# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fd1ae1c2-ce09-5ca8-b049-a55e341a623e
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-11-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 05.11.2003 SB 2001 65
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2001-65_2003-11-05.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 05. November 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 01 65 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Schäfer und Vital
Aktuarin ad hoc Honegger Droll

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In der strafrechtlichen Berufung

der Staatsanwaltschaft Graubünden, Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, Berufungsklä-
gerin,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Landquart vom 24. Oktober 2001, mit-
geteilt am 7. November 2001, in Sachen gegen X., Berufungsbeklagter,

betreffend Fahren in angetrunkenem Zustand,

hat sich ergeben:

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A. X. wurde am 19. März 1951 in R. geboren und wuchs zusammen mit 
zwei jüngeren Geschwistern bei seinen Eltern in C. auf. Er besuchte vier Jahre die 
Primar- und fünf Jahre die Sekundarschule. Anschliessend absolvierte er eine vier-
jährige Lehre als Bauspengler und Sanitärinstallateur. Es folgten zwei Jahre an der 
Handelsschule in P., welche er mit dem Handels- und Wirtschaftsdiplom erfolgreich 
abschloss. In einer einjährigen Ausbildung liess er sich anschliessend an der Tex-
tilfachschule in A. zum Textilkaufmann ausbilden. Dann besuchte er die Marketing-
schule in S.. Von 1975 bis 1987 arbeitete X. bei der Firma B. in C. als Aussendienst-
mitarbeiter und selbständiger Textilagent und von 1988 bis 1995 war er bei der 
Firma D. AG in E. tätig. Diese Arbeitsstelle verlor er aufgrund von zwei Vorfällen 
wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand. Danach arbeitete er ungefähr ein Jahr 
lang temporär. Im Jahre 1995 begann er eine Ausbildung zum eidg. dipl. Sportma-
nager an der Universität T., welche er im Jahre 1997 abschloss. Seit dem Jahre 
1997 arbeitet X. bei der Firma F. AG in Worb als Verkaufsleiter. Sein monatliches 
Bruttoeinkommen belief sich dort auf Fr. 5'000.--. Die Liegenschaft in C. war mit 
einer Hypothek von Fr. 400'000.-- belastet. Den Akten des Amtsstatthalteramtes 
Sursee kann entnommen werden, dass sein Haus in der Zwischenzeit versteigert 
worden sei und dass er selbst Fr. 3'100.-- netto verdiene, allerdings nicht bei der 
Firma F. AG.

Am 26. Juli 1978 heiratete X. G.. Aus dieser Ehe gingen die zwei Kinder H. 
und I. hervor. Sein Sohn ist bereits selbständig, die Tochter steht zur Zeit in einer 
Ausbildung in Interlaken, die bis im Jahre 2003 andauern wird. Gemäss Leumunds-
bericht vom 3. Juli 2001 ist X. mit drei Eintragungen im Betreibungsregister des 
Betreibungsamts Wangen a.A. im Gesamtbetrag von Fr. 7'152.75 verzeichnet. Über 
seine Lebensweise ist gemäss Leumundsbericht nichts Nachteiliges bekannt.

Der Gerichtspräsident I Aarwangen verurteilte X. am 14. Juli 1993 wegen 
vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand zu 14 Tagen Gefängnis bedingt 
bei einer Probezeit von zwei Jahren und Fr. 2'600.-- Busse. Dieser Eintrag im 
Schweizerischen Zentralstrafregister ist mittlerweile gelöscht worden. X. ist im 
Schweizerischen Zentralstrafregister mit zwei Eintragungen verzeichnet: Am 18. 
Mai 1994 wurde X. vom Gerichtspräsidenten II Aarwangen erneut wegen vorsätzli-
chen Fahrens in angetrunkenem Zustand etc. mit 30 Tagen Gefängnis unbedingt 
bestraft. Gleichzeitig wurde die Probezeit der Verurteilung vom 14. Juli 1993 um ein 
Jahr verlängert. Sodann wurde X. am 18. Juli 2003 vom Amtsstatthalteramt Sursee 
wegen vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand mit einem Monat Gefäng-
nis und einer Busse von Fr. 900.-- bestraft. 

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B. X. wurde mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 30. 
Juli 2001 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG in 
Anklagezustand versetzt.

Dem vorliegenden Verfahren liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwalt-
schaft Graubünden vom 30. Juli 2001 folgender Sachverhalt zu Grunde:

"Am 15. März 2001 fuhr X. nach J., da er eine Einladung zu einer Ge-
burtstagsparty auf dem K. erhalten hatte. Diese Party begann um ca. 
20.00 Uhr und dauert bis ca. 06.00 Uhr am 16. März 2001. X. trank 
anlässlich der genannten Feier eine unbekannte Menge Weisswein. 
Nach seiner Rückkehr ins Hotel in J. um ca. 06.00 Uhr legte er sich 
bis um ca. 12.00 Uhr schlafen. Um ca. 16.00 Uhr begab er sich wie-
derum auf das K. in die L., wo die offizielle Verabschiedung der Ge-
burtstagsgäste stattfand. Dort konsumierte er zwei Gläser Weisswein. 
In der Folge kehrte er zurück ins Hotel J.erhof nach J.. Um ca. 19.30 
Uhr fuhr X. mit dem Firmenwagen seiner Arbeitgeberin, einem Opel 
Astra F20, N., auf der Kantonsstrasse nach O. und anschliessend über 
die Autobahn A13 in Richtung P.. Auf der Autobahn A13, Nordspur, 
Höhe Rossriet, Maienfeld, wurde er durch die Polizei angehalten und 
kontrolliert. Die in der Folge durchgeführte Blutprobe ergab gemäss 
Bericht des Institutes für Rechtsmedizin der Universität St. Gallen ei-
nen Mindestblutalkoholgehalt von 1.87 Gewichtspromille. Der Füh-
rerausweis wurde X. auf der Stelle abgenommen."

C. Mit Urteil vom 24. Oktober 2001, mitgeteilt am 7. November 2001, er-
kannte der Bezirksgerichtsausschuss Landquart:

"1. X. wird schuldig gesprochen des vorsätzlichen Fahrens in ange-
trunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG.

2. Dafür wird er mit vier Monaten Gefängnis bestraft.

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und X. eine 
Probezeit von fünf Jahren angesetzt.

4. Die Verfahrenskosten, bestehend aus:

- Untersuchungskosten der Staatsanwaltschaft
des Kantons Graubünden Fr. 1'369.90
Gerichtsgebühren Fr. 1'500.00

Total somit Fr. 2'869.90

werden dem Verurteilten auferlegt. Sie sind innert 30 Tagen zahl-
bar auf das Konto der Bezirksamtes O., PC 70-2866-6.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung)."

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D. Gegen dieses Urteil erhob die Staatsanwaltschaft Graubünden mit 
Eingabe vom 26. November 2001 Berufung beim Kantonsgerichtsausschuss von 
Graubünden. Sie beantragt die Aufhebung der Ziffer 3 des angefochtenen Urteils. 
In ihrer Begründung hält sie fest, es könne X. keine günstige Prognose gestellt wer-
den. Er sei innerhalb von zehn Jahren bereits zum dritten Mal mit einer hohen Blut-
alkoholkonzentration am Steuer eines Motorfahrzeuges erwischt worden. Insbeson-
dere aus dem Verfahren von 1994, in welchem eine unbedingte Freiheitsstrafe aus-
gesprochen worden sei, hätte X. seine Lehren ziehen müssen. Wenn er nun wieder 
stark alkoholisiert auf einer in keiner Weise zwingenden Autofahrt angehalten wor-
den sei und dies innerhalb von weniger als zehn Jahren zum dritten Mal, so müsse 
die Aussicht auf dauerhafte Besserung verneint werden. Der zukünftigen Entwick-
lung von X. könne diesbezüglich kein genügendes und begründetes Vertrauen ent-
gegengebracht werden.

In seiner Vernehmlassung vom 14. Dezember 2001 beantragt X. die Abwei-
sung der Berufung. Er macht insbesondere geltend, dass der Vollzug der Freiheits-
strafe für ihn sowohl in privater als auch in beruflicher Hinsicht gravierende Auswir-
kungen hätte.

Mit Stellungnahme vom 19. Dezember 2001 beantragt die Vorinstanz die Ab-
weisung der Berufung. Sie weist darauf hin, dass es vorliegend einzig um die Beur-
teilung des bedingten Strafvollzuges gehe, wobei einerseits die Generalprävention 
und andererseits die soziale Eingliederung Beachtung finden müssten. Wichtige 
Punkte seien dabei die angeordnete maximale Probezeit von fünf Jahren, die gra-
vierenden Auswirkungen eines Vollzuges in familiärer, beruflicher und finanzieller 
Hinsicht sowie die anlässlich der Verhandlung gezeigte Einsicht von X., welcher nun 
nach Auffassung des Bezirksgerichtsausschusses Landquart endgültig wisse, was 
es geschlagen habe.

E. An der mündlichen Hauptverhandlung vom 9. Januar 2002 wurde der 
Berufung der Staatsanwaltschaft Graubünden entsprechend einzig bezüglich der 
Gewährung des bedingten Strafvollzuges verhandelt. X. war anwesend, während 
die Staatsanwaltschaft Graubünden gestützt auf Art. 145 Abs. 4 StPO auf eine Teil-
nahme verzichtet hatte. X. bestätigte den von der Staatsanwaltschaft Graubünden 
relevierten Sachverhalt. Er führte aus, dass die jeweilige Trunkenheitsfahrt sowohl 
im jetzigen Verfahren als auch in den zwei Verfahren von 1993 und 1994 nach ei-
nem Fest beziehungsweise einer Einladung stattgefunden habe. Er trinke während 
der Woche keinen Alkohol, lediglich am Wochenende, wenn er frei habe. Im Rah-

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men der richterlichen Befragung bestätigte X. im weiteren, dass er sich vor und auch 
während der Fahrt gut und fahrtüchtig gefühlt habe. Er habe sich nach dem Ereignis 
auch von seinem Hausarzt untersuchen und bei einer Beratungsstelle überprüfen 
lassen, wobei sich keine Hinweise auf einen höheren Alkoholkonsum als angege-
ben ergeben hätten. Auf entsprechende Frage zeigte sich X. bereit, sich begutach-
ten zu lassen, nachdem er dies in der Untersuchung noch abgelehnt hatte. Er wies 
im weiteren darauf hin, dass der Vollzug der Freiheitsstrafe für ihn gravierende Kon-
sequenzen in beruflicher und finanzieller Hinsicht nach sich ziehen würde, da seine 
Arbeitgeberin sich für diesen Fall vorbehalten habe, das Arbeitsverhältnis aufzulö-
sen. In seinem Schlusswort hielt er fest, dass er sich in Zukunft bei Festen anders 
organisieren werde. Er habe seine Lehren gezogen und er werde alles daran set-
zen, dass er nie mehr in angetrunkenem Zustand ein Fahrzeug lenke. 

F. Mit Beschluss vom 9. Januar 2002, mitgeteilt am 2. April 2002, er-
kannte der Kantonsgerichtsausschuss Graubünden:

"1. Die Verhandlung wird vertagt und die Sache zur Ergänzung des 
Beweisverfahrens im Sinne der Erwägungen an die Staatsanwalt-
schaft Graubünden zurückgewiesen.

2. Die Kosten bleiben bei der Prozedur.

3. (Mitteilung)"

G. Am 17. Juni 2002 gab die Staatsanwaltschaft Graubünden in Beach-
tung der Erwägungen des Rückweisungsbeschlusses des Kantonsgerichtsaus-
schusses Graubünden ein Gutachten über die Notwendigkeit der Anordnung einer 
Massnahme im Falle der Verweigerung des bedingten Strafvollzuges oder einer 
Weisung im Falle der Gewährung des bedingten Strafvollzuges in Auftrag. Im foren-
sisch-psychiatrischen Gutachten vom 13. August 2003 gelangt Dr. med. Q. zur Er-
kenntnis, dass zum Zeitpunkt der Tat keine verminderte Zurechnungsfähigkeit im 
Sinne von Art. 11 StGB vorgelegen habe. Bei X. sei eine Alkoholabhängigkeit re-
spektive Trunksucht im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB gegeben. Der Gutach-
ter erachtet eine ambulante Suchtbehandlung im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 
letzter Satz StGB als genügend. Dabei sei der  sofortige Vollzug einer Strafe mit 
einer ambulanten Behandlung vereinbar; eine Beeinträchtigung des Behandlungs-
erfolgs durch den Strafvollzug sei nicht zu erwarten. Für den Fall des bedingten 
Strafvollzuges erachtet der Gutachter eine psychiatrische Behandlung im Rahmen 
einer Weisung nach Art. 41 Ziff. 2 Absatz 1 StGB als zweckmässig.

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X. liess sich zum forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 13. August 2003 
nicht vernehmen.

Die Staatsanwaltschaft Graubünden gab ihre Stellungnahme am 27. August 
2003 ab.

H. Während des hängigen Verfahrens wurde X. - wie erwähnt - mit Straf-
verfügung des Amtsstatthalteramtes Sursee vom 18. Juli 2003 wegen Führens ei-
nes Personenwagens in angetrunkenem Zustand, begangen am 25. Februar 2003, 
verurteilt und mit einem Monat Gefängnis unbedingt und einer Geldbusse von Fr. 
900.-- bestraft.

Nachdem das Strassenverkehr- und Schifffahrtsamt P. am 13. Juni 2002 den 
Führerausweis auf unbestimmte Zeit, mindestens jedoch bis Ende Januar 2003 ent-
zogen hatte, ihn sodann am 31. Januar 2003 unter Auflagen wieder erteilt hatte, 
wurde der Führerausweis am 24. März 2003 erneut auf unbestimmte Zeit, mindes-
tens jedoch für 30 Monate mit Beginn ab 25. Februar 2003 entzogen. Die Aufhebung 
der Massnahme nach Ablauf der Probezeit wird auf Gesuch hin geprüft werden und 
ist von zahlreichen Bedingungen abhängig.

Auf die Ausführungen zur Begründung der Anträge wird, so weit erforderlich, 
in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen:

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Aus-
schüsse, sowie gegen Verfügungen der Bezirksgerichts- und Kreispräsidenten 
(ausgenommen Untersuchungshandlungen, prozessleitende Verfügungen und 
Strafmandate) können der Verurteilte und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichts-
ausschuss innert 20 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Ent-
scheides Berufung einreichen. Diese ist zu begründen und hat darzutun, welche 
Mängel des erstinstanzlichen Entscheides oder Gerichtsverfahrens gerügt werden 
und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 141 ff. 
StPO). Diesen Anforderungen vermag die im übrigen form- sowie fristgerecht ein-
gereichte Berufung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 26. November 2001 
zu genügen, weshalb auf sie einzutreten ist.

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2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsge-
richtsausschuss als Berufungsinstanz zwar eine umfassende, uneingeschränkte 
Kognition zukommt (Art. 146 Abs. 1 StPO), er jedoch das vorinstanzliche Urteil 
grundsätzlich nur im Rahmen der in der Berufung gestellten Anträge überprüft. Vor-
liegend unbestritten geblieben sind gemäss Berufungsschrift der von der Staatsan-
waltschaft Graubünden relevierte Sachverhalt, der Schuldspruch sowie das Straf-
mass. Es geht im vorliegenden Verfahren daher um die Frage der Gewährung be-
ziehungsweise der Verweigerung des bedingten Vollzugs der Freiheitsstrafe. Es gilt 
dabei zu berücksichtigen, dass der Kantonsgerichtsausschuss auch weitere Urteils-
punkte abändern oder ergänzen kann und muss, wenn sonst der Würdigung aller 
Umstände unzureichend Rechnung getragen würde beziehungsweise einzelne Fra-
gen aus dem Sachzusammenhang gerissen würden und damit Bundesrecht verletzt 
würde (vgl. BGE 117 IV 104 ff.). Dies bedeutet insbesondere, dass bei Verweige-
rung des bedingten Strafvollzuges allenfalls auch die Strafzumessung sowie bei ei-
ner Wiederholung während der Probezeit die Frage des Widerrufs des bedingten 
Strafvollzuges und die Wirkung desselben zu prüfen ist.

3. a) Der Bezirksgerichtsausschuss Landquart sprach X. des vorsätzli-
chen Fahrens in angetrunkenem Zustand gemäss Art. 91 Abs. 1 SVG schuldig. 
Dafür bestrafte er ihn mit vier Monaten Gefängnis bedingt. Die Probezeit wurde auf 
fünf Jahre festgelegt. Die Vorinstanz wertete das Verschulden von X. als recht 
schwerwiegend. Trotz einschlägiger Vorstrafen müsse er sich zum dritten Mal we-
gen Fahrens in angetrunkenem Zustand verantworten. Als erschwerend erachtete 
die Vorinstanz, dass X. das Fahrzeug jeweilen mit hohen Blutalkoholwerten gelenkt 
hatte. So mache die erneute Verfehlung deutlich, dass er in besonderem Masse 
rücksichts- und verantwortungslos gehandelt habe. Auf Grund des Zeitablaufs von 
sieben beziehungsweise acht Jahren seit den letzten Verfehlungen und des Zuge-
ständnisses von X. vor Schranken, aktiv gegen seine Problematik vorzugehen, so-
wie mit Blick auf die sozialen Konsequenzen (drohender Arbeitsplatzverlust, fami-
liäre Probleme, finanzielle Schwierigkeiten) eines unbedingten Strafvollzuges 
räumte die Vorinstanz X. eine letzte Chance ein und gewährte ihm den bedingten 
Strafvollzug. Um ihn vor weiterem Delinquieren abzuhalten, setzte sie die Probezeit 
auf die maximal mögliche Dauer von fünf Jahren an.

b) Die Staatsanwaltschaft Graubünden verlangt in ihrer Berufung die Aufhe-
bung des bedingten Strafvollzuges. Sie stellt sich im Wesentlichen auf den Stand-
punkt, dass die Aussicht auf dauerhafte Besserung verneint werden müsse. Trotz 
mehrfacher einschlägiger Vorstrafen habe X. erneut ein Fahrzug in angetrunkenem 

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Zustand geführt. X. sei innerhalb von zehn Jahren bereits zum dritten Mal mit einer 
hohen Blutalkoholkonzentration gefahren. Insbesondere aus dem Verfahren von 
1994, in welchem eine unbedingte Freiheitsstrafe ausgesprochen worden sei, hätte 
X. seine Lehren ziehen müssen.

c) X. beantragt die Abweisung der Berufung. Es sei zu berücksichtigen, dass 
die beiden letzten Vorfälle sieben beziehungsweise acht Jahre zurücklägen. Er sei 
wegen unglücklichen Umständen nochmals straffällig geworden. Er habe eigentlich 
vorgesorgt und sich ein Hotelzimmer reservieren lassen. Er sehe ein, dass er einen 
Fehler begangen habe, und er sei bereit, eine maximale Probezeit von 5 Jahren auf 
sich zu nehmen. Der Vollzug der Gefängnisstrafe würde verheerende Auswirkun-
gen in privater und beruflicher Hinsicht haben. Bei einer unbedingten Verurteilung 
laufe er Gefahr, seine Stelle als Verkaufsleiter im Aussendienst zu verlieren. Damit 
verbunden wären finanzielle und familiäre Probleme, was sein Leben in den Ruin 
führen würde. X. erklärte, nun die notwendigen Konsequenzen wirklich zu ziehen, 
und er erbat um Einräumung einer letzten Chance.

4. a) Nach Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Vollzug einer Freiheits-
strafe von nicht mehr als 18 Monaten aufgeschoben werden, wenn Vorleben und 
Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde dadurch von weiteren Verbre-
chen oder Vergehen abgehalten. Gemäss Abs. 2 der genannten Bestimmung ist 
der Aufschub einer Freiheitsstrafe von Gesetzes wegen nicht zulässig, wenn der 
Verurteilte innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Tat wegen eines vorsätzlich be-
gangenen Verbrechens oder Vergehens eine Zuchthaus- oder eine Gefängnisstrafe 
von mehr als drei Monaten verbüsst hat. Die objektiven Voraussetzungen für die 
Gewährung des bedingten Strafvollzuges sind bei X. erfüllt. So wird für den hier zu 
behandelnden Vorfall eine Strafe von weniger als 18 Monaten verhängt und X. hatte 
innerhalb der letzten fünf Jahre keine Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten zu 
verbüssen.

b) Wie ausgeführt, verlangt Art. 41 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in subjektiver Hinsicht, 
dass Vorleben und Charakter des Verurteilten erwarten lassen, er werde durch den 
Aufschub der Freiheitsstrafe von weiteren Verbrechen und Vergehen abgehalten. 
Nach der früheren Rechtsprechung durfte einem angetrunkenen Fahrzeugführer 
nur mit grosser Zurückhaltung der bedingte Strafvollzug gewährt werden. Das Bun-
desgericht führte diesbezüglich aus, es sei allgemein bekannt, dass die Fahrtüch-
tigkeit schon durch geringe Mengen Alkohol beeinträchtigt werde. Bei jenen Motor-
fahrzeugführern, welche unbekümmert um dieses Wissen durch Angetrunkenheit 

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am Steuer Leben und Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer erheblich gefährden, 
könne somit auf eine rücksichtslose Gesinnung sowie auf einen Charakterfehler ge-
schlossen werden. Aus spezial- und generalpräventiven Gründen seien daher hohe 
Anforderungen an die Gewähr für künftiges Wohlverhalten zu stellen. So war etwa 
demjenigen, der innerhalb von zehn Jahren rückfällig wurde, der bedingte Strafvoll-
zug in der Regel zu verweigern. Das Bundesgericht ist nun aber von dieser stren-
geren Praxis abgerückt und hat festgehalten, dass bei Gewährung oder Verweige-
rung des bedingten Strafvollzuges auch beim Tatbestand des Fahrens in angetrun-
kenem Zustand die gleichen Kriterien wie bei den anderen Delikten zugrunde zu 
legen sind. Bei der Beurteilung der Bewährungsaussichten dürfe nicht aus general-
präventiven Überlegungen ein derart strenger Massstab angelegt werden, dass an-
getrunkenen Fahrzeuglenkern der bedingte Strafvollzug von vornherein verschlos-
sen bleibe (BGE 118 IV 97; PKG 1993 Nr. 24). Massgeblich ist somit in erster Linie 
der Grundsatz der Spezialprävention (BGE 118 IV 97). Bei der Prüfung, ob der Ver-
urteilte für ein dauerndes Wohlverhalten Gewähr bietet, ist eine Gesamtwürdigung 
aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. In die Beurteilung mit einzubeziehen 
sind neben den Tatumständen auch das Vorleben und der Leumund sowie alle wei-
teren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des Täters und die Aus-
sichten seiner Bewährung zulassen. Für die Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein 
Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerlässlich. Relevante Faktoren sind etwa 
strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbiographie und Arbeitsverhalten, das 
Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf Suchtgefährdung und weitere. Dabei 
sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt des Entscheides mit einzube-
ziehen (BGE 128 IV 198 f.). Unzulässig wäre es jedoch, unter den nach Art. 41 Ziff. 
1 Abs. 1 StGB zu berücksichtigenden Umständen einzelnen eine vorrangige Be-
deutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder überhaupt ausser Acht 
zu lassen, also etwa einseitig auf die Umstände der Tat abzustellen. Die Besonder-
heiten des Rückfalls und die Tatsache, dass ein Fahrzeugführer bei Trinkbeginn 
weiss, dass er später ein Fahrzeug führen wird, sind Umstände, die neben allen 
anderen bei einer Gesamtwürdigung zu berücksichtigen sind. Auch spielen die kon-
kreten Umstände der früheren wie auch der neuen Trunkenheitsfahrt sowie die 
Dauer seit der früheren Tat respektive deren Beurteilung eine Rolle. Weiter kann 
bedeutsam sein, ob für die frühere Tat lediglich eine Busse oder aber eine Freiheits-
strafe ausgefällt worden ist und auf welche Dauer der Führerausweis entzogen wor-
den ist (BGE 118 IV 101, Pr. 78 (1989), Nr. 257, S. 918 ff.).

Bei einer Prognosestellung über das künftige Wohlverhalten des Täters sind 
somit alle rechtlich massgeblichen Gesichtspunkte des Vorlebens, des Charakters 

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und des Leumunds des Täters, die konkreten Tatumstände wie auch alle weiteren 
Tatsachen, welche gültige Rückschlüsse auf die Bewährungsaussichten zulassen, 
abwägend in die Beurteilung einzubeziehen, um in einer Gesamtwürdigung zu ent-
scheiden, ob Aussicht auf zukünftige, dauerhafte, das heisst über die allfällige Pro-
bezeit hinausgehende, Besserung besteht (BGE 118 IV 97; PKG 1993 Nr. 24). In 
diesem Sinne steht bei der Prüfung der günstigen Prognose gemäss Art. 41 Ziff. 1 
StGB die Frage im Vordergrund, unter welchen Voraussetzungen einem Verurteil-
ten trotz unsicherer Zukunftsaussichten Vertrauen geschenkt werden kann (vgl. P. 
Albrecht, Der bedingte Strafvollzug bei Alkohol am Steuer, SJZ 1988, S. 101). Ver-
mag der Richter begründetes Vertrauen zu gewinnen, so ist der Vollzug der Frei-
heitsstrafe aufzuschieben. Der Richter muss von der Besserungsaussicht mit Be-
gründung überzeugt sein. Schwankt er zwischen vager Hoffnung und Bedenken, so 
hat er kein Vertrauen auf eine Bewährung und er hat daher auf die Gewährung des 
bedingten Strafvollzuges zu verzichten (PKG 1993 Nr. 24). Wird befürchtet, eine 
bedingt ausgesprochene Freiheitsstrafe vermöge den Verurteilten nicht genügend 
zu beeindrucken, so kann - wo das Gesetz wahlweise Freiheitsstrafe oder Busse 
androht - der Richter die beiden Strafen auch verbinden (Art. 50 Abs. 2 StGB). Eben-
falls kann er den Verurteilten gemäss Art. 41 Ziff. 2 Abs. 1 StGB unter Schutzauf-
sicht stellen oder ihm für sein Verhalten während der Probezeit bestimmte Weisun-
gen erteilen. Schliesslich kann allfälligen Bedenken auch bei der Festsetzung der 
Dauer der Probezeit Rechnung getragen werden (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 3 StGB).

c) Bei der Prognoseprüfung sind sämtliche zum Zeitpunkt der heutigen Be-
rufungsverhandlung bekannten massgeblichen Gesichtspunkte zu berücksichtigen, 
also auch die Tatsache, dass X. während des hängigen Verfahrens mit Strafverfü-
gung des Amtsstatthalteramtes Sursee vom 18. Juli 2003 erneut wegen Führens 
eines Personenwagens in angetrunkenem Zustand, begangen am 25. Februar 
2003, verurteilt und mit einem Monat Gefängnis unbedingt und einer Geldbusse von 
Fr. 900.-- bestraft werden musste. Bei der Beurteilung der Frage, ob X. eine güns-
tige Prognose gestellt und damit der bedingte Strafvollzug gewährt werden kann, 
sind einmal die Vorstrafen, welche er auf demselben Gebiet erlitten hat, zu berück-
sichtigen. Dabei können grundsätzlich auch Vorstrafen herangezogen werden, wel-
che bereits im Strafregister gelöscht wurden (BGE 121 IV 9). Zu berücksichtigen ist 
demnach auch die Vorstrafe aus dem Jahre 1993, welche mittlerweile gelöscht wor-
den ist. Am 14. Juli 1993 wurde X. wegen vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem 
Zustand zu 14 Tagen Gefängnis bedingt verurteilt. Am 18. Mai 1994 wurde X. erneut 
wegen vorsätzlichen Fahrens in angetrunkenem Zustand mit 30 Tagen Gefängnis 
unbedingt bestraft. Gleichzeitig wurde die Probezeit der Verurteilung vom 14. Juli 

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1993 um ein Jahr verlängert. Am 16. März 2001 lenkte X. wiederum einen Perso-
nenwagen in angetrunkenem Zustand, welche Fahrt Anlass des vorliegenden Ver-
fahrens bildet. Zwar führt der verkehrsstrafrechtliche Rückfall nicht automatisch zu 
einer negativen Prognose bezüglich künftigem Wohlverhalten. Die erneute Tat bil-
det jedoch ein Indiz für die Uneinsichtigkeit des Fehlbaren und kann zusammen mit 
seinem Vorleben Anlass zu negativer Bewertung der Bewährungsaussichten geben 
(vgl. BGE 115 IV 81 f.). Anlass zu negativer Bewertung gibt insbesondere der Um-
stand, dass X. trotz des hängigen Verfahrens bezüglich der Trunkenheitsfahrt vom 
16. März 2001 am 25. Februar 2003 bereits wieder ein Fahrzeug in angetrunkenem 
Zustand führte. Dies, nachdem er noch anlässlich der mündlichen Berufungsver-
handlung vom 9. Januar 2002 beteuerte, er habe seine Lehren gezogen und er 
wolle sich künftig wohl verhalten und nie mehr angetrunken fahren. Erschwerend 
fällt sodann ins Gewicht, dass X. bei allen vier Vorfällen ein erheblicher Alkoholge-
halt nachgewiesen werden konnte (1993 mit mind. 1,61 Gewichtspromille, 1994 mit 
mind. 2,23 Gewichtspromille, 2001 mit mind. 1,87 Gewichtspromille, 2003 mit mind. 
1,34 Gewichtspromille). Insbesondere aus dem Verfahren von 1994, in welchem X. 
bereits zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von 30 Tagen verurteilt werden 
musste, hätte X. seine Lehren ziehen müssen. Er hätte daher wissen müssen, dass 
er am 16. März 2001 nach dem Konsum einer solch beträchtlichen Menge Alkohol 
nicht mehr fahrtüchtig im Sinne des Gesetzes war. X. lenkte am 16. März 2001 mit 
mindestens 1,87 Gewichtspromille Alkohol im Blut einen Personenwagen. Dieser 
Wert ist mehr als doppelt so hoch, wie die gesetzlich zulässige Grenze von 0,8 Ge-
wichtspromille. X. muss daher vorgeworfen werden, dass er sich in einem Zustand 
ans Steuer setzte, welcher ein sicheres Lenken des Fahrzeuges bei Weitem nicht 
mehr erlaubte. Er hat sich damit bewusst über gesetzliche Regeln hinweggesetzt 
und die Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern in Kauf genommen. Die Ge-
fährdung war um so erheblicher, als X. von J. bis O. eine kurvenreiche und nicht 
ungefährliche Fahrtstrecke zurückgelegt hat. Geplant war sodann die Weiterfahrt 
auf der Autobahn in Richtung P., woran er infolge der von der Polizei auf der Höhe 
Maienfeld erfolgten Kontrolle gehindert wurde. Zudem kann sich X. für seine Hand-
lung weder auf eine Ausnahmesituation noch andere für ihn sprechende Gründe 
berufen. Die Fahrt erfolgte in seiner Freizeit am Wochenende und war in keiner 
Weise notwendig. So wäre es für ihn ein leichtes gewesen, auf die Benützung des 
Fahrzeuges zu verzichten und so sein strafbares Verhalten zu vermeiden. Die sinn-
gemäss gleichen Überlegungen gelten für seine Trunkenheitsfahrt vom 25. Februar 
2003, selbst wenn der Blutalkoholgehalt mit mindestens 1,34 Gewichtspromille 
doch deutlich tiefer lag als derjenige vom 16. März 2001. Besonders gravierend ist 
dabei, dass sich X. am 25. Februar 2003 erneut angetrunken an das Steuer setzte, 

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obwohl gegen ihn noch das hiesige Verfahren wegen Fahrens in angetrunkenem 
Zustand hängig ist. All dies weist auf Charaktermängel hin, die keine günstige Pro-
gnose erlauben. Auf Grund der verschiedenen Vorfälle, insbesondere derjenigen in 
jüngster Zeit muss zudem befürchtet werden, dass X. seine eigene Fahrfähigkeit 
nicht richtig einschätzen kann und die Gefahren des Alkohols im Strassenverkehr 
ganz allgemein unterschätzt, was ebenfalls gegen eine günstige Prognose bezüg-
lich der Gewährung des bedingten Strafvollzuges spricht. Auch die mit einem Straf-
vollzug verbundene Gefahr des Stellenverlustes und damit verbunden von fami-
liären und finanziellen Schwierigkeiten führt nicht zwingend zur Stellung einer güns-
tigen Prognose, denn eine kurze Gefängnisstrafe kann in Halbgefangenschaft ver-
büsst und damit das geltend gemachte Risiko des Stellenverlustes erheblich redu-
ziert werden. Der Strafvollzug mag unter diesen Umständen für X. eine gewisse 
Härte bedeuten, die im übrigen aber eine von vielen Unannehmlichkeiten darstellt, 
wie sie dem Strafvollzug eigen sind. Die Frage, ob bei Fehlen des Vorfalles vom 25. 
Februar 2003 allenfalls noch - wie es die Vorinstanz tat - eine günstige Prognose 
hätte gestellt werden können, kann offen bleiben. Das von X. noch anlässlich der 
Berufungsverhandlung vom 9. Januar 2002 abgegebens Versprechen, er werde 
sich künftig wohl verhalten und nie mehr angetrunken fahren, hat er gerade nicht 
gehalten. Er hat es somit selbst zu verantworten, wenn ihn nochmals nachteilige 
Folgen eines Strafvollzuges treffen. Vertrauen kann ihm mitnichten mehr entgegen-
gebracht werden.

Das Muster der einschlägigen Vorstrafen aus den Jahren 1993 und 1994 und 
das Muster der heute zu beurteilenden Fahrt wie auch dasjenige der pendente lite 
erfolgten Fahrt ähneln sich stark, handelt es sich doch in allen Fällen um unnötige 
Fahrten nach festlichen Anlässen, was auf eine vorhandene Charakterschwäche 
und Uneinsichtigkeit bei X. schliessen lässt. Uneinsichtigkeit liegt bei X. deshalb vor, 
weil er offensichtlich nicht einsieht, dass man in alkoholisiertem Zustand kein Fahr-
zeug fahren soll. Es ist im Weiteren zu berücksichtigen, dass X., wie das Gutachten 
vom 13. August 2003 ergeben hat, zumindest im Zeitpunkt der Tat vom 16. März 
2001 alkoholabhängig war, was die Rückfallgefahr erhöht, sollte er sich nicht endlich 
einsichtig zeigen und gegen seine Alkoholproblematik ankämpfen. Diesbezüglich 
hat der Gutachter festgestellt, dass zum Zeitpunkt der Begutachtung vom 9. Sep-
tember 2002 eine gesicherte Motivation zu künftiger Alkoholabstinenz fehlte. Zwar 
habe X. sich dazu bereit gefunden, sich zu Beratungsgesprächen bei der anerkann-
ten Fachstelle Berner Gesundheit einzufinden und er beurteile diese Gespräche 
auch als sinnvoll. Zum Zeitpunkt der Begutachtung sei der therapeutische Prozess 
aber noch nicht so weit fortgeschritten gewesen, dass es zu einer stabilen und auch 

13

intrinsischen, das heisst nicht nur vom Wunsch zur Wiedererlangung der Fahrer-
laubnis getragenen Abstinenzmotivation gekommen sei. Dass diese Motivation 
nicht gegeben ist, hat die Trunkenheitsfahrt vom 25. Februar 2003 während des 
hängigen Strafverfahrens deutlich bewiesen. Die Abhängigkeit von X. erhöht die 
Rückfallgefahr wesentlich. Auch eine längere Bewährungsfrist verspricht nicht, X. 
von weiteren Straftaten abzuhalten, hat ihn doch nicht einmal das hängige Strafver-
fahren bezüglich der Trunkenheitsfahrt vom 16. März 2001 daran gehindert, in ei-
nem kurzen Zeitabstand von knapp zwei Jahren am 25. Februar 2003 erneut ange-
trunken ein Fahrzeug zu lenken. In die Gesamtwürdigung ist schliesslich mit einzu-
beziehen, dass auf den Vorfall am 16. März 2001 ein Sicherungsentzug des Füh-
rerausweises für unbestimmte Zeit, mindestens bis Ende Januar 2003 erfolgt ist. 
Am 31. Januar 2003 wurde X. der Führerausweis wieder erteilt. Trotz des erfolgten 
Sicherungsentzuges für beinahe 22 Monate liess er sich nicht davon abhalten, 
knapp einen Monat nach Wiederzulassung zum Strassenverkehr, nämlich am 25. 
Februar 2003 erneut angetrunken zu fahren. Der lang andauernde Sicherungsent-
zug von beinahe 22 Monaten zeigte offensichtlich keine nachhaltige Wirkung. Es 
ist, da X. kurze Zeit nach der Wiederzulassung auf einen vorausgegangenen Entzug 
von 22 Monaten erneut auf gleichem Gebiet straffällig geworden ist, auch zu be-
fürchten, dass der auf die Trunkenheitsfahrt vom 25. Februar 2003 verfügte Siche-
rungsentzug des Führerausweises für unbestimmte Zeit, mindestens jedoch für 30 
Monate, keinen genügend nachhaltigen Eindruck auf X. machen wird, auch wenn 
der Entzug X. erheblich einschränken und wohl äusserst hart treffen wird. Dieser 
Umstand wie auch der im übrigen gute Leumund von X. als auch die Tatsache, dass 
die vor der Trunkenheitsfahrt vom 16. März 2001 ergangenen Vorstrafen aus den 
Jahren 1993 und 1994 acht beziehungsweise sieben Jahre zurücklagen, vermögen 
angesichts aller übrigen Umstände, die gegen eine zuverlässige günstige Prognose 
sprechen, die Gesamtwürdigung nicht ins Gegenteil zu kehren und eine dauerhafte 
Abkehr zu begründen. Der Kantonsgerichtsausschuss gelangt daher angesichts der 
Vielzahl der ungünstigen Umstände (unnötige Fahrt, hohe Blutalkoholkonzentration, 
kurvenreiche und lange Fahrstrecke, Autobahn) sowie in Anbetracht der Tatsache, 
dass X. trotz der einschlägigen Vorstrafen aus den Jahren 1993 und 1994 am 16. 
März 2001 wiederum auf gleichem Gebiet straffällig wurde, und er während des 
hängigen Verfahrens erneut völlig unnötig ein Fahrzeug in angetrunkenem Zustand 
gefahren hat und das nur knapp einen Monat nachdem ihm der Führerausweis nach 
einem Sicherungsentzug von beinahe 22 Monaten wieder erteilt worden ist, zum 
Schluss, dass X. trotz des erneut erfolgten Sicherungsentzuges für mindestens 30 
Monate keine hinreichende Gewähr für künftiges Wohlverhalten bietet. An dieser 
Beurteilung ändert auch die Tatsache nichts, dass X. für die Wiedererteilung des 

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Führerausweises zahlreiche Bedingungen (z.B. strikte Einhaltung eines Abstinenz-
versprechens) erfüllen muss, ist es doch gemäss Gutachter nicht zu einer stabilen 
und auch intrinsischen Abstinenzmotivation gekommen (was durch den Vorfall vom 
25. Februar 2003 gerade erhärtet wird). Eine bedingt ausgesprochene Freiheits-
strafe würde zudem nicht die erwünschte abschreckende Wirkung zur Folge haben. 
Demzufolge kann die Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges nicht gewährt 
werden; die Berufung der Staatsanwaltschaft ist gutzuheissen.

5. Zwischen der Strafzumessung und dem Entscheid über den bedingten 
Strafvollzug besteht kein Zusammenhang in dem Sinne, dass bei der Gewährung 
des bedingten Strafvollzuges eine höhere, bei Verweigerung eine geringere Strafe 
angemessen wäre (vgl. Trechsel, Kurzkommentar zum Schweizerischen Strafge-
setzbuch, 2. Auflage, Zürich 1997, N 7 zu Art. 41 StGB). Gleichwohl besteht in der 
Praxis ein naher Zusammenhang zwischen Strafzumessung und bedingtem Straf-
vollzug. Wenn daher in einem angefochtenen Entscheid bei der Gewährung des 
bedingten Strafvollzuges eine längere Freiheitsstrafe, gegebenenfalls verbunden 
mit einer Busse, ausgesprochen wurde, als dies im Falle der Verweigerung des be-
dingten Strafvollzuges der Fall gewesen wäre, dann hat der Kantonsgerichtsaus-
schuss bei Gutheissung der Berufung der Staatsanwaltschaft gegen die Gewährung 
des bedingten Strafvollzuges auch die vorinstanzliche Strafzumessung - in den 
Grenzen des Verbots der reformatio in peius - zu überprüfen, selbst wenn diese 
nicht angefochten worden ist (BGE 117 IV 106). Gegebenenfalls sind auch weitere 
Urteilspunkte abzuändern, wenn sich sonst ein bundesrechtswidriger Entscheid der 
kantonalen Instanz ergäbe (BGE 117 IV 105).

Die Vorinstanz hat im vorliegenden Fall keinen Zusammenhang zwischen der 
ausgesprochenen Strafe und dem bedingten Strafvollzug hergestellt. Die Dauer der 
Freiheitsstrafe wird nicht unter anderem damit begründet, dass diese höher ausfalle, 
weil der bedingte Strafvollzug gewährt werde. Die Vorinstanz hat zur Absicherung 
des bedingten Strafvollzuges einzig die Probezeit auf die zulässige maximale Dauer 
festgelegt. Eine Überprüfung der Strafzumessung drängt sich daher unter diesem 
Gesichtspunkt nicht auf.

Bei der Strafzumessung ist die Vorinstanz davon ausgegangen, dass keine 
Strafmilderungsgründe gegeben seien. Dr. med. Q. stellt in seinem forensisch-
psychiatrischen Gutachten vom 13. August 2003 fest, dass bei X. zum Zeitpunkt der 
Tat keine Anhaltspunkte für vorübergehende oder zeitlich überdauernde Krank-
heitszustände oder psychische Störungen bestanden haben, die zu Zweifeln an der 

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strafrechtlichen Verantwortlichkeit gemäss Art. 11 StGB Anlass gäben. Das Vorlie-
gen einer verminderten Zurechnungsfähigkeit wird verneint. Folglich hat die Vorin-
stanz mit dem Ausschluss des Strafmilderungsgrundes gemäss Art. 11 StGB bei 
der Strafzumessung kein Bundesrecht verletzt, so dass auch unter diesem Blick-
winkel keine Überprüfung der Strafzumessung notwendig ist.

Ebensowenig erfordert die erneute Verurteilung von X. vom 18. Juli 2003 
durch das Amtsstatthalteramt Sursee wegen vorsätzlichen Fahrens in angetrunke-
nem Zustand ein Zurückkommen auf das vorinstanzliche Strafmass. Art. 68 Ziff. 2 
StGB ist vorliegend, wie die Staatsanwaltschaft zu glauben scheint, nicht anwend-
bar. Voraussetzung für eine Zusatzstrafe gemäss Art. 68 Ziff. 2 StGB ist stets, dass 
die Voraussetzungen für eine Gesamtstrafe nach Art. 68 Ziff. 1 Abs. 1 StGB über-
haupt vorgelegen hätten, wenn die verschiedenen Verfahren vereinigt gewesen 
wären. Diese Beziehung der Zusatzstrafe zur Gesamtstrafe ergibt sich aus dem 
Wortlaut von Art. 68 Ziff. 2 StGB und Art. 350 StGB. Ein gemeinsames Verfahren 
für die Taten, die der Bezirksgerichtsausschuss Landquart am 24. Oktober 2001 
beurteilt hat, und für die Trunkenheitsfahrt vom 25. Februar 2003, welche am 18. 
Juli 2003 beurteilt wurde, war gar nicht möglich; die erst später begangene Trun-
kenheitsfahrt konnte am 24. Oktober 2001 noch gar nicht beurteilt werden. Die Ver-
urteilung im Sinne von Art. 68 Ziff. 2 StGB erfasst nicht erst die Rechtskraft der 
Verurteilung, sondern schon die Urteilsfällung, unter der Voraussetzung, dass das 
Urteil später rechtskräftig wird. Denn schon mit der Ausfällung des Urteils werden 
selbständige sowie Gesamt- und Zusatzstrafen festgesetzt. Diese erfahren mit der 
späteren Rechtskraft keine Anpassung an nachher eingetretene tatsächliche Ver-
änderungen, die nicht Gegenstand der Beurteilung bildeten und die der Richter nicht 
voraussehen konnte (BGE 102 IV 242 ff.). Der Täter, der sich erneut strafbar macht, 
nachdem er für eine andere Tat verurteilt wurde, verdient auch die Rücksicht des 
Art. 68 StGB nicht, der eine Kumulierung der Freiheitsstrafe im Falle der Konkurrenz 
ausschliesst. In diesem Zusammenhang gilt es zu berücksichtigen, dass das Amts-
statthalteramt Sursee mit Strafverfügung vom 18. Juli 2003 für den vierten Vorfall 
eine milde Strafe ausgefällt hat, so dass sich auch unter diesem Gesichtspunkt - 
selbst wenn die Auffassung vertreten würde, es müsste nunmehr im Berufungsver-
fahren eine Zusatzstrafe ausgefällt werden - keine Korrektur des Strafmasses auf-
drängt, müsste doch die milde Strafe des Amtsstatthalteramtes Sursee als Zusatz-
strafe betrachtet werden (vgl. dazu Trechsel, a.a.O., N 19 zu Art. 68 StGB).

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6. Das strafbare Verhalten von X. steht mit dem Konsum von Alkohol und 
der daraus entstandenen Abhängigkeit in direktem Zusammenhang, wie das Gut-
achten vom 13. August 2003 ergeben hat.

a) Nach Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB kann der Richter, wenn der Täter 
trunksüchtig ist und die von ihm begangene Tat damit im Zusammenhang steht, 
seine Einweisung in eine Trinkerheilanstalt, oder, wenn nötig, in eine andere Heil-
anstalt anordnen, um die Gefahr künftiger Verbrechen oder Vergehen zu verhüten. 
Der Richter kann auch eine ambulante Behandlung anordnen. Wird eine ambulante 
Massnahme angeordnet, kann der Richter den Vollzug der Strafe mit der ambulan-
ten Massnahme verbinden oder aber den Vollzug der Strafe aufschieben, damit die 
ambulante Behandlung vorweg durchgeführt werden kann (Art. 44 Ziff.1 Abs. 1 in 
Verbindung mit Art. 43 Ziff. 2 Abs. 2 StGB). Gemäss der Rechtsprechung des Bun-
desgerichtes ist der Strafaufschub anzuordnen, wenn eine tatsächliche Aussicht auf 
erfolgreiche Behandlung durch den sofortigen Vollzug der ausgefällten Freiheits-
strafe erheblich beeinträchtigt würde. Die Therapie geht vor, wenn eine sofortige 
Behandlung gute Resozialisierungschancen bietet, welche der Strafvollzug klarer-
weise verhindern oder vermindern würde. Unter dem Gesichtspunkt des Gleich-
heitsgebotes muss der Behandlungsbedarf um so ausgeprägter sein, je länger die 
zu Gunsten der ambulanten Therapie aufzuschiebende Freiheitsstrafe ist (BGE 129 
IV 161 ff. mit Hinweisen). Der Richter hat diesbezüglich ein psychiatrisches Gutach-
ten einzuholen (BGE 129 IV 163, BGE 116 IV 101 mit Hinweisen).

b) Im forensisch-psychiatrischen Gutachten vom 13. August 2003 kommt der 
Gutachter Dr. med. Q. zum Schluss, dass bei X. eine Alkoholabhängigkeit respek-
tive Trunksucht im Sinne von Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB bestehe. Diagnostisch liege 
eine Alkoholabhängigkeit mit den Kardinalsymptomen des Kontrollverlustes, der 
Gewohnheitsbildung und der Entwicklung einer massiven körperlichen Toleranz 
vor. Letzteres ergebe sich bereits aus dem Umstand, dass X. hohe Blutalkoholkon-
zentrationen, namentlich eine Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,87 Ge-
wichtspromille ohne wesentliche cerebrale Funktionsstörungen vertragen habe. Aus 
der Schilderung der Trinkgewohnheiten lasse sich entnehmen, dass die Fähigkeit 
zu kontrolliertem Trinken nicht vorhanden sei, und dass es zu einer erheblichen 
Gewohnheitsbildung im Sinne eines Konsummusters gekommen sei. Der Gutachter 
führt aus, dass hinsichtlich der Anordnung einer Massnahme nach Art. 44 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB sowohl die Sucht als auch deren Zusammenhang mit der Anlasstat zu 
bejahen seien. Dr. med. Q. empfiehlt die Anordnung einer Massnahme, da die Pro-
gnose der Alkoholabhängigkeit nicht als günstig zu bezeichnen sei. Der Gutachter 

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erachtet dabei die Anordnung einer ambulanten Massnahme, deren Durchführung 
mit der Vorlage regelmässiger 4-wöchentlicher Atteste nachzuweisen sei, als aus-
reichend. Die ambulante Massnahme sollte zudem die regelmässige Teilnahme an 
therapeutischen Fachgesprächen bei einer der anerkannten Beratungsstellen der 
ambulanten Suchthilfe, wie zum Beispiel bei der Berner Gesundheit, und eine am-
bulante Behandlung bei einem niedergelassenen Psychiater umfassen. Der sofor-
tige Vollzug der Strafe sei dabei mit einer ambulanten Behandlung vereinbar; eine 
Beeinträchtigung des Behandlungserfolges durch den Strafvollzug sei nicht zu er-
warten.

Bei dieser Sachlage ist eine ambulante Massnahme im Sinne der Empfeh-
lungen des Gutachters anzuordnen. Der Strafaufschub zu Gunsten der ambulanten 
Massnahme ist dabei nicht zu gewähren, weil nach der Aussage des Experten hier 
keine Behandlung zur Diskussion steht, deren Erfolg durch den Vollzug der Frei-
heitsstrafe zunichte gemacht oder erheblich beeinträchtigt würde.

7. Wird die Berufung gutgeheissen, entscheidet gemäss Art. 160 Abs. 3 
StPO die Rechtsmittelinstanz über die Kostenverteilung zwischen dem Einleger, 
dem Staat und der ersten Instanz. Obsiegt die Staatsanwaltschaft und hat der Be-
troffene den Weiterzug nicht zu vertreten, werden sie aus Billigkeitserwägungen 
grundsätzlich dem Staat belastet (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordung des 
Kantons Graubünden, Chur 1996, S. 411). Das hat indes nicht zur Folge, dass diese 
Kostenverteilung in jedem Fall nach einer abstrakten Regel und losgelöst von den 
jeweiligen Umständen des konkreten Einzelfalls erfolgen muss. Einen Entscheid 
aus Gründen der Billigkeit zu treffen heisst vielmehr, dass der Richter nach dem zu 
urteilen hat, was ihm im konkreten Einzelfall unter Würdigung aller relevanter Um-
stände als recht und billig erscheint. Es steht ihm mit anderen Worten ein erhebli-
cher Ermessensspielraum zu. Allein die Tatsache, dass der Kantonsgerichtsaus-
schuss nach erfolgter Berufung durch die Staatsanwaltschaft das erstinstanzliche 
Urteil zu Ungunsten des Berufungsbeklagten abgeändert hat, steht einer Kosten-
auflage nicht grundsätzlich entgegen. Aufgabe des Prozessrechts ist es, dem ma-
teriellen Recht zur Durchsetzung zu verhelfen und es besteht, solange in einem 
konkreten Fall der Rechtsmittelweg nicht ausgeschöpft ist, für die Verfahrensbetei-
ligten immer das Risiko einer reformatio in peius - vorausgesetzt, dass wesentliche 
Verfahrensmaximen wie etwa der Grundsatz des rechtlichen Gehörs beachtet wur-
den. Letztlich ist in Fällen wie dem vorliegenden beim Entscheid über die Verteilung 
der Verfahrenskosten auch eine Interessenabwägung zwischen dem berechtigten 
Vertrauen des Berufungsbeklagten auf Bestätigung der gewährten Rechtswohltat 

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des bedingten Strafvollzuges einerseits und demjenigen an der Durchsetzung des 
materiellen Rechts andererseits vorzunehmen. Auch wenn X. den Weiterzug des 
durch den Bezirksgerichtsausschuss Landquart gefällten Urteils nicht direkt zu ver-
treten hat, darf dennoch nicht ausser Acht gelassen werden, dass der Grund für das 
eingeleitete Strafverfahren in seinem Fehlverhalten auf dem Gebiet des Strassen-
verkehrsrechts liegt und X. die im vorliegenden Verfahren aufgelaufenen Kosten 
somit zumindest mitverursacht hat. Ferner hat er sich im Berufungsverfahren erfolg-
los zur Wehr gesetzt und durch sein Fehlverhalten während hängigem Verfahren 
den vorliegenden Entscheid geradezu aufgedrängt. Es erscheint demzufolge als ge-
rechtfertigt, die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.-- dem Kanton 
Graubünden und X. je zur Hälfte aufzuerlegen. Die Kosten der ergänzenden Unter-
suchung gehen zu Lasten von X. (Art. 158 StPO). 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird gutgeheissen und Ziffer 3 des angefochtenen Urteils wird 
aufgehoben.

2. Es wird eine ambulante Behandlung gemäss Art. 44 Ziff. 1 Abs. 1 StGB im 
Sinne der Erwägungen angeordnet.

3. a) Die Kosten der ergänzenden Untersuchung von Fr. 2'500.-- gehen zu Las-
ten von X..

b) Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.-- gehen je zur Hälfte 
zu Lasten des Kantons Graubünden und von X..

4. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

5. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident:  Die Aktuarin ad hoc: