# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7ad04bdb-98eb-57ff-a6e3-7554f618633e
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-08-08
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 08.08.2008 IV 2007/82
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2007-82_2008-08-08.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2007/82

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.06.2020

Entscheiddatum: 08.08.2008

Entscheid Versicherungsgericht, 08.08.2008
Art. 4 Abs. 2 IVG, Art. 8 IVG, Art. 15ff. IVG, Art. 28 IVG. Kein Anspruch auf 
Rente oder berufliche Massnahmen wegen fehlender körperlicher 
Invalidisierung und bis zum Einspracheentscheid nicht genügend 
manifestierten psychischen Beschwerden (Entscheid des 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 8. August 2008, IV 
2007/82).

Präsident Franz Schlauri, Versicherungsrichterinnen Karin Huber-Studerus und Marie-

Theres Rüegg Haltinner; a.o. Gerichtsschreiber Mathias Schneider

Entscheid vom 8. August 2008

in Sachen

W.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Andreas Wiget, Rosenbergstrasse 42b,

9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

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IV-Leistungen

Sachverhalt:

A.   

A.a  Am 24. Oktober 2005 meldete sich W.___, Jahrgang 1972, bei der 

Invalidenversicherung zur Beanspruchung von beruflichen Massnahmen, namentlich 

Berufsberatung, Umschulung und Arbeitsvermittlung, an. Ihre Lunge sei aufgrund von 

Komplikationen bei der Geburt des Kindes 1989 geschädigt worden und habe daher 

ein vermindertes Volumen, sie leide an Husten, Kurzatmigkeit, sie sei schon nach 

kurzer Tätigkeit sehr erschöpft. Eine Verschlechterung trete bei Feuchtigkeit, Dampf, 

Rauch und Staub ein (IV-act. 1).

A.b Dr. A.___, Facharzt FMH für Innere Medizin und für Pneumologie, beurteilte mit 

Arztbericht vom 8. November 2005 den Anspruch auf berufliche Massnahmen. Die 

Versicherte leide unter einer leichten Restriktion, einer leichten Erhöhung des 

Residualvolumens, einer mittelschweren Einschränkung der Diffusionskapazität, an 

einer mittelschweren bis schweren bronchialen Hyperreaktivität und einer 

Makrophagenakkumulation in den Bronchien und Alveolen, vermutlich als Folge des 

Tabakkonsums. Keinen Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit habe die Pleuropneumonie und 

Pleuradrainagen nach Wundinfekt und Blutvergiftung, die Abszessbildung und 

Operationen nach der Geburt ihres Sohnes im Jahre 1989. Seither sei bei der 

Versicherten eine um ca. 30% reduzierte Ventilationsreserve bekannt; die 

Diffusionskapazität sei auf 55% des Sollwertes reduziert. Dr. A.___ empfand es als 

wahrscheinlich, dass berufliche Massnahmen angezeigt seien. (IV-act. 10/3f.). 

Entsprechend der Reduktion der Ventilationsreserve sei auch die Leistungsfähigkeit der 

Versicherten um mindestens 20% eingeschränkt. Die bisherige Arbeit als Serviertochter 

sei eventuell noch zumutbar, zumindest bei leichter, körperlich nicht belastender Arbeit 

in inhalationsnoxenfreiem Betrieb. Jede Art von Tätigkeit, die nicht mehr als 

mittelschwer körperlich belaste und in inhalationsnoxenfreiem Milieu durchgeführt 

werden könne, sei der Versicherten zumutbar. Es bestehe sodann keine verminderte 

Leistungsfähigkeit (IV-act. 10/5 f.).

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A.c  Mit Verfügung vom 1. März 2006 verneinte die IV-Stelle den Anspruch auf 

berufliche Massnahmen. Die Versicherte sei in einer mittelschweren Tätigkeit ohne 

Rauchexposition voll arbeitsfähig und in der Stellensuche nicht eingeschränkt (IV-act. 

18).

B.  

B.a Am 20. März 2006 erhob die Versicherte Einsprache gegen diese Verfügung und 

beantragte eine nochmalige Prüfung des Anspruches auf berufliche Massnahmen. 

Durch die körperlichen Gebrechen und die entsprechend geforderten 

Arbeitsbedingungen sei sie für ein erfolgreiches Suchen einer Stelle auf Beratung durch 

eine Fachperson angewiesen (IV-act. 19).

B.b Auf Anfrage des Rechtsdienstes der SVA schlug der Regionale Ärztliche Dienst 

(RAD) einen pneumologischen Untersuch vor zur Klärung der Frage, ob der Anspruch 

auf berufliche Massnahmen im Rahmen der noch festzustellenden Arbeitsunfähigkeit 

bei einer Hilfstätigkeit bestehe (IV-act. 22).

B.c Die Versicherte unterzog sich am 23. November 2006 der ärztlichen Begutachtung 

durch den RAD. Folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit wurden 

gestellt: Bronchiale Hyperreagibilität mit chronischer Bronchitis und eine mögliche 

minimale restriktive Ventilationsstörung. Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 

seien die rezidivierenden Hyperventilationstetanien. Es könne kein direkter 

medizinischer Zusammenhang zwischen den pulmonalen Funktionseinschränkungen 

und dem Abbruch der bisherigen Beschäftigungsverhältnisse gesehen werden. Es 

müsse aber vom Vorliegen einer unspezifischen bronchialen Überempfindlichkeit 

ausgegangen werden. Tätigkeiten mit regelmässiger Exposition gegenüber höheren 

Konzentrationen von atemwegsreizenden Stäuben, Dämpfen und Rauch seien 

ungünstig. Hinsichtlich leidensadaptierten Tätigkeiten bestehe aus pneumologischer 

Sicht volle Arbeitsfähigkeit für leichte bis mittelschwere körperliche Arbeit in 

Wechselhaltung, ohne regelmässige Exposition gegenüber Nässe, Kälte und Zugluft 

und eine Exposition gegenüber atemwegsreizenden Aerosolen (IV-act. 25/7f.).

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B.d Dr. A.___ nahm am 8. Dezember 2006 zum vorliegenden Gutachten Stellung. Die 

CO-Aufnahme sei jetzt auf 67% reduziert, es lasse sich seit Juni 2005 eine leichtere 

Verbesserung beobachten (in den Akten befinden sich keine aktuelleren 

Untersuchungsunterlagen). Seiner Meinung nach könne nicht von einer 

Lungenfunktionsstörung ohne Krankheitswert gesprochen werden (IV-act. 28). Auf 

psychiatrische Verhältnisse ging Dr. A.___ nicht ein.

B.e Mit Einspracheentscheid vom 16. Januar 2007 bestätigte die SVA ihre Verfügung 

vom 1. März 2006 und wies die Einsprache vom 20. März 2006 ab mit der Begründung, 

der RAD-Untersuch bestätige, die Versicherte sei für die angestammte und alle übrigen 

Tätigkeiten unter Berücksichtigung gewisser Einschränkungen voll arbeitsfähig. Weder 

für die Berufsberatung noch für die Arbeitsvermittlung bestünden seitens der 

Versicherten gesundheitliche Einschränkungen, die eine Inanspruchnahme der 

Invalidenversicherung rechtfertigen würden. Der Versicherten stünden genügend 

zumutbare Stellen offen, die zu finden keiner spezifischen Fachkenntnisse der IV 

bedürfe (IV-act. 29).

C.  

C.a Die Versicherte erhebt am 15. Februar 2007 Beschwerde gegen den 

Einspracheentscheid vom 16. Januar 2007 mit dem Antrag, es seien ihr die 

gesetzlichen Leistungen zuzusprechen, also berufliche Massnahmen und eventualiter 

eine Invalidenrente. Es sei auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. A.___ abzustellen, 

da seine Einschätzung deutlich überzeugender sei als die des RAD. Sie benötige 

Berufsberatung, Umschulung und Arbeitsvermittlung (act. G 1).

C.b Mit Schreiben vom 22. Februar 2007 gibt Dr. Andreas Wiget bekannt, er sei mit der 

Vertretung von der Versicherten beauftragt worden (act. G 3).

C.c Die SVA beantragt die Abweisung der Beschwerde und verzichtet mit Schreiben 

vom 23. Februar 2007 auf weitere Ausführungen (act. G 5).

D.  

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D.a Mit Replik vom 19. März 2007 beantragt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin, nebst den Anträgen aus der Beschwerde, die unentgeltliche 

Rechtspflege samt unentgeltlicher Rechtsverbeiständung der Versicherten. Er kritisiert 

die fehlende Stellungnahme von Dr. B.___, der den ärztlichen Untersuch beim RAD 

dokumentiert hat, im Schreiben vom Montag, 11. Dezember 2006 zu dem am Freitag, 

8. Dezember 2006 verfassten Schreiben von Dr. A.___. Dr. B.___ als Begutachter sei 

gegenüber der Beschwerdeführerin voreingenommen gewesen. Im Weiteren übergehe 

Dr. B.___ die über Jahre hinweg gemachten Beobachtungen und Befunde von Dr. 

A.___, womit er sein eigenes Gutachten entwerte und medizinisch fragwürdig mache. 

Auffällig sei, dass keine psychiatrischen Abklärungen getroffen worden seien. 

Aussagen über die Psyche der Beschwerdeführerin seien von Dr. B.___ zu unterlassen 

und einem psychiatrischen Fachmann zu überlassen. Aufgrund von fehlerhaften, nicht 

neutralen und einseitigen, rein somatischen Untersuchungen des RAD seien die 

gemachten Anträge gutzuheissen resp. sei die Sache zur weiteren Abklärung an die 

Vorinstanz zurückzuweisen. Die unentgeltliche Rechtspflege sei zu gewähren, da die 

Beschwerdeführerin zweifellos nicht für die Kosten aufkommen könne, auf anwaltlichen 

Beistand angewiesen sei und die Sache nicht aussichtslos sei (act. G 7).

D.b Der Replik beigelegt ist eine am 28. Februar 2007 von Dr. C.___, Facharzt FMH für 

Psychiatrie und Psychotherapie, durchgeführte psychiatrische Beurteilung der 

Beschwerdeführerin. Die Beschwerdeführerin sei verunsichert, depressiv und ängstlich. 

Diagnostisch festzustellen sei eine mittelschwere Depression mit Angst- und 

Panikzuständen sowie Hyperventilation, teils bedingt durch traumatisierende Erlebnisse 

und die aktuelle Lebenssituation. Er halte die Beschwerdeführerin für ca. 50% 

arbeitsfähig (act. G 7.1).

D.c Mit Duplik vom 23. April 2007 hält die Beschwerdegegnerin an der Abweisung der 

Beschwerde fest. Der mit der Replik eingereichte Arztbericht sei nach Erlass des 

Einspracheentscheides erstellt worden. Massgebend sei der Sachverhalt bis zum 

Erlass des Einspracheentscheides. Erst jetzt mache die Beschwerdeführerin 

psychische Beschwerden geltend. Bei der RAD-Untersuchung habe man keine 

psychischen Beschwerden feststellen können (act. G 11).

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D.d In der Stellungnahme zur Duplik vom 1. Mai 2007 macht der Vertreter der 

Beschwerdeführerin geltend, dass der von Dr. C.___ diagnostizierte psychische 

Zustand schon seit Jahren bestehe und sich jedenfalls seit Herbst 2006 auswirke und 

nicht erst seit dem Datum der psychiatrischen Untersuchung (act. G. 13). Ergänzend 

schreibt der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin am 4. Mai 2007, dies manifestiere 

sich auch in der Gegebenheit, dass die Beschwerdeführerin im Oktober 2006 

notfallmässig wegen Hyperventilation habe behandelt werden müssen. Es könne also 

keine Rede davon sein, dass vor dem Untersuch bei Dr. C.___ keine psychischen 

Beschwerden vorgelegen hätten (act. G 15).

Erwägungen:

1.   

Am 1. Januar 2008 sind mit der 5. IVG-Revision verschiedene Änderungen des 

Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung (IVG; SR 831.20) in Kraft getreten. Weil 

in zeitlicher Hinsicht grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgebend sind, die bei 

der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 

467 Erw. 1), und weil bei der Beurteilung ferner auf den bis zum Zeitpunkt des Erlasses 

des streitigen Einspracheentscheides vom 16. Januar 2007 eingetretenen Sachverhalt 

abzustellen ist (BGE 121 V 366 Erw. 1b), sind die bis zum 31. Dezember 2007 

geltenden materiellen Bestimmungen anzuwenden.

2.   

2.1  Streitgegenstand im vorliegenden Verfahren bildet einzig der Anspruch auf 

berufliche Massnahmen, so wie dieser Anspruch, namentlich auf Berufsberatung, 

Umschulung und Arbeitsvermittlung, in der Verfügung vom 1. März 2006 als auch im 

Einspracheentscheid vom 16. Januar 2007 thematisiert und abgewiesen wurde. 

Entgegen den Ausführungen in Ziff. 4 (am Ende) des Einspracheentscheides liegt keine 

Verfügung über die Abweisung eines Rentenanspruchs im Streit.

2.2  Zu prüfen gilt folglich, ob die Beschwerdegegnerin den Anspruch der 

Beschwerdeführerin auf berufliche Eingliederungsmassnahmen zu Recht verneint hat. 

In Betracht zu ziehen und zu werten ist der Sachverhalt bis zum Erlass des 

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Einspracheentscheides, denn für die richterliche Beurteilung sind grundsätzlich die 

tatsächlichen Verhältnisse massgebend, wie sie bis zum Zeitpunkt der angefochtenen 

Verwaltungsverfügung bestanden haben (BGE 121 V 366 E. 1b; BGE 125 V 150 E. 2c).  

3.   

3.1  Ein Anspruch auf berufliche Eingliederungsmassnahmen besteht nur, soweit sie 

notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen, zu erhalten 

oder zu verbessern (aArt. 8 Abs. 1 IVG). In der Regel besteht nur ein Anspruch auf die 

dem jeweiligen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, nicht 

aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkehren (BGE 121 V 

258; BGE 124 V 108). Denn das Gesetz will die Eingliederung lediglich so weit 

sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend ist (BGE 124 V 

108; BGE 121 V 260 Erw. 2c; BGE 115 V 198 Erw. 4e/cc; ZAK 1992 S. 210 Erw. 3a). 

Immer muss zwischen Kosten und Nutzen der Eingliederungsmassnahmen ein 

vernünftiges Verhältnis bestehen (vgl. EVGE 1964 S. 239; BGE 97 V 162; ZAK 1970 S. 

231). Die Eingliederungsmassnahmen bestehen unter anderem in Massnahmen 

beruflicher Art (Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung und 

Arbeitsvermittlung; Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG). Gemäss aArt. 17 Abs. 1 IVG besteht ein 

Anspruch auf eine Umschulung in eine neue Erwerbstätigkeit, wenn die Umschulung 

invaliditätsbedingt notwendig ist und dadurch die Erwerbsfähigkeit voraussichtlich 

erhalten oder wesentlich verbessert werden kann. Nach Art. 6 Abs. 1 der Verordnung 

über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) gelten als Umschulung unter anderem 

Ausbildungsmassnahmen, die Versicherte nach Abschluss einer erstmaligen 

beruflichen Ausbildung wegen ihrer Invalidität zur Erhaltung oder Verbesserung der 

Erwerbsfähigkeit benötigen. Eine Invalidität im Sinne des aArt. 17 Abs. 1 IVG liegt vor, 

wenn eine versicherte Person in der bisher ausgeübten Arbeit oder in den ihr ohne 

zusätzliche berufliche Ausbildung offen stehenden, zumutbaren Erwerbstätigkeiten eine 

Erwerbseinbusse von mindestens 20% erleidet (vgl. Meyer-Blaser, Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 1997, S. 124 f.).

3.2  Dem Hilfsarbeiter ist es zumutbar, in eine andere, seiner Behinderung angepasste 

Hilfsarbeit zu wechseln, denn es ist ja gerade das Wesen der Hilfsarbeit, dass sie 

keinerlei berufliche Ausbildung voraussetzt. Die umschulungsspezifische Invalidität 

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eines Hilfsarbeiters kann also nicht nach der konkreten Erwerbseinbusse am letzten 

Arbeitsplatz, sondern nur nach der Erwerbseinbusse in einer der Behinderung 

angepassten Hilfsarbeit bemessen werden. Dabei ist auf den allgemeinen und 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt abzustellen, weil sonst eine konjunkturbedingte 

Unmöglichkeit, eine Stelle zu finden (also die Arbeitslosigkeit), in die Beurteilung der 

Umschulungsinvalidität einfliessen könnte. Eine anspruchsbegründende 

Erwerbseinbusse von mindestens 20% kann also nur bei jenem Hilfsarbeiter vorliegen, 

der in jeder, auch einer behinderungsadäquaten, Hilfsarbeit in seiner Arbeitsfähigkeit 

wesentlich eingeschränkt ist oder der an seiner letzten Arbeitsstelle ein 

überdurchschnittliches Einkommen erzielt hat.

 

3.3  Ausser in einem Bereich mit atemwegsreizenden Stoffen oder Exposition 

gegenüber Nässe, Kälte und Zugluft oder auch bei schwerer körperlicher Anstrengung 

hätte die Beschwerdeführerin allen möglichen Hilfstätigkeiten nachgehen können. Dass 

die Beschwerdeführerin, die über keinen Berufsabschluss verfügt und in der Schweiz 

stets Hilfsarbeiten ausführte, aufgrund ihrer Einschränkungen eine Erwerbseinbusse 

erleiden müsste, entspricht nicht der Lebenserfahrung noch bestehen dafür konkrete 

Anhaltspunkte in den Akten. Ein Umschulungsanspruch fällt daher ausser Betracht und 

ist zu verneinen.

4.   

4.1  Ein Anspruch auf Berufsberatung besteht dann nicht, wenn es nur darum geht, 

eine geeignete Stelle als Hilfsarbeiter zu finden. Aufgrund des Charakters der 

Hilfsarbeit (einfache und repetitive Tätigkeiten) spielen dabei weder die Fähigkeiten 

noch die beruflichen Neigungen eines Versicherten eine grosse Rolle. Die Auswahl der 

richtigen Hilfsarbeiterstelle bildet deshalb Teil des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung. 

Notwendig für die Bejahung des Anspruchs auf Arbeitsvermittlung nach Art. 18 Abs. 1 

IVG sind die allgemeinen Voraussetzungen für Leistungen der IV gemäss Art. 4 ff. und 

Art. 8 IVG, d.h. insbesondere eine leistungsspezifische Invalidität (Art. 4 Abs. 2 IVG), die 

im Rahmen von Art. 18 Abs. 1 Satz 1 IVG schon bei relativ geringen gesundheitlich 

bedingten Schwierigkeiten in der Suche nach einer Arbeitsstelle erfüllt ist. Eine für die 

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Arbeitsvermittlung massgebende Invalidität liegt daher vor, wenn die versicherte 

Person bei der Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle aus gesundheitlichen 

Gründen Schwierigkeiten hat (BGE 116 V 81 neues Fenster Erw. 6a mit Hinweis; AHI 

2000 S. 69 Erw. 2b), d.h. es muss für die Bejahung einer Invalidität im Sinne von Art. 18 

Abs. 1 Satz 1 IVG zwischen dem Gesundheitsschaden und der Notwendigkeit der 

Arbeitsvermittlung ein Kausalzusammenhang bestehen (EVGE I 421/01 vom 15. Juli 

2002 [publiziert in AHI 2003 S. 268 ff.]). Gesundheitliche Schwierigkeiten bei der Suche 

einer neuen Arbeitsstelle erfüllen den leistungsspezifischen Invaliditätsbegriff, wenn die 

Behinderung bleibend oder während voraussichtlich längerer Zeit Probleme bei der – in 

einem umfassenden Sinn verstandenen – Stellensuche selber verursacht.

4.2  Die Stellensuche an sich ist für die Beschwerdeführerin anhand ihrer 

gesundheitlichen Probleme nicht erschwert. Sie ist in der Wahl einer Arbeitsstelle einzig 

dadurch eingeschränkt, dass sie keine abgeschlossene berufliche Ausbildung hat. 

Diesbezüglich handelt es sich jedoch – ähnlich wie bei sprachlichen oder 

Integrationsschwierigkeiten – um einen invaliditätsfremden Faktor, der keinen Anspruch 

auf eine invalidenversicherungsrechtliche Arbeitsvermittlung zu begründen vermag (vgl. 

EVGE I 421/01, Erw. 2c).

5.   

Zusammenfassend ist die Beschwerde abzuweisen. Die festgestellten Beschwerden 

der Beschwerdeführerin führten nicht dazu, dass sie als Hilfsarbeiterin ohne 

Berufsabschluss invaliditätsbedingt in der Suche eines adäquaten Arbeitsplatzes oder 

in der Wahl eines geeigneten Berufes eingeschränkt war, so dass dafür Hilfe der IV 

nötig gewesen wäre. Einen Anspruch auf Umschulung infolge Invalidität bestand nicht, 

da die Beschwerdeführerin zum Zeitpunkt der Anmeldung bei der IV resp. des 

Einspracheentscheides weiterhin in der Funktion als Hilfsarbeiterin hätte tätig sein 

können.

6.   

Zufolge Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege sind keine Gerichtskosten zu 

erheben (vgl. Art. 29 BV Abs. 3 Satz 1). Sodann wurde der Beschwerdeführerin auch 

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die unentgeltliche Rechtsverbeiständung gewährt, weshalb der Vertreter der 

Beschwerdeführerin bei diesem Verfahrensausgang durch den Staat zu entschädigen 

ist (vgl. Art. 61 lit. f ATSG und Art. 99 Abs. 1 und Abs. 2 des kantonalen Gesetzes über 

die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, in Verbindung mit Art. 281 f. des kantonalen 

Zivilprozessgesetzes, sGS 961.2). Dabei ist zu berücksichtigen, dass dem 

unentgeltlichen Vertreter gemäss kantonalem Recht nur ein um 20% reduziertes 

Honorar zusteht (Art. 31 Abs. 3 des Anwaltsgesetzes, sGS 963.70). Vorliegend hat der 

Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin keine Kostennote eingereicht. Nachdem der 

Rechtsvertreter erst für die Replik zugezogen wurde, rechtfertigt es sich, von einem um 

ein Drittel reduzierten Pauschal-Honorar von Fr. 2'000.-- (einschliesslich Barauslagen 

und Mehrwertsteuer) auszugehen und dieses um ein Fünftel zu kürzen. Der 

Rechtsvertreter ist somit mit Fr. 1'600.-- zu entschädigen.

7.   

Im Verlaufe des Gerichtsverfahrens liess die Beschwerdeführerin Unterlagen über die 

Entwicklung eines psychischen Leidens zu den Akten geben. Die Relevanz dieses 

Leidens hatte die IV-Stelle bisher noch nicht zu beurteilen. Die Akten sind daher zur 

Fortführung des Verwaltungsverfahrens, insbesondere zur näheren Abklärung der 

psychischen Situation und daraus allfällig resultierender Ansprüche an die 

Beschwerdegegnerin zu überweisen.

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.  Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.  Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3.  Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin mit Fr. 1'600.--.

4.  Die Akten werden im Sinne der Erwägungen an die Beschwerdegegnerin 

überwiesen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 08.08.2008
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