# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0d007fb5-f777-5402-a6e2-274cf4009807
**Source:** Zürich Baurekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-08-17
**Language:** de
**Title:** Moorschutz. Pufferzonen.
**Docket/Reference:** BRGE III Nr. 0115/2017
**URL:** https://www.baurekursgericht-zh.ch/media/entscheidauszug_aus_brge_iii_nr._0115-2017_vom_17._august_2017.pdf

## Full Text

Baurekursgericht 
des Kantons Zürich 

3. Abteilung 

G.-Nr. 
BRGE III Nr. 

R3.2017.00047 
0115/2017 

Entscheid vom 17. August 2017 

Mitwirkende 

Abteilungspräsident Felix Müller, Baurichter Martin Farner, Ersatzrichter Ivo 
Brogle, Gerichtsschreiber Fabian Vonlanthen     

in Sachen 

Rekurrentin 

Z.-Liegenschaften AG, […]  

gegen 

Rekursgegnerinnen 

1.  Baukommission Wetzikon, Bahnhofstrasse 167, 8620 Wetzikon  
2.  Baudirektion Kanton Zürich, Walchetor, Walcheplatz 2, Postfach, 

8090 Zürich  

betreffend 

Baukommissionsbeschluss vom 15. März 2017 sowie Verfügung der Baudi-
rektion  Kanton  Zürich  BVV  Nr.  16-2063  vom  6.  Februar  2017;  Verweige-
rung  der  nachträglichen  Baubewilligung  für  Material-  und  Fahrzeugunter-
stand sowie Befehl zur Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes,  
______________________________________________________ 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
hat sich ergeben: 

A. 

Mit  Beschluss  vom  15.  März  2017  verweigerte  die  Baukommission  Wet-

zikon der Z.-Liegenschaften AG die nachträgliche Baubewilligung für einen 

bereits erstellten Material- und Fahrzeugunterstand bei ihrem Lagergebäu-

de [….] an der Y.-Strasse in Wetzikon. 

Mit  dem  kommunalen  Entscheid  wurde  die  im  koordinierten  Verfahren  er-

gangene  Verfügung  Nr.  BVV  16-2063  vom  6.  Februar  2017  eröffnet,  mit 

welcher die Baudirektion des Kantons Zürich die nachträgliche naturschutz-

rechtliche Bewilligung für den Unterstand verweigerte. 

B. 

Gegen diese Entscheide erhob die Z.-Liegenschaften AG mit Eingabe vom 

21. April 2017 fristgerecht  Rekurs beim Baurekursgericht des Kantons Zü-

rich und stellte folgendes Rechtsbegehren: 

"1.  Die angefochtene Verfügung (Dispositivziffer III der angefochtenen Ge-
samtverfügung) sei aufzuheben oder deren Nichtigkeit festzustellen. 

2.  Eventualiter sei die angefochtene Verfügung (Dispositivziffer III der an-
gefochtenen Gesamtverfügung) aufzuheben und die baurechtliche Be-
willigung zu erteilen. 

3.  Subeventualiter sei die angefochtene Verfügung (Dispositivziffer III der 
angefochtenen  Gesamtverfügung)  aufzuheben  und  die  Angelegenheit 
zur  weiteren  Abklärung  des  Sachverhalts  an  die  Vorinstanz  zurückzu-
weisen. 

4.  Der  angefochtene  Beschluss  sei  aufzuheben  und  die  Baurechtliche 

Bewilligung zu erteilen. 

Eventualiter seien Dispositivziffern 2  - 6 des angefochtenen Beschlus-
ses  aufzuheben  und  auf  eine  Wiederherstellung  des  rechtmässigen 
Zustandes solange zu verzichten, bis über die Festsetzung eines Stö-
rungspuffers und über die Konformität des Unterstandes mit dem Stö-
rungspuffer  in  einem  erneuten  Baubewilligungsverfahren  entschieden 
worden ist. 

5.  Unter  Kosten-  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  des  Rekursgeg-

ners." 

R3.2017.00047 

Seite 2 

 
 
 
C. 

Mit  Präsidialverfügung  vom  25.  April  2017  wurde  der  Rekurseingang  vor-

gemerkt und das Vernehmlassungsverfahren eröffnet. 

D. 

Mit  Eingabe  vom  24.  Mai  2017  reichte  die  Rekursgegnerin  2  ihre  Rekurs-

vernehmlassung  ein  und  beantragte  die  Abweisung  des  Rekurses  unter 

Kostenfolge  zu  Lasten  der  Rekurrentin.  Die  Rekursgegnerin  1  verzichtete 

auf Vernehmlassung. 

E. 

Auf  die  Einreichung  einer  Replik  verzichtete  die  Rekurrentin  stillschwei-

gend. 

F. 

Auf die Parteivorbringen wird, soweit zur Entscheidbegründung erforderlich, 

in den nachfolgenden Erwägungen Bezug genommen. 

Es kommt in Betracht: 

1. 

Die Rekurrentin ist als Adressatin der angefochtenen Entscheide ohne wei-

teres  zur  Erhebung  des  Rekurses  legitimiert  (§  338a  des  Planungs-  und 

Baugesetzes  [PBG]).  Da  auch  die  übrigen  formellen  Voraussetzungen  er-

füllt sind, ist auf den Rekurs einzutreten. 

2. 

Dem Rekurs liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Die Rekurrentin erstellte 
auf dem gemäss der Bau- und Zonenordnung der Stadt Wetzikon (BZO) in 
der  Industrie-  und  Gewerbezone  gelegenen  Grundstück  [….]  an  der  Y.-

Strasse in Wetzikon einen Unterstand für einen vorbestehenden Container 

R3.2017.00047 

Seite 3 

 
 
sowie  für  Material  und  Fahrzeuge,  ohne  hierfür  vorgängig  um  eine  bau-

rechtliche Bewilligung ersucht zu haben. In der Folge wurde die Rekurrentin 

aufgefordert,  ein  nachträgliches  Baugesuch  einzureichen,  woraufhin  die 

Baudirektion  des  Kantons  Zürich  die  naturschutzrechtliche  Bewilligung  für 

die Baute verweigerte. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, der 

Unterstand sei lediglich ca. 25 m vom Moorrand des Robenhauserriets ent-

fernt und befinde sich daher im Bereich des Störungspuffers. Da die Baute 

im Widerspruch zu den Schutzzielen der Pufferzone stehe, sei die Erteilung 

einer  naturschutzrechtlichen  Bewilligung  nicht  möglich.  Aufgrund  der  ver-

weigerten naturschutzrechtlichen Bewilligung der Baudirektion des Kantons 

Zürich  verweigerte  auch  die  Baukommission  Wetzikon  die  Erteilung  der 

nachträglichen  kommunalen  Baubewilligung,  obwohl  sie  der  Ansicht  war, 

dass das Bauvorhaben aus kommunaler Sicht bewilligungsfähig wäre. Ge-

gen die beiden Verweigerungen richtet sich der vorliegende Rekurs. 

3.1. 

Die  Rekurrentin  bringt  in  ihrer  Rekursbegründung  zunächst  vor,  die  ange-

fochtene Verfügung der Baudirektion sei mangels Zuständigkeit des Amtes 

für Landschaft und Natur (ALN) bzw. mangels Erforderlichkeit einer Beurtei-

lung  durch  das  ALN  aufzuheben.  Das  ALN  habe  in  Bezug  auf  seine  Zu-

ständigkeit erwogen, es prüfe, ob eine naturschutzrechtliche Bewilligung für 

Bauten  und  Anlagen  im  Geltungsbereich  einer  überkommunalen  Schutz-

verordnung betreffend Naturschutz erteilt werden könne. Es werde aber zu 

Recht  nicht  behauptet,  das  Bauvorhaben  liege  im  Geltungsbereich  einer 

überkommunalen  Schutzverordnung.  Die  Grenze  der  geschützten  Moor-

landschaft  sei  identisch  mit  der  Bauzonengrenze.  Der  streitbetroffene  Un-

terstand  liege  zwar  teilweise  in  der  Zone  VII  gemäss  Schutzverordnung 

(Weiler-  und  Siedlungsrandzone).  Diese  Zone  diene  aber  der  Einordnung 

von Bauten und Anlagen in das Orts- und Landschaftsbild sowie der guten 

landschaftlichen  Gestaltung  des  Übergangsbereiches  zwischen  Siedlung 

und  offener  Landschaft.  Mit  dieser  Zone  würden  keine  naturschutzrechtli-

chen Zwecke verfolgt. Entsprechend bedürfe das Bauvorhaben auch keiner 

naturschutzrechtlichen Bewilligung. 

3.2. 
Gemäss Ziffer 1.4.1.1 des Anhangs zur Bauverfahrensordnung (BVV) prüft 
das ALN, ob eine naturschutzrechtliche Bewilligung für Bauten und Anlagen 

im  Geltungsbereich  einer  überkommunalen  Schutzanordnung  oder  eines 

R3.2017.00047 

Seite 4 

 
 
überkommunalen  Inventars  betreffend  Naturschutz  (inkl.  Bundesinventare 

der Hoch-  und  Flachmoore und  der Auengebiete) erteilt  werden  kann.  Die 

Baudirektion und die Volkswirtschaftsdirektion erliessen mit Verfügung vom 

27.  Mai  1999  die  Verordnung  zum  Schutz  des  Pfäffikerseegebiets  (Natur- 

und  Landschaftsschutzgebiet  mit  überkommunaler  Bedeutung  in  den  Ge-

meinden  Fehraltorf,  Pfäffikon,  Seegräben  und  Wetzikon;  SchutzVO),  und 

stellten  damit  den  Pfäffikersee,  dessen  Ufer  und  die  umgebende  Land-

schaft  unter  Schutz.  Sie  gliederten  das  Schutzgebiet  in  verschiedene  Zo-

nen,  unter  anderem  in  eine  Weiler-  und  Siedlungsrandzone  (Zone  VII),  in 

der der streitbetroffene Unterstand teilweise liegt. Gegen diese Verordnung 

erhoben diverse Rekurrenten Rekurs beim Regierungsrat des Kantons Zü-

rich. Mit Entscheid vom 19. Juni 2002 hiess der Regierungsrat den Rekurs 

teilweise  gut  und  hob die Verordnung  zum Schutz  des Pfäffikerseegebiets 

unter  anderem  insoweit  auf, als sie  zwischen  dem  Chämtnerbach und  der 

Seegräbnerstrasse eine Weiler- und Siedlungsrandzone anstelle einer dort 

notwendigen  Pufferzone  festlegte.  Die  Sache  wurde  an  die  Baudirektion 

und die Volkswirtschaftsdirektion zurückgewiesen und diese wurden einge-

laden,  im  Abschnitt  zwischen  dem  Chämtnerbach  und  der  Seegräb-

nerstrasse  ausreichend  dimensionierte  Pufferzonen  festzusetzen  (RRB 

Nr. 960/2002 vom 19. Juni 2002, Dispositivziffer II). 

Die  Umsetzung  dieser  Vorgabe  bzw.  die  Festsetzung  der  Pufferzonen  im 

fraglichen  Abschnitt  ist  bis  heute  nicht  erfolgt,  wofür die  Rekursgegnerin 2 

zahlreiche  (hier  nicht  weiter  interessierende)  Gründe  vorbringt.  Der  Um-

stand, dass sich das Bauvorhaben in einem Gebiet befindet, das aufgrund 

der  bloss  teilweise  rechtskräftigen  Schutzverordnung  derzeit  nicht  erfasst 

ist,  führt  vorliegend  indes  nicht  dazu,  dass  deswegen  eine  Zuständigkeit 

des  ALN  entfällt.  Bis  zum  Erlass  neuer  Schutzanordnungen  bleibt  im  Be-

reich  der  aufzuhebenden  Weiler-  und  Siedlungsrandzone  zwischen  dem 

Chämtnerbach und der Seegräbnerstrasse die Verordnung zum Schutz des 

Pfäffikersees  vom  2. Dezember  1948  (aSchutzVO)  weiterhin  anwendbar 

(vgl. Ziff. 13 der SchutzVO; so auch RRB Nr. 960/2002 vom 19. Juni 2002, 

E. 5 f). Bei dieser  - durch  den damals zuständigen  Regierungsrat erlasse-

nen - altrechtlichen Schutzverordnung handelt es sich zweifelsfrei um eine 

überkommunale Schutzanordnung betreffend Naturschutz, die gestützt auf 

Ziffer  1.4.1.1  des  Anhangs  zur  Bauverfahrensordnung  (BVV)  eine  Zustän-
digkeit  des  ALN  begründet.  Das  streitgegenständliche  Bauvorhaben  liegt 
denn  auch  im  Bereich,  der  von  der  aSchutzVO  erfasst  ist  (vgl.  GIS-

Browser,  Karte  "Überkommunale  Natur-  und  Landschaftsschutzverordnun-

R3.2017.00047 

Seite 5 

 
 
gen",  mit  horizontalen  violetten  Linien  markierter  Bereich,  abrufbar  unter 

http://web.maps.zh.ch).  Demnach  ist  für  den  streitbetroffenen  Unterstand 

eine naturschutzrechtliche Bewilligung des ALN erforderlich. Die rekurrenti-

sche Rüge, die angefochtene Verfügung der Baudirektion sei mangels Zu-

ständigkeit des ALN bzw. mangels Erforderlichkeit einer Beurteilung durch 

das ALN aufzuheben, ist somit unbegründet. 

4.1. 

Das  ALN  begründet  die  Verweigerung  der  naturschutzrechtlichen  Bewilli-

gung  damit,  das  Bauvorhaben  stehe  im Widerspruch  zu  den  Schutzzielen 

des  Störungspuffers.  Um  die  ungeschmälerte  Erhaltung  der  nationalen 

Flachmoor-Objekte  sicherzustellen,  seien  ökologisch  ausreichende  Puffer-

zonen  auszuscheiden,  die  negative  Einflüsse  aus  dem  Umfeld  verhinder-

ten. Dazu gehöre neben der Verhinderung von Nährstoffeinträgen und der 

Sicherstellung der hydrologischen Verhältnisse gemäss Moorhandbuch des 

BUWAL  auch  die  Funktion  einer  Pufferzone  gegenüber  weiteren  Gefähr-

dungen für die biotopspezifische Pflanzen- und Tierwelt. Diese Pufferzone 

bezwecke  die  Verhinderung  von  Störungen  durch  Bewegung,  Licht,  Lärm 

etc. Zur Klärung dieser Frage sei im Auftrag der Fachstelle Naturschutz ein 

Fachgutachten  erstellt  worden  (Gutachten  "Störungspuffer  Robenhauser-

riet"  von  Hintermann und Weber AG  vom  Juni 2012). Dieses  komme  zum 

Schluss,  dass  im  vorliegenden  Fall  in  einem  100  m  breiten  Streifen  ab 

Moorrand Bewegungsstörungen, Einschränkungen der Weitsicht und künst-

liche Lichtquellen zu vermeiden seien. Das Vorhaben des geplanten Unter-

stands  liege  rund  25  m  vom  Moorrand  entfernt  und  damit  im  Bereich  des 

Störungspuffers, weshalb es im Widerspruch zu den Schutzzielen stehe.  

4.2. 

Die  Rekurrentin  hält  dem  im  Wesentlichen  entgegen,  es  sei  nicht  ersicht-

lich, inwiefern der Unterstand im Widerspruch zu den erwähnten Schutzzie-

len stehe. Das vom ALN angeführte Gutachten könne allenfalls als Grund-

lage  für  eine  Änderung  der  SchutzVO  oder für  eine  Neufestsetzung  eines 

Störungspuffers  dienen,  wobei  in  diesem  Fall  noch  zu  entscheiden  wäre, 

welche  Empfehlungen  der  Gutachter  zu  übernehmen  wären  und  welche 

nicht.  Dass  aber  sämtliche  Bauten  in  einem  100-Meter-Streifen  ab  dem 

Moorrand  verboten  würden,  sei  nicht  zu  erwarten,  insbesondere  auch  an-
gesichts  der  aktuellen  Richt-  und  Nutzungsplanung  in  Wetzikon.  Ein  sol-

R3.2017.00047 

Seite 6 

 
 
ches Bauverbot sei umso unrealistischer, als damit eine materielle  Enteig-

nung  der  überbauten  Flächen  am  Südrand  des  Moores  einherginge,  was 

massive Entschädigungsforderungen nach sich zöge. Auch das Gutachten 

gehe  im  Übrigen  nicht  davon  aus,  dass  innerhalb  des  erwähnten  100-

Meter-Streifens effektiv ein Bauverbot nötig sein werde. 

5.1. 

Gemäss  Art. 18a  Abs. 1  und  3  des  Bundesgesetzes  über  den  Natur-  und 

Heimatschutz (Natur- und Heimatschutzgesetz, NHG) bezeichnet der Bun-

desrat nach Anhörung der Kantone die Biotope von nationaler Bedeutung, 

bestimmt  deren  Lage  und  legt  die  Schutzziele  fest.  Das  Gebiet  Roben-

hauserriet/Pfäffikersee  gehört  zu  den  Flach-  bzw.  Hochmooren  von  natio-

naler  Bedeutung  gemäss  Anhang  1  zur  Verordnung  über  den  Schutz  der 

Flachmoore  von  nationaler  Bedeutung  (Flachmoorverordnung,  FMV)  und 

zur Verordnung über den Schutz der Hoch- und Übergangsmoore von nati-

onaler  Bedeutung  (Hochmoorverordnung,  HMV).  Gemäss  Art. 4  FMV  und 

Art. 4  HMV  müssen  die  Objekte  ungeschmälert  erhalten  werden.  Gemäss 

Art. 14  Abs. 2  lit. d  der  Verordnung  über  den  Natur-  und  Heimatschutz 

(NHV)  werden  Biotope  insbesondere  geschützt  durch  die  Ausscheidung 

ökologisch  ausreichender  Pufferzonen  (s.  zum  Umgebungsschutz  auch 

§ 17 Abs. 1 Kantonale Natur- und Heimatschutzverordnung [KNHV]). 

5.2. 

Wie  vorstehend  ausgeführt,  ist  die  Festsetzung  der  Pufferzonen  im  Ab-

schnitt, in dem sich der streitbetroffene Unterstand befindet, noch nicht er-

folgt.  Dementsprechend  liegt  das  Bauvorhaben  zum  gegenwärtigen  Zeit-

punkt  auch  nicht  in  einer  naturschutzrechtlichen  Pufferzone.  Dennoch  hat 

das  ALN  dem  Bauvorhaben  die  naturschutzrechtliche  Bewilligung  mit  der 

Begründung verweigert, dieses stehe im Widerspruch zu den Schutzzielen 

des Störungspuffers. Diese Begründung ist insofern unpräzise, als der ge-

planten,  aber  noch  nicht  festgesetzten  Pufferzone  keine  negative  Vorwir-

kung  im  Sinne  von  § 234  PBG  zukommt.  Beurteilungsgrundlage  für  das 

Bauvorhaben bildet demnach nicht Art. 5 Abs. 3 FMV (wonach Bauten und 

Anlagen in Pufferzonen zulässig sind, sofern sie das Schutzziel nicht beein-

trächtigen), sondern die allgemeine Bestimmung von Art. 4 FMV und Art. 4 

HMV, wonach die Objekte ungeschmälert erhalten werden müssen. 

R3.2017.00047 

Seite 7 

 
 
5.3. 

Streitig  ist,  ob  der  fragliche  Unterstand  mit  der  gesetzlichen  Vorgabe  der 

ungeschmälerten Erhaltung des Moorgebiets vereinbar ist oder dieser ent-

gegensteht. Was unter dem Begriff der ungeschmälerten Erhaltung im Ein-

zelnen zu verstehen ist, wird weder in der FMV noch in der HMV abschlies-

send  definiert.  Der  gesetzlichen  Regelung  lässt  sich  aber  immerhin  ent-

nehmen,  dass  dazu  insbesondere  auch  die  Erhaltung  und  Förderung  der 

standortheimischen  Pflanzen-  und  Tierwelt  und  ihrer  ökologischen  Grund-

lagen sowie die Erhaltung der geomorphologischen Eigenart gehört. Art. 5 

FMV und HMV enthalten sodann eine nicht abschliessende Aufzählung von 

geeigneten  Schutz-  und  Unterhaltsmassnahmen,  die  die  Kantone  zur  un-

geschmälerten  Erhaltung  der Objekte  zu  treffen  haben.  Dazu  gehört unter 

anderem  auch  ein  grundsätzliches  Verbot  der  Errichtung  von  Bauten  und 

Anlagen  innerhalb  des  geschützten  Objekts  (Art. 5  Abs. 2  lit. b  FMV  bzw. 

Art. 5  Abs. 1  lit. b  HMV).  In  Pufferzonen  sind  demgegenüber  Bauten  und 

Anlagen  zulässig,  sofern  sie  das  Schutzziel  nicht  beeinträchtigen  (Art. 5 

Abs. 3 FMV bzw. im Ergebnis ebenso Art. 5 Abs. 2 HMV).  

5.4. 

Nach  der  gesetzlichen  Regelung  muss  demnach  jedes  Bauvorhaben  mit 

dem Gebot der ungeschmälerten Erhaltung vereinbar sein, unabhängig da-

von, ob es sich in einer Pufferzone befindet oder nicht. Ob dies der Fall ist, 

ist jeweils im Einzelfall anhand des konkreten Bauvorhabens und der damit 

verbundenen  Immissionen  und  anderweitigen  Beeinträchtigungen  zu  prü-

fen. Keinesfalls kann die gesetzliche Regelung indes dahingehend verstan-

den werden, dass in einem 100 m breiten Streifen ab dem Moorrand sämt-

liche Bauvorhaben unzulässig sind. Ein solches generelles Bauverbot findet 

in  der  gesetzlichen  Grundlage  keine  Stütze  und  wäre  wohl  auch  mit  dem 

Grundsatz der Verhältnismässigkeit nicht vereinbar. Zu diesem Schluss ist 

das  ALN  indes  in  der  angefochtenen  Verfügung  gekommen,  nachdem  es 

erwog, das Bauvorhaben sei schon alleine deswegen nicht bewilligungsfä-

hig, weil es rund 25 m vom Moorrand entfernt sei. Daran ändert auch das 

erwähnte Gutachten nichts. Dieses hält lediglich fest, dass Bewegungsstö-

rungen,  Einschränkungen  der  Weitsicht  und  künstliche  Lichtquellen  in  ei-

nem 100 m breiten Streifen ab dem Moorrand zu vermeiden seien. Mit der 

Frage,  inwiefern  und  in  welchem  Ausmass  der  streitbetroffene  Unterstand 

störende  Immissionen  generiert  oder  sich  anderweitig  nachteilig  auswirkt, 
hat  sich  das  ALN  indessen  nicht  auseinandergesetzt.  Da  aber  potentiell 

R3.2017.00047 

Seite 8 

 
 
auftretende  Störungen  von  den  konkreten  Aktivitäten  und  Nutzungen  im 

Umfeld des Moorperimeters abhängig sind, lässt sich die Vereinbarkeit des 

streitgegenständlichen Bauvorhabens mit dem Gebot der ungeschmälerten 

Erhaltung  ohne  die Beantwortung  dieser Frage  nicht  beurteilen.  Insbeson-

dere  ist  aufgrund  des  an  der  nördlichen  Parzellen-  bzw.  Bauzonengrenze 

bestehenden Sichtschutzes in Form eines üppigen Gehölzes unklar, inwie-

fern  der  Unterstand  eine  zusätzliche  Störung  der  Weitsicht  bewirken  soll. 

Betreffend  potentielle  Bewegungsstörungen  wurde  sodann  der  Umstand 

nicht berücksichtigt, dass der Unterstand einen Platz beschlägt, der schon 

bisher  als  Containerplatz  und Werkplatz  für das  bestehende  Gewerbe  ge-

nutzt wird. Entgegen der Meinung des ALN ist bei der Prüfung der Verein-

barkeit des streitgegenständlichen Bauvorhabens mit dem Gebot der unge-

schmälerten  Erhaltung  des  geschützten  Moorgebiets  der  Umstand,  dass 

die Parzelle bereits überbaut ist und gewerblich genutzt wird, zum jetzigen 

Zeitpunkt durchaus zu berücksichtigen. Entscheidend ist, ob und inwiefern 

das  streitgegenständliche  Bauvorhaben  das  Schutzziel  zusätzlich  beein-

trächtigt. Sodann ist bei einer allfälligen, durch den Biotopschutz bedingten 

Einschränkung  der  zonengemässen  Nutzung  das  Gebot  der  Verhältnis-

mässigkeit zu beachten, wiederum mit einer gesamtheitlichen Betrachtung 

unter Berücksichtigung der bestehenden Nutzung. Nicht stichhaltig ist auch 

das Argument des ALN, der heutige Zustand werde mit neuen Bauten per-

petuiert, was den Rahmen der Bestandesgarantie sprenge. Damit insinuiert 

das ALN zum einen, die bestehende Nutzung des Baugrundstücks sei nicht 

mit dem Biotopschutz zu vereinbaren und damit rechtswidrig, und zum an-

deren,  es  sei  auf  lange  Sicht  hin  die  Beseitigung  dieser  Rechtswidrigkeit 

anzustreben, indem die Nutzung längerfristig aufgegeben wird, weshalb ei-

ne Perpetuierung des heutigen Zustandes unstatthaft wäre. Ersteres beruht 

auf  einer  ungenügenden  Sachverhaltsabklärung  und  ist  nicht  erstellt.  So-

dann  begründet  nicht  jegliche  Beeinträchtigung  der  Schutzziele  ein  über-

wiegendes öffentliches Interesse an der längerfristigen Beseitigung der auf 

dem  Baugrundstück  bestehenden  Gebäude  und  Aufgabe  der  Nutzung,  so 

dass keine neuen Bauten mehr zulässig wären, auch wenn von diesen kei-

ne weitergehende Störung ausgeht. 

6. 

Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass die  Dispositivziffer  III  der angefochte-
nen  Verfügung  der  Baudirektion  Kanton  Zürich  vom  6. Februar  2017  und 

R3.2017.00047 

Seite 9 

 
 
der Beschluss der Baukommission Wetzikon vom 15. März 2017 in teilwei-

ser Gutheissung  des Rekurses  aufzuheben sind  und  die  Sache  zur weite-

ren  Untersuchung  im  Sinne  vorstehender  Erwägungen  und  zum  Neuent-

scheid an die Baudirektion zurückzuweisen ist. 

[….] 

R3.2017.00047 

Seite 10