# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d59ba65-c66a-528a-83f1-53a0f15c4d6b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-01-31
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 31.01.2024 F-4870/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-4870-2022_2024-01-31.pdf

## Full Text

/  B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-4870/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 1 .  J a n u a r  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richter Basil Cupa (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch,  

Richterin Regula Schenker Senn,    

Gerichtsschreiber Mathias Lanz. 
 

 
 

Parteien 
 1. A._______, und die Ehefrau 

2. B._______, sowie die Kinder 

3. C._______,  

4. D._______,  

Beschwerdeführende,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Quellenweg 6, 3003 Bern,    

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nationales Visum aus humanitären Gründen;  

Verfügung des SEM vom 17. August 2022. 

 

 

 

F-4870/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die äthiopischen Staatsangehörigen A._______ (geboren 1985), seine 

Ehefrau B._______ (geboren 1986) sowie die Kinder C._______ und 

D._______ (geboren 2015 und 2018) (nachfolgend: Gesuchstellende bzw. 

Beschwerdeführende) ersuchten am 19. April 2022 bei der Schweizeri-

schen Botschaft in Karthum, Sudan, um Ausstellung humanitärer Visa. 

B.  

Mit Formularverfügungen vom 19. Mai 2022 verweigerte die Schweizeri-

sche Botschaft die Ausstellung der beantragten Visa. 

C.  

Am 17. August 2022 wies das Staatssekretariat für Migration SEM eine 

gegen die Visumsverweigerung erhobene Einsprache der Gesuchstellen-

den vom 6. Juni 2022 ab. 

D.  

Mit Rechtsmitteleingabe vom 9. Oktober 2022 gelangten die Gesuchstel-

lenden an das Bundesverwaltungsgericht und beantragten sinngemäss, 

den Einspracheentscheid aufzuheben und ihnen humanitäre Visa für die 

Schweiz zu erteilen. 

E.  

Die Vorinstanz liess sich am 30. November 2022 vernehmen und bean-

tragte, die Beschwerde abzuweisen. 

F.  

Mit Replik vom 6. Januar 2023 hielten die Beschwerdeführenden an Be-

gehren und Begründung fest. 

G.  

Die Schweizerische Vertretung in Khartum leitete am 12. Januar 2023 ei-

nen bei ihr zuhanden des Gerichts deponierten USB-Stick der Beschwer-

deführenden mit Videomaterial weiter. 

H.  

Am 27. Juni 2023 wandten sich die Beschwerdeführenden mit einer E-Mail, 

enthaltend lediglich einen kurzen Text ohne zusätzlichen Informationsge-

halt im Betreff, an die infolge kriegerischer Auseinandersetzungen (vo-

rübergehend) geschlossene Schweizerische Botschaft in Khartum. Die 

F-4870/2022 

Seite 3 

Vorinstanz leitete das E-Mail am 3. Juli 2023 an das Bundesverwaltungs-

gericht weiter. 

I.  

Aus organisatorischen Gründen wurde im März 2023 der vorsitzende Rich-

ter im Spruchkörper aufgenommen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Einspracheentscheide des SEM betreffend humanitäre Visa sind mit 

Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht anfechtbar (Art. 112 Abs. 1 

AIG [SR 142.20] i.V.m. Art. 31 ff. VGG und Art. 5 VwVG). 

1.2 Das Rechtsmittelverfahren richtet sich nach dem VwVG, soweit das 

VGG nichts anderes bestimmt (vgl. Art. 37 VGG). 

1.3 Die Beschwerdeführenden nahmen am vorangegangenen Einsprache-

verfahren mit eigenen Anträgen teil. Als Verfügungsadressaten sind sie zur 

Beschwerde legitimiert (vgl. Art. 48 Abs. 1 VwVG). Auch die übrigen Sa-

churteilsvoraussetzungen sind erfüllt, weshalb auf die Beschwerde einzu-

treten ist (Art. 50 und 52 VwVG). 

2.  

Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Er-

messens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechtserheb-

lichen Sachverhalts und, im Falle von Bundesbehörden, die Unangemes-

senheit gerügt werden (vgl. Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht 

wendet im Beschwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an 

und ist nicht an die Begründung der Begehren gebunden (vgl. Art. 62 Abs. 4 

VwVG). Massgeblich ist grundsätzlich die Sachlage im Entscheidzeitpunkt 

(vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.). 

3.  

3.1 Als Staatsangehörige Äthiopiens unterliegen die Beschwerdeführen-

den der Visumpflicht gemäss Art. 9 der Verordnung vom 15. August 2018 

über die Einreise und die Visumerteilung (VEV, SR 142.204). Sie beabsich-

tigen einen längerfristigen Aufenthalt, weshalb ihre Gesuche nicht nach 

den Regeln zur Erteilung von Schengen-Visa, sondern nach den 

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Bestimmungen des nationalen Rechts zu prüfen sind (vgl. BVGE 2018 

VII/5 E. 3.5 und E. 3.6.1). 

3.2 Humanitäre Visa werden nur unter sehr restriktiven Bedingungen aus-

gestellt (BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; 2015/5 E. 4.1.3). In Abweichung von 

den allgemeinen Einreisevoraussetzungen nach Art. 4 Abs. 1 VEV kann in 

begründeten Fällen aus humanitären Gründen ein Visum für einen länger-

fristigen Aufenthalt erteilt werden. Ein solcher Fall liegt vor, wenn bei einer 

Person, die um ein humanitäres Visum ersucht, aufgrund der konkreten 

Umstände offensichtlich davon ausgegangen werden muss, dass sie im 

Heimat- oder Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und 

Leben gefährdet ist (Art. 4 Abs. 2 VEV i.V.m. Art. 5 Abs. 3 AIG). Die be-

troffene Person muss sich in einer besonderen Notsituation befinden, die 

ein behördliches Eingreifen zwingend erforderlich macht und die Erteilung 

eines Einreisevisums ausnahmsweise rechtfertigt. Dies kann etwa bei 

akuten kriegerischen Ereignissen oder aufgrund einer konkreten individu-

ellen Gefährdung, die sie mehr als andere Personen betrifft, gegeben sein. 

Befindet sich die betroffene Person bereits in einem Drittstaat oder ist sie 

nach einem Aufenthalt in einem solchen freiwillig in ihr Heimat- oder Her-

kunftsland zurückgekehrt und hat sie die Möglichkeit, sich erneut in den 

Drittstaat zu begeben, ist in der Regel davon auszugehen, dass keine Ge-

fährdung mehr besteht (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; 2015/5 E. 4.1.3; 

Urteil des BVGer F-4139/2022 vom 19. Juni 2023 E. 3.2; je m.w.H.). Das 

Visumsgesuch ist unter Berücksichtigung der aktuellen Gefährdung, der 

persönlichen Umstände der betroffenen Person und der Lage im Heimat- 

oder Herkunftsland zu prüfen. Dabei sind weitere Kriterien wie insbeson-

dere das Bestehen enger Bindungen zur Schweiz und die hier bestehen-

den Integrationsaussichten oder die objektive Unmöglichkeit, in einem an-

deren Land um Schutz nachzusuchen, zu beachten (vgl. BVGE 2018 VII/5 

E. 3.6.3; Urteil des BVGer F-3278/2021 vom 10. Januar 2022 E. 3.3). 

3.3 Allein das freiwillige Aufsuchen einer Schweizer Auslandsvertretung 

zwecks Stellung eines humanitären Visums begründet seitens der Schweiz 

keine internationale Schutzpflicht, weil sich die gesuchstellende Person da-

mit nicht der Hoheitsgewalt der Eidgenossenschaft unterstellt (siehe muta-

tis mutandis Urteil des EGMR [Grosse Kammer] M.N. u.a. gegen Belgien 

vom 5. Mai 2020, Nr. 3599/18, §§ 96 ff.). Im Übrigen gilt für die Erteilung 

eines humanitären Visums im Gegensatz zum Asylrecht ein erhöhtes Be-

weismass. Die Gefährdung muss offensichtlich sein; eine blosse Glaub-

haftmachung genügt nicht (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; 2015/5 E. 4.1.3; 

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Seite 5 

ferner: Urteile des BVGer F-4626/2021 vom 13. April 2023 E. 3.3; 

F-4827/2021 vom 13. März 2023 E. 3.4). 

4.  

4.1 Die Beschwerdeführenden sind äthiopische Staatsangehörige und eth-

nische Oromo. Sie geben an, die Beschwerdeführerin 2 befinde sich seit 

2004 im Sudan. Der Beschwerdeführer 1 stamme aus (…) im Westen Äthi-

opiens. Aufgrund instabiler politischer Verhältnisse sei er 2014 aus seinem 

Heimatstaat in den Sudan geflohen. In den Jahren 2010 und 2011 sei er 

als Mitglied der Oromo Liberation Front (OLF) von äthiopischen Streitkräf-

ten verhaftet und gefoltert worden. Nach wie vor liege ein Haftbefehl gegen 

ihn vor. Die gegenwärtige Regierung in Äthiopien sei nicht anders als die-

jenige, die ihn 2014 gezwungen habe, das Land zu verlassen. Die sudane-

sische Regierung habe die Verlängerung ihrer «Personalausweise» abge-

lehnt. Würden sie nach Äthiopien abgeschoben, fürchteten sie, dass der 

Beschwerdeführer 1 getötet und die Beschwerdeführerinnen 3 und 4 be-

schnitten würden. 

4.2 Die Beschwerdeführenden befinden sich als Familie seit über acht Jah-

ren im Sudan, wo sie als Flüchtlinge anerkannt und beim UNHCR registriert 

sind. Im Sinne einer Regelvermutung ist daher davon auszugehen, dass 

sie im Sudan bis Mitte April 2023 grundsätzlich keiner Gefährdung im Sinne 

von Art. 4 Abs. 2 VEV ausgesetzt waren (vgl. BVGE 2018 VII/5 E. 3.6.3; 

2015/5 E. 4.1.3; Urteile des BVGer F-5228/2022 vom 19. Dezember 2023 

E. 7.3; F-5336/2021 vom 9. März 2023 E. 5.1).  

4.3 Zwar führen die Beschwerdeführenden an, der Beschwerdeführer 1 sei 

im Sudan durch Sicherheitskräfte respektive durch unbekannte Personen 

mehrmals behelligt, geschlagen und ausgeraubt worden. Die entsprechen-

den Ausführungen zu den Vorfällen am 10. Oktober 2020, am 13. August 

2021 und am 7. April 2022 sind hinsichtlich Örtlichkeiten, Beteiligte und 

Geschehensabläufe jedoch äusserst vage gehalten und widersprüchlich. 

Aus dem eingereichten Haftbefehl können die Beschwerdeführenden be-

reits deshalb nichts für sich ableiten, weil das Dokument leicht fälschbar 

und nicht ersichtlich ist, weshalb sich darauf zwei verschiedene Daten be-

finden (19. Februar 2014 und 27. Oktober 2021). Das (nicht unterzeich-

nete) Schreiben des Oromia Global Forums vom 10. Februar 2021 wiede-

rum verweist vor allem auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse 

und Lebensbedingungen in (…). In Berücksichtigung der Lage im Sudan 

bis Mitte April 2023 (zur aktuellen Situation siehe E. 5 hernach) sind die 

Vorbringen und Belege der Beschwerdeführenden daher nicht geeignet, 

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die Vermutung eines grundsätzlich sicheren Aufenthalts sowie die An-

nahme einer mit anderen äthiopischen (Oromo-) Flüchtlingen vergleichba-

ren Situation im Sudan zu widerlegen (vgl. Urteile des BVGer  

F-5336/2021 E. 5.2; F-5247/2019 vom 2. Juli 2020 E. 4; F-275/2019 vom 

19. September 2019 E. 5; F-5959/2017 vom 22. Februar 2019 E. 7.2). 

5.  

5.1 Seit dem 15. April 2023 kommt es im Sudan nun aber zu massiven 

bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der Armee (Sudanese  

Armed Forces, SAF) und den Rapid Support Forces (RSF). Davon betrof-

fen ist unter anderem auch der bisherige Wohnort der Beschwerdeführen-

den, (…) (siehe hierzu etwa International Crisis Group, Sudan’s Calamitous 

Civil War: A Chance to Draw Back from the Abyss, 9. Januar 2024, 

< https://www.crisisgroup.org/africa/horn-africa/sudan/sudans-calamitous-

civil-war-chance-draw-back-abyss >, abgerufen am 23.01.2024; Armed 

Conflict Location & Event Data Project [ACLED], Sudan: RSF Expands Ter-

ritorial Control as Ceasefire Talks Resume in Jeddah, Situation Update No-

vember 2023, < https://acleddata.com/2023/11/03/sudan-situation-update-

november-2023-the-rsf-expands-its-territorial-control-as-ceasefire-talks-

resume-in-jeddah/ >, abgerufen am 19.01.2024). Gemäss dem Amt der 

Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten 

(United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs [OCHA]) 

haben rund 1,5 Millionen Menschen den Sudan Richtung Zentralafrikani-

sche Republik, Tschad, Ägypten, Äthiopien oder Südsudan verlassen. 

Rund 6,1 Millionen Menschen wurden intern vertrieben (vgl. OCHA, Sudan, 

Situation Report, < https://reports.unocha.org/en/country/sudan/ >, abge-

rufen am 23.01.2024). Die Schweizerische Botschaft in Khartum ist ge-

schlossen. Die konsularischen Dienstleistungen wurden vorübergehend 

von der Schweizerischen Botschaft in Nairobi, Kenia, übernommen (vgl. 

< https://www.eda.admin.ch/khartoum >, abgerufen am 19.01.24). 

5.2 Die im Nachgang zur angefochtenen Verfügung eingetretene Kriegssi-

tuation im Sudan ist als Sachverhaltsänderung im vorliegenden Verfahren 

zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2020 VII/4 E. 2.2 m.H.; 2012/21 E. 5; Urteile 

des BVGer F-5228/2022 E. 8.1; D-3893/2021 vom 22. Juni 2023 E. 4.1). 

Sie erfordert nunmehr eine umfassende Neubeurteilung der Voraussetzun-

gen für die Erteilung humanitärer Visa an die Beschwerdeführenden. Bis 

anhin wurden die potenzielle Gefährdungssituation der Beschwerdeführen-

den in Äthiopien sowie die Gründe ihrer Anerkennung als Flüchtlinge im 

Sudan noch nicht eingehend beleuchtet. Im angefochtenen Entscheid 

setzte sich die Vorinstanz damit nicht näher auseinander. Unklar ist 

https://reports.unocha.org/en/country/sudan/
https://www.eda.admin.ch/khartoum

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Seite 7 

überdies, ob es den Beschwerdeführenden angesichts der aktuell sehr 

schwierigen Lage im Land möglich und zumutbar wäre, in eine andere Re-

gion des Sudans oder in einen anderen Staat zu reisen.  

5.3 Das streitgegenständliche Verfahren ist demnach nicht spruchreif. Der 

Sachverhalt ist nicht hinreichend erstellt (vgl. BVGE 2021 VI/3 E. 11.5.1; 

2016/27 E. 9.1.1; Urteil F-5228/2022 E. 8.4). Ein Rückweisungsgrund kann 

– wie hier – darin liegen, dass eine neu eingetretene, massgebliche Tatsa-

che neue Sachverhaltsabklärungen erfordert, auch wenn die Vorinstanz 

die Sachverhaltsänderung nicht selbst zu verantworten hat, sie für die vor-

zunehmenden Abklärungen (grösseren Umfangs) aber besser geeignet ist 

als die Beschwerdeinstanz (vgl. BGE 131 V 407 E. 2.1.1; ASTRID HIRZEL, 

in: Bernhard Waldmann/Patrick L. Krauskopf [Hrsg.], Praxiskommentar 

zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 3. Aufl. 2023, Art. 61 

N. 16; MADELEINE CAMPRUBI, in: Christoph Auer/Markus Müller/Benjamin 

Schindler [Hrsg.], Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren – Kom-

mentar, 2. Aufl. 2019, Art. 61 N. 11; siehe ferner Urteil F-5228/2022 E. 8 f.). 

Folglich ist es angezeigt, die Sache zur Abklärung der tatbeständlichen Vo-

raussetzungen einer allfälligen Erteilung humanitärer Visa an die Vo-

rinstanz zurückzuweisen (Art. 61 Abs. 1 VwVG; BVGE 2015/10 E. 7.1). Im 

Rahmen der ihr zumutbaren Möglichkeiten wird die Vorinstanz zunächst 

versuchen, mit den Beschwerdeführenden in Kontakt zu treten und deren 

aktuellen Aufenthaltsort sowie ihre Gefährdungssituation in Erfahrung zu 

bringen. Soweit eine Kontaktaufnahme überhaupt möglich ist, wird sie ge-

gebenenfalls weiter klären, ob den Beschwerdeführenden im Sudan selbst 

ein Zufluchtsort zur Verfügung steht oder ob ihnen eine Weiterreise in einen 

(sicheren) Drittstaat möglich und zumutbar wäre. Das Herkunftsland Äthi-

opien ist dabei nicht auszuklammern. Die Vorinstanz wird ausserdem prü-

fen, inwieweit die Beschwerdeführenden mehr als andere (äthiopische) 

Flüchtlinge von der Kriegssituation im Sudan betroffen sind. Allenfalls ist 

auch das Risiko einer Rückschaffung nach Äthiopien mitzuberücksichti-

gen. Anschliessend wird die Vorinstanz über die Ausstellung humanitärer 

Visa zu Gunsten der Beschwerdeführenden neu entscheiden. Auf die Rüge 

einer fehlerhaften Übersetzung durch den Dolmetscher anlässlich der Kon-

sultationen auf der Botschaft in Khartum braucht bei diesem Ergebnis nicht 

weiter eingegangen zu werden. 

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Seite 8 

6.  

Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen. Der Einspracheentscheid vom 

17. August 2022 ist aufzuheben und die Sache zur vollständigen und rich-

tigen Erhebung des rechtserheblichen Sachverhalts sowie zur Neubeurtei-

lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

7.  

Kosten sind bei diesem Ausgang des Verfahrens keine zu erheben (Art. 63 

Abs. 1 und 2 VwVG). 

8.  

Dieses Urteil ist endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 BGG).  

 

(Dispositiv nächste Seite)  

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Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die angefochtene Verfügung wird aufgehoben und die Sache zur neuerli-

chen Abklärung und Beurteilung im Sinne der Erwägungen an die Vorin-

stanz zurückgewiesen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführenden, die Schweizerische Ver-

tretung in Nairobi und die Vorinstanz. 

 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Basil Cupa Mathias Lanz 

 

 

 

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