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**Case Identifier:** fa3be3db-f398-5093-8f55-9bebb668ac8d
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-10-21
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 21.10.2015 810 2015 63 (810 15 63)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-2015-63_2015-10-21.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 21. Oktober 2015 (810 15 63) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Ausländerrecht 

 

 

Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung aus der Schweiz 

 
 
Besetzung Abteilungs-Vizepräsident Beat Walther, Kantonsrichter Christian  

Haidlauf, Markus Clausen, Niklaus Ruckstuhl, Stefan Schulthess,  
Gerichtsschreiberin i.V. Sabrina Iseli 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Oliver Borer, Advokat 
  

 
gegen 
 
 

 Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft, 4410 Liestal, 
Beschwerdegegner 
 
 

  
Betreff Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung aus der 

Schweiz (RRB Nr. 298 vom 3. März  2015) 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

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A. Der serbische Staatsangehörige A.____ wurde am 7. Januar 1987 in der Schweiz 
geboren und erhielt in der Folge die Niederlassungsbewilligung. Seit 2007 führt er eine 
Beziehung mit B.____ (Bürgerin der Schweiz und von Bosnien und Herzegowina), mit welcher 
er sich im Jahre 2012 verlobte und eine gemeinsame Wohnung bezog. Am 13. Oktober 2014 
wurde der gemeinsame Sohn C.____ geboren und am 30. Januar 2015 heirateten A.____ und 
B.____ in D.____. 
 
B. Während seines Aufenthalts in der Schweiz ist A.____ verschiedentlich strafrechtlich in 
Erscheinung getreten. So wurde er mit Urteil des Bezirksstatthalteramts Arlesheim vom 
30. Oktober 2006 wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln sowie Widerhandlung gegen 
das Bundesgesetz über den Strassenverkehr (SVG) vom 19. Dezember 1958 zu einer bedingt 
vollziehbaren Busse von Fr. 1‘000.-- bei einer Probezeit von einem Jahr verurteilt. Mit Urteil vom 
22. Oktober 2009 verurteilte das Strafgericht Basel-Stadt (Strafgericht) A.____ wegen Nötigung 
sowie Sachbeschädigung zu einer bedingten Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu Fr. 90.-- bei 
einer Probezeit von zwei Jahren. Mit Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt (Appellations-
gericht) vom 11. Februar und vom 6. Mai 2014 wurde er rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe 
von viereinhalb Jahren verurteilt und der schweren Körperverletzung, der Freiheitsberaubung 
und Entführung, der mehrfachen einfachen Körperverletzung sowie der mehrfachen Vergehen 
nach Art. 19 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel und die psychotropen 
Stoffe (BetmG) vom 3. Oktober 1951 für schuldig erklärt. 
 
C. Mit Verfügung vom 2. September 2014 verfügte das Amt für Migration Basel-Land-
schaft (AfM) nach Gewährung des rechtlichen Gehörs den Widerruf der Niederlassungs-
bewilligung von A.____ und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz bis spätestens am 
30. November 2014 an. A.____ zog mit seiner Verlobten von E.____ nach F.____ in den 
Kanton Aargau und ersuchte dort um Kantonswechsel. Mit Schreiben vom 11. September 2014 
teilte ihm das Amt für Migration und Integration des Kantons Aargau mit, dass auf das Gesuch 
um Kantonswechsel nicht eingetreten werden könne, da bereits ein ausländerrechtliches 
Verfahren im Kanton Basel-Landschaft hängig sei. 
 
D. Mit Eingabe vom 12. September 2014 erhob A.____, vertreten durch Oliver Borer, 
Advokat in Basel, Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft 
(Regierungsrat), welche mit Regierungsratsbeschluss (RRB) Nr. 298 vom 3. März 2015 
vollumfänglich abgewiesen wurde.  
 
E.  Gegen diesen Entscheid des Regierungsrates erhob A.____, weiterhin vertreten durch 
Oliver Borer, am 13. März 2015 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung 
Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht), mit den Rechtsbegehren, es sei der RRB 
Nr. 298 vom 3. März 2015 aufzuheben und es sei dem Beschwerdeführer die Nieder-
lassungsbewilligung zu belassen. Eventualiter sei der Beschwerdeführer zu verwarnen. Dies 
habe alles unter o/e-Kostenfolge zu geschehen, wobei dem Beschwerdeführer für das 
Verfahren vor dem Kantonsgericht die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung zu 
gewähren sei. 
 

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F.  In seiner Vernehmlassung vom 17. Juni 2015 beantragt der Regierungsrat, die 
Beschwerde sei unter o/e-Kostenfolge abzuweisen. 
 
G. Mit Verfügung vom 9. Juli 2015 wurde die Beschwerde der Kammer zur Beurteilung 
überwiesen. Im Weiteren bewilligte das Kantonsgericht dem Beschwerdeführer das Gesuch um 
Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung. 
 
H. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung reicht der Beschwerdeführer dem Kantons-
gericht unter anderem einen Bericht vom 8. Oktober 2015 über seine ambulante psycho-
therapeutische Behandlung in der Strafvollzugsanstalt sowie weitere Unterlagen ein. 
 

 

Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss § 47 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungs-
prozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 ist zur Beschwerde befugt, wer durch die 
angefochtene Verfügung oder den angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges 
Interesse an dessen Änderung oder Aufhebung hat. Da der Beschwerdeführer Adressat des 
angefochtenen Entscheides ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung hat, die 
übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt und sowohl die örtliche wie auch die sachliche 
Zuständigkeit des Kantonsgerichts gegeben sind, kann auf die vorliegende Beschwerde 
eingetreten werden. 
 
2. Mit der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde können gemäss § 45 Abs. 1 lit. a und 
lit. b VPO Rechtsverletzungen einschliesslich Überschreitung, Unterschreitung oder Missbrauch 
des Ermessens sowie die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts gerügt 
werden. Die Beurteilung der Angemessenheit des angefochtenen Rechtsaktes ist dem 
Kantonsgericht dagegen – abgesehen von hier nicht vorliegenden Ausnahmefällen – verwehrt 
(§ 45 Abs. 1 lit. c VPO e contrario). 
 
3. Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Frage, ob der Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung des Beschwerdeführers und dessen Wegweisung aus der Schweiz 
zu Recht erfolgten. 
 

4.1 Gemäss Art. 34 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Ausländerinnen und Ausländer 
(AuG) vom 16. Dezember 2005 verleiht die Niederlassungsbewilligung einen zeitlich 
unbefristeten und unbedingten Anspruch auf Anwesenheit in der Schweiz. Es ist somit von 
einem grundsätzlichen gesetzlichen Anspruch des Beschwerdeführers auf Aufenthalt in der 
Schweiz auszugehen. Dieser gilt indes nicht absolut. Bei Vorliegen eines Widerrufsgrundes 
nach Art. 63 AuG kann die Niederlassungsbewilligung entzogen werden.  
 
4.2 Gestützt auf Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG kann die Niederlassungs-
bewilligung widerrufen werden, wenn die Ausländerin oder der Ausländer zu einer 
längerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt worden ist. Das Bundesgericht hat das Kriterium der 

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Längerfristigkeit der Strafe in diesem Kontext dahingehend konkretisiert, dass es einer Frei-
heitsstrafe von mehr als einem Jahr bedarf, wobei mehrere unterjährige Strafen bei der 
Berechnung nicht kumuliert werden dürfen (BGE 137 II 297 E. 2.3.6 und 135 II 377 E. 4.2). 
Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde 
(Urteil des Bundesgerichts 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist auch 
möglich, wenn die ausländische Person in schwerwiegender Weise gegen die öffentliche 
Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gefährdet hat 
(Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn die ausländische Person durch ihr 
Handeln besonders hochwertige Rechtsgüter verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von 
strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken lässt und sich im Rahmen einer Gesamt-
betrachtung zeigt, dass sie auch künftig weder gewillt noch fähig ist, sich an die Rechtsordnung 
zu halten (Urteil des Bundesgerichts 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2). 
 
4.3 Mit Urteil des Appellationsgerichts vom 11. Februar und 6. Mai 2014 wurde der 
Beschwerdeführer zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Damit ist vorliegend 
eine längerfristige Freiheitsstrafe ausgesprochen worden und der Widerrufsgrund von Art. 63 
Abs. 1 lit. a AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG gegeben. Dies wird vom Beschwerdeführer zu Recht 
auch nicht bestritten. Ob das Verhalten des Beschwerdeführers zugleich als schwerwiegender 
Verstoss gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung im Sinne von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG zu 
werten ist, wie es die Vorinstanz angenommen hat, bedarf keiner näheren Betrachtung, da 
dieser Widerrufsgrund nur dann zur Anwendung gelangt, wenn es an den Voraussetzungen für 
einen Widerruf aufgrund der Verurteilung zu einer längerfristigen Freiheitsstrafe fehlt (vgl. BGE 
135 II 377 E. 4.2; Urteile des Bundesgerichts 2C_888/2012 vom 13. März 2013 E. 3 und 
2C_1029/2011 vom 10. April 2012 E. 3.1). 
 
5.1 Das Vorliegen eines Widerrufsgrundes ist Grundvoraussetzung für den Widerruf der 
Bewilligung. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist indes nur gerechtfertigt, wenn er 
sich gestützt auf eine im Einzelfall vorzunehmende Interessenabwägung als verhältnismässig 
erweist (Art. 96 Abs. 1 AuG). Nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit muss eine 
Verwaltungsmassnahme zur Verwirklichung des im öffentlichen Interesse liegenden Ziels 
geeignet und notwendig sein. Ausserdem muss der angestrebte Zweck in einem vernünftigen 
Verhältnis zu den Belastungen stehen, die dem Privaten auferlegt werden (vgl. ULRICH 
HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich 
2010, Rz. 581 ff.). Dabei sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und die 
öffentlichen und privaten Interessen sorgfältig gegeneinander abzuwägen (MARTINA CARONI, in: 
Martina Caroni/Thomas Gächter/Daniela Thurnherr [Hrsg.], Bundesgesetz über die Aus-
länderinnen und Ausländer, Bern 2010, Art. 51 Rz. 3; ANDREAS ZÜND/LADINA ARQUINT HILL, in: 
Peter Uebersax/Beat Rudin/Thomas Hugi Yar/Thomas Geiser [Hrsg.], Ausländerrecht, Basel 
2009, Rz. 8.48). Verlangt ist insofern eine Abwägung der sich gegenüberstehenden privaten 
Interessen an der Erteilung der Bewilligung und der öffentlichen Interessen an deren 
Verweigerung, wobei Letztere in dem Sinne überwiegen müssen, dass sich der Eingriff als 
notwendig erweist (vgl. BGE 135 I 143 E. 2.1 mit Hinweisen). Dabei sind namentlich die 
Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene 
Zeitraum, das Verhalten des Ausländers während diesem, der Grad seiner Integration bzw. die 

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Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu 
berücksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3).  
 
5.2 Ist eine ausländerrechtliche Massnahme begründet, aber den Umständen nicht 
angemessen, so kann die betroffene Ausländerin oder der betroffene Ausländer unter Andro-
hung der Massnahme verwarnt werden (Art. 96 Abs. 2 AuG). Die Verwarnung nach Art. 96 
Abs. 2 AuG ist eine eigenständige ausländerrechtliche Massnahme, welche das Verfahren mit 
einer weniger einschneidenden Folge als dem Widerruf oder der Nichtverlängerung der 
Bewilligung abschliesst und einen Endentscheid bildet (Art. 90 AuG). Die Verwarnung soll als 
Ausfluss des Verhältnismässigkeitsprinzips verhindern, dass es überhaupt zu einer aufenthalts-
beendenden Massnahme kommt, und den Betroffenen auf sein problematisches Verhalten zu 
einem Zeitpunkt hinweisen, in welchem sich die Anordnung der angedrohten Massnahme 
gerade noch nicht rechtfertigt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 2C_114/2012 vom 26. März 2013 
E. 1.1, 2A.737/2004 vom 30. März 2005 E. 2, in: Pra 2006 Nr. 26 S. 184). 
 
5.3 Demzufolge ist anhand der aufgezeigten Rechtslage zu prüfen, ob unter Berücksich-
tigung der konkreten Umstände des vorliegenden Falles die öffentlichen Interessen am Widerruf 
der Niederlassungsbewilligung die privaten Interessen des Beschwerdeführers an einem 
Verbleib in der Schweiz überwiegen.  
 
6.1 Ausgangspunkt für die vorzunehmende ausländerrechtliche Interessenabwägung ist 
die strafrechtliche Verurteilung des Beschwerdeführers und die Schwere seines Verschuldens. 
Der Beschwerdeführer wurde mit Urteil des Appellationsgerichts vom 11. Februar und 6. Mai 
2014 wegen schwerer Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Entführung, mehrfacher 
einfacher Körperverletzung und mehrfachen Vergehen nach Art. 19 Abs. 1 BetmG zu einer 
Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Mit dem Strafgericht ist von einem erheblichen 
Verschulden auszugehen, was auch in der Höhe der verhängten Strafe von viereinhalb Jahren 
Freiheitsentzug durch das Appellationsgericht zum Ausdruck kommt. Nicht ausser Acht zu 
lassen ist ebenfalls die Tatsache, dass der Beschwerdeführer bereits im Jahre 2006 wegen 
einer Verkehrsregelverletzung mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist sowie am 22. Oktober 
2009 wegen Nötigung und Sachbeschädigung verurteilt wurde. Die schwerwiegendste und 
letzte Tat beging der Beschwerdeführer sodann in der Probezeit der letzten Verurteilung. 
Aufgrund des Ausgeführten ist sowohl von einem schweren Delikt, als auch von einem 
schweren Verschulden des Beschwerdeführers auszugehen, woraus sich ein gewichtiges 
Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung und der Wegweisung des 
Beschwerdeführers ergibt. 
 
6.2 Den genannten öffentlichen Interessen sind die privaten Interessen des Beschwerde-
führers am Verbleib in der Schweiz gegenüberzustellen. Der Beschwerdeführer wurde im Jahr 
1987 in der Schweiz geboren und hat sein ganzes Leben hier verbracht. Aufgrund der langen 
Aufenthaltsdauer ist von einem gewichtigen privaten Interesse des Beschwerdeführers an 
einem Verbleib in der Schweiz auszugehen. Gesamthaft ist von einer guten Integration des 
Beschwerdeführers in der Schweiz auszugehen. So beherrscht er die deutsche Sprache und 
verfügt aktenkundig über ein grosses soziales Beziehungsnetz in der Schweiz. Mit wenigen 

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Ausnahmen lebt seine gesamte Verwandtschaft im Lande. Aufgrund dessen, dass er sein 
gesamtes Leben in der Schweiz verbracht hat, ist nachvollziehbar, dass er hier auch alle seine 
Freundschaften und Kontakte geknüpft hat. Der Beschwerdeführer hat seine langjährige 
Freundin in der Schweiz geheiratet und ist seit dem 13. Oktober 2014 Vater eines Sohnes. Des 
Weiteren kann der Beschwerdeführer als beruflich gut integriert angesehen werden. Er wurde 
von seinem Arbeitgeber von April bis Mai 2012 temporär und aufgrund guter Leistungen ab Juni 
2012 in einer Festanstellung beschäftigt und erhielt eine durchwegs positive Beurteilung. 
  
6.3 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er sich seit der Tatbegehung wohl verhal-
ten habe und sich nichts mehr zu Schulden habe kommen lassen. Er habe im Gegenteil sein 
gesamtes Leben neu ausgerichtet und sich in den letzten Jahren insgesamt von einem abtrün-
nigen Jugendlichen zu einem verantwortungsbewussten Familienvater geläutert. Die Vorinstanz 
führt dagegen aus, der Beschwerdeführer habe sich nur deshalb wohl verhalten, weil er unter 
dem Einfluss der straf- und ausländerrechtlichen Verfahren gestanden habe. Der 
Beschwerdeführer wurde am 17. Februar 2012 aus der Untersuchungshaft entlassen und trat 
am 23. März 2015 in den Strafvollzug ein. Auch wenn der Beschwerdeführer während dieser 
Zeit unter dem Einfluss des Strafverfahrens stand, ist zu seinen Gunsten zu würdigen, dass er 
sich während drei Jahren wohl verhalten hat. Es ist zudem anzumerken, dass die Entwicklung 
bereits vor Einleitung des ausländerrechtlichen Verfahrens stattgefunden hat. So nahm der 
Beschwerdeführer nach Entlassung aus der Untersuchungshaft eine Arbeitstätigkeit auf und 
zahlte seine Steuerrückstände und offenen Betreibungen ab. Er zog mit seiner langjährigen 
Freundin in eine gemeinsame Wohnung und verlobte sich mit ihr. Am 13. Oktober 2014 wurde 
der gemeinsame Sohn geboren und am 30. Januar 2015 heiratete das Paar in D.____. Wie der 
Beschwerdeführer anlässlich der Parteiverhandlung ausführt, seien diese Ereignisse in seinem 
Leben sehr prägend gewesen und er erfahre grossen Rückhalt von seiner Ehefrau. Der 
Beschwerdeführer besuchte bis zum Eintritt in den Strafvollzug regelmässig die Beratungen des 
Männerbüros der Region Basel (Männerbüro). Das Männerbüro bestätigt in seinem Bericht vom 
12. August 2014, dass der Beschwerdeführer die Beratung freiwillig in Anspruch genommen 
habe und die Sitzungen sehr ernst nehme sowie auch ausserhalb der Sitzungen in Gesprächen 
mit seiner Ehefrau die Thematik aufarbeite. Er beschönige die Tat nicht, was darauf hinweise, 
dass er sein Verhalten überdenkt habe. Zur finanziellen Abgeltung der Tat zahlte der 
Beschwerdeführer seinem damaligen Opfer monatlich Fr. 300.--. Die monatlichen 
Genugtuungszahlungen wurden vom Strafgericht festgesetzt und durch das Appellationsgericht 
bestätigt. Von einer freiwilligen Genugtuungsleistung kann daher nicht ausgegangen werden. 
Es ist jedoch festzuhalten, dass der Beschwerdeführer die Zahlungen schon vor dem Entscheid 
des Appellationsgerichts getätigt hat. Anlässlich der heutigen Parteiverhandlung führt der 
Beschwerdeführer aus, dass er einen Mann lebensgefährlich verletzt habe, wofür er sich 
schäme und was er bereue. Es sei ihm wichtig gewesen, sich bei seinem Opfer zu 
entschuldigen, was er in schriftlicher Form getan habe. Er versuche auch während des 
Strafvollzuges eine reduzierte monatliche Genugtuungszahlung zu leisten. Im Strafvollzug 
nahm der Beschwerdeführer – auf eigenen Wunsch – eine deliktsorientierte Behandlungs-
massnahme auf und liess sich auf Begegnungen Jugendlichen ein, wo er den Jugendlichen 
über seine Tat und die Folgen berichtete. Die diesbezüglichen positiven Berichte, welche dem 
Gericht anlässlich der Parteiverhandlung eingereicht werden, bestätigen die Reue des 

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Beschwerdeführers und seine Motivation, sich mit der Tat auseinanderzusetzen. Im 
vorliegenden Fall erscheint aufgrund der genannten Umstände der vom Beschwerdeführer 
geltend gemachte Gesinnungswandel als glaubwürdig. Die Bemühungen des Beschwerde-
führers, ein geregeltes und konfliktfreies Leben zu führen, sind mithin als ernsthaft zu 
bezeichnen. Dieser Umstand rechtfertigt es, dem Läuterungsprozess des Beschwerdeführers 
im Rahmen der Interessensabwägung grosses Gewicht beizumessen. 
 
6.4 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er keinen Bezug zu Serbien habe und das 
Land nur von Ferienaufenthalten kenne. Das letzte Mal sei er im Jahre 2013 in Serbien 
gewesen, um den Geburtstag seines jüngeren Bruders zu feiern. Mit wenigen Ausnahmen 
würde jedoch seine gesamte Verwandtschaft in der Schweiz leben und er habe in Serbien, 
anders als in der Schweiz, kein soziales Auffangnetz und müsste sein Leben komplett neu 
aufbauen. Die Vorinstanz hält fest, dass dem Beschwerdeführer die Ausreise nach Serbien 
insgesamt zumutbar sei, zumal er die Sprache spreche und das Land ihm aufgrund von 
Ferienaufenthalten nicht unbekannt sei. Im Übrigen stehe es seiner Ehefrau frei, dem 
Beschwerdeführer in sein Herkunftsland zu folgen. Sollte sie in der Schweiz verbleiben, könne 
der Kontakt mit Zuhilfenahme moderner Kommunikationsmittel sowie mit Ferienaufenthalten 
gepflegt werden. Auch wenn es für den Beschwerdeführer mit Schwierigkeiten verbunden wäre, 
sich in Serbien neu zu integrieren, erscheint dies, in Anbetracht dessen, dass er die Sprache 
spricht und mit den kulturellen Gepflogenheiten des Landes vertraut ist, als möglich. Zusätzlich 
zu berücksichtigen ist, dass seine Ehefrau und sein Sohn die Schweizer Staatsbürgerschaft und 
somit ein schwerwiegendes Interesse am Verbleib in der Schweiz haben. Der Ehefrau als 
gebürtige Bosnierin und nun Schweizer Staatsangehörige, ist es nicht zuzumuten, mit ihrem 
Kleinkind nach Serbien auszuwandern. Aufgrund ihrer Herkunft und langer Aufenthaltsdauer in 
der Schweiz ist es schwer vorstellbar, dass sie sich in diesem für sie fremden Land integrieren 
könnte. Eine Wegweisung des Beschwerdeführers nach Serbien ginge folglich mit der Tren-
nung der Familie einher und wäre für den Beschwerdeführer mit beträchtlichen Nachteilen 
verbunden. Die Schweiz verlassen zu müssen, würde nicht nur den Beschwerdeführer selbst, 
sondern auch sein familiäres Umfeld hart treffen. Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist 
vorliegend von einem sehr gewichtigen privaten Interesse des Beschwerdeführers an einem 
Verbleib in der Schweiz auszugehen.  
 
6.5 Vor diesem Hintergrund erweist sich der von der Vorinstanz geschützte Widerruf der 
Niederlassungsbewilligung mit Blick auf die privaten Interessen als unverhältnismässig. Dabei 
ist insbesondere auch zu berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer ausländerrechtlich zuvor 
nie verwarnt wurde (vgl. zur ausländerrechtlichen Verwarnung: E. 5.2). Dies ist im vorliegenden 
Urteil nachzuholen (Art. 96 Abs. 2 AuG): Seinem Eventualantrag entsprechend wird der 
Beschwerdeführer förmlich verwarnt. Sollte er in absehbarer Zeit erneut in relevanter Weise 
straffällig werden und damit das durch das Gericht in ihn gesetzte Vertrauen missbrauchen, 
muss er trotz seiner langen Anwesenheit mit dem Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung 
rechnen. Die Beschwerde ist demnach gutzuheissen. 
 
7. Bei diesem Ergebnis kann offengelassen werden, ob sich der Beschwerdeführer 
darüber hinaus auf den Schutz des Privat- und Familienlebens nach Art. 8 Ziff. 1 der Kon-

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vention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (Europäische Menschenrechts-
konvention, EMRK) vom 4. November 1950 berufen kann. 
 
8.1 Es bleibt noch über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Ver-
fahren vor dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichts-
gebühren und die Beweiskosten und werden nach § 20 Abs. 3 VPO in der Regel der 
unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Den Vorinstanzen werden keine 
Verfahrenskosten auferlegt (§ 20 Abs. 3 und 4 VPO). Dementsprechend sind im vorliegenden 
Verfahren keine Verfahrenskosten zu erheben.  
 
8.2 Nach § 21 Abs. 1 VPO kann der obsiegenden Partei für den Beizug eines Anwalts eine 
angemessene Parteientschädigung zugesprochen werden. Gestützt darauf hat der Regierungs-
rat dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor dem Kantonsgericht eine Parteientschädigung 
auszurichten. Die am 10. August 2015 eingereichte Honorarnote umfasst einen Aufwand von 
insgesamt 15.25 Stunden (ohne Hauptverhandlung) à Fr. 200.-- sowie Auslagen in der Höhe 
von insgesamt Fr. 240.50 (Kopien à Fr. 0.50, Porti, Telefonate, Fahrspesen). Die Partei-
entschädigung inklusive Hauptverhandlung beträgt 18 Stunden à Fr. 200.--, d.h. insgesamt 
Fr. 3‘600.--. Hinzu kommen die Auslagen in der Höhe von Fr. 240.50. Dem Beschwerdeführer 
ist demgemäss eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘147.75 (inkl. Auslagen und 8 % 
MWST) auszurichten. 
 
8.3 Was die Kosten des vorinstanzlichen Verfahrens anbelangt, so ist die Angelegenheit 
zu deren Neuverlegung an den Regierungsrat zurückzuweisen. 
 
  

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Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird der Regierungsratsbeschluss 

Nr. 298 vom 3. März 2015 aufgehoben. 
   
 2. Der Beschwerdeführer wird im Sinne der Erwägungen ausländerrechtlich 

verwarnt.  
   
 3. Die Angelegenheit wird zur Neuverlegung der Kosten des vorinstanz-

lichen Verfahrens an den Regierungsrat zurückgewiesen.  
 

 
 

4. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.  
 

 5. Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft hat dem Beschwer-
deführer eine Parteientschädigung in der Höhe von Fr. 4‘147.75 (inkl. 
Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.  

 
 
 
 
Vizepräsident 
 
 
 
 
Beat Walther 
 

Gerichtsschreiberin i.V. 
 
 
 
 
Sabrina Iseli 

 

 

 

Gegen diesen Entscheid wurde am 28. Januar 2016 vom Staatssekretariat für Migration 
Beschwerde beim Bundesgericht (Verfahrensnummer 2C_94/2016) erhoben.