# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** dc973095-d0f6-5cd4-8e1c-aa6db299ea11
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2024-06-17
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 17.06.2024 S 2023 66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2023-66_2024-06-17.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und lic. iur. Sarah Schneider
Gerichtsschreiber: lic. iur. Thomas Kreyenbühl

U R T E I L  vom 17. Juni 2024 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführer

gegen

Arbeitslosenkasse des Kantons Zug, Rechtsdienst, Industriestrasse 24, Post-
fach 857, 6300 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Arbeitslosenversicherung 
(Insolvenzentschädigung)

S 2023 66

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Urteil S 2023 66

A. A.________, geboren 1978, arbeitete seit Juli 2008 für die B.________ in Zug 
(ALK-act. 26). Nach durchgeführtem Schlichtungsverfahren (ALK-act. 19) erhob der Versi-
cherte am 12. Februar 2016 beim Kantonsgericht Zug Klage gegen die B.________ und 
forderte insbesondere die Bezahlung der Löhne der Monate November 2015, Dezember 
2015 und Januar 2016 in der Höhe von je Fr. 8'050.– nebst Zins zu 5 % (ALK-act. 18). Am 
4. April 2016 kündigte der Versicherte das Arbeitsverhältnis mit der B.________ wegen 
Lohnverzugs fristlos (ALK-act. 22). Am 12. April und 12. Juli 2016 erhob er beim Kantons-
gericht Zug erneut Klage gegen die B.________ und forderte insbesondere die Bezahlung 
der Löhne der Monate Februar, März und April 2016 in der Höhe von je netto Fr. 8'050.– 
nebst Zins zu 5 % sowie die Aufhebung des Rechtsvorschlags in der Betreibung 
Nr.  C.________ des Betreibungsamtes Zug (vgl. ALK-act. 12). Mit Entscheid vom 
23. März 2020 verpflichtete das Kantonsgericht Zug die B.________, dem Versicherten 
den Nettobetrag von Fr. 24'150.– (Lohn der Monate November 2015, Dezember 2015 und 
Januar 2016) nebst Zins zu 5 % zu bezahlen (ALK-act. 13). Mit Entscheid vom 10. No-
vember 2020 verpflichtete der Einzelrichter des Kantonsgerichts Zug die B.________, dem 
Versicherten den Nettobetrag von Fr. 16'452.95 (Fr. 24'150.– abzüglich Fr. 7'697.05; Lohn 
für die Monate Februar, März und April 2016) nebst Zins zu 5 % zu bezahlen. Gleichzeitig 
hielt das Gericht fest, dass der Versicherte die Betreibung Nr. C.________ des Betrei-
bungsamtes Zug fortsetzen könne (ALK-act. 12). In der Folge setzte der Versicherte die 
Betreibung Nr. C.________ sowie eine weitere Betreibung Nr. D.________ des Betrei-
bungsamtes Zug fort und reichte am 10. März 2021 zwei Konkursbegehren gegen die 
B.________ ein (vgl. ALK-act. 9a–b). Mit Schreiben vom 12. März 2021 teilte das Kan-
tonsgericht Zug mit, dass die Konkursverhandlung am 13. April 2021, 9.00 Uhr, stattfinde. 
Der Versicherte habe für die voraussichtlichen Kosten dieser Verfahren einen Vorschuss 
von je Fr. 200.– zu leisten (ALK-act. 10–11). Mit Eingaben vom 13. April 2021 zog der 
Versicherte die Konkursbegehren zurück (ALK-act. 9a–b). Mit Entscheiden vom 13. April 
2021 setzte das Kantonsgericht Zug die Konkursverhandlungen ab und schrieb das Kon-
kurseröffnungsverfahren zufolge Rückzugs ab (ALK-act. 8a–b). Mit Entscheid des Einzel-
richters des Kantonsgerichts Zug vom E.________ wurde die B.________ gemäss 
Art. 731b des Obligationenrechts (OR; SR 220) aufgelöst und ihre Liquidation nach den 
Vorschriften über den Konkurs angeordnet. Mit Entscheid des Einzelrichters des Kantons-
gerichts Zug vom F.________ wurde das Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt 
(www.zefix.ch). 

Am 23. Januar 2023 (Eingangsdatum) reichte der Versicherte bei der Arbeitslosenkasse 
des Kantons Zug (nachfolgend: ALK) einen Antrag auf Insolvenzentschädigung für offene 

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Urteil S 2023 66

Lohnforderungen in der Höhe von Fr. 87'748.50 ein (Fr. 28'770.– für den Zeitraum No-
vember und Dezember 2015 und Fr. 58'978.50 für den Zeitraum Januar bis April 2016; 
ALK-act. 5). Mit Verfügung vom 30. Januar 2023 verneinte die ALK einen Anspruch auf In-
solvenzentschädigung, da die 60-tägige Frist zur Einreichung des Antrags nicht eingehal-
ten worden sei (ALK-act. 4). Die dagegen vom Versicherten am 8. Februar 2023 erhobene 
Einsprache (ALK-act. 3) wies die ALK mit Entscheid vom 15. Mai 2023 (ALK-act. 1) ab.

B. Dagegen erhob der Versicherte am 15. Juni 2023 Beschwerde und beantragte, es 
sei der angefochtene Einspracheentscheid vom 15. Mai 2023 aufzuheben und ein An-
spruch auf Insolvenzentschädigung zu bejahen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurtei-
lung an die Vorinstanz zurückzuweisen. Im Weiteren ersuchte der Beschwerdeführer um 
Zusprechung einer Genugtuung nach Ermessen des Gerichts; alles unter Kosten- und 
Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdegegnerin (act. 1).

C. Die Beschwerdegegnerin schloss mit Vernehmlassung vom 31. Juli 2023 auf Ab-
weisung der Beschwerde (act. 3).

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozia-
lversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) kann gegen Einspracheentscheide oder Verfü-
gungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben werden, 
wobei in der Regel das Versicherungsgericht desjenigen Kantons zuständig ist, in dem die 
versicherte Person zurzeit der Beschwerdeerhebung Wohnsitz hat (Art. 58 Abs. 1 ATSG). 
In Abweichung von Art. 58 Abs. 1 ATSG richtet sich die örtliche Zuständigkeit für die Insol-
venzentschädigung nach dem Ort des zuständigen Betreibungs- und Konkursamtes 
(Art. 100 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung 
und die Insolvenzentschädigung [AVIG; SR 837.0] i.V.m. Art. 77 und Art. 128 Abs. 1 der 
Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädi-
gung [AVIV; SR 837.02] sowie Art. 53 Abs. 1 AVIG). Die Beschwerdefrist beträgt 30 Tage 
(Art. 60 Abs. 1 ATSG). Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Be-
schwerden aus dem Gebiet der eidgenössischen Sozialversicherung, für die das Bundes-
recht eine kantonale Rechtsmittelinstanz vorsieht (§ 77 Abs. 1 des Verwaltungsrechtspfle-

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Urteil S 2023 66

gegesetzes [VRG; BGS 162.1]). Da die B.________ ihren Sitz in Zug hatte, ist die örtliche 
und sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug gegeben. Da der 
Einspracheentscheid vom 15. Mai 2023 dem Beschwerdeführer ausweislich der Akten 
frühestens am 16. Mai 2023 zugestellt wurde, erweist sich die am 15. Juni 2023 verfasste 
und gleichentags beim Verwaltungsgericht des Kantons Zug eingereichte Beschwerde als 
fristgerecht. Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Einspracheentscheid 
berührt und kann sich auf ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung berufen, 
weshalb er zur Beschwerde legitimiert ist. Die Beschwerdeschrift entspricht sodann den 
übrigen formellen Anforderungen, weshalb sie zu prüfen ist. Die Beurteilung erfolgt auf 
dem Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO 
VG; BGS 162.11).

2.
2.1 Gemäss Art. 51 Abs. 1 AVIG haben beitragspflichtige Arbeitnehmer von Arbeitge-
bern, die in der Schweiz der Zwangsvollstreckung unterliegen oder in der Schweiz Arbeit-
nehmer beschäftigen, Anspruch auf Insolvenzentschädigung, wenn gegen ihren Arbeitge-
ber der Konkurs eröffnet wird und ihnen in diesem Zeitpunkt Lohnforderungen zustehen 
(lit. a), wenn der Konkurs nur deswegen nicht eröffnet wird, weil sich infolge offensichtli-
cher Überschuldung des Arbeitgebers kein Gläubiger bereit findet, die Kosten vorzu-
schiessen (lit. b), oder wenn sie gegen ihren Arbeitgeber für Lohnforderungen das Pfän-
dungsbegehren gestellt haben (lit. c). Der Anspruch auf Insolvenzentschädigung knüpft an 
den Eintritt eines im Gesetz abschliessend aufgezählten, gleichrangigen Insolvenztatbe-
standes an. Bei mehreren sich folgenden Insolvenztatbeständen des gleichen Arbeitge-
bers ist das zeitlich zuerst eintretende Ereignis massgebend (Thomas Nussbaumer, Ar-
beitslosenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Bd. Soziale 
Sicherheit, 3. Aufl. 2016, Rz. 604). 

2.2
2.2.1 Wird über den Arbeitgeber der Konkurs eröffnet, so muss der Arbeitnehmer seinen 
Entschädigungsanspruch spätestens 60 Tage nach der Veröffentlichung des Konkurses 
im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) bei der öffentlichen Kasse stellen, die am 
Ort des Betreibungs- und Konkursamtes zuständig ist (Art. 53 Abs. 1 AVIG). Mit dem Ab-
lauf dieser Frist erlischt der Anspruch auf Insolvenzentschädigung (Art. 53 Abs. 3 AVIG).

2.2.2 Im Falle nach Art. 51 Abs. 1 lit. b AVIG hat der Arbeitnehmer oder die Arbeitneh-
merin den Anspruch auf Insolvenzentschädigung spätestens 60 Tage nach Kenntnisnah-

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Urteil S 2023 66

me des unbenützten Ablaufs der Frist für die Leistung des Kostenvorschusses nach 
Art. 169 Abs. 2 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG; SR 
281.1) geltend zu machen (Art. 77 Abs. 5 AVIV). 

Die Person, welche das Konkursbegehren gestellt hat, nimmt in jedem Fall Kenntnis vom 
unbenützten Ablauf der Frist für die Leistung des Kostenvorschusses nach Art. 169 Abs. 2 
SchKG (AVIG-Praxis IE des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, Stand: 1. Januar 
2021, Rz. B26; vgl. zur Bedeutung von Verwaltungsweisungen BGE 133 V 587 E. 6.1). 
Art. 51 Abs. 1 lit. b AVIG setzt im Sinne einer doppelten Kausalität voraus, dass die Nich-
teröffnung des Konkurses einzig durch das Fehlen der Bereitschaft der Gläubiger bedingt 
ist, die Kosten für das Konkursverfahren vorzuschiessen; der Grund für diese mangelnde 
Bereitschaft wiederum liegt in der offensichtlichen Überschuldung des Arbeitgebers (BGE 
131 V 196 E. 4.1.1 mit Hinweisen). Zu prüfen ist, ob zwischen der offensichtlichen Über-
schuldung des Arbeitgebers und der Nichtleistung des Kostenvorschusses ein direkter Zu-
sammenhang anzunehmen ist (BGE 134 V 88 E. 6.2). Die Überschuldung ist offensicht-
lich, wenn sie von jedem Gläubiger ohne weitere Schwierigkeiten erkennbar ist. Liegt der 
Grund der Nichtbezahlung des Kostenvorschusses jedoch in der mangelnden Feststell-
barkeit der Überschuldung, in Zahlungsschwierigkeiten der Gläubiger oder in der Befürch-
tung von Schwierigkeiten, ist die Voraussetzung von Art. 51 Abs. 1 lit. b AVIG nicht gege-
ben (Thomas Gächter, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und 
Konkurs, 3. Aufl. 2021, N 20 zu Art. 51 AVIG mit Hinweisen).

2.2.3 Publikationen unter den SHAB-Rubriken "Handelsregister" oder "vorläufige Kon-
kursanzeige" lösen den Beginn des Fristenlaufes nicht aus, da sie gesetzlich nicht vorge-
schrieben sind. Erst die öffentliche Bekanntmachung im Sinne von Art. 232 respektive 
Art. 233 SchKG (Rubrik Konkurspublikation/Schuldenruf) ist entscheidend für den Beginn 
des Fristenlaufes (ARV 1989 S. 67; AVIG-Praxis IE, Rz. B26).

Im Falle eines Konkursverfahrens, das mangels Aktiven eingestellt werden musste, ist für 
die Verwirkungsfrist von 60 Tagen die Publikation der Einstellung des Konkurses im SHAB 
nur dann massgebend (Art. 230 Abs. 2 SchKG), sofern nicht bereits eine Veröffentlichung 
der Konkurseröffnung im SHAB stattgefunden hat (ARV 1989 S. 66; BGE 114 V 354; 
AVIG-Praxis IE, Rz. B26). 

3.

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Urteil S 2023 66

3.1 Die Beschwerdegegnerin begründete den angefochtenen Entscheid damit, dass 
für den Beginn der 60-tägigen Verwirkungsfrist für den Anspruch auf Insolvenzentschädi-
gung auf den Zeitpunkt des Rückzugs des Konkursbegehrens durch den Beschwerdefüh-
rer am 13. April 2021 abgestellt werden müsse. Der vom Beschwerdeführer am 23. Januar 
2023 (Eingangsdatum) eingereichte Antrag auf Insolvenzentschädigung sei damit ver-
spätet. Die verspätete Eingabe sei sodann nicht aufgrund einer falschen oder fehlenden 
Auskunft seitens der Beschwerdegegnerin erfolgt, für welche diese einzustehen hätte (AK-
act. 1). 

3.2 Der Beschwerdeführer machte demgegenüber geltend, dass er den Antrag auf In-
solvenzentschädigung fristgerecht eingereicht habe. Aufgrund der Revisionsberichte der 
B.________ der Jahre 2015 und 2016, die ihm vorgelegen hätten, hätten keine Indizien für 
eine offensichtliche Überschuldung der Firma bestanden. Wie er bereits beim Einreichen 
seines Antrags auf Insolvenzentschädigung am 23. Januar 2023 ausgeführt habe, sei er 
aus finanziellen Gründen gezwungen gewesen, die Gesuche um Konkurseröffnung am 
13. April 2021 zurückzuziehen. Der vorliegende Sachverhalt sei demnach nach Art. 51 
Abs. 1 lit. a AVIG zu beurteilen. Sollte wider Erwarten davon ausgegangen werden, dass 
die 60-tägige Frist zur Geltendmachung des Anspruchs auf Insolvenzentschädigung be-
reits bei Rückzug der Konkursbegehren am 13. April 2021 zu laufen begonnen habe, sei 
festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin ihrer Beratungs- und Informationspflicht nicht 
nachgekommen sei (act. 1). 

4.
4.1 Streitig und zu prüfen ist zunächst, wann die 60-tägige Frist zur Geltendmachung 
des Anspruchs auf Insolvenzentschädigung vorliegend zu laufen begann.

4.2 Was den Insolvenztatbestand von Art. 51 Abs. 1 lit. b AVIG betrifft, ist darauf hin-
zuweisen, dass sich – wie der Beschwerdeführer zutreffend bemerkte – aus den Jahres-
berichten der B.________ von 2015 und 2016 (BF-act. 11) keine Hinweise für eine offen-
sichtliche Überschuldung der Firma ergaben. Ebenfalls keine entsprechenden Anhalts-
punkte für eine offensichtliche Überschuldung waren in den Entscheiden des Kantonsge-
richts Zug vom 23. März und 10. November 2020 enthalten (ALK-act. 12–13). In den Ein-
gaben vom 13. April 2021, mit welchen der Beschwerdeführer die Konkursbegehren ge-
gen die B.________ zurückzog, wies er darauf hin, dass die Arbeitgeberin die Sozialversi-
cherungsbeiträge der Monate September 2015 bis und mit April 2016 nicht bezahlt habe. 
Zudem ignoriere sie den rechtskräftigen Vollstreckungsentscheid des Kantonsgerichts Zug 

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Urteil S 2023 66

vom 26. März 2021 sowie entsprechende Sanktionen betreffend Ausstellung des Arbeits-
zeugnisses, Lohnabrechnungen und Lohnausweise (ALK-act. 9a–b). Weshalb der Be-
schwerdeführer die Konkursbegehren zurückzog, geht aus den Eingaben vom 13. April 
2021 somit nicht hervor. In der Folge erklärte der Beschwerdeführer im E-Mail an die Be-
schwerdegegnerin vom 9. November 2021 betreffend Insolvenzentschädigung, dass es 
ihm – wie er bereits anlässlich des letztmaligen Treffens Ende März 2021 mitgeteilt habe – 
nicht gelungen sei, die ausstehenden Löhne von der B.________ zu erhalten. Aufgrund 
seiner finanziellen Situation (immer noch ohne Arbeit) sei er gezwungen gewesen, das 
Konkursbegehren gegen die Gesellschaft Ende April 2021 zurückzuziehen. Die Gerichts-
kosten von Fr. 200.– habe er trotzdem bezahlen müssen. Seine Vermutung bezüglich der 
fehlenden Liquidität habe sich bestätigt. Denn inzwischen habe er eine Kopie des Befra-
gungsprotokolls von G.________ durch die Genfer Polizei erhalten. Darin erkläre 
G.________, welche sich inzwischen als Verwaltungsrätin aus dem Handelsregister habe 
löschen lassen, dass die Gesellschaft bereits seit längerem über keine Bankguthaben 
mehr verfüge bzw. keine Geschäftstätigkeit mehr ausübe. Der Beschwerdeführer gehe 
somit davon aus, dass die Gesellschaft bald zwangsliquidiert werde. In diesem Zusam-
menhang wäre er dankbar, wenn die Beschwerdegegnerin ihm mitteilen könnte, ob er 
nach Bekanntwerden der Konkurseröffnung bei ihr einen Antrag auf Insolvenzentschädi-
gung stellen dürfe und was er dabei alles berücksichtigen müsse (ALK-act. 7). Diese An-
gaben des Beschwerdeführers im E-Mail vom 9. November 2021 legen den Schluss nahe, 
dass er die beiden Konkursbegehren am 13. April 2021 in erster Linie aufgrund seiner ei-
genen prekären finanziellen Situation zurückzog. Zum damaligen Zeitpunkt vermutete er, 
dass die Arbeitgeberin nicht liquid war. Von der offensichtlichen Überschuldung erfuhr er 
aber erst später, als er eine Kopie des Befragungsprotokolls von G.________ durch die 
Genfer Polizei erhielt. Vor diesem Hintergrund kann nicht als erstellt gelten, dass zwischen 
der offensichtlichen Überschuldung der Arbeitgeberin und der Nichtleistung des Kosten-
vorschusses bzw. dem Rückzug der Konkursbegehren – wie vom Bundesgericht gefordert 
(BGE 134 V 88 E. 6.2) – ein direkter Zusammenhang bestand. Der Tatbestand von Art. 51 
Abs. 1 lit. b AVIG ist damit nicht erfüllt. 

4.3 Im Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass die B.________ mit Entscheid des Ein-
zelrichters des Kantonsgerichts Zug vom E.________ gemäss Art. 731b OR – das heisst 
wegen Mängeln in der Organisation der Gesellschaft – aufgelöst und ihre Liquidation nach 
den Vorschriften über den Konkurs angeordnet wurde. Am H.________ wurde im SHAB 
unter der Rubrik "Handelsregistereintragungen" die entsprechende Mutationsmeldung pu-
bliziert (www.shab.ch). Mit Entscheid des Einzelrichters des Kantonsgerichts Zug vom 

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F.________ wurde das Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt (www.zefix.ch). Die 
Einstellung des Konkursverfahrens wurde am I.________ im SHAB publiziert (BF-act. 9). 
Für den Beginn der 60-tägigen Frist zur Geltendmachung des Anspruchs auf Insolven-
zentschädigung ist daher das Datum der Publikation der Einstellung des Konkurses am 
I.________ massgebend. Indem der Beschwerdeführer den Antrag auf Insolvenzentschä-
digung am 23. Januar 2023 (Eingangsdatum) bei der Beschwerdegegnerin einreichte 
(ALK-act. 5), hat er die 60-tägige Frist gewahrt.

Unter diesen Umständen erübrigen sich Erörterungen zur Beratungs- und Aufklärungs-
pflicht der Beschwerdegegnerin nach Art. 27 ATSG. 

5. Der angefochtene Entscheid ist demnach aufzuheben und die Sache an die Be-
schwerdegegnerin zurückzuweisen, damit sie nach Prüfung der weiteren Anspruchsvor-
aussetzungen erneut über einen Anspruch des Beschwerdeführers auf Insolvenzentschä-
digung entscheide. In diesem Sinne ist die Beschwerde gutzuheissen. 

6.
6.1 Mangels einer entsprechenden Bestimmung im AVIG ist das Verfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

6.2 Gemäss Art. 61 lit. g ATSG hat die obsiegende Beschwerde führende Person An-
spruch auf Ersatz der Parteikosten. Diese werden vom Versicherungsgericht festgesetzt 
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 
Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Darunter werden in der bisherigen Rechtspre-
chung insbesondere die Vertretungskosten verstanden. Dazu zählen die Entschädigung, 
welche die vertretende Person geltend macht, und die Barauslagen der vertretenden Per-
son. Sonstige Kosten der nicht vertretenen Partei werden nur ausnahmsweise übernom-
men. Es muss sich um eine komplizierte Sache mit einem hohen Streitwert handeln, wobei 
der – in einem vernünftigen Rahmen betriebene – Aufwand denjenigen Rahmen über-
schreitet, der von der Partei auf sich zu nehmen ist (BGE 110 V 132 E. 4d; Ueli Kieser, 
Kommentar zum Bundesgesetz über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
[ATSG], 4. Aufl. 2020, Art. 61 Rz. 215 ff.)

Der Beschwerdeführer ist nicht vertreten, weshalb ihm keine Vertretungskosten entstan-
den sind. Sonstige Kosten hat er nicht geltend gemacht. Auch wenn solche Kosten ent-
standen wären, ist indes festzuhalten, dass vorliegend im Wesentlichen lediglich die Frage 

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der Rechtzeitigkeit der Geltendmachung der Insolvenzentschädigung zu prüfen war. Die 
Sache war also weder komplex noch war zur Interessenwahrung ein hoher Arbeitsauf-
wand erforderlich. Eine Parteientschädigung ist somit nicht zuzusprechen. 

Die Voraussetzungen für eine allfällige Genugtuung (Art. 47 und Art. 49 OR) sind offen-
sichtlich nicht erfüllt, wobei im Gesetz – neben der Parteientschädigung – ohnehin keine 
zusätzliche Entschädigung im Sinne einer Genugtuung vorgesehen ist.

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Urteil S 2023 66

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene Ein-
spracheentscheid vom 15. Mai 2023 aufgehoben und die Sache an die Beschwer-
degegnerin zurückgewiesen wird, damit sie nach Prüfung der weiteren An-
spruchsvoraussetzungen erneut über einen Anspruch des Beschwerdeführers auf 
Insolvenzentschädigung entscheide.  

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Beschwerdeführer (mit ausführlicher Rechtsmittelbelehrung) und 
an die Arbeitslosenkasse des Kantons Zug sowie an das Staatssekretariat für 
Wirtschaft (SECO), Bern.

Zug, 17. Juni 2024

Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Der Gerichtsschreiber

versandt am