# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** d3778623-accc-57f1-a6ad-bbdd6754c6ef
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-15
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 15.12.2023 SST.2023.15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2023-15_2023-12-15.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

SST.2023.15 
(ST.2021.131; StA.2020.1635) 

 

 

Urteil vom 15. Dezember 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier  

Oberrichterin Vasvary  

Gerichtsschreiberin Albert 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Baden, 

Mellingerstrasse 207, 5405 Dättwil AG  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1998, von S._____, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Lukas Müller,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Einfache Körperverletzung, Nötigung, Widerhandlungen gegen das 

Strassenverkehrsgesetz usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Am 29. Juni 2021 erhob die Staatsanwaltschaft Baden Anklage gegen den 

Beschuldigten wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung (teilweise mit 

einem gefährlichen Gegenstand), Fahrens in fahrunfähigem Zustand 

infolge qualifizierter Alkoholkonzentration, mehrfacher grober Verletzung 

der Verkehrsregeln, Nötigung, Drohung, Beschimpfung, Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz, Tätlichkeiten sowie Übertretung des Strassen-

verkehrsgesetzes durch Hinauswerfen von Gegenständen aus dem 

Fahrzeug. Sie beantragte, der Beschuldigte sei dafür zu einer bedingten 

Freiheitsstrafe von 8 Monaten sowie einer bedingten Geldstrafe von 120 

Tagessätzen unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren sowie einer 

Busse von Fr. 3'000.00 zu verurteilen. Zudem sei das beschlagnahmte 

Wurfmesser einzuziehen und zu vernichten.  

 

1.2. 

Mit Urteil vom 27. April 2022 erkannte das Bezirksgericht Baden wie folgt: 

 

1. 
Der Beschuldigte A._____ wird freigesprochen von den Vorwürfen 
 
- des Fahrens in fahrunfähigem Zustand (qualifizierte Atemalkoholkonzentration) i.S.v. 

Art. 91 Abs. 2 lit. a SVG (Anklageziffer 2), 
- der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch unbegründetes brüskes Bremsen 

i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG (Anklageziffer 3.1), 
- der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch mehrfaches Nichtbeachten der 

Sperrfläche i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG (Anklageziffer 3.2 teilweise, betreffend die 
Sperrfläche bei der Autobahnausfahrt Baden/Neuenhof), 

- der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeachten eines Lichtsignals 
i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG (Anklageziffer 3.3), 

- der Tätlichkeiten i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB (teilweise, betreffend Anklageziffer 8.2) 
und 

- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz i.S.v. Art. 33 Abs. 1 lit. a WG 
(Anklageziffer 7, teilweise betreffend den Erwerb). 

 
2. 
Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 
 
- der mehrfachen einfachen Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 StGB, teilweise i.V.m. 

Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB (Anklageziffern 1.1 und 1.2), 
- der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln i.S.v. Art. 90 Abs. 2 SVG 

(Anklageziffer 3.2 teilweise, betreffend die Sperrfläche bei der Autobahneinfahrt 
Baden/Neuenhof und die doppelte Sicherheitslinie bei der Ausfahrt Baden/Neuenhof), 

- der Nötigung i.S.v. Art. 181 StGB (Anklageziffer 4), 
- der versuchten Drohung i.S.v. Art. 180 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

(Anklageziffer 5), 
- der Beschimpfung i.S.v. Art. 177 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 6), 
- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz i.S.v. Art. 33 Abs. 1 lit. a WG 

(Anklageziffer 7 teilweise, betreffend den Besitz), 
- der Tätlichkeit i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 8.1) und 

 - 3 - 

 

 

- der mehrfachen Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes durch Hinauswerfen von 
Gegenständen i.S.v. Art. 103 Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 60 Abs. 6 VRV i.V.m. Art. 96 VRV 
(Anklageziffern 9.1 und 9.2). 

 
3. 
Der Beschuldigte wird hierfür in Anwendung der genannten Gesetzesbestimmungen sowie 
Art. 34 StGB, Art. 40 StGB, Art. 42 Abs. 4 StGB, Art. 47 StGB, Art. 49 Abs. 1 StGB und Art. 
106 StGB 
 
bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 8 Monaten, 
 
180 Tagessätzen Geldstrafe zu Fr. 30.00, d.h. total Fr. 5'400.00, 
 
und einer Busse von Fr. 1'500.00. 
 
Für den Fall, dass die Busse schuldhaft nicht bezahlt wird, ist eine Ersatzfreiheitsstrafe von 
50 Tagen auszusprechen.  
 
4. 
Der ausgestandene Freiheitsentzug von 1 Tag (vorläufige Festnahme vom 23. Februar 
2020, 23:55 Uhr bis 24. Februar 2020, 13:33 Uhr) wird dem Beschuldigten gemäss Art. 51 
StGB auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
5. 
Der Vollzug der ausgefällten Freiheitsstrafe und der ausgefällten Geldstrafe werden 
gestützt auf Art. 42 StGB aufgeschoben. Die Probezeit wird gemäss Art. 44 Abs. 1 StGB 
je auf 2 Jahre festgesetzt. 
 
6. 
Das beschlagnahmte Wurfmesser wird gestützt auf Art. 69 StGB eingezogen und 
vernichtet. 
 
7. 
Die Zivilansprüche der Zivil- und Strafkläger 1 und 2 (B._____ bzw. C._____) werden 
mangels Bezifferung auf den Zivilweg verwiesen. 
 
8. 
8.1. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
der Gerichtsgebühr Fr. 6'000.00 
der Anklagegebühr Fr. 1'050.00 
den Kosten für die amtliche Verteidigung Fr.  10'818.35 
den Beweiskosten des Gerichts Fr.  225.90 
den Kosten für die Polizeirapporte Fr. 86.00 
den Postspesen Fr.  395.80 
Total Fr.  18'576.05 
 
 
 
8.2 
Dem Beschuldigten werden die Gebühren gemäss Ziff. 0 lit. a) und b) sowie die Kosten 
gemäss Ziff. 0 lit. d) – f) im Umfang von zwei Dritteln, d.h. ein Betrag von Fr. 5'171.80 
auferlegt. 
 
Im Übrigen gehen die Kosten zu Lasten des Staates. 
 

 - 4 - 

 

 

9. 
Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten, MLaw Lukas Müller, Rechtsanwalt, Baden, 
wird eine Entschädigung von Fr. 10'818.35 (inkl. 7.7 % MwSt. von Fr. 773.45) zu Lasten 
der Staatskasse zugesprochen (Kosten gemäss Ziff. 0 lit. c.). Es wird davon Vormerk 
genommen, dass die Gerichtskasse Baden die Auszahlung bereits vorgenommen hat. 
 
Die Entschädigung wird einstweilen auf der Gerichtskasse Baden vorgemerkt. Der Betrag 
von Fr. 7'212.25 (entsprechend zwei Dritteln der Entschädigung) wird vom Beschuldigten 
zurückgefordert, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen (Art. 135 Abs. 4 
i.V.m. Art. 426 Abs. 1 StPO). 
 

2. 

2.1. 

Mit Berufungserklärung vom 11. Januar 2023 beantragte die Staats-

anwaltschaft, der Beschuldigte sei auch für die Vorwürfe des Fahrens in 

fahrunfähigem Zustand, der groben Verkehrsregelverletzung durch 

unbegründetes brüskes Bremsen sowie durch mehrfaches Nichtbeachten 

der Sperrfläche und durch Nichtbeachten eines Lichtsignals schuldig zu 

sprechen.  

 

2.2. 

Der Beschuldigte liess am 23. Januar 2023 die Berufung erklären und 

beantragte, er sei – mit Ausnahme der Schuldsprüche wegen 

Beschimpfung sowie mehrfacher Übertretung des Strassenverkehrs-

gesetzes durch Hinauswerfen von Gegenständen – von sämtlichen 

Anklagepunkten freizusprechen. Für die anerkannten Schuldsprüche sei er 

mit einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à Fr. 10.00 unter 

Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren sowie einer Busse von Fr. 400.00 

zu bestrafen, wobei ihm der ausgestandene Freiheitsentzug von einem Tag 

auf die Strafe anzurechnen sei. 

 

2.3. 

Mit Eingabe vom 13. Februar 2023 zog die Staatsanwaltschaft ihre 

Berufung zurück und hat auch keine Anschlussberufung erhoben. 

 

2.4. 

Am 3. April 2023 reichte der Beschuldigte vorgängig zur Berufungs-

verhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein.  

 

2.5. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 6. April 2023 beantragte die 

Staatsanwaltschaft die Abweisung der Berufung des Beschuldigten.  

 

2.6. 

Die Berufungsverhandlung fand am 15. Dezember 2023 statt. 

 

 

 - 5 - 

 

 

   

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Die Berufung des Beschuldigten richtet sich gegen die vorinstanzlichen 

Schuldsprüche wegen mehrfacher einfacher Körperverletzung (Anklage-

ziffern 1.1 und 1.2), mehrfacher grober Verkehrsregelverletzung durch 

mehrfaches Nichtbeachten der Sperrfläche (Anklageziffer 3.2), Nötigung 

(Anklageziffer 4), versuchter Drohung (Anklageziffer 5), Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz (Anklageziffer 7) sowie wegen einer Tätlichkeit 

(Anklageziffer 8.1) und damit einhergehend gegen die vorinstanzliche 

Strafzumessung und die Kostenverlegung. 

 

In den übrigen Punkten, insbesondere hinsichtlich der vorinstanzlich 

ergangenen Freisprüche wegen verschiedener weiterer Strassenverkehrs-

delikte, Tätlichkeit sowie teilweise wegen Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz, der Schuldsprüche wegen Beschimpfung und mehrfacher 

Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes durch Hinauswerfen von 

Gegenständen, hinsichtlich der Einziehung eines beschlagnahmten 

Wurfmessers sowie der Verweisung der Zivilansprüche von B._____ und 

C._____ auf den Zivilweg blieb das vorinstanzliche Urteil – nachdem die 

Staatsanwaltschaft ihre Berufung zurückgezogen hat – unangefochten und 

ist daher nicht weiter zu überprüfen (vgl. Art. 404 Abs. 1 StPO).  

 

2. Vorfall vom 20. September 2019 

2.1. 

Dem Beschuldigten wird in Anklageziffer 1.1 im Wesentlichen vorgeworfen, 

B._____ am 20. September 2019 beim Schulareal in Q._____ anlässlich 

einer verbalen Auseinandersetzung eine Ohrfeige verpasst zu haben, 

woraufhin dieser über die unmittelbar daneben befindliche Treppe gestürzt 

und sich eine Jochbeinfraktur sowie einen Bluterguss am rechten Auge 

zugezogen habe. Die Vorinstanz erachtete diesen Sachverhalt gestützt auf 

die Aussagen des Beschuldigten sowie die vorliegenden Arztberichte als 

erstellt und sprach den Beschuldigten dafür der einfachen 

Körperverletzung i.S.v. Art. 123 Ziff. 1 StGB schuldig (vgl. vorinstanzliches 

Urteil E. 4). 

 

2.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt, dass es am 20. September 2019 

zwischen dem Beschuldigten und B._____ zu einer Auseinandersetzung 

gekommen ist. Der Beschuldigte bestreitet sodann nicht, B._____ eine 

Ohrfeige verpasst zu haben, woraufhin dieser das Gleichgewicht verloren 

habe, über die Treppe gestützt sei und sich eine Jochbeinfraktur sowie 

einen Bluterguss unter dem rechten Auge zugezogen habe (vgl. 

Berufungsbegründung Rz. 4; GA act. 62 ff.). 

 

 - 6 - 

 

 

Der Beschuldigte beantragt, er sei vom Vorwurf der einfachen 

Körperverletzung freizusprechen. Er anerkannt den objektiven Tatbestand 

von Art. 123 Ziff. 1 StGB, bestreitet jedoch einerseits, die Verletzungen von 

B._____ (eventual-)vorsätzlich verursacht zu haben (vgl. 

Berufungsbegründung Rz. 9). Andererseits seien seine Handlungen durch 

Notwehr gemäss Art. 15 StGB gerechtfertigt bzw. habe B._____ durch sein 

Verhalten in die entsprechenden Verletzungen eingewilligt (vgl. 

Berufungsbegründung Rz. 2 ff.).  

 

2.3. 

2.3.1. 

Bestimmt es das Gesetz nicht ausdrücklich anders, so ist nur strafbar, wer 

ein Verbrechen oder Vergehen vorsätzlich begeht. Vorsätzlich begeht ein 

Verbrechen oder Vergehen, wer die Tat mit Wissen und Willen ausführt. 

Vorsätzlich handelt bereits, wer die Verwirklichung der Tat für möglich hält 

und in Kauf nimmt (Art. 12 Abs. 1 und 2 StGB). 

 

Nach ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung liegt Eventualvorsatz 

vor, wenn der Täter den Eintritt des Erfolgs bzw. die Verwirklichung des 

Tatbestands für möglich hält, aber dennoch handelt, weil er den Erfolg für 

den Fall seines Eintritts in Kauf nimmt, sich mit ihm abfindet, mag er ihm 

auch unerwünscht sein. Nicht erforderlich ist, dass der Täter den Erfolg 

«billigt». Ob der Täter die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen 

hat, muss das Gericht – bei Fehlen eines Geständnisses der beschuldigten 

Person – aufgrund der Umstände entscheiden. Dazu gehören die Grösse 

des dem Täter bekannten Risikos der Tatbestandsverwirklichung, die 

Schwere der Sorgfaltspflichtverletzung, die Beweggründe des Täters und 

die Art der Tathandlung. Je grösser die Wahrscheinlichkeit der 

Tatbestandsverwirklichung ist und je schwerer die Sorgfaltspflicht-

verletzung wiegt, desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe 

die Tatbestandsverwirklichung in Kauf genommen. Das Gericht darf vom 

Wissen des Täters auf den Willen schliessen, wenn sich dem Täter der 

Eintritt des Erfolgs als so wahrscheinlich aufdrängte, dass die Bereitschaft, 

ihn als Folge hinzunehmen, vernünftigerweise nur als Inkaufnahme des 

Erfolgs ausgelegt werden kann (BGE 137 IV 1 E. 4.2.3 mit Hinweisen).  

 

2.3.2. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, d.h. solche, die sich nach einer objektiven 

Sachlage aufdrängen, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss abstrakte und 

theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich 

sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Der Grundsatz 

«in dubio pro reo» ist erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des 

 - 7 - 

 

 

urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet 

worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante 

Zweifel bestehen, wobei nur das Übergehen offensichtlich erheblicher 

Zweifel eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo» zu begründen 

vermag (BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 

2.3.3. 

Bei der Beurteilung des subjektiven Tatbestands ist zunächst von den 

Aussagen des Beschuldigten auszugehen. Er ist zwar grundsätzlich 

geständig, was die fragliche Ohrfeige betrifft, hält sich aber hinsichtlich der 

damit verfolgten Motive bedeckt. Anlässlich der Berufungsverhandlung 

führte er dazu aus, er habe mit der Ohrfeige erreichen wollen, dass B._____ 

aufhöre, herumzuschreien (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung S. 5, 

zum Ablauf siehe auch unten). Es scheint damit naheliegend, dass er 

B._____ einen Denkzettel verpassen wollte. Darauf deutet zumindest die 

Aussage anlässlich seiner polizeilichen Befragung hin, wonach B._____ für 

ihn «ein kleiner Wurm» sei (UA act. 93). Nichtsdestotrotz lässt sich 

vorliegend nicht erstellen, dass der Beschuldigte die bei B._____ 

festgestellten Verletzungen im Sinne eines direkten Vorsatzes angestrebt 

oder als notwendige Nebenfolge seiner Ohrfeigen einkalkuliert hätte. 

 

Auf der Wissensseite ist zu berücksichtigen, dass der Kopf auch für 

medizinische Laien erkennbar eine besonders sensible Körperpartie 

darstellt. Entsprechend vielfältig und weitreichend können die Folgen von 

Schlägen auf den Kopf sein. Zwar ist bei einer klassischen, mit der flachen 

Hand ausgeübten Ohrfeige üblicherweise nicht davon auszugehen, dass 

daraus mehr als eine kurzfristige Beeinträchtigung des Wohlbefindens 

einhergeht, weshalb es oftmals bei einer Tätlichkeit sein Bewenden hat 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_514/2019 vom 8. August 2019 E. 3.1). 

Angesichts der Wucht, mit welcher der Beschuldigte die Ohrfeige 

ausgeführt hat – B._____ verlor dadurch das Gleichgewicht – sowie der 

Tatsache, dass die beiden sich unmittelbar neben einer Treppe befanden, 

war für den Beschuldigten unter den konkreten Umständen das Risiko 

eines Sturzes und damit einer über eine blosse Tätlichkeit hinausgehenden 

körperlichen Schädigung nicht bloss voraussehbar, sondern quasi 

unausweichlich. Entsprechend ist auch irrelevant, ob die festgestellten 

Verletzungen primär als Folge der Ohrfeige selbst oder des dadurch 

verursachten Sturzes anzusehen sind.  

 

Je höher indessen die Wahrscheinlichkeit der Tatbestandverwirklichung, 

desto näher liegt die Schlussfolgerung, der Täter habe den Taterfolg in 

Kauf genommen (BGE 133 IV 9 E. 4). Vor diesem Hintergrund konnte der 

Beschuldigte bei vernünftiger Betrachtung nicht mehr auf das Ausbleiben 

des Verletzungserfolges vertrauen, auch wenn er diesen zumindest nicht 

direkt angestrebt hat, sondern vielmehr gleichgültig gesinnt war. Im 

Ergebnis hat der Beschuldigte daher die Möglichkeit einer Jochbeinfraktur 

 - 8 - 

 

 

sowie eines Blutergusses, wie ihn B._____ erlitten hat, erkannt und in Kauf 

genommen, weshalb mit der Vorinstanz von einer eventualvorsätzlichen 

Tatbegehung auszugehen ist.  

 

2.4. 

2.4.1. 

Gemäss Art. 15 StGB ist jemand, der ohne Recht angegriffen oder 

unmittelbar mit einem Angriff bedroht wird, berechtigt, den Angriff in einer 

den Umständen angemessenen Weise abzuwehren. Überschreitet der 

Abwehrende die Grenzen der Notwehr, mildert das Gericht die Strafe (Art. 

16 Abs. 1 StGB). Überschreitet der Abwehrende die Grenzen der Notwehr 

in entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff, so handelt 

er nicht schuldhaft (Art. 16 Abs. 2 StGB).  

 

2.4.2. 

Der Beschuldigte bringt vor, von B._____ zuerst tätlich angegriffen worden 

zu sein und sich durch die Ohrfeige lediglich verteidigt zu haben (vgl. 

Berufungsbegründung Rz. 2 ff).  

 

Die Frage, wer mit der tätlichen Auseinandersetzung begonnen hat, kann 

vorliegend letztlich offen bleiben. Denn entgegen den Ausführungen des 

Beschuldigten war ein einseitiger rechtswidriger Angriff von B._____ nicht 

(mehr) im Gange, als er Letzterem eine Ohrfeige verpasste.  

 

Der Beschuldigte führte anlässlich seiner polizeilichen Einvernahme sowie 

an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung übereinstimmend aus, dass er 

mit seinem Cousin Fussball gespielt habe, als B._____ und dessen Kollege 

G._____ auf ihn zugekommen seien und Geld für angeblich entwendete 

Drogen von ihm verlangt hätten. Er habe bestritten, mit den Drogen etwas 

zu tun zu haben und habe sie mehrmals zum Gehen aufgefordert. 

Daraufhin sei G._____ sehr nahe an ihn herangetreten, quasi «Kopf an 

Kopf». Als G._____ sich daraufhin wieder von ihm distanziert habe, sei 

B._____ von der Seite auf ihn (den Beschuldigten) losgegangen und habe 

ihn gepackt. Dann habe B._____ plötzlich losgelassen, sei die 

Treppenstufen hinuntergegangen und habe ihn angeschrien, er solle 

hinunterkommen. Nach mehrmaliger Aufforderung, sich zu entfernen, sei 

der Beschuldigte schliesslich die Treppe hinunter zu B._____ gegangen 

und als dieser Kopf an Kopf zu an ihn herangetreten sei, genau wie 

G._____ zuvor, habe er ihm eine Ohrfeige verpasst, woraufhin B._____ 

gestürzt und auf sein Gesicht gefallen sei (vgl. UA act. 93; GA act. 63 f.). 

 

Unabhängig davon, wer die verbale Auseinandersetzung initiiert hat und 

welcher der Beteiligten zuerst handgreiflich geworden ist, geht aus den 

Ausführungen des Beschuldigten eindeutig hervor, dass B._____ sich vor 

der Ohrfeige vom Beschuldigten distanziert hatte. Er sei die Treppe 

hinuntergegangen und habe ihn quasi «zum Kampf aufgefordert» (vgl. 

 - 9 - 

 

 

Berufungsbegründung Rz. 8). Selbst wenn B._____ den Beschuldigten 

also zuvor gepackt haben sollte, war der tätliche Angriff damit beendet, 

zumal der Beschuldigte dadurch weder eine neue noch die Vergrösserung 

einer bestehenden, jedoch hier nicht aktenkundigen Verletzung zu 

erwarten hatte (vgl. BGE 102 IV 1 E. 2). 

 

Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass B._____ den 

Beschuldigten daraufhin anschrie und ihn aufforderte, die Treppe hinunter 

zu kommen. Darin liegt kein rechtswidriger Angriff, der einer Abwehr 

bedurft hätte (vgl. dazu bereits die Vorinstanz in E. 4.4.4.2). Zudem wäre 

es dem Beschuldigten entgegen seinem Dafürhalten zu diesem Zeitpunkt 

ohne Weiteres möglich sowie zumutbar gewesen, auszuweichen bzw. 

wegzugehen und die Auseinandersetzung damit zu beenden. Und selbst 

wenn man von einer Ehrverletzung ausgehen würde, wäre die vom 

Beschuldigten darauffolgende, derart heftige Ohrfeige, dass sie B._____ 

aus dem Gleichgewicht brachte, jedenfalls nicht mehr als eine den 

Umständen angemessene Reaktion anzusehen, weshalb auch unter dem 

Gesichtspunkt der Verhältnismässigkeit keine rechtfertigende Notwehr-

handlung vorliegt.  

 

2.5. 

Zusammengefasst ist für das Obergericht zweifelsfrei erstellt, dass der 

Beschuldigte B._____ nicht geohrfeigt hat, um einen sich in Gange 

befindlichen Angriff abzuwehren oder er sich (subjektiv) in einer 

ausweglosen Situation wähnte. Vielmehr ist davon auszugehen, dass er 

auf B._____ wütend war und sich letztlich als der Stärkere beweisen wollte. 

Damit lag weder eine Notwehrsituation im Sinne der rechtfertigenden 

Notwehr gemäss Art. 15 StGB noch eine entschuldbare Notwehr oder ein 

diesbezüglicher Exzess gemäss Art. 16 StGB vor.  

 

Im Ergebnis erweist sich die Berufung des Beschuldigten als unbegründet. 

Mangels Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründen hat er sich 

aufgrund des Tatvorhalts in Anklageziffer 1.1 der einfachen Körper-

verletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 Abs. 2 StGB schuldig gemacht. 

 

3. Vorfall vom 23. Februar 2020 

3.1. 

Dem Beschuldigten wird sodann in den Anklageziffer 1.2 und 8.1 

vorgeworfen, er habe C._____ anlässlich der Fasnacht in Q._____ am 

23. Februar 2020 im Rahmen einer zunächst verbalen, dann tätlichen 

Auseinandersetzung eine Ohrfeige verpasst und ihm eine Smirnoff-Flasche 

auf den Kopf geschlagen, woraufhin dieser eine Rissquetschwunde am 

Hinterkopf, an der rechten Augenbraue, am rechten Ohrläppchen sowie ein 

Hämatom am rechten Auge erlitten habe. Die Vorinstanz erachtete den 

entsprechenden Sachverhalt als erstellt und sprach den Beschuldigten 

wegen der Ohrfeige der Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB sowie 

 - 10 - 

 

 

wegen des Schlages mit der Flasche der qualifizierten einfachen 

Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig (vgl. 

vorinstanzliches Urteil E. II.5).  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung einen Freispruch sowohl vom 

Schuldspruch wegen Tätlichkeit als auch von jenem wegen qualifizierter 

einfacher Körperverletzung. Er anerkennt zwar, C._____ im Rahmen der 

fraglichen Auseinandersetzung geohrfeigt und ihm eine Glasflasche auf 

den Kopf geschlagen zu haben, wodurch dieser die in der Anklage 

umschriebenen Verletzungsfolgen davongetragen habe. Dass er damit den 

objektiven und subjektiven Tatbestand von Art. 126 Abs. 1 StGB sowie von 

Art. 123 Ziff. 2 StGB erfüllt hat, ist im Berufungsverfahren ebenfalls 

unbestritten geblieben. Er macht indessen geltend, die Vorinstanz habe zu 

Unrecht sowohl mit Bezug auf die Ohrfeige als auch den Schlag mit der 

Flasche eine rechtfertigende Notwehr im Sinne von Art. 15 StGB verneint 

(vgl. Berufungsbegründung Rz. 11 ff. und 30 ff.). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Hinsichtlich der rechtlichen Voraussetzungen für rechtfertigende Notwehr 

kann auf die Ausführungen in Ziff. 2.4.1 hiervor verwiesen werden. Diese 

sind mit der Vorinstanz auch für das Obergericht weder mit Bezug auf die 

Ohrfeige noch hinsichtlich des Schlages mit der Flasche erfüllt: 

 

3.2.2. 

In Bezug auf die Ohrfeige ist entgegen den Vorbringen des Beschuldigten 

nicht davon auszugehen, dass er sich in der fraglichen Situation tatsächlich 

von C._____ bedroht gefühlt hat. Einerseits war der Beschuldigte mit einer 

Körpergrösse von 1.85 Meter dem 1.72 Meter grossen und mit 

59 Kilogramm eher schmächtig gebauten C._____ körperlich deutlich 

überlegen (vgl. UA act. 118; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 6). 

Andererseits sagte er am Tag nach dem Vorfall bei der Polizei aus, bei der 

Ohrfeige habe es sich um eine «Respektschelle» gehandelt (UA act. 132). 

Gestützt auf diese Aussage diente die Ohrfeige eindeutig nicht der Abwehr 

eines Angriffs, sondern vielmehr dazu, C._____ – mochte sich dieser auch 

tatsächlich ungebührlich verhalten haben – in die Schranken zu weisen. 

Entsprechend fehlte es dem Beschuldigten mit Bezug auf die Ohrfeige 

bereits am Abwehrwillen, weshalb es sich nicht um Notwehr handeln kann. 

 

3.2.3. 

In Bezug auf den Schlag mit der Flasche ist mit der Vorinstanz davon 

auszugehen, dass im Zeitpunkt, als der Beschuldigte zum Schlag ausholte, 

bereits keine Notwehrlage mehr gegeben war.  

 

Die Aussagen des Beschuldigten als auch der übrigen befragten Beteiligten 

(C._____ und dessen Freunde H._____ und I._____ sowie der Freunde 

 - 11 - 

 

 

des Beschuldigten J._____ und K._____) stimmen insoweit überein, als 

dass der Beschuldigte und C._____ erneut aufeinander losgegangen 

seien, nachdem sie bereits einmal voneinander getrennt worden seien. Es 

sei zu einem gegenseitigen Schlagabtausch gekommen und man habe die 

beiden wiederum zu trennen versucht (UA act. 57 und 123; GA act. 68, 71; 

77, 80). Während jedoch der Beschuldigte, J._____, K._____ aber auch 

C._____ ausführen, der Schlag mit der Flasche sei unmittelbar nach dem 

zweiten Handgemenge bzw. im Zuge der Trennung der beiden erfolgt, führt 

einzig H._____ aus, der Beschuldigte sei C._____ 15-20 Meter mit der 

Flasche hinterhergerannt. Diese Unstimmigkeit ist jedoch insofern nicht von 

Relevanz, als dass auch nach der Version des Beschuldigten im Zeitpunkt, 

als er zum Schlag mit der Flasche ausholte, bereits keine Notwehrlage 

mehr gegeben war: Sämtliche Beteiligten führen übereinstimmend aus, 

dass die herumstehenden Menschen die Streitenden umringt und getrennt 

hätten, nachdem sie erneut aufeinander losgegangen seien. Selbst wenn 

dieses zweite Handgemenge tatsächlich von C._____ initiiert worden wäre, 

war der Angriff im Zeitpunkt, als der Beschuldigte wieder auf die Füsse kam 

und die Flasche ergriff, bereits wieder beendet und Notwehr somit nicht 

mehr möglich.  

 

Darüber hinaus fehlte es dem Beschuldigten am Abwehrwillen, weshalb 

auch keine Putativnotwehr oder ein entschuldbarer Notwehrexzess nach 

Art. 16 Abs. 2 StGB angenommen werden kann: Zwar führte er aus, dass 

er aufgrund der herumstehenden Menschen in Panik geraten sei und die 

Flasche aus Angst ergriffen habe (UA act. 133; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 7). Indessen richtete sich sein Schlag gegen 

C._____ und nicht gegen eine der übrigen Personen, von denen sich der 

Beschuldigte angeblich bedroht fühlte. Letzteres erscheint indessen 

zweifelhaft, wenn man bedenkt, dass es kaum zu Körperkontakt mit dem 

Beschuldigten gekommen ist und mehr oder minder dieselben Personen 

bereits beim ersten Handgemenge schlichtend eingegriffen haben (UA 

act. 81). Eine Situation mit wechselseitigen Auseinandersetzungen 

zwischen mehreren Personen, wie es etwa bei einem Angriff oder 

Raufhandel der Fall ist, lag deshalb gerade nicht vor.  

 

Schliesslich bleibt mit der Vorinstanz zu ergänzen, dass ein Schlag mit 

einer Glasflasche im Übrigen selbst dann nicht verhältnismässig wäre, 

wenn der Beschuldigte zuvor von C._____ attackiert und mit Fäusten 

geschlagen worden wäre, zumal Letzterer unbewaffnet und dem 

Beschuldigten körperlich eindeutig unterlegen war. Der Einsatz eines 

notorischerweise gefährlichen Gegenstands wie einer Flasche und dessen 

Schlag gegen den Kopf liegt weit ausserhalb dessen, was in einer Situation 

wie der vorliegenden angemessen gewesen wäre (Urteil des 

Bundesgerichts 6B_873/2018 vom 15. Februar 2019 E. 1.3.2). Eine 

rechtfertigende Notwehr scheidet nicht zuletzt deshalb aus. 

 

 - 12 - 

 

 

3.3. 

Gestützt auf das Vorstehende kann sich der Beschuldigte weder in Bezug 

auf die Ohrfeige noch hinsichtlich des Schlags mit der Flasche auf 

rechtfertigende Notwehr oder einen entschuldbaren Notwehrexzess 

berufen. Die Berufung erweist sich daher als unbegründet und der 

Beschuldigte ist der einfachen Körperverletzung mit einem gefährlichen 

Gegenstand gemäss Art. 123 Ziff. 2 StGB sowie der Tätlichkeit gemäss 

Art. 126 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 

4. Vorfall vom 3. Mai 2020 

4.1. 

Die Vorinstanz hat es gestützt auf Anklageziffer 3.2. und 4 als erstellt 

erachtet, dass der Beschuldigte und sein Beifahrer L._____ in der Nacht 

des 3. Mai 2015 um ca. 01.55 Uhr mit dem Personenwagen Mercedes-

Benz, Kennzeichen AG aaa auf der A1 in Richtung Bern unterwegs 

gewesen sind, als der Beschuldigte vor den bereits in der Autobahnausfahrt 

Neuenhof fahrenden N._____ gefahren und diesen zu einem Spurwechsel 

veranlasst habe. Nach mehrfachem Hin- und Herwechseln zwischen dem 

Normalstreifen und der Ausfahrt habe N._____ die Autobahn schliesslich 

im letzten Moment über die Sperrfläche verlassen. Da der Beschuldigte 

nicht mehr in die Ausfahrt habe einbiegen können, habe er die Autobahn 

bei der Einfahrt Neuenhof über die Sperrfläche verlassen und sei über den 

Beschleunigungsstreifen auf die Zürcherstrasse gefahren, wo er N._____ 

wieder eingeholt und schliesslich vor der Bushaltestelle Klosterrüti neben 

dem Hotel Ibis rechts abgedrängt habe, um ihn zum Anhalten zu 

veranlassen. Als beide Fahrzeuge zum Stillstand gekommen seien, habe 

er das Fenster heruntergelassen und eine Parfumflasche nach N._____ 

geworfen. Als dieser wieder losgefahren sei, sei der Beschuldigte ihm 

weiter gefolgt, bis er schliesslich von der Polizei in Wettingen angehalten 

worden sei (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 7.7.5).  

 

Gestützt darauf sprach die Vorinstanz den Beschuldigten der mehrfachen 

groben Verkehrsregelverletzung gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG, der 

Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes gemäss Art. 103 Abs. 1 SVG 

i.V.m. Art. 60 Abs. 6 VRV i.V.m. Art. 96 VRV sowie der Nötigung gemäss 

Art. 181 StGB schuldig (vgl. vorinstanzliches Urteil E. 7.8.6).  

 

Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch vom Vorwurf der groben 

Verkehrsregelverletzung sowie der Nötigung und begründet diesen im 

Wesentlichen damit, dass der eingeklagte Sachverhalt gestützt auf die 

Aussagen von N._____ nicht erstellt sei. Darüber hinaus seien dessen 

Aussagen aufgrund einer Verletzung des Konfrontationsanspruchs 

ohnehin nicht verwertbar (vgl. Berufungsbegründung Rz. 17 ff.).  

 

 - 13 - 

 

 

4.2. 

In tatsächlicher Hinsicht ist gestützt auf die Aussagen des Beschuldigten 

sowie seines als Zeugen befragten Beifahrers L._____ erstellt sowie 

unbestritten, dass die beiden in der Nacht des 3. Mai 2020 auf der A1 in 

Fahrtrichtung Bern unterwegs waren, als ein anderes Fahrzeug auf Höhe 

der Autobahnausfahrt Neuenhof die Lichthupe betätigt hat (UA act. 278; 

GA act. 97). Nachdem beide Fahrzeuge teilweise nebeneinander 

hergefahren sind und mehrmals die Spur gewechselt haben, hat N._____ 

die Autobahn über die Sperrfläche vor der Ausfahrt Neuenhof verlassen, 

während der Beschuldigte über die Einfahrt auf die Zürcherstrasse 

gelangte und N._____ vor dem Hotel Ibis wieder einholte, wo beide 

Fahrzeuge zum Stillstand gekommen sind und der Beschuldigte über 

seinen Beifahrer hinweg eine Parfumflasche in die Richtung von N._____ 

geworfen hat. Anschliessend sind beide Fahrzeuge weitergefahren und der 

Beschuldigte konnte durch die von N._____ zwischenzeitlich via Notruf 

alarmierte Polizei in Wettingen auf einem Parkplatz angetroffen werden 

(vgl. GA act. 97; UA act. 278). 

 

Umstritten und zu prüfen ist indessen einerseits, ob der Beschuldigte 

N._____ auf der A1 zum Spurwechsel und zum Überfahren der Sperrfläche 

vor der Ausfahrt sowie auf der Zürcherstrasse zum Anhalten gedrängt hat 

sowie andererseits, ob der Beschuldigte beim Verlassen der Autobahn eine 

Sperrfläche sowie eine doppelte Sicherheitslinie überfahren hat. 

  

 - 14 - 

 

 

4.3. 

4.3.1. 

4.3.1.1. 

Gestützt auf die nachfolgenden Ausführungen besteht für das Obergericht 

bei vernünftiger Betrachtungsweise kein Zweifel daran, dass der 

Beschuldigte N._____ auf der A1 zum Spurwechsel und zum Überfahren 

der Sperrfläche sowie auf der Zürcherstrasse in Neuenhof auf Höhe der 

Bushaltestelle Klosterrüti zum Anhalten genötigt hat.  

 

4.3.1.2. 

Vorab ist festzuhalten, dass dem Beschuldigten nicht gefolgt werden kann, 

wenn er geltend macht, die durch N._____ gemachten Aussagen anlässlich 

seiner Einvernahme vom 21. Mai 2020 seien aufgrund einer Verletzung des 

Teilnahmerechts des Beschuldigten nicht verwertbar (vgl. 

Berufungsbegründung Rz. 17 ff.). 

 

In getrennt geführten Verfahren kommt den Beschuldigten im jeweils 

anderen Verfahren keine Parteistellung zu. Ein gesetzlicher Anspruch auf 

Teilnahme an den Beweiserhebungen im eigenständigen Untersuchungs- 

und Hauptverfahren der anderen beschuldigten Person besteht folglich 

nicht (Art. 147 Abs. 1 StPO e contrario). Sofern sich die Strafverfolgungs-

behörden auf Aussagen eines Beschuldigten aus einem getrennt geführten 

Verfahren abstützen, ist dem Konfrontationsrecht Rechnung zu tragen. 

Diese können nur verwertet werden, wenn der Beschuldigte wenigstens 

einmal während des Verfahrens angemessene und hinreichende 

Gelegenheit hatte, die ihn belastenden Aussagen in Zweifel zu ziehen und 

Fragen an den Beschuldigten im getrennten Verfahren zu stellen. Der Fall, 

dass in den beiden Verfahren nicht gleiche, aber konnexe Straftaten 

verfolgt werden, fällt ebenfalls darunter (BGE 140 IV 172 E. 1.2.3 f.). 

 

N._____ wurde aufgrund der Geschehnisse am 3. Mai 2020 als 

beschuldigte Person polizeilich einvernommen (UA act. 236 ff.). Folglich 

kam dem Beschuldigten in diesem Verfahren keine Parteistellung und 

somit auch kein Teilnahmerecht zu. Nachdem der Beschuldigte an der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung die Möglichkeit hatte, die ihn 

belastenden Aussagen von N._____ in Zweifel zu ziehen und diesem 

Ergänzungsfragen zu stellen (vgl. GA act. 94 ff.), wurde seinem 

Konfrontationsrecht ausreichend Rechnung getragen.  

 

Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass N._____ im 

Zeitpunkt der Konfrontation die im vorliegenden Verfahren gegen den 

Beschuldigten nicht verwertbaren Videoaufnahmen der Überwachungs-

kamera bei der Autobahneinfahrt und Autobahnausfahrt in Neuenhof 

gesehen hat. Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, handelt es sich 

bei der Einvernahme vom 21. Mai 2020 nicht um einen unzulässigen 

Folgebeweis im Sinne von Art. 141 Abs. 4 StPO (vgl. vorinstanzliches Urteil 

 - 15 - 

 

 

E. II.7.4.2.5). Dem Polizeirapport vom 10. Juni 2020 kann entnommen 

werden, dass N._____ bereits unmittelbar nach der Anhaltung des 

Beschuldigten zu den Vorkommnissen auf der A1 befragt wurde, weil er 

deswegen einen Notruf abgesetzt hatte. Unter diesen Umständen kann 

nicht angenommen werden, dass ihm die Fragen zum Fahrverhalten des 

Beschuldigten auf dem fraglichen Autobahnabschnitt ohne Sichtung des 

fraglichen Videomaterials nicht gestellt worden wären. Die Video-

aufnahmen waren somit keine «conditio sine qua non» für die Befragung 

von N._____ (vgl. BGE 141 IV 20 E. 1.2.4). Zudem wurden N._____ die 

fraglichen Videoaufnahmen erst am Schluss der Einvernahme vom 21. Mai 

2020 gezeigt, nachdem er die Geschehnisse in der fraglichen Nacht in 

freier Erzählung geschildet hatte. Auch unter diesem Aspekt sind seine 

Aussagen – soweit sie nicht die fraglichen Videoaufnahmen betreffen – 

nicht als unzulässiger Folgebeweis anzusehen und deshalb verwertbar 

(vgl. BGE 147 IV 16 E. 7.3 = Pra 2021 Nr. 55).  

 

Zusammenfassend handelt es sich bei den Aussagen von N._____ am 

21. Mai 2020 weder um einen unzulässigen Folgebeweis, noch wurden 

diese in Verletzung des Konfrontationsrechts des Beschuldigten erhoben. 

Letzterem wurde anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

Genüge getan. Die Aussagen von N._____ sind somit verwertbar. 

 

4.3.1.3. 

N._____ hat den fraglichen Geschehensablauf sowohl anlässlich der 

polizeilichen Befragung vom 21. Mai 2020 als auch an der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung konstant sowie widerspruchsfrei wiedergegeben. Ihm 

sei auf dem Nachhauseweg nach Neuenhof über die A1 nach der Einfahrt 

Wettingen ein weisses Auto aufgefallen, das stark schwankend und mit 

reduzierter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei. Er habe daraufhin die 

Lichthupe betätigt, um den Lenker auf seinen Fahrstil aufmerksam zu 

machen. Dieser habe dann stark abgebremst, so dass er selbst (N._____) 

nach rechts habe ausweichen müssen. Weil er in Neuenhof die Autobahn 

habe verlassen müssen, sei er anschliessend auf den Ausfahrstreifen 

gefahren. Der Fahrer des weissen Autos sei dann zunächst wild 

gestikulierend auf dem Normalstreifen neben ihm her und schliesslich vor 

ihm auf den Ausfahrstreifen gefahren. Er selbst sei dann wieder auf die 

Autobahn gefahren, der Beschuldigte vor ihm ebenfalls und schliesslich 

habe er im letzten Moment sein Fahrzeug über die Sperrfläche nach rechts 

gezogen und habe die Autobahn verlassen. Da der Beschuldigte vor ihm 

gefahren sei, habe er nicht mehr reagieren können und die Ausfahrt 

verpasst (UA act. 270; GA act. 96). Nachdem er die Autobahn verlassen 

habe, sei das weisse Fahrzeug ungefähr zehn Meter vor der Bushaltestelle 

Klosterrüti plötzlich wiederaufgetaucht und neben ihm hergefahren. Es 

habe ihn nach rechts abgedrängt, so dass er habe abbremsen und 

anhalten müssen. Er habe das Fenster heruntergelassen und es sei zum 

Wortwechsel gekommen. Der Beschuldigte habe dann etwas gegen sein 

 - 16 - 

 

 

Auto geworfen. Als der Beschuldigte den Anschein gemacht habe, 

aussteigen zu wollen, sei er losgefahren und habe den Notruf gewählt (UA 

act. 270; GA act. 95 ff.).  

 

Entgegen den Vorbringen des Beschuldigten ist der massgebliche 

Geschehensablauf gestützt auf die vorstehenden Aussagen erstellt. Nebst 

der Tatsache, dass die Aussagen von N._____ über beide Befragungen 

hinweg konstant und in sich schlüssig sind, hat sich N._____ durch seine 

Aussagen selbst belastet, indem er zugegeben hat, bei der 

Autobahnausfahrt über die Sperrfläche gefahren zu sein und ein Rotlicht 

missachtet zu haben. Gleichzeitig hat N._____ den Beschuldigten 

verschiedentlich auch explizit entlastet, indem er angab, nicht gesehen zu 

haben, ob der Beschuldigte bereits bei der Autobahnausfahrt nach 

Neuenhof die Sperrfläche befahren oder ob er an der 

Schulhausplatzkreuzung das Rotlicht missachtet habe (GA act. 96 f.). 

Mithin ist kein vernünftiger Grund ersichtlich, weshalb N._____ den ihm im 

Übrigen unbekannten Beschuldigten zu Unrecht belasten sollte.  

 

Im Gegensatz dazu sind die Aussagen des Beschuldigten – soweit er sich 

zum Tatvorwurf überhaupt geäussert und nicht von seinem Schweigerecht 

Gebrauch gemacht hat – teilweise widersprüchlich sowie lückenhaft. 

Während er den zur Anklage erhobenen Sachverhalt an der Schluss-

einvernahme auf Vorhalt weitgehend bestätigte (UA act. 58 ff.), führte er 

anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung aus, N._____ habe ihn 

auf der A1 rechts überholt, sei vor ihn hingefahren und habe ihn 

ausgebremst. Anschliessend sei er rechts neben ihm hergefahren und 

habe das Fenster hinuntergelassen. Danach seien beide auf Höhe des 

Hotels Ibis zum Stillstand gekommen (GA act. 97). Es ist jedoch bei 

vernünftiger Betrachtungsweise schlicht nicht nachvollziehbar, weshalb der 

in Neuenhof wohnhafte, sich auf dem Nachhauseweg befindliche N._____ 

grundlos hätte riskieren sollen, die Ausfahrt zu verpassen, indem er den 

Ausfahrstreifen vor der Ausfahrt Neuenhof wieder verlässt und auf die 

Normalspur wechselt. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die 

Spurwechsel und damit auch das Befahren der Sperrfläche tatsächlich 

dadurch veranlasst waren, dass er sich vom Beschuldigten bedrängt fühlte 

und ihm zu entgehen versuchte. Dafür spricht auch die Tatsache, dass der 

Beschuldige – nachdem er die Ausfahrt verpasst hatte – über die 

Autobahneinfahrt und damit mittels eines waghalsigen Manövers von der 

Autobahn fuhr, um N._____ wieder einzuholen, was im Übrigen auch sein 

Beifahrer L._____ bestätigte und darüber hinaus ausführte, dass der 

Beschuldigte aufgebracht gewesen sei (UA act. 279). Im Übrigen hat der 

Beschuldigte anlässlich der Schlusseinvernahme selbst ausgesagt, er 

habe N._____ zur Rede stellen wollen (UA act. 60). Dadurch ist auch 

erklärbar, weshalb er N._____ vor der Bushaltestelle Klosterrüti nach 

rechts abgedrängt und zum Anhalten veranlasst hat, zumal dieser zu 

 - 17 - 

 

 

diesem Zeitpunkt zur Polizei fahren wollte und von sich aus wohl kaum 

angehalten hätte. 

 

Gestützt auf das Vorstehende vermögen die Vorbringen des Beschuldigten 

die glaubhaften Aussagen von N._____ nicht in Zweifel zu ziehen. Das 

Obergericht erachtet es deshalb als erstellt, dass der Beschuldigte N._____ 

in der Nacht des 3. Mai 2020 auf der A1 bedrängt und ihn vor der 

Bushaltestelle Klosterrüti zum Anhalten veranlasst hat.  

 

4.3.2. 

Hinsichtlich des Vorwurfs, die doppelte Sicherheitslinie sowie die 

Sperrfläche bei der Autobahneinfahrt Neuenhof befahren zu haben, ist 

festzuhalten, dass sowohl der Beschuldigte als auch sein als Zeuge 

befragter Beifahrer L._____ zugegeben haben, dass der Beschuldigte die 

Autobahn über die Einfahrt verlassen habe (vgl. UA act. 58; UA act. 278). 

Wie ausserdem die Vorinstanz zutreffend festgehalten hat, besteht 

aufgrund der zeitlichen Abfolge der Geschehnisse keine andere 

Möglichkeit, wie der Beschuldigte N._____ nur wenige Minuten später 

wieder auf der Zürcherstrasse hätte einholen können, ohne die Sperrfläche 

und die doppelte Sicherheitslinie zu überfahren (vgl. vorinstanzliches Urteil 

E. II.7.7.5.4). Damit ist der angeklagte Sachverhalt auch in dieser Hinsicht 

erstellt. 

 

4.4. 

Der Beschuldigte hat die rechtliche Würdigung für den Fall, dass der 

umstrittene Sachverhalt erstellt sein sollte, weder hinsichtlich der groben 

Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG noch 

hinsichtlich der Nötigung gemäss Art. 181 StGB beanstandet. 

Diesbezüglich ist deshalb auf die zutreffenden Ausführungen der 

Vorinstanz zu verweisen (vgl. vorinstanzliches Urteil E.II 7.8.4 und 

E. II.7.8.6; Art. 82 Abs. 4 StPO).  

 

Im Ergebnis erweist sich die Berufung des Beschuldigten mit Blick auf die 

vorgenannten Schuldsprüche als unbegründet. Er hat sich der mehrfachen 

groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 Abs. 2 SVG sowie 

der Nötigung gemäss Art. 181 StGB schuldig gemacht. 

 

5. 

5.1. 

Die Vorinstanz hat es gestützt auf Anklageziffer 6 als erstellt erachtet, dass 

der Beschuldigte das anlässlich des Vorfalls vom 3. Mai 2020 in seinem 

Fahrzeug von der Polizei sichergestellte Wurfmesser zumindest 

eventualvorsätzlich mit sich geführt habe, ohne über eine entsprechende 

Waffentragbewilligung zu verfügen. Gestützt darauf hat sie ihn der 

vorsätzlichen Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 

 - 18 - 

 

 

Abs. 1 lit. a WG schuldig gesprochen (vgl. vorinstanzliches Urteil 

E. II.7.7.5.6. und E. 7.8.3.).  

 

5.2. 

Wer vorsätzlich ohne Berechtigung Waffen trägt oder besitzt, macht sich 

der Widerhandlung gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a 

WG schuldig. Handelt der Täter fahrlässig, ist die Strafe Geldstrafe (Art. 33 

Abs. 2 WG). Zum Besitz einer Waffe ist berechtigt, wer diese rechtmässig 

erworben hat (Art. 12 WG). Wer eine Waffe an öffentlich zugänglichen 

Orten tragen oder sie transportieren will, benötigt eine Waffentrag-

bewilligung (Art. 27 Abs. 1 Satz 1 WG).  

 

5.3. 

In tatsächlicher Hinsicht ist unbestritten geblieben bzw. aufgrund der in den 

Akten befindlichen Fotoaufnahmen (UA act. 245 f.) erstellt, dass sich in der 

Nacht des 3. Mai 2020 im Fussraum der Beifahrerseite des Fahrzeugs, mit 

dem der Beschuldigte gemeinsam mit L._____ unterwegs war, ein 

Wurfmesser mit einer Klingenlänge von ungefähr 20 cm befunden hat und 

der Beschuldigte über keine Waffentragbewilligung verfügt hat. 

 

5.4. 

Entgegen der Vorinstanz bestehen für das Obergericht nicht unerhebliche 

Zweifel daran, dass es der Beschuldigte war, der das fragliche Messer 

vorsätzlich oder fahrlässig mit sich im Fahrzeug mitgeführt hat.  

 

Das Messer befand sich in einem schwarzen Etui im Fussraum auf der 

Beifahrerseite auf einer ebenfalls schwarzen Fussmatte und war damit 

nicht ohne Weiteres als solches erkennbar (UA act. 245 f.). Das Fahrzeug, 

mit welchem der Beschuldigte unterwegs war, ist sodann auf seine Mutter 

eingelöst (UA act. 238), bei welcher der Beschuldigte derzeit wohnt (UA 

act. 7; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 9). Davon ausgehend, dass 

es sich um das Familienfahrzeug handelt, kann vor diesem Hintergrund 

nicht ausgeschlossen werden, dass das Messer tatsächlich ohne das 

Wissen des Beschuldigten ins Fahrzeug gelangt ist und er es auch nicht 

bemerkt hat. Auch L._____, der Beifahrer des Beschuldigten, gab 

anlässlich seiner Befragung zu Protokoll, das fragliche Messer zuvor noch 

nie gesehen zu haben oder zu wissen, wem es gehört (UA act. 280). 

Anders als der Beschuldigte, der weder sich selbst, noch 

Familienangehörige belasten muss (vgl. Art. 113 Abs. 1 StPO; Art. 168 

Abs. 1 StPO), wurde L._____ als Zeuge unter Hinweis auf die 

Wahrheitspflicht befragt. Und obwohl er eigenen Aussagen zufolge ein 

freundschaftliches oder zumindest kollegiales Verhältnis zum 

Beschuldigten pflegt (vgl. UA act. 280), besteht vorliegend kein Grund, an 

seinen Aussagen zu zweifeln, nicht zuletzt, weil er den Beschuldigten 

hinsichtlich anderer Tatvorwürfe (insbesondere das Verlassen der 

Autobahn über die Einfahrt, vgl. UA act. 278) erheblich belastet hat. 

 - 19 - 

 

 

 

Zusammenfassend lässt sich weder aufgrund der Aussagen der 

Beteiligten, noch aus den Tatumständen zweifelsfrei darauf schliessen, 

dass der Beschuldigte um das im Fahrzeug befindliche Wurfmesser 

wusste. Sodann ist weder ersichtlich, noch sind der Anklage dahingehende 

Umstände zu entnehmen, dass der Beschuldigte zumindest damit hätte 

rechnen müssen, eine verbotene Waffe im Fahrzeug mit sich zu führen, 

oder er sich diesbezüglich einer Sorgfaltspflichtverletzung schuldig 

gemacht hätte. Somit ist er in dubio pro reo vom Vorwurf der 

Widerhandlung gegen das Waffengesetz freizusprechen. Die Berufung des 

Beschuldigten erweist sich in diesem Punkt als begründet.  

 

 

 

6. Vorfall vom 28. Februar 2020 

6.1. 

Die Vorinstanz hat es sodann gestützt auf Anklageziffer 5 als erstellt 

erachtet, dass der Beschuldigte P._____ am 28. Februar 2020 auf einem 

Parkplatz an der Z-Strasse in Q._____ mit den Worten «ich bringe dich um» 

sowie «du hast Glück, dass ich auf Bewährung bin» gedroht und ihn 

aufgefordert habe, mit zu seinem Bruder zu kommen, damit dieser ihm 

dann zeige, was passieren werde (vgl. vorinstanzliches Urteil E. II.6.3.4.2). 

Da P._____ dadurch jedoch nicht in Angst und Schrecken versetzt worden 

sei und es somit am Taterfolg fehle, sprach sie den Beschuldigten der 

versuchten Drohung gemäss Art. 180 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB 

schuldig.  

 

Der Beschuldigte beantragt einen Freispruch mit der Begründung, die 

Vorinstanz habe den zur Anklage erhobenen Sachverhalt gestützt auf die 

Aussagen von P._____ zu Unrecht als erstellt erachtet (vgl. 

Berufungsbegründung Rz. 22 ff.). 

 

6.2. 

Gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB wird auf Antrag bestraft, wer jemanden durch 

schwere Drohung in Schrecken oder Angst versetzt. Erforderlich ist ein 

Verhalten, das geeignet ist, die geschädigte Person in Schrecken oder 

Angst zu versetzen. Dabei ist grundsätzlich ein objektiver Massstab 

anzulegen, wobei in der Regel auf das Empfinden eines vernünftigen 

Menschen mit einigermassen normaler psychischer Belastbarkeit 

abzustellen ist. Zudem ist erforderlich, dass die betroffene Person durch 

das Verhalten des Täters tatsächlich in Schrecken oder Angst versetzt wird. 

Subjektiv muss der Täter im Bewusstsein handeln, dass eine bestimmte 

Drohung geeignet ist, jemanden mindestens möglicherweise in Angst oder 

Schrecken zu versetzen und der Täter muss das wollen bzw. mindestens 

in Kauf nehmen. Ein Wille, die Drohung in die Tat umzusetzen, ist hingegen 

nicht erforderlich. Tritt dieser tatbestandsmässige Erfolg nicht ein, kommt 

 - 20 - 

 

 

nur eine Verurteilung wegen versuchter Drohung in Betracht (BGE 137 IV 

258 E. 2.6; Urteil des Bundesgerichts 6B_196/2018 vom 19. September 

2018 E. 1.1.2). 

 

6.3. 

In tatsächlicher Hinsicht ist erstellt und im Berufungsverfahren unbestritten 

geblieben, dass der Beschuldigte und P._____ am 28. Februar 2020 auf 

den fraglichen Parkplatz in Q._____ gefahren sind, P._____ zum Fahrzeug 

des Beschuldigten herangetreten und es zu einem Wortwechsel 

gekommen ist (vgl. UA act. 217; GA act. 86). Umstritten ist jedoch, ob der 

Beschuldigte P._____ dabei gedroht hat.  

 

6.4. 

P._____ sagte sowohl anlässlich seiner polizeilichen Befragung am 

29. Februar 2020 als auch an der vorinstanzlichen Hauptverhandlung 

konstant aus, der Beschuldigte habe ihm mit den Worten «ich bringe dich 

um» und «du hast Glück, dass ich auf Bewährung bin», gedroht 

(UA act. 209; GA act. 84). Der Beschuldigte bestritt demgegenüber zwar, 

eine explizite Todesdrohung ausgesprochen zu haben, räumte anlässlich 

der vorinstanzlichen Hauptverhandlung sowie der Berufungsverhandlung 

allerdings ein, zu P._____ gesagt zu haben «Hey, du hast Glück, dass ich 

auf Bewährung bin, verpiss dich» (GA act. 86; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8). Da der Beschuldigte P._____ damit implizit 

ein Übel im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Aussicht gestellt hat (vgl. 

nachfolgend), kann dahingestellt bleiben, ob der Beschuldigte zusätzlich 

eine explizite Todesdrohung («ich bringe dich um») ausgesprochen hat. 

 

6.5. 

6.5.1. 

Als Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB gilt das Ankündigen oder 

Inaussichtstellen eines Übels, dessen Eintritt aus Sicht des Opfers als vom 

Willen des Täters abhängig scheint. Dabei muss es sich um etwas 

Nachteiliges, Unangenehmes, Schmerzhaftes oder ähnliches handeln, das 

über blosse Unannehmlichkeiten hinausgeht. Nachdem der Beschuldigte 

P._____ auf der Fahrt zum Parkplatz unbestritten aus dem Fahrzeug 

heraus mit einem Feuerzeug beworfen hat und ihn auf dem Parkplatz zum 

Anhalten veranlasst hat, ist dies mit Bezug auf die Äusserung «Du hast 

Glück, dass ich auf Bewährung bin» zweifellos der Fall. Der Beschuldigte 

brachte damit nicht nur zum Ausdruck, bereits einmal ins Visier der 

Strafbehörden geraten zu sein, sondern offenbarte damit unter den 

konkreten Umständen zweifellos eine gewisse kriminelle Energie 

gegenüber den Rechtsgütern von P._____, sei es gegenüber seiner 

körperlichen Integrität oder seinem Eigentum. Auf die Nachfrage, was er 

denn mit dieser Äusserung bezwecken wollte, führte der Beschuldigte 

anlässlich der Berufungsverhandlung denn auch aus, dass er P._____ 

damit habe Angst machen wollen (vgl. Protokoll der Berufungsverhandlung 

 - 21 - 

 

 

S. 8). Die fragliche Aussage ist im konkreten Kontext zudem geeignet, eine 

besonnene Person in der Situation von P._____ einzuschüchtern, weshalb 

der angedrohte Nachteil hinreichend schwer wiegt (vgl. z.B. Urteil des 

Bundesgerichts 6B_765/2010 vom 28. Februar 2011 E. 1). Dass es sich 

dabei nur um eine Anspielung handelt, ist letztlich irrelevant, da eine 

genaue Umschreibung des angedrohten Übels für die Erfüllung des 

Tatbestands nicht erforderlich ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_196/2018 vom 19. September 2018 E. 2.2).  

 

6.5.2. 

Ob der Beschuldigte P._____ durch seine Äusserungen zumindest 

vorübergehend in Angst und Schrecken versetzt hat, wie es die Vorinstanz 

verneint hat, kann indessen offen bleiben, zumal das Obergericht im 

Berufungsverfahren aufgrund des Verschlechterungsverbots (vgl. Art. 391 

Abs. 2 StPO) ohnehin an den Schuldspruch wegen lediglich versuchter 

Tatbegehung gebunden ist.  

 

6.6. 

In subjektiver Hinsicht handelte der Beschuldigte im Bewusstsein, dass 

seine Drohung unter den gegebenen Umständen zumindest 

möglicherweise dazu geeignet war, P._____ in Angst und Schrecken zu 

versetzen, was seinen Aussagen an der Berufungsverhandlung zufolge 

auch seine Absicht war. Der subjektive Tatbestand von Art. 180 Abs. 1 

StGB ist folglich erfüllt.  

 

6.7. 

Im Ergebnis hat sich der Beschuldigte der versuchten Drohung i.S.v. 

Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig gemacht und seine Berufung ist in diesem 

Punkt abzuweisen.  

 

7. 

7.1. 

Gestützt auf das Vorstehende hat sich der Beschuldigte der qualifizierten 

einfachen Körperverletzung, der einfachen Körperverletzung, der 

Nötigung, der versuchten Drohung, der Tätlichkeit, der Beschimpfung, der 

mehrfachen groben Verkehrsregelverletzung sowie der mehrfachen 

Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes schuldig gemacht und ist dafür 

angemessen zu bestrafen.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung – ausgehend von den 

beantragten Freisprüchen – eine (bedingte) Geldstrafe von 20 Tagessätzen 

à Fr. 10.00 sowie eine Busse von Fr. 400.00, davon Fr. 300.00 als 

Verbindungsbusse (vgl. Berufungsbegründung Rz. 35).  

  

 - 22 - 

 

 

7.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

7.3. 

7.3.1. 

Die Einsatzstrafe ist – infolge Gleichartigkeit der Strafrahmen – für die 

qualifizierte einfache Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 2 StGB als 

konkret schwerste Straftat festzusetzen.  

 

Ausgangspunkt für die Strafzumessung bildet die Verletzung oder 

Gefährdung des geschützten Rechtsguts (Art, 47 Abs. 2 StGB). Art. 123 

StGB schützt die körperliche Integrität. Der Beschuldigte hat C._____ mit 

einer Glasflasche auf den Kopf geschlagen und ihm dadurch eine 

Rissquetschwunde am Kopf, an der rechten Augenbraue, am rechten 

Ohrläppchen sowie ein Hämatom am rechten Auge zugefügt. Sodann hat 

C._____ als Folge des Schlages kurzzeitig das Bewusstsein verloren. Eine 

medizinische Behandlung war – abgesehen von einer Wundversorgung 

und leichten Schmerzmitteln – nicht erforderlich und die Verletzungen sind 

zwischenzeitlich folgenlos abgeheilt (UA act. 118 f.). Obwohl es sich bei 

einer Glasflasche um einen gefährlichen Gegenstand handelt, der 

insbesondere bei einem Schlag gegen den Kopf ohne Weiteres geeignet 

ist, schwerste Verletzungen zu verursachen, haben sich die 

Verletzungsfolgen im konkreten Fall in Grenzen gehalten. Sie sind 

insbesondere nicht darüber hinausgegangen, was nicht auch von einem 

kräftigen Schlag mit der blossen Faust zu erwarten gewesen wäre, zumal 

es weder Schnittverletzungen noch einen starken Blutverlust gab. Der 

Verletzungserfolg ist vor diesem Hintergrund – ohne das Vorgehen des 

Beschuldigten zu bagatellisieren – als gerade noch leicht bis mittelschwer 

einzustufen.  

 

Was das Vorgehen des Beschuldigten angeht, ist zu seinen Gunsten zu 

berücksichtigen, dass er sein Handeln nicht von langer Hand geplant hat, 

sondern der Schlag mit der Flasche das Resultat einer wechselseitigen 

tätlichen Auseinandersetzung war. Wenngleich C._____ sicherlich auch 

seinen Teil zur Eskalation des Streits beigetragen hat, reagierte der 

Beschuldigte darauf jedoch offenkundig unverhältnismässig und mit 

unnötiger Gewalt, zumal C._____ dem Beschuldigten körperlich unterlegen 

war und die umstehenden Personen bereits versuchten, die Streitenden zu 

trennen. Angesichts der dargelegten Verletzungen sowie der Tatsache, 

dass die Flasche weder vor noch durch den Schlag gegen den Kopf von 

C._____ zerbrochen ist, ist sodann davon auszugehen, dass der 

Beschuldigte nicht mit voller Wucht zugeschlagen hat, wenngleich sich das 

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 - 23 - 

 

 

Risiko schwerer Verletzungen durch die Verwendung der Flasche erheblich 

erhöht hat.  

 

Die Beweggründe des Beschuldigten sind nicht restlos geklärt. Erstellt ist 

zumindest, dass er nicht aus Angst oder Bestürzung handelte, zumal die 

umstehenden Personen bereits schlichtend eingegriffen hatten und somit 

im Zeitpunkt, als er die Flasche behändigte, bereits kein Angriff mehr vorlag 

(vgl. oben). Nichtsdestotrotz verfügte der Beschuldigte in der konkreten 

Situation über ein erhebliches Mass an Entscheidungsfreiheit. Statt den 

Streit auf sich beruhen zu lassen und von dannen zu ziehen, hat er mit dem 

Schlag mit der Flasche noch stärkere Gewalt angewendet. Das erhebliche 

Mass an Entscheidungsfreiheit wirkt sich verschuldenserhöhend aus, denn 

je leichter es für ihn gewesen wäre, die körperliche Integrität von C._____ 

zu respektieren, desto schwerer wiegt seine Entscheidung dagegen und 

damit einhergehend sein Verschulden (vgl. BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3). 

 

Innerhalb des breiten Spektrums der vom Tatbestand der einfachen 

Körperverletzung erfassten Sachverhalte und Verletzungsfolgen ist 

gestützt auf das Vorstehende von einem gerade noch leichten bis 

mittelschweren Verschulden und – in Relation zum Strafrahmen von bis zu 

3 Jahren Freiheitsstrafe – einer dafür angemessenen Einsatzstrafe von 

180 Tagessätzen Geldstrafe zuzüglich einer Verbindungsbusse (vgl. 

unten) als in ihrer Gesamtheit angemessene Sanktion auszugehen.  

 

7.3.2. 

Die Einsatzstrafe wäre nunmehr in Anwendung von Art. 49 Abs. 1 StGB 

aufgrund der weiteren Strafarten (einfache Körperverletzung, Nötigung, 

versuchte Drohung, grobe Verkehrsregelverletzung, Beschimpfung), für die 

einzeln betrachtet ebenfalls eine Geldstrafe von maximal 180 Tagessätzen 

auszusprechen wäre, angemessen zu erhöhen, was aber aufgrund der 

maximal zulässigen Obergrenze von 180 Tagessätzen nicht möglich ist. 

Das Gericht ist an das Höchstmass jeder Strafart gebunden. Es kann eine 

Geldstrafe mithin nicht in eine Freiheitsstrafe umwandeln, weil die Höhe der 

ersten zusammen mit einer weiteren, für eine gleichzeitig zu beurteilende 

Tat auszusprechenden hypothetischen Geldstrafe das in Art. 34 Abs. 1 

StGB festgesetzte Strafmass überschreitet (BGE 144 IV 313 = Pra 2019 

Nr. 58). Dies führt im Ergebnis dazu, dass sämtliche weiteren mit einer 

Geldstrafe zu bestrafenden Delikte bei der Festsetzung des Strafmasses 

unberücksichtigt bleiben, was sich als unbillig erweist, jedoch nach der 

Rechtsprechung des Bundesgerichts hinzunehmen ist (vgl. BGE 144 IV 

217 E. 3.6; Urteil des Bundesgerichts 6B_244/2021 vom 17. April 2023 

E. 5.5.4; zur Zulässigkeit des Verzichts, die weiteren Delikte nach 

Erreichen der gesetzlichen Höchstgrenze im Einzelnen zu asperieren, vgl. 

Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3 [betr. 

Verschlechterungsverbot]). 

 - 24 - 

 

 

 

7.3.3. 

In Bezug auf die Täterkomponente ergibt sich Folgendes: Der Beschuldigte 

ist nicht vorbestraft, was neutral zu werten ist (BGE 136 IV 1). Ausserdem 

ist zu berücksichtigen, dass er gewisse Tatvorwürfe bereits im 

Untersuchungsverfahren teilweise eingestanden hat: So gab er zu, 

B._____ eine Ohrfeige verpasst zu haben, C._____ geohrfeigt und ihm eine 

Glasflasche auf den Kopf geschlagen, zweimal einen Gegenstand aus dem 

Auto geworfen und P._____ beleidigt zu haben. Damit hat er die 

Strafverfolgung und Wahrheitsfindung zumindest teilweise erleichtert. Eine 

erhebliche Strafminderung, wie sie bei einem von Anfang an geständigen 

und auch nachhaltig einsichtigen Täter zum Tragen kommt, kann dem 

Beschuldigten indessen dennoch nicht gewährt werden. Einerseits bezieht 

sich sein Geständnis nur auf gewisse Delikte, andere – wie namentlich den 

Vorfall vom 3. Mai 2020 – bestreitet er nach wie vor. Andererseits bestreitet 

er grösstenteils das in seinen Handlungen begründete Unrecht, weshalb 

ihm keine nachhaltige Einsicht in sein Verhalten attestiert werden kann.  

 

Aus den persönlichen und familiären Verhältnissen des Beschuldigten 

ergeben sich keine für die Strafzumessung relevante Faktoren. Der heute 

25-jährige Beschuldigte lebt eigenen Angaben zufolge noch bei seinen 

Eltern in Q._____, ist unverheiratet und hat keine Kinder (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 9) Die für die Annahme einer erhöhten 

Strafempfindlichkeit notwendigen aussergewöhnlichen Umstände liegen 

nicht vor (vgl. statt vieler: Urteil des Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 

23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). 

 

Insgesamt ist die Täterkomponente leicht strafmindernd zu berück-

sichtigen. Dies kann vorliegend jedoch nicht zu einer Reduktion der 

Geldstrafe von 180 Tagessätzen führen, wäre aufgrund der Asperation der 

weiteren Straftaten (siehe dazu oben) doch an sich eine deutlich höhere 

Geldstrafe als 180 Tagessätze auszufällen gewesen und kompensiert 

diese Erhöhung die positive Täterkomponente bei weitem. 

 

7.3.4. 

Die Höhe des Tagessatzes bemisst sich nach den Verhältnissen des Täters 

im Urteilszeitpunkt (Art. 34 Abs. 2 StGB). Massgebende Kriterien für die 

Bestimmung der Tagessatzhöhe sind das Einkommen, das Vermögen und 

der Lebensaufwand des Beschuldigten, seine Unterstützungspflichten und 

persönlichen Verhältnisse sowie sein Existenzminimum (BGE 142 IV 315 

E. 5 = Pra 2018 Nr. 52, Bestätigung der bisherigen Rechtsprechung). 

Ausgangspunkt ist das Nettoeinkommen, das der Täter im Zeitpunkt des 

Urteils durchschnittlich erzielt bzw. alle geldwerten Leistungen, die ihm 

zufliessen (BGE 134 IV 60 E. 6.1).  

 

 - 25 - 

 

 

Der unverheiratete und kinderlose Beschuldigte, der noch bei seinen Eltern 

lebt, geht seit längerem keinem Arbeitserwerb nach und verfügt auch sonst 

über kein Einkommen oder Vermögen. Er sieht seine Zukunft im 

Profifussball und trainiert dafür, steht derzeit jedoch bei keinem Verein 

unter Vertrag. Sozialhilfe bezieht er nicht. Für seinen Grundbedarf kommt 

seine Familie auf. Mithin lebt er nahe am Existenzminimum. Das für die 

Berechnung des Tagessatzes massgebende Nettoeinkommen ist deshalb 

um 50 % zu reduzieren (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Da vorliegend eine hohe 

Anzahl Tagessätze ausgesprochen wird, ist eine Reduktion um weitere 10 

bis 30 % angebracht (BGE 134 IV 60 E. 6.5.2). Somit ist der Tagessatz auf 

das Minimum von Fr. 10.00 festzusetzen (BGE 135 IV 180). 

 

7.3.5. 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten für die ausgefällte Freiheits- und 

Geldstrafe den bedingten Vollzug gewährt und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt, worauf aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht 

zurückzukommen ist. 

 

7.4. 

Eine bedingt ausgesprochene Geldstrafe kann mit einer Busse verbunden 

werden (Art. 42 Abs. 4 StGB). Vorliegend ist die Verbindung der bedingt 

ausgesprochenen Geldstrafe mit einer Busse angezeigt, um dem 

Beschuldigten die Ernsthaftigkeit der Sanktion und die Konsequenzen 

seines Handelns deutlich vor Augen zu führen. Zudem soll er gegenüber 

einem Täter, der sich bloss wegen einer Übertretung zu verantworten hat 

und dafür mit einer Busse bestraft wird, nicht schlechter gestellt werden 

(sog. Schnittstellenproblematik).  

 

Das Hauptgewicht liegt auf der bedingten Geldstrafe, während der 

unbedingten Verbindungsbusse nur untergeordnete Bedeutung zukommt. 

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts darf der Anteil der 

Verbindungsbusse an der gesamten Strafe, d.h. an der bedingten 

Geldstrafe und der Verbindungsbusse in ihrer Gesamtheit, maximal einen 

Fünftel betragen, was rechnerisch einem Viertel der Geldstrafe entspricht. 

Abweichungen von dieser Regel sind im Bereich tiefer Strafen denkbar, 

damit der Verbindungsbusse nicht lediglich symbolische Bedeutung 

zukommt (vgl. zur Publikation vorgesehenes Urteil des Bundesgerichts 

6B_337/2022 vom 12. Juli 2023 E. 1.3.1 f.).  

 

Nach dem Gesagten rechtfertigt es sich, die Verbindungsbusse auf 

Fr. 450.00 festzusetzen. Dieser Betrag erscheint unter Berücksichtigung 

der knappen wirtschaftlichen Verhältnisse und des Verschuldens des 

Beschuldigten sowie des Umstands, dass der Verbindungsstrafe nicht 

lediglich symbolische Bedeutung zukommen soll, angemessen. 

 

 - 26 - 

 

 

7.5. 

Zusammenfassend ist der Beschuldigte für die einfache qualifizierte 

Körperverletzung, die einfache Körperverletzung, die Nötigung, die 

versuchte Drohung, die mehrfache grobe Verkehrsregelverletzung sowie 

für die Beschimpfung mit einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen 

à Fr. 10.00, d.h. Fr. 1'800.00, Probezeit 2 Jahre, und einer Verbindungs-

busse von Fr. 450.00 zu bestrafen.  

 

7.6. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten für die Tätlichkeit gemäss Art. 126 

StGB sowie die mehrfache Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 103 

Abs. 1 SVG i.V.m. Art. 96 VRV in Anwendung des Asperationsprinzips mit 

einer Busse von Fr. 500.00 bestraft (vgl. vorinstanzliches Urteil E. III.4.11). 

In Anbetracht der Tatsache, dass der Beschuldigte bereits durch das 

gezielte Hinauswerfen von Gegenständen aus dem Auto gegen wichtige 

Verkehrsregeln verstossen und damit eine abstrakte Gefahr für andere 

Verkehrsteilnehmer geschaffen hat, kann die vorinstanzlich ausgefällte 

Busse unter keinem Titel herabgesetzt werden. Da eine Erhöhung aufgrund 

des Verschlechterungsverbots (Art. 391 Abs. 2 StPO) ausgeschlossen ist, 

muss es bei den vorinstanzlich ausgesprochenen Fr. 500.00 sein 

Bewenden haben. Eine Reduktion der Busse kommt unter keinem Titel 

infrage. 

 

7.7. 

Die Ersatzfreiheitsstrafe bei schuldhaftem Nichtbezahlen der Busse von 

insgesamt Fr. 950.00 (Verbindungsbusse Fr. 450.00, Übertretungsbusse 

Fr. 500.00), die ausgehend vom als Umrechnungsschlüssel zu 

verwendenden Tagessatz von Fr. 10.00 (BGE 134 IV 60 E. 7.3.3) auf 

95 Tage festzusetzen wäre, ist aufgrund der gesetzlich vorgegebenen 

Maximalhöhe (Art. 106 Abs. 2 StGB) auf 90 Tage festzusetzen. 

 

7.8. 

Zusammengefasst ist der Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe von 

180 Tagessätzen à Fr. 10.00, d.h. Fr. 1'800.00, und einer Busse von 

Fr. 950.00 (Verbindungsbusse Fr. 450.00, Übertretungsbusse Fr. 500.00), 

ersatzweise 90 Tage Freiheitsstrafe, zu verurteilen.  

 

Der ausgestandene Freiheitsentzug aufgrund der vorläufigen Festnahme 

vom 23. Februar 2020, 23.55 Uhr bis zum 24. Februar 2022, 13:33 Uhr, ist 

an die ausgesprochene Strafe im Umfang von einem Tag anzurechnen 

(vgl. Art. 51 StGB i.V.m. Art. 110 Abs. 7 StGB). 

 

8. 

8.1. 

Die Parteien tragen die Kosten des Rechtsmittelverfahrens nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob eine Partei 

 - 27 - 

 

 

im Berufungsverfahren als obsiegend oder unterliegend gilt, hängt davon 

ab, in welchem Ausmass ihre vor Obergericht gestellten Anträge 

gutgeheissen wurden (Urteil des Bundesgerichts 6B_330/2016 vom 10. 

November 2017 E. 4.3). 

 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten zu einer bedingten Freiheitsstrafe 

von 8 Monaten, einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 

Fr. 30.00 und einer Verbindungs- und Übertretungsbusse von insgesamt 

Fr. 1'500.00 verurteilt. Der Beschuldigte, der mit Berufung beantragt hat, er 

sei von diversen Vorwürfen freizusprechen und für die verbleibenden 

Schuldsprüche zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 

Fr. 10.00 sowie einer Busse von Fr. 400.00 zu verurteilen, erwirkt im 

Berufungsverfahren insoweit einen günstigeren Entscheid, als dass er vom 

Vorwurf der Widerhandlung gegen das Waffengesetz freizusprechen ist 

und – anstatt einer Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe – eine Geldstrafe 

von 180 Tagessätzen à Fr. 10.00 und eine Busse von insgesamt Fr. 950.00 

ausgesprochen wird. Im Übrigen ist die Berufung abzuweisen. Bei diesem 

Verfahrensausgang rechtfertigt es sich, dem Beschuldigten die 

Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 (§18 VKD) zur Hälfte aufzuerlegen und 

im Übrigen auf die Staatskasse zu nehmen (Art. 428 Abs. 2 lit. b StPO).  

 

8.2. 

Der amtliche Verteidiger ist für das Berufungsverfahren gestützt auf die an-

lässlich der Berufungsverhandlung eingereichte Kostennote, angepasst an 

die effektive Dauer der Berufungsverhandlung, mit gerundet Fr. 3'700.00 

(inkl. Auslagen und Mehrwertsteuer) aus der Staatskasse zu entschädigen 

(Art. 135 Abs. 1 StPO i.V.m. § 9 Abs. 1 und Abs. 3bis AnwT; § 13 AnwT). 

 

Dieser Betrag ist im Umfang von 1/2 vom Beschuldigten zurückzufordern, 

sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben (Art. 135 Abs. 4 lit. a 

StPO). 

 

8.3. 

Fällt die Rechtsmittelinstanz selbst einen neuen Entscheid, so befindet sie 

darin auch über die von der Vorinstanz getroffene Kostenregelung (Art. 428 

Abs. 3 StPO). Gemäss Art. 426 Abs. 1 StPO trägt die beschuldigte Person 

die Verfahrenskosten, wenn sie verurteilt wird.  

 

Die Vorinstanz hat dem Beschuldigten die Verfahrenskosten entsprechend 

dem Ausgang des erstinstanzlichen Verfahrens zu 2/3 auferlegt. Der 

Beschuldigte äussert sich im Berufungsverfahren zu den erstinstanzlichen 

Kostenfolgen einzig als Konsequenz der von ihm beantragten zusätzlichen 

Freisprüche. Abgesehen von der Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

bleibt das vorinstanzliche Urteil im Schuldpunkt indessen unverändert. 

Dabei handelt es sich um einen Punkt von eher untergeordneter 

Bedeutung, für den keine zusätzlichen Untersuchungshandlungen 

 - 28 - 

 

 

notwendig waren. Deshalb ist an der vorinstanzlichen Kostenverteilung 

festzuhalten und dem Beschuldigten sind die erstinstanzlichen Kosten (inkl. 

Anklagegebühr) zu 2/3 mit Fr. 5'171.80 aufzuerlegen und im Übrigen auf 

die Staatskasse zu nehmen.  

 

8.4. 

Die dem amtlichen Verteidiger für das erstinstanzliche Verfahren zugespro-

chene Entschädigung von Fr. 10'818.35 ist mit Berufung nicht angefochten 

worden, weshalb darauf im Berufungsverfahren nicht mehr zurückzukom-

men ist (Urteil des Bundesgerichts 6B_1299/2018 vom 28. Januar 2019). 

 

Diese Entschädigung ist im Umfang von 2/3 vom Beschuldigten gestützt 

auf Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO zurückzufordern, sobald es seine 

wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 

 

9. 

Tritt das Berufungsgericht, wie vorliegend, auf die Berufung ein, so fällt es 

ein neues Urteil, welches das erstinstanzliche Urteil ersetzt (Art. 408 StPO, 

Art. 81 StPO). 

 

 
   

Das Obergericht erkennt: 

 

1. 

Der Beschuldigte wird freigesprochen von den Vorwürfen:  

- des Fahrens in fahrunfähigem Zustand (Anklageziffer 2) [in Rechtskraft 

erwachsen]; 

- der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch unbegründetes 

brüskes Bremsen (Anklageziffer 3.1) [in Rechtskraft erwachsen]; 

- der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch mehrfaches Nicht-

beachten der Sperrfläche (Anklageziffer 3.2 teilweise, betreffend die 

Sperrfläche bei der Autobahnausfahrt Baden/Neuenhof) 

[in Rechtskraft erwachsen]; 

- der groben Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeachten eines 

Lichtsignals (Anklageziffer 3.3) [in Rechtskraft erwachsen]; 

- der Tätlichkeiten (Anklageziffer 8.2) [in Rechtskraft erwachsen]; 

- der Widerhandlung gegen das Waffengesetz (Anklageziffer 7). 

2. 

Der Beschuldigte ist schuldig:  

- der mehrfachen einfachen Körperverletzung gemäss Art. 123 Ziff. 1 

StGB, teilweise i.V.m. Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB (Anklageziffern 1.1 

und 1.2);  

- der mehrfachen groben Verletzung der Verkehrsregeln gemäss Art. 90 

Abs. 2 SVG (Anklageziffer 3.2 teilweise, betreffend die Sperrfläche bei 

der Autobahneinfahrt Baden/Neuenhof und die doppelte Sicherheitslinie 

bei der Ausfahrt Baden/Neuenhof); 

 - 29 - 

 

 

- der Nötigung gemäss Art. 181 StGB (Anklageziffer 4); 

- der versuchten Drohung gemäss Art. 180 Abs. 1 StGB i.V.m. Art. 22 

Abs. 1 StGB (Anklageziffer 5); 

- der Beschimpfung gemäss Art. 177 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 6) 

[in Rechtskraft erwachsen]; 

- der Tätlichkeit gemäss Art. 126 Abs. 1 StGB (Anklageziffer 8.1); 

- der mehrfachen Übertretung des Strassenverkehrsgesetzes durch 

Hinauswerfen von Gegenständen gemäss Art. 103 Abs. 1 SVG i.V.m. 

Art. 60 Abs. 6 VRV i.V.m. Art. 96 VRV (Anklageziffern 9.1 und 9.2) 

[in Rechtskraft erwachsen]. 

 

3. 

3.1. 

Der Beschuldigte wird hierfür gemäss den in Ziff. 2 hiervor genannten 

Gesetzesbestimmungen sowie in Anwendung von Art. 47 StGB, Art. 49 

Abs. 1 StGB, Art. 34 StGB, Art. 42 StGB, Art. 44 Abs. 1 StGB und Art. 106 

StGB  

 

zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 10.00, d.h. 

Fr. 1'800.00, Probezeit 2 Jahre, 

 

und einer Busse von Fr. 950.00 (Fr. 450.00 Verbindungsbusse, Fr. 500.00 

Übertretungsbusse), ersatzweise 90 Tage Freiheitsstrafe, 

 

verurteilt. 

 

3.2. 

Die vorläufige Festnahme wird dem Beschuldigten im Umfang von einem 

Tag auf die Geldstrafe angerechnet. 

 

4. [in Rechtskraft erwachsen] 

Das beschlagnahmte Wurfmesser wird eingezogen. 

 

Die Staatsanwaltschaft trifft die sachgemässen Verfügungen.  

 

5. [in Rechtskraft erwachsen] 

Die Zivilklagen der Privatkläger B._____ und C._____ werden auf den 

Zivilweg verwiesen. 

 

6. 

6.1. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten von Fr. 5'000.00 werden dem 

Beschuldigten zu ½ mit Fr. 2'500.00 auferlegt und im Übrigen auf die 

Staatskasse genommen. 

 

 - 30 - 

 

 

6.2. 

Die Obergerichtskasse wird angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des 

Beschuldigten für das Berufungsverfahren eine Entschädigung von 

Fr. 3'700.00 auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten im Umfang von ½ mit 

Fr. 1'850.00 zurückgefordert, sobald seine wirtschaftlichen Verhältnisse es 

erlauben.  

 

7. 

7.1. 

Die erstinstanzlichen Verfahrenskosten werden dem Beschuldigten im 

Umfang von 2/3 mit Fr. 5'171.80 (inkl. Anklagegebühr von Fr. 1'050.00) 

auferlegt und im Übrigen auf die Staatskasse genommen.  

 

7.2. 

Die vorinstanzliche Gerichtskasse wird – soweit noch keine Auszahlung 

erfolgt ist – angewiesen, dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten für 

das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung von Fr. 10'818.35 

auszurichten.  

 

Diese Entschädigung wird vom Beschuldigten im Umfang von 2/3 mit 

Fr. 7'212.00 zurückgefordert, sobald seine wirtschaftlichen Verhältnisse es 

erlauben.  

  

 - 31 - 

 

 

 

 

 Zustellung an:  

[…] 

 

 
   

Hinweis zur Bedeutung der bedingt ausgesprochenen Strafe  

(Art. 44 Abs. 3 StGB) 

 

Bei einer ausgefällten bedingten Geld- oder Freiheitsstrafe wird der Vollzug aufgeschoben. 

Gleichzeitig wird dem Verurteilten eine Probezeit von zwei bis fünf Jahren angesetzt. Hat 

sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit bewährt, so wird die aufgeschobene Strafe 

nicht mehr vollzogen (Art. 45 StGB). Das bedeutet, dass die Geldstrafe dann nicht zu 

bezahlen bzw. die Freiheitsstrafe nicht anzutreten ist. Begeht der Verurteilte während der 

Probezeit aber ein Verbrechen oder Vergehen und ist deshalb zu erwarten, dass er weitere 

Straftaten verüben wird, so widerruft das Gericht grundsätzlich die bedingte Strafe (Art. 46 

Abs. 1 StGB).  

 

 
   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröffnung der 

vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Beschwerde an das 

Schweizerische Bundesgericht erhoben werden (Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 100 

Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen 

Bundesgericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die 

Beschwerdelegitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 15. Dezember 2023 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Strafgericht, 1. Kammer 

Der Präsident:    Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Six     Albert