# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 563ce189-55ca-5d11-8364-a7d1abce5c5d
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-01-30
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 30.01.2024 S 2022 49
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2022-49_2024-01-30.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 22 49

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Parolini
RichterIn von Salis, Righetti
Aktuar Paganini

URTEIL

vom 30. Januar 2024

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____, 

vertreten durch Rechtsanwältin Tania Teixeira, 

Beschwerdeführer

gegen

Suva, 

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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I. Sachverhalt:

1. A._____, Jahrgang 1974, war ab dem 21. Mai 2013 als Plattenleger 

angestellt und dadurch bei der Schweizerischen 

Unfallversicherungsanstalt (nachfolgend Suva) obligatorisch gegen die 

Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen versichert. 

2. Am 10. April 2014 erlitt A._____ während der Arbeit bei einer 

Drehbewegung in kniender Position eine Distorsion des rechten Knies. 

Eine im B._____ (nachfolgend B._____) am 14. April 2014 durchgeführte 

MRI-Untersuchung ergab die Diagnose einer Korbhenkelläsion medialer 

Meniskus Knie rechtsseitig und eines Horizontalrisses in der 

verbleibenden Intermediärzone. Auch wurde eine chronische Bursitis prä- 

und infrapatellaris festgestellt. Am 17. April 2014 erfolgte die 

arthroskopische Korbhenkelrefixation am rechten Knie.

3. Im Rahmen der kreisärztlichen Untersuchung vom 23. September 2014 

wurde, bei persistierenden belastungsabhängigen Beschwerden mit 

wiederholtem Auftreten eines Knieergusses, ein rezidivierendes Reizknie 

rechts unklarer Ursache festgestellt. 

4. Gemäss Arztbericht des B._____ vom 30. Oktober 2014 nach einem 

Arthro-MRI vom 6. Oktober 2014 fehlten klinische Anhaltspunkte für eine 

relevante Meniskuspathologie. 

5. Vom 4. bis zum 18. Dezember 2014 hielt sich A._____ zur Rehabilitation 

in den C._____ auf. Im Austrittsbericht vom 17. Dezember 2014 bzw. 

5. Januar 2015 wurde die Diagnose einer beginnenden Gonarthrose 

rechts (degenerative Meniskopathie des Menikus medialis rechts) gestellt. 

Nach einem weiteren Klinikaufenthalt vom 7. Januar 2015 bis zum 

4. Februar 2015 wurde im Austrittsbericht vom 3. Februar bzw. 

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23. Februar 2015 die Diagnose einer beginnenden Gonarthrose rechts mit 

chronischer Reizsymptomatik sowie beginnender Gonarthrose links 

gestellt. Die bisherige Tätigkeit als Plattenleger wurde als nicht mehr 

zumutbar bezeichnet. Die Arbeitsfähigkeit für eine mittelschwere 

wechselbelastende Tätigkeit ganztags wurde bejaht. 

6. In der konsiliarischen Fremdbefundung vom 12. Februar 2015 berichtete 

Dr. med. D._____ vom B._____, dass es sich in Zusammenschau aller 

Voraufnahmen um postoperative Residuen handle und es keinen 

Nachweis eines neu aufgetretenen Risses des medialen Meniskus gebe. 

Allerdings bestehe in der Pars intermedia des medialen Meniskus eine 

Signalsteigerung und irreguläre Kontur mit angrenzendem 

Knochenmarködem in der Tibia, hinweisend auf eine Reaktion bei 

vermehrter Belastung. Bei in der Arthro-MRI vom 6. Oktober 2014 

vollkommen unauffälligen Knorpelverhältnissen sei lediglich am Notch-

nahen medialen Femurkondylus ein oberflächlicher (Grad II) 

Knorpeldefekt möglich. 

7. Am 30. März 2015 stellten die Dres med. E._____ und F._____ der 

G._____ Restbeschwerden des Kniegelenks rechts, eine VKB-Insuffizienz 

bei Status nach vermutlicher Partialruptur proximal fest. Im MRI vom 

20. Januar 2015 zeige sich eine weiterhin fortbestehende schräg 

verlaufende basisnahe Signalsteigerung der Pars intermedia und des 

Hinterhorns des medialen Meniskus mit in der Pars intermedia residualer 

oder erneuten Risskomponenten. Zusätzlich zeige sich im proximalen 

Anteil ein sehr stark ausgedünnter Ansatz des VKB (Anm. des Gerichts: 

Vorderes Kreuzband) mit Elongation. Die Meniskus-Läsion sei 

nachgewiesen. 

8. Im Arztbericht vom 23. April 2015 führte Dr. med. H._____ namentlich aus, 

klinisch könne er die doch deutlich vermehrte ap-Translation mit vorderer 

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Schublade, sowohl extensionsnahe wie in 90° Flexion klar nachvollziehen; 

bemerkenswerterweise habe diese aber in den gehaltenen Aufnahmen 

vom 16. April 2015 nicht bestätigt werden können. Klinisch bei 

ausgeprägter Schmerzhaftigkeit im Bereich des medialen 

Gelenkskompartiments und über dem Pes anserinus müsse wohl 

durchaus an eine Pathologie in diesem Bereich gedacht werden, wobei er 

insgesamt den hochgradigen Verdacht auf eine komplexere 

Schmerzverarbeitungsproblematik hege. 

9. In der ärztlichen Beurteilung vom 7. Mai 2015 sah der Suva-Kreisarzt 

Dr. med. I._____ keinen Nachweis eines nennenswerten krankhaften 

Vorzustandes. Die Diagnose einer Gonarthrose rechts sei bildgeberisch 

nicht nachvollziehbar. Die Beurteilung der G._____ sei nachvollziehbar: 

Es sei wahrscheinlich, dass die anhaltende Schmerzsymptomatik 

entweder mit dem medialen Meniskus oder mit dem elongierten vorderen 

Kreuzband zusammenhänge. 

10. Im Arztbericht vom 20. Mai 2015 stellte Dr. med. H._____ die Diagnose 

einer klinisch moderaten VKB-Insuffizienz bei Status nach möglicher 

Partialruptur. Angesichts der unklaren Situation ohne klar erkennbare 

Ursache für die Schmerzen sah er nun noch die Möglichkeit, mittels 

diagnostischer Arthroskopie das Kniegelenk erneut zu explorieren. Er 

hegte nach wie vor den hochgradigen Verdacht auf eine chronifizierte 

Schmerzproblematik. Der Patient habe die vorgeschlagene diagnostische 

Arthroskopie abgelehnt.

11. Im Rahmen der Abschlussuntersuchung vom 15. Juni 2015 stellte 

Dr. med. I._____ die Diagnose eines rezidivierenden Reizzustandes des 

rechten Knies bei leichter Insuffizienz des VKB. Wie bei diversen 

Voruntersuchungen zeige die klinische Untersuchung laut Dr. med. 

I._____ einen minimalen Reizzustand sowie eine leichtgradige vordere 

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Knieinstabilität. Die Flexion sei zusätzlich gegenüber links leicht 

eingeschränkt, allerdings nicht in einem Ausmass, das im Alltag störe. Es 

böten sich keine Behandlungsmassnahmen mehr an, die den Zustand 

namhaft und anhaltend verbessern würden. Zumutbar sei eine 

wechselbelastende Tätigkeit ganztags ohne wiederholtes Heben und 

Tragen von Gewichten über 15-20 kg, ohne Arbeiten in kniender oder 

kauernder Körperposition, ohne wiederholtes Gehen auf unebener 

Unterlage oder auf Treppen und ohne Arbeiten auf Leitern. Die 

Unfallfolgen seien nicht als erheblich einzuschätzen. Dies gelte für die 

leichte Kreuzbandinsuffizienz wie auch für die geringgradige 

Einschränkung der Kniebeugung auch in Addition. 

12. Mit Schreiben vom 25. Juni 2015 stellte die Suva die Heilkosten- und 

Taggeldleistungen per 1. Juli 2015 ein. 

13. Mit Verfügung vom 20. Juli 2015 gewährte die Suva A._____ eine 

Invalidenrente von monatlich CHF 620.35 ab dem 1. Juli 2015. Dabei ging 

sie von einem Valideneinkomen (als Plattenleger) von CHF 66'300.00 und 

einem Invalideneinkommen (unter Berücksichtigung unfallbedingter 

Einschränkungen) von CHF 57'860.20 (gemäss Dokumentation von 

Arbeitsplätzen [DAP]) aus, womit sie eine 

Einkommenseinbusse/Erwerbsunfähigkeit von 12.73 %, aufgerundet 

13 %, errechnete. Die in den Akten erwähnten psychischen Beschwerden 

erachtete sie als nicht in einem adäquat-kausalen Zusammenhang mit 

dem mittelschweren Unfall stehend. Da die Restfolgen des Unfalls die 

Integrität nicht erheblich beeinträchtigten, verneinte sie einen Anspruch 

auf eine Integritätsentschädigung. 

14. Gemäss Arztbericht von Dr. med. J._____, K._____, vom 19. Oktober 

2015 bestehe, wie in den Voruntersuchungen attestiert, eine deutliche 

vordere Schublade im Sinne einer VKB-Ruptur mit Irritation des antero-

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medialen Kapselecks und schmerzbedingt ohne Narkose nicht prüfbarer 

möglicher antero-medialer Rotationsinstabilität. 

15. A._____ suchte wegen einer Zunahme der Beschwerden im Kniebereich 

seinen Hausarzt, Dr. med. L._____, auf. Dieser meldete ihn zur 

Untersuchung zuerst in den C._____ und in der Folge im B._____, 

Angiologie, an zwecks Ausschluss einer relevanten angiologischen 

Mitursache arteriell und venös. Am 8. November 2016 stellte Dr. med. 

M._____, B._____, die Diagnose einer Stamm- und Seitenast-

Varikothrombophlebitis der Vena saphena accessoria medialis rechts mit 

partieller Thrombosierung (rezidivierend) bei einer Crosseninsuffizienz im 

Einmündungsbereich der Vena saphena magna. Eine tiefe 

Leitveneninsuffizienz bzw. ein postthrombotisches Syndrom der rechten 

unteren Extremität wurde ausgeschlossen sowie eine periphere arterielle 

Verschlusskrankheit der rechten unteren Extremität und ein 

Poplitealaneurysma rechts. Beim Patienten bestehe als 

Hauptschmerzursache am medialen Kniegelenk und der distalen 

Oberschenkelinnenseite eine rezidivierende Varikophlebitis mit partieller 

thrombotischer Okklusion der Vena saphena magna accessoria medialis 

und deren Seitenästen, auslaufend im Kniegelenksbereich. 

16. In den Arztberichten vom 7./14. November 2016 diagnostizierte Dr. med. 

N._____, C._____, eine Stamm- und Seitenast- Varikothrombophlebitis 

der Vena saphena accessoria medialis rechts, ein neuropathisches 

Schmerzsyndrom des Nervus femoralis und Nervus saphenus rechts 

periartikulär medialseitig am rechten Kniegelenk und ein chronisches 

Schmerzsyndrom (gemischt nozizeptiv/neuropathisch), periradikulär 

rechtes Kniegelenk bei Bursitis sub pes anserinus, Verikosis distaler 

Oberschenkel medialseitig rechts, beginnende Gonarthrose rechts, St. n. 

arthroskopischer Korbhenkelrefixation rechts. Bei der klinischen 

Untersuchung zeige sich eine unverändert nozizeptiv neuropathische 

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Schmerzsensation im Bereich des rechten Kniegelenks periartikulär 

medial betont. 

17. Mit Arztbericht vom 17. November 2016, in dem die Diagnosen des 

B._____ und der C._____ wiedergegeben wurden, meldete der Hausarzt 

von A._____, Dr. med. L._____, der Suva eine Verschlechterung des 

Gesundheitszustandes. 

18. In der ärztlichen Beurteilung vom 18. November 2016 hielt Dr. med. 

I._____ fest, dass sich in Bezug auf das rechte Kniegelenk seit der 

Abschlussuntersuchung objektiv nichts verändert habe. Als Hauptbefund 

liege nach wie vor eine moderate vordere Knieinstabilität bei klinisch und 

radiologisch intaktem aber elongiertem Kreuzband. Unfallfremd liege eine 

mediale Überlastung bei leichter Varusfehlstellung des Kniegelenks vor. 

Die intraartikulären Verhältnisse seien aktuell nicht von relevanter 

klinischer Bedeutung, zumal Dr. med. J._____ das Kniegelenk als reizlos 

beschrieb. Allfällige nicht erkannte Unfallspätfolgen seien somit sehr 

unwahrscheinlich. Die jetzt im Vordergrund stehende vaskuläre, venöse 

Problematik sei unfallfremd. Es handle sich um eine krankhafte 

Veränderung der Venen im Sinne einer Krampfaderbildung mit 

rezidivierenden Thrombusbildungen. 

19. Die Suva teilte A._____ am 6. Dezember 2016 mit, dass die gemeldeten 

Beschwerden nicht in Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 10. April 

2014 stünden, weshalb keine Leistungspflicht bestehe.  

20. Auf Gesuch des B._____ vom 6. Dezember 2016 erteilte die Suva am 

7. Dezember 2016 eine Kostengutsprache für die Applikation eines 

Qutenza-Pflasters.

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21. Am 31. Dezember 2016 erlitt der nun in Italien lebende A._____ einen 

neuen Unfall am rechten Knie. Laut Bagatell-Meldung UVG vom selben 

Datum ist er von einer Treppe heruntergefallen und hat sich dabei eine 

Prellung am Unterschenkel links zugezogen. Gemäss Notfallbericht vom 

9. Januar 2017 sei er gestürzt, weil sein rechtes Knie versagt habe. Dr. 

med. O._____ stellte am 4. Januar 2017 eine subtotale VKB-Läsion sowie 

eine Läsion des Meniskus medialis rechts fest. 

22. Im Arztbericht vom 17. Januar 2017 diagnostizierte Dr. med. H._____ eine 

VKB-Insuffizienz mit Re-Läsion Meniskus medialis mit eingeschlagenen 

Anteilen Knie rechts bei subtotaler VKB-Partialruptur, St. n. 

arthroskopischer Meniskuskorbhenkelrefixation medial am 17. April 2014 

nach Rotationstrauma und erneutem Kniedistorsionstrauma am 31. 

Dezember 2016; sowie ein chronisches, gemischt 

nozizeptives/neuropathisches Schmerzsyndrom. 

23. Laut Arztbericht von Dr. med. N._____ vom 23. Januar/6. Februar 2017 

über die Konsultation vom 9. Januar/6. Februar 2017 bestehe eine vordere 

Kreuzbandruptur und mediale Meniskusläsion rechts nach der 

Kniedistorsion am 31. Dezember 2016. Im Übrigen wurden das chronische 

Schmerzsyndrom und die Varikosis bestätigt. Die lokale 

Schmerzsymptomatik sei insbesondere bei Lastaufnahme und Bewegung 

auslösbar. Das vorbestehende neuropathische Schmerzgeschehen sei 

nach der Qutenza-Behandlung als rückläufig einzustufen. 

24. In der Stellungnahme vom 24. Januar 2017 interpretierte Dr. med. I._____ 

den neuen Sachverhalt eher als Rückfall zum Fall von 2014 bei bekannter 

Restinstabilität mit sekundärer Meniskusläsion mit "Giving way" und 

nachfolgendem Sturz. Die Suva übernahm für diesen Nichtberufsunfall die 

Versicherungsleistungen.  

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25. Am 20. Februar 2017 wurde am B._____ eine Knie-Arthroskopie rechts 

mit subtotaler medialer Meniskektomie und arthroskopisch-assistierter 

VKB-Plastik mit ipsilateraler Semitendinosus-Sehne durchgeführt. 

Gemäss Austrittsberichten vom 26./27. Februar 2017 habe sich der 

postoperative Verlauf komplikationslos gestaltet. Es wurden eine VKB-

Insuffizienz mit Re-Läsion Meniskus medialis mit eingeschlagenen 

Anteilen Knie rechts und ein chronisches, gemischt 

nozizeptives/neuropathisches Schmerzsyndrom diagnostiziert. 

26. A._____ befand sich vom 21. März 2017 bis zum 22. April 2017 in 

Rehabilitation bei den C._____. Im Austrittsbericht vom 20. April 2017 

diagnostizierte Dr. med. P._____, Abteilungsarzt, eine Gangstörung, 

Bewegungseinschränkung am rechten Kniegelenk und als 

Nebendiagnose eine Varikosis. Im Arztbericht vom 13. März 2017 über die 

Konsultation vom 13. März 2017 hatte der leitende Arzt, Dr. med. N._____, 

auch die Diagnose des chronischen Schmerzsyndroms (gemischt 

nozizeptiv/neuropathisch), periartikulär rechtes Kniegelenk bei Bursitis 

sub pes anserinus, Varikosis distaler Oberschenkel medialseitig rechts, 

beginnende Gonarthrose rechts gestellt (s. auch seinen Arztbericht vom 

6. März 2017).

27. Am 6. April 2017 berichtete Dr. med. H._____ von einem 

erwartungsgemäss protrahierten Verlauf bei dieser etwas chronifizierten 

Schmerzsituation. 

28. Im Röntgenbefund vom 5. April 2017 wurde eine Gangstörung, 

Bewegungseinschränkung rechtes Kniegelenk bei u.a. chronischem 

Schmerzsyndrom periartikulär bei Bursitis sub pes anserinus, Varikosis 

distaler Oberschenkel medialseitig rechts, beginnender Gonarthrose 

rechts, diagnostiziert.

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29. Im Arztbericht vom 23. Mai 2017 stellte Dr. med. H._____ die Diagnose 

eines St. n. arthroskopisch-assistierter VKB-Plastik Knie rechts. Objektiv 

bestehe nun ein stabiles Gelenk, bei subtotaler medialer Meniskektomie 

sollten die schmerzauslösenden Gelenksstrukturen saniert sein. 

Chirurgischer Handlungsbedarf bestehe somit nicht. 

30. In der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung vom 25. Juli 2017 

diagnostizierte Dr. med. I._____ u.a. eine anhaltend leichte Verminderung 

der Belastbarkeit des Knies rechts mit eingeschränkter Knieflexion und 

nozizeptivem/neuropathischem Schmerzsyndrom sowie eine 

Symptomausweitung. Er hielt fest, der Endzustand sei erreicht. Nach den 

zwei Verletzungen mit den beiden Knieeingriffen sei die Belastbarkeit 

dieses Kniegelenkes glaubhaft eingeschränkt geblieben. Dies auch wenn 

das Ausmass der Beschwerden durch die objektiven Befunde nur zum Teil 

erklärt werden könne. Es bestehe keine wesentliche Verschlechterung 

gegenüber dem Zustand vom 15. Juni 2015. Augenfällig sei lediglich die 

stärker eingeschränkte Knieflexion bei der aktiven Prüfung der 

Kniebeweglichkeit. Dabei sei festzuhalten, dass beim Versuch der 

weiteren Biegung des Kniegelenks der Versicherte aktiv gegenspanne. 

Die Grenze sei also objektiv nicht verwertbar. Die Tätigkeit als Plattenleger 

sei nicht mehr zumutbar. Zumutbar sei eine wechselbelastende Tätigkeit, 

überwiegend im Sitzen, ganztags ohne wiederholtes Heben und Tragen 

von Gewichten über 15-20 kg, ohne Arbeiten in kniender oder kauernder 

Körperposition, ohne wiederholtes Gehen auf unebener Unterlage oder 

auf Treppen und ohne Arbeiten auf Leitern. In der Beurteilung des 

Integritätsschadens, ebenfalls vom 25. Juli 2017, führte Dr. med. I._____ 

aus, die Funktionseinbusse entspreche jener einer mässiggradigen 

Gonarthrose femorotibial, die in Tabelle 5 "Integritätsschaden gemäss 

UVG" einem Spielraum von 5-10 % zugeteilt sei. Er schätzte den 

Integritätsschaden auf 5 %. 

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31. Mit Verfügung vom 25. August 2017 (betreffend den neuen Schadensfall 

Nr. 27.73650.16.3) sprach die Suva A._____ eine 

Integritätsentschädigung von 5 % zu. Die Suva präzisierte jedoch, dass 

sich die medizinische Situation seit der Festsetzung der Invaliditätsrente 

im Juli 2015 nicht wesentlich geändert habe. 

32. Mit Verfügung vom 28. August 2017 (betreffend den ursprünglichen 

Schadensfall Nr. 13.30581.14.6) entschied die Suva im Rahmen einer 

Revision, dass die Invalidenrente, auf der Grundlage ihrer Abklärungen, 

nicht geändert werde. 

33. Im Rahmen der Revision 2020 beschloss die Suva mit Verfügung vom 

14. September 2020 erneut, die Invalidenrente nicht anzupassen.

34. Am 5. November 2020 teilte A._____ der Suva mit, dass er wieder 

Beschwerden am Knie habe. Sie seien plötzlich wieder aufgetreten (ohne 

neuen Unfall). Er verwies auf die entsprechenden Arztberichte aus Italien.  

35. Laut Arztbericht von Dr. med. O._____ vom 3. November 2020 gestützt 

auf das MRI vom 26. Oktober 2020 bestehe eine hochgradige Arthrose 

vornehmlich im medialen Femorotibialgelenk, eine Degeneration mit 

mehrfachen Unregelmässigkeiten im residualen operierten 

Innenmeniskus, eine subtotale Läsion der VKB-Plastik sowie eine starke 

Gonalgie rechts und die Notwendigkeit eines neuerlichen Eingriffs zur 

VKB-Rekonstruktion und Glättung des Innenmeniskus. 

36. Im Kurzbericht vom 15. Dezember 2020 hielt der Suva-Versicherungsarzt 

Dr. med. Q._____ fest, dass die geltend gemachten Beschwerden vom 

26. Oktober 2020 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf das 

Unfallereignis vom 10. April 2014 zurückzuführen seien. Es liege eine 

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wesentliche Verschlechterung vor. Das VKB sei im MRI vom 26. Oktober 

2020 nicht mehr abgrenzbar und entsprechend insuffizient. 

37. Im ambulanten Bericht vom 4. März 2021 diagnostizierte Dr. med. 

R._____, S._____ ein rezidiviertes Schmerzsyndrom Knie rechts bei St. n. 

Distorsionstrauma 10. April 2014 mit Korbhenkelläsion und Refixation, St. 

n. Re-Distorsionstrauma November 2016 und VKB-Plastik sowie 

Teilmeniskektomie Januar 2017 (B._____) und verschiedensten in Italien 

durchgeführten konservativen und infiltrativen Therapiemethoden. Das 

MRI vom 26. Oktober 2020 zeige eine komplette Ruptur des VKB-Graftes, 

zusätzlich einen leicht fibrosierten Hoffa-Fettkörper. Das AKB sei intakt. 

Es zeige sich ein St. n. medialer Teilmeniskektomie mit noch einer leicht 

bestehenden Randleiste. Im femoralen Kompartiment zeige sich 

zusätzlich eine subchondrale Ödemzone, mit progressivem Knorpeldefekt 

i.S. eines ICRS Grad 3 femoralseitig; tibialseitig sehe der Knorpel etwas 

besser aus. Lateralseitig sei das Kompartiment erhalten. Der Erguss sei 

im MRI nicht gross ersichtlich. Es zeige sich eine klare vordere 

Kniegelenksinstabilität mit rotatorischer Komponente. Zusätzlich zeige 

sich auch eine somatoforme Schmerzstörung mit starker Hypästhesie und 

Hypalgesie. Es könnten hier im Sinne eines stattgehabten CRPS (Anm. 

des Gerichts: komplexes regionales Schmerzsyndrom) Restbeschwerden 

nachgewiesen werden. Eine chirurgische Therapie würde die objektiven 

Werte wohl verbessern, aber aufgrund der massiven Schmerzsituation sei 

ein grosses Risiko zu erwarten, dass sich postoperativ eine erneute 

Schmerzepisode entwickeln würde. Darum empfahl Dr. med. R._____ v.a. 

eine medikamentöse Schmerztherapie. 

38. Im Arztbericht vom 21. Juli 2021 stellten die Dres. med. T._____ und 

U._____, S._____, Abteilung Schmerzmedizin, die Diagnose eines 

chronischen Schmerzsyndroms mit somatischen und psychischen 

Faktoren: 1. Chronische Schmerzen Knie rechts, 2. Chronische 

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Schmerzen Knie links (bei v.a. Fehlbelastung bei Diagnose 1), 3. 

Varikosis. Der Patient präsentiere chronische v.a. nozizeptive teils 

neuropathische Dauerschmerzen im Bereich des rechten Knies, die bei 

Belastung aggravierten. Es bestehe der Eindruck, dass aufgrund 

psychosozialer Belastungsfaktoren eine perzeptive Verstärkung von 

läsional verursachten Beschwerde durch das Trauma 2014 stattgefunden 

habe. Im Brief Psychological Screening lägen die Werte für Bewegung, 

Angst, Stress, Katastrophisieren, Depression 1. und 2. Dimension über 

dem Treshold. 

39. Am 13. September 2021 berichtete Dr. med. V._____ (Italien) von einer 

Angststörung und einem depressiven Zustand, die vermutlich auf das 

Trauma vom 2014 zurückzuführen seien. 

40. Im Verlaufsbericht vom 21. September 2021 empfahl das S._____ nach 

Erläuterung ihrer Empfehlungen (insbesondere Infiltrationen, 

Medikamentenedukation, psychosomatische Anbindung, 

physiotherapeutische Massnahmen) eine Weiterbehandlung des 

Patienten in Italien.  

41. Das MRI vom 2. November 2021 zeigte einen Gelenkerguss, eine 

Totalläsion im oberen Drittel der VKB-Plastik, wobei der Knochentunnel 

gut positioniert sei, einen Radiärriss im Mittelteil des Innenmeniskus, eine 

hochgradige Chondropathie an der medialen Femurkondyle mit 

subchondralem Knochenhämatom sowie eine retropatelläre 

Chondropathie geringen Ausmasses. 

42. In den Arztberichten vom 12. und 27. November 2021 hielt Dr. med. 

O._____ fest, die Symptomatik bleibe bestehen. Eine VKB-Rekonstruktion 

sei aufgrund des Alters und klinischen Zustands nicht zu empfehlen. Die 

Therapien seien ohne Erfolg geblieben. Es bestünden Schwierigkeiten in 

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der Ausführung der üblichen Arbeitstätigkeiten (s. auch Bericht von Dr. 

med. W._____ vom 16. Dezember 2021, wonach Schwierigkeiten in der 

Ausübung der täglichen Arbeitstätigkeiten bestünden).

43. Am 4. Februar 2022 hielt der Suva-Arzt Dr. med. X._____ fest, die 

Unfallfolgen hätten sich seit 15. Juni 2015 nicht wesentlich verändert. Das 

2015 insuffiziente VKB sei nun komplett rupturiert, die mediale 

Meniskusläsion, die sich 2015 als Signalalteration bei St. n. 

Korbhenkelnaht präsentiert habe, sei nun sichtbar. Es handle sich somit 

um geringe Veränderungen ohne höhergradige Auswirkungen auf die 

Funktionalität. Bei dokumentierter psychosomatischer 

Schmerzverarbeitungsstörung (1. März 2021 S._____) sei keine 

Operation zu empfehlen. Er empfahl eine physiotherapeutische 

Stabilisierung als Langzeitverordnung zum Erhalt des Ist-Status. 

Theoretisch könne durch eine VKB-Plastik eine Besserung des 

Gesundheitszustandes erwartet werden. Dies sei von sämtlichen 

Behandlern aufgrund der bekannten Co-Pathologien aber nicht empfohlen 

worden. Daher liege zurzeit ein stabiler Endzustand vor. Eine Erhöhung 

der Integritätsentschädigung sei nicht geschuldet, da der heutige Status in 

der vorherigen Schätzung bereits mitbeurteilt worden sei. 

44. Die Suva teilte A._____ am 7. Februar 2022 mit, dass für den Rückfall 

keine Behandlungsmassnahmen mehr nötig seien. Sie werde weiterhin 

die bestehende Rente ausrichten. Sie werde aber die Kosten für die 

langfristige Physiotherapie übernehmen. 

45. Im Arztbericht vom 5. März 2022 betonte Dr. med. O._____, dass 

insbesondere aufgrund der Kniebeschwerden rechts erhebliche 

Schwierigkeiten in der Ausübung der Arbeitstätigkeiten bestünden. 

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46. Im Schreiben vom 9. März 2022 machte A._____ auf eine 

Verschlechterung der Pathologie aufmerksam, wodurch er an der 

Arbeitsleistung verhindert sei, und bat die Suva darum, die eingereichten 

Unterlagen zu überprüfen.

47. Mit Verfügung vom 14. März 2022 teilte die Suva A._____ mit, dass sich 

der Zustand des rechten Knies gemäss ihrem Versicherungsarzt nicht 

erheblich verschlechtert habe. 

48. Dagegen erhob A._____ am 4. April 2022 Einsprache. Er beantragte eine 

Neubeurteilung des Invaliditätsgrades, die Anerkennung einer 

Verschlechterung des Gesundheitszustandes und folglich eine Erhöhung 

der Rente.

49. In der medizinischen Einschätzung vom 21. April 2022 hielt Dr. med. 

X._____ fest, in den mit der Einsprache eingereichten, medizinischen 

Akten werde nichts anderes beschrieben, als dass eine VKB-

Rekonstruktion nicht mehr angezeigt sei. Das habe keine Wirkung auf die 

Beurteilung eines Integritätsschadens. Das MRI vom 2. November 2021 

zeige eine komplette Ruptur der VKB-Plastik, die schon bei der 

Abschlussuntersuchung vom 14. Juni 2015 insuffizient gewesen sei, wo 

sich bereits Anzeichen einer vorderen Schublade gezeigt hätten. Zudem 

war bereits ein Radiärriss des medialen Meniskus und eine 

Signalsteigerung vor der Abschlussuntersuchung 2015 vorhanden. Im 

Jahr 2015 seien von Dr. med. H._____ die Gonarthrose und die 

Insuffizienz der VKB-Plastik bestätigt worden. Das aktuelle MRI zeige 

keine erkennbare Verschlechterung der Gonarthrose, (die Seitenbänder 

und das hintere Kreuzband seien intakt), aber eine Ruptur der 2015 kaum 

ausreichenden VKB-Plastik und eine 2015 bereits bekannte mediale 

Meniskusläsion. Die von Dr. med. H._____ erwähnte, jedoch in der 

Zweitmeinung der G._____ vom 30. März 2015 nicht festgestellte 

- 16 -

Gonarthrose sei im aktuellen MRI nicht vorhanden. Es bestehe somit eine 

komplette Ruptur der kaum ausreichenden VKB-Plastik und ein bekannter 

Meniskusriss, weshalb keine erhebliche Verschlechterung gegenüber der 

Abschlussuntersuchung festgestellt werden könne.

50. Gestützt auf die Einschätzungen von Dr. med. X._____ wies die Suva mit 

Einspracheentscheid vom 26. April 2022 die Einsprache ab.

51. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 2. Juni 

2022 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden mit 

folgenden Rechtsbegehren:

"1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 26. April 2022 sei 
aufzuheben.

2. Dem Beschwerdeführer sei rückwirkend seit dem 1. November 2020 eine höhere 
Invalidenrente zuzusprechen. 

3. Dem Beschwerdeführer sei eine höhere Integritätsentschädigung zuzusprechen. 

4. Eventualiter: Die Angelegenheit sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 
und sie anzuweisen, eine polydisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers in 
Auftrag zu geben. 

5. [URP]

6. [Kosten und Entschädigungsfolgen]"

Der Beschwerdeführer machte eine wesentliche Verschlechterung des 

rechten Knies geltend, bildgebend (MRI vom 26. Oktober 2020 und MRI 

vom 12. Dezember 2021) sowie bzgl. der Schmerzsymptomatik, der 

Beweglichkeit und Instabilität, schliesslich auch des psychischen 

Zustands. Er begründete diese insbesondere damit, dass der Kreisarzt Dr. 

med. X._____ in seiner Aktenbeurteilung die Arztberichte des S._____ 

ignoriert habe. Nun liege eine Gonarthrose vor, die vorher nicht 

vorgelegen habe. Im Referenzzeitpunkt habe er nur eine leichte VKB-

Insuffizienz aufgewiesen und habe das Knie noch weitgehendst zu 

bewegen vermocht. Dies sei heute nicht länger der Fall, zeige sich doch 

- 17 -

eine deutliche vordere Kniegelenksinstabilität und eine enggradig 

eingeschränkte Kniebeweglichkeit rechts. Darüber hinaus weise er auch 

Schmerzen am linken Knie auf, was vermutlich mit der Überbelastung des 

rechten Knies zusammenhänge. Angesichts der schwerwiegenden 

Schmerzsituation, wobei sich die Schmerzen nach 10 Minuten Stehen 

massiv verschlechtern würden und er das Bein während des Sitzens 

hochlagern müsse, könne aktuell nicht von einer vollumfänglichen 

Leistungsfähigkeit ausgegangen werden. Es mangele jedoch an einer 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, die sowohl die somatischen als auch die 

psychischen Beschwerden berücksichtige. Insofern sei die Sache für eine 

polydisziplinäre Untersuchung zurückzuweisen. 

52. Mit Beschwerdeantwort vom 21. Juni 2022 beantragte die Suva 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde, 
soweit darauf eingetreten werden kann. 

Die Beschwerdegegnerin reichte mit ihrer Antwort eine neue Beurteilung 

von Dr. med. X._____ vom 13./20. Juni 2022 (Pli Vg, Beilagen 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 1) ein, die nun auch die Arztberichte des 

S._____ einbezog. Dr. med. X._____ hielt darin Folgendes fest: 

"Gemäss der Rechtsvertreterin soll in der Beurteilung vom 22.04.2022 bereits eine 

Gonarthrose zur Referenzzeit anerkannt worden sein, dies ist nicht nachvollziehbar. Auf 

Seite 2 meiner Stellungnahme auf den letzten drei Zeilen schreibe ich, dass die 

Gonarthrose, erwähnt von Dr. H._____, sowohl in der Untersuchung zur Zweitmeinung 

in der G._____ noch in der MRT von 2015 nachgewiesen wurde. Es wurde also nicht von 

einer vorbestehenden Gonarthrose ausgegangen. Des Weiteren stösst sich die 

Rechtsvertreterin daran, dass von mir in meiner Stellungnahme die mittlerweile oben 

angeführten Berichte ignoriert wurden. Dies erklärt sich vor allem dadurch, dass sowohl 

Herr Dr. H._____ als auch Kreisarzt Dr. I._____ in ihren Beurteilungen eine Diskrepanz 

zwischen subjektiven und objektiven Berichten vorfanden. Dr. H._____ schreibt am 

23.05.2017, dass die bereits dort auf 95° eingeschränkte Knieflexion ab leichter 

Ablenkung des Patienten problemlos erweitert werden könnte. Er beschreibt zum 

postoperativen Zeitpunkt von 2017 eine sehr gute ap-Stabilität. Auch damals ging er 

- 18 -

schon von einer chronifizierten Schmerzsituation aus. Selbige Schlussfolgerung traf auch 

Kreisarzt Dr. I._____ in seiner Abschlussuntersuchung vom 24.07.2017, in dem er in 

seiner Befunderhebung vermerkt, dass der Versicherte während der gesamten 

Untersuchung nicht vollständig nachvollziehbare Schmerzäusserung demonstriert, 

insbesondere lässt sich die Knieflexion aufgrund des aktiven Gegenspannens nicht 

eindeutig beurteilen, das Ausmass der Beschwerden kann durch die objektive Befundung 

nur zum Teil geklärt werden. Herr Dr. I._____ schlussfolgert allerdings, dass nach den 

beiden Verletzungen und den beiden Knieeingriffen die Belastbarkeit des Kniegelenkes 

glaubhaft eingeschränkt sei, hier muss von versicherungsmedizinischer Seite angefügt 

werden, dass die Beurteilung der Glaubhaftigkeit nicht in den orthopädischen 

Kompetenzbereich fällt. Des Weiteren handelt es sich bei dem von der Rechtsvertreterin 

zitierten, äusserst dramatisch beschriebenen Befund des S._____ um keinen 

orthopädischen Bericht, sondern um eine schmerzmedizinische Beurteilung, Abteilung 

für Schmerzmedizin der Klinik für Anästhesie. Bei den dort aufgezählten Beschwerden, 

NRS 8 des gesamten rechten Knies, Schmerzen und Schmerzausstrahlung entlang des 

kompletten ventralen Unterschenkels bis zum Fussrücken, Schmerzausstrahlung 

beginnend von der rechten Kniekehle in den Unterschenkel, passend zum 

Innervationsgebiet des Nervus cutaneus femoris posterior. Es handelt es sich um 

subjektive Befunde, für die sich keine objektivierbare Evidenz findet. Daraus folgend 

berichtet Herr Dr. U._____ auch von einem «chronisch vor allem nozizeptiven, teils 

neuropathischen Dauerschmerz des rechten Kniegelenkes». Als perzeptive 

Verstärkungsfaktoren werden psychosoziale Belastungsformen wie Angst, Stress, 

Katastrophisieren, Depression, etc., gelistet.

Als objektivierbaren klinischen Befund dokumentiert Herr Dr. U._____ «im Vergleich zur 

Gegenseite mehr Beweglichkeit im Sinne einer vorderen Schublade des rechten 

Kniegelenkes.» Dass die Rechtsvertreterin dies als hochgradige Instabilität tituliert, mag 

ihrer persönlichen Meinung entsprechend, lässt sich jedoch klinisch hier nicht 

evidenzieren. Ein weiterer objektiver Befund in der Beurteilung von Herrn Dr. U._____ ist 

die ebenfalls von der Rechtsvertreterin angesprochene eingeschränkte Knieflexion, die 

Herr Dr. U._____ mit «passiv, aber >90° möglich» tituliert. Ein ähnlicher Befund geht auch 

von der Abteilung für Orthopädie vom 01.03.2021, S._____ Spital (Prof. R._____) hervor. 

Auch dieser beschreibt einen dramatisch klingenden Befund, der schmerzgeplagte 

Patient bewegt sich in einem kurzschrittigen, stark rechts betonten Schonhinken.

Der klinische Befund klingt dagegen etwas nüchterner: Im Einbeinstand gerade 

Beinachse mit klarer teigiger Schwellung im rechten Kniegelenk im Vergleich zur linken 

Seite. Im Liegen gerade Beinachse, keine Rotationsfehler. Er beschreibt «lokale 

- 19 -

Druckdolenz medial im gesamten Kniegelenkskomponent», hierbei handelt es sich um 

einen subjektiven Befund.

Dagegen steht der objektive Befund - es ist eigentlich kein Erguss palpabel. Es folgt 

wiederum ein subjektiver Befund: Exquisite Druckdolenz am Gelenkspalt, was die ganze 

Untersuchung sehr schwierig gestaltet.»

Objektiver Befund: Flexion/Extension 90-0-0°, endgradig in Flexion massiv schmerzhaft 

(subjektiv) und nicht weiter durchführbar, obwohl es mechanisch gehen würde (objektiv). 

Lachmann ist klar positiv im Vergleich zur Gegenseite (objektiv). Auch Herr Prof. R._____ 

beschreibt in seiner Zusammenfassung «einerseits eine klare vordere Gelenksinstabilität 

mit rotatorischer Komponente.» Dies entspricht ebenfalls nicht der von der 

Rechtsvertreterin als doch sehr dramatisch beschriebenen hochgradigen 

Kniegelenksinstabilität. Prof. R._____ ergänzt dann ebenfalls: «Zusätzlich zeigt sich aber 

auch eine somatoforme Schmerzstörung mit starker Hypästhesie und Hypalgesie. Es 

könnten hier noch im Sinne eines stattgehabten CRPS Restbeschwerden nachgewiesen 

werden.» Die Wortwahl «könnte» entspricht nicht im Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit. Der beschriebene inspektorische Befund entspricht nicht einem 

stattgefundenen CRPS.

Eine weitere orthopädische Beurteilung geht aus dem Bericht von Herrn Dr. W._____ 

hervor, in dem dieser ebenfalls schreibt «derzeit leidet der Patient an einer chronischen 

Schmerzsymptomatik.» Obwohl es sehr dramatisch klingt, wenn ein Patient eine NRS 8 

von 10 angibt und Beschwerden über dem gesamten Bein, aufgrund deren er nur noch 

zehn Minuten lang am Stück gehen kann, beschreibt, verwundert es jedoch, dass diese 

hochgradigen Beschwerden, die eigentlich morphinpflichtig wären, hier mit einer 

Bedarfsanalgesie von Paracetamol (Dafalgan) behandelt werden, die der Patient zudem 

noch abgesetzt hat, da ihm dies nicht geholfen habe. Darüber hinaus ist es auch 

unwahrscheinlich, dass sämtlichen Infiltrationen, sowohl in die cutanen Nerven als auch 

periradikulär, zu keiner Besserung geführt haben sollen. Ein lädierter Nerv würde nach 

Applikation eines Lokalanästhetikums zumindest zu einer temporären und flüchtigen 

Beschwerdelinderung führen. 

Aufgrund der von den Behandlern diesbezüglich geäusserten Zweifeln und dem im 

stehendem Schmersyndrom, habe ich meine Stellungnahme auf die orthopädisch 

objektivierbaren Befunde gestützt, diese erklären sich aus den bereits beschriebenen 

MRT-Befunden. Der Versicherte ist im Status nach einer rupturierten Kreuzbandplastik, 

zwei Mal revidiert, im Vorfeld bereits insuffizient mit durchgehend dokumentierter 

anteriorer und posteriorer Instabilität.

- 20 -

Der Versicherte ist im Status nach medialer Meniskektomie aktuell mit Re-Ruptur bei 

bereits seit 2014 bekannter Meniskusläsion. Im Bereich der Meniskusläsion hat sich eine 

drittgradige Chondropathie gebildet.

Der Versicherte präsentierte zum Fallabschluss 2015 (Bericht Dr. I._____) eine 

Extension/Flexion von 0-0-130°, bei den aktuellen Untersuchungen war diese auf 90° mit 

Restpotenzial (Prof. R._____) über 95° (Dr. U._____) und 95° mit aktivem 

Gegenspannen (Dr. I._____) sowie initial 95°, nach leichter Ablenkung des Patienten 

105° (Dr. H._____) beschrieben.

Zur weiteren Begutachtung dieser Symptomausweitung sollte ergänzt werden, dass der 

Status nach Meniskektomie mit medialer Chondropathie Grad III sowie Re-Ruptur der 

VKB-Plastik die subjektiven Beschwerden nicht allein erklärt. Ebensowenig sind die 

kompletten Ausstrahlungen über das gesamte Bein damit zu erklären. Ein lädierter N. 

saphenus würde zu seniblen Aufällen an der Unterschenkelinnenseite führen, der N. 

cutaneus femoris posterior innerviert die dorsale Unterschenkelseite, hier berichtet Dr. 

Y._____ eine Hypästhesie.

Gegen eine Standzeit von zehn Minuten und der («anamnestisch erhobenen») 

Funktionseinschränkung von Herrn Dr. U._____, spricht darüber hinaus die von Dr. 

I._____ beschriebene minimale Muskelatrophie rechts. Von Herrn Prof. R._____ wird 

keine muskuläre Asymmetrie beschrieben, er beschreibt darüber hinaus eine gerade 

Beinachse ohne Rotationsfehler. Ferner ist in seiner Untersuchung ebenfalls noch ein 

Einbeinstand möglich. Herr Dr. U._____ verneint explizit eine Atrophie der unteren 

Extremitäten, sowohl das vom ihm beschriebene kleinschrittige Gangbild als auch die 

Schmerzen bei Zehen- und Fersengang sind mit dem radiologischen Befund nicht zu 

erklären.

Die Beurteilung des aktuellen Zustandes anhand des objektiven radiologischen 

Befundes, hat den aggravierten subjektiven Befund etwas relativiert.

Es bleibt anzumerken, dass bei fehlender Atrophie, symmetrischer Beinlänge und 

fehlendem Rotationsfehler die vom Versicherten beschriebenen suprapatellären 

Schmerzen des linken Kniegelenkes nach den erforderlichen Kriterien der mindestens 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit keine Sekundärpathologien sind.

Ich stimme jedoch mit der Rechtsvertreterin nach nochmaliger Durchsicht der Akten 

überein, dass die sich medial im Bereich der Teilmeniskektomie ausgebildete 

Chondropathie dritten Grades mit geringgradiger Osteophytose einer femorotibialen 

Arthrose mittlerer Ausprägung entspricht. Diese wird gemäss Tabelle 5 Suva mit 5-15 % 

beurteilt. Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen ausschliesslich medialen Befund, 

- 21 -

sodass hier, bei ausreichender Bedarfsanalgesie mit aktuell NSAR, ein 

entschädigungspflichtiger Integritätsschaden von 7.5 % geschuldet ist. Nach dem bereits 

2017 anerkannten 5 % IE ergibt sich somit eine Gesamt-IE von 12.5 %.

Nach nochmaliger Durchsicht relevanter (objektivierbaren) Befunde in Korrelation mit den 

aktuellen radiologischen Befunden ergeben sich darüber hinaus keine Änderungen im 

Zumutbarkeitsprofil."

53. Am 29. Juni 2022 verfügte die Beschwerdegegnerin, dass der 

Beschwerdeführer Anspruch auf eine (zusätzliche) 

Integritätsentschädigung von 7.5 % hat. 

54. Gegen diese Verfügung vom 29. Juni 2022 betreffend die 

Integritätsentschädigung erhob der Beschwerdeführer am 31. August 

2022 Einsprache. Nach der Beurteilung des Suva-Arztes Dr. med. 

Z._____ vom 9./14. Dezember 2022 wurde diese mit Einspracheentscheid 

vom 4. Januar 2023 teilweise gutgeheissen. Dem Beschwerdeführer 

wurde eine Integritätsentschädigung von 10 % (anstelle von 7.5 %) 

zugesprochen. 

55. Am 9. August 2022 bestätigte der Instruktionsrichter die Gewährung der 

unentgeltlichen Rechtsverbeiständung. 

56. Mit Replik vom 6. September 2022 formulierte der Beschwerdeführer 

seine Rechtsbegehren neu folgendermassen:

"1. Der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 26. April 2022 sowie die 
Verfügung vom 29. Juni 2022 seien aufzuheben.

2. Dem Beschwerdeführer sei rückwirkend seit dem 1. November 2020 eine höhere 
Invalidenrente zuzusprechen. 

3. Dem Beschwerdeführer sei eine höhere Integritätsentschädigung bei einer Einbusse 
von mindestens 30 % zuzusprechen. 

4. Eventualiter: Die Angelegenheit sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen 
und sie anzuweisen, eine polydisziplinäre Begutachtung des Beschwerdeführers 
(Arbeitsfähigkeit und Integritätseinbusse) in Auftrag zu geben. 

- 22 -

5. [URP]

6. [Kosten und Entschädigungsfolgen]"

Der Beschwerdeführer hielt an seinen Ausführungen in der Beschwerde 

fest. Insbesondere zur Stellungnahme von Dr. med. X._____ vom 13./20. 

Juni 2022 wandte er Folgendes ein: Dr. med. X._____ habe keine klinische 

Untersuchung durchgeführt. Die CRPS-Beschwerden dürften nicht 

abgetan werden, nur weil der behandelnde Arzt diese nicht als 

überwiegend wahrscheinlich qualifiziert habe. Unverständlich sei, warum 

Dr. med. X._____ einerseits eine höhere Integritätsentschädigung als zum 

Referenzzeitpunkt anerkenne, andererseits diese Verschlechterung sich 

aber nicht auf die Zumutbarkeitsbeurteilung resp. zumutbare 

Restarbeitsfähigkeit auswirken solle. Dazu fehle eine Begründung. Dr. 

med. X._____ führe aus, die bis jetzt objektivierbaren 

Gesundheitsschäden erklärten die subjektiven Beschwerden nicht, 

obwohl Dr. med. U._____ auch Hypästhesien beschrieben habe. Daher 

sei der Sachverhalt unzureichend abgeklärt. 

57. Mit Duplik vom 9. September 2022 beantragte die Beschwerdegegnerin, 

auf den Antrag in der Replik des Beschwerdeführers um Aufhebung der 

Verfügung vom 29. Juni 2022 sei nicht einzutreten. Im Übrigen bestätigte 

sie die in der Beschwerdeantwort gestellten Rechtsbegehren und die dort 

vorgebrachten Ausführungen.

58. Am 7. März 2023 verlangte der Instruktionsrichter von der 

Beschwerdegegnerin die Edition der Akten zum Unfall vom 31. Dezember 

2016. Diese stellte die Beschwerdegegnerin dem Gericht am 10. März 

2023 zu (Pli 2). Am 28. November 2023 lud der Instruktionsrichter den 

Beschwerdeführer ein, bis am 11. Dezember 2023 mitzuteilen, ob er diese 

Akten einsehen möchte. Das war nicht der Fall.

- 23 -

59. Mit prozessleitender Verfügung vom 18. Januar 2024 teilte die 

Instruktionsrichterin den Parteien mit, dass das Gericht beabsichtige, ohne 

ihren Gegenbericht innerhalb von 10 Tagen, das Urteil auf Deutsch zu 

verfassen. Dazu erhoben die Parteien keine Einwände. 

Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid 

und in den Rechtsschriften wird, soweit entscheidrelevant, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1.1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich primär gegen den 

Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 26. April 2022. Ein 

derartiger Entscheid kann gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 

Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) beim Versicherungsgericht 

desjenigen Kantons angefochten werden, in dem die versicherte Person 

oder der Beschwerdeführer zur Zeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz 

hat. Befindet sich der Wohnsitz der versicherten Person im Ausland, ist 

gemäss Art. 58 Abs. 2 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen 

Kantons zuständig, in dem sich ihr letzter schweizerischer Wohnsitz 

befand oder in dem ihr letzter schweizerischer Arbeitgeber Wohnsitz hat. 

Der Beschwerdeführer ist in AA._____ (IT) wohnhaft. Sein letzter 

Wohnsitz befand sich in AB._____. Somit ist das Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde 

örtlich zuständig. Dessen sachliche Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 57 

ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). Als formeller und materieller 

Adressat des angefochtenen Einspracheentscheids ist der 

Beschwerdeführer davon überdies berührt und weist ein schutzwürdiges 

- 24 -

Interesse an dessen Überprüfung auf (Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist damit, mit dem 

Vorbehalt in den nachstehenden Erwägungen, einzutreten (Art. 60 und 

Art. 61 lit. b ATSG).

1.2. Mit der Antragserweiterung in der Replik hat der Beschwerdeführer auch 

die Aufhebung der Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 29. Juni 2022 

betreffend die Integritätsentschädigung verlangt. Soweit der 

Beschwerdeführer geltend macht, es liege mit der Verfügung vom 29. Juni 

2022 eine – hier anfechtbare – Verfügung pendente lite im Sinne von Art. 

53 Abs. 3 ATSG (Wiedererwägung) vor (vgl. Replik Rechtsbegehren und 

Rz. 58 ff.) ist ihm nicht zu folgen. Praxisgemäss ist eine Verfügung 

insbesondere hinsichtlich des Entscheids über den Anspruch auf 

Integritätsentschädigung einerseits und über den Anspruch auf 

Invalidenrente andererseits der Teilrechtskraft zugänglich. Daraus folgend 

kann über Rente und Integritätsentschädigung auch getrennt verfügt 

werden (vgl. BGE 144 V 354 E.4.3). Vorliegend ist der Abschluss des 

Rückfalls (Bg-act. 291) unbestritten geblieben. Die Beschwerdegegnerin 

hat die Frage der Integritätsentschädigung in einer separaten Verfügung 

behandelt, die auch separat angefochten wurde und nach ärztlicher 

Beurteilung mit Einspracheentscheid vom 4. Januar 2023 teilweise 

reformiert wurde (Zusprechung einer Integritätsentschädigung von 10 % 

anstelle von 7.5 %) (Pli 2, Bg-act. 84 und 89). Es ist nicht ersichtlich, dass 

dieses Vorgehen gegen Art. 19 UVG verstossen würde. Im Übrigen wäre 

mit der entsprechenden Antragserweiterung in der Replik vom 

6. September 2022 die 30-tätige Einsprachefrist nach Art. 52 ATSG 

ohnehin nicht eingehalten.

1.3. Gemäss Art. 8 Abs. 2 des Sprachengesetzes des Kantons Graubünden 

(SpG; BR 492.100) richtet sich die Verfahrenssprache in der Regel nach 

- 25 -

der im angefochtenen Entscheid verwendeten Amtssprache 

beziehungsweise nach der Amtssprache, welcher die beklagte Partei 

mächtig ist. Da die vorliegende Beschwerde von der Rechtsanwältin des 

Beschwerdeführers auf Deutsch eingereicht wurde, die meisten 

medizinischen Akten auf Deutsch verfasst sind und es für die 

Beschwerdegegnerin keinen Nachteil bedeuten dürfte, wird das Urteil 

ausnahmsweise auf Deutsch verfasst.

2. Streitig ist die Frage, ob die Beschwerdegegnerin eine wesentliche 

Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen zu Recht verneint und 

folglich eine revisionsweise Änderung der Invalidenrente zu Recht 

abgelehnt hat.

3. Bezüglich des anwendbaren Rechts ist zu beachten, dass am 1. Januar 

2017 die revidierten Bestimmungen des UVG und der Verordnung über 

die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) in Kraft getreten sind. Gemäss 

Abs. 1 der Übergangsbestimmungen zur Änderung des UVG vom 

25. September 2015 werden Versicherungsleistungen für Unfälle, die sich 

vor dem Inkrafttreten ereignet haben, nach bisherigem Recht gewährt. 

Vorliegend haben sich die Unfälle am 10. April 2014 und am 

31. Dezember 2016 ereignet, weshalb grundsätzlich die alten 

Bestimmungen des UVG Anwendung finden. Ob dies auch für 

Rückfallmeldungen nach Inkrafttreten der neuen Bestimmungen am 1. 

Januar 2017 – wie hier mit der Rückfallmeldung vom 5. November 2020 – 

gilt, kann offen gelassen werden. Denn die Neuformulierung von Art. 17 

ATSG führt die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung für 

Rentenrevisionen im UVG weiter (vgl. BBl 2017 2680 f.), weshalb sich 

auch bei Anwendung der neuen Bestimmungen an der Rechtslage nichts 

ändern würde. 

- 26 -

4.1. Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines 

Rentenbezügers erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf 

Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder 

aufgehoben (aArt. 17 Abs. 1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision nach 

aArt. 17 Abs. 1 ATSG gibt jede (wesentliche) Änderung in den 

tatsächlichen Verhältnissen seit Zusprechung der Rente, die geeignet ist, 

den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Die 

Invalidenrente ist daher nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des 

Gesundheitszustandes, sondern auch dann revidierbar, wenn sich die 

erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen 

Gesundheitszustandes erheblich verändert haben oder eine andere Art 

der Bemessung der Invalidität zur Anwendung gelangt (BGE 130 V 343 

E.3.5 mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 9C_297/2016 vom 7. April 

2017 E.2.1, publ. in: SVR 2017 IV Nr. 51, S. 153 E.2.1). Liegt ein 

Revisionsgrund vor, ist der Rentenanspruch in rechtlicher und 

tatsächlicher Hinsicht umfassend ("allseitig") zu prüfen, wobei keine 

Bindung an frühere Beurteilungen besteht (BGE 141 V 9 E.2.3 mit 

Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 8C_86/2020 vom 14. Mai 2020 E.6). 

Zeitlicher Ausgangspunkt für die Beurteilung einer anspruchserheblichen 

Änderung des Invaliditätsgrades ist die letzte rechtskräftige Verfügung, 

welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs beruht 

(BGE 134 V 131 E.3, 133 V 108 E.5.4; Urteile des Bundesgerichts 

8C_569/2022 vom 6. Juni 2023 E.4, 9C_235/2020 vom 8. Juli 2020 E.3.1, 

8C_643/2017 vom 4. Dezember 2017 E.2.3).

4.2. Die Erheblichkeit der Sachverhaltsänderung, welche Voraussetzung für 

eine Revision der Rente der Unfallversicherung nach aArt. 17 Abs. 1 

ATSG ist, bejaht das Bundesgericht, wenn sich der Invaliditätsgrad um 

5 Prozentpunkte ändert. So wurde ein Revisionsgrund verneint in einem 

Fall, in dem die Differenz des Invaliditätsgrades gegenüber der 

- 27 -

ursprünglichen Rentenverfügung (von 70 % auf 74 %) weniger als 5 

Prozentpunkte betrug, obwohl die prozentuale Erhöhung des 

Invaliditätsgrades 5,7 % ausmachte (BGE 145 V 141 E.7.3.1, 140 V 85 

E.4.3, 133 V 545 E.6.2; Urteil des Bundesgerichts 8C_86/2020 vom 

14. Mai 2020 E.2.3; vgl. auch den geltenden Art. 17 Abs. 1 ATSG, wonach 

die Invalidenrente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft 

erhöht, herabgesetzt oder aufgehoben wird, wenn der Invaliditätsgrad 

einer Rentenbezügerin oder eines Rentenbezügers sich um mindestens 

fünf Prozentpunkte ändert [lit. a] oder auf 100 Prozent erhöht [lit. b]). Die 

lediglich unterschiedliche Beurteilung eines im Wesentlichen gleich 

gebliebenen Sachverhalts im revisionsrechtlichen Kontext bleibt 

unbeachtlich (BGE 144 I 103 E.2.1, 141 V 9 E.2.3 mit Hinweisen).

5. Zu vergleichen sind im vorliegenden Fall der Sachverhalt im Zeitpunkt der 

Rentenfestsetzung 2015 (Bg-act. 196) bzw. im Zeitpunkt, als festgestellt 

wurde, dass der Unfall 2016 keine invaliditätsrelevante Verschlechterung 

gebracht habe (Verfügung vom 28. August 2017 [Bg-act. 238]) und somit 

die kreisärztliche Abschlussuntersuchung von Dr. med. I._____ vom 

15. Juni 2015 (Bg-act. 178; vgl. auch die Beurteilung vom 18. November 

2016 [Bg-act. 221]) bzw. seine kreisärztliche Abschlussuntersuchung vom 

25. Juli 2017 (Pli 2, Bg-act. 70) und die Verfügung vom 25. August 2017 

(betreffend die Erhöhung der Integritätsentschädigung mit dem Hinweis, 

dass sich die medizinische Situation nicht wesentlich geändert habe; Pli 2, 

Bg-act. 73) mit den nach dem Rückfall im November 2020 bzw. 

Fallabschluss am 7. Februar 2022 erfolgten Einschätzungen von Dr. med. 

X._____ vom 21. April 2022 (Bg-act. 309) und vom 13./20. Juni 2022 (Pli 
Vg, Bg-act. 1) (vgl. auch Bericht Dr. med. X._____ vom 4. Februar 2022 

[Bg-act. 288]), zumal der Revisionsverfügung vom 14. September 2020 

(Bg-act. 242; vgl. auch Bg-act. 241 vor der Rückfallmeldung) keine 

materielle Prüfung des Anspruchs zugrunde lag.

- 28 -

6.1. Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz (Art. 43 

und Art. 61 lit. c ATSG) beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes 

wegen für die richtige und vollständige Feststellung des rechtserheblichen 

Sachverhalts zu sorgen. Die Verwaltung als verfügende Instanz und im 

Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 

annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im 

Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das 

Gesetz nichts Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines 

bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Das 

Gericht hat vielmehr jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die es von 

allen möglichen Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste erachtet 

(BGE 144 V 427 E.3.2, 138 V 218 E.6; Urteile des Bundesgerichts 

8C_745/2020 vom 29. März 2021 E.1.3, 9C_439/2020 vom 18. August 

2020 E.1.3).

6.2. Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachpersonen zur Verfügung stellen. 

Aufgabe der Ärztin oder des Arztes ist es, den Gesundheitszustand zu 

beurteilen und wenn nötig seine Entwicklung im Laufe der Zeit zu 

beschreiben. Dies bedeutet in erster Linie, mit den Mitteln fachgerechter 

ärztlicher Untersuchungen unter Berücksichtigung der subjektiven 

Beschwerden die Befunde zu erheben und gestützt darauf die Diagnose 

zu stellen. Bei der Folgenabschätzung der erhobenen gesundheitlichen 

Beeinträchtigungen für die Arbeitsfähigkeit kommt der Arztperson 

hingegen keine abschliessende Beurteilungskompetenz zu. Vielmehr 

nimmt die Arztperson zur Arbeitsunfähigkeit Stellung, das heisst, sie gibt 

eine Schätzung ab, die sie aus ihrer Sicht so substanziell wie möglich 

- 29 -

begründet, bzw. sie nimmt dazu Stellung, in welchem Umfang und 

bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. 

Insoweit sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 

juristische Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der 

versicherten Person noch zugemutet werden können (BGE 145 V 361 

E.3.2.1 f., 140 V 193 E.3.1, 132 V 93 E.4; Urteile des Bundesgerichts 

8C_569/2021 vom 2. Februar 2022 E.3.2.2, 8C_225/2021 vom 10. Juni 

2021 E.3.2, 8C_144/2021 vom 27. Mai 2021 E.2.4, 9C_47/2021 vom 

18. März 2021 E.5.2.3).

6.3. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und 

Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien 

Beweiswürdigung. Danach haben Versicherungsträger und 

Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 

Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das Gericht alle 

Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu 

prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen 

eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen 

Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial 

zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 

auf die andere medizinische These abstellt (vgl. BGE 143 V 124 E.2.2.2, 

125 V 351 E.3a; Urteile des Bundesgerichts 8C_879/2014 vom 26. März 

2015 E.5.2, 8C_419/2014 vom 23. September 2014 E.6.2). Hinsichtlich 

des Beweiswerts eines Arztberichts ist demnach entscheidend, ob dieser 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

- 30 -

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten 

begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_380/2021 vom 21. Dezember 2021 E.3.2, 

8C_173/2021 vom 25. Oktober 2021 E.4.1, 8C_448/2020 vom 3. März 

2021 E.2.5, 8C_662/2020 vom 13. Januar 2021 E.3.2 und 8C_51/2019 

vom 11. Juni 2019 E.3.2). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist 

grundsätzlich somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die 

Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme 

als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 E.3a und 122 V 157 E.1c). 

Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem 

Grundsatz der freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf 

bestimmte Formen medizinischer Berichte und Gutachten Richtlinien für 

die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche 

Zusammenstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E.3b mit 

zahlreichen Hinweisen).

6.4. Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 

Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 

begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen 

ihre Zuverlässigkeit sprechen (BGE 125 V 351 E.3b/ee; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_382/2021 vom 19. Oktober 2021 E.3.2, 8C_131/2021 

vom 2. August 2021 E.3.2). Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in 

einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht 

schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es 

bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen lassen. 

Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im 

Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des 

Gutachters allerdings ein strenger Massstab anzulegen (BGE 135 V 465 

- 31 -

E.4.4, 125 V 351 E.3b/ee, 122 V 157 E.1c). Trotz dieser grundsätzlichen 

Beweiseignung kommt den Berichten versicherungsinterner medizinischer 

Fachpersonen praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft zu wie einem 

gerichtlichen oder im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom 

Versicherungsträger veranlassten Gutachten unabhängiger 

Sachverständiger. Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines 

externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 

Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur 

geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 

versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 

Abklärungen vorzunehmen (BGE 145 V 97 E.8.5, 142 V 58 E.5.1 m.w.H., 

139 V 225 E.5.2, 135 V 465 E.4.4 und E.4.6 f., 125 V 351 E.3b/ee; Urteile 

des Bundesgerichts 8C_410/2022 vom 23. Dezember 2022 E.4.3, 

8C_549/2021 vom 7. Januar 2022 E.7.1 und 8C_143/2021 vom 7. Juni 

2021 E.2.4 m.w.H.).

6.5. In Bezug auf behandelnde Ärztinnen und Ärzte, insbesondere Hausärzte, 

ist zu beachten, dass sie in einem auftragsrechtlichen Verhältnis zur 

versicherten Person stehen. Da sie sich zudem in erster Linie auf die 

Behandlung zu konzentrieren haben, verfolgen deren Berichte nicht den 

Zweck einer den abschliessenden Entscheid über die 

Versicherungsansprüche erlaubenden objektiven Beurteilung des 

Gesundheitszustandes und erfüllen deshalb kaum je die materiellen 

Anforderungen an ein Gutachten gemäss BGE 125 V 351 E.3a. Aus 

diesen Gründen und aufgrund der Erfahrungstatsache, dass behandelnde 

Ärztinnen und Ärzte mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche 

Vertrauensstellung im Zweifelsfall eher zu Gunsten ihrer Patienten 

aussagen (Urteile des Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 1. Januar 2022 

E.7.2, 8C_819/2019 vom 26. Februar 2020 E.6.3.3, 8C_900/2017 vom 

30. Mai 2018 E.4.2.2), wird im Streitfall eine direkte Leistungszusprache 

- 32 -

einzig gestützt auf die Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 

kaum je in Frage kommen (Urteil des Bundesgerichts 8C_549/2021 vom 

1. Januar 2022 E.7.2). Insbesondere lässt es die unterschiedliche Natur 

von Behandlungsauftrag der therapeutisch tätigen (Fach-)Person 

einerseits und der Begutachtungsauftrag des amtlich bestellten 

fachmedizinischen Experten (vgl. dazu BGE 124 I 170 E.4) andererseits 

nicht zu, ein Administrativ- oder Gerichtsgutachten stets in Frage zu 

stellen und zum Anlass für weitere Abklärungen zu nehmen, wenn die 

behandelnden Arztpersonen oder Therapiekräfte zu anderslautenden 

Einschätzungen gelangen. Vorbehalten bleiben immerhin die Fälle, in 

denen sich eine vom (amtlichen) Gutachten abweichende Beurteilung 

aufdrängt, weil die Berichte der behandelnden ÄrztInnen wichtige – nicht 

rein der subjektiven Interpretation entspringende – Aspekte benennen, die 

bei der Begutachtung unerkannt oder ungewürdigt geblieben sind (Urteile 

des Bundesgerichts 8C_491/2021 vom 20. Dezember 2021 E.4.1, 

8C_277/2021 vom 25. August 2021 E.3 und 8C_105/2021 vom 8. Juni 

2021 E.3).

6.6. Gemäss Rechtsprechung ist auch eine reine medizinische 

Aktenbeurteilung beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges Bild über 

Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese Daten 

unbestritten sind, sodass ein lückenloser Befund vorliegt und es im 

Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich 

feststehenden medizinischen Sachverhaltes geht (Urteil des 

Bundesgerichts 8C_476/2021 vom 2. März 2022 E.5.1), mithin die direkte 

ärztliche Befassung mit der versicherten Person in den Hintergrund rückt 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_281/2021 vom 19. Januar 2022 E.3.2, 

8C_787/2020 vom 26. Mai 2021 E.4.2, 8C_527/2020 vom 2. November 

2020 E.3.2, 8C_322/2020 vom 9. Juli 2020 E.3 und 8C_788/2019 vom 

30. Juni 2020 E.3 m.w.H.).

- 33 -

7.1. In der Beschwerde bringt der Beschwerdeführer vor, die 

Beschwerdegegnerin habe den medizinischen Sachverhalt sowie die dem 

Beschwerdeführer noch zumutbare Restarbeitsfähigkeit nicht 

rechtsgenüglich abgeklärt, womit Art. 43 ATSG verletzt sei. Die 

Restarbeitsfähigkeit sei gegenüber derjenigen zum Referenzzeitpunkt 

deutlich eingeschränkt. Ein Revisionsgrund nach Art. 17 ATSG sei 

gegeben und es sei eine neue Beurteilung vorzunehmen. Dabei stützt sich 

der Beschwerdeführer auf die Arztberichte des S._____, S._____, vom 

4. März 2021 (Konsultation vom 1. März 2021 [Bg-act. 255]) und 21. Juli 

2021 (Bg-act. 259). Die Schmerzsituation und Beweglichkeit hätten sich 

wesentlich verschlechtert. Nun weise er wegen Überbelastung auch 

Schmerzen im linken Knie auf. Der psychische Zustand habe sich ebenso 

verschlechtert (dazu verweist er auf die im Bericht von Dr. med. V._____ 

[Bg-act. 270] attestierte Angststörung und einen depressiven Zustand). 

Der versicherungsinternen Aktenbeurteilung (Bg-act. 309) könne nicht 

gefolgt werden, weil darin die Berichte des S._____ nicht erwähnt würden. 

Die Beurteilung sei weder vollständig noch schlüssig. Die 

Voraussetzungen für eine Revision seien hier gegeben. Die 

Beschwerdegegnerin müsse den Gesundheitszustand eingehend prüfen. 

Es fehle eine rechtsgenügliche Arbeitsfähigkeitsbeurteilung, welche die 

somatischen und auch psychischen Beschwerden berücksichtige. Daher 

sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und eine 

polydisziplinäre Untersuchung einzuholen. Andernfalls sei Art. 43 ATSG 

verletzt. 

7.2. Die Beschwerdegegnerin hält dem in der Beschwerdeantwort entgegen, 

dass erhebliche Beschwerden vorhanden gewesen seien, sei schon in der 

Abschlussuntersuchung vom 15. Juni 2015 festgestellt worden (Bg-

act. 178). Gemäss Dr. med. X._____ in der Beurteilung vom 13./20. Juni 

2022 zu den Vorwürfen der Rechtsanwältin des Beschwerdeführers 

- 34 -

entsprächen die objektivierbaren Befunde nicht der behaupteten Situation. 

Zu den psychischen Beschwerden (Dr. med. V._____) führte die 

Beschwerdegegnerin aus, die Möglichkeit einer Traumatisierung durch 

den Unfall reiche nicht für eine Leistungszusprechung; es bedürfe einer 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit. Vorliegend müsse der adäquate 

Kausalzusammenhang verneint werden. Der vorliegende Unfall sei als 

leicht anzusehen, weshalb die Adäquanz von vornherein zu verneinen sei. 

Selbst wenn der Unfall als mittelschwer eingestuft würde, wären die 

Kriterien nicht erfüllt.

7.3. Der Beschwerdeführer repliziert, als Beschwerden zum Referenzzeitpunkt 

seien nur belastungsabhängige Beschwerden angegeben worden (Bg-

act. 178). Die Verschlechterung äussere sich in stärkeren 

Dauerschmerzen und einer Knieinstabilität (aufgrund der bildgebenden 

Befunde). Es sei zynisch, wenn die Beschwerdegegnerin bei 

Dauerschmerzen eine Verschlechterung per se verneine. Eine 

anspruchserhebliche Änderung sei zu bejahen, wenn sich bei gleicher 

Diagnose Intensität und Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert 

hätten. Chronische Schmerzen stünden Art. 17 ATSG nicht entgegen. Die 

deutliche vordere Kniegelenksinstabilität, die enggradig eingeschränkte 

Kniebeweglichkeit und die erheblichen Dauerschmerzen (auch ohne 

Belastung) führten evidenterweise zu einer stärkeren Einschränkung der 

zumutbaren Restarbeitsfähigkeit. Des Weiteren seien das Prinzip des 

Devolutiveffekts sowie der Waffengleichheit nach Art. 6 Abs. 1 der 

Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten 

(EMRK; SR 0.101) verletzt. Der Bericht von Dr. med. X._____ vom 

13./20. Juni 2022 sei keine punktuelle Abklärung (9 Seiten). 

Kernstreitpunkt sei die Frage nach einer gesundheitlichen 

Verschlechterung. Wegen der inhaltlichen Bedeutung dieser 

Sachverhaltsvervollständigung sei das Handeln der Beschwerdegegnerin 

- 35 -

unzulässig. Weil auf den Bericht von Dr. med. X._____ nicht abgestellt 

werden könne, sei der medizinischer Sachverhalt offensichtlich 

unzureichend abgeklärt und eine mangelnde Verschlechterung nicht 

rechtsgenüglich belegt. Daher sei eine verwaltungsexterne Expertise 

einzuholen. Hier bestünden mehr als nur geringe Zweifel an der 

versicherungsinternen Aktenbeurteilung. Dr. med. X._____ nehme die 

Position einer Gegenpartei ein. Er nehme auch gleich die juristische 

Beurteilung vorweg und verfalle in die Wortwahl eines Parteivertreters. Es 

gebe keine klinische Untersuchung, keine schlüssige Begründung für den 

gleichbleibenden Gesundheitszustand und keine detaillierte 

Gegenüberstellung der Befundlagen. Die CRPS-Restbeschwerden tue Dr. 

med. X._____ ab mit der Aussage "nicht überwiegend wahrscheinlich". In 

Bezug auf die Integritätsentschädigung anerkenne er jedoch eine 

Verschlechterung. Wenn gesagt werde, dass die objektivierbaren 

Gesundheitsschäden die subjektiven Beschwerden nicht erklären würden, 

belege dies, dass der medizinische Sachverhalt nicht zureichend 

abgeklärt und eine verwaltungsexterne Expertise erforderlich sei. Zudem 

bestünden Schmerzen auch am linken Knie. Angesichts der 

schwerwiegenden Schmerzsituation könne nicht von einer 

vollumfänglichen Leistungsfähigkeit ausgegangen werden. 

7.4. In der Duplik erwidert die Beschwerdegegnerin, der Versicherungsarzt 

habe klar und überzeugend dargelegt, weshalb keine wesentliche 

Veränderung zwischen 2015 bzw. der Feststellung, dass der Unfall 2016 

keine invaliditätsrelevante Verschlechterung gebracht habe (31. August 

2017), und dem Abschluss des Rückfalls per 31. Dezember 2021 

eingetreten sei. Es sei nicht ersichtlich, weshalb der Beschwerdeführer 

keine adaptierte Tätigkeit (leichte, wechselbelastende Tätigkeit) ausüben 

könne. Der Versicherungsarzt habe sich zu den Berichten des S._____ 

und den vom Beschwerdeführer eingereichten Dokumenten geäussert; die 

- 36 -

Beschwerdegegnerin habe die Abklärung am S._____ veranlasst, was 

zeige, dass sie die Ausführungen des Beschwerdeführers ernst 

genommen habe. Zudem könne ihr nicht vorgeworfen werden, dass sie 

vor Einreichung der Beschwerdeantwort den Versicherungsarzt nochmals 

angerufen habe, zumal der Beschwerdeführer durch seine neue 

Rechtsvertreterin dessen Handeln bestritten habe. Das Gericht habe 

sämtliche Akten zu prüfen, auch diejenigen der Versicherung. Eine 

klinische Untersuchung sei nicht erforderlich gewesen, ebenso wenig die 

Einholung eines Gutachtens. Auch ein Aktengutachten könne volle 

Beweiskraft haben, wenn die Voraussetzungen gegeben seien. Diese 

seien hier angesichts der radiologischen Dokumentation und der vom 

S._____ erhobenen Fakten gegeben. Die ärztliche Beurteilung von 

Dr. med. X._____ werde von keinem Spezialisten in Frage gestellt. Die 

Dr.es med. O._____ und W._____ hätten dargelegt, dass der 

Beschwerdeführer Schwierigkeiten habe bei der Ausübung der 

angestammten Arbeit bzw. bei der täglichen Arbeit. Die 

Beschwerdegegnerin habe festgehalten, dass der Beschwerdeführer nicht 

mehr in der Lage sei, als Plattenleger zu arbeiten. Es gebe keinen 

medizinischen Bericht, der widerlege, dass der Beschwerdeführer in einer 

angepassten Tätigkeit vollumfänglich arbeiten könne. Die Spezialisten des 

S._____ hätten somatoforme Beschwerden festgestellt sowie eine 

schwierige psychosoziale Situation. Die Beschwerdegegnerin müsse 

derartige Faktoren nicht berücksichtigen, ebenso wenig psychische 

Beschwerden und eine finanziell prekäre Situation. Massgebend sei die 

objektive Situation und nicht Beschwerden, die organisch nicht erklärbar 

seien.

7.5. Zunächst wird auf die Rüge der Verletzung des Devolutiveffekts und des 

Prinzips der Waffengleichheit eingegangen. 

- 37 -

7.5.1. Als ordentlichem Rechtsmittel kommt der Beschwerde nach Art. 56 ff. 

ATSG Devolutiveffekt zu. Eingeschränkt wird dieser Effekt indessen durch 

Art. 53 Abs. 3 ATSG, welcher bestimmt, der Versicherungsträger könne 

eine Verfügung oder einen Einspracheentscheid, gegen den Beschwerde 

erhoben wurde, so lange wiedererwägen, bis er gegenüber der 

Beschwerdebehörde Stellung nimmt. Die formgültige 

Beschwerdeerhebung begründet (zusammen mit der Beschwerdeantwort 

des Versicherungsträgers) die alleinige Zuständigkeit des kantonalen 

Gerichts, über das in der angefochtenen Verfügung (bzw. im 

angefochtenen Einspracheentscheid) geregelte Rechtsverhältnis zu 

entscheiden. Somit verliert der Versicherungsträger die Herrschaft über 

den Streitgegenstand, und zwar insbesondere auch in Bezug auf die 

tatsächlichen Verfügungs- und Entscheidungsgrundlagen. Die 

Beschwerdeinstanz hat den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes 

wegen zu ermitteln (Art. 61 lit. c ATSG) und ist nicht an die Begehren der 

Parteien gebunden (Art. 61 lit. d ATSG). Folgerichtig ist es der Verwaltung 

grundsätzlich verwehrt, nach Einreichung des Rechtsmittels weitere oder 

zusätzliche Abklärungen vorzunehmen, soweit sie den Streitgegenstand 

betreffen und auf eine allfällige Änderung der angefochtenen Verfügung 

durch Erlass einer neuen abzielen (vgl. BGE 127 V 228 E. 2 b/aa, 136 V 

2 E.2.5). Das Verfahren vor kantonalem Versicherungsgericht muss 

gemäss Art. 61 lit. a ATSG einfach und rasch sein. Die anzustrebende 

Raschheit des Verfahrens schliesst es aus, dass die Verwaltung während 

dem kantonalen Verfahren umfangreiche und zeitraubende 

Zusatzabklärungen tätigt (BGE 127 V 228 E.2b/bb). Aufgrund der 

gebotenen Einfachheit des Prozesses kann der Versicherungsträger im 

Weiteren keine Abklärungsmassnahmen treffen, welche der Mitwirkung 

der versicherten Person bedürften (BGE 127 V 228 E.2b/aa). Erlaubt sind 

der Verwaltung demgegenüber in aller Regel punktuelle Abklärungen (wie 

das Einholen von Bestätigungen, Bescheinigungen oder auch Rückfragen 

- 38 -

bei medizinischen Fachpersonen oder anderen Auskunftspersonen); 

wegleitende Gesichtspunkte für die Beantwortung der Frage, was im 

kantonalen Verfahren noch zulässiges Verwaltungshandeln darstellt, 

bilden die inhaltliche Bedeutung der Sachverhaltsvervollständigung und 

die zeitliche Intensität allfälliger weiterer Abklärungsmassnahmen (BGE 

127 V 228 E.2b/bb; 136 V 2 E.2.7).

7.5.2. Die Beurteilung von Dr. med. X._____ vom 13./20. Juni 2022, die sich im 

Übrigen faktisch über drei Seiten erstreckt (neun Seiten, wie der 

Beschwerdeführer kritisiert, ist der gesamte Bericht samt Sachverhalt), 

bezieht sich im Wesentlichen auf die neu mit der Beschwerde 

vorgebrachten Ausführungen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der 

Beschwerdeführer (neu vertreten durch eine Rechtsanwältin) in der 

Beschwerde Vorwürfe gegen Dr. med. X._____ v.a. wegen der 

Nichtbeachtung der medizinischen Berichte der S._____ (Bg-act. 255 

[Orthopädie S._____/Dr. med. R._____] und Bg-act. 259 

[Schmerzmedizin/Dr. med. U._____]) erhoben hatte. Davor hatte er 

hingegen lediglich telefonisch eine Rückfallmeldung gemacht (Bg-act. 

243), verschiedene Arztberichte eingereicht, am Schalter vorgesprochen 

und eine Verschlechterung geltend gemacht (Bg-act. 297). Dasselbe gilt 

für die Einsprache (Bg-act. 305), d.h. vorher hatte er keine Argumente 

bezüglich einer wesentlichen Veränderung/Verschlechterung vorgebracht. 

Hier ging es somit nicht um eine Änderung des angefochtenen 

Einspracheentscheids seitens der Beschwerdegegnerin. Mit Rücksicht auf 

ein rasches und effizientes Verfahren durfte die Beschwerdegegnerin 

unter den gegebenen Umständen bei Dr. med. X._____ eine Ergänzung 

der medizinischen Beurteilung einholen. Es ist somit nicht ersichtlich, 

inwiefern der Devolutiveffekt und das Prinzip der Waffengleichheit verletzt 

sein sollten. 

- 39 -

7.6. Der Beschwerdeführer bringt nichts vor, das auch nur geringe Zweifel an 

den Einschätzungen von Dr. med. X._____, Facharzt für Orthopädische 

Chirurgie und Traumatologie, hervorrufen könnte, wie nachfolgend gezeigt 

wird.

7.6.1. Es liegen keine besonderen Umstände vor, die ein Misstrauen in die 

Unparteilichkeit der Beurteilung von Dr. med. X._____ hervorrufen 

würden. Insbesondere ist die Behauptung des Beschwerdeführers 

unzutreffend, wonach Dr. med. X._____ die Position einer Gegenpartei 

einnehme (Wortwahl eines Parteivertreters). Der Beschwerdeführer 

begründet denn diesen Vorwurf auch mit keinem Wort. Dr. med. X._____ 

hebt vielmehr im Detail und nachvollziehbar die objektivierbaren Befunde 

hervor, auf die er abgestellt hat, und legt dar, weshalb die Ausführungen 

des Beschwerdeführers nicht zutreffen bzw. die objektivierbaren Befunde 

die subjektiv geklagten Beschwerden nicht allein erklärten. 

7.6.2. Der Beschwerdeführer sieht die Verschlechterung im Wesentlichen in der 

Zunahme der Schmerzen und der Knieinstabilität (demgegenüber hätten 

2015 nur belastungsabhängige Schmerzen bestanden) und behauptet, 

dies lasse sich aus den bildgebenden Befunden ableiten (Replik, Rz. 44). 

Damit geht er fehl. Der Beschwerdeführer präsentierte zum Fallabschluss 

2015 eine Extension/Flexion von 0-0-130° (Bg-act. 178), während diese 

bei den aktuellen Untersuchungen auf 90° mit Restpotenzial (Dr. med. 

R._____) über 95° (Dr. med. U._____) und 95° mit aktivem 

Gegenspannen (Dr. med. I._____) sowie initial 95°, nach leichter 

Ablenkung 105° (Dr. med. H._____) beschrieben wird (vgl. Bericht von Dr. 

med. X._____ vom 13./20. Juni 2022, S. 7). Orthopädisch objektivierbar 

sind gemäss Dr. med. X._____ einzig ein Status nach rupturierter 

Kreuzbandplastik, zweimal revidiert, im Vorfeld bereits insuffizient, mit 

durchgehend dokumentierter anteriorer [und posteriorer] Instabilität sowie 

- 40 -

ein Status nach medialer Meniskektomie aktuell mit Re-Ruptur und im 

Bereich der Meniskusläsion eine drittgradige Chondropathie (Bericht vom 

13./20. Juni 2022, S. 7), die alle die subjektiven Beschwerden nicht allein 

erklärten. Zudem sprach Dr. med. D._____ 2015 (Bericht vom 12. Februar 

2015 [Bg-act. 104]) bereits von einem möglichen Knorpeldefekt [Grad II] 

am medialen Femurkondylus. Im Referenzzeitpunkt 2015 erwähnte Dr. 

med. I._____, dass der Beschwerdeführer "ein erhebliches 

Beschwerdebild vor allem mit belastungsabhängigen Beschwerden" 

beklage und die klinische Untersuchung (wie bei diversen 

Voruntersuchungen) einen minimalen Reizzustand zeige (Diagnose: 

rezidivierender Reizzustand Knie rechts bei leichter VKB-Insuffizienz) (Bg-

act. 178). Dr. med. I._____ sprach schon im Bericht vom 7. Mai 2015 (Bg-

act. 163) von einer anhaltenden Schmerzsymptomatik. Zudem ging Dr. 

med. H._____ am 20. Mai 2015 (Bg-act. 172) von einer unklaren Situation 

ohne klar erkennbare Ursache für die Schmerzen aus. Es ist also nicht so, 

wie der Beschwerdeführer zu insinuieren scheint, dass die Beschwerden 

im Jahr 2015 "minimal" waren oder die Schmerzen gar nicht vorhanden 

waren (vgl. zur chronischen Schmerzsituation auch Bericht von Dr. med. 

X._____ vom 13./20. Juni 2022, S. 6). Weiter war im Referenzzeitpunkt 

2017 gemäss Dr. med. I._____ die Belastbarkeit des Kniegelenks 

glaubhaft eingeschränkt, auch wenn das "Ausmass der Beschwerden 

durch die objektiven Befunde nur zum Teil erklärt werden kann" (Pli 2, Bg-

act. 70). Wenn nun der Beschwerdeführer im Jahr 2021/2022 von einer 

wesentlichen Verschlechterung wegen der Dauerschmerzen spricht, ist 

dies angesichts der seit 2015 bestehenden Schmerzproblematik so nicht 

zutreffend bzw. überzeugend. Zu beachten ist zudem, dass die Abklärung 

im S._____ (Bg-act. 259) eine schmerzmedizinische und nicht 

orthopädische war und der Eindruck bestand, dass aufgrund 

psychosozialer Faktoren eine Verstärkung der Beschwerden 

hervorgerufen würde. Auch zu beachten ist die Einschätzung von Dr. med. 

- 41 -

X._____ vom 13./20. Juni 2022, wonach sich für die Schmerzen keine 

objektivierbare Evidenz finde bzw. derart hochgradige Beschwerden 

eigentlich morphinpflichtig wären, während sie lediglich mit 

Bedarfsanalgesie (Paracetamol) behandelt würden; der 

Beschwerdeführer diese zudem noch abgesetzt habe und es 

unwahrscheinlich sei, dass sämtliche Infiltrationen zu keiner Besserung 

geführt hätten (S. 6-7). Von daher ist nachvollziehbar, dass Dr. med. 

X._____ eine wesentliche Veränderung verneint.

7.6.3. Zu den vom Beschwerdeführer zusätzlich geltend gemachten Schmerzen 

im linken Knie erwähnte Dr. med. X._____ eine fehlende Atrophie, 

symmetrische Beinlägen und einen fehlenden Rotationsfehler. Er verneint 

(mit überwiegender Wahrscheinlichkeit) eine Sekundärpathologie (Bericht 

vom 13./20. Juni 2022, S. 8). Eine solche wird vom Beschwerdeführer 

auch nicht geltend gemacht.

7.6.4. Dem Beschwerdeführer kann auch nicht gefolgt werden, dass Dr. med. 

X._____ keine schlüssige Begründung für einen gleichbleibenden 

Gesundheitszustand liefere, und dass keine detaillierte 

Gegenüberstellung der Befundlagen erfolgt sei. Vielmehr differenziert Dr. 

med. X._____ überzeugend zwischen objektivierbaren Befunden der 

einzelnen Ärzte und den subjektiven Befunden (vgl. insbesondere 

Auseinandersetzung mit Bericht von Dr. med. U._____ und Dr. med. 

R._____). Der Beschwerdeführer kritisiert zudem, dass Dr. med. X._____ 

mit keinem Wort begründe, weshalb die im Zusammenhang mit der 

Integritätsentschädigung anerkannte Verschlechterung (im Bereich der 

Meniskusläsion drittgradige Chondropathie) sich nicht auf die 

Zumutbarkeitsbeurteilung auswirke. Dies ergibt sich aber u.a. aus 

folgenden Ausführungen: "Gegen eine Standzeit von zehn Minuten und 

der ("anamnestisch erhobenen") Funktionseinschränkung von Herrn Dr. 

- 42 -

U._____, spricht darüber hinaus die von Dr. I._____ beschriebene 

minimale Muskelathrophie rechts. Von Herrn Prof. R._____ wird keine 

muskuläre Asymmetrie beschrieben, er beschreibt darüber hinaus eine 

gerade Beinachse ohne Rotationsfehler. Ferner ist in seiner Untersuchung 

ebenfalls noch ein Einbeinstand möglich. Herr Dr. U._____ verneint 

explizit eine Atrophie der unteren Extremitäten, sowohl das vom ihm 

beschriebene kleinschrittige Gangbild als auch die Schmerzen bei Zehen- 

und Fersengang sind mit dem radiologischen Befund nicht zu erklären." 

(Bericht vom 13./20. Juni 2022, S. 8). Der Aussage von Dr. med. X._____ 

bezüglich der von Dr. med. R._____ beschriebenen CRPS-

Restbeschwerden, der beschriebene inspektorische Befund entspreche 

nicht einem stattgefundenen CRSP, bringt der Beschwerdeführer im 

Übrigen nichts Konkretes entgegen.

7.6.5 Gemäss dem Beschwerdeführer sei evident, dass die veränderte 

Befundlage (Dauerschmerzen auch ohne Belastung, deutliche 

Kniegelenksinstabilität, enggradig eingeschränkte Kniebeweglichkeit) zu 

einer stärkeren Einschränkung der Restarbeitsfähigkeit führe. Der 

Beschwerdeführer legt aber nicht dar, inwiefern sich die Veränderung auf 

die zumutbare adaptierte Tätigkeit konkret auswirke. Als 

Restarbeitsfähigkeit wurde im Referenzzeitpunkt 2015 eine 

wechselbelastende Tätigkeit ganztags ohne wiederholtes Heben und 

Tragen von Gewichten über 15-20 kg, ohne Arbeiten in kniender oder 

kauernder Körperposition, ohne wiederholtes Gehen auf unebener 

Unterlage oder auf Treppen und ohne Arbeiten auf Leitern für zumutbar 

gehalten (Bg-act. 178). Das Zumutbarkeitsprofil 2017 enthielt praktisch 

denselben Wortlaut, wobei hinzugefügt wurde: "Tätigkeit überwiegend im 

Sitzen" (Pli 2, Bg-act. 70). Laut Dr. med. X._____ habe es 2022 keine 

Änderung in der Zumutbarkeit gegeben (vgl. Einschätzung vom 4. Februar 

2022: geringe Veränderung ohne höhergradige Auswirkungen auf die 

- 43 -

Funktionalität und Bericht vom 13./20. Juni 2022: keine Änderungen im 

Zumutbarkeitsprofil). Der Beschwerdeführer bringt dagegen vor, dass er 

nach 10 Minuten Stehen mehr Schmerzen habe und das Bein beim Sitzen 

hochlagern müsse (vgl. Beschwerde, Rz. 25 und 30). Er macht aber keine 

Ausführungen dazu, dass bzw. weshalb er in adaptierter Tätigkeit nicht 

arbeiten könne. 

7.6.6. Auf die medizinische Beurteilung von Dr. med. X._____ kann demnach 

abgestellt werden. Sein Bericht erscheint schlüssig, nachvollziehbar 

begründet und in sich widerspruchsfrei. Es sprechen keine Indizien gegen 

dessen Zuverlässigkeit (vgl. BGE 125 V 351 E.3b/ee). Nicht zu 

beanstanden ist, dass keine klinische Untersuchung stattfand, zumal Dr. 

med. X._____ im Besitz der bildgebenden Beweismittel und sämtlicher 

Akten war (vgl. zur Beweiskraft eines Aktengutachtens oben E.6.6).

7.7. Die mit Bericht von Dr. med. V._____ (Bg-act. 263) geltend gemachten 

psychischen Beschwerden sind ausserdem nicht unfallkausal. In 

Übereinstimmung mit der Beschwerdegegnerin ist hierzu festzuhalten, 

dass die von den genannten Ärzten erwähnte, blosse Möglichkeit einer 

Traumatisierung durch den Unfall nicht für eine Leistungszusprechung 

ausreicht. Es bedarf einer überwiegenden Wahrscheinlichkeit (vgl. etwa 

Urteil des Bundesgerichts 8C_819/2016 vom 4. August 2017 E.5). 

Vorliegend muss ohnehin der adäquate Kausalzusammenhang verneint 

werden: Der vorliegende Unfall ist als leicht anzusehen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 8C_41/2016 vom 23. Juni 2016 E.4.3.1), weshalb die 

Adäquanz von vornherein zu verneinen ist. Selbst wenn der Unfall als 

mittelschwer eingestuft würde, wären die Adäquanzkriterien (BGE 134 V 

109 E.10.3) nicht erfüllt.

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7.8. Der medizinische Sachverhalt ist zureichend abgeklärt. Die 

Beschwerdegegnerin hat ihre Abklärungspflicht (Art. 43 ATSG) nicht 

verletzt. Die Argumentation des Beschwerdeführers, wonach die 

Beschwerdegegnerin die "mangelnde Verschlechterung" nicht 

rechtsgenüglich belegt habe, ist unbegründet. Auch ist die Aussage des 

Beschwerdeführers nicht zu hören, wonach, wenn die objektivierbaren 

Gesundheitsschäden nach Dr. med. X._____ die subjektiven 

Beschwerden nicht erklären würden, dies belege, dass der medizinische 

Sachverhalt nicht zureichend abgeklärt sei und eine verwaltungsexterne 

Expertise erforderlich sei.

8. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die Berichte des 

Versicherungsarztes abgestellt werden kann. Der Antrag auf Einholung 

einer polydisziplinären Expertise wird somit abgelehnt. Die Beschwerde ist 

abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. 

9.1. Gemäss Art. 61 lit. fbis ATSG sind Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht bei Streitigkeiten über Leistungen kostenpflichtig, 

wenn dies im jeweiligen Einzelgesetz vorgesehen ist. Die 

Sonderbestimmungen zur Rechtspflege gemäss Art. 105 ff. UVG sehen 

keine generelle Kostenpflicht vor. Damit sind 

unfallversicherungsrechtliche Beschwerdeverfahren über Leistungen in 

der Regel kostenlos. Vorbehalten bleibt die Kostenauflage infolge – in 

casu nicht vorliegenden – mutwilligen oder leichtsinnigen Verhaltens 

(Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. fbis in fine ATSG). Für das vorliegende 

Beschwerdeverfahren sind daher keine Kosten zu erheben.

9.2. Ein Parteikostenersatz steht der obsiegenden Beschwerdegegnerin 

gemäss Art. 61 lit. g ATSG nicht zu.

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9.3. Mit Verfügung vom 3. August 2022 bzw. 9. August 2022 wurde dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt (vgl. 

Pli URP). Die Bemessung der Entschädigung des unentgeltlichen 

Rechtsvertreters richtet sich nach kantonalem Recht (KIESER, ATSG-

Kommentar, 4. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2015, Art. 61 Rz. 183). Gemäss 

Art. 76 Abs. 3 VRG richtet sich die Entschädigung nach der 

Anwaltsgesetzgebung. Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Bemessung 

des Honorars der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte 

(Honorarverordnung, HV; BR 310.250) sieht für den berechtigten Aufwand 

der unentgeltlichen Vertretung einen Stundenansatz von CHF 200.00 vor. 

Die eingereichte Honorarnote der Rechtsanwältin des Beschwerdeführers 

vom 14. September 2022 (20:35 Stunden à CHF 270.00, Spesen 3 %, 

MWST 7.7%) ist somit nur zu einem reduzierten Stundenansatz von CHF 

200.00 zu genehmigen. Daraus resultiert ein Honorar von insgesamt 

CHF 4'566.60 (20.583 Stunden x CHF 200.00 [= CHF 4'116.60] zuzüglich 

Spesen von pauschal CHF 123.50 [3 % von CHF 4'116.60] sowie 7.7 % 

MWST von CHF 326.50 [7.7 % von CHF 4'240.10]). Der ansonsten nicht 

zu beanstandende Betrag (angemessen und erforderlich) geht zulasten 

der Gerichtskasse. Es gilt der Vorbehalt von Art. 77 VRG, wonach die vom 

Staat übernommenen Kosten zurückgefordert werden können, wenn sich 

die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse des Beschwerdeführers 

gebessert haben und er zur Rückerstattung in der Lage ist.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.  

2. Es werden keine Kosten erhoben. 

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3.1. A._____ wurde in der Person von Rechtsanwältin MLaw Tania Teixeira eine 

Rechtsvertreterin auf Kosten des Staates bestellt. Diese wird durch die 

Gerichtskasse mit CHF 4'566.60 (inkl. MWST) entschädigt.

3.2. Wenn sich die Einkommens- oder Vermögensverhältnisse von A._____ 

gebessert haben und er hierzu in der Lage ist, hat er die Kosten der 

Rechtsvertretung zu erstatten (Art. 77 VRG).

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]