# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 70e17b80-0d49-5d49-932c-53b671a80bce
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-03-23
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 23.03.2016 200 2016 150
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2016-150_2016-03-23.pdf

## Full Text

200 16 150 IV
MAW/IMD/SEE

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 23. März 2016

Verwaltungsrichter Matti, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Grütter, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Imhasly

A.________
vertreten durch B.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 23. Dezember 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1993 geborene A.________ (nachfolgend Versicherter bzw. Be-
schwerdeführer) meldete sich im Juli 2012 unter Hinweis auf Schlafstörun-
gen und psychische Probleme (depressive Symptome) bei der Eidgenössi-
schen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an (Akten der Invali-
denversicherung, Antwortbeilage [AB] 26). Die IV-Stelle Bern (nachfolgend 
IVB bzw. Beschwerdegegnerin) nahm Abklärungen in erwerblicher sowie 
medizinischer Hinsicht vor und veranlasste berufliche Massnahmen, wel-
che zwar teilweise (AB 30), aber – trotz Aufforderung zur Schadenminde-
rung bzw. Mitwirkung (AB 29) – nicht abschliessend durchgeführt werden 
konnten. Mit der Begründung, der Versicherte habe sich den Eingliede-
rungsmassnahmen widersetzt, indem er eine vorgesehene berufliche Ab-
klärung in der BAND-Genossenschaft nicht angetreten habe, verfügte die 
IVB am 9. Oktober 2012 nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren 
(AB 31) die Abweisung einer Kostengutsprache für berufliche Massnahmen 
(AB 33).

B.

Mit Schreiben vom 20. Dezember 2013 (AB 34) bat der den Versicherten 
unterstützende Sozialdienst der Gemeinde ... um Prüfung eines Rentenan-
spruchs. Die IVB nahm dieses Schreiben als neue Anmeldung entgegen, 
holte weitere medizinische Unterlagen ein und veranlasste eine psychiatri-
sche Begutachtung bei Dr. med. C.________, Facharzt für Psychiatrie und 
Psychotherapie FMH (Gutachten vom 17. Februar 2015 [AB 49.1]). Ge-
stützt hierauf stellte sie dem Versicherten mit Vorbescheid vom 26. Februar 
2015 (AB 50) die Abweisung eines Rentenanspruchs bei einem Invali-
ditätsgrad von 30 % in Aussicht. Nach dagegen erhobenen Einwänden (AB 
53, 55, 57, 64) und einer diesbezüglichen Stellungnahme durch den Regio-
nalen Ärztlichen Dienst (RAD) der IV-Stellen Bern/Freiburg/Solothurn (AB 
67) verfügte die IVB am 23. Dezember 2015 (AB 68) wie vorgesehen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 3

C.

Hiergegen erhob der Versicherte, vertreten durch die B.________, mit Ein-
gabe vom 26. Januar 2016 Beschwerde mit dem Antrag, ihm seien die ihm 
gesetzlich zustehenden Leistungen der Invalidenversicherung bzw. eine 
entsprechende Invalidenrente seit wann rechtens zuzusprechen. Er macht 
im Wesentlichen geltend, auf das Gutachten von Dr. med. C.________ sei 
nicht abzustellen, da dieses die bei den Akten befindlichen Beurteilungen 
der behandelnden Ärzte nicht berücksichtige und klar aktenwidrige Aus-
führungen enthalte. 

Mit Beschwerdeantwort vom 29. Februar 2016 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde. Sie bringt vor, das Gutachten 
von Dr. med. C.________ erfülle die Anforderungen an den Beweiswert 
eines Gutachtens, was auch vom RAD bestätigt werde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 4

über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 23. Dezember 2015 
(AB 68). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch des Beschwerdeführers auf 
eine Rente der Invalidenversicherung.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Ar-
beitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbe-
reich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Er-
werbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausge-
glichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss 
teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähig-
keit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346). Für die Beurteilung des Vorliegens 
einer Erwerbsunfähigkeit sind ausschliesslich die Folgen der gesundheitli-
chen Beeinträchtigung zu berücksichtigen. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt 
zudem nur vor, wenn sie aus objektiver Sicht nicht überwindbar ist (Art. 7 
Abs. 2 ATSG). Mit dieser Regelung sind die bisher ungeschriebenen 
Rechtsgrundsätze und insbesondere die Rechtsprechung zur Ausschei-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 5

dung der invaliditätsfremden Faktoren und zum Zumutbarkeitsprinzip neu 
ausdrücklich im Gesetz festgehalten (BGE 140 V 197 E. 6.2.1 S. 199, 135 
V 215 E. 7.3 S. 230; Botschaft zur 5. IVG-Revision, BBl 2005 4530 ff.).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden kön-
nen auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. 
Art. 7 ATSG). Nicht als Folgen eines psychischen Gesundheitsschadens 
und damit invalidenversicherungsrechtlich nicht als relevant gelten Ein-
schränkungen der Erwerbsfähigkeit, welche die versicherte Person bei 
Aufbietung allen guten Willens, die verbleibende Leistungsfähigkeit zu ver-
werten, abwenden könnte; das Mass des Forderbaren wird dabei weitge-
hend objektiv bestimmt (BGE 131 V 49 E. 1.2 S. 50, 130 V 352 E. 2.2.1 
S. 353; SVR 2014 IV Nr. 2 S. 5 E. 3.1). Entscheidend ist, ob und inwiefern 
es der versicherten Person trotz ihres Leidens sozialpraktisch zumutbar ist, 
die Restarbeitsfähigkeit auf dem ihr nach ihren Fähigkeiten offen stehen-
den ausgeglichenen Arbeitsmarkt zu verwerten, und ob dies für die Gesell-
schaft tragbar ist. Dies ist nach einem weitgehend objektivierten Massstab 
zu prüfen (BGE 136 V 279 E. 3.2.1 S. 281). Ausgangspunkt der An-
spruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie Art. 6 ff. und insbesondere 
Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befundlage. Eine Einschränkung 
der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann anspruchserheblich sein, wenn 
sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung ist, die fachärztlich einwand-
frei diagnostiziert worden ist (BGE 141 V 281 E. 2.1 S. 285).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf 
eine Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgaben-
bereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 
wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40 % arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach 
Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b 
und c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 6

und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

2.4 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliede-
rungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener 
Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbsein-
kommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre 
(Art. 16 ATSG).

2.5 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99).

2.6 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersu-
chungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kennt-
nis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der 
medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen 
Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Aus-
schlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Her-
kunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in 
Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern 
dessen Inhalt (BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 
125 V 351 E. 3a S. 352).

Den im Verwaltungsverfahren eingeholten Gutachten von externen Spezia-
lärzten, welche auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchun-
gen sowie nach Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörte-
rung der Befunde zu schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 7

weiswürdigung volle Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete 
Indizien gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 
E. 3b bb S. 353; SVR 2009 IV Nr. 50 S. 154 E. 4.3).

2.7 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(SVR 2010 IV Nr. 58 S. 178 E. 3.1; AHI 2001 S. 113 E. 3a).

3.

3.1 Den medizinischen Akten ist – soweit entscheidwesentlich – das 
Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Im Bericht des Psychiatriezentrums D.________ vom 31. Januar 
2012 bezüglich der Hospitalisation vom 18. August 2011 bis 31. Januar 
2012 (AB 19) wurden eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig 
mittelgradige Episode (ICD-10: F33.1), DD: Erkrankung aus dem psychoti-
schen Formenkreis, sowie eine Adoleszentenkrise diagnostiziert. Der Ver-
lauf im Zentrum habe sich zäh gestaltet, eine eigentliche Verbesserung der 
Symptomatik sei nicht zu beobachten gewesen. Medikamentöse Behand-
lungsversuche hätten keine Verbesserungen gezeigt und seien auch auf 
Wunsch des Patienten wieder eingestellt worden.

3.1.2 Dem Bericht des Dr. med. E.________, Facharzt für Psychiatrie 
und Psychotherapie FMH, vom 17. Januar 2014 (AB 36) lassen sich die 
Diagnosen schwere depressive Episode (ICD-10: F32.2) und Verdacht auf 
schizoide Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F60.1) entnehmen. Der Patient 
sei im April 2012 (richtig wohl: 2010 [AB 19 S. 2, 26 S. 5]) psychisch de-
kompensiert. Seit vier Jahren befinde er sich in einem resignierten, schwer 
depressiven Zustand. Trotz verschiedener ambulanter und stationärer Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 8

handlungen hätten keine Verbesserungen des psychischen Zustandsbildes 
erzielt werden können. Die Hartnäckigkeit der depressiven Symptomatik 
habe je länger je mehr den dringenden Verdacht entstehen lassen, dass 
die Depression auf einer schizoiden Persönlichkeitsstörung basiere und 
von dieser aufrechterhalten werde. Aufgrund der dominierenden depressi-
ven Symptomatik lasse sich dieser Verdacht noch nicht abschliessend veri-
fizieren. Seit 2010 bestehe bis auf weiteres eine vollständige Arbeitsun-
fähigkeit. Dem Patienten fehle es an Energie und an Zuversicht, um einen 
beruflichen Wiedereinstieg zu wagen. Zudem werde das zuverlässige Er-
scheinen bei einer Arbeitsstelle durch den sehr unregelmässigen Schlaf-
rhythmus erschwert. Fühle er sich unter Druck, was sehr schnell der Fall 
sei, reagiere er nach wie vor somatisierend und zwar primär in Form von 
Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen.

3.1.3 Im Bericht des Zentrums F.________ vom 2. Dezember 2014 (AB 
49.2 S. 13 ff.) wurden eine schizoide Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-
vermeidenden Anteilen (ICD-10: F60.1) und eine Dysthymia (ICD-10: 
F34.1) diagnostiziert. Aktuell bestehe kein Anhalt auf ein erhöhtes Risiko 
für eine psychotische Entwicklung. Aufgrund der erheblichen Einschrän-
kungen und einer damit einhergehenden Behandlungsbedürftigkeit werde 
eine pharmakologisch-psychotherapeutisch-sozialpädagogische Behand-
lung in einer Tagesklinik empfohlen. Aufgrund der kognitiven Ressourcen 
wäre eine Aufnahme einer Ausbildung durchaus zu empfehlen. Der Patient 
könne derzeit jedoch keine klare Äusserung zur beruflichen Orientierung 
machen, da er diesbezüglich aufgrund seiner Stimmung und des tiefen 
Selbstwertes in seiner Entscheidungsfähigkeit reduziert sei.

3.1.4 Dr. med. C.________ diagnostizierte im Gutachten vom 17. Fe-
bruar 2015 (AB 49.1) eine kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: 
F61.0) mit schizoiden, depressiv-ängstlichen, sthenischen, übergenauen, 
selbstunsicheren und unselbstständigen Anteilen (S. 15). Die objektivierba-
ren psychopathologischen Befunde seien anlässlich der Untersuchung ge-
ring ausgeprägt. In der Interaktion sei der Versicherte unsicher, übergenau 
und sthenisch. Seine Angaben seien zögerlich. Er formuliere umständlich 
und räuspere sich häufig beim Sprechen. Daten würden ungenau genannt. 
Im Affekt sei er misstrauisch. Ein klinisch relevantes depressives Syndrom 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 9

sei nicht zu erkennen. Die diagnostizierte Persönlichkeitsstörung könne als 
leicht ausgeprägt eingestuft werden. Aufgrund der Störung bestehe eine 
Minderung der Arbeitsfähigkeit von 30 %. Diese Minderung sei ab August 
2010 (Abbruch der Ausbildung) für jede Art von ausserhäuslicher Tätigkeit 
anzunehmen, weil dabei berufliche Grundfertigkeiten beeinträchtigt seien 
(d.h. leichte Beeinträchtigungen in den Bereichen Flexibilität / Umstellungs-
fähigkeit und Kontakt- / Gruppenfähigkeit sowie mittelschwere Beeinträchti-
gungen in den Bereichen Durchhaltefähigkeit und Spontanaktivitäten). Für 
angepasste Tätigkeiten (keine Anforderungen an Eigeninitiative / Sponta-
neität, wenig Team- / Kundenkontakt) und Tätigkeiten im Haushalt könne 
aus rein psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht keine relevante Ar-
beitsunfähigkeit angenommen werden (S. 18).

3.2 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der angefochtenen Verfügung 
massgeblich auf das psychiatrische Gutachten von Dr. med. C.________ 
vom 17. Februar 2015 (AB 49.1) gestützt. Dieses erfüllt die von der höch-
strichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert eines derartigen Be-
richts gestellten Anforderungen (vgl. E. 2.6 hiervor). Es ist für die streitigen 
Belange umfassend, berücksichtigt die geklagten Beschwerden sowie die 
erhobenen Befunde und wurde in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) ab-
gegeben. Im Weiteren ist es in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind begründet. An 
der Schlüssigkeit der gutachterlichen Ausführungen vermögen die in der 
Beschwerde vorgebrachten Rügen nichts zu ändern.

3.2.1 Der Beschwerdeführer macht zunächst geltend, der Gutachter 
berücksichtige die in den Berichten der behandelnden Ärzte diagnostizierte 
schwere depressive Episode nicht. Hierzu ist einerseits festzuhalten, dass 
eine schwere depressive Episode lediglich von Dr. med. E.________ dia-
gnostiziert worden ist (AB 36 S. 1) und dies in den weiteren medizinischen 
Berichten, in denen lediglich von einer mittelgradigen Episode (AB 19 S. 4; 
AB 49.1 S. 9) bzw. von einer Dysthymia (AB 49.2 S. 13) die Rede ist, keine 
Stütze findet. Andererseits überzeugen die Ausführungen des Gutachters, 
wonach die von Dr. med. E.________ postulierte Diagnose mit Bezug zum 
Klassifikationssystem (ICD-10) weder differenziert beschrieben, noch dis-
kutiert würden. Hinzu kommt, dass der Gutachter anlässlich der Untersu-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 10

chung nur gering ausgeprägte objektivierbare psychopathologische Befun-
de erheben konnte (AB 49.1 S. 17). Gegen eine über vier Jahre andauern-
de schwere depressive Episode sprechen schliesslich auch die im Rahmen 
einer im Frühsommer 2012 absolvierten vierwöchigen beruflichen Ab-
klärung erzielten Ergebnisse. So hätten sich dabei sehr gute schulische 
und methodische Ressourcen in beiden praktischen Bereichen (Büro und 
Werkstatt) und überwiegend unauffällige bis sehr gute Ergebnisse in den 
leistungsdiagnostischen Testverfahren gezeigt (AB 30 S. 6).

3.2.2 Entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers hat Dr. med. 
C.________ die sich in den Akten befindenden Beurteilung der behandeln-
den Ärzte sehr wohl berücksichtigt; er hat diese denn auch einzeln zitiert 
und diskutiert (AB 49.1 S. 8 ff.). Aus der Tatsache allein, dass der Gutach-
ter zu einer anderen Einschätzung als der behandelnde Facharzt gelangt, 
kann nicht eine Aktenwidrigkeit bzw. eine Unvollständigkeit des Gutachtens 
hergeleitet werden. Vielmehr gehört es zu den Pflichten eines Gutachters, 
sich kritisch mit dem Aktenmaterial auseinanderzusetzen und eine ei-
genständige Beurteilung abzugeben. Auf welche Einschätzung letztlich 
abgestellt werden kann, ist eine im Verwaltungs- und allenfalls Gerichtsver-
fahren zu klärende Frage der Beweiswürdigung (BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 
110).

3.2.3 Insgesamt vermag es der Beschwerdeführer nicht, substantiell 
darzulegen bzw. anhand von fachärztlichen Stellungnahmen oder medizini-
schen Unterlagen zu belegen, weshalb der Gutachter zu einem unzutref-
fenden Ergebnis gekommen sein soll, indem er dem Beschwerdeführer 
eine lediglich um 30 % eingeschränkte Leistungsfähigkeit attestiert hat. Der 
Beschwerdeführer hat in allen mit ihm durchgeführten Tests Ergebnisse 
erzielt, die eine qualifizierte Arbeitstätigkeit erlauben (AB 30, 49.1 S. 13 ff.).

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
(hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei Vali-
den- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erheben 
und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen bis 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 11

zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 129 V 222). Aufgrund 
der im Dezember 2013 erfolgten (Neu-)Anmeldung ist der (hypothetische) 
Beginn des Rentenanspruchs auf Juni 2014 festzusetzen (Art. 29 Abs. 1 
IVG). Auf diesen Zeitpunkt hin ist nachfolgend die Invaliditätsbemessung 
vorzunehmen.

4.2

4.2.1 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, 
nötigenfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung ange-
passten Verdienst angeknüpft (BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325, 129 V 222 
E. 4.3.1 S. 224). Konnte die versicherte Person wegen der Invalidität keine 
zureichenden beruflichen Kenntnisse erwerben, so entspricht das Erwerbs-
einkommen, das sie als Nichtinvalide erzielen könnte, den folgenden nach 
Alter abgestuften Prozentsätzen des jährlich aktualisierten Medianwertes 
gemäss der Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes für Statistik: 
Vor Vollendung des 21. Altersjahres 70 %, vor Vollendung des 25. Alters-
jahres 80 %, vor Vollendung des 30. Altersjahres 90 % und nach Vollen-
dung des 30. Altersjahres 100 % (Art. 26 Abs. 1 der Verordnung über die 
Invalidenversicherung vom 17. Januar 1961 [IVV; SR 831.201]).

4.2.2 Gestützt auf die gutachterliche Beurteilung von Dr. med. 
C.________ ist erstellt, dass der Beschwerdeführer die im Jahr 2009 be-
gonnene Ausbildung als ... (AB 5 S. 2) im Laufe des Jahres 2010 aus inva-
liditätsbedingten Gründen abgebrochen hat (AB 49.1 S. 18), womit er als 
Frühinvalider zu betrachten ist. Gemäss IV-Rundschreiben Nr. 324 des 
Bundesamtes für Sozialversicherungen vom 27. November 2013 beträgt 
das im Rahmen von Art. 26 Abs. 1 IVV zu berücksichtigende durchschnittli-
che Einkommen im Jahr 2014 Fr. 77‘000.--. Da der Beschwerdeführer im 
Juni 2014 21 Jahre alt war (AB 26 S. 1 Ziff. 1.3), beträgt das zur Invali-
ditätsbemessung heranzuziehende hypothetische Valideneinkommen 
Fr. 61‘600.-- (Fr. 77‘000.-- x 0.8).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 12

4.3

4.3.1 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2011 IV Nr. 37 
S. 110 E. 4.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheits-
schadens keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbs-
tätigkeit aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöh-
ne gemäss den vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstruk-
turerhebungen (LSE) herangezogen werden (BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301; 
SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1).

4.3.2 Da der Beschwerdeführer seine zumutbare medizinisch-theore-
tische Arbeitsfähigkeit von 70 % (vgl. E. 3.1.4 hiervor) nicht verwertet, ist 
das Invalideneinkommen anhand eines Tabellenlohnes der LSE zu be-
stimmen. Unter Berücksichtigung der Tabelle TA1 der LSE 2012, Männer, 
Position Total, Kompetenzniveau 1 ergibt sich ein zumutbares Jahresein-
kommen von Fr. 46‘297.-- (Fr. 5‘210.-- x 12 Monate / 40 Wochenstunden x 
41.7 Wochenstunden [BUA, Total, 2014] / 101.7 x 103.2 [Tabelle T1.1.10, 
Total, Männer, 2014] x 0.7). Umstände, denen mit einem Abzug vom Tabel-
lenlohn Rechnung zu tragen wären (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 
472 E. 4.2.3 S. 481), sind keine ersichtlich und werden auch nicht geltend 
gemacht.

4.4 Aus der Gegenüberstellung der beiden Vergleichseinkommen (vgl. 
E. 4.2.2 und 4.3.2 hiervor) resultiert eine Erwerbseinbusse von Fr. 15‘303.-- 
bzw. ein Invaliditätsgrad von 25 % ([Fr. 61‘600.-- - Fr. 46‘297.--] / 
Fr. 61‘600.-- x 100), womit kein Anspruch auf eine Invalidenrente besteht 
(vgl. E. 2.3 hiervor).

4.5 Nach dem Gesagten ist die angefochtene Verfügung vom 23. De-
zember 2015 (AB 68) im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die dagegen er-
hobene Beschwerde erweist sich als unbegründet, weshalb sie abzuweisen 
ist.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 13

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor 
dem kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung 
oder Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss in 
gleicher Höhe entnommen.

5.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 61 lit. g ATSG 
(Umkehrschluss) besteht kein Anspruch auf eine Parteientschädigung.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. des Beschwerdeführers
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 23. März 2016, IV/16/150, Seite 14

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.