# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 227e8d4f-7978-552a-8b16-d391f30e75d7
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2023-09-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.09.2023 E-4183/2023
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-4183-2023_2023-09-20.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-4183/2023 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 0 .  S e p t e m b e r  2 0 2 3  

Besetzung 
 Einzelrichterin Richterin Barbara Balmelli, 

mit Zustimmung von Richter Lorenz Noli;   

Gerichtsschreiber Olivier Gloor. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Venezuela,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 23. Juni 2023. 

 

 

 

E-4183/2023 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer reiste am 29. September 2022 in die Schweiz ein 

und suchte tags darauf um Asyl nach. Am 11. November 2022 fand die 

Personalienaufnahme statt. Die Vorinstanz hörte ihn am 15. Mai 2023 ver-

tieft zu seinen Asylgründen an.  

Im Wesentlichen machte der Beschwerdeführer geltend, er stamme aus 

B._______, wo er zusammen mit seinen Eltern gelebt habe. Er habe das 

(…) abgeschlossen und etwa zwei Jahre (…) studiert, jedoch keinen Ab-

schluss gemacht. Später sei er zusammen mit dem Vater in der (…) tätig 

gewesen und habe ferner als (…) gearbeitet. 

Sein Vater habe im Jahre 20(…) an einer Tankstelle einen Fahrzeugfahrer 

darauf hingewiesen, dass dieser ausserhalb der für ihn geltenden Tankzei-

ten Treibstoff beziehe. Daraufhin sei (…) C._______ (nachfolgend B.) ge-

rufen worden, welcher den Vater habe verhaften lassen. Der Vater sei zwei 

Tage festgehalten und dabei geschlagen worden. Er selbst habe den Vor-

fall an der Tankstelle mit seinem Handy gefilmt und das Video veröffentlicht 

beziehungsweise an sämtliche seiner zirka 500 WhatsApp-Kontakte wei-

tergeleitet. Danach habe er immer wieder anonyme Drohanrufe erhalten, 

wobei ihm auch angedroht worden sei, getötet zu werden, sollte er nicht 

eine hohe Geldsumme bezahlen. In der Folge sei er zu seinem Cousin 

nach D._______ gegangen. Die Drohanrufe hätten sich jedoch fortgesetzt 

und die Bedroher hätten ihm mitgeteilt, sie wüssten wo er sich  

aufhalte. Daraufhin habe er von B._______ aus über E._______ das Land 

verlassen. Hinter den Verfolgungshandlungen stehe B. und die (…) 

«F._______», mit welcher Ersterer illegal Benzin beschaffe und weiterver-

kaufe. 

Als Beweismittel gab der Beschwerdeführer Identitätsausweise, zwei USB-

Sticks sowie diverse Fotografien zu den Akten. 

B.  

Am 16. Mai 2023 wurde der Beschwerdeführer dem erweiterten Verfahren 

zugeteilt. 

C.  

Mit Verfügung vom 23. Juni 2023 stellte die Vorinstanz fest, der Beschwer-

deführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, lehnte das Asylgesuch ab, 

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Seite 3 

verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und ordnete den Vollzug der 

Wegweisung an. 

D.  

Der Beschwerdeführer erhob am 27. Juni 2023 Beschwerde beim Bundes-

verwaltungsgericht. Er beantragt, es sei die Verfügung der Vorinstanz auf-

zuheben sowie seine Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und es sei ihm 

Asyl zu gewähren. Eventualiter sei die Unzulässigkeit beziehungsweise 

Unzumutbarkeit des Wegeweisungsvollzuges festzustellen und die vorläu-

fige Aufnahme anzuordnen. Ferner sei ihm die unentgeltliche Prozessfüh-

rung sowie amtliche Verbeiständung zu gewähren, unter Verzicht auf Er-

hebung eines Kostenvorschusses. 

E.  

Am 3. August 2023 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht dem Be-

schwerdeführer den Eingang seiner Rechtsmitteleingabe bestätigt.  

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurteilung 

von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig und 

entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend 

– endgültig (Art. 105 Asylgesetz [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 

BGG). Der Beschwerdeführer ist als Verfügungsadressat zur Beschwerde-

führung legitimiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht ein-

gereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 2AsylG und Art. 52 

Abs. 1 VwVG). 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

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Seite 4 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG).  

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Anforderungen an das Glaubhaft-

machen der Vorbringen in verschiedenen Entscheiden dargelegt und folgt 

dabei ständiger Praxis. Darauf kann verwiesen werden (vgl. BVGE 2015/3 

E. 6.5.1 sowie 2012/5 E. 2.2). 

5.  

Die Vorinstanz gelangt in der angefochtenen Verfügung zum Schluss, die 

Vorbringen des Beschwerdeführers hielten weder den Anforderungen an 

die Flüchtlingseigenschaft nach Art. 3 AsylG noch denjenigen an das 

Glaubhaftmachen gemäss Art. 7 AsylG stand. 

Zur Begründung führt die Vorinstanz aus, die vom Beschwerdeführer ge-

schilderten Verfolgungsmotive seiner Bedroher seien nicht auf flüchtlings-

rechtlich relevante Gründe zurückzuführen. Die geltend gemachte Verfol-

gung liege darin begründet, dass er Macht- sowie Geldinteressen einzelner 

Akteure gefährde. Selbst bei Bejahung der flüchtlingsrechtlichen Relevanz 

wäre von einer innerstaatlichen Fluchtalternative sowie von der Schutz-

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fähigkeit sowie Schutzwilligkeit des venezuelischen Staates auszugehen. 

Des Weiteren würden die Vorbringen zahlreiche Ungereimtheiten aufwei-

sen, namentlich in Bezug auf die Aufenthaltsorte des Beschwerdeführers 

und seiner Eltern sowie bezüglich der geltend gemachten Erpressungsver-

suche. 

6.  

In der Rechtsmitteleingabe macht der Beschwerdeführer geltend, die Vor-

instanz gehe zu Unrecht von der fehlenden flüchtlingsrechtlichen Relevanz 

der von ihm vorgebrachten Ereignisse aus. Sein Vater habe auf die gelten-

den Tankzeiten hingewiesen und deshalb Probleme mit B. und der Grup-

pierung F._______ bekommen. Aufgrund der Drohanrufe und Erpres-

sungsversuche, welche sich gegen ihn gerichtet hätten, habe er begrün-

dete Furcht vor einer bevorstehenden Entführung und Gewalt. Nach seiner 

Ausreise sei seinen Eltern mitgeteilt worden, dass immer noch nach ihm 

gesucht werde. Des Weiteren sei es im erstinstanzlichen Verfahren in Be-

zug auf die von ihm geschilderten Fluchtumstände zu diversen Missver-

ständnissen mit der Vorinstanz gekommen. Schliesslich könne ihn der Hei-

matstaat vor seinen Bedrohern nicht genügend schützen. Seine Aussagen 

seien im Ergebnis glaubhaft und er erfülle die Flüchtlingseigenschaft. 

7.  

7.1 Es ist der Vorinstanz darin zuzustimmen, dass die Vorbringen des Be-

schwerdeführers bisweilen unstimmig erscheinen und nicht immer nach-

vollziehbar sind. Namentlich weist sie im angefochtenen Entscheid zutref-

fend darauf hin, dass der Beschwerdeführer ursprünglich ausführte, es sei 

versucht worden, vom Vater einen Betrag von (…) USD zu erpressen (vgl. 

SEM-Akten A14/10, Ziff. 5.01), später jedoch erklärte, er selber sei unter 

Todesdrohung zur Zahlung dieses Betrages angehalten worden (vgl. 

a.a.O. A17/15 F 52, F 75). Ferner werfen auch die Schilderungen im Zu-

sammenhang mit der Entstehung des Videos diverse Fragen auf, insbe-

sondere der Umstand, dass der Beschwerdeführer offensichtlich mit dem 

Vater zusammen unterwegs gewesen sein musste, der Beschwerdeführer 

jedoch – noch vor der eigentlichen Eskalation der Situation – zurückblieb 

und die Verfolgung sowie Festnahme des Vaters filmte. Sodann erscheint 

das Vorbringen, er sei zwar beim Filmen beobachtet worden, dabei aber 

unbehelligt geblieben, da dies sein Recht sei (vgl. a.a.O. A17/15 F65 ff.), 

angesichts des Verlaufs der späteren Ereignisse unplausibel. Gleiches gilt 

für die Aussage, er habe den Film veröffentlicht, damit der Vater wieder 

entlassen werde beziehungsweise, dass er innert zwei Tagen so viele 

Leute zum Protest habe mobilisieren können, dass der Vater wieder 

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Seite 6 

freigelassen worden sei (vgl. a.a.O. A17/15 F 62 ff.). Weiter fällt auf, dass 

der Beschwerdeführer nach dem Ereignis mehrere Wochen noch im Land 

verweilte, obwohl die Peiniger gemäss seinen Angaben über seine Aufent-

halte – so der Eindruck aus seinen Schilderungen – stets im Bilde gewesen 

sein sollen (vgl. a.a.O. A17/15 F52, F80). In diesem Zusammenhang legt 

der Beschwerdeführer auch nicht vollends verständlich und plausibel dar, 

weshalb er sich nicht an die Sicherheitsbehörden wandte (a.a.O. A17/15 

F89 f.). Darüber hinaus scheint sich der vorgebrachte Umstand, dass er 

auch von der Gruppe F._______ verfolgt sein soll, auf blosse Vermutungen 

zu stützen. Ferner soll B. das Land gemäss seinen Aussagen inzwischen 

verlassen haben (vgl. SEM-Akten A14/10 Ziff. 5.01). Den mittels USB-

Sticks eingereichten Videoaufnahmen kann schliesslich nur entnommen 

werden, dass der Vater des Beschwerdeführers offensichtlich eine hitzige 

Diskussion mit Beamten führte. Im Übrigen enthält es keine weiteren Hin-

weise, welche die Vorbringen des Beschwerdeführers stützen könnten. 

Angesichts der aufgezeigten Unstimmigkeiten in den Schilderungen des 

Beschwerdeführers ist auf die flüchtlingsrechtliche Relevanz der Fluchtvor-

bringen nicht mehr (vertieft) einzugehen. Insbesondere im Zusammenhang 

mit der möglichen innerstaatlichen Schutzalternative sowie dem Vorgehen 

der venezuelischen Behörden gegen die Gruppe F._______ kann auf die 

Ausführungen des angefochtenen Entscheides verwiesen werden. Soweit 

sich der Beschwerdeführer im Übrigen damit begnügt, pauschal auf Län-

derberichte zu verweisen, ohne substantiiert einen konkreten Bezug zu sei-

ner persönlichen Situation herzustellen, vermag er daraus nichts zu seinen 

Gunsten abzuleiten. 

7.2 Aufgrund des Ausgeführten ergibt sich, dass die Vorinstanz die Flücht-

lingseigenschaft des Beschwerdeführers zu Recht verneint und sein Asyl-

gesuch abgelehnt hat. 

8.  

Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche Aufent-

haltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die 

Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 AsylG; vgl. 

BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

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9.  

Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 

möglich, so regelt das Staatssekretariat das Anwesenheitsverhältnis nach 

den gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 

AsylG; Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]).  

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind wenigstens 

glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.). 

9.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). Da der Beschwerdeführer die Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllt, ist 

das flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot von Art. 33 Abs. 1 des Ab-

kommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, 

SR 0.142.30) und Art. 5 AsylG nicht anwendbar. Die Zulässigkeit des Voll-

zuges beurteilt sich vielmehr nach den allgemeinen verfassungs- und völ-

kerrechtlichen Bestimmungen (Art. 25 Abs. 3 BV; Art. 3 des Übereinkom-

mens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, un-

menschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe [FoK, SR 0.105]; 

Art. 3 EMRK). 

Weder aufgrund der Aussagen des Beschwerdeführers noch aufgrund der 

übrigen Akten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass er für den Fall einer 

Ausschaffung nach Sri Lanka dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit ei-

ner nach Art. 3 EMRK oder FoK verbotenen Strafe oder Behandlung aus-

gesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Gerichtshofes für 

Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folterausschusses 

müsste der Beschwerdeführer eine konkrete Gefahr ("real risk") nachwei-

sen oder glaubhaft machen, dass ihm im Fall einer Rückschiebung Folter 

oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des EGMR 

Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 37201/06, 

§§ 124–127 m.w.H.). Auch die allgemeine Menschenrechtssituation in Ve-

nezuela lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 

unzulässig erscheinen (vgl. zuletzt ausführlich: Urteil des BVGer                    

D-5424/2018 vom 13 Juni 2023 E. 10.3.4 m.w.H.). Nach dem Gesagten ist 

der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völ-

kerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

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Seite 8 

9.2  

9.2.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind.  

Das Bundesverwaltungsgericht hat sich im vorgenannten Urteil ausführlich 

mit der Lage in Venezuela auseinandergesetzt und im Ergebnis festgehal-

ten, dass sich die politische, wirtschaftliche und menschenrechtliche Situ-

ation in Venezuela gegenwärtig zwar noch immer auf einem tiefen Niveau 

befinde, insgesamt aber stabiler erscheine als in den letzten Jahren. Trotz 

der nach wie vor angespannten und in der Vergangenheit sehr volatilen 

Situation herrsche dort zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder Bürgerkrieg, 

Krieg noch eine Situation von allgemeiner Gewalt, weshalb der Vollzug der 

Wegweisung dorthin noch als generell zumutbar zu erachten ist (vgl. a.a.O. 

E. 10.4. m.w.H.). 

9.2.2 Im Zusammenhang mit der individuellen Zumutbarkeit des Wegwei-

sungsvollzuges kann im Wesentlichen auf die zutreffenden Ausführungen 

der Vorinstanz verwiesen werden. Soweit der Beschwerdeführer in der 

Rechtsmitteleingabe vorbringt, seine Eltern würden beabsichtigen, das 

Land zu verlassen, ist festzuhalten, dass er zum einen diese Reisepläne 

nicht näher substantiiert, zum anderen als erwachsene und gute gebildete 

Person mit Berufserfahrung auf verschiedenen Gebieten fähig sein wird, 

sein Leben alleine zu meistern. Darüber hinaus verfügt er gemäss seinen 

eigenen Angaben über Verwandte, welche ihn in der Vergangenheit bereits 

unterstützt haben (vgl. SEM-Akten A17/15 F28 f. und F46), mithin ist von 

einem sozialen Netz im Heimatland auszugehen. 

Angesichts des Dargelegten erweist sich der Wegweisungsvollzug auch in 

individueller Hinsicht als Zumutbar. 

9.2.3 Der Beschwerdeführer verfügt über einen bis ins Jahr 2031 gültigen 

Reisepass sowie eine ebenfalls gültige Identitätskarte, weshalb der Vollzug 

der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.2.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG).  

 

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Seite 9 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist daher abzuweisen. 

11.  

11.1 Der Beschwerdeführer beantragt die Gewährung der unentgeltlichen 

Rechtspflege (Art. 65 Abs. 1 VwVG) und die Einsetzung eines amtlichen 

Rechtsbeistandes (Art. 102m Abs. 1 AsylG). Aus den vorstehenden Erwä-

gungen ergibt sich, dass seine Begehren als aussichtslos zu gelten haben. 

Damit ist eine der kumulativ zu erfüllenden Voraussetzungen nicht gege-

ben, weshalb die Gesuche abzuweisen sind. 

11.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE; 

SR 173.320.2]). 

Der Antrag auf Verzicht auf Erhebung eines Kostenvorschusses ist mit vor-

liegendem Urteil gegenstandslos geworden. 

 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Seite 10 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Gesuchsteller auferlegt. 

Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten der 

Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: 

  

Barbara Balmelli Olivier Gloor 

 

 

Versand: