# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 808f8fd2-e364-56bf-96f1-b349019d54ff
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-04-11
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 11.04.2024 IV 2024/11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2024-11_2024-04-11.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2024/11

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.05.2024

Entscheiddatum: 11.04.2024

Entscheid Versicherungsgericht, 11.04.2024
Art. 28 IVG. Art. 16 ATSG. Invalidenrente. Valideneinkommen. 
Validenkarriere. Versichertes Gut: Erwerbsfähigkeit bzw. 
Erwerbsmöglichkeiten, nicht zuletzt erzieltes Erwerbseinkommen (Entscheid 
des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 11. April 2024, IV 
2024/11).

Entscheid vom 11. April 2024

Besetzung

Versicherungsrichterin Corinne Schambeck (Vorsitz), Versicherungs-richterinnen Karin 

Huber-Studerus und Tanja Petrik-Haltiner; Gerichtsschreiber Tobias Bolt

Geschäftsnr.

IV 2024/11

Parteien

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Michael Schöbi, Erlenweg 15, Postfach 232, 

9450 Altstätten SG,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand

Rente

Sachverhalt

A.  

A.___ meldete sich im September 2016 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an. Er verfügt über keinen Berufsabschluss und war als 

Geschäftsführer seiner eigenen B.___ GmbH und insbesondere im Garten- und 

Zaunbau tätig (IV-act. 1; Fragebogen für Arbeitgebende vom 18. Oktober 2016; IV-act. 

10). Die Klinik für Hepatologie des Kantonsspitals St. Gallen hatte im August 2016 über 

eine Hepatitis B und über eine Vitamin D-Insuffizienz berichtet (IV-act. 11). Nachdem 

der Versicherte seine angestammte Tätigkeit wieder aufgenommen hatte, wies die IV-

Stelle sein Leistungsbegehren mit Mitteilung vom 14. Februar 2017 ab (IV-act. 19).

A.a. 

Im März 2019 meldete sich der Versicherte erneut zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung an (IV-act. 20). Die Klinik für Neurologie des Kantonsspitals 

St. Gallen hatte im Februar 2019 berichtet (IV-act. 34), dass der Versicherte am 30. 

Januar 2019 einen ischämischen Infarkt im Mesencephalon rechts erlitten hatte. Im 

November 2018 musste er sich bereits wegen einer parazentralen Lungenembolie links 

in Behandlung begeben. Im Mai 2019 teilte Dr. med. C.___ der 

Krankentaggeldversicherung des Versicherten mit, dass der Versicherte im März 2019 

einen weiteren ischämischen Hirninfarkt erlitten hatte (Fremdakten). Im Arztbericht vom 

17. Mai 2019 hielt er fest, der Versicherte sei zusätzlich an einer leichten Depression 

erkrankt (IV-act. 40). Im Verlaufsbericht vom August 2019 informierte Dr. C.___ die IV-

Stelle, zwischenzeitlich sei eine Cervicobrachialgie aufgetreten und der 

Gesundheitszustand habe sich leicht verschlechtert (IV-act. 48). In der Stellungnahme 

vom 16. April 2020 notierte Dr. med. D.___ vom IV-internen regionalen ärztlichen Dienst 

(RAD), der Versicherte sei als Geschäftsführer und Mitarbeiter in seiner eigenen 

Gartenbaufirma vollständig arbeitsunfähig. Für berufliche Massnahmen sei aktuell eine 

A.b. 

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Präsenzzeit von mindestens zwei Stunden pro Tag zumutbar. Innerhalb von wenigen 

Wochen werde sich die Präsenzzeit auf 50 Prozent steigern lassen. Aus medizinischer 

Sicht sei zu erwarten, dass der Versicherte wieder eine Arbeitsfähigkeit von mindestens 

50 Prozent auf dem ersten Arbeitsmarkt erreichen werde (IV-act. 52). Im August 2020 

wurde eine operative Carpaldachspaltung rechts durchgeführt (IV-act. 72). Am 

2. Dezember 2020 reichte der Versicherte einen Arbeitsvertrag bei der E.___ AG ein. 

Gemäss diesem ist er ab dem 1. Februar 2021 als Allrounder in einem Pensum von 40 

% tätig (IV-act. 82). Mit einer Mitteilung vom 25. Januar 2021 wies die IV-Stelle das 

Begehren um berufliche Eingliederungsmassnahmen ab, da der Versicherte eine 

Arbeitsstelle in seinem für sich höchstmöglichen Arbeitspensum finden konnte (IV-act. 

85).

Im Auftrag der IV-Stelle erstattete die SMAB AG am 2. September 2022 ein 

polydisziplinäres Gutachten. Die Sachverständigen hielten fest, der Versicherte leide an 

einer leichten bis mittelschweren neuropsychologischen Störung, an einer psychischen 

und Verhaltensstörung durch Alkohol bei einem schädlichen Gebrauch sowie – ohne 

Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit – an einem Status nach einer operierten 

Discushernie L4/5 links, an einer Spondylose C5–7, an einem Status nach einer 

Carpaltunnelspaltung rechts und links, an einer chronischen Hepatitis B, an einem 

Zustand nach Hepatitis A, an einem Zustand nach einer Lungenembolie links, an einer 

Adipositas sowie an einer psychischen und Verhaltensstörung durch Tabak. Die 

bisherige Tätigkeit im Gartenbau sei dem Versicherten seit dem 30. Januar 2019 

bleibend nicht mehr zumutbar. Eine adaptierte Tätigkeit ohne allzu hohe Anforderungen 

an die Konzentration und die Daueraufmerksamkeit, ohne komplexere Anforderungen 

mit vielen Wechseln und viel Eigeninitiative sowie ohne hohe Anforderungen an visuell-

räumliche Leistungen sei dem Versicherten vollzeitig zumutbar. Wegen einer 

Verlangsamung bei Anpassungen oder Wechseln und wegen Schwankungen der 

Aufmerksamkeit sei die Leistungsfähigkeit aber um 30 Prozent eingeschränkt. Eine 

leidensadaptierte Tätigkeit sei dem Versicherten also zu 70 Prozent zumutbar. Für die 

Zeit von Ende Januar 2019 bis Ende September 2019 sei der Versicherte vollständig 

arbeitsunfähig gewesen. Im Zusammenhang mit den verschiedenen operativen 

Eingriffen sei er auch in der anschliessenden Zeit jeweils vorübergehend für einige 

Tage vollständig arbeitsunfähig gewesen. Nicht auszuschliessen sei, dass sich die 

A.c. 

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B.  

Alkoholproblematik negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirke. Dem Versicherten sei 

dringend eine Therapie zu empfehlen (IV-act. 125). Die RAD-Ärztin Dr. D.___ 

qualifizierte das Gutachten als überzeugend (Stellungnahme vom 20. September 2022; 

IV-act. 126). Nach Durchführung des Vorbescheidsverfahrens wies die IV-Stelle mit 

Verfügung vom 4. November 2022 das Leistungsbegehren des Versicherten gestützt 

auf das Gutachten der SMAB AG und einem errechneten Invaliditätsgrad von neun 

Prozent ab (IV-act. 136).

Am 14. November 2022 liess der Versicherte (nachfolgend: der 

Beschwerdeführer), vertreten durch Rechtsanwalt Dr. M. Schöbi, Beschwerde gegen 

die Verfügung vom 4. November 2022 erheben (IV 2022/175, act. G 1). Er liess die 

Zusprache einer Rente und eventualiter die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle 

(nachfolgend: die Beschwerdegegnerin) beantragen. Zur Begründung liess er im 

Wesentlichen ausführen, die Beschwerdegegnerin habe das Valideneinkommen nicht 

korrekt ermittelt. Bei der Berechnung des Invalideneinkommens müsse ein 

„Leidensabzug“ von 25 Prozent berücksichtigt werden.

B.a. 

Mit einzelrichterlichem Entscheid IV 2022/175 vom 10. Mai 2023 hob das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen die Verfügung vom 4. November 2022 auf 

und wies die Sache zur Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens an die 

Beschwerdegegnerin zurück. Zur Begründung führte es an, die Beschwerdegegnerin 

hätte das Valideneinkommen nicht anhand des Auszuges aus dem individuellen 

Beitragskonto (IK) bemessen dürfen, denn versichert sei nicht der letzte Lohn, den der 

Beschwerdeführer erzielt habe, sondern vielmehr seine Erwerbsmöglichkeiten auf dem 

allgemeinen und ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Der Beschwerdeführer habe zwar keine 

Berufsausbildung absolviert, aber er habe über zwanzig Jahre lang im Bereich Zaun- 

und Gartenbau gearbeitet. Im Jahr 2006 habe er sich selbständig gemacht. Im Jahr 

2014 habe er eine GmbH gegründet. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Zaun- 

und Gartenbaubereich sei zu vermuten, dass sich der Beschwerdeführer in all diesen 

Jahren einige berufliche Qualifikationen angeeignet habe. Trotz des Fehlens eines 

formalen Ausbildungsnachweises könnte er also einem Gartenbauer mit einem 

anerkannten Berufsabschluss annähernd ebenbürtig sein. Da er zudem jahrelang als 

B.b. 

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Erwägungen

1.

Gegenstand dieses Beschwerdeverfahrens bildet – wie bereits im 

Beschwerdeverfahren IV 2022/175 – die Frage nach einem Rentenanspruch des 

Beschwerdeführers für die Zeit ab September 2019 (Anmeldung im März 2019; vgl. Art. 

29 Abs. 1 IVG). Nach der verbindlichen Vorgabe im Urteil des Bundesgerichtes 

8C_437/2023 vom 13. Dezember 2023 ist nun über diese Frage in der ordentlichen 

Dreierbesetzung zu entscheiden.

Geschäftsführer seiner GmbH tätig gewesen sei, dürfte er sich auch in diesem Bereich 

berufliche Qualifikationen angeeignet haben. Die Akten erlaubten die Beantwortung der 

Frage nach der beruflichen Qualifikation des Beschwerdeführers nicht. Die allgemeine 

Lebenserfahrung helfe offensichtlich nicht weiter. Folglich müsse eine Abklärung durch 

einen sachverständigen Berufsberater durchgeführt werden. Dafür sei die Sache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

Das Bundesgericht hob den Entscheid IV 2022/175 des Versicherungsgerichtes 

des Kantons St. Gallen vom 10. Mai 2023 mit Urteil 8C_437/2023 vom 13. Dezember 

2023 mit der Begründung auf, der Entscheid sei in einer rechtswidrigen Besetzung 

ergangen. Die Rechtslage sei nämlich nicht eindeutig und es könne auch nicht von 

einer feststehenden Gerichtspraxis gesprochen werden (vgl. Art. 18 Abs. 2 OrgR; sGS 

941.114), da sich das Bundesgericht soweit ersichtlich noch nie mit der von seiner 

eigenen Praxis zur Bemessung des Valideneinkommens abweichenden Praxis des St. 

Galler Versicherungsgerichtes habe befassen können. Der Umstand, dass das 

Versicherungsgericht seine dem Entscheid vom 10. Mai 2023 zugrunde gelegte Praxis 

schon vor einigen Jahren begründet und wiederholt entsprechend entschieden habe, 

qualifiziere diese noch nicht als eine feststehende Gerichtspraxis im Sinne des Art. 18 

Abs. 2 OrgR, zumal die rechtlichen Überlegungen des kantonalen Gerichtes zur 

Interpretation des Art. 16 ATSG bislang keinen Niederschlag in der Rechtsprechung 

des Bundesgerichtes gefunden hätten. Der Entscheid hätte in einer Dreierbesetzung 

gefällt werden müssen. Er sei folglich als rechtswidrig aufzuheben. Das Bundesgericht 

wies die Sache zur neuen Entscheidung in Dreierbesetzung an das 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen zurück.

B.c. 

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2.  

Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung hat eine versicherte 

Person gemäss dem Art. 28 Abs. 1 IVG, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit nicht durch 

zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 

kann, wenn sie während eines Jahres ohne einen wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 Prozent arbeitsunfähig gewesen ist und wenn sie nach 

dem Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 Prozent invalid ist. Invalidität ist laut dem 

Art. 8 Abs. 1 ATSG in Verbindung mit dem Art. 7 Abs. 1 ATSG der länger dauernde 

ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt. Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das 

Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 

Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 

Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 

(Valideneinkommen, Art. 16 ATSG).

2.1. 

Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist gemäss bundesgerichtlicher 

Rechtsprechung entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden 

Zeitpunkt auf Grund ihrer beruflichen Fähigkeiten und persönlichen Umstände nach 

dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich 

verdienen würde. Die Einkommensermittlung hat so konkret wie möglich zu erfolgen 

(Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2022, 8C_572/2021, E. 3.1). Das 

Valideneinkommen von Selbständigerwerbenden kann grundsätzlich auf der Basis der 

Einträge im IK bestimmt werden (Urteil des Bundesgerichts vom 19. Januar 2022, 

8C_572/2021, E. 3.2). Dies kann indes nicht unbesehen erfolgen, namentlich wenn die 

versicherte Person als einziger Gesellschafter und Verwaltungsrat seiner Gesellschaft 

faktisch selbständig erwerbend ist und auf die Aufteilung Gehalt / Gewinnanteil 

bestimmenden Einfluss hat (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 22. Dezember 2021, 

8C_12/2021, E. 4.3 und 4.4.1, und vom 6. Oktober 2021, 8C_228/2021, E. 3.1). Ist eine 

Ermittlung des Validen- und/oder Invalideneinkommens aufgrund und nach Massgabe 

der konkreten Gegebenheiten des Einzelfalls nicht möglich, wird subsidiär auf die 

Lohnstatistik, in der Regel auf die Tabellenlöhne der LSE, abgestellt (BGE 148 V 174 E. 

9.2.1, mit Verweis auf BGE 142 V 178, E. 2.5.7).

2.2. 

Der Beschwerdeführer ist seit über zwanzig Jahren im Bereich Zaun- und 

Gartenbau tätig gewesen. Nach seiner achtjährigen Tätigkeit bei der F.___ AG hat er 

sich im Jahr 2006 selbständig gemacht, im Jahr 2014 hat er eine GmbH gegründet. 

2.3. 

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Diese Gesellschaft hat die Erstellung von Zäunen und Gartenanlagen, den 

Schwimmbadbau, die Gartenpflege sowie den Handel mit Gartenartikeln bezweckt. Der 

Beschwerdeführer ist der Geschäftsführer dieser Gesellschaft gewesen. Im Zuge seiner 

langjährigen Tätigkeit im Zaun- und Gartenbaubereich hat sich der Beschwerdeführer 

überwiegend wahrscheinlich gute berufliche Qualifikationen im Bereich des Zaun- und 

Gartenbaus angeeignet. Auch wenn er über keinen formalen Ausbildungsnachweis 

verfügt, ist davon auszugehen, dass er aufgrund seiner langjährigen Berufserfahrung 

einem Gartenbauer mit einem anerkannten Berufsabschluss ebenbürtig ist. Tatsächlich 

hat er in den Jahren vor dem Wechsel in die selbständige Tätigkeit (respektive in die 

faktisch selbständige Tätigkeit als einziger Angestellter der ihm allein gehörenden 

GmbH) relativ konstant einen Lohn erhalten, der jenem eines ausgebildeten 

Gartenbauers mit mehreren Jahren Berufserfahrung entsprochen hat. Nach dem 

Wechsel in die selbständige Erwerbstätigkeit ist das Erwerbseinkommen gemäss dem 

IK-Auszug deutlich tiefer gewesen. Das dürfte aber vor allem darauf zurückzuführen 

sein, dass anfangs einer selbständigen Tätigkeit meist mit einem tieferen Einkommen 

zu rechnen ist und später das beauftragte Treuhandbüro die Abrechnungen jeweils im 

Rahmen der gesetzlich erlaubten Möglichkeiten steueroptimiert hat. Der 

Beschwerdeführer hat angegeben, dass sein Erwerbseinkommen weiterhin für die 

Ernährung der Familie ausgereicht habe, weshalb er überwiegend wahrscheinlich 

weiterhin ein Erwerbseinkommen wie zuvor erzielt haben muss. Nichts deutet darauf 

hin, dass der Beschwerdeführer beim Eintritt der Gesundheitsbeeinträchtigung nicht 

mehr in der Lage gewesen wäre, ein für einen ausgebildeten Gartenbauer 

durchschnittliches Erwerbseinkommen zu erzielen. Da bei faktisch selbständig 

Erwerbenden nicht unbesehen auf den IK-Auszug abgestellt werden kann (siehe E. 

2.2), ist auf statistische Werte abzustellen. Gemäss den Ergebnissen der Schweizer 

Lohnstrukturerhebung (LSE) für das Jahr 2018 hat ein Gartenbauer (Tabelle 

TA1_tirage_skill_level, Branche 81 [aus Tabelle T1_b: Garten- und. Landschaftsbau] 

bzw. Branchen 77–82 ohne 78) mit langjähriger Erfahrung (Kompetenzniveau 3) einen 

standardisierten Monatslohn von 6’350 Franken erzielt. Unter Berücksichtigung der 

betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit in den Branchen 77–82 ohne 78 von 42,2 

Stunden im Jahr 2018 (Tabelle „Betriebsübliche Arbeitszeit nach 

Wirtschaftsabteilungen“, T 03.02.03.01.04.01) ergibt sich ein Valideneinkommen von 

80’391 Franken. Das zuletzt erzielte Einkommen als Angestellter im Jahr 2005 betrug 

bereits damals Fr. 63'644.--. Da sich der Beschwerdeführer in der Zwischenzeit weiter 

im Gartenbereich spezialisieren konnte, erscheint der errechnete Tabellenlohn auch 

aus diesem Grund angemessen und den beruflichen Fähigkeiten (vgl. E. 2.2). 

entsprechend.

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Für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren Invalideneinkommens ist 

massgebend, welche Tätigkeiten dem Beschwerdeführer aus medizinischer Sicht in 

welchem Umfang zumutbar sind. Die Beschwerdegegnerin hat zur Beantwortung 

dieser Frage ein Gutachten bei der SMAB AG eingeholt. Das Gutachten ist 

grundsätzlich zwischen den Parteien unbestritten und erfüllt gemäss nachfolgender 

Prüfung die Anforderungen der Rechtsprechung (BGE 125 V 352 E. 3a mit Hinweisen). 

Die Sachverständigen der SMAB AG haben den Beschwerdeführer umfassend 

persönlich untersucht und die medizinischen Vorakten eingehend gewürdigt. Nichts 

deutet darauf hin, dass sie eine wesentliche Tatsache übersehen oder ignoriert hätten. 

Sie haben überzeugend aufgezeigt, dass in orthopädischer Hinsicht keine objektive 

Ursache für die angegebenen Beschwerden gefunden werden könnte und dass der 

Beschwerdeführer bei der neuropsychologischen Testung ungenaue und diffuse 

Angaben machte, wobei allerdings keine Hinweise auf eine willentliche Verfälschung 

festgestellt werden könnten. Sowohl der neuropsychologische als auch der 

psychiatrische Sachverständige stellten nur geringe Unstimmigkeiten bei den 

Beschwerdeangaben fest. Zusammenfassend überzeugt das Attest eines 

Arbeitsfähigkeitsgrades von 0 Prozent in der angestammten Tätigkeit als Gartenbauer 

und Geschäftsführer und 70 Prozent für leidensadaptierte Tätigkeiten (vgl. dazu auch 

den Entscheid IV 2022/175 vom 10. Mai 2023, E. 2.4). Die Auffassung des 

Rechtsvertreters des Beschwerdeführers, die Sachverständigen hätten einen 

Arbeitsfähigkeitsgrad von 65–75 Prozent attestiert, trifft im Übrigen nicht zu. Zwar hat 

die neuropsychologische Sachverständige einen Arbeitsfähigkeitsgrad von 65–75 

Prozent attestiert. Allerdings stellt eine neuropsychologische Untersuchung lediglich 

eine Zusatzuntersuchung dar. Es ist Aufgabe der Arztperson, den Gesundheitszustand 

– unter Berücksichtigung der neuropsychologischen Defizite – zu beurteilen und dazu 

Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die 

versicherte Person arbeitsunfähig ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 10. November 

2021, 8C_526/2021, E. 4.2). Dies hat der psychiatrische Gutachter auch getan und die 

Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung in seinem Gutachten integriert 

und gewürdigt. Er attestierte unter Berücksichtigung seiner erhobenen Befunde und 

der neuropsychologischen Zusatzuntersuchung eine Arbeitsfähigkeit von 70 Prozent, 

welche auch der interdisziplinären Konsensbeurteilung entspricht. Demnach ist darauf 

abzustellen.

2.4. 

Den Akten ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer wieder eine Tätigkeit als 

Allrounder in einem Pensum von 40 Prozent aufgenommen hat (siehe Arbeitsvertrag 

vom Dezember 2020 bei der E.___ AG, IV-act. 82 und berufliche Anamnese im 

Gutachten IV-act. 125-27). Mit diesem Pensum nutzt der Beschwerdeführer seine 

2.5. 

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3.  

Erwerbsfähigkeit nicht voll aus, womit nicht auf das effektiv erzielte Erwerbseinkommen 

abgestellt werden kann. Somit ist für die Bestimmung des zumutbarerweise erzielbaren 

Invalideneinkommens von einer leidensadaptierten Hilfsarbeit (alle Branchen) 

auszugehen. Der statistische Zentralwert der Hilfsarbeiterlöhne hat sich im Jahr 2018 

auf 67’767 Franken belaufen (vgl. die von der Informationsstelle AHV/IV 

herausgegebene Textausgabe des IVG, 11. Aufl. 2022, Anh. 2). Praxisgemäss ist unter 

Würdigung aller Umstände („Teilzeitabzug“ [vgl. Tabelle T18] bei einem Pensum von 50 

bis 74 Prozent, eingeschränkte Flexibilität bezüglich Tätigkeiten und Pensum, etc.) ein 

Tabellenlohnabzug von zehn Prozent zu berücksichtigen. Damit ergibt sich mit Blick 

auf das zumutbare Pensum von 70 Prozent ein zumutbarerweise erzielbares 

Invalideneinkommen von 42’693 Franken (= 67’767 Franken × 90% × 70%). Bei einem 

Valideneinkommen von 80’391 Franken und einem Invalideneinkommen von 42’693 

Franken ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 46,89 respektive von 47 Prozent (bereits 

ohne Abzug von 10% vom Invalideneinkommen ergibt sich ein Invaliditätsgrad von 41 

Prozent). Nach der hier zeitlich massgebenden Fassung des Art. 28 Abs. 2 IVG hat der 

Beschwerdeführer folglich einen Anspruch auf eine Viertelsrente.

Da sich der Beschwerdeführer im März 2019 zum Bezug von Leistungen der 

Invalidenversicherung angemeldet hat, hat der Rentenanspruch gemäss dem Art. 29 

Abs. 1 IVG nicht vor dem 1. September 2019 entstehen können. Die Sachverständigen 

der SMAB AG haben den Beginn der relevanten Arbeitsunfähigkeit auf Januar 2019 

datiert. Das bedeutet, dass das sogenannte Wartejahr (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) erst am 

31. Dezember 2019 geendet hat. Folglich ist der Rentenbeginn auf den 1. Januar 2020 

festzusetzen, was bedeutet, dass der Beschwerdeführer ab dem 1. Januar 2020 einen 

Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung hat.

2.6. 

Nach dem Gesagten ist in Gutheissung der Beschwerde die Verfügung vom 4. 

November 2022 aufzuheben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 

2020 eine Viertelsrente zuzusprechen. Die Sache ist zur Festsetzung der 

Rentenbeträge an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

2.7. 

Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1  IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

als angemessen. Die Beschwerdegegnerin hat ausgangsgemäss die gesamte 

Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- zu bezahlen. Der vom Beschwerdeführer geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 600.-- ist ihm zurückzuerstatten.

3.1. 

bis

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Entscheid

1.

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 4. November 2022 

aufgehoben und dem Beschwerdeführer mit Wirkung ab 1. Januar 2020 eine 

Viertelsrente zugesprochen. Zur Festsetzung und Ausrichtung der Rentenleistung wird 

die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückgewiesen.

2.

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von 600 Franken zu bezahlen; dem 

Beschwerdeführer wird der von ihm im Beschwerdeverfahren IV 2022/175 geleistete 

Kostenvorschuss von 600 Franken zurückerstattet.

3.

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer mit 4’000 Franken zu 

entschädigen.

Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Partei 

Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote 

eingereicht. In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (sGS 963.75) 

pauschal Fr. 1'500.-- bis Fr. 15'000.--. Der Bedeutung und dem Aufwand der 

Streitsache angemessen erscheint eine Parteientschädigung von pauschal Fr. 4'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer). Die Beschwerdegegnerin hat die 

Beschwerdeführerin somit mit Fr. 4'000.-- zu entschädigen.

3.2. 

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