# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 9e7cabdb-5ed0-5574-a52d-642d28f8e4ca
**Source:** TA (TA)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-03-05
**Language:** de
**Title:** Schiedsgerichte Schweizer Sportgericht 05.03.2025 SSG 2025/E/21
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/TA_SST/TA_SST_001_SSG-2025-E-21_2025-03-05.pdf

## Full Text

1 

 

 

SSG 2024/E/21 - A.________ v. SSI 
 

 

 
 
 

 
Entscheid 

 

des 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHTS 

 

in folgender Besetzung: 

 

Vorsitzende Richterin:   Sarah Umbricht, M.A. HSG, Solothurn 

 

In der Sache zwischen 

 

 

 

A.________ 

 

- Meldende Person - 

 

 

und 

 

Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI), Eigerstrasse 60, 3007 Bern 

vertreten durch Laura van Thiel, Rechtsdienst 

 

- SSI - 

 

 

 
  

 

 2 

I. Die Parteien 

1. A.________ ("meldende Person") hat einen potenziellen Ethik-Verstoss gemeldet. 

 

2. Die Stiftung Swiss Sport Integrity ("SSI") ist eine Stiftung nach schweizerischem Recht mit 

Sitz in Bern (Schweiz). Seit dem 1. Januar 2022 ist SSI sowohl als Nationale Agentur zur 

Bekämpfung von Doping (Art. 19 Abs. 2 SpoFöG1 und Art. 73 SpoFöV2) als auch als Nationale 

Meldestelle für Ethikverstösse und Missbrauchsfälle im Schweizer Sport (Art. 72f SpoFöV) 

zuständig. SSI ist im vorliegenden Verfahren gleichzeitig angeschuldigte Person sowie im 

Verfahren vor dem Sportgericht auch antragstellende Person. 

 

3. Die meldende Person und SSI werden im Folgenden gemeinsam als "Parteien" bezeichnet. 

II. Sachverhalt und Prozessgeschichte 

4. Das vorliegende Verfahren betrifft die von der meldenden Person bei SSI eingereichte 

Meldung eines potenziellen Verstosses durch SSI gegen das Swiss Olympic Ethik-Statut des 

Schweizer Sports vom 1. Januar 2022 ("Ethik-Statut"). 

 

5. Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der wichtigsten Elemente des Sachverhalts gemäss 

den Schilderungen der Parteien in deren schriftlichen Eingaben wiedergegeben. Für 

weiterführende Details wird auf die schriftlichen Eingaben der Parteien verwiesen 

respektive im nachfolgenden Entscheid dort auf sie eingegangen, wo dies für die Beurteilung 

der betreffenden Fragen relevant ist. 

A. Meldung 

6. Am 6. September 2024 ging bei der Meldestelle von SSI eine Meldung der meldenden 

Person betreffend falsche Anschuldigungen, Rufschädigung und Beschädigung der "Karriere 

eines Sportlers" ein (Meldung Nr. 976/2024). 

 

7. Am 9. September 2024 bestätigte SSI den Eingang der Meldung. 

B. Verfahren vor SSI 

8. Mit E-Mail vom 11. September 2024 kontaktierte SSI die meldende Person, informierte sie 

darüber, dass SSI Meldungen, die gegen SSI gerichtet sind, zur "unabhängigen Beurteilung" 

an das Schweizer Sportgericht überweise, dass SSI sich diesbezüglich mit der meldenden 

Person absprechen möchte und dass die Meldung ohne Rückmeldung in 14 Tagen 

automatisch an das Sportgericht überweisen werde. Weiter ersuchte SSI die meldende 

Person um Terminvorschläge für einen telefonischen Austausch und wies sie darauf hin, dass 

sie die Möglichkeit habe, das Telefonat mit unterdrückter Nummer zu führen, falls sie 

anonym bleiben möchte. 

 

9. Mit E-Mail vom selben Tag antwortete die meldende Person, dass sie ihre "Information auf 

diverse Medienberichte von der NZZ" beziehen würden. Weiter führte sie aus, dass sie 

grundsätzlich "Sperren von Sportlern mit positiven Dopingwerten" befürworte, jedoch vor 

einer Sperre "100% sicher sein [müsse], dass ein Dopingvergehen vorliegt.", kein 

 
1  Bundesgesetz über die Förderung von Sport und Bewegung vom 17. Juni 2011, SR 415.0 

(Sportförderungsgesetz, SpoFöG). 
2  Verordnung über die Förderung von Sport und Bewegung vom 23. Mai 2012, SR 415.01 

(Sportförderungsverordnung, SpoFöV). 

 

 3 

"systematisches Doping" vorliegen würde, "wenn ein Sportler möglicherweise über die 

Nahrung unerlaubte Substanzen zu sich genommen" habe, bei einem ersten Verdacht der 

Sportler zuerst befragt und verwarnt werden "könnte", normalerweise für Straftäter die 

Unschuldsvermutung gelte und die Verantwortlichen aus "ethischen" Gründen für die 

gleiche Dauer gesperrt werden sollten, wenn ein Sportler fälschlicherweise beschuldigt und 

gesperrt worden sei. Schliesslich teilte die meldende Person mit, dass sie keinen 

telefonischen Austausch wünsche und SSI die Meldung an das Sportgericht weiterleiten 

könne. 

 

10. Mit E-Mail vom 16. September 2024 bestätigte SSI, dass SSI die Meldung inkl. Angaben 

gemäss E-Mail der meldenden Person vom 11. September 2024 an das Schweizer 

Sportgericht weiterleiten werde, und informierte die meldende Person gleichzeitig, dass sie 

direkt durch das Schweizer Sportgericht kontaktiert werden würde. 

III. Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht 

11. Mit E-Mail vom 17. September 2024 ging beim Sekretariat des Schweizer Sportgerichts die 

E-Mail von SSI mit dem Betreff "Überweisung Fall SSI-Nr. 976/2024" ein, in welcher SSI 

folgendes schrieb: "Swiss Sport Integrity hat eine Meldung gegen sie erhalten. Gerne 

überweise ich hiermit den Fall in Übereinstimmung mit Art. 5.3 Abs. 6 Ethik-Statut an das 

Sportgericht." 

 

12. Im angehängten Schreiben führte SSI unter Hinweis auf Art. 5.3 Abs. 5 Ethik-Statut, wonach 

"die Meldung zur Untersuchung [an] das Sportgericht weitergleitet werden" soll, wenn im 

Rahmen der Eingangsprüfung festgestellt werde, dass der gemeldete Verdacht eines Ethik-

Verstosses oder Missstandes Mitarbeitende oder die Organisation von Swiss Sport Integrity 

betreffe und die Gefahr bestehe, dass die Untersuchung durch Interessenkonflikte 

beeinträchtigt werden könne, aus, dass im Rahmen der Eingangsprüfung festgestellt worden 

sei, dass die Meldung Nr. 976/2024 gegen die Stiftung Swiss Sport Integrity gerichtet sei und 

deshalb der Fall samt Beilagen an das Sportgericht überwiesen werde. Das Schweizer 

Sportgericht nahm das Schreiben vom 17. September 2024 sinngemäss als Antrag auf 

Überweisung der Untersuchung entgegen. 

 

13. Mit Eröffnungsschreiben vom 23. September 2024 benachrichtigte der Direktor der Stiftung 

Schweizer Sportgericht die Parteien über den eingegangenen Antrag von SSI auf 

Überweisung betreffend das Verfahren Nr. 976/2024 zwischen den Parteien, und 

informierte sie unter anderem darüber, dass sämtliche Kompetenzen der Disziplinarkammer 

des Schweizer Sports ("DK") an die Stiftung Schweizer Sportgericht übergegangen seien. Mit 

gleichem Schreiben vom 23. September 2024 wurde den Parteien ausserdem die Bestellung 

des Gerichts, die zuständige Kammer sowie die Sprache des vorliegenden Verfahrens 

mitgeteilt. Darüber hinaus wurden die Parteien über die Kommunikationsmittel mit dem 

Schweizer Sportgericht sowie die Möglichkeit eines Beistands, diejenige der unentgeltlichen 

Rechtspflege und diejenige über einen Zirkularentscheid informiert. Des Weiteren wurde 

den Parteien eine Frist bis zum 14. Oktober 2024 gesetzt, um Stellung zu nehmen, Anträge 

zu stellen und dem Sekretariat des Schweizer Sportgericht mitzuteilen, wenn sie einem 

Zirkularentscheid zustimmen möchten. Schliesslich wurden die Parteien darüber informiert, 

dass das Urteil gemäss geltendem VerfRegl3 unter Berücksichtigung der 

Persönlichkeitsrechte der Betroffenen auf der Website des Schweizer Sportgerichts 

publiziert werde. 

 

 
3  Reglement betreffend das Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht, gültig ab 1. Juli 2024. 

 

 4 

14. Mit Schreiben vom 14. Oktober 2024 stellte SSI folgende Rechtsbegehren: 
"1. Auf die Meldung Nr. 976/2024 von A.________ (Melder) sei nicht einzutreten. 

Eventualiter: Die Meldung Nr. 976/2024 sei abzuweisen. 

 2. Allfällige Kosten seien dem Melder aufzuerlegen.  

Eventualiter: Swiss Sport Integrity seien keine Kosten aufzuerlegen.  

Zur Begründung brachte SSI unter anderem vor, dass die Meldung Nr. 976/2024 gegen SSI 

gerichtet sei, weshalb diese in Anwendung von Art. 5.3 Abs. 6 Ethik-Statut an das Schweizer 

Sportgericht weitergeleitet worden sei und dass der in der Meldung erwähnte Fall einen Fall 

von SSI betreffend einen Dopingverstoss betreffe, welcher durch die DK "abgehandelt" 

worden sei. SSI machte in derselben Stellungnahme geltend, die erwähnte Meldung sei 

"offensichtlich untauglich bzw. ausserhalb des Geltungsbereichs des Ethik-Statuts", weshalb 

auf die Meldung "im Rahmen der Triage in analoger Anwendung von Art. 10 Abs. 2 

Verfahrensreglement der Stiftung Swiss Sport Integrity betreffend Ethikverstösse und 

Missstände (VR SSI) nicht einzutreten" sei. Weiter führte SSI aus, es handle sich beim 

gemeldeten Sachverhalt nicht um einen Ethikverstoss oder Missstand im Sinne des Ethik-

Statuts, SSI habe den in der Meldung erwähnten Fall gemäss Doping-Statut und dessen 

Ausführungsbestimmungen bearbeitet und der DK zur Beurteilung vorgelegt, die Rechte des 

[dort] betroffenen Athleten seien gewahrt worden, der Ausgang sei hinlänglich bekannt, es 

liege "in der Natur der Sache", dass Entscheide von SSI von der DK bzw. dem Sportgericht 

oder dem Tribunal Arbitral du Sport revidiert würden, respektive den Anträgen von SSI nicht 

immer (gänzlich) entsprochen würde und dies per se noch keinen Verstoss gegen das Ethik-

Statut begründe. Schliesslich führte SSI aus, als Anklägerin in Dopingsachen sei SSI 

verpflichtet, Dopingfälle vor die zuständigen Instanzen zu bringen, SSI behalte sich vor, 

nötigenfalls auf allfällige weitere Vorbringen der meldenden Person zu reagieren und erteile 

überdies die Zustimmung zur Fällung eines Zirkularentscheids. 

 

15. Mit Schreiben vom 22. Oktober 2024 informierte das Sekretariat des Schweizer 

Sportgerichts die Parteien unter anderem über den Eingang der Stellungnahme von SSI vom 

14. Oktober 2024 und darüber, dass von der meldenden Person innert Frist keine 

Stellungnahme eingegangen sei. Weiter wurden die Parteien darauf hingewiesen, dass die 

vorsitzende Richterin und Referentin die Leitung des Verfahrens übernehme und dass das 

Schweizer Sportgericht selbst über seine Zuständigkeit entscheide. Schliesslich wurde den 

Parteien, unter Berücksichtigung der Funktion des Schweizer Sportgerichts als unabhängige 

Disziplinarstelle im Sinne von Art. 72g SpoFöV und der "Entscheidung von Swiss Sport 

Integrity, dem Schweizer Sportgericht die Untersuchung des vorliegenden Falls in dessen 

Gesamtheit zu übertragen", eine Frist bis zum 5. November 2024 gesetzt, um zur Frage der 

Zuständigkeit des Schweizer Sportgerichts Stellung zu nehmen.  

 

16. Mit Schreiben vom 23. Oktober 2024 informierte die meldende Person das Schweizer 

Sportgericht sinngemäss darüber, sie habe sich an SSI wegen eines konkreten Falles 

gewendet. Sie führte insbesondere unter anderem folgendes aus: "Bei meinen Meldungen 

wollte ich kein Gerichtliches Verfahren einleiten aber mein Missfallen über den Verlauf des 

Falles Mathias Flückiger ausdrücken". Weiter schrieb sie, SSI verstecke sich hinter den 

Artikeln "ihres Ethikstatutes", in der Stellungnahme von SSI könne kein Bedauern über 

eigene Fehler im Verlauf des Falles festgestellt werden, es seien im Reglement von SSI einige 

Punkte anzupassen, bei einer Feststellung von mutmasslichen Dopingverstössen sei zuerst 

eine Verwarnung des Sportlers vorzusehen und erst nach einer Verurteilung durch das 

Sportgericht sei eine Medienkonferenz durchzuführen. Weiter führte die meldende Person 

aus, im Reglement fehle eine Regelung, wie bei einem negativen Entscheid des Sportgerichts 

ein Sportler rehabilitiert werden und der Sportler zuerst verwarnt werden könne und für sie 

sei "der Fall abgeschlossen", aber SSI habe ihre Ethikvorstellungen zu hinterfragen. 

 

 5 

 

17. Am 15. November 2024 erliess der Direktor im Namen des Gerichts eine 

Verfahrensverfügung unter anderem in Bezug auf die Bestätigung der eingegangenen 

Stellungnahme der meldenden Person vom 23. Oktober 2024. Mit gleicher Verfügung 

wurden die Parteien darauf hingewiesen, dass die meldende Person in ihrer Stellungnahme 

vom 23. Oktober 2024 schreib, dass sie nicht die Absicht gehabt habe, ein Verfahren 

einzuleiten, sondern ihr Missfallen über die Art und Weise, wie ein anderer Fall von SSI 

behandelt worden sei, ausdrücken wollte. Vor diesem Hintergrund wurde der meldenden 

Person mit derselben Verfahrensverfügung eine Frist bis zum 22. November 2024 gesetzt, 

um ihr Schreiben vom 23. Oktober 2024 diesbezüglich zu präzisieren. Schliesslich wurden 

die Parteien darauf hingewiesen, dass das Gericht ohne entsprechende Präzisierung davon 

ausgehe, dass die meldende Person ihre Meldung vom 6. September 2024 zurückziehe und 

das Verfahren als gegenstandslos abschreiben werde.  

 

18. Innert der gesetzten Frist gingen keine weiteren Stellungnahmen ein.  

IV. Einstellung des Verfahrens und Konsequenzen 

19. Unter Berücksichtigung der Stellungnahme der meldenden Person vom 23. Oktober 2024, 

der Verfahrensverfügung vom 15. November 2024 und der Feststellung des Sekretariats, 

dass die meldende Person innert angesetzter Frist keine Präzisierung einreichte, ist das 

vorliegende Verfahren vor dem Schweizer Sportgericht in Übereinstimmung mit Art. 22 

VerfRegl und in Übereinstimmung mit den mit Verfahrensverfügung vom 15. November 

2024 angekündigten prozessualen Folgen als durch Rückzug gegenstandslos geworden 

abzuschreiben. 

V. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

20. Gemäss Art. 22 Abs. 2 VerfRegl schreibt die vorsitzende Richterin das Verfahren ab und 

entscheidet über die bisher angefallenen Kosten. Gemäss Art. 25 Abs. 1 VerfRegl befindet 

das Schweizer Sportgericht in seinem Entscheid auch über die Kosten des Verfahrens. 

 

21. SSI beantragt, die Verfahrenskosten seien der meldenden Person aufzuerlegen, eventualiter 

seien SSI keine Verfahrenskosten aufzuerlegen (siehe oben, Rz. 14). Die meldende Person 

äusserte sich nicht hinsichtlich der Verfahrenskosten. 

 

22. Unter Berücksichtigung der Umstände des vorliegenden Verfahrens, insbesondere der 

Tatsache, dass die meldende Person das Verfahren vor dem Sportgericht nicht selbst 

eingeleitet hat sondern das Verfahren in casu grundsätzlich als von SSI initiiert gilt 

(Entscheide SSG 2024/E/6 vom 18. November 2024, E. 58; SSG 2024/E/7 vom 18. November 

2024, E. 51; SSG 2024/E/11 vom 20. November 2024, E. 42; SSG 2024/E/12 vom 20. 

November 2024, E. 44), der verhältnismässig kurzen und wenigen Eingaben der Parteien 

und das Verfahren in einem frühen Verfahrensstadium als gegenstandslos abzuschreiben ist 

und somit noch keine erheblichen Aufwände auf Seiten des Gerichts entstanden sind, 

verzichtet das Schwizer Sportgericht daher ausnahmsweise auf die Erhebung von 

Verfahrenskosten. 

 

23. Da keine Verfahrenskosten erhoben werden, erübrigt sich auch die Beantwortung der Frage 

nach der Verteilung der Verfahrenskosten. 

 

 

 6 

24. Parteientschädigungen wurden nicht beantragt und somit auch nicht zugesprochen. 

Überdies wäre auch nicht ersichtlich, wodurch den Parteien im vorliegenden Verfahren 

Parteikosten entstanden wären.  

 

 

 7 

Aus diesen Gründen 

 

entscheidet das Schweizer Sportgericht: 

 

 

1. Das Verfahren SSG 2024/E/21 A.________ vs. SSI wird zufolge Rückzug als gegenstandslos 

geworden abgeschrieben. 

 

2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

3. Die weiteren Anträge werden abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 

 

 

Bern, Schweiz 

Datum: 5. März 2025 

 

 

 

SCHWEIZER SPORTGERICHT 

 

 

 

 

Sarah Umbricht 

Vorsitzende Richterin