# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fab4da17-1743-5881-bccf-12d5a1a63c06
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-12-12
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 12.12.2017 IV 2015/349
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_IV-2015-349_2017-12-12.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV 2015/349

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: IV - Invalidenversicherung

Publikationsdatum: 06.05.2020

Entscheiddatum: 12.12.2017

Entscheid Versicherungsgericht, 12.12.2017
Art. 28 IVG. Arbeitsfähigkeit eines Hilfsarbeiters, der seine linke, nicht 
dominante Hand lediglich noch als Zudienhand einsetzen kann. Art. 7 f. und 
Art. 16 ATSG, Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG. Begriff der Erwerbsunfähigkeit und der 
Invalidität. Eine Gesundheitsbeeinträchtigung kann keine invalidisierende 
Wirkung entfalten, solange die andauernde medizinische Behandlung 
eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach Abschluss der therapeutischen 
Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Da der 
Beschwerdeführer seit Abschluss der medizinischen Behandlung in einer 
leidensdadaptierten Hilfsarbeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100 
% arbeitsfähig ist, ist es ihm trotz seiner Behinderung zumutbar, ein 
rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Abweisung der 
Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen 
vom 12. Dezember 2017, IV 2015/349).

Entscheid vom 12. Dezember 2017

Besetzung

Präsident Ralph Jöhl, Versicherungsrichterinnen Monika Gehrer-Hug und Karin Huber-

Studerus; Gerichtsschreiberin Lea Hilzinger

Geschäftsnr.  

IV 2015/349

Parteien

A.___,

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Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Kaspar Noser,

Waisenhausstrasse 14, 9000 St. Gallen,

gegen

IV-Stelle des Kantons St. Gallen, Postfach 368, 9016 St. Gallen,

Beschwerdegegnerin,

Gegenstand 

Rente

Sachverhalt

A. 

A.a  A.___ meldete sich im September/Oktober 2009 bei der IV-Stelle des Kantons St. 

Gallen zum Bezug von IV-Leistungen an (IV-act. 6). Er gab an, seit März 2008 

unfallbedingt voll arbeitsunfähig zu sein. Am 5. März 2008 war er auf Glatteis 

ausgerutscht und auf die extendierte linke Hand gestürzt. Die Ärzte der Klinik für 

Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des Kantonsspitals St. Gallen 

(KSSG) hatten am 11. März 2008 eine ältere quere Scaphoidfraktur im mittleren Drittel 

mit einem Verdacht auf eine scapholunäre Bandruptur links sowie eine ältere nicht 

dislozierte Os lunatum Fraktur links festgestellt. Da sich eine symptomatische 

Scaphoidpseudarthrose ausgebildet hatte, war am 13. März 2008 eine operative 

Versorgung mittels Beckenkamm und Herbertschraube erfolgt (Berichte vom 13. März 

2008, Fremdakten, nicht nummeriert). Wegen persistierender Schmerzen hatte sich der 

Versicherte am 14. November 2008 erneut einer Operation mittels einer 

Herbertschraube Scaphoid links und eines Beckenkamminterponats von links 

unterzogen (Berichte des KSSG vom 14. und 18. November 2008, Fremdakten). Vom 

17. bis 22. November 2008 war der Versicherte wegen eines infizierten Hämatoms der 

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Bauchwand im Spital B.___ hospitalisiert gewesen (Bericht vom 18. November 2008, 

Fremdakten).

A.b  Der Hausarzt des Versicherten, Dr. med. C.___, berichtete dem RAD-Arzt Dr. med. 

D.___ am 16. Oktober 2009 telefonisch (IV-act. 14), dass der Versicherte seit März 2008 

an einer Kahnbeinpseudoarthrose am linken Handgelenk leide. Es bestehe eine 

Minderbelastbarkeit des linken Handgelenks. In der bisherigen Tätigkeit als Bauarbeiter 

werde der Versicherte keine volle Arbeitsfähigkeit mehr erreichen. Tätigkeiten ohne 

besondere Belastung des linken Handgelenks könne der Versicherte acht Stunden pro 

Tag ausüben. Dr. med. E.___, Facharzt für Chirurgie, spezielle Handchirurgie, Spital 

F.___, hatte Dr. C.___ am 28. September 2009 berichtet (IV-act. 12-1 f.), dass am linken 

Handgelenk eine nicht verheilte Scaphoidpseudoarthrose mit Status nach zweimaligem 

Versuch einer Scaphoidrekonstruktion mittels Beckenkammspan bestehe. Aufgrund 

der arthroskopisch erhobenen Befunde vom 2. September 2009 sei die Indikation für 

eine nochmalige Scaphoidrekonstruktion, diesmal mit einem vaskularisierten 

Knochenspan vom linken distalen Radius, gegeben. Postoperativ sei mit einer acht- bis 

zwölfwöchigen Gipsruhigstellung zu rechnen. Auch bei guter Knochenheilung werde im 

Anschluss eine mehrwöchige ergotherapeutische Nachbehandlung notwendig sein, 

sodass mit einer Wiederaufnahme der Arbeit in der angestammten Tätigkeit im 

Strassenbau wahrscheinlich erst vier bis sechs Monate postoperativ zu rechnen sei. 

Aufgrund der Vorgeschichte sei es möglich, dass selbst bei einer knöchernen Heilung 

des Os scaphoideum in der manuell anspruchsvollen Tätigkeit im Strassenbau keine 

volle Leistungsfähigkeit mehr erreicht werde.

A.c  Die G.___ AG berichtete der IV-Stelle am 26. Oktober 2009 (IV-act. 22), dass sie 

den Versicherten seit dem 1. Oktober 2007 als Strassenbauer ("Handlangerarbeiten") 

beschäftige. Es handle sich um eine vorwiegend gehende und stehende Tätigkeit, die 

oft das Heben und Tragen von mittelschweren und manchmal das Heben oder Tragen 

von schweren Lasten beinhalte. Der letzte effektive Arbeitstag sei der 5. März 2008 

gewesen. Der aktuelle AHV-beitragspflichtige Lohn betrage seit dem 1. Januar 2009 Fr. 

5'100.-- pro Monat (zzgl. 13. Monatslohn; 2010: 13 x Fr. 5'151.--, s. IV-act. 79-2).

A.d  Am 26. November 2009 führte Dr. E.___ die von ihm empfohlene 

Scaphoidrekonstruktion durch (Fremdakten). RAD-Arzt Dr. D.___ erklärte anlässlich des 

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Triage-Gesprächs vom 9. Februar 2010 (IV-act. 24), dass der Heilungsverlauf verzögert 

sei. Der Gesundheitszustand des Versicherten sei derzeit instabil. Unabhängig vom 

Operationsergebnis könne jedoch für adaptierte Tätigkeiten eine 100 %ige 

Arbeitsfähigkeit erwartet werden. Am 6. Juli 2010 teilte die IV-Stelle dem Versicherten 

mit, dass wegen seines Gesundheitszustandes zurzeit keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen möglich seien (IV-act. 38).

A.e  Am 1. November 2010 erfolgte eine diagnostische Arthroskopie links mit einer 

partiellen Synovialektomie mediocarpal durch Dr. med. H.___ von der Klinik für 

Wiederherstellungschirurgie des Universitätsspitals Zürich (USZ, IV-act. 44). Am 22. 

November 2010 erlitt der Versicherte bei einer Auffahrkollision ein kranio-zervikales 

Beschleunigungstrauma mit einer reflektorischen Blockade der HWS (Bericht des 

KSSG vom 22. November 2010, Schadenmeldung UVG vom 7. Januar 2011, 

Fremdakten). Dr. H.___ erklärte anlässlich der Sprechstunde Handchirurgie am 16. 

Dezember 2010 (IV-act. 46-2 f.), dass eine Scaphoidrekonstruktion nicht mehr in Frage 

komme. Als "Rettungsoperation" falle zum jetzigen Zeitpunkt entweder eine proximal 

row carpectomy oder eine four corner Fusion in Betracht. Ein solcher Eingriff würde mit 

hoher Wahrscheinlichkeit zu einer erheblichen Schmerzreduktion und einer erhöhten 

Belastbarkeit führen. Ob damit eine wesentliche Erhöhung der Arbeitsfähigkeit 

verbunden wäre, sei schwierig abzuschätzen. Der Versicherte sei auch ausführlich über 

die Möglichkeit einer totalen Handgelenksarthrodese aufgeklärt worden. Er könne sich 

aktuell allerdings nicht zu einer "Rettungsoperation" entschliessen.

A.f  Am 6. April 2011 wurde der Versicherte durch den Kreisarzt-Stellvertreter Prof. Dr. 

med. I.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, untersucht (Fremdakten). Der 

Versicherte gab an, dass die linke Hand ständig schmerze und kaum einsetzbar sei. 

Einzig bei PC-Arbeiten könne er die Hand minimal benützen. Das Autofahren (Automat) 

sei möglich, da dabei eigentlich nur die rechte Hand zum Einsatz komme. Dr. I.___ hielt 

fest, dass die linke Hand anlässlich der Untersuchung ausgeprägt aus dem 

Körperschema desintegriert erschienen sei. Die Beweglichkeit sei hochgradig 

schmerzhaft eingeschränkt gewesen; es hätten nur Wackelbewegungen um die 

Neutral-0-Stellung herum produziert werden können. Es sei eine an sich unhaltbare 

Situation eingetreten. Die starken ständigen Beschwerden hinderten den Versicherten 

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daran, die linke Hand auch nur für kleine, wenig beanspruchende Verrichtungen 

einzusetzen.

A.g  RAD-Arzt Dr. med. J.___ erklärte anlässlich des Triage-Gesprächs vom 20. April 

2011 (IV-act. 48), dass der Versicherte in der angestammten Tätigkeit voll 

arbeitsunfähig sei. Für leidensadaptierte Tätigkeiten ohne Belastung des linken 

Handgelenks, ohne monoton-repetitive Bewegungen, ohne Heben und Tragen von 

mittelschweren oder schweren Lasten mit der linken Hand und ohne 

Vibrationsbelastungen bestehe eine volle Arbeitsfähigkeit.

A.h  Am 7. November 2011 fand die Abschlussuntersuchung durch den Kreisarzt Dr. 

med. K.___, Facharzt für Chirurgie, speziell Allgemein- und Unfallchirurgie, statt 

(Fremdakten). Dr. K.___ erklärte, dass der Versicherte subjektiv mit der linken Hand 

nichts machen könne. Vom Nacken her gehe es bis auf gelegentliche 

Muskelverspannungen gut. Zusammenschauend bestünden bezüglich der linken Hand 

eine residuelle Belastungs- und Bewegungseinschränkung und Hinweise für eine 

Arthrose. Es sei eine gewisse Malcompliance vorhanden, die das Ausmass der 

Einschränkung der Handfunktion beeinflusse. Rein chirurgisch wäre eine operative 

Reintervention (Arthrodese) indiziert. Aufgrund der Gesamtsituation und des bisherigen 

Verlaufs sei eine operative Intervention jedoch wohl unzumutbar. Aktuell sei dem 

Versicherten der Gebrauch der linken Hand als Zudienhand mit bis ca. 2 kg Belastung 

bei sonst uneingeschränkter Tätigkeit als Rechtshänder vollschichtig möglich. 

Vibrationen und hämmernde Einflüsse sowie repetitive Umwendbewegungen seien zu 

vermeiden.

A.i Am 14. Mai 2012 teilte die IV-Stelle dem Versicherten mit, dass keine beruflichen 

Eingliederungsmassnahmen angezeigt seien, da er sich nicht in der Lage fühle, an 

Eingliederungsmassnahmen mitzuwirken (IV-act. 68).

A.j Bei einem Sturz am 2. September 2013 zog sich der Versicherte eine 

Schürfungsverletzung am Ellbogen links und eine Kontusion des linken Handgelenks zu 

(Bericht des KSSG vom 4. September 2013, Fremdakten). Aus orthopädischer Sicht 

bestand − ausser der Versorgung mit Bedarfsanalgesie − kein Handlungsbedarf. Dr. 

E.___ berichtete Dr. C.___ am 3. Februar 2014 (Fremdakten), dass er wie die Ärzte des 

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USZ der Auffassung sei, dass beim Versicherten als einzig vernünftige chirurgische 

Therapieoption die Totalarthrodese des linken Handgelenks zu Verfügung stehe. Die 

Ärzte der Klinik für Hand-, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie des KSSG 

empfahlen dem Versicherten im Bericht vom 19. Juni 2014 eine mediocarpale 

Teilarthrodese mit Exzision des Scaphoids (Fremdakten. Sie erklärten, dass die 

Operation die Beschwerden deutlich reduzieren sollte.

A.k  Mit Verfügung vom 30. März 2015 sprach die Suva dem Versicherten bei einer 

Integritätseinbusse von 15 % eine Integritätsentschädigung zu (Fremdakten). Den 

Anspruch auf eine Invalidenrente verneinte sie mit der Begründung, dass keine 

erhebliche unfallbedingte Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit vorliege.

A.l RAD-Arzt Dr. L.___ notierte am 2. Juli 2015 (IV-act. 96), dass es im Verlauf zu einer 

vollständigen Destruktion des Scaphoids gekommen sei. Die Funktionsfähigkeit des 

linken Handgelenks sei schlecht; es liege eine funktionelle Einhändigkeit vor. Wegen 

der mehrfachen erfolglosen Operationen weise der Versicherte eine eingeschränkte 

Zuversicht für einen Erfolg bei einem erneuten operativen Eingriff auf. Angesichts des 

erhöhten Risikos eines invasiven Eingriffs könne eine erneute Operation dem 

Versicherten nicht als Schadenminderungsmassnahme auferlegt werden. Der 

Gesundheitszustand sei stabil, die Funktionsfähigkeit des linken Handgelenks jedoch 

schlecht. In der angestammten Tätigkeit als ungelernter Bauarbeiter sei der Versicherte 

seit dem Unfall (5. März 2008) definitiv nicht mehr arbeitsfähig. Das Ausmass der 

Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit lasse sich durch den RAD nicht beziffern, 

da es sich beim Versicherten um einen funktionellen Einhänder handle, weshalb eine 

solche Angabe ein bestimmtes Erwerbseinkommen implizieren würde. Der RAD könne 

jedoch folgende Beurteilung und Umschreibung einer medizinisch sinnvollen Tätigkeit 

vornehmen: Medizinisch sinnvoll und zumutbar sei die Benützung der linken, 

adominaten Hand als sog. Zudienhand bis ca. 2 kg Belastung bei voll funktionsfähiger 

rechter Hand als Rechtshänder. Ein Einsatz sei ganztags möglich.

A.m Mit Vorbescheid vom 8. Juli 2015 stellte die IV-Stelle dem Versicherten bei einem 

IV-Grad von 5 % die Abweisung des Rentengesuchs in Aussicht (IV-act. 98). Zur 

Begründung führte sie aus, dass in einer leidensangepassten Tätigkeit eine volle 

Arbeitsfähigkeit bestehe. Das Valideneinkommen sei anhand der Angaben der letzten 

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Arbeitgeberin ermittelt worden (Jahr 2012 Fr. 68'282.--). Das Invalideneinkommen 

basiere auf dem durchschnittlichen Erwerbseinkommen eines Hilfsarbeiters im Jahr 

2012 (Fr. 65'172.--; siehe auch IV-act. 99). Dagegen wendete der Versicherte am 20. 

Juli 2015 ein, dass er zwei Jahre erfolglos eine Arbeit gesucht habe (IV-act. 100). Das 

Sozialamt M.___ wendete am 9. September 2015 gegen den Vorbescheid ein (IV-act. 

104), dass die erheblichen Einschränkungen des Versicherten auch für adaptierte 

Tätigkeiten und die lange Verfahrensdauer bei der Bemessung des 

Invalideneinkommens nicht berücksichtigt worden seien. Nicht einmal einen 

Tabellenlohnabzug sei gewährt worden. Das Sozialamt ersuchte die IV-Stelle, noch 

einmal berufliche Eingliederungsmassnahmen zu prüfen.

A.n  Mit Verfügung vom 25. September 2015 wies die IV-Stelle das Rentengesuch wie 

angekündigt bei einem IV-Grad von 5 % ab (IV-act. 105). Zum Einwand des 

Sozialamtes erwiderte sie, dass auch die Anrechnung eines Leidensabzuges keinen 

Anspruch auf Rentenleistungen begründen würde. Die beruflichen 

Eingliederungsbemühungen seien abgeschlossen worden, weil sich der Versicherte 

nicht eingliederungsfähig gefühlt habe. Eine Motivation zur Eingliederung sei auch bei 

dessen persönlicher Vorsprache nicht feststellbar gewesen. Als Verweistätigkeiten 

kämen die Qualitätssicherung, die optische Kontrolle (z.B. Textil, Lebensmittel- und 

Pharmaindustrie), die Bedienung von Maschinen und die Überwachung einfacher 

Maschinenprozesse in Frage.

B. 

B.a  Gegen diese Verfügung liess der Versicherte (nachfolgend: Beschwerdeführer) am 

26. Oktober 2015 Beschwerde erheben (act. G 1). Sein Rechtsvertreter beantragte die 

Aufhebung der Verfügung und die Rückweisung der Sache an die IV-Stelle 

(nachfolgend: Beschwerdegegnerin) zur ergänzenden Abklärung des Sachverhalts. 

Zudem stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und 

Rechtsverbeiständung für das Beschwerdeverfahren. Des Weiteren beantragte er die 

Durchführung einer mündlichen Verhandlung. Zur materiellen Begründung machte er 

geltend, dass die linke Hand des Beschwerdeführers fast vollständig 

funktionsuntauglich sei. Die Beschwerdegegnerin habe es unterlassen, genau 

abzuklären, wie es sich mit der Einsatz- und Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers 

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verhalte. Auch habe sie die sehr wahrscheinlich notwendige Arthrodese 

(Handversteifung) nicht in ihre Beurteilung einbezogen. Ausserdem habe sie die 

anhaltenden Schmerzen im linken Handgelenk nicht berücksichtigt. Obwohl im Bereich 

des linken Handgelenks nur noch hochgradig schmerzhafte Wackelbewegungen 

möglich seien, habe der RAD die Benutzung der linken Hand als Zudienhand für 

möglich erachtet. Die Beschwerdegegnerin habe sich mit dieser Ungereimtheit nicht 

auseinandergesetzt und sich unkritisch der Schlussfolgerung des RAD angeschlossen. 

Da der Sachverhalt nicht genügend abgeklärt sei, sei eine Begutachtung mit einer 

Evaluation der funktionellen Leistungsfähigkeit (EFL) notwendig. Bei der Bemessung 

des Invalideneinkommens sei nicht (bzw. nicht genügend) berücksichtigt worden, dass 

der Beschwerdeführer nur noch adaptierte Tätigkeiten ausüben könne, dass er über 

keine Berufsausbildung verfüge und dass er auch in sprachlicher Hinsicht 

eingeschränkt sei. Die von der Beschwerdegegnerin aufgezählten Verweistätigkeiten 

seien zu allgemein und zu pauschal formuliert. Zwar möge es Maschinen geben, 

welche einhändig bedient werden könnten; dies dürfte aber eher selten sein.

B.b  Die Beschwerdegegnerin beantragte am 1. Dezember 2015 die Abweisung der 

Beschwerde (act. G 5). Zur Begründung führte sie aus, dass sich der RAD der 

Einschätzung des Kreisarztes Dr. K.___ vom 7. November 2011 angeschlossen habe. 

Die Zumutbarkeitsbeurteilung von Dr. K.___ beruhe auf einer klinischen Untersuchung, 

berücksichtige die Anamnese und die Vorakten und leuchte in der Beurteilung der 

medizinischen Zusammenhänge ein. Die auf Wunsch des Beschwerdeführers 

veranlasste handchirurgische Abklärung im Spital F.___ vom 3. Februar 2014 stehe 

nicht in Widerspruch dazu. Zwar sei die Beurteilung der Suva für die IV nicht bindend; 

sie sei jedoch als Indiz für eine zuverlässige Beurteilung zu werten und als solche in 

den Entscheidungsprozess miteinzubeziehen. Nach Lage der Akten habe sich seit der 

Untersuchung durch Dr. K.___ an der gesundheitlichen Problematik nichts 

Wesentliches geändert. Weitere medizinische Abklärungen, insbesondere eine EFL, 

seien nicht erforderlich, da hiervon keine neuen relevanten Erkenntnisse zu erwarten 

seien. Demnach sei für die Invaliditätsbemessung von einer 100 %igen Arbeitsfähigkeit 

in leidensangepassten Tätigkeiten auszugehen. Rechtsprechungsgemäss müsse im 

Falle des Beschwerdeführers, der die nicht-dominante linke Hand nur noch sehr 

eingeschränkt als Zudienhand einsetzen könne, die erwerbliche Verwertbarkeit der 

Restarbeitsfähigkeit bejaht werden. Der monatliche Bruttolohn des Beschwerdeführers 

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als Bauarbeiter habe im Jahr 2009 Fr. 5'100.-- betragen. Unter Berücksichtigung des 

im Baugewerbe üblichen 13. Monatslohns und der Nominallohnentwicklung sei für das 

Jahr 2010 von einem Valideneinkommen von rund Fr. 66'735.-- auszugehen. Das 

Invalideneinkommen sei anhand von LSE-Tabellenwerten zu bestimmen. Da der 

Beschwerdeführer die linke Hand nur noch als Zudienhand einsetzen könne, erscheine 

ein 15 %iger Abzug vom Tabellenlohn als angemessen. Das Invalideneinkommen sei 

somit auf Fr. 51'989.-- festzusetzen. Der IV-Grad betrage folglich 22 %. Die 

angefochtene Verfügung sei im Ergebnis nicht zu beanstanden.

B.c  Das Gericht bewilligte am 7. Dezember 2015 das Gesuch um unentgeltliche 

Rechtspflege (Befreiung von den Gerichtskosten und Bewilligung der unentgeltlichen 

Rechtsverbeiständung) für das Verfahren vor dem Versicherungsgericht (act. G 6).

B.d  In seiner Replik vom 11. Februar 2016 (act. G 12) machte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers ergänzend geltend, dass die bisherigen Abklärungen, insbesondere 

die Suva-Abschlussuntersuchung vom 7. November 2011, für die abschliessende 

Beurteilung des Rentenanspruchs nicht genügten. Die Suva-Abschlussuntersuchung 

liege über vier Jahre zurück und berücksichtige die seither unverändert starke 

Beeinträchtigung des Beschwerdeführers nicht. Eine Abklärung des aktuellen 

Gesundheitszustandes sei daher unerlässlich. Ausserdem könne nicht kategorisch 

gesagt werden, eine EFL würde keine neuen relevanten Erkenntnisse bringen. Aufgrund 

der vorliegenden Akten sei es nicht möglich, die Frage zu beantworten, welche 

konkreten leidensangepassten Tätigkeiten für den Beschwerdeführer realistischerweise 

noch in Betracht gezogen werden könnten. Zu berücksichtigen sei auch, dass das RAV 

den Beschwerdeführer als nicht vermittelbar erachte. Da der Beschwerdeführer die 

linke Hand wegen der hohen Schmerzempfindlichkeit nicht einmal mehr als 

Zudienhand einsetzen könne, sei ein Tabellenlohnabzug von 25 % angemessen. Der 

Rechtsvertreter zog seinen Antrag zur Durchführung einer mündlichen Verhandlung 

zurück. Einer der Replik beiliegenden Telefonnotiz des Sozialamtes M.___ vom 9. 

Dezember 2013 war zu entnehmen, dass der Beschwerdeführer gemäss dem RAV 

wegen der Beeinträchtigung der linken Hand bis auf weiteres nicht vermittelbar sei (act. 

G 12.1.2). Dr. C.___ hatte dem Rechtsvertreter am 1. Februar 2016 berichtet (act. G 

12.1.1), dass der Beschwerdeführer immer noch Schmerzen an der linken Hand habe 

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und diese deshalb kaumbelasten könne. Aus seiner Sicht sei der Beschwerdeführer zu 

100 % arbeitsunfähig.

B.e  Die Beschwerdegegnerin verzichtete auf eine Duplik (act. G 14).

Erwägungen

1. 

1.1  Die Beschwerdegegnerin hat mit der angefochtenen Verfügung vom 25. 

September 2015 einen Rentenanspruch des Beschwerdeführers bei einem IV-Grad von 

5 % verneint. Strittig ist, ob der Beschwerdeführer Anspruch auf eine Invalidenrente 

hat.

1.2  Einen Anspruch auf eine Rente der Invalidenversicherung haben Versicherte, die 

ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht 

durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen wiederherstellen, erhalten oder 

verbessern können, während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch 

durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind und nach Ablauf dieses 

Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die 

Invalidenversicherung, IVG, SR 831.20). Invalidität ist gemäss Art. 8 Abs. 1 des 

Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG, SR 

830.1) die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde ganze oder teilweise 

Erwerbsunfähigkeit. Erwerbsunfähigkeit ist der durch eine Beeinträchtigung der 

körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer 

Behandlung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der 

Erwerbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Arbeitsmarkt 

(Art. 7 Abs. 1 ATSG).

1.3  Gemäss Art. 28a Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 16 ATSG ist die Invalidität grundsätzlich 

durch einen Einkommensvergleich zu ermitteln. Dabei wird das Erwerbseinkommen, 

das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der 

medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr 

zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (zumutbares 

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Invalideneinkommen), in Beziehung gesetzt zum Einkommen, das sie erzielen könnte, 

wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen).

1.4  Die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in der bisherigen und in einer der 

Gesundheitsbeeinträchtigung bestmöglich Rechnung tragenden Erwerbstätigkeit ist 

also ein entscheidendes Element bei der Prüfung der Eingliederungsmöglichkeiten und 

des Rentenanspruchs (Erfüllung des Wartejahres, Invaliditätsbemessung). Diese 

weitreichende Bedeutung der Arbeitsfähigkeit lässt es als sinnvoll erscheinen, die 

Akten in einem ersten Schritt darauf zu prüfen, ob sie einen bestimmten 

Arbeitsfähigkeitsgrad für die angestammte Tätigkeit als ungelernter Bauarbeiter und für 

eine optimal leidensangepasste Hilfsarbeit mit dem erforderlichen Beweisgrad der 

überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu belegen vermögen.

2. 

2.1  Für den Beweiswert von Berichten und Gutachten von versicherungsinternen 

Ärzten wie RAD-Ärzten (IV) und Kreisärzten (Suva) ist ausschlaggebend, dass sie als 

schlüssig erscheinen, nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchfrei sind und 

keine Indizien gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee). Der 

Kreisarzt Dr. K.___ hat im Abschlussbericht vom 7. November 2011 angegeben, dass 

nach den mehrfachen Operationen eine residuelle Belastungs- und 

Bewegungseinschränkung des linken Handgelenks bestehe. Angesichts dieser 

objektivierbaren Einschränkungen leuchtet es ein, dass die involvierten Ärzte für die 

angestammte, körperlich schwere Tätigkeit als Bauarbeiter seit dem Unfallereignis am 

5. März 2008 übereinstimmend von einer vollen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen sind. 

Umstritten ist demgegenüber die Arbeitsfähigkeit für adaptierte Tätigkeiten. Dr. K.___ 

ist davon ausgegangen, dass der Beschwerdeführer die linke (nicht dominante) Hand 

noch als Zudienhand gebrauchen und mit bis ca. 2 kg belasten könne, weshalb er die 

Arbeitsfähigkeit für optimal adaptierte Tätigkeiten auf 100 % geschätzt hat. RAD-Arzt 

Dr. L.___ hat in seiner Stellungnahme vom 2. Juli 2015 die Einschätzung von Dr. K.___, 

dass der Beschwerdeführer seine linke Hand noch als Zudienhand gebrauchen könne, 

bestätigt. Zum Arbeitsfähigkeitsgrad selbst hat er keine Stellung nehmen wollen. Der 

Grund dafür dürfte darin liegen, dass er sich nicht dazu hat äussern wollen, ob auf dem 

ausgeglichenen Arbeitsmarkt Arbeitsstellen existieren, die den aufgestellten 

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Adaptionskriterien entsprechen. Im Gegensatz zu Dr. K.___ und Dr. L.___ ist der 

Beschwerdeführer der Meinung, dass er die linke Hand praktisch gar nicht mehr 

einsetzen könne. Dr. K.___ hat anlässlich der kreisärztlichen Abschlussuntersuchung 

vom 7. November 2011 eine nicht optimale Compliance (Kooperation) festgestellt und 

dieser einen Einfluss auf das Ausmass der Einschränkung der Handfunktion 

beigemessen. Er hat also die Diskrepanz zwischen den vom Beschwerdeführer 

angegebenen und den objektivierbaren Einschränkungen auf eine Malcompliance 

zurückgeführt. Entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters enthalten die 

medizinischen Akten also eine nachvollziehbare Erklärung für die Diskrepanz zwischen 

den vom Beschwerdeführer geltend gemachten Beschwerden und den objektivierbaren 

Einschränkungen. Die geltend gemachten starken Schmerzen im linken Handgelenk 

hat Dr. K.___ insoweit in seiner Beurteilung berücksichtigt, als er von einer stark 

verminderten Belastbarkeit des linken Handgelenks ausgegangen ist. Im Übrigen 

können Schmerzen allein nie die Grundlage einer Arbeitsfähigkeitsschätzung sein, da 

es sich bei ihnen um eine emotionale Erfahrung handelt, die auch losgelöst von einer 

aktuellen Schädigung auftreten kann (vgl. R. MARELLI, Schmerz und 

Arbeitsunfähigkeit, in: Schweizer Zeitschrift für Psychiatrie und Neurologie, 2/2004, S. 

26). Dr. K.___ ist also davon ausgegangen, dass es dem Beschwerdeführer trotz der 

von ihm empfundenen Schmerzen zumutbar ist, einer Arbeitstätigkeit nachzugehen. 

Eine EFL, wie sie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers gefordert hat, ist im 

vorliegenden Fall nicht geeignet, einen Beitrag zur Schätzung der aus objektiver Sicht 

noch zumutbaren Arbeitsfähigkeit zu leisten (vgl. dazu auch Urteil des Bundesgerichts 

vom 28. August 2015, 8C_217/2015 E. 2.2.3). Eine EFL liefert nämlich nur ein 

überzeugendes Resultat, wenn der Proband bei der Durchführung der funktionellen 

Tests an seine Leistungsgrenzen geht. Dass der Beschwerdeführer bei einer EFL an 

seine Leistungsgrenzen gehen würde, muss angesichts der von Dr. K.___ festgestellten 

Malcompliance praktisch ausgeschlossen werden. Die kreisärztliche Untersuchung hat 

im Verfügungszeitpunkt zwar fast vier Jahre zurückgelegen, aber den neuesten 

ärztlichen Berichten aus dem Jahr 2014 ist nicht zu entnehmen, dass sich die 

medizinische Situation seither verändert hätte. Der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers hat dies in seiner Replik denn auch bestätigt. Die Beurteilung von 

Dr. K.___ ist daher im Zeitpunkt des Erlasses der angefochtenen Verfügung nicht 

veraltet gewesen. Auch die Argumentation des Rechtsvertreters, die 

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Beschwerdegegnerin habe nicht berücksichtigt, dass seit der kreisärztlichen 

Abschlussuntersuchung keine Besserung eingetreten sei, geht fehl. Die einzige 

Möglichkeit, eine Besserung des Zustandes zu erreichen, hat Dr. K.___ − wie auch die 

behandelnden Ärzte − in einer Arthrodese gesehen. Dr. K.___ ist bekannt gewesen, 

dass der Beschwerdeführer eine solche Versteifungsoperation ablehnt. Er hat also 

nicht davon ausgehen können, dass sich die Situation bezüglich des linken 

Handgelenks zukünftig (ohne Operation) noch verbessern würde. Da sich der 

Beschwerdeführer bis zum Verfügungserlass keiner Versteifungsoperation unterzogen 

hat, ist diese entgegen der Behauptung des Rechtsvertreters auch nicht in die 

Beurteilung miteinzubeziehen; von einer Versteifungsoperation wäre gemäss den 

behandelnden Fachärzten zudem keine Verschlechterung, sondern vielmehr eine 

Verbesserung der Situation, insbesondere eine Abnahme der Schmerzen, zu erwarten. 

Die Einschätzung des Hausarztes Dr. C.___ vom 1. Februar 2016, wonach der 

Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig sei, vermag nicht einmal geringe Zweifel an 

der Beurteilung von Dr. K.___ zu wecken. Einerseits hat Dr. C.___ seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nicht begründet. Andererseits steht sie in deutlichem 

Widerspruch zu seinen früheren Einschätzungen: Am 16. Oktober 2009 hat er dem 

Beschwerdeführer für adaptierte Tätigkeiten nämlich noch eine uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit bescheinigt (IV-act. 14). Und im Arztzeugnis vom 29. März 2012 hat er 

angegeben, dass mit der linken Hand sehr leichte Arbeiten möglich seien (Fremdakten). 

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass auf die schlüssige, nachvollziehbar 

begründete und widerspruchsfreie Beurteilung von Dr. K.___ im kreisärztlichen 

Abschlussbericht vom 7. November 2011 abgestellt werden kann. Von weiteren 

medizinischen Abklärungen, wie sie der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers 

gefordert hat, sind keine neuen Erkenntnisse zu erwarten. Eine Begutachtung ist daher 

nicht notwendig. Demzufolge ist davon auszugehen, dass der Beschwerdeführer in der 

angestammten Tätigkeit als Bauarbeiter seit dem Unfall vom 5. März 2008 zu 100 % 

arbeitsunfähig ist. In einer körperlich adaptierten Tätigkeit, in welcher er die linke Hand 

nur als Zudienhand mit bis ca. 2 kg Belastung gebrauchen muss, bei der er keinen 

Vibrationen und hämmernden Einflüssen ausgesetzt ist und die keine repetitiven 

Umwendbewegungen erfordert, ist er mit überwiegender Wahrscheinlichkeit 

zu¬mindest seit der kreisärztlichen Untersuchung am 7. November 2011 zu 100 % 

arbeitsfähig.

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2.2  Zu prüfen bleibt, ob der Beschwerdeführer vorübergehend auch für adaptierte 

Tätigkeiten arbeitsunfähig gewesen ist. Am 26. November 2009 ist die dritte 

Scaphoidrekonstruktion erfolgt. Der Operateur Dr. E.___ hat erklärt, dass postoperativ 

mit einer acht- bis zwölfwöchigen Gipsruhigstellung zu rechnen sei. Mit einer 

Wiederaufnahme der Arbeit in der angestammten Tätigkeit im Strassenbau sei 

wahrscheinlich erst vier bis sechs Monate postoperativ zu rechnen. Da sich bei der 

Nachkontrolle vom 9. Februar 2010 noch keine knöcherne Konsolidation gezeigt hatte, 

war nochmals ein neuer Gips angelegt worden (Bericht von Dr. E.___ vom 9. Februar 

2010, Fremdakten). Auf telefonische Rückfrage hin hat Dr. E.___ gegenüber der Suva 

angegeben, dass frühestens im April 2010 mit einer leichten Beschäftigung zu rechnen 

sei. Demzufolge ist der Beschwerdeführer mit überwiegender Wahrscheinlichkeit vom 

5. März 2008 bis 31. März 2010 auch für adaptierte Tätigkeiten voll arbeitsunfähig 

gewesen. Das am 22. November 2010 erlittene kraniozervikale Beschleunigungstrauma 

mit einer reflektorischen Blockade der HWS hat hingegen unbestrittenermassen keinen 

längerdauernden Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers gehabt. 

Bereits anlässlich einer Besprechung mit dem Case Manager der Suva vom 22. 

Februar 2010 hat der Beschwerdeführer angegeben, dass er höchstens bei 

körperlichen Anstrengungen noch Restbeschwerden verspüre, die Kopfbeweglichkeit 

seit längerer Zeit nicht eingeschränkt sei, es sich mehr um Verspannungen handle und 

er eigentlich gar nie eine Therapie absolviert habe (Besprechungsrapport vom 22. 

Februar 2010, Fremdakten). Auch gegenüber Dr. K.___ hat der Beschwerdeführer am 7. 

November 2011 als Restbeschwerden lediglich gelegentliche Muskelverspannungen im 

Nackenbereich erwähnt. Ebenso hat der Sturz am 2. September 2013, bei dem sich 

der Beschwerdeführer eine Kontusion des linken Handgelenks zugezogen hat, 

höchstens eine kurzzeitige Verschlechterung des Gesundheitszustandes zur Folge 

gehabt.

2.3  Die Behandlung der Handgelenksverletzung ist per Ende März 2010 

abgeschlossen gewesen; die Arthroskopie vom November 2010 ist lediglich zur 

diagnostischen Zwecken erfolgt. Gemäss Art. 7 Abs. 1 ATSG liegt eine 

Erwerbsunfähigkeit erst vor, wenn sich die versicherte Person einer zumutbaren 

Behandlung und Eingliederung unterzogen hat. In Übereinstimmung damit sieht Art. 28 

Abs. 1 lit. a IVG vor, dass ein Rentenanspruch erst entsteht, wenn die Erwerbsfähigkeit 

nicht durch zumutbare − medizinische oder berufliche − Eingliederungsmassnahmen 

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wieder hergestellt, erhalten oder verbessert werden kann (siehe auch Art. 16 ATSG). 

Eine Arbeitsunfähigkeit vermag somit so lange keine Invalidität zu begründen, als die 

andauernde medizinische Behandlung noch eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach 

Abschluss der therapeutischen Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu 

erwarten ist. Das Bundesgericht nimmt denn auch in ständiger Rechtsprechung an, 

dass leichte bis mittelschwere Störungen aus dem depressiven Formenkreis nur als 

invalidisierend zu werten sind, wenn sie schwer und therapeutisch nicht (mehr) 

angehbar sind, was voraussetzt, dass keine therapeutischen Optionen mehr und somit 

eine Behandlungsresistenz besteht (siehe z.B. Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juli 

2017, 8C_222/2017 E. 5.2; diese Rechtsprechung ist allerdings insoweit zu kritisieren, 

als der Begriff der Behandelbarkeit massiv überdehnt wird). Da das Gesetz nicht 

zwischen körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheitsschäden 

unterscheidet, ist die grundsätzliche Überlegung des Bundesgerichts, dass eine 

Arbeitsunfähigkeit so lange keine Invalidität zu begründen vermag, als die andauernde 

medizinische Behandlung eingliederungsrelevant ist, unter Berücksichtigung des 

Gleichbehandlungsgrundsatzes im Sinne einer Präzisierung der Rechtsprechung auf 

alle Arten von Gesundheitsschäden anzuwenden (s. Entscheid des 

Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vom 27. November 2017, IV 2015/257 E. 

4.7). Die während der Behandlungszeit von März 2008 bis März 2010 bestandene 

vollständige Arbeitsunfähigkeit für jegliche Tätigkeiten ist nach dem Gesagten nicht 

geeignet, eine Invalidität und damit einen Rentenanspruch zu begründen. Demnach 

könnte erst nach dem Abschluss der medizinischen Behandlung, d.h. ab dem 1. April 

2010, eine anspruchsrelevante Invalidität vorgelegen haben.

3. 

3.1  Somit bleibt noch der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene 

Einkommensvergleich zu überprüfen. Die Validenkarriere besteht in der Tätigkeit als 

ungelernter Bauarbeiter. Der Beschwerdeführer hätte gemäss der Auskunft seiner 

ehemaligen Arbeitgeberin im Jahr 2010 ohne Behinderung ein Jahreseinkommen von 

Fr. 66'963.-- erzielen können (13 x Fr. 5'151.--, IV-act. 79-2). Die bisherige Tätigkeit als 

Bauarbeiter ist dem Beschwerdeführer nicht mehr zumutbar. Das Invalideneinkommen 

ist daher anhand von Tabellenlöhnen festzulegen. Gemäss der Lohnstrukturerhebung 

des Bundesamtes für Statistik (LSE) hat der durchschnittliche Lohn eines Hilfsarbeiters 

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im Jahr 2010, aufgerechnet auf die betriebsübliche Arbeitszeit von 41.6 Stunden, Fr. 

61'164.-- betragen (vgl. Anhang 2: Lohnentwicklung, IVG-Gesetzesausgabe der 

Informationsstelle AHV/IV, Ausgabe 2015). Die Beschwerdegegnerin hat in der 

Beschwerdeantwort einen 15 %igen Tabellenlohnabzug als angemessen erachtet. Der 

Rechtsvertreter hat hingegen einen Abzug von 25 % vom Tabellenlohn gefordert. Er 

hat dies damit begründet, dass der Beschwerdeführer die linke Hand wegen der hohen 

Schmerzempfindlichkeit nicht einmal mehr als Zudienhand einsetzen könne. Wie in 

Erw. 2.1 dargelegt worden ist, ist es dem Beschwerdeführer entgegen der Behauptung 

des Rechtsvertreters jedoch zumutbar, die linke, nicht dominante Hand als Zudienhand 

einzusetzen und mit einem Gewicht von bis zu 2 kg zu belasten. Auch der Umstand, 

dass der Beschwerdeführer keinen Beruf erlernt hat und schlecht Deutsch spricht 

(wobei diesbezüglich im Verlauf offenbar eine markante Verbesserung eingetreten ist, 

s. Telefonnotiz des Case Managers der Suva vom 30. Juni 2013, Fremdakten), 

rechtfertigt keinen Tabellenlohnabzug. Hilfsarbeiten zeichnen sich gerade dadurch aus, 

dass sie weder Berufskenntnisse noch Berufserfahrung voraussetzen. Auch 

Deutschkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich; ansonsten hätte der 

Beschwerdeführer ja auch die bisherige Tätigkeit als Bauarbeiter nicht ausüben 

können. Das Bundesgericht hat in einem Entscheid vom 20. März 2017 (8C_31/2017) 

erwogen, dass für funktionell einarmige Versicherte nicht von einer generellen bzw. 

einheitlichen proportionalen Kürzung des LSE-Tabellenlohns auszugehen sei. Vielmehr 

sei die Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in jedem konkreten Einzelfall aufgrund der 

medizinischen Vorgaben festzustellen und gestützt hierauf die massgebende LSE-

Tabelle heranzuziehen (Erw. 6.2). Der Beschwerdeführer ist nicht als funktionell 

einarmig zu betrachten, da er die linke, nicht dominante Hand noch als Zudienhand 

einsetzen kann. In einer optimal adaptierten Tätigkeit ist er in seiner Arbeitsfähigkeit 

weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht eingeschränkt. Aus diesem Grund 

rechtfertigt sich höchstens ein Tabellenlohnabzug von 10 %. Bei einem 

Valideneinkommen von Fr. 66'963.-- und einem Invalideneinkommen von Fr. 55'047.60 

(90 % von Fr. 61'164.--) resultiert ein IV-Grad von aufgerundet 18 %. Bei einem IV-

Grad von unter 40 % hat der Beschwerdeführer − obschon er die erforderliche 

dreijährige Beitragszeit gemäss Art. 36 Abs. 1 IVG im Zeitpunkt des frühestmöglichen 

Rentenbeginns (1. April 2010) erfüllt hätte − keinen Anspruch auf eine IV-Rente.

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3.2  Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat geltend gemacht, dass die 

Beschwerdegegnerin mögliche Verweistätigkeiten zu allgemein beschrieben habe. 

Zwar möge es Maschinen geben, welche einhändig bedient werden könnten; dies 

dürfte jedoch eher selten sein. Gemäss der gefestigten bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung bestehen auf dem ausgeglichenen Arbeitsmarkt selbst für Personen, 

die funktional als Einarmige zu betrachten sind und überdies nur noch leichte Arbeit 

verrichten können, genügend realistische Betätigungsmöglichkeiten. Zu denken sei 

etwa an einfache Überwachungs-, Prüf- und Kontrolltätigkeiten sowie an die 

Bedienung und Überwachung von (halb-)automa¬tischen Maschinen oder 

Produktionseinheiten sowie die Arbeit als Museums- oder Parkplatzwärter (Urteil vom 

30. März 2017, 8C_31/2017 E. 6.2). Vorliegend käme auch eine Tätigkeit als Taxifahrer 

in Frage, da der Beschwerdeführer mit einem Automatikgetriebe uneingeschränkt 

Autofahren kann. Einer weiteren Konkretisierung der zumutbaren Verweistätigkeiten 

bedarf es nicht (vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 5. Oktober 2010, 8C_381/2010 E. 

3.2). Der Vollständigkeit halber bleibt anzumerken, dass es nicht nachvollziehbar ist, 

weshalb das RAV die Vermittlungsfähigkeit des Beschwerdeführers im Jahr 2013 

wegen der Beeinträchtigung der linken Hand verneint hat. Der Grund dürfte darin 

liegen, dass der Beschwerdeführer seine Einschränkungen als schwerwiegender 

empfindet, als sie dies aus rein objektiver medizinischer Sicht sind und dass das RAV 

auf diese subjektive Einschätzung des Beschwerdeführers abgestellt hat.

3.3  Demnach ist die Beschwerde abzuweisen.

4. 

4.1  Das Beschwerdeverfahren ist kostenpflichtig. Die Kosten werden nach dem 

Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 

1'000.-- festgelegt (Art. 69 Abs. 1bis IVG). Eine Gerichtsgebühr von Fr. 600.-- erscheint 

in der vorliegend zu beurteilenden Angelegenheit als angemessen. Die Gerichtsgebühr 

in der Höhe von Fr. 600.-- ist dem unterliegenden Beschwerdeführer aufzuerlegen. 

Zufolge unentgeltlicher Rechtspflege ist er von der Bezahlung zu befreien.

4.2  Der Staat bezahlt zufolge unentgeltlicher Rechtsverbeiständung die Kosten der 

Rechtsvertretung des Beschwerdeführers. Die Parteientschädigung wird vom 

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Versicherungsgericht festgesetzt und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der 

Bedeutung der Streitsache und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 

61 lit. g ATSG). In der Verwaltungsrechtspflege beträgt das Honorar vor 

Versicherungsgericht nach Art. 22 Abs. 1 lit. b HonO pauschal Fr. 1'000.-- bis Fr. 

12'000.--. Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers hat keine Honorarnote 

eingereicht. Da es sich vorliegend um einen durchschnittlich aufwändigen Rentenfall 

gehandelt hat, erscheint eine pauschale Parteientschädigung von Fr. 3'500.-- als 

angemessen. Diese ist um einen Fünftel zu kürzen (Art. 31 Abs. 3 AnwG). Somit 

entschädigt der Staat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 2'800.-- 

(einschliesslich Barauslagen und Mehrwertsteuer).

4.3  Eine Partei, der die unentgeltliche Rechtspflege gewährt wurde, ist zur 

Nachzahlung der Gerichtskosten und zur Rückerstattung der Parteientschädigung 

verpflichtet, sobald sie dazu in der Lage ist (Art. 123 der Schweizerischen 

Zivilprozessordnung [ZPO, SR 272] i.V.m. Art. 99 Abs. 2 des Gesetzes über die 

Verwaltungsrechtspflege [VRP, sGS 951.1]).

Entscheid

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 VRP

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. 

Der Beschwerdeführer wird von der Bezahlung der Gerichtskosten von Fr. 600.-- 

zufolge unentgeltlicher Rechtspflege befreit.

3. 

Der Staat entschädigt den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers zufolge 

unentgeltlicher Rechtsverbeiständung mit Fr. 2'800.-- (einschliesslich Barauslagen und 

Mehrwertsteuer).

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	Entscheid Versicherungsgericht, 12.12.2017
	Art. 28 IVG. Arbeitsfähigkeit eines Hilfsarbeiters, der seine linke, nicht dominante Hand lediglich noch als Zudienhand einsetzen kann. Art. 7 f. und Art. 16 ATSG, Art. 28 Abs. 1 lit. a IVG. Begriff der Erwerbsunfähigkeit und der Invalidität. Eine Gesundheitsbeeinträchtigung kann keine invalidisierende Wirkung entfalten, solange die andauernde medizinische Behandlung eingliederungsrelevant ist, d.h. wenn nach Abschluss der therapeutischen Massnahmen eine Verbesserung der Arbeitsfähigkeit zu erwarten ist. Da der Beschwerdeführer seit Abschluss der medizinischen Behandlung in einer leidensdadaptierten Hilfsarbeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu 100 % arbeitsfähig ist, ist es ihm trotz seiner Behinderung zumutbar, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu erzielen. Abweisung der Beschwerde (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 12. Dezember 2017, IV 2015/349).

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