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**Case Identifier:** 9867eacf-46d9-5c9b-8588-277918026f0a
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-02-09
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 09.02.2023 200 2022 97
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2022-97_2023-02-09.pdf

## Full Text

200 22 97 IV
WIS/SHE/STA

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 9. Februar 2023

Verwaltungsrichterin Wiedmer, Kammerpräsidentin
Verwaltungsrichter Ackermann, Verwaltungsrichter Knapp
Gerichtsschreiber Schnyder

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 11. Januar 2022

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1973 geborene A.________ (nachfolgend Versicherte bzw. 
Beschwerdeführerin) meldete sich im April 2021 unter Verweis auf eine seit 
ca. 17 Jahren bestehende Multiple Sklerose (MS) bei der IV-Stelle Bern 
(nachfolgend IVB oder Beschwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an 
(Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 1). Die IVB tätigte in der Folge 
medizinische und erwerbliche Abklärungen. Insbesondere gewährte sie 
Frühinterventionsmassnahmen für die Erhaltung des Arbeitsplatzes (AB 13) 
und holte eine Aktenbeurteilung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD) 
vom 26. Juli 2021 (AB 27) ein. Mit Schreiben vom 27. Juli 2021 (AB 29) 
forderte die IVB die Versicherte zur Mitwirkung (dreiwöchige stationäre 
neurologische Rehabilitation) auf. Die Kostenübernahme hierfür wurde von 
der obligatorischen Krankenpflegeversicherung abgelehnt (AB 34/2). Nach 
Rücksprache mit dem RAD (vgl. Beurteilungen vom 2. September 2021 
[AB 36 f.]) verzichtete die IVB mit Schreiben vom 3. September 2021 (AB 
40) auf die Durchführung der geforderten Rehabilitation, erachtete jedoch 
eine Untersuchung durch den RAD als notwendig. Diese fand am 12. 
Oktober 2021 statt (vgl. Untersuchungsbericht vom 13. Oktober 2021 [AB 
44]). Mit Mitteilung vom 29. Oktober 2021 (AB 45) schloss die IVB die 
berufliche Eingliederung ab. Mit Vorbescheid vom 9. November 2021 (AB 
46) stellte sie in Aussicht, bei einem Invaliditätsgrad von 33% einen 
Rentenanspruch zu verneinen. Nach dagegen erhobenen Einwänden (AB 
47, 51) holte die IVB eine weitere RAD-Stellungnahme vom 10. Januar 
2022 (AB 53) ein und verfügte am 11. Januar 2022 (AB 54) dem 
Vorbescheid entsprechend.

B.

Mit Eingabe vom 8. Februar 2022 erhob die Versicherte, vertreten durch 
den B.________, lic. iur. C.________, hiergegen Beschwerde. Sie 
beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die 

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Arbeitsfähigkeit sei neurologisch näher abzuklären. Gleichentags ersuchte 
sie um Erteilung der unentgeltlichen Rechtspflege. 

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zog die Beschwerdeführerin 
am 21. Februar 2022 zurück. 

Mit Beschwerdeantwort vom 7. März 2022 schliesst die 
Beschwerdegegnerin auf Abweisung der Beschwerde. 

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von 
Sozialversicherungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche 
Abteilung des Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des 
Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des 
kantonalen Gesetzes vom 11. Juni 2009 über die Organisation der 
Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) 
Beschwerden gegen solche Entscheide. Die Beschwerdeführerin ist im 
vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträgen nicht durchgedrungen, durch 
den angefochtenen Entscheid berührt und hat ein schutzwürdiges Interesse 
an dessen Aufhebung, weshalb sie zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 
ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des 
Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die Invalidenversicherung [IVG; 
SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über Frist (Art. 60 ATSG) sowie 
Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. Art. 32 des kantonalen 
Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungsrechtspflege [VRPG; 
BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 11. Januar 2022 
(AB 54). Streitig und zu prüfen ist der Rentenanspruch. 

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1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; Art. 
80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Am 1. Januar 2022 ist die Änderung vom 19. Juni 2020 des IVG 
(Weiterentwicklung der IV; AS 2021 705) in Kraft getreten. In zeitlicher 
Hinsicht sind – vorbehältlich besonderer übergangsrechtlicher Regelungen 
– grundsätzlich diejenigen Rechtssätze massgeblich, die bei der Erfüllung 
des rechtlich zu ordnenden oder zu Rechtsfolgen führenden Tatbestandes 
Geltung haben (BGE 148 V 162 E. 3.2.1 S. 166, 144 V 210 E. 4.3.1 S. 
213). Die angefochtene Verfügung datiert vom 11. Januar 2022 (AB 54), 
womit sie nach dem Inkrafttreten der IVG-Änderung vom 19. Juni 2020 er-
ging. Der frühestmögliche Zeitpunkt der potentiellen Entstehung des 
Rentenanspruchs liegt nach dem 1. Januar 2022 (vgl. E. 4.1 hiernach), 
weshalb die Bestimmungen des IVG und diejenigen der Verordnung vom 
17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung (IVV; SR 831.201) in der 
seit 1. Januar 2022 gültigen Fassung massgebend sind (vgl. auch Ziff. 
9100 des Kreisschreibens des Bundesamtes für Sozialversicherungen 
[BSV] über Invalidität und Rente in der Invalidenversicherung [KSIR]; zur 
Bedeutung von Verwaltungsweisungen vgl. BGE 147 V 79 E. 7.3.2 S. 82, 
146 V 224 E. 4.4.2 S. 228).

2.2 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauern-
de ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Erwerbs-
unfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder 
psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behandlung 
und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 
Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 
Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). Massgebend ist – im Unterschied zur 
Arbeitsunfähigkeit – nicht die Arbeitsmöglichkeit im bisherigen 
Tätigkeitsbereich, sondern die nach Behandlung und Eingliederung 

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verbleibende Erwerbsmöglichkeit in irgendeinem für die betroffene Person 
auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt in Frage kommenden Beruf. Der 
volle oder bloss teilweise Verlust einer solchen Erwerbsmöglichkeit gilt als 
Erwerbsunfähigkeit (BGE 130 V 343 E. 3.2.1 S. 346).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben Versicherte Anspruch auf eine 
Rente, wenn sie ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im 
Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare 
Eingliederungsmassnahmen wieder herstellen, erhalten oder verbessern 
können (lit. a), während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 
durchschnittlich mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen 
sind (lit. b) und nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 
8 ATSG) sind (lit. c). Eine Rente nach Abs. 1 wird nicht zugesprochen, 
solange die Möglichkeiten zur Eingliederung im Sinne von Art. 8 Abs. 1bis 
und 1ter nicht ausgeschöpft sind (Art. 28 Abs. 1bis IVG). Gemäss Art. 28b 
Abs. 1 IVG wird die Höhe des Rentenanspruchs in prozentualen Anteilen 
an einer ganzen Rente festgelegt. Bei einem Invaliditätsgrad von 50 bis 
69% entspricht der prozentuale Anteil dem Invaliditätsgrad (Art. 28b Abs. 2 
IVG), bei einem Invaliditätsgrad ab 70% besteht Anspruch auf eine ganze 
Rente (Art. 28b Abs. 3 IVG). Bei einem Invaliditätsgrad zwischen 40 und 
49% gelten die prozentualen Anteile nach Massgabe von Art. 28b Abs. 4 
IVG.

Der Rentenanspruch entsteht gemäss Art. 29 IVG frühestens nach Ablauf 
von sechs Monaten nach Geltendmachung des Leistungsanspruchs nach 
Art. 29 Abs. 1 ATSG, jedoch frühestens im Monat, der auf die Vollendung 
des 18. Altersjahres folgt (Art. 29 Abs. 1 IVG). 

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen 
haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und 
bezüglich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im 
Weiteren sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die 
Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch 

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zugemutet werden können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 
99; SVR 2021 IV Nr. 54 S. 181 E. 2.3).

3.

3.1 Was den Gesundheitszustand der Beschwerdeführerin betrifft, ist 
den Akten im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen:

3.1.1 Die behandelnde Neurologin, Dr. med. D.________, Fachärztin für 
Neurologie, attestierte ab dem 3. Mai 2021 eine 50%-ige Arbeitsunfähigkeit 
(vgl. AB 23/2 sowie 47/2).

In dem von Dr. med. D.________ zuhanden der 
Krankentaggeldversicherung erstellten Bericht vom 16. Juni 2021 (AB 25) 
wurden eine MS, schubförmig remittierend, sowie eine rezidivierende 
depressive Störung diagnostiziert (Ziff. 3). Ein erstes Schubereignis mit 
wahrscheinlicher Optikusneuritis rechts habe sich in den 90er-Jahren 
ereignet. 2006, nach bemerkter Beinschwäche rechts (zweiter Schub), 
welche sich bereits nicht mehr vollständig erholt habe, sei eine MS 
diagnostiziert worden. Ca. 2018 sei es zu einer weiteren 
Gehverschlechterung gekommen. Über die Zeit habe sich eine 
Blasenstörung mit zwei Mal am Tag notwendiger Selbstkatheterisierung 
entwickelt. Vordergründig spüre die Versicherte die Schwäche und 
Spastizität im rechten Bein, die ihre Steh- und Gehfähigkeit einschränke 
(nach ca. 30 Minuten Gehen verkrampften sich die Zehen rechts) und vor 
allem eine rasche geistige und körperliche Ermüdung und 
Leistungsintoleranz (Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit, 
Müdigkeit/Fatigue). Es sei mehrfach auch zu depressiven Episoden 
gekommen, teils mit Angstattacken bis zu Synkopen (Ziff. 1 f.). Die MS sei 
eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems mit 
anzunehmender Progression im Langzeitverlauf. Eine Besserung sei nicht 
zu erwarten. Ziel der verlaufsmodifizierenden Therapie sei ein möglichst 
langes Aufhalten der Krankheitsprogression; weitere symptomatische 
Massnahmen (manuelle und medikamentöse Therapien) seien im Verlauf 
bzw. der Entwicklung anzupassen (Ziff. 5). Aufgrund der relevanten 
Einschränkung der Funktionsfähigkeit und Motilität im Rahmen der 

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neurologischen Grunderkrankung bestehe eine allgemeine, 
tätigkeitsunabhängige Reduktion der Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Die 
motorischen Einschränkungen durch die spastische Parese sowie die 
relevante physische und mentale Fatigue liessen derzeit (langfristige 
Verschlechterung möglich) eine Arbeitsunfähigkeit von ca. 40% mit um ca. 
30% reduzierter Leistungsfähigkeit zu, dies bezogen auf das zeitliche sowie 
inhaltliche Tätigkeitsfeld (Ziff. 6 f.). 

3.1.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. E.________, Fachärztin für Neurologie, 
führte in der Aktenbeurteilung vom 26. Juli 2021 (AB 27) aus, bei der 47-
jährigen Versicherten sei bereits im Jahr 2006 die Diagnose einer MS 
gestellt worden. Sie befinde sich in regelmässiger neurologischer 
Behandlung, welche als lege artis einzuschätzen sei. Klinisch würden eine 
leichte spastische rechtsbetonte Parese und neurogene Blasenstörungen 
angegeben. Die aktuelle EDSS (Leistungsskala, die den Schweregrad der 
Behinderung bei MS-Patienten zum Zeitpunkt der Erhebung angibt) liege 
bei 3.5. In den Untersuchungsberichten aus den Jahren 2020 und 2021 
würden bei subjektivem Wohlbefinden keine neuen schubverdächtigen 
Ereignisse berichtet. Auch in der MRI-Bildgebung habe sich ein stabiler 
Befund gezeigt. Wiederholt werde angegeben, dass das aktuelle 
Arbeitspensum von 90% als … die Versicherte an ihre Leistungsgrenze 
bringe. Diese befinde sich aufgrund von rezidivierenden depressiven 
Störungen zusätzlich in psychotherapeutischer Behandlung. In diesem 
Rahmen sei die Aufarbeitung der Erlebnisse in der Kindheit erfolgt. 
Weiterhin sei über ein schwieriges Verhältnis zum Arbeitgeber und eine 
Trennung vom Partner im Sommer 2020 berichtet worden. Im letzten 
psychiatrischen Bericht vom 16. Juni 2021 werde die depressive Störung 
als aktuell remittiert und ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit 
angegeben. Unter Berücksichtigung der Grunderkrankung und des langen 
Krankheitsverlaufes der MS sei eine zunehmende Einschränkung der 
Leistungsfähigkeit durchaus nachvollziehbar. Den Unterlagen sei zu 
entnehmen, dass aktuell durch die behandelnde Neurologin Dr. med. 
D.________ eine Arbeitsunfähigkeit von 50% für die Zeit vom 3. Mai bis 31. 
Oktober 2021 attestiert werde. Allerdings werde in einem zuhanden der 
Krankentaggeldversicherung erstellten Bericht vom 16. Juni 2021 von der 
gleichen Ärztin eine Arbeitsfähigkeit von 40% mit einer zusätzlichen 30%-

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igen Leistungsreduktion angegeben, was unter Berücksichtigung des 
klinischen Befundes zunächst nicht nachvollziehbar erscheine. Fraglich sei 
auch, inwieweit die therapeutischen Massnahmen ausgeschöpft seien (z.B. 
Durchführung einer neurologischen Rehabilitationsbehandlung). Nach 
Durchsicht der Unterlagen könne auf das erstellte Zumutbarkeitsprofil vom 
16. Juni 2021 nicht abgestellt werden. Es bestünden diskrepante 
Einschätzungen in der Beurteilung der Leistungsfähigkeit durch die 
behandelnde Neurologin. Weiterhin sollten zunächst die therapeutischen 
Massnahmen ausgeschöpft werden. Es empfehle sich die Durchführung 
einer neurologischen Rehabilitation, am günstigsten im stationären 
Rahmen für mindestens drei Wochen. 

3.1.3 Im Gesuch um Kostengutsprache für eine stationäre 
Neurorehabilitation vom 29. Juli 2021 (AB 30) führte Dr. med. D.________ 
zuhanden des Krankenversicherers aus, die Versicherte leide seit vielen 
Jahren an einer schubförmigen MS. Unter aktueller verlaufsmodifizierender 
medikamentöser Therapie bestehe seit vermutlich 2018 Schubfreiheit, 
jedoch eine nicht unerhebliche Läsionslast mit entsprechenden körperlich-
neurologischen Einschränkungen entsprechend einer EDSS von 3.5. Nach 
langjähriger hochprozentiger Arbeitstätigkeit mit häufigem Überschreiten 
der Belastungsgrenze würden nunmehr insbesondere eine zunehmende 
physische und mentale Fatigue, eine rechtsbetonte Parese mit Paraspastik 
der Beine und eine Blasenstörung mit notwendiger regelmässiger 
Selbstkatheterisierung in den Vordergrund treten, welche die Versicherte in 
ihrer Funktionalität im Alltag beeinträchtigten. Zudem bestehe eine 
psychiatrische Co-Morbidität mit depressiver Störung. Aufgrund der 
relevanten Einschränkung der Funktionalität und Motilität im Rahmen der 
neurologischen Grunderkrankung bestehe eine allgemein verminderte 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit mit aktuell attestierter Arbeitsunfähigkeit 
von 50%. Die Einschätzung der IVB, welche nun zur Beurteilung eines 
Leistungsanspruchs eine Intensivierung symptomatischer und aktivierender 
Therapien im Rahmen einer stationären Neurorehabilitation voraussetze, 
teile sie (Dr. med. D.________) als behandelnde Neurologin. Ziel der 
stationären Neurorehabilitation sei die maximale Förderung somatischer 
und psychischer Ressourcen mit Aktivierung, Kraftaufbau, Stärkung der 
Gehfähigkeit und Ausdauer sowie Entgegenwirken einer 

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Dekonditionierung, um die langfristige Arbeits- und Leistungsfähigkeit der 
Versicherten optimieren und einschätzen zu können. 

Im Bericht vom 1. September 2021 (AB 41/2) diagnostizierte Dr. med. 
D.________ nebst den im Bericht vom 16. Juni 2021 (AB 25) gestellten 
Diagnosen einen unklaren Bewusstseinsverlust am 11. Januar 2020, a.e. 
vasovagale Synkope. Seit einigen Monaten gebe es eine eher schlechte 
Phase mit Zunahme der vorbekannten Schmerzen im Gesäss, vor allem 
bei „Erstmobilisation“ nach langem Liegen oder Sitzen. Die Schmerzen 
strahlten über das Becken in die Oberschenkel aus, deutlich rechtsbetont. 
Die physiotherapeutische Beurteilung lasse eine muskuläre 
Ursache/Verkürzung vermuten. Die Versicherte mache nun Dehnübungen. 
Die Verkrampfung der Zehen vor allem rechts würde auch schleichend 
zunehmen. Oft könne die Versicherte das Einkrallen auch durch Kneten 
lange nicht lösen. Das Rauchen von Cannabis trage zur Besserung bei; die 
Versicherte habe auch wieder begonnen, Magnesium zu nehmen. Seit der 
Reduktion des Arbeitspensums schaffe sie die Arbeitstage ordentlich, 
nehme sich auch mehr Zeit, sich um sich selbst zu kümmern, erkundige 
sich viel über MS-Behandlungsmethoden und -verläufe, grüble aber auch 
oft. Die IV-Anmeldung bzw. der verbundene Aufwand belaste sie. Obwohl 
sie gar nicht an eine stationäre Rehabilitation gedacht habe, sei sie nach 
der Empfehlung der IVB hierfür motiviert und bereit gewesen und fühle sich 
nun nach wiederholter Ablehnung durch die Krankenversicherung 
ungerecht behandelt. Obwohl sich weiterhin bei MS unter medikamentöser 
Behandlung keine schubverdächtigen Ereignisse fänden, scheine eine 
langsame Progredienz der Paraspastik vorzuliegen, aktuell noch ohne 
Einschränkung der Gehfähigkeit aber mit schmerzhafter Muskelverkürzung. 

3.1.4 Im RAD-Untersuchungsbericht von Dr. med. E.________ vom 
13. Oktober 2021 (AB 44) wurden folgende Diagnosen gestellt:

- MS mit primär schubförmigem Verlauf mit leichtgradiger spastischer 
Hemiparese rechts und neurogenen Blasenstörungen mit Übergang in eine 
chronisch progrediente Verlaufsform

- anamnestisch bekannte rezidivierende depressive Störung, aktuell vollständig 
remittiert

Bei der Versicherten seien bereits im Jahr 1998 erste Symptome einer MS 
mit plötzlichen Sehstörungen (vermutlich Neuritis des Nervus opticus) 

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aufgetreten. Die Diagnose einer MS sei dann im Jahr 2006 gestellt worden. 
Die Behandlung sei mit einer immunmodulatorischen Therapie sowie 
Physio- und Hippotherapie lege artis erfolgt. Bis 2009 sei es zu weiteren 
Schüben gekommen, deren Symptome sich fast vollständig zurückgebildet 
hätten. Nach der Umstellung der Therapie sei die Versicherte schubfrei 
geblieben und auch in der MRI-Bildgebung habe sich ein stabiler Befund 
mit typischen herdförmigen Veränderungen im Gehirn und Rückenmark 
ohne Aktivitätszeichen gezeigt. Seit knapp zwei Jahren bemerke die 
Versicherte ein zunehmendes Schweregefühl und eine Schwäche im 
Bereich des rechten Beines zuletzt verbunden mit Schmerzen im 
muskulären Bereich. Durch diese Symptome sei sie sowohl in ihrer 
Gehfähigkeit als auch beim längeren Stehen deutlich eingeschränkt. 
Zusätzlich sei eine neurogene Blasenstörung objektiviert worden, was eine 
Selbstkatheterisierung ein Mal täglich notwendig mache. Bei der 
durchgeführten neurologischen Untersuchung seien die von der 
Versicherten angegebenen Störungen reproduzierbar gewesen. Neben 
einer Kraftminderung und Tonuserhöhung im rechten Bein, insbesondere 
auch im Fussbereich, habe sich auch eine leichte feinmotorische Störung 
der rechten Hand gezeigt. Das Gangbild sei leicht hinkend gewesen und 
die Störungen des Gleichgewichts seien reproduzierbar gewesen. 
Bezüglich der anamnestisch bekannten depressiven Symptomatik hätten 
sich aktuell keine Verdachtsmomente gefunden. Auch habe die Versicherte 
auf Nachfragen diesbezüglich Beschwerden und Symptome verneint. Sie 
sei insgesamt recht gut an ihre Defizite adaptiert, scheine aber zu einer 
Bagatellisierung ihrer Beschwerden zu neigen. Nachvollziehbar sei, dass 
sie ihre Tätigkeit im … mit einem Pensum von 90% nicht mehr bewältigen 
könne, da die bestehenden Störungen zu einer deutlichen 
Leistungseinschränkung führten. Eine permanente Arbeitsüberlastung 
sollte vermieden werden, da dies für den Gesundheitszustand der 
Versicherten als prinzipiell ungünstig einzuschätzen sei. Sie möchte 
unbedingt weiter im … arbeiten, da dies auch ihrem Naturell entspreche 
und sie den Umgang mit Menschen brauche. Eine Rückkehr in eine 
Bürotätigkeit könne sie sich nicht vorstellen. Auch unter Berücksichtigung 
der vollständig vorliegenden neurologischen Unterlagen müsse bei der 
Versicherten von einem Übergang der MS von einer schubförmigen in eine 
chronisch progrediente Verlaufsform ausgegangen werden. Die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 11

behandelnde Neurologin plane daher auch die eventuelle Umstellung der 
Medikation im nächsten Jahr, was sicherlich sinnvoll wäre. Auch wenn 
bisher insgesamt von einem günstigen Verlauf der MS ausgegangen 
werden könne (Krankheitsverlauf > 20 Jahre), könnten keine Aussagen zur 
Prognose gemacht werden, zumal zuletzt eine Zunahme der Symptomatik 
in nachvollziehbarer Weise aufgetreten sei. Eine medizinisch begründete 
Arbeitsunfähigkeit von 20% bestehe seit mindestens Januar 2021, seit 1. 
Januar 2021 betrage diese 50%. Die Versicherte sei in der Lage, ihre 
bisherige Tätigkeit als … fünf Stunden am Tag an fünf Tagen die Woche 
mit einer Leistungsfähigkeit von 90% auszuüben. Eine angepasste 
Tätigkeit umfasse leichte und gelegentlich mittelschwere Arbeiten mit 
Wechselbelastung. Längeres Stehen und Gehen sollten vermieden 
werden. Nicht geeignet seien auch Tätigkeiten mit Heben und Tragen von 
schweren Lasten, häufigem Bücken, Überkopfarbeiten und in 
Zwangshaltungen. Tätigkeiten mit Nachtarbeit seien nicht möglich. Gleich 
verhalte es sich wegen der Gleichgewichtsstörungen auch in Bezug auf alle 
Arbeiten mit Absturzgefahr (auf Leitern und Gerüsten). Die 
Gebrauchsfähigkeit der Hände sei nicht wesentlich eingeschränkt. 
Allerdings sollten Tätigkeiten, die eine ausgeprägte Geschicklichkeit der 
Hände voraussetzten, wegen der leichten feinmotorischen Defizite rechts 
vermieden werden. Die Wegfähigkeit sei nicht eingeschränkt. Aufgrund der 
bestehenden Blasenstörung sollte die Möglichkeit der Toilettenbenutzung 
jederzeit gegeben sein. Die Ausübung einer derartigen Tätigkeit sei sechs 
Stunden am Tag an fünf Tagen in der Woche mit einer Leistungsfähigkeit 
von 90% möglich. Das erstellte Zumutbarkeitsprofil gelte seit 
1. Januar 2021. 

3.1.5 Dr. med. D.________ hielt in ihrer Stellungnahme zum Vorbescheid 
am 16. Dezember 2021 (AB 51/3) fest, die Beschwerdegegnerin habe ihren 
„Entscheid“ gefällt, ohne ihre Einschätzung als behandelnde Neurologin zu 
berücksichtigen. Es seien zwar Sprechstundenberichte eingeholt, jedoch 
keine spezifische Fragestellung an sie gerichtet worden, was ungewöhnlich 
sei. Als direkt betreuende Fachärztin schätze sie die bestehenden 
neurologischen Einschränkungen durch die Grunderkrankung einer MS mit 
EDSS von mindestens 3.5 als so relevant ein, dass an einem Anspruch auf 
eine Teilrente ihres Erachtens kein Zweifel bestehe. Die Einschränkung der 

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Arbeits- und Leistungsfähigkeit betrage derzeit mindestens 50% und werde 
langfristig eher zunehmen. Die Versicherte habe sich lange gegen den 
Einfluss ihrer körperlichen und mentalen Einschränkungen auf ihre 
Arbeitsfähigkeit gewehrt und die Leistungsanmeldung habe sie grosse 
Überwindung gekostet. Es sei nicht gerecht, dass diese intrinsische 
Bagatellisierung ihrer Symptome nun zu einer Benachteiligung im Resultat 
des formalen Prozesses führe.

3.1.6 Dr. med. E.________ führte in der RAD-Stellungnahme vom 
10. Januar 2022 (AB 53) aus, in dem im Einwandverfahren eingereichten 
Bericht von Dr. med. D.________ vom 16. Dezember 2021 würden keine 
neuen medizinischen Sachverhalte mitgeteilt, sondern nochmals der 
Krankheitsverlauf und die von ihr attestierte Arbeitsunfähigkeit erläutert. Die 
Versicherte sei von ihr (Dr. med. E.________) am 12. Oktober 2021 befragt 
und untersucht worden. Im Vorfeld sei die Beurteilung der zuvor 
eingeholten medizinischen Unterlagen der verschiedenen Behandler, u.a. 
auch die Berichte von Dr. med. D.________, erfolgt. Da daraus der 
Krankheitsverlauf in den vergangenen Jahren gut nachvollziehbar gewesen 
sei, hätten sich auch keine spezifischen Nachfragen an die behandelnde 
Ärztin ergeben. Im Ergebnis der RAD-Untersuchung sei in 
Übereinstimmung mit der Beurteilung der behandelnden Neurologin eine 
Arbeitsfähigkeit von 50% in der bisherigen Tätigkeit als … (hauptsächlich 
als … eingesetzt) attestiert worden (Leistungsfähigkeit von 90%, fünf 
Stunden an fünf Tagen die Woche). Allerdings müsse beachtet werden, 
dass die stressige Tätigkeit einer …/… als nicht optimal angepasste Arbeit 
für die Versicherte anzusehen sei, und dass daher in einer optimal 
angepassten Tätigkeit (mit ruhigerem Arbeitsumfeld, der jederzeitigen 
Möglichkeit der Toilettenbenutzung etc.) von einer höheren Arbeitsfähigkeit 
auszugehen wäre (sechs Stunden an fünf Tagen die Woche mit einer 
Leistungsfähigkeit von 90%). Zusammenfassend lasse sich feststellen, 
dass nach Durchsicht der neu im Anhörungsverfahren vorgelegten 
Unterlagen unverändert an der bisherigen Beurteilung aus medizinischer 
Sicht festgehalten werden könne. 

3.2

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 13

3.2.1 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, un-
abhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander wi-
dersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 
anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische 
These abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.2 Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der 
Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen 
Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in 
Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der 
Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 
medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
begründet sind. Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 
somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 
eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 
Gutachten, sondern dessen Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 
231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352).

3.2.3 Den Berichten und Gutachten versicherungsinterner Ärzte kommt 
Beweiswert zu, sofern sie als schlüssig erscheinen, nachvollziehbar 
begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien gegen ihre 
Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b ee S. 354; SVR 2022 UV 
Nr. 3 S. 8 E. 3.2). Sofern RAD-Untersuchungsberichte den Anforderungen 
an ein ärztliches Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352) genügen, auch 
hinsichtlich der erforderlichen ärztlichen Qualifikationen, haben sie einen 
vergleichbaren Beweiswert wie ein anderes Gutachten (SVR 2018 IV Nr. 4 
S. 12 E. 3.2, 2009 IV Nr. 53 S. 165 E. 3.3.2). Soll ein Versicherungsfall 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind 
an die Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch 
nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der 
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende 
Abklärungen vorzunehmen. Insbesondere sind die von der versicherten 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 14

Person aufgelegten Berichte der behandelnden Ärztinnen und Ärzte 
mitzuberücksichtigen. Wird die Schlüssigkeit der Feststellungen der 
versicherungsinternen Fachpersonen durch einen nachvollziehbaren 
Bericht eines behandelnden Arztes in Zweifel gezogen, so genügt der 
pauschale Hinweis auf dessen auftragsrechtliche Stellung (BGE 125 V 351 
E. 3a cc S. 353) nicht, um solche Zweifel auszuräumen. Vielmehr wird das 
Gericht entweder ein Gerichtsgutachten anzuordnen oder die Sache an 
den Versicherungsträger zurückzuweisen haben, damit dieser im Verfahren 
nach Art. 44 ATSG eine Begutachtung veranlasst (BGE 142 V 58 E. 5.1 S. 
65, 139 V 225 E. 5.2 S. 229, 135 V 465 E. 4.4 - 4.6 S. 469; SVR 2021 UV 
Nr. 34 S. 155 E. 2.3).

3.3 Die Beschwerdegegnerin stützt sich im Wesentlichen auf den von 
der RAD-Neurologin Dr. med. E.________ erstellten Untersuchungsbericht 
vom 13. Oktober 2021 (AB 44) bzw. die von ihr verfasste Stellungnahme 
vom 10. Januar 2022 (AB 53). Beide Berichte erfüllen die Voraussetzungen 
an medizinische Berichte (E. 3.2 hiervor) und überzeugen. Dr. med. 
E.________ hat sich in ihren Beurteilungen sorgfältig mit den 
gesundheitlichen Einschränkungen auseinandergesetzt und ihre 
Schlussfolgerungen gestützt auf ihre eigene Untersuchung sowie in 
Kenntnis der Akten getroffen. Die Ausführungen in der Beurteilung der 
medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und die gezogenen 
Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand nachvollziehbar begründet. 

Dr. med. E.________ kam in ihrem Untersuchungsbericht vom 13. Oktober 
2021 (AB 44) zum nachvollziehbaren Schluss, dass die 
Beschwerdeführerin in der bisherigen Tätigkeit als … aufgrund der MS 
weiterhin zu 55% (fünf Stunden am Tag an fünf Tagen die Woche mit einer 
Leistungsfähigkeit von 90% [AB 44/8] und einer allgemeinen Arbeitszeit im 
Betrieb von 41 Stunden pro Woche [AB 10/3]) arbeits- und leistungsfähig 
ist. Diese Feststellungen decken sich denn auch weitgehend mit 
denjenigen der behandelnden Neurologin Dr. med. D.________, welche 
bezüglich der Tätigkeit als … eine Arbeitsfähigkeit von 50% attestierte (vgl. 
etwa AB 23/2, 30, 47/2, 51/3). Betreffend eine leidensangepasste Tätigkeit 
legte die RAD-Ärztin überzeugend dar, dass eine solche der 
Beschwerdeführerin zu 65% (sechs Stunden am Tag an fünf Tagen die 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 15

Woche mit einer Leistungsfähigkeit von 90% [AB 44/8] bei einer 
durchschnittlichen betrieblichen Wochenarbeitszeit von 41.7 Stunden [vgl. 
Totalwert der vom Bundesamt für Statistik {BFS} herausgegebenen Tabelle 
Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro 
Woche]) zumutbar ist. An den Feststellungen von Dr. med. E.________ 
vermögen die Vorbringen der Beschwerdeführerin nichts zu ändern. 
Insbesondere übt die Beschwerdeführerin – anders als von ihr vorgebracht 
(vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. 6) – keine angepasste Tätigkeit aus (vgl. 
diesbezüglich zutreffend Stellungnahme von Dr. med. E.________ vom 10. 
Januar 2022 [AB 53/2], wonach die stressige Tätigkeit einer …/… keine für 
die Beschwerdeführerin optimal angepasste Arbeit sei). 

In der anlässlich des Vorbescheidverfahrens erstellten Stellungnahme vom 
16. Dezember 2021 (AB 51/3) machte die behandelnde Neurologin 
Dr. med. D.________ geltend, die Einschränkung der Arbeits- und 
Leistungsfähigkeit betrage derzeit mindestens 50% und werde langfristig 
eher zunehmen. Aus den Akten ergibt sich, dass sie die 
Beschwerdeführerin in ihrer Tätigkeit als … und … zu 50% arbeitsunfähig 
geschrieben hatte (vgl. u.a. AB 23/2, 25/2, 47/2). Sie äusserte sich jedoch 
weder in ihrer Stellungnahme vom 16. Dezember 2021 noch anderswo zur 
Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit. Daher vermag sie die 
Beurteilungen der RAD-Ärztin Dr. med. E.________ weder zu entkräften 
noch auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit 
ihrer Beurteilungen zu begründen. Weiter ist auf den Grundsatz 
hinzuweisen, wonach für die Beurteilung des Rentenanspruches die 
Entwicklung des Gesundheitszustandes der Beschwerdeführerin bis zum 
Erlass der angefochtenen Verfügung vom 11. Januar 2022 (AB 54) 
massgebend ist. Die von Dr. med. D.________ erwähnte möglich 
zukünftige Verschlechterung ist vorliegend nicht relevant und müsste bei 
gegebenen Umständen im Rahmen einer Neuanmeldung durch die 
Beschwerdegegnerin abgeklärt werden (vgl. BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 
130 V 138 E. 2.1 S. 140). 

Soweit beschwerdeweise vorgebracht wird, die von Dr. med. D.________ 
im Bericht vom 16. Juni 2021 erwähnte „rasche geistige und körperliche 
Ermüdung und Leistungsintoleranz (Konzentrationsschwierigkeiten, 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 16

Gereiztheit, Müdigkeit/Fatigue“) sei von Dr. med. E.________ gänzlich 
unberücksichtigt geblieben (Beschwerde S. 3 Ziff. 5), vermag dies an der 
Schlüssigkeit des RAD-Berichts nichts zu ändern. Die erwähnte Ermüdung 
und Leistungsintoleranz gab Dr. med. D.________ lediglich in den 
Berichten bzw. in den Gesuchen vom 19. Dezember 2019 (AB 16/8) an den 
Hausarzt sowie vom 16. Juni 2021 (AB 25) und 29. Juli 2021 (AB 30) an 
die Krankentaggeldversicherung an. In den übrigen Berichten (vgl. Berichte 
der Klinik F.________ vom 21. August 2019 [AB 7/7], Aufnahmebericht der 
Psychiatrischen Dienste G.________ vom 16. Januar 2020 [AB 7/3], von 
Dr. med. D.________ vom 18. März 2020 [AB 16/6], 1. September 2020 
[AB 16/4], 2. März 2021 [AB 7/1] und 1. September 2021 [AB 41/2], Bericht 
der Psychiatrischen Dienste G.________ vom 18. Juni 2021 [AB 24]) 
wurde die Ermüdung und Leistungsintoleranz nicht erwähnt. Selbst nach 
Kenntnis des RAD-Untersuchungsberichts vom 13. Oktober 2021 hielt Dr. 
med. D.________ in ihrer Stellungnahme vom 16. Dezember 2021 (AB 
51/3) lediglich neurologische Einschränkungen fest. Überdies hat die 
Beschwerdeführerin anlässlich der RAD-Untersuchung zwar eine 
Erschöpfung geltend gemacht (AB 44/3). Diese konnte jedoch während der 
über einstündigen Untersuchung am Nachmittag ärztlich nicht bestätigt 
werden (AB 44/6). Die in der Beschwerde erwähnten (vgl. S. 3 f. Ziff. 5) und 
dieser beigelegten Fachartikel (Akten der Beschwerdeführerin, 
Beschwerdebeilage [BB] 3) vermögen diesbezüglich nichts an der 
Schlüssigkeit der RAD-Beurteilungen zu ändern.

Aufgrund des Dargelegten ist auf den Untersuchungsbericht vom 13. 
Oktober 2021 und die ergänzende Stellungnahme vom 10. Januar 2022 – 
beide von Dr. med. E.________ verfasst – abzustellen, zumal keine auch 
nur geringen Indizien vorliegen, welche gegen die Zuverlässigkeit der RAD-
Beurteilungen sprechen (vgl. E. 3.2 hiervor). Der Sachverhalt erweist sich 
damit als durch die Beschwerdegegnerin genügend abgeklärt und von 
ergänzenden neurologischen Abklärungen (vgl. Beschwerde S. 2 
Rechtsbegehren sowie S. 4) ist in antizipierter Beweiswürdigung (vgl. BGE 
144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; 
SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4) abzusehen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 17

3.4 Aufgrund des Dargelegten ist damit prospektiv (bezüglich 
retrospektiv vgl. E. 4.1 hiernach) erstellt, dass die Beschwerdeführerin in 
der angestammten Tätigkeit zu 55% und in einer leidensadaptierten Arbeit 
zu 65% arbeits- und leistungsfähig ist. 

4.

4.1 Für den Einkommensvergleich sind die Verhältnisse im Zeitpunkt 
des (hypothetischen) Beginns des Rentenanspruchs massgebend, wobei 
Validen- und Invalideneinkommen auf zeitidentischer Grundlage zu erhe-
ben und allfällige rentenwirksame Änderungen der Vergleichseinkommen 
bis zum Verfügungserlass zu berücksichtigen sind (BGE 143 V 295 E. 4.1.3 
S. 300, 129 V 222; vgl. auch Art. 25 Abs. 2 IVV). Die Anmeldung zum Leis-
tungsbezug erfolgte im April 2021 (AB 1), womit gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG 
der frühestmögliche Rentenbeginn im Oktober 2021 liegen würde. Eine re-
levante Einschränkung der Arbeitsfähigkeit wurde aber erst ab dem 3. Mai 
2021 (AB 47/2, 23/2) attestiert. Bis dahin arbeitete die Beschwerdeführerin 
in ihrem 90%-Pensum. Selbst in der Leistungsanmeldung von Anfang April 
2021 gab sie mit Ausnahme des seit Jahren um 10% reduzierten 
Arbeitspensums unter der Rubrik „Arbeitsunfähigkeit“ keine weitere 
Einschränkung an (AB 1 Ziff. 4.3). Echtzeitliche ärztliche Berichte oder 
Atteste, welche eine über der 10%-igen liegende Reduktion der 
Arbeitsunfähigkeit vor Anfang Mai 2021 bescheinigten, fehlen. Damit 
bestand bis Ende April 2021 eine Arbeitsunfähigkeit von höchstens 10%, 
d.h. die Arbeitsunfähigkeit erreichte nicht das erforderliche Mass von 
mindestens 20%, welches zur Eröffnung der einjährigen Wartezeit 
erforderlich ist (vgl. Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichts 
[EVG; heute Bundesgericht {BGer}] vom 
2. November 2005, I 238/05, E. 2.2). Die Wartezeit begann damit Anfang 
Mai 2021 zu laufen und das Wartejahr war bei Verfügungserlass im Januar 
2022 nicht erfüllt, d.h. zu diesem Zeitpunkt konnte noch kein Rentenan-
spruch entstehen. Aber selbst, wenn per Verfügungserlass das Wartejahr 
erfüllt gewesen wäre, änderte dies am Resultat (vgl. E. 4.6 hiernach) – wie 
nachfolgend dargelegt – nichts.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 18

4.2 Für die Ermittlung des Einkommens ohne Invalidität (Validenein-
kommen; Art. 16 ATSG) ist entscheidend, was die versicherte Person im 
Zeitpunkt des frühestmöglichen Rentenbeginns nach dem Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient hätte 
(BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325). Das Valideneinkommen bestimmt sich an-
hand des zuletzt vor Eintritt der Invalidität tatsächlich erzielten Erwerbsein-
kommens. Unterlag das in den letzten Jahren vor Eintritt der Invalidität er-
zielte Erwerbseinkommen starken Schwankungen, so wird auf ein ange-
messenes Durchschnittseinkommen abgestellt (Art. 26 Abs. 1 IVV). 

4.3 Erzielt die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität ein Er-
werbseinkommen, so wird ihr dieses als Einkommen mit Invalidität (Art. 16 
ATSG) angerechnet, sofern sie damit ihre verbliebene funktionelle Leis-
tungsfähigkeit in Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit bestmög-
lich verwertet (Art. 26bis Abs. 1 IVV). Liegt kein anrechenbares Erwerbsein-
kommen vor, so wird das Einkommen mit Invalidität nach statistischen Wer-
ten gemäss Art. 25 Abs. 3 IVV bestimmt. Kann die versicherte Person auf-
grund ihrer Invalidität nur noch mit einer funktionellen Leistungsfähigkeit 
nach Art. 49 Abs. 1bis IVV von 50% oder weniger tätig sein, so werden vom 
statistisch bestimmten Wert 10% für Teilzeitarbeit abgezogen (Art. 26bis 
Abs. 3 IVV).

Soweit für die Bestimmung der massgebenden Erwerbseinkommen statisti-
sche Werte herangezogen werden, sind die Zentralwerte der Lohnstruktur-
erhebung (LSE) des BFS massgebend. Andere statistische Werte können 
beigezogen werden, sofern das Einkommen im Einzelfall nicht in der LSE 
abgebildet ist. Es sind altersunabhängige und geschlechtsspezifische Wer-
te zu verwenden (Art. 25 Abs. 3 IVV). Die statistischen Werte nach Abs. 3 
sind an die betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen und an 
die Nominallohnentwicklung anzupassen (Art. 25 Abs. 4 IVV). Bezüglich 
der Anpassung an die Lohnentwicklung ist nach Geschlechtern zu differen-
zieren, d.h. es ist auf den Lohnindex für Frauen oder Männer abzustellen 
(BGE 129 V 408; SVR 2019 IV Nr. 88 S. 297 E. 4.1).

4.4 Vor Eintritt der Invalidität unterlag das Erwerbseinkommen der Be-
schwerdeführerin starken Schwankungen (vgl. AB 9). Die Beschwerdegeg-
nerin hat daher zur Bestimmung des Valideneinkommens den zwischen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 19

2016 und 2020 erzielte Durchschnittslohn ermittelt (vgl. auch E. 4.2) und 
diesen auf ein 100%-Pensum hochgerechnet, was einen Betrag von 
Fr. 54'014.– ergibt. Dies ist nicht zu beanstanden und wird von der Be-
schwerdeführerin denn auch nicht gerügt. Angepasst an die Nominalloh-
nentwicklung per 2022 (Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 2011-
2021, Ziff. 45-47 [Handel und Reparatur von Motorfahrzeugen], 2020 
[110.3], 2021 [110.3]); Tabelle Quartalsschätzung der Nominallohnentwick-
lung, 2022, Quartal 1: 1.9%) ergibt sich ein massgebendes Validenein-
kommen von Fr. 55'040.25 (Fr. 54'014.– + 1.9%).

4.5 Die Beschwerdeführerin arbeitet weiterhin als … im …, obwohl dies 
keine leidensangepasste Tätigkeit ist. In einer solchen würden eine höhere 
Arbeits- und Leistungsfähigkeit wie auch ein höherer Lohn resultieren. Da-
mit verwertet die Beschwerdeführerin ihre verbliebene Leistungsfähigkeit in 
Bezug auf eine ihr zumutbare Erwerbstätigkeit nicht bestmöglich. Das Inva-
lideneinkommen ist daher anhand statistischer Werte zu bestimmen (vgl. E. 
4.3 hiervor). Massgebend ist im vorliegenden Fall die LSE 2018, wurde die 
LSE 2020 doch erst im April 2022 und damit nach Erlass der hier angefoch-
tenen Verfügung veröffentlicht (vgl. zum Ganzen Entscheid des BGer vom 
17. Dezember 2021, 8C_202/2021, E. 6.2). Gemäss dem Totalwert, Frauen 
Kompetenzniveau 1, der LSE-Tabelle TA1_tirage_skill_level, verdienten 
Frauen 2018 durchschnittlich monatlich Fr. 4'371.--. Aufgerechnet auf ein 
Jahr sowie angepasst an die Nominallohnentwicklung per 2022 (Totalwert 
der Tabelle T1.2.10, Nominallohnindex, Frauen 2011-2021, 2018 [105.9], 
2021 [108.6]; Tabelle Quartalschätzung der Nominallohnentwicklung, 2022, 
Quartal 1: 1.9%) sowie die betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit von 
41.7 Stunden (vgl. Totalwert der Tabelle Betriebsübliche Arbeitszeit nach 
Wirtschaftsabteilungen in Stunden pro Woche) und unter Berücksichtigung 
der Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 65% ergibt sich ein Invalidenein-
kommen von Fr. 37'141.50 ([{Fr. 4'371.– x 12 / 40 Stunden x 41.7 Stunden} 
/ 105.9 x 108.6 + 1.9%] x 65%). Hiervon ist kein Abzug vom Tabellenlohn 
vorzunehmen. Sämtliche Einschränkungen wurden bereits im Zumutbar-
keitsprofil genügend berücksichtigt. 

4.6 Bei einem Valideneinkommen von Fr. 55'040.25 (E. 4.4. hiervor) 
und einem Invalideneinkommen von Fr. 37'141.50 (E. 4.5. hiervor) resultiert 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 20

ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von gerundet 33% 
([Fr. 55'040.25 – Fr. 37'141.50] / Fr. 55'040.25 x 100).

4.7 Damit ist die Verfügung vom 11. Januar 2022 (AB 54) nicht zu be-
anstanden. Die dagegen erhobene Beschwerde ist abzuweisen.

5.

5.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, sind entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin zur Bezah-
lung aufzuerlegen und dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe 
zu entnehmen.

5.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG)

5.3 Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist infolge Rückzugs 
vom Geschäftsverzeichnis abzuschreiben.

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 21

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Das Verfahren betreffend Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird 
vom Geschäftsverzeichnis abgeschrieben.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern  
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Die Kammerpräsidentin: Der Gerichtsschreiber:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 9. Feb. 2023, IV/22/97, Seite 22

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen 
Begründung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde 
in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.