# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e935a982-8869-5f1c-a131-d251abda26fd
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-03-29
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 29.03.2022 R 2020 36
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2020-36_2022-03-29.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GRAUBÜNDEN
DRETGIRA ADMINISTRATIVA DAL CHANTUN GRISCHUN
TRIBUNALE AMMINISTRATIVO DEL CANTONE DEI GRIGIONI

R 20 36

5. Kammer 

Vorsitz Meisser

Richter Audétat und Racioppi

Aktuar Bühler

URTEIL

vom 29. März 2022

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A.________ GmbH,

Beschwerdeführerin

und

B.________, 

beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Felix Weber,

Beschwerdeführer

gegen

Gemeinde C.________, 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Armon Vital,

Beschwerdegegnerin

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betreffend Wiederherstellungs- und Bussverfügung

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I. Sachverhalt:

1. Am 20. Dezember 2012 erteilte die Gemeinde C.________ (ehemals Ge-

meinde D.________) E.________ die Bewilligung zum Umbau des in der 

Dorfzone liegenden Stalles F.________ auf Parzelle G.________ in der 

Gemeinde D.________ (heute C.________). In dieser Bewilligung wies die 

Gemeinde E.________ darauf hin, dass die Süd- und Ostfassade mit 

Art. 37 Abs. 3 des kommunalen Baugesetzes D.________ (BG) nicht zu 

vereinbaren sei und die Pläne entsprechend anzupassen seien. Mit den 

Bauarbeiten dürfe deshalb erst begonnen werden, wenn die Pläne hinsicht-

lich der Fassaden vom Gemeinderat genehmigt worden seien. Am 13. Fe-

bruar 2013 wurden die nachgereichten Pläne von der Gemeinde geneh-

migt. Danach wurde die Liegenschaft durch die A.________ GmbH (nach-

folgend Bauherrschaft) erworben. Einziger Gesellschafter war und ist 

gemäss Handelsregisterauszug B.________. Mit Kaufvertrag vom 22. Ja-

nuar 2016 erwarben H.________ und I.________ an vorgenanntem Grund-

stück (neu Parzelle J.________) einen Miteigentumsanteil mit einem Son-

derrecht an der 3½-Zimmerwohnung im 3. Obergeschoss mit Keller als Ne-

benraum im Erdgeschoss.

2. Die Baukommission der Gemeinde führte am 14. November 2016 die 

Schlussabnahme des erfolgten Umbaus durch und stellte Nachstehendes 

fest:

• Die Raumeinteilung sei in allen vier Wohnungen abgeändert worden.
• An der Nordfassade seien zwei anstatt nur eine Türe erstellt worden.
• An der Ostfassade sei die Fenstereinteilung geändert, die Geländer 

seien mit Staketen anstatt mit einer Brüstung versehen und der Hand-
lauf sei in der Mitte um ca. 30 cm erhöht worden.

• An der Südfassade sei die Fenstereinteilung geändert, die Geländer 
seien mit Staketen anstatt mit einer Brüstung versehen, der Handlauf 
sei in der Mitte um ca. 30 cm erhöht worden und die Holzlamellen vor 
dem Fenster seien nicht erstellt worden.

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3. Mit Schreiben vom 16. November 2016 reichte die Bauherrschaft der Ge-

meinde die Ausführungspläne mit den Projektabweichungen nach. Am 

9. März 2017 zeigte die Gemeinde der Bauherrschaft die zuvor genannten 

Abweichungen von den am 20. Dezember 2012 bzw. vom 13. Februar 

2013 bewilligten Plänen schriftlich an und wies sie darauf hin, dass gemäss 

Art. 7 BG und Art. 86 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton 

Graubünden (KRG; BR 801.100) Bauten und Anlagen nur mit schriftlicher 

Bewilligung der kommunalen Baubehörden geändert werden dürften. Eine 

solche Bewilligung liege nicht vor, weshalb davon auszugehen sei, dass 

die Baubehörde wegen Verletzung von baugesetzlichen Vorschriften und 

Bestimmungen die Aussprechung einer Busse in Betracht ziehen müsse. 

Zeitgleich wurde der Bauherrschaft Gelegenheit gegeben, sich innert 

10 Tagen schriftlich zu den festgestellten Abweichungen zu äussern.

4. Zu den von der Gemeinde festgestellten Abweichungen nahm die Bauherr-

schaft am 21. März 2017 Stellung. Im Wesentlichen brachte die Bauherr-

schaft vor, sie habe keine baugesetzlichen Vorschriften verletzt. Die von 

der Gemeinde vorgebrachten Einwände beträfen rein ästhetische Details, 

die in Material und Form nicht anders ausgeführt worden seien, als die Ge-

meinde es in ihrem Bewilligungsschreiben 2012.38 empfohlen habe und es 

in der Gemeinde üblich sei. Insbesondere sei ein von der Bauherrschaft 

unlängst gezeichnetes Umbauprojekt einer Scheune mit demselben Gelän-

derbild vor der Fensterfront bewilligt worden.

5. Mit Schreiben vom 9. Juni 2017 übermittelte die Gemeinde der Bauherr-

schaft den Bericht von K.________ vom 10. Mai 2017 zur Kenntnisnahme 

und forderte sie zugleich auf, ihr Terminvorschläge zu unterbreiten, damit 

die gesamte Problematik besprochen werden könne. K.________ gelangte 

im vorgenannten Bericht zum Ergebnis, dass es sich beim fraglichen Stall 

um eine für das Ortsbild sehr wichtige Baute handle. Damit der ehemalige 

Stallteil auch künftig als solcher erkennbar sei, müsse eine massgebende 

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Fläche in Holz belassen werden. Dies sei an der Ostfassade mehr oder 

weniger erreicht. Anders sei dies bei der Südfassade. Durch die leichte, 

durchlässige Brüstung und das Weglassen der Holzflächen erscheine die 

Fassade als gläserne Fläche. Dieser Schritt gehe aus gestalterischer Sicht 

zu weit und sei nicht akzeptabel.

6. Mit Entscheid vom 17. Oktober 2017, mitgeteilt am 23. November 2017, 

verfügte die Gemeinde, die Holzlamellen vor dem Fenster an der Südfas-

sade seien so wie in den Plänen vom 13. Februar 2013 bewilligt, bis 

spätestens am 1. Juni 2018 auszuführen; die übrigen erfolgten Projektän-

derungen würden nachträglich bewilligt; wegen Missachtung des Bauge-

setzes werde B.________ mit einer Busse von CHF 3'000.00 gebüsst und 

die Busse sei innert 30 Tagen zahlbar; die Verfahrenskosten in Höhe von 

CHF 2'000.00 gingen zu Lasten der Bauherrschaft und seien gleichzeitig 

mit der Busse zu bezahlen.

7. Dagegen erhoben die Bauherrschaft und deren einziger Gesellschafter 

B.________ am 11. Januar 2018 Beschwerde beim Verwaltungsgericht 

des Kantons Graubünden (nachfolgend Verwaltungsgericht) und beantrag-

ten was folgt:

1. Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde 
C.________ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wiederherstellungs- und Bussverfah-
ren wegen Projektabweichung von der Baubewilligung bzw. der bewilligten 
Pläne seien aufzuheben und zu neuem Entscheid und zur Durchführung eines 
ordnungsgemässen Bussstrafverfahrens an die Vorinstanz zurückzuweisen.

2. Eventualbegehren zu Ziff. 1: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Gemeinde-
vorstandes der Gemeinde C.________ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wiederher-
stellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der Baubewilli-
gung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und der Beschwerdeführe-
rin sei entsprechend den am 16. November 2016 eingereichten Plänen die Be-
willigung für die Projektänderung der Südfassade gegenüber der Baubewilli-
gung vom 20. Dezember 2012 zu erteilen.

3. Subeventualbegehren zu Ziff. 1 und 2: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids des Ge-
meindevorstandes der Gemeinde C.________ vom 17. Oktober 2017 i.S. Wie-
derherstellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von der Bau-

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bewilligung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und zu neuem Ent-
scheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, der 
Beschwerdeführerin 1 entsprechend den am 16. November 2016 eingereich-
ten Plänen die Bewilligung für die Projektänderung der Südfassade gegenüber 
der Baubewilligung vom 20. Dezember 2012 zu erteilen.

4. Subsubeventualbegehren zu Ziff. 1, 2 und 3: Ziff. 1, 3 und 4 des Entscheids 
des Gemeindevorstandes der Gemeinde C.________ vom 17. Oktober 2017 
i.S. Wiederherstellungs- und Bussverfahren wegen Projektabweichung von 
der Baubewilligung bzw. der bewilligten Pläne seien aufzuheben und zu 
neuem Entscheid an die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzu-
weisen, eine Duldungsverfügung zu erlassen.

5. Verfahrensantrag: Es sei ein Augenschein vor Ort in  D.________, 
L.________, durchzuführen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich gesetzliche Mehrwert-
steuer).

8. Mit Urteil des Verwaltungsgerichts vom 30. Oktober 2018 (R 18 2) wurden 

die Ziffern 1, 3 und 4 des angefochtenen Entscheids aufgehoben und die 

Gemeinde angewiesen, das Wiederherstellungs- und Bussverfahren im 

Sinne der Erwägungen weiterzuführen und neu zu entscheiden. Begrün-

dend wurde insbesondere ausgeführt, dass sich weder der Begründung im 

angefochtenen Entscheid noch dem Bericht von K.________ vom 10. Mai 

2017 entnehmen lasse, welche in Art. 37 Abs. 3 BG genannten ästheti-

schen Vorgaben die Bauherrschaft und B.________ an der Südfassade der 

fraglichen Liegenschaft mit den Projektabweichungen verletzt haben soll-

ten.

9. Gestützt auf dieses in Rechtskraft erwachsene Urteil holte die Gemeinde 

bei K.________ einen ergänzenden Bericht ein, welcher ihr am 5. April 

2019 vorgelegt wurde. Darin wurde im Wesentlichen festgehalten, dass die 

ehemalige Scheune auch inskünftig als solche erkennbar sein müsse. Für 

die Erkennbarkeit sei erforderlich, dass eine massgebende Fläche der 

Holzausfachung zwischen den Pfeilern in Holz belassen werde. Entspre-

chend sei auch eine Holzfassade in Form von Schräglamellen bewilligt wor-

den. Damit könne ein natürlicher Lichteinfall ermöglicht werden, ohne dass 

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zugleich der gewünschte Eindruck einer vollflächigen Holzfassade beein-

trächtigt werde. An der nun umgebauten Südfassade der fraglichen Liegen-

schaft würden indes die Glasflächen und die grauen Rollläden dominieren. 

Damit werde Art. 37 Abs. 3 BG sowohl in Bezug auf das verwendete Mate-

rial als auch die Farbe verletzt.

10. Mit separaten Schreiben vom 19. Juli 2019 stellte die Gemeinde der Bau-

herrschaft und B.________ sowie den Stockwerkeigentümer der fraglichen 

Liegenschaft ein Wiederherstellungsverfahren in Aussicht, mit der Ver-

pflichtung zum Anbringen von Schräglamellen aus Holz (i) vor den beiden 

schmalen vertikalen Fenstersegmenten (auf einer Breite von ca. 1.5 m) im 

westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Geschoss (STWE-Einhei-

ten Nrn. 481-3 und 481-4) sowie (ii) vor dem Fenstersegment auf der West-

seite der Wohnung im 1. Geschoss (STWE-Einheit Nr. 481-2). Gleichzeitig 

wurden die Bauherrschaft und B.________ unter Angabe des gesetzlichen 

Strafrahmens auf die einschlägigen Vorschriften und Strafbestimmungen 

gemäss Art. 93 ff. KRG hingewiesen. Die genannten Personen erhielten 

mit Schreiben vom 19. Juli 2019 die Gelegenheit, sich zur Angelegenheit 

vernehmen zu lassen.

11. In ihrer Stellungnahme vom 17. September 2019 beantragten die Bauherr-

schaft und B.________, dass auf die in Aussicht gestellte Wiederherstel-

lung zu verzichten und der Bauherrschaft die Baubewilligung für die Pro-

jektänderung gemäss den eingereichten Plänen vom 16. November 2016 

zu erteilen sei; eventualiter sei in Bezug auf die Gestaltung der Südfassade 

eine Duldungsverfügung zu erlassen. Am 18. November 2019 liessen sich 

unter Verweis auf die Stellungnahme der Bauherrschaft und B.________ 

vom 17. September 2019 auch H.________ und I.________ vernehmen.

12. Mit separaten Entscheiden vom 2. März 2020, mitgeteilt am 11. März 2020, 

verfügte die Gemeinde, dass die Bauherrschaft und B.________ einerseits 

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und die Stockwerkeigentümern der fraglichen Liegenschaft andererseits 

unter solidarischer Haftbarkeit zu verpflichten seien, sowohl vor den beiden 

schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im 

westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Geschoss (STWE-Einhei-

ten Nrn. 481-3 und 481-) als auch beim zusätzlich erstellten Fensterseg-

ment auf der Westseite der Wohnung im 1. Geschoss (STWE-Einheit Nr. 

481-2) Schräglamellen aus Holz anzubringen; wegen vorsätzlicher Wider-

handlung gegen Art. 86 KRG werde B.________ mit einer Busse von CHF 

3'000.-- gebüsst und diese Busse sei innert 30 Tagen zu bezahlen; die Ver-

fahrenskosten in Höhe von insgesamt CHF 3'762.70 gingen unter solidari-

scher Haftbarkeit zulasten der Bauherrschaft und B.________ und seien 

ebenfalls innert 30 Tagen zu bezahlen.

13. Dagegen erhoben die Bauherrschaft und B.________ (nachfolgend Be-

schwerdeführerin und Beschwerdeführer) am 8. Mai 2020 Beschwerde 

beim Verwaltungsgericht und beantragten, was folgt:

1. Ziff. 1, 2, 3 und 4 des Entscheids des Gemeindevorstandes der Gemeinde 
C.________ vom 2. März 2020 i.S. Wiederherstellung des gesetzmässigen 
Zustandes mit Bezug auf die Gestaltung der Südfassade des Wohnhauses auf 
Parzelle Nr. J.________ (vormals Nr. G.________) in D.________ seien auf-
zuheben und der Beschwerdeführerin 1 sei entsprechend den am 1. Septem-
ber 2015 und am 16. November 2016 eingereichten Plänen die Bewilligung für 
die Projektänderung der Südfassade gegenüber der Baubewilligung vom 20. 
Dezember 2012 zu erteilen.

2. Eventualbegehren zu Ziff. 1: Ziff. 1, 2, 3 und 4 des Entscheids des Gemein-
devorstandes der Gemeinde C.________ vom 2. März 2020 i.S. Wiederher-
stellung des gesetzmässigen Zustandes mit Bezug auf die Gestaltung der 
Südfassade des Wohnhauses auf Parzelle Nr. J.________ (vormals Nr. 
G.________) in D.________ seien aufzuheben und zu neuem Entscheid an 
die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, die Beschwer-
deführerin 11 entsprechend den am 1. September 2015 und am 16. November 
2016 eingereichten Plänen die Bewilligung für die Projektänderung der Süd-
fassade gegenüber der Baubewilligung vom 20. Dezember 2012 zu erteilen. 

3. Subeventualbegehren zu Ziff. 1 und 2: Ziff. 1, 2, 3 und 4 des Entscheids des 
Gemeindevorstandes der Gemeinde C.________ vom 2. März 2020 i.S. Wie-
derherstellung des gesetzmässigen Zustandes mit Bezug auf die Gestaltung 
der Südfassade des Wohnhauses auf Parzelle Nr. J.________ (vormals Nr. 

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G.________) in D.________ seien aufzuheben und zu neuem Entscheid an 
die Vorinstanz zurückzuweisen. Die Vorinstanz sei anzuweisen, eine Dul-
dungsverfügung zu erlassen. 

4. Verfahrensantrag a: Der vorliegenden Beschwerde sei superprovisorisch und 
für die Dauer des Beschwerdeverfahrens die aufschiebende Wirkung zu ge-
währen. 

5. Verfahrensantrag b: Es sei ein Augenschein vor Ort in D.________, 
L.________, durchzuführen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich gesetzliche Mehrwert-
steuer). 

In beweisrechtlicher Hinsicht beantragten die Beschwerdeführer zusätzlich 

zum Augenschein die Edition der Vorakten des Gemeindevorstandes der 

Gemeinde sowie der Bewilligungsakten des Feuerpolizeiamtes Graubün-

den im Zusammenhang mit der fraglichen Liegenschaft, den Beizug der 

Akten des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens R 18 2, die 

Parteibefragung von B.________, die Einholung eines Fachberichts/Gut-

achtens betreffend Rücksichtnahme auf die wesentlichen Merkmale des 

vorbestandenen Gebäudes und die Nachbarbauten sowie zur Höhe der 

Kosten der verlangten Anpassung. Begründend brachten die Beschwerde-

führer im Wesentlichen vor, dass es sich bei der realisierten Projektände-

rung lediglich um eine geringfügige Änderung handle, die keinen Einfluss 

auf das Gesamterscheinungsbild habe. So seien insbesondere keine zu-

sätzlichen Glasflächen geschaffen worden. Bei den Fenstern der Wohnun-

gen im 2. und 3. Geschoss handle es sich um bewilligte Fenster, bei wel-

chen nur aus wohnhygienischen Gründen auf das Anbringen von Schrägla-

mellen verzichtet worden sei. Auch sei bei der Wohnung im 1. Geschoss 

nicht ein zusätzliches Fensterelement anstelle von Mauerwerk realisiert 

worden. Vielmehr sei nur eine andere Fenstereinteilung vorgenommen 

worden, die das Gesamterscheinungsbild indes nicht zu beeinträchtigen 

vermöge. Sämtliche typenähnlichen bzw. regionaltypischen Gebäude in 

der Umgebung würden zudem eine gleiche oder ähnliche Charakteristik, 

wie das vorliegende Bauprojekt, aufweisen. Auf der gesamten Fläche seien 

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Holzbrüstungen bzw. Balkone mit Holzverschalungen verbaut worden. Da-

mit lägen keine dominanten Glasfronten vor. Hinzu komme, dass sich so-

wohl das Material, die Grösse und Proportionen an die traditionelle Bau-

weise anpassen würden. Damit vermöge die realisierte Fassadengestal-

tung die Ästhetikvorschriften ohne Weiteres zu erfüllen. Vor diesem Hinter-

grund habe die Gemeinde die Bewilligung der Projektänderung gestützt auf 

Art. 37 Abs. 3 BG zu Unrecht verweigert; dies umso mehr, als die Praxis 

der Gemeinde bezüglich der Einordnung in das Ortsbild willkürlich sei, was 

der Vergleich mit dem – in der identischen Dorfkernzone von D.________ 

– bewilligten und von ihnen realisierten Projekt "M.________" belege. 

Daran, dass die Projektänderung zu Unrecht verweigert worden sei, ver-

möge im Übrigen auch der ergänzende Bericht der Bauberaterin vom 5. 

April 2019 nichts zu ändern. Dieser Bericht sei nämlich einseitig und undif-

ferenziert. Zudem habe die Gemeinde die Bauberaterin nicht bereits im 

Rahmen des ursprünglichen Baubewilligungsverfahrens, sondern erst da-

nach beigezogen. Entsprechend könne ihnen der ergänzende Bericht der 

Bauberaterin vom 5. April 2019 nicht entgegengehalten werden. Selbst 

dann, wenn die Schräglamellen vor den Fenstern angebracht werden 

müssten, sei zu berücksichtigen, dass sie nicht Eigentümer der fraglichen 

Liegenschaft seien. Entsprechend seien sie nicht befugt, Änderungen ohne 

Zustimmung der Stockwerkeigentümergemeinschaft vorzunehmen. Ent-

sprechend hätte die Gemeinde die Stockwerkeigentümergemeinschaft zur 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bzw. zumindest zur Dul-

dung der entsprechenden Arbeiten verpflichten müssen. Daraus ergebe 

sich, dass sie gar nicht in der Lage seien, die angeordnete Anbringung von 

Schräglamellen vorzunehmen. Sollten sie wider Erwarten zur Anbringung 

von Schräglamellen verpflichtet werden, wäre diese Anordnung überdies 

als unverhältnismässig zu qualifizieren. Einerseits würden die Abweichun-

gen von einem aussenstehenden Betrachter kaum wahrgenommen oder 

zumindest nicht als störend empfunden werden. Andererseits lasse es die 

realisierte Fassadenkonstruktion nicht zu, diese mit angemessenem (finan-

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ziellem) Aufwand nachzurüsten bzw. mit Schräglamellen zu versehen. Mit-

hin wäre eine Duldungsverfügung zu erlassen. Eine Busse könne und dürfe 

gegen B.________ nicht ausgesprochen werden. Ihm könne nämlich we-

der vorsätzliches noch fahrlässiges Verhalten vorgeworfen werden, zumal 

die vorgenommene Projektänderung lediglich geringfügig sei, die Ge-

meinde keine Nachbesserung der im Januar 2013 eingereichten Pläne ver-

langt habe und auch auf den vom ihm am 1. September 2015 (nachträglich) 

eingereichten Fassadenplan keine Rückmeldung erhalten habe. Läge wi-

der Erwarten ein Verschulden vor, sei höchstens von leichtem Verschulden 

auszugehen. Damit wäre eine Busse im untersten Bereich des Strafrah-

mens auszusprechen.

14. Am 22. Juni 2020 reichte die Gemeinde (nachfolgend Beschwerdegegne-

rin) ihre Vernehmlassung ein. Darin beantragte sie die vollumfängliche Ab-

weisung der Beschwerde unter solidarischer Kosten- und Entschädigungs-

folge zulasten der Beschwerdeführer. In formeller Hinsicht beantragte die 

Beschwerdegegnerin die Durchführung eines Augenscheins sowie die Par-

teibefragung des Bauamtsleiters und der Bauberaterin. In materieller Hin-

sicht stellte sie sich im Wesentlichen auf den Standpunkt, dass die weitge-

hend als Glasfassade wahrnehmbare Hausfront den vormaligen Heustall 

nicht mehr erkennen lasse und damit untypisch für das Ortsbild im Dorfkern 

sei. Damit verstosse die realisierte Fassadengestaltung nicht nur gegen die 

bewilligten Pläne vom 13. Februar 2013, sondern auch gegen Art. 37 Abs. 

3 BG. Es könne durchaus sein, dass in der Vergangenheit – insbesondere 

noch vor der Fusion der Gemeinde C.________ – in Einzelfällen Glasfas-

saden an ausgebauten Heuställen bewilligt worden seien, welche rückbli-

ckend betrachtet, insbesondere in ihren Ausmassen nicht hätten akzeptiert 

werden sollen. Im Hinblick auf die laufende Umsetzung von Art. 9 Abs. 1 

ZWG sei für die Zukunft eine restriktive Praxis zu Glasfassadenflächen zen-

tral. Die von den Beschwerdeführern 1 und 2 ins Feld geführten Vergleichs-

projekte seien im Übrigen nicht durchgehend einschlägig, wie z.B. die land-

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wirtschaftliche Remise des Gemeindepräsidenten. Diese befinde sich näm-

lich nicht im besonders schützenden Dorfkern von D.________, sondern 

ausserhalb der Bauzone. Was die Verhältnismässigkeit der verfügten Wie-

derherstellung und der Baubusse anbelange, werde auf die Erwägungen in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen. Soweit die Beschwerdeführer 

geltend machten, dass die angeordnete Wiederherstellung nicht vollstreckt 

werden könne, sei auf die Duldungsverfügung vom 15. Juni 2020 zu ver-

weisen. Darin sei die Stockwerkeigentümergemeinschaft Parzelle Nr. 

J.________ verpflichtet worden, die mit Entscheid vom 2. März 2020 ver-

fügte Wiederherstellung zu dulden, sollten die Verfügungsadressaten ihren 

Verpflichtungen nicht nachkommen.

15. Nachdem die Beschwerdegegnerin in ihren Vernehmlassungen vom 22. 

Juni 2020 keine Einwände erhoben hatte, wurde der Beschwerde die auf-

schiebende Wirkung zuerkannt.

16. Am 25. August 2020 hielt die Beschwerdeführer replicando an ihren Anträ-

gen fest. Die Replik enthielt nichts rechtsrelevantes Neues, lediglich eine 

Vertiefung der bereits bezogenen Positionen.

17. Mit Duplik vom 16. September 2020 hielt auch die Beschwerdegegnerin 

duplicando an ihren Anträgen fest. Im Übrigen war in der Duplik in Bezug 

auf die beschwerdeführerischen Vorbringen nichts Neues oder Rechtsrele-

vantes enthalten.

18. Am 22. November 2021 führte das Verwaltungsgericht einen Augenschein 

vor Ort durch, an welchem der Beschwerdeführer sowohl für sich selber als 

auch als einziger Gesellschafter für die Beschwerdeführerin sowie der be-

schwerdeführerische Rechtsvertreter anwesend waren. Von Seiten der Be-

schwerdegegnerin nahmen N.________ (Vizegemeindepräsident), 

O.________ (technischer Leiter/Mitglied der Geschäftsleitung Bauamt) so-

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wie der beschwerdegegnerische Rechtsvertreter am Augenschein teil. Al-

len Anwesenden wurde dabei an verschiedenen Standorten Gelegenheit 

geboten, sich anhand der Örtlichkeiten auch noch mündlich zu den aufge-

worfenen Fragen zu äussern, wovon allseits Gebrauch gemacht wurde. 

Auf die Ausführungen der Parteien am Augenschein, in ihren Rechtsschrif-

ten sowie in den angefochtenen Wiederherstellungsverfügungen wird, so-

weit erforderlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen. 

II. Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Fall bildet der baurechtliche Entscheid 

der Beschwerdegegnerin vom 2./11. März 2020 betreffend Wiederherstel-

lung des rechtmässigen Zustands und Busse, wonach (i) die Beschwerde-

führer und sämtliche Eigentümer der Stockwerkeinheiten Nrn. 481-1 bis 

481-4 unter solidarischer Haftbarkeit verpflichtet worden sind, an der Süd-

fassade sowohl vor den beiden schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf 

einer Breite von ca. 1.5 m im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 

3. Obergeschoss (Stockwerkeinheiten Nrn. 481-3 und 481-4) als auch vor 

dem zusätzlich erstellten Fenstersegment im westlichen Bereich der Woh-

nung im 1. Obergeschoss Schräglamellen aus Holz anzubringen sowie (ii) 

der Beschwerdeführer verpflichtet worden ist, eine Busse von CHF 3'000.-

- zu bezahlen. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden ist auf-

grund von Art. 49 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) vorliegend zur Beurteilung der Beschwerde zu-

ständig. Die Beschwerdeführer sind als Verfügungsadressaten beschwert 

und folglich zur Erhebung der Beschwerde legitimiert. Auf die im Übrigen 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist demnach einzutreten.

2. Gemäss Art. 34 Abs. 1 VRG kommt einer Beschwerde grundsätzlich keine 

aufschiebende Wirkung zu. Nach Art. 34 Abs. 2 VRG kann die Behörde im 

Einzelfall jedoch von Amtes wegen oder auf Antrag die aufschiebende Wir-

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kung erteilen. Die Gewährung dieser Rechtswohltat setzt insbesondere die 

Vermeidung erheblicher, für die betroffene Person nicht leicht wiedergutzu-

machende Rechtsnachteile voraus. Die Beschwerdeführer beantragten die 

aufschiebende Wirkung. Die Beschwerdegegnerin erhob dagegen keine 

Einwände. Aus diesem Grund erteilte der Instruktionsrichter den Beschwer-

deführern mit Schreiben vom 30. Juni 2020 die aufschiebende Wirkung.

3. Im formeller Hinsicht werden seitens der Beschwerdeführer diverse Be-

weisanträge gestellt. Neben den Anträgen auf Durchführung eines Augen-

scheins sowie auf Beizug sowohl der vorinstanzlichen Akten als auch der 

Akten des verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahrens R 18 2, wel-

chen das Verwaltungsgericht entsprochen hat, beantragten die Beschwer-

deführer ferner die Edition der Bewilligungsakten des Feuerpolizeiamtes 

Graubünden, die Parteibefragung von B.________ sowie Einholung eines 

Fachberichts/Gutachtens betreffend Rücksichtnahme auf die wesentlichen 

Merkmale des vorbestandenen Gebäudes und die Nachbarbauten sowie 

zur Höhe der Kosten der verlangten Anpassung.  Für das Verwaltungsge-

richt ist aufgrund der im Recht liegenden Beweisurkunden erstellt, dass an 

der Südfassade vollflächige Holzbrüstungen geplant waren (vgl. nachste-

hende Erw. 8.4.). Damit ist nicht ersichtlich, inwiefern durch die beantragten 

Bewilligungsakten des Feuerpolizeiamtes Graubünden neue wesentliche 

Erkenntnisse zu erwarten sind. Mithin wird der entsprechende Beweisan-

trag in antizipierter Beweiswürdigung abgewiesen. Dasselbe hat auch hin-

sichtlich der beantragten Parteibefragung von B.________ zu gelten. Diese 

Parteibefragung wird insbesondere im Zusammenhang mit dem beschwer-

deführerischen Vorbringen beantragt, wonach O.________ ihm zur Aus-

kunft gegeben habe, dass die Nachtragseingabe nach Bauvollendung ein-

gereicht werden könne und die geringfügigen Änderungen nicht bewilli-

gungspflichtig seien bzw. nach Bauvollendung genehmigt werden würden. 

Diese Auskunftserteilung wird von O.________ bestritten. Hinzu kommt, 

dass O.________ mangels Entscheidkompetenz ohnehin nicht zuständig 

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gewesen wäre, eine verbindliche Auskunft zu erteilen (vgl. nachstehende 

Erw. 5.3.2.). Vor diesem Hintergrund wären auch von der Parteibefragung 

von B.________ keine rechtsrelevanten neuen Erkenntnisse zu erwarten. 

Der entsprechende Beweisantrag ist somit ebenfalls abzuweisen. Das Ver-

waltungsgericht hat sich anlässlich des Augenscheins davon überzeugen 

können, dass durch die von den Beschwerdeführern entgegen den bewil-

ligten Plänen realisierte und einsehbare Südfassade (nicht angebrachte 

Schräglamellen aus Holz und angebrachte graue Rollstoren) der Stallcha-

rakter nicht mehr gewahrt wird (vgl. Erw. 4.1. ff.). Damit sieht das Verwal-

tungsgericht insbesondere aufgrund des der Beschwerdegegnerin zuste-

henden weiten Ermessens keine Veranlassung einzuschreiten. Aus die-

sem Grund ist der Antrag der Beschwerdeführer auf Einholung eines Fach-

berichts betreffend Rücksichtnahme auf die wesentlichen Merkmale des 

vorbestandenen Gebäudes und die Nachbarbeuten abzuweisen. Was das 

beantragte Gutachten zur Höhe der Kosten der verlangten Anbringung der 

Schräglamellen verlangt, ist dieser Antrag abzuweisen. Dabei ist zu berück-

sichtigen, dass bei Anbringung der Schräglamellen aus Holz, also bei bau-

bewilligungskonformer Realisierung der Südfassade, von Anfang ein ent-

sprechender Aufwand angefallen wäre. Bei der angeordneten Anbringung 

der Schräglamellen aus Holz würde es sich – wenn überhaupt – höchstens 

um einen gewissen Mehraufwand handeln. Verzichten die Beschwerdefüh-

rer entgegen den bewilligten Plänen bewusst auf die Anbringung von 

Schräglamellen, wodurch eine Kosteneinsparung resultierte, können sie im 

Nachhinein nicht geltend machen, die Anbringung derselben sei in finanzi-

eller Hinsicht unverhältnismässig. Wie bereits gesagt: Die Kosten für Ma-

terial, Herstellung und Montage etc. wären ohnehin angefallen.

4.1. Strittig und zu prüfen ist in einem ersten Schritt, ob die Beschwerdegegne-

rin die von den Beschwerdeführern gemäss den nachgereichten Fassaden-

plänen vom 1. September 2015 (vgl. beschwerdegegnerische Akten [Bg-

act.] 13) bzw. vom 16. November 2016 (vgl. Bg-act. 23) – und damit in 

- 16 -

Abweichung zum bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-

act. 6) – realisierte Südfassade zu Recht nicht bewilligt hat. In einem zwei-

ten Schritt ist alsdann zu prüfen, ob die von der Beschwerdegegnerin zur 

Herstellung des rechtmässigen Zustandes angeordnete Anbringung der 

Schräglamellen aus Holz vor den Fenstersegmenten im westlichen Bereich 

der 1. bis 3. Obergeschosse sowie die Auferlegung einer Busse von CHF 

3'000.-- rechtens ist.

4.2. Für das streitberufene Gericht steht vorweg fest, dass die Bestimmungen 

betreffend gestalterische Einordnung einer Baute ins zeitlich gewachsene 

Orts- und Landschaftsbild naturgemäss einen relativ weiten Ermessens-

spielraum der Bewilligungsbehörden mit sich bringt, da diese mit dem je-

weils vorherrschenden Baustil, der historischen Bau- und Ortsentwicklung 

sowie den architektonischen Gepflogenheiten und Besonderheiten in ihrer 

Gemeinde einschliesslich den ganzen Talschaften am besten vertraut sind. 

Nach gefestigter Rechtsprechung auferlegt sich das Verwaltungsgericht 

bei einzelfallbezogenen Überprüfung von Fragen der Ästhetik und Gestal-

tung selbst eine gewisse Zurückhaltung, was bedeutet, dass es nur aus 

ganz triftigen Gründen bzw. nicht ohne Not in das beträchtliche Ermessen 

der lokalen Baubehörden eingreift, was im Ergebnis auf eine weniger 

strenge Willkürprüfung hinausläuft (vgl. statt vieler: Urteile des Verwal-

tungsgerichts des Kantons Graubünden [VGU] R 16 35 vom 4. November 

2016 E.2d und R 15 12 vom 11. Juni 2015 E.3b). Im konkreten Fall hat die 

von der Beschwerdegegnerin beanstandete Ästhetik anhand der Bestim-

mungen gemäss Art. 73 Abs. 1 KRG und Art. 37 Abs. 3 des kommunalen 

Baugesetzes (BG) zu erfolgen. Während erstgenannte Bestimmung ver-

langt, dass Bauten und Anlagen nach den Regeln der Baukunst zu gestal-

ten seien und sich so einzuordnen hätten, dass mit der Umgebung und der 

Landschaft eine gute Gesamtwirkung entstehen würde, ist die kommunale 

Bestimmung offensichtlich strenger formuliert. Nach Art. 37 Abs. 3 BG ha-

ben sich Umbauten und Renovierungen in der "zona P.________" hinsicht-

- 17 -

lich des Materials, Grösse, Proportionen, Positionen, Form des Dachs und 

der Farbe an die traditionelle Bauweise der Gemeinde anzupassen.

4.3. Vorgängig ist zu bemerken, dass die Beschwerdegegnerin mit Entscheid 

vom 17. Oktober 2017 – mit Ausnahme der Anbringung von Schräglamel-

len aus Holz an der Südfassade – sämtliche anlässlich der Schlussab-

nahme vom 14. November 2016 vorgebrachten Beanstandungen (Rau-

meinteilung in sämtlichen Wohnungen; zwei anstatt eine Türe an der Nord-

fassade; Fenstereinteilung, Staketen anstatt vollflächige Holzbrüstungen 

sowie Erhöhung des Handlaufs um ca. 30 cm an der Ostfassade; Fenster-

einteilung, Staketen anstatt vollflächige Holzbrüstung sowie Erhöhung des 

Handlaufs um ca. 30 cm an der Ostfassade) nachträglich bewilligt hat. 

Diese Beanstandungen können bei der Prüfung der Frage, inwiefern die 

Beschwerdeführer mit der realisierten Südfassade Art. 37 Abs. 3 BG ver-

letzt haben, somit nicht berücksichtigt werden. Ob diese Bestimmung ver-

letzt wurde, beurteilt sich somit ausschliesslich daran, ob die Beschwerde-

führer durch das Nichtanbringen der Schräglamellen aus Holz sowie dem 

Anbringen der grauen Rollstoren an der Südfassade die traditionelle Bau-

weise der Gemeinde nicht eingehalten haben. Dabei ist allerdings zu kon-

kretisieren, dass es vorliegende ausschliesslich um die Nichtanbringung 

der Schräglamellen aus Holz vor den Fenstersegmenten im 2. und 3. Ober-

geschoss gehen kann (vgl. nachstehende Erw. 4.4.).

4.4. Der von den Beschwerdeführern eingereichte Fassadenplan vom 24. Ja-

nuar 2013 wurde von der Beschwerdegegnerin am 13. Februar 2013 be-

willigt (vgl. Bg-act. 6). Diesem Plan kann entnommen werden, dass aus-

schliesslich vor den Fenstersegmenten im westlichen Bereich des 2. und 

3. Obergeschosses Schräglamellen aus Holz geplant waren (vgl. Bg-act. 

6). Für das Fenstersegment im westlichen Bereich des 1. Obergeschosses 

waren solche Schräglamellen gemäss bewilligtem Fassadenplan vom 24. 

Januar 2013 indes nicht vorgesehen (vgl. Bg-act. 6). Vor diesem Hinter-

- 18 -

grund kann den Beschwerdeführern nicht vorgeworfen werden, sie hätten 

vor dem Fenstersegment im 1. Obergeschoss keine Schräglamellen aus 

Holz angebracht; schliesslich war dies gemäss bewilligtem Fassadenplan 

vom 24. Januar 2013 auch nicht vorgesehen. Mithin ist zu konkretisieren, 

dass einzig und allein zu prüfen ist, ob die Nichtanbringung von Schrägla-

mellen vor den Fenstersegmenten im 2. und 3. Obergeschoss sowie die 

Anbringung der grauen Rollstoren die gestalterischen Vorgaben gemäss 

Art. 37 Abs. 3 BG verletzen.

4.5. Im angefochtenen Entscheid macht die Beschwerdegegnerin geltend, 

durch das Nichtabringen der Schräglamellen aus Holz an der Südfassade 

und die grauen Rollstoren würde der Stallcharakter nicht mehr gewahrt 

werden. Begründend wird im Wesentlichen vorgebracht, die realisierte 

Südfassade würde grosse sichtbare Glasflächen aufweisen, was hinsicht-

lich Materialisierung und Farbe mit der traditionellen Bauweise gemäss Art. 

37 Abs. 3 BG in keinem Zusammenhang stehe. Infolge der grossen Glas-

flächen leuchteten die Wohnräume nachts sehr stark, was genau das Ge-

genteil von dem sei, was die ehemalige Stallscheune nachts wiedergege-

ben habe. Die Funktion des Stalles sei nach dem Umbau wegen falscher 

Materialisierung (viel zu viel Glas und viel zu wenig Holz) kaum noch lesbar. 

Die von den Beschwerdeführern im Wesentlichen als Glasfront realisierte 

Südfassade des vormaligen Stalles könnte genauso gut anderswo in der 

Schweiz oder im Ausland als Fassade eines "geschichtslosen" modernen 

Mehrfamilienhauses stehen. Der Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. 

Bg-act. 6), wonach das Bauvorhaben Glasfassadenelemente aufgewiesen 

habe, habe unter Berücksichtigung von Art. 37 Abs. 3 BG nur deshalb be-

willigt werden können, weil die Fenstersegmente im westlichen Bereich der 

2. und 3. Obergeschosse mit Schräglamellen aus Holz, einem traditionellen 

Baustoff, verblendet worden seien.  Diese Begründung stützt die Be-

schwerdegegnerin auf den Bericht von K.________ vom 5. Mai 2019 (Bg-

act. 36). Darin wurde festgehalten, dass die Stallwände zwischen den ge-

- 19 -

mauerten Eckpfeilern vollflächig aus Holzbrettern bestanden hätten und 

ortstypisch gewesen seien. Die ehemalige Bauernhausanlage sei für das 

Ortsbild von hoher Bedeutung gewesen. Vor dem Umbau seien an den 

Fassaden der Stallscheune nur zwei Materialen vorherrschend gewesen, 

nämlich verputztes Mauerwerk und unbehandeltes, einheimisches Holz. 

Ziel müsse es sein, den ehemaligen Stall nach dem Umbau weiterhin als 

solchen zu erkennen. Hierfür müsse zumindest eine massgebende Fläche 

der Holzausfachung zwischen den Pfeilern in Holz belassen werden. Glas, 

vor allem in grossen Flächen, sei ein modernes, optisch sehr hartes Mate-

rial. Im Gegensatz zu Holz altere Glas nicht. Zudem bilde es einen Kontrast 

zu den historischen Materialien. Zusammenfassend hielt K.________ fest, 

dass an der Südfassade die Glasflächen deutlich dominieren würden, wes-

halb Art. 37 Abs. 3 BG hinsichtlich des verwendeten Materials nicht einge-

halten worden sei. Diese Auffassung vertrat K.________ bereits in ihrem 

ersten Bericht vom 10. Mai 2017 (Bg-act. 35). Daraus kann insbesondere 

entnommen werden, dass die Stallbauten von einer durch die Landwirt-

schaft geprägte Lebensweise und Kultur vergangener Zeiten zeugten. Mit 

den dazugehörigen Wohnbauten hätten sie bauliche Ensembles gebildet, 

welche für das Ortsbild der Dörfer bis heute prägend seien. Aus diesem 

Grund müsse gemäss Bund und Kanton bei ortsbildprägenden Stallbauten 

die äussere Erscheinung und die bauliche Grundstruktur erhalten werden. 

Beim Stall F.________ handle es sich in jedem Fall um eine für das Ortsbild 

bedeutende Baute. Damit der ehemalige Stall auch in Zukunft als zum 

Wohnteil gehörender Stall zu erkennen sei, sei es wichtig, eine massge-

bende Fläche in Holz zu belassen. Dies sei bei der Ausführung der Ostfas-

sade mehr oder weniger erreicht, jedoch nicht an der Südfassade. Durch 

die leichte, durchlässige Brüstung und das Weglassen der Holzflächen er-

scheine die Südfassade als gläserne Fläche. Aus gestalterischer Sicht 

gehe dieser Schritt deutlich zu weit, was inakzeptabel sei. Zusammenfas-

send empfahl K.________, eine massgebliche Fläche an der Südfassade 

mit Holz schliessen zu lassen.

- 20 -

4.6. Die Beschwerdeführer rügen zunächst, dass K.________ nicht bereits im 

Baubewilligungsverfahren 2012.38, sondern fälschlicherweise erst im Rah-

men des Wiederherstellungsverfahren beigezogen worden sei. Diese Rüge 

verfängt nicht. Im Rahmens des Baubewilligungsverfahrens 2012.38 wurde 

der Fassadenplan vom 24. Januar 2013, wonach vor den westlichen Fens-

tersegmenten an der Südfassade im 2. und 3. Obergeschoss Schräglamel-

len aus Holz vorgesehen waren, bewilligt (vgl. Bg-act. 6). Die entspre-

chende Baubewilligung ist in Rechtskraft erwachsen (vgl. Bg-act. 8). In die-

sem rechtskräftigen Baubewilligungsverfahren wurde augenscheinlich auf 

den Beizug von K.________ verzichtet. Vor diesem Hintergrund kann die 

Frage, ob K.________ bereits im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens 

2012.38 hätte beigezogen werden müssen, nicht Gegenstand des vorlie-

genden Beschwerdeverfahrens bilden. Wie die Beschwerdeführer zu Recht 

ausführen, wurde K.________ erst im Rahmen des Wiederherstellungsver-

fahrens als Beraterin beigezogen. Hierzu war die Beschwerdegegnerin, 

was von den Beschwerdeführern im Grundsatz auch nicht beanstandet 

wird, berechtigt. Es verhält sich nämlich so, dass die Gemeinden Fachper-

sonen (Juristen etc.) zwecks Beratung beiziehen dürfen (vgl. Art. 96 Abs. 1 

KRG). Von dieser Möglichkeit hat die Beschwerdegegnerin im Rahmen des 

Wiederherstellungsverfahrens zu Recht Gebrauch gemacht, indem sie 

K.________ zur internen Meinungsbildung beigezogen hat, ob die von den 

bewilligten Plänen abweichende Südfassade in gestalterischer Hinsicht 

nachträglich genehmigt werden kann. Die entscheiderheblichen Feststel-

lungen der Beraterin in ihren Berichten vom 10. Mai 2017 und 5. April 2019 

hat die Beschwerdegegnerin alsdann materiell in den angefochtenen Ent-

scheid einfliessen lassen. Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 1C_388/2009 vom 17. Februar 2010 E.5.).

4.7. Ferner bringen die Beschwerdeführer vor, dass K.________ in ihren Be-

richten vom 10. Mai 2017 und 5. April 2019 im Nachhinein Anforderungen 

- 21 -

an die Gestaltung des Bauvorhabens formuliert habe, die von der Be-

schwerdegegnerin im gesamten Verfahren nie verlangt worden seien, was 

auch im Widerspruch zur erteilten Baubewilligung stehe. Auch dieses Vor-

bringen ist nicht zu hören. K.________ hält in ihrem Berichten übereinstim-

mend fest, dass die Glasflächen an der Südfassade deutlich dominieren 

würden. Damit den baugestalterischen Vorschriften genüge getan werde, 

müsse indes eine massgebliche Fläche an der Südfassade mit Holz ge-

schlossen werden. Es verhält sich nun so, dass das Baugesuch vom 1. 

November 2012 ausschliesslich deshalb zur Überarbeitung zurückgewie-

sen wurde, weil die Südfassade weitgehend in Glas und nicht in Holz pro-

jektiert war (vgl. Bg-act. 1). In der Folge wurde ein überarbeiteter Fassa-

denplan, datierend vom 24. Januar 2013, eingereicht (vgl. Bg-act. 6). 

Gemäss diesem Plan waren die sichtbaren Glasflächen im Vergleich zum 

ursprünglichen Baugesuch vom 1. November 2012 erheblich reduziert wor-

den, indem unter anderem vor den Fenstersegmenten im westlichen Be-

reich des 2. und 3. Obergeschosses Schräglamellen aus Holz vorgesehen 

waren. Der Fassadenplan vom 24. Januar 2013 wurde von der Beschwer-

degegnerin in der Folge bewilligt (vgl. Bg-act. 6). Aufgrund dieser Aus-

führungen erhellt, dass die Beschwerdegegnerin seit Erlass der Baubewil-

ligung vom 20. Dezember 2012 (vgl. Bg-act. 1) verlangte, dass insbeson-

dere die Südfassade mit einer massgeblichen Fläche aus Holz geschlos-

sen werden müsse. Diesem Verlangen ist mit den im bewilligten Fassaden-

plan vom 24. Januar 2013 geplanten Schräglamellen aus Holz im 2. und 3. 

Obergeschoss – um welche es hier ausschliesslich geht –  nachgekommen 

worden. Vor diesem Hintergrund kann keine Rede davon sein, dass die von 

K.________ gestellten Anforderungen an die Gestaltung, wonach die Süd-

fassade mit einer massgeblichen Holzfläche zu schliessen sei, über die ur-

sprünglichen Anforderungen der Beschwerdegegnerin hinausgehen bzw. 

im Widerspruch zu dem am 13. Februar 2013 bewilligten Fassadenplan 

stehen.

- 22 -

4.8. Des Weiteren beanstanden die Beschwerdeführer den Bericht von 

K.________ vom 5. April 2019 in materieller Hinsicht. Es treffe nicht zu, 

dass die ehemalige Bauernhausanlage für das Ortsbild von hoher Bedeu-

tung sei. Der Stall sei vor dem Umbau ein unscheinbares Gebäude ohne 

traditionellen Charakter gewesen. Auch sei nur ein kleiner Teil der Fassade 

vom öffentlichen Strassengebiet aus überhaupt sichtbar. Es lägen zudem 

keine dominanten Glasflächen an der Südfassade vor. Bei den realisierten 

Projektänderungen handle es sich lediglich um geringfügige Änderungen, 

die keinen Einfluss auf das Gesamterscheinungsbild hätten. Der Stallcha-

rakter sei durch den Umbau weiterhin gewahrt. Diese von den Beschwer-

deführern geltend gemachten Beanstandungen vermögen nichts daran zu 

ändern, dass die von den Beschwerdeführern realisierte Südfassade unter 

dem Gesichtspunkt der Baugestaltung nicht (nachträglich) bewilligt werden 

kann. Die Beschwerdegegnerin hat im angefochtenen Entscheid – unter 

Auseinandersetzung mit den Ausführungen von K.________ in ihrem Be-

richt vom 5. April 2019 – dargelegt, welche ästhetischen Vorgaben von Art. 

37 Abs. 3 BG die getätigten Projektänderungen sie als verletzt erachtet hat. 

So erweise sich der realisierte Umbau insbesondere wegen den grossen 

sichtbaren Glasflächen als gesetzeswidrig. Diese Glasflächen würden so-

wohl hinsichtlich Materialisierung und Farbe keinen Zusammenhang mit 

der traditionellen Bauweise aufweisen. Dasselbe habe auch für die gross-

flächigen grauen Metallstoren zu gelten. Die Funktion des ehemaligen 

Stalls sei nach dem Umbau wegen falscher Materialisierung (zu viel Glas 

und viel zu wenig Holz) kaum noch lesbar. Infolge der grossen Glasflächen 

würden die Wohnräume zudem nachts sehr stark leuchten, was das Ge-

genteil von dem sei, was die ehemalige Scheune nachts wiedergegeben 

habe. Dieser bauliche Zustand verletze Art. 37 Abs. 3 BG. Dieser Auffas-

sung schliesst sich das Verwaltungsgericht an. Dabei ist zu berücksichti-

gen, dass an den Fassaden des Stalls verputztes Mauerwerk und unbe-

handeltes, einheimisches Holz vorherrschend gewesen sind (vgl. Bg-act. 

36). Unter Berücksichtigung dieser Tatsache, kann die realisierte Südfas-

- 23 -

sade nicht als der traditionellen Bauweise angepasst gelten. Zur Frage der 

Ästhetik des realisierten Umbaus in der "zona P.________" bzw. seiner An-

passung an die traditionelle Bauweise insbesondere hinsichtlich Material 

und Farbe hat der gerichtliche Augenschein vom 22. November 2021 näm-

lich gezeigt, dass die Glasflächen an der Südfassade im Vergleich zum 

Holz dominant sind; dies insbesondere deshalb, weil die Beschwerdeführer 

in Abweichung zum bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 auf die 

Anbringung der projektierten Schräglamellen aus Holz im 2. und 3. Ober-

geschoss verzichtet und grossflächige graue Rollstoren angebracht haben. 

Was die Rollstoren anbelangt, ist zu berücksichtigen, dass diese – wie der 

Augenschein gezeigt hat – meistens heruntergelassen sind; schliesslich 

handelt es sich um Zweitwohnungen, deren Inhaber nur zeitlich beschränkt 

anwesend sind. Durch die heruntergelassenen grauen Rollstoren, wodurch 

eine graue dominierende Fassadenfront entsteht, und das Nichtanbringung 

der hier zur Diskussion stehenden Schräglamellen aus Holz, lässt sich der 

ehemalige Stall – entgegen der Auffassung der Beschwerdeführer – nicht 

mehr als solcher erkennen. Vor diesem Hintergrund ist die Auffassung der 

Beschwerdegegnerin, wonach es sich bei der realisierten Südfassade auch 

um eine Fassade eines "geschichtslosen" und modernen Mehrfamilienhau-

ses handeln könnte, nicht zu beanstanden. Bei dieser Betrachtungsweise 

muss deshalb gesagt werden, dass die realisierte Südfassade hinsichtlich 

Material und Farbe sich nicht an die traditionelle Bauweise gemäss Art. 37 

Abs. 3 BG anpasst. Das Verwaltungsgericht hat daher keine Veranlassung 

einzuschreiten. Dabei sei nochmals auf die gefestigte Rechtsprechung des 

streitberufenen Gerichts hinzuweisen, wonach den mit den lokalen Verhält-

nissen und den historischen Gegebenheiten am besten vertraute Ge-

meinde in Ästhetikfragen grundsätzlich ein weites Ermessen eingeräumt 

wird, in denen das Gericht nicht ohne Not eingreift bzw. nur bei Ermessens-

missbrauch oder Ermessensüberschreitung (vgl. statt vieler: VGU R 16 5 

vom 8. September 2016 E.2r, R 15 12 vom 11. Juni 2015 E.3b; PVG 1995 

Nr. 25, 1994 Nrn. 19/20, 1991 Nr. 75, 1990 Nr. 18; Urteile des Bundesge-

- 24 -

richts 1C_434/2012 vom 28. März 2013 E.3, 3.2 und 3.3, 1C_115/2011 vom 

17. Mai 2011 E.3, 3.1-3.3, 1A.9/2007 vom 4. Dezember 2007 E.2.2.1, 2.2.2, 

3.4 am Ende, 1A.174/2003 vom 4. Mai 2004 E.3.2). Vorliegend ist dies nicht 

der Fall, weshalb auch keine Korrekturen notwendig sind. 

5.1. Hat die Beschwerdegegnerin die realisierte Südfassade infolge Verletzung 

von Art. 37 Abs. 3 BG nachträglich zu Recht nicht bewilligt, liegt eine ma-

terielle Baurechtsverletzung vor. Entsprechend stellt sich die Frage, ob die 

Beschwerdegegnerin zu Recht die Wiederherstellung des gesetzmässigen 

Zustands verlangt hat, indem sie die Beschwerdeführer wie folgt verpflich-

tete: 

1. Zur Herstellung des rechtmässigen Zustands sind Schräglamellen aus Holz 
vor den beiden schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von 
ca. 1.5 m im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Geschoss 
(StWE-Einheiten Nrn. 481-3 und 481-4) sowie Schräglamellen aus Holz bei 
der Wohnung im 1. Geschoss (StWE-Einheit Nr. 481-2) beim zusätzlichen 
Fenstersegment auf der Westseite anzubringen.  

(…)

5.2. Dem überarbeiteten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (Bg-act. 6) kann 

entnommen werden, dass an der Südfassade ausschliesslich vor den bei-

den schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m 

im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss 

Schräglamellen auf Holz vorgesehen waren. Im 1. Obergeschoss waren 

hingegen keine solche Schräglamellen geplant (vgl. Bg-act. 6). Am 13. Fe-

bruar 2013 bewilligte die Beschwerdegegnerin diesen Fassadenplan. Die 

entsprechende Baubewilligung ist in der Folge in Rechtskraft erwachsen 

(vgl. Bg-act 8). Hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Entscheid 

angeordnet, es müssten auch beim Fenstersegment im westlichen Bereich 

der Wohnung im 1. Obergeschoss Schräglamellen aus Holz angebracht 

werden, kommt sie auf den rechtskräftigen Fassadenplan vom 24. Januar 

2013 bzw. die entsprechende Baubewilligung zurück. Hierfür besteht kein 

- 25 -

Anlass. Gemäss Art. 67 Abs. 1 VRG revidiert die Behörde, die zuletzt ent-

schieden hat, rechtskräftige Entscheide von Amtes wegen oder auf Antrag, 

wenn: a) die Partei nachträglich erhebliche Tatsachen oder Beweismittel 

entdeckt, deren rechtzeitige Beibringung ihr nicht möglich war, b) durch ein 

Verbrechen oder Vergehen auf den Entscheid eingewirkt wurde, c) eine 

von der Behörde beurteilte zivil- oder strafrechtliche Vorfrage vom zustän-

digen Zivil- oder Strafgericht anders entschieden worden ist, d) die Behörde 

aktenkundige erhebliche Tatsachen aus Versehen nicht gewürdigt hat, e) 

einzelne Punkte des Rechtsbegehrens unbeurteilt geblieben sind. Es ver-

hält sich nun so, dass keiner dieser Revisionsgründe einschlägig sind, was 

von der Beschwerdegegnerin auch nicht geltend gemacht wird. Dies hat 

zur Konsequenz, dass die Beschwerdegegnerin die rechtskräftige Baube-

willigung (vgl. Bg-act. 8) nicht dahingehend in Revision ziehen kann, dass 

sie die Anbringung von "Schräglamellen aus Holz bei der Wohnung im 1. 

Geschoss (StWE-Einheit Nr. 481-2) beim zusätzlich erstellten Fensterseg-

ment auf der Westseite" verlangen kann. Die Beschwerde ist insofern gut-

zuheissen; dies umso mehr, als auch die Voraussetzungen für einen Wi-

derruf gemäss Art. 25 Abs. 1 VRG nicht gegeben sind. 

5.3.1. Aufgrund des Darlegten ist demnach ausschliesslich zu beurteilen, ob im 

Sinne einer Wiederherstellung Schräglamellen aus Holz vor den beiden 

schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer Breite von ca. 1.5 m im 

westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss (StWE-Ein-

heiten Nrn. 481-3 und 481-4) anzubringen sind. Gemäss Art. 94 Abs. 1 und 

Abs. 2 des kantonalen Raumplanungsgesetzes (KRG; BR 801.100) sind 

materiell rechtswidrige Zustände auf Anordnung der kommunalen Bau-

behörde zu beseitigen, gleichgültig, ob für deren Herbeiführung ein Buss-

verfahren durchgeführt wurde oder nicht. Die Pflicht zur Wiederherstellung 

des rechtmässigen Zustands obliegt gemäss Art. 94 Abs. 3 KRG sowohl 

dem Eigentümer als auch der Person, die den rechtswidrigen Zustand her-

beigeführt hat. Nur ausnahmsweise kann gemäss Art. 94 Abs. 4 KRG aus 

Gründen der Verhältnismässigkeit oder des Vertrauensschutzes von der 

- 26 -

Anordnung von Wiederherstellungsmassnahmen ganz oder teilweise ab-

gesehen werden, weshalb über eine Duldungsverfügung der gesetzwidrige 

Zustand hingenommen werden muss. Die Bestimmung von Art. 94 Abs. 3 

KRG, welche vorschreibt, dass der Bauherr einen vorschriftswidrigen Zu-

stand zu beseitigen hat, gleichgültig ob er für dessen Herbeiführung be-

straft worden ist oder nicht, gilt nicht absolut, sondern ist entsprechend dem 

Grundsatz der Verhältnismässigkeit so zu handhaben, dass ein blosser 

Verstoss gegen formelle Baupolizeivorschriften für sich allein die Anord-

nung der Beseitigung von Bauteilen nicht nach sich zieht; für einen solchen 

Eingriff ist nach ständiger Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts viel-

mehr auch eine Verletzung materieller Bauvorschriften Voraussetzung 

(PVG 1993 Nr. 29 E. 2, PVG 1981 Nr. 22 R.3).

5.3.2. Ein weiteres Kriterium, welches das Bundesgericht bei der Wiederherstel-

lung berücksichtigt, ist die Frage, ob der Bauherr zur Bauausführung er-

mächtigt war. Diese Frage wäre zu bejahen, wenn die Beschwerdeführer 

sich erfolgreich auf den Schutz des guten Glaubens berufen könnten. Es 

ist aktenkundig, dass die Beschwerdeführer – entgegen dem bewilligten 

Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) –  an den hier zur Dis-

kussion stehenden Fenstersegmenten im 2. und 3. Obergeschoss keine 

Schräglamellen aus Holz angebracht haben. Gemäss Art. 60 Abs. 4 KRG 

hätte das Bauvorhaben indes den bewilligten Plänen entsprechend ausge-

führt werden müssen. In diesem Zusammenhang machen die Beschwer-

deführer geltend, sie hätten O.________ am 1. September 2015 (vgl. Bg-

act. 13), mithin während der Bauphase, einen neuen Fassadenplan einge-

reicht, gemäss welchem die Südfassade realisiert worden sei. Zu diesem 

neuen Fassadenplan habe sie von der Beschwerdegegnerin nie eine Rück-

meldung erhalten. Sofern die Beschwerdeführer damit geltend machen 

wollen, sie hätten darauf vertrauen dürfen, dass die Beschwerdegegnerin 

die vom bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) ab-

weichenden Projektänderungen dulden würde, weil sie auf den neu einge-

- 27 -

reichten Fassadenplan vom 1. September 2015 nicht reagierte, ist dies 

nicht zu hören. Grundsätzlich hindert die vorübergehende Duldung eines 

rechtswidrigen Zustandes die Behörde nicht an der späteren Behebung 

dieses Zustands. Eine Vertrauensgrundlage, die der Wiederherstellung der 

Rechtmässigkeit ganz oder teilweise entgegensteht, wird durch behördli-

che Untätigkeit nur in Ausnahmefällen geschaffen (HÄFELIN/MÜLLER/UHL-

MANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl., Zürich/St. Gallen 2020, Rz 

651). Den Akten kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführer 

O.________ den Fassadenplan, gemäss welchen die Südfassade realisiert 

wurde, am 1. September 2015 eingereicht hatten. Mit Schreiben vom 9. 

März 2017 setzte die Beschwerdegegnerin die Beschwerdeführer alsdann 

darüber in Kenntnis, dass ihnen anlässlich der Bauabnahme vom 14. No-

vember 2016 angezeigt worden sei, dass vor den Fenstern fälschlicher-

weise keine Schräglamellen aus Holz angebracht worden seien. Gleichzei-

tig teilte die Beschwerdegegnerin mit, dass eine solche Bauausführung 

nicht bewilligt werden könne (vgl. Bg-act. 16). Vor diesem Hintergrund 

musste den Beschwerdeführern am 14. November 2016, spätestens aber 

am 9. März 2017, klar gewesen sein, dass der Fassadenplan vom 1. Sep-

tember 2015 nicht bewilligt werden würde. Selbst wenn in diesem Verhalten 

eine (vorübergehende) behördliche Untätigkeit zu erblicken wäre, ver-

möchte dadurch noch keine Vertrauensgrundlage geschaffen werden; 

schliesslich hätte diese Untätigkeit lediglich maximal rund 18 Monate ge-

dauert. Diese Zeitdauer vermag bei weitem keinen Ausnahmefall zu be-

gründen, wonach behördliche Untätigkeit eine Vertrauensgrundlage dar-

stellt. Auf Vertrauensschutz kann sich zudem nur derjenige berufen, der 

von der Vertrauensgrundlage Kenntnis hatte und ihre allfällige Fehlerhaf-

tigkeit nicht kannte und auch nicht hätte kennen müssen (HÄFELIN/MÜL-

LER/UHLMANN, a.a.O., Rz 654 f.). Grundsätzlich muss in diesem Zusam-

menhang davon ausgegangen werden, dass sich der Bauwillige selber um 

die Zulässigkeit seines Tuns zu kümmern hat (vgl. PVG 1993 Nr. 29 E.2). 

Der Schutz des Vertrauens rechtfertigt sich nur, wenn der Bauherr die ihm 

- 28 -

nach den Umständen zumutbare Sorgfalt und Aufmerksamkeit hat walten 

lassen. Wer trotz vorhandener und sich nach objektiven Massstäben auf-

drängenden Zweifeln über die Tragweite einer Baubewilligung ohne ent-

sprechende Abklärungen bei der verfügenden Behörde Bauarbeiten vor-

nimmt, kann sich gegenüber einem Abbruchbefehl nicht mit Erfolg auf den 

Schutz seines Glaubens berufen (BGE vom 14. Februar 1979 in ZBl 

80/1979 S. 312 f. E.4b). Der bewilligte Fassadenplan vom 24. Januar 2013 

(vgl. Bg-act. 6) sah an der Südfassade unbestrittenermassen Schräglamel-

len aus Holz vor den beiden schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf 

einer Breite von ca. 1.5 m im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 

3. Obergeschoss vor. Dieser Fassadenplan wurde wohlgemerkt von den 

Beschwerdeführern gezeichnet (vgl. Bg-act. 6). Auf dem am 1. September 

2015 von den Beschwerdeführern nachgereichten Fassadenplan notierte 

O.________ am 15. September 2015, dass sich die Beschwerdeführer be-

wusst seien, dass die realisierte Südfassade nicht dem bewilligten Fassa-

denplan vom 24. Januar 2013 entspreche. Den Beschwerdeführern musste 

somit bekannt sein, dass sie die Südfassade nicht entsprechend den be-

willigten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 ausgeführt haben. Vor die-

sem Hintergrund kann den Beschwerdeführern der gute Glaube nicht zu-

gebilligt werden; dies umso weniger als die Beschwerdeführer in ihrer Ein-

gabe vom 8. Mai 2020 selber ausführen, dass "lediglich aus wohnhygieni-

schen Gründen von der Anbringung der Schräglamellen (…)" abgesehen 

worden sei. Daraus ergibt sich, dass die Beschwerdeführer in vollem Be-

wusstsein vom bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 

6) abgewichen sind, indem sie an der Südfassade auf die Anbringung von 

Schräglamellen aus Holz verzichtet haben. Unbehelflich ist auch der Ein-

wand, wonach O.________ den Beschwerdeführern dahingehend Aus-

kunft gegeben haben solle, dass die Projektanpassungen als Nachtrag be-

willigt werden würden. Der Vertrauensschutz schreibt vor, dass die Amts-

stelle, die die Auskunft gab, zur Auskunftserteilung zuständig gewesen sein 

müsse. Die Kompetenz zum Entscheid schliesst grundsätzlich auch dieje-

- 29 -

nige zur Auskunftserteilung ein (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz 676 

f). Bei der Frage, ob sich in diesem Zusammenhang der Vertrauensschutz 

rechtfertigt, ist zu berücksichtigten, dass die Beschwerdeführer in der Ge-

meinde bereits mehrere Bauprojekte realisiert haben. Es hätte ihnen somit 

bewusst sei müssen, dass über (nachträgliche) Baugesuche ausschliess-

lich der Gemeindevorstand entscheidet, zu welchem O.________ indes 

nicht gehörte. Um eine verbindliche Zusicherung zu erhalten, ob die Abän-

derungen als Nachtrag bewilligt werden würden, hätten sich die Beschwer-

deführer somit an den Gemeindevorstand wenden müssen; schliesslich 

schliesst die Entscheidkompetenz des Gemeindevorstands auch die Zu-

ständigkeit zur Auskunftserteilung mit ein. Hat sie dies nicht getan, haben 

sie auch nicht die von ihnen geforderte nötige Sorgfalt und Aufmerksamkeit 

walten lassen, so dass sich der Vertrauensschutz auch unter diesem As-

pekt nicht rechtfertigt. 

5.3.3. Der Beschwerdeführer wendet ein, dass die angeordnete Anbringung von 

Schräglamellen aus Holz vor den Fenstern an der Südfassade nicht ver-

hältnismässig sei. So gehe es einerseits um zwei Fenster an der Südfas-

sade von knapp einem Meter Breite, vor welchen keine Holzlamellen ange-

bracht worden seien und andererseits sei die Südfassade nicht in ihrer vol-

len Fläche einsehbar. Im Hinblick auf die generelle Rechtmässigkeit der 

Wiederherstellungsverfügung hat eine Abwägung zwischen den öffentli-

chen und privaten Interessen an der Wiederherstellung des rechtmässigen 

Zustands und den privaten Interessen am Festhalten am gesetzwidrigen 

Zustand zu erfolgen. Da generell ein sehr gewichtiges öffentliches Inter-

esse an der Einhaltung der baurechtlichen Ordnung besteht, sind kaum 

Fälle denkbar, in denen es trotz grösseren Abweichungen von den Bauvor-

schriften als durch ein schützenswertes Interesse abgedeckt erscheint, 

eine widerrechtliche Baute stehen zu lassen. Es darf deshalb bei materiell 

rechtswidrigen Bauten höchstens dann von einer Wiederherstellung abge-

sehen werden, wenn die Abweichung sehr geringfügig ist und die berührten 

- 30 -

allgemeinen Interessen den aus der Wiederherstellung für den Eigentümer 

erwachsenen Schaden nicht zu rechtfertigten vermögen (BGE 111 Ib 224 

E.6b; VGU R 15 58 vom 4. Oktober 2016 E.5.c; BEELER, Die widerrechtliche 

Baute, Diss. Zürich 1984, S. 79). Weiter wird die Ansicht vertreten, dass es 

selbst bei Geringfügigkeit der Rechtsverletzung nicht angehe, die Einhal-

tung klarer Gesetzesbestimmungen mit Berufung auf den Grundsatz der 

Verhältnismässigkeit aufzugeben. Das Verhältnismässigkeitsprinzip dürfe 

nicht dazu führen, ein zweites Mal materielle Gesichtspunkte anzuwenden; 

es gehe nicht um Kapitulation vor faktischen Zwängen, sondern um ein in 

Extremfällen gebotenes Abweichen vom starren Recht (RHINOW/KRÄHEN-

MANN, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Ba-

sel 1990, Nr. 56 B VI d, S. 174). Das öffentliche Interesse an der Durchset-

zung der Baugesetzgebung ist bekanntlich gross. Zum einen soll verhindert 

werden, dass die Verletzung von gesetzlichen Vorschriften honoriert wird 

und damit letztlich die Glaubwürdigkeit von Raumplanung und Rechtsstaat 

gewahrt werden (vgl. BGE 111 Ib 2013 E.6b). Zum anderen spielt aber 

auch der Aspekt der Rechtsgleichheit eine Rolle. Grundsätzlich kann fest-

gehalten werden, dass für den Erlass einer Wiederherstellungsverfügung 

im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung nicht eine schwere Verlet-

zung öffentlicher Interessen vonnöten ist. Vielmehr erweist sich eine solche 

Massnahme bereits als gerechtfertigt, wenn die Abweichung vom Gesetz 

nicht mehr als gering bezeichnet werden kann und die allgemeinen Inter-

essen an der Einhaltung der Bauordnung den dem Bauherrn erwachsenen 

Schaden zu rechtfertigen vermöge. Nach der Rechtsprechung kann sich 

selbst ein Bauherr, der sich nicht in gutem Glauben befindet, gegenüber 

einer Wiederherstellung auf den Grundsatz der Verhältnismässigkeit beru-

fen. Er muss aber in Kauf nehmen, dass die Behörde aus grundsätzlichen 

Erwägungen, nämlich zum Schutz der Rechtsgleichheit und der baurecht-

lichen Ordnung, dem Interesse an der Wiederherstellung des gesetzmäs-

sigen Zustandes erhöhtes Gewicht beimessen und die dem Bauherrn al-

- 31 -

lenfalls erwachsenden Nachteile nicht oder nur in verringertem Masse 

berücksichtigen (BGE 111 Ib 224 E.6, 108 Ia 218 E.4b). 

5.3.4. Um beantworten zu können, ob die Beschwerdeführer gut- oder bösgläubig 

waren, muss erst geprüft werden, ob er sich an den am 13, Februar 2013 

bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 2013, welcher Schräglamellen 

aus Holz vorsah, hätte halten müssen oder nicht, was klar zu bejahen ist; 

dies umso mehr, als sie sich – wie dargelegt – auch nicht erfolgreich auf 

den Vertrauensschutz berufen können. Die Beschwerdeführer haben mit-

hin nicht als gut-, sondern als bösgläubig zu gelten. An der Einhaltung der 

Ästhetikvorschrift gemäss Art. 37 Abs. 3 BG, welche vorliegend mangels 

Anbringung der Schräglamellen aus Holz verletzt wurde, besteht ein öffent-

liches Interesse, da damit das traditionelle ursprüngliche Ortsbild in der 

"zona P.________", welches von verputztem Mauerwerk und Holz geprägt 

war (vgl. Bg-act. 35 und 36), beibehalten werden soll. Daran ändert auch 

das Vorbringen der Beschwerdeführer nichts, wonach die Südfassade nicht 

einsehbar sei. Wie der Augenschein gezeigt hat, verfängt dieses Vorbrin-

gen nämlich nicht. Es verhält sich vielmehr so, dass die Südfassade insbe-

sondere von der Verbindungsstrasse zwischen "Q.________" und 

"R.________" ganzflächig einsehbar ist (vgl. Foto 9 des Augenscheinpro-

tokolls). Daneben ist die Südfassade – wenn auch nicht in ihrer gesamten 

Fläche – auch vom Dorfbrunnen beim "Q.________" sowie vom 

"Q.________" selber einsehbar (vgl. Foto 8 und 10 des Augenscheinproto-

kolls). 

5.3.5. Falls es sich jedoch so verhält, dass eine grosse Anzahl von Stallumbauten 

in der "zona P.________" nicht der Gestaltungsvorschrift von Art. 37 Abs. 

3 BG entspricht, kann unter Umständen ein Anspruch der Beschwerdefüh-

rer auf Gleichbehandlung im Unrecht bestehen. Die Lehre und Rechtspre-

chung äussern sich dahingehend, dass wenn eine Behörde in einem Fall 

eine vom Gesetz abweichende Entscheidung getroffen hat, dies den Priva-

- 32 -

ten, die sich in der gleichen Lage befinden, grundsätzlich keinen Anspruch 

darauf gibt, ebenfalls abweichend von der Norm behandelt zu werden (vgl. 

HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz 599; BGE 139 II 49 E.7.1, 124 IV 44 

E.2.c). Dies gilt allerdings nur dann, wenn die abweichende Behandlung 

lediglich in einem einzigen Fall oder in einigen wenigen Fällen erfolgt ist. 

Besteht hingegen eine eigentliche ständige gesetzeswidrige Praxis und 

lehnt es die Behörde ab, diese aufzugeben, so können Private verlangen, 

dass die widerrechtliche Begünstigung, die Dritten zuteilwurde, auch ihnen 

gewährt wird (vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O., Rz 599; BGE 139 II 

49 E.7.1, 136 I 65 E.5.6). In diesem Zusammenhang führen die Beschwer-

deführer aus, dass sich der hier zur Diskussion stehende Stallumbau ins-

besondere mit dem Projekt "M.________", welches sich ebenfalls in der-

selben Dorfkernzone in D.________ befinde, vergleichen lasse (vgl. Bf-act. 

12). Im vorliegenden Verfahren sowie im Parallelverfahren (R 20 38) kön-

nen neben dem Projekt "M.________" nur noch einige wenige angebliche 

Vergleichsobjekte, welche – wie der hier zur Diskussion stehende Stall – in 

der "zona P.________" in D.________ liegen, ins Feld geführt werden (vgl. 

Bf-act. 10). Selbst wenn diese Vergleichsprojekte mit der hier zur Diskus-

sion stehenden Baute vergleichbaren wären, was für das Verwaltungsge-

richt nicht ohne Weiteres augenfällig ist, könnte somit höchstens von einer 

falschen Rechtsanwendung in einigen wenigen Fällen gesprochen werden. 

Da im vorliegenden Fall keine ständige Praxis der Beschwerdegegnerin 

ausgemacht werden kann, Art. 37 Abs. 3 BG verletzende Stallumbauten zu 

tolerieren, kann den Beschwerdeführern auch keine Begünstigung gewährt 

werden.

6. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass das Nichtanbringen von 

Schräglamellen aus Holz vor den beiden schmalen vertikalen Fensterseg-

menten auf einer Breite von ca. 1.5 m im westlichen Bereich der Wohnun-

gen im 2. und 3. Obergeschoss (StWE-Einheiten Nrn. 481-3 und 481-4) 

materiell rechtswidrige bauliche Massnahmen darstellen. Da generell ein 

- 33 -

gewichtiges öffentliches Interesse an der Einhaltung der baurechtlichen 

Ordnung vorliegt und die Beschwerdeführer keine besonderen Umstände 

geltend machen können, ist dieses vorliegend gegeben. Im Sinne des Ver-

hältnismässigkeitsgrundsatzes wurde von der Beschwerdegegnerin das 

mildeste Mittel angewendet. Es ist nicht ersichtlich, welche andere, weniger 

weit in die Rechtsposition eingreifenden Rechtsinstitute zur Durchsetzung 

der Rechtsordnung zur Verfügung stünden. Die von den Beschwerdefüh-

rern vorgebrachten finanziellen und faktischen Interessen der Stockwerk-

eigentümer und des damit verbundenen Festhaltens am gesetzwidrigen 

Zustand vermag dem öffentlichen Interesse an der Durchsetzung der 

Zwangsmassnahme nicht entgegen zu stehen. Was die faktischen Interes-

sen anbelangt, hat der Augenschein nämlich gezeigt, dass trotz Schrägla-

mellen aus Holz – wenn auch eingeschränkt – dennoch eine angemessene 

Aussicht besteht. Entscheidrelevant ist aber vor allem, dass der Verkaufs-

dokumentation (vgl. Bg-act. 48) entnommen werden konnte, dass vor den 

hier zur Diskussion stehenden Fenstern an der Südfassade Schräglamel-

len aus Holz angebracht werden würden. Entsprechend ist im Baube-

schrieb zu den Kaufverträgen (vgl. Bg-act. 49) auch festgehalten, dass "alle 

Fenster, deren Fläche nicht von der Holzbretterverschalung" verkleidet 

sind, Lamellenstoren erhalten. Vor diesem Hintergrund hätte den Stock-

werkeigentümern als Käufer der Wohnungen bewusst sein müssen, dass 

Schräglamellen aus Holz geplant waren. Vor diesem Hintergrund ist die 

Argumentation, wonach die Stockwerkeigentümer durch das Anbringen der 

Holzlamellen ihrer Aussicht beraubt würden nicht einschlägig. Ob die Wie-

derherstellung beträchtliche finanzielle Kosten für die Stockwerkeigentü-

mer mit sich bringen wird, kann nicht beurteilt werden. Diese Frage kann 

letztlich offengelassen werden; schliesslich stehen den Stockwerkeigentü-

mern als Käufer der Wohnungen allenfalls Gewährleistungsansprüche aus 

Kaufvertrag gegen die Beschwerdeführer zu, womit sie die Kosten einer 

Wiederherstellung auf die Beschwerdeführer überwälzen könnten. Dass 

- 34 -

die Anbringung der Schräglamellen aus Holz an sich technisch nicht mög-

lich sei, wird im Übrigen nicht behauptet. 

7.1. Die Beschwerdeführer machen ferner geltend, die verlangte Anbringung 

von Schräglamellen aus Holz an der Südfassade sei nicht möglich, zumal 

es die Beschwerdegegnerin unterlassen habe, die Stockwerkeigentümer-

gemeinschaft zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes bzw. 

zumindest zur Duldung der entsprechenden Arbeiten zu verpflichten. 

Zunächst ist festzuhalten, dass die Beschwerdegegnerin mit Entscheid 

vom 15. Juni 2020 die Stockwerkeigentümergemeinschaft verpflichtet hat, 

die Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes zu dulden (vgl. Bg-

act. 51). Unbeantwortet ist somit ausschliesslich die Frage, ob die Be-

schwerdegegnerin neben den einzelnen Stockwerkeigentümern auch noch 

die Stockwerkeigentümergemeinschaft an sich zur Wiederherstellung des 

rechtmässigen Zustandes hätte verpflichten müssen. Diese Frage ist zu 

verneinen. Das Stockwerkeigentum ist der Miteigentumsanteil an einem 

Grundstück, der dem Miteigentümer das Sonderrecht gibt, bestimmte Teile 

eines Gebäudes ausschliesslich zu benutzen und innen auszubauen (Art. 

712a Abs. 1 ZGB). Miteigentümer des Grundstückes, welches zu Stock-

werkeigentum ausgeschieden ist, sind somit die Stockwerkeigentümer als 

Eigentümer und nicht die Stockwerkeigentümergemeinschaft (vgl. 655 Abs. 

2 Ziff. 3 ZGB). Da die Störung von der Fassadengestaltung, also von einem 

gemeinschaftlichen Bauteil gemäss Art. 712b Abs. 2 Ziff. 2 ZGB, und nicht 

von einem sonderrechtsfähigen Bauteil ausgeht, haben als Zustandsstörer 

die Stockwerkeigentümer als Eigentümergemeinschaft und nicht die Stock-

werkeigentümergemeinschaft zu gelten. Vor diesem Hintergrund ist nicht 

zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin die Wiederherstellung aus-

schliesslich gegenüber den Stockwerkeigentümern angeordnet hat. 

7.2. Die Beschwerdeführer machen eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

geltend, weil die Stockwerkeigentümergemeinschaft vor Erlass der Dul-

- 35 -

dungsverfügung vom 16. Juni 2020 nicht angehört worden sei. Diese Rüge 

verfängt nicht. Mit Schreiben vom 19. Juli 2019, also vor Erlass der ange-

fochtenen Wiederherstellungsverfügung, wurde sämtlichen Stockwerkei-

gentümern die Möglichkeit gegeben, ihre Einwände zu den Vorwürfen des 

baurechtswidrigen Zustandes vor Vorinstanz vorzubringen. Vor diesem 

Hintergrund ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz dadurch, dass sie 

die Stockwerkeigentümer, aus welchen sich die Stockwerkeigentümerge-

meinschaft zusammensetzt, vor Erlass der Duldungsverfügung vom 16. 

Juli 2020 nicht nochmals zu den Vorwürfen des baurechtswidrigen Zu-

stands angehört hat, das rechtliche Gehör verletzt haben soll. 

8.1. Der Beschwerdeführer beanstandet die gegen ihn ausgefällte Baubusse in 

Höhe von CHF 3'000.--, zumal er weder vorsätzlich noch fahrlässig gehan-

delt habe. Selbst wenn der Tatbestand von Art. 95 KRG erfüllt sein sollte, 

würde sich die Höhe der Busse als unangemessen erweisen.

8.2. Art. 95 KRG sieht für Verletzungen dieses Gesetzes oder darauf beruhen-

den Erlassen oder Verfügungen des Kantons oder der Gemeinden eine 

Busse zwischen CHF 200.-- und CHF 40'000.-- vor. Strafbar ist die vorsätz-

liche und fahrlässige Widerhandlung, begangen durch die nach Art. 93 ver-

antwortlichen Personen. Art. 2 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur 

Schweizerischen Strafprozessordnung (EGzStPO; BR 350.100) normiert, 

dass die Bestimmungen des schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; 

SR 311.0) sinngemäss Anwendung finden. Gemäss Art. 106 Abs. 3 StGB 

bemisst sich die Höhe der Busse nach den Verhältnissen des Täters, so-

dass dieser die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist. 

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Täters ("je nach den Verhältnis-

sen") spielt dabei eine zentrale Rolle, wenngleich hier das Gericht über ein 

grösseres Ermessen verfügt als im Tagessatzsystem der Geldstrafe (Urteil 

des Bundesgerichts 1C_4/2012 vom 19. April 2012 E.7.3, BGE 134 IV 60 

E.7.3.3). Zu den auf das Bussenverfahren anwendbaren Normen zählt da-

- 36 -

mit auch Art. 47 i.V.m. Art. 104 StGB, wonach die Busse grundsätzlich nach 

dem Verschulden des Täters zu bemessen ist, wobei die Beweggründe, 

das Vorlegen und die persönlichen Verhältnisse des Schuldigen zu berück-

sichtigen sind (PVG 1995 Nr. 26 E.2). Dazu gehören grundsätzlich das Ein-

kommen und das Vermögen des Beschuldigten. Bei der Bemessung der 

Busse hängt es im Einzelfall nicht zuletzt von der finanziellen Leistungs-

fähigkeit des Gebüssten ab, ob die Busse ihn in der seinem Verschulden 

angemessenen Härte trifft (PVG 1997 Nr. 55 E.3b, 1986 Nr. 28). 

8.3. Die Beschwerdegegnerin wirft dem Beschwerdeführer vor, sich mit diver-

sen Projektabweichungen über das formelle und teilweise auch materielle 

Baurecht hinweggesetzt zu haben. So habe der Beschwerdeführer an der 

Südfassade keine Schräglamellen aus Holz angebracht, wodurch entge-

gen Art. 37 Abs. 3 BG zu grosse Glasflächen resultierten. Auch sei die Rau-

meinteilung in allen vier Wohnungen verändert worden. An der Nordfas-

sade seien zudem zwei Türen anstatt – wie bewilligt – eine Türe eingebaut 

worden. Überdies sei die Fenstereinteilung an der Ost- und Südfassade 

abgeändert und anstatt vollflächige Holzbrüstungen Staketen verbaut wor-

den. 

8.4. Es wurde bereits ausgeführt, dass das Nichtanbringen der Schräglamellen 

aus Holz vor den Fenstersegmenten im 2. und 3. Obergeschoss dem be-

willigten Fassadenplan vom 24. Januar 2013 widerspricht (formelle Bau-

rechtsverletzung) und zu einer Verletzung von Art. 37 Abs. 3 BG (materielle 

Baurechtsverletzung) führt. Ein Vergleich des bewilligten Fassadenplans 

vom 24. Januar 2013 (vgl. Bg-act. 6) mit dem realisierten Umbau (vgl. Bg-

act. 23) bestätigt zudem die Projektabweichungen hinsichtlich der Türen an 

der Nordfassade und der abgeänderten Fenstereinteilung an der Süd- und 

Ostfassade. Dass entgegen dem bewilligten Fassadenplan vom 24. Januar 

2013 (vgl. Bg-act. 6) nicht vollflächige Holzbrüstungen, sondern Staketen 

eingebaut wurden, ergibt sich zudem daraus, dass in diesem Plan – im 

- 37 -

Unterschied zu den Plänen, gemäss welchen das Bauprojekt realisiert 

wurde (vgl. von der Beschwerdegegnerin anlässlich des Augenscheins ver-

wendete und zu den Akten gegebene Zusammenstellung sämtlicher ein-

schlägigen Pläne) – im Bereich der Brüstungen keine blauen Fensterein-

färbungen entnommen werden können. Daraus ist zu schliessen, dass die 

Brüstungen vollflächig geplant und bewilligt wurden. Die abgeänderte Rau-

meinteilung in allen vier Wohnungen ergibt sich überdies aus der Gegenü-

berstellung der bewilligten Grundrisspläne vom 27. Juli 2012 (Bg-act. 2 und 

3) und den von den Beschwerdeführern anlässlich des Augenscheins ein-

gereichten Plänen betreffend realisierte Raumeinteilung. Diese nachträg-

lich bewilligten Projektänderungen (zwei anstatt eine Türe an der Nordfas-

sade, Fenstereinteilung, Staketen anstatt vollflächige Holzbrüstungen), 

stellen allesamt formelle Baurechtsverletzung dar. Vor diesem Hintergrund 

muss es als erstellt gelten, dass der Beschwerdeführer sowohl gegen ma-

terielle als auch formelle Bauvorschriften verstossen hat; dies umso mehr, 

als sich in der Beschwerdeschrift vom 8. Mai 2020 ausschliesslich das Vor-

liegen des subjektiven Tatbestandes beanstandet wird. Zusammenfassend 

kann somit festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer den objekti-

ven Tatbestand von Art. 95 KRG erfüllt hat. 

8.5. Hinsichtlich des subjektiven Tatbestands, führt der Beschwerdeführer aus, 

dass er weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt habe. Die am 20. De-

zember 2012 und am 13. Februar 2013 bewilligten Grundriss- (vgl. Bg-act. 

3 und 4) bzw. Fassadenpläne (vgl. Bg-act. 6) wurden vom Beschwerdefüh-

rer gezeichnet. Dem Beschwerdeführer musste somit bewusst sein, wie der 

Stallumbau sowohl innen als auch aussen zu realisieren gewesen wäre. 

Indem die Beschwerdegegnerin erst am 15. September 2015 (vgl. Bg-act. 

13) bzw. anlässlich der Baukontrolle vom 14. November 2016 feststellte, 

dass anders gebaut wurde, als es die bewilligten Pläne vorsahen, kann be-

jaht werden, dass der Beschwerdeführer zumindest damit rechnen musste, 

dass die Beschwerdegegnerin den realisierten Umbau nachträglich nicht 

- 38 -

genehmigen würde, weshalb er zumindest eventualvorsätzlich handelte. 

Daran ändern auch die Ausführungen des Beschwerdeführers, wonach er 

sich auf die Auskunft habe verlassen dürfen, dass die Nachtragseingabe 

nach Bauvollendung eingereicht werden könne und die geringfügigen Än-

derungen nicht bewilligungspflichtig seien bzw. nach Bauvollendung ge-

nehmigt würden. Eine solche Auskunft ist nicht aktenkundig und wurde sei-

tens der Beschwerdegegnerin auch stets bestritten. 

8.6. Allein aus dem Vorsatz lässt sich nicht ohne Weiteres auf ein schweres 

Verschulden schliessen. Zu beachten ist, dass die Beschwerdeführerin, de-

ren einziger Gesellschafter der Beschwerdeführer ist, die Liegenschaft von 

E.________ erworben hatte, nachdem der Fassadenplan vom 24. Januar 

2013 bewilligt wurde. Es ist davon auszugehen, dass insbesondere durch 

das Nichtanbringen der Schräglamellen aus Holz an der Südfassade der 

Liegenschaft der Nutzungsvorteil der Wohnungen insofern erhöht wurde, 

als dadurch eine bessere Aussicht und Raumhelligkeit resultierte. In die-

sem Sinne wird in der Beschwerdeschrift vom 8. Mai 2020 ausgeführt, dass 

die betreffenden Innenräume um Licht und Aussicht beraubt würden, müss-

ten die Schräglamellen aus Holz angebracht werden. Erfahrungsgemäss 

lassen sich nun Wohnungen mit erhöhter Raumhelligkeit und uneinge-

schränkter Aussicht besser verkaufen als Wohnungen, an deren Fenstern 

teilweise Schräglamellen aus Holz verbaut sind; dies umso mehr, als es 

sich dabei um Zweitwohnungen handelt, wobei deren potentielle Käufer be-

sonderen Wert auf eine freie Aussicht legen. Vor diesem Hintergrund kann 

gesagt werden, dass der Beschwerdeführer als alleiniger Gesellschafter 

der Beschwerdeführerin, insbesondere durch das Nichtanbringen der 

Schräglamellen aus Holz durchaus einen besonderen Vorteil dahingehend 

erfahren hatte, als sich die Wohnungen dadurch besser verkaufen liessen. 

Nicht zum Vorteil des Beschwerdeführers ausgelegt werden kann zudem 

die Tatsache, dass er auf Aufforderung der Vorinstanz hin, keine Anstalten 

machte, seine aktuellen Einkommens- und Vermögensverhältnisse offen-

- 39 -

zulegen. Unter Berücksichtigung, dass der Beschwerdeführer zudem meh-

rere formelle Baurechtsverletzungen und eine materielle Baurechtsverlet-

zung begangen hat, also Tatmehrheit vorliegt, ist die Auffassung der Be-

schwerdegegnerin, wonach das Verschulden des Beschwerdeführers 

schwer wiegt nicht zu beanstanden. Aufgrund des beschwerdeführerischen 

Verschuldens sowie der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Beschwer-

deführers, welcher gemäss aktuellstem Kenntnisstand unbestrittenermas-

sen über ein steuerbares Einkommen von CHF 75'000.-- und kein steuer-

bares Nettovermögen verfügt, scheint die ausgefällte Busse von CHF 

3'000.-- grundsätzlich als angemessen. Nachdem dem Beschwerdeführer 

hinsichtlich des Nichtanbringens von Schräglamellen aus Holz vor dem 

Fenstersegment im 1. Obergeschoss indes kein Vorwurf gemacht werden 

kann, rechtfertigt es sich, diese Busse um einen Fünftel auf CHF 2'400.00 

zu reduzieren.  

9.1. Die Beschwerdeführer beanstanden die ihnen auferlegten Verfahrenskos-

ten von insgesamt CHF 3'762.70. Begründend wird im Wesentlichen ange-

bracht, diese Kosten seien nicht aufgrund ihres Verhaltens, sondern durch 

den mit Verfahrensmängeln behafteten vorinstanzlichen Entscheids verur-

sacht worden. 

9.2. Gemäss Art. 96 Abs. 1 KRG erheben die Gemeinden für ihren Aufwand im 

Baubewilligungsverfahren und in weiteren Verfahren Gebühren. Auslagen 

für Leistungen Dritter, wie Fachgutachten, Beratungen sowie Grundbuch-

kosten sind der Gemeinde zusätzlich zu vergüten. Nach Abs. 2 ist kosten-

pflichtig, wer den Aufwand durch Gesuche aller Art oder durch sein Verhal-

ten verursacht hat. 

9.3. Wie bereits festgehalten, war die Beschwerdegegnerin zwecks interner 

Willensbildung berechtigt, K.________ als Beraterin beizuziehen. Bringen 

die Beschwerdeführer in diesem Zusammenhang vor, auf die schriftlichen 

- 40 -

Berichte von K.________ hätte zum Vornherein nicht abgestellt werden 

könne, liegt sie falsch. Dabei verkennen sie nämlich, dass es bei diesen 

Stellungnahmen nicht um externe Gutachten, sondern vielmehr um der in-

ternen Meinungsbildung dienende Unterlagen handelt, welche materiell in 

den angefochtenen Entscheid eingeflossen sind. Solche Beratungen sind 

gemäss Art. 96 Abs. 1 KRG zu vergüten. Es ist im Übrigen nicht ersichtlich, 

inwiefern die Kosten für zwei schriftliche Stellungnahmen von insgesamt 

CHF 1'207.70 unangemessen sein sollen, was von den Beschwerdeführern 

dem Grundsatz nach auch nicht beanstandet wird. Dasselbe hat auch für 

die juristische Beratung im Umfang von insgesamt CHF 1'250.00 sowie den 

in Rechnung gestellten Personalaufwand von CHF 1'305.00 zu gelten. Was 

die Verteilung der Verfahrenskosten von insgesamt CHF 3'762.70 anbe-

langt, machen die Beschwerdeführer gelten, dass ihnen diese nicht vollum-

fänglich auferlegt werden dürften, weil sie nicht von ihnen verursacht wor-

den seien. Dieses Vorbringen ist nicht zu hören. Es wurde dargelegt, dass 

die von den bewilligten Fassadenplänen abweichende Südfassade zu einer 

Verletzung von Art. 37 Abs. 3 BG geführt hat. Aufgrund dieser materiellen 

Baurechtsverletzung hat die Beschwerdegegnerin letztlich zu Recht die 

Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes dahingehend verfügt, 

dass vor den beiden schmalen vertikalen Fenstersegmenten auf einer 

Breite von ca. 1.5 m im westlichen Bereich der Wohnungen im 2. und 3. 

Obergeschoss (StWE-Einheiten Nrn. 481-3 und 481-4) Schräglamellen aus 

Holz anzubringen sind. Des Weiteren wurde dargelegt, dass die Beschwer-

deführer weitere formelle Baurechtsverletzungen begangen haben. Vor 

diesem Hintergrund kann keine Rede davon sein, dass der Beschwerde-

führer nicht als (Mit-)Verursacher der Verfahrenskosten zu gelten hätte. 

Nachdem indessen die von der Beschwerdegegnerin angeordnete Wieder-

herstellung des gesetzmässigen Zustandes (Anbringung von Schräglamel-

len aus Holz vor dem zusätzlichen Fenstersegment an der Südfassade der 

Wohnung im 1. Geschoss [StWE-Einheit Nr. 481-2]) nicht ohne Weiteres 

übernommen werden kann, erscheint es gerechtfertigt, die Beschwerde-

- 41 -

gegnerin mindestens als Mitverursacherin der Kosten zu betrachten. Es 

rechtfertigt sich daher die Kosten in Höhe von CHF 3'762.70. zu einem 

Fünftel bei der Beschwerdegegnerin zu belassen. Auf den Beschwerdefüh-

rer entfällt somit noch ein Gesamtkostenanteil in Höhe von CHF 3'010.15.

10. Die Beschwerde wird somit bezüglich der Wiederherstellung, der auferleg-

ten Baubusse sowie der Verfahrenskosten teilweise gutgeheissen, im Üb-

rigen jedoch abgewiesen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens gehen die 

Verfahrenskosten zu 4/5 zu Lasten der solidarisch haftenden Beschwerde-

führer und zu 1/5 zu Lasten der Beschwerdegegnerin, welche überdies den 

anwaltlich vertretenen Beschwerdeführern eine entsprechend dem Verfah-

rensausgang reduzierte Parteientschädigung zu bezahlen hat. Diese wird 

entsprechend der eingereichten Honorarnote auf CHF 2'344.15 (inkl. 

MWST) festgesetzt.

III. Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen dahingehend teilweise gut-

geheissen, dass die Verpflichtung, wonach Schräglamellen aus Holz bei 

der Wohnung im 1. Geschoss (StWE-Einheit Nr. 481-2) beim zusätzlichen 

Fenstersegment an der Westseite anzubringen sind, aufgehoben wird, und 

der Kostenanteil der Beschwerdeführer auf CHF 3'010.15 sowie die dem 

Beschwerdeführer auferlegte Baubusse auf CHF 2'400.00 reduziert wird. 

Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2. Die Gerichtskosten, bestehend aus

- einer Staatsgebühr von CHF 4'000.--

- und den Kanzleiauslagen von CHF 865.--

zusammen CHF 4'865.--

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gehen zu 4/5 (CHF 3'892.--) zu Lasten der A.________ GmbH und 

B.________, unter solidarischer Haftung, und zu 1/5 (CHF 973.--) zu Lasten 

der Gemeinde C.________.

3. Die Gemeinde C.________ hat eine reduzierte Parteientschädigung von 

CHF 2'344.15 zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]