# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 764093a7-9e9e-59b5-ba3f-597969510c23
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-12-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.12.2022 SB210585
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB210585_2022-12-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB210585-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. S. Volken, Präsident, lic. iur. C. Maira und 

Oberrichterin lic. iur. S. Fuchs sowie die Gerichtsschreiberin 

MLaw A. Simic 

Urteil vom 13. Dezember 2022 

 

in Sachen 

 

A._____,  
Beschuldigter und Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Staatsanwältin lic. iur. S. Schuler,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 

sowie 

 

B._____, 
Privatklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

unentgeltlich vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

 

betreffend mehrfache Schändung etc.  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 8. Abteilung,  

-  2  - 

vom 16. Juli 2021 (DG200184)  
 

 

-  3  - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 24. September 2020 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. D1/64). 

Urteil und Beschluss der Vorinstanz vom 16. Juli 2021:  
(Urk. 222 S. 288 ff.)  

"Es wird beschlossen: 

1. Der anlässlich der Hauptverhandlung vom 5. Juli 2021 gestellte Beweisantrag der 

Verteidigung auf erneute Einvernahme der Privatklägerinnen wird abgewiesen.  

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv mit nachfolgendem 

Erkenntnis. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− der mehrfachen Schändung im Sinne von Art. 191 StGB 

− der versuchten Schändung im Sinne von Art. 191 StGB in Verbindung mit 

Art. 22 Abs. 1 StGB 

− der mehrfachen Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 

Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB. 

2. Vom Vorwurf der versuchten Schändung, eventualiter der sexuellen Nötigung, der 

Freiheitsberaubung und Entführung sowie der sexuellen Belästigung zum Nachteil 

der Privatklägerin C._____ (D5) wird der Beschuldigte freigesprochen. 

3. Vom Vorwurf der versuchten Schändung, eventualiter der sexuellen Nötigung sowie 

der Freiheitsberaubung und Entführung zum Nachteil der Privatklägerin D._____ 

(D8) wird der Beschuldigte freigesprochen. 

4. Der Beschuldigte wird bestraft mit 12 Jahren Freiheitsstrafe, wovon bis und mit 

heute 1022 Tage durch Haft erstanden sind. 

-  4  - 

5. Die nachfolgenden mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 24. September 2020 

beschlagnahmten Gegenstände werden dem Beschuldigten nach Eintritt der 

Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen ausgehändigt: 

- A011'886'763 Lock Pick Pistole, zum Öffnen von Türschlössern 

- A011'886'774 blaue Blechkiste mit diversem Inhalt 

- A011'886'785 Schlüsselbund mit vier Schlüssel und drei Anhängern 

- A011'886'796 8 Kondome, originalverpackt 

- A011'886'809 2 Stk. Large Delay Spray 

- A011'886'843 Medikamentblister, voll, Tranquine 2 

- A011'886'865 Laptop, Marke HP, inkl. Ladekabel 

- A011'886'876 Digitalkamera, Marke Sony 

- A011'886'887 USB-Stick, weiss 

- A011'886'898 USB-Stick, Marke Survivor 

- A011'886'901 Fotokamera, Marke Nikon 

- A011'886'912 iPAD, inkl. Hülle, Marke Apple 

- A011'886'923 Festplatte, WD Elements, inkl. Kabel 

- A011'886'934 Festplatte, WD My Passport Ultra, ohne Kabel 

- A011'886'945 Mobiltelefon, Marke Nokia, ohne Kabel 

- A011'886'956 USB-Stick, OEKO-TEX, aus Holz 

- A011'886'967 USB-Stick, Cruzer, Micro 2 GB 

- A011'886'978 Stk. Large Delay Spray 

- A011'886'989 Blechdose «Sarotti», beinhaltend div. elektronisches Zubehör 
sowie USB 2.0 CardReader 9in1 

- A011'886'990 USB-Stick, Sony, 16 GB 

- A011'887'006 USB-Stick, weiss, HfH 

- A011'887'017 USB-Stick, Traxdata o.ä. 

- A011'887'028 USB-Stick, rot/chrom 

- A011'887'039 USB-Stick, blau, Model: BB1016 

- A011'887'040 USB-Stick, schwarz, kurz mit rundem Griffstück 

- A011'887'051 Speicherkarte, SanDisk, Lock Mini SD Adapter 

-  5  - 

- A011'887'062 Speicherkarte, SanDisk, Lock Mini SD, 2.0 GB 

- A011'887'073 Speicherkarte, MultiMediaCar, 64 MB, 0631192 

- A011'887'084 Speicherkarte, FujiFilm, 128 MB 

- A011'887'095 Speicherkarte, Olympus, 32 MB 

- A011'887'108 Speicherkarte, Olympus, M2 GB 

Beantragt der Beschuldigte nicht innert einer Frist von 3 Monaten ab Rechtskraft 

dieses Urteils die Herausgabe der genannten Gegenstände, so wird Verzicht ange-

nommen und die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

6. Die folgenden am 29. September 2018 sichergestellten Gegenstände werden dem 

Beschuldigten nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen 

herausgegeben, soweit dies nicht bereits geschehen ist: 

- A011'887'948 Potenzmittel  

- A011'887'960 Papiertaschentücher  

- A011'887'982 Zigarettenpackung  

- A011'888'576 Sprühdose 

Beantragt der Beschuldigte nicht innert 3 Monaten seit Rechtskraft dieses Urteils 

die Herausgabe der genannten Gegenstände, so wird Verzicht angenommen und 

die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.  

7. Die sichergestellten Spuren und Spurenträger gemäss den Berichten des Forensi-

schen Instituts Zürich vom 30. Mai 2018, 7. Juni 2018, 27. Juni 2018 und 3. Juli 

2018, 8. August 2018, 30. August 2018, 1. Oktober 2018, 7. Oktober 2018 und 

16. Oktober 2018 [Referenz-Nr. K180520-025] werden nach Eintritt der Rechtskraft 

durch die Lagerbehörde vernichtet. Vorbehalten bleiben die in Ziff. 6 aufgeführten 

Gegenstände.  

8. Die sichergestellten Spuren und Spurenträger gemäss den Berichten des Forensi-

schen Instituts Zürich vom 12. Mai 2014, 11. Juni 2014 und 5. Oktober 2018 [Refe-

renz-Nr. K140421-021] werden nach Eintritt der Rechtskraft durch die Lagerbehör-

de vernichtet.  

9. Die sichergestellten Spuren und Spurenträger gemäss den Berichten des Forensi-

schen Instituts Zürich vom 12. Oktober 2015, 19. Oktober 2015, 23. Oktober 2015 

-  6  - 

und 5. Oktober 2018 [Referenz-Nr. K150917-026] werden nach Eintritt der Rechts-

kraft durch die Lagerbehörde vernichtet. Vorbehalten bleiben die in Ziff. 15 und 

Ziff. 16 aufgeführten Gegenstände. 

10. Die sichergestellten Spuren und Spurenträger gemäss dem Bericht des Forensi-

schen Instituts Zürich vom 3. Februar 2017 [Referenz-Nr. K170126-053] werden 

nach Eintritt der Rechtskraft durch die Lagerbehörde vernichtet.  

11. Die sichergestellten Spuren und Spurenträger gemäss den Berichten des Forensi-

schen Instituts Zürich vom 18. Februar 2016 und 23. Februar 2016 [Referenz-Nr. 

K160216-082] werden nach Eintritt der Rechtskraft durch die Lagerbehörde ver-

nichtet. 

12. Die sichergestellten Spuren und Spurenträger gemäss den Berichten des Forensi-

schen Instituts Zürich vom 29. Oktober 2013 und 5. Oktober 2018 [Referenz-Nr. 

K131007-008] werden nach Eintritt der Rechtskraft durch die Lagerbehörde ver-

nichtet. Vorbehalten bleiben die in Ziff. 17 aufgeführten Gegenstände. 

13. Die sichergestellten Spuren und Spurenträger gemäss den Berichten des Forensi-

schen Instituts Zürich vom 3. April 2013, 13. November 2018 und 1. Dezember 

2018 [Referenz-Nr. K130329-035] werden nach Eintritt der Rechtskraft durch die 

Lagerbehörde vernichtet. 

14. Die sichergestellten Spuren und Spurenträger gemäss den Berichten des Forensi-

schen Instituts Zürich vom 28. Mai 2014, 25. August 2014, 12. Dezember 2014 und 

10. Oktober 2019 [Referenz-Nr. K140511-017] werden nach Eintritt der Rechtskraft 

durch die Lagerbehörde vernichtet. Vorbehalten bleiben die in Ziff. 18 aufgeführten 

Gegenstände. 

15. Die folgenden am 6. Mai 2013 sichergestellten Kleidungsstücke werden der Privat-

klägerin E._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlangen 

herausgegeben, soweit dies nicht bereits geschehen ist: 

- A008'562'569 Damenhose 

- A008'650'360 Damenjacke 

- A008'650'417 Shirt 

- A008'650'428 Damenunterwäsche 

-  7  - 

- A008'650'462 Damenunterwäsche 

- A008'650'473 Damenunterwäsche 

Beantragt die Privatklägerin E._____ nicht innert 3 Monaten seit Rechtskraft dieses 

Urteils die Herausgabe der genannten Kleidungsstücke, so wird Verzicht 

angenommen und die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.  

16. Die folgenden am 12. April 2015 sichergestellten Kleidungsstücke werden der Pri-

vatklägerin F._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes 

Verlangen herausgegeben, soweit dies nicht bereits geschehen ist: 

- A008'562'558 Damenhose 

- A008'650'291 Shirt 

- A008'650'315 Damenunterwäsche 

- A008'650'337 Damenunterwäsche 

Beantragt die Privatklägerin F._____ nicht innert 3 Monaten seit Rechtskraft dieses 

Urteils die Herausgabe der genannten Kleidungsstücke, so wird Verzicht ange-

nommen und die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.  

17. Die folgenden am 6. Oktober 2013 sichergestellten Kleidungsstücke werden der 

Privatklägerin G._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Ver-

langen herausgegeben, soweit dies nicht bereits geschehen ist: 

- A006'345'273 String-Tanga 

- A006'345'295 Pullover 

- A006'345'604 BH 

- A006'345'648 Trägershirt 

- A006'345'682 Damenjeans 

Beantragt die Privatklägerin G._____ nicht innert 3 Monaten seit Rechtskraft dieses 

Urteils die Herausgabe der genannten Kleidungsstücke, so wird Verzicht ange-

nommen und die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.  

18. Die folgenden am 11. Mai 2014 sichergestellten Kleidungsstücke werden der Pri-

vatklägerin B._____ nach Eintritt der Rechtskraft dieses Urteils auf erstes Verlan-

gen herausgegeben, soweit dies nicht bereits geschehen ist: 

-  8  - 

- A007'128'496 Jeanshose 

- A007'179'422 Corsagenshirt 

- A007'128'418 String-Tanga 

- A007'128'430 BH 

Beantragt die Privatklägerin B._____ nicht innert 3 Monaten seit Rechtskraft dieses 

Urteils die Herausgabe der genannten Kleidungsstücke, so wird Verzicht 

angenommen und die Gegenstände der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.  

19. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin H._____ AG Schadenersatz 

von Fr. 737.55 zuzüglich 5 % Zins ab 8. August 2019 zu bezahlen. 

20. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin I._____ Schadenersatz von 

Fr. 935.90 zuzüglich 5 % Zins ab 20. April 2014 zu bezahlen. 

21. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin E._____ Schadenersatz von 

Fr. 381.05 zuzüglich 5 % Zins ab 15. April 2014 sowie Fr. 40.– zuzüglich 5 % Zins 

ab 20. Juni 2019 zu bezahlen. 

22. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin F._____ Schadenersatz von 

Fr. 40.– zuzüglich 5 % Zins ab 20. Juni 2019 zu bezahlen. 

23. Das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin D._____ wird abgewiesen. 

24. Auf das Schadenersatzbegehren der Privatklägerin B._____ wird nicht eingetreten.  

25. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin J._____ Fr. 5'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 20. Mai 2018 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

26. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin I._____ Fr. 12'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 20. April 2014 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird das 

Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

27. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin E._____ Fr. 10'000.– zuzüg-

lich 5 % Zins ab 12. April 2015 als Genugtuung zu bezahlen.  

28. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin F._____ Fr. 3'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 12. April 2015 als Genugtuung zu bezahlen.  

-  9  - 

29. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin K._____ Fr. 7'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 12. Februar 2016 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

30. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin G._____ Fr. 12'000.– zuzüg-

lich 5 % Zins ab 6. Oktober 2013 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird 

das Genugtuungsbegehren abgewiesen. 

31. Das Genugtuungsbegehren der Privatklägerin D._____ wird abgewiesen. 

32. Der Beschuldigte wird verpflichtet, der Privatklägerin B._____ Fr. 6'000.– zuzüglich 

5 % Zins ab 11. Mai 2014 als Genugtuung zu bezahlen. Im Mehrbetrag wird auf das 

Genugtuungsbegehren nicht eingetreten. 

33. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 12'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 9'000.00   Gebühr für das Vorverfahren; 

Fr. 17'937.80   Auslagen (Gutachten); 

Fr. 6'990.60   Auslagen; 

Fr. 8'535.00   Telefonkontrolle; 

Fr. 3'349.50   Auslagen Polizei; 

Fr. 194.20   Entschädigung Zeuge; 

Fr. 142.50   Entschädigung Dolm.; 

Fr. 71'925.10   amtliche Verteidigung (inkl. Vorschüsse). 

34. Die Kosten der Untersuchung im Umfang von Fr. 27'324.– werden definitiv auf die 

Staatskasse genommen. Die übrigen Kosten der Untersuchung sowie die Kosten 

des gerichtlichen Verfahrens, ausgenommen diejenigen der amtlichen Verteidigung 

und der unentgeltlichen Vertretung der Privatklägerinnen J._____, I._____, 

E._____, F._____, K._____, G._____ und B._____, werden dem Beschuldigten zu 

7/9 auferlegt und zu 2/9 definitiv auf die Staatskasse genommen. 

-  10  - 

35. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Gerichtskasse genommen; 

vorbehalten bleibt eine Nachforderung gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO im Umfang 

von 7/9.  

36. Die Kosten der unentgeltlichen Vertretungen der Privatklägerinnen werden definitiv 

auf die Staatskasse genommen. Über die Höhe der Kosten der unentgeltlichen 

Rechtsvertretungen wird je mit separatem Beschluss entschieden. 

37. Der Antrag der Privatklägerin H._____ AG auf Entschädigung wird abgewiesen.  

38. (Mitteilungen) 

39. (Rechtsmittel)" 

Nachtrags-Urteil der Vorinstanz vom 12. November 2021:  
(Urk. 223 S. 4 f.) 

"1. Folgende Kosten werden definitiv auf die Gerichtskasse genommen: 

Fr. 5'468.50   IRM betr. Privatklägerin J._____ 

Fr. 2'653.75   Vertretung Privatklägerin I._____ (RAin Y1._____) 

Fr. 3'944.05   amtliche Verteidigung durch RA X1._____ 

Fr. 1'200.--   UB190001 

Fr. 1'500.--   UB200015 

Fr. 1'200.--   UB200074 

Fr. 1'000.--   UB200126 

Fr. 1'200.--   UB200190 

2. Für diesen Entscheid werden keine Kosten erhoben. 

3. (Mitteilung) 

4. (Rechtsmittel)" 

 

 

 

-  11  - 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 22 f.) 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten (Urk. 347 S. 2): 

"1. Es sei festzustellen, dass sich die Berufung nicht auf die Dispositiv-Ziff. 

2, 3, 5 - 18, 23, 31, 36 und 37 des Urteils des Bezirksgerichts Zürich 

vom 16. Juli 2021 erstreckt und diese in Rechtskraft erwachsen sind. 

 2. A._____ sei der mehrfachen Schändung im Sinne von Art. 191 

StGB sowie der mehrfachen Freiheitsberaubung und Entführung im 

Sinne von Art. 183 Ziff. 1 und 2 StGB (Dossiers 1, 2, 3, 4, 6 und 7) für 

nicht schuldig zu befinden und von diesen Vorwürfen freizusprechen. 

 3. Die Zivilansprüche der Privatklägerinnen seien auf den Zivilweg 

zu verweisen.  

 4. Die Kosten des Verfahrens, inklusive jene der amtlichen Verteidi-

gung, seien definitiv auf die Staatskasse zu nehmen. 

 5. A._____ sei für den erstandenen Freiheitsentzug seit 

29. September 2018 eine Genugtuung von CHF 200.00 pro Tag, zu-

züglich Zins von 5 % ab mittlerem Verfall, zuzusprechen." 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

c) Des unentgeltlichen Rechtsvertreters der Privatklägerin B._____: 

 (Urk. 349 S. 3) 

 "1. Es sei das vorinstanzliche Urteil – mit Ausnahme von Dispositiv Ziffer 

24 und 37 – zu bestätigen; 

 2. es sei der Beschuldigte in Abänderung von Dispositiv Ziffer 24 des 

vorinstanzlichen Urteils zu verpflichten, der Privatklägerin Schadener-

satz in der Höhe von CHF 1'459.25 zuzüglich Zins von 5 % seit dem 

11. Mai 2014 zu leisten; 

-  12  - 

 3. es sei der Beschuldigte in Abänderung von Dispositiv Ziffer 32 des  

vorinstanzlichen Urteils zu verpflichten, der Privatklägerin eine Genug-

tuungssumme von CHF 15'000.- zuzüglich Zins von 5 % seit dem 

11. Mai 2014 zu bezahlen; 

 4. alles unter Kosten und Entschädigungsfolgen zuzüglich 7.7% MwSt zu 

Lasten des Beschuldigten, eventualiter des Staates." 

d) Der unentgeltlichen Rechtsvertreterin der Privatklägerin I._____ (Urk. 352 

S. 2): 

 "1. Es seien die Rechtsbegehren des Berufungsklägers vollumfänglich ab-

zuweisen. 

 2. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. MwSt. zulasten 

des Beschuldigten." 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang / Umfang der Berufung 

1. Verfahrensgang 

1.1. Zum Prozessverlauf bis zum erstinstanzlichen Urteil kann auf die Ausfüh-

rungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 222 S. 7 ff.). Was die Vertretung 

des Beschuldigten betrifft, so wurde im Berufungsverfahren mit Präsidialverfü-

gung vom 31. Januar 2022 neu, anstelle von Rechtsanwalt lic. iur. X2._____, 

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten bestellt 

(Urk. 261).  

1.2. Gegen das eingangs wiedergegebene Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 

16. Juli 2021 (Urk. 222) und das Nachtrags-Urteil vom 12. November 2021 

(Urk. 223) liess der Beschuldigte mit Eingaben vom 19. Juli 2021 bzw. 

18. November 2021 rechtzeitig Berufung anmelden (Urk. 191 und 221). Das be-

gründete Urteil vom 16. Juli 2021 wurde der amtlichen Verteidigung am 25. Okto-

ber 2021 zugestellt (Urk. 218/2). Nach versäumter Frist für die Berufungserklä-

-  13  - 

rung und prozessualen Weiterungen wurde schliesslich mit Beschluss vom 

14. März 2022 auf die Berufung des Beschuldigten gemäss verspäteter Erklärung 

vom 7. Dezember 2021 vollumfänglich eingetreten (Urk. 293). 

1.3. Nach entsprechender Fristansetzung (Urk. 233) liess die Privatklägerin 

B._____ Anschlussberufung erklären mit den eingangs wiedergegebenen 

Anträgen (Urk. 241, Urk. 349). Die Staatsanwaltschaft sowie die Privatklägerinnen 

J._____, I._____, E._____, F._____, K._____ und G._____ verzichteten auf eine 

Anschlussberufung (Urk. 246, Urk. 248, Urk. 244, Urk. 237, Urk. 239 und Urk. 

235). Der Privatklägerin D._____ konnte die entsprechende Präsidialverfügung 

nicht zugestellt werden (Urk. 234), die Privatklägerinnen H._____ AG und 

C._____ liessen sich nach erfolgter Zustellung nicht verlauten (Urk. 234).  

In prozessualer Hinsicht, insbesondere im Falle einer Befragung im Berufungsver-

fahren, beantragten nach entsprechender Fristansetzung (Urk. 233) die Privatklä-

gerinnen J._____ und K._____, dem Beschuldigten in Anwendung von Art. 152 

Abs. 2 StPO nicht gegenüber gestellt zu werden (Urk. 248). Die Privatklägerin 

I._____ stellte die Anträge, dass dem urteilenden Gericht eine Person des glei-

chen Geschlechts angehöre, sie für den Fall ihrer Befragung von einer Person 

des gleichen Geschlechts einvernommen und dem Beschuldigten nicht gegen-

übergestellt werde (Urk. 244). Die Privatklägerin G._____ beantragte, im Falle ei-

ner obergerichtlichen Befragung von einer weiblichen Person befragt zu werden 

und ebenfalls nicht mit dem Beschuldigten konfrontiert zu werden (Urk. 235). Die 

Privatklägerin B._____ stellte sodann den Antrag, es sei von einer erneuten Be-

fragung im Berufungsverfahren abzusehen, eventualiter habe dem urteilenden 

Gericht eine Person gleichen Geschlechts anzugehören und sie sei von einer 

Person gleichen Geschlechts einzuvernehmen (Urk. 241).  

1.4. Zur Berufungsverhandlung vom 12. und 13. Dezember 2022 erschienen der 

Beschuldigte (aus der Haft zugeführt) in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, 

Staatsanwältin lic. iur. Schuler in Begleitung von zwei Mitarbeitern sowie die Pri-

vatklägerinnen K._____ und E._____ persönlich bzw. deren Rechtsvertreterinnen 

Rechtsanwältin lic. iur. Y2._____ und Rechtsanwältin lic. iur. K._____ (Prot. II 

S. 22). Des Weiteren erschien Rechtsanwältin MLaw Y1._____ als unentgeltliche 

-  14  - 

Rechtsvertreterin der Privatklägerin I._____. Für die Privatklägerin B._____, wel-

che auf Ersuchen ihres Rechtsvertreters von der Teilnahme an der Berufungsver-

handlung dispensiert worden war (Urk. 331), erschien Rechtsanwalt lic. iur. 

Y._____ (Prot. II S. 22), in Begleitung des Substituten Y3._____. Die Publi-

kumsöffentlichkeit wurde ausgeschlossen und die akkreditierten Gerichtsbericht-

erstatter unter Auflagen zugelassen (Urk. 317). Vorfragen und Beweisanträge wa-

ren keine zu behandeln. Das Verfahren ist spruchreif.  

2. Umfang der Berufung 

2.1 Die damals amtliche Verteidigung meldete mit Eingabe vom 19. Juli 2021 

Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil vom 16. Juli 2021 an (Urk. 191). So-

dann teilte sie mit Schreiben vom 18. November 2021 mit, dass die angemeldete 

und erklärte Berufung auch für das Nachtrags-Urteil gelte (Urk. 221). Da jedoch 

besagte Berufungserklärung fehlte – was im Ergebnis zum Eintretensentscheid 

vom 14. März 2022 führte (Urk. 293) – beantragte der damals noch erbetene und 

nun amtliche Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, in seiner Berufungser-

klärung vom 7. Dezember 2021, das vorinstanzliche Urteil vom 16. Juli 2021 sei 

vollumfänglich aufzuheben und der Beschuldigte freizusprechen. Zum Nachtrags-

Urteil vom 12. November 2021 (Urk. 223) äusserte er sich nicht (Urk. 228). Sei-

tens des amtlichen Verteidigers lic. iur. X2._____ ging keine Berufungserklärung 

ein. Auf die Berufung betreffend das Nachtrags-Urteil vom 12. November 2021 

(Urk. 223) ist demnach nicht einzutreten (Art. 403 Abs. 1 und 3 StPO).  

2.2 Anlässlich der Berufungsverhandlung schränkte die amtliche Verteidigung 

schliesslich die Berufungsanträge auf die Dispositivziffern 1 (Schuldspruch), 4 

(Sanktion), 19 - 22 (Zivilansprüche), 25 - 30 (Zivilansprüche), 32 (Zivilanspruch) 

und 34 - 35 (Kosten- und Entschädigungsfolgen) ein (Urk. 347, Prot. II S. 24 und 

S. 26). Die Anschlussberufung der Privatklägerin B._____ richtet sich sodann ge-

gen die Dispositivziffern 24 (Schadenersatzbegehren) und 32 (Genugtuung) des 

Urteils vom 16. Juli 2021 (Urk. 241 und Urk. 349). Folglich ist das vorinstanzliche 

Urteil vom 16. Juli 2021 im übrigen Umfang (Dispositivziffern 2, 3, 5 - 18, 23, 31, 

33, 36 und 37) in Rechtskraft erwachsen, was mittels Beschluss festzustellen ist. 

Die Dispositivziffer 36 des vorinstanzlichen Urteils hält sodann fest, dass über die 

-  15  - 

Höhe der Kosten der unentgeltlichen Vertretungen der Privatklägerinnen je mit 

separatem Beschluss entschieden wird (Urk. 222 S. 296). Da Dispositivziffer 36 

durch den Beschuldigten nicht angefochten wurde und damit in Rechtskraft 

erwachsen ist – und der Beschuldigte ferner nicht beschwert wäre, da gemäss 

erwähnter Dispositivziffer die Kosten der unentgeltlichen Vertretungen definitiv auf 

die Staatskasse genommen werden – erstreckt sich die Rechtskraft von Disposi-

tivziffer 36 auch auf die zusammenhängenden (Nachtrags-)Beschlüsse (vgl. Urk. 

194-199 und Urk. 206).  

Soweit die Rechtsvertreterin der Privatklägerinnen K._____ und J._____, lic. iur. 

Y2._____, an der Berufungsverhandlung im Rahmen des rechtlichen Gehörs im 

Übrigen dafür hielt, dass auf die Berufung des Beschuldigten hinsichtlich der Zivil-

forderungen der Privatklägerinnen nicht einzutreten sei, ist ihr entgegenzuhalten, 

dass mit Beschluss vom 14. März 2022 auf die Berufung des Beschuldigten 

gemäss verspäteter Erklärung vom 7. Dezember 2021 vollumfänglich – und somit 

auch bezüglich der Berufung gegen die Zivilforderungen – eingetreten wurde 

(Urk. 293). Der Beschluss blieb, insbesondere seitens Rechtsanwältin lic. iur. 

Y2._____, unangefochten und es besteht somit kein Anlass, auf diesen Beschluss 

wieder zurückzukommen.   

3. Prozessuales 

Soweit für die tatsächliche und rechtliche Würdigung des eingeklagten Sachver-

haltes auf die Erwägungen der Vorinstanz verwiesen wird, erfolgt dies in Anwen-

dung von Art. 82 Abs. 4 StPO, auch ohne dass dies explizit Erwähnung findet. 

Schliesslich hat sich das Gericht nicht mit jedem Parteivorbringen einlässlich aus-

einanderzusetzen, sondern kann sich auf die wesentlichen Punkte beschränken. 

Die Entscheidbegründung hat dabei die wesentlichen Überlegungen, von denen 

sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid stützt, kurz zu 

nennen (vgl. BGE 146 IV 297 E. 2.2.7, mit weiteren Hinweisen). Ferner untersteht 

der vorliegende Entscheid dem Verschlechterungsverbot gemäss Art. 391 Abs. 2 

StPO. 

-  16  - 

II. Schuldpunkt 

A. Allgemeines 

Zu den allgemeinen Grundsätzen der Sachverhaltserstellung sowie den Beweis-

mitteln und deren Verwertbarkeit ist auf die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz verwiesen (Urk. 222 S. 15 ff. und S. 24 ff.). Ebenfalls ist der Vorinstanz 

vollständig beizupflichten, was ihre allgemeinen Ausführungen zur Glaubwürdig-

keit sowie ihre jeweiligen Erwägungen zur Glaubwürdigkeit der einzelnen Befrag-

ten betrifft (Urk. 222 S. 26 f., S. 67 f., S. 98 f., S. 126 f., S. 179 f., S. 206 f.). Da-

rauf braucht bei den einzelnen Dossiers nicht mehr näher eingegangen werden. 

Weiter hat sich die Vorinstanz sehr ausführlich und zutreffend mit Art. 191 StGB 

und Art. 183 StGB sowie der dazugehörigen Rechtsprechung und Lehre ausei-

nandergesetzt (Urk. 222 S. 57 ff.), worauf ebenfalls verwiesen wird.  

B. Dossier 1 / Delikte zum Nachteil der Privatklägerin J._____ 

1. Sachverhalt 

1.1. Die Anklage wirft dem Beschuldigten im Wesentlichen vor, die damals  

24-jährige, wegen Alkoholkonsum und mutmasslich GHB-Einfluss kaum mehr 

ansprechbare Privatklägerin J._____ in der Nacht vom 20. Mai 2018 bei der 

Hardbrücke in sein Fahrzeug verbracht zu haben. In der Folge sei er mit ihr – wis-

sentlich unberechtigt – an die L._____-Strasse in Zürich gefahren und habe ihr 

Mobiltelefon behändigt. Das angeblich fehlende Mobiltelefon habe er als Vorwand 

benutzt, damit die Privatklägerin J._____ bei ihm bleibe. An der L._____-Strasse 

habe er dann die Privatklägerin in Kenntnis ihres sehr schlechten psychischen 

und physischen Zustandes mehrfach gegen ihren Willen geküsst, auch mit der 

Zunge, habe ihre Hand genommen, sie an seinen Penis gelegt und sich von ihr 

(mit oder ohne sein Zutun) manuell befriedigen lassen. Auch habe er ihr eine un-

bekannte Anzahl Male an die Oberschenkelinnenseite und die Brüste gefasst. 

Gegen all diese Handlungen habe sich die Privatklägerin aufgrund ihres schlech-

ten psychischen und physischen Zustandes weder verbal noch körperlich wehren 

können. Zu einem späteren Zeitpunkt, als die Privatklägerin J._____ nicht mehr 

-  17  - 

habe richtig sitzen können, sei sie nach vorne gekippt und habe den nackten Pe-

nis des Beschuldigten an ihrer Stirn gespürt. Schliesslich sei sie aus dem Fahr-

zeug ausgestiegen, der Beschuldigte sei ihr dabei gefolgt und habe ihr gegen ih-

ren Willen die von Erbrochenem verschmutzte Hose gereinigt. Letztlich habe der 

Beschuldigte nach rund zwei Stunden die Privatklägerin J._____ mit seinem 

Fahrzeug in die Nähe ihres Wohnortes gefahren (Urk. D1/64 S. 2 ff.).  

1.2. Die Vorinstanz erachtete den Anklagevorwurf grundsätzlich gestützt auf die 

Sachdarstellung der Privatklägerin J._____, das Gutachten zu Haaranalysen 

(Urk. D1/10/8) und die DNA-Akten (Urk. D1/12/1-9) als erstellt und verurteilte den 

Beschuldigten wegen Schändung im Sinne von Art. 191 StGB sowie Freiheitsbe-

raubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB (Urk. 222 

S. 55 ff. und S. 64).  

Einzig die Vermutung der Privatklägerin J._____, den nackten Penis des Be-

schuldigten an ihrer Stirn gespürt zu haben und den Vorwurf im Zusammenhang 

mit der Reinigung ihrer verschmutzten Hose beurteilte die Vorinstanz als nicht 

nachweisbar (Urk. 222 S. 56). 

1.3. Die Verteidigung brachte im Berufungsverfahren vor, es sei unbestritten, 

dass der Beschuldigte die aus seiner Sicht betrunkene Privatklägerin J._____ am 

20. Mai 2018 in seinem Auto an die L._____-Strasse in Zürich mitgenommen ha-

be, wo sich die beiden geküsst, gegenseitig angefasst und die Privatklägerin 

J._____ den Beschuldigten mit der Hand befriedigt habe. Der Beschuldigte stelle 

zwar nicht in Abrede, dass die Privatklägerin J._____ auf ihn einen betrunkenen 

Eindruck gemacht habe. Er habe auch explizit gesagt, dass sie mehrmals erbro-

chen habe. Unzutreffend sei jedoch, dass die Privatklägerin sich in einem Zustand 

befunden haben soll, der es ihr unmöglich gemacht habe, ihren sexuellen Willen 

frei zu bilden oder zum Ausdruck zu bringen (Urk. 347 S. 4 f.).  

1.4.1. Die Vorinstanz hat die vorhandenen Beweismittel korrekt angeführt und 

sich zutreffend zur Verwertbarkeit geäussert (Urk. 222 S. 25 f.) und insbesondere 

auch die Aussagen der Privatklägerin J._____ und des Beschuldigten sehr aus-

führlich wiedergegeben (Urk. 222 S. 27 ff. und S. 42 ff.), darauf wird verwiesen. 

-  18  - 

Anlässlich der Berufungsverhandlung wurde dem Beschuldigten sodann die Aus-

wertung des Mobiltelefons der Privatklägerin J._____ vorgehalten (Urk. 346 S. 4), 

der sich kein eingehender Anruf im Tatzeitpunkt entnehmen lässt (Urk. D1/27/5). 

Darauf wird weiter unten zurückzukommen sein. 

1.4.2. Im Laufe der Untersuchung sowie vor Vorinstanz anerkannte der Beschul-

digte, die Privatklägerin J._____ zum fraglichen Zeitpunkt von der Hardbrücke in 

seinem Auto mitgenommen zu haben und mit ihr an die L._____-Strasse gefahren 

zu sein. Ebenso räumte der Beschuldigte ein, dass es dort in seinem Fahrzeug zu 

intimen Handlungen, namentlich (Zungen)küssen und gegenseitigen Berührungen 

gekommen sei und die Privatklägerin J._____ ihn manuell befriedigt habe. Es sei 

möglich, dass er sie dabei auch im Brustbereich rechts und an der Oberschenkel-

innenseite links berührt habe (Urk. D1/3/1 Fragen 50 und 51; Urk. 170 S. 7; siehe 

auch Ausführungen der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung, 

Urk. 347 S. 4). Anlässlich der Berufungsverhandlung wollte sich der Beschuldigte 

zur Sache nicht mehr äussern (Urk. 346 S. 3 f.) Der Sachverhalt ist als erstellt zu 

erachten. Die Erwägungen der Vorinstanz erfordern diesbezüglich keine Ergän-

zungen. In Bezug auf die übrigen rechtlich relevanten Sachverhaltsvorwürfe, na-

mentlich was den physischen und psychischen Zustand der Privatklägerin zum 

Zeitpunkt der sexuellen Handlungen und die Freiheitsberaubung und Entführung 

betrifft, weichen die Schilderungen des Beschuldigten von der Darstellung der 

Privatklägerin und dem anklagebildenden Sachverhalt ab. Darauf ist im Folgen-

den näher einzugehen.  

1.4.3. Die Vorinstanz hat sich zur Frage nach dem Zustand der Privatklägerin 

J._____ einlässlich und sorgfältig mit ihren Aussagen und denjenigen des Be-

schuldigten sowie dem Gutachten zu Haaranalysen (Urk. D1/10/8) und den DNA-

Akten (Urk. D1/12/1-9) auseinandergesetzt (Urk. 222 S. 27 - 55). Sie kam nach 

einer überzeugenden Würdigung zum Schluss, es sei erstellt, dass sich die Pri-

vatklägerin in einem Zustand befunden habe, in welchem sie nicht mehr in der 

Lage gewesen sei, sich in Bezug auf die sexuellen Handlungen einen Willen zu 

bilden bzw. sich adäquat gegen die vorgenommenen sexuellen Handlungen zu 

wehren. Dies habe der Beschuldigte aufgrund des desolaten Allgemeinzustandes 

-  19  - 

erkennen müssen (Urk. 222 S. 55 f.). Dem Fazit der Vorinstanz ist vollumfänglich 

beizupflichten. Die nachfolgenden Ausführungen verstehen sich als Ergänzung.  

1.4.4. Insgesamt wurde die Privatklägerin J._____ drei Mal einvernommen, am 

20. Mai 2018 (Urk. D1/2/1) sowie am 21. August 2018 (Urk. D1/2/2) polizeilich 

und am 4. April 2019 durch die Staatsanwaltschaft (Urk. D1/5/1). Dabei ist mit der 

Vorinstanz festzuhalten, dass sich ihre Aussagen als glaubhaft und damit verläss-

lich erweisen. Sie zeigen sich konsistent, authentisch, lebendig und detailreich. Es 

sind keine Übertreibungen oder übermässigen Belastungen erkennbar und insbe-

sondere durch die lebendige und detailreiche Erzählweise auch keine Hinweise, 

dass sich die Privatklägerin J._____ eine unwahre oder dramatisierende Ge-

schichte zurechtgelegt hat. Im Gegenteil, was die sexuellen Handlungen betrifft, 

gab sie konstant an, nicht zu wissen, ob mit dem Beschuldigten etwas vorgefallen 

sei. So exemplarisch auf die Frage anlässlich der Befragung am Tag der Tat, ob 

sie denke, dass der Mann ihr etwas angetan habe: "Ich kann es nicht sagen, ich 

kann mich schlicht weg nicht daran erinnern. In der Zeit, an die ich mich erinnern 

kann mit ihm, in dieser Zeit sicher nicht. Aber vorher kann ich es nicht abrufen 

und ich habe keine Ahnung." (Urk. D1/2/1 Frage 75). Dies zeigt insbesondere 

auch, dass die Privatklägerin sehr um Fairness und die Wahrheitsfindung bemüht 

war, und nicht die Gelegenheit wahrnahm, den Beschuldigten unnötig und mit all-

fälligen Mutmassungen zu belasten oder ihn schlecht zu machen. Die Privatkläge-

rin J._____ hat überdies, wie die Staatsanwaltschaft anlässlich der Berufungsver-

handlung korrekt wiedergab, keine Anzeige gegen den Beschuldigten selbst vor-

genommen, sondern einzig und allein ein Sexualdelikt angezeigt – wie die übrigen 

Privatklägerinnen auch. Es ist der Staatsanwaltschaft ferner zu folgen, wenn sie 

ausführt, es habe insbesondere keinen Anlass für die Privatklägerinnen – und 

damit auch nicht für die Privatklägerin J._____ – gegeben, den Beschuldigten 

fälschlicherweise zu belasten. Hätte sie die sexuellen Kontakte gewollt, bestünde 

für sie auch kein Anlass, Anzeige zu erstatten (Prot. II S. 27).  

Die Verteidigung brachte anlässlich der Berufungsverhandlung vor, dass der 

Schluss falsch sei, die Privatklägerin J._____ müsse während des gesamten Zeit-

raums, an den ihr die Erinnerungen fehlten, völlig neben sich gestanden haben. 

-  20  - 

Es sei eher plausibel, dass sie sich erst nach den sexuellen Handlungen in einem 

sehr schlechten Zustand befunden habe. Zwar habe der Beschuldigte selbst ge-

sagt, dass die Privatklägerin J._____ erbrochen habe, als er mit ihr in Kontakt ge-

treten sei, doch könne es auch sein, dass der Beschuldigte dieses Detail durchei-

nandergebracht habe. Ausserdem lasse sich auch daraus nicht auf einen völlig 

desolaten Zustand schliessen, denn gerade im alkoholisierten Zustand sei es sehr 

wohl möglich, dass man erbreche und sich danach besser fühle und sich mehr 

oder weniger normal verhalte (Urk. 347 S. 6). Diese Ausführungen vermögen 

nicht zu überzeugen: Nennenswerte Widersprüche oder Ungereimtheiten, was 

den psychischen und physischen Zustand der Privatklägerin J._____ betrifft, sind 

nämlich keine auszumachen. So gab sie konstant an, an der Geburtstagsparty, 

welche sie vorher besucht habe, Weisswein, Rotwein, einen Limoncello und einen 

Gin Tonic konsumiert zu haben, wobei sie den Gin Tonic nicht ganz fertig getrun-

ken habe (Urk. D1/2/1 Frage, 19, 20; Urk. D1/2/2 Frage 47; Urk. D1/5/1 Frage 

24). Konstant sowie lebendig und lebensnah erzählt sind ihre verschiedenen, 

wiederkehrenden Depositionen dazu, dass sie ab dem Zeitpunkt, kurz bevor sie 

die Party um ca. 1.00 Uhr verliess, bis ca. 3.00 Uhr, als sie im Auto des Beschul-

digten aufgewacht ist, schlicht nichts mehr weiss. Es finden sich immer wieder 

spontane Äusserungen und beiläufige Bemerkungen dazu, dass sie für jenen 

Zeitraum keinerlei Erinnerungen mehr abrufen kann bzw. ein regelrechtes Black-

out hatte, was die Glaubhaftigkeit ihrer Aussagen zusätzlich verstärkt ("…dass ich 

so weggetreten war…", "….was ich gedacht habe, als ich zu mir kam…", Urk. 

D1/2/1 Frage 20; "Als wär ich aufgewacht.", Urk. D1/2/1 Frage 37; "Ich fragte 

mich, was ich hier mache.", Urk. D1/2/1 Frage 49; "Ich keinerlei Erinnerungen ha-

be von der Zeit vorher…", Urk. D1/2/1 Frage 52; "Aber vorher kann ich es nicht 

abrufen und ich habe keine Ahnung.", Urk. D1/2/1 Frage 75; "Denn ich hatte ja 

keine Ahnung mehr was passiert war.", Urk. D1/2/2 Frage 71; [keinerlei Erinne-

rungen mehr zur UBER-Fahrt], Urk. D1/2/2 Fragen 83 - 89; "Ab dann weiss ich 

nichts mehr.", Urk. D1/5/1 Frage 28; "…weil ich einfach nichts mehr habe rekon-

struieren können.", Urk. D1/5/1 Frage 38; "Ich bin aufgewacht in einem fremden 

Auto…Ich bin aufgewacht und überhaupt nicht mehr "drausgekommen". Ich war 

total verwirrt…", Urk. D1/5/1 Frage 40; "Ich war immer noch so benommen.", Urk. 

-  21  - 

D1/5/1 Frage 63). Damit korrespondierend sind auch ihre Aussagen, dass sie be-

reits an der Party das Gefühl gehabt habe, sie verliere die Kontrolle (Urk. D1/2/2 

Frage 25 f. und 59). Vor diesem Hintergrund ist auszuschliessen, dass die Privat-

klägerin J._____ erst nach den sexuellen Handlungen in einem desolaten Zu-

stand gewesen sein soll.  

1.4.5. Die Aussagen des Beschuldigten erscheinen zwar nicht völlig unglaubhaft, 

zumal er von sich aus zugab, dass es zwischen ihm und der Privatklägerin 

J._____ zu sexuellen Handlungen gekommen ist. Es ist aber nicht so, wie die 

Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung ausführte, dass sich der Um-

stand, dass es zu sexuellen Handlungen gekommen sei, nur aufgrund der Aussa-

gen des Beschuldigten erstellen liesse und sich dieser folglich mit seinen Aussa-

gen massiv selbst belastet habe, was für deren Glaubhaftigkeit spreche (Urk. 347 

S. 5). Denn wie bereits von der Vorinstanz korrekt ausgeführt, wurden an der 

Oberschenkelinnenseite links und an der Brust rechts der Privatklägerin J._____ 

DNA-Spuren des Beschuldigten gefunden (Urk. D1/12/9). Diese belegen bereits 

objektiv die intimen Kontakte zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin 

J._____. 

Weitere Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Darstellungen des Beschuldigten im 

Allgemeinen hinterlässt die Auswertung des Telefonprotokolls des Geräts der 

Privatklägerin J._____, welche dem Beschuldigten anlässlich der Berufungsver-

handlung vorgehalten wurde und zu welchem Vorhalt sich der Beschuldigte nicht 

mehr äussern wollte (Urk. 346 S. 4; Urk. D1/27/5). Der Beschuldigte hatte noch in 

der Untersuchung ausgeführt, die Privatklägerin J._____ habe mit seinem Telefon 

auf ihr Telefon angerufen, damit sie es finde (Urk. D1/6/2 Frage 48). Dem Tele-

fonprotokoll ist im massgeblichen Zeitraum jedoch kein eingehender Anruf zu ent-

nehmen (D1/27/5 S. 3 Zeilen 37-43). Mit seinen Depositionen vermag der Be-

schuldigte somit im Ergebnis nicht zu überzeugen, es kann der Vorinstanz voll-

ständig gefolgt werden, wenn sie zusammenfassend festhält, die Aussagen seien 

grundsätzlich nicht glaubhaft, insbesondere nicht widerspruchsfrei, meist vage, 

ausweichend und in weiten Teilen nicht plausibel (Urk. 222 S. 49 ff.). Die Ausfüh-

rungen des Verteidigers anlässlich der Berufungsverhandlung (Urk. 347 S. 4 ff.) 

-  22  - 

vermögen daran nichts zu ändern. Des Weiteren stiftete der Beschuldigte in der 

Tat mehr Verwirrung als Klarheit, wenn er sich einerseits immer wieder über den 

schlechten Zustand der Privatklägerin äusserte, dann aber andernorts darlegte, 

sie sei gut drauf, gar lustig gewesen (Urk. D1/3/1 Frage 39 und Urk. D1/6/4 Fra-

gen 7, 34 und 35). Diese Aussagen lassen sich nicht miteinander vereinbaren, 

sondern drängen den Schluss auf, dass der Beschuldigte mittels Schutzbehaup-

tungen eine aktive und aufgestellte Privatklägerin darstellen wollte. Zwar ist nicht 

auszuschliessen, dass er dahingehend wahrheitsgemäss aussagt, wenn er dar-

legt, dass die Privatklägerin nicht bewusstlos bzw. nicht weggetreten gewesen sei 

(Urk. D1/3/1 Frage 48, Urk. D1/6/4 Fragen 7 und 34). Dies vermag sein Handeln 

jedoch nicht zu rechtfertigen. Es ist in objektiver Hinsicht weder eine komplette 

Bewusstlosigkeit noch ein schlafender Zustand erforderlich. Vielmehr genügt auch 

eine derart starke Benommenheit, dass die Privatklägerin ausser Stande war, sich 

einen eigenen Willen zu bilden und gegen die sexuellen Handlungen auszuspre-

chen. Dass die Privatklägerin J._____ zu einem späteren Zeitpunkt wieder prä-

sent und ansprechbar war, was sie selbst ja ebenfalls einräumte, vermag daran 

nichts zu ändern.  

1.4.6. Die glaubhaften und verlässlichen Aussagen der Privatklägerin werden 

indiziell durch das Gutachten zu den Haaranalysen gestützt (Urk. 222 S. 53 und 

Urk. D1/10/8). Was die Ausführungen der Verteidigung zum Gutachten betrifft, so 

ist ihnen die Vorinstanz mit zutreffenden Argumenten begegnet (Urk. 222 S. 54). 

Auch anlässlich der Berufungsverhandlung konnte die Verteidigung mit ihren Vor-

bringen, wonach die Substanz GHB eine euphorisierende, entspannende Wirkung 

haben und zu erhöhter Libido und Hemmungslosigkeit führen könne und es nicht 

auszuschliessen sei, dass die Privatklägerin J._____ zunächst eine solche positi-

ve Wirkung und erst später Übelkeit verspürt habe (Urk. 347 S. 7), nicht überzeu-

gen. Wie vorstehend bereits dargelegt (Ziff. II.B.1.4.4.), ist der schlechte Zustand 

der Privatklägerin J._____ im Tatzeitraum als erstellt zu erachten. Die glaubhaften 

Aussagen der Privatklägerin J._____ lassen keinerlei Anzeichen einer allfälligen 

positiven Wirkung der bei ihr festgestellten Substanz zu, weshalb diese Hypothe-

se zu verwerfen ist. Den Aussagen des Beschuldigten, sofern sie überhaupt ein-

-  23  - 

lässlich sind, ist nicht zu folgen und sie hinterlassen im Übrigen erhebliche Zweifel 

an seiner Sachverhaltsdarstellung. 

 

Der Anklagesachverhalt erweist sich damit als grundsätzlich erstellt und erfährt 

einzig die von der Vorinstanz bereits festgehaltene Einschränkung hinsichtlich der 

Vermutung, wonach die Privatklägerin den Penis an ihrer Stirn gespürt habe und 

der Beschuldigte gegen ihren Willen ihre Hose gereinigt habe. Diesbezüglich 

können keine belastenden Aussagen der Privatklägerin ausgemacht werden.  

2. Rechtliche Würdigung 

Die grundsätzlich korrekte rechtliche Würdigung der Vorinstanz betreffend die 

Schändung gemäss Art. 191 StGB (Urk. 222 S. 59 f.) ist insofern zu präzisieren, 

als es sich bei der manuellen Befriedigung des Beschuldigten durch die Privatklä-

gerin J._____ nicht um eine beischlafsähnliche, sondern – wie auch das Berühren 

der Brust und der Oberschenkelinnenseite der Privatklägerin durch den Beschul-

digten – um eine andere sexuelle Handlung im Sinne von Art. 191 StGB handelt. 

Bezüglich des subjektiven Tatbestands ging die Vorinstanz zu Recht von einem 

direktvorsätzlichen Handeln des Beschuldigten aus. Die überzeugenden Schilde-

rungen der Privatklägerin J._____ lassen bezüglich ihres Zustandes keine rechts-

erheblichen Zweifel offen, namentlich, dass sie die sexuellen Handlungen gar 

nicht wahrgenommen hatte, weil sie derart stark benommen war. Aufgrund ihrer 

Ausführungen muss davon ausgegangen werden, dass sie weggetreten war 

beziehungsweise sich in einem schlafähnlichen Zustand befand (vgl. dazu zu-

sammenfassend Ziff. II.B.1.4.4. vorstehend und Urk. 222 S. 27 ff.). Entsprechend 

war sie schutzlos und zu jeglichem Widerstand unfähig. Es wäre bei diesem Zu-

stand der Privatklägerin lebensfremd anzunehmen, der Beschuldigte hätte dies 

nicht wahrgenommen oder es – im Sinne des Eventualvorsatzes – lediglich für 

ernsthaft möglich gehalten, dass die Privatklägerin wehrlos ist. Wenn die amtliche 

Verteidigung vor Vorinstanz einwendete, vom totalen Widerstand zur Unfähigkeit 

könne nicht die Rede sein, da die Privatklägerin sich in groben Zügen habe erin-

-  24  - 

nern können, wie das mit dem Brunnen etc. ausgesehen habe, und dass sie den 

Weg nach Hause habe beschreiben können (vgl. Urk. 184 S. 47), so geht dies an 

der Sache vorbei. Dass die Privatklägerin im Laufe der Nacht, wie sie auch selber 

einräumte, wieder zu sich gekommen ist und gewisse Erinnerungen abrufen kann, 

ist realistisch, legitimiert aber weder das Handeln des Beschuldigten, noch wider-

legt es ihre Aussagen, dass sie während den sexuellen Handlungen in einem wi-

derstandsunfähigen Zustand war. Vor diesem Hintergrund erweisen sich auch die 

Ausführungen der Verteidigung anlässlich der Berufungsverhandlung, wonach der 

Umstand, dass jemand Gedächtnislücken oder verschwommene Erinnerungen 

habe, kein Nachweis dafür sei, dass die Person während des Zeitraums, in dem 

ihr die Erinnerungen fehlten, widerstandsunfähig gewesen sei (Urk. 347 S. 22), in 

Bezug auf die Privatklägerin J._____ als nicht stichhaltig. Auch dass dem Be-

schuldigten nicht habe bewusst sein müssen, dass manche Frauen vielleicht Din-

ge getan hätten, die sie im nüchternen Zustand nicht getan hätten, und dass er 

sie im Ausgang kennenlernt habe, in einem Umfeld, in dem generell eine ent-

hemmte und im Vergleich zum Alltag aussergewöhnliche Stimmung herrsche 

(Urk. 347 S. 23), überzeugt nicht. Der Beschuldigte lernte die Privatklägerin 

J._____ nicht im Ausgang kennen, sondern erst nach dem Ausgang, als sie sich 

bereits in einem desolaten Zustand befand und dies dem Beschuldigten bewusst 

war. Der vorinstanzliche Schuldspruch ist entsprechend zu bestätigen und der 

Beschuldigte betreffend Dossier 1 der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB 

schuldig zu sprechen.  

Ebenso kann auf die zutreffende rechtliche Würdigung der Vorinstanz betreffend 

Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB 

verwiesen werden (Urk. 222 S. 60 ff.). Die Ausführungen der Verteidigung zu den 

Tatvorwürfen der Freiheitsberaubung und Entführung (Urk. 347 S. 8 und S. 23) 

überzeugen nicht. Dass die Privatklägerin J._____ im Tatzeitraum widerstands-

unfähig war, ist erstellt. Rechtsanwältin lic. iur. Y2._____ ist hier zu folgen, wenn 

sie ausführt, jemand bei guter Gesundheit hätte möglicherweise vom Beschuldig-

ten weggehen können, aber bezogen auf die Privatklägerin J._____, welcher es 

hochgradig schlecht ging, könne nicht davon ausgegangen werden (Prot. II S. 

40). Des Weiteren sind keinerlei Hinweise vorhanden, wonach die Privatklägerin 

-  25  - 

J._____ allenfalls sogar mit der Motivation, ein sexuelles Abenteuer mit dem Be-

schuldigten haben zu wollen, in sein Auto gestiegen sei (Urk. 347 S. 23). Der 

Schuldspruch ist entsprechend zu bestätigen.  

 

 

C. Dossier 2 / Delikte zum Nachteil der Privatklägerin I._____ 

1. Sachverhalt 

1.1. Die Anklage wirft dem Beschuldigten im Wesentlichen vor, am 20. April 2014 

um zirka 2.30 Uhr die damals 20-jährige, betrunkene Privatklägerin bei der Bus-

haltestelle Talstrasse in Zürich gesehen und zu seinem Fahrzeug BMW X5 ge-

lockt oder getragen und sie auf die Rückbank gelegt zu haben und mit ihr an die 

L._____-Strasse in Zürich gefahren zu sein. Dies habe er in Kenntnis ihres sehr 

schlechten psychischen und physischen Zustandes getan und sie während zirka 

3.5 Stunden in seinem Fahrzeug behalten, wozu er – wissentlich – nicht berech-

tigt gewesen sei. Ferner habe er auf der Rückbank des Fahrzeuges an ihr gegen 

ihren Willen den ungeschützten Geschlechtsverkehr vollzogen und in ihre Vagina 

ejakuliert. Die Privatklägerin I._____ sei aufgrund ihrer schlechten Verfassung 

nicht in der Lage gewesen, sich verbal oder körperlich gegen den Geschlechts-

verkehr zu wehren, welchen Zustand der Beschuldigte wissentlich und willentlich 

zur Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse ausgenutzt habe. Schliessich habe 

er die Privatklägerin um zirka 6.00 Uhr zu ihr nach Hause an die M._____-Strasse 

… in Zürich gefahren und von ihr für die Fahrt Fr. 80.– verlangt, was sie ihm über-

geben habe (Urk. D1/64 S. 5 f.). 

1.2. Die Vorinstanz erachtete den eingeklagten Sachverhalt gestützt auf die 

Sachdarstellungen der Privatklägerin I._____ und der sechs Auskunftspersonen 

bzw. Zeugen sowie der DNA-Akten als erstellt und sprach den Beschuldigten der 

Schändung im Sinne von Art. 191 StGB sowie der Freiheitsberaubung und Ent-

führung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 und 2 StGB schuldig (Urk. 222 S. 92 und 94).  

-  26  - 

1.3.1. Der Beschuldigte bestreitet den Tatvorwurf, namentlich, dass es zu 

Geschlechtsverkehr gekommen sei, den schlechten Zustand der Privatklägerin 

und dass er sie entführt und der Freiheit beraubt habe (Urk. 222 S. 66 E. II.C.3.1 

mit weiteren Hinweisen). Er räumte vor der Vorinstanz aber ein, dass er mit der 

Privatklägerin I._____ möglicherweise "rumgemacht" habe (Urk. 170 S. 10). An-

lässlich der Berufungsverhandlung wollte sich der Beschuldigte zur Sache nicht 

äussern (Urk. 346 S. 4 f.). 

1.3.2. Die Berufung begründet die Verteidigung damit, dass nicht erstellt sei, dass 

es zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin I._____ zu 

Geschlechtsverkehr gekommen sei. Es könne nicht ausgeschlossen werden, 

dass ein bis heute nicht identifizierter Mann, welcher mit der Privatklägerin zu-

sammen das Taxi geteilt habe und mit ihr in der Nähe der N._____-Strasse aus-

gestiegen sei, ihr etwas angetan haben könne. Des Weiteren sei nicht erstellt, 

dass sich die Privatklägerin I._____ zwischen 2.30 Uhr und 6.00 Uhr im Fahrzeug 

des Beschuldigten aufgehalten bzw. dass er sie über längere Zeit gegen ihren 

Willen in seinem Fahrzeug behalten habe. Auch gebe es keinen Beleg dafür, dass 

er die Privatklägerin an die L._____-Strasse verbracht habe (Urk. 347 S. 10 ff.).  

1.4.1. Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel zutreffend aufgelistet, sich 

zu deren Verwertbarkeit geäussert und die Einvernahmen der Privatklägerin 

I._____, des Beschuldigten sowie der sechs Auskunftspersonen bzw. Zeugen 

sehr ausführlich wiedergegeben (Urk. 222 S. 67, 69 ff., 78 ff. und 84 ff.). Darauf 

wird verwiesen. 

1.4.2. Insgesamt wurde die Privatklägerin drei Mal einvernommen. Am 20. und 

22. April 2014 durch die Polizei (Urk. D2/3/1 und D2/3/2) sowie über 5 Jahre spä-

ter, am 17. September 2019, durch die Staatsanwaltschaft (Urk. D2/4/1). In einer 

sehr einlässlichen und sorgfältigen Würdigung hat die Vorinstanz sich mit der 

Glaubhaftigkeit der Aussagen der Privatklägerin auseinandergesetzt und dabei 

auch allfällige Differenzen in den Aussagen analysiert. Mit überzeugenden und 

differenzierten Erwägungen gelangte sie zusammengefasst zu Recht zum Ergeb-

nis, dass die Aussagen der Privatklägerin I._____ zum Kerngeschehen glaubhaft 

und durch die Zeugenaussagen sowie das DNA-Gutachten gestützt seien. Die 

-  27  - 

Privatklägerin habe betreffend die Geschehnisse der besagten Nacht authentisch 

und konstant ausgesagt, es wirke erlebt und enthalte keine übersteigerten Be-

schuldigungen. Sie habe gewisse Details wiedergegeben, wie dies nur jemand 

könne, der das Beschriebene auch tatsächlich erlebt habe. Wenn die Verteidi-

gung anlässlich der Berufungsverhandlung vorbringt, es gebe keine Belege dafür, 

dass der Beschuldigte die Privatklägerin I._____ an die L._____-Strasse ver-

bracht habe (Urk. 347 S. 12), so ist dem entgegenzuhalten, dass die Privatkläge-

rin anlässlich der polizeilichen Einvernahme vom 22. April 2014 ausführte, sie ha-

be Strassen und irgendwann Wald gesehen; eine Strasse und nebenan Wald 

(Urk. D2/3/2 Frage 31). Diese Beschreibung deckt sich mit der Örtlichkeit 

L._____-Strasse. Auch dass der Beschuldigte im Dossier 1 angab, während 15 

Jahren an die L._____-Strasse zu fahren (Urk. D1/3/1 Frage 70), spricht dafür, 

dass er auch mit der Privatklägerin I._____ dorthin gefahren ist. Es ist jedoch we-

der für die Sachverhaltserstellung noch für die rechtliche Würdigung von Belang, 

ob der Beschuldigte mit der Privatklägerin an die L._____-Strasse gefahren ist 

oder nicht.  

Weiter ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass die Privatklägerin I._____ ihren de-

solaten Allgemeinzustand sehr authentisch beschrieben habe, auch die geschil-

derten Erinnerungslücken, die Orientierungslosigkeit und die wirren Gedanken-

gänge würden dafür sprechen. Ebenso seien die Aussagen zu den vorgeworfe-

nen sexuellen Handlungen übereinstimmend, authentisch und glaubhaft. So habe 

sie differenziert ausgeführt, dass sie am nächsten Mittag schlecht habe Wasser 

lösen können und ihre Scheide gebrannt habe, was sie immer habe, wenn sie mit 

einem Mann Geschlechtsverkehr habe. Klar, detailliert und nachvollziehbar seien 

auch die Ausführungen zum verkehrt herum getragenen Slip, zum OB und dass 

es nicht sein könne, dass sie ihre Jeans selber angezogen habe. Zudem sprä-

chen auch ihre Gefühlsschilderungen für Authentizität (Urk. 222 S. 74 ff.). Diese 

Beweiswürdigung der Vorinstanz ist zutreffend und kann vorbehaltlos übernom-

men werden. Wenn die Verteidigung in der Hauptverhandlung ein Bild zu zeich-

nen versucht, gemäss welchem die Privatklägerin I._____ "kein Kind von Traurig-

keit" und dem Alkohol nicht abgeneigt sei und mit dem Beschuldigten einver-

nehmlich sexuell verkehrt hatte und den nun angeklagten Vorfall erfand, weil sie 

-  28  - 

einem "väterlichen" Gespräch ausweichen wollte (vgl. Urk. 184 S. 18 ff.), so ist 

dies bei der vorliegenden Aktenlage schlicht unbehelflich. Einerseits erweisen 

sich die Aussagen der Privatklägerin, wie vorstehend wiedergegeben, als insge-

samt glaubhaft. Ein derartiges Aussageverhalten wäre bei einer inszenierten Ge-

schichte mit dem Detailgrad, der Homogenität sowie der Authentizität, die die Pri-

vatklägerin an den Tag legt, äusserst unwahrscheinlich. Andererseits sind die 

Aussagen des Vaters der Privatklägerin (O._____), mit der Vorinstanz, ebenfalls 

als stimmig und verlässlich zu werten (vgl. Urk. 222 S. 84 und 88). So schilderte 

er lebendig und offen, mithin in einem freien Erzählstil, aber dennoch ohne Dra-

matisierungen, das Verhalten der Privatklägerin, als sie am Morgen des 20. April 

2014 nach Hause gekommen war. Sie sei "weg" gewesen, wie ein Roboter. Erst 

nachdem sie ihre Tasche geöffnet habe, habe sie angefangen zu weinen. Sie sei 

unter Schock gewesen, verwirrt. Früher sei sie "normal" gewesen wenn sie ge-

trunken habe und nach Hause gekommen sei, sie habe sogar noch kuscheln wol-

len. Dieses Mal sei sie wie abwesend gewesen und habe zuerst nichts sagen wol-

len. Sie habe nicht mal gewusst, ob sie mit dem Taxi gekommen sei oder einer 

privaten Person (Urk. D2/3/4/1 Frage 14). Ferner deponierte der Vater der Privat-

klägerin die Vermutung, sie sei unter Einfluss von was anderem als nur Alkohol 

gewesen. Mit Alkohol kenne er sie und ihr Verhalten sei dann ganz anders 

(Urk. D2/3/4/1 Frage 15). Sechs Jahre später, anlässlich der Zeugeneinvernah-

me, bestätigte er diese Aussage, indem er deponierte, er habe sie in diesem Zu-

stand noch nie gesehen. Es schiene, als wäre sie auf Drogen gewesen, wenn sie 

sonst Alkohol trinke, lache sie und sei lustig, aber damals sei sie völlig unkontrol-

liert und von der Rolle gewesen (Urk. D2/4/4/7 Fragen 32 und 33). Die lebendi-

gen, differenzierten und homogenen Aussagen des Vaters der Privatklägerin 

I._____ stehen in Einklang mit den Beschreibungen der Privatklägerin, wie sie 

selbst ihren Zustand wahrgenommen hat. Die Andeutung der Verteidigung, wo-

nach die Privatklägerin einem "väterlichen" Gespräch habe ausweichen wollen, ist 

aufgrund dieser übereinstimmenden, aber dennoch sehr individuellen Aussagen 

ohne Weiteres zu verwerfen. Weder ist realistisch, dass die Privatklägerin I._____ 

ihrem Vater einen derartigen Zustand, wie den beschriebenen, vorgespielt hat, 

noch, dass sich Vater und Tochter für die Einvernahmen abgesprochen haben. 

-  29  - 

Dafür präsentieren sich die Aussagen zu authentisch und individuell. Es finden 

sich, entgegen der Andeutung der Verteidigung vor Vorinstanz, keinerlei Hinwei-

se, dass die Privatklägerin den Beschuldigten zu Unrecht belasten oder beschul-

digen wollte.  

1.4.3. Demgegenüber zeigen sich die Aussagen des Beschuldigten in der Tat 

widersprüchlich und nicht konstant, was die Vorinstanz zu Recht so gewürdigt hat 

(vgl. Urk. 222 S. 81 ff.). Anlässlich der ersten Einvernahme zur vorliegenden Sa-

che am 15. April 2019 betonte der Beschuldigte mehrfach, unter Hinweis auf den 

Zeitablauf von sechs Jahren, dass er nicht wisse, um wen es hier gehe, er wisse 

nicht, was vor sechs Jahren passiert sei, er wisse nicht, wo er im Ausgang gewe-

sen sei (Urk. D2/3/3). Auf die Frage, wie er sich erklären könne, dass seine DNA 

auf dem Slip und im Innenbereich der Leggins festgestellt worden sei, antwortete 

er lapidar, er sei jede Woche Freitag, Samstag und Sonntag im Ausgang gewe-

sen (Urk. D2/3/3, insbesondere Frage 17). Erst anlässlich der zweiten Einver-

nahme vom 17. September 2019, nachdem er der Einvernahme der Privatklägerin 

I._____ beigewohnt hatte (vgl. Urk. D2/4/1 S. 1 und Urk. D2/4/3 Frage 3), äusser-

te der Beschuldigte erstmals seine Sicht der Dinge, wie dann nochmals – nach 

zwischenzeitlicher Aussageverweigerung (Urk. D2/4/5-7) – anlässlich der staats-

anwaltlichen Einvernahme vom 18. September 2020 (Urk. D2/4/8 S. 5 ff.) und der 

Hauptverhandlung vom 5. Juli 2021 (Urk. 170 S. 9 ff.). Dass der Beschuldigte bei 

der ersten Einvernahme allenfalls keine Aussagen machen konnte, lässt sich zu 

seinen Gunsten insofern erklären, als es nachvollziehbar ist, dass er sich infolge 

des langen Zeitablaufs nicht mehr ohne Weiteres an die Privatklägerin I._____ er-

innern konnte und deshalb darauf angewiesen war, sie optisch wahrzunehmen, 

was im Vorfeld der zweiten Einvernahme alsdann stattfand. Allerdings ändert dies 

nichts am korrekten Fazit der Vorinstanz, dass seine Aussagen zur Sache letztlich 

diverse Ungereimtheiten und Widersprüche enthalten (Urk. 222 S. 81 f.). Anläss-

lich der Einvernahme vom 17. September 2019, nachdem er mit der Privatkläge-

rin konfrontiert worden war, wollte er sich plötzlich äusserst detailliert an gewisse 

Situationen mit der Privatklägerin am fraglichen Abend erinnern, zugleich bei ge-

wissen Fragen dann aber radikal nicht mehr und gab zu Protokoll, die Privatkläge-

rin habe nicht ganz die Wahrheit gesagt. So schilderte er beispielsweise, sie habe 

-  30  - 

Alkohol in der Hand gehabt und die ganze Zeit geraucht. Er sei mit anderen Leu-

ten auf einer Parkbank gesessen, als die Privatklägerin gekommen sei. Weitere 

Leute seien im Park auf der Wiese gesessen. Ein Mann, der dort gewesen sei, 

habe sie gekannt, er sei einen Kopf grösser gewesen als sie und habe eine Dau-

nenjacke getragen. Oder dass er (der Beschuldigte) ihr in die Hose gefasst habe 

– auf der Seite, hinten – als sie mit dem Rücken zu ihm gestanden sei, dabei ha-

be er seine Hände auf ihren Unterhosen gehabt. Sie habe ihn mehr angefasst als 

er sie (Urk. D2/4/3 Fragen 4, 8, 10 und 12). Auf die Spuren am Innenbund der 

Hose und dem Slip der Privatklägerin angesprochen, antwortete er, das sei sicher 

passiert, wie wisse er aber nicht mehr, es sei lange her. Erst nach explizitem 

Nachfragen glaubte er sich zu erinnern, dass er von der Privatklägerin I._____ mit 

der Hand befriedigt worden sei. Darauf angesprochen, weshalb er sich daran er-

innere, entgegnete er: "Ich weiss es nicht mehr. Es ist fünf Jahre her. Ich weiss 

nicht mehr genau, was passiert ist. Ich möchte nicht lügen, sie war immer wieder 

mal bei mir, mal bei anderen." (Urk. D2/4/3 Fragen 16, 22 und 23). Schliesslich 

wollte sich der Beschuldigte, auf die Frage des Verteidigers, wo die Privatklägerin 

I._____ bei sich zu Hause ausgestiegen sei und wie lange es gedauert habe, bis 

sie zurückgekommen sei, ungefragt daran erinnern, dass ihm die Privatklägerin 

den Weg vom P._____ bis zum Q._____-Platz gezeigt habe. Vom Q._____-Platz 

seien sie dann Richtung R._____ gefahren (Urk. D2/4/3 Frage 34). Bemerkens-

wert ist dabei, dass die detaillierte Schilderung des Beschuldigten keinen Sinn 

macht, zumal der Weg vom P._____ in Zürich nach R._____ nicht am Q._____-

Platz vorbeiführt. Dieser befindet sich vielmehr in der gegensätzlichen Richtung. 

Was der Beschuldigte mit dieser Deposition bezwecken wollte, sei dahin gestellt, 

sie ist der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen jedenfalls nicht zuträglich. Das Aussa-

geverhalten des Beschuldigten anlässlich der Einvernahme vom 17. September 

2019 zeigt generell diverse strukturelle Brüche, was an der Glaubhaftigkeit zwei-

feln lässt. Einerseits will er sich aussergewöhnlich detailliert erinnern und schildert 

dies wortreich, andererseits bedient er sich sehr pauschal dem Argument, dass es 

schon lange her sei. Es mag sein, dass der Beschuldigte die von ihm beschriebe-

ne Situation mit einer anderen Frau zu einem anderen Zeitpunkt auch so erlebt 

hat. Seine Sachdarstellung ist im Kern für sich alleine betrachtet nicht unrealis-

-  31  - 

tisch oder undenkbar. Vorliegend passen aber seine Schilderungen einerseits 

nicht mit den vorgefundenen DNA-Spuren überein, insbesondere was die Spuren 

in der Vagina der Privatklägerin I._____ betrifft, andererseits weisen seine Aussa-

gen, wie erwähnt, zu viele Strukturbrüche auf und ist wenig Homogenität erkenn-

bar. Schliesslich ist die von ihm beschriebene Szenerie, wonach er (der Beschul-

digte) mit anderen Leuten im Park auf einer Bank gesessen sei und auf der Wiese 

ebenfalls Leute gesessen seien (Urk. D2/4/3 Frage 4) nicht mit den klimatischen 

Bedingungen der Tatnacht (20. April 2014) in Einklang zu bringen. Die Schweiz 

erfuhr an jenem Osterwochenende einen Wintereinbruch, was zu Temperaturen 

wenig über 0 Grad führte. Erst am 22. April 2014 war wieder ein Temperaturan-

stieg zu verzeichnen (vgl. Klimabulletin April 2014 des Bundesamt für Meteorolo-

gie und Klimatologie MeteoSchweiz, 

https://www.meteoswiss.admin.ch/dam/jcr:dd95b8c6-500c-4d80-bef5-

268db4d2aab3/publi-klimabulletin-april-2014.pdf, Seite aufgerufen am 9. Dezem-

ber 2022). Nach dem Gesagten kann deshalb, mit der Vorinstanz, nicht auf die 

Aussagen des Beschuldigten abgestellt werden. Sie sind vielmehr als Schutzbe-

hauptungen zu werten.  

Daran ändern auch die Ausführungen der Verteidigung anlässlich der Berufungs-

verhandlung nichts. Insbesondere die vorgebrachte Hypothese, wonach die 

Möglichkeit bestehe, dass eine männliche Drittperson als Täter in Frage komme, 

erweist sich als reine und unrealistische Mutmassung. Wie Rechtsanwältin MLaw 

Y1._____ korrekt ausführte, wurde bei der Privatklägerin I._____ neben der DNA-

Spur des Beschuldigten keine DNA eines anderen Mannes gefunden. Zudem ist 

Rechtsanwältin MLaw Y1._____ darin zu folgen, dass die dargelegte Chronologie 

unwahrscheinlich ist, nämlich dass die Privatklägerin, nachdem an ihr ein Sexu-

aldelikt begangen worden sein soll, anschliessend mit dem Beschuldigten herum-

gemacht habe (Prot. II S. 45). Die DNA-Spuren des Beschuldigten in der Vagina 

der Privatklägerin I._____ bzw. das Fehlen von DNA einer anderen Person sowie 

die Ausführungen der Privatklägerin zum Tatgeschehen lassen keinen Raum für 

die Möglichkeit eines Dritttäters, weshalb diese Hypothese zu verwerfen ist. 

-  32  - 

1.4.4. Nicht gefolgt werden kann der Staatsanwaltschaft und der Vorinstanz aller-

dings dahingehend, dass der Beschuldigte in die Vagina der Privatklägerin 

I._____ ejakuliert habe (vgl. Urk. D1/64 S. 5, Dossier 2, 2. Abschnitt; Urk. 222 

S. 92). Entsprechend ist der für die rechtliche Würdigung und die Strafzumessung 

relevante Sachverhalt zu korrigieren. Zwar lassen die glaubhaften Aussagen der 

Privatklägerin I._____ zu ihren physischen Beschwerden und Wahrnehmungen im 

Bereich der Scheide nach dem Vorfall sowie die nachgewiesene DNA des Be-

schuldigten in der Vagina der Privatklägerin – mit der Vorinstanz – nur den 

Schluss zu, dass es zum ungeschützten Geschlechtsverkehr gekommen ist 

(vgl. Urk. 222 S. 77 f. mit weiteren Verweisen). Der DNA-Hit beim Vaginalabstrich 

ist jedoch (einzig) auf eine Y-STR-Analyse, welche angewendet wurde, um in 

geringen Mengen vorliegende nicht spermatogene DNA-Rückstande einer männ-

lichen Person beweisen zu können, zurückzuführen. Spermarückstände und Eja-

kulationsflüssigkeit konnten gemäss Auswertung des Instituts für Rechtsmedizin 

vom 11. Mai 2015, inklusive Laborbericht, bei keinem der untersuchten Klebe-

bandasservate und Abstriche nachgewiesen werden (Urk. D2/5/8 S. 2 und 4, 

Urk. D2/5/9 und Urk. D2/5/14).  

1.4.5. Die Aussagen der Auskunftspersonen und Zeugen hat die Vorinstanz 

sorgfältig gewürdigt, sie allesamt als glaubhaft und richtig qualifiziert und für die 

Sachverhaltserstellung darauf abgestellt (Urk. 222 S. 84 ff.). Diesem Fazit kann 

vorbehaltlos und ohne weitere Ergänzungen gefolgt werden.  

1.4.6. Bezüglich der Dauer, während welcher sich die Privatklägerin I._____ beim 

Beschuldigten befunden haben soll, ist der Verteidigung insofern zu folgen, als 

nicht erstellt ist, dass sich diese bereits ab 2.30 Uhr im Fahrzeug des Beschuldig-

ten aufgehalten hat (vgl. Urk. 347 S. 10). Folgt man nämlich den Aussagen der 

Privatklägerin I._____, so seien ihr Kollege S._____ und dessen Kollege am 

Abend der Tatnacht um zirka 2.30 Uhr von der T._____ Bar nach Hause gegan-

gen. Sie sei noch mit U._____ in der Bar geblieben und später sei noch die 

Freundin von U._____ dazugekommen. Nachdem S._____ und dessen Kollege 

gegangen seien, könne sie sich nicht mehr an Details erinnern (Urk. D2/3/3/1). 

Somit kann festgehalten werden, dass sich die Privatklägerin I._____ nach 2.30 

-  33  - 

Uhr noch eine gewisse Zeit in der Bar befand. Dies bestätigen auch die Aussagen 

der Auskunftsperson V._____: So sei diese um zirka 2.50 Uhr oder 3.00 Uhr zur 

Gruppe der Privatklägerin I._____ gestossen und dieses Treffen habe etwa 15-20 

Minuten gedauert. Die Privatklägerin I._____ sei in diesem Zeitpunkt bereits sehr 

betrunken gewesen. V._____ habe die Privatklägerin I._____ um zirka 3.10 Uhr 

nicht mehr gesehen und sei zirka fünf Minuten nachdem sie die Privatklägerin 

nicht mehr gesehen habe, ebenfalls nach Hause gegangen (Urk. D2/3/4/2).  

Es ist erstellt und wurde nicht bestritten, dass die Privatklägerin I._____ vom Be-

schuldigten nach Hause gefahren wurde und um 6.00 Uhr morgens zu Hause an-

kam (Urk. 347 S. 10 und Urk. D2/4/3 Frage 8). Selbst wenn vor diesem Hinter-

grund davon auszugehen ist, dass die Privatklägerin erst gegen 3.00 Uhr oder 

3.30 Uhr auf den Beschuldigten traf, so befand sie sich dennoch während eines 

längeren Zeitraums, d.h. über mehrere Stunden (bis 6.00 Uhr), beim Beschuldig-

ten. 

1.4.7. Nach dem Gesagten ist der Anklagesachverhalt aufgrund der Belastungen 

der Privatklägerin, unter anderem ihren glaubhaften Schilderungen zu ihren kör-

perlichen Beschwerden, der Aussagen der Auskunftspersonen und Zeugen sowie 

der DNA-Akten in objektiver und subjektiver Hinsicht erstellt. In Abweichung von 

der Anklage und den vorinstanzlichen Erwägungen ist im Zusammenhang mit der 

vorgeworfenen sexuellen Handlung jedoch korrigierend festzuhalten, dass der 

Beschuldigte an der Privatklägerin I._____ zwar ungeschützten Geschlechtsver-

kehr vornahm, eine Ejakulation in ihre Vagina jedoch nicht nachgewiesen werden 

kann. Ferner ist entgegen der Vorinstanz und der Anklage davon auszugehen, 

dass sich die Privatklägerin I._____ erst gegen 3.00 Uhr bzw. 3.30 Uhr bis 6.00 

Uhr beim Beschuldigten befand. 

2. Rechtliche Würdigung 

Die Vorinstanz hat das Verhalten des Beschuldigten zu Recht als Schändung 

gemäss Art. 191 StGB gewürdigt und sich zutreffend zu den Konkurrenzen ge-

äussert (Urk. 222 S. 92 ff.). Dass sich die Privatklägerin I._____ im Tatzeitpunkt in 

einem widerstandsunfähigen Zustand befand, ist im Lichte der vorstehenden Aus-

-  34  - 

führungen nicht von der Hand zu weisen. Die Ausführungen der Verteidigung zur 

Widerstandsunfähigkeit im Sinne von Art. 191 StGB (Urk. 347 S. 22 f.) vermögen 

auch hier nicht zu überzeugen (vgl. auch Ziff. II.B.2. vorstehend). Der Qualifikation 

nicht abträglich ist der Umstand, dass dem Beschuldigten die Ejakulation in die 

Vagina der Privatklägerin nicht vorgeworfen werden kann. Der objektive Tatbe-

stand der Schändung bedingt eine solche nicht (vgl. dazu die allgemeinen recht-

lichen Ausführungen der Vorinstanz, Urk. 222 S. 58 E. 10.2.3 mit weiteren Hin-

weisen).  

Auch ist der Vorinstanz bezüglich der Bejahung der Freiheitsberaubung und 

Entführung gemäss Art. 183 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB zuzustimmen. Selbst wenn 

die Privatklägerin I._____ erst zwischen zirka 3.00 Uhr bzw. 3.30 Uhr und 

6.00 Uhr beim Beschuldigten war, genügt dies für die Bejahung der Freiheitsbe-

raubung, zumal der Beschuldigte sie gegen ihren Willen über mehrere Stunden 

und über die Zeit hinaus, die für den an der Privatklägerin vorgenommenen Ge-

schlechtsverkehr "notwendig" war, bei sich behalten hat, wie die Vorinstanz kor-

rekt erwogen hat (Urk. 222 S. 93 f.). In Bezug auf die Ausführungen der Verteidi-

gung zur Freiheitsberaubung und Entführung (Urk. 347 S. 23) ist festzuhalten, 

dass diese nicht stichhaltig und zu verwerfen sind (vgl. auch Ziff. II.B.2. vorste-

hend). 

Richtigerweise geht das erstinstanzliche Urteil sodann im Zusammenhang mit der 

Schändung in subjektiver Hinsicht von einem direktvorsätzlichen Handeln aus, 

nachdem sich die Privatklägerin während der sexuellen Handlungen erstellter-

massen in einer erheblichen Desorientiertheit und teilweisen Bewusstlosigkeit 

befunden hatte. Ein nur eventualvorsätzliches Handeln kann bei dieser Ausgangs-

lage nicht mehr ernsthaft in Frage kommen, zumal der Beschuldigte zum Zustand 

der Privatklägerin weder sachdienliche noch glaubhafte Aussagen deponierte 

(vgl. dazu zusammenfassend und zutreffend Urk. 222 S. 78 ff. und Ziff. II.C.1.4.3. 

vorstehend). Entsprechend ist der Beschuldigte anklagegemäss der Schändung 

i.S.v. Art. 191 StGB und der Freiheitsberaubung und Entführung gemäss Art. 183 

Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB schuldig zu sprechen.  

D. Dossier 3 / Delikte zum Nachteil der Privatklägerin B._____ 

-  35  - 

1. Sachverhalt 

1.1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift im Wesentlichen vorgeworfen, 

dass er am 11. Mai 2014 um zirka 2.30 Uhr die Privatklägerin B._____, welche in 

einem sehr schlechten Zustand gewesen sei, in sein Fahrzeug BMW X5 verbracht 

habe unter dem Vorwand, er werde sie zu "W._____" bringen. In der Folge sei er 

mit ihr – wissentlich – unberechtigt an die L._____-Strasse in Zürich gefahren und 

habe sie während zirka 1 Stunde 20 Minuten in seinem Fahrzeug behalten. Dabei 

habe er an der Privatklägerin gegen ihren Willen kondomgeschützt den Ge-

schlechtsverkehr bis zur Ejakulation vollzogen. Die Privatklägerin habe dabei eine 

Blutalkoholkonzentration von minimal 1.59 Gewichtspromille aufgewiesen und 

sich aufgrund ihres schlechten psychischen und physischen Zustandes weder 

verbal noch körperlich wehren können, was der Beschuldigte wissentlich und wil-

lentlich ausgenutzt habe (Urk. D1/64 S. 6 ff.).  

1.2. Die Vorinstanz qualifizierte den eingeklagten Sachverhalt gestützt auf die 

Sachdarstellungen der Privatklägerin B._____ und der drei Auskunftspersonen 

bzw. Zeugen sowie der DNA-Akten des Forensischen Instituts Zürich als erstellt 

und sprach den Beschuldigten der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB sowie 

der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 und 2 StGB 

schuldig (Urk. 222 S. 99 - 121). 

1.3.1. Der Beschuldigte äusserte sich anlässlich der Berufungsverhandlung nicht 

mehr zur Sache (Urk. 346 S. 5). Auch äusserte er sich nicht zum vorgehaltenen 

ärztlichen Bericht vom 12. Dezember 2018 zur Blutalkoholkonzentration der Pri-

vatklägerin B._____ (Urk. D3/8/5) und zum pharmakologisch-toxikologischen 

Gutachten des IRM Zürich vom 12. Dezember 2018 (Urk. D3/8/6), welche eine 

rückgerechnete Blutalkoholkonzentration von mindestens 1.59 Gew.‰ (bzw. von 

1.35 - 1.49 Gew.‰ zum Zeitpunkt der Blutentnahme) attestieren (Urk. 346 S. 5).  

1.3.2. Die Berufung begründet die Verteidigung damit, dass sich weder erstellen 

lasse, dass der Beschuldigte der Mann gewesen sein soll, zu dem die Privatklä-

gerin B._____ ins Auto gestiegen sei, noch dass es zwischen ihm und der Privat-

klägerin zu Geschlechtsverkehr gekommen sei oder dass an der Privatklägerin 

-  36  - 

gegen ihren Willen oder im Zustand der Widerstandsunfähigkeit sexuelle Hand-

lungen vorgenommen worden seien. Des Weiteren sei nicht erstellt, dass der Be-

schuldigte sie gegen ihren Willen an einen Ort verbracht habe, an den sie nicht 

wollte oder von dem sie nicht wegkonnte (Urk. 347 S. 14). 

1.4. Die massgebenden Beweismittel wurden von der Vorinstanz ausführlich 

wiedergegeben und gewürdigt. Ihrem Fazit, dass der eingeklagte Sachverhalt in 

objektiver und subjektiver Hinsicht erstellt sei, kann grundsätzlich gefolgt werden 

(Urk. 222 S. 96 - 120). Insbesondere die Aussagen der Privatklägerin B._____ 

sind ohne Weiteres glaubhaft, während die Bestreitungen des Beschuldigten 

oberflächlich, keineswegs klärend und teilweise despektierlich ausfallen. So sagte 

die Privatklägerin B._____ unter anderem, dass sie ein Bild im Kopf habe, wo-

nach sich der Kopf eines Mannes oberhalb von ihr befunden habe, so wie wenn 

jemand sich auf dem Sitz mit den Händen abstütze (Urk. D3/4/1 Fragen 49 und 

50). Des Weiteren könne sie sich daran erinnern, dass sie gesagt habe, sie habe 

im Genitalbereich nach Sperma gerochen (Urk. D3/4/1 Frage 66). Der Vorinstanz 

ist insgesamt zu folgen, wenn sie ausführt, dass die Privatklägerin B._____ 

grundsätzlich konstante und gleichbleibende Aussagen über den Ablauf des Ge-

schehens gemacht habe, auch wenn sie sich nur noch an wenige Details habe er-

innern können. Durch die Bezugnahme auf gewisse Gedankengänge und auch ih-

re Gefühle habe sie ihren Schilderungen noch zusätzliche Lebendigkeit verliehen 

(Urk. 222 S. 102). Auch wenn sich die Privatklägerin B._____ nicht daran erinnern 

konnte, ob sie mit dem Beschuldigten Geschlechtsverkehr gehabt habe 

(Urk. D3/3/1 Fragen 46 und 47), ändert dies nichts daran, dass DNA-Spuren des 

Beschuldigten ab der Vagina und der Vulva sowie der vorderen Slipkante der Pri-

vatklägerin B._____ sichergestellt wurden (Urk. D3/10/4, Urk. 347 S. 14). Zwar 

versuchte die Verteidigung die Theorie aufzustellen, dass die DNA-Spuren auch 

auf andere Weise, namentlich indem der Beschuldigte die Privatklägerin B._____ 

mit seinen Fingern im Intimbereich berührt habe, dorthin gekommen sein könnten 

(Urk. 347 S. 14). Diese Theorie ist jedoch von der Hand zu weisen: Die Tatsache, 

dass sich der Beschuldigte und die Privatklägerin B._____ vor dem Vorfall nicht 

gekannt haben und seine DNA-Spuren unter anderem in ihrer Vagina gefunden 

wurden sowie ihre glaubhaften und authentischen Schilderungen zum Vorfall 

-  37  - 

sprechen eine eindeutige Sprache und lassen keinen anderen Schluss zu, als 

dass es zwischen dem Beschuldigten und der Privatklägerin zu Geschlechtsver-

kehr gekommen ist. Es besteht somit, auch nach den Ausführungen der Verteidi-

gung in der Berufungsverhandlung, keinerlei Veranlassung, von den glaubhaften 

Aussagen der Privatklägerin und der Auskunftspersonen bzw. Zeugen sowie den 

objektiven Beweismitteln abzuweichen. 

Zum Zustand der Privatklägerin B._____ führte die Verteidigung anlässlich der 

Berufungsverhandlung aus, dass diese zwar gemäss Aussagen aller Beteiligten 

stark alkoholisiert gewesen, aber nicht davon auszugehen sei, dass sie völlig ne-

ben sich gestanden sei, gar nicht mehr gewusst habe, was sie tat oder gar zum 

Widerstand unfähig gewesen sei. Denn wäre dem so gewesen, hätte ihr Kollege 

sie bestimmt nicht allein vor dem Club stehen gelassen (Urk. 347 S. 14). Dem 

sind die glaubhaften und konstanten Ausführungen der Auskunftspersonen bzw. 

Zeugen zum schlechten Zustand der Privatklägerin B._____ entgegenzuhalten, 

welche die Vorinstanz korrekt wiedergegeben und gewürdigt hat (vgl. Urk. 222 S. 

110 ff.). Ergänzend ist zudem der ärztliche Bericht zur rückgerechneten Blutalko-

holkonzentration (Urk. D3/8/5) zu erwähnen, welcher von mindestens 1.59 

Gew.‰ zum Tatzeitpunkt ausgeht und damit eine deutliche Trunkenheit der Pri-

vatklägerin B._____ bestätigt. Der Anklagesachverhalt und das Ergebnis der Vo-

rinstanz ist einzig dahingehend zu relativieren, dass sich nicht erstellen lässt, ob 

es beim Beschuldigten auch zur Ejakulation gekommen ist. Weder finden sich da-

für Angaben in den DNA-Akten des Forensischen Instituts Zürich und des Instituts 

für Rechtsmedizin (Urk. D3/10/1-10), noch äussern sich die Privatklägerin oder 

der Beschuldigte derart, dass zweifelsfrei von einer Ejakulation ausgegangen 

werden könnte.  

Bezüglich des für die Freiheitsberaubung relevanten Zeitraumes gehen die 

Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz davon aus, dass sich die Privatklägerin 

B._____ von zirka 2.30 Uhr bis 3.50 Uhr in der Gewalt des Beschuldigten befun-

den habe (Urk. D1/64, Urk. 222 S. 95 f.). Den Ausführungen der anlässlich der 

polizeilichen Einvernahme vom 11. Mai 2014 befragten Auskunftsperson 

AA._____ zufolge habe die Privatklägerin B._____ am Abend der Tat im Club 

-  38  - 

AB._____ eine Auseinandersetzung mit einer Frau aus der Lounge nebenan ge-

habt. Die Privatklägerin sei sodann aus dem Club gestellt worden, bis sie sich 

wieder beruhigt habe. Draussen habe die Privatklägerin B._____ nur noch weinen 

müssen und sie hätten dann nach Hause gehen wollen. Dies sei gegen 2.00 Uhr 

bis 2.30 Uhr gewesen. Daraufhin seien sie aber alle wieder in den Club zurückge-

kommen, wobei die Privatklägerin B._____ fast habe erbrechen müssen. Aus die-

sem Grund hätten sie den Club schlussendlich doch verlassen. Ein Kollege des 

Freundes der Zeugin AA._____ sei bei der Privatklägerin B._____ geblieben und 

sie (die Zeugin AA._____) und ihr Freund seien in den Club gegangen, um ihre 

Sachen zu holen. Auf einmal sei ihnen der Kollege entgegengekommen und habe 

gesagt, dass die Polizei die Privatklägerin B._____ mitnehmen wolle. Diese sei zu 

diesem Zeitpunkt bei einer Mauer gesessen. Als sie dorthin gekommen seien, sei 

die Privatklägerin B._____ bereits weggewesen, doch hätten sie Erbrochenes von 

ihr gefunden. Dies sei um etwa 2.30 Uhr bis 3.00 Uhr gewesen. Danach hätten 

sie bis gegen 5.00 Uhr nach der Privatklägerin B._____ gesucht (Urk. D3/3/3/1). 

Anlässlich der staatsanwaltschaftlichen Einvernahme vom 9. Juni 2020 erklärte 

die Zeugin AA._____, sie hätten zirka zwei Stunden nach der Privatklägerin 

B._____ gesucht und seien um zirka 4.00/5.00 Uhr nach Hause gekommen (Urk. 

D3/4/5/1).  

Die Auskunftsperson bzw. Zeugin AA._____ konnte einen stimmigen Ablauf des 

Abends schildern, nämlich wann sie nach Hause gehen wollten, wie lange sie 

nach der Privatklägerin B._____ gesucht haben und wann sie nach der vergebli-

chen Suche zu Hause ankamen. Auch wenn sich die jeweiligen Zeitabschnitte 

nicht mit genauester Sicherheit erstellen lassen, so ist dennoch aufgrund der 

Schilderungen der Auskunftsperson bzw. Zeugin AA._____, insbesondere dass 

sie gegen 5.00 Uhr nach Hause gekommen seien bzw. zirka zwei Stunden nach 

der Privatklägerin B._____ gesucht hätten, anzunehmen, dass sich die Privatklä-

gerin B._____ nicht bereits von 2.30 Uhr, sondern (spätestens) von 3.00 Uhr bis 

3.50 Uhr beim Beschuldigten befand. Der für die Sachverhaltserstellung und 

rechtliche Würdigung relevante Zeitraum ist somit von 3.00 Uhr bis 3.50 Uhr.  

2. Rechtliche Würdigung 

-  39  - 

Die rechtliche Subsumption der Vorinstanz in Bezug auf die Schändung gemäss 

Art. 191 StGB ist korrekt (Urk. 222 S. 120), es kann darauf verwiesen werden. 

Dass dem Beschuldigten keine Ejakulation nachgewiesen werden kann, ist recht-

lich unerheblich (vgl. dazu die allgemeinen rechtlichen Ausführungen der Vo-

rinstanz, Urk. 222 S. 58 E. 10.2.3 mit weiteren Hinweisen). Den Ausführungen der 

Verteidigung, wonach nicht davon ausgegangen werden könne, dass die Privat-

klägerin B._____ nicht mehr gewusst habe, was sie tat oder gar zum Widerstand 

unfähig gewesen sei (Urk. 347 S. 14), kann nicht gefolgt werden. Vielmehr ist 

aufgrund der Aussagen der Auskunftspersonen bzw. Zeugen und dem ärztlichen 

Bericht zur rückgerechneten Blutalkoholkonzentration von einem widerstandsun-

fähigen Zustand der Privatklägerin B._____ im Tatzeitraum auszugehen. Dass 

der Beschuldigte nicht gemerkt haben soll, dass sich die Privatklägerin B._____ in 

einem wehrlosen Zustand befand ist auszuschliessen. Es ist damit mit der Vo-

rinstanz von einem direktvorsätzlichen Handeln des Beschuldigten auszugehen. 

Unbehelflich ist sodann die Ausführung der Verteidigung, wonach der Beschuldig-

te sich sicher sei, nie eine Frau gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr ge-

zwungen zu haben (Urk. 347 S. 13 f.). Es ist für die rechtliche Qualifikation als 

Schändung nicht notwendig, dass der Beschuldigte gegen den (erklärten) Willen 

des Opfers gehandelt hat, sondern dass sich dieses in einem widerstands- bzw. 

urteilsunfähigen Zustand befunden hat. 

Sodann ist der Vorinstanz betreffend die rechtliche Würdigung in Bezug auf die 

Freiheitsberaubung und Entführung i.S.v. Art. 183 Ziff. 1 und Ziff. 2 zuzustimmen. 

Die Ausführungen der Verteidigung zur Freiheitsberaubung und Entführung 

(Urk. 347 S. 23) sind nicht stichhaltig und zu verwerfen (vgl. auch Ziff. II.B.2. und 

Ziff. II.C.2. vorstehend).  

Entsprechend ist der Beschuldigte auch bezüglich Dossier 3 anklagegemäss der 

Schändung i.S.v. Art. 191 StGB und der Freiheitsberaubung und Entführung i.S.v. 

Art. 183 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB schuldig zu sprechen. 

E. Dossier 4 / Delikte zum Nachteil der Privatklägerinnen E._____ und 
F._____ 

-  40  - 

1. Sachverhalt 

1.1. Die Anklage wirft dem Beschuldigten im Kerngeschehen im Wesentlichen 

vor, mit den Privatklägerinnen E._____ (damals 20-jährig) und F._____ (damals 

19-jährig) am 12. April 2014 von zirka 4.00 Uhr bis zirka 6.00 Uhr Folgendes ge-

macht zu haben: er habe die beiden in Kenntnis ihres betrunkenen und entspre-

chend schlechten Zustandes mit dem Versprechen, dass er das Mobiltelefon der 

Privatklägerin E._____ habe, in sein Fahrzeug gelockt und sei mit ihnen an die 

L._____-Strasse in Zürich gefahren, wo er sie während zirka 2 Stunden wissent-

lich unberechtigt im Fahrzeug behalten habe. Im parkierten Fahrzeug an der 

L._____-Strasse habe er sich auf den Rücksitz zur Privatklägerin E._____ bege-

ben, gegen ihren Willen einen Finger in ihre Vagina eingeführt und sei mutmass-

lich auch mit seinem Penis vaginal in sie eingedrungen und habe an ihr den Ge-

schlechtsverkehr vollzogen. Die Privatklägerin E._____ habe sich aufgrund ihres 

schlechten Zustandes weder verbal noch körperlich wehren können. Zudem habe 

sich der Beschuldigte während dieses Aufenthaltes an der L._____-Strasse im 

vorderen Teil des Fahrzeuges neben die Privatklägerin F._____, welche gedöst 

habe und keinerlei Körperspannung aufgewiesen habe, gesetzt. Er habe dabei 

gegen ihren Willen ihre Hose geöffnet, ihr mit der Hand über oder unter dem Slip 

an ihren Intimbereich gegriffen, worauf die Privatklägerin F._____ seine Hand 

weggedrückt und sich in Richtung der Autotüre gedreht habe. Zu einem späteren 

Zeitpunkt habe er ferner die Hand der Privatklägerin F._____ genommen und die-

se gegen ihren Willen gegen seinen nackten Penis gedrückt, worauf die Privat-

klägerin F._____ ihre Hand weggezogen habe. Dies alles habe der Beschuldigte 

wissentlich und willentlich in Kenntnis des schlechten physischen und psychi-

schen Zustandes der Privatklägerinnen, welche nicht mehr in der Lage gewesen 

seien, sich gegen die sexuellen Handlungen körperlich oder verbal zu wehren, 

ausgenutzt, um seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen (Urk. D1/64 S. 8 ff.). 

1.2. Die Vorinstanz erachtete den Anklagevorwurf aufgrund der Aussagen der 

Privatklägerinnen E._____ und F._____ sowie der Auskunftsperson bzw. des 

Zeugen AC._____ und der Bildaufnahmen der beiden Privatklägerinnen sowie der 

DNA-Akten als erstellt und sprach den Beschuldigen der Schändung i.S.v. Art. 

-  41  - 

191 StGB sowie der Freiheitsberaubung und Entführung i.S.v. Art. 183 Ziff. 1 und 

2 StGB schuldig (Urk. 222 S. 122 - 156).  

1.3.1. Der Beschuldigte anerkannte erstmals anlässlich der Hauptverhandlung mit 

den beiden Privatklägerinnen an die L._____-Strasse gefahren zu sein und der 

zum Teil besinnungslosen Privatklägerin E._____ seinen Finger in die Vagina 

eingeführt zu haben (Urk. 170 S. 15). Alles Weitere bestritt er (Urk. 170 S. 13 - 

16). Anlässlich der Befragung im Berufungsverfahren äusserte sich der Beschul-

digte nicht zur Sache (Urk. 346 S. 5 f.). Auf Vorhalt der beiden pharmakologisch-

toxikologischen Gutachten (Urk. D4/13/3 und Urk. D4/14/3) wollte er sich eben-

falls nicht äussern (Urk. 346 S. 6). 

1.3.2. Die Verteidigung brachte zur Begründung der Berufung vor, dass nicht 

erstellt sei, dass sich die Privatklägerinnen E._____ und F._____ in einem die Ur-

teils- oder Widerstandsfähigkeit ausschliessenden Zustand befunden hätten, der 

es ihnen nicht ermöglicht hätte, sich zu wehren oder zu entfernen. Ausserdem 

bestritt die Verteidigung, dass es zwischen der Privatklägerin E._____ und dem 

Beschuldigten zu Geschlechtsverkehr gekommen sei (Urk. 347 S. 16 f.). 

1.4. Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel zutreffend aufgeführt, sich 

zur Verwertbarkeit geäussert und die Einvernahmen der Privatklägerinnen 

E._____ und F._____, der Auskunftsperson bzw. Zeugen AC._____ und des Be-

schuldigten sehr ausführlich wiedergegeben (Urk. 222 S. 125 f., S. 127 ff.). Darauf 

wird verwiesen.  

1.5. Schliesslich hat sie die erhobenen Beweise sorgfältig und differenziert sowie 

mit korrektem Fazit gewürdigt (Urk. 222 S. 127 - 154), worauf ebenfalls verwiesen 

werden kann. Rekapitulierend und ergänzend ist festzuhalten, dass keinerlei 

Gründe ersichtlich sind, weshalb die beiden Privatklägerinnen den Beschuldigten 

unnötig belasten sollten, zumal auch keine Aggravationstendenzen oder Über-

treibungen erkennbar sind. Im Gegenteil, die Privatklägerinnen sagen sehr zu-

rückhaltend aus und deklarieren entsprechende Erinnerungslücken. Mit der Vo-

rinstanz zeigen sich ihre Aussagen als sehr lebensnah, konstant und überzeu-

gend, weshalb für die Sachverhaltserstellung vorbehaltlos darauf abgestellt wer-

-  42  - 

den kann. Die Angaben der Privatklägerinnen zu ihrem benommenen Zustand 

sind überdies stimmig mit den Einschätzungen in den pharmakologisch-

toxikologischen Gutachten (Urk. D4/13/3 und Urk. D4/14/3), welche festhalten, 

dass die beschriebenen Zustände der Privatklägerinnen eher untypisch für eine 

reine Alkoholisierung seien und durch eine Beeinflussung durch Substanzen er-

klärt werden könnten, welche sehr schnell ihre Wirkungen/Nebenwirkungen [wie 

z.B. GHB/GBL] verlieren würden. Demgegenüber erweisen sich die pauschalen 

und wenig sachdienlichen Bestreitungen des Beschuldigten als nicht glaubhaft, 

sie vermögen die überzeugenden Sachdarstellungen der Privatklägerinnen nicht 

zu relativieren. Die von der Verteidigung an der Berufungsverhandlung ins Feld 

geführte Videoaufnahme der beiden Privatklägerinnen (Urk. D4/5/4) vermag zwar 

für sich alleine – insofern ist der Verteidigung entgegenzukommen (Urk. 347 

S. 15) – eine Widerstandsunfähigkeit der Privatklägerinnen nicht zu begründen. 

Hinzukommen jedoch auch die Aussagen der Auskunftsperson bzw. des Zeugen 

AC._____ zum Zustand der Privatklägerinnen, welche mit der Vorinstanz zu 

Recht als in sich stimmig, authentisch und insgesamt glaubhaft (Urk. 222 S. 146 

ff.) zu qualifizieren sind. So führte er unter anderem aus, dass er die Privatkläge-

rin F._____ fast aus dem Club habe tragen müssen und die beiden Frauen noch 

nie so erlebt habe (Urk. D4/10/4/1 Fragen 29 und 51). Sodann sei die Privatkläge-

rin E._____ kaum mehr ansprechbar gewesen und habe auf Fragen nur noch mit 

"Ja" und "Nein" geantwortet (Urk. D4/11/6 Frage 12). Der Zustand der Wider-

standsunfähigkeit der Privatklägerinnen E._____ und F._____ lässt sich daher mit 

den über die Videoaufnahme hinausgehenden Aussagen der Auskunftsperson 

bzw. des Zeugen AC._____ sowie der Privatklägerinnen E._____ und F._____ 

und den pharmakologisch-toxikologischen Gutachten erstellen.  

Bezüglich der sexuellen Handlungen bzw. des Geschlechtsverkehrs mit der Pri-

vatklägerin E._____ ist der Umstand stark belastend, dass sich im Vaginalab-

strich, welcher der Privatklägerin E._____ entnommen wurde, Spermaspuren be-

fanden, welche sich dem Beschuldigten zuordnen lassen (Urk. D4/17/10 und 

D4/17/14). Sowohl zu diesen Spuren als auch den übrigen Sperma- und DNA-

Spuren sagte der Beschuldigte aus, nicht zu wissen, wie sie dorthin gekommen 

seien (Urk. 170 S. 13 f.). Anlässlich der Berufungsverhandlung wollte sich der Be-

-  43  - 

schuldigte nicht mehr dazu äussern (Urk. 346 S. 6). Trotz Aussage- und Mitwir-

kungsverweigerungsrecht trifft den Beschuldigten gemäss Rechtsprechung in ge-

wissen Situationen insofern eine Beweisobliegenheit, als die belastenden Bewei-

se vernünftigerweise nach einer Erklärung rufen, die der Beschuldigte geben 

müsste (vgl. BGer 1P.641/2000 vom 24. April 2001, publ. in: Pra 90/2001 Nr. 110 

E. 3). Die Verteidigung führte diesbezüglich anlässlich der Berufungsverhandlung 

aus, dass die Spermaspuren auch auf anderem Weg an diese Stellen gekommen 

sein könnten, zumal die Privatklägerin E._____ auch geltend mache, der Be-

schuldigte habe einen Finger in ihre Vagina eingeführt. Es wäre zudem unwahr-

scheinlich, dass sich die Privatklägerin E._____, die sich offenbar an gewisse 

Handlungen erinnern könne, gerade an die Vornahme von Geschlechtsverkehr 

nicht erinnern könnte. Dies insbesondere, weil sie zu jenem Zeitpunkt noch Jung-

frau gewesen sei und der Geschlechtsverkehr somit wahrscheinlich auch mit 

Schmerzen und Blutungen verbunden gewesen wäre (Urk. 347 S. 16 f.). Der Ver-

teidigung kann diesbezüglich nicht gefolgt werden: Zunächst ist es notorisch, dass 

die Symptome beim ersten Geschlechtsverkehr nicht bei jeder Frau gleich sind 

und auch nicht mit Blutungen und Schmerzen verbunden sein müssen. Des Wei-

teren hat die Privatklägerin E._____ das Tatgeschehen rund um den sexuellen 

Übergriff glaubhaft und konstant geschildert (Urk. 222 S. 133), wohingegen die 

Aussagen des Beschuldigten mit der Vorinstanz insgesamt nicht glaubhaft, wider-

sprüchlich und inkonsistent waren (Urk. 222 S. 146). Die Tatsache, dass die DNA 

sowie Spermaspuren des Beschuldigten in der Vagina der Privatklägerin E._____ 

gefunden wurden und sich die beiden vor der Tatnacht nicht bekannt waren, kann 

entgegen der Verteidigung nicht anders interpretiert werden, als dass es in der 

fraglichen Nacht zwischen der Privatklägerin E._____ und dem Beschuldigten zu 

Geschlechtsverkehr gekommen sein muss. Insbesondere die Erklärung der Ver-

teidigung mit dem Finger des Beschuldigten vermag aufgrund der Gesamtum-

stände nicht zu überzeugen. Entsprechend ist die Täterschaft des Beschuldigten 

als nachgewiesen zu erachten und der Anklagesachverhalt auch diesbezüglich 

erstellt.  

Sodann ist noch auf die Ausführungen der Verteidigung einzugehen, wonach die 

Auskunftsperson AD._____ berichtet habe, er habe am gleichen Abend die 

-  44  - 

Privatklägerin E._____ im Club AB._____ getroffen und eine sexuelle Begegnung 

mit ihr gehabt. So hätten sie Zungenküsse ausgetauscht und er habe ihr den Fin-

ger "rein" gesteckt. Die Verteidigung möchte mit diesen Ausführungen aufzeigen, 

dass zumindest die Privatklägerin E._____ an jenem Abend genau gewusst habe, 

was sie wolle und ihren Willen in Bezug auf sexuelle Handlungen durchaus habe 

frei bilden und ausdrücken können (Urk. 347 S. 15 f.). Die Aussagen der Aus-

kunftsperson AD._____ vermögen nichts zum Beweisergebnis zum relevanten 

Tatzeitraum beizutragen (weder zugunsten noch zuungunsten des Beschuldigten) 

und sind irrelevant. Dass die Privatklägerin E._____ am gleichen Abend eine ein-

vernehmliche sexuelle Begegnung mit einem anderen Mann gehabt haben soll, 

lässt nicht den Schluss zu, dass sie sich auch bezüglich der späteren sexuellen 

Handlungen mit dem Beschuldigten einen freien Willen hat bilden können. 

Bezüglich der an der Privatklägerin F._____ vorgenommenen sexuellen Handlun-

gen kann auf die Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden, welche die 

Aussagen der Privatklägerin zu Recht als insgesamt glaubhaft bezeichnet und 

festhält, dass sie mit den glaubhaften Aussagen der Privatklägerin E._____ und 

den übrigen Beweismitteln übereinstimmen (Urk. 222 S. 140). Es kann auch hier 

rekapitulierend festgehalten werden, dass die Privatklägerin F._____ keinerlei 

Gründe hatte, den Beschuldigten zu Unrecht zu belasten. Des Weiteren fanden 

sich auch vorliegend DNA-Spuren des Beschuldigten im Spickelbereich innen des 

Slips der Privatklägerin F._____ (Urk. D4/17/10), welche die Vornahme der sexu-

ellen Handlungen zusätzlich belegen. 

2. Rechtliche Würdigung 

Auf die zutreffende rechtliche Würdigung der Vorinstanz in Bezug auf die Schän-

dung im Sinne von Art. 191 StGB und der Freiheitsberaubung und Entführung im 

Sinne von Art. 183 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB (Urk. 222 S. 154 ff.) kann verwiesen 

werden. Der Vorinstanz ist ohne Weiteres zuzustimmen, wenn sie von einem 

direktvorsätzlichen Vorgehen des Beschuldigten ausgeht. Aufgrund der glaubhaf-

ten Aussagen der Auskunftsperson bzw. des Zeugen AC._____ sowie der beiden 

Privatklägerinnen selbst ist ihre Urteils- bzw. Widerstandsunfähigkeit als erstellt 

zu erachten. Dass sich der Beschuldigte dessen nicht bewusst gewesen sein soll, 

-  45  - 

dass sich die Privatklägerinnen E._____ und F._____ nicht haben wehren kön-

nen, ist zu verneinen. Der Beschuldigte nutzte vielmehr den wehrlosen Zustand 

der Privatklägerinnen für seine eigene sexuelle Befriedigung gezielt aus. Entspre-

chend sind die Ausführungen der Verteidigung bezüglich der Widerstandsunfä-

higkeit i.S.v. Art. 191 StGB (Urk. 347 S. 22 f.) zu verwerfen. Die Vorbringen der 

Verteidigung, wonach sich die Privatklägerinnen im Wesentlichen nur bruchstück-

haft hätten erinnern und keine Details hätten angeben können, sich jedoch hin-

sichtlich gewisser Aspekte, etwa dass ihnen in die Hosen gegriffen worden sei, 

ganz sicher seien (Urk. 347 S. 16), bestätigen den schlechten Allgemeinzustand 

der Privatklägerinnen und lassen sich in keiner Weise zu Gunsten des Beschul-

digten deuten. Der Beschuldigte ist entsprechend anklagegemäss der Schändung 

im Sinne von Art. 191 StGB und der Freiheitsberaubung und Entführung im Sinne 

von Art. 183 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB zum Nachteil der Privatklägerin E._____ so-

wie der Schändung im Sinne von Art. 191 StGB und der Freiheitsberaubung und 

Entführung im Sinne von Art. 183 Ziff. 1 und Ziff. 2 StGB zum Nachteil der Privat-

klägerin F._____ schuldig zu sprechen.  

F. Dossier 6 / Delikte zum Nachteil der Privatklägerin K._____  

1. Sachverhalt 

1.1. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten im Kerngeschehen vor, die 

damals 19-jährige Privatklägerin K._____, welche aufgrund ihres Alkoholkonsums 

und der Müdigkeit in einem sehr schlechten psychischen und physischen Zustand 

gewesen sei, in der Nähe des Clubs AB._____ in Zürich in sein Fahrzeug auf die 

Rückbank verbracht zu haben. Schliesslich sei er mit ihr unter dem Vorwand, 

dass er sie nach Hause bringe, an die L._____-Strasse in Zürich gefahren und 

habe sie dort, wissentlich unberechtigt, während 1.5 Stunden im Fahrzeug behal-

ten. Während dieser Zeit habe er sich im Fahrzeug beifahrerseitig zwischen 

Rückbank und nach vorne gekipptem Beifahrersitz auf Kopfhöhe der Privatkläge-

rin K._____ gekniet, ihr mehrfach den Daumen in den Mund gehalten, mit der an-

deren Hand seinen erigierten Penis gehalten und ihr diesen in den Mund stecken, 

und dabei wissentlich und willentlich gegen ihren Willen ihren schlechten psychi-

schen und physischen Zustand zur Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse 

-  46  - 

ausnutzen wollen. Die Privatklägerin K._____ habe in diesem Moment die Augen 

geöffnet und habe in Panik aus dem verriegelten Fahrzeug fliehen wollen. 

Schliesslich habe der Beschuldigte das Fahrzeug entriegelt und die Privatklägerin 

habe es Richtung Bahnhof AE._____ verlassen können, wo sie ein Taxi nach 

Hause genommen habe (Urk. D1/64 S. 14 ff.).  

1.2. Die Vorinstanz qualifizierte den rechtlich relevanten Sachverhalt aufgrund 

der Sachdarstellung der Privatklägerin K._____ und der Auskunftsperson bzw. 

Zeugin AF._____ sowie der Lebendwahlkonfrontation als erstellt und sprach den 

Beschuldigten der versuchten Schändung i.S.v. Art. 191 i.V.m. Art. 22 Abs. 1 

StGB sowie der Freiheitsberaubung und Entführung i.S.v. Art. 183 Ziff. 1 und Ziff. 

2 StGB schuldig (Urk. 222 S. 175 - 202). 

1.3.1. Der Beschuldigte bestreitet den Tatvorwurf durchwegs, sofern er nicht von 

seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht (Urk. 222 S. 178 und 192 

ff., je mit weiteren Verweisen). Anlässlich der Berufungsverhandlung äusserte 

sich der Beschuldigte nicht zur Sache (Urk. 346 S. 6).  

1.3.2. Die Berufung begründet die Verteidigung damit, dass keine objektiven 

Beweismittel vorliegen würden, welche den Beschuldigten mit der Privatklägerin 

K._____ in Verbindung bringen würden. Es seien keine DNA-Spuren von ihm bei 

der Privatklägerin K._____ festgestellt worden oder umgekehrt. Ausserdem rügte 

die Verteidigung die mangelhafte Durchführung der Lebendwahlkonfrontation, 

anlässlich welcher die Privatklägerin K._____ den Beschuldigten erkannt haben 

wolle (Urk. 347 S. 17 ff.). 

1.4.1. Die Vorinstanz hat die relevanten Beweismittel zutreffend aufgelistet, sich 

korrekt zu deren Verwertbarkeit geäussert (Urk. 222 S. 179) und die Aussagen 

der Privatklägerin K._____, des Beschuldigten sowie der Auskunftsperson bzw. 

Zeugin AF._____ detailliert wiedergegeben (Urk. 222 S. 180 ff., 192 f. und 194 f.). 

Darauf wird verwiesen. Sie gelangte mit einer überzeugenden sowie sorgfältigen 

und differenzierten Beweiswürdigung zum Schluss, dass der eingeklagte Sach-

verhalt, sofern für die rechtliche Würdigung relevant, erstellt sei (Urk. 222 S. 175 - 

-  47  - 

199). Das Fazit der Vorinstanz ist vorbehaltlos zu bestätigen. Die nachfolgenden 

Ausführungen verstehen sich präzisierend und rekapitulierend. 

1.4.2. Den Bedenken der amtlichen Verteidigung zur durchgeführten Lebend-

wahlkonfrontation vom 21. Mai 2019 (vgl. Urk. 184 S. 36) ist die Vorinstanz mit 

zutreffenden Argumenten begegnet (Urk. 222 S. 191 f.). Die Sichtung der ent-

sprechenden Filmdatei (Urk. D6/6/3), welche die Konfrontation in voller Länge 

wiedergibt, lässt ein ordentlich durchgeführtes Prozedere erkennen. Wenn die 

Verteidigung ein uniformes Auftreten der übrigen fünf Beteiligten suggerieren will, 

so ist dies haltlos. Einerseits hatten diese nicht konstant die Hände vor dem Ho-

senbund gekreuzt, andererseits entspricht ihre Kleidung der damals gängigen, 

saisongerechten Alltags- und Freizeitbekleidung der breiten Bevölkerung, insbe-

sondere auch, was das schwarz-weisse Schuhwerk betrifft. Auch dass sich der 

Beschuldigte, wie die Verteidigung an der Berufungsverhandlung ausführte, von 

Aussehen und Verhalten her deutlich von den fünf Vergleichspersonen, allesamt 

geschulte und instruierte Polizisten, unterscheide und aufgrund seines Alters von 

ihnen abhebe, da vier von fünf Vergleichspersonen zwischen acht und 17 Jahre 

jünger als der Beschuldigte seien, überzeugt nicht (Urk. 347 S. 18). Rechtsanwäl-

tin lic. iur. Y2._____ hielt richtigerweise fest, dass die Privatklägerin K._____ den 

Beschuldigten zwischen 20 bis 25 Jahre geschätzt habe (Prot. II S. 43; Urk. 

D6/3/1 Frage 21). Trotz dieser ursprünglichen Einschätzung konnte sie den Be-

schuldigten aber als Täter identifizieren. Auch die Annahme der Verteidigung, die 

Privatklägerin K._____ habe vor der Lebendwahlkonfrontation Aktenkenntnis ge-

habt und somit nicht unvoreingenommen an die Lebendwahlkonfrontation heran-

gehen können (Urk. 347 S. 19), wirkt gesucht und nicht überzeugend. Dass eine 

Beeinflussung der Privatklägerin K._____ von Seiten der Rechtsanwältin lic. iur. 

Y2._____ oder des leitenden Beamten der Lebendwahlkonfrontation stattgefun-

den habe, wie die Verteidigung zu konstruieren versucht (Ur