# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 67393b80-a15c-57f5-834b-16dba2abc948
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-02-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.02.2025 F-687/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-687-2025_2025-02-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-687/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  F e b r u a r  2 0 2 5  

 

 Einzelrichter Sebastian Kempe, 

mit Zustimmung von Richter Daniele Cattaneo;   

Gerichtsschreiberin Caroline Rausch. 
 

 
 

Parteien 
 1. A.________,  

2. B.________, 

3. C.________,  

alle vertreten durch Stephanie Arévalo Menchaca, 

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Ostschweiz, 

Beschwerdeführende,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM, 

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Zuweisung der Asylsuchenden an die Kantone; Verfügungen 

des SEM vom 24. Januar 2025 / N (..). 

 

 

 

F-687/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführenden suchten am 24. November 2024 in der Schweiz 

um Asyl nach.  

B.  

Mit Verfügung vom 24. Januar 2025 anerkannte die Vorinstanz die Be-

schwerdeführerin 1 als Flüchtling gemäss Art. 3 Abs. 1 und 2 AsylG, ge-

währte ihr Asyl und wies sie dem Kanton Schwyz zu. Die Vorinstanz aner-

kannte mit Verfügung vom selben Tag die Beschwerdeführer 1 und 3 ge-

stützt auf Art. 51 Abs. 1 AsylG als Flüchtlinge, gewährte ihnen Asyl und 

wies auch sie dem Kanton Schwyz zu.  

C.  

Gegen die Kantonszuweisung erhoben die Beschwerdeführenden am 

31. Januar 2025 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragen die Aufhebung der angefochtenen Verfügung (gemeint: Verfügun-

gen) hinsichtlich der verfügten Kantonszuweisung an den Kanton Schwyz 

und die Zuweisung an den Kanton St. Gallen. Ferner ersuchten sie in for-

meller Hinsicht um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung, die Zu-

weisung an den Kanton St. Gallen im Sinne einer vorsorglichen Mass-

nahme und die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung unter Ver-

zicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses. 

D.  

Mit Zwischenverfügung vom 6. Februar 2025 hiess das Bundesverwal-

tungsgericht das Gesuch um Wiederherstellung der aufschiebenden Wir-

kung der Beschwerde gut und wies das Gesuch um einstweilige Zuweisung 

an den Kanton St. Gallen ab. Gleichzeitig gewährte es den Beschwerde-

führenden die unentgeltliche Prozessführung. 

E.  

Mit Eingabe vom 3. Februar 2025, welche am 4. Februar 2025 beim Ge-

richt einging, dem Instruktionsrichter infolge diverser Abwesenheiten je-

doch erst am 11. Februar 2025 zur Kenntnis gelangte, reichten die Be-

schwerdeführenden weitere Unterlagen ein.  

 

F-687/2025 

Seite 3 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Das Bundesverwaltungsgericht beurteilt auf Beschwerde hin Verfügun-

gen des SEM betreffend Kantonszuweisung und Kantonswechsel (Art. 27 

Abs. 3 i.V.m. Art. 107 Abs. 1 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 ff. VGG).  

1.2 Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet 

sich nach dem VwVG, soweit das AsylG oder das VGG nichts anderes be-

stimmen (Art. 37 VGG; Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden sind zur Einreichung der Beschwerde legi-

timiert (Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 Abs. 1 AsylG; Art. 52 Abs. 1 VwVG).  

1.4 Die Beschwerde erweist sich – wie im Folgenden zu zeigen ist – als 

offensichtlich begründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin beziehungsweise 

eines zweiten Richters (Art. 111 Bst. e AsylG), ohne Durchführung eines 

Schriftenwechsels und mit summarischer Begründung zu behandeln ist 

(Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1 Entscheide über die Zuweisung einer asylsuchenden Person an einen 

Kanton können gemäss Art. 27 Abs. 3 AsylG – diese Bestimmung geht als 

Spezialbestimmung der allgemeinen Regel von Art. 106 Abs. 1 AsylG vor 

(Art. 106 Abs. 2 AsylG) – nur mit der Begründung angefochten werden, sie 

verletzten den Grundsatz der Einheit der Familie. Nicht anwendbar ist die 

Kognitionsbeschränkung von Art. 27 Abs. 3 AsylG auf Flüchtlinge. Diese 

können eine Verletzung von Art. 26 des Abkommens vom 28. Juli 1951 

über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) und von 

Art. 37 AIG (SR 142.20), welche den Wechsel des Wohnorts in einen 

anderen Kanton für ausländische Personen regelt, vor 

Bundesverwaltungsgericht rügen (vgl. BVGE 2012/2 E. 3.2.3; zuletzt Urteil 

des BVGer F-7843/2024 vom 3. Februar 2025 E. 3.1).  

2.2 Flüchtlinge mit rechtmässigem Aufenthalt in der Schweiz haben das 

Recht, ihren Aufenthaltsort zu wählen und sich frei zu bewegen – vorbe-

haltlich der Bestimmungen, die unter den gleichen Umständen für auslän-

dische Personen im Allgemeinen gelten (vgl. 26 FK und Art. 58 AsylG; 

BVGE 2012/2 E. 3.2.2). Art. 26 FK zielt darauf ab, die Einschränkungen 

der freien Wahl des Aufenthaltsortes und der Bewegungsfreiheit für 

F-687/2025 

Seite 4 

Flüchtlinge auf ein Minimum zu beschränken. Zulässig sind nur einschrän-

kende Bestimmungen, welche für sämtliche Kategorien von ausländischen 

Personen gelten. Abzustellen ist mithin auf diejenigen Einschränkungen, 

welche auf ausländische Personen mit einer Niederlassungsbewilligung 

anwendbar sind. Nach konstanter Rechtsprechung begründet Art. 26 FK 

für Flüchtlinge somit einen Anspruch auf Kantonszuweisung beziehungs-

weise -wechsel in gleichem Umfange, wie er einer niedergelassenen Per-

son gestützt auf Art. 37 Abs. 3 AIG zusteht (vgl. BVGE 2012/2 E. 5.2.2; 

zum Ganzen statt vieler Urteile des BVGer F-7843/2024 vom 3. Februar 

2025 E. 3.2; F-270/2025 vom 23. Januar 2025 E. 2.2; F-1642/2024 vom 

16. Mai 2024 E. 3.1 je m.w.H.). Nach Massgabe dieser Bestimmung be-

steht ein Anspruch auf Kantonswechsel, sofern nicht Widerrufsgründe 

nach Art. 63 AIG vorliegen und sich eine darauf gestützte Verweigerung als 

verhältnismässig erweist (vgl. Botschaft zum Bundesgesetz über die Aus-

länderinnen und Ausländer vom 8. März 2002 [nachfolgend: Botschaft] 

BBl 2002 3790.) 

2.3 Nachdem ihnen die Vorinstanz am 24. Januar 2025 die 

Flüchtlingseigenschaft zuerkannte, haben die Beschwerdeführenden 

grundsätzlich einen Anspruch auf Wahl ihres Aufenthaltsorts und 

Zuweisung in den von ihnen anbegehrten Kanton. Vorbehalten bleibt das 

Vorliegen von Widerrufsgründen nach Art. 63 AIG (vgl. Art. 37 Abs. 3 AIG 

i.V.m. Art. 58 AsylG, Art. 26 i.V.m. Art. 6 FK; E. 2.2 hiervor). Die Vorinstanz 

hat sich in den angefochtenen Verfügungen mit der Rechtsstellung der 

Beschwerdeführenden als Flüchtlinge und ihrem Anspruch auf Zuweisung 

in den anbegehrten Kanton nicht auseinandergesetzt. Ausserdem hat sie 

nicht geprüft, ob einer Zuweisung der Beschwerdeführenden in den Kanton 

St. Gallen Widerrufsgründe im Sinne von Art. 63 AIG entgegenstehen 

könnten. Insofern erweist sich der rechtserhebliche Sachverhalt als 

unvollständig abgeklärt und die Vorinstanz hat ihre dahingehende Pflicht 

verletzt (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 12 VwVG; Art. 49 Bst. b VwVG; siehe auch 

Urteile des BVGer F-7357/2024 vom 6. Januar 2025 E. 2.4; F-7070/2024 

vom 26. November 2024 E. 2.3; F-6638/2024 vom 25. November 2024 E. 

2.3). 

2.4 Gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG entscheidet das Bundesverwaltungsge-

richt grundsätzlich in der Sache selbst oder weist diese ausnahmsweise 

mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück. Eine Rückweisung 

kommt insbesondere dann in Betracht, wenn weitere Sachverhaltsfeststel-

lungen getroffen werden müssen und der Vorinstanz als Erstinstanz ein 

gewisser Ermessensspielraum zukommt (vgl. BVGE 2020 VI/1 E. 10.1.2; 

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Seite 5 

2020 VII/6 E. 12.6; 2015/30 E. 8.1). Vorliegend lässt sich die Entschei-

dungsreife nicht mit geringem Aufwand herstellen (vgl. nachfolgend E. 3), 

weshalb die Sache an die Vorinstanz zurückzuweisen ist.  

3.  

Die Beschwerde ist gutzuheissen. Dispositiv-Ziffer 3 der angefochtenen 

Verfügung betreffend die Beschwerdeführerin 2 und Dispositiv-Ziffer 4 der 

angefochtenen Verfügung betreffend die Beschwerdeführer 1 und 3 sind 

aufzuheben und die Sache zur vollständigen Sachverhaltsabklärung im 

Sinne der Erwägungen sowie zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen. Diese wird insbesondere abzuklären haben, ob einer Zu-

weisung der Beschwerdeführenden in den Kanton St. Gallen Widerrufs-

gründe im Sinne von Art. 63 AIG entgegenstehen und, falls ja, ob sich eine 

darauf gestützte Verweigerung als verhältnismässig erweist.  

4.  

4.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten zu erheben 

(Art. 63 Abs. 1 und 2 VwVG).  

4.2 Eine Parteientschädigung ist den Beschwerdeführenden trotz ihres Ob-

siegens nicht auszurichten, da es sich vorliegend um eine zugewiesene 

unentgeltliche Rechtsvertretung im Sinne von Art. 102h AsylG handelt, de-

ren Leistungen vom Bund nach Massgabe von Art. 102k AsylG entschädigt 

werden (vgl. auch Art. 111ater AsylG). 

5.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite)  

F-687/2025 

Seite 6 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Dispositiv-Ziffer 3 der Verfügung vom 24. Januar 2025 betreffend die Be-

schwerdeführerin 2 und Dispositiv-Ziffer 4 der Verfügung vom 24. Januar 

2025 betreffend die Beschwerdeführer 1 und 3 werden aufgehoben und die 

Sache zur Abklärung und Neubeurteilung im Sinne der Erwägungen an die 

Vorinstanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4.  

Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen 

5.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Vorinstanz und die 

kantonalen Migrationsbehörden. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Sebastian Kempe Caroline Rausch