# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4cd58080-1228-51f6-b2f6-2a3904354c2b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-20
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 20.08.2025 VBE.2024.415
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-415_2025-08-20.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.415 / lf / GM 
Art. 95 

 

Urteil vom 20. August 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Kathriner, Präsident 

Oberrichterin Fischer 

Oberrichter Roth 

Gerichtsschreiberin Fricker 

 

 
   

Beschwerde 

führer  

 A._____,  

unentgeltlich vertreten durch lic. iur. Fiona Carol Forrer, Rechtsanwältin, 

Auf der Mauer 4, Postfach, 8034 Zürich 

 

 
   

Beschwerde 

gegnerin  

 Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern 

 

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend UVG 

(Einspracheentscheid vom 19. Juni 2024, Schaden-Nr. B) 
 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Der 1969 geborene Beschwerdeführer war aufgrund seiner Anstellung als 

Elektromonteur obligatorisch bei der Beschwerdegegnerin gegen die Fol-

gen von Unfällen versichert, als er am 29. April 2008 bei einem Arbeitsein-

satz in Q._____ infolge eines Sturzes eine rechtsseitige mediale Meniskus-

läsion erlitt. Die Beschwerdegegnerin anerkannte ihre Leistungspflicht im 

Zusammenhang mit dem fraglichen Ereignis und richtete die entsprechen-

den Versicherungsleistungen in Form von Taggeld und der Übernahme der 

Kosten der Heilbehandlung aus. Nachdem der Beschwerdeführer die Ar-

beit am 8. September 2008 wieder zu 100 % aufgenommen hatte, infor-

mierte seine Mutter die Beschwerdegegnerin am 14. August 2009 darüber, 

dass dieser für eine unbestimmte Zeit im Ausland sei. 

 

1.2. 

Am 19. Dezember 2019 erlitt der Beschwerdeführer einen Stolpersturz auf 

das rechte Knie. Die Beschwerdegegnerin anerkannte die daraufhin aufge-

tretenen Kniebeschwerden rechts als Rückfall zum Ereignis vom 29. April 

2008 und richtete unter diesem Titel Versicherungsleistungen (Heilbehand-

lung, Taggeld) aus. Mit Schreiben vom 29. Oktober 2020 teilte sie dem Be-

schwerdeführer mit, dass der Taggeldansatz auf Basis des von Dezember 

2018 bis November 2019 erzielten Lohns zu berechnen sei und daher per 

1. Oktober 2020 von Fr. 230.80 auf Fr. 47.05 reduziert werde. Nach ver-

schiedenen Abklärungen (u.a. Einholen von Arztberichten; kreisärztliche 

Untersuchung vom 30. September 2020; kreisärztliche Aktenbeurteilung 

vom 29. Januar 2021) teilte sie dem Beschwerdeführer mit Schreiben vom 

2. Februar 2021 den Fallabschluss mit Einstellung der Heilbehandlungs-

leistungen per sofort und der Taggeldleistungen per 30. April 2021 mit. Mit 

gleichentags erlassener Verfügung sprach die Beschwerdegegnerin dem 

Beschwerdeführer eine Integritätsentschädigung auf der Grundlage einer 

Integritätseinbusse von 5 % zu. Mit Einsprache vom 5. März bzw. 8. April 

2021 beantragte der Beschwerdeführer die weitere Gewährung von Heil-

behandlungs- und auf dem ursprünglichen Ansatz basierenden Taggeld-

leistungen sowie – sinngemäss – die Zusprache einer Integritätsentschädi-

gung von mehr als 5 %.  

 

Mit Verfügung vom 28. Mai 2021 verneinte die Beschwerdegegnerin einen 

Rentenanspruch des Beschwerdeführers. Dagegen erhob der Beschwer-

deführer am 27. Juni 2021 Einsprache. 

 

Mit Einspracheentscheid vom 16. Juli 2021 wies die Beschwerdegegnerin 

die Einsprache vom 5. März bzw. 8. April 2021 gegen die Verfügung vom 

2. Februar 2021 ab, soweit sie darauf eintrat.  

 

 - 3 - 

 

 

Mit Verfügung vom 1. September 2021 hielt die Beschwerdegegnerin so-

dann an der Höhe des Taggeldansatzes von Fr. 47.05 ab Oktober 2020 

fest, wogegen der Beschwerdeführer am 30. September 2021 Einsprache 

erhob. 

 

Die gegen den Einspracheentscheid vom 16. Juli 2021 erhobene Be-

schwerde des Beschwerdeführers hiess das Versicherungsgericht mit Ur-

teil VBE.2021.407 vom 21. Juli 2022 teilweise gut, soweit es darauf eintrat, 

und wies die Angelegenheit zur weiteren Abklärung sowie zu neuem Ent-

scheid betreffend den Anspruch des Beschwerdeführers auf eine Integri-

tätsentschädigung an die Beschwerdegegnerin zurück. Zudem wies das 

Versicherungsgericht die Beschwerdegegnerin darauf hin, dass es ange-

zeigt erscheine, die noch laufenden Verfahren betreffend die unfallversi-

cherungsrechtlichen Ansprüche des Beschwerdeführers sinnvoll zu koordi-

nieren. 

 

1.3. 

Im Nachgang an das Rückweisungsurteil aktualisierte die Beschwerdegeg-

nerin die medizinischen Akten und nahm Rücksprache mit ihrem versiche-

rungsmedizinischen Dienst. Mit Verfügung vom 22. Februar 2023 kam die 

Beschwerdegegnerin auf die Verfügung vom 28. Mai 2021 zurück und 

sprach dem Beschwerdeführer für die Folgen des Unfalls vom 29. April 

2008 mit Wirkung ab dem 1. November 2021 eine Invalidenrente aufgrund 

eines Invaliditätsgrads von 13 % sowie eine Integritätsentschädigung auf 

der Basis einer Integritätseinbusse von 7.5 % zu. 

 

Mit Einspracheentscheid vom 19. Juni 2024 wies die Beschwerdegegnerin 

die gegen die Verfügung vom 1. September 2021 (betreffend die Höhe des 

Taggeldansatzes) erhobene Einsprache ab, soweit sie darauf eintrat.  

 

Die gegen die Verfügung vom 22. Februar 2023 (betreffend Invalidenrente 

und Integritätsentschädigung) erhobene Einsprache hiess die Beschwer-

degegnerin mit Einspracheentscheid vom 24. Juni 2024 teilweise gut und 

erhöhte –unverändert ausgehend von einem Invaliditätsgrad von 13 % – 

den für die Rentenbemessung massgebenden Jahresverdienst. Im Übrigen 

wies sie die Einsprache ab. Dagegen erhob der Beschwerdeführer am 

26. August 2024 Beschwerde; das entsprechende Verfahren wird unter der 

Verfahrensnummer VBE.2024.424 geführt. 

 

2. 

2.1. 

Gegen den Einspracheentscheid vom 19. Juni 2024 erhob der Beschwer-

deführer mit Eingabe vom 20. August 2024 fristgerecht Beschwerde und 

stellte folgende Rechtsbegehren: 

 

 - 4 - 

 

 

"1. Der angefochtene Einspracheentscheid sei aufzuheben und es seien 
dem Gesuchsteller die Taggelder basierend auf dem ursprünglich von 
der SUVA berechneten Taggeldansatz gemäss Art. 22 Abs. 3 und 
Art. 23 Abs. 8 zu erbringen zuzüglich Verzugszinsen; 

 

2. Es sei die unentgeltliche Verbeiständung und Prozessführung zu ge-
währen. 

 
3. Es seien die Akten zum Fall mit dem Aktenverzeichnis Act. 1-403 Scha-

dennr. B beizuziehen, da auf diese Akten verwiesen wird. 
 
Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwer-
degegnerin." 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 5. November 2024 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 18. November 2024 wurde dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und zu seiner 

unentgeltlichen Vertreterin lic. iur. Fiona Carol Forrer, Rechtsanwältin, Zü-

rich, ernannt. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Streitig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin die dem Beschwer-

deführer erbrachten Taggeldleistungen mit Einspracheentscheid vom 

19. Juni 2024 (Vernehmlassungsbeilage [VB] 403) zu Recht per 1. Oktober 

2020 auf Fr. 47.05 pro Kalendertag herabgesetzt hat. 

 

2. 

2.1. 

Gemäss Art. 16 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person, die infolge des 

Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig ist, Anspruch auf ein Taggeld. 

Nach Art. 11 UVV werden die Versicherungsleistungen auch für Rückfälle 

und Spätfolgen gewährt. 

 

2.2. 

Taggelder und Renten werden nach dem versicherten Verdienst bemessen 

(Art. 15 Abs. 1 UVG). Das Taggeld beträgt bei voller Arbeitsunfähigkeit 

(Art. 6 ATSG) 80 % des versicherten Verdienstes (Art. 17 Abs. 1 UVG). Als 

solcher gilt für die Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall be-

zogene Lohn (Art. 15 Abs. 2 UVG). Der für das Taggeld massgebende Lohn 

in Sonderfällen wird in Art. 23 UVV geregelt. Nach Art. 23 Abs. 3 UVV wird 

bei Versicherten, die keine regelmässige Erwerbstätigkeit ausüben oder 

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deren Lohn starken Schwankungen unterliegt, auf einen angemessenen 

Durchschnittslohn pro Tag abgestellt. Erleiden temporär Angestellte, die 

eine regelmässige Erwerbstätigkeit auf der Basis eines Rahmen- und eines 

Einsatzvertrages ausüben, einen Unfall, ist der im aktuellen Einsatzvertrag 

vereinbarte Lohn massgebend (Art. 23 Abs. 3bis UVV). Nach Art. 23 Abs. 4 

UVV gilt für einen Versicherten, der während einer Saisonbeschäftigung 

einen Unfall erleidet, Art. 22 Abs. 3 UVV, wonach als Grundlage für die 

Bemessung der Taggelder der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn gilt. 

Gemäss Art. 23 Abs. 8 UVV ist bei Rückfällen der unmittelbar zuvor bezo-

gene Lohn, mindestens aber ein Tagesverdienst von 10 Prozent des 

Höchstbetrages des versicherten Tagesverdienstes, massgebend, ausge-

nommen bei Rentnern der Sozialversicherung. 

 

2.3. 

Nach Art. 61 lit. d ATSG ist das Versicherungsgericht an die Begehren der 

Parteien nicht gebunden. Es kann eine Verfügung oder einen Einsprache-

entscheid zu Ungunsten der Beschwerde führenden Person ändern (refor-

matio in peius) oder dieser mehr zusprechen, als sie verlangt hat (reforma-

tio in melius). Die Rechtsmittelinstanz kann somit grundsätzlich über die 

Anträge der Beschwerde führenden Partei hinausgehen und in ihrem Inte-

resse mehr zusprechen, als diese beantragt hat (BGE 143 V 295 E. 4.1.5 

S. 300 f.). 

 

3. 

3.1. 

Die Beschwerdegegnerin ging im Wesentlichen davon aus, dass die Be-

messung des Taggeldansatzes nach Art. 23 Abs. 3 UVV zu erfolgen habe, 

da der der Beschwerdeführer in den letzten zwei bis drei Jahren vor dem 

Stolpersturz auf das rechte Knie vom 19. Dezember 2019 jeweils – im Rah-

men befristeter Anstellungsverhältnisse mit der gleichen Arbeitgeberin – für 

ein paar Monate gearbeitet und dann einige Monate Ferien in R._____ ge-

macht habe und damit einer unregelmässigen Erwerbstätigkeit nachgegan-

gen sei. Zugunsten des Beschwerdeführers sei einerseits für die Berech-

nung des Taggeldansatzes auf die letzten 12 Monate bzw. auf die Monate 

Dezember 2018 bis November 2019 abgestützt worden, was einen Tag-

geldansatz von Fr. 47.05 ergebe, und die entsprechende Anpassung an-

dererseits nur für die Zukunft, das heisse ab dem 1. Oktober 2020, und 

nicht rückwirkend vorgenommen worden (VB 201; VB 403 S. 6). 

 

3.2. 

Der Beschwerdeführer bringt demgegenüber im Wesentlichen vor, er dürfe 

nicht als Gelegenheitsarbeiter gemäss Art. 23 Abs. 3 UVV qualifiziert wer-

den, da er kein solcher gewesen sei. Richtigerweise habe, da er einen 

Rückfall zum Unfall vom 29. April 2008 erlitten habe, die Bemessung des 

Taggeldes nach Art. 23 Abs. 8 UVV zu erfolgen. (vgl. Beschwerde S. 11 f.). 

Er sei bereits in den Vorjahren auf projektbezogener Basis während 

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mehrerer Jahre bei der B._____ GmbH angestellt gewesen. Es sei zudem 

vorgesehen gewesen, dass er ab 2020 eine Festanstellung für das ganze 

Jahr annehmen würde, wobei der Rückfall Ende 2019 dazwischen gekom-

men sei. Der unbefristete Vertrag mit der B._____ GmbH sei aber bis heute 

nicht gekündigt worden (vgl. Beschwerde S. 4, 9). Für die Bemessung des 

Taggelds sei der letzte vor dem Unfall bezogene Lohn im konkret ausge-

übten Arbeitsverhältnis massgebend und eine Umrechnung auf die mut-

massliche Dauer des Arbeitsverhältnisses sei gemäss der Grundregel von 

Art. 15 Abs. 2 UVG nicht statthaft. Weder eine Befristung des Arbeitsver-

hältnisses noch dessen Auflösung würden entscheidende Faktoren für die 

Bemessung des Taggeldes darstellen (vgl. Beschwerde S. 6, 9). Es sei vor-

liegend weder von einer unregelmässigen Erwerbstätigkeit noch von einer 

Befristung des Arbeitsverhältnisses oder von Lohnschwankungen auszu-

gehen (vgl. Beschwerde S. 8, 10 f.). Sowohl der klare Wortlaut des Geset-

zes als auch die höchstrichterliche Rechtsprechung sowie die Rechtslitera-

tur würden gegen die Anwendung von Art. 23 Abs. 3 UVV auf den vorlie-

genden Fall sprechen (vgl. Beschwerde S. 10). Die Taggeldabrechnung 

müsse in Anwendung von Art. 15 Abs. 2 UVG i.V.m. Art. 22 Abs. 3 UVV 

und Art. 23 Abs. 8 UVV auf dem unmittelbar vor dem Rückfall bezogenen 

Lohn im Dezember 2019 basieren. Dieser habe gemäss Lohnabrechnung 

der B._____ GmbH per Dezember 2019 Fr. 8'775.00 betragen (vgl. Be-

schwerde S. 11 f.). Damit ergebe sich ein Taggeldansatz von Fr. 230.80 

(vgl. Beschwerde S. 13). 

 

3.3. 

Art. 23 Abs. 3 UVV, wonach für die Berechnung des Taggeldes auf einen 

angemessenen Durchschnittslohn abgestellt wird, wenn der Versicherte 

keine regelmässige Erwerbstätigkeit ausübt oder sein Lohn starken 

Schwankungen unterliegt (vgl. E. 2.2.), soll nur dann einen Ausgleich von 

Lohnschwankungen innerhalb eines Arbeitsverhältnisses schaffen, wenn 

im konkreten Arbeitsverhältnis die Kriterien der unregelmässigen Erwerbs-

tätigkeit und der starken Lohnschwankungen erfüllt sind. Diese beurteilen 

sich nicht aufgrund des beruflichen Werdegangs der versicherten Person 

vor Antritt des Arbeitsverhältnisses, in welchem diese bis zum Unfallzeit-

punkt stand, sondern anhand der Gegebenheiten des den obligatorischen 

Unfallversicherungsschutz bedingenden Arbeitsverhältnisses (BGE 139 

V 464 E. 4.2 ff. S. 470 f.). Die beiden Kriterien "unregelmässige Erwerbstä-

tigkeit" und "starke Lohnschwankungen" sind damit erfüllt, wenn sie sich im 

Arbeitsverhältnis verwirklicht haben, in welchem die versicherte Person im 

Unfallzeitpunkt stand (BGE 139 V 464 E. 2.4 S. 468). 

 

Im Zeitpunkt des mit Schadenmeldung vom 13. Februar 2020 gemeldeten 

Stolpersturzes vom 19. Dezember 2019 (VB 305) bzw. des Rückfalls zum 

Unfall vom 29. April 2008 (vgl. VB 21; VB 315 S. 5) stand der Beschwerde-

führer in einem auf einem mündlich abgeschlossenen Arbeitsvertrag basie-

renden, von November 2019 bis März 2020 befristeten (ursprünglich 

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befristet bis Ende Januar 2020, verlängert bis Ende März 2020; VB 60 S. 2), 

projektbezogenen Arbeitsverhältnis mit der B._____ GmbH (VB 60 S. 2). 

Zwar war der Beschwerdeführer bereits zuvor in den Jahren 2015, 2017 

und 2018 jeweils in den Wintermonaten bei der B._____ GmbH angestellt 

gewesen. Dabei handelte es sich jedoch, wie auch beim vorliegend mass-

gebenden Arbeitsverhältnis, jeweils um mündlich vereinbarte, projektbezo-

gene, befristete Arbeitseinsätze (VB 97 S. 1; 143 S. 10, 16; 163 S. 5; 

VB 219 S. 1; 403 S. 6). 

 

Betreffend das vom 1. November 2019 bis März 2020 befristete (VB 60 

S. 2) Arbeitsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der B._____ 

GmbH waren ausweislich der Akten ein Beschäftigungsgrad von 100 % bei 

einer Arbeitszeit von 42 Stunden pro Woche (VB 33 S. 1; 305) und ein 

Stundenlohn von Fr. 50.00 (mündlich) vereinbart worden (143 S. 8; VB 219 

S. 1; 305). Der Beschwerdeführer hat sich damit verpflichtet, zu einem fixen 

Stundenlohn während einer bestimmten Zeitdauer in einem festgelegten 

Pensum projektbezogen bei der B._____ GmbH zu arbeiten. Damit liegt 

kein Fall eines Lohnes vor, der starken Schwankungen unterworfen ist, 

denn der Stundenansatz und die tägliche Arbeitsdauer sind im Voraus fest-

gelegt worden und unterlagen höchstens alltäglichen Schwankungen hin-

sichtlich der täglichen Arbeitszeit (vgl. Arbeitsnachweise der Monate No-

vember und Dezember 2019 VB 143 S. 12 f.), ohne dass das Entgelt ab-

hängig von externen Faktoren gewesen wäre (vgl. BGE 139 V 464 E. 4.5 

S. 472; Urteil des Eidgenössisches Versicherungsgericht U 152/04 vom 

20. September 2005 E. 2.4.2). 

 

Es bleibt damit zu prüfen, ob der Tatbestand der unregelmässigen Er-

werbstätigkeit erfüllt ist. Weder das UVG noch die dazugehörende Verord-

nung umschreiben den Begriff "keine regelmässige Erwerbstätigkeit" von 

Art. 23 Abs. 3 UVV. Gemäss Literatur fallen darunter beispielsweise  

Studenten, die neben dem Studium oder während den Ferien ab und zu 

erwerbstätig sind, Hausfrauen, die nur aushilfsweise bei einem Arbeitgeber 

tätig werden, beschränkte Einsätze von Arbeitnehmern, die im Stundenlohn 

oder für eine Aufgabe bezahlt werden, wie Lehrer und Vertreter oder Ver-

treter mit provisionsabhängigem Verdienst. Nach der Rechtsprechung  

haben als unregelmässig beschäftigt jene Versicherten zu gelten, die über 

eine gewisse Zeitspanne keine gleichbleibende durchschnittliche Arbeits-

zeit (oder Lohn bei Entschädigung auf Provisionsbasis) aufweisen 

(BGE 139 V 464 E. 2.5 S. 469 mit Hinweisen; vgl. auch NABOLD, Recht-

sprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesge-

setz über die Unfallversicherung, 5. Aufl. 2024, S. 115 f.). 

 

Nichts deutet darauf hin, dass mit Bezug auf das im Zeitpunkt des am 

19. Dezember 2019 erlittenen Rückfalls zum Unfall vom 29. April 2008 be-

standene Arbeitsverhältnis zwischen dem Beschwerdeführer und der 

B._____ GmbH im Vollzeitpensum die Merkmale, die für die Annahme 

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einer Regelmässigkeit der Erwerbstätigkeit erforderlich sind, nicht erfüllt 

gewesen wären. Denn aufgrund der Akten ergeben sich keine Hinweise für 

eine Tätigkeit entsprechend dem Bedarf des Arbeitgebers (z.B. Arbeit auf 

Abruf) oder aufgrund der Disponibilität des Versicherten im Sinne einer in 

zeitlicher Hinsicht variablen, unregelmässigen Aushilfs- oder Gelegenheits-

arbeit (vgl. BGE 139 V 464 E. 4.5 S. 472). Vorliegend ist ermessensweise 

davon ausgehen, dass sich die schwankende tägliche Arbeitszeit (vgl. Ar-

beitsnachweise für die Monate November und Dezember 2019: VB 143 

S. 12 f.; Lohnabrechnungen und Angaben der B._____ GmbH dazu: VB 64; 

66 S. 3; 65 S. 1; 69 S. 1; 191 S. 50) ohne Rückfall durchschnittlich auf die 

mündlich vereinbarte Wochenarbeitszeit von 42 Stunden (VB 33 S. 1; 305) 

eingependelt hätte. Bei einem auf fünf Monate befristeten Arbeitseinsatz 

(VB 60 S. 2) ist sodann auch nicht von einer für nur kurze Zeit bestimmte 

Arbeit auszugehen (vgl. e contrario Urteil des Eidgenössisches Versiche-

rungsgericht U 152/04 vom 20. September 2005 E. 2.4.3). Zudem ist darauf 

hinzuweisen, dass weder eine Befristung des Arbeitsverhältnisses noch 

dessen Auflösung entscheidende Faktoren bei der Bemessung des Tag-

geldes darstellen (vgl. BGE 139 V 464 E. 4.4 S. 472). Zusammenfassend 

ergibt sich damit, dass der Beschwerdeführer auch nicht als im Zeitpunkt 

des Rückfalls unregelmässig Beschäftigter qualifiziert werden kann, wes-

halb das Abstellen auf einen angemessenen Durchschnittslohn pro Tag im 

Sinne von Art. 23 Abs. 3 UVV entgegen der Beschwerdegegnerin nicht in 

Frage kommt. 

 

3.4. 

3.4.1. 

Der Beschwerdeführer hielt sich nach eigenen Angaben wegen Heu-

schnupfens jeweils von Frühling bis spät in den Sommer in S._____ auf 

(VB 112 S. 1) und war daher in den in den Jahren 2015, 2017 und 2018 

sowie 2019 und 2020 jeweils ausschliesslich in den Wintermonaten bei der 

Plastservice angestellt (VB 143 S. 10, 16; 163 S. 5; VB 219 S. 1). Unab-

hängig davon, ob seine Anstellung bei der B._____ GmbH von November 

2019 bis März 2020  als Saisonbeschäftigung zu qualifizieren ist und damit 

allenfalls Art. 23 Abs. 4 i.V.m. Art. 22 Abs. 3 UVV Anwendung fände oder 

ob aufgrund des Rückfalls vom 19. Dezember 2019 Art. 23 Abs. 8 UVV 

anzuwenden wäre, ist demnach der vor dem am 19. Dezember 2019 erlit-

tenen Stolpersturz bzw. dem Rückfall von diesem Datum bezogene Lohn 

für die Bemessung des Taggeldes massgebend (vgl. Art. 23 Abs. 4 i.V.m. 

Art. 22 Abs. 3 UVV und Art. 23 Abs. 8 UVV). Damit erübrigen sich diesbe-

zügliche Weiterungen. 

 

Der Taggeldbemessung ist daher der für das von November 2019 bis Ende 

März 2020 dauernde Arbeitsverhältnis mündlich vereinbarte Lohn bei der 

B._____ GmbH zugrunde zu legen (VB 219 S. 1; 305). Ausgehend von 

einem 100- Pensum mit 42 Wochenstunden und einem Stundenlohn von 

Fr. 50.00 (VB 33 S. 1; 219 S. 1; 305), ergibt sich damit ein versicherter 

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Jahresverdienst von Fr. 109'200.00 (42 x 52 x Fr. 50.00 = Fr. 109'200.00). 

Demnach ist das Taggeld auf Fr. 239.35 festzusetzen (Fr. 109'200.00 / 365 

x 80 % = Fr. 239.35; UVV Anhang 2). 

 

3.4.2. 

Was die beantragte Verpflichtung der Beschwerdegegnerin zur Leistung 

von Verzugszinsen auf dem nachzuzahlenden Taggeldbetrag anbelangt 

(vgl. Rechtsbegehren Ziff. 1), werden die Sozialversicherungen für ihre 

Leistungen nach Ablauf von 24 Monaten nach der Entstehung des An-

spruchs, frühestens aber 12 Monate nach dessen Geltendmachung, ver-

zugszinspflichtig, sofern die versicherte Person ihrer Mitwirkungspflicht 

vollumfänglich nachgekommen ist (Art. 26 Abs. 2 ATSG). Der Satz für den 

Verzugszins beträgt 5 Prozent im Jahr (Art. 7 Abs. 1 ATSV). 

 

Die Beschwerdegegnerin ist folglich zu verpflichten, ab dem 1. Oktober 

2022 auf den für die Zeit ab dem 1. Oktober 2020 nachzuzahlenden Tag-

geldleistungen für die einzelnen Monate Verzugszinsen von 5 % zu bezah-

len. 

 

4. 

4.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde gutzuheissen und der ange-

fochtene Einspracheentscheid vom 19. Juni 2024 aufzuheben. Der Be-

schwerdeführer hat betreffend den am 13. Februar 2020 gemeldeten Rück-

fall zum Unfall vom 29. April 2008 ab dem 1. Oktober 2020 Anspruch auf 

ein Taggeld der Beschwerdegegnerin in Höhe von Fr. 239.35 zuzüglich 

Verzugszins von 5 % ab dem 1. Oktober 2022 auf den für die einzelnen 

Monate geschuldeten Nachzahlungen. 

 

4.2. 

Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. fbis ATSG). 

 

4.3. 

4.3.1. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz seiner 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG). Diese sind 

der unentgeltlichen Rechtsvertreterin zu bezahlen. 

 

4.3.2. 

Die Rechtsvertreterin des Beschwerdeführers reichte am 22. März 2025 

eine Kostennote ein, die einen Zeitaufwand von 13.5 Stunden zu 

Fr. 250.00, Barauslagen von Fr. 62.00 und Mehrwertsteuer von Fr. 278.40, 

total somit Fr. 3'715.40, ausweist. 

 

 - 10 - 

 

 

4.3.3. 

Die Entschädigung im Beschwerdeverfahren vor dem Versicherungsge-

richt richtet sich nicht nach einem Stundentarif, sondern in erster Linie nach 

der Bedeutung und der Schwierigkeit des Falles (von Fr. 1'210.00 bis 

Fr. 14'740.00; § 8a Abs. 3 i.V.m. § 3 Abs. 1 lit. b AnwT). Praxisgemäss be-

trägt die Grundentschädigung in einem durchschnittlichen Beschwerdever-

fahren betreffend UVG innerhalb des genannten Tarifrahmens von § 3 

Abs. 1 lit. b AnwT Fr. 3'300.00. Mit dieser Grundentschädigung sind Akten-

studium, Instruktionen, rechtliche Abklärungen, Korrespondenz und Tele-

fonate sowie eine Rechtsschrift und die Teilnahme an einer behördlichen 

Verhandlung abgegolten. Hiervon erfolgt ein Abschlag gemäss § 6 Abs. 1 

AnwT von 10 % aufgrund der nicht durchgeführten Verhandlung 

(= Fr. 2'970.00). Sodann hatte die Rechtsvertreterin den Beschwerdeführer 

bereits im Verwaltungsverfahren vertreten und damit entsprechende Akten-

kenntnisse, was zu einem Abzug von 25 % führt (= Fr. 2'27.50, § 8 AnwT). 

Zum Honorar dazu kommen eine Spesenpauschale von 3 % sowie die ge-

setzliche Mehrwertsteuer. Es ergibt sich damit eine Entschädigung von ins-

gesamt gerundet Fr. 2'500.00 (inkl. Auslagen und MwSt.; vgl. § 8c AnwT). 

 

4.3.4. 

Die zuzusprechende reine Stundenentschädigung (Honorar ohne Spesen-

pauschale, zuzüglich MwSt.) beträgt nach dem Dargelegten Fr. 2'427.40, 

was bei einem Stundenansatz von Fr. 180.00 einem Aufwand von rund 

13.5 Stunden entspricht. Der von der Rechtsvertreterin geltend gemachte 

Aufwand beträgt 13.5 Stunden, womit eine weitere Überprüfung der Kos-

tennote nicht erforderlich ist. Rechtsprechungsgemäss hat es demnach mit 

der hiervor dargelegten Entschädigung von Fr 2'500.00 sein Bewenden 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_386/2020 vom 24. September 2020 

E. 4.1.3.; 8C_278/2020 vom 17. August 2020 E. 4.3.; 9C:321/2018 vom 

16. Oktober 2018 E. 6.2). 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird der Einspracheentscheid vom 

19. Juni 2024 aufgehoben. 

 

2. 

Der Beschwerdeführer hat betreffend den der Beschwerdegegnerin am 

13. Februar 2020 gemeldeten Rückfall zum Unfall vom 29. April 2008 ab 

dem 1. Oktober 2020 Anspruch auf ein Taggeld von Fr. 239.35 zuzüglich 

Verzugszins von 5 % ab dem 1. Oktober 2022 auf den für die einzelnen 

Monate geschuldeten Nachzahlungen. 

 

 - 11 - 

 

 

3. 

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 

4. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der unentgeltlichen Rechtsver-

treterin des Beschwerdeführers die Parteikosten in richterlich festgesetzter 

Höhe von Fr. 2'500.00 zu bezahlen. 

 

 
   

Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom sieb-

ten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli 

bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar 

(Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweis-

mittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Hän-

den hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 20. August 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Kathriner Fricker