# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2ad8e9ea-5ba4-5ef6-a6cc-f39f2da6d492
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-08-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.08.2025 F-6233/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-6233-2025_2025-08-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-6233/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  A u g u s t  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichter Yannick Antoniazza-Hafner, 

mit Zustimmung von Richterin Aileen Truttmann;   

Gerichtsschreiberin Sandra Hutter. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

c/o (…),   

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration SEM, 

(…), 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 8. August 2025 / (…). 

 

 

 

F-6233/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 26. Juni 2025 in der Schweiz um Asyl. 

Mit Verfügung vom 8. August 2025 (eröffnet am 11. August 2025) trat die 

Vorinstanz in Anwendung des Dublin-Abkommens auf das Asylgesuch 

nicht ein, ordnete seine Wegweisung nach Deutschland an, forderte ihn 

auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist zu verlassen und 

beauftragte den zuständigen Kanton mit dem Wegweisungsvollzug. Weiter 

wies sie auf die einer allfälligen Beschwerde fehlende aufschiebende Wir-

kung hin.  

B.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 18. August 2025 (Datum Poststempel) ge-

langte der Beschwerdeführer ans Bundesverwaltungsgericht und bean-

tragte, die vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben. Es sei die Flücht-

lingseigenschaft anzuerkennen und ihm Asyl zu gewähren. Es sei festzu-

stellen, dass der Vollzug der Wegweisung unzulässig, unzumutbar und un-

möglich sei und es sei die vorläufige Aufnahme anzuordnen. Weiter bean-

tragte er die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, den Verzicht 

auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und die Einsetzung eines amt-

lichen Rechtsbeistands. Eventualiter sei die aufschiebende Wirkung wie-

derherzustellen. 

Am 19. August 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp an.  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zuständig (Art. 105 AsylG; Art. 31 ff. 

VGG). Die Beschwerde wurde rechtzeitig eingereicht (Art. 108 Abs. 3 

AsylG). Betreffend die übrigen Eintretensvoraussetzungen (Art. 48 Abs. 1 

VwVG, Art. 52 VwVG) stellt sich die Frage, ob die Rechtsbegehren des 

Beschwerdeführers den Anforderungen von Art. 52 Abs. 1 und 2 VwVG ge-

nügen.  

1.2. Vorliegend wurde ein Nichteintretensentscheid angefochten, mit dem 

es die Vorinstanz abgelehnt hat, das Asylgesuch des Beschwerdeführers 

auf seine Begründetheit hin zu überprüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG). Die 

Beurteilungskompetenz der Beschwerdeinstanz ist in solchen Konstellati-

onen grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz zu Recht 

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auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2012/4 E. 2.2 m.w.H). 

Die Rechtsbegehren des Beschwerdeführers, die auf die Anerkennung der 

Flüchtlingseigenschaft und die Gewährung von Asyl, subsidiär auf die Ge-

währung der vorläufigen Aufnahme (vgl. Bst. B) zielen, befinden sich somit 

ausserhalb des Anfechtungsgegenstandes (vgl. BVGE 2015/18 E. 5.2 

m.w.H.) und sind folglich unzulässig. Als Hauptbegehren beantragt der Be-

schwerdeführer allerdings die Aufhebung der angefochtenen Verfügung 

und aus der Beschwerdeschrift ist ersichtlich, dass er sich der Überstellung 

nach Deutschland widersetzen wollte. Zu seinen Gunsten ist demnach da-

von auszugehen, dass er die Aufhebung der angefochtenen Verfügung und 

das Eintreten auf sein Asylgesuch beantragen wollte. Dabei handelt es sich 

um ein zulässiges Rechtsbegehren, weshalb auf die Beschwerde insofern 

einzutreten ist (siehe Urteil des BVGer F-6636/2024 vom 30. Oktober 2024 

E. 1.1).   

1.3. Soweit auf sie einzutreten ist, erweist sich die Beschwerde als offen-

sichtlich unbegründet, weshalb sie im Verfahren einzelrichterlicher Zustän-

digkeit mit Zustimmung einer zweiten Richterin (Art. 111 Bst. e AsylG), 

ohne Durchführung eines Schriftenwechsels und mit summarischer Be-

gründung zu behandeln ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG). 

2.  

2.1.  

Vorliegend ist zu Recht unbestritten, dass die Dublin-III-VO anwendbar ist 

(vollständige Referenz: Verordnung [EU] Nr. 604/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festlegung der Kriterien 

und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der für die Prüfung  

eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen in einem  

Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zuständig ist). 

Aus den Akten geht hervor, dass der Beschwerdeführer am 30. November 

2022 in Deutschland und am 29. August 2024 in Frankreich um Asyl er-

sucht hatte (SEM-act. 13). Am 24. Juli 2025 ersuchte das SEM zunächst 

die französischen Behörden um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers 

(SEM-act. 20). Diese lehnten das Gesuch am 31. Juli 2025 unter Verweis 

auf die bereits am 18. September 2024 gemäss der Dublin-III-VO festge-

stellte Zuständigkeit Deutschlands sowie auf die am 18. Januar 2025 

selbstständig erfolgte Rückkehr des Beschwerdeführers nach Deutschland 

ab (SEM-act. 25). In der Folge ersuchte das SEM am 5. August 2025 die 

deutschen Behörden um Wiederaufnahme (SEM-act. 29), welche dem  

Gesuch am 7. August 2025 fristgerecht zustimmten (SEM-act. 32). 

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2.2. Gestützt auf den gegenständlichen Sachverhalt kann die angefoch-

tene Verfügung ohne weiteres bestätigt und auf die korrekten vorinstanzli-

chen Erwägungen verwiesen werden. So stellte die Vorinstanz zu Recht 

fest, dass gemäss Art. 18 Abs. 1 Bst. b Dublin-III-VO grundsätzlich 

Deutschland für die Behandlung des Asylgesuchs des Beschwerdeführers 

zuständig ist. Dabei hat sie das unspezifische Vorbringen des Beschwer-

deführers, er sei in die Türkei zurückgekehrt, berücksichtigt, die diesbezüg-

lich vorgelegte Hotelbuchung vom 14. bis 15. Mai 2025 in Istanbul rechts-

konform gewürdigt und zutreffend erwogen, dass offenbleiben könne, ob 

er tatsächlich in die Türkei zurückgereist sei, da der geltend gemachte Auf-

enthalt ausserhalb des Dublin-Raumes die in Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO 

geforderte Dauer nicht erreiche und die Zuständigkeit Deutschlands daher 

nicht erloschen sei. Weiter hat sie rechtskonform erwogen, dass das deut-

sche Asyl- und Aufnahmesystem rechtsprechungsgemäss keine systemi-

schen Schwachstellen aufweist, aufgrund derer die Zuständigkeit auf die 

Schweiz überginge (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO), und dass vorliegend keine 

völkerrechtlichen Vollzugshindernisse ersichtlich sind, welche die Schweiz 

zu einem Selbsteintritt verpflichten würden (Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

Sie hat ferner das Vorbringen des Beschwerdeführers hinsichtlich einer an-

geblichen Gefährdung in Deutschland rechtskonform berücksichtigt und 

korrekt erwogen, dass Deutschland über schutzwillige und schutzfähige 

Polizeibehörden verfügt, deren Hilfe er im Falle einer Bedrohung durch 

Dritte in Anspruch nehmen könnte. Darüber hinaus hat die Vorinstanz in 

rechtsfehlerfreier Ausübung des ihr nach Art. 17 Abs. 1 Dublin-III-VO und 

Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 (AsylV 1, SR 

142.311) zukommenden Ermessens von einem Selbsteintritt der Schweiz 

abgesehen. Sie ist demnach zu Recht auf das Asylgesuch des Beschwer-

deführers nicht eingetreten (Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG) und hat seine 

Wegweisung nach Deutschland angeordnet (Art. 44 AsylG). Zur näheren 

Begründung wird auf die korrekten vorinstanzlichen Erwägungen verwie-

sen (SEM-act. 34). 

2.3. Die Vorbringen des Beschwerdeführers auf Rechtsmittelebene vermö-

gen an der Richtigkeit der vorinstanzlichen Verfügung nichts zu ändern. 

Auch im Beschwerdeverfahren hat er nicht geltend gemacht, das Hoheits-

gebiet der Mitgliedstaaten im Sinne von Art. 19 Abs. 2 Dublin-III-VO länger 

als drei Monate verlassen zu haben, sondern lediglich erneut pauschal  

vorgebracht, er sei in der Türkei gewesen. Die eingereichten Kopien einer 

Flixbus-Buchung für eine Inlandreise in der Türkei am 13. Mai 2025, einer 

Rechnung vom 12. Mai 2025 über 97.01 Türkische Lira sowie die abermals 

vorgelegte Hotelbuchung (vgl. E. 2.2) würden höchstens einen Aufenthalt 

von vier Tagen ausserhalb des Dublin-Raumes belegen. Weitere 

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Ausführungen – etwa dazu, ob die vorgelegten Unterlagen überhaupt  

geeignet wären, den behaupteten Aufenthalt nachzuweisen (vgl. Art. 22 

Abs. 2 und 3 Dublin-III-VO) – können daher unterbleiben. Hinsichtlich der 

erneut geltend gemachten Gefährdung in Deutschland ist in Übereinstim-

mung mit der Vorinstanz festzuhalten, dass keine Anhaltspunkte dafür be-

stehen, dass die deutschen Behörden nicht in der Lage wären, dem Be-

schwerdeführer den allenfalls benötigten Schutz zukommen zulassen. Im 

Rahmen des Dublin-Gesprächs hat der Beschwerdeführer bezüglich sei-

nes Gesundheitszustandes angegeben, gesund zu sein (SEM-act. 17). In 

der Beschwerde beschränkt er sich darauf, auf eine dort beigefügte medi-

zinische Dokumentation hinzuweisen. Es handle sich dabei um ein Rezept, 

welches «von offiziellen staatlichen Gesundheitsbehörden» (siehe BVGer-

act. 1 S. 3) ausgestellt worden sei. Dieses Dokument ist allerdings offen-

kundig nicht geeignet, die Überweisung des Beschwerdeführers nach 

Deutschland aus medizinischer Sicht in Frage zu stellen. Abschliessend ist 

daran zu erinnern, dass weder die Dublin-III-VO noch andere völkerrecht-

liche Bestimmungen den Gesuchstellenden ein Recht einräumen, den für 

die Durchführung des Asylverfahrens zuständigen Staat selber frei zu wäh-

len (BVGE 2010/45 E. 8.3). 

3.  

Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung nicht zu beanstanden 

und die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Mit dem 

vorliegenden Urteil wird der Eventualantrag um Wiederherstellung (recte: 

Erteilung) der aufschiebenden Wirkung gegenstandslos. 

4.  

4.1. Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist ab-

zuweisen, da die Begehren – wie es sich aus den vorstehenden Erwägun-

gen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind (Art. 65 Abs. 1 VwVG).  

4.2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). 

5.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 

2. 

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege wird abge-

wiesen. 

3. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

4. 

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Yannick Antoniazza-Hafner Sandra Hutter