# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2e3d659f-addf-5273-b4a4-8e14e8723d14
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2008-06-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 26.06.2008 SB 2008 11
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2008-11_2008-06-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 26. Juni 2008 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 08 11 (nicht mündlich eröffnet)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vorsitz Vizepräsident Schlenker
RichterInnen Möhr und Michael Dürst
Aktuarin ad hoc Riesen-Ryser

——————

In der strafrechtlichen Berufung

des A., Angeklagter und Berufungskläger, privat verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. Jürg Domenig, Hartbertstrasse 1, 7002 Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Plessur vom 11. Dezember 2007, mit-
geteilt am 2. April 2008, in Sachen gegen den Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend Betrug,

hat sich ergeben:

2

A. A. wuchs in Q. und R. auf. Nach dem Besuch der Primar- und Sekun-
darschule absolvierte er bei der Firma H. AG in S. eine kaufmännische Lehre. In der 
Folge war er bis 1990 als Buchhalter im Lehrbetrieb tätig. Nach einem einjährigen 
Stage bei der I. in T. arbeitete er während zweier Jahre bei der Firma J. in U. als 
Software-Supporter. Von Juni 1993 bis Ende November 2005 war der Angeklagte 
kaufmännischer Leiter und als solcher Mitglied der Geschäftsleitung der K. AG. 
Nach einer kurzfristigen selbständigen Tätigkeit trat er am 1. Juni 2006 als Verkäu-
fer für IT-Infrastruktur in den Dienst der Firma L., U.. Bei dieser Firma verdient er im 
Monat etwa Fr. 7'000.-- netto. Der Angeklagte schätzt seine Schulden auf ungefähr 
Fr. 550'000.--, Hypothekarschulden nicht eingeschlossen. Der am 8. Juni 2006 ge-
gen A. eröffnete Konkurs wurde mit Entscheid des Bezirksgerichts Landquart vom 
27. März 2008 zufolge Zustandekommens eines Nachlass-vertrages widerrufen.

A. ist verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von vier und sieben Jahren. 
Er ist nicht vorbestraft und geniesst einen guten Leumund.

B. Mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 24. Septem-
ber 2007 wurde A. wegen Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB angeklagt. Der 
Anklage liegt gemäss Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 24. 
September 2007 folgender Sachverhalt zu Grunde:

„Der Angeklagte war von Juni 1993 bis November 2005 kaufmänni-
scher Leiter der K. AG und als solcher Mitglied der Geschäftsleitung. 
Zu seinem Aufgabenkreis gehörten u.a. das Personal, der Einkauf und 
Verkauf von Rohmaterial, das Controlling sowie die Stellvertretung 
des Geschäftsführers B., dessen vollstes Vertrauen er aufgrund seiner 
langjährigen Mitarbeit genoss. Die Kündigung dieser Anstellung er-
folgte durch A. mit der Absicht, eine eigene Unternehmung im Y.-Han-
del aufzubauen. Diese Unternehmung – die Einzelfirma M. – sollte u.a. 
Roheisen aus dem Ausland an Firmen in der Schweiz weiterverkau-
fen. 

Um dem Angeklagten den Start in die Selbständigkeit zu erleichtern, 
bestellte B. für die K. AG bei diesem bereits Ende Oktober 2005 160 
Tonnen Hämatit-Roheisen für Fr. 76'800.--. Am 3. November 2005 
täuschte A. der K. AG vorsätzlich und arglistig vor, dem Lieferanten 
des Roheisens die erforderliche Liquidität sofort nachweisen zu müs-
sen, und verlangte die sofortige Bezahlung des vereinbarten Kaufprei-
ses. Durch diese kaum überprüfbaren Behauptungen und unter Aus-
nützung des Vertrauens seines damaligen Arbeitgebers erwirkte er die 
Überweisung der Fr. 76'800.-- noch am selben Tag.

A. verwendete den erwähnten Geldbetrag gemäss der bereits im Vor-
aus gefassten Absicht aber nicht für den Ankauf des bestellten Rohei-
sens, sondern zur Tilgung privater Schulden. Noch am 3. November 
2005 bezog der Angeklagte von seinem Konto bei der N. Fr. 51'000.-

3

- und bezahlte damit ein privates Darlehen von Fr. 50'000.-- zurück. 
Mit dem übrigen von der K. AG erhaltenen Geld beglich er bei der O. 
fällige Hypothekarzinsen. Das Roheisen für die K. wurde weder be-
stellt noch geliefert. Ebenso wenig erstattete A. seiner früheren Arbeit-
geberin den bereits bezahlten Kaufpreis. Durch dieses Vorgehen 
wurde die K. AG um Fr. 76'800.-- geschädigt und A. in demselben Um-
fang unrechtmässig bereichert.“

C. Mit Urteil vom 11. Dezember 2007, mitgeteilt am 2. April 2008, er-
kannte der Bezirksgerichtsausschuss Plessur:

„1. A. ist schuldig des Betruges gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB.

2. Dafür wird A. mit einer Geldstrafe von 270 Tagessätzen à CHF 
80.00 bestraft. Der Vollzug der Geldstrafe wird unter Ansetzung 
einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben.

3. Dafür wird er ausserdem mit einer Busse von CHF 1500.00 be-
straft. Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 15 Tage. Sie 
tritt an die Stelle der Busse, soweit A. die Busse nicht bezahlt.

4. Die Kosten des Verfahrens von CHF 4'030.00 (Untersuchungs-
kosten der Staatsanwaltschaft Graubünden CHF 2030.00, Ge-
richtskosten CHF 2'000.00) gehen zu Lasten des Verurteilten.

A. schuldet dem Bezirksgericht Plessur folglich Total CHF 
5'530.00 (Busse: 1500.00; Verfahrenskosten: CHF 4’030.00). Die-
ser Betrag ist innert 30 Tagen seit Zustellung des Urteils auf das 
PC-Konto 70-3596-3 des Bezirksgerichtes Plessur zu überwei-
sen.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung):“

Begründend hielt der Bezirksgerichtsausschuss unter anderem fest, dass A. 
seinen früheren Arbeitgeber getäuscht habe, indem er behauptet habe, er müsse 
einem Lieferanten gegenüber seine Liquidität nachweisen. Diese Täuschung sei 
ausgewiesen. Trotz vereinbarter Vorauszahlung spreche die Tatsache, dass der 
Betrag auf Verlangen des Angeklagten um einen Tag vorüberwiesen worden sei, 
für die Täuschung. B. habe das Geld im irrtümlichen Glauben, damit das bestellte 
Roheisen zu bezahlen, vorüberwiesen. Aufgrund dieser Täuschung habe A. das 
Geld früher als vereinbart erhalten. Bezüglich der Arglist führte der Bezirksgerichts-
ausschuss aus, das Geld sei überwiesen worden, weil B. A. aufgrund einer langjäh-
rigen Zusammenarbeit vollends vertraut und deshalb die falschen Angaben nicht 
überprüft habe. Arglist sei unter anderem dann zu bejahen, wenn der Täter voraus-
sehe, dass der Getäuschte die Überprüfung unterlassen werde, da ein besonderes 
Vertrauensverhältnis bestehe. Dieses Vertrauensverhältnis sei vorliegend zu beja-
hen. Im Zusammenhang mit der Opfermitverantwortung sei darauf hinzuweisen, 

4

dass nicht erforderlich sei, dass das Opfer die grösstmögliche Sorgfalt walten lasse 
und alle denkbaren Vorsichtsmassnahmen treffe. Arglist scheide nur aus, wenn das 
Opfer die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet habe. B.s Verhal-
ten aber sei nachvollziehbar und verständlich, weshalb Arglist vorliegen würde. 
Auch die übrigen Voraussetzungen des Betrugs bejahte die Vorinstanz, so unter 
anderem das Vorliegen eines Eventualvorsatzes. Mit Bezug auf die Strafzumes-
sung führte sie aus, das Verschulden des Angeklagten dürfe nicht bagatellisiert wer-
den. Für den Angeklagten würden sein guter Leumund, seine Kooperationsbereit-
schaft und die Vorstrafenlosigkeit sprechen. Es sei zu berücksichtigen, dass A. über 
ein gutes soziales Umfeld verfüge und Vollzeit arbeite. Damit er seine Arbeitsstelle 
nicht verliere und in Würdigung sämtlicher Strafzumessungsgründe sei eine Gelds-
trafe von 270 Tagessätzen angemessen. Den Tagessatz bestimmte die Vorinstanz 
unter Abzug der familienrechtlichen Unterstützungspflichten mit Fr. 80.--. Sie ge-
währte den bedingten Vollzug der Geldstrafe. Schliesslich sprach sie noch eine 
Busse in Höhe von Fr. 1'500.00 aus.

D. Gegen dieses Urteil erhob A. mit Eingabe vom 22. April 2008 Berufung 
beim Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden. Er beantragt:

„1. Das angefochtene Urteil sei vollumfänglich aufzuheben und A. sei 
von der Anklage des Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB frei-
zusprechen.

2. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge für beide In-
stanzen zulasten der Staatskasse.“

In der Begründung wird unter anderem ausgeführt, es sei gemäss Aktenlage 
beim Abschluss des Kaufvertrages zwischen A. und B. kein konkreter Liefertermin 
vereinbart worden. Plötzlich habe B. in der ersten Dezemberwoche 2005 mündlich 
die sofortige Lieferung des Roheisens verlangt. A. habe sich aus Furcht vor seinem 
Vorgesetzten nicht getraut, darauf hinzuweisen, dass kein Liefertermin vereinbart 
worden sei. Er habe aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit in der K. AG und seiner 
Kenntnisse der Bestellungs- und Lieferabläufe in guten Treuen annehmen dürfen, 
dass das Eisen erst später geliefert werden müsse. Am 21. Dezember 2005 habe 
der Anwalt von B. dann die Rückzahlung der Fr. 76'800.-- bis zum 3. Januar 2006 
verlangt. Die K. AG sei mithin vom Kaufvertrag zurückgetreten, noch bevor der von 
B. geltend gemachte Liefertermin im Dezember 2005 abgelaufen gewesen sei. Im 
weiteren sei zwischen den Parteien Vorauszahlung vereinbart gewesen. Durch die 
Intervention von A. sei der Betrag schliesslich einen Tag früher ausbezahlt worden, 
als zunächst vorgesehen. Das habe nur minime Auswirkungen auf die Abwicklung 
des Kaufvertrages gehabt. Im übrigen habe A. mit der Firma P. tatsächlich Verhand-

5

lungen geführt. Deren Verkaufsleiter habe bestätigt, dass seine Firma nur gegen 
Vorauszahlung habe liefern wollen. A. habe also entgegen der Anklageschrift mit 
einem Lieferanten verhandelt, der tatsächlich auf den Nachweis der Bonität bestan-
den habe. A. habe seinen ehemaligen Chef mit der Aussage, er habe einen Liefe-
ranten und müsse die Liquidität nachweisen, also nicht getäuscht. Im weiteren sei 
auch die Arglist zu verneinen, da sich A. weder eines Lügengebäudes noch beson-
derer Machenschaften bedient habe. Ebenso begründe die Tatsache, dass die Aus-
zahlung auf Bitte von A. hin um einen Tag vorverschoben worden sei, keine Arglist, 
denn aufgrund des abgeschlossenen Kaufvertrages habe die K. AG den Kaufpreis 
für das Roheisen ohnehin im Voraus bezahlen müssen. Schliesslich werde in der 
Anklageschrift die Aussage von A., er müsse seine Bonität nachweisen, als kaum 
überprüfbar qualifiziert. Dies sei nicht nachvollziehbar. Zum einen stimme die Aus-
sage von A. in Bezug auf die Firma P.. Zum andern sei B. im Eisengeschäft ein 
absoluter Profi mit langjähriger Erfahrung, der nach eigener Aussage jeden Liefe-
ranten im europäischen Raum kenne. Die Darstellung von A. sei daher für B. leicht 
überprüfbar gewesen. B. habe aber nicht einmal wissen wollen, wer der Lieferant 
sei, und er habe auch keinerlei Unterlagen über den Lieferanten verlangt. Damit 
trage er als erfahrener Branchenprofi eine Opfermitverantwortung, was wiederum 
die Arglist ausschliesse. Im übrigen sei das Verhältnis zwischen den Parteien, wel-
ches lange Zeit gut gewesen sei, durch den Eintritt von C. in die Firma im Jahre 
2002 jäh getrübt worden und habe sich massiv abgekühlt. Ein besonders enges 
Vertrauensverhältnis im Sinne der Rechtssprechung zur Arglist habe mithin nicht 
bestanden. Selbst wenn von einem gewissen Vertrauensverhältnis ausgegangen 
werde, liege bei B. Leichtfertigkeit vor, so dass der strafrechtliche Schutz entfalle. 
Subjektiv sei beachtlich, dass A. nie den Vorsatz gehabt habe, den Eisenhandel 
nicht abzuwickeln und damit seinen ehemaligen Arbeitgeber zu schädigen. Er habe 
dies auch nicht in Kauf genommen, da er von Anfang an an eine erfolgreiche 
selbständige Geschäftstätigkeit geglaubt habe, aufgrund derer er das Eisen in dem 
Zeitpunkt hätte bestellen und bezahlen können, in dem es dann gebraucht worden 
wäre. Zudem sei A. davon ausgegangen, dass die sechs von ihm gehaltenen Aktien 
der Firma X. einen Wert von rund Fr. 70'000.-- hätten, so dass er den Roheisenkauf 
hätte finanzieren können. Schliesslich spreche auch die Tatsache, dass er bei sei-
nem Ausscheiden aus der K. AG sein Pensionskassenguthaben seinem ehemali-
gen Arbeitgeber zur Tilgung seiner Schulden überwiesen habe, gegen einen Be-
trugsvorsatz oder eine Schädigungsabsicht. Abschliessend gelte es zu erwähnen, 
dass der auf Begehren von B. beziehungsweise der K. AG gegen A. eröffnete Kon-
kurs habe widerrufen werden können, nachdem ein Nachlassvertrag zustande ge-

6

kommen sei. In diesem Sinne könne davon ausgegangen werden, dass A. gegenü-
ber seinem ehemaligen Arbeitgeber den Schaden wieder gut gemacht habe.

E. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 5. 
Mai 2008 auf die Einreichung einer Stellungnahme. Ebenso verzichtete der Bezirks-
gerichtsausschuss Plessur mit Schreiben vom 14. Mai 2008 auf eine Vernehmlas-
sung.

F. Auf die weiteren Ausführungen im angefochtenen Urteil sowie in der 
Berufungsschrift wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gegen Urteile der Bezirksgerichtsausschüsse können der Verurteilte 
und der Staatsanwalt beim Kantonsgerichtsausschuss Berufung erheben (Art. 141 
Abs. 1 StPO). Dazu ist die Berufung innert zwanzig Tagen seit der schriftlichen 
Eröffnung des angefochtenen Entscheides einzureichen; sie ist zu begründen und 
hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheides gerügt werden und 
ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten werden (Art. 142 Abs. 1 
StPO). Diesen Anforderungen vermag die vorliegende Berufung grundsätzlich zu 
genügen. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Berufung ist daher einzutreten.

2. Für das Berufungsverfahren ist zu beachten, dass dem Kantonsge-
richtsausschuss als Berufungsinstanz grundsätzlich eine umfassende, uneinge-
schränkte Kognition - auch mit Bezug auf Ermessensfehler, bei deren Prüfung er 
sich aber eine gewisse Zurückhaltung auferlegt - zukommt (Art. 146 Abs. 1 StPO). 
Er überprüft das vorinstanzliche Urteil grundsätzlich jedoch nur im Rahmen der in 
der Berufung oder Anschlussberufung gestellten Anträge. Wenn die Aktenlage die 
Beurteilung zulässt und keine Verletzung des rechtlichen Gehörs vorliegt oder der 
Mangel geheilt ist, entscheidet der Kantonsgerichtsausschuss in der Sache selber 
(Art. 146 Abs. 2 StPO e contrario), eine Rückweisung an die Vorinstanz bildet die 
Ausnahme (Padrutt, Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubün-
den, 2. Auflage, U. 1996, S. 375 f.).

3. Der Kantonsgerichtspräsident kann eine mündliche Verhandlung von 
sich aus oder auf Antrag der Parteien anordnen, wenn die persönliche Befragung 
des Berufungsklägers für die Beurteilung der Streitsache wesentlich ist (Art. 144 
Abs. 1 StPO). Findet keine mündliche Verhandlung statt, so trifft der Kantonsge-

7

richtsausschuss seinen Entscheid ohne Parteivortritt aufgrund der Akten (Art. 144 
Abs. 3 StPO). Der Angeschuldigte in einem Strafverfahren hat aber unabhängig von 
der kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch dar-
auf, dass seine Sache in billiger Weise öffentlich gehört wird. Das Gebot der Ver-
fahrensöffentlichkeit unter dem Vorbehalt von Art. 107 StPO gilt dem Grundsatze 
nach nicht nur für das erstinstanzliche Strafverfahren, sondern erstreckt sich auf die 
Gesamtheit eines Strafverfahrens inklusive des gesamten Rechtmittelweges, somit 
auch auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. StPO. Der Betroffene kann 
auf die Durchführung einer mündlichen Berufungsverhandlung von sich aus verzich-
ten. Voraussetzung eines wirksamen Verzichts ist, dass er ausdrücklich erklärt wird 
oder sich aus dem Stillschweigen des Betroffenen eindeutig ergibt. - Der Berufungs-
kläger hat im vorliegenden Fall nicht die Durchführung einer mündlichen Berufungs-
verhandlung verlangt, obwohl er anwaltlich vertreten ist. Daraus darf auf einen wirk-
samen Verzicht geschlossen werden. Es besteht aber auch kein Grund, dass das 
urteilende Gericht von sich aus (vgl. dazu Art. 144 Abs. 1 StPO) eine mündliche 
Berufungsverhandlung anordnet, nachdem die Vorinstanz öffentlich verhandelt hat, 
bezüglich des strittigen Sachverhalts keine zusätzlichen Aufschlüsse von einer 
mündlichen Verhandlung zu erwarten sind, eine reformatio in peius ausgeschlossen 
ist und sich ferner im vorliegenden Fall keine Fragen zur Person und zum Charakter 
des Berufungsklägers stellen, die sich nicht mit genügender Hinlänglichkeit auf-
grund der Akten beantworten lassen. Zudem steht einem nichtöffentlichen Verfah-
ren kein öffentliches Interesse entgegen (vgl. BGE 119 Ia 316 E 2b; Art. 107 StPO; 
ZGRG 2/99, S. 46; ZR 99/2000 Nr. 36). Die streitige Strafsache kann somit gestützt 
auf die vorliegenden Akten sachgerecht entschieden werden. Ein persönliches Vor-
treten des Berufungsklägers ist daher nicht notwendig.

4. Nach Art. 146 Abs. 1 StGB ist wegen Betruges strafbar, wer in der 
Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden durch Vor-
spiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt oder ihn in einem 
Irrtum arglistig bestärkt und so den Irreden zu einem Verhalten bestimmt, wodurch 
dieser sich selbst oder einen andern am Vermögen schädigt. Der Betrug enthält 
somit fünf Tatbestandsmerkmale, nämlich die arglistige Täuschung, den Irrtum des 
Getäuschten, eine Vermögensdisposition durch den Getäuschten, einen Vermö-
gensschaden sowie die Absicht der unrechtmässigen Bereicherung. In der Folge ist 
nun zu untersuchen, ob A. mit seinem Verhalten sämtliche dieser Tatbestandsmerk-
male erfüllt hat, wie es ihm die Staatsanwaltschaft Graubünden vorwirft, oder nicht.

5. Als erstes objektives Tatbestandsmerkmal verlangt Art. 146 Abs. 1 
StGB eine Täuschung, die arglistig sein muss. 

8

a) Täuschung ist jedes Verhalten, das darauf gerichtet ist, bei einem anderen 
eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung hervorzurufen, sei es durch 
Wort, durch Schrift, durch Gesten oder durch konkludentes Verhalten. Gegen-stand 
der Täuschung müssen Tatsachen sein, das heisst objektiv feststehende Gescheh-
nisse oder Zustände. Zu den Tatsachen gehören auch sogenannte innere Tatsa-
chen, wie der Zahlungswille. Art. 146 Abs. 1 StGB erfasst jedoch nicht jede Täu-
schung, nicht jede List, sondern nur Arglist. Eine bloss falsche Angabe, welche ohne 
besondere Mühe auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden kann, vermag daher den 
Tatbestand des Betruges nicht zu erfüllen (vgl. zum Beispiel BGE 128 IV 18 E 3a, 
mit Hinweisen). Arglist liegt gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung vor, wenn 
der Täter ein ganzes Lügengebäude errichtet oder sich täuschender Machenschaf-
ten bedient. Ein Lügengebäude besteht aus mehreren Lügen, die derart raffiniert 
aufeinander abgestimmt sind und von besonderer Hinterhältigkeit zeugen, dass sich 
auch das kritische Opfer täuschen lässt. Ist dies nicht der Fall, scheidet Arglist je-
denfalls dann aus, wenn sowohl das vom Täter gezeichnete Bild insgesamt wie 
auch die falschen Tatsachen für sich allein in zumutbarer Weise überprüfbar gewe-
sen wären und schon die Aufdeckung einer einzigen Lüge zur Aufdeckung des gan-
zen Schwindels geführt hätte (BGE 119 IV 28 E 3c). Als besondere Machenschaften 
gelten Erfindungen und Vorkehren sowie das Ausnützen von Begebenheiten, die 
allein oder gestützt durch Lügen oder Kniffe geeignet sind, das Opfer irrezuführen. 
Machenschaften sind eigentliche Inszenierungen; sie bestehen aus einem ganzen 
System von Lügen und setzen damit gegenüber einer blossen Summierung von 
Lügen höhere Anforderungen an die Vorbereitung, Durchführung und Wirkung der 
Täuschungshandlung voraus. Sie sind gekennzeichnet durch intensive, planmäs-
sige und systematische Vorkehren, nicht aber notwendigerweise durch eine beson-
dere tatsächliche oder intellektuelle Komplexität (BGE 122 IV 197 E 3d. mit Nach-
weisen). Daneben kann aber auch schon eine einfache Lüge arglistig sein, wenn 
sie nicht oder nur mit besonderer Mühe auf ihre Richtigkeit überprüft werden kann, 
wenn der Täter den Getäuschten absichtlich von der Überprüfung seiner Angaben 
abhält, wenn dem Getäuschten eine Überprüfung nicht zumutbar ist oder wenn der 
Täter aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses oder aufgrund klarer Re-
geln beziehungsweise Zusicherungen voraussieht, dass der Getäuschte eine Über-
prüfung unterlassen wird (BGE 125 IV 124 E 3; BGE 122 IV 246 E 3a, je mit Hin-
weisen). 

b) Mit dem Tatbestandsmerkmal der Arglist verleiht das Gesetz dem Ge-
sichtspunkt der Opfermitverantwortung wesentliche Bedeutung. Danach ist bei der 
Prüfung der Arglist nicht aufgrund einer rein objektiven Betrachtungsweise darauf 

9

abzustellen, wie ein durchschnittlich vorsichtiger und erfahrener Dritter auf die Täu-
schung reagiert hätte. Vielmehr ist die jeweilige Lage und Schutzbedürftigkeit des 
Betroffenen im Einzelfall zu berücksichtigen, soweit der Täter diese kennt und aus-
nützt. Abzustellen ist somit auf die konkrete Schutzbedürftigkeit des Opfers. Auch 
unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung ist für die Erfüllung des Tatbe-
standes indes nicht erforderlich, dass das Opfer die grösstmögliche Sorgfalt walten 
lässt und alle denkbaren Vorsichtsmassnahmen trifft. Entscheidend ist nicht, ob der 
Betroffene alles vorgekehrt hat, um den Irrtum zu vermeiden. Arglist scheidet ledig-
lich dann aus, wenn das Opfer die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht 
beachtet hat. Entsprechend entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahr-
lässigkeit des Opfers, sondern nur bei Leichtfertigkeit (BGE 126 IV 165 E 2a; 122 
IV 197 E 3d; 122 IV 246 E 3a; 119 28 E 3). Wie das Bundesgericht unlängst festge-
stellt hat, bleibt die zur Straflosigkeit des Täters führende Eigenverantwortung des 
Opfers die Ausnahme, selbst wenn es sich bei der Betrugsgeschädigten um eine 
Bank handelt (Urteil des Bundesgerichts vom 1. Februar 2007, 6S.219/2006, Erw. 
3.4; kritisch zur Alleinverantwortung des Opfers auch Arzt, Basler Kommentar, Rz 
59 zu Art. 146 StGB). Nach allgemeinen Zurechnungsregeln schliesst das Selbst-
verschulden des Opfers den Tatbestand nur aus, wenn die vom Opfer zu vertre-
tende Leichtfertigkeit das Verhalten des Täters in den Hintergrund rückt (BGE 124 
IV 34 E 2a; 122 IV 17 E 2c). Denn die Strafbarkeit wird durch das Verhalten des 
Täuschenden begründet und nicht durch jenes des Getäuschten, der im Alltag sei-
nem Geschäftspartner nicht wie einem mutmasslichen Betrüger gegenübertreten 
muss (Urteil des Bundesgerichts vom 6. November 2006, 6S.168/2006, E 2.3).

c) Vorliegend nun bestreitet A., dass es überhaupt zu einer Täuschung ge-
kommen sei. Er habe sehr wohl Kontakt mit einem Lieferanten gehabt, der auch 
Vorauszahlung verlangt habe, weshalb seine Informationen an B. der Wahrheit ent-
sprochen hätten. Dieser Sichtweise kann nicht zugestimmt werden. Aus den Akten 
geht zwar hervor, dass A. im Jahre 2005 offenbar tatsächlich mit der P. Holding 
GmbH, V., Verhandlungen über mögliche Roheisenlieferungen geführt hat (vgl. das 
Bestätigungsschreiben von E., vorinstanzliche Akten, act. 12). Das Bestätigungs-
schreiben dieser Firma ist jedoch sehr allgemein gehalten. Insbesondere ist daraus 
nicht zu entnehmen, dass A. anfangs November 2005 tatsächlich eine konkrete Be-
stellung bei der P. Holding GmbH tätigen wollte und in diesem Zusammenhang 
seine Bonität nachwies. Vielmehr wird gerade bestätigt, dass es zu keiner Zusam-
menarbeit kam, weil die Forderung betreffend Vorauszahlung von eventuellen Be-
stellungen nicht erfüllt werden konnte. Gegenüber B. hat er jedoch behauptet, er 
müsse seine Bonität nachweisen. Mit diesem Argument hat er seinen Wunsch, die 

10

Auszahlung einen Tag vorzuverschieben, begründet (vgl. untersuchungsrichterliche 
Konfronteinvernahme vom 19. September 2007, act. 4.42, S. 2). Aufgrund dieser 
zeitlichen Dringlichkeit, die A. geltend machte, musste und durfte B. davon ausge-
hen, dass A. die Bonität sofort nachweisen musste. Und dies entsprach gemäss 
Aktenlage nicht den Tatsachen. A. hat B. mithin sehr wohl getäuscht, nämlich zum 
einen darüber, dass die Bonität in jenem Zeitpunkt nachgewiesen werden musste, 
und zum andern über die zeitliche Dringlichkeit. Daneben hat er B. aber auch über 
den Verwendungszweck des Geldes getäuscht. Aufgrund der Aussagen von A. 
durfte B. davon ausgehen, dass A. das Geld für den Nachweis seiner Bonität und 
den anschliessenden Kauf von Roheisen verwenden würde. A. hat jedoch gegenü-
ber der Polizei bereits in seiner ersten Einvernahme ausgesagt, er habe schon bei 
Vertragsschluss gewusst, dass er das Geld für private Zwecke verwenden werde 
(polizeiliche Einvernahme vom 13. November 2006, act. 4.4, S. 3 Mitte; an dieser 
Stelle sei ein Hinweis auf die Anmerkung in der Berufungsschrift erlaubt, erfah-
rungsgemäss seien die zu Beginn der Untersuchung deponierten Aussagen richtig). 
Auch wenn A. in der gleichen Einvernahme sofort angefügt hat, das Geld sei für ihn 
nur zur Überbrückung gedacht gewesen, da er davon ausgegangen sei, erst im Juni 
2006 liefern zu müssen, so hat er B. doch über den geplanten Verwendungszweck 
getäuscht, indem er diesem erklärte, er müsse gegenüber einem Lieferanten sofort 
seine Bonität nachweisen (was er nachweislich nicht tat, da er ja diesbezüglich kein 
Roheisen bestellte). Die Täuschung ist mithin zu bejahen. Lediglich nebenbei sei 
erwähnt, dass entgegen den Ausführungen im angefochtenen Entscheid die Tatsa-
che, dass die Auszahlung aufgrund der Behauptungen von A. einen Tag früher er-
folgte, als zunächst geplant, keinen entscheidenden Einfluss auf die Täuschung hat. 
Denn auch wenn die Auszahlung wie zunächst vorgesehen am 4. November 2005 
vorgenommen worden wäre, hätte A. B. über den Umstand, dass er die Bonität in 
diesem Zeitpunkt nachweisen musste, sowie insbesondere über den geplanten Ver-
wendungszweck getäuscht.

d) Steht fest, dass eine Täuschung erfolgte, so stellt sich die Frage, ob diese 
Täuschung arglistig war. Es ist offensichtlich und bedarf keiner weiteren Erläuterun-
gen, dass sich A. gemäss Aktenlage weder eines Lügengebäudes noch besonderer 
Machenschaften bedient hat, um B. zu täuschen. Insofern ist den Ausführungen in 
der Berufungsschrift zuzustimmen. Daneben kann aber – wie bereits einlässlich 
ausgeführt und entgegen der Auffassung in der Berufungsschrift – auch eine einfa-
che Lüge Arglist begründen, wenn sie bestimmte Anforderungen erfüllt. Unter an-
derem ist eine einfache Lüge arglistig, wenn der Täter voraussieht, dass das Opfer 
aufgrund eines bestehenden, besonderen Vertrauensverhältnisses seine Angaben 

11

nicht überprüfen wird. Sowohl A. als auch B. haben in den Einvernahmen wiederholt 
und übereinstimmend ausgesagt, dass ihr Verhältnis während der ganzen Dauer 
der Anstellung sehr gut gewesen sei (act. 4.3, S. 1; act. 4.4, S. 1; act. 4.36, S. 1; 
act. 4.37, S. 2 Mitte; act. 4.42, S. 4 f.). Dies wird auch in einem Bericht von A. vom 
16. Mai 2007 zu seiner privaten, beruflichen und finanziellen Situation (act. 1.15/2, 
zweite Seite unten) sowie in einem Schreiben des Verteidigers an den Untersu-
chungsrichter vom 30. Mai 2007 (act. 1.14, S. 5 oben) ausdrücklich betont. Aus den 
Akten ergibt sich im weiteren, dass A. von anfangs Juni 1993 bis Ende November 
2005 in der K. AG gearbeitet hat, zunächst als Buchhalter, dann als kaufmännischer 
Leiter und Mitglied der Geschäftsleitung. Dabei hat er seine Aufgaben gemäss Ar-
beitszeugnis vom 30. November 2005 sehr speditiv, pflichtbewusst und zuverlässig 
zur vollsten Zufriedenheit seines Arbeitgebers ausgeführt. Sein Verhalten gegenü-
ber Mitarbeitern und Vorgesetzten wird im Zeugnis als stets korrekt und loyal be-
schrieben (act. 3.7). Daneben war A. offenbar auch Stellvertreter von B., welcher 
Geschäftsführer der K. AG ist (vgl. Arbeitszeugnis vom 30. November 2005, act. 
3.7; polizeiliche Einvernahme von B. vom 7. November 2006, act. 4.3, S. 1), und er 
hat in dieser Funktion ohne Zweifel eng mit B. zusammen gearbeitet (vgl. den Be-
richt von A. vom 16. Mai 2007 zur privaten, beruflichen und finanziellen Situation, 
act. 1.15). Das Arbeitszeugnis sowie der berufliche Werdegang von A. bei der K. 
AG zeigen deutlich, dass B. A. in den vielen Jahren ihrer Zusammenarbeit augen-
scheinlich als kompetenten, zuverlässigen und ehrlichen Mitarbeiter kennen und 
auch schätzen gelernt hat, so dass er bereit war, A. erhebliche Verantwortung zu 
übertragen. Die Akten zeichnen daher das Bild eines sehr guten Verhältnisses zwi-
schen B. und A., das von grossem Vertrauen geprägt war. Mit keinem Wort hat A. 
in der Strafuntersuchung etwas anderes geltend gemacht oder auch nur angedeu-
tet. Im Gegenteil, er hat mehrfach und explizit darauf hingewiesen, wie gut das Ver-
hältnis während der ganzen Anstellungszeit war. Erst im Plädoyer vor der Vorin-
stanz und in der Berufungsschrift wird nun geltend gemacht, dieses Vertrauensver-
hältnis habe sich durch den Eintritt von C. ins Unternehmen seines Vaters im Jahre 
2002 merklich abgekühlt, so dass im Zeitpunkt der vorliegend zu beurteilenden Er-
eignisse kein besonders enges Vertrauensverhältnis mehr bestanden habe. Dies 
muss aufgrund der Akten jedoch als Schutzbehauptung zurückgewiesen werden. 
Insbesondere ist neben dem bereits Ausgeführten auch darauf hinzuweisen, dass 
A. sowohl in der untersuchungsrichterlichen Einvernahme vom 30. Januar 2007 
(act. 4.37, S. 2) als auch in seinem Bericht vom 16. Mai 2007 über seine private, 
berufliche und finanzielle Situation (act. 1.15/2) seine Schwierigkeiten mit C. er-
wähnt und gleichzeitig ausgeführt hat, das Verhältnis zu B. sei damals sehr gut be-
ziehungsweise die letzten 14 Jahre über ausserordentlich gut gewesen. Auch wenn 

12

während der Anstellungszeit von A. tatsächlich Unstimmigkeiten zwischen ihm und 
C. aufgetreten sein sollten, so hatten diese doch selbst in den Augen von A. offenbar 
keinen Einfluss auf das Verhältnis zu B.. Es ist vorliegend somit davon auszugehen, 
dass zwischen B. und A. ein enges, besonderes Vertrauensverhältnis bestand, das 
in den vielen Jahren ihrer Zusammenarbeit gewachsen war. Aufgrund dieses Ver-
trauensverhältnisses unterliess es B. dann auch, die Angaben von A. zu überprüfen. 
Er vertraute ihm nämlich voll und ganz (vgl. polizeiliche Einvernahme von B. vom 7. 
November 2006, act. 4.3, S. 4 Mitte). In diesem Zusammenhang macht A. geltend, 
als absolutem Profi im Giessereigewerbe mit langjähriger Erfahrung wäre es für B. 
ein Leichtes gewesen, die Angaben von A. zu überprüfen. B. habe aber keine Aus-
kunft oder Unterlagen über den Lieferanten des Roheisens verlangt, ja er habe nicht 
einmal nach dessen Namen gefragt. Damit treffe B. eine Opfermitverantwortung, 
die die Arglist ausschliesse. Wie bereits ausführlich dargelegt, muss das Opfer nicht 
jede erdenklich mögliche Vorsichtsmassnahme ergreifen. Vielmehr entfällt Arglist 
nur, wenn das Opfer die grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet 
hat. Zudem muss das Opfer nicht von vornherein davon ausgehen, sein Geschäfts-
partner sei ein mutmasslicher Betrüger. Zwischen B. und A. bestand ein besonde-
res, enges Vertrauensverhältnis. Darüber hinaus hatte B. nach eigenen Angaben 
Kenntnis davon, dass A. mit mehreren möglichen Lieferanten Gespräche gesucht 
hatte (polizeiliche Einvernahme von B. vom 7. November 2006, act. 4.3. S. 1 unten). 
Zudem wusste B., dass A. für seine Einzelfirma ein Büro gemietet hatte, in welchem 
er sich oft aufhielt. B. ging davon aus, dass A. die Absicht hatte, einen ernsthaften 
Handel mit Roheisen zu betreiben (polizeiliche Einvernahme von B. vom 7. Novem-
ber 2006, act. 4.3. S. 2). Im weiteren ist es im Giessereigewerbe offenbar nichts 
Aussergewöhnliches, dass zum einen vor einer Bestellung die Solvenz belegt wer-
den muss und dass zum andern die Zahlung schon vor der Lieferung verlangt wird 
und auch erfolgt (polizeiliche Einvernahme von B. vom 7. November 2006, act. 4.3, 
S. 2 f.). Insofern waren sowohl A.s Ansinnen, die Zahlung vor der Lieferung zu er-
halten, als auch seine Erklärung, dass er seine Bonität nachweisen müsse, nichts 
Auffälliges. Es gab mithin für B. überhaupt keine Anhaltspunkte, dass die Aussagen 
von A. nicht stimmen könnten und dass dieser das Geld nicht tatsächlich für den 
Einkauf von Roheisen verwenden würde. Für B. spielte es zudem keine Rolle, von 
welchem Lieferanten A. das Roheisen bezog, solange das Roheisen nur der ver-
einbarten Qualität entsprach. Und schliesslich hatte B. seinen Arbeitnehmer in den 
vielen Jahren der Zusammenarbeit als zuverlässig und ehrlich kennen gelernt. Es 
drängten sich unter diesen Umständen keine weiteren Vorsichtsmassnahmen auf. 
A. macht in der Berufung weiter sinngemäss geltend, B. sei über seine finanzielle 
Situation im Bilde gewesen. Wenn B. trotzdem ohne weiteres eine Vorauszahlung 

13

vorgenommen habe, so habe er leichtfertig gehandelt. B. hat in den Einvernahmen 
bestritten, dass er die finanzielle Situation von A. gekannt habe. A. hat selbst ein-
gestanden, dass er B. nie offen gesagt habe, wie es finanziell um ihn gestanden sei 
(polizeiliche Einvernahme vom 13. November 2006, act. 4.4, S. 5 oben; vgl. auch 
die Konfronteinvernahme vom 19. September 2007, act. 4.42, S. 3 f.). In der Beru-
fung wird nun geltend gemacht, B. habe A. während der Dauer des Arbeitsverhält-
nisses drei Darlehen gewährt. Ein Saldo von Fr. 63'000.-- sei aus diesen Darlehen 
im Zeitpunkt des Abschlusses des Roheisenkaufvertrages noch offen gewesen. 
Wenn ein gut bezahlter Mitarbeiter von seinem Chef mehrere Darlehen aufnehme 
und nicht in der Lage sei, diese innert nützlicher Frist zurück zu bezahlen, dann 
liege es auf der Hand, dass gravierende finanzielle Probleme vorlägen. Dazu ist 
Folgendes auszuführen: B. gewährte A. im Jahre 1993 ein erstes Darlehen in Höhe 
von Fr. 40’000.--. Dieses Darlehen wurde vollständig zurückbezahlt. Ein zweites 
Darlehen in Höhe von Fr. 52'000.-- erhielt A. im Jahre 1999 für einen Autokauf. 
Daraus war im Herbst 2005 noch eine Schuld von Fr. 18'000.-- offen. Schliesslich 
gewährte B. im Jahre 2003 ein drittes Darlehen in Höhe von Fr. 50'000.-- im Zusam-
menhang mit dem Hausbau von A.. Aus diesem Darlehen bestand bei der Kaufver-
tragsunterzeichnung noch eine Schuld von Fr. 45'000.--. B. hat dazu ausgeführt, er 
habe sich eigentlich nie um die Rückzahlung der Darlehen gekümmert, er habe A. 
vertraut (vgl. zum Ganzen die polizeiliche Einvernahme von B. vom 7. November 
2006, act. 4.3, S. 4). Das erste Darlehen aus dem Jahre 1993 wurde also vollständig 
und offenbar ohne Probleme zurückbezahlt. Das dritte Darlehen wurde am 17. De-
zember 2003 gewährt und die nächste Rate war gemäss Schreiben von Rechtsan-
walt Dr. iur. et lic. oec. Marco Toller vom 21. Dezember 2005 an A. (act. 3.8) erst 
auf den 31. Dezember 2005 fällig, mithin erst knapp zwei Monate nach der Vorü-
berweisung vom 3. November 2005. Im Zeitpunkt der Vorüberweisung war für B. 
daher noch gar nicht ersichtlich, dass es bezüglich der Rückzahlung dieses dritten 
Darlehens zu Schwierigkeiten kommen könnte. Bezüglich des zweiten Darlehens 
vom 26. Januar 1999 war die letzte Rate in Höhe von Fr. 18'000.-- offensichtlich seit 
dem 1. Januar 2001 fällig (Schreiben von Rechtsanwalt Dr. iur. et lic. oec. Marco 
Toller vom 21. Dezember 2005 an A., act. 3.8). Einzig in Bezug auf das zweite Dar-
lehen war somit bei der Vorüberweisung am 3. November 2005 klar, dass A. mit der 
Rückzahlung ganz erheblich im Rückstand war. Dies allein jedoch genügte augen-
scheinlich nicht, um B. die desolaten finanziellen Verhältnisse seines Arbeitnehmers 
klar und eindeutig vor Augen zu führen. Ob B. im weiteren im November 2005 mit 
dieser nun in den Akten aufscheinenden Deutlichkeit die ausstehende Zahlung be-
wusst war, ist nicht klar, nachdem er sich gemäss eigenen Angaben nie um die 
Rückzahlung der Darlehen gekümmert hat. Im übrigen weist gerade der Umstand, 

14

dass B. die Rückzahlung des zweiten Darlehens nicht forciert und A. sogar noch ein 
drittes Darlehen gewährt hat, obwohl dieser mit der Rückzahlung des zweiten weit 
zurück lag, darauf hin, dass B. A. in jeder Hinsicht vertraute. Und schliesslich hat B. 
in der polizeilichen Einvernahme vom 7. November 2006 erklärt (act. 4.3, S. 4), A. 
und seine Frau hätten gut gelebt und ein teures Haus gebaut; er habe gedacht, dass 
die finanziellen Verhältnisse von A. – abgesehen von kurzfristigen Liquiditätseng-
pässen – sehr gut seien. B. wusste mithin gemäss seinen Aussagen und gemäss 
Aktenlage über die desolaten finanziellen Verhältnisse seines Arbeitsnehmers nicht 
Bescheid. Dass er A. am 3. November 2005 das Geld überwiesen hat, ist ihm mithin 
auch unter diesem Gesichtspunkt nicht als Leichtfertigkeit anzurechnen. Zusam-
menfassend kann somit festgehalten werden, dass für B. keine Anzeichen erkennt-
lich waren, dass A. nicht die Wahrheit gesagt hatte und dass er mit dem vorüber-
wiesenen Geld auch nicht wie abgemacht verfahren würde. Ebenso hatte B. keine 
Kenntnis von der desolaten finanziellen Situation von A.. Eine Opfermitverantwor-
tung ist mithin nicht gegeben. Nachdem zudem ein enges, besonderes Vertrauens-
verhältnis zwischen B. und A. bestand, aufgrund dessen B. keine Notwendigkeit 
sah, die Angaben von A. zu überprüfen, womit A. rechnen durfte, ist die Arglist vor-
liegend zu bejahen. Die gesteigerte, arglistige Täuschung liegt eben gerade darin, 
dass weder bestellt noch geliefert werden wollte (und somit keine Bonität nachge-
wiesen werden musste) und unter dem Vorwand des Bonitätsnachweises Geld er-
hältlich gemacht wurde, welches dann zur Tilgung privater Schulden verwendet 
wurde. A. hat B. mithin arglistig getäuscht; die Vorinstanz ist somit völlig zu Recht 
davon ausgegangen, dass das erste objektive Tatbestandmerkmal des Betrugs er-
füllt ist. 

6. Als zweites objektives Tatbestandsmerkmal sieht Art. 146 Abs. 1 StGB 
vor, dass die arglistige Täuschung beim Getäuschten einen Irrtum hervorrufen 
muss. Der Irrtum besteht in der Differenz zwischen dem erweckten Anschein und 
der Wirklichkeit. Das irreführende Verhalten muss bei der Person, die getäuscht 
werden soll, tatsächlich einen Irrtum hervorrufen. Nicht erforderlich ist, dass sich der 
Getäuschte konkret vorstellt, die Angabe sei richtig; es genügt, dass er im Sinne 
eines „Mitbewusstseins“ hiervon ausgeht (BGE 118 IV 38). Weitere Anforderungen 
werden an den Irrtum nicht gestellt. – A. hat B. mitgeteilt, er müsse einem Lieferan-
ten seine Bonität nachweisen, weshalb er das Geld sofort benötige und die Voraus-
zahlung um einen Tag vorverschoben werden solle. In Tat und Wahrheit führte A. 
zwar Verhandlungen mit der P. Holding GmbH, welche grundsätzlich auch auf Vor-
auszahlung eventueller Bestellungen bestand (vgl. Bestätigungsschreiben vom 4. 
Dezember 2007, vorinstanzliche Akten, act. 12), jedoch waren die Verhandlungen 

15

mitnichten so weit gediehen, dass A. bereits eine Bestellung aufgegeben hätte und 
in diesem Zusammenhang zur Vorauszahlung verpflichtet gewesen wäre. Ein Nach-
weis seiner Bonität stand daher am 3. November 2005 überhaupt nicht bevor. A. 
wollte das Geld zugegebenermassen auch nicht für eine Vorauszahlung verwen-
den, sondern für private Zwecke einsetzen. B. jedoch ging aufgrund der Behaup-
tungen von A. davon aus, dass dieser das Roheisen sofort bestellen würde, ansons-
ten der Überweisungstermin ja nicht um einen Tag vorverschoben hätte werden 
müssen (vgl. polizeiliche Einvernahme von B. vom 7. November 2006, act. 4.3, S. 
2 oben). B.s Vorstellung, dass A. tatsächlich sofort seine Bonität nachweisen 
müsste und dass das von ihm überwiesene Geld für den Kauf von Roheisen ver-
wendet werden würde, differierte damit ganz erheblich von der Wirklichkeit. Die von 
A. vorgenommene arglistige Täuschung hatte somit bei B. einen Irrtum bewirkt. 
Auch dieses Tatbestandselement des Betrugs ist mithin erfüllt, was in der Beru-
fungsschrift denn auch nicht substantiiert bestritten wird.

7. Neben der arglistigen Täuschung und dem Irrtum verlangt Art. 146 
Abs. 1 StGB, dass der Getäuschte eine Vermögensdisposition vornimmt. Darunter 
ist nach der Praxis des Bundesgerichts jede Handlung, Duldung oder Unterlassung 
des Irrenden zu verstehen, die geeignet ist, eine Vermögensverminderung herbei-
zuführen. Der Getäuschte muss also sich selbst oder das in seiner Verfügungs-
macht stehende fremde Vermögen schädigen. Die Vermögensdisposition muss 
stets auf den Irrtum des Geschädigten zurückzuführen sein. Neben dem Kausalzu-
sammenhang muss zwischen der Täuschung, dem Irrtum und der Vermögensver-
fügung überdies ein Motivationszusammenhang bestehen; der Betroffene muss zu-
folge des irreführenden Verhaltens und seines Irrtums zur Vermögensverfügung 
motiviert worden sein. Folglich müssen Getäuschter und Verfügender identisch 
sein. Im weiteren kann die Verminderung des Vermögens sowohl dasjenige des 
Irrenden wie auch eines Dritten betreffen. In diesem zweiten Fall muss jedoch vor-
ausgesetzt werden, dass der Verfügende im Zeitpunkt seiner Irreführung rechtlich 
oder tatsächlich – weil er für den Vermögenskreis des Geschädigten in irgendeiner 
Weise „verantwortlich“ ist – über das fremde Vermögen verfügen kann. Schliesslich 
muss der Disponierende freiwillig und nicht als Werkzeug des Täters handeln, an-
sonsten Diebstahl in mittelbarer Täterschaft vorliegt. – Vorliegend hat B. am 3. No-
vember 2005 an A. eine Zahlung in Höhe von Fr. 76'800.-- geleistet (polizeiliche 
Einvernahme von B. vom 27. November 2006, act. 4.5, S. 1 f.). Diese Zahlung er-
folgte von einem Konto der K. AG (vgl. Belastungsanzeige der Graubünden Kanto-
nalbank vom 3. November 2005, act. 4.15). B. ist gemäss Handelsregisterauszug 
Mitglied des Verwaltungsrates der K. AG und einzelzeichnungsberechtigt (act. 3.4). 

16

Zudem ist er Geschäftsführer der K. AG. Er war mithin berechtigt, Zahlungen aus 
dem Vermögen derselben vorzunehmen. Durch die Zahlung hat sich das Vermögen 
der K. AG offensichtlich verringert. B. hat mithin eine Vermögensdisposition zu Las-
ten der K. AG vorgenommen. Dies tat er zudem, weil er davon ausging, A. müsse 
einem Lieferanten gegenüber seine Bonität nachweisen und werde anschliessend 
mit dem Geld Roheisen einkaufen. Sowohl Kausalzusammenhang als auch Motiva-
tionszusammenhang sind daher zu bejahen. Und schliesslich sind aufgrund der Ak-
ten auch keine Anzeichen ersichtlich, dass B. die Vorüberweisung auch vorgenom-
men hätte, wenn er den wahren Sachverhalt gekannt hätte. Zwar hat B. seinem 
Arbeitnehmer verschiedentlich Darlehen gewährt. Jedoch waren dies offenbar Pri-
vatdarlehen von B.. Dafür spricht die Tatsache, dass sich B. nach eigener Aussage 
um die Rückzahlung dieser Darlehen nie gekümmert hat (polizeiliche Einvernahme 
von B. vom 7. November 2006, act. 4.3, S. 4). Aufgrund der Akten kann daher nicht 
davon ausgegangen werden, B. hätte A. das Geld der K. AG auch überwiesen, 
wenn er gewusst hätte, wozu dieser das Geld verwendet. A. macht dies denn auch 
weder in seinen Einvernahmen noch in der Berufungsschrift geltend; er äussert sich 
in der Berufung vielmehr gar nicht zur Frage der Vermögensdisposition. Das Tatbe-
standsmerkmal der Vermögensdisposition ist offensichtlich erfüllt, wovon auch die 
Vorinstanz zu Recht ausging. 

8. Als letztes objektives Tatbestandsmerkmal nennt Art. 146 Abs. 1 StGB 
den Vermögensschaden. Das Vermögen besteht nach dem sogenannten wirt-
schaftlich-juristischen Vermögensbegriff aus allen rechtlich geschützten Gütern ei-
ner Person, welchen im Wirtschaftsleben ein Wert beigemessen wird. Der Schaden 
besteht in der Differenz zwischen der effektiven Gesamtvermögenslage und der hy-
pothetischen Vermögenslage unter der Annahme, dass die Erklärung des Täters 
wahr war. Die Schädigung kann in einer Verminderung der Aktiven, einer Vermeh-
rung der Passiven oder im Entgehen von Gewinn – sofern der Geschädigte auf die-
sen einen Rechtsanspruch hat – bestehen. Als Schädigung im Sinne von Art. 146 
Abs. 1 StGB genügt jede Beeinträchtigung des Vermögens, auch wenn sie bloss 
vorübergehend ist – späterer Ersatz schliesst Betrug daher nicht aus (BGE 105 IV 
104; 102 IV 88; 80 IV 158). – B. hat eine Zahlung aus dem Vermögen der K. AG 
vorgenommen. Dadurch wurde dieses Vermögen verringert. A. wiederum hat er-
klärt, er müsse einem Lieferanten seine Bonität sofort nachweisen können. Wäre 
diese Behauptung zutreffend gewesen, so hätte A. eine Bestellung vorgenommen 
(denn nur in diesem Zusammenhang wäre ein Nachweis der Bonität überhaupt not-
wendig geworden) und wäre in der Lage gewesen, der K. AG wie vereinbart 160 
Tonnen Hämatit-Roheisen zu liefern. Da A. das Geld jedoch für private Zwecke ver-

17

wendete, konnte er weder seine Bonität nachweisen, noch eine Bestellung vorneh-
men und die K. AG nach Erhalt der Ware beliefern. Die K. AG hat mithin für ihre 
Zahlung schlussendlich keinen Gegenwert erhalten. Ihr Vermögen war somit gerin-
ger, als es gewesen wäre, wenn die Behauptungen von A. der Wahrheit entspro-
chen hätten. Es ist ihr daher ein Schaden entstanden. Auch das Tatbestandsmerk-
mal des Vermögensschadens ist vorliegend folglich gegeben. A. hat dies in seiner 
Berufung denn auch nicht substantiiert bestritten. Damit sind alle objektiven Tatbe-
standselemente erfüllt, wovon bereits die Vorinstanz ausgegangen ist.

9. In subjektiver Hinsicht verlangt Art. 146 Abs. 1 StGB neben dem Vor-
satz die Absicht unrechtmässiger Bereicherung. 

a) Der Vorsatz muss sich auf sämtliche objektiven Tatbestandsmerkmale wie 
auch auf den sie verbindenden Kausalzusammenhang beziehen; gemäss Art. 12 
Abs. 2 Satz 2 StGB genügt Eventualvorsatz. Erforderlich ist also, dass der Täter mit 
Wissen und Willen jemanden durch täuschendes Verhalten arglistig in einen Irrtum 
versetzt und ihn dadurch veranlasst, eine Disposition vorzunehmen, welche ihn oder 
einen anderen am Vermögen schädigt. Besonders zu beachten ist, dass sich der 
Vorsatz der Schädigung nur auf eine solche vorübergehender Natur zu beziehen 
braucht. Eventualvorsätzlich wiederum handelt ein Täter, der den Erfolg nicht an-
strebt, aber weiss, dass dieser möglicherweise mit der willentlich vollzogenen Hand-
lung verbunden ist. Die Rechtsprechung bejaht Eventualvorsatz, wenn der Täter 
den Eintritt des Erfolgs beziehungsweise die Tatbestandsverwirklichung für möglich 
hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für den Fall seines Eintritts in Kauf 
nimmt, sich damit abfindet, mag er ihm auch unerwünscht sein (BGE 131 IV 1 E 2.2; 
130 IV 58 E 8.1 f.; 125 IV 242 E 3c; 121 IV 249 E 3a/aa; 119 IV 1 E 5a). Für den 
Nachweis des Vorsatzes kann sich der Richter – soweit der Täter nicht geständig 
ist – regelmässig nur auf äusserlich feststellbare Indizien und auf Erfahrungsregeln 
stützen, die ihm Rückschlüsse von den äusseren Umständen auf die innere Einstel-
lung des Täters erlauben. Nach der Rechsprechung darf er vom Wissen des Täters 
auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter die Verwirklichung der Gefahr als 
so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, sie als Folge hinzunehmen, 
vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des Erfolges ausgelegt werden kann. Zu den 
äusseren Umständen, aus denen der Schluss gezogen werden kann, der Täter 
habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen, zählt die Rechtsprechung 
unter anderem auch die Grösse des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestands-
verwirklichung und die Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung. Je grösser die Wahr-
scheinlichkeit der Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfalts-
pflichtverletzung wiegt, desto näher liegt die tatsächliche Schlussfolgerung, der 

18

Täter habe die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen (BGE 130 IV 58 E 
8.4, mit Hinweisen; vgl. auch das Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 2007, 
6S.582/2006, E 3.4). – A. hat ohne Zweifel mit Wissen und Willen B. getäuscht, 
indem er diesem erzählte, er müsse einem Lieferanten gegenüber seine Bonität 
sofort nachweisen, obwohl dies nicht zutraf und er von Beginn weg plante, das Geld 
für private Zwecke zu verwenden (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 13. November 
2006, act. 4.4, S. 3 Mitte). Aufgrund des ausgesprochen guten Verhältnisses zwi-
schen B. und A., das von grossem Vertrauen geprägt war, sowie aufgrund der Tat-
sache, dass sowohl Vorauszahlung als auch Bonitätsnachweis im Giessereige-
werbe Usanz sind, konnte A. zudem davon ausgehen, dass B. seine Angaben nicht 
überprüfen werde. A. wollte B. im weiteren augenscheinlich und klarerweise durch 
seine Täuschung dazu veranlassen, eine Vermögensdisposition zu seinen Gunsten 
vorzunehmen. Bezüglich der Schädigungsabsicht macht A. in der Berufung nun 
aber geltend, er habe nie eine solche gehabt. Er sei davon ausgegangen, dass er 
das Roheisen erst im Juni 2006 liefern müsse, und er habe darauf vertraut, dass er 
durch seine selbständige Erwerbstätigkeit in die Lage versetzt werde, in jenem Zeit-
punkt das Roheisen auch liefern oder das Geld zurückbezahlen zu können. Aus den 
Akten ergibt sich, dass die finanzielle Situation von A. sowohl im Herbst/Winter 2005 
als auch im ersten Halbjahr 2006 desolat war. Er hatte neben ganz erheblichen 
Hypothekarschulden private Darlehensschulden in Höhe von mehr als Fr. 200'000.--
, zu welchen zum Teil noch erhebliche Beträge für Zinsen dazu kamen (vgl. den 
Kollokationsplan, act. 4.32; dabei sind die Rückzahlungen vom 3. November 2005 
an F. in Höhe von Fr. 50'000.-- und vom 2. Dezember 2005 an B. in Höhe von Fr. 
30'000.-- bereits berücksichtigt). Hinzu kommt eine Zahlung von G. in Höhe von Fr. 
45'000.-- vom 29. Juli 2005, die eigentlich als Teilzahlung für sechs Aktien der X. 
gedacht war, die G. jedoch zurückverlangte, nachdem sich im Herbst 2005 erwiesen 
hatte, dass einerseits die Aktien ganz erheblich weniger Wert waren (vgl. act. 4.8 – 
4.11) und dass andererseits A. aufgrund eines Beteiligungsvertrages vom 30. April 
1999 und des darin vereinbarten Rückkaufsrechts die Aktien an B. verkaufen 
musste (act. 4.14, Ziff. 3), was er schlussendlich auch getan hat (Vereinbarung zum 
Aktienübertrag vom 1. März 2006, act. 4.12). A. war sich seiner ausgesprochen 
schwierigen finanziellen Situation fraglos bewusst (vgl. polizeiliche Einvernahme 
vom 13. November 2006, act. 4.4, S. 2 unten; untersuchungsrichterliche Einver-
nahme vom 30. Januar 2007, act. 4.37, S. 1) und er wusste ohne Zweifel, dass er 
aufgrund dieser desolaten finanziellen Situation aus eigenen Mitteln keine Rückzah-
lung an B. und auch keine Vorauszahlung an einen Lieferanten leisten konnte (vgl. 
seine Aussagen gegenüber der Polizei am 13. November 2006, act. 4.4, S. 4 unten). 
Daneben wird aus dem Kollokationsplan und auch aus dem Umstand, dass A. einen 

19

erheblichen Teil der Vorauszahlung der K. AG für die Rückzahlung eines Privatdar-
lehens benötigte, ersichtlich, dass A. schon verschiedentlich Verwandte und 
Freunde um Darlehen in beträchtlicher Höhe gebeten hatte, die zum grössten Teil 
noch nicht zurückbezahlt waren. Dass er von dieser Seite noch weitere finanzielle 
Mittel innert nützlicher Frist und in genügender Höhe hätte erhältlich machen kön-
nen, darf bezweifelt werden. Auf jeden Fall aber hatte er keinen Anspruch darauf, 
weshalb er sich nicht darauf verlassen durfte. Dies war ihm zweifellos bewusst, was 
sich darin zeigt, dass er es schlussendlich unterlassen hat, andere Leute um Darle-
hen zu bitten, um die Rückzahlung an die K. AG vornehmen zu können. Aber auch 
mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit konnte A. nicht genügend flüssige Mittel 
generieren, um eine Rückzahlung an die K. AG oder eine Vorauszahlung an einen 
Lieferanten leisten zu können. Dass eine Firma, die ganz neu ins Geschäft einsteigt 
und daher zuerst von Grund auf aufgebaut werden muss, in aller Regel in der ersten 
Zeit nur kleine Umsätze erzielt und oft auch rote Zahlen schreibt, ist allgemein be-
kannt. Insbesondere dürfte dies auch A. bestens bekannt gewesen sein, hat er doch 
mitgeholfen, die X. zu restrukturieren und in die schwarzen Zahlen zurückzuführen, 
was gemäss Bericht von A. vom 16. Mai 2007 zu seiner privaten, beruflichen und 
finanziellen Situation mehrere Jahre in Anspruch genommen hat, obwohl das Un-
ternehmen bereits „sehr gut positioniert“ war (act. 1.15/2, S. 1). Rechtsanwalt Dr. 
iur. Jürg Domenig hat in der Berufung denn auch den von A. in den Monaten Januar 
und Februar 2006 erzielten Umsatz von insgesamt Fr. 23'000.-- als für einen Neu-
einsteiger gar nicht so schlecht bezeichnet. A. selbst hat gegenüber dem Untersu-
chungsrichter ausgeführt, in Anbetracht der Tatsache, dass dieser Umsatz in der 
Startphase erzielt worden sei, könne man diesen Betrag als hoch einstufen (unter-
suchungsrichterliche Einvernahme vom 6. Juli 2007, act. 4.39, S. 4 unten). Selbst 
wenn nun A. in der Lage gewesen wäre, bis im Juni 2006 weiterhin einen solch 
guten Umsatz in etwa gleicher Höhe zu erzielen, und er diesen gesamten Umsatz 
ungeschmälert für die Rückzahlung an B. beziehungsweise für eine Vorauszahlung 
bei einem Lieferanten verwendet hätte – also ohne eine einzige andere Zahlung zu 
tätigen und auch ohne Mittel für den Unterhalt seiner Familie einzusetzen (was völ-
lig unrealistisch ist) –, so hätte er trotzdem bis Ende Juni 2006, als nach seiner 
eigenen Aussage die Lieferung des Roheisens spätestens erfolgen sollte, nicht 
genügend Geld gehabt, um B. oder aber einen Lieferanten zu bezahlen. Die Vor-
stellung, durch die selbständige Erwerbstätigkeit genügend flüssige Mittel zu erhal-
ten, um rechtzeitig entweder eine Rückzahlung an B. oder eine Vorauszahlung an 
einen Lieferanten vornehmen zu können, erwies sich daher von vornherein deutlich 
und leicht erkennbar als vollkommen unrealistisch. Des weiteren ist es in der Gies-
sereibranche offenbar Usanz, dass Lieferungen vorausbezahlt werden müssen. 

20

Dies wusste A. und er machte sich diese Usanz gegenüber B. ja gerade zu Nutzen. 
A. musste daher davon ausgehen, dass er keine Lieferung ohne Vorauszahlung 
erhalten würde. Die P. Holding GmbH, mit welcher A. Verhandlungen führte, be-
stand denn offensichtlich auch auf einer Vorauszahlung (vgl. das Bestätigungs-
schreiben vom 4. Dezember 2007, vorinstanzliche Akten, act. 12). A. konnte somit 
auch nicht darauf vertrauen, dass er ohne Vorauszahlung eine Lieferung erhalten 
werde. Insofern ist seine Aussage gegenüber der Polizei, in jenem Zeitpunkt seien 
die Verhandlungen mit der P. Holding GmbH noch im Gang gewesen und er habe 
die Finanzierungsmöglichkeiten noch nicht gekannt (act. 4.4, S. 4), wenig überzeu-
gend. Als Branchenneuling konnte er ohne Zweifel erst recht nicht damit rechnen, 
dass er entgegen aller Usanz ohne Vorauszahlung eine Lieferung erhalten würde. 
Selbst wenn das Roheisen tatsächlich erst im Juni 2006 hätte geliefert werden müs-
sen, kann aufgrund der Akten ausgeschlossen werden, dass A. in der Lage gewe-
sen wäre, in jenem Zeitpunkt den Kaufvertrag zu erfüllen oder B. das Geld zurück-
zubezahlen. Ob A. davon ausgehen durfte, er müsse erst im Juni 2006 liefern, spielt 
vorliegend daher keine Rolle, weshalb diese Frage offen gelassen werden kann. Es 
erübrigen sich damit Überlegungen bezüglich des vereinbarten Liefertermins. Daran 
ändert auch A.s Auffassung nichts, dass B. vom Vertrag zurückgetreten sei, noch 
bevor der von ihm genannte Liefertermin im Dezember 2005 verstrichen gewesen 
sei. A. hätte im Dezember 2005 weder eine Rückzahlung leisten noch den Vertrag 
erfüllen können. Auch zu keinem späteren Zeitpunkt wäre er dazu in der Lage ge-
wesen. Er hatte zudem am 19. Dezember 2006, also noch vor dem monierten Rück-
tritt, gegenüber B. erklärt, er könne nicht liefern (vgl. Fax vom 19. Dezember 2005, 
act. 3.12). Und schliesslich macht er nicht geltend, dass ihm aus dem behaupteten 
Rücktritt eine Forderung gegen B. beziehungsweise die K. AG zustehe, die mit der 
Forderung aus der Vorauszahlung verrechnet werden könnte. Die Frage des Rück-
tritts braucht unter diesen Umständen nicht näher geprüft zu werden. Fest steht, 
dass A. aus eigenen Mitteln zu keinem Zeitpunkt eine Rückzahlung an B. oder eine 
Vorauszahlung bei einem Lieferanten vornehmen konnte, dass er keine Geldein-
gänge in der Höhe der Vorauszahlung in Aussicht hatte (vgl. seine Aussage anläss-
lich der polizeilichen Einvernahme vom 13. November 2006, act. 4.4, S. 4 unten), 
dass er nicht darauf vertrauen konnte, von Dritten Darlehen in der notwendigen 
Höhe zu erhalten, und dass er auch mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit nicht 
genügend flüssige Mittel erlangen konnte, um rechtzeitig die Lieferung vorzuneh-
men oder das Geld zurückzubezahlen. A. war seine eigene desolate finanzielle Si-
tuation bekannt, er wusste, dass er aus eigenen Mitteln in absehbarer Zeit nicht 
leisten konnte und auch keine Geldeingänge in der notwendigen Höhe anstanden. 
Dass er mit seiner selbständigen Erwerbstätigkeit, die er gerade erst beginnen 

21

wollte, nicht innert nützlicher Frist Einnahmen in der Höhe der Vorauszahlung erzie-
len würde, die er zudem auch vollumfänglich für die Rückzahlung der Vorauszah-
lung oder die Bestellung der Ware verwenden konnte, ist offensichtlich und drängte 
sich mit unumstösslicher Klarheit auf. Insbesondere musste dies A. klar sein, der 
mitgeholfen hatte, die X. über mehrere Jahre in die Gewinnzone zurückzuführen. 
Unter diesen Umständen aber konnte A. nicht mehr ernsthaft darauf vertrauen, er 
werde die Vorauszahlung zurückbezahlen oder aber rechtzeitig eine Lieferung ver-
anlassen können. Aufgrund der konkreten Situation konnte er gar nicht anders, als 
ernsthaft mit der Möglichkeit zu rechnen, dass er das Geld weder zurückbezahlen 
noch vereinbarungsgemäss für den Bonitätsnachweis und damit für die Bestellung 
der Ware verwenden können werde. Damit aber drängte sich die Möglichkeit einer 
Schädigung der K. AG dermassen klar und leicht erkennbar auf, dass A. gar nicht 
anders konnte, als diese ernstlich in Betracht zu ziehen. Er konnte unter diesen 
Umständen nicht mehr darauf vertrauen, die Schädigung werde nicht eintreten. 
Dass er trotzdem die Vorauszahlung für private Zwecke verwendet hat, kann daher 
nicht anders denn als Inkaufnahme des als möglich erkannten Erfolgs ausgelegt 
werden. Wenn A. geltend macht, er habe darauf vertraut, er werde die Situation 
meistern, liegt darin lediglich die blosse Hoffnung darauf, dass sich der Tatbestand 
dank glücklicher Fügung doch nicht verwirklichen werde, welche die Inkaufnahme 
des Erfolges nicht ausschliesst (Urteil des Bundesgerichts vom 28. März 2006, 
6S.114/2005, E 5; BGE 130 IV 58 E 9.1.1). Aus dem Dargelegten wird auch klar, 
dass A. nicht bewusst fahrlässig gehandelt hat. Die Abgrenzung zwischen Eventu-
alvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit kann im Einzelfall schwierig sein. Sowohl 
der eventualvorsätzlich als auch der bewusst fahrlässig handelnde Täter wissen um 
die Möglichkeit oder das Risiko der Tatbestandsverwirklichung. Hinsichtlich der Wis-
sensseite stimmen somit beide Erscheinungsformen des subjektiven Tatbestandes 
überein. Unterschiede bestehen jedoch beim Willensmoment. Der bewusst fahrläs-
sig handelnde Täter vertraut (aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit) darauf, dass der 
von ihm als möglich vorausgesehene Erfolg nicht eintreten, sich das Risiko der Tat-
bestandserfüllung mithin nicht verwirklichen werde. Das gilt selbst für den Täter, der 
sich leichtfertig beziehungsweise frivol über die Möglichkeit der Tatbestandserfül-
lung hinwegsetzt und mit der Einstellung handelt, es werde schon nichts passieren. 
Demgegenüber nimmt der eventualvorsätzlich handelnde Täter den Eintritt des als 
möglich erkannten Erfolgs ernst, rechnet mit ihm und findet sich mit ihm ab. Nicht 
erforderlich ist, dass der Täter den Erfolg auch billigt (BGE 130 IV 58 E 8.3). Aus 
dem bereits Ausgeführten ergibt sich nun, dass sich die Möglichkeit einer Schädi-
gung der K. AG dermassen klar und für jedermann leicht erkennbar aufgedrängt 
hat, das Risiko der Tatbestandsverwirklichung mithin so gross war, dass A. nicht 

22

mehr ernsthaft darauf vertrauen konnte, er werde den als möglich erkannten Erfolg 
abwenden können. Ein mögliches Festhalten an einer erkennbar vollkommen unre-
alistischen Hoffnung aber vermag den Eventualvorsatz nicht auszuschliessen. A. 
hat daher nicht bewusst fahrlässig, sondern eventualvorsätzlich gehandelt. Er hat 
mithin die Schädigung der K. AG in Kauf genommen, mag ihm diese Schädigung 
auch unwillkommen gewesen sein. Daran vermögen auch die weiteren Ausführun-
gen in der Berufung nichts zu ändern. So macht A. darin geltend, er sei bis anfangs 
Dezember 2005 davon ausgegangen, dass die sechs Aktien der X., welche er be-
sessen habe, einen Wert von rund Fr. 70'000.-- hätten. Dies zeige deutlich auf, dass 
er an seine finanzielle Leistungsfähigkeit geglaubt und nie die Absicht gehabt habe, 
seinen ehemaligen Arbeitgeber zu schädigen. Auch wenn A. in den Einvernahmen 
immer wieder betont hat, er habe damit gerechnet, für die sechs Aktien der X. zu-
mindest Fr. 70'000.-- zu erhalten, erscheint dies wenig glaubhaft. Zum einen hat A. 
den Wert der Aktien im Frühjahr/Sommer 2005 selbst berechnet und ist dabei auf 
Fr. 9'068.-- pro Aktie gekommen (act. 4.9 und act. 4.19; polizeiliche Einvernahme 
von A. vom 13. November 2006, act. 4.4, S. 6 f.). Dies ergibt bei sechs Aktien einen 
Gesamtwert von Fr. 54'408.--, also erheblich weniger als Fr. 70'000.--. Zum anderen 
hat er die sechs Aktien im Sommer 2005 nach übereinstimmenden Aussagen an G. 
verkauft und zwar zu einem Preis von Fr. 9'000.-- pro Aktie (polizeiliche Einver-
nahme von G. vom 25. Oktober 2006, act. 4.2, S. 2 oben und S. 3 Mitte; polizeiliche 
Einvernahme von A. vom 13. November 2006, act. 4.4, S. 5 und S. 7). Auch dies 
spricht dafür, dass A. höchstens von einem Wert pro Aktie in Höhe von rund Fr. 
9'000.-- ausgegangen ist, ist es doch wenig wahrscheinlich, dass er die Aktie erheb-
lich unter Wert verkauft hätte, denn er war aufgrund seiner desolaten finanziellen 
Situation auf das Geld angewiesen. Dass er bei einem Verkaufspreis von Fr. 9'000.-
- pro Aktie für die insgesamt sechs Aktien der X. erheblich weniger als Fr. 70'000.-- 
lösen würde, ist leicht erkennbar und musste ohne Zweifel auch A. bewusst sein. 
Kommt hinzu, dass er von G. bereits einen erheblichen Teil des vereinbarten Kauf-
preises erhalten hatte. G. hatte A. nämlich am 29. Juli 2005 bereits Fr. 45'000.-- für 
die Aktien vorausbezahlt (vgl. die Auszahlungsbelege, act. 4.17 und act. 4.18). A. 
hat diese Tatsache bestätigt (polizeiliche Einvernahme vom 13. November 2006, 
act. 4.4, S. 5). Bei einem vereinbarten Verkaufspreis von insgesamt Fr. 54'000.-- 
(nämlich Fr. 9'000.-- pro Aktie) und einer bereits geleisteten Anzahlung von Fr. 
45'000.-- konnte A. offensichtlich noch höchstens eine weitere Zahlung in Höhe von 
Fr. 9'000.-- erwarten. Dass er trotzdem mit Fr. 70'000.-- rechnete, erscheint daher 
nicht glaubhaft. Selbst wenn man davon ausginge, A. hätte – wie auch immer – 
schlussendlich tatsächlich Fr. 70'000.-- für die sechs Aktien der X. gelöst, so wären 
die Fr. 45'000.--, die G. für die Aktien bereits bezahlt hatte, davon abzuziehen, hatte 

23

A. dieses Geld doch bereits für private Zwecke verbraucht (polizeiliche Einver-
nahme vom 13. November 2006, act. 4.4, S. 5 unten und S. 7 Mitte), es war somit 
nicht mehr vorhanden. A. hätte daher auch unter der äusserst unwahrscheinlichen 
Annahme, er hätte Fr. 70'000.-- für die Aktien erhalten, höchstens noch mit einer 
Zahlung von Fr. 25'000.-- rechnen können, was er selbst zugestanden hat (vgl. un-
tersuchungsrichterliche Einvernahme vom 6. Juli 2007, act. 4.39, S. 2 unten). Auch 
der Erlös aus dem Verkauf der sechs Aktien der X. hätte daher bei weitem nicht 
gereicht, um das Roheisen zu kaufen und dann an die K. AG zu liefern oder B. die 
Vorauszahlung zurückzuerstatten. Da A. wusste, dass er für die Aktien bereits eine 
erhebliche Zahlung erhalten und diese für private Zwecke verbraucht hatte, so dass 
er nur noch mit einer kleineren Zahlung rechnen konnte, konnte er auch nicht darauf 
vertrauen, der Erlös aus dem Verkauf der Aktien werde ihn in die Lage versetzen, 
entweder den Kaufvertrag zu erfüllen oder B. das Geld zurückzugeben. Augen-
scheinlich stellte auch der Verkauf der Aktien die notwendige Leistungsfähigkeit von 
A. nicht her. Dies ist offensichtlich und leicht erkennbar und musste A. ohne Zweifel 
bewusst sein. Er konnte unter diesen Umständen nicht darauf vertrauen, dass er 
durch den Verkauf der Aktien genügend flüssige Mittel erhalten würde, um eine Be-
stellung vorzunehmen oder die Vorauszahlung an B. zurückzubezahlen. Auch unter 
dem Gesichtspunkt des Verkaufs der Aktien der X. zeichnete sich daher die Schä-
digung der K. AG dermassen klar und eindeutig ab, dass A. diese in Kauf genom-
men hat, indem er die Vorauszahlung der K. AG für private Zwecke verwendet hat. 
Schliesslich macht A. in der Berufung noch geltend, er habe bei seinem Ausschei-
den aus der K. AG Ende November 2005 sein Pensionskassenguthaben bezogen 
und davon mit Valuta 2. Dezember 2005 seinem ehemaligen Arbeitgeber Fr. 
30'000.-- zur Tilgung der Schulden überwiesen. Dies spreche gegen eine Schädi-
gungsabsicht. Wenn er Ende Oktober 2005 tatsächlich die Absicht gehabt hätte, 
seinen Chef zu betrügen, dann hätte er ihm gut einen Monat später mit Sicherheit 
nicht noch Fr. 30'000.-- von seinem sauer verdienten Pensionskassengeld überwie-
sen. Auch diesem Einwand kann nicht gefolgt werden. Vorliegend ist nämlich zwi-
schen den privaten Darlehen, die B. A. gewährt hat, und der Vorauszahlung der K. 
AG zu unterscheiden. Wie bereits eingehend ausgeführt, hat B. A. über die Jahre 
mehrere private Darlehen gewährt, die teilweise noch nicht zurückbezahlt sind. Um 
diese Darlehen und ihre noch ausstehende Rückzahlung geht es im vorliegenden 
Verfahren jedoch nicht. Es geht allein um die Vorauszahlung der K. AG. Aus den 
Akten ergibt sich, dass A. am 2. Dezember 2005 tatsächlich eine Zahlung in Höhe 
von Fr. 30'000.-- geleistet hat. Diese Zahlung ging aber nicht an die K. AG, sondern 
an die AA. AG (vgl. den Überweisungsbeleg vom 2. Dezember 2005, act. 1.15/3.5). 
A. hat in der polizeilichen Einvernahme vom 13. November 2006 denn auch ausge-

24

führt, B. habe gewusst, dass er die Darlehen mit der Auszahlung der Pensionskasse 
teilweise zurückbezahlt habe (act. 4.4, S. 5 oben, Hervorhebung hinzugefügt). A. 
erklärte damit selbst, dass er mit den Fr. 30’000.-- eine Rückzahlung an die noch 
offenen Darlehen geleistet hatte. Er wollte mit dieser Zahlung daher offensichtlich 
nicht eine mögliche Schädigung der K. AG zumindest teilweise verhindern, sondern 
einzig seine Darlehensschuld gegenüber B. verringern. Diese Zahlung hatte mit der 
Vorauszahlung der K. AG somit gar nichts zu tun. Der Umstand, dass A. bezüglich 
der ausstehenden Darlehen, welche B. ihm gewährt hatte, eine Rückzahlung vor-
nahm, spricht in diesem Fall folglich in keiner Weise dagegen, dass er eine Schädi-
gung der K. AG in Kauf nahm. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass A. B. 
bewusst täuschte, als er diesem gegenüber bewusst erklärte, er benötige die Vor-
auszahlung für den sofortigen Nachweis seiner Bonität, obwohl dies nicht der Wahr-
heit entsprach, dass er darauf vertrauen konnte, B. werde aufgrund des bestehen-
den, besonderen Vertrauensverhältnisses diese Aussage nicht nachprüfen, dass er 
B. durch sein Verhalten bewusst und gewollt zu einer Vermögensdisposition veran-
lasste und dass er zumindest in Kauf nahm, dass die K. AG dabei zu Schaden kam. 
A. hat somit zumindest eventualvorsätzlich gehandelt. 

b) Der Betrüger muss im weiteren mit der Absicht unrechtmässiger Bereiche-
rung handeln, wobei gemäss herrschender Lehre die eventuelle Absicht genügt. 
Gemeint ist damit nicht, dass der Täter die Bereicherung nur eventuell anstreben 
müsste. Tatsächlich muss er mit der Intention der Bereicherung handeln. Von Even-
tualabsicht darf nur deshalb gesprochen werden, weil und soweit der Täter nicht 
sicher ist, ob die betreffende Bereicherung unrechtmässig ist. Unter Bereicherung 
versteht man im weiteren irgendeine – dauernde oder bloss vorübergehende – wirt-
schaftliche Besserstellung im Sinne des Vermögensbegriffes. Sie besteht regelmäs-
sig im Wert des Deliktsobjektes, welcher entweder in Form des Gegenstands selber 
oder als Erlös aus dessen Veräusserung dem Vermögen des Täters beziehungs-
weise eines Dritten einverleibt wird. Darüber hinaus kann der Wert der Sache aus-
ser in ihrer Substanz auch in der Möglichkeit ihres regulären Gebrauchs unter wirt-
schaftlichen Gesichtpunkten liegen. Beim Betrug ist richtigerweise nach dem soge-
nannten Grundsatz der Stoffgleichheit vorausgesetzt, dass der Täter sich oder ei-
nen Dritten gerade aus dem Vermögensbestandteil bereichern will, um welchen der 
Getäuschte beziehungsweise die von seiner Disposition betroffene Person geschä-
digt werden soll. Als unrechtmässig hat die Bereicherung zu gelten, wenn sie im 
Widerspruch zu einer oder mehreren Rechtsnormen steht. Die Absicht, sich oder 
einen anderen unrechtmässig zu bereichern, liegt in der Regel vor, sobald der Täter 
die Sache als solche sich selber oder einem anderen zueignen will. – A. hat die 

25

Vorauszahlung der K. AG für private Zwecke verwendet. Damit hat er sich die Vor-
auszahlung angeeignet und er hat offensichtlich auch eine Bereicherung erfahren, 
musste er doch nicht andere seiner Mittel für die Rückzahlung eines Privatdarlehens 
und die Zahlung von Hypothekarzinsen einsetzen. A. hatte von Beginn weg geplant, 
das Geld für sich persönlich zu verwenden (polizeiliche Einvernahme vom 13. No-
vember 2006, act. 4.4, S. 3 Mitte). Er handelte somit ohne Zweifel mit Bereiche-
rungsabsicht. A. hatte im weiteren keinen Anspruch darauf, das Geld für sich per-
sönlich zu verwenden. Er tat dies vielmehr entgegen der Abmachung mit B., dass 
er das Geld für den Nachweis seiner Bonität gegenüber einem Lieferanten und für 
die Bezahlung einer Lieferung Roheisen verwenden würde. Die beabsichtigte und 
auch eingetretene Bereicherung war daher unrechtmässig. A. hat somit den subjek-
tiven Tatbestand des Betrugs vollständig erfüllt, wovon auch die Vorinstanz zu 
Recht ausgegangen ist.

c) Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass A. mit seinem Verhalten 
sowohl sämtliche objektiven als auch alle subjektiven Tatbestandsmerkmale des 
Betruges erfüllt hat. Er hat sich daher eines Betruges schuldig gemacht. Die Verur-
teilung durch die Vorinstanz erfolgte mithin zu Recht, die Berufung ist in diesem 
Punkt abzuweisen.

10. A. hat mit seiner Berufung gemäss Rechtsbegehren das gesamte vor-
instanzliche Urteil angefochten, mithin auch die Strafzumessung. In der Begrün-
dung der Berufung geht er jedoch mit keinem Wort auf die von der Vorinstanz aus-
gesprochene Strafe ein. Gemäss Art. 142 Abs. 1 StPO ist die Berufung zu begrün-
den. Es genügt mithin nicht, nur Anträge zu stellen und sich zum angefochtenen 
Urteil nicht weiter zu äussern. Das Gesetz verlangt vielmehr eine Rüge der Mängel 
des Entscheids und damit gleichsam eine konkrete Auseinandersetzung mit be-
stimmten, im einzelnen zu nennenden Erwägungen und Schlüssen des Erkenntnis-
ses. Es ist darzulegen, welche Punkte angefochten werden und worin die Mangel-
haftigkeit des Entscheides begründet ist. Wohl überprüft der Kantonsgerichtsaus-
schuss als Berufungsinstanz den angefochtenen Entscheid in tatsächlicher und 
rechtlicher Hinsicht frei (Art. 146 Abs. 1 StPO). Dies bedeutet jedoch nicht, dass die 
Berufungsinstanz von sich aus anstelle des Rechtmitteleinlegers nach Argumenten 
zu suchen hat, die gegen die Richtigkeit des vorinstanzlichen Entscheides sprechen 
(vgl. zum Ganzen PKG 2003 Nr. 18 E c). Soweit die Berufung keine Begründung 
enthält, genügt sie daher den gesetzlichen Anforderungen nicht und es wäre auf 
das Rechtsbegehren in den unbegründet gebliebenen Punkten nicht einzutreten. 
Grundsätzlich wäre daher auf die von der Vorinstanz vorgenommene Strafzumes-
sung mangels begründeter Anfechtung nicht weiter einzugehen. Jedoch drängen 

26

sich zu Handen der Vorinstanz im Zusammenhang mit der Strafzumessung einige 
Bemerkungen auf. 

a) aa) Die Bestimmungen des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches sind 
durch das Bundesgesetz vom 13. Dezember 2002 teilweise revidiert worden. Das 
neue Recht ist am 1. Januar 2007 in Kraft getreten. A. hat den Betrug vor dem 1. 
Januar 2007 verübt. Es stellt sich mithin die Frage, ob im vorliegenden Fall das alte 
oder das neue Recht Anwendung findet. 

bb) Der Täter wird nach dem Gesetz beurteilt, das im Zeitpunkt der Tat ge-
golten hat. Ist jedoch das im Zeitpunkt der Beurteilung geltende neue Gesetz das 
mildere, so ist dieses anzuwenden (Art. 2 Abs. 2 StGB alte und neue Fassung). Ob 
das neue Recht im Vergleich zum alten milder ist, entscheidet sich nicht aufgrund 
eines abstrakten Vergleichs. Massgebend ist vielmehr die konkrete Betrachtungs-
weise. Es kommt folglich darauf an, nach welchem Recht der Täter für die zu beur-
teilenden Taten besser wegkommt (BGE 134 IV 82 E 6.2.1; 126 IV 5 E 2c mit Hin-
weisen). Der Richter hat deshalb den Sachverhalt in umfassender Weise sowohl 
nach dem alten als auch nach dem neuen Recht zu beurteilen und die Ergebnisse 
miteinander zu vergleichen (Donatsch/Tag, Strafrecht I, 8. Auflage, T. 2006, S. 42 
f.). Die Vorinstanz hat im angefochtenen Urteil lediglich abstrakt aufgrund der im 
Gesetz enthaltenen Strafdrohung des Art. 146 StGB alte und neue Fassung geprüft, 
ob das neue oder das alte Recht anzuwenden ist (vgl. Ziff. 2c S. 6 des angefochte-
nen Urteils). Sie hat es jedoch unterlassen, den Sachverhalt umfassend und konkret 
aufgrund des alten und des neuen Rechts zu prüfen und anschliessend die Resul-
tate miteinander zu vergleichen. Diese von der Vorinstanz gewählte Vorgehens-
weise entspricht nicht den bundesgerichtlichen Vorgaben. Die Vorinstanz ist daher 
gehalten, in Zukunft für den Entscheid, welches Recht das mildere ist, einen kon-
kreten Vergleich der nach dem alten und dem neuen Recht auszusprechenden Stra-
fen vorzunehmen. Bezüglich der Frage, welche der in konkreter Betrachtungsweise 
ermittelten Sanktionen denn die mildere sei, ist auf BGE 134 IV 82 zu verweisen, in 
welchem das Bundesgericht in Bezug auf die Schwere des Eingriffs altrechtlicher 
und neurechtlicher Sanktionen klare Wertungen aufgestellt hat.

b) aa) Nach dem alten Recht misst der Richter die Strafe nach dem Verschul-
den des Täters zu, wobei er die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen 
Verhältnisse des Schuldigen berücksichtigt (Art. 63 aStGB). Der Begriff des Ver-
schuldens umfasst den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straf-
tat. Der Bemessung der Schuld ist die Schwere der Tat zu Grund zu legen. Insbe-
sondere zu beachten sind das Ausmass des verschuldeten Erfolges, die Art und 

27

Weise seiner Herbeiführung, die Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, 
seine Beweggründe, sein Vorleben, seine persönlichen Verhältnisse sowie sein 
Verhalten nach der Tat und im Strafverfahren (vgl. BGE 129 IV 20; 118 IV 14; 117 
IV 112 ff. mit Hinweisen). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken straf-
mindernd oder straferhöhend. Grundlage der Strafzumessung im vorliegenden Fall 
ist der in Art. 146 aStGB vorgesehene Strafrahmen von Zuchthaus bis zu fünf Jah-
ren oder Gefängnis. Daneben kann bei sämtlichen strafbaren Handlungen gegen 
das Vermögen die Freiheitsstrafe mit einer Busse verbunden werden (Art. 172bis 
aStGB). Die Busse kann unter anderem dazu dienen, in einem Fall, in dem das 
Bedürfnis besteht, dem Verurteilten zwar den bedingten Strafvollzug zu gewähren, 
jedoch den Eindruck und die Warnung der Verurteilung zu verstärken, dem Verur-
teilten einen „spürbaren Denkzettel“ zu verabreichen (Urteil des Bundesgerichts 
vom 1. März 2006, 6S.416/2005, E 3). Den Betrag einer allfälligen Busse bestimmt 
der Richter je nach den Verhältnissen des Täters so, dass dieser durch die Einbusse 
die Strafe erleidet, die seinem Verschulden angemessen ist. Für die Verhältnisse 
des Täters sind namentlich von Bedeutung sein Einkommen und sein Vermögen, 
sein Familienstand und seine Familienpflichten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter 
und seine Gesundheit (Art. 48 Ziff. 2 aStGB). Dabei ist im weiteren zu beachten, 
dass die Freiheitsstrafe und die Busse in ihrer Gesamtheit schuldangemessen sein 
müssen (BGE 124 IV 134 E 2c/bb), die Aussprechung der Busse mithin nicht zu 
einer zusätzlichen, schuldunangemessenen Bestrafung führen darf.

bb) Das Verschulden von A. wiegt recht schwer. Er hat das grosse Vertrauen, 
welches sein Arbeitgeber ihm entgegenbrachte, ohne Skrupel ausgenutzt. Dabei 
hat er einen nicht unerheblichen Schaden verursacht. Der Deliktsbetrag aber, den 
der Täter anstrebte und erlangte, ist ein gewichtiges Strafzumessungskriterium (Ur-
teil des Bundesgerichts vom 3. Mai 2004, 6S.90/2004, E 1.2.3). Der von A. verur-
sachte Schaden kann nicht mehr als klein bezeichnet werden und rechtfertigt daher 
eine recht spürbare Einsatzstrafe. Motiv für das Verhalten von A. war offensichtlich 
einzig und allein sein Bestreben, eine gewisse Erleichterung bezüglich seiner aufs 
Höchste angespannten finanziellen Situation zu erreichen. Er hat augenscheinlich 
aus vollkommen egoistischen Motiven gehandelt, was erschwerend ins Gewicht 
fällt. Des weiteren befand er sich zwar in einer äusserst prekären finanziellen Lage. 
Dies lässt sein Verhalten jedoch nicht in einem milderen Licht erscheinen, brachte 
er sich gemäss Aktenlage doch selbst und ohne Not in diese Situation. Aus den 
Aussagen von B. ergibt sich nämlich, dass A. ein Einkommen von mehr als Fr. 
120'000.-- im Jahr erzielt hat (vgl. polizeiliche Einvernahme vom 7. November 2006, 
act. 4.3, S. 4 oben). Dass dieses für den Unterhalt seiner vierköpfigen Familie 

28

grundsätzlich nicht gereicht hätte, wie A. gegenüber der Polizei ausführte (polizeili-
che Einvernahme vom 13. November 2006, act. 4.4, S. 2 unten), darf mit Fug be-
zweifelt werden. A. hat vielmehr mit seiner Familie gemäss Aussagen von B. und 
G. einen eher gehobenen Lebensstandard gepflegt (polizeiliche Einvernahme von 
B. vom 7. November 2006, act. 4.3, S. 4 oben; polizeiliche Einvernahme von G. vom 
25. Oktober 2006, act. 4.2, S. 2 unten). Insbesondere hat er ein teures Haus gebaut, 
das offensichtlich über seine finanziellen Möglichkeiten ging, lässt sich aus dem Kol-
lokationsplan doch leicht ersehen, dass der überwiegende Teil der pfandgesicher-
ten Forderungen und der Forderungen in der 3. Klasse – insbesondere der ver-
schiedenen privaten Darlehen – erst nach dem Hausbau im Jahre 2003 entstanden 
ist oder mit dem Hausbau zusammenhängt (act. 4.32, S. 4 ff.). Es erscheint auf-
grund der Akten daher so, dass A. grundsätzlich nicht über zu wenig Geld für die 
Bedürfnisse seiner Familie verfügt hätte, sondern dass er über seine finanziellen 
Verhältnisse gelebt hat. Seine finanziellen Schwierigkeiten lassen sein Verschulden 
daher nicht geringer erscheinen. Dass A. im weiteren hartnäckig bestreitet, einen 
Betrug begangen zu haben, wirkt sich nicht zu seinen Ungunsten aus. Jedoch ist 
sein Aussageverhalten auch nicht strafmindernd zu beachten, da er zwar gewisse 
Dinge zugegeben, aber doch kein vollständiges Geständnis abgelegt hat und seine 
Aussagen insbesondere die Einsicht in das begangene Unrecht sowie die Reue be-
züglich des eigenen Verhaltens und dessen Auswirkungen vermissen lassen; zu-
dem haben sie die Strafverfolgung nicht vereinfacht (vgl. zu den Umständen, die ein 
Geständnis strafmindernd wirken lassen können: Urteil des Bundesgerichts vom 14. 
April 2008, 6B_737/2007, E 1.2; BGE 121 IV 202 E 2d/cc). Strafmindernd veran-
schlagt das Gericht indessen die Vorstrafenlosigkeit von A. sowie seinen guten Leu-
mund. Hingegen kann nicht davon gesprochen werden, A. habe den Schaden ge-
genüber seinem ehemaligen Arbeitgeber wieder gut gemacht, wie es in der Beru-
fungsschrift geltend gemacht wird. Offensichtlich ist zwar im gegen A. angehobenen 
Konkursverfahren ein Nachlassvertrag zustande gekommen und vom Gericht 
bestätigt worden (vgl. den mit der Berufungsschrift eingereichten Auszug aus dem 
Beschluss des Bezirksgerichtsausschusses Landquart vom 22. Februar 2008, mit-
geteilt am 3. März 2008). Ein gerichtlicher Nachlassvertrag bindet alle Gläubiger, 
unbesehen der Frage, ob sie dem Nachlassvertrag zugestimmt haben oder nicht 
(Art. 310 Abs. 1 SchKG). Für diejenigen Gläubiger, die dem Nachlassvertrag nicht 
zugestimmt haben, hat der gerichtliche Nachlassvertrag die Wirkung eines 
„Zwangserlasses“ und eines „Zwangsvergleiches“ (vgl. Amonn/Walther, Grundriss 
des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 8. Auflage, Bern 2008, §53, Ziff. 13). 
Ob B. dem Nachlassvertrag schliesslich zugestimmt hat oder nicht (in den Akten 
finden sich nur Hinweise darauf, dass er nicht zustimmen wollte), ist aus dem ein-

29

gereichten Auszug aus dem Beschluss des Bezirksgerichtsausschusses Landquart 
vom 22. Februar 2008, mitgeteilt am 3. März 2008, nicht ersichtlich, umfasst dieser 
doch lediglich das Dispositiv. Es steht unter diesen Umständen daher nicht fest, ob 
B. freiwillig oder gezwungenermassen auf einen Teil der Forderung der K. AG ge-
gen A. verzichtet hat. Weiter ergibt sich nicht, ob und wie der Nachlassvertrag voll-
zogen worden ist beziehungsweise im Vollzug steht. Soweit der Nachlassvertrag 
gegenüber B. zeitlich oder aber inhaltlich nicht gänzlich erfüllt werden sollte, hat B. 
die Möglichkeit, dem Nachlassrichter gegenüber für seine Forderung die Aufhebung 
des Nachlassvertrages zu verlangen (Art. 316 Abs. 1 SchKG), mit der Folge, dass 
seine gesamte Forderung wieder auflebt. Aufgrund der fehlenden Informationen 
kann daher nicht davon ausgegangen werden, A. habe den Schaden wieder gut 
gemacht. Strafmilderungs- und Strafschärfungsgründe sind im weiteren keine vor-
handen. Es stellt sich aber die Frage, ob neben der Freiheitsstrafe eine Busse aus-
zusprechen ist (Art. 172bis aStGB). Wie später noch aufgezeigt werden wird, kann 
A. der bedingte Strafvollzug gewährt werden (vgl. unten Erwägung 10b/cc). Jedoch 
hat A. das ausserordentlich gute Verhältnis zu seinem Arbeitgeber ausgenutzt und 
seinen Arbeitgeber so ohne weiteres und ohne jeden Skrupel hintergangen und sich 
zudem offenbar ohne jedes Bedenken über die Rechtsordnung hinweggesetzt, dass 
es das Gericht als angebracht erachtet, gewissermassen als „Denkzettel“ und zur 
Verstärkung der Warnwirkung der bedingten Freiheitsstrafe eine Busse im Sinne 
von Art. 172bis StGB auszusprechen. Diese ist bei der Bemessung der Freiheits-
strafe in Rechnung zu stellen. Als Bemessungsgrundlage der Busse dienen zum 
einen das monatliche Einkommen von A., welches er in der Untersuchung mit etwa 
Fr. 7'000.-- netto angegeben hat, sowie seine Unterstützungspflichten gegenüber 
seiner Familie, zum andern sein Verschulden. In Würdigung sämtlicher Strafzumes-
sungsgründe und der gesamten Umstände des Falles kommt der Kantonsgerichts-
ausschuss zum Schluss, dass dem Verschulden von A. unter dem alten Recht eine 
Freiheitsstrafe in Höhe von 9 Monaten sowie eine Busse von Fr. 1'500.-- angemes-
sen erscheint. 

cc) Bei diesem Strafmass stellt sich die Frage, ob für die Freiheitsstrafe die 
Rechtswohltat des bedingten Strafvollzuges gewährt werden kann. Objektive Vor-
aussetzung für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges ist gemäss Art. 41 Ziff. 
1 Abs. 1 und 2 aStGB, dass eine Freiheitsstrafe von weniger als achtzehn Monaten 
ausgesprochen wurde und der Verurteilte in den letzten fünf Jahren vor der Tat 
keine Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe von mehr als drei Monaten wegen eines 
vorsätzlich begangenen Vergehens oder Verbrechens verbüsst hat. Vorliegend wird 
eine Freiheitsstrafe von 9 Monaten ausgesprochen und A. musste noch nie eine 

30

Freiheitsstrafe verbüssen. Die objektiven Voraussetzungen des bedingten Strafvoll-
zuges sind daher erfüllt. Subjektiv ist erforderlich, dass Vorleben und Charakter des 
Angeklagten erwarten lassen, er werde durch den Aufschub der Freiheitsstrafe von 
weiteren Verbrechen oder Vergehen abgehalten. Mit anderen Worten muss ihm 
eine günstige Prognose gestellt werden können (Trechsel, Schweizerisches Straf-
gesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, T. 1996, N 13 zu Art. 41 aStGB). A. ist bis 
anhin noch nie straffällig geworden. Es kann unter diesen Umständen davon aus-
gegangen werden, dass ihm das vorliegende Strafverfahren, aber auch die ausge-
sprochene Busse im Sinne von Art. 172bis aStGB eine gewichtige Warnung sein 
werden, sich in Zukunft rechtskonform zu verhalten. Kommt hinzu, dass die Frei-
heitsstrafe vollzogen werden kann, wenn sich A. in der Probezeit etwas zu Schulden 
kommen lässt. A. steht somit unter dem Zwang zum Wohlverhalten. Unter diesen 
Umständen kann A. ohne weiteres eine günstige Prognose gestellt werden. Somit 
sind auch die subjektiven Voraussetzungen erfüllt, so dass A. der bedingte Straf-
vollzug gewährt werden kann. Die Probezeit wird dabei auf das gesetzliche Mini-
mum von zwei Jahren (Art. 41 Ziff. 1 Abs. 3 aStGB) festgesetzt.

c) aa) Nach neuem Recht wird ein Betrug mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jah-
ren oder Geldstrafe geahndet. Die Strafe ist nach dem Verschulden des Täters zu-
zumessen. Das Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefähr-
dung des betroffenen Rechtsgutes, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Be-
weggründen und Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach 
den inneren und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Ver-
letzung zu vermeiden. Berücksichtigt werden ausserdem das Vorleben und die per-
sönlichen Verhältnisse (Art. 47 StGB). Die Kriterien der Strafzumessung nach dem 
Verschulden blieben somit anlässlich der Revision in den wesentlichen Grundzügen 
unverändert (Urteil des Bundesgerichts vom 17. April 2007, 6B_14/2007, E 5, mit 
Hinweisen; vgl. auch den nach dem vorliegenden Urteil ergangenen Entscheid des 
Bundesgerichts vom 24. Juli 2008, 6B_383/2008, E 2.2), womit auf die bereits zum 
alten Recht gemachten Ausführungen verwiesen werden kann. Das Verschulden 
von A. ist mithin auch unter dem neuen Recht als recht schwer einzustufen. Nun 
besteht unter dem neuen Recht jedoch die Möglichkeit, anstelle einer Freiheitsstrafe 
bis zu einem Jahr eine Geldstrafe auszusprechen. Nach der Konzeption des neuen 
Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches stellt die Geldstrafe in diesem Strafseg-
ment sogar die Hauptsanktion dar. Freiheitsstrafe soll nur verhängt werden, wenn 
der Staat keine anderen Mittel hat, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten (vgl. 
Urteil des Bundesgerichts vom 17. März 2008, 6B_341/2007, E 4.2.2, mit zahlrei-
chen Hinweisen). Vorliegend nun scheidet eine Freiheitsstrafe von mehr als einem 

31

Jahr aufgrund der Gewichtung des Verschuldens von A. durch das Gericht von vorn-
herein aus, so dass eine Geldstrafe grundsätzlich in Frage kommt. Im weiteren er-
scheint als Sanktion keine Freiheitsstrafe notwendig, weshalb auf eine Geldstrafe 
erkannt werden kann. 

bb) Eine Geldstrafe darf gemäss Art. 34 Abs. 1 StGB höchstens 360 Tages-
sätze betragen. Die Höhe der Tagessätze wiederum beträgt maximal Fr. 3'000.-- 
(Art. 34 Abs. 2 StGB). Die Bemessung der Geldstrafe erfolgt in zwei selbständigen 
Schritten, die strikte auseinander zu halten sind. Zunächst hat das Gericht die An-
zahl der Tagessätze nach dem Verschulden des Täters zu bestimmen (Art. 34 Abs. 
1 StGB). Im Anschluss daran hat es die Höhe des Tagessatzes nach den persönli-
chen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters festzusetzen (Art. 34 Abs. 2 
StGB). Der Gesamtbetrag der Geldstrafe, die dem Verurteilten auferlegt wird, ergibt 
sich erst aus der Multiplikation von Zahl und Höhe der Tagessätze. Beide Faktoren 
sind im Urteil getrennt festzuhalten (Art. 34 Abs. 4 StGB). Wie bereits festgestellt, 
ist das Verschulden von A. auch unter dem neuen Recht als recht schwer zu ge-
wichten. Unter Berücksichtigung, dass die Vorinstanz neben der Geldstrafe noch 
eine Busse ausgesprochen hat, erachtet der Kantonsgerichtsausschuss die von der 
Vorinstanz ausgesprochenen 270 Tagessätze als dem Verschulden von A. ange-
messen. Bezüglich der Bemessung der Tagessatzhöhe hat das Bundesgericht in 
zwei neuen Urteilen das korrekte Vorgehen klar aufgezeigt (vgl. Urteile des Bun-
desgerichts vom 17. März 2008, 6B_366/2007, sowie vom 29. März 2008, 
6B_476/2007). Ausgangspunkt für die Bemessung bildet das Einkommen, das dem 
Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst, ganz gleich, aus welcher Quelle die 
Einkünfte stammen. Denn massgeblich ist die tatsächliche wirtschaftliche Leis-
tungsfähigkeit. Nach dem Nettoeinkommensprinzip ist indes bei den ermittelten Ein-
künften nur der Überschuss der Einnahmen über die damit verbundenen Aufwen-
dungen zu berücksichtigen. Vom Einkommen ist daher abzuziehen, was gesetzlich 
geschuldet ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, so etwa die laufenden 
Steuern, die Beiträge an die Sozialversicherungen und an die obligatorische Kran-
ken- und Unfallversicherung sowie die notwendigen Berufsauslagen beziehungs-
weise bei Selbständigerwerbenden die branchenüblichen Geschäftsunkosten. Vom 
Nettoeinkommen abzuziehen sind sodann allfällige Familien- und Unterstützungs-
pflichten, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich nachkommt. Für deren Berech-
nung kann sich das Gericht weitgehend an den Grundsätzen des Familienrechts 
orientieren. Anderweitige finanzielle Lasten können nur im Rahmen der persönli-
chen Verhältnisse berücksichtigt werden. Dabei fallen grössere Zahlungsverpflich-
tungen des Täters, die schon unabhängig von der Tat bestanden haben (zum Bei-

32

spiel Ratenzahlungen für Konsumgüter, Wohnkosten), grundsätzlich ebenso ausser 
Betracht wie Schuldverbindlichkeiten, die mittelbare oder unmittelbare Folge der Tat 
sind (Schadenersatz- und Genugtuungsleistungen, Gerichtskosten usw.). Auch Hy-
pothekarzinsen können, wie an sich Wohnkosten überhaupt, in der Regel nicht in 
Abzug gebracht werden. Aussergewöhnliche finanzielle Belastungen dagegen kön-
nen reduzierend berücksichtigt werden, wenn sie einen situations- oder schicksals-
bedingt höheren Finanzbedarf darstellen. Weiter nennt Art. 34 Abs. 2 StGB das Ver-
mögen als Bemessungskriterium. Gemeint ist die Substanz des Vermögens, da 
dessen Ertrag bereits Einkommen darstellt. Das Vermögen ist bei der Bemessung 
des Tagessatzes von Bedeutung, wenn der Täter ohnehin von der Substanz des 
Vermögens lebt, und es bildet Bemessungsgrundlage in dem Ausmass, in dem er 
selbst es für seinen Alltag anzehrt. Schliesslich ist bei der Bemessung des Tages-
satzes das Existenzminimum zu berücksichtigen (Art. 34 Abs. 2 StGB). Aus der 
gesetzlichen Konzeption, die von der freiwilligen Bezahlung der (unbedingten) 
Geldstrafe ausgeht, ergibt sich, dass der Tagessatz nicht auf dasjenige Einkommen 
beschränkt ist, das in der Zwangsvollstreckung voraussichtlich erhältlich gemacht 
werden könnte. Der Hinweis auf das Existenzminimum gibt dem Gericht allerdings 
ein Kriterium zur Hand, das es erlaubt, vom Nettoeinkommensprinzip abzuweichen 
und den Tagessatz bedeutend tiefer zu bemessen. Der Tagessatz für Verurteilte, 
die nahe oder unter dem Existenzminimum leben, ist daher in einem Masse herab-
zusetzen, das einerseits die Ernsthaftigkeit der Sanktion erkennen, andererseits 
den Eingriff nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen noch als zu-
mutbar erscheinen lässt. Als Richtwert ist von einer Herabsetzung des Nettoein-
kommens um mindestens die Hälfte auszugehen. Um eine übermässige Belastung 
zu vermeiden, sind jedoch in erster Linie Zahlungserleichterungen durch die Voll-
zugsbehörde nach Art. 35 Abs. 1 StGB zu gewähren, soweit die Geldstrafe unbe-
dingt ausgefällt wird. Bei einer hohen Anzahl Tagessätze – namentlich bei Gelds-
trafen von mehr als 90 Tagessätzen – ist eine Reduktion um weitere 10 – 30 Prozent 
angebracht, da mit zunehmender Dauer die wirtschaftliche Bedrängnis und damit 
das Strafleiden progressiv ansteigt. Massgebend sind immer die konkreten finanzi-
ellen Verhältnisse (vgl. zum Ganzen die bereits erwähnten Urteile des Bundesge-
richts vom 17. und 29. März 2008). – Gemäss eigenen Angaben verdient A. etwa 
Fr. 7'000.-- netto im Monat. Davon abzuziehen sind die laufenden Steuern, die Bei-
träge an die gesetzliche Krankenkasse sowie die notwendigen Berufsauslagen. 
Dies ergibt das strafrechtliche Nettoeinkommen. Da sich in den Akten keine konkre-
ten Angaben befinden, schätzt das Gericht die betreffenden Beträge aufgrund der 
Lebenserfahrung und der Verhältnisse im Kanton Graubünden. Bezüglich der Ab-
züge für Unterstützungspflichten gegenüber seiner Familie (Ehefrau und zwei Kin-

33

der) orientiert sich das Gericht an den Grundsätzen des Familienrechts (für die Ehe-
frau 15% des errechneten strafrechtlichen Nettoeinkommens, für das erste Kind 
ebenfalls 15%, für das zweite Kind 12.5%). Das Existenzminimum wiederum kann 
vorliegend keine Beachtung finden, da A. weder nahe am noch unter dem Existenz-
minimum lebt, wie folgende Berechnung zeigt (auch hier werden die Ausgaben für 
Krankenkasse, Versicherungen, Steuern und Berufsauslagen aufgrund von Erfah-
rungswerten geschätzt):

Grundbetrag Ehepaar Fr. 1'550.--
Grundbetrag 1. Kind Fr. 350.--
Grundbetrag 2. Kind Fr. 250.--
Wohnung (Hypothekarzins [ohne 

 Amortisation], inkl. öffentliche 
 Abgaben, Heizung und Rück-
 stellungen/Unterhalt) Fr. 3'000.--

Krankenkassenprämien (nur 
 Grundversicherung) Fr. 550.--

andere Versicherungen Fr. 50.--
Steuern Fr. 450.--
Berufsauslagen (Arbeitsweg, 

 auswärtiges Essen) Fr. 300.--
Total Fr. 6'500.--

Einkommen A. Fr. 7'000.--
Einkommen Ehefrau (geschätzt) Fr. 200.--
Total Fr. 7'200.--

Überschuss Fr. 700.--

Jedoch muss A. in den Genuss einer zusätzlichen Reduktion kommen auf-
grund der hohen Anzahl der ausgesprochenen Tagessätze. Dem Gericht erscheint 
eine Reduktion von 20% als angemessen. Damit ergibt sich für die Höhe des Ta-
gessatzes folgende Berechnung (wobei bei den Einkommen von A. und seiner Ehe-
frau die Abgaben an die obligatorischen Sozialversicherungen bereits abgezogen 
sind):

Einkommen A. Fr. 7'000.-- 
 Einkommen Ehefrau Fr. 200.--
 ./. laufende Steuern Fr. 450.--

./. Krankenkassenprämien Fr. 550.--

34

./. notwendige Berufsauslagen Fr. 300.-- 
 strafrechtliches Nettoeinkommen Fr. 5'900.--

./. Unterstützungsbeiträge (insgesamt
     42.5% des strafrechtlichen 
     Nettoeinkommens) Fr. 2'507.50
 Zwischenergebnis Fr. 3'392.50

./. Abzug wegen hoher Anzahl 
     Tagessätze (20% von Fr. 3'392.50) Fr. 678.50

Total Fr. 2’714.--

Dieses Total ist durch 30 Tage zu teilen, was Fr. 90.45 pro Tag ergibt. Ein 
Tagessatz in Höhe von Fr. 90.-- entspricht daher der wirtschaftlichen Leistungs-
fähigkeit von A.. Die Vorinstanz hat A. zu einem Tagessatz von Fr. 80.-- verurteilt. 
Da nur A. Berufung erhoben hat und somit keine Verschärfung der Sanktionen er-
folgen darf (Art. 146 Abs. 1 StPO), hat es bei einem Tagessatz von Fr. 80.-- zu 
bleiben. A. ist unter dem neuen Recht mithin zu einer Geldstrafe von 270 Tagessät-
zen zu Fr. 80.-- zu verurteilen. Zu Handen der Vorinstanz sei noch der Hinweis an-
gebracht, dass die Höhe des Tagessatzes begründet werden muss. Es genügt da-
her nicht, einfach zu erklären, ein Tagessatz in einer bestimmten Höhe erscheine 
angemessen. Vielmehr hat das Gericht aufzuzeigen, wie es die Tagessatzhöhe be-
messen hat und von welchen Grundlagen es ausgegangen ist. Erst damit wird die 
Bemessung der Tagessatzhöhe sowohl für den Verurteilten als auch für die Rechts-
mittelinstanz nachvollziehbar und insbesondere überprüfbar.

cc) Eine bedingte Strafe kann mit einer unbedingten Geldstrafe oder einer 
Busse verbunden werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Diese Bestimmung dient vorab 
dazu, die Schnittstellenproblematik zwischen der unbedingten Busse (für Übertre-
tungen) und der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen. Die unbe-
dingte Verbindungsgeldstrafe beziehungsweise Busse trägt ferner dazu bei, das un-
ter spezial- und generalpräventiven Gesichtspunkten eher geringe Drohpotential 
der bedingten Geldstrafe zu erhöhen. Dem Verurteilten soll ein Denkzettel verpasst 
werden können, um ihm (und soweit nötig allen anderen) den Ernst der Lage vor 
Augen zu führen und zugleich zu demonstrieren, was bei Nichtbewährung droht. 
Das Hauptgewicht liegt jedoch auf der bedingten Freiheitsstrafe beziehungsweise 
der bedingten Geldstrafe, während der unbedingten Verbindungsstrafe beziehungs-
weise der Busse nur untergeordnete Bedeutung zukommt. Diese soll nicht etwa zu 
einer Straferhöhung führen oder eine zusätzliche Strafe ermöglichen. Sie erlaubt 
lediglich innerhalb der schuldangemessenen Strafe eine täter- und tatangemessene 
Sanktion, wobei die an sich verwirklichte Freiheitsstrafe oder Geldstrafe und die da-

35

mit verbundene Geldstrafe oder Busse in ihrer Summe schuldangemessen sein 
müssen (BGE 134 IV 1 E 4.5.2; zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesge-
richts vom 17. März 2008, 6B_366/2007, E 7.3). Vorliegend kann A. auch unter dem 
neuen Recht der bedingte Strafvollzug gewährt werden (vgl. unten Erwägung 
10c/cc). Es stellt sich daher die Frage, ob eine Verbindungsstrafe oder Busse zu-
sätzlich zu der bedingten Geldstrafe auszusprechen ist. Wie bereits in den Aus-
führungen zu Art. 172bis aStGB festgehalten, hat A. das grosse Vertrauen seines 
Arbeitgebers ohne Skrupel ausgenutzt und sich offenbar ohne Bedenken über die 
Rechtsordnung hinweggesetzt. Damit er den Ernst der Lage begreift, in die er sich 
durch sein Verhalten gebracht hat, und erkennt, wohin solches Verhalten führen 
kann, erscheint es dem Kantonsgerichtsausschuss angebracht, eine Busse im 
Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB auszusprechen, wie dies die Vorinstanz getan hat. 
Die Höhe der Busse hat sich sowohl am Verschulden als auch an der wirtschaftli-
chen Leistungsfähigkeit des Verurteilten zu orientieren. Bei der Festsetzung der 
Höhe kommt der Vorinstanz ein weiter Ermessensspielraum zu, in den der Kantons-
gerichtsausschuss nur mit Zurückhaltung eingreift. Die Vorinstanz hat eine Busse 
in Höhe von Fr. 1'500.-- ausgesprochen. Diese erscheint in Berücksichtigung sämt-
licher Zumessungskriterien als in ihrer Höhe vertretbar. Für die Busse hat die Vor-
instanz eine Ersatzfreiheitsstrafe von 15 Tagen festgesetzt. Dem Gericht steht bei 
der Bemessung der Ersatzfreiheitsstrafe ein weiter Ermessensspielraum zu. Ist eine 
solche für eine Verbindungsbusse im Sinne von Art. 42 Abs. 4 StGB zu einer be-
dingten Geldstrafe festzulegen, besteht allerdings die Besonderheit, dass das Ge-
richt die Höhe des Tagessatzes für die bedingte Geldstrafe und damit die wirtschaft-
liche Leistungsfähigkeit des Täters bereits ermittelt hat. Das lässt es als sachge-
recht erscheinen, die Tagessatzhöhe als Umrechnungsschlüssel zu verwenden, in-
dem der Betrag der Verbindungsbusse durch jene dividiert wird (zur Publikation vor-
gesehenes Urteil des Bundesgerichts vom 17. März 2008, 6B_366/2007, E 7.3.3). 
Wendet man diese Grundsätze vorliegend auf die Bemessung der Ersatzfreiheits-
strafe an und dividiert die Busse in Höhe von Fr. 1'500.-- durch die Tagessatzhöhe 
von Fr. 80.--, so gelangt man augenscheinlich zu einer höheren Anzahl Tage der 
Ersatzfreiheitsstrafe, als die Vorinstanz ausgesprochen hat. Da vorliegend jedoch 
nur der Verurteilte Berufung erhoben hat, darf das vorinstanzliche Urteil nicht ver-
schärft werden (Art. 146 Abs. 1 StPO). Damit hat es mit den von der Vorinstanz 
ausgesprochenen 15 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe sein Bewenden. 

dd) Das Gericht schiebt den Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf, wenn 
eine unbedingte Strafe nicht notwendig scheint, um den Täter von der Begehung 
weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten (Art. 42 Abs. 1 StGB). Während 

36

nach altem Recht für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges eine günstige 
Prognose erforderlich war, genügt nach dem neuen Recht das Fehlen einer ungüns-
tigen Prognose. Die Gewährung des bedingten Strafaufschubs setzt mit anderen 
Worten nicht die positive Erwartung voraus, der Täter werde sich bewähren, son-
dern es genügt die Abwesenheit der Befürchtung, dass er es nicht tun werde. Der 
Strafaufschub ist deshalb die Regel, von der grundsätzl