# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a8cb71d-cf05-55a5-a9f6-1c4af2c70376
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-04-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.04.2025 E-5257/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5257-2020_2025-04-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5257/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  A p r i l  2 0 2 5  

Besetzung 
 Richter David R. Wenger (Vorsitz), 

Richter Mathias Lanz,  

Richterin Gabriela Freihofer,    

Gerichtsschreiberin Monique Schnell Luchsinger. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Kamerun,   

vertreten durch MLaw Lejla Medii,  

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Ostschweiz,  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 24. September 2020 / N (…). 

 

 

 

E-5257/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer suchte am 13. Dezember 2019 um Asyl in der 

Schweiz nach. Anlässlich der Personalienaufnahme vom 20. Dezember 

2019 und der Anhörung vom 20. Januar 2020 führte er im Wesentlichen 

aus, er stamme aus B._______, Region Südwest, und sei verheiratet. Er 

habe im Jahr (…) das Pädagogikstudium mit einem Bachelor Degree ab-

geschlossen. Danach habe er als Lehrer und gleichzeitig als Landwirt auf 

dem eigenen Landwirtschaftsbetrieb gearbeitet. Am (…) 2016 hätten Leh-

rer und Anwälte in den Regionen Südwest und Nordwest demonstriert. Er 

habe ebenfalls an der Demonstration teilgenommen. Die Sicherheitskräfte 

seien mit Wasser und Tränengas gegen die Menge vorgegangen. Er sei in 

Ohnmacht gefallen und im Zentralgefängnis von C._______ wieder zu sich 

gekommen. Nach seiner Freilassung am (…) 2016 habe er nicht mehr als 

Lehrer gearbeitet. Im November 2016 sei ein Teil der Schule abgebrannt. 

Daraufhin habe er sich mit seiner Familie und anderen Personen im Wald 

versteckt. Circa im Februar 2017 seien sie nach B._______ zurückgekehrt. 

Monatlich sei das Militär vorbeigekommen und habe ihn gefragt, weshalb 

er nicht weiterhin unterrichte. Zwischendurch habe er sich wieder im Wald 

versteckt. Am 6. Juni 2018 sei das Stadtgebäude, am 13. Juni 2018 das 

Gerichtsgebäude und am 31. März 2019 das Spital abgebrannt. Nach je-

dem Ereignis hätten hunderte von Familien Zuflucht im Wald gesucht. Als 

er am (…) 2019 auf dem Nachhauseweg gewesen sei, habe das Militär 

den Bezirk umzingelt gehabt und ihn festgenommen. Sie hätten ihn wiede-

rum ins Zentralgefängnis C._______ gebracht und jeweils geschlagen. 

Nebst ihm seien weitere circa 47 Personen inhaftiert gewesen. Nach rund 

zwei Monaten Haft sei er am (…) 2019 gegen Zahlung von Bestechungs-

geld freigekommen. Der Gefängniswächter habe ihm geraten, das Land zu 

verlassen. Seine Ehefrau sei dagegen gewesen. Nach einigen Tagen im 

Wald habe sie ihn aufgesucht und gesagt, er müsse doch ausreisen, da 

Sicherheitskräfte das Haus durchsucht und sie beobachtet hätten. Deswe-

gen sei er am (…) 2019 ausgereist. 

A.b Mit Schreiben vom 14. Januar 2020 reichte der Beschwerdeführer ei-

nen Arztbericht vom 4. Januar 2020 ein. 

A.c Am 27. Januar 2020 gab die Vorinstanz dem Beschwerdeführer Gele-

genheit, sich zum Entscheidentwurf zu äussern. Am 28. Januar 2020 

reichte er eine Stellungnahme ein. Der Stellungnahme war eine Länder-

analyse zu Kamerun vom 24. Januar 2020 beigelegt. 

E-5257/2020 

Seite 3 

A.d Mit Verfügung vom 29. Januar 2020 (gleichentags eröffnet) stellte die 

Vorinstanz fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft 

nicht, lehnte das Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz 

und ordnete deren Vollzug an. 

A.e Am 4. Februar 2020 reichte der Beschwerdeführer bei der Vorinstanz 

einen Arztbericht vom 27. Januar 2020 ein. 

A.f Mit Eingabe vom 7. Februar 2020 erhob der Beschwerdeführer beim 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde. Er beantragte, es sei die Verfü-

gung der Vorinstanz vom 29. Januar 2020 aufzuheben und zur vollständi-

gen Sachverhaltsfeststellung und Neubeurteilung im erweiterten Verfahren 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. Eventualiter sei dem Beschwerdeführer 

die Flüchtlingseigenschaft zuzuerkennen. Subeventualiter sei der Be-

schwerdeführer in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. Es sei dem Be-

schwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten. 

A.g Am 18. Februar 2020 gab der Beschwerdeführer ein Formular «Zuwei-

sung zur medizinischen Abklärung» vom 3. Februar 2020 und einen unda-

tierten Arztbericht zu den Akten. 

A.h Bei der Vorinstanz ging ein Formular «Zuweisung zur medizinischen 

Abklärung» vom 31. März 2020 und ein undatierter Arztbericht ein. 

A.i Mit Urteil (…) vom (…) 2020 hiess das Bundesverwaltungsgericht die 

Beschwerde gut, hob den Asylentscheid des SEM vom 29. Januar 2020 

auf und wies die Sache zur ergänzenden Abklärung zurück, insbesondere 

zur Prüfung der Vorbringen des Beschwerdeführers unter Berücksichti-

gung der politischen Lage in Kamerun und allfälliger Wegweisungsvoll-

zugshindernisse. 

B.  

B.a Am 11. Mai 2020 wies das SEM den Fall dem erweiterten Verfahren 

zu.  

B.b Aktenkundig ist sodann ein Arztbericht vom 28. Mai 2019 (recte: wohl 

2020). 

B.c Am 22. Juni 2020 wurde der Beschwerdeführer dem Kanton Schaff-

hausen zugewiesen. Am 16. Juli 2020 folgte eine ergänzende Anhörung. 

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Seite 4 

Die Rechtsvertretung reichte sodann am 24. August 2020 einen Arztbericht 

vom 21. Juli 2020 zu den Akten.  

B.d Mit Entscheid vom 24. September 2020 verneinte das SEM wiederum 

die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers (Dispositiv Ziff. 1), 

lehnte sein Asylgesuch erneut ab (Dispositiv Ziff. 2) und wies ihn aus der 

Schweiz weg (Dispositiv Ziff. 3). Da der Vollzug der Wegweisung derzeit 

jedoch nicht zumutbar sei, verfügte das SEM die vorläufige Aufnahme und 

beauftragte den Kanton Schaffhausen mit deren Umsetzung. 

C.  

C.a Mit erneuter Beschwerde vom 26. Oktober 2020 beantragt der Be-

schwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht, die Verfügung des SEM 

vom 24. September 2020 in den Dispositivziffern 1 bis 3 aufzuheben und 

ihm Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Sache erneut zur Neubeurtei-

lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Ferner sei auf die Erhebung eines 

Kostenvorschusses zu verzichten und ihm die unentgeltliche Prozessfüh-

rung zu bewilligen sowie in der Person seiner Rechtsvertreterin eine amtli-

che Rechtsbeiständin zu bestellen; unter Kosten- und Entschädigungsfol-

gen zulasten des Staates. Der Beschwerde lag eine Schnellrecherche der 

Schweizerischen Flüchtlingshilfe vom 19. Oktober 2020 (SFH-Länderbe-

richt) zur Gefährdung von Lehrkräften in den anglophonen Regionen sowie 

eine Bestätigung des Sozialamtes Schaffhausen vom 22. Oktober 2020 

über den Bezug von Sozialhilfeleistungen bei. 

C.b Mit Zwischenverfügung vom 9. November 2020 hiess das Bundesver-

waltungsgericht die prozessualen Anträge gut, verzichtete auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses, gewährte dem Beschwerdeführer die un-

entgeltliche Prozessführung und bestellte die Rechtsvertreterin des Be-

schwerdeführers zu dessen amtlicher Rechtsbeiständin, welche in der 

Folge ihre Kostennote einreichte. 

C.c Das SEM liess sich am 20. November 2020 vernehmen. 

C.d Der Beschwerdeführer replizierte am 10. Dezember 2020 und reichte 

einen ärztlichen Abklärungsbericht vom 19. November 2020 ins Recht. Mit 

Eingabe vom 27. Januar 2023 reichte der Beschwerdeführer einen weite-

ren Arztbericht vom 14. Oktober 2022 ein. 

 

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG und dem VGG, soweit das 

AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

1.4 Der Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens beschränkt 

sich auf den Asylpunkt. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG. 

3.  

3.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

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Seite 6 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

3.2 Eine asylsuchende Person erfüllt die Flüchtlingseigenschaft gemäss 

Art. 3 AsylG, wenn sie Nachteile bestimmter Intensität erlitten hat respek-

tive mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begrün-

deterweise befürchten muss (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2). Begründete Furcht 

vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ist anzunehmen, wenn für Dritte 

nachvollziehbare Gründe (objektives Element) zur subjektiven Furcht hin-

zukommen, mit gewisser Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft 

Opfer von Verfolgung zu werden. Dabei ist auch zu beachten, dass bereits 

erlebte Verfolgungsnachteile als objektive Gründe für eine erhöhte (subjek-

tive) Furcht gelten können (vgl. BVGE 2014/27 E. 6.1, 2010/57 E. 2.5 je-

weils m.w.H.). Eine bloss entfernte Möglichkeit künftiger Verfolgung genügt 

jedoch nicht, vielmehr müssen konkrete Indizien die Furcht vor erwarteten 

Benachteiligungen realistisch und nachvollziehbar erscheinen lassen (vgl. 

BVGE 2010/57 E. 2.5). Massgeblich für die Beurteilung der Flüchtlingsei-

genschaft ist die Situation im Zeitpunkt des Asylentscheids (vgl. BVGE 

2008/4 E. 5.4; Urteil des BVGer D-8170/2024 vom 12. Februar 2025 

E. 5.1). 

3.3 Nach der sogenannten Schutztheorie (vgl. Entscheidungen und Mittei-

lungen der vormaligen Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 

2006 Nr. 18) ist nichtstaatliche Verfolgung durch Drittpersonen flüchtlings-

rechtlich nur dann beachtlich, wenn der Staat unfähig oder nicht willens ist, 

Schutz vor einer solchen Verfolgung zu bieten. Eine Garantie für langfristi-

gen individuellen Schutz kann dabei nicht verlangt werden; so kann es kei-

nem Staat gelingen, seinen Bürgerinnen und Bürgern jederzeit und überall 

eine absolute Sicherheit zu gewährleisten. Demgegenüber muss der Staat 

über eine funktionierende und effiziente Schutzinfrastruktur verfügen, de-

ren Inanspruchnahme der betroffenen Person objektiv möglich und indivi-

duell zumutbar sein muss, was jeweils im Rahmen einer Einzelfallprüfung 

unter Berücksichtigung des länderspezifischen Kontexts zu beurteilen ist 

(vgl. BVGE 2011/51 E. 7.3 f., Urteile des BVGer E-181/2025 vom 26. Feb-

ruar 2025 E. 6.2, E-4702/2024 vom 13. September 2024 E. 6.2, je m.w.H.). 

3.4 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den 

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Seite 7 

Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder ver-

fälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

4.  

4.1 Das SEM begründet seinen Asylentscheid vom 24. September 2020 im 

Wesentlichen dahingehend, dass der Beschwerdeführer nicht glaubhaft 

dargelegt habe, dass er am (…) 2016 anlässlich einer Demonstration in 

B._______ zusammen mit anderen Lehrern und Anwälten festgenommen 

und während rund zweier Wochen inhaftiert und gefoltert worden sei. Auch 

ein behördliches Interesse an seiner Person nach seiner Freilassung im 

Jahre 2016 und seine Inhaftierung während rund zweier Monate im Jahre 

2019 habe er nicht glaubhaft darlegen können. Die Verhaftung im (…) 2019 

habe er gar in drei verschiedenen Versionen beschrieben. Weitere Wider-

sprüche fänden sich in seinen Schilderungen zu den Interaktionen mit den 

kamerunischen Sicherheitskräften beziehungsweise Behördenmitarbei-

tern. Das Ereignis im Jahre 2016 liege drei Jahre vor seiner Ausreise. Ein 

Kausalzusammenhang zu den – unglaubhaften Ereignissen im Jahre 

2019 – bestehe nicht. Der im Jahre 2016 erlittenen Folter komme daher 

keine flüchtlingsrechtliche Relevanz zu, selbst wenn sie glaubhaft wäre. 

4.2 Der Beschwerdeführer bringt zusammengefasst vor, die Ausführungen 

seiner Rechtsvertreterin zum Sachverhalt im ersten Rechtsgang seien 

nicht gegen ihn zu verwenden. Das SEM habe sodann den medizinischen 

Sachverhalt nicht rechtsgenüglich abgeklärt. Die ergänzende Anhörung 

habe rund acht Stunden gedauert. Die zahlreichen medizinischen Arztbe-

richte sowie ein Antrag auf psychiatrische Begutachtung seien ignoriert 

worden, was eine Verletzung des rechtlichen Gehörs darstelle. Das SEM 

sei anlässlich der ergänzenden Anhörung systematisch von einem angeb-

lichen Widerspruch zum nächsten gegangen, ohne eine Gesamtbetrach-

tung aller Elemente vorzunehmen und auch diejenigen zu erwähnen, die 

für die Glaubhaftigkeit seiner Ausführungen sprächen. Es habe sodann den 

Sachverhalt einseitig gewürdigt und damit seine Begründungspflicht ver-

letzt. Weiter macht der Beschwerdeführer geltend, seine posttraumatische 

Belastungsstörung (PTBS) habe sein Aussageverhalten und damit auch 

die Glaubhaftigkeit seiner Schilderungen beeinflusst. Die vom SEM ge-

schilderten Widersprüche seien nicht nachvollziehbar und gesucht. Er sei 

anlässlich der ersten Anhörung sehr angespannt gewesen und könne sich 

an deren Inhalt nicht mehr erinnern. Zudem sei er an der ergänzenden An-

hörung erst um 17.20 Uhr mit vermeintlichen Widersprüchen konfrontiert 

worden. Er sei zwischen 2016 und 2019 mehrmals verhaftet und verhört 

worden, wobei es zwischen den einzelnen Befragungen keine prägenden 

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Seite 8 

Unterschiede gegeben habe. Die Rechtsvertreterin führt weiter aus, die 

Aussagen des Beschwerdeführers zum Grund für seine zweite Verhaftung 

im Jahre 2019 würden darauf hinweisen, dass er diesen nicht gekannt und 

lediglich unter Druck Vermutungen hierzu geäussert habe. Auch die vorge-

haltenen Widersprüche zu seinen Aufenthalten im Wald seien letztlich 

keine solchen, sondern mit der Häufigkeit der Aufenthalte erklärbar. Die 

Familie sei nämlich häufig beziehungsweise immer mit ihm, dem Be-

schwerdeführer, im Wald gewesen. Zudem sei die Zeit anlässlich der ers-

ten Anhörung knapp gewesen, weshalb er sich auf seine eigene Situation 

konzentriert habe. Auch sei damals der Sachverhalt noch nicht vollständig 

ermittelt worden, was nun nicht gegen ihn verwendet werden dürfe. Soweit 

das SEM ihm vorwerfe, er könne keine genauen Angaben zu seiner Inhaf-

tierung im Jahre 2019 machen, sei festzuhalten, dass er zu verstehen ge-

geben habe, dass die zweite Haft genau gleich abgelaufen sei, wie die 

erste, zumal es das gleiche Gefängnis gewesen sei. Dennoch enthalte die 

Schilderung zahlreiche Realkennzeichen. Zur Asylrelevanz hält der Be-

schwerdeführer unter Hinweis auf den SFH-Länderbericht vom 19. Oktober 

2020 fest, dass das Militär die Lehrkräfte unter Druck setze, damit die 

Schulen wieder öffnen könnten und die kamerunische Regierung habe ge-

droht, dass Lehrkräfte, die im neuen Schuljahr ab dem 5. Oktober 2020 

nicht zum Unterricht erscheinen würden, keinen Lohn erhalten würden. 

Viele Lehrkräfte hätten jedoch aufgrund von Drohungen von separatisti-

schen Gruppen Angst davor, den Unterricht wieder aufzunehmen. Die 

meisten Separatisten würden am Schulboykott festhalten und mit Entfüh-

rungen drohen. Er, der Beschwerdeführer, werde sowohl als Teil einer be-

stimmten Gruppe, mithin als Lehrer, aber auch persönlich und gezielt ver-

folgt. So sei er anlässlich der Demonstration im Jahre 2016 inhaftiert und 

gefoltert worden. Nach seiner Freilassung sei er mehrmals und wiederholt 

vom Militär beziehungsweise der Polizei verhört und aufgefordert worden, 

wieder zu unterrichten. Im Jahre 2019 sei er erneut inhaftiert und gefoltert 

worden und sei nur freigekommen, weil (…) Geld an einen Gefängniswär-

ter gezahlt habe, um ihn aus dem Gefängnis rauszuholen. Beide Inhaftie-

rungen seien illegitim gewesen. Er habe weder einen Anwalt erhalten, noch 

seien ihm eine Anklage oder die Gründe für die Inhaftierung und Folter ge-

nannt worden. Nachdem er freigekommen sei, sei sein Haus von den Si-

cherheitskräften durchsucht worden. Er habe damit Nachteile erlitten. Auch 

eine aktuelle, noch immer andauernde Verfolgung sei gegeben, und die 

Situation sei seit der Wiedereröffnung der Schulen am 5. Oktober 2020 

noch prekärer geworden. Es drohe ihm nicht nur Gefahr seitens der Regie-

rung, sondern auch durch die Separatisten. Eine künftige Gefahr sei eben-

falls zu bejahen. 

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Seite 9 

4.3 Die Vorinstanz hält dem vernehmlassungweise im Kern entgegen, dass 

die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der Anhörungen ohne 

Weiteres verwertbar seien, zumal sich aus den Gesprächsverläufen in den 

Protokollen keine Hinweise ergäben, wonach die im angefochtenen Ent-

scheid aufgeführten Widersprüche in der geltend gemachten PTBS be-

gründet sein könnten. Im Übrigen verweise sie auf die Mitwirkungspflicht 

des Beschwerdeführers, wobei dieser genügend Zeit gehabt habe, sich um 

eine psychologische Abklärung zu bemühen. Dass er bisher lediglich einen 

Allgemeinarzt aufgesucht habe, deute nicht auf schwerwiegende psychi-

sche Beschwerden hin. Mit der Gewährung der vorläufigen Aufnahme 

seien seine gesundheitlichen Probleme hinreichend berücksichtigt worden. 

Die Vorinstanz räumt ein, dass ihre Sachverhaltsdarstellung im angefoch-

tenen Entscheid Ausführungen zur Furcht vor einer gezielten Folterung 

durch die Sicherheitskräfte respektive vor einer erneuten Folterung durch 

die Gefängnismitarbeiter hätte beinhalten sollen. Im Übrigen seien die Aus-

sagen des Beschwerdeführers teilweise vage, spekulativ und widersprüch-

lich. Sie habe den Eindruck, dass der Beschwerdeführer seine Aussagen 

während der beiden Anhörungen jeweils situativ angepasst habe. Er habe 

seine Lehrtätigkeit bereits rund drei Jahre vor seiner Ausreise aufgegeben, 

weshalb er nicht mehr der Gruppe der Lehrer zugerechnet werden könne. 

4.4 Replicando bestreitet der Beschwerdeführer eine Verletzung der Mit-

wirkungspflicht und verweist hinsichtlich der von ihm geltend gemachten 

PTBS auf den Arztbericht vom 19. November 2020. Ferner beanstandet er 

weiterhin die Qualität der Anhörungen und rügt eine Verletzung der Unter-

suchungspflicht. 

5.  

5.1 Die vom Beschwerdeführer erhobenen formellen Rügen sind vorab zu 

prüfen, da sie allenfalls geeignet wären, eine Kassation der vorinstanzli-

chen Verfügung zu bewirken (hierzu z.B. BGE 149 I 91 E. 3.2).  

5.2 Gemäss Art. 29 VwVG haben die Parteien Anspruch auf rechtliches 

Gehör, welches als Mitwirkungsrecht alle Befugnisse umfasst, die einer 

Partei einzuräumen sind, damit sie in einem Verfahren ihren Standpunkt 

wirksam zur Geltung bringen kann (vgl. BGE 144 I 11 E. 5.3; BVGE 

2009/35 E. 6.4.1). Mit dem Gehörsanspruch korreliert die Pflicht der Be-

hörden, die Vorbringen tatsächlich zu hören, ernsthaft zu prüfen und in ihrer 

Entscheidfindung angemessen zu berücksichtigen. Die Begründung muss 

so abgefasst sein, dass sie eine sachgerechte Anfechtung ermöglicht. 

Nicht erforderlich ist, dass sich die Begründung mit allen 

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Seite 10 

Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt und jedes einzelne Vor-

bringen ausdrücklich widerlegt (vgl. BGE 143 III 65 E. 5.2). 

5.3 Das Verwaltungs- respektive Asylverfahren wird vom Untersuchungs-

grundsatz beherrscht (Art. 12 VwVG i.V.m. Art. 6 AsylG). Demnach hat die 

Behörde von Amtes wegen für die richtige und vollständige Abklärung des 

rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Unrichtig ist die Sachverhalts-

feststellung dann, wenn der Verfügung ein falscher und aktenwidriger 

Sachverhalt zugrunde gelegt wird. Unvollständig ist die Sachverhaltsfest-

stellung demgegenüber, wenn nicht alle für den Entscheid rechtsrelevan-

ten Sachumstände berücksichtigt wurden.  

5.4  

5.4.1 Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung seines rechtlichen Ge-

hörs geltend macht, weil die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid sei-

nen gesundheitlichen Zustand nicht gewürdigt habe, insbesondere die von 

ihm eingereichten medizinischen Berichte, und auch seinen Antrag auf Ein-

holung eines psychiatrischen Gutachtens nicht behandelt habe, ist mit der 

Vorinstanz einig zu gehen, dass mit der Gewährung der vorläufigen Auf-

nahme den gesundheitlichen Problemen des Beschwerdeführers durchaus 

Rechnung getragen worden ist.  

5.4.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er leide an einer PTBS 

ist dieses Krankheitsbild durch diverse, vor Bundesverwaltungsgericht ak-

tenkundige Arztberichte (Sachverhalt A.b, A.e, B.b, B.c), insbesondere 

aber durch den Abklärungsbericht vom 19. November 2020 (BVGer-act. 6 

Beilage 1) fachärztlich erstellt. Diese Diagnose wird zwischenzeitlich je-

doch wieder etwas relativiert, da sie im Facharztbericht vom 14. Oktober 

2022 (BVGer-act. 7 Beilage 1) lediglich als Arbeitshypothese aufgeführt 

wird. Indessen ist zugunsten des Beschwerdeführers für die Zeit der Anhö-

rungen bis im Oktober 2022 eine PTBS als gegeben zu erachten. Davon 

scheint auch die Vorinstanz auszugehen. 

5.4.3 Der Beschwerdeführer beantragte sodann unter anderem mit Ein-

gabe vom 24. August 2020 eine psychiatrische Begutachtung, um die psy-

chische Situation und die Therapienotwendigkeit festzustellen. Den Akten 

ist zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer seit längerer Zeit auf eine 

Therapie wartet (Arztbericht vom 19. November 2020, Abklärungsbericht 

vom 14. Oktober 2022). Es ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass sich 

eine psychiatrische Begutachtung, insbesondere hinsichtlich der Thera- 

pienotwendigkeit insoweit erübrigt hat, als sich die Frage nach allfälligen 

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Seite 11 

Wegweisungsvollzugshindernissen mit der Gewährung der vorläufigen 

Aufnahme nicht mehr stellt. Im Übrigen durfte die Vorinstanz auf die bean-

tragte psychiatrische Begutachtung des Beschwerdeführers auch deshalb 

verzichten, weil sie die erlittene Folter nicht grundsätzlich in Abrede stellt, 

jedoch einen anderen Zusammenhang vermutet, und eine solche psychi-

atrische Begutachtung auch nicht geeignet wäre, um auf die Ursache einer 

PTBS zu schliessen. Das Bundesverwaltungsgericht geht nämlich gemäss 

gefestigter Rechtsprechung davon aus, dass Arztberichte lediglich über ei-

nen gesundheitlichen Befund Auskunft geben können, jedoch für sich al-

leine noch keinen Beweis für ein geltend gemachtes traumatisierendes Er-

eignis bilden (vgl. BVGE 2015/11 E. 7.2.1 und 7.2.2). Auch wenn eine fach-

ärztliche Einschätzung in Bezug auf die Plausibilität von Ereignissen, die 

als Ursache für die diagnostizierte PTBS in Betracht fallen, ein Indiz sein 

kann, welches bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Vorbringen im 

Rahmen der Beweiswürdigung zu berücksichtigen ist (vgl. BVGE 2007/31 

E. 5.1), ist im hier zu beurteilenden Fall, wo der Beschwerdeführer während 

längerer Zeit und wiederholt verschiedenartigen belastenden Situationen 

ausgesetzt war, durch die beantragte Begutachtung eine hinreichende Klä-

rung der effektiven Ursache für die PTBS nicht zu erwarten. 

5.4.4 Soweit der Beschwerdeführer geltend machen wollte, sein Gesund-

heitszustand sei auch für die Verwertbarkeit der Anhörungsprotokolle rele-

vant, so lassen sich den Anhörungsprotokollen keine Hinweise entnehmen, 

die Zweifel an seiner Aussagefähigkeit aufkommen lassen könnten.  

5.4.5 Soweit er jedoch geltend macht, seine PTBS habe zumindest sein 

Aussageverhalten beeinflusst, was vom SEM nicht berücksichtigt worden 

sei, so ist mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass die vorliegend themati-

sierten Widersprüche nicht darauf schliessen lassen. Der Beschwerdefüh-

rer hat im Verfahren (…) zwar die Sachverhaltsabklärung als lückenhaft 

moniert, was in der Folge auch vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt 

wurde, indessen hat er das Protokoll der ersten Anhörung auf jeder Seite 

paginiert und damit die Richtigkeit seiner Aussagen bestätigt. Auf die Pagi-

nierung des Protokolls der ergänzenden Anhörung wurde aufgrund der da-

maligen Pandemie verzichtet, jedoch wurde dessen Richtigkeit gesamthaft 

unterschriftlich bestätigt. Zudem lässt der Beschwerdeführer beschwerde-

weise geltend machen, seine Ausführungen in der zweiten Anhörung wür-

den der Wahrheit entsprechen (Beschwerde S. 6). Damit ist der Beschwer-

deführer bei seinen Aussagen zu behaften. 

E-5257/2020 

Seite 12 

5.4.6 Soweit der Beschwerdeführer eine Verletzung der Begründungs-

pflicht moniert, ist Folgendes festzuhalten: Die Vorinstanz hat im angefoch-

tenen Entscheid ausführlich dargelegt, weshalb sie die Flüchtlingseigen-

schaft und die Gewährung von Asyl verneint. Sie war hierbei nicht gehal-

ten, zu sämtlichen Vorbringen des Beschwerdeführers Stellung zu nehmen 

(vgl. statt vieler Urteil des BVGer A-2566/2019 vom 19. Mai 2020 E. 5.1.1). 

Aus der Beschwerde vom 26. Oktober 2020 ergibt sich denn auch mit aller 

Deutlichkeit, dass sich der Beschwerdeführer über die Tragweite des Ent-

scheids bewusst ist und sich eine Meinung bilden konnte, insbesondere 

aus welchen Gründen er mit diesem Entscheid nicht einverstanden ist. So-

weit die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid die vorläufige Aufnahme 

gewährt hat, ist der Beschwerdeführer nicht beschwert und verzichtet auch 

ausdrücklich auf die Erhebung einer Beschwerde, weshalb nicht zu prüfen 

ist, ob insoweit eine Verletzung der Begründungspflicht gegeben wäre. Auf 

die Frage nach der aktuellen beziehungsweise künftigen Verfolgung bezie-

hungsweise der Furcht vor einer weiteren Verhaftung und Folter ist nach-

folgend unter E. 5.5 ff. und E. 5.8 ff. zurückzukommen. 

5.5  

5.5.1 Der Beschwerdeführer macht vor Bundesverwaltungsgericht geltend, 

er werde sowohl von der Regierung als auch den Separatisten als Lehrer 

persönlich und gezielt verfolgt, was sich aus den Anhörungsprotokollen er-

gebe. 

Dieser Einwand ist insoweit nicht zu hören, als für die Zeit vor seiner Aus-

reise sich aufgrund seiner Aussagen keine Verfolgung durch die Separa-

tisten erkennen lässt. 

Die Vorinstanz räumt in ihrer Vernehmlassung vom 20. November 2020 

zwar ein, dass sie die Furcht des Beschwerdeführers vor einer gezielten 

Tötung durch die Sicherheitskräfte respektive vor einer erneuten Folterung 

durch die Gefängnismitarbeiter im angefochtenen Urteil hätte thematisie-

ren müssen, rechnet aber den Beschwerdeführer nicht mehr der Gruppe 

der Lehrer zu, weil er schon vor der Ausreise die Lehrtätigkeit eingestellt 

und nur noch Landwirtschaft betrieben habe. 

In der Replik vom 10. Dezember 2020 moniert der Beschwerdeführer wei-

terhin eine Verletzung der Untersuchungspflicht. 

5.5.2 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungs-

gericht in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise mit 

E-5257/2020 

Seite 13 

verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Kassation und 

Rückweisung an die Vorinstanz ist insbesondere angezeigt, wenn weitere 

Tatsachen festgestellt werden müssen und ein umfassendes Beweisver-

fahren durchzuführen ist. Die in diesen Fällen fehlende Entscheidungsreife 

kann grundsätzlich zwar auch durch die Beschwerdeinstanz selbst herge-

stellt werden, wenn dies im Einzelfall aus prozessökonomischen Gründen 

angebracht erscheint; sie muss dies aber nicht (vgl. BVGE 2012/21 E. 5 

m.w.H.). Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör führt grund-

sätzlich ebenfalls zur Kassation und Rückweisung der Sache an die Vo-

rinstanz. Die Heilung von Gehörsverletzungen aus prozessökonomischen 

Gründen ist auf Beschwerdeebene nur möglich, sofern das Versäumte 

nachgeholt wird, der Beschwerdeführer dazu Stellung nehmen kann und 

der Beschwerdeinstanz für die konkrete Streitfrage die freie Überprüfungs-

befugnis in Bezug auf Tatbestand und Rechtsanwendung zukommt (vgl. 

Urteil des BGer 1C_463/2023 vom 9. Januar 2025) sowie die festgestellte 

Verletzung nicht schwerwiegender Natur ist und die fehlende Entscheid-

reife durch die Beschwerdeinstanz mit vertretbarem Aufwand hergestellt 

werden kann (vgl. BVGE 2014/22 E. 5.3 m.w.H.; Urteil des BVGer 

E-5208/2019 vom 21. Januar 2025 E. 8.1). 

5.5.3 Die Frage der Flüchtlingseigenschaft ist eine Rechtsfrage und unter-

liegt damit der vollen Kognition des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. 

BVGE 2015/2 E. 5.3). Die Vorinstanz hat die Frage der Flüchtlingseigen-

schaft, insbesondere aufgrund der aktuellen beziehungsweise künftigen 

Verfolgung für Lehrer in ihrer Vernehmlassung verneint und dies damit be-

gründet, dass der Beschwerdeführer bereits seit geraumer Zeit vor seiner 

Ausreise nicht mehr als Lehrer tätig gewesen sei. Der Beschwerdeführer 

konnte hierzu replizieren. Diese Verletzung der Begründungspflicht ist in-

soweit geheilt. 

Nachfolgend ist zu prüfen, ob die Ansicht der Vorinstanz in sämtlichen 

Punkten zu bestätigen ist oder ob sich vorerst weitere Abklärungen auf-

drängen respektive sich ihre Beweiswürdigung als unhaltbar erweist. 

5.6  

5.6.1 Der Beschwerdeführer hat gemäss seinen Ausführungen in der An-

hörung vom 24. Februar 2020 eine pädagogische Ausbildung absolviert 

und war bis zum Jahre 2016 als (…) tätig (SEM-act. 18/17 F 12 ff.). Er sei 

anlässlich einer Demonstration von Lehrern und Anwälten am (…) 2016 

verhaftet und anschliessend während zweier Wochen inhaftiert, gefoltert 

und danach wieder entlassen worden (SEM-act. 18/17 F 59 - F 62).  

E-5257/2020 

Seite 14 

Die Vorinstanz erachtet im angefochtenen Entscheid die Ausführungen zur 

Inhaftierung und Folter im Jahre 2016 insgesamt als unglaubhaft. Die Vor-

instanz hat diesbezüglich den Sachverhalt untersucht. Eine Verletzung des 

rechtlichen Gehörs ist nicht zu erblicken, weshalb sich eine Rückweisung 

nicht aufdrängt. Sie Vorinstanz stellt die Tatsache einer Inhaftierung und 

Folter nicht grundsätzlich in Abrede, bezweifelt jedoch, dass der Beschwer-

deführer anlässlich der Demonstration vom (…) 2016 verhaftet worden sein 

soll. Ihrer Beweiswürdigung kann insoweit jedoch nicht gefolgt werden, wie 

sich nachfolgend ergibt. 

5.6.2 Die Schilderungen des Beschwerdeführers zu seiner ersten Inhaftie-

rung sind detailliert und lassen keinen Zweifel daran, dass er diese prekä-

ren Haftumstände und körperlichen Misshandlungen selbst erlebt hat. Dies 

stellt denn auch die Vorinstanz – wie erwähnt – nicht grundsätzlich in Ab-

rede. 

Die Vorinstanz ist jedoch unter Hinweis auf die Ausführungen des Be-

schwerdeführers (SEM-act. 42/22 F 17 - F 33) der Ansicht, dass seine 

Schilderungen knapper und unsubstantiierter ausgefallen seien, als er 

nach den ausführenden Personen der Gewalttaten, ihren Äusserungen 

oder einzelnen individuellen Tatbeiträgen gefragt worden sei, weshalb nicht 

ausgeschlossen werden könne, dass er die Haftsituation und Folter in ei-

nem anderen Kontext als dem vorgebrachten erlebt habe. Diese Vermu-

tung der Vorinstanz lässt sich nach Auffassung des Bundesverwaltungsge-

richts nicht aufrecht halten. 

5.6.3 Der Beschwerdeführer hat die erste Verhaftung stets im Zusammen-

hang mit der Teilnahme an der Demonstration vom (…) 2016 geschildert 

und festgehalten, dass er daran als Lehrer teilgenommen habe (SEM-act. 

18/17 F 59). Seine Schilderungen der Demonstration erscheinen glaubhaft, 

zumal er sich ansonsten nicht an Demonstrationen beteiligt haben will und 

auch die Vorinstanz nicht in Frage stellt, dass eine solche Demonstration 

im (…) 2016 stattgefunden hat (SEM-act. 18/17 F 65). Dass der Beschwer-

deführer nach zwei Wochen wieder freigelassen und gegen ihn auch kein 

Verfahren eröffnet worden ist (SEM-act. 18/17 F 67), erscheint angesichts 

des Umstandes, dass es sich um die Teilnahme an einer Demonstration 

gehandelt hat, als durchaus möglich. Die Schlussfolgerung der Vorinstanz, 

wonach die Beschreibungen der folternden Personen, deren Äusserungen 

und Tatbeiträge knapper und unsubstantiierter ausgefallen seien, weshalb 

ein anderer Kontext nicht ausgeschlossen werden könne, vermag im hier 

zu beurteilenden Kontext keine fehlende Glaubhaftigkeit zu begründen. 

E-5257/2020 

Seite 15 

Zum einen liefert der Beschwerdeführer eine Personenbeschreibung und 

beschreibt auch einzelne Tatbeiträge, wenn auch tatsächlich etwas weni-

ger ausführlich als beispielsweise die Gefängniszelle (SEM-act. 42/22 F 11 

und F 14) oder den Vorfall (…) (SEM-act. 42/22 F 16), allerdings ist weder 

nachvollziehbar noch haltbar, weshalb die Vorinstanz gestützt darauf einen 

anderen Haftkontext vermutet und diesem mehr Gewicht beimisst als an-

deren ebenso wahrscheinlichen Gründen wie beispielsweise einem traum-

abedingten Vermeidungsverhalten. Dieser erste Vorfall ist daher – entge-

gen der Ansicht der Vorinstanz – in den Zusammenhang mit der Demonst-

ration vom (…) 2016 zu setzen und als glaubhaft zu erachten (dazu vorne 

E. 3.4).  

5.6.4 Es ist jedoch mit der Vorinstanz einig zu gehen, dass diesem Ereignis 

die Asylrelevanz (dazu vorne E. 3.2) abzusprechen ist, nachdem der Be-

schwerdeführer trotz dieses Vorfalls noch während dreier Jahre im Land 

verblieben ist und sich nach seiner Schilderung hierbei politischer Tätigkei-

ten enthalten hat (SEM-act. 18/17 F 65). 

5.7  

5.7.1 Die Vorinstanz führt in der Vernehmlassung vom 20. November 2020 

aus, dass sie die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach er und 

seine Familie aufgrund der gewalttägigen Auseinandersetzungen zwi-

schen den ambazonischen Separatisten und der Zentralregierung Kamer-

uns mehrmals den Wohnort zwischen den Wäldern und ihrer Wohnstätte 

gewechselt und aufgrund der allgemein schlechten Sicherheitslage 

schwierige Erfahrungen gemachte hätten, nicht generell in Zweifel ziehe. 

Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt insoweit den Sachverhalt als er-

stellt. Damit erübrigt sich eine Rückweisung auch insoweit. Auch die Be-

weiswürdigung der Vorinstanz erachtet das Bundesverwaltungsgericht als 

korrekt. 

5.7.2 Die Vorinstanz hält jedoch auch diesen Umstand nicht für asylrele-

vant, da davon viele Bewohner der anglophonen Regionen in gleichem 

Masse betroffen gewesen seien. Dem stimmt das Bundesverwaltungsge-

richt zu, zumal der Beschwerdeführer selbst anlässlich seiner beiden An-

hörungen erwähnt, dass viele Familien im Wald Zuflucht gesucht hätten 

(SEM-act. 18/17 F 63, SEM-act. 42/22 F 49 - F 51). 

5.7.3 Die Vorinstanz stellt demgegenüber die späteren Verhaftungen und 

Einvernahmen in Abrede. Sie hat zwar den vorgebrachten Sachverhalt 

auch insoweit untersucht, erachtet ihn aber als nicht glaubhaft. Eine 

E-5257/2020 

Seite 16 

Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liegt damit nicht vor. Ob ihrer 

Beweiswürdigung zu folgen ist, ist nachfolgend zu prüfen. 

5.7.3.1 Der Beschwerdeführer hat anlässlich der ersten Anhörung am 

20. Januar 2020 betreffend die Zeit nach seiner ersten Inhaftierung und 

Freilassung ausgeführt, (…). 

Anlässlich der erweiterten Anhörung vom 16. Juli 2020 wurde der Be-

schwerdeführer zu den sporadischen Verhaftungen und Einvernahmen de-

tailliert befragt (SEM-act. 42/22 F 51 - F 62).  

5.7.3.2 Die Vorinstanz hält dem Beschwerdeführer vor, betreffend die wie-

derholten Befragungen nach der ersten Inhaftierung zu wenig konkret, de-

tailliert und differenziert berichtet zu haben. Es ist diesbezüglich mit dem 

Beschwerdeführer einig zu gehen, dass es unter den hier zu beurteilenden 

Umständen für ihn schwierig gewesen sein muss, sich an die einzelnen 

Befragungen zu erinnern und sie zu unterscheiden, zumal er bereits an-

lässlich der ersten Anhörung darauf hingewiesen hat, dass es sich um ein 

regelmässiges Ereignis gehandelt hat, das mehr oder weniger gleich ver-

laufen ist (SEM-act. 18/17 F 96 ff.). Er vermochte an der ergänzenden An-

hörung den grundsätzlichen Vorgang der Verhaftung, den jeweiligen Ein-

vernahmeort zu beschreiben und Angaben zur üblichen Dauer der Befra-

gungen zu machen (SEM-act. 42/22 F 55, F 60, F 61, F 67). Dass er die 

Verhaftungen einmal dem Militär zuschrieb und dann wieder der Polizei 

sowie seine Erklärung hierfür, ist angesichts des damals herrschenden 

Bürgerkriegs – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – in concreto als 

nebensächlich zu betrachten. 

5.7.3.3 Den Antworten des Beschwerdeführers lässt sich entnehmen, dass 

die Wiedereröffnung des Schulbetriebs mehrfach Thema der Befragungen 

gewesen sein soll (SEM-act. 42/22 F 53 und F 54). Indessen ist mit der 

Vorinstanz insoweit einig zu gehen, als die Ausführungen zum Gesprächs-

inhalt eher dürftig ausgefallen sind, selbst wenn der Beschwerdeführer an-

gegeben hat, dass es während der Befragungen auch Unterbrechungen 

gegeben habe (SEM-act. 42/22 F 66). So beteuert er, dass es jeweils le-

diglich um den Stand und Fortschritt seiner Bemühungen für die Wiederer-

öffnung des Schulbetriebs gegangen sei, wobei seitens der Polizeibeam-

ten weder Vorschläge unterbreitet noch Konsequenzen angedroht worden 

seien (SEM-act. 18/17 F 101; SEM-act. 42/22 F 68). Auf Nachfrage vermu-

tete er sodann, dass man ihm – weil er sich nicht bereit erklärt habe, ihnen 

zu helfen – mit der Verurteilung beim letzten Mal gedroht habe (SEM-act. 

E-5257/2020 

Seite 17 

18/17 F 100). Dieser Einschätzung des Beschwerdeführers kommt bei der 

Glaubhaftigkeitsprüfung seiner Aussagen vorliegend indessen keine Be-

deutung zu. 

Nach dem Gesagten hat auch das Bundesverwaltungsgericht gewisse 

Zweifel an den Umständen zu den mehrfachen Verhaftungen und Befra-

gungen. Dennoch erachtet es die Tatsache, dass der Beschwerdeführer 

von regierungsnahen Personen mehrfach befragt worden ist, insgesamt 

als gegeben, weil er die Umstände für die mehrfachen Verhaftungen und 

Einvernahmen – eben weil es sich um relativ häufige Vorkommnisse ge-

handelt hat – konstant geschildert hat und sich diese als plausibel erwei-

sen. Dies hat die Vorinstanz verkannt. 

5.7.3.4 Der Beschwerdeführer hat anlässlich der Anhörungen mehrfach 

ausgesagt, dass ihm die befragenden Polizisten zugesichert hätten, ihn zu 

beschützen (SEM-act. 18/17 F 100, SEM-act. 42/22 F 54, F 62, F 65). Un-

ter diesen Umständen ist nicht davon auszugehen, dass ihm anlässlich 

dieser mehrfachen Verhaftungen und Befragungen seitens des Staates 

ernsthafte Nachteile oder gar eine asylrelevante Verfolgung gedroht hät-

ten. 

5.7.4 Die Vorinstanz spricht schliesslich den Schilderungen des Beschwer-

deführers zur zweiten Verhaftung, deren Dauer und der hierbei erlittenen 

Folter sowie der Behauptung, dass ihm keine Gründe für seine Verhaftung 

genannt worden seien und er (…) freigekommen sei, die Glaubhaftigkeit 

ab. 

Folglich hat sie den vorgetragenen Sachverhalt auch insoweit untersucht 

und gewürdigt. Eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes liegt damit 

nicht vor. Ob ihrer Beweiswürdigung zu folgen ist, ist nachfolgend zu prü-

fen. 

5.7.4.1 Die Vorinstanz qualifiziert die Schilderungen hierzu einerseits als 

unterschiedliche Versionen und erkennt andererseits Widersprüche bei der 

Darlegung der Gründe für die Verhaftung und bei der Schilderung seines 

Aufenthalts im Wald nach der zweiten Freilassung. Ferner erachtet sie die 

Beschreibung der Haftumstände als wenig detailliert und erlebnisarm. 

Dem hält die Rechtsvertretung des Beschwerdeführers entgegen, dass 

dieser einerseits von den Vorkommnissen traumatisiert sei, was sein Aus-

sageverhalten zu diesem Ereignis beeinflusst habe, und dass er anderer-

seits nicht wisse, aus welchem Grund er am (…) 2019 verhaftet worden 

E-5257/2020 

Seite 18 

sei. Seine Aussagen würden denn auch eher darauf hinweisen, dass er 

unter Druck Vermutungen nach Gründen für seine Verhaftung aufgestellt 

habe. 

5.7.4.2 Ein Vergleich der entsprechenden Aussagenpassagen während 

der beiden Anhörungen zeigt, dass unterschiedliche Versionen vor allem 

hinsichtlich der Umstände der Verhaftung vorliegen. So hat der Beschwer-

deführer lediglich in der ersten Anhörung eine Schiesserei erwähnt, die der 

Verhaftung unmittelbar vorausgegangen sei (SEM-act. 18/17 F 63), und 

dass das Militär den ganzen Bezirk umzingelt habe. Des Weiteren hat er 

anlässlich der ersten Anhörung zur Verhaftung ausgeführt, sie sei erfolgt, 

als er habe zurücklaufen wollen (SEM-act. 18/17 F 63), während es nach 

seiner Schilderung in der ergänzenden Anhörung zur Verhaftung gekom-

men sei, als er sein Haus habe betreten wollen (SEM-act. 42/22 F 76). 

Insoweit schliesst auch das Bundesverwaltungsgericht auf einen Wider-

spruch. 

5.7.4.3 Die Vorinstanz erkennt ferner einen Widerspruch in den Ausführun-

gen des Beschwerdeführers zu den Gründen für seine Verhaftung. Sowohl 

den Ausführungen in der ersten Anhörung als auch den Ausführungen in 

der ergänzenden Anhörung lässt sich mit hinreichender Klarheit entneh-

men, dass der Beschwerdeführer seine zweite Verhaftung als willkürlich 

bezeichnet hat und den Grund hierfür nicht gekannt hat (vgl. SEM-act. 

18/17 F 69 und F 70, F 80, SEM-act. 42/22 F 76 und F 79, F 87 - F 90, 

F 108 - F 113, F 115 - F 117). Unter diesen Umständen erscheinen die 

genannten Gründe ([…]) für die Verhaftung (SEM-act. 18/17 F 72) tatsäch-

lich nachgeschoben (vgl. dazu auch SEM-act. 18/17 F 77 und F 78). Das 

Bundesverwaltungsgericht stellt jedoch fest, dass der Beschwerdeführer 

im Zusammenhang mit seiner zweiten Verhaftung am (…) 2019 kein grös-

seres Ereignis erwähnt hat, wie etwa das Niederbrennen eines wichtigen 

Gebäudes, wie sie jeweils den früheren Aktionen des Militärs gegen die 

Bevölkerung vorausgegangen sind. Insoweit erscheint das geschilderte 

Verhalten des Militärs und die zweite Festnahme nicht kongruent, zumal 

der Beschwerdeführer auch nach seiner eigenen Schilderung nicht der ein-

zige gewesen sei, der an diesem Tag verhaftet worden sei (SEM-act. 42/22 

F 76 und F 79). Ein Zusammenhang mit den früheren Niederbrennungen 

beziehungsweise Anschlägen – wie das der Beschwerdeführer vermu-

tete – erscheint angesichts der erwähnten früheren Reaktionen des Militärs 

denn auch fraglich, muss hier aber nicht abschliessend geklärt werden. 

E-5257/2020 

Seite 19 

5.7.4.4 Die Vorinstanz erkennt auch einen Widerspruch in den Aussagen 

des Beschwerdeführers bezüglich seines Aufenthalts nach seiner zweiten 

Freilassung und den Umständen seiner Ausreise, indem er vorerst gesagt 

habe, er habe sich alleine im Wald aufgehalten. In der ergänzenden Anhö-

rung habe er jedoch den Eindruck erweckt, er habe mit seiner Familie im 

Wald gelebt. Die Ansicht der Vorinstanz und der von ihr festgestellte Wi-

derspruch werden durch die Akten gestützt. 

Die Erklärungen der Rechtsvertreterin in der Beschwerde vermögen die-

sen Widerspruch nicht zu entkräften, beziehen sich die von ihr angeführten 

Textstellen und auch die weiteren Ausführungen offensichtlich auf die Zeit 

zwischen der ersten und der behaupteten zweiten Verhaftung. 

5.7.4.5 Entscheidend jedoch ist das Aussageverhalten des Beschwerde-

führers bezüglich seiner zweiten Inhaftierung. Selbst wenn es sich um die 

Schilderung eines wiederholten und traumatischen Ereignisses handelt, so 

erscheinen die Aussagen und insbesondere die Schilderung der Unter-

schiede zur Inhaftierung im Jahre 2016 dürftig und mit geringem Erlebnis-

bezug. Der Beschwerdeführer hat die erste Inhaftierung trotz seiner PTBS 

eindrücklich schildern können. Entgegen der Ansicht der Rechtsvertretung 

lässt sich die Dürftigkeit der Schilderung der zweiten Inhaftierung nicht mit 

der Fragetechnik und den gestellten oder auch nicht gestellten Fragen er-

klären, ist doch der befragenden Person eine gewisse Hartnäckigkeit zu-

zuschreiben. 

Angesichts der rund zweimonatigen Dauer der zweiten Inhaftierung und 

den hierbei durchgestandenen Strapazen, der erlittenen Folter, unter an-

derem auch an den Füssen (SEM-act. 44/22 F 84), sowie der reduzierten 

Nahrungsaufnahme (SEM-act. 44/22 F 85), erstaunt es sodann, dass sich 

der Beschwerdeführer vom Zentralgefängnis in C._______ (SEM-act. 

18/17 F 63) anschliessend wieder in den Wald hat zurückziehen und von 

dort zu Fuss nach D._______ hat begeben können und schon nach zehn 

Tagen seit der Freilassung das Land hat verlassen können (SEM-act. 42/22 

F 117, F 120, F 123 und SEM-act. 18/17 F 63). Auch erscheint die Zeit nach 

dem Verlassen des Gefängnisses für einen Verbleib mit der Familie im 

Wald bis die Nahrungsmittel ausgegangen seien, die Ehefrau alleine in das 

Zuhause in B._______ zurückgekehrt sei, dort vom Militär überrascht wor-

den sei, während Tagen habe abwarten müssen bis sich das Militär zurück-

gezogen habe, um dann lediglich mit einer Tasche und wenigen Kleidern 

wieder in den Wald zurückzurennen und den Beschwerdeführer zum Ver-

lassen des Landes zu bewegen sowie dem anschliessenden Fussmarsch 

E-5257/2020 

Seite 20 

bis zur Landesgrenze (SEM-act. 42/22 F 122 - F 128) als äusserst kurz 

beziehungsweise basierend auf früheren Erfahrungen als konstruiert. 

Nach dem Gesagten erweist sich die zweite Inhaftierung und Folter insge-

samt als unglaubhaft. Insoweit ist die Beweiswürdigung der Vorinstanz 

letztlich zu bestätigen. 

5.8 Der Beschwerdeführer macht beschwerdeweise erneut geltend, er sei 

als Lehrer auch aktuell beziehungsweise bei seiner (hypothetischen) Rück-

kehr nach Kamerun bedroht und verweist hierzu auf den SFH-Länderbe-

richt vom 19. Oktober 2020. 

5.8.1 Die Vorinstanz hat den Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt, soweit 

er die Vorfluchtgründe im Zusammenhang mit den Verhaftungen und Fol-

terungen betrifft. Bei der Frage der begründeten Furcht vor einer (hypothe-

tischen) aktuellen oder künftigen Verfolgung hat sie die Ländersituation für 

Lehrer offensichtlich nicht geprüft.  

Die Vorinstanz verneint in der Vernehmlassung eine aktuelle beziehungs-

weise künftige Bedrohung des Beschwerdeführers, da er seinen Lehrerbe-

ruf bereits geraume Zeit vor seiner Ausreise aufgegeben habe und nicht 

mehr der Gruppe der Lehrer zuzurechnen sei. 

Sowohl aus der Länderanalyse vom 24. Januar 2020 (vgl. Verfahren 

E-739/2020) als auch aus dem SFH-Länderbericht vom 19. Oktober 2020 

(Beschwerdebeilage 3) ergibt sich, dass die Schulen im englisch-sprachi-

gen Teil von Kamerun von 2016 bis 5. Oktober 2020 wegen Auseinander-

setzungen zwischen der Regierung und den Separatisten grösstenteils ge-

schlossen waren. Die Aufgabe der Tätigkeit als Lehrer erfolgte daher wohl 

kaum freiwillig. Allerdings ist mit der Vorinstanz insoweit einig zu gehen, 

dass der Beschwerdeführer mit seinen Erfahrungen in der Landwirtschaft 

über eine andere Erwerbsmöglichkeit verfügt hat. Diese hatte ihm in den 

Zeiten vor seiner Ausreise während rund dreier Jahre – unabhängig von 

der Ausübung der Lehrtätigkeit – ein Einkommen verschafft, um eine fünf-

köpfige Familie zu ernähren (SEM-act. 18/17 F 29, F 32, F 37), deren fi-

nanzielle Möglichkeiten sich zwischenzeitlich schon wegen der Volljährig-

keit seines Adoptivkindes verändert haben (vgl. SEM-act. 18/17 F 40, 

SEM-act. 11/10 Ziff. 1.14).  

Zwar dürfte die Identität des Beschwerdeführers der Regierung bezie-

hungsweise den Regierungstruppen in seiner Gegend aufgrund der mehr-

fachen Verhaftungen bekannt gewesen sein. Auch seine frühere Tätigkeit 

E-5257/2020 

Seite 21 

als Lehrer kann als bekannt vorausgesetzt werden. Die Regierung hat aber 

im Oktober 2020 gemäss dem eingereichten SFH-Länderbericht vom 

19. Oktober 2020 den Lehrern lediglich mit finanziellen Konsequenzen ge-

droht, mithin mit der Einstellung der Lohnzahlungen, wenn sie am 5. Okto-

ber 2020 nicht unterrichten würden. Damit stand es dem Beschwerdeführer 

damals und auch heute offen, ob er die Lehrtätigkeit wieder aufnehmen 

wollte beziehungsweise will. 

Damit war die von der Rechtsvertretung ins Feld geführte Furcht vor aktu-

eller oder künftiger Verfolgung bereits im Zeitpunkt des Erlasses der ange-

fochtenen Verfügung lediglich subjektiver Art (vgl. dazu vorne E. 3.2). Infol-

gedessen braucht die Situation der Lehrer im heutigen Zeitpunkt nicht nä-

her geprüft zu werden, da ihr für die Frage der Flüchtlingseigenschaft heute 

– nochmals rund fünf Jahre später – ohnehin keine Bedeutung mehr zu-

kommt, zumal die Berufsabsenz zwischenzeitlich rund neun Jahre beträgt. 

Eine konkrete Bedrohung durch die Separatisten hat das Bundesverwal-

tungsgericht bereits mit Bezug auf die Vorfluchtgründe verneint (vgl. vorne 

E. 5.5.1). Es ist nicht ersichtlich, weshalb nunmehr eine konkrete Bedro-

hung seitens der Separatisten für den Beschwerdeführer eingetreten sein 

soll, zumal er bisher keinen Kontakt zu den Separatisten erwähnt hat. Eine 

akute Bedrohung als Lehrer durch Dritte ist demzufolge nicht anzunehmen, 

weshalb auf die Frage des Schutzwillens und der Schutzfähigkeit (dazu 

vorne E. 3.3) des kamerunischen Staates nicht weiter einzugehen ist.  

Infolgedessen ist eine begründete Furcht vor einer konkreten Verfolgung 

als Lehrer im Falle einer (hypothetischen) Rückkehr sowohl im Zeitpunkt 

des Erlasses der angefochtenen Verfügung als auch heute zu verneinen. 

5.9 Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

6.  

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten dem 

Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Mit Zwischenver-

fügung vom 9. November 2020 wurde ihm die unentgeltliche Prozessfüh-

rung bewilligt. Gemäss den Eintragungen im ZEMIS ist der Beschwerde-

führer seit dem Jahre 2022 fast ununterbrochen erwerbstätig und wurde 

ihm im Jahre 2024 der Familiennachzug gewährt. Es ist daher davon 

E-5257/2020 

Seite 22 

auszugehen, dass sich seine Vermögensverhältnisse zwischenzeitlich ver-

bessert haben. Da es sich jedoch vorliegend um den zweiten Rechtsgang 

handelt, wobei die Einwände des Beschwerdeführers zwar nicht zu seinem 

Obsiegen gereichen, sich aber zumindest teilweise als berechtigt erweisen 

und die lange Dauer des Verfahrens im hier zu beurteilenden Fall nicht dem 

Beschwerdeführer anzulasten ist, rechtfertigt es sich, auf eine Neubeurtei-

lung des Anspruchs auf unentgeltliche Prozessführung zu verzichten, zu-

mal das Asylverfahren mit dem vorliegenden Urteil zum Abschluss gelangt. 

6.2 Mit Zwischenverfügung vom 9. November 2020 wurde dem Beschwer-

deführer MLaw Lejla Medii als amtliche Rechtsbeiständin beigestellt. Nach-

dem die letzte Eingabe der amtlichen Rechtsbeiständin vom 10. Dezember 

2020 – und damit vor der Erwerbsaufnahme – datiert ist und die nachfol-

genden Eingaben einer anderen Rechtsvertreterin mangels Mandatswech-

sels nicht von der amtlichen Rechtsverbeiständung erfasst werden, kann 

auf eine Neubeurteilung des Anspruchs auf amtliche Rechtsverbeistän-

dung verzichtet werden. Die amtliche Rechtsbeiständin hat am 12. Novem-

ber 2020 eine Kostennote eingereicht. Der darin aufgeführte Stundenauf-

wand von 14 Stunden ist angemessen und um den zeitlichen Aufwand für 

die Replik vom 10. Dezember 2020 sowie die Auslagen (Porti, Telefon, Fax, 

Kopien, Drucksachen) zu erhöhen und auf Fr. 2'500.– festzusetzen. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5257/2020 

Seite 23 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

3.  

Der amtlichen Rechtsbeiständin, MLaw Lejla Medii, wird zulasten der Ge-

richtskasse ein Honorar von Fr. 2'500.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

David R. Wenger Monique Schnell Luchsinger 

 

 

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