# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 97948519-0a21-5a4a-91cd-3d90e313eb5e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.03.2010 E-1902/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1902-2010_2010-03-31.pdf

## Full Text

Abtei lung V
E-1902/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  3 1 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Kurt Gysi, 
mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach;
Gerichtsschreiber Christoph Berger.

A._______, geboren _______,
Sri Lanka,
vertreten durch (...), Freiplatzaktion (...),
Beschwerdeführerin,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;
Verfügung des BFM vom 8. März 2010 / N (...).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

E-1902/2010

Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung

der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom 
18. April 1999 (BV, SR 101), 

der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschen-
rechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101),

des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flücht-
linge [FK, SR 0.142.30]),

des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31),

des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021),

des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesverwaltungs-
gericht (VGG, SR 173.32),

des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht 
(BGG, SR 173.110),

des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Aus-
länderinnen und Ausländer (AuG, SR 142.20),

der  Asylverordnung  1  über  Verfahrensfragen  vom  11.  August  1999 
(AsylV 1, SR 142.311),

des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 
173.320.2),

stellt fest, 

dass die Beschwerdeführerin eigenen Angaben zufolge ihr Heimatland 
am  27.  November  2009  auf  dem  Luftweg  mit  einem  -  von  ihrem 
Schlepper  mitgeführten -  auf  einen  anderen Namen lautenden Pass 
verliess, über Dubai nach Mailand und am 13. Dezember 2009 in die 
Schweiz gelangte, wo sie am 14. Dezember 2009 um Asyl nachsuchte,

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dass sie zu ihrem Asylgesuch am 21. Dezember 2009 im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) Kreuzlingen und am 30. Dezember 2009 
in einer direkten Anhörung befragt wurde,

dass sie anlässlich der Anhörungen im Wesentlichen geltend machte, 
ein Ehepaar habe wiederholt  ihr  (Geschäftsbezeichnung) aufgesucht 
und bei ihr Pakete zur Aufbewahrung hinterlegt,

dass  der  Mann  des  Ehepaares  Ende  Oktober  2007  festgenommen 
worden sei,

dass  ihr  im  Oktober  2008  die  Frau  des  Ehepaares  telefonisch  mit-
geteilt  habe, vier  Personen hätten nach der Beschwerdeführerin und 
ihrer Adresse gefragt,

dass die Ehefrau den Leuten den Arbeitsort  der Beschwerdeführerin 
angegeben habe,

dass ebenso bei der Schwester der Beschwerdeführerin zirka fünfmal 
nach ihr gefragt worden sei, wobei man ihren Schwager auch mit einer 
Pistole bedroht habe,

dass  ihr  ihre  Schwester  ausgerichtet  habe,  es  werde immer gefähr-
licher für die ganze Familie, weshalb sie sich entschlossen habe, ihr 
Heimatland zu  verlassen  und ihr  Bruder  einen Schlepper  organisert 
habe,

dass  das  BFM mit  Verfügung vom 8. März  2010 in  Anwendung von 
Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf das Asylgesuch nicht eintrat und die 
Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,

dass  das  Bundesamt zur  Begründung  anführte,  die  Beschwerde-
führerin  habe  trotz  mehrmaliger  entsprechender  Aufforderung  keine 
rechtsgenüglichen Reise-  oder  Identitätspapiere  im Sinne von Art. 1 
Bst. b und c AsylV 1 abgegeben und es lägen keine entschuldbaren 
Gründe vor, die es ihr verunmöglicht hätten, solche einzureichen,

dass sie auch weder die Voraussetzungen von Art. 3 oder Art. 7 AsylG 
erfülle  noch  weiterer  Abklärungsbedarf  zur  Feststellung  der  Flücht-
lingseigenschaft oder zum Wegweisungsvollzug erkennbar sei,

dass deshalb gestützt auf  Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG auf  das Asyl-
gesuch nicht einzutreten sei,

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dass  der  Wegweisungsvollzug  in  das  Heimatland  der  Beschwerde-
führerin durchführbar (zulässig, zumutbar und möglich) sei,

dass  die  Beschwerdeführerin  am 24. März  2010  (vorab  per  Telefax) 
beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  die  Verfügung 
vom  8.  März  2010  einreichte  und  beantragt,  die  angefochtene  Ver-
fügung sei aufzuheben und bezüglich der Flüchtlingseigenschaft  und 
der  Asylgewährung  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz  zurückzu-
weisen, 

dass eventualiter die Unzulässigkeit, allenfalls die Unzumutbarkeit der 
Wegweisung festzustellen und als Folge davon das BFM anzuweisen 
sei,  der Beschwerdeführerin die vorläufige Aufnahme in der Schweiz 
zu gewähren,

dass  der  Beschwerdeführerin  eine  angemessene  Frist  zur  Be-
schaffung von Beweismitteln und Ausweispapieren zu gewähren sei,

dass in formeller Hinsicht um Gewährung der unentgeltlichen Rechts-
pflege  und  um  Verzicht  der  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  er-
sucht wird,

dass der vorliegenden Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu er-
teilen sei  und die Vollzugsbehörden anzuweisen seien,  bis zum ent-
sprechenden Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts von allfälligen 
Vollzugshandlungen abzusehen,

dass  der  Beschwerdeführerin  eine  angemessene  Frist  zur  er-
gänzenden Beschwerdeführung zu gewähren sei,

dass die vorinstanzlichen Akten am 26. März 2010 beim Bundesver-
waltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

und zieht in Erwägung,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  Bereich  des  Asyls  endgültig 
über  Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5  VwVG) des  BFM ent-
scheidet (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 - 33 VGG und Art. 83 Bst. d Ziff. 
1 BGG),

dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teil-
genommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 
ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-

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weise Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde legiti-
miert  ist, so  dass  auf  die  frist-  und  formgerecht  eingereichte  Be-
schwerde,  unter  Vorbehalt  nachfolgend  aufgezeigter  Einschränkung, 
einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m. 
Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG sowie Art. 52 VwVG),

dass  das  BFM  vorliegend  einer  allfälligen  Beschwerde  die  auf-
schiebende  Wirkung  nicht  entzogen  hat,  weshalb  auf  den  ent-
sprechenden Antrag und den Antrag,  es seien die Vollzugsbehörden 
anzuweisen,  bis  zum  entsprechenden  Entscheid  des  Bundesver-
waltungsgerichts von allfälligen Vollzugshandlungen abzusehen, nicht 
einzutreten ist,

dass mit  Beschwerde die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art. 106  Abs. 1 
AsylG),

dass die Beschwerdeführerin in der Rechtsmitteleingabe vorbringt, die 
vorliegende  Beschwerde  erfolge  primär  fristwahrend,  eine  aus-
reichende Einsichtnahme in die Verfahrensakten und eine ausführliche 
Beschwerdebegründung seien innert der von der Vorinstanz gesetzten 
Beschwerdefrist nicht möglich, sie habe vergeblich nach einer Anlauf-
stelle gesucht, die sich bereit erklärt habe, ihre Anliegen zu vertreten 
und  für  sie  eine  Beschwerde  zu  verfassen  und  da  sie  nur  wenige 
Stunden vor Ablauf der Beschwerdefrist die Freiplatzaktion aufgesucht 
habe  und  kein  Dolmetscher  zur  Verfügung  gestanden  habe,  sei  die 
Zeit  zu  knapp  gewesen,  sich  umfassend  mit  ihrer  Problemlage 
auseinanderzusetzten,  weshalb  die  vorliegende  Beschwerde nur  an-
satzweise begründet werden könne,

dass  vorerst  anzumerken bleibt,  dass  die  Beschwerdefrist  nicht  von 
der  Vorinstanz  angesetzt,  sondern  vom  Gesetz  vorgegeben  wird 
(Art. 108 Abs. 2 AsylG),

dass  das  Vorbringen,  die  im Kanton  Obwalden unter  der  Obhut  der 
Caritas  domilizierte  Beschwerdeführerin  hätte  nicht  fristgerecht  eine 
Anlaufstelle finden können, die ihre Interessen wahrgenommen hätte, 
nicht zu verfangen vermag,

dass  es  in  der  Verantwortung  der  Beschwerdeführerin  gelegen  hat, 
sich fristgerecht um geeignete Vorkehrungen zur Wahrnehmung ihrer 
Beschwerderechte  zu  kümmern  und  auch  nicht  ansatzweise  hin-

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reichende  Anhaltspunkte  dargetan  werden,  die  aufzeigen  könnten, 
dass sie hiezu nicht in der Lage gewesen wäre,

dass im Weiteren die vorliegende Beschwerde den gesetzlichen An-
forderungen in formeller und inhaltlicher Hinsicht genügt, 

dass demnach der Antrag um Gewährung einer angemessenen Frist 
zur ergänzenden Beschwerdeführung abzuweisen ist,

dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-
prüfen  (Art. 32-35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die 
Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  -  sofern  sie  den  Nichteintretens-
entscheid als unrechtmässig erachtet - einer selbständigen materiellen 
Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung aufhebt und die Sache zu 
neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Ent-
scheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1.),

dass indessen bei der Anwendung des Tatbestandes von Art. 32 Abs. 2 
Bst. a und Abs. 3 AsylG vorweg über das Bestehen beziehungsweise 
Nichtbestehen  der  Flüchtlingseigenschaft  abschliessend  materiell  zu 
entscheiden ist, soweit dies im Rahmen einer summarischen Prüfung 
möglich ist,  wobei das Nichtbestehen der Flüchtlingseigenschaft  Vor-
aussetzung  zu  einem  Nichteintretensentscheid  nach  dieser  Bestim-
mung  bildet  (vgl.  Entscheide  des  Schweizerischen  Bundesverwal-
tungsgerichts BVGE 2007/8 insbes. E. 5.6.5),

dass  dementsprechend  in  einem  diesbezüglichen  Beschwerde-
verfahren  ungeachtet  der  vorzunehmenden  Überprüfung  eines 
formellen  Nichteintretensentscheides auch die Flüchtlingseigenschaft - 
allerdings nur  hinsichtlich  der  Überprüfung  deren  offensichtlichen 
Fehlens - Prozessgegenstand ist (vgl. a.a.O., E. 2.1),

dass das BFM die Frage der Wegweisung und des Vollzugs nach dem 
Nichteintreten auf  ein Asylgesuch materiell  prüft,  weshalb  dem Bun-
desverwaltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt, 

dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden in  einzelrichter-
licher Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer 

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zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich 
vorliegend, wie nachfolgend  aufgezeigt, um eine solche handelt, wes-
halb  der  Beschwerdeentscheid nur  summarisch  zu  begründen  ist 
(vgl. Art. 111a Abs. 2 AsylG), 

dass gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf einen Schriftenwechsel 
verzichtet wurde,

dass auf ein Asylgesuch nicht eingetreten wird, wenn die asylsuchende 
Person den Behörden nicht  innert  48 Stunden nach Einreichung des 
Gesuchs Reise- oder Identitätspapiere abgibt, ausser sie könne glaub-
haft  machen, sie  sei  dazu aus entschuldbaren Gründen nicht  in  der 
Lage, oder auf  Grund der Anhörung sowie gestützt auf  Art. 3 und 7 
AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird oder sich auf Grund 
der Anhörung erweist, dass zusätzliche Abklärungen zur Feststellung 
der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshinder-
nisses nötig sind (Art. 32 Abs. 2 Bst. a und 3 AsylG),

dass es sich gemäss BVGE 2007/7 beim Begriff "Reise- und Identitäts-
papiere"  um Dokumente  handelt,  die  "sowohl  die  einwandfreie  Fest-
stellung  der  Identität  als  auch  die  sichere  Durchführung  der  Rück-
schaffung  ermöglichen"  sollen  (E.  6)  und  unter  Vorbehalt  des  Vor-
liegens  entschuldbarer  Gründe  ein  Nichteintretensentscheid  selbst 
dann  zu  erfolgen  hätte,  wenn  trotz  fehlender  Ausweispapiere  keine 
Zweifel  über  die  Identität  des  oder  der  Asylsuchenden  bestehen 
(E. 5.3. a.E.),

dass  die  Beschwerdeführerin am  14.  Dezember  2009  im  EVZ 
Kreuzlingen  schriftlich  aufgefordert  wurde,  den  schweizerischen  Be-
hörden rechtsgültige  Reise- oder  Identitätspapiere einzureichen,  und 
sie  das  entsprechende  Merkblatt  und  somit  die  entsprechende  Ver-
pflichtung unterschrieben hat,

dass  sie  anlässlich  der  Anhörung  im  EVZ  Kreuzlingen  vom 
21. Dezember  2009  nochmals  auf  die  Verpflichtung der  Einreichung 
von rechtsgültigen Ausweispapieren aufmerksam gemacht wurde,

dass sie anlässlich der direkten Anhörung vom 30. Dezember 2009 in 
Aussicht stellte,  sie denke, sie könne nächste Woche ihre Identitäts-
karte abgeben (Akten BFM A7/17 F9),

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dass der von der Beschwerdeführerin eingereichten Kopie der Identi-
tätskarte aufgrund der leichten Manipulierbarkeit kein Beweiswert zu-
gerechnet werden kann,

dass  aufgrund  dieser  Situation  die  Identität  der  Beschwerdeführerin 
nach wie vor nicht feststeht,

dass das BFM im Resultat zu Recht zum Schluss gelangt ist, die Be-
schwerdeführerin  mache  keine  entschuldbaren  Gründe  für  das  ver-
säumte Einreichen von Identitätspapieren geltend,

dass  bereits  die  von  der  Beschwerdeführerin  beschriebenen  Reise-
modalitäten, wonach sie mit gefälschten Reisepapieren mit Hilfe eines 
Schleppers über die streng kontrollierten Flughäfen von Colombo und 
Dubai nach Mailand gelangt sei, ohne genau zu wissen, ob es sich um 
einen srilankischen Reisepass gehandelt habe und ohne sich daran zu 
erinnern, auf welchen Namen dieser gelautet habe (A1/11 S. 7), kaum 
nachvollziehbar erscheinen,

dass auch ihr  Vorbringen,  nach dem Interkontinental-Flug aus Dubai 
sei in Mailand niemand kontrolliert worden (A1/11 S. 8), zu bezweifeln 
ist,

dass zudem nicht einleuchtend ist, weshalb sie ihren eigenen echten, 
im  Jahre  2006  beantragten  und  ausgestellten  Reisepass  dem 
Schlepper hätte übergeben sollen (A1/11 S. 4), wenn die Reise nach 
Europa mit  Hilfe des Schleppers mit  einem auf eine andere Identität 
lautenden Reisepass abgewickelt worden wäre,

dass aufgrund der Aktenlage - wie nachstehend auszuführen ist - auch 
keine  Gründe  ersichtlich  sind,  weshalb  die  Beschwerdeführerin  das 
Risioko hätte eingehen sollen, die Reise unter falschem Namen anzu-
treten,

dass  zudem,  selbst  wenn  davon  ausgegangen  werden  könnte,  die 
Originale des Reisepasses und der Identitätskarte wären in Sri Lanka 
verblieben, aufgrund der Aktenlage nicht glaubhaft  ist,  dass sich die 
Beschwerdeführerin umgehend  und  ernsthaft  darum  bemüht  hätte, 
ihre Identitätspapiere innert angemessener Frist zu beschaffen,

dass sie anlässlich der direkten Anhörung geltend machte, sie habe 
keinen Kontakt zu ihrer Familie herstellen können, sie habe gar keine 

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Telefonnummern  bei  sich  und  kenne  nur  die  Telefonnummer  ihrer 
Freundin auswendig (A7/17 F5 und F8),

dass  vorab  erstaunen  muss,  wie  die  Beschwerdeführerin  ohne 
Möglichkeit  der  Kontaktaufnahme  zur  Information  hätte  gelangen 
können, dass ihre Mutter inzwischen bei ihrer Schwester lebt (A7/17 
F 6),

dass sie bei einer allfälligen Kontaktnahme über ihre Freundin die Be-
schaffung der Identitätspapiere hätte veranlassen können,

dass in der Rechtsmitteleingabe in unbehelflicher Weise vorgebracht 
wird, die Freundin habe ihrerseits ihre Handynummer gewechselt und 
die Beschwerdeführerin  sei  so auch dieser  Möglichkeit  beraubt,  ihre 
Identitätskarte zu beschaffen,

dass ebenso unbehelflich bleiben muss, wenn die Beschwerdeführerin 
in der Rechtsmitteleingabe nun ausführt, ihre Mutter sei nur noch über 
den Telefonanschluss ihrer  Schwester  erreichbar, diese blockiere als 
Vorsichtsmassnahme  seit  geraumer  Zeit  den  Kontakt  zwischen  der 
Beschwerdeführerin  und  der  gemeinsamen  Mutter,  was  wiederum 
verhindere, in den Besitz der Identitätskarte zu gelangen,

dass sich die Vorbringen nicht in Übereinstimmung bringen lassen, da 
von der Beschwerdeführerin  einerseits  nicht  plausibel  gemacht wird, 
wie  sie  ohne  die  Möglichkeit  der  Kontaktaufnahme mit  ihrer  Familie 
oder  ihrer  Freundin  überhaupt  in  Kenntnis  der  verschiedenen 
Informationen  über  die  konkreten  Familienverhältnisse  in  Sri  Lanka 
hätte  gesetzt  werden  können  und  andereseits  im Falle  der  Kontakt-
aufnahme eben doch die Beschaffung der Ausweise hätte veranlassen 
können,

dass  die  entsprechenden  Ausführungen  in  der  Rechtsmitteleingabe 
auch  angesichts  der  offenkundig  unglaubhaften  Darstellung  der  an-
geblichen Verfolgungssituation - wie nachstehend festzustellen ist - als 
nicht taugliche konstruierte Erklärungsversuche scheitern müssen,

dass aus der gesamten vorliegenden Aktenlage zu schliessen ist, die 
Beschwerdeführerin  habe  mit  der  Absicht  gehandelt,  eine  allfällige 
Rückführung aus der Schweiz zu erschweren und damit den Aufenthalt 
in der Schweiz unrechtmässig zu verlängern,

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dass demnach keine entschuldbaren Gründe für  das versäumte Ein-
reichen von rechtsgültigen Identitätspapieren vorliegen,

dass daran nichts zu ändern vermag, wenn die Beschwerdeführerin in 
der Rechtsmitteleingabe vorbringt, sie habe vor erst zwei Tagen in der 
Schweiz  einen  Landsmann  kennengelernt,  der  über  Kontakte  nach 
Colombo verfüge und es sei  über  einen Freund,  dem er  bereits  die 
entsprechende  Adresse  ausgehändigt  habe,  möglich,  innerhalb  von 
zwei  Wochen  die  Identitätskarte  der  Beschwerdeführerin  im Original 
zu beschaffen,

dass bei dieser Sachlage der Antrag, es sei eine angemessen Frist zur 
Beschaffung  von  Beweismittel  und  Ausweispapieren  zu  gewähren, 
abzuweisen ist,

dass weiter - unter Beachtung der in BVGE 2007/8 aufgestellten Richt-
linien (E. 5.6) - zu prüfen ist, ob auf Grund der Anhörung (und der Ak-
ten)  weitere  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft 
oder  von  Wegweisungsvollzugshindernissen nötig  sind  oder  gar  die 
Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  ist  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  b  und  c 
AsylG), oder ob bereits aufgrund einer summarischen Prüfung festge-
stellt  werden kann,  dass  die  asylsuchende Person die  Flüchtlingsei-
genschaft offensichtlich nicht erfüllt,

dass das Bundesverwaltungsgericht  im Rahmen einer  Gesamtwürdi-
gung der Anhörungsprotokolle in Bestätigung der vorinstanzlichen Er-
kenntnisse zum Schluss gelangt,  dass die Flüchtlingseigenschaft der 
Beschwerdeführerin offensichtlich nicht besteht und ohne besonderen 
Begründungsaufwand  ausgeschlossen  werden  kann  (vgl.  a.a.O.,  E. 
5.6.6.), zumal sie in Bezug auf ihre angeblichen Erlebnisse in zentralen 
Aspekten widersprüchliche und im Weiteren weitgehend substanzlose 
und lebensfremde Angaben gemacht hat,

dass auf die überzeugende vorinstanzliche Argumentation in der an-
gefochtenen Verfügung abgestellt werden darf, 

dass  darüber  hinaus  festzustellen  ist,  dass  sich  die  Beschwerde-
führerin bezüglich der angeblichen Suche nach ihr auch dahingehend 
widersprüchlich  geäussert  hat,  wonach  sie  gemäss  ihrer  unmissver-
ständlichen Aussagen anlässlich der Anhörung im EVZ auch in ihrem 
Laden von vier bis fünf Personen gesucht worden sei (A1/11 S. 6), sie 
anlässlich  der  direkten  Anhörung  jedoch  vorbrachte,  sie  sei  nur  zu 

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Hause  gesucht  worden  (A7/17  F125)  und  die  Beschwerdeführerin 
diesen Widerspruch nicht aufzulösen vermag,

dass  somit  den  wirklichen  Ausreisegründen  der  Beschwerdeführerin 
nicht aktenkundige Ursachen zu Grunde liegen dürften,

dass in der Rechtsmitteleingabe  geltend gemacht wird, eine ausführ-
liche  Unterredung  zwischen  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer 
Rechtsvertreterin,  die  Aufschluss  über  eine  bestehende  Flüchtlings-
eigenschaft  geben könnte,  sei  nicht  möglich  gewesen,  da kurzfristig 
kein Dolmetscher habe beigezogen werden können,

dass dieser Einwand nicht durchzudringen vermag und es, wie oben 
bereits ausgeführt, in die Verantwortung der Beschwerdeführerin fällt, 
rechtzeitig  Vorkehren  für  die  Wahrnehmung  einer  wirksamen  Be-
schwerdeführung zu treffen,

dass aufgrund der gesamten Aktenlage zudem festzustellen gilt, dass 
in  antizipierter  Würdigung  der  Sachlage  nicht  davon  ausgegangen 
werden kann, eine Beschwerdeergänzung würde im vorliegenden Zu-
sammenhang in entscheidwesentlicher Hinsicht Relevantes beitragen 
können,

dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  bezüglich  der  Verfol-
gungs-  und  Fluchtgründe  aufgrund  der  Aktenlage  offensichtlich  die 
Voraussetzungen  zur  Anerkennung  als  Flüchtling  nicht  erfüllen  und 
auch keine weiteren Abklärungen notwendig erscheinen,

dass deshalb keiner der drei in Art. 32 Abs. 3 AsylG aufgeführten, dem 
Regelfall des Nichteintretens bei Erfüllen des Tatbestandes von Art. 32 
Abs. 2 Bst. a AsylG entgegenstehenden Gründe vorliegt,  zumal,  wie 
sich im Folgenden zeigt, auch keine zusätzlichen Abklärungen zur Fest-
stellung von Wegweisungsvollzugshindernissen notwendig sind,

dass das BFM mithin  zu Recht auf das Asylgesuch der Beschwerde-
führerin nicht eingetreten ist,

dass  das  Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch  in  der  Regel  die  Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44 Abs. 1 AsylG),  vor-
liegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung  erteilt  und  die  Be-
schwerdeführerin  keinen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  hat, 
weshalb  die  verfügte  Wegweisung im Einklang mit  den gesetzlichen 
Bestimmungen steht und vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

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dass das BFM das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen Be-
stimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt, 
wenn der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich ist (Art. 44 Abs. 2 AsylG; Art. 83 Abs. 1 AuG),

dass der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig ist, wenn völkerrecht-
liche Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise des Ausländers in 
den Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG), und keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein 
Land  gezwungen  werden  darf,  in  dem ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre 
Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder 
in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen 
zu werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; Art. 33 Abs. 1 FK),

dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser 
massgeblichen völker- und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig 
ist,  da  die  Beschwerdeführerin  keine  asylrechtlich  erhebliche  Ge-
fährdung nachzuweisen oder  glaubhaft  zu  machen vermag,  weshalb 
das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-
Refoulements im vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet und 
keine Anhaltspunkte für eine im Heimat- oder Herkunftsstaat drohende 
menschenrechtswidrige Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK oder 
Art. 3 FoK ersichtlich sind,

dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumut-
bar erweist, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf Grund von 
Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizini-
scher Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

dass  gemäss  publizierter  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungs-
gerichts  BVGE  2008/2  die  von  der  Schweizerischen  Asylrekurs-
kommission festgelegte Praxis, wonach ein Wegweisungsvollzug in die 
Nordprovinz Sri Lankas unzumutbar ist, bestätigt und fortgesetzt wird, 

dass insgesamt im Süden und Westen des Landes keine Situation all-
gemeiner Gewalt im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG herrscht, auch wenn 
das Bundesverwaltungsgericht nicht verkennt, dass auch nach dem of-
fiziellen Sieg der srilankischen Regierung über die LTTE viele Fragen 
offen sind, und die Sicherheitslage auch in Colombo nach wie vor pre-
kär ist, 

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dass für  aus der Nord- oder der Ostprovinz stammende srilankische 
Asylsuchende  tamilischer  Ethnie  die  Anerkennung  einer  innerstaat-
lichen  Aufenthaltsalternative  im  Süden  des  Landes,  namentlich  im 
Grossraum Colombo, besonders begünstigende Faktoren voraussetzt, 
insbesondere die Existenz eines tragfähigen familiären oder sozialen 
Beziehungsnetzes  sowie  die  Aussicht  auf  eine  gesicherte  Ein-
kommens- und Wohnsituation, 

dass das BFM zu Recht ausführt,  für  die Beschwerdeführerin könne 
von  einem tragfähigen  familiären  Beziehungsnetz  im  Südwesten  Sri 
Lankas,  einer  gesicherten  Wohnsituation  und  auch  gesicherten 
wirtschaftlichen Lebensgrundlagen ausgegangen werden,

dass  die  Beschwerdeführerin  nahe  Colombo  zusammen  mit  ihrer 
Schwester und Mutter gewohnt hat, wo sie auch behördlich registriert 
war und in Colombo zahlreiche Verwandte leben,

dass sie fliessend singalesisch und gut englisch spricht und sich als 
(...) selbständig beruflich betätigt hat,

dass die Beschwerdeführerin somit Aussicht auf eine konkrete Wohn- 
und Erwerbsmöglichkeit hat,

dass  aufgrund  der  aufgezeigten  begünstigenden  Faktoren,  die  Be-
schwerdeführerin erfüllt, eine Rückkehr nach Colombo zumutbar ist, 

dass  die  Einwände in  der  Rechtsmitteleingabe nicht  durchzudringen 
vermögen, beziehen sie sich doch allesamt auf die nicht glaubhaft ge-
machten  und  unbegründeterweise  befürchteten  möglichen  behörd-
lichen strafrechtlichen Massnahmen,

dass der Vollzug der Wegweisung der Beschwerdeführerin in den Hei-
matstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  be-
stehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es ihr obliegt, bei der Beschaffung 
gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), zumal sie in 
der Rechtsmitteleingabe in Aussicht stellt, es sei ihr nunmehr möglich, 
das Original ihrer Identitätskarte in angemessener Frist zu besorgen,

dass  nach  dem Gesagten  der  vom Bundesamt  verfügte  Vollzug  der 
Wegweisung zu bestätigen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  demnach  nicht  darzutun  vermag,  in-
wiefern die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletze, den rechts-

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erheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder un-
angemessen  sei  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzu-
weisen ist,

dass  die  Beschwerdeführerin  um  Gewährung  der  unentgeltlichen 
Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ersucht, 

dass gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG von der Erhebung von Verfahrens-
kosten abgesehen werden kann, wenn die erforderlichen Mittel fehlen 
und die Begehren nicht aussichtslos erscheinen,

dass sich die Beschwerdebegehren - wie vorstehend aufgezeigt - als 
aussichtslos erwiesen haben, weshalb schon deshalb, das heisst ohne 
Prüfung der angeblichen und nicht belegten Bedürftigkeit, das Gesuch 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege abzuweisen und die 
Kosten von Fr. 600.− (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 2 und 3 
VGKE) der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs.  1 
VwVG),

dass das Gesuch um Verzicht der Erhebung eines Kostenvorschusses 
mit vorliegenden Urteil gegenstandslos ist.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf diese eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird 
abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  der  Beschwerdeführerin 
auferlegt. Der Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des vorliegenden 
Urteils zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin, 
das BFM und die kantonale Ausländerbehörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Kurt Gysi Christoph Berger

Versand: 

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