# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8bfdeaa0-fadb-52fa-b96b-50a92beec7e6
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 5. Kammer 08.09.2014 R 2014 83
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_005_R-2014-83_2014-09-08.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

R 14 83

Präsident Meisser als Einzelrichter und Decurtins als Aktuar ad 

hoc

URTEIL
vom 8. September 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Remo Cahenzli, 

Beschwerdeführerin
gegen 

Gemeinde X._____,
Beschwerdegegnerin

und

Baugesellschaft B._____,
Beschwerdegegnerin

betreffend Baueinsprache

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1. Am 14. März 2014 wurde im Amtsblatt der Gemeinde X._____ (nachfol-

gend Gemeinde) das Baugesuch Nr. _____ der Baugesellschaft B._____ 

(nachfolgend Baugesellschaft) zur Erstellung eines Mehrfamilienhauses 

auf Parzelle Nr. 1859, in X._____ publiziert.

2. Dagegen erhob A._____ am 10. April 2014 Einsprache und beantragte 

die Abweisung des Baugesuchs bzw. die Verweigerung der Baubewilli-

gung. Zudem seien ihr Kopien von allfälligen Vernehmlassungen inkl. Bei-

lagen der Bauherrschaft samt entsprechender Aufforderungsschreiben 

sowie Kopien von allfälligen Fristerstreckungsgesuchen nach deren Ein-

gang und dannzumal der Einsprache- sowie der Bauentscheid des Ge-

meindevorstandes gleichzeitig per Einschreiben zuzustellen. Weiter rügte 

sie verschiedene Mängel des Baugesuchs und des Baubewilligungsver-

fahrens sowie diverse materielle Baurechtsverletzungen.

3. Am 15. April 2014 forderte das Bauamt der Gemeinde die Baugesell-

schaft auf, eine schriftliche Vernehmlassung einzureichen. Mit Schreiben 

vom 5. Mai 2014 teilte diese mit, dass A._____ ihrer Ansicht nach nicht 

einspracheberechtigt sei und dass sie deshalb auf eine Vernehmlassung 

verzichte. Dieses Schreiben stellte die Gemeinde A._____ am 16. Mai 

2014 zu und beschied ihr gleichzeitig, dass kein weiterer Schriftenwech-

sel erfolge.

4. Mit Entscheid vom 30. Juni 2014 trat die Gemeinde auf die Einsprache 

von A._____ nicht ein. Begründend führte sie aus, dass vor dem Eintreten 

auf eine Einsprache stets die Legitimation der Einsprechenden zu prüfen 

sei. Unter Verweis auf das Urteil R 11 9 des Verwaltungsgerichts des 

Kantons Graubünden führte sie aus, dass sich die Legitimation nach den 

Voraussetzungen von Art. 89 BGG richte und dass die Einsprecherin ge-

gebenenfalls mit sämtlichen der in Art. 95 ff. BGG aufgeführten Rügen 

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zum Verfahren zuzulassen sei, wenn ihr durch die Gutheissung der Ein-

sprache ein praktischer Nutzen entstehen würde. Da die Liegenschaften 

der Einsprecherin mindestens 1‘300 m Luftlinie von der vorliegend inter-

essierenden Bauparzelle Nr. 1859 entfernt lägen, sei es nicht nachvoll-

ziehbar, dass sie durch das Bauvorhaben in irgendeiner Weise in ihren In-

teressen berührt werde und dass ihr aus der Gutheissung ihrer Anträge 

irgend ein tatsächlicher Nutzen erwachsen würde. Mithin fehle es ihr ins-

besondere an der im Einspracheverfahren für Baubewilligungen notwen-

digen räumlichen Beziehungsnähe als Voraussetzung für eine Einspra-

chelegitimation.

5. Dieser Entscheid wurde A._____ am 1. Juli 2014 ins Postfach avisiert und 

ihr – nach einer von ihr erwirkten Verlängerung der Aufbewahrungsfrist 

bis zum 22. Juli 2014 – am 14. Juli 2014 am Schalter zugestellt.

6. Mit Schreiben vom 27. Juli 2014 forderte A._____ den Gemeindevorstand 

auf, ihr den Bauentscheid umgehend per Einschreiben zuzustellen, da sie 

bislang lediglich den Einspracheentscheid erhalten habe. Daraufhin teilt 

ihr das Bauamt der Gemeinde am 29. Juli 2014 mit, dass sie nicht ein-

spracheberechtigt sei und dass ihr deshalb auch der Bauentscheid nicht 

ausgehändigt werde.

7. Am 5. August 2014 ersuchte A._____ die Gemeinde schriftlich um 

vollständige Akteneinsicht im betreffenden Baubewilligungsverfahren. Mit 

Schreiben vom 7. August 2014 wies das Bauamt der Gemeinde dieses 

Gesuch ab. Die Akten hätten während der Publikationsfrist eingesehen 

werden können, und da ihr der Baubescheid wie bereits mitgeteilt nicht 

ausgehändigt werde, habe sie auch kein Anrecht auf vollständige Akten-

einsicht ausserhalb der Publikationsfrist.

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8. Am 5. September 2014 erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführerin) 

gegen den Einspracheentscheid des Gemeindevorstandes vom 23. Juni 

2014 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und beantragte die vollumfängliche Aufhebung des Einspracheentscheids 

sowie einer allenfalls der Bauherrschaft erteilten Baubewilligung für den 

Bau des Mehrfamilienhauses auf dem entsprechenden Grundstück. Zu-

dem sei der Gemeindevorstand unter Hinweis auf die Straffolgen von Art. 

292 StGB richterlich anzuweisen, der Beschwerdeführerin – unter Anset-

zung einer neuen Rechtsmittelfrist – den Baubescheid zusammen mit 

dem Einspracheentscheid gleichzeitig zu eröffnen. Des Weiteren bean-

tragte sie die Erteilung der aufschiebenden Wirkung, sofern der Gemein-

devorstand der Bauherrschaft bereits einen schriftlichen Baubescheid zu-

gestellt haben sollte. Ihre formelle Beschwer leitete sie daraus ab, dass 

ihr der Einspracheentscheid nicht zusammen mit dem Baubescheid eröff-

net worden und auf ihre Einsprache nicht eingetreten worden sei. Da ihr 

damit die Möglichkeit entzogen worden sei, materiell gegen einen allen-

falls erteilten Baubescheid vorzugehen, sei sie auch materiell beschwert. 

Ihre Einsprachelegitimation sei nicht Gegenstand der vorliegenden Be-

schwerde, sondern allenfalls in einem nachgelagerten Beschwerdeverfah-

ren zusammen mit einem ergangenen Baubescheid näher zu erörtern. 

Gemäss Art. 46 Abs. 2 KRVO seien Baubescheide (recte: den Bauge-

suchstellenden) und allfälligen Einsprechenden gleichzeitig zu eröffnen 

und im Falle einer Abweisung zu begründen. Gemäss PVG 1991 Nr. 22 

gälten Entscheide über Baueinsprachen, die nicht gleichzeitig auch die 

Baubewilligung enthielten oder gleichzeitig mit der Baubewilligung ergin-

gen, nicht als Entscheide im Sinne von Art. 49 Abs. 1 lit. a VRG und könn-

ten daher nicht selbständig angefochten werden. Solange nicht feststehe, 

ob die Baubewilligung erteilt werde, könne sich das Verwaltungsgericht 

nicht mit der Einsprache befassen. Die Einsprecher hätten nämlich ein 

Recht darauf, nicht nur zu erfahren, ob die Gemeinde ihre Einsprache-

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gründe anerkenne oder nicht, sondern auch, ob und unter welchen Be-

dingungen die Gemeinde bereit sei, das Bauvorhaben zuzulassen. Erst 

anhand der Baubewilligung könnten sie sich auch darüber schlüssig wer-

den, ob eine Beschwerde überhaupt nötig und wie sie allenfalls zu be-

gründen sei. Zudem werde der Einsprecher erst durch die Erteilung der 

Baubewilligung beschwert, weshalb die Voraussetzungen für eine Be-

schwerdeerhebung erst dann gegeben seien. Durch die gesetzeswidrige 

Eröffnung des Bauentscheids sei ihr der Rechtsweg beschnitten worden, 

was eine Rechtsverweigerung im Sinne von Art. 49 Abs. 2 VRG darstelle. 

Diese rechtswidrige Praxis der Gemeinde sei zu unterbinden, weshalb sie 

sich nolens volens zur vorliegenden Beschwerde veranlasst sehe. Mit 

Einreichung der Baueinsprache habe sie sich als Dritte am Baubewilli-

gungsverfahren beteiligt, weshalb ihr die Verfahrensrechte gemäss Art. 

15 VRG und insbesondere das Akteneinsichtsrecht nach Art. 17 Abs. 1 

VRG zustünden. Entgegen der Auffassung der Gemeinde führe eine noch 

nicht rechtskräftige Aberkennung der Einsprachelegitimation nicht dazu, 

dass der betroffene Einsprecher nicht mehr verfahrensbeteiligte Partei 

wäre und sämtlicher Verfahrensrechte verlustig ginge. Schliesslich reichte 

der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin seine Honorarnote per 5. 

September 2014 ein.

9. Auf die Einholung von Vernehmlassungen bei der Gemeinde sowie der 

Baugesellschaft wurde seitens des Gerichts verzichtet.

Auf die weiteren Ausführungen in der Rechtsschrift, in den Akten sowie im 

angefochtenen Einspracheentscheid wird, soweit erforderlich, in den 

nachstehenden Erwägungen eingegangen.

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Der Einzelrichter zieht in Erwägung:

1. Ist ein Rechtsmittel offensichtlich unzulässig oder offensichtlich begründet 

oder unbegründet, entscheidet die oder der zuständige Vorsitzende in 

einzelrichterlicher Kompetenz (Art. 18 Abs. 3 des Gerichtsorganisations-

gesetzes [GOG; BR 173.000]; Art. 43 Abs. 3 lit. b des kantonalen Geset-

zes über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; BR 370.100]). Bei der vorlie-

genden Beschwerde handelt es sich – wie nachfolgend in Erwägung 3c 

ausgeführt wird – um ein offensichtlich unbegründetes Rechtsmittel, wes-

halb die Zuständigkeit des Vorsitzenden gegeben ist.

2. a) Anfechtungsobjekt des vorliegenden Beschwerdeverfahrens bildet der 

kommunale Einspracheentscheid vom 23. Juni 2013, mit welchem die 

Gemeinde auf die von der heutigen Beschwerdeführerin gegen das Bau-

gesuch Nr. 2017-0019 erhobene Einsprache infolge fehlender Einspra-

chelegitimation nicht eingetreten ist. Streitig und zu prüfen ist insbesonde-

re, ob die Gemeinde auf die Einsprache der Beschwerdeführerin zu Recht 

nicht eingetreten ist. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin, 

wonach die Einsprachelegitimation nicht Gegenstand des vorliegenden 

Verfahrens bilde und allenfalls in einem nachgelagerten Beschwerdever-

fahren zusammen mit einem allfällig ergangenen Baubescheid näher zu 

erörtern sei (vgl. Beschwerde S. 5), ist vorliegend nämlich bereits von 

Amtes wegen zu prüfen, ob die Einsprachelegitimation im kommunalen 

Einspracheverfahren gegeben war. Dies nicht nur aufgrund von Art. 11 

Abs. 1 VRG, wonach das Verwaltungsgericht den Sachverhalt in Anwen-

dung der Untersuchungsmaxime von Amtes wegen zu ermitteln hat, son-

dern auch aufgrund der Tatsache, dass die Gemeinde auf die Einsprache 

einzig mit der Begründung der fehlenden Legitimation nicht eingetreten ist 

und damit das Prozessthema vorgegeben hat.

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b) Vorweg ist festzuhalten, dass der Antrag der Beschwerdeführerin auf 

Gewährung der aufschiebenden Wirkung mit der Mitteilung des vorlie-

genden Urteils obsolet wird.

3. a) Art. 33 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG; SR 

700) lautet wie folgt:

Art. 33 Kantonales Recht
1. (…) 

2. (…) 

3. Es (das kantonale Recht) gewährleistet 

a) die Legitimation mindestens im gleichen Umfang wie für die Beschwerde in 

öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht, 

b) die volle Überprüfung durch wenigstens eine Beschwerdebehörde. 

4. (…)

Der Verweis im eben zitierten Artikel (lit. a) auf die Beschwerde in öffent-

lich-rechtlichen Angelegenheiten betrifft seit dem Inkrafttreten des Bun-

desgesetzes über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) und des Bun-

desgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht (VGG; SR 173.32) am 

1. Januar 2007 die Legitimationsbestimmungen von Art. 89 BGG i.V.m. 

Art. 111 Abs. 1 und 2 BGG. Damit gelten die Legitimationserfordernisse, 

welche Lehre und Rechtsprechung zu diesen Vorschriften entwickelt ha-

ben, auch für das kantonale Rechtsmittelverfahren, auf das Art. 33 RPG 

anwendbar ist (vgl. AEMISEGGER/HAAG, in: AEMISEGGER/KUTTLER/ 

MOOR/HAAG [Hrsg.], Kommentar zum RPG, Zürich 2010, Art. 33 Rz. 53 

mit weiteren Hinweisen). Die Legitimation zur Beschwerdeerhebung 

gemäss Art. 50 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechts-

pflege (VRG; BR 370.100) muss folglich den Anforderungen der Legitima-

tion zur Beschwerdeerhebung gemäss Art. 89 Abs. 1 BGG genügen.

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b) Das Bundesgericht umschreibt die Legitimation im Sinne von Art. 89 

Abs. 1 BGG in Bezug auf die erforderliche räumliche Nähe zu Streitge-

genstand bildenden Bauprojekten wie folgt (Urteil des Bundesgerichts 

1C_236/2010 vom 16. Juli 2010, E.1.3 und 1.4):

„Zur Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesge-

richt ist gemäss Art. 89 Abs. 1 BGG berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Ver-

fahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a), 

durch den angefochtenen Entscheid besonders berührt ist (lit. b) und ein 

schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung oder Änderung besitzt (lit. c). 

Verlangt ist somit neben der formellen Beschwer, dass der Beschwerdeführer 

über eine spezifische Beziehungsnähe zur Streitsache verfügt und einen prakti-

schen Nutzen aus der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids 

zieht. Die Nähe der Beziehung zum Streitgegenstand muss bei Bauprojekten 

insbesondere in räumlicher Hinsicht gegeben sein. Ein schutzwürdiges Interesse 

liegt vor, wenn die tatsächliche oder rechtliche Situation des Beschwerdeführers 

durch den Ausgang des Verfahrens beeinflusst werden kann (vgl. Botschaft vom 

28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 S. 4236). 

Die Voraussetzungen von Art. 89 Abs. 1 lit. b und lit. c BGG hängen eng zu-

sammen. Es kann insoweit an die Grundsätze, die zur Legitimationspraxis bei 

der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nach Art. 103 lit. a das Bundesrechtspfle-

gegesetzes (OG; ausser Kraft) entwickelt worden sind, angeknüpft werden (BGE 

133 II 400 E.2.2 S. 404 f. mit Hinweisen).

Die Behauptung allein, jemand sei von den Folgen einer Baubewilligung betrof-

fen, genügt nicht, um die Beschwerdebefugnis zu begründen. Vielmehr muss 

aufgrund des konkreten Sachverhalts das besondere Berührtsein und das 

schutzwürdige Interesse glaubhaft erscheinen, ansonsten stünde jedermann die 

Beschwerdeberechtigung zu, der eine unzutreffende Behauptung aufstellt. Dies 

liefe im Ergebnis auf eine unzulässige Popularbeschwerde hinaus. Ein Kriterium 

für die Beurteilung der Beschwerdebefugnis eines Nachbarn ist die räumliche 

Nähe seines Grundstücks zum umstrittenen Bauvorhaben, wobei es nicht auf 

abstrakt bestimmte Distanzwerte ankommt. Das Beschwerderecht wird aber in 

der Regel anerkannt, wenn die Liegenschaft des Nachbarn unmittelbar an das 

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Baugrundstück angrenzt oder allenfalls nur durch einen Verkehrsträger davon 

getrennt wird (BGE 121 II 171 E.2b S. 174 mit Hinweisen; Urteil des Bundesge-

richts 1A.98/1994 vom 28. März 1995 E.2b, in: ZBl 96/1995 S. 528 f.; Heinz AE-

MISEGGER/STEPHAN HAAG, Kommentar zum RPG, Zürich 2010, Art. 33 Rz.  57 

ff.).

Liegt diese besondere Beziehungsnähe in räumlicher Hinsicht vor, braucht das 

Anfechtungsinteresse nicht mit dem Interesse übereinzustimmen, das durch die 

von der beschwerdeführenden Person als verletzt bezeichneten Normen ge-

schützt wird (vgl. PETER KARLEN, Das neue Bundesgerichtsgesetz, 2006, S. 52; 

BEUSCH/MOSER/KNEUBÜHLER, Ausgewählte prozessrechtliche Fragen im Verfah-

ren vor dem Bundesverwaltungsgericht, ZBl 2008 S. 15 f.). Der Nachbar kann 

mithin die Überprüfung eines Bauvorhabens im Lichte all jener Rechtssätze ver-

langen, die sich rechtlich oder tatsächlich in dem Sinne auf seine Stellung aus-

wirken, dass ihm im Falle des Obsiegens ein praktischer Nutzen entsteht. Nicht 

zulässig ist hingegen das Vorbringen von Beschwerdegründen, mit denen einzig 

ein allgemeines öffentliches Interesse an der richtigen Anwendung des Rechts 

verfolgt wird (BGE 133 II 249 E.1.3.2 S. 253), ohne dass dem Beschwerdeführer 

im Falle des Obsiegens ein Vorteil entsteht. Das Element des praktischen 

tatsächlichen Nutzens bildet somit ein wichtiges Eintretenskriterium, mit wel-

chem ein "Ausufern" der Beschwerdemöglichkeiten verhindert werden kann 

(HEINZ AEMISEGGER, Erste Erfahrungen mit dem Bundesgerichtsgesetz, in: Jus-

letter vom 10. November 2008 N. 52 und 65, www.weblaw.ch, besucht am 1. 

Oktober 2013).“

c) Im vorliegenden Fall befinden sich die Liegenschaften der Beschwerde-

führerin unbestrittenermassen ca. 1‘300 m Luftlinie von der interessieren-

den Bauparzelle entfernt. Damit fehlt die für die Beschwerdelegitimation 

des Nachbarn gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung erforderliche 

besondere Beziehungsnähe in räumlicher Hinsicht ganz offensichtlich 

(vgl. den Überblick über die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Le-

gitimation von Dritten in Bezug auf die räumliche Distanz ihrer Liegen-

schaft zum infrage stehenden Bauvorhaben in AEMISEGGER/HAAG, a.a.O., 

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Art. 33 Rz. 58 ff.). Schon in ihrer Einsprache hat sich die Beschwerdefüh-

rerin als „Grundeigentümerin in X._____ und Interessierte am Bauge-

schehen in der Gemeinde X._____“ bezeichnet (vgl. beschwerdeführeri-

sche Akten 6), und auch die Aussage auf S. 6 ihrer Beschwerdeschrift, 

wonach sie sich angesichts der von ihr bemängelten Eröffnungspraxis der 

Gemeinde „nolens volens“ zur vorliegenden Beschwerde veranlasst sehe, 

legt den Schluss nahe, dass es ihr vielmehr ums Prinzip denn um konkre-

te persönliche Interessen geht. Bezeichnenderweise hat sie sich weder in 

ihrer Einsprache noch im Rahmen der vorliegenden Beschwerde ander-

weitig zu ihrer Beschwerdelegitimation geäussert. Diese Umstände deu-

ten darauf hin, dass die in Baurechtssachen versierte Beschwerdeführerin 

und ihr ebenfalls sachverständiger Rechtsvertreter wussten resp. wissen 

mussten, dass die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren 

nicht zur Einspracheerhebung legitimiert war. Die Beschwerdeführerin 

beanstandet in ihrer Beschwerde denn auch nicht, dass ihr die Legitimati-

on zu Unrecht abgesprochen worden sei, sondern postuliert die Verschie-

bung dieses Themas auf ein allfällig nachgelagertes Beschwerdeverfah-

ren (vgl. Beschwerde S. 5 sowie die vorstehende Erwägung 2a). Aus die-

sen Gründen ist die Gemeinde auf die Einsprache der heutigen Be-

schwerdeführerin vom 10. April 2014 mangels Legitimation zu Recht nicht 

eingetreten. Demzufolge erweist sich die vorliegende Beschwerde als of-

fensichtlich unbegründet und ist abzuweisen, weshalb sich die Durch-

führung eines Schriftenwechsels erübrigt.

d) Aufgrund der offensichtlich fehlenden Einsprachelegitimation der Be-

schwerdeführerin muss die vorliegende Beschwerde auch in Bezug auf 

die beantragte gleichzeitige Eröffnung des Bauentscheids mit dem Ein-

spracheentscheid unter Ansetzung einer neuen Rechtsmittelfrist abge-

wiesen werden. Nachdem die Gemeinde die Einsprache der Beschwerde-

führerin aus den vorstehend erwähnten Gründen aufgrund der fehlenden 

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Legitimation völlig zu Recht abgewiesen hat, steht fest, dass die Be-

schwerdeführerin bezüglich ihrer Einsprachelegitimation gegen das Bau-

vorhaben der Baugesellschaft gleich zu behandeln ist wie jedermann und 

vom Bauvorhaben auch nicht mehr als jedermann betroffen ist. Damit ist 

auch klargestellt, dass sie kein rechtlich erhebliches Interesse respektive 

keinen praktischen tatsächlichen Nutzen am Erhalt des Baubescheids 

und an einer Akteneinsicht haben konnte und kann. Denn selbst wenn ihr 

im Sinne ihres Antrags der Baubescheid – unter Ansetzung einer neuen 

Rechtsmittelfrist – gleichzeitig mit dem Einspracheentscheid eröffnet wer-

den würde: Mangels Einsprache- resp. Beschwerdelegitimation würde die 

Gemeinde auch auf ein neuerliches Rechtsmittel gegen den Nichteintre-

tensentscheid oder das Bauvorhaben nicht eintreten. Insofern ist die Nich-

teröffnung des Baubescheids durch die Gemeinde bei Verneinung der 

Einsprachelegitimation nicht zu beanstanden.

e) Schliesslich bleibt zu erwähnen, dass auch die Verweigerung des Akten-

einsichtsrechts seitens der Gemeinde zu Recht erfolgte. Grundsätzlich 

sind zwar sämtliche Personen in ein verwaltungsrechtliches Verfahren 

einzubeziehen, welche durch den Verfahrensgegenstand – je nach Ver-

fahrensausgang – in ihren Rechtsschutzinteressen betroffen sein könn-

ten. Dabei kann sich jedoch eine Vorprüfung durch die Behörden auf-

drängen: Wenn eine genügende Beziehungsnähe der betreffenden Per-

son zum Verfahrensgegenstand fehlt und deren Rechtsschutzinteresse 

von vornherein zu verneinen ist, kann von einem Einbezug in das Verfah-

ren vorgängig abgesehen werden (vgl. dazu HÄNER, Die Beteiligten im 

Verwaltungsverfahren und Verwaltungsprozess, Zürich 2000, Rz. 268 ff.). 

Damit erweist sich die Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach 

eine noch nicht rechtskräftige Aberkennung der Einsprachelegitimation 

entgegen der Auffassung der Gemeinde nicht dazu führe, dass der betrof-

fene Einsprecher nicht mehr verfahrensbeteiligte Partei sei und sämtlicher 

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Verfahrensrechte verlustig gehe (vgl. Beschwerde S. 7), als nicht haltbar. 

Da vorliegendenfalls offensichtlich schon zum vornherein feststand, dass 

der Beschwerdeführerin keine Rechtsmittellegitimation zusteht, galt sie im 

Baubewilligungsverfahren nicht als Verfahrensbeteiligte (vgl. dazu auch 

PLÜSS, in: GRIFFEL [Hrsg.], Kommentar zum Verwaltungsrechtspflegege-

setz des Kantons Zürich, Zürich 2013, § 10 Rz. 64 f.) und konnte sich 

deshalb entgegen ihrer Auffassung auch nicht auf die Verfahrensrechte 

von Art. 15 ff. VRG berufen. Damit ist die vorliegende Beschwerde auch 

diesbezüglich abzuweisen.

4. Bei diesem Verfahrensausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfah-

rens vollumfänglich zulasten der unterliegenden Beschwerdeführerin 

(Art. 73 Abs. 1 VRG). Bund, Kanton und Gemeinden sowie mit öffentlich-

rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen wird gemäss Art. 78 

Abs. 2 VRG in der Regel keine Parteientschädigung zugesprochen, wenn 

sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegen. Davon abzuweichen be-

steht vorliegend kein Anlass. Der Bauherrschaft ist vorliegend kein Auf-

wand entstanden, weshalb auch ihr keine aussergerichtliche Entschädi-

gung zuzusprechen ist.

Demnach erkennt der Einzelrichter

1. Auf die Durchführung eines Schriftenwechsels wird verzichtet.

2. Die Beschwerde wird abgewiesen.

3. Die Gerichtskosten, bestehend

- aus einer Staatsgebühr von Fr. 1‘000.--

- und den Kanzleiauslagen von Fr. 295.--

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zusammen Fr. 1'295.--

gehen zulasten von A._____ und sind innert 30 Tagen seit Zustellung die-

ses Entscheides an die Finanzverwaltung des Kantons Graubünden, Chur, 

zu bezahlen.

4. [Rechtsmittelbelehrung]

5. [Mitteilungen]