# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fed81280-9f7e-501f-83c6-dc5a9890dbbd
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-05-19
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 19.05.2016 VG.2015.00141 (VG.2016.382)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2015-00141_2016-05-19.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 19. Mai 2016

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2015.00141

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer  

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt
    B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    HDI Global SE, Hannover,
    Niederlassung Zürich/Schweiz

    	
    Beschwerdegegnerin
     

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt C.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  UVG-Leistungen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I. 

  
	
  1. 

  
	
  1.1 A.______ geboren […], war seit Juni 2008 als […]
  tätig und dadurch bei der Unfallversicherung HDI Global SE, Hannover,
  Niederlassung Zürich/Schweiz (vormals "HDI-Gerling Industrie
  Versicherungen AG, Hannover, Niederlassung Zürich/Schweiz"; nachfolgend
  "HDI-Gerling") obligatorisch gegen Unfallfolgen versichert. Am
  19. September 2008 erlitt er einen Unfall, als er auf dem Weg zur Arbeit
  mit seinem Motorrad mit einem von links kommenden, nicht
  vortrittsberechtigten Personenwagen direkt seitlich kollidierte und stürzte.
  Gemäss Schadenmeldung vom 22. September 2008 hatte er sich eine starke
  Hirnerschütterung zugezogen und ein Teil vom Zahn am rechten Oberkiefer war
  abgebrochen.

  
	
   

  
	
  1.2 Die HDI-Gerling kam in der Folge für die
  Heilbehandlungen auf und leistete Taggeldzahlungen auf der Basis einer
  100%igen Arbeitsunfähigkeit. Am 29. Januar 2014 stellte die HDI-Gerling
  A.______ die Einstellung der Versicherungsleistungen per
  31. Januar 2014 in Aussicht. Den von A.______ dagegen erhobenen
  Einwänden vom 25. Februar 2014 leistete die HDI-Gerling
  keine Folge und hielt mit Verfügung vom 1. September 2014 an der
  Leistungseinstellung fest. Die am 1. Oktober 2014 dagegen erhobene
  Einsprache wies die HDI-Gerling am 16. Oktober 2015 ab.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  In der Folge gelangte A.______ am 12. November 2015
  mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht und beantragte die Aufhebung des
  Einspracheentscheids vom 16. Oktober 2015 sowie die Übernahme der
  gesetzlichen Leistungen über den 31. Januar 2014 hinaus. Ihm seien
  insbesondere eine Invalidenrente, basierend auf einem Invaliditätsgrad von
  mindestens 66 %, mit Wirkung ab dem 1. Juni 2013, und eine
  Integritätsentschädigung von mindestens 20 %, zuzusprechen. Eventualiter
  sei der Einspracheentscheid aufzuheben und die Angelegenheit im Sinne der
  Erwägungen an die Vorinstanz zurückzuweisen; alles unter Kosten- und
  Entschädigungsfolgen zu Lasten der HDI-Gerling. Die HDI-Gerling schloss am
  29. Februar 2016 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II. 

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist
  gemäss Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung
  vom 20. März 1981 (UVG) i.V.m. Art. 56 Abs. 1 und Art. 58
  Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des
  Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 (ATSG) i.V.m.
  Art. 1 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung
  vom 3. Mai 2009 (EG UVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde
  zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf
  die Beschwerde einzutreten. 

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG werden bei Unfällen
  die gesetzlichen Leistungen aus obligatorischer Unfallversicherung gewährt.
  Ist die versicherte Person infolge eines Unfalls zu mindestens
  10 % invalid, so hat sie Anspruch auf eine Invalidenrente (Art. 18 Abs. 1 UVG). Der Rentenanspruch
  entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine namhafte
  Besserung des Gesundheitszustandes des Versicherten mehr erwartet werden kann
  und allfällige Eingliederungsmassnahmen der IV abgeschlossen sind. Mit dem Rentenbeginn fallen die
  Heilbehandlung und die Taggelder dahin (Art. 19 Abs. 1 UVG). Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche
  Schädigung der körperlichen oder geistigen Integrität, so hat er Anspruch auf
  eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 14 Abs. 2 UVG).

  
	
   

  
	
  2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt
  zunächst voraus, dass zwischen dem versicherten Unfallereignis und dem
  eingetretenen Schaden ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im
  Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren
  Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in
  der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden
  kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare
  Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende
  Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige
  Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit anderen Worten
  nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche
  Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer
  gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine
  Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter im Rahmen
  der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozial­ver­si­che­rungs­recht
  üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die
  blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines
  Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 117 V 359
  E. 4a). Es ist daher unerlässlich, dass die geklagten Beschwerden
  nicht lediglich den von der ver­sicherten Person subjektiv umschriebenen
  Leiden entsprechen, sondern medizinisch einer fassbaren gesundheitlichen
  Beeinträchtigung zugeschrieben werden können und diese Gesundheitsschädigung
  mit überwiegender Wahrscheinlichkeit in einem ursäch­lichen Zusammenhang mit
  dem versicherten Unfallereignis steht (BGE 119 V 335 E. 2b f.).
  Entscheidend ist dabei die Würdigung der in den Akten liegenden medi­zinischen
  Berichte, wobei der Richter bei der
  Beurteilung des natürlichen Kausalzu­sammenhanges nicht ohne zwingenden Grund
  von der Einschätzung der medizini­schen Experten abweicht
  (BGE 118 V 286 E. 1b).

  
	
   

  
	
  2.3
  Wird durch einen Unfall ein
  krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, entfällt
  die Leistungspflicht des Unfallversicherers, wenn entweder der Zustand, wie
  er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat, oder aber derjenige Zustand, der
  sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch
  ohne den Unfall früher oder später eingestellt hätte, erreicht ist. Der
  Unfallversicherer muss dabei nicht den negativen Beweis erbringen, dass kein
  Gesundheitsschaden mehr vorliege oder dass die versicherte Person nun bei
  voller Gesundheit sei (BGer-Urteil U 354/04 vom 11. April 2005 E. 1.2). 

  
	
   

  
	
  2.4 Die
  Leistungspflicht der Unfallversicherung setzt im Weiteren voraus, dass zwischen
  dem Unfall und der dadurch verursachten Arbeits- bzw. Erwerbsunfähigkeit ein
  adäquater Kausalzusammenhang besteht. Ein Ereignis hat dann als adäquate
  Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der
  Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen
  Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses
  Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint
  (BGE 117 V 359 E. 5a). Die
  Adäquanz spielt im Bereich organisch objektiv ausgewiesener Unfallfolgen
  praktisch keine Rolle, da sich hier die adäquate weitgehend mit der
  natürlichen Kausalität deckt (Alexandra Rumo-Jungo, Rechtsprechung des
  Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,
  Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. A., Zürich/Ba­sel/Genf
  2012, S. 58 f.). Als objektivierbar gelten Untersuchungsergebnisse,
  die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des
  Patienten unabhängig sind. Nach konstanter bundesgerichtlicher Rechtsprechung
  kann von organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen erst dann gesprochen
  werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen
  bestätigt werden (BGer-Urteil 8C_806/2007 vom 7. August 2008
  E. 8.2, mit Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  Bei organisch nicht (hinreichend) nachweisbaren
  Unfallfolgeschäden kommt dem adäquaten Kausalzusammenhang hinsichtlich einer
  allfälligen Leistungspflicht der Unfallversicherung wesentliche Bedeutung zu.
  Die adäquate Kausalität dient (bei organisch nicht objektiv ausgewiesenen
  Beschwerden) der rechtlichen Eingrenzung der sich aus dem natürlichen
  Kausalzusammenhang ergebenden Haftung der Unfallversicherung (BGE 134 V 109
  E. 2.1). Dabei hat die Beantwortung der Frage nach der Adäquanz von
  Unfallfolgen als Rechtsfrage – im Gegensatz zur Frage nach dem natürlichen Kausalzusammenhang
  – nicht nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu erfolgen
  (BGE 112 V 30 E. 1b). Für die Bejahung des adäquaten
  Kausalzusammenhangs ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall eine
  massgebende Bedeutung für die Entstehung der Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit
  zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er eine gewisse Schwere aufweist. Für die
  Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei –
  ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf – zwischen banalen bzw. leichten
  Unfällen einerseits, schweren Unfällen andererseits und schliesslich dem
  dazwischen liegenden mittleren Bereich unterschieden wird. Während der
  adäquate Kausalzusammenhang in der Regel bei schweren Unfällen ohne Weiteres
  bejaht und bei leichten Unfällen verneint werden kann, lässt sich die Frage
  der Adäquanz bei Unfällen aus dem mittleren Bereich nicht aufgrund des
  Unfallgeschehens allein schlüssig beantworten. Es sind weitere, objektiv
  erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall in Zusammenhang stehen
  oder als direkte bzw. indirekte Folge davon erscheinen, in die
  Gesamtwürdigung einzubeziehen. Je nachdem, wo im mittleren Bereich der Unfall
  einzuordnen ist und abhängig davon, ob einzelne dieser Kriterien in besonders
  ausgeprägter Weise erfüllt sind, genügt zur Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhangs
  ein Kriterium oder müssen mehrere herangezogen werden (BGE 115 V 133 E
  6c/bb). Ergeben die Abklärungen, dass die versicherte Person ein Schädel-Hirntrauma
  erlitten hat, ist zu beurteilen, ob die zum typischen Beschwerdebild einer
  solchen Verletzung gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise vorliegen, im
  Vergleich zur psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten.
  Ist dies der Fall, sind für die Adäquanzbeurteilung bei Fällen aus dem
  mittleren Bereich die in BGE 115 V 133 für Unfälle mit psychischen
  Folgeschäden festgelegten Kriterien (und nicht jene für Beschwerden nach
  Schädel-Hirntraumata anwendbar erklärten Kriterien gemäss BGE 134 V 109, sog.
  "Schleudertrauma-Praxis") massgebend (BGE 127 V 102 E. 5b/bb, 123 V
  98 E. 2a).

  
	
   

  
	
  Das Vorliegen eines
  Schädel-Hirntraumas rechtfertigt die analoge Anwendung der
  Schleudertrauma-Praxis nach BGE 134 V 109 ohnehin nur, wenn die erlittene
  Hirnerschütterung mindestens im Grenzbereich zwischen Commotio und Contusio
  cerebri liegt. Leichte Hirnerschütterungen hingegen reichen hierfür nicht aus
  (BGer-Urteil 8C_270/2011 vom 28. Juli 2011 E. 2.1, mit Hinweisen, U 6/03 vom
  6. Mai 2003 E. 3.2). Die Schwere eines Schädel-Hirntraumas wird üblicherweise
  nach dem Punktwert in der Glasgow-Coma-Skala (GCS) eingeteilt. In dieser
  Skala erhält der Patient für bestimmte Reaktionen (wie Augenöffnen, Reaktion
  auf Schmerzreize und sprachliche Äusserungen) eine Anzahl von Punkten, welche
  zum Schluss addiert werden (vgl. Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 259. A.,
  Berlin/New York 2002, S. 604). Der schlechteste Wert beträgt 3, der
  beste 15. Von einem leichten Schädel-Hirntrauma spricht man bei einem
  GCS-Wert von 13 bis 15 (BGer-Urteil U 276/04 vom 13. Juni 2005 E. 2.2.2). 

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der
  Beurteilung des Gesundheitszustands sowie der Feststellung des natürlichen
  Kausalzusammenhangs im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde
  regelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten
  zur Verfügung zu stellen sind (BGE 122 V 157 E. 1b, mit Hinweisen). Nach
  dem für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts­beschwerdeverfahren
  geltenden Grundsatz der freien Beweiswürdigung haben Ver­sicherungsträger und
  Sozialversicherungsrichter die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche
  Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren
  bedeutet dies, dass der Richter alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem
  sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die
  verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechts­anspruchs
  gestatten. Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen
  Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu
  würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die
  andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswerts eines
  Arztberichts ist demnach entscheidend, ob der Bericht für die streitigen
  Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, die ge­klagten
  Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben
  worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und Situation
  des Patienten einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlagge­bend
  für den Beweiswert ist grundsätzlich weder die Herkunft eines Beweismit­tels
  noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellung­nahme
  als Bericht/Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.2 Weil die Beschwerdegegnerin in beweisrechtlicher
  Hinsicht ein zur Objektivität verpflichtetes gesetzesvollziehendes Organ ist,
  kann auch den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte Beweiswert
  beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen,
  nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien
  gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen. Die Funktion versicherungsinterner ärztlicher
  Feststellungen besteht darin, aus medizinischer Sicht – gewissermassen als Hilfestellung
  für die medizinischen Laien in Verwaltung und Gerichten, welche in der Folge
  über den Leistungsanspruch zu entscheiden haben – den medizinischen Sachverhalt
  zusammenzufassen und zu würdigen, wozu namentlich auch gehört, bei widersprüchlichen
  medizinischen Akten eine Wertung vorzunehmen und zu beurteilen, ob auf die eine
  oder die andere Ansicht abzustellen oder aber eine zusätzliche Untersuchung
  vorzunehmen sei (BGer-Urteil 9C_589/2010 vom 8. September 2010
  E. 2, 8C_756/2008 vom 4. Juni 2009 E. 4.4). Die Tatsache allein, dass
  der befragte Arzt in einem Anstellungsverhältnis zum Versicherungsträger
  steht, lässt nicht schon auf mangelnde Objektivität und auf Befangenheit
  schliessen. Es bedarf vielmehr besonderer Umstände, welche das Misstrauen in
  die Unparteilichkeit der Beurteilung objektiv als begründet erscheinen
  lassen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztberichten im
  Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters
  allerdings ein strenger Massstab anzulegen. Bestehen aber auch nur geringe
  Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen
  ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen
  (vgl. BGE 135 V 465 E. 4.4, 125 V 351 E. 3b/ee, 122 V 157 E.
  1c). Auch reine Aktengutachten können
  beweiskräftig sein, sofern ein lückenloser Befund vorliegt und es im
  Wesentlichen nur um die fachärztliche Beurteilung eines an sich feststehenden
  medizinischen Sachverhalts geht, mithin die direkte ärztliche Befassung mit
  der versicherten Person in den Hintergrund rückt. Dies gilt grundsätzlich
  auch in Bezug auf Berichte und Stellungnahmen versicherungsinterner Ärzte
  (BGer-Urteil 9C_462/2014 vom 16. September 2014 E. 3.2.2, mit
  Hinweisen). 

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Der Beschwerdeführer bringt vor, der Unfall habe
  den unbestrittenen Gesundheitsschaden zumindest teilursächlich verursacht und
  es bestehe gemäss Gutachten des Instituts AB.______ vom
  26. August 2013 (recte: 20. August 2013) auch nach dem
  1. Februar 2014 eine Unfallkausalität. Das versicherungsinterne
  Aktengutachten von Dr. med. D.______, FMH Psychiatrie/­Psychotherapie,
  vom 7. Dezember 2011 sei als Beweismittel nicht verwertbar. So habe
  kein persönlicher Kontakt bestanden, geschweige denn sei er persönlich
  untersucht worden. Sodann stimme das Gutachten nicht mit den
  Schlussfolgerungen des AB.______-Gutachtens überein. Zwar sei einzugestehen,
  dass sich das AB.______-Gutachten nicht zur Frage der Unfallkausalität geäussert
  habe. Jedoch sei es widersprüchlich, mit Bezug auf das Taggeld vom Vorliegen
  der Unfallkausalität auszugehen, sich hinsichtlich der Rente demgegenüber auf
  den gegenteiligen Standpunkt zu stellen. Weil die Unfallkausalität bereits
  2011 von der Be­schwer­de­gegnerin bestritten worden sei, diese aber danach
  weiterhin vorbehaltlos Leistungen erbracht und nicht zurückgefordert habe,
  habe sie nach Treu und Glauben zugestanden, dass seine Arbeits- und
  Erwerbsunfähigkeit ausschliesslich unfallbedingt sei. Dass aus dem
  Vorhandensein neuropsychologischer Befunde nicht automatisch auf eine
  Unfallkausalität geschlossen werden könne, bedeute im Umkehrschluss nicht,
  dass beim Vorhandensein neuropsychologischer Defizite keine Unfallkausalität
  gegeben sei. In Missachtung des Un­ter­su­chungs­grundsatzes habe die Be­schwer­de­geg­ne­rin
  keine neuro­psychologische Untersuchung durchführen lassen. Es sei mit mehr
  als nur überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt, dass vom Vorhandensein
  einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ und
  einer bipolaren affektive Störung auszugehen sei.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin stellt sich demgegenüber auf
  den Standpunkt, dass zum Zeitpunkt der polydisziplinären Begutachtung in
  somatischer und psychiatrischer Hinsicht keine unfallbedingten
  gesundheitlichen Einschränkungen mehr vorgelegen hätten. Die leichten
  neuropsychologischen Beeinträchtigungen seien als unfallfremd zu qualifizieren.
  Es liege keine unfallkausale psychiatrische Störung vor, welche als Ursache
  für die über den Zeitraum der diagnostizierten Anpassungsstörung hinaus beklagten
  kognitiven Defizite in Frage käme. Es sei von einer höchstens vorübergehenden
  Verschlimmerung unfallfremder Vorzustände, nicht aber von einer
  richtunggebenden oder gar dauernden Verschlimmerung (im Sinne einer
  Teilunfallkausalität) auszugehen. Das Aktengutachten von Dr. D.______
  sei sehr wohl beweistauglich, da die Akten ein vollständiges Bild über
  Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergäben und diese Daten
  unbestritten seien; auch liege ein lückenloser Untersuchungsbefund vor. Das AB.______-Gutachten
  könne zur Frage des im Terminierungszeitpunkt noch bestehenden natürlichen
  Kausalzusammenhangs der psychischen Beschwerden zum Unfall nichts beitragen.
  Ohnehin mangle es an der erforderlichen Adäquanz.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1
  Unbestritten ist, dass die somatischen Unfallfolgen nur von relativ kurzer
  vorübergehender Dauer und spätestens im Zeitpunkt der Begutachtung
  vollständig ausgeheilt waren. Zwischen den Parteien hingegen strittig ist, ob
  per 1. Juni 2013 und über den 1. Februar 2014 hinaus ein
  Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und der die Arbeitsunfähigkeit
  beeinträchtigenden psychischen und neuropsychologischen Beschwerden des
  Beschwerdeführers bestand bzw. besteht.

  
	
   

  
	
  5.2 

  
	
  5.2.1 Nach dem
  Unfall vom 19. September 2008 wurde der Beschwerdeführer notfallmässig
  dem Spital E.______ zugewiesen und bis am 20. September 2008
  hospitalisiert. Dem Austrittsbericht sind die Diagnosen einer Commotio
  cerebri, einer Rückenkontusion sowie einer Dysästhesie des rechten Daumens zu
  entnehmen. Die Röntgenuntersuchung habe weder den Nachweis einer Fraktur der
  Len­den­wir­bel­säulen  oder des Thorax, noch einen Pneumothorax oder einen
  intrathorakalen Erguss gezeigt. Die GCS habe einen Wert von 15 ergeben. Es
  persistierten leichte Kopfschmerzen.

  
	
   

  
	
  5.2.2 Dr. med. F.______,
  Vertrauensarzt der Beschwerdegegnerin, berichtete am 11. November 2008
  über die telefonische Auskunft durch den behandelnden Hausarzt,
  Dr. med. G.______, Allgemeine Medizin FMH. Es bestünden fast zwei
  Monate nach dem Unfallereignis Konzentrationsschwierigkeiten und
  Gedächtnisstörungen ohne Zeichen einer Rückbildung. Eine organische
  Hirnschädigung im Sinne einer epi- oder subduralen Hämatombildung schliesse
  Dr. G.______ weitestgehend aus und beurteile eine
  Magnetresonanztomographie (MRT) für nicht notwendig, könne jedoch eine diffuse
  Hirnschädigung nicht ausschliessen, die eine neuropsychologische, je nach
  Befund auch neurologische Abklärung notwendig mache.

  
	
   

  
	
  5.2.3 Dem
  Bericht von Dr. G.______ vom 13. November 2008 sind denn auch die Diagnosen
  Verdacht auf kognitive Defizite bei Status nach Motorradunfall mit Commotio
  sowie Status nach Dekompression L3/4 rechts (Oktober 2007) zu entnehmen.
  Sodann sind die früheren Diagnosen eines Status nach frühkindlicher
  Traumatisierung, Status nach Alkoholabusus bis Dezember 2005 und Status nach
  subdepressiver Verstimmung mit Erschöpfungsreaktion bei manisch depressiver
  Erkrankung im August 2007 ersichtlich. Der Beschwerdeführer klage, dass er
  sich intellektuell neben den Schuhen fühle und dadurch emotional verunsichert
  sei; er sei vergesslich und habe Wortfindungsstörungen. Grobe neurologische
  Ausfälle seien nicht festzustellen. Vegetativ scheine der Beschwerdeführer
  unauffällig. 

  
	
   

  
	
  5.2.4 Am
  17. und 19. November 2008 fand eine neuropsychologische Untersuchung
  an der Klinik H.______ statt. Dr. phil. I.______, Psychologischer
  Dienst, berichtete am 20. November 2008, es
  zeichneten sich Minderleistungen in den exekutiven Funktionen ab, wie leichte
  mittel- und langfristige Abrufstörungen im sprachlichen Bereich, Minderleistung
  im Planen und Handeln und eine leichte Störung im Arbeitsgedächtnis. Ferner
  seien visuelle Lern- und Gedächtniseinbussen und eine leicht verminderte Konzentrationsfähigkeit
  sowie bedeutsame Beeinträchtigungen im Sinne einer ausgeprägten Verlangsamung
  in der Daueraufmerksamkeit und Vigilanz festzustellen. Diese Beobachtungen
  seien zum einen als unmittelbare Folgeerscheinungen des Unfalls zu werten,
  zumal der Beschwerdeführer bis zum Unfall voll einsatzfähig gewesen sein solle;
  die erbrachten Leistungen genügten den Anforderungen an einen erfahrenen […]
  jedenfalls nicht. Zum anderen sei es naheliegend, von einem kumulierten
  Effekt (Motorradunfall im Jahr 2000 und langjährige Alkoholabhängigkeit)
  auszugehen. 

  
	
   

  
	
  5.2.5
  Dr. F.______ stellte sich am 5. Dezember 2008 auf den
  Standpunkt, dass die bekannten Vorzustände durch den Unfall höchstens
  vorübergehend verschlimmert worden seien. Es bestünden keine Angaben, die
  eine richtunggebende oder gar dauernde Verschlimmerung als teilunfallkausal
  auch nur mit Wahrscheinlichkeit ausweisen würden. Bewusstlosigkeit nach dem
  Unfall oder motorische Ausfälle seien nicht aktenkundig, es habe nur ein sehr
  leichtes Schädel-Hirntrauma bestanden. 

  
	
   

  
	
  5.2.6 Dr. med. J.______,
  Chefarzt Radiologie, des Spitals K.______, berichtete am 6. Januar 2009
  über das Magnetic Resonance Imaging (MRI) des Schädels. Es zeige sich ein
  altersgemässer intracranieller Status ohne Hinweis auf ein meningeales Hämatom
  sowie eine beidseitige sinusitis maxillaris. 

  
	
   

  
	
  5.2.7 Dr. med. L.______,
  Leitender Arzt, Facharzt für Neurologie FMH, der Klinik M.______, berichtete
  am 2. Februar 2009, das Unfallereignis stelle eine Zäsur in der
  Leistungsfähigkeit des Beschwerdeführers dar. Das MRI des Schädels (vgl.
  vorstehend E. II/5.2.6) mit im Wesentlicher unauffälliger Darstellung des
  Cerebrums schliesse eine organische Unfallfolge, beispielsweise im Sinne
  einer fronto-basalen Kontusion, keineswegs aus. Es müsse in einem
  multimodalen Setting therapiert werden. Inwiefern auch psychische
  Unfallfolgen bestünden, könne ebenfalls nur in einem stationären Rahmen
  beurteilt werden. Unfallfremde Faktoren könne er keine erkennen. Betreffend
  des Äthylabusus bestehe glaubhaft eine mehrjährige stabile Situation.

  
	
   

  
	
  5.2.8 Vom
  19. März bis 22. April 2009 weilte der Beschwerdeführer in der Klinik
  M.______ zur stationären Rehabilitation. Dr. med. N.______,
  Leitender Arzt/Chefarzt Stv Neurologie, und Dr. med. O.______,
  Abteilungsärztin, diagnostizierten in ihrem Austrittsbericht vom
  29. April 2009 einen Status nach Schädel-Hirn-Trauma nach Motorradunfall
  mit Verdacht auf frontobasale Kontusion und aktuell Schwindel mit Gleichgewichtsstörungen,
  Konzentrationsschwierigkeiten, Aufmerksamkeitsstörungen sowie Anpassungsstörung.
  Psychisch sei der Beschwerdeführer instabil. Aus neuropsychologischer Sicht
  ergebe sich ein leicht bis mittelstark beeinträchtigtes Leistungsprofil zum
  Austrittszeitpunkt. Der Beschwerdeführer habe in gutem Allgemeinzustand
  entlassen werden können. Eine weiterführende neuro­psy­cho­lo­gische Therapie
  sei sinnvoll. Die zuletzt ausgeübte Tätigkeit sei nicht mehr zumutbar.

  
	
   

  
	
  5.2.9 Vom
  5. Oktober bis 23. Dezember 2009 absolvierte der Beschwerdeführer
  eine berufliche Eingliederungsmassnahme der Invalidenversicherung in der
  Einrichtungsstätte P.______. Als Fazit der Massnahme hielten Q.______, dipl.
  Sozialpädagoge HFS, Leiter […], und R.______, Berufsanleiterin,
  Bereichsleiterin […], am 24. Februar 2010 fest, dass diese frühzeitig
  abgebrochen worden sei, da keine Verbesserung der Leistungsfähigkeit habe
  festgestellt werden können und der Beschwerdeführer keinen Sinn mehr darin
  gesehen habe. Er habe unter extremen persönlichen Stimmungsschwankungen
  gelitten und psychisch und emotional mit sich und seiner Umwelt gekämpft. In
  Gesprächen habe er die negativen Seiten seines Lebens betont und habe alles
  Positive vergessen. Er habe seine Fortschritte weder anerkennen noch akzeptieren
  können. Mit der negativen Sichtweise sei keine positive Entwicklung möglich gewesen,
  weder persönlich noch beruflich. 

  
	
   

  
	
  5.2.10
  Dr. L.______ berichtete am 8. Januar 2010 über das Telefonat mit
  Dr. med. S.______, FMH Psychiatrie, leitende Ärztin Psychiatrie, Spital
  K.______. Es habe bereits vor dem Unfall vermutlich eine bipolare und/oder
  Persönlichkeitsproblematik bestanden, damals mit Einstellung auf Tegretol.
  Dennoch berichte auch der behandelnde Psychotherapeut Herr T.______ von einer
  deutlichen Verschlechterung der Konzentration und Kognition im Anschluss an
  das Unfallereignis, so dass weiterhin von einer organischen Hirnschädigung
  auszugehen sei.

  
	
   

  
	
  5.2.11 Am
  16. Mai 2010 nahm lic. phil. I T.______, Fachpsychologe für Psychotherapie
  FSP, zum allgemeinen und psychischen Gesundheitszustand vor dem Unfall
  Stellung. Gemäss Konsil habe der Beschwerdeführer schon immer unter Stimmungs­schwan­kungen
  gelitten. 2007 seien die Diagnosen einer subdepressiven Verstimmung mit Erschöpfungszustand
  bei manisch-depressiver Erkrankung und Alkoholmissbrauch in der Vorgeschichte
  bis Dezember 2005 gestellt worden. Der Beschwerdeführer habe sich im Verlauf
  trotz leichteren psychischen Schwankungen, die als Reaktion auf belastende
  Ereignisse aufgetreten seien, erfolgreich in den Arbeitsprozess integrieren
  können und sei bis zum Unfall mehrheitlich psychisch stabil gewesen. Der
  Unfall habe zu neuropsychologischen Ausfällen geführt (auch anderthalb Jahre
  nach dem Unfall), die vor allem die Fähigkeit beträfen, sich eine Übersicht
  zu verschaffen, strukturiert und planvoll vorzugehen und gespeicherte
  Informationen rechtzeitig, im entsprechenden Kontext, abrufen zu können.

  
	
   

  
	
  5.3 

  
	
  5.3.1 Die von
  der Beschwerdegegnerin in Auftrag gegebene Interdisziplinäre Medizinisches
  Begutachtung durch das Zentrum U.______ erfolgte vom 17. Mai bis
  21. Mai 2010. Das Gutachten von Dr. med. V.______,
  PD Dr. W.______ und Dr. med. X.______ wurde am 17. Februar 2011 erstattet. Die
  Gutachter stellten als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
  eine depressiven Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung (ICD-10: F.43.21)
  sowie einen Status nach Verkehrsunfall mit Sturz vom Motorrad am 19. September
  2008 mit Schädelprellung/Commotio cerebri, Zahnverletzung, Thorax- und
  Rückenprellung, Ellenbogenkontusion rechts und mit leichter kognitiver
  Störung bei milder traumatischer Hirnverletzung (Differenzialdiagnose [DD]
  als Folge der langjährigen Al­ko­hol­ab­hän­gig­keit).

  
	
   

  
	
  Anlässlich der Begutachtung wurde die
  kognitive Beeinträchtigung als im Vordergrund der aktuellen gesundheitlichen
  Störungen stehend befunden. Dieses Krankheitsbild stellt gemäss Gutachtern
  die Hauptursache der Arbeitsunfähigkeit in angestammter Tätigkeit als […]
  dar.

  
	
   

  
	
  5.3.2 Die
  neuropsychologische Untersuchung zeige vor allem Leistungseinbussen im
  Bereich der Aufmerksamkeit, es liege eine leichte neuropsychologische Störung
  vor. Für die Beurteilung der Auswirkung der festgestellten kognitiven
  Störungen auf die Arbeitsfähigkeit wurde auf die psychiatrischen
  Einschätzungen verwiesen.

  
	
   

  
	
  5.3.3 Die
  depressive Symptomatik habe sich als Folge des Unfalls selbst, wie auch aufgrund
  der Unfallfolgen entwickelt. Zu einer Dekompensation der emotional-instabilen
  Persönlichkeitsstörung sei es indes nicht gekommen. Nicht ganz auszuschliessen
  sei, dass sich möglicherweise vorbestehende leichtere kognitive Störungen im
  Zusammenhang mit der langjährigen Alkoholabhängigkeit, welche vom Beschwerdeführer
  als solche nicht wahrgenommen worden seien, durch den Unfall kumulativ
  verstärkt hätten. Zum Begutachtungszeitpunkt liessen sich keine depressiven
  Symptome mehr erkennen, eine Depression könne lediglich gestützt auf die
  subjektiven Angaben des Beschwerdeführers diagnostiziert werden. Der Status
  quo ante bzw. quo sine sei im Zusammenhang mit der depressiven Symptomatik
  und auch der kognitiven Problematik noch nicht erreicht, wobei sich diese
  Aussage ausschliesslich auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers
  stütze, nicht jedoch auf die erfolgten Untersuchungsbefunde, mit Ausnahme der
  neuro­psy­cho­lo­gischen Untersuchung.

  
	
   

  
	
  In Folge der subjektiv geklagten,
  leichtgradigen depressiven Reaktion und der einzig in der
  neuropsychologischen Untersuchung nachweisbaren kognitiven Störungen, sei dem
  Beschwerdeführer die bisherige Tätigkeit nicht mehr zumutbar. Bezüglich der
  kognitiven Störungen könne nicht genau abgeschätzt werden, wie hoch der
  Anteil in Zusammenhang mit dem ebenfalls in Betracht zu ziehenden
  langjährigen Alkoholabusus sei. In angepasster Tätigkeit bestehe aus
  psychiatrischer Sicht eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von 20 %
  aufgrund der Müdigkeit und der Depressivität. Es könne davon ausgegangen
  werden, dass sich die depressive Symptomatik innerhalb eines Jahres mit Hilfe
  der psychopharmakologischen Behandlung sowie Psychotherapie vollständig
  remittierte. Aufgrund der als lediglich leichtgradig zu beurteilenden
  Commotio cerebri könne sodann davon ausgegangen werden, dass sich auch die
  kognitiven Beschwerden vollständig remittierten. Dies dürfe jedoch nicht der
  Fall sein für den Anteil, der auf den Alkoholkonsum zurückzuführen sei. Eine
  dauernde erhebliche Schädigung der geistigen oder psychischen Integrität
  bestehe als Folge des Unfalls nicht. 

  
	
   

  
	
  5.3.4 Auch aus
  somatischer Sicht lasse sich nicht ausschliessen, dass der chronische
  Äthylabusus bereits vor dem inkriminierten Unfall zu einer kognitiven
  Beeinträchtigung geführt habe, die aber vom Beschwerdeführer nicht
  wahrgenommen worden sei. Die kognitiven Leistungsdefizite stünden überwiegend
  wahrscheinlich in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall. Vor
  dem inkriminierten Unfall habe der Beschwerdeführer als […] zur vollen
  Zufriedenheit seiner Arbeitgeber gearbeitet. Die Ursache der
  Leistungsdefizite sei bei der Mild Traumatic Brain Injury (MTBI) zu suchen,
  die sich der Beschwerdeführer anlässlich des Unfalles zugezogen habe.
  Aufgrund des langjährigen Äthylabusus des Beschwerdeführers könne jedoch der
  Beweisgrad "sicher" nicht angenommen werden. Bezüglich des
  fraglichen Vorzustandes infolge des langjährigen Äthylabusus sei der Status
  quo sine erreicht.

  
	
   

  
	
  5.4 Am
  9. Juni 2011 erging die versicherungsmedizinische Stellungnahme zum
  Gutachten durch Dr. med. Y.______, Facharzt für Innere Medizin FMH,
  FA Vertrauensarzt SGV. Auffallend sei eine deutliche Diskrepanz zwischen
  subjektiven Beschwerden und objektiven Befunden. Er erachte das Gutachten als
  umfassend, überwiegend schlüssig und nachvollziehbar, obwohl ihm Widersprüche
  bezüglich natürlicher Kausalität innerhalb der psychiatrischen und
  neurologischen Teilgutachten aufgefallen seien. So führten die Gutachter die
  neurokognitiven Defizite weiterhin auf eine MTBI zurück, obwohl in der
  MRI-Untersuchung keine objektivierbare hirntraumatische Läsion nachgewiesen
  worden sei. Es sei diskutabel, ob die neurokognitiven Defizite tatsächlich
  noch überwiegend wahrscheinlich auf eine Commotio cerebri zurückzuführen
  seien, denn in der Regel heilten diese innert Wochen ab. Spätestens ein Jahr
  nach dem Unfall müsse die Unfallkausalität jedenfalls hinterfragt werden.
  Sodann werde eine Arbeitsunfähigkeit attestiert, obwohl der Status quo sine
  bezüglich neurokognitiver Defizite gemäss den Gutachtern erreicht sei bzw.
  bezüglich Anpassungsstörung in einem Jahr ab Begutachtungszeitpunkt erreicht
  sein werde. Bei den neurokognitiven Defiziten müsse die psychiatrische
  Ätiologie als Ursache berücksichtigt werden, im Sinne einer Anpassungsstörung
  mit depressiver Reaktion. Es bestehe die Möglichkeit, dass ein latenter Vorzustand
  (wie Äthyl) bestanden habe, welcher durch den Unfall mit vor­übergehender Verschlechterung
  vom Beschwerdeführer wahrgenommen werde und im Rahmen seiner Anpassungsstörung
  und instabilen Persönlichkeit viel relevanter ins Gewicht falle. Im Ergebnis
  teile er die Einschätzung der Gutachter, wonach spätestens Ende 2011 die
  natürliche Kausalität nicht mehr gegeben sei.

  
	
   

  
	
  5.5 Am 11.
  Oktober 2011 nahm auch der behandelnde Psychotherapeut T.______ zum Gutachten
  Stellung. Auch drei Jahre nach dem Unfall seien Beeinträchtigungen zu beobachten,
  obwohl keine Depression mehr vorliege. Betreffend Einfluss der Alkoholabhängigkeit
  auf das heutige Zustandsbild sei aufgrund der vaskulären Veränderungen im MRI
  nicht auszuschliessen, dass vorbestehende kognitive Defizite vorhanden gewesen
  seien. Dieser Zustand sei bis zum Unfall gut kompensiert worden, was die offenbar
  jahrzehntelangen zufriedenstellenden, an die Zuverlässigkeit hohe Erwartung
  stellenden Tätigkeiten des Beschwerdeführers gezeigt hätten. Zusammen mit den
  Unfallfolgen sei eine kritische Schwelle überschritten worden, bei der die
  Defizite klinisch manifest geworden seien. Entgegen der Behauptung von
  Dr. Y.______ schliesse eine negative Bildgebung die Möglichkeit
  kognitiver Defizite nicht aus. Insbesondere subtile Defizite müssten sich im
  klinischen Eindruck nicht manifestieren. Deshalb werde explizit geraten, ein
  neuropsychologisches Zusatzgutachten zu erstellen. Sodann fehle es im Gutachten
  an einer Gesamtdarstellung und Würdigung der Entwicklung der kognitiven Defizite,
  die alle Untersuchungen miteinbeziehe und im Detail Schlussfolgerungen zur Arbeitsfähigkeit
  und den weiteren Verlauf ziehe. Obwohl als hervorstechendste Schwierigkeiten
  die Handlungsplanung und mentale Flexibilität genannt würden, seien diese im
  Rahmen der neuropsychologischen Testuntersuchung nicht in ausreichendem Masse
  untersucht worden. Im Übrigen verfüge der Neuropsychologe über keinen Fachtitel
  und habe auch keine entsprechende Ausbildung genossen. Ausserdem überlasse er
  die Beurteilung der Befunde einem fachfremden Gutachter. Nach Abklingen der depressiven
  Reaktion dürfe davon ausgegangen werden, dass die verbleibenden Schwierigkeiten
  bzw. kognitiven Ausfälle mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall
  zurückzuführen seien. Der Unfall habe teilkausal zum heutigen Zustandsbild,
  das vor allem durch kognitive Defizite bestimmt werde, geführt. Alle
  Gutachter würden denn auch bestätigen, dass die kognitiven Ausfälle auf den
  Unfall zurückzuführen seien. Nur sei die Prognose falsch gewesen, dass die
  neuropsychologischen Defizite vollständig remittieren würden; sie seien nur
  teilweise remittiert. Die Befunde der verschiedenen neuropsychologischen
  Testuntersuchungen seien durch einen zertifizierten Neuropsychologen sichten
  und gewichten zu lassen und die kognitiven Defizite sollten nochmals mithilfe
  von spezifischen Testverfahren objektiviert werden.

  
	
   

  
	
  5.6 Am
  7. Dezember 2011 erging eine versicherungspsychiatrische Stellungnahme
  durch Dr. D.______. Er stellte fest, dass im U.______-Gutachten
  fremdanamnestische Angaben fehlten, die angesichts der in diagnostischer
  Hinsicht doch bestehenden unterschiedlichen Einschätzungen zur Klärung
  notwendig gewesen wären. So zeigten die im Jahr 2007 erhobenen Befunde ein
  deutlich differentes Zustandsbild über die psychische Verfassung des
  Beschwerdeführers gegenüber den anamnestischen Angaben anlässlich der U.______
  Begutachtung, wo wiedergegeben worden sei, dass der Beschwerdeführer
  angegeben habe, er sei früher nie depressiv gewesen. Vielmehr habe er schon
  immer unter Stimmungsschwankungen gelitten, wie Dr. med. Z.______,
  Leitende Ärztin am Spital K.______, berichtet habe; es seien auch häufig
  depressive Phasen über Monate gefolgt, wo er sich bedrückt gefühlt und unter
  Schlafstörungen und starker Tagesmüdigkeit gelitten habe. Im August 2007 habe
  sich die Müdigkeit derart intensiviert, dass er sowohl bei der Arbeit als
  auch auf der Autobahn am Steuer seines Autos eingenickt sei. Diese
  Informationen seien für die Beurteilung der in Betracht zu ziehenden
  psychiatrischen Ätiologie der kognitive Defizite gewichtig. Es sei in Übereinstimmung
  mit Dr. Y.______ (vgl. vorne E. II/5.4) festzustellen, dass die
  psychiatrische unfallfremde Ätiologie als Ursache für die neurokognitiven
  Defizite zu wenig berücksichtigt worden sei. Die damalige Diagnose der
  bipolaren affektiven Störung müsse auch für den Beschwerdeführer
  nachvollziehbar gewesen sein, habe er doch das Medikament Tegretol
  eingenommen. Sodann fehle eine kritische Diskussion, inwieweit die diversen
  Medikamente sowie die behandelte bipolare Störung auf die kognitive Verfassung
  Einfluss nehmen könnten. Bei den beklagten Beschwerden (Vergesslichkeit;
  verminderte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit; Müdigkeit; schnellere
  Ermüdbarkeit, verminderte Energie; angespannte, bei Müdigkeit auch
  niedergeschlagene und traurige Stimmung; Gefühle der Minderwertigkeit und
  Wertlosigkeit und selten auftretende, kurz dauernde, impulsartige
  Suizidgedanken) handle es sich um unspezifische psychopathologische Symptome,
  welche bei einer Reihe von unterschiedlichen psychiatrischen Befindlichkeitsstörungen/Erkrankungen
  auftreten könnten. Der Diagnose einer depressiven Reaktion im Rahmen einer
  Anpassungsstörung (ICD-10: F. 43.21) könne aufgrund des dokumentierten
  Verlaufs grundsätzlich zugestimmt werden. Allerdings werde von den Gutachtern
  nicht berücksichtigt, dass es sich um leichtere depressive Zustände handle,
  welche spätestens nach zwei Jahren den Schwellenwert einer psychopathologischen
  Beeinträchtigung mit Krankheitswert unterschreiten würden. Auch aus dem Bericht
  des Psychologen T.______ im Oktober 2011 (vgl. vorne E. II/5.5), dürfe abgeleitet
  werden, dass die depressive psychopathologische Symptomatik im Rahmen der damals
  diagnostizierten Anpassungsstörung den Schwellenwert einer psychiatrischen Erkrankung
  unterschritten habe. Zum Zeitpunkt der Begutachtung sei trotz gewisser Unterlassungen
  in der Befunderhebung und Würdigung der Befunde deshalb schlüssig belegt,
  dass keine psychiatrischen Störungen oder Beeinträchtigungen mit Krankheitswert
  mehr vorgelegen hätten, welche als unfallkausal einzuschätzen wären. Mögliche
  mit einer Persönlichkeitsstörung einhergehende psychische Beschwerden seien
  als unfallfremd, da vorbestehend, zu gewichten. Eine unfallkausale psychiatrische
  Störung, welche ursächlich für die beklagten kognitiven Defizite über den
  erwähnten Zeitraum der diagnostizierten Anpassungsstörung hinaus in Frage
  komme, liege nicht vor. Hingegen hätten aufgrund der dokumentierten Befunde
  psychiatrisch relevante unfallfremde Störungen gefunden werden können, die
  das Vorliegen von kognitiven Störungen plausibel erklären könnten. Eine
  erneute neuropsychologische Begutachtung brächte keine weitere wesentliche Klärung.

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  6.1 Der Beschwerdegegnerin ist beizupflichten,
  dass das von der Invalidenversicherung eingeholte AB.______-Gutachten zu
  Klärung der Kausalität nicht aufschlussreich ist, was auch der
  Beschwerdeführer sinngemäss anerkennt. Unabhängig davon, dass die Voraussetzungen
  für eine Rente in der Invaliden- und Unfallversicherung trotz des grundsätzlich
  gleichen Invaliditätsbegriffs ohnehin verschieden sind und keine Bindung an
  die Invaliditätsschätzung des anderen Sozialversicherungsträgers besteht
  (vgl. dazu BGE 133 V 549 E. 6.2), die Invalidenversicherung insbesondere
  nicht bloss die natürlich und adäquat kausalen gesundheitlichen und
  erwerblichen Unfallfolgen berücksichtigt, lassen die AB.______-Gutachter die
  Frage der Kausalität explizit offen. 

  
	
   

  
	
  6.2 Aus dem Umstand, dass die Beschwerdegegnerin
  die seit November 2011 gewährten Leistungen nicht zurückfordert, lässt sich
  nichts zu Gunsten des Beschwerdeführers ableiten. Jedenfalls kann davon nicht
  auf die Anerkennung einer per 1. Juni 2013 bestehenden bzw. über
  den Februar 2014 hinausgehenden Unfallkausalität geschlossen werden.
  Massgebend ist einzig, dass die Beschwerde­gegnerin eine solche ausdrücklich
  bestreitet.

  
	
   

  
	
  6.3 Aus dem
  Gutachten geht schlüssig hervor, dass die kognitiven und psychischen
  Beeinträchtigungen im Vordergrund der aktuellen gesundheitlichen Störungen
  stehen. 

  
	
   

  
	
  In neuropsychologischer Hinsicht
  diagnostizierten die U.______-Gutachter einen Status nach Verkehrsunfall mit
  leichten kognitiven Störungen bei milder traumatischer Hirnverletzung.
  Differenzialdiagnostisch erwogen die Gutachter einen Status nach langjähriger
  Alkoholabhängigkeit. Die leichten kognitiven Störungen waren nur in der
  neuropsychologischen Untersuchung nachweisbar. Es ist nachvollziehbar, dass gemäss
  Gutachtern nicht genau abgeschätzt werden kann, wie hoch der Ursachenanteil
  des langjährigen Alkoholabusus an den leichten kognitiven Störung ist. So
  vermag eine neuropsychologische Untersuchung – wie die Beschwerdegegnerin
  richtig erkennt – nach derzeitigem Wissensstand die Beurteilung der
  Kausalität eines Beschwerdebildes nicht selbständig und abschliessend
  vorzunehmen (BGE 119 V 335 E. 2b/bb; BGer-Urteil 8C_110/2010 vom
  18. März 2010 E. 3.4.2, mit Hinweisen). Die entsprechenden
  Untersuchungsergebnisse sind im Rahmen einer gesamthaften Beweiswürdigung nur
  insoweit bedeutsam, als sie überprüf- und nachvollziehbar sind. Die
  neuropsychologische Abklärung hat wohl den Nachweis gewisser Defizite
  erbracht. Daraus allein lässt sich aber noch nichts über die Unfallkausalität
  ableiten. Der neuropsychologische Gutachter lic. phil. AA.______,
  scheint seinen Bericht ohne Kenntnis der vollständigen Akten erstattet zu
  haben, womit seine Schlussfolgerung den Anforderungen an eine Expertise im
  Sinne der Rechtsprechung (vgl. vorne E. II/3.1) nicht zu genügen vermag. So
  liess er die vorbelastete Psyche ausser Acht, insbesondere dass der Beschwerdeführer
  bereits früher einmal depressiv gewesen war, an einer bipolaren affektiven Störung
  gelitten und konstant Tegretol und andere Medikamente eingenommen hatte, und
  äusserte sich nicht dazu, wie sie dieses Testergebnis beeinflusst haben
  könnte. Es leuchtet ein, dass die beklagten Beschwerden bei einer Reihe von
  unterschiedlichen psychiatrischen Be­find­lich­keits­stö­rungen oder
  Erkrankungen auftreten können, beispielsweise bei der diagnostizierten depressiven
  Reaktion im Rahmen einer Anpassungsstörung (ICD-10: F. 43.21).
  Wegen den Überlagerungen mit den psychischen Diagnosen, welche bezüglich
  Genese der leichten kognitiven Störung zu wenig Berücksichtigung fand, erweisen
  sich die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung nicht im nötigen Umfang
  als überprüf- und nachvollziehbar. Für die Bejahung einer Kausalität reicht
  dies jedenfalls nicht aus. Der neuropsychologische Bericht bildet daher
  vorliegend keine schlüssige Grundlage für die Kausalitätsbeurteilung.

  
	
   

  
	
  6.4 Da
  abgesehen von der neuropsychologischen Untersuchungen die Untersuchungsbefunde
  unauffällig waren und keine
  Anhaltspunkte für traumatische Verletzungen bestanden, wie auch sämtliche
  sonstigen im Recht liegenden Berichte zeigten, stützten sich die Gutachter
  auf die subjektiven Angaben des Beschwerdeführers zur Beurteilung, ob der
  status quo ante oder quo sine erreicht sei. Blosse Klagen über diffuse Beschwerden
  genügen jedoch keineswegs für den Beweis der Unfallkausalität. 

  
	
   

  
	
  6.5 Diesen mag
  auch die Einschätzung des behandelnden Psychotherapeuten T.______ nicht zu
  erbringen. Obwohl zutreffen mag, dass sich insbesondere subtile Defizite im
  klinischen Eindruck nicht manifestieren lassen, ist jedoch insbesondere von
  dem von ihm geforderte neuropsychologische Zusatzgutachten abzusehen, da ein
  solches – wie aufgezeigt – für die Beurteilung der Kausalität nicht
  abschliessend Aufschluss brächte. Dies bestätigten auch Dr. Y.______ und
  Dr. D.______. 

  
	
   

  
	
  6.6 Auch das mehrfach vorgebrachte Argument, dass
  die uneingeschränkte Leistungsfähigkeit vor dem Unfall ein Beweis für die
  vernachlässigbare Rolle des Alkoholabusus bei den feststellbaren
  Leistungseinbussen seit dem Unfall sei und dass der Beschwerdeführer mit den
  Beschwerden vor dem Unfall nicht hätte arbeiten können, ist nicht ausreichend.
  Diese Schlussfolgerungen basieren auf keiner überzeugenden Begründung,
  vielmehr wird aus der Gesundheits- und Leistungs­situation vor dem Unfall auf
  die Kausalität der Beschwerden nach dem Unfall geschlossen. Dies genügt
  jedoch dem erforderlichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit
  nicht, sondern kommt einem unzulässigen "post hoc ergo propter
  hoc"-Schluss gleich (vgl. BGer-Urteil 8C_626/2009 vom
  9. November 2009 E. 3.2). Dies gilt umso mehr, als hier nicht die
  unmittelbare Kausalität nach dem Unfall, sondern der kausale Zusammenhang zu
  den nach rund fünf bzw. sechs Jahren bestehenden neuropsychologischen Restbeschwerden
  zu beurteilen ist.

  
	
   

  
	
  6.7 Da der
  behandelnde Psychiater T.______ im Oktober 2011 schlüssig begründete, dass
  die depressive Reaktion abgeklungen sei, erweist sich die gutachterliche
  Prognose bezüglich Status quo sine der damals gestellten psychiatrischen
  Diagnosen als nachvollziehbar. Seither ist zwar gemäss AB.______-Gutachten
  eine Verschlechterung der psychiatrischen Diagnosen einer emotional instabilen
  Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ (ICD-10 F.60.3) sowie einer
  bipolaren affektiven Störung, gegenwärtig hypomanische Episode (ICD-10
  F.31.0) ausgewiesen, jedoch äusserte sich das AB.______-Gutachten nicht zur
  Unfallkausalität. 

  
	
   

  
	
  6.8 Aus den
  dargelegten Gründen ergibt sich, dass die natürliche Kausalität wohl nicht
  mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gegeben war. Wie es sich hinsichtlich
  der natürlichen Kausalität verhält, kann letztlich aber offen gelassen
  werden, da die Leistungspflicht per 1. Juni 2013 bzw. ab 1. Februar
  2014 ohnehin mangels Adäquanz zu verneinen ist.

  
	
   

  
	
  7.

  
	
  7.1 Die
  medizinischen Beurteilungen stimmen dahingehend überein, dass den vom Beschwerdeführer
  angegebenen Beschwerden kein objektivierbares organisches Substrat im Sinne
  von strukturellen Läsionen zuzuordnen ist und per 1. Juni 2013 sowie
  auch im Zeitpunkt des Fallabschlusses auch sonst keine organisch objektiv
  ausgewiesenen Unfallfolgen mehr vorlagen. Die noch geklagten Beschwerden sind
  am ehesten im Rahmen der Anpassungsstörung zu werten. Somit besteht die
  Ausgangslage, dass beim Unfall eine Schädel-Hirn-Trauma stattgefunden hat,
  aber die im Entscheidzeitpunkt noch geklagten Beschwerden nicht mit einer strukturellen
  Läsion erklärt werden können, so dass über das Bestehen eines
  rechtsgenüglichen Kausalzusammenhangs praxisgemäss die Adäquanz zu prüfen ist
  (vgl. vorne E. II/2.4).

  
	
   

  
	
  7.2 Für den
  Zeitpunkt der Adäquanzprüfung entscheidend ist nicht, ob bezogen auf die
  gesamte gesundheitliche Situation noch therapeutisches Potential anzunehmen
  ist, sondern ob mit Bezug auf die unfallkausalen Beschwerden ein
  medizinischer Endzustand erreicht ist. Es ist deshalb nicht zu beanstanden,
  dass überhaupt, und vorliegend über sieben Jahre nach den Unfallereignissen,
  eine Adäquanzprüfung stattfindet, dies umso mehr, als sich aus ihr ergibt,
  dass sich die ins Feld geführte Arbeitsunfähigkeit gerade nicht auf
  unfallkausale Beeinträchtigungen beziehen. Würde nicht so verfahren, so bestünde
  eine fortgesetzte Leistungspflicht des Unfall­ver­si­che­rers bis zum Erreichen
  des medizinischen Endzustands in jeglicher Hinsicht, also auch bezogen auf Beeinträchtigungen,
  bei denen die Adäquanzprüfung, wäre sie erfolgt, ergeben hätte, dass sie gar
  nicht  unfallkausal sind (vgl. SozVersGer ZH-Urteil UV.2009.00442 vom
  17. Mai 2011 E. 4.3, www.sozial­versicherungs­gericht.zh.ch).

  
	
   

  
	
  7.3 Die für ein
  Schleudertrauma entwickelte Adäquanzprüfung nach erlittenem Schädel-Hirn-Trauma
  (BGE 134 V 109) ist vorliegend von vornherein nicht anwendbar, da das
  Schädel-Hirn-Trauma durchgehend als Commotio cerebri und nie als im Grenzbereich
  zu einer Contusio liegende Commotio cerebri diagnostiziert wurde und mit
  einem GCS Wert von 15 nicht den Schweregrad aufgewiesen hat, der praxisgemäss
  dafür erforderlich wäre (vgl. vorne E. II/2.4). Die ärztlichen Unterlagen
  zeigen zudem auf, dass im Anschluss an das Unfallereignis vom
  19. September 2008 bis zum Fallabschluss bzw. Erlass des
  Einspracheentscheids eine psychische Gesundheitsschädigung einsetzte. So
  wurde bereits am 29. April 2009 der Verdacht auf eine Anpassungsstörung
  genannt und eine solche lag auch noch vor, als organische körperliche
  Beschwerden ausgeschlossen werden konnten. Es ist nach dem Gesagten nicht zu
  beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die adäquate Kausalität nach der
  Praxis zu den psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133) – folglich unter
  Ausschluss psychischer Aspekte – geprüft hat. Dabei ist an das Unfallereignis
  anzuknüpfen und kann – anders als bei "Schleudertrauma-Praxis" für
  die Adäquanzprüfung bei typischen Folgen eines HWS-Schleudertraumas oder
  eines Schädel-Hirn-Traumas – auf eine Differenzierung zwischen physischen und
  psychischen Komponenten nicht verzichtet werden (vgl. BGE 120 V 352 E.
  5b/aa, 115 V 133 E. 6). 

  
	
   

  
	
  7.4 Die von der
  Beschwerdegegnerin zitierte Kasuistik zu mittleren Unfällen im engeren Sinn
  betrifft mehrheitlich Fälle von Zusammenstössen zwischen Personenwagen, die
  nicht ohne Weiteres einschlägig für Motorradkollisionen sind, insbesondere
  wegen des Schutzes des Fahrers des Personenwagens durch Rückhaltesysteme wie
  Sicherheitsgurten und Airbags und der Knautschzone am Personenwagen, welche
  einen Teil der Kollisionsenergie absorbiert (BGer-Urteil 8C_621/2011 vom
  31. Januar 2012 E. 3.4.3). Das Bundesgericht beurteilte folgende
  Zusammenstösse zwischen einem Motorrad und einem Personenwagen jeweils als
  mittelschweres Unfallereignis im engeren Sinn (BGer-Urteil 8C_621/2011 vom
  31. Januar 2012 E. 3.4.3): Motorradsturz der Versicherten als
  Mitfahrerin in einer Kurve auf regennasser Fahrbahn bei einer Geschwindigkeit
  von ca. 50 km/h (BGer-Urteil 8C_902/2010 vom 6. April 2011 E. 5.1); der
  Versicherte stiess auf einer Dorfstrasse mit seinem Motorrad, auf dessen
  Hintersitz die Freundin sass, in die linksseitige Front eines von der
  Gegenfahrbahn abbiegenden Personenwagens (BGer-Urteil 8C_726/2007 vom 16. Mai
  2008 E. 4.3.1 und 4.3.2.1); der Versicherte kollidierte mit seinem Motorrad
  auf einer Hauptstrasse ausserorts mit einer Geschwindigkeit von ca. 60-70
  km/h frontal in den hinteren seitlichen Teil eines vortrittsbelasteten, die
  Fahrbahn im Rahmen eines Linksabbiegemanövers überquerenden Personenwagens
  (BGer-Urteil U 78/07 vom 17. März 2008 E. 5.1 f.); der mit dem Motorrad
  an einer stockenden Autokolonne vorbeifahrende Versicherte prallte mit einer
  Geschwindigkeit von ca. 50 km/h ungebremst in einen plötzlich nach
  links ausscherenden Personenwagen (BGer-Urteil U 115/05 vom 14. September
  2005 E. 2.4.1, mit weiterem Beispiel); der Versicherte stiess mit einem
  vortrittsbelasteten Personenwagen zusammen und wurde über dessen Front
  geschleudert (BGer-Urteil U 415/00 vom 8. Februar 2001 Sachverhalt A.
  und E. 3a); der Versicherte kollidierte als Motorradfahrer mit einem
  Personenwagen, wurde über dessen Kühlerhaube geschleudert und prallte auf der
  anderen Seite des Fahrzeugs auf der Strasse auf (BGer-Urteil U 3/92 vom
  22. Dezember 1993 E. 3b, publ. in RKUV 1995 Nr. U 221, S. 111); der
  Versicherte prallte mit dem Motorrad bei einem Überholmanöver seitlich mit
  einem ebenfalls zum Überholen ausscherenden Personenwagen zusammen und wurde
  über eine Böschung geschleudert (BGE 117 V 359 E. 7a f.).

  
	
   

  
	
  7.5

  
	
  7.5.1 Gemäss
  Rapport der Kantonspolizei […] vom 13. Oktober 2008 war der Beschwerdeführer
  mit seinem Motorrad innerorts bei einer Ge­schwin­dig­keits­be­schrän­kung
  von 60 km/h bei Niederschlag unterwegs, als der Fahrer eines Personenwagens –
  während er sich nach einem Stopp bei einer Tankstelle wieder in den Verkehr
  einfügen wollte – ihn übersehend seinen Vortritt missachtete und ihm den Weg
  abschnitt. In der Folge kam es zu einer Kollision, wobei beim Personenwagen
  das Heck rechts und beim Motorrad die Front beschädigt wurde (gemäss
  Fotodokumentation leicht). Im Kollisionsbereich befanden sich Glassplitter
  auf der Fahrbahn. Das Motorrad kam auf dem Trottoir mit Front in
  Fahrtrichtung zu liegen. Laut Angaben des Beschwerdeführers gegenüber der
  Kantonspolizei […] habe er die Kollision trotz einer Vollbremsung nicht mehr
  verhindern können. Es ist folglich nicht von einer ungebremsten Kollision
  auszugehen. Den polizeilichen Akten sind keine Angaben zur Kollisionsgeschwindigkeit
  des Motorrades beim Zusammenprall mit dem Personenwagen zu entnehmen. Der Beschwerdeführer
  ist gemäss eigenen Angaben bedingt durch die Witterungsverhältnisse weniger
  als die erlaubten 60 km/h gefahren. Er hat sich durch die Kollision eine
  leichte Commotio cerebri, eine Rückenkontusion sowie eine Dysästhesie des
  rechten Daumens ohne Frakturnachweis in LWS und Thorax zugezogen, was die Einwirkung
  der Kollisionskräfte auf seinen Körper nicht als erheblich erscheinen lässt.
  Dabei ist der Grenzbereich zu den schweren Ereignissen, wie dies
  beispielsweise in BGer-Urteil 8C_484/2007 vom 3. September 2008 der Fall
  war, bei weitem nicht erreicht. Im Lichte der aufgeführten Rechtsprechung und
  aufgrund des augenfälligen Geschehensablaufs mit den sich dabei entwickelnden
  Kräften ist das Ereignis vom 19. September 2008 höchstens als mittelschwer
  im engeren Sinne einzustufen. Dementsprechend ist die Adäquanz des Kausal­zusammen­hangs
  zu bejahen, wenn drei der folgenden Kriterien (oder eines der Kriterien
  ausgeprägt) erfüllt sind (vgl. 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5):
  besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
  Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen,
  insbesondere die erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen
  auszulösen; un­ge­wöhn­lich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
  körperliche Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
  erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
  Komplikationen sowie Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
  (BGE 115 V 133 E. 6c/aa).

  
	
   

  
	
  7.5.2 Über die
  mit einem derartigen Unfall generell verbundene Eindrücklichkeit hinaus
  könnte allenfalls ins Gewicht fallen, dass dem auf einer Hauptstrasse
  fahrenden Beschwerdeführer bei Regen völlig unverhofft durch einen nicht
  vortrittsberechtigen Personenwagen der Weg abgeschnitten wurde, wobei er das
  Bevorstehen einer Kollision wahrnahm, aber keine Chance hatte, sie zu
  vermeiden. Letztlich kann aber – wie sich aus dem Nachfolgenden ergibt –
  offen bleiben, ob das Kriterium der besonderen Eindrücklichkeit erfüllt ist.
  Jedenfalls ist es nicht derart ausgeprägt erfüllt, dass es für sich allein
  genommen die Adäquanz zu begründen vermöchte. 

  
	
   

  
	
  7.5.3 Für eine
  besondere Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere
  ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen,
  bestehen keine Anhaltspunkte. Zwar kann eine Commotio cerebri grundsätzlich
  zu psychischen Fehlentwicklungen führen, dies setzt in der Regel jedoch ein
  schweres Trauma voraus, wofür im vorliegenden Fall die Anhaltspunkte fehlen
  (vgl. SozVersGer ZH-Urteil UV.2004.00030 vom 20. September 2005 E. 6.2,
  www.sozialversicherungs-gericht.zh.ch). Das erlittene Schädel-Hirntrauma ist
  medizinisch lediglich als leichte traumatische Hirnverletzung (MTBI)
  beurteilt worden, und bei den Beschwerden ist nicht ersichtlich, welche Besonderheit
  damit – über das Erlittenhaben eines Schädel-Hirn-Traumas hinaus – belegt
  sein könnte. 

  
	
   

  
	
  7.5.4 Sodann
  verheilten die organisch ausgewiesenen Unfallfolgen komplikationslos und die
  Dauer der ärztlichen Behandlung liegt im Rahmen dessen, was bei einem
  Schädel-Hirn-Trauma angenommen werden muss. Anzeichen für eine ärztliche Fehlbehandlung,
  welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, oder einen schwierigen
  Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen sind sodann nicht ersichtlich. 

  
	
   

  
	
  7.5.5 Das
  Kriterium von Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit wird
  erst bei relativ langer Dauer als gegeben erachtet (z.B. bei einer vollen
  Arbeitsunfähigkeit während fast drei Jahren, BGer-Urteil 8C_116/2009 vom 26.
  Juni 2009 E. 4.6). Es ist unbestritten, dass aus somatischer Sicht
  bereits kurz nach dem Unfall keine Arbeitsunfähigkeit mehr bestand. In einer
  Tätigkeit, bei welcher die kognitive Funktionsstörung nicht relevant ist,
  wäre der Beschwerdeführer aus somatischer Sicht arbeitsfähig.

  
	
   

  
	
  7.6 Die Prüfung
  der massgebenden Kriterien führt somit zum Schluss, dass höchstens ein
  Kriterium, dieses jedoch nicht in ausgeprägter Weise erfüllt ist. Damit hat
  die Beschwerdegegnerin den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall
  und den im Sinne der Rechtsprechung organisch nicht hinreichend
  nachweisbaren, noch bestehenden Beschwerden zu Recht verneint. Folglich
  erweist sich der angefochtene Entscheid, mit dem die Beschwerdegegnerin eine
  weitergehende Leistungspflicht verneint hat, als rechtens.

  
	
   

  
	
  Mangels Kausalität sind auch die
  Voraussetzungen für die Zusprechung einer Integritätsentschädigung nicht
  erfüllt. Abgesehen davon wird weder geltend gemacht noch bestehen
  Anhaltspunkte dafür, dass das Unfallereignis von einer solchen Schwere war,
  dass es zu einer dauerhaften und damit lebenslangen (vgl. Art. 36 Abs. 1
  der Verordnung über die Unfallversicherung vom 20. Dezember 1982 [UVV])
  Beeinträchtigung der Integrität des Beschwerdeführers führen könnte. 

  
	
   

  
	
  Dies führt zur Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  III. 

  
	
  Die Gerichtskosten sind von
  Gesetzes wegen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 1 Abs. 1 UVG i.V.m.
  Art. 61 lit. a ATSG). Bei diesem Verfahrensausgang ist
  der Beschwerdeführerin keine Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 1
  Abs. 1 UVG i.V.m. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die Gerichtskosten werden auf die Staatskasse
    genommen.

    
	
    3.

    	
    Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]