# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 6477261e-2562-55a2-9e05-16028c616fbc
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-20
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 20.03.2025 720 2023 276 (720 23 276)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-2023-276_2025-03-20.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht 
 
 
vom 20. März 2025 (720 23 276) 
 
____________________________________________________________________ 
 
 
Invalidenversicherung 
 
 
Beweistauglichkeit des Gerichtsgutachtens; Bemessung des Validen- und Invalidenein-
kommens 
 
 
Besetzung Präsident Dieter Freiburghaus, Kantonsrichter Jgnaz Jermann, Kan-

tonsrichter Andreas Blattner, Gerichtsschreiberin Tina Gerber 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführerin, vertreten durch Erich Züblin, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente / Rückweisung (Urteil BGer vom 22.8.2023) 

 
 
 
A. Die 1963 geborene A.____ arbeitete zuletzt in einem Pensum von 51% als Textilfach-
verkäuferin und in einem Pensum von 40% bis 50% als selbstständige Damenschneiderin im 
eigenen Design Atelier. Am 10. März 2017 meldete sie sich unter Hinweis auf eine Rückenprob-
lematik «LWS 5 / S1» bei der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug 
an. Die zuständige IV-Stelle Basel-Landschaft (IV-Stelle) prüfte und verneinte 

 

 
 
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Eingliederungsmassnahmen und klärte die gesundheitlichen sowie erwerblichen Verhältnisse ab. 
Dabei veranlasste sie unter anderem durch ihren Abklärungsdienst einen Bericht über die selbst-
ständige Erwerbstätigkeit der Versicherten und holte bei der GA eins GmbH Gutachtenstelle Ein-
siedeln (GA eins) ein interdisziplinäres Gutachten in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Me-
dizin, Psychiatrie, Orthopädie und Neurologie ein. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
lehnte die IV-Stelle einen Leistungsanspruch der Versicherten mangels Diagnosen mit Auswir-
kung auf die Arbeitsfähigkeit mit Verfügung vom 10. August 2021 ab. 
 
B. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat Erich Züblin, am 7. Sep-
tember 2021 Beschwerde beim Kantonsgericht, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kantonsge-
richt). Sie beantragte, es sei die angefochtene Verfügung vom 10. August 2021 aufzuheben und 
es sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, ihr ab 1. September 2017 mindestens eine Vier-
telsrente auszurichten, unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen ausge-
führt, dass die Vergabe des Gutachtenauftrags an die GA eins das Recht der Beschwerdeführerin 
auf ein faires Verfahren verletzt habe. Überdies sei das Gutachten nicht beweistauglich, da es 
sich ungenügend mit den abweichenden Meinungen anderer medizinischer Fachpersonen aus-
einandersetze, keine genügende interdisziplinäre Gesamtbeurteilung und keine korrekte Indika-
torenprüfung beinhalte. Die Beschwerdegegnerin habe ferner zu Unrecht eine Aggravation der 
Beschwerdeführerin angenommen. Das Kantonsgericht wies die Beschwerde mit Urteil vom 
28. Juli 2022 ab. 
 
C. Hiergegen erhob die Beschwerdeführerin, weiterhin vertreten durch Advokat Züblin, Be-
schwerde ans Bundesgericht, IV. öffentlich-rechtliche Abteilung (Bundesgericht), wobei sie am 
erstinstanzlich gestellten Rechtsbegehren festhielt. Das Bundesgericht hiess die Beschwerde mit 
Urteil vom 22. August 2023 (Verfahren 8C_735/2022) teilweise gut, hob den Entscheid des Kan-
tonsgerichts vom 28. Juli 2022 auf und wies die Sache zur weiteren Abklärung und neuen Ent-
scheidung an das Kantonsgericht zurück.  
 
D. Im Nachgang zum Urteil des Bundesgerichts beschloss das Kantonsgericht mit Verfü-
gung vom 27. September 2023, zur weiteren Abklärung des medizinischen Sachverhaltes bei der 
Academy of Swiss Insurance Medicine (asim) ein polydisziplinäres Gerichtsgutachten in den 
Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Psychiatrie, Orthopädie und Neurologie in Auftrag zu 
geben (Auftragsschreiben vom 2. November 2023). Der Auftrag wurde in der Folge erweitert, da 
die beauftragte Gutachtenstelle eine neuropsychologische Abklärung für angezeigt hielt. Die asim 
erstattete am 29. August 2024 das in Auftrag gegebene Gerichtsgutachten. Während die Be-
schwerdegegnerin mit Eingabe vom 16. September 2024 auf eine Stellungnahme verzichtete, 
beantragte die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 18. September 2024 sinnge-
mäss, es sei auf das Gutachten abzustellen und äusserte sich zu den heranzuziehenden Ver-
gleichseinkommen. 
 
E. Mit Verfügung vom 1. Oktober 2024 wurde der vorliegende Fall zur Beurteilung überwie-
sen. Der Beschwerdegegnerin wurde mit Schreiben vom 9. Januar 2025 die Rechnung der asim 
vom 23. Dezember 2024 sowie die dazu ergangene Korrespondenz zur Kenntnis zugestellt.  
 

 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 
1.1 Die Sachurteilsvoraussetzungen sind weiterhin erfüllt, weshalb auf die Beschwerde ein-
zutreten ist. 
 
1.2 Am 1. Januar 2022 trat die vom Gesetzgeber am 19. Juni 2020 beschlossene Änderung 
des IVG ("Weiterentwicklung der IV", WEIV) in Kraft. Die vorliegend angefochtene Verfügung 
datiert vom 10. August 2021 und damit vor dem 1. Januar 2022. Nach den allgemeinen Grunds-
ätzen des intertemporalen Rechts und des zeitlich massgebenden Sachverhalts (statt vieler: BGE 
144 V 210 E. 4.3.1; 129 V 354 E. 1 mit Hinweisen) sind daher die Bestimmungen des IVG und 
diejenigen der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV) vom 17. Januar 1961 sowie des 
Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Ok-
tober 2000 in der bis 31. Dezember 2021 gültig gewesenen Fassung anwendbar (vgl. Urteil des 
Bundesgerichts vom 23. Februar 2022, 8C_455/2021, E. 2). Sie werden im Folgenden jeweils in 
dieser Version wiedergegeben, zitiert und angewendet. Die per 1. Januar 2024 in Kraft getretene 
Änderung betreffend die Höhe des Rentenanspruchs (prozentgenaue Invalidenrente) kommt vor-
liegend aufgrund von lit. c der Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 19. Juni 2020 (Wei-
terentwicklung der IV) nicht zur Anwendung.  
 
2. Streitig ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Massgebend ist der Sachverhalt, 
wie er sich bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung vom 10. August 2021 entwickelt hat. 
Dieser Zeitpunkt bildet rechtsprechungsgemäss die zeitliche Grenze der richterlichen Überprü-
fungsbefugnis (BGE 129 V 4 E. 1.2 mit Hinweis).  
 
3.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 IVG Versicherte, die ihre Erwerbsfä-
higkeit oder ihre Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Einglie-
derungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines 
Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c).  
 
3.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2). Als Invalidität gilt nach Art. 8 ATSG die voraussichtlich bleibende oder längere 
Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Sie kann im IV-Bereich Folge von Ge-
burtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 IVG). Unter Erwerbsunfähigkeit ist der 
durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 
und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust 
der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden allgemeinen Arbeitsmarkt zu verste-
hen (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind nach 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu 

 

 
 
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berücksichtigen (Satz 1). Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver 
Sicht nicht überwindbar ist (Satz 2).  
 
3.3 Die Annahme eines psychischen Gesundheitsschadens im Sinne von Art. 4 Abs. 1 IVG 
sowie Art. 3 Abs. 1 ATSG setzt eine psychiatrische, lege artis auf die Vorgaben eines anerkannten 
Klassifikationssystems abgestützte Diagnose voraus (vgl. BGE 143 V 409 E. 4.5.2, 141 V 281 E. 
2.1, 130 V 396 E. 5.3 und E. 6). Eine fachärztlich einwandfrei festgestellte psychische Krankheit 
ist jedoch nicht ohne weiteres gleichbedeutend mit dem Vorliegen einer Invalidität. In jedem Ein-
zelfall muss eine Beeinträchtigung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit unabhängig von der Diag-
nose und grundsätzlich unbesehen der Ätiologie ausgewiesen und in ihrem Ausmass bestimmt 
sein. Entscheidend ist die nach einem weitgehend objektivierten Massstab zu beurteilende Frage, 
ob es der versicherten Person zumutbar ist, eine Arbeitsleistung zu erbringen (vgl. BGE 143 V 
409 E. 4.2.1, 141 V 281 E. 3.7, 139 V 547 E. 5.2, 127 V 294 E. 4c, je mit Hinweisen; vgl. Art. 7 
Abs. 2 ATSG).  
 
3.4 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG wird die Rente nach dem Grad der Invalidität wie folgt abge-
stuft: Die versicherte Person hat Anspruch auf eine ganze Rente, wenn sie zu mindestens 70%, 
auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf eine halbe Rente, wenn sie zu min-
destens 50% und auf eine Viertelsrente, wenn sie zu mindestens 40% invalid ist.  
 
3.5 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrads das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Dies ist die allgemeine Methode des Einkommensvergleichs (vgl. 
BGE 141 V 15 E. 3.2) mit den Untervarianten des Schätzungs- oder Prozentvergleichs (vgl. BGE 
114 V 310 E. 3a) und der ausserordentlichen Methode (vgl. BGE 128 V 29). 
 
4. Ausgangspunkt der Ermittlung des Invaliditätsgrades bildet die Frage, in welchem Aus-
mass die versicherte Person aufgrund ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigungen arbeitsunfähig 
ist. 
 
4.1 Bei der Feststellung des Gesundheitszustands und bei der Beurteilung der Arbeitsfähig-
keit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterla-
gen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stel-
len haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und 
dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 
Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für 
die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet 
werden können (BGE 132 V 93 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 

 

 
 
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4.2 Das Gericht hat die medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungspro-
zess gültigen Grundsatz der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen 
Beweismittel – frei, d.h. ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflicht-
gemäss zu würdigen. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, un-
abhängig, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die ver-
fügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 
Insbesondere darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht 
erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es 
auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes 
eines Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend 
ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen 
Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 
Schlussfolgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 
V 351 E. 3a mit Hinweis).  
 
4.3 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 352 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu auch 
BGE 135 V 469 E. 4.4 und 4.5). So weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nach der Praxis 
nicht ohne zwingende Gründe von der Einschätzung des medizinischen Experten ab, dessen 
Aufgabe es ist, seine Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen 
bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Ein Grund zum Abweichen kann vorliegen, 
wenn die Gerichtsexpertise widersprüchlich ist oder, wenn ein vom Gericht eingeholtes Obergut-
achten in überzeugender Weise zu andern Schlussfolgerungen gelangt. Eine abweichende Be-
urteilung kann ferner gerechtfertigt sein, wenn gegensätzliche Meinungsäusserungen anderer 
Fachexperten dem Gericht als triftig genug erscheinen, die Schlüssigkeit des Gerichtsgutachtens 
in Frage zu stellen, sei es, dass es die Überprüfung im Rahmen einer Oberexpertise für angezeigt 
hält, sei es, dass es ohne Oberexpertise vom Ergebnis des Gerichtsgutachtens abweichende 
Schlussfolgerungen zieht (BGE 125 V 352 f. E. 3b/aa mit Hinweisen).  
 
5.1 Nachdem das Bundesgericht mit Urteil vom 22. August 2023 (Verfahren 8C_735/2022) 
die vorliegend zur Beurteilung stehende Angelegenheit zur weiteren Abklärung des medizini-
schen Sachverhalts an das Kantonsgericht zurückgewiesen hatte, gab dieses bei der asim ein 
polydisziplinäres Gerichtsgutachten in den Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin, Psychiat-
rie, Orthopädie und Neurologie zur Frage der der Beschwerdeführerin verbleibenden Restarbeits-
fähigkeit und des dabei zu beachtenden Leistungsprofils in Auftrag. Auf Empfehlung der beauf-
tragten Gutachter wurde ausserdem eine neuropsychologische Untersuchung veranlasst.  
 
5.2 Die asim erstattete das in Auftrag gegebene polydisziplinäre Gutachten am 29. August 
2024. Darin diagnostizierten die involvierten Fachärzte mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
(1) eine Arnold-Chiari-Malformation Grad I mit Kleinhirntonsillentiefstand 3-5 mm und ausgepräg-
ter Syringomyelie vom Halswirbelkörper (HWK) 4 bis Brustwirbelkörper (BWK) 1 und BWK 7 bis 

 

 
 
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BWK 11, klinisch mit ausgeprägter zervikothorakaler Schmerzsymptomatik mit Ausstrahlung in 
die oberen Extremitäten, einem sensiblen Defizit in den Dig IV und V sowie in der ulnaren Hand-
kante rechts und einem ataktischem Gangbild mit ungerichteter Fallneigung in den erschwerten 
Gang- und Standprüfungen; (2) einen Kopfschmerz, zurückzuführen auf eine Erkrankung des 
Halses bei Diagnose 1 (ICHD-3 11.2.1); (3) eine zervikale Facettengelenksarthrose (ICD-10 
M 47.82) bei Anterolisthesis HWK 4 (Meyerding Grad I); (4) ein lumbales Schmerzsyndrom (ICD-
10 M 54.86) und residuelles S 1-Syndrom (ICD-10 M 51.1) bei Status nach Diskushernie L 5/S 1 
rechts mit Verdrängung der Wurzel S 1 (Erstdiagnose November 2016), mit wiederholten Wur-
zelinfiltrationen rechts im Jahr 2016 sowie im Mai 2020 und August 2020, bei Status nach mikro-
chirurgischer Fenestration und Sequestektomie L 5 bis S 1 rechts am 11. Oktober 2023 sowie mit 
klinischen Residuen in Form von Kreuzschmerzen und Hypästhesie S 1 rechts und leichter Fuss- 
und Zehenheberparese rechts; (5) eine chronische Schmerzstörung mit physischen und psychi-
schen Anteilen (ICD-10 F 45.41) sowie (6) eine mittelgradige depressive Episode mit deutlichen 
Anzeichen einer Chronifizierung (ICD-10 F 32.1). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit seien 
ein Verdacht auf Migräne ohne Aura (ICHD-3: 1.1) sowie eine Persönlichkeitsakzentuierung mit 
vorrangig histrionischen Zügen (ICD-10 Z 73.1) festzustellen).  
 
Die Schmerzsymptomatik im Hals- und Brustwirbelsäulenbereich mit begleitenden zervikogenen 
Kopfschmerzen würden sowohl die Ausdauer als auch die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität 
erheblich beeinträchtigen. Die Gang- und Standataxie wirke sich ebenfalls auf die Funktionsfä-
higkeit aus. Bei den psychiatrischen Funktionen bestehe die grösste Einschränkung (auch kör-
perlich bedingt) bei der Widerstands- und Durchhaltefähigkeit. Zusätzlich seien bis auf die Mobi-
lität sämtliche anderen psychiatrischen Funktionen durch die Schmerz- und affektive Symptoma-
tik limitiert. So hätten sich neuropsychologische Defizite gezeigt. Die Arbeitsfähigkeit sei aufgrund 
des komplexen Krankheitsbildes leidensbedingt erheblich eingeschränkt. Im Vordergrund stehe 
dabei klar die Syringomyelie mit chronischen Schmerzen im HWS- und BWS- bzw. Schultergür-
telbereich und zervikogenen Kopfschmerzen, deren Auswirkungen zusätzlich durch die darge-
legten somatischen und psychiatrischen Komorbiditäten verstärkt würden. In der angestammten 
Tätigkeit als Verkäuferin sei die Arbeitsfähigkeit bereits aus neurologischen Gründen komplett 
aufgehoben. Die Tätigkeit als selbstständige Damenschneiderin sei lediglich noch mit stark redu-
zierter Präsenzzeit mit zusätzlichen Pausen und gegebenenfalls reduziertem Arbeitstempo mög-
lich. Interdisziplinär ergebe sich in dieser Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit von 27%. Optimal ange-
passt sei eine wechselbelastende, vorwiegend sitzende, körperlich maximal leichte Tätigkeit (ma-
ximal gelegentliches Heben- und Tragen von maximal 5 kg) mit flexibler Gestaltung der Arbeits-
zeiten, flexibler Pausengestaltung mit Rückzugsmöglichkeit, ruhiger Arbeitsatmosphäre, am bes-
ten in Form eines Einzelarbeitsplatzes. Arbeitsplätze mit häufigen Kundenkontakten, Konfliktpo-
tenzial oder forderndem Umfeld oder erhöhten Anforderungen an die Aufmerksamkeit bzw. Kon-
zentration sollten vermieden werden. Nicht möglich seien wirbelsäulenbelastende Tätigkeiten 
oder die Einnahme von Zwangspositionen nach vorne gebeugt, hockend oder kauernd, Stoss-, 
Zug-, oder Vibrationsbelastungen oder Tätigkeiten mit häufigen Rotationen um die Körperachse. 
In einer solchen leidensangepassten Tätigkeit sei eine Präsenzzeit von 55% (inklusive erhöhten 
Pausenbedarf) mit einer Leistungsminderung von 20%, somit insgesamt eine Tätigkeit im Umfang 
von 44% zumutbar. 
 

 

 
 
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Bezüglich des Verlaufs der Arbeitsfähigkeit sei im Längsschnitt eine sukzessive Abnahme der 
Arbeitsfähigkeit ab Ende 2016, mit anhaltender Einschränkung der Arbeitsfähigkeit als Folge der 
neurologischen und später auch psychischen Symptomatik nachvollziehbar. Es werde davon 
ausgegangen, dass das komplexe Leiden zum Zeitpunkt der IV-Anmeldung im März 2017 in etwa 
dem heutigen Ausmass entsprochen habe. Somit sei die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit retro-
spektiv seit der IV-Anmeldung im März 2017 anzunehmen.  
 
5.3 Wie in Erwägung 4.3 hiervor ausgeführt, weicht das Gericht bei Gerichtsgutachten nicht 
ohne zwingende Gründe von der Einschätzung der medizinischen Experten oder Expertinnen ab, 
deren Aufgabe es ist, ihre Fachkenntnisse der Gerichtsbarkeit zur Verfügung zu stellen, um einen 
bestimmten Sachverhalt medizinisch zu erfassen. Vorliegend sind keine Gründe ersichtlich, die 
Anlass geben könnten, die Ergebnisse im Gerichtsgutachten der asim vom 29. August 2024 in 
Frage zu stellen oder gar davon abzuweichen. Es ist vielmehr festzuhalten, dass die Expertise 
die rechtsprechungsgemässen Voraussetzungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage in 
jeder Hinsicht erfüllt. So weist sie weder formale noch inhaltliche Mängel auf und ist – wie dies 
vom Bundesgericht verlangt wird (vgl. E. 4.2 hiervor) – für die streitigen Belange umfassend, be-
ruht auf einem eingehenden Aktenstudium und umfassenden Untersuchungen, sie berücksichtigt 
sämtliche geklagten Beschwerden, setzt sich mit den abweichenden ärztlichen Einschätzungen 
auseinander, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge bzw. der Beurteilung 
der medizinischen Situation ein und vermittelt so ein umfassendes Bild über den Gesundheitszu-
stand der Beschwerdeführerin. Die gestellten Diagnosen sind begründet und nachvollziehbar her-
gleitet. Die Gutachter haben namentlich auch eingehend und nachvollziehbar dargelegt, welche 
Wechselwirkungen die verschiedenen Diagnosen haben. Sie haben die Ressourcen und Ein-
schränkungen der Beschwerdeführerin umfassend dargelegt. Sodann ergeben sich aus dem Gut-
achten keinerlei Widersprüche. Insgesamt sind sowohl die Beurteilung als auch die Schlussfol-
gerungen im Gutachten überzeugend. Es wird deutlich, dass die Beschwerdeführerin aufgrund 
der gestellten Diagnosen, die sich gegenseitig ungünstig beeinflussen, wesentlich in ihrer Leis-
tungsfähigkeit eingeschränkt ist. Darüber hinaus haben die Gerichtsexperten und -expertinnen 
den Verlauf der Krankheit dargelegt. Vor diesem Hintergrund vermag auch die Einschätzung der 
Arbeitsfähigkeit zu überzeugen. Es ist folglich davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin 
seit März 2017 in der angestammten Tätigkeit als Verkäuferin zu 100% respektive in der ange-
stammten Tätigkeit als selbstständige Damenschneiderin zu 73% und in einer angepassten Tä-
tigkeit zu 56% arbeitsunfähig war und ist. Da im Übrigen auch die Parteien keine Kritik an der 
eingeholten Gerichtsexpertise äussern, ist auf deren Ergebnisse ohne Weiteres abzustellen. 
 
6.1 Der Invaliditätsgrad ist bei erwerbstätigen Versicherten aufgrund eines Einkommensver-
gleichs zu bestimmen (vgl. Art. 16 ATSG, E. 3.5 hiervor). Der Einkommensvergleich hat in der 
Regel in der Weise zu erfolgen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmäs-
sig möglichst genau ermittelt und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdif-
ferenz lässt sich der Invaliditätsgrad bestimmen (allgemeine Methode des Einkommensver-
gleichs; BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 E. 2a und b). Die Beschwerdegegnerin hat in der ange-
fochtenen Verfügung vom 10. August 2021 keinen Einkommensvergleich vorgenommen und sich 
auch nach Vorliegen des Gerichtsgutachtens nicht zu den erwerblichen Auswirkungen der medi-
zinischen Beurteilung geäussert.  

 

 
 
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6.2.1 Bei der Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person 
im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit als gesunde Person tatsächlich verdienen würde. Die Ermittlung des im Ge-
sundheitsfall von der versicherten Person erzielbaren Einkommens hat so konkret wie möglich 
zu geschehen (ULRICH MEYER/ MARCO REICHMUTH, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum 
Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die Invalidenversicherung, 3. Auflage, Zürich/Ba-
sel/Genf 2014, Art. 28a N. 48 ff.). In der Regel wird am zuletzt erzielten, nötigenfalls der Teuerung 
und der realen Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft, da erfahrungsge-
mäss die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 134 V 322 
E. 4.1). Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt sein (RKUV 1993 Nr. 
U 168 S. 101 E. 3b). Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar oder hätte die versicherte Person ihre 
bisherige Stelle auch ohne gesundheitliche Beeinträchtigung verloren, so können die Zahlen der 
Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik herangezogen wer-
den (Urteil des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1 und vom 9. Juni 
2015, 9C_212/2015, E. 5.4).  
 
6.2.2 Vor Eintritt des Gesundheitsschadens arbeitete die Beschwerdeführerin in einem Pensum 
von 51% als Textilfachverkäuferin und in einem Pensum von 40% bis 50% als selbstständige 
Damenschneiderin im eigenen Design Atelier. Vorliegend kann auf das zuletzt als Textilfachver-
käuferin bei der B.____ AG erzielte Einkommen nicht abgestellt werden. Die Beschwerdeführerin 
verlor ihre dortige Anstellung per 30. Juni 2017 zwar primär aus gesundheitlichen Gründen (vgl. 
Kündigungsschreiben vom 19. April 2017, IV-Dok. Nr. 21), aufgrund des im folgenden Jahr ein-
getretenen Konkurses der Arbeitgeberin ist indessen nicht davon auszugehen, dass die Be-
schwerdeführerin im Gesundheitsfall weiterhin dort angestellt wäre. Indessen kann auch nicht auf 
das Einkommen abgestellt werden, dass die Beschwerdeführerin als selbstständige Damen-
schneiderin erzielte. Die Beschwerdegegnerin hat bezüglich dieser Tätigkeit Abklärungen vorge-
nommen (Abklärungsbericht vom 10. Dezember 2020, IV-Dok. Nr. 130). Zum Zeitpunkt der Ab-
klärung war die selbstständige Tätigkeit im eigenen Atelier seit längerem inaktiv. Gemäss Schil-
derungen der Versicherten existiere das Atelier lediglich noch aus AHV-technischen Gründen und 
generiere keinen Umsatz. Die Abklärungsperson der IV stellte im Ergebnis fest, dass sich weder 
ein Einkommensvergleich aufgrund der Geschäftsabschlüsse noch ein Betätigungsvergleich be-
werkstelligen liesse. Es liegen keine Gründe vor, an dieser Einschätzung zu zweifeln. Nach dem 
Ausgeführten kann weder in Bezug auf die selbstständige noch in Bezug auf die unselbstständige 
Tätigkeit auf das tatsächlich erzielte Einkommen abgestellt werden. Somit ist das Valideneinkom-
men anhand der statistischen Werte der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bun-
desamtes für Statistik (BFS) zu ermitteln. 
 
6.2.3 Der Rentenbeginn ist vorliegend in Übereinstimmung mit den beweiskräftigen gutachter-
lichen Ausführungen auf den 1. März 2018 festzulegen (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG; E. 5.3 hiervor) 
Anwendbar sind damit im vorliegenden Fall die Tabellen der LSE 2018 (BGE 150 V 67 E. 4.2 mit 
Hinweisen). Wie bereits ausgeführt, war die Beschwerdeführerin sowohl im Verkauf (Tabelle 
TA1_tirage_skill_level, Monatlicher Bruttolohn (Zentralwert) nach Wirtschaftszweigen, Kompe-
tenzniveau und Geschlecht, Sektor Dienstleistungen Nr. 47) als auch als Damenschneiderin 

 

 
 
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angestellt, was sowohl unter den Sektor Produktion Nr. 13 - 15 als auch unter den Sektor Dienst-
leistungen (Änderungsschneiderei) fallen könnte. Aufgrund dieser gemischten Tätigkeiten recht-
fertigt es sich im vorliegenden Fall, zur Ermittlung des Valideneinkommens auf den Totalwert 
abzustellen. Die Beschwerdeführerin bringt in diesem Zusammenhang vor, dass in jedem Fall auf 
das Kompetenzniveau 3 abzustellen sei, da es sich um komplexe praktische Tätigkeiten gehan-
delt habe, die ein grosses Wissen in einem Spezialgebiet voraussetzen würden. Dem Auszug 
aus dem individuellen Konto (IV-Dok. Nr. 107) ist indessen zu entnehmen, dass das Gesamtein-
kommen der Beschwerdeführerin während Jahren mehrheitlich aus der Verkaufstätigkeit resul-
tierte, die eher dem Kompetenzniveau 2 zuzuordnen wäre. Die selbstständige Tätigkeit als Da-
menschneiderin, welche dem Kompetenzniveau 3 zugeordnet werden könnte, führte vor Eintritt 
der Invalidität nicht zu einem relevanten Einkommen. Damit steht fest, dass das Valideneinkom-
men aufgrund der LSE 2018, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Totalwert Kompetenzniveau 2, 
Frauen, zu ermitteln ist. Es resultiert ein Valideneinkommen von Fr. 61'574.-- (Fr. 4'849.-- x 12, 
aufgerechnet auf eine betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 41,7 Stunden und angepasst 
an die Teuerung [0.9% für das Jahr 2019, 0.8% für das Jahr 2020].  
 
6.3.1 Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls 
keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen, sind für die Bemessung des 
Invalideneinkommens die Tabellenlöhne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des 
Bundesamtes für Statistik heranzuziehen (BGE 143 V 295 E. 2.2). In der Regel ist dabei auf den 
Totalwert der Tabelle TA1_tirage_skill_level abzustellen (BGE 148 V 174 E. 6.2 mit Hinweisen). 
Vorliegend gelangen zur Ermittlung des Invalideneinkommens ebenfalls die LSE 2018 zur An-
wendung.  
 
6.3.2 Wie die Beschwerdeführerin in ihrer Stellungnahme vom 18. September 2024 zu Recht 
ausführt, ist aufgrund ihrer gesundheitlichen Einschränkungen auf das Kompetenzniveau 1 ab-
zustellen. Damit resultiert ein Ausgangswert von Fr. 55'615.-- (TA1_tirage_skill_level, Totalwert 
Kompetenzniveau1, Frauen [Fr. 4'371.-- x 12, aufgerechnet auf eine betriebsübliche Wochenar-
beitszeit von 41,7 Stunden und angepasst an die Teuerung in den Jahren 2019 und 2020). Unter 
Berücksichtigung der gutachterlich attestierten Restarbeitsfähigkeit von 44% ergibt sich ein Inva-
lideneinkommen von Fr. 24'470.--. Stellt man dieses Invalideneinkommen dem ermittelten Vali-
deneinkommen gegenüber, so resultiert ein Invaliditätsgrad von 60.33%, womit die Beschwerde-
führerin Anspruch auf eine Dreiviertelsrente hätte.  
 
6.3.3 Gemäss der bis zum 31. Dezember 2021 gültig gewesenen und vorliegend anwendbaren 
(vgl. E. 1.2 hiervor) Regelung konnte das Invalideneinkommen, das auf der Grundlage von sta-
tistischen Lohndaten wie namentlich der LSE ermittelt wurde, unter bestimmten Voraussetzungen 
gekürzt werden. Damit sollte der Tatsache Rechnung getragen werden, dass persönliche und 
berufliche Merkmale, wie Art und Ausmass der Behinderung, Lebensalter, Dienstjahre, Nationa-
lität oder Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad Auswirkungen auf die Lohnhöhe haben 
und die versicherte Person je nach Ausprägung deswegen die verbliebene Arbeitsfähigkeit auch 
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt nur mit unterdurchschnittlichem erwerblichem Erfolg ver-
werten konnte (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2). Der Abzug war unter Würdigung der Umstände im 
Einzelfall nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen und durfte 25 % nicht 

 

 
 
Seite 10   

übersteigen. Das Bundesgericht betonte, dass dem Abzug als Korrekturinstrument bei der Fest-
setzung eines möglichst konkreten Invalideneinkommens überragende Bedeutung zukommt (vgl. 
BGE 148 V 174 E. 9.2.2 und E. 9.2.3; siehe auch die Urteile des Bundesgerichts vom 30. Juni 
2023, 9C_555/2022, E. 4.1 und vom 12. Januar 2023, 8C_623/2022, E. 5.2.1.). 
 
6.3.4 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass ihr aufgrund der lediglich noch zumutbaren 
Teilarbeitsfähigkeit ein leidensbedingter Abzug von 10% zu gewähren sei. Ausserdem sei das 
Invalideneinkommen um weitere 10% zu reduzieren, da Invalide statistisch gesehen ein geringe-
res Einkommen als Gesunde erzielen könnten. Da aufgrund der qualitativen Einschränkungen 
überdies eigentlich nur noch eine Heimarbeit in Frage komme, sei der maximal zulässige Abzug 
von 25% vom Invalideneinkommen vorzunehmen. Dieser Argumentation kann letztlich nicht ge-
folgt werden. Unter der bis 31. Dezember 2021 anwendbaren Regelung und der dazu ergange-
nen Rechtsprechung ist kein Pauschalabzug von 10% vorzunehmen. Des Weiteren ist gemäss 
damaliger bundesgerichtlicher Rechtsprechung bei teilzeitlich tätigen Frauen unter dem Titel Be-
schäftigungsgrad grundsätzlich kein leidensbedingter Abzug gerechtfertigt (vgl. Urteil des Bun-
desgerichts vom 3. März 2022, 8C_799/2021, E. 4.3.3 mit Hinweis). Dem Gerichtsgutachten vom 
29. August 2024 ist überdies zu entnehmen, dass der erhöhte Pausenbedarf bereits in der zu-
mutbaren Arbeitsfähigkeit berücksichtigt wurde. Dennoch ist festzustellen, dass das zumutbare 
Anforderungsprofil der im Zeitpunkt des Rentenbeginns knapp 55-jährigen Beschwerdeführerin 
eher eng ist. Ob und in welcher Höhe für die leidensbedingten Einschränkungen ein Abzug vom 
Tabellenlohn gerechtfertigt ist, muss vorliegend indessen mangels Entscheidrelevanz nicht be-
antwortet werden. Erst unter Vornahme des maximal möglichen und vorliegend keinesfalls ange-
zeigten Abzugs von 25% ändert sich der Invaliditätsgrad in anspruchserheblicher Weise. Selbst 
bei einem Abzug von 20% – wie er der aktuellsten Regelung ab 1. Januar 2024 entsprechen 
würde (vgl. Art. 26bis Abs. 3 IVV, gültig ab 1. Januar 2025) – resultiert ein Invaliditätsgrad von 
68%, womit es beim Anspruch auf eine Dreiviertelsrente bleibt.  
 
7. Zusammenfassend ist als Ergebnis festzuhalten, dass die Beschwerde gutgeheissen wird. 
Demgemäss wird die angefochtene Verfügung vom 10. August 2021 aufgehoben und es wird 
festgestellt, dass die Beschwerdeführerin ab 1. März 2018 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente 
der Invalidenversicherung hat.  
 
8. Es bleibt über die Kosten des Verfahrens zu befinden. Dabei sind aufgrund des Bundes-
gerichtsurteils vom 22. August 2023 auch die Kosten des ersten Verfahrens vor Kantonsgericht 
(Verfahren Nr. 720 21 260) neu zu verlegen 
 
8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Be-
willigung oder die Verweigerung von IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert 
im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festgelegt. Vorliegend ist dem Kantonsgericht ein über-
durchschnittlich hoher Verfahrensaufwand entstanden, weshalb es sich rechtfertigt, die Verfah-
renskosten auf den gemäss bundesrechtlichem Kostenrahmen maximal zulässigen Betrag von 
Fr. 1'000.-- festzusetzen. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfahrenskosten in der Regel der 
unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorliegend ist die IV-Stelle 

 

 
 
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unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihr zu auferlegen sind. Der Beschwerdefüh-
rerin ist der im Verfahren Nr. 720 21 260 geleistete Kostenvorschuss zurückzuerstatten.  
 
8.2.1 Nach Art. 45 Abs. 1 ATSG hat der Versicherungsträger die Kosten der Abklärung zu über-
nehmen, soweit er die Massnahmen angeordnet hat. Hat er keine Massnahmen angeordnet, so 
hat er deren Kosten dennoch zu übernehmen, wenn die Massnahmen für die Beurteilung des 
Anspruchs unerlässlich waren oder Bestandteil nachträglich zugesprochener Leistungen bilden. 
Wie das Bundesgericht in BGE 137 V 210 entschieden hat, sind in jenen Fällen, in denen zur 
Durchführung der vom Gericht als notwendig erachteten Beweismassnahme an sich eine Rück-
weisung in Frage käme, eine solche indessen mit Blick auf die Wahrung der Verfahrensfairness 
entfällt, die Kosten der durch das Gericht in Auftrag gegebenen Begutachtung den IV-Stellen 
aufzuerlegen. Dies sei, so das Bundesgericht weiter, mit der zitierten Bestimmung von Art. 45 
Abs. 1 ATSG durchaus vereinbar (vgl. BGE 137 V 210 E. 4.4.2). In BGE 139 V 496 hat das 
Bundesgericht präzisierend Kriterien aufgestellt, die bei der Beurteilung der Frage, ob die Kosten 
eines Gerichtsgutachtens der Verwaltung auferlegt werden können, zu berücksichtigen sind. Es 
erwog, es müsse ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Untersuchungsmangel seitens 
der Verwaltung und der Notwendigkeit, eine Gerichtsexpertise anzuordnen. Dies sei namentlich 
in folgenden Konstellationen der Fall: Wenn ein manifester Widerspruch zwischen den verschie-
denen, aktenmässig belegten ärztlichen Auffassungen bestehe, ohne dass die Verwaltung diesen 
durch objektiv begründete Argumente entkräftet habe; wenn die Verwaltung zur Klärung der me-
dizinischen Situation notwendige Aspekte unbeantwortet gelassen oder wenn sie auf eine Exper-
tise abgestellt habe, welche die Anforderungen an eine medizinische Beurteilungsgrundlage nicht 
erfülle (vgl. BGE 125 V 351 E. 3a). Wenn die Verwaltung dagegen den Untersuchungsgrundsatz 
respektiert und ihre Auffassung auf objektive konvergente Grundlagen oder auf die Ergebnisse 
einer rechtsgenüglichen Expertise gestützt habe, sei die Überbindung der Kosten des erstinstanz-
lichen Gerichtsgutachtens an sie nicht gerechtfertigt, aus welchen Gründen dies auch immer er-
folge (zum Beispiel aufgrund der Einreichung neuer Arztberichte oder eines Privatgutachtens; 
zum Ganzen: BGE 139 V 496 E. 4.4 mit Hinweisen). 
 
8.2.2 Vorliegend ist das Bundesgericht mit Urteil vom 22. August 2023 zum Ergebnis gelangt, 
dass ein Sachentscheid gestützt auf die damals vorhandene Aktenlage nicht möglich war. Es 
führte namentlich aus, dass das im Verwaltungsverfahren bei der GA eins GmbH Gutachtenstelle 
Einsiedeln keine ausschlaggebende Beweiskraft zukam. Da auch die übrigen bei den Akten lie-
genden medizinischen Berichte keine verlässliche Entscheidungsgrundlage bildeten, waren die 
Abklärungsergebnisse aus dem Verwaltungsverfahren nicht ausreichend beweiskräftig. Dem-
nach wies das Verwaltungsverfahren Untersuchungsmängel auf, die eine Gerichtsexpertise not-
wendig machten. Die Kosten des polydsiziplinären Gerichtsgutachtens, welche sich gemäss der 
eingereichten Honorarnote vom 23. Dezember 2024 auf insgesamt Fr. 25'240.30 belaufen, sind 
unter diesen Umständen der IV-Stelle aufzuerlegen. 
 
8.3 Gemäss Art. 61 lit. g Satz 1 ATSG hat die obsiegende beschwerdeführende Person An-
spruch auf Ersatz ihrer Parteikosten. Da die Beschwerdeführerin obsiegende Partei ist, ist ihr eine 
Parteientschädigung zu Lasten der IV-Stelle zuzusprechen. Der Rechtsvertreter der Beschwer-
deführerin hat in seiner Honorarnote vom 7. Dezember 2022 betreffend das Verfahren Nr. 720 

 

 
 
Seite 12   

21 260 einen Aufwand von 17 Stunden und 25 Minuten geltend gemacht. Die detaillierte Abrech-
nung enthält indessen fünf Aufwendungen im Umfang von insgesamt 50 Minuten mit Auslagen 
von Fr. 6.--, die auf den Kontakt des Rechtsvertreters mit der Rechtsschutzversicherung der Be-
schwerdeführerin zurückzuführen ist. Diese Bemühungen würden im Falle einer nicht rechts-
schutzversicherten Person nicht anfallen und sind daher praxisgemäss nicht zu berücksichtigen 
(vgl. Urteile des Kantonsgerichts, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 16. Dezember 2021 
[720 20 127] E. 10.4, vom 20. März 2018 [720 2018 28] E. 6.3 und vom 9. November 2017 [720 
17 283] E. 9.3 sowie Beschluss der Präsidentin vom 23. September 2016 [720 16 51] E. 3.2). Der 
Aufwand ist entsprechend auf 16 Stunden und 35 Minuten und die geltend gemachten Auslagen 
auf Fr. 153.90 zu kürzen. In seiner Honorarnote vom 2. Oktober 2024 betreffend das vorliegende 
Verfahren Nr. 720 23 276) macht der Rechtsvertreter einen Aufwand von insgesamt 5 Stunden 
und 5 Minuten geltend gemacht. Insgesamt ergibt sich damit ein Aufwand von 21 Stunden und 
40 Minuten, was sich umfangmässig in Anbetracht der sich stellenden Sachverhalts- und Rechts-
fragen als angemessen erweist. Die Bemühungen sind zu dem in Sozialversicherungsprozessen 
praxisgemäss für durchschnittliche Fälle zur Anwendung gelangenden Stundenansatz von Fr. 
250.-- zu entschädigen. Nicht zu beanstanden sind sodann die in den Honorarnoten ausgewie-
senen Auslagen von Fr. 192.--. Für die Bemühungen des Rechtsvertreters ist der Beschwerde-
führerin deshalb eine Entschädigung in der Höhe von Fr 6'041.95 (16,58 Stunden à Fr. 250.– + 
Auslagen von Fr. 153.90 zuzüglich 7,7% Mehrwertsteuer sowie 2 Stunden à Fr. 250.-- zuzüglich 
7,7% Mehrwertsteuer und 3,08 Stunden à Fr. 250.-- + Auslagen von 38.10 zuzüglich 8,1% Mehr-
wertsteuer) zu Lasten der Beschwerdegegnerin zuzusprechen. 
 
 

 
 
 
 

  

 

 
 
Seite 13   

Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung vom 
10. August 2021 aufgehoben und es wird festgestellt, dass die Be-
schwerdeführerin ab 1. März 2018 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente 
der Invalidenversicherung hat. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 1'000.-- werden der Be-
schwerdegegnerin auferlegt. 

Der Beschwerdeführerin wird der geleistete Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- zurückerstattet. 

 3. Die Kosten für die gerichtliche Begutachtung in der Höhe von insgesamt 
Fr. 25'240.30 werden der Beschwerdegegnerin auferlegt. 

 4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 6'041.95 (inklusive Auslagen und 7,7% 
respektive 8,1% Mehrwertsteuer) auszurichten.