# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 831f0480-6f48-5341-b1e5-2f2216fe2d73
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-11-06
**Language:** de
**Title:** Rentenbefristung rechtens, da keine gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse ausgewiesen; Abweisung.
**Docket/Reference:** IV.2014.00539
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2014.00539.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2014.00539
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichterin Sager
Ersatzrichterin Lienhard
Gerichtsschreiberin Tiefenbacher
Urteil
vom
6. November 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführer
vertreten durch Rechtsanwalt
Dr.
iur
. Konrad
Bünzli
Bünzli
Heuberger & Partner,
Advokatur
und Versicherungsrecht
Bahnhofstrasse 15, Postfach 171, 5600 Lenzburg
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
, geboren 1950, schloss 1970 eine Lehre als Sanitär/
Bau
spengler
ab (
Urk. 6
/1
Ziff.
6.2) und ist seit 1974
selbständigerwerbend
(
Urk.
6/5). Am 2
7.
November 2004 meldete er sich mit Hinweis auf einem am 2
5.
März 2003 erlittenen Unfall bei der Invalidenversicherung zum
Leistungs
be
zug
(Rente) an (
Urk.
6/1
Ziff.
7.1, 7.3 und 7.8).
Die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle, sprach ihm mit Verfügung vom 2
5.
August 2008 eine halbe Rente von März 2004 bis Juli 2006 zu (
Urk.
6/77). Die dagegen erhobene Beschwerde wurde vom hiesigen Gericht mit Urteil vom
8.
Juni 2010 im Verfahren Nr. IV.2008.00993 (
Urk.
6/85) in dem Sinne gutgeheissen, dass die Sache zu ergänzenden Abklärungen an die IV
Stelle zurückgewiesen wurde (S. 12 f. E. 3.4, S. 13 E. 4.2, S. 14
Ziff.
1).
1.2
Die IV-Stelle holte daraufhin ein Gutachten, das am 3
1.
März 2011 erstattet wurde (
Urk.
6/98), und einen Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
, der am
7.
März 2013 erstattet wurde (
Urk.
6/
107)
,
ein. Nach durchgeführtem
Vor
bescheidverfahren
(
Urk.
6/114,
Urk.
6/118,
Urk.
6/123-124) sprach sie dem Ver
sicherten mit Verfügung vom
7.
April 2014 eine halbe Rente
ab
März 2004
und eine ganze Rente von April bis Juli
2006 zu (
Urk.
6/130 =
Urk.
2).
2.
Der Versicherte erhob am 2
1.
Mai 2014 Beschwerde gegen die Verfügung vom
7.
April 2014 und beantragte, diese sei dahin abzuändern, als ihm die halbe Rente unbefristet zuzusprechen sei, eventuell sei die Sache an die
Beschwerde
gegnerin
zurückzuweisen (
Urk.
1 S. 2 oben
Ziff.
1-2).
Die IV-Stelle beantragte mit Beschwerdeantwort vom 1
9.
Juni 2014 (
Urk.
5) die Abweisung der Beschwerde.
Der Aufforderung des Gerichts (
Urk.
8)
entsprechend
reichte d
ie
Beschwerde
gegnerin
einen Auszug aus dem individuellen Konto (IK-Auszug) vom 2
0.
August 2014 (
Urk.
11) ein, und der Beschwerdeführer
gab
Geschäftsabschlüsse seiner Einzelfirma (
Urk.
13/1-5)
sowie - auf erneute Aufforderung des Gerichts (
Urk.
14) - die Geschäftsab
schlüsse der auf seinen Namen lautenden Aktiengesellschaft
zu den Akten
(
Urk.
17/1-11). Diese Unterlagen wurden der Beschwerdegegnerin am 1
6.
September 2014 zur Kenntnis gebracht (
Urk.
18).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (
Art.
8
Abs.
1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts, ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Ge
sund
heit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung ver
bleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (
Art.
7
Abs.
1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Er
werbs
unfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (
Art.
7
Abs.
2 ATSG).
1.2
Bei erwerbstätigen Versicherten ist der Invaliditätsgrad gemäss
Art.
16 ATSG in Verbindung mit
Art.
28a
Abs.
1
des Bundesgesetzes über die Invalidenversi
cherung (IVG)
aufgrund eines Einkommensvergleichs zu bestimmen. Dazu wird das Erwerbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Ein
gliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (sog. Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (sog.
Valideneinkommen
). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen
Erwerbsein
kommen
ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenüberge
stellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt (allgemeine Methode des Einkommensvergleichs; BGE 130 V 343 E. 3.4.2 mit Hinweisen).
1.3
Der Einkommensvergleich hat auch bei
Selbständigerwerbenden
in der Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden, worauf sich aus der Einkommensdifferenz der Invaliditätsgrad bestimmen lässt. Insoweit die fraglichen Erwerbseinkommen ziffernmässig nicht genau ermittelt werden können, sind sie nach Massgabe der im Einzelfall bekannten Umstände zu schätzen und die so gewonnenen Annäherungswerte miteinander zu verglei
chen. Lassen sich die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen nicht zuver
lässig ermitteln oder schätzen, so ist in Anlehnung an die spezifische Methode für Nichterwerbstätige ein Betätigungsvergleich anzustellen und der
Invalidi
tätsgrad
nach Massgabe der erwerblichen Auswirkungen der verminderten
Leistungsfähigkeit in der konkreten erwerblichen Situation zu bestimmen. Der grundsätzliche Unterschied des ausserordentlichen Bemessungsverfahrens zur spezifischen Methode (
Art.
28a
Abs.
2 IVG) besteht darin, dass die Invalidität nicht unmittelbar nach Massgabe des Betätigungsvergleichs als solchen bemes
sen wird. Vielmehr ist zunächst anhand des Betätigungsvergleichs die
leidens
bedingte
Behinderung festzustellen; sodann ist aber diese im Hinblick auf ihre erwerbliche Auswirkung besonders zu gewichten. Eine bestimmte Einschrän
kung im funktionellen Leistungsvermögen einer erwerbstätigen Person kann zwar, muss aber nicht notwendigerweise eine Erwerbseinbusse gleichen Umfangs zur Folge haben. Wollte man bei Erwerbstätigen ausschliesslich auf das Ergebnis des Betätigungsvergleichs abstellen, so wäre der gesetzliche Grundsatz verletzt, wonach bei dieser Kategorie von Versicherten die Invalidität nach Massgabe der Erwerbsunfähigkeit zu bestimmen ist (ausserordentliches Bemessungsverfahren; BGE 128 V 29 E. 1; AHI 1998 S. 120 E. 1a und S. 252 E.
2b je mit Hinweisen).
1.4
Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der
Vorak
ten
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuch
tet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der Begründung zur angefochtenen Verfügung (
Urk.
6/128 =
Urk.
2 Verfügungsteil 2) davon aus, dem Beschwerdeführer sei seit Ablauf des Wartejahrs (2
5.
März 2004) die angestammte wie jede andere Tätigkeit zu 50
%
zumutbar
gewesen
(S. 2). Seit 1974 sei der Beschwerdeführer als Inhaber einer Einzelfirma tätig gewesen und kurz vor dem Unfall vom 2
5.
März 2003 sei die auf seinen Namen lautende (Familien-)Aktiengesellschaft (AG) gegründet worden. Deshalb könnten die Buchhaltungsabschlüsse bei der Ermittlung des
Valideneinkommens
nicht berücksichtigt werden
. Den
Invalidi
tätsgrad
bezifferte sie mit 55
%
(S. 2 Mitte).
Nach
einer Schulteroperation im Januar 2006 habe ab April 2006 ein Invaliditätsgrad von 83
%
bestanden (S. 2 f.). Ab August 2006 bestehe in der angestammten Tätigkeit lediglich noch eine Einschränkung von 20
%
und in einer angepassten Tätigkeit sei der Beschwer
deführer seither aus medizinischer Sicht als voll arbeitsfähig erachtet worden (S.
3).
2.2
Der Beschwerdeführer stellte sich demgegenüber auf den Standpunkt (
Urk.
1), die angefochtene Verfügung sei ungenügend begründet (S. 4 f.
Ziff.
1), das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Gutachten weise - einzeln genannte - Män
gel auf (S. 5 ff.
Ziff.
2), seine Arbeitsfähigkeit sei bis heute nicht
rechtsgenüg
lich
abgeklärt worden (S. 10
Ziff.
3)
und
der Abklärungsbericht für Selbständi
gerwerbende leide an Mängeln (S. 10 ff.
Ziff.
4). Entgegen den Annahmen im Abklärungsbericht wäre er
im Gesundheitsfall wie vor dem Unfall in seiner Ein
zelfirma als
Bauspengler
/Sanitär tätig (S. 13
Ziff.
5); die von ihm ermittelten Erwerbsausfälle ergäben - seit 2006 - einen Invaliditätsgrad von mindestens 50
%
(S. 13 f.).
2.3
Strittig ist, nebst der behaupteten Gehörsverletzung,
die Befristung der zuge
spro
chenen Rente per Ende Juli 2006
.
2.4
Die
angeblich unzureichende Begründung der angefochtenen Verfügung
betref
fend ist massgebend, dass
die Begründung eines Entscheides so abgefasst sein
muss
, dass die betrof
fene Person ihn gegebenenfalls anfechten kann. Dies ist dann möglich, wenn sowohl sie als auch die Rechtsmittelinstanz sich über die Tragweite des Entscheids ein Bild machen können. In diesem Sinne müssen we
nigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen sich der Versiche
rungsträger leiten liess und auf welche sich der Entscheid stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sich die Verwal
tung ausdrücklich mit jeder
tatbe
ständlichen
Behauptung und jedem rechtlichen Ein
wand auseinander setzen muss; viel
mehr kann sie sich auf die für den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschrän
ken (BGE 126 V 75 E. 5b/
dd
mit Hinweis, 118 V 56 E.
5b).
Dass die angefochtene Verfügung dem genannten Mindeststandard nicht ent
spräche, ist nicht ersichtlich.
Die Rüge der Gehörsverletzung erweist sich als nicht stichhaltig.
3.
3.1
Am 3
1.
März 2011 erstattete
Dr.
med.
Y.___
, Leitender Arzt, Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation, Stadtspital
Z.___
, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (
Urk.
6/98).
3.2
Bei den Befunden führte der Gutachter unter anderem aus, die klinische Beobach
tung, Untersuchung und spezielle Testung ergebe weitgehend günstige Befunde bei
einem
61-jährigen Versicherten. Die
Halswirbelsäulenbeweglichkeit sei
habitusentsprechend
bei der Besprechung in den üblichen Bewegungsgraden frei, und mit den Armen könne der Versicherte ausfahrende Bewegungen machen, insbesondere einmal zum Vorzeigen eine Bewegung mit dem rechten
Arm in horizontaler (90° abduzierter) Stellung deutlich hinter die Körperebene. Die Bewegungsprüfung bei der aktiven Untersuchung sei praktisch uneinge
schränkt. Die neurologischen Befunde seien symmetrisch normal (S. 29). Die Armumfänge an den Ober- und Vorderarmen ergäben ein kleines Plus auf der rechten Seite im Sinne einer grösseren Muskelmasse rechts gegenüber links, und zudem lasse sich eine stärkere
Beschwielung
der rechten Hand gegenüber links feststellen, so dass davon ausgegangen werden müsse, dass der rechte Arm in letzter Zeit ordentlich eingesetzt worden sei (S. 29 f.). Bei der Kraftprüfung ergebe sich
allerdings
beim Faustschluss rechts nur eine marginale Kraft im Gegensatz zu ordentlicher Kraft links, was sich aufgrund der Schulterpathologie schlecht erklären lasse (S. 30 oben). Bei der Prüfung mit Hanteln könne der Versicherte rechts zehn Kilogramm bis auf 160 cm hochhalten, links sei dies ebenfalls, aber nur knapp, möglich (S. 30 Mitte).
3.3
Sodann führte der Gutachter aus, eine Evaluation der funktionellen Leistungsfä
higkeit (EFL) halte er im heutigen Zeitpunkt nicht für notwendig. Dabei sei die Motivation des Probanden ein entscheidender Faktor, und die Problematik einer rechtsseitigen Faustschlusskraft von lediglich 0.12 bar einerseits und des Hebens einer 10 kg schweren Hantel auf ein Gestell in 160
cm Höhe andererseits könne auch mit einer EFL nicht gelöst werden (S. 30).
3.4
D
er Gutachter
nannte folgende Diagnosen (S. 44 f.
Ziff.
8.1
):
-
chronische Nackenschmerzen
-
bei guter Beweglichkeit der Halswirbelsäule mit leichter
Extensions
ein
schränkung
-
bei
erosiver
Osteochondrose
C3/4, ventraler Spondylose am
7.
Hals
wirbel
körper
und
Unkovertebralarthrosen
(Röntgenbilder vom 2
8.
März 2003 und 2
2.
März 2011)
-
bei
Osteochondrose
und
Diskusprotrusion
C3/4 sowie C6/7 ohne
Ner
ven
wurzelkompression
(MR der Halswirbelsäule vom 1
8.
November 2003 und
3.
August 2007 sowie aktenkundig
4.
Oktober 2007)
-
bei Status nach Auffahrunfall vom 2
4.
März 2003
-
chronische Schulterschmerzen rechts
-
bei Status nach
arthroskopischer
Bicepstenotomie
,
Schlüssellochteno
dese
der langen
Bicepssehne
im
Sulcus
intertubercularis
, offene
Akromioklavikulargelenksresektion
und
Akromionaufrichteosteotomie
sowie
subakromiale
Bursektomie
am 1
3.
Januar 2006
-
bei Degenerationen der
Rotatorenmanschette
und der langen
Biceps
sehne
mit Verdacht auf SLAP-Läsion III (
Arthro
-MR
I
der rech
ten Schulter 2004, 2005, 2007 und 2009 sowie Sonografie der rechten Schulter vom 2
3.
September 2009)
-
Adipositas
3.5
Betreffend Arbeitsfähigkeit referierte der Gutachter die verschiedenen, von 2003 bis 2009 erfolgten Beurteilungen (S. 40 ff.) und führte sodann aus, zusammen
gefasst zeige die Aktenlage, dass im Sommer ab 1
0.
Juli 2006, nach der
Schul
teroperation
am 1
3.
Januar 2006, eine 80%ige Arbeitsfähigkeit erreicht worden sei, dass aber niemand begründet habe, warum diese Arbeitsfähigkeit wieder auf 50
%
zurückgegangen sei beziehungsweise nach der Metallentfernung am 1
0.
Oktober 2006 mit 50
%
nicht mehr auf 80
%
habe gesteigert werden kön
nen, wie dies eigentlich vorgesehen gewesen sei (S. 42 Mitte). Die später kon
sultierten Spezialisten hätten weitere Behandlungen oder Operationen mit der Begründung abgelehnt, der Patient zeige in der
Arthro
-MRI-Untersuchung einen recht unauffälligen Befund, aber ohne zur Arbeitsfähigkeit Stellung zu nehmen. Der frühere (unterdessen pensionierte) Hausarzt des Versicherten sei zwar zu einer Untersuchung, nicht aber zu einer Stellungnahme zur Arbeitsfä
higkeit bereit gewesen (S. 42). Somit bleibe einzig die Einschätzung der aktuel
len Hausärztin im Sinn einer 50%igen Arbeitsunfähigkeit, während sich dafür bei den Spezialärzten und Gutachtern kein Rückhalt finde (S. 42 unten).
Sodann führte der Gutachter aus, seine Belastungstests hätten keine genügen
den Befunde ergeben, welche eine übliche Tätigkeit in vollem Ausmass verun
möglichten (S. 43 oben). Seiner Einschätzung gemäss könnte die körperliche Schwerarbeit eines Spenglers/Installateurs nicht mit einer durchgehenden tägli
chen, 8 Stunden andauernden Vollbelastung ausgeführt werden, doch müsste eine genaue Stellenbeschreibung ergeben, wie häufig eine volle Kraft und Belastung gefordert sei, habe der Versicherte doch ein gemischtes Pensum mit auch administrativer Arbeit und freier Zeiteinteilung, welche auch Pausen zulasse (S. 43).
Für eine angepasste Tätigkeit erachte er keine Einschränkung und es bestehe dafür eine 100%ige Arbeitsfähigkeit (S. 43 Mitte).
Zusammengefasst führte er aus, für die bisherige Tätigkeit als Speng
ler/Installa
teur schliesse er sich dem Gutachten von 2008 an und erachte eine Tätigkeit im Bereich von 50-100
%
als möglich. Für die Tätigkeit als
Verwal
tungs
ratspräsident
einer AG oder das Führen eines Geschäfts mit Organisation,
Arbeits
einsatzplanung
, Anleiten der Angestellten, Offerten, Besprechungen und Dokumentationen bestehe keine Einschränkung (S. 45
Ziff.
2).
Für eine ange
passte Tätigkeit bestehe keine Einschränkung (S. 46
Ziff.
3).
Betreffend berufliche Massnahmen führte der Gutachter aus, der Versicherte sei hinsichtlich seiner AG voll einsatzfähig und könne auch gewisse Spengler-/In
stallateur-/Sanitära
rbeiten durchführen. Somit ergebe sich keine Notwen
digkeit einer beruflichen Massnahme (S. 47
Ziff.
6).
4.
4.1
Im Auftrag der damaligen Rechtsvertretung des Beschwerdeführers erstellte die
A.___
AG am 2
0.
November 2006 eine Erwerbsausfall-Berechnung (
Urk.
13/1). Daraus ergibt sich, dass bis Ende Dezember 2002 in der Einzelfirma des Beschwerdeführers drei Mitarbeiter (im Jahr 2002 anstelle eines Mitarbeiters ein
Unterakkordant
mit 2‘071 fakturierten Stunden) tätig waren, und dass
am 3
1.
Januar 2003 die
B.___
AG, geführt vom Beschwerdeführer und seinen beiden Söhnen, gegründet wurde, während
der Beschwerdeführer seine Einzelfirma als Einmann-Betrieb weiterführte (S. 1). Sämtliche Mitarbeiter seien in die neu gegründete AG integriert worden, der Beschwerdeführer sei als einzi
ger in der Einzelfirma verblieben und habe ab
1.
Januar 2003 seine aufgewen
deten Stunden an Dritte und an die AG verrechnet (S. 2 Mitte).
4.2
Am
7.
März 2013 wurde der Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
erstat
tet (
Urk.
6/107), dies gestützt auf die am 1
1.
Juni 2012 erfolgte Erhebung (S. 1 Mitte). Zusammenfassend wurde darin auf die Anfang 2003 erfolgte AG-Gründung
Bezug genommen
und die Annahme getroffen, der Beschwerdeführer hätte auch bei guter Gesundheit sein Tätigkeitsfeld auf weniger körperliche Aktivität verlegt und wäre hauptsächlich im planerischen und administrativen Bereich tätig geworden. Ein Umstieg auf überwiegend körperlich leichte Arbei
ten wäre ihm, insbesondere da diese Möglichkeit konkret bestehe, auch unter dem Aspekt der Mitwirkungs- (
wohl:
Schadenminderungs-) Pflicht zumutbar (S.
7 Mitte).
Diesen Überlegungen folgend könne keine Einschränkung im
Erwerbs
bereich
erhoben werden
(S. 7 unten).
5.
5.1
Dem Beschwerdeführer ist darin zuzustimmen, dass mit dem 2011 erstatteten Gutachten (vorstehend E. 3) nicht alle der relativ detaillierten Vorgaben im Rückweisungsurteil von 2010 umgesetzt wurden (
Urk.
1 S. 8
Ziff.
2.1.4).
Hinsichtlich der nicht durchgeführten EFL (
Urk.
1 S. 6 f.
Ziff.
2.1.2) kann ihm allerdings nicht gefolgt werden. Rechtsprechung
sgemäss ist es zulässig oder sogar richtig, von einer EFL
abzusehen,
wenn Hinweise auf eine
Selbstlimi
tierung
und nicht uneingeschränkte Leistungsbereitschaft bestehen (vgl. etwa
d
ie Urteile des Bundesgerichts
9C_150/2013 vom 1
7.
September 2013 E. 3.3,
9C_840/2009 vom
2.
Dezember 2009 E. 5.1, 8C_882/2011 vom 1
5.
April 2011 E. 5.3). Mit eben dieser Begründung hat der Gutachter auf eine EFL verzichtet, indem er - in sehr zurückhaltender Formulierung - auf die Diskrepanz zwischen
einer als minim zu messenden
Faustschlusskraft und dem erfolgreichen Hantie
ren einer 10 kg schweren Hantel hingewiesen hat (vorstehend E. 3.3).
Hinsichtlich der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit ist der Gutachter kaum über die im Rückweisungsurteil als unbefriedigend taxierte Umschreibung im Gutachten von 2008 hinaus gelangt; hier hat der Beschwerdeführer Recht.
Hingegen ist dem Gutachten sehr wohl eine Einschätzung der Arbeitsfähigkeit in leidensangepasster Tätigkeit zu entnehmen: Für angepasste Tätigkeiten attes
tierte der Gutachter eine volle Arbeitsfähigkeit
, wobei sich aus den Ausführun
gen zur angestammten Tätigkeit ohne weiteres ergibt, dass Tätigkeiten
leidens
angepasst
sind, die einen - quantitativ nicht näher bestimmten - geringeren Anteil der körperlich schweren handwerklichen Betätigung aufweisen
(vorste
hend E.
3.5).
5.2
Ferner steht fest, dass - seit August 2006 (vorstehend E. 3.5) - ein stabiler Gesund
heitszustand besteht, was laut Abklärungsbericht auch der
Selbstwahr
nehmung
des Beschwerdeführers entspricht (
Urk.
6/107 S.
2 oben
).
Somit ist der Sachverhalt in gesundheitlicher Hinsicht dahingehend erststellt, dass seit August 2006 eine volle Arbeitsfähigkeit in leidensangepassten Tätigkeiten besteht.
Es
ist
mithin
punkto Vorgehen (nicht zwingend punkto Ergebnis) dem Beschwer
deführer zu folgen, von erneuten Abklärungen abzusehen und auf
grund der Akten zu entscheiden
(vgl.
Urk.
1 S. 10
Ziff.
3).
5.3
Im Abklärungsbericht für
Selbständigerwerbende
wurde der Schluss gezogen, es liege keine anspruchsrelevante Erwerbseinbusse vor (vorstehend E. 4.2). Dem hat
d
er Beschwerdeführer widersprochen, einerseits mit Einwänden gegenüber dem Abklärungsbericht (
Urk.
1 S. 10 ff.
Ziff.
4), andererseits mit Hinweis auf die in der haftpflichtrechtlichen Auseinandersetzung verwendeten Analysen des entgangenen Gewinns (
Urk.
1 S. 11 f.
Ziff.
4.3).
Auf d
ie genannten Erwerbsausfall-Berechnung
en
(
Urk.
13/1-
4
) ist nicht weiter einzugehen; sie
entsprechen
offensichtlich nicht der Logik der
sozialversiche
rungsrechtlichen
Invaliditätsbemessung, wie sie in
Art.
16 ATSG festgelegt ist (vorstehend E. 1.2). Der Haftpflichtversicherer mag ihnen gefolgt sein; vorlie
gend kann hingegen darauf nicht abgestellt werden.
5.4
Angesichts der gegenüber den Schlussfolgerungen im Abklärungsbericht erhobe
nen Einwände ist es angezeigt, in einer Gesamtschau aller verfügbaren Informationen die Frage zu prüfen, ob der Beschwerdeführer
seit Eintritt des
Gesundheitsschadens
nachweislich aus gesundheitlichen Gründen in seiner Erwerbsfähigkeit beeinträchtigt ist.
Diesem Zweck dienen die Angaben im
IK-Auszug
bis
200
2
(
Urk.
6/
5
)
und von
2004
bis
2013 (
Urk.
11)
, wobei SE für
selbständigerwerbend
steht, und die in den Jahresrechnungen der Einzelfirma verbuchten Erlöse aus Arbeiten (alle Beträge gerundet und in Franken):
Jahr
IK-Auszug
Arbeitserlös Einzelfirma
Urk.
1998
129‘300
SE
1999
129‘300
SE
2000
141‘900
SE
2001
272‘400
SE
2002
359‘700
2003
71‘106
147‘939
13/1
2004
137‘800
SE
194‘483
2005
231‘600
SE
292‘328
13/2
2006
141‘500
SE
202‘834
13/3
2007
97‘000
SE
184‘370
2008
267‘300
SE
126‘252
25‘544
B.___
AG
2009
66‘300
SE
137‘627
13/3
12‘773
B.___
AG
2010
61‘100
SE
93‘764
13/4
12‘773
B.___
AG
2011
47‘200
SE
130‘876
17/3
12‘800
B.___
AG
2012
54‘985
13/4
12‘800
B.___
AG
2013
12’800
B.___
AG
Die in der Zusammenstellung genannten Beträge werden nachfolgend
im Inte
resse der Lesbarkeit
auf
jeweils tausend Franken gerundet angeführt.
Laut IK-Auszug
belief sich
das Einkommen des Beschwerdeführers in den Jahren 1998 und 1999
auf
129
‘000
, im Jahr 2000
auf
142
‘000
und im Jahr 2001
auf
272
‘000
; die Spitze lag sodann mit 360
‘000
im Jahr 200
2.
Sodann betrug es
71‘000
im Unfalljahr (2013),
2004
(
im Jahr nach dem Unfall
)
138
‘000
, so
wie
232
‘000
im Jahr 2005, 142
‘000
im Jahr 2006, 97
‘000
im Jahr 2007
, 267
‘000
im Jahr 2008 und 66
‘000
im Jahr 2009.
Der Arbeitserlös der Einzelfirma stieg von 148
‘000
im Jahr 2003
auf
194
‘000
im Jahr 2004
und weiter
auf 292
‘000
im Jahr 2005; sodann betrug er 202
‘000
im Jahr 2006, 184
‘000
im Jahr 2007, 126
‘000
im Jahr 2008 und 138
‘000
im Jahr 2009.
5.5
Die genannten Daten zeigen, dass der Beschwerdeführer - nach Eintritt des Gesundheitsschadens
-
2004 und 2006 (mit 138
‘000
und 142
‘000
) Einkommen in der gleichen Grössenordnung wie in den Jahren 1998 bis 2000 (129
‘000
, 129
‘000
und
142
‘000
)
erzielt
e; im Jahr dazwischen (2005) lag das Einkommen mit 232
‘000
sogar deutlich darüber, 2007 lag es deutlich darunter, im Jahr 2008 jedoch erreichte es mit 267
‘000
annähernd den Wert des insgesamt zweitbesten Jahres (2001 mit 272
‘000
) und war rund doppelt so hoch wie in den Jahren 1998 bis 200
0.
Eine Erklärung für das ausserordentlich hohe Einkommen im Jahr 2002 (360‘000) könnte in der Angabe des Beschwerdeführers gesehen wer
den, er habe
vor dem Unfall rund 60 Stunden pro Woche gearbeitet (
Urk.
6/107 S. 4 Mitte).
Bemerkenswert sind auch die mit der Einzelfirma erzielten Arbeitserlöse, die sich vom Unfalljahr (2003) bis 2005 praktisch verdoppelten und sodann bis 2007 über dem 2003 erzielten Wert verblieben. 2008 lagen sie etwas darunter und 2009 wieder auf der Ausgangshöhe.
5.6
Die erheblichen Schwankungen
(
wie auch - nicht näher abzuklärende - Unter
schiede zwischen dem Arbeitserlös gemäss Erfolgsrechnung und de
m IK-Eintrag des betreffenden Jahres) verbieten es selbstredend, die genannten Zahlen für eine eigentliche Invaliditätsbemessung zu verwenden.
Eine solche ist auch nicht erforderlich, denn die nach dem Unfall erzielten Ein
kommen belegen, dass dem Gesundheitsschaden des Beschwerdeführers mit überwiegender Wahrscheinlichkeit keine korrespondierende Erwerbseinbusse zugeordnet werden kann. Vielmehr ist deutlich, dass er in den Jahren nach Ein
tritt des Gesundheitsschadens steigende Arbeitserlöse verbuchen konnte und Einkommen erzielte, die in der Grössenordnung derjenigen der Jahre vor Eintritt des Gesundheitsschadens (mit Ausnahme des Spitzenjahrs 2002) oder darüber
lagen
.
Offensichtlich ist es dem Beschwerdeführer gelungen,
gesundheitlichen Beein
trächtigungen in erwerblicher Hinsicht so zu begegnen, dass ihm daraus keine kausal zuzurechnende Einbusse entstanden ist.
5.7
Damit erweist sich die im Abklärungsbericht - aus anderen Gründen - gezogene Schlussfolgerung, es liege keine gesundheitsbedingte Erwerbseinbusse vor (vor
stehend E. 4.2)
,
als zutreffend.
Darauf hat die Beschwerdegegnerin abgestellt, so dass sich ihre den Rentenan
spruch betreffenden Feststellungen als richtig erweisen.
Dementsprechend ist die angefochtene Verfügung zu bestätigen, was zur Abwei
sung der dagegen erhobenen Beschwerde führt.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss
Art.
69
Abs.
1
bis
IVG sind ermessensweise auf
Fr.
800.-- festzusetzen und ausgangsgemäss de
m
Beschwerdeführer aufzuerle
gen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von
Fr.
800
.-- werden
dem Beschwerdeführer
auferlegt.
Rechnung und Einzahlungsschein werden
dem
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechtskraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt
Dr.
iur
. Konrad
Bünzli
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweis
mit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDie Gerichtsschreiberin
MosimannTiefenbacher