# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19b3fe35-7795-5a4b-84a7-70c3af8f8220
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-11-14
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 14.11.2025 D-3180/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-3180-2025_2025-11-14.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
   
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-3180/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 4 .  N o v e m b e r  2 0 2 5  

Besetzung 
 Einzelrichterin Susanne Bolz-Reimann, 

mit Zustimmung von Richter Kaspar Gerber,   

Gerichtsschreiberin Irina Wyss. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Türkei,  

c/o Unterkunft des Asylbereichs, (…) 

Beschwerdeführerin,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl und Wegweisung;  

Verfügung des SEM vom 31. März 2025 / N (…). 

 

 

 

D-3180/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Beschwerdeführerin, eine türkische Staatsangehörige, reiste am 4. Ok-

tober 2023 mit einem Visum in die Schweiz ein und stellte am 25. Oktober 

2023 ein Asylgesuch.  

B.  

Am 1. November 2023 fand die Personalienaufnahme und am 28. Novem-

ber 2023 die Anhörung statt.  

Die Beschwerdeführerin brachte vor, sie nach dem Gymnasium ein Fern-

studium der Rechtswissenschaften aufgenommen. Ihre Eltern und Ge-

schwister würden nach wie vor in der Türkei leben.  

Ihr Asylgesuch begründete sie damit, dass ihr Vater – ein ehemaliger Rich-

ter – einen Tag nach dem Putschversuch im Juli 2016 festgenommen und 

während 14 Monaten in Untersuchungshaft genommen worden sei. Da-

nach sei er zu sechs Jahren und drei Monaten Haftstrafe wegen Verbin-

dungen zur "Gülen-Bewegung" (wird in der Türkei unter dem Akronym 

"FETÖ" [Fethullah Terör Örgütü, Fethullah-Terrororganisation] als terroris-

tische Organisation betrachtet; Anmerkung des Gerichts) verurteilt worden. 

Die Türkei sei vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) 

wegen ungerechtfertigter Festnahme ihres Vaters zu einer Busse verurteilt 

worden. Das Verfahren sei zurzeit noch bei einem türkischen Kassations-

hof hängig. Ihr Vater arbeite nicht mehr beim Staat, sondern in einer Metz-

gerei. Wegen des Strafverfahrens hätten sich ihre Verwandten von ihrer 

Familie abgewandt.  

Weiter brachte die Beschwerdeführerin vor, ihr Partner studiere in der 

Schweiz, und sie habe ihn dreimal mit einem Visum besucht. Nach dem 

letzten Besuch sei nach ihrer Rückkehr in die Türkei ihre 18-jährige Mitbe-

wohnerin am frühen Morgen des 3. Oktober 2023 von einer Antiterrorein-

heit festgenommen und in Untersuchungshaft genommen worden. Dabei 

seien auch ihre Personalien und diejenigen ihrer anderen Mitbewohnerin 

aufgenommen und Fotografien von ihnen gemacht worden. Die Polizisten 

hätten ihr (der Beschwerdeführerin) aber mitgeteilt, dass dieser Vorfall 

nichts mit ihr zu tun habe und sie beruhigt sein könne. Am nächsten Mor-

gen sei sie, weil sie den weiteren Verlauf dieser Situation aus dem Ausland 

habe beobachten wollen, mit einem Visum in die Schweiz gereist. An-

schliessend habe sie erfahren, dass noch acht weitere Personen in Unter-

suchungshaft genommen worden seien. Zudem habe sie im Einvernahme- 

D-3180/2025 

Seite 3 

protokoll ihrer Mitbewohnerin gelesen, dass diese nach dem Besuch einer 

"FETÖ-Vorbereitungsschule" gefragt worden sei. Sie selbst habe zwischen 

2015 und 2016 ein solches Gymnasium besucht, was für die türkische Re-

gierung ein Vergehen darstelle. Sie befürchte, bei einer Rückkehr in die 

Türkei ebenfalls in Untersuchungshaft genommen zu werden und nach ih-

rer Schule gefragt zu werden. Zudem würde die Regierung verhindern wol-

len, dass sie ihr Studium fortsetze und Staatsanwältin oder Richterin 

werde.  

Als Beweismittel reichte die Beschwerdeführerin ein fremdsprachiges Do-

kument, welches sie als Einvernahmeprotokoll ihrer Mitbewohnerin be-

zeichnete, eine Immatrikulationsbestätigung, ein von ihr verfasstes Schrei-

ben sowie verschiedene Links zum Strafverfahren ihres Vaters ein.  

C.  

Am 5. Dezember 2023 teilte das SEM das Verfahren der Beschwerdefüh-

rerin dem erweiterten Verfahren zu.  

D.  

Mit Verfügung vom 31. März 2025 (eröffnet am 1. April 2025) stellte das 

SEM fest, dass die Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft nicht er-

fülle, lehnte ihr Asylgesuch ab, wies sie aus der Schweiz weg und ordnete 

den Wegweisungsvollzug an. 

E.  

Mit Eingabe vom 1. Mai 2025 erhob die Beschwerdeführerin gegen diese 

Verfügung Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht und beantragte, 

die Verfügung sei aufzuheben und es sei ihr unter Anerkennung der Flücht-

lingseigenschaft Asyl zu gewähren, eventualiter sei sie wegen Unzulässig-

keit, Unzumutbarkeit beziehungsweise Unmöglichkeit in der Schweiz vor-

läufig aufzunehmen, subeventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zu-

rückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Gewäh-

rung der unentgeltlichen Prozessführung inklusive Verzicht auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses und die Beiordnung eines amtlichen 

Rechtsbeistandes.  

Als Beweismittel reichte sie mehrere fremdsprachige Dokumente zu den 

Akten (ihren Angaben zufolge ein Bericht betreffend die Inhaftierung ihrer 

Mitbewohnerin und Unterlagen betreffend die Entlassung ihres Partners 

aus der türkischen Luftwaffe).  

 

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Seite 4 

F.  

Mit Verfügung vom 6. Juni 2025 forderte die Instruktionsrichterin die Be-

schwerdeführerin auf, innert Frist anzugeben, in welchem Bezug die ein-

gereichten Dokumente zu ihren eigenen Asylgründen stünden und eine ihr 

drohende Verfolgung belegen würden.  

G.  

Mit Eingabe vom 22. Juni 2025 machte die Beschwerdeführerin weitere 

Ausführungen zu ihrer Ausbildung, der Verhaftung ihrer Mitbewohnerin und 

der strafrechtlichen Verfolgung ihres Vaters. Zudem führte sie aus, dass sie 

ihren damaligen Partner mittlerweile geheiratet habe.  

H.  

Mit Zwischenverfügung vom 19. August 2025 wies die Instruktionsrichterin 

die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung und amt-

lichen Rechtsverbeiständung ab und forderte die Beschwerdeführerin auf, 

innert Frist einen Kostenvorschuss zu leisten. Dieser Aufforderung kam die 

Beschwerdeführerin fristgerecht nach. 

I.  

Nach Aktenlage hat die Beschwerdeführerin am 2. Juni 2025 den türki-

schen Staatsangehörigen B.______ geheiratet, der über eine Kurzaufent-

haltsbewilligung in der Schweiz verfügt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwer-

den gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG und entscheidet auf dem Gebiet 

des Asyls in der Regel – wie auch vorliegend – endgültig (Art. 105 AsylG 

[SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Die Beschwerdeführerin ist als 

Verfügungsadressatin zur Einreichung der Beschwerde legitimiert. Auf die 

frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 108 

Abs. 2 AsylG, Art. 48 und 52 Abs. 1 VwVG).  

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG, im Bereich des Aus-

länderrechts nach Art. 49 VwVG (vgl. BVGE 2014/26 E. 5).  

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Seite 5 

3.  

Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters beziehungsweise ei-

ner zweiten Richterin entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachste-

hend aufgezeigt wird, handelt es sich um ein solches Rechtsmittel, weshalb 

das Urteil nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG). 

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde auf die Durchführung eines 

Schriftenwechsels verzichtet. 

4.  

Vorweg ist festzustellen, dass der in den Rechtsbegehren gestellte Rück-

weisungsantrag nicht weiter begründet wurde. Die Beschwerdeführerin 

macht in der Beschwerde wiederholt geltend, dass die Feststellungen des 

SEM nicht korrekt seien, führt aber nicht aus, inwiefern dabei ein Verfah-

rensfehler vorliegen soll. Auch kann aus den Akten kein solcher erkannt 

werden. Dass das SEM den Sachverhalt anders würdigt als von der Be-

schwerdeführerin gefordert, spricht für sich noch nicht für eine Verletzung 

von Verfahrensvorschriften. Folglich ist der Rückweisungsantrag abzuwei-

sen.  

5.  

5.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

5.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

  

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Seite 6 

6.  

6.1 Das SEM erachtete die Vorbringen der Beschwerdeführerin als nicht 

asylbeachtlich. Die Beschwerdeführerin sei von dem von ihr geschilderten 

Vorfall – der Festnahme und dem Verhör ihrer Mitbewohnerin durch Poli-

zisten der Antiterroreinheit –, der sie zur Ausreise aus der Türkei und zur 

Asylantragstellung in der Schweiz bewegt habe, selbst nicht betroffen ge-

wesen. So habe sie in der Anhörung angegeben, die Polizisten hätten zwar 

ihre Mitbewohnerin verhaftet und in Untersuchungshaft genommen, hätten 

ihr – der Beschwerdeführerin – aber gleichzeitig versichert, dass die Sache 

nichts mit ihr zu tun habe und sie beruhigt sein könne. Demnach könne in 

diesen Ereignissen offensichtlich weder eine bereits erfolgte noch eine zu 

befürchtende Verfolgung erkannt werde. Abgesehen von ihrer familiären 

Vorgeschichte habe sie persönlich keine Vorfälle geschildert oder Schwie-

rigkeiten geltend gemacht, weshalb es auch zweifelhaft erscheine, dass 

sie ihre Reise in die Schweiz am nächsten Tag nach der Verhaftung ihrer 

Mitbewohnerin tatsächlich aufgrund deren Festnahme angetreten habe. 

Zudem habe sie weder für die Zeit zwischen ihrer Ausreise und ihrem Asyl-

gesuch noch bis zum Zeitpunkt der Verfügung des SEM weitere Angaben 

gemacht, Hinweise geliefert oder Beweismittel vorgelegt, die auf ein tat-

sächliches Verfolgungsinteresse der türkischen Behörden an ihrer Person 

schliessen liessen.  

Das Vorbringen, ihr Vater sei einen Tag nach dem Putschversuch aufgrund 

seiner beruflichen Tätigkeit als Richter festgenommen, für 14 Monate in 

Untersuchungshaft gesetzt und danach wegen vermeintlicher Verbindun-

gen zur FETÖ zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden, sei im 

Hinblick auf ihre eigene Verfolgungsgefahr nicht relevant. Sie habe keine 

Vorfälle oder Massnahmen geltend gemacht, wonach sie in diesem Zusam-

menhang jemals behelligt oder verfolgt worden wäre.  

Auch die von der Beschwerdeführerin eingereichten Beweismittel würden 

nichts an dieser Einschätzung ändern, zumal auch diesen keine Entwick-

lungen zu entnehmen seien, die auf ihr drohende Verfolgungsmassnah-

men hinweisen würden.  

6.2 In der Beschwerde machte die Beschwerdeführerin geltend, aus dem 

Bericht betreffend die Inhaftierung ihrer Mitbewohnerin sei ersichtlich, dass 

der Verhaftungsgrund nicht deren eigene Aktivitäten, sondern vielmehr die-

jenigen von früheren Mitbewohnerinnen gewesen seien. Aus diesem 

Grund könnte auch sie selbst ins Visier der Behörden geraten. Die der Mit-

bewohnerin gestellten Fragen nach Verbindungen zur FETÖ in der 

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Seite 7 

Verwandtschaft seien rechtswidrig. Weiter könne ihr Vater aufgrund des 

gegen ihn laufenden Prozesses seinem Beruf nicht mehr nachgehen. Zu-

dem sei ihr Partner als Offizier der türkischen Luftwaffe wegen angeblicher 

Verbindungen zur FETÖ entlassen worden, weshalb er beschlossen habe, 

sein Studium in der Schweiz fortzusetzen. Da sie selbst diese Möglichkeit 

nicht gehabt habe, habe sie innert kurzer Zeit eine Entscheidung treffen 

und in die Schweiz reisen müssen. Sie und ihr Partner wollten bald heira-

ten, und ein entsprechender Antrag sei beim zuständigen Zivilstandsamt 

hängig. Wenn sie zurückkehren müsste, würde dies einen unerträglichen 

psychischen Druck bei ihr hervorrufen.  

7.  

7.1 Die Vorinstanz ist in der angefochtenen Verfügung mit überzeugender 

Begründung zum Schluss gelangt, dass die Vorbringen der Beschwerde-

führerin den Anforderungen von Art. 3 AsylG an die Flüchtlingseigenschaft 

nicht standhalten. Die Beschwerdevorbringen sind insgesamt nicht geeig-

net, zu einer anderen Beurteilung zu führen. Zur Vermeidung von Wieder-

holungen kann daher mit den nachfolgenden Ergänzungen auf die zutref-

fenden Ausführungen der Vorinstanz in der angefochtenen Verfügung ver-

wiesen werden (vgl. oben E. 6.1, SEM-Akte A32 Ziff. II). 

7.2 Ergänzend ist festzuhalten, dass in den Unterlagen (Aussageprotokoll 

der Mitbewohnerin der Beschwerdeführerin und – auf Beschwerdeebene 

eingereicht – Dokumente ihres ehemaligen Partners und heutigen Ehe-

mannes betreffend Entlassung aus der türkischen Luftwaffe wegen angeb-

licher Beziehungen zur "FETÖ"), auf welche die Beschwerdeführerin in der 

Hauptsache ihre Asylgründe stützt, keinerlei Verbindungen zur Beschwer-

deführerin selbst ersichtlich sind. Die Dokumente betreffen ausschliesslich 

die Mitbewohnerin sowie den jetzigen Ehemann der Beschwerdeführerin; 

in den Akten lassen sich keinerlei Anhaltspunkte finden, dass die türki-

schen Behörden auch ein Interesse an der Beschwerdeführerin haben soll-

ten. Die Beschwerdeführerin hat denn auch auf Aufforderung der Instrukti-

onsrichterin nicht überzeugend darlegen können, inwiefern diese Doku-

mente eine persönlich gegen sie gerichtete Verfolgung aufzeigen sollten. 

Vielmehr hat sie in ihrer Eingabe vom 22. Juni 2025 ihre Aussagen in der 

Anhörung und in der Beschwerdeschrift wiederholt, ergänzende Ausfüh-

rungen zur strafrechtlichen Verfolgung ihrer Mitbewohnerin und ihres Va-

ters gemacht sowie auf die allgemeine Situation von Frauen in der Türkei 

und ihre Integration in der Schweiz hingewiesen. Des Weiteren hat sie in 

allgemeiner Weise den unbotmässigen Umgang von Mitgliedern der türki-

schen Polizei mit jungen Frauen und die Unterstellungen der türkischen 

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Seite 8 

Sicherheitsbehörden gegenüber Studierenden in Wohnheimen der FETÖ-

Gemeinschaft kritisiert. Diese Erläuterungen sind aber nicht geeignet, eine 

konkrete Gefährdung der Beschwerdeführerin zu begründen.  

7.3 Dasselbe gilt für die verlinkten Unterlagen betreffend das gegen den 

Vater der Beschwerdeführerin hängige Strafverfahren. Einerseits ist dieses 

Verfahren zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig abgeschlossen 

und dessen Ausgang noch offen. Somit ist noch unklar, ob der Vater wegen 

angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation überhaupt verurteilt 

oder aber freigesprochen wird. Andererseits sind den Akten auch keine 

Hinweise dafür zu entnehmen, dass aufgrund dieses Verfahrens für die üb-

rigen Familienmitgliedern ernsthafte Nachteile im Sinne des Asylgesetzes 

resultiert hätten. Auch das Vorbringen, die Verwandten der Beschwerde-

führerin hätten sich aufgrund der Anklage gegen ihren Vater von ihrer Fa-

milie abgewandt, vermag keine Asylrelevanz zu entfalten, wie auch die Vor- 

instanz in der angefochtenen Verfügung zu Recht erkannt hat.  

7.4 Die Befürchtungen der Beschwerdeführerin, sie könnte nach einer 

Rückkehr in die Türkei wie schon ihre Mitbewohnerin festgenommen wer-

den und die türkischen Behörden würden sie daran hindern, ihre Ausbil-

dung zu beenden und einem juristischen Beruf nachgehen zu können, be-

ruhen auf vagen Vermutungen (vgl. SEM-Akte A14 F24, F28 und F32). Ak-

tuell gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die türkischen Behörden nach 

ihr gesucht und beispielsweise bei Verwandten nach ihr gefragt oder ihr 

eine Vorladung zugestellt hätten. Das Vorbringen, die Polizei habe ihre Per-

sonalien aufgenommen und eine Fotografie von ihr erstellt, weshalb ihr – 

wie dies einer anderen jungen türkischen Frau geschehen sei (vgl. Beweis-

mittel SEM Nr. 5 mit Verweis auf einen Eintrag bei "Wikipedia") – eine Ver-

haftung drohe, vermag eine Gefährdung im Sinne des Asylgesetzes jeden-

falls nicht zu begründen. Schliesslich ist auch der Umstand zu berücksich-

tigen, dass die Beschwerdeführerin bislang ohne Weiteres jeweils mit gül-

tigen Visa aus der Türkei hat aus- und einreisen können. Nichts deutet da-

rauf hin, dass sie zu diesem Zeitpunkt von den Behörden als politisch un-

bequeme Person registriert worden wäre.  

7.5 Zusammenfassend gelingt es der Beschwerdeführerin nicht, ernsthafte 

Nachteile im Sinne des Asylgesetzes nachzuweisen oder glaubhaft zu ma-

chen. Bei dieser Aktenlage hat das SEM zu Recht ihre Flüchtlingseigen-

schaft verneint und ihr Asylgesuch abgewiesen.  

 

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Seite 9 

8.  

8.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an (Art. 44 AsylG).  

8.2 Die Beschwerdeführerin macht geltend, sie und ihr Partner, der über 

eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz verfüge, hätten geheiratet. Ge-

mäss den vorinstanzlichen Akten ist die Beschwerdeführerin am 2. Juni 

2025 mit B.______, geb. (…), die Ehe eingegangen.  

8.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts muss für die Berufung 

auf einen potenziell in Frage kommenden Bewilligungsanspruch nach 

Art. 8 EMRK ein intaktes und tatsächlich gelebtes Familienband zu nahen 

Verwandten (sogenannte Kernfamilie) bestehen, die über ein gefestigtes 

Anwesenheitsrecht in der Schweiz verfügen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.1, 

BGE 130 II 281 E. 3.1; EMARK 2005 Nr. 3 E. 3.1). Während eines laufen-

den Asylverfahrens sind dabei erhöhte Anforderungen an diese Kriterien 

zu stellen und der Bewilligungsanspruch muss „offensichtlich“ erscheinen 

(vgl. Art. 14 Abs. 1 AsylG; vgl. auch BVGE 2013/37 E. 4.4). Die im Asylver-

fahren angeordnete Wegweisung wird demzufolge praxisgemäss aufgeho-

ben, wenn ein potenzieller Anspruch gestützt auf Art. 8 EMRK vorfrage-

weise bejaht wird, die betroffene Person an die zuständige kantonale Aus-

länderbehörde ein Gesuch um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung ge-

richtet hat sowie dieses Gesuch noch hängig ist (vgl. BVGE 2013/37 

E. 4.4.2.2). 

8.4 Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine Aufenthalts- oder Nie-

derlassungsbewilligung noch über einen selbständigen Anspruch auf Ertei-

lung einer Aufenthaltsbewilligung. Es ist auch nicht aktenkundig, dass sie 

ein Gesuch um Erteilung einer solchen Bewilligung eingereicht hätte. Zwar 

verfügt ihr heutiger Ehemann in der Schweiz über eine gültige Kurzaufent-

haltsbewilligung. Dass die Beschwerdeführerin ein Gesuch bei der zustän-

digen Behörde um Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilligung auf-

grund dieser Familienverhältnisse eingereicht hätte, ist aber ebenfalls nicht 

ersichtlich. Damit sind die für die Berufung auf einen Bewilligungsanspruch 

nach Art. 8 EMRK verlangten Voraussetzungen nicht erfüllt. Es bleibt der 

Beschwerdeführerin jedoch unbenommen, nach Ergehen dieses Urteils ei-

nen allfälligen Anspruch auf Erteilung einer ausländerrechtlichen Bewilli-

gung mit einem entsprechenden Gesuch bei der zuständigen Behörde gel-

tend zu machen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet 

(Art. 44 AsylG; vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.).  

D-3180/2025 

Seite 10 

9.  

9.1 Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 

nicht möglich, so regelt das SEM das Anwesenheitsverhältnis nach den 

gesetzlichen Bestimmungen über die vorläufige Aufnahme (Art. 44 AsylG; 

Art. 83 Abs. 1 AIG [SR 142.20]). 

Beim Geltendmachen von Wegweisungsvollzugshindernissen gilt gemäss 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts der gleiche Beweisstandard wie bei 

der Prüfung der Flüchtlingseigenschaft; das heisst, sie sind zu beweisen, 

wenn der strikte Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft 

zu machen (vgl. BVGE 2011/24 E. 10.2 m.w.H.).  

9.2  

9.2.1 Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 

der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des Ausländers in den 

Heimat-, Herkunfts- oder einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 

AIG). So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land 

gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus einem 

Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder in dem sie Gefahr läuft, 

zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 5 Abs. 1 

AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 1951 über 

die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss Art. 25 

Abs. 3 BV, Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen 

Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behand-

lung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu Art. 3 EMRK darf nie-

mand der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Be-

handlung unterworfen werden. 

9.2.2 Die Vorinstanz wies in ihrer angefochtenen Verfügung zutreffend da-

rauf hin, dass das Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non-Refoulement nur 

Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es der 

Beschwerdeführerin nicht gelungen ist, eine asylrechtlich erhebliche Ge-

fährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der in Art. 5 

AsylG verankerte Grundsatz der Nichtrückschiebung im vorliegenden Ver-

fahren keine Anwendung finden. Eine Rückkehr der Beschwerdeführerin in 

den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmäs-

sig. 

9.2.3 Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerde- 

führerin noch aus den Akten Anhaltspunkte dafür, dass sie für den Fall ei-

ner Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrschein- 

D-3180/2025 

Seite 11 

lichkeit einer nach Art. 3 EMRK oder Art. 1 FoK verbotenen Strafe oder Be-

handlung ausgesetzt wäre. Gemäss der Praxis des Europäischen Ge-

richtshofes für Menschenrechte (EGMR) sowie jener des UN-Anti-Folter-

ausschusses müsste die Beschwerdeführerin eine konkrete Gefahr ("real 

risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr im Fall einer Rückschie-

bung Folter oder unmenschliche Behandlung drohen würde (vgl. Urteil des 

EGMR Saadi gegen Italien vom 28. Februar 2008, Grosse Kammer 

37201/06, §§ 124–127 m.w.H.). Nach den vorstehenden Ausführungen ge-

lingt ihr das nicht. Auch die allgemeine Menschenrechtssituation im Hei-

matstaat lässt den Wegweisungsvollzug zum heutigen Zeitpunkt nicht als 

unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der Wegwei-

sung sowohl im Sinne der asyl- als auch der völkerrechtlichen Bestimmun-

gen zulässig. 

9.3  

9.3.1 Gemäss Art. 83 Abs. 4 AIG kann der Vollzug für Ausländerinnen und 

Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat- oder Herkunftsstaat auf-

grund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und me-

dizinischer Notlage konkret gefährdet sind. Wird eine konkrete Gefährdung 

festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 83 Abs. 7 AIG – die vorläufige 

Aufnahme zu gewähren. 

9.3.2 Auch unter Berücksichtigung der Entwicklungen in der Türkei im 

Nachgang des Putschversuchs vom Juli 2016 sowie der Ereignisse in jün-

gerer Zeit, etwa dem schweren Erdbeben im Februar 2023, den Protesten 

nach der Verhaftung des Oberbürgermeisters von Istanbul – der als Her-

ausforderer von Präsident Erdogan für die nächsten Wahlen gilt – oder der 

im Frühjahr bekannt gegebenen Auflösung der PKK, ist nicht von einer lan-

desweiten Situation allgemeiner Gewalt oder bürgerkriegsähnlichen Ver-

hältnissen auf dem türkischen Staatsgebiet auszugehen, auch nicht für An-

gehörige der kurdischen Ethnie (vgl. Referenzurteil E-4103/2024 E. 13.2 

m.w.H.; Urteil des BVGer E-3991/2020 vom 6. Mai 2025 E. 9.3.2). Eine 

generelle Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung in die Türkei ist 

demnach nicht anzunehmen.  

9.3.3 Zudem lassen auch keine individuellen Gründe wirtschaftlicher oder 

sozialer Natur auf eine konkrete Gefährdung der Beschwerdeführerin in ih-

rem Heimatstaat schliessen. Sie ist jung, gesund, verfügt über einen Gym-

nasialabschluss und hat ein Jurastudium begonnen. Sie hat in der Türkei 

ein familiäres Beziehungsnetz und stammt aus einer eher wohlhabenden 

Akademikerfamilie. Beide Elternteile sind berufstätig – auch wenn der Vater 

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Seite 12 

zurzeit nicht mehr als Richter arbeiten kann. Somit ist nicht anzunehmen, 

dass sie bei der Rückkehr in ihren Heimatstaat in eine existenzbedrohende 

Situation gerät. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich demnach auch 

als zumutbar.  

9.4 Schliesslich obliegt es der Beschwerdeführerin, sich bei der zuständi-

gen Vertretung des Heimatstaates die für eine Rückkehr notwendigen Rei-

sedokumente zu beschaffen (vgl. Art. 47 Abs. 1 AsylG und dazu auch 

BVGE 2008/34 E. 12), weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als mög-

lich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AIG). 

9.5 Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Wegweisungsvollzug zu 

Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet. Eine Anordnung der 

vorläufigen Aufnahme fällt somit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1–4 AIG). 

10.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt und – soweit diesbezüglich überprüfbar – ange-

messen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

11.  

Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten der Beschwerde-

führerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1–3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die 

Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]). Der in selber Höhe geleistete Kostenvorschuss ist zur Be-

zahlung der Verfahrenskosten zu verwenden. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

D-3180/2025 

Seite 13 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden der Beschwerdeführerin aufer-

legt. Der in selber Höhe geleistete Kostenvorschuss wird zur Bezahlung 

der Verfahrenskosten verwendet.  

3.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Susanne Bolz-Reimann Irina Wyss 

 

 

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