# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0b09da9-775d-5024-86b9-6aa7fc5d3051
**Source:** Glarus (GL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-04-13
**Language:** de
**Title:** Glarus Verwaltungsgericht 13.04.2016 VG.2016.00008 (VG.2016.373)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GL_Omni/GL_VG_001_VG-2016-00008_2016-04-13.html

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT DES KANTONS GLARUS

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  Urteil vom 13. April 2016

  
	
   

  
	
   

  
	
  I. Kammer

  
	
   

  
	
   

  
	
  in Sachen

  
	
  VG.2016.00008

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    A.______

    	
    Beschwerdeführer

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwalt B.______

    

  

  
	
   

  
	
   

   

  
	
  gegen

  
	
   

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    Gemeinde Glarus Nord

    	
    Beschwerdegegnerin

    

  

  
	
   

  
	
  	
    vertreten durch Rechtsanwältin
    C.______

    

  

  
	
   

   

  
	
  und

  
	
   

  
	
   

  
	
  	
    D.______GmbH

    	
    Beigeladene

    

  

  
	
   

   

  
	
  betreffend

  
	
   

  
	
   

  
	
  Vergabe
  Feuerungskontrolle 2016-2019

  
	
   

  
	
  Die Kammer zieht in Erwägung: 

  
	
  I.

  
	
  1.

  
	
  1.1
  Die Gemeinde Glarus Nord schrieb am 3. September 2015 im Amtsblatt des Kantons Glarus die Vergabe der
  Feuerungskontrolle (Öl-, Gas- und Holzfeuerungen) 2016 bis 2019 im offenen
  Verfahren aus.

  
	
   

  
	
  1.2
  Mit Verfügung vom 14. Dezember 2015 erteilte die Gemeinde Glarus Nord der
  Firma D.______GmbH den Zuschlag für die Feuerungskontrolle 2016 bis 2019. Mit
  Schreiben vom 14. Dezember 2015 führte die Gemeinde Glarus Nord gegenüber
  A.______ aus, dass er für die Arbeiten nicht habe berücksichtigt werden
  können. Der Zustellversuch blieb allerdings erfolglos, weshalb die Sendung am
  22. Dezember 2015 an die Gemeinde Glarus Nord retourniert wurde. Am 7. Januar
  2016 sandte sie ihm die Verfügung nochmals zur Orientierung mittels A-Post
  Plus zu.

  
	
   

  
	
  1.3
  Mit E-Mail vom 8. Januar 2016 erkundigte sich A.______ bei der Gemeinde
  Glarus Nord, weshalb er den Zuschlag nicht erhalten habe. Diese teilte ihm
  mit E-Mail vom 11. Januar 2016 mit, dass er vom Verfahren ausgeschlossen
  worden sei, weil er nicht sämtliche fälligen Abgaben an die öffentliche Hand
  entrichtet habe.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1
  In der Folge erhob A.______ am 18. Januar 2016 beim Verwaltungsgericht Beschwerde
  gegen die Verfügung der Gemeinde Glarus Nord vom 14. Dezember 2015 und
  beantragte deren Aufhebung sowie den Zuschlag an ihn. Eventualiter sei die Sache
  zur Neuvergabe an die Gemeinde Glarus Nord zurückzuweisen. Ferner sei der Beschwerde
  die aufschiebende Wirkung zu erteilen; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen
  zu Lasten der Gemeinde Glarus Nord.

  
	
   

  
	
  2.2
  Die Gemeinde Glarus Nord liess sich am 8. Februar 2016 vernehmen und beantragte,
  dass auf die Beschwerde nicht einzutreten sei. Eventualiter sei die Beschwerde
  abzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung nicht zu erteilen;
  alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten von A.______. Die am
  19. Januar 2016 von Amtes wegen ins Verfahren beigeladene D.______GmbH
  reichte innert Frist keine Stellungnahme ein.

  
	
   

  
	
  2.3 Mit Präsidialverfügung vom 10. Februar 2016 gewährte
  das Verwaltungsgericht A.______ teilweise Einsicht in die Akten. In seiner
  Replik vom 22. Februar 2016 hielt dieser an seinen Rechtsbegehren fest. In
  der Folge hielt auch die Gemeinde Glarus Nord in ihrer Duplik vom
  1. März 2016 an ihren Anträgen fest. Die D.______GmbH liess sich innert
  Frist erneut nicht vernehmen.

  
	
   

  
	
  II.

  
	
  1.

  
	
  Gemäss Art. 35 f. des
  kantonalen Submissionsgesetzes vom 4. Mai 1997 (SubmG) i.V.m. Art. 105 Abs. 1
  lit. c des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege vom 4. Mai 1989 (VRG)
  ist das Verwaltungsgericht zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde
  zuständig.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  2.1 Zunächst prüft das
  Verwaltungsgericht die Voraussetzungen zum Eintreten auf das Rechtsmittel.
  Ist mindestens eine Prozessvoraussetzung nicht erfüllt, entscheidet es auf
  Nichteintreten (Art. 70 Abs. 2 VRG).

  
	
   

  
	
  2.1.1 Nach Art. 35 Abs. 1 SubmG kann gegen
  Verfügungen des Auftraggebers innert zehn Tagen schriftlich und begründet
  Beschwerde erhoben werden. Die Gerichtsferien gelten nicht (Art. 35 Abs. 3
  SubmG). Die Beschwerdefrist beginnt am Tag nach dem Zustellungszeitpunkt zu
  laufen (Art. 32 Abs. 1 SubmG). Eine Sendung gilt als zugestellt, wenn sie auf
  dem ordentlichen Weg in den Machtbereich des Adressaten gelangt ist, so dass
  er sie zur Kenntnis nehmen kann. Bei eingeschriebenen Sendungen gilt die Unterschrift,
  mit der der empfangsberechtigte Adressat gegenüber dem Postbeamten die
  Entgegennahme der Sendung bestätigt, als Zustellnachweis (Kaspar Plüss, in Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar
  zum Verwaltungsrechtspflegegesetz des Kantons Zürich, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2014, § 10 N. 79 ff.). Eine eingeschriebene
  Postsendung, die nicht abgeholt worden ist, gilt am siebten Tag nach dem
  erfolglosen Zustellungsversuch als zugestellt, sofern die Person mit einer
  Zustellung rechnen musste. Mit einer Zustellung muss rechnen, wer sich in
  einem verfahrensrechtlichen Verhältnis befindet. Während diesem hat der
  Verfügungsadressat die Pflicht, sich so zu verhalten, dass Verfahrensakten zugestellt
  werden können, d.h. die Post regelmässig zu kontrollieren, den Behörden
  allfällige längere Ortsabwesenheiten mitzuteilen, Adressänderungen von sich
  aus zu kommunizieren sowie allenfalls einen Stellvertreter zu ernennen oder
  der Post einen Nachsendeauftrag zu erteilen (Plüss, § 10 N. 86).

  
	
   

  
	
  2.1.2 Der Beschwerdeführer
  reichte seine Offerte am 28. September 2015 ein und musste mit einer
  Zustellung der Zuschlagsverfügung rechnen. Der erfolglose Zustellungsversuch
  durch die Beschwerdegegnerin datiert vom 14. Dezember 2015. Die Sendung
  war bis zum 22. Dezember 2015 zur Abholung am Postschalter gemeldet und
  gilt nach dem Dargelegten als zu diesem Zeitpunkt zugestellt, weshalb die
  zehntätige Rechtsmittelfrist grundsätzlich am 23. Dezember 2015 zu laufen begann
  und sich die Beschwerde vom 18. Januar 2016 folglich als verspätet erweist.

  
	
   

  
	
  2.1.3 Daran ändert
  grundsätzlich nichts, dass dem Beschwerdeführer die Zuschlagsverfügung am 8.
  Januar 2016 mittels A-Post Plus doch noch zugestellt werden konnte. So ist
  für den Fristenlauf in der Regel die erste rechtsgültige individuelle
  Eröffnung massgebend (vgl. BGE 118 V 190 E. 3a).

  
	
   

  
	
  Den Akten lässt sich aber
  entnehmen, dass der Beschwerdeführer die Beschwerdegegnerin bereits am 12.
  November 2015 darüber informierte, dass er mit der Zustellung einzelner
  Briefe Probleme habe bzw. diese nicht erhalte. Er bat sie deshalb, ihn über
  den Vergabeentscheid per E-Mail zu informieren, sofern dies möglich sei. Die
  Beschwerdegegnerin reagierte auf dieses E-Mail nicht und kam in der Folge dem
  Ansinnen des Beschwerdeführers nicht nach. 

  
	
   

  
	
  Da die Beschwerdegegnerin auf
  sein E-Mail nicht reagiert hatte, durfte der Beschwerdeführer nach Treu und
  Glauben davon ausgehen, dass sie dem von ihm vorgeschlagenen Vorgehen
  zustimme und ihn zumindest darüber informieren werde, dass der
  Vergabeentscheid getroffen und versandt worden sei. Wäre die Beschwerdegegnerin
  mit einer solchen Vorgehensweise nämlich nicht einverstanden gewesen, hätte
  sie den Beschwerdeführer darüber informieren müssen. 

  
	
   

  
	
  Ferner ist zu berücksichtigen,
  dass die Vermutung, der Postangestellte habe die Abholungseinladung
  ordnungsgemäss in den Briefkasten oder in das Postfach des Empfängers gelegt
  und das Zustellungsdatum sei korrekt registriert worden, widerlegbar ist,
  wobei kein strikter Beweis des Gegenteils erforderlich ist (BGer-Urteil
  1C_129/2015 vom 9. Juli 2015 E. 3.1). 

  
	
   

  
	
  Offenbar hatte der Beschwerdeführer
  bereits mehrfach Probleme mit dem Empfang von Sendungen, weshalb von einer
  erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine erneute Fehlzustellung auszugehen ist.
  Berücksichtigt man, dass der Beschwerdeführer dies der Beschwerdegegnerin
  frühzeitig anzeigte und sie auf die Anzeige nicht reagierte, lässt es sich
  nicht rechtfertigen, von einer Zustellfiktion auszugehen und den Fristbeginn
  auf den 23. Dezember 2015 anzusetzen. Vielmehr durfte der Beschwerdeführer
  nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass die Rechtsmittelfrist erst mit der
  A-Post Plus Zustellung zu laufen begann, weshalb diese mit seiner Eingabe vom
  18. Januar 2016 gewahrt wurde. Da auch die übrigen Prozessvoraussetzungen
  erfüllt sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

  
	
   

  
	
  2.2 Gemäss Art. 37 Abs. 1 SubmG können mit der
  Beschwerde Rechtsverletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch
  des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des
  rechtserheblichen Sachverhalts gerügt werden. Dem Verwaltungsgericht bleibt
  hingegen eine Angemessenheitskontrolle verwehrt (Art. 37 Abs. 2 SubmG).

  
	
   

  
	
  2.3 Da vorliegend der Entscheid in der Sache ergeht,
  muss über das Gesuch um Erteilung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde
  nicht mehr entschieden werden.

  
	
   

  3.

  
	
  3.1 Der Beschwerdeführer rügt, die Beschwerdegegnerin
  habe ihren Vergabeentscheid nur ungenügend begründet, da dieser keinen
  Aufschluss über die Bewertung der eingereichten Angebote gebe. So habe er
  daraus nicht ersehen können, weshalb sein preisgünstigstes Angebot unberücksichtigt
  geblieben sei. Erst auf Anfrage hin bzw. durch Einleitung des
  verwaltungsgerichtlichen Verfahrens sei ihm dies mitgeteilt worden. Ferner
  habe die Beschwerdegegnerin eine falsche Verfügung erlassen. Da seine Offerte
  aus dem Verfahren ausgeschlossen worden sei, hätte die Beschwerdegegnerin
  dies selbständig verfügen müssen, was sie unterlassen habe. Dies genüge den
  rechtlichen Anforderungen nicht. Schliesslich stellten die Steuerausstände in
  der Höhe von Fr. 50.30 keinen hinreichenden Grund für einen
  Verfahrensausschluss dar. Dieser Betrag stehe in keinem Verhältnis zu den von
  ihm bezahlten Steuern. Darüber hinaus genüge das Einholen von einer einzigen
  Referenz einer Gemeinde nicht als Nachweis für eine unzureichende Kompetenz.
  Insgesamt habe er damit das preisgünstigste Angebot eingereicht, weshalb der
  Zuschlag an ihn gehen müsse.

  
	
   

  
	
  3.2 Die Beschwerdegegnerin bringt dagegen vor, sie habe
  die Zuschlagsverfügung ausreichend begründet. Wenn das Gericht dies anders
  sehe, sei sie ihrer Begründungspflicht zumindest mit der eingereichten
  Beschwerdeantwort rechtsgenüglich nachgekommen. Des Weiteren habe sie den
  Entscheid gegenüber dem Beschwerdeführer richtig eröffnet. Sie sei nämlich
  nicht dazu verpflichtet, einen Verfahrensausschluss separat zu verfügen. Dies
  könne sie in den Vergabeentscheid integrieren. Ferner sei unerheblich, wie
  hoch die Steuerausstände gewesen seien. Es sei einzig relevant, dass solche
  vorhanden gewesen seien, was die Steuerverwaltung belegt habe. Darüber hinaus
  sei es Sache des Beschwerdeführers gewesen, für genügend Referenzen zu
  sorgen. Da er selbst nur zwei Gemeinden genannt habe, ziele seine diesbezügliche
  Rüge ins Leere. Insgesamt erfülle der Beschwerdeführer die Eignungskriterien
  damit nicht, weshalb er trotz des preisgünstigsten Angebotes zu Recht vom Verfahren
  ausgeschlossen worden sei.

  
	
   

  
	
  4.

  
	
  4.1 Gemäss Art. 35 Abs. 1 SubmG gelten sowohl der
  Zuschlag, dessen Widerruf und der Abbruch im offenen und im selektiven
  Verfahren (lit. a) als auch der Ausschluss vom offenen und vom selektiven
  Verfahren (lit. d) als Verfügungen des Auftraggebers. Ob der Ausschluss in
  einer eigenständigen Verfügung zu eröffnen ist, ergibt sich aus dem
  Gesetzestext allerdings nicht. Es ist nicht ersichtlich und wird vom
  Beschwerdeführer nicht substantiiert dargelegt, weshalb die Beschwerdegegnerin
  dazu gehalten war, ihm den Ausschluss mittels einer separaten Verfügung zu
  eröffnen. So entsteht dem nicht berücksichtigten Anbieter in Fällen, in
  welchen die Zuschlagsverfügung den Ausschluss eines Anbieters impliziert,
  kein Rechtsnachteil. Er kann mittels Anfechtung der Zuschlagsverfügung
  nämlich geltend machen, er sei zu Unrecht vom Verfahren ausgeschlossen worden
  (vgl. dazu VGer ZH-Urteil VB.2001.00359 vom 24. Mai 2002 E. 4a,
  www.vgr.zh.ch). Damit dringt der Beschwerdeführer mit seiner Rüge, die Beschwerdegegnerin
  habe ihm den Ausschluss vom Verfahren mittels einer falschen Verfügung
  eröffnet, nicht durch.

  
	
   

  
	
  4.2

  
	
  4.2.1 Anfechtbare Verfügungen sind grundsätzlich zu
  begründen (Art. 74 Abs. 1 lit. d VRG). Dies gilt auch im Rahmen eines
  Submissionsverfahrens, bei welchem der Auftraggeber den Anbietern den
  Zuschlag mittels einer kurzen Begründung zu eröffnen hat, welche das Resultat
  der Submission beinhaltet (Art. 32 Abs. 1 SubmG). Eine solche
  Begründungspflicht besteht darüber hinaus auch, wenn ein Anbieter vom
  Verfahren ausgeschlossen wird (VGer-Urteil VG.2009.00096 vom 10. März 2010
  E. II/2d, nicht publiziert). Dies ergibt sich bereits aus dem Anspruch
  auf rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der
  Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV). Ein Anspruch auf
  rechtliches Gehör und demnach auf eine Begründung besteht immer dann, wenn
  ein hoheitlicher Akt die Rechtsstellung eines Einzelnen berührt. Der
  Betroffene soll durch den Entscheid erfahren, weshalb die Behörde zu seinem
  Nachteil entschieden hat. Daher muss der Entscheid grundsätzlich so begründet
  sein, dass die betroffene Person ihn gegebenenfalls sachgerecht anfechten
  kann, was nur möglich ist, wenn er sich über die Tragweite des Entscheids ein
  Bild machen kann. In diesem Sinne müssen wenigstens kurz die Überlegungen
  genannt werden, von denen sich die Behörde hat leiten lassen und auf welche
  sie ihren Entscheid stützt (BGE 129 I 232 E. 3.2 mit Hinweisen).

  
	
   

  
	
  4.2.2 In der Zuschlagsverfügung vom 14. Dezember 2015
  führte die Beschwerdegegnerin einzig aus, die Beigeladene erfülle sämtliche
  Eignungskriterien und habe bei der Bewertung der Offerte nach den
  Zuschlagskriterien gemäss der Ausschreibung (Angebotspreis, Erfahrung,
  Ausbildung) insgesamt die höchste Punktzahl erreicht. Es handle sich um das
  für die Durchführung der ausgeschriebenen Feuerungskontrolle am besten
  geeignete Angebot. Aus dem Offertöffnungsprotokoll vom 1. Oktober 2015
  lassen sich zudem die weiteren Teilnehmer des Vergabeverfahrens sowie deren
  jeweilige Eingabesummen entnehmen. Im Begleitschreiben an den
  Beschwerdeführer vom 14. Dezember 2015 führte die Beschwerdegegnerin
  zudem aus, dass sie ihn für die ausgeschriebenen Arbeiten nicht habe
  berücksichtigen können.

  
	
   

  
	
  4.2.3 Damit konnte der Beschwerdeführer aus dem
  Begleitschreiben aber nur entnehmen, dass er bei der Vergabe des Auftrags
  nicht berücksichtigt wurde. Die Beschwerdegegnerin führte nämlich weder in
  genanntem Begleitschreiben noch in der Vergabeverfügung aus, dass und weshalb
  er vom Verfahren ausgeschlossen wurde. Nämliches trifft auf das Schreiben der
  Beschwerdegegnerin vom 7. Januar 2016 zu, mit welchem dem Beschwerdeführer
  die Vergabeverfügung nochmals zur Orientierung zugestellt wurde. Erst auf
  seine Anfrage vom 8. Januar 2016 hin wurde ihm der Ausschluss und der Grund
  dafür eröffnet. Damit mangelt es der Zuschlagsverfügung aber offensichtlich
  an einer rechtsgenüglichen Begründung.

  
	
   

  
	
  Praxisgemäss genügt es
  aber aus prozessökonomischen Gründen, dass die Vergabebehörde die Begründung
  ihres Entscheids in der Beschwerdeantwort nachreicht oder ergänzt. Damit
  wurde der Begründungsmangel im vorliegenden Rechtsmittelverfahren geheilt.
  Dem Beschwerdeführer wurde zudem nach Einreichung der Beschwerdeantwort
  Möglichkeit zur Replik gegeben, welche er entsprechend wahrnahm. Hingegen
  bemerkt der Beschwerdeführer zu Recht, dass die mangelhafte Begründung des Zuschlagsentscheids
  ungeachtet des Verfahrensausgangs bei der Kostenverlegung zu berücksichtigen
  ist (vgl. dazu VGer-Urteil VG.2014.00034 vom 14. August 2014 E. II/2). 

  
	
   

  
	
  5.

  
	
  5.1 Nach Art. 11 Abs. 1 SubmG legt der Auftraggeber für
  jeden Auftrag im Rahmen der Ausschreibung fest, welche Eignungskriterien die
  Anbieter erfüllen und welche Nachweise sie erbringen müssen. Der Auftraggeber
  kann gemäss Art. 12 Abs. 1 lit. a SubmG Anbieter vom Verfahren
  ausschliessen, aus dem Verzeichnis über geeignete Anbieter streichen oder den
  Zuschlag widerrufen, wenn sie die geforderten Eignungskriterien nicht
  erfüllen. Diese Möglichkeit hat der Auftraggeber aber auch, wenn ihm der
  Anbieter falsche Auskünfte erteilt (Art. 12 Abs. 1 lit. b SubmG) oder wenn
  der Anbieter Steuern oder Sozialabgaben nicht bezahlt (Art. 12 Abs. 1 lit. c
  SubmG). Allerdings muss ein Ausschlussgrund eine gewisse Schwere aufweisen,
  um vor dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz Bestand zu haben (Peter
  Galli et al., Praxis des öffentlichen Beschaffungsrechts, 3. A.,
  Zürich/Basel/Genf 2013, Rz. 486).

  
	
   

  
	
  5.2 Die Beschwerdegegnerin führte in ihren
  Ausschreibungsunterlagen im Anhang 3 gestützt auf Art. 2 der Submissionsverordnung vom 17. Dezember 1997
  (SubmV) verschiedene Kriterien auf (Ziffn. 1 – 6) und hielt die
  Teilnehmer des Vergabeverfahrens dazu an, die Erfüllung dieser Kriterien zu
  deklarieren bzw. dies mittels Unterschrift zu bekräftigen. Dies stellte sie
  unter die Androhung, dass bei Nichterfüllung eines Punktes und/oder bei
  falschen Angaben der jeweilige Offertsteller vom Verfahren ausgeschlossen
  werde. In der Offerte vom 28. September 2015 erklärte der Beschwerdeführer mittels
  Unterschrift, dass er sämtliche im Anhang 3 der Ausschreibungsunterlagen aufgeführten
  Eignungskriterien erfülle. Unter anderem führte er gegenüber der Beschwerdegegnerin
  damit aus, dass er bis heute alle fälligen Abgaben an die öffentliche Hand (Bund,
  Kanton, Gemeinde) entrichtet habe (Ziff. 1). Ferner willigte er gleichzeitig
  ein, dass die Beschwerdegegnerin bei der zuständigen Steuerverwaltung
  diesbezüglich Auskünfte einholt. In der Folge stellte die Beschwerdegegnerin
  bei der Steuerverwaltung des Kantons Glarus ein Auskunftsbegehren über die
  Erfüllung der steuerrechtlichen Verpflichtungen des Beschwerdeführers, worauf
  Letztere am 2. November 2015 ausführte, dass dieser in den Jahren 2012 bis
  2015 Steuerausstände aufweise. Über die Höhe der offenen Steuerforderungen
  äusserte sie sich hingegen nicht.

  
	
   

  
	
  5.3 Bei den im Anhang 3 der
  Ausschreibungsunterlagen festgelegten Kriterien handelt es sich
  unbestrittenermassen um Eignungskriterien, nicht zuletzt weil die Beschwerdegegnerin
  dabei auf Art. 2 SubmV hinwies. Diese sind von den Zuschlagskriterien zu unterscheiden,
  da sie unterschiedliche Funktionen haben. Anders als bei den Zuschlagskriterien
  führt die Nichterfüllung eines Eignungskriteriums regelmässig zum Ausschluss
  des jeweiligen Anbieters. Ein fehlendes Kriterium kann dabei nicht durch
  Übererfüllung eines anderen Eignungskriteriums kompensiert werden
  (vgl. BGE 139 II 489 E. 2.2.4). 

  
	
   

  
	
  Der Beschwerdeführer bekräftigte in seiner Offerte vom
  28. September 2015 mittels Unterschrift, dass er die Eignungskriterien im
  Anhang 3 erfülle und somit auch, dass er bis zu diesem Zeitpunkt sämtliche
  fälligen Abgaben an die öffentliche Hand erbracht habe. Gestützt auf die
  Auskunft der Steuerverwaltung des Kantons Glarus vom 2. November 2015
  entsprach dies aber offensichtlich nicht der Wahrheit. So waren
  Steuerforderungen für die Jahre 2012 bis 2015 ausstehend. Des Weiteren ergibt
  sich aus dem Betreibungsregisterauszug vom 2. November 2015, dass der Kanton
  Glarus gegenüber dem Beschwerdeführer eine offene Forderung in der Höhe von
  Fr. 974.75 geltend machte und ihm deshalb ein Zahlungsbefehl zugestellt wurde
  (Betreibung Nr. 21509139). Eine offene Steuerforderung ergibt sich
  sodann aus dem Auszug der kantonalen Steuerverwaltung sowie aus dem E-Mail an
  den Beschwerdeführer vom 18. Januar 2016.

  
	
   

  
	
  Daraus folgt, dass wegen offener Steuerforderungen, deren
  Bestand vom Beschwerdeführer grundsätzlich nicht bestritten werden, sondern
  nur in deren Höhe, nicht sämtliche Eignungskriterien erfüllt waren.
  Unerheblich ist, wie hoch die offenen Steuerforderungen effektiv waren. Es
  genügt, dass sie im Zeitpunkt der Offertstellung Bestand hatten, der
  Beschwerdeführer sich dessen bewusst war und er diese gegenüber der Beschwerdegegnerin
  nicht deklarierte. Damit liegt neben dem Vorliegen eines nichterfüllten
  Kriteriums auch eine Falschdeklaration vor, weshalb die Beschwerdegegnerin
  ohne Weiteres dazu berechtigt war, den Beschwerdeführer vom Vergabeverfahren
  auszuschliessen (vgl. Art. 12 Abs. 1 lit. b SubmG). 

  
	
   

  
	
  Demgemäss ist die Beschwerde abzuweisen, womit
  offenbleiben kann, ob die Beschwerdeführerin das Referenzkriterium korrekt
  bewertete.

  
	
   

  
	
  III.

  
	
  1.

  
	
  1.1 Nach Art. 134 Abs. 1 lit. c VRG hat die Partei,
  welche im Beschwerdeverfahren unterliegt, die amtlichen Kosten zu tragen.
  Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten grundsätzlich dem
  Beschwerdeführer aufzuerlegen. Allerdings mangelt es der Vergabeverfügung an
  einer rechtsgenüglichen Begründung. Aufgrund dieser offensichtlichen
  Rechtsverletzung rechtfertigt es sich, der Beschwerdegegnerin gestützt auf
  Art. 135 Abs. 3 VRG einen Teil der Kosten aufzuerlegen. 

  
	
   

  
	
  1.2 Die pauschalen
  Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 3'000.- sind deshalb dem Beschwerdeführer
  und der Beschwerdegegnerin je zur Hälfte aufzuerlegen. Der Anteil des Beschwerdeführers
  ist mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4'000.- zu
  verrechnen. Der restliche Betrag von Fr. 2'500.- ist ihm zurückzuerstatten.

  
	
   

  
	
  2.

  
	
  Bei diesem Verfahrensausgang
  stünde dem Beschwerdeführer keine Parteientschädigung zu (Art. 138
  Abs. 3 lit. a VRG e contrario). Aufgrund der offensichtlich ungenügenden
  Begründung der angefochtenen Verfügung ist die Beschwerdegegnerin jedoch
  gestützt auf Art. 138 Abs. 3 lit. b VRG zu verpflichten, dem Beschwerdeführer
  eine reduzierte Parteientschädigung in der
  Höhe von insgesamt Fr.1'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Da
  keine besonderen Gründe im Sinne von Art. 138 Abs. 4 VRG ersichtlich
  sind, ist der Beschwerdegegnerin keine Parteientschädigung zuzusprechen. Der Beigeladenen steht ebenfalls keine Entschädigung
  zu (Art. 138 Abs. 1 VRG).

  
	
   

  
	
  3.

  
	
  Der geschätzte Auftragswert
  erreicht den im Staatsvertragsbereich massgeblichen Schwellenwert nicht (Art.
  1 der Verordnung des WBF vom 23. November 2015 über die Anpassung der
  Schwellenwerte im öffentlichen Beschaffungswesen für die Jahre 2016 und
  2017). Gegen dieses Urteil steht daher nur die subsidiäre Verfassungsbeschwerde
  nach Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG) offen.

  
	
  Demgemäss erkennt die Kammer:

  
	
  	
    1.

    	
    Die
    Beschwerde wird abgewiesen.

    
	
    2.

    	
    Die
    pauschale Gerichtsgebühr von Fr. 3'000.- wird dem Beschwerdeführer und der
    Beschwerdegegnerin je zur Hälfte auferlegt. Der Anteil des
    Beschwerdeführers wird mit dem bereits geleisteten Kostenvorschuss von
    Fr. 4'000.- verrechnet. Der restliche Betrag von Fr. 2'500.- wird
    ihm zurückerstattet.

    
	
    3.

    	
    Die
    Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, dem Beschwerdeführer innert 30 Tagen
    nach Rechtskraft dieses Urteils eine Parteientschädigung in der Höhe von
    Fr.1'000.- (inkl. Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

    
	
    4.

    	
    Schriftliche
    Eröffnung und Mitteilung an:

    
	
     

    	
    […]