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**Case Identifier:** 38e21a59-b43a-5053-9e92-18a3910dcf9e
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-10-15
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 15.10.2020 725 20 155/245
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-20-155-245_2020-10-15.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 15. Oktober 2020 (725 20 155 / 245) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Würdigung der Arztberichte 

 

 
Besetzung Vizepräsident Christof Enderle, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Beat Hersberger, Gerichtsschreiber Daniel Gfeller 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Raffaella Biaggi, Advoka-
tin, Advokatur Biaggi, St. Jakobs-Strasse 11, Postfach 2102, 
4002 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 SWICA Versicherungen AG, Rechtsdienst, Römerstrasse 37, Post-
fach, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 

 
 
 
A. Der 1997 geborene A.____ war beim Restaurant X.____ als Pizzakurier angestellt und 
bei der Swica Versicherungen AG (Swica) unfallversichert als er am 8. Oktober 2018 als Kunde 
eines Taxis verunfallte. Die Taxilenkerin befuhr auf der Autobahn A1 bei der Verzweigung H.____ 
in Richtung I.____ die Ausfahrt J.____ mit stark übersetzter Geschwindigkeit (ca. 110 km/h bei 
einer signalisierten Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h). Überrascht durch die scharfe Rechts-
kurve versuchte sie durch Betätigung der Bremsen und starkes Rechtssteuern die Kurve zu hal-

 

 
 
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ten, was ihr aber nicht gelang. Sie geriet mit ihrem Fahrzeug vielmehr auf die ansteigende Leit-
einrichtung, wobei das Taxi abhob und sich mehrfach im angrenzenden Wiesland überschlug. 
Die nicht angegurtete Taxilenkerin wurde aus dem linken Seitenfenster geschleudert und verstarb 
noch auf der Unfallstelle. A.____, welcher sich angegurtet auf dem Beifahrersitz befand, konnte 
selbständig aus dem stark beschädigten Taxi aussteigen und wurde in Spitalpflege verbracht. Die 
Swica richtete in der Folge auf der Basis einer Arbeitsunfähigkeit von 100 % ab dem 9. Oktober 
2018 Unfalltaggelder aus und übernahm die Behandlungskosten der Unfallfolgen. Das Arbeits-
verhältnis von A.____ wurde vom Restaurant X.____ am 31. Januar 2019 per 28. Februar 2019 
aufgelöst. Mit Verfügung vom 16. Dezember 2019 teilte die Swica dem Versicherten mit, dass 
der Fall abgeschlossen werde und er ab dem 20. November 2019 keinen Anspruch mehr auf 
Heilbehandlung und Taggelder habe. Eine gegen diese Verfügung erhobene Einsprache wies die 
Swica mit Entscheid vom 25. März 2020 ab. 
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Advokatin Raffaella Biaggi, mit Schreiben vom 
23. April 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht (Kantonsgericht). Darin beantragte er, der angefochtene Einspracheentscheid sei auf-
zuheben und die Beschwerdegegnerin zu verurteilen, ihm auch in der Zeit ab dem 19. November 
2019 die gesetzlichen Leistungen auszurichten. Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu ver-
urteilen, den rechtserheblichen medizinischen Sachverhalt durch ein fachpsychiatrisches Gut-
achten zu beurteilen. Des Weiteren wurde um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeiständung 
für das Beschwerdeverfahren ersucht.  
 
C.  In ihrer Vernehmlassung vom 26. Mai 2020 beantragte die Swica, die Beschwerde sei 
abzuweisen. 
 
D. Mit Verfügung vom 17. Juni 2020 wies die Abteilungspräsidentin des Kantonsgerichts 
das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung ab.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kantons, 
in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vorliegend 
befindet sich dieser in Y.____, weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsgerichts zu bejahen 
ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessordnung 
(VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantonsgericht als Versicherungsgericht als einzige 
gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden gegen Einspracheentscheide der Versicherungs-

 

 
 
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träger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch sachlich zur Behandlung der vorliegenden Be-
schwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- und formgerecht erhobene – Beschwerde des 
Versicherten ist demnach einzutreten. 
 
2. Streitig und im Folgenden zu prüfen ist, ob die Swica ihre Leistungen zu Recht per 
19. November 2019 eingestellt hat. 
 
2.1 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren. Art. 10 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen (Heilbehand-
lung). Ist die versicherte Person infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat sie 
gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG Anspruch auf ein Taggeld. Dieses beträgt bei voller Arbeitsunfähig-
keit 80 % des versicherten Verdienstes. Bei teilweiser Arbeitsunfähigkeit wird es entsprechend 
gekürzt (Art. 17 Abs.1 UVG). Der Anspruch entsteht gemäss Art. 16 Abs. 2 UVG am dritten Tag 
nach dem Unfalltag und er erlischt mit der Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit, mit dem 
Beginn einer Rente oder mit dem Tod der versicherten Person. Art. 18 Abs. 1 UVG gewährt der 
versicherten Person Anspruch auf eine Invalidenrente, wenn sie infolge des Unfalles zu mindes-
tens 10 % invalid ist und sich der Unfall vor Erreichen des ordentlichen Rentenalters ereignet hat. 
Der Rentenanspruch entsteht, wenn von der Fortsetzung der ärztlichen Behandlung keine nam-
hafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann 
und allfällige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung (IV) abgeschlossen sind. Mit 
dem Rentenbeginn fallen die Heilbehandlung und die Taggeldleistungen dahin (Art. 19 Abs. 1 
UVG). 
 
Ein weiterer Anspruch auf die vorübergehenden UV-Leistungen Heilbehandlung (Art. 10 UVG) 
und Taggeld (Art. 16 f. UVG) setzt nach Gesetz und Praxis voraus, dass von einer Fortsetzung 
der ärztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des – unfallbedingt beeinträchtigten – 
Gesundheitszustandes erwartet werden kann oder dass noch Eingliederungsmassnahmen der 
IV laufen. Trifft beides nicht (mehr) zu, hat der Versicherer den Fall unter Einstellung der vorüber-
gehenden Leistungen abzuschliessen und den Anspruch auf eine Invalidenrente und auf eine 
Integritätsentschädigung zu prüfen (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4; Urteil des Bundes-
gerichts vom 1. Juni 2011, 8C_100/2011, E. 2.1). Der Taggeldanspruch erlischt auch beim Weg-
fall seiner Anspruchsvoraussetzung der Arbeitsunfähigkeit, somit im Zeitpunkt der vollen Wieder-
erlangung der Fähigkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten 
(Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG i.V.m. Art. 6 ATSG).  
 
2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt voraus, dass zwischen 
dem versicherten Ereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Inva-
lidität, Integritätsschädigung) ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang besteht 
(BGE 129 V 181 E. 3.1 und 3.2). Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind 
alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder 
nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. 
Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs 

 

 
 
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nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Stö-
rungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis im Sinne einer Teilursache zusammen mit 
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträch-
tigt hat, das Ereignis mit anderen Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die 
eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 337 E. 1 mit 
weiteren Hinweisen). Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Stö-
rung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die rechtsanwen-
dende Behörde – die Verwaltung oder im Streitfall das Gericht – im Rahmen der ihr obliegenden 
Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegen-
den Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt 
für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 181 E. 3.1 mit Hinweisen). 
 
3.1 Für die Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie der Beurteilung des Gesundheits-
zustandes und der Arbeitsfähigkeit sowie der Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im 
Bereich der Medizin – ist die Verwaltung bzw. das Gericht regelmässig auf Unterlagen angewie-
sen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu stellen sind. Das Gericht hat diese 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts[ATSG] vom 6. Oktober 2000) – wie alle anderen Beweismittel – frei, 
d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 
Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig, von wem sie 
stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Unterlagen eine 
zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf es bei ei-
nander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, ohne das ge-
samte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht 
auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist 
demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Unter-
suchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten 
(Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und 
in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 232 E. 5.1, 125 V 352 E. 3a, 122 V 160 
E. 1c). 
 
3.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 f. E. 4.4 und 4.5). So wird zur Frage der beweisrechtlichen Verwertbarkeit der 
Berichte und Gutachten versicherungsinterner Fachpersonen der Grundsatz betont, wonach al-
leine ein Anstellungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger nicht schon auf man-
gelnde Objektivität und Befangenheit schliessen lässt (BGE 125 V 353 E. 3b/ee). Diesen Berich-
ten kommt allerdings nicht derselbe Beweiswert wie einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG ein-
geholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgutachten zu, sie sind 

 

 
 
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aber soweit zu berücksichtigen, als auch nicht geringe Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schlussfol-
gerungen bestehen (BGE 135 V 471 E. 4.7). 
 
4. In vorliegender Angelegenheit liegen im Wesentlichen folgende relevanten medizini-
schen Unterlagen vor: 
 
4.1 Am 28.Oktober 2019 ergeht das von der Swica in Auftrag gegebene bidisziplinäre ortho-
pädisch-psychiatrische Gutachten des Ärztlichen Begutachtungsinstitut GmbH (ABI).  
 
4.1.1 Im orthopädischen Teilgutachten stellt Dr. med. B.____, FMH Orthopädische Chirurgie, 
keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit. Als Diagnosen ohne Auswirkung auf die 
Arbeitsfähigkeit führt Dr. B.____ residuelle Schulterschmerzen rechts, aktuell weitestgehend un-
auffälliger klinischer Befund ohne objektivierbare funktionelle Defizite und anamnestisch Status 
nach AC-Gelenksdistorsion Grad I nach Rockwood vom 8. Oktober 2018, an. Weiter wird ausge-
führt, anlässlich der aktuellen Untersuchung liessen sich keine pathologischen Befunde am Be-
wegungsapparat mehr erheben. Das Ereignis vom 8. Oktober 2018 sei anfangs zwar überwie-
gend wahrscheinlich eine Ursache der vom Versicherten beklagten Beschwerden am Bewe-
gungsapparat gewesen. Diese würden heute aber nicht mehr in relevanter Weise geltend ge-
macht und hätten auch kein objektiv fassbares Korrelat mehr. Gemäss den zur Verfügung ste-
henden Dokumenten und den eigenen Angaben des Versicherten hätten zum Zeitpunkt des Un-
fallereignisses keine pathologischen Befunde am Bewegungsapparat bestanden. Aus orthopädi-
scher Sicht liesse sich insgesamt keine Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit objek-
tivieren. Aus orthopädischer Sicht würden sich keine Hinweise auf eine durch das Ereignis vom 
8. Oktober 2018 ausgelöste dauerhafte Beeinträchtigung der körperlichen Integrität ergeben und 
eine solche sei aus heutiger Sicht unfallkausal auch für die Zukunft nicht zu erwarten.  
 
4.1.2 Aus psychiatrischer Sicht diagnostiziert Dr. med. C.____, FMH Psychiatrie und Psycho-
therapie, ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit einen Status nach posttraumatischer Belastungs-
störung, eine nicht näher bezeichnete Angststörung sowie unreife und selbstunsichere Persön-
lichkeitszüge. Der Beschwerdeführer leide noch zwei- bis dreimal monatlich unter angstbesetzten 
Träumen, seit März 2019 sei es ihm aber wieder möglich, Auto zu fahren. Es sei auch ohne 
weiteres möglich gewesen, sich mit dem Beschwerdeführer detailliert über das Unfallgeschehen 
zu unterhalten, ohne dass er dabei in vegetative Erregung geraten wäre. Die Diagnose einer 
posttraumatischen Belastungsstörung könne somit nicht mehr gestellt werden. Es sei davon aus-
zugehen, dass der Beschwerdeführer in den ersten Monaten nach dem Unfall unter einer post-
traumatischen Belastungsstörung gelitten habe, diese sei in der Zwischenzeit aber nicht mehr 
nachweisbar. Der Beschwerdeführer leide seit seiner Kindheit unter einem Stottern, seine intel-
lektuellen Leistungen seien unterdurchschnittlich und er habe schon vor dem Unfall Mühe gehabt, 
sich im Berufsleben zu integrieren. Er sei fixiert auf seine Familie, namentlich auf seine Mutter, 
bei der auch schlafe, und pflege ausserhalb seiner Familie nur wenige soziale Kontakte. Die un-
reifen und selbstunsicheren Persönlichkeitszüge hätten aber schon vor dem Unfall bestanden 
und seien ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit. Die Symptome der posttraumatischen Belas-
tungsstörung seien nicht mehr nachweisbar. Es bestehe noch eine leicht erhöhte Ängstlichkeit, 
die den Beschwerdeführer aber im Alltag nicht einschränke. Er sei in der Lage, sich frei in der 

 

 
 
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Öffentlichkeit zu bewegen, er unternehme alleine Spaziergänge und fahre auch seit März 2019 
wieder Auto. Spätestens seit Untersuchungsdatum vom 11. September 2019 bestehe aus psy-
chiatrischer Sicht keine Beschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit mehr. Anhaltende 
Folge des Unfalles sei einzig die aktuell noch leicht erhöhte Ängstlichkeit, welche aber keine 
Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit habe.  
 
4.1.3 In der Konsensbeurteilung wird festgehalten, dass der Beschwerdeführer zu 100 % ar-
beits- und leistungsfähig sei.  
 
4.2 Der behandelnde Arzt Dr. med. E.____, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, hält als 
Diagnose eine posttraumatische Belastungsstörung fest. Er habe den Versicherten erstmals am 
3. November 2018 gesehen. Nachdem dieser vorübergehend bei Dr. K.____ in Behandlung ge-
wesen sei, habe er die Behandlung ab März 2019 wieder bei ihm fortgesetzt. Weil sich an der 
Symptomatik nichts geändert habe, habe er den Versicherten damals zur Verhaltenstherapie an 
die Klinik F.____ überwiesen, wo er seither in Therapie sei. Seine Rolle habe sich fortan auf die 
medikamentöse Therapie beschränkt. Verschiedene Antidepressiva seien letztlich ohne Erfolg 
geblieben und abgesetzt worden. Im Verlauf der Therapie sei es durchaus zu einer leichten Bes-
serung der Symptomatik gekommen, ohne dass allerdings von einer Remission zu reden wäre. 
Es würden viele andere Probleme bestehen, z. B sozialer Art, das Stottern etc.  
 
4.3 Mit Schreiben vom 27. November 2019 nimmt die behandelnde Psychologin, 
M. Sc. G.____, zum ABI-Gutachten Stellung. Sie führt im Wesentlichen aus, die Diagnose einer 
posttraumatischen Belastungsstörung sei erfüllt. Als Folge des Unfalls berichte der Versicherte 
von Wiedererleben (Bilder, Gedanken), wiederkehrenden Träumen vom Unfall, intensiver Belas-
tung und körperlichen Reaktionen bei Konfrontation mit Hinweisreizen vom Trauma, erhöhtem 
Arousal etc. Der Versicherte sei wieder in der Lage, selbst Auto zu fahren. Beim Unfall sei er 
Mitfahrer gewesen und es sei ihm seither nicht mehr möglich, als Beifahrer mitzufahren. Momen-
tan fühle er sich nicht in der Lage zu arbeiten. Ziel sei es nach dem stationären Aufenthalt mit 
Hilfe einer beruflichen Massnahme der IV den Wiedereinstieg in die Arbeitstätigkeit durchzufüh-
ren. Zur Bearbeitung des Traumas sei der Versicherte von ihr für einen stationären Aufenthalt auf 
einer Station, welche sich auf die Behandlung von Traumafolgestörungen spezialisiert habe, an-
gemeldet worden.  
 
4.4 Mit Austrittsbericht vom 27. Februar 2020 berichtet die Klinik D.____ vom Aufenthalt des 
Beschwerdeführers vom 17. Februar bis 24. Februar 2020 in der Klinik. Es werden folgende Di-
agnosen aufgeführt: Posttraumatische Belastungsstörung; Stottern; Verdacht auf Lernstörung 
DD Intelligenzminderung; Adipositas durch übermässige Kalorienzufuhr: Adipositas Grad I 
(WHO), BMI 31.8; Schmerzen in den Extremitäten: Schulterregion (Klavikula, Skapula, Akromi-
oklavikular-, Schulter-, Steroklavikulargelenk); Schulterschmerzen rechts bei St. n. Autounfall im 
10/2018. Als Befund wird angegeben: Wach, zeitlich, örtlich, situativ und zur Person vollständig 
orientiert. Keine Aufmerksamkeits- und Auffassungsstörungen, keine Konzentrationsstörungen, 
mnestische Störungen: Intrusionen und Flashbacks. Keine formalen Denkstörungen, keine inhalt-
lichen Denkstörungen, keine Sinnestäuschungen, keine Ich-Störungen. Im Affekt euthym, emoti-

 

 
 
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onale Schwingungsfähigkeit intakt, Antrieb intakt und Psychomotorik gestört. Stottern, innere An-
spannung, keine circadianen Besonderheiten, Nachtschlaf gestört: Einschlafstörungen und Alb-
träume und Appetit gut, Ängste: Angst vor dem Autofahren, insb. als Beifahrer, Vermeidungsver-
halten, keine Zwänge, keine akute Suizidalität. Keine Fremdgefährdung. Als Beurteilung und Ver-
lauf wird angegeben: Die typischen Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung wie ge-
steigerte Ängstlichkeit Hyperarousal, Intrusionen und Vermeidungsverhalten seien vorhanden. 
Der Patient habe sich während des gesamten stationären Aufenthalts freundlich, angepasst mit 
euthymer Stimmungslage präsentiert. Von der Patientengruppe habe sich der Versicherte ten-
denziell eher zurückgezogen und die Unterstützung des Pflegepersonals nur sporadisch in An-
spruch genommen. Es sei bei bestehenden Einschlafstörungen eine schlafunterstützende Medi-
kation empfohlen worden. Dies sei vom Patienten zum aktuellen Zeitpunkt nicht gewünscht wor-
den, sodass keine medikamentöse Optimierung erfolgt sei. Auf ausdrücklichen Wunsch des Pa-
tienten und bei fehlenden Hinweisen auf akute Selbst- und Fremdgefährdung sei der Austritt am 
24. Februar 2020 erfolgt. Seinen Austrittswunsch begründete der Patient damit, dass er plane, 
sobald als möglich wieder eine Arbeitsstelle finden zu wollen und dass er seine psychische Ver-
fassung aktuell als gut und nicht einschränkend empfinde. Die Weiterführung der psychiatrisch-
psychotherapeutischen Behandlung im ambulanten Setting sei indiziert.  
 
5. Die Swica hat sich zur Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit 
des Beschwerdeführers auf das bidisziplinäre ABI-Gutachten von Dr. B.____ und Dr. C.____ ge-
stützt und dementsprechend ihre Leistungen per 19. November 2019 eingestellt. Dieses Vorge-
hen ist nicht zu beanstanden.  
 
Vorweg kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer zu Recht keine Einwände gegen 
das orthopädische Teilgutachten von Dr. B.____ vorbringt. Sowohl formal als auch inhaltlich ent-
spricht das Gutachten den bundesgerichtlichen Anforderungen an ein beweistaugliches Gutach-
ten. Die Feststellung des Gutachters, wonach keine wesentliche Beeinträchtigung und keine Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit mehr besteht, wurde nachvollziehbar und schlüssig begründet. 
Gleiches gilt auch für das psychiatrische Teilgutachten. Es beruht auf einer persönlichen Unter-
suchung des Beschwerdeführers, berücksichtigt seine Krankengeschichte und setzt sich auch 
mit den dazumal vorliegenden Arztberichten auseinander und er begründet, weshalb er die Ein-
gangskriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung als nicht mehr erfüllt erachtet.  
 
In Bezug auf die psychiatrische Situation wendet der Beschwerdeführer ein, dass die posttrau-
matische Belastungsstörung entgegen der gutachterlichen Einschätzung nicht remittiert sei und 
verweist auf die späteren Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. E.____ vom 25. November 
2019 und der behandelnden Psychologin G.____ vom 27. November 2019. Diesbezüglich ist 
festzuhalten, dass sich diese beiden Berichte darauf beschränken, die posttraumatische Belas-
tungsstörung als Krankheitsbild zu definieren und einzelne beim Beschwerdeführer noch vorlie-
gende Symptome aufzuzählen. Dabei fällt allerdings auf, dass die beschriebene Restsymptoma-
tik nicht auf die direkte Wahrnehmung der Therapeuten zurückgeht, sondern eine Zusammenfas-
sung der vom Beschwerdeführer geschilderten Symptome darstellt. Dies im Gegensatz zu Dr. 
C.____, der im ABI-Gutachten die Remission der posttraumatischen Belastungsstörung mit direkt 
beobachtetem Verhalten des Beschwerdeführers begründet, so z.B. die problemlose Schilderung 

 

 
 
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der Umstände des Unfalles, ohne dass dabei vegetative Symptome zu beobachten gewesen 
seien. Auch aus dem Bericht der Klinik D.____ vom 27. Februar 2020 ergeben sich keine Hin-
weise auf eine postraumatische Belastungsstörung. Obwohl sich der Beschwerdeführer während 
einer Woche stationär in der Klinik befand, erwähnt der Bericht keine Begebenheiten, welche die 
Symptomatik einer posttraumatischen Belastungsstörung aus direkter Wahrnehmung untermau-
ern würden. Während dem Klinikaufenthalt haben sich keine objektiven psychopathologischen 
Befunde gezeigt, was die Einschätzung von Dr. C.____ bestätigt. So wird im Gegenteil beschrie-
ben, dass sich der Beschwerdeführer während des gesamten Klinikaufenthaltes freundlich, an-
gepasst und mit euthymer Stimmungslage präsentiert habe. Von der Patientengruppe habe er 
sich tendenziell eher zurückgezogen und die Unterstützung des Pflegepersonals habe er nur 
sporadisch in Anspruch genommen. Eine medikamentöse Unterstützung bei bestehenden Ein-
schlafstörungen habe der Beschwerdeführer nicht gewünscht. Der vorzeitige Klinikaustritt sei auf 
Wunsch des Beschwerdeführers erfolgt mit der Begründung, er wolle so schnell wie möglich wie-
der eine Arbeitsstelle finden. Seine psychische Verfassung habe er selbst als gut und nicht ein-
schränkend bezeichnet. Die von den Ärzten im Austrittsbericht festgehaltene Diagnose einer 
posttraumatischen Belastungsstörung ist damit wohl im Sinne einer Eintrittsdiagnose zu verste-
hen, mitgeteilt durch den einweisenden Arzt. Auch der weitere Einwand des Beschwerdeführers, 
er habe seine Situation dissimuliert und beschönigt, um wieder zu Hause bei seiner Mutter schla-
fen zu können, vermag nicht zu überzeugen. 
 
6. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vom Beschwerdeführer eingereichten me-
dizinischen Berichte das ABI-Gutachten nicht in Zweifel zu ziehen vermögen. Folglich ist davon 
auszugehen, dass der Beschwerdeführer ab Untersuchung durch die Gutachter im September 
2019 voll arbeitsfähig war und die Swica demzufolge ihre Leistungen per 19. November 2019 
einstellen durfte. Die vorliegende Beschwerde ist folglich abzuweisen.  
 
7. Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die Par-
teien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu erhe-
ben. Dem Prozessausgang entsprechend wird dem Beschwerdeführer keine Parteientschädi-
gung ausgerichtet (Art. 61 lit. g ATSG). 
 
 
 
 
 

  

 

 
 
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Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen.  

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet. 
 

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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