# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 13fe8351-4578-5945-8cde-d0008af96eae
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-12-13
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 13.12.2012 SB120336
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB120336_2012-12-13.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 
 

Geschäfts-Nr. SB120336-O/U/eh 

 

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Vorsitzender, Ersatzoberrichterinnen 

lic. iur. M. Bertschi und lic. iur. C. Brenn sowie die Gerichts-

schreiberin Dr. iur. M. Michael 

 

Urteil vom 13. Dezember 2012 

 

in Sachen 

 

A._____,  
(alias A'._____) 

Beschuldigter und Berufungskläger 

ab 16. August 2012 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____  

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitende Staatsanwältin Dr. iur. U. Frauenfelder Nohl,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 

 
betreffend  

mehrfacher Diebstahl etc. 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung -  
Einzelgericht, vom 11. April 2012 (GG120052) 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 1. März 2012 ist  

diesem Urteil beigeheftet (Urk. HD 11). 

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Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 23) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist schuldig 

− des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB 

− des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 

− der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 

im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Monaten Freiheitsstrafe als Teilzusatzstrafe zu der mit 

Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 15. Juni 2011 ausgefällten Strafe.  

Davon ist bis und mit heute 1 Tag durch Haft erstanden. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'800.– ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 1'000.–   Gebühr Anklagebehörde 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.  

 Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die 

 Entscheidgebühr um einen Drittel.   

5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  

Beschuldigten auferlegt, jedoch zufolge Uneinbringlichkeit definitiv abgeschrieben. 

6. (Mitteilung)  

7. (Rechtsmittel)" 

Berufungsanträge:  
 

a)  der Verteidigung des Beschuldigten 

 (Urk. 39 S. 1; Prot. II S. 4) 

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8. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen des Diebstahls freizusprechen. 

9. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten als Teilzusatz-

strafe zu der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 15. Juni 2011 ausge-

fällten Strafe zu bestrafen. Daran sei 1 Tag Untersuchungshaft sowie die 

weiter bisher erstandene Haft anzurechnen. 

10. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen. 

11. Die Kosten der Untersuchung und des Berufungsverfahrens sowie diejeni-

gen der amtlichen Verteidigung seien dem Beschuldigten aufzuerlegen,  

jedoch definitiv auf die Staatskasse zu nehmen. 

 

b)  der Staatsanwaltschaft 

 (Urk. 30, schriftlich:) 

 Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils 

 

Erwägungen: 

I. Prozessuales 

1.1 Mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 11. April 2012  

wurde der Beschuldige des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 

StGB, des mehrfachen Hausfriedensbruches im Sinne von Art. 186 StGB und der 

Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer 

im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG schuldig gesprochen. Er wurde bestraft mit 

8 Monaten Freiheitsstrafe als Teilzusatzstrafe zu der mit Urteil des Bezirks-

gerichts Zürich vom 15. Juni 2011 ausgefällten Strafe und unter Anrechnung von 

einem Tag erstandener Haft. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde nicht auf-

geschoben. Die Kosten wurden dem Beschuldigten auferlegt, jedoch zufolge  

Uneinbringlichkeit definitiv abgeschrieben. 

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1.2 Mit Eingabe vom 14. April 2012 (Poststempel 17. April 2012) meldete der 

Beschuldigte fristgerecht Berufung gegen das Urteil an (Urk. 24/1) und reichte am 

26. Juni 2012 seine Berufungserklärung ein (Urk. 24/2). Mit der Berufungs-

erklärung stellte er gleichzeitig den Antrag, es sei ihm ein amtlicher Verteidiger zu 

bestellen (Urk. 24/2).  

1.3 Mit Präsidialverfügung vom 8. August 2012 wurde der Staatsanwaltschaft 

Frist angesetzt, um zu erklären, ob Anschlussberufung erhoben wird (Urk. 28). 

Sie verzichtete mit Eingabe vom 10. August 2012 auf Anschlussberufung und  

beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 30). 

1.4 Mit Präsidialverfügung vom 16. August 2012 wurde dem Beschuldigten 

Rechtsanwalt Dr. X._____ als amtlicher Verteidiger bestellt (Urk. 32),  

welcher am 30. Oktober 2012 telefonisch mitteilte, dass der Beschuldigte ausge-

schafft worden sei (Urk. 38). Der Beschuldigte erschien nicht zur Berufungs-

verhandlung, jedoch sein Verteidiger. 

2. Der Beschuldigte hat den Schuldspruch betreffend mehrfachen Hausfrie-

densbruch und Widerhandlung gegen der Bundesgesetz über die Ausländerinnen 

und Ausländer anerkannt (Prot. II S. 6). Dagegen beantragt er Freispruch vom 

Vorwurf des mehrfachen Diebstahls. Das vorinstanzliche Urteil ist daher mit  

Bezug auf den Schuldspruch betreffend mehrfachen Hausfriedensbruch und  

Widerhandlung gegen das AuG in Rechtskraft erwachsen (Art. 402 und 404  

Abs. 1 StPO). Unangefochten und rechtskräftig sind auch die Kostenfestsetzung 

und -auflage, zumal die Kosten zufolge Uneinbringlichkeit definitiv abgeschrieben 

wurden und der Beschuldigte durch die Kostenauflage nicht beschwert ist. Auf 

diese Punkte wird im Folgenden daher nicht mehr eingegangen. 

II. Sachverhalt 

1. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 1. März 2012 

wird dem Beschuldigten vorgeworfen, er habe am 11. Juni 2011 im Coop … in 

B._____ acht Flaschen Champagner im Gesamtwert von Fr. 327.– behändigt, in 

den Einkaufskorb gelegt und damit den Verkaufsbereich verlassen, ohne die Wa-

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ren zu bezahlen sowie in der Absicht, diese ohne Bezahlung zu  

behalten. Ferner wird ihm vorgeworfen, am 12. September 2011 im Coop an der 

…strasse in B._____ acht Flaschen Champagner im Gesamtwert von Fr. 463.20 

an sich genommen, in den Einkaufskorb gelegt, mit seinem Rucksack bedeckt 

und den Verkaufsbereich ohne Bezahlung der Ware verlassen zu haben, in der 

Absicht, diese Waren zu behalten, ohne sie zu bezahlen (Urk. HD/11).  

2. Der Beschuldigte bestreitet den Diebstahlsvorwurf betreffend beide Ankla-

gepunkte vollumfänglich und macht geltend, er habe bei beiden Vorfällen die  

Geschäftslokalitäten nicht verlassen, was sich durch Kameraaufzeichnungen  

belegen lasse (Urk. 24/1 S. 2) 

3. Aussagen des Beschuldigten 

3.1 In der polizeilichen Befragung vom 11. Juni 2011 sagte der Beschuldigte 

aus, er habe nichts gestohlen, er habe in sein Portemonnaie geschaut und gese-

hen, dass er kein Geld gehabt habe, dann habe er zurückgehen und die Flaschen  

zurückstellen wollen (Urk ND 1/2 S. 3). Er sei nicht bei der Kasse, sondern beim 

Gemüse oder so vorbeigelaufen (Urk ND 1/2 S. 3). Er habe Fr. 200.– zu Hause 

gehabt, habe wohl aber vergessen, das Geld mitzunehmen (Urk. ND 1/2 S. 4). 

3.2 In der polizeilichen Befragung vom 13. September 2011 gab der Beschuldig-

te betreffend den Vorfall vom Vortag zu Protokoll, er habe die Champagner-

flaschen nicht stehlen wollen, dies ergebe sich aus dem Umstand, dass sich die 

Flaschen im Einkaufskorb befunden hätten (ND 3/7 S. 3). Er habe gedacht, dass 

er das Geld bei sich habe, habe dann aber bemerkt, dass er kein Geld dabei habe 

oder nur ganz wenig (Urk. ND 3/7 S. 3). Den Rucksack habe er deshalb im Korb 

deponiert, weil er ihm immer wieder von der Schulter gefallen sei (Urk. ND 3/7 

S. 4). 

3.3 In der Befragung durch die Staatsanwältin vom 31. Januar 2012 sagte der 

Beschuldigte betreffend den Vorfall vom 11. Juni 2011 aus, er habe die Flaschen 

zwar genommen, das Ladengeschäft jedoch weder verlassen noch zu verlassen 

beabsichtigt, sondern sich einfach in den Gängen verlaufen und nicht gewusst, 

was Eingang und was Ausgang sei (Urk. HD 2/4 S. 2). Den Rucksack habe er auf 

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den Einkaufskorb gelegt, weil er leer gewesen und dauernd von seiner Schulter 

gefallen sei (Urk. HD 2/4 S. 2). Er sei nicht aus dem Laden gelaufen, nur herum 

gelaufen und habe sich etwas umgeschaut, als die Detektive sich plötzlich auf ihn 

geworfen hätten. Er habe sich beim Kiosk etwas umgeschaut, als sie plötzlich auf 

ihn zugekommen seien (Urk. HD 2/4 S. 3). Er könne sich nicht daran erinnern, 

wieviel Geld er an jenem Tag bei sich gehabt habe, jedoch habe er vorgehabt, die 

Champagnerflaschen zu bezahlen, aber es habe sich dann gezeigt, dass er nicht 

genug Geld dabei gehabt habe (Urk. HD 2/4 S. 4). Er hätte die Flaschen zurück-

gelegt, das jedoch nicht geschafft (Urk. HD 2/4 S. 4). Er habe gedacht, Geld zu 

haben, aber einfach vergessen, dass er an dem Tag kein Geld dabei gehabt habe 

(Urk. HD 2/4 S. 4). Er habe Migrosgutscheine im Wert von Fr. 300.– pro Monat 

bekommen sowie Fr. 200.–- bis Fr. 300.– aus Deutschland, wobei es da kein  

genaues System gegeben hätte, sondern sie hätten ihm geholfen, wenn sie Geld 

gehabt hätten, mal mehr mal weniger (Urk. HD 2/4 S. 4). Die Migrosgutscheine 

habe er in Geld getauscht (Urk. HD 2/4 S. 4).  

Betreffend den Vorfall vom 12. September 2011 machte er ebenfalls geltend, er 

habe den Laden nicht verlassen, er sei nicht hinter dem Kassenbereich gewesen. 

Es sei die gleiche Geschichte wie am … (Urk. HD 2/4 S. 7). Er habe Probleme mit 

dem Gedächtnis und auch bei diesem Vorfall vergessen, dass er kein Geld ge-

habt habe, das passiere häufig (Urk. HD 2/4 S. 8). Er hebe Geld nicht selber auf, 

sondern lasse es bei Freunden. Wenn er grössere Geldbeträge habe, verstecke 

er das bei einer befreundeten Familie (Urk. HD 2/4 S. 8). 

3.4 Auch in der Befragung vom 22. Februar 2012 hielt der Beschuldigte daran 

fest, dass er nicht riskiert hätte, mit den Flaschen im Einkaufskorb durch den 

Ausgang zu gehen, wenn er hätte stehlen wollen, sondern hätte zurückgehen 

müssen, um die Flaschen im Rucksack zu verstauen (Urk. HD 2/5 S. 2). 

3.5 Sowohl in der Schlusseinvernahme vom 1. März 2012 als auch in der  

Einvernahme anlässlich der Hauptverhandlung vor Vorinstanz hielt er an seinen 

Bestreitungen betreffend die Diebstahlsvorwürfe fest (Urk. HD 2/6 S 3 f.; Urk. 16 

S. 2). 

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4. Zeugenaussagen und Fotoprints 

4.1. In der staatsanwaltlichen Einvernahme vom 22. Februar 2012 sagte die 

Zeugin C._____, welche als Ladendetektivin beim Coop … tätig ist, aus, sie habe 

den Beschuldigte am 11. Juni 2011 beobachtet, wie er im Geschäft acht Flaschen 

Champagner in den Korb gelegt und mit dem Rucksack zugedeckt habe und wie 

er dann beim Eingang und nicht bei den Kassen hinausgegangen sei (Urk. HD 3/1 

S. 3 f). Da habe sie ihn dann vor dem Ausgang, ca. drei Meter vor der Endtüre 

angehalten. Es sei dort kein Kiosk mehr gewesen, wo er hätte bezahlen können. 

Der Beschuldigte sei auf direktem Weg und schnellen Schrittes zum Ausgang ge-

gangen (Urk. HD 3/1 S. 4 f.). Der Beschuldigte habe die Schranken passiert. 

Manchmal seien diese Schranken etwas offen, es handle sich um zwei Teile, aber 

man sehe sie gut (Urk. HD 3/1 S. 6). Ganz offen stehe die Schranke nie (Urk. HD 

3/1 S. 6). 

4.2. Anlässlich der staatsanwaltlichen Zeugeneinvernahme von D._____, wel-

cher als Mitarbeiter im Coop an der …strasse in B._____ arbeitet, und den Be-

schuldigten am 12. September 2011 in dieser Coop Filiale festgehalten und die 

Polizei gerufen hat, sagte dieser aus, er könne sich nicht mehr erinnern, was da-

mals vorgefallen sei und wisse nicht mehr, welchen Verhaltens der Beschuldigte 

verdächtigt worden sei. Erst auf Vorhalt der Foto-Prints ab Video der elektroni-

schen Überwachungsanlage vom 12. September 2011 gab er zu Protokoll, er 

wisse, dass der Beschuldigte an diesem Tag einen Korb mit Champagner gehabt 

habe, und dass er ihn darauf angesprochen habe, könne sich aber nicht mehr er-

innern, wohin der Beschuldigte gegangen sei (Urk. HD 3/2 S. 3 f.). Auf Vorhalt der 

Angaben, welche er gemäss Polizeirapport nach dem Vorfall gegenüber der Poli-

zei gemacht hatte und auf Vorhalt der von der Polizei erstellten Fotodokumentati-

on sowie auf mehrmaliges intensives Nachfragen erklärte er, es könne sein, dass 

der Beschuldigte ihm aufgefallen sei, da er zur Toilette gegangen sei, aber er wis-

se es nicht mehr genau (Urk. HD 3/2 S. 6 f). Mit Bestimmtheit sagte der Zeuge je-

doch aus, dass er den Beschuldigten nicht angehalten und die Polizei geholt hät-

te, wenn er den Verkaufsbereich noch nicht verlassen hätte, da er so etwas nie 

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tun würde, denn das sei eine unangenehme Sache und erschwere die Arbeit zu-

sätzlich (Urk. HD 3/2 S. 8). 

4.3. Auf den Fotoprints der Aufnahmen der elektronischen Überwachungsanlage 

betreffend den Vorfall vom 12. September 2011 im Coop an der …strasse in 

B._____, ist zu erkennen, wie der Beschuldigte die Flaschen in den  

Einkaufskorb füllt und mit dem vollen Einkaufskorb an den Gemüse- und Früchte-

gestellen und -auslagen vorbei in Richtung Eingang geht, kurz die Verkaufsfläche 

verlässt und eine Minute später wieder auf der Verkaufsfläche erscheint (Urk. 

ND 3/4).  

5. Beweiswürdigung 

5.1. In Bezug auf die allgemeinen Grundsätze für die Beweiswürdigung, insbe-

sondere betreffend die Glaubwürdigkeit von Einvernommenen und Glaubhaftigkeit 

von Aussagen, kann auf die zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen 

werden (Urk. 23 S. 5 ff.; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

5.2. Ergänzend festzuhalten ist, dass der Beschuldigte unbestrittenerweise am 

11. Juni 2011 im Coop … in B._____ und am 12. September 2011 im Coop an 

der …strasse in B._____ je mit einem gefüllten Einkaufskorb mit acht Champag-

nerflaschen im Wert von Fr. 327.– bzw. Fr. 463.20 von Coop-Mitarbeitenden an-

gehalten wurde, da diese den klaren Verdacht hegten, dass der Beschuldigte die 

Champagnerflaschen stehlen wolle, weshalb sie sich veranlasst sahen, einzu-

schreiten. Der Beschuldigte befand sich in beiden Fällen nicht auf dem Weg in 

Richtung Kasse, sondern auf dem Weg zurück zum Ausseneingang. Ferner wur-

de die Polizei in beiden Fällen von den Mitarbeitenden herbeigerufen, woraufhin 

bezüglich beider Vorfälle Rapport betreffend Hausfriedensbruch und Diebstahl er-

stattet wurde. Es fällt auf, dass der Beschuldigte bei beiden Vorfällen auf die glei-

che Weise vorging und bei beiden Fällen praktisch kein Geld auf sich trug. Er be-

hauptete, er habe beide Male vergessen, das Geld für die Bezahlung des Cham-

pagners einzustecken und habe dies erst nachträglich bemerkt, weshalb er die 

Flaschen auch habe zurücklegen wollen. Diese Behauptung des Beschuldigten 

muss als Schutzbehauptung beurteilt werden. Vor dem Hintergrund, dass er in 

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äusserst knappen Verhältnissen lebt und lediglich Migrosgutscheine im Wert von 

Fr. 300.– monatlich sowie unregelmässige Unterstützungsbeiträge im Betrage von 

Fr. 200.– bis Fr 300.– von Personen aus Deutschland erhielt, erscheint seine 

Darstellung besonders unglaubhaft. Angesichts des Umstandes, dass der Ge-

samtwert der Champagnerflaschen das äusserst knappe sichere monatliche 

Budget des Beschuldigten bereits überstieg, ist kaum nachzuvollziehen, dass er 

bei einem geplanten Einkauf von Luxusgütern vergessen haben soll, das Geld 

einzustecken, und dies gleich bei beiden Vorfällen. Weit naheliegender ist der 

Schluss, dass der Beschuldigte gar nicht - auch nicht versteckt bei einer befreun-

deten Familie - über das notwendige Geld verfügte, um den Champagner zu be-

zahlen. Bereits der Umstand, dass der Beschuldigte bei beiden Vorfällen kein 

Geld auf sich trug, stellt unter den gegebenen Umständen ein wichtiges Indiz da-

für dar, dass er die Champagnerflaschen stehlen wollte. Zu erwähnen sind auch 

die zahlreichen Vorstrafen des Beschuldigten, unter denen sich in den Jahren 

2002 bis 2011 bereits sieben Verurteilungen wegen Diebstahls befinden (Urk. 27). 

5.3. Betreffend den Vorfall vom 11. Juni 2011 liegt als wichtiges Beweismittel die 

Aussage der Zeugin C._____ vor, welche seit über 10 Jahren für Coop als La-

dendetektivin arbeitet. Aufgrund ihrer langjährigen beruflichen Tätigkeit ist von ei-

ner grossen Erfahrung in der Beobachtung von Ladendiebstählen und verdächti-

gen Personen auszugehen und zu erwarten, dass sie nicht grundlos Personen 

anhält, welche sich am Kiosk mit gefülltem Einkaufskorb Waren anschauen.  

Zudem steht sie in keiner Beziehung zum Beschuldigten und legt glaubhaft dar, 

dass sie keine Prämie für das Überführen von Ladendieben erhält (Urk. HD 3/1  

S. 6). Insgesamt ist ihrerseits kein Motiv für eine Falschbelastung des Beschuldig-

ten erkennbar, und an ihrer Glaubwürdigkeit bestehen keine Zweifel. Sie hat als 

Zeugin ausgesagt, der Beschuldigte habe acht Champagnerflaschen ziemlich 

schnell in den Einkaufskorb gelegt, die Flaschen mit seinem Rucksack zugedeckt 

und den Laden auf dem direkten Weg über den Eingang verlassen. Sie habe ihn 

ca. drei Meter vor der Endtüre angehalten, wo es keinen Kiosk und auch keine 

andere Möglichkeit mehr gebe, wo der Beschuldigte hätte bezahlen können, (Urk. 

HD 3/1 S. 4). Beim Coop … gebe es keinen separaten Kiosk, sondern nur einen 

in den Kassenbereich integrierten (Urk. HD 3/1 S. 4). Der Beschuldigte habe sich 

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ausserhalb des Verkaufsbereiches befunden, als sie ihn angehalten habe (Urk. 

HD 3/1 S. 5). Die Aussagen der Zeugin sind klar und sie sagt mit Bestimmtheit 

aus, dass sie den Beschuldigten in einem Bereich des Lokals angehalten habe, in 

welchem sich kein Kiosk und keine Kassen mehr befinden. Mit ihrer Aussage wi-

derspricht sie der Darstellung des Beschuldigten, welcher zuerst angibt, er habe 

sich in den Gängen verlaufen und den Detektiven sei es wohl so vorgekommen, 

als ob er den Laden verlassen wolle (Urk. HD 2/4 S. 2). Er sei nicht aus dem La-

den hinausgegangen, sondern nur herumgelaufen, als sich die Detektive plötzlich 

auf ihn geworfen hätten (Urk. HD 2/4 S. 3). Im Widerspruch dazu behauptet er, 

unmittelbar auf diese Darstellung des Herumlaufens und Verirrens, in derselben 

Einvernahme, er habe sich beim Kiosk etwas angeschaut, als die Detektive plötz-

lich auf ihn zugekommen seien (Urk. HD 2/4 S. 3). Diese widersprüchliche Anga-

be lässt, wie schon seine Behauptung, er habe vergessen das Geld einzustecken, 

welches er bei einer befreundeten Familie aufbewahrt habe, an der Glaubhaf-

tigkeit der Aussagen des Beschuldigten zweifeln. Keine Zweifel bestehen dage-

gen an der Darstellung der Zeugin, welche ohne Widersprüche ein nachvollzieh-

bares, in sich stimmiges Geschehen schildert und die den Beschuldigten mit ihren 

Aussagen auch nicht unnötig belastet, was sich beispielsweise daran zeigt, dass 

sie zu Protokoll gibt, der Beschuldigte habe keine Probleme gemacht und sei so-

fort mit ins Büro gekommen (Urk. HD 3/1 S. 6). Ebenso räumt sie ein, dass es 

möglich sei, dass die Eingangsschranke, welche der Beschuldigte passiert habe, 

etwas offen gestanden sei (Urk. HD 3/1 S. 6). Gestützt auf die glaubhaften Aus-

sagen der Zeugin gilt der Sachverhalt daher als erstellt, wonach der Beschuldigte 

die Champagnerflaschen schnell in den Einkaufskorb gelegt hat und auf direktem 

Weg zurück durch die Eingangsschranke und in Richtung Ausgang des Ladenlo-

kals gegangen ist. In diesem Bereich vor dem Ausgang, nach Schätzung der 

Zeugin ca. drei Meter vor der Endtüre, wo sich keine Kassen und kein Kiosk mehr 

befinden, hielt die Zeugin den Beschuldigten schliesslich auf.  

5.4. Betreffend den Vorfall vom 12. September 2011 liegt keine klare den  

Beschuldigten belastende Zeugenaussage vor. Der Zeuge D._____ konnte sich 

nicht mehr im Einzelnen an den Vorfall erinnern, sondern nur noch bestätigen, 

dass der Beschuldigte einen Korb mit Champagner hatte, dass er den  

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Beschuldigten angesprochen habe und dass die Polizei aufgeboten wurde. Auf-

grund der Prints der Videoaufnahmen ist zudem erstellt, dass der Beschuldigte 

sich mit dem gefüllten Einkaufskorb zurück zum Eingang begeben hat, nachdem 

er die Verkaufsfläche kurz verlassen hat. Jedoch verhielt er sich in einer solchen 

Weise, dass der Zeuge, der den Beschuldigten nicht kannte und keinerlei Motiv 

dafür hatte, den Beschuldigten ohne Anlass des Diebstahls zu verdächtigen, es 

für notwendig erachtete, den Beschuldigten aufzuhalten und die Polizei zu  

benachrichtigen. Die Aussagen des Zeugen sind sehr wohlüberlegt und vorsichtig 

formuliert, um den Beschuldigten nicht ungerechtfertigt zu belasten. Es wird stark 

darauf geachtet, nur Angaben über Begebenheiten zu äussern, die genau erinnert 

werden. Vor diesem Hintergrund kommt der Aussage des Zeugen, er halte eine 

Person nur dann an, wenn sie den Verkaufsbereich bereits verlassen habe,  

besondere Glaubhaftigkeit zu. Diese Aussage und die Fotoprints der Video-

aufzeichnung bestätigen, dass der Beschuldigte auch bei diesem Fall die  

Verkaufsfläche bereits verlassen hatte, nachdem er vom Zeugen angehalten  

wurde.  

5.5. Zusammengefasst ist festzuhalten, dass keine vernünftigen Zweifel daran 

bestehen, dass der Beschuldigte in beiden Fällen die Champagnerflaschen in der 

Absicht behändigte, die Ladenfläche zu verlassen, ohne die Waren zu bezahlen 

und sich damit ungerechtfertigt zu bereichern, so dass der Anklagesachverhalt 

betreffend die beiden Diebstahlsvorwürfe erstellt ist. Anzumerken bleibt, dass aus 

dem Umstand, dass die Zeugin C._____ sich präziser an den weiter zurücklie-

genden Vorfall erinnert, als der Zeuge D._____ den späteren Sachverhalt in Erin-

nerung hat, sich nichts ableiten lässt, entgegen den Vorbringen des Verteidigers. 

Weder ist das Erinnerungsvermögen der beiden Zeugen identisch, noch deren 

Wahrnehmungsfähigkeit, dies allein schon aufgrund der Tatsache, dass die Zeu-

gin C._____ ausgebildete Detektivin ist, wogegen der Zeuge D._____ in erster Li-

nie Mitarbeiter der Filiale ist.  

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III. Rechtliche Würdigung 

1. Bezüglich der rechtlichen Würdigung kann vorab auf die zutreffenden Aus-

führungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 23 S. 12; Art. 82 Abs. 4 StPO). 

Ergänzender Ausführungen bedarf es zur Frage, ob versuchter oder vollendeter 

Diebstahl vorliegt. 

2.1 Beim Warenhausdiebstahl ist das Delikt mit dem Verstecken der Ware voll-

endet (BGE 92 IV 91), wobei in der Praxis Vollendung des Deliktes bisweilen 

auch erst beim Passieren der Kasse angenommen wird. Beendet ist der Diebstahl 

dann, wenn der Täter das Diebesgut fortgeschafft, sich angeeignet und die  

Bereicherung erlangt hat (TRECHSEL, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxis-

kommentar, Art. 139 N 11). Trägt der Täter die Sachen jedoch offen mit sich,  

beispielsweise im Einkaufswagen und befindet er sich noch im Gewahrsamsbe-

reich des Berechtigten, wird noch kein Gewahrsam des Täters begründet  

(NIGGLI/RIEDO, BSK StGB II, Art. 139 N 61).  

2.2 Vorliegend legte der Beschuldigte die Waren in den Einkaufskorb und  

bedeckte sie mit seinem Rucksack. Dies stellte noch keine eigentliche Versteck-

handlung des Diebesgutes dar, da er den Einkaufskorb weiterhin offen mit sich 

herumtrug. Bei beiden Vorfällen befanden sich acht Champagnerflaschen im Ein-

kaufskorb, so dass trotz Bedeckung mit dem Rucksack erkennbar blieb, dass sich 

Waren im Korb befanden, wie dies auch aus den Videoprints hervorgeht. Durch 

diese Handlung allein wird der fremde Gewahrsam noch nicht gebrochen. Jedoch 

verliess der Beschuldigte daraufhin in beiden Fällen die Verkaufsfläche wieder, 

indem er die Eingangsschranken passierte und sich bereits in demjenigen Laden-

bereich befand, in welchem man nach dem normalen Lauf der Dinge keine unbe-

zahlten Waren auf sich trägt, da sich dort weder Kiosk noch Kassen mehr  

befinden. Dort erst wurde er jeweils angehalten. Der Bruch des fremden Gewahr-

sams hat dennoch stattgefunden, denn das Verlassen des Ladens via Eingangs-

schranke und unter bewusster Umgehung der Kasse mit der Ware offen im  

Einkaufskorb ist bezüglich Begründung des Gewahrsams durch den Dieb mit dem 

versteckten Vorbeischleusen der Ware durch den Kassenbereich vergleichbar. 

-   13   - 

Auch wenn die Bereicherung noch nicht eingetreten ist, offenbart das Verhalten 

des Beschuldigten klar dessen Bereicherungsabsicht resp. den Willen, sich die 

Champagnerflaschen anzueignen. Der Diebstahl ist somit in beiden Fällen  

vollendet. 

2.3 Entgegen den Vorbringen der Verteidigung wird vorliegend nicht vom  

Warenwert, sondern vom Verkaufswert ausgegangen. Massgebend ist der ange-

schriebene und für den Täter einzig ersichtliche Preis (WEISSENBERGER,  

BSK STGB II, Art. 172ter N 26).  

IV. Sanktion  

1. Bezüglich des Strafrahmens ist auf die zutreffenden Ausführungen der Vor-

instanz zu verweisen (Urk. 23 S. 14; Art. 82 Abs. 4 StPO). Der zur Anwendung 

gelangende Strafrahmen für die Strafzumessung ist daher der Diebstahl im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB, welcher eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder 

Geldstrafe vorsieht.  

2.1 Betreffend die objektive Tatschwere kann festgestellt werden, dass der  

Gesamtwert der gestohlenen Champagnerflaschen beim ersten Vorfall bei 

Fr. 327.– lag und daher die Grenze für ein geringfügiges Vermögensdelikt nur  

gering überstieg. Auch beim zweiten Vorfall war der Deliktsbetrag mit Fr. 463.20 

noch verhältnismässig gering. Das Vorgehen des Beschuldigten wirkt dilettantisch 

und barg ein grosses Risiko in sich, entdeckt zu werden. Beim Deliktsgut handelte 

es sich um ein Luxusgut, nicht um lebensnotwendige Nahrungsmittel, was sich 

bei der Verschuldensbewertung zu Lasten des Beschuldigten auswirkt. Insgesamt 

wiegt das objektive Tatverschulden jedoch noch leicht. 

2.2. Betreffend die subjektive Tatschwere ist anzumerken, dass der Beschuldigte 

in äusserst knappen finanziellen Verhältnissen lebte und sich keine Luxusgüter 

leisten konnte. Dennoch bediente er sich bedenkenlos und hemmungslos mit  

jeweils acht Flaschen Champagner. Den zweiten Diebstahl beging er nur gerade 

drei Monate, nachdem er wegen des ersten zu beurteilenden Diebstahls ange-

halten und polizeilich befragt wurde. Sein Verhalten zeugt zwar von beträchtlicher 

-   14   - 

Gleichgültigkeit gegenüber der Rechtsordnung, ist jedoch insgesamt subjektiv 

noch als leichtes Verschulden zu betrachten.  

2.3. Zur Täterkomponente muss erwähnt werden, dass der Beschuldigte zahl-

reiche Vorstrafen aufweist. In der Zeit vom 4. Juni 2002 bis 15. Juni 2011 erwirkte 

er 14 Vorstrafen, deren sieben in Bezug auf Diebstahl einschlägig waren  

(Urk. 27). Auch der längere Strafvollzug, aus dem er am 25. Mai 2004 bedingt 

entlassen wurde, vermochte ihn nicht von weiterer Delinquenz abzuhalten. Diese 

Vorstrafen wirken sich deutlich straferhöhend aus. 

Zu beachten ist ferner, dass der Diebstahl vom 11. Juni 2011 vor dem Urteil des 

Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom 15. Juni 2011 begangen wurde,  

weshalb diesbezüglich eine Zusatzstrafe auszufällen ist (Art. 49 Abs. 2 StGB). 

2.4 Die persönlichen Verhältnisse des Beschuldigen wurden von der Vorinstanz 

korrekt wiedergegeben (Urk. 23 S. 17, Art. 82 Abs. 4 StPO). Es ergeben sich  

daraus keine strafzumessungsrelevanten Faktoren. 

2.5. Betreffend die beiden Diebstähle erscheint unter Berücksichtigung aller vor-

stehend dargelegten Faktoren eine Strafe von 120 Tagen angemessen. 

3.1 Die für den mehrfachen Diebstahl auf 120 Tage festgesetzte Strafe ist  

gestützt auf Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen aufgrund der zusätzli-

chen Begehung der mehrfachen Hausfriedensbrüche und der Widerhandlung  

gegen das Ausländergesetz. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Haus-

friedensbrüche vom 11. Juni 2011 und vom 12. Juni 2011 sowie die Widerhand-

lungen gegen das Ausländergesetz ebenfalls zu einem Teil (15. März 2011 bis 

15. Juni 2011) vor dem Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom  

15. Juni 2011 begangen wurden und diesbezüglich gestützt auf Art. 49  

Abs. 2 StGB eine Zusatzstrafe auszufällen ist. 

3.2. Betreffend die Hausfriedensbrüche wiegt das Verschulden in objektiver und 

subjektiver Hinsicht nicht mehr leicht. Der Beschuldigte hat sich dreimal innert 

kurzer Zeit vorsätzlich über Hausverbote hinweggesetzt, obwohl nicht die gerings-

te Notwendigkeit für ihn bestand, Coop-Filialen zu betreten. Es sei hier in Erinne-

-   15   - 

rung gerufen, dass er Migros-Gutscheine erhielt für die Bestreitung seines Not-

bedarfes und er sich für seine Einkäufe nicht in Coop-Geschäfte begeben musste. 

Auch bezüglich dieser Delikte zeigte er sich unbelehrbar und uneinsichtig. Nur 

leicht strafmindernd wirkt sich sein Geständnis betreffend diese Anklagepunkte 

aus, zumal sich die Sachlage mindestens in zwei Fällen aufgrund des Zurück-

haltens des Beschuldigten bis zum Eintreffen der Polizei als relativ klar präsentier-

te. Die zahlreichen Vorstrafen des Beschuldigten, davon sind vier einschlägig mit 

Bezug auf Hausfriedensbruch (Urk. 27), wirken sich erheblich straferhöhend aus. 

3.3. Betreffend die Widerhandlung gegen das Ausländergesetz ist festzuhalten, 

dass der Beschuldigte vom 15. März 2011 bis 13. November 2011 während rund 

acht Monaten rechtswidrig in der Schweiz lebte, obwohl seine unbegleitete Aus-

reise nach E._____ am 11. Mai 2011 hätte erfolgen können (Urk. HD 4/5/15 und 

HD 4/5/17) und an seiner Kooperation scheiterte. Auch bezüglich dieses Deliktes 

handelte der Beschuldigte vorsätzlich. Das Tatverschulden wiegt insgesamt nicht 

mehr leicht. Die bereits mehrfach erwähnten Vorstrafen wirken sich erheblich 

straferhöhend aus, zumal deren neun einschlägig sind mit Bezug auf Widerhand-

lungen gegen das Ausländergesetz (Urk. 27). Das Geständnis des Beschuldigten 

wirkt sich angesichts der eindeutigen Sachlage nur leicht strafmindernd aus. 

4. Unter Berücksichtigung des Asperationsprinzips und der Bildung einer teil-

weisen Zusatzstrafe zum Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 10. Abteilung, vom 

15. Juni 2011 erweist sich eine Erhöhung der Einsatzstrafe für mehrfachen Haus-

friedensbruch und Widerhandlung gegen das Ausländergesetz auf 240 Tage als 

angemessen. 

5. Die Vorinstanz hat zutreffend dargelegt, dass bei der auszufällenden Straf-

höhe von 240 Tagen oder 8 Monaten grundsätzlich sowohl die Ausfällung einer 

Geldstrafe als auch einer Freiheitsstrafe in Betracht kommt und hat festgehalten, 

dass sich angesichts der offensichtlichen Unbelehrbarkeit des Beschuldigten die 

Ausfällung einer Geldstrafe als präventiv wenig effizient und unzweckmässig  

erweist, weshalb vorliegend eine Freiheitsstrafe auszufällen sei (Urk. 23 S. 14 f.). 

Der Argumentation der Vorinstanz ist beizupflichten. Zwar stellt nach der Konzep-

tion des neuen Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches die Geldstrafe die 

-   16   - 

Hauptsanktion dar und sollen Freiheitsstrafen nur verhängt werden, wenn der 

Staat keine anderen Mittel hat, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und 

ist in der Regel dem Verhältnismässigkeitsprinzip entsprechend diejenige Sankti-

on zu wählen, welche weniger stark in die persönliche Freiheit des Beschuldigten 

eingreift (BGE 134 IV 97 E. 4.2.2.), jedoch ist vorliegend ein Abweichen vom  

Regelfall angezeigt. Dies ergib sich daraus, dass der Beschuldigte in der Zeit vom 

4. Juni 2002 bis zum 15. Juni 2011 vierzehn einschlägige Vorstrafen erwirkt hat 

und sich völlig unbeeindruckt durch Vorstrafen und erlittenen Vollzug einer  

Freiheitsstrafe zeigt. Entsprechend wurde er denn auch nach Inkrafttreten des 

neuen Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches zweimal mit unbedingten  

Freiheitsstrafen von 2 Monaten (Strafmandat vom 14. August 2009 der Staatsan-

waltschaft Zürich-Limmat) bzw. 9 Monaten (Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  

10. Abteilung, vom 15. Juni 2011) bestraft. Die vom Beschuldigten an den Tag  

gelegte Gleichgültigkeit und Unbelehrbarkeit lässt die Ausfällung einer Geldstrafe 

unter diesen Umständen als unzweckmässig erscheinen. 

Der Beschuldigte ist daher mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten zu bestrafen 

unter Anrechnung von einem Tag erstandener Haft. 

V. Vollzug der Freiheitsstrafe 

Den zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz betreffend den Vollzug der Frei-

heitsstrafe ist nichts mehr beizufügen (Urk. 23 S. 19; Art. 82 Abs. 4 StPO). Die 

Freiheitsstrafe ist daher zu vollziehen. Dies wird auch von der Verteidigung so 

beantragt (Urk. 39 S. 5). 

VI. Kostenfolgen 

Ausgangsgemäss sind die Kosten des Berufungsverfahrens dem unterliegenden 

Beschuldigten aufzuerlegen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung des Beschuldigten im Berufungsverfahren sind einstweilen auf die 

Gerichtskasse zu nehmen unter Vorbehalt der Rückforderung gestützt auf  

Art. 135 Abs. 4 StPO. 

-   17   - 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abtei-

lung, vom 11. April 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist: 

"1. Der Beschuldigte ist schuldig 

 - (…) 

 - des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB 

 - der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und 

Ausländer im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG 

 2.-3. (…) 

 4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

 Fr. 1'800.–; die weiteren Auslagen betragen: 

 Fr. 1'000.–; Gebühr Anklagebehörde 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

 5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  

Beschuldigten auferlegt, jedoch zufolge Uneinbringlichkeit definitiv abgeschrieben." 

2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig des mehrfachen Diebstahls im Sinne 

von Art. 139 Ziff. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 1 Tag 

durch Haft erstanden ist, als teilweise Zusatzstrafe zu der mit Urteil des  

Bezirksgerichts Zürich vom 15. Juni 2011 ausgefällten Strafe.  

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben. 

-   18   - 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 2'000.--  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'973.40   amtliche Verteidigung 

   

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichts-

kasse genommen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO 

bleibt vorbehalten. 

6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  
des Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  

sowie in vollständiger Ausfertigung an 
− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  

des Beschuldigten 
− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  

 

 und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

 fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- 

und Vollzugsdienste 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- 
und Löschungsdaten 
 

7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

-   19   - 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 13. Dezember 2012 
 
 

Der Präsident: 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

Dr. iur. M. Michael 
 

 

	Urteil vom 13. Dezember 2012
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	"Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist schuldig
	 des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB
	 des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB
	 der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG.

	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Monaten Freiheitsstrafe als Teilzusatzstrafe zu der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 15. Juni 2011 ausgefällten Strafe.  Davon ist bis und mit heute 1 Tag durch Haft erstanden.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
	4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	Wird auf eine schriftliche Begründung des Urteils verzichtet, so reduziert sich die  Entscheidgebühr um einen Drittel.
	5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  Beschuldigten auferlegt, jedoch zufolge Uneinbringlichkeit definitiv abgeschrieben.
	6. (Mitteilung)
	7. (Rechtsmittel)"
	Berufungsanträge:
	8. Der Beschuldigte sei von den Vorwürfen des Diebstahls freizusprechen.
	9. Der Beschuldigte sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten als Teilzusatzstrafe zu der mit Urteil des Bezirksgerichts Zürich vom 15. Juni 2011 ausgefällten Strafe zu bestrafen. Daran sei 1 Tag Untersuchungshaft sowie die weiter bisher erstandene ...
	10. Die Freiheitsstrafe sei zu vollziehen.
	11. Die Kosten der Untersuchung und des Berufungsverfahrens sowie diejenigen der amtlichen Verteidigung seien dem Beschuldigten aufzuerlegen,  jedoch definitiv auf die Staatskasse zu nehmen.
	Erwägungen:
	I. Prozessuales
	II. Sachverhalt
	III. Rechtliche Würdigung
	IV. Sanktion
	V. Vollzug der Freiheitsstrafe
	VI. Kostenfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 10. Abteilung, vom 11. April 2012 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	"1. Der Beschuldigte ist schuldig
	- (…)
	- des mehrfachen Hausfriedensbruchs im Sinne von Art. 186 StGB
	- der Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer im Sinne von Art. 115 Abs. 1 lit. b AuG
	2.-3. (…)
	4. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:
	Fr. 1'800.–; die weiteren Auslagen betragen:
	Fr. 1'000.–; Gebühr Anklagebehörde
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	5. Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens werden dem  Beschuldigten auferlegt, jedoch zufolge Uneinbringlichkeit definitiv abgeschrieben."
	2. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist zudem schuldig des mehrfachen Diebstahls im Sinne von Art. 139 Ziff. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit 8 Monaten Freiheitsstrafe, wovon 1 Tag durch Haft erstanden ist, als teilweise Zusatzstrafe zu der mit Urteil des  Bezirksgerichts Zürich vom 15. Juni 2011 ausgefällten Strafe.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird nicht aufgeschoben.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden einstweilen auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten.
	6. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden  des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 die Vorinstanz
	 das Amt für Justizvollzug des Kantons Zürich, Abteilung Bewährungs- und Vollzugsdienste
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Bestimmung der Vernichtungs- und Löschungsdaten

	7. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.