# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1e94f5d0-ca05-5ce5-ac55-786d8a73d2b6
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-28
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 28.11.2022 SB210619
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210619_2022-11-28.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB210619-O/U/cwo 
 
Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. Ch. Prinz, Präsident, Oberrichterin lic. iur. 

M. Knüsel und Oberrichter lic. iur. R. Faga sowie Gerichtsschreiberin 

lic. iur. S. Kümin Grell  

Beschluss vom 28. November 2022 

 
in Sachen 

 
†A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 
amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. X1._____,  

 
und 

 
B._____, lic. iur. Rechtsanwalt,  
Willensvollstrecker des Nachlasses von †A._____, 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft I des Kantons Zürich,  
vertreten durch Staatsanwalt lic. iur. A. Knauss, 

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

und  

 

1. C._____,  
2. D._____,  
3. †E._____,  
4. F._____,  
5. Arbeitslosenkasse G._____,   

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6. H._____ AG [Versicherung],  
 

Privatkläger und Berufungsbeklagte  

 

1, 2, 3, 6 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y1._____,  

4 unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Y2._____, 

 

betreffend Mord etc. 
  
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Meilen, vom 27. April 2021 
(DG190028) 
 
 

- 3 - 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang    

 1. Nach mehrjähriger Untersuchung erhob die Staatsanwaltschaft I des 

Kantons Zürich (nachfolgend: Staatsanwaltschaft) gegen den Beschuldigten 

†A._____ (nachfolgend: †Beschuldigter) am 22. November 2019 Anklage beim 

Bezirksgericht Meilen (Urk. 32). Zum Verfahrensgang bis zum Erlass des 

erstinstanzlichen Urteils ist auf die ausführliche Darstellung der Vorinstanz im an-

gefochtenen Entscheid zu verweisen (Urk. 541 S. 5 ff.). Mit Urteil vom 27. April 

2021 wurde der †Beschuldigte des Mordes im Sinne von Art. 112 StGB (Dossier 

1), des versuchten Mordes im Sinne von Art. 112 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB (Dossier 1) sowie des versuchten Betrugs im Sinne von Art. 146 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB (Dossier 1) schuldig gespro-

chen. Hinsichtlich des Vorwurfs des Betrugs betreffend Dossier 2 erging ein Frei-

spruch. Der †Beschuldigte wurde bestraft mit einer lebenslänglichen Freiheitsstra-

fe, wovon bis und mit Urteilsdatum 1'669 Tage als durch Untersuchungs- und Si-

cherheitshaft erstanden angerechnet wurden. Sodann regelte die Vorinstanz die 

weiteren Folgen der Verurteilung (Urk. 541 S. 239 ff.). Am 4. Mai 2021 liess der 

†Beschuldigte gegen dieses Urteil firstgerecht Berufung anmelden (Urk. 394).  

 2. An wesentlichen Verfahrensschritten zwischen Eröffnung des Urteils vom 

27. April 2021 und Zustellung der Begründung durch die Vorinstanz sind die fol-

genden zu erwähnen: Am 5. Juli 2021 wurde den Parteien Gelegenheit gegeben, 

um sich zu zwischenzeitlich fakturierten Untersuchungskosten über Fr. 32'200.45 

zu äussern (Urk. 429). Weiter lehnte die vorinstanzliche Verfahrensleitung am 

17. September 2021 den vom †Beschuldigten verlangten Verteidigerwechsel ab 

(Urk. 452 und Urk. 458). Am 23. September 2021 wurde zufolge Hospitalisie-

rungsbedürfnisses des †Beschuldigten dessen Verlegung ins Inselspital Bern be-

willigt (Urk. 465). Mit Beschluss vom 25. Oktober 2021 verlängerte die Vorinstanz 

die Sicherheitshaft bis zum 27. April 2022 (Urk. 489). Am 1. Dezember 2021 stell-

te die Staatsanwaltschaft bei der Vorinstanz einen Beschlagnahmungsantrag und 

einen Antrag auf Anordnung einer Grundbuchsperre (Urk. 525). Mit Beschluss 

vom 7. Dezember 2021 beschlagnahmte die Vorinstanz die Liegenschaft I._____-

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strasse … in … J._____ und ordnete über diese eine Grundbuchsperre an, beides 

superprovisorisch (Urk. 532). Das Grundbuchamt K._____-J._____ bestätigte am 

10. Dezember 2021 die Anmeldung der Grundbuchsperre zur Anmerkung (Urk. 

562).  

 3. Die amtliche Verteidigerin nahm das begründete Urteil am 9. Dezember 

2021 in Empfang (Urk. 538/3). Mit Präsidialverfügung der vorinstanzlichen Ver-

fahrensleitung vom 9. Dezember 2021 wurden die Verfahrensakten an das 

Obergericht übermittelt, mit dem Hinweis, dass über eine weitere Hospitalisation 

bzw. Verlegung des †Beschuldigten und über die einstweilige Grundbuchsperre 

zu entscheiden sei (Urk. 543 S. 4). Nach Einholung von Stellungnahmen und ei-

nem Arztbericht hielt die hiesige Verfahrensleitung mit Verfügung vom 21. De-

zember 2021 fest, dass keine Einwände gegen eine Verlegung des 

†Beschuldigten auf eine geschlossene Palliativstation bestünden (Urk. 559).  

 4. Mit Schreiben der Untersuchungsgefängnisse Zürich vom tt.mm.2021 

wurde mitgeteilt, dass der †Beschuldigte am tt.mm.2021 an seinem Krebsleiden 

in der Bewachungsstation des Inselspitals Bern verstorben sei (Urk. 569). Der 

amtlichen Verteidigung und der Staatsanwaltschaft wurde mit Verfügung vom 30. 

Dezember 2021 die Möglichkeit zur diesbezüglichen Stellungnahme angesetzt 

(Urk. 572). 

 5. Mit Eingabe vom tt.mm.2021 (Poststempel; hier eingegangen am 30. De-

zember 2021) reichte die amtliche Verteidigerin die Berufungserklärung 

mit weitergehenden Bemerkungen ein (Urk. 570). Mit Präsidialverfügung vom 

4. Januar 2022 wurden auch die übrigen Parteien über den Tod des 

†Beschuldigten orientiert und ihnen zur Frage, wie das vorliegende Berufungsver-

fahren zu erledigen sei und welche Nebenfolgen sich aus der entsprechenden 

Verfahrenserledigung ergäben, das rechtliche Gehör gewährt. Gleichzeitig wurde 

die von der amtlichen Verteidigung fristgerecht eingereichte Berufungserklärung 

(Urk. 570) den übrigen Parteien zur Kenntnisnahme zugestellt (Urk. 577). Am 12. 

Januar 2022 wurde die Speicherkarte aus dem Sprachaufzeichnungsgerät des 

†Beschuldigten (Urk. 567) der amtlichen Verteidigung zwecks Weiterleitung an 

die Angehörigen des †Beschuldigten herausgegeben (Urk. 582). Mit Präsidialver-

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fügung vom 8. Februar 2022 wurden die Stellungnahmen der Staatsanwaltschaft 

(Urk. 581), der amtlichen Verteidigung des †Beschuldigten (Urk. 584), der Privat-

kläger 1, 2, 3 und 6 (Urk. 586) sowie des Privatklägers 4 (Urk. 588) betreffend die 

Erledigung des Verfahrens samt Nebenfolgen je an die übrigen Parteien zur frei-

gestellten Vernehmlassung zugestellt, mit dem Hinweis, dass seitens der Privat-

klägerin 5 von einem Verzicht auf Vernehmlassung auszugehen sei (Urk. 590).  

 6. Mit Schreiben vom 8. Februar 2022 teilte Rechtsanwalt lic. iur. B._____ 

(der ehemalige amtliche Verteidiger des Beschuldigten, vgl. Urk. 541 S. 1 und 

S. 230) mit, dass ihn der †Beschuldigte zu Lebzeiten als Willensvollstrecker ein-

gesetzt habe. Nachdem sich die Staatsanwaltschaft (Urk. 595), die amtliche 

Verteidigung (Urk. 597), die Privatkläger 1, 2, 3 und 6 (Urk. 599) abermals und 

der Willensvollstrecker des †Beschuldigten - mit Eventualantrag auf Sistierung 

des Verfahrens bis zum Abschluss des öffentlichen Inventars durch das Notariat 

& Konkursamt Meilen (Urk. 601 S. 2) - neu (Urk. 592, 594 und 601) zur Frage der 

Erledigung des Verfahrens und der Nebenfolgen geäussert hatten, wurden die 

jeweiligen Stellungnahmen den übrigen Parteien mit Präsidialverfügung vom 

17. März 2022 wiederum zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt (Urk. 604). 

Die Staatsanwaltschaft liess sich am 23. März 2022 nochmals vernehmen 

(Urk. 607), wohingegen die amtliche Verteidigung ihren Verzicht auf Stellungnah-

me mitteilte, unter gleichzeitiger Zustellung der Honorarrechnung (Urk. 608 und 

Urk. 610/1-2). Der Vertreter der Privatkläger 1, 2, 3 und 6 äusserte sich nochmals 

am 29. März 2022 (Urk. 611). Die Privatkläger 4 und 5 liessen sich nicht mehr 

vernehmen.  

 7. Am 30. Mai 2022 teilte die amtliche Verteidigerin auf Anfrage mit, dass sie 

über keinen Erbschein betreffend die Erben des †Beschuldigten verfüge (Urk. 

613). Gleichentags wurde daher der Willensvollstrecker um Mitteilung betreffend 

Stand der Erbenermittlung und Zustellung eines allfälligen Erbscheins ersucht 

(Urk. 614). Am 15. Juni 2022, 17. Juni 2022 und 23. Juni 2022 gingen diverse 

Schreiben und Unterlagen des Willensvollstreckers betreffend Inventare und Er-

ben ein (Urk. 615; Urk. 618-619; Urk. 621).  

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 8. Auf telefonische Anfrage vom 26. Juli 2022 teilte der Willensvollstrecker 

mit, dass das öffentliche Inventar zwischenzeitlich abgeschlossen worden sei 

(Urk. 622). Am 27. Juli 2022 ging der damit begründete Rückzug des Sistierungs-

antrags des Willensvollstreckers hier ein (Urk. 623). Mit Präsidialverfügung vom 

28. Juli 2022 wurden die übrigen Parteien inklusive Willensvollstrecker hierüber in 

Kenntnis gesetzt. Gleichzeitig wurde ihnen die Möglichkeit eingeräumt, im Hin-

blick auf den Verfahrensabschluss aktualisierte Honorarnoten einzureichen (Urk. 

624). Am 3. August 2022 ging die Honorarnote der amtlichen Verteidigerin hier 

ein (Urk. 626), am 23. August 2022 jene der unentgeltlichen Rechtsvertreterin des 

Privatklägers 4 (Urk. 631). Der Vertreter der Privatkläger 1, 2, 3 und 6 reichte in-

nert Frist keine neue Aufwandabrechnung ein. Hingegen teilte er mit Schreiben 

vom 3. August 2022 mit, dass die Privatklägerin 3 am tt.mm.2022 in Frankreich 

verstorben sei (Urk. 628 und Urk. 630), worüber die übrigen Parteien mit diesem 

Entscheid zu orientieren sind (vgl. hierzu Erw. II.4). Der Willensvollstrecker über-

mittelte seine Aufwandabrechnung am 30. September 2022 (Urk. 634).  

 9. Nachdem den Parteien zu sämtlichen Fragen der Erledigung des Verfah-

rens und den Nebenfolgen das rechtliche Gehör gewährt worden war, kann der 

Prozess nunmehr der Erledigung zugeführt werden.  

II. Prozessuales  

 1. Berufungserklärung / Legitimation der amtlichen Verteidigerin 

 1.1. Mit Datum vom 4. Mai 2021 liess der †Beschuldigte fristwahrend Beru-

fung gegen das Urteil der Vorinstanz vom 27. April 2021 anmelden (Urk. 394). 

Das begründete Urteil wurde der amtlichen Verteidigung am tt.mm.2021 zugestellt 

(Urk. 538/3). Die Frist gemäss Art. 399 Abs. 3 StPO lief demnach bis zum 

tt.mm.2021. Unter diesem Datum - und damit zwei Tage nach dem Ableben des 

†Beschuldigten - teilte die amtliche Verteidigung mit, dass zufolge dessen Ver-

sterbens ein dauerndes Prozesshindernis vorliege, weshalb das Verfahren gegen 

ihren Klienten zu einem späteren Zeitpunkt unter Regelung der Nebenfolgen ein-

zustellen und ebenfalls später über die Beschlagnahme der Liegenschaft des 

†Beschuldigten in J._____ und die in diesem Zusammenhang stehende Grund-

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buchsperre zu entscheiden sei. Für den Fall einer anderen prozessualen Ein-

schätzung durch das Gericht reichte die amtliche Verteidigung unter Hinweis auf 

ihre anwaltliche Sorgfaltspflicht die schriftliche Berufungserklärung mit folgenden 

Anträgen ein (Urk. 570 S. 3):  

1. Der Beschuldigte sei vollumfänglich freizusprechen. 
2. Die Zivilklagen und Entschädigungsansprüche der Privatkläger 

seien vollumfänglich abzuweisen. 
3.  Die Verfahrenskosten, inklusive diejenigen der amtlichen Vertei-

digung, seien auf die Gerichtskasse zu nehmen. 
4. Dem Beschuldigten sei für die unrechtmässig erlittene Haft für die 

Zeitdauer bis und mit 9. Februar 2021 eine Genugtuung in 
der Höhe von CHF 397'750.00 und für die Zeitdauer ab dem 
10. Februar 2021 bis zur Berufungsverhandlung eine Genugtuung 
in noch zu substantiierender Höhe, zuzüglich 5 % Zins seit 
7. Oktober 2016, aus der Gerichtskasse zuzusprechen. 

5. Dem Beschuldigten sei wegen unmenschlicher Behandlung eine 
Genugtuung von CHF 80'000.00 aus der Gerichtskasse zuzu-
sprechen. 

6. Dem Beschuldigten seien Entschädigungen für wirtschaftliche 
Einbussen für die Zeitdauer bis und mit 9. Februar 2021 von 
CHF 1'060'000.00 und für die Zeitdauer ab dem 11. Februar 2021 
bis zur Berufungsverhandlung eine Entschädigung für wirtschaft-
liche Einbussen in noch zu substantiierender Höhe, zuzüglich 
5 % Zins seit 1. Oktober 2018, von CHF 2'958'000.00 unter noch 
vorzunehmender Korrekturrechnungen bis zur Berufungsverhand-
lung und von CHF 114'871.20, zuzüglich 5 % Zins ab 10. Februar 
2021, aus der Gerichtskasse auszurichten. 

7. Dem Beschuldigten sei eine Entschädigung für die angemessene 
Ausübung seiner Verfahrensrechte im Betrag von CHF 10'420.00, 
zuzüglich 5 % Zins seit 1. März 2019, aus der Gerichtskasse aus-
zurichten. 

8. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien auf die Gerichtskasse 
zu nehmen. 

9. Die amtliche Verteidigung sei für ihre Aufwendungen für das Be-
rufungsverfahren aus der Gerichtskasse zu entschädigen.  

 1.2. In ihrer ersten Stellungnahme beantragte die Staatsanwaltschaft, es sei 

das Verfahren einzustellen. Der amtlichen Verteidigung sprach sie sodann - nur 

diesbezüglich - die Legitimation zur Geltendmachung von Entschädigungs- und 

Genugtuungsansprüchen nach dem Tod des †Beschuldigten ab, weshalb auf die 

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entsprechenden Anträge nicht einzutreten sei (Urk. 581 S. 1 f.). Daran hielt sie in 

ihrer zweiten Stellungnahme durch Verweisung grundsätzlich fest (Urk. 595). In 

Abweichung dazu sprach sie in ihrer Vernehmlassung vom 23. März 2022 der 

amtlichen Verteidigung eine Vertretungsbefugnis über den Tod des 

†Beschuldigten hinaus als Ganzes ab. Demzufolge sei die Berufungserklärung 

der amtlichen Verteidigung vom tt.mm.2021 unzulässig, auf die Berufung nicht 

einzutreten und daher festzustellen, dass das Urteil der Vorinstanz vom 27. April 

2021 vollständig in Rechtskraft erwachsen sei (Urk. 607 S. 2 ff.). Zur Begründung 

machte sie im Wesentlichen geltend, die Vertretungsbefugnis der amtlichen Ver-

teidigung sei akzessorisch. Sie erlösche mit dem Tod der beschuldigten Person. 

Die amtliche Verteidigung habe ab diesem Moment lediglich noch die Befugnis, 

eigene Ansprüche aus dem öffentlich-rechtlichen Mandatsverhältnis geltend zu 

machen. Eine Vertretungsbefugnis der amtlichen Verteidigung über den Tod der 

beschuldigten Person hinaus habe in der Strafprozessordnung keine Grundlage 

(Urk. 607 S. 2 ff.). 

 1.3. Die Privatkläger 1, 2, 3 und 6 beantragten am 24. Januar 2022 eine 

Einstellung des Verfahrens, ohne die Legitimation der amtlichen Verteidigung zur 

Berufungserklärung in Frage zu stellen (Urk. 586). Daran hielten sie in den weite-

ren Stellungnahmen fest (Urk. 599 und Urk. 611). Gleich verhält es sich mit dem 

Privatkläger 4 in der Eingabe vom 24. Januar 2022, wobei dieser zusätzlich gel-

tend macht, dass allfällige Ansprüche des verstorbenen †Beschuldigten auf Ge-

nugtuung und Entschädigung durch den Nachlass geltend zu machen seien. Der 

Nachlass sei in diesem Verfahren nicht vertreten. Diese Ansprüche seien in ein 

separates Verfahren zu verweisen (Urk. 588). Nach Bekanntwerden des Willens-

vollstreckermandats (Urk. 592) liess sich der Privatkläger 4 innert Frist hierzu 

nicht mehr vernehmen. 

 1.4.1. Das angefochtene Urteil vom 27. April 2021 wurde am 3. Mai 2021 

mündlich eröffnet (Prot. S. 406 ff. und S. 415). Dass die Berufungsanmeldung in-

nert Frist erfolgte, ist unbestritten. Die Berufungsanmeldung erfolgte zu Lebzeiten 

des †Beschuldigten, auf dessen Instruktion hin und während des seit 1. Novem-

ber 2020 laufenden Mandats von Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ als amtliche 

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Verteidigerin (vgl. Urk. 541 S. 1). Das vom †Beschuldigten nach der Berufungs-

anmeldung, aber vor Zustellung des begründeten Urteils gestellte Gesuch um 

Wechsel der Verteidigung wurde von der vorinstanzlichen Verfahrensleitung am 

17. September 2021 abgewiesen (Urk. 458). Im Zeitpunkt des Ablebens des 

†Beschuldigten war Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ somit immer noch legitimier-

te amtliche Verteidigerin des †Beschuldigten.  

 1.4.2. Fällt der Grund für die amtliche Verteidigung dahin, so widerruft die 

Verfahrensleitung das Mandat. Der Tod eines Beschuldigten stellt einen solchen 

Grund dar. Die gleiche gesetzliche Vermutung gilt zivilrechtlich betreffend Voll-

machten (Art. 35 OR) und im Auftragsrecht (Art. 405 Abs. 1 OR). Zu beachten ist 

hier allerdings, dass die amtliche Verteidigerin kein privates Mandat ausübt, son-

dern eine öffentliche Aufgabe erfüllt, der sich die Anwältin nicht einfach entziehen 

kann (Art. 132 f. StPO; Art. 12 lit. g BGFA). Das öffentlich-rechtliche Mandatsver-

hältnis ist formell zu beenden (Art. 134 Abs. 1 StPO).  

 1.4.3. Insofern ist die von der Staatsanwaltschaft geltend gemachte 

Akzessorietät zu relativieren, d.h. das Mandat und damit die Legitimation zur 

Interessenwahrung fällt nicht eo ipso per Todestag dahin. Von Bedeutung ist in 

diesem Zusammenhang auch, dass trotz dieser besonderen Beziehung zum 

Staat die amtliche Verteidigerin primär die Interessen ihres Mandanten zu vertre-

ten hat. Die Tätigkeit der amtlichen Verteidigerin unterscheidet sich in diesem 

Punkt nicht von jener eines Wahlverteidigers. Dies bedeutet auf die vorliegende 

Konstellation bezogen, dass das Auftragsverhältnis in Nachachtung der anwaltli-

chen Sorgfaltspflicht wegen der Natur des Geschäfts und auch im Sinne eines fai-

ren Verfahrens fortbestehen muss zur Wahrung laufender Fristen und damit auch 

der auftragsrechtlichen Pflichten (vgl. hierzu auch BGE 147 IV 465). So sieht es 

denn auch das Auftragsrecht für den Todesfall des Auftragsgebers vor: Falls das 

Erlöschen des Auftrages die Interessen des Auftraggebers gefährdet, so ist der 

Beauftragte, sein Erbe oder sein Vertreter verpflichtet, für die Fortführung des 

Geschäftes zu sorgen, bis der Auftraggeber, sein Erbe oder sein Vertreter in der 

Lage ist, es selbst zu tun (vgl. Art. 405 Abs. 2 OR). 

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 1.4.4. Damit war die amtliche Verteidigerin in Konkretisierung der Beru-

fungsanmeldung legitimiert und zur Wahrung ihrer anwaltlichen Sorgfaltspflicht 

gar verpflichtet, die Berufungserklärung für den †Beschuldigten postmortal einzu-

reichen.  

 1.4.5. Die amtliche Verteidigerin ist gestützt auf Art. 134 Abs. 1 StPO mit 

Erledigung dieses Verfahrens formell aus ihrem Amt zu entlassen und zu ent-

schädigen (Art. 135 StPO).  

 2. Willensvollstrecker  

 2.1. Mit Schreiben vom 8. Februar 2022 setzte Rechtsanwalt lic. iur. 

B._____ das Gericht darüber in Kenntnis, dass er vom †Beschuldigten als Wil-

lensvollstrecker eingesetzt worden sei und er das Mandat angenommen habe. Er 

ersuchte um Aufnahme ins Rubrum (Urk. 592 i.V.m. Urk. 594).  

 2.2. Das Bezirksgericht Meilen, Einzelgericht im summarischen Verfahren, 

hat Rechtsanwalt lic. iur. B._____ am 31. Januar 2022 ein Willensvollstrecker-

zeugnis ausgestellt (Urk. 594), womit seine Legitimation ausgewiesen ist. 

 2.3. Der Willensvollstrecker steht - mangels anderweitiger Verfügung des 

Erblassers bzw. des †Beschuldigten (Urk. 594) - in den Rechten und Pflichten des 

amtlichen Erbschaftsverwalters (Art. 518 Abs. 1 ZGB). Der Willensvollstrecker hat 

den Willen des Erblassers zu vertreten und gilt insbesondere als beauftragt, die 

Erbschaft zu verwalten, die Schulden des Erblassers zu bezahlen, die Vermächt-

nisse auszurichten und die Teilung nach den vom Erblasser getroffenen Anord-

nungen oder nach Vorschrift des Gesetzes auszuführen (Art. 518 Abs. 2 ZGB). 

Nach der Rechtsprechung (vgl. hierzu BGE 146 III 106) ist der Willensvollstrecker 

in Prozessen um Aktiven und Passiven der Erbschaft Partei, soweit ihm gemäss 

Art. 518 ZGB die Verwaltung der betreffenden Erbschaftswerte zusteht (BGE 129 

V 113 E. 4.2). Er führt den Prozess an Stelle des materiell Berechtigten oder 

Verpflichteten in eigenem Namen und als Partei, handelt aber auf Rechnung der 

Erbschaft und hat dabei auf seine Funktion bzw. seine gesetzliche Ermächtigung 

hinzuweisen. Das Haftungssubstrat bei Prozessen oder Betreibungen gegen den 

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Willensvoll-strecker ist auf die Nachlassaktiven beschränkt (BGE 116 II 131 E. 

3b). Es handelt sich dabei um eine Prozessstandschaft oder Befugnis der 

Prozessführung als Partei, welche dem Willensvollstrecker kraft Bundesprivat-

recht zusteht (BGE 129 V 113 E. 4.2; BGer 4A_600/2018 Urteil vom 1. April 2019 

E. 4.1; BGer 5A_134/2013 Urteil vom 23. Mai 2013 E. 5.1.2). Die 

Prozessführungsbefugnis des Willensvollstreckers ist umfassend. Sie erstreckt 

sich auf streitige und nichtstreitige Zivil-, Verwaltungs-, Sozialversicherungs-, Ad-

ministrativ- und Strafverfahren (soweit überhaupt möglich) und umfasst alle Arten 

von Klagen bzw. Eingaben, sämtliche prozessualen Handlungen und Rechtsmit-

tel, materiellrechtliche Erklärungen wie Verrechnung oder Verzicht, Vergleich, 

Rückzug des Verfahrens sowie Unterlassung jeglicher Auseinandersetzung (BSK 

ZGB II-Karrer/Vogt/Leu, Art. 518 N 70 f. mit Hinweisen). Aktiv- und Passivlegiti-

mation des Willensvollstreckers in nichterbrechtlichen Verfahren und Zwangsvoll-

streckungsmassnahmen werden in Lehre und Praxis einhellig anerkannt (BSK 

ZGB II-Karrer/Vogt/Leu, Art. 518 N 76 f. mit Hinweisen). 

 2.4. Der †Beschuldigte beantragte vor Vorinstanz wie auch im Berufungs-

verfahren nicht nur einen vollumfänglichen Freispruch (Urk. 344 und Urk. 570), 

sondern auch eine Haftentschädigung von mehreren hunderttausend Franken, ei-

ne Genugtuung von Fr. 80'000.00 wegen unmenschlicher Behandlung und Ent-

schädigungen für wirtschaftliche Einbussen im Umfang von über Fr. 4 Mio. (vgl. 

nachfolgende Ziff. VII.2 und Urk. 570 S. 2; durch den Willensvollstrecker später 

abschliessend beziffert in Urk. 601). Sodann ist er mit mehreren Schadenersatz- 

und Genugtuungsbegehren der Privatklägerschaft konfrontiert. In Bezug auf diese 

Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche ist die Aktiv- und Passivlegitimation 

des Willensvollstreckers als Prozessstandschafter - d.h. selbständig und in 

eigenem Namen auftretend, unter Angabe seiner Funktion - für den Nachlass des 

verstorbenen †Beschuldigten zu bejahen (zum Verhältnis zur amtlichen Vertei-

digung und zu den Erben vgl. nachfolgende Ziff. 3). Vom Prozesseintritt von 

Rechtsanwalt lic. iur. B._____ als Willensvollstrecker des Nachlasses des 

†Beschuldigten ist daher Vormerk zu nehmen. Das Rubrum ist entsprechend an-

zupassen.  

 

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 3. Erben 

 3.1. Der Willensvollstrecker hatte in seiner Eingabe vom 28. Februar 2022 

darauf hingewiesen, dass die Erben des †Beschuldigten noch nicht bestimmt sei-

en. Allerdings sei über den Nachlass bereits ein Sicherungsinventar und ein 

öffentliches Nachlassinventar angeordnet worden, welches das Notariat und Kon-

kursamt Meilen durchzuführen habe. Entsprechend würden alle (nichtdringlichen) 

Prozesse für oder gegen den Nachlass nach Art. 586 ZGB für die Dauer der Auf-

nahme dieses öffentlichen Inventars ruhen. Grundsätzlich schliesse er sich der 

amtlichen Verteidigung hinsichtlich ihrer eigenen Legitimation zur Antragstellung 

und damit konkludent zur Position des Nachlasses des Verstorbenen in diesem 

Liquidationsverfahren an. Demnach seien die von der amtlichen Verteidigung am 

17. Februar 2022 gestellten und begründeten Anträge zu Recht erfolgt und hätten 

sie nicht vom Nachlass oder den Erben des Verstorbenen gestellt werden können 

oder müssen. Demzufolge sei der Nachlass oder seien die Erben des Verstorbe-

nen für alle diese Anträge der Verteidigung auch nicht Partei des vorliegenden 

Verfahrens. Sollte aus Sicht des Gerichts dem Nachlass des Verstorbenen in die-

sem Liquidationsverfahren vor dem hiesigen Gericht Parteistellung zukommen, 

beantrage er (u.a.), dass das laufende Verfahren SB210619-O bis zum Abschluss 

des öffentlichen Inventars durch das Notariat und Konkursamt Meilen zu sistieren 

sei (Urk. 601 S. 2). Subeventualiter stellte er für den Nachlass eigene Parteian-

träge (Urk. 601; vgl. hierzu auch Erw. VII.2).  

 3.2. Am 17. Juni 2022 bzw. 23. Juni 2022 ging die Mitteilung des Willens-

vollstreckers ein, wonach die Erben und Vermächtnisnehmer des †Beschuldigten 

mit Urteil des Bezirksgerichts Meilen zwischenzeitlich bestimmt worden seien 

(Urk. 615 und Urk. 621). Gemäss eingereichtem Urteil vom 16. März 2022 (Urk. 

619) hat der †Beschuldigte als gesetzliche Erben folgende Nachkommen hinter-

lassen: 

a)  L._____, geboren am tt. Juni 2001, von M._____ ZH und N._____ GL, 

wohnhaft O._____-strasse …, P._____; 

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b)  F._____, geboren am tt.mm.2010, von Q._____ BE, gesetzlicher 

Wohnsitz in … J._____, mit Aufenthalt R._____-weg …, … J._____, 

gesetzlich vertreten durch Vormundin, S._____, Kinder- und Jugendhil-

fezentrum (kjz) Winterthur, St. Gallerstrasse 42, 8400 Winterthur. 

 3.3. Der jüngere Sohn des †Beschuldigten, F._____, hat sich am vorliegen-

den Verfahren als Privatkläger (Privatkläger 4) beteiligt. Er fordert als Folge des 

Todes seiner Mutter †T._____ vom †Beschuldigten Schadenersatz dem Grund-

satz nach und eine Genugtuung (vgl. Urk. 541 S. 220 ff.).  

 Der ältere, nicht eheliche Sohn des †Beschuldigten, L._____ - dessen Exis-

tenz bis zum erstinstanzlichen Urteil in der weiteren Familie offenbar nicht be-

kannt war (vgl. Urk. 541 S. 112 i.V.m Prot. I S. 155; Urk. 541 S. 112) - ist bis heu-

te im Prozess nicht in Erscheinung getreten.  

 3.4. Die Erben erwerben die Erbschaft als Ganzes mit dem Tode des Erb-

lassers kraft Gesetzes (Art. 560 Abs. 1 ZGB). Mit Vorbehalt der gesetzlichen Aus-

nahmen gehen die Forderungen, das Eigentum, die beschränkten dinglichen 

Rechte und der Besitz des Erblassers ohne weiteres auf sie über, und die Schul-

den des Erblassers werden zu persönlichen Schulden der Erben (Art. 560 Abs. 2 

ZGB). Daran ändert nichts, dass der Erbe während der noch laufenden Ausschla-

gungsfrist vorläufiger oder provisorischer Erbe ist. 

 Soweit es hier nicht um den Schuldpunkt, wohl aber finanzielle Regelungen 

(eigene Forderungen des †Beschuldigten, Kosten- und Entschädigungsfolgen, 

Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche Dritter) in diesem Verfahren geht, 

kommt dem Nachlass grundsätzlich Parteistellung zu und sind die Erben als Fol-

ge der Universalsukzession daher grundsätzlich in den Prozess einzubeziehen, 

soweit sie nicht schon vorher Parteistellung hatten (wie der Privatkläger 4, dem 

nunmehr eine Doppelrolle - neu auch als Erbe des †Beschuldigten und wohl auch 

der †Privatklägerin 3 [vgl. nachfolgende Ziff. 4] zukommt).  

 Wegen des bestehenden Willensvollstreckermandats treten sie aber nicht an 

die Stelle des †Beschuldigten in den Prozess ein. Denn die Rechte des Willens-

- 14 - 

vollstreckers sind gegenüber den Erben exklusiv. Soweit und solange der Wil-

lensvollstrecker testamentarische oder gesetzliche Besitz-, Verwaltungs- und Ver-

fügungsrechte hat, sind diese den Erben vollständig entzogen. Der Willensvoll-

strecker hat das Recht und die Pflicht, gegenüber Erben und Dritten gegebenen-

falls seine Befugnisse gerichtlich geltend zu machen und sich gegenüber Eingrif-

fen von Erben, Behörden und Dritten zu wehren (BSK ZGB II-Karrer/Vogt/Leu, 

Art. 518 N 6 f. und N 88 mit Hinweisen). Der Willensvollstrecker amtet auch hier 

als Prozessstandschafter. Es ist Sache des Willensvollstreckers, im Rahmen sei-

ner gesetzlichen Pflichten u.a. die Erben über das Verfahren zu informieren (vgl. 

BSK ZGB II-Karrer/Vogt/Leu, Art. 518 N 17 mit Hinweisen). Von Bedeutung sind 

dabei die vom  

†Beschuldigten lebzeitig gestellten eigenen Entschädigungs- und Genugtuungs-

forderungen gegenüber dem Staat und die Kostenfolgen (vgl. hierzu Urk. 601 S. 3 

f.).  

 4. Privatkläger 

 4.1. Die Privatkläger 1-6 hatten sich ordentlich konstituiert und am erstin-

stanzlichen Verfahren teilgenommen (vgl. Urk. 541). Konkret hat sich die Privat-

klägerin 5 am 12. Dezember 2018 als Privatklägerin konstituiert, aber einzig Straf- 

und keine Zivilklage erhoben (Urk. D2/4/6). Den Zivilforderungen der Privatkläger 

1-4 und 6 wurde durch die Vorinstanz teilweise entsprochen (vgl. Urk. 541, Dispo-

sitiv-Ziffern 18-23).  

 4.2. Gegen das Urteil der Vorinstanz vom 27. April 2021 hatte nur der 

†Beschuldigte eigenständig Berufung angemeldet (Urk. 394). Mit dieser beantragt 

er u.a. eine Abweisung der Zivilforderungen (vgl. Urk. 570 S. 3). Den übrigen Ver-

fahrensbeteiligten wurde nach Eingang der Berufungserklärung des 

†Beschuldigten zufolge dessen Versterbens nicht mehr Frist im Sinne von Art. 

400 Abs. 3 StPO angesetzt, um ein Nichteintreten auf die Berufung des 

†Beschuldigten zu beantragen oder Anschlussberufung zu erklären, sondern nur 

noch, um sich zur Erledigung des Berufungsverfahrens und den Nebenfolgen zu 

äussern. Ob sie selber noch Anschlussberufung hätten erheben wollen, muss of-

fen bleiben. Mit den Anträgen des †Beschuldigten sind sie aber auf jeden Fall als 

- 15 - 

Berufungsbeklagte zu erachten. Auch der Privatklägerin 5, die nur Strafklage er-

hoben hatte, ist diese Rolle zuzuteilen, da sie sich im Rahmen einer Anschlussbe-

rufung noch gegen den ergangenen Freispruch hinsichtlich Dossier 2 hätte weh-

ren können. Die Privatkläger 1-6 sind daher ebenfalls ins Rubrum aufzunehmen. 

Da - wie aufzuzeigen sein wird - die Zivilansprüche im Sinne von Schadenersatz- 

und Genugtuungsforderungen der Privatkläger in diesem Verfahren nicht mehr 

materiell behandelt werden können (vgl. Erw. IV), wohl aber die geltend gemach-

ten Aufwendungen im Verfahren, d.h. die Prozessentschädigungen. Deshalb ist 

die Aufnahme im Rubrum nicht nur in diesem Liquidierungsprozess von Bedeu-

tung. Sie dient auch der Klärung prozessualer Aspekte (Rechtschutzinteresse, res 

iudicata etc.) in einem allfälligen künftigen Zivilverfahren.  

 4.3.1. Mit Schreiben vom 3. August 2022 teilte Rechtsanwalt lic. iur. 

Y1._____ mit, dass seine Mandantin E._____ (Privatklägerin 3) am tt.mm.2022 in 

Frankreich verstorben sei (Urk. 628 und Urk. 630).  

 4.3.2. Die †Privatklägerin 3 ist die Mutter von †T._____. Sie stellte vor Vo-

rinstanz den Antrag, der †Beschuldigte sei zu verpflichten, ihr eine Genugtuung 

von CHF 65'000.– (zuzüglich Zins seit dem tt.mm.2014) sowie eine Entschädi-

gung von CHF 22'833.45 zu bezahlen. (Urk. 338). Die Vorinstanz sprach ihr eine 

Genugtuung von CHF 35'000.– zuzüglich 5% Zins seit dem tt.mm.2014 zu. Im 

Mehrumfang wurde das Genugtuungsbegehren abgewiesen. Sodann wurde der 

†Beschuldigte verpflichtet, der †Privatklägerin 3 für das gesamte Verfahren eine 

Prozessentschädigung von insgesamt CHF 24'300.– (inkl. Mehrwertsteuer) zu 

bezahlen, was vom †Beschuldigten angefochten wurde (Urk. 570 S. 3), ohne 

dass sich die †Privatklägerin 3 im Rahmen einer Anschlussberufung noch zur 

Genugtuung materiell hätte äussern können. Zu den Kosten- und Entschädi-

gungsfolgen liess sie Stellung nehmen (Urk. 586, Urk. 599, Urk. 611). 

 4.3.3. Zwar könnten allenfalls Erben - soweit sie (wie die Privatkläger 1, 2 

und 4) nicht schon in diesem Prozess beteiligt sind - in die Rechtsstellung der in 

Frankreich verstorbenen Privatklägerin 3 eintreten. Da die Zivilklagen der Privat-

kläger aber wie gesagt bei diesem Verfahrensausgang auf den Zivilweg zu ver-

weisen sind (vgl. Erw. IV) und ihnen keine Kosten auferlegt werden können (vgl. 

- 16 - 

Erw. VI.1), braucht die Klärung der Erbensituation der †Privatklägerin 3 in diesem 

Verfahren nicht mehr abgewartet zu werden. Damit erübrigt sich unter diesem Ti-

tel auch eine Sistierung des Verfahrens. Es ist einzig eine Anpassung des 

Rubrums mit dem Sterbedatum vorzunehmen. Die Mitteilung an allfällige Erben 

hat über den Rechtsvertreter der †Privatklägerin 3 zu ergehen.  

 5. Sistierungsantrag des Willensvollstreckers 

 Während der Dauer des Inventars dürfen nur die notwendigen Verwaltungs-

handlungen vorgenommen werden (Art. 585 Abs. 1 ZGB). Prozesse können mit 

Ausnahme von dringenden Fällen weder fortgesetzt noch angehoben werden 

(Art. 586 Abs. 3 ZGB).  

 Gemäss Willensvollstrecker wurde das öffentliche Inventar zwischenzeitlich 

abgeschlossen und ans Bezirksgericht Meilen überwiesen. Im dortigen Verfahren 

sei den Erben aufgrund des vorliegenden Verfahrens eine Sistierung bewilligt 

worden (Urk. 622). Mit dieser Begründung zog der Willensvollstrecker seinen 

Sistierungsantrag zurück (Urk. 601). Dieser prozessuale Antrag ist daher durch 

Rückzug zu erledigen und der Prozess fortzusetzen, zumal auch der gesetzliche 

Sistierungsgrund weggefallen ist.  

III. Einstellung des Verfahrens 

 1. Wie oben dargelegt, erfolgten Berufungsanmeldung und -erklärung durch 

die legitimierte amtliche Verteidigerin innert Frist. Die Berufung hat im Umfang der 

Anfechtung aufschiebende Wirkung (Art. 402 StPO). Entgegen der Staatsanwalt-

schaft ist das Urteil der Vorinstanz vom 27. April 2021 daher nicht in Rechtskraft 

erwachsen (Urk. 607 S. 2).  

 2. Kann ein Urteil nach Anklageerhebung definitiv nicht ergehen, so stellt 

das Gericht, mithin auch die Rechtsmittelinstanz (vgl. hierzu auch BGer 

6B_991/2013 vom 24. April 2014 E.2.3.), gestützt auf die allgemeine Verwei-

sungsnorm in Art. 379 StPO das Verfahren ein (Art. 329 Abs. 4 StPO), so wegen 

fehlender Prozessvoraussetzungen oder vorhandener Prozesshindernisse (Art. 

319 Abs. 1 lit. d StPO; vgl. auch BGer 6B_991/2013 E.2.3). Ein Prozesshindernis 

- 17 - 

liegt insbesondere beim Tod der beschuldigten Person vor (BSK StPO-

Grädel/Heiniger, Art. 319 N5). 

 3. Da der †Beschuldigte während des Berufungsverfahrens verstorben ist, 

liegt ein unüberwindbares Verfahrenshindernis vor, welches die Fällung eines 

Urteils definitiv verunmöglicht. Das Verfahren ist aufgrund des Ablebens der 

beschuldigten Person daher einzustellen und das erstinstanzliche Urteil ist in 

Bezug auf die verstorbene beschuldigte Person als gegenstandslos zu erklären 

(Art. 329 Abs. 4 StPO; BSK StPO-Stephenson/Zalunardo-Walser, Art. 329 N 5; 

BSK StPO-Eugster, Art. 403 StPO N 6; Schmid/Jositsch, Praxiskommentar, 3. 

Auflage 2018, Art. 399 StPO N 2, Art. 382 N 8, Art. 403 N 9 StPO). 

IV. Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen der Privatkläger 

 1. Der Einstellungsbeschluss sowie die Regelung der Auswirkungen des-

selben richten sich nach Art. 320 StPO (Art. 329 Abs. 4 StPO). Gemäss Art. 320 

Abs. 3 StPO wird in der Einstellungsverfügung nicht über zivilrechtliche Ansprü-

che entschieden. Wird das Strafverfahren eingestellt, dann wird die Zivilklage 

vielmehr ex lege auf den Zivilweg verwiesen (Art. 126 Abs. 2 lit. a StPO). Es er-

folgt keine Überweisung an den Zivilrichter von Amtes wegen. Art. 320 Abs. 3 

StPO stellt aber klar, dass der Privatklägerschaft nach Eintritt der Einstellungsver-

fügung (bzw. des entsprechenden Beschlusses) der Zivilweg offen steht. Damit 

die ursprüngliche Rechtshängigkeit aufrechterhalten werden kann, muss die Kla-

geeinreichung beim Zivilgericht innert eines Monates seit Eröffnung der Einstel-

lungsverfügung (bzw. des Entscheides) erfolgen (vgl. Art. 63 Abs. 1 ZPO; BSK 

StPO-Grädel/Heiniger, Art. 320 StPO N 13; BGer 6B_1240/2019 vom 20. Februar 

2020).  

 2. Die Privatkläger sind daher mit ihren Schadenersatz- und Genugtuungs-

forderungen auf den Zivilweg zu verweisen.  

- 18 - 

V. Beschlagnahmungen 

 1. Das Gericht hat im Rahmen seines Einstellungsentscheides nach Art. 320 

Abs. 2 StPO über die im Zeitpunkt der Einstellung noch bestehenden Zwangs-

mass-nahmen im Sinne einer Nebenfolge nach Art. 81 Abs. 4 lit. e StPO zu ent-

scheiden. Dabei ist zu beachten, dass Art. 320 Abs. 2 StPO der allgemeinen pro-

zessualen Bestimmung nach Art. 376 StPO im Sinne einer lex specialis vorgeht. 

Materiell werden die Folgen wiederum nach Art. 69 ff. StGB beurteilt (Zürcher 

Kommentar StPO-Landshut/Bosshard, Art. 320 N 6).  

 2. Gemäss Art. 267 Abs. 1 StPO hebt die Staatsanwaltschaft oder das Ge-

richt die Beschlagnahme auf und händigt die Gegenstände oder Vermögenswerte 

der berechtigten Person aus, wenn der Grund für die Beschlagnahme weggefal-

len ist. Das Gericht kann aber auch ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer be-

stimmten Person die Einziehung von Gegenständen, die zur Begehung einer 

strafbaren Handlung gedient haben oder bestimmt waren oder die durch eine 

strafbare Handlung hervorgebracht worden sind verfügen, wenn diese Gegen-

stände die Sicherheit von Menschen, die Sittlichkeit oder die öffentliche Ordnung 

gefährden. Das Gericht kann anordnen, dass die eingezogenen Gegenstände un-

brauchbar gemacht oder vernichtet werden (Art. 69 StGB). Eine Sicherungsein-

ziehung kann grundsätzlich auch nach dem Versterben des Beschuldigten ange-

ordnet werden, allerdings nur wenn die Gegenstände auch in den Händen der Er-

ben eine Gefahr darstellen (vgl. PK StGB-Trechsel/Jean-Richard, Vor Art. 69 N 

11).  

 3.1. Der einzig Berufung erhebende †Beschuldigte hat das Urteil vom 27. 

April 2021 hinsichtlich der Dispositiv-Ziffern 4-17 nicht angefochten (vgl. Urk. 570 

S. 2). Diese Regelungen entsprachen den übereinstimmenden Anträgen der an 

der Hauptverhandlung anwesenden Parteien (dort letztmals präzisiert wie 

folgt:  Prot. I S. 375, S. 379 und S. 385).  

 3.2. Im Rahmen der Stellungnahme zur Prozesserledigung beantragte die 

amtliche Verteidigung diesbezüglich, die mit Verfügungen der Staatsanwaltschaft 

I des Kantons Zürich vom 17. Oktober 2018, vom 2. Oktober 2019 und vom 

- 19 - 

14. Oktober 2019 beschlagnahmten Gegenstände - allenfalls mit Ausnahme des 

Aktenumschlags samt Inhalt, Asservat-Nr. A008'331'086 - sowie die anlässlich 

der Hausdurchsuchung vom 29. Januar 2021 sichergestellten Gegenstände und 

Unterlagen und der mit Verfügung des Bezirksgerichts Zürich, Zwangsmassnah-

mengericht, vom 27. Juni 2015 beschlagnahmte schweizerische Pass Nr. X1 und 

die schweizerische Identitätskarte Nr. C2 seien nach Eintritt der Vollstreckbarkeit 

des Beschlusses freizugeben und dem Nachlass bzw. den Erben herauszugeben 

(Urk. 584 S. 2).  

 3.3. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass mit der Verfahrensein-

stellung ein allfälliger deliktischer Konnex der beschlagnahmten Güter zum vor-

liegenden Strafverfahren und damit auch die Möglichkeit einer Vermögensein-

ziehung i.S.v. Art. 263 Abs. 1 lit. d StPO entfällt. Weitere Beschlagnahmegründe 

(Art. 263 Abs. 1 lit. a-c StPO) sind nicht gegeben, weshalb die unter diesem Titel 

vorhandenen Vermögenswerte oder Urkunden nach Eintritt der Vollstreckbarkeit 

des entsprechenden Entscheids auf erstes Verlangen freizugeben sind. Die Dis-

positiv- Ziffern 4, 11, 13, 15 und 16 sind daher dem Grundsatz nach zu bestäti-

gen, wobei zufolge Universalsukzession die Freigabe zugunsten der Erben, der-

zeit repräsentiert durch den Willensvollstrecker, anzuordnen ist.  

 Hiervon ausgenommen ist das Asservat mit der Nr. A008'331'086 (grüner 

Aktenumschlag, enthaltend ein Testament), welches bereits an das Bezirksgericht 

Meilen (zwecks Testamentseröffnung) herausgegeben wurde (Urk. 568), was vor-

zumerken ist.  

 4. Betreffend Herausgabe von beschlagnahmten Unterlagen an die Privat-

kläger 1-3 wird in ihrer Stellungnahme zur Regelung der Nebenfolgen um 

inhaltliche Bestätigung von Dispositiv-Ziffer 6 ersucht (Urk. 586 S. 3). Diese Un-

terlagen wurden einzig zu Beweiszwecken unter Beschlag genommen (vgl. Urk. 

17/1/9). Der Grund hierfür ist mit der Einstellung entfallen und die Herausgabe 

somit zu bestätigen.  

 5. Soweit die Vorinstanz entschieden hat, die Unterlagen und Gegenstände 

gemäss den Beschlagnahmeverfügungen Urk. 16/54, Urk. 17/6/7, Urk. 17/18/5, 

- 20 - 

Urk. 17/25/3, Urk. 17/26/5 und Urk. 16/77/1 in den Akten zu belassen, erfolgte 

auch im Rahmen der Stellungnahme zur Verfahrenserledigungen zu Recht keine 

Opposition (vgl. Urk. 541 S. 208 ff.). Die Regelung gemäss Dispositiv-Ziffern 5, 7-

10 und 12 ist daher zu bestätigen.  

 6. Es erfolgte von keiner Seite ein Einwand gegen die Vernichtung von 

Datensicherungen bzw. Datenauslesungen (Polis-Geschäftsnummer 3) gemäss 

Dispositiv-Ziffer 14, weshalb hier Gleiches anzuordnen ist. 

 7. Die Datensicherung der virtuellen Tatortrekonstruktion des 3D-Zentrums-

Zürich anlässlich der Hauptverhandlung vom 26. Januar 2021 (A014'801'811) ist 

gemäss Vorinstanz nach Eintritt der Rechtskraft dem 3D-Zentrum-Zürich zur gut-

scheinenden Verwendung zu überlassen (Dispositiv-Ziffer 17). Davon abzuwei-

chen besteht - auch mangels anderslautender Anträge der Parteien - kein Anlass. 

Die Regelung ist zu bestätigen. 

 8.1. Nach Eröffnung des erstinstanzlichen Urteils vom 27. April 2021 stellte 

die Staatsanwaltschaft am 1. Dezember 2021 bei der Vorinstanz einen Beschlag-

nahmungsantrag betreffend die Liegenschaft des †Beschuldigten und einen An-

trag auf Anordnung einer entsprechenden Grundbuchsperre (Urk. 525). Mit Be-

schluss vom 7. Dezember 2021 beschlagnahmte die Vorinstanz gestützt auf Art. 

263 Abs. 1 lit. b StPO zur Deckung der Verfahrenskosten und der Prozessent-

schädigungen der Privatkläger 1-3 und 6 die Liegenschaft I._____-strasse …, … 

J._____, und ordnete über diese eine Grundbuchsperre an, beides superproviso-

risch (Urk. 532; Urk. 537). Am 10. Dezember 2021 teilte das Grundbuchamt 

K._____-J._____ dem †Beschuldigten mit, dass zu Lasten des Grundstücks 

Stadtquartier J._____-U._____, Grundbuch Blatt 4, Kataster Nr. 5, I._____--

strasse eine Grundbuchsperre zur Anmerkung im Grundbuch angemeldet worden 

sei (Urk. 562).  

 8.2. Die Parteien hatten die Möglichkeit, sich im Rahmen der Stellungnah-

men betreffend Verfahrenserledigung vor Obergericht auch zu dieser Thematik zu 

äussern (Urk. 577). Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Vernehmlassung 

vom 11. Januar 2022 die Aufhebung der Beschlagnahme (Urk. 581) und kam da-

- 21 - 

rauf in ihrer weiteren Stellungnahme vom 23. März 2022 nicht mehr zurück 

(vgl. Urk. 607). Übereinstimmend beantragten auch die amtliche Verteidigung und 

der Willensvollstrecker (für den Eventualfall) die Aufhebung der Beschlagnahme 

und Löschung der Grundbuchsperre (Urk. 584 S. 2 bzw. Urk. 601 S. 6). 

 8.3. Wie bereits gesagt, entfällt mit der Verfahrenseinstellung ein deliktischer 

Konnex von beschlagnahmten Gütern zum vorliegenden Strafverfahren. Da die 

Verfahrenskosten zudem nicht dem Nachlass bzw. den Erben auferlegt werden 

können (vgl. dazu Erw. VI.1) und die Prozessentschädigungen für die Privat-

kläger 1-3 und 6 aus der Gerichtskasse zu entrichten sind (vgl. dazu Erw. VI.4.3 

und VII.6.5), ist der mit Beschluss des Bezirksgerichts Meilen vom 7. Dezember 

2021 superprovisorisch angeordneten Kostendeckungsbeschlagnahme (Urk. 532) 

die Grundlage entzogen. Entsprechend ist die Beschlagnahme der Liegenschaft 

I._____-strasse …, … J._____, Grundstück Nr. 5, EGRID CH6, Kataster-Nr. 7, 

Gebäude Nr. 8, aufzuheben und das Grundbuchamt K._____-J._____ anzuwei-

sen, die Grundbuchsperre im Grundbuch zu löschen.  

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

 1. Gemäss dem Grundsatz von Art. 423 StPO werden die Verfahrenskosten 

von Bund oder Kanton getragen, sofern die StPO nichts anderes vorsieht. In 

Art. 426 StPO ist die Kostentragungspflicht der beschuldigten Person geregelt. 

Stirbt die beschuldigte Person während des Strafverfahrens, so können die Ver-

fahrenskosten ihrem Nachlass mangels einer ausdrücklichen gesetzlichen Grund-

lage in der StPO nicht auferlegt werden. Wenn die Voraussetzungen für die Kos-

tenauflage an einen anderen (privaten) Verfahrensbeteiligten ebenfalls nicht erfüllt 

sind, hat der Staat die Verfahrenskosten zu tragen (Art. 423 Abs. 1 StPO; BSK 

StPO-Domeisen, Art. 426 StPO N 11 ). 

 2. Da eine Kostenauflage zu Lasten des Nachlasses entfällt und vorliegend 

kein Grund für eine Kostenauflage zu Lasten der Privatkläger besteht, sind die 

Kosten für das Vorverfahren und das erstinstanzliche Gerichtsverfahren auf die 

Gerichtskasse zu nehmen. Betreffend die Höhe der Kosten (inklusive Entschädi-

gungen der amtlichen Verteidigungen und der unentgeltlichen Rechtsvertreterin 

- 22 - 

des Privatklägers 4), welche unbeanstandet blieben, kann auf die zutreffende 

Begründung der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 541 S. 228 ff.).  

 3. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren fällt ausser Ansatz.  

 4.1. Können beim Tode der beschuldigten Person die Verfahrenskosten 

nicht dem Nachlass auferlegt werden, kann dieser auch nicht mit den Aufwen-

dungen für die angemessene Ausübung der Verteidigungsrechte belastet werden 

(vgl. BGer 6B_614/2013 vom 29. August 2013). Dies hat zufolge Parteistellung 

des Nachlasses bzw. des Willensvollstreckers auch für die von ihm für den Nach-

lass weiterverfolgten Zivilansprüche - als Teil der "Verteidigungsrechte" - zu gel-

ten. Folglich sind die Verfahrenskosten insgesamt, d.h. inklusive der Kosten der 

amtlichen Verteidigungen, des Willensvollstreckers und der unentgeltlichen Ver-

tretung der Privatklägerschaft, vom Staat zu tragen.  

 4.2. Die Privatklägerschaft verfügt gestützt auf Art. 433 Abs. 1 lit. b StPO 

sodann zufolge des Ablebens des Beschuldigten gegenüber dessen Nachlass 

über einen Anspruch auf Ersatz der notwendigen Aufwendungen im Verfahren, 

sofern die beschuldigte Person nach Art. 426 Abs. 2 StPO kostenpflichtig ist bzw. 

kostenpflichtig geworden wäre.  

 4.3. Entsprechendes wurde vom Rechtsvertreter der Privatkläger 1-3 und 6 

beantragt (Urk. 586 S. 1). Da dem Nachlass mangels gesetzlicher Grundlage kei-

ne Kosten auferlegt werden können (vgl. Erw. VI.1), sind die von der Vorinstanz 

ermittelten, hier zwar mitangefochtenen (vgl. Urk. 584 S. 2), im Quantitativen aber 

nicht beanstandeten Prozessentschädigungen für die genannten Privatkläger aus 

der Gerichtskasse zu entrichten, sofern eine grundsätzliche Kostenpflicht im Sin-

ne von Art. 426 Abs. 2 StPO zu bejahen ist (vgl. nachfolgende Erw. VII). Für das 

Berufungsverfahren wurden seitens dieser Privatkläger keine Prozessentschädi-

gungen geltend gemacht.  

 5.1. Die geltend gemachten Aufwendungen der amtlichen Verteidigerin 

Rechtsanwältin lic. iur. X1._____ erscheinen unter Berücksichtigung der Komple-

xität des vorliegenden Verfahrens als angemessen (Urk. 610/1-2 und Urk. 626; § 

- 23 - 

18 AnwGebV). Dementsprechend ist die amtliche Verteidigerin mit Fr. 10'198.10 

aus der Gerichtkasse zu entschädigen. 

 5.2. Die Aufwendungen des Willensvollstreckers an sich sind nicht zu bean-

standen (Urk. 634). Da er diese im Auftrag des †Beschuldigten für dessen Nach-

lass wahrnimmt, erscheint es jedoch gerechtfertigt, für die Wahrnehmung dieser 

"Verteidigungsrechte" auch den Ansatz für amtliche Mandate - und nicht Fr. 

300.00 pro Stunde - zu veranschlagen. Rechtsanwalt lic. iur. B._____ ist daher 

mit Fr. 2'468.15 aus der Gerichtskasse zu entschädigen.  

 5.3. Die von der unentgeltlichen Vertreterin des Privatklägers 4 eingereichte 

Aufwandrechnung erweist sich ebenfalls als angemessen (Urk. 631). Rechtsan-

wältin lic. iur. Y2._____ ist daher mit Fr. 2'184.15 aus der Gerichtskasse zu ent-

schädigen. 

 5.4. Von Seiten der übrigen Parteien wurde innert der mit Verfügung vom 

28. Juli 2022 angesetzten Frist (Urk. 624) und bis heute für das Berufungsverfah-

ren kein Aufwand in Rechnung gestellt.  

VII. Entschädigungs- und Genugtuungsforderungen  
des †Beschuldigten bzw. der Erben 

 1.1. Gemäss Art. 429 StPO hat die beschuldigte Person, wenn sie ganz oder 

teilweise freigesprochen wird oder das Verfahren gegen sie eingestellt wird, 

Anspruch auf Entschädigung ihrer Aufwendungen für die angemessene Aus-

übung ihrer Verfahrensrechte (lit. a), Entschädigung der wirtschaftlichen Einbus-

sen, die ihr aus ihrer notwendigen Beteiligung am Strafverfahren entstanden sind 

(lit. b), sowie Genugtuung für besonders schwere Verletzungen ihrer persönlichen 

Verhältnisse, insbesondere bei Freiheitsentzug (lit. c).  Art. 430 StPO hält 

demgegenüber fest, dass die Entschädigung oder Genugtuung unter anderem 

dann herabgesetzt oder verweigert werden kann, wenn die beschuldigte Person 

rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen 

Durchführung erschwert hat (lit. a). Die Strafbehörde hat den Anspruch der be-

schuldigten Person von Amtes wegen zu prüfen (Art. 429 Abs. 2 StPO). Dies be-

- 24 - 

deutet gemäss Bundesgericht (vgl. BGer 6B_975/2021 vom 7. September 2022 

E. 2.3.2.) indessen nicht, dass die Strafbehörde im Sinne des Untersuchungs-

grundsatzes von Art. 6 StPO alle für die Beurteilung des Entschädigungsan-

spruchs bedeutsamen Tatsachen von Amtes wegen abzuklären hat. Sie hat aber 

die Parteien zur Frage mindestens anzuhören und gegebenenfalls gemäss Art. 

429 Abs. 2 Satz 2 StPO aufzufordern, ihre Ansprüche zu beziffern und zu belegen 

(BGE 146 IV 332 E. 1.3; 144 IV 207 E. 1.3.1; 142 IV 237 E. 1.3.1; je mit Hinwei-

sen). Die beschuldigte (bzw. hier betroffene) Person trifft insofern eine Mitwir-

kungspflicht (Urteile 6B_691/20 21 vom 5. April 2022 E. 3.1.1; 6B_ 997/2020 vom 

18. November 2021 E. 3.2.1; je mit Hinweisen). 

 1.2. Die Regelung betreffend Entschädigung und Genugtuung korrespon-

diert mit derjenigen der Kostentragung nach Art. 426 Abs. 2 StPO (Zürcher Kom-

mentar StPO-Griesser, Art. 430 N 2 und 5). Die Entschädigungsfrage ist daher 

grundsätzlich jeweils nach der Kostenfrage zu beantworten, womit die Kostenfra-

ge die Entschädigungsfrage präjudiziert (BGE 137 IV 357).  

 1.3. Auch im Falle des Todes der beschuldigten Person ist es nicht ausge-

schlossen, dass der Kostenentscheid die Entschädigungsfrage präjudizieren kann 

(BGer 6B_614/2013 vom 29. August 2013 E. 2.4.). Die Bestimmung, wonach dem 

Beschuldigten bei Vorliegen von verwerflichem Benehmen eine Entschädigung 

verweigert werden kann, darf laut Bundesgericht in dem Sinne ausgelegt werden, 

dass die Entschädigung auch gegenüber dem Nachlass der beschuldigten Person 

verweigert werden kann, wenn erst nach deren Tod über die Entschädigungsfolge 

zu entscheiden ist. Eine Entschädigung an den Nachlass kann somit unter den-

selben Voraussetzungen verweigert werden, unter welchen sie nach den mass-

geblichen Bestimmungen gegenüber dem noch lebenden Beschuldigten verwei-

gert werden könnte (BGer 6B_592/2009 vom 17. Dezember 2009, Erw. 3.2; Zür-

cher Kommentar StPO-Griesser, Art. 430 N 8). Vorausgesetzt wird, dass die be-

schuldigte Person durch ein unter rechtlichen Gesichtspunkten vorwerfbares Ver-

halten die Einleitung des Strafverfahrens veranlasst oder dessen Durchführung 

erschwert hat. Es handelt sich dabei nicht um eine Haftung für strafrechtliches 

Verschulden, sondern um eine den zivilrechtlichen Grundsätzen angenäherte Haf-

- 25 - 

tung für ein fehlerhaftes Verhalten, wobei aber klare Verstösse, die adäquat kau-

sal für die Verfahrenseinleitung waren, notwendig sind. Fahrlässigkeit kann genü-

gen (BSK StPO- Wehrenberg/Frank, Art. 430 StPO N 11). 

 1.4. Konkret ist gemäss Bundesgericht mit Verfassung und Konvention ver-

einbar, einer nicht verurteilten beschuldigten Person die Kosten zu überbinden, 

wenn sie - persönlich zu Lebzeiten - in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise, d.h. im 

Sinne einer analogen Anwendung der sich aus Art. 41 OR ergebenden Grundsät-

ze, eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm, die sich aus der 

Gesamtheit der schweizerischen Rechtsordnung ergeben kann, klar verletzt und 

dadurch das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durchführung erschwert hat. 

Gemäss Art. 41 Abs. 1 OR ist zum Ersatz verpflichtet, wer einem andern wider-

rechtlich Schaden zufügt, sei es mit Absicht, sei es aus Fahrlässigkeit. Wider-

rechtlich im Sinne der genannten Bestimmung ist ein Verhalten, wenn es gegen 

Normen verstösst, die direkt oder indirekt Schädigungen untersagen bzw. ein 

Schädigungen vermeidendes Verhalten vorschreiben. Solche Verhaltensnormen 

ergeben sich aus der Gesamtheit der schweizerischen Rechtsordnung, unter an-

derem aus dem Privat-, Verwaltungs- und Strafrecht, gleichgültig, ob es sich um 

eidgenössisches oder kantonales, geschriebenes oder ungeschriebenes Recht 

handelt. Das Verhalten eines Angeschuldigten ist dann als widerrechtlich zu quali-

fizieren, wenn es in klarer Weise gegen Normen der Rechtsordnung verstösst, die 

den Rechtsunterworfenen direkt oder indirekt zu einem bestimmten Tun oder Un-

terlassen verpflichten (BGE 141 III 527 E. 3.2; 116 Ia 162 E. 2c S. 170; Urteil 

6B_893/2016 vom 13. Januar 2017 E. 3.2). Dazu gehört auch das Gebot des 

Handelns nach Treu und Glauben gemäss Art. 2 ZGB, wobei dieses Gebot nicht 

als allgemeine Vermögensschutznorm herangezogen werden kann. Der Grund-

satz von Treu und Glauben kommt nur in eng umgrenzten Ausnahmefällen als 

Haftungsgrundlage im Sinn von Art. 41 Abs. 1 OR zur Anwendung (BGE 130 II 

345 E. 2.2 S. 349; 124 III 297 E. 5c S. 301; 121 III 350 E. 6b S. 354; Urteil 

1P.126/2005 vom 27. April 2005 E. 3.8). Vorausgesetzt sind sodann regelmässig 

qualifiziert rechtswidrige, rechtsgenüglich nachgewiesene Verstösse. Die Verfah-

renskosten müssen mit dem zivilrechtlich vorwerfbaren Verhalten in einem adä-

quat-kausalen Zusammenhang stehen (BGE 144 IV 202 E. 2.2 S. 205; Urteile 

- 26 - 

6B_290/2018 vom 19. Februar 2019 E. 3.1 und 6B_1038/2019 vom 30. April 2020 

E. 4.2; je mit Hinweisen). Das Sachgericht muss darlegen, inwiefern die beschul-

digte Person durch ihr Handeln in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise klar gegen ei-

ne Verhaltensnorm verstossen hat (vgl. BGer 6B_665/2020 mit Hinweisen) 

 2. Die amtliche Verteidigerin stellte innert Frist für die Berufungserklärung in 

Konkretisierung der Berufungsanmeldung für den †Beschuldigten die oben 

erwähnten Entschädigungs- und Genugtuungsforderungen, deren teilweise 

Substantiierung sie vorbehalten hatte (vgl. Erw. 2.1 mit Verweis auf Urk. 570 S. 

3). Diese wurden durch den - wie oben dargelegt - zur Interessenwahrung der 

Zivilansprüche der Erben legitimierte Willensvollstrecker des †Beschuldigten (vgl. 

Erw. II.2) für den Eventualfall der Annahme eigener Parteistellung des Nachlas-

ses durch das Gericht am 28. Februar 2022 abschliessend wie folgt beziffert (Urk. 

601 S. 3 f.): 

"[…] 
d) Für die unrechtmässig erlittene Haft sei eine Genugtuung in der 

Höhe von CHF 478'250.--, zuzüglich 5 % Zins seit 7. Oktober 
2016, aus der Gerichtskasse auszurichten und nach Eintritt der 
Vollstreckbarkeit des Beschlusses dem Nachlass bzw. den Erben 
herauszugeben. 

e) Wegen unmenschlicher Haft sei eine Genugtuung von 
CHF 80'000.-- aus der Gerichtskasse auszurichten und nach Ein-
tritt der Vollstreckbarkeit des Beschlusses dem Nachlass bzw. 
den Erben herauszugeben. 

f) Für die Aufwendungen für angemessene Ausübung der Ver-
fahrensrechte sei eine Entschädigung in der Höhe von 
CHF 10'420.--, zuzüglich 5 % Zins ab 1. März 2019, aus der 
Gerichtskasse auszurichten und nach Eintritt der Vollstreckbarkeit 
des Beschlusses dem Nachlass bzw. den Erben herauszugeben. 

g)  Für wirtschaftliche Einbussen (entgangenes Erwerbseinkommen 
des Verstorbenen) sei eine Entschädigung von CHF 1'260'000.--, 
zuzüglich Zins von 5 % seit 1. März 2019, aus der Gerichtskasse 
auszurichten und nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des Beschlus-
ses dem Nachlass bzw. den Erben herauszugeben. 

h) Für weitere wirtschaftliche Einbussen (des Verstorbenen) sei eine 
Entschädigung von CHF 108'941.20 aus der Gerichtskasse aus-
zurichten und nach Eintritt der Vollstreckbarkeit des Beschlusses 
dem Nachlass bzw. den Erben herauszugeben. 

[…]" 

- 27 - 

 3.1. Die amtliche Verteidigerin machte in der Berufungsklärung geltend, ih-

rem verstorbenen Klienten könne kein prozessuales Verschulden zur Last gelegt 

werden. Weder habe er die Einleitung des Verfahrens rechtswidrig und schuldhaft 

verursacht, noch habe er dessen Durchführung erschwert. Folglich könne dem 

Nachlass weder eine Genugtuung noch eine Entschädigung verweigert werden, 

weil die massgeblichen Voraussetzungen für eine Verweigerung (oder Herab-

setzung) gegenüber ihrem Klienten zu dessen Lebzeiten nicht gegeben gewesen 

seien. Weiter weist sie darauf hin, dass eine verstorbene Person mangels 

Rechtspersönlichkeit keinen Anspruch auf Genugtuung erwerben und folglich 

auch nicht vererben könne. Jedoch seien Genugtuungsansprüche nicht schlecht-

hin unvererblich. Gemäss der Rechtsprechung würden Genugtuungsansprüche 

auf die Erben übergehen, sofern der (verstorbene) Berechtigte die Ansprüche ir-

gendwie geltend gemacht, er seinen Willen zur Geltendmachung des Anspruchs 

zu Lebzeiten eindeutig geäussert habe. Der †Beschuldigte habe seine Absicht, 

eine Genugtuung zu fordern, während Lebzeiten unmissverständlich bekundet 

und seinen Genugtuungsanspruch klar geäussert, begründet und beziffert. Mithin 

müsse der Genugtuungsanspruch als erworben gelten und zugunsten des Nach-

lasses bzw. der Erben ausgerichtet werden (Urk. 584 S. 5 f.).  

 3.2. Der Willensvollstrecker stellte und begründete im Sinne eines Subeven-

tualstandpunkts des Nachlasses eigenständige Parteianträge auf Zusprechung 

von Genugtuung für erlittene Haft und unmenschliche Behandlung sowie von Ent-

schädigungen für angemessene Ausübung der Verfahrensrechte und für wirt-

schaftliche Einbussen durch entgangenes Erwerbseinkommen (Urk. 601 S. 3 ff.). 

Auch er hält dafür, dass dem †Beschuldigten kein prozessuales Verschulden zur 

Last gelegt werden könne. Weder habe er die Einleitung des Verfahrens rechts-

widrig und schuldhaft verursacht, noch hat er dessen Durchführung erschwert. 

Folglich könne dem Nachlass weder eine Genugtuung noch eine Entschädigung 

verweigert werden, weil die massgeblichen Voraussetzungen für eine Verweige-

rung (oder Herabsetzung) zu Lebzeiten des †Beschuldigten nicht gegeben gewe-

sen seien (Urk. 601 S. 7 f.).  

- 28 - 

 3.3. Die Staatsanwaltschaft hielt unter Verweis auf das erstinstanzliche Urteil 

in der ersten Stellungnahme dafür, dass die Voraussetzungen für die Verweige-

rung von Entschädigung und Genugtuung gemäss Art. 430 Abs. 1 lit a StPO vor-

liegend gegeben seien. Es sei nicht einzusehen, dass der Nachlass einer verstor-

benen beschuldigten Person, welcher die rechtswidrige und schuldhafte Verursa-

chung einer Strafuntersuchung vorzuwerfen ist, bessergestellt werden soll als ei-

ne (noch lebende) beschuldigte Person, der das Gleiche vorgeworfen werden 

könne. Entsprechend den ausführlichen Erwägungen im angefochtenen Urteil des 

Bezirksgerichts Meilen sei erwiesen, dass der †Beschuldigte am 18. Dezember 

2012 auf V._____ [Ort in Spanien] seine Ehefrau massiv verletzt und in der Folge 

deren Tod herbeizuführen versuchte sowie seine dann geschiedene Ehefrau am 

tt.mm.2014 in W._____/ZH auch tatsächlich getötet habe, was beides massivste 

Verletzungen der Persönlichkeit des Opfers im Sinne von Art. 28 ZGB darstellten 

(Urk. 581 S. 3). In ihrer zweiten Vernehmlassung vom 23. März 2022 führte sie 

präzisierend dazu aus, auch wenn das Berufungsgericht kein Sachurteil mehr fäl-

len könne, habe es bei der Beurteilung geltend gemachter Entschädigungs- und 

Genugtuungsansprüche zu prüfen, ob entsprechend den ausführlichen Erwägun-

gen im angefochtenen Urteil des Bezirksgerichts Meilen erwiesen sei, dass der 

†Beschuldigte am 18. Dezember 2012 auf V._____ seine Ehefrau massiv verletzt 

und in der Folge deren Tod herbeizuführen versucht sowie seine dann geschie-

dene Ehefrau am tt.mm.2014 in W._____/ZH auch tatsächlich getötet habe. Diese 

Persönlichkeitsverletzungen, deren Feststellung entsprechend der einschlägigen 

Rechtsprechung des Bundesgerichts keine Verletzung der Unschuldsvermutung 

darstelle, wiesen auch einen klaren Kausalzusammenhang mit der Verfahrenser-

öffnung und den durch die Untersuchung verursachten Kosten der Strafuntersu-

chung auf. Die Verfahrenskosten könnten denn auch nur deswegen nicht dem 

Nachlass des †Beschuldigten auferlegt werden, weil eine entsprechende aus-

drücklich gesetzliche Grundlage dafür nicht bestehe. Damit sei dem Nachlass des 

†Beschuldigten eine Entschädigung für (private) Aufwendungen für die angemes-

sene Ausübung der Verfahrensrechte sowie für wirtschaftliche Einbussen durch 

das Strafverfahren (welche ohnehin nur bis zum Tode der beschuldigten Person 

- 29 - 

ausgewiesen wären) sowie eine Genugtuung für die erstandene Haft zu verwei-

gern (Urk. 607 S. 4 f.). 

 3.4. Der Vertreter der Privatkläger 1-3 und 6 äusserte sich zu Recht nicht im 

Quantitativen zur Frage der Schadenersatz- und Genugtuungsforderungen des 

†Beschuldigten, wohl aber gestützt auf Art. 433 Abs. 1 lit. b StPO im Zusammen-

hang mit dem geltend gemachten Anspruch der Privatkläger 1-3 und 6 gegenüber 

dem Nachlass auf Ersatz der notwendigen Aufwendungen im Verfahren 

(vgl. Urk. 586 S. 2 ff.). Auch er hielt namens dieser Privatkläger dafür, dass der 

†Beschuldigte die Einleitung des Verfahrens bewirkt habe. Das Bezirksgericht 

Meilen habe in seinem Urteil überzeugend dargelegt und es als erwiesen erach-

tet, dass der †Beschuldigte dem Opfer †T._____ sowohl in V._____ als auch in 

W._____ Leid angetan habe. Die von der Vorinstanz zu Recht als erwiesen er-

achteten Handlungen des Beschuldigten zum Nachteil von †T._____ stellten auch 

ausserhalb des Strafrechts zivilrechtlich massivste Eingriffe in die Persönlichkeits-

rechte von †T._____ dar. Es sei deshalb ohne Zweifel davon auszugehen, dass 

der †Beschuldigte die Einleitung des Verfahrens bewirkt habe, was (u.a.) grund-

sätzlich dessen Verfahrenskostenpflicht auslöse (Urk. 586 S. 3). 

 4. Der †Beschuldigte hatte bereits zu Lebzeiten Genugtuung für unrecht-

mässig erlittene Haft und wegen unmenschlicher Behandlung sowie Entschädi-

gungen für angemessene Ausübung der Verfahrensrechte, für wirtschaftliche Ein-

bussen (entgangenes Erwerbseinkommen), für weitere wirtschaftliche Einbussen 

im Zusammenhang mit der Fremdplatzierung seines Sohnes F._____ (Privatklä-

ger 4) beantragt und begründet. Bis dato wird an diesen Forderungen festgehal-

ten (vgl. Urk. 584 S. 2 ff. und Urk. 601 S. 3 ff.). Selbst wenn bei der Genugtuung 

von einem höchstpersönlichen und insoweit nicht übertragbaren Anspruch ausge-

gangen wird, geht er auf die Erben über, sobald er von der anspruchsberechtigten 

Person eingeklagt und insoweit zu einer gewöhnlichen Forderung wurde (vgl. 

hierzu BGer 5A_289/2008 E 5). Der †Beschuldigte verstarb am tt.mm.2021 und 

damit während des noch pendenten Strafverfahren, in dem er diese Forderungen 

unmissverständlich gestellt hatte (vgl. auch Urk. 541 S. 4 f.). Die Aktivlegitimation 

- 30 - 

der Erben bzw. hier des Willensvollstreckers als deren Prozessstandschafter ist 

daher wie oben dargelegt (vgl. Erw. II.2) gegeben. 

 5.1. Mit Anklageschrift vom 22. November 2019 (Urk. 32) warf die Staatsan-

waltschaft dem †Beschuldigten zusammengefasst vor, er habe seine damalige 

Ehefrau †T._____ in der Nacht vom 17. auf den 18. Dezember 2012 ermorden 

wollen (indem er sie zunächst gegen das Gesicht geschlagen und ihr diverse Ver-

letzungen zugefügt, sie dann mit einem Personenwagen angefahren und schliess-

lich in der nächtlichen Kälte schwer verletzt liegengelassen habe). Sodann habe 

er die aufgrund des Vorfalls auf V._____ schwer behinderte und zwischenzeitlich 

von ihm geschiedene Ehefrau †T._____ am tt.mm.2014 in W._____ tatsächlich 

ermordet (indem er ihr zunächst heisses Wasser von hinten oben gegen den obe-

ren Rückenbereich geschüttet und sie anschliessend im Lavabo oder der Bade-

wanne ertränkt habe). Zudem habe der †Beschuldigte versucht, die Privatklägerin 

6 zu betrügen (indem er versucht habe, diese durch Vortäuschung eines Unfalls 

oder Suizids irrezuführen und so unrechtmässig die Auszahlung der Versiche-

rungsleistung von Fr. 500'000.– zu bewirken). Schliesslich warf die Staatsanwalt-

schaft dem †Beschuldigten einen Betrug zum Nachteil der Arbeitslosenkasse 

G._____ (Privatklägerin 5) vor (indem er ein Anstellungsverhältnis verschwiegen 

und so unrechtmässig Leistungen von total Fr. 51'871.– erhalten habe). 

 5.2. Der †Beschuldigte hatte sämtliche Vorwürfe bestritten und einen vollum-

fänglichen Freispruch beantragt (vgl. Urk. 541 S. 4; Urk. 570 S. 2). Die Vorinstanz 

entschied am 27. April 2021 bezüglich des versuchten Betrugs zum Nachteil der 

Privatklägerin 5 in seinem Sinne (Urk. 541, Dispositiv-Ziff. 2). Im Übrigen, d.h. 

hinsichtlich des versuchten und des vollendeten Mordes sowie des Betrugsver-

suchs zum Nachteil der Privatklägerin 6 wurde der †Beschuldigte schuldig ge-

sprochen (Urk. 541, Dispositiv-Ziff. 1). Dieses Urteil ist zufolge Versterbens des 

†Beschuldigten während der Rechtshängigkeit gegenstandslos geworden (vgl. 

Erw. III). Soweit die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme die Verweigerung 

von Entschädigung und Genugtuung für den †Beschuldigten im Sinne von Art. 

430 Abs. 1 lit. a StPO auf die ausführlichen Erwägungen im angefochtenen Urteil 

des Bezirksgerichts Meilen verweist, nach denen erwiesen sei, dass der 

- 31 - 

†Beschuldigte am 18. Dezember 2012 auf V._____ seine Ehefrau massiv verletzt 

und in der Folge deren Tod herbeizuführen versucht sowie seine dann geschie-

dene Ehefrau am tt.mm.2014 in W._____/ZH auch tatsächlich getötet habe (Urk. 

581 S. 3), kann sie damit nicht gehört werden. Diese Begründung würde gegen 

die Unschuldsvermutung verstossen (Art. 10 Abs. 1 StPO, Art. 32 Abs. 1 BV und 

Art. 6 Ziff. 2 EMRK), weil dem †Beschuldigten damit durch die Begründung des 

Kosten- und Entschädigungsentscheids doch vorgeworfen würde, es treffe ihn ein 

strafrechtliches Verschulden. Damit käme die Kostenauflage einer Verdachtsstra-

fe gleich (vgl. BGer 6B_1306/2021 vom 8. August 2022 E. 2.3). Zu prüfen ist je-

doch ein allfälliges zivilrechtlich vorwerfbares Verhalten des †Beschuldigten im 

oben dargelegten Sinne.  

 5.3.1. Betreffend den als Mordversuch angeklagten Vorfall vom 17./ 

18. Dezember 2012 auf V._____ ist festzuhalten, dass die von den Sachverstän-

digen genannten Verletzungen gemäss Ziff. 1.1.a der Anklageschrift (Urk. 32) an 

sich unbestritten geblieben sind (vgl. Urk. 541 S. 37). Strittig geblieben ist deren 

Ursache, womit Selbstbeibringung bzw. Unfallfolgen wie auch eine Fremdein-

wirkung im Raum stehen. Der †Beschuldigte hatte im ganzen Verfahren stets 

betont, weder mit den Verletzungen noch mit dem Tod von †T._____ irgendetwas 

zu tun zu haben. Zufolge Einstellung des Verfahrens steht heute nicht fest, wo, 

wann, wie und weshalb †T._____ verletzt wurde, wie die Verteidigung richtiger-

weise ausgeführt hatte (Urk. 344 S. 52). Es kann daher nicht rechtsgenügend von 

einer direkten Schadenszufügung durch den †Beschuldigten mit zivilrechtlicher 

Relevanz ausgegangen werden.  

 5.3.2. Aus den eigenen Aussagen des †Beschuldigten ergeben sich aber 

diverse Anhaltspunkte für einen sehr auffälligen und besorgniserregenden Zu-

stand von †T._____ vor dem Vorfall und einer nicht adäquaten Reaktion des 

†Beschuldigten. Hierüber berichtete der †Beschuldigte selber, in den Einvernah-

men im Vorverfahren, aber auch in einem Buch, wie nachfolgend aufzuzeigen ist.  

 5.3.3. So gab der †Beschuldigte in der polizeilichen Ersteinvernahme im 

Zusammenhang mit dem Tod von †T._____ am tt.mm.2014 an, †T._____ sei am 

18. Dezember 2012 um 2:00 Uhr aufgrund eines psychotischen Anfalls ca. drei 

- 32 - 

Meter tief gestürzt und habe sich beide Oberschenkel, Nase und Kiefer gebro-

chen sowie eine Hirnverletzung erlitten (Urk. 541 S. 21 mit Verweis auf Urk. 2/2 S. 

3 Frage 12). Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 1. No-

vember 2016 machte der †Beschuldigte die folgenden Angaben zur Sache (vgl. 

Urk. 541 S. 22 ff. mit Verweis auf Urk. 3/10): Er, †T._____ und F._____ seien ca. 

um 16:00 Uhr auf V._____ angekommen. Auf der Fahrt vom Flughafen nach 

AA._____ [Ortschaft in V._____] hätten sie die Finca nicht sofort gefunden und 

aus diesem Grund die Vermieterin anrufen müssen, welche sie dann im Zentrum 

von AA._____ abgeholt habe, um sie zum Haus zu bringen. Während dem War-

ten habe †T._____ hinten im Auto einen Schreianfall gehabt. Er sei dann ausge-

stiegen und habe F._____ aus dem Auto genommen. †T._____ habe sich nach 

ca. 2-3 Minuten wieder beruhigt. Sie sei nachher wieder gewesen, wie wenn 

nichts gewesen wäre. Sie sei zu ihm gelaufen, um F._____ zu nehmen, was die-

ser verneint habe, weil er natürlich wieder Angst gehabt habe. Dann sei die Ver-

mieterin mit ihrem Auto gekommen und habe gesagt, es wären nur ein paar Minu-

ten bis zu dem Weg, der zur Finca führe. Sie habe ihnen ein paar Sachen vom 

Haus gezeigt. Er - der Beschuldigte - und F._____ hätten es angeschaut, 

†T._____ habe noch etwas separat für sich bleiben wollen, um sich zu beruhigen. 

Er habe noch die ausstehende Summe für die Miete der Finca bezahlt. Die Ver-

mieterin habe gemeint, sie sei etwas erstaunt, dass sich †T._____ nicht freue und 

nicht "Grüezi" sagen wolle. Die Vermieterin sei dann gegangen und sie hätten 

sich langsam eingerichtet, die Sachen eingeräumt und etwas Kleines gekocht. So 

etwa um 20:00 Uhr sei F._____ zu Bett gegangen. Nachher um ca. 21:00 oder 

22:00 Uhr seien auch er und †T._____ ins Bett gegangen. †T._____ sei im Bett 

gelegen und habe mit gross aufgerissenen Augen an die Wand gestarrt. Er sei 

dann eingeschlafen, worauf sie ihn immer wieder geweckt habe, sie müsse mit 

ihm darüber sprechen, ob er das auch merke, sie würden verfolgt. Sie seien dann 

ca. 4-5 Mal, so alle halbe Stunde, aufgestanden und ins Wohnzimmer gegangen. 

Er habe sie beruhigt. Um ca. 2:00 Uhr habe F._____ geredet, er habe den Tag 

verarbeitet. Worauf †T._____ gesagt habe, F._____ sei wahrscheinlich auch ... es 

wäre schlimm, eben die, die sie verfolgten, die F._____ etwas antun würden. Wo-

rauf er sie versucht habe zu beruhigen, dass er dafür keine Anzeichen sehen 

- 33 - 

würde, dass es ganz normal sei, wenn F._____ zwischendurch nachts rede. Dann 

sei †T._____ plötzlich aufgestanden und zu F._____ zum Bett gegangen. Sie ha-

be ein Tüchlein genommen und geschrien und gesagt, sie liebe ihn sehr, aber sie 

müsse es nun tun, sonst würden es die anderen machen. Sie habe das Tüchlein 

um seinen Hals getan und zugezogen. Worauf er sie gefragt habe, was los sei. Er 

sei aufgestanden. Als sie F._____ mit dem Tuch gehalten habe, habe er versucht, 

das Kind von dem Tüchlein zu befreien. Er habe versucht, F._____ zu nehmen, 

und ihn befreien können. Das Tüchlein sei dann weggegangen. †T._____ sei hys-

terisch gewesen. Sie habe F._____ zurückholen wollen und machen, was sie vor-

gehabt habe. Sie habe F._____ weiter mit den Händen angegriffen. Dann habe er 

probiert, sie in einen Raum einzusperren, indem er sie an den Oberarmen ge-

nommen habe. Er habe sie in das Badezimmer gestellt und dann probiert, mit 

dem Schlüssel von aussen abzuschliessen, was nicht funktioniert habe. Dann ha-

be er versucht, den Schlüssel zu drehen und dann die Türe zuzuschlagen, was 

auch nicht gegangen sei. Dann habe er probiert, sie in einen Kofferabstellraum 

hineinzutun. †T._____ sei zu jeder Zeit einfach hysterisch gewesen. Das mit dem 

Kofferabstellraum habe funktioniert, da dieser von aussen abschliessbar gewesen 

sei. Er habe mit F._____ das Haus verlassen und es abgeschlossen. Und er sei 

mit dem Auto davon gefahren, um Hilfe zu holen. Da er die internationale Notruf-

nummer nicht gekannt habe, habe er die Vermieterin der Finca kontaktiert, um zu 

erfahren, was er tun solle respektive er brauche die Notfallnummer. Er habe aus-

serhalb der Finca in AA._____, er sei vielleicht ca. 100 Meter von der Finca weg 

in Richtung Zentrum AA._____ gefahren, die "112" gewählt. Darauf-hin seien Arzt 

und Krankenschwester gekommen. Diese hätten immer gefragt, wo er sei. Er ha-

be ihnen erklärt, welche Strasse zur Finca führe. Von da an wisse er nur noch, 

dass er für einen kurzen Moment in den Krankenwagen habe gehen können. Auf 

Nachfrage nach dem Verhalten von †T._____ im Vorfeld der Reise gab der 

†Beschuldigte an, sie sei müde gewesen. Am Reisetag selbst sei das Verhalten 

ganz komisch gewesen. Der Bekannte, der sie zum Flughafen gefahren habe, 

habe auch gesagt, was los sei, habe es aber auf die Sprachbarriere zurückge-

führt. Am Abend, nachdem F._____ im Bett gewesen sei, habe †T._____ immer 

wieder davon gesprochen, dass sie Einbrecher hätten, dass sie verfolgt würden, 

- 34 - 

worauf er sie beruhigt habe. Während des Fluges sei sie ganz ruhig gewesen und 

habe fast nichts gesagt. Auf Nachfrage, ob das erste wirklich Auffällige der 

Schreianfall gewesen sei, antwortete der †Beschuldigte, †T._____ habe auch 

während des Fluges davon gesprochen, dass sie verfolgt würden und ob er das 

nicht merke. Auf Nachfrage, was der konkrete Anlass für den Schreianfall 

gewesen sei, gab der †Beschuldigte an: "Der Stress, dass wir, als wir ankamen, 

die Bushaltestelle, welche uns zu der Mietstation [für das gemietete Auto] führen 

sollte, nicht fanden". Nach längerem Warten hätten sie dann das Mietauto erhal-

ten und seien 40 Minuten nach AA._____ gefahren. Das sei sehr hektisch gewe-

sen mit Kind, Koffer und allem. †T._____ habe dabei schon etwas die Nerven 

verloren. Sie sei aufgebracht gewesen. Auf Nachfrage, wo die erste Auseinander-

setzung stattgefunden habe, als †T._____ das Tüchlein um den Hals von F._____ 

gelegt habe, antwortete der †Beschuldigte, das sei im Schlafzimmer vor F._____s 

Reisebett gewesen. F._____ sei im Bett gestanden, als †T._____ ihm das Tuch 

um den Hals gelegt und zugezogen habe. Er habe sich in dem Moment in seinem 

Bett befunden und sei schnell aufgestanden. Er habe F._____ an sich nehmen 

wollen, was aber nicht gelungen sei, da †T._____ das Tuch zugezogen habe. 

Dann habe er F._____ etwa 30 cm fallen lassen und wieder aufgefangen, dabei 

habe sich das Tuch gelockert. Auf Nachfrage präzisierte der †Beschuldigte, er 

habe F._____ vom Reisebett hochgehoben, als †T._____ zugezogen habe, habe 

er F._____ fallen lassen und wieder aufgefangen, dabei habe sich das Tuch gelo-

ckert (Urk. 3/10 S. 7 Frage 39 ff.). Als das Tuch weg gewesen sei, habe er 

F._____ genommen und ihn auf den Boden gestellt. F._____ habe ihm zu Hilfe ei-

len wollen, aber er habe F._____ gesagt, er solle dort bleiben. Daraufhin habe 

†T._____ zu F._____ gewollt und diesen wieder mit dem Tuch angreifen wollen, 

was er zu verhindern versucht habe. Das sei vor dem Schlafzimmer beim Bad 

gewesen, etwa zwei Meter von vorherigen Geschehen entfernt. Auf weitere Nach-

fragen führte der †Beschuldigte aus, er habe †T._____ an den Armen genommen 

und ins Badezimmer gestellt. Er habe die Badezimmertür abschliessen wollen, 

was aber nicht gegangen sei. Als †T._____ wieder aus dem Badezimmer heraus-

gekommen sei, habe er sie genommen, in den Kofferabstellraum gestellt und die-

sen von aussen abgeschlossen. †T._____ sei dabei nicht verletzt worden. Die 

- 35 - 

Frage, ob †T._____ schon früher einen solchen Anfall gehabt habe, verneinte der 

†Beschuldigte. Weiter führte der †Beschuldigte aus, das Auto sei vor dem Haupt-

eingang, Höhe Hauseingang, abgestellt gewesen. Der Wagen sei parallel zum 

Haus gestanden, die Front rechts und das Heck links. Er habe F._____ im Auto 

rechts hinten platziert (Urk. 3/10 S. 9 Frage 68 f.). Nach ca. 100 Metern Fahrt ha-

be er die Vermieterin angerufen. Unmittelbar danach habe er die Notrufzentrale 

kontaktiert. Als die Rettungskräfte eingetroffen seien, habe er ihnen erklärt, was 

passiert sei und ihnen die Einfahrt gezeigt. Er habe die Rettungskräfte bei der 

Strasse fast im Zentrum von AA._____ getroffen. Er sei nicht mit den 

Rettungskräften zur Finca gegangen, weil er Angst vor †T._____ gehabt habe, 

konkret vor ihrem hysterischen Anfall. Er habe bei F._____ bleiben wollen. Als er 

†T._____ im Krankenwagen gesehen habe, habe sie immer nur gesagt, sie habe 

Schmerzen (Urk. 541 S. 22 ff. mit Verweis auf Urk. 3/10). 

 5.3.4. Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung gab der 

†Beschuldigte an, Grund für die Reise nach V._____ sei gewesen, dass er und 

†T._____ sich nach der intensiven Kleinkinderphase für dreieinhalb Monate hät-

ten erholen wollen (Prot. I S. 160 ff.). Auf die gemietete Finca sei er über das In-

ternet gekommen. Er habe die Finca für dreieinhalb Monate gemietet und sie vor-

ab in drei Zahlungen bezahlt. Den letzten Drittel habe er noch vor Ort bar bezahlt. 

Das seien knapp EUR 3'000.– gewesen, vielleicht EUR 2'890.–. Am Flughafen 

von AB._____ [Ortschaft in V._____] hätten sie zur Mietautostation den Bus neh-

men müssen, hätten dann aber das Taxi genommen. Dort hätten sie das Mietauto 

übernommen. Sie seien direkt nach AA._____ gefahren, hätten mit der Wegbe-

schreibung die Finca aber nicht gefunden. Folglich hätten sie die Vermieterin 

AC._____ angerufen und diese habe ihnen den Weg beschrieben. Sie hätten sich 

in AA._____ getroffen und die Vermieterin habe sie zur Finca geführt. Darauf an-

gesprochen, dass †T._____ im Auto eine Art Anfall gehabt haben soll, gab der 

†Beschuldigte an, sie habe einfach einen Schreianfall gehabt. Sie sei hinten links 

gesessen und habe geschrien. Der Auslöser sei die ganze Hektik der Reise ge-

wesen. Der Anfall habe ungefähr drei bis fünf Minuten gedauert. Es sei sehr lange 

gewesen. Die Vermieterin sei bei diesem Anfall noch nicht anwesend gewesen. 

Um welche Uhrzeit sie dann bei der Finca eingetroffen seien, wisse er nicht mehr. 

- 36 - 

Die Vermieterin habe ihnen die ganze Örtlichkeit gezeigt und sie seien durch das 

ganze Haus gegangen. Wo †T._____ während dieser Zeit gewesen sei, wisse er 

nicht mehr. F._____ sei immer bei ihm gewesen. Angesprochen auf die Aussage 

der Vermieterin, dass †T._____ eingeschüchtert, betrübt und richtiggehend ver-

stört gewirkt habe, bestätigte der †Beschuldigte, dass er das auch so wahrge-

nommen habe (Prot. I S. 160 ff.). Bezüglich des Treffens mit den Rettungskräften 

sagte der †Beschuldigte, sie hätten zusammen telefoniert und abgemacht, sich 

beim Kreisel in AA._____ zu treffen. Er sei danach zum Kreisel gefahren, um die 

Rettungskräfte zu treffen (Prot. I S. 187 f.). Auf die Nachfrage, wie F._____ auf 

den Schreianfall von †T._____ reagiert habe, gab der †Beschuldigte an, F._____ 

habe geweint und weggewollt. Er - der †Beschuldigte - sei ausgestiegen, um das 

Auto herum gelaufen und habe F._____ aus dem Auto genommen. Die Vermiete-

rin sei ca. 15 bis 20 Minuten später angekommen. In diesem Zeitpunkt sei 

†T._____ verwirrt gewesen und habe komische Sachen erzählt, beispielsweise 

von Sekten oder von Leuten, die sie beide angeblich verfolgen würden. Es sei er-

staunlich für ihn gewesen, dass es zu einer solchen Stresssituation gekommen 

sei. Nach V._____ zu fliegen und zu dieser Finca zu gelangen, wäre ja eigentlich 

nicht so schwierig. Während des Anfalls sei †T._____ angegurtet im Auto gewe-

sen, danach sei sie ausgestiegen und auf ihn und F._____ zugekommen. Einen 

solchen Anfall habe †T._____ das erste Mal gehabt (Prot. S. 190 f.). Mit Bezug 

auf die nächtlichen Ereignisse in der Finca bestätigte der †Beschuldigte, dass er 

†T._____ an den Oberarmen gepackt und in einen Abstellraum bugsiert habe. Er 

habe gesagt, sie solle erklären, was sie genau machen wolle, es sei drei Uhr 

morgens und was das alles solle. Er habe Angst vor †T._____ gehabt. Auf die 

Frage nach dem Grund für diese Angst antwortete der †Beschuldigte, es gebe 

Bücher, die über Psychosen berichteten, "Neben der Spur" von Christiane Wirtz 

zum Beispiel. Ein Mensch unter Psychose sei ganz anders, ganz aufgebracht und 

im Wahn. Das habe er so noch nie gesehen. Er habe gedacht, er kenne 

†T._____. Sie so im Wahn zu sehen, das sei schon schockierend gewesen. Auch 

F._____ sei in Gefahr gewesen und er habe ihn schützen und aus der Gefahren-

situation der eigenen Mutter rausbringen wollen (Prot. I S. 193 f.). Es sei richtig, 

dass er dem Notfall gemeldet habe, dass †T._____ einen epileptischen Anfall ge-

- 37 - 

habt habe. Dieses Verhalten würde er heute nicht mehr als einen epileptischen 

Anfall bezeichnen. Heute wisse er, was ein epileptischer Anfall sei. Damals habe 

er es nicht gewusst. Es sei klar kein epileptischer Anfall gewesen, sondern eine 

Psychose, ein psychotischer Schub. Angesprochen auf die Aussage des Arztes 

AD._____, dass er - der †Beschuldigte - ganz schlecht Französisch gesprochen 

habe, gab der †Beschuldigte zur Antwort, in dieser Stresssituation habe er kein 

Französisch mehr gekonnt (Prot. S. 194). Im Schlusswort (Art. 347 Abs. 1 StPO) 

bestritt der †Beschuldigte, mit den Verletzungen von †T._____ irgendetwas zu tun 

zu haben (Prot. S. 393). 

 5.3.5. Im Rahmen einer beim †Beschuldigten durchgeführten Hausdurch-

suchung wurde ein von ihm verfasstes Buch mit dem Titel "…" (Urk. 16/84/2) si-

chergestellt und mit Verfügung vom 17. Oktober 2018 beschlagnahmt (Urk. 16/53 

S. 2 lit. l in Verbindung mit Urk. 16/84). Im Rahmen der Hauptverhandlung gab 

der †Beschuldigte an, dies sei nicht ein Buchentwurf gewesen, "[…] das war für 

mich. Ich habe die Tage für mich einfach niedergeschrieben." Das Buch sei 

F._____ gewidmet und diene diesem auch für später, um nachvollziehen zu kön-

nen, was passiert sei. Er habe etwa nach einem halben Jahr über den Vorfall auf 

V._____ geschrieben. Man könne davon ausgehen, dass er den Vorfall im Buch 

korrekt wiedergegeben habe (Prot. I S. 159 f.). In seinem Buch beschreibt der 

†Beschuldigte die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Vorfall auf V._____ wie 

folgt (Urk. 541 S. 28 ff. mit Verweis auf Urk. 16/84/2 S. 2 ff.): 

 "Bei Abreise am nächsten morgen, Montag, 17. Dez. 2012 komische Fragen 
wie warum gehen wir nach V._____, wollen wir nicht doch lieber zu Hause bleiben 
während der Autofahrt mit einem Bekannten von mir zum Flughafen AE._____, un-
ser Kleinkind F._____ im Kindersitz, voll Freude auf das neue Abenteuer, da wir ihm 
viel über das Meer und V._____ erzählt hatten. 

Komische Verabschiedung meiner Frau am Flughafen AE._____ meines älteren Be-
kannten, welches ich auf die Französische Sprache zurückführte, welcher mein Be-
kannter nicht oder sehr wenig sprach. Während des Fluges viel Organisation für unser 
knapp 3jähriges Kleinkind, etwas seltsam anmutende Gespräche über Sekten oder an-
dere Leute, welche uns etwas antun wollen, etc. seitens meiner Frau. Ob wir in der 
gemieteten Finca wohl auch sicher seien, da wir verfolgt werden. Ich hatte die letzten 
Tage sowie diese komischen Aussagen auf eine mögliche Angespanntheit meiner 
Frau zurückgeführt, welcher die Ferien von nahezu 3 Monaten in V._____ sicher 
auch gut tun würden. Ich wollte von da aus arbeiten und falls notwendig zurückflie-
gen, da ich in der IT / Informatik arbeite. 

- 38 - 

Angekommen am Flughafen AB._____ haben wir uns um Gepäck und Mietwagen 
gekümmert, seltsame Aussagen meiner Frau, ob wir wohl verfolgt werden oder sie 
glaube, was wir hier machen, es sei eine Komödie. Mit Kleinkind F._____, welcher 
den Flug mit viel Freude erlebt hatte, konnte ich nur kurze Sätze an meine Frau rich-
ten, da nun die Mietwagen Station gefunden werden musste. Da wir den Bus, welcher 
uns zu der Mietwagen Station bringen sollte, nicht fanden, hatten wir ein Taxi ge-
nommen, welche dieser nach längerem Suchen schliesslich fand. Mietauto und ab mit 
genauem Anfahrtsplan nach AA._____, wo unsere gemiete Finca und die Deutsche 
Vermieterin auf uns wartete. Angekommen in AA._____, rief ich die Vermieterin an, 
welche meinte, dass sie uns gleich anholen komme um die Abfahrtsstrasse und Ein-
fahrt zum Haus zu zeigen. 

In diesem Moment hatte meine Frau einen Schreianfall, sitzend und angegurtet im 
Auto hinten gleich neben dem Kindersitz von Sohn F._____. Unser Sohn fing eben-
falls zu schreien an. Ich nahm umgehend unseren Sohn aus dem Kindersitz und in 
meine Arme und versuchte ihn zu beruhigen. Da kam meine Frau nach vielleicht 2 -3 
Minuten auf mich zu und wollte unseren Sohn in die Arme nehmen und trösten, wel-
ches dieser wild gestikulierend verneinte und ich meiner Frau erklärte, dass er nach 
dem Geschrei von ihr dies doch wohl sicher nicht wolle. Eine deutsche Touristin hielt 
an, da wir uns auf einer Quartierstrasse befanden, ob denn alles in Ordnung sei. Ich 
erwiderte nur, dass wir auf unsere Vermieterin warteten. Die Vermieterin traf kurz 
danach ein, alles in allem vielleicht 20 min. und freute sich, uns das gemietete Haus 
zu zeigen und wir folgten ihr mit dem Mietauto. Angekommen beim Haus, wollte 
meine Frau nicht Hallo sagen und keine Hand geben und fragte mich nur, ob diese 
auch zu der Sekte gehöre und was diese uns wohl antun würden. Ich verstand die 
Welt nicht mehr, liess mir mit Sohn F._____ das Haus zeigen, während meine Frau 
uns mit Abstand folgte. Die Vermieterin sagte mir später am Telefon, dass sie das 
Verhalten meiner Frau noch nie erlebt habe, da die Leute normalerweise sehr glück-
lich seien, wenn Sie dieses tolle Haus sehen würden und wüssten, dass dies das Feri-
endomizil sein würde. Schnell verabschiedete sich die Vermieterin, nachdem sie das 
Wesentlichste gezeigt hatte und ich die Restsumme der Miete bezahlt hatte. 

Komische Gesprächsthemen zu Sekten, Pädophilen, Diebstahl etc. wich ich aus oder 
gab kurze Antworten, da ich mit unserem Sohn spielen wollte und dies keine 
Gesprächsthemen für einen 3jährigen sind, welches ich meiner Frau mehrere Male 
erklärte. Sie fing langsam an, wie so oft, Ihr Koffer und den unseres Kindes langsam 
einzuräumen während ich mich um unseren Sohn kümmerte, essen und zu trinken gab 
und spielte. 

Kurz nachdem unser Sohn eingeschlafen war in unserem Schlafzimmer in Kinderbett 
nach einem langen aufregenden Tag, wollte auch ich ins Bett gehen. Meine Frau 
wollte jedoch noch sprechen über Einbrüche, ob wir hier sicher seien und dass wir 
verfolgt werden, welches ich ihr ausreden wollte und meinte, dass es keinerlei Hin-
weise dazu gebe. Mein Frau weckte mich jede halbe Stunde von neuem, ca. 10 mal, 
um aus dem Schlafzimmer zu gehen und meinte, dass es gefährlich sei, hier zu blei-
ben, da wir überfallen würden während der Nacht. Ich meinte oft nur, dass sie uns al-
les stehlen könnten, nur uns in Frieden lassen sollen. Meine Frau jedoch beruhigte 
dies überhaupt nicht und sie hatte die Augen weit aufgerissen, während sie neben mir 
auf dem Bett lag. Unser kleiner Sohn gab wie so oft während des Schlafes manchmal 
kleine Laute von sich, weil er den Tag verarbeitete. Meine Frau meinte dazu, dass 
auch unser Sohn beobachtet werden müsste, da dieser wohl auch hypnotisiert worden 
sei. Ob auch ich Drogen genommen habe, da ich nicht merke, was los sei. Auf meine 
Frage, was denn los sei, meinte sie nur, dass ich wahrscheinlich auch zu denen gehö-
re. 

- 39 - 

Dann erhob sich meine Frau, nahm ein Tuch, ging auf das Kinderbett zu und legte es 
unserem Kind um den Hals. Dieser wachte auf und ich war ebenfalls schnell da und 
fragte was dies solle, da unser Sohn schlafe, welches unser Sohn repetierte, ja er 
schlafe. Meine Frau war jedoch wie von Sinnen und wollte das Tuch enger machen. 
Da nahm ich unseren Sohn aus dem Bett und sagte meiner Frau, was denn mit ihr los 
sei. Sie schrie und sagte, dass Sie es tun müsse, da es sonst die anderen tun würden 
und zog das Tuch mit aller Kraft und sehr schnell zu um den Hals unseres Sohnes. Ich 
konnte.unseren Sohn nur befreien, weil ich ihn l / 2 Meter fallen liess in der Luft und 
wieder auffing. Dies half das Tuch um seinen Hals zu lockern. In einem Handgemen-
ge wollte T._____ das Tuch erneut um den Hals unseres geliebten Sohnes F._____ 
legen, welches ich jedoch verhinderte. Ich stellte unseren Sohn ca. 2 Meter vor mir im 
Zimmer hin während ich ihn von seiner Mutter schützte, welche wie ein wildes Tier 
mit aller Kraft unseren Sohn erdrosseln wollte. Meine mehreren Versuche, T._____ 
davon abzuhalten, indem ich sie beruhigen wollte, halfen nichts. Ich bat unseren klei-
nen Sohn, dort zu bleiben wo er sei, da er mir zu Hilfe eilen wollte. 

Ich versuchte meine Frau in einem Zimmer einzusperren, dies gelang nicht, da die 
Zimmer in Spanien von aussen nicht geschlossen werden konnten. Der Kofferabstell-
raum mit Bast Türe schliesslich konnte von aussen verschlossen werden. Ich sperrte 
meine Frau darin ein, welche wie ein wildes Tier schrie. Ich nahm unseren kleinen 
Sohn, meinen kleinen Rucksack und Tasche und verliess die Finca fluchtartig, setzte 
unser Kleinkind in den Kindersitz und fuhr mit unserem Mietwagen davon. 

Da ich weder Notfallnummer noch Polizeinummer kannte, rief ich ca. um 2.30 mor-
gens unsere Finca Vermieterin an, welches die Notfall Nummer sei, da es meiner Frau 
schlecht gehe. Sie gab uns diese, wollte jedoch nicht vorbeikommen, da sie eine halbe 
Stunde entfernt wohne und es in der Nacht sei. 

Nachdem ich etwas gefahren war und beruhigend auf F._____ eingeredet hatte, 
schlief dieser im Auto ein. Nach ca. 40 Minuten kamen ein Notarzt mit Kranken-
schwester, welchen ich die Einfahrt zeigte. 

Da ich grosse Angst sowie bei Sohn F._____ bleiben wollte, gingen der Arzt und 
Krankenschwester alleine die Einfahrt zum Haus mit dem Auto hoch. 

Ich sah danach nur noch die Ambulanz sowie ca. 4 Polizeiautos. F._____ und ich 
warteten im Auto und ich zeigte Führerausweis, ID, etc. der Polizei, Uebersetzung 
nahm der Notarzt vor. Ich durfte einen kurzen Moment in das Ambulanzfahrzeug, wo 
meine Frau schrie, dass sie grosse Schmerzen hätte. 

Ich folgte der Ambulanz in den Notfall des Spitales in AF._____ [Ortschaft in 
V._____], ca. 20 min. Ich erfuhr von dem Notarzt, dass meine Frau wohl aus dem 
oberen Stockwerk heruntergesprungen sei, ca. 3 m auf Tonplatten." 

 

 5.3.6. Die Darstellung des †Beschuldigten über den Zustand von †T._____ - 

aus dem Verfahren wie auch in seinem Buch, dessen Inhalt er als korrekte Wie-

dergabe des Erlebten beschrieb (vgl. Prot. I S. 159) - auf der Reise nach V._____ 

und vor Ort erweisen sich als widersprüchlich bzw. - will man es zugunsten des 

†Beschuldigten werten - in einer Bandbreite von normalem bis zu sehr auffälligem 

Verhalten (vgl. auch Prot. I S. 186). Ob dieses einer Art epileptischem Anfall - wie 

- 40 - 

der †Beschuldigte zuerst gegenüber dem Notarzt unter Angabe von konkreten 

Zustandsbeschreibungen vermeldete - oder um eine Psychose, einen psychoti-

schen Schub handelte (Prot. I S. 194), spielt eine ungeordnete Rolle. Klar ist nach 

den Aussagen des †Beschuldigten selber, dass sich †T._____ jedenfalls in einem 

psychischen Ausnahmezustand befunden hatte. Erste Anzeichen nahm er schon 

vor dem Abflug und im Flugzeug wahr. Die von ihm selber gelieferte Darstellung 

seiner Reaktion - er habe †T._____ an den Armen genommen und ins Badezim-

mer gestellt, die Badezimmertür abschliessen wollen, was aber nicht gegangen 

sei, als †T._____ wieder aus dem Badezimmer herausgekommen sei, habe er sie 

genommen, in den Kofferabstellraum gestellt und diesen von aussen abgeschlos-

sen (Urk. 541 S. 48 mit Verweis auf Urk. 3/10 S. 8 f. Frage 58 ff.), um dann mit 

dem Sohn wegzufahren, erweist sich unter den gegebenen Umständen als jeden-

falls zivilrechtlich verwerflich. Dadurch hat er nicht nur seine eheliche Beistands- 

und Fürsorgepflicht - zumal an diesem offenbar entlegenen, fremden Ort - ver-

letzt. Durch den Freiheitsentzug hat der †Beschuldigte auch die Persönlichkeits-

rechte der sich in offensichtlich kritischer gesundheitlicher Verfassung befinden-

den †T._____ erheblich verletzt und mögliche Grundlagen für eine weitergehende 

Selbstgefährdung von ihr geschaffen, wie sie nach Behauptung des 

†Beschuldigten später denn auch eingetreten war. Demnach soll †T._____ auf-

grund eines psychotischen Anfalls ca. drei Meter tief gestürzt und sich beide 

Oberschenkel, Nase und Kiefer gebrochen sowie eine Hirnverletzung erlitten ha-

ben. Das Verhalten des Beschuldigten lässt sich mit seinen Vaterpflichten gegen-

über dem Sohn weder entschuldigen noch relativieren. Dass er zum Schutz des 

Kindes nach Alarmierung des Notfalls nicht zur Finca gegangen ist, erweist sich 

ebenfalls als verwerflich. Zur Begründung macht der †Beschuldigte geltend, er sei 

nicht mit den Rettungskräften zur Finca gegangen, weil er Angst vor †T._____ 

gehabt habe, konkret vor ihrem hysterischen Anfall. Er habe bei F._____ bleiben 

wollen (Urk. 3/10 S. 11 f.). Damit hat der †Beschuldigte jedenfalls nicht dazu bei-

getragen, das Auffinden von †T._____, die sich ja gemäss seinen eigenen Anga-

ben von ihm eingeschlossen im Kofferabstellraum des abgeschlossenen Hauses 

befand, und deren allfällige medizinische Versorgung zu beschleunigen. Das Ver-

halten des †Beschuldigten stellt auch ausserhalb des Strafrechts massivste (zivil-

- 41 - 

rechtliche) Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte von †T._____ dar und auch ein 

Verhalten gegen Treu und Glauben nach Art. 2 ZGB. Mit diesem insofern rechts-

widrigen Benehmen hat er auch die Einleitung des Verfahrens bewirkt, was 

grundsätzlich eine Verfahrenskostenpflicht auslöst. Daran vermag der Umstand, 

dass die spanischen Ermittlungsbehörden das Verfahren notabene bereits zwei 

Tage später - d.h. am 19. Dezember 2012 - einstellten (Urk. 541 S. 6), für die hier 

zu beantwortenden Fragen nichts zu ändern.  

 5.4.1. Bezüglich des - als Mord angeklagten - Vorfalls vom tt.mm.2014 

bestritt der †Beschuldigte stets seine Täterschaft. Zufolge Bestreitung und späte-

ren Versterbens des †Beschuldigten bleibt die Todesursache unklar, womit Sui-

zid, Unfallfolge, natürlicher Tod oder Fremdeinwirkung im Raum bleiben. Zufolge 

Einstellung des Verfahrens kann der †Beschuldigte dafür nicht in die strafrechtli-

che Verantwortung genommen werden. Zu prüfen bleibt mit Blick auf die Kosten-

pflicht, ob ihm im oben beschriebenen Sinne eine den zivilrechtlichen Grundsät-

zen angenäherte Haftung für ein fehlerhaftes Verhalten vorzuwerfen ist. 

 5.4.2. Auch hier fällt auf, dass der †Beschuldigte gegenüber †T._____, von 

der er damals bereits geschieden war, trotz diverser Anhaltspunkte für deren auf-

fälligen und besorgniserregenden Zustand ein nicht nachvollziehbares Verhalten 

auf das von ihr klar kommunizierte Unwohlsein zeigte. Exemplarisch dafür sei der 

vom †Beschuldigten in der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 1. Novem-

ber 2016 beschriebene Tagesablauf erwähnt (vgl. Urk. 541 S. 125 ff. mit Verweis 

auf Urk. 3/10): Am Morgen um ca. 9:30 Uhr habe er F._____ in die Krippe ge-

bracht. Dann sei er kurz einkaufen und in der Apotheke in W._____ die Medika-

mente bestellen gegangen. Zwischendurch habe er viele Telefonate und Con-

ference-Calls von der Firma gehabt. Um ca. 10:45 Uhr sei er in die Wohnung von 

†T._____ gegangen. Diese sei im Bett gelegen und es sei abgedunkelt gewesen. 

†T._____ habe gemeint, ihr sei schlecht, sie hätte Fieber und wolle erbrechen, 

könne aber nicht, worauf er die Vorhänge aufgemacht und sie gefragt habe, ob 

sie Hunger habe, es sei besser, wenn sie etwas esse. Er habe ihr Pasta gekocht 

und dann ein Joghurt, glaube er. Dann habe er in der Küche etwas aufgeräumt 

und gesagt, dass er um 12:00 Uhr in Zürich einen Businesslunch habe. Um ca. 

- 42 - 

11:30 Uhr habe er die Wohnung verlassen. Er habe gedacht, †T._____ habe eine 

Grippe. Der Lunch sei bei der AG._____ in einem spanischen Restaurant gewe-

sen, den Namen wisse er nicht mehr. Er glaube, es habe "AH._____" geheissen. 

Der dortige Termin sei mit einem Partner der Firma gewesen, den Namen wisse 

er nicht mehr, im Zusammenhang mit einem Projekt im Universitätsspital Zürich. 

Der Lunch habe 2 ¼ Stunden gedauert. Anschliessend habe er wieder viele Ge-

spräche, Telefonate mit dem technischen Consultant seiner Firma gehabt. Dann 

sei er in AI.______ noch eine halbe Stunde schwimmen gegangen, da das auf 

dem Weg gewesen sei, um F._____ in AJ._____ in der Krippe abzuholen. Etwa 

um 16:30, 17:00 Uhr habe er F._____ abgeholt, sei mit ihm noch etwas auf dem 

AK._____ geblieben und dann nach Hause gegangen. Auf Nachfrage, was er auf 

dem AK._____ gemacht habe, antwortete der †Beschuldigte: "Herumrennen, 

spielen, gleich nebenan hat es einen Spielplatz". Um ca. 18:00 Uhr seien sie nach 

Hause gegangen, wo er gekocht und probiert habe, †T._____ zu erreichen. Da 

sie nicht abgenommen habe, sei er etwas nervös geworden. Um ca. 19:30 Uhr sei 

ihm die Idee gekommen, den Hauswart anzurufen, ob dieser mal nachsehen kön-

ne. Der Hauswart habe ihm gesagt, dass er Wasser laufen höre. Auf Frage, ob es 

möglich sei, dass †T._____ dusche oder bade, habe der Hauswart einfach ge-

sagt, es laufe Wasser. Darauf habe er - der †Beschuldigte - gesagt, er komme 

vorbei, habe F._____ genommen und sei vorbeigegangen. Der Hauswart habe 

ihm geöffnet, er sei nach oben gegangen und habe †T._____ bei geöffneter Ba-

dezimmertüre im Wasser gefunden. F._____ habe auch in die Wohnung kommen 

wollen, was er verhindert habe. Er sei dann wieder nach unten zum Hauswart ge-

gangen und habe die Polizei alarmiert. Auf Nachfrage bestätigte der 

†Beschuldigte, dass er mit dem Rezept von Dr. AL._____ in der Apotheke 

AM._____ in W._____ gewesen sei. Wann das gewesen sei, wisse er nicht mehr. 

Abgeholt habe er die Medikamente nicht. Man habe ihm gesagt, man werde die 

Medikamente in den Briefkasten von †T._____ legen. Auf weiteres Nachfragen 

hin gab der †Beschuldigte an, er habe einen Schlüssel zur Wohnung von 

†T._____ gehabt. Die Wohnungstür sei offen gewesen. †T._____ habe nichts ge-

gessen. Auf entsprechende Nachfrage gab der †Beschuldigte sodann zu Proto-

koll, er habe nach dem Lunch - etwa um 14:15 Uhr - gesehen, dass †T._____ ihn 

- 43 - 

zweimal angerufen habe. Er habe sie sofort zurückgerufen, einmal auf das Fest-

netz- und einmal auf das Mobiltelefon. Sorgen habe er sich keine gemacht. Er 

habe gedacht, †T._____ schlafe. Er habe nachher sehr viele Telefonate für die 

Arbeit machen müssen. Im Hallenbad AN._____ sei er nach seinen Anrufen um 

ca. 15:30 oder 16:00 Uhr eingetroffen. Er habe eine Entwertungskarte für zehn 

Eintritte gehabt. Danach sei er direkt F._____ abholen gegangen. Auf weiteres 

Nachfragen führte der †Beschuldigte aus, am Abend sei die Wohnungstüre von 

†T._____ nicht verschlossen gewesen. Das Wasser sei noch gelaufen. Anlässlich 

der erstinstanzlichen Hauptverhandlung bestätigte der †Beschuldigte u.a., dass 

seine Aussagen zu den Geschehnissen am tt.mm.2014 in der staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahme vom 1. November 2016 (Urk. 3/10) korrekt wiedergegeben 

und richtig seien (Prot. I S. 266 f.). Im Schlusswort bestritt der †Beschuldigte 

abermals, mit dem Tod von †T._____ irgendetwas zu tun zu haben (Prot. I S. 

393).  

 5.4.3. In seinem bereits erwähnten Buch "…" beschreibt der †Beschuldigte 

die Ereignisse im Zusammenhang mit dem Tod von †T._____ wie folgt (Urk. 541 

S. 127 ff. mit Verweis auf Urk. 16/84/2 S. 21 ff.): 

"Kapitel: T._____ gestorben, tt.mm.2014, Zeit 14.00 nachmittags (written 3. Mai 
2014, 19.32) 

Lieber F._____-Ouistiti-lutin enchanteur-merveille de Bebe d Amour (Maman a ai-
mer de te donner ce mot d amour) 

Maman-cherie est decedes, ist gestorben am tt.mm.2014, ca 14.00, an einem 
wunderbaren warmen Frühlingstag, die Vögel haben gezwischert wie maman es lieb-
te, die Bäume waren mit hellgrünen Blättern geschmückt, die Magnolia Blüte neigte 
sich dem Ende zu und die Blätter kamen nach. Alles was Maman so geliebt hat. Es 
hat einen riesigen Magnolia Baum gleich beim Bahnhof W._____- AO._____, wo 
Maman Cherie gewohnt hat. 

[…] 

Es mag schwierig sein, sich vorzustellen, wie es ist, Informatik Job im Home office, 
Kleinkind, Haushalt mit Wäsche, kochen 2 Mal im Tag, und eine geschwächte Frau 
zu tragen im Sinne der vollumfänglichen Unterstützung wie Einkauf, Besuche, Dis-
kussion, etc. Es trieb mich trotz Nanny an meine Grenzen, auch wenn ich mir dies 
nicht eingestand. Spätabends 1-2 Gläser Bordeaux Wein, zwischendurch einen klei-
nen Cognac in phasen (d.h. während 1-2 Wochen, danach gar keinen mehr, und einige 
wachen später wieder cognac gegen ende des Tages während 1-2 Wochen, kleines 
Gläschen für die Nerven und das Seelenheil.) 

Ich war und bin entschlossen, dies alles durchzustehen, für unseren lie