# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7c81e2c2-cfc5-59f9-835c-0976355fd5c0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-21
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 21.04.2010 E-2522/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2522-2010_2010-04-21.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-2522/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 1 .  A p r i l  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;
Gerichtsschreiber Urs David.

A._______,
Eritrea,
vertreten durch (...),
Rechtsberatungsstelle für Asyl Suchende Aargau,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin);
Verfügung des BFM vom 12. April 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-2522/2010

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,

dass der Beschwerdeführer gemäss eigenen Angaben seinen Heimat-
staat  am  6.  Juli  2007  verliess  und  am  9.  November  2009  in  die 
Schweiz einreiste, wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte und hier-
zu  am  18.  November  2009  im  Empfangs-  und  Verfahrenszentrum 
B._______ kurz befragt wurde, 

dass er das Gesuch im Wesentlichen mit wirtschaftlichen Problemen 
seiner  Eltern  begründete,  welche  ihn  bewogen  hätten,  im  Ausland 
Arbeit zu suchen und regelmässig Geld nach Hause zu schicken, wo-
gegen er mit den heimatlichen Behörden keine Probleme gehabt habe,

dass er nach jeweils mehrmonatigen Aufenthalten in Äthiopien, Sudan 
und Libyen  am 13. September  2008  auf  dem Seeweg nach  Lampe-
dusa (Italien) gelangt sei und die folgenden Wochen als Asylbewerber 
in Flüchtlingszentren verbracht habe,

dass  er  als  Antwort  auf  sein  Asylgesuch  eine  drei  Jahre  gültige 
„permesso  soggiorno“  erhalten  habe  und  er  die  nachfolgenden  vier 
Monate in Marsala in der Landwirtschaft erwerbstätig gewesen sei, 

dass  er  sodann nach Rom weitergezogen sei,  dort  jedoch aufgrund 
des  Verlustes  seiner  Aufenthaltspapiere  nicht  mehr  habe  arbeiten 
können und deshalb von der Caritas unterstützt worden sei,

dass er nach einem neunmonatigen Aufenthalt  in Rom und weiteren 
zwei Monaten in Milano illegal in die Schweiz weitergereist sei,

dass  er  die  ihm  gestellte  Frage  nach  allfälligen  Verwandten  in  der 
Schweiz  mit  der  mutmasslichen  Anwesenheit  eines  39-jährigen 
Cousins von ihm beantwortete,

dass der Beschwerdeführer weder Identitätsdokumente noch Beweis-
mittel  anderer  Art  einreichte,  er  insbesondere  nie  einen  Reisepass 
oder eine Geburtsurkunde oder eine Studentenkarte  besessen habe 
und eine Identitätskarte in Eritrea für  Minderjährige nicht  ausgestellt 
werde, weshalb er keinerlei Dokumente beschaffen könne,

dass  das  BFM  einen  Eurodac-Treffer  vom  14.  September  2008  in 
Lampedusa ermittelte,

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dass  dem Beschwerdeführer  am  26.  November  2009  durch  die  zu-
ständige kantonale Behörde von Amtes wegen eine Vertrauensperson 
für unbegleitete Minderjährige beigeordnet wurde,

dass das BFM gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers zu 
seinen Aufenthalten und seine Daktyloskopierung in Italien am 13. Ja-
nuar 2010 ein Ersuchen an Italien um Übernahme des Beschwerde-
führers stellte, das in der Folge unbeantwortet blieb,

dass  dem Beschwerdeführer  mit  Schreiben  des  BFM vom 10. März 
2010 unter Hinweis auf den ermittelten Eurodac-Treffer vom 14. Sep-
tember 2008, die eigenen Aussagen zu seinen Aufenthalten in Italien 
und das dort gestellte Asylgesuch das rechtliche Gehör zur mutmass-
lichen  Verfahrenszuständigkeit  dieses  Landes,  zu  einem  dement-
sprechend  in  Aussicht  stehenden  Nichteintretensentscheid  nach 
Art. 32 (recte: 34) Abs.2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 
(AsylG,  SR  142.31)  und  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  dorthin 
gewährte,

dass der  Beschwerdeführer  hierzu mit  Stellungnahme vom 16. März 
2010  die  sachverhaltlichen  Feststellungen  des  BFM  bestätigte  und 
erklärte,  die Daktyloskopierung und die Asylgesuchstellung in  Italien 
seien gegen seinen Willen erfolgt und das Verlassen Italiens gründe im 
Umstand, dass er dort  keine Unterstützung und Unterkunft mehr ge-
habt habe, abgesehen von der Verpflegung durch die Caritas,

dass  die  rubrizierte  Rechtsberatungsstelle  dem  BFM  mit  Schreiben 
vom 25. März 2010 das Rechtsvertretungsmandat anzeigte,

dass das BFM mit Verfügung vom 12. April 2010 gestützt auf Art. 34 
Abs. 2 Bst. d  AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht 
eintrat  sowie dessen Wegweisung aus der Schweiz nach Italien und 
den Vollzug anordnete,  wobei  es  die  Ausreisefrist  auf  den Tag nach 
Ablauf der Beschwerdefrist ansetzte, ferner feststellte, dass einer all-
fälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme, und im 
Übrigen Akteneinsicht gewährte,

dass  es  zur  Begründung  seines  Nichteintretensentscheides  im  We-
sentlichen  anführte,  Italien  sei  aufgrund  der  Aussagen  des  Be-
schwerdeführers  zu  seinen  Aufenthalten,  seiner  Daktyloskopierung 
und seiner Asylgesuchstellung in jenem Land sowie gestützt auf das 
Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen 

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Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die 
Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für 
die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten 
Asylantrags (Dublin-Assoziierungsabkommen [DAA], SR 0.142.392.68) 
und  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 
Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  Anwendung  und  Ent-
wicklung des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien und Ver-
fahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines 
in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags für 
die Durchführung des Asylverfahrens zuständig,

dass Italien mittels Stillschweigen einer Übernahme des Beschwerde-
führers durch Verfristung am 14. Februar 2010 zugestimmt habe und 
die Rückführung – vorbehältlich einer  allfälligen Unterbrechung oder 
Verlängerung – bis spätestens zum 14. August 2010 zu erfolgen habe 
(Art. 4, Art. 16 Abs. 1 Bst. c, Art. 20 Abs. 1 Bstn. c und d und Art. 20 
Abs. 2  Dublin  II-VO [Verordnung  {EG}  Nr. 343/2003  des  Rates  vom 
18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung des  Mitgliedstaates,  der  für  die  Prüfung  eines  von einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist]),

dass die im Rahmen des rechtlichen Gehörs gemachten Einwände des 
Beschwerdeführers gegen eine Rückführung nach Italien offensichtlich 
nicht gegen die Zuständigkeit Italiens und einen Wegweisungsvollzug 
dorthin sprächen, da Italien als Rechtsstaat die Menschenrechte und 
das  Non-Refoulement-Gebot  respektiere  und  der  Beschwerdeführer 
dort ohne Weiteres um Schutz nachsuchen könne,

dass das Land zudem das Übereinkommen vom 20. November 1989 
über die Rechte des Kindes (KRK; SR 0.107) ratifiziert habe und keine 
Anhaltspunkte  ersichtlich  seien,  wonach die  dortigen  Behörden dem 
Umstand der Minderjährigkeit nicht ausreichend Rechnung trügen,

dass im Übrigen der Beschwerdeführer bereits über (...) Jahre alt sei,  
durch  seine  Reise  von  Eritrea  nach  Italien  sowie  die  dortige  Er-
werbstätigkeit ein beachtliches Mass an Selbständigkeit gezeigt habe 
und  in  ein  Land  zurückkehre,  das  er  bereits  kenne  und  wo  er 
beispielsweise Unterstützung seitens der Caritas erhalten habe,

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dass die Wegweisung die Regelfolge eines Nichteintretensentscheides 
darstelle  und keine Gründe ersichtlich seien,  die auf  Unzulässigkeit,  
Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzuges 
nach  Italien  schliessen  lassen  könnten,  zumal  der  Grundsatz  der 
Nichtrückschiebung hinsichtlich  des Heimatstaates  nicht  zur  Prüfung 
gelange,  dem Beschwerdeführer  in  Italien  offensichtlich  keine  durch 
Art. 3 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Men-
schenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verbotene Strafe 
oder Behandlung drohe, der Vollzug in Übereinstimmung mit der KRK 
stehe und eine stillschweigende Rücknahmezustimmung Italiens vor-
liege,

dass Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  gemäss Art.  34 
Abs. 2 Bst. d AsylG gestützt auf Art. 107a AsylG keine aufschiebende 
Wirkung zukomme,

dass der Beschwerdeführer mit  Eingabe vom 14. April  2010 die Ver-
fügung der Vorinstanz beim Bundesverwaltungsgericht anfocht und da-
bei deren Aufhebung, die Anweisung an die Vorinstanz zum Eintreten 
auf  das  Asylgesuch  beziehungsweise  zur  Ausübung  des  Selbstein-
trittsrechts  sowie  in  prozessualer  Hinsicht  die  Herstellung  auf -
schiebender Wirkung und die Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege  nach  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021) beantragt,

dass er in der Begründung – nebst anderen minderjährigenrelevanten 
Bestimmungen des Dublin-Vertragswerks – insbesondere Art. 6 Dublin 
II-VO anruft,  wonach  jener  Staat  zur  Behandlung  des  Asylgesuchs 
eines  unbegleiteten  Minderjährigen  zuständig  sei,  in  dem  sich  ein 
Familienangehöriger  rechtmässig  aufhalte,  sofern  dies  im  Interesse 
des Minderjährigen liege,

dass dabei der Familienbegriff im Sinne der EMRK und des UN-Paktes 
II extensiv, das heisst über die Kernfamilie hinausgehend, auszulegen 
sei,

dass  er  sich  deshalb  auf  den  durch  Asylgewährung  rechtmässigen 
Aufenthalt seines Cousins in der Schweiz berufen könne, welcher für 
ihn eine wichtige Person darstelle,

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dass  die  KRK-Maxime  der  vorrangigen  Beachtung  des  Kindeswohls 
vorliegend die Ausübung des Selbsteintrittsrechts nach Art. 3 Abs. 2 
Dublin II-VO durch das BFM aufdränge, da er in Italien als Kind eine 
durch Entbehrung, längere Arbeitslosigkeit, zeitweise Obdachlosigkeit 
und  ungenügende  staatliche  oder  karitative  Unterstützung  geprägte 
inhumane Situation durchlebt habe,

dass seine vom BFM vorgehaltene Selbständigkeit unzutreffend sei,

dass ferner in Italien selbst anerkannte Flüchtlinge nicht die ihnen zu-
stehende  Behandlung  gemäss  Flüchtlingskonvention  hinsichtlich 
Unterbringung,  Unterstützung  und  Verpflegung  erhielten  und  für  sie 
dort  ein  menschenwürdiges  Dasein  nicht  gewährleistet  sei,  weshalb 
der Vollzug unzumutbar und unzulässig erscheine,

dass das Bundesverwaltungsgericht mittels  vorsorglicher Massnahme 
vom 15. April 2010 den Vollzug der Wegweisung einstweilen aussetzte,

dass die  vorinstanzlichen Akten am 16. April  2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet  (Art. 105 
AsylG  i.V.m.  Art. 31-33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundes-
gerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

dass sich das Verfahren nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG 
richtet,  soweit  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 
Art. 6 AsylG),

dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  be-
sonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Be-
schwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG),

dass das Eröffnungsdatum nicht schlüssig aus den Akten hervorgeht, 
die Beschwerde aber jedenfalls rechtzeitig ist,

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dass somit auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ein-
zutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG),

dass  ferner  der  prozessuale  Antrag  betreffend  Gewährung  der  auf-
schiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  mit  vorliegendem  Direktent-
scheid in der Hauptsache hinfällig wird,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass sich demnach die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – einer selbständigen ma-
teriellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die 
Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (vgl. Ent -
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.),

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  wird  (Art.  111 
Bst. e AsylG) und es sich vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um 
eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  sum-
marisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG),

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG vorliegend auf einen Schrif-
tenwechsel verzichtet wurde,

dass auf Asylgesuche in der Regel nicht eingetreten wird, wenn Asyl -
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),

dass  das  BFM  seinen  Nichteintretensentscheid  überzeugend  sowie 
gesetzes- und praxiskonform begründet hat  und  zwecks Vermeidung 

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von Wiederholungen auf  vorstehende zusammenfassende Darlegung 
dieser Erwägungen sowie im Detail auf den diesbezüglichen Inhalt der 
angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,

dass der Inhalt der Beschwerde offensichtlich zu keiner anderen Ein-
schätzung führt, zumal die Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des 
Asylverfahrens  vom Beschwerdeführer  im  Grundsatz  nicht  bestritten 
wird, abgesehen von der Anrufung von Art. 6 Dublin II-VO,

dass  denn  auch  Italien  für  die  Prüfung  seines  in  der  Schweiz  ein -
gereichten  Asylantrags  zuständig  ist  (vgl.  die  Bestimmungen  der 
Dublin II-VO und die Verordnung [EG] Nr. 1560/2003 der Kommission 
vom 2. September  2003 mit  Durchführungsbestimmungen zur  Dublin 
II-VO des Rates [DVO Dublin]),

dass  die  italienischen  Behörden  das  Ersuchen  der  Schweizer  Be-
hörden um Rückübernahme des Beschwerdeführers nicht beantwortet 
haben,  womit  die  Zuständigkeit  Italiens  gemäss  der  in  der  an-
gefochtenen  Verfügung  konkretisierten  Dubliner  Verfahrensregelung 
aufgrund der so genannten Verfristung am 14. Februar 2010 definitiv 
geworden ist,

dass Asylsuchende in Italien zwar bei der Unterkunft, der Arbeit und 
dem Zugang zu medizinischer Infrastruktur gewissen Schwierigkeiten 
ausgesetzt sein können,

dass Italien aber sowohl  Signatarstaat  des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge (FK,  SR 0.142.30)  als 
auch der EMRK und der KRK ist und keine konkreten Anhaltspunkte 
vorliegen,  wonach  Italien  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden 
völkerrechtlichen Verpflichtungen hält, 

dass der Beschwerdeführer denn auch für die Zeit seines Aufenthaltes 
in  Italien  keinerlei  gegen  ihn  gerichtete  Anstalten  der  italienischen 
Behörden im Hinblick auf eine völkerrechtswidrige Rückführung nach 
Eritrea geltend machte,

dass Dublin-Rückkehrende betreffend Unterbringung von den italieni-
schen Behörden bevorzugt  behandelt  werden und sich – neben den 
staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche  private  Hilfsorganisationen 
der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,

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dass die  Organisation  "Arci  con Fraternità"  seit  dem 1. Januar  2009 
die Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino (Rom) organi-
siert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung  an-
bietet, auf welche Dienstleistungen sich somit insbesondere auch un-
begleitete  Minderjährige  berufen  können  und  mithin  den  gemäss 
Praxis  behördlichen Abklärungspflichten (vgl. insb. EMARK 2006 Nr. 
24 E. 6, mit weiteren Hinweisen) genüge getan ist,

dass  der  Beschwerdeführer  weder  im  Rahmen  des  ihm  gewährten 
rechtlichen Gehörs noch auf Beschwerdeebene hinreichend bestimmte 
Vorbehalte gegen eine Rückkehr nach Italien geltend machte, weshalb 
keine konkreten Anhaltspunkte dafür ersichtlich sind, der Beschwerde-
führer würde im Falle einer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle 
Notlage geraten, 

dass er  die  angebliche FK-  beziehungsweise EMRK-Widrigkeit  einer 
Rückführung  nach  Italien  nicht  näher  zu  konkretisieren  vermag  und 
sich auf blosse Pauschalitäten beschränkt,

dass  es  denn  auch  gemäss  den  diesbezüglichen  völkerrechtlichen 
Bestimmungen und der hierzu entwickelten Praxis nicht ausreicht, die 
gänzliche Risikolosigkeit einer FK- beziehungsweise EMRK-Verletzung 
zu behaupten, sondern entsprechende Rückführungshindernisse kon-
kret und erheblich sein müssen,

dass  die  Anrufung  von  Art.  6  Dublin  II-VO (Familienangehörige  als 
Anknüpfungspunkt  für  die  Verfahrenszuständigkeit  der  Schweiz) 
offensichtlich und aus gleich mehreren Gründen erfolglos bleibt, 

dass  das  behauptete  Verwandtschaftsverhältnis  zu  einem  in  der 
Schweiz  wohnhaften  Cousin  bis  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  aus-
gewiesen  ist,  zumal  bereits  die  Identität  des  Beschwerdeführers  in-
folge dessen augenfälliger Mitwirkungsverweigerung (vgl. Art. 8 Abs. 1 
Bstn. a und b AsylG) nach wie vor nicht feststeht,

dass  der  Forderung nach extensiver  Auslegung des Familienbegriffs 
von  Art.  6  Dublin  II-VO im  Sinne  der  EMRK und  des  UN-Paktes  II  
deshalb keine Folge zu leisten ist, weil die Dublin II-VO in ihrem Art. 2 
Bst.  i/iii  die  Begriffsbestimmung  mit  hohem  Konkretisierungsgrad 
bereits  selber  vornimmt  und  im  Falle  von  unbegleiteten  und  unver-
heirateten  Minderjährigen  eine  unzweideutige  Beschränkung  auf  die 
Eltern und gegebenenfalls den Vormund statuiert, 

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dass sich unbesehen dessen die in Art. 6 Dublin II-VO vorausgesetzte 
Interessenlage  des  Minderjährigen  an  der  Zuständigkeit  des  vom 
Familienangehörigen  bewohnten  Gastlandes  höchst  fragwürdig  er-
scheint, da der Beschwerdeführer offensichtlich weder in Italien noch 
in  der  Schweiz  (vgl.  insb. Befragungsprotokoll  sowie  Stellungnahme 
vom 16. März 2010) ein Zusammenführungsinteresse geltend gemacht 
oder anderweitig manifestiert  hat und nicht einzusehen ist, wieso ein 
solches Interesse gerade jetzt auf Rekursebene entstanden sein soll,

dass bezeichnenderweise der Cousin an einer Kontaktnahme mit dem 
Beschwerdeführer  wenig  Interesse  zu  bekunden  scheint  (vgl.  Be-
schwerdebegründung Bst. B II Ziff. 1.3 in fine),

dass  denn  auch  die  Behauptung  der  Eigenschaft  des  Cousins  als 
wichtige  Bezugsperson  des  Beschwerdeführers  aus  den  vorinstanz-
lichen Akten nicht  ansatzweise hervorgeht  und dieser (über zwanzig 
Jahre  ältere)  Cousin  vom  Beschwerdeführer  im  Übrigen  nicht  aus 
eigenem Antrieb, sondern erst auf entsprechende Fragestellung in der 
Kurzbefragung vom Beschwerdeführer erwähnt wurde,

dass in  Anbetracht  der  vorstehenden  Erwägungen somit  auch keine 
ungenügende Abklärungspflicht des BFM im Zusammenhang mit be-
sagtem Cousin erkennbar ist,

dass  schliesslich  der  in  der  Beschwerde  behauptete  hohe  Grad  an 
Kindesschutzbedürftigkeit  des  (...)  Beschwerdeführers  in  Anbetracht 
der  gesamten  Akten  und  Umstände  nicht  nur  erheblich  erstaunt, 
sondern die Voraussetzungen für das Kindeswohl vom nach Dublin II-
VO  zuständigen  Signatarstaat  der  KRK  –  vorliegend  Italien  –  zu 
gewährleisten sind,

dass Italien die KRK wie bereits erwähnt durchaus beachtet,  diesem 
Staat aber kein Missachtungsvorwurf gemacht werden kann, wenn – 
wie  offensichtlich  im  Falle  des  Beschwerdeführers  –  Kindesschutz-
leistungen gar nicht beansprucht werden,

dass er  beispielsweise die  Asyl-  und Betreuungsstrukturen in  Italien 
freiwillig  verlassen  hat  und  seine  angeblich  schwierig  gewordene 
Lebenssituation  dort  hauptsächlich  auf  den  Verlust  seiner  legal  er -
haltenen Aufenthaltspapiere zurückführt,  ohne dass er  sich  aber  um 
Neuausstellung oder Ersatzpapiere bemüht hätte,

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dass  schliesslich  auf  den  gesetzgeberischen  Gedanken  der  Miss-
brauchsbekämpfung  hinzuweisen  ist,  welcher  den  Nichteintretens-
bestimmungen  der  Art.  32  ff.  AsylG  zugrunde  liegt,  und  es  unter 
diesem  Aspekt  nicht  schützenswert  erscheint,  in  der  Schweiz 
einerseits  auf  die  Durchführung  eines  Asylverfahrens  zu  pochen, 
anderseits aber zu erklären, er sei in der Heimat weder verfolgt noch 
gefährdet und in Italien gar gegen seinen Willen zur Einreichung eines 
Asylgesuchs gezwungen worden,

dass das BFM demnach in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG 
zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 
ist  und  keinerlei  Anlass  für  eine  Anweisung  des  BFM  besteht,  das 
Selbsteintrittsrecht auszuüben,

dass die Ablehnung eines Asylgesuchs oder das Nichteintreten auf ein 
Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge 
hat  (Art. 44  Abs. 1 AsylG),  vorliegend der  Kanton keine Aufenthalts-
bewilligung  erteilt  hat  und  zudem kein  Anspruch auf  Erteilung einer 
solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Weg-
weisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht  und 
demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

dass  im  Rahmen  des  Dublin-Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein 
Überstellungsverfahren in  den für  die Prüfung des Asylgesuches zu-
ständigen Staat  handelt,  systembedingt  kein Raum bleibt  für  Ersatz-
massnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 
des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Auslände-
rinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]), sondern eine entsprechende 
Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Dublin-
Verfahrens vorzunehmen ist (vgl. vorgehende Erwägungen),

dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung 
nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erkannt hat  
und der angeordnete Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,

dass es sich erübrigt, auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde 
näher  einzugehen,  da  diese  an  der  Würdigung  des  vorliegenden 
Sachverhalts nichts zu ändern vermögen,

dass es dem Beschwerdeführer demnach nicht gelungen ist darzutun, 
inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den 
rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt 

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oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde 
abzuweisen ist,

dass  bei  diesem Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von Fr. 600.-- 
(Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 
Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, 
SR 173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  wären  (Art. 63 
Abs. 1  VwVG)  und  das  Gesuch  um Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG zufolge der er -
kannten Aussichtslosigkeit  der  Begehren abzuweisen ist,  unbesehen 
der Frage nach dem allfälligen Bestehen einer Mittellosigkeit des Be-
schwerdeführers,

dass jedoch in Anbetracht der noch bestehenden Minderjährigkeit des 
Beschwerdeführers  auf  die  Erhebung von Verfahrenskosten dennoch 
ausnahmsweise zu verzichten ist (Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für die 
Verfahrenskosten wird abgewiesen.

3.
Dem Beschwerdeführer werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.
Dieses  Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  des  Beschwerdeführers, 
das BFM und die kantonale Migrationsbehörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Urs David

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