# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8db42e17-3c2e-5e67-92eb-55b44c07a4ba
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-08-18
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 18.08.2020 S 2018 153
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2018-153_2020-08-18.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 18 153

2. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz von Salis
Richter Meisser, Pedretti 
Aktuarin Kuster

URTEIL

vom 18. Mai 2020

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

B._____ AG,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Philipp,

Beschwerdegegnerin

betreffend Versicherungsleistungen nach UVG

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1. A._____ stürzte am 25. Dezember 2017 beim Skifahren und schlug mit der 

rechten Schulter auf eisiger Piste auf.

2. Wegen anhaltender Schmerzen in der rechten Schulter konsultierte 

A._____ am 10. Januar 2018 erstmals seinen Hausarzt Dr. med. C._____, 

Facharzt für Allgemeine Medizin, (kein Hinweis auf eine Fraktur in der Rönt-

genübersichtsaufnahme).

3. Am 11. Januar 2018 reichte A._____ bei der B._____ AG eine Bagatellun-

fall-Meldung UVG ein.

4. Nachdem keine Besserung eingetreten war, konsultierte A._____ am 

6. Februar 2018 erneut seinen Hausarzt Dr. med. C._____ (Verschreibung 

Physiotherapie). 

5. Obwohl sich die Situation nach Angaben von A._____ erheblich verbessert 

hatte, konstatierte Dr. med. C._____ am 20. März 2018 bei der klinischen 

Untersuchung nach wie vor erhebliche Defizite und er überwies seinen Pa-

tienten an Dr. med. D._____, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und 

Traumatologie des Bewegungsapparates, Chur.

6. Gestützt auf ein MRI der rechten Schulter vom 3. April 2018 von Dr. med. 

E._____, Facharzt für Radiologie, gelangte Dr. med. D._____ in seinem 

Bericht vom 24. April 2018 zu folgender Beurteilung: A._____ habe sich im 

Rahmen eines Skisturzes mit Traumatisierung der rechten Schulter eine 

transmurale Ruptur der Supraspinatussehne sowie eine Tendinopathie der 

Biceps longus-Sehne zugezogen. Aufgrund der MR-tomographischen Ab-

klärung sei von einer traumatischen Genese auszugehen, es bestünden 

keine Zeichen einer fettigen Degeneration oder Volumenatrophie. Zudem 

hätten vor dem Unfall keinerlei Schulterbeschwerden bestanden.

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7. Am 24. Mai 2018 wurde die Supraspinatussehne operativ rekonstruiert. Dr. 

med. D._____ erwähnte im Operationsbericht vom 24. Mai 2018 unter an-

derem folgende Diagnosen: Transmurale Ruptur der Supraspinatussehne 

(U-shape), Tendinopathie der Biceps longus-Sehne sowie bildmorpholo-

gisch Verdacht auf stattgehabte ventrokaudale Schulterluxation mit Spon-

tanreposition bei Hill-Sachs-Impression und partieller Ablösung des ventro-

kaudalen Labrums. Am 27. Mai 2018 wurde A._____ aus dem Spital ent-

lassen (vgl. den Austrittsbericht vom 28. Mai 2018).

8. Mit Verfügung vom 22. Juni 2018 stellte die B._____ AG die Leistungen per 

15. Januar 2018 ein. Zur Begründung stützte sie sich im Wesentlichen auf 

die Beurteilung des beratenden Arztes pract. med. F._____ vom 

19. Juni 2018, wonach sich im MRI vom 3. April 2018 ausschliesslich vor-

bestehende degenerative resp. krankhafte Veränderungen zeigten. Der 

Sturz beim Skifahren sei nicht geeignet gewesen, eine Ruptur der Supra-

spinatussehne zu bewirken, sondern habe (lediglich) eine Schulterprellung 

(ICD-10: S40.0) verursacht. Der natürliche Kausalzusammenhang zwi-

schen dem Ereignis vom 25. Dezember 2017 und den Schulterbeschwer-

den bzw. der status quo sine sei mit überwiegender Wahrscheinlichkeit per 

max. drei Wochen nach dem Sturz in der Diagnose Schulterprellung (ICD-

10: S40.0) entfallen bzw. erreicht. 

9. Hiergegen erhob A._____ am 18. Juli 2018 Einsprache. In seiner Begrün-

dung hielt er im Wesentlichen fest, dass die Ruptur der Supraspinatus-

sehne als direkte Folge des Sturzes beim Skifahren entstanden sei. Aus-

serdem verwies er auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_610/2015 vom 

11. Januar 2016.

10. Mit Einspracheentscheid vom 12. November 2018 wies die B._____ AG die 

Einsprache von A._____ ab. In ihrer Begründung führte sie im Wesentli-

chen aus, dass der beratende Arzt pract. med. F._____ mit ausführlicher 

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medizinischer Beurteilung vom 25. Oktober 2018 an seiner früheren Ein-

schätzung festhalte – auch unter Berücksichtigung des Operationsberichts 

von Dr. med. D._____ vom 24. Mai 2018 (Erhalt am 24. August 2018). Un-

ter Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 8C_100/2016 vom 

17. Mai 2017 [recte: 2016] hielt die B._____ AG ausserdem fest, dass das 

blosse Anschlagen der Schulter nicht geeignet sei, einen Riss der Sehne 

zu bewirken. Würden keine ossären Läsionen festgestellt, spreche dies re-

gelmässig für eine degenerative Entstehung des Risses. Weiter führte sie 

aus, dass die Sehnen im Bereich der Schulter medizinischen Erfahrungs-

werten zufolge ungefähr ab dem 50. Altersjahr zunehmend degenerativ ge-

schwächt würden. Auslöser für eine vollständige Ruptur könnten bereits all-

tägliche Bewegungen sein. Darüber hinaus hielt sie fest, dass – obwohl 

A._____ Blutverdünner eingenommen habe – äusserlich kein Hämatom 

habe festgestellt und auch beim später angefertigten MRI nicht auf eine 

stärkere innere Blutung habe geschlossen werden können – was bei einer 

spontanen Durchtrennung der Sehne zu erwarten gewesen wäre. Schliess-

lich sei auch der Verdacht von Dr. med. D._____ auf eine Luxation der 

Schulter (mit Riss der Supraspinatussehne) nicht nachvollziehbar. Eine 

Schulterluxation mit Riss der Supraspinatussehne hätte zum einen zu er-

heblichen inneren Blutungen geführt; zum anderen hätte A._____ die Lu-

xation wohl bemerkt und gegenüber den behandelnden Ärzten auch ge-

schildert. Nach Auffassung der B._____ AG sei es kaum denkbar, dass die 

Sehne anlässlich des Unfalls vom 25. Dezember 2017 gerissen sei. Es 

seien keine Anzeichen für eine Spontanruptur auszumachen und es be-

stehe keine Veranlassung, der überzeugenden Begründung des beraten-

den Arztes pract. med. F._____ nicht zu folgen.

11. Hiergegen erhob A._____ (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 10. De-

zember 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubün-

den. Er stellte folgende Rechtsbegehren:

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1. Der Einsprache-Entscheid der B._____ vom 12. November 2018 sei auf-
zuheben.

2. Meine vorliegend erhobene Beschwerde sei gutzuheissen.

3. Die B._____ sei zur Übernahme aller gesetzlichen Leistungen der Unfall-
versicherung im Zusammenhang mit dem Ereignis vom 25. Dezember 
2017 zu verpflichten.

In seiner Begründung hielt er im Wesentlichen fest, er habe sofort nach 

dem Sturz am 25. Dezember 2017 starke Schmerzen in der rechten Schul-

ter gehabt und den Arm nicht mehr über Schulterhöhe halten können. Der 

Sehnenriss müsse somit aufgrund des Sturzes (Spontanruptur) erfolgt 

sein. Die Bewegungseinschränkung, die Schmerzen und die Einschrän-

kung der Kraftentwicklung seien vom Zeitpunkt des Sturzes bis zur Opera-

tion bestehen geblieben. Weiter hielt er fest, dass die Wucht des Auf-

schlags bei einem Sturz beim Skifahren mit hohem Tempo sicherlich viel 

höher sei als bei blossem Anschlagen. Dass der Aufschlag mit grosser 

Wucht erfolgt sei, zeigten auch der Operationsbericht von Dr. med. 

D._____ und dessen E-Mail vom 6. Dezember 2018 (vgl. Beschwerdefüh-

rerische Akten [Bf-act.] 7). Zudem zeige das MRI vom 3. April 2018 keine 

aussergewöhnlich grossen, überwiegend höhergradigen degenerativen 

Veränderungen oder krankheitsbedingten Vorzustände. Dies bezeuge 

auch eine nachträgliche Bestätigung von Dr. med. E._____ vom 30. No-

vember 2018 (vgl. Bf-act. 8). Sowohl Dr. med. C._____ als auch Dr. med. 

E._____ hielten unabhängig voneinander fest, dass erfahrungsgemäss bei 

frischen Sehnenrupturen keine ausgeprägten Blutungen vorkämen. Aus-

serdem könnten gemäss Dr. med. E._____ MR-tomographisch drei Monate 

nach dem Ereignis üblicherweise keine Blutungen mehr abgegrenzt wer-

den (vgl. Bf-act. 8). Im Übrigen sei die Schlussfolgerung, wonach der Seh-

nenriss schon vor dem Unfall eingetreten sein soll, nicht nachvollziehbar. 

Bei gerissener Supraspinatussehne wäre die Bewegung des Armes in die 

horizontale Ebene schmerzhaft. Mit solchen Beschwerden wäre er nicht 

Skifahren gegangen. Die B._____ AG könne nicht mit sehr grosser Wahr-

scheinlichkeit nachweisen, dass sein Sturz vom 25. Dezember 2017 nicht 

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für eine spontane Sehnenruptur geeignet gewesen wäre. Zudem sei eine 

zu erwartende Blutung kein Argument gegen eine Spontanruptur. 

12. Mit Beschwerdeantwort vom 25. Januar 2019 beantragte die B._____ AG 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) die Abweisung der Beschwerde unter 

gesetzlicher Kostenfolge. In ihrer Begründung wiederholte sie im Wesent-

lichen die Ausführungen im angefochtenen Einspracheentscheid. Ausser-

dem hielt sie fest, dass der Bericht von Dr. med. E._____ vom 30. Novem-

ber 2018 die Aussagen des beratenden Arztes pract. med. F._____ nicht 

zu entkräften vermöge. Erkenntnisse von Dr. med. E._____ deckten sich 

mit den Ausführungen von pract. med. F._____. 

13. Mit Schreiben vom 5. Februar 2019 hielt der Beschwerdeführer replicando 

an seinen Anträgen fest. Er machte geltend, dass die Hill-Sachs-Impres-

sion (zwar) erst während der Operation durch Dr. med. D._____ erkannt 

worden sei; sie sei (allerdings) eine Tatsache und belegt. Als Auslöser 

könne nur das Auskugeln der Schulter in Betracht gezogen werden; sie 

könne sicherlich nicht durch degenerative Veränderungen im Alter entstan-

den sein. Der Aufprall auf die Schulter als Folge des Sturzes sei so gross 

gewesen, dass mit ziemlicher Sicherheit sogar die Schulter – wenn auch 

nur kurzzeitig – ausgekugelt gewesen sei. Man könne davon ausgehen, 

dass dies zusammen mit der Heftigkeit des Aufpralls den Riss der Supra-

spinatussehne bewirkt habe. 

14. Die Beschwerdegegnerin verzichtete mit Schreiben vom 8. Februar auf die 

Einreichung einer Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen in den Rechtsschriften, den angefochtenen 

Einspracheentscheid sowie die übrigen Akten wird, soweit erforderlich, in 

den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 12. November 2018. Gemäss Art. 1 Abs. 1 

des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG; SR 832.20) i.V.m. 

Art. 56 Abs. 1 und Art. 58 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemei-

nen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen ei-

nen Einspracheentscheid innert 30 Tagen seit seiner Eröffnung Be-

schwerde an das Versicherungsgericht desjenigen Kantons erhoben wer-

den, in welchem die versicherte Person im Zeitpunkt der Beschwerdeerhe-

bung ihren Wohnsitz hat. Der Beschwerdeführer wohnt im Kanton 

Graubünden, womit die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden gegeben ist. Dessen sachliche und funktionelle Zu-

ständigkeit ergibt sich aus Art. 57 ATSG i.V.m. Art. 49 Abs. 2 lit. a des kan-

tonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; BR 370.100). 

Als formeller und materieller Adressat des angefochtenen Einspracheent-

scheids ist er davon überdies berührt und er weist ein schutzwürdiges In-

teresse an dessen Überprüfung auf (vgl. Art. 59 ATSG). Auf die im Übrigen 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist somit einzutreten (vgl. 

Art. 60 und 61 ATSG).

2.1.1. Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt zunächst voraus, dass 

zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein natürli-

cher Kausalzusammenhang besteht. Ursache im Sinne des natürlichen 

Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein 

der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen 

Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Ent-

sprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kau-

salzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder un-

mittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das 

schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche 

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oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit 

anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die ein-

getretene gesundheitliche Störung entfiele. Ob zwischen einem schädigen-

den Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzu-

sammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung bzw. im 

Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswür-

digung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit 

eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsan-

spruchs nicht (BGE 129 V 177 E.3.1, 119 V 335 E.1 m.w.H.). 

2.1.2. Hat ein Unfallversicherer die Unfallkausalität bejaht und Leistungen er-

bracht, entfällt seine Leistungspflicht erst, wenn der gesundheitliche Scha-

den nur noch ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft 

dann zu, wenn entweder der "krankhafte" Gesundheitszustand, wie er un-

mittelbar vor dem Unfall bestanden hat (status quo ante), oder aber derje-

nige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines 

krankhaften Vorzustands auch ohne Unfall früher oder später eingestellt 

hätte (status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der leistungsbegründende 

natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder kausalen Be-

deutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der über-

wiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Da es sich um eine an-

spruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast – anders als bei 

der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammen-

hang gegeben ist – nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversiche-

rer. Dabei muss nicht etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht 

werden. Welche Ursachen ein nach wie vor geklagtes Leiden hat, ob es 

Krankheitsursachen, ein Geburtsgebrechen oder degenerative Verände-

rungen sind, ist unerheblich. Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ur-

sachen eines Gesundheitsschadens ihre kausale Bedeutung verloren ha-

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ben, ob diese also dahingefallen sind. Ebenso wenig geht es darum, vom 

Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass kein Gesund-

heitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller 

Gesundheit sei (Urteile des Bundesgerichts 8C_68/2020 vom 11. 

März 2020 E.3.2 und 8C_840/2019 vom 14. Februar 2020 E.3.2, Urteil des 

Eidgenössischen Versicherungsgerichts U 15 04 vom 7. Juli 2004 E.2.2 

m.w.H.). 

2.2.1. Der Versicherungsträger und das im Streitfall angerufene Gericht haben 

den rechtserheblichen Sachverhalt von Amtes wegen abzuklären (vgl. 

Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG). Die Untersuchungspflicht dauert so 

lange, bis über die für die Beurteilung des streitigen Anspruchs erforderli-

chen Tatsachen hinreichende Klarheit besteht. Bleiben an Vollständigkeit 

und/oder Richtigkeit der bisher getroffenen Tatsachenfeststellung erhebli-

che Zweifel bestehen, ist weiter zu ermitteln, soweit von zusätzlichen Ab-

klärungsmassnahmen noch neue wesentliche Erkenntnisse zu erwarten 

sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_616/2013 vom 28. Januar 2014 

E.2.1 m.w.H.). 

2.2.2. Hinsichtlich des Beweiswerts eines Arztberichts ist entscheidend, ob dieser 

für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Si-

tuation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet 

sind (BGE 134 V 231 E.5.1 m.w.H.). Gemäss Rechtsprechung ist auch ein 

medizinischer Aktenbericht beweiskräftig, wenn die Akten ein vollständiges 

Bild über Anamnese, Verlauf und gegenwärtigen Status ergeben und diese 

Daten unbestritten sind; der Untersuchungsbefund muss lückenlos vorlie-

gen, damit der Berichterstatter imstande ist, sich aufgrund der vorhandenen 

Unterlagen ein vollständiges Bild zu verschaffen (Urteil des Bundesgerichts 

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8C_397/2019 vom 6. August 2019 E.4.3 m.w.H.). Schliesslich kommt auch 

den Berichten (und Gutachten) versicherungsinterner Ärzte Beweiswert zu, 

sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in 

sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit be-

stehen. Die Tatsache allein, dass der befragte Arzt in einem Anstellungs-

verhältnis zum Versicherungsträger steht, lässt nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und auf Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr besonde-

rer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurtei-

lung objektiv als begründet erscheinen lassen (BGE 125 V 351 E.3b/ee). 

Soll ein Versicherungsfall aber ohne Einholung eines externen Gutachtens 

entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderun-

gen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit 

und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so 

sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 V 225 E.5.2, 135 V 

465 E.4.4, 122 V 157 E.1d). 

3.1. Vorliegend ist unbestritten, dass die Beschwerdegegnerin im Zusammen-

hang mit dem Unfallereignis vom 25. Dezember 2017 gesetzliche Versi-

cherungsleistungen erbrachte, diese aber mit Verfügung vom 

22. Juni 2018 und Einspracheentscheid vom 12. November 2018 auf den 

15. Januar 2018 eingestellt hat. Gestützt auf die Beurteilungen des bera-

tenden Arztes pract. med. F._____ vom 8. Mai 2018, 19. Juni 2018 und 

25. Oktober 2018 gelangte die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass 

die nach dem 15. Januar 2018 anhaltenden Schulterbeschwerden bzw. der 

Supraspinatussehnenriss mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auf 

den Unfall vom 25. Dezember 2017 zurückzuführen war(en). 

3.2. Nachfolgend gilt es also zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht 

auf die Beurteilungen des beratenden Arztes pract. med. F._____ vom 

8. Mai 2018, 19. Juni 2018 und 25. Oktober 2018 abgestellt hat oder ob 

konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit dieser Beur-

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teilungen sprechen. Dabei gilt es darauf hinzuweisen, dass der beratende 

Arzt pract. med. F._____ mit Bezug auf den Beweiswert seiner ärztlichen 

Beurteilungen einem versicherungsinternen Arzt gleichzusetzen ist (Urteile 

des Bundesgerichts 8C_608/2015 vom 17. Dezember 2015 E.3.3.3 und 

8C_557/2015 vom 7. Oktober 2015 E.5.2 m.w.H.).

3.2.1. Die erste Beurteilung von pract. med. F._____ vom 8. Mai 2018 ist ein rei-

ner Aktenbericht (vgl. Beschwerdegegnerische Akten [Bg-act.] 6). Die Be-

schwerden des Beschwerdeführers werden darin nicht erwähnt. Zudem ist 

nicht ersichtlich, dass der Bericht in Kenntnis sämtlicher Vorakten abgege-

ben worden wäre. Pract. med. F._____ erwähnt in seiner Beurteilung vom 

8. Mai 2018 lediglich das MRI vom 3. April 2018. Die Beschreibung der me-

dizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation ist unzurei-

chend; deren Beurteilung leuchtet nicht ein. Im Übrigen erscheint der Ak-

tenbericht insofern unsorgfältig, als fälschlicherweise die linke statt die 

rechte Schulter besprochen wird.  

3.2.2. Auch die zweite Beurteilung von pract. med. F._____ vom 19. Juni 2018 ist 

ein reiner Aktenbericht und basiert auf einer unvollständigen Aktenlage 

(vgl. Bg-act. 14).  So erwähnt pract. med. F._____ in seiner Beurteilung 

vom 19. Juni 2018 weder den Operationsbericht vom 24. Mai 2018 noch 

den Austrittsbericht vom 28. Mai 2018. Ausserdem ist die Beschreibung 

der medizinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation auch 

in der zweiten Beurteilung unzureichend; deren Beurteilung leuchtet nicht 

ein. Im Übrigen wird auch im zweiten Aktenbericht statt der rechten Schul-

ter die linke Schulter besprochen (vgl. Bg-act. 14 S. 3 Ziff. III/3). 

3.2.3. Schliesslich ist auch die dritte Beurteilung von pract. med. F._____ vom 

25. Oktober 2018 ein reiner Aktenbericht (vgl. Bg-act. 32). Dieser kam au-

genscheinlich mit Beratung von Rechtsanwalt Philipp zustande. In einer 

Version der Beurteilung vom 25. Oktober 2018, welche letztlich akturiert ins 

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Recht gelegt wurde, hielt pract. med. F._____ u.a. folgendes fest: "Der 

natürliche Kausalzusammenhang der beschriebenen Pathologien und des 

Ereignisses vom 25. Dezember 2017 ist mit dem Beweisgrad 'möglich' zu 

beurteilen." Hierzu äusserte sich Rechtsanwalt Philipp in einer E-Mail vom 

27. Oktober 2018 wie folgt (vgl. nicht akturiertes beschwerdegegnerisches 

Aktenstück): "Sodann ist der Bericht insofern aus rechtlicher Sicht wider-

sprüchlich, als […] von einem möglichen Kausalzusammenhang zwischen 

den beschriebenen Pathologien und dem Ereignis geschrieben wird. Weil 

das Unfallereignis als solches anerkannt worden war, würde dies bedeu-

ten, dass die Versicherung auch für die OP aufkommen müsste."  Eine wei-

tere Version der Beurteilung von pract. med. F._____ vom 25. Okto-

ber 2018 lautete sodann wie folgt (vgl. nicht akturiertes beschwerdegegne-

risches Aktenstück): "Sollte sich die Kontinuitätstrennung der Supraspina-

tussehne beim Ereignis des 25. Dezember 2017 zugetragen haben, was 

ich als unwahrscheinlich beurteile, dann war das oben genannte Ereignis 

dem Zufall geschuldet. Die Kontinuitätstrennung hätte bei jeder alltäglichen 

Bewegung eintreten können." Die verschiedenen Versionen bzw. das Zu-

standekommen der dritten Beurteilung von pract. med. F._____ vom 

25. Oktober 2018 spricht gegen deren Zuverlässigkeit und Unparteilichkeit.

3.3. Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen 3.2.1 bis 3.2.3 gelangt das 

streitberufene Gericht zum Schluss, dass die Aktenberichte von pract. med. 

F._____ nicht beweiskräftig sind. Es bestehen Zweifel an der Zuverlässig-

keit und Schlüssigkeit der Beurteilungen von pract. med. F._____, weshalb 

die Beschwerdegegnerin zu Unrecht darauf abgestellt hat und die Sache 

zu ergänzenden medizinischen Abklärungen an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen ist. Hinzu kommt, dass dem beratenden Arzt pract. med. 

F._____ die E-Mail von Dr. med. D._____ vom 6. Dezember 2018 und der 

Bericht von Dr. med. E._____ vom 30. November 2018 – soweit ersichtlich 

– nicht vorgelegt wurden (vgl. Bf-act. 7 und 8). Zwar reichte der Beschwer-

deführer die beiden Berichte erst nach dem Abschluss des Verwaltungs-

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verfahrens ein. Sie beziehen sich allerdings auf den im Zeitpunkt des Ver-

fügungserlasses vorgelegenen medizinischen Sachverhalt und erlauben 

Rückschlüsse auf die im Zeitpunkt des Abschlusses des Verwaltungsver-

fahrens gegebene Situation, weshalb sie trotzdem zu beachten sind (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 8C_414/2019 vom 25. September 2019 E.2.2.2 

m.w.H.). So hielt Dr. med. D._____ in seiner E-Mail vom 6. Dezember 2018 

fest, dass auf den intraoperativen Bildern eine knöcherne Einkerbung 

(Fachbegriff: Hillsachs-Impression) zu erkennen sei. Dies sei ein pathogno-

monisches Zeichen einer stattgehabten ventrokaudalen glenohumeralen 

Luxation. Dr. med. E._____ hielt in seinem Bericht vom 30. November 2018 

fest, dass die rechte Schulter keine höhergradigen, sondern dem Lebens-

alter entsprechend moderate degenerative Veränderungen zeige und dass 

MR-tomographisch üblicherweise nach drei Monaten kein residuales Hä-

matom mehr abgegrenzt werden könne und somit aus seiner Sicht auch 

keine sichere Aussage darüber möglich sei, ob ein ursprüngliches Häma-

tom vorhanden gewesen sei (abgesehen von seltenen Sonderfällen mit ab-

gekapselten bzw. chronifizierten Hämatomen). Nach Auffassung des streit-

berufenen Gerichts hätte sich angesichts dieser vom Beschwerdeführer im 

vorliegenden Beschwerdeverfahren eingereichten Berichte der Dres. med. 

D._____ und E._____ zumindest die Einholung einer Stellungnahme des 

beratenden Arztes oder die Veranlassung weiterer fachärztlicher Abklärun-

gen aufgedrängt. Da dies die Beschwerdegegnerin nicht getan hat, ist die 

Angelegenheit auch aus diesem Grund zu umfassenden objektiven 

fachärztlichen Abklärungen zumindest in den Bereichen Orthopädie und 

Radiologie an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

4. Im Ergebnis erweist sich die Beschwerde somit als begründet. Sie ist gut-

zuheissen, der angefochtene Einspracheentscheid vom 12. November 

2018 ist aufzuheben und die Sache ist zu weiteren medizinischen Abklärun-

gen im Sinne der Erwägungen und zu neuem Entscheid an die Beschwer-

degegnerin zurückzuweisen.

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5. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in So-

zialversicherungssachen – ausser bei mutwilliger oder leichtsinniger Pro-

zessführung – kostenlos, weshalb für das vorliegende Verfahren keine 

Kosten erhoben werden. Dem nicht anwaltlich vertretenen Beschwerdefüh-

rer steht praxisgemäss keine Parteientschädigung zu.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der angefochtene Einspracheent-

scheid vom 12. November 2018 wird aufgehoben und die Sache wird zu 

weiteren medizinischen Abklärungen im Sinne der Erwägungen und zu 

neuem Entscheid an die B._____ AG zurückgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]