# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** df72ab7c-3310-5b44-bbb8-f5bebb92a120
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2011-11-15
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 15.11.2011 I/1-2011/38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_I-1-2011-38_2011-11-15.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: I/1-2011/38

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Abgaben und öffentliche Dienstpflichten

Publikationsdatum: 15.11.2011

Entscheiddatum: 15.11.2011

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 15.11.2011
Art. 13 Abs. 1 StG (sGS 811.1). Die Steuerbehörde nahm zu Recht einen 
steuerrechtlichen Wohnsitz im Kanton St. Gallen an, da die geltend 
gemachte Beibehaltung des Lebensmittelpunktes im Kanton Graubünden 
bei einem alleinstehenden unselbständig tätigen Mann, der im Kanton St. 
Gallen nach dem Studium an einer Fachhochschule in einer 3 ½ Zimmer 
Wohnung lebte und am Wohnort der Eltern nicht über eine eigene Wohnung 
verfügte, nicht nachgewiesen wurde (Verwaltungsrekurskommission, 
Abteilung I/1, 15. November 2011, I/1-2011/38).

Präsident Thomas Vögeli, Mitglieder Fritz Buchschacher und Markus Frei; a.o. 

Gerichtsschreiber Thomas Kern

X, Rekurrent,

vertreten durch M Treuhand AG,

gegen

Kantonales Steueramt, Davidstrasse 41, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

betreffend

Steuerpflicht 2009

Sachverhalt:

A.- X (Jahrgang 1980), ledig, meldete sich von seinem Wohnort A GR herkommend per 

1. Oktober 2008 als Wochenaufenthalter in der Gemeinde B SG an. In B bewohnt er 

eine gemietete 3½-Zimmer-Attikawohnung (Mietzins Fr. 1'470.--/Mt.).

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Im Formular "Erklärung zum Wochenaufenthalt" vom 11. November 2010 führte X aus, 

mit der Gemeinde A verbänden ihn die Familie, Freunde und der Jugendverein. Er 

kehre daher regelmässig, einmal pro Woche, nach A zurück. Der Grund seines 

Aufenthaltes in B sei seine Tätigkeit als Technischer Mitarbeiter an der Hochschule Z in 

C SG. Er beabsichtige, sich bis 2012 in B aufzuhalten.

B.- Mit Verfügung vom 23. November 2010 stellte das kantonale Steueramt fest, dass 

X für die Steuerperiode 2009 in B unbeschränkt steuerpflichtig sei. Eine gegen diese 

Feststellungsverfügung am 13. Dezember 2010 erhobene Einsprache wurde vom 

kantonalen Steueramt mit Entscheid vom 27. Januar 2011 abgewiesen.

C.- Gegen den Einsprache-Entscheid reichte X durch seine Vertreterin am 22. Februar 

2011 Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission ein. Er beantragte, der Einsprache 

sei stattzugeben und den Einsprache-Entscheid für die Steuerperioden 2009, 2010 und 

2011 rückgängig zu machen.

Mit Vernehmlassung vom 21. März 2011 beantragte die Vorinstanz die kostenfällige 

Abweisung des Rekurses.

Der Rekurrent wurde von der Verwaltungsrekurskommission am 22. März 2011 

eingeladen, zur Vernehmlassung der Vorinstanz Stellung zu nehmen. Die 

Stellungnahme wurde von der Vertreterin des Rekurrenten am 14. April 2011 

eingereicht. Am Rekurs wurde festgehalten und es wurden weitere Unterlagen 

eingereicht.

Auf die Ausführungen der Verfahrensbeteiligten zur Begründung ihrer Anträge wird, 

soweit notwendig, in den Erwägungen eingegangen.

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 22. Februar 2011 ist rechtzeitig 

eingereicht worden. Er erfüllt in formeller und inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 194 Abs. 1 des Steuergesetzes, sGS 811.1, abgekürzt: StG; Art. 48 

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des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den 

Rekurs ist grundsätzlich einzutreten. Nicht einzutreten ist hingegen auf die Anträge 

bezüglich der Steuerperioden 2010 und 2011 sowie auf den Antrag, den Sachverhalt 

erst wieder im Jahre 2012 zu prüfen, da diese Steuerperioden nicht Gegenstand der 

Feststellungsverfügung vom 23. November 2010 und des angefochtenen Entscheids 

sind.

2.- Der Rekurrent rügt, auf seine Eingabe vom 13. Dezember 2010 sei nicht 

eingegangen worden. Damit macht er eine ungenügende Begründung des Einsprache-

Entscheids vom 27. Januar 2011 und damit eine Verletzung des rechtlichen Gehörs 

geltend.

Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SR 101; 

abgekürzt: BV) gewährleistet den Anspruch der Parteien auf rechtliches Gehör. Dieser 

Anspruch umfasst auch eine Begründung des Entscheids durch die Behörde (vgl. statt 

vieler BGE 134 I 83 E. 4.1). Die Begründung entspricht den Anforderungen des 

Anspruchs auf rechtliches Gehör, wenn der Betroffene dadurch in die Lage versetzt 

wird, die Tragweite der Entscheidung zu beurteilen und sie in voller Kenntnis der 

Umstände an eine höhere Instanz weiterzuziehen (BGE 134 I 83 E. 4.1; Häfelin/Müller/

Uhlmann, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2010, Rz. 1706). Es ist jedoch nicht 

erforderlich, dass sich die Behörde mit allen Parteistandpunkten auseinandersetzt und 

jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegt. Sie kann sich vielmehr auf die für 

den Entscheid wesentlichen Punkte beschränken. Dabei ist es ausreichend, wenn 

ersichtlich ist, von welchen Überlegungen sich die Behörde leiten liess (BGE 135 III 513 

E. 3.6.5; BGE 134 I 83 E. 4.1; Häfelin/Müller/Uhlmann, a.a.O., Rz. 1706).

Die Vorinstanz ist im Einsprache-Entscheid vom 27. Januar 2011 auf die aus ihrer Sicht 

wesentlichen tatsächlichen Umstände eingegangen. Die Begründung ist in sich 

schlüssig. Im Übrigen besteht wie erwähnt kein Anspruch, dass sich die Behörde mit 

allen Vorbringen auseinandersetzt. Folglich ist die Rüge des Rekurrenten nicht 

begründet. Der Anspruch auf rechtliches Gehör wurde gewahrt.

3.- Anfechtungsobjekt ist der Einsprache-Entscheid vom 27. Januar 2011 über die 

Feststellung der subjektiven Steuerpflicht für das Steuerjahr 2009 im Kanton St. Gallen. 

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Dieser Vorentscheid über eine streitige Steuerpflicht ist gemäss konstanter Praxis 

selbständig anfechtbar (GVP 1982 Nr. 35).

a) Die Vorinstanz führt in der Feststellungsverfügung und im Einsprache-Entscheid im 

Wesentlichen aus, für eine Steuerpflicht in B sprächen diverse Indizien. Der 

Steuerpflichtige miete seit Oktober 2008 eine 3½-Zimmer-Attikawohnung für Fr. 

1'470.-- pro Monat, während er in der Gemeinde A weder Eigentümer noch Mieter 

einer Wohnung sei. Die Wohnung in B übertreffe die für einen Wochenaufenthalter 

übliche Wohngrösse. Entscheidend sei, dass in B eine höherwertige Wohnmöglichkeit 

als in A, wo nur eine Wohnmöglichkeit beim Bruder bestehe, zur Verfügung stehe. Der 

Steuerpflichtige arbeite als Technischer Mitarbeiter an der Hochschule Z in C. Eine 

Rückkehr nach A finde unregelmässig und höchstens zweimal pro Monat statt. Auf der 

Steuererklärung des Kantons Graubünden sei nur die Adresse in B aufgeführt worden. 

Der Steuerpflichtige sei bereits 30 Jahre alt. Es misslinge ihm, den Grundsatz des 

Steuerdomizils am Arbeitsort zu entkräften, da keine Beweismittel vorgelegt worden 

seien, die für eine besondere Beziehung zu A sprechen würden. Die Rechnungskopie 

des Mitgliederbeitrages könne die aktive Vereinszugehörigkeit in A nicht darlegen.

Im Rekurs wird geltend gemacht, dass sich der Lebensmittelpunkt keinesfalls nach B 

verschoben habe. Der einzige Grund für den Aufenthalt in B liege in der 

Erwerbstätigkeit an der Hochschule Z in C. Den Rekurrenten verbinde ausser der 

Wohnung nichts mit B. Er sei dort in keinem Verein tätig, kenne fast niemanden und 

gehe am Abend fast nie aus dem Haus. Gemäss "Erklärung zum Wochenaufenthalt" 

beabsichtige er, noch bis 2012 in C/B zu bleiben. Die 3½-Zimmerwohnung sei kein 

Luxus und habe mit der Absicht dauernden Verbleibens nichts zu tun. Darüber hinaus 

müsse die Dauer des Aufenthalts ebenfalls berücksichtigt werden. Bei einem Aufenthalt 

von zwei Jahren könne noch nicht von einer langen Dauer die Rede sein. Der Rekurrent 

sei auch noch im Alter von 30 Jahren mit seinen Eltern sehr eng verbunden. Er würde 

sonst kaum zwei- bis dreimal pro Monat nach A fahren und im Zimmer seines 

verheirateten Bruders wohnen, da seine Eltern nicht über ein Schlafzimmer für ihn 

verfügen. Die Tatsache, dass der Rekurrent nicht jedes Wochenende nach A fahre, sei 

mit Militärdienst, Ferien, Feiertagen, der beruflichen Tätigkeit an zwei bis drei 

Wochenenden pro Jahr und Besuch von Patenkindern begründet.

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Dem hält die Vorinstanz in der Vernehmlassung entgegen, der Mittelpunkt der 

Lebensinteressen befinde sich aus mehreren Gründen in B. Es liege kein Nachweis 

einer besonders intensiven persönlichen und familiären Beziehung zu A vor. Mit der 

Bezahlung des Mitgliederbeitrages für den Jugendverein von A sei keine aktive und 

regelmässige Vereinstätigkeit nachgewiesen worden. Die Tatsache, dass sich der 

Rekurrent während der Freizeit und den Ferien unregelmässig in A aufhalte, könne eine 

persönliche Beziehung zu A nicht nachweisen, zumal die Gegend rund um A diverse 

Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten biete. Das Wohnobjekt in B übertreffe die für 

einen Wochenaufenthalter übliche Wohngrösse. In A verfüge der Rekurrent nur über 

eine Wohnmöglichkeit in einem Zimmer bei seinem Bruder. Entscheidend sei dabei, 

dass in B eine höherwertige Wohnmöglichkeit bestehe. Zusätzlich könne davon 

ausgegangen werden, dass sich sämtliche persönlichen Gegenstände in B befänden. 

Der Behauptung im Rekurs, wonach der Rekurrent zwei- bis dreimal pro Monat nach A 

fahre, könne nicht gefolgt werden, da sich mit den eingereichten Mehrfahrtenkarten nur 

eine unregelmässige Rückkehr von ein- bis zweimal pro Monat nachweisen lasse. Ein 

Dreiecksverhältnis (Wohnort/Arbeitsort/Aufenthaltsort) werde grundsätzlich nicht 

anerkannt. Ein anerkennungsfähiger Wochenaufenthalt hätte daher grundsätzlich am 

Arbeitsort (C) begründet werden müssen. Die Tatsache, dass der Rekurrent über die 

Studienzeit hinaus bis zum heutigen Datum in der gleichen Wohnung in B wohne, 

deute auf eine Absicht des Verbleibens hin. Zudem sei vom Rekurrenten nicht 

dargelegt worden, dass sein Arbeitsverhältnis befristet sei.

Dazu führt die Vertreterin des Rekurrenten in der Stellungnahme ergänzend aus, die 

regelmässige Rückkehr von zwei- bis dreimal lasse sich nachweisen, wenn 7 – 8 

Wochen pro Jahr für Ferien, Militär und Krankheit berücksichtigt werde. Der 

Steuerkommissär stelle auf unbewiesene Indizien ab. Tatsache sei, dass der Rekurrent 

in der Freizeit keine Kontakte mit Personen in B pflege.

b) Nach Art. 13 Abs. 1 StG sind natürliche Personen im Kanton St. Gallen aufgrund 

persönlicher Zugehörigkeit unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie ihren 

steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt im Kanton haben. Eine Person hat 

steuerrechtlichen Wohnsitz an dem Ort, wo sie sich mit der Absicht dauernden 

Verbleibens tatsächlich aufhält (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, Wegweiser durch das 

st. gallische Steuerrecht, 6. Aufl. 1999, S. 21).

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aa) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zum Doppelbesteuerungsverbot 

(Art. 127 Abs. 3 BV) steht die Besteuerung des Einkommens und beweglichen 

Vermögens unselbständig erwerbender Personen dem Kanton zu, in welchem sich 

deren Steuerdomizil befindet. Darunter ist in der Regel der zivilrechtliche Wohnsitz zu 

verstehen, d.h. der Ort, an dem sich die betreffende Person mit der Absicht dauernden 

Verbleibens aufhält (Art. 23 Abs. 1 des Zivilgesetzbuches, SR 210) bzw. wo der 

Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen liegt (ASA 63 S. 839 E. 2a; BGE 125 I 54 E. 2). Keine 

entscheidende Bedeutung kommt diesbezüglich dem polizeilichen Domizil zu: Das 

Hinterlegen der Schriften und Ausüben der politischen Rechte bilden - zusammen mit 

dem übrigen Verhalten der betreffenden Person - blosse Indizien für den 

steuerrechtlichen Wohnsitz (vgl. BGE 123 I 289 E. 2a). Für die Bestimmung des 

Steuerdomizils ist auf die wirklichen Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse abzustellen 

(BGE 108 Ia 252 E. 3; Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 21). Der 

steuerrechtliche Wohnsitzbegriff umfasst zwei Elemente: den Aufenthalt an einem Ort 

und die Absicht dauernden Verbleibens (Höhn/Mäusli, Interkantonales Steuerrecht, 4. 

Aufl. 2000, S. 81).

Bei einem Wechsel des steuerrechtlichen Wohnsitzes innerhalb der Schweiz besteht 

die Steuerpflicht aufgrund der persönlichen Zugehörigkeit für die laufende 

Steuerperiode im Kanton, in welchem der Steuerpflichtige am Ende dieser Periode 

seinen Wohnsitz hat (Art. 68 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Harmonisierung der 

direkten Steuern der Kantone und Gemeinden, SR 642.14, abgekürzt: StHG). Der 

Wechsel von einem alten hin zu einem neuen Wohnsitz ist dann vollzogen, wenn die 

Absicht des dauernden Verbleibs am neuen Wohnort tatsächlich gelebt wird und durch 

diesen Aufenthalt eine Verschiebung des Lebensmittelpunktes stattfindet (vgl. VerwGE 

B 2008/139 vom 19. Februar 2009, in: www.gerichte.sg.ch, E. 2.1; BGE 2P.186/2004 

vom 15. Februar 2005, E. 2.3).

Hält sich eine Person abwechslungsweise an zwei oder mehr Orten in der Schweiz auf, 

ist für die Ermittlung des Steuerwohnsitzes darauf abzustellen, zu welchem sie stärkere 

Beziehungen unterhält. Der Lebensmittelpunkt bestimmt sich nach der Gesamtheit der 

objektiven, äusseren Umstände, aus denen sich die ideellen (Angehörige, Freundes- 

und Bekanntenkreis) und materiellen Lebensinteressen erkennen lassen, nicht nach 

bloss erklärten Wünschen der steuerpflichtigen Person; der steuerliche Wohnsitz ist 

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insofern nicht frei wählbar (BGE 125 I 54 E. 2; vgl. zum Ganzen M. Arnold, Der 

steuerrechtliche Wohnsitz natürlicher Personen im interkantonalen Verhältnis nach der 

neueren bundesgerichtlichen Rechtsprechung, in: ASA 68 S. 449 ff.).

Das Steuerdomizil von Unselbständigerwerbenden liegt grundsätzlich an dem Ort, an 

dem sie für längere oder unbestimmte Zeit Aufenthalt nehmen, um von dort aus der 

täglichen Erwerbstätigkeit nachzugehen, ist doch der Zweck des Lebensunterhaltes 

dauernder Natur (BGE 2P.159/2006 vom 14. November 2006 E. 2.2; BGE 125 I 54 E. 2). 

Der Grundsatz, dass der Arbeitsort regelmässig mit dem Wohnsitz des 

Steuerpflichtigen zusammenfällt, gilt nicht ausnahmslos. Der Wohnsitz befindet sich 

dann nicht am Arbeitsort, wenn der Pflichtige zu einem andern als dem Arbeitsort 

stärkere Beziehungen besitzt (P. Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil: 

Doppelbesteuerung, Band 2, § 3, I B, 1a Nr. 12 und 2b Nr. 22). Die Frage, zu welchem 

der Aufenthaltsorte die stärkeren Beziehungen unterhalten werden, ist jeweils aufgrund 

der Gesamtheit der Umstände des Einzelfalls zu beurteilen. Bei verheirateten Personen 

mit Beziehungen zu mehreren Orten werden die persönlichen und familiären Kontakte 

zum Ort, wo sich ihre Familie (Ehegatte und Kinder) aufhält, als stärker erachtet als 

diejenigen zum Arbeitsort, wenn sie in nicht leitender Stellung unselbständig 

erwerbstätig sind und täglich oder an den Wochenenden regelmässig an den 

Familienort zurückkehren. Diese Praxis findet auch auf ledige Personen Anwendung, 

zählt die Rechtsprechung doch Eltern und Geschwister ebenfalls zur Familie des 

Steuerpflichtigen. Allerdings werden die Kriterien, nach denen das Bundesgericht 

entscheidet, wann anstelle des Arbeitsortes der Aufenthaltsort der Familie als 

Hauptsteuerdomizil anerkannt werden kann, besonders streng gehandhabt; dies folgt 

aus der Erfahrung, dass die Bindung zur elterlichen Familie regelmässig lockerer ist als 

jene unter Ehegatten. Bei ledigen Steuerpflichtigen ist vermehrt noch als bei 

verheirateten Personen zu berücksichtigen, ob weitere als nur familiäre Beziehungen 

zum einen oder anderen Ort ein Übergewicht begründen. Insbesondere muss das 

Vorliegen eines besonderen Freundes- oder Bekanntenkreises beachtet werden. 

Besonderes Gewicht haben aber auch die Dauer des Arbeitsverhältnisses und das 

Alter des Steuerpflichtigen (vgl. BGE 2P.159/2006 vom 14. November 2006 E. 2.2; BGE 

125 I 54 E. 2b mit Hinweisen).

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bb) Nach der allgemeinen Beweislastregel im Steuerrecht trägt die 

Veranlagungsbehörde gemäss konstanter Rechtsprechung die Beweislast für 

steuerbegründende oder steuererhöhende Tatsachen, während den Steuerpflichtigen 

die Beweislast für Tatsachen trifft, welche die Steuerschuld aufheben oder mindern 

(GVP 1980 Nr. 6). Die Voraussetzungen der Besteuerung, wie der steuerrechtliche 

Wohnsitz, der die persönliche steuerrechtliche Zugehörigkeit begründet, sind somit von 

der Veranlagungsbehörde nachzuweisen (Weidmann/Grossmann/Zigerlig, a.a.O., S. 

380). Dieser Hauptbeweis gilt dabei in der Regel als erbracht, wenn der von der 

Steuerbehörde angenommene Wohnsitz im Kanton als sehr wahrscheinlich erscheint. 

In diesem Fall bleibt es Sache des Pflichtigen, den Gegenbeweis für den steuerlichen 

Wohnsitz ausserhalb des Kantons zu erbringen (StE 1992 B 11.1 Nr. 11; Arnold, a.a.O., 

S. 463 f.). Für die von ihm verfochtene, hinreichend substantiierte Sachdarstellung hat 

der Steuerpflichtige sodann von sich aus beweiskräftige Unterlagen einzureichen oder 

die Beweismittel wenigstens unter genauer Bezeichnung anzubieten (vgl. RB-ZH 2008 

Nr. 74, S. 152).

c) Es ist zu prüfen, ob die Vorinstanz den Lebensmittelpunkt und damit den 

steuerrechtlichen Wohnsitz des Rekurrenten für die Steuerperiode 2009 zu Recht in der 

Gemeinde B bestimmt hat. Unbestritten ist, dass der Rekurrent sowohl zu B als auch 

zu A Bezugspunkte hat. Seit dem 1. Oktober 2008 ist er in B als Wochenaufenthalter 

gemeldet, wo er Mieter einer 3½-Zimmer-Attikawohnung ist. Er arbeitet als 

Systemtechniker an der Hochschule Z in C, an welcher er zuvor studiert hatte. In A 

steht ihm ein Zimmer bei seinem Bruder und dessen Frau zur Verfügung.

Der Lebensmittelpunkt eines unselbständigerwerbenden Steuerpflichtigen befindet sich 

wie erwähnt in der Regel am Arbeitsort bzw. an dem Ort, von dem aus er zur Arbeit 

geht. Dies trifft im vorliegenden Fall auf B zu. Aufgrund der Tatsache, dass der 

Rekurrent in B über eine 3½-Zimmer-Attikawohnung verfügt, welche er seit Februar 

2009 alleine bewohnt, und in A keine eigene Wohnung hat, sondern sich am 

Wochenende lediglich als Gast in der Wohnung seines Bruders und dessen Ehefrau 

aufhält, ist der Vorinstanz zuzustimmen, dass der Rekurrent in B eine wesentlich 

geräumigere und komfortablere Wohnmöglichkeit hat als in A. Dies ist ein starkes Indiz, 

welches für einen Lebensmittelpunkt in B spricht. Die Adressierung der 

Beitragsrechnung des Jugendvereins von A an die Wohnadresse in B und die 

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Tatsache, dass auf der Steuererklärung des Kantons Graubünden nur die Adresse von 

B aufgeführt wird, sind weitere Indizien, welche dafür sprechen, dass der Rekurrent in 

A keine Adresse für postalische Zustellungen mehr hat. Die Ausführungen des 

Rekurrenten betreffend fehlender Bekanntschaften, kurzem Aufenthalt (2 Jahre) und 

der Absicht, nur noch bis 2012 in B zu bleiben, stehen der Absicht dauernden 

Verbleibens nicht entgegen. Bezüglich der kurzen Aufenthaltsdauer ist zu 

berücksichtigen, dass der Rekurrent sich bereits vor der Miete der Wohnung in C 

aufhielt, da er an der Hochschule Z studierte. Dass der Rekurrent in C keinerlei sozialen 

Kontakt hat, erscheint fraglich, war er doch an der Hochschule Mitglied eines Teams, 

welches einen Sportwagen mit Elektroantrieb gebaut hat, was sogar in den Medien 

Echo gefunden hat (vgl. act. 7 II/1.3). Aufgrund des unbefristeten Miet- und 

Arbeitsverhältnisses ist davon auszugehen, dass der Aufenthalt nicht von Anfang an für 

eine beschränkte Dauer eingegangen worden ist. Aufenthalt und Absicht dauernden 

Verbleibens sind damit gegeben.

Der Rekurrent kehrt nach eigenen Angaben regelmässig (zwei- bis dreimal pro Monat) 

an den Familienort A zurück. Aus den als Beweismittel eingereichten Mehrfahrtenkarten 

der Bahn (vgl. act. 2/4) ergibt sich, dass der Rekurrent im Jahr 2009 sechzehnmal (1,3 

Fahrten pro Monat) nach A gefahren ist. Selbst unter Berücksichtigung von 7 – 8 

Wochen Ferien, Militär und Krankheit (vgl. act. 10/2) ergeben sich im Durchschnitt 

höchstens 2 Fahrten pro Monat nach A. Jedenfalls liegt eine regelmässige 

wöchentliche Rückkehr nach A nicht vor.

Die Behauptung, der Rekurrent sei trotz seines Alters von 30 Jahren sehr eng mit 

seinen Eltern verbunden, ist durchaus glaubhaft. Jedoch hat die Verbundenheit mit den 

Eltern nicht dazu geführt, dass der Rekurrent z.B. wöchentlich nach A fährt und bei den 

Eltern wohnt. Ob diese ihr Haus demjenigen Bruder, dessen Gast der Rekurrent ist, 

übergaben, oder einem weiteren Sohn, geht aus den Angaben des Rekurrenten nicht 

genau hervor. Dementsprechend lässt sich aus der Verbundenheit mit den Eltern nicht 

ableiten, dass sich der Lebensmittelpunkt des Rekurrenten in A befindet.

Entgegen den Ausführungen im Rekurs ist es nicht nur die berufliche Tätigkeit an der 

Hochschule Z, die den Rekurrenten mit B verbindet. Es ist insbesondere auch die 

Wohnsituation. Wer als alleinstehender Mann am Arbeitsort über eine 3½-Zimmer-

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Attikawohnung verfügt und am Familienort, den er vom Arbeitsort aus nicht täglich 

erreichen kann, lediglich als Gast in der Wohnung des Bruders weilt und enge 

persönliche Bindungen am Familienort nicht darzulegen vermag, hat seinen 

Lebensmittelpunkt am Arbeitsort bzw. am Ort, von dem aus er seiner Arbeit nachgeht. 

Auf das Auseinanderfallen von Aufenthaltsort während der Woche und Arbeitsort ist 

vorliegend nicht weiter einzugehen, da ausschliesslich die Steuerpflicht im Kanton St. 

Gallen streitig ist, nicht aber z.B. die Gewinnungskosten bei auswärtigem 

Wochenaufenthalt.

d) Zusammenfassend steht fest, dass sich der Lebensmittelpunkt und damit der 

steuerrechtliche Wohnsitz des Rekurrenten für das Jahr 2009 in B befunden und die 

Vorinstanz die Steuerpflicht zu Recht bejaht hat. Der Rekurs ist daher abzuweisen, 

soweit darauf eingetreten wird.

4.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten vom Rekurrenten 

zu bezahlen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 800.-- ist angemessen 

(vgl. Art. 7 Ziff. 122 des Gerichtskostentarifs, sGS 941.12). Der geleistete 

Kostenvorschuss von Fr. 800.-- ist zu verrechnen.

Entscheid:

1.    Der Rekurs wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.    Der Rekurrent bezahlt die amtlichen Kosten von Fr. 800.-- unter

       Verrechnung des Kostenvorschusses von Fr. 800.--.

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