# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 22304508-4c31-5254-bc1e-4777c9c8e914
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-01-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 04.01.2021 470 20 229
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-20-229_2021-01-04.pdf

## Full Text

Seite 1  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
 
 
Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, 
vom 4. Januar 2021 (470 20 229) 
____________________________________________________________________ 
 
 
 
Strafprozessrecht 
 
 
 
Verfahrenseinstellung 
 
 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richter Markus Mattle (Ref.),  
Richter Stephan Gass; Gerichtsschreiber Alexander Schorro 
 

Parteien A.____,  
Beschwerdeführerin 

  
 
gegen 
 
 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft,  
Allgemeine Hauptabteilung,  
Grenzacherstrasse 8, Postfach, 4132 Muttenz,  
Beschwerdegegnerin 
 
B.____,  
vertreten durch Advokat Christian Kummerer,  
Aeschengraben 13, Postfach, 4010 Basel,  
Beschuldigter 

  

Gegenstand Verfahrenseinstellung 
Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft 
Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, vom 1. Oktober 2020 

  

 
 
 

 
 
Seite 2  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

A. Im Rahmen eines seit Jahren andauernden Nachbarschaftsstreits erstattete A.____ am 
8. Juni 2020 (Verfahrens-Nr. X.____) Strafanzeige gegen B.____ betreffend die Straftatbestände 
der Beschimpfung, der üblen Nachrede sowie der Verleumdung. Nach erfolgter Strafuntersu-
chung stellte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Allgemeine Hauptabteilung, das Strafver-
fahren mit Verfügung vom 1. Oktober 2020 in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a der Schwei-
zerischen Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) ein. Mit nämlicher Verfügung wurden die Ver-
fahrenskosten dem Staat auferlegt und dem Beschuldigten gestützt auf Art. 429 StPO eine Ent-
schädigung zugesprochen. Auf die Begründung dieser Verfügung sowie der nachfolgenden Ein-
gaben der Parteien wird, soweit erforderlich, im Rahmen der Erwägungen des vorliegenden Be-
schlusses eingegangen. 
 
B. Gegen die Einstellungsverfügung vom 1. Oktober 2020 erhob A.____ mit Eingabe vom 
11. Oktober 2020 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, und 
beantragte sinngemäss, es sei die angefochtene Verfügung unter o/e Kostenfolge aufzuheben, 
und die Staatsanwaltschaft anzuweisen, das Strafverfahren gegen B.____ weiterzuführen. 
 
C. Demgegenüber begehrte die Staatsanwaltschaft in ihrer Stellungnahme vom 28. Okto-
ber 2020, die Beschwerde sei abzuweisen, und die Kosten des Beschwerdeverfahrens seien der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen. 
 
D. Der Beschuldigte beantragte in seiner Stellungnahme vom 9. November 2020, die Be-
schwerde sei unter Kostenfolge abzuweisen, und es sei ihm eine Parteientschädigung gemäss 
der Honorarnote seines Rechtsanwalts zuzusprechen. 
 
E. Mit Verfügung des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 13. Ok-
tober 2020 wurde die Beschwerdeführerin verpflichtet, bis zum 26. Oktober 2020 eine Sicher-
heitsleistung in Höhe von CHF 800.-- zu erbringen. 
 
 
Erwägungen 
 
1.1 Die Zuständigkeit der Dreierkammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung 
Strafrecht, als Beschwerdeinstanz zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde ergibt sich aus 
Art. 20 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO sowie aus § 15 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zur Schwei-
zerischen Strafprozessordnung (EG StPO, SGS 250). Nach Art. 322 Abs. 2 StPO sowie Art. 393 
Abs. 1 lit. a StPO ist gegen die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft die Beschwerde 
zulässig. Gemäss Abs. 2 von Art. 393 StPO können mit der Beschwerde gerügt werden: Rechts-
verletzungen, einschliesslich Überschreitung und Missbrauch des Ermessens, Rechtsverweige-
rung und Rechtsverzögerung (lit. a); die unvollständige oder unrichtige Feststellung des Sachver-
haltes (lit. b); sowie Unangemessenheit (lit. c). Nach Art. 322 Abs. 2 StPO in Verbindung mit 
Art. 396 Abs. 1 StPO ist die Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide 

 
 
 

 
 
Seite 3  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen. Die Legiti-
mation der Privatklägerin zur Ergreifung des Rechtsmittels schliesslich wird in Art. 382 Abs. 1 
StPO sowie Art. 322 Abs. 2 StPO normiert. Nachdem die angefochtene Verfügung ein taugliches 
Anfechtungsobjekt darstellt, die Privatklägerin beschwerdelegitimiert ist, eine zulässige Rüge er-
hebt und die Rechtsmittelfrist gewahrt hat sowie, unter Berücksichtigung der für Laienbeschwer-
den geltenden reduzierten Anforderungen, der Begründungspflicht nachgekommen ist und auch 
die ihr auferlegte Sicherheitsleistung fristgemäss erbracht hat, ist im Folgenden auf die Be-
schwerde einzutreten. 
 
1.2 Die Beschwerdeführerin stellt in ihrer Beschwerde vom 11. Oktober 2020 sinngemäss 
folgende Verfahrensanträge: Erstens seien C.____ und D.____ als Zeugen zu befragen, und 
zweitens sei die Aufnahme vom 20. Mai 2020 als Beweismittel zuzulassen. 
 
Im Hinblick auf den Beweisantrag betreffend die Einvernahme von C.____ und D.____ als Zeu-
gen ist zunächst festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin diesen bereits mit Eingabe vom 
28. August 2020 im Vorverfahren gestellt, und die Staatsanwaltschaft den Beweisantrag mit Ver-
fügung vom 17. September 2020 abgewiesen hat. Sodann ist darauf hinzuweisen, dass die Be-
schwerde gemäss Art. 389 Abs. 1 StPO, Art. 390 Abs. 4 StPO sowie Art. 397 Abs. 1 StPO in 
einem schriftlichen Verfahren behandelt wird, und das Rechtsmittelverfahren auf den Beweisen 
beruht, die im Vorverfahren erhoben worden sind. Seiner Natur nach ist das Beschwerdeverfah-
ren im Vergleich zum Verfahren vor dem Sachrichter ein vereinfachtes; es soll sich durch Rasch-
heit auszeichnen, damit das laufende Strafverfahren selbst eine möglichst geringe Verzögerung 
erfährt. Aus der Schriftlichkeit des Verfahrens folgt, dass sich die Beschwerdeinstanz im Prinzip 
auf die Akten der Vorinstanz stützt und keine eigenen Beweise erhebt. Dies bedeutet nicht, dass 
eigene Beweiserhebungen der Beschwerdeinstanz unzulässig wären. Die Bestimmungen betref-
fend die Wiederholung von Beweisabnahmen (Art. 389 Abs. 2 StPO) und die Erhebung der er-
forderlichen zusätzlichen Beweise (Art. 389 Abs. 3 StPO) sind allerdings primär auf das Beru-
fungsverfahren zugeschnitten und finden im Bereich der Beschwerde allenfalls im Zusammen-
hang mit der Anfechtung selbstständiger nachträglicher Entscheide ein mögliches Anwendungs-
gebiet. Im Übrigen steht die Beweiserhebung durch die Beschwerdeinstanz jedoch in einem er-
heblichen Spannungsverhältnis zur einfachen und raschen Natur des Verfahrens. Mit Blick da-
rauf, dass im Beschwerdeverfahren nicht über eine allfällige strafrechtliche Schuld geurteilt wird, 
ist die Abnahme zusätzlicher Beweise in aller Regel nicht erforderlich (vgl. PATRICK GUIDON, Bas-
ler Kommentar StPO, 2. Auflage, Basel 2014, Art. 397 StPO, N 1 ff., mit Hinweisen). In casu liegt 
kein Ausnahmefall vor, welcher es rechtfertigen würde, dass die Beschwerdeinstanz eigene Be-
weise erhebt. Vielmehr genügen die bestehenden Akten ohne Weiteres zur Beurteilung der vor-
liegenden Beschwerde. Hinzu kommt, dass, wie bereits die Staatsanwaltschaft in ihrer Verfügung 
vom 17. September 2020 zutreffend festgehalten hat, von der erneut beantragten Befragung von 
C.____ und D.____ als Zeugen keine weiteren sachdienlichen und entscheidungsrelevanten Er-
kenntnisse zu erwarten sind. Demzufolge ist der Beweisantrag der Beschwerdeführerin abzuwei-
sen. 

 
 
 

 
 
Seite 4  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Soweit der Antrag, es sei die Aufnahme vom 20. Mai 2020 als Beweismittel zuzulassen, als Be-
weisantrag oder als Rüge, die Staatsanwaltschaft habe die Aufnahme zu Unrecht als unverwert-
bar erachtet, zu verstehen ist, erweist er sich als unbegründet. Da die Staatsanwaltschaft sämtli-
che durch die Beschwerdeführerin eingereichten Foto- und Videoaufnahmen zu den Akten ge-
nommen hat und deren Verwertbarkeit in keiner Weise bestreitet, ist der Verfahrensantrag der 
Beschwerdeführerin in beiden genannten Interpretationsvarianten abzuweisen. Soweit der ge-
nannte Antrag hingegen so zu verstehen ist, dass sich die Beschwerdeführerin gegen die von der 
Staatsanwaltschaft vorgenommene Beweiswürdigung richten und geltend machen will, die 
Staatsanwaltschaft habe die Aufnahme vom 20. Mai 2020 nicht bzw. unrichtig gewürdigt, ist in 
den nachfolgenden Erwägungen auf diese Frage einzugehen. 
 
2.1 Die Staatsanwaltschaft führt zur Begründung ihrer angefochtenen Einstellungsverfügung 
aus, der Beschuldigte bestreite die durch die Beschwerdeführerin gegen ihn erhobenen Vorwürfe. 
Da somit Aussage gegen Aussage stehe, und keine genügend objektiven Zeugen vorhanden 
seien, könnten die dem Beschuldigten vorgeworfenen Straftaten nicht mit hinreichender Sicher-
heit nachgewiesen werden. Angesichts der konkreten Sach- und Beweislage sei demnach ein 
Freispruch vor Strafgericht mit Sicherheit zu erwarten. 
 
2.2 Demgegenüber bringt die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerde sinngemäss und im 
Wesentlichen vor, die Staatsanwaltschaft sei zu Unrecht davon ausgegangen, die im Rahmen 
von Ausrastern des Beschuldigten am 7. April 2020 sowie am 20. Mai 2020 durch diesen zum 
Nachteil der Beschwerdeführerin begangenen Ehrverletzungsdelikte könnten nicht mit hinrei-
chender Sicherheit nachgewiesen werden. Vielmehr könne man anhand der Aufnahme vom 
20. Mai 2020, als die Beschwerdeführerin den Notruf kontaktiert habe, hören, wie der Beschul-
digte sie laut schreiend aufs Übelste beschimpfe und sie absichtlicher falscher Aussagen bezich-
tige. Diesen Beweis habe die Staatsanwaltschaft fälschlicherweise nicht berücksichtigt. 
 
2.3 Der Beschuldigte ist im Wesentlichen der Ansicht, dass die von der Beschwerdeführerin 
vorgebrachten Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehrten, weshalb er sie mit Vehemenz bestreite. 
Die Staatsanwaltschaft sei zu Recht davon ausgegangen, dass vorliegend keine objektiven Be-
weismittel ersichtlich seien, welche die Vorwürfe der Beschwerdeführerin zu stützen vermöchten. 
Vielmehr sei der Beschwerdeführerin vorzuwerfen, dass sie den Beschuldigten seit Jahren mittels 
installierter Kameras in krankhafter Weise überwache, sodass ein normales Privatleben kaum 
mehr möglich sei. Da die Kameras auf seinen Privatbereich gerichtet seien, könnte er an sich 
gestützt auf Art. 179quater StGB Strafantrag gegen die Beschwerdeführerin stellen. Allerdings ver-
zichte er wegen des am 22. Januar 2020 vor dem Strafgericht Basel-Landschaft geschlossenen 
Vergleichs vorerst auf eine Strafanzeige, behalte sich aber vor, diese später nachzuholen, falls 
sich das Verhalten der Beschwerdeführerin nicht ändern sollte. 
 
 

 
 
 

 
 
Seite 5  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

3.1 Nach Art. 319 Abs. 1 StPO verfügt die Staatsanwaltschaft die vollständige oder teilweise 
Einstellung des Verfahrens unter anderem, wenn kein Tatverdacht erhärtet ist, der eine Anklage 
rechtfertigt (lit. a). Gemäss dieser Bestimmung ist einzustellen, wenn im Vorverfahren der ur-
sprünglich vorhandene Anfangsverdacht nicht in einem Mass erhärtet werden konnte, das eine 
Anklage rechtfertigt. Allerdings hat sich die Staatsanwaltschaft bei der Frage, ob ein solcher Tat-
verdacht besteht, in Zurückhaltung zu üben. Widersprechen sich Beweise, so ist es gemäss der 
Botschaft des Bundesrates vom 21. Dezember 2005, S. 1273, nicht Sache der Staatsanwalt-
schaft, eine Beweiswürdigung vorzunehmen. Im Zweifelsfalle ist die Angelegenheit in Beachtung 
des Grundsatzes "in dubio pro duriore" an das Sachgericht zu überweisen. Bei der Frage der 
Überweisung des Beschuldigten an das urteilende Gericht spielt der Grundsatz "in dubio pro reo" 
nicht. Es ist Sache des Gerichts, darüber zu befinden, ob sich jemand im strafrechtlichen Sinne 
schuldig gemacht hat oder nicht. Die Staatsanwaltschaft hat nur dann einzustellen, wenn eine 
Hauptverhandlung als eigentliche Ressourcenverschwendung bzw. aufgrund des absehbaren 
Freispruchs als Zumutung für den Beschuldigten erscheinen müsste. Von einer Überweisung ist 
mithin dann abzusehen, wenn nach der gesamten Aktenlage ein Freispruch zu erwarten ist (ROLF 
GRÄDEL/MATTHIAS HEINIGER, Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, Basel 2014, Art. 319 N 8). 
Nach SCHMID/JOSITSCH ist erforderlich, dass bei erfolgter Anklage nicht mit einem verurteilenden 
Erkenntnis des Gerichts gerechnet werden könnte, also mit Sicherheit oder grosser Wahrschein-
lichkeit mit einem Freispruch zu rechnen wäre. Da die Staatsanwaltschaft als Untersuchungs- 
und Anklagebehörde nicht dazu berufen ist, über Recht oder Unrecht zu richten, darf sie jedoch 
nicht allzu rasch und gestützt auf eigene Bedenken (die irrtümlich sein können) zu einer Einstel-
lung schreiten. In Zweifelsfällen in sachverhalts- und beweismässiger Hinsicht sowie vor allem in 
rechtlichen Belangen ist Anklage zu erheben (NIKLAUS SCHMID/DANIEL JOSITSCH, Praxiskommen-
tar StPO, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2018, Art. 319 N 5; DIESELBEN, Handbuch des schweize-
rischen Strafprozessrechts, 3. Auflage, Zürich/St. Gallen 2017, Rz. 1251, mit Hinweisen). Die 
Beurteilung der Wahrscheinlichkeit eines Schuldspruchs bzw. der Prozessaussichten ist dem 
pflichtgemässen Ermessen der Staatsanwaltschaft anheimgestellt. In Zweifelsfällen tatsächlicher 
oder rechtlicher Natur darf das Verfahren nicht eingestellt werden, da in diesen Fällen das Urteil 
dem Gericht überlassen bleiben soll. Stehen sich unterschiedliche Zeugenaussagen gegenüber, 
und kann die Untersuchung die Zuverlässigkeit der einzelnen Zeugen nicht erschüttern, darf 
keine Einstellung ergehen. Der Ermessensentscheid, wem unter solchen Verhältnissen zu glau-
ben ist, liegt beim Gericht. Keine Einstellung, sondern die Erhebung einer Anklage ist grundsätz-
lich immer dann angezeigt, wenn der Ausgang des Verfahrens ausschliesslich von der Beweis-
würdigung abhängt (NATHAN LANDSHUT/THOMAS BOSSHARD, Zürcher Kommentar StPO, 3. Auf-
lage, Zürich 2020, Art. 319 N 16 ff., mit Hinweisen). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 
ist in Fällen, in denen sich gegensätzliche Aussagen gegenüberstehen (Aussage gegen Aus-
sage-Situation), und es nicht möglich ist, die einzelnen Depositionen als glaubhafter oder weniger 
glaubhaft zu bewerten, nach dem Grundsatz "in dubio pro duriore" in der Regel Anklage zu erhe-
ben. Auf eine Anklageerhebung ist jedoch zu verzichten, wenn der Strafkläger ein widersprüchli-
ches Aussageverhalten offenbart, und seine Aussagen daher wenig glaubhaft sind, oder wenn 

 
 
 

 
 
Seite 6  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

eine Verurteilung unter Einbezug der gesamten Umstände aus anderen Gründen als von vorn-
herein unwahrscheinlich erscheint (BGE 143 IV 241, E. 2.2.2, mit Verweisen; BGer 6B_258/2017 
vom 1. Dezember 2017, E. 2.2). Zur letztgenannten Konstellation sind gemäss der Rechtspre-
chung auch Fälle zu zählen, in denen Aussage gegen Aussage steht, keine der Depositionen als 
glaubhafter oder weniger glaubhaft bewertet werden kann, und dabei weder objektive Beweismit-
tel vorhanden, noch weitere Beweisergebnisse zu erwarten sind (BGer 6B_856/2013 vom 3. April 
2014, E. 2.2; 1B_535/2012 vom 28. November 2012, E. 5.2). Von einem für die Anklageerhebung 
hinreichenden Tatverdacht kann insbesondere dann nicht gesprochen werden, wenn dem be-
streitenden Beschuldigten nur die Aussage eines an dessen Verurteilung unmittelbar interessier-
ten Geschädigten gegenübersteht, und dessen Anschuldigungen nicht eine objektive Bestätigung 
im Untersuchungsergebnis finden (LANDSHUT/BOSSHARD, a.a.O., Art. 319 N 17). 
 
3.2 Im Hinblick auf die in casu im Streit liegenden Vorfälle vom 7. April 2020 sowie vom 
20. Mai 2020 ist zunächst festzuhalten, dass sich die von der Beschwerdeführerin als Beweis für 
den zweiten Vorfall angerufene Aufnahme vom 20. Mai 2020, auf welcher zu hören sein soll, wie 
der Beschuldigte sie laut schreiend aufs Übelste beschimpfe und sie absichtlicher falscher Aus-
sagen bezichtige, weder auf der im Vorverfahren zu den Akten gereichten CD noch sonst in den 
Akten befindet. Zumal die Beschwerdeführerin in ihrer Beschwerdeschrift sodann darlegt, sie sei 
überzeugt gewesen, dass die von ihr kontaktierte Notrufleitstelle alles schriftlich festgehalten 
habe, und dass dies als Beweis gegen den Beschuldigten verwendet werden würde, was aber 
offensichtlich nicht der Fall gewesen sei, ist vorliegend davon auszugehen, dass die von der Be-
schwerdeführerin ins Feld geführte Aufnahme tatsächlich gar nicht existiert. 
 
3.3. In Ermangelung objektiver Beweismittel ist deshalb allein auf die sich widersprechenden 
Aussagen der Parteien abzustellen. In casu stehen sich die in der Strafanzeige vom 8. Juni 2020 
gegen den Beschuldigten erhobenen Vorwürfe der Beschwerdeführerin und die pauschale Be-
streitung derselben durch den Beschuldigten auf dem Sachverhaltsanerkennungsformular der 
Staatsanwaltschaft vom 22. Juli 2020 gegenüber. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Fa-
milien der Beschwerdeführerin und des Beschuldigten seit vielen Jahren einen erbitterten Nach-
barschaftsstreit austragen, in dessen Rahmen es bereits zu diversen Strafverfahren in unter-
schiedlicher Verteilung der Parteirollen gekommen ist. Sodann haben sich die Streitenden am 
22. Januar 2020 vor dem Strafgericht Basel-Landschaft verglichen und sich namentlich verpflich-
tet, mit Distanz für ein respektvolles Nebeneinanderleben zu sorgen und auf gegenseitige Be-
schimpfungen, Drohungen und Nötigungen sowie auf Immissionen und störende Beobachtungen 
zu verzichten. Der Beschwerdeführerin ist vorzuhalten, dass sie in Missachtung des am 22. Ja-
nuar 2020 geschlossenen Vergleichs durch das von ihr zugestandene und für den Beschuldigten 
sichtbare Anbringen von Spiegeln, einer Kameraattrappe sowie einem Schild mit der Aufschrift 
"Jeden Tag wie 12.7.2018" an der Fassade ihrer Liegenschaft zur erneuten Eskalation des Nach-
barschaftsstreits zumindest erheblich beigetragen hat. In Anbetracht dessen ist es vorliegend 
nicht möglich, die Aussage der Beschwerdeführerin oder jene des Beschuldigten als glaubhafter 

 
 
 

 
 
Seite 7  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

oder weniger glaubhaft zu bewerten, als die jeweils andere. Da in casu weder durch die bean-
tragten Zeugeneinvernahmen (vgl. Erwägung 1.2 des vorliegenden Beschlusses) noch durch an-
dere Erhebungen weitere entscheidungsrelevante Beweisergebnisse zu erwarten sind, steht dem 
bestreitenden Beschuldigten somit alleine die Aussage der an dessen Verurteilung unmittelbar 
interessierten Beschwerdeführerin gegenüber, deren Anschuldigungen indes keine objektive Be-
stätigung im Untersuchungsergebnis finden. In dieser Situation kann von einem für eine Ankla-
geerhebung hinreichenden Tatverdacht offensichtlich nicht gesprochen werden, sodass das 
Strafverfahren trotz des Vorliegens einer Aussage gegen Aussage-Konstellation einzustellen ist. 
Im Übrigen ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass in diesem jahrelangen Nachbarschafts-
streit bisher sämtliche Einstellungs- und Nichtanhandnahmeverfügungen der Staatsanwaltschaft 
in Rechtskraft erwachsen sind. 
 
Gestützt auf diese Erwägungen hat die Staatsanwaltschaft somit zu Recht das Strafverfahren 
gegen den Beschuldigten in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO eingestellt. Infolgedessen 
ist die angefochtene Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 1. Oktober 2020 in Ab-
weisung der vorliegenden Beschwerde vollumfänglich zu bestätigen 
 
4. Bei diesem Verfahrensausgang gehen in Anwendung von Art. 428 Abs. 1 StPO die or-
dentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von CHF 1'050.-- (beinhaltend eine 
Gebühr von CHF 1'000.-- sowie Auslagen von CHF 50.--) zu Lasten der Beschwerdeführerin, 
wobei die von ihr erbrachte Sicherheitsleistung in der Höhe von CHF 800.-- an die von ihr zu 
bezahlenden Verfahrenskosten angerechnet wird. Des Weiteren hat die Beschwerdeführerin dem 
Beschuldigten gestützt auf Art. 436 Abs. 1 StPO in Verbindung mit Art. 432 Abs. 2 StPO eine 
Parteientschädigung gemäss der Honorarnote dessen Rechtsvertreters vom 6. November 2020 
in der Höhe von insgesamt CHF 681.-- (inklusive Auslagen und CHF 48.70 Mehrwertsteuer) zu 
bezahlen. 
 
  

 
 
 

 
 
Seite 8  http://www.bl.ch/kantonsgericht 

Demnach wird erkannt: 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 
 2. Die ordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens in der Höhe von 

CHF 1'050.-- (beinhaltend eine Gebühr von CHF 1'000.-- sowie Ausla-
gen von CHF 50.--) gehen zu Lasten der Beschwerdeführerin. 
 
Die von der Beschwerdeführerin erbrachte Sicherheitsleistung in der 
Höhe von CHF 800.-- wird an die von ihr zu bezahlenden Verfahrens-
kosten angerechnet. 

 
 3. Die Beschwerdeführerin wird verurteilt, dem Beschuldigten eine Partei-

entschädigung in der Höhe von CHF 681.-- (inklusive Auslagen und 
CHF 48.70 Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 

 
 4. Mitteilung (…). 

 
 
 
 
Präsident 
 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
 
Alexander Schorro 

 
 
 
Dieser Entscheid ist rechtskräftig.