# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 265cc198-355b-5437-9a5d-f8e4de8cc724
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.01.2012 D-327/2012
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-327-2012_2012-01-25.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­327/2012/wif

U r t e i l   v om   2 5 .   J a nua r   2 0 1 2

Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi,
mit Zustimmung von Richter Bruno Huber;
Gerichtsschreiberin Regula Frey.

Parteien A._______, geboren B._______,
dessen Ehefrau 
C._______, geboren D._______,
und deren Kind 
E._______, geboren F._______,
Afghanistan,
alle vertreten durch. lic.iur. Susanne Sadri, LL.M.,
Asylhilfe Bern, G._______,
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz. 

Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung 
(Dublin­Verfahren); 
Verfügung des BFM vom 9. Januar 2012 / N _______.

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Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass  die  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  ihr  Heimatland 
Afghanistan  im  Februar  2010  auf  dem  Landweg  Richtung  H._______ 
verliessen und von dort in die I._______ gelangten,

dass  sie  nach  einem  einmonatigen  Aufenthalt  in  J._______  auf  dem 
Seeweg  illegal  nach  Italien  gelangt  seien,  worauf  sie  ihre  Reise  nach 
ungefähr  fünf  Tagen  fortgesetzt  hätten  und  nach  K._______  gegangen 
seien, wo sie erfolglos ein Asylverfahren durchlaufen hätten,

dass sie  im Januar 2011 von K._______ her kommend nach L._______ 
gereist  seien,  wo  sie  wiederum  Asylgesuche  gestellt  hätten,  welche 
ebenfalls abgelehnt worden seien,

dass  sie  am  10.  Oktober  2011  nach  M._______  ausgeschafft  worden 
seien, worauf sie am 18. Oktober 2011 von Italien her kommend auf dem 
Landweg  illegal  in die Schweiz gelangt seien, wo sie gleichentags beim 
Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  N._______  um  Asyl 
nachsuchten, 

dass sie anlässlich der Befragung zur Person vom 3. November 2011 im 
EVZ  N._______  zur  Begründung  ihrer  Asylgesuche  angaben,  in  ihrem 
Heimatland Afghanistan Probleme mit ihren Nachbarn zu haben,

dass  ihnen  die  Nachbarsfamilie  ihr  Land  streitig  mache  und  in  diesem 
Zusammenhang ein Bruder des Beschwerdeführers getötet worden sei,

dass sie sich vor weiteren Übergriffen gefürchtet und deshalb Afghanistan 
verlassen hätten, 

dass  die  Beschwerdeführer  am  21.  August  2010  in  Italien,  am  1. 
September  2010  in  K._______  und  am  14.  Januar  2011  in  L._______ 
daktyloskopisch erfasst wurden,

dass  das  BFM  den  Beschwerdeführern  anlässlich  der  Befragung  zur 
Person das rechtliche Gehör zu einer allfälligen Wegweisung nach Italien, 
K._______ oder L._______ gewährte,

dass  die  Beschwerdeführer  hierzu  anführten,  dass  sie  weder  nach 
L._______ noch nach K._______ zurückkehren könnten, da diese Länder 
sie nicht aufnehmen würden,

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dass sie aufgrund der schlechten Lebensbedingungen  in  Italien und der 
Tatsache,  dass  es  sich  um  ein  "Mafia­Land"  handle,  welches  einen 
allfälligen Schutz vor ihrem "Feind" nicht gewährleisten könne, auch nicht 
nach Italien wollten,

dass sie in Italien nicht um Asyl ersucht hätten,

dass  das  BFM  am  14.  November  2011  die  italienischen  Behörden 
gestützt auf Art. 16 Abs. 1 Bst. c der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des 
Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von Kriterien und Verfahren 
zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig  ist  (Dublin­II­VO),  um Wiederaufnahme der Beschwerdeführer 
ersuchte,

dass Italien das Übernahmeersuchen des BFM innerhalb der festgelegten 
Frist – Ablauf am 29. November 2011 – unbeantwortet liess,

dass das Bundesamt mit Verfügungen vom 9. Januar 2012 – eröffnet am 
11.  Januar  2012  –  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst. d  des 
Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf die Asylgesuche 
der Beschwerdeführer nicht eintrat und die Wegweisung aus der Schweiz 
nach Italien anordnete, 

dass das BFM die Beschwerdeführer gleichzeitig aufforderte, die Schweiz 
spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den 
Kanton  O._______  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisungsverfügung 
beauftragte,  den  Beschwerdeführern  die  editionspflichtigen  Akten 
aushändigte  und  festhielt,  eine  Beschwerde  gegen  diese  Verfügungen 
habe keine aufschiebende Wirkung,

dass das Bundesamt zur Begründung seiner Verfügung im Wesentlichen 
ausführte,  gestützt  auf  die  einschlägigen  staatsvertraglichen 
Bestimmungen  (unter  anderem:  Abkommen  vom  26.  Oktober  2004 
zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen 
Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des 
zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 
der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen, 
DAA,  SR 0.142.392.68],  Dublin­II­VO,  Verordnung  [EG]  Nr. 1560/2003 
der  Kommission  vom  2. September  2003  mit 
Durchführungsbestimmungen  zur  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des 

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Rates  [DVO  Dublin])  sei  Italien  für  die  Durchführung  der  Asylverfahren 
zuständig, 

dass  der  Abgleich  der  Fingerabdrücke  mit  der  Zentraleinheit  Eurodac 
nachweise,  dass  die  Beschwerdeführer  am  21.  August  2010  in  Italien 
illegal  in  das Hoheitsgebiet  der Dublin­Staaten  eingereist  seien  und  am 
1. September  2010  in  K._______  sowie  am  14.  Januar  2011  in 
L._______ um Asyl ersucht hätten,

dass  Italien  innerhalb  der  festgelegten  Frist  zum  Übernahmeersuchen 
des  BFM  nicht  geantwortet  habe,  weshalb  gestützt  auf  Art.  20  Abs.  1 
Bst. c  Dublin­II­VO  die  Zuständigkeit  für  die  Durchführung  der 
Asylverfahren am 29. November 2011 an Italien übergegangen sei, 

dass den Beschwerdeführern am 3. November 2011 das rechtliche Gehör 
gewährt  worden  sei,  wobei  sie  angegeben  hätten,  in  Italien  nie  ein 
Asylgesuch gestellt zu haben,

dass dazu  festzuhalten sei, dass gestützt auf die Dublin­II­VO Italien  für 
die  Durchführung  des  Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  zuständig  sei 
und  die Beschwerdeführer  bei  einer Rückkehr  nach  Italien  jederzeit  die 
Möglichkeit hätten, ein Asylgesuch einzureichen,

dass darauf hinzuweisen sei, dass Italien völkerrechtlich dazu verpflichtet 
sei, Asylgesuche entgegenzunehmen und zu prüfen, und keine Hinweise 
vorlägen,  Italien  komme  seinen  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  nicht 
nach und führe das Asyl­ und Wegweisungsverfahren nicht korrekt durch,

dass  die  Ausführungen  der  Beschwerdeführer  anlässlich  des  ihnen 
gewährten  rechtlichen  Gehörs  nicht  geeignet  seien,  die  Zuständigkeit 
Italiens  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  zu 
widerlegen,

dass  die  Überstellung  nach  Italien  –  vorbehältlich  einer  allfälligen 
Unterbrechung oder Verlängerung – bis spätestens am 29. Mai 2012 zu 
erfolgen habe,

dass  der  Vollzug  der Wegweisung  nach  Italien  zulässig,  zumutbar  und 
möglich sei,

dass  die  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  18. Januar  2011 
(Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde  erhoben  und  in  materieller  Hinsicht  beantragten,  die 

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Verfügung  des  BFM  vom  9.  Januar  2012  sei  aufzuheben  und  die 
Vorinstanz  sei  anzuweisen,  die  Behandlung  ihrer  Asylgesuche 
fortzusetzen,

dass  sie  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  beantragten,  es  sei  ihnen  die 
unentgeltliche  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 72.021)  zu  gewähren,  auf  die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten,  der  Beschwerde 
sei im Sinne einer vorsorglichen Massnahme die aufschiebende Wirkung 
zu  erteilen  und  die  Vollzugsbehörden  seien  anzuweisen, 
Vollzugsmassnahmen sofort einzustellen,

dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  19.  Januar  2011  beim  Gericht 
eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

dass  mit  Eingabe  vom  23.  Januar  2012  die  Originalvollmacht  und  ein 
ärztliches Zeugnis vom 18. Januar 2012, wonach die Beschwerdeführerin 
schwanger sei, eingereicht wurden,

und erwägt,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der 
Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen 
Verfügungen  (Art. 5 VwVG) des BFM entscheidet  (Art. 105 AsylG  i.V.m. 
Art. 31 ­ 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG, 
SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass  die  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders 
berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der 
Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde 
einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

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dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der 
Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den 
Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer 
selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung 
aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz 
zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen] 
Schweizerischen  Asylrekurs­kommission  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1. 
S. 240 f.),

dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs 
materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich 
grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen – 
namentlich  des  Bestehens  von  Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit 
der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren 
bereits vor Erlass des Nichteintretensentscheides stellen, 

dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird 
(Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend 
aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid 
nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn 
Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 
Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich 
zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  das  BFM  am  14.  November  2011  an  Italien  gestützt  auf  Art.  16 
Abs. 1  Bst.  c  (recte:  a)  Dublin­II­VO  ein  Ersuchen  um  Übernahme  der 
Beschwerdeführer  stellte  und  dieser  Staat  innert  der  festgelegten  Frist 
nicht antwortete, weshalb das Bundesamt  in seiner Verfügung zu Recht 
feststellte,  gestützt  auf  die Dublin­II­VO  sei  die  Zuständigkeit  auf  Italien 
übergegangen,

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dass  Italien  unter  anderem Signatarstaat  des Abkommens  vom 28.  Juli 
1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30),  der 
Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 
und Grundfreiheiten  (EMRK, SR  0.101)  und  des Übereinkommens  vom 
10. Dezember 1984 gegen Folter oder andere grausame, unmenschliche 
oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist,

dass  keine  Hinweise  dafür  bestehen,  wonach  Italien  sich  nicht  an  die 
massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das 
Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten 
würde, wie das in der Beschwerde geltend gemacht wird,  

dass  der  Einwand  in  der  Beschwerde,  wonach  Italien  'überhaupt  kein 
Asylverfahren  für  den  Beschwerdeführer  durchgeführt'  habe,  nicht  zu 
einer  anderen  Einschätzung  zu  führen  vermag,  da  sowohl  die 
Beschwerdeführerin  als  auch  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der 
Kurzbefragung und des ihnen gewährten rechtlichen Gehörs explizit und 
übereinstimmend  erklärten,  in  Italien  nicht  um  Asyl  ersucht  zu  haben, 
weshalb  den  italienischen  Behörden  diesbezüglich  auch  kein  fehlbares 
Verhalten vorgehalten werden kann (vgl. Akten BFM A 5/11 S. 7 und 9, A 
6/10 S. 6 und 8),

dass die Beschwerdeführer zur Begründung ihrer Beschwerden und in ih­
rer Eingabe vom 23. Januar 2012 darauf hinweisen, dass sie als Familie 
mit  einem  kleinen  Kind  sowie  der  in  Aussicht  stehenden  Geburt  ihres 
zweiten  Kindes  (P._______  sei  der  voraussichtliche  Geburtstermin) 
besonders  schutzbedürftig  seien,  indessen  Italien  keine  Gewähr  für 
hinreichenden Schutz biete, zumal das staatliche Aufnahmesystem völlig 
überlastet  sei  und  sie  bei  einer  Rückkehr  nach  Italien  auf  sich  allein 
gestellt wären, 

dass das italienische Fürsorgesystem für Asylsuchende zwar in der Kritik 
steht, aber in den Aufenthalts­ und Verfahrensbedingungen für Personen, 
welche  sich  im  Rahmen  eines  Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten, 
insgesamt kein Vollzugshindernis zu erkennen ist,

dass  Dublin­Rückkehrende  und  verletzliche  Personen  bezüglich 
Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt 
werden  und  sich  –  neben  den  staatlichen Strukturen  –  auch  zahlreiche 
private  Hilfsorganisationen  der  Betreuung  von  Asylsuchenden  und 
Flüchtlingen annehmen,

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dass  Italien  die  Richtlinie  2003/9/EG  des  Rates  vom  27.  Januar  2003 
(Aufnahmerichtlinie) ohne Beanstandungen von Seiten der Europäischen 
Kommission umgesetzt hat und die Beschwerdeführer gehalten sind, eine 
allfällige  Verletzung  der  diesbezüglichen  Normen  bei  den  italienischen 
Behörden anzuzeigen (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.6.3 S. 640),

dass  den  Akten  nicht  zu  entnehmen  ist,  dass  die  Beschwerdeführer 
während  ihres Aufenthalts  in  Italien  entweder  um Schutz  oder  um Hilfe 
und Unterkunft ersucht hätten,

dass  es  dem  BFM  obliegt,  den  besonderen  Bedürfnissen  der 
schwangeren  Beschwerdeführerin  sowie  ihres  Kleinkindes  bei  der 
Organisation  der  konkreten  Überstellungsmodalitäten  Rechnung  zu 
tragen,  wobei  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  keine  konkreten 
Anhaltspunkte für die in der Beschwerde behauptete Reiseunfähigkeit der 
Beschwerdeführerin wegen ihrer Schwangerschaft vorliegen, zumal auch 
im eingereichten Arztzeugnis vom 18. Januar 2012 keine diesbezüglichen 
Hinweise enthalten sind,

dass  für  das  Bundesverwaltungsgericht  somit  keine  Gründe  ersichtlich 
sind,  die  das  BFM  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  der  Schweiz 
(Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) hätten veranlassen sollen,

dass  das  Bundesamt  demzufolge  zu  Recht  in  Anwendung  von  Art.  34 
Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführer  nicht 
eingetreten ist,

dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung 
aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in Verfahren 
nach  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  die  Frage  nach  der  Zulässigkeit  und 
Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  regelmässig  bereits 
Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheides und deshalb vorliegend nicht zu prüfen ist,

dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in 
Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von 
Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über 
die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, sondern vor 
der  Prüfung  des  Nichteintretens  im  Rahmen  der  Ausübung  des 
Selbsteintrittsrechts  (Art.  3  Dublin­II­VO)  oder  gegebenenfalls  –  wenn 
sich Familienmitglieder  in verschiedenen Dublin­Mitgliedstaaten befinden 
und  zusammengeführt  werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der 

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sogenannten  Humanitären  Klausel  (Art.  15  Dublin­II­VO;  vgl.  BVGE 
2010/45 E. 10.2 S. 645),

dass  in  diesem  Sinne  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  die  Beschwerdeführer  nicht  darzutun  vermögen,  inwiefern  die 
angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist 
(Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist,

dass mit dem Entscheid  in der Hauptsache ohne vorgängige  Instruktion 
die Anträge  auf  Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung  der Beschwerde 
und  Anweisung  des  Gerichts  an  die  Vorinstanz,  Vollzugsmassnahmen 
per sofort einzustellen, sowie das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses hinfällig geworden sind,

dass  sich  die  gestellten  Rechtsbegehren  aufgrund  vorstehender 
Erwägungen  als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  der  Antrag  auf 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG) 
abzuweisen  ist  und  die Kosten  von Fr.  600.−  (Art.  1­3  des Reglements 
vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  den 
Beschwerdeführern aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne 
von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.

3. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige 
kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin:

Thomas Wespi Regula Frey

Versand: