# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eb44f34b-f211-5be4-9c91-ab609ff12a10
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-11
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 11.02.2025 E-6558/2024
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-6558-2024_2025-02-11.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-6558/2024 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  11 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richterin Esther Marti (Vorsitz), 

Richterin Giulia Marelli, Richterin Gabriela Freihofer, 

Gerichtsschreiber Janic Lombriser. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren (…), 

Eritrea, 

vertreten durch lic. iur. Robert Goldmann, 

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren (…),  

Beschwerdeführer,  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(sicherer Drittstaat – Art. 31a Abs. 1 Bst. a AsylG);  

Verfügung des SEM vom 10. Oktober 2024 / N (…). 

 

 

 

E-6558/2024 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reichte am 23. Mai 2024 in der Schweiz ein Asylge-

such ein. Auf dem Personalienblatt für Asylsuchende gab er als Geburts-

datum den (…) an. 

B.  

Ein Abgleich mit der europäischen Fingerabdruck-Datenbank (Eurodac) 

ergab, dass er am 12. Februar 2024 bereits in Griechenland um Asyl nach-

gesucht hatte. 

C.  

Am 4. Juni 2024 ersuchte das SEM die griechischen Behörden um Rück-

übernahme des Beschwerdeführers gestützt auf die Richtlinie 

2008/115/EC des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. De-

zember 2008 über gemeinsame Normen und Verfahren in den Mitglied-

staaten zur Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger (Rück-

führungsrichtlinie) sowie auf das bilaterale Rückübernahmeabkommen 

zwischen Griechenland und der Schweiz. 

D.  

Die griechischen Behörden stimmten der Übernahme am 8. Juni 2024 zu 

und teilten dem SEM mit, dass sie den Beschwerdeführer am (…) als 

Flüchtling anerkannt hätten und die entsprechende Aufenthaltsbewilligung 

bis am (…) gültig sei. Zudem sei er in Griechenland als Volljähriger (Ge-

burtsdatum: […]) und nicht als unbegleiteter Minderjähriger registriert wor-

den. 

E.  

Am 12. Juni 2024 fand in Anwesenheit der zugewiesenen Rechtsvertre-

tung eine Erstbefragung UMA (Unbegleiteter Minderjähriger Asylsuchen-

der) statt (Protokoll in den SEM-Akten […] [A]18/2). Der Beschwerdeführer 

machte insbesondere geltend, er sei (…) Jahre alt und am (…) geboren. 

Das Geburtsdatum sei auf seinem Taufschein vermerkt. Weitere Doku-

mente, die sein Geburtsdatum belegen könnten, habe er keine. In seinem 

Alltag habe er sich in Eritrea jeweils mit dem Taufschein oder seinem Schul-

zertifikat ausweisen können. Er habe keinen Geburtsschein, da es so et-

was in seinem Heimatland nicht gebe. Auch habe nur seine Familie in Erit-

rea eine Einwohnerkarte. Er sei im Alter von (…) Jahren eingeschult wor-

den und habe die siebte Klasse im (…) im Alter von (…) Jahren abgebro-

chen. Nach seiner Ausreise habe er (…) Jahre und (…) Monate in 

E-6558/2024 

Seite 3 

B._______, Äthiopien gelebt und dort alleine ein Haus gemietet. Sein On-

kel in Israel habe ihm grösstenteils bei der Miete geholfen. Er habe sich 

bescheiden ernährt und zur Bestreitung seines Lebensunterhalts Autos ge-

waschen. Anschliessend habe er (…) Jahr und (…) Monate in C._______, 

D._______ gewohnt. Schliesslich sei er nach einem Aufenthalt in der 

E._______ im Januar 2024 in Griechenland angekommen und im Mai 2024 

mit den erhaltenen griechischen Reisedokumenten nach Italien geflogen, 

von wo aus er in die Schweiz eingereist sei. 

F.  

Ein auf Art. 34 der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des Europäischen Par-

laments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien und 

Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines 

von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem Mitglied-

staat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist (Dublin-III-

VO) gestütztes Informationsersuchen des SEM vom 20. Juni 2024 beant-

worteten die zuständigen griechischen Behörden am 2. Juli 2024. 

G.  

Aufgrund von Zweifeln an den Altersangaben des Beschwerdeführers er-

teilte das SEM dem Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspitals 

F._______ am 8. Juli 2024 den Auftrag zur Durchführung einer Altersabklä-

rung. Im Altersgutachten vom 16. Juli 2024 (A26) wird aus den erhobenen 

Befunden der Schluss gezogen, es liege beim Beschwerdeführer ein 

durchschnittliches Lebensalter von (…) bis (…) Jahren und ein Mindestal-

ter von (…) Jahren vor. Das von ihm angegebene Geburtsdatum (chrono-

logisches Lebensalter […] Jahre und […] Monate) könne somit zutreffen. 

H.  

Am 26. August 2024 teilte das SEM dem Beschwerdeführer mit, dass es 

aus verschiedenen Gründen an der geltend gemachten Minderjährigkeit 

zweifle. Es gab ihm die Gelegenheit, sich zu diesen Zweifeln zu äussern, 

und gewährte ihm gleichzeitig das rechtliche Gehör zum Altersgutachten 

und zu einer beabsichtigten Änderung seines Geburtsdatums im Zentralen 

Migrationsinformationssystem (ZEMIS) auf den (…). 

I.  

Am 28. August 2024 reichte der Beschwerdeführer eine Stellungnahme ein 

und hielt an seiner Minderjährigkeit sowie am vorgebrachten Geburtsda-

tum fest. 

E-6558/2024 

Seite 4 

J.  

Anlässlich des persönlichen Gesprächs und der Gewährung des rechtli-

chen Gehörs zum Nichteintretensentscheid und zur Rückführung in einen 

sicheren Drittstaat vom 17. September 2024 (A32) machte der Beschwer-

deführer im Wesentlichen geltend, er habe in Griechenland den Flücht-

lingsstatus erhalten. Zu diesem Zeitpunkt sei er im vom UNHCR betreuten 

Flüchtlingscamp auf G._______ gewesen. Nach Erhalt des positiven Asyl-

entscheids sei er aufgefordert worden, das Flüchtlingscamp unverzüglich 

zu verlassen. Hierauf habe er seinen Onkel kontaktiert, der daraufhin seine 

Reise in die Schweiz durch die Hilfe eines Schleppers organisiert habe. Er 

habe in Griechenland nie ausserhalb des Asylcamps gelebt, lediglich eine 

Nacht in einem Hotel verbracht und das Land danach sofort verlassen. Vor 

der Ausreise habe er bei UNHCR vergeblich um eine Unterkunft und einen 

Sprachkurs oder Unterricht angefragt. Auch habe er mit dem positiven 

Asylentscheid keine Arbeitserlaubnis erhalten, wobei er sich aufgrund der 

unmittelbaren Ausreise auch nicht um Arbeit bemüht habe. Zudem sei das 

griechische Gesundheitssystem unzureichend und er habe keine Unter-

stützung bezüglich Unterkunft und Bildung oder finanzieller Hilfe durch die 

griechischen Behörden erfahren. Überdies sei er in Griechenland als dun-

kelhäutige Person diskriminiert und Opfer von willkürlichen Polizeikontrol-

len geworden. Er habe sich dort als (…)-jährig ausgegeben, obwohl er (…) 

Jahre alt sei. Die griechischen Behörden würden nämlich davon ausgehen, 

dass Volljährige selbständig seien, weshalb sie das Asylcamp sofort ver-

lassen könnten, während Minderjährige noch Hilfe benötigten und im Asyl-

camp bleiben müssten. 

K.  

Am 7. Oktober 2024 wurde das Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) (mit 

Bestreitungsvermerk) geändert. Gleichentags wurde die Rechtsvertretung 

über die Mutation des Geburtsdatums des Beschwerdeführers informiert. 

L.  

Am 8. Oktober 2024 wurde der zugewiesenen Rechtsvertretung der Ent-

wurf des Entscheids betreffend Nichteintreten auf das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers, seine Wegweisung nach Griechenland und deren Voll-

zug sowie betreffend die Feststellung, sein Geburtsdatum in ZEMIS laute 

auf den (…) zur Stellungnahme unterbreitet. Diese wurde am folgenden 

Tag eingereicht. 

M.  

Mit Verfügung vom 10. Oktober 2024 trat das SEM auf das Asylgesuch des 

E-6558/2024 

Seite 5 

Beschwerdeführers nicht ein und ordnete die Wegweisung aus der 

Schweiz sowie deren Vollzug nach Griechenland an. Gleichzeitig stellte es 

fest, sein Geburtsdatum im ZEMIS laute auf den (…). 

N.  

Mit Eingabe vom 17. Oktober 2024 erhob der Beschwerdeführer beim Bun-

desverwaltungsgericht Beschwerde gegen diese Verfügung. Er beantragt, 

die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuwei-

sen, das Geburtsdatum des Beschwerdeführers auf den (…) zu berichtigen 

sowie auf das Asylgesuch einzutreten und in der Schweiz ein materielles 

Asylverfahren durchzuführen. Eventualiter sei die vorläufige Aufnahme des 

Beschwerdeführers zu verfügen. Subeventualiter sei die angefochtene 

Verfügung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen. Subsubeventualiter sei die angefochtene Verfü-

gung aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen und diese anzuweisen, bei den griechischen Behörden eine 

individuelle Garantieerklärung einzuholen. 

In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt er, der Beschwerde sei die auf-

schiebende Wirkung zu erteilen und die Vollzugsbehörden seien im Sinne 

einer superprovisorischen vorsorglichen Massnahme unverzüglich anzu-

weisen, von einer Wegweisung nach Griechenland abzusehen, bis das 

Bundesverwaltungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung 

entschieden habe. Sodann sei das SEM im Sinne einer superprovisori-

schen Massnahme anzuweisen, das Geburtsdatum im ZEMIS bis zum 

rechtskräftigen Urteil mit (…) zu erfassen. Schliesslich sei die unentgeltli-

che Prozessführung zu gewähren und auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses zu verzichten. 

O.  

Die Instruktionsrichterin bestätigte am 21. Oktober 2024 den Eingang der 

Beschwerde und stellte fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang 

des Verfahrens einstweilen in der Schweiz abwarten. 

P.  

Die Rechtssache wurde in der Folge in das vorliegende Verfahren betref-

fend Nichteintreten auf das Asylgesuch und Wegweisung (Dispositivziffern 

1-5) sowie das Verfahren E-6654/2024 betreffend ZEMIS-Eintrag (Disposi-

tivziffer 6 der angefochtenen Verfügung) aufgetrennt. 

  

E-6558/2024 

Seite 6 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31] i.V.m. 

Art. 31-33 VGG). Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG 

und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG 

und Art. 6 AsylG). 

1.2 Der Beschwerdeführer ist zur Beschwerdeführung legitimiert (Art. 105 

AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und form-

gerecht eingereichte Beschwerde ist – unter Vorbehalt des unter E. 1.3 

Gesagten – einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 

VGG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

1.3 Nachdem der Beschwerde von Gesetzes wegen aufschiebende Wir-

kung zukommt (Art. 55 Abs. 1 VwVG) und das SEM diese auch nicht ent-

zogen hat, ist auf die Verfahrensanträge auf Erteilung der aufschiebenden 

Wirkung sowie superprovisorische Aussetzung des Wegweisungsvollzugs 

nicht einzutreten. Der Antrag, das SEM sei im Sinne einer superprovisori-

schen Massnahme anzuweisen, das Geburtsdatum im ZEMIS bis zum 

rechtskräftigen Urteil mit (…) zu erfassen, ist Gegenstand des Verfahrens 

E-6654/2024 betreffend ZEMIS-Eintrag und entsprechend dort zu behan-

deln. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.   

4.1 Der Beschwerdeführer stellt einen Rückweisungsantrag und rügt in die-

sem Zusammenhang eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes so-

wie des rechtlichen Gehörs, indem die Vorinstanz den Sachverhalt nicht 

vollständig abgeklärt sowie ihre Begründungspflicht verletzt habe. Diese 

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Seite 7 

formellen Rügen sind vorab zu behandeln, da sie gegebenenfalls geeignet 

sind, eine Kassation der angefochtenen Verfügung zu bewirken. 

4.2 Der Anspruch auf rechtliches Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, 

dass die verfügende Behörde die Vorbringen des Betroffenen tatsächlich 

hört, sorgfältig und ernsthaft prüft und in der Entscheidfindung berücksich-

tigt, was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen 

muss (Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Begründung eines Entscheides muss so 

abgefasst sein, dass der Betroffene ihn sachgerecht anfechten kann. In 

diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, 

die für den Entscheid bedeutsam sind (vgl. BVGE 2009/35 E. 6.4.1 

m.w.H.). Gemäss Art. 12 VwVG stellt die Behörde den Sachverhalt von 

Amtes wegen fest und bedient sich nötigenfalls der unter dieser Norm auf-

gelisteten Beweismittel. Als Verfahrensmaxime besagt der Untersuchungs-

grundsatz, dass die Verwaltungsbehörden für die Beschaffung des die Ur-

teilsgrundlage bildenden Tatsachenmaterials zuständig sind. Er auferlegt 

der Behörde die Pflicht, von Amtes wegen den rechtserheblichen Sachver-

halt vollständig und richtig zu ermitteln und beinhaltet gewissermassen 

eine Art «behördliche Beweisführungspflicht» (vgl. KRAUSKOPF/WYSSLING, 

in: Praxiskommentar VwVG, Waldmann/Krauskopf [Hrsg.], 3. Aufl. 2023, 

Art. 12 N. 16). Der Untersuchungsgrundsatz findet seine Grenze an der 

gesetzlichen Mitwirkungspflicht der Parteien (Art. 13 VwVG) sowie im Asyl-

verfahren durch die besondere Mitwirkungspflicht einer asylsuchenden 

Person (Art. 8 AsylG). Die unrichtige oder unvollständige Feststellung des 

rechtserheblichen Sachverhalts in Verletzung der Untersuchungspflicht bil-

det einen Beschwerdegrund (Art. 49 Bst. b VwVG respektive Art. 106 

Abs. 1 Bst. b AsylG). Unrichtig ist die Sachverhaltsfeststellung, wenn der 

Verfügung ein falscher und aktenwidriger Sachverhalt zugrunde gelegt 

wird; unvollständig ist sie, wenn nicht alle für den Entscheid rechtswesent-

lichen Sachumstände berücksichtigt werden (vgl. KÖLZ/HÄNER/BERTSCHI, 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 

2013, N. 1043). 

4.3 Es ist festzustellen, dass die Vorinstanz zur Erfüllung ihrer Begrün-

dungspflicht nicht verpflichtet war, sich mit sämtlichen Vorbringen aus-

drücklich auseinanderzusetzen, sondern sie konnte sich auf die wesentli-

chen Gesichtspunkte beschränken, zumal sie sich – entgegen den Ausfüh-

rungen in der Beschwerde – zur Stellungnahme des Beschwerdeführers 

vom 8. Oktober 2024 in der angefochtenen Verfügung äusserte (vgl. ange-

fochtene Verfügung, S. 10, 16, Ziff. III). Der Beschwerdeführer verkennt so-

dann, dass für die Frage, ob die Nichteintretensgründe von Art. 31a Abs. 1 

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Seite 8 

Bst. a AsylG erfüllt sind, seine Ausführungen zur behaupteten Minderjäh-

rigkeit nicht wesentlich sind (s. nachfolgend E. 5). Eine Verletzung der Be-

gründungspflicht ist diesbezüglich somit nicht ersichtlich. Zudem stellt der 

Umstand, dass die Vorinstanz nach einer gesamtheitlichen Würdigung zu 

einem anderen Schluss als der Beschwerdeführer gelangte, weder eine 

Verletzung der Begründungspflicht noch eine unrichtige oder unvollstän-

dige Feststellung des Sachverhalts dar. Mit der Rüge, die Vorinstanz ver-

letzte die Sachverhaltsabklärungspflicht, da sie die Aussagen des Be-

schwerdeführers falsch gewürdigt habe, vermengt der Beschwerdeführer 

die sich aus dem Untersuchungsgrundsatz ergebende Frage der Feststel-

lung des Sachverhalts mit der Frage der rechtlichen Würdigung der Sache, 

welche die Entscheidung über die Zulässigkeit und Zumutbarkeit des Weg-

weisungsvollzugs betrifft (s. nachfolgend E. 7.2 und 7.3). Zwar ist dem Be-

schwerdeführer beizupflichten, dass es wünschenswert gewesen wäre, 

wenn das SEM bezüglich der Miete des Hauses in B._______ weitere 

Nachfragen gestellt hätte, um diesbezüglich eine Glaubhaftigkeitsprüfung 

vorzunehmen. Dieser Aspekt ist aber, wie nachfolgend aufzuzeigen sein 

wird (s. unten E. 7.3.5), alleine für die Beurteilung der behaupteten Minder-

jährigkeit im Rahmen einer Gesamtwürdigung nicht ausschlaggebend ge-

wesen. Daher ist in einer Gesamtbetrachtung festzuhalten, dass das SEM 

seiner Abklärungspflicht knapp aber hinreichend nachgekommen ist. 

4.4 Die formellen Rügen erweisen sich nach dem Gesagten als unbegrün-

det. Der Rückweisungsbegehren ist daher abzuweisen. 

5.  

5.1 Das SEM tritt in der Regel auf ein Asylgesuch nicht ein, wenn Asylsu-

chende in einen sicheren Drittstaat nach Art. 6a Abs. 2 Bst. b AsylG zurück-

kehren können, in welchem sie sich vorher aufgehalten haben (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. a AsylG). 

5.2 Mit der Vorinstanz ist festzuhalten, dass der Bundesrat sämtliche Län-

der der Europäischen Union (EU) – somit auch Griechenland – und der 

Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) mit Beschluss vom 14. De-

zember 2007 als sichere Drittstaaten im Sinne von Art. 6a Abs. 2 Bst. b 

AsylG bezeichnet hat. Weiter geht aus den Akten hervor, dass der Be-

schwerdeführer in Griechenland als Flüchtling anerkannt wurde, er dort 

eine Aufenthaltsbewilligung bis am (…) erhalten hat (A14) und die griechi-

schen Behörden seiner Rückübernahme am 8. Juni 2024 ausdrücklich zu-

gestimmt haben. Er kann folglich nach Griechenland zurückkehren. Entge-

gen der Ansicht des Beschwerdeführers ist die Volljährigkeit der 

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Asylsuchenden keine Voraussetzung für die Anwendung von Art. 31a 

Abs. 1 Bst. a AsylG. 

5.3 Das SEM ist demnach zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1 Bst. 

a AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten. 

6.  

6.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

6.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.  

7.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

7.2  

7.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz (insbesondere Art. 5 Abs. 1 AsylG, Art. 33 Abs. 1 des Abkom-

mens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30], Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe [FoK, SR 0.105] und Art. 3 EMRK einer Weiterreise der 

Ausländerin oder des Ausländers in den Heimat-, Herkunfts- oder einen 

Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AIG). 

7.2.2 Das Bundesverwaltungsgericht hat – wie das SEM zutreffend festhält 

– mit Referenzurteil E-3427/2021, E-3431/2021 vom 28. März 2022 fest-

gestellt, dass der Vollzug der Wegweisung nach Griechenland für 

E-6558/2024 

Seite 10 

Personen, die dort einen Schutzstatus erhalten haben, grundsätzlich zu-

lässig ist (vgl. a.a.O. E. 11.2 und 11.4). Namentlich wurde erwogen, dass 

nicht von einer Situation auszugehen sei, in der jeder Person mit Schutz-

status in Griechenland eine unangemessene und erniedrigende Behand-

lung im Sinne einer Verletzung von Art. 3 EMRK drohen würde. Trotz exis-

tierender Schwachstellen könne nicht von einem dysfunktionalen Aufnah-

mesystem gesprochen werden. Es existierten gewisse Angebote, die auch 

für Schutzberechtigte offenstünden, wenn auch die Kapazitäten kaum aus-

reichend sein dürften und diese bisher vor allem von internationalen Akt-

euren in Zusammenarbeit mit der lokalen Zivilgesellschaft erbracht und fi-

nanziert würden. Trotz dieser schwierigen Verhältnisse sei davon auszu-

gehen, dass schutzberechtigte Personen grundsätzlich in der Lage seien, 

ihre existenziellen Bedürfnisse abzudecken. Auch sei davon auszugehen, 

dass Rückkehrenden keine menschenunwürdige Behandlung drohe, wes-

halb für sie kein «real risk» einer völkerrechtswidrigen Behandlung be-

stehe. Die Ausführungen in der Beschwerde sowie die vom Beschwerde-

führer angeführten Quellen (vgl. Beschwerde, S. 11 ff., Ziff. 3.4) ändern 

nichts an dieser bundesverwaltungsgerichtlichen Einschätzung, zumal die 

genannten Berichte allgemeinen Charakter aufweisen und kein direkter Zu-

sammenhang zur individuellen Situation des Beschwerdeführers besteht. 

7.2.3 Der Vollzug der Wegweisung ist somit als zulässig zu qualifizieren. 

7.3  

7.3.1 Gestützt auf Art. 83 Abs. 5 AIG i.V.m. Anhang 2 zu Art. 18 der Verord-

nung vom 11. August 1999 über den Vollzug der Weg- und Ausweisung 

sowie der Landesverweisung von ausländischen Personen (VVWAL; SR 

142.281) besteht ferner die Vermutung, dass eine Wegweisung nach Grie-

chenland in der Regel zumutbar ist. Es obliegt der betroffenen Person, 

diese Vermutung umzustossen. Dazu hat sie ernsthafte Anhaltspunkte da-

für vorzubringen, dass die Behörden im konkreten Fall das Völkerrecht ver-

letzten, ihr nicht den notwendigen Schutz gewährten oder sie menschen-

unwürdigen Lebensumständen aussetzten respektive dass sie im Fall ei-

ner Rückkehr nach Griechenland dort aufgrund von individuellen Umstän-

den sozialer, wirtschaftlicher oder gesundheitlicher Art in eine existenzielle 

Notlage geraten würde (vgl. a.a.O. E. 11.4). Die Legalvermutung der Zu-

mutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung gilt im Hinblick auf Griechen-

land grundsätzlich auch für vulnerable Personen, wie zum Beispiel Perso-

nen, die an gesundheitlichen Problemen leiden, die nicht als schwerwie-

gende Erkrankung einzustufen sind (vgl. a.a.O. E. 11.5.1). Die Legalver-

mutung gilt jedoch nicht bei Personen, welche aufgrund ihrer besonders 

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Seite 11 

hohen Verletzlichkeit im Falle einer Rückkehr nach Griechenland Gefahr 

laufen, dauerhaft in eine schwere Notlage zu geraten, weil sie nicht in der 

Lage sind, aus eigener Kraft die ihnen zustehenden Rechte vor Ort einzu-

fordern. Daher gilt der Vollzug der Wegweisung von äusserst vulnerablen 

schutzberechtigten Personen, wie zum Beispiel unbegleiteten Minderjähri-

gen oder Personen, deren psychische oder physische Gesundheit in be-

sonders schwerwiegender Weise beeinträchtigt ist, grundsätzlich als unzu-

mutbar, ausser es bestehen besonders begünstigende Umstände, auf-

grund derer ausnahmsweise von der Zumutbarkeit des Vollzugs der Weg-

weisung ausgegangen werden kann (vgl. a.a.O. E. 11.5.3). 

7.3.2 Soweit der Beschwerdeführer in materieller Hinsicht an der Glaub-

haftigkeit seiner Minderjährigkeit festhält, ist festzustellen, dass Asylsu-

chende verpflichtet sind, ihre Identität offenzulegen und Reisepapiere so-

wie Identitätsausweise abzugeben (Art. 8 Abs. 1 Bst. a und b AsylG). Eine 

geltend gemachte Minderjährigkeit ist von der asylsuchenden Person zu 

beweisen, soweit ihr ein Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens 

glaubhaft zu machen im Sinne von Art. 7 AsylG. In einer Gesamtwürdigung 

müssen die Gründe, welche für die Minderjährigkeit sprechen, überwiegen 

(vgl. BVGE 2010/57 E. 2.3). Gelingt es dem Beschwerdeführer nicht, seine 

Minderjährigkeit zumindest glaubhaft zu machen, respektive bleiben ent-

sprechende Behauptungen unsubstantiiert, so ist von der Beweislosigkeit 

und mithin von der Volljährigkeit auszugehen (vgl. Entscheidungen und 

Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2004 

Nr. 30 E. 7.1).  

7.3.3 Zur Begründung ihrer Verfügung führte die Vorinstanz im Wesentli-

chen aus, dass der Beschwerdeführer seine behauptete Minderjährigkeit 

nicht glaubhaft machen könne. Zu diesem Schluss führten die widersprüch-

lichen Angaben zu den Lebensverhältnissen in B._______, die Unklarhei-

ten bezüglich des Schulabbruchs, die Registrierung in Griechenland mit 

einem abweichenden Geburtsdatum und das Fehlen rechtlich ausreichen-

der Beweismittel zur Bestätigung der behaupteten Minderjährigkeit. Über-

dies habe zwar das rechtsmedizinische Altersgutachten ein Mindestalter 

von unter 18 Jahren ergeben, es lasse sich hieraus gemäss bundesver-

waltungsgerichtlicher Rechtsprechung aber keine Aussage für oder gegen 

die Volljährigkeit machen. 

7.3.4 In seiner Rechtsmitteleingabe hält der Beschwerdeführer im Wesent-

lichen sinngemäss dagegen, dass seine Aussagen zur geltend gemachten 

Minderjährigkeit mit den Angaben auf seinem Taufschein übereinstimmten. 

E-6558/2024 

Seite 12 

Zudem weise der Taufschein einen Stempel auf, womit er ein Indiz für seine 

Minderjährigkeit darstelle. Auch habe das Altersgutachten anhand der Un-

tersuchung der Hand, der Schlüsselbeine und der Weisheitszähne erge-

ben, dass das von ihm angegebene Alter von (…) Jahren zutreffen könne. 

Überdies könne ihm aufgrund der bekannten Zustände in Griechenland 

nicht vorgeworfen werden, dass zu seinem eigenen Schutz gegenüber den 

griechischen Behörden seine Volljährigkeit behauptet habe. Er könne die 

griechischen Asylunterlagen nicht einreichen, da ihm der Schlepper diese 

auf dem Weg von Griechenland nach Italien abgenommen habe. Zu die-

sem Zeitpunkt habe er auch kein Handy besessen, weshalb es keine Fotos 

der Unterlagen gebe. Die unterschiedlichen Aussagen zum Schulabbruch 

könnten auf eine kurze Verwirrung des Beschwerdeführers aufgrund sei-

nes jungen Alters und der angespannten Situation einer Anhörung zurück-

geführt werden. Es sei auch möglich, dass er seit (…) die Schule nicht 

mehr regelmässig besucht habe und dann von der Schulleitung im (…) de-

finitiv aus der Schule verwiesen worden sei. Hieraus und unter Berücksich-

tigung der seit der Ausreise vergangenen Zeit von (…) Jahren und (…) Mo-

naten könne nicht auf eine allgemeine Unglaubhaftigkeit seiner Aussagen 

geschlossen werden. Zudem müsse fast zwingend angenommen werden, 

er habe als (…)-Jähriger in B._______ allein zur Miete gelebt. Auch sei er 

dabei von seinem in Israel lebenden Onkel finanziell unterstützt worden. 

7.3.5 Das Bundesverwaltungsgericht gelangt nach Prüfung der Akten in 

Übereinstimmung mit der Vorinstanz zum Schluss, dass es dem Beschwer-

deführer nicht gelungen ist, die geltend gemachte Minderjährigkeit glaub-

haft zu machen. Zum Altersgutachten bleibt mit der Vorinstanz festzuhal-

ten, dass sich keine Aussage zur Minder- respektive Volljährigkeit machen 

lässt, da vorliegend bei der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse 

sowie der zahnärztlichen Untersuchung das Mindestalter unter 18 Jahren 

lag (vgl. BVGE 2018 VI/3 E.4.2.2; A26). Das SEM hat sodann die Aspekte 

des vorliegenden Einzelfalles in seine Gesamtwürdigung einbezogen und 

entscheidrelevante Elemente, welche Rückschlüsse auf sein Alter zulas-

sen könnten, namentlich seine Aussagen, das Altersgutachten sowie den 

eingereichten Taufschein (in Kopie), sorgfältig abgewogen. Auf die zutref-

fende diesbezügliche Begründung in der angefochtenen Verfügung (vgl. 

angefochtene Verfügung, S. 7 ff., Ziff. III) kann mit den folgenden Ergän-

zungen verwiesen werden: 

Der Beschwerdeführer hat keine Identitätspapiere im Sinne von Art. 1a 

Bst. c der Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) oder andere Dokumente zu den Akten gereicht, mit 

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Seite 13 

welchen er sein Geburtsdatum beweisen oder zumindest glaubhaft ma-

chen kann. Die nochmals auf Beschwerdeebene eingereichte Kopie eines 

Taufscheins, welche als Geburtsdatum den (…) festhält, weist nur einen 

äusserst geringen Beweiswert auf und ist mangels Überprüfbarkeit wenig 

geeignet, das Alter zu beweisen oder glaubhaft zu machen. Zudem ist 

seine Erklärung, weshalb er sich in Griechenland als Volljähriger registrie-

ren liess, lediglich vor dem Hintergrund ansatzweise nachvollziehbar, dass 

er von vornherein nicht beabsichtigte, sich unter den anfälligen Schutz 

Griechenlands zu stellen. Überdies ist es nicht nachzuvollziehen, weshalb 

er für die Reise von Griechenland nach Italien einen Schlepper benötigte 

(A18 Ziff. 2.06), da er als volljähriger anerkannter Flüchtling legal reisen 

konnte. Seine Begründung hierzu, er habe nach der Meinung seines On-

kels in Israel den Schlepper zur Orientierung am Flughafen gebraucht (A18 

Ziff. 5.02), überzeugt nicht und wirkt nachgeschoben, zumal er zunächst 

anlässlich der Erstbefragung UMA angab, ein Schlepper habe ihm bei der 

Besorgung der griechischen Reisedokumente geholfen (A18 Ziff. 2.06), 

hingegen später beim persönlichen Gespräch ausführte, dass er den grie-

chischen Reisepass und die griechische Aufenthaltskarte selbständig be-

sorgt habe (A32 F12 f.). Überdies zeugen seine bisherigen Aufenthalte in 

Äthiopien, Uganda, der Türkei und Griechenland, wo er über mehrere 

Jahre hinweg alleine lebte, von einer beachtlichen Selbständigkeit und es 

ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb er als anerkannter Flüchtling für 

die Reise von Griechenland nach Italien die Unterstützung eines Schlep-

pers benötigt haben will. Auch weckt seine Erklärung zu den fehlenden 

griechischen Reisedokumenten, wonach der Schlepper ihm diese in Italien 

weggenommen habe (A18 Ziff. 2.06, A32 F6), den Anschein, der angeblich 

mitgereiste Schlepper diene ihm einzig als Erklärung für das Fehlen von 

Identitätsdokumenten. Zudem widerspricht er sich, indem er zum einen an-

gab, er habe nach dem Verlassen des Asylcamps sofort seinen Onkel an-

gerufen (A32 F20), und zum anderen ausführt, er habe nach dem Verlas-

sen des Asylcamps kein Mobiltelefon bei sich gehabt (A32 F37). Ebenfalls 

besteht ein Widerspruch, indem er ausführt, dass er in Griechenland kein 

Geld gehabt (A32 F46), jedoch in Italien über USD 500.– verfügt habe, die 

ihm der Schlepper weggenommen habe (A18 Ziff. 2.06). Dadurch und 

durch die Tatsache, dass der Beschwerdeführer entweder bei den griechi-

schen Behörden oder beim SEM seine Volljährigkeit beziehungsweise 

seine Minderjährigkeit vortäuschte, wirkt der Beschwerdeführer persönlich 

unglaubwürdig, was wiederum nachteilige Auswirkungen auf die Beurtei-

lung der Glaubhaftigkeit seiner behaupteten Minderjährigkeit hat. Zwar ist 

dem Beschwerdeführer beizupflichten, dass es durchaus in seinen Vorbrin-

gen auch Elemente gibt, die zu Gunsten der Glaubhaftigkeit gewisser 

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Seite 14 

Sachverhaltselemente sprechen. So ist etwa festzustellen, dass die zeitli-

chen Angaben – mit Ausnahme des Zeitpunktes des geltend gemachten 

Schulabbruches –, wenn auch eher oberflächlich so doch grundsätzlich 

miteinander vereinbar sind. Angesichts der aufgezeigten widersprüchli-

chen Angaben überwiegen im Rahmen einer Gesamtwürdigung jedoch die 

unglaubhaften Elemente, weshalb der Beschwerdeführer die behauptete 

Minderjährigkeit nicht glaubhaft machen konnte. Weitere diesbezügliche 

Ausführungen im Zusammenhang mit der Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzugs erübrigen sich somit. 

7.3.6 Der Beschwerdeführer vermag sodann die oben umschriebene Le-

galvermutung nicht umzustossen und konkrete Anhaltspunkte dafür glaub-

haft zu machen, dass er im Falle einer Rückführung nach Griechenland in 

eine existenzielle Notlage geraten würde. Auch wenn die Situation für an-

erkannte Flüchtlinge in Griechenland schwierig ist, wird es dem Beschwer-

deführer bei der Rückkehr möglich sein, sich für eine Unterkunft und Sozi-

alleistungen an die entsprechenden Stellen zu wenden und im Bedarfsfall 

seine Rechte einzufordern sowie nötigenfalls die unentgeltliche Hilfe der 

zahlreich vorhandenen Nichtregierungsorganisationen zu beanspruchen. 

Er hat nie versucht, sich nach der Anerkennung als Flüchtling in Griechen-

land zu integrieren und die Hilfe von griechischen Behörden oder Hilfsor-

ganisationen zu beanspruchen (A32 F38); insbesondere hat er sich nicht 

um eine Arbeitsstelle in Griechenland bemüht, sondern ist gemäss eigenen 

Angaben bereits fünf Tage nach dem positiven Asylentscheid ausgereist 

(A32 F30 f.). Schliesslich steht auch der Gesundheitszustand des Be-

schwerdeführers ([…], […], A35) einem Vollzug der Wegweisung nach 

Griechenland nicht entgegen. Er gehört nicht zu den äusserst vulnerablen 

Personen, die an schweren Krankheiten im Sinne des erwähnten Referen-

zurteils leiden, bei denen der Vollzug der Wegweisung nur bei Vorliegen 

besonders günstiger Umstände zumutbar ist. Eine allfällig notwendige me-

dizinische Behandlung steht ihm grundsätzlich auch in Griechenland zur 

Verfügung. 

7.3.7 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch 

als zumutbar. 

7.4 Nach dem der Beschwerdeführer die genannten Vermutungen nicht 

umzustossen vermag, besteht auch kein Raum zur Einholung individueller 

Garantien bezüglich einer angebrachten Unterbringung und der medizini-

schen Versorgung des Beschwerdeführers nach seiner Rückkehr nach 

Griechenland. Der entsprechende Antrag ist abzuweisen. 

E-6558/2024 

Seite 15 

7.5 Der Vollzug der Wegweisung des Beschwerdeführers erweist sich 

schliesslich auch als möglich, zumal die griechischen Behörden am 8. Juni 

2024 der Rückübernahme des Beschwerdeführers explizit zugestimmt ha-

ben und er über eine bis zum (…) gültige Aufenthaltsbewilligung verfügt 

(vgl. Art. 83 Abs. 2 AIG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, nötigen-

falls bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 

Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12). 

7.6 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem Beschwerde-

führer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Jedoch ist das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung gutzuheissen, nachdem sich 

die Beschwerde nicht als aussichtlos erwiesen hat und aufgrund der aktu-

ellen Aktenlage von der Bedürftigkeit des Beschwerdeführers auszugehen 

ist. Demzufolge sind keine Verfahrenskosten zu erheben (vgl. Art. 65 Abs. 

1 VwVG). 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Esther Marti Janic Lombriser 

 

 

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