# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4fc53f58-7f06-5634-b4b9-11dd1b3ddb76
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-01
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 01.09.2020 KSCHG 2016/4
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_KSCHG-2016-4_2020-09-01.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/19

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: KSCHG 2016/4

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: Schiedsgericht - Prozesse Versicherer / Leistungserbringer

Publikationsdatum: 23.03.2021

Entscheiddatum: 01.09.2020

Entscheid Versicherungsgericht, 01.09.2020
Art. 56 und Art. 59 KVG. Verletzung der Anforderungen bezüglich 
Wirtschaftlichkeit bejaht. Die gewählte Referenzgruppe Gynäkologie und 
Geburtshilfe gewährleistet eine hinreichende Vergleichbarkeit mit dem 
Beklagten. Praxisbesonderheiten, die eine Erweiterung des 
Toleranzbereichs über 130 rechtfertigen, sind nicht ausgewiesen. Infolge 
langjährigen wiederholten Fehlverhaltens wird der Beklagte für drei Jahre 
von der Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 
ausgeschlossen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 1. September 2020, KSCHG 2016/4). Teilweise aufgehoben durch 
Urteil des Bundesgerichts 9C_656/2020.

Entscheid vom 1. September 2020

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Schiedsrichterinnen Nadine Cloé Niederhauser und Traudi 

Reimann-Forstner, Schiedsrichter Josef Hoppler und Jakob Rizzi; Gerichtsschreiber 

Philipp Geertsen

Geschäftsnr.

KSCHG 2016/4

Parteien

1. CSS Kranken-Versicherung AG, Postfach 2568, 6002 Luzern,

2. CONCORDIA Schweiz. Kranken- und

Unfallversicherung, Bundesplatz 15, 6002 Luzern,

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3. Atupri Krankenkasse, Zieglerstrasse 29, 3000 Bern 65,

4. Avenir Krankenversicherung AG, 

Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny,

5. KPT Krankenkasse AG, Postfach 8624 3001 Bern,

6. ÖKK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse, 7320 Landquart,

7. Vivao Sympany AG, Peter Merian-Weg 4, 4002 Basel,

8. Easy Sana Krankenversicherung AG,

Groupe Mutuel, Rue des Cédres 5, 1919 Martigny,

9. Genossenschaft Glarner Krankenver-sicherung, Sernftalstrasse 33, 8762 

Schwanden,

10. EGK Grundversicherungen, Birslachstrasse 2,

4242 Laufen,

11. Progrès Versicherungen AG, Helsana-Gruppe, Postfach, 8081 Zürich,

12. SWICA Krankenversicherung, Römerstrasse 38, 8401 Winterthur,

13. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung, Militärstrasse 36, Postfach, 8021 

Zürich,

14. Mutuel Krankenversicherung AG, 

Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny,

15. Sanitas Grundversicherungen AG (inkl. Wincare Versicherungen), Jägergasse 3, 

Postfach 2010, 8021 Zürich,

16. INTRAS Krankenversicherung AG, 

Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern,

17. Philos Krankenversicherung AG, 

Groupe Mutuel, Rue des Cèdres 5, 1919 Martigny,

18. Assura-Basis SA, Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully,

19. Visana AG, Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15,

20. Agrisano Krankenkasse AG, Laurstrasse 10,

5201 Brugg,

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21. Helsana Versicherungen AG, (inkl. avanex Versicherungen AG und sansan 

Versicherungen AG), Helsana-Gruppe, Postfach, 8081 Zürich,

22. sana24 AG, Weltpoststrasse 19/21, Postfach 253, 3000 Bern 15,

23. Arcosana AG, Tribschenstrasse 21, 6002 Luzern,

24. Sanagate AG,Tribschenstrasse 21, Postfach 2568, 6002 Luzern,

 

Klägerinnen,

vertreten durch Santésuisse - Die Schweizer Krankenversicherer, Römerstrasse 20, 

4502 Solothurn (Korrespondenzadresse: santésuisse, Lagerstrasse 107, Postfach, 

8021 Zürich),

diese vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kurt Gemperli, advokatur am brühl, 

Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen,

gegen

Dr. med. A.___,

Beklagter,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marc Tomaschett, St. Martinsplatz 8, Postfach 

619, 7001 Chur,

Gegenstand

Honorarrückerstattung 2014 und Ausschluss von der Tätigkeit

zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung

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Sachverhalt

A.  

Dr. med. A.___, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, betreibt eine Arztpraxis 

in B.___. Die gegen ihn von santésuisse, in Vertretung von 31 Krankenversicherungen, 

am 14. Juli 2010 erhobene Klage betreffend Honorarrückerstattung für das 

Rechnungsjahr 2008 (KSCHG 2010/2) und die gegen ihn von santésuisse, in Vertretung 

von 32 Krankenversicherungen, am 15. Juli 2011 erhobene Klage betreffend 

Honorarrückerstattung für das Rechnungsjahr 2009 (KSCHG 2011/1) hiess das 

Schiedsgericht KVG des Kantons St. Gallen mit Entscheid vom 12. Juni 2014 insoweit 

gut, als es Dr. A.___ für das Jahr 2008 zu einer Rückerstattung von Fr. 114'287.-- und 

für das Jahr 2009 zu einer Rückerstattung von Fr. 114'726.-- verpflichtete (act. G 6.4). 

Auf die dagegen von Dr. A.___ am 27. August 2014 erhobene Beschwerde in öffentlich-

rechtlichen Angelegenheiten trat das Bundesgericht zufolge nicht rechtzeitig bezahlten 

Kostenvorschusses nicht ein (Urteil des Bundesgerichts vom 27. Oktober 2014, 

9C_609/2014).

A.a. 

Santésuisse erhob am 13. Juli 2016 in Vertretung von 27 Krankenversicherungen 

Klage gegen Dr. A.___ und beantragte: 1. Der Beklagte sei definitiv von der Tätigkeit 

zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung auszuschliessen. 2. Es sei der 

Betrag gerichtlich zu ermitteln, welchen der Beklagte den Klägerinnen wegen 

unwirtschaftlicher Behandlungsweise gemäss Rechnungssteller-Statistik (RSS) 2014 

zurückzuerstatten habe; alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Des Weiteren 

wurde die Sistierung des Klageverfahrens bis zum Abschluss des Verfahrens vor der 

Überkantonalen Paritätischen Vertrauenskommission für die Kantone AI, AR, GL, GR, 

SG, SH und TG (PVK) beantragt. Die Klägerinnen liessen in der Begründung eine 

Rückforderungssumme von Fr. 49'080.-- geltend machen (act. G 1).

A.b. 

Nachdem sich der Beklagte mit dem Sistierungsantrag einverstanden gezeigt 

hatte (Schreiben vom 7. September 2016, act. G 4), sistierte der Präsident des 

Schiedsgerichts am 13. September 2016 das Klageverfahren bis zum Abschluss des 

Verfahrens vor der PVK (act. G 5).

A.c. 

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Die PVK unterbreitete den Klägerinnen und dem Beklagten am 19. Oktober 2017 

einen Schlichtungsvorschlag mit u.a. folgendem Inhalt: 1. Der Begklagte wird gemäss 

Art. 59 Abs. 1 lit. d KVG für eine Dauer von 12 Monaten von der Tätigkeit zulasten der 

obligatorischen Krankenpflegeversicherung ausgeschlossen. 2. Der Beklagte bezahlt 

den Klägerinnen für das Statistikjahr 2014 Fr. 27'122.10 für zuviel erbrachte Leistungen 

zurück (act. G 6.1). Der Beklagte lehnte den ihm am 22. März 2018 zugesandten 

Vergleichsvorschlag der PVK mit Schreiben vom 26. April 2018 ab (act. G 6.2).

A.d. 

Am 17. Juli 2018 teilten die Klägerinnen dem Schiedsgericht den erfolglosen 

Abschluss des Verfahrens vor der PVK mit und nahmen eine Klageergänzung vor. Darin 

beantragten sie, der Beklagte sei definitiv von der Tätigkeit zulasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung auszuschliessen und er sei zu verpflichten, ihnen (den 

Klägerinnen) die Beträge zurückzuerstatten, die er gemäss der RSS 2014 in diesem 

Jahr wegen unwirtschaftlicher oder allenfalls nicht gesetzlicher Behandlungsweise zu 

Unrecht vereinnahmt habe; unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur Begründung 

führten die Klägerinnen aus, auf ein Vermittlungsbegehren bezüglich des 

Behandlungsjahrs 2015 hätten sie wegen fehlender Zahlungsfähigkeit des Beklagten 

verzichtet. Das Inkasso der mit dem Entscheid des Schiedsgerichts vom 12. Juni 2014 

zugesprochenen Rückforderungen habe denn auch mit einem Verlustschein geendet. 

Der Beklagte betreibe eine unwirtschaftliche Praxisführung, wie sich aus dem 

statistischen Durchschnittskostenvergleich ergebe. Die Praxis des Beklagten sei mit 

der Facharztgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe vereinbar. Der Verlustschein für die 

Rückforderungen für die Jahre 2008 und 2009 (siehe hierzu act. G 6.7) zeige, dass 

weitere Rückforderungen nicht realisierbar seien. Der Beklagte könne somit weiterhin 

unwirtschaftlich praktizieren, ohne finanzielle Konsequenzen befürchten zu müssen. 

Die einzige Sanktion, die noch zu greifen vermöge, sei der Ausschluss von der Tätigkeit 

zulasten der Grundversicherung. Mit Blick auf das Alter des Beklagten sei diese 

Sanktion auch keineswegs unverhältnismässig (act. G 6).

A.e. 

In der Klageantwort vom 12. November 2018 beantragte der Beklagte: 1. Das 

Begehren, er sei definitiv von der Tätigkeit zulasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung auszuschliessen, sei vollumfänglich abzuweisen. 2. Das 

Begehren, wonach er zu verpflichten sei, den Klägerinnen die Beträge 

zurückzuerstatten, die er gemäss RSS 2014 in diesem Jahr wegen unwirtschaftlicher 

A.f. 

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oder allenfalls nicht gesetzlicher Behandlungsweise zu Unrecht vereinnahmt habe, sei 

vollumfänglich abzuweisen, sofern überhaupt darauf eingetreten werden könne. 

3. Eventualiter sei zur Überprüfung der Zahlen die analytische Methode, systematische 

Einzelfallprüfung oder repräsentative Einzelfallprüfung mit Hochrechnung, anzuwenden; 

alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zunächst rügte der Beklagte, dass 

nirgends die Daten der 82 Ärztinnen und Ärzte der Vergleichsgruppe ersichtlich seien. 

Das Rechtsbegehren der Klägerinnen betreffend Rückerstattung sei nicht hinreichend 

beziffert worden, weshalb darauf nicht einzutreten sei. Des Weiteren bemängelt der 

Beklagte die von den Klägerinnen angewandte statistische Methode des 

Durchschnittskostenvergleichs mit der Vergleichsgruppe der Fachärzte und 

Fachärztinnen Gynäkologie und Geburtshilfe. Er bestritt, gegen das Gebot der 

Wirtschaftlichkeit verstossen zu haben (act. G 13).

In der Replik vom 27. März 2019 hielten die Klägerinnen unverändert an den 

Klagebegehren fest. Ergänzend führten sie aus, wie Erfahrungen gezeigt hätten, sei es 

wichtig, dass der Ausschluss eines Arztes oder einer Ärztin erst nach einer gewissen 

Vorlaufzeit in Kraft trete, damit sich deren Patienten und Patientinnen und Versicherer 

darauf einstellen könnten. Es werde deshalb darum ersucht, einen Termin festzulegen 

(etwa nach Ende des dritten dem Eintritt der Rechtskraft des Urteils folgenden Monats). 

Die Unterlagen zu Referenzgruppe seien dem Beklagten vor Jahren zugestellt worden, 

weshalb er sich in der Klageantwort auch dazu habe äussern können (zu den mit der 

Replik eingereichten Namens- und Umsatzlisten der Referenzgruppe siehe act. 

G 21.3 f.). Ein Vergleich der Praxis des Beklagten mit der Referenzgruppe Gynäkologie 

und Geburtshilfe sei aussagekräftig. Im Übrigen habe eine allgemeine Beratungspraxis 

geringere durchschnittliche Fallkosten als eine gynäkologische, sodass die Höhe der 

Fallkosten-Durchschnittswerte des Beklagten bei Annahme einer vermehrten 

allgemeinen Beratungstätigkeit nicht erklärt wären, sondern im Gegenteil noch 

fragwürdiger erscheinen würden. Zusammenfassend betrachtet erschöpfe sich die 

Klageantwort weitgehend in der Behauptung angeblicher kompensatorischer 

Einsparungen. Ein spezielles Patientengut, dessen Behandlung höhere Fallkostenwerte 

rechtfertige als die durchschnittlichen der Referenzgruppe, komme nicht im Ansatz 

nachvollziehbar zum Ausdruck. Dies wäre indessen unabdingbar, um die 

Vergleichbarkeit mit der Referenzgruppe in Frage zu stellen (act. G 21).

A.g. 

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B.

Mit Beschluss vom 17. Februar 2020 wählte die Präsidentin des Versicherungsgerichts 

die von den Parteien vorgeschlagenen Fachrichterinnen und Fachrichter für die 

Tätigkeit als gesetzliches Schiedsgericht (act. G 36).

Erwägungen

1.

Zwischen den Parteien ist eine Verletzung der Anforderungen bezüglich 

Wirtschaftlichkeit und deren Sanktionierung in Form einer Honorarrückerstattung und 

eines Ausschlusses von der Tätigkeit des Beklagten zulasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung im Sinn von Art. 59 Abs. 1 lit. b und lit. d des 

Bundesgesetzes über die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) umstritten.

2.

Gemäss Art. 59 Abs. 2 KVG entscheidet das Schiedsgericht nach Art. 89 KVG auf 

Antrag eines Versicherers oder eines Verbandes der Versicherer über die in Art. 59 

Abs. 1 KVG geregelten Sanktionen. Örtlich zuständig ist das Schiedsgericht desjenigen 

Kantons, dessen Tarif zur Anwendung gelangt, oder desjenigen Kantons, in dem die 

ständige Einrichtung des Leistungserbringers liegt. Der Beklagte betreibt seine Praxis 

im Kanton St. Gallen, weshalb das Schiedsgericht KVG des Kantons St. Gallen für die 

Klage örtlich zuständig ist. Das Schiedsgericht setzt sich zusammen aus einer 

neutralen Person, die den Vorsitz innehat, und aus je einer Vertretung der Versicherer 

und der betroffenen Leistungserbringer in gleicher Zahl. Die Kantone können die 

Aufgaben des Schiedsgerichts dem kantonalen Versicherungsgericht übertragen; 

dieses wird durch je einen Vertreter oder eine Vertreterin der Beteiligten ergänzt (Art. 89 

Abs. 4 KVG). Art. 65 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege (VRP; sGS 951.1) überträgt die Beurteilung von Streitigkeiten 

nach Art. 59 und Art. 89 KVG dem Versicherungsgericht. Gemäss Art. 89 Abs. 5 KVG 

regelt der Kanton das Verfahren; dieses muss einfach und rasch sein. Das 

Schiedsgericht stellt unter Mitwirkung der Parteien die für den Entscheid erheblichen 

Tatsachen fest; es erhebt die notwendigen Beweise und ist in der Beweiswürdigung 

Der Beklagte hielt in der Duplik vom 10. Juli 2019 unverändert an seinen in der 

Klageantwort gestellten Begehren fest. Im vorliegenden Fall sei «die Anwendung der 

analytischen Methode, die systematische Einzelfallprüfung, vorzunehmen» (act. G 27).

A.h. 

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frei. Art. 25 des Reglements über Organisation und Geschäftsgang des 

Versicherungsgerichts (sGS 941.114) legt fest, dass das Schiedsgericht aus der 

Präsidentin oder dem Präsidenten oder der Vizepräsidentin oder dem Vizepräsidenten 

und je zwei Vertretungen der betroffenen Versicherer und Leistungserbringer als 

Fachrichterinnen oder Fachrichter besteht.

3.

Nach konstanter Rechtsprechung ist bei Wirtschaftlichkeitsverfahren nach Art. 56 KVG 

eine Kollektivklage aller Versicherer, vertreten durch den Krankenkassenverband, 

zulässig und eine Spezifikation der auf den einzelnen Versicherer entfallenden Beiträge 

nicht erforderlich. Abgesehen davon ist eine ausdrückliche 

Prozessvertretungsvollmacht in Art. 17 der Statuten (in der seit 11. Dezember 2015 

gültigen Fassung; <https://www.santesuisse.ch/fileadmin/user_upload/santesuisse/

Documents/Statuten_D.pdf>, abgerufen am 15. April 2020) der santésuisse enthalten, 

weshalb für deren Mitglieder keine einzelne Ermächtigung zur Prozessführung im 

Namen der jeweils beteiligten Krankenassen erforderlich ist (siehe zum Ganzen den 

Entscheid des Schiedsgerichts KVG des Kantons St. Gallen vom 12. Juni 2014, 

KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1, E. 4 mit Hinweisen). Betreffend diejenigen 

Klägerinnen, die nicht Mitglieder der santésuisse sind, reichte diese 

Vertretungsvollmachten ein (act. G 6.3a ff. und G 21.1 f.).

4.

Mit Blick auf die eingeklagte Honorarrückerstattung beantragt der Beklagte 

Nichteintreten, da das Rechtsbegehren nicht hinreichend bestimmt sei (siehe act. G 13, 

Antrag 2 am Schluss, und Ziff. II.A, Rz 4). Dabei übersieht er, dass die Klägerinnen in 

der Eingabe vom 13. Juli 2016 eine Rückforderungssumme von Fr. 49'080.-- berechnet 

haben (act. G 1, Rz 6), womit das Rechtsbegehren bzw. der eingeklagte Betrag 

hinreichend - und im Übrigen zutreffend (siehe nachstehend E. 5.6) - bestimmt ist. Der 

Rechtsvertreter des Beklagten wurde denn auch schon wiederholt vom Bundesgericht 

darauf hingewiesen, dass seine entsprechenden Rügen bezüglich Bezifferung 

unbegründet sind. Darauf kann verwiesen werden (Urteile des Bundesgerichts vom 

20. Dezember 2018, 9C_67/2018 E. 4.2 mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichts 

vom 18. Dezember 2017, 9C_264/2017, E. 1 [nicht publiziert in: BGE 144 V 79, aber in: 

SVR 2018 KV Nr. 4 S. 25], vom 1. März 2018, 9C_267/2017, E. 2.1, und vom 

29. August 2019, 9C_259/2019, E. 3.1), zumal sich der Beklagte bzw. dessen 

Rechtsvertreter weiterhin nicht näher damit auseinandersetzt.

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5.

In einem ersten Schritt ist ein Rückforderungsanspruch der Klägerinnen gegenüber 

dem Beklagten zu prüfen.

Nach Art. 56 Abs. 1 KVG haben sich Leistungserbringer (vgl. Art. 35 Abs. 2 KVG) in 

der Behandlung, in der Verordnung und Abgabe von Arzneimitteln sowie in der 

Anordnung und Durchführung von wissenschaftlich anerkannten Heilanwendungen und 

Analysen auf das im Interesse der versicherten Person liegende und für den 

Behandlungszweck erforderliche Mass zu beschränken (vgl. auch Art. 32 KVG; SVR 

2002 KV Nr. 10 S. 37). Für Leistungen, die über dieses Mass hinausgehen, kann die 

Vergütung verweigert werden. Eine nach diesem Gesetz dem Leistungserbringer zu 

Unrecht bezahlte Vergütung kann zurückgefordert werden (Art. 56 Abs. 2 KVG).

5.1. 

Nach dem am 1. Januar 2013 in Kraft getretenen Art. 56 Abs. 6 KVG legen 

Leistungserbringer und Versicherer vertraglich eine Methode zur Kontrolle der 

Wirtschaftlichkeit fest. In einem am 27. Dezember 2013/16. Januar 2014 

abgeschlossenen Vertrag haben die Vereinigung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte 

(FMH) auf der einen Seite, santésuisse (Die Schweizer Krankenversicherer) und 

curafutura (Die innovativen Krankenversicherer) auf der anderen Seite gestützt auf 

Art. 56 Abs. 6 KVG als statistische Methode zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit die 

Varianzanalyse (ANOVA) festgelegt (Ziff. 1; Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 

2018, 9C_517/2017, E. 5.1). Mit Urteil vom 20. Dezember 2018 (publiziert in BGE 144 V 

79) erkannte das Bundesgericht, dass die Verständigung der Leistungserbringer und 

Versicherer auf das Varianzanalysenmodell (ANOVA-Methode) zur Bemessung der 

Wirtschaftlichkeit der Leistungen von praktizierenden Ärztinnen und Ärzten im Hinblick 

auf die Rückerstattung der Honorare wegen nicht wirtschaftlicher ambulanter Tätigkeit 

nicht als gesetzwidrig bezeichnet werden könne. Daran hielt es trotz der im Schrifttum 

teilweise geäusserten Kritik (Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 2018, 

9C_517/2017, E. 5.2 mit Hinweisen) und auch nach dem vom Beklagten erwähnten 

Rechtsgutachten von Prof. Dr. iur. C.___ (Gutachterliche Äusserung zur vertraglichen 

Festlegung einer Methode zur Kontrolle der Wirtschaftlichkeit [Art. 56 Abs. 6 KVG] vom 

21. Dezember 2015, act. G 13.1) fest, weshalb sich Weiterungen zur Kritik in der Lehre 

erübrigen.

5.2. 

Das Varianzanalysenmodell beruht auf derselben Datenbasis wie die RSS. 

Vergleichsgruppe bilden die Ärzte und Ärztinnen einer Facharztgruppe (gemäss 

Einteilung der FMH) in der Schweiz. Im Unterschied zum Durchschnittskostenvergleich 

werden die Kosten der einzelnen Leistungserbringer in Bezug auf die statistisch 

5.3. 

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signifikanten, d.h. nicht zufälligen Merkmale Alter und Geschlecht der Patienten sowie 

Kanton, in dem die ambulante ärztliche Tätigkeit ausgeübt wird, standardisiert. Damit 

werden die Kosten so ausgewiesen, als hätte der betreffende Arzt oder die betreffende 

Ärztin die gleiche Alters- und Geschlechterverteilung wie die Vergleichsgruppe als 

Ganzes und wie wenn alle Leistungserbringer im selben Kanton tätig wären. Die 

ANOVA-Methode ergibt Indizes betreffend die direkten Kosten (ohne Medikamente), 

die Medikamentenkosten (direkt und veranlasst) sowie die totalen Kosten (jeweils pro 

erkrankte Person; Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 2018, 9C_517/2017, 

E. 5.3 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur). Die ANOVA-Methode ist 

weder als mathematisches Modell noch in Bezug auf die (RSS-)Datenbasis in Frage zu 

stellen (Urteil des Bundesgerichts vom 8. November 2018, 9C_517/2017, E. 5.4). Der 

Beklagte bringt in seinen Ausführungen (siehe etwa act. G 13, S. 4 f. und S. 6 ff.) nichts 

vor, was die vom Bundesgericht praktizierte Rechtsanwendung in Frage stellen würde.

Der Beklagte bestreitet, dass seine Tätigkeit mit derjenigen von Fachärzten und 

Fachärztinnen für Gynäkologie und Geburtshilfe vergleichbar sei (act. G 13, S. 3 f.).

5.4. 

Das Schiedsgericht begründete bereits im den Beklagten betreffenden Entscheid 

vom 12. Juni 2014, KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1, eingehend, weshalb für die 

Beurteilung der Wirtschaftlichkeit seiner Praxistätigkeit die Referenzgruppe 

Gynäkologie und Geburtshilfe aussagekräftig ist (act. G 6.4, E. 6.1.2 ff.). Darauf ist zu 

verweisen, zumal der Beklagte keine Gesichtspunkte vorbringt, die eine andere 

Betrachtungsweise nahelegen würden.

5.4.1. 

Die Konzentration der Praxistätigkeit auf die Frauenheilkunde wird dadurch 

bestätigt, dass der Beklagte auch im Jahr 2014 bloss einen sehr geringen Anteil 

männlicher Erkrankter behandelt hat. Hinzu kommt, dass die durchschnittlichen Kosten 

eines männlichen Erkrankten erheblich unter denjenigen für weibliche Erkrankte liegen 

(siehe zum Ganzen die Diagramme unter 1.3.10 in act. G 6.5), weshalb sich der 

Vergleich mit der Referenzgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe unter dem Aspekt der 

Behandlung auch von männlichen Erkrankten zugunsten des Beklagten auswirken 

dürfte. Jedenfalls kann darin - entgegen der Auffassung des Beklagten (act. G 13, S. 5 

Mitte) - keine kostentreibende Besonderheit erblickt werden, die gegen die 

Referenzgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe spricht.

5.4.2. 

Der Beklagte bringt gegen den Vergleich mit der Referenzgruppe vor, dass er 

Hormontherapien durchführe (act. G 13, S. 5 oben und S. 8 unten; siehe auch act. 

G 27, S. 6). Gemäss Weiterbildungsprogramm des Schweizerischen Instituts für 

ärztliche Weiter- und Fortbildung vom 1. Juli 2014 (letzte Revision: 23. Mai 2019) für 

5.4.3. 

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den Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe definiert sich das Fachgebiet wie folgt: 

Die Frauenheilkunde umfasst die Kerngebiete Gynäkologie, Geburtshilfe, 

Reproduktionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie. Die Gynäkologie umfasst 

u.a. die Behandlung von Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane, deren 

endokriner Funktion sowie der Beschwerden des Klimakteriums; die Physiologie, 

Diagnostik und Behandlung von endokrinologischen Störungen (S. 2 Mitte des 

Weiterbildungsprogramms). Die gynäkologische Endokrinologie ist Bestandteil der 

Weiterbildung (S. 3, Ziff. 2.1.4, S. 4, Ziff. 3.3.1, und S. 6, Ziff. 3.6 des 

Weiterbildungsprogramms). Dazu gehören im Übrigen auch die fachgebundene 

präventive, psychosomatische und psychosoziale Medizin (S. 4 am Schluss und S. 6, 

Ziff. 3.5.3, des Weiterbildungsprogramms). Vor diesem Hintergrund kann mit den 

Klägerinnen (act. G 21, S. 4) nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon 

ausgegangen werden, dass die vom Beklagten durchgeführten Hormonbehandlungen 

eine Praxisbesonderheit begründen bzw. die Referenzgruppe Gynäkologie und 

Geburtshilfe vorliegend nicht aussagekräftig wäre. Ausserdem erscheint der 

Standpunkt der Klägerinnen plausibel, dass eine allgemeine Beratungspraxis geringere 

durchschnittliche Fallkosten als eine gynäkologische habe, sodass die Höhe der 

Fallkosten-Durchschnittswerte des Beklagten bei Annahme einer vermehrten 

allgemeinen Beratungstätigkeit nicht erklärt wären (act. G 21, S. 4). Der Vollständigkeit 

halber bleibt zu ergänzen, dass der Beklagte im Jahr 2014 keinen Zuschlag für 

hausärztliche Leistungen in der Arztpraxis abrechnete (act. G 6.8a, «S. 4/7» oben). 

Unter der Tarifposition 001.00.0015 dürfen hausärztliche Leistungen abgerechnet 

werden, wenn dem Patienten am selben Tag keine spezialärztlichen Leistungen durch 

den gleichen Leistungserbringer verrechnet werden (siehe hierzu <https://www.tarmed-

browser.ch/de/leistungen/00.0015-zuschlag-fur-hausarztliche-leistun gen-in-der-

arztpraxis>, abgerufen am 16. April 2020).

Auch die vom Beklagten angeführten, von ihm durchgeführten 

Akupunkturbehandlungen (etwa act. G 13, S. 8 unten und S. 10 oben) stellen die 

Vergleichbarkeit mit der Referenzgruppe der Gynäkologie und Geburtshilfe nicht in 

Frage. Der Anteil dieser Behandlungen machte im Jahr 2014 gerade einmal knapp ein 

Prozent aus (act. G 6.8a, S. «4/7»; siehe auch die zutreffenden Ausführungen der 

Klägerinnen in act. G 21, S. 4 unten).

5.4.4. 

Für das vom Beklagten zu seinen Gunsten behauptete Stadt-Land-Kostengefälle 

(act. G 13, S. 9) benennt er nebst allgemeinen Mutmassungen (etwa, dass 

Stadteinwohner viel schneller zum Arzt gehen würden) keine aussagekräftigen 

objektiven Gründe, weshalb eine Tätigkeit im Bereich der Frauenheilkunde in B.___ 

5.4.5. 

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angeblich generell kostenintensiver sei, als der Durchschnitt der Referenzgruppe. Wie 

die Klägerinnen zutreffend ausführen, beruht sein Vorbringen zudem auf einer 

unrichtigen Interpretation der von ihm in diesem Kontext referenzierten 

Bundesgerichtsentscheide (act. G 21, S. 5). Ergänzend ist zu bemerken, dass ein 

Grossteil der gynäkologischen Fachpersonen der Referenzgruppe ausserhalb der Stadt 

D.___ und damit in nicht - zumindest in nicht ausgeprägt - urbanen Gegenden, sondern 

bei mit B.___ vergleichbaren Bevölkerungsverhältnissen und vergleichbarem 

Gemeindecharakter praktiziert (act. G 21.3). Aus dem Portrait der Gemeinde B.___ 

ergibt sich jedenfalls kein ausgeprägter ländlicher Charakter der Bevölkerung im Sinn 

der Sichtweise des Beklagten. In B.___ sind denn auch nebst der Praxis des Beklagten 

weitere gynäkologische Fachpersonen tätig (act. G 21.3). Zum Vergleich: In der Stadt 

F.___ waren 2014 insgesamt fünf gynäkologische Fachpersonen tätig. Nach der 

Betrachtungsweise des Beklagten spräche dieser Vergleich vielmehr für eine in B.___ 

vergleichsweise höhere Inanspruchnahme gynäkologischer Betreuung pro Person. 

Andere Gesichtspunkte, die nahe legen würden, dass der Beklagte im Vergleich zur 

Referenzgruppe ein besonderes Patientengut im Jahr 2014 betreute, sind weder 

dargelegt worden noch ersichtlich.

Soweit der Beklagte ins Feld führt, keine Tätigkeiten am Spital zu erbringen (act. 

G 13, S. 5, und act. G 27, S. 4 ff. sowie S. 6 unten), verkennt er, dass die vorliegend 

herangezogenen statistischen Ergebnisse ausschliesslich ambulante Fälle erfassen. 

Auch unter diesem Blickwinkel besteht folglich kein Anlass, den statistischen 

Ergebnissen der Referenzgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe für den vorliegend 

vorzunehmenden Vergleich die Anwendung zu versagen (siehe auch den Entscheid des 

Schiedsgerichts KVG vom 12. Juni 2014, KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1, E. 6.1.3 

am Schluss, act. G 6.4). Bezüglich der Vorbringen des Beklagten zu vermiedenen 

Spitalbehandlungen kann auf die zutreffenden Ausführungen der PVK verwiesen 

werden. Diese legte schlüssig dar, dass solche nicht ausgewiesen sind (act. G 6.1, III. 

Rz 2.6).

5.4.6. 

Insgesamt ist damit die Vergleichbarkeit der vom Beklagten im Jahr 2014 

ausgeübten Tätigkeit mit derjenigen der Referenzgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe 

zu bejahen. Es besteht kein Bedarf an der vom Beklagten beantragten systematischen 

Einzelfallprüfung.

5.4.7. 

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Bezüglich der Höhe der eingeklagten Forderung ist das Vorhandensein allfälliger 

kostenwirksamer Praxisbesonderheiten zu prüfen.

5.5. 

Nach der zur statistischen Methode des Durchschnittskostenvergleichs 

entwickelten Rechtsprechung hatte bei der Prüfung der Wirtschaftlichkeit der 

ambulanten Praxistätigkeit eines Arztes oder einer Ärztin eine Gesamtbetrachtung Platz 

zu greifen (BGE 133 V 37). Massgebend war der Index aller direkten und veranlassten 

Kosten pro erkrankter Person. Lag dieser innerhalb des Toleranzbereichs, war das 

Wirtschaftlichkeitsgebot nicht verletzt. Andernfalls war - in einem zweiten Schritt - zu 

prüfen, ob der Index der totalen direkten Kosten pro erkrankter Person den 

Toleranzwert (von in der Regel zwischen 120 und 130 Punkten) übertraf. Nur in diesem 

Fall bestand eine Rückerstattungspflicht, welche sich zudem lediglich auf die (totalen) 

direkten Kosten bezog (BGE 137 V 43). Im Weitern erforderten besondere 

Praxismerkmale unter Umständen eine Modifizierung der Vergleichsgruppe, weil nur 

auf diese Weise die notwendige Homogenität (genügende Vergleichbarkeit) erreicht 

werden konnte. Diese Rechtsprechung gilt grundsätzlich auch bei Anwendung der 

ANOVA-Methode (Urteil des Bundesgerichts vom 20. Dezember 2018, 9C_67/2018, 

E. 12.1 mit Hinweisen).

5.5.1. 

 Die Beweislast für das Vorliegen von Praxisbesonderheiten liegt beim Arzt bzw. 

der Ärztin; sind die behaupteten Praxisbesonderheiten nicht zu beweisen, so schlägt 

die Beweislosigkeit zu dessen bzw. deren Nachteil aus. Allfällige besondere 

Praxismerkmale müssen mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit 

dargetan sein (Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; seit 1. Januar 

2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4. Dezember 2006, 

K 83/05, E. 7).

5.5.2. 

Das Schiedsgericht setzte sich im Entscheid vom 12. Juni 2014, KSCHG 2010/2 

und KSCHG 2011/1, eingehend mit den Auswirkungen von allfälligen 

Praxisbesonderheiten auf den Toleranzwert auseinander (act. G 6.4, E. 6.2.2 ff.). Es 

gelangte zum Schluss, insgesamt erscheine es mit Blick auf die ärztliche 

Therapiefreiheit und die vergleichsweise niedrigen veranlassten Kosten gerechtfertigt, 

den Toleranzbereich zugunsten des Beklagten voll auszuschöpfen und auf 130 

Indexpunkte festzusetzen (act. G 6.4, E. 6.3.1). Darauf ist zu verweisen. Eine 

zusätzliche Erhöhung des Toleranzwerts fällt allein schon deshalb ausser Betracht, weil 

die veranlassten Kosten bei Apotheken im Jahr 2014 (Index Kosten Erkrankte: 581, act. 

G 6.5, S. 2) - anders als noch in den Jahren 2008 und 2009 - weit über dem 

Referenzwert liegen und gegen kompensatorische Effekte sprechen. Das 

5.5.3. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=praxisbesonderheiten+kvg+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F133-V-37%3Ade&number_of_ranks=0#page37
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=2&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=praxisbesonderheiten+kvg+&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-V-43%3Ade&number_of_ranks=0#page43

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6.

Zu prüfen bleibt damit der von den Klägerinnen geforderte definitive Ausschluss des 

Beklagten von der Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung 

(act. G 6, Ziff. 1 der Rechtsbegehren).

Durchschnittsalter der vom Beklagten im Jahr 2014 behandelten Erkrankten 

(42.4 Jahre; act. G 6.5, S. 1) lag zudem nur geringfügig über dem Durchschnittsalter 

der von der Referenzgruppe behandelten Erkrankten (42.15 Jahre; act. G 6.5, S. 2).

Von der Rückerstattungsverpflichtung werden seit der mit BGE 137 V 43

geänderten Praxis nur die direkten Kosten des Arztes (einschliesslich der von ihm 

abgegebenen Medikamente) erfasst. Diese Praxisänderung hat jedoch nichts am 

Grundsatz geändert, dass bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung eine Gesamtbetrachtung 

unter Berücksichtigung aller verursachten (direkten und veranlassten) Kosten Platz zu 

greifen hat. Massgebend ist somit der Gesamtkostenindex (BGE 137 V 49 E. 2.5.6). Der 

«Index Kosten Erkrankte» betrug im Jahr 2014 177, womit unter Abzug des 

Toleranzbereichs von 130 ein Wert von 47 resultiert. Von den «Gesamtkosten direkte 

und veranlasste Kosten» von Fr. 209'177.-- ist das Total der veranlassten Kosten von 

Fr. 24'344.-- abzuziehen (siehe zu den Werten act. G 6.5, S. 2). Dies führt zu einem 

Betrag von Fr. 184'833.-- und einem Rückforderungsbetrag von gerundet Fr. 49'079.95 

(Fr. 184'833.-- / 177 x 47), wie er von den Klägerinnen in der Klage vom 13. Juli 2016 

zutreffend ermittelt wurde (act. G 1, S. 3 unten). Den Beklagten trifft keine 

Verzugszinspflicht (Entscheid des Schiedsgerichts KVG vom 12. Juni 2014, 

KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1 E. 6.3.3 mit Hinweis).

5.6. 

Die der Honorarrückforderung für das Jahr 2014 zugrundeliegenden Daten wurden 

am 15. Juli 2015 aufbereitet (act. G 1.1). Die Klage wurde am 13. Juli 2016 erhoben, 

weshalb die Verwirkungsfrist gewahrt wurde, was vom Beklagten auch nicht bestritten 

wird (Art. 25 Abs. 2 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; siehe zum Ganzen das Urteil des 

Bundesgerichts vom 12. Dezember 2008, 9C_773/2008, E. 7).

5.7. 

Im Wiederholungsfall von Verletzungen der Anforderungen bezüglich 

Wirtschaftlichkeit und Qualität der Leistungen fällt als Sanktion der vorübergehende 

oder definitive Ausschluss von der Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung in Betracht (Art. 59 Abs. 1 lit. d KVG). Ein Verstoss gegen 

gesetzliche Anforderungen nach Abs. 1 bildet u.a. die Nichtbeachtung des 

Wirtschaftlichkeitsgebots nach Art. 56 Abs. 1 KVG. Diese Umschreibung ersetzte den 

6.1. 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=anova+gesamtkostenindex&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-V-43%3Ade&number_of_ranks=0#page43

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Begriff der «Überarztung» (Botschaft des Bundesrates zur Änderung des 

Bundesgesetzes über die Krankenversicherung vom 26. Mai 2004, BBl 2004 4315 

unten). Die Nichtbeachtung des Wirtschaftlichkeitsgebots verstösst gegen die Gebote 

der Qualität und Wirtschaftlichkeit. Sie schädigt über die Kostenbeteiligung nicht nur 

die Patientinnen und Patienten als individuelle Konsumentinnen und Konsumenten, 

sondern auch als Mitglied der Risikogemeinschaft, indem sie das System der sozialen 

Krankenversicherung in seiner Gesamtheit beeinflusst (BBl 2004 4315 f.).

Mit der seit 1. Januar 2005 in Kraft stehenden Revision von Art. 59 KVG wurden 

die Sanktionen bei Nichtbeachtung des Wirtschaftlichkeitsgebots verschärft. 

Hintergrund der Revision bildete u.a., dass Verfahren betreffend die Nichtbeachtung 

des Wirtschaftlichkeitsgebots meist damit geendet hatten, dass der Leistungserbringer 

den nach Art. 56 KVG zu viel verrechneten Betrag zurückerstatten musste. «Die 

kantonalen Schiedsgerichte verzichteten in den meisten Fällen darauf, eine solch 

radikale Massnahme wie den vorübergehenden oder definitiven Ausschluss von der 

Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung auszusprechen». 

Um eine solche relative Straffreiheit für «schwarze Schafe» zukünftig zu vermeiden, 

wurde Art. 59 KVG angepasst (BBl 2004 4315).

6.2. 

Bei der Anwendung von Art. 59 Abs. 1 lit. d KVG sind die Grundsätze des 

Disziplinarrechts anwendbar. Als solches darf es im Regelfall nur schuldhafte 

Pflichtverletzungen ahnden. Es kann aber auch Tatbestände geben, die ohne ein 

Verschulden der betroffenen Person berechtigten Anlass zu einem Ausschluss geben 

können. Bei der Anordnung von Sanktionen ist das Verhältnismässigkeitsgebot zu 

beachten. Ein definitiver Ausschluss von der Tätigkeit zulasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung ist daher nur ausnahmsweise zulässig. Ein Ausschluss 

konnte altrechtlich nur bezüglich jener Versicherer geltend, die den Ausschluss 

klageweise beantragt haben. Anders verhält es sich, wenn - wie vorliegend und vom 

am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Art. 59 Abs. 2 KVG auch so vorgesehen - ein 

Verband Antragsteller ist. Praxisgemäss haben die Krankenversicherer den Ausschluss 

nicht vorgängig anzudrohen (vgl. Eugster, Krankenversicherung, in: Ulrich Meyer 

[Hrsg.], Soziale Sicherheit, SBVR XIV, 3. Auflage, Basel 2016, Rz 940 mit Hinweisen auf 

die altrechtliche Rechtsprechung u.a. auf BGE 120 V 481). Im Gegensatz zur 

altrechtlichen (aArt. 59 KVG) enthält die seit 1. Januar 2005 in Kraft stehende Regelung 

keine Beschränkung des Ausschlusses auf die klagenden Krankenversicherer mehr 

(siehe Art. 59 Abs. 1 lit. d KVG; zur eindeutig mit der Gesetzesrevision einhergehenden 

grösseren Tragweite des Ausschlusses in Form einer grösseren Anzahl versicherter 

Personen, die der Leistungserbringer nicht mehr zulasten der obligatorischen 

6.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/19

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Krankenpflegeversicherung behandeln könnte, siehe BBl 2004 4315; zur 

«unbefriedigenden» altrechtlichen Situation siehe Gebhard Eugster, Rechtsprechung 

des Bundesgerichts zum KVG, in: Hans-Ulrich Stauffer und Basile Cardineaux, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, 2. Auflage, Zürich 

2018, Rz 8 zu Art. 59 KVG). Ein Ausschluss infolge Verletzungen der Anforderungen 

bezüglich Wirtschaftlichkeit dient denn auch vor allem dem Schutz der Gesamtheit der 

Versicherten vor ungerechtfertigter mittelbarer Prämienbelastung (vgl. vorstehende 

E. 6.1 am Schluss).

Über Sanktionen entscheidet das Schiedsgericht nach Art. 89 KVG auf Antrag 

eines Versicherers oder eines Verbands der Versicherer (Art. 59 Abs. 3 KVG). Es kann 

gegenüber einem Leistungserbringer mehr als eine Sanktion aussprechen (z.B. eine 

Honorarrückforderung und gleichzeitig einen Ausschluss von der Tätigkeit für die 

obligatorische Krankenpflegeversicherung; vgl. Gebhard Eugster, a.a.O., Rz 937).

6.4. 

Nachdem der Ausschluss von der Tätigkeit zulasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung am 13. Juli 2016 und damit innerhalb eines Jahres nach 

dem Vorliegen der Daten gemäss SASIS-Datenpool vom 15. Juli 2015 (act. G 1.1) 

beantragt wurde (act. G 1), kann offenbleiben, ob die von einem Teil der Lehre für die 

Antragstellung geforderten Verwirkungsfristen zu beachten sind (relative Frist von 

einem Jahr nach Kenntnisnahme des Fehlverhaltens; absolute Frist von fünf Jahren 

nach der beanstandeten Behandlung; Eugster, a.a.O., Rz 943). Denn bejahendenfalls 

wären die Fristen vorliegend gewahrt.

6.5. 

Wie sich aus dem im Entscheid des Schiedsgerichts KVG vom 12. Juni 2014, 

KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1, wiedergegebenen Sachverhalt ergibt, waren die 

vom Beklagten in Rechnung gestellten Behandlungskosten bereits seit der 

Praxiseröffnung im Jahr 2002 wiederholt deutlich überhöht. Auf diese 

Kostenverhältnisse wurde er von der santésuisse mehrmals hingewiesen (siehe 

Sachverhalt lit. A.b und A.c). Für die Jahre 2008 und 2009 wurde der Beklagte 

schliesslich rechtskräftig zu Honorarrückerstattungen von Fr. 114'287.-- und Fr.  

114'726.-- verpflichtet (act. G 6.4). Das von der santésuisse zur Vollstreckung 

angestrengte Verfahren mündete in einem Verlustschein im Betrag von Fr. 253'172.05 

(act. G 6.7). Auch in der Folge änderten sich die Kostenverhältnisse der vom Beklagten 

betriebenen Praxis nicht entscheidend (siehe für die Jahre 2011 bis 2013 die 

Auswertungen in act. G 6.5). Für das Jahr 2014 wird im vorliegenden Verfahren 

ebenfalls eine Überarztung bejaht und der Beklagte zu einer Honorarrückerstattung von 

Fr. 49'079.95 verpflichtet (siehe vorstehende E. 5.6). Diese Umstände und das übrige 

Verhalten des Beklagten, wie es namentlich in den Ausführungen im vorliegenden 

6.6. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/19

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7.  

Klageverfahren zum Ausdruck kommt, lassen jegliche Einsicht in sein Fehlverhalten 

(jahrelange Nichteinhaltung der Anforderungen bezüglich Wirtschaftlichkeit) vermissen. 

Hinzu kommt die schlechte wirtschaftliche Situation des Beklagten (siehe zum 

Verlustschein im Betrag von Fr. 253'172.05 act. G 6.7). Die Klägerinnen bringen zudem 

zutreffend vor, dass ein Ausschluss noch die einzige für den Beklagten spürbare 

Sanktion sei. Der Verlustschein zeige, dass er weiterhin unwirtschaftlich praktizieren 

könne, ohne finanzielle Konsequenzen zu befürchten (act. G 6, III. Rz 4). Diesbezüglich 

kommt hinzu, dass die vom Beklagten erzielten Behandlungserträge gerade zulasten 

der Gläubiger der Honorarrückerstattungsforderungen (der Klägerinnen in den 

Verfahren KSCHG 2016/4, KSCHG 2010/2 und KSCHG 2011/1) abgerechnet würden, 

was für den Beklagten noch einen zusätzlichen Anreiz für die Maximierung seiner 

Erträge schafft. Vor diesem Hintergrund ist ein Ausschluss geboten und 

verhältnismässig, nachdem die bisherigen getroffenen Massnahmen (wiederholte 

Beanstandungen und rechtskräftige Honorarrückerstattungen) keine Wirkung zeigten. 

Bezüglich der Dauer des Ausschlusses ist zugunsten des Beklagten dessen 

fortgeschrittenes Alter bzw. die damit verbundene, zu vermutende relativ kurze 

Restdauer seiner Erwerbstätigkeit zu beachten. Der Beklagte ist dadurch erhöht 

sanktionsempfindlich, weshalb insgesamt kein definitiver, sondern ein auf drei Jahren 

befristeter Ausschluss von der Tätigkeit zulasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung verhältnismässig erscheint. Das von den Klägerinnen 

zugunsten des Beklagten und seiner Patientinnen und Patienten vorgeschlagene 

Vorgehen, den Ausschluss unter Beachtung einer Vorlaufzeit von drei Monaten 

anzuordnen, erscheint angemessen. Demnach ist der Beginn des dreijährigen 

Ausschlusses auf den ersten Tag des vierten Monats nach Eintritt der Rechtskraft 

dieses Entscheids festzulegen.

Nach dem Gesagten ist die Klage betreffend Honorarrückerstattung für das Jahr 

2014 gutzuheissen. Der Beklagte hat den Klägerinnen infolge Überarztung für das Jahr 

2014 den Betrag von Fr. 49'079.95 zurückzubezahlen.

7.1. 

Die Klage betreffend den Ausschluss des Beklagten wird insoweit gutgeheissen, 

als dieser für drei Jahre von der Tätigkeit zulasten der obligatorischen 

Krankenpflegeversicherung im Sinn der Erwägungen auszuschliessen ist.

7.2. 

Art. 89 Abs. 5 KVG schreibt für das Verfahren vor Schiedsgericht keine 

Kostenlosigkeit vor, womit für die Kostenfrage ausschliesslich kantonales Recht 

massgeblich ist. Nach Art. 95 Abs. 1 VRP hat in Streitigkeiten jener Beteiligte die 

7.3. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/19

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Entscheid

im Zirkulationsverfahren nach Art. 39 VRP

1.

In Gutheissung der Klage betreffend Honorarrückerstattung für das Jahr 2014 wird der 

Beklagte verpflichtet, den Klägerinnen infolge Überarztung für das Jahr 2014 den 

Betrag von Fr. 49'079.95 zurückzuerstatten.

2.

Die Klage betreffend Ausschluss wird insoweit gutgeheissen, als der Beklagte für drei 

Jahre von der Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im 

Sinn der Erwägungen ausgeschlossen wird.

3.

Der Beklagte hat die Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.-- zu bezahlen. Der von den 

Klägerinnen geleistete Kostenvorschuss von Fr. 1'000.-- wird ihnen zurückerstattet.

Verfahrenskosten zu tragen, dessen Begehren ganz oder teilweise abgewiesen werden. 

Art. 7 Abs. 1 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung (sGS 941.12) sieht für 

Endentscheide des Versicherungsgerichts einen Gebührenrahmen von Fr. 500.-- bis 

Fr. 15'000.-- vor. Für die vorliegenden Klageverfahren erscheint mit Rücksicht auf den 

vom Gericht zu erbringenden Aufwand und die Bedeutung der Streitsache die 

Festlegung einer Gerichtsgebühr von Fr. 2'500.-- als gerechtfertigt. Es ist trotz der 

Anordnung eines lediglich befristeten Ausschlusses von einem überwiegenden 

Obsiegen der Klärgerinnen auszugehen, zumal dieser mit Blick auf das Alter des 

Beklagten einen stark überwiegenden Teil der noch zu erwartenden Dauer der 

beruflichen Tätigkeit ausmachen wird. Die Gerichtsgebühr ist daher vollumfänglich dem 

Beklagten aufzuerlegen. Der von den Klägerinnen geleistete Kostenvorschuss (act. G 8) 

von Fr. 1'000.-- ist ihnen zurückzuerstatten.

Nach Art. 98 Abs. 1 und Art. 98  VRP ist der Anspruch auf ausseramtliche Kosten 

nach dem Ausmass des Obsiegens und Unterliegens festzusetzen. In der 

Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 22 

Abs. 1 lit. b der Honorarordnung (HonO; sGS 963.75) pauschal Fr. 1'500.-- bis 

Fr. 15'000.--. Die Parteientschädigung wird vom Versicherungsgericht festgesetzt und 

ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache und nach der 

Schwierigkeit des Prozesses bemessen. Für die vorliegend zu beurteilende Klage 

erscheint eine pauschale Parteientschädigung zugunsten der Klägerinnen von 

insgesamt Fr. 5'000.-- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen. 

Ausgangsgemäss hat der Beklagte keinen Anspruch auf eine Parteientschädigung.

7.4. bis

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/19

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4.

Der Beklagte hat den Klägerinnen eine Parteientschädigung von Fr. 5'000.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 01.09.2020
	Art. 56 und Art. 59 KVG. Verletzung der Anforderungen bezüglich Wirtschaftlichkeit bejaht. Die gewählte Referenzgruppe Gynäkologie und Geburtshilfe gewährleistet eine hinreichende Vergleichbarkeit mit dem Beklagten. Praxisbesonderheiten, die eine Erweiterung des Toleranzbereichs über 130 rechtfertigen, sind nicht ausgewiesen. Infolge langjährigen wiederholten Fehlverhaltens wird der Beklagte für drei Jahre von der Tätigkeit zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ausgeschlossen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 1. September 2020, KSCHG 2016/4). Teilweise aufgehoben durch Urteil des Bundesgerichts 9C_656/2020.

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