# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d4388c6-5470-5e92-a154-b9258ed1e30e
**Source:** Zürich Sozialversicherungsgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-10-21
**Language:** de
**Title:** Eingeholtes Gutachten ist beweistauglich, gesundheitliche Verbesserung ist ausgewiesen, Renteneinstellung somit zutreffend; Abweisung. (BGE 9C_863/2014)
**Docket/Reference:** IV.2012.01089
**URL:** https://findex.webgate.cloud/entscheide/IV.2012.01089.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV.2012.01089
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender
Sozialversicherungsrichter Bachofner
Ersatzrichterin Romero-Käser
Gerichtsschreiber Brühwiler
Urteil
vom
21. Oktober 2014
in Sachen
X.___
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwalt Matthias
Horschik
Weinbergstrasse 29, 8006 Zürich
gegen
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
Röntgenstrasse 17, Postfach, 8087 Zürich
Beschwerdegegnerin
Sachverhalt:
1.
1.1
X.___
,
geboren 1969,
war von Mai 1997 bis
Ende
2001 als Produktions-Mitarbeiterin bei der
Y.___
tätig
(Urk. 7/9)
, als sie
sich
unter Hinweis auf ein seit 22. Oktober 1997 bestehendes
Fibromyalgiesyndrom
und Weichteilrheuma am 20. November 2001 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug anmel
dete (Urk. 7/2 Ziff. 6.2, Ziff. 7.2-3).
Die
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden gewährte ihr mit Verfügung vom 17. April 2003 Kostengutsprache für berufliche Massnahme
n (Urk. 7/34) und mit Verfügung vom 5. August 2003 eine Umschulung zur Betreuerin im Behindertenbereich (Urk. 7/39) sowie am 30. Juli 2004 eine befristete halbe Invalidenrente vom 1. März 2002 bis 30. April 2003 (Urk. 7/55).
Mit Verfügung vom 30. Juli 200
5
sprach ihr die Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden sodann bei einem
Invalidi
tätsgrad
von 51 % eine halbe Rente ab 1. Juli 2005 zu (Urk. 7/72).
Am 17. November 2008 teilte die aufgrund des Wohnsitzwechsels der Versi
cherten nunmehr zuständige Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV
Stelle, der Versicher
ten mit, der Rentenanspruch sei
unverändert (Urk. 7/97).
1.2
Am 9. Juni 2009 machte die Versicherte eine Verschlechterung ihres Gesund
heitszustandes geltend (Urk. 7/104). Nach Eingang des am 15. Juni 2009 aus
gefüllten Revisionsfragebogens (Urk. 7/109) holte die IV-Stelle unter anderem ein
bidisziplinäres
Gutachten ein, das am 16. November 2010
(Urk. 7/152) und 11. Januar 2011 (Urk. 24)
erstattet wurde.
Nach durchgeführtem
Vorbescheid
verfahren
(Urk. 7/169, Urk. 7/173, Urk. 7/175) hob die IV-Stelle mit Verfügung vom 10. September 2012 die bisher ausgerichtete Rente auf (Urk. 7/182 = Urk. 2).
2.
2.1
Die Versicherte erhob am 10. Oktober 2012 Beschwerde gegen die Verfügung vom 10. September 2012 (Urk. 2) und beantragte,
diese sei aufzuheben und ihr sei weiterhin eine halbe Rente auszurichten, eventuell
seien
Eingliederungs- be
zie
hungsweise Wiedereingliederungsmassnahmen
durchzuführen
. Eventu
ell
sei ein umfassendes Gerichtsgutachten zu veranlassen, subeventu
ell
sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen.
Sodann sei festzustellen, dass die Begutachtung durch Dr. med.
Z.___
und Dr. med.
A.___
gegen die Rechtsprechu
ng des Bundesgerichts verstosse
(Urk. 1 S. 2).
Die IV-Stelle bean
tragte m
it Beschwerdeantwort vom 16. November 2002 die Abweisung der Beschwerde (Urk. 6).
Mit Verfügung vom 10. Dezember 2012 wurde das Gesuch
um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
(vgl.
Urk.
1 S. 2 Ziff.
3)
abgewiesen und die Beschwerdeantwort der Beschwerdeführerin zur Kenntnis zugestellt (Urk. 8).
2.2
Mit Eingaben vom 25. Februar (Urk. 12) und 14. August 2013 (Urk. 15) reichte die Beschwerdeführerin weitere Arztberichte (Urk. 13, Urk. 16) ein, welche der Beschwerdegegnerin am 28. Februar (Urk. 14) und 15. August 2013 (Urk. 17) zur Kenntnis gebracht wurden.
Am 3. September 2014 wurde eine Instruktionsverhandlung durchgeführt
(vgl. Urk. 26/1-2), in welcher die Beschwerdeführerin einen weiteren medizinischen Bericht (Urk. 28) einreichte.
Mit Eingabe vom 24. September 2014 (Urk. 31) hielt die Beschwerdeführerin unter Einreichung einer
– allgemein aus
gerichteten,
nicht fallbezogenen
gutachterlichen Expertise (Urk. 32) an ihrer Beschwerde fest, was der Beschwerdegegnerin am 25. September 2014 mitgeteilt wurde (Urk. 34).
Das Gericht
zieht in Erwägung:
1.
1.1
Die
Beschwerdegegnerin
hat die massgeblichen Gesetzesbestimmungen über die Voraussetzungen für den Anspruc
h auf eine Invalidenrente (Art. 28 Abs.
1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung; IVG) sowie die Bemessung der Invalidität aufgrund eines Einkommen
svergleiches (Art.
16 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrecht
s, ATSG, in Verbindung mit Art. 28 Abs.
2 IVG) in der angefochtenen Verfü
gung zutreffend dargelegt (Urk. 2 S.
1), weshalb mit nachstehenden Ergänzungen darauf verwiesen werden kann.
1.2
Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Für die Beurteilung des Vorliegens einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 Abs. 2 ATSG).
1.3
Ändert sich der Invaliditätsgrad einer Rentenbezügerin oder eines
Rentenbe
zügers
erheblich, so wird die Rente von Amtes wegen oder auf Gesuch hin für die Zukunft entsprechend erhöht, herabgesetzt oder a
ufgehoben (Art. 17 Abs.
1 ATSG). Anlass zur Rentenrevision gibt jede wesentliche Änderung in den tat
sächlichen Verhältnissen, die geeignet ist, den Invaliditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen. Insbesondere ist die Rente nicht nur bei einer wesentlichen Änderung des Gesundheitszustandes, sondern auch dann
revidier
bar
, wenn sich die erwerblichen Auswirkungen des an sich gleich gebliebenen Gesundheitszustandes erheblich verändert haben (BGE 130 V 343 E. 3.5 mit Hinweisen). Eine Veränderung der gesundheitlichen Verhältnisse liegt auch bei gleich gebliebener Diagnose vor, wenn sich ein Leiden in seiner Intensität und in seinen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit verändert hat (Urteile des Bundesgerichts 9C_261/2009 vom 1
1.
Mai 2009 E. 1.2 und I 212/03 vom 28. August 2003 E. 2.2.3). Dagegen stellt die bloss unterschiedliche Beurteilung der Auswirkungen eines im Wesentlichen unverändert gebliebenen Gesund
heitszustandes auf die Arbeitsfähigkeit für sich allein genommen keinen
Revisi
onsgrund
im Sinne von
Art.
17
Abs.
1 ATSG dar. Zeitliche Vergleichsbasis für die Beurteilung einer anspruchserheblichen Änderung des Invaliditätsgrades bilden die letzte rechtskräftige Verfügung oder der letzte rechtskräftige
Ein
spracheentscheid
, welche oder welcher auf einer materiellen Prüfung des Renten
anspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Invaliditätsbemessung beruht (BGE 133 V 108; vgl. auch BGE 130 V 71 E.
3.2.3; Urteil des Bundesgerichts 9C_438/2009 vom 26. März 2010 E. 1 mit Hin
weisen).
1.4
Zeitlicher Referenzpunkt für die Prüfung einer anspruchserheblichen Änderung bildet die letzte (der versicherten Person eröffnete) rechtskräftige Verfügung, welche auf einer materiellen Prüfung des Rentenanspruchs mit rechtskonformer Sachverhaltsabklärung, Beweiswürdigung und Durchführung eines
Einkom
mensvergleichs
(bei Anhaltspunkten für eine Änderung in den erwerblichen Auswirkungen des Gesundheitszustands) beruht; vorbehalten bleibt die Recht
sprechung zur Wiedererwägung und prozessualen Revision (BGE 134 V 131 E. 3 und 133 V 108 E. 5.4 mit Hinweis).
Nach der bundesgerichtlichen Rechtspre
chung ist eine Verfügung verzichtbar, wenn bei einer von Amtes wegen durch
geführten Revision keine leistungsbeeinflussende Änderung der Verhältnisse festgestellt wurde (
Art.
74
ter
lit
. f
der Verordnung über die Invalidenversiche
rung,
IVV) und die bisherige Invalidenrente daher weiter aus
gerichtet wird.
1.
5
Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzu
stellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung
des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorlie
gen einander widersprechender medizinischer Be
richte den Prozess nicht erledi
gen, ohne das gesamte Beweisma
terial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gut
achtens ist im Lichte dieser Grundsätze ent
scheidend, ob es für die Beantwor
tung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchun
gen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt
was vor allem bei psychischen Fehlent
wicklungen nö
tig ist
, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinander
setzung mit den
Vorakten
abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge ein
leuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Exper
ten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszu
räumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Be
antwortung der Fragen erschweren oder ver
unmöglichen, gegebe
nenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer
Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversi
cherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H.
Fredenhagen
, Das ärztliche Gutach
ten,
3.
Aufl. 1994, S. 24 f.).
1.
6
Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung (und im
Be
schwerdefall
das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebe
nenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte Person arbeitsunfähig ist (BGE 125 V 256 E. 4). Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten Person noch zugemutet werden kön
nen (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen; AHI 2002 S. 70 E. 4b/cc).
2.
2.1
Die Beschwerdegegnerin ging in der angefochtenen Verfügung (Urk. 2 Verfü
gungsteil 2) davon aus, in somatischer Hinsicht
liege
ein die Arbeitsfähigkeit nicht beeinträchtigendes
Lumbovertebralsyndrom
vor, aus psychiatrischer Sicht hätten die der
Rentenzusprache
primär zugrunde liegenden psychischen Leiden (
somatoforme
Schmerzstörung und akzentuierte Persönlichkeitszüge) nicht mehr festgestellt werden können, weshalb eine Verbesserung des Gesundheitszustan
des und somit ein Revisionsgrund
vorliege
(S. 3 f.).
2.2
D
ie Beschwerdeführerin stellte sich demgege
nüber in ihrer Beschwerde (Urk.
1) auf den Standpunkt, es seien keine revisionsrelevanten Änderungen eingetreten
und das
erstattete Gutachten leide an - näher genannten - inhaltlichen Mängeln (S.
4 ff.
, S. 8 f.
).
2.3
Strittig und zu prüfen ist, ob im Vergleich zu den Verhältnissen bei der
2005
erfolgten
Rentenzusprache
eine relevante Veränderung eingetreten ist, und auf welche medizinischen Beurteilungen abgestellt werden kann.
Die damal
igen
Verhältnisse sind somit zu vergleichen mit jenen im Zeitpunkt der angefochte
nen Verfügung vom
10. September 201
2.
3.
3.1
Die Beschwerdeführerin wurde vom 13. November bis 11. Dezember 2002 ambu
lant in der Klinik für Rheumatologie und Rehabilitation des Bewegungs
apparates des
B.___
untersucht
und es wurde
am 13.  und 14. November 2002 eine Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL
)
durchgeführt (
Urk. 7/26
)
.
Am 11. Februar 2003 erstatteten
die Ärzte der
Klinik
B.___
ihr
multidisziplinäres
(
internistisch/rheumatologisches und psy
chi
atrisches)
Gutachten (Urk. 7/25).
Die Ä
rzte nannten
folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 17 Ziff. 4.1):
-
a
nhaltende
somatoforme
Schmerzstörung (ICD-10 F45.4)
-
narzisstisch-zwanghaft akzentuierter, pseudounabhängiger
Bindungs
stil
-
dysfunktionales, überwiegend suppressives
Copingverhalten
-
klinisch manifeste Störung der Selbstwertregulation
Die Ärzte führten aus, die Beschwerdeführerin
sei im Oktober 1997 in einen Verkehrsunfall verwickelt worden und habe sich dabei heftige Kontusionen im Bereiche der Halswirbelsäule (HWS), der Brustwirbelsäule (BWS) und der
Len
denwirbelsäule
(LWS)
zugezogen. Im Vordergrund der Beschwerden
habe
in den folgenden Monaten vor allem ein
posttraumatisches
Zervikalsyndrom
gestan
den, weswegen die Beschwerdeführerin bis Januar 1998 arbeitsunfähig gewesen sei (S. 4 Ziff. 1.2).
Aktuell leide die Beschwerdeführerin unter einem sehr bunten und sehr wechselnden
musk
ul
o-skelettalen
Beschwerdebild mit Schmerzen im Bereich der Muskulatur, der Gelenke und der Wirbelsäule.
Zusätzlich berichteten
die Gutachter
auch von Schmerzsensationen,
konnten
aber die Diagnose einer
Fi
bromyalgie
nicht bestätigen
.
Hierzu hielten sie fest, d
eskriptiv bestehe aufgrund der rheumatologischen funktionellen Untersuchung ein chronisches unspezifisches Schmerzsyndrom. In Kombination mit den psy
chologischen Faktoren und dem dysfunktionalen überwiegend
suppressiv-mal
adaptiven
Copingverhalten
könne die Diagnose einer anhaltenden
somatofor
men
Schmerzstörung gestellt werden (S. 17 f. Ziff. 5). Die Wiederaufnahme der bisherigen Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin sei nicht mehr zumutbar (S. 20 Ziff. 2.3), in einer adaptierten Tätigkeit (vgl. Belastungsprofil S. 20 Ziff. 2.4) bestehe seit Juni 2001 eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 22 Ziff. 3, S. 23 Ziff. 3.2, S. 24 Ziff. 3).
Mit ergänzendem Bericht vom 3. März 2004 (Urk. 7/44)
bestätigten die Ärzte der Klinik
B.___
die Diagnose einer anhaltenden
somatoformen
Schmerzstö
rung
(ICD-10 F45.4) und attestierten der Beschwerdeführerin
in einer
behinde
rungsgeeignete
n
Verweistätigkeit weiterhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (S. 1).
3.2
Dr. med.
C.___
,
FMH Physikalische Medizin und Rehabili
t
ation, berich
tete am 28. September 2005 der IV-Stelle Graubünden (Urk. 7/64). Sie nannte als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit
e
ine seit zirka 1998 bekannte
Fibromyalgie
, einen Status nach HWS-Distorsionstrauma
im Jahr
1997, einen Status nach Schädelhirntrauma
seit
zirka 1983, eine leichte Unterfunktion der
Vestibularorgane
mit leicht
er
bis mittelgradiger
Innenohr
schwierigkeit
sowi
e eine instabile Persönlichkeit. Als Diagnose ohne Auswir
kung auf die Arbeitsfähigkeit nannte si
e
rezidivierende
Chalazione
(
Chalazion
: „Hagelkorn“, an den Augenlidern lokalisiertes Granulom)
, multiple
Arzneimit
telunverträglichkeiten
und anamnestisch eine Allergie auf Cortison (S. 1
lit
. A).
Die frühere
n
Berufstätigkeiten (Serviceangestellte, Fabrikarbeiterin) sei
en
kaum mehr zumutbar. Als Betreuungsassistentin für Behinderte wäre ihr eine Tätigkeit von 4-6 Stunden täglich zumutbar (S. 4 Ziff. 1.2), wobei eine leichte Steigerung der Arbeitsfähigkeit möglich sei (S. 4 Ziff. 2.1).
Die Beschwerdeführerin habe berichtet, dass sie auf eigene Initiative
hin
eine Stelle als Betreuerin in einer Kinderkrippe zu einem Pensum von 65 % gefunden habe. Diese Tätigkeit scheine aus medizinischer Sicht zumutbar (S. 4 Ziff. 2.2.1).
3.3
Dr. med.
D.___
,
FMH für Rheumatologie und Rehabilita
tion, berichtete am 10. Dezember 2007 der Beschwerdegegnerin von einem sta
tionären Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin ohne Änderung der Diag
nose
,
und ging weiterhin sowohl von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit in der aktuellen Tätigkeit der Beschwerdeführerin im Betreuungsdienst
,
als auch in einer Verweistätigkeit aus (Urk. 7/79
/3-4).
Am 31. Januar 2008 erachtete Dr.
D.___
die Prüfung von berufli
che
n
Massnahmen
als
angezeigt und attestierte
der Beschwerdeführerin
aus rheumatologischer Sicht in einer angepassten Tätigkeit
weiterhin eine 50%ige Arbeitsfähigkeit (Urk. 7/83).
3.4
Am 10. April 2008 erstattete Dr. med.
E.___
,
Fachärztin FMH Rheu
matologie und Innere Medizin, ihren Bericht zuhanden der Beschwerdegegnerin (Urk. 7/90). Darin
diagnostizierte sie ein
Fibromyalgiesyndrom
, einen Status nach HWS-Distorsion
(im Jahr
1997
)
,
ein
z
ervikospondylogenes
- und –
zephales
Schmerzsyndrom sowie eine HWS-Distorsion vom 22. Februar 2008 (Ziff. 1.1). Sie erachtete die Beschwerdeführer
in
aufgrund des am 22. Februar 2008 erlitte
nen Unfalls
als
vollständig arbeitsunfähig (Ziff. 2, Ziff. 5.2) und berichtete von einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes (S. 5).
3.5
Dr. med.
F.___
,
Allgemeine Medizin FMH, berichtete der
Beschwer
degegnerin
am 11. April 2008 (Urk. 7/91/10) über das am 19. Februar 2008 anlässlich eines Autounfalls erlittene HWS-Schleudertrauma der Be
schwerdeführerin und erachtete die
se
seit dem Unfallereignis bis zum 25. Februar 2008
als
vollständig arbeitsunfähig, hernach zu 75 % und seit dem 25. März 2008 wieder zu 100 % arbeitsunfähig.
4.
4.1
Im Rahmen der hier strittigen Rentenrevision liegen folgende Berichte vor:
4.2
Mit Bericht vom 13. August 2009 (Urk. 7/114) diagnostizierte Dr.
E.___
(vgl. vorstehend E. 3.4)
ein
zervikospondylogenes
und
zervikozephales
Schmerz
syndrom
, einen Status nach zwei Autounfällen, eine
Fibromyalgie
bis generalisiertes Schmerzsyndrom sowie eine Depression (Ziff. 1.1).
Aufgrund des reduzierten Allgemeinzustandes und der generalisierten Schmerzen mit massiv eingeschränkter Belastbarkeit sei die Beschwerdeführerin seit dem Unfall res
pektive seit dem 22. März 2008 sowohl in angestammter wie auch in angepass
ter Tätigkeit vollständig arbeitsunfähig (S. 6).
4.3
Am
16. November 2010 erstattete Dr.
med.
Z.___
,
Innere Medizin FMH, speziell Rheumaerkrankungen, ein Gutachten im Auftrag der
Beschwerde
gegnerin
(Urk
. 7/152
/2-58
)
. Sie stützte sich auf
die ihr überlassenen Akten (S.
3 ff.), die Angaben der Besc
hwerdeführerin (S. 43 f.
) und die von ihr am
2. November 2010 erhobenen Befunde (S. 45 ff.
).
Die Gutachterin nannte folgende rheumatologische Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (S. 51 Ziff. 7.1):
-
Lumbovertebralsyndrom
bei
-
kongenitaler
Teilsakralisation
von L5 links mit einem
Nearthros
links mit
-
leichten degenerativen Veränderungen
-
ohne Kompression neuraler Strukturen
-
klinisch
ohne
radiku
läre
Zeichen
Als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannte sie ausgedehnte chronische Schmerzen,
eine
Anämie, einen Vitamin D-Mangel,
eine
leichte bis mittelgradige Innenohr-Schwerhörigkeit sowie einen Status nach mehreren Ver
kehrsunfällen (S. 51 Ziff. 7.2).
Die Gutachterin führte aus, in den klinischen Untersuchungen seien die zahlrei
chen Narben nach den Schnittverletzungen
nach einem nicht dokumentierten Verkehrsunfall im Ausland (etwa 1982/1984) die wesentlichsten Befunde. In der Magnetresonanztomographie (MRI)-Untersuchung der HWS seien
Protrusionen
ohne Kompression vorhanden. In der MRI-Untersuchung der Lendenwirbelsäule sei eine kongenitale
Teilsakralisation
von L5 mit einem
Nearthos
links beo
bachtet worden. Die angegebenen Muskelschmerzen könnten ein Symptom ein
e
s Vitamin D-Mangels sein, welcher durch Vitaminsubstitution in der Regel gut behoben werden könne.
Betreffend die ausgedehnten Schmerzen der Be
schwerdeführerin bestehe eine
Fibromyalgie
definitionsgemäss nicht, wenn die Mehrheit der Kontrollpunkte pathologisch
seien
. Die von der Beschwerdeführe
rin geklagten Be
schwerden interpretiere sie im W
esentlichen im Rahmen der ausgedehnten Schmerzen. Eine adäquate medikamentöse Therapie chronischer Schmerzen sei seit langem nicht vorhanden (S. 52 Ziff. 8).
Ausserdem würden die Resultate der EFL-Testung vom November 2002 weitestgehend mit ihren Erhebungen übereinstimmen (S. 55 Ziff. 10.4)
Zur Arbeitsfähigkeit führte die Gutachterin aus,
ab 1986 habe die Beschwerde
führerin als Serviceangestellte gearbeitet. Ab Juni 1997 bis 2001 sei sie als Elektronikproduktionsangestellte in einem Vollzeitpensum tätig gewesen, ab März 2001 in einem Pensum von maximal 2 Stunden pro Tag während drei bis vier Tagen pro Woche. Nach erfolgter Umschulung mit Hilfe der Invalidenversi
cherung zur Betreuerin im Behindertenbereich habe sie ab 21. Juni 2006 Teilzeit auf diesem Beruf gearbeitet und sei zusätzlich ab 11. Februar 2008 während sieben Stunden pro Woche als Kinderbetreuerin und Haushälterin tätig
gewesen
(S. 53 Ziff. 9.1).
Die Beschwerdeführerin könne Lasten bis 15 kg heben oder tra
gen (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau). Die Tätigkeit einer
Servier
angestellten
könne sie zu 100 % ausüben. Auch im umgeschulten Beruf als Betreuerin von Behinderten sei eine vollständige Arbeitsfähigkeit gegeben. Ebenfalls bestehe als Kinderbetreuerin und Haushälterin eine uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit. Bei der Hauspflege
tetraplegischer
Patienten mit Heben von Patienten ohne Lift und bei Bettlägerigkeit könne sie gewisse Teilbereiche nicht ausüben, da sie
mit
mehr als 15 kg hantieren müss
t
e. Denkbar sei auch, dass die Belastung einer Elektronik-Angestellten für die Beschwerdeführerin nicht mög
lich sei, weil es sich um eine nicht wechselbelastende Tätigkeit in langandau
ernder vornüber geneigter Körperhaltung handle (S. 54).
Da
die Beschwerdeführerin
in einer adaptierten Tätigkeit nie langfristig eing
e
schränkt gewesen sei, betrage die Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit 100 % (S. 54 Ziff. 9.3).
4.4
Am
11. Januar 2011 erstattete Dr. med.
A.___
,
Psychiatrie und Psycho
therapie FMH, ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin (Urk. 24/1-8).
Er stützte sich auf
die ihm überlassenen Akten (S. 2 f
.), die An
gaben der Be
schwerdeführerin (S. 3
ff.) und die von ihm am
8.
Nove
mber 2010 erhobenen Befunde (S. 6 ff.
).
Der Gutachter stellte keine Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (S. 6 Ziff. 5.1) und nannte als Diagnose ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähig
keit einen Status nach anhaltender
somatoformer
Schmerzstörung (ICD-45.4; S. 6 Ziff. 5.2).
Die Arbeitsfähigkeit bezifferte er mit 100 %.
Er führte hierzu aus, während seiner Untersuchung habe sich die Beschwerdeführerin in psychopa
thologischer Hinsicht ganz unauffällig
verhalten. Bei
unauffälligen
psychokog
nitiven
Funktionen (Gedächtnisfunktionen, Gedankenfluss, Konzentrations
fähig
keit, Auffassungsgabe, geistige Flexibilität, Antrieb und Psychomotorik) könne man ihr weder eine psychiatrische Krankheit nach ICD-10 noch eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht attestieren (S. 7 Ziff. 6).
4.5
Ebenfalls am 11. Januar 2011 erstatteten Dr.
Z.___
(vgl. vorstehend E. 4.3) und Dr.
A.___
(vgl. vorstehend E. 4.4) eine interdisziplinäre Zusammenfassung und Beurteilung (Urk. 24 S. 9 ff.).
Als Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit nannten sie das im
Teil
gutachten
von Dr.
Z.___
ge
nann
te
Lumbovertebralsyndrom
(S. 9 Ziff. 9.1.1)
. Die
Arbeitsfähigkeit als Serviceangestellte, Betreuerin von Behinderten und als Kinderbetreuerin und Haushälterin sowie in – näher umschriebenen – adaptier
ten Tätigkeiten bezifferten sie mit 100 % (S. 9 Ziff. 9.2).
4.6
Mit Bericht vom 26. August 2011 z
uhanden der Beschwerdeführerin
nahm Dr.
E.___
(vorstehend E. 4.2)
Stellung zum Gutachten von Dr.
Z.___
(Urk. 7/171)
. Darin teilte sie die Meinung der Gutachterin, wonach bei der Be
schwerdeführerin ausgedehnte chronische Schmerzen bestünden, wobei sie im Gegensatz zur Gutachterin
zusätzlich
muskuläre Verspannungen
gefunden h
ab
e
.
Neben dem
Lumbovertebralsyndrom
diagnostizierte sie ein
zervikozepha
les
und
zerviko
spondylogenes
Schmerzsyndrom (S. 1) und legte
– näher ausge
führt -
dar, weshalb die Beschwerdeführerin den Beruf als Betreuerin von Be
hinderten oder im Service nicht ohne Einschränkungen
und damit nicht
zu 100 % ausüben könne (S. 2 Ziff. 3). Sie attestierte der Beschwerdeführerin eine
Arbeitsfähigkeit von maximal 50 % in einer leichten wechselbelastenden Tätig
keit (S. 3 Ziff. 4).
4.7
Dr. med.
G.___
,
FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, berich
tete am 18. Februar 2013 (Urk. 13) von einer seit Jahren persistierende
n
Schmerzproblematik, von Schlafstörungen, einem Schwächegefühl und Kraftlo
sigkeit. Er diagnostizierte unter anderem eine chronische Depression und einen Tinnitus und attestierte der Beschwerdeführerin eine vollständige Arbeitsunfä
higkeit (S. 1).
4.8
Am 4. Juli 2012
berichtete Dr. med.
G.___
(vorstehend E. 4.7)
der Sozialversicherungsanstalt des Kantons Graubünden (Urk. 16). Die affektive Situation sei unverändert geblieben, ebenso habe die Schmerzproblematik bis anhin nicht gebessert werden können, weshalb die Beschwerdeführerin voll
ständig arbeitsunfähig sei. Neben diversen schon bekannten psychosomatischen Diagnosen stehe heute eine chronische Depression von mittlerer Ausprägung im Vordergrund (S. 1 f.).
4.9
Nach Verfügungserlass reichte die Beschwerdeführerin einen weiteren medizini
schen Verlaufsbericht ein. Dr.
G.___
(vgl. vorstehend E. 4.7-8
) stellte mit Bericht vom 19. Mai 2014 (Urk. 28) die Diagnose einer chronischen Depression mit mittelstarker Ausprägung (ICD-10 F32.11) und attestierte der Beschwerdeführerin weiterhin eine vollständige Arbeitsunfäh
i
gkeit (S. 1 f.).
5.
5.1
Die
Beschwerdegegnerin stützte sich in der angefochtenen Verfügung bei der Beurteilung des Gesundheitszustandes und der Arbeitsfähigkeit der Beschwer
deführerin vollumfänglich auf die Ergebnisse, zu denen die Gutachter
Z.___
und
A.___
im November 201
0
(vgl. vorstehend E. 4.3 f.) beziehungsweise Januar 2011 (vgl. vorstehend E. 4.5)
gelangt waren.
5.2
Die Würdigung der medizinischen Akten ergibt, dass das
bidisziplinäre
Gutach
ten
Z.___
/
A.___
auf für die strittigen Belange umfassenden Untersuchun
gen beruht und die von der Beschwerdeführerin geklagten Beschwerden in angemessener Weise berücksichtigt. Sodann wurde es in Kenntnis der und in Aus
einandersetzung mit den
Vorakten
erstattet und trägt der konkreten medizi
ni
schen
Situation Rechnung. So zeigte Dr.
Z.___
auf, dass eine
Fibromyalgie
nicht bestehe und dass die Beschwerdeführerin durch eine eingeschränkte Funktion der Wirbelsäule limitiert sei, hingegen Lasten bis 15 kg heben oder tragen könne (leichtes bis mittelschweres Belastungsniveau), weshalb die ange
stammten Tätigkeiten als Serviceangestellte oder Kinderbetreuerin und Haus
hälterin
vollumfänglich
möglich seien
und
sie
nur
bei Hauspflege von Patienten
beziehungsweise bei Hantieren mit Gewichten von über 15 kg eingeschränkt sei
.
Ebenfalls führte sie nachvollziehbar aus, wes
halb die Beschwerdeführerin in ihrer früheren Tätigkeit als Elektronik-Angestellte in der Arbeitsfähigkeit auf
grund der nicht wechselbelastenden Tätigkeit in langandauernder vornüber geneigter
Körperhaltung eingeschränkt sei (vgl. vorstehend E. 4.3) und legte dar, dass sich die Ergebnisse der EFL
-Testung
aus dem Jahre 2002 mit ihren
Erhe
bungen mehrheitlich deck
t
en.
Schliesslich
wies sie darauf hin, dass
die Be
schwerdeführerin auf
eine konsequente medikamentöse Schmerztherapie bis anhin verzichtet
habe
, womit eine wichtige Therapie-Opti
on noch nic
ht ausge
schöpft worden sei
. Dr.
A.___
konnte weder eine psychiatrische Störung erhe
ben noch eine Arbeitsunfähigkeit attestieren und
zeigte
zudem auf, dass sich für das Vorliegen von Symptomen einer
somatoformen
Schmerzstörung keine An
haltspu
nkte mehr ergäben
sowie keine Akzentuierung der
Persönlich
keits
züge
mehr feststellbar sei
(vgl. vorstehend E. 4.4)
. Insgesamt schlossen die Gutachter auf eine Verbesserung des psychiatrischen Zustandes
(vgl. vorstehend E. 4.5)
.
Das Gutachten leuchtet in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge ein und die vorgenommenen Schlussfolgerungen zu Gesundheitszustand und Arbeitsfähigkeit werden ausführlich begründet. So zeigten die Gutachter in nachvollziehbarer Weise auf, dass bei der Beschwerdeführerin aufgrund der erhobenen, objektiven somatischen Befunde und der fehlenden klinisch re
le
vanten, leis
tungsbeeinträchtigenden psychischen Störung
nunmehr
keine Ein
schränkung der Arbeitsfähigkeit für
angepasste Tätigkeiten vorliege.
Das Gutachten ist für die Beantwortung der Fragen umfassend und erfüllt damit entgegen der Beschwerdeführerin die praxisgemässen Kriterien (vgl. vorstehend E.
1.5
) vollumfänglich, so dass für die
Entscheidfindung
darauf abgestellt wer
den kann.
5.3.
5.3.1
Was die Beschwerdeführerin beschwerdeweise vorbringt, ist nicht geeignet, die ausschlaggebende Beweiskraft des Gutachtens
Z.___
/
A.___
in Frage zu stellen:
5.3.
2
Zu
den
formellen Einwänden
der Beschwerdeführerin,
die Begutachtung durch Dr.
Z.___
und Dr.
A.___
verstosse gegen die Rechtsprechung des Bundes
gerichts, insbesondere gegen den Entscheid BGE 137 V 210
sowie zum Vorwurf,
die Gutachter seien befangen (Urk. 1 S. 8 ff.), ist mit der Beschwerdegegnerin
festzuhalten, dass die Anordnung der Begutachtung vor
der
Änderung der im Entscheid BGE 137 V 210
ausgeführten Rechtsprechung ergangen ist
, mithin die darin eingeführten zusätzlichen Mitwirkungsrechte noch nicht zum Tragen kommen konnten.
Ebenfalls
ist
das Argument der wirtschaftlic
hen Abhängigkeit nicht zu hören,
zumal
auch im vorgenannten Leitentscheid
eine solche verneint wurde.
Bezüglich der Kritik an den begutachtenden Ärzten
Z.___
und
A.___
(Urk. 1 S. ) bleibt zu erwähnen, dass die Beschwerdeführer
i
n mit Schreiben vom
20. Oktober 2009 (Urk. 7/118) über die Notwendigkeit der medizinischen Abklärung, die Wahl der Abklärungsperson sowie die Möglichkeit, Einwände ge
genüber der begutachtenden Person erheben zu können, informiert wurde. Von der Beschwerdeführerin wurden jedoch keine Einwände erhoben, womit sie sich mit den Gutachtern einverstanden erklärte. Eine Befangenheit bezüglich der Abklärungen der Beschwerdegegnerin kann deshalb nicht weiter geltend gemacht werden.
Ausserdem sind die Ärzte in fachlicher Hinsicht auf ihrem jeweiligen Begutachtungsgebiet mit einem Facharzttitel speziell qualifiziert (vgl. www.medregom.admin.ch), weshalb auch keine mangelhafte Fachkompetenz ersichtlich ist.
5.3.
3
Die Kritik der Beschwerdeführerin, der psychiatrische Gutachter
habe
keine Rück
fragen bei den damals involvierten Ärzten genommen (Urk. 1 S. 5 unten), ist
nicht stichhaltig
. Entscheidend ist im Rahmen einer psychiatrischen Begut
achtung die klinische Untersuchung in Kenntnis der Anamnese. Eine
Fremd
anamnese
und
(schriftliche oder mündliche) Auskünfte der behandelnden
Arzt
personen
beziehungsweise Therapeuten sind häufig wünschenswert, aber nicht zwingend erforderlich (Urteil des Bundesgerichts 8C_308/2012 vom 29. Mai 2012 E. 4.3.4 mit Hinweisen). Dr.
A.___
stützte sich bei seiner Begutachtung schlüssig und nachvollziehbar auf die Anamnese, die klinische Untersuchung vom 8. November 201
0
und die Angaben der Beschwerdeführerin.
Insbesondere nahm er Stellung zu den früheren psychiatrisc
hen Einschätzungen (Urk. 24 S. 7 Ziff. 6).
5.3.
4
Auch
der Bericht
der behandelnden Ärztin der Beschwerdeführerin, Dr.
E.___
vom 26. August 2011
(vgl. vorstehend E. 4.6)
vermag die Be
weiskraft des Gutachtens nicht zu schmälern.
Im erwähnten Bericht
kritisierte die Ärztin die von der Gutachterin attestierte Arbeitsfähigkeit als Betreuerin von Behinderten oder als Serviceangestellte, übers
a
h aber, dass Dr.
Z.___
zwar von einer vollständigen Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin ausging, jedoch auf
Gewichts
einschränkungen
hinwies und damit die somatischen Beschwerden
entsprechend berücksichtig
hat, womit der
Einwand
der
behan
deln
den
Ärztin
ins Leere stösst
.
5.3.
5
Nicht abgestellt werden kann zude
m auf die
B
ericht
e
von Dr.
G.___
vom
1
8.
Februar 2013 und vom
4. Juli 2012, welche
r
neben den psychosoma
tischen Diagnosen eine chronische Depression diagnostizierte, ohne diese jedoch gemäss den ICD-10-Richtlinien zu
codieren (vgl. vorstehend E. 4.7 f.
). Deshalb und auch mangels Angabe einer Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin
in einer angepassten Tätigkeit
sind
dies
e
Bericht
e
nicht tauglich, die Schlussfolgerungen des Gutachtens umzustossen.
Sodann ist der nach Verfügungserlass am 19. Mai 2014 von der Beschwerde
führerin eingereichte Bericht von Dr.
G.___
,
in welchem
er
die Diagnose einer chronischen Depression mit mittelstarker Ausprägung (ICD-1
0 F32.11)
stellte (vgl. vorstehend E. 4.9
),
nicht zu berücksichtigen, da das Sozial
versicherungsgericht
die Gesetzmässigkeit des angefochtenen Entscheids in der Regel
nach dem Sachverhalt beurteilt
, der zur Zeit des Abschlusses des
Verwal
tungsverfahrens
gegeben war und neue – den Sachverhalt verändernde
-
Tat
sachen im Normalfall in einem neuen Verfahren geltend zu mac
hen sind (BGE 131 V 242 E. 2.1).
5.3.
6
Die Beschwerdeführerin macht schliesslich geltend, die Aufhebung der Rente sei auch deshalb nicht gerechtfertigt, weil vorgängig keine Eingliederungsmass
nahmen durchgeführt worden seien (Urk. 1 S. 7). Nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung setzt eine rentenbestimmende Invaliditätsbemessung auch im Revisionsfall (Art. 17 ATSG) voraus, dass angezeigte Eingliederungsmass
nah
men durchgeführt worden sind (Urteil des Bundesgerichts 9C_163/2009 vom 10. September 2010). Dementsprechend muss der Eingliederungsbedarf im Falle einer Revision in gleicher Weise wie im Rahmen einer erstmaligen
Invaliditäts
bemessung
abgeklärt werden. Wie das Bundesgericht indessen erkannt hat, ist diese Praxis jedoch auf Sachverhalte zu beschränken, in denen die Herabset
zung oder Aufhebung der Invalidenrente eine versicherte Person betrifft, die das 55. Altersjahr zurückgelegt oder die Rente mehr als 15 Jahre bezogen hat (Urteil des Bundesgerichts 9C_228/2010 vom 26. April 2011). Da die 1969 geborene
Beschwerdeführerin
weder das 55. Altersjahr zurückgelegt oder mehr als 15 Jahre eine Rente bezogen hat, ist es ihr zumutbar, die medizinisch attestierte Verbesserung der Arbeitsfähigkeit auf dem Weg der Selbsteingliederung zu verwerten. Mit Blick auf die vorliegenden Umstände ist
auch
eine Ausnahme von der
vorgenannten
bundesgerichtlichen Rechtsprechung nicht ersichtlich
, zumal die Beschwerdeführerin nur eine halbe Invalidenrente bezog und bis zu ihrer Krankschreibung am 21. Februar 2008 gearbeitet hat (vgl. Urk. 7/110
Ziff. 2.14)
. Ausserdem
wurde die Beschwerdeführerin von der
Beschwerdegeg
nerin
mittels Fragebogen vom 16. November 2008 (Urk. 7/121) auf die Mög
lich
keit eines Arbeitsversuches hingewiesen und zu einer
Informationsveran
staltung
vom 24. Febru
ar 2010 eingeladen (Urk. 7/129),
womit
eine Bereitschaft signa
li
siert
wurde
, der Beschwerdeführerin beim Wiedereinstieg ins Erwerbsle
ben zu helfen.
5.4
Zusammenfassend ergibt sich, dass seit der massgeblichen
Rentenzusprache
im Juli 2005 tatsächlich eine Verbesserung in den gesundheitlichen Verhältnissen und mithin auch eine Änderung in der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin eingetreten ist, weshalb die Voraussetzungen für eine Rentenrevision gemäss Art. 17 Abs. 1 ATSG erfüllt sind. D
i
e Beschwerdeführerin
ist
dem schlüssigen Gutachten
Z.___
/
A.___
zufolge
in
eine
r
körperlich angepasste
n
, leichte
n
bis mittelschwere
n
, unter adaptierten Arbeitsplatzbedingungen auszuübende
n
berufliche
n
Tätigkeit vollständig
a
rbeitsfähig.
5.5
Die Invaliditätsbemessung, welcher die Beschwerdegegnerin die genannten ärztli
chen Beurteilungen (vgl. vorstehend E. 5.2) zugrunde gelegt hat, wurde von der Beschwerdeführerin nicht in Frage gestellt und gibt nach Lage der Akten (vgl. Urk. 7/
181
) zu keinen Beanstandungen Anlass.
Somit ist erstellt,
dass
keine Invalidität im Rechtssinne
mehr besteht, weshalb die Beschwerdegegnerin die der Beschwerdeführerin bisher ausgerichtete halbe Invalidenrente zu Recht aufgehoben hat. Die gegen die Verfügung vom 10. September 2012 gerichtete Beschwerde erweist sich demnach als unbegrün
det, weshalb sie abzuweisen ist.
6.
Die Verfahrenskosten gemäss Art. 69 Abs. 1
bis
IVG
sind ermessensweise auf Fr. 1‘000.--
festzusetzen und ausgangsgemäss der Beschwerdeführerin aufzu
er
le
gen.
Das Gericht erkennt:
1.
Die
Beschwerde
wird abgewiesen.
2.
Die Gerichtskosten von Fr. 1‘000
.-- werden
der Beschwerdeführerin
auferlegt.
Rech
nung und Einzahlungsschein werden
der
Kostenpflichtigen nach Eintritt der Rechts
kraft zugestellt.
3.
Zustellung gegen Empfangsschein an:
-
Rechtsanwalt Matthias
Horschik
-
Sozialversicherungsanstalt des Kantons Zürich, IV-Stelle
-
Bundesamt für Sozialversicherungen
sowie an:
-
Gerichtskasse (im Dispositiv nach Eintritt der Rechtskraft)
4.
Gegen diesen Entscheid kann innert
30 Tagen
seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (
Art.
82 ff. in Verbindung mit
Art.
90 ff. des Bundes
gesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 1
5.
Juli bis und mit 1
5.
August sowie vom 1
8.
Dezember bis und mit dem
2.
Januar (
Art.
46 BGG).
Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzu
stellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismit
tel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Ur
kunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (
Art.
42 BGG).
Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich
Der VorsitzendeDer Gerichtsschreiber
MosimannBrühwiler