# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 433e055f-857c-5755-b17f-965a74034c92
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-01-06
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 06.01.2012 C-6088/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-6088-2011_2012-01-06.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

Abteilung III

Postfach
CH­3000 Bern 14
Telefon +41 (0)58 705 26 20
Fax +41 (0)58 705 29 80
www.bundesverwaltungsgericht.ch

Geschäfts­Nr. C­6088/2011
pem/shl

Zw i s ch env e r f ü gung
vom   1 6 .   J a nua r   2 0 1 2  

In der Beschwerdesache

Parteien Klinik A._______,  
vertreten durch die Rechtsanwälte Prof. Dr. iur. Urs Saxer 
und lic. iur. Thomas Rieser, 
Grossmünsterplatz 8, 8001 Zürich,
Beschwerdeführerin, 

gegen

Regierungsrat des Kantons Zürich, 
handelnd durch die Gesundheitsdirektion,                      
Obstgartenstrasse 21, 8001 Zürich, 
Vorinstanz, 

Gegenstand Spitalliste des Kantons Zürich 
(Beschluss vom 21. September 2011),

C­6088/2011

Seite 2

wird festgestellt und in Erwägung gezogen,

dass  die  Klinik  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  in  ihrer 
Beschwerdeschrift  vom  7. November  2011  in  prozessualer  Hinsicht 
beantragte, es sei der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen 
(Antrag 1); es sei anzuordnen, dass die Beschwerdeführerin während der 
Dauer  des  Beschwerdeverfahrens  berechtigt  sei,  im  bisherigen 
Leistungsumfang  Leistungen  als  Listenspital  im  Sinne  von  Art. 39  des 
Bundesgesetzes  vom  18. März  1994  über  die  Krankenversicherung 
(KVG, SR 832.10) ausschliesslich an Zusatzversicherte zu erbringen, und 
dementsprechend  Anspruch  auf  einen  Kantonsbeitrag  an  die 
Fallpauschalen habe; eventualiter sei der Leistungsumfang auf sämtliche 
Versichertenkategorien auszudehnen (Antrag 2); es sei anzuordnen, dass 
die  Spitalliste  2012  frühestens  zu  dem  Zeitpunkt  in  Rechtskraft 
erwachsen und damit  rechtliche Wirkungen entfalten könne,  in welchem 
die Referendumsabstimmung über das zürcherische Spitalplanungs­ und 
­finanzierungsgesetz  (LS 813.20;  nachfolgend:  SPFG)  durchgeführt  und 
das Gesetz rechtskräftig angenommen werde (Antrag 3),

dass  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  dieser  Anträge  im 
Wesentlichen  ausführte,  der  Regierungsrat  des  Kantons  Zürich 
(nachfolgend:  Vorinstanz)  habe  für  den  Entzug  der  aufschiebenden 
Wirkung  keine  einzelfallgerechte  Prüfung  vorgenommen;  er  habe  den 
Entzug  der  aufschiebenden  Wirkung  einzig  damit  begründet,  eine 
unterteilte  Spitalliste  sei  ab  dem  1. Januar  2012  mit  dem  KVG 
inkompatibel  und  die  leistungsorientierten  Pauschalen  sowie  die 
Rechtssicherheit  verlangten,  dass  die  Spitalliste  per  1. Januar  2012 
vollzogen  werde;  dies  treffe  aufgrund  der  gesetzlich  vorgesehenen 
Übergangsfrist  nicht  zu;  zudem  seien  die  Folgen  einer  allfälligen 
aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  unklar;  daher  sei  vom 
Bundesverwaltungsgericht  im  Falle  der  Wiederherstellung  der 
aufschiebenden  Wirkung  anzuordnen,  zu  welcher  Art  von  Tätigkeit 
zulasten der OKP die Beschwerdeführerin berechtigt sei; ferner stelle die 
Anwendung  des  im  Zeitpunkt  der  Beschwerdeeinreichung  noch  nicht  in 
Kraft stehenden SPFG eine sogenannte positive Vorwirkung dar, welche 
nach einhelliger Auffassung unzulässig sei; die Vorinstanz habe entweder 
das  Legalitätsprinzip  und  den  Grundsatz  der  Rechtssicherheit  verletzt 
oder durch das von Beginn weg eingeschränkte eigene Ermessen einen 
qualifizierten  Ermessensfehler  (Rechtsverletzung)  begangen,  indem  sie 
den  Planungsentscheid  nicht  nach  dem  gesetzlich  vorgesehenen, 

C­6088/2011

Seite 3

pflichtgemässen  Ermessen,  nach  den  zum  Zeitpunkt  des 
Planungsentscheids geltenden gesetzlichen Grundlagen, gefällt habe,

dass die Vorinstanz mit Eingabe vom 16. Dezember 2011 um Abweisung 
der  prozessualen  Anträge  der  Beschwerdeführerin  ersucht  hat; 
eventualiter beantragte sie die Gewährung der aufschiebenden Wirkung 
im Umfang des bisherigen B­Listenstatus, jedoch ohne Anspruch auf den 
Kantonsbeitrag,

dass  die  Vorinstanz  am  23. Dezember  2011  eine  ergänzende 
Stellungnahme zu den Akten reichte, 

dass die Beschwerdeführerin mit Stellungnahme vom 23. Dezember 2011 
vollumfänglich an ihren bisher gestellten Anträgen festhielt,

dass  die  Beschwerde  gemäss  Art. 55  Abs. 1  VwVG  aufschiebende 
Wirkung hat,

dass die Vorinstanz die aufschiebende Wirkung entziehen kann, wenn die 
angefochtene  Verfügung  nicht  eine  Geldleistung  zum  Gegenstand  hat 
(Art. 55 Abs. 2 VwVG), 

dass  eine  Verfügung  nur  dann  eine Geldleistung  zum Gegenstand  hat, 
wenn  sie  den  Verfügungsadressaten  zu  einer  vermögensrechtlichen 
Leistung  verpflichtet  (BGE  130  V  407  E. 3.3  mit  Hinweisen),  was 
vorliegend nicht zutrifft,

dass die Beschwerdeinstanz, ihr Vorsitzender oder der Instruktionsrichter 
die  von  der  Vorinstanz  entzogene  aufschiebende  Wirkung 
wiederherstellen kann (Art. 55 Abs. 3 VwVG),

dass  rechtsstaatliche  Überlegungen  –  eine  Verfügung  soll  überprüft 
werden  können,  bevor  ihre  Rechtsfolgen  eingetreten  sind  –  die 
aufschiebende  Wirkung  als  die  Regel,  deren  Entzug  dagegen  als  die 
Ausnahme  erscheinen  lassen  (vgl.  etwa  PETER  SALADIN,  Das 
Verwaltungsverfahrensrecht  des  Bundes,  Basel  und  Stuttgart  1979,  S. 
206);  dies  bedeutet  allerdings  nicht,  dass  nur  ganz  aussergewöhnliche 
Umstände  den  Entzug  zu  rechtfertigen  vermögen;  vielmehr  obliegt  es 
dem  Instruktionsrichter  zu  prüfen,  ob  die  Gründe,  die  für  die  sofortige 
Vollstreckbarkeit der Verfügung sprechen, im Einzelfall überzeugend und 
insbesondere  gewichtiger  sind  als  jene,  die  für  die  gegenteilige  Lösung 
angeführt  werden  können  (vgl.  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER, 

C­6088/2011

Seite 4

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., 
Zürich  1998,  Rz. 650);  dabei  verfügt  er  über  einen  weiten 
Ermessensspielraum;  bei  der  Interessenabwägung  stützt  sich  die 
entscheidende  Behörde  auf  die  Akten,  ohne  zeitraubende  Erhebungen 
anzustellen;  die  Erfolgsaussichten  sind  nur  dann  zu  berücksichtigen, 
wenn sie eindeutig sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 27. Oktober 
2006, I 610/2006 E. 2.2, BGE 124 V 88 E. 6a, BGE 117 V 191 E. 2b; aus 
der  Literatur  etwa  RENÉ  RHINOW/HEINRICH  KOLLER/  CHRISTINA  KISS, 
Öffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel 
und Frankfurt a. M. 1996, Rz. 1328),

dass die Beschwerdeinstanz oder Instruktionsrichter überdies gestützt auf 
Art. 56 VwVG von Amtes wegen oder auf Begehren einer Partei weitere 
vorsorgliche  Massnahmen  treffen  kann,  um  den  bestehenden  Zustand 
oder  bedrohte  Interessen  einstweilen  sicherzustellen;  vorsorgliche 
Massnahmen  haben  zum  Zweck,  einen  drohenden  schwerwiegenden 
Nachteil  für die Parteien während der Dauer des Beschwerdeverfahrens 
abzuwenden; sie sollen in der Regel den bestehenden Rechtszustand für 
die Dauer  des Verfahrens  erhalten  –  und  nicht  etwa  auf  das  im Streite 
stehende  Rechtsverhältnis  gestaltend  einwirken  oder  gar  Präjudizien 
schaffen (ULRICH ZIMMERLI/WALTER KÄLIN/REGINA KIENER, Grundlagen des 
öffentlichen Verfahrensrecht, Bern 2004, S. 138),

dass  sowohl  bei  der  Frage  nach  der  Regelung  der  aufschiebenden 
Wirkung  als  auch  bei  der  Frage  nach  der  Anordnung  anderer 
vorsorglicher  Massnahmen  die  auf  dem  Spiel  stehenden  Interessen 
gegeneinander  abzuwägen  sind;  im  Rahmen  eines  prima­vista­
Entscheides ist abzuklären, welche Gründe für welche Lösung angeführt 
werden können; der prima­vista­Entscheid bezieht sich nur auf die Frage 
der Vollstreckbarkeit, nicht auf materiellrechtliche Fragen; es handelt sich 
mithin  nicht  einfach  um  einen  summarischen  Vorentscheid  in  der 
Hauptsache,

dass  die  Vorinstanz  den  Entzug  der  aufschiebenden  Wirkung  der 
Beschwerde  insbesondere  damit  begründete,  die  Einführung  der 
leistungsorientierten  Pauschalen  per  1. Januar  2012  und  die  künftige 
Inkompatibilität  einer  unterteilten  Spitalliste mit  dem KVG  verlangten  im 
Rahmen  einer  Interessenabwägung  und  im  Interesse  der 
Rechtssicherheit, dass die neue Zürcher Spitalliste 2012 ohne Verzug ab 
1. Januar  2012  vollzogen  werde,  weshalb  allfälligen  Beschwerden  die 
aufschiebende  Wirkung  insoweit  zu  entziehen  sei,  als  diese  nicht  den 

C­6088/2011

Seite 5

bisherigen  Leistungsauftrag  beträfen;  die  Aufhebung  der  B­Liste  per 
1. Januar 2012 sei eine zwingende Folge der KVG­Revision und entfalte 
keine  eigenständige  materielle  Rechtswirkung;  insofern  komme  dem 
Beschluss  des  Regierungsrates  nur  deklaratorische  Wirkung  zu;  das 
heisse  unabhängig  von  der  Festsetzung  der  neuen  Zürcher  Spitallisten 
2012  und  auch  der  formellen  Aufhebung  der  B­Liste  gäbe  es  ab  dem 
1. Januar  2012  keine  B­Listenspitäler  und  damit  auch  keine  B­Listen 
mehr,

dass  die  Vorinstanz  –  wie  von  der  Beschwerdeführerin  zutreffend 
dargelegt – mit dieser Argumentation verkennt, dass die B­Listenspitäler 
im Kanton Zürich auch ab dem 1. Januar 2012 weiterhin Bestand hätten, 
hätte  die  Vorinstanz  noch  keine  neue  Spitalliste  erlassen,  da  die 
kantonalen Spitalplanungen gemäss Abs. 3 der Übergangsbestimmungen 
zur Änderung vom 21. Dezember 2007 (Spitalfinanzierung; nachfolgend: 
Übergangsbestimmungen)  erst  drei  Jahre  nach  dem 
Einführungszeitpunkt  nach  Abs. 1  der  Übergangsbestimmungen 
(31.12.2011)  und  damit  bis  spätestens  dem  31. Dezember  2014  den 
Anforderungen nach Art. 39 KVG entsprechen müssen,

dass  auch  der  Erlass  der  angefochtenen  Spitalliste  auf  den  1. Januar 
2012 daran nichts zu ändern vermag, zumal die aufschiebende Wirkung 
der  Beschwerde  ja  gerade  bezweckt,  den  bestehenden  Rechtszustand 
für die Dauer des Beschwerdeverfahrens zu erhalten, 

dass  von  der  Vorinstanz  keine  überzeugenden  Argumente  vorgebracht 
werden und aus den Akten auch keine Gründe ersichtlich  sind, die den 
Entzug  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  rechtfertigen 
würden,

dass  der  Antrag 1  der  Beschwerdeführerin  somit  gutzuheissen  und  die 
aufschiebende Wirkung der Beschwerde wiederherzustellen ist, 

dass die Kantone nach der bisherigen Regelung bei den öffentlichen oder 
öffentlich  subventionierten  Spitälern  auch  bei  Aufenthalt  in  einer 
halbprivaten  oder  einer  privaten  Abteilung  einen  Sockelbeitrag  leisteten 
(vgl. BGE 123 V 290, BGE 123 V 310 sowie BGE 127 V 422),

dass  die  Kantone  nach  der  bisherigen  Finanzierungsregelung  für 
Leistungen von Privatspitälern, die nicht auf der A­Liste aufgeführt waren, 
keinen Sockelbeitrag ausrichteten (vgl. dazu auch BGE 130 V 479 E. 5), 

C­6088/2011

Seite 6

dass bei einer Behandlung  in einem B­Listenspital einzig die OKP einen 
Sockelbeitrag leistete, 

dass  sich  Kantone  und  Versicherer  gemäss  Abs. 4  der 
Übergangsbestimmungen bis zum Einführungszeitpunkt nach Abs. 1 der 
Übergangsbestimmung  entsprechend  der  vor  der  Gesetzesänderung 
geltenden  Finanzierungsregelung  an  den  Kosten  der  stationären 
Behandlungen  beteiligen;  während  der  Frist  zur  Anpassung  der 
Spitallisten  gemäss  Abs. 3  der  Übergangsbestimmungen  haben  die 
Kantone ihren Kostenanteil in allen Spitälern, die auf den aktuell gültigen 
Spitallisten aufgeführt sind, zu übernehmen,

dass der Bundesrat mit Urteil vom 5. Juli 2000 zwar ausführte, die Liste B 
bilde  Bestandteil  der  Spitalliste  und  entfalte  damit  Rechtswirkungen, 
welche  ihr  die  Art. 35  und  39  Abs. 1  KVG  zuschrieben  (RKUV  5/2001 
S. 438 ff.  E. 4.3.3),

dass  der  Bundesrat  jedoch  im  gleichen  Urteil  in  Erwägung 4.4  darauf 
hinwies, dass die Aufnahme in die Liste B (bloss) eine Art Attest bedeute, 
wonach  der  entsprechende  Leistungserbringer  die  Infrastruktur­  und 
Dienstleistungsvoraussetzungen  des  KVG  erfülle  und  deshalb  zulasten 
der  obligatorischen  Krankenpflegeversicherung  praktizieren  könne  (vgl. 
dazu  auch  BRE  vom  3. Juni  2005  i.S.  Klinik  B._______  gegen  den 
Regierungsrat  des  Kantons  Zürich  betr.  Zürcher  Spitalliste  Psychiatrie 
2005 E. 5.1),

dass  demnach  mit  der  Vorinstanz  davon  auszugehen  ist,  dass  B­
Listenspitäler  keine  Spitäler  im  Sinne  von  Art. 39  KVG  sind;  ein  B­
Listenspital erfüllt zwar die Voraussetzungen nach Art. 39 Abs. 1 lit. a bis 
c KVG;  die Zulassungsvoraussetzungen nach Art. 39 Abs. 1  lit. d  und e 
KVG  sind  jedoch  nicht  gegeben;  die  Aufnahme  auf  die  B­Liste  erfolgte 
nicht aufgrund einer Versorgungsplanung; Spitäler  der B­Liste,  die nicht 
zusätzlich  auf  der  A­Liste  aufgeführt  sind,  hatten  denn  auch  keinen 
Leistungsauftrag,

dass mit der  in Übergangsbestimmung Abs. 4 Satz 2 genannten "aktuell 
gültigen  Spitalliste"  (aufgrund  der  aufschiebenden  Wirkung  der 
Beschwerde  vorliegend:  Zürcher  Spitalliste  2001  mit  entsprechenden 
Revisionen)  somit  einzig  die  Liste  A  gemeint  sein  kann,  da  nur  die  A­
Listenspitäler  im  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  Spitalliste  sämtliche 
Voraussetzungen nach Art. 39 Abs. 1 KVG erfüllt haben, 

C­6088/2011

Seite 7

dass  die  Beschwerdeführerin  (trotz  Wiederherstellung  der 
aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde)  daher  keinen  Anspruch  auf 
den  Kostenanteil  der  Kantone  im  Sinne  von  Abs. 4  Satz  2  der 
Übergangsbestimmungen  hat,  da  sie  kein  (vollwertiges)  Listenspital  im 
Sinne von Art. 39 KVG ist,

dass  der  Antrag 2  der  Beschwerdeführerin  somit  im  Hauptpunkt 
abzuweisen ist, 

dass  die  angefochtene  Spitalliste  bezüglich  der  Nichtaufnahme  auf  die 
Zürcher  Spitalliste  2012  Akutsomatik  für  die  Beschwerdeführerin  eine 
negative Verfügung darstellt,

dass  solche Verfügungen der  aufschiebenden Wirkung nicht  zugänglich 
sind,  weil  die  Verfügung  keine  Änderung  der  Rechtslage  zur  Folge  hat 
(HANSJÖRG  SEILER,  in:  Praxiskommentar  VwVG, 
Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 55 N 23),

dass  vorsorgliche  Massnahmen  im  Sinne  von  Art. 56  VwVG  getroffen 
werden können, um den bestehenden Zustand oder bedrohte Interessen 
einstweilen  sicherzustellen;  sie  sollen  nicht  auf  das  im Streite  stehende 
Rechtsverhältnis gestaltend einwirken oder Präjudizien schaffen, 

dass  die  Gutheissung  des  Eventualantrags  gemäss  Antrag 2  faktisch 
einer  provisorischen  Aufnahme  auf  die  angefochtene  Spitalliste 
gleichkommen und damit präjudizierende Wirkung entfalten würde, 

dass dies  im Übrigen auch eine Besserstellung der Beschwerdeführerin 
gegenüber  den  anderen  Listenspitälern  bedeuten  würde,  da  sie  ohne 
Evaluationsverfahren  –  wenn  auch  nur  für  die  Dauer  des 
Beschwerdeverfahrens  –  einen  vollumfänglichen  kantonalen 
Leistungsauftrag erhielte, während die Leistungen, Rechte und Pflichten 
der  übrigen  Listenspitäler  auf  der  Zürcher  Spitalliste  2012  Akutsomatik 
(inkl. Anhänge) exakt definiert sind, 

dass somit auch der Eventualantrag gemäss Antrag 2 abzuweisen ist,

dass  die Beschwerdeführerin  schliesslich  beantragt,  es  sei  anzuordnen, 
dass  die  Spitalliste  2012  frühestens  zu  dem  Zeitpunkt  in  Rechtskraft 
erwachsen und damit  rechtliche Wirkungen entfalten könne,  in welchem 
die  Referendumsabstimmung  über  das  SPFG  durchgeführt  und  das 
Gesetz rechtskräftig angenommen werde (Antrag 3),

C­6088/2011

Seite 8

dass  sie  zur  Begründung  dieses  Antrags  vornehmlich  Argumente 
materiellrechtlicher  Natur  anführt,  indem  sie  in  diesem  Zusammenhang 
insbesondere  eine  Rechtsverletzung  (Unterschreitung  des  Ermessens) 
rügt,

dass  diese  Rüge  somit  die  materielle  Grundfrage  des  vorliegenden 
Verfahrens betrifft  und daher nicht  im Rahmen des  vorliegenden prima­
vista­Entscheides  berücksichtigt,  sondern  erst  im  Endurteil  erörtert 
werden kann,  

dass der Antrag 3 demnach abzuweisen ist,

dass  über  die  Kosten  des  Verfahrens  und  eine  allfällige 
Parteientschädigung mit der Hauptsache befunden wird,

dass gemäss Art. 83 lit. r des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(BGG, SR 173.110) Urteile auf dem Gebiet der Krankenversicherung, die 
das  Bundesverwaltungsgericht  gestützt  auf  Art. 34  VGG  (heute: Art. 53 
Abs. 1 KVG) getroffen hat,  nicht der Beschwerde an das Bundesgericht 
unterliegen;  gleiches  gilt  nach  ständiger  Praxis  auch  für 
Zwischenverfügungen  in  Verfahren,  die  zum  Erlass  eines  nicht 
anfechtbaren Urteils führen.

C­6088/2011

Seite 9

Demnach verfügt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Der  Antrag 1  der  Beschwerdeführerin  wird  gutgeheissen  und  die 
aufschiebende Wirkung der Beschwerde wird wiederhergestellt.

2. 
Die Anträge 2 und 3 werden abgewiesen.

3. 
Ein Doppel der Eingabe der Vorinstanz vom 23. Dezember 2011 geht zur 
Kenntnisnahme an die Beschwerdeführerin.

4. 
Das Gerichtsdossier C­6088/2011  (inkl. Vernehmlassung der Vorinstanz 
vom  6. Januar  2012)  wird  dem  Bundesamt  für  Gesundheit  (BAG) 
überwiesen.

5. 
Das BAG wird zur Einreichung einer Stellungnahme  innert 30 Tagen ab 
Erhalt  dieser  Verfügung  eingeladen  (dreifach).  Diese  Frist  ist  nicht 
erstreckbar (Art. 53 Abs. 2 lit. c KVG).

6. 
Diese Verfügung geht an:

– die Beschwerdeführerin  (Einschreiben; Beilage: Doppel  der Eingabe 
der Vorinstanz vom 23. Dezember 2011)

– die Vorinstanz (Ref­Nr. 1134; Einschreiben)
– BAG  (Einschreiben  mit  Rückschein;  Beilage:  Gerichtsdossier  C­

6088/2011 im Original [wird mit der Stellungnahme zurückerbeten])

Der Instruktionsrichter:

Michael Peterli