# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 997b735e-53e3-5bb1-ad20-086b67935e81
**Source:** Zug (ZG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-11-07
**Language:** de
**Title:** Zug Verwaltungsgericht Sozialversicherungsrechtliche Kammer 07.11.2022 S 2021 26
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZG_Verwaltungsgericht/ZG_VG_001_S-2021-26_2022-11-07.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS ZUG

SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHE KAMMER

Mitwirkende Richter: lic. iur. Adrian Willimann, Vorsitz
lic. iur. Jacqueline Iten-Staub und lic. iur. Ivo Klingler
Gerichtsschreiberin: MLaw Jeannine Suter

U R T E I L  vom 7. November 2022 [rechtskräftig]
gemäss § 29 der Geschäftsordnung

in Sachen

A.________
Beschwerdeführerin
vertreten durch RA B.________

gegen

IV-Stelle Zug, Baarerstrasse 11, Postfach, 6302 Zug
Beschwerdegegnerin 

betreffend

Invalidenversicherung 
(Rente)

S 2021 26

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Urteil S 2021 26

A. Die 1963 geborene A.________ meldete sich am 2. Juni 2015 bei der Invaliden-
versicherung (IV) zur Früherfassung an (IV-act. 1). Die Versicherte war zu jenem Zeitpunkt 
(nach drei Suizidversuchen) in der Klinik C.________ hospitalisiert (IV-act. 22 S. 5 ff.). 
Während dieses stationären Aufenthalts stürzte A.________ auf dem Klinikgelände und 
verletzte sich dabei am linken Kniegelenk (IV-act. 22 S. 11, 111 S. 12 f.). Aufgrund der 
Unterlagen und eines kurzen Telefongesprächs mit der Versicherten empfahl die (damals 
zuständige) IV-Stelle Zürich eine Anmeldung bei der IV vorzunehmen (IV-act. 3, 4). 
Daraufhin meldete sich A.________ am 9. Juli 2015 mit dem Hinweis auf 
"Depressionen/Burnout" bei der IV zum Leistungsbezug (berufliche Integration und Rente) 
an (IV-act. 5). Im August 2015 trat die IV-Stelle Zürich das Aktendossier infolge 
Wohnsitzwechsels der Versicherten an die IV-Stelle Zug ab (IV-act. 19). Seitens der IV 
wurden medizinische Unterlagen eingeholt, die Akten der zuständigen 
Krankentaggeldversicherung beigezogen (vgl. IV-act. 9; sowie insb. das psychiatrische 
Gutachten zuhanden der Krankentaggeldversicherung vom 21. Februar 2016, IV-act. 31) 
und das Dossier dem Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD) vorgelegt (IV-act. 24, 36). Ab 
dem 23. Mai 2016 (bis Mai 2017) nahm die Versicherte an einem 
Beschäftigungsprogramm des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums (RAV) Zug teil 
(Textilatelier Halle 44; vgl. IV-act. 44 S. 3, 97 S. 4).

Mit Vorbescheid vom 23. September 2016 stellte die IV-Stelle der Versicherten eine vom 
1. Januar bis 30. April 2016 befristete ganze Rente in Aussicht (IV-act. 40), woraufhin 
A.________ Einwände erhob (IV-act. 41, 44 S. 1 f.). Nach dem Eingang weiterer 
medizinischer Berichte erfolgte am 19. Januar 2017 erneut eine Stellungnahme des RAD, 
worin sich der RAD-Arzt dafür aussprach, dass umgehend wieder mit beruflichen 
Eingliederungsmassnahmen begonnen werden solle (IV-act. 48). Mit Schreiben vom 
26. Januar 2017 wurde A.________ mitgeteilt, dass der Vorbescheid vom 23. September 
2016 aufgehoben und sie nach der Durchführung beruflicher Massnahmen einen neuen 
Vorbescheid erhalten werde (IV-act. 49). Seitens der IV folgten Kostengutsprachen für ein 
Arbeitstraining vom 1. Mai bis 31. Oktober 2017 (Arbeitstraining D.________; IV-act. 61), 
für die Verlängerung des Arbeitstrainings vom 1. November 2017 bis 31. Januar 2018 (IV-
act. 67) und für einen Arbeitsversuch vom 20. Februar bis 19. August 2018 (Praxis 
E.________; IV-act. 77). Für die Dauer dieser Eingliederungsmassnahmen erhielt die 
Versicherte jeweils IV-Taggelder zugesprochen (IV-act. 63, 69, 79). 

Nach Ende des Eingliederungsprozesses im August 2018 aktualisierte die IV-Stelle die 
medizinische und berufliche Aktenlage (vgl. IV-act. 98 ff.) und liess am 25. Februar 2020 

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Urteil S 2021 26

abermals ihren RAD Stellung nehmen (IV-act. 121). Mit Vorbescheid vom 21. Juli 2020 
stellte sie der Versicherten unverändert eine vom 1. Januar bis 30. April 2016 befristete 
ganze Rente in Aussicht (IV-act. 128). A.________ erhob wiederum Einwände gegen den 
Vorbescheid (IV-act. 130, 133) und liess der Verwaltung insbesondere den Bericht der 
F.________ AG, ambulante Psychiatrie, vom 4. November 2020 (IV-act. 135) zukommen. 
Der RAD äusserte sich hierzu am 26. November 2020 (IV-act. 136), woraufhin die IV-
Stelle am 18. Januar 2021 wie vorbeschieden verfügte (IV-act. 137 i.V.m. 139 = BF-
act. 2). 

B. Mit Beschwerde vom 17. Februar 2021 liess A.________ (nachfolgend Beschwer-
deführerin) beantragen, es sei ihr eine Rente nach Gesetz zuzusprechen. Eventualiter sei 
sie bidisziplinär zu begutachten. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der IV-
Stelle. In prozessualer Hinsicht sei ihr die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und 
Rechtsanwalt B.________ als unentgeltlicher Rechtsvertreter beizugeben. 

Inhaltlich liess die Beschwerdeführerin im Wesentlichen vorbringen, dass die IV-Stelle die 
Anforderungen, welche an das Erwecken von lediglich "geringen Zweifeln" gestellt werden 
dürften, überspannt habe. Auf die Schlussfolgerungen des RAD könne in Anbetracht der 
divergierenden Beurteilung der F.________ AG (vom 4. November 2020) nicht abgestellt 
werden. Die Verschlechterung des Gesundheitszustands hänge nicht damit zusammen, 
dass die Beschwerdeführerin körperlich nicht angepasste Arbeiten ausgeführt habe. Die 
Panikattacken sowie auch die Schmerzen hätten bereits im Rahmen des 40 %-Pensums 
im geschützten Rahmen zugenommen. Vielmehr hänge die Verschlechterung offenbar mit 
der Überschreitung der psychischen Belastungsgrenze zusammen. Diesbezüglich sei 
daran zu erinnern, dass als arbeitsunfähig auch gelte, wer eine Tätigkeit nur unter der 
Gefahr der Verschlimmerung des Gesundheitszustands ausüben könne. Genau dies sei 
hier der Fall (act. 1). 

C. Mit Verfügung vom 19. Februar 2021 wurde die Beschwerdeführerin aufgefordert, 
bis zum 22. März 2021 einen Kostenvorschuss von Fr. 800.– zu bezahlen oder innert 
derselben Frist ein nunmehr substantiiertes Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen 
Prozessführung einzureichen (act. 2).

D. Am 11. März 2021 liess die Beschwerdeführerin dem Gericht ein substantiiertes 
Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessführung zukommen (act. 3).

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E. Mit Verfügung vom 15. März 2021 bewilligte der Vorsitzende der 
sozialversicherungsrechtlichen Kammer des Verwaltungsgerichts das Gesuch der 
Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege und stellte ihr für das Verfahren vor 
dem Verwaltungsgericht in der Person von Rechtsanwalt B.________ einen 
unentgeltlichen Rechtsbeistand bei (act. 4).

F. Mit Vernehmlassung vom 23. April 2021 schloss die IV-Stelle (nachfolgend auch 
Beschwerdegegnerin) auf vollumfängliche Abweisung der Beschwerde (act. 5). 

G. Es erfolgte kein zweiter Schriftenwechsel. Auf die weiteren Ausführungen in den 
Rechtsschriften wird – soweit erforderlich – in den nachfolgenden Erwägungen 
eingegangen. 

Das Verwaltungsgericht erwägt:

1. Am 1. Januar 2021 sind die am 21. Juni 2019 verabschiedeten, geänderten 
Bestimmungen des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in Kraft getreten. Am 1. Januar 2022 ist 
weiter das revidierte Bundesgesetz über die Invalidenversicherung in Kraft getreten (IVG; 
SR 831.20; Weiterentwicklung der IV, Änderung vom 19. Juni 2020). 

Das Sozialversicherungsgericht stellt bei der Beurteilung eines Falles grundsätzlich auf 
den bis zum Zeitpunkt des Erlasses der strittigen Verfügung eingetretenen Sachverhalt ab; 
in zeitlicher Hinsicht sind, vorbehältlich abweichender Übergangsbestimmungen, 
diejenigen Rechtssätze massgebend, die bei der Erfüllung des zu Rechtsfolgen führenden 
Tatbestandes Geltung hatten (vgl. etwa BGE 147 V 278 E. 2.1; 144 II 326 E. 2.1.1; 131 V 
9 E. 1; 129 V 354 E. 1, je mit Hinweisen). 

Die hier angefochtene Verfügung erging am 18. Januar 2021; die zu beurteilende 
Beschwerde wurde am 17. Februar 2021 der Post übergeben. Anwendbar sind demnach 
die ab 1. Januar 2021 bzw. bis 31. Dezember 2021 gültigen Normen des ATSG, des IVG 
sowie der Verordnung über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201). Diese Erlasse 
werden nachfolgend in der entsprechenden Fassung zitiert.

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2. Das Verwaltungsgericht beurteilt als einzige kantonale Instanz Beschwerden aus 
dem Bereich der Sozialversicherungen (Art. 57 ATSG i.V.m. § 77 Abs. 1 des Gesetzes 
über den Rechtsschutz in Verwaltungssachen [Verwaltungsrechtspflegegesetz, VRG; 
BGS 162.1] und § 12 Abs. 1 lit. a des Einführungsgesetzes zu den Bundesgesetzen über 
die Alters- und Hinterlassenenversicherung und die Invalidenversicherung [BGS 841.1]). 
Die örtliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts des Kantons Zug ist vorliegend 
gestützt auf Art. 69 Abs. 1 lit. a IVG – Zuständigkeit am Ort der IV-Stelle – fraglos 
gegeben. Die angefochtene Verfügung datiert vom 18. Januar 2021 und ging beim 
Rechtsanwalt der Beschwerdeführerin am 19. Januar 2021 ein (vgl. act. 1 S. 3). Mit der 
am 17. Februar 2021 der Schweizerischen Post übergebenen Beschwerdeschrift ist die 
30-tägige Frist gemäss Art. 60 Abs. 1 ATSG gewahrt. Die Beschwerdeführerin ist als 
Verfügungsadressatin direkt betroffen und zur Beschwerde legitimiert. Die 
Beschwerdeschrift genügt sodann den formellen Anforderungen von Art. 61 lit. b ATSG, 
weshalb auf die Beschwerde einzutreten ist. Die Beurteilung erfolgt auf dem 
Zirkulationsweg gemäss § 29 der Geschäftsordnung des Verwaltungsgerichtes (GO VG; 
BGS 162.11).

3. Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. Umstritten 
ist dabei insbesondere, ob der zur Beurteilung des Rentenanspruchs massgebliche 
Sachverhalt rechtsgenüglich abgeklärt wurde. 

4.
4.1 Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 ATSG die voraussichtlich bleibende oder länge-
re Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit. Bei erwerbstätigen Versicher-
ten wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades gemäss Art. 16 ATSG das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 
zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalidenein-
kommen), in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn 
sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen; sog. Einkommensvergleich).

4.2 Gemäss Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine Rente, die 
ihre Erwerbstätigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch 
zumutbare Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 

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mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind (lit. b) und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. c). Bei einer Invalidität 
von 40 % besteht Anspruch auf eine Viertelsrente, ab 50 % auf eine halbe, ab 60 % auf 
eine Dreiviertels- und ab 70 % auf eine ganze Rente (Art. 28 Abs. 2 IVG).

4.3 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. und 
insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befundlage. Eine Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann – potenziell – anspruchserheblich sein, wenn 
sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert 
worden ist (BGE 145 V 215 E. 5.1 mit Hinweis auf BGE 141 V 281 E. 2.1 und 130 V 396 
E. 5.3.2). Die IV-Stelle trifft dabei eine Untersuchungspflicht, d.h. sie hat die notwendigen 
Abklärungen zum Gesundheitszustand des Leistungsansprechers von Amtes wegen 
vorzunehmen und die erforderlichen Auskünfte einzuholen (Art. 43 Abs. 1 ATSG). 
Erforderlich sind weitere Abklärungen so lange, bis der massgebliche Sachverhalt mit dem 
Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt ist (etwa: BGer 8C_815/2012 
vom 21. Oktober 2013 E. 3.2.1; Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, 4. Aufl. 2020, Art. 43 
N 20). Die Abklärungspflicht erstreckt sich insbesondere auch auf die Arbeits(un)fähigkeit 
der versicherten Person, die anhand schlüssiger medizinischer Berichte zu ermitteln ist. 
Lässt sich die Arbeitsfähigkeit mangels schlüssiger medizinischer Berichte noch nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit beurteilen, sind grundsätzlich weitere Abklärungen zu 
treffen, ansonsten der Untersuchungsgrundsatz verletzt wird (vgl. etwa Ueli Kieser, a.a.O., 
Art. 43 N 22 mit Hinweisen).

4.4 Zur Beurteilung sozialversicherungsrechtlicher Leistungsansprüche bedarf es 
folglich verlässlicher medizinischer Entscheidgrundlagen (BGE 134 V 231 E. 5.1). Es gilt 
das Prinzip der freien Beweiswürdigung (Art. 61 lit. c ATSG; BGer 8C_260/2011 vom 
25. Juli 2011 E. 5.2). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, 
ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, 
auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) 
abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge und in der 
Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der 
Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1).

4.5 In Bezug auf Berichte von behandelnden Ärzten (seien dies Hausärzte oder 
spezialärztlich behandelnde Medizinalpersonen) darf und soll das Gericht der 
Erfahrungstatsache Rechnung tragen, dass diese mitunter im Hinblick auf ihre 

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auftragsrechtliche Vertrauensstellung und ihren Behandlungsauftrag in Zweifelsfällen eher 
zu Gunsten ihrer Patienten aussagen (BGE 125 V 351 E. 3b/cc; BGer 8C_317/2019 vom 
30. September 2019 E. 4.2.3; 8C_420/2018 vom 13. März 2019 E. 6.5 mit Hinweisen). Die 
Berichte behandelnder Ärzte erlauben daher praxisgemäss kaum je eine abschliessende 
objektive Beurteilung des Gesundheitszustands (BGE 135 V 465 E. 4.5; BGer 
8C_370/2019 vom 22. Oktober 2019 E. 3; 8C_260/2012 vom 27. Juni 2012 E. 3.3.2).

4.6 Den von versicherungsinternen Ärzten erstellten Berichten und Gutachten kann 
voller Beweiswert zukommen, wenn sie die dazu erforderlichen Voraussetzungen erfüllen. 
Damit der Beweiswert von Berichten des RAD nach Art. 49 Abs. 2 der Verordnung über 
die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) mit externen medizinischen 
Sachverständigengutachten vergleichbar ist, müssen sie den von der Rechtsprechung 
umschriebenen Anforderungen an ein ärztliches Gutachten genügen (siehe vorangehende 
E. 4.4). Die IV-Stellen werden aber stets externe (meist polydisziplinäre) Gutachten 
einholen, wenn der ausgeprägt interdisziplinäre Charakter einer medizinischen Problem-
lage dies gebietet, wenn der RAD nicht über die fachlichen Ressourcen verfügt, um eine 
sich stellende Frage beantworten zu können, sowie wenn zwischen RAD-Berichten und 
allgemeinem Tenor im medizinischen Dossier eine Differenz besteht, welche nicht 
offensichtlich auf unterschiedlichen versicherungsmedizinischen Prämissen beruht (BGE 
137 V 210 E. 1.2.1 mit Hinweisen). Bestehen selbst nur geringe Zweifel an der 
Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so 
sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 E. 4.4; BGer 9C_8/2011 
vom 21. Februar 2011 E. 4.1.3).

4.7 Den von einer Krankentaggeldversicherung nicht im gesetzlich vorgesehenen 
Verfahren nach Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten kommt im IV-Verfahren der 
Beweiswert versicherungsinterner ärztlicher Feststellungen zu (BGer 9C_580/2018 vom 
14. November 2018 E. 4.1; 8C_71/2016 vom 1. Juli 2016 E. 5.3; 8C_486/2015 vom 
30. November 2015 E. 4.1.3).

4.8 Soll ein Versicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden 
werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. So sind etwa 
konkrete und differenzierte Einwände eines behandelnden Facharztes geeignet, 
zumindest geringe Zweifel an der Schlüssigkeit der Beurteilung des versicherungsinternen 
Arztes zu wecken (BGer 8C_800/2011 vom 31. Januar 2012 E. 3.3). Gleiches hat auch für 
Berichte der Fachleute der Berufsberatung oder der beruflichen Eingliederung zu gelten. 

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https://www.koordination.ch/de/online-handbuch/atsg/gutachten/gesetzliche-bestimmungen/#c422
https://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/8c16/8c_71_2016.pdf
https://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/8c16/8c_71_2016.pdf
https://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/8c15/8c_486_2015.pdf
https://www.koordination.ch/fileadmin/files/urteile/8c15/8c_486_2015.pdf
https://www.koordination.ch/de/online-handbuch/atsg/gutachten/beweiswert/#c6987

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Zwar kommt den medizinischen Abklärungen ein grösseres Gewicht zu, indessen darf 
Ergebnissen leistungsorientierter beruflicher Abklärungen – mit Blick auf die 
rechtsprechungsgemäss enge, sich gegenseitig ergänzende Zusammenarbeit zwischen 
der Ärzteschaft und der Berufsberatung – nicht jegliche Aussagekraft für die Beurteilung 
der Restarbeitsfähigkeit abgesprochen werden. Steht eine medizinische Einschätzung der 
Leistungsfähigkeit in offensichtlicher und erheblicher Diskrepanz zu einer Leistung, wie sie 
während einer ausführlichen beruflichen Abklärung bei einwandfreiem Arbeitsverhalten 
und -einsatz der versicherten Person effektiv realisiert wurde und gemäss Einschätzung 
der Berufsfachleute objektiv realisierbar ist, vermag dies ernsthafte Zweifel an den 
ärztlichen Annahmen zu begründen und ist das Einholen einer klärenden medizinischen 
Stellungnahme grundsätzlich unabdingbar (BGer 8C_661/2019 vom 23. Januar 2020 E. 
4.2; 8C_563/2018 vom 14. November 2018 E. 6.1.1; 8C_59/2013 vom 22. April 2013 
E. 3.3.1; 9C_737/2011 vom 16. Oktober 2012 E. 3.3).

4.9 Eine psychische Störung kann rechtsprechungsgemäss grundsätzlich nur 
invalidisierend sein, wenn sie schwer sowie von einer gewissen Dauer ist (BGE 148 V 49 
E. 6.2.2 mit Verweis auf BGE 143 V 418 E. 5.2.2 sowie BGE 141 V 281 E. 4.3.1.2). So 
lässt sich etwa eine leicht- bis mittelgradige depressive Störung ohne nennenswerte 
Interferenzen durch psychiatrische Komorbiditäten im Allgemeinen nicht als schwere 
psychische Krankheit definieren. Auch bedeutende therapeutische Potentiale können die 
Dauerhaftigkeit des Gesundheitsschadens in Frage stellen. Diesfalls müssen gewichtige 
Gründe vorliegen, damit dennoch auf eine invalidisierende Erkrankung geschlossen 
werden kann. Im Rahmen einer – allfälligen – Begutachtung ist gegebenenfalls durch den 
medizinischen Sachverständigen oder die medizinische Sachverständige nachvollziehbar 
aufzuzeigen, inwiefern im Einzelfall funktionelle Leistungseinschränkungen resultieren, die 
sich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken (BGE 148 V 49 E. 6.2.2 mit Verweis auf BGE 143 V 
409 E. 4.5.2). Gegebenenfalls ordnet die IV-Stelle unter Hinweis auf die Mitwirkungs- und 
Schadenminderungspflicht ausserdem therapeutische Massnahmen an und führt, falls 
nötig, diesbezüglich ein Mahn- und Bedenkzeitverfahren durch (Art. 21 Abs. 4 ATSG).

5. Der medizinische Sachverhalt präsentiert sich im Wesentlichen wie folgt:

5.1 Im Austrittsbericht der Klinik C.________ vom 24. August 2015 (stationärer 
Aufenthalt vom 22. März bis 24. Juli 2015) werden in psychiatrischer Hinsicht die 
Diagnosen einer rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig schwere Episode 
ohne psychotische Symptome (ICD-10 F33.2) sowie einer Persönlichkeitsakzentuierung 

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mit emotional-instabilen und abhängigen Anteilen (ICD-10 Z73.1) gestellt (IV-act. 22 
S. 5 ff.). Die Kriterien einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder einer 
emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung erachteten die behandelnden Ärzte der Klinik 
als nicht erfüllt (IV-act. 22 S. 9). Die depressive Symptomatik imponiere bei Austritt in die 
neu aufgegleisten Wohnverhältnisse (eigene Wohnung in G.________/ZG) basal stabil 
remittiert. Die Patientin sei für das Tageszentrum in G.________ angemeldet und die 
Betreuung durch die psychiatrische Spitex aufgegleist worden (IV-act. 22 S. 11). 

Zur Vorgeschichte wurde festgehalten, dass die Patientin berichte, seit Juli (2014) unter 
depressiven Symptomen und starken Anspannungszuständen mit wiederholten 
Selbstverletzungen zu leiden. Als Auslöser habe sie Mobbingprobleme am Arbeitsplatz 
angegeben. Die Kritik ihres neuen Chefs habe dazu geführt, dass sie vermehrt zu Alkohol 
gegriffen habe und dass sie erstmalig einen Suizidversuch mit Alkohol und Tabletten am 
1. Januar 2015 unternommen habe. Ihr Partner habe sie damals aufgefunden, was zu 
zunehmenden Problemen in der Beziehung geführt habe. Es sei eine stationäre und 
anschliessend teilstationäre Behandlung in der psychiatrischen Klinik H.________ erfolgt. 
Am 20. März 2015 sei es aufgrund partnerschaftlicher Probleme zu einem erneuten 
Suizidversuch (Tabletten mit Alkohol) und nur zwei Tage später zum dritten Suizidversuch 
(Pulsaderschnitt, Föhn in die Badewanne geworfen) gekommen. Daraufhin sei nach kurzer 
Hospitalisation in der psychiatrischen Klinik H.________ die Zuweisung in die 
psychiatrische Klinik C.________ erfolgt (IV-act. 22 S. 6).

5.2 Beim Sturz auf dem Gelände der Klinik C.________ zog sich die 
Beschwerdeführerin im Mai 2015 eine Kniegelenksdistorsion links zu und wurde in der 
Folge durch die Ärzte des Kompetenzzentrum für orthopädische Chirurgie I.________ 
behandelt. 

Im Bericht vom 6. Januar 2016 diagnostizierte Dr. med. J.________, Facharzt für 
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, eine Ruptur des 
vorderen Kreuzbandes sowie eine Ruptur des medialen Meniskusvorderhornes am linken 
Kniegelenk. Am 28. August 2015 sei die Verletzung operativ versorgt worden, die 
Prognose sei günstig. Es bestünden leichte körperliche Einschränkungen was die 
Belastbarkeit des linken Kniegelenks betreffe. Da die Patientin bei ihrer zuletzt ausgeübten 
Tätigkeit als Merchandiserin vorrangig stehen müsse, könne es zu Problemen kommen 
(Einschränkung in der Leistungsfähigkeit von 10 %). In einer angepassten Tätigkeit 
(wechselnd stehend/sitzend, ohne das Heben und Tragen schwerer Lasten) sei ab dem 

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Urteil S 2021 26

6. Januar 2016 eine vollzeitliche Tätigkeit (100 %) möglich. Gegen den sofortigen Beginn 
der Wiedereingliederung würde die psychische Erkrankung der Patientin sprechen, wegen 
welcher sie noch in Behandlung sei (IV-act. 28 S. 1 ff.). 

5.3 Die behandelnde Psychiaterin Dr. med. K.________, FMH Psychiatrie und 
Psychotherapie, hielt im Bericht vom 27. Januar 2016 die Diagnose einer rezidivierenden 
depressiven Störung (ICD-10 F33.1) sowie akzentuierte Persönlichkeitszüge mit 
emotional-instabilen Anteilen (ICD-10 Z73.1) fest. Die Patientin zeige leichte bis 
mittelgradige depressive Symptome, Schlafstörungen und Spannungszustände mit der 
Tendenz, bei sehr hoher Spannung sich selbst zu verletzen. Gegenwärtig liege (bis auf 
Weiteres) eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit vor (bisherige Tätigkeit). Eine 
behinderungsangepasste Tätigkeit sei noch nicht möglich. Es könne mit einer Steigerung 
der Arbeitsfähigkeit gerechnet werden, jedoch erst nach einer nachhaltigen Verbesserung 
des psychischen Zustandes und Erlangung einer Stabilität (IV-act. 30). 

5.4 Am 21. Februar 2016 berichtete Dr. med. Dipl. Psych. L.________, Dignität 
Psychiatrie und Psychotherapie, im Auftrag der zuständigen Krankentaggeldversicherung 
über die Exploration der Beschwerdeführerin am 15. Februar 2016 (IV-act. 31). Im 
Rahmen der Anamnese und auf Nachfrage, weshalb sie noch zu 100 % arbeitsunfähig sei, 
habe die Versicherte geantwortet, das sei Sache ihrer Psychologin, sie sei da etwas 
positiver eingestellt. Sie denke, sie könne schon bald anfangen zu arbeiten. Sie sei sehr 
viel langsamer als vor einem Jahr. Auch ihr Denken sei verlangsamt. Sie habe Angst vor 
vielen Leuten, aber Puppen an- und ausziehen, das ginge. Der Finger und das Knie seien 
eigentlich für diese Tätigkeiten wieder in Ordnung. Die Präsentation, Puppen ausstellen 
und herrichten, ginge sicher auch. Sie sei sicher langsamer geworden bei diesen 
Tätigkeiten, aber machen könne sie es schon. Für ihren angestammten Beruf mit den 
Präsentationen von Kleiderpuppen gebe es, so müsse sie selber feststellen, keine 
funktionellen Einschränkungen (IV-act. 31 S. 14). Doktor L.________ kam zum Schluss, 
dass keine psychiatrische Diagnose mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit vorliege. Ohne 
Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit bestünden eine rezidivierende depressive Störung, 
gegenwertig remittiert (ICD-10 F33.4; Differenzialdiagnose [DD]: Anpassungsstörung mit 
depressiver Reaktion [ICD-10 F43.2]) sowie Probleme am Arbeitsplatz (ICD-10 Z56.4, 
Z56.0). Symptome einer depressiven Störung würden von der Explorandin nicht genannt, 
sie erfülle jedoch die Kriterien nach ICD-10 F33, die erhöhte Suizidalität rechtfertige diese 
Diagnose. Die Annahmen der Klinik C.________ könnten bestätigt werden. Inzwischen sei 
die depressive Episode remittiert, die Arbeitsfähigkeit und Funktionsfähigkeit seien nicht 

11

Urteil S 2021 26

mehr eingeschränkt. Die Explorandin könne vielfältigen Aktivitäten nachgehen, ihre 
Vitalfunktionen inklusive Libido seien intakt. Es fänden sich Hinweise auf psychosoziale 
Problemfelder, dies müsse differenzialdiagnostisch beachtet werden, allerdings sei dies 
nicht von einer schwergradigen depressiven Episode abschichtbar (besonders wegen der 
erheblichen Suizidalität). Es sei eine Besserung eingetreten, Funktionsstörungen oder 
eingeschränkte berufliche Fähigkeiten lägen nicht mehr vor, eine Arbeitsunfähigkeit sei 
nicht mehr ausgewiesen. Es sollten weitere Arbeitsunfähigkeitszeugnisse vermieden 
werden, diese würden eine Krankheitsüberzeugung fördern, die nicht zu rechtfertigen und 
deshalb kontraproduktiv sei. Ab dem 15. Februar 2016 bestehe eine 100%ige 
Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit. Der Versicherten seien bei einem 
100%igen Rendement sämtliche Tätigkeiten, angepasst wie angestammt zumutbar (IV-
act. 31 S. 14 ff.). 

5.5 RAD-Arzt Dr. med. M.________, Facharzt Praktischer Arzt, führte in der 
Stellungnahme vom 25. April 2016 aus, dass mit Dr. L.________ davon auszugehen sei, 
dass die Versicherte seit 15. Februar 2016 sowohl in der angestammten als auch in einer 
angepassten Tätigkeit voll arbeitsfähig sei. Die Versicherte sehe dies offenbar selbst 
ähnlich. Auch durch die Knie-Symptomatik sehe sie sich offensichtlich nicht mehr 
eingeschränkt. Damit habe nur für einen zeitlich begrenzten Zeitraum vom 1. Januar 2015 
bis 14. Februar 2016 eine vollständige Arbeitsunfähigkeit bestanden; eine anhaltende 
Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit bestehe nicht (IV-act. 36). 

5.6 Am 10. November 2016 erklärte Dr. med. N.________, FMH Orthopädische 
Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (Kompetenzzentrum für 
orthopädische Chirurgie I.________), er habe die Beschwerdeführerin am 28. August 
2015 wegen eines Meniskusrisses und eines Risses des vorderen Kreuzbandes am linken 
Kniegelenk (vordere Kreuzbandersatzplastik und Innenmeniskusnaht, links) und am 
23. September 2016 wegen degenerativer Meniskusveränderungen am rechten Knie-
gelenk (arthroskopische Gelenkstoilette, rechts) operiert. Zurzeit sei die Patientin zu 
100 % arbeitsunfähig. Wann wieder eine Arbeitsfähigkeit eintreten werde, könne noch 
nicht genau gesagt werden, da sie postoperativ am rechten Bein eine tiefe Beinvenen-
thrombose bekommen habe (IV-act. 45; vgl. auch den Bericht der behandelnden 
Angiologin vom 30. September 2016, IV-act. 111 S. 8 f.). 

5.7 Doktor K.________ erachtet den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin am 
10. Januar 2017 als verbessert. Zusätzlich zur Diagnose einer rezidivierenden 

12

Urteil S 2021 26

depressiven Erkrankung stelle sie die Diagnose einer emotional instabilen 
Persönlichkeitsstörung. Die Patientin sei nun seit geraumer Zeit daran, ihr Arbeitspensum, 
d.h. Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu steigern (60 % Arbeitsfähigkeit vom 1. Mai 2016 bis 
23. September 2016; 30 % Arbeitsfähigkeit vom 1. September 2016 bis 31. Oktober 2016; 
80 % Arbeitsfähigkeit vom 1. November 2016 bis 31. Januar 2017). Die Prognose sei 
sicher als günstig zu beurteilen, die Patientin brauche jedoch noch Zeit und Unterstützung 
von allen Seiten. Dies jedoch nur noch wenige Monate, was wesentlich kürzer und 
weniger umfänglich sei, als ein allfälliger Rückfall, welcher durch Überforderung leicht 
generiert werden könne (IV-act. 46).

5.8 Doktor N.________ berichtete am 16. Januar 2017, dass mit einem längeren 
Heilverlauf zu rechnen sei. Die Patientin sei in angiologischer Behandlung wegen der 
Thrombose. Nach seinen Unterlagen habe die Patientin ihre Tätigkeit am 17. Oktober 
2016 wieder zu 100 % aufgenommen. Längeres Stehen und Gehen sei der Patientin nicht 
möglich. Leichte Tätigkeiten im Sitzen sollten zur Verfügung gestellt werden (IV-act. 47 S. 
1 ff.).

5.9 RAD-Arzt Dr. M.________ sprach sich am 19. Januar 2017 – nach den 
Einwendungen der Beschwerdeführerin im Vorbescheidverfahren – dafür aus, umgehend 
mit beruflichen Eingliederungsmassnahmen zu beginnen. Zunächst seien rein sitzende 
Tätigkeiten vorzuziehen, spätestens in zwei Monaten dürften auch bis zu mittelschwere 
körperliche Tätigkeiten im Wechsel von Stehen, Gehen und Sitzen möglich sein (IV-
act. 48). 

5.10 Nachdem es im Rahmen der Eingliederungsmassnahmen zu Krankschreibungen 
infolge von Hüftproblemen gekommen war (vgl. IV-act. 97 S. 5 ff.), wurde bei der 
Beschwerdeführerin am 28. Mai 2018 ein MRI der Lendenwirbelsäule (LWS) durchgeführt 
(IVG-Arthrose L4/5 und L5/S1, bei L4/5 links mässig aktiviert mit leichtem Bone bruise; 
Morbus Scheuermann Veränderungen in der unteren Brustwirbelsäule [BWS] und LWS 
mit leichten osteochondrotischen Veränderungen; nur geringe Protrusionen L2/3 und L4/5, 
aber keine Hinweise auf Neurokompressionen; IV-act. 96 S. 3). 

Im Verlaufsbericht vom 27. August 2018 hielt Dr. N.________ daraufhin eine 
Verschlechterung des Gesundheitszustands fest. Ende Mai (2018) habe sich ein 
spondylogenes Schmerzsyndrom entwickelt (IV-act. 96 S. 1 f.). 

13

Urteil S 2021 26

Die Eingliederungsmassnahmen wurden in der Folge im August 2018 abgeschlossen, 
wobei das Wunschziel von 80 % bis zum Ende des Arbeitsversuchs nicht erreicht werden 
konnte (am Schluss: Pensum von 70 %; vgl. IV-act. 97 S. 9). 

Nach den Eingliederungsmassnahmen der IV wechselte die Versicherte offenbar wieder in 
die Halle 44 (Beschäftigungsprogramm des RAV; vgl. hierzu nachfolgende E. 5.13). Ab 
Oktober 2018 war die Beschwerdeführerin in einem Teilzeitpensum als Springerin im 
Verkauf tätig (vgl. hierzu IV-act. 117, 126: vom 1. Oktober 2018 bis 6. Februar bzw. 
31. März 2020 Teilzeitverkäuferin im Geschäft O.________, Kündigung aus 
gesundheitlichen Gründen).

5.11 Am 16. April 2019 berichteten die bei der F.________ AG, ambulante Psychiatrie 
und Psychotherapie, tätigen Dr. med. P.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, 
und Lic. phil. Q.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, die Patientin sei seit 
Juni 2017 bei ihnen in Behandlung (vorher Dr. K.________). Die bisherigen 
Krankschreibungen seien nicht durch sie erfolgt. Im Rahmen der Integrationsmassnahmen 
der IV sei der Versicherten aus somatischen Gründen keine Steigerung der 
Arbeitsfähigkeit über 60 % gelungen, weder auf dem ersten noch dem zweiten 
Arbeitsmarkt. Aus psychiatrischer Sicht sei die Patientin zum jetzigen Zeitpunkt zu 100 % 
arbeitsfähig, da die depressive Symptomatik weitgehend remittiert sei. Als 
Restsymptomatik bestünden eine schnelle Ermüdbarkeit und leicht reduzierte 
Belastbarkeit, wobei diese häufig auch im Zusammenhang mit den limitierenden 
körperlichen Faktoren stünden (IV-act. 103).

5.12 In der RAD-Stellungnahme vom 25. Februar 2020 führte Dr. med. R.________, 
FMH Allgemeine Innere Medizin, aus, dass aus den Neuakten vordergründig eine 
stabilisierte Psyche mit weitgehend remittierter affektiver Störung entnommen werden 
könne. Gemäss fachärztlich psychiatrischer Beurteilung liege in einer der somatischen 
Problematik angepassten Tätigkeit keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vor. Die 
zuletzt ausgeübte, überwiegend stehende Tätigkeit im Verkauf (gemeint ist wohl die 
Teilzeittätigkeit im Geschäft O.________) müsse aufgrund des als Präarthrose zu 
wertenden Kniebefunds rechts als nicht optimal angepasst beurteilt werden. In einer 
angepassten leichten bis gelegentlich mittelschweren, wechselbelastenden Tätigkeit ohne 
Hebe-/Tragebelastung von mehr als 10 kg (ausnahmsweise 15 kg), ohne 
Zwangshaltungen (knien, kauern) und ohne Schläge/Vibrationen auf das rechte 
Kniegelenk lasse sich keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründen. Somit habe 

14

Urteil S 2021 26

lediglich eine zeitlich beschränkte vollständige Arbeitsunfähigkeit (1. Januar 2015 bis 
14. Februar 2016) vorgelegen. Die Knie-Operation und die komplizierende tiefe 
Venenthrombose hätten lediglich eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit (weniger als drei 
Monate) bedingt (IV-act. 121). 

5.13 Im Bericht vom 4. November 2020 diagnostizierten Lic. phil. Q.________ und 
Dr. med. S.________, Fachärztin Psychiatrie und Psychotherapie sowie Fachärztin 
Neurologie, eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode (ICD-10 
F33.1), eine Panikstörung (ICD-10 F41.0) sowie auffällige Persönlichkeitszüge (ängstlich, 
vermeidende und abhängige). Im April 2019 habe aus psychiatrischer Sicht eine günstige 
Prognose bezüglich der beruflichen Wiedereingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt 
bestanden. Trotz regelmässiger Termine in der ambulanten Psychiatrie der F.________ 
AG sei es der Patientin jedoch nicht gelungen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuss zu 
fassen. Im Anschluss an die Berufseingliederung durch die IV sei die Beschwerdeführerin 
in die Halle 44 des RAV gewechselt. Dort habe sich die Patientin sehr engagiert und 
motiviert gezeigt und habe von der regelmässigen Tagesstruktur profitieren können. In der 
Halle 44 sei sie zudem bei der Stellensuche unterstützt worden. Im September 2019 sei 
sie bezüglich ihrer beruflichen Integration zunehmend unter Druck geraten. Dies habe sich 
zu einer Panikattacke zugespitzt, aufgrund derer sie sich notfallmässig ins Spital 
T.________ habe begeben müssen. Es sei eine Arbeitsunfähigkeit vom 7. bis 20. Oktober 
2019 zu 100 % und eine medikamentöse Behandlung gefolgt. Einzige Anstellung auf dem 
ersten Arbeitsmarkt nebst Gelegenheitsjobs sei eine Anstellung im Verkauf (Geschäft 
O.________) gewesen, in einem 20 %-Pensum als Springerin. Per Ende Januar 2020 
habe sie dort die Kündigung erhalten, was sie psychisch sehr belastet habe. Grund für die 
Kündigung seien unter anderem die wegen Kniebeschwerden limitierte Einsetzbarkeit im 
Verkauf und der Bedarf an regelmässigen Pausen gewesen. Danach sei eine Zunahme 
der depressiven und der Angstsymptomatik gefolgt, bis die Patientin schliesslich Mitte Juli 
(2020) zu 40 % bei der GGZ auf dem zweiten Arbeitsmarkt im Kleiderladen habe starten 
können. Die erneute Tagesstruktur initiiert durch den Sozialdienst habe sich positiv auf die 
psychische Verfassung der Patientin ausgewirkt, wobei sich mit der Zeit gezeigt habe, 
dass 40 % vom Pensum her eine zu grosse psychische und körperliche Belastung 
darstellen würde. Schliesslich sei ihr Pensum auf 30 % reduziert worden. Dank 
regelmässiger psychotherapeutischer Begleitung sei es gelungen, die Angstsymptomatik 
wieder zu reduzieren. Mit weniger Druck durch den Arbeitsplatz habe die Patientin 
zunehmend gelernt, gut mit Druck umzugehen und sich selber zu coachen. Momentan sei 
die Arbeitsfähigkeit der Patientin auf dem zweiten Arbeitsmarkt auf 30 %, bei guten Aufbau 

15

Urteil S 2021 26

steigerbar auf 40 %, zu schätzen. Aus heutiger Sicht habe die psychische 
Beeinträchtigung ein schwereres Gewicht als zum Zeitpunkt des Verfassens des letzten 
Berichts an die IV. Die Patientin leide bei zu hohem Druck unter wiederkehrenden Angst- 
und Panikattacken. Sie sei zudem gefährdet, erneut eine schwere bis mittelgradige 
depressive Episode zu entwickeln. Es bestehe ein negatives Wechselspiel zwischen 
psychischen und somatischen Symptomen. In diesem Sinne könne gegenüber der letzten 
Berichterstattung an die IV von einer Verschlechterung des Zustandes aus psychiatrischer 
Sicht gesprochen werden (IV-act. 135). 

5.14 Hierzu nahm RAD-Arzt Dr. R.________ am 26. November 2020 abschliessend 
Stellung. Der Versicherten sei die Anstellung als Teilzeit-Verkäuferin (Springerin) in einem 
Haushaltswarengeschäft per Ende Januar 2020 gekündigt worden, was insoweit 
nachvollziehbar reaktiv zu einer zumindest vorübergehenden Verschlechterung des 
psychischen Gesundheitszustands geführt habe. Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses 
sei mit Einschränkungen aufgrund von Kniebeschwerden begründet worden, wobei hierzu 
anzumerken sei, dass dies Tätigkeit als Verkäuferin (überwiegend gehend/stehend) nicht 
einer der Knie-(und Rücken-)Problematik angepassten Tätigkeit entspreche. Bezogen auf 
die zuletzt im Bericht vom 4. November 2020 von psychiatrischer Seite gestellten 
Diagnosen, würde weder die therapeutisch angehbare Panikstörung noch die 
Persönlichkeitsakzentuierung eine länger andauernde oder gar dauerhafte Einschränkung 
der Arbeitsfähigkeit in einer der Knie-/Rückenproblematik angepassten Tätigkeit aus 
versicherungsmedizinischer Sicht zu begründen vermögen. Gesetztenfalls, dass eine über 
eine Akzentuierung hinausgehende Persönlichkeitsstörung vorläge, wäre zu erwarten 
gewesen, dass eine solche im Rahmen der erfolgten Begutachtung durch Dr. L.________ 
objektiviert worden wäre, was jedoch nicht zutreffe. Die residuelle depressive Symptomatik 
im Sinne einer leichtgradigen depressiven Episode vermöge die behandlerseitig auf 
lediglich 30 bis 40 % geschätzte Arbeitsfähigkeit in keiner Weise zu begründen; 
erfahrungsgemäss resultiere hieraus vorbehältlich einer leitliniengerechten Behandlung 
eine in der Regel vorübergehende Arbeitsunfähigkeit von höchstens 20 bis 30 %. Eine 
länger andauernde oder gar dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes 
lasse sich dem Dossier nicht entnehmen. Vordergründig bleibe die berufliche 
Neuorientierung, welche sich nebst den Kompetenzen/Fähigkeiten am formulierten 
ergonomischen Profil (gemäss Stellungnahme vom 25. Februar 2020) zu orientieren habe. 
Weshalb diese bis dato nicht gelungen sei, lasse sich mit den vorstehenden Diagnosen 
auf psychiatrischem Fachgebiet nicht erklären (IV-act. 136). 

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Urteil S 2021 26

6. In Würdigung der Aktenlage ist Folgendes festzustellen:

6.1 Unbestritten ist, dass das Wartejahr am 1. Januar 2016 abgelaufen und in der 
Folge bis (mindestens) 14. Februar 2016 aus psychiatrischer Sicht eine vollumfängliche 
Arbeitsunfähigkeit ausgewiesen ist. Dies ist mit Blick auf die – bis zu diesem Zeitpunkt – 
einhellige Aktenlage zu bestätigen. 

In Anwendung von Art. 88a Abs. 1 Satz 2 IVV besteht infolgedessen ein Anspruch auf eine 
ganze Rente bis (mindestens) 31. Mai 2016; und nicht wie von der IV-Stelle verfügt nur bis 
30. April 2016 (vgl. zur Rechtsprechung bei der rückwirkenden Zusprechung einer 
abgestuften oder befristeten Invalidenrente und der Anwendung von Art. 88a Abs. 1 IVV: 
BGer 8C_36/2019 vom 30. April 2019 E. 5 mit zahlreichen Hinweisen; vgl. zudem Art. 19 
Abs. 3 ATSG sowie das Kreisschreiben des Bundesamtes für Sozialversicherungen [BSV] 
über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR], Rz. 4102).

6.2 Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, kann jedoch für die Zeit danach 
gestützt auf die vorhandene Aktenlage – aus verschiedenen Gründen – keine 
abschliessende Beurteilung erfolgen. 

6.2.1 Die Beschwerdegegnerin geht zusammen mit RAD-Arzt Dr. R.________ davon 
aus, dass aus somatischer Sicht eine leichte bis gelegentlich mittelschwere, 
wechselbelastende Tätigkeit (ohne Hebe-/Tragebelastung von mehr als 10 kg 
[ausnahmsweise 15 kg], ohne Zwangshaltungen (knien, kauern) und ohne 
Schläge/Vibrationen auf das rechte Kniegelenk) zu 100 % zumutbar sei. Die Knie-
Operation und die postoperative tiefe Venenthrombose hätten zudem lediglich eine 
vorübergehende Arbeitsunfähigkeit (weniger als drei Monate) bedingt (vgl. vorne E. 5.12, 
5.14; IV-act. 137).

Die letztgenannte Einschätzung ist schon deshalb in Zweifel zu ziehen, weil selbst RAD-
Arzt Dr. M.________ am 19. Januar 2017 festgehalten hatte, dass infolge der 
postoperativen Venenthrombose zunächst, bis in zwei Monaten – damit also bis Mitte 
März 2017 – rein sitzende Tätigkeiten vorzuziehen seien (vgl. E. 5.9). Die Operation des 
rechten Kniegelenks erfolgte am 23. September 2016. Daraufhin wurde die 
Beschwerdeführerin am 30. September 2016 notfallmässig bei Dr. med. U.________, 
FMH Angiologie sowie FMH Allgemeine Innere Medizin, vorstellig (IV-act. 111 S. 8 f.; vor 
diesem Hintergrund erscheint die Selbsteinschätzung der Beschwerdeführerin hinsichtlich 

17

Urteil S 2021 26

ihrer somatischen Beschwerden gegenüber Dr. L.________ am 21. Februar 2016 [vorne 
E. 5.4], welche in der Folge vom RAD unkritisch übernommen wurde [E. 5.5], als deutlich 
zu positiv). Immerhin hielt Dr. N.________ am 16. Januar 2017 fest, dass die Patientin 
nach seinen Unterlagen ihre Tätigkeit am 17. Oktober 2016 wieder zu 100 % 
aufgenommen habe und eine sitzende Tätigkeit vollschichtig möglich sei; längeres Stehen 
und Gehen sei hingegen nicht zumutbar (vgl. E. 5.8). Der behandelnde Arzt bezog sich 
dabei aber offensichtlich auf die damalige Tätigkeit der Beschwerdeführerin in der Halle 
44, wobei sie bloss ein Pensum von 70 % (ab 1. September 2016) bzw. 80 % (ab 
1. November 2016) erreichte und – mangels anderweitiger Hinweise – davon auszugehen 
ist, dass die ergonomischen Vorgaben (zunächst sitzende Tätigkeiten und danach 
wechselbelastenden Tätigkeiten) im teilgeschütztem Rahmen des 
Beschäftigungsprogramms des RAV eingehalten wurden (vgl. IV-act. 44 S. 3, 97 S. 4; vgl. 
zum Tätigkeitsprofil des Beschäftigungsprogramms auch die Angaben der 
Beschwerdeführerin in ihrem Lebenslauf: IV-act. 55). 

Vor diesem Hintergrund ist aus rein somatischer Sicht seit Ende September 2016 bis Mitte 
März 2017 – damit für mehr als drei Monate – eine massgebliche Verschlechterung 
ausgewiesen. Eine rein (oder überwiegend) sitzende Tätigkeit entspricht sodann eindeutig 
nicht dem Tätigkeitsprofil der zuletzt (vor der Gesundheitsschädigung) ausgeübten 
Tätigkeit als Merchandiserin im Kleidungsgeschäft "V.________" (vgl. hierzu etwa 
Dr. J.________, wonach die Patientin bei der Arbeit als Merchandiserin "vorrangig stehen 
müsse"; vorne E. 5.2). Es ist zudem anhand der vorliegenden Aktenlage davon 
auszugehen, dass die gesundheitlichen (psychischen) Probleme der Versicherten 
zumindest teilweise zur Kündigung dieses Arbeitsverhältnisses per 30. September 2015 
geführt haben (vgl. IV-act. 59 S. 2; ein Kündigungsschreiben befindet sich soweit 
ersichtlich nicht in den Akten) und sie diese Tätigkeit ohne gesundheitliche 
Beeinträchtigung weitergeführt hätte. Anderes ist aktuell jedenfalls nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit erstellt (vgl. zur Ermittlung des Valideneinkommens 
und der Anknüpfung an der bisherigen Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden: BGer 
9C_225/2019 vom 11. September 2019 E. 4.2.1 mit Hinweisen). 

Es wäre demnach – schon bloss aufgrund der somatischen Einschränkungen – ein 
Einkommensvergleich vorzunehmen gewesen, was die Beschwerdegegnerin nicht getan 
hat. Dafür notwendige Auskünfte – etwa einen "Fragebogen für Arbeitgeber" – wurden von 
der Verwaltung (soweit ersichtlich) denn auch überhaupt nicht eingeholt. Dies wird sie 
nachzuholen haben. 

18

Urteil S 2021 26

6.2.2 Aufgrund der fehlenden beruflichen Auskünfte kann ferner nicht beurteilt werden, 
inwieweit das zuletzt vom RAD empfohlene wechselbelastende ergonomische Profil der 
angestammten Tätigkeit als Merchandiserin entspricht. Mit Blick auf die Ausführungen des 
RAD, wonach überwiegend stehende Tätigkeiten im Verkauf eindeutig nicht angepasst 
seien (vgl. E. 5.12, 5.14), ist dies zumindest als fraglich anzusehen (vgl. etwa vorstehende 
E. 5.2; sowie IV-act. 55 mit den Angaben der Versicherten in ihrem Lebenslauf, woraus 
sich das ergonomische Profil der entsprechenden Tätigkeiten allerdings nicht 
abschliessend entnehmen lässt). Sollte sich nach Eingang der entsprechenden Auskünfte 
des ehemaligen Arbeitgebers bestätigen, dass der angestammte Beruf der Versicherten 
(schon aus somatischer Sicht) nicht als optimal angepasst einzustufen ist, hat (selbst im 
Falle einer 100%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit) so oder anders ein 
Einkommensvergleich zu erfolgen. Es erschliesst sich nicht, weshalb sich in der 
angefochtenen Verfügung der Beschwerdegegnerin keinerlei Ausführungen hierzu finden 
und infolge der Annahme einer (angepasst) 100%igen Arbeitsfähigkeit direkt darauf 
geschlossen wird, dass kein Rentenanspruch (mehr) bestehe. 

Schliesslich erwecken die Ergebnisse der beruflichen Eingliederung ebenfalls (zumindest 
geringe) Zweifel an den Feststellungen des RAD, wonach für eine angepasste Tätigkeit 
eine 100%ige Arbeitsfähigkeit bestehe. Die Stellungnahmen des RAD lassen jedenfalls 
eine eingehende Auseinandersetzung mit diesen Ergebnissen – insbesondere unter 
somatischen Gesichtspunkten – vermissen. Obschon der Beschwerdeführerin 
durchgehend eine gute Motivation bescheinigt wurde, konnte sie ihr Arbeitspensum nie 
über 80 % steigern, wobei wiederkehrend (auch) somatische Gründe hierfür angeführt 
wurden (vgl. IV-act. 97). 

6.2.3 Auch bezüglich der psychischen Beschwerden der Versicherten vermögen die 
Einschätzungen des RAD den Anforderungen an eine beweiswertige medizinische 
Beurteilung nicht gerecht zu werden. 

Es stimmt zwar, dass sich aufgrund des Aktendossiers im Verlauf eine deutliche 
Stabilisierung der depressiven Symptomatik feststellen lässt (vgl. insb. E. 5.11). Ebenso 
schlossen die Ärzte der Klinik C.________ (vgl. IV-act. 22 S. 9) sowie Gutachter 
L.________ (vgl. E. 5.4) eine Persönlichkeitsstörung nachvollziehbar und begründet aus, 
weshalb die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung durch Dr. K.________ am 10. Januar 
2017 – bei verbessertem Gesundheitszustand der Versicherten und gleichzeitig fehlender 

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Urteil S 2021 26

Diagnosebegründung (vgl. E. 5.7) – in der Tat nicht überzeugt. Mit dem Bericht der 
behandelnden Psychiaterin Dr. S.________ vom 4. November 2020 (vgl. E. 5.13), in 
welchem sie neu die Diagnose einer Panikstörung stellt und auf eine Verschlechterung 
des psychischen Gesundheitszustandes der Versicherten ab September 2019 sowie ein 
notfallmässiges Aufsuchen des Spitals T.________ hinweist (ein Bericht des Spitals 
T.________ wurde von der IV-Stelle nicht eingeholt), ist diese Stabilisierung allerdings in 
Frage zu stellen. Doktor S.________ und Psychologin Q.________ legen ihre Sicht der 
Dinge schlüssig und nachvollziehbar dar, wenn auch die Einschätzung der Arbeitsfähigkeit 
von 30 bzw. 40 % vor dem Hintergrund der aktenkundigen Entwicklung gar vorsichtig 
erscheinen mag und ohne die Zuhilfenahme des Indikatorenkatalogs erfolgte; was bei den 
Berichten von behandelnden Ärzten aber auch nicht zu beanstanden bzw. vorauszusetzen 
ist. Im Gegenzug dazu begnügt sich RAD-Arzt Dr. R.________ in seiner Stellungnahme 
vom 26. November 2020 damit, die Panikstörung relativ lapidar als "therapeutisch 
angehbar" zu bezeichnen, ohne nachvollziehbar auszuführen, weshalb er darin keine 
länger andauernde oder gar dauerhafte Einschränkung der Arbeitsfähigkeit begründet 
sieht. Zudem setzt sich Dr. R.________ weder inhaltlich mit den differenzierten und 
konkreten Einwänden der behandelnden Fachärztin auseinander noch zieht er bei seiner 
Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Versicherten ("erfahrungsgemäss", "eine in der 
Regel vorübergehende, höchstens 20 bis 30%ige Arbeitsunfähigkeit") die 
rechtsprechungsgemäss definierten Standartindikatoren heran. Auch wenn eine leicht- bis 
mittelgradige depressive Störung im Allgemeinen nicht als schwere psychische Krankheit 
definiert (vgl. vorne E. 4.9), benennt die behandelnde Psychiaterin zumindest konkrete 
Gründe und legt schlüssig dar, weshalb bei der Versicherten aus den gestellten 
Diagnosen (rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode [ICD-10 
F33.1]; Panikstörung [ICD-10 F41.0]) funktionelle Einschränkungen resultieren. Hiermit 
hätte sich wenigstens ein versicherungsinterner Psychiater hinreichend 
auseinandersetzten müssen. 

Zusammenfassend bestehen damit ebenfalls aus psychiatrischer Sicht Zweifel an der 
Einschätzung des RAD (wobei bereits geringe Zweifel genügen), weshalb sich eine 
unabhängige psychiatrische Begutachtung nach aktuellem Gutachtensstandard aufdrängt. 
Diese wird insbesondere über die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin 
ab September 2019 Aufschluss zu geben haben. 

6.2.4 Im Weiteren ist aufgrund der Aktenlage von einem stark wechselseitigen 
Charakter der somatischen und psychischen Beschwerden auszugehen. Solches hielten 

20

Urteil S 2021 26

zuletzt Dr. S.________ und Psychologin Q.________ am 4. November 2020 ausdrücklich 
und begründet fest (vgl. E. 5.13). Schliesslich sind auch dem Verlaufsbericht 
Eingliederung (IV-act. 97) wiederholt sowohl körperliche Einschränkungen als auch 
psychische Auffälligkeiten (z.B. Dünnhäutigkeit, Stimmungsschwankungen bei kleineren 
Unstimmigkeiten oder Weinen bei Hektik) zu entnehmen. Exemplarisch sei der Eintrag 
vom 8. August 2018 angeführt, worin die Reduktion des Pensums im Rahmen des 
Arbeitsversuchs von 70 auf 80 % "vor allem" mit somatischen Beschwerden begründet 
und sogleich ausgeführt wird, dass die Versicherte an ihre Belastungsgrenze gestossen 
sei und vor einigen Wochen einen Nervenzusammenbruch gehabt habe (IV-act. 97 S. 8). 

Die zu Rate gezogenen RAD-Ärzte (Dr. M.________, Facharzt Praktischer Arzt, sowie 
Dr. R.________, FMH Allgemeine Innere Medizin) verfügen ferner in keinem der 
betroffenen Fachgebiete (Psychiatrie und Orthopädie) über die rechtsprechungsgemäss 
geforderte fachliche Qualifikation zur Beurteilung der vorliegenden Problematik (vgl. vorne 
E. 4.6).

Nach dem Gesagten gebietet sich nicht zuletzt auch aufgrund des interdisziplinären 
Charakters der vorliegenden medizinischen Problemlage eine externe (bidisziplinäre) 
Begutachtung. Die Gutachter werden sich zum Verlauf der gesundheitlichen Beschwerden 
ab 14. Februar 2016 zu äussern haben und sich in diesem Zusammenhang auch mit den 
Ergebnissen der Eingliederungsmassnahmen auseinandersetzen müssen. Im Weiteren 
wird insbesondere im Lichte der neu diagnostizierten Panikstörung die gesundheitlichen 
Entwicklung seit September 2019 zu beurteilen sein. 

6.3 Zusammenfassend kann auf die versicherungsinternen Stellungnahmen 
vorliegend nicht abgestellt werden. Die IV-Stelle hat den Untersuchungsgrundsatz verletzt; 
sie hätte ergänzende Abklärungen vornehmen müssen. Darüber hinaus hätte die 
Verwaltung erwerbliche Auskünfte für die Beurteilung des Valideneinkommens der 
Versicherten einholen müssen.

Die Sache ist deshalb zur ergänzenden Sachverhaltsabklärung und zum anschliessenden 
Neuentscheid über den Leistungsanspruch der Beschwerdeführerin an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Nachdem es (unter anderem) darum geht, der 
bisher vollständig ungeklärten Frage nach der gesundheitlichen Entwicklung seit 
September 2019 nachzugehen und bezüglich des davorliegenden Zeitraums die 

21

Urteil S 2021 26

Arbeitsfähigkeit gutachterlich zu klären, erweist sich eine Rückweisung auch unter dem 
Gesichtswinkel von BGE 139 V 99 E. 1.1 als rechtmässig. 

7. Zusammenfassend erweist sich die vorliegende Beschwerde als begründet. Sie ist 
in dem Sinne gutzuheissen, als festzustellen ist, dass die Beschwerdeführerin 
(mindestens) vom 1. Januar bis 31. Mai 2016 Anspruch auf eine ganze Rente der 
Invalidenversicherung hat und die Sache im Übrigen zur weiteren Sachverhaltsabklärung 
– namentlich zur Einholung eines bidisziplinären Gutachtens (Psychiatrie und Orthopädie) 
sowie Auskünften des ehemaligen Arbeitgebers – an die IV-Stelle zurückgewiesen wird. 
Danach wird die Beschwerdegegnerin neu über den Leistungsanspruch der Versicherten – 
unter Vornahme allfälliger Einkommensvergleiche – zu befinden haben. 

8.
8.1 Das Verfahren ist gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG kostenpflichtig. Es ist demnach 
eine Spruchgebühr zu erheben, welche auf Fr. 800.– festgesetzt wird. Die Rückweisung 
der Sache zur weiteren Abklärung und neuen Verfügung an die Verwaltung wird – als 
formelles Obsiegen – unter dem Gesichtswinkel der Parteientschädigung praxisgemäss 
dem materiellen Obsiegen gleichgestellt (BGE 137 V 57 E. 2.1; 132 V 215 E. 6.2 mit 
Hinweisen). Diese Grundsätze gelten analog auch im Rahmen der Kostenverlegung (BGE 
137 V 57 E. 2.2), weshalb die Beschwerdegegnerin vorliegend vollumfänglich 
kostenpflichtig wird. Die Beschwerdeführerin wurde im Rahmen der bewilligten 
unentgeltlichen Rechtspflege von der Leistung eines Kostenvorschusses befreit, weshalb 
ihr nichts zurückzuerstatten ist. 

8.2 Ausgangsgemäss ist der anwaltlich vertretenen Beschwerdeführerin zulasten der 
Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung nach Art. 61 lit. g ATSG auszurichten, 
welche ermessensweise auf Fr. 2'500.– (inkl. Auslagen und MWST) festzusetzen ist.

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Urteil S 2021 26

Demnach erkennt das Verwaltungsgericht:
__________________________________

1. Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, als festgestellt wird, dass die 
Beschwerdeführerin (mindestens) vom 1. Januar 2016 bis 31. Mai 2016 Anspruch 
auf eine ganze Rente der Invalidenversicherung hat und die Sache im Übrigen zur 
weiteren Sachverhaltsabklärung im Sinne der Erwägungen an die IV-Stelle 
zurückgewiesen wird.

2. Der Beschwerdegegnerin wird eine Spruchgebühr von Fr. 800.– auferlegt. 

3. Der Beschwerdeführerin wird zulasten der Beschwerdegegnerin eine 
Parteientschädigung von Fr. 2'500.– (inkl. Auslagen und MWST) zugesprochen.

4. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der schriftlichen Eröffnung 
beim Schweizerischen Bundesgericht in Luzern Beschwerde in öffentlich-recht-
lichen Angelegenheiten eingereicht werden.

5. Mitteilung an den Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin (im Doppel), die IV-
Stelle des Kantons Zug (Rechnung folgt nach Rechtskraft des Urteils), an das 
Bundesamt für Sozialversicherungen, Bern, und zum Vollzug von Ziffer 2 im 
Dispositiv an die Finanzverwaltung des Kantons Zug.

Zug, 7. November 2022
Im Namen der
SOZIALVERSICHERUNGSRECHTLICHEN KAMMER
Der Vorsitzende

Die Gerichtsschreiberin

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