# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 68b0e46b-015b-515e-91a0-64fb11c54355
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2005-04-12
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 12.04.2005 S 2005 20
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2005-20_2005-04-12.pdf

## Full Text

S 05 20

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 12. April 2005

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. …, geb. 22.09.1951, ist verheiratet und Vater dreier mittlerweile erwachsener 

Kinder (Jrg. 1972, 1975, 1982). Er ist … Staatsangehöriger und verfügt über 

die Niederlassungsbewilligung C. Seit der Einreise in die Schweiz im Mai 1974 

arbeitete er als Polier bei einer Baufirma auf der …, die ihn auch obligatorisch 

gegen eine allfällige Invalidität versichert hatte. Laut IK-Auszug 2002 erzielte 

der Versicherte bei jener Baufirma zwischen 1995-2000 ein Jahressalär von 

Fr. 63'007.-- im Schnitt (1995 Fr. 61'455.--; 1996 Fr. 62'617.--; 1997 Fr. 

61'973.--; 1998 Fr. 63'208.--; 1999 Fr. 63'745.-- und 2000 Fr. 65'044.--). Seit 

2001 litt der Versicherte zunehmend an Gefühllosigkeit in den Lenden mit 

Ausstrahlung in beide Kniegelenke, an Bewegungseinschränkungen mit 

starken Gliederschmerzen sowie vor allem an Rückenproblemen, die im 

Herbst 2001 operativ behandelt wurden. Im Februar 2002 meldete sich der 

Versicherte bei der Invalidenversicherung (IV-Stelle) Graubünden zum Bezug 

von IV-Leistungen für Erwachsene an.

2. Nach Durchführung weiterer Abklärungen über den Gesundheitszustand bzw. 

die medizinisch-theoretische Arbeitsfähigkeit und die wirtschaftliche 

Verwertbarkeit der Restarbeitfähigkeit des Gesuchstellers lehnte die IV-Stelle 

mit Verfügung vom 12. Januar 2004 das gestellte Rentenbegehren ab. Eine 

hiergegen erhobene Einsprache wies dieselbe Instanz – nach zusätzlichen 

Klinikabklärungen - mit Entscheid vom 11. Januar 2005 ab.

3. Dagegen liess der Einsprecher am 8. Februar 2005 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben, mit 

den Begehren um kostenfällige Aufhebung des angefochtenen 

Einspracheentscheids bzw. der ihm zugrunde liegenden Verfügung und 

Zusprechung einer IV-Vollrente. Überdies sei ihm die unentgeltliche 

Rechtspflege mit Anwalt … als Rechtsbeistand zu gewähren. Zur Begründung 

brachte er im Wesentlichen vor, dass die IV-Stelle auf eine zu optimistische 

Einschätzung seiner Restarbeitsfähigkeit abgestellt habe. Bei korrekter 

Würdigung der vorhandenen Arzt- und Klinikberichte wäre er (aus 

somatischen, psychiatrischen sowie neurologischen Gründen) als zu 100% 

arbeitsunfähig zu taxieren gewesen. Die von der Vorinstanz angeführten 

Verweisungstätigkeiten wären ihm nicht zumutbar gewesen, was ein 

gescheiterter Arbeitsversuch (vermittelt durch IV) klar gezeigt hätte. In einer 

geschützten Arbeitswerkstatt wäre er maximal noch zu 50% arbeitsfähig 

gewesen. Darüber hinaus wäre noch ein Leidensabzug von 25-30% 

gerechtfertigt gewesen, weshalb höchstens noch ein mutmassliches 

Invalideneinkommen (Einkommen trotz Behinderung) von Fr. 3'750.-- pro Jahr 

realistisch gewesen wäre. Ausgehend von einem Valideneinkommen für 2003 

(Einkommen ohne Einschränkungen) von über Fr. 60'000.-- hätte daraus eine 

enorme Erwerbseinbusse bzw. ein IV-Grad von weit über 66 2/3 % resultiert, 

womit ein Anspruch auf eine IV-Vollrente bestanden hätte. Das Gesuch um 

unentgeltliche Rechtspflege wurde mit dem Hinweis auf die Komplexität der 

Materie, die spärlichen Deutschkenntnisse des Versicherten sowie dessen 

prekäre Finanzlage begründet.

4. In ihrer Vernehmlassung beantragte die Vorinstanz (IV-Stelle) die Abweisung 

der Beschwerde. Entgegen der Behauptung des Beschwerdeführers seien die 

vorhandenen Arzt- und Klinikberichte, speziell das massgebliche Gutachten 

des ABI … vom 31.10.2003, korrekt und vollständig gewürdigt worden. Eine 

behinderungsgeeignete Tätigkeit sei ihm danach noch zu 100% zumutbar 

gewesen, weshalb auch die vorgeschlagenen Verweisungstätigkeiten 

realistisch gewesen seien. Ein Sonderabzug von 25-30% wäre nicht 

gerechtfertigt gewesen, da ein solcher weder mit Teilzeitarbeit noch mit 

arbeitsspezifischen Leiden begründet werden könnte. Dennoch habe sie 

einen Abzug von 10% beim Invalideneinkommen gewährt, womit den 

Einschränkungen bei der Auswahl der noch in Frage kommenden 

Ersatztätigkeiten (d.h. für körperliche leichte Arbeiten) genügend Rechnung 

getragen worden sei. Das Invalideneinkommen 2003 hätte sich daher auf Fr. 

52'856.55 (Fr. 58'729.50 x 0.9) belaufen, was bei einem unbestrittenen 

Valideneinkommen von Fr. 69'142.05 einen Erwerbsverlust von 16'285.50 

bzw. einen nicht rentenrelevanten IV-Grad von 23.55 % ergeben habe. Im 

Grundsatz gelte es noch festzuhalten, dass nicht die Berufsfähigkeit 

(Erfolglosigkeit bei Stellensuche wegen schlechter Ausbildung, 

fortgeschrittenen Alters), sondern die Erwerbsunfähigkeit (Unmöglichkeit der 

Verwertung der Restarbeitsfähigkeit) durch die IV-Stelle versichert sei. Der 

angefochtene Ablehnungsentscheid sei deshalb unverändert zu bestätigen.

5. Mit Eingabe vom 17. März 2005 teilte die Wohnsitzgemeinde des Versicherten 

dem Gericht mit, dass sie ihn und seine Ehefrau seit 1. Juli 2003 öffentlich-

rechtlich mit Fr. 3’035.95 bzw. ab März 2004 mit Fr. 2'410.70 pro Monat 

(bestehend aus: Grundbedarf I Fr. 1'277.35; Anteil Wohnungskosten Fr. 

1'133.35; zzgl. KK-Versicherungsprämien + Grundbedarf II) unterstütze, da er 

für den Lebensunterhalt nicht selbst aufkommen könnte. 

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. Die Vorinstanz hat die gesetzlichen Bestimmungen und Grundsätze zum 

Begriff der Invalidität (Art. 4 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG; BGE 116 V 249 E. 1b), 

zu den Voraussetzungen und zum Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 

Abs. 1 IVG) sowie zur Bemessung des Invaliditätsgrads bei erwerbstätigen 

Versicherten nach der Einkommensvergleichsmethode (Art. 16 ATSG; [aArt. 

28 Abs. 2 IVG]; vgl. BGE 128 V 30 E. 1, 104 V 136 f. E. 2a; AHI 2000 S. 309 

E. 1a) zutreffend dargelegt. Richtig wiedergegeben ist ferner die 

Rechtsprechung zur Verwendung von Tabellenlöhnen [Schweizerische 

Lohnstrukturerhebung] bei der Ermittlung des trotz Gesundheitsschädigung 

zumutbarerweise noch realisierbaren Einkommens (BGE 129 V 472 ff., 126 V 

76 f. E. 3b; AHI 2002 S. 67 E. 3b) und zum in diesem Zusammenhang 

gegebenenfalls vorzunehmenden behinderungsbedingten Leidensabzug 

(BGE 126 V 78 ff. E. 5; AHI 2002 S. 67 E. 4, 1999 S. 181 E. 3b). Dasselbe gilt 

für die Rechtsprechung zur Aufgabe des Arztes bei der Invaliditätsbemessung 

(BGE 125 V 261 f. E. 4) und zum Beweiswert ärztlicher Atteste und Gutachten 

(BGE 125 V 352 E. 3a; AHI 2000 S. 152 E. 2c). Darauf kann hier verwiesen 

werden.

2. a) Strittig und zu prüfen ist im konkreten Fall der massgebliche Invaliditätsgrad, 

wobei sich die Parteien im Wesentlichen bezüglich der medizinisch-

theoretischen Arbeitsfähigkeit (Gesundheitszustand) und des daraus trotz 

Behinderung noch erzielbaren Verdienstes (Höhe Invalideneinkommen) 

uneins geblieben sind. Folgende ärztlichen Befunde, Stellungnahmen und 

Klinikberichte sind vorliegend aktenkundig und für die Streitentscheidung von 

Bedeutung:

• Im Bericht vom 25.02.2002 des Hausarztes, Dr. … wurde dem 
Versicherten die Diagnose einer anhaltenden Rückenproblematik 
(chronisches lumbospondylogenes Schmerzsyndrom) trotz operativem 
Eingriff (St. n. Mikrodisektomie/Facettengelenksinfiltration L4/L5; 
Bandscheibenvorfall am 23.10.2001) gestellt, wobei ihm ab 14.06.01 bis 
auf weiteres eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit attestiert wurde. 
Ergänzend hielt er noch fest, dass der Patient zurzeit besonders keine 
Arbeiten „im Stehen“ oder der Notwendigkeit „des Hebens schwerer 
Gewichte“ verrichten könnte, was aber bei seiner bisherigen Tätigkeit als 
Maurer/Polier gerade der Fall wäre.

• Im Bericht des … (KSC) vom 10.04.2002 bestätigte der Neurologe Dr. … 
die Befunde des erwähnten Hausarztes, wobei er zur genaueren 
Ursachenforschung der Schmerzen noch eine „Elektrophysiologie“ in der 
Klinik … bzw. im Kantonsspital … anregte. Im später nachgereichten 
Bericht vom 13.08.2002 der Fachklinik für Orthopädie und Traumatologie 
… wurden erneut dieselben Diagnosen gestellt und weitere 
Untersuchungen beim Neurologen zur präzisen Festsetzung des 
Behinderungs-/Verletzungsgrads als sinnvoll und geboten beurteilt.

• Aus dem Abklärungsbericht vom 03.12.2002 des Kantonsspitals … (inkl. 
Elektrophysiologie-Berichte 05./06.08.2002) geht hervor, dass die 
klinisch-neurologische Untersuchung als auch die ausgedehnte 
neurophysiologische Zusatzuntersuchung keine Abnormitäten ergeben 
hätten. Ferner seien aus neurologischer Sicht auch keine Störungen auf 
psychisch-geistiger Ebene erkennbar. Die Beeinträchtigung auf rein 
körperlicher Ebene wurde – wegen der belastungsabhängig zunehmend 
lumbalen Rückenschmerzen - ohne neurologische Ausfälle auf 10% 
beziffert (als Polier noch zu 90% arbeitsfähig). In einer körperlich weniger 
anstrengenden Tätigkeit betrage die Arbeitsfähigkeit sogar wieder 100% 
(bei einem zumutbaren Arbeitspensum von 8 Stunden pro Tag).

• Im multifunktionalen Abklärungsbericht vom 31.10.2003 des ABI, …, 
kamen die Fachärzte (gez. für alle Gutachter: Dr. med. …) – unter 
Berücksichtigung aller bisherigen Befunde und Akten – zum Schluss, 
dass beim Untersuchten seit dem 14.06.2001 eine bleibende, volle 
Arbeitsunfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit (Polier/Bauarbeiter) 
bestünde. Körperlich leichte bis intermittierend mittelschwere, mässig 
adaptierte Tätigkeiten seien ihm dagegen ganztätig ohne 
Leistungseinschränkung (noch) zumutbar. Medizinische Massnahmen 
könnten der Erhaltung des Gesundheitszustands dienen. Berufliche 
Massnahmen im oben erwähnten Sinne (durch das RAV) seien zu 
evaluieren (vgl. Zusammenfassung S. 15).  

• Am 23.12.2003 bestätigte das ABI nochmals, dass der Versicherte in 
einer auf seine körperlichen Leiden (Probleme mit Rücken-/Gehapparat) 
gebührend Rücksicht nehmenden Ersatztätigkeit voll (ganztätig) einsatz- 
und arbeitsfähig wäre (100% arbeitsunfähig lediglich nach Operation im 
Herbst 01 während rund 6-12 Wochen).

• Im interdisziplinären Fachbericht der Klinik … vom 24.05.2004 (inkl. 
Spezialabklärungen vom 27.05.,07.06. und 09.06.04) wurden die bisher 
festgestellten Krankheitsbilder (Diagnosen) aus rheumatologischer, 
ergonomischer und psychosomatischer Sicht wie folgt bestätigt: Beim 
Patienten bestehe aktuell ein chronischer unspezifischer 
Rückenschmerz. Eine besondere Schmerzursache habe nicht objektiviert 
werden können. Die Gesamtumstände deuteten indes auf eine 
Symptomausweitung hin. Infolge Selbstlimitierung könne das physische 
funktionelle Leistungsmaximum nicht ermittelt werden. Aufgrund des 
invalidisierenden Verhaltens und der erheblichen Inkonsistenz bei den 
Abklärungstests könne davon ausgegangen werden, dass die 
Leistungsfähigkeit des Klienten deutlich höher sei als die von ihm 
demonstrierte Leistungs(un)fähigkeit. In ihrer gemeinsamen 
Schlussbeurteilung hielten die untersuchenden Fachleute (Dres. … 
[Rheumatologe], … [Psychiatrie/Psychosomatik] einschliesslich 
Physiotherapeutin … [Ergonomie]) fest, dass aus medizinisch-
theoretischer Sicht mindestens (noch) eine Teilarbeitsfähigkeit von 50% 
für leichte und wechselbelastende Arbeiten mit maximalen 
Gewichtsbelastungen bis 10 kg möglich und zumutbar sei. Wegen des 
Eigenverhaltens (Selbstprognose eines schweren Leidens; 
situationsspezifisch überzeichnete Beschwerdepräsentation; 
wahrscheinlich fehlende Beschäftigungsperspektiven auf dem 
gewöhnlichen Arbeitsmarkt) scheine indes keine Vermittelbarkeit mehr 
gegeben zu sein. Für die zuletzt ausgeübte Tätigkeit als Bauarbeiter 
bestehe hingegen definitiv eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit.

b) In Würdigung der soeben erwähnten Arzt-, Spital- und Klinikberichte ist das 

Gericht zur Überzeugung gelangt, dass keine triftigen Gründe bestehen, um 

nicht auf die einleuchtenden, widerspruchfreien und umfassenden 

Erkenntnisse/Schlussfolgerungen im IV-spezifischen ABI-Gutachten vom Okt. 

03 (inkl. Nachtrag vom Dez. 03) abzustellen, worin dem Beschwerdeführer in 

einer körperlich wenig anstrengenden, speziell den Rücken und den 

Gehapparat schonenden Tätigkeit weiterhin eine volle Arbeitsfähigkeit 

attestiert wurde. Zum selben Resultat ist zuvor schon das Kantonsspital … im 

Attest vom Dez. 02 gelangt. Was im später erstellten Klinikbericht … vom Mai 

04 vorgebracht wird, deckt sich weiter mit den bereits früher übereinstimmend 

ermittelten Diagnosen des Hausarztes vom Febr. 02, des KSC vom April 02 

sowie dem hier massgeblichen ABI-Gutachten. All jene Berichte gehen 

einhellig davon aus, dass dem Beschwerdeführer die bisher ausgeübte 

Tätigkeit als Polier/Bauarbeiter körperlich nicht mehr zumutbar sei. Im 

Gegensatz zum ABI-Gutachten (2003) bzw. Spitalbericht … (2002) ist im 

Klinikbericht … (2004) aber nur noch von einer Teilarbeitsfähigkeit (minimal 

50%) in einer leidensadäquaten Ersatztätigkeit die Rede. Der zuletzt 

genannten Beurteilung kann sich das Gericht indes nicht anschliessen. 

Abgesehen davon, dass im besagten Klinikbericht vom Mai 04 selbst keine 

neuen Krankheitsbilder diagnostiziert wurden, die im Vergleich zu allen 

bisherigen Befunden (Diagnosen) nicht bereits klinisch erfasst und seriös 

ausgewertet worden wären, trat seit Ende 03 objektiv auch keine 

nennenswerte Verschlechterung des Allgemeinzustands mehr ein. Allein die 

in Prozenten andere Gewichtung der sonst fast identisch festgestellten 

Rücken-/Bein-/Haltungsschäden durch die Spezialisten der Klinik … (Mai 04) 

vermag an der schlüssigen Gesamtbeurteilung des nur wenige Monate vorher 

verfassten ABI-Gutachtens (Okt./Dez. 03) vorliegend umso weniger etwas zu 

ändern, als selbst im letzten Bericht auf nicht objektivierbare (klinisch nicht 

erklärbare bzw. eben unspezifische) Rückenschmerzen erkannt wurde. 

Zudem wurde darin auch nicht angezweifelt, dass der Beschwerdeführer nicht 

an seine wirkliche Leistungsgrenze gegangen sei und deshalb der Grad der 

Arbeitsfähigkeit beträchtlich höher liegen könnte, als er vom Versicherten im 

Zuge der durchgeführten „Tests“ subjektiv zur Schau gestellt worden sei. 

Daraus folgt, dass die Gesamtwürdigung im ABI-Gutachten beweisrechtlich 

als zuverlässiger und aussagekräftiger angesehen werden darf. Im Ergebnis 

hat dies zur Konsequenz, dass die Vorinstanz mit Grund von einer 

medizinisch-theoretischen Arbeitsfähigkeit von 100% in einer körperlich 

leichten, den Rücken sowie die Beine schonenden Ersatztätigkeit ausging. In 

dieser Beziehung erweist sich die Beschwerde folglich als unbegründet.   

3. a) Was die wirtschaftlich verwertbare Restarbeitsfähigkeit und damit letztlich den 

als zu tief bezeichneten IV-Grad von 23.55% betrifft, gilt es zuerst 

klarzustellen, dass das festgesetzte Valideneinkommen von Fr. 69'142.-- 

(mutmassliches Jahressalär als gesunder Bauarbeiter mit Vollpensum für 

2003) ohne Zweifel korrekt ermittelt wurde. Jene Annahme deckt sich sowohl 

mit dem ordentlichen IK-Auszug 2002 für die repräsentativen Lohnperioden 

als Gesunder (Jahreslohn 1995-2000 im Schnitt Fr. 63'007.-- zzgl. Teuerung; 

vgl. Berechnungsblatt der IV-Stelle vom 11.12.2003) als auch mit den 

eingeholten Lohnauskünften der ehemaligen Arbeitgeberin vom 28.02.2002.  

b) Zu prüfen bleibt damit noch die Höhe des strittigen Invalideneinkommens 

(Verdienstmöglichkeit trotz Behinderung). Lehre und Praxis stellen dabei in 

erster Linie auf die erwerbliche Gesamtsituation im Berufsleben ab, in der eine 

versicherte Person steht. Übt sie nach Eintritt der Invalidität eine 

Erwerbstätigkeit aus, bei der besonders stabile Arbeitsverhältnisse herrschen 

und ist weiter anzunehmen, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsfähigkeit in 

zumutbarer Weise voll ausschöpft, und erscheint zudem das Einkommen aus 

der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn, gilt grundsätzlich 

der tatsächlich erzielte Verdienst als Invalidenlohn. Liegt indessen kein 

solches tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen vor, namentlich weil die 

versicherte Person nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder keine 

ihr an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so können 

wahlweise entweder Tabellenlöhne [LSE] oder Referenztätigkeiten [DAP] 

herangezogen werden (BGE 129 V 475). Wie dargetan, ist hier davon 

auszugehen, dass der Versicherte bezüglich einer behinderungsadäquaten 

Tätigkeit noch zu 100% arbeitsfähig ist. Die wirtschaftliche Verwertbarkeit 

einer in diesem Umfang zumutbaren Erwerbstätigkeit auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt ist ebenso zu bejahen, weil es dem Versicherten 

zumutbar und möglich ist, allenfalls auch ausserhalb der Wohnsitzgemeinde 

eine neue Stelle bzw. eine sogar noch vermehrt auf sein Körperleiden 

Rücksicht nehmende Stelle (im Sitzen mit der Möglichkeit von 

Positionswechseln: z.B. einfache Aufsichts- und Kontrollfunktionen; leichte 

Sortier-, Prüf- und Verpackungsaufgaben oder dgl.) zu suchen. Unter diesen 

Vorzeichen war die Vorinstanz aber nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet, 

wahlweise entweder auf die abstrakten LSE oder sonst eben auf konkrete 

Ersatztätigkeiten abzustellen. Wie aus dem angefochtenen 

Einspracheentscheid hervorgeht, entschied sich die Vorinstanz für den Beizug 

der LSE-Werte. Ausgehend von der Tabelle TA 1 der LSE 2002 des 

Bundesamtes für Statistik belief sich der Monatsbruttolohn (Zentralwert bei 40 

Std.-Woche) für Männer mit einfachen und repetitiven Tätigkeiten auf dem 

Privatsektor auf Fr. 4’557.--. Angepasst an die übliche wöchentliche 

Arbeitszeit von 41,7 Std. ergibt sich ein an sich erzielbares Monatssalär von 

Fr. 4'750.65 bzw. ein Jahressalär von Fr. 57'007.--. Abzüglich des von der 

Vorinstanz gewährten Leidensabzugs von 10% resultiert daraus stets noch 

eine Verdienstmöglichkeit trotz Behinderung von Fr. 4'275.60 im Monat resp. 

Fr. 51'307.-- im Jahr. Das bei der Ermittlung des IV-Grads angenommene 

Invalideneinkommen von Fr. 52'856.55 (Fr. 58'729.50 x 0.9) gibt somit zu 

keinen entscheidrelevanten Korrekturen oder ernsthaften Beanstandungen 

Anlass. 

c) Werden die beiden Einkommen (Validen-/Invalideneinkommen) einander 

gegenübergestellt, ergibt sich ein Minderverdienst von Fr. 17'835.--, was 

umgerechnet einem IV-Grad von maximal 25.8 % entspricht. Auf die 

Ausrichtung einer IV-Rente [erst ab 40%] bestand demnach kein gesetzlicher 

Anspruch, was im Ergebnis zur Bestätigung des angefochtenen 

Einspracheentscheids bzw. der ihm zugrunde liegenden Verfügung und somit 

zur Abweisung der Beschwerde führt. 

4. a) Gerichtskosten werden nicht erhoben, da das kantonale 

Beschwerdeverfahren nach Art. 61 lit. a ATSG und Art. 11 der grossrätlichen 

Verordnung über das Verfahren in Sozialversicherungsstreitsachen, ausser 

hier nicht zutreffender Ausnahmen, kostenlos ist. Eine aussergerichtliche 

Entschädigung an die Vorinstanz entfällt laut Art. 61 lit. g ATSG 

(Umkehrschluss).  

b) Dem Armenrechtsgesuch (inklusive professioneller Verbeiständung durch 

Rechtsanwalt Dr. …) wird gestützt auf Art. 61 lit. f ATSG und Art. 25 Abs. 4 

VGG (BR 370.100) entsprochen, nachdem aufgrund der öffentlichen 

Unterstützung der Wohnsitzgemeinde aktenkundig feststeht, dass der 

Beschwerdeführer seit Juli 03 offenkundig (finanziell) bedürftig ist und zudem 

auch nicht gesagt werden kann, dass die Beschwerde von Anfang an 

geradezu als völlig aussichtslos hätte beurteilt werden müssen. Das 

Rückforderungsrecht gemäss Art. 26 VGG bleibt jedoch ausdrücklich 

vorbehalten.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. a) … wird gestützt auf Art. 61 lit. f ATSG und Art. 25 Abs. 4 VGG die 

unentgeltliche Verbeiständung in der Person von Anwalt … gewährt.

b) Der Anwalt hat nach Abschluss des vorliegenden Verfahrens beim 

Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden seine Kostennote zur Prüfung 

und Zahlungsanweisung einzureichen (Tarif: 75% der Empfehlung gemäss 

geltenden Honoraransätzen des Bündner Anwaltsverbandes).

c) Sollten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers 

verbessern, so steht dem Kanton Graubünden das Rückforderungsrecht zu. 

Die dagegen an das Eidgenössische Versicherungsgericht erhobene 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde wurde am 11. November 2005 abgewiesen (I 478/05)