# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e4f06b7c-da96-56a5-83bd-116fffe7d97e
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-31
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 31.03.2016 VG.2015.00109 (VG.2016.365)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2015-00109_2016-03-31.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 31. März 2016

  
	
   

  
	
   

  
	
  II. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2015.00109

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführerin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    IV-Stelle Glarus

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  berufliche Massnahmen

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Die am […] geborene A.______ meldete sich im
  September 2014 bei der IV-Stelle Glarus zu Massnahmen für die berufliche
  Eingliederung an. Dies unter Hinweis, dass eine Ausbildung wegen
  Minderintelligenz nur mit Unterstützung der Invalidenversicherung möglich
  sei.

  
	
   

  
	
  1.2 Mit Vorbescheid vom 21. Mai 2015 stellte die
  IV-Stelle A.______ mangels eines invalidenrechtlich relevanten Gesundheitsschadens
  die Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht. Dagegen erhoben die
  Sozialen Dienste Glarus, Stützpunkt Nord, am 17. Juni 2015 Einwände,
  worauf die IV-Stelle mit Verfügung vom 8. Juli 2015 an ihrem Vorbescheid
  festhielt.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  A.______ gelangte mit
  Beschwerde vom 9. September 2015 an das Verwaltungsgericht und beantragte, es
  sei vorsorglich eine umfassende Abklärung betreffend das Vorliegen eines
  Gesundheitsschadens vorzunehmen. Eventualiter seien vorsorglich berufliche
  Massnahmen zuzusprechen. Subeventualiter sei der angefochtene Entscheid vom
  8. Juli 2015 aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz
  zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu Lasten der
  Beschwerdegegnerin sowie unter Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
  und Rechtsverbeiständung.

  
	
   

  
	
  Die IV-Stelle schloss am
  6. Oktober 2015 auf Abweisung der Beschwerde.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Das Verwaltungsgericht ist gemäss Art. 69
  Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung vom
  19. Juni 1959 (IVG) zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde
  zuständig. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen erfüllt sind, ist auf
  die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Strittig und zu prüfen
  ist, ob die Beschwerdeführerin Anspruch auf berufliche Massnahmen, insbesondere
  auf Kostenübernahme einer erstmaligen beruflichen Ausbildung hat.

  
	
   

  
	
  2.1 Invalide Versicherte haben Anspruch auf
  Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die
  Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern und
  die Voraussetzungen für den Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt
  sind (Art. 8 Abs. 1 IVG). Ein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen besteht
  dabei unabhängig von der Ausübung einer Erwerbstätigkeit vor Eintritt der
  Invalidität. Bei der Festlegung der Eingliederungsmassnahmen ist die gesamte
  noch zu erwartende Dauer des Erwerbslebens zu berücksichtigen (Art. 8 Abs. 1bis
  IVG). Gemäss Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG bestehen die Eingliederungsmassnahmen
  unter anderem in Massnahmen beruflicher Art. Zu diesen gehören die
  Berufsberatung (Art. 15 IVG), die erstmalige berufliche Ausbildung (Art.
  16 IVG), die Umschulung (Art. 17 IVG), die Arbeitsvermittlung (Art. 18
  Abs. 1 IVG), der Arbeitsversuch (Art. 18a IVG), Einarbeitungszuschüsse (Art.
  18b IVG), Entschädigungen für Beitragserhöhungen (Art. 18c IVG) sowie
  die Kapitalhilfe (Art. 18b IVG).

  
	
   

  
	
  2.2 Gemäss Art. 16 Abs. 1 IVG haben versicherte
  Personen, die noch nicht erwerbstätig waren und denen infolge Invalidität bei
  der erstmaligen beruflichen Ausbildung in wesentlichem Umfang zusätzliche
  Kosten entstehen, Anspruch auf Ersatz der Kosten, sofern die Ausbildung den
  Fähigkeiten der versicherten Person entspricht. Als erstmalige berufliche
  Ausbildung gilt jede
  Berufs- oder Anlehre sowie, nach Abschluss der Volks- oder Sonderschule, der
  Besuch einer Mittel-, Fach- oder Hochschule und die berufliche Vorbereitung
  auf eine Hilfsarbeit oder auf die Tätigkeit in einer geschützten Werkstätte
  (Art. 5 Abs. 1 der Verordnung über die Invalidenversicherung vom
  17. Januar 1961 [IVV]; vgl. auch Art. 16 Abs. 2 lit. a IVG). 

  
	
   

  
	
  2.3 Unter erstmaliger beruflicher
  Ausbildung im Sinne von Art. 16 Abs. 1 IVG ist die gezielte und planmässige
  Förderung in beruflicher Hinsicht zu verstehen, mit anderen Worten der
  systematische Erwerb oder die Vermittlung spezifischer beruflicher Kenntnisse
  und Fertigkeiten (AHI 2002 S. 176 E.
  3b.aa). Als
  derartige Ausbildung gelten Massnahmen erst, wenn sie nach getroffener
  Berufswahl zur Vorbereitung auf die eigentliche Berufsausbildung notwendig
  werden. Die schulischen Vorkehrungen müssen abgeschlossen, die Berufswahl
  getroffen und die vorgesehenen Massnahmen als integrierende Bestandteile des
  Berufsziels formuliert worden sein. Vorbereitende Massnahmen fallen dann
  unter Art. 16 IVG, wenn sie nach getroffener Berufswahl als gezielte Vorbereitung
  auf die eigentliche Berufsausbildung notwendig werden. Nicht zur erstmaligen
  beruflichen Ausbildung gehören Zwischenjahre, die der Förderung der
  Berufswahlreife, der Berufsfindung, dem Ausfüllen schulischer Lücken und der
  Förderung des Arbeitsverhaltens dienen (BGer-Urteil I 485/01 vom 15. Mai 2002
  E. 3c).

  
	
   

  
	
  2.4 Als invalid im Sinne von
  Art. 16 IVG gilt, wer aus
  gesundheitlichen Gründen bei einer seinen Fähigkeiten entsprechenden
  Ausbildung erhebliche Mehrkosten auf sich nehmen muss. Bezüglich psychischer
  Beeinträchtigungen sind die von der Rechtsprechung zum invalidisierenden
  geistigen Gesundheitsschaden entwickelten Grundsätze auch im Bereich des Art.
  16 IVG massgeblich; dabei ist jedoch nicht die Erwerbstätigkeit, sondern der
  beabsichtigte Ausbildungsgang Bezugspunkt (BGE 114 V 29 E. 1b). Einem Versicherten entstehen aus
  der erstmaligen beruflichen Ausbildung oder Weiterbildung in wesentlichem
  Umfang zusätzliche Kosten, wenn seine Aufwendungen für die Ausbildung wegen
  der Invalidität jährlich um Fr. 400.- höher sind, als sie ohne Invalidität
  gewesen wären (Art. 5 Abs. 2 IVV). Die zusätzlichen Kosten werden ermittelt,
  indem die Kosten der Ausbildung des Invaliden den mutmasslichen Aufwendungen
  gegenübergestellt werden, die bei der Ausbildung eines Gesunden zur
  Erreichung des gleichen beruflichen Zieles notwendig wären. Hatte der
  Versicherte vor Eintritt der Invalidität schon eine Ausbildung begonnen oder
  hätte er ohne Invalidität offensichtlich eine weniger kostspielige Ausbildung
  erhalten, so bilden die Kosten dieser Ausbildung die Vergleichsgrundlage für
  die Berechnung der invaliditätsbedingten zusätzlichen Aufwendungen (Art. 5
  Abs. 3 IVV).

  
	
   

  
	
  2.5 Zusammenfassend müssen für einen
  Anspruch auf eine erstmalige berufliche Ausbildung folgende Voraussetzungen
  kumulativ erfüllt sein: Es muss eine Invalidität vorliegen, welche die
  versicherte Person in der beruflichen Ausbildung wesentlich einschränkt und
  erhebliche invaliditätsbedingte Mehrkosten verursacht. Weiter muss die
  versicherte Person eingliederungsfähig sein, d.h. sie muss objektiv und
  subjektiv in der Lage sein, berufsbildende Massnahmen zu bestehen.
  Schliesslich muss die Ausbildung der Behinderung angepasst sein und den
  Fähigkeiten der versicherten Person entsprechen. Sie muss zudem einfach und
  zweckmässig und auf die Eingliederung in das Erwerbsleben oder in den
  Aufgabenbereich ausgerichtet sein. Nicht übernommen werden Kosten für eine
  Ausbildung, die voraussichtlich zu keiner wirtschaftlich ausreichend
  verwertbaren Arbeitsleistung führen wird. Wirtschaftlich ausreichend
  verwertbar ist eine Arbeitsleistung dann, wenn sie zu einem Leistungslohn von
  mindestens Fr. 2.55 pro Stunde führt (vgl. Bundesamt für Sozialversicherungen
  BSV, Kreisschreiben über die
  Eingliederungsmassnahmen beruflicher Art in der ab 1. Januar 2014
  gültigen Fassung [KSBE], Rz. 3010).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  3.1
  Nach dem für das gesamte Verwaltungs- und
  Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren geltenden Grundsatz der freien
  Beweiswürdigung haben Versicherungsträger und Sozialversicherungsrichter die
  Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend
  und pflichtgemäss zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies,
  dass das Gericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie stammen,
  objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren
  Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei einander
  widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne
  das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf
  die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (BGE 125 V 351
  E. 3a).

  
	
   

  
	
  3.2 Die Verwaltung als verfügende Instanz und – im
  Beschwerdefall – der Richter dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen
  annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind. Im
  Sozialversicherungsrecht hat der Richter dabei seinen Entscheid, sofern das
  Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwiegenden
  Wahrscheinlichkeit zu fällen. Die blosse Möglichkeit eines bestimmten
  Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen nicht. Der Richter hat vielmehr
  jener Sachverhaltsdarstellung zu folgen, die er von allen möglichen
  Geschehensabläufen als die wahrscheinlichste würdigt (BGE 119 V 7
  E. 3c/aa).

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1
  Die Beschwerdeführerin rügt, die
  Beschwerdegegnerin habe den Untersuchungsgrundsatz verletzt, indem sie ihren
  Gesundheitszustand nur ungenügend abgeklärt habe. Entgegen der Ansicht der
  Beschwerdegegnerin könne dem schulpsychologischen Bericht gefolgt werden,
  gemäss welchem man bei ihr einen Intelligenzquotienten (IQ) von 66
  festgestellt habe. Aufgrund der Intelligenzminderung sei eine Ausbildung
  somit nur mit der Unterstützung der Invalidenversicherung möglich. Von einer
  ungenügenden Abklärung sei im Übrigen auch der Arzt des Regionalen
  Ärztlichen Dienstes (RAD) Dr. med.
  C.______, FMH Rheumatologie, FMH und UEMS für Physikalische Medizin und
  Rehabilitation, ausgegangen. Dieser habe bemerkt, dass für die Beurteilung
  des Sachverhalts noch zu viele Unklarheiten vorhanden seien und ein Gespräch
  notwendig sei. Diesbezüglich lasse sich den Akten aber nirgends entnehmen, ob
  dieses Gespräch je stattgefunden habe. Bis auf den schulpsychologischen
  Bericht seien nämlich nur rechtlich nicht verwertbare Aussagen und
  Behauptungen vorhanden. Ferner sei es nicht nachvollziehbar, weshalb die
  Intelligenzminderung von einem Rheumatologen abgeklärt worden sei, obschon
  dem RAD ein Facharzt für Pädiatrie zur Verfügung stehe. Schliesslich sei der
  vom schulpsychologischen Dienst angewendete Test zur Feststellung der Intelligenz
  nicht zu beanstanden. Insbesondere sei er für Personen mit Migrationshintergrund
  geeignet, da die Sprachkenntnisse vernachlässigt werden könnten. Es sei
  deshalb unerklärlich, weshalb der SON-R 6-40 Test als unsachlich abgetan
  worden sei, ohne dass die Beschwerdegegnerin eine Alternative in Betracht
  gezogen habe. Insgesamt sei der Gesundheitszustand damit nochmals eingehend
  abzuklären. Komme das Gericht aber zum Schluss, dass der IQ von 66 genügend
  belegt sei, so seien ihr berufliche Massnahmen zuzusprechen. Dies weil ein IQ
  in dieser Höhe zu Leistungen der Invalidenversicherung berechtige.

  
	
   

  
	
  4.2 Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen vor, sie sei
  der gesetzlichen Abklärungspflicht rechtsgenüglich nachgekommen. Sie habe
  sich eingehend mit den eingereichten Unterlagen befasst, weitere Abklärungen
  vorgenommen sowie sämtliche Vorbringen umfassend betrachtet und gewertet. Aus
  versicherungsmedizinischer Sicht sei man dabei zum Schluss gelangt, dass bei
  der Beschwerdeführerin keine IV-relevante Minderintelligenz ausgewiesen sei.
  Die Beschwerdeführerin sei nicht minderintelligent, vielmehr sei sie als
  bildungsungewohnt einzustufen, was insbesondere mit ihrer Vergangenheit und
  Herkunft zusammenhänge. Ferner sei zwar durch den SON-R 6-40 Test ein IQ von
  66 ermittelt worden. Dieser sei jedoch auf Kinder und Erwachsene
  zugeschnitten, welche in der Schweiz bzw. in Europa aufgewachsen seien, was
  auf die Beschwerdeführerin nicht zutreffe. Im Test seien zudem lediglich
  rudimentäre kognitive Fähigkeiten abgeklärt und es seien verschiedene Talente
  und Fähigkeiten der Beschwerdeführerin ausser Acht gelassen worden. Überdies
  bestünden offenkundige Diskrepanzen zwischen dem Testergebnis und den
  Aussagen der zuständigen Lehrperson. Da die Lehrperson ihre Schlüsse aus den
  über längere Zeit beobachteten Interaktionen gezogen habe, sei ihr ein erhöhtes
  Vertrauen zu schenken. Gestützt darauf sei die Beschwerdeführerin als bildungsungewohnt
  einzustufen, weshalb keine IV-Relevanz ausgewiesen und folglich auch kein
  Anspruch auf berufliche Massnahmen gegeben sei.

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1
  Die aus […] stammende
  Beschwerdeführerin reiste am 2. Juli 2013 in die Schweiz ein und besitzt den
  Status eines anerkannten Flüchtlings. Im Anmeldeformular für Minderjährige
  vom 23. September 2014 führte sie aus, dass sie zur Zeit die Integrationsklasse
  […] besuche. Mittels einer schulpsychologischen Abklärung im Mai 2014 sei bei
  ihr ein IQ festgestellt worden, welcher IV-relevant sei. Das Absolvieren
  ihrer Ausbildung sei deshalb nur mit Unterstützung der Invalidenversicherung
  möglich.

  
	
   

  
	
  5.2 Im schulpsychologischen Bericht vom 28. August 2014
  stellte D.______, Fachpsychologin für Kinder und Jugendliche FSP des
  schulpsychologischen Dienstes des Kantons Glarus, bei der Beschwerdeführerin
  den Befund einer starken Lernbehinderung. Sie arbeite konzentriert, schäme
  sich aber manchmal, wenn sie eine Aufgabe nicht lösen könne. Hinzu komme,
  dass ihr das kausale Denken schwer falle und das Schlussfolgern noch nicht in
  ihrem Denken verankert sei. Auch das Bilderlesen sei nicht selbstverständlich.
  Diesbezüglich falle es ihr schwer ein Muster zu erfassen. Mittels des SON-R
  6-40 Tests, einem nonverbalen Intelligenztest für Menschen zwischen 6 und 40
  Jahren, habe man einen IQ von 66 feststellen können. Dies entspreche einem
  stark unterdurchschnittlichen Wert. Das Profil sei relativ ausgeglichen und
  die Resultate der denk- und handlungsorientierten Tests würden sich nicht
  signifikant unterscheiden. Sie könne im Tausender addieren, sofern die
  Sprünge nicht allzu gross seien. Dies rechne sie allerdings noch zählend, was
  auch auf das kleine Einmaleins zutreffe. Sie lerne fleissig Deutsch. Ihr
  Wortschatz sei noch klein und beim SON-R 6-40 Test habe sie trotz einfach
  gehaltenen Erklärungen oft lange, bis sie wisse, was sie tun müsse. Über das
  Visuelle könne sie die Aufgabenstellung nicht erschliessen. Möglicherweise
  fehle ihr die diesbezügliche Erfahrung, da sie noch nie eine Schule besucht
  habe. Sie benötige noch viel Unterstützung beim Erlernen des
  Schulbasisstoffes. Wieweit ihre eigentlichen intellektuellen Fähigkeiten mit
  dem Resultat des SON-R 6-40 Tests übereinstimmen würden, werde sich in
  Zukunft zeigen. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass die fehlende
  Schulerfahrung einen Einfluss auf das tiefe Resultat habe. Dennoch benötige
  sie eine geschützte Ausbildungsstätte, welche über die Invalidenversicherung
  laufen sollte.

  
	
   

  
	
  5.3 Am 9. Oktober 2014 nahm Dr. C.______ zur
  Leistungsüberprüfung im Rahmen von Art. 16 IVG Stellung. Dabei führte er aus,
  dass es noch zu viele Unklarheiten gebe. Die Beschwerdeführerin lebe erst
  seit Dezember 2013 in der Schweiz, weshalb sich die Frage nach den
  sprachlichen Fähigkeiten stelle. Ferner liege nur eine rudimentäre Abklärung
  der kognitiven Fähigkeiten vor. Es könne sich hierbei schnell um ressourcenintensive
  Massnahmen handeln und sich darüber hinaus zu einem Präzedenzfall entwickeln.
  Es sei deshalb zu empfehlen, das weitere Vorgehen im Rahmen eines kick-offs
  mit dem Hausarzt, der Eingliederungsverantwortlichen, der Sachbearbeiterin
  und dem RAD zu besprechen.

  
	
   

  
	
  5.4
  

  
	
  5.4.1
  Im Assessmentbericht der
  IV-Berufsberatung hielt die Beschwerdegegnerin am 5. Januar 2015 fest,
  dass ein IV-relevanter Gesundheitsschaden der Beschwerdeführerin stark
  angezweifelt werde. Dies wegen ihren anlässlich des SON-R 6-40 Test erstellten
  Zeichnungen und weil dieser Test ein Verfahren sei, welches sich besonders
  zur Untersuchung der kognitiven Fähigkeiten kommunikativ behinderter Kinder
  und Erwachsener (einschliesslich Hörgeschädigte bzw. Gehörlose und Personen
  mit Störungen in der Sprachentwicklung) eigne, die in Europa geboren und
  aufgewachsen seien.

  
	
   

  
	
  5.4.2
  Am 7. Januar 2015 äusserte sich
  eine Lehrperson des Glarner Brückenangebotes telefonisch dahingehend, dass
  sie die als Analphabetin in die Schweiz eingereiste Beschwerdeführerin fünf
  Wochen unterrichtet und sie nun an das Schulhaus […] weitervermittelt habe.
  In dieser Institution würden ihr die wesentlichen Kulturtechniken vermittelt
  mit dem Ziel, das Niveau einer Viertklässlerin zu erlangen und den Übertritt
  in die fünfte Klasse zu erreichen. Sie sei allerdings nicht als Invalide zu
  bezeichnen, vielmehr sei sie als bildungsungewohnt einzustufen.

  
	
   

  
	
  5.4.3 Am 24. Februar 2015 konnte ein Gespräch zwischen
  der Beschwerdeführerin, ihrer Mutter, einer Dolmetscherin, der
  Beschwerdegegnerin, den Sozialen Diensten sowie dem RAD stattfinden. Dabei
  gelangte die Beschwerdegegnerin zum Schluss, dass die Beschwerdeführerin
  bildungsungewohnt und nicht invalide sei. Sie weise eine Intelligenz im
  Normalbereich auf und sei körperlich sensibel. Die gleichentags erfolgte
  interne Abklärung habe sodann ergeben, dass sie die Integrationsklassenlehrerin
  im April 2014 nicht bei der Fachstelle Sozialpädagogik mit dem Resultat des
  SON-R 6-40 Test angemeldet habe. Dies spreche gegen eine Behinderung.

  
	
   

  
	
  5.5
  Auf Anfrage der Sozialen Dienste,
  Stützpunkt Mitte, hin bemerkte Dr. E.______, Chefarzt des Kinder- und
  Jugendpsychiatrischen Dienstes […] (KJPD), am 21. Juli 2015, dass er keinen
  Grund dafür sehe, weshalb die Beschwerdegegnerin den SON-R 6-40 Test nicht
  akzeptiere. Es sei der einzig sinnvolle Test für diesen Fall. Der KJPD würde
  sich bei einer ähnlichen Fragestellung auf diesen Test stützen. Darüber
  hinaus machte Dr. E.______ verschiedene Ausführungen zum Einsatzbereich, dem
  Verfahren, der Zuverlässigkeit, der Gültigkeit, den Normen sowie der
  Bearbeitungsdauer des SON - R 6-40 Tests. Diese Informationen sind
  mit den Angaben der Testzentrale identisch, bei welcher man den Test erwerben
  kann.

  
	
   

  
	
  5.6
  Am 27. Juli 2015 führte F.______,
  Sozialversicherungsfachfrau des Bundesamtes für Sozialversicherungen,
  gegenüber den Sozialen Diensten, Stützpunkt Mitte, aus, dass die
  Beschwerdegegnerin im Rahmen des Offizialgrundsatzes verpflichtet sei, jede
  mögliche Massnahme genau abzuklären. Sie gehe, ohne den Fall zu kennen, davon
  aus, dass Letztere dies getan habe und ihren Entscheid auf fachgerechte
  Abklärungen stütze. Des Weiteren sei bei einem IQ unter 70 in der Regel von
  einer verminderten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Es sei jedoch stets eine Einzelfallprüfung
  hinsichtlich der Auswirkungen auf das Verhalten, die berufliche Tätigkeit,
  die normalen Tätigkeiten des täglichen Lebens sowie das soziale Umfeld vorzunehmen.
  Bei der Kostenübernahme für eine erstmalige berufliche Ausbildung seien
  verschiedene Kriterien zu erfüllen. So müsse die versicherte Person unter
  anderem in der Lage sein eine Ausbildung abzuschliessen, was mit einem IQ von
  60 fraglich sei. 

  
	
   

  
	
  6.

  
	
  Vorliegend
  ist von Interesse, ob die Beschwerdeführerin an einer invalidisierenden Minderintelligenz
  leidet oder ob sie als bildungsungewohnt einzustufen ist, wovon die Beschwerdegegnerin
  ausgeht.

  
	
   

  
	
  6.1 Die Beschwerdegegnerin bringt vor, dass nicht auf
  das Ergebnis des SON-R 6-40 Tests abzustellen sei, weil der Test für die
  Intelligenzbewertung der Beschwerdeführerin ungeeignet sei. Er sei auf
  Exploranden zugeschnitten, welche in Europa geboren seien, was vorliegend
  nicht zutreffe. Dieser Ansicht widerspricht Dr. E.______. So sehe er keinen
  Grund dafür, weshalb die IV-Stelle den Test nicht akzeptiere. Auch er nutze
  den SON-R 6-40 Test in ähnlich gelagerten Fällen, was durchwegs plausibel und
  nachvollziehbar erscheint. So wird beim SON-R 6-40 Test die Sprachkomponente
  vernachlässigt, weshalb er offensichtlich besser auf Personen mit
  Migrationshintergrund oder mit sonstigen sprachlichen Schwierigkeiten zugeschnitten
  ist, als Tests, bei welchen die Sprachkomponente miteinfliesst. Anderweitiges
  legt die Beschwerdegegnerin nicht substantiiert dar. Zudem ergibt sich weder
  aus der einschlägigen Literatur noch aus der Rechtsprechung, in welchem
  Verfahren eine etwaige Minderintelligenz zu testen ist bzw. welches
  Testverfahren für welchen Exploranden geeignet erscheint. Hingegen lässt sich
  etwa aus dem Infobrief Schulpsychologie BW des Ministeriums für Kultus,
  Jugend und Sport von Baden-Württemberg vom Februar 2014 entnehmen, dass der
  SON-R 6-40 Test in einem Bundesland in Deutschland Anwendung findet.
  Demgemäss eigne er sich durch seinen sprachfreien Charakter unter anderem zur
  Untersuchung kommunikativ behinderter Kinder und Erwachsener. Darüber hinaus
  biete sich die Anwendung bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen, mit einer
  Intelligenzminderung oder schwer zu testenden Kindern an sowie bei Migranten.
  Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, weshalb das Testergebnis des
  schulpsychologischen Dienstes gänzlich ausser Acht gelassen werden sollte.
  Diesbezüglich äusserte sich auch weder die Beschwerdegegnerin noch der RAD zu
  allfälligen alternativen Testmethoden.

  
	
   

  
	
  6.2 Der SON-R 6-40 Test ergab bei der
  Beschwerdeführerin einen IQ von 66, was aber nicht ohne Weiteres den Schluss
  auf eine anspruchsbegründende Minderintelligenz zulässt. Zwar gilt ein IQ von
  weniger als 70 im medizinischen Sinne als vermindert (vgl. BGer-Urteil
  8C_861/2014 vom 16. März 2015 E. 4.2, mit Hinweisen) und es ist in der Regel
  auch von einer verminderten Arbeitsfähigkeit auszugehen. Damit ist die Beschwerdegegnerin
  aber nicht von einer Einzelfallprüfung entbunden, da auch bei einem IQ von
  knapp unter 70 in jedem Fall abzuklären ist, wie sich die
  Intelligenzminderung auf das Verhalten, auf die berufliche Tätigkeit, das
  tägliche Leben und das soziale Umfeld auswirkt (vgl. IV-Rundschreiben Nr. 236
  vom 21. März 2006), was auch das Bundesamt für Sozialversicherungen gegenüber
  der Beschwerdeführerin erklärte. Des Weiteren ist bei einer solchen Abklärung
  die Gesamtheit der gesundheitlichen Beeinträchtigungen massgebend, weshalb
  nicht einzig auf den IQ abgestellt werden darf (BGer-Urteil 9C_611/2014 vom
  19. Februar 2015 E. 5.1). Eine solche Überprüfung, zu welcher der
  niedrig gemessene IQ genügend Anlass gibt, lässt sich den Akten nicht
  entnehmen. Demgemäss wäre eine umfassende Prüfung grundsätzlich nachzuholen
  und es wäre unter anderem abzuklären, ob ein geschützter Ausbildungsrahmen
  erforderlich ist.

  
	
   

  
	
  6.3
  Die Beschwerdegegnerin ging im vorliegenden Fall davon aus, der medizinische
  Sachverhalt sei gestützt auf die Aussage einer
  Lehrperson des Glarner Brückenangebotes und auf die Berichterstattung von Dr.
  C.______ genügend abgeklärt. Dem kann nicht gefolgt werden. So führte
  Letzterer am 9. Oktober 2014 aus, dass es im vorliegenden Sachverhalt
  noch zu viele Unklarheiten gebe. Das weitere Vorgehen müsse deshalb
  besprochen werden. Aktenkundig fand ein solches Gespräch am 24. Februar 2015
  statt. Jedoch lässt sich den Akten bis auf die pauschale Schlussfolgerung,
  die Beschwerdeführerin sei bildungsungewohnt, nichts entnehmen. Ferner
  berichtete die Fachpsychologin zwar, dass eine fehlende Schulerfahrung
  Auswirkungen auf den niedrigen IQ haben könne. Dies erachtete sie jedoch nur
  als möglich und keineswegs als gegeben.

  
	
   

  
	
  Es
  kann somit nicht ohne Weiteres davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdeführerin
  ausschliesslich bildungsungewohnt ist und keine IV-relevante
  Minderintelligenz aufweist. Indem die Beschwerdegegnerin gestützt auf eine
  telefonische Aussage einer ehemaligen Lehrperson und die
  Kurzberichterstattung von Dr. C.______ dennoch von einer genügenden
  Intelligenz ausging, genügte sie der ihr obliegenden Abklärungspflicht nicht.
  Hinzu kommt, dass die Beschwerdegegnerin zumindest implizit selbst
  vorbrachte, der Sachverhalt sei nicht ausreichend abgeklärt. So beurteilte
  sie das Ergebnis des SON-R 6-40 Test nämlich aus dem Grund als ungenügend,
  weil nur rudimentäre kognitive Fähigkeiten geprüft worden seien. Damit
  erkannte sie selbst, dass keine genügende Gesamtbeurteilung sämtlicher
  Fähigkeiten vorgenommen wurde. Schliesslich bemerkte die Beschwerdeführerin
  zu Recht, dass die Abklärung der Intelligenzminderung durch einen Rheumatologen
  als fragwürdig erscheint, zumal der RAD Fachärzte für Pädiatrie sowie
  Neurologen zur Verfügung hat. Umso mehr gilt dies für die durch medizinisch ungeschulte
  Mitarbeitende der Beschwerdegegnerin getroffenen eigenen Schlussfolgerungen.

  
	
   

  
	
  6.4 Zusammengefasst ergibt sich unter Berücksichtigung
  all dieser Umstände, dass ein abschliessender materieller Entscheid aufgrund
  der vorhandenen Akten nicht möglich ist. Die Beschwerdegegnerin ist zu
  verpflichten, eine Einzelfallprüfung vorzunehmen und die gesamten
  medizinischen Umstände fachärztlich abklären zu lassen. Gestützt darauf muss
  sie sich darüber äussern können, wie sich die allfälligen Beeinträchtigungen
  im täglichen Leben und auf einen allfälligen Beruf hin zeigen und ob der
  Gesundheitszustand berufliche Eingliederungsmassnahmen erfordert. Damit
  allfällige Einschränkungen und die Voraussetzungen für berufliche Massnahmen
  zuverlässig beurteilt werden können, erweist sich nach dem Dargelegten ein
  überzeugendes Gutachten als notwendig. Da die Beschwerdegegnerin bisher keine
  medizinische Gesamtbeurteilung in Auftrag gab, erweist sich die Rückweisung
  der Sache an die Beschwerdegegnerin auch unter Berücksichtigung der aktuellen
  Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 137 V 210
  E. 4.4.1.4) als geboten, zumal die Beschwerdeführerin selbst in ihrem
  Eventualantrag die Rückweisung der Sache an die Beschwerdegegnerin beantragt.
  Die Beschwerdegegnerin ist dazu gehalten, umgehend die notwendige
  versicherungsexterne Begutachtung der Beschwerdeführerin einzuleiten.

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die
  Beschwerde teilweise gutzuheissen. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom
  8. Juli 2015 ist aufzuheben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die
  Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  Nach Art. 134 Abs. 1 lit.
  c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1986 (VRG) i.V.m.
  Art. 69 Abs. 1bis IVG hat die Partei, welche im Beschwerdeverfahren
  unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen. Entsprechend dem Ausgang des
  Verfahrens sind die Gerichtskosten von pauschal Fr. 600.- der Beschwerdegegnerin
  aufzuerlegen. Sie ist überdies zu verpflichten, der Beschwerdeführerin eine
  Parteientschädigung von Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen (Art.
  1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über
  den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000
  [ATSG]).

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Gemäss
  Art. 139 Abs. 1 VRG befreit die
  Behörde eine Partei, der die Mittel fehlen, um neben dem Lebensunterhalt für
  sich und ihre Familie die Verfahrenskosten aufzubringen, auf Gesuch hin ganz
  oder teilweise von der Kosten- und Vorschusspflicht, sofern das Verfahren
  nicht aussichtslos ist. Unter denselben Voraussetzungen weist sie der Partei
  auf Gesuch hin oder von Amtes wegen einen Anwalt als Rechtsbeistand zu,
  sofern ein solcher für die gehörige Interessenwahrung erforderlich ist (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. f ATSG
  und Art. 139 Abs. 2 VRG). Der Nachweis der Bedürftigkeit obliegt nach
  Art. 139 Abs. 3 VRG der gesuchstellenden Partei.

  
	
   

  
	
  2.2 Da die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin
  aufzuerlegen sind, ist das Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der
  unentgeltlichen Prozessführung als gegenstandslos geworden abzuschreiben.

  
	
   

  
	
  2.3 Die Beschwerdeführerin beantragt zudem die Gewährung der unentgeltlichen
  Rechtsverbeiständung. Als Empfängerin
  von Sozialhilfe hat sie ohne Weiteres als mittellos zu gelten. Da sie
  vorliegend obsiegt, sind ihre Begehren nicht aussichtslos. Daneben erweist
  sich der Beizug eines Rechtsbeistands als erforderlich. Folglich ist ihr Gesuch
  um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung gutzuheissen und ihr in
  der Person von Rechtsanwalt B.______ ein unentgeltlicher Rechtsbeistand zu
  bestellen. Dieser ist mit Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen.
  Daran ist die Parteientschädigung seitens der Beschwerdegegnerin in gleicher
  Höhe anzurechnen.

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Gegen
  den vorliegenden Zwischenentscheid steht die Beschwerde in
  öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht nur unter den
  Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni
  2005 (BGG) offen.

  
	
  Demgemäss beschliesst die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Das
    Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung
    wird als gegenstandslos geworden abgeschrieben.

    
	
    2.

    	
    Das
    Gesuch der Beschwerdeführerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung
    wird gutgeheissen. Ihr wird in der Person von Rechtsanwalt B.______ ein
    unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt.

    
	
    3.

    	
    Der Rechtsbeistand wird zu Lasten der Gerichtskasse
    mit Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) entschädigt. Daran angerechnet
    wird die Parteientschädigung seitens der Beschwerdegegnerin in gleicher
    Höhe.

    

  und erkennt sodann:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin
    vom 8. Juli 2015 wird aufgehoben und die Sache wird im Sinne der Erwägungen
    an diese zurückgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Der
    Beschwerdegegnerin wird eine pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 600.- auferlegt.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin innert
    30 Tagen nach Rechtskraft dieses Entscheids eine Parteientschädigung
    von Fr. 2'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]