibt und dass die Berufungsführerin gewisse Kontakte zu ihm hatte 
und ihm am 18.08.2003 CHF 13‘950.00 überwies (WSG I pag. 07 010 006). Jedoch 
erachtet es die Kammer auch als erstellt, dass die vagen und widersprüchlichen 
Angaben der Berufungsführerin, wonach sie einen grossen Teil der Darlehen 
S.________ übergeben habe, damit dieser ihr das Zwei- bis Dreifache zurückzah-
len werde, nicht der Wahrheit entsprechen und blosse Schutzbehauptungen dar-
stellen (vgl. dazu die sehr guten Ausführungen der Vorinstanz unter III.B.7.1.4 An-
geblich in Mexiko getätigte Investitionen / S.________; WSG I pag. 19 419 f.). Die 

28

vorinstanzliche Würdigung ergänzend betont die Kammer mit Nachdruck, dass die 
Berufungsführerin die Geschichte mit S.________ erstmals in der erstinstanzlichen 
Hauptverhandlung vorbrachte (WSG I pag. 19 101 ff.), nachdem der Antrag ihres 
Verteidigers, wonach der Berufungsführerin ein Recht auf umfassende Angaben 
einzuräumen sei, gutgeheissen worden war (vgl. WSG I pag. 19 100). Dies, obwohl 
sie zuvor im langwierigen Untersuchungsverfahren bereits stundenlang einver-
nommen worden war. Auch befand sich die Quittung für die Überweisung von 
USD 10'000.00 bereits seit dem 19.08.2011 bei den Akten; dass es S.________ 
gibt, war mithin bereits drei Jahre, bevor die Berufungsführerin die Geschichte er-
zählte, aktenkundig. Auf Frage der Gerichtspräsidentin, warum sie die Geschichte 
nicht schon längst erzählt habe, konnte sie denn keine nachvollziehbare Erklärung 
vorbringen, gab an, sie habe sich geschämt (WSG I pag. 19 104 Z. 160). In ihrer 
handschriftlichen Stellungnahme vom 26.05.2016 machte die Berufungsführerin 
kurz vor der oberinstanzlichen Verhandlung geltend, sie habe nach ihrer Einver-
nahme durch das Zwangsmassnahmengericht, anlässlich welcher es ihr sehr 
schlecht gegangen sei, bis zur erstinstanzlichen Hauptverhandlung keine Gelegen-
heit mehr gehabt, sich zu äussern (pag. 19 848). Dem ist entgegen zu halten, dass 
die Berufungsführerin anlässlich der Hafteröffnungseinvernahme sehr wohl Aussa-
gen machte, einfach nicht zu S.________ (vgl. WSG II pag. 03 001 022). Ausser-
dem gab die Berufungsführerin anlässlich der Einvernahme vom 22.10.2014, mithin 
rund zwei Monate nach der erstinstanzlichen Hauptverhandlung im Verfahren 
WSG I, wiederum seitenlange handschriftliche Ausführungen zu den Akten (vgl. 
WSG II pag. 05 002 015 ff.), in welchen sie Angaben zu S.________ machte. Diese 
handschriftliche «Stellungnahme» hätte sie auch bereits früher einreichen können, 
hätte sie die Geschichte mit S.________ denn unbedingt früher erzählen wollen. 
Der Kammer drängt sich deshalb der Verdacht regelrecht auf, dass die Berufungs-
führerin ihre eigene Geschichte auf die Person von S.________ projiziert hat; alles, 
was ihr im vorliegenden Strafverfahren vorgeworfen wird, soll nach ihrer Darstel-
lung S.________ getan haben. Die Kammer ist davon überzeugt, dass sie mit dem 
Vorbringen dieser Geschichte in der erstinstanzlichen Hauptverhandlung den aller-
letzten Strohhalm ergriff, um sich mit einer ihrer Ansicht nach geschickten Ge-
schichte rausreden zu können. Sie sah es als Ausweg und dachte, sie könnte mit 
dieser Geschichte alles, was sie verübt hatte, «outsourcen» und sich selber damit 
von Schuld befreien. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass die Eltern 
der Berufungsführerin gemäss eigenen Aussagen nichts von S.________ bzw. den 
Investitionen in Mexiko wussten (vgl. dazu beispielhaft WSG I pag. 19 172 
Z. 169 ff. sowie WSG I pag. 19 221 Z. 28 ff.); angesichts des uneigenständigen Le-
bens, welches die Berufungsführerin zusammen mit ihren Eltern in der gemeinsa-
men Wohnung führte und mindestens einer gemeinsamen Reise nach Mexiko und 
dort mit S.________, hätte dies aber zwangsläufig der Fall gewesen sein müssen, 
wäre in der Person von S.________ bzw. in den angeblichen Investitionen der Be-
rufungsführerin in Mexiko tatsächlich die Erklärung für alles zu finden. Für die Dar-
stellung der Berufungsführerin, wonach sie unzählige Male in Mexiko gewesen sein 
will, gibt es denn auch keinerlei Belege; insbesondere weist ihr Pass keine ent-
sprechenden Stempel auf. In Bezug auf die nachweislich an S.________ erfolgte 
Überweisung vom 18.08.2003 in der Höhe von USD 10‘000.00 bzw. 

29

CHF 13‘950.00 finden sich im Übrigen diverse mögliche, wenn auch hypothetische 
Erklärungen. Beispielsweise könnte es sein, dass die Berufungsführerin mit dem 
Betrag die Reise oder Teile davon nach Mexiko City beglich, welche sie zwischen 
dem 21.08.2003 und dem 12.09.2003 antrat. Sämtliche dieser Erklärungsansätze 
sind zwar auch nur hypothetisch, jedenfalls aber wesentlich plausibler als eine an-
gebliche Investition der Berufungsführerin in den mexikanischen Immobilien- bzw. 
den noch später genannten Kaffeehandel. 

Der Vorinstanz ist schliesslich auch zuzustimmen, wenn sie abschliessend unter 
dem Titel III.B.8 Familiendynamik ausführte, die Tatsache, dass alle drei Famili-
enmitglieder die gleichen Kenntnisse über die schlechte finanzielle Lage der Fami-
lie gehabt hätten und die gleiche Lügengeschichte von der angeblichen Erbschaft 
erzählt hätten, spreche dafür, dass sie sich jeweils direkt abgesprochen hätten. 
Ausserdem hat als erstellt zu gelten, dass die Berufungsführerin auf ihre Eltern 
tatsächlich einen grossen Einfluss ausgeübt und bei vielen die Familie betreffenden 
Entscheidungen eine massgebende Rolle gespielt hat. Aus den gesamten Akten 
wird zudem ersichtlich, dass sich sowohl die Berufungsführerin, als auch 
G.________ gerne ein schönes Leben gönnten und auf keinen Luxus verzichten 
wollten und dass die beiden im gemeinsamen Umgang miteinander und 
H.________ gegenüber klar den Ton angegeben haben. In Bezug auf H.________ 
stützt sich die Kammer insbesondere auch auf den durch die Vorinstanz in der erst-
instanzlichen Hauptverhandlung gewonnenen persönlichen Eindruck und hält fest, 
dass dieser ein «gmögiger, eigentlich gschaffiger Typ» ist, welcher als ehemaliger 
Sportler und Trainer in BF.________ eine gewisse Bekanntheit und durch seine 
Arbeitstätigkeit auch ein ihm entgegen gebrachtes Vertrauen genoss. Nicht nur die 
beiden Frauen, sondern auch er selbst gaben das Geld mit vollen Händen aus, 
weshalb H.________ trotz der massiven Geldbezüge von Dritten sozusagen stets 
«im Schatten des Betreibungsamtes» lebte. In Kombination mit der Tochter, die 
keiner Arbeitstätigkeit nachging, grösstenteils bei ihren Eltern lebte und es sich gut 
gehen liess, und der Ehefrau, welche dem luxuriösen Leben gegenüber auch nicht 
abgeneigt war, entstand eine problematische Konstellation, die schlussendlich im 
vorliegenden Verfahren mündete. Ergänzend hält die Kammer fest, dass zu Beginn 
der Betrugsserien wohl G.________ die treibende Kraft war, dass aber bereits 
während dem gewerbsmässigen Betrug z.N.d. Zivilklägerin, v.a. aber dann 
während dem gewerbsmässigen Betrug z.N.v. J.________ und K.________, die 
Berufungsführerin immer mehr die Rolle der Drahtzieherin übernahm, alleine die 
Darlehen erhältlich machte und damit faktisch für das «Einkommen» der Fami-
lie T.________ sorgte. Dabei gilt es aber zu betonen, dass alle drei Familienmit-
glieder nicht bereit waren, ihren luxuriösen Lebensstandard zurück zu schrauben. 
Die Kammer schliesst sich betreffend Familiendynamik mithin folgendem Fazit der 
Vorinstanz an (WSG I pag. 19 422 f.): «Auch wenn es vorliegend nicht möglich ist, die Dyna-
mik innerhalb der Familie genau zu erfassen und abzubilden, so kann zusammenfassend festgehalten 
werden, dass H.________ mit seinem Status als ehemaliger berühmter Hockeyspieler und durch sei-
ne Arbeitstätigkeit primär den Schein der Familie gegen aussen wahrte. G.________ kümmerte sich 
teilweise um den Haushalt und die sozialen Kontakte und liess sich aufgrund ihrer gesundheitlichen 
Probleme durch ihre Tochter betreuen. A.________ pflegte ihre Mutter und kümmerte sich teilweise 
um die finanziellen Belange der Familie und die nachträglichen Kontakte mit den Geldgebern. Sie or-

30

ganisierte zudem Hotels, Reisen und Wohnungen und liess sich von ihren Eltern über viele Jahre fi-
nanziell unterstützen.»

13. Gewerbsmässiger Betrug 

13.1 z.N.d. Zivilklägerin F.________

13.1.1 Vorwurf gemäss Anklageschrift 

Der Berufungsführerin wird in Ziff. 1.2.1.1 der Anklageschrift vom 17.12.2013 zu-
sammengefasst Folgendes zum Vorwurf gemacht (vgl. WSG I pag. 18 001 ff. bzw. 
pag. 19 424): 

«[…] gewerbsmässiger Betrug […], gemeinsam begangen mit G.________ und H.________ zwischen 
dem 19.05.2001 und dem 09.11.2001 in BF.________ zum Nachteil von F.________ im Deliktsbetrag 
von total CHF 96‘000.00. G.________ war eine langjährige Arbeitskollegin von F.________ und pfleg-
te mit ihr eine freundschaftliche Beziehung. A.________ und ihre Eltern täuschten sie über ihren 
Rückzahlungswillen und ihre Rückzahlungsfähigkeit sowie über die Gründe für die Darlehen und das 
Vorliegen von Zwangssituationen, wobei jeweils eine rasche Rückzahlung versprochen wurde und als 
Sicherheit die angebliche Rückzahlung der Gelder durch die Krankenkasse diente und zwar wie folgt:

- Beim ersten Darlehen teilte G.________ F.________ mit, sie müsse der Klinik BI.________ 
CHF 5‘000.00 bezahlen und könne nicht auf das Konto ihres Mannes zugreifen. A.________ 
nahm am 22.05.2001 CHF 5‘000.00 bar entgegen;

- beim zweiten Darlehen musste gemäss G.________ die Bezahlung eines Naturheilers in Öster-
reich bar erfolgen. A.________ nahm die CHF 6‘000.00 am 10.08.2001 bar entgegen;

- beim dritten Darlehen gaben A.________ und G.________ an, A.________ müsse die ihrem Ar-
beitgeber gestohlenen Gelder sofort zurückzahlen, ansonsten sie ins Gefängnis komme. 
G.________ nahm am 16.08.2001 CHF 20‘000.00 bar entgegen.

- beim vierten Darlehen teilte H.________ mit, eine Operation von G.________ müsse in Frankreich 
bar bezahlt werden. H.________ nahm die CHF 60‘000.00 am 04.10.2001 bar entgegen.

- beim fünften Darlehen ging es auch um zu bezahlende Gesundheitskosten. Einer der drei Famili-
enmitglieder nahm am 09.11.2001 CHF 5‘000.00 bar entgegen. 

A.________, G.________ und H.________ waren zum Zeitpunkt der Darlehensaufnahmen verschul-
det und verfügten über kein entsprechendes Vermögen oder Einkommen. Die falschen Angaben wa-
ren für F.________ glaubwürdig [recte: glaubhaft] und nicht oder nur mit besonderer Mühe überprüf-
bar, eine Überprüfung des Leistungswillens nicht zumutbar. Dies vor allem aufgrund der glaubwürdi-
gen und aufeinander abgestimmten Angaben der Familie T.________ und auch wegen des beste-
henden Vertrauensverhältnisses zwischen G.________ und F.________ sowie der angeblichen Not-
situation und zeitlichen Dringlichkeit der Zahlungen. Es war den Familienmitgliedern bewusst und für 
sie vorhersehbar, dass F.________ ihre Angaben nicht überprüfen konnte bzw. würde.

A.________ erzielte zusammen mit G.________ und H.________ mit einer gewissen Regelmässig-
keit Einkünfte, die geeignet waren, einen namhaften Teil der Lebenskosten von A.________ und ihren 
Eltern zu decken.» 

31

Wie unter dem Titel III.10. Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs z.N.v. 
F.________ hiervor festgestellt, ist der Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs in 
Bezug auf das erste der Zivilklägerin am 19./22.05.2001 gewährte Darlehen ver-
jährt. Es sind entsprechend nur noch die übrigen vier Darlehen durch die Kammer 
zu beurteilen. 

13.1.2 Beweismittel (Dokumente, Unterlagen und Aussagen)

Der Vorwurf des gewerbsmässigen Betrugs z.N.d. Zivilklägerin wurde allen drei 
Familienmitgliedern gemacht; dass die Geldbeträge in der in der Anklageschrift 
vom 17.12.2013 angegebenen Höhe geflossen sind, wird durch diese nicht bestrit-
ten. G.________ und H.________ sind zudem bereits rechtskräftig verurteilt. Im 
Rahmen der Beweiswürdigung ist mit Blick auf die rechtliche Würdigung zu klären, 
ob die Tatbestandsmerkmale des Betrugs auch in Bezug auf die Berufungsführerin 
erfüllt sind. Dabei ist insbesondere die Frage zu erörtern, ob die Zivilklägerin durch 
die Familienmitglieder getäuscht worden ist. 

Die Vorinstanz fasste in der schriftlichen Begründung zunächst die zur Beurteilung 
vorliegenden Dokumente bzw. deren Inhalt zusammen; es handelt sich dabei kon-
kret um diverse Kassenbelege, aus welchen hervorgeht, dass vom Konto der Zivil-
klägerin mehrere Beträge bezogen wurden, um eine Bestätigung des Rehabilitati-
onszentrums BI.________ vom 30.08.2011, um ein mit «Darlehensvertrag» betitel-
tes Dokument sowie um einen handschriftlich verfassten und vom 23.04.2003 da-
tierenden Brief (WSG I pag. 19 426 f.). Im Anschluss gab die Vorinstanz die Aus-
sagen der Berufungsführerin, diejenigen ihrer Eltern sowie diejenigen der Zivilklä-
gerin in zusammengefasster Form wieder (WSG I pag. 19 427 ff.). Es kann ge-
samthaft auf die korrekte Zusammenfassung durch die Vorinstanz verwiesen wer-
den. 

Die Berufungsführerin führte in ihrer schriftlichen Stellungnahme vom 26.05.2016 
betreffend die Zivilklägerin aus, diese habe mit ihrer Mutter zusammen im 
AX.________ (Café) gearbeitet. Sie selber habe damals ihrer Mutter sehr oft bei 
der Arbeit geholfen und habe deshalb die Zivilklägerin ab und zu gesehen. Sie hät-
ten manchmal ein paar Worte gewechselt, sonst hätten sie keinen Kontakt gehabt. 
Ihre Mutter habe um die verschiedenen Darlehen gefragt. Sie selber habe zwei Mal 
Geld von der Zivilklägerin entgegen genommen, habe diese aber nie um ein Darle-
hen gefragt. Sie habe auch nie gross nachgefragt, was ihre Mutter der Zivilklägerin 
erzählt habe, ihre Mutter habe von diesen Gesprächen auch praktisch nichts er-
wähnt. Wenn die Zivilklägerin bei der Geldübergabe nach dem Befinden ihres Va-
ters oder ihrer Mutter gefragt habe, habe sie ihr natürlich Auskunft gegeben. Aber 
nicht, weil sich ihre Mutter vorher mit ihr abgesprochen habe. Ihre Mutter habe da-
mals wirklich eine Leberpunktion bei Dr. BJ.________ gehabt, ihren Eltern sei es in 
dieser Zeit wirklich sehr schlecht gegangen. Sie wolle aber damit nicht das Ganze 
entschuldigen. Es tue ihr sehr leid für die Zivilklägerin, dass diese ihre Darlehen 
noch nicht zurückerhalten habe, sie selber werde sich aber bemühen, um ihr das 
Geld zurück bezahlen zu können. Es liege ihr sehr viel daran, dass die Zivilklägerin 
ihr Geld wieder erhalte, sie werde sich auch bei ihr entschuldigen (pag. 19 862). 

32

13.1.3 Beweiswürdigung und -ergebnisse

Die Vorinstanz nahm in der schriftlichen Urteilsbegründung eine sehr umfassende 
Würdigung der hiervor erwähnten Beweismittel vor (WSG I pag. 19 436 ff.). In Be-
zug auf die Persönlichkeit der Zivilklägerin sowie die Glaubhaftigkeit ihrer Aus-
sagen hielt sie zutreffend Folgendes fest (WSG I pag. 19 437 f.): «Zur Persönlichkeit 
von F.________ kann ausgeführt werden, dass sie ledig ist und nach wie vor in BF.________ lebt. 
Sie hat keine Lehre gemacht, hat aber bis zu ihrem 74. Lebensjahr während 46 Jahren in der 
AX.________ (Café) gearbeitet. Im Zeitpunkt der Darlehensgewährung war sie 62 Jahre alt und hatte 
dort schon einige Jahre zusammen mit G.________ gearbeitet. Angesichts ihrer beruflichen Laufbahn 
und der Tatsache, dass sie die Steuererklärung von ihrer Nichte ausfüllen lässt und auch den Darle-
hensvertrag mit G.________ von W.________ aufsetzen liess, besteht kein Zweifel daran, dass 
F.________ in finanziellen Belangen über keine grosse Erfahrung oder speziellen Kenntnisse verfügt. 
Sie selbst bezeichnete sich als „leichtgläubigen“ Menschen, der anderen vertraue und „Erbarmen“ mit 
den Leuten habe, schilderte sich also als naive, gutgläubige Person, die Menschen, zu denen sie eine 
persönliche Bindung hat, vertraut, ohne ihre Angaben gross zu hinterfragen. Das Gericht erachtet die-
se persönliche Einschätzung auch aufgrund des persönlichen Eindrucks, den es von F.________ an 
der Hauptverhandlung gewonnen hatte, als glaubhaft. 

Bei der Prüfung der Glaubhaftigkeit der Aussagen von F.________, welche zwischen 2010 und 
2014 drei Mal ausführlich befragt wurde, ist zu berücksichtigen, dass sie ihre Aussagen mehr als neun 
Jahre nach den fraglichen Ereignissen gemacht hat. Die Aussagen sind in den Kernpunkten konstant, 
ohne dass ihre Geschichte irgendwie auswendig gelernt klingt. Sie enthalten eine Reihe von eigent-
lich unwichtigen Details (wie z.B., dass G.________ für das erste Darlehen an einem Freitagabend 
gekommen sei, dass sie der Familie bei deren Abwesenheit die Blumen gegossen habe, G.________ 
ihr einen Erkältungstee aus Österreich mitgebracht habe) und sind in sich stimmig und schlüssig. 
F.________ gab stets unumwunden zu, wenn sie sich an etwas nicht mehr erinnern konnte und ver-
suchte nicht, die Familie schlechter und sich selbst besser als nötig darzustellen. So blieb sie auf ent-
sprechende Fragen des Staatsanwalts dabei, vorgängig keine Abklärungen getroffen zu haben oder 
nicht selbst auf die Idee gekommen zu sein, einen Vertrag abzuschliessen. Weiter räumte sie ein, 
dass die Beschuldigten nur bei zwei von fünf Darlehen gesagt hätten, eine nicht sofortige Zahlung 
habe negative Konsequenzen zur Folge. Sie schilderte zudem nachvollziehbar, dass sie sich ge-
schämt habe. Hinzu kommt, dass sich F.________ nicht selbst an die Strafverfolgungsbehörden ge-
wandt hatte, sondern erst im Zuge der Ermittlungen der Kantonspolizei Bern rund neun Jahre nach 
der Darlehensgewährung kontaktiert worden war. Hätte sie die Familie zu Unrecht eines Delikts be-
schuldigen wollen, so hätte sie dies zweifellos schon viel früher getan. Bei ihr war auch in der Haupt-
verhandlung keinerlei Groll gegenüber den Beschuldigten zu spüren, obwohl das durchaus verständ-
lich wäre, sondern eher ein echtes Erstaunen darüber, wie jemand, den sie klar als ihre Freundin be-
zeichnete, sie so hintergehen konnte. Irgendwelche Hinweise auf ein wegen des Alters eingeschränk-
tes Erinnerungsvermögen oder gar Gründe für eine Falschbelastung finden sich nicht. Insgesamt er-
achtet das Gericht die Aussagen von F.________ als glaubhaft und stellt vollumfänglich auf sie ab.»

Die Kammer erachtet es mit der Vorinstanz weiter als erstellt, dass zwischen 
G.________ und der Zivilklägerin ein freundschaftliches Verhältnis bestand und 
sich die beiden Frauen bereits seit Jahren kannten. Gestützt auf die glaubhaften 
Aussagen der Zivilklägerin geht die Kammer davon aus, dass diese die gesamte 
Familie T.________ als schon fast zu ihrer eigenen Familie gehörig empfand (vgl. 

33

dazu beispielhaft die Aussagen der Zivilklägerin in der staatsanwaltschaftlichen 
Einvernahme vom 21.06.2012 [WSG I pag. 05 007 016 Z. 220 f.]: «Ich mochte die gan-
ze Familie sehr gut, wie wenn sie in meine Familie gehören würde.»). Während der bereits fünf- 
bis sechsjährigen Zusammenarbeit mit G.________ sah sie zwangsläufig auch des 
Öfteren deren Tochter und deren Ehemann (WSG I pag. 05 007 016: «G.________ 
und H.________ ging oft am Sonntag noch ins Geschäft Wäsche waschen. A.________ war auch oft 
dabei. Bei dieser Gelegenheit haben wir noch oft zusammen geplaudert.»). Aufgrund ihrer 
Freundschaft zu G.________ sowie wegen der Bekanntheit der Familie 
T.________ in BF.________ brachte die Zivilklägerin der gesamten Familie gros-
ses Vertrauen entgegen. In diesem Zusammenhang ruft die Kammer in Erinnerung, 
dass die Familie T.________ in BF.________ eine Eigentumswohnung besass, 
was gegen aussen und damit auch auf die Zivilklägerin den Anschein von guten fi-
nanziellen Verhältnissen bzw. von einem gewissen Vermögen vermittelt haben 
muss (vgl. WSG I pag. 19 438 f.). 

Die Vorinstanz hat in der schriftlichen Urteilsbegründung in Bezug auf alle fünf Dar-
lehen weiter die Umstände und Gründe der Darlehensübergaben erörtert. Die 
diesbezüglichen Ausführungen sind korrekt, es kann vorab darauf verwiesen wer-
den (vgl. WSG I pag. 19 439 ff.). Betreffend das erste Darlehen ist, wie bereits er-
wähnt, die Verjährung eingetreten, es steht deshalb nicht mehr zur Beurteilung – 
die Basis für ein weiteres ‹Schröpfen› der Zivilklägerin war allerdings damit bereits 
gelegt. Was das zweite Darlehen in der Höhe von CHF 6‘000.00 anbelangt, so 
schlies