# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** b95ec9eb-0b2b-5022-8fea-0a220124b563
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-10-19
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 19.10.2009 UV 2008/91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-91_2009-10-19.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/91

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 27.04.2020

Entscheiddatum: 19.10.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2009
Art. 43 und 46 ATSG, Art. 6, 10 und 16 UVG: Die vorliegenden (medizinischen) 
Unterlagen, darunter v.a. Stellungnahmen beratender Ärzte der 
Beschwerdegegnerin, genügen nicht, um über den natürlichen 
Kausalzusammenhang zu entscheiden. Auch die Adäquanzprüfung, die 
wahrscheinlich nach der Schleudertrauma-Praxis von BGE 134 V 109 zu 
erfolgen hat, kann nicht vorgenommen werden, da verschiedene Unterlagen 
fehlen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. 
Oktober 2009, UV 2008/91).

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichter Martin Rutishauser und Franz 

Schlauri; Gerichtsschreiberin Vera Holenstein Werz

Entscheid vom 19. Oktober 2009

in Sachen

L.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Fabienne Brandenberger-Amrhein, 

Kirchstrasse 24a, Postfach 1332, 8580 Amriswil,

gegen

AXA Versicherungen AG, General Guisan-Str. 40, Postfach 357, 8401 Winterthur,

Beschwerdegegnerin,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

L.___, geboren 1947, war seit 1. September 1997 als Pflegeassistentin im A.___ 

angestellt und dadurch bei den AXA Versicherungen AG (AXA; früher AXA Winterthur 

Schweizerische Versicherungs-Gesellschaft und davor Winterthur Versicherungen) 

obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen versichert (UV-act. 1). Bereits am 

27. Dezember 2001 hatte die Versicherte bei einem Auffahrunfall ein HWS-

Schleudertrauma erlitten. Damals waren neben den akuten Beschwerden in Form von 

reissenden Kopf- und Nackenschmerzen sowie Verspannungen der Schulter- und 

Nackenmuskulatur auch erhebliche degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule 

auf der Höhe C6/7 festgestellt worden (UV-act. M1 f. zum Unfall vom 27. Dezember 

2001). Unter manueller und myofaszialer Behandlung bei Dr. med. B.___, Facharzt für 

Allgemeinmedizin FMH, hatte die Arbeitsfähigkeit der Versicherten innerhalb von zwei 

Monaten wieder gänzlich hergestellt werden können und waren weitere Behandlungen 

ab April 2002 nur noch bei Verschlechterungen nötig (UV-act. M7 zum Unfall vom 

27. Dezember 2001). Im Spätsommer 2003 wurde eine Serie von vier Behandlungen 

bei Dr. B.___ wegen eines Rezidivs durchgeführt (nicht nummerierte Berichte Dr. B.___ 

vom 5. September und 27. Oktober 2003 zum Unfall vom 27. Dezember 2001).

B.       

B.a   Am Abend des 12. September 2005 hielt die Versicherte ihren Personenwagen an, 

um bei einer Verengung der Strasse mittels Betonblöcken, den Gegenverkehr 

passieren zu lassen. Der nachfolgende Fahrzeuglenker wurde von der untergehenden 

Sonne geblendet, konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und fuhr auf ihr Heck auf (UV-

act. A8). Unmittelbar nach dem Unfall zitterte sie am ganzen Körper und war sehr 

nervös. Am folgenden Morgen weckten sie starke Nackenschmerzen, die sich bis zum 

Hinterkopf erstreckten, sowie ein "Hämmern" bis gegen die Augen. Weiter plagte sie 

ein Ohrensausen. Sie konnte nicht arbeiten gehen. Innerhalb eines Tages nach der 

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Kollision trat Schwindel und später auch Übelkeit auf (Fragebogen zur 

Beschwerdeanamnese, Beilage zu UV-act. A8). Da für den 15. September 2005 wegen 

einer Blasenentzündung bereits eine Konsultation bei ihrem Hausarzt, Dr. med. C.___, 

Facharzt für Allgemeinmedizin FMH, vereinbart war, wartete die Versicherte mit dem 

Arztbesuch bis dahin zu (UV-act. A8). Der Hausarzt diagnostizierte ein 

posttraumatisches Cervikalsyndrom, verschrieb Medikamente, einen Halskragen und 

Schonung und attestierte volle Arbeitsunfähigkeit (UV-act. M1 f.). Am 10. Oktober 2005 

nahm Dr. B.___ auf Verordnung durch Dr. C.___ die manuelle und myofasziale 

Behandlung der Versicherten auf. Im Bericht vom 17. Oktober 2005 hielt er massive 

zervikale Schmerzen, Kopfschmerzen, Nausea, Tinnitus und Konzentrationsprobleme 

fest und stellte der Versicherten eine gute Prognose. Seine Röntgenaufnahmen 

bestätigten die "leichte Osteochondrose C6/7 wie bereits vor einigen Jahren" (UV-act. 

M3). Die spezialärztliche Abklärung unbekannten Datums bei Dr. med. D.___, Facharzt 

für Oto-Rhino-Laryngologie FMH, ergab ausser beidseits positivem Rinne-Versuch 

einen unauffälligen ORL-Status. Den beidseitigen Tinnitus von 8 kHz mit 16 dB 

bezeichnete Dr. D.___ als nicht sehr laut und damit auch nicht sehr störend. Er empfahl 

die Weiterführung der Therapie mit Betaserc durch den Hausarzt und eine erneute 

Zuweisung, sollten die Beschwerden anhalten (UV-act. M8).

B.b   Da sich die körperlichen Leiden kaum veränderten und zunehmend psychische 

Symptome auftraten, verschrieb Dr. C.___ am 16. November 2005 neben der 

bisherigen Behandlung ein Antidepressivum und eine Abklärung im 

sozialpsychiatrischen Dienst (UV-act. M5). Vom Unfall bis Ende Dezember 2005 war die 

Versicherte gänzlich arbeitsunfähig, Januar und Februar 2006 wurde ihr eine 

Arbeitsfähigkeit von 25% attestiert. Der beratende Arzt der AXA, Dr. med. E.___, 

Facharzt für Innere Medizin FMH, nahm telefonisch Kontakt mit den behandelnden 

Ärzten Dr. B.___ und Dr. C.___ auf. Im Bericht vom 1. März 2006 hielt er fest, dass 

beide Ärzte der Versicherten eine gute Prognose stellten. Deren frühere Tätigkeit im 

Nachtdienst schätzten sie als günstiger für die Heilung ein als die körperlich 

belastendere Arbeit im Tagesdienst, die sie jetzt nach dem Unfall zu 25% verrichte und 

nur unter Einnahme von entzündungshemmenden und schmerzlindernden 

Medikamenten in hoher Dosierung ausüben könne. Dr. B.___ empfahl eine 

Arbeitsplatzanalyse und allenfalls das Gespräch mit der Heimleitung, um das 

optimalere Prozedere für die Versicherte zu finden. Er zeigte sich dennoch 

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zuversichtlich, dass diese ihre Arbeitsfähigkeit ab 1. März 2006 auf 50% steigern 

könnte (UV-act. M7). Hauptsächlich aus psychiatrischen Gründen fiel die 

Arbeitsfähigkeit der Versicherten von 50% ab 1. März 2006 ab 16. März 2006 wieder 

dahin (UV-act. M9 und A12). Ab diesem Datum ging sie zu Dr. med. F.___, Fachärztin 

für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, in die Gesprächstherapie (UV-act. M11, 

A16 f.). Im Gespräch der Unfallversicherung mit der Arbeitgeberin vom 21. März 2006 

bestätigte die Heimleitung die Schwierigkeiten der Versicherten während ihrer 

Arbeitstätigkeit von Januar bis Mitte März 2006. Neben einem Stellenbeschrieb wurde 

der Versicherung auch eine Gesprächsnotiz vom 18. Oktober bzw. 21. November 2005 

ausgehändigt, wonach der Arbeitnehmerin mitgeteilt worden war, dass ihre Stelle aus 

betriebswirtschaftlichen Gründen neu besetzt werde (UV-act. A12 und Beilagen). - Auf 

Veranlassung der behandelnden Psychiaterin machte die Versicherte ab 12. Juni 2006 

einen therapeutischen Arbeitseinsatz von 20%. Dieser musste jedoch nach zwei 

Wochen wieder abgebrochen werden (UV-act. M11, A16 f. und A20).

B.c   Am 15. August 2006 führte Dr. B.___ am Telefon mit dem Sachbearbeiter der 

Unfallversicherung aus, die Versicherte reagiere plötzlich besser auf seine Therapie. Er 

gehe davon aus, dass die Behandlung bei Dr. F.___ die psychischen Blockaden 

langsam löse. In absehbarer Zeit könne auch nach Meinung der Versicherten an eine 

Wiederaufnahme der Arbeit gedacht werden. Problematisch sei diesbezüglich, dass sie 

unfallfremd an einer schweren Hüftarthrose leide, welche möglichst bald operativ 

angegangen werden müsse (UV-act. A21). Dr. F.___ ging im Kurzbericht vom 

14. November 2006 bei nicht wesentlich verändertem psychischem 

Gesundheitszustand der Versicherten von einer (theoretischen) Arbeitsfähigkeit von ca. 

20% ab 31. August 2006 aus (UV-act. M14). Die Hüftoperation mit Implantation einer 

Totalprothese erfolgte am 30. November 2006 (UV-act. M15). Dr. med. G.___, Facharzt 

für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparats FMH, 

bestätigte der Unfallversicherung am 25. Januar 2007, dass nach der Hüftoperation bei 

körperlich belastender Tätigkeit (zum Beispiel Pflegeberufe) mit einer vollen 

Arbeitsunfähigkeit von mindestens drei Monaten zu rechnen sei. Allenfalls müsste diese 

auch verlängert werden. Anschliessend bestehe für ein bis zwei Monate meistens 

Teilarbeitsunfähigkeit und insgesamt meist nach sechs Monaten wieder volle 

Arbeitsfähigkeit (UV-act. M17).

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B.d   Das A.___ teilte der AXA am 13. Februar 2007 telefonisch mit, dass man nach 

reiflicher Überlegung zum Schluss gekommen sei, das Arbeitsverhältnis mit der 

Versicherten per Ende Mai 2007 aufzulösen (UV-act. A33). Aus dem 

Kündigungsschreiben vom 22. Februar 2007 bzw. 4. Mai 2007 sowie dem Schreiben 

der Arbeitgeberin vom 7. September 2007 geht hervor, dass die Kündigung per Ende 

September 2007 wirksam wurde (act. G 1.1/10b; UV-act. A44 und A56).

B.e   Am 23. April 2007 berichtete Dr. F.___ der Unfallversicherung, die Versicherte 

habe die Hüftgelenksoperation gut überstanden und sei von daher kaum noch 

beeinträchtigt. Auch der psychische Zustand habe sich weitgehend gebessert (UV-act. 

M19). Dr. B.___ führte im Bericht vom 30. April 2007 als aktuelle Befunde zervikale 

Verspannungen zufolge Myogelosen nach HWS-Distorsion, Konzentrationsstörungen 

und Zerstreutheit an (UV-act. M20). Bezogen auf die Folgen des Hüftleidens ging 

Dr. G.___ im Bericht vom 1. Mai 2007 von voller Arbeitsunfähigkeit vom 29. November 

2006 bis 31. März 2007 und von 50%iger vom 1. April bis 31. Mai 2007 mit 50% 

Präsenz bei voller Leistung aus und hielt fest, dass die Patientin im angestammten 

Beruf diesbezüglich wieder voll arbeitsfähig werde (UV-act. M21).

C.       

C.a   Die AXA legte die Akten Dr. E.___ zur Stellungnahme vor. Dieser kam im Bericht 

vom 18. Mai 2007 zum Schluss, der natürliche Kausalzusammenhang sei nach seinem 

Dafürhalten nicht mehr gegeben und der Status quo ante / quo sine, bezogen auf die 

HWS-Kontusion, per Ende 2006 erreicht (UV-act. M22). Dr. med. H.___, Facharzt für 

Psychiatrie und Psychotherapie FMH, nahm als beratender Psychiater der 

Unfallversicherung aufgrund der Akten am 14. Juni 2007 schriftlich Stellung. Er hielt 

fest, die psychischen Beschwerden der Versicherten hätten ab Juni 2006 im 

Vordergrund gestanden, für die volle Arbeitsunfähigkeit schon ab 16. März 2006.

C.b   Gestützt auf diese Berichte gewährte die AXA der Versicherten bzw. deren 

Rechtsvertreterin Ende Juni 2007 mündlich und am 17. Juli 2007 schriftlich das 

rechtliche Gehör zur geplanten Einstellung der Versicherungsleistungen per 1. Juli 2007 

(UV-act. A44 und A47). Dazu nahm diese mit Schreiben vom 23. August 2007 Stellung 

(UV-act. A51). Am 12. September 2007 verfügte die AXA die Einstellung der 

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Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung per 30. Juni 2007 

(UV-act. A57). Dagegen liess die Versicherte am 16. Oktober 2007 Einsprache erheben 

(UV-act. A62). Die Unfallversicherung holte beim beratenden Arzt, Dr. med. I.___, 

Facharzt für Chirurgie FMH, eine schriftliche Stellungnahme zu den medizinischen 

Akten ein, die dieser am 22. Mai 2008 abgab (UV-act. M24 f.). Am 29. Mai 2008 nahm 

Dr. I.___ zusätzlich zum interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 4. Dezember 2007 

Stellung, welches die IV-Stelle des Kantons St. Gallen in Auftrag gegeben hatte (UV-

act. M26 f.). In dessen Rahmen war durch J.___, Eidg. Facharzt für Psychiatrie und 

Psychotherapie FMH, am 3. Oktober 2007 ein psychiatrisches Konsiliargutachten 

verfasst worden. Die MEDAS-Gutachter empfahlen die Weiterführung der 

psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapie und verneinten aus 

rheumaorthopädischer Sicht die Indikation für weitere Therapien. Gestützt auch auf 

diese zusätzlichen medizinischen Unterlagen wies die AXA die Einsprache mit 

Entscheid vom 9. Juli 2008 ab.

D.       

D.a   Dagegen richtet sich die Beschwerde vom 8. September 2008 mit den Anträgen, 

der Einspracheentscheid vom 9. Juli 2008 sowie die Verfügung vom 12. September 

2007 seien aufzuheben und es seien der Beschwerdeführerin ab 1. Juli 2007 die 

gesetzlich geschuldeten Leistungen weiterhin zu erbringen; eventualiter seien der 

Einspracheentscheid vom 9. Juli 2008 sowie die Verfügung vom 12. September 2007 

aufzuheben und es sei die Angelegenheit zur Vornahme weiterer Abklärungen an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge zu 

Lasten der Beschwerdegegnerin. Zur Begründung wird angeführt, es sei nicht 

rechtsgenüglich nachgewiesen, dass der natürliche Kausalzusammenhang weggefallen 

sei, da die Ausführungen der beratenden Ärzte aus mehreren Gründen nicht 

beweistauglich seien und den Berichten der behandelnden Ärzte die Beweistauglichkeit 

zu Unrecht abgesprochen werde. Es habe sich um einen schweren Unfall gehandelt 

und die Adäquanz sei nach der Schleudertrauma-Praxis von BGE 134 V 109 zu prüfen 

und nicht nach derjenigen bei psychischer Fehlentwicklung mit Krankheitswert gemäss 

BGE 115 V 133, da die psychische Symptomatik nicht nachweislich im Vordergrund 

gestanden habe. Die Adäquanz sei gegeben, da fünf der sieben einschlägigen Kriterien 

erfüllt seien.

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D.b   Mit Beschwerdeantwort vom 12. Dezember 2007 beantragt die 

Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Sie entgegnet 

die Kritik an den Stellungnahmen der beratenden Ärzte und hält fest, der natürliche 

Kausalzusammenhang sei spätestens per Ende 2006 nicht mehr gegeben. Es sei 

aufgrund der medizinischen Akten klar, dass die psychische Problematik im 

Vordergrund stehe und die Adäquanz nach der Praxis bei psychischer Fehlentwicklung 

zu prüfen sei. Es habe sich um einen mittelschweren Unfall an der Grenze zu den 

leichten gehandelt und kein einziges Adäquanzkriterium sei erfüllt, auch nicht nach der 

Schleudertrauma-Praxis.

D.c   Mit Replik vom 12. Februar 2009 und Duplik vom 30. März 2009 halten die 

Parteien an ihren Standpunkten fest. Auf die Begründungen in den einzelnen 

Rechtsschriften sowie den Inhalt der weiteren Akten wird, soweit entscheidnotwendig, 

in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.        

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht die 

Versicherungsleistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung für die Folgen des 

Unfalls vom 12. September 2005 per 30. Juni 2007 eingestellt hat.

2.         

2.1    In erster Linie ist streitig, ob im Einstellungs- bzw. Beurteilungszeitpunkt noch ein 

natürlicher Kausalzusammenhang der Beschwerden zum Unfall vom 12. September 

2005 bestand. Die Beschwerdegegnerin hat die einschlägigen rechtlichen Grundlagen 

im Einspracheentscheid zutreffend dargelegt (Erwägung 2.3 1. Absatz). Darauf kann 

verwiesen werden. Zu ergänzen ist, dass die anerkannte Leistungspflicht des 

Unfallversicherers erst entfällt, wenn der Unfall nicht die natürliche und adäquate 

Ursache des Gesundheitsschadens darstellt, wenn also Letzterer nur noch und 

ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder 

der (krankhafte) Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat 

(Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem 

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schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher 

oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist. Ebenso wie der 

leistungsbegründende natürliche Kausalzusammenhang muss das Dahinfallen jeder 

kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens mit 

dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad der überwiegenden 

Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein. Die blosse Möglichkeit, dass sich der Unfall 

nicht mehr ursächlich auswirkt, genügt nicht. Da es sich hierbei um eine 

anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die entsprechende Beweislast - anders 

als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang 

gegeben ist - nicht beim Versicherten, sondern beim Unfallversicherer. Bevor sich aber 

überhaupt die Frage der Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des 

Untersuchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären (Art. 43 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; 

SR 830.1]; SVR 2009 UV Nr. 3 E. 2.2 mit Hinweis).

2.2    Die Beschwerdegegnerin hatte die Kausalität der physischen und psychischen 

Beschwerden durch Übernahme der Behandlungskosten und vorbehaltlose 

Ausrichtung der Taggelder anerkannt (vgl. auch UV-act. A24). Nur die Hüftarthrose, 

deren Behandlung und die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit wurden 

unmissverständlich als unfallfremd von ihrer Leistungspflicht ausgeschlossen (UV-act. 

A21, A24 bis A26, A32 und A41). Im Einspracheentscheid vom 9. Juli 2008 stützte sich 

die Beschwerdegegnerin auf die Stellungnahmen ihrer beratenden Ärzte Dr. E.___, 

Dr. H.___ (zumindest indirekt) und Dr. I.___ ab und hielt fest, nach deren schlüssigen 

Ausführungen könne nur bis Ende 2006 vom Bestehen eines natürlichen 

Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfall und den Gesundheitsbeeinträchtigungen 

der Beschwerdeführerin ausgegangen werden. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 

Arztberichts ist nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung entscheidend, ob der 

Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 

auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der 

Anamnese abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 

Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und 

ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Fachperson begründet und 

nachvollziehbar sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit 

weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder 

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in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 

Inhalt (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232 und BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis). 

Auch den Berichten versicherungsinterner Ärztinnen und Ärzte kann 

rechtsprechungsgemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig 

erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine 

Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee S. 353f. mit 

Hinweis).

2.3    Die jüngsten Berichte der behandelnden Ärzte Dr. B.___ und Dr. F.___, welche die 

Beschwerdegegnerin vor Erlass der Verfügung vom 12. September 2007 einverlangt 

hatte, erlauben keinen klaren Schluss auf die natürliche Kausalität der weiterhin 

bestehenden Beschwerden zum Unfall vom 12. September 2005:

2.3.1           Dr. B.___ berichtete am 28. Februar 2007 (UV-act. M18) über die 

Weiterführung seiner Behandlung auch während der Rehabilitationsphase nach der 

Hüftoperation und hielt fest, die Patientin realisiere jetzt klar die Wirkung seiner 

Behandlung. Sie leide zurzeit noch oft an morgendlichen Kopfschmerzen und könne 

den Kopf nicht lange in der gleichen Haltung behalten. Er habe der Patientin zusätzlich 

isometrische Übungen instruiert und sie physiotherapeutisch kräftigen lassen. Leider 

seien noch emotionale (Aspekte) wie der Tod des Vaters hinzugekommen. Er erhoffe 

sich, dass nach Abschluss der Hüft-Rehabilitation eine langsame sukzessive 

Integration in den Arbeitsprozess vorgenommen werden könne. - In seinen Antworten 

vom 30. April 2007 (UV-act. M20) auf einen ausführlichen Fragekatalog der 

Beschwerdegegnerin hielt Dr. B.___ als Befund zervikale Verspannungen zufolge 

Myogelosen nach HWS-Distorsion, Konzentrationsstörungen und Zerstreutheit fest und 

diagnostizierte ein chronisches Zervikalsyndrom nach HWS-Distorsion. Die Frage nach 

unfallfremden Faktoren beantwortete er widersprüchlich: Einerseits verneinte er 

unfallfremde Faktoren, führte aber im zweiten Satz aus, die Patientin habe früher schon 

einmal einen Unfall gehabt und damals sehr gut auf die gezielte manuelle und 

myofasziale Behandlung angesprochen. Jetzt sei der Verlauf leider schleppend. 

Interessanterweise klage sie über Konzentrationsstörungen, die sich so auswirkten, 

dass sie immer wieder Termine verschwitze (…), obwohl die Behandlung jetzt 

besonders wichtig geworden wäre, da die Hüfte ja operiert sei und sie gehofft hätten, 

dass durch die verlängerte Rekonvaleszenz nach Hüftoperation der Nacken zur Ruhe 

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komme. Auf die Frage nach den medizinischen Gründen für die volle Arbeitsunfähigkeit 

antwortete der behandelnde Arzt, die Patientin habe ihre Arbeit wegen zunehmender 

Verschlechterung der Schmerzsituation nicht mehr aufnehmen können. Sie habe immer 

von den Behandlungen bei ihm profitiert, obwohl nicht mehr so durchgreifend wie vor 

einigen Jahren. Trotzdem seien psychosoziale Faktoren unübersehbar. Zu den Fragen 

nach der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit der Versicherten in ihrer beruflichen 

Tätigkeit als Pflegeassistentin/Pflegehilfe sowie in einer anderweitigen 

leidensangepassten Tätigkeit hielt Dr. B.___ ein Gutachten für fällig.

2.3.2           Dr. F.___ hielt in ihrem Bericht vom 23. April 2007 (UV-act. M19) neben 

einer weitgehenden Besserung des psychischen Zustands (und der Tatsache, dass ihre 

Patientin wegen der Hüfte kaum mehr Beeinträchtigungen verspüre) fest: "Frau L.___ 

klagt vor allen Dingen über eine rasche Ermüdbarkeit, Erschöpfungszustände bei 

körperlichen und geistigen Belastungen, Stimmungsschwankungen. Beeinträchtigt ist 

Frau L.___ vor allen Dingen durch Schmerzen beim Heben und Tragen von Lasten, bei 

schweren Hausarbeiten, wodurch Schwindel und Übelkeit ausgelöst werden. Daraufhin 

sei sie dann meistens recht depressiv, weil sie nicht mehr so leistungsfähig sei. Auch 

brauche sie längere Zeit um sich zu erholen." Weiter führte die behandelnde 

Psychiaterin physische Beeinträchtigungen an, die sie auf das Schleudertrauma 

zurückführte: Kopfweh, Schwindel und Schmerzzustände im Nackenbereich sowie 

Tinnitus. Neben der Weiterbehandlung mit Antidepressiva verwies sie auf die 

Hauptbehandlung durch den Hausarzt wegen der Folgen des Schleudertraumas.

2.3.3           Der jüngste Bericht von Hausarzt Dr. C.___ in den medizinischen Akten der 

Beschwerdegegnerin datiert bereits vom 25. Oktober 2006 (UV-act. M13). Er hatte 

damals festgehalten: "Frau L.___ erlitt im September 2005 einen Verkehrsunfall und 

zog sich dabei ein Zervikalsyndrom zu. Die Behandlung zieht sich wegen chronischer 

Nacken- und Kopfschmerzen in die Länge. Überlagert werden die Beschwerden durch 

psychosomatische Symptome, vorwiegend Angstzustände im Auto, aber auch 

Nervosität, Zittern und Konzentrationsstörungen. Durch die chronischen 

Nackenbeschwerden mit den geschilderten psychosomatischen Beschwerden 

entwickelte sich in der Folge ein depressiver Erschöpfungszustand." Neben den 

Behandlungen bei Dr. B.___ und Dr. F.___ führte der Hausarzt weiter aus, dass sich die 

Rehabilitation durch eine Arthrose der rechten Hüfte verzögere, wegen welcher der 

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Patientin in den nächsten Wochen eine Hüftprothese eingesetzt werde. Abschliessend 

hielt Dr. C.___ fest: "Aufgrund des beschriebenen chronischen Verlaufes ist eine 

Invalidisierung zu erwarten. Die Patientin wurde bei der IV angemeldet. Vorerst besteht 

immer noch eine vollständige Arbeitsunfähigkeit, eine Änderung dieser Beurteilung ist 

derzeit nicht abzusehen."

2.3.4           Soweit aus den Akten, die dem Gericht zur Verfügung stehen, ersichtlich 

ist, wurden Dr. C.___ und Dr. F.___ durch die Beschwerdegegnerin unmittelbar vor der 

Verfügung nicht (mehr) nach der Unfallkausalität gefragt. Dr. B.___ verwies (im 

Zusammenhang mit der Arbeitsunfähigkeit der Beschwerdeführerin) auf eine 

Begutachtung und äusserte sich, wie ausgeführt (Erwägung 2.3.1), widersprüchlich zur 

Unfallkausalität. Aus den Berichten der behandelnden Ärzte kann das Dahinfallen der 

weiteren Unfallkausalität bzw. das allfällige Erreichen des Status quo sine nicht 

hergeleitet werden, schon gar nicht mit dem geforderten Wahrscheinlichkeitsgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit.

2.4    Dr. E.___ hatte für seine schriftliche Beurteilung vom 1. März 2006 vorgängig mit 

den behandelnden Ärzten Dr. C.___ und Dr. B.___ telefoniert (UV-act. M7). Am 

30. August 2006 beurteilte er die Situation aufgrund nicht klar bezeichneter Kontakte 

erneut schriftlich (UV-act. M12). Seine dritte schriftliche Stellungnahme, die die 

Beschwerdegegnerin zur Einstellung der Leistungen mit Verfügung vom 12. September 

2007 veranlasste und die nachfolgend zu diskutieren ist, gab Dr. E.___ am 18. Mai 

2007 "aufgrund der Unterlagen" ab (UV-act. M-22). Er führte dabei nicht näher aus, 

welche Unterlagen ihm zur Verfügung standen; ob dies die bisherigen medizinischen 

Akten, das gesamte Dossier oder die medizinischen und ausgewählte allgemeine Akten 

waren. Nur aufgrund dieser nicht klar bezeichneten Akten und ohne die 

Beschwerdeführerin je gesehen, geschweige denn untersucht zu haben, formulierte 

Dr. E.___ mit "psychosomatisches Syndrom im Sinne einer somatoformen Störung" 

eine neue, in den Akten bisher nicht gestellte, psychiatrische Diagnose, für die er als 

Facharzt für Innere Medizin FMH nicht kompetent ist. Auch seine Begründungen sind 

nicht schlüssig: Dr. E.___ listete auf Seite 1 Fakten als Risikofaktoren auf ("Arbeiten in 

verschiedenen Tätigkeiten wie Verkäuferin, Filialleiterin in einer Bäckerei, Wirtin, 

Serviertochter …"; "… lebte mit dem Sohn in einem gemeinsamen Haushalt [4½ 

Zimmerwohnung]. Dieser Sohn ist mittlerweile ausgezogen. "), ohne darzustellen, wie 

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sie - seiner Meinung nach - zu Risikofaktoren wurden und vermischte sie mit 

Tatsachen, denen die Risikoeigenschaft eher zugesprochen werden kann ("… und 

zuletzt als Hilfspflegerin mit der Notwendigkeit, hohe körperliche Einsätze zu leisten, 

trotz zunehmender Beschwerden von Seiten des Hüftgelenkes welches nach ihren 

eigenen Angaben bezüglich der Operationsnotwendigkeit und Durchführung etwas 

'verzogen' wurde. Die Patientin ist nach zwei Heiraten geschieden, …"; "Anfangs Jahr 

verstarb noch der Vater der Patientin, dann wurde ihr zu guter Letzt die Arbeitsstelle 

gekündigt …"). Mit der Bemerkung zur Kündigung der Arbeitsstelle, "… mit dem 

Hinweis, dass man mit ihrer Arbeit nun längere Zeit nicht mehr zufrieden war", machte 

er gar eine klar aktenwidrige Feststellung, wie die Beschwerdeführerin zu Recht rügt. 

Auf Seite 2 seiner Stellungnahme stellte der beratende Arzt in zeitlicher Hinsicht eine 

aktenwidrige Abfolge dar: Die Anpassungsstörung wurde von Dr. F.___ zu Beginn ihrer 

psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung im März 2006 diagnostiziert, klar 

bevor im August 2006 die Coxarthrose aktenkundig wurde (UV-act. A21) und Ende 

2006 / Anfang 2007 Therapieunterbrüche wegen der Hüftoperation stattfanden. Die 

Ausführungen von Dr. E.___, "Die Schwierigkeiten, … werden nun im Sinne eines 

Kausalitätsbedürfnisses am Unfall aufgehängt." beruhen auf Interpretation und lassen 

sich durch die Akten gerade nicht abstützen. Auch die Herleitung "Hier darf man von 

einer mangelnden Fähigkeit der Konflikt-, bzw. Problemverarbeitung ausgehen, 

entsprechend handelt es sich um eine psychische Erkrankung (somatoforme Störung), 

…" ist keineswegs schlüssig. Dr. E.___ spiegelte die Entwicklung und leichte 

Besserung des (unfallbedingten physischen und des psychischen) 

Gesundheitszustands der Beschwerdeführerin in seiner Stellungnahme nicht. Vielmehr 

zitierte er aus allen ärztlichen Berichten lediglich diejenigen Stellen, die seine 

Argumentation stützten. Die "psychosozialen Faktoren", die Dr. B.___ in seinem Bericht 

vom 30. April 2007 (UV-act. M20) nannte, interpretierte Dr. E.___ mit seiner 

Klammerbemerkung "Schicksalsschläge und sozioökonomische Katastrophen, die in 

letzter Zeit sich eingestellt hatten" in unzulässiger Weise. In der Wiederholung von 

Frage 1 und der Antwort darauf wurde weiter statt dem richtigen Unfalldatum vom 

12. September 2005 mit 12. Mai 2005 ein um vier Monate früheres Datum genannt und 

die natürliche Kausalität damit in der Antwort auf Frage 2 vermeintlich nach 19½ statt 

nach effektiv 15½ Monaten verneint. Der Zeitpunkt Ende 2006, per welchem der Status 

quo ante / quo sine gemäss Dr. E.___ erreicht war, wurde nicht näher begründet und 

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erscheint daher willkürlich gewählt. - Zusammengefasst kann die Stellungnahme von 

Dr. E.___ vom 18. Mai 2007 (UV-act. M22) nicht als schlüssig bezeichnet werden. Seine 

Begründungen sind - soweit vorhanden - nicht widerspruchsfrei und nachvollziehbar. 

Besonders mit der Kompetenzanmassung einer psychiatrischen Diagnose besteht 

auch ein schwerwiegendes Indiz gegen die Zuverlässigkeit der Stellungnahme.

2.5    Auch der Bericht des beratenden Psychiaters, Dr. H.___, vom 14. Juni 2007 (UV-

act. M23) erfüllt die Voraussetzungen der Rechtsprechung nicht, damit ihm voller 

Beweiswert zukommen könnte: Auch Dr. H.___ führte nicht aus, welche Akten ihm zur 

Verfügung standen. Es ist anzunehmen, dass es neben den medizinischen Akten auch 

wesentliche weitere Abklärungsergebnisse der Beschwerdegegnerin waren, denn 

Dr. H.___ schrieb, dass er alle ihm vorliegenden medizinischen Akten studiert habe, 

und erwähnte unter Bemerkungen Aussagen der Versicherten gegenüber dem 

Schadeninspektor Herrn M.___ am 1. März 2007.    

Solche Aussagen der Versicherten gegenüber einem Schadeninspektor am 1. März 

2007 - allenfalls gegenüber der AXA als Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung des 

Unfallverursachers gemacht - sind in den Akten der Beschwerdegegnerin nicht 

enthalten und stehen dem Gericht nicht zur Verfügung. Indem sie diese Aussagen dem 

beratenden Psychiater zur Verfügung stellte, jedoch nicht in ihr Unfall-Aktendossier 

aufnahm, verletzte die Beschwerdegegnerin jedenfalls ihre Aktenführungspflicht 

gemäss Art. 46 ATSG.   

Mit seinen Ausführungen, die Schmerzen müssten aufgrund der ausgeprägten 

Hüftarthrose bereits im September 2005 (das heisst im Zeitpunkt des Unfalls) 

mindestens zeitweise erheblich gewesen sein, mutmasste Dr. H.___ lediglich. Aufgrund 

der Berichte der behandelnden Ärzte Dr. B.___ und Dr. C.___ (UV-act. M1 bis M6 und 

M9 f.), sind bemerkenswerte Hüftschmerzen der Beschwerdeführerin vor Mitte 2006 

jedenfalls nicht nachgewiesen. Ausser im Zeugnisformular, das Dr. C.___ am 

30. September 2005 ausgefüllt hatte (UV-act. M2) und in der Fragestellung an 

Dr. F.___, die sie mit Bericht vom 29. Juni 2006 beantwortet hatte (UV-act. M11), stellte 

zwar die Beschwerdegegnerin die Kausalitätsfrage bzw. die Frage nach weiteren 

(unfallfremden) Leiden vor Mitte 2006, soweit ersichtlich, nicht ausdrücklich. Die 

Ausführungen der Ärzte im fraglichen Zeitraum enthalten jedoch keinerlei 

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Anhaltspunkte, dass sie bemerkenswerte Hüftbeschwerden ihrer Patientin 

verschwiegen hätten. Auch die Abklärungen der Beschwerdegegnerin am Arbeitsplatz 

der Beschwerdeführerin am 21. März 2006 ergaben keinerlei Hinweise auf eine 

Hüftarthrose, geschweige denn auf (schmerzbedingte) Einschränkungen deswegen 

(UV-act. A12). - Abgesehen von der Mutmassung betreffend Schmerzen von Seiten der 

rechten Hüfte sind die Antworten von Dr. H.___ auf die Fragen 1 bis 3 klar und 

nachvollziehbar begründet. Auch bedingt durch die Fragestellung der 

Beschwerdegegnerin beleuchtete Dr. H.___ die weitere Entwicklung der (psychischen) 

Beschwerden jedoch nicht. Der Schluss des beratenden Psychiaters in seiner ersten 

Bemerkung, "Sie hat schon vor dem Unfall in Nachtschicht gearbeitet, war also von 

Seite der Hüfte in ihrer Einsatzfähigkeit bereits eingeschränkt." ist aufgrund der 

Informationen, die er in seiner Stellungnahme angibt, weder zulässig noch 

nachvollziehbar. Er stimmt auch nicht mit den Angaben der Arbeitgeberin überein, wie 

vorstehend dargelegt. Unberücksichtigt blieben auch die Feststellungen der 

Vorgesetzten anlässlich der Besprechung vom 21. März 2006 (UV-act. A12): "Man sei 

(…) mit den Leistungen von Frau L.___ immer zufrieden gewesen. Seit dem Unfall vom 

12. September 2005 sei sie jedoch ein ganz anderer Mensch geworden. (…)" - Bei 

seiner zweiten Bemerkung ging Dr. H.___ einerseits von einem falschen Tatbestand aus 

("Frau L.___ wohnt mit ihrem Partner, ihrem 26-jährigen Sohn und dessen Freundin in 

einer gemeinsamen 4½-Zimmer-Wohnung."), wie die Beschwerdeführerin zu Recht 

rügt. Andererseits machte er Unterstellungen, die allein aufgrund nicht klar 

bezeichneter Akten unzulässig sind ("Offenbar hat sie erhebliche Schwierigkeiten, dass 

ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden und kann sich auch nur schlecht 

durchsetzen. Hilfe scheint sie fast nur von Seiten des Gesundheitswesens zu 

bekommen."), und die sich auch tatsächlich als falsch erwiesen (vgl. Ausführungen der 

Beschwerdeführerin anlässlich der Besprechung vom 21. März 2006, UV-act. A12, 

wonach die Freundin des Sohnes täglich vorbeikomme und bei ihr putze und 

aufräume).

2.6    Die Beschwerdeführerin lässt mit dem Schreiben von Dr. F.___ vom 12. Oktober 

2007 (act. G 1.1/11) eine Stellungnahme der behandelnden Psychiaterin einreichen, die 

sie der Beschwerdegegnerin bereits mit ihrer Einsprache vom 16. Oktober 2007 (UV-

act. A61) als Beilage 2 zugestellt hatte. - Auch diese und die übrigen Beilagen zur 

Einsprache sowie das separate Aktenverzeichnis der Beschwerdeführerin hatte die 

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Beschwerdegegnerin in Verletzung ihrer Aktenführungspflicht gemäss Art. 46 ATSG 

nicht in ihre Akten aufgenommen, die sie dem Gericht zur Verfügung stellte. - Dr. F.___ 

hielt auf Anfrage der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin, ob die psychischen 

Beschwerden seit dem Unfall vom 11. September 2005 (Gemäss Angaben in der 

Unfallmeldung [UV-act. A1] und gegenüber dem Schadeninspektor am 25. Januar 2006 

[UV-act. A8 mit Beilagen] hatte sich der Unfall am 12. September 2005 ereignet.) bis 

zum heutigen Zeitpunkt gegenüber den psychischen Beschwerden völlig in den 

Hintergrund getreten seien, fest: "Die körperlichen Beschwerden vom Unfall vom 

11. September 2005 von Frau L.___ stehen absolut im Vordergrund und sind auch der 

Grund für ihre Arbeitsunfähigkeit." Frage 2, ob es sich bei den psychischen 

Beschwerden um eine selbständige sekundäre Gesundheitsschädigung handle, 

beantwortete die behandelnde Psychiaterin mit: "Die psychischen Beschwerden von 

Frau L.___ sind eine Folge der körperlichen Beschwerden. Unter der psychiatrischen 

Behandlung haben sich die psychischen Beschwerden weitgehend gebessert." - Die 

Beschwerdegegnerin spricht dieser Stellungnahme und weiteren Berichten von 

Dr. F.___ Beweiskraft ab mit dem Hinweis auf die Rechtsprechung, wonach Hausärzte 

mitunter im Hinblick auf ihre auftragsrechtliche Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher 

zu Gunsten ihrer Patientin aussagten (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/cc S. 353 mit 

Hinweisen). Dazu ist festzuhalten, dass Frau Dr. F.___ zwar behandelnde Psychiaterin 

der Beschwerdeführerin ist, jedoch nicht als ihre Hausärztin bezeichnet werden kann. 

Ihre Stellungnahme vom 12. Oktober 2007 ist wohl kritisch zu würdigen, jedoch kann 

ihr nicht allein aufgrund der Urheberschaft die Beweiskraft abgesprochen werden. Sie 

ist nach der Rechtsprechung analog einem Parteigutachten nicht allein deshalb von 

zweifelhaftem Beweiswert, weil sie von der Beschwerdeführerin bzw. ihrer 

Rechtsvertreterin eingeholt und in das Verfahren eingebracht wurde (vgl. BGE 125 V 

351 E. 3b/dd S. 353 mit Hinweisen). - Mit der Stellungnahme der behandelnden 

Psychiaterin vom 12. Oktober 2007, die eigens zur Stützung des (Einsprache- und) 

Beschwerdestandpunkts einverlangt und erstellt worden war, werden Indizien aus den 

übrigen medizinischen Akten unterlegt, wonach die psychische Erkrankung der 

Beschwerdeführerin nicht über die ganze Heilphase im Vordergrund gestanden hatte 

und wonach sich ihr psychischer Gesundheitszustand erheblich verbessert hatte. 

Hingegen vermag die Stellungnahme nicht, die Zweifel am natürlichen 

Kausalzusammenhang zwischen den psychischen Beschwerden, die über den 

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Einstellungszeitpunkt hin bestehen, und dem Unfall vom 12. September 2005 zu 

entkräften.

2.7    Dr. I.___, dem die Angelegenheit vor Erlass des Einspracheentscheids vom 9. Juli 

2008 unterbreitet worden war, standen nach seinen Angaben die medizinischen Akten 

der Beschwerdegegnerin zur Verfügung. Er ging in seiner Stellungnahme vom 22. Mai 

2008 (UV-act. M25 [Fragestellung M24]) zur Frage 1 nach den Beschwerden, die auch 

nach dem 30. Juni 2007 mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auf den Unfall 

zurückzuführen seien, von einer falschen Arbeitsunfähigkeit vom Unfallzeitpunkt bis 

Ende Februar 2006 aus, wie auch die Beschwerdegegnerin zugesteht 

(Beschwerdeantwort S. 7 unten). Die Beschwerdeführerin war vom Unfallfolgetag 

(13. September 2005) bis 31. Dezember 2005 voll und während der Monate Januar und 

Februar 2006 75% arbeitsunfähig, wie Dr. C.___ im Bericht vom 7. April 2006 (UV-act. 

M9) festgehalten hatte. Am 1. März 2005 steigerte sie ihre Arbeitsfähigkeit weiter auf 

50%, wurde dann jedoch weitgehend aus psychiatrischen Gründen wieder voll 

arbeitsunfähig. Zumindest bis Mitte März 2006 und somit während eines halben Jahres 

wirkten sich die Unfallfolgen entsprechend einem üblichen Verlauf degressiv aus und 

trafen die Ausführungen von Dr. I.___, der fälschlicherweise bis Ende Februar 2006 von 

lediglich 25% Arbeitsunfähigkeit ausging, nicht zu. Die Tatsache, dass die 

Beschwerdeführerin im Tagdienst nach dem Unfall einen körperlich erheblich 

strengeren Einsatz leisten musste, als im Nachtdienst vor dem Unfall, wie von Dr. E.___ 

anlässlich der Telefongespräche mit den behandelnden Ärzten thematisiert und im 

Bericht vom 1. März 2007 (UV-act. M7) festgehalten sowie als nicht optimal für die 

Heilung der Patientin beurteilt wurde, wurde auch von Dr. I.___ nicht berücksichtigt. Er 

erklärte die Beurteilung von Dr. E.___, dass per Ende 2006 von einem Status quo sine 

auszugehen sei, als nachvollziehbar und führte in Antwort 4 aus, er könne sie voll 

unterstützen, ohne dies näher zu erläutern. - Bezüglich Tinnitus (Frage 2) stützte sich 

Dr. I.___ allein auf die ohrenärztliche Abklärung (Bericht Dr. D.___ vom 5. April 2006, 

UV-act. M8), einen Bericht, der nicht einmal das Untersuchungsdatum enthält. Die 

Feststellungen von Dr. C.___ im Dokumentationsbogen für die Erstkonsultation (UV-

act. M1), dass die Patientin auch unter Ohrensausen leide, und die Tatsache, dass der 

Hausarzt bereits am 28. Oktober 2005 berichtete, die Patientin sei "wegen eines neu 

aufgetretenen Tinnitus" konsiliarisch an den Ohrenarzt überwiesen worden, blieben 

unberücksichtigt. Unter Berücksichtigung aller Umstände sind die Ausführungen von 

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Dr. I.___ zur Kausalität des Tinnitus reine Mutmassungen. - Auch in Antwort 5 erläuterte 

der beratende Arzt nicht schlüssig, weshalb der Status quo sine unter 

Berücksichtigung des ersten Unfalls vom 27. Dezember 2001 per Ende 2006 erreicht 

sein solle. In Antwort 6 postulierte er, für ein Gutachten müsste neben den 

medizinischen Akten die psychosoziale Situation genau bekannt sein, was für seine 

Beurteilung gerade nicht zutraf, da ihm nur die medizinischen Akten zur Verfügung 

standen und diese, wie in Erwägung 2.4 und 2.5 dargelegt, erwiesenermassen 

Unwahrheiten enthielten. - Zusammengefasst kommt auch der Aktenbeurteilung vom 

22. Mai 2008 durch Dr. I.___ kein voller Beweiswert zu.

2.8    Zuhanden der IV-Stelle des Kantons St. Gallen hatte die MEDAS Ostschweiz am 

4. Dezember 2007 aufgrund von ambulanten somatischen und psychiatrischen 

Untersuchungen der Beschwerdeführerin vom 24. bis 26. September 2007 ein 

polydisziplinäres Gutachten erstellt (act. G 1.1/5). Sie hatte dafür über das 

Aktendossier der Invalidenversicherung (IV), darunter auch die wichtigsten Akten der 

AXA (Gutachten S. 7 bis 9 und S. 12 f.), verfügt. Die Fragestellung der IV-Stelle enthielt 

keine Fragen zur Unfallkausalität. Dementsprechend nahmen die Gutachter keine 

eingehende Kausalitätsbeurteilung vor und unterschieden nicht nach den Ursachen der 

geschilderten Gesundheitsbeeinträchtigungen, sondern streiften die 

Kausalitätsproblematik lediglich. Sie diagnostizierten bei der Versicherten eine leichte 

bis mittelgradige depressive Störung bei somatischem Syndrom, ein 

Zervikokranialsyndrom mit myofaszialem Schmerzsyndrom am Schultergürtel, 

beidseits Varusgonarthrosen, beidseits Polyarthrosen der Fingermittelgelenke, ein 

Rezidiv des linksseitigen Hallux valgus sowie ein anamnestisch intermittierendes 

Lumbovertebralsyndrom. Die Angaben im MEDAS-Gutachten genügen nicht als 

Beweisgrundlage, um abschliessend für oder gegen das Weiterbestehen eines 

natürlichen Kausalzusammenhangs zu entscheiden.

2.9    Ebenfalls vor Erlass des Einspracheentscheids vom 9. Juli 2008 hatte die 

Beschwerdegegnerin vom MEDAS-Gutachten Kenntnis genommen und es Dr. I.___ zur 

Stellungnahme vorgelegt, die er am 29. Mai 2008 erstattete (UV-act. M27 

[Fragestellung M26]). Es fällt auf, dass der beratende Chirurg die degenerativen 

Veränderungen an der Halswirbelsäule der Beschwerdeführerin als Einziger als 

"massiv" bezeichnete. Dr. B.___ hatte demgegenüber in den Berichten vom 

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17. Oktober 2005 und vom 12. Dezember 2005 eine "leichte Osteochondrose C6/7" 

beschrieben und darauf hingewiesen, dass diese gegenüber den Bildern nach dem 

Unfall vom 27. Dezember 2001 unverändert sei (UV-act. M3 und M6). Die MEDAS-

Gutachter zählten bei der Diagnose unter anderem "mässige Degeneration C5/C6 und 

C6/C7 mit bilateraler Einengung der Neuroforamina (degenerativ) ohne 

posttraumatische Strukturalterationen (MRI 18. Juli 2006)" auf (Gutachten S. 17) und 

beschrieben aufgrund der bildgebenden Abklärungen "deutliche Osteochondrosen C5/

C6 und C6/C7" (Gutachten S. 21). Ausser dem verstärkenden Prädikat "massiv" für die 

degenerativen Veränderungen verfälschte Dr. I.___ die Beurteilung der vertebrospinalen 

Computertomografie C2 bis C7 vom 9. Januar 2002 durch Dr. med. K.___, Facharzt für 

Radiologie FMH, (UV-act. M2 zum Unfall vom 27. Dezember 2001) in unzulässiger 

Weise, indem er dessen Vermutungen auf begleitende diskale Protrusion und 

Wurzelirritation C7 links als erwiesene Tatsachen hinstellte. Dies obwohl der Radiologe 

unmissverständlich darauf hingewiesen hatte, dass zur konklusiveren Beurteilung der 

Diskopathie bzw. allfälliger diskaler Herniationen je nach klinischem Verlauf eine 

zusätzliche Kernspintomografie in Erwägung zu ziehen sei, was nach den Akten nicht 

geschehen war.

Dennoch stützte sich der beratende Chirurg auf die Beurteilung durch Dr. K.___, 

dramatisierte mit dem verfälschten Zitat die Feststellungen im Rahmen der Behandlung 

nach dem Unfall vom 27. Dezember 2001 und erweckte den Eindruck, die fraglichen 

Folgen des Unfalls vom 12. September 2005 seien geringer. Die Stellungnahme von 

Dr. I.___ vom 29. Mai 2008 führte dadurch - neben der zutreffenden Feststellung, das 

MEDAS-Gutachten unterlasse eine klare Kausalitätsbeurteilung - zu einer einseitigen 

Darstellung des Gutachtens, die sich vor allem eignete, die früheren Schlüsse aus den 

(medizinischen) Akten als zutreffend darzustellen.

2.10     Zusammengefasst enthalten die medizinischen Akten, einschliesslich der auf 

Anfrage der Beschwerdeführerin verfassten Stellungnahme von Dr. F.___ vom 

12. Oktober 2007 sowie des MEDAS-Gutachtens, keine genügenden, schlüssigen 

Grundlagen, wonach der natürliche Kausalzusammenhang der über den 

Einstellungszeitpunkt bestehenden Gesundheitsbeeinträchtigungen der Beschwer­

deführerin zum Unfall mit überwiegender Wahrscheinlichkeit dahingefallen wäre. Da - 

wie nachstehend festgehalten wird - die medizinischen Unterlagen auch nicht genügen, 

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um die Adäquanz der Unfallfolgen zu beurteilen, ist die Streitsache an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie die Akten vervollständige. Dazu sind 

das erstmalige Auftreten und die Entwicklung der Hüftbeschwerden sowie der Verlauf 

des Tinnitus zu dokumentieren. Weiter fehlen in den Akten die Abklärungsergebnisse 

des sozialpsychiatrischen Diensts. Auch der Zeitpunkt ab welchem von einer weiteren 

Behandlung der Unfallfolgen allenfalls keine namhafte Besserung mehr zu erwarten 

wäre, ist klar zu eruieren. Letzteres sollte zweckmässigerweise, zusammen mit der 

Klärung der Unfallkausalität, durch externe Sachverständige geschehen. Wie Dr. I.___ 

im Bericht vom 22. Mai 2008 zu Recht ausführte, müsste den Gutachtern auch die 

psychosoziale Situation der Beschwerdeführerin genau bekannt sein (UV-act. M25 

Ad 6). Dazu gehören neben der Dokumentation über ihre private Situation auch die 

Aufzeichnungen über ihren Arbeitsplatz sowie die diesbezüglichen Gespräche mit der 

Arbeitgeberin.

3.         

3.1    Der jüngeren Rechtsprechung des Bundesgerichts, die Adäquanz von 

Unfallfolgen (nach Schleudertraumata) unter Offenlassen der natürlichen Kausalität zu 

prüfen (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_172/2009 vom 31. Juli 2009 E. 4.3, 

8C_154/2009 vom 5. Juni 2009 E. 4 und 8C_89/2008 vom 3. Oktober 2008 E. 5.3 mit 

Hinweisen), kann in dieser Streitsache nicht gefolgt werden. Die weiteren 

(medizinischen) Abklärungen, zu welchen die Rückweisung an die Beschwerdegegnerin 

erfolgt, sind teilweise auch Vorbedingung für eine rechts- und 

rechtsprechungskonforme Adäquanzprüfung:

3.2    Der Zeitpunkt der Adäquanzprüfung kann nicht rechtsprechungskonform 

überprüft werden, da aufgrund der Akten, die dem Gericht zur Verfügung stehen, nicht 

klar ist, ab welchem Zeitpunkt von einer weiteren Behandlung der Unfallfolgen allenfalls 

keine namhafte Besserung mehr zu erwarten wäre (vgl. BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 113f. 

und dort angeführte Entscheide). Der Fallabschluss durch den Unfallversicherer 

bedingt laut Urteil des Bundesgerichts 8C_467/2008 vom 4. November 2008 

(E. 5.2.2.2) allerdings lediglich, dass von weiteren medizinischen Massnahmen keine 

namhafte Besserung des Gesundheitszustands mehr erwartet werden kann, nicht aber, 

dass eine ärztliche Behandlung nicht länger erforderlich ist (vgl. auch Urteil des 

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Bundesgerichts 8C_590/2008 vom 3. Dezember 2008 E. 4.2). Der Gesundheitszustand 

der versicherten Person ist dabei prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver 

Feststellungen zu beurteilen (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388 E. 3.1 [U 244/04]). Die 

Gutachter der MEDAS hielten aufgrund der Untersuchungen vom 24. bis 

26. September 2007 im schriftlichen Bericht vom 4. Dezember 2007 die Weiterführung 

der psychiatrisch-psychotherapeutischen, nicht jedoch der rheumaorthopädischen 

Behandlung für angezeigt (act. G 1.1/5 S. 25). Sie hielten keine Behandlungsoption für 

geeignet, die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin namhaft zu verbessern, 

äusserten sich jedoch nicht zum Zeitpunkt, ab welchem von weiteren medizinischen 

Massnahmen keine namhafte Besserung des Gesundheitszustands, soweit er 

unfallbedingt beeinträchtigt war, mehr erwartet werden könne.

3.3    Fest steht hingegen, dass bei der Beschwerdeführerin kein organisch 

nachweisbares Substrat als Folge des Unfalls nachgewiesen worden ist. Als solche 

gelten "reproduzierbare, von der untersuchenden Person und den Angaben der 

Versicherten unabhängige Abklärungsergebnisse, die mit apparativen/bildgebenden 

Verfahren erhoben werden können" (vgl. BGE 134 V 109 E. 9 Ingress S. 121 f.; SVR 

2007 UV Nr. 25, 81 ff. E. 5.4 sowie Urteil des Bundesgerichts 8C_124/2008 vom 

17. Oktober 2008 E. 6.1 mit weiteren Hinweisen). Entgegen den Ausführungen der 

Beschwerdeführerin ist demnach auch der Tinnitus keine organisch nachweisbare 

Unfallfolge. Aufgrund der Unterlagen steht jedoch nicht fest, dass der Tinnitus weiterhin 

besteht: Nach der ohrenärztlichen Abklärung durch Dr. D.___ und seinem Bericht vom 

5. April 2006 (UV-act. M8) ist diese Gesundheitsbeeinträchtigung noch im Bericht von 

Dr. F.___ vom 23. April 2007 (UV-act. M19) und im MEDAS-Gutachten vom 

4. Dezember 2007 als Angabe der Patientin erwähnt worden (act. G 1.1/5 Ziffern 

1.1.4 f. S. 4). In den Angaben der Gutachter zum Status und in den Diagnosen findet 

sich der Tinnitus hingegen nicht (a.a.O. Ziff. 2.1 S. 13f.). - Bildgebend dokumentiert und 

unbestritten vorbestehend sowie durch den Unfall vom 12. September 2005 nicht 

verschlimmert worden, ist die Osteochondrose C6/7.

3.4    Anknüpfungspunkt für die Beurteilung der Adäquanz eines Unfallereignisses ist 

die Schwere des Unfalls. Sie bestimmt sich nach dem konkreten, augenfälligen 

Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kräften. Nach der 

Rechtsprechung werden Auffahrkollisionen auf ein (haltendes) Fahrzeug regelmässig in 

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die Kategorie der mittelschweren Ereignisse im Grenzbereich zu den leichten Unfällen 

eingereiht (vgl. RKUV 2005 U 549 236 ff. E. 5.1.2 sowie Urteile des Bundesgerichts 

8C_262/2008 vom 11. Februar 2009 und 8C_477/2008 vom 19. Dezember 2008 je mit 

Hinweisen). Die Beschwerdeführerin stand mit ihrem Fahrzeug am 12. September 2005 

still und wartete, bis der Gegenverkehr passiert hatte. Dies bemerkte der nachfolgende 

Fahrzeuglenker zu spät, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr ins Heck der 

Beschwerdeführerin (UV-act. A1 und A8). Nicht erstellt ist, dass der Unfallverursacher 

ungebremst auffuhr, wie in der Beschwerde ausgeführt wird. Der Totalschaden am 

Personenwagen der Beschwerdeführerin kann ein Hinweis darauf sein, wie heftig die 

Kollision war. Dass ein Totalschaden angenommen worden war, hängt jedoch vom 

Wert des Fahrzeugs ohne unfallbedingte Beschädigungen und dessen Verhältnis zu 

den mutmasslichen Reparaturkosten ab. Erwiesen ist jedenfalls, dass der 

Personenwagen der Beschwerdeführerin nach dem Unfall noch fahrtauglich war, hatte 

ihn doch ihr Sohn noch nach Hause gefahren (UV-act. A8). Da beide Fahrzeuge 

erheblich beschädigt wurden (Fragebogen zum Unfallmechanismus, Beilage zu UV-act. 

A8), kann von einer etwas heftigeren Kollision ausgegangen werden. Eine Unfallanalyse 

wäre der Einordnung des Unfalls vom 12. September 2005 betreffend Schwere zwar 

dienlich, ist aber nicht nötig. Denn aufgrund der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu 

ähnlichen Fällen kann der Unfall höchstens als mittelschwer "im engeren Sinn" 

eingestuft werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_374/2009 vom 19. August 2009 

E. 4.1, 8C_80/2009 vom 5. Juni 2009 E. 6.1, 8C_949/2008 vom 4. Mai 2009 E. 4.1 

sowie 8C_860/2008 vom 19. Dezember 2008 E. 3.2 je mit Hinweisen). Die Adäquanz 

eines Kausalzusammenhangs wäre somit nur dann zu bejahen, wenn eines der 

relevanten Adäquanzkriterien in besonders ausgeprägter oder mehrere dieser Kriterien 

in gehäufter Weise erfüllt wären (vgl. BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f. mit Hinweisen 

bzw. BGE 115 V 133 E. 6c/aa S. 140).

3.5    Unter Berücksichtigung der vorstehend geschilderten Eckpunkte ist die 

Adäquanzprüfung nach Vorliegen der zusätzlichen Abklärungsergebnisse erneut 

vorzunehmen. Dabei ist wahrscheinlich nach der sogenannten Schleudertrauma-Praxis 

gemäss BGE 134 V 109 und nicht nach der Praxis bei psychischer Fehlentwicklung mit 

Krankheitswert gemäss BGE 115 V 133 vorzugehen. Damit die Adäquanz nach der 

letztgenannten Praxis zu prüfen ist, muss die psychische Problematik schon kurz nach 

dem Unfall als eigenständiges psychisches Leiden aufgetreten sein und die übrigen 

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Gesundheitsstörungen im gesamten Verlauf bis zum massgebenden Zeitpunkt des 

Fallabschlusses bzw. des Erlasses des Einspracheentscheids eindeutig dominiert 

haben (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_249/2009 vom 3. August 2009 E. 6.3 mit 

Hinweisen). Dies lässt sich aufgrund der bisher verfügbaren Unterlagen und bei einer 

Prüfung der Adäquanz spätestens per Ende 2007 nicht mit der erforderlichen 

Wahrscheinlichkeit sagen, was auch Dr. H.___ in seiner Stellungnahme vom 14. Juni 

2007 bestätigt hatte (UV-act. M23, kritisch gewürdigt in Erwägung 2.5).

4.         

4.1    Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Aufhebung des 

Einspracheentscheids vom 9. Juli 2008 gutzuheissen und die Angelegenheit zur 

Vornahme der nötigen Abklärungen und allfälliger neuer Verfügung an die 

Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.

4.2 Gerichtskosten sind keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG). Gemäss Art. 61 lit. g 

ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Partei Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten. Als Obsiegen gilt auch die Rückweisung der Sache an die Verwaltung 

zwecks ergänzender Abklärungen (BGE 127 V 234 E. 2b/bb). Die Parteientschädigung 

ist angesichts der Komplexität der Streitsache auf Fr. 4'500.--, einschliesslich 

Barauslagen und Mehrwertsteuer, festzulegen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird dahingehend gutgeheissen, dass der Einspracheentscheid 

vom 9. Juli 2008 aufgehoben und die Angelegenheit zur Durchführung weiterer 

Abklärungen und zu allfälliger neuer Verfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen wird.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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3.       Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdeführerin mit pauschal Fr. 4'500.-- 

zu entschädigen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 19.10.2009
	Art. 43 und 46 ATSG, Art. 6, 10 und 16 UVG: Die vorliegenden (medizinischen) Unterlagen, darunter v.a. Stellungnahmen beratender Ärzte der Beschwerdegegnerin, genügen nicht, um über den natürlichen Kausalzusammenhang zu entscheiden. Auch die Adäquanzprüfung, die wahrscheinlich nach der Schleudertrauma-Praxis von BGE 134 V 109 zu erfolgen hat, kann nicht vorgenommen werden, da verschiedene Unterlagen fehlen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 19. Oktober 2009, UV 2008/91).

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