# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 775a9b57-d6f8-53d4-aefb-0e9dfb8b861f
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-03-16
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsgericht 16.03.2004 B 2003/154
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VG_001_B-2003-154_2004-03-16.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: B 2003/154

Stelle: Verwaltungsgericht

Rubrik: Verwaltungsgericht

Publikationsdatum: 16.03.2004

Entscheiddatum: 16.03.2004

Entscheid Verwaltungsgericht, 16.03.2004
Ausländerrecht, Art. 4 und Art. 17 Abs. 2 ANAG (SR 142.20). Der ausländische 
Ehegatte einer niedergelassenen Ausländerin hat keinen Anspruch auf 
Erteilung bzw. Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn die Ehe 
getrennt ist. Es besteht ein öffentliches Interesse, dass Ausländer, die sich 
erst kurze Zeit in der Schweiz aufhalten, nach dem Wegfall der familiären 
Voraussetzungen für die Erteilung der Aufenthaltsbewilligung die Schweiz 
wieder verlassen (Verwaltungsgericht, B 2003/154).

Anwesend: Präsident Dr. U. Cavelti; Verwaltungsrichter Dr. E. Oesch-Frischkopf, lic. 

iur. A. Linder, Dr. B. Heer, lic. iur. A. Rufener; Gerichtsschreiber lic. iur. Th. Vögeli

_______________

In Sachen

H.J.,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwältin Lisa Etter-Steinlin,

Poststrasse 18, 9000 St. Gallen,

gegen

Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen,

Oberer Graben 32, 9001 St. Gallen,

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Vorinstanz,

betreffend

Widerruf/Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung

hat das Verwaltungsgericht festgestellt:

A./ H.J., geboren 1979, ist Staatsangehöriger der ehemaligen Bundesrepublik 

Jugoslawien (Kosovo). Er reiste am 15. November 1999 illegal in die Schweiz ein und 

stellte ein Asylgesuch. Mit Verfügung vom 10. Januar 2000 wies das Bundesamt für 

Flüchtlinge das Asylgesuch ab, worauf der Gesuchsteller am 14. März 2000 die 

Schweiz verliess. Am 21. Juli 2000 heiratete er in Pec/Kosovo die in Ebnat-Kappel 

wohnhafte S.A., geboren 1980. Die Ehefrau ist bosnisch-herzegowinische 

Staatsangehörige und verfügt über eine Niederlassungsbewilligung in der Schweiz. In 

der Folge wurde dem Ehemann eine Jahresaufenthaltsbewilligung im Rahmen des 

Familiennachzugs erteilt. Er reiste am 7. November 2000 in die Schweiz ein. Die 

Jahresaufenthaltsbewilligung wurde letztmals am 7. November 2002 verlängert.

Im September 2002 verliess die Ehefrau die gemeinsame Wohnung. Mit Verfügung vom 

4. März 2003 widerrief das Ausländeramt die Aufenthaltsbewilligung und wies H.J. an, 

den Kanton St. Gallen bis zum 15. April 2003 zu verlassen. Zur Begründung führte es 

im wesentlichen aus, H.J. habe nur zwei Jahre mit seiner Ehegattin zusammengelebt; 

die eheliche Gemeinschaft bestehe nicht mehr und habe weniger als fünf Jahre 

gedauert.

B./ Gegen den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung erhob der Betroffene Rekurs, der 

vom Justiz- und Polizeidepartement mit Entscheid vom 8. August 2003 abgewiesen 

wurde.

C./ Mit Eingaben vom 26. August und 16. Oktober 2003 erhob H.J. durch seine 

Rechtsvertreterin Beschwerde beim Verwaltungsgericht mit dem Antrag, der 

Rekursentscheid vom 8. August 2003 sei aufzuheben und es sei vom Widerruf der 

Aufenthaltsbewilligung abzusehen, unter Kosten- und Entschädigungsfolge. Zur 

Begründung wird im wesentlichen vorgebracht, seine Ehefrau leide an einer 

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psychischen Krankheit. Sie habe die eheliche Wohnung verlassen, um in Ebnat-Kappel 

einen neuen Wohnsitz zu begründen. Sie habe sich in einem schweren psychotischen 

Zustand mit intensiven Angstsymptomen befunden. Auf Druck ihres Vaters sei sie 

gezwungen gewesen, einen neuen Wohnsitz zu begründen. Die Trennung sei aufgrund 

des Drucks des Vaters der Ehefrau erfolgt und nicht willentlich durch sie herbeigeführt 

worden. Am 31. Januar 2003 habe seine Ehefrau in die Kantonale Psychiatrische Klinik 

Wil eintreten müssen. Im April 2003 habe sie die Klinik ohne ärztliche Einwilligung 

verlassen. Sie sei in seiner Wohnung erschienen und habe erklärt, sie wolle dort 

bleiben. Derzeit habe ihr Vater sie aus der Klinik mit in die Ferien genommen und 

seither sei ihm nicht mehr bekannt, wo sich seine Ehefrau aufhalte. Er sei nach wie vor 

bereit, die Ehe unverzüglich aufzunehmen, sobald seine Ehefrau aus dem Druck ihres 

Vaters befreit werde. Auf die weiteren Vorbringen in der Beschwerde wird, soweit 

wesentlich, in den nachstehenden Erwägungen eingegangen.

Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 6. November 2003 auf 

Abweisung der Beschwerde.

Darüber wird in Erwägung gezogen:

1./ Die sachliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts ist gegeben (Art. 59bis Abs. 1 

des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt VRP). Der 

Beschwerdeführer ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 64 Abs. 1 in 

Verbindung mit Art. 45 Abs. 1 VRP). Die Beschwerdeeingaben vom 26. August und 16. 

Oktober 2003 entsprechen zeitlich, formal und inhaltlich den gesetzlichen 

Anforderungen (Art. 64 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 und Art. 48 Abs. 1 und 2 

VRP). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2./ Nach Art. 4 des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer 

(SR 142.20, abgekürzt ANAG) entscheidet die zuständige Behörde im Rahmen der 

gesetzlichen Vorschriften und der Verträge mit dem Ausland nach freiem Ermessen 

über die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung.

Die Aufenthaltsbewilligung ist stets befristet (Art. 5 Abs. 1 ANAG). Nach Art. 9 Abs. 1 lit. 

a ANAG erlischt sie mit dem Ablauf der Bewilligungsfrist, soweit sie nicht verlängert 

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worden ist. Nach Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG kann die Aufenthaltsbewilligung widerrufen 

werden, wenn eine mit ihr verbundene Bedingung nicht erfüllt wird.

a) Ein Ausländer hat nach Art. 4 ANAG grundsätzlich keinen Rechtsanspruch auf 

Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Eine Ausnahme besteht unter anderem dann, 

wenn er mit einer Niedergelassenen verheiratet ist. Der Ehegatte einer 

niedergelassenen Ausländerin hat nach Art. 17 Abs. 2 ANAG Anspruch auf Erteilung 

und Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung, solange die Ehegatten zusammen 

wohnen. Nach einem ordnungsgemässen und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf 

Jahren hat der Ehegatte ebenfalls Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung (Art. 17 

Abs. 2 ANAG).

Art. 8 Ziff. 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (SR 0.101; abgekürzt EMRK) 

garantiert den Schutz des Familienlebens. Darauf kann sich der Ausländer berufen, der 

nahe Verwandte mit Anwesenheitsrecht (Schweizer Bürgerrecht, 

Niederlassungsbewilligung) in der Schweiz hat, die in der Schweiz bleiben wollen; wird 

ihm selber die Anwesenheit in der Schweiz untersagt, kann dies Art. 8 EMRK verletzen. 

Soweit deshalb eine intakte familiäre Beziehung im beschriebenen Sinn besteht und 

tatsächlich gelebt wird, ist das der zuständigen Behörde durch Art. 4 ANAG 

eingeräumte freie Ermessen eingeschränkt. In solchen Fällen bildet Art. 8 EMRK eine 

Grundlage für einen Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung (BGE 116 Ib 155 E. 1 mit 

Hinweis). Da Art. 8 EMRK grundsätzlich voraussetzt, dass die massgeblichen 

Familienmitglieder zusammenleben und sich gegenseitig Unterhalt gewähren, fehlt es 

am Schutzobjekt der Familie, wenn eine Ehe nicht als Gemeinschaft geführt wird. Dabei 

spielt keine Rolle, auf welche Gründe dies zurückgeht bzw. welcher Ehepartner die 

Verantwortung dafür trägt. Die eheliche Beziehung ist diesfalls nicht intakt 

beziehungsweise wird nicht gelebt (BGE 118 Ib 145 E. 4).

b) Nach der gesetzlichen Ordnung setzt somit der Rechtsanspruch des Ehegatten einer 

in der Schweiz niedergelassenen Ausländerin auf Erteilung und Verlängerung einer 

Aufenthaltsbewilligung voraus, dass die eheliche Gemeinschaft gelebt wird (vgl. BGE 

123 I 26). Diese Voraussetzung besteht im vorliegenden Fall nicht mehr. Die Ehefrau 

des Beschwerdeführers verliess im September 2002 die eheliche Wohnung und lebt 

seither getrennt vom Beschwerdeführer. Dieser erhielt die Aufenthaltsbewilligung im 

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Rahmen des Familiennachzugs, weil er sich mit einer niedergelassenen Ausländerin 

verheiratet hatte. Der Verbleib bei der Ehegattin bzw. der Bestand der ehelichen 

Gemeinschaft war somit Bedingung für den Aufenthalt. Diese Voraussetzung ist im 

vorliegenden Fall nicht mehr gegeben, weshalb ein Rechtsanspruch auf Erteilung und 

Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nicht mehr besteht. Unter diesen Umständen 

steht ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung im Einklang mit Art. 9 Abs. 2 lit. b ANAG, 

wonach eine Aufenthaltsbewilligung widerrufen werden kann, wenn eine mit ihr 

verbundene Bedingung nicht erfüllt ist.

Dauerte die eheliche Gemeinschaft wie im vorliegenden Fall nur kurze Zeit, ist nach der 

Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts in der Regel ein Widerruf der Bewilligung 

auch verhältnismässig (vgl. GVP 1998 Nr. 22). Nach den Weisungen des Bundesamts 

für Zuwanderung, Integration und Auswanderung (Ziff. 654) kann die 

Aufenthaltsbewilligung in gewissen Fällen auch nach der Auflösung der ehelichen 

Gemeinschaft verlängert werden. Als massgebend werden dabei unter anderem die 

Dauer der Anwesenheit in der Schweiz, die persönlichen Beziehungen zur Schweiz, die 

berufliche Situation, die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage sowie das Verhalten und der 

Integrationsgrad beachtet. Zu berücksichtigen sind ferner die Umstände, die zur 

Auflösung der ehelichen Gemeinschaft geführt haben. Nach einem ordnungsgemässen 

und ununterbrochenen Aufenthalt von fünf Jahren ist nach den Weisungen ein Widerruf 

bzw. eine Nichtverlängerung der Aufenthaltsbewilligung nur in Erwägung zu ziehen, 

wenn die Bewilligung erschlichen wurde, ein Ausweisungsgrund oder ein Verstoss 

gegen die öffentliche Ordnung vorliegt.

Nach Art. 9 Abs. 1 lit. a ANAG erlischt die Aufenthaltsbewilligung mit dem Ablauf der 

Bewilligungsfrist, sofern diese nicht verlängert worden ist. Ist beim Vorliegen 

bestimmter Umstände ein Widerruf der Aufenthaltsbewilligung zulässig, so ist auch die 

Verweigerung von deren Verlängerung gerechtfertigt (vgl. statt vieler GVP 1996 Nr. 9 

und 1998 Nr. 22). Die Bewilligung des Beschwerdeführers lief am 6. November 2003 

ab. Gegenstand des Verfahrens kann daher nur die Verlängerung bzw. Erteilung der 

Bewilligung sein.

c) Der Beschwerdeführer heiratete seine Ehefrau am 21. Juli 2000 in Pec/Kosovo. Er 

reiste am 7. November 2000 in die Schweiz ein. Im September 2002 wurde die eheliche 

Gemeinschaft aufgelöst. Diese dauerte somit weniger als zwei Jahre.

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Der Beschwerdeführer macht im wesentlichen geltend, die Ehefrau leide an einer 

psychischen Krankheit und sie habe ihn auf Druck und Betreiben ihres Vaters 

verlassen. Dazu ist grundsätzlich festzuhalten, dass beim Entscheid über die Erteilung 

einer Aufenthaltsbewilligung nach Auflösung der ehelichen Gemeinschaft in der Regel 

nicht als ausschlaggebend betrachtet wird, wer die Hauptverantwortung für das 

Scheitern der Ehe bzw. für die Beendigung der ehelichen Gemeinschaft trägt (GVP 

1998 Nr. 22). Zwar sind die Umstände, die zur Auflösung der ehelichen Gemeinschaft 

führten, nach den Richtlinien des Bundesamts für Einwanderung, Integration und 

Auswanderung zu berücksichtigen. Allein der Umstand, dass die Ehegattin relativ kurze 

Zeit nach der Heirat eine Scheidungsklage einreicht und ihren Gatten verlässt, vermag 

jedoch keinen Anspruch des verlassenen Ehegatten auf Verlängerung der 

Aufenthaltsbewilligung zu begründen.

Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass die Ehefrau seit längerer Zeit an einer 

psychischen Krankheit leidet. Aufgrund der eingereichten Arztzeugnisse war die 

Ehefrau des Beschwerdeführers vom 23. Februar 2001 bis 26. August 2001 gänzlich 

und anschliessend bis 15. Oktober 2001 zur Hälfte arbeitsunfähig. Vom 10. Dezember 

2001 bis 19. Dezember 2001 und vom 16. Februar 2002 war sie wiederum gänzlich 

arbeitsunfähig. Am 15. März 2002 bescheinigte Dr. med. S., Spezialarzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie, dass sich die Ehefrau des Beschwerdeführers in einem schweren 

psychotischen Zustand mit intensiven Angstsymptomen befinde und deswegen auf die 

ständige Anwesenheit einer anderen Person angewiesen sei. Es sei nicht 

vorherzusehen, wie lange dieser Zustand anhalten werde. Mit ärztlichem Zeugnis vom 

31. Januar 2003 bestätigte die Kantonale Psychiatrische Klinik Wil, dass die Ehefrau 

des Beschwerdeführers seit dem 30. Januar 2003 dort hospitalisiert und zu 100% 

arbeitsunfähig sei.

Auf Anfrage des Ausländeramtes vom 13. November 2002 teilte die Ehefrau des 

Beschwerdeführers mit, sie lebe seit zwei Monaten nicht mehr mit ihrem Gatten 

zusammen. Sie gedenke, die Ehegemeinschaft nicht wieder aufzunehmen. Sie wolle 

sich scheiden lassen. Am 9. Dezember 2002 reichte sie die Scheidungsklage ein und 

beantragte die Anordnung von vorsorglichen Massnahmen.

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Der Beschwerdeführer macht geltend, er würde gerne weiterhin mit seiner Frau 

zusammenleben; dies werde ihm jedoch durch die Schwiegervater-Tochter Beziehung 

verunmöglicht. Er führt aus, seine Ehefrau habe sich in einem schweren psychotischen 

Zustand mit Angstsymptomen befunden. Auf Druck ihres Vaters habe sie sich 

gezwungen gesehen, einen neuen Wohnsitz zu begründen. Seit dem 27. August 2002 

habe ihr der Vater verboten, einen verabredeten Arzttermin bei Dr. Sauer 

wahrzunehmen. Im weiteren habe sie die medizinische Behandlung abgebrochen. Seit 

dem erwähnten Datum habe sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert. Auf Druck 

des Vaters habe sie ihn dann im November 2002 verlassen. Aus diesen Gründen könne 

nicht von einem eigentlichen Willen der Ehefrau gesprochen werden. Diese sei 

aufgrund ihres psychiatrischen Zustandes zu keinem Zeitpunkt in der Lage gewesen, 

einen entsprechenden Entscheid aus freiem Willen zu fällen. Im April 2003 habe sie die 

Psychiatrische Klinik ohne ärztliche Einwilligung verlassen, sei in seiner Wohnung 

erschienen und habe dort bleiben wollen. Sie habe ihm erklärt, dass sie von der 

Beeinflussung des Vaters wegkommen wolle und dass sie mit ihm nicht leben könne, 

weil der Vater dies verhindere. Nachdem er erfahren habe, dass seine Ehefrau aus der 

Klinik "entwichen" sei, habe er sie dorthin zurückgebracht. Ende Mai 2003 sei die 

Ehefrau wiederum in seiner Wohnung erschienen und habe erklärt, sie wolle nicht mehr 

in das Spital zurück; sie wolle bei ihm bleiben. Sie gehe jetzt zu ihrem Vater, um diesen 

zu überreden, dass er endlich in die Ehe einwillige. Am nächsten Tag habe ihn die 

Ehefrau aus dem Spital angerufen und erklärt, ihr Vater habe sie wieder dorthin 

gebracht. Sie wolle mit Dr. Sauer eine Lösung finden, damit ihr Vater sich nicht mehr 

gegen die Ehe stelle. Nach einem anschliessenden Arztbesuch bei Dr. Sauer habe er, 

der Beschwerdeführer, seine Frau wieder in die Klinik zurückgebracht. Er habe sie dort 

einige Male besucht. Eines Tages habe sie der Vater aus der Klinik mit in die Ferien 

genommen; seitdem sei ihm ihr Aufenthaltsort nicht mehr bekannt. Es sei nicht die Art 

der Ehefrau, nichts mehr von sich hören zu lassen. Sie stehe unter dem Druck ihres 

Vaters. Er sei nach wie vor bereit, die Ehe wieder aufzunehmen, sobald seine Ehefrau 

nicht mehr unter diesem Druck stehe. Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung im März 

2003, als die Ehefrau hospitalisiert gewesen sei, stelle eine Verletzung von Art. 17 Abs. 

2 ANAG und Art. 8 EMRK dar.

Die Ehefrau des Beschwerdeführers hielt in ihrem Schreiben vom 13. November 2002 

fest, sie lebe seit zwei Monaten nicht mehr mit ihrem Gatten zusammen. Den Akten 

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sind keine Anhaltspunkte zu entnehmen, dass die Auflösung der ehelichen 

Gemeinschaft erst im November 2002 erfolgte. Die Ehefrau hat somit den 

gemeinsamen Haushalt noch vor Beginn des Klinikaufenthalts verlassen. Im 

Arztzeugnis von Dr. S. vom 15. März 2002 wird festgehalten, ihr Gesundheitszustand 

erfordere seit März 2002 die ständige Anwesenheit einer anderen Person. Wenn es 

zuträfe, dass die Ehefrau den Wohnsitz allein aus gesundheitlichen Gründen bzw. 

wegen der notwendigen dauernden Anwesenheit einer anderen Person wechselte, so 

wäre in diesem Fall bei einer intakten ehelichen Beziehung kein Grund ersichtlich, 

wieso der Beschwerdeführer nicht ebenfalls an den neuen Ort hätte umziehen können; 

dies umso weniger, als in jenem Zeitpunkt nicht von einer kurzfristigen Krankheit 

ausgegangen werden konnte.

Die Ehefrau äusserte gegenüber dem Ausländeramt schriftlich, sie wolle sich scheiden 

lassen und beabsichtige nicht, die eheliche Gemeinschaft wieder aufzunehmen. Die 

Vorbringen des Beschwerdeführers über seine Bemühungen, die eheliche 

Gemeinschaft wieder herzustellen, sind nicht überzeugend. Er behauptet im 

wesentlichen, die Ehefrau sei mehrmals aus der Klinik entwichen, zu ihm gekommen 

und habe ihm erklärt, sie wolle bei ihm bleiben. Als Beweis beruft er sich auf die 

Krankengeschichte seit dem Klinikeintritt am 31. Januar 2003. Da der derzeitige 

Aufenthaltsort der Ehefrau unbekannt ist, rechtfertigt es sich allerdings nicht, deren 

Krankengeschichte zu edieren. Wie erwähnt, ist die Krankheit an sich unbestritten. 

Ausschlaggebend ist nicht die Krankheit als solche, sondern die objektive Tatsache, 

dass die eheliche Gemeinschaft seit längerem nicht mehr besteht und zudem seitens 

des Beschwerdeführers keine wesentlichen Anstrengungen ersichtlich sind, die 

eheliche Gemeinschaft wiederherzustellen. Insbesondere ist seine Behauptung wenig 

überzeugend, der Vater der Ehefrau habe diese aus der Klinik mit in die Ferien 

genommen und er, der Beschwerdeführer, wisse nicht, wo sich seine Ehefrau aufhalte. 

Namentlich macht der Beschwerdeführer keine Ausführungen über eigene 

Bemühungen, den Aufenthaltsort seiner Ehefrau in Erfahrung zu bringen. Ein Ehemann, 

der am weiteren Zusammenleben mit der Ehefrau interessiert ist, dürfte eine solche 

Entführung durch den Schwiegervater kaum tatenlos hinnehmen. Insbesondere ist zu 

erwarten, dass der Beschwerdeführer eigene und intensive Nachforschungen zum 

Verbleib seiner Ehefrau anstellte. Diesbezüglich werden aber in der Beschwerde keine 

Ausführungen gemacht. Der Beschwerdeführer erklärt lediglich kurz und lapidar, er sei 

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nach wie vor bereit, die Ehe unverzüglich wieder aufzunehmen, sobald seine Ehefrau 

aus dem Druck ihres Vaters befreit werde. Seine weiteren Ausführungen sind ebenfalls 

vage. So hält er lediglich fest, der Schwiegervater habe seine Frau "eines Tages" aus 

der Klinik mit in die Ferien genommen. In welchem Zeitraum dies geschah, legt er nicht 

dar. Er äussert sich auch nicht genauer, ob er allenfalls beim Schwiegervater 

Nachforschungen über den Verbleib der Ehefrau machte. Die Vorbringen des 

Beschwerdeführers bringen zum Ausdruck, dass er mit einer gewissen Gleichgültigkeit 

auf die angeblichen Versuche des Schwiegervaters reagierte, die Ehefrau unter Druck 

zu setzen.

Unter den gegebenen Umständen muss davon ausgegangen werden, dass die 

eheliche Gemeinschaft bei objektiver Betrachtungsweise nicht wieder aufgenommen 

wird. Ob die Darstellung des Beschwerdeführers letztlich zutrifft, kann offenbleiben. 

Jedenfalls steht fest, dass die Ehefrau den Beschwerdeführer im September 2002 

verliess und seither nicht zu ihm zurückgekehrt ist und dass vom Beschwerdeführer 

selbst keinerlei Bemühungen zur Wiederherstellung der ehelichen Gemeinschaft bzw. 

zum Ausfindigmachen des Aufenthaltsortes der Ehefrau namhaft gemacht wurden. 

Seine Vorbringen, wonach seine Ehefrau den Wunsch habe, zu ihm zurückzukehren, 

steht mit den anderslautenden schriftlichen Vermerken der Ehefrau gegenüber dem 

Ausländeramt klar im Widerspruch. Ohnehin wäre der Wille eines Ehegatten, die 

Gemeinschaft wieder aufzunehmen, für sich allein nicht geeignet, den Anspruch auf 

eine Aufenthaltsbewilligung zu begründen. Wenn die Ehefrau dem Beschwerdeführer 

ihren Aufenthaltsort nicht bekannt gibt und seit längerem keine Anstalten mehr trifft, mit 

dem Beschwerdeführer Kontakt aufzunehmen, so weist dies vielmehr darauf hin, dass 

sie kein Interesse an der Wiederaufnahme der ehelichen Gemeinschaft hat. Zudem ist 

das Scheidungsverfahren nach wie vor hängig. Die Einreichung eines 

Scheidungsbegehrens bildet ein deutliches Indiz, dass die Wiederaufnahme der 

ehelichen Gemeinschaft nicht mehr zustande kommt.

d) Es besteht ein öffentliches Interesse, dass Ausländer, bei denen nach kurzem 

Aufenthalt in der Schweiz die familiären Voraussetzungen für die Erteilung der 

Aufenthaltsbewilligung wegfallen, die Schweiz wieder verlassen (VerwGE vom 22. 

Januar 2002 i.S. N.O. und vom 20. August 2002 i.S. D.S.). Die Verordnung des 

Bundesrates über die Begrenzung der Zahl der Ausländer (SR 823.21) bezweckt nach 

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Art. 1 lit. a ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Bestand der schweizerischen 

und der ausländischen Wohnbevölkerung. Wie der Name der Verordnung zum 

Ausdruck bringt, verlangt dies angesichts des ständigen Ansteigens des Anteils der 

ausländischen Wohnbevölkerung eine restriktive Praxis bei der Erteilung von 

Aufenthaltsbewilligungen.

Der Beschwerdeführer weilt seit dem 7. November 2000 und damit erst relativ kurze 

Zeit in der Schweiz. Er wuchs in seinem Heimatstaat auf und verbrachte dort seine 

gesamte Kindheit und Jugend bis zum 21. Altersjahr. Die Verhältnisse im Heimatstaat 

sind ihm damit vertraut. Auch in arbeitsmarktlicher Hinsicht bestehen keine Gründe, die 

eine Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung nahelegen. Die Arbeitgeberin hält zwar 

fest, sie habe den Beschwerdeführer vor rund zwei Jahren eingestellt im Wissen, dass 

er verheiratet sei und in der Schweiz mit einer Aufenthaltsbewilligung leben und 

arbeiten dürfe. Inzwischen sei er auf diversen Maschinen eingearbeitet und speziell 

ausgebildet worden. Sie schätze ihn als ruhigen und pflichtbewussten Mitarbeiter. 

Aufgrund der Funktion als Hilfsarbeiter bzw. Maschinenführer besteht jedoch kein 

Grund zur Annahme, dass für eine solche Tätigkeit keine andere Arbeitskraft gefunden 

werden kann.

Die Vorinstanz stellte zu Recht fest, das Vorliegen eines Härtefalles sei nicht ersichtlich. 

Selbst wenn es zutreffen sollte, dass der Vater die Tochter unter Druck gesetzt hat, 

vermag dies im vorliegenden Fall nichts daran zu ändern, dass die eheliche 

Gemeinschaft nicht mehr gelebt wird und der Beschwerdeführer keine hinreichenden 

Bestrebungen zur Wiederherstellung der ehelichen Gemeinschaft machte. Im übrigen 

blieb die Ehe kinderlos.

Falls es zuträfe, dass der Vater der Ehefrau das eheliche Zusammenleben 

verunmöglicht, wäre es Sache des Beschwerdeführers, gegebenenfalls entsprechende 

rechtliche Schritte in die Wege zu leiten; dies ist jedoch gemäss den Darlegungen des 

Beschwerdeführers nicht geschehen. Der Widerruf der Aufenthaltsbewilligung lässt 

sich angesichts der Umstände nicht als Missbrauch oder Überschreitung des 

Ermessens qualifizieren. Wenn die Umstände, welche zur Auflösung der ehelichen 

Gemeinschaft führten, von der Verwaltung nicht als ausreichender Grund für den 

Verzicht auf den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung angesehen wurden, so besteht 

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kein zureichender Anlass für das Verwaltungsgericht, in das Ermessen der Verwaltung 

einzugreifen. Eine Rückkehr nach einem Aufenthalt von knapp dreieinhalb Jahren in der 

Schweiz in den Herkunftsstaat, wo der Beschwerdeführer seine gesamte Kindheit und 

Jugend verbrachte, erweist sich aufgrund der dargelegten Umstände als zumutbar und 

nicht mit überdurchschnittlichen Schwierigkeiten verbunden.

e) Nach dem Gesagten ist die Beschwerde als unbegründet abzuweisen.

3./ Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten des 

Beschwerdeverfahrens dem Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine 

Entscheidgebühr von Fr. 2'000.-- ist angemessen (Ziff. 382 Gerichtskostentarif, sGS 

941.12). Der geleistete Kostenvorschuss in gleicher Höhe ist zu verrechnen.

Ausseramtliche Entschädigungen sind nicht zuzusprechen (Art. 98bis VRP).

Demnach hat das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt:

1./ Die Beschwerde wird abgewiesen.

2./ Der Beschwerdeführer bezahlt die amtlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens von 

Fr. 2'000.-- unter Verrechnung des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

3./ Ausseramtliche Kosten werden nicht entschädigt.

V. R. W.

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

 

Zustellung dieses Entscheides an:

 

den Beschwerdeführer (durch Rechtsanwältin–

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Lisa Etter-Steinlin, 9000 St. Gallen)

 

am:

Rechtsmittelbelehrung:

Soweit eine Verletzung von Bundesrecht bzw. eines Rechtsanspruchs auf Erteilung 

einer Bewilligung geltend gemacht wird (Art. 100 lit. b Ziff. 3 und Art. 104 lit. a und b 

OG), kann gegen diesen Entscheid innert dreissig Tagen seit der Eröffnung 

Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Schweizerischen Bundesgericht, 1000 Lausanne 

14, eingereicht werden.

die Vorinstanz–

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		2025-07-19T17:21:35+0200
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