# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 11310225-977c-5031-b25e-86382d971a9e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2012-02-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.02.2012 D-2295/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-2295-2011_2012-02-07.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­2295/2011/sed

U r t e i l   v om   7 .   F e b r u a r   2 0 1 2

Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz),
Richter Robert Galliker, 
Richter Hans Schürch;   
Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr.

Parteien A._______, geboren am (…),
Nepal,  
vertreten durch lic. iur. Thomas Zajac, Advokat, (…)
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 18. März 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Der  Beschwerdeführer  suchte  am  6. Oktober  2008  in  der  Schweiz  um 
Asyl nach.

A.a Im Rahmen der Erstbefragung im Empfangs­ und Verfahrenszentrum 
B._______ vom 22. Oktober 2008 und der Anhörung nach Art. 29 Abs. 1 
des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) durch das BFM 
vom 11. Dezember 2008 machte er  im Wesentlichen geltend, er gehöre 
dem  Volksstamm  der  C._______  an  und  sei  das  einzige  Kind  einer 
hinduistischen und eines buddhistischen C._______; er sei Hindu. Seinen 
Vater  habe  er  nie  gesehen  und  seine Mutter  sei  gestorben,  als  er  (…) 
Jahre  alt  gewesen  sei.  Im  Jahr  1989  habe  er  seinen  Geburtsort 
D._______  im Distrikt E._______ verlassen. Von 1990 bis 2008 habe er 
in  F._______  an  der  Grenze  zu  G._______  gelebt  und  dort  in  einem 
Gästehaus  als  (Beruf)  gearbeitet.  Er  habe  sich  vergeblich  um  die 
Ausstellung  nepalesischer Ausweispapiere  bemüht.  In  den  Jahren 1995 
und  1996  sei  er  zwei  Mal  erfolglos  in  das  Heimatdorf  seines  Vaters – 
H._______  im  E._______­Distrikt  –  gereist,  um  den  Namen  seines 
Grossvaters  ausfindig  zu  machen.  Er  habe  auch  in  D._______  und  im 
Distriktbüro  in  E._______  wegen  der  Ausstellung  von  Papieren 
vorgesprochen,  sei  jedoch  überall  aufgefordert  worden,  eine 
Familienurkunde  einzureichen.  Da  er  kein  solches  Dokument  habe 
vorweisen können, habe er keine Papiere erhalten. Deshalb habe er auch 
kein  Bankkonto  eröffnen  können.  Dies  sei  mühsam  gewesen,  da  er 
seinen Verdienst  so  immer zu Hause habe aufbewahren oder Kollegen, 
die über ein Bankkonto verfügt hätten, anvertrauen müssen. Im Jahr 2000 
(vgl. vorinstanzliche Akten A1 S. 3) beziehungsweise 2002  (vgl. A9 S. 9 
F89 und S. 13 F124) habe er eine aus D._______ stammende Buddhistin 
geheiratet. Sie hätten (drei Kinder). Er sei von seiner Ehefrau und deren 
Familie  geschlagen  und  beschimpft  worden.  Nach  der  Geburt  seines 
Sohnes am (Datum) habe er keinen Urlaub erhalten, da sein Chef krank 
gewesen  sei.  Seine  Ehefrau  habe  ihn  daraufhin  verlassen,  da  sie  ihn 
fälschlicherweise verdächtigt habe, mit einer anderen Frau ein Verhältnis 
zu  haben.  Er  habe  zwar  die Polizei  kontaktiert,  diese  habe  jedoch  kein 
Interesse  an  seinen  Problemen  gezeigt.  Mit  der  Hilfe  eines  (…) 
Geschäftsmanns,  den  er  im  Gästehaus  kennengelernt  habe,  habe  er 
versucht,  in  I._______  Identitätspapiere  zu  erhalten.  Er  sei  zwischen 
2001  und  2005  drei  Mal  dorthin  gereist.  Beim  ersten  Mal  sei  er  als 
buddhistischer Mönch verkleidet  gewesen.  In einem Büro  seien  ihm die 

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Fingerabdrücke genommen worden. Daraufhin  sei  ihm ein  (…) Ausweis 
ausgehändigt worden. Bei der zweiten Einreise im Jahr 2002 hätten ihm 
(…)  Beamte  den  Ausweis  aus  einem  ihm  unbekannten  Grund  jedoch 
wieder  abgenommen.  Im  Jahr  2005  sei  er  letztmals  nach  I._______ 
gereist. Da er ohne Identitätspapiere nach dem Bruch mit seiner Familie 
nicht  mehr  in  Nepal  habe  leben  können,  habe  er  sich  zur  Ausreise 
entschlossen.  Er  habe  Nepal  am  25. September  2008  in  Richtung 
G._______ verlassen. Von J._______ aus sei er am 29. September 2008 
mit  einem  gefälschten  nepalesischen  Pass  via  K._______  nach 
L._______ geflogen. Der Schlepper  habe  ihn dann mit  dem Auto  in die 
Schweiz gebracht.

A.b Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten 
des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten 
verwiesen (vgl. A1 und A9).

B. 
B.a Mit  Verfügung  vom  18. März  2011  –  eröffnet  am  22. März  2011 – 
stellte  das  BFM  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle.  Es  lehnte  das  Asylgesuch  ab  und 
ordnete die Wegweisung des Beschwerdeführers aus der Schweiz sowie 
den Wegweisungsvollzug an.

B.b  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG und  teilweise auch  jenen an 
die Glaubhaftigkeit  gemäss Art. 7  AsylG  nicht  stand. Die Vorbringen  im 
Zusammenhang mit der Papierlosigkeit seien asylrechtlich nicht relevant. 
Die  diesbezüglichen  Benachteiligungen  seien  die  Folge  gesetzlicher 
Bestimmungen, die eine grosse Anzahl Personen betreffe. Ein Leben  in 
Nepal werde dadurch nicht in unzumutbarer Weise erschwert. Hinsichtlich 
der  familiären Spannungen sei es nachvollziehbar, dass sich die Polizei 
nicht  in  jede  familiäre  Auseinandersetzung  einmische.  Es  lasse  sich 
daraus  jedoch  nicht  ableiten,  dass  der  Beschwerdeführer  bei  einer 
Eskalation  der  Situation  keine  angemessene  Unterstützung  erhalten 
hätte.  Es  seien  auch  keine  Anhaltspunkte  dafür  vorhanden,  dass  die 
Schikanen  seitens  der  Familie  der  Ehefrau  aus  asylrechtlich  relevanten 
Gründen  erfolgt  wären.  Abgesehen  davon  hätte  sich  der 
Beschwerdeführer  allfälligen  Übergriffen  mittels  Wohnsitznahme  an 
einem  anderen  Ort  in  Nepal  entziehen  können,  was  angesichts  seines 
überall ausübbaren Berufs auch realisierbar gewesen wäre. Er sei daher 

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nicht  auf  den  Schutz  der  Schweiz  angewiesen.  Im  Übrigen  bestünden 
beträchtliche  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers.  So  könne  ihm  das  Fehlen  nepalesischer 
Identitätspapiere  nicht  geglaubt werden.  Zwar  habe  eine  grosse Anzahl 
Nepalesen die  im  "Citizenship Act"  von 1964  festgelegten Kriterien zum 
Erwerb  der  nepalesischen  Staatsangehörigkeit  nicht  erfüllen  können, 
jedoch  sei  im  Jahr  2006  ein  neuer  "Citizenship  Act"  erlassen  worden, 
gemäss welchem jede Person, die vor Mitte April 1990 in Nepal geboren 
worden  sei  und  seither  dort  gelebt  habe,  als  Nepali  zu  gelten  habe. 
Entsprechende Anträge hätten bis zwei Jahre nach dem Inkrafttreten des 
besagten "Citizenship Acts" eingereicht werden können. Die Bevölkerung 
sei  darüber  in  allen  Distrikten  des  Landes  in  einer  grossangelegten 
Kampagne  informiert  worden.  Etwa  2,6 Millionen  Menschen  hätten  von 
dieser Möglichkeit Gebrauch  gemacht.  Aus  den Akten  gehe  indes  nicht 
hervor,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  dieser  für  ihn 
vorteilhaften  Bestimmungen  auch  um  den  Erhalt  der  nepalesischen 
Staatsangehörigkeit bemüht hätte. Diese Unterlassung entspreche jedoch 
nicht dem Verhalten einer Person, die unter der Schriftenlosigkeit gelitten 
habe.  Weiter  sei  nicht  einzusehen,  weshalb  die  Trennung  von  der 
Ehefrau  zu  einer  Einschränkung  seiner  Lebens­  und 
Aufenthaltsmöglichkeiten  hätte  führen  sollen,  habe  er  sich  doch  bereits 
von  1990  an  –  mithin  schon  zehn  Jahre  vor  der  Eheschliessung  –  an 
seinem  Arbeitsort  in  F._______  aufgehalten.  Der  Beschwerdeführer 
erfülle  deshalb  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht.  Das  Asylgesuch  sei 
abzulehnen und die Wegweisung anzuordnen. Der Wegweisungsvollzug 
sei zulässig, zumutbar und möglich. Der Kampf der Maoisten gegen die 
Regierung  und  den  König  sei  mit  dem  Friedensabkommen  vom 
21. November  2006  zu  Ende  gegangen  und  es  sei  eine 
Übergangsregierung  geschaffen  worden.  Zwar  sei  die  innenpolitische 
Situation  noch  nicht  stabil,  aber  die  Lage  habe  sich  seit  Einleitung  des 
Friedensprozesses  wesentlich  verändert.  Der  (…)  und  gesunde 
Beschwerdeführer  verfüge  mit  (Aufzählung  Verwandte)  in  D._______ 
über  ein  familiäres  Beziehungsnetz.  Zudem  sei  nach  achtzehnjähriger 
Berufstätigkeit  in  F._______  auch  dort  von  einem  tragfähigen  sozialen 
Netz auszugehen. 

C. 
C.a Mit  Eingabe  vom  19. April  2011  erhob  der  Beschwerdeführer  beim 
Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde,  worin  um  Aufhebung  der 
vorinstanzlichen  Verfügung  und  um  Gutheissung  des  Asylgesuchs, 
eventualiter um Gewährung vorübergehenden Schutzes, subeventualiter 

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um Rückweisung der Sache zur weiteren Sachverhaltsabklärung, ersucht 
wurde. 

C.b Der Beschwerdeführer  brachte  im Wesentlichen  vor,  er  sei  im  Jahr 
2009 zum Christentum konvertiert. Am (Datum) sei er getauft worden, wie 
der beiliegende Taufschein der "(…)" in B._______ belege. Als Konvertit 
habe  er  in Nepal mit  ernsthaften Nachteilen  im Sinne  von Art. 3  Abs. 2 
AsylG zu rechnen. Hindus würden keine Andersgläubigen dulden. Da die 
Konvertierung  als  Beleidigung  des  Hinduismus  betrachtet  werde, 
müssten  Konvertiten  mit  weit  stärkeren  Repressalien  rechnen  als 
ursprüngliche  Andersgläubige,  wie  der  beiliegende  Bericht  der 
Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte zeige. 

D. 
Mit  Eingabe  vom  26. April  2011  reichte  der  Beschwerdeführer  ein 
weiteres Bestätigungsschreiben der "(…)" in B._______ vom (Datum) ein. 

E. 
Mit  Zwischenverfügung  vom 26. April  2011  stellte  der  Instruktionsrichter 
fest,  dass  der  Beschwerdeführer  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der 
Schweiz  abwarten  könne.  Gleichzeitig  erhob  er  einen  Kostenvorschuss 
von  Fr. 600.–,  zahlbar  bis  zum  11. Mai  2011,  ansonsten  auf  die 
Beschwerde nicht eingetreten werde. 

F. 
Am 28. April 2011 wurde der Kostenvorschuss geleistet. 

G. 
In  seiner  Vernehmlassung  vom  3. Juni  2011  beantragte  das  BFM  die 
Abweisung  der  Beschwerde.  Diese  enthalte  keine  neuen  erheblichen 
Tatsachen  oder  Beweismittel,  die  eine  Änderung  seines  Standpunkts 
rechtfertigen  könnten.  Der  Beschwerdeführer  habe  den  Erwägungen  in 
der  angefochtenen  Verfügung  nichts  entgegenzusetzen.  Die  neu 
vorgebrachte  Konvertierung  zum  Christentum  vermöge  am  Entscheid 
vom 16. (recte 18.)  März 2011 nichts zu ändern. Es treffe zwar zu, dass 
Christen  in Nepal – wie Buddhisten und Muslime – eine Minorität seien, 
doch wachse  die  christliche Gemeinde  stetig. Wie  die  Angehörigen  der 
anderen  religiösen  Minderheiten  seien  auch  Christen  gewissen 
Anfechtungen und Benachteiligungen ausgesetzt, aber sie könnten ihren 
Glauben  frei ausüben. Allfällige Übergriffe extremistischer Hindus hätten 
in der Regel einen kriminellen Hintergrund. Die blosse Zugehörigkeit zum 

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Christentum sei nicht geeignet, eine Furcht vor asylrelevanter Verfolgung 
zu begründen. 

H. 
In  seiner  Replik  vom  20. Juli  2011  brachte  der  Beschwerdeführer  im 
Wesentlichen vor, Christen könnten  in Nepal  ihren Glauben keineswegs 
frei ausüben, ansonsten sie keinen Benachteiligungen und Anfechtungen 
ausgesetzt  wären.  Die  Vorinstanz  verkenne  zudem,  dass  es  einen 
erheblichen Unterschied mache, ob man seit jeher christlichen Glaubens 
sei,  oder  erst  später  konvertiert  sei.  Konvertiten  müssten  mit  massiver 
Unterdrückung,  Verfolgung  und  gar  Tötung  rechnen.  Seine  nächsten 
Angehörigen  und  Freunde  hätten  sich  teils  aus  religiösen Motiven,  teils 
aber  auch  aus  Angst  vor  den  Reaktionen  von  Hindus  von  ihm 
abgewendet.  Er  habe  als  Konvertit  begründete  Furcht  vor  ernsthaften 
Nachteilen, weshalb ihm Asyl zu gewähren sei. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM 
gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz 
des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende 
Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das 
Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 
vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 
Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht 
(Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer  hat  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen,  ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 

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(Art. 108  Abs. 1  AsylG  sowie  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 37  VGG  und 
Art. 48  Abs. 1  und  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  somit 
einzutreten. 

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  im  dem  sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit 
zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen 
Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete 
Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte 
Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder 
Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 
bewirken (Art. 3 AsylG). 

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).  Entscheidend  ist,  ob  eine  Gesamtwürdigung  der  Vorbringen 
ergibt,  dass  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen,  überwiegen  oder 
nicht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen] 
Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 1  E. 5  S. 4 
ff.). 

3.3.  Für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  ist  nicht  nur  der 
Zeitpunkt der Ausreise aus dem Heimatland, sondern auch die Situation 
im Zeitpunkt des Asylentscheids massgebend  (vgl. BVGE 2008/4 E. 5.4 
S. 38;  EMARK  2005  Nr. 18).  Wer  sich  darauf  beruft,  dass  durch  sein 
Verhalten  nach  der  Ausreise  eine  Gefährdungssituation  erst  geschafft 
worden  sei,  macht  subjektive  Nachfluchtgründe  geltend.  Sind  diese 

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nachgewiesen  oder  zumindest  glaubhaft  gemacht,  begründen  sie  zwar 
die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG,  führen  jedoch 
gemäss Art. 54 AsylG zum Ausschluss des Asyls, unabhängig davon, ob 
sie missbräuchlich oder nicht missbräuchlich gesetzt wurden. Stattdessen 
werden  Personen,  die  subjektive  Nachfluchtgründe  nachweisen  oder 
glaubhaft  machen  können,  als  Flüchtlinge  vorläufig  aufgenommen  (vgl. 
BVGE 2009/28 E. 7.1 S. 352). 

4. 
Das  BFM  erachtete  die  geltend  gemachten  Ausreisegründe  des 
Beschwerdeführers,  wonach  ihm  einerseits  die  Beschaffung 
nepalesischer  Ausweispapiere  nicht  möglich  gewesen  sei,  weshalb  er 
kein  Bankkonto  habe  eröffnen  können,  und  er  andererseits  nach  dem 
Bruch  mit  seiner  Ehefrau,  deren  Familie  ihn  schlecht  behandelt  habe, 
nicht mehr  in Nepal  habe  leben  können,  als  den Anforderungen  an  die 
Flüchtlingseigenschaft  gemäss Art. 3 AsylG und  teils  auch  jenen an die 
Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7  AsylG  nicht  genügend.  Dieser 
Einschätzung  ist  beizupflichten.  Zur  Vermeidung  von  Wiederholungen 
kann  vorab  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  in  der 
angefochtenen  Verfügung,  denen  der  Beschwerdeführer  in  den 
Rechtsmitteleingaben nichts entgegensetzte, verwiesen werden. 

4.1. Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geltend gemachten familiären 
Streitigkeiten ist festzustellen, dass eine Verfolgung durch nichtstaatliche 
Akteure grundsätzlich flüchtlingsrechtlich relevant sein kann, wenn es der 
betroffenen  Person  nicht  möglich  ist,  davor  im  Heimatstaat  adäquaten 
Schutz  zu  finden. Der  Schutz  ist  dann  als  ausreichend  zu  qualifizieren, 
wenn  die  betroffene  Person  effektiv  Zugang  zu  einer  funktionierenden 
Infrastruktur hat und ihr deren Inanspruchnahme zumutbar ist, wobei von 
einem  Staat  nicht  erwartet  werden  kann,  dass  er  jederzeit  präventiv  in 
alle  Lebensbereiche  seiner  Bürger  eingreifen  kann  (vgl.  EMARK  2006 
Nr. 18). Unabhängig von der Frage, ob in diesem Sinne eine begründete 
Furcht vor Verfolgung besteht, hängt die Flüchtlingseigenschaft davon ab, 
ob  der  geltend  gemachten Verfolgung  ein  flüchtlingsrechtlich  relevantes 
Motiv  gemäss  Art. 3  Abs. 1  AsylG  (Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe,  politische 
Anschauungen)  zugrunde  liegt.  Die  familiären  Probleme  des 
Beschwerdeführers vermögen keine asylrechtlich relevante Verfolgung im 
Sinne  von  Art. 3  AsylG  zu  begründen,  zumal  keine  Anhaltspunkte 
vorliegen, dass die Übergriffe von Seiten der Ehefrau und deren Familie 
(Beschimpfungen, Schläge) aus asylerheblichen Gründen gemäss Art. 3 

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Abs. 1  AsylG  erfolgt  wären.  Zudem  ist  für  die  Anerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft  nach  Lehre  und  Praxis  erforderlich,  dass  die 
asylsuchende  Person  ernsthafte  Nachteile  von  bestimmter  Intensität 
erlitten hat (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7 S. 193). Den Beschimpfungen 
und Schlägen fehlt es an der geforderten Intensität. Bei allfälligen schwer 
wiegenden  Übergriffen  stünde  dem  Beschwerdeführer  die  Möglichkeit 
offen, sich schutzsuchend an die nepalesischen Behörden zu wenden. Es 
liegen keine Hinweise vor, dass diese nicht fähig oder willens wären, bei 
schwerer  häuslicher  Gewalt  einzuschreiten.  Die  Asylrelevanz  dieser 
Verfolgungsvorbringen  ist  deshalb  zu  verneinen.  Aber  auch  mit  dem 
Verweis  auf  die  schwierige  Lage  papierloser  Nepalesen  vermag  der 
Beschwerdeführer den Anforderungen an eine asylbeachtlich begründete, 
individuelle  Verfolgung  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  nicht  zu  genügen. 
Unannehmlichkeiten  wie  die  Unmöglichkeit,  ein  Bankkonto  zu  eröffnen, 
stellen  keine  Nachteile  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  dar.  Zudem  ist  nicht 
ersichtlich,  weshalb  es  dem  Beschwerdeführer,  der  sich  in  den  Jahren 
1995  und  1996  vergeblich  um  die  Ausstellung  von  Identitätspapieren 
bemüht  habe,  nicht  zumutbar  gewesen  wäre,  ab  dem  Jahr  2006  die 
Registrierung  als  nepalesischer  Staatsangehöriger  gemäss  dem  für  ihn 
vorteilhaften  neuen  "Citizenship  Act"  von  2006  zu  beantragen. 
Schliesslich  sind  auch  keine  Gründe  erkennbar,  weshalb  die  Trennung 
von  der  Ehefrau  im  Jahr  2008  einen  weiteren  Verbleib  des 
Beschwerdeführers in Nepal verunmöglicht hätte, hat er doch bereits von 
1990 bis zur Ausreise  im September 2008 – mithin schon  lange vor der 
Eheschliessung und auch danach noch – ohne nennenswerte Probleme 
allein  in  F._______  gewohnt  und  gearbeitet.  Der  Beschwerdeführer 
konnte  mithin  für  den  Zeitpunkt  seiner  Ausreise  aus  Nepal  keine 
asylrechtlich relevante Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Das BFM hat das Asylgesuch damit in 
diesem Kontext zu Recht abgelehnt.

4.2. Auf Beschwerdeebene machte der Beschwerdeführer das Vorliegen 
subjektiver Nachfluchtgründe geltend, indem er vorbrachte, er sei im Jahr 
2009  zum  Christentum  konvertiert  und  müsse  deshalb  in  Nepal  mit 
ernsthaften Nachteilen  im Sinne von Art. 3 Abs. 2 AsylG rechnen. Es  ist 
mithin zu prüfen, ob der Beschwerdeführer aufgrund der  in der Schweiz 
erfolgten  Konvertierung  die  Voraussetzungen  für  die  Zuerkennung  der 
Flüchtlingseigenschaft erfüllt. 

4.2.1. Eine Person,  die  subjektive Nachfluchtgründe  geltend macht,  hat 
begründeten  Anlass  zur  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung,  wenn  der 

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Heimat­  oder Herkunftsstaat mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von den 
Aktivitäten  im  Ausland  erfahren  hat  und  die  Person  deshalb  bei  einer 
Rückkehr  in  flüchtlingsrechtlich  relevanter  Weise  im  Sinne  von  Art. 3 
AsylG  verfolgt  würde.  Die  Anforderungen  an  den  Nachweis  einer 
begründeten Furcht bleiben dabei massgeblich (Art. 3 und 7 AsylG). 

4.2.2.  Christen  stellen,  wie  Muslime  und  Buddhisten,  zwar  eine 
Minderheit  in  Nepal  dar  und  offensive Missionstätigkeiten  sind  verpönt, 
jedoch  reicht  die Zugehörigkeit  zu dieser Minderheit  für  sich allein nicht 
aus,  um  eine  tatsächliche Gefährdung  des  Beschwerdeführers  im  Falle 
einer  Rückkehr  als  wahrscheinlich  erscheinen  zu  lassen.  Das 
nepalesische  Parlament  hat  sich  nach  der  Entmachtung  des  Königs  im 
Frühling  2006 ausdrücklich  zum Säkularismus bekannt;  der Hinduismus 
ist  nicht  mehr  wie  früher  Staatsreligion.  Es  liegen  denn  auch  keine 
konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vor,  dass  der  Beschwerdeführer  als 
Mitglied der christlichen Glaubensgemeinschaft befürchten müsste, einer 
zukünftigen Verfolgung  seitens  der  nepalesischen Behörden  ausgesetzt 
zu  sein.  Es  müssten  konkrete  Anhaltspunkte  –  nicht  nur  die  abstrakte 
oder  rein  theoretische  Möglichkeit  –  dafür  vorliegen,  dass  der 
Beschwerdeführer mit der Konvertierung das Interesse auf sich gezogen 
hat, und dass deswegen ein reales Verfolgungsinteresse besteht. Dies ist 
nicht  der  Fall.  Es  kann  zwar  nicht  ausgeschlossen werden,  dass  er  bei 
einer  Rückkehr  bei  Bekanntwerden  des  Glaubenswechsels  im  privaten 
Bereich mit  Intoleranz  konfrontiert  sein  könnte,  jedoch  ist  aufgrund  des 
Gesagten  nicht  davon  auszugehen,  dass  die  Behörden  nicht  willens 
wären,  ihm  bei  allfälligen  Übergriffen  Schutz  zu  gewähren.  Nach  dem 
Gesagten  ist  das  Subeventualbegehren,  es  sei  das  Verfahren  infolge 
Vorliegens  eines  echten  Novums  zur  Sachverhaltsabklärung  und  zur 
erneuten  Befragung  des  Beschwerdeführers  zurückzuweisen, 
abzuweisen. 

4.2.3.  Der  Beschwerdeführer  erfüllt  damit  die  Voraussetzungen  für  die 
Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG auch unter 
dem  Aspekt  subjektiver  Nachfluchtgründe  gemäss  Art. 54  AsylG  nicht. 
Die Abweisung des Asylgesuchs erfolgte mithin zu Recht. 

5. 
Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 
verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 
Vollzug  an  (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer  verfügt weder 
über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen 

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Anspruch auf Erteilung einer  solchen. Die Wegweisung wurde daher  zu 
Recht angeordnet (vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 
S. 510). 

6. 
Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht 
möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den 
gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

6.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen 
der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in 
den Heimat­, Herkunfts­ oder  in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 
Abs. 3 AuG). 

6.1.1. Keine  Person  darf  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 
(Art. 5  Abs.1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom 
28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). 
Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen, 
die  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  respektive 
Art. 1A FK erfüllen. 

Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann 
das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen 
Rückschiebungsverbots  vorliegend  nicht  zur  Anwendung  gelangen.  Der 
Vollzug der Wegweisung nach Nepal ist demnach unter dem Aspekt von 
Art. 5 AsylG rechtmässig. 

6.1.2. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des 
Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom 
4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 
Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  in  einen  Staat 

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ausgeschafft  werden,  in  dem  ihm  Folter  oder  eine  andere  Art 
unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht. 

Weder  aus  den Aussagen  des Beschwerdeführers  noch  aus  den Akten 
ergeben  sich  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit 
einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder 
Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen 
Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­
Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete 
Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im 
Falle  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung 
drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil 
vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 ­ 127,  mit 
weiteren  Hinweisen).  Dies  ist  vorliegend  nicht  der  Fall.  Auch  die 
allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Nepal  lässt  den 
Wegweisungsvollzugs nicht als unzulässig erscheinen. 

6.2. Gemäss Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  der Wegweisung  für 
Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­ 
oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 
allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von 
Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren  (vgl. BVGE 
2009/51  E. 5.5  S. 748,  BVGE  2009/41  E. 7.1  S. 576  f.;  Botschaft  zum 
Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März 
2002, BBl 2002 3818). 

6.2.1. Nach  dem  Friedensabkommen  zwischen  der  Regierung  und  den 
Maoisten  vom 21. November  2006,  der Wahl  der  verfassungsgebenden 
Versammlung  vom  10. April  2008  und  der  Abschaffung  der  Monarchie 
und  Neugestaltung  des  Landes  als  Republik  durch  die 
verfassungsgebende  Versammlung  am  28. Mai  2008  ist  die  allgemeine 
Lage  in  Nepal  nicht  von  kriegerischen  Auseinandersetzungen  oder 
allgemeiner Gewalt  gezeichnet,  aufgrund derer die Bevölkerung konkret 
gefährdet  wäre  und  eine  Rückführung  dorthin  als  generell  unzumutbar 
betrachtet werden müsste. 

6.2.2. In den Akten finden sich auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür, 
dass  der  Beschwerdeführer  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher, 
sozialer  oder  gesundheitlicher  Natur  bei  einer  Rückkehr  nach  Nepal  in 

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eine  existenzbedrohende  Situation  geraten  würde.  Der  –  soweit 
aktenkundig – gesunde Beschwerdeführer hat bis zu seiner Ausreise  im 
September  2008  immer  in  Nepal  gelebt  und  ist  somit  mit  den  dortigen 
Verhältnissen  bestens  vertraut.  Er  verfügt  im  Heimatland  über 
Angehörige  ([Aufzählung  Verwandte]  in  D._______)  und  einen  breiten 
Freundeskreis  (vgl.  A9  S. 7  F59).  Zudem  bilden  die  langjährige 
Berufserfahrung als (Beruf) in einem Gästehaus in F._______ und die in 
der  Schweiz  gewonnenen  Erfahrungen  im  (Gewerbe)  gute 
Voraussetzungen  für  einen  Wiedereinstieg  in  den  heimatlichen 
Arbeitsmarkt.  Es  ist  somit  nicht  davon  auszugehen,  der 
Beschwerdeführer  würde  bei  einer  Rückkehr  nach  Nepal  in  eine  seine 
Existenz vernichtende Situation geraten, die als konkrete Gefährdung im 
Sinne der zu beachtenden Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 
AuG). 

6.2.3. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich daher  in genereller und 
individueller Hinsicht als zumutbar. 

6.3. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, bei der Beschaffung 
allenfalls  benötigter  Reisepapiere mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4  AsylG;  vgl. 
dazu  auch  BVGE  2008/34  E. 12  S. 513  f.),  weshalb  der  Vollzug  der 
Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 

6.4.  Der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisungsvollzug  ist  zu 
bestätigen  und  eine  Anordnung  er  vorläufigen  Aufnahme  des 
Beschwerdeführers fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1 ­ 4 AuG). 

7. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt,  dass  die  angefochtene  Verfügung 
Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 
vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die 
Beschwerde ist somit abzuweisen. 

8. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dessen  Kosten  dem 
Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Sie  sind 
auf  Fr. 600.–  festzusetzen  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar 
2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  und  mit  dem  in 
gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen. 

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt.  Sie  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe  geleisteten 
Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 

3. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Martin Zoller Susanne Burgherr

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