# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f9a771f1-5f2e-5d71-8413-c83f32f42965
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-08-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.08.2021 SB190371
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB190371_2021-08-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB190371-O/U/cwo 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Gut und 

Oberrichterin lic. iur. R. Affolter sowie der Gerichtsschreiber 

lic. iur. M. Keller 

Urteil vom 16. August 2021 

 

in Sachen 
 

A._____,  
Privatkläger und I. Berufungskläger 

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. X._____ 
 

sowie 
 

Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl,  
vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. D. Kloiber,  

Anklägerin und II. Berufungsklägerin (Rückzug) 
 

gegen 
 

1. B._____,  
2. C._____,  
3. D._____,  
Beschuldigte und Berufungsbeklagte 
 

1 verteidigt durch Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____ 

2 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____ 

3 verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____ 
 

betreffend fahrlässige Körperverletzung  
 

-  2  - 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich,  
10. Abteilung - Einzelgericht, vom 5. Juni 2019 (GG190043) 
 

  

-  3  - 

Anklage: 

Die Anklageschriften der Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl vom 25. Februar 2019 

sind diesem Urteil beigeheftet (Urk. 38; Urk. 42; Urk. 46). 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 74 S. 27 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigten B._____, C._____ und D._____ sind nicht schuldig und werden freige-

sprochen. 

2. Die Zivilklage der Privatklägerschaft wird abgewiesen. 

3. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten (Gebühren für das Vorver-

fahren, Auslagen Gutachten sowie allfällige weitere Kosten) werden auf die Gerichtskasse 

genommen. 

4. Dem Beschuldigten B._____ wird eine Prozessentschädigung von Fr. 14'626.73 für anwalt-

liche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

5. Dem Beschuldigten C._____ wird eine Prozessentschädigung von Fr. 16'064.35 für anwalt-

liche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

6. Dem Beschuldigten D._____ wird eine Prozessentschädigung von Fr. 17'121.30 für 

anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen. 

7. (Mitteilungen.)  

8. (Rechtsmittel.)" 

Berufungsanträge: 
(Prot. II S. 16 ff.) 

A. Des Vertreters des Privatklägers:  

(Urk. 80 und 151 S. 1 f.) 

1.  In vollständiger Aufhebung des angefochtenen Urteils seien die 

Beschuldigten 1. B._____, 2. C._____ und 3. D._____ je wegen fahrläs-

siger Körperverletzung und wegen fahrlässiger Verletzung der Regeln 

der Baukunde zu verurteilen und angemessen zu bestrafen.  

-  4  - 

2. Eventualiter sei die Sache in Aufhebung des angefochtenen Urteils an 

die Vorinstanz zurückzuweisen, damit sie der Staatsanwaltschaft 

Gelegenheit gibt, die Anklagen je hinsichtlich des konkreten, den 

Beschuldigten 1 - 3 vorgeworfenen Sachverhalts betreffend die beiden 

Tatbestände fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Verletzung 

der Regeln der Baukunde im Sinne von Art. 329 Abs. 2 StPO zu ergän-

zen bzw. im Sinne von Art. 333 Abs. 1 StPO zu ändern. 

3. Subeventualiter sei der Staatsanwaltschaft Gelegenheit zu geben, die 

Anklagen je hinsichtlich des konkreten, den Beschuldigten 1 - 3 vorge-

worfenen Sachverhalts betreffend die beiden Tatbestände fahrlässige 

Körperverletzung und fahrlässige Verletzung der Regeln der Baukunde 

im Sinne von Art. 329 Abs. 2 StPO zu ergänzen bzw. im Sinne von 

Art. 333 Abs. 1 StPO zu ändern. 

4. Es sei – dem Grundsatze nach – festzustellen, dass die Beschuldigten 

1 - 3 je solidarisch für den dem Privatkläger A._____ aus dem Bauunfall 

vom 4. April 2017 entstandenen Schaden vollumfänglich haften (Haf-

tungsquote: 100%) und dass ihm auch eine angemessene Genugtuung 

zusteht;  

5. Es seien die Beschuldigten 1 - 3 je solidarisch zu verpflichten, dem 

Privatkläger für das Untersuchungs- und das vorinstanzliche Verfahren 

eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen. 

6. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zzgl. MwSt.) zu Lasten der 

Beschuldigten." 

B. Der Verteidigung des Beschuldigten 1, B._____:  

(Urk. 162 S. 1) 

1. Die Berufung des Privatklägers sei abzuweisen. 

2. Das Urteil der Vorinstanz vom 5. Juni 2019 sei zu bestätigen. 

-  5  - 

3. Der Beschuldigte 1, B._____, sei von Schuld und Strafe freizusprechen. 

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zzgl. Mwst. zu Lasten des 

Privatklägers. 

C. Der Verteidigung des Beschuldigten 2, C._____: 

(Urk. 169 S. 2) 

1. Es sei das Urteil der Vorinstanz vom 5. Juni 2019 vollumfänglich zu 

bestätigen und der Beschuldigte 2, C._____, von Schuld und Strafe frei-

zusprechen. 

2. Es sei die Zivilklage des Privatklägers abzuweisen, eventualiter auf den 

Zivilweg zu verweisen. 

3. Es seien die Kosten des Berufungsverfahrens dem Privatkläger aufzuer-

legen. 

4. Es sei der Privatkläger zu verpflichten, dem Beschuldigten 2 für die 

anwaltliche Verteidigung im Berufungsverfahren eine angemessene 

Parteientschädigung auszurichten. 

D. Der Verteidigung des Beschuldigten 3, D._____:  

(Urk. 164 S. 3 f.) 

1. Es sei vorab festzustellen, dass die Dispositiv-Ziff. 2, 3, 4, 5 und 6 des 

angefochtenen erstinstanzlichen Urteils in Rechtskraft erwachsen sind. 

2. In Bestätigung des Urteils der Vorinstanz vom 5. Juni 2019 sei der 

Beschuldigte 3, D._____, vom Vorwurf der fahrlässigen Körperver-

letzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 82 

Abs. 1 UVG, Art. 3 Abs. 1 VUV und Art. 17 Abs. 2 BauAV freizu-

sprechen. 

-  6  - 

3. Eventualantrag, falls Dispositiv-Ziff. 2 des angefochtenen Urteils nicht 

bereits in Rechtskraft erwachsen ist: Die Zivilklage der Privatklägerschaft 

sei abzuweisen. 

4. Eventualantrag, falls Dispositiv-Ziff. 3 des angefochtenen Urteils nicht 

bereits in Rechtskraft erwachsen ist: Die Kosten der Untersuchung und 

des erstinstanzlichen Verfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen. 

5. Eventualantrag, falls Dispositiv-Ziff. 6 des angefochtenen Urteils nicht 

bereits in Rechtskraft erwachsen ist: Für das erstinstanzliche Verfahren 

sei dem Beschuldigten 3, D._____, eine Prozessentschädigung von 

Fr. 17'121.30 für die anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse 

zuzusprechen. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Privatkläger aufzu-

erlegen.  

7. Der Privatkläger sei zu verpflichten, dem Beschuldigten 3, D._____, für 

die anwaltliche Verteidigung im Berufungsverfahren eine beim 

Abschluss des schriftlichen Berufungsverfahrens noch zu beziffernde 

Entschädigung zu bezahlen. 

E. Die Staatsanwaltschaft (Urk. 75; Urk. 88, 99, 111, 138 und 157) 

(Verzicht auf einen Antrag.) 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Sachverhalt 

Am 4. April 2017 ereignete sich auf der Baustelle an der E._____-strasse … in 

Zürich ein Unfall. Im Untergeschoss des Gebäudes stürzte ein Rollgerüst um, auf 

welchem der Bauarbeiter A._____ mit Deckenverputzarbeiten beschäftigt war. 

Dabei zog er sich einen Armbruch zu. Ursache des Unfalls war gemäss Anklage 

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ein vorschriftswidrig nicht abgedecktes Schachtloch im Boden, in welches ein Rad 

des Rollgerüsts geraten sei, worauf dieses umkippte. Die drei Beschuldigten wa-

ren Bauleiter auf der betreffenden Baustelle. 

2. Erstinstanzliches Verfahren 

Am 28. Februar 2018 erhob die Staatsanwaltschaft gegen die Beschuldigten, 

welche für die Baustellensicherung und somit für die Abdeckung des Schacht-

loches verantwortlich gewesen seien, Anklage beim Einzelgericht des Bezirks-

gerichts Zürich (Urk. 74). Dieses sprach die Beschuldigten am 5. Juni 2019 frei 

mit der Begründung, dass nicht zweifelsfrei erwiesen werden könne, dass das 

Rollgerüst deshalb umkippte, weil es mit einem Rad in die ungesicherte Boden-

öffnung geraten sei (Urk. 74 S. 26).  

Gegen diesen Entscheid meldete der Rechtsvertreter des Privatklägers am 

5. Juni 2019 mündlich und die Staatsanwaltschaft am 14. Juni 2019 schriftlich 

Berufung an (Prot. I S. 28; Urk. 71/1; Urk 68).  

3. Berufungsverfahren 

3.1. Die schriftlich begründete Fassung des vorinstanzlichen Urteils wurde dem 

Rechtsvertreter des Privatklägers am 18. Juli 2019 zugestellt (Urk. 73/4). Am 

6. August 2019 (Datum Poststempel: 5. August 2019) ging hierorts die Berufungs-

erklärung ein (Urk. 80). Die 20-tägige Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO wurde damit 

eingehalten. Die Staatsanwaltschaft zog ihre Berufung am 24. Juli 2019 nach 

Erhalt der schriftlichen Urteilsbegründung zurück (Urk. 75).  

3.2. Am 20. August 2019 leistete der Privatkläger die ihm mit Verfügung vom 

12. August 2019 auferlegte Prozesskaution (Urk. 83 und 85).  

3.3. Mit Verfügung vom 22. August 2019 wurde Frist zur Erhebung einer 

Anschlussberufung und zur Stellungnahme zum Beweisantrag des Privatklägers 

auf Einholung eines technischen Gutachtens angesetzt (Urk. 86). Mit Präsidial-

verfügung vom 10. Oktober 2019 wurde der Beweisantrag abgewiesen (Urk 103). 

-  8  - 

Auf Anschlussberufungen wurde verzichtet (Urk. 88, Urk. 89 S. 1, Urk. 92 S. 1; 

Urk. 95 und 100). 

3.4. Mit Beschluss vom 8. Mai 2020 wurde beschlossen, ein technisches 

Gutachten über das Baugerüst bzw. die Ursache des Umkippens einzuholen 

(Urk. 107). Dies mit der Begründung, dass nicht ausgeschlossen werden könne, 

dass das Schachtloch zumindest eine Teilursache für das Umstürzen des Gerüsts 

bildete (Urk. 107 S. 2). Nach Einholung von Stellungnahmen zur vorgeschlagenen 

Gutachterin und zur Fragenstellung wurde mit Auftrag vom 8. Juli 2020 das tech-

nische Gutachten in Auftrag gegeben (Urk. 120). Mit Verfügung vom 15. Juli 2020 

wurde im Einverständnis mit den Parteien das schriftliche Verfahren angeordnet 

(Urk. 125 und 128). Das angeforderte Gutachten ging am 1. Februar 2021 hierorts 

ein (Urk. 134). Mit Verfügung vom 11. Februar 2021 wurde den Parteien 

Gelegenheit zur Stellung von Ergänzungsfragen gegeben (Urk. 136). Die Parteien 

verzichteten in der Folge auf Ergänzungsfragen an die Gutachterin (Urk. 138, 

139, 141, 143, 147).  

3.5. Mit Verfügung vom 19. März 2021 wurde dem Privatkläger Frist zur schrift-

lichen Berufungsbegründung und Stellung allfälliger weiterer Beweisanträge 

angesetzt (Urk. 149). Diese Berufungsbegründung ging am 13. April 2021 hierorts 

ein (Urk. 151). Die Berufungsantworten gingen am 11. Mai 2021, am 28. Mai 2021 

und am 22. Juni 2021 hierorts ein (Urk. 162, 164, 169). Die Staatsanwaltschaft 

verzichtete auf eine Berufungsantwort (Urk. 157).  

II. Umfang der Berufung 

1. Die Vorinstanz hielt in Dispositivziffer 2 ihres Urteils fest, dass die Zivilklage 

des Privatklägers abgewiesen werde (Urk. 74). Art. 399 Abs. 3 lit. a StPO 

verlangt, dass der Berufungskläger angibt, ob er das Urteil vollumfänglich oder 

nur in Teilen anficht. Der Privatkläger unterliess es im Einzelnen zu bezeichnen, 

welche Dispositivziffern des vorinstanzlichen Urteils er beanstandet (Urk. 80 und 

151). Zwar stellt er den Antrag, dass die Beschuldigten in vollständiger Aufhebung 

des angefochtenen Urteils wegen fahrlässiger Körperverletzung zu verurteilen 

seien. Dieser Antrag auf vollständige Aufhebung bezieht sich allerdings auf den 

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Schuldspruch und zumindest vom Wortlaut her nicht auf den Entscheid der 

Vorinstanz bezüglich der Zivilforderung. Der Verteidiger des Beschuldigten 3 ist 

der Ansicht, dass es an der wünschbaren Klarheit der Berufungserklärung 

mangelt. Immerhin wird auch in der Literatur die Ansicht vertreten, dass genau 

anzugeben ist, in welchen Punkten das Dispositiv des vorinstanzlichen Urteils 

angefochten werde (BSK StPO II-EUGSTER, Art. 399 N 4; VIANIN, in: Commentaire 

Romand, Code de prodédure pénale suisse, Art. 399 N 17: "L'appelant ne doit 

pas seulement mentionner les parties du jugement qu'il attaque, mais indiquer les 

modifications du dispositif qu'il demande sur ces points").  

2. Dass bei Berufungserklärungen eine gewisse Formstrenge zu verlangen ist, 

wird nicht in Abrede gestellt. Auch auf Berufungserklärungen finden jedoch die 

allgemeinen Grundsätzen der Auslegung von Willenserklärungen Anwendung. 

Führt diese Auslegung nicht zu einem klaren Resultat, ist es im Zweifelsfall auf-

grund von Art. 3 StPO geboten, von einer vollständigen Anfechtung sämtlicher 

Dispositivziffern auszugehen oder allenfalls dem Berufungskläger die Gelegenheit 

zu geben, die Berufung auf einzelne Teile zu beschränken, was auch im 

Nachgang noch möglich ist. Der Privatkläger stellte in der Berufungserklärung 

auch einen formellen Antrag, wie mit den Zivilforderungen zu verfahren sei, 

nämlich dass diese gutzuheissen seien (Urk. 80, Anträge 4 und 5). Vor diesem 

Hintergrund erscheint es im vorliegenden Fall zu formalistisch, die Abweisung der 

Zivilklage in Dispositivziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils als nicht angefochten zu 

betrachten.  

3. Somit ist vom vorinstanzlichen Urteil kein Punkt in Rechtskraft erwachsen. 

III. Prozessuales 

1. Anklage 

1.1. Dass die Anklage nicht konkret schildert, welche Regeln der Baukunde die 

Beschuldigten verletzt haben, stellt keinen prozessualen Mangel dar (Urk. 151 

S. 9). Aus dem Sachverhalt geht hervor, dass die Beschuldigten nicht für die vor-

schriftsgemässe Abdeckung eines Schachtes gesorgt hätten. Dies ist eine Regel 

-  10  - 

der Baukunde. Der Rest ist eine Frage der rechtlichen Würdigung und nicht des 

Anklagegrundsatzes. 

1.2. Der Rechtsvertreter des Privatklägers hat richtig gesehen, dass die 

Anklage bei der Umschreibung der vorgeworfenen Sorgfaltspflichtverletzungen 

äusserst pauschal geblieben ist. Allein die Feststellung der grundsätzlichen Ver-

antwortlichkeit von Bauleitern für die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften dürfte 

wohl nicht genügen. Der Rechtsvertreter des Privatklägers stellte deshalb den 

Eventualantrag auf Rückweisung der Anklage an die Staatsanwaltschaft zur 

Ergänzung bzw. Änderung der Anklage im Sinne von Art. 329 Abs. 2 StPO und 

Art. 333 Abs. 1 StPO. Darauf wird weiter unten noch eingegangen. 

IV. Sachverhalt 

1. Aussagen 

1.1. Der Privatkläger gab in seiner Einvernahme zu Protokoll, dass er daran 

gewesen sei, die Decke mit Weissputz zu spritzen. Dann wisse er nur noch, dass 

er auf dem Boden gewesen sei. Er wisse nicht, wie es passiert sei (Urk. 15).  

1.2. Die Vorinstanz erachtete die Aussage des Privatklägers als nicht glaubhaft, 

weil er in seiner Einvernahme am 24. September 2018 mit keinem Wort erwähnt 

habe, dass der Sturz durch das Hineinrollen eines Gerüstrades in die nicht korrekt 

abgedeckte Bodenöffnung verursacht worden sei, was zu erwarten gewesen wäre 

(Urk. 74 S. 19). Diese Auffassung ist lebensfremd und nicht haltbar. Selbstunfälle 

auf einer Baustelle werden nicht im Voraus geplant, sondern passieren für Opfer 

fast immer überraschend. Jeder normale Mensch, der die nahe Gefahr des 

Schachtloches erkannt hätte, hätte das Gerüst nicht bestiegen oder dieses zuvor 

an eine sichere Stelle verschoben. Bereits die Tatsache, dass ein Unfall passiert 

ist, deutet in der Regel darauf hin, dass das Unfallopfer den Grund bzw. die 

Ursache nicht erkannt hat. Es ist eher verdächtig, wenn ein Opfer ohne Kenntnis 

der genauen Sachlage bereits von Anfang an Ursache und Grund für einen Unfall 

angibt. Die Darstellung des Privatklägers, wonach er nicht gewusst habe, weshalb 

das Gerüst umgefallen sei, ist deshalb im Gegenteil realitätsnah und glaubhaft. 

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Sie stimmt auch mit der im Polizeirapport festgehaltenen Äusserung unmittelbar 

nach dem Unfall überein, wo er gesagt habe, er könne sich den Hergang über-

haupt nicht erklären (Urk. 3 S. 3). Erwiesen ist auch, dass der Privatkläger nach 

seinem Sturz mit gebrochenem und verdrehtem Oberarm liegen blieb, bis die 

Sanität eintraf (Urk. 19/10). Auf den Fotos ist zudem erkennbar, dass er aus 

seiner Unfallendlage keinen freien Blick auf den halboffenen Schacht und das 

Gerüstrad hatte. Gemäss der Aussage seines Kollegen vor Ort, F._____, habe 

der Privatkläger vor Schmerz geschrien (Urk. 13 Antwort 35). Es befremdet, wenn 

die Vorinstanz impliziert, ein Opfer hätte in einer solchen Situation noch den Un-

fallort untersucht und nach der Ursache für das Umstürzen des Gerüsts geforscht. 

1.3. Wenn die Vorinstanz dann die Auffassung äusserte, die späteren Aus-

sagen des Privatklägers hinsichtlich der Unfallursache seien teilweise wider-

sprüchlich, überzeugt dies ebenso wenig (Urk. 74 S. 19). Der Privatkläger sagte 

aus, dass er nach dem Unfall von seinem Vorgesetzten, der mit seinem Mobiltele-

fon Fotos vom Unfallort gemacht habe, erfahren habe, dass das Gerüst wegen 

dem Schachtloch umgestürzt sei (Urk. 15 Antwort 15). Bei seinen Aussagen über 

die Unfallursache handelt es sich deshalb offenkundig um blosse Mutmassungen 

und Interpretationen und nicht um eigene Wahrnehmungen während des 

Geschehens. Wenn aus solch hypothetischen, rein spekulativen Überlegungen 

des Privatklägers, zu welchen er nota bene durch die Frage des Staatsanwaltes 

aufgefordert wurde, sinngemäss geschlossen wird, die Mutmassungen seien nicht 

logisch, weshalb er bei den Aussagen über seine eigenen, direkten Wahr-

nehmungen gelogen bzw. die Wahrheit verschwiegen habe, ist dies willkürlich. 

1.4. Nichts Ausschlaggebendes kann auch aus der Frage abgeleitet werden, ob 

die Rollen am Fuss des Gerüsts arretiert waren oder nicht. Der Privatkläger 

machte geltend, die Rollen des Gerüsts seien immer mit der Bremse blockiert 

gewesen, wenn er darauf gearbeitet habe (Urk. 15 Antwort 23). Die Feststellung 

der Vorinstanz, dies widerspreche sich mit dem Bericht des forensischen Institu-

tes, ist unzutreffend (Urk.74 S. 19). Diesem Bericht, der im Übrigen den Anforde-

rungen an ein Fachgutachten nicht entspricht, kann nur entnommen werden, dass 

sich durch den Sturz allenfalls eine oder zwei Bremsen lösen könnten (Urk. 19/2). 

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Es sei jedoch eher unwahrscheinlich, dass sich alle vier Bremsen lösen könnten 

(Urk. 19/2). Ob und welche Bremsen arretiert oder gelöst waren, ist nicht rechts-

genügend erstellt. Einzig im Randkommentar einer Fotografie der Stadtpolizei 

Zürich vom umgestürzten Gerüst steht "Übersichtsaufnahme im 1. UG, gestürzter 

Gerüstwagen sichtbar. Sämtlich vier Räder ohne arretierten Bremsmechanismus" 

(Urk. 19/5). Dies steht allerdings in einem gewissen Widerspruch zur Aktennotiz 

über eine Äusserung von G._____ vom unfalltechnischen Dienst (UTD): "2 der 

vier blockierten Räder (Bremsen) konnten nur mit enormem Kraftaufwand gelöst 

werden (ich musste dazu das Gerüst leicht anheben und ein Holzstück unter den 

Handgriff legen, so dass ich auf einen Querholmen steigen konnte und mit mei-

nem Körpergewicht die Blockade zu lösen)" (Urk. 19/7 S. 2).  

1.5. Der Privatkläger gab an, das Lösen der Bremsen zwecks Verschiebung 

des Gerüsts und das Arretieren sei seine Aufgabe gewesen (Urk. 15 Antwort 20). 

F._____ sagte aus, er könne keine Antwort zur Frage geben, ob die Bremsen ar-

retiert waren oder nicht (Urk. 74 S. 21). Er könne es nicht sagen, weil er die Si-

cherung weder gelöst noch aktiviert habe (Urk. 13 Antwort 50). Dies sei üblicher-

weise die Aufgabe des Privatklägers gewesen (Urk. 13 Antwort 51).  

1.6. Auch aus den Aussagen von F._____ geht unmissverständlich hervor, 

dass er nicht wusste bzw. wahrnahm, weshalb das Gerüst umkippte (Urk. 13 

Antwort 73). F._____ zog vielmehr im Nachhinein gewisse Schlussfolgerungen: 

"Das Gerüst hat sich nicht bewegt. Aber logischerweise müssten sich wohl die 

Holzplatten, die die Löcher im Boden deckten, bewegt haben. Es kann nicht an-

ders gewesen sein" (Urk. 13, Antwort 54). "Normalerweise müsste man die Schal-

tafeln mit Schrauben oder ähnlichem am Boden befestigen. Vermutlich war es bei 

dieser Tafel nicht der Fall" (Urk. 13 Antwort 57). Der Standpunkt der Vorinstanz, 

die Aussagen von F._____ zum Unfallhergang seien nicht schlüssig und wirkten 

konstruiert, ist deshalb ohne Grundlage (Urk. 74 S. 23). Seine Aussagen sind klar 

und unzweideutig: Er weiss nicht, wie es passiert ist. Die Vorinstanz verkennt, 

dass blosse Spekulationen von Unfallbeteiligten oder -zeugen für die Erstellung 

eines Sachverhaltes rechtlich weitestgehend irrelevant sind. Es ist nicht angängig, 

-  13  - 

die Glaubwürdigkeit einer Person anzuzweifeln, bloss weil ihre rein hypotheti-

schen Überlegungen nicht stimmig sind oder erscheinen. 

1.7. Der Beschuldigte B._____ äusserte in seiner Befragung, es sei polizeilich 

festgehalten, dass F._____ das Gerüst mit dem darauf befindlichen Privatkläger 

verschoben habe und dieses daraufhin umgefallen sei (Urk. 6 Antwort 13). Dies 

ist klar aktenwidrig. F._____ hat dies weder wörtlich noch sinngemäss je ausge-

sagt (Urk. 13). Er hat nur davon gesprochen, dass das Gerüst manchmal ver-

schoben worden sei. Dass ein Rollgerüst zwischen den Arbeitsgängen verscho-

ben werden muss, entspricht dem Zweck eines Rollgerüstes und ist auch einem 

bautechnischen Laien klar. Dieser Umstand impliziert selbstverständlich aber 

nicht, dass während dem Verschieben eine Person auf dem Gerüst steht. 

F._____ sagte im Gegenteil aus, dass der Privatkläger jeweils das Gerüst ver-

schoben habe und er von ihm zu Hilfe geholt worden sei, weil das Gerüst für eine 

Person alleine zu schwer gewesen sei (Urk. 13 Antwort 51). Der Privatkläger sag-

te aus, dass er das Gerüst an jenem Tag jeweils selbst an den neuen Standort 

gestellt habe. Dann sei er wieder auf die Plattform gestiegen, was an jenem Tag 

mehrmals geschehen sei (Urk. 20/3 S. 2). Und selbst wenn man von der Hypo-

these des Beschuldigten B._____ ausginge, ist immerhin festzuhalten, dass 

B._____ nie die Meinung geäussert hat, dass das Schachtloch keinen Zusam-

menhang mit dem Umstürzen des Gerüstes habe. Seine Äusserung wäre viel-

mehr dahingehend zu interpretieren, dass F._____ das Gerüst vorschriftswidrig, 

d.h. mit dem Privatkläger auf der Plattform, verschoben habe, wobei das Rad in 

die Schachtöffnung gelangt sei.  

1.8. Von den drei Beschuldigten machte einzig der Beschuldigte D._____ Aus-

sagen zur Sache. Während der Beschuldigte B._____ zumindest in der polizei-

lichen Befragung noch Angaben zur Sache machte, verweigerte der Beschuldigte 

C._____ während der gesamten Untersuchung jegliche Aussagen (Urk. 8 und 9). 

Auch vor Vorinstanz beriefen sich B._____ und C._____ auf ihr Aussageverwei-

gerungsrecht (Prot. I S. 9 -14). Es wäre wünschenswert, wenn verantwortliche 

Personen auf einer Baustelle im Falle eines Unfalles bemüht sind, alles dazu bei-

zutragen, um die Unfallursache zu ermitteln und den Unfallhergang zu klären. Es 

-  14  - 

darf mit Fug gefragt werden, welchen Stellenwert die Gesundheit und das Wohl 

der Arbeiter auf einer Baustelle für die Beschuldigen C._____ und B._____ hat, 

sofern ihre eigenen Interessen betroffen sind. In strafprozessualer Hinsicht steht 

gestützt auf Art. 113 Abs. 1 StPO aber jeder beschuldigten Person ein Aussage-

verweigerungsrecht zu, weshalb allein aus diesem Schweigen keine Rückschlüs-

se auf die Schuldfrage gezogen werden dürfen.  

1.9. Letztlich steht fest, dass die Aussagen der befragten Personen wenig 

Erhebliches zum Unfallhergang liefern. 

2. Polizeirapport 

2.1. Die Vorinstanz schloss das Schachtloch als kausale Mitursache am 

Umstürzen des Gerüstes aus, einerseits aufgrund einer reinen Mutmassung des 

Zeugen H._____ und des Beschuldigten B._____, die den Unfall gar nicht beo-

bachtet hatten, andererseits aufgrund einer Bemerkung im Polizeirapport (Urk. 74 

S. 25 i.V.m. Urk. 3 S. 2). Der Zeuge H._____ hatte zum Zeitpunkt des Unfalls die 

Funktion als Bauleiter (Urk. 16 S. 4). Weshalb er nicht strafrechtlich belangt 

wurde, bleibt aufgrund der Akten ungeklärt. Ein eigenes Interesse am Ausgang 

des Verfahrens kann nicht ausgeschlossen werden, weshalb seiner Äusserung 

kaum beweisrechtliche Bedeutung zukommt. Bei der Schlussfolgerung von 

H._____ handelt es sich nach eigenen Angaben zudem um eine reine Vermutung, 

da er erst an den Unfallort gekommen war, als die Polizei schon vor Ort gewesen 

sei (Urk. 16 Antwort 19). Es kommt hinzu, dass H._____ mit keinem Wort erwähn-

te, dass das Gerüst alleine durch das Verschieben umgefallen sei. Es liegt jeden-

falls sehr nahe anzunehmen, dass auch H._____ der Meinung war bzw. die Ver-

mutung hatte, F._____ habe das Gerüst mit einem Rad in das Schachtloch ges-

tossen.  

2.2. Im Polizeirapport steht als Kommentar zu einem Foto: "Beim Kippen 

befand sich A._____ auf der Standfläche. Durch das Umkippen rollte der 

Gerüstwagen unten weg und blieb mit einem Rad im Bodenschacht stecken." 

(Urk. 3, Fotodokumentation S. 2). Diese Feststellung ist offenkundig falsch, denn 

von einem Feststecken des Rades kann keine Rede sein. Auf den Fotoauf-

-  15  - 

nahmen ist ersichtlich, dass das Rad nach dem Sturz einfach über dem offenen 

Schachtloch lag.  

2.3. Grundsätzlich geht es bei Feststellungen in einem Polizeirapport nicht um 

Beweissicherungen, sondern primär um die Klärung der Rollen und Funktionen 

der beim relevanten Geschehen Anwesenden (Schmid/Jositsch, Handbuch des 

schweizerischen Strafprozessrechts, 3. Aufl., Zürich/St. Gallen, 2017, N 859). 

Bereits aus diesem Grund ist es unzulässig, solche Rapportbemerkungen alleine 

als rechtsgenügende Beweise zu betrachten. Kommt hinzu, dass es sich beim 

rapportierenden Beamten Wm I._____ nicht um einen Sachverständigen handelt. 

Wie die Vorinstanz eine solch laienhafte Rapportbemerkung und eine aus der Luft 

gegriffene, allenfalls missinterpretierte Mutmassung des unbeteiligten H._____ 

sowie des Beschuldigten B._____ zur Grundlage ihres Entscheides machen 

konnte und somit dem Arbeiter F._____ unterstellte, er habe das Gerüst mit dem 

Privatkläger auf der Plattform ohne Einwirkung des Schachtlochs zum Umstürzen 

gebracht, ist nicht nachvollziehbar. Diese Hypothese scheint auch deshalb un-

wahrscheinlich, weil kaum ein vernünftiger Mensch so lange und mit der von der 

Gutachterin festgestellten nötigen Kraft gegen das Gerüst gedrückt hätte, bis es 

samt der Person auf der Plattform umgekippt wäre. Immerhin müsste das Gerüst 

vor dem Umstürzen so weit gekippt werden, bis sich der Schwerpunkt über die 

Grundfläche hinaus bewegt hätte. Es wäre auch schlecht erklärbar, weshalb sich 

der Privatkläger A._____ in seiner ersten Reaktion derart überrascht über die Ur-

sache des Sturzes gezeigt hatte, wenn F._____ ihn umgestossen hätte. Darüber 

hinaus ging die Vorinstanz davon aus, dass die Bremsen aller Gerüstrollen gelöst 

gewesen seien, obschon in einem solchen Falle das Umstürzen des Gerüstes 

schwieriger zu bewerkstelligen ist als bei arretierten Rollen. 

3. Fotodokumentation und Gutachten 

3.1. Die Fotos vom Unfallort und dem umgestürzten Baugerüst geben einen 

weit besseren Eindruck, als dies in Worten umschrieben werden kann. Ersichtlich 

ist ein Schachtloch im Boden von ca. 100 cm x 100 cm Grösse, welches teilweise 

von zwei losen Brettern überdeckt ist (Urk 134 S. 1; vgl. Aussage des Beschuldig-

ten D._____, wonach die entfernten Stahlträger diese Masse gehabt hätten; 

-  16  - 

Urk. 11 Antwort 19). Die exakten Masse des Schachtloches sind vorliegend ne-

bensächlich. Ersichtlich ist auf dem Bild weiter, dass der unterste Teil von einem 

der vier Standfüsse des umgestürzten Gerüsts mit dem Rad weit in das Schacht-

loch hineinragt, das Rad sogar teilweise unter dem losen Brett liegt (Urk. 134 

S. 1). Selbst für einen bautechnischen Laien bräuchte es eine gehörige Portion 

Fantasie, um anzunehmen, dass das Schachtloch keinerlei Zusammenhang mit 

dem Umstürzen des Gerüstes hatte. Nichts desto trotz wurde ein technisches 

Gutachten eingeholt.  

3.2. Das fragliche Baugerüst ist für den professionellen Einsatz bestimmt und 

nicht zu verwechseln mit einem leichten Aluminiumgerüst aus dem Baumarkt für 

den Heimwerkerbedarf. Der Standboden des Gerüstes befand sich auf einer 

Höhe von rund 2,2 Metern (Gutachten Urk. 134; vgl. auch Sicherheitshinweise 

Urk. 20/2 S. 3, Quantity Schedule, Plattformhöhe 2,2 m). Grundsätzlich wäre ein 

weit höherer Aufbau zulässig gewesen. Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass 

je tiefer der Aufbau ist, desto schwerer ein Gerüst zum Umkippen gebracht 

werden kann, jedenfalls bei gewährleisteter Auflagerfläche. Das Gutachten stellte 

fest, dass das Gerüst zwar nicht vorschriftsgemäss zusammengesetzt war 

(Urk. 134 S. 9). Allerdings wirke sich die verminderte Steifigkeit nur unter Einfluss 

einer horizontalen Kraft am oberen Aufbaurahmen aus (Urk. 134 S. 16). Bei den 

Kippversuchen mit einem Vergleichsgestell wurde die konkrete Montage des 

Gerüsts berücksichtigt (Urk. 134 S. 14). Ebenso der Versatz der Rollen bei einer 

Nichtarretierung (Urk. 134 S. 11).  

3.3. Gemäss Gutachten ist eine unsachgemässe Lasteinwirkung als Kippur-

sache nicht realistisch, sehr fraglich und zu bezweifeln. Für ein Kippen sei eine 

Kraft von 60 kg auf einer Höhe 1,5 Metern nötig, um das Rollgerüst inkl. einer 

Person auf der Plattform bei einem Verschiebevorgang zum Kippen zu bringen. 

Es sei sehr fraglich, ob eine Person dazu imstande sei (Urk. 134 S. 15). Es 

komme nur eine Kippursache in Betracht, bei der die Auflagersituation des 

Gerüsts verändert worden sei (Urk. 134 S. 16). Weiter kommt die Gutachterin 

zum Schluss: "Wenn die Bodenöffnung vorschriftsgemäss verschlossen gewesen 

wäre (unverrückbar, durchbruchsicher), hätte die Rolle Nr. 3 auf der Abdeckung 

-  17  - 

der Bodenöffnung stehen können. Das Gerüst wäre nicht umgekippt. Deshalb 

könne die Bodenöffnung nicht als kausale Mitursache ausgeschlossen werden 

(Urk. 134 S. 17). Schliesslich korreliert die Fallrichtung des Gerüstes bzw. dessen 

Endlage mit der Annahme, wonach das Rad Nr. 3 in die Bodenöffnung gelangt 

und zum Sturz des Gerüsts geführt hat (Urk. 134 S. 13). Es mutet seltsam an, 

dass ein Gerüst ohne Zusammenhang mit einem bloss wenige Zentimeter weit 

weg liegenden Schachtloch genau so fällt, wie wenn es mit einem Rad in das 

Schachtloch geraten und dann das betreffende Rad ebenso zufällig noch über 

das Schachtloch geschoben worden wäre.  

3.4. Dass die Gutachterin ein Umstossen des Gerüstes ohne Veränderung der 

Auflagersituation nicht mit absoluter Sicherheit ausschliessen konnte, ändert am 

erforderlichen Beweismass nichts. Mangels Vorhandensein auch nur geringster 

Indizien für eine solche Dritteinwirkung muss eine solche Möglichkeit als bloss 

theoretische Möglichkeit taxiert werden, die immer besteht. Das Gericht kann in 

einer Gesamtwürdigung der Beweislage deshalb auch zur Überzeugung gelan-

gen, dass ein Sachverhalt erstellt ist, selbst wenn ein Gutachten, dass sich auf die 

rein technische Sicht zu beschränken hat, andere Geschehensabläufe nicht mit 

naturwissenschaftlich absoluter Sicherheit ausschliessen kann. Es geht hier nicht 

primär um die Beweislast des Staates zum Nachweis der Schuld, sondern um den 

Ausschluss von theoretisch denkbaren, alternativen Handlungsabläufen. Solche 

können nie mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden, insbesondere nicht 

von einer Gutachterin, welche auftragsgemäss nicht die gesamte Beweislage zu 

berücksichtigen hat. Von etwas anderem auszugehen würde bedeuten, dass bei 

Unfällen nie ein rechtsgenügender Beweis erbracht werden kann. Auch im Falle 

eines tödlichen Sturzes eines Bauarbeiters von einer ungesicherten Etage eines 

Hochhauses kann man beispielsweise ebenso wenig mit absoluter Sicherheit 

ausschliessen, dass er nicht wegen der fehlenden Abschrankung hinuntergefallen 

war, sondern weil ihn sein Arbeitskollege gestossen habe.  

3.5. Die Staatsanwaltschaft und der Vertreter des Privatklägers gingen völlig zu 

Recht davon aus, dass das Gerüst mit einem Rad in das Schachtloch geriet – aus 

welchen Gründen auch immer – und deshalb umstürzte (Urk. 10 Frage 41; 

-  18  - 

Urk. 12 Frage 56; Urk. 151 S. 2 f.). Berücksichtigt man sämtliche vorliegenden 

Akten und Aussagen der befragten Personen sowie das technische Gutachten, ist 

zweifelsfrei erstellt, dass das Baugerüst nicht umgestürzt wäre, wenn das 

Schachtloch vorschriftsgemäss durch eine unverrückbare Abdeckung gesichert 

gewesen wäre. Ausser die Vorinstanz ging niemand der im Laufe der Unter-

suchung befragten Personen je von der Hypothese aus, dass das Gerüst ohne 

jeglichen Einfluss des Schachtloches zum Umstürzen gebracht worden sei. Selbst 

der Beschuldigte D._____ äusserte in seiner Befragung, dass es wohl so gewe-

sen sein müsse, dass ein Rad in die Bodenöffnung geraten und abgesackt sei 

(Urk. 11 Antwort 28). Er ist zwar kein Gutachter, verfügt aber doch über jahre-

lange Erfahrung aus seiner Tätigkeit auf dem Bau. 

3.6. Mit der Gutachterin ist davon auszugehen, dass das Rad Nr. 3 kurz vor 

dem Sturz in unmittelbarer Nähe des Schachtes bzw. der losen Abdeckungs-

bretter stand (Urk. 134 S. 11). Dass sich das Gerüst im Laufe der Arbeiten des 

Privatklägers auf dem Gerüst leicht bewegte, kann zwanglos angenommen 

werden, denn ansonsten wäre es nicht zum Sturz gekommen. Ob und inwieweit 

diese Bewegung durch Dritteinwirkung, durch nicht vorschriftsgemäss arretierte 

Bremsen oder mangelhafte Zusammenstellung des Gerüsts verursacht wurde, 

kann vorliegend offen bleiben. Das Schachtloch als 'conditio sine qua non' ver-

bleibt als Hauptursache und ein allfälliges Mitverschulden des Privatklägers oder 

eines Dritten vermag nach der Adäquanztheorie die fehlerhafte Abdeckung nicht 

in den Hintergrund zu schieben (BGE 135 IV 56 Erw. 2.1). Selbst wenn man 

davon ausginge, dass F._____ das Gerüst mit einem Rad über das Schachtloch 

verschoben habe, wofür wie erwähnt keine Indizien vorliegen, hätte dies den 

Kausalzusammenhang nicht unterbrochen.  

4. Sorgfaltspflichtverletzung 

4.1. Bei der Verantwortlichkeit von Bauleitern auf einer Baustelle handelt es 

sich in strafrechtlicher Hinsicht nicht um eine Kausalhaftung. Wie bei jedem 

Fahrlässigkeitsdelikt muss für die Tatbestandsmässigkeit eine Sorgfaltspflicht-

verletzung vorliegen. Dabei wird Voraussehbarkeit und Vermeidbarkeit des 

Unfalls verlangt. Daran ändert auch eine Garantenpflicht nichts (Urk. 151 S. 10). 

-  19  - 

Eine Sorgfaltspflichtverletzung ist nur anzunehmen, wenn der Täter eine Gefähr-

dung der Rechtsgüter von Dritten hätte voraussehen können und müssen (Urteil 

des Bundesgerichts 6B_342/2012 vom 8. Januar 2013 E. 2.4.). Eine Pflicht zur 

permanenten Überwachung besteht hingegen nicht generell, sondern nur in 

speziellen Fällen. 

4.2. Die Anklageschriften gegen die drei Beschuldigten führen diesbezüglich 

aus, die Beschuldigten hätten es in ihrer Funktion als Baupolier bzw. Bauleiter 

unterlassen, die durch die Entfernung des Stahlträgers entstandene Boden-

öffnung durch eine korrekte Sicherung zu ersetzen. Eine Sorgfaltspflichtver-

letzung lässt sich jedoch nicht allein aus dem Umstand herleiten, dass es einen 

Unfall gegeben hat. Allein die Feststellung von generellen Verantwortlichkeiten 

genügt mit anderen Worten noch nicht für die Feststellung einer strafrechtlich 

relevanten Sorgfaltspflichtverletzung. 

4.3. Es ist nicht aktenkundig, wann der betreffende Stahlträger im 1. UG aus-

gebaut wurde, wann die Abdeckung erstellt wurde, wer diese Arbeiten gemacht 

hat und ob und wann die Schachtlöcher bzw. deren Abdeckung kontrolliert 

wurden. Es wäre beispielsweise ausserordentlich erhellend gewesen zu wissen, 

ob die übrigen Schachtlöcher, welche durch den Rückbau der Stahlträger 

entstanden waren, nicht vorschriftsgemäss abgedeckt worden waren. Ein solcher 

Umstand könnte der Bauleitung kaum entgangen sein; ganz im Gegensatz dazu 

für den Fall, dass nur das fragliche Unfall-Schachtloch zu einem unbekannten 

Zeitpunkt mangelhaft geschützt worden war. Immerhin machte der Beschuldigte 

D._____ geltend, die Schachtlöcher seien alle zu 100% in Ordnung gewesen, als 

sie es gemacht hätten (Urk. 10 Antworten 27, 30, 38 und 39). Er gehe davon aus, 

dass jemand die korrekte Abdeckung im 1. UG entfernt habe, um an die 

Installationen des darunterliegenden Kriechkellers zu gelangen (Urk. 11 Antwort 

25). Den Akten ist wiederum nicht zu entnehmen, ob abgeklärt wurde, welche 

anderen Handwerker in den vorausgegangenen Tagen in den Kriechkeller ge-

stiegen und dort Arbeiten ausgeführt haben; dies hätte sich nach der Aussage 

D._____s aber aufgedrängt. Ebenso wurde auch kein Bauarbeiter einvernommen, 

der mit der Entfernung des Stahlträgers im 1. UG oder der Abdeckung betraut 

-  20  - 

war. Es ist anzunehmen, dass dieser hätte Auskunft darüber geben können, 

welche Anweisung bezüglich der Sicherung des Schachtlochs bestand und wie 

damit verfahren wurde. 

4.4. Aus dem Umstand, dass im Bauprotokoll festgehalten wird, die Schacht-

löcher seien nach Entfernung der Stahltürme umgehend zuzubetonieren, kann 

nichts abgeleitet werden (Urk. 151 S. 8). Es stellt keine Sorgfaltspflichtverletzung 

dar, wenn das Zubetonieren aus unbekannten Gründen eine zeitliche Verzöge-

rung erfuhr und stattdessen eine vorschriftsgemässe Abdeckung erstellt worden 

ist. 

4.5. Auf einem der Fotos vom Unfallschacht ist erkennbar, dass das fragliche 

Schachtloch einen Falz aufwies, was es grundsätzlich ermöglicht, die Abdeckung 

ebenerdig zu verlegen und eine Stolperfalle zu vermeiden (Urk. 20/4). Dies 

schliesst zwar nicht aus, dass das Loch hernach nur unzulänglich mit Brettern ab-

gedeckt worden war. Allerdings macht die Erstellung eines Falzes wenig Sinn, 

wenn dies gar nicht nötig gewesen wäre bzw. zum Vornherein feststand, dass 

sofort zubetoniert oder nur mit blossen Brettern abgedeckt wird (Urk. 11 S. 4 Ant-

wort 23). Dieser Umstand stützt zumindest die Behauptung des Beschuldigten 

D._____, dass die Abdeckungen ursprünglich korrekt angebracht worden seien. 

Nicht verfängt die Behauptung des Vertreters des Privatklägers, wonach der 

Beschuldigte D._____ erklärt habe, er könne mit Fotos belegen, dass die Sicher-

heitsbestimmungen im Zusammenhang mit den Schachtlöchern eingehalten wor-

den seien (Urk. 151 S. 8). D._____ brachte vielmehr vor: "Da sind bestimmt Fotos 

vorhanden, wo ersichtlich ist, dass alles korrekt abgedeckt worden ist" (Urk. 10 

Antwort 38). Dass der Beschuldigte D._____ selbst keine Fotos einreichte, kann 

ihm nicht angelastet werden. Er hat nie behauptet, selbst im Besitze solcher Auf-

nahmen zu sein.  

4.6. Den Akten ist auch nicht zu entnehmen, wann zwischen dem 15. März 

2017 und dem Unfall am 4. April 2017 eine Begehung im Beisein der SUVA 

stattgefunden hat, obschon es solche zuvor gab (Urk. 12 Antwort 57). Dass bei 

den Kontrollen der SUVA im Januar und Februar fehlende Schachtabdeckungen 

nicht aufgefallen seien, wie der Verteidiger des Beschuldigten D._____ geltend 

-  21  - 

macht, ist kein Argument, denn damals waren die Stahlträger noch gar nicht ent-

fernt (Urk. 164 Rz 36 und 40). 

4.7. Weiter ist auf den Unfallfotos erkennbar, dass der demontierte Stahlträger 

durch das gesamte 1. UG hindurchlief und durch die Decke mindestens ins 

darüberliegende Geschoss reichte (Urk. 134 S. 11). Es hätte somit die Möglichkeit 

bestanden, die Abdeckung des genau über dem Unfall-Schachtloch liegenden 

weiteren Schachtlochs in das obere Geschoss dahingehend zu überprüfen, ob 

jene Abdeckung – welche auf dem Foto von unten erkennbar ist – korrekt oder 

vorschriftswidrig angebracht worden war. Wären nämlich alle anderen Schacht-

abdeckungen vorschriftsgemäss gewesen, würde dies die Version des Beschul-

digten D._____ nähren, wonach die Abdeckung im 1. UG von einem anderen 

Handwerker entfernt worden sei. Umgekehrt hätte eine mangelhafte Abdeckung 

der anderen Schächte durchaus den Rückschluss auf eine generelle sorgfaltswid-

rige Erstellung der Abdeckungen erlaubt. Auch in Bezug auf die Dringlichkeit einer 

nötigen Kontrolle spielt durchaus eine Rolle, ob zuvor zahlreiche Abdeckungen 

weisungsgemäss korrekt erstellt worden waren.  

4.8. Aus dem beigezogenen Bausitzungsprotokoll vom 15. März 2017 geht 

einzig hervor, dass mit den Arbeiten des Rückbaus der Stahltürme ab sofort zu 

beginnen sei (Bausitzungsprotokoll 84 vom 15. März 2017, Urk. 21/13 S. 1 

Ziff. 4.01.1). Jenem vom 29. März 2017 lässt sich entnehmen, dass die Aus-

sparungen der Stahltürme nach deren Ausbau umgehend zu verschliessen seien, 

wobei die Vorgaben des Bauleiters abzuholen seien (Bausitzungsprotokoll 86 

vom 29. März 2017, Urk. 21/15 S. 1 Ziff. 4.02.3). Ob solche Vorgaben bestanden, 

ob Weisungen erteilt wurden, wer diese erteilt und welche Person diese entgegen 

genommen hat, lässt sich den Strafakten nicht entnehmen. Auf den Unfallfotos ist 

ersichtlich, dass zumindest einer der Stahlträger noch stand, weshalb diese 

Rückbauarbeiten noch nicht abgeschlossen waren (Urk. 134 S. 1). Wann diese 

Arbeiten abgeschlossen wurden, kann entgegen der Auffassung des Rechtsver-

treters des Privatklägers den Bausitzungsprotokollen nicht entnommen werden 

(Urk. 151 S. 5 f. Ziff. 3.1). Allein diese Bausitzungsprotokolle lassen zudem weder 

den Schluss zu, dass die Abdeckungen vorschriftswidrig erstellt wurden, noch 

-  22  - 

kann daraus ersehen werden, wer konkret die Abdeckung des Unfall-Schacht-

loches erstellt hat, ob jemand die Abdeckung im 1. UG durch lose Bretter ersetzt 

hat und wenn ja, wer und wann. Ebenfalls ungeklärt bleibt, ob und wann die 

nötigen Kontrollen durchgeführt wurden. Es wäre deshalb von hoher Wichtigkeit 

gewesen zu ermitteln, wann und welche Person an der Entfernung der Stahltürme 

beteiligt war und wie mit der nachfolgenden Situation mit den offenen Schacht-

löcher verfahren wurde. All dies lässt sich anhand der Akten nicht klären. 

4.9. Es ist unstrittig, dass ein verantwortlicher Bauleiter auch die Pflicht hat, für 

die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften besorgt zu sein. Wie oft und wie inten-

siv solche Kontrollen vorzunehmen sind, ist im Einzelfall zu beantworten. Auch die 

Bauarbeitenverordnung (BauAV, SR 832.311.141) und die Verordnung über die 

Unfallverhütung (VUV, SR 832.30) machen hier keine quantitativen Vorgaben. Es 

ist nicht so, dass ein Bauleiter jede bauliche Massnahme seiner Untergebenen 

vor Ort persönlich überwachen und jeden Tag kontrollieren muss, ob sich daran 

nichts verändert hat. Insofern kann der Standpunkt des Vertreters des Privat-

klägers, wonach Schachtöffnungen bis zum endgültigen Zubetonieren "immer 

wieder" zu kontrollieren seien, nicht uneingeschränkt geteilt werden. Insbesonde-

re bei baulichen Sicherheitsmassnahmen, die korrekt erstellt wurden, besteht 

ohne äusseren Anlass kein Grund, diese in hoher Kadenz laufend zu überprüfen. 

Wenn Bauarbeiter auf Anweisung des Bauleiters oder Poliers mehrere Schacht-

abdeckungen korrekt erstellt haben, darf ein Bauleiter zudem auch darauf 

vertrauen, dass diese eine weitere Abdeckung gleich, d.h. ebenfalls weisungs-

gemäss korrekt erstellen. Das heisst nicht, dass der Bauleiter ab einer gewissen 

Menge gleicher Arbeiten auf eine Überwachung oder Kontrolle gänzlich verzich-

ten darf; aber die Häufigkeit der Kontrollgänge darf in solchen Fällen reduziert 

werden. Nicht ausgeschlossen werden kann aufgrund der Akten beispielsweise 

auch, dass der Co-Bauleiter J._____ mit der Überwachung der Schachtsicherung 

betraut war. Dieser wurde von der Staatsanwaltschaft nicht als beschuldigte Per-

son einvernommen (Urk. 12).  

4.10. Anhand der vorliegenden Akten bzw. aufgrund der zahlreichen, nicht abge-

klärten Sachumstände lässt sich deshalb eine konkrete, sorgfaltspflichtwidrige 

-  23  - 

Handlung oder Unterlassung, wie beispielsweise eine zeitadäquate Kontrolle, 

einschliesslich der Vorausseh- und Vermeidbarkeit des Unfalls aus Sicht einer 

Person in der Situation und mit der Verantwortung der Beschuldigten, nicht 

rechtsgenügend erstellen. Insbesondere kann dem Beschuldigten D._____ nicht 

widerlegt werden, dass die Schachtabdeckung im 1. UG ursprünglich korrekt 

erstellt worden war und durch eine Drittperson durch lose Bretter ersetzt worden 

sei. 

5. Rückweisung an die Vorinstanz bzw. Untersuchungsbehörde 

Gemäss Art. 333 Abs. 1 StPO gibt das Gericht der Staatsanwaltschaft Gelegen-

heit, die Anklage zu ändern, wenn nach seiner Auffassung der in der Anklage 

umschriebene Sachverhalt einen anderen Straftatbestand erfüllen könnte, die 

Anklageschrift aber den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht. Vorliegend 

beschränkt sich der Verfahrensmangel nicht auf eine fehlende Umschreibung der 

Sorgfaltspflichtverletzung in der Anklageschrift, sondern auch bzw. viel mehr auf 

das fehlende Beweisfundament hinsichtlich einer Sorgfaltspflichtverletzung. Ob 

solche Beweise durch weitere Abklärungen der Untersuchungsbehörde im 

heutigen Zeitpunkt noch erbracht werden könnten, erscheint sehr fraglich, kann 

aber dahingestellt bleiben. Wenn das Gericht das Beweisfundament für eine 

Anklage als nicht ausreichend erachtet, bietet Art. 333 StPO keine Grundlage für 

die Rückweisung zwecks Wiederaufnahme bzw. Ergänzung einer Strafunter-

suchung. Vielmehr hat in einem solchen Falle ein Freispruch zu ergehen, weil ein 

Schuldspruch mangels genügender aktenkundiger Beweise nicht ergehen kann.  

V. Zivilforderungen 

Da der Sachverhalt für die Behandlung der Zivilforderungen nicht spruchreif ist, 

sind diese gestützt auf Art. 126 Abs. 2 lit. d StPO auf den Zivilweg zu verweisen.  

VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Die Kosten der Untersuchung und des erstinstanzlichen Verfahrens sind 

auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 426 StPO e contrario). Die Kosten des 

-  24  - 

Berufungsverfahrens tragen die Parteien nach Massgabe ihres Obsiegens und 

Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Da der Privatkläger mit seiner Berufung 

unterliegt, sind ihm die Kosten aufzuerlegen, unter Verrechnung mit der Prozess-

kaution von Fr. 20'000.– (Urk 85). Vom vorinstanzlichen Urteil wird dahingehend 

abgewichen, dass eine zivilrechtliche Verantwortlichkeit der Beschuldigten in 

diesem Verfahren mangels genügendem Beweisfundament nicht ausgeschlossen 

werden kann. Das Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren ist deshalb entge-

gen dem vorinstanzlichen Entscheid nicht abzuweisen, sondern lediglich auf den 

Zivilweg zu verweisen. In Bezug auf die Kostenfolge wirkt sich dies aber nicht 

aus, da auch ein Verweis auf den Zivilweg kein Obsiegen darstellt. Auch der 

Berufungsrückzug der Staatsanwaltschaft, welcher grundsätzlich als Unterliegen 

gilt (Art. 428 Abs. 1 StPO), hat usanzgemäss keine Auswirkungen auf den 

Kostenentscheid, da der Rückzug innert der Frist zur Berufungserklärung erfolgte 

(ZR 110 [2011] Nr. 37). 

2. Der Privatkläger hat den Beschuldigten die Kosten der erbetenen Vertei-

digungen zu ersetzen (BGE 139 IV 45 Erw. 1 und 141 IV 476). Die Höhe der 

Entschädigung sowie der anzuwendende Stundenansatz richtet sich nach der 

kantonalen Verordnung über die Anwaltsgebühren vom 8. September 2010 

(LS 215.3); vgl. BGE 142 IV 163; BSK StPO-WEHRENBERG/ FRANK, Art. 429 N 15). 

Die seitens der Verteidigungen der Beschuldigten geltend gemachten Stunden-

ansätze bewegen sich im vorgegebenen Rahmen von § 3 AnwGebV und sind in 

Anbetracht der Bedeutung des Falles für die Beschuldigten gerechtfertigt. Die 

jeweils geltend gemachten Aufwendungen der Verteidigungen sind sodann aus-

gewiesen und erscheinen angemessen. Der Privatkläger ist daher zu verpflichten, 

die Beschuldigten für ihre Aufwendungen im Zusammenhang mit der erbetenen 

Verteidigung für das Berufungsverfahren gemäss den eingereichten Honorar-

noten zu entschädigen. Demgemäss ist der Privatkläger zu verpflichten, folgende 

Prozessentschädigungen für anwaltliche Verteidigung im Berufungsverfahren zu 

bezahlen: 

− dem Beschuldigten B._____ Fr. 8'494.90 (inkl. MwSt.) 

-  25  - 

− dem Beschuldigten C._____ Fr. 7'094.40   

(inkl. MwSt.) 

− dem Beschuldigten D._____ Fr. 10'376.60 (inkl. MwSt.). 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft ihre 

Berufung mit Eingabe vom 22. Juli 2019 zurückgezogen hat. 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

3. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Es wird erkannt: 

1. Die Beschuldigten werden vollumfänglich freigesprochen. 

2. Der Privatkläger wird mit seinem Schadenersatz- und Genugtuungsbe-

gehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

3. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 3 - 6) wird bestätigt.  

-  26  - 

4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 4'000.– ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 16'230.40   Technisches Gutachten. 

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Privatkläger auferlegt und 

mit der von ihm geleisteten Prozesskaution von Fr. 20'000.– verrechnet.  

6. Der Privatkläger wird verpflichtet, den Beschuldigten für ihre anwaltliche 

Verteidigung im Berufungsverfahren folgende Prozessentschädigungen zu 

bezahlen: 

a) Beschuldigter 1, B._____, Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____: 

Fr. 8'494.90 

b) Beschuldigter 2, C._____, Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____:  

Fr. 7'094.40 

c) Beschuldigter 3, D._____, Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____: 

Fr. 10'376.60. 

7. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl  
− die Vertretung des Privatklägers A._____, Rechtsanwalt Dr. iur. 

X._____, im Doppel für sich und den Privatkläger 
− Die Verteidigung des Beschuldigten B._____, Rechtsanwältin lic. iur. 

Y1._____, im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− Die Verteidigung des Beschuldigten C._____, Rechtsanwalt lic. iur. 

Y2._____, im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− Die Verteidigung des Beschuldigten D._____, Rechtsanwalt lic. iur. 

Y3._____, im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich (betreffend den Beschuldigten 

B._____) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss 

Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 77, Urk. 78 und 
Urk. 79 (betreffend alle Beschuldigten) 

-  27  - 

− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben   
(§ 54a Abs. 1 PolG; betreffend alle Beschuldigten) 

− die SUVA, Service Center, Postfach, 6009 Luzern   
(Referenz-Nr. 24.31646.17.2). 

8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 16. August 2021 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 
 

Der Gerichtsschreiber: 
 
 
 

lic. iur. M. Keller 
 

 

	Urteil vom 16. August 2021
	Urteil der Vorinstanz: (Urk. 74 S. 27 ff.)
	"Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigten B._____, C._____ und D._____ sind nicht schuldig und werden freigesprochen.
	2. Die Zivilklage der Privatklägerschaft wird abgewiesen.
	3. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die übrigen Kosten (Gebühren für das Vorverfahren, Auslagen Gutachten sowie allfällige weitere Kosten) werden auf die Gerichtskasse genommen.
	4. Dem Beschuldigten B._____ wird eine Prozessentschädigung von Fr. 14'626.73 für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	5. Dem Beschuldigten C._____ wird eine Prozessentschädigung von Fr. 16'064.35 für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	6. Dem Beschuldigten D._____ wird eine Prozessentschädigung von Fr. 17'121.30 für anwaltliche Verteidigung aus der Gerichtskasse zugesprochen.
	7. (Mitteilungen.)
	8. (Rechtsmittel.)"
	Berufungsanträge: (Prot. II S. 16 ff.)
	Erwägungen:
	I. Verfahrensgang
	1. Sachverhalt
	2. Erstinstanzliches Verfahren
	3. Berufungsverfahren
	3.1. Die schriftlich begründete Fassung des vorinstanzlichen Urteils wurde dem Rechtsvertreter des Privatklägers am 18. Juli 2019 zugestellt (Urk. 73/4). Am 6. August 2019 (Datum Poststempel: 5. August 2019) ging hierorts die Berufungserklärung ein (...
	3.2. Am 20. August 2019 leistete der Privatkläger die ihm mit Verfügung vom 12. August 2019 auferlegte Prozesskaution (Urk. 83 und 85).
	3.3. Mit Verfügung vom 22. August 2019 wurde Frist zur Erhebung einer Anschlussberufung und zur Stellungnahme zum Beweisantrag des Privatklägers auf Einholung eines technischen Gutachtens angesetzt (Urk. 86). Mit Präsidialverfügung vom 10. Oktober 20...
	3.4. Mit Beschluss vom 8. Mai 2020 wurde beschlossen, ein technisches Gutachten über das Baugerüst bzw. die Ursache des Umkippens einzuholen (Urk. 107). Dies mit der Begründung, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass das Schachtloch zumindest ei...
	3.5. Mit Verfügung vom 19. März 2021 wurde dem Privatkläger Frist zur schriftlichen Berufungsbegründung und Stellung allfälliger weiterer Beweisanträge angesetzt (Urk. 149). Diese Berufungsbegründung ging am 13. April 2021 hierorts ein (Urk. 151). Die...

	II. Umfang der Berufung
	III. Prozessuales
	1. Anklage
	1.1. Dass die Anklage nicht konkret schildert, welche Regeln der Baukunde die Beschuldigten verletzt haben, stellt keinen prozessualen Mangel dar (Urk. 151 S. 9). Aus dem Sachverhalt geht hervor, dass die Beschuldigten nicht für die vorschriftsgemässe...
	1.2. Der Rechtsvertreter des Privatklägers hat richtig gesehen, dass die Anklage bei der Umschreibung der vorgeworfenen Sorgfaltspflichtverletzungen äusserst pauschal geblieben ist. Allein die Feststellung der grundsätzlichen Verantwortlichkeit von Ba...

	IV. Sachverhalt
	1. Aussagen
	1.1. Der Privatkläger gab in seiner Einvernahme zu Protokoll, dass er daran gewesen sei, die Decke mit Weissputz zu spritzen. Dann wisse er nur noch, dass er auf dem Boden gewesen sei. Er wisse nicht, wie es passiert sei (Urk. 15).
	1.2. Die Vorinstanz erachtete die Aussage des Privatklägers als nicht glaubhaft, weil er in seiner Einvernahme am 24. September 2018 mit keinem Wort erwähnt habe, dass der Sturz durch das Hineinrollen eines Gerüstrades in die nicht korrekt abgedeckte ...
	1.3. Wenn die Vorinstanz dann die Auffassung äusserte, die späteren Aussagen des Privatklägers hinsichtlich der Unfallursache seien teilweise widersprüchlich, überzeugt dies ebenso wenig (Urk. 74 S. 19). Der Privatkläger sagte aus, dass er nach dem U...
	1.4. Nichts Ausschlaggebendes kann auch aus der Frage abgeleitet werden, ob die Rollen am Fuss des Gerüsts arretiert waren oder nicht. Der Privatkläger machte geltend, die Rollen des Gerüsts seien immer mit der Bremse blockiert gewesen, wenn er darauf...
	1.5. Der Privatkläger gab an, das Lösen der Bremsen zwecks Verschiebung des Gerüsts und das Arretieren sei seine Aufgabe gewesen (Urk. 15 Antwort 20). F._____ sagte aus, er könne keine Antwort zur Frage geben, ob die Bremsen arretiert waren oder nicht...
	1.6. Auch aus den Aussagen von F._____ geht unmissverständlich hervor, dass er nicht wusste bzw. wahrnahm, weshalb das Gerüst umkippte (Urk. 13 Antwort 73). F._____ zog vielmehr im Nachhinein gewisse Schlussfolgerungen: "Das Gerüst hat sich nicht bewe...
	1.7. Der Beschuldigte B._____ äusserte in seiner Befragung, es sei polizeilich festgehalten, dass F._____ das Gerüst mit dem darauf befindlichen Privatkläger verschoben habe und dieses daraufhin umgefallen sei (Urk. 6 Antwort 13). Dies ist klar aktenw...
	1.8. Von den drei Beschuldigten machte einzig der Beschuldigte D._____ Aussagen zur Sache. Während der Beschuldigte B._____ zumindest in der polizeilichen Befragung noch Angaben zur Sache machte, verweigerte der Beschuldigte C._____ während der gesa...
	1.9. Letztlich steht fest, dass die Aussagen der befragten Personen wenig Erhebliches zum Unfallhergang liefern.

	2. Polizeirapport
	2.1. Die Vorinstanz schloss das Schachtloch als kausale Mitursache am Umstürzen des Gerüstes aus, einerseits aufgrund einer reinen Mutmassung des Zeugen H._____ und des Beschuldigten B._____, die den Unfall gar nicht beobachtet hatten, andererseits au...
	2.2. Im Polizeirapport steht als Kommentar zu einem Foto: "Beim Kippen befand sich A._____ auf der Standfläche. Durch das Umkippen rollte der Gerüstwagen unten weg und blieb mit einem Rad im Bodenschacht stecken." (Urk. 3, Fotodokumentation S. 2). Die...
	2.3. Grundsätzlich geht es bei Feststellungen in einem Polizeirapport nicht um Beweissicherungen, sondern primär um die Klärung der Rollen und Funktionen der beim relevanten Geschehen Anwesenden (Schmid/Jositsch, Handbuch des schweizerischen Strafproz...

	3. Fotodokumentation und Gutachten
	3.1. Die Fotos vom Unfallort und dem umgestürzten Baugerüst geben einen weit besseren Eindruck, als dies in Worten umschrieben werden kann. Ersichtlich ist ein Schachtloch im Boden von ca. 100 cm x 100 cm Grösse, welches teilweise von zwei losen Brett...
	3.2. Das fragliche Baugerüst ist für den professionellen Einsatz bestimmt und nicht zu verwechseln mit einem leichten Aluminiumgerüst aus dem Baumarkt für den Heimwerkerbedarf. Der Standboden des Gerüstes befand sich auf einer Höhe von rund 2,2 Metern...
	3.3. Gemäss Gutachten ist eine unsachgemässe Lasteinwirkung als Kippursache nicht realistisch, sehr fraglich und zu bezweifeln. Für ein Kippen sei eine Kraft von 60 kg auf einer Höhe 1,5 Metern nötig, um das Rollgerüst inkl. einer Person auf der Plat...
	3.4. Dass die Gutachterin ein Umstossen des Gerüstes ohne Veränderung der Auflagersituation nicht mit absoluter Sicherheit ausschliessen konnte, ändert am erforderlichen Beweismass nichts. Mangels Vorhandensein auch nur geringster Indizien für eine so...
	3.5. Die Staatsanwaltschaft und der Vertreter des Privatklägers gingen völlig zu Recht davon aus, dass das Gerüst mit einem Rad in das Schachtloch geriet – aus welchen Gründen auch immer – und deshalb umstürzte (Urk. 10 Frage 41; Urk. 12 Frage 56; Urk...
	3.6. Mit der Gutachterin ist davon auszugehen, dass das Rad Nr. 3 kurz vor dem Sturz in unmittelbarer Nähe des Schachtes bzw. der losen Abdeckungsbretter stand (Urk. 134 S. 11). Dass sich das Gerüst im Laufe der Arbeiten des Privatklägers auf dem Ger...

	4. Sorgfaltspflichtverletzung
	4.1. Bei der Verantwortlichkeit von Bauleitern auf einer Baustelle handelt es sich in strafrechtlicher Hinsicht nicht um eine Kausalhaftung. Wie bei jedem Fahrlässigkeitsdelikt muss für die Tatbestandsmässigkeit eine Sorgfaltspflichtverletzung vorlie...
	4.2. Die Anklageschriften gegen die drei Beschuldigten führen diesbezüglich aus, die Beschuldigten hätten es in ihrer Funktion als Baupolier bzw. Bauleiter unterlassen, die durch die Entfernung des Stahlträgers entstandene Bodenöffnung durch eine kor...
	4.3. Es ist nicht aktenkundig, wann der betreffende Stahlträger im 1. UG ausgebaut wurde, wann die Abdeckung erstellt wurde, wer diese Arbeiten gemacht hat und ob und wann die Schachtlöcher bzw. deren Abdeckung kontrolliert wurden. Es wäre beispielswe...
	4.4. Aus dem Umstand, dass im Bauprotokoll festgehalten wird, die Schachtlöcher seien nach Entfernung der Stahltürme umgehend zuzubetonieren, kann nichts abgeleitet werden (Urk. 151 S. 8). Es stellt keine Sorgfaltspflichtverletzung dar, wenn das Zube...
	4.5. Auf einem der Fotos vom Unfallschacht ist erkennbar, dass das fragliche Schachtloch einen Falz aufwies, was es grundsätzlich ermöglicht, die Abdeckung ebenerdig zu verlegen und eine Stolperfalle zu vermeiden (Urk. 20/4). Dies schliesst zwar nicht...
	4.6. Den Akten ist auch nicht zu entnehmen, wann zwischen dem 15. März 2017 und dem Unfall am 4. April 2017 eine Begehung im Beisein der SUVA stattgefunden hat, obschon es solche zuvor gab (Urk. 12 Antwort 57). Dass bei den Kontrollen der SUVA im Janu...
	4.7. Weiter ist auf den Unfallfotos erkennbar, dass der demontierte Stahlträger durch das gesamte 1. UG hindurchlief und durch die Decke mindestens ins darüberliegende Geschoss reichte (Urk. 134 S. 11). Es hätte somit die Möglichkeit bestanden, die Ab...
	4.8. Aus dem beigezogenen Bausitzungsprotokoll vom 15. März 2017 geht einzig hervor, dass mit den Arbeiten des Rückbaus der Stahltürme ab sofort zu beginnen sei (Bausitzungsprotokoll 84 vom 15. März 2017, Urk. 21/13 S. 1 Ziff. 4.01.1). Jenem vom 29. M...
	4.9. Es ist unstrittig, dass ein verantwortlicher Bauleiter auch die Pflicht hat, für die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften besorgt zu sein. Wie oft und wie intensiv solche Kontrollen vorzunehmen sind, ist im Einzelfall zu beantworten. Auch die B...
	4.10. Anhand der vorliegenden Akten bzw. aufgrund der zahlreichen, nicht abgeklärten Sachumstände lässt sich deshalb eine konkrete, sorgfaltspflichtwidrige Handlung oder Unterlassung, wie beispielsweise eine zeitadäquate Kontrolle, einschliesslich der...

	5. Rückweisung an die Vorinstanz bzw. Untersuchungsbehörde
	V. Zivilforderungen
	VI. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	 dem Beschuldigten B._____ Fr. 8'494.90 (inkl. MwSt.)
	 dem Beschuldigten C._____ Fr. 7'094.40   (inkl. MwSt.)
	 dem Beschuldigten D._____ Fr. 10'376.60 (inkl. MwSt.).

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft ihre Berufung mit Eingabe vom 22. Juli 2019 zurückgezogen hat.
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	3. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsgesetzes.
	Es wird erkannt:
	1. Die Beschuldigten werden vollumfänglich freigesprochen.
	2. Der Privatkläger wird mit seinem Schadenersatz- und Genugtuungsbegehren auf den Weg des Zivilprozesses verwiesen.
	3. Die erstinstanzliche Kostenfestsetzung (Ziff. 3 - 6) wird bestätigt.
	4. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	5. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Privatkläger auferlegt und mit der von ihm geleisteten Prozesskaution von Fr. 20'000.– verrechnet.
	6. Der Privatkläger wird verpflichtet, den Beschuldigten für ihre anwaltliche Verteidigung im Berufungsverfahren folgende Prozessentschädigungen zu bezahlen:
	a) Beschuldigter 1, B._____, Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____: Fr. 8'494.90
	b) Beschuldigter 2, C._____, Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____:  Fr. 7'094.40
	c) Beschuldigter 3, D._____, Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____: Fr. 10'376.60.

	7. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Sihl
	 die Vertretung des Privatklägers A._____, Rechtsanwalt Dr. iur. X._____, im Doppel für sich und den Privatkläger
	 Die Verteidigung des Beschuldigten B._____, Rechtsanwältin lic. iur. Y1._____, im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 Die Verteidigung des Beschuldigten C._____, Rechtsanwalt lic. iur. Y2._____, im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 Die Verteidigung des Beschuldigten D._____, Rechtsanwalt lic. iur. Y3._____, im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich (betreffend den Beschuldigten B._____)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA zur Entfernung der Daten gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. d VOSTRA mittels Kopie von Urk. 77, Urk. 78 und Urk. 79 (betreffend alle Beschuldigten)
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben   (§ 54a Abs. 1 PolG; betreffend alle Beschuldigten)
	 die SUVA, Service Center, Postfach, 6009 Luzern   (Referenz-Nr. 24.31646.17.2).

	8. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.