# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fe5d3af2-f7bb-5b11-a7a6-e61e3f8833ec
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-09-16
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 16.09.2010 A-6354/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-6354-2010_2010-09-16.pdf

## Full Text

Abtei lung I

Postfach
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www.bundesverwaltungsgericht.ch

Geschäfts-Nr. A-6354/2010  
{T 0/2}

Z w i s c h e n e n t s c h e i d  v o m  
1 6 .  S e p t e m b e r  2 0 1 0

Richterin Kathrin Dietrich (Vorsitz), 
Richter Jérôme Candrian, 
Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, 
Gerichtsschreiber Lars Birgelen.

In der Beschwerdesache

X._______,
Beschwerdeführer,

gegen

Die Schweizerische Post,
Konzernleitung, Viktoriastrasse 21, Postfach, 3030 Bern,
Vorinstanz,

Ausstandsgesuch im Verfahren A-4684/2010,

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-6354/2010

stellt das Bundesverwaltungsgericht fest:

A.
Mit  Verfügung  vom 21.  Januar  2010  löste  die  Schweizerische  Post, 
Postfinance, das Arbeitsverhältnis mit X._______, (...), auf den 31. Mai 
2010 auf. X._______ wurde per sofort  von der Arbeit freigestellt  und 
einer  allfälligen  Beschwerde  wurde  die  aufschiebende  Wirkung 
entzogen.

B.
Am  25.  Februar  2010  erhob  X._______  beim  Konzernleiter  der 
Schweizerischen Post Beschwerde gegen diese Verfügung. 

Mit  Eingabe vom 26. März 2010 gelangte X._______ zudem an das 
Bundesverwaltungsgericht. Dieses behandelte  das Schreiben als  Er-
gänzung  der  beim  Konzernleiter  der  Schweizerischen  Post  ein-
gereichten  Beschwerde  und  leitete  dieses  am  6.  April  2010  zu-
ständigkeitshalber  an  den  Rechtsdienst  der  Post  als  instruierende 
Behörde weiter (Verfahrensnummer A-2031/2010).

Aus den verschiedenen Eingaben von X._______ geht hervor, dass er 
die Verfügung vom 21. Januar 2010 anficht, deren Nichtigkeit geltend 
macht, diverse Feststellungsbegehren stellt, die Wiederherstellung der 
aufschiebenden Wirkung verlangt, eine Forderung auf Schadenersatz 
und  Genugtuung  gegen  die  Schweizerische  Post  stellt,  die 
Weiterbeschäftigung  in  seiner  bisherigen  bzw.  in  einer  anderen 
gleichwertigen  oder  höher  eingestuften  Stelle  sowie  die  Erstellung 
eines sachlich korrekten Zeugnisses fordert und die Ausbezahlung des 
Lohnanteils  beantragt,  den  seine  Arbeitgeberin  seit  2009  zurückbe-
halte. 

C.
Am 13. April 2010 teilte die Schweizerische Post X._______ mit, dass 
der  Konzernleiter  in  den  Ausstand  trete  und  der  Stellvertretende 
Konzernleiter seine Beschwerde beurteilen werde. 

D.
Mit  Schreiben  vom 10. Mai  2010  gelangte  X._______  an  den  Stell-
vertretenden  Konzernleiter  und  verlangte,  dass  auch  er  in  den 
Ausstand trete.

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A-6354/2010

E.
Mit  Zwischenentscheid  vom  26.  Mai  2010  trat  der  Stellvertretende 
Konzernleiter auf das Ausstandsgesuch von X._______ nicht ein und 
stellte  die  aufschiebende  Wirkung  der  Beschwerde  gegen  die  Ver-
fügung des Bereichs Postfinance nicht wieder her.

F.
Gegen  diesen  Zwischenentscheid  erhebt  X._______  (Beschwerde-
führer)  mittels  Telefax  vom  28.  Juni  2010  bzw.  mittels  persönlicher 
Übermittlung  vom  29.  Juni  2010  Beschwerde  beim  Bundesver-
waltungsgericht (Verfahren A-4684/2010). Der Beschwerdeführer ver-
langt,  es sei  ihm mittels  Erlass einer  superprovisorischen Verfügung 
sofortiger  Rechtsschutz  zu  gewähren. Es sei  festzustellen,  dass  der 
Stellvertreter  des  Konzernleiters  der  Post  befangen  sei.  Der 
Zwischenentscheid  des  stellvertretenden  Konzernleiters  sei  aufzu-
heben.  Die  aufschiebende  Wirkung  sei  wiederherzustellen.  Die  Ver-
fügung der Schweizerischen Post (Vorinstanz) sei aufzuheben. Zudem 
sei der Beschwerdeführer wieder in seine Rechte einzusetzen und ihm 
die Weiterbeschäftigung anzubieten.

G.
Mit  Zwischenverfügung  vom  1.  Juli  2010  wies  das  Bundesver-
waltungsgericht  u.a. das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um super-
provisorische Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung ab und 
forderte die Vorinstanz auf, bis zum 12. Juli 2010 zur Frage einer all -
fälligen  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  Stellung  zu 
nehmen. 

H.
Am  9.,  14.  bzw.  23.  Juli  2010  reichte  der  Beschwerdeführer  dem 
Bundesverwaltungsgericht unaufgefordert einen Antrag auf Aufhebung 
der Verfügung vom 21. Januar 2010 bzw. einen Antrag auf Erlass einer 
superprovisorischen  Verfügung  bezüglich  seiner  Pensionskassen-
gelder ein.

I.
Mit Zwischenverfügung vom 21. Juli 2010 wies der Instruktionsrichter 
das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Wiederherstellung  der  auf-
schiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht ab.

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J.
Am 28. Juli  2010 nahm der  Beschwerdeführer am Sitz  des Bundes-
verwaltungsgerichtes  Einsicht  in  die  für  das  vorliegende  Verfahren 
relevanten Akten. Mit  Schreiben vom 29. Juli  2010 verlangte der Be-
schwerdeführer erneut, ihm sei Einsicht in die gesamten Akten bzw. in 
ein bestimmtes Dokument zu gewähren. Zudem sei ihm zu gestatten, 
von allen gewünschten Unterlagen Kopien anzufertigen.

K.
Mit  Zwischenverfügung  vom  5.  August  2010  wies  der  Instruktions-
richter  die  von  der  Vorinstanz  ebenfalls  eingereichten  Vorakten  be-
treffend  Mobbing-Abklärungen  aus  den  Akten.  Das  Akteneinsichts-
gesuch des Beschwerdeführers vom 29. Juli 2010 wies er ab, soweit  
es nicht gegenstandslos geworden war.

L.
Am  12.  August  2010  wies  der  Instruktionsrichter  den  Beschwerde-
führer  darauf  hin,  dass  eine  Behörde  oder  ein  Gericht  einzig  das 
eigene  Verfahren  sistieren  könne  und  es  mithin  dem  Bundesver-
waltungsgericht  nicht  zustehe,  das  vorinstanzliche  Verfahren  zu 
sistieren. 

M.
Mit  Eingabe  vom  6.  September  2010  stellt  der  Beschwerdeführer 
gegen Instruktionsrichter André Moser ein Ausstandsbegehren. 

N.
In seiner Stellungnahme vom 8. September 2010 führt Richter André 
Moser aus, er habe mit Bezug auf den Beschwerdeführer keine vor-
gefasste  Meinung  und  fühle  sich  nicht  befangen,  weshalb  er  keine 
Veranlassung sehe, in den Ausstand zu treten.

O.
Mit Eingabe vom 15. September 2010 äussert der Beschwerdeführer 
Bedenken,  weil  Richter  Jérôme  Candrian  und  Richterin  Claudia 
Pasqualetto  Péquignot  sowohl  im  Spruchkörper  des  Beschwerde-
verfahrens A-4684/2010 als auch im Spruchkörper für die Behandlung 
seines Ausstandsbegehrens vertreten seien. Sofern die beiden Richter 
bis  anhin  an  keinen  Besprechungen  im  Beschwerdeverfahren  A-
4684/2010  teilgenommen  hätten  und  nicht  an  den  dort  bereits  ge-
troffenen  Zwischenentscheiden  beteiligt  gewesen  seien,  erhebe  er 
dagegen aber keine Einwände. 

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Nach Art. 36 Abs. 1 des Bundespersonalgesetzes vom 24. März 
2000 (BPG, SR 172.220.1) können Entscheide interner Beschwerde-
instanzen  im  Bereich  des  Bundespersonalrechts  beim  Bundesver-
waltungsgericht  angefochten  werden.  Im  Rahmen  des  Beschwerde-
verfahrens ist das Bundesverwaltungsgericht ebenfalls zur Beurteilung 
von Fragen formeller Natur und damit auch zum Entscheid über Aus-
standsbegehren zuständig (vgl. BVGE 2007/4 E. 1.1). 

Die  Bestimmungen  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
(BGG, SR 173.110) über den Ausstand (Art. 34 ff. BGG) gelten im Ver-
fahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  sinngemäss  (Art.  38  des 
Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32]). 
Der  im  Verwaltungsverfahren  massgebende,  vom  Beschwerdeführer 
erwähnte Art. 10 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über 
das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  findet  keine  An-
wendung.

1.2 Bestreitet die Gerichtsperson, deren Ausstand verlangt wird, oder 
ein  Richter  beziehungsweise  eine  Richterin  der  Abteilung  den  Aus-
standsgrund,  so  entscheidet  die  Abteilung unter  Ausschluss  der  be-
troffenen Gerichtsperson über den Ausstand (Art. 37 Abs. 1 BGG). 

Diese Bestimmung äussert  sich nicht  darüber, in welcher Besetzung 
der  Entscheid  über  ein  Ausstandsbegehren zu ergehen hat. Die  all-
gemeinen Bestimmungen zur  Bildung der  Spruchkörper  in  Verfahren 
vor dem Bundesverwaltungsgericht sehen in der Regel die Besetzung 
mit drei Richtern oder Richterinnen vor (Art. 21 Abs. 1 und Art. 24 VGG 
i.V.m. Art. 32 Abs. 1 des Geschäftsreglements vom 17. April 2008 für 
das Bundesverwaltungsgericht [VGR, SR 173.320.1]). Beim Entscheid 
über ein Ausstandsbegehren handelt es sich zwar um einen Zwischen-
entscheid (vgl. Art. 45 Abs. 1 VwVG bzw. Art. 92 Abs. 1 BGG). Da aber 
mit  diesem  Entscheid  abschliessend  über  das  Vorliegen  von  Aus-
standsgründen befunden wird, erscheint es auch in diesen Fällen an-
gebracht, den Spruchkörper gemäss den allgemeinen Bestimmungen 
zu  bilden.  Entsprechend  ist  auch  über  Ausstandsbegehren  in  der 
Regel  in  der  Besetzung mit  drei  Richtern  oder  Richterinnen zu ent-
scheiden  (Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-3544/2010 vom 23. August 2010). 

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1.3 Über  die  Ausstandsfrage  kann  ohne  Anhörung  der  Gegenpartei 
entschieden werden (Art. 37 Abs. 2 BGG). Vorliegend wird deshalb von 
einer vorgängigen Anhörung der Vorinstanz abgesehen.

1.4 Ausstandsgründe,  die  der  betroffenen  Partei  erst  im  Laufe  des 
Verfahrens bekannt  werden oder  erst  dann  auftreten,  sind  ebenfalls 
umgehend  geltend  zu  machen  (vgl.  Art.  36  Abs.  1  BGG).  Die 
diesbezügliche Frist  orientiert  sich an der zu Beginn des Verfahrens 
geltenden,  wobei  auf  den  Einzelfall  abzustellen  ist  (MICHAEL 
BEUSCH/ANDRÉ MOSER/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  Bundesver-
waltungsgericht, Basel 2008, Rz. 3.73).

Mit Zwischenverfügung vom 1. Juli 2010 wurde dem Beschwerdeführer 
eine  11-tägige  Frist  zur  Einreichung  eines  allfälligen  Ausstands-
begehrens gegen den bekannt gegebenen Spruchkörper gewährt. Die 
Zwischenverfügungen,  die  nach  Auffassung  des  Beschwerdeführers 
die  Befangenheit  des  Instruktionsrichters  begründen,  wurden  am 
21. Juli 2010 sowie am 5. bzw. 12. August 2010 erlassen. Ob das am 
7. September  2010  eingereichte  Ausstandsbegehren  unter  Berück-
sichtigung der Gerichtsferien (vgl. Art. 22a Abs. 1 Bst. b VwVG) des-
halb  noch  als  fristgerecht  zu  bezeichnen  ist,  kann  offen  gelassen 
werden.  Wie  sich  aus  den  nachfolgenden  Erwägungen  ergibt,  ist 
dieses ohnehin abzuweisen.

2.
Art.  34  Abs.  1  BGG  gewährleistet  –  wie  schon  Art.  30  Abs.  1  der 
Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April  1999  (BV,  SR  101)  und  Art.  6  Ziff.  1  der  Konvention  vom 
4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und Grundfrei-
heiten (EMRK, SR 0.101) – die Beurteilung durch ein unparteiisches, 
unbefangenes  und  unvoreingenommenes  Gericht.  Nach  der  Recht-
sprechung des Bundesgerichts zu Art. 30 Abs. 1 BV, welche bei  der 
Auslegung  und  Anwendung  von  Art. 34  BGG  sinngemäss  heranzu-
ziehen ist, muss zur Ablehnung einer Gerichtsperson nicht deren tat-
sächliche  Befangenheit  nachgewiesen  werden.  Es  reicht  aus,  wenn 
Umstände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Ge-
fahr der Voreingenommenheit zu begründen vermögen, wobei jedoch 
das Misstrauen in die Unvoreingenommenheit in objektiver Weise be-
gründet erscheinen muss und nicht auf das subjektive Empfinden einer 
Partei abgestellt werden kann. Die Tatsache, die den Ausstandsgrund 
bewirkt, muss von der Partei, die sich darauf berufen will,  zumindest 

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glaubhaft gemacht werden (BGE 133 I 89 E. 3.2 S. 92; BGE 131 I 113 
E. 3.4, je mit Hinweisen).

In Art. 34 Abs. 1 Bst. a-e BGG werden die einzelnen Ausstandsgründe 
genannt: persönliches Interesse (Bst. a); Tätigkeit in anderer Stellung 
in der gleichen Sache (Bst. b); Verwandtschaft, Ehe, Partnerschaft und 
Lebensgemeinschaft  (Bst. c  und Bst. d); andere Gründe (Bst. e). Bei 
Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG, auf den der Beschwerdeführer sein Aus-
standsbegehren sinngemäss stützt,  handelt  es sich im Verhältnis  zu 
Art. 34 Abs. 1 Bst. a-d BGG um einen Auffangtatbestand. 

Bei  Fehlen  eines  Ausstandsgrundes  hat  namentlich  eine  allfällige 
Gegenpartei  Anspruch  darauf,  dass  die  Streitsache  durch  den  ur-
sprünglich  vorgesehenen  Spruchkörper  und  nicht  durch  andere 
Richterinnen oder Richter beurteilt wird. Aus diesen Gründen muss der 
Ausstand  eine  Ausnahme  bleiben.  Die  persönliche  Unbefangenheit 
eines Richters oder einer Richterin ist deshalb im Grundsatz zu ver-
muten,  und von der gesetzlichen Zuständigkeitsordnung darf  – auch 
im Interesse einer beförderlichen Rechtspflege (vgl. Art. 29 Abs.  1 BV) 
– nicht leichthin abgewichen werden (vgl. zum Ganzen: BGE 134 I 20 
E. 4.2; BGE 133 I 1 E. 5.2 und 6.2; BGE 122 II 477 E. 3b; BGE 116 Ia 
19 E. 4; Urteil  des Bundesgerichts 2C_171/2007 / 2C_283/2007 vom 
19. Oktober 2007 E. 5.1; Urteil des Bundesgerichts vom 3. April 1997,  
veröffentlicht in: Die Praxis des Bundesgerichts [Pra] 86/1997, S. 613 
f.;  Zwischenentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  C-787/2008 
vom 29. Februar 2008).

3.
3.1 Der  Beschwerdeführer  begründet  sein  Ausstandsbegehren  im 
Einzelnen wie folgt:

Zu der im vorliegenden Verfahren zu beantwortenden Frage, ob das 
Verfahren  betreffend  Auflösung  seines  Arbeitsverhältnisses  wegen 
Befangenheit des Stellvertretenden Konzernleiters nicht weiter vor der 
Vorinstanz,  sondern  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  geführt 
werden solle, habe sich Richter André Moser in seiner Zwischenver-
fügung  vom 21.  Juli  2010  bereits  geäussert.  Auch  bezüglich  seiner 
Kündigung habe er sich offenbar seine Meinung schon gebildet. Indem 
Richter André Moser ihm am 5. August 2010 die Einsicht in bestimmte 
von der Vorinstanz eingereichte Dokumente verweigert habe, habe er 
gegen ihn gehandelt  und ihn benachteiligt. Sodann stütze er  seinen 
Zwischenentscheid vom 21. Juli 2010 immer nur auf die Aussagen der 

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Vorinstanz ab. Seine Aussagen, Beweise und Vorbringen würden dem-
gegenüber  mehrheitlich  vollkommen  ignoriert.  Überhaupt  seien  die 
Feststellungen  im  Zwischenentscheid  tatsachenwidrig.  Sodann  habe 
sich Richter André Moser geweigert, die Vorinstanz anzuweisen, das 
Verfahren bei ihr nicht weiterzuführen. Schliesslich dürfe Y._______ die 
Vorinstanz  im  vorliegenden  Verfahren  nicht  vertreten,  was  Richter 
André Moser von Amtes wegen hätte feststellen müssen.

3.2 Mit diesen Ausführungen vermag der Beschwerdeführer indessen 
nicht  glaubhaft  zu machen,  dass Richter  André Moser  aufgrund der 
von ihm getroffenen Instruktionsmassnahmen nunmehr  als  befangen 
im Sinne von Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG erscheinen müsste.

3.2.1 Aufgrund  der  höchstrichterlichen  Rechtsprechung  ist  davon 
auszugehen,  dass  durch  die  Vornahme  der  üblichen  Prozesshand-
lungen  in  der  Regel,  d.h.  beim  Fehlen  besonderer  Umstände,  kein 
Ausstandsgrund gesetzt wird. So wird in BGE 131 I  118 E. 3.6 fest-
gehalten, mehrfache Funktionen des Richters, der sich in demselben 
Verfahren  wiederholt  mit  einer  Streitsache  zu  befassen  habe,  be-
gründeten für  sich allein nicht  ohne weiteres einen Ausstandsgrund. 
Weder  das  Vorliegen  eines  Lösungsvorschlages  im  Rahmen  einer 
Vergleichsverhandlung  noch  die  Anordnung  einer  vorsorglichen 
Massnahme  erwecke  begründete  Sorge  der  Voreingenommenheit. 
Letztere  beruhe  auf  bloss  glaubhaft  gemachten  Tatsachen  und  prä-
judiziere den Entscheid im Hauptprozess nicht. 

3.2.2 Mit  Zwischenentscheid  vom  21.  Juli  2010  hat  Richter  André 
Moser das Gesuch des Beschwerdeführers um Wiederherstellung der 
aufschiebenden Wirkung abgewiesen und damit eine Anordnung über 
eine vorsorgliche Massnahme getroffen (vgl. dazu ALFRED KÖLZ/ISABELLE 
HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege  des 
Bundes,  2. Auflage,  Zürich  1998,  Rz. 657). In  diesem Entscheid,  in 
dem  die  Aussagen  von  Beschwerdeführer  und  Vorinstanz  gleicher-
massen berücksichtigt wurden, hat Richter André Moser weder der im 
Beschwerdeverfahren  A-4684/2010  massgebliche  Sachverhalt  end-
gültig festgestellt  noch die sich dort stellenden Rechtsfragen definitiv 
geklärt.  Richter  André  Moser  hat  vielmehr  erst  eine  vorläufige  Be-
urteilung vorgenommen. In E. 2.1 des Entscheids hält er fest, ob dem 
jeweiligen  Gesuch  zu  entsprechen  sei,  werde  aufgrund  einer 
summarischen Prüfung der Sach- und Rechtslage entschieden. In E. 4 
wird  weiter  ausgeführt,  die  Hauptsachenprognose  könne  berück-

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sichtigt  werden,  wenn  sie  eindeutig  sei;  bei  tatsächlichen  oder 
rechtlichen Unklarheiten dränge sich hingegen Zurückhaltung auf, weil 
in  diesem Fall  die  erforderlichen  Entscheidgrundlagen  im  Hauptver-
fahren  erst  noch  beschafft  werden  müssten.  Der  Beschwerdeführer 
bringe  in  seiner  Beschwerde  verschiedene  Rügen  vor,  deren 
Zulässigkeit  im Rahmen des Hauptsachenentscheids noch zu prüfen 
sein  werde.  Die  Beurteilung  dieser  Fragen  bedürfe  einer  eingehen-
deren  Prüfung,  als  dies  im  Rahmen  eines  summarischen 
Massnahmenentscheids  möglich  sei.  Eine  eindeutige  Entscheid-
prognose könne daher nicht  getroffen werden. Es trifft  somit  gerade 
nicht  zu,  dass  sich  Richter  André  Moser  bezüglich  der  im 
Hauptsachenentscheid  zu  klärenden  Fragen  bereits  eine  abschlies-
sende  Meinung  gebildet  hätte.  Ob  der  Beschwerdeführer  beispiels-
weise den Wechsel in eine andere zumutbare Stelle bis anhin effektiv  
abgelehnt hat, wird definitiv erst noch zu entscheiden sein. Dass die 
vom Beschwerdeführer am 9. Juli  2010 eingereichten Unterlagen im 
Zwischenentscheid vom 21. Juli 2010 nicht berücksichtigt worden sind, 
vermag  ebenfalls  keine  Befangenheit  von  Richter  André  Moser  zu 
begründen.  Diese  betreffen  nicht  die  im  Beschwerdeverfahren 
A-4684/2010  zu  klärenden  Fragen  (Ausstandsbegehren  und 
Wiederherstellung der  aufschiebenden Wirkung). Sie  bilden vielmehr 
Gegenstand des Beschwerdeverfahrens betreffend die Auflösung des 
Arbeitsverhältnisses  des  Beschwerdeführers,  womit  das  Bundes-
verwaltungsgericht zur Zeit noch nicht befasst ist. Die Tatsache, dass 
sich  im  Sachverhalt  der  Zwischenverfügung  (vgl.  Bst.  G)  tatsächlich 
ein  kleiner  Fehler  eingeschlichen  hat,  wenn  dort  der  10. statt  der 
13. April 2010 erwähnt wird, lässt Richter André Moser ebenfalls nicht 
als parteiisch erscheinen. Genauso wenig wie der Umstand, dass die 
Aussagen  des  Beschwerdeführers  (gleich  wie  diejenigen  der 
Vorinstanz)  in  der  Zwischenverfügung  vom  21.  Juli  2010  nicht 
wortwörtlich,  sondern zusammengefasst  wiedergegeben wurden. Die 
an Y._______ erteilte Substitutionsvollmacht bezieht sich offensichtlich 
auf  die  Eingangsbestätigung  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom 
1. Juli  2010  und  damit  sehr  wohl  auf  das  Beschwerdeverfahren  A-
4684/2010. Dass Richter André Moser diese implizit  als rechtmässig 
anerkannt  hat,  ist  deshalb  nicht  geeignet,  Misstrauen  in  seine 
Unparteilichkeit zu erwecken.

3.2.3 Auch in den Zwischenverfügungen vom 5. und 12. August 2010 
erblickt  das  Bundesverwaltungsgericht  keine  konkreten  Hinweise  für 
eine  allfällige  Befangenheit  von  Richter  André  Moser.  Dem 

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Beschwerdeführer wurde am 28. Juli 2010 Einsicht in diejenigen Akten 
gegeben, die für das Beschwerdeverfahren A-4684/2010 relevant sind. 
Die  Vorakten  bezüglich  Abklärung  der  Mobbing-Vorwürfe  sind  für 
dieses  Verfahren  nicht  von  Bedeutung,  weshalb  sie  Richter  André 
Moser  mit  Zwischenverfügung  vom  5.  August  2010  aus  den  Akten 
gewiesen  und  das  diesbezügliche  Akteneinsichtsgesuch  des 
Beschwerdeführers  als  gegenstandslos  erklärt  hat. In  der  Zwischen-
verfügung  vom  12.  August  2010  wies  Richter  André  Moser  den 
Beschwerdeführer  darauf  hin,  das  Bundesverwaltungsgericht  könne 
nur sein eigenes Verfahren,  nicht  aber das vorinstanzliche Verfahren 
sistieren. Inwiefern diese Aussage den Anschein der Befangenheit und 
die  Gefahr  der  Voreingenommenheit  begründen  könnte,  ist  nicht 
ersichtlich.

4.
Damit bleibt festzuhalten, dass keine Gründe für einen Ausstand von 
Richter  André  Moser  vorliegen. Das  Ausstandsbegehren  ist  deshalb 
abzuweisen, soweit darauf überhaupt einzutreten ist.

5.
Gemäss Art. 34 Abs. 2 BPG sind das erstinstanzliche Verfahren, das 
verwaltungsinterne Beschwerdeverfahren sowie das Verfahren vor dem 
Bundesverwaltungsgericht  in  personalrechtlichen  Angelegenheiten 
kostenlos,  ausser  bei  Mutwilligkeit.  Da  gerade  noch  nicht  gesagt 
werden  kann,  der  Beschwerdeführer  hätte  sein  Ausstandsbegehren 
mutwillig eingereicht, werden für diesen Zwischenentscheid keine Ver-
fahrenskosten erhoben.

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Ausstandsbegehren wird  abgewiesen,  soweit  darauf  einzutreten 
ist.

2.
Für  den  vorliegenden  Zwischenentscheid  werden  keine  Verfahrens-
kosten erhoben.

3.
Dieser Zwischenentscheid geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Einschreiben mit Rückschein)

Die vorsitzende Richterin:  Der Gerichtsschreiber:

Kathrin Dietrich  Lars Birgelen 

Rechtsmittelbelehrung:

Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet der öffent-
lich-rechtlichen Arbeitsverhältnisse können mit Beschwerde beim Bun-
desgericht  angefochten werden,  sofern  es um eine vermögensrecht-
liche  Angelegenheit  geht,  bei  welcher  der  Streitwert  mindestens 
15'000 Franken beträgt oder bei der sich eine Rechtsfrage von grund-
sätzlicher Bedeutung stellt (vgl. Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs. 2 BGG). 
Bei  einer  nicht  vermögensrechtlichen  Angelegenheit  ist  die  Be-
schwerde nur zulässig, wenn sie die Gleichstellung der Geschlechter 
betrifft (vgl. Art. 83 Bst. g BGG).

Steht die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten offen, 
so ist sie innert 30 Tagen seit der Ausfertigung des angefochtenen Ur-
teils  zu  erheben.  Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzu-
fassen und hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Be-

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weismittel und die Unterschrift zu enthalten. Sie muss spätestens am 
letzten  Tag der  Frist  beim  Bundesgericht  (Schweizerhofquai 6,  6004 
Luzern) eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post 
oder  einer  schweizerischen diplomatischen oder  konsularischen Ver-
tretung übergeben werden (vgl. Art. 42, 48, 54 und 100 BGG).

Versand: 

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