# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a44f1024-ff49-57b6-b8cd-d4b3aa8ab052
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-11-30
**Language:** de
**Title:** Bern Obergericht Strafkammern 30.11.2023 SK 2021 538
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_ZivilStraf/BE_OG_005_SK-2021-538_2023-11-30.pdf

## Full Text

Obergericht
des Kantons Bern

1. Strafkammer

Cour suprême
du canton de Berne

1re Chambre pénale

Urteil
SK 21 538

Hochschulstrasse 17
Postfach 
3001 Bern
Telefon +41 31 635 48 08
Fax +41 31 634 50 54
obergericht-straf.bern@justice.be.ch
www.justice.be.ch/obergericht Bern, 30. November 2023

Besetzung Obergerichtssuppleant Sarbach (Präsident i.V.), 
Oberrichter Wuillemin, Oberrichterin Schwendener
Gerichtsschreiber Ruch 

Verfahrensbeteiligte A.________
amtlich verteidigt durch Fürsprecher B.________

Beschuldigter/Berufungsführer

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, Nordring 8, 
Postfach, 3001 Bern

und

Amt für Veterinärwesen, v.d. Rechtsanwältin E.________, Her-
rengasse 1, 3011 Bern

Behörde mit Parteirechten
 

Gegenstand Tierquälerei sowie Widerrufsverfahren

Berufung gegen das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-See-
land (Einzelgericht) vom 25. Juni 2021 (PEN 19 980/1038)

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Erwägungen:

I. Formelles

1. Erstinstanzliches Urteil

Mit Urteil vom 25. Juni 2021 erkannte das Regionalgericht Berner Jura-Seeland (Ein-
zelgericht; nachfolgend: Vorinstanz) was folgt (Hervorhebungen im Original): 

I.

A.________ wird schuldig erklärt:

1. der Tierquälerei, mehrfach begangen vom 20.07.2018 bis am 07.09.2018 in F.________ (Ort), 
G.________ (Strasse), namentlich durch

1.1. Vernachlässigung des Wohlergehens des Ponys H.________ durch Nichtbeachtung der 
ärztlichen Anweisungen zur Behandlung von Hufrehe;

1.2. Vernachlässigung des Wohlergehens einer Ziege durch fehlende professionelle Behand-
lung des Räudebefalls.

2. der Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz (Übertretungen), mehrfach begangen vom 
20.07.2018 bis am 07.09.2018 in F.________(Ort), G.________(Strasse), namentlich durch 

2.1. Haltung von Tieren in Gehegen mit Verletzungsgefahren;

2.2. Fehlende Registrierung von 6 Equiden innerhalb der vorgeschriebenen Frist.

und in Anwendung von
Art. 34, 47, 49, 106 StGB
Art. 426 ff. StPO
Art. 18a Abs. 3 TSV
Art. 13 Abs. 1 und 2, 16, 48 TSG
Art. 3, 5 Abs. 1 und 2, 7 Abs. 1a und b, 16 Abs. 1 TSchV
Art. 3 lit. b Abs. 3 und 4, 4 Abs. 1 Bst. a und 2, 6 Abs. 1, 26 Abs. 1 Bst. a, 28 Abs. 1 Bst. a TschG

verurteilt:

1. Zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 80.00, ausmachend total CHF 3’200.00.

2. Zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00. Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhafter Nichtbe-
zahlung wird auf einen Tag festgesetzt.

3. Zu den Verfahrenskosten, sich zusammensetzend aus Gebühren von CHF 2'450.00 und Ausla-
gen CHF 205.00, insgesamt bestimmt auf CHF 2'655.00.

[Zusammensetzung der Gebühren und Auslagen]

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduziert sich die Gebühr um CHF 600.00. Die redu-
zierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 2'055.00.

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II.

1. Der A.________ mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 
19.07.2017 für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 90.00 gewährte bedingte Vollzug 
wird nicht widerrufen. 

2. A.________ wird verwarnt.

3. Die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren von CHF 300.00 werden A.________ aufer-
legt.

Wird keine schriftliche Begründung verlangt, reduzieren sich die Verfahrenskosten um 
CHF 150.00. Die reduzierten Verfahrenskosten betragen damit CHF 150.00.

4. Auf die Ausrichtung einer Entschädigung wird verzichtet.

III.

[Eröffnungsformel]

2. Berufung

2.1 Gegen das erwähnte Urteil meldete der Beschuldigte am 30. Juni 2021 fristgerecht 
die Berufung an (pag. 238). Die schriftliche Urteilsbegründung datiert vom 5. Novem-
ber 2021 (pag. 243 ff.) und wurde den Parteien gleichentags mit Verfügung zugestellt 
(pag. 277 f.). Mit Berufungserklärung vom 25. November 2021 wurde das erstin-
stanzliche Urteil betreffend den Schuldspruch der mehrfachen Tierquälerei, die aus-
gesprochene Geldstrafe sowie die Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. Kosten 
des Widerrufsverfahrens) angefochten (pag. 285 ff.).

2.2 Die Generalstaatsanwaltschaft verzichtete mit Schreiben vom 8. Dezember 2021 auf 
eine Teilnahme am oberinstanzlichen Verfahren (pag. 300 f.).

2.3 Mit Verfügung vom 6. Dezember 2022 wurde das Gesuch des Beschuldigten um 
Anordnung der amtlichen Verteidigung gutgeheissen und Rechtsanwalt B.________ 
als dessen amtlicher Verteidiger eingesetzt (pag. 437 f.). 

2.4 Die Berufungsverhandlung vor der 1. Strafkammer fand am 29./30. November 2023 
statt, nachdem die Termine vom 3./4. November 2022 und vom 9./10. März 2023 auf 
kurzfristige Anträge des Beschuldigten hin hatten abgesetzt/verschoben werden 
müssen (pag. 361 f. und 470 f.).

3. Oberinstanzliche Beweisergänzungen 

3.1 Mit Berufungserklärung vom 25. November 2021 hatte der Beschuldigte verschie-
dene Beweisanträge gestellt (pag. 288 f.). Nach erfolgter Gewährung des rechtlichen 
Gehörs wurden mit Beschluss vom 6. Januar 2022 die Beweisanträge auf Befragung 
von Dr. med. vet. I.________ und J.________ abgewiesen, die Beweisanträge auf 
Befragung von Dr. med. vet. C.________ und D.________ hingegen gutgeheissen 
(pag. 304 ff.). Mit Verfügung vom 24. April 2023 wurde sodann das vom Beschuldig-
ten eingereichte Schreiben der K.________ Pferdepraxis vom 23. Februar 2021 
(pag. 493) zu Wert und Unwert zu den Akten erkannt (pag. 495 f.). 

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3.2 Von Amtes wegen wurden im Hinblick auf die Berufungsverhandlung ein aktualisier-
ter polizeilicher Leumundsbericht samt Erhebungsformular über die wirtschaftlichen 
Verhältnisse (datierend vom 26. Oktober 2022, pag. 352 ff.) sowie aktualisierte 
Strafregisterauszüge (datierend vom 27. Oktober 2022 [pag. 350], 23. Februar 2023 
[pag. 445 f.] und 22. November 2023 [pag. 511 f.) über den Beschuldigten eingeholt.

3.3 Anlässlich der Berufungsverhandlung wurden der Beschuldigte (pag. 529 ff.) sowie 
med. vet. C.________ als Zeugin (pag. 516 ff.) und D.________ als Zeuge (pag. 523 
ff.) einvernommen. Schliesslich wurde in der Berufungsverhandlung auf Antrag des 
Beschuldigten das Schreiben von Frau L.________ vom 27. November 2023 (pag. 
546) zu Wert und Unwert zu den Akten erkannt; der Antrag auf Einvernahme von Dr. 
med. vet. I.________ als Zeuge wurde hingegen unter Verweis auf die Ausführungen 
im Beschluss vom 6. Januar 2022 (pag. 304 ff.) erneut abgewiesen (pag. 541). 

4. Anträge der Parteien

Der Beschuldigte stellte anlässlich der Berufungsverhandlung vom 29. November 
2023 folgende Anträge (pag. 543): 

1. Herr A.________ sei freizusprechen von der Anschuldigung der Tierquälerei, angeblich mehrfach 
begangen vom 20. Juli 2018 bis 7. September 2018 in F.________(Ort), G.________(Strasse), 
durch: 

- Vernachlässigung des Wohlergehens des Ponys H.________ durch Nichtbeachtung der ärztli-
chen Anweisungen zur Behandlung von Hufrehe. 

- Vernachlässigung des Wohlergehens einer Ziege durch fehlende professionelle Behandlung 
des Räudebefalls. 

2. Es seien die Kosten des erstinstanzlichen und oberinstanzlichen Verfahrens dem Staat aufzuerle-
gen. 

3. Es seien die Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren gemäss Ziff. II. des Urteils vom 25. Juni 
2021 dem Staat aufzuerlegen. 

4. Es seien Herrn A.________ die Anwaltskosten sowohl des erst- wie auch des zweitinstanzlichen 
Verfahrens zu ersetzen. 

5. Verfahrensgegenstand und Kognition der Kammer

5.1 Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil nur in den angefochtenen 
Punkten (Art. 404 Abs. 1 der Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO; SR 
312.0]). Zufolge ausdrücklicher Anfechtung zu überprüfen sind demnach:

 die Schuldsprüche der mehrfachen Tierquälerei (Ziff. I.1./1.1.-1.2. des erstin-
stanzlichen Dispositivs),

 die hierfür ausgesprochene Sanktion (Ziff. I.1. des erstinstanzlichen Dispositivs) 
sowie 

 die Kosten- und Entschädigungsfolgen (Ziff. I.3 und II.3 des erstinstanzlichen 
Dispositivs). 

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5.2 Betreffend Widerrufsverfahren (Ziff. II des erstinstanzlichen Dispositivs) wurde einzig 
beantragt, die diesbezüglichen Kosten seien vom Staat zu tragen; in der Sache sel-
ber wurden keine Anträge gestellt. Aufgrund des beantragten Freispruchs vom Vor-
wurf der Tierquälerei (Vergehen) konnte allerdings weder der Verzicht auf den Wi-
derruf der mit Urteil der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 19. Juli 2017 
bedingt ausgesprochenen Geldstrafe noch die Verwarnung in Rechtskraft erwach-
sen. Der Widerrufspunkt (Ziff. II. des erstinstanzlichen Dispositivs) gilt demzufolge 
als mitangefochten und ist von der Kammer ebenfalls zu überprüfen.   

5.3 Nicht angefochten und damit in Rechtskraft erwachsen ist der Schuldspruch wegen 
Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz (Übertretungen; Ziff. I.2./2.1.-2.2. des 
erstinstanzlichen Dispositivs) und die damit zusammenhängende Sanktion (Verur-
teilung zu einer Übertretungsbusse von CHF 100 [Ersatzfreiheitsstrafe: 1 Tag]; 
Ziff. I.2. des erstinstanzlichen Dispositivs). 

5.4 Die Kammer verfügt hinsichtlich der zu überprüfenden Punkte über volle Kognition 
(Art. 398 Abs. 3 StPO). Sie darf den Entscheid aber nicht zum Nachteil des Beschul-
digten abändern, da das Rechtsmittel nur zu seinen Gunsten ergriffen worden ist 
(Art. 391 Abs. 2 StPO; Verbot der «reformatio in peius»).

II. Sachverhalt und Beweiswürdigung

6. Vorwürfe gemäss Strafbefehl 

Dem Beschuldigten werden gemäss Strafbefehl vom 16. Oktober 2019 – welcher 
vorliegend als Anklageschrift gilt (Art. 356 Abs. 1 StPO) – folgende zwei Tatvorwürfe 
gemacht (pag. 32):

Der Beschuldigte beeinträchtigte durch Vernachlässigung in seinem Findeltierpark in F.________(Ort) 
das Wohlergehen des Ponys H.________ dadurch, dass er es trotz chronischer, sehr schmerzhafter 
«Hufrehe» bis zur Tierschutzkontrolle vom 20.07.2018 nicht professionell tierärztlich behandeln liess 
respektive die Anweisungen des Tierarztes bis zur Nachkontrolle vom 07.09.2018 nicht befolgt hatte.

Ebenfalls vernachlässigte er das Wohlergehen einer Ziege dadurch, dass er sie trotz «Räudebefall» bis 
zur Tierschutzkontrolle vom 20.07.2018 nicht professionell tierärztlich behandeln liess.

7. Unbestrittener und bestrittener Sachverhalt 

Vorliegend ist unbestritten, dass sowohl das Pony H.________ («Hufrehe») als auch 
die Ziege («Räudebefall») krank gewesen sind. Ebenfalls unbestritten ist, dass der 
Beschuldigte dies gewusst und er gewisse Behandlungsmethoden angewendet hat. 
Im Übrigen aber bestreitet der Beschuldigten die angeklagten Vorwürfe. 

8. Beweismittel 

8.1 Zu den Vorwürfen gilt es zuerst die Beweismittel zu sammeln und zu sichten, die zur 
Feststellung des tatbestandserheblichen Sachverhalts beitragen können. Das Be-
weismaterial wird zunächst auf seine grundsätzliche Eignung und Qualität hin beur-
teilt: Einerseits müssen die einzelnen Beweismittel ihrer Natur und ihrer Aussage 
nach tatsächlich zur Klärung der konkreten Tatfrage beitragen können (Beweiseig-

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nung). Anderseits muss ihr grundsätzlicher Beweiswert feststehen. Die anschlies-
sende Beweiswürdigung betrifft die inhaltliche Auswertung der aufgenommenen Be-
weismittel (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1).

8.2 Ad Vorwurf der Vernachlässigung des Ponys:

Als Beweismittel liegen der Kammer das Kontrollprotokoll des Amtes für Veterinär-
wesen (AVET) vom 20. Juli 2018 (pag. 14), das Behandlungsprotokoll der Tierarzt-
praxis Dr. med. vet. M.________ (pag. 9 ff. und pag. 213 ff.), der tierärztliche Bericht 
der Tierklinik N.________ vom 27. Juli 2018 (pag. 12 f.), die Verfügung des AVET 
vom 24. September 2018 (pag. 21 ff.), die Strafanzeige des AVET vom 12. Oktober 
2018 inkl. Beilagen (pag. 16 ff.), der Anzeigerapport vom 1. Dezember 2018 (pag. 1 
ff.), die Videoaufnahme des AVET anlässlich der Kontrolle vom 15. März 2019 
(pag. 119), Fachliteratur betreffend die Krankheit Hufrehe (pag. 97 ff., pag. 106 ff.), 
zwei Schreiben der K.________ Pferdepraxis je vom 23. Februar 2021 (pag. 121, 
pag. 493), (diverse) Schreiben des Beschuldigten (pag. 37, pag 44 ff., pag. 120, pag. 
138 f.), das Schreiben von L.________ vom 27. November 2023 sowie die Aussagen 
des Beschuldigten (pag. 4 ff., pag. 187 ff., pag. 529 ff.), von Dr. med. vet. 
M.________ (pag. pag. 196 ff.), med. vet. C.________ (pag. 516 ff.) und D.________ 
(pag. 523 ff.) vor.

8.3 Ad Vorwurf der Vernachlässigung der Ziege:

Als Beweismittel liegen der Kammer das Kontrollprotokoll des AVET vom 20. Juli 
2018 (pag. 14), das Behandlungsprotokoll der Tierarztpraxis von Dr. med. vet. 
M.________ (pag. 9 ff. und pag. 213 ff.), die Verfügung des AVET vom 24. Septem-
ber 2018 (pag. 21 ff.), die Strafanzeige des AVET vom 12. Oktober 2018 inkl. Beila-
gen (pag. 16 ff. und pag. 87 ff.), der Anzeigerapport vom 1. Dezember 2018 
(pag. 1 ff.), Fachliteratur betreffend die Krankheit Räude (pag. 103 ff., pag. 114 ff.), 
(diverse) Schreiben des Beschuldigten (pag. 37, pag 44 ff., pag. 120, pag. 138 f.), 
das Schreiben von L.________ vom 27. November 2023 sowie die Aussagen des 
Beschuldigten (pag. 4 ff., pag. 187 ff., pag. 529 ff.), von Dr. med. vet. M.________ 
(pag. pag. 196 ff.), med. vet. C.________ (pag. 516 ff.) und D.________ (pag. 523 
ff.) vor.

8.4 Die Vorinstanz hat die objektiven und subjektiven Beweismittel, die bereits dem erst-
instanzlichen Verfahren zugrunde lagen, zutreffend wiedergegeben und zusammen-
gefasst; darauf kann vorab verwiesen werden (pag. 248 ff. bzw. pag. 251 f. und 
pag. 253 ff.).

Oberinstanzlich wurden als Beweismittel (zusätzlich) das Schreiben der K.________ 
Pferdepraxis vom 23. Februar 2021 (pag 493) und das Schreiben von L.________ 
vom 27. November 2023 (pag. 546) zu Wert und Unwert zu den Akten erkannt. 
Hierzu kann festgehalten werden, dass das oberinstanzlich zu den Akten gereichte 
Schreiben der K.________ Pferdepraxis vom 23. Februar 2021 inhaltlich identisch 
ist mit demjenigen Schreiben, welches bereits der Vorinstanz vorlag (Schreiben 
K.________ vom 23. Februar 2023, pag. 121). Im Schreiben vom 27. November 
2013 macht L.________ sodann allgemeine Ausführungen als Leumundszeugin (der 
Beschuldigte setzte sich sehr für das Wohl der Tiere ein, er sei sicherlich kein Tier-
quäler usw.); dieses Schreiben bleibt für die vorliegende Beurteilung ohne Belang.  

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Weiter wurden in oberer Instanz der Beschuldigte sowie med. vet. C.________ als 
Zeugin und D.________ als Zeuge einvernommen (siehe dazu sogleich Ziff. 8.5 f.). 
Auf die konkreten Aussagen wird nachfolgend – soweit nötig – im Rahmen der Er-
gänzungen bzw. der konkreten Beweiswürdigung eingegangen. Generell kann hier 
aber festgehalten werden, dass die Zeugin med. vet. C.________ sachliche, stim-
mige und nachvollziehbare Aussagen machte. Ihre Aussagen stimmen zudem mit 
den objektiven Beweismitteln (insb. mit den Behandlungsprotokollen und dem 
tierärztlichen Bericht der Tierklinik N.________ vom 27. Juli 2018) sowie den Aus-
sagen von Dr. med. vet. M.________ überein. Auf ihre glaubhaften Aussagen kann 
ohne weiteres abgestellt werden. Ganz anders verhält es sich mit den Aussagen des 
Zeugen D.________. Dieser konnte die Vorfälle zeitlich offensichtlich nicht richtig 
einordnen (er sprach immer wieder von Dr. I.________, welcher im fraglichen Zeit-
punkt aber noch gar nicht als Tierarzt auf dem Hof des Beschuldigten tätig war) und 
sich oftmals nicht mehr genau erinnern. Vielfach meinte er zudem, dazu könne er 
nichts sagen, er sei kein Spezialist. Zu den fraglichen Vorfällen konnte er kaum etwas 
Sachdienliches beitragen und er machte – ähnlich wie L.________ im Schreiben 
vom 27. November 2023 – Aussagen letztlich als eine Art Leumundszeuge (der Be-
schuldigte sei garantiert kein Tierquäler und habe die Tiere immer richtig behandelt, 
jedes Tier habe es gut auf dem Hof usw.). Hinzu kommt, dass der Zeuge – gemäss 
seinen eigenen Aussagen – mit dem Beschuldigten wiederholt über das vorliegende 
Verfahren gesprochen (letztmals unmittelbar vor der Berufungsverhandlung bzw. auf 
dem Weg zum Gericht; auf Frage, was er mit dem Beschuldigten besprochen habe, 
gab er etwa an, dass der Beschuldigte garantiert kein Tierquäler sei, pag. 523 Z. 28) 
und der Beschuldigte dem Zeugen D.________ während der Befragung mehrmals 
Antworten zugeflüstert hat (vgl. pag. 524 Z. 45, pag. 528 Z. 15 f.). Den Aussagen 
des Zeugen D.________ kommt daher von vornherein kaum ein Beweiswert zu. Be-
züglich des Beschuldigten gilt es schliesslich zu erwähnen, dass er äusserst weit-
schweifige Aussagen machte und er in seinem Redefluss kaum zu stoppen war. Viel-
fach standen seine Antworten in keinem erkennbaren Zusammenhang zur gestellten 
Frage. Hinzu kommt, dass auch der Beschuldigten die zeitliche Abfolge der Ge-
schehnisse ganz offensichtlich durcheinanderbracht hat. Dementsprechend fiel es 
der Kammer äusserst schwer, die Aussagen des Beschuldigten richtig einzuordnen. 
Insgesamt lässt sich aber sagen, dass er, soweit man den Antworten folgen konnte, 
seine bisherigen Aussagen im Wesentlichen bestätigt hat. 

8.5 Ergänzend ist betreffend das Pony Folgendes festzuhalten:

Vom Behandlungsprotokoll der Tierarztpraxis Dr. med. vet. M.________ liegen der 
Kammer zwei unterschiedliche Auszüge vor: Zum einen die «KG mit Anamnese», 
dreiseitig, Druckdatum 24. September 2019, welche der Staatsanwaltschaft auf de-
ren Editionsersuchen hin von der Tierarztpraxis zur Verfügung gestellt wurde 
(pag. 9 ff.), zum andern der «KG-Auszug für Fakturierung», zwölfseitig, Druckdatum 
1. Mai 2021, welchen offenbar (pag. 200 Z. 15) der Zeuge Dr. med. vet. M.________ 
anlässlich der Hauptverhandlung zu den Akten reichte (pag. 213 ff.). Aus dem zweit-
genannten, umfassenderen Auszug ergibt sich, dass das Pony H.________ wegen 
«Hufrehe» (akuter Schub bei chronischer «Hufrehe») erstmals am 24. April 2016 
besucht wurde. Im Jahr 2016 und 2017 erfolgten zahlreiche weitere Besuche des-
wegen. Dabei wurden regelmässig Medikamente verabreicht oder abgegeben. Am 

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13. Juli 2016 kam es zu einer Sedation wegen Hufbeschlags. Am 14. März 2018 
meldete O.________, dass das Pony über eine Stunde draussen festgelegen sei. 
Dr. med. vet. M.________ hielt anlässlich seines Besuchs vom 14. März 2018 fest, 
dass das Pony unbedingt an allen vier Gliedmassen mit einem Hufrehebeschlag be-
schlagen werden müsse. An einem weiteren Besuch am 15. März 2018 wurden Me-
dikamente verabreicht. Am 16. März 2018 wurden dann Medikamente abgegeben.

Der tierärztliche Bericht der Tierklinik N.________ vom 27. Juli 2018 (pag. 12 f.), un-
terzeichnet von Dr. med. vet. FVH P.________, spezifizierte die Anweisung des 
adäquaten Hufrehebeschlags wie folgt: «Stegeisen oder Umkehreisen oder Eisen 
mit ähnlicher Funktion; entweder Kleben oder Nageln mit möglichst wenig Nägeln 
(nur 2 pro Seite und möglichst weit kaudal); wenn möglich Ledersohle mit weichem 
Polster.»

Aus der Fachliteratur betreffend die Krankheit «Hufrehe» (pag. 97 ff., pag. 106 ff.) 
ergibt sich, dass die «Hufrehe» äusserst schmerzhaft ist bzw. eine der schmerzhaf-
testen orthopädischen Erkrankungen des Pferdes darstellt. Je früher die Therapie 
eingeleitet wird, desto besser stehen die Chance für eine erfolgreiche Heilung.

Mit Schreiben vom 11. März 2021 (pag. 120) erklärte der Beschuldigte, Dr. 
M.________ habe mit dem Pony nicht gewusst, wie weiter und sei nicht gleicher 
Meinung gewesen, deshalb habe er (der Beschuldigte) einen Spezialisten, 
Dr. I.________, beiziehen müssen und dieser sei ganz anderer Meinung gewesen.

Anlässlich der Hauptverhandlung vom 25. Juni 2021 hatte der Beschuldigte erklärt, 
da das Pony mit den Hufeisen Schmerzen gehabt habe, hätten die Tierärztin, Frau 
C.________, und er zusammen eine Lösung gesucht. Frau C.________ habe dann 
auch gesagt, dass sie einverstanden sei, wenn sie dem Pony nur vorne Hufeisen 
anlegen würden. Mit Frau C.________ habe er über alternative Behandlungsmetho-
den gesprochen. Er habe dann von einer Blutegeltherapie gehört, welche sie dann 
auch angewendet hätten. Nach einer gewissen Zeit hätte man dieses Prozedere wie-
derholen müssen, dann habe Dr. M.________ jedoch gestreikt (pag. 189 Z. 11–17).

Anlässlich der erstinstanzlichen Hauptverhandlung vom 25. Juni 2021 hat Dr. med. 
vet. M.________ vorgebracht, es sei möglich, dass Frau C.________ einmal gesagt 
habe, dass die Hufschuhe fast gleich gut seien wie der Hufrehebeschlag, wenn die 
Schuhe gut gemacht seien. Aber sie habe sicher auch nicht empfohlen, dass man 
nichts mache (pag. 199 Z. 3–5). Weiter hat Dr. med. vet. M.________ erklärt, es sei 
in seiner Karriere erst das zweite Mal gewesen, dass sie einen Betrieb nicht mehr 
hätten betreuen wollen (pag. 199 Z. 32 ff.).

Die Tierärztin med. vet. C.________ führte in der Berufungsverhandlung aus, dass 
das Pony H.________ mehrmals festgelegen sei und nicht mehr habe aufstehen 
können. Sie hätten dem Beschuldigten mehrmals gesagt, dass das Pony Hufrehe-
beschläge benötige. Der Beschuldigte habe die Eisen dann aber eigenmächtig wie-
der abgenommen bzw. er habe die Empfehlungen einfach nicht umgesetzt (pag. 516 
Z. 39 ff. und pag. 517 Z. 12 ff.). Das Entfernen der Hufeisen habe der Beschuldigte 
nicht mit ihr besprochen, das habe er selber, von sich aus, gemacht (pag. 517 
Z. 23 f.). Hufschuhe seien ihrer Ansicht nach in diesem Fall keine gute Lösung ge-

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wesen (pag. 518 Z. 30 ff.). Die Zusammenarbeit mit Beschuldigten habe nicht funk-
tioniert, es sei frustrierend gewesen. Man sei einfach nicht mehr vorwärts gekom-
men. Man habe das Pony beschlagen, aber dann habe der Beschuldigte die Be-
schläge wieder entfernt. Dem Pony sei es immer gleich schlecht und zum Teil auch 
wieder schlechter gegangen (pag. 517 Z. 1 f., pag. 518 Z. 44 f., pag. 519 Z. 1 ff.). 
Der Beschuldigte habe das Gefühl gehabt, dass er alles besser wisse als alle ande-
ren (pag. 519 Z. 37). Auf entsprechende Frage gab C.________ sodann zu Protokoll, 
dass man chronische Hufrehe sicherlich nicht in jedem Fall heilen könne; mit einem 
guten Management könne man die Krankheit aber so behandeln, dass es für das 
Pony erträglich werde (pag. 522 Z. 16 ff.). 

D.________ gab anlässlich der Berufungsverhandlung im Wesentlichen zu Protokoll, 
dass das Pony vom Tierarzt gut behandelt worden sei. Das Entfernen der Hufeisen 
sei mit Dr. I.________ besprochen worden. Ab welchem Zeitpunkt Dr. I.________ 
beigezogen worden sei, wisse er nicht mehr (pag. 524 Z. 30 ff.). Weshalb man dem 
Pony die Hufeisen wieder abgenommen habe, wisse er ebenfalls nicht, davon ver-
stehe er zu wenig (pag. 524 Z. 42 f.). Was damals anlässlich der Kontrolle durch das 
AVET besprochen worden sei, wisse er nicht mehr genau, es sei schon lange her. 
Man habe damals wohl sowohl über Hufeisen als auch über Hufschuhe gesprochen. 
Das mit den Hufschuhen werde der Tierarzt, Dr. I.________, empfohlen haben pag. 
525 f.). 

Der Beschuldigte gab anlässlich seiner Einvernahme in der oberinstanzlichen Ver-
handlung im Wesentlichen an, er habe die Hufeisen entfernt, da sie gewackelt hätten 
und das Pony deswegen Angst gehabt habe (pag. 531 Z. 34, pag. 532 Z. 34).  Auf-
fällig oft gab er sodann – dies teils auch ohne Bezug zur gestellten Frage – zu Pro-
tokoll, dass er alles mit Frau C.________ besprochen habe; auch die Entfernung der 
Hufeisen habe er mit der Tierärztin besprochen (pag. 532 Z. 38). Auf Frage, weshalb 
Frau C.________ das Gegenteil ausgesagt habe, meinte der Beschuldigte, dass sie 
es vielleicht nicht mehr genau wisse (pag. 532 Z. 40 ff.). Auf Vorhalt, dass auch Dr. 
med. vet. M.________ ausgesagt habe, dass er nicht konsultiert worden sei, bevor 
die Beschläge entfernt worden seien, führte der Beschuldigte dann wiederum aus, 
dass er alles mit Frau C.________ besprochen habe (pag. 533 Z. 1 ff.). Weiter gab 
er zu Protokoll, dass er den tierärztlichen Bericht vom 27. Juli 2018 kenne, darin 
seien Hufeisen empfohlen worden (pag. 533 Z. 40 ff.). Dann sei aber das «Wackeln» 
gekommen, das Hufeisen habe immer nach drei bis vier Wochen gewackelt (pag. 
534 Z. 1 ff.). Im Bericht der Tierklinik N.________ sei empfohlen worden, es sei an 
allen vier Hufen Eisen anzubringen, aber Frau C.________ habe gesagt, einfach 
vorne beschlagen (pag. 534 Z. 5 ff.). Nach mehrmaligem hin und her gab der Be-
schuldigte sodann an, am Schluss habe man die Hufeisen in Absprache mit Frau 
C.________ entfernt (pag. 534 Z. 41 ff.). Auch das mit den Hufschuhen habe er mit 
Frau C.________ besprochen (pag. 535 Z. 6 ff.). Auf entsprechenden Vorhalt meinte 
er dann erneut, es treffe zu, dass er mit Bericht der Tierklinik N.________ vom 27. 
Juli 2018 angewiesen worden sei, dem Pony Hufeisen anzuziehen (pag. 535 Z. 16 
ff.). Er habe das auch gemacht, der Hufschmied komme alle drei Monate vorbei (pag. 
535 Z. 25 f.). Auf den anschliessenden Vorhalt, dass bei der Nachkontrolle vom 24. 
September 2018 festgestellt worden sei, dass das Pony nicht beschlagen worden 
sei, sondern diesem Hufschuhe angezogen worden seien, führte er dann aus, er 

10

könne die Hufeisen nicht selber entfernen, er wisse auch nicht mehr alles. Frau 
C.________ habe aber gesagt, dass man das Pony nur vorne beschlagen solle. Herr 
Dr. I.________ habe dann gesagt, es sei alles falsch, was Dr. M.________ gemacht 
habe. Er sei sich nicht sicher, ob Herr Dr. I.________ die Hufeisen dann selber weg-
genommen habe (pag. 535 Z. 28 ff.). Am Schluss wurde der Beschuldigte gefragt, 
ob er bestätigen könne, dass Frau C.________ ihm ausdrücklich erlaubt habe, die 
Hufeisen zu entfernen. Dazu meinte er: «Ja, sie hat gesagt, dass man die Eisen 
hinten wegnehmen könne. Wir haben alles besprochen» (pag. 539 Z. 1 ff.). Ihm 
wurde anschliessend vorgehalten, dass Frau C.________ ausgeführt habe, nie ein 
solches Einverständnis gegeben zu haben. Auf Frage, ob Frau C.________ dem-
nach gelogen habe, führte er aus, sie habe es ja nicht gesagt oder habe nicht daran 
gedacht. Er wisse noch genau, dass sie sich einig geworden seien, dass man die 
Hufeisen hinten entfernen könne (pag. 539 Z. 10 ff.). 

8.6 Ergänzend ist betreffend Ziege Folgendes festzuhalten:

Aus dem umfassenderen Auszug des Behandlungsprotokolls der Tierarztpraxis Dr. 
med. vet. M.________ (pag. 213 ff.) ergibt sich, dass bereits am 7. April 2017 ein 
Besuch von Q.________ erfolgte, weil eine Ziege massive Fussräude aufwies. Sie 
wurde untersucht und mit Medikamenten behandelt. Am 24. April 20107 erfolgte eine 
Nachbehandlung mit Medikamenten. Der nächste Besuch wegen Verdachts auf 
Räudebefall erfolgte dann erst am 21. Juli 2018 im Auftrag des AVET.

Aus der Fachliteratur betreffend die Krankheit (Körper-)Räude ist zu ergänzen, dass 
diese oft zu einer allergischen Hautentzündung und damit zu starkem Juckreiz führt, 
es hierfür aber verschiedene gute Behandlungsmöglichkeiten gibt (pag. 104).

Frau med. vet. C.________ gab anlässlich der Berufungsverhandlung an, dass sie 
sich zwar noch daran erinnern könne, eine Ziege wegen Räude behandelt zu haben, 
sie aber nicht mehr genau wissen, wann dies gewesen sei (pag. 520 Z. 17 ff.). Auf 
Vorhalt des «KG-Auszugs für Fakturierung» (Eintrag vom 5. Mai 2017, nächster Ein-
trag vom 21. Juli 2018) führte sie aus, dass es immer einen Eintrag gebe, wenn sie 
etwas machen würden; zwischen dem 5. Mai 2017 und 21. Juli 2018 hätten sie dem-
nach nichts gemacht bzw. die Ziegen in dieser Zeit nicht behandelt (pag. 520 Z. 39 
ff.). Auf Vorhalt der Aussagen von Dr. med. vet. M.________ bestätigte sie, dass 
Kernseife gegen Räude nichts nütze (pag. 521 Z. 14 f.). Sie wurde von der Verteidi-
gung sodann gefragt, ob man Räude auch selber behandeln könne bzw. ob der Be-
schuldigte der Ziege die Spritze auch selber hätte verabreichen können. Hierzu 
meinte sie, dass sie nichts an Kunden abgeben würden, um zu spritzen. Es sei üb-
lich, dass man nichts abgebe, es sei aber wohl nicht verboten (pag. 522 Z. 20 ff.).

D.________ führte in der Berufungsverhandlung aus, dass die Ziege gegen Räude 
behandelt worden sei. Er selber habe die Ziege nicht behandeln können und er habe 
auch nicht mitbekommen, wie man die Ziege behandelt habe (pag. 526 Z. 35 ff.). Auf 
die anschliessende Frage meinte er dann, der Beschuldigte habe die Ziege behan-
delt, «und zwar richtig» (pag. 526 44 f.). Der Beschuldigte habe Spezialmittel und ein 
Medikament verwendet (pag. 527 Z. 3 f.). Auf Vorhalt der Aussagen des Beschuldig-
ten gab der Zeuge D.________ an, es treffe zu, dass jedes Jahr im Frühling eine 
Behandlung mit einer Spritze durchgeführt worden sei durch die Tierarztpraxis 

11

M.________ (pag. 527 Z. 13 ff.). Auf anschliessenden Vorhalt, dass sowohl Herr Dr. 
M.________ als auch Frau C.________ ausgesagt hätten, dass sie von Mai 2017 
bis Juli 2018 keine Ziegen behandelt hätten, meinte er dann: «Nein, diese beiden 
wohl nicht» (pag. 527 Z. 18 ff.). In dieser Zeit habe der Beschuldigte die Ziegen be-
handelt, er selber sei kein Spezialist (pag. 527 Z. 22 f.). 

Anlässlich der Berufungsverhandlung gab der Beschuldigte auf Vorhalt der Aussa-
gen von Dr. med. vet. M.________ an, es stimme nicht, dass von Mai 2017 bis Juli 
2018 keine Ziegen behandelt worden seien. Frau C.________ habe ihm (dem Be-
schuldigten) jeweils eine Spritze gegeben. Er habe das «drauf tun» müssen, das 
helfe gegen Räude (pag. 536 Z. 15 ff.). Es sei eine Spritze ohne Nadel. Er könne das 
alleine machen, dazu brauche er keinen Tierarzt (pag. 536 Z. 26 ff.). Die Spritzen 
bzw. Medikamente habe er von Herrn Dr. M.________ erhalten (pag. 536 Z. 33 f.). 
Auf Vorhalt der Aussagen von Frau C.________, wonach man keine Spritzen an die 
Kundschaft abgebe, gab er an, das stimme doch gar nicht (pag. 536 Z. 40 ff.). 

9. Allgemeine Grundlagen der Beweiswürdigung 

9.1 Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten Verfahren ge-
wonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Beweise frei zu würdigen heisst, Be-
weismittel gewissenhaft und unvoreingenommen auf ihre spezifische Glaubwürdig-
keit und ihren individuellen Beweiswert hin zu beurteilen, um daraus Schlüsse auf 
das tatsächlich Geschehene zu ziehen. Die freie Beweiswürdigung versteht sich als 
Abkehr von gesetzlichen und faktischen Beweisregeln, welche einzelnen Beweismit-
teln in allgemein gültiger Weise eine bestimmte Beweisqualität zusprechen oder ih-
nen eine solche ganz aberkennen, wodurch sie einer individuellen Beweiswürdigung 
entzogen werden. Das Gebot freier Beweiswürdigung sieht demgegenüber alle 
zulässigen und verwertbaren Beweismittel formell als gleichrangig an. Überzeu-
gungskraft entfalten sie danach einzig im Umfang ihrer inneren Autorität. Nach dem 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung soll das Gericht einzig nach seiner persönli-
chen Überzeugung aufgrund gewissenhafter Prüfung darüber entscheiden, ob es 
eine Tatsache für bewiesen hält oder nicht. Zu seiner Überzeugung gelangt das Ge-
richt durch Anwendung von Denk-, Natur- und Erfahrungssätzen, durch Zuhilfe-
nahme wissenschaftlicher Erkenntnisse, aber auch über Intuition und Gefühl. Die 
Überzeugung muss durch gewissenhaft festgestellte Tatsachen und logische 
Schlussfolgerungen begründet sein; dadurch wird die Herleitung des Beweisergeb-
nisses objektiv nachvollziehbar (TOPHINKE, Basler Kommentar Strafprozessord-
nung/Jugendstrafprozessordnung, 3. Aufl. 2023, N. 54 ff. zu Art. 10 StPO). 

9.2 Bestehen unüberwindliche Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraussetzun-
gen der angeklagten Tat, so geht das Gericht von der für die beschuldigte Person 
günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Als Beweiswürdigungsregel bedeu-
tet die Unschuldsvermutung, dass der Richter sich nicht von einem für den Beschul-
digten ungünstigen Sachverhalt überzeugt erklären kann, wenn aus einem objekti-
ven Blickwinkel in Bezug auf das Bestehen dieses Sachverhalts Zweifel bestehen. 
Nicht entscheidend ist, dass bloss abstrakte und theoretische Zweifel bestehen, die 
jederzeit möglich sind, da eine absolute Sicherheit nicht verlangt werden kann. Es 
muss sich um ernsthafte und unüberwindbare Zweifel handeln, das heisst Zweifel, 

12

die sich aufgrund der objektiven Sachlage aufzwingen (BGE 145 IV 154 E. 1.1). Auf 
die Frage, welche Beweismittel zu berücksichtigen und wie sie gegebenenfalls zu 
würdigen sind, findet der In-dubio-Grundsatz keine Anwendung. Er kommt erst zum 
Tragen, nachdem alle aus Sicht des urteilenden Gerichts notwendigen Beweise er-
hoben und ausgewertet worden sind, das heisst, bei der Beurteilung des Resultats 
der Beweisauswertung (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 f.; Urteile des Bundesgerichts 
[BGer] 6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1; 6B_257/2020 vom 24. Juni 2021 
E. 4.8.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 409; 6B_986/2020 vom 6. Januar 2021 E. 2; je 
mit Hinweisen). Insoweit stellt der In-dubio-Grundsatz gerade keine Beweiswürdi-
gungsregel dar. Im Falle einer uneinheitlichen, widersprüchlichen Beweislage muss 
das Gericht die einzelnen Gesichtspunkte gegeneinander abwägen und als Resultat 
dieses Vorgangs das Beweisergebnis feststellen. Dieses kann je nach Würdigung 
als gesichert erscheinen - sofern die Widersprüche bereinigt werden konnten - oder 
aber mit Unsicherheiten behaftet bleiben. Das Beweisergebnis kann aber auch des-
wegen zweifelhaft sein, weil es im Kontext der feststehenden Tatsachen verschie-
dene Deutungen zulässt und damit verschiedene Sachverhaltsalternativen in den 
Raum stellt (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1 f. mit Hinweisen). Wenn zu einer entschei-
derheblichen Frage beispielsweise divergierende Gutachten vorliegen, so muss der 
Richter ohne Rücksicht auf die Unschuldsvermutung prüfen, welcher Einschätzung 
er folgen will. Er darf nicht einfach der für den Beschuldigten günstigeren Expertise 
folgen. Das gilt sinngemäss für alle Arten von Beweisen (BGE 144 IV 345 E. 2.2.3.1; 
Urteile des BGer 6B_595/2021 vom 24. Juni 2022 E. 5.3.1; 6B_257/2020 vom 24. 
Juni 2021 E. 4.8.1, nicht publ. in: BGE 147 IV 409; vgl. 6B_824/2016 vom 10. April 
2017 E. 13.1, nicht publ. in: BGE 143 IV 214; je mit Hinweisen).

9.3 Bezüglich Indizienbeweis und Aussagenanalyse kann auf die zutreffenden Erwägun-
gen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 261).

10. Beweiswürdigung im vorliegenden Fall

10.1 Zum Vorwurf der Vernachlässigung des Ponys

10.1.1 Die Vorinstanz würdigte die Beweise diesbezüglich wie folgt:

Vorab ist für das Gericht gestützt auf das Behandlungsprotokoll der Tierarztpraxis von Dr. med. vet. 
M.________ (pag. 9ff.), dem Kontrollprotokoll des AVET vom 20.07.2018 (pag. 14), dem tierärztlichen 
Bericht der Tierklinik N.________ vom 27.07.2018 (pag. 12 f.) sowie der Verfügung des AVET vom 
24.09.2018 (pag 21 ff.) beweismässig erstellt, dass das Pony H.________ im Tatzeitpunkt bis zur Tier-
schutzkontrolle vom 20.07.2018 bzw. bis zur Nachkontrolle vom 07.09.2018 aufgrund der stark chroni-
fizierten Hufrehe grossen Schmerzen bzw. grossem Leid ausgesetzt gewesen sein muss, weshalb es 
schliesslich im Jahr 2019 auch eingeschläfert werden musste. 

Die Krankheit Hufrehe stellt nach übereinstimmenden Aussagen des Tierarztes M.________ (pag. 197, 
Z. 7-27) sowie der Fachliteratur (pag. 97 ff., 106 ff.) eine für die Equiden äusserst schmerzhafte und 
nicht leicht behandelbare Krankheit dar. Der Tierarzt M.________ gibt in diesem Zusammenhang auch 
an, dass die Krankheit Hufrehe eine undankbare Sache sei, weil es nicht viele Behandlungsmöglich-
keiten gebe. Zudem sei es schwierig zu beurteilen, wie schlimm die Krankheit für das Pferd im konkreten 
Fall sei (pag. 197, Z. 7-27). Allerdings besteht sowohl in den Aussagen vom Tierarzt M.________ als 
auch in der Fachliteratur Einigkeit darüber, dass es sich bei der Hufrehe um einen Notfall handelt und 
diese einer sofortigen Behandlung bedarf. Den besten Erfolg erziele man gemäss den Aussagen des 

13

Tierarztes M.________ mit den schulmedizinischen Behandlungsmethoden. Darunter wird vor allem 
das Anbringen eines Hufrehebeschlags verstanden (pag. 197, Z. 7-27). Die Behandlungsmethode des 
Hufrehebeschlags wird sodann auch in der Fachliteratur vertreten (pag. 97 ff., 106 ff.).  

Den Akten ist zu entnehmen, dass der Tierarzt Dr. med. vet. M.________ dem Beschuldigten mehrmals 
klare Anweisungen gegeben hat, wie das Pony H.________ behandelt werden müsse, namentlich, 
dass es mit einem Hufrehebeschlag beschlagen werden müsse (pag. 197, Z. 39-46). Eine solche An-
weisung ergibt sich zudem aus dem Behandlungsprotokoll der Tierarztpraxis von Dr. med. vet. 
M.________ (pag. 9ff.), wonach das Pony H.________ unbedingt an allen vier Gliedmassen mit einem 
Hufrehebeschlag beschlagen werden müsse. 

Dem Behandlungsprotokoll der Tierarztpraxis von Dr. med. vet. M.________ (pag. 9ff.) und den Aus-
sagen des Tierarztes M.________ geht zwar hervor, dass ein Hufrehebeschlag im März 2018 vorerst 
angebracht worden sei. Die tierärztliche Anweisung ist somit (vor der Kontrolle des AVET) vorerst noch 
befolgt worden. Der Beschuldigte entschied sich dann gemäss eigenen Aussagen aber entgegen der 
tierärztlichen Anweisung dazu, den Hufrehebeschlag eigenmächtig entfernen zu lassen. Dies hat der 
Beschuldigte sowohl in seiner polizeilichen Einvernahme als auch in der Einvernahme an der Haupt-
verhandlung vom 25.06.2021 bestätigt und als Beweggrund angegeben, Besucher seien auf dem Gna-
denhof vorbeigekommen und hätten gesagt, dass das Pony H.________ sich nicht wohl fühle und der 
Hufrehebeschlag wackeln würde (pag. 190, Z. 12-17). Zudem habe das Pony gemäss Aussagen des 
Beschuldigten beim Gehen gezittert (pag. 5, Z. 30-46). Vorliegend erscheint dem Gericht als wesentlich, 
dass der Tierarzt M.________ vorgängig, d.h. vor dem Entfernen des Hufrehebeschlags, nicht vom 
Beschuldigten konsultiert worden ist. So gab der Tierarzt M.________ an, dass er dem Beschuldigten 
weder dazu geraten habe, den Hufrehebeschlag zu entfernen, noch darüber orientiert worden sei, dass 
dieser vom Beschuldigten entfernt worden sei (pag. 199 Z.1-5). Zudem bestätigte der Beschuldigte 
selber, dass ihm der Tierarzt M.________ nie zu einem solchen Vorgehen geraten habe (pag. 190, Z. 
12-17). Der Behandlungsabbruch bzw. das eigenmächtige Entfernen des Hufrehebeschlags führte 
gemäss dem Behandlungsprotokoll der Tierarztpraxis von Dr. med. vet. M.________ (pag. 9ff.) dazu, 
dass das Pony H.________ am 06.07.2018 – also kurz vor der Meldung an das AVET – keinen Schritt 
mehr gehen wollte und mit Schmerzmitteln versorgt werden musste. 

Anlässlich der ersten Kontrolle des AVET vom 20.07.2018 wurde der Beschuldigte sodann vom Vete-
rinärdienst angewiesen, das Pony H.________ röntgen und nach tierärztlicher Anweisung behandeln 
zu lassen, was der Beschuldigte mit seiner Unterschrift auf dem Kontrollprotokoll bestätigte (pag. 14). 
In der Folge wurde der Beschuldigte von der Tierklinik N.________ angewiesen, dem Pony H.________ 
einen adäquaten Hufrehebeschlag anzubringen. Dem tierärztlichen Bericht der Tierklinik N.________ 
vom 27.07.2018 (pag. 12 f.) sowie der Verfügung des AVET vom 24.09.2018 (pag 21 ff.) geht zwar 
hervor, dass bei Pony H.________ ein Röntgen erfolgt ist, allerdings wurden die Anweisungen der Tier-
klinik N.________ vom Beschuldigten nicht befolgt. So wurde anlässlich der Nachkontrolle vom 
07.09.2018 festgestellt, dass das Pony H.________ entgegen der Anweisung von der Tierklinik 
N.________ nicht mit einem Hufrehebeschlag beschlagen worden ist. Stattdessen hat der Beschuldigte 
dem Pony H.________ Hufschuhe angezogen. Weder vom Tierarzt M.________ noch von der Tierklinik 
N.________ wurde die Anweisung erteilt, dem Pony H.________ Hufschuhe anzuziehen. Vielmehr war 
den Berichten zufolge stets konkret die Rede von Hufrehebeschlägen. Der Beschuldigte hat sich somit 
wiederholt den tierärztlichen Anweisungen zur Anbringung von Hufrehebeschlägen entgegengesetzt. 

Nach dem Gesagten ist für das urteilende Gericht beweismässig erstellt, dass das Pony H.________ 
aufgrund des eigenmächtigen Entfernens der Hufrehebeschläge und aufgrund des trotz ärztlicher An-

14

ordnung nicht erfolgten Anbringens von Hufrehebeschlägen mindestens bis zur Nachkontrolle des Ve-
terinärdienstes am 07.09.2018 grosse Schmerzen erleiden musste. Eine Behandlung mit einem Hufre-
hebeschlag war aus tierärztlicher Sicht klar indiziert und dies wurde dem Beschuldigten auch mehrmals 
sowohl durch den Tierarzt Dr. med. vet. M.________ sowie auch durch die Tierklinik N.________ mit-
geteilt. Trotz den mehrmaligen tierärztlichen Anweisungen, wie das Pony H.________ zu behandeln 
sei, entschied sich der Beschuldigte eigenmächtig dazu, den konkreten tierärztlichen Anweisungen 
keine Folge zu leisten bzw. eigenmächtige Behandlungsmethoden vorzuziehen.

10.1.2 Diesen Ausführungen der Vorinstanz kann nach Ansicht der Kammer grundsätzlich 
beigepflichtet werden.

Präzisiert werden kann, dass die Geschehnisse bzw. Krankengesichte rund um das 
Pony H.________ in der hier fraglichen Zeit in den Akten äusserst gut dokumentiert 
und daher nachzuvollziehen sind (vgl. dazu insb. die Behandlungsprotokolle der 
Tierarztpraxis Dr. med. vet. M.________; pag. 9 f. und pag. 215 ff.). Das Pony 
H.________ war wegen Hufrehe bereits seit 2016 von der Tierarztpraxis Dr. med. 
vet. M.________ behandelt worden. Am 14. März 2018 meldete sich O.________ 
bei Dr. med. vet. M.________ und teilte diesem mit, dass das Pony draussen über 
eine Stunde festgelegen sei. Vor Ort stellte Dr. med. vet. M.________ dann fest, 
dass das Pony unbedingt an allen vier Gliedmassen mit einem Hufrehebeschlag be-
schlagen werden muss (pag. 9, pag. 216), was der Beschuldigte in der Folge offen-
bar auch in die Tat umsetzte. Am 6. Juli 2018 erfolgte dann, nachdem der Beschul-
digte die Hufrehebeschläge in der Zwischenzeit wieder entfernt hatte, erneut eine 
Meldung an Herrn Dr. med. vet. M.________, dieses Mal durch Herrn D.________. 
Vor Ort stellte der Tierarzt u.a. fest, dass sich das Pony keinen Schritt bewegen 
wolle. Er versorgte das Pony mit Schmerzmittel und kam zu folgender Anamnese: 
«Hufrehe nach entfernen der Hufeisen» (pag. 9). Kurz darauf benachrichtigte Dr. 
med. vet. M.________ den Veterinärdienst. Die Kontrolle durch das AVET fand dann 
am 20. Juli 2018 statt, also nach dem Vorfall vom 14. März 2018, als Dr. med. vet. 
M.________ den Beschuldigten bereits angewiesen hatte, dass das Pony unbedingt 
an allen vier Gliedmassen mit einem Hufrehebeschlag beschlagen werden muss. 
Anlässlich dieser Kontrolle wurde der Beschuldigte aufgefordert, die Hufe des Ponys 
tierärztlich untersuchen (röntgen) zu lassen und die Anweisungen des Tierarztes so-
fort zu befolgen (siehe Kontrollprotokoll des AVET vom 20. Juli 2018, pag. 14). Dar-
aufhin fand am 27. Juli 2018 eine radiologische Untersuchung in der Tierklinik 
N.________ statt. Die Tierklinik stellte die Diagnose «chronische Hufrehe vorne und 
hinten» und ordnete einen adäquaten Hufrehbeschlag an (pag. 18). Anlässlich des 
Besuchs auf dem Hof des Beschuldigten vom 22. August 2018 stellte Frau med. vet. 
C.________ dann fest, dass das Pony wieder schlecht laufe. Aus dem Behandlungs-
protokoll der Tierarztpraxis von Herrn Dr. M.________ ergibt sich weiter, dass der 
Beschuldigte Frau med. vet. C.________ am 22. August 2018 offenbar angegeben 
hatte, der Hufschmied komme morgen vorbei (pag. 9, pag. 217). Anlässlich der 
Nachkontrolle durch das AVET vom 7. September 2018 wurde dann aber festge-
stellt, dass das Pony nicht nach tierärztlicher Anweisung behandelt wurde; das Pony 
sei nicht beschlagen, sondern es seien ihm Hufschuhe angezogen worden (pag. 16, 
pag. 23). Insgesamt lässt sich den tierärztlichen Berichten, den Behandlungsproto-
kollen und weitern Dokumenten – was die hier fragliche Zeit angelangt – überein-
stimmend entnehmen, dass beim Pony H.________ von allen involvierten Tierärzten 

15

ein Hufrehebeschlag empfohlen/angeordnet wurde; Hufschuhe oder eine Blutegel-
therapie waren – seitens der Tierärzte – in der fraglichen Zeit kein Thema.  

Sodann kann ergänzt werden, dass der Beschuldigte nach der ersten Kontrolle durch 
das AVET vom 20. Juli 2018 von der Tierklinik N.________, Dr. med. vet. FVH 
P.________, am 27. Juli 2018 (pag. 12 f.) sehr spezifisch angewiesen wurde, wie 
der adäquate Hufrehebeschlag auszusehen hatte: «Stegeisen oder Umkehreisen 
oder Eisen mit ähnlicher Funktion; entweder Kleben oder Nageln mit möglichst wenig 
Nägeln (nur 2 pro Seite und möglichst weit kaudal); wenn möglich Ledersohle mit 
weichem Polster.» Hufschuhe oder sonstige Behandlungsmethoden (wie etwa eine 
Blutegeltherapie) waren dabei, wie erwähnt, kein Thema. Frau med. vet. 
C.________ hat anlässlich der Berufungsverhandlung im Übrigen bestätigt, dass es 
sich bei der Anweisung der Tierklinik N.________ um eine übliche Vorgabe handle 
(pag. 518 Z. 7 ff.). Die Anweisung der Tierklinik habe sich – so Frau med. vet. 
C.________ weiter – mit dem gedeckt, was sie selber (die Tierarztpraxis Dr. 
C.________) angeordnet/empfohlen hätten (pag. 517 Z. 11 ff., pag. 518 Z. 17 ff.), 
aber der Beschuldigte habe dies einfach nichts so umgesetzt (pag. 517 Z.  13 f.). 

Ergänzend gilt es weiter zu erwähnen, dass die Krankheit «Hufrehe» für Equiden 
eine äusserst Schmerzhafte bzw. sogar eine der schmerzhaftesten orthopädischen 
Erkrankungen ist. Je früher die Therapie eingeleitet wird, desto besser stehen die 
Chance für eine erfolgreiche Heilung.

Soweit der Beschuldigte vorbringt (pag. 120, pag. 531 Z. 29), Dr. M.________ habe 
mit dem Pony nicht gewusst, wie weiter, ist festzuhalten, dass diese Aussage in den 
übrigen Beweismitteln keine Stütze findet, im Gegenteil: Sowohl Dr. med. vet. 
M.________ als auch med. vet. C.________ erteilten klare Anweisungen an den Be-
schuldigten. Später wurden zudem durch Dr. med. vet. P.________ (Tierklinik 
N.________) dieselben Anweisungen gegeben (pag. 12 f.). Aus den Aussagen von 
Dr. med. vet. M.________ und med. vet. C.________ sowie den Behandlungsproto-
kollen geht im Übrigen klar hervor, dass die Tierärzte eine konkrete Behandlungs-
strategie verfolgten, sie dann aber die Zusammenarbeit mit dem Beschuldigten be-
enden mussten, da dieser die tierärztlichen Anweisungen nicht befolgte, sondern ei-
genmächtig andere Methoden anwandte. Die von den Tierärzten als geboten erach-
tete Behandlungsmethode, welche sowohl mit den Anweisungen der Tierklinik 
N.________ und der Fachliteratur im Einklang steht, liess sich aufgrund des Verhal-
tens des Beschuldigten nicht (mehr) umsetzen (vgl. dazu etwa die Aussagen von 
Frau C.________, wonach die Zusammenarbeit nicht funktioniert habe, es sei frus-
trierend gewesen [pag. 517 Z. 1 f.], der Beschuldigte habe das Gefühl gehabt, alles 
besser zu wissen [pag. 519 Z. 37], manchmal habe er gerade etwas anderes ge-
macht, ohne dies abzusprechen, es sei chaotisch gewesen und man haben keine 
Strategie verfolgen können [pag. 519 Z.41 ff.]). Das von Frau C.________ geschil-
derte «chaotische» Verhalten des Beschuldigten führte gemäss deren Aussagen 
dazu, dass es dem Pony H.________ immer gleich schlecht oder zum Teil auch 
wieder schlechter ging (pag. 518 Z. 1 ff., pag. 519 Z. 1 ff.). 

Soweit der Beschuldigte behauptet, er habe alles mit Frau C.________ besprochen 
und sie sei einverstanden gewesen, dass man die Hufeisen entferne bzw. dass man 
dem Pony nur vorne Hufeisen anlegen oder Hufschuhe anziehen würde, ist dies nicht 

16

nachvollziehbar. Frau med. vet. C.________ führte nämlich im Gegenteil aus, dass 
der Beschuldigte die Hufeisen eigenmächtig, ohne Absprache mit ihr, entfernt habe 
(pag. 516 Z. 41, pag. 517 Z. 23 f.). Weiter gab sie mit nachvollziehbarer Begründung 
an, dass sie und Herr Dr. M.________ der Meinung gewesen seien, dass Hufschuhe 
im Betrieb des Beschuldigten keine geeignete Lösung gewesen wäre (pag. 518 
Z. 26 ff.). Dr. med. vet. M.________ führte ebenfalls aus, dass er nicht konsultiert 
worden sei, bevor die Beschläge entfernt wurden (pag. 198 Z. 43 f.). Im Übrigen gilt 
zu erwähnen, dass nicht bekannt wäre, dass dem Pony in der hier interessierenden 
Zeit vorne Hufeisen angelegt worden wären: Am 20. Juli 2018 (Kontrolle durch das 
AVET) war das Pony nicht mit Hufeisen beschlagen; auch später, nachdem der Be-
schuldigten am 27. Juli 2018 von der Tierklinik angewiesen worden war, das Pony 
mit Eisen zu beschlagen, wies es anlässlich der Nachkontrolle vom 7. September 
2028 nach wie vor keine (weder vorne noch hinten) Hufrehebeschläge auf. Erst nach 
der Kontrolle vom 7. September 2018 und demnach nicht in der hier relevanten Zeit 
hat der Beschuldigte das Pony dann offenbar an den vorderen Hufen beschlagen 
lassen. Dasselbe gilt hinsichtlich der vom Beschuldigten widerholt angesprochenen 
Blutegeltherapie; auch diese kam erst später und betrifft nicht den hier relevanten 
Deliktszeitraum. Insgesamt kann daher festgehalten werden, dass der Beschuldigte 
in der hier interessierenden Zeit die tierärztlichen Anweisungen nicht befolgt und sich 
eigenmächtig über diese hinweggesetzt hat. Weder Hufschuhe noch Blutegelthera-
pie oder eine sonstige Behandlung waren in der fraglichen Zeit seitens der Tierärzte 
ein Thema; sämtliche involvierten Tierärzte gaben dem Beschuldigten vielmehr die 
Anweisung/Empfehlung, das Pony an allen vier Hufen zu beschlagen.   

Soweit der Beschuldigte sodann vorbringt, er habe einen Spezialisten 
Dr. I.________ beigezogen, der anderer Meinung gewesen sei, ist darauf hinzuwei-
sen, dass dies erst ab 2019 und damit ebenfalls nach der hier interessierenden Zeit 
geschah (pag. 121). 

Abschliessend gilt zu erwähnen, dass dem Beschuldigten die Empfehlungen/Anwei-
sungen der Tierärzte bzw. der Tierklinik bestens bekannt waren (pag. 533 Z. 40 ff. 
und pag. 534 Z. 5 ff.). Ihm musste daher ohne Weiteres klar sein, welche tierärztli-
chen Vorgaben er im hier relevanten Deliktszeitraum umzusetzen gehabt hätte.  

10.1.3 Als Beweisergebnis lässt sich festhalten, dass der Beschuldigte der tierärztlichen 
Anweisung vom 14. März 2018, das Pony H.________ an allen vier Gliedmassen 
mit einem Hufrehebeschlag beschlagen zu lassen, zuerst Folge leistete. Später ent-
fernte er den Hufrehebeschlag, ohne zuvor mit einem Tierarzt Rücksprache zu neh-
men. Weiter lässt sich festhalten, dass der Beschuldigte – entgegen der entspre-
chenden Aufforderung des AVET vom 20. Juli 2018 – der ihm bekannten tierärztli-
chen Anweisung vom 27. Juli 2018, das Pony H.________ mit einem adäquaten 
Hufrehebeschlag beschlagen zu lassen, nicht Folge leistete, sondern diesem eigen-
mächtig nur Hufschuhe anzog. Indem er die klaren tierärztlichen Anweisungen nicht 
befolgte, hat er das Wohlergehen des Ponys durch Vernachlässigung beeinträchtigt. 

17

10.2 Zum Vorwurf der Vernachlässigung der Ziege

10.2.1 Die Vorinstanz würdigte die Beweise diesbezüglich wie folgt:

Vorab ist für das Gericht gestützt auf das Behandlungsprotokoll der Tierarztpraxis von Dr. med. vet. 
M.________ (pag. 9ff.), dem Kontrollprotokoll des AVET vom 20.07.2018 (pag. 14), der Fotodokumen-
tation (pag. 20, 87 ff.) sowie der Verfügung des AVET vom 24.09.2018 (pag 21 ff.) beweismässig er-
stellt, dass die Ziege aufgrund des Räudebefalls grossem Leid durch Juckreiz ausgesetzt gewesen sein 
muss. 

Die (Körper-)Räude stellt gemäss der einschlägigen Fachliteratur eine Hautkrankheit dar, welche die 
Tiere, insbesondere Ziegen, sehr stark in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt (pag. 103ff., 114 ff.). Die 
Tiere leiden dabei an Juckreiz und Hautentzündungen. Was die Behandlung von Körperräude angeht, 
so verweisen sowohl der Tierarzt M.________ (pag. 200, Z. 27-30) als auch die Fachliteratur (pag. 
103ff., 114 ff.) bei schwerwiegendem Räudebefall auf die Abgabe von Medikamenten und Injektionslö-
sungen. 

Die vom AVET eingereichte Fotodokumentation (pag 20, 87 ff.) zeigt, dass es bei der Ziege mit Räu-
debefall bereits zu Krusten- und Borkenbildung gekommen ist, was auf eine bereits länger dauernde 
Erkrankung hindeutet. Auch der Tierarzt M.________ bestätigt, dass es sich bei der Ziege um einen 
schwerwiegenden Befall gehandelt habe (pag. 200, Z. 34-41). Daher ist davon auszugehen, dass die 
Ziege bereits länger unter der Krankheit Räudebefall gelitten haben muss. Aus dem Behandlungspro-
tokoll der Tierarztpraxis von Dr. med. vet. M.________ (pag. 9 ff.) geht hervor, dass die Ziege bis am 
21.07.2018, d.h. bis zur ersten Kontrolle des AVET, nicht tierärztlich behandelt worden ist. Gemäss 
eigenen Aussagen hat der Beschuldigte die Ziege mit Räudebefall eigenmächtig mit Kernseife gebadet 
und mit Cremes behandelt. Tierarzt M.________ führte in diesem Zusammenhang aus, dass seine 
Behandlungen auf schulmedizinischer Methode basieren würden und er nicht viel von Behandlungen 
mit Kernseife halte. Es gebe andere Medikamente dafür (pag. 200, Z. 27-30). 

Zusammenfassend kann offengelassen werden, welche Therapievariante konkret vom Beschuldigten 
hätte gewählt werden müssen. Vorliegend betrachtet es das urteilende Gericht als wesentlich, dass bei 
der Ziege ein schwerer Fall von Räudebefall diagnostiziert worden ist, diese Ziege bereits seit längerer 
Zeit an Juckreiz gelitten haben muss und der Beschuldigte dadurch, dass er die Ziege mit eigenen 
Methoden behandelt hat, ohne einen Tierarzt beizuziehen, das Wohlergehen der Ziege mit Räudebefall 
vernachlässigt hat. In Übereinstimmung mit den Aussagen des Tierarztes M.________ (pag. 200, Z. 
27-30) und der Verfügung des AVET vom 24.09.2018 (pag 21 ff.) hätte bereits viel früher eine tierärzt-
liche Untersuchung mit anschliessender medikamentöse Therapie vom Beschuldigten in Angriff ge-
nommen werden müssen, um dem Tier weiteres Leid zu ersparen. Schliesslich kann festgehalten wer-
den, dass gemäss den Aussagen des Tierarztes M.________ die medikamentöse Therapie, als sie 
dann auch tatsächlich angewendet wurde, Anklang gefunden und die Spritze gewirkt habe.

In Anbetracht des Gesagten ist für das Gericht beweismässig erstellt, dass der Beschuldigte das Wohl-
ergehen der Ziege mit Räudebefall vernachlässigt hat, indem er sie trotz Räudebefall bis zur Tierschutz-
kontrolle vom 20.07.2018 nicht professionell tierärztlich behandeln liess. 

10.2.2 Auch diesen Erwägungen der Vorinstanz kann aus Sicht der Kammer beigepflichtet 
werden.

Zu ergänzen gilt es, dass bereits am 7. April 2017 ein Besuch von Q.________ von 
der Tierarztklinik Dr. med. vet. M.________ erfolgte, weil eine Ziege massive Fuss-
räude aufwies. Sie wurde untersucht und mit Medikamenten behandelt. Am 24. April 

18

20107 erfolgte eine Nachbehandlung mit Medikamenten. Ob es sich dabei um die-
selbe Ziege handelt, die vorliegend interessiert, ist unklar. So oder so fand aber der 
nächste tierärztliche Besuch wegen Verdachts auf Räudebefall erst am 21. Juli 2018 
im Auftrag des AVET statt (pag. 9, pag. 208, pag. 200 Z. 17 ff., pag. 520 Z. 39 ff.), 
und die Fussräude (schwerwiegender Befall) war dabei schon länger andauernd.

Zu präzisieren gilt es, dass die Fachliteratur betreffend die Krankheit Räude 
(pag. 103 ff., 114 ff.) verschiedene adäquate Behandlungsmethoden nennt, die Be-
handlung mit blosser «Kernseife» und «Cremes» aber nicht dazugehört. Soweit der 
Beschuldigte also vorbringt, er habe versucht, die Fussräude mittels einer Gallensei-
fentherapie zu behandeln, erscheint eine solche Behandlung ungenügend. So führ-
ten denn auch Dr. med. vet. M.________ und med. vet. C.________ übereinstim-
mend aus, dass Kernseife bei der Krankheit Räude nichts nütze (pag. 200 Z. 25 ff., 
pag. 521 Z. 14 ff.). 

Der Beschuldigte selber führte zwar aus, es treffe nicht zu, dass von Mai 2017 bis 
Juli 2018 keine Ziegen behandelt worden seien. Hierzu gab er weiter einerseits an, 
dass Frau med. vet. C.________ ihm jeweils Spritzen gegeben habe, welche er habe 
drauf tun müssen (pag. 536 Z. 15 ff.). Andererseits gab er an, die Spritzen (ohne 
Nadel) habe eine Person gemacht, welche einen Hund habe (pag. 536 Z. 27). Wie-
derum an anderer Stelle gab er an, er habe das alleine gemacht, dazu brauche es 
keinen Tierarzt. Die Spritzen habe er von Herrn Dr. M.________ erhalten (pag. 536 
Z. 30 ff.). Diese Aussagen des Beschuldigten sind nicht nur in sich widersprüchlich, 
sondern widersprechen auch den Behandlungsprotokollen der Tierarztpraxis 
M.________ (pag. 9, pag. 208) sowie den glaubhaften Aussagen von Dr. med. vet. 
M.________ (pag. 200 Z. 17 ff.) und Frau med. vet. C.________ (pag. 520 Z. 39 ff.), 
wonach – entsprechend den Einträgen im Behandlungsprotokoll – von Mai 2017 bis 
Juli 2018 beim Beschuldigten keine Ziegen behandelt worden seien. Frau med. vet. 
C.________ hat sodann glaubhaft ausgesagt, dass sie den Kunden keine Sprit-
zen/Medikamente abgegeben würden und demnach dem Beschuldigten auch nichts 
abgegeben hätten (pag. 522 Z. 20 ff.). Mit Blick auf das Ausgeführte sind die gegen-
teiligen Aussagen des Beschuldigten als blosse Schutzbehauptungen zu werten. 
Dafür, dass der Beschuldigten die Spritzen von einem anderen Tierarzt erhalten 
hätte, bestehen keine Anhaltspunkte; solches wurde denn auch nicht geltend ge-
macht und der Beschuldigte hat selber ausgeführt, dass er im Jahr 2018 durchwegs 
Herrn Dr. M.________ als Tierarzt gehabt habe (pag. 534 Z. 39; vgl. auch pag. 536 
Z. 33 f.). 

10.2.3 Als Beweisergebnis kann nach dem Gesagten festgehalten werden, dass der Be-
schuldigte die Ziege mit Räudebefall bis zur Tierschutzkontrolle vom 20. Juli 2018 
nicht professionell behandeln liess. Durch diese Unterlassung/Vernachlässigung sei-
tens des Beschuldigten wurde die Ziege in ihrem Wohlergehen beeinträchtigt. Der 
angeklagte Sachverhalt ist damit erstellt. 

19

III. Rechtliche Würdigung

11. Vorbemerkungen 

Art. 26 TSchG stellt «Tierquälereien» unter Strafe, wobei der entsprechende Ober-
begriff missverstanden werden kann. Einerseits stellt nicht jede Handlung, die im 
Volksmund als eine «Tierquälerei» bezeichnet wird, auch im Gesetzessinn eine sol-
che dar. Während der Begriff umgangssprachlich oft für sämtliche negativen Einwir-
kungen auf ein Tier seitens des Menschen verwendet wird, definiert das TSchG Tier-
quälereien enger und beschränkt sie abschliessend auf einige wenige explizit aufge-
führte Tatbestände. Anderseits erfasst Art. 26 TSchG auch Handlungen als Tierquä-
lerei, die für das Tier nicht zwingend mit körperlichen Belastungen verbunden sind, 
sondern sein Wohlergehen oder seine Würde anderweitig gravierend beeinträchti-
gen können (vgl. BOLLIGER/RICHNER/RÜTTIMANN/STOHNER, Schweizer Tierschutz-
strafrecht in Theorie und Praxis, 2. Aufl. 2019, S. 118 f.). Nach Art. 26 Abs. 1 Bst. a 
TSchG begeht eine Tierquälerei, wer ein Tier misshandelt, vernachlässigt, unnötig 
überanstrengt oder dessen Würde in andere Weise missachtet. Art. 26 Abs. 1 Bst. a 
TschG stellt damit nicht nur die Misshandlung von Tieren als Tierquälerei unter 
Strafe, sondern u.a. auch deren Vernachlässigung. Auch wenn sämtliche Tatbe-
standsvarianten von Art. 26 TschG strafrechtlich gesehen gleichwertig sind und so-
mit derselben Strafandrohung unterstehen, diene dem Beschuldigten im Sinne eine 
Klarstellung dennoch der Hinweis, dass ihm nicht etwa eine Misshandlung von Tie-
ren vorgeworfen wird, sondern vielmehr deren Vernachlässigung. 

12. Theoretische Grundlagen  

12.1 Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer vorsätzlich 
ein Tier misshandelt, vernachlässigt, es unnötig überanstrengt oder dessen Würde 
in anderer Weise missachtet (Art. 26 Abs. 1 Bst. a TSchG; SR 455).

12.2 Der Begriff des Vernachlässigens im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. a TSchG ergibt 
sich indirekt aus Art. 6 Abs. 1 TSchG. Diese Norm verpflichtet jenen, der ein Tier hält 
oder betreut, es angemessen zu nähren, zu pflegen und ihm die für sein Wohlerge-
hen notwendige Beschäftigung und Bewegungsfreiheit sowie soweit nötig Unterkunft 
zu gewähren. Wer diese gesetzlich vorgeschriebenen Handlungen nicht vornimmt, 
vernachlässigt das Tier im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. a TSchG (Urteil des BGer 
6B_653/2011 vom 30.1.2021 E. 3.2). Zur Tierhaltung und zum Umgang mit Tieren, 
namentlich hinsichtlich der erforderlichen Unterkunft, Fütterung und Pflege, enthält 
die Tierschutzverordnung (TSchV; SR 455.1) detailliertere Ausführungsbestimmun-
gen (Art. 3 ff. TSchV). Der Tierhalter muss das Befinden der Tiere und den Zustand 
der Einrichtungen so oft wie nötig überprüfen (Art. 5 Abs. 1 Satz 1 TSchV). Die 
Pflege soll Krankheiten und Verletzungen vorbeugen. Der Tierhalter ist dafür verant-
wortlich, dass kranke oder verletzte Tiere unverzüglich ihrem Zustand entsprechend 
untergebracht, gepflegt und behandelt oder getötet werden. Die dafür notwendigen 
Einrichtungen müssen im Bedarfsfall innerhalb nützlicher Frist zur Verfügung stehen 
(Art. 5 Abs. 2 TSchV). Hufe, Klauen, Nägel und Krallen sind soweit nötig regelmässig 
und fachgerecht zu pflegen und zu beschneiden. Hufe sind soweit nötig fachgerecht 
zu beschlagen (Art. 5 Abs. 4 TSchV). Ob der Tatbestand der Tierquälerei durch Ver-
nachlässigung erfüllt ist, beurteilt sich bei der unterlassenen Pflege eines kranken 

20

Tieres in erster Linie nach dem Krankheitsbild (Urteile des BGer 6B_811/2018 vom 
25. Februar 2019 E. 5.1 mit Hinweisen; 6B_482/2015 vom 20. August 2015 E. 2.2; 
6B_653/2011 vom 30. Januar 2012 E. 3.3).

12.3 Die Vernachlässigung von Tieren ist ein echtes Unterlassungsdelikt. Das tatbe-
standsmässige Verhalten liegt in der Nichtvornahme einer nach Art. 6 Abs. 1 
TSchG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 TSchV gebotenen Handlung (Urteil des BGer 
6B_175/2021 vom 24. August 2022 E. 4.2.2). Eine strafrechtlich relevante Vernach-
lässigung im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. a TSchG muss mit einer Missachtung der 
Würde des Tieres einhergehen, ansonsten nicht von einer Tierquälerei durch Ver-
nachlässigung gesprochen werden kann und allenfalls der Übertretungstatbestand 
von Art. 28 Abs. 1 TSchG zur Anwendung gelangt. Dies ergibt sich sowohl aus dem 
Zusatz «oder dessen Würde in anderer Weise missachtet» als auch aus der Margi-
nale der Gesetzesbestimmung, welche die «Tierquälerei» unter Strafe stellt (Urteile 
des BGer 6B_811/2018 vom 25. Februar 2019 E. 5.1; 6B_482/2015 vom 20. August 
2015 E. 2.2; 6B_653/2011 vom 30. Januar 2012 E. 3.3). Die Würde des Tieres wird 
missachtet, wenn das Wohlergehen des Tieres beeinträchtigt ist, weil Schmerzen, 
Leiden, Schäden oder Angst nicht vermieden werden (Art. 3 Bst. a und Art. 3 Bst. b 
Ziff. 4 TSchG).

13. Vorsätzlich begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen 
ausführt (Art. 12 Abs. 2 Satz 1 StGB). Vorsätzlich handelt bereits, wer die Tatbe-
standsverwirklichung für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für 
den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt bzw. sich mit ihm abfindet, mag er ihm auch 
unerwünscht sein (sog. Eventualvorsatz; vgl. Art. 12 Abs. 2 Satz 2 StGB; BGE 147 
IV 439 E. 7.3.1; 143 V 285 E. 4.2.2; 137 IV 1 E. 4.2.3; je mit Hinweisen). Ob der Täter 
die Tatbestandsverwirklichung in diesem Sinn in Kauf genommen hat, muss das Ge-
richt bei Fehlen eines Geständnisses des Beschuldigten aufgrund der Umstände ent-
scheiden. Dazu gehören die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbe-
standsverwirklichung, die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe 
des Täters und die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der Tat-
bestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflichtverletzung wiegt, 
desto eher darf gefolgert werden, der Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in 
Kauf genommen (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 135 IV 12 E. 2.3.2; 134 IV 26 E. 3.2.2). 
Das Gericht darf vom Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem 
Täter der Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, 
ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolgs aus-
gelegt werden kann (BGE 147 IV 439 E. 7.3.1; 137 IV 1 E. 4.2.3; 133 IV 9 E. 4.1; je 
mit Hinweisen).

14. Subsumtion betreffend Pony H.________

Es ist unbestritten, dass das betroffene Pony an chronischer, sehr schmerzhafter 
«Hufrehe» litt und deshalb (unverzüglich) einer Behandlung bedurfte. Klar ist auch, 
dass das Pony zum Gnadenhof des Beschuldigten gehörte und er dessen Halter 
war. In dieser Eigenschaft als Tierhalter unterlag er den Pflichten von Art. 6 Abs. 1 
TSchG i.V.m. Art. 5 Abs. 2 TSchV. Eine dieser Pflichten besteht darin zu sorgen, 
dass kranke Tiere unverzüglich ihrem Zustand entsprechend gepflegt und behandelt 

21

werden (Art. 5 Abs. 2 TSchV). Art. 5 Abs. 4 TSchV regelt in Bezug auf Hufe sodann 
spezifisch, dass diese regelmässig und fachgerecht zu pflegen und soweit nötig 
fachgerecht zu beschlagen sind (siehe Ziff. 12 oben). 

Das Beweisergebnis hat ergeben, dass der Beschuldigte – nachdem er dem Pony 
den Hufrehebeschlag im Nachgang zum 14. März 2018 ohne Rücksprache mit dem 
Tierarzt eigenmächtig entfernt hatte – die tierärztliche Anweisung der Tierklinik 
N.________ vom 27. Juli 2018 bis zur Nachkorolle vom 7. September 2019 nicht 
umgesetzt hat. Der Beschuldigte hat das kranke, an chronischer «Hufrehe» leidende 
Tier nicht unverzüglich, gemäss den Anweisungen der Tierärzte, professionell be-
handelt oder behandeln lassen. Indem der Beschuldigten – entgegen den tierärztli-
chen Anweisungen/Empfehlungen – dem Pony die Hufrehebeschläge eigenmächtig 
entfernte und sich auch nach der Kontrolle durch das AVET über die klaren Anwei-
sungen von Dr. med. vet. P.________, das Pony an allen vier Hufen zu beschlagen, 
hinwegsetzte, unterliess er es, dass dem Pony diejenige Behandlung zukam, welche 
es damals dringend benötigt und nach tierärztlicher Sicht den Bedürfnissen des Tiers 
entsprochen bzw. zu einer Verbesserung der Gesundheit bzw. des Wohlergehens 
des Ponys geführt hätte. Durch das eigenmächtige Verhalten des Beschuldigten 
wurde das Wohlergehen des Ponys mithin beeinträchtigt und seine Würde missach-
tet. Soweit der Beschuldigte äussert, gestützt auf die Ausführungen von Dr. med. 
vet. M.________ sei klar, dass betreffend das Pony keine Vernachlässigung stattge-
funden habe, kann dem nach dem Dargelegten nicht gefolgt werden. Vielmehr stellt 
vorliegend die Nichtbeachtung der klaren tierärztlichen Anweisungen eine Vernach-
lässigung dar. Der objektive Tatbestand von Art. 26 Abs. 1 Bst. a TSchG ist ohne 
weiteres erfüllt. 

Dem Beschuldigten waren die tierärztlichen Anweisungen bestens bekannt. Den-
noch setzte er sich eigenmächtig über diese hinweg und wendete eigene, aus 
tierärztlicher Sicht im konkreten Fall nicht geeignete Behandlungsmethoden an. Da-
mit hat der Beschuldigte zumindest in Kauf genommen, dass das Pony H.________ 
in seinem Wohlergehen beeinträchtigt und dessen Würde missachtet wird. Der sub-
jektive Tatbestand ist damit ebenfalls erfüllt. Rechtfertigungs- oder Schuldaus-
schlussgründe liegen nicht vor.

Der Beschuldigte ist der Tierquälerei gemäss Art. 26 Abs. 1 Bst. a TSchG schuldig 
zu sprechen, begangen vom 20. Juli 2018 bis am 7. September 2018 in 
F.________(Ort) durch Vernachlässigung des Wohlergehens des Ponys 
H.________ (Nichtbeachtung der ärztlichen Anweisungen zur Behandlung von 
«Hufrehe»). 

15. Subsumtion betreffend Ziege 

Gemäss Beweisergebnis hat die Ziege bereits seit längerer Zeit an einer 
Körperräude gelitten (schwerwiegender Befall), welche sie in ihrem Wohlergehen 
stark beeinträchtigt hat. Indem der Beschuldigte bis zur Kontrolle vom 20. Juli 2018 
keinen Tierarzt verständigt hat, unterliess er es, dass der kranken Ziege diejenige 
Behandlung zukomme konnte, welche aus tiermedizinischer Sicht indiziert gewesen 
wäre. Mithin hat der Beschuldigte die Ziege vernachlässigt, indem er das kranke Tier 
nicht unverzüglich professionell behandelt hat oder behandeln liess. Damit war das 

22

Wohlergehen der Ziege beeinträchtigt und ihre Würde missachtet. Soweit der Be-
schuldigte diesbezüglich argumentiert, er habe das Tier behandelt und alles in seiner 
Macht Stehende versucht, dass es diesem besser gehe (pag. 202 f.), kann dem nicht 
gefolgt werden: Der Beschuldigte behandelte die Ziege einzig mit eigenen, nicht pro-
fessionellen Behandlungsmethoden, welche gemäss Angaben der Tierärzte nichts 
nützen und offensichtlich auch zu keiner Verbesserung der Gesundheit der Ziege 
führten (Räude war bereits länger andauernd, anlässlich Kontrolle vom 20. Juli 2018 
wurde schwerwiegender Befall festgestellt); tierärztliche Hilfe nahm er bis zur Kon-
trolle durch das AVET nicht in Anspruch. Der objektive Tatbestand von Art. 26 Abs. 
1 Bst. a TschG ist erfüllt. 

Indem er die gebotene Handlung (Verständigung des Tierarztes, professionelle Be-
handlung) nicht in die Wege geleitet hat, ist er seiner Tierhalterpflicht nicht nachge-
kommen und hat die Vernachlässigung der Ziege zumindest in Kauf genommen. Der 
Beschuldigte handelte mindestens eventualvorsätzlich und erfüllt damit den subjek-
tiven Tatbestand der Tierquälerei. Rechtfertigungs- oder Schuldausschlussgründe 
liegen wiederum keine vor.

Der Beschuldigte ist der Tierquälerei gemäss Art. 26 Abs. 1 Bst. a TSchG schuldig 
zu sprechen, begangen bzw. festgestellt am 20. Juli 2018 in F.________(Ort) durch 
Vernachlässigung des Wohlergehens der Ziege (fehlende professionelle Behand-
lung des Räudebefalls). 

IV. Strafzumessung

16. Allgemeine Ausführungen zur Strafzumessung, Strafrahmen und Strafart 

16.1 Hinsichtlich der allgemeinen Grundlagen zur Strafzumessung sowie zur Gesamts-
trafenbildung kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-
den (pag. 269 f., S. 27 f. der Urteilsbegründung) 

16.2 Der Tatbestand der Tierquälerei sieht einen Strafrahmen von Geldstrafe (mindestens 
3 Tagessätze; Art. 34 Abs. 1 StGB) bis 3 Jahre Freiheitsstrafe vor (Art. 26 Abs. 1 
Bst. a TschG). Die Strafe ist innerhalb dieses ordentlichen Strafrahmens festzuset-
zen. Dieser Rahmen ist vom Gesetzgeber sehr weit gefasst worden, um sämtlichen 
konkreten Umständen Rechnung zu tragen. Der ordentliche Rahmen ist nicht zu ver-
lassen, da keine aussergewöhnlichen Umstände vorliegen und die für die betref-
fende Tat angedrohte Strafe im konkreten Fall nicht zu hart bzw. nicht zu milde er-
scheint (vgl. BGE 136 IV 55 E. 5.8).

16.3 Aufgrund des vorliegend zur Anwendung gelangenden Verschlechterungsverbots ist 
es der Kammer nicht erlaubt, die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe von 
insgesamt 40 Strafeinheiten zu Ungunsten des Beschuldigten abzuändern. Entspre-
chend ist die Kammer auch an die Wahl der für den Beschuldigten mildere Strafart 
der Geldstrafe statt einer Freiheitsstrafe gebunden. Es ist demnach für die (beiden) 
Schuldsprüche wegen Tierquälerei in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB eine Ge-
samtstrafe (in Form eine Geldstrafe) zu bilden, wobei die Kammer wie die Vorinstanz 
die Vernachlässigung des Ponys als das im konkreten Fall schwerere Delikt erachtet 
und deshalb hierfür die Einsatzstrafe festsetzt.  

23

17. Einsatzstrafe für die Vernachlässigung des Ponys 

Die Richtlinien für die Strafzumessung des Verbandes der Bernischen Richterinnen 
und Richter, Staatsanwältinnen und Staatsanwälte (VBRS-Richtlinien) sehen als Re-
ferenzstrafe für die vorsätzlich begangene Tierquälerei in der Form der Vernachläs-
sigung der Pflege 40 Strafeinheiten vor, wenn ein krankes oder verletztes Tier (hat 
Schmerzen) nicht behandelt wird; bei gesundheitlichen Schäden sehen die VBRS-
Richtlinien eine Verdoppelung dieser Strafe vor. 

Das Pony H.________ litt an «Hufrehe», was für das Tier eine äusserst schmerz-
hafte Krankheit darstellt. Vorliegend hat der Beschuldigte das an chronischer 
«Hufrehe» leidende Pony vernachlässigt, indem er dieses nicht professionell tierärzt-
lich behandeln liess bzw. er die klaren tierärztlichen Anweisungen nicht befolgte. 
Diese Vernachlässigung entspricht im Wesentlichen dem Referenzsachverhalt in 
den VBRS-Richtlinien, weshalb in Übereinstimmung mit dieser Empfehlung und mit 
Blick auf das leichte objektive Tatverschulden eine Strafe von 40 Strafeinheiten an-
gemessen erscheint. 

Zu berücksichtigen ist, dass der Beschuldigte mit Eventualvorsatz handelte, was sich 
im Vergleich zu einem Täter, der direktvorsätzlich handelt, strafmindernd auswirkt. 

Insgesamt erachtet die Kammer mit Blick auf die VBRS-Richtlinien und gestützt auf 
die konkreten Umstände (leichtes Verschulden, eventualvorsätzliches Handeln) eine 
Strafe von 30 Strafeinheiten als schuldangemessen. 

18. Asperation 

Der Beschuldigte hat die Ziege mit einem schwerwiegenden Räudebefall nicht pro-
fessionell tierärztlich behandeln lassen. Die (Körper-)Räude ist eine Hautkrankheit 
dar, welche bei den Tieren Juckreiz und Hautentzündungen ausläsen und diese in 
ihrem Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Die Kammer geht mit der Vorinstanz, 
dass die Qualen für die Ziege mit Räudebefall weniger schlimm gewesen sein dürften 
als diejenigen für das Pony. Mit Blick auf die VBRS-Richtlinien (siehe dazu oben Ziff. 
17) sowie gestützt auf die konkreten Umstände erachtet die Kammer eine Ausgangs-
strafe von 30 Strafeinheiten als angemessen. 

Zu berücksichtigen ist wiederum, dass der Beschuldigte eventualvorsätzlich gehan-
delt hat, was eine Reduktion der Strafe um 10 auf 20 Strafeinheiten als angemessen 
erscheinen lässt. 

Für die Vernachlässigung der Ziege erscheint damit eine Strafe von 20 Strafeinhei-
ten als angemessen, welche im Umfang von 15 Strafeinheiten zur Einsatzstrafe von 
30 Strafeinheiten zu asperieren ist. 

Als Zwischenfazit ergibt sich somit eine Strafe von 45 Strafeinheiten (zum Ver-
schlechterungsverbot siehe Ziff. 20). 

19. Täterkomponenten 

Was die Täterkomponenten anbelangt, kann auf die zutreffenden Ausführungen der 
Vorinstanz verwiesen werden (pag. 272, S. 20 der Urteilsbegründung). Die Kammer 
geht mit der Vorinstanz insbesondre einig, dass der Beschuldigte ein grosses Herz 

24

für Tiere hat und er sich mit viel Leidenschaft für kranke Tiere einsetzt. Dieser Um-
stand kann hier ausnahmsweise zu Gunsten des Beschuldigten strafmindernd 
berücksichtigt werden. Andererseits liegt auf der Hand, dass die einschlägige Vor-
strafe straferhöhend zu berücksichtigen ist. Die übrigen Elemente geben zu keine 
besonderen Bemerkungen Anlass und sind neutral zu gewichten. 

Insgesamt halten sich die positiven Aspekte und die straferhöhenden Elemente in 
etwa die Waage, so dass sich die Täterkomponenten schlussendlich neutral auswir-
ken.  

20. Konkretes Strafmass 

Insgesamt würde sich aufgrund sämtlicher Strafzumessungskriterien eine Gesamts-
trafe von 45 Strafeinheiten ergeben. Da die Kammer aufgrund des Verschlechte-
rungsverbots nicht über die von der Vorinstanz ausgesprochene Strafe hinausgehen 
darf, bleibt es jedoch bei einer Strafe von 40 Strafeinheiten bzw. eine Geldstrafe von 
40 Tagessätzen. 

21. Tagessatzhöhe

21.1 Für die Bestimmung der Höhe des Tagessatzes der Geldstrafe sind die persönlichen 
und wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters im Zeitpunkt des Urteils massgebend 
(Art. 34 Abs. 2 StGB). Das Verbot der «reformatio in peius» ist deshalb nicht verletzt, 
wenn das Berufungsgericht angesichts der von ihm festgestellten und nach dem 
erstinstanzlichen Urteil eingetretenen Verbesserung der finanziellen Verhältnisse 
den Tagessatz erhöht (BGE 144 IV 198 E. 5.4). Beabsichtigt das Gericht indes einen 
entsprechenden Entscheid (strengere Bestrafung), ist den betroffenen Parteien 
vorab das rechtliche Gehör zu gewähren (Urteil des BGer 6B_630/2018 vom 8. März 
2019 E. 3.3 f.). 

21.2 Die Vorinstanz ging – gestützt auf die Angaben des Beschuldigten – von einem Net-
toeinkommen des Beschuldigten von CHF 3'400.00 und einem Nettoeinkommen sei-
ner Ehegattin von CHF 1'600.00 aus (pag. 273). Unter Berücksichtigung eines Pau-
schalabzugs von 20 % sowie eines Unterstützungsabzugs für seine Ehegattin von 
15 % bestimmte die Vorinstanz den massgebenden Tagessatz auf CHF 80.00.

Aktuell erzielt der Beschuldigte ein Einkommen von CHF 4'300.00 netto und seine 
Ehefrau ein solches von CHF 1'046.00 (gemäss polizeilichem Leumundsbericht vom 
26. Oktober 2022, pag. 355 f.; vgl. dazu auch die Aussagen des Beschuldigten an-
lässlich der Berufungsverhandlung, wonach sich in privater Hinsicht nichts geändert 
habe, pag. 529 Z. 29 ff.). Unter Berücksichtigung des Pauschalabzugs von 20 % und 
des Unterstützungsabzugs für die Ehegattin von 15 % ergäbe dies einen Tagessatz 
von CHF 90.00. Allerdings hatte der Beschuldigte bereits anlässlich seiner Befra-
gung vor der Vorinstanz für die Frage nach seinem Einkommen auf die eingereichten 
Bankbelege verwiesen (pag. 188, pag. 205). Bereits damals erzielte der Beschul-
digte ein Einkommen von rund CHF 4'400.00 und seine Ehefrau von CHF 1'043.00. 
Diese Tatsachen waren der Vorinstanz somit bereits bekannt, weswegen sie vorlie-
gend nicht berücksichtigt werden können. Im Übrigen hat sich die Kammer auch 

25

keine strengere Bestrafung des Beschuldigten vorbehalten, weshalb es aufgrund 
des Verschlechterungsverbots bei einem Tagessatz von CHF 80.00 bleibt. 

22. Vollzug der Geldstrafe

22.1 Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von 
höchstens zwei Jahren in der Regel auf, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwen-
dig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen 
abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB).

22.2 Das Gericht hat demnach eine Prognose über das zukünftige Verhalten des Täters 
zu stellen. Bei der Prüfung, ob der Verurteilte für ein dauerndes Wohlverhalten Ge-
währ bietet, ist eine Gesamtwürdigung aller wesentlichen Umstände vorzunehmen. 
In die Beurteilung mit einzubeziehen sind neben den Tatumständen auch das Vorle-
ben und der Leumund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den 
Charakter des Täters und die Aussichten seiner Bewährung zulassen. Für die Ein-
schätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit unerläss-
lich. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisationsbio-
graphie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindungen, Hinweise auf 
Suchtgefährdungen usw. Dabei sind die persönlichen Verhältnisse bis zum Zeitpunkt 
des Entscheides mit einzubeziehen. Es ist unzulässig, einzelnen Umständen eine 
vorrangige Bedeutung beizumessen und andere zu vernachlässigen oder überhaupt 
ausser Acht zu lassen. Die Gewährung des Strafaufschubes setzt nicht die positive 
Erwartung voraus, der Täter werde sich bewähren, sondern es genügt die Abwesen-
heit der Befürchtung, dass er es nicht tun werde. Der Strafaufschub ist deshalb die 
Regel, von der grundsätzlich nur bei ungünstiger Prognose abgewichen werden darf. 
Er hat im breiten Mittelfeld der Ungewissheit den Vorrang (BGE 134 IV 1 E. 4.2).

22.3 Der Beschuldigte wurde mit Strafbefehl vom 19. Juli 2017 wegen mehrfach began-
genen Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz (Übertretung), Tierquälerei, 
Tätlichkeiten und Beschimpfungen zu einer bedingt vollziehbaren Geldstrafe verur-
teilt. Die vorliegend zu beurteilenden Taten beging der Beschuldigte im Zeitraum 
vom 20. Juli 2018 bis 7. September 2018, mithin rund ein Jahr nach der erwähnten 
Verurteilung. Der Beschuldigte liess sich von der bedingt ausgesprochenen Gelds-
trafe mithin nicht davon abhalten, erneut einschlägig zu delinquieren. Hinzu kommt, 
dass der Beschuldigte bis zum Schluss keinerlei Einsicht zeigte, weshalb ihm in 
Übereinstimmung mit der Vorinstanz insgesamt eine ungünstige Prognose gestellt 
werden muss. Aus diesem Grund ist die Geldstrafe vorliegend unbedingt auszuspre-
chen.

23. Konkrete Strafe 

Der Beschuldigte ist nach dem Gesagten zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen 
zu CHF 80.00, ausmachend CHF 3'200.00, zu verurteilen. 

26

V. Widerruf 

Betreffend die rechtlichen Grundlagen des Widerrufsverfahrens kann auf die zutref-
fenden Erwägungen der Vorinstanz verwiesen werden (pag. 274 f., S. 32 f. der Ur-
teilsbegründung). 

Vorliegend kommt – wie bereits mehrfach erwähnt – das Verschlechterungsverbot 
zum Tragen, weshalb ein Widerruf der mit Urteil der Regionalen Staatsanwaltschaft 
Berner Jura-Seeland vom 19. Juli 2017 bedingt ausgesprochenen Geldstrafe von 20 
Tagessätzen zu CHF 90.00 in oberer Instanz nicht (mehr) in Frage kommt. In Über-
einstimmung mit der Vorinstanz ist der Beschuldigte jedoch zu verwarnen. 

VI. Kosten und Entschädigung

24. Verfahrenskosten 

24.1 Erste Instanz 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selber einen neuen Entscheid, so befindet sie darin 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 Abs. 3 StPO). 
Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person die Verfahrenskosten, 
wenn sie verurteilt wird. Die Schuldsprüche der ersten Instanz werden im vorliegen-
den Verfahren vollumfänglich bestätigt. Demzufolge hat der Beschuldigte die erstin-
stanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt CHF 2'655.00 zu tragen. 

24.2 Obere Instanz 

Gemäss Art. 428 Abs. 1 StPO tragen die Parteien die Kosten des Rechtsmittelver-
fahrens nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. Ob eine Partei im 
Rechtsmittelverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon ab, in wel-
chem Ausmass ihre vor Berufungsgericht gestellten Anträge gutgeheissen wurden. 

Der Beschuldigte beantragte oberinstanzlich vergeblich Freisprüche und gilt damit 
als unterliegend. Die Kosten für das oberinstanzliche Verfahren werden in Anwen-
dung von Art. 24 Abs. 1 Bst. a des Verfahrenskostendekrets (VKD; BSG 161.12) auf 
total CHF 3'500 bestimmt und zufolge seines Unterliegens dem Beschuldigten auf-
erlegt. Es wird festgestellt, dass dem Beschuldigten von diesem Betrag bereits 
CHF 400.00 rechtskräftig zu Bezahlung auferlegt worden sind (siehe Beschluss vom 
19. Juni 2023, pag. 497 ff.). 

24.3 Kosten im Widerrufsverfahren 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten für das Widerrufsverfahren betreffend den 
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 19. Juli 2017 in der 
Höhe von CHF 300.00 werden dem Beschuldigten auferlegt, da er das entspre-
chende Verfahren veranlasst hat. 

In oberer Instanz werden für das Widerrufsverfahren keine Kosten ausgeschieden. 

25. Entschädigung des Beschuldigten 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens steht eine Entschädigung des Beschuldigten 
nicht zur Diskussion. 

27

26. Amtliche Entschädigung 

Im oberinstanzlichen Verfahren wurde Rechtsanwalt B.________ per 21. November 
2022 (Gesucheinreichung) als amtliche Verteidiger des Beschuldigten eingesetzt 
(vgl. Beschluss vom 6. Dezember 2022, pag. 437 ff.). 

Rechtsanwalt B.________ macht für das oberinstanzliche Verfahren in seiner Hono-
rarnote einen Zeitaufwand von 12.5 Stunden geltend. Der geltend gemachte Auf-
wand wurde in geringem Umfang auf 10 Stunden gekürzt, da die Hauptverhandlung 
lediglich rund 3.25 Stunden gedauert hat und die Urteilseröffnung entfiel (Rechtsan-
walt B.________ macht für die Teilnahme an der oberinstanzlichen Verhandlung und 
Urteilseröffnung einen Aufwand von total 7 Stunden geltend, was grundsätzlich eine 
Kürzung des Aufwands um 3.75 Stunden zur Folge hätte; zu berücksichtigen ist je-
doch zusätzlich ein Nachbesprechungsaufwand mit dem Klienten, welcher in der Ho-
norarnote nicht ausgewiesen und von der Kammer auf etwas mehr als 1 Stunde 
bestimmt wurde). 

Die geltend gemachten Auslagen von total CHF 135.00 geben demgegenüber zu 
keinen Bemerkungen Anlass. Der Kanton Bern entschädigt Rechtsanwältin 
B.________ für die amtliche Vereidigung des Beschuldigten im oberinstanzlichen 
Verfahren demnach mit total CHF 2'299.40 (Zeitaufwand von 10 Stunden zu 
CHF 200.00, ausmachend CHF 2'000.00, zuzüglich Auslagen von CHF 135.00 und 
Mehrwertsteuer von CHF 164.40). Das volle Honorar von Rechtsanwalt B.________ 
wird gestützt auf den beantragten Stundenansatz von CHF 250.00 bemessen und 
auf CHF 2'837.90 festgesetzt. 

Der Beschuldigte wird für diese Beträge unter den Voraussetzungen von Art. 426 
Abs. 4 StPO voll rück- und nachzahlungspflichtig. 

28

VII. Dispositiv

Die 1. Strafkammer erkennt:

I. 

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland (Einzelge-
richt) vom 25. Juni 2021 insofern in Rechtskraft erwachsen ist, als:

A.

A.________ schuldig erklärt wurde:

der Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz (Übertretungen), mehrfach begangen 
vom 20. Juli 2018 bis am 7. September 2018 in F.________(Ort), G.________(Strasse), 
namentlich durch 

1. Haltung von Tieren in Gehegen mit Verletzungsgefahren;

2. Fehlende Registrierung von 6 Equiden innerhalb der vorgeschriebenen Frist.

B.

A.________ in Anwendung der Artikel 47, 49 Abs. 1, 106 StGB und 28 Abs. 1 Bst. a TschG 
zu einer Übertretungsbusse von CHF 100.00 verurteilt und die Ersatzfreiheitsstrafe bei 
schuldhafter Nichtbezahlung auf einen Tag festgesetzt wurde (Art. 106 StGB).

II. 

A.________ wird schuldig erklärt:

der Tierquälerei, mehrfach begangen vom 20. Juli 2018 bis am 7. September 2018 in 
F.________(Ort), G.________(Strasse), namentlich durch

1. Vernachlässigung des Wohlergehens des Ponys H.________ durch Nichtbeachtung 
der ärztlichen Anweisungen zur Behandlung von Hufrehe;

2. Vernachlässigung des Wohlergehens einer Ziege durch fehlende professionelle Be-
handlung des Räudebefalls.

und in Anwendung der Artikel 
34, 47, 49 Abs. 1 StGB
3 Bst. b Abs. 3 und 4, 4 Abs. 1 Bst. a und 2, 6 Abs. 1, 26 Abs. 1 Bst. a TSchG
Art. 426 Abs. 1, 428 Abs. 1 StPO

verurteilt:

29

1. Zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu CHF 80.00, ausmachend total 
CHF 3'200.00.

2. Zur Bezahlung der erstinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt 
CHF 2’655.00.

3. Zur Bezahlung der oberinstanzlichen Verfahrenskosten von insgesamt 
CHF 3'500.00. 

Es wird festgestellt, dass dem Beschuldigten von diesem Betrag bereits CHF 400.00 
rechtskräftig zur Bezahlung auferlegt wurden (siehe Beschluss vom 19. Juni 2023). 

III.

1. Die Entschädigung des amtlichen Verteidigers der beschuldigten Person, Rechtsanwalt 
B.________, wird für das oberinstanzliche Verfahren wie folgt bestimmt:

Stunden Satz
amtliche Entschädigung 10.00 200.00 CHF 2’000.00

CHF 135.00
Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 2’135.00 CHF 164.40
Total, vom Kanton Bern auszurichten CHF 2’299.40

volles Honorar CHF 2’500.00
CHF 135.00

Mehrwertsteuer 7.7% auf CHF 2’635.00 CHF 202.90
Total CHF 2’837.90

nachforderbarer Betrag CHF 538.50

Auslagen MWSt-pflichtig

Auslagen MWST-pflichtig

A.________ hat dem Kanton Bern die für das oberinstanzliche Verfahren ausgerichtete 
Entschädigung von insgesamt CHF 2'299.40 zurückzuzahlen und Rechtsanwalt 
B.________ die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem vollen Ho-
norar, ausmachend CHF 538.50, zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhält-
nisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO).

IV.

1. Der A.________ mit Urteil der Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland vom 19. Juli 
2017 für eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu CHF 90.00 gewährte bedingte Voll-
zug wird nicht widerrufen. 

2. A.________ wird verwarnt. 

3. Die Verfahrenskosten für das erstinstanzliche Widerrufsverfahren von CHF 300.00 
werden A.________ auferlegt. 

4. Für das Widerrufsverfahren werden oberinstanzlich keine Kosten ausgeschieden.

30

V. 

Schriftlich zu eröffnen:
- dem Beschuldigten/Berufungsführer, a.v.d. Rechtsanwalt B.________
- der Generalstaatsanwaltschaft
- dem Amt für Veterinärwesen, v.d. Rechtsanwältin E.________

Mitzuteilen:
- der Vorinstanz
- der Koordinationsstelle Strafregister (Urteil mit Begründung; nach unbenutztem Ablauf 

der Rechtsmittelbehörde bzw. nach Entscheid der Rechtsmittelbehörde)
- dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (Urteil mit Begründung; 

innert 10 Tagen)

Bern, 30. November 2023
(Ausfertigung: 16. Januar 2024)

Im Namen der 1. Strafkammer

Der Präsident i.V.:

Obergerichtssuppleant Sarbach
i.V. Oberrichter Wuillemin 

Der Gerichtsschreiber:

Ruch 
i.V. Gerichtsschreiberin Kilchenmann 

Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begründung beim Bundesgericht, 
Av. du Tribunal fédéral 29, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 39 ff., 78 ff. und 90 ff. 
des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; SR 173.110) geführt werden. Die Beschwerde muss den Anforderungen 
von Art. 42 BGG entsprechen.

Gegen den Entschädigungsentscheid kann die amtliche Verteidigung innert 10 Tagen seit Eröffnung bei der 
Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts, Viale Stefano Franscini 7, 6500 Bellinzona, schriftlich und be-
gründet Beschwerde führen (Art. 135 Abs. 3 lit. b StPO).