# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 244cf27c-de65-5aac-afbb-ff6f8e810d47
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-02
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 02.03.2016 SK1 2014 1
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SK1-2014-1_2016-03-02.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 02. März 2016 Schriftlich mitgeteilt am:
SK1 14 1 [nicht mündlich eröffnet] 10. Mai 2016

(Mit Urteil 6B_661/2016 vom 23. Februar 2017 hat das Bundesgericht die gegen 
dieses Urteil erhobene Beschwerde abgewiesen, soweit darauf einzutreten war.)

Urteil
I. Strafkammer

Vorsitz Schnyder
Richter Brunner und Hubert
Aktuar Hitz

In der strafrechtlichen Berufung

des X._____, Angeklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. 
iur. Manfred Dähler, Poststrasse 12, 9000 St. Gallen, 

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 1. Oktober 2013, im Dispositiv mitgeteilt 
am 3. Oktober 2013, schriftlich begründet mitgeteilt am 7. Januar 2014, in Sachen 
der S t a a t s a n w a l t s c h a f t  G r a u b ü n d e n , Sennhofstrasse 17, 7001 Chur, 
Anklägerin und Berufungsbeklagte gegen den Angeklagten und Berufungskläger,

betreffend mehrfache grobe Verletzung der Verkehrsregeln,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A. 1. X._____ wurde am 8. November 1955 in O.1_____geboren. Von Beruf ist 
er A._____. Gemäss der Auskunft des Steueramtes des Kantons O.2_____ vom 
26. Juni 2015 versteuerte X._____ gemäss der letzten definitiven Steuerfaktoren 
des Steueramtes O.5_____ im Steuerjahr 2008 ein steuerbares Einkommen von 
Fr. 95'100.00. Anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlung vor der I. Straf-
kammer des Kantonsgerichts von Graubünden am 2. März 2016 äusserte sich 
X._____ bezüglich seines Einkommens dahingehend, dass dieses momentan Fr. 
7'500.00 betrage. X._____ ist verheiratet mit B._____ und hat vier Kinder. Die äl-
teste Tochter C._____ ist verheiratet und 27 Jahre alt. Die zweite Tochter D._____ 
wird 25 Jahre alt. Die dritte Tochter E._____ ist 22 und die jüngste Tochter 
F._____ 20 Jahre alt. Sowohl D._____, E._____ als auch F._____ werden von 
X._____ finanziell unterstützt. Gemäss Strafregisterauszug wurde X._____ mit 
Strafmandat des Kreispräsidiums Roveredo vom 20. April 2007 zu einer Busse 
von Fr. 2'000.00 verurteilt. Aus dem Register für Administrativmassnahmen (AD-
MAS) geht hervor, dass ihm in diesem Zusammenhang der Führerausweis für drei 
Monate entzogen wurde. 

2. Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 5. September 2012 
wurde X._____ wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 
1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG mit einer 
Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu je Fr. 260.00, bedingt aufgeschoben bei einer 
Probezeit von 2 Jahren, und mit einer Busse von Fr. 800.00 bestraft. Gegen die-
sen Strafbefehl liess er am 14. September 2012 durch seinen damaligen Rechts-
vertreter, Rechtsanwalt Dr. iur. Peter Bieler, Einsprache erheben. Begründend 
wurde insbesondere ausgeführt, nach Ansicht der Kantonspolizei Graubünden sei 
X._____ am 23. Juni 2012 in O.3_____ zu schnell gefahren. X._____ stelle jedoch 
in Abrede, dass er schneller als 100 km/h gefahren sei. Jedenfalls habe er noch 
vor der Kontrolle auf dem Tachometer ausmachen können, mit weniger als 100 
km/h unterwegs gewesen zu sein. Daher zweifle er die polizeiliche Geschwindig-
keitsmessung an, die seiner Ansicht nach nicht stimmen könne. 

3. Wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln (Lenken eines nicht vor-
schriftsgemässen Motorfahrzeuges, vereiste Scheiben) gemäss Art. 90 Abs. 2 
SVG, begangen am 23. Januar 2013 in O.5_____, wurde auch im Kanton 
O.2_____ eine Strafuntersuchung gegen X._____ geführt. Mit Verfügung vom 
2. April 2013 wurde diese Strafuntersuchung von der Staatsanwaltschaft 
O.5_____ an die Staatsanwaltschaft Graubünden abgetreten. 

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4. Mit Verfügung vom 8. April 2013 wurde die am 19. September 2012 von der 
Staatsanwaltschaft Graubünden gegen X._____ wegen grober Verletzung von 
Verkehrsregeln eröffnete Strafuntersuchung geschlossen. Mit Verfügung vom 11. 
Juli 2013 wurde gegen X._____ wegen mehrfacher grober Verletzung von Ver-
kehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbin-
dung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG sowie gemäss Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 2 VRV und 
Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG Anklage erhoben 
und die Sache dem Bezirksgericht Maloja zur Beurteilung überwiesen. Der Ankla-
ge liegt gemäss Anklageschrift vom 11. Juli 2013 folgender Sachverhalt zu Grun-
de:

"1.1 Am Samstag, 23. Juni 2012, um 12:32 Uhr, lenkte X._____ den Per-
sonenwagen "Tesla Roadster", Kontrollschild ZH _____, ausserorts 
auf der _____strasse Nr. 27 in Richtung O.2_____. Höhe Deponie, 
Gemeindegebiet O.3_____, fuhr der Beschuldigte in Kenntnis der dort 
geltenden Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h aus Unaufmerksamkeit 
mit stark überhöhter Geschwindigkeit, nämlich nach Abzug der Tole-
ranz von 6 km/h mit 115 km/h und damit 35 km/h schneller als erlaubt. 

1.2 Am Mittwoch, 23. Januar 2013, gegen 06:40 Uhr, lenkte X._____ den 
Personenwagen "Renault Espace", Kontrollschild ZH _____, in nicht 
vorschriftsgemässem Zustand, d.h. mit vereisten Front- und Seiten-
scheiben, an denen er lediglich "Gucklöcher" freigekratzt hatte, auf der 
_____-Strasse in Fahrtrichtung _____strasse in O.5_____."

5. Die Hauptverhandlung vor dem Bezirksgericht Maloja fand am 1. Oktober 
2013 statt. Die Schlussanträge der Parteien lauteten wie folgt:

"Anträge Staatsanwaltschaft Graubünden:

1. X._____ sei schuldig zu sprechen der mehrfachen groben Verletzung 
von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b 
VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG sowie gemäss Art. 29 SVG, 
Art. 57 Abs. 2 VRV und Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in Verbindung mit 
Art. 90 Abs. 2 SVG. 

2. Dafür sei er zu verurteilen

- zu einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu je CHF 260.-. Der Voll-
zug der Geldstrafe sei aufzuschieben unter Ansetzung einer Probe-
zeit von 2 Jahren. 

- sowie zu einer Busse von CHF 1'500.-, ersatzweise zu einer Frei-
heitsstrafe von 5 Tagen. 

3. Kostenfolge sei die gesetzliche."

"Rechtsbegehren beschuldigte Person:

Die beschuldigte Person beantragte sinngemäss einen Freispruch."

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6. Gegen das am 1. Oktober 2013 mündlich eröffnete und am 3. Oktober 2013 
im Dispositiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Maloja meldete X._____ am 10. 
Oktober 2013 Berufung an, woraufhin das Bezirksgericht Maloja das begründete 
Urteil am 7. Januar 2014 mitteilte. Darin erkannte es wie folgt:

"1. X._____ ist schuldig der mehrfachen (recte: mehrfachen groben) Ver-
letzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a 
Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG sowie gemäss 
Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 2 VRV und Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in 
Verbindung mit Art. 90 Ziff. (recte: Abs.) 2 SVG.

2. Dafür wird X._____ mit einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen zu je 
CHF 260.- bestraft.

Der Vollzug der bedingten Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Pro-
bezeit von 2 Jahren aufgeschoben. 

3. Zudem wird X._____ eine Busse von CHF 1'500.- auferlegt.

Die Ersatzfreiheitsstrafe für die Busse beträgt 5 Tage. Sie tritt an die 
Stelle der Busse, soweit dieselbe schuldhaft nicht bezahlt wird. 

4. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 2ʻ150.00

- Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF 130.00

- Gerichtsgebühr CHF 3ʻ000.00

Total CHF 5ʻ280.00

werden X._____ auferlegt.

5. (Rechtsmittelbelehrung).

6. (Mitteilung)."

7. Mit Berufungserklärung vom 27. Januar 2014 stellte der Rechtsvertreter von 
X._____, Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Dähler, folgende Anträge:

"1.1 ZUM PROZESS

1. Es seien mir die vollständigen Untersuchungs- und Gerichtsakten zur 
Verfügung zu stellen.

1.2 ZUR SACHE

2. Das Urteil des Bezirksgerichts Maloja vom 01.10.2013 (Proz. 515-
2013-10) sei wie folgt abzuändern:

• Im ersten Satzteil Ziff. 1 des Urteilsdispositivs sei der Beschuldigte 
von der Verletzung von SVG 32 I (Nichtanpassen der Geschwindig-
keit) freizusprechen. 

• Stattdessen sei der Beschuldigte wegen Missachtung der allgemei-
nen Ausserortsgeschwindigkeit (SVG 27 I iVm VRV 4a I b) im leich-
ten Fall (SVG 100) wegen einfacher Verkehrsregelverletzung nach 
SVG (recte: aSVG) 90 I statt schwerer Verkehrsgefährdung nach 
SVG (recte: aSVG) 90 II schuldig zu sprechen. 

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• (Zweiter Satzteil in Ziff. 1, also die Frage der ungenügenden Sicht 
aus dem Auto bleibt unangefochten).

• Ziff. 2: Die Strafe sei angemessen zu reduzieren.

• Ziff. 3: Die Busse sei angemessen zu reduzieren.

• Ziff. 4: Die Kosten seien dem Beschuldigten in reduziertem Umfang 
aufzuerlegen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge für das Berufungsverfahren zu 
Lasten des Staates. 

1.3 ZUM VERFAHREN/BEWEIS

4. Es seien Beweise zur Frage der Fehlanzeige des Tachometers (1. 
Fehlerhafter Tacho an sich, 2. Einfluss falscher Bereifung) im fragli-
chen Fahrzeug abzunehmen. 

a) Zeuge G._____, Service Manager, Teslamotors, O.2_____: Befra-
gung zu den Interventionen des Beschuldigten und zu Feststellun-
gen des Fehlers an der Tachoanzeige.

b) Expertise: Einfluss der damals verwendeten, nicht regulären Winter-
reifen auf das Fahrzeug Tesla und die Auswirkung auf die Tacho-
meteranzeige.

5. Zeugin H._____ für die fragliche Fahrt am 23.06.2012 und zur Frage 
des fehlerhaften Tachos. 

6. Es sei davon Vormerk zu nehmen, dass der Unterzeichner allfällige 
weitere Beweisanträge nach Einsichtgabe in die Akten einbringen wird. 
Dies ist ihm heute nicht möglich, weil er sehr kurzfristig mandatiert 
worden ist und im Moment über keine amtlichen Akten als dem Urteil 
des Bezirksgerichts und dem ursprünglichen Strafbefehl verfügt. Zu-
dem hat ihm der Voranwalt mitgeteilt, nicht über die vollständigen Ak-
ten zu verfügen und mich darum nicht vollständig mit Akten bedienen 
zu können, noch sind diese im Moment bei mir eingetroffen."

8. Das Bezirksgericht Maloja verzichtete mit Eingabe vom 31. Januar 2014 auf 
die Einreichung einer Stellungnahme. Die Staatsanwaltschaft Graubünden ver-
zichtete mit Eingabe vom 4. Februar 2014 ebenfalls auf die Einreichung einer Stel-
lungnahme gemäss Art. 400 Abs. 3 StPO. 

9. Mit Verfügung vom 17. Februar 2014 ordnete der damalige Vorsitzende der 
I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden gestützt auf Art. 406 Abs. 2 
StPO das schriftliche Verfahren an, wobei der nachträgliche Wechsel zum mündli-
chen Verfahren ausdrücklich vorbehalten wurde. Gleichzeitig forderte er den 
Rechtsvertreter von X._____ auf, bis spätestens am 14. März 2014 eine schriftli-
che Berufungsbegründung einzureichen, widrigenfalls die Berufung nach Art. 407 
Abs. 1 lit. b StPO als zurückgezogen gelte. Diese reichte der Rechtsvertreter des 
Berufungsklägers am 14. März 2014 fristgerecht ein und stellte folgende Beweis-
anträge:

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"Es werden folgende Beweisanträge (zum Teil in Ergänzung zur Beru-
fungserklärung) eingebracht:

• Zeugeneinvernahmen

• Herr G._____ c/o Tesla Motors, O.2_____

Befragung zu den Interventionen des Beschuldigten und zu Fest-
stellungen des Fehlers in der Tachoanzeige am fraglichen Fahr-
zeug, sowie zu den Erfahrungen mit den Tachometern und deren 
Fehlerhaftigkeit an Teslafahrzeugen allgemein.

• Frau H._____ ,O.5_____

Befragung zur fraglichen Fahrt am 23.06.12 und zur Frage des 
fehlerhaften Tachos sowie deren Beobachtungen im Zusammen-
hang mit der Fehlerbehebung am Tacho und den Reifen.

• Aktenedition:

• Durch Tesla Motors Switzerland GmbH,  O.2_____

Alle Korrespondenzen, Garantieanträge, Werkstattkarten und 
kaufmännischen wie auch technischen Unterlagen/Belege betref-
fend des vom Beschuldigten am 23.06.2012 gelenkten Fahrzeu-
ges Tesla mit Kennzeichen ZH _____.

• Durch Polizei: Messprotokoll zu den Messungen mit dem Ra-
dargerät Robot Multa-Radar C, S/N 625-010/60607 (und den 
weiteren Zusatzgeräten gemäss Eichzertifikat Nr. 258-15701, 
act. 3.3) mit vollständigen Angaben/Aufzeichnungen aller 
Messungen und Messresultate am gleichen Tag und am 
gleichen Messstandort. Das als act. 3.6 vorliegende Messpro-
tokoll trägt entweder die falsche Bezeichnung oder ist nicht 
vollständig, denn in einem Messprotokoll werden alle Messungen 
einer Messperiode (von der Kontrollfahrt bei Inbetriebsetzung bis 
zur Kontrollfahrt bei Einstellung des Messbetriebes) eingetragen 
und aufgelistet mit Angabe zum Zeitpunkt, Geschwindigkeit, 
Fahrzeug etc. Diese Angaben fehlen bisher. 

• Durch METAS Eidgenössisches Institut für Metrologie, Linden-
weg 50, 3003 Bern-Wabern: Lebenszeitgeschichte und alle bei 
der Eichung/Nachkontrolle angefallenen Daten bezüglich 
Geschwindigkeitsmessungen dieser Geräte, die mit Eichzerti-
fikat Nr. 258-15701 zugelassen worden sind. Insbesondere (ers-
tens) die Resultate der Nachkontrolle vom 14.03.2012 und (zwei-
tens) der zeitlich nächsten darauf folgenden Nachkontrolle der 
gleichen Geräte, auch soweit dies nicht zur Zulassung geführt 
hat und (drittens) des zeitlich daraufhin nächsten Eichzertifikates. 

• Expertise:

• Einfluss der damals verwendeten, nicht regulären Winterbe-
reifung auf dem Fahrzeug Tesla und die Auswirkungen auf 
die Geschwindigkeit und die Tachometeranzeige.

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• Expertise zur Zuverlässigkeit oder Unzuverlässigkeit der 
damaligen Messung. Für die Expertise soll ein unabhängi-
ger, nicht für die Zulassungsbehörde solcher Geräte (ME-
TAS) tätiger Experte beigezogen werden: Dr. I._____, c/o 
Unfallsachverständiger Dr. I._____,L.1._____. Dr. I._____ 
hat sich spezialisiert auf "Überprüfung polizeilicher Messver-
fahren" und ist in Deutschland gerichtsanerkannter Experte. 

• Expertise über die Genauigkeit und Zuverlässigkeit des vom 
Beschuldigten verwendeten GPS-Messgerätes, welches – 
fotografisch dokumentiert – nachweist, dass die vom GPS-
Messgerät gemessene und angezeigte Geschwindigkeit er-
heblich grösser war, als die Anzeige auf dem defekten Ta-
cho des Tesla. 

10. Die Staatsanwaltschaft Graubünden beantragte in ihrer Stellungnahme vom 
3. April 2014 die Abweisung der Berufung unter gesetzlicher Kostenfolge.

11. Die Hauptverhandlung vor der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden fand am 18. August 2014 statt. Der Verteidiger hielt an den Rechts-
begehren gemäss Berufungserklärung fest und beantragte zum Teil ergänzend zu 
den in der Berufungsbegründung vom 14. März 2014 vorgebrachten Beweisanträ-
gen:

"1. Es seien Beweise zur Frage der Fehlanzeige des Tachometers (1. feh-
lerhafter Tacho an sich, 2. Einfluss falscher Bereifung) im fraglichen 
Fahrzeug abzunehmen, insbesondere:

2. Zeuge G._____, Service Manager, Teslamotors, O.2_____: Befragung 
zu den Interventionen des Beschuldigten und zu Feststellungen und 
Reparatur des Fehlers an der Tachoanzeige. 

3. Expertise: Einfluss der damals verwendeten, nicht regulären Winterbe-
reifung auf dem Fahrzeug Tesla und die Auswirkung auf die Tachome-
teranzeige. 

4. Es seien die Umstände abzuklären, die zum fehlerhaften und wider-
sprüchlichen polizeilichen Protokollieren auf S. 3 des Protokolls vom 
23.06.2012 geführt haben, insbesondere seien alle damals anwesen-
den Personen als Zeugen einzuvernehmen und mit dem Beschuldig-
ten zu konfrontieren. 

5. Zeugin H._____ für die fragliche Fahrt am 23.06.2012 und zur Frage 
des fehlerhaften Tachos einzuvernehmen.

6. Editionsbegehren:

7. Es seien die Akten durch Tesla Motors Switzerland zu edieren im Zu-
sammenhang mit Garantieanträgen, Werkstattkarten etc. zum Tatfahr-
zeug Tesla mit Kennzeichen ZH _____, insbesondere soweit sich dies 
auf den Tachometer bezieht.

8. Durch Metas: Lebenszeitgeschichte und alle bei Ei-
chung/Nachkontrolle des in diesem Fall verwendeten Radar-

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Geschwindigkeitsmessgerätes angefallenen Detaildaten, gemäss 
schriftlichem Antrag vom 14.03.2014.

9. Expertise(n), gemäss schriftlichem Antrag vom 14.03.2014.

10. Und neu: Augenschein an einem typengleichen Fahrzeug über die 
Wahrnehmbarkeit von Geschwindigkeit in einem rein elektrobetriebe-
nen Fahrzeug des gleichen Typs."

12. Mit Beschluss SK1 14 1 vom 18. August 2014, mitgeteilt am 8. September 
2014, erkannte die I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden wie folgt: 

"1. Das Berufungsverfahren wird sistiert und die Angelegenheit wird im 
Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft Graubünden zwecks 
Vornahme der Beweisergänzung überwiesen.

Nach Vornahme der Beweisergänzungen sind die Akten alsdann zu-
sammen mit den neuen Beweisdokumenten dem Berufungsgericht 
zwecks Fortsetzung des Verfahrens zu übermitteln.

2. Die Kosten bleiben bei der Prozedur.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung)."

Die I. Strafkammer gelangte zur Auffassung, dass die Messung vom 23. Juni 2012 
korrekt durchgeführt worden sei. Es könne daher davon ausgegangen werden, 
dass der Berufungskläger nach Abzug der Toleranz von 6 km/h mit 35 km/h zu 
schnell gefahren sei und er somit in objektiver Hinsicht Art. 27 Abs. 1 SVG und 
Art. 32 Abs. 1 SVG verletzt und damit objektiv eine grobe Verkehrsregelverletzung 
im Sinne von Art. 90 Ziff. 2 aSVG begangen habe. Da indessen umstritten sei, 
was der Tachometer des vom Beschuldigten gefahrenen Wagens angezeigt hatte, 
sei die Ermittlung des subjektiven Tatbestandes noch unvollständig. 

B. In der Folge wurde G._____ rogatorisch durch die Staatsanwaltschaft des 
Kantons O.2_____ als sachverständiger Zeuge am 4. Dezember 2014 einver-
nommen. Am 5. Januar 2015 liess G._____ durch den Anwalt der Firma Tesla 
Motors Switzerland bei der Staatsanwaltschaft Graubünden weitere Unterlagen 
einreichen. 

C. Mit Beschluss vom 9. Juni 2015, mitgeteilt am 11. Juni 2015, erkannte die I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden wie folgt:

"1. Das Berufungsverfahren wird sistiert und die Angelegenheit wird im 
Sinne der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft Graubünden zwecks 
Vornahme der Beweisergänzungen überwiesen.

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Nach Vornahme der Beweisergänzungen sind die Akten alsdann zu-
sammen mit den neuen Beweisdokumenten dem Berufungsgericht 
zwecks Fortsetzung des Verfahrens zu übermitteln.

2. Die Kosten bleiben bei der Prozedur.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung)."

Zur Begründung wurde ausgeführt, dass das Kantonsgericht in seinem Beschluss 
vom 18. August 2014 unter anderem festgehalten habe, dass durch die Befragung 
des Zeugen G._____ abzuklären sei, ob und inwiefern die Verwendung von nicht 
von der Firma Tesla selbst verwendeten Reifen zu einer Veränderung der Ge-
schwindigkeit des verwendeten Autos geführt, beziehungsweise, welche Ge-
schwindigkeitsdifferenz zwischen der tatsächlich gefahrenen und der auf dem Ta-
chometer angezeigten Geschwindigkeit bestanden habe. Der Beantwortung dieser 
Frage könne im Zusammenhang mit der Beurteilung des subjektiven Tatbestan-
des von Art. 90 Ziff. 2 aSVG entscheidrelevante Bedeutung zukommen. Der Zeu-
ge G._____ habe bestätigt, dass die Reifen beim Garagenaufenthalt im Sommer 
2012 nicht die richtigen Dimensionen aufgewiesen hätten. Er habe aber hinsicht-
lich der konkreten Auswirkungen dieser Tatsache keine Angaben machen können. 
Damit bestehe in diesem Punkt weiterhin Abklärungsbedarf. Die Sache sei des-
halb zur Abklärung der Frage, welche Reifen während der Geschwindigkeitskon-
trolle bzw. dem Garagenaufenthalt vom September 2012 verwendet wurden, und 
welche Auswirkungen die verwendeten Reifen auf die tatsächlich gefahrene Ge-
schwindigkeit hatten, an die Staatsanwaltschaft Graubünden zurückzuweisen. 
Insbesondere sei zu ermitteln, was der Tachometer bei der in der Anklageschrift 
erwähnten Geschwindigkeit von 115 km/h aufgrund der abweichenden Reifendi-
mensionen angezeigt habe. Dazu seien die entsprechenden Reifen – oder wenn 
dies nicht möglich sein sollte, die massgeblichen Dimensionsangaben – sicherzu-
stellen und die entscheidrelevanten Tatsachen durch ein Sachverständigengut-
achten zu ermitteln. 

D. Mit Rechtshilfeersuchen in Strafsachen vom 9. Juli 2015 ersuchte die 
Staatsanwaltschaft Graubünden die Staatsanwaltschaft I des Kantons O.2_____ 
um Gewährung der Rechtshilfe. Mit Schreiben vom 23. September 2015 verwei-
gerte diese die Rechtshilfe. 

E. Folge dessen gelangte die Staatsanwaltschaft Graubünden selber an die 
Tesla Motors Switzerland GmbH und erkundigte sich unter anderem, welche Rei-
fen anlässlich des Garagenaufenthaltes des Fahrzeuges Tesla Roadster, Kenn-

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zeichen ZH _____, im September 2012 aufgezogen waren und welche Dimensio-
nen diese Reifen aufgewiesen haben. 

F. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2015 teilte G._____ der Staatsanwaltschaft 
Graubünden mit, dass zum heutigen Zeitpunkt nicht mehr nach verfolgbar sei, 
welche Marke und welche exakten Dimensionen die am Roadster von X._____ 
aufgezogenen Reifen hatten. 

G. Mit Schreiben vom 8. Dezember 2015 liess X._____ mitteilen, dass er die 
mündliche Hauptverhandlung der schriftlichen Eingabe vorziehe. 

H. Die Hauptverhandlung vor der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden fand am 2. März 2016 statt. Anwesend waren X._____ mit seinem 
privaten Verteidiger, Rechtsanwalt lic. iur. Manfred Dähler. Die Staatsanwaltschaft 
Graubünden verzichtete mit Eingabe vom 6. Januar 2016 auf die Teilnahme an 
der Berufungsverhandlung (vgl. act. VI.37).

I. Auf das Ergebnis der persönlichen Befragungen des Berufungsklägers 
durch den Vorsitzenden der I. Strafkammer, auf die weitere Begründung der An-
träge anlässlich der mündlichen Berufungsverhandlungen sowie auf die Aus-
führungen im angefochtenen Urteil und in den Rechtsschriften wird, soweit erfor-
derlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

II. Erwägungen

1. a) Die Berufung ist zulässig gegen Urteile erstinstanzlicher Gerichte, mit de-
nen das Verfahren ganz oder teilweise abgeschlossen worden ist (vgl. Art. 398 
Abs. 1 StPO). Die Berufung bezieht sich somit auf Entscheide, in denen über 
Straf- und Zivilfragen materiell befunden wird (vgl. Art. 80 Abs. 1 Satz 1 StPO), in 
erster Linie auf Urteile, die auf Verurteilung oder Freispruch lauten und der Fall vor 
der ersten Instanz damit abgeschlossen wird (vgl. Luzius Eugster, in: Nigg-
li/Heer/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar zur Schweizerischen Strafpro-
zessordnung, 2. Aufl., Basel 2014, N. 2 zu Art. 398 StPO [zit. Basler Kommentar 
zur StPO]). Gemäss Art. 399 Abs. 1 StPO ist die Berufung dem erstinstanzlichen 
Gericht innert zehn Tagen seit Eröffnung des Urteils schriftlich oder mündlich zu 
Protokoll anzumelden, worauf das erstinstanzliche Gericht die Anmeldung nach 
Ausfertigung des begründeten Urteils zusammen mit den Akten dem Kantonsge-
richt als Berufungsinstanz übermittelt (vgl. Art. 399 Abs. 2 StPO, Art. 22 des Ein-
führungsgesetzes zur Schweizerischen Strafprozessordnung [EGzStPO; BR 

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350.100]). Nach Art. 399 Abs. 3 StPO reicht die Partei, die Berufung angemeldet 
hat, dem Kantonsgericht innert 20 Tagen seit der Zustellung des begründeten Ur-
teils eine schriftliche Berufungserklärung ein, worin sie anzugeben hat, ob sie das 
Urteil vollumfänglich oder nur in Teilen anficht (lit. a), welche Abänderungen des 
erstinstanzlichen Urteils sie verlangt (lit. b) und welche Beweisanträge sie stellt (lit. 
c). 

b) Gegen das am 1. Oktober 2013 gefällte und am 3. Oktober 2013 im Dispo-
sitiv mitgeteilte Urteil des Bezirksgerichts Maloja meldete der Berufungskläger am 
10. Oktober 2013 die Berufung an (vgl. act. I.1). Nach Mitteilung des begründeten 
Urteils am 7. Januar 2014 reichte der Berufungskläger fristgerecht am 27. Januar 
2014 seine Berufungserklärung ein (vgl. act. I.2). Der Berufungskläger ist als be-
schuldigte Person im Sinne von Art. 104 Abs. 1 lit. a StPO Partei und durch den 
vorinstanzlichen Schuldspruch offensichtlich beschwert. Die übrigen Prozessvor-
aussetzungen geben zu keinen weiteren Bemerkungen Anlass, weshalb auf die 
frist- und formgerecht eingereichte Berufung einzutreten ist. 

2. Als Berufungsgericht kann das Kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil in 
allen angefochtenen Punkten umfassend überprüfen (vgl. Art. 398 Abs. 2 StPO). 
Die Berufung ist somit ein vollkommenes Rechtsmittel, mit welchem erstinstanzli-
che Urteile in sachverhaltsmässiger wie auch in rechtlicher Hinsicht mit freier Ko-
gnition überprüft werden können (vgl. Niklaus Schmid, Schweizerische Strafpro-
zessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 2013, N. 1 zu Art. 398 StPO [zit. 
Praxiskommentar]; Markus Hug/Alexandra Scheidegger, in: Donatsch/Hans-
jakob/Lieber [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung 
[StPO], 2. Aufl., Zürich 2014, N. 14 zu Art. 398 StPO [zit. Donatsch/Hans-
jakob/Lieber]). Das Berufungsgericht überprüft das erstinstanzliche Urteil 
grundsätzlich nur in den angefochtenen Punkten (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO). Die 
nicht angefochtenen Punkte sind rechtskräftig geworden und stehen damit nicht 
länger zur Diskussion (vgl. Luzius Eugster, in: Basler Kommentar zur StPO, 
a.a.O., N. 3 zu Art. 404 StPO). Tritt das Berufungsgericht auf die Berufung ein, so 
fällt es ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche ersetzt (vgl. Art. 408 StPO). 
Weist das erstinstanzliche Verfahren aber Mängel auf, die im Berufungsverfahren 
nicht geheilt werden können, so hebt das Berufungsgericht das angefochtene Ur-
teil auf und weist die Sache zur Durchführung einer neuen Hauptverhandlung und 
zur Fällung eines neuen Urteils an das erstinstanzliche Gericht zurück (vgl. Art. 
409 Abs. 1 StPO). Im vorliegenden Fall kann indessen das Berufungsgericht – wie 
sich aus den nachstehenden Erwägungen ergibt – selber ein Urteil fällen. 

Seite  12 — 33

3. Das rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV verlangt, dass die Behörde die 
Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tatsäch-
lich hört, prüft und in der Entscheidfindung berücksichtigt (vgl. BGE 136 I 229 E. 
5.1; BGE 124 I 49 E. 3a; BGE 124 I 241 E. 2, je mit Hinweisen). Daraus folgt die 
Verpflichtung der Behörde, ihren Entscheid zu begründen. Dabei ist es nicht erfor-
derlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzt 
und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Vielmehr kann sie sich auf 
die für den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Die Begründung muss 
so abgefasst sein, dass sich der Betroffene über die Tragweite des Entscheids 
Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die höhere Instanz 
weiterziehen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen 
genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf die sich ihr 
Entscheid stützt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.1; BGE 134 I 83 E. 4.1 mit Hinweisen). 
Im Rechtsmittelverfahren kann das Gericht gemäss Art. 82 Abs. 4 StPO für die 
tatsächliche und die rechtliche Würdigung des angeklagten Sachverhaltes auf die 
Begründung der Vorinstanz verweisen. Das Bundesgericht führte im Zusammen-
hang mit Art. 82 Abs. 4 StPO in BGE 141 IV 244 aus, dass aus einem Entscheid 
klar hervorgehen müsse, von welchem festgestellten Sachverhalt das Gericht 
ausgegangen sei und welche rechtlichen Überlegungen es angestellt habe. Von 
der Möglichkeit, auf die Begründung der Vorinstanz zu verweisen, sei zurückhal-
tend Gebrauch zu machen. Ein Verweis komme bei strittigen Sachverhalten und in 
Bezug auf die rechtliche Subsumtion nur dann in Frage, wenn die Rechtsmittel-
instanz den vorinstanzlichen Erwägungen (vollumfänglich) beipflichte. 

4. a) Das Gericht würdigt die Beweise gemäss Art. 10 Abs. 2 StPO frei nach sei-
ner aus dem gesamten Verfahren gewonnenen Überzeugung. Beim Vorliegen 
verschiedener Beweismittel verbietet der Grundsatz der freien Beweiswürdigung 
eine Rangordnung (vgl. Niklaus Schmid, Praxiskommentar, a.a.O., N. 5 zu Art. 10 
StPO). Vielmehr schliesst der strafprozessuale Grundsatz der Ermittlung der ma-
teriellen Wahrheit eine Bindung an die Anträge und Vorlagen der Parteien aus 
(vgl. ZR 90 1991 Nr. 30). Insbesondere sind Aussagen von Zeugen, Auskunfts-
personen und Angeklagten vollgültige Beweismittel mit derselben Beweiseignung. 
Auch wenn der Angeklagte am Verfahren direkt beteiligt ist, stellt seine Aussage 
gleichwohl ein Beweismittel dar und sind seine Aussagen richterlich auf ihre mate-
rielle Richtigkeit hin zu würdigen. Bei der Beweiswürdigung ist nicht die Form, 
sondern der Gesamteindruck, das heisst die Art und Weise der Bekundung sowie 
die Überzeugungskraft der Beweismittel im Einzelfall entscheidend (vgl. Robert 
Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. 

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Aufl., Basel 2005, § 54, N. 5), wobei nicht in erster Linie die Glaubwürdigkeit des 
Aussagenden, sondern vielmehr die Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage im 
Vordergrund steht. Als Kennzeichen wahrheitsgetreuer Aussagen sind dabei die 
innere Geschlossenheit und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens 
sowie die konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebten zu werten (vgl. im 
Detail: Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, Psychologie der Zeugenaussage, 
System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., München 1993). Die Schilderung 
des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur von demjenigen zu erwar-
ten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat, ist ein weiteres Kennzeichen für die Rich-
tigkeit der Deposition. Die Konstanz in der Aussage bei verschiedenen Befragun-
gen sowie die unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle sprechen ebenfalls für 
die Korrektheit einer Aussage. Bei wahrheitswidrigen Depositionen fehlen diese 
Kennzeichen regelmässig. Als Indizien für bewusst oder unbewusst falsche Be-
kundungen gelten Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aus-
sagen, Zurücknahme, erhebliche Abschwächungen oder Übersteigerungen im 
Verlaufe mehrerer Einvernahmen, unklare, verschwommene oder ausweichende 
Antworten und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Mehrere Indizien, die, 
einzeln betrachtet, immer nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täter-
schaft oder die Tat hinweisen, können zusammen vollen Beweis und volle Über-
zeugung bringen und jeden vernünftigen Zweifel ausschliessen. In diesem Fall 
sind sie nicht einzeln, sondern in ihrer Gesamtheit zu würdigen (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts 1P.87/2002 vom 17. Juni 2002 E. 3.4).

b) Lehre und Rechtsprechung anerkennen, dass die Strafverfolgungsbehör-
den nicht alle möglichen Beweise zusammenzutragen haben. Vielmehr kann auf 
die Erhebung weiterer Beweise dann verzichtet werden, wenn die für die Beurtei-
lung der Sache erforderlichen Tatsachen bereits aufgrund der vorhandenen Be-
weismittel feststehen und nicht zu erwarten ist, dass neue Beweismittel das Er-
gebnis der freien Würdigung der vorhandenen Beweismittel zu erschüttern vermö-
gen (vgl. BGE 134 I 140 E. 5.3; BGE 129 I 151 E. 5; BGE 125 I 127 E. 6c/aa; 
Thomas Hofer, in: Basler Kommentar zur StPO, a.a.O., N. 67 ff. zu Art. 10 StPO). 
Das Gericht hat nur solchen Beweisanträgen zu folgen, die nach seiner Würdi-
gung rechts- und entscheiderheblich sind (vgl. Urteil des Bundesgerichts 
6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.2).

c) Anzumerken bleibt schliesslich, dass der "Aussage der ersten Stunde" der 
Parteien und allfälliger Zeugen vor der Polizei besondere Aufmerksamkeit gebührt, 

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erfolgt sie doch zeitnah zum Geschehen und ist sie weniger mit Erinnerungslücken 
und allfälligen Absprachen behaftet als eine Aussage, welche Wochen oder Mona-
te später erfolgt (vgl. dazu auch PKG 1991 Nr. 39 sowie im Bereich des Sozialver-
sicherungsrechts: BGE 121 V 47, wonach die spontanen "Aussagen der ersten 
Stunde" in der Regel unbefangener und zuverlässiger sind als die späteren Dar-
stellungen). 

5. Der Berufungskläger stellt in seiner Berufungserklärung vom 27. Januar 
2014 zahlreiche Beweisanträge (vgl. act. I.2), denen – wie dargelegt – weitgehend 
stattgegeben wurde. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 2. März 2016 liess 
Rechtsanwalt Manfred Dähler den Antrag, es sei eine Expertise einzuholen, fallen, 
hielt aber daran fest, dass H._____ als Zeugin einzuvernehmen sei. Wie noch zu 
zeigen sein wird, ist die Einvernahme von H._____ nicht geeignet, das Beweiser-
gebnis zu beeinflussen. 

6. Die Vorinstanz sprach den Berufungskläger der mehrfachen (recte: mehrfa-
chen groben) Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 
4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG sowie gemäss Art. 29 
SVG, Art. 57 Abs. 2 VRV und Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in Verbindung mit Art. 90 
Ziff. (recte: Abs.) 2 SVG schuldig (vgl. angefochtenes Urteil, Dispositivziffer 1). Mit 
der Berufungserklärung vom 27. Januar 2014 (vgl. act. I.2) lässt der Berufungs-
kläger den Schuldspruch wegen der im ersten Satzteil von Ziffer 1 erhobenen 
Vorwürfe anfechten und verlangt einen Freispruch von der Verletzung von Art. 32 
Abs. 1 SVG. Er sei stattdessen wegen Missachtung von Art. 27 Abs. 1 SVG und 
Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 1 aSVG zu verurteilen. 
Gleichzeitig beantragt er eine Reduktion der Strafe, der Busse und der Kosten. 
Der zweite Satzteil in Ziffer 1, also die Frage der ungenügenden Sicht aus dem 
Auto, bleibe unangefochten. Gegenstand des vorliegenden Berufungsverfahrens 
bildet daher nur noch die Verurteilung von X._____ wegen einer Geschwindig-
keitsübertretung von 35 km/h, begangen am 23. Juni 2012 auf dem Gebiet der 
Gemeinde O.3_____ und die Strafzumessung. Die Verurteilung wegen Verletzung 
von Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 2 VRV und Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in Verbindung 
mit Art. 90 Ziff. 2 SVG (recte: Abs. 2) blieb unangefochten. Diese ist somit rechts-
kräftig geworden und bildet nicht Gegenstand der vorliegenden Berufung. Hinge-
gen wird sie im Falle einer Verurteilung des Berufungsklägers wegen Verletzung 
von Art. 32 Abs. 1 SVG in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG im Rahmen der 
Strafzumessung von Bedeutung sein. 

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7. Nach Art. 90 Abs. 2 SVG wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder 
Geldstrafe bestraft, wer durch grobe Verletzung der Verkehrsregeln eine ernstliche 
Gefahr für die Sicherheit anderer hervorruft oder in Kauf nimmt. Der Tatbestand ist 
nach der Rechtsprechung objektiv erfüllt, wenn der Täter eine wichtige Verkehrs-
vorschrift in objektiv schwerer Weise missachtet und die Verkehrssicherheit ernst-
lich gefährdet. Eine ernstliche Gefahr für die Sicherheit anderer ist nicht erst bei 
einer konkreten, sondern bereits bei einer erhöhten abstrakten Gefährdung gege-
ben. Wesentliches Kriterium für die Annahme einer erhöhten abstrakten Gefähr-
dung ist die Nähe der Verwirklichung. Subjektiv erfordert der Tatbestand von Art. 
90 Abs. 2 SVG nach der Rechtsprechung ein rücksichtsloses oder sonst schwer-
wiegend verkehrswidriges Verhalten, das heisst, ein schweres Verschulden, bei 
fahrlässigem Handeln mindestens grobe Fahrlässigkeit. Diese ist zu bejahen, 
wenn der Täter sich der allgemeinen Gefährlichkeit seiner verkehrswidrigen Fahr-
weise bewusst ist. Grobe Fahrlässigkeit kann aber auch bei unbewusst fahrlässi-
gem Handeln vorliegen, wenn nämlich das Nichtbedenken der Gefährdung ande-
rer Verkehrsteilnehmer auf Rücksichtslosigkeit beruht (vgl. BGE 131 IV 133 E. 3.2; 
Urteile des Bundesgerichts 6B_1209/2013 vom 26. Juni 2014 E. 1.3.1 und 
6B_62/2011 vom 1. Juli 2011 E. 2.3.1). Die aktuelle Fassung der Norm ist seit 
dem 1. Januar 2013 in Kraft. Die frühere Aufteilung in Ziffern ist Absätzen gewi-
chen. Da der Berufungskläger die Geschwindigkeitsübertretung noch nach der 
alten Fassung der Norm begangen hat, ist nachfolgend zu prüfen, ob er wegen 
Verletzung von Art. 90 Ziff. 2 aSVG zu verurteilen ist. 

8. Die I. Strafkammer kam in ihrem Beschluss vom 18. August 2014 zum 
Schluss, dass betreffend die Messung vom 23. Juni 2012 davon auszugehen sei, 
dass diese korrekt und genau durchgeführt worden sei. Diesbezüglich seien die 
Ausführungen der Vorinstanz korrekt, wonach sich bei den Akten das Messproto-
koll (StA act. 3.6), das Eichzertifikat (StA act. 3.7) und die Zertifikate der Bediener-
kurse für das Messgerät für beide Polizeibeamten, welche die Geschwindigkeits-
messung durchgeführt hätten (StA act. 3.8 f.), fänden und es daher vorliegend 
keinen Grund gäbe, die Richtigkeit der durchgeführten Geschwindigkeitsmessung 
anzuzweifeln. Es könne daher davon ausgegangen werden, dass der Berufungs-
kläger nach Abzug der Toleranz von 6 km/h mit 35 km/h zu schnell gefahren sei 
und somit in objektiver Hinsicht Art. 27 Abs. 1 SVG und Art. 32 SVG verletzt und 
damit objektiv eine grobe Verkehrsregelverletzung begangen habe. Von dieser 
Feststellung geht auch der Berufungskläger selber aus, indem er ausführt, dass 
wahrscheinlich nicht das Radargerät eine falsche Geschwindigkeit des Tesla an-
gegeben habe, sondern der Teslafahrer über die Geschwindigkeit falsch durch 

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seinen Wagen informiert worden sei. Zusammen mit den ganz besonderen Um-
ständen dieses Fahrzeuges und dieser besonderen Strecke habe dies zu einer für 
den Lenker damals nicht wahrnehmbaren erheblichen Geschwindigkeitsüber-
schreitung geführt. Er sei über die Geschwindigkeit seines Fahrzeuges falsch in-
formiert worden, er habe diese aber auch aufgrund der Fahrzeugbesonderheit, der 
besonderen Streckenführung, der Verkehrsfreiheit etc. nicht anders wahrnehmen 
können (vgl. act. IV.38, Ziff. 16). Es ist daher nach wie vor erstellt, dass der Beru-
fungskläger nach Abzug der Toleranz von 6 km/h mit 35 km/h zu schnell gefahren 
ist und somit in objektiver Hinsicht Art. 27 Abs. 1 SVG, Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 
4a Abs. 1 lit. b der Verkehrsregelnverordnung (VRV; SR 741.11) verletzt und da-
mit objektiv eine grobe Verkehrsregelverletzung begangen hat. Diesbezüglich 
kann im Sinne von Art. 82 Abs. 4 StPO vollumfänglich auf die zutreffenden Aus-
führungen der Vorinstanz verwiesen werden (vgl. angefochtenes Urteil E. 4a und 
Philippe Weissenberger, Kommentar Strassenverkehrsgesetz und Ordnungsbus-
sengesetz, 2. Aufl., Zürich 2015, N. 6 zu Art. 32 SVG und N. 71 zu Art. 90 SVG; 
Gerhard Fiolka, in: Niggli/Probst/Waldmann [Hrsg.], Basler Kommentar, Strassen-
verkehrsgesetz, Basel 2014, N. 67 und 68 zu Art. 90 [zit. Basler Kommentar zum 
SVG]). Der Berufungskläger bestreitet aber, in subjektiver Hinsicht gegen Art. 90 
Ziff. 2 aSVG verstossen zu haben. 

9. Die Vorinstanz stützte die Verurteilung auf zwei Punkte. Einerseits hielt sie 
es für erwiesen, dass der Berufungskläger anlässlich der polizeilichen Einvernah-
me vom 23. Juni 2012 ausgesagt habe, der digitale Tacho habe 118 km/h ange-
zeigt, bevor es geblitzt habe. Neben dieser – im Protokoll handschriftlich durch 
den einvernehmenden Polizisten wiedergegebenen – Aussage habe der Beru-
fungskläger mit seinem Kürzel unterzeichnet, was beweise, dass er diese proto-
kollierte Aussage so gelesen haben müsse. Seine Aussage an der Einvernahme 
durch die Staatsanwaltschaft – wonach der ihn am 23. Juni 2012 einvernehmende 
Polizist etwas falsch verstanden haben müsse, da sie damals über die Technik 
des Fahrzeuges gesprochen hätten und dabei wohl so etwas erwähnt worden sei, 
er aber sicher nicht gesagt habe, er sei mit 118 km/h unterwegs gewesen –, müs-
se als Schutzbehauptung betrachtet werden. Andererseits vertrat die Vorinstanz 
die Meinung, angesichts der Topographie der Strecke und der nicht sehr breiten 
Strasse müsse es X._____ aufgefallen sein, dass er mit "einer derart übersetzten 
Geschwindigkeit" unterwegs sei. Der Berufungskläger macht demgegenüber gel-
tend, er habe nie gesagt, vom Tachometer 118 km/h (digital) abgelesen zu haben. 
Vielmehr sei dieser zum Zeitpunkt des fraglichen Vorfalls fehlerhaft gewesen und 
habe die tatsächliche Geschwindigkeit nicht bzw. zu tief angezeigt. Ausserdem 

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habe die zu diesem Zeitpunkt falsche Bereifung des Tesla auch dazu geführt, 
dass der Tachometer eine zu niedrige Geschwindigkeit angezeigt habe. 

10. a) Der protokollführende Polizist I._____ hatte anlässlich der Einvernahme von 
X._____ vom 23. Juni 2012 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.3, S. 3), das 
heisst am Tag des fraglichen Vorfalls, zwar das Feld für die Nichtanerkennung des 
Tatbestands angekreuzt, als Begründung aber folgenden Aussage-Text aufge-
zeichnet: "Ich bin der Überzeugung, dass ich nicht die mir vorgehaltene Ge-
schwindigkeit gefahren bin. Bevor es blitzte las ich km/h 118 vom Tacho (Digital) 
ab." Die entsprechende Textstelle wurde vom Berufungskläger explizit mit seinem 
Kürzel anerkannt. Seine Unterschrift befindet sich ebenfalls auf der gleichen Seite 
des Dokuments. Bei der Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft vom 12. No-
vember 2012 (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.10) machte der Berufungs-
kläger dann geltend, der einvernehmende Polizist müsse etwas falsch verstanden 
haben. Es mache doch keinen Sinn, dass er angebe, mit 118 km/h gefahren zu 
sein als es blitzte, wenn er der Überzeugung gewesen sei, er sei korrekt unter-
wegs gewesen. Dabei müsse der Beamte wohl etwas falsch verstanden haben. 
Sie hätten damals über die Technik des Fahrzeuges gesprochen und dabei müsse 
wohl so etwas erwähnt worden sein. Er habe aber sicher nicht gesagt, er sei mit 
118 km/h unterwegs gewesen. Im Übrigen seien die damaligen Winterreifen zu 
gross gewesen und auch als er später die vom Hersteller empfohlenen Sommer-
reifen aufgezogen habe, hätten sich Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen dem 
GPS seines Handys und dem Tacho ergeben. Am Tacho sei dann ein Reset vor-
genommen worden, was dann korrekte Resultate ergeben habe. Leider habe die 
Staatsanwaltschaft nicht nachgefragt, weshalb er die angeblich falsche Aussage 
paraphiert und unterzeichnet habe. Der Berufungskläger wurde aber auch im vor-
instanzlichen Verfahren nicht gefragt, weshalb er ein angeblich falsches Protokoll 
unterzeichnet hat. Anlässlich der ersten Berufungsverhandlung vom 18. August 
2014 (vgl. act. VI.2) sagte der Berufungskläger aus: "Ich habe dann 117 km/h oder 
118 km/h gelesen. Ich habe gemeint, das sei die Geschwindigkeit, die sie mir net-
to quasi zulegen, oder?" Den Einfluss der falsch dimensionierten Pneus schätze er 
auf 5 km/h. Seines Erachtens sei aber die von ihm behauptete grössere Fehlerdif-
ferenz auf den unrichtigen Tachometer zurückzuführen (vgl. act. VI.2, Fragen 11 
und 15). Anlässlich seiner Befragung vom 2. März 2016 führte X._____ vor der I. 
Strafkammer des Kantonsgerichts aus, dass die falschen Reifen die Geschwindig-
keit um 5 bis 8 % beeinflusst hätten. Beim E-Mail Verkehr mit Tesla sei von 5 bis 8 
% gesprochen worden. Auf die Frage des Vorsitzenden hin, dass er das Protokoll 
der polizeilichen Einvernahme vom 23. Juni 2012 unterzeichnet und damit die Ge-

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schwindigkeitsübertretung anerkannt habe, führte X._____ aus, er könne nicht 
verstehen, wie er so etwas gesagt habe. Er habe höchstens gesagt, dass er nicht 
118 km/h gefahren sei. Es mache doch keinen Sinn, dass er so etwas sage. Er 
könne sich nicht erklären, wieso er so etwas unterschrieben habe (vgl. act. VI.7). 

b) Im Auftrag der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden (vgl. 
Beschluss vom 18. August 2014, act. VI.6) wurde G._____, Werkstattleiter der 
Tesla Motors Switzerland GmbH, von der Staatsanwaltschaft O.2_____ als Zeuge 
einvernommen (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 5.5). Er gab an, auf dem 
Tachometer des von X._____ gefahrenen Tesla Roadsters könne eine Geschwin-
digkeit von 118 km/h nicht angezeigt werden, da der Tacho die Geschwindigkeit 
nur in 10er Schritten analog anzeige. Daneben gebe es aber noch eine digitale 
Geschwindigkeitsanzeige auf einem kleinen Bildschirm auf der Mittelkonsole, auf 
Höhe des Knies. Die Geschwindigkeitsanzeige müsse durch ein Untermenu an-
gewählt werden. Hinsichtlich der Reifen sagte G._____ aus, er wisse nicht mehr, 
welche Reifen beim Garagenbesuch von X._____ im September 2012 aufgezogen 
gewesen seien. Er könne auch nicht sagen, ob es Winter- oder Sommerreifen ge-
wesen seien, es sei aber die falsche Dimension gewesen. Welche Dimensionen 
die Reifen gehabt hätten, könne er nicht mehr sagen, ebenso wenig, welchen Ein-
fluss diese auf die Geschwindigkeitsanzeige gehabt hätte. Auf die Frage, ob die 
nichtvorschriftsgemässe Bereifung des Tesla zu einer niedrigen oder höheren Ge-
schwindigkeitsanzeige als der tatsächlichen Geschwindigkeit geführt habe, ant-
wortete G._____ mit "wäre möglich". Dass der Tachometer fehlerhaft gewesen 
sei, könne er nicht sagen. 

11. a) Wie bereits erwähnt, steht vorliegend der objektive Tatbestand gemäss Art. 
90 Ziff. 2 aSVG fest. Der Berufungskläger wurde mit 121 km/h gemessen, nach 
Abzug der Toleranz von 6 km/h liegt eine anrechenbare Geschwindigkeit von 115 
km/h vor. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit, die X._____ nach eigenen Anga-
ben kannte (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.3, S. 3), betrug 80 km/h. 

b) Nicht nachgewiesen ist, ob der Tachometer (am Lenkrad und/oder auf der 
Mittelkonsole) fehlerfrei funktionierte. Dafür sprechen nur die Vermutung des Beru-
fungsklägers und – sehr indirekt – der Umstand, dass ein Reset vorgenommen 
wurde. Der fachkundige Zeuge G._____ hat aber nichts Entsprechendes festge-
stellt. X._____ wurde seitens der Garage darauf hingewiesen, dass allfällige Fehl-
anzeigen nur durch entsprechende Messungen nachgewiesen werden könnten 
(vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.11). Derartige Messungen hat er nie 
vorgenommen oder durch die Untersuchungsorgane vornehmen lassen. Mit dem 

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Reset wurden sämtliche Möglichkeiten, eine allfällige Fehlanzeige des Tachos 
nachzuweisen, beseitigt. Dies kann zwar nicht zu Lasten von X._____ interpretiert 
werden, aber es gibt auch keine Indizien, die dafür sprechen würden, dass der 
Tachometer nicht die korrekte Geschwindigkeit wiedergegeben hätte. In Bezug auf 
die Messungen mit dem I-Phone ist zu sagen, dass es sich um privat durchgeführ-
te Messungen mit einem App auf dem I-Phone handelt. Dieser privat vorgenom-
menen nachträglichen Messung mittels nicht offiziell geeichter App kommt kein 
Beweiswert zu. Sie hat bloss den Charakter einer Parteibehauptung. Ob allenfalls 
die falschen Reifen den Tachometer beeinflusst haben, kann nachträglich eben-
falls nicht mehr eruiert werden, da die genaue Reifendimension zum Tatzeitpunkt 
nicht mehr festgestellt werden kann. 

c) Somit kommt dem Protokoll der polizeilichen Einvernahme vom 23. Juni 
2012 wesentliche Bedeutung zu (vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 3.3). Der 
dort enthaltene Satz "Ich bin der Überzeugung, dass ich nicht die mir vorgehaltene 
Geschwindigkeit gefahren bin. Bevor es blitzte, las ich km/h 118 vom Tacho (Digi-
tal) ab" kann weder von seiner Form, noch vom Inhalt her so verstanden werden, 
dass er die Meinung des einvernehmenden Polizisten wiedergibt. Die im ersten 
Satz enthaltene Bestreitung der vorgehaltenen Geschwindigkeit an sich und die 
Verwendung der Ausdrücke "ich" und "mir", lassen keine Zweifel aufkommen, 
dass die Aussage des Berufungsklägers wiedergegeben wurde. Die Widersprüch-
lichkeit zwischen der Bestreitung des Tatbestandes und der anschliessenden 
Aussage hinsichtlich des Tachowerts von 118 km/h lässt sich damit erklären, dass 
der Berufungskläger den Messwert von 121 km/h als zu hoch erachtete. Hinzu 
kommt, dass die Aussage hinsichtlich der Digitalanzeige kaum vom Polizisten 
kommen konnte, der sehr wahrscheinlich gar nicht wusste, dass sich auf der Mit-
telkonsole – im Gegensatz zum Haupttachometer am Armaturenbrett – noch eine 
digitale Geschwindigkeitsanzeige befand. Vor allem aber ist nicht einzusehen, 
weshalb X._____, immerhin Architekt HTL, eine derart eindeutige, und in ihrer 
Konsequenz absehbare Protokollstelle visieren und unterzeichnen sollte, wenn sie 
nicht richtig gewesen wäre. Anzumerken ist schliesslich, dass die Einvernahme 
zwar am Tag des Vorfalls, indessen 4 ½ Stunden später stattfand. X._____ hatte 
mithin alle Zeit, sich die entsprechenden Antworten zu überlegen. Seine Aussage, 
er habe, bevor es geblitzt habe, 118 km/h auf dem digitalen Tachometer abgele-
sen, stimmt denn schliesslich auch in etwa mit der gemessenen Geschwindigkeit 
von 121 km/h überein, was ein gewichtiges Indiz für das richtige Funktionieren des 
Tachometers darstellt. Damit ist für die I. Strafkammer erstellt, dass sich der Beru-
fungskläger seiner gefahrenen Geschwindigkeit bewusst war. Aufgrund dieses 

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Beweisergebnisses kann von einer Zeugeneinvernahme der Ehefrau des Beru-
fungsklägers abgesehen werden, da es nicht ersichtlich ist, inwiefern die Aussa-
gen von H._____ das Beweisergebnis beeinflussen können. 

d) Steht nun fest, dass die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit nach Abzug 
der Toleranz 115 km/h betrug und sich X._____, nach eigenen Angaben, über die 
gefahrene Geschwindigkeit im Klaren war, so ist der subjektive Tatbestand von 
Art. 90 Ziff. 2 aSVG nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei einer 
Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ausserorts um 35 km/h un-
geachtet der konkreten Strassen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse stets gegeben 
(vgl. BGE 121 IV 230; Philippe Weissenberger, a.a.O., N. 6 zu Art. 32 SVG und N. 
71 zu Art. 90 SVG; Gerhard Fiolka, in: Basler Kommentar zum SVG, a.a.O., N. 67 
und 68 zu Art. 90 SVG). Nicht stichhaltig ist dagegen die Argumentation der 
Staatsanwaltschaft, die im Sinne einer Rückfallposition das (eventuelle) Hauptver-
schulden des Beschuldigten darin sah, dass er allenfalls mit einem nicht genau 
anzeigenden Tachometer unterwegs war. Wenn der Tacho ohne Verschulden des 
Berufungsklägers falsch angezeigt hätte, so wäre dies vielleicht fahrlässig gewe-
sen, es könnte ihm aber kaum als krass rücksichtsloses Verhalten im Sinne der 
bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu Art. 90 Ziff. 2 aSVG angelastet werden. 
Das von der Vorinstanz vorgebrachte Argument, X._____ hätte aufgrund der 
Strassenverhältnisse erkennen können, dass er rund 35 km/h zu schnell fuhr, 
kann wegen fehlender Dokumentation des Tatorts und ohne Augenschein kaum 
bewertet werden. Bereits eine Reduktion der inkl. Toleranz gemessenen Ge-
schwindigkeit von 115 km/h um 5 %, die bei falscher Anzeige wohl kaum subjektiv 
wahrnehmbar ist, würde den Berufungskläger unter die Grenze einer Geschwin-
digkeitsüberschreitung um 30 km/h bringen. Andererseits hat der Berufungskläger 
selbst anerkannt, dass die falsche Bereifung nur eine Fehlanzeige von vielleicht 5 
km/h mit sich gebracht hätte (vgl. act. VI.2, Frage 11), was immer noch eine Über-
schreitung um 30 km/h bedeutet (vgl. dazu das Urteil des Bundesgerichts 
6B_193/2008 vom 7. August 2008 E. 2.3, wonach Art. 90 Ziff. 2 aSVG auch bei 
Geschwindigkeitsüberschreitungen erfüllt ist, die punktgenau auf dem genannten 
Grenzwert liegen). Insoweit der Berufungskläger besondere Umstände des Fahr-
zeuges Tesla vorbringt, welche sein Verhalten in subjektiver Hinsicht in einem an-
deren Licht erscheinen lassen würden, kann er damit nicht gehört werden. 
X._____ hat den Tesla zum Zeitpunkt der Geschwindigkeitsübertretung am 23. 
Juni 2012 bereits zwei Jahre lang gefahren (vgl. act. VI.2, Frage 1). Auch wenn er 
gemäss seinen Angaben pro Jahr bloss ca. 2'000 bis 3'000 km mit diesem Fahr-
zeug fährt (vgl. act. VI.7 und act. V.2/7, S. 3), so müssen ihm aufgrund der immer-

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hin bereits zweijährigen Fahrpraxis mit dem Tesla die besonderen Umstände die-
ses Elektrofahrzeuges, wie zum Beispiel fehlender Motorenlärm, etc., zum Tat-
zeitpunkt bekannt gewesen sein. 

e) Aufgrund dieser Ausführungen wurde der Berufungskläger zu Recht von 
der Vorinstanz wegen grober Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 Abs. 
1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG schul-
dig gesprochen. Der Schuldspruch wird hiermit durch die I. Strafkammer des Kan-
tonsgerichts von Graubünden bestätigt. 

12. Die Vorinstanz bestrafte X._____ mit einer bedingten Geldstrafe von 35 
Tagessätzen zu je Fr. 260.00. Zudem wurde ihm eine Busse in der Höhe von Fr. 
1'500.00 auferlegt. Der Berufungskläger bringt vor, dass für die Geschwindigkeits-
überschreitung gemäss Art. 90 Ziff. 2 aSVG lediglich 15 Tagessätze in Kombinati-
on mit der niedrigeren Busse wie im Strafbefehl von Fr. 800.00 angemessen 
wären. Bei der Strafzumessung seien die Gesamtfolgen für den Täter zu berück-
sichtigen. Zudem sei mehr als die Hälfte der Vergehensverjährungsfrist und ohne-
hin mehr als die Übertretungsverjährungsfrist überschritten. Auch dies sei strafmil-
dernd zu berücksichtigen, denn X._____ habe sich zwischenzeitlich seit Jahren 
bestens bewährt. 

a) Gemäss Art. 47 Abs. 1 StGB misst das Gericht die Strafe nach dem Ver-
schulden des Täters zu und berücksichtigt dabei das Vorleben und die persönli-
chen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters. Das 
Verschulden wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betrof-
fenen Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 
Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 
und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 
vermeiden (vgl. Art. 47 Abs. 2 StGB). Je leichter es für ihn gewesen wäre, die von 
ihm übertretene Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung 
gegen sie und damit seine Schuld (vgl. BGE 127 IV 101 E. 2a; Stefan Trech-
sel/Heidi Affolter-Eijsten, in: Trechsel/Pieth [Hrsg.], Schweizerisches Strafgesetz-
buch, Praxiskommentar, 2. Aufl., Zürich 2013, N. 21 zu Art. 47 StGB; Hans Wi-
prächtiger/Stefan Keller, in: Niggli/Wiprächtiger [Hrsg.], Basler Kommentar, Straf-
recht I, 3. Aufl., Basel 2013, N. 117 zu Art. 47 StGB [zit. Basler Kommentar zum 
StGB I]). Daraus geht hervor, dass sich die Strafe grundsätzlich auf die Schuld 
bezieht. Das Verschulden soll die Strafe begründen und nach oben begrenzen, 
wobei Verschulden im Sinne dieser Bestimmung das Mass der Vorwerfbarkeit des 

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Rechtsbruchs ist (vgl. Hans Wiprächtiger/Stefan Keller, in: Basler Kommentar zum 
StGB I, a.a.O., N. 14 zu Art. 47 StGB). 

Für die Bemessung der Höhe der Strafe hat das Gericht das Vorliegen von Straf-
milderungs-, Strafschärfungs-, Strafminderungs- und Straferhöhungsgründen zu 
prüfen. Strafmilderungsgründe im Sinne von Art. 48 StGB und der Strafschär-
fungsgrund der Konkurrenz gemäss Art. 49 StGB können zu einer Erweiterung 
des Strafrahmens nach unten oder oben führen. Strafminderungs- und Strafer-
höhungsgründe sind hingegen Kriterien, die innerhalb des ordentlichen Strafrah-
mens im Rahmen der Strafzumessung nach Art. 47 StGB zu berücksichtigen sind 
(vgl. Christian Schwarzenegger/Markus Hug/Daniel Jositsch, Strafrecht II, 8. Aufl., 
Zürich 2007, S. 58). Das Gericht muss die wesentlichen in der Strafzumessung 
berücksichtigten Kriterien darlegen, damit sein Entscheid nachvollziehbar ist, be-
ziehungsweise auf die Vollständigkeit und die korrekte Würdigung hin überprüft 
werden kann. Es kann über Elemente stillschweigend hinweggehen, die ihm nicht 
entscheidend scheinen, beziehungsweise von geringer Bedeutung sind (vgl. BGE 
134 IV 17 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 6B_764/2009 vom 17. Dezember 2009 
E. 1.2.1). 

b) Hat der Täter durch eine oder mehrere Handlungen die Voraussetzungen 
für mehrere gleichartige Strafen erfüllt, so verurteilt ihn das Gericht zu der Strafe 
der schwersten Straftat (sog. Einsatzstrafe) und erhöht sie angemessen (sog. As-
perationsprinzip; vgl. dazu BGE 132 IV 102 E. 8.1). Das Gericht darf jedoch das 
Höchstmass der angedrohten Strafe nicht um mehr als die Hälfte erhöhen. Dabei 
ist es an das gesetzliche Höchstmass der Strafart gebunden (vgl. Art. 49 Abs. 1 
StGB). Schwerste Tat ist diejenige, welche unter den mit der höchsten Strafe be-
drohten Tatbestand fällt (vgl. BGE 116 IV 300 E. 2c/bb). Methodisch ist bei der 
Bildung der Gesamtstrafe gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB nach der bundesgerichtli-
chen Rechtsprechung vorab der Strafrahmen für die schwerste Straftat zu be-
stimmen und alsdann die Einsatzstrafe für die schwerste Tat innerhalb dieses 
Strafrahmens festzusetzen. Schliesslich ist die Einsatzstrafe unter Einbezug der 
anderen Straftaten in Anwendung des Asperationsprinzips angemessen zu er-
höhen. Das Gericht hat mithin in einem Schritt, unter Einbezug aller straferhöhen-
den und strafmindernden Umstände, gedanklich die Einsatzstrafe für das schwers-
te Delikt festzulegen. In einem zweiten Schritt hat es diese Einsatzstrafe unter 
Einbezug der anderen Straftaten gegebenenfalls zu einer Gesamtstrafe zu er-
höhen, wobei es ebenfalls den jeweiligen Umständen Rechnung zu tragen hat 
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 6B_405/2011 vom 24. Januar 2012 E. 5.4 und 
6B_460/2010 vom 4. Februar 2011 E. 3.4.4; vgl. ferner auch Jürg-Beat Acker-

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mann, in: Basler Kommentar zum StGB I, a.a.O., N. 113 zu Art. 49 StGB). Art. 49 
Abs. 1 StGB greift aber nur, wenn das Gericht im konkreten Fall für die einzelnen 
Normverstösse gleichartige Strafen ausfällen würde (vgl. BGE 138 IV 120). Für die 
Anwendung von Art. 49 StGB genügt es also nicht, auf die abstrakt angedrohten, 
gleichartigen Strafen abzustellen. Geldstrafen und Freiheitsstrafen sind ungleich-
artige Strafen. Sieht das Gericht im konkreten Fall zum Beispiel für eine Tat eine 
Geldstrafe (obwohl die entsprechende Norm abstrakt auch Freiheitsstrafe androht) 
und für die andere eine Freiheitsstrafe vor, kommen die Regeln von Art. 49 Abs. 1 
StGB nicht in Betracht (vgl. Jürg-Beat Ackermann, in: Basler Kommentar zum 
StGB I, a.a.O., N. 87, 89 und 90 zu Art 49 StGB). Für den Fall, dass die konkurrie-
renden Tatbestände alternativ unterschiedliche Strafarten androhen, kann das 
Gericht in den Grenzen des gesetzlichen Höchstmasses der Strafart eine einzige 
Gesamtstrafe gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB aussprechen, sofern es der Ansicht ist, 
es würde für jedes dieser Delikte im Einzelfall diese gleichartige Strafart ausfällen. 
Hält es dagegen im einen Fall eine Freiheitsstrafe, im anderen eine Geldstrafe für 
angemessen, müssen die Strafen kumulativ ausgefällt werden (vgl. Jürg-Beat 
Ackermann, in: Basler Kommentar zum StGB I, a.a.O., N. 92 zu Art. 49 StGB). 
Von den durch den Berufungskläger verübten Delikten (Geschwindigkeitsübertre-
tung und starke Einschränkung der Sicht in Fahrtrichtung) sehen sowohl Art. 90 
Ziff. 2 aSVG als auch Art. 90 Abs. 2 SVG jeweils Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 
drei Jahren vor. Da im vorliegenden Berufungsverfahren eine reformatio in peius 
gemäss Art. 391 Abs. 2 StPO ausgeschlossen ist (vgl. Franz Riklin, in: Kommentar 
StPO, Schweizerische Strafprozessordnung mit JStPO, StBOG und weiteren Er-
lassen, 2. Aufl., Zürich 2014, N. 2 f. zu Art. 391 StPO), mithin nicht auf die schärfe-
re Sanktion der Freiheitsstrafe erkannt werden kann, ist der Berufungskläger für 
beide Delikte zu einer Geldstrafe zu verurteilen. Eine Geldstrafe darf gemäss Art. 
34 Abs. 1 StGB höchstens 360 Tagessätze betragen. Die Höhe der Tagessätze 
wiederum beträgt maximal Fr. 3'000.00 (vgl. Art. 34 Abs. 2 StGB). Die Bemessung 
der Geldstrafe erfolgt in zwei selbständigen Schritten, die strikte auseinander zu 
halten sind. Zunächst hat das Gericht die Anzahl der Tagessätze nach dem Ver-
schulden des Täters zu bestimmen (vgl. Art. 34 Abs. 1 StGB). Im Anschluss daran 
hat es die Höhe des einzelnen Tagessatzes nach den persönlichen und wirtschaft-
lichen Verhältnissen des Täters festzusetzen (vgl. Art. 34 Abs. 2 StGB). Der Ge-
samtbetrag der Geldstrafe, die dem Verurteilten auferlegt wird, ergibt sich erst aus 
der Multiplikation von Zahl und Höhe der Tagessätze. Beide Faktoren sind im Ur-
teil getrennt festzuhalten (vgl. Art. 34 Abs. 4 StGB). 

c) Im Rahmen der Rechtsprechung haben Gerichte dafür besorgt zu sein, 

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dass ähnliche Fälle auch in etwa ähnlich beurteilt werden, was die Rechtssicher-
heit fördert. Nun ist es aber – gerade im Bereich der Strafzumessung – so, dass 
die zu beurteilenden Sachverhalte meist nicht identisch, sondern höchstens ähn-
lich beziehungsweise vergleichbar sind und dass die jeweiligen Personen, über 
welche dabei zu richten ist, unterschiedliche Merkmale aufweisen (vgl. Hans Wi-
prächtiger/Stefan Keller, in: Basler Kommentar zum StGB I, a.a.O., N. 10 und N. 
200 ff. zu Art. 47 StGB und Urteil des Kantonsgerichts von Graubünden SK1 12 27 
vom 11. Juli 2012 E. 4. c)).

d) Vorliegend missachtete der Berufungskläger die vorgeschriebene Höchst-
geschwindigkeit von 80 km/h in grobfahrlässiger Weise, indem er diese um 35 
km/h überschritt. Es ist daher im Rahmen des Tatbestandes der groben Verkehrs-
regelverletzung gemäss Art. 90 Ziff. 2 aSVG von einem leichten bis mittleren Ver-
schulden auszugehen, da es ihm bei gehöriger Aufmerksamkeit ohne weiteres 
möglich gewesen wäre, die zulässige Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Eine 
Straferhöhung erfolgt aufgrund der Vorstrafe. Strafmilderungsgründe liegen keine 
vor. Der zwingende Strafmilderungsgrund des Zeitablaufs gemäss Art. 48 lit. e 
StGB in Verbindung mit Art. 97 Abs. 1 lit. c StGB ist vorliegend nicht erfüllt. 
Gleichwohl sind seit der Widerhandlung vom 23. Juni 2012 bis zum vorliegenden 
Urteil fast vier Jahre vergangen, was strafmindernd berücksichtigt werden kann. 
Der Berufungskläger bringt als weitere strafmindernde Gründe den drohenden 
Führerausweisentzug und dessen Wirkung und die ausländerrechtlichen Folgen 
des Urteils vor. Diese sog. Folgenberücksichtigung ist dann anzunehmen, wenn 
der Richter die Konsequenzen der von ihm ins Auge gefassten Strafe für den Ver-
urteilten und dessen soziales Umfeld abklärt und die Strafe ändert, wenn sie un-
tragbare Folgen hätte. Zu denken ist bei der Strafzumessung auch an ausserstraf-
rechtliche Sanktionen, wie eben zum Beispiel ein Führerausweisentzug (vgl. Hans 
Wiprächtiger/Stefan Keller, in: Basler Kommentar zum StGB I, a.a.O., N. 157 und 
161 zu Art. 47 StGB). Es ist wahrscheinlich, dass der Berufungskläger aufgrund 
der vorliegenden Verurteilung mit einem langen Führerausweisentzug gemäss Art. 
16c Abs. 2 lit. c SVG rechnen muss. Dieser Umstand kann bei der Strafzumes-
sung strafmindernd berücksichtigt werden, vermag jedoch an der eigentlichen 
Verurteilung nach Art. 90 Ziff. 2 aSVG nichts zu ändern. Die vom Berufungskläger 
vorgebrachten ausländerrechtlichen Folgen (allfällige verzögerte Möglichkeit der 
Einbürgerung) erscheinen der I. Strafkammer nicht als untragbare Folge der Ver-
urteilung, zumal der Berufungskläger nicht vorbringt, es bestehe ein pendentes 
Einbürgerungsverfahren oder dass er vorhabe, ein Einbürgerungsgesuch dem-
nächst zu stellen, weshalb diese nicht strafmindernd zu berücksichtigen sind. Die 

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I. Strafkammer des Kantonsgerichts erachtet es somit als angemessen, die Ein-
satzstrafe für die Geschwindigkeitsübertretung vom 23. Juni 2012 auf 15 Tages-
sätze festzulegen. 

e) Diese Einsatzstrafe ist nun aufgrund des Asperationsprinzips für die Verur-
teilung gemäss Art. 29 SVG, Art. 57 Abs. 2 VRV und Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in 
Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 SVG zu erhöhen. Dieser Verurteilung liegt der Sach-
verhalt zu Grunde, dass der Berufungskläger den Personenwagen mit dem Kon-
trollschild _____ am 23. Januar 2013 gegen 06:40 Uhr in nicht vorschriftsgemäs-
sem Zustand, das heisst mit vereisten Front- und Seitenscheiben, an denen er 
lediglich "Gucklöcher" freigekratzt hatte, auf der _____-Strasse in O.5_____ lenk-
te. Auch hier ist von einem leichten bis mittleren Verschulden auszugehen. Indem 
der Berufungskläger lediglich Gucklöcher freikratzte, hat er eine erhöhte abstrakte 
Gefahr für die übrigen Verkehrsteilnehmer geschaffen (vgl. dazu auch Philippe 
Weissenberger, a.a.O., N. 83 zu Art. 90 SVG mit weiteren Hinweisen auf die bun-
desgerichtliche Rechtsprechung). Auch diese Verurteilung wäre mit genügender 
Aufmerksamkeit vermeidbar gewesen. Strafmilderungsgründe liegen keine vor. 
Straferhöhend wirkt sich die Vorstrafe aus. Strafmindernd können ebenfalls die 
Verfahrensdauer und der bevorstehende Führerausweisentzug berücksichtigt 
werden. Es rechtfertigt sich somit, die Einsatzstrafe um 10 Tagessätze auf eine 
Gesamtstrafe von insgesamt 25 Tagessätzen zu erhöhen. 

f) Bezüglich der Bemessung der Tagessatzhöhe hat das Bundesgericht in 
zwei Urteilen das korrekte Vorgehen aufgezeigt (vgl. BGE 134 IV 60 E. 6; Urteil 
des Bundesgerichts 6B_476/2007 vom 29. März 2008 E. 3.4). Ausgangspunkt für 
die Bemessung bildet das Einkommen, das dem Täter durchschnittlich an einem 
Tag zufliesst, und zwar unabhängig davon, aus welcher Quelle die Einkünfte 
stammen; massgeblich ist die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Nach 
dem Nettoeinkommensprinzip ist indes bei den ermittelten Einkünften nur der 
Überschuss der Einnahmen über die damit verbundenen Aufwendungen zu 
berücksichtigen. Vom Einkommen ist daher abzuziehen, was gesetzlich geschul-
det ist oder dem Täter wirtschaftlich nicht zufliesst, so etwa die laufenden Steuern, 
die Beiträge an die Sozialversicherungen und an die obligatorische Kranken- und 
Unfallversicherung sowie die notwendigen Berufsauslagen beziehungsweise bei 
Selbständigerwerbenden die branchenüblichen Geschäftsunkosten. Vom Netto-
einkommen abzuziehen sind sodann allfällige Familien- und Unterstützungspflich-
ten, soweit der Verurteilte ihnen tatsächlich nachkommt. Anderweitige finanzielle 
Lasten können nur im Rahmen der persönlichen Verhältnisse berücksichtigt wer-
den. Dabei fallen grössere Zahlungsverpflichtungen des Täters, die schon unab-

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hängig von der Tat bestanden haben (zum Beispiel Ratenzahlungen für Konsum-
güter, Wohnkosten), grundsätzlich ebenso ausser Betracht wie Schuldverbindlich-
keiten, die mittelbare oder unmittelbare Folge der Tat sind (Schadenersatz- und 
Genugtuungsleistungen, Gerichtskosten usw.). Auch Hypothekarzinsen können, 
wie an sich Wohnkosten überhaupt, in der Regel nicht in Abzug gebracht werden. 
Aussergewöhnliche finanzielle Belastungen dagegen können reduzierend berück-
sichtigt werden, wenn sie einen situations- oder schicksalsbedingt höheren Fi-
nanzbedarf darstellen. Weiter nennt Art. 34 Abs. 2 StGB das Vermögen als Be-
messungskriterium. Gemeint ist die Substanz des Vermögens, da dessen Ertrag 
bereits Einkommen darstellt. Das Vermögen ist bei der Bemessung des Tagessat-
zes von Bedeutung, wenn der Täter ohnehin von der Substanz des Vermögens 
lebt, und es bildet Bemessungsgrundlage in dem Ausmass, in dem er es selbst für 
seinen Alltag anzehrt. Schliesslich ist bei der Bemessung des Tagessatzes das 
Existenzminimum zu berücksichtigen (vgl. Art. 34 Abs. 2 StGB, vgl. zum Ganzen 
BGE 134 IV 60 E. 5 f. sowie das Urteil des Bundesgerichts 6B_476/2007 vom 
29. März 2008 E. 3). Die Staatsanwaltschaft legte ihrer Berechnung der Tages-
satzhöhe jährliche Einkünfte des Berufungsklägers von Fr. 95'100.00 zu Grunde 
(vgl. Akten der Staatsanwaltschaft, act. 2.5). Sie zog aber weder für die Ehefrau 
noch für die Kinder Unterstützungsbeiträge ab. Ausgehend von einem massgebli-
chen Jahreseinkommen von Fr. 95'100.00 ermittelte sie einen Tagessatz in der 
Höhe von Fr. 260.00. Die Vorinstanz übernahm die Höhe dieses Tagessatzes oh-
ne weitere Begründung. Der Tagessatz bedarf aber aus den nachfolgenden Grün-
den einer Korrektur. 

g) Wie zuvor erwähnt, bildet dasjenige Einkommen Ausgangspunkt für die 
Bemessung, welches dem Täter durchschnittlich an einem Tag zufliesst, und zwar 
unabhängig davon, aus welcher Quelle die Einkünfte stammen; massgeblich ist 
die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Im vorliegenden Fall verhält es 
sich derart, dass das Jahreseinkommen des Berufungsklägers tiefer ausfällt. So 
führte der Berufungskläger anlässlich seiner Einvernahme am 2. März 2016 vor 
der I. Strafkammer des Kantonsgerichts von Graubünden aus (vgl. act. VI.7), dass 
er ca. Fr. 7'500.00 Monatslohn beziehe. Diese Angaben stimmen denn auch unge-
fähr mit den Angaben in der Steuererklärung überein (vgl. act. D.29). Somit ist von 
einem Jahreseinkommen von Fr. 90'000.00 netto auszugehen. Seine Ehefrau ver-
dient ca. Fr. 4'000.00 pro Monat. Da die Ehefrau des Berufungsklägers erwerbs-
tätig ist, ist ihm kein Unterstützungsabzug für die Ehefrau anzurechnen. Gemäss 
den Aussagen von X._____ ist er für seine Töchter D._____, E._____ und 
F._____ noch unterstützungspflichtig, weshalb ein Abzug von insgesamt 37.5 % 

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zu erfolgen hat. Darüber hinaus hat in der Regel ein weiterer Abzug zwischen 20-
30 % für laufende Steuern und Krankenkassenprämien zu erfolgen (vgl. dazu 
auch Jürg Sollberger, Die neuen Strafen des Strafgesetzbuches in der Übersicht, 
in: Bänziger/Hubschmid/Sollberger [Hrsg.], Zur Revision des Allgemeinen Teils 
des Schweizerischen Strafrechts und zum neuen materiellen Jungendstrafrecht, 2. 
Aufl., Bern 2006, S. 43). Vom zuvor erwähnten Jahreseinkommen von 
Fr. 90'000.00 sind somit zuerst 37.5 % Unterstützungsabzüge vorzunehmen, so-
dann ist für Steuern und Krankenkassenprämien ein Abzug von 25 % vorzuneh-
men, sodass nunmehr von einem für die Bemessung der Tagessatzhöhe massge-
blichen Einkommen von Fr. 42'187.50 auszugehen ist. Im Ergebnis resultiert dar-
aus ein Tagessatz von abgerundet Fr. 110.00 (Fr. 42'187.50 : 365). 

h) Die Voraussetzungen für die Gewährung des bedingten Strafvollzuges 
gemäss Art. 42 StGB sind in objektiver Hinsicht gegeben. In subjektiver Hinsicht 
sieht Art. 42 Abs. 1 StGB vor, dass der Vollzug einer Geldstrafe in der Regel auf-
geschoben wird, wenn eine unbedingte Strafe nicht notwendig erscheint, um den 
Täter von der Begehung weiterer Verbrechen oder Vergehen abzuhalten. Der am 
1. Januar 2007 in Kraft getretene Allgemeine Teil des Strafgesetzbuches verlangt 
somit nicht mehr das Vorliegen einer günstigen Prognose, sondern es genügt das 
Fehlen einer ungünstigen Prognose, damit der bedingte Vollzug gewährt werden 
kann. Bei der Prognosestellung sind die Tatumstände, das Vorleben, der Leu-
mund sowie alle weiteren Tatsachen, die gültige Schlüsse auf den Charakter des 
Täters und die Aussichten auf Bewährung zulassen, zu berücksichtigen. Für die 
Einschätzung des Rückfallrisikos ist ein Gesamtbild der Täterpersönlichkeit uner-
lässlich. Relevante Faktoren sind etwa strafrechtliche Vorbelastung, Sozialisati-
onsbiographie und Arbeitsverhalten, das Bestehen sozialer Bindung usw. (vgl. 
zum Ganzen Franz Riklin, a.a.O., N. 1 ff. zu Art. 42 StGB). Der Berufungskläger 
wurde bereits einmal mit einer Busse wegen einer groben Verkehrsregelverlet-
zung bestraft. Der Vorfall vom 25. November 2006 (vgl. Akten der Staatsanwalt-
schaft, act. 2.1) liegt aber bald zehn Jahre zurück, sodass davon ausgegangen 
werden kann, dass der Berufungskläger seine Lehren aus diesem Verfahren zie-
hen wird, weswegen eine ungünstige Prognose nicht gestellt werden kann. Die 
Strafe ist daher einstweilen nicht zu vollziehen. Die Probezeit ist auf zwei Jahre 
anzusetzen (vgl. Art. 44 Abs. 1 StGB). 

i) Die Vorinstanz hat den Berufungskläger nebst der bedingten Geldstrafe für 
die von ihm begangenen Vergehen überdies mit einer Busse von Fr. 1'500.00 be-
straft. Eine bedingte Geldstrafe kann mit einer Busse nach Art. 106 StGB verbun-
den werden (Verbindungsstrafe, Art. 42 Abs. 4 StGB). Die Bestimmung dient in 

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erster Linie dazu, die sog. Schnittstellenproblematik zwischen der Busse (für Über-
tretungen) und der bedingten Geldstrafe (für Vergehen) zu entschärfen. Auf Mas-
sedelikte (namentlich im Bereich des SVG), die im untersten Bereich bloss mit 
Bussen geahndet werden, soll zusätzlich mit einer unbedingten Sanktion begegnet 
werden können, wenn sie die Schwelle zum Vergehen überschreiten. Dadurch soll 
die Möglichkeit geschaffen werden, eine spürbare Sanktion zu verhängen. Inso-
weit verhilft Art. 42 Abs. 4 StGB zu einer rechtsgleichen Sanktionierung und über-
nimmt auch Aufgaben der Generalprävention. Darüber hinaus erhöht die Strafen-
kombination ganz allgemein die Flexibilität des Gerichts bei der Auswahl der 
Strafart. Diese kommt in Betracht, wenn man dem Täter den bedingten Vollzug 
der Strafe gewähren möchte, ihm aber dennoch in gewissen Fällen mit der Aufer-
legung einer zu bezahlenden Geldstrafe oder Busse einen spürbaren Denkzettel 
verpassen will. Eine spezifische Legalprognose für die Verbindungsstrafe an sich 
ist aber nicht erforderlich (vgl. Roland M. Schneider/Roy Garré, in: Basler Kom-
mentar zum StGB I, a.a.O., N. 102 f. zu Art. 42 StGB; Urteil des Bundesgerichts 
6B_412/2010 vom 19. August 2010 E. 2.2). Aus der systematischen Einordnung 
von Art. 42 Abs. 4 StGB ergibt sich, dass das Hauptgewicht auf der bedingten 
Strafe liegt und die unbedingte Verbindungsstrafe nur untergeordnete Bedeutung 
hat (vgl. Roland M. Schneider/Roy Garré, in: Basler Kommentar zum StGB I, 
a.a.O., N. 106 zu Art. 42 StGB). Um dem akzessorischen Charakter der Verbin-
dungsstrafe gerecht zu werden, hat das Bundesgericht entschieden, die Ober-
grenze grundsätzlich auf einen Fünftel beziehungsweise 20 % festzulegen (vgl. 
BGE 135 IV 188 E. 3.4.4). Im Lichte dieser bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
hat die vorangegangene Reduktion der Tagessatzhöhe gleichzeitig Auswirkungen 
auf die damit in direktem Zusammenhang stehende Verbindungsbusse. Der von 
der Vorinstanz ausgesprochenen Verbindungsbusse in der Höhe von Fr. 1'500.00 
lag nämlich eine bedingte Geldstrafe im Umfang von insgesamt Fr. 9'100.00 (35 
Tagessätze à Fr. 260.00) zugrunde. Infolge der Reduktion der Tagessätze beträgt 
diese nur noch Fr. 2'750.00 (25 Tagessätze à Fr. 110.00), weshalb die Verbin-
dungsbusse entsprechend der vom Bundesgericht festgesetzten Obergrenze von 
20 % auf Fr. 550.00 (20 % von Fr. 2'750.00) herabzusetzen ist. Eine Verbindungs-
busse in dieser Höhe reicht denn auch aus, um dem Berufungskläger die Ernst-
haftigkeit der bedingten Geldstrafe vor Augen zu führen. Für den Fall der schuld-
haften Nichtbezahlung der unbedingten Busse hat das Gericht gemäss Art. 106 
Abs. 2 StGB eine Ersatzfreiheitsstrafe auszusprechen, wobei dem Gericht ein wei-
ter Ermessensspielraum zusteht. Da das Gericht bei einer Verbindungsbusse – 
wie im vorliegenden Fall – die wirtschaftliche Leistungspflicht des Täters bereits 
ermittelt hat, kann es die Tagessatzhöhe als Umrechnungsschlüssel verwenden 

Seite  29 — 33

(vgl. BGE 134 IV 60 E. 7.3.3). Im vorliegenden Fall wäre die Ersatzfreiheitsstrafe 
für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Busse demnach auf fünf Tage 
(Busse von Fr. 550.00 dividiert durch die Tagessatzhöhe von Fr. 110.00) festzu-
setzen. Vorliegend wird die Ersatzfreiheitsstrafe ermessensweise aber auf drei 
Tage festgesetzt. 

13. Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die Berufung teilweise gut-
zuheissen und das Urteil des Bezirksgerichts Maloja wie folgt zu ersetzen ist: 
X._____ ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 32 
Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 Ziff. 2 aSVG 
sowie der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 29 SVG, Art. 57 
Abs. 2 VRV und Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in Verbindung mit Art. 90 Abs. 2 SVG. 
Dafür ist X._____ mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je Fr. 110.00 zu 
bestrafen. Der Vollzug der bedingten Geldstrafe ist unter Ansetzung einer Probe-
zeit von zwei Jahren aufzuschieben. X._____ ist zur Zahlung einer Busse von Fr. 
550.00 zu verpflichten. Die Ersatzfreiheitsstrafe ist für den Fall der schuldhaften 
Nichtbezahlung der Busse auf drei Tage festzulegen. 

14. X._____ beantragt in seiner Berufungserklärung vom 27. Januar 2014 die 
Abänderung von Ziffer 4 des angefochtenen Urteils, indem ihm die Kosten des 
Verfahrens in reduziertem Umfang aufzuerlegen seien. Fällt die Rechtsmittelin-
stanz einen neuen Entscheid, so befindet sie darin gemäss Art. 428 Abs. 3 StPO 
auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung. Vorliegend wurde 
die Berufung nur im Rahmen der Strafzumessung gutgeheissen. Mit seinem 
Hauptantrag, er sei im ersten Satzteil Ziff. 1 des Urteilsdispositivs von der Verlet-
zung von Art. 32 Abs. 1 SVG freizusprechen, ist er nicht durchgedrungen. Es 
rechtfertigt sich daher, die Kosten des Untersuchungs- und vorinstanzlichen Ver-
fahrens in der Höhe von total Fr. 5'280.00 vollumfänglich X._____ aufzuerlegen. 

15. a) Die Verfahrenskosten setzen sich aus den Gebühren zur Deckung des 
Aufwands und den Auslagen im konkreten Straffall zusammen (vgl. Art. 422 Abs. 
1 StPO). Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens tragen die Parteien gemäss Art. 
428 Abs. 1 Satz 1 StPO nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens. 
Gemäss Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO können einer Partei, die ein Rechtsmittel ergrif-
fen und einen für sie günstigeren Entscheid erwirkt hat, die Verfahrenskosten auf-
erlegt werden, wenn der angefochtene Entscheid nur unwesentlich abgeändert 
wird. Diese Bestimmung findet auf den vorliegenden Sachverhalt indessen keine 
Anwendung, da sie primär für Fälle gedacht ist, in welchen die Rechtsmittelinstanz 
von dem den Gerichten zustehenden Ermessen anders Gebrauch macht, also 

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zum Beispiel die Dauer einer Sanktion oder eine Busse geringfügig herabsetzt 
(vgl. Yvona Griesser, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur StPO, 
a.a.O., N. 12 f. zu Art. 428; Thomas Domeisen, in: Basler Kommentar zur StPO, 
a.a.O., N. 21 zu Art. 428). Nach Ansicht der I. Strafkammer werden vorliegend 
sowohl die bedingte Geldstrafe als auch die Busse mehr als nur geringfügig her-
abgesetzt, weshalb es sich rechtfertigt, die Verfahrenskosten aufzuteilen. 

Vorliegend vermochte der Berufungskläger nur in untergeordneten Punkten im 
Rahmen der Strafzumessung durchzudringen. Im Schuldpunkt blieb es unverän-
dert bei einer Verurteilung. Bei diesem Ausgang des Berufungsverfahrens recht-
fertigt es sich daher, die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren zu 4/5 dem 
Berufungskläger und zu 1/5 dem Kanton Graubünden aufzuerlegen. Für Entschei-
de im Berufungsverfahren wird eine Gerichtsgebühr von Fr. 1'500.00 bis 
Fr. 20'000.00 erhoben (vgl. Art. 7 der Verordnung über die Gerichtsgebühren in 
Strafverfahren [VGS; BR 350.210]). Die Gerichtsgebühr für das vorliegende Beru-
fungsverfahren wird auf Fr. 5'000.00 festgelegt (inkl. Hauptverhandlung vom 
18. August 2014 und die Beschlüsse der I. Strafkammer vom 18. August 2014 und 
vom 9. Juni 2015), womit Fr. 4'000.00 zu Lasten des Berufungsklägers gehen. 

b) Ansprüche auf Entschädigung und Genugtuung im Rechtsmittelverfahren 
richten sich gemäss Art. 436 Abs. 1 StPO nach den Artikeln 429-434. Erfolgt we-
der ein vollständiger oder teilweiser Freispruch noch eine Einstellung des Verfah-
rens, obsiegt die beschuldigte Person aber in anderen Punkten, so hat sie An-
spruch auf eine angemessene Entschädigung für ihre Aufwendungen (vgl. Art. 436 
Abs. 2 StPO). 

Da der Berufungskläger die vorinstanzliche Strafzumessung mit Erfolg angefoch-
ten hat, hat er Anspruch auf eine angemessene Entschädigung für seine Aufwen-
dungen im Berufungsverfahren. Der Rechtsvertreter des Berufungsklägers macht 
in seinem Plädoyer vom 1. März 2016 (vgl. act. IV.38) einen Gesamtaufwand von 
34.65 h geltend. Darin enthalten seien zwei Verhandlungen in Chur und die Ein-
vernahme in O.2_____. Dieser Aufwand erscheint der I. Strafkammer des Kan-
tonsgerichts von Graubünden als angemessen. Damit resultiert ein Honorar von 
Fr. 8'316.00 (34.65 h x Fr. 240.00 = Fr. 8'316.00). Unter Berücksichtigung der 
Barauslagen von 3 % (Fr. 249.50) und der Mehrwertsteuer von 8 % (Fr. 685.25) 
ergibt dies ein Gesamthonorar von Fr. 9'250.75. Vorliegend rechtfertigt es sich 
ebenfalls, die Höhe der Entschädigung analog der Aufteilung der Verfahrenskos-
ten vorzunehmen. Damit erachtet die I. Strafkammer die Ausrichtung einer Ent-

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schädigung in der Höhe von Fr. 1'850.15 (inkl. Barauslagen und MwSt.) an 
X._____ als angemessen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und das Urteil des Bezirksge-
richts Maloja vom 1. Oktober 2013 durch das folgende Urteil ersetzt. 

2. X._____ ist schuldig der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss 
Art. 32 Abs. 1 SVG und Art. 4a Abs. 1 lit. b VRV in Verbindung mit Art. 90 
Ziff. 2 aSVG sowie der groben Verletzung von Verkehrsregeln gemäss Art. 
29 SVG, Art. 57 Abs. 2 VRV und Art. 71a Abs. 1 und 4 VTS in Verbindung 
mit Art. 90 Abs. 2 SVG. 

3. Dafür wird X._____ mit einer Geldstrafe von 25 Tagessätzen zu je CHF 
110.00 bestraft. 

Der Vollzug der bedingten Geldstrafe wird unter Ansetzung einer Probezeit 
von zwei Jahren aufgeschoben. 

4. X._____ wird zur Zahlung einer Busse von CHF 550.00 verpflichtet. Die 
Ersatzfreiheitsstrafe für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung der Bus-
se wird auf drei Tage festgelegt. 

5. Die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens, bestehend aus:

Untersuchungsgebühr der Staatsanwaltschaft CHF 2'150.00

Barauslagen der Staatsanwaltschaft CHF    130.00

Gerichtsgebühr Bezirksgericht Maloja CHF 3'000.00

Total CHF 5'280.00

werden X._____ auferlegt. 

6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden auf CHF 5'000.00 festgesetzt 
und gehen zu 4/5, total somit CHF 4'000.00, zu Lasten von X._____ und zu 
1/5, total somit CHF 1'000.00, zu Lasten des Kantons Graubünden. 

Der Kanton Graubünden hat X._____ für das Berufungsverfahren eine aus-
sergerichtliche Entschädigung von CHF 1'850.15 (inkl. Barauslagen und 
MwSt.) zu bezahlen. 

7. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 ff. BGG Beschwerde in 
Strafsachen an das Bundesgericht geführt werden. Die Beschwerde ist dem 
Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, schriftlich innert 30 

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Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 78 ff. und 90 ff. 
BGG.

8. Mitteilung an: