# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** a39de127-6015-5ace-83fe-dde7fcdbdace
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-05-26
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsbehörden Bau- und Verkehrsdirektion 26.05.2017 110 2017 30
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_BVD/BE_VB_001_110-2017-30_2017-05-26.pdf

## Full Text

ENTSCHEID
DER

BAU-, VERKEHRS- UND ENERGIEDIREKTION 

RA Nr. 110/2017/30 Bern, 26. Mai 2017

in der Beschwerdesache zwischen

A.________
Beschwerdeführerin

und

Baubewilligungsbehörde der Stadt Nidau, Stadtverwaltung, Schulgasse 2, Postfach 
240, 2560 Nidau

betreffend die Verfügung der Baubewilligungsbehörde der Gemeinde Nidau vom 
8. Februar 2017 (Geschäftsnummer (0743)-20'338; Bestehender Kiesplatz als Parkplatz 
nutzen)

I. Sachverhalt

1. Mit Bauentscheid vom 21. Januar 2015 bewilligt die Stadt Nidau der 

Beschwerdeführerin unter anderem die Neugestaltung des südlichen Bereichs der Parzelle 

Nidau Grundbuchblatt Nr. B.________ als Kiesplatz. Dies unter der Auflage, dass der 

Kiesplatz zu keiner Zeit als Auto- oder Zweiradabstellplatz genutzt werden dürfe. Am 18. 

April 2016 reichte die Beschwerdeführerin bei der Stadt Nidau ein Baugesuch ein für das 

Nutzen des bestehenden Kiesplatzes bei Grossanlässen als Parkplatz. Die Parzelle Nidau 

Grundbuchblatt Nr. B.________ liegt in der Gewerbe- und Industriezone 3 (GI 3). Mit 

Bauentscheid vom 8. Februar 2017 erteilte die Stadt Nidau den Bauabschlag.

RA Nr. 110/2017/30 2

2. Dagegen reichte die Beschwerdeführerin am 10. März 2017 Beschwerde bei der 

Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern (BVE) ein. Sie beantragt die 

Aufhebung des Bauentscheids vom 8. Februar 2017 und die Erteilung der Baubewilligung. 

Sie macht insbesondere geltend, sie sei zwingend auf weitere Parkplätze angewiesen, da 

häufig Anlässe stattfänden. Die beabsichtigte Nutzung des Kiesplatzes sei lediglich 

vorübergehender Natur (Zwischennutzung), weshalb kein den Bauvorschriften 

entsprechender Parkplatz geplant werde. Die Nutzung als Kiesplatz sei ausserdem 

zonenkonform: Es handle sich beim Parkplatz um eine Nebenanlage, welche von einem 

zonenkonformen Gewerbebetrieb benutzt werde. Zudem sei die Nutzung der Parzelle im 

Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu beurteilen, da die Parzelle später in ein 

Gesamtkonzept integriert werden solle.

3. Das Rechtsamt, welches die Beschwerdeverfahren für die BVE leitet1, führte den 

Schriftenwechsel durch und holte die Vorakten ein. Gleichzeitig gab es der 

Beschwerdeführerin Gelegenheit, innert Frist die Beschwerdeschrift rechtsgültig zu 

unterzeichnen. Mit Schreiben vom 21. März 2017 kam die Beschwerdeführerin dieser 

Aufforderung nach und reichte eine mit Kollektivunterschrift zu Zweien unterzeichnete 

Beschwerde ein. Die Stadt Nidau beantragt in ihrer Beschwerdeantwort vom 13. April 2017 

die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werde. Auf die Rechtsschriften 

und Vorakten wird, soweit für den Entscheid wesentlich, in den nachfolgenden 

Erwägungen eingegangen.

II. Erwägungen

1. Eintreten

a) Angefochten ist ein Bauentscheid. Bauentscheide können nach Art. 40 Abs. 1 BauG2 

innert 30 Tagen seit Eröffnung mit Baubeschwerde bei der BVE angefochten werden. Die 

BVE ist somit zur Beurteilung der Beschwerde zuständig.

1 Art. 7 der Verordnung vom 18. Oktober 1995 über die Organisation und die Aufgaben der Bau-, Verkehrs- und 
Energiedirektion (OrV BVE; BSG 152.221.191)
2 Baugesetz vom 9. Juni 1985 (BauG; BSG 721)

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b) Zur Beschwerde befugt sind die Baugesuchstellerinnen, die Baugesuchsteller, die 

Einsprecherinnen, die Einsprecher und die zuständige Gemeindebehörde (Art. 40 Abs. 2 

BauG). Die Beschwerdeführerin, deren Baugesuch abgewiesen wurde, ist durch den vor-

instanzlichen Bauentscheid beschwert und daher zur Beschwerdeführung legitimiert. Auf 

die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.

c) Im Übrigen stellt das vorliegende Baugesuch zwar die Auflage im Bauentscheid der 

Stadt Nidau vom 21. Januar 2015 in Frage, wonach der Kiesplatz zu keiner Zeit als Auto- 

oder Zweiradabstellplatz genutzt werden darf. Der Bauentscheid vom 21. Januar 2015 

deutet jedoch nicht darauf hin, dass die Stadt Nidau damals geprüft hat, ob der Kiesplatz 

als Parkplatz genutzt werden darf. Dementsprechend ist davon auszugehen, dass damals 

nicht rechtskräftig über diese Frage entschieden wurde. Die Auflage gibt daher lediglich 

wieder, was von Gesetzes wegen ohnehin gilt, nämlich dass eine Nutzung des Kiesplatzes 

als Parkplatz ohne vorgängige Baubewilligung nicht zulässig ist. Diese Auflage steht dem 

vorliegenden Baugesuch somit nicht entgegen und die Stadt Nidau ist zu Recht darauf 

eingetreten.3

2. Anzahl Parkplätze

a) Die Beschwerdeführerin rügt, ihr Betrieb (C.________) verfüge über zu wenige 

Abstellplätze. Es fänden diverse Anlässe statt und der Betrieb sei darauf angewiesen, den 

Veranstaltern mehr Möglichkeiten zum Parkieren anzubieten.

b) Wird durch die Erstellung von Bauten ein Parkplatzbedarf verursacht, so ist dafür auf 

dem Grundstück oder in seiner Nähe eine ausreichende Anzahl von Abstellplätzen für 

Motorfahrzeuge zu errichten (Art. 16 Abs. 1 BauG). Nach Art. 49 ff. BauV4 wird die Anzahl 

der Abstellplätze durch eine Bandbreite begrenzt, welche sich nach Art. 52 Abs. 1 BauV 

berechnet. Die Gemeinde Ipsach hat mit Schreiben vom 18. Juli 2012 die erforderliche 

bzw. zulässige Anzahl Abstellplätze für den Betrieb der Beschwerdeführerin festgelegt. Die 

Bandbreite wurde auf mindestens 51 und maximal 78 Abstellplätze festgelegt.5

3 Siehe dazu VGE Nr. 22617 vom 07.11.2006, E. 4.3
4 Bauverordnung vom 6. März 1985 (BauV; BSG 721.1)
5 Vorakten der Stadt Nidau, pag. 4

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c) Ihrem Baugesuch vom 18. April 2016 hat die Beschwerdeführerin die Berechnung 

der Anzahl Parkplätze der Gemeinde Ipsach beigelegt. Diese Berechnung stellt die 

Beschwerdeführerin somit nicht infrage. Laut ihrer eigenen Aussage in der Beschwerde 

verfügt der Betrieb der Beschwerdeführerin über 60 Parkplätze, wobei 8 davon von den 

Besuchern der Nachbarsliegenschaft benutzt werden dürfen. Selbst wenn man diese 8 

Parkplätze in Abzug bringt, ist mit 52 Parkplätzen der minimale Parkplatzbedarf von 51 

Parkplätzen erfüllt. Die Bestimmungen bezüglich Abstellplätze sind somit nicht verletzt. Die 

Darstellung der Beschwerdeführerin, wonach ihr Betrieb über zu wenige Abstellplätze 

verfüge, mag mit Blick auf die betrieblichen Bedürfnisse richtig sein. Mit Blick auf die 

gesetzlichen Vorgaben ist sie nicht zutreffend. Aus diesem Argument kann die 

Beschwerdeführerin somit schon aus diesem Grund nichts zu ihren Gunsten ableiten.

d) Solange die Anzahl Parkplätze nicht ausgeschöpft ist, können zwar zusätzliche 

Abstellplätze bewilligt werden.6 Die Frage, ob durch das Bewilligen des geplanten 

Parkplatzes die maximal zulässige Anzahl Parkplätze eingehalten würde, kann angesichts 

der nachfolgenden Erwägungen aber offen bleiben.

3. Zonenkonformität

a) Die Vorinstanz hat den Bauabschlag unter anderem damit begründet, dass das 

Bauvorhaben in der Gewerbe- und Industriezone 3 nicht zonenkonform sei. Die 

Beschwerdeführerin rügt, es handle sich beim Parkplatz um eine Nebenanlage, die von 

einem zonenkonformen Gewerbebetrieb benutzt werden solle. Damit sei auch die Nutzung 

des Kiesplatzes als Parkplatz zonenkonform. Da es zudem lediglich eine vorübergehende 

Nutzung als Parkplatz sei, müsse die Nutzung im Rahmen einer Gesamtbetrachtung 

beurteilt werden. In ihrer Beschwerdeantwort weist die Vorinstanz im Zusammenhang mit 

der Zonenkonformität darauf hin, dass Parkplätze immer einer konkreten Baute oder 

Anlage als Nebenanlage zugeordnet seien.

6 Vgl. Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 16–18 
N. 10

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b) Parkplätze sind immer einer konkreten Baute oder Anlage als Nebenanlage 

zuzuordnen, ohne bestimmte Zuordnung dürfen keine Parkplätze erstellt werden.7 Die 

Zonenkonformität von Parkplätzen ist somit abhängig von der Hauptanlage, der sie als 

Nebenanlage zugeordnet sind. In einer bestimmten Zone sind Parkplätze dann 

zonenkonform, wenn die Hauptanlage in dieser Zone zulässig ist.8

Vorliegend sollen die Parkplätze einem Hotel- und Restaurantbetrieb zur Verfügung 

stehen. Zu prüfen ist somit, ob ein Hotel- und Restaurantbetrieb in der Gewerbe- und Indu-

striezone 3 der Stadt Nidau zonenkonform ist. Würde dies bejaht, wäre auch der Parkplatz 

als Nebenanlage zonenkonform. Unerheblich ist dagegen, ob der Hotel- und 

Restaurantbetrieb an seinem eigentlichen Standort in der Gemeinde Ipsach zonenkonform 

ist.

c) Die bauliche Nutzung ist durch die baurechtliche Grundordnung der Gemeinde 

bestimmt (Art. 4 Abs. 1 BauG). Die baurechtliche Grundordnung, bestehend aus 

Baureglement und Zonenplan, ist Teil der Ortsplanung (Art. 64 Abs. 1 Bst. b BauG). Die 

Gemeinden sind in ihrer Ortsplanung im Rahmen der Gesetzgebung und der 

übergeordneten Planung frei (Art. 65 Abs. 1 BauG). Im Bereich der Bau- und 

Zonenordnung kommt den Gemeinden somit ein weiter Ermessensspielraum zu, der unter 

dem Schutz der verfassungsrechtlich garantierten Gemeindeautonomie steht. Soweit der 

Gemeinde beim Erlass der Rechtsnorm Autonomie zukommt, geniesst sie zusätzlich auch 

bei der Anwendung des kommunalen Rechts einen gewissen Beurteilungsspielraum. Das 

heisst, es ist vorab Sache der Gemeinde zu bestimmen, wie sie ihre eigenen Vorschriften 

verstanden haben will. Ist ihre Auslegung der Norm rechtlich vertretbar, darf eine 

Rechtsmittelbehörde nicht einer anderen, ebenfalls möglichen oder vertretbaren Auslegung 

den Vorzug geben.9

d) Die Bauparzelle Nidau Grundbuchblatt Nr. B.________, die als Parkplatz 

beansprucht werden soll, liegt in der Gewerbe- und Industriezone 3. Der für die Gewerbe- 

und Industriezone massgebliche Art. 38 GBR10 lautet wie folgt: In den Gewerbe- und 

7 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art.16–18 N. 12a 
mit Hinweis auf BVR 1999 S. 68 E. 2
8 Entscheid der BVE vom 16.5.2012 (RA Nr. 110/2012/23), E. 3.b
9 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, Art. 65 N. 1–3
10 Baureglement der Einwohnergemeinde Nidau vom 20. Mai 1979

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Industriezonen dürfen nur Gewerbe-, Industrie- und Bürobauten erstellt werden. 

Wohnungen für das betriebsnotwendig an den Standort gebundene Personal sind 

zugelassen, sofern durch geeignete Vorkehrungen für wohnhygienisch tragbare 

Verhältnisse gesorgt wird. Verkaufsflächen sind nur zugelassen, wenn sie in engem 

Zusammenhang mit einem in der gleichen Zone angesiedelten Gewerbe stehen (Abs. 1). 

In den Gewerbe- und Industriezonen 1 und 2 (GI 1 und GI 2) sind Bauten für Büros 

zugelassen. Die Immissionen der Betriebe sind Beschränkungen unterworfen. Bezüglich 

Einwirkungen durch Lärm, Staub, Geruch und Abgase ist der Gemeinderat befugt, 

Richtlinien zu erlassen und die Immissionspläne auf schädliche Einwirkungen hin zu 

überprüfen und im Baubewilligungsverfahren entsprechende Auflagen zu machen (Abs. 2). 

In der Gewerbe- und Industriezone 3 sind Bürobauten nur zugelassen, soweit sie an den 

entsprechenden Betrieb gebunden sind. Absatz 2 gilt sinngemäss (Abs. 3). Vorbehalten 

bleiben die Bestimmungen der eidgenössischen Lärmschutzverordnung (Abs. 4). Für die 

Gewerbe- und Industriezone 3 gilt die Lärm-Empfindlichkeitsstufe (ES) 4.11 Diese Stufe gilt 

in Zonen, in denen stark störende Betriebe zugelassen sind, namentlich in Industriezonen 

(Art. 43 Abs. 1 Bst. d LSV12).

e) Ob in der Gewerbe- und Industriezone 3 die gastgewerbliche Nutzung erlaubt ist, ist 

dem Wortlaut von Art. 38 GBR nicht zu entnehmen. Gemäss Art. 36 und 37 GBR sind 

Gastwirtschaften jedoch in den Wohnzonen sowie den Wohn- und Gewerbezonen (WG) 

ausdrücklich zugelassen. Eine mögliche Deutung dieser Regelung ist, dass 

Gastwirtschaften und damit auch der Restaurantbetrieb der Beschwerdeführerin in den 

Gewerbe- und Industriezonen nicht zulässig sind. Industrie- und Gewerbezonen sind denn 

auch vorab für Produktionsbetriebe bestimmt.13 Was den Hotelbetrieb der 

Beschwerdeführerin betrifft, so besteht eine enge Verwandtschaft mit der Wohnnutzung. 

Der Hauptunterschied liegt darin, dass die Gäste nicht dauerhaft im Hotel wohnen. 

Wohnungen sind in sämtlichen Gewerbe- und Industriezonen der Stadt Nidau nur für das 

betriebsnotwendig an den Standort gebundene Personal zugelassen. Diese Voraussetzung 

erfüllt der Hotelbetrieb der Beschwerdeführerin nicht, was darauf hindeutet, dass er in 

diesen Zonen nicht zulässig ist.

11 Zonenplan "ES-Zuordnungen" der Einwohnergemeinde Nidau vom 1. Dezember 1996
12 Lärmschutz-Verordnung des Bundesrates vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814.41)
13 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, Art. 72–74 N. 14a

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Auch ein Blick in das Musterbaureglement (MBR)14 deutet darauf hin, dass der Hotel- und 

Restaurantbetrieb der Beschwerdeführerin in der Gewerbe- und Industriezone 3 nicht 

zonenkonform ist. Bei der Gewerbe- und Industriezone 3 der Stadt Nidau handelt es sich 

um eine reine Arbeitszone, die Wohnnutzung ist nur für das betriebsnotwendig an den 

Standort gebundene Personal zugelassen. Aus Art. 211 des Musterbaureglements ergibt 

sich, dass Gastgewerbe in Arbeitszonen nicht zulässig ist.

Nicht zulässig wäre der Betrieb der Beschwerdeführerin schliesslich in einer reinen 

Industriezone. Um eine solche handelt es sich bei der Gewerbe- und Industriezone 3 dem 

Namen nach zwar nicht. Die Wahl der Begriffe Industriezone und Gewerbezone ist jedoch 

häufig eine rein zufällige15 und die Stadt Nidau kennt keine reine Industriezone. Die 

Gewerbe- und Industriezone 3 kommt in der Zonenordnung der Stadt Nidau einer reinen 

Industriezone aber am nächsten. Dies zeigt sich daran, dass anders als in der Gewerbe- 

und Industriezone 1 und 2 grundsätzlich keine Bürobauten, aber dafür aufgrund der 

Zuordnung zur Lärm-Empfindlichkeitsstufe (ES) 4 stark störende Betriebe zugelassen sind.

Die Einschätzung der Stadt Nidau, wonach ein Hotel- und Restaurantbetrieb in ihrer 

Gewerbe- und Industriezone 3 nicht zonenkonform ist, ist unter diesen Umständen 

rechtlich vertretbar und damit für die BVE aufgrund der Gemeindeautonomie verbindlich. 

Als Folge davon ist auch der nachgesuchte Parkplatz nicht zonenkonform und demzufolge 

nicht bewilligungsfähig.

4. Grenzverletzung

a) Die Stadt Nidau macht geltend, Bauvorhaben dürften gemäss Baugesetz nicht über 

die Gemeindegrenze hinausgehen. Die geplanten Parkplätze seien nur über das 

Gemeindegebiet Ipsach zu erreichen. Zudem bestehe kein Anspruch darauf, dass 

Autoabstellplätze auf fremdem Gemeindegebiet zur Verfügung gestellt werden müssten.

In diesem Zusammenhang macht die Beschwerdeführerin darauf aufmerksam, dass sie die 

Bauparzelle 2008 von der Stadt Nidau gekauft habe. Dieser Verkauf sei unter der Auflage 

14 Abrufbar unter: www.jgk.be.ch > Raumplanung > Arbeitshilfen (AHOP) > Musterbaureglement (MBR)
15 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 3. Aufl., Band II, Bern 2010, Art. 72–74 N. 14a

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erfolgt, dass die Erschliessung der Parzelle über das Gemeindegebiet Ipsach bzw. über die 

bestehende Zufahrt zum C.________ zu erfolgen habe.

b) Bauvorhaben dürfen nicht über Landes-, Kantons- und Gemeindegrenzen 

hinausgehen (Art. 12 Abs. 1 BauG). Diese Bestimmung will insbesondere Unklarheiten 

darüber vermeiden, welchem Gemeinwesen Bauten und Anlagen im Grenzbereich 

zugehören und welche Behörden verwaltungsmässig zuständig sind. Das Bauen an einer 

Stelle, über die eine politische Grenze verläuft, ist nicht schlechterdings ausgeschlossen. 

Es setzt aber in der Regel die Verlegung der Grenze im Gebiet des Bauvorhabens voraus. 

Ausnahmsweise ist eine Überbauung einer Gemeindegrenze ohne deren Verlegung 

zulässig, wenn die betroffenen Gemeinden zustimmen. Namentlich bei grossflächigen 

Anlagen können einzelne Anlageteile in der Nachbargemeinde liegen, sofern sich die 

beteiligten Gemeinwesen über die offenen administrativen Zuständigkeitsfragen 

verständigt haben (Erschliessung, Brandbekämpfung, Notfallhilfe usw.).16

c) Wie bereits oben in Erwägung 3.b erläutert, sind Parkplätze immer einer konkreten 

Baute oder Anlage als Nebenanlage zugeordnet. Die geplanten Parkplätze sollen auf dem 

Gemeindegebiet Nidau erstellt werden und sind dem Betrieb der Beschwerdeführerin, der 

sich auf dem Gemeindegebiet Ipsach befindet, zugeordnet. Das Bauvorhaben der 

Beschwerdeführerin nimmt als Gesamtanlage damit keine Rücksicht auf die Grenze 

zwischen den Gemeinden Nidau und Ipsach, die Haupt- und Nebenanlage beanspruchen 

das Gebiet von beiden Gemeinden.

Eine Verlegung der Gemeindegrenze zwecks Bereinigung der Grenzüberschreitung steht 

nicht zur Diskussion. Ohne Grenzverlegung ist ein Bauen über die Gemeindegrenze nur 

dann möglich, wenn einzelne Anlageteile in der Nachbargemeinde liegen und die 

betroffenen Gemeinden zustimmen bzw. sich über die offenen administrativen 

Zuständigkeitsfragen verständigt haben. Ob die erste Voraussetzung erfüllt ist, ist fraglich. 

Zwar verläuft die Gemeindegrenze zwischen dem Hotel- und Restaurantbetrieb der 

Beschwerdeführerin als Hauptanlage und dem Parkplatz als Nebenanlage, insofern liegen 

beide Anlagen vollständig auf einem Gemeindegebiet. Der Parkplatz in Nidau soll jedoch 

über eine Zufahrt in Ipsach erschlossen werden, insofern wird die Gemeindegrenze 

überbaut. Eindeutig nicht erfüllt ist jedoch die zweite Voraussetzung. Die Stadt Nidau hat 

16 Zaugg/Ludwig, Kommentar zum Baugesetz des Kantons Bern, 4. Aufl., Band I, Bern 2013, Art. 12 N. 4–6

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mit ihrem Bauabschlag klar signalisiert, dass sie mit dem Bauvorhaben nicht einverstanden 

ist. Dieses Einverständnis ist vorliegend deshalb unverzichtbar, weil die Stadt Nidau nicht 

gegen ihren Willen gezwungen werden kann, ihr Bauland als Parkplatz für eine Anlage auf 

fremdem Gemeindegebiet zur Verfügung zu stellen. Der geplante Parkplatz nimmt insofern 

keine Rücksicht auf die Gemeindegrenze und verletzt damit die Bestimmung von Art. 12 

Abs. 1 BauG. Das Baugesuch ist auch aus diesem Grund nicht bewilligungsfähig.

d) Demzufolge erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Die Haltung der Stadt 

Nidau, wonach der Parkplatz nicht zonenkonform ist, ist rechtlich vertretbar und daher 

durch die Gemeindeautonomie geschützt. Zudem verletzt der geplante Parkplatz das 

Verbot des Grenzüberbaus über Gemeindegrenzen. Das Argument der 

Beschwerdeführerin, es handle sich bloss um eine Zwischennutzung, ändert nichts an 

diesem Ergebnis. Auch eine Zwischennutzung muss grundsätzlich die bau- und 

planungsrechtlichen Vorschriften erfüllen. Im Übrigen beinhaltet das Baugesuch keine 

Befristung, so dass ohnehin nicht von einer Zwischennutzung gesprochen werden kann. 

Die Beschwerde wird abgewiesen und der angefochten Bauabschlag bestätigt.

5. Kosten

Bei diesem Ausgang des Verfahrens unterliegt die Beschwerdeführerin. Sie hat die 

Verfahrenskosten zu tragen (Art. 108 Abs. 1 VRPG17). Diese werden bestimmt auf eine 

Pauschalgebühr von Fr. 800.-- (Art. 103 Abs. 2 VRPG im Verbindung mit Art. 19 Abs. 1 

GebV18). Parteikosten werden keine gesprochen (Art. 104 Abs. 1 und 2 VRPG).

III. Entscheid

1. Die Beschwerde wird abgewiesen. Der Bauentscheid der Stadt Nidau vom 8. Februar 

2017 wird bestätigt.

17 Gesetz vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG; BSG 155.21)
18 Verordnung vom 22. Februar 1995 über die Gebühren der Kantonsverwaltung (Gebührenverordnung, GebV; 
BSG 154.21)

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2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin zur Bezahlung 

auferlegt. Eine separate Zahlungseinladung folgt, sobald dieser Entscheid in 

Rechtskraft erwachsen ist.

3. Es werden keine Parteikosten gesprochen.

IV. Eröffnung

- A.________, eingeschrieben

- Baubewilligungsbehörde der Stadt Nidau, Stadtverwaltung, eingeschrieben

BAU-, VERKEHRS- UND 

ENERGIEDIREKTION

Die Direktorin

Barbara Egger-Jenzer

Regierungsrätin