# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23fe920a-3453-5490-b91d-1ffc70076cfd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.11.2025 E-5951/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-5951-2025_2025-11-06.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-5951/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  6 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Lorenz Noli, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang; 

Gerichtsschreiber Valentin Böhler. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Beschwerdeführerin, 

sowie ihr Sohn, 

B._______, geboren am (…), 

Beschwerdeführer, 

beide Kolumbien, 

(…), 

Beschwerdeführende, 

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung; 

Verfügung des SEM vom 2. Juli 2025. 

 

 

 

E-5951/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden suchten am (…) 2023 in der Schweiz um Asyl 

nach und wurden dem Bundesasylzentrum (BAZ) der Region C._______ 

zugewiesen. 

B.  

B.a Die Beschwerdeführenden wurden am 21. November 2023 gemäss 

Art. 29 AsylG angehört (vgl. vorinstanzliche Akten […]-23/8 und […]-24/7 

[nachfolgend act. 23 und 24]). Am 23. November 2023 wurde ihnen mitge-

teilt, dass ihre Asylgesuche im erweiterten Verfahren behandelt würden 

(vgl. act. 25). Am 29. November 2024 sowie am 17. Januar 2025 wurde die 

Beschwerdeführerin ergänzend angehört (vgl. act. 38 und 40). Anlässlich 

der Anhörungen machten sie Folgendes geltend: 

B.b A._______ (nachfolgend Beschwerdeführerin genannt) machte gel-

tend, sie sei katholischen Glaubens und stamme aus der Stadt D._______ 

im Departamento E._______, wo sie bis zu ihrer Ausreise gelebt habe. Sie 

lebe vom Kindsvater getrennt. Ihre Eltern sowie (…) ihrer Geschwister leb-

ten nach wie vor in Kolumbien. 

Sie sei als (…) tätig gewesen und habe eine (…) geführt. Sie habe sich als 

soziale Führerin (líder social) eingesetzt und sei im Vorstand des Vereins 

F._______ ([…]) gewesen. Ausserdem habe sie sich in diversen Organisa-

tionen und Stiftungen engagiert. Eines Tages im Jahr 2002 seien bewaff-

nete Männer in ihr Haus eingedrungen. Diese hätten eine Bekannte ihrer 

Tante, die anwesend gewesen sei, des Diebstahls beschuldigt und getötet. 

Am (…) 2021 sei sie mit ihren Freunden G._______, H._______ und 

I._______ in die – in einer Konfliktzone liegenden – Gegend von J._______ 

gefahren. Für eine Stiftung namens K._______ habe sie eine Kampagne 

geführt. Die Kampagne habe darauf abgezielt, Landwirten den Anbau von 

(…) sowie (…) nahezulegen und Alternativen zum Anbau von (…) aufzu-

zeigen. Beim Verteilen von Infoblättern sei sie von einem uniformierten Mit-

glied der Frente 33 bedroht und beschimpft worden. Er habe ihr vorgewor-

fen, für die Armee oder die Polizei zu arbeiten. Sie habe Auskunft zu ihrer 

Biografie geben müssen und auch ihre Tätigkeit bei F._______ offengelegt. 

Danach habe das Mitglied der Frente 33 Geld verlangt und ihr ein Ultima-

tum gestellt, innerhalb von 24 Stunden auszureisen, was sie getan habe. 

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Seite 3 

Zu Hause sei sie von der FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Co-

lombia; Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) telefonisch behelligt wor-

den. Da diese um ihre Tätigkeit bei F._______ gewusst hätten, hätten sie 

von ihr verlangt, die Namen aller Personen preiszugeben, die einst als Op-

fer der FARC gegen sie ausgesagt hätten, wozu sie sich geweigert habe. 

Anfang (…) 2022 hätten bewaffnete Männer ihren Sohn zu Hause ange-

griffen und ihn über ihren Verbleib befragt. Hiernach habe sie vermehrt Prä-

senz von Männern auf Motorrädern wahrgenommen und deswegen ihren 

Sohn und ihre Mutter vorübergehend zu ihrer Schwester in die Stadt 

L._______ geschickt. 

Am (…) 2022 habe sie nach anfänglichem Zögern eine Anzeige bei der 

Staatsanwaltschaft erstattet. In der Folge hätten Polizisten alle (…) Tage in 

ihrer Gegend patrouilliert. Am (…) 2023 habe sie bei der Staatsanwalt-

schaft umfassenderen Schutz für sich und für ihren Sohn beantragt. Dies 

sei mit der Begründung abgelehnt worden, sie werde bereits geschützt und 

ihr Sohn müsse einen eigenen Antrag stellen. Der Staatsanwalt habe an-

gemerkt, er sei nicht weiter zuständig und sie müsse sich an die Ombuds-

stelle wenden. Im Anschluss an die Vorsprache im Justizgebäude sei sie 

von unbekannten Männern behelligt worden. Sie habe darauf erneut Nach-

richten an den Staatsanwalt gerichtet, aber keine Antwort erhalten. Die na-

tionale Schutzbehörde M._______ ([…]) habe sie ins Opferregister 

N._______ ([…]) eingetragen. Bis zu ihrer Ausreise seien von der 

M._______ keine weiteren Schritte unternommen worden. Mitglieder der 

Nationalen Befreiungsarmee (Ejercito de Liberacion Nacional; ELN) hätten 

sie während einer Kampagne erneut telefonisch aufgefordert, ihren Sohn 

rekrutieren zu lassen. 

Am (…) 2023 sei sie gemeinsam mit ihrem Sohn legal auf dem Luftweg 

ausgereist. 

B.c B._______ (nachfolgend Beschwerdeführer genannt) machte geltend, 

er sei katholischen Glaubens und in O._______ in Venezuela geboren. Den 

Grossteil seines Lebens habe er in D._______ in Kolumbien verbracht. Zu-

letzt habe er mit seiner Mutter, Grossmutter und seinem Grossvater den 

Haushalt geteilt. Bis zur (…) Klasse habe er die Schule besucht. Er sei von 

FARC-Mitgliedern angegriffen worden und die ELN habe ihn rekrutieren 

wollen. Allerdings sei er mit der ELN gar nie direkt in Kontakt gestanden. 

B.d Hinsichtlich der vorinstanzlich eingereichten Dokumente wird auf Zif-

fer I Erwägung 3 der angefochtenen Verfügung verwiesen. 

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Seite 4 

C.  

Mit Verfügung vom 2. Juli 2025 verneinte die Vorinstanz die Flüchtlingsei-

genschaft der Beschwerdeführenden und lehnte ihr Asylgesuch ab. Gleich-

zeitig ordnete sie die Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug der-

selben an. 

D.  

Mit Eingabe vom 6. August 2025 erhob die Beschwerdeführerin (für sich 

und ihren mittlerweile erwachsenen Sohn) gegen diese Verfügung Be-

schwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte darin, die Ver-

fügung sei aufzuheben, es sei festzustellen, dass sie die Flüchtlingseigen-

schaft erfülle und es sei ihr Asyl zu gewähren, eventualiter sei die Unzuläs-

sigkeit beziehungsweise Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs fest-

zustellen und sie sei als Ausländerin in der Schweiz vorläufig aufzuneh-

men, subeventualiter sei sie durch das angerufene Gericht anzuhören und 

es sei ihr anschliessend die Flüchtlingseigenschaft anzuerkennen und Asyl 

zu gewähren, subsubeventualiter sei die Sache zur hinreichenden Abklä-

rung des rechtserheblichen Sachverhalts an die Vorinstanz zurückzuwei-

sen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht ersuchte sie um Gewährung der un-

entgeltliche Prozessführung und um Beiordnung eines unentgeltlichen 

Rechtsbeistandes. Zur Stützung ihrer Vorbringen reichte sie ein Dokument 

über eine Datenbankabfrage ([…]) bezüglich eines Vorfalls vom (…) 2022 

ein. 

E.  

Mit Eingabe vom 14. August 2025 reichte die Beschwerdeführerin einen 

Arztbericht des (…) vom (…) ein. 

F.  

Mit Zwischenverfügung vom 25. August 2025 wies der zuständige Instruk-

tionsrichter die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessfüh-

rung und der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung ab und erhob einen 

Kostenvorschuss, welcher in der Folge fristgerecht geleistet wurde. 

  

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Seite 5 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls – in der Regel und auch vorliegend – end-

gültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Die 

Beschwerdeführenden haben am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenom-

men, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und haben 

ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Ände-

rung. Sie sind daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 

und Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf 

die Beschwerde ist einzutreten, nachdem der Kostenvorschuss innert Frist 

geleistet worden ist. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder 

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begründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken; den frauenspezifischen 

Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung aus, die die Asyl-

vorbringen hielten den Anforderungen an die asylrechtliche Beachtlichkeit 

gemäss Art. 3 AsylG nicht stand.  

5.2 Hinsichtlich der Flüchtlingseigenschaft begründet sie, dass der Vorfall 

im Jahr 2002 viele Jahre zurückliege und zeitlich auch nicht kausal für ihre 

Ausreise gewesen sei. Daraus lasse sich kein flüchtlingsrechtlicher 

Schutzanspruch ableiten. 

5.3 Den behaupteten Rekrutierungsversuchen der ELN fehle ein asylrele-

vantes Motiv. Der Beschwerdeführer habe vielmehr die für ihre Zwecke ge-

wünschten Eigenschaften (männlich und in einem bestimmten Alter) erfüllt. 

Zudem seien die ELN keine staatlichen Akteure, womit es sich hierbei um 

Übergriffe durch Dritte handeln würde. Eine gemäss Art. 3 AsylG asylrecht-

lich relevante Verfolgung liege nicht vor. 

5.4 In den angeblichen Behelligungen durch die FARC wegen der Funktion 

der Beschwerdeführerin als líder social könne zwar ein politisches Motiv 

erkannt werden. Die Bedrohungen könnten aber ohnehin nur bei einer feh-

lenden Schutzfähigkeit oder Schutzwilligkeit des Staates flüchtlingsrechtli-

che Relevanz entfalten. Gemäss einschlägiger Rechtsprechung sei indes 

von einer grundsätzlichen Schutzfähigkeit des kolumbianischen Staates 

auszugehen. 

5.4.1 Die Staatsanwaltschaft habe die Anzeige der Beschwerdeführerin 

aufgenommen und habe sogar Polizisten in ihrer Gegend patrouillieren las-

sen. Zudem sei sie an die M._______ verwiesen worden, welche sie auch 

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ins (…) aufgenommen habe. Der kolumbianische Staat sei somit sehr wohl 

aktiv geworden. Falls sich die Beschwerdeführerin einen umfassenderen 

Schutz gewünscht hätte, so wäre sie gehalten gewesen, hierauf zu insis-

tieren. Es wäre ihr zuzumuten gewesen, hierzu beispielsweise bei einer 

höheren Instanz oder einer Polizeistelle in einem anderen Landesteil vor-

stellig zu werden. Entsprechendes habe sie gar nicht erst vorgenommen. 

Es könne von einer asylsuchenden Person verlangt werden, dass sie in 

ihrem eigenen Land die Möglichkeiten des Schutzes vor allfälliger nicht-

staatlicher Verfolgung ausschöpfe, bevor sie den Schutz eines Drittstaates 

in Anspruch nehme. Eine faktische Garantie für langfristigen individuellen 

Schutz der von Verfolgung bedrohten Person könne nicht verlangt werden. 

Keinem Staat gelinge es, die absolute Sicherheit aller seiner Bürger jeder-

zeit und überall zu garantieren. Erforderlich sei vielmehr, dass eine funkti-

onierende und wirksame Schutzinfrastruktur zur Verfügung stehe. Zu den-

ken sei dabei in erster Linie an Organe, die polizeiliche Aufgaben wahrneh-

men, sowie an ein Rechts- und Justizsystem, das eine effektive Strafver-

folgung ermögliche. 

5.4.2 Schliesslich sei ohnehin vom Bestehen einer innerstaatlichen Flucht-

alternative auszugehen. Diese liege vor, wenn der betroffenen Person zu-

gemutet werden könne, sich in einem anderen Landesteil niederzulassen 

und sich eine neue Existenz aufzubauen. Dies sei in casu zu bejahen; ins-

besondere auch vor dem Hintergrund ihrer wirtschaftlichen Lage, die sie 

als normal bezeichnet habe. 

5.4.3 Ferner sei hierzu zu berücksichtigen, dass sie ihren Sohn bereits zu-

vor an einen anderen Ort – nach L._______ – geschickt habe. Aufgrund 

angeblicher Rekrutierungsversuche sei er zu ihr zurückgekehrt. Auch habe 

er während seines vier- oder fünfmonatigen Aufenthaltes in L._______ 

keine Vorfälle mit den Guerillas oder der ELN geltend gemacht, womit nicht 

davon auszugehen sei, dass er Probleme gehabt hätte. Weitere Versuche, 

sich auch noch in einem anderen Landesteil niederzulassen, ergäben sich 

aus den Akten nicht. Gemäss ihren Angaben seien die Guerillas auch in 

P._______ oder Q._______ aktiv. Indes unterscheide sich der Einfluss der 

verschiedenen Guerillagruppierungen je nach Landesteil stark und sei in 

den grösseren Städten wie P._______ begrenzt. Mit der pauschalen Aus-

führung, wonach es auch in grossen Städten Opfer zu beklagen gebe, 

weise sie auf die allgemeine Situation hin und liefere keine konkreten Hin-

weise, dass sie tatsächlich auch gefährdet wäre. Somit wäre ihr zuzumu-

ten, in P._______ oder in einer anderen Stadt, in welcher weder die FARC 

noch die ELN stark präsent seien, einen Neuanfang zu wagen. 

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Seite 8 

6.  

In der Beschwerde wiederholt die Beschwerdeführerin zunächst den ak-

tenkundigen Sachverhalt. 

In formeller Hinsicht rügt sie, sie sei von unterschiedlichen Fachspezialis-

ten angehört worden, was dem Vertrauensaufbau nicht zuträglich gewesen 

sei. Sie habe ihre Asylgründe nicht ungehindert und frei schildern können, 

zumal sie unterbrochen worden sei, der Befragungsstil sie durcheinander-

gebracht habe und ihr sei keine Gelegenheit zu einem freien Bericht gebo-

ten worden sei. 

In materieller Hinsicht wendet sie ein, sie habe sich in Kolumbien politisch 

engagiert und führt in diesem Zusammenhang ihre wahrgenommenen Rol-

len auf. Dabei macht sie unter Verweis auf eine Berichterstattung des UN-

HCR Ausführungen über die Situation politischer Aktivisten in Kolumbien. 

In Kolumbien habe sie sich bei der Polizei, bei der Staatsanwaltschaft, bei 

der M._______ und der Ombudsstelle um Schutz bemüht, indessen sei sie 

teilweise abgewiesen worden. Die vorgenommenen Polizeipatrouillen 

habe sie als unzureichend empfunden und die polizeilichen Ermittlungen 

seien aus ihrer Sicht nicht effektiv vonstattengegangen. Als líder social sei 

sie in ihrem Heimatland nicht anonym oder unauffällig, da vor allem die 

FARC aufgrund des Vorfalls in J._______ auf sie aufmerksam geworden 

sei. In sämtlichen Regionen Kolumbiens gebe es paramilitärische Gruppen 

und behördliche Institutionen seien mit FARC-Mitgliedern infiltriert. Auch 

unter Berücksichtigung ihrer wirtschaftlichen Situation könne nicht von ei-

ner Aufenthaltsalternative in Kolumbien ausgegangen werden. Schliesslich 

beanstandet sie, die Vorinstanz habe es unterlassen, sich zu der Glaub-

haftigkeit ihrer Vorbringen zu äussern. 

7.  

7.1 Die in der Beschwerde erhobene formelle Rüge ist vorab zu behandeln, 

da sie gegebenenfalls eine Kassation bewirken könnte. 

7.2 Die Verfahrensleitung obliegt im erstinstanzlichen Verfahren der dafür 

zuständigen Behörde. Massgebend ist, dass der entscheidrelevante Sach-

verhalt während der Anhörung vollständig ermittelt wird. Der Umstand, 

dass die Anhörungen nicht von den gleichen Fachspezialisten durchgeführt 

worden sind, stellt keine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör 

dar (vgl. das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts [BVGer] D-2116/2020 

vom 15. September 2020 E. 6.3). Aus den Anhörungsprotokollen ergeben 

sich auch keine Hinweise, die darauf schliessen lassen, dass nicht ein 

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vertrauensvolles Anhörungsklima vorgelegen hätte. Der Sachbearbeiter 

trug ihrem Gemütszustand auch gebührend Rechnung, indem er beispiels-

weise erklärte, er werde «eine möglichst ruhige» Anhörung durchführen 

(vgl. act. 40 F12-F13). Dass der Befragungsstil die Beschwerdeführerin 

gehindert hätte, ihre Asylgründe frei zu schildern, findet in den Akten keine 

Stütze (vgl. beispielsweise act. 23 F26 [«Erzählen Sie mir von allen Ereig-

nissen»]; act. 40 F50 [«Erzählen Sie (…) einfach alles, was passiert ist»]). 

Durch Nachfragen wurde ihr immer wieder die Möglichkeit gegeben, wei-

tere Ergänzungen und Konkretisierungen zu anzubringen (vgl. act. 23 F28-

F35; act. 40 F30 ff.). 

Aus den Anhörungsprotokollen ist ersichtlich, dass die Beschwerdeführerin 

zwischendurch bloss deshalb unterbrochen worden ist, wenn dies für die 

Übersetzung notwendig war (vgl. act. 40 F81), Umstände betraf, die für ihr 

Asylverfahren nicht von Relevanz waren (vgl. act. 23 F24, F28; act. 40 F24) 

oder sie inhaltlich nicht auf die gestellten Fragen einging (vgl. act. 40 F83, 

F102, F103, F110, F128). Die Unterbrüche waren sachlich geboten, damit 

die Beschwerdeführerin nicht mit unerheblichen Ausführungen ausuferte. 

Als der Fachspezialist sie am Ende der ergänzenden Anhörung vom 

17. Januar 2025 fragte, ob es noch Themenbereiche gebe, die nicht ange-

sprochen worden seien, räumte sie selbst ein, dass sie «sehr viel» spreche 

(vgl. act. 40 F121). Es ist somit erkennbar, dass sie ihres Redeflusses be-

wusst war und auf Nebensächlichkeiten zu sprechen kam, die für die Be-

urteilung ihres Asylgesuchs nicht von Relevanz waren (vgl. dazu auch Ur-

teil des BVGer E-5762/2019 vom 18. November 2022 E. 5.2). Vor diesem 

Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass der Fachspezialist sie an der 

ergänzenden Anhörung vom 17. Januar 2025 wiederholt aufforderte, die 

gestellten Fragen zu beantworten (vgl. act. 40 F30, F37, F39, F79). 

Nach der Rückübersetzung der beiden Anhörungsprotokolle bestätigte die 

Beschwerdeführerin die Vollständigkeit und Korrektheit der jeweiligen Pro-

tokollinhalte. Die Vorinstanz ist ihrer Abklärungspflicht rechtsgenüglich 

nachgekommen und hat den Sachverhalt vollständig festgestellt. 

7.3 Vor diesem Hintergrund besteht kein Bedarf für zusätzliche Abklärun-

gen. Daher ist sowohl der Subeventualantrag, dass sie durch das Gericht 

anzuhören sei, als auch der subsubeventualiter gestellte Rückweisungs-

antrag abzuweisen. Ergänzend ist anzumerken, dass auch die Rüge der 

fehlenden Prüfung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen fehlt geht, zumal die 

Vorinstanz die angefochtene Verfügung mit der fehlenden Asylrelevanz ih-

rer Vorbringen begründete und sich eine Glaubhaftigkeitsprüfung erübrigte. 

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Seite 10 

8.  

8.1 Nach Prüfung der Akten kommt das Bundesverwaltungsgericht zum 

Schluss, dass die vorinstanzliche Verfügung zu bestätigen ist. Die Ausfüh-

rungen in der Beschwerde vermögen den Erwägungen der Vorinstanz 

letztlich nichts Stichhaltiges entgegenzusetzen. Somit kann mit nachfol-

genden Ergänzungen auf die zutreffenden Erwägungen in der angefochte-

nen Verfügung verwiesen werden (vgl. a.a.O. Ziff. II; vorstehend E. 5).  

8.2 Das Bundesverwaltungsgericht geht – ohne die prekäre Sicherheits-

lage in verschiedenen Gegenden Kolumbiens zu verkennen – in seiner 

ständigen Praxis von der grundsätzlichen Schutzfähigkeit und vom Schutz-

willen der kolumbianischen Strafverfolgungs- und Justizbehörden aus (vgl. 

die Urteile des BVGer D-2139/2022 und D-5234/2023 vom 22. April 2025 

E. 7.3.2, E-2047/2025 vom 2. April 2025 E. 8.3.2 und D-5208/2024 vom 

4. September 2024 E. 5.3.2, je m.w.H.). Insbesondere genügt die Tätigkeit 

als líder social in Kolumbien praxisgemäss nicht, um eine begründete 

Furcht vor ernsthaften Nachteilen zu begründen (vgl. das Urteil des BVGer 

E-4503/2024 vom 30. August 2024 E. 5.2 f. m.w.H.). 

8.3 Inwiefern dies mit Blick auf Behelligungen durch die ELN und die 

FARC-Dissidenten in der hier relevanten Gegend Kolumbiens zutrifft (vgl. 

[in Bezug auf die ELN] das Urteil des BVGer D-1026/2024 vom 8. März 

2024 E. 8.2.5.3; vgl. [in Bezug auf FARC-Dissidenten] das Urteil des 

BVGer E-2047/2025 vom 2. April 2025 E. 5.1 und E. 6.1), kann aufgrund 

der Möglichkeit einer innerstaatlichen Schutzalternative im Resultat offen-

gelassen werden. Selbst unter Annahme eines landesweiten Verfolgungs-

interessens seitens der ELN (wovon in casu ohnehin nicht auszugehen ist), 

ist festzuhalten, dass diese über keine nationale Struktur verfügt, die eine 

Verfolgung der Beschwerdeführenden in anderen Landesteilen Kolumbi-

ens wahrscheinlich und erwartbar machen würde (vgl. hierzu das Urteil des 

BVGer E-4503/2024 vom 30. August 2024 E. 5.3).  In Bezug auf die FARC 

gilt es anzumerken, dass diese seit dem Jahr 2016 demobilisiert ist (vgl. 

das Urteil BVGer D-6810/2024 vom 26. März 2025 S. 8). 

8.4 Der Beschwerdeführerin war es gemäss eigenen Angaben ohne wei-

ters möglich, sich an die kolumbianischen Behörden zu wenden und sogar 

Strafanzeigen zu erstatten. Die heimatlichen Behörden haben hiernach 

auch Schutzmassnahmen ergriffen. Aus dem beschriebenen Verhalten der 

kolumbianischen Behörden kann daher nicht auf eine grundsätzliche Ver-

weigerung der Schutzgewährung geschlossen werden. Weder der Um-

stand, dass die Beschwerdeführerin sich noch umfassendere 

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Seite 11 

Schutzmassnahmen gewünscht hätte, noch das von ihr auf Beschwerde-

ebene eingereichte Beweismittel zur – als nur langsam wahrgenommenen 

– Ermittlung rechtfertigt eine andere Einschätzung. Die Vorinstanz weist zu 

Recht daraufhin, sollten die heimatlichen Behörden untätig bleiben, würde 

es in der Verantwortung der Beschwerdeführerin liegen, von sämtlichen zur 

Verfügung stehenden Optionen Gebrauch zu machen und wenn nötig den 

ihr zustehenden Schutz auf dem Rechtsweg beziehungsweise über eine 

höhere Instanz zu erstreiten (vgl. das Urteil des BVGer E-5845/2022 vom 

23. Mai 2023 E. 6.5). 

8.5 Der Umstand, dass die kolumbianischen Strafverfolgungsbehörden im 

Zusammenhang mit dem angeblichen Übergriff auf ihren Sohn bis dato kei-

nen Täter ausmachen konnten sowie eine Behelligung im Anschluss an die 

Vorsprache im Justizgebäude nicht verhindern konnten, lässt nicht auf 

mangelnden Schutzwillen der heimatlichen Behörden schliessen, zumal 

es, wie oben festgestellt, keinem Staat gelingen kann, die absolute Sicher-

heit aller seiner Bürger und Bürgerinnen jederzeit und überall zu garantie-

ren und Angehörige von Widerstandsbewegungen oder kriminellen Ban-

den festzunehmen (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.2; vgl. das Urteil des BVGer   

vom 26. September 2025 E. 5.3.2). 

8.6 Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführenden weist die Vo-

rinstanz zu Recht darauf hin, dass in Kolumbien eine innerstaatliche Aus-

weichmöglichkeit besteht (vgl. dazu auch die Urteile des BVGer E-

2817/2023 vom 30. Mai 2023 E. 6.5 und E-2407/2025 vom 2. April 2025 

E. 6.2). Auch unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Verhältnisse (vgl. 

dazu auch nachfolgend E. 10.2.8) ist es ihr zuzumuten, sich mit ihrem (mitt-

lerweile erwachsenen Sohn) an einem anderen Ort niederzulassen. Dank 

der Niederlassungsfreiheit können sie sich legal in anderen Landesteilen 

aufhalten und es ist davon auszugehen, dass sie sich eine neue wirtschaft-

liche Existenz aufbauen können (vgl. act. 23 F21). 

8.7 Zusammenfassend ist nicht davon auszugehen, dass die Beschwerde-

führenden bei einer Rückkehr in ihren Heimatstaat mit der notwendigen 

hohen Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zukunft ernsthafte Nachteile im 

Sinne von Art. 3 AsylG zu befürchten hätten. Sie erfüllen die Flüchtlingsei-

genschaft nicht und das SEM hat ihre Asylgesuche zu Recht abgelehnt. 

9.  

9.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

E-5951/2025 

Seite 12 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

9.2 Aus vorinstanzlichen Akten geht hervor, dass die Vorinstanz mit Schrei-

ben vom (…) 2025 dem Zivilstandsamt R._______ Akteneinsicht zwecks 

Ehevorbereitung gewährt hat (vgl. act. 47). Diesbezüglich ist darauf hinzu-

weisen, dass ein Ehevorbereitungsverfahren nicht zwingend die Anwesen-

heit der Beschwerdeführerin in der Schweiz voraussetzt (vgl. Art. 62 ff. der 

Zivilstandsverordnung vom 28. April 2004 [ZStV, SR 211.112.2]) und es ihr 

zuzumuten ist, dessen Ausgang sowie den Ausgang eines damit zusam-

menhängenden migrationsrechtlichen Verfahrens im Ausland abzuwarten 

(vgl. hierzu statt vieler das Urteil BVGer E-3744/2015 vom 27. August 2015 

E. 7.1). 

9.3 Die Beschwerdeführenden verfügen insbesondere weder über eine 

ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf 

Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu 

Recht angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

10.  

10.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). Beim Geltendmachen von Wegweisungs-

vollzugshindernissen gilt gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts 

der gleiche Beweisstandard wie bei der Prüfung der Flüchtlingseigen-

schaft; das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte Beweis möglich 

ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. BVGE 2011/24 

E. 10.2 m.w.H.). 

10.2  

10.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 

E-5951/2025 

Seite 13 

10.2.2 Gemäss Art. 25 Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. De-

zember 1984 gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder er-

niedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu 

Art. 3 EMRK darf niemand der Folter oder unmenschlicher oder erniedri-

gender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 

10.2.3 Die Vorinstanz weist in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend 

darauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement 

nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den 

Beschwerdeführenden nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr in den Heimatstaat ist 

demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. 

10.2.4 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der 

Beschwerdeführenden noch aus den Akten, Anhaltspunkte dafür, dass sie 

für den Fall einer Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher 

Wahrscheinlichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen 

Strafe oder Behandlung ausgesetzt wären. Gemäss der Praxis des Euro-

päischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-

Anti-Folterausschusses müssten die Beschwerdeführenden eine konkrete 

Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihnen im Fall 

einer Rückschiebung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen 

würde (vgl. Urteil des EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, 

Grosse Kammer 37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden 

Ausführungen gelingt ihnen das nicht. Auch die allgemeine Menschen-

rechtssituation im Heimatstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heuti-

gen Zeitpunkt nicht als unzulässig erscheinen.  

10.2.5 Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im 

Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

10.2.6 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

E-5951/2025 

Seite 14 

10.2.7 In Kolumbien herrscht weder Krieg oder Bürgerkrieg noch eine Si-

tuation allgemeiner Gewalt. Der Vollzug von Wegweisungen dorthin ist pra-

xisgemäss als generell zumutbar zu erachten (vgl. statt vieler das Urteil 

des BVGer E-5012/2025 vom 31. Juli 2025 E. 8.4.2 m.w.H.). 

10.2.8 Zur Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in individueller Hinsicht 

führte die Vorinstanz aus, sie (die Beschwerdeführerin) sei jung und phy-

sisch gesund. Nahezu ihr ganzes Umfeld befinde sich in Kolumbien. Ange-

sichts ihrer umfassenden Arbeitserfahrung sowie den soliden familiären 

Bindungen, welche sie in der Heimat pflege, sei nicht zu erwarten, dass sie 

bei einer Rückkehr in die Heimat in eine existenzielle Notlage geraten 

würde. In Bezug auf ihre gesundheitlichen Beschwerden (Verdacht einer 

[…], […]) liege keine medizinische Notlage im Sinne der bundesverwal-

tungsgerichtlichen Rechtsprechung vor. Kolumbien verfüge insbesondere 

in den Städten und grösseren Ortschaften über eine vergleichsweise gute 

Gesundheitsversorgung. Ihr Sohn (der Beschwerdeführer) sei vor kurzem 

volljährig geworden, gesund und habe den Grossteil seines Lebens in Ko-

lumbien verbracht. 

10.2.9 Das Bundesverwaltungsgericht schliesst sich den zutreffenden Aus-

führungen in der vorinstanzlichen Verfügung an, auf welche verwiesen wer-

den kann (vgl. a.a.O. Ziff. III E. 2; E.10.2.8). Die Beschwerdeführerin setzt 

dem – abgesehen von einem pauschalen Verweis auf ihre gesundheitli-

chen Probleme – nichts entgegen, was zu einer von derjenigen des SEM 

abweichenden Einschätzung führen könnte. Der im Verlaufe des Rechts-

mittelverfahrens eingereichte Arztbericht (…) attestiert der Beschwerdefüh-

rerin eine (…), (…). Diese Diagnosen hat die Vorinstanz bereits gewürdigt. 

Das Gericht schliesst sich dem an. Insgesamt besteht kein somit Grund zur 

Annahme, dass die Beschwerdeführenden bei einer Rückkehr in den Hei-

matstaat aus wirtschaftlichen, sozialen oder gesundheitlichen Gründen in 

eine existenzbedrohende Situation geraten werden. 

10.2.10 Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung 

auch als zumutbar. 

10.3 Schliesslich obliegt es den Beschwerdeführenden, sich bei der zu-

ständigen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendi-

gen Reisedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 47 Abs. 1 AsylG und dazu 

auch BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als 

möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

E-5951/2025 

Seite 15 

10.4 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

Der Eventualantrag ist abzuweisen. 

11.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

12.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten den 

Beschwerdeführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insge-

samt Fr. 750.– festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 

2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungs-

gericht [VGKE, SR 173.320.2]). Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvor-

schuss ist zur Bezahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

E-5951/2025 

Seite 16 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden den Beschwerdeführenden 

auferlegt. Der in gleicher Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Be-

zahlung der Verfahrenskosten verwendet. 

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, das SEM und die kanto-

nale Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli Valentin Böhler 

 

 

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