# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22f506c6-6058-541f-93db-202d2ccd0b61
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-05
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 05.01.2021 S 2020 105
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2020-105_2021-01-05.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

S 20 105

3. Kammer als Versicherungsgericht

Vorsitz Pedretti

RichterInnen von Salis und Audétat

Aktuarin Maurer

URTEIL

vom 5. Januar 2021

in der versicherungsrechtlichen Streitsache

A._____,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. HSG Andrea Cantieni,

Beschwerdeführerin

gegen

Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden,

Beschwerdegegnerin

betreffend IV-Rente

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I. Sachverhalt:

1. A._____ war zuletzt als Software Consultant bei der B._____ GmbH im 

Bereich der Automobilindustrie tätig. Zu ihren Aufgaben gehörten u.a. die 

Installation von Software, Kundenschulungen, Echtstartbetreuungen, 

Telefonsupport sowie Kundenbesuche. Ihr letzter effektiver Arbeitstag war 

am 7. Dezember 2015, bevor sie freigestellt wurde. Die Kündigung erfolgte 

aus wirtschaftlichen Gründen per Ende März 2016. Danach meldete sie 

sich bei der Arbeitslosenversicherung an und absolvierte zwei 

Einsatzprogramme bei der C._____ vom 12. September 2016 bis zum 9. 

Dezember 2016 sowie vom 3. April 2017 bis zum 30. Juni 2017.

2. In gesundheitlicher Hinsicht berichtete A._____ über bereits seit dem 

Jugendalter bestehende Schmerzen in beiden Knien, in den Schulter- und 

Handgelenken sowie Daumen, Beschwerden im Nackenbereich und 

massive Berührungsempfindlichkeiten an beiden Oberschenkeln und 

Händen. Am 5. April 2015 erlitt sie einen Verkehrsunfall mit 

Auffahrkollision. Danach beklagte A._____ namentlich eine Zunahme der 

Schmerzen im ganzen Körper, ein Brennen an den Fusssohlen, massive 

Müdigkeit, Schlafstörungen und Darmbeschwerden. Vom 2. September 

2015 bis zum 7. Oktober 2015 befand sie sich zur stationären 

Rehabilitation in der Klinik D._____. Dabei diagnostizierten die Dres. med. 

E._____ und F._____ in ihrem Austrittsbericht vom 16. Oktober 2015 eine 

Fibromyalgie sowie ein Hyperlaxizitätssyndrom. Zudem berichteten sie, 

dass sich bei A._____ unter den rehabilitativen Massnahmen insgesamt 

ein erfreulicher Verlauf gezeigt habe; insbesondere hätten die 

Belastbarkeit, die Mobilität und die Schmerzkontrolle deutlich verbessert 

werden können.

3. Im Januar 2017 überwies der Hausarzt, Dr. med. G._____, A._____ 

wegen persistierender Beschwerden an eine Schmerzklinik. Die dort 

behandelnden Ärztinnen, Dres. med. H._____ und I._____, bestätigten im 

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Rahmen der Erstkonsultation am 16. März 2017 die Diagnosen eines 

Hyperlaxizitätsyndroms sowie einer Fibromyalgie, chronischen 

Schlafstörungen und rezidivierendem Schwächegefühl. Sie stellten 

chronische therapiefraktäre Schmerzen mit wechselnden 

Hauptbeschwerden bei aktuell u.a. lumbalem Dauerschmerz beidseits mit 

Ausstrahlung fest. Daneben berichtete A._____ über 

Überempfindlichkeiten, Übelkeit und Durchfall sowie einer zu wenig 

starken Wirkung der medikamentösen Analgesie (Palexia). Um dies zu 

korrigieren, setzten die Behandlerinnen zusätzlich neu insbesondere 

niedrig dosiertes Methadon ein und verordneten Wassertherapie und 

Ergotherapie u.a. zum Erlernen von Pacing- und Coping-Strategien mit 

Blick auf die Schmerzsituation.

4. Im August 2018 meldete sich A._____ unter Hinweis auf die Fibromyalgie 

bei der IV-Stelle des Kantons Graubünden (nachfolgend IV-Stelle) zum 

Leistungsbezug an. Letztere führte daraufhin erwerbliche und 

medizinische Abklärungen durch. Am 13. November 2018 wurde A._____ 

von Dr. med. J._____, Regionaler Ärztlicher Dienst (RAD) Ostschweiz, 

untersucht. Er konnte neben den vorbefundlichen Diagnosen auch das 

bekannte Beschwerdebild mit rezidivierenden Magen-Darm-Beschwerden 

mit Nausea, rezidivierendem Erbrechen, gelegentlichen Bauchkrämpfen 

und Durchfällen sowie vermehrter Müdigkeit und Schwäche bzw. 

Erschöpfbarkeit bestätigen. Die depressive Niederstimmung stufte er als 

affektive Begleiterscheinung zum somatischen Beschwerdebild ein. 

Aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen sowie der dreijährigen 

Absenz vom Arbeitsprozess mit entsprechender Dekonditionierung 

befand er initial ein Pensum von 40 bis 50 % mit zu Beginn noch 

eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Bedarf an Zusatzpausen für 

zumutbar. Auf mittlere Sicht ging er von einer Arbeitsfähigkeit von 70 bis 

80 % aus. Aus medizinischer Sicht empfahl er, berufliche 

Eingliederungsmassnahmen zu prüfen.

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5. Mit Mitteilung vom 18. März 2019 gewährte die IV-Stelle A._____ in 

Bejahung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung Beratung und 

Unterstützung bei der Stellensuche im Sinne eines 

Bewerbungscoachings. Aufgrund einer fortgesetzten Suchtproblematik 

wurde A._____ mit Schreiben vom 27. März 2019 zu einer ärztlich 

kontrollierten Abstinenz von Alkohol und anderen Suchtmitteln anhand von 

regelmässig durchzuführenden Blut- und Urinproben aufgefordert. 

Nachdem die Laborwerte für den Monat Mai 2019 deutlich positiv im Sinne 

eines fortgesetzten Alkoholkonsums ausgefallen waren, wurde sie am 21. 

Mai 2019 noch einmal auf die Suchtmittelabstinenz hingewiesen.

6. Mit Mitteilung vom 6. Juni 2019 sprach die IV-Stelle A._____ eine 

Vorbereitungsmassnahme im BackOffice Bürocenter der Stiftung 

Arbeitsgestaltung in K._____ vom 29. Mai 2019 bis zum 30. September 

2019 zu. Dabei wurde vereinbart, die Arbeitsfähigkeit von zu Beginn 50 % 

stufenweise zu steigern. Nachdem sie mehrmals der Aufforderung zur 

Suchtmittelabstinenz nicht nachgekommen war, wurde die berufliche 

Massnahme letztlich mit Mitteilung vom 27. August 2019 vorzeitig per 31. 

August 2019 aufgehoben. Gleichentags informierte die IV-Stelle das 

Strassenverkehrsamt des Kantons Graubünden darüber, dass Zweifel an 

der Fahreignung bestünden.

7. Da im Rahmen der Eingliederungsmassnahme festgestellt worden war, 

dass das von A._____ aufgrund ihrer Ausbildung zu erwartende IT-Wissen 

nicht (mehr) vorhanden war, wurde eine neuropsychologische Abklärung 

in die Wege geleitet. In seinem Untersuchungsbericht vom 31. August 

2019 stellte lic. phil. L._____, Fachpsychologe für Neuropsychologie FSP 

und zertifizierter Gutachter SIM, gestützt auf die durchgeführten 

Testverfahren eine normvariante Intelligenz (Gesamt-IQ von 95) sowie 

eine minimale bis leichte neuropsychologische Hirnfunktionsstörung fest. 

Er erachtete sowohl die bisherige als auch eine adaptierte Tätigkeit (d.h. 

Tätigkeiten im Bereich von bekannten Inhalten im Softwarebereich ohne 

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Arbeiten mit nichtsprachlichen Informationen sowie Multitasking-

Aufgaben) ohne erhebliche zeitliche Einschränkung für zumutbar.

8. Zudem liess die IV-Stelle A._____ durch die SMAB AG Bern 

polydisziplinär begutachten (beteiligte Fachdisziplinen: Allgemeine Innere 

Medizin, Gastroenterologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie 

Rheumatologie; Explorationen im November 2019 und Januar 2020). Im 

Gutachten vom 17. Februar 2020 (nachfolgend SMAB-Gutachten) dia-

gnostizierten die Expertin und Experten eine Somatisierungsstörung (ICD-

10 F45.0), eine Non-Ulcer-Dyspepsia sowie ein Irritable Bowel Syndrome 

vom Durchfalltyp. Als ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit erachteten sie 

u.a. die psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol, Abhängigkeits-

syndrom, gegenwärtiger Substanzgebrauch ohne körperliche Symptome 

(ICD-10 F10.240), die Fibromyalgie sowie das Hypermobilitätssyndrom. 

Sie befanden A._____ sowohl in der bisherigen als auch in einer leidens-

angepassten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig.

9. Mit Vorbescheid vom 25. Februar 2020 stellte die IV-Stelle A._____ die 

Abweisung ihres Leistungsbegehrens in Aussicht. Begründend führte die 

IV-Stelle aus, aus gutachterlicher Sicht liege sowohl in der angestammten 

Tätigkeit als auch in einer Verweistätigkeit eine Leistungseinschränkung 

von 30 % vor. Da somit weder während eines Jahres ohne wesentlichen 

Unterbruch durchschnittlich mindestens eine 40%ige Arbeitsunfähigkeit 

noch, im Anschluss daran, voraussichtlich während längerer Zeit eine 

Erwerbsunfähigkeit in diesem Umfang bestanden habe, sei der Anspruch 

auf eine Invalidenrente zu verneinen. Dagegen erhob A._____ am 22. 

März 2020 bzw. 20. April 2020 vorsorglich und am 22. Mai 2020 einen 

begründeten Einwand. Mit Verfügung vom 13. Juli 2020 entschied die IV-

Stelle wie vorbeschieden und verneinte einen Anspruch auf eine 

Invalidenrente mangels Erfüllung des Wartejahres.

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10. Mit dagegen am 10. September 2020 beim Verwaltungsgericht des 

Kantons Graubünden erhobener Beschwerde beantragte A._____ 

(nachfolgend Beschwerdeführerin), die Verfügung vom 13. Juli 2020 sei 

aufzuheben und die Sache an die IV-Stelle zurückzuweisen, um den 

Rentenanspruch zu berechnen. Zur Begründung brachte sie im 

Wesentlichen vor, das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG sei erfüllt 

und daran anschliessend eine Einschränkung der Erwerbsfähigkeit von 

mindestens 40 % gegeben. Ausserdem kritisierte sie das SMAB-

Gutachten vom 17. Februar 2020 hinsichtlich der Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit.

11. In ihrer Vernehmlassung vom 28. September 2020 schloss die IV-Stelle 

(nachfolgend Beschwerdegegnerin) auf Abweisung der Beschwerde und 

verwies für die Begründung primär auf die Verfügung vom 13. Juli 2020. 

Die Beschwerdeführerin replizierte am 5. Oktober 2020 bei unveränderten 

Rechtsbegehren. Mit Duplik vom 9. Oktober 2020 vertiefte die 

Beschwerdegegnerin bei gleichgebliebenem Antrag ihren Standpunkt 

punktuell. Die Beschwerdeführerin verzichtete am 20. Oktober 2020 auf 

die Einreichung einer Triplik. 

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in ihren Rechtsschriften und 

auf die angefochtene Verfügung wird, soweit erforderlich, in den 

nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Nach Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversiche-

rung (IVG; SR 831.20) sind Verfügungen der kantonalen IV-Stellen direkt 

vor dem Versicherungsgericht am Ort der IV-Stelle anfechtbar. Die Verfü-

gung der IV-Stelle des Kantons Graubünden vom 13. Juli 2020 (Akten der 

Beschwerdegegnerin [Bg-act.] 203) stellt eine solche anfechtbare Verfü-

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gung der Invalidenversicherung und folglich ein taugliches Anfechtungs-

objekt für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht des Kantons 

Graubünden dar. Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts er-

gibt sich aus Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Verbindung mit Art. 49 

Abs. 2 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRG; 

BR 370.100). Als Adressatin der strittigen Verfügung ist die Beschwerde-

führerin berührt, und sie weist ein schutzwürdiges Interesse an deren Auf-

hebung oder Änderung auf (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 59 ATSG). Die 

Beschwerde wurde zudem frist- und formgerecht eingereicht (Art. 1 Abs. 1 

IVG i.V.m. Art. 60 Abs. 1 und 2 ATSG, Art. 39 Abs. 1 ATSG sowie Art. 61 

lit. b ATSG), weshalb darauf einzutreten ist.

2. Streitgegenstand bildet die Frage des Rentenanspruchs der Beschwerde-

führerin, welcher angesichts der Anmeldung am 7. August 2018 gestützt 

auf Art. 29 Abs. 1 IVG frühestens ab dem 1. Februar 2019 (d.h. sechs 

Monate nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs) entsteht, sofern 

bis dahin das Wartejahr nach Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG erfüllt ist. Dabei ist 

zu berücksichtigen, dass die Beschwerdeführerin während der 

Eingliederungsmassnahme vom 29. Mai 2019 bis zum 31. August 2019, 

anlässlich derer sie ein Taggeld bezog (vgl. Bg-act. 97, 101, 156), keinen 

Anspruch auf eine Invalidenrente hat (Art. 43 Abs. 2 IVG).

3.1. Unter den Parteien ist die Erfüllung des Wartejahrs genauso umstritten wie 

die (Rest-)Arbeitsfähigkeit in bisheriger Tätigkeit. Die Beschwerdeführerin 

kritisiert dabei die im SMAB-Gutachten vom 17. Februar 2020 

angenommene Arbeitsfähigkeit von 70 % in der angestammten Tätigkeit.

Da der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin infolge ihrer Anmeldung 

im August 2018 frühestens ab dem 1. Februar 2019 entstehen kann, ist 

zunächst zu prüfen, ob (zumindest) ab dem 1. Februar 2018 oder davor 

eine ununterbrochene, durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit von 

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mindestens 40 % in der bisherigen Tätigkeit bestanden hat. Denn der 

Rentenanspruch nach Art. 28 IVG setzt voraus, dass die versicherte 

Person während eines Jahres (Wartezeit), ohne wesentlichen Unterbruch 

im Sinne von Art. 29ter der Verordnung über die Invalidenversicherung 

(IVV; SR 831.201), durchschnittlich mindestens zu 40 % arbeitsunfähig 

war (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG). Arbeitsunfähigkeit gemäss Art. 6 Abs. 1 

ATSG ist die durch eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 

psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähigkeit, im bis-

herigen Beruf oder Aufgabenbereich, mithin in jener Tätigkeit, die vor 

Eintritt der zu beurteilenden Arbeitsunfähigkeit zuletzt ausgeübt wurde, zu-

mutbare Arbeit zu leisten (vgl. BGE 130 V 97 E.3.2, 105 V 159 E.2a, 97 V 

231 E.2; Urteil des Verwaltungsgerichts [VGU] S 20 1 vom 21. September 

2020 E.5.3.1 und KIESER, Kommentar ATSG, 4. Aufl., Zürich/St. Gallen 

2020, Art. 6 Rz. 82). Ein wesentlicher Unterbruch der Arbeitsunfähigkeit 

im Sinne von Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG liegt vor, wenn die versicherte Person 

an mindestens 30 aufeinanderfolgenden Tagen voll arbeitsfähig war. 

Diesfalls beginnt die einjährige Wartezeit bei erneuter Arbeitsunfähigkeit 

wieder von vorne zu laufen (vgl. Kreisschreiben über Invalidität und 

Hilflosigkeit in der Invalidenversicherung [KSIH], gültig ab 1. Januar 2015, 

Stand vom 1. Januar 2018, Rz. 2014).

3.2. Die Beschwerdegegnerin stellte für die Berechnung des Wartejahrs nach 

Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG auf die RAD-Abschlussbeurteilung vom 20. 

Februar 2020 ab (vgl. Case Report [Bg-act. 204 S. 15 f.]). Darin schloss 

sich RAD-Arzt Dr. med. J._____ der Arbeitsfähigkeits-Einschätzung im 

SMAB-Gutachten vom 17. Februar 2020 an, in welchem sowohl für die 

angestammte Tätigkeit der Beschwerdeführerin als auch für eine 

angepasste Tätigkeit eine 30%ige Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen wurde 

(Bg-act. 192 S. 10 f.). Diese bestand nach Ansicht von RAD-Arzt Dr. med. 

J._____ ab Beginn der Behandlung im Schmerzzentrum, d.h. ab März 

2017 (vgl. Case Report [Bg-act. 204 S. 17]). Gestützt darauf schloss die 

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Beschwerdegegnerin in der angefochtenen Verfügung vom 13. Juli 2020, 

die Beschwerdeführerin sei nicht während eines Jahres ohne 

wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens zu 40 % 

arbeitsunfähig gewesen, womit das Wartejahr nicht erfüllt sei.

3.3. Die Beschwerdeführerin wendet dagegen ein, die Beschwerdegegnerin 

irre, wenn sie annehme, das Wartejahr habe erst am 1. März 2017 zu 

laufen begonnen. Vielmehr sei dessen Beginn bereits auf den 5. April 

2015, als sie einen Verkehrsunfall erlitten habe, festzulegen. Seither sei 

kein Unterbruch (volle Arbeitsfähigkeit während mindestens 30 Tagen) 

eingetreten. Die Diagnosen einer Fibromyalgie und eines 

Hyperlaxizitätssyndroms seien seit ihrem Klinikaufenthalt im Herbst 2015 

unverändert. Aufgrund der persistierenden Beschwerden sei sie in ihrem 

angestammten Beruf deutlich eingeschränkt. Während sie seit dem 

Verkehrsunfall zu 100 % bzw. 50 % krankgeschrieben worden sei, sei 

aufgrund der RAD-Beurteilung vom 21. Dezember 2018 seit Dezember 

2015 von einer durchgehenden Arbeitsfähigkeit von höchstens 50 % 

auszugehen. Daher sei das Wartejahr am 4. April 2016 erfüllt worden. 

Selbst wenn von der im SMAB-Gutachten vom 17. Februar 2020 

ausgewiesenen, unrealistischen 70%igen Arbeitsfähigkeit in bisheriger 

Tätigkeit ausgegangen würde, wäre das Wartejahr Anfang April 2016 

erfüllt. Sollte das Gericht wider Erwarten annehmen, die Wartezeit 

begönne erst im März 2017, wäre das Wartejahr am 28. Februar 2018 

trotzdem erfüllt. Denn das Spital M._____ habe ihr im März 2017 eine 

50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert und anlässlich der RAD-Abklärung im 

November 2018 sei eine Arbeitsfähigkeit von 40 bis 50 % als zumutbar 

erachtet worden. Somit habe ab dem 1. März 2017 eine 50%ige 

Arbeitsfähigkeit bestanden, weshalb das Wartejahr Ende Februar 2018 

erfüllt gewesen sei. Wenn die Beschwerdegegnerin gestützt auf das 

SMAB-Gutachten vom 17. Februar 2020 von einer 70%igen 

Arbeitsfähigkeit seit März 2017 ausgehe, übersehe sie, dass die Gutachter 

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gar keine Arbeitsfähigkeits-Einschätzung zu diesem Zeitraum abgegeben 

hätten. Vielmehr bestehe aus gutachterlicher Sicht erst ab Ende August 

2019 eine solche Arbeitsfähigkeit von 70 %.

3.4. Vorliegend bestand seit dem Verkehrsunfall der Beschwerdeführerin am 

5. April 2015 nachweislich bis zum 9. April 2015 eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit, bevor die Arbeit ab dem 10. April 2015 wieder zu 50 % 

aufgenommen werden konnte (vgl. Arbeitszeugnis von Dr. med. G._____ 

vom 20. April 2015 [Bf-act. 1]). Dazu bringt die Beschwerdegegnerin in der 

Duplik zu Recht vor, dass entgegen der Auffassung der 

Beschwerdeführerin für die Zeit ab dem 10. April 2015 keine 

Arbeitsunfähigkeit bescheinigt, sondern vielmehr die Tätigkeit als Software 

Consultant (teilzeitlich) wieder aufgenommen wurde (vgl. dazu auch 

Schreiben des Unfallversicherers vom 18. September 2015 [Bf-act. 2]). 

Erst ab dem 15. Juli 2015 wurde die Beschwerdeführerin von Hausarzt Dr. 

med. G._____ wieder zu 100 % krankgeschrieben (vgl. Stellungnahme 

von Dr. med. G._____ vom 10. August 2015 [Bf-act. 4], vgl. dazu ferner 

Schreiben des Unfallversicherers vom 18. September 2015 [Bf-act. 2]). Mit 

Bericht vom 24. Juli 2015 wies dieser als Grund dafür auf eine 

Verschlechterung der Beschwerdesymptomatik, einschliesslich 

eingeschränkter kognitiver Funktionen, hin (Bf-act. 3). Für wie lange diese 

Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung ausgestellt wurde, lässt sich dem 

Bericht indes nicht entnehmen. In diesem Zusammenhang wird darin 

einzig festgehalten, dass ab dem 27. Juli 2015 probatorisch ein 

Arbeitsversuch erfolgen solle (Bf-act. 3). Sodann befand sich die 

Beschwerdeführerin ab dem 2. September 2015 für etwas über einen 

Monat in stationärer Rehabilitationsbehandlung in der Klinik D._____, 

wofür ihr bis zum 18. Oktober 2015 eine 100%ige, vom 19. Oktober 2015 

bis zum 8. November 2015 eine 50%ige und vom 9. November 2015 bis 

zum 22. November 2015 eine 25%ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde, 

bevor sie ab dem 23. November 2015 wieder zu 100 % arbeitsfähig 

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erachtet wurde (vgl. Austrittsbericht der Dres. med. E._____ und F._____ 

vom 16. Oktober 2015 [Bg-act. 9 S. 4]). Nach Angaben von Dr. med. 

G._____ sei diese 100 % Arbeitsfähigkeit von der Beschwerdeführerin 

jedoch nicht toleriert worden, weshalb sie noch einmal vorübergehend zu 

100 % habe krankgeschrieben werden müssen (vgl. Bericht von Dr. med. 

G._____ vom 16. August 2018 [Bg-act. 9 S. 2]). Der von der 

Beschwerdeführerin beigebrachten Arbeitgeberbescheinigung vom 11. 

April 2016 ist dabei zu entnehmen, dass sie vom 24. November 2015 bis 

zum 27. November 2015 eine Absenz infolge Krankheit aufwies (Bf-act. 

6). Soweit die Beschwerdeführerin auch für die Folgezeit eine maximal 

50%ige Arbeitsfähigkeit in angestammter Tätigkeit mit den bekannten und 

unverändert gebliebenen Diagnosen einer Fibromyalgie und eines 

Hyperlaxizitätssyndrom sowie einer Schmerzzunahme seit dem 

Verkehrsunfall mit u.a. begleitender Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zu 

begründen versucht, kann ihr nicht gefolgt werden. Vielmehr ist der 

Beschwerdegegnerin darin beizupflichten, dass für diese Zeit keine 

Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen aktenkundig sind. Ohnehin kann 

von einer Diagnose eines Gesundheitsschadens nicht unmittelbar auf eine 

vorliegende Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden (vgl. BGE 142 V 106 

E.4.4, 139 V 547 E.5.1, 136 V 279 E.3.1). Zudem waren die durch den 

Verkehrsunfall verursachte Exazerbation der Schmerzen im ganzen 

Körper und weitere Beschwerden, wie Übelkeit mit Erbrechen und 

wässrige Diarrhoe, brennende Fusssohlen, massive Müdigkeit, 

Schlafstörungen, Nackenbeschwerden und eine 

Berührungsempfindlichkeit bekannt (vgl. Arztberichte von Dr. med. 

G._____ vom 24. Juli 2015 [Bf-act. 3], 10. August 2015 [Bf-act. 4] und 

16. August 2018 [Bg-act. 9 S. 2], Zusammenfassung der 

Krankengeschichte durch Dr. med. F._____ vom 3. September 2015 [Bg-

act. 16 S. 6]). Dennoch erachteten die behandelnden Ärzte der Klinik 

D._____ aufgrund des erfreulichen Verlaufs der rheumatologischen 

Rehabilitation während des stationären Aufenthalts im Herbst 2015 mit 

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deutlicher Verbesserung der Belastbarkeit, der Mobilität und der 

(medikamentösen) Schmerzkontrolle letztlich ab Ende November eine 

volle Arbeitsfähigkeit für zumutbar (vgl. Austrittsbericht der Dres. med. 

E._____ und F._____ vom 16. Oktober 2015 [Bg-act. 9 S. 3 f.], 

Austrittsbericht der Physiotherapie vom 6. Oktober 2015 [Bg-act. 16 S. 8]). 

Dass die Beschwerdeführerin während ihrer Arbeitslosigkeit nicht 

vermittelbar war und im Rahmen der bei der C._____ absolvierten 

Einsatzprogramme einige Krankheitstage aufwies (vgl. Bf-act. 18), vermag 

daran nichts zu ändern. Vielmehr bestand während der RAV-Programme 

nachweislich eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (siehe Arztbericht der Dres. 

med. H._____ und I._____ vom 16. März 2017 [Bg- act. 9 S. 7], vgl. ferner 

Zielvereinbarungen zu den Einsatzprogrammen im C._____ vom 26. 

September 2016 [Bg-act. 34 S. 1] und 11. April 2017 [Bg-act. 32 S. 3]). 

Wenn die Beschwerdeführerin dazu in der Replik vorbringt, es habe sich 

dabei um adaptierte Tätigkeiten gehandelt und ihr wären bei der Angabe 

einer Teil-Arbeitsfähigkeit die Arbeitslosengelder reduziert worden, 

verfängt ihr Einwand nicht, bewarb sie sich doch nachweislich 

insbesondere auf Vollzeitstellen im angestammten Informatikbereich (vgl. 

hierzu Nachweise der persönlichen Arbeitsbemühungen von Januar bis 

Dezember 2017 [Bg-act. 31]). Insgesamt findet somit das Vorbringen der 

Beschwerdeführerin, wonach das Wartejahr am 4. April 2016 erfüllt 

gewesen sei, keine Stütze in den Akten.

3.5. Ferner kann ihr auch insoweit nicht gefolgt werden, als sie geltend macht, 

dass selbst wenn die einjährige Wartezeit erst im März 2017 begonnen 

haben soll, sie jedenfalls per Ende Februar 2018 erfüllt worden wäre. Denn 

aus den Akten ergibt sich für diesen Zeitraum einzig eine von Dr. med. 

G._____ attestierte 100%ige Arbeitsunfähigkeit vom 26. April 2017 bis 

zum 1. Mai 2017 wegen einer Gastroenteritis (vgl. Arztbericht vom 16. 

August 2018 [Bg-act. 9 S. 2]). Zudem führten die Schmerztherapeutinnen 

Dres. med. H._____ und I._____ in ihrem Bericht zur Erstkonsultation am 

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16. März 2017 lediglich aus, längerfristig werde wahrscheinlich eine 

50%ige Arbeitsstelle sinnvoll sein (Bg-act. 9 S. 8). Dazu machten sie 

weder konkrete Angaben noch attestierten sie eine eigentliche 

Arbeitsunfähigkeit.

3.6. Obgleich Dr. med. H._____ in ihrem Verlaufsbericht vom 29. August 2018 

bei letzter Sprechstunde am 24. Juli 2018 die bisherige Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin zu maximal 50 % (jeweils nur halbtags verwertbar) 

als zumutbar erachtete, hielt sie darin ausdrücklich fest, dass sie der 

Beschwerdeführerin keine Arbeitsunfähigkeits-Atteste ausgestellt habe 

(Bg-act. 11). Entgegen der beschwerdeführerischen Auffassung wies 

RAD-Arzt Dr. med. J._____ in seiner Abklärung vom 13. November 2018 

aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen sowie der dreijährigen 

Absenz vom Arbeitsprozess mit entsprechender Dekonditionierung nur 

initial eine 40 bis 50%ige Arbeitsfähigkeit mit zu Beginn noch 

eingeschränkter Leistungsfähigkeit und Bedarf an Zusatzpausen aus; auf 

mittlere Sicht, d.h. nach ca. einem halben Jahr, ging er hingegen von einer 

Arbeitsfähigkeit von 70 bis 80 % aus (vgl. Abklärungsbericht vom 21. 

Dezember 2018 [Bg- act. 20 S. 6]), wobei Dr. med. J._____ ausserdem 

festhielt, dass sich auch die Beschwerdeführerin – je nach ihrem 

Gesundheitszustand – ein über 50 % liegendes Pensum im bisherigen 

Tätigkeitsbereich vorstellen könnte (Bg-act. 20 S. 3 und 20 S. 6; vgl. ferner 

Beurteilung vom 20. Dezember 2018, Case Report [Bg-act. 204 S. 14 f.]). 

Diese Einschätzung entspricht jener im SMAB-Gutachten vom 17. Februar 

2020, in welchem die Expertin und Experten in der interdisziplinären 

Gesamtbeurteilung auf eine Arbeitsfähigkeit von 70 % in der 

angestammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin schlossen, wobei sie 

diese massgeblich mit den in psychiatrischer und gastroenterologischer 

Sicht festgestellten Gesundheitsschäden begründeten (vgl. Bg-act. 192 

S. 6 ff.). Dabei setzte sich der psychiatrische Teilgutachter Dr. med. 

N._____ auch mit der mit Bericht vom 2. Mai 2019 der Psychiatrischen 

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Dienste Graubünden (PDGR) aufgrund einer Komorbidität einer 

"Polytoxikomanie" sowie einer anhaltenden somatoformen 

Schmerzstörung attestierten 100%igen Arbeitsunfähigkeit (vgl. Bericht 

von Dr. med. O._____ und Assistenzarzt P._____ vom 2. Mai 2019 [Bg-

act. 128]) auseinander. Abgesehen davon, dass er diese Diagnosen 

anhand des Kriterienkatalogs der ICD-10 nicht verifizieren konnte und 

stattdessen von einer isolierten Alkoholabhängigkeit und einer 

Somatisierungsstörung ausging, blieb für ihn das seinerzeitige Ausmass 

der jeweils anteiligen Symptomexpression der festgestellten Störungen 

sowie die entsprechende Gewichtung in Bezug auf die Arbeitsfähigkeit 

unklar (vgl. psychiatrisches Teilgutachten [Bg-act. 192 S. 34]). Insofern ist 

auch nicht zu beanstanden, wenn RAD-Arzt Dr. med. J._____ in seiner 

Abschlussbeurteilung vom 20. Februar 2020 – und gestützt darauf die 

Beschwerdegegnerin – davon ausging, dass die gutachterlicherseits 

ausgewiesene Arbeitsfähigkeit von 70 % in bisheriger (und einer 

adaptierten) Tätigkeit seit dem Beginn der Schmerzbehandlung im März 

2017 bestand (vgl. Case Report [Bg-act. 204 S. 17]):

Nachdem die Beschwerdeführerin von den rehabilitativen Massnahmen 

und der eingeführten Opioidtherapie mit Palexia im Rahmen des 

Klinikaufenthalts im Herbst 2015 hatte profitieren können (vgl. 

Austrittsbericht vom 16. Oktober 2015 [Bg-act. 9 S. 4]), kam es Anfang 

2017 zu einer Exazerbation der Schmerzen, weshalb Dr. med. G._____ 

sie an die Schmerzklinik M._____ verwies (vgl. Bericht vom 16. August 

2018 [Bg-act. 9 S. 2]). In ihrem Bericht zur Erstkonsultation am 16. März 

2017 bestätigten die behandelnden Ärztinnen, Dres. med. H._____ und 

I._____, die Diagnosen eines Hyperlaxizitätsyndroms sowie einer 

Fibromyalgie mit/bei u.a. Colon irritabile, Globusgefühl, chronischen 

Schlafstörungen und rezidivierendem Schwächegefühl. Sie stellten 

chronische therapiefraktäre Schmerzen mit wechselnden 

Hauptbeschwerden und chronische Schlafstörungen fest. Damals 

- 15 -

beklagte die Beschwerdeführerin einen lumbalen Dauerschmerz mit 

Ausstrahlung in die rechte Leiste und Oberschenkel, Schmerzen an den 

Fersen und der rechten Grosszehe bis hin zum Mittelfuss, 

Missempfindungen und Überempfindlichkeiten, Durchfall und Übelkeit 

sowie eine zu wenig starke Wirkung der medikamentösen Analgesie 

(Opioidtherapie mit Palexia). Um letzteres zu optimieren, setzten die 

Behandlerinnen neu zusätzlich insbesondere niedrig dosiertes Methadon 

ein (Bericht vom 16. März 2017 [Bg-act. 9 S. 5 ff.]). Wie aus dem Bericht 

von Dr. med. H._____ vom 29. August 2018 hervorgeht, konnte durch die 

höher dosierte Palexia/Tapentadol- und der begleitenden 

Methadontherapie eine weitgehende Verbesserung der Schmerzen 

erreicht werden. Indes konnten neben der Schlafproblematik 

insbesondere die ausgeprägte rezidivierende Übelkeit und das Erbrechen 

nicht beeinflusst werden. Auch im Zeitpunkt der letzten Konsultation am 

24. Juli 2018 litt die Beschwerdeführerin nach wie vor in ca. monatlichen 

Abständen unter komplett invalidisierenden Erbrechensattacken. Trotz 

ausgedehnten Untersuchungen fand sich hierfür keine klare Ursache (Bg-

act. 11 S. 3). RAD-Arzt Dr. med. J._____ konnte in seiner Abklärung vom 

13. November 2018 das bekannte Beschwerdebild mit rezidivierenden 

Magen-Darm-Beschwerden mit Nausea, rezidivierendem Erbrechen, 

gelegentlichen Bauchkrämpfen und Durchfällen sowie vermehrter 

Müdigkeit und Schwäche bzw. Erschöpfbarkeit bestätigen. Die depressive 

Niederstimmung stufte er als affektive Begleiterscheinung zum 

somatischen Beschwerdebild ein (vgl. Untersuchungsbericht vom 21. 

Dezember 2018 [Bg-act. 20 S. 6]). Schliesslich berichtete die 

Beschwerdeführerin auch anlässlich der Begutachtung durch die SMAB-

Expertin und Experten neben allgemeinen Motivationsschwierigkeiten und 

Antriebslosigkeit über eine andauernde Müdigkeit (vgl. psychiatrisches 

Teilgutachten [Bg-act. 192 S. 31] und rheumatologisches Teilgutachten 

[BG-act. 192 S. 40]). Zudem beklagte sie namentlich Schmerzen in der 

Lendenwirbelsäule mit Ausstrahlung in die unteren Extremitäten sowie 

- 16 -

wechselhaft lokalisierte Beschwerden in verschiedenen Körperregionen, 

wie den Fersen, Zehen, Handgelenken und Daumen, wobei die aktuelle 

Medikation (Palexia und Methadon) zu einer gewissen Schmerzlinderung 

führe. Neben Hyperästhesien, Schlaf- und Konzentrationsstörungen gab 

sie ferner insbesondere häufig auftretenden Durchfall, Bauchschmerzen, 

ein eigentümliches Geschmacks- und Geruchsempfinden, Zitteranfälle mit 

Schweissausbrüchen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, 

Überblähungsgefühle, nicht selten ein "Kloss im Hals", rezidivierende 

Schwächeempfinden sowie selten Kopfschmerzen an (vgl. Bg-act. 192 

S. 4 f., S. 25, S. 31, S. 40, S. 52 f. und S. 65). 

3.7. Da sich somit das ausgewiesene Beschwerdebild und damit einhergehend 

die beklagten Gesundheitsschäden seit der Erstkonsultation im 

Schmerzzentrum des M._____ am 16. März 2017 weitgehend 

übereinstimmend präsentieren, erscheint es plausibel, wenn die 

Beschwerdegegnerin zusammen mit dem RAD-Arzt Dr. med. J._____ 

davon ausging, dass die im – wie nachfolgend aufgezeigt wird – 

beweiskräftigen SMAB-Gutachten ausgewiesene Arbeitsfähigkeit von 

70 % in der angestammten Tätigkeit der Beschwerdeführerin seit März 

2017 besteht. Dass im SMAB-Gutachten vom 17. Februar 2020 aus 

psychiatrischer Sicht eine rückwirkende Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

(insbesondere vor dem Jahr 2019) als kaum möglich erachtet wurde, weil 

die Beschwerdeführerin erst seit März 2019 in fachpsychiatrischer 

Betreuung stehe (vgl. Konsensbeurteilung [Bg-act. 192 S. 10 f.] und 

psychiatrisches Teilgutachten [Bg-act. 192 S. 34]), tut deren – wie 

dargelegt – schlüssigen Herleitung durch den RAD-Arzt Dr. med. J._____ 

keinen Abbruch. Damit ging die Beschwerdegegnerin im Ergebnis auch zu 

Recht davon aus, dass das Wartejahr im frühest möglichen Zeitpunkt des 

Rentenbeginns am 1. Februar 2019 nicht erfüllt war.

4.1. Des Weiteren ist zu prüfen, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht auf das 

SMAB-Gutachten vom 17. Februar 2020 abgestellt hat oder ob konkrete 

- 17 -

Indizien gegen dessen Zuverlässigkeit sprechen, so dass von der 70%-

igen Arbeitsfähigkeits-Einschätzung in der bisherigen (und einer adaptier-

ten) Tätigkeit abzuweichen wäre.

4.2. Das Bundesrecht schreibt nicht vor, wie die einzelnen Beweismittel zu 

würdigen sind. Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichts-

beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. Hin-

sichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, dass die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchun-

gen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 

der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 

medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 

Situation einleuchtet und dass die Schlussfolgerungen der Expertin oder 

des Experten begründet sind (vgl. BGE 134 V 231 E.5.1, 125 V 351 E.3a). 

Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die 

Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten 

oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (vgl. 

BGE 125 V 351 E.3a, 122 V 157 E.1c mit Hinweisen). Dennoch erachtet 

es die Rechtsprechung mit dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung 

als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte und 

Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. BGE 125 

V 351 E.3b, 118 V 286 E.1b, 112 V 30 E.1a mit Hinweisen). So ist den im 

Rahmen des Verwaltungsverfahrens eingeholten Gutachten von externen 

Spezialärzten, welche aufgrund eingehender Beobachtungen und Unter-

suchungen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der 

Erörterung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, bei der Be-

weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete In-

dizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (vgl. BGE 137 V 

210 E.1.3.4, 125 V 351 E.3b/bb).

4.3. Die Beschwerdeführerin bemängelt im Wesentlichen, die SMAB-Expertin 

und Experten hätten sich nicht detailliert mit ihrer angestammten Tätigkeit 

- 18 -

auseinandergesetzt. Aus dem neuropsychologischen Gutachten gehe 

hervor, dass ihr ausschliesslich bekannte Inhalte im Softwarebereich zu-

mutbar seien. Im Rahmen ihrer Tätigkeit bei der B._____ GmbH habe sie 

sich auf eine ganz spezielle Software spezialisiert, insbesondere in den 

Modulen Buchhaltung und Fahrzeugablieferung. Mit der Kündigung sei 

dieses spezielle Wissen nicht mehr gefragt. Auch habe das IT-Training im 

BackOffice Bürocenter gezeigt, dass sie nicht mehr über das dannzumal 

erworbene allgemeine IT-Wissen verfüge. Daher könne sie nicht mehr als 

IT-Consultant arbeiten.

4.4. Das SMAB-Gutachten vom 17. Februar 2020 erfüllt die von der höchstrich-

terlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines medizinischen Be-

richts gestellten Anforderungen, weshalb ihm Beweiskraft zukommt. Es 

beruht auf eigenen Untersuchungen und berücksichtigt die von der 

Beschwerdeführerin beklagten und aktenkundigen Beschwerden sowie 

den Krankheitsverlauf (vgl. Bg-act. 192 S. 4 f., S. 24 f., S. 39 f., S. 52 ff., 

S. 65). Die Beurteilung erfolgte in Kenntnis der (medizinischen) Vorakten, 

einschliesslich der Einschätzungen der behandelnden Ärzte, des 

ehemaligen Arbeitgebers sowie der Eingliederungsfachpersonen (Bg-act. 

192 S. 16 ff.). Die Schlussfolgerungen wurden gestützt auf die eigenen 

klinischen Untersuchungen, die erhobenen bildgebenden und 

laborchemischen Befunde sowie in Auseinandersetzung mit 

vorbefundlichen Diagnosen getroffen (vgl. Bg-act. 192 S. 27 ff., S. 42 ff., 

S. 57 ff.). Ferner ist es für die streitigen Belange umfassend. Entgegen der 

Auffassung der Beschwerdeführerin trafen die Gutachterin und Gutachter 

ihre Einschätzungen auch in Kenntnis und Würdigung ihrer bisherigen 

Tätigkeit (siehe insbesondere Bg-act. 192 S. 44 und S. 46 f. i.V.m. S. 40 

sowie S. 66, vgl. ferner Bg-act. 192 S. 3 f., S. 12, S. 26, S. 30, S. 54, 

S. 60). Zudem sind die Ausführungen der Gutachterin und Gutachter zur 

Beurteilung der medizinischen Situation der Beschwerdeführerin einleuch-

tend und die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand 

- 19 -

nachvollziehbar begründet. Als Diagnosen mit Auswirkungen auf die Ar-

beitsfähigkeit führten sie eine Somatisierungsstörung (ICD-10 F45.0), eine 

Non-Ulcer-Dyspepsia sowie ein Irritable Bowel Syndrome vom Durchfall-

typ auf. Demgegenüber erachteten sie u.a. die psychische und Verhal-

tensstörung durch Alkohol, Abhängigkeitssyndrom, gegenwärtiger Sub-

stanzgebrauch ohne körperliche Symptome (ICD-10 F10.240), die Fibro-

myalgie sowie das Hypermobilitätssyndrom als ohne Einfluss auf die Ar-

beitsfähigkeit (Bg-act. 192 S. 8). In der Konsensbeurteilung führten die 

Gutachterin und Gutachter zur Diagnoseherleitung namentlich aus, auf der 

Grundlage der aktuell erhobenen Befunde, den eigenanamnestischen An-

gaben der Beschwerdeführerin sowie der zum Untersuchungszeitpunkt 

verfügbaren historischen Datenlage lasse sich als grundlegende Krank-

heitsentität des psychiatrischen Fachgebiets eine Somatisierungsstörung 

(ICD-10 F45.0) identifizieren. Die seitens der ICD-10 diesbezüglich defi-

nierten Kriterien erschienen in ausreichender Form erfüllt, vorbehaltlich 

der Tatsache, dass die permanent fluktuierenden und als multipler Ge-

samtkomplex jene Entität begründenden Beschwerden (Bauchschmer-

zen, Übelkeit, Durchfall, Gelenk- und Gliederschmerzen) in ihrer Vielfalt, 

Schwere sowie Dauer durch keine diagnostizierbare körperliche Erkran-

kung hätten erklärt werden können. Darüber hinaus habe das Vorliegen 

psychischer und Verhaltensstörungen durch Alkohol im Sinne eines Ab-

hängigkeitssyndroms mit gegenwärtigem Substanzgebrauch ohne körper-

liche Symptome (ICD-10 F10.240) sowie durch Tabak als Abhängigkeits-

syndrom mit ständigem Substanzgebrauch (ICD-10 F17.25) – wie schon 

aktenkundig erwähnt – bestätigt werden können. Aus rheumatologischer 

Sicht stehe für die Beschwerdeführerin ein rechtsbetontes chronisches 

lumbospondylogenes Syndrom im Vordergrund. Die fehlenden schmerz-

modulierenden Faktoren, das ungenügende Ansprechen auf die starken 

Analgetika und die Physiotherapien sowie der diskrete klinische Befund 

sprächen für das Vorliegen von unspezifischen Rückenschmerzen. Der ra-

diologische Befund einer fortgeschrittenen Spondylarthrose L4/5 rechts-

- 20 -

betont könnte jedoch mit der Klinik korrelieren. Es fehlten klinische Hin-

weise für eine Nervenwurzelkompression. Gemäss dem Fragebogen, wel-

cher rein auf subjektiven Angaben beruhe, seien die neuen Diagnosekri-

terien für eine Fibromyalgie knapp erfüllt. Insbesondere sei die Schmerz-

ausbreitung aktuell nicht ausgeprägt. Die anamnestisch seit vielen Jahren 

vorliegende Berührungsempfindlichkeit spreche für eine bereits längere 

Präsenz der Fibromyalgie. Des Weiteren bestehe klinisch und diskret auch 

radiologisch eine beginnende Rhizarthrose beidseits, die in Bezug auf die 

bisherige Tätigkeit zu keiner Einschränkung führe. Gleichfalls klinisch er-

gebe sich eine beidseitige Plantarfasziitis, welche die Gehstrecke 

schmerzbedingt diskret einschränke, für eine Arbeitsausübung im bisheri-

gen Beruf aber nicht limitierend sei. Zudem liege ein Hypermobilitätssyn-

drom mit einem Beighton Score von sieben bzw. mit zwei Hauptkriterien 

nach Brighton vor, was aber weder für die angestammte Tätigkeit noch im 

Alltag relevant sei. Die diagnostischen Erhebungen aus dem gastroente-

rologischen Fachgebiet im Sinne imperativer Diarrhoen sowie unklarer 

Nausea und Emesis bzw. eines Verdachts auf Vorliegen eines Barrett-

Ösophagus begründeten sich mit den auf Basis der Aktenlage zum Unter-

suchungszeitpunkt verfügbaren Informationen sowie eigenanamnesti-

schen Angaben der Beschwerdeführerin (Bg-act. 192 S. 6 f.). Die Gutach-

terin und Gutachter führten zu den funktionellen Auswirkungen der Be-

funde und Diagnosen namentlich aus, die Arbeitsfähigkeit der Beschwer-

deführerin sei aus psychiatrischer Sicht partiell eingeschränkt. Die Limitie-

rungen beträfen insbesondere das derzeitige Ausmass der Flexibilität und 

der Umstellungs- bzw. Durchhaltefähigkeit sowie der Fähigkeit zu Spon-

tanaktivitäten im allgemeinen Alltagsgeschehen. Aus gastroenterologi-

scher Perspektive könne festgestellt werden, dass sich die Arbeitsfähigkeit 

in Anbetracht der anhaltenden imperativen Diarrhoen sowie der rezidivie-

renden Nausea und möglichen Emesis reduziert darstelle (Bg-act. 192 

S. 9). Insgesamt erachteten sie die Beschwerdeführerin sowohl in ihrer 

- 21 -

bisherigen als auch in einer adaptierten Tätigkeit zu 70 % arbeitsfähig (Bg-

act. 192 S. 10 f.). 

4.5. Obschon die Beschwerdeführerin eine gutachterlicherseits unzureichende 

Auseinandersetzung mit ihrer angestammten Tätigkeit bemängelt, räumt 

sie zugleich selbst ein, dass sich bereits der neuropsychologische Gutach-

ter lic. phil. L._____ dieser Thematik in seinem Untersuchungsbericht vom 

31. August 2019 angenommen hat. Er wies gestützt auf die 

durchgeführten Testverfahren eine normvariante Intelligenz (Gesamt-IQ 

von 95) sowie eine minimale bis leichte neuropsychologische 

Hirnfunktionsstörung mit leichtgradigen Einschränkungen in Teilbereichen 

attentionaler, mnestischen und visuell/visuell-perzeptiven Funktionen aus. 

Aufgrund der biografischen Informationen der Beschwerdeführerin zu ihrer 

Aus- und Weiterbildung sowie zu ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit als 

Software Consultant im IT-Bereich ging lic. phil. L._____ von einem 

durchschnittlichen prämorbiden kognitiven Fähigkeitsniveau aus. Somit 

liege das aktuell gezeigte intellektuelle Leistungsniveau etwas unter dem 

geschätzten prämorbiden. In den letzten Jahren habe die 

Beschwerdeführerin allerdings nachweislich auch regelmässig und in 

grossen Mengen Alkohol konsumiert, was einen ungünstigen Einfluss auf 

die Intelligenz habe. Relativ zum intraindividuellen Leistungsniveau hätten 

sich die ausgeprägtesten Minderleistungen im Umgang mit nonverbalen 

Inhalten gezeigt, insbesondere, wenn diese eher abstrakt und detailreich 

gewesen seien. Eindrücklich zeige sich diese Schwierigkeit im Erfassen 

von Mimik oder beim freien Kopieren einer komplexen geometrischen 

Figur. Auch darauf habe der starke Alkoholkonsum einen Einfluss: In der 

Literatur werde beschrieben, dass alkoholbedingte Schäden vor allem 

Strukturen der rechten kortikalen Hemisphäre beträfen und somit 

hauptsächlich Minderleistungen bei nonverbalen Anforderungen 

verursachten (Bg-act. 162 S. 14 f.).

- 22 -

Damit übereinstimmend führte lic. phil. L._____ zu den funktionellen 

Auswirkungen der festgestellten Funktionseinschränkungen aus, die 

Beschwerdeführerin verfüge über alterskonforme intellektuelle 

Fähigkeiten. Sie zeige jedoch auf ganz grundlegender Ebene 

Schwierigkeiten im Umgang mit nichtsprachlichen Informationen. Müsse 

sie solche Informationen aufnehmen und bei Bedarf später wieder 

gedächtnismässig abrufen, gelinge dies nur ungenau und fragmentarisch. 

Auch zeige sie Schwierigkeiten im Erfassen von grösseren 

Zusammenhängen bzw. Inhalten, wenn sie die Informationen visuell 

aufnehmen resp. erfassen müsse. Dies zeige sich eindrücklich bei 

räumlich-konstruktiven Aufgabestellungen, bei denen sie sehr detailhaft 

und entsprechend fehlerhaft vorgehe. Bei analogen Aufgabestellungen mit 

ausschliesslich verbalen Informationen zeige sie dagegen alterskonforme 

bis teilweise erfreulich gute Leistungen. Beim simultanen Überwachen, 

Kontrollieren und Koordinieren von verschiedenen Abläufen und 

Informationen zeige sie qualitative und tempomässige Minderleistungen. 

Könne sie dagegen die Abläufe sequenziell nacheinander erledigen, zeige 

sie alterskonforme Leistungen. Ferner zeigten sich räumliche 

Orientierungsschwierigkeiten in diversen Testverfahren. Die 

Beschwerdeführerin habe zudem angegeben, aktuell keinen Alkohol zu 

trinken (neuropsychologischer Abklärungsbericht vom 31. August 2018 

[BG-act. 162 S. 16]).

Der neuropsychologische Gutachter setzte sich sodann ausdrücklich mit 

der bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin auseinander und hielt mit 

Blick auf die Arbeitsfähigkeit fest, die gelernte und beruflich ausgeübte 

Tätigkeit im IT-Bereich sei kognitiv recht anspruchsvoll und stelle hohe 

Anforderungen an die kognitive Funktionsfähigkeit. Die 

Beschwerdeführerin habe in dieser Tätigkeit hauptsächlich mit Software 

(spezialisiert auf Datenbankapplikationen) zu tun gehabt. Mit Hardware sei 

sie dort nicht konfrontiert gewesen. Angesichts der aktuellen 

- 23 -

neuropsychologischen Befunde sei die Arbeitsfähigkeit in der 

angestammten Tätigkeit (genau wie in einer adaptierten Tätigkeit) 

bezüglich der neuropsychologischen Voraussetzungen grundsätzlich 

gegeben. Zu berücksichtigen sei jedoch, dass sie schon seit etlichen 

Jahren nicht mehr in diesem Bereich tätig sei und deshalb aufgrund der 

schnellen Entwicklung (softwaremässig, technisch etc.) wohl grössere 

Wissenslücken haben werde. Insgesamt sei in der erlernten Tätigkeit im 

IT-Bereich (Datenbanken) – sofern die Beschwerdeführerin nicht bzw. 

kaum mit nonverbalen Inhalten konfrontiert werde – grundsätzlich nicht 

von relevanten beruflichen Einschränkungen auszugehen. Mit anderen 

Worten sei eine Tätigkeit, bei der die Beschwerdeführerin ausschliesslich 

mit ihr bekannten Inhalten im Softwarebereich zu tun habe, aus 

neuropsychologischer Sicht zumutbar (neuropsychologischer 

Abklärungsbericht vom 31. August 2018 [Bg-act. 162 S. 16 f.]).

4.6. Diese Ausführungen zur Beurteilung der kognitiven Funktionsfähigkeit 

sind einleuchtend und die gezogenen Schlussfolgerungen zur 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit der Beschwerdeführerin 

erweisen sich auch mit Blick auf die in diesem Rahmen von ihr ausgeübten 

Arbeiten als nachvollziehbar. So ergibt sich aus dem Fragebogen für 

Arbeitgebende vom 7. September 2018 sowie aus den zahlreichen, 

aktenkundigen 

Arbeitszeugnissen, dass die Beschwerdeführerin namentlich für Software-

Installationen, Kundenschulungen, Echtstartbetreuungen, Telefonsupport, 

Kundenbesuche sowie für den Einsatz und die Betreuung des 

Datenmanagements beim Kunden in den Bereichen Finanzbuchhaltung 

und Fahrzeuglagerbuch zuständig war (vgl. Fragebogen für 

Arbeitgebende vom 7. September 2018 [Bg-act. 12 S. 3], Arbeitszeugnis 

der B._____ GmbH vom 31. März 2016 [Bg-act. 36 S. 18] sowie 

Zwischenzeugnisse der Q._____ GmbH vom 31. Juli 2013, 31. März 2010 

und 30. Juni 2009 [Bg-act. 36 S. 20 ff.], vgl. ferner Lebenslauf der 

- 24 -

Beschwerdeführerin [Bg-act. 19, 36 S. 6 und 59]). Gegenüber dem 

neuropsychologischen Gutachter gab die Beschwerdeführerin anlässlich 

der Exploration Ende August 2019 ferner an, sie sei bei ihrem ehemaligen 

Arbeitgeber, welcher IT-Applikationen für Autogaragen hergestellt und 

unterhalten habe, für die Software (v.a. Datenbanken) zuständig gewesen 

und habe Kunden am Telefon betreut bzw. beraten. In dieser Tätigkeit 

habe sie subjektiv keine Schwierigkeiten gehabt (neuropsychologischer 

Abklärungsbericht vom 31. August 2018 [Bg-act. 162 S. 6]). Da bei diesen 

Aufgaben, die zum Tätigkeitsbereich im bisherigen Beruf gehörten, davon 

ausgegangen werden kann, dass die Beschwerdeführerin mehrheitlich mit 

verbalen Informationen und sprachlichen Inhalten konfrontiert war und 

diese verarbeiten musste, was gemäss neuropsychologischem 

Leistungsprofil zu ihren Stärken gehört, erscheint es plausibel, wenn diese 

Tätigkeit aus gutachterlicher Sicht als grundsätzlich zumutbar erachtet 

wurde. Dass die Beschwerdeführerin – wie sie vorbringt – nur über Wissen 

im Bereich einer ganz speziellen Software und in den Modulen 

Buchhaltung und Fahrzeugablieferung verfüge, welches jedoch nicht mehr 

gefragt sei, weshalb sie nicht mehr als IT-Consultant arbeiten könne, 

vermag nicht zu überzeugen. Vielmehr wies lic. phil L._____ in genereller 

Weise aufgrund der neuropsychologischen Testergebnisse 

nachvollziehbar aus, dass in der angestammten Tätigkeit der 

Beschwerdeführerin im IT-Bereich (Datenbanken), sofern sie nicht bzw. 

kaum mit nonverbalen Inhalten konfrontiert werde, grundsätzlich keine 

relevanten Einschränkungen bestünden (neuropsychologischer 

Abklärungsbericht vom 31. August 2018 [Bg-act. 162 S. 17]).

4.7. Auch kann der Beschwerdeführerin nicht gefolgt werden, wenn sie mit 

Blick auf die Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit auf die 

Feststellungen anlässlich der durchgeführten Vorbereitungsmassnahme 

im BackOffice Bürocenter verweist. Zwar trifft es zu, dass zum Einsatz der 

Beschwerdeführerin in der IT-Abteilung vermerkt wurde, dass das 

- 25 -

Basiswissen, welches nach einer Ausbildung an einer Höheren 

Fachschule erwartet werden könne, nicht (mehr) vorhanden sei. Es 

scheine, als ob die Beschwerdeführerin mit den Grundbegriffen der IT 

nichts anfangen könne. Arbeitsanweisungen und -anleitungen würden 

auch nach mehrmaliger Wiederholung und Unterstützung kaum 

verstanden. Sie benötige viel Zeit, um Erklärungen und Zusammenhänge 

zu erkennen. Die Beschwerdeführerin arbeite unorganisiert und 

unüberlegt (vgl. Schlussbericht des BackOffice Bürocenter vom 11. 

Oktober 2019 [Bg-act. 183] und Stage vom 4. Juli 2019 [Bg-act. 119]). 

Diese Erkenntnisse sind aber insoweit zu relativieren, als sie unmittelbar 

mit dem Umstand kontrastieren, dass die Beschwerdeführerin problemlos 

in der Lage war, den Word ECDL-Kurs zu bestehen (vgl. 

Standortgespräch vom 21. August 2019 [Bg-act. 147]) und bereits im 

Rahmen des Einsatzprogramms bei der C._____ anderen Teilnehmern 

gegenüber Microsoft Office Support angeboten hatte (vgl. Schlussbericht 

vom 2. Dezember 2016 [Bg-act. 33 S. 2]). Insofern scheint durchaus ein 

Grundwissen im IT-Bereich vorhanden zu sein, weshalb es denn auch als 

nachvollziehbar erscheint, dass im Rahmen der 

Vorbereitungsmassnahme im BackOffice Bürocenter weitere Tätigkeiten 

im IT-Bereich ins Auge gefasst wurden (z.B. Software, Inventur etc.; vgl. 

Standortgespräch vom 21. August 2019 [Bg-act. 147]), wofür letztlich 

jedoch keine Zeit mehr blieb, da die berufliche Massnahme mangels 

Suchtmittelabstinenz vorzeitig abgebrochen wurde (Mitteilung vom 27. 

August 2019 [Bg-act. 156], vgl. Schlussbericht des BackOffice Bürocenter 

vom 11. Oktober 2019 [Bg-act. 183 S. 2]). Für das Vorhandensein von 

berufsrelevantem IT- Wissen spricht ferner, dass die Beschwerdeführerin 

seit Sommer 2019 als Selbstständigerwerbende stundenweise Aufträge 

für ihre ehemalige Arbeitgeberin im Bereich Kundenberatung und kleinen 

Softwareaufgaben erledigte (vgl. neuropsychologischer Abklärungsbericht 

vom 31. August 2019 [Bg-act. 162 S. 7 und S. 17], Bericht von Dr. med. 

O._____ und Assistenzarzt P._____ vom 2. Mai 2019 [Bg-act. 128 S. 4] 

- 26 -

sowie Nachrichten vom 30. August 2019 [Bg-act. 161], 2. Mai 2019 [Bg-

act. 75 S. 2] und 28. April 2019 [Bg-act. 65]). Ausserdem führte die 

Beschwerdeführerin anlässlich der neuropsychologischen Exploration 

selbst aus, dass sie im BackOffice Bürocenter hauptsächlich mit Hardware 

zu tun gehabt habe, indem sie verschiedene Komponenten in Computer 

habe einbauen müssen. Dies sei ihr schwergefallen. Sie habe sich auf 

dem Motherboard nicht richtig orientieren können und habe auch einzelne 

Teile falsch oder am falschen Ort eingesetzt. Auch Hilfen (z.B. 

Fotografien) oder häufiges Üben hätten keine Erleichterung gebracht (vgl. 

neuropsychologischer Abklärungsbericht vom 31. August 2019 [Bg-act. 

162 S. 7], vgl. ferner Verlaufsprotokoll Eingliederung, Eintrag vom 24. Juni 

2019 [Bg-act. 165 S. 9]). Da Aufgabestellungen im Umgang mit Hardware 

aufgrund der kognitiven Defizite insbesondere im Bereich von nonverbalen 

Informationen, dem Erfassen grösserer Zusammenhänge gestützt auf 

visuelle Informationen sowie von räumlich-konstruktiven 

Aufgabestellungen der Beschwerdeführerin nachweislich Mühe bereiten 

(vgl. neuropsychologischer Abklärungsbericht vom 31. August 2019 [Bg-

act. 162 S. 16 ff.]), erstaunt es nicht, dass die im Rahmen der 

Eingliederungsmassnahme im BackOffice Bürocenter festgehaltenen 

Leistungen als ungenügend betrachtet wurden. Hinzu kommt, dass die 

Beschwerdeführerin seinerzeit erst vor Kurzem eine psychiatrisch-

psychotherapeutische Behandlung aufgenommen sowie regelmässig und 

in erheblichem Mass Alkohol konsumiert hatte (vgl. Bericht von Dr. med. 

O._____ und Assistenzarzt P._____ vom 2. Mai 2019 [Bg-act. 128 S. 2], 

Verlaufsprotokoll Eingliederung, Einträge vom 5. August 2019 [Bg-act. 157 

S. 1] und 21. August 2019 [Bg-act. 157 S. 2] sowie neuropsychologischer 

Abklärungsbericht vom 31. August 2019 [Bg-act. 162 S. 5]), was aufgrund 

positiver Ethylglucuronidwerten im Urin (vgl. Laborwerte vom 26. Juli 2019 

[Bg-act. 140] und 23. August 2019 [Bg-act. 150]) letztlich denn auch zum 

Massnahmenabbruch führte. Dass sich die Alkoholabhängigkeit 

insbesondere mit Blick auf die kognitive Leistungsfähigkeit 

- 27 -

leistungsmindernd auswirken kann, wurde denn auch von lic. phil. L._____ 

bestätigt (neuropsychologischer Abklärungsbericht vom 31. August 2019 

[Bg-act. 162 S. 15]). Ausserdem wies die Beschwerdeführerin bereits im 

Zeitpunkt der Eingliederungsmassnahme eine mehrjährige Abwesenheit 

vom Arbeitsprozess auf, weshalb es aufgrund der damit einhergehenden 

Dekonditionierung als nachvollziehbar erscheint, wenn lic. phil. L._____ 

genauso wie RAD-Arzt Dr. med. J._____ einen Bedarf für eine 

Auffrischung und Aktualisierung der IT- Kenntnisse der 

Beschwerdeführerin orteten (vgl. neuropsychologischer Abklärungsbericht 

vom 31. August 2019 [Bg-act. 162 S. 17], RAD-Beurteilung vom 20. 

Dezember 2018 [Bg-act. 204 S. 14]). Insgesamt erwiesen sich somit 

sowohl die Umstände, unter denen die berufliche Mass-nahmen im IT-

Bereich durchgeführt wurden, als auch die in diesem Rahmen der 

Beschwerdeführerin zugeteilten Aufgaben nicht als optimal. Letztlich ist 

aber die Frage nach den noch zumutbaren Tätigkeiten und 

Arbeitsleistungen rechtsprechungsgemäss ohnehin nach Massgabe der 

objektiv feststellbaren Gesundheitsschädigung in erster Linie durch die 

Ärzte und nicht durch die Eingliederungsfachleute auf der Grundlage der 

von ihnen erhobenen, subjektiven Arbeitsleistung zu beantworten (Urteile 

des Bundesgerichts 9C_798/2018 vom 26. Juli 2019 E.4.2.1, 

8C_801/2018 vom 13. Februar 2019 E.4.3 und 9C_646/2015 vom 19. Mai 

2016 E.4.4).

4.8. Insgesamt ergibt sich somit, dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin 

nicht geeignet sind, den Beweiswert des SMAB-Gutachtens vom 17. 

Februar 2020 und des neuropsychologischen Abklärungsberichts von lic. 

phil. L._____ vom 31. August 2019 zu schmälern. Es ist daher nicht zu 

beanstanden, wenn die Beschwerdegegnerin auf die im Gutachten 

attestierte 70%ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen (wie auch in einer 

angepassten) Tätigkeit abstellte. Es erübrigt sich daher, auf die weiteren 

Vorbringen der Beschwerdeführerin einzugehen.

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5. Die Beschwerde erweist sich somit als unbegründet und ist abzuweisen. 

Laut Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten 

um die Bewilligung oder die Verweigerung von Leistungen aus der 

Invalidenversicherung vor dem kantonalen Versicherungsgericht 

kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und 

unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- 

festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein 

durchschnittlicher Aufwand entstanden ist, setzt das Gericht die Kosten in 
Berücksichtigung des bundesrechtlichen Kostenrahmens auf Fr. 700.-- 

fest. Diese sind gemäss Art. 73 Abs. 1 VRG von der unterliegenden 

Beschwerdeführerin zu tragen.

Der obsiegenden Beschwerdegegnerin steht kein Anspruch auf eine 

Parteientschädigung zu (vgl. Art. 61 lit. g ATSG e contrario).

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2. Die Kosten von Fr. 700.-- gehen zulasten von A._____.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

4. [Mitteilungen]