# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 58eaf4d7-4f5f-5710-b3b2-a3b12efc62a0
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2018-05-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.05.2018 E-2436/2018
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-2436-2018_2018-05-25.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-2436/2018 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 5 .  M a i  2 0 1 8  

Besetzung 
 Einzelrichterin Esther Marti, 

mit Zustimmung von Richter Walter Lang;   

Gerichtsschreiberin Nina Klaus. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,  

(…),   

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 23. März 2018 / N (…). 

 

 

 

E-2436/2018 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

A.a Der Beschwerdeführer verliess Afghanistan eigenen Angaben zufolge 

im September 2015 und gelangte am 2. November 2015 in die Schweiz, 

wo er am 11. November 2015 um Asyl nachsuchte.      

A.b Anlässlich der Befragung zur Person vom 19. Januar 2016 (BzP; Pro-

tokoll in den SEM-Akten: A7/12) und der Anhörung vom 12. März 2018 

(Protokoll in den SEM-Akten: A20/24) führte er im Wesentlichen Folgendes 

aus:  

Er sei afghanischer Staatsangehöriger hazarischer Ethnie und stamme aus 

dem Dorf B._______ im Distrikt C._______ in der Provinz D._______, wo 

er mit seiner Familie gewohnt habe. Er habe während zehn Jahren die 

Schule besucht. Zusätzlich habe er gelegentlich seinem Vater in der Land-

wirtschaft geholfen.  

Die Taliban seien insgesamt zwei Mal, im Abstand von etwa sieben oder 

acht Monaten, zu ihm nach Hause gekommen und hätten ihn zwangsrek-

rutieren wollen. Sie hätten ihn auch geschlagen und getreten. Sie hätten 

jedoch beide Male schliesslich von der Rekrutierung abgesehen, weil sein 

Vater ihnen erklärt habe, dass er seinen Sohn (Beschwerdeführer) zu ihnen 

schicken werde, sobald dieser volljährig sei. Etwa zwei Monate nach dem 

zweiten Besuch der Taliban habe er der Polizei, die regelmässig im Dorf 

patrouilliert habe, davon erzählt. Diese habe die Dorfbewohner darin be-

stärkt, Auffälligkeiten zu melden. Zu einem späteren Zeitpunkt habe er ein 

paar bewaffnete maskierte Personen, die nicht uniformiert gewesen seien, 

zwischen den Bäumen gesehen. Er habe wiederum die Polizei informiert, 

worauf diese ihm versichert habe, dass sie auch dieser Angelegenheit 

nachgehen werde. Die Polizisten hätten sein Vorgehen gelobt und ihm für 

seine Mithilfe gedankt. In der Folge sei er von E._______, einem Vertreter 

der Taliban, telefonisch der Spionage bezichtigt und aufgefordert worden, 

zu den Taliban zu kommen. Er habe seinem Vater davon erzählt und am 

nächsten Tag hätten er und sein Vater den Mullah der Moschee über das 

Telefonat informiert. Dieser habe ihm geraten, das Dorf zu verlassen, wo-

rauf er einige Tage bei einem Kollegen geblieben sei. Da dessen Eltern 

befürchtet hätten, wegen ihm in Schwierigkeiten zu geraten, hätten sie ihn 

aufgefordert, ihr Haus zu verlassen. Folglich habe er sich bei einem Be-

kannten seines Vaters in D._______ aufgehalten. Von diesem habe er er-

fahren, dass nun sein Vater an seiner Stelle zu den Taliban gehen müsse. 

Daher habe auch sein Vater das Dorf verlassen müssen. Nachdem sein 

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Seite 3 

Vater bei den Behörden eine Klage eingereicht habe, sei dem Mullah der 

Moschee ein Haftbefehl zugestellt worden. Diesen habe er wiederum zur 

Polizei gebracht, und nachdem diese nach einem Monat noch nichts un-

ternommen hätten, sei er aus Afghanistan ausgereist. Er habe nämlich be-

fürchtet, die Taliban würden ihn überall in Afghanistan finden.  

Darüber hinaus brachte der Beschwerdeführer vor, Hazara würden in ganz 

Afghanistan schikaniert und verfolgt. Er selbst sei zwei bis drei Jahre vor 

der Ausreise, als er anlässlich des Nevroz-Fest unterwegs gewesen sei 

nach F._______, angehalten, aus dem Auto gezerrt und massiv geschla-

gen worden.  

Der Beschwerdeführer reichte als Beweismittel folgende Unterlagen ein: 

seine Tazkera im Original, die Klage an die Sicherheitskommandostelle im 

Original, das Bestätigungsschreiben der Behörden im Original, den Haft-

befehl der Taliban im Original, ein Arztbericht aus der Schweiz und ein 

Empfehlungsschreiben der ORS AG.  

B.  

Mit am 28. März 2018 eröffneter Verfügung vom 23. März 2018 stellte das 

SEM fest, der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, 

lehnte sein Asylgesuch ab, verfügte die Wegweisung aus der Schweiz und 

ordnete zufolge der Unzumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs die vorläu-

fige Aufnahme an.  

C.  

Mit Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht vom 26. April 2018 bean-

tragte der Beschwerdeführer die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfü-

gung. Seine Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und ihm sei Asyl zu 

gewähren. Eventualiter sei der Entscheid aufzuheben und zwecks vollstän-

diger Sachverhaltsabklärung sowie zur Neubeurteilung an die Vorinstanz 

zurückzuweisen.  

In prozessualer Hinsicht ersuchte er um Gewährung der unentgeltlichen 

Prozessführung, inklusive Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvor-

schusses.  

Als Beilage reichte er eine Kopie der angefochtenen Verfügung ein und 

stellte das umgehende Nachreichen einer Bestätigung seiner prozessua-

len Bedürftigkeit in Aussicht.  

 

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Seite 4 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht zeigte mit Schreiben vom 27. April 2018 

den Eingang der Beschwerde an. 

 

  

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und entschei-

det auf dem Gebiet des Asyls endgültig, ausser bei Vorliegen eines Auslie-

ferungsersuchens des Staates, vor welchem die beschwerdeführende Per-

son Schutz sucht (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

Eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG liegt nicht 

vor, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet.  

1.2 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht. Der Beschwer-

deführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist durch die 

angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutzwürdiges In-

teresse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur 

Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und 108 Abs. 1 AsylG; 

Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzu-

treten. 

2.  

Mit Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 

von Bundesrecht (einschliesslich Missbrauch und Überschreiten des Er-

messens) sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-

erheblichen Sachverhalts gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt, handelt es sich vorliegend um eine solche, weshalb der 

Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 

AsylG). 

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Seite 5 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durchführung 

eines Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Vorab ist festzustellen, dass die Vorinstanz den Sachverhalt richtig und 

vollständig festgestellt hat und ihrer Begründungspflicht nachgekommen 

ist. Dies auch in Berücksichtigung der verkürzten BzP, an der der Be-

schwerdeführer durchaus Gelegenheit erhielt, sich zu seinen Ausreise-

gründen zu äussern, wobei auch Rückfragen gestellt wurden. Auch aus 

dem Anhörungsprotokoll ergeben sich keine Umstände, die eine Kassie-

rung der angefochtenen Verfügung rechtfertigen würden; zwar bemerkt die 

Hilfswerksvertretung, die Konzentrationsfähigkeit des Beschwerdeführers 

sei möglicherweise durch seine Kopfschmerzen beeinträchtigt gewesen. 

Inwiefern dies der Fall gewesen ist, ergibt sich aus dem Protokoll nicht, im 

Gegenteil, hat der Beschwerdeführer doch in freier Rede sehr ausführlich 

berichtet. Des Weiteren wurde das Asylgesuch von der Vorinstanz in erster 

Linie wegen der fehlenden Asylrelevanz und nicht etwa aufgrund von Un-

gereimtheiten abgelehnt. Eine weitere Auseinandersetzung mit dem nicht 

substantiiert begründeten Eventualantrag auf Rückweisung der Sache an 

die Vorinstanz zur Neubeurteilung erübrigt sich.   

 

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

 

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Seite 6 

6.  

6.1 Das SEM führte zur Begründung der angefochtenen Verfügung in ers-

ter Linie aus, den geltend gemachten Vorbringen komme keine Asylrele-

vanz zu, weshalb auf deren Glaubhaftigkeit nicht näher einzugehen sei, 

auch wenn in Bezug auf sämtliche seiner Vorbringen auch Zweifel an deren 

Glaubhaftigkeit bestünden. 

Die versuchten Zwangsrekrutierungen seien nicht aus einem der in Art. 3 

AsylG erwähnten Motive erfolgt, weshalb keine asylrelevante Verfolgung 

vorliege. So habe der Beschwerdeführer bei der Anhörung erklärt, dass die 

Taliban ihn, wie viele andere junge Leute in der Gegend, hätten mitnehmen 

wollen. Zudem hätten die Eltern des Beschwerdeführers den Taliban mit-

geteilt, dass sie ihren Sohn (Beschwerdeführer) bringen würden, sobald 

dieser volljährig sei. Es sei ausserdem keine asylrelevante Intensität er-

sichtlich, da der Beschwerdeführer, nebst den zwei Hausbesuchen der Ta-

liban, über keine weiteren Anzeichen einer Verfolgung in Bezug auf die 

Zwangsrekrutierung berichtet habe.   

Auch hinsichtlich des Drohanrufes sowie des Haftbefehls der Taliban sei 

keine asylrelevante Intensität ersichtlich, weil zwischen dem Beschwerde-

führer und den Sicherheitsbehörden keine intensive Informationsvermitt-

lung stattgefunden habe. Ausserdem beruhe die Aussage, die Taliban wür-

den den Beschwerdeführer überall finden, auf einer Annahme. Die vom 

Beschwerdeführer geschilderten Nachteile als Hazara entfalteten weder 

eine asylrelevante Intensität noch sei ein zeitlicher Kausalzusammenhang 

ersichtlich, da der Beschwerdeführer sein Heimatland erst zwei bis drei 

Jahre nach dem geschilderten Vorfall verlassen habe. Von einer Kollektiv-

verfolgung könne nicht ausgegangen werden, da eine solche gemäss 

Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts für die Volksgruppe der 

Hazara in Afghanistan nicht angenommen werde.  

6.2 In seiner Rechtsmitteleingabe hielt der Beschwerdeführer entgegen, 

dass er überdurchschnittlich viele Beweismittel zur Stützung seiner Vor-

bringen eingereicht habe. Ferner habe er bereits bei der Anhörung erklärt, 

dass ihm bei der BzP gesagt worden sei, er solle sich zu seinen Asylgrün-

den kurz halten, weshalb er nur allgemein erzählt habe; man habe ihn dann 

auch unterbrochen, als er ausführlicher zu erzählen begonnen habe. Auch 

habe er bei der BzP bereits erklärt, dass die Taliban zu ihren Häusern ge-

kommen seien. Nachdem die BzP lediglich eine Stunde gedauert habe, 

könne ihm nicht vorgehalten werden, dass er sich genauer zu seinen Vor-

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bringen hätte äussern müssen. Er führte zudem mit Verweis auf die ent-

sprechende Stelle (A7/12 7.01) an, dass er seine eigene Verfolgung in der 

BzP klar ausgedrückt habe. Ohnehin erachte das SEM seine Vorbringen 

als glaubhaft.   

Weiter führte der Beschwerdeführer aus, dass eine flüchtlingsrelevante 

Verfolgung gemäss herrschender Lehre und ständiger Rechtsprechung 

fünf Merkmale umfasse: Aktualität der Verfolgung, Ernsthaftigkeit der Ver-

folgung, Gezieltheit der Verfolgung, relevantes Verfolgungsmotiv und kei-

nen Schutz vor der Verfolgung im Heimatstaat. 

Zunächst verkenne das SEM den zeitlichen Zusammenhang des Sachver-

haltes. So treffe es nicht zu, dass es während des Jahres vor seiner Aus-

reise keine weiteren Anzeichen in Bezug auf seine Zwangsrekrutierung ge-

geben habe. Die Taliban seien circa ein Jahr vor seiner Ausreise das erste 

Mal zu seinem Haus gekommen. Der zweite Hausbesuch habe sieben o-

der acht Monate danach stattgefunden. Wiederum etwa sieben bis neun 

Wochen später habe er den Drohanruf der Taliban erhalten und zehn Tage 

nach seiner Flucht habe auch sein Vater das Dorf verlassen müssen, da 

die Taliban ihn an seiner Stelle hätten mitnehmen wollen. Weiter sei die 

Verfolgungsintensität zu jenem Zeitpunkt derart hoch gewesen, dass sein 

Vater ebenfalls habe flüchten müssen und eine Klageschrift bei den Behör-

den eingereicht habe. Diese seien jedoch untätig geblieben, da sie ihn nicht 

hätten schützen können; der afghanische Staat sei seiner Schutzpflicht of-

fensichtlich nicht nachgekommen. Aufgrund des ländlichen Gebietes, in 

welchem seine Familie lebe, und dem Umstand, dass die ganze Familie 

geflüchtet sei, sowie auch der Tatsache, dass die Taliban einen konkreten 

Haftbefehl gegen ihn erlassen hätten, sei von andauernden Aktualität der 

Verfolgung auszugehen. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz sei aus den 

dargelegten Argumenten auch davon auszugehen, dass die erforderliche 

Intensitätsschwelle überschritten sei.  

7.  

7.1 Das Bundesverwaltungsgericht kommt in Übereinstimmung mit dem 

SEM zum Schluss, dass die Vorbringen des Beschwerdeführers den An-

forderungen an die Flüchtlingseigenschaft nicht genügen. Zur Vermeidung 

von Wiederholungen kann weitgehend auf die zutreffenden Erwägungen in 

der angefochtenen Verfügung verwiesen werden. 

 

7.2 Vorab ist festzuhalten, dass – entgegen der Feststellung in der Be-

schwerdeschrift – die Vorinstanz sehr wohl Zweifel an der Glaubhaftigkeit 

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der vom Beschwerdeführer geltend gemachten Asylgründe angebracht 

hat, wenn auch nur am Rande (vgl. angefochtene Verfügung, Erw. 1, 2. 

Abschnitt, Erw. 3 in fine). Diese Zweifel sind durchaus berechtigt. Anläss-

lich der BzP spricht der Beschwerdeführer nämlich in keiner Weise von ei-

ner ihn persönlich betreffende Bedrohung seitens der Taliban. Selbst wenn 

zu seinen Gunsten noch davon ausgegangen würde, die allgemeine Aus-

sage, die Taliban hätten in seiner Region jeweils ab 16h die Macht gehabt,  

sie bedrohten die Menschen und hätten junge Leute als Kämpfer mitge-

nommen (vgl. A7/8 Ziff.7.01), lasse sich mit seinem späteren Vorbringen, 

er persönlich habe zweimal Besuch von den Taliban erhalten, weil sie ihn 

hätten rekrutieren wollen, vereinbaren, ist nicht ersichtlich, weshalb er die 

Bedrohung aufgrund der angeblichen Informationsweitergabe an die Be-

hörden, die schliesslich zur Ausreise geführt habe, nicht bereits an der BzP  

ansatzweise erwähnt hatte; mit der tatsächlich kurz ausgefallenen BzP 

lässt sich das jedenfalls nicht erklären, wurden dem Beschwerdeführer 

doch immerhin mehrere Rückfragen gestellt (ebd. Ziff.7.01 f.). Aus dem 

Protokoll ergibt sich nirgends, dass er noch etwas hätte anfügen wollen. 

Auch fällt auf, dass der Beschwerdeführer hinsichtlich des Haftbefehls er-

zählte, darin sei gestanden, dass die Taliban ihn und seinen Vater mitneh-

men würden, egal wo sie die beiden fänden (vgl. A20/24 F88). Demgegen-

über ist dem im übersetzten Haftbefehl lediglich zu entnehmen, dass sich 

der Beschwerdeführer bei den Mujaheddin melden müsse. 

 

7.3  

7.3.1 Hinsichtlich den vorgebrachten Hausbesuchen der Taliban zwecks 

Zwangsrekrutierung ist tatsächlich kein asylrelevantes Motiv im Sinne von 

Art. 3 Abs. 1 AsylG (Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer 

bestimmten sozialen Gruppe oder politische Anschauungen) erkennbar, 

und der Beschwerdeführer selbst gab an, die Taliban hätten ihn rekrutieren 

wollen, wie jeden Jungen in seinem Dorf, der erwachsen geworden sei (vgl. 

A20/24 F101), und nicht etwa, weil er ethnischer Hazara sei. Bezeichnen-

derweise hätten die Taliban dann auf seine Mitnahme verzichtet, als der 

Vater erklärt habe, er werde ihn selbst zu ihnen schicken, sobald er er-

wachsen sei (vgl. A20/24 F87, F126).  

Die Frage, ob der Beschwerdeführer bei einer (aufgrund der verfügten 

vorläufigen Aufnahme hypothetischen) heutigen Rückkehr nach 

Afghanistan aufgrund einer drohenden Zwangsrekrutierung seitens der 

Taliban allenfalls eine menschenrechtwidrige Behandlung im Sinne von Art. 

3 EMRK zu gewärtigen hätte, ein Risiko, das – die Glaubhaftigkeit des 

Vorbringens vorausgesetzt - tatsächlich nicht gänzlich von der Hand 

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gewiesen werden kann, ist aufgrund der von der Vorinstanz angeordneten 

vorläufigen Aufnahme und der Alternativität der Vollzugshindernisse (vgl. 

BVGE 2009/51 E. 5.4) nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens.  

7.3.2 Soweit der Beschwerdeführer geltend macht, er sei von den Taliban 

nicht nur verfolgt in Bezug auf die beabsichtigte Zwangsrekrutierung, son-

dern auch, weil er den afghanischen Behörden Informationen weitergege-

ben habe, fällt zunächst, wie bereits erwähnt, auf, dass er dieses Vorbrin-

gen an der BzP mit keinem Wort erwähnte. Auch basiert seine Annahme, 

bei den unbekannten Personen, die er der Polizei gemeldet habe, habe es 

sich um Taliban gehandelt, offenbar auf einer Vermutung (vgl. A20/24 F87 

S. 11 f.). Zwar macht er während der Anhörung geltend, einen Drohanruf 

eines E._______ erhalten zu haben, worin er aufgefordert worden sei, zu 

den Taliban zu gehen, man wisse, dass er für die Regierung spioniere (ebd. 

S. 12). Auch habe er einen entsprechenden „Haftbefehl“ eingereicht. Zu 

letzterem fällt allerdings vorab auf, dass nicht erkennbar ist, weshalb der 

Beschwerdeführer das Beweismittel überhaupt als Haftbefehl bezeichnet, 

wird er doch inhaltlich offenbar einzig dazu eingeladen, bei den Mujaheddin 

vorzusprechen. Darüber hinaus ist auch der Grund für das Vorsprechen 

nicht genannt, weder – wie offenbar vom Beschwerdeführer wiederum ein-

zig vermutet – der Spionagevorwurf noch eine allfällig beabsichtigte Rek-

rutierung. In Bezug auf den Inhalt der Klageschrift an die afghanischen Be-

hörden fällt dann auf, dass – gemäss Übersetzung – der Beschwerdeführer 

und seine Familie von den Taliban telefonisch mit dem Tode bedroht wor-

den seien. Von einer solchen Todesdrohung hatte der Beschwerdeführer 

allerdings im Rahmen der Befragungen nicht gesprochen.  

Schliesslich ist auch davon auszugehen, dass – hätten die Taliban tatsäch-

lich ein asylrechtlich erhebliches Verfolgungsinteresse am Beschwerdefüh-

rer gehabt – es wohl kaum bei einem Telefonat geblieben wäre, mit wel-

chem der Beschwerdeführer der Spionage bezichtigt worden wäre und 

man ihn aufgefordert habe, sich anzuschliessen (vgl. A20/24 F87). Viel-

mehr wäre zu erwarten gewesen, dass sie ihn vor Ort aufgesucht und 

gleich mitgenommen hätten.  

7.3.3 Dem Einwand in der Beschwerde, wonach das SEM den zeitlichen 

Zusammenhang des Sachverhaltes verkenne, wenn es darauf verweise, 

dass seit dem letzten Besuch der Taliban bis zur Ausreise nichts mehr vor-

gefallen sei, kann nicht gefolgt werden, hat sich das SEM dieses Argument 

doch lediglich im Zusammenhang mit der geltend gemachten Zwangsrek-

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Seite 10 

rutierung (sowie – zu Recht – in Bezug auf die mehrere Jahre zurücklie-

genden Übergriffe aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit) verwendet, 

der auch aus anderen, bereits erläuterten Gründen, keine asylbeachtliche 

Relevanz zukommt. Auf die bis zur Ausreise geltend gemachten weiteren 

Ereignisse ist es dann sehr wohl in einer weiteren Erwägung eingegangen.  

Der Beschwerdeführer geht somit fehl, wenn er der Ansicht ist, das SEM 

habe die weiteren Anzeichen in Bezug auf seine Verfolgung während des 

Jahres vor seiner Ausreise nicht berücksichtigt. 

7.4 Soweit der Beschwerdeführer schliesslich geltend macht, Hazara seien 

in Afghanistan gefährdet, er selbst habe aufgrund seiner Zugehörigkeit zur 

Ethnie der Hazara Übergriffe erlitten (vgl. A20/24 F92 f., F131 ff.), kann 

vollumfänglich – sowohl in Bezug auf eine allfällige Kollektivverfolgung als 

auch hinsichtlich der den Beschwerdeführer selbst betreffenden Übergriffe 

zwei bis drei Jahre vor seiner Ausreise aus Afghanistan – vollumfänglich 

auf die zutreffende Erwägung in der vorinstanzlichen Verfügung verwiesen 

werden (dort, Erw. 2, S. 4).  

7.5 Abschliessend fällt auf, dass gemäss den Aussagen des Beschwerde-

führers die afghanischen Behörden regelmässig im Dorf patroulliert und die 

Bevölkerung ermutigt hätten, Auffälligkeiten zu melden, auch hätten sie 

sich bedankt, weil durch entsprechende Meldungen die Behörden einem 

Anschlag haben zuvorkommen können. Weiter gab der Beschwerdeführer 

an, die Polizei habe gesagt, sie werde der Sache nachgehen, die er ge-

meldet habe, sie hätten bei einem weiteren Besuch nachgefragt, ob er 

noch weitere Probleme habe (vgl. A20/24 F87 S. 11 f.). Sie hätten auch die 

Klage entgegengenommen und gesagt, sie müssten zuerst Untersuchun-

gen durchführen (ebd. S. 13). All diese Umstände deuten darauf hin, dass 

die afghanischen Behörden, zumindest im hier zu beurteilenden Einzelfall, 

sowohl als schutzwillig als auch als schutzfähig zu erachten sind. Dass die 

Behörden den Vater des Beschwerdeführers verspottet hätten, als er sich 

einen Monat, nachdem sie nichts unternommen hätten, dort nach Mass-

nahmen erkundigt und den sogenannten Haftbefehl vorgezeigt habe, än-

dert daran nichts. Ebenso wenig, dass die Sicherheitsbehörde dem Be-

schwerdeführer und seiner Familie aufgrund von Personalmangel keine 

Beschützer habe zur Verfügung stellen können, oder einzig für wenige 

Tage. Denn kein Staat hat die Möglichkeit, die absolute Sicherheit aller sei-

ner Bürger jederzeit und überall zu garantieren (vgl. Entscheidungen und 

Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK] 2006 

Nr. 18 E. 10.3.2 S. 203 m.H.a. EMARK 1996 Nr. 28 S. 271 f.). 

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Seite 11 

 

7.6 Zusammenfassend hat das SEM zu Recht die Flüchtlingseigenschaft 

des Beschwerdeführers verneint und sein Asylgesuch abgewiesen. Die 

Einwände in der Rechtsmitteleingabe vermögen keine andere Einschät-

zung zu bewirken und eine weitere Auseinandersetzung damit erübrigt 

sich.  

8.  

8.1 Lehnt das Staatssekretariat das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht 

ein, so verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet 

den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der  

Familie (Art. 44 AsylG). 

 

8.2 Der Beschwerdeführer verfügt weder über eine ausländerrechtliche 

Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Erteilung einer sol-

chen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 

AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

 

9.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt und den rechtserheblichen Sachverhalt richtig 

sowie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG). Die Beschwerde ist ab-

zuweisen. 

 

10.  

10.1 Der Antrag auf Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne 

von Art. 65 Abs. 1 VwVG ist, unabhängig von der bisher nicht belegten Be-

dürftigkeit,  abzuweisen, weil die Begehren – wie sich aus den vorliegenden 

Erwägungen ergibt – als aussichtslos zu bezeichnen sind, womit eine der 

kumulativen Voraussetzungen von Art. 65 Abs. 1 VwVG nicht erfüllt ist. 

10.2  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

 

(Dispositiv nächste Seite) 

 

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Seite 12 

 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird ab-

gewiesen. Die Verfahrenskosten von Fr. 750.- werden dem 

Beschwerdeführer auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand 

des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 

3.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Esther Marti Nina Klaus 

 

 

Versand: