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**Case Identifier:** 31f9b59a-50a3-54db-b348-f1ebbee06569
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.09.2016 IV 2013/180
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2013-180_2016-09-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2013/180

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 23.10.2019

Entscheiddatum: 29.09.2016

Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2016
Obergutachten sind dann in Auftrag zu geben, wenn die Würdigung der 
vorhandenen, gegensätzlich lautenden gutachterlichen Stellungnahmen 
nicht erlaubt, auf eine derselben abzustellen, d.h. der Behörde die Kenntnis 
fehlt, eine der beiden vertretenen Auffassungen als schlüssig und 
nachvollziehbar zu bezeichnen (Entscheid des Versicherungsgerichts des 
Kantons St. Gallen vom 29. September 2016, IV 2013/180).

Besetzung

Präsident Joachim Huber, Versicherungsrichterinnen Miriam Lendfers und Lisbeth 

Mattle Frei; Gerichtsschreiber Markus Jakob

Geschäftsnr.  

IV 2013/180

Parteien

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Fürsprecher Marco Büchel, LL.M., K & B Rechtsanwälte, 

Freudenbergstrasse 24, Postfach 213, 9240 Uzwil,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

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Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ (nachfolgend Versicherte oder Beschwerdeführerin) ist Bürgerin der 

Tschechischen Republik. Die Primarschule und die Hotelfachschule absolvierte sie in 

ihrem Heimatland. Im Jahr 2000 bestand sie die st. gallische Prüfung in 

Lebensmittelhygiene und Suchtprävention (sog. „Wirteprüfung“). In den letzten Jahren 

war sie als Serviceangestellte in Restaurationsbetrieben tätig (IV-act. 2, 5, 12, 14, 94 S. 

2).

A.b  Im Jahr 1999 wurde bei der Versicherten eine Diskushernie L4/5 diagnostiziert, 

welche im selben Jahr mit gutem Erfolg operiert wurde (IV-act. 20 S. 2). Am 28. April 

2006 wurde bei der Versicherten eine Diskushernie auf Höhe L3/4 mit einem kranialen 

Sequester festgestellt. Am 24. Mai 2006 fand eine dekomprimierende Operation statt 

(IV-act. 20 S. 2, IV-act. 35). Am 9. Mai 2007 stürzte die Versicherte von einem Stuhl auf 

die linke Seite. Seither leidet sie an Gefühlsstörungen und seit Ostern 2009 an 

anhaltend starken Schmerzen zwischen den Schulterblättern (IV-act. 121 S. 1). Im Juli 

2007 meldete sich die Versicherte auf Verlangen der Krankentaggeldversicherung bei 

der IV-Stelle zum Bezug von Leistungen an (IV-act. 2).

A.c  Im IV-Arztbericht vom 24. August 2007 stellte Dr. med. B.___, Innere Medizin und 

Rheumatologie FMH, Oberarzt am Rheuma- und Rehabilitationszentrum Valens, 

folgende Diagnosen mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (IV-act. 20 S. 1): 1. 

Lumbovertebrales Syndrom: Mikrodiskektomie L3/4 rechts am 24. Mai 2006, DH-

Operation L4/5 links 1999, Fehlhaltung und -statik der Wirbelsäule, muskuläre 

Haltungsinsuffizienz, Tendenz zu Hypermotilität (5/9 Kriterien nach Beighton erfüllt), 

Tendenz zu (sekundärer) Fibromyalgie; 2. Zervikozephales Syndrom: nach Sturz am 9. 

Mai 2007, muskuläre Fehlhaltung und Fehlstatik der Halswirbelsäule, mehrsegmentale 

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Instabilität C4/5 und C5/6, degenerative Veränderung des Bewegungssegmentes C2/3, 

aktuell: Verdacht auf segmentale Funktionsstörung mit pseudoradikulärer Ausstrahlung 

C4 links.

A.d  Am 17. Dezember 2007 erfolgte im Kantonsspital St. Gallen ein weiterer operativer 

Eingriff (Spondylodese L3/4 bis L5/S1; IV-act. 41, 49 S. 2). Vom 28. Januar bis 23. 

Februar 2008 erfolgte eine Rehabilitationsbehandlung in der Klinik in Valens (IV-act. 51, 

53). In der Stellungnahme vom 11. Juni 2008 beurteilte der Regionale Ärztliche Dienst 

Ostschweiz (nachfolgend RAD) die angestammte Tätigkeit als Serviceangestellte auch 

inskünftig als ungeeignet. In Frage käme eine adaptierte sehr leichte, 

wechselbelastende, rückenschonende Tätigkeit im Umfang von 50% (5 Stunden Zeit-

Pensum mit vermehrten Pausen; IV-act. 53).

A.e  Vom 8. September bis 31. Oktober 2008 nahm die Versicherte an einem 

beruflichen Abklärungsprogramm teil, welches von C.___, Klinik D.___, durchgeführt 

wurde.

A.f  Im Arztbericht vom 9. Januar 2009 gingen Dr. med. E.___ und Dr. med. F.___, 

Neurochirurgie, Kantonsspital St. Gallen, von einer Arbeitsfähigkeit für eine leichte und 

rückenadaptierte Tätigkeit von maximal 50% aus (IV-act. 66).

A.g  Am 31. August 2009 wurde die Versicherte im Ärztlichen Begutachtungsinstitut 

GmbH, Basel (nachfolgend ABI), untersucht und begutachtet (IV-act. 70, 71, 74). Die 

Untersuchungsergebnisse wurden wie folgt zusammengefasst (IV-act. 74 S. 25): "In der 

angestammten Tätigkeit im Service besteht bleibend eine volle Arbeitsunfähigkeit. Für 

körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten besteht eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit mit 

einer um 20% reduzierten Leistung, entsprechend einer zumutbaren effektiv 

verwertbaren Arbeitsleistung von 80%. Im Haushalt beträgt die Einschränkung 20%."

A.h  Im Arztbericht vom 9. August 2010 schätzte Dr. med. G.___, Innere Medizin und 

Rheumatologie FMH, nach konsiliarischer Untersuchung die Versicherte zu maximal 

40% bis 50% als arbeitsfähig für eine leichte Arbeit in Wechselbelastung und ohne 

Heben von Lasten über 5kg ein (IV-act. 94 S. 4).

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A.i Mit Schreiben vom 29. Oktober 2010 nahm Dr. E.___ zum ABI-Gutachten Stellung. 

Die Einschätzung, dass die Versicherte zu 80% arbeitsfähig sei, teilte er nicht. Der 

Facharzt ging von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten aus (IV-act. 98).

A.j Am 17. und 18. Januar 2012 führte die MEDAS Zentralschweiz, Luzern (nachfolgend 

MEDAS), eine Untersuchung und Begutachtung der Versicherten durch. Im Gutachten 

vom 16. April 2012 schätzten die Ärzte die Arbeitsfähigkeit auf 80% für körperlich 

ausschliesslich leichte und wechselnd belastende Tätigkeiten (zeitliche 

Ganztagespräsenz mit 20%iger Leistungseinschränkung infolge vermehrtem 

Pausenbedarf und langsamerem Arbeitstempo) ein (IV-act. 109 S. 16). In der 

Stellungnahme vom 29. Mai 2012 erachtete der RAD das MEDAS-Gutachten als 

umfassend und nachvollziehbar, weshalb auf die gutachterlichen Schlussfolgerungen 

abzustellen sei (IV-act. 112).

A.k  Mit Vorbescheid vom 8. Juni 2012 informierte die IV-Stelle den Rechtsvertreter der 

Versicherten, Rechtsanwalt M. Kuhn, DAS Rechtschutz-Versicherungs-AG, St. Gallen, 

dass geplant sei, das Begehren für eine IV-Rente abzuweisen, weil der mit einem 

Einkommensvergleich errechnete Invaliditätsgrad von 23% unter dem minimal 

erforderlichen Wert von 40% liege (IV-act. 115 f.).

A.l Der Rechtsvertreter der Versicherten erhob am 8. August 2012 Einwand gegen den 

Vorbescheid. Mit Schreiben vom 21. Januar 2013 nahm die MEDAS Stellung zu den 

ergänzenden Fragen der IV-Stelle (IV-act. 122, 126 - 128). Der rheumatologische 

Gutachter hielt auch in Kenntnis der von den Rheumatologen Dr. H.___ und Dr. G.___ 

geschätzten geringeren Arbeitsfähigkeit von 50% in einer der leidensangepassten 

Tätigkeit an seiner Arbeitsfähigkeitsbeurteilung fest (IV-act. 127 S. 2). Mit Verfügung 

vom 22. März 2013 wies die IV-Stelle das Begehren für eine IV-Rente ab, weil der 

Invaliditätsgrad unter 40% liege (IV-act. 136).

B. 

B.a  Mit Beschwerde vom 23. April 2013 stellte Fürsprecher M. Büchel, K&B 

Rechtsanwälte, Oberuzwil, für die Ansprecherin das folgende Rechtsbegehren (act. G 

1): 1. Die Verfügung vom 22. März 2013 sei aufzuheben; 2. Zur rechtsgenüglichen 

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Ermittlung der Restarbeitsfähigkeit der Versicherten seien weitere medizinische 

Abklärungen, insbesondere eine neutrale polydisziplinäre Begutachtung, und eine 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) durchzuführen; 3. Eventualiter sei 

der Versicherten mindestens eine halbe Invalidenrente zuzusprechen; 4. Unter Kosten- 

und Entschädigungsfolge. Zur Begründung wurde insbesondere angeführt, dass das 

MEDAS-Gutachten vom 16. April 2012 nicht verwertbar sei, da es erhebliche Mängel 

aufweise.

B.b  Mit Beschwerdeantwort vom 28. Juni 2013 beantragte die Beschwerdegegnerin 

die Abweisung der Beschwerde. Das MEDAS-Gutachten erfülle die formellen und 

materiellen Voraussetzungen an ein beweiskräftiges Gutachten. Die von der 

Beschwerdeführerin geforderten weiteren Untersuchungen seien nicht notwendig und 

brächten auch keine zusätzlichen relevanten Erkenntnisse (act. G 4).

B.c  Am 23. August 2013 wurde die Beschwerdeführerin unter Leitung von Dr. med. 

I.___, Oberarzt Orthopädie, Klinik für Chirurgie und Orthopädie, wegen AC-

Gelenksarthrose rechts, Proliferation Labrum glenoidale und Knorpelschaden 

Humeruskopf rechts, operiert (act. G 6.1, 6.2).

B.d  In der Replik vom 2. September 2013 hielt der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin unverändert an der Beschwerde vom 23. April 2013 fest. Gefordert 

wurde weiterhin die Durchführung einer EFL. Im Weiteren wurde der Standpunkt 

vertreten, dass im MEDAS-Gutachten der Gesundheitszustand nicht gebührend 

abgeklärt worden sei. So beruhe die Arbeitsfähigkeitseinschätzung auf veralteten 

Röntgenbildern. Eine gynäkologische Beurteilung sei trotz der geltend gemachten, 

teilweise extremen Unterbauchschmerzen unterblieben (act. G 6).

B.e  Mit Schreiben vom 6. September 2013 verzichtete die Beschwerdegegnerin auf 

die Einreichung einer Duplik (act. G 8).

C.

C.a Mit Schreiben vom 25. November 2015 teilte das Gericht den Parteien den 

Entschluss mit, ein orthopädisches Obergutachten bei der MEDAS ASIM, 

Universitätsspital Basel (nachfolgend ASIM), einzuholen (act. G 11). Am 2. Februar 

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2016 fand die Untersuchung und Begutachtung der Beschwerdeführerin durch Prof. 

Dr. med. J.___, Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates 

FMH, statt. Am 5. Februar 2016 wurde ergänzend eine Dreiphasen-Skelettszintigraphie 

inkl. SPECT/CT LWS durchgeführt. Im Gutachten vom 20. Mai 2016 schätzte Prof. Dr. 

J.___ die Arbeitsfähigkeit seit Frühjahr 2008 im angestammten Beruf auf 0% und in 

einer leidensangepassten Tätigkeit auf 50% (act. G 16, 16.1).

C.b Mit Schreiben vom 1. Juni 2016 nahm die Beschwerdegegnerin  zum 

Gerichtsgutachten Stellung (act. G 18). An den Anträgen gemäss der 

Beschwerdeantwort vom 28. Juni 2013 wurde festgehalten. Das Gerichtsgutachten sei 

im Gegensatz zum MEDAS-Gutachten, welches von einer 80%igen Arbeitsfähigkeit 

ausgehe, wegen fehlender organischer Befunde nicht schlüssig.

C.c Mit Schreiben vom 13. Juni 2016 nahm der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin Stellung (act. G 19). Auf das Gutachten könne abgestellt werden, 

da es in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der 

medizinischen Situation einleuchte und die Schlussfolgerungen begründet seien.

Erwägungen

1. 

Vorliegend streitig und zu prüfen ist die Frage des Rentenanspruchs der 

Beschwerdeführerin.

1.1  Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder 

teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen 

Teil des Sozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]). Die Invalidität kann Folge von 

Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall sein (Art. 4 Abs. 1 des Bundesgesetzes über 

die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Erwerbsunfähigkeit ist der durch 

Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte 

und nach zumutbarer Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise 

Verlust der Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen 

Arbeitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

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1.2  Nach Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Invalidenrente, wenn 

die versicherte Person mindestens zu 70%, derjenige auf eine Dreiviertelsrente, wenn 

sie mindestens zu 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 50% 

besteht ein Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem Invaliditätsgrad von 

mindestens 40% ein Anspruch auf eine Viertelsrente.

1.3  Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung und im 

Beschwerdefall das Gericht auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und 

gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des 

Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung 

zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkeiten die versicherte 

Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wichtige 

Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der versicherten 

Person noch zugemutet werden können (BGE 125 V 256 E. 4 mit Hinweisen).

1.4  Die Höhe der behinderungsbedingten Erwerbseinbusse hängt, da die 

Beschwerdeführerin als Vollerwerbstätige zu qualifizieren ist und deshalb ein reiner 

Einkommensvergleich durchzuführen ist, vor allem von der ärztlichen 

Arbeitsfähigkeitsschätzung ab, d.h. davon, in welchem Umfang für die versicherte 

Person noch eine Tätigkeit in Betracht fällt (Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG; vgl. 

BGE 128 V 29 E. 1; 130 V 343 E. 3.4.2; Urteil des Bundesgerichts vom 21. Juli 2014, 

9C_152/2014, E. 3.1).

2. 

2.1  Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. 

Danach haben Gericht und Verwaltung von Amtes wegen für die richtige und 

vollständige Abklärung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen (Urteil des 

Bundesgerichts vom 1. April 2011, 8C_73/2011, E. 4.1; Art. 61 lit. c ATSG). Bei der 

Abklärung des Sachverhaltes ist das Gericht nicht an die Anträge der Parteien 

gebunden, sondern hat zusätzliche Abklärungen stets vorzunehmen, wenn hierzu 

aufgrund der Parteivorbringungen oder anderer sich aus den Akten ergebenden 

Anhaltspunkte hinreichender Anlass besteht (vgl. BGE 110 V 53 E. 4a).

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2.2  Die Sozialversicherungsgerichte haben die Beweise umfassend und pflichtgemäss 

zu würdigen. Für das Beschwerdeverfahren bedeutet dies, dass das 

Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel, unabhängig davon, von wem sie 

stammen, objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren 

Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

Insbesondere darf es bei widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess 

nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe 

anzugeben, warum es auf die eine und nicht die andere medizinische These abstellt. 

Für das gesamte Beschwerdeverfahren gilt der Grundsatz der freien Beweiswürdigung. 

Danach haben Sozialversicherungsgerichte die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an 

förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen (vgl. Art. 61 

lit. c ATSG).

2.3  Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist entscheidend, ob es 

für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen 

allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich 

mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt, in 

Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten (Anamnese) 

abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und 

Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen des medizinischen Experten 

in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend 

nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende 

Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren 

oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (vgl. BGE 137 V 210 E. 1.2.2; 122 

V 160 E. 1c; U. MEYER-BLASER, in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 

1994, S. 24 f.; vgl. J. JEGER, Leitlinien der SGR zur Begutachtung rheumatologischer 

Krankheiten und Unfallfolgen, Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie, 

Arbeitsgruppe Versicherungsmedizin, in: Schweizerische Ärztezeitung, 2007 88 17, S. 

735).

3.  Bei der Rentenprüfung stellte die Beschwerdegegnerin in der Verfügung vom 22. 

März 2013 insbesondere auf die Arbeitsfähigkeitsschätzung im MEDAS-Gutachten vom 

16. April 2012 ab (act. G 4 S. 4, IV-act. 136). Die Akten enthalten - wie im Sachverhalt 

dargelegt - weitere Gutachten bzw. Arztberichte. Unter den Ärzten herrscht Einigkeit, 

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dass in der angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte eine 100%ige 

Arbeitsunfähigkeit besteht, jedoch liegen bezüglich einer leidensangepassten Tätigkeit 

unterschiedliche Arbeitsfähigkeitseinschätzungen vor. Während das ABI, die MEDAS 

und zuletzt auch der RAD von einer Arbeitsfähigkeit in einer leidensangepassten 

Tätigkeit von 80% ausgehen, schätzen die behandelnden und weitere beigezogene 

(Fach-) Ärzte wie auch der Gerichtsgutachter die Arbeitsfähigkeit auf (maximal) 50% ein 

(IV-act. 20, 31, 49, 51 - 53, 64, 66, 94, 98, 102, act. G 16). Im Folgenden sind daher die 

Arztberichte und Gutachten hinsichtlich des Beweiswertes bzw. der Geeignetheit zur 

Beurteilung der Arbeitsfähigkeit und des Rentenanspruches zu würdigen.

4.  Zunächst ist das orthopädische Obergutachten vom 20. Mai 2016 hinsichtlich des 

Beweiswertes zu würdigen (act. G 16).

4.1  Die Beschwerdeführerin wurde am 2. Februar 2016 durch Prof. Dr. med. J.___, 

Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates FMH 

begutachtet. Ergänzend wurde am 5. Februar 2016 eine Dreiphasen-

Skelettszintigraphie inkl. SPECT/CT LWS durchgeführt.

4.2  Das Gutachten erfüllt die formellen Anforderungen an ein gerichtliches Gutachten, 

bzw. ein orthopädisches Obergutachten. Das Gutachten enthält eine ausführliche 

Anamnese. Es berücksichtigt die geklagten Beschwerden und setzt sich mit dem 

Verhalten der Beschwerdeführerin sowie den in den Vorakten enthaltenen ärztlichen 

Berichten auseinander. Die Befunde und Diagnosen basieren auf einer persönlichen 

Untersuchung der Beschwerdeführerin sowie bildgebenden Zusatzuntersuchungen und 

wurden in Kenntnis der früheren Arztberichte erhoben bzw. gestellt. Der Bericht setzt 

sich auch mit den Fragen des Gerichts ausführlich auseinander.

4.3  Der Gutachter diagnostizierte mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit: 1. Status nach 

Diskushernienoperation L4/5 links am 12.10.1999; 2. Status nach 

Diskushernienoperation L3/4 rechts am 24.05.2006; 3. Status nach Spondylodese L3 

bis S1 mit Cage-Interposition am 17.12.2007 (act. 16 S. 10). Ohne Einfluss auf die 

Arbeitsfähigkeit seien u.a. das SAS und Débridement Labrum sowie die offene AC-

Gelenksresektion rechts am 23.08.2013 bei (AC-Gelenksarthrose mit subacromialem 

Impingement, Tendinopathie Supraspinatussehne und Labrumproliferation rechts) und 

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der Fersenschmerz links. Die Beschwerdeführerin leide unter persistierenden 

Rückenschmerzen, welche im untersten LWS-Bereich und im Sakrum zu lokalisieren 

seien. Deswegen, und nicht etwa wegen Beinschmerzen oder neurologischer 

Symptome, habe sie nicht mehr in den Arbeitsprozess integriert werden können. Bei 

der Beschwerdeführerin bestehe ein ausgeprägter ventraler Überhang, so dass sie 

nicht in der Lage sei, die BWS und den Kopf orthograd über das Hüftgelenk zu bringen. 

Die Vorverlagerung des Körperschwerpunkts sei wohl eine Folge der Operation (vom 

17. Dezember 2007), denn die Lendenlordose im spondylodesierten Bereich sei 

deutlich zu gering und zwischenzeitlich versteift. Wegen der Versteifung könne die 

Beschwerdeführerin die verminderte Lendenlordose nicht kompensieren. Die 

paravertebrale Muskulatur und die Gesässmuskulatur müssten ständig gegen die 

Schwerpunktverlagerung ankämpfen, was zu den Verspannungen und Schmerzen in 

diesem Bereich führe. Erschwerend für die Situation sei die massive Adipositas.

4.4  In der angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte wie auch für jede andere 

körperlich mittelschwere und schwere Tätigkeit sei die Arbeitsfähigkeit 0%. In 

angepasster Tätigkeit schätzt der Gutachter die Arbeitsfähigkeit auf 50% ein. Dabei 

geht er von einer Bürotätigkeit bzw. einer Hilfstätigkeit im administrativen Bereich aus, 

bei der die Beschwerdeführerin abwechselnd sitzen, stehen und gehen könne. Die 

Dauer der einzelnen Körperstellungen sollte jeweils zwei Stunden nicht übersteigen. 

Kein Problem seien Tätigkeiten auf Tischhöhe sowie Tätigkeiten, welche manuelle 

Geschicklichkeit benötigten, solange nicht allzu grosse Kraftanstrengungen notwendig 

seien. Schreibarbeiten am Computer oder handschriftlich könnten problemlos 

durchgeführt werden. Gehen bis zwei Kilometer könne zugemutet werden. Nicht 

geeignet seien dagegen Arbeiten, welche in Kauerstellung durchgeführt werden 

müssten. Bei rein sitzender Tätigkeit sollte die Möglichkeit bestehen, zwischendurch 

aufzustehen und umherzugehen. Die zu hebenden Lasten sollten 5 kg nicht 

überschreiten. Eine derartige berufliche Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin insgesamt 

bis zu 4 Stunden pro Tag zumutbar. Da die Beschwerden Folge der veränderten Statik 

nach der Spondylodese-Operation von Ende 2007 seien, bestehe die 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit in einer leidensangepassten Tätigkeit seit der Beendigung der 

Rehabilitation im Frühjahr 2008. Von weiteren medizinischen Massnahmen bzw. einer 

Operation zur Steigerung der Arbeitsfähigkeit riet der Gutachter ab, denn er stufte das 

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gesundheitliche Risiko einer weiteren grossen Operation als zu gross und eine 

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit als zu ungewiss ein.

4.5  Zu den unterschiedlichen ärztlichen Beurteilungen (vgl. nachfolgende Erwägungen 

5 - 7) erklärte der Gutachter, dass in allen Gutachten und Berichten ausführlich die 

Schmerzproblematik des Rückens behandelt, auf die eigentliche Schmerzursache, die 

veränderte Statik der Wirbelsäule mit Schwerpunktverlagerung nach vorne, jedoch 

kaum näher eingegangen worden sei. Wegen der eingetretenen Versteifung könne die 

Beschwerdeführerin die verminderte Lordose nicht kompensieren, weshalb die 

vorhandene Muskulatur zur Aufrechterhaltung der Stehfähigkeit überbelastet werde. 

Durch die veränderte Statik benötige die Beschwerdeführerin eine längere 

Erholungszeit, was mit einer 80%igen Arbeitsfähigkeit nicht genügend gewährleistet 

werden könne. Nach seiner Einschätzung sei die Beschwerdeführerin folglich auch für 

eine angepasste Tätigkeit nur zu 50% arbeitsfähig.

4.6  Mit Schreiben vom 1. Juni 2016 nahm die Beschwerdegegnerin zum 

Gerichtsgutachten Stellung. Sie erachtet die Arbeitsfähigkeitseinschätzung des 

Gerichtsgutachters Prof. Dr. J.___ als nicht schlüssig. So sei die Feststellung, wonach 

die veränderte Statik zur Folge habe, dass die Beschwerdeführerin eine längere 

Erholungszeit benötige, keine ausreichende Begründung für eine 50%ige 

Arbeitsunfähigkeit. Im Weiteren weist die Beschwerdegegnerin auf die ungenügende 

Abgrenzung zwischen medizinisch objektivbaren Leiden und aus 

invalidenversicherungsrechtlicher Sicht grundsätzlich unbeachtlichen, subjektiv 

empfundenen Beeinträchtigungen hin. Mangels ausgewiesener relevanter organischer 

Befunde sei das Gerichtsgutachten nicht schlüssig. Demgegenüber enthalte das 

MEDAS-Gutachten eine sorgfältige Begründung und sei überzeugender, weil die aus 

den erfassten relevanten Gesundheitsschädigungen abgeleiteten Einflüsse auf die 

Arbeitsfähigkeit in einem Gesamtergebnis ausgedrückt würden. Deshalb sei auf das 

MEDAS-Gutachten abzustellen (act. G 18).

4.7  Mit Schreiben vom 13. Juni 2016 erklärte der Rechtsvertreter der 

Beschwerdeführerin, dass auf das Gutachten der ASIM abzustellen sei, denn die 

Schlussfolgerungen des Gutachters hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit seien begründet 

und nachvollziehbar (act. G 19).

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4.8  Zum Beweiswert des Gerichtsgutachten vom 20. Mai 2016 ist festzustellen, dass 

die Arbeitsfähigkeitseinschätzung des Gerichtsgutachters auf umfassenden, aktuellen, 

persönlichen und bildgebenden Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden 

berücksichtigt und in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist. Die Darstellung der 

medizinischen Problematik, mit der Vorverlagerung des Körperschwerpunktes 

(ventraler Überhang) als Folge der zu geringen Lendenlordose im spondylodesierten 

Bereich (Operation vom 17. Dezember 2007), der eingetretenen Versteifung und der 

dadurch resultierenden Unmöglichkeit den ventralen Überhang zu kompensieren, 

leuchtet ein. Dass die paravertebrale Muskulatur und die Gesässmuskulatur der 

Beschwerdeführerin ständig gegen die Schwerpunktverlagerung ankämpfen müssen, 

was zu Verspannungen und Schmerzen im Kreuz und Gesäss führt, ist nachvollziehbar 

und schlüssig. Dass bei dieser Ausgangslage keine anstrengenden körperlichen 

Tätigkeiten mehr ausgeführt werden können und selbst bei einer leidensangepassten 

Tätigkeit wegen der benötigten Erholungszeit lediglich noch von einer 50%igen 

Arbeitsfähigkeit auszugehen ist, wurde durch den Gutachter ausreichend begründet 

und ist nachvollziehbar und überzeugend, denn es wird im Detail dargelegt, welche 

Tätigkeiten für die Beschwerdeführerin noch in Frage kommen und welche 

Rahmenbedingungen dabei zu berücksichtigen sind wie die maximale Dauer der 

einzelnen Körperstellungen, die zu beachtenden Gewichtslimite und die maximale 

Arbeitsdauer von 4 Stunden pro Tag.

5.  Im Folgenden ist das MEDAS-Gutachten vom 16. April 2012 (IV-act. 109), auf das 

sich die leistungsabweisende IV-Verfügung vom 22. März 2013 hauptsächlich abstützt, 

zu würdigen.

5.1  Die Untersuchungen wurden durchgeführt von Dr. med. K.___, Allgemeine Medizin 

FMH, Dr. med. L.___, Rheumatologie FMH, und Dr. med. M.___, Psychiatrie / 

Psychotherapie FMH (IV-act. 106, 109). Gemäss dem rheumatologischen Gutachter Dr. 

L.___ besteht zur Hauptsache eine Schmerzproblematik bei dreifach operierter 

Lendenwirbelsäule ohne eindeutig fassbares Korrelat für die Schmerzsymptomatik. 

Dabei liege diagnostisch ein sog. failed back surgery-syndrome vor, welches 

möglicherweise mit verursacht sei durch postoperative Narbenbildung und/oder 

neuropathische Schmerzen mit zentraler Sensitisierung. Bei den Rückenschmerzen 

gebe es neben einem somatisch begründbaren neuropathischen Schmerzanteil einen 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/22

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nicht unwesentlichen Anteil, zu dem kein klar umschriebenes organisches Korrelat 

genannt werden könne. Im Weiteren wird darauf hingewiesen, dass das Körpergewicht 

der Beschwerdeführerin (Adipositas mit BMI von 44.6 kg/m2) zu einer ständigen 

Überlastung der gewichttragenden Gelenke und des Achsenorgans führe (IV-act. 109 

S. 12, 14 und 27 - 29). Festzustellen ist, dass bei der Befundstellung die dazumal 

neuesten bildgebenden Untersuchungen, welche im Rahmen der ABI-Begutachtung 

erstellt worden sind (MRT der Brustwirbelsäule vom 29. Juni 2009 [vgl. IV-act. 109 S. 

24 f.] und die Röntgenbilder der Lendenwirbelsäule vom 31. August 2009 [vgl. IV-act. 

74 S. 17 und 19]) nicht erwähnt bzw. berücksichtigt wurden. Die Nichtanfertigung von 

neuen Röntgenbildern und MRT-Bilddaten wurde in der Stellungnahme vom 18. Januar 

2013 damit gerechtfertigt, dass es zum Zeitpunkt der Begutachtung der 

Beschwerdeführerin (18. Januar 2012) keine Indikation für neue Röntgenaufnahmen 

gab, denn die lumbale Problematik hätte sich seit der Beurteilung des Rheumatologen 

Dr. G.___ vom 9. August 2010 und des Neurologen Dr. E.___ vom 29. Oktober 2010 

nicht wesentlich verändert (IV-act. 109 S. 12). Dazu ist festzuhalten, dass die vom 

Gutachter verwendeten Röntgenbilder bzw. MRI-Bilddaten nicht aus dem Jahr 2010, 

sondern vom 1. Mai 2009 (MRI HWS) bzw. 20. Dezember 2007 (Rx LWS) stammen und 

damit am Tag der Begutachtung gut 32 bzw. 48 Monate alt waren. Gemäss den 

Leitlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie sollten radiologische 

Untersuchungen, die älter als sechs Monate sind, wiederholt werden (J. JEGER, a.a.O., 

S. 738). Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass mit neuen bildgebenden 

Untersuchungen neue Erkenntnisse hätten gewonnen werden können (vgl. IV-act 109 

S. 8 f., 11 und 21). Da die Vorakten unzureichend berücksichtigt wurden, weist das 

MEDAS-Gutachten einen erheblichen inhaltlichen Mangel auf (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 15. Juli 2008, 9C_51/2008, E. 2.2).

5.2  Folgende Diagnosen mit wesentlicher Einschränkung der zumutbaren 

Arbeitsfähigkeit wurden gestellt (IV-act. 109 S. 15 und 26): Chronisches, 

tendomyotisches lumbales Schmerzsyndrom mit vertebragener und spondylogener 

Komponente (Fehlstatik mit muskulärer Dysbalance und Adipositas-bedingter 

Dauerüberlastung, Status nach pedikulärer Spondylodese L3/L4 bis L5/S1 am 17. 

Dezember 2007, Status nach Diskushernien-Operation L3/L4 rechts am 24. Mai 2006, 

Status nach Diskushernien-Operation L4/L5 links am 12. Oktober 1999, diskretes M. 

Scheuermann-Residuum an der Bodenplatte von L2). Zu den geltend gemachten 

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Unterbauchschmerzen ist anzumerken, dass diese im Gutachten erwähnt werden (IV-

act. 109 S. 9 f. und 15). Dass keine vertieften Untersuchungen durchgeführt wurden, ist 

insofern nachvollziehbar, als die Beschwerdeführerin primär Kreuz- und 

Nackenschmerzen geltend machte und zu den Bauchschmerzen erwähnte, dass es 

seit der Operation im Oktober 2010 etwas besser gehe. Zudem wurden im Einwand 

gegen den Vorbescheid vom 8. August 2012 weder ein Begehren für eine 

gynäkologische Untersuchung gestellt, noch diesbezügliche Arztberichte eingereicht 

(IV-act. 117).

5.3  Zur Arbeitsfähigkeit wird wie folgt Stellung genommen (IV-act. 109 S. 13 und 15 f.): 

In der angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte bestehe eine volle 

Arbeitsunfähigkeit. Diese Einschätzung gelte auch für jede andere körperlich 

mittelschwere oder schwere Tätigkeit, für Arbeiten in rückenbelastenden Positionen 

sowie für rein stehend, gehend oder sitzend auszuführende Tätigkeiten. 

Behinderungsangepasst seien, in Berücksichtigung des Ausmasses des objektiven 

Gesundheitsschadens am Bewegungsapparat, der Beschwerdeführerin noch zumutbar 

körperlich ausschliesslich leichte und wechselnd belastete Tätigkeiten zu 80% der 

Norm (zeitliche Ganztagespräsenz mit 20%iger Leistungseinschränkung infolge 

vermehrten Pausenbedarfs und langsameren Arbeitstempos).

5.3.1  Gerichte stützten sich bei der Beurteilung der Frage der Zumutbarkeit von 

Arbeitsleistungen insbesondere auf die ärztliche Beurteilung der bei einer Krankheit 

verbleibenden Fähigkeiten und Funktionen. Aufgabe der medizinischen Beurteilung ist 

daher die Festlegung des Belastbarkeitsniveaus, der zumutbaren Arbeitszeit und 

allfälliger zusätzlicher arbeitsrelevanter Leistungseinbussen. Zweckmässigerweise wird 

in einem Fähigkeitsprofil dargelegt, wozu eine Person noch imstande ist (positives 

Fähigkeitsprofil) bzw. zu welcher Tätigkeit oder Leistung eine Person nicht (mehr) 

imstande ist (negatives Fähigkeitsprofil). Stellt der begutachtende Arzt eine 

Einschränkung des Fähigkeitsspektrums fest, so kommen folgende Einsatzmuster in 

Frage 1. Arbeit ganztags mit Einschränkung bestimmter Belastungen, 2. Arbeit 

ganztags mit vermehrten Pausen und/oder verminderter Arbeitsleistung, 3. kürzere 

Arbeitszeit bei voller Leistung und 4. kürzere Arbeitszeit und reduzierte Leistung (vgl. 

SWISS INSURANCE MEDICINE (SIM), Wegleitung zur Einschätzung der zumutbaren 

Arbeitstätigkeit nach Unfall und bei Krankheit, 2. Aufl., 2013, S. 7 - 12; vgl. auch 

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JEGER, a.a.O., S. 739 f., Abschnitte "Beurteilung" und "Beurteilung der 

Arbeitsfähigkeit").

5.3.2  Das Gutachten enthält zu den Fähigkeiten und den zumutbaren Funktionen nur 

wenige, allgemein gehaltene Angaben. Die Gutachter gehen von der Einsatzvariante 

"Arbeit ganztags mit vermehrten Pausen und verminderter Arbeitsleistung" aus. Die 

Arbeitsproduktivität wurde mit 80% der Norm geschätzt. Die 20%ige Reduktion wird 

begründet mit dem schmerzbedingten Bedarf an zusätzlichen Pausen und dem 

langsameren Arbeitstempo (IV-act. 109 S. 13 und 15 f.). Nicht ersichtlich ist, wieso von 

einer Leistungsreduktion in der Höhe von 20% ausgegangen wird und wie sich die 

20%ige Reduktion auf die Leistungsreduktionsgründe "langsameres Arbeitstempo" 

und "vermehrter Pausenbedarf" aufteilt. Im Weiteren fehlen Angaben zu den 

arbeitszeitlichen Rahmenbedingungen (max. Einsatzzeit in einer sitzenden bzw. 

stehenden Arbeitsposition, Anzahl, Dauer und Zeitpunkt der vermehrten Pausen [bspw. 

jede halbe Stunde eine Pause von 5 Minuten]), zur maximalen Belastbarkeit beim 

Heben und Tragen von Lasten sowie zu weiteren zu beachtenden Einschränkungen.

5.4  Nach Ansicht der MEDAS-Gutachter beruhen die geringeren 

Arbeitsfähigkeitseinschätzungen weiterer Ärzte auf einer Höhergewichtung der 

subjektiven Beschwerden der Beschwerdeführerin gegenüber den objektivierbaren 

Befunden (IV-act. 109 S. 15).

5.5  Zusammenfassend ist hinsichtlich der Beweiskraft des MEDAS-Gutachtens vom 

16. April 2014 festzuhalten, dass die aufgezeigten Mängel zur Folge haben, dass das 

Gutachten auch unter Berücksichtigung der ergänzenden Stellungnahme vom 23. 

Januar 2013 nicht geeignet ist als Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit 

und des Rentenanspruches der Beschwerdeführerin bzw. zur Infragestellung des 

Obergutachtens vom 20. Mai 2016 (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 20. Februar 

2009, 8C_360/2008, E. 3.3.2, und vom 15. Juli 2008, 9C_51/2008, E. 2.2).

6. 

Nachfolgend ist das Gutachten des ABI vom 13. Oktober 2009 (IV-act. 74) zu würdigen.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/22

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6.1  Die Beschwerdeführerin wurde am 31. August 2009 untersucht und begutachtet. 

Die Fallführung oblag Dr. med. N.___, Orthopädische Chirurgie FMH. Im Weiteren 

waren beteiligt Dr. med. O.___, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Dr. 

med. P.___, Innere Medizin FMH (IV-act. 74 S. 25).

6.2  Der orthopädische Gutachter zog das Fazit, dass sich die von der 

Beschwerdeführerin angegebenen lumbalen Beschwerden zwar qualitativ erklären 

liessen, deren quantitatives Ausmass jedoch nur sehr schwer einzuschätzen sei. Es 

müsse davon ausgegangen werden, dass neben organisch bedingten Beschwerden 

auch gewisse nichtorganische Komponenten vorlägen, die das aktuelle 

Beschwerdebild nicht unwesentlich mitbestimmen würden (IV-act. 74 S. 18 f.). 

Folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit wurden gestellt (IV-act. 74 S. 

22): Chronisches lumbovertebrales Schmerzsyndrom ohne radikuläre Symptomatik 

(ICD-10: M54.5), Status nach Diskushernien-Operation L4/5 links am 12. Oktober 1999, 

nach Diskushernien-Operation L3/4 rechts am 24. Mai 2006 und nach pedikulärer 

Spondylodese L3 - S1 am 17. Dezember 2007 (ICD-10: Z98.8), Verdacht auf nicht ganz 

adäquate Schmerzverarbeitung. Die Gutachter gingen von einer vollen 

Arbeitsunfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Serviceangestellte aus. Für 

körperlich leichte, adaptierte Tätigkeiten in wechselnden Positionen, wo eine Hebe- 

und Traglimite von 5 kg nur ausnahmsweise überschritten wird und keine 

Zwangshaltungen des Rumpfes vorkommen, wurde eine vollzeitliche Arbeitsfähigkeit 

mit einer um 20% reduzierten Leistung (verwertbare Arbeitsleistung von 80%) als 

zumutbar erachtet. Die Reduktion der Leistung um 20% ergebe sich durch den 

zusätzlichen Pausenbedarf (IV-act 74 S. 22 bis 24). Das Arbeitstempo sei jedoch nicht 

verlangsamt. 

6.3  Festzustellen ist, dass weder im Untersuchungsbefund noch in der Beurteilung auf 

die Gesamtstatik der Wirbelsäule mit dem ventralen Überhang eingegangen wurde. Zur 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung ist anzumerken, dass das Gewichtslimit von 5 kg 

gemäss der Interessengemeinschaft Versicherungsmedizin Schweiz (SIM) dem 

Belastungsniveau "sehr leicht" entspricht. Dementsprechend kommen nicht „leichte“, 

sondern nur „sehr leichte“, adaptierte Tätigkeiten für die Beschwerdeführerin in Frage 

(vgl. Swiss Insurance Medicine (SIM), a.a.O., S. 10). Die Einschätzung, dass die 

Beschwerdeführerin aufgrund ihrer krankheitsbedingten Einschränkungen zusätzliche 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/22

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Pausen benötigte, ist nachvollziehbar. Die veranschlagte Leistungsminderung in der 

Höhe von 20% kann jedoch nicht verifiziert werden, da insbesondere Angaben zur 

Anzahl, zur Dauer und zum Zeitpunkt der zusätzlichen Pausen fehlen. Eine (vertiefte) 

Auseinandersetzung mit den weiteren Arztberichten - ausser mit demjenigen des 

Rheumatologen Dr. H.___ vom 6. Juli 2009 - sowie dem beruflichen Abklärungsbericht 

C.___, Klinik D.___ (IV-act. 60), fand nicht statt. Diese Mängel haben insgesamt zur 

Folge, dass das ABI-Gutachten vom 13. Oktober 2009 (IV-act. 74) nicht geeignet ist als 

Grundlage für die Beurteilung der Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin bzw. zur 

Infragestellung des Obergutachtens vom 20. Mai 2016.

7. 

Im Weiteren wird insbesondere auf die ausführlichen Arztberichte eingegangen, welche 

nach dem ABI-Gutachten erstellt worden sind.

7.1  Dr. E.___ diagnostizierte im Arztbericht vom 9. Januar 2009 (IV-act. 66) mit 

Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit ein lumbovertebrogenes Schmerzsyndrom bei 

Bandscheibendegeneration L3/4 bis L5/S1, Fehlhaltung und -statik der Wirbelsäule, 

muskuläre Haltungsinsuffizienz, Tendenz zu Hypermobilität, Tendenz zu sekundärer 

Fibromyalgie. Die Arbeitsfähigkeit der Beschwerdeführerin schätzte er für eine leichte 

und rückenadaptierte Tätigkeit auf maximal 50%. Mit Bericht vom 29. Oktober 2010 

nahm der Facharzt Stellung zum Gutachten des ABI vom 13. Oktober 2009 (IV-act. 98). 

Hinsichtlich der Diagnose und der klinischen sowie radiologischen Befunde im ABI-

Gutachten brachte er keine wesentlichen Einwände an. Die Einschätzung der ABI-

Gutachter, dass die Beschwerdeführerin zu 80% arbeitsfähig sei, teilte er jedoch nicht. 

Nach seiner Einschätzung sei von einer 50%igen Arbeitsfähigkeit für leichte Tätigkeiten 

auszugehen. Zur Begründung verwies er auf den Umstand, dass die 

Beschwerdeführerin bereits drei Mal am Rücken operiert worden sei, wobei der letzte 

operative Eingriff eine Dreietagenstabilisation gewesen sei, und führte zudem seine 

klinische Erfahrung an, wonach Patienten nach mehreren Rücken-Operationen selbst in 

einer leichten Tätigkeit nicht mehr normal arbeitsfähig werden. Zum Beweiswert der 

ärztlichen Berichte von Dr. E.___ ist festzuhalten, dass die Befunde und Diagnosen 

nachvollziehbar und überzeugend sind. Die Schätzung einer 50%igen Arbeitsfähigkeit 

für leichte adaptierte Tätigkeiten ist daher plausibel.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 18/22

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7.2  Der Rheumatologe Dr. G.___ erachtet im ausführlichen Arztbericht vom 9. August 

2010 (IV-act. 94) die Beschwerdeführerin aufgrund der anhaltenden Schmerzen nach 

den drei LWS-Operationen und der bisherigen Therapieresistenz trotz intensiv 

durchgeführten Rehabilitationsversuchen als maximal 40% bis 50% arbeitsfähig für 

eine leichte Arbeit in Wechselbelastung und ohne Heben von Lasten über 5 kg. 

Zumutbar seien nur noch Tätigkeiten, welche keine zusätzlichen oder einseitigen 

Belastungen der Wirbelsäule bedingten.

7.3  Der RAD untersuchte die Beschwerdeführerin nicht persönlich. Die Einschätzungen 

beruhen daher ausschliesslich auf den zur Verfügung gestellten Arztberichten und 

Gutachten. Das MEDAS-Gutachten erachtete der RAD in der Stellungnahme vom 29. 

Mai 2012 als "umfassend und nachvollziehbar", weshalb auf die 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von 80% (zeitliche Ganztagespräsenz mit 20%iger 

Leistungseinschränkung infolge vermehrtem Pausenbedarf und langsamerem 

Arbeitstempo) abgestellt werden könne. Nicht ersichtlich ist, weshalb der RAD der 

Arbeitsfähigkeitseinschätzung der MEDAS den Vorzug gegenüber den (tieferen) 

Einschätzungen der Arbeitsfähigkeit von Kliniken und Fachärzten gab und weshalb er 

das MEDAS-Gutachten - trotz offensichtlicher Mängel (vgl. Erwägung 5) - als 

umfassend und nachvollziehbar einstufte. Die nicht weiter erläuterte bzw. nicht mit 

Fakten untermauerte Aussage, die abweichenden (tieferen) 

Arbeits¬fähigkeitseinschätzungen seien darauf zurückzuführen, dass diese Ärzte die 

Arbeitsfähigkeit nicht aus versicherungsmedizinischer Sicht - wie dies für die IV 

notwendig sei -, sondern auf der Grundlage eines medizinisch-biologischen Modells 

beurteilt hatten, ist als (alleinige) Begründung unzureichend. Die Stellungnahmen des 

RAD vermögen aus den dargelegten Gründen keine Erkenntnisse liefern, weshalb auf 

eine höhere als die im Obergutachten ausgewiesene Arbeitsfähigkeitseinschätzung von 

50% abzustellen wäre.

8. 

8.1  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass als erwiesen gilt, dass die 

Beschwerdeführerin an einem die Arbeitsfähigkeit limitierenden Rückenschaden bzw. 

resultierenden Rückenschmerzen leidet. Das Gerichtsgutachten ist hinsichtlich der 

erhobenen Befunde, der gestellten Diagnosen und der Arbeitsfähigkeitseinschätzung 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 19/22

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nachvollziehbar und schlüssig. Der höheren Arbeitsfähigkeitseinschätzung durch die 

beiden Begutachtungsinstitute MEDAS und ABI kann aus den aufgezeigten Gründen 

nicht gefolgt werden (vgl. Erwägungen 5 und 6). Das Gericht kommt in Würdigung des 

Gerichtsgutachtens, der weiteren ärztlichen Gutachten und Berichte sowie des 

beruflichen Abklärungsberichts zur Überzeugung, dass die Beschwerdeführerin seit 

dem Frühjahr 2008 (Ende der Rehabilitation nach der Operation vom 17. Dezember 

2007) mit dem Grad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nur noch zu 50% in einer 

leidensangepassten Tätigkeit arbeitsfähig ist.

8.2  Bei vorliegender Ausgangslage kann auf die Durchführung einer EFL verzichtet 

werden. Das diesbezügliche Rechtsbegehren des Rechtsvertreters der 

Beschwerdeführerin (vgl. act. G 1 und G 6) wird daher abgewiesen.

9.  Im Weiteren ist der Invaliditätsgrad anhand eines Einkommensvergleiches zu 

bestimmen (vgl. Erwägung 1.4).

9.1  Da vorliegend mangels gegenteiliger Hinweise davon auszugehen ist, dass die 

Beschwerdeführerin als Gesunde weiterhin im gleichen Umfang in ihrer bisherigen 

Tätigkeit weitergearbeitet hätte, bildet das zuletzt vor Eintritt des Gesundheitsschadens 

erzielte Einkommen einen wichtigen Anhaltspunkt für die Bestimmung des 

Valideneinkommens. Den Akten kann entnommen werden, dass die 

Beschwerdeführerin zuletzt im Restaurationsbetrieb der Klinik Q.___ als 

Serviceangestellte tätig war (IV-act. 50 und 114). Gemäss den Angaben der 

Arbeitgeberin vom 2. August 2007 hat die Beschwerdeführerin in ihrem 100%-Pensum 

ab Januar 2006 pro Monat Fr. 4'000.- verdient (IV-act. 15). Die Beschwerdegegnerin 

ging folglich korrekt von einem Valideneinkommen von Fr. 52'000.- für das Jahr 2006 

aus (13 Monatslöhne à Fr. 4'000.-).

9.2  Die Beschwerdeführerin ist neu lediglich noch für sehr leichte, wechselbelastende 

Tätigkeiten zu 50% arbeitsfähig. Sie ist damit in der Wahl einer neuen Stelle 

behinderungsbedingt eingeschränkt, so dass ihr nicht mehr das gesamte Spektrum an 

Hilfsarbeiten offen steht. Als Ausgangseinkommen zur Ermittlung des zumutbaren 

Invalideneinkommens ist demnach auf das durchschnittliche Einkommen gemäss LSE 

2006, TA 1, Anforderungsniveau 4, abzustellen (vgl. Art. 16 ATSG in Verbindung mit Art. 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 20/22

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28a Abs. 1 IVG; BGE 124 V 321). Der LSE 2006 ist zu entnehmen, dass der auf die 

betriebsübliche Arbeitszeit von 41.7 Stunden umgerechnete, monatliche Bruttolohn von 

Frauen für einfache, repetitive Tätigkeiten (Anforderungsniveau 4), TA 1, Fr. 4'189.80 

bzw. (gerundet) Fr. 50'278.- pro Jahr beträgt (vgl. IV-act. 113 f.). Bei einer 

Arbeitsfähigkeit in der Höhe von 50% resultiert ein Invalideneinkommen von Fr. 

25'139.- pro Jahr.

9.3  Im Weiteren ist zu prüfen, ob ein Abzug vom Tabellenlohn gerechtfertigt ist (BGE 

124 V 321 E. 3b/aa; 126 V 75 E. 5b/aa). Nach der Rechtsprechung können die 

statistischen Löhne um bis zu 25% gekürzt werden, um dem Umstand Rechnung zu 

tragen, dass versicherte Personen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung in der 

Regel das durchschnittliche Lohnniveau nicht erreichen (RKUV 1999 Nr. U242 S. 412 E. 

4b/bb) bzw. ihre Restarbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit 

unterdurchschnittlichem erwerblichen Erfolg zu verwerten in der Lage sind (BGE 126 V 

75 E. 5a/bb). Nach der Rechtsprechung hängt die Frage, ob und in welchem Ausmass 

Tabellenlöhne herabzusetzen sind, von sämtlichen persönlichen und beruflichen 

Umständen – insbesondere auch von invaliditätsfremden Faktoren – des konkreten 

Einzelfalles ab (etwa leidensbedingte Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/

Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad), die nach pflichtgemässem Ermessen 

gesamthaft zu schätzen sind, wobei der maximal zulässige Abzug auf 25% 

festzusetzen ist. Eine schematische Vornahme des Leidensabzuges ist unzulässig 

(BGE 126 V 75 E. 5b; 129 V 472 E. 4.2.3 mit Hinweisen). Da im zuvor ermittelten 

Invalidenlohn die 50%-Leistungsreduktion bereits berücksichtigt ist, sind nur noch die 

qualitativen Einschränkungen, welche zu einer unterdurchschnittlichen Bezahlung im 

Vergleich zum Durchschnittslohn führen, zu berücksichtigen. Relevant sind vorliegend 

insbesondere die gesundheitsbedingten qualitativen Einschränkungen wie die sehr 

geringe Belastbarkeit und die fehlende zeitliche Flexibilität bzw. erschwerte 

Einsetzbarkeit wegen mehrerer Handicaps (Bedarf an zusätzlichen, regelmässigen 

Pausen, das Erfordernis des regelmässigen Wechsels der Arbeitsposition (Sitzen, 

Stehen, Gehen) sowie ihre Allergien). Eine lohnmässig relevante Erschwernis ergibt sich 

durch den Umstand, dass vorliegend nur noch sehr leichte Hilfsarbeiten in Frage 

kommen, für welche kein Mangel an Arbeitskräften besteht (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 8. Januar 2008, 9C_603/2007, E. 4.2.3). Ein Leidensabzug von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 21/22

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10% erscheint als angemessen. Es ist folglich von einem erzielbaren 

Invalideneinkommen von Fr. 22‘625.- auszugehen.

9.4  Es resultiert ein Invaliditätsgrad von 56% ([Fr. 52‘000.- - Fr. 22‘625.-] / Fr. 

52‘000.-). Da der Invaliditätsgrad grösser als 50% und kleiner als 60% ist, hat die 

Beschwerdeführerin gemäss Art. 28 IVG Anspruch auf eine halbe Rente der 

Invalidenversicherung (vgl. Erwägung 1.2).

10. 

10.1 In Gutheissung der Beschwerde ist die Verfügung vom 22. März 2013 aufzuheben 

und der Beschwerdeführerin eine halbe Rente zuzusprechen. Zur Festsetzung des 

Anspruchsbeginns und der Rentenhöhe ist die Sache an die Beschwerdegegnerin 

zurückzuweisen.

10.2 Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.- bis Fr. 

1'000.- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Aufgrund der Einholung eines 

Gerichtsgutachtens und des damit verbundenen Zusatzaufwands erscheint eine 

Gerichtsgebühr von Fr. 1'000.- in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als 

angemessen. Der vollständig unterliegenden Beschwerdegegnerin sind die 

Gerichtskosten in der Höhe von Fr. 1'000.- aufzuerlegen. Der Beschwerdeführerin ist 

der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- zurückzuerstatten.

10.3 Die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 7'313.10 (act. G 22) hat die 

Beschwerdegegnerin zu tragen (BGE 137 V 265 f. E. 4.4.2).

10.4 Gemäss Art. 61 lit. g des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 

Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) hat die obsiegende beschwerdeführende 

Partei Anspruch auf Ersatz der Parteikosten. Die Parteientschädigung wird vom 

Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen. In 

der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor Versicherungsgericht nach Art. 

22 Abs. 1 lit. b HonO (sGS 963.75) pauschal Fr. 1'000.- bis Fr. 12'000.-. Im hier zu 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 22/22

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beurteilenden Fall erscheint wegen des im Zusammenhang mit dem Gerichtsgutachten 

verbundenen Mehraufwands eine Parteientschädigung Fr. 4'500.- (inklusive 

Barauslagen und Mehrwertsteuer) als angemessen.

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der IV-Stelle vom 22. März 2013 

aufgehoben, und es wird der Beschwerdeführerin eine halbe Rente zugesprochen. Die 

Sache wird an die IV-Stelle zurückgewiesen, damit diese über die Höhe der halben 

Rente und deren Beginn verfügen kann.

2. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten von Fr. 1'000.- zu bezahlen. Der 

geleistete Kostenvorschuss von Fr. 600.- ist der Beschwerdeführerin 

zurückzuerstatten.

3. 

Die Beschwerdegegnerin hat die Kosten des Gerichtsgutachtens von Fr. 7'313.10 zu 

bezahlen.

4. 

Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin eine Parteientschädigung Fr. 

4'500.- (inklusive Barauslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2016
	Obergutachten sind dann in Auftrag zu geben, wenn die Würdigung der vorhandenen, gegensätzlich lautenden gutachterlichen Stellungnahmen nicht erlaubt, auf eine derselben abzustellen, d.h. der Behörde die Kenntnis fehlt, eine der beiden vertretenen Auffassungen als schlüssig und nachvollziehbar zu bezeichnen (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. September 2016, IV 2013/180).

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