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**Case Identifier:** 7ad54a28-9bb2-5052-aed9-28c396a909f5
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-06-20
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 20.06.2020 200 2020 242
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-242_2020-06-20.pdf

## Full Text

200 20 242 IV
SCP/SHE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 20. Juni 2020

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Schwegler, Verwaltungsrichterin Fuhrer
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch B.________, Rechtsanwalt C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. Februar 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1967 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) wurde im November 2012 mit Hinweis auf eine seit dem 12. 
August 2012 bestehende 100%-ige Arbeitsunfähigkeit bei der IV-Stelle 
Bern (nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zur Früherfassung ge-
meldet (Akten der IVB [act. II] 1 f.); im Dezember 2012 (act. II 4) meldete 
sie sich unter Hinweis auf Rheuma (Morbus Bechterew) bzw. eine Hämo-
chromatose bei der IVB zum Leistungsbezug an. Letztere gewährte in der 
Folge Frühinterventionsmassnahmen (Ausbildungskurs [act. II 28] und Be-
rufsberatung [act. II 31]) und veranlasste berufliche Massnahmen (Coa-
ching mit Ausbildungsplatzvermittlung [act. II 47], Umschulung zur ... mit 
Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis [EFZ] bzw. ... [...] vom 1. August 2013 
bis zum 31. Juli 2016 [act. II 39, 49], Weiterbildung „...“ [act. II 57, 71], Ar-
beitsvermittlung [act. II 79 f.], Arbeitsversuch vom 7. Januar bis zum 6. Juli 
2019 [Akten der IVB {act. IIA} 101, 116], Einarbeitungszuschüsse vom 7. 
Juli bis zum 7. Oktober 2019 [act. IIA 135], Weiterausbildung im Bereich ... 
[act. IIA 144]) sowie bei der MEDAS D.________ (nachfolgend MEDAS) 
eine interdisziplinäre Begutachtung (Gutachten vom 16. August 2019 inkl. 
Teilgutachten [act. IIA 132.1-132.6]). Nach durchgeführtem Vorbescheid-
verfahren (act. IIA 141, 146) verneinte die IVB mit Verfügung vom 18. Fe-
bruar 2020 (act. IIA 150) bei einem Invaliditätsgrad von 36% den Anspruch 
auf eine Invalidenrente.

B.

Mit Eingabe vom 20. März 2020 erhob die Versicherte, vertreten durch 
Rechtsanwalt C.________ der B.________, hiergegen Beschwerde mit 
folgenden Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 18. Februar 2020 sei aufzuheben.

2. Es sei der Beschwerdeführerin eine Invalidenrente zuzusprechen.

3. Der Beschwerdeführerin sei die unentgeltliche Rechtspflege zu bewilligen und 
sie sei von allfälligen Vorschuss- und Sicherheitsleistungen zu befreien. Zudem 

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sei ihr die unentgeltliche Rechtsverbeiständung durch den Unterzeichnenden zu 
gewähren.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwert-
steuer) zulasten der Beschwerdegegnerin.

Mit Eingabe vom 2. April 2020 liess die Beschwerdeführerin dem Verwal-
tungsgericht den per 1. März 2020 angepassten Arbeitsvertrag (Akten der 
Beschwerdeführerin [act. IA] 2) wie auch aufforderungsgemäss (vgl. pro-
zessleitende Verfügung vom 24. März 2020) die Unterlagen zur unentgeltli-
chen Rechtpflege zukommen. Weiter liess sie Ausführungen zur Person 
ihrer Rechtsvertretung einreichen.

Mit Beschwerdeantwort vom 27. April 2020 schloss die Beschwerdegegne-
rin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Ver-
waltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Ok-
tober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist ge-
geben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-

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rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsgegenstand bildet die Verfügung vom 18. Februar 2020 
(act. IIA 150). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenren-
te

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Erwerbs-
möglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeits-
markt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur Arbeits-
unfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen Tätigkeitsbereich, 
sondern die nach Behandlung und Eingliederung verbleibende Erwerbs-
möglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person auf dem ausgegliche-
nen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der volle oder bloss teilweise 
Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als Erwerbsunfähigkeit (BGE 
130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-

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spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 E. 
5.1 S. 221). Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht 
gesagt, dass dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, 
beurteilt sich gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den 
der Gesundheitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Ent-
scheidend ist, ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens 
nicht mehr zumutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine 
objektivierte Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichti-
gung von Folgen der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 
E. 4.4 S. 110).

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-
ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 E. 
4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 418 
E. 7.2 S. 429).

2.2.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Aggra-
vation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht (BGE 141 V 281 E. 2.2 S. 
287; SVR 2016 UV Nr. 25 S. 83 E. 6).

2.2.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von In-
dikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 

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im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wie-
der herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätzlich 
während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich min-
destens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ablauf 
dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und c). 
Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1)

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3.

3.1 Was den Gesundheitszustand betrifft, ist den Akten im Wesentli-
chen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Im internistischen MEDAS-Teilgutachten vom 27. Juni 2019 (act. IIA 
132.2) wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit ein Panvertebral-Syn-
drom mit/bei bekannter Spondylarthritis (Differentialdiagnose: axiale Psoria-
sisarthritis) sowie entzündlichen und nichtentzündlichen Rückenschmerzen 
diagnostiziert (S. 18 Ziff. 6.1). Ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit be-
stünden eine Psoriasis vulgaris, eine Hämochromatose, ein schnappender 
Finger Dig. II und III rechts sowie ein Status nach Karpaltunnelsyndrom 
beidseits (operiert 2017; Ziff. 6.2). Die aktuelle Behandlung sei sicher 
adäquat; es erfolgten regelmässige rheumatologische Kontrollen und Medi-
kamentenanpassungen. Die Versicherte absolviere selbstständig Heimü-
bungen und habe einiges an Gewicht abgenommen. Sie könne den Diabe-
tes diätetisch kontrollieren. Bei regelmässigen Aderlässen bestehe auch 
bei Hämochromatose ein stabiler Zustand. Eingliederungsmassnahmen 
seien erfolgt mit einer Umschulung, wobei die Versicherte im … Bereich 
nicht habe Fuss fassen können. Sie sei jedoch aktuell an einem wechsel-
belastenden Arbeitsplatz in einem verständnisvollen Umfeld, wo sie sich 
sehr wohl fühle und eine stabile Leistung erbringen könne (S. 19 Ziff. 7.2). 
In der angestammten Tätigkeit im … müsse vor allem aus muskuloskeletta-
len Gründen eine Arbeitsunfähigkeit attestiert werden. Eine Tätigkeit im …-
Bereich sei jedoch uneingeschränkt möglich. In einer körperlich leichten bis 
mittelschweren ideal wechselbelastenden Tätigkeit könne keine relevante 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit gefunden werden (S. 20 Ziff. 8).

3.1.2 Im rheumatologischen MEDAS-Teilgutachten vom 10. Juli 2019 
(act. IIA 132.5) wurde mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine HLA-
B27 negative axiale Spondyloarthritis (Differentialdiagnose: axiale Psoria-
sis-Arthritis) diagnostiziert (S. 10 Ziff. 6.1). Ohne Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit bestünden ein generalisiertes myofasciales Schmerzsyn-
drom, nicht inflammatorischer Genese, sowie eine Hämochromatose mit 
sekundärem Diabetes mellitus (Aderlass alle drei Monate; Ziff. 6.2). Derzeit 
bestehe keine messbare entzündliche Aktivität. Trotz dieser immflammato-
rischen Grunderkrankung bleibe die funktionelle Kapazität sowohl der peri-

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pheren Gelenke wie auch der Wirbelsäule weitgehend erhalten. Namentlich 
bestünden an den peripheren Gelenken keine alltagsrelevanten Einschrän-
kungen der Beweglichkeit bzw. der Funktionen. Neben dieser inflammatori-
schen Grunderkrankung bestehe ein myofasciales Schmerzsyndrom mit 
weitgehend symmetrischen Weichteildruckdolenzen im Bereich des Be-
ckenskelettes beidseits und partiell im Bereich der mittleren Brustwirbelsäu-
le. Die rechts paraspinal gelegenen Schmerzen an der mittleren Brustwir-
belsäule seien möglicherweise Ausdruck einer Irritation eines Rippengelen-
kes, möglicherweise seien sie aber auch Ausdruck der bekannten Patholo-
gie im Bereich der Brustwirbelkörper 6 und 7. Weitere Grundstörungen am 
Bewegungsapparat mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit bestünden zur-
zeit nicht. Es ergebe sich eine leichte bis knapp mittelgradige Reduktion 
der zumutbaren Belastbarkeit des Achsenskelettes, ohne Einschränkung 
der zumutbaren Belastbarkeit der peripheren Gelenke, aber mit einer Ein-
schränkung der allgemeinen Leistungsfähigkeit, möglicherweise infolge ei-
ner allgemeinen Dekonditionierung, möglicherweise aber auch als Aus-
druck (systemische Manifestation) der inflammatorischen Grunderkran-
kung. Für die aktuell praktizierte Tätigkeit, welche weitgehend einer gut an-
gepassten Arbeitstätigkeit entspreche, ergebe sich eine zumutbare Arbeits-
fähigkeit von sechs Stunden pro Tag, d.h. von 75%, ohne zusätzliche Leis-
tungseinschränkung. Infolge der inflammatorisch aktiven Grunderkrankung 
sei eine volle Belastung im Moment jedoch nicht möglich. Folgende Belas-
tungen seien möglichst zu vermeiden: Wiederholtes Anheben und Tragen 
von Lasten über 7 kg, repetitives Bücken und Aufrichten, monotone 
Zwangshaltungen in der Vorneigeposition des Rumpfes, Arbeiten in knien-
der oder kauernder Position, repetitive und überlastende Beanspruchungen 
der Fingergelenke, übermässige Anforderungen an die Feinmotorik sowie 
Arbeiten im Akkord und unter hohem Zeitdruck (S. 11 ff. Ziff. 7 f.). 

3.1.3 Im psychiatrischen MEADS-Teilgutachten vom 8. August 2019 (act. 
IIA 132.6) wurden mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivieren-
de depressive Störung, gegenwärtig leichte Ausprägung, ohne somatisches 
Syndrom (ICD-10 F33.0), sowie eine chronische Schmerzstörung mit so-
matischen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) diagnostiziert (S. 15 
Ziff. 6.1). Bei der aktuellen Untersuchung habe die Versicherte eine deutli-
che depressive Symptomatik gezeigt mit u.a. gedrückter Stimmung, Grü-

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belneigung, Insuffizienzgefühlen, gestörtem Schlaf, Hoffnungslosigkeit und 
sozialem Rückzug. Es liege eine rezidivierende depressive Störung mit ge-
genwärtig leichtgradiger Episode (ICD-10 F33.00) vor, wobei in der Vorge-
schichte anhand der Akten deutlich stärkere Ausprägungen der depressi-
ven Symptomatik nachvollziehbar seien. In Zusammenschau des Verlaufs 
und der Befunde sei weiter eine chronische Schmerzstörung mit somati-
schen und psychischen Faktoren (ICD-10 F45.41) festzuhalten. Das Vorlie-
gen einer abhängigen Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.7) werde disku-
tiert, könne jedoch in einer einmaligen Untersuchung nicht abschliessend 
beurteilt werden (S. 16 ff. Ziff. 7.1.4). Die Versicherte erlebe sich in erster 
Linie aufgrund ihrer somatischen Beschwerden in ihrer Funktionalität beein-
trächtigt. Auch ihr psychisches Befinden habe einen Einfluss darauf und es 
bestehe eine gegenseitige Beeinflussung; initial stünden dabei die Schmer-
zen klar im Vordergrund. Es liege eine tiefgreifende Verzahnung der Pro-
blematik vor, die aus psychiatrischer Sicht hohen Einfluss auf die Funktio-
nalität habe. Inwiefern hier mehrheitlich somatische Faktoren und/oder 
psychische Faktoren führend seien, sei nicht abschliessend beurteilbar. 
Insbesondere die Durchhaltefähigkeit und die Spontan-Aktivitäten seien für 
die Versicherte deutlich erschwert und einer ständigen Abwägung mit den 
eigenen Möglichkeiten unterworfen. Als mittelmässig eingeschränkt zu wer-
ten seien die Fähigkeiten zur Planung und Strukturierung von Aufgaben, 
die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, also das flexible Anpassen an 
wechselnde Situationen oder die Übernahme neuer Aufgaben sowie die 
Selbstbehauptungsfähigkeit. Im Rahmen der Depressivität seien die Ein-
schränkungen als nochmalig verstärkt zu verstehen. Die Funktionen von 
Temperament und Persönlichkeit, die psychische Stabilität, die Offenheit 
gegenüber neuen Erfahrungen, das Selbstvertrauen, die Funktionen der 
psychischen Energie und des Antriebs sowie die emotionalen Funktionen 
seien als mittelmässig beeinträchtigt zu werten (S. 23 f. Ziff. 7.5.2). Die Ver-
sicherte habe sich zurückliegend zu einem Grossteil über ihre Arbeitstätig-
keit definiert und ihren Selbstwert daraus gezogen. Aus therapeutischer 
Sicht erscheine der Aufbau resp. die Aufrechterhaltung einer allfällig sinn-
stiftenden Tätigkeit sinnvoll, dies v.a. auch zur Steigerung der Selbstwirk-
samkeit. Aus psychiatrischer Sicht erscheine die Versicherte in der jetzigen 
Tätigkeit als ungelernte ... mit …arbeiten, die als sinnstiftend erlebt würden, 
wie auch für jedwede andere Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt aktuell hin-

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sichtlich der zeitlichen Komponente eingeschränkt (zumutbare zeitliche 
Präsenz von 60% täglich). Im Rahmen dieser zeitlichen Präsenz sei auf-
grund der genannten funktionellen Einschränkungen von einer verminder-
ten Leistungsfähigkeit von weiteren maximal 10% auszugehen. Dies ent-
spreche einer aktuellen Gesamtarbeitsfähigkeit für eine die Schmerzpro-
blematik berücksichtigende Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt von ca. 55%. 
Es sei innert nützlicher Frist nicht von einer wesentlichen Steigerung der 
Arbeitsfähigkeit durch psychiatrisch-medizinische Massnahmen auszuge-
hen. Eine sukzessive Steigerung der Leistungsfähigkeit in einem Zeitraum 
von ca. einem halben Jahr bei bestehender genannte Einschränkung der 
zeitlichen Präsenz mit letztlich resultierender Arbeitsfähigkeit von 60% sei 
denkbar (S. 24 Ziff. 7.5.3).

3.1.4 Gemäss dem interdisziplinären MEDAS-Gutachten vom 16. August 
2019 (act. IIA 131.2) sei in der aktuell durchgeführten, wechselbelastenden 
Tätigkeit als ... mit teils …arbeiten wie auch einer anderen leidensange-
passten Tätigkeit eine Arbeitsfähigkeit mit einer 60%-igen Präsenz möglich. 
Im Rahmen dieser zeitlichen Anwesenheit sei aufgrund der psychischen 
funktionellen Einschränkungen jedoch von einer zusätzlich verminderten 
Leistungsfähigkeit um 10% auszugehen. Dies entspreche einer Gesamtar-
beitsfähigkeit von ca. 55% (S. 9 Ziff. 4.7 f.). Durch eine sukzessive Steige-
rung der Präsenz bzw. Leistungsfähigkeit in einem Zeitraum von ca. einem 
halben Jahre könne eine letztlich resultierende Arbeitsfähigkeit von 60% im 
aktuellen, scheinbar optimalen Arbeitssetting möglich sein (S. 10 Ziff. 4.10).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, oh-
ne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, 
warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

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beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situati-
on einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen In-
halt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

Die Frage, ob ein Gutachten beweiskräftig ist oder nicht, beurteilt sich im 
konkreten Einzelfall danach, ob sich gestützt auf die Expertise die rechtsre-
levanten Fragen beantworten lassen oder nicht. Mit anderen Worten ver-
letzt das Abstellen auf ein polydisziplinäres Gutachten Art. 43 Abs. 1 ATSG 
nicht allein schon deshalb, weil einem Teilgutachten der Beweiswert abge-
sprochen wird. Dies hat auch umgekehrt zu gelten, wenn sich die Schluss-
folgerungen im Hauptgutachten, das nicht in einer interdisziplinären Kon-
sensbesprechung der beteiligten Fachärzte entstand, nicht nachvollziehen 
und sich nicht mit den Teilgutachten vereinbaren lassen, die Beurteilungen 
in allen Teilgutachten jedoch als schlüssig zu bezeichnen sind. Eine Be-
weiswürdigung, welche überzeugenden Teilkonsilien vollen Beweiswert zu-
erkennt, kann somit nicht allein deshalb als bundesrechtswidrig bezeichnet 
werden, weil einem weiteren Teil des Gutachtens die Beweiskraft fehlt 
(BGE 143 V 124 E. 2.2.4 S. 128; SVR 2018 IV Nr. 27 S. 87 E. 4.2.2).

3.3

3.3.1 In somatischer Hinsicht erfüllen das MEDAS-Gutachten vom 20. Au-
gust 2019 (act. IIA 132.1) sowie das internistische und das rheumatologi-
sche Teilgutachten (act. IIA 132.2 und 132.5) die Voraussetzungen der 
Rechtsprechung an Expertisen (vgl. E. 3.2 hiervor) und erbringen vollen 
Beweis (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b bb S. 353). Die Fachärzte haben sich in 
ihren Beurteilungen sorgfältig mit den gesundheitlichen Einschränkungen 
auseinandergesetzt sowie ihre Schlussfolgerungen und Einschätzungen 
gestützt auf ihre Untersuchungen sowie die Akten in schlüssiger und nach-
vollziehbarer Weise dargelegt. Die Ausführungen in den Beurteilungen der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 

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Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand überzeugend begründet. 
Demnach ist erstellt und von den Parteien zu Recht unbestritten, dass der 
Beschwerdeführerin aus somatischer Sicht ihre angestammte Arbeit im … 
nicht mehr zumutbar ist. Jedoch ist sie fähig, eine Tätigkeit in einem …, 
eine Arbeit im … Bereich wie auch jede körperlich leichte bis mittelschwere 
ideal wechselbelastende Tätigkeit ohne wiederholtes Anheben und Tragen 
von Lasten über 7 kg, ohne repetitives Bücken und Aufrichten, ohne mono-
tone Zwangshaltungen in der Vorneigeposition des Rumpfes, ohne Arbei-
ten in kniender oder kauernder Position, ohne repetitive und überlastende 
Beanspruchungen der Fingergelenke, ohne übermässige Anforderungen 
an die Feinmotorik und ohne Arbeiten im Akkord und unter Zeitdruck an 
sechs Stunden pro Tag d.h. zu 75% auszuführen, ohne dass dabei eine 
zusätzliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit bestünde. Auf diese Be-
urteilung ist in der Folge bezüglich der körperlichen Einschränkungen ab-
zustellen.

3.3.2 Aus psychischer Sicht ist die psychiatrische MEDAS-Beurteilung, 
wonach die Arbeitsfähigkeit bei einer zumutbaren zeitlichen Präsenz von 
sechs Stunden täglich und einer zusätzlichen Leistungseinschränkung von 
10% 55% betrage (vgl. act. IIA 132.6 S. 24 Ziff. 7.5.3), von den Parteien 
ebenfalls unbestritten. Diese Einschätzung lässt sich aufgrund der erhobe-
nen Befunde (S. 10 ff. Ziff. 4) und den gestellten Diagnosen einer aktuell 
leichten rezidivierenden depressiven Störung ohne somatisches Syndrom 
und einer chronischen Schmerzstörung mit somatischen und psychischen 
Faktoren (S. 15 Ziff. 6.1 und S. 16 ff. Ziff. 7.1.4) jedoch nicht nachvollzie-
hen. Der psychiatrische Gutachter begründet die funktionellen Beeinträch-
tigungen offenkundig mit den von ihm in den Vordergrund gestellten Per-
sönlichkeitszügen bzw. der von ihm erwogenen, indessen aber nicht dia-
gnostizierten Persönlichkeitsstörung (S. 19 ff. Ziff. 7.1.4; insoweit liegt denn 
auch keine lege artis gestellte Diagnose vor, weshalb die diesbezüglich 
postulierte psychische Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
vorliegend nicht relevant sein kann [vgl. E. 2.2.1 hiervor]). Hinzu kommt, 
dass der Gutachter sich nicht mit der von der Beschwerdeführerin gegenü-
ber der internistischen Gutachterin geäusserten Entschädigungshaltung, 
wonach ihr eine „Teilrente am liebsten“ wäre, welche es ihr ermöglichen 
soll, die bei der aktuellen Arbeitgeberin gefundene Anstellung aufrecht zu 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 13

erhalten (act. IIA 132.2 S. 16 Ziff. 3.2), auseinandersetzt. Was die bisheri-
gen depressiven Verstimmungen anbelangt, handelte es sich dabei auf-
grund der Aussagen der Beschwerdeführerin stets um reaktive Verstim-
mungen im Zusammenhang mit Partnerschaften (fühlte sich vom damali-
gen Freund ausgenommen [vgl. u.a. act. IIA 132.6 S. 7 f. Ziff. 3.2.3, S. 15 
Ziff. 7.1.2]) und mit den Schwestern des aktuellen Lebenspartners (vgl. u.a. 
act. IIA 132.6 S. 9 Ziff. 3.2.7, S. 15 f. Ziff. 7.1.1 f. [stark belastete Beziehun-
gen zwischen der Beschwerdeführerin, ihrem Partner und seinen Schwes-
tern in der Vergangenheit]) bzw. um Arbeitsstreitigkeiten (vgl. u.a. act. IIA 
132.6 S. 7 Ziff. 3.2.3 [sie sei "richtiggehend depressiv geworden; die dama-
lige Chefin habe sie betrogen, vor Kunden schlecht über sie gesprochen 
und sie richtiggehend tyrannisiert], S. 15 Ziff. 7.1.2). Diese Schlussfolge-
rung wird denn auch durch die übrigen medizinischen Berichte bestätigt 
(vgl. u.a. Berichte von Dr. med. E.________, Facharzt für Allgemeine In-
nere Medizin, vom Dezember 2012 [nach Unverständnis des Arbeitgebers 
zunehmend aufgetretene Probleme, weswegen die Beschwerdeführerin 
aus gesundheitlichen Gründen entschieden habe, eine andere Stelle zu su-
chen und gekündigt habe; act. II 32/2] und vom 15. Januar 2013 [mittel-
schwere depressive Entwicklung seit Sommer 2012 wegen länger andau-
ernde psychosozialer Belastungssituation am Arbeitsplatz, aktueller Stel-
lenverlust; act. II 13/7] sowie der Praxis F.________ vom 7. März 2019 
[2017 und 2018 "äusserst belastende Beziehung zu ihren im selben Haus 
wohnenden "Schwägerinnen" {Schwestern ihres Lebenspartners}, welche 
sich auf die Beziehung zu ihrem Lebenspartner und auf ihr persönliches 
Wohlbefinden schädigend auswirkte"; act. IIA 132.4/7]). Diese Aspekte 
werden vom psychiatrischen Gutachter in seine Beurteilung weitestgehend 
ausser Acht gelassen und es entsteht der Anschein, er habe mit einer 
zurückhaltenden, hinter den effektiven Ressourcen zurückstehenden Beur-
teilung die zum Zeitpunkt der Begutachtung anlaufende Wiedereingliede-
rung unterstützen wollen, was mit Blick auf die hier erforderliche Beurtei-
lung der Erwerbsfähigkeit nicht genügt. Auf eine Rückweisung zur psychia-
trischen Verlaufsbegutachtung kann jedoch verzichtet werden, weil auf-
grund der nachfolgend unter E. 4 vorzunehmenden Prüfung der Standart-
indikatoren in psychiatrischer Hinsicht ein invalidisierender Gesundheits-
schaden mit überwiegender Wahrscheinlichkeit auszuschliessen ist. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 14

4.

Der psychiatrische Sachverständige zeigte keine Diskrepanzen im Sinnes 
eines Ausschlussgrundes auf, insbesondere stellte er keine Hinweise für ei-
ne bewusste Aggravation oder gar Simulation fest (act. IIA 132.6 S. 10 Ziff. 
4.1). Die Prüfung der ersten Ebene schliesst damit einen invalidisierenden 
Gesundheitsschaden nicht aus (vgl. E. 2.2.3 hiervor), womit grundsätzlich 
auf der zweiten Ebene anhand der Standardindikatoren die ergebnisoffene 
symmetrische Beurteilung des tatsächlich erreichbaren Leistungsvermö-
gens zu erfolgen hat. Dabei ist vorab zu beachten, dass anlässlich der 
psychiatrischen MEDAS-Exploration aufgeführten mittelschweren bzw. 
schweren Beeinträchtigungen in der Anpassung an Regeln und Routinen, 
Planung und Strukturierung von Aufgaben, Flexibilität und Umstellungs-
fähigkeit, Selbstbehauptungsfähigkeit bzw. Durchhaltefähigkeit sowie in 
den Spontan-Aktivitäten (S. 13 Ziff. 4.3.5) den übrigen Akten widerspre-
chen, wenn die darin geschilderten Ressourcen im Rahmen der Umschu-
lung betrachtet werden, während welcher die Beschwerdeführerin durchaus 
Selbstbehauptungsfähigkeit bewiesen hat. So hat sie die Teilzeit-... besucht 
(act. II 49) und nebenbei zu 80%, d.h. 34 Stunden pro Woche, ein Prakti-
kum absolviert (act. II 51/2). Sowohl das ... als auch die Ausbildung zur ... 
mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis schloss sie erfolgreich ab, letztere 
mit einer Abschlussgesamtnote von 4.6, im betrieblichen Teil sogar von 5.0 
(act. II 53, 61). Auch der Ausbildungsbetrieb war denn mit der Leistung der 
Beschwerdeführerin vollkommen zufrieden und führte im Arbeitszeugnis 
vom 31. Juli 2016 (act. IIA 88/4) aus, die Beschwerdeführerin habe das 
Gelernte gut umgesetzt und die ihr übertragenen Arbeiten selbstständig 
und zu ihrer vollen Zufriedenheit ausgeführt. Weiter wurden u.a. ihre 
Freundlichkeit, Einsatzfreudigkeit und Anpassungsfähigkeit gelobt und der 
Umgang mit den Kunden und Mitarbeitenden als stets korrekt, hilfsbereit 
und zuvorkommend beurteilt. Bereits diese Umstände sprechen klar gegen 
das Vorliegen eines psychischen Gesundheitsschadens mit Auswirkung auf 
die Arbeitsfähigkeit. Weiter ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerde-
führerin seit 7. Januar 2019 zu Beginn im Sinne eines Arbeitsversuches 
(act. IIA 104, 120) im Bereich … und allgemeine …arbeiten (Planung und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 15

Zubereitung der ... und allgemeine …arbeiten), später mit einer Festanstel-
lung als ... und ... in einem Pensum von 50% (act. IIA 134/2) arbeitet und 
nebenbei einen normalen Alltag bewältigt, was nicht auf eine relevante 
psychische Einschränkung hindeutet und den vom Gutachter postulierten 
Einschränkungen aus psychiatrischer Sicht widerspricht. So führt sie neben 
dem Arbeitspensum von 50% sämtliche Haushaltsarbeiten inkl. Kochen 
selber durch, geht ins ..., führt ... aus und kümmert sich zumindest teilweise 
um ..., trifft sich mit Kolleginnen, führt eine intakte Partnerschaft, geht, auch 
wenn nur selten, ..., macht bis zu zweistündige Spaziergänge sowie fährt in 
die Ferien nach ... (act. IIA 132.2 S. 15 f. Ziff. 3.2, act. IIA 132.5 S. 8 Ziff. 
3.2, act. IIA 132.6 S. 8 f. Ziff. 3.2.6). Damit ist auch der vom psychiatrischen 
MEDAS-Gutachter postulierte soziale Rückzug (act. IIA 132.6 S. 17 Ziff. 
3.2.4) widerlegt, zumal die Beschwerdeführerin ein intaktes soziales Um-
feld hat, welches Ressourcen bereit hält und im Allgemeinen ein aktives 
und normales Leben führt. Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass 
die Beschwerdeführerin aus psychiatrischer Sicht über grösstenteils unein-
geschränkte und gute Ressourcen verfügt, welche gegen ein invalidisie-
rendes Ausmass der geklagten psychischen Einschränkungen sprechen. 
Damit ist aus psychiatrischer Sicht das Vorliegen eines invalidisierenden 
Gesundheitsschadens zu verneinen und auf die vom psychiatrischen Gut-
achter attestierte Arbeitsunfähigkeit aus rechtlicher Optik nicht abzustellen 
(vgl. E. 2.2. hiervor). Damit ist die somatische Beurteilung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit in der Folge wegleitend. 

5.

5.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein-
kommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach 
Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungs-
massnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Ar-
beitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkom-
men, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Art. 16 
ATSG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 16

5.2 Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist entscheidend, was 
die versicherte Person im Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns 
nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde 
tatsächlich verdient hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, nöti-
genfalls der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung angepass-
ten Verdienst angeknüpft (BGE 144 I 103 E. 5.3 S. 110, 134 V 322 E. 4.1 
S. 325; SVR 2017 IV Nr. 52 S. 157 E. 5.1). Lässt sich aufgrund der tatsäch-
lichen Verhältnisse das ohne gesundheitliche Beeinträchtigung realisierba-
re Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf Erfahrungs- und 
Durchschnittswerte gemäss Tabellenlohn nach den vom Bundesamt für 
Statistik (BfS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen (LSE) abzustel-
len. Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invaliditätsbemessung nur unter 
Mitberücksichtigung der für die Entlöhnung im Einzelfall gegebenenfalls re-
levanten persönlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (BGE 
144 I 103 E. 5.3 S. 110; Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsge-
richts [EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, 
E. 1.2).

5.3 Für die Festsetzung des Invalideneinkommens ist primär von der 
beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte 
Person konkret steht (BGE 143 V 295 E. 2.2 S. 296). Übt die versicherte 
Person nach Eintritt der Invalidität eine Erwerbstätigkeit aus, bei der – ku-
mulativ – besonders stabile Arbeitsverhältnisse gegeben sind und anzu-
nehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in zumutbarer 
Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus der Ar-
beitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 
der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 143 V 295 E. 2.2 
S. 296; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Die verbleibende Arbeitsfähig-
keit wird nicht in zumutbarer Weise voll ausgeschöpft, wenn die versicherte 
Person auf dem hypothetischen ausgeglichenen Arbeitsmarkt einen höhe-
ren als den tatsächlich erhaltenen Lohn erzielen könnte. Auf diesem hypo-
thetischen Arbeitsmarkt ist ein Stellenwechsel auch dann zumutbar, wenn 
es für die versicherte Person auf Grund der wirtschaftlichen Gegebenheiten 
auf dem tatsächlichen Arbeitsmarkt sehr schwierig oder gar unmöglich ist, 
eine entsprechende Stelle zu finden (SVR 2018 IV Nr. 24 S. 79 E. 6.1). Der 
tatsächliche Verdienst kann nur dann als Grundlage für das Invalidenein-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 17

kommen dienen, sofern er branchenüblich ist (SVR 2018 IV Nr. 24 S. 79 E. 
6.1). Hat die versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens 
keine oder jedenfalls keine ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit 
aufgenommen, so können nach der Rechtsprechung Tabellenlöhne 
gemäss den vom BfS herausgegebenen LSE herangezogen werden (BGE 
143 V 295 E. 2.2 S. 297; SVR 2019 IV Nr. 28 S. 88 E. 5.1.3). Es gilt zu 
berücksichtigen, dass gesundheitlich beeinträchtigte Personen, die selbst 
bei leichten Hilfsarbeitertätigkeiten behindert sind, im Vergleich zu voll leis-
tungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig 
benachteiligt sind und deshalb in der Regel mit unterdurchschnittlichen 
Lohnansätzen rechnen müssen. Diesem Umstand ist mit einem Abzug vom 
Tabellenlohn Rechnung zu tragen (BGE 134 V 322 E. 5.2 S. 327, 129 V 
472 E. 4.2.3 S. 481). Die Frage, ob und in welchem Ausmass Tabellenlöh-
ne herabzusetzen sind, hängt von sämtlichen persönlichen und beruflichen 
Umständen des konkreten Einzelfalles ab (leidensbedingte Einschränkung, 
Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungs-
grad). Der Einfluss sämtlicher Merkmale auf das Invalideneinkommen ist 
nach pflichtgemässem Ermessen gesamthaft zu schätzen, wobei der Ab-
zug auf insgesamt höchstens 25% zu begrenzen ist (BGE 135 V 297 E. 5.2 
S. 301, 134 V 322 E. 5.2 S. 327; SVR 2018 IV Nr. 46 S. 148 E. 3.3). Zu be-
achten ist, dass allfällige bereits in der Beurteilung der medizinischen Ar-
beitsfähigkeit enthaltene gesundheitliche Einschränkungen nicht zusätzlich 
in die Bemessung des leidensbedingten Abzugs einfliessen und so zu einer 
doppelten Anrechnung desselben Gesichtspunkts führen dürfen (SVR 2018 
IV Nr. 45 S. 145 E. 2.2).

5.4 Frühestmöglicher Rentenbeginn ist unter Berücksichtigung der An-
meldung vom Dezember 2012 (act. II 4) und der Sechsmonatsfrist von Art. 
29 Abs. 1 IVG Juni 2013. Das Wartejahr gemäss Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG 
war zu dieser Zeit noch nicht erfüllt, wurde die Beschwerdeführerin doch 
erst ab dem 21. August 2012 (act. II 13/7 S. 8) arbeitsunfähig geschrieben, 
d.h. ein Rentenanspruch konnte frühestens ab August 2013 bestehen. Ab 
dem 1. August 2013 (act. II 35) bezog die Beschwerdeführerin jedoch bis 
zum 6. Juli 2019 (act. II 57 f., 67, 71, 73, 76, 100 f., 116, 118) wegen beruf-
licher Massanahmen Taggelder der Beschwerdegegnerin, d.h. ein allfälliger 
Rentenanspruch konnte frühestens per Juli 2019 entstehen (Art. 29 Abs. 1 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 18

IVG). Somit ist der Einkommensvergleich auf das Jahr 2019 hin vorzuneh-
men.

5.5 Die Beschwerdegegnerin hat das Valideneinkommen anhand von 
Tabellenlöhnen ermittelt, was nicht zu beanstanden ist und von der Be-
schwerdeführerin zu Recht nicht kritisiert wird. Gemäss der Tabelle 
TA1_tirage_skill_level der LSE 2016, Kompetenzniveau 2, verdienten Frau-
en im Jahr 2016 im Bereich "Gastgewerbe/Beherbergung und Gastrono-
mie" (Ziff. 55-56), in welchem die Beschwerdeführerin sechzehn Jahre tätig 
war (act. II 12), monatlich Fr. 4'197.--. Aufgerechnet auf ein Jahr und ange-
passt an die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 42.4 Stunden 
(Tabelle "Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stun-
den pro Woche" des BfS, Ziff. 55-56) sowie der Nominallohnentwicklung 
per 2019 (vgl. Tabellen des BfS T1.2.10 des BfS "Nominallohnindex, Frau-
en 2011-2018", Ziffer 55/66, 105.6 [2016], 106.4 [2018], und Quartals-
schätzung der Nominallohnentwicklung, Veränderung in % gegenüber des 
Vorjahres, 0.5% [2019]) ergibt sich ein massgebendes Valideneinkommen 
von Fr. 54'059.25 (Fr. 4'197.-- x 12 Monate / 40 Stunden x 42.4 Stunden / 
105.6 x 106.4 +0.5%). Das die Beschwerdegegnerin auf diesen Tabellen-
lohn abgestellt hat, erweist sich als wohlwollend, verdiente die Beschwer-
deführerin gemäss den Eintragungen im Individuellen Konto (IK) in den vier 
Jahren vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit 2012 jeweils lediglich Jahres-
gehälter zwischen Fr. 34'291-- und Fr. 41'048.--.

5.6 Die Beschwerdegegnerin hat in der Verfügung vom 18. Februar 
2020 (act. IIA 150) das Invalideneinkommen ebenfalls aufgrund von Tabel-
lenlöhnen berechnet. Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt (Be-
schwerde S. 4 ff. Ziff. 3 ff.), überzeugt nicht. Gemäss höchstrichterlicher 
Rechtsprechung (vgl. u.a. Entscheid des BGer vom 22. April 2020, 
8C_5/2020, E. 5.1), setzt die Berücksichtigung des tatsächlich erzielten 
Verdienstes u.a. voraus, dass die versicherte Person ihre verbleibende 
Arbeitsfähigkeit in zumutbarer Weise voll ausschöpft. Aufgrund der erfolg-
reich durchgeführten Umschulungsmassnahmen (vgl. u.a. act. II 53, 61) 
wäre die Beschwerdeführerin im Stande, einen Lohn gemäss Ziff. 77-82 
(sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen) Kompetenzniveau 2 der Tabelle 
TA1_tirage_skill_level der LSE 2016 zu erwirtschaften: Danach verdienten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 19

Frauen im Jahre 2016 Fr. 58'668.-- (Fr. 4'889.-- x 12 Monate). Unter 
Berücksichtigung der betriebsüblichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41.9 
Stunden (Tabelle Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen 
in Stunden pro Woche des BfS, Ziff. 77-82) und der Teuerung per 2019 
(vgl. Tabellen des BfS T1.2.10 des BfS "Nominallohnindex, Frauen 2011-
2018", Ziffer 77-82, 103.9 [2016], 104.5 [2018], und Quartalsschätzung der 
Nominallohnentwicklung, Veränderung in % gegenüber dem Vorjahr, 0.5% 
[2019]) beträgt das Valideneinkommen gemäss dem Tabellenlohn bei ei-
nem 100%-Pensum Fr. 62'118.65 ([Fr. 4'889.— x 12 Monate / 40 Stunde x 
41.9 Stunden /103.9 x 104.5 +0.5%]). Der im Verfügungszeitpunkt von der 
Beschwerdeführerin erzielte und auf ein 100%-Pensum hochgerechnete 
Lohn von Fr. 54'600.-- (Fr. 2'100.—x 2 x 13 Monate) liegt 12% unter dem 
hiervor errechneten Tabellenlohn. Verzichtet sie darauf, ihre im Rahmen 
der Umschulung verbesserte Resterwerbsfähigkeit besser zu verwerten 
(aktuell ist sie nicht rein … und nicht in dem ihr zumutbaren Pensum tätig), 
so hat sie die entsprechenden finanziellen Folgen selbst zu tragen. Dass 
die Beschwerdeführerin ihr Arbeitspensum per 1. März 2020 erhöht hat 
(vgl. act. IA 2), ändert nichts, betrifft dieser Umstand doch einen Sachver-
halt nach Erlass der hier angefochtenen Verfügung, welcher nicht Gegen-
stand dieses Verfahrens bildet (BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 130 V 138 E. 
2.1 S. 140), abgesehen davon, dass auch dies nicht zur hinreichenden 
Verwertung der Restarbeitsfähigkeit führt. Aufgrund des Dargelegten ist für 
die Bestimmung des Invalideneinkommens auf den genannten Tabellen-
lohn von Fr. 62'118.65 abzustellen. Damit liegt keine rentenbegründende 
Invalidität vor. 

Selbst wenn zu Gunsten der Beschwerdeführerin von der im interdiszi-
plinären Gutachten postulierten Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 55% 
abgestellt würde, würde dies am Ergebnis (vgl. E. 5.7 hiernach) nichts än-
dern. Dabei würde ein Invalideneinkommen von Fr. 34'165.25 (Fr. 
62'118.65 x 55%) resultieren. Hiervon ist kein Abzug vom Tabellenlohn zu 
gewähren, was denn von der Beschwerdeführerin zu Recht auch nicht ver-
langt wird. Denn einerseits wurden die behinderungsbedingten Einschrän-
kungen bereits mit der reduzierten Arbeitsfähigkeit und im Zumutbar-
keitsprofil ausreichend berücksichtigt. Andererseits beruhen, wenn Vali-
deneinkommen und Invalideneinkommen aufgrund der LSE-Zahlen be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 20

stimmt werden, beide Vergleichseinkommen auf statistischen Grössen, 
weshalb invaliditätsfremde Gründe (Alter, Dienstjahre, Nationa-
lität/Aufenthaltskategorie, Beschäftigungsgrad) ausgeklammert sind oder 
andernfalls bei beiden Einkommen gleichermassen zu berücksichtigen 
wären (Urteil des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Bei ei-
nem Valideneinkommen von Fr. 54'059.25 (E. 5.5. hiervor) und einem Inva-
lideneinkommen von Fr. 34'165.25 (E. 5.6 hiervor) resultierte auch diesfalls 
ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet maximal 37% 
([Fr. 54'059.25 - Fr. 34'165.25] / Fr. 54'059.25 x 100).

5.7 Zusammenfassend ist die Verfügung vom 18. Februar 2020 (act. IIA 
150) im Ergebnis nicht zu beanstanden. Die dagegen erhobene Beschwer-
de ist abzuweisen. 

6.

6.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

Die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin ist aufgrund der Akten (vgl. act. 
IA 4 ff.) ausgewiesen. Das Verfahren war nicht als von vornherein aus-
sichtslos zu bezeichnen und eine anwaltliche Verbeiständung war geboten, 
so dass der Beschwerdeführerin die unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen ist unter Beiordnung von Rechtsanwalt C.________ als amtlicher 
Anwalt.

6.2 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 21

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 
200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Aufgrund der gewährten unentgeltlichen Rechts-
pflege wird sie – unter Vorbehalt der Nachzahlungspflicht gemäss Art. 113 
VRPG i.V.m. Art. 123 der Schweizerischen Zivilprozessordnung vom 19. 
Dezember 2008 (ZPO; SR 272) – jedoch von der Zahlungspflicht befreit.

6.3 Für die obsiegende Beschwerdegegnerin besteht kein Anspruch auf 
eine Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

6.4 Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Stundenan-
satz amtlicher Anwältinnen und Anwälte gemeinnützig tätiger Rechtsbera-
tungsstellen unter Beachtung der bundesgerichtlichen Rechtsprechung 
(BGE 135 I 1 E. 7.3 S. 3; SVR 2010 IV Nr. 3 S. 6 E. 5.4) auf Fr. 130.--
festgesetzt. Dieser allgemeingültige pauschalisierte Stundenansatz wird im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert (vgl. Rundschrei-
ben der Sozialversicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für 
französischsprachige Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons 
Bern vom 16. Dezember 2009, abrufbar unter www.justice.be.ch). 

Die Kostennote vom 20. Mai 2020, in welcher Rechtsanwalt C.________ 
einen Aufwand von 10.5 Stunden à Fr. 130.-- sowie Mehrwertsteuer von Fr. 
105.10 (7.7% von Fr. 1'365.––) geltend macht, ist nicht zu beanstanden. 
Entsprechend ist das amtliche Honorar auf Fr. 1'470.10 festzusetzen und 
Rechtsanwalt C.________ aus der Gerichtskasse zu vergüten. Die Be-
schwerdeführerin hat dem Kanton Bern diese Kosten nach den Vorausset-
zungen von Art. 123 ZPO – d.h. sobald sie innert zehn Jahren nach Ab-
schluss des Verfahrens zur Nachzahlung in der Lage ist – nachzubezahlen 
(Art. 113 VRPG).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 22

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von 
Rechtsanwalt C.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheissen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Der tarifmässige Parteikostenersatz des amtlichen Anwalts wird in die-
sem Verfahren auf Fr. 1'470.10 (inkl. Auslagen und MWSt.) festge-
setzt. Dieser Betrag wird Rechtsanwalt C.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334,

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Juni 2020, IV/20/242, Seite 23

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.