# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 583c45ec-a79e-5951-ac26-3552136b1db3
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2017-04-04
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 04.04.2017 RR.2016.298
**Docket/Reference:** RR.2016.298
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_RR-2016-298_2017-04-04

## Full Text

Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Niederlande. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Niederlande. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Niederlande. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).;;Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die Niederlande. Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG).

Entscheid vom 4. April 2017 
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Stephan Blättler, Vorsitz, 

Andreas J. Keller und Cornelia Cova,  

Gerichtsschreiberin Patricia Gehrig  

   
 

Parteien 

  

A. LTD. (GELÖSCHT), vertreten durch Rechts-

anwalt Guido E. Urbach,  

Beschwerdeführerin 

 

 gegen 

   

STAATSANWALTSCHAFT GRAUBÜNDEN,  

Abteilung I,  

Beschwerdegegnerin 

 

Gegenstand  Internationale Rechtshilfe in Strafsachen an die  

Niederlande 

 

Herausgabe von Beweismitteln (Art. 74 IRSG) 

 
 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: RR.2016.298 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Sachverhalt: 

 

A. Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Amsterdam führt eine Strafuntersuchung 

gegen B. und C. wegen Verdacht auf Geldwäscherei. Sie wandte sich mit 

Rechtshilfeersuchen vom 2. August 2016 an die Schweiz und ersuchte um die 

Edition verschiedener Bankunterlagen (act. 1.3 und 1.4). 

 

 

B. Am 15. September 2016 ernannte das Bundesamt für Justiz (nachfolgend 

„BJ“) den Kanton Graubünden als Leitkanton (act. 1.5). Die Staatsanwalt-

schaft Graubünden (nachfolgend „Staatsanwaltschaft“) trat am 4. Oktober 

2016 auf das Rechtshilfeersuchen ein und wies unter anderem die Bank D. 

an, ihr im Zusammenhang mit dem Konto Nr. 1 verschiedene Unterlagen zu-

kommen zu lassen (act. 1.6). Dieser Aufforderung kam die Bank D. am 26. Ok-

tober 2016 nach, übermittelte die Unterlagen sowie Informationen zum Konto 

Nr. 1, lautend auf die A. Ltd., und wies unter anderem darauf hin, dass E. an 

diesem Konto wirtschaftlich berechtigt sei (act. 1.7).  

 

 

C. Mit Schlussverfügung vom 31. Oktober 2016 verfügte die Staatsanwaltschaft 

unter anderem die Herausgabe der am 26. Oktober 2016 von der Bank D. 

eingereichten Unterlagen des Kontos der A. Ltd. an die ersuchende Behörde 

(act. 1.2). 

 

 

D. Dagegen gelangt die A. Ltd. mit Beschwerde vom 1. Dezember 2016 an die 

Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts und beantragt, dass Ziff. 2 der 

Schlussverfügung in Bezug auf die Bankunterlagen betreffend das Konto Nr. 1 

und übrige Informationen betreffend die Beschwerdeführerin aufzuheben sei 

und diese Unterlagen der ersuchenden Behörde nicht herauszugeben seien, 

eventualiter Ziff. 2 der Schlussverfügung abzuändern sei, so dass nur der Kon-

toauszug über den Monat Oktober 2007 der ersuchenden Behörde herausge-

geben wird unter gleichzeitiger Meldung, dass die Überweisung vom 19. Ok-

tober 2007 gemäss Rechtshilfeersuchen mit Lurisnummer 2 (oder 3) der 

Schwerpunktstaatsanwaltschaft Amsterdam nicht aus den Unterlagen der 

Bank D. resultierte (act. 1). 

 

E. Mit Schreiben vom 2. Dezember 2016 wurde die Beschwerdeführerin nebst 

Einladung zum Kostenvorschuss aufgefordert, einen beglaubigten, aktuellen 

Handelsregisterauszug einzureichen welcher über die Unterschriftsberechti-

gung Aufschluss gibt, sowie die Identität der Person, welche die Vollmacht 

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unterzeichnet hatte, bekannt zu geben unter dem Hinweis, dass bei Säumnis 

auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (act. 3). 

 

 

F. Mit Schreiben vom 14. Dezember 2016 teilte die Beschwerdeführerin mit, dass 

die Unterschrift auf der Vollmacht (act. 1.1) von F. stamme. Unter Beilage 

einer Kopie der Gründungsurkunde sowie nicht unterschriebener Statuten er-

suchte die Beschwerdeführerin um eine Fristerstreckung, um Gesellschafts-

dokumente einfordern zu können (act. 5). Die Frist wurde bis zum 16. Januar 

2017 erstreckt und es wurde gleichzeitig darauf hingewiesen, dass die am 

14. Dezember 2016 eingereichten Dokumente nicht ausreichten (act. 6). 

  

 

G. Mit Eingabe vom 16. Januar 2017 stellt die Beschwerdeführerin unter Beilage 

von verschiedenen Unterlagen den Antrag, dass der wirtschaftlich Berechtigte 

an der Beschwerdeführerin, E., als Beschwerdeführer im Rubrum des Verfah-

rens einzusetzen sei (act. 7). Diese Eingabe wurde dem BJ und der Staatsan-

waltschaft am 18. Januar 2017 zur Kenntnis zugestellt. 

 

H. Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wurde verzichtet (Art. 57 Abs. 1 

VwVG). 

 

Auf die Ausführungen der Beschwerdeführerin und die eingereichten Akten 

wird, soweit erforderlich, in den folgenden rechtlichen Erwägungen Bezug ge-

nommen. 

 

 

 

 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1.  

1.1. Für die Rechtshilfe zwischen den Niederlanden und der Schweiz ist in erster 

Linie das Europäische Übereinkommen über die Rechtshilfe in Strafsachen 

vom 20. April 1959 (EUeR; SR 0.351.1), dem beide Staaten beigetreten sind, 

massgebend. 

 

1.2. Soweit dieser Staatsvertrag bestimmte Fragen weder ausdrücklich noch still-

schweigend regelt, bzw. das schweizerische Landesrecht geringere Anforde-

rungen an die Rechtshilfe stellt (sog. Günstigkeitsprinzip; BGE 142 IV 250 E. 3 

S. 255; 140 IV 123 E. 2; 137 IV 33 E. 2.2.2; ZIMMERMANN, La coopération ju-

diciaire internationale en matière pénale, 4. Aufl., Bern 2014, N. 229), sind das 

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Bundesgesetz vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsa-

chen (IRSG; SR 351.1) und die dazugehörige Verordnung vom 24. Februar 

1982 (IRSV; SR 351.11) anwendbar (Art. 1 Abs. 1 IRSG; BGE 136 IV 82 

E. 3.1; 130 II 337 E. 1). Vorbehalten bleibt die Wahrung der Menschenrechte 

(BGE 135 IV 212 E. 2.3; 123 II 595 E. 7c; ZIMMERMANN, a.a.O., N. 211 ff., 

223 ff., 680 ff.).  

 

1.3. Auf Beschwerdeverfahren in internationalen Rechtshilfeangelegenheiten sind 

darüber hinaus die Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 

1968 über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; 

SR 172.021) anwendbar (Art. 37 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 39 Abs. 2 lit. b des 

Bundesgesetzes vom 19. März 2010 über die Organisation der Strafbehörden 

des Bundes [Strafbehördenorganisationsgesetz, StBOG; SR 173.71]).  

 

 

2. Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um eine Schlussverfügung der 

ausführenden kantonalen Behörde, gegen welche innert 30 Tagen ab der 

schriftlichen Mitteilung bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts 

Beschwerde geführt werden kann (Art. 80e Abs. 1 i.V.m. Art. 80k IRSG; Art. 37 

Abs. 2 lit. a Ziff. 1 StBOG). Die Beschwerde wurde fristgerecht erhoben.  

 

 

3.  

3.1. Im Beschwerdeverfahren ist als Partei nur zuzulassen, wer partei- und pro-

zessfähig und zudem im Sinne von Art. 80h IRSG zur Beschwerdeführung 

berechtigt ist. Die Partei- und Prozessfähigkeit bestimmen sich nach dem Zi-

vilrecht, wobei rechtsfähig die natürlichen Personen sowie die juristischen Per-

sonen des Privatrechts und des öffentlichen Rechts sind (MARANTELLI-SONA-

NINI/HUBER, in: WALDMANN/WEISSENBERGER [Hrsg.], Praxiskommentar zum 

Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, Zürich/Basel/Genf 2009, Art. 6 

N 12 f.; KÖLZ/HÄNER, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des 

Bundes, Zürich 1998, 2. Aufl., N 260); 

 

3.2. Mit Eingabe vom 16. Januar 2017 teilte der Rechtsvertreter der Beschwerde-

führerin mit, dass diese bereits am 1. November 2006 gelöscht worden war 

und belegte dies mit einem Zertifikat der British Virgin Islands Financial Ser-

vices Commission (act. 7 und 7.1).  

 

3.3. Diese Löschung führt zum Verlust der Rechtspersönlichkeit der Beschwerde-

führerin und zum Untergang ihrer rechtlichen Existenz als Prozesspartei 

(BGE 132 II 731 E. 3.1; Zirkulationsbeschluss des Kassationsgerichts des 

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Kantons Zürich AA090015 vom 2. Februar 2010, E. II.1.; MEIER-HAYOZ/FORST-

MOSER, Schweizerisches Gesellschaftsrecht, Bern 2004, 9. Aufl., N 444). Auf 

die Beschwerde der Beschwerdeführerin ist daher nicht einzutreten. 

 

3.4. Da die Beschwerdeführerin bereits bei Erhebung der Beschwerde nicht partei- 

und prozessfähig war, braucht die Frage der Zulässigkeit der Rechtsnachfolge 

im Verwaltungsverfahren im Generellen und auch mit Blick auf die Beschwer-

delegitimation gemäss Art. 80h IRSG nicht weiter geprüft zu werden. 

 

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwer-

deführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG; vgl. dazu auch Entscheid des 

Bundesgerichts 1A.81/2002 vom 5. August 2002, E. 6). Die Gerichtsgebühr ist 

auf Fr. 1'000.-- festzusetzen (Art. 63 Abs. 5 VwVG i.V.m. Art. 73 StBOG sowie 

Art. 5 und 8 Abs. 3 lit. a des Reglements des Bundesstrafgerichts vom 31. Au-

gust 2010 über die Kosten, Gebühren und Entschädigungen in Bundesstraf-

verfahren [BStKR; SR 173.713.162]), unter Anrechnung des entsprechenden 

Betrages aus dem geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 5‘000.--. Die Bun-

desstrafgerichtskasse ist anzuweisen, dem Rechtsvertreter der Beschwerde-

führerin den Restbetrag von Fr. 4‘000.-- zurückzuerstatten. 

 

 

 

 

 

  

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Demnach erkennt die Beschwerdekammer: 

 

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 

 

2. Die Gerichtsgebühr von Fr. 1‘000.-- wird der Beschwerdeführerin auferlegt, 

unter Anrechnung des geleisteten Kostenvorschusses von Fr. 5‘000.--. Die 

Bundesstrafgerichtskasse wird angewiesen, dem Rechtsvertreter der Be-

schwerdeführerin den Differenzbetrag von Fr. 4‘000.-- zurückzuerstatten. 

 

Bellinzona, 5. April 2017 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:  

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Guido E. Urbach 

- Staatsanwaltschaft Graubünden, Abteilung I 

- Bundesamt für Justiz, Fachbereich Rechtshilfe 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen Entscheide auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen kann innert zehn 
Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht Beschwerde 
eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 und 2 lit. b BGG). 
 

Gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen ist die Beschwerde 
nur zulässig, wenn er eine Auslieferung, eine Beschlagnahme, eine Herausgabe von Gegenständen oder 
Vermögenswerten oder eine Übermittlung von Informationen aus dem Geheimbereich betrifft und es sich 
um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Art. 84 Abs. 1 BGG). Ein besonders bedeutender Fall liegt 
insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt 
worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Art. 84 Abs. 2 BGG).