# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0fb522d3-5610-57ea-8f55-9597c48c9ac3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-08
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Zivilkammer 08.04.2013 ZK2 2011 66
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_007_ZK2-2011-66_2013-04-08.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Ref.: Chur, 08. April 2013 Schriftlich mitgeteilt am:
ZK2 11 66          9. April 2013

(Eine gegen dieses Urteil beim Bundesgericht erhobene Beschwerde ist mit Urteil 
vom 19. August 2013 abgewiesen worden, soweit darauf einzutreten war).

Urteil
II. Zivilkammer

Vorsitz Pritzi
Richter Hubert und Michael Dürst
Aktuar Pers

In der zivilrechtlichen Berufung

der A._____, Klägerin und Berufungsklägerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. 
iur. HSG Andrea Cantieni, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, 

gegen

den Entscheid des Bezirksgerichts Imboden vom 13. September 2011, mitgeteilt 
am 28. November 2011, in Sachen der Klägerin und Berufungsklägerin gegen die 
C . _ _ _ _ _  A G , Beklagte und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt 
lic. iur. Thomas Casanova, Kornplatz 2, 7002 Chur,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag,

hat sich ergeben:

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I. Sachverhalt

A.1. Am 1. Juli 2000 begann A._____ ihre Tätigkeit als Operatorin im Schichtbe-
trieb bei der B._____ AG. Der bis am 31. Dezember 2000 befristete Arbeitsvertrag 
wurde am 13. November 2000 bis zum 30. Juni 2001 verlängert. Noch vor Ver-
tragsablauf erfolgte am 17. Mai 2001 die Umwandlung in ein unbefristetes Arbeits-
verhältnis.

2. Im Jahr 2008 verlagerte die B._____ AG die Produktion von Airbaganzün-
dern nach Tschechien und kündigte infolgedessen A._____ den Arbeitsvertrag mit 
Schreiben vom 30. Mai 2008 auf den 31. August 2008; für die Zeit vom 31. August 
2008 bis zum 31. Dezember 2008 wurde A._____ allerdings noch Arbeit zugesi-
chert. In der Folge schloss die C._____ AG mit dem Amt für Industrie, Gewerbe 
und Arbeit Graubünden (KIGA) eine Vereinbarung ab und wies die Arbeitnehmer 
an, sich beim RAV als arbeitslos zu melden. Die Personalabteilung der C._____ 
AG stellte A._____ am 4. September 2008 die entsprechende Bescheinigung aus. 
In der Folge bemühte sich A._____ um eine neue Arbeitsstelle und erhielt per 1. 
Oktober 2008 eine Anstellung bei der D._____ AG in Z._____.

3. Da die Arbeitslosenkasse Y._____ die zwischen der C._____ AG und dem 
KIGA getroffene Vereinbarung nicht akzeptierte und auf der Erfüllung des Arbeits-
verhältnisses beharrte, forderte die C._____ AG die bereits bei der neuen Arbeit-
geberin tätige A._____ auf, am 8. Oktober 2008 zur Arbeit zu erscheinen. Dieser 
Aufforderung kam A._____ nach, wobei die C._____ AG beabsichtigte, sie für die 
verbleibende Vertragsdauer als Reinigungskraft einzusetzen. In Absprache mit 
ihrem Vorgesetzten E._____ begann A._____ im Parterre des Gebäudes 5210, 
worin sich die Hochtemperaturanlage (HT-Anlage) befindet, mit der Reinigung der 
Fenster, wofür sie mit (den notwendigen) Putzutensilien und entsprechender 
Schutzausrüstung versorgt wurde.

4. Am 13. Oktober 2008 ereignete sich vor den Fenstern der Nordfassade der 
Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bildende Unfall. Um besagte Fenster zu 
erreichen, hatte A._____ zuvor ein ca. 1.10 Meter hohes Geländer mit Handlauf, 
Knie- und Fussleiste überstiegen. Zwischen diesem Geländer und den Fenstern 
befindet sich eine nicht tragfähige Brandabschottung und unmittelbar vor den 
Fenstern verläuft ein in blauer Farbe gehaltenes Metallkreuz, dessen untere 
Längsverstrebung aus einem Vierkantrohr besteht. In der Folge durchbrach 
A._____ die Brandabschottung und stürzte rund vier Meter auf den Betonboden 
des sich darunter befindlichen Elektroraums.

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5. Als Folge dieses Unfalls erlitt A._____ ein Polytrauma und war vom 13. Ok-
tober 2008 bis zum 12. November 2008 im Kantonsspital X._____ hospitalisiert, 
gefolgt von einer bis zum 24. Dezember 2008 dauernden stationären Behandlung 
in der Klinik W._____. In der Folge ergaben sich Komplikationen im Heilungspro-
zess. Am 21. August 2009 stellte Dr. phil. F._____, Psychotherapeut in V._____, 
die Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung. Nach einem stationären 
Aufenthalt in der Rehaklinik U._____ vom 18. Januar 2010 bis zum 3. März 2010 
erlitt A._____ am 7. Juli 2010 einen Herzinfarkt. Seit dem Unfallgeschehen war 
A._____ nie mehr arbeitstätig; am 12. Dezember 2008 meldete sie sich bei der IV-
Stelle Y._____ an.

B. Am 9. November 2010 meldete A._____ die vorliegende Streitsache beim 
Kreisamt Rhäzüns zur Vermittlung an. Anlässlich der am 22. November 2010 
durchgeführten Sühneverhandlung, an welcher A._____, vertreten durch Rechts-
anwalt Dr. iur. Andrea Cantieni, sowie die B._____ AG in Liquidation als auch die 
C._____ AG, beide vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur Thomas Casanova, an-
wesend waren, konnte zwischen den Parteien keine Einigung erzielt werden. Am 
8. Dezember 2010 bezog A._____ den Leitschein. Mit Vereinbarung und Er-
klärung vom 30. Dezember 2010 übernahm die C._____ AG sodann sämtliche 
allfällig bestehenden Verpflichtungen der B._____ AG in Liquidation gegenüber 
A._____. Aufgrund dessen war in der dem Bezirksgericht Imboden frist- und form-
gerecht unterbreiteten Prozesseingabe vom 6. Januar 2011 lediglich noch die 
C._____ AG als beklagte Partei aufgeführt. Das Rechtsbegehren lautete dabei wie 
folgt:

„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin eine Entschädigung von 
CHF 50‘000.00 zuzüglich Zins von 5% seit dem 9. November 2010 zu 
bezahlen.

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich der gesetzlich ge-
schuldeten Mehrwertsteuer zulasten der Beklagten.“

C. In ihrer Prozessantwort vom 15. Februar 2011 beantragte die C._____ AG 
die kostenfällige Abweisung der Klage. In der Folge verzichtete A._____ mit 
Schreiben vom 23. Februar 2011 auf die Einreichung einer Replik, schloss sich 
aber dem prozessualen Antrag der C._____ AG, wonach das Verfahren vorerst 
auf die Teilfrage der vertraglichen und ausservertraglichen Haftung zu beschrän-
ken sei, an. Mit Beweisverfügung vom 4. März 2011 hiess der Bezirksgerichtsprä-
sident Imboden den entsprechenden Antrag der Parteien gut. Sollte eine Haftung 
bejaht werden, werde anschliessend ein Beweisverfahren betreffend Schadens-
höhe und -umfang durchgeführt.

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D. Anlässlich der Hauptverhandlung vom 13. September 2011 erfolgte 
zunächst ein Augenschein im Erdgeschoss jenes Gebäudes, in welchem sich die 
Hochtemperatur-Anlage der C._____ AG befindet und sich der Gegenstand des 
vorliegenden Verfahrens bildende Unfall ereignete. Im Rahmen des Augenscheins 
erhielten beide Parteien die Gelegenheit zur Erläuterung ihrer Standpunkte und 
zur näheren Inspizierung der örtlichen Verhältnisse im Unfallbereich. Anwesend 
waren A._____ in Begleitung von Rechtsanwalt Dr. iur. Andrea Cantieni und ihres 
Therapeuten, Dr. phil F._____, sowie Rechtsanwalt lic. iur. Thomas Casanova als 
Vertreter der beklagten C._____ AG. Des Weiteren nahmen die C._____-
Mitarbeiter G._____, H._____ und I._____ am Augenschein teil. Mit Entscheid 
vom 13. September 2011, mitgeteilt am 28. November 2011, erkannte das Be-
zirksgericht Imboden was folgt:

„1. Die Klage wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Bezirksgerichts Imboden, bestehend aus:

- einer Gerichtsgebühr von Fr. 4‘700.00

- Streitwertzuschlag Fr. 1‘000.00

- einer Schreibgebühr von Fr. 1‘911.80

- Barauslagen von Fr.    388.20

total somit Fr. 8‘000.00

gehen zu Lasten der Klägerin, welche die Beklagte überdies ausser-
amtlich mit Fr. 20‘627.80 (inkl. Mehrwertsteuer) zu entschädigen hat.

3. (Rechtsmittelbelehrung).

4. (Mitteilung).“

Das Bezirksgericht Imboden gelangte in Würdigung des Beweisergebnisses zum 
Schluss, dass bei der konkreten Sachlage weder eine Verletzung der arbeitsrecht-
lichen Fürsorgepflichten seitens der C._____ vorliege noch ein Werkmangel er-
kennbar sei, womit die C._____ AG weder eine vertragliche noch eine ausserver-
tragliche Haftung treffe.

E. Gegen diesen Entscheid liess A._____ mit Eingabe vom 21. Dezember 
2011 Berufung an das Kantonsgericht von Graubünden erheben, wobei sie das 
folgende Rechtsbegehren stellte:

„1. Ziff. 1 des Urteils vom 13.9.2011 sei aufzuheben und die Sache sei an 
die Vorinstanz zurückzuweisen, um über die Schadenersatzforderung 
zu befinden.

2. Ziff. 2 des Urteils vom 13.9.2011 sei aufzuheben, die Kosten des Be-
zirksgerichts Imboden von CHF 8‘000.00 der Beklagten aufzuerlegen 
und die Beklagte sei zu verpflichten, die Klägerin für das erstinstanzli-

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che Verfahren ausseramtlich mit CHF 20‘627.80 (inkl. Mehrwertsteuer) 
zu entschädigen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge zuzüglich der gesetzlich ge-
schuldeten Mehrwertsteuer zulasten der Beklagten.“

Im Wesentlichen wirft die Berufungsklägerin der Vorinstanz eine unangemessene 
Beweiswürdigung sowie die Verletzung von Bundesrecht vor; überdies basiere der 
angefochtene Entscheid auf einem unvollständigen Sachverhalt. So habe sie den 
Auftrag erhalten, die Fenster der Nordfassade zu reinigen und habe jene Fenster 
auslassen dürfen, die hinter den Metallkreuzen der Gebäudekonstruktion gelegen 
seien. Allerdings befänden sich sämtliche Fenster der Nordfassade hinter dem 
Geländer und es gebe dort auch solche ohne Metallkreuz. Für die Reinigung der 
Fenster an der Nordseite sei sie nicht mit den notwendigen Arbeitsmitteln ausge-
stattet worden. Die Berufungsklägerin treffe kein Verschulden. Sie habe ihren Rei-
nigungsauftrag erfüllt und sei unabsichtlich auf den Brandabschottungsboden ge-
standen und durchgebrochen. Den Widerspruch zwischen dem Auftrag, die Fens-
ter an der Nordseite zu putzen, und den behaupteten Instruktionen habe die Beru-
fungsbeklagte zu verantworten.

F. Mit Berufungsantwort vom 8. Februar 2012 stellte die C._____ AG den An-
trag auf kostenfällige Abweisung der Berufung. In ihrer Begründung verweist sie in 
der Hauptsache auf die Argumentation der Berufungsklägerin, welche auf der Be-
hauptung beruhe, dass sie die Fenster an der Nordfassade zwingend hätte reini-
gen müssen. Diese klägerische Behauptung sei unbegründet und unzutreffend; 
die vorliegenden Beweise seien schlüssig und bewiesen das Gegenteil. Damit fal-
le die gesamte Argumentation der Berufungsklägerin in sich zusammen.

G. Das Bezirksgericht Imboden liess sich nicht vernehmen.

Auf die weitergehenden Ausführungen im angefochtenen Entscheid sowie in den 
Rechtsschriften wird, soweit erforderlich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-
gegangen.

II. Erwägungen

1. Der angefochtene Entscheid des Bezirksgerichts Imboden vom 13. Sep-
tember 2011 wurde den Parteien am 28. November 2011 und damit nach Inkraft-
treten der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO; SR 272) am 1. Januar 

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2011 eröffnet. Damit ist im Gegensatz zum vorinstanzlichen Verfahren, welches 
sich noch nach der Zivilprozessordnung des Kantons Graubünden (ZPO-GR; BR 
320.000) richtete, auf das Rechtsmittelverfahren die Schweizerische Zivilprozess-
ordnung anwendbar (Art. 405 Abs. 1 ZPO).

2.a. Gemäss Art. 308 Abs. 1 ZPO sind mit der Berufung erstinstanzliche End- 
und Zwischenentscheide sowie erstinstanzliche Entscheide über vorsorgliche 
Massnahmen anfechtbar. In vermögensrechtlichen Angelegenheiten ist die Beru-
fung nur zulässig, wenn der Streitwert der zuletzt aufrechterhaltenen Rechtsbe-
gehren mindestens Fr. 10‘000.-- beträgt (Art. 308 Abs. 2 ZPO). Die Berufung ist 
unter Beilage des angefochtenen Entscheids innert 30 Tagen seit der Zustellung 
desselben beim Kantonsgericht von Graubünden schriftlich und begründet einzu-
reichen (Art. 311 ZPO und Art. 7 Abs. 1 des Einführungsgesetzes zur Schweizeri-
schen Zivilprozessordnung [EGzZPO; BR 320.100]).

b. Wenngleich sich die Vorinstanz vorliegendenfalls im Sinne von Art. 94 Abs. 
1 ZPO-GR lediglich auf die Beurteilung einer Teilfrage beschränkte, liegt mit dem 
angefochtenen Entscheid ein Endentscheid vor, denn damit wurde das vorinstanz-
liche Verfahren durch Sachentscheid (Abweisung der Klage) beendet (vgl. Art. 236 
Abs. 1 ZPO; Peter Reetz/Stefanie Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuen-
berger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 
Zürich 2010, N 14 zu Art. 308 ZPO). Zudem übersteigt der Streitwert ganz offen-
sichtlich Fr. 10‘000.--. Die Berufungsklägerin reichte die Berufung gegen den Ent-
scheid des Bezirksgerichts Imboden vom 13. September 2011, mitgeteilt am 28. 
November 2011, mit Eingabe vom 21. Dezember 2011 alsdann fristgerecht ein. 
Überdies entspricht die Berufung den Formerfordernissen, so dass darauf einge-
treten werden kann.

3. Das Verfahren wurde mit Beweisverfügung des Bezirksgerichtspräsidenten 
Imboden vom 4. März 2011 (act. I./5) vorläufig auf die Frage der vertraglichen und 
ausservertraglichen Haftung beschränkt. Im Berufungsverfahren beruft sich die 
Berufungsklägerin lediglich noch auf die vertragliche Haftung wegen Verletzung 
der Fürsorge- und Schutzpflichten von Art. 328 OR. Voraussetzung dafür ist das 
Vorliegen eines Schadens, die Verletzung einer Fürsorge- oder Schutzpflicht und 
ein adäquater Kausalzusammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden 
sowie ein Verschulden der Arbeitgeberin, welches vermutet wird. Zwischen den 
Parteien ist das Vorliegen eines Schadens unbestritten, so dass sich das Verfah-
ren auf die Frage der Verletzung einer Fürsorge- und Schutzpflicht sowie allenfalls 
das Vorhandensein des Kausalzusammenhangs beschränkt. Bei Bejahung dieser 

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Haftungsvoraussetzungen wäre sodann zu prüfen, ob die Arbeitgeberin ihre 
Schuldlosigkeit nachzuweisen vermag.

4. Die arbeitsvertragliche Fürsorgepflicht ergibt sich für den zur Diskussion 
stehenden Unfall aus Art. 328 OR und Art. 6 des Bundesgesetzes über die Arbeit 
in Industrie, Gewerbe und Handel (Arbeitsgesetz, ArG; SR 822.11) sowie aus den 
konkreten Anweisungen an den Arbeitgeber nach der Verordnung über die Ver-
hütung von Unfällen und Berufskrankheiten (VUV; SR 832.30, so insbesondere 
Art. 6 Abs. 1, Art. 8 Abs. 1 und Art. 37 Abs. 2 VUV). Der Arbeitgeber hat gemäss 
Art. 328 Abs. 1 OR die Persönlichkeit des Arbeitnehmers zu achten und zu schüt-
zen sowie auf dessen Gesundheit gebührend Rücksicht zu nehmen. Er hat sich 
jedes durch den Arbeitsvertrag nicht gerechtfertigten Eingriffs in die Persönlich-
keitsrechte zu enthalten und diese auch gegen Eingriffe Vorgesetzter, Mitarbeiter 
oder Dritter zu schützen. Diese Fürsorgepflichten bilden das Korrelat der Treue-
pflicht des Arbeitnehmers (BGE 132 III 257 E. 5.1 S. 259). Zudem hat der Arbeit-
geber zum Schutz von Leben, Gesundheit und persönlicher Integrität der Arbeit-
nehmerinnen und Arbeitnehmer die Massnahmen zu treffen, die nach der Erfah-
rung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen 
des Betriebs angemessen sind, soweit es ihm mit Rücksicht auf das einzelne Ar-
beitsverhältnis und die Natur der Arbeitsleistung billigerweise zugemutet werden 
kann (Art. 328 Abs. 2 OR). Im Rahmen des Schutzes der Gesundheit des Arbeit-
nehmers muss der Arbeitgeber ersterem vorschreiben, wie er sich zu verhalten 
hat, um Gefahren zu meiden. Er ist aber nicht gehalten, gegen jede nur mögliche 
Gefahr Vorkehren zu treffen, sondern muss nur jene Gefahren abwenden, die aus 
dem Wesen der Arbeit und aus dem bestimmungsgemässen Gebrauch der Anla-
gen erwachsen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schutzpflicht, wel-
che das Gesetz dem Arbeitgeber auferlegt, die Pflicht zur Verhütung jedes Unfalls 
umfasst, der nicht auf ein nicht voraussehbares, ein schweres Verschulden dar-
stellendes Verhalten des Verunfallten selber oder Dritter zurückzuführen ist. 
Selbstredend hat der Arbeitgeber des Weiteren alle konkreten Schutzvorschriften 
des Arbeits- und des Unfallversicherungsgesetzes sowie deren Ausführungsbe-
stimmungen einzuhalten (Ullin Streiff/Adrian von Kaenel/Roger Rudolph, Arbeits-
vertrag, Praxiskommentar zur Art. 319-362 OR, 7. Aufl., Zürich 2012, N 15 zu Art. 
328 OR). Der Arbeitnehmer, dessen Gesundheit geschädigt worden ist und der 
Schadenersatz verlangen will, muss den Schaden, die Verletzung der Schutz-
pflicht und den sog. adäquaten Kausalzusammenhang zwischen Pflichtverletzung 
und Schaden beweisen. Das Verschulden des Arbeitgebers wird vermutet (Art. 97 
OR), dieser kann aber seine Schuldlosigkeit nachweisen (Streiff/von Kae-

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nel/Rudolph, a.a.O., N 16 zu Art. 328 OR mit weiteren Hinweisen). Auszugehen ist 
vorliegendenfalls von der konkreten Tätigkeit der Berufungsklägerin, mithin vom 
Reinigen der Fenster im Parterre des Gebäudes 5210 der Berufungsbeklagten. In 
Übereinstimmung mit der Berufungsbeklagten kann diesbezüglich festgehalten 
werden, dass es sich hierbei um eine Hilfsarbeit handelt, die grundsätzlich einfach, 
unkompliziert und ungefährlich ist (Berufungsantwort RA Casanova, act. A.02, S. 
18). Dies sieht auch die Vorinstanz so, wenn sie festhält, dass Putzarbeiten nicht 
zu den erhöht gefahrenträchtigen Arbeiten gehören, welche eine stetige Überwa-
chung erfordern (angefochtener Entscheid, E. 2.e S. 12).

5.a. Mit ihrer Berufung rügt die Berufungsklägerin zunächst die Beweiswürdi-
gung durch die Vorinstanz, welche vornehmlich auf die Aussagen der Mitarbeiter 
der Berufungsbeklagten, G._____, E._____ und J._____, abstelle. Obschon die 
Vorinstanz zwar anerkenne, dass die betreffenden Aussagen aufgrund der wirt-
schaftlichen Verflechtung mit Zurückhaltung zu würdigen wären, beruhe deren 
Beweiswürdigung auf der Einstellung, dass die Aussagen der Mitarbeiter, welche 
die Einhaltung der Arbeitssicherheit bestätigten, glaubwürdiger seien, weil die Ar-
beitssicherheit bei der Berufungsbeklagten an oberster Stelle stehe und ein Ar-
beitsunfall wirtschaftliche Nachteile mit sich bringe. Eine solche Beweiswürdigung 
beruhe jedoch auf einem unzulässigen Zirkelschluss. Thema sei vorliegend ja 
nachgerade die Frage, ob die Fürsorge- und Schutzpflichten beachtet worden sei-
en. Die Vorinstanz übersehe auch, dass die Beweislast für die Einhaltung der Ar-
beitssicherheit bei der Berufungsbeklagten liege und die Aussagen der Mitarbeiter 
deshalb kritisch zu würdigen seien. Überdies seien deren Aussagen insbesondere 
hinsichtlich der erteilten Instruktionen nicht glaubwürdig und widersprüchlich. So 
falle auf, dass sich deren Aussagen im Laufe des Verfahrens verändert hätten und 
die erteilten Instruktionen um weitere Anordnungen ergänzt worden seien (Beru-
fung RA Cantieni, act. A.01, S. 17 ff.).

b/aa. Anlässlich seiner Einvernahme durch die Kantonspolizei Graubünden vom 
17. Dezember 2008 sagte G._____, Produktionsleiter und Personalverantwortli-
cher für die HT-Anlage, aus, E._____ habe mit der Berufungsklägerin die detail-
lierte Auftragsdurchführung besprochen. Dabei sei ausdrücklich darauf hingewie-
sen worden, dass sie kein Unfallrisiko eingehen dürfe und die Fenster von der 
Süd- über die West- zur Nordfassade hin gereinigt werden sollten. Die Fenster, 
welche unzulänglich seien, d.h. diejenigen, welche sich hinter der Gebäudetrag-
konstruktion befänden, habe die Berufungsklägerin gemäss Instruktion von 
E._____ auslassen sollen. Dies habe sie auch so gemacht und bis zum Unfallort 
diverse Fenster, an die sie nicht herangekommen sei, wie besprochen ausgelas-

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sen (bB 8 S. 2). Diese Aussage bestätigte er auch im Rahmen der untersuchungs-
richterlichen Einvernahme vom 14. Januar 2010, als er zu Protokoll gab, dass der 
Berufungsklägerin erklärt worden sei, dass sie nur jene Fenster zu reinigen habe, 
zu welchen sie ungehinderten Zugang habe, nicht jedoch solche, die mit Gebäu-
deverstrebungen und dergleichen versehen seien. Auf den Unfallort angesprochen 
sagte er aus, für ihn bedeute ein Geländer ganz klar, dass man sich nicht dahinter 
begeben dürfe. Zudem hätten sich auf dem Isolationsmaterial am Boden soge-
nannte Piktogramme befunden, welche auf die Absturzgefahr hingewiesen hätten. 
Bevor die Berufungsklägerin mit der Arbeit angefangen habe, sei ihr auch ganz 
klar gesagt worden, dass sie diese Fenster nicht zu reinigen habe (kB 16 S. 2 ff.). 
Vor Bezirksgericht Imboden sagte er sodann aus, dass er mit Herrn K._____ ganz 
klar besprochen habe, dass die Berufungsklägerin die Fenster mit Querverstre-
bung wie auch jene, die schwer zu erreichen seien, nicht putzen dürfe. Die ver-
kreuzten Fenster habe sie deshalb nicht putzen dürfen, weil sie schwer zu errei-
chen seien. Um zu diesen Fenstern zu gelangen, müsse man sich fast verrenken 
und dabei bestehe die Gefahr, dass man ausrutschen könne (act. VI./1 S. 3 und 
6).

b/bb. Gemäss Aussage von E._____, Tagesmitarbeiter in der Arbeitsvorberei-
tung, habe er der Berufungsklägerin ganz eindeutig gesagt, dass sie generell nur 
die Fenster putzen dürfe, an die sie herankomme; alle Fenster, die sie nicht errei-
che, dürfe sie nur in Absprache mit Herrn J._____ und ihm selbst reinigen. Dabei 
handle es sich unter anderem auch um Fenster, vor denen Metallkreuze zur Ver-
strebung der Tragkonstruktion angebracht seien. Hier sei der Berufungsklägerin 
zusätzlich klar gemacht worden, dass sie Fenster, vor denen es solche Metall-
kreuze gebe, nicht putzen dürfe. Bis zum Unfall habe sie sich auch daran gehalten 
und keine Fenster gereinigt, bei welchen sie nicht dazugekommen sei. Weiter gab 
er zu Protokoll, die Berufungsklägerin ganz klar dahingehend instruiert zu haben, 
dass sie nirgends Fenster reinigen dürfe, wo sie nicht zukomme. Er habe ihr auch 
klar und deutlich gesagt, dass sie nirgendwo hinaufsteigen dürfe, weshalb es am 
Unfallort keine zusätzliche Instruktion gegeben habe (bB 9 S. 2 f.). Anlässlich der 
untersuchungsrichterlichen Konfronteinvernahme vom 14. Januar 2010 äusserte 
sich E._____ dahingehend, als er der Berufungsklägerin klar und deutlich gesagt 
habe, dass sie Fenster, bei welchen sich ein Kreuz befinde, nur insoweit zu reini-
gen hätte, als sie dort Zugang habe. Dabei habe er ihr auch gesagt, dass sie auf-
passen müsse und Sicherheit Vorrang habe. Auf die Frage, ob er gegenüber der 
Berufungsklägerin erklärt habe, dass sie dieses Fenster, wo sich der Unfall ereig-
net habe, nicht reinigen dürfe und dass dort eine Absturzgefahr bestehe, gab er 

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zur Antwort, ihr von Anfang an gesagt zu haben, dass sie nur dort reinigen solle, 
wo sie freien Zugang habe und dass sie nichts übersteigen und nirgendwo hinauf-
steigen dürfe. Sie dürfe mit anderen Worten nicht dort reinigen, wo eine Gefahr 
bestehe bzw. es gefährlich sei (kB 2 S. 5). Den Inhalt dieser Aussagen bestätigte 
E._____ auch vor Bezirksgericht Imboden (act. IV./2 S. 2 ff.).

b/cc. Im Rahmen einer Konfronteinvernahme vom 14. Januar 2010 gab auch 
J._____ seine Aussagen zu Protokoll. Diesen zufolge habe er der Berufungskläge-
rin schon am Anfang und zwischendurch erklärt, dass sie nur jene Fenster reini-
gen solle, zu welchen sie freien Zugang habe. Sie hätten ihr gesagt, sie dürfe nicht 
hinaufsteigen und nirgends arbeiten, wo es gefährlich sei. Über das Fenster, an 
welchem sich der Unfall ereignet habe, hätten sie nicht gesprochen, sondern nur 
ganz allgemein. Sodann habe er am ersten Tag wie auch an den folgenden Tagen 
selbst gehört, dass Herr E._____ gegenüber der Berufungsklägerin erklärt habe, 
sie dürfe nirgendwo aufsteigen, müsse aufpassen und solle die Fenster auslas-
sen, welche nicht zugänglich seien oder wo man hinaufsteigen müsse. Auf die 
Frage, ob er gesehen habe, dass die Berufungsklägerin unzugängliche Fenster 
beim Reinigen ausgelassen habe, gab J._____ zur Antwort, er habe selbst festge-
stellt, dass sie Fenster, bei welchen sich Metallkreuze befänden, nicht gereinigt 
habe (kB 21 S. 3 f.; bB 10 S. 3 f.). Anlässlich der rechtshilfeweise vor dem Be-
zirksgericht Surselva durchgeführten Einvernahme vom 8. Juni 2011 bekräftigte er 
erneut, dass E._____ und er selbst die Berufungsklägerin jeden Tag auf die Ge-
fahren aufmerksam gemacht hätten (act. IV./5 S. 4).

c. In Würdigung der zitierten Aussagen hat die Vorinstanz erwogen, dass sich 
die Aussage, man habe die Berufungsklägerin ausdrücklich dahingehend instru-
iert, nirgendwo hinaufzusteigen, gefährliche Stellen generell zu meiden und die 
Fenster mit sich davor befindlichen Metallverstrebungen von der Reinigung aus-
zunehmen, wie ein roter Faden durch einen Grossteil der Zeugenaussagen ziehe. 
Inwiefern diese Schlussfolgerung aufgrund der aktenkundigen Aussagen unzutref-
fend sein sollte, ist nicht ersichtlich und wird von der Berufungsklägerin auch nicht 
näher ausgeführt. Widersprüche in den Aussagen – wie von der Berufungsklägerin 
geltend gemacht – sind denn auch nicht erkennbar. Vielmehr ist festzuhalten, dass 
die einzelnen Aussagen in sich stimmig sind und auch über mehrere Einvernah-
men hinweg keine grösseren bzw. für die Beurteilung der vorliegenden Streitsache 
relevanten Widersprüche aufweisen. Gesamthaft betrachtet, ist den betreffenden 
Aussagen gemein, dass die gegenüber der Berufungsklägerin getätigten Anwei-
sungen klar und unmissverständlich dahin lauteten, keine Fenster mit Querver-
strebungen zu reinigen, nirgendwo hinaufzusteigen und ganz allgemein lediglich 

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diejenigen Fenster zu reinigen, welche leicht zugänglich waren. Dies wird auch 
durch die Aussage eines weiteren Mitarbeiters, K._____, bestätigt, welcher zu 
Protokoll gab, er habe mit G._____ beschlossen, dass die Berufungsklägerin nur 
jene Fenster reinigen solle, die man ohne grossen Aufwand erreichen könne. So 
hätten sie namentlich nicht gewollt, dass sie die Fenster mit Querverstrebungen 
reinige, weil diese sehr schwer zugänglich seien (act. IV./4 S. 2 und 4). Im Gegen-
satz dazu sind die von der Berufungsklägerin in Bezug auf den Arbeitsablauf und 
die erhaltenen Instruktionen getätigten Aussagen nicht frei von Widersprüchen 
und enthalten insgesamt doch einige Ungereimtheiten, auf welche bereits die Vor-
instanz aufmerksam gemacht hat (vgl. angefochtener Entscheid, E. 2.f S. 13 f.) 
und die auch von der Berufungsbeklagten in ihrer Berufungsantwort aufgegriffen 
werden (vgl. Berufungsantwort RA Casanova, act. A.02, S. 16 f.). So sagte die 
Berufungsklägerin unter anderem zunächst aus, es habe morgens und nachmit-
tags keine Pausen gegeben und es sei kein Pausenraum zur Verfügung gestan-
den (kB 17 S. 3). In späteren Einvernahmen gab sie dagegen einmal zu Protokoll, 
die Pausen nie mit E._____ verbracht zu haben (kB 2 S. 6), und ein anderes Mal, 
nur eine einzige Pause mit E._____ verbracht zu haben, während sie die Pausen 
ansonsten immer mit J._____ verbracht habe (kB 21 S. 4). In diesem Zusammen-
hang ebenso wenig glaubhaft erscheint auch ihre Aussage, wonach sie mit besag-
ten Personen in den Pausen nie über die Arbeit selbst gesprochen, sondern diese 
nur über die Arbeitszeit und die Pausen befragt habe (kB 21 S. 4). Diesbezüglich 
ist der Argumentation der Berufungsbeklagten zu folgen, entspricht es doch der 
allgemeinen Lebenserfahrung, dass eine Person, welche eine neue Arbeitsstelle 
aufnimmt, während den Arbeitspausen vornehmlich über ihre neue Arbeit spricht. 
Alles andere wäre in der Tat unüblich. In Übereinstimmung mit der Berufungsbe-
klagten erscheint auch naheliegend, dass ein Vorgesetzter, der seine Pausen mit 
einer Arbeitnehmerin verbringt, sich – zumindest zu Beginn – nach deren allge-
meinem Wohlbefinden einerseits als auch nach dem bisherigen Verlauf der aufge-
nommenen Arbeitstätigkeit andererseits erkundigt. Abgesehen davon steht die 
betreffende Aussage der Berufungsklägerin aber auch im Widerspruch zu denje-
nigen der zuvor zitierten Mitarbeiter. Gleiches gilt auch für weitere von der Beru-
fungsklägerin getätigten Aussagen, mitunter jene, dass sie ausser Reinigungsmit-
tel, einem Eimer und alten Putzlappen keine zusätzlichen Arbeitsutensilien und 
auch keine detaillierten Instruktionen erhalten habe, dass es keine täglichen Be-
sprechungen gegeben habe und sie immer allein in der Halle gewesen sei (kB 17 
S. 4). Was alsdann die Aussage der Berufungsklägerin betrifft, wonach es in der 
Halle, wo sie gearbeitet habe, kein Telefon gegeben habe (kB 21 S. 5), ist darauf 
hinzuweisen, dass sich die Vorinstanz – nebst den anderslautenden aktenkundi-

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gen Aussagen der übrigen Mitarbeiter der Berufungsbeklagten – anlässlich des im 
Vorfeld der Hauptverhandlung durchgeführten Augenscheins auch selbst vom 
Standort des Telefons in der Halle vergewissern und feststellen konnte, dass es 
für die Berufungsklägerin gut erreichbar war (vgl. angefochtenes Urteil, E. 2.f S. 
14); diese Aussage wurde somit gleich in mehrfacher Hinsicht widerlegt. Des Wei-
teren – so die Berufungsklägerin – stimme es nicht, dass ihr mitgeteilt worden sei, 
sie könne jederzeit Fragen stellen, wenn sie mit der Arbeit ein Problem habe, und 
auch nicht, dass man ihr gesagt habe, sie dürfe die Reinigungsarbeiten nur so 
weit ausführen, damit sie sich nicht gefährde. Ebenso wenig sei sie auf spezielle 
Gefahren in der HT-Produktionshalle hingewiesen worden. E._____ habe ihr in 
der Halle gesagt, sie solle einfach so putzen, wie es gehe; er habe jedoch nicht 
gesagt, sie dürfe die Fenster hinter den Metallkreuzen nicht putzen, also habe sie 
auch diese gereinigt (kB 17 S. 4 f.). Auch in dieser Hinsicht sind der Berufungsklä-
gerin die in sich stimmigen und ihren Äusserungen diametral widersprechenden 
Aussagen von G._____, E._____, J._____ und K._____ entgegenzuhalten (vgl. E. 
5.b/aa ff.). Dass die Berufungsklägerin den Auftrag richtig verstanden hat, ist im 
Übrigen – gestützt auf die Aussagen Letztgenannter – auch dem Umstand zu ent-
nehmen, dass sie bis zum Unfall diejenigen Fenster mit davor befindlichen Metall-
verstrebungen weisungsgemäss von den Reinigungsarbeiten ausgenommen hat 
(vgl. kB 2 S. 5, kB 21 S. 4, bB 8 S.2, bB 9 S. 2 f., bB 10 S. 4).

d. Nach den vorangegangenen Ausführungen ist somit mit der Vorinstanz 
festzuhalten, dass die Berufungsklägerin weisungswidrig ein Geländer überstiegen 
hat bzw. hinter diesem durchgegangen ist und sich damit in den Gefahrenbereich 
begeben hat, um ein Fenster mit einer sich davor befindlichen Metallverstrebung 
zu reinigen, welches gemäss Instruktion – gerade wegen der ungenügenden 
Zugänglichkeit und der sich daraus ergebenen Gefahrensituation – von der Reini-
gung explizit ausgeschlossen war. In diesem Zusammenhang zutreffend ist auch, 
dass in Bezug auf die Weisungswidrigkeit einer solchen Verhaltensweise nicht von 
Belang ist, ob die betreffende Person das Geländer direkt übersteigt oder über 
den linksseitigen Zwischenraum auf das Vierkantrohr begibt (vgl. angefochtenes 
Urteil, E. 2.f S. 14). Daran vermag auch der Einwand der Berufungsklägerin, wo-
nach die entsprechende Einschränkung nicht aus Sicherheitsgründen angeordnet 
worden sei, sondern aus der Überlegung, dass das Reinigen der Fenster hinter 
den Querverstrebungen mühsam und zeitintensiv sei, nichts zu ändern. Dass die 
Berufungsklägerin nämlich jene Fensterscheiben, welche sich hinter den Metall-
kreuzen der Gebäudetragekonstruktion befanden, auslassen konnte, wird in der 
Berufungsschrift entgegen früheren Aussagen ausdrücklich anerkannt. Anschlies-

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send wird aber die Auffassung vertreten, dass unzugängliche Fenster im Sinne 
des Auftrags nur diejenigen gewesen seien, die sich hinter Metallkreuzen befun-
den hätten; solche habe es sowohl an der Süd- als auch an der Westfassade ge-
geben und somit seien diese für die Berufungsklägerin frei zugänglich gewesen. 
Keine Abschrankung habe den Zutritt zu diesen Fenstern verhindert. Die schwere 
Erreichbarkeit habe sich somit nicht auf das fragliche Geländer an der Nordseite, 
sondern auf die Zugänglichkeit der Fensterscheiben hinter den Metallkreuzen be-
zogen (Berufung RA Cantieni, act. A.01, S. 25 f.). Diese Argumentation ist nur 
schwer nachvollziehbar. Insbesondere vermag nicht einzuleuchten, aus welchem 
Grund die Berufungsklägerin hätte angewiesen werden sollen, die Fenster mit den 
Metallkreuzen ohne Geländer davor von der Reinigung auszunehmen, hingegen 
solche Fenster, deren Zugänglichkeit mit einem Geländer zusätzlich erschwert 
war, in die Reinigungsarbeiten miteinzubeziehen (vgl. hierzu auch die zutreffenden 
Ausführungen in der Berufungsantwort von RA Casanova, act. A.02, S. 23). Eine 
nachvollziehbare Begründung hierfür wird auch seitens der Berufungsklägerin 
nicht vorgetragen. Insofern erweist sich denn auch ihre Rüge, die Vorinstanz sei 
zu Unrecht davon ausgegangen, dass es ihr untersagt gewesen sei, sich für die 
Erfüllung ihres Auftrags hinter das Geländer an der Nordseite zu begeben, als un-
behelflich. Ebenso wenig musste die Berufungsbeklagte damit rechnen, dass sich 
die Berufungsklägerin hinter das betreffende Geländer begeben würde, um das 
sich dahinter befindliche Fenster zu reinigen. Hierfür bestand umso weniger An-
lass, als sie sich zu Beginn an die Instruktionen gehalten und schwer zugängliche 
Fenster von den Reinigungsarbeiten ausgenommen hatte. Die Berufungsklägerin 
räumt in ihrer Berufung denn auch selbst ein, dass sie die Fenster mit den Metall-
kreuzen bis zum Unfall ausgelassen habe, führt zur Begründung hierfür allerdings 
aus, deren Reinigung wäre umständlich und zeitintensiv gewesen (Berufung RA 
Cantieni, act. A.01, S. 37). Dass sie in der Folge ohne ersichtlichen Grund von 
ihrer anfänglichen Arbeitsweise abweichen und sich über die entsprechenden 
Weisungen hinwegsetzen würde, war für die Berufungsbeklagte deshalb schlicht 
nicht vorhersehbar. Soweit die Berufungsklägerin in diesem Zusammenhang wei-
terhin rügt, die Instruktionen seien nicht rechtsgenüglich erfolgt, ist sie nicht zu 
hören. Die entsprechenden Weisungen waren – wie bereits mehrfach ausgeführt – 
klar und unmissverständlich.

e. Auch die übrigen Vorbringen der Berufungsklägerin erweisen sich allesamt 
als unbegründet. Namentlich handelt es sich dabei um die Rüge, die Grifflänge 
des ihr zur Verfügung gestellten Fensterabstreifers sei zu kurz gewesen und ihr 
hätte ein Fensterabstreifer mit Teleskopstange abgegeben werden müssen, die 

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Rügen der fehlenden Absturzsicherung, der fehlenden Überwachung sowie des 
fehlenden Reinigungskonzepts (vgl. Berufung RA Cantieni, act. A.01, S. 31 ff.). 
Bei all diesen Einwänden verkennt die Berufungsklägerin, dass sie die klaren Wei-
sungen missachtet und sich hinter die Absperrung begeben hat, um Fenster zu 
reinigen, welche vom Reinigungsauftrag gar nicht umfasst waren. Im Zusammen-
hang mit der Rüge der fehlenden Überwachung nimmt die Berufungsklägerin so-
dann Bezug auf Art. 8 VUV, scheint dabei allerdings zu übersehen, dass diese 
Bestimmung sich auf Arbeiten mit besonderen Gefahren bzw. gefährliche Arbeiten 
als solche bezieht. Da die vorliegend zur Beurteilung stehende und gemäss den 
Weisungen der Vorgesetzten durchzuführende Reinigung von Fenstern im Innern 
einer Halle aber ganz offensichtlich nicht unter diese Kategorie von Arbeiten sub-
sumiert werden kann, findet die genannte Bestimmung im konkreten Fall gar keine 
Anwendung, so dass sich auch daraus nichts zugunsten der Berufungsklägerin 
ableiten lässt.

f. Die Berufungsklägerin rügt im Weiteren, ihr seien die internen Betriebsvor-
schriften „Allgemein“ (kB 18) und „Einführung neuer Mitarbeiter“ (kB 19) nicht ab-
gegeben worden. Die Vorinstanz hat diesbezüglich in Erwägung gezogen, dass 
die Betriebsvorschrift „Allgemein“ in den Ziffern 1-3 allgemeine Verhaltensanwei-
sungen an die Arbeitnehmer (z.B. Rauch- und Alkoholverbot) enthalte und der Ar-
beitgeber zur Abgabe von Schutzbekleidung und Schutzbrille (Ziffer 4 und 5) ver-
pflichtet sei. Dieser Ausrüstungspflicht sei die Berufungsbeklagte unbestrittener-
massen nachgekommen. Was die Betriebsvorschrift „Einführung neuer Mitarbei-
ter“ anbelange, hielt die Vorinstanz zunächst die Zeugenaussage von G._____ 
fest, wonach sich diese nur an Personen, welche die HT-Anlage bedienten, richte. 
Diese werde, ebenso wie die Betriebsvorschrift „Allgemein“, an alle Mitarbeiter der 
HT-Anlage abgegeben. Die Berufungsklägerin sei nicht in der HT-Anlage ange-
stellt gewesen und habe dort auch keine Schichtarbeit geleistet, so dass ihr die 
beiden Dokumente auch nicht ausgehändigt worden seien (vgl. act. VI./1 S. 4). In 
der Folge wurde ausgeführt, dass die Betriebsvorschrift „Einführung neuer Mitar-
beiter“ in der Tat spezifische Verhaltensanweisungen im Zusammenhang mit der 
Bedienung der Anlage enthalte (Umgang mit Dampf, Stickstoff, Elektrizität und 
Chemikalien; den Arbeitnehmern werde im Rahmen eines Produktionsrundgangs 
das Prozessschema der Anlage vorgestellt). Der von der Berufungsklägerin er-
wähnte Betriebsrundgang stehe demnach klar im Zusammenhang mit der Arbeit 
an der Anlage selbst und umfasse Punkte wie beispielweise das Absacken, die 
Etikettierung der Einheitssäcke und das Ausscheiden von Feinanteilen während 
des Absackvorgangs. Dem folgend könne sich die Berufungsklägerin nicht darauf 

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berufen, die Berufungsbeklagte habe bei der Arbeitseinführung interne Betriebs-
vorschriften missachtet (angefochtener Entscheid, E. 2.c S. 9). Inwiefern diese 
Schlussfolgerung falsch sein sollte, ist nicht ersichtlich. Die Berufungsklägerin legt 
in ihrer Begründung denn auch nicht einmal ansatzweise dar, wie sich der zuge-
tragene Unfall durch die Aushändigung der betreffenden Betriebsvorschriften hätte 
vermeiden lassen, zumal weder die Betriebsvorschrift „Allgemein“ – namentlich 
auch nicht deren Ziffer 15 betreffend Reinigung der HT-Anlage, welche lediglich 
festhält, dass der Schichtführer für die Einteilung seiner Mitarbeiter und für die kor-
rekte und gefahrlose Ausführung der Reinigungen verantwortlich ist (kB 18 S. 5) – 
noch die Betriebsvorschrift „Einführung neuer Mitarbeiter“ irgendwelche Aus-
führungen bzw. weitergehenden Anleitungen in Bezug auf die konkrete Aus-
führung der Fensterreinigungen enthalten. Darüber hinaus bleibt dem angerufenen 
Gericht nur einmal mehr festzuhalten, dass die gegenüber der Berufungsklägerin 
getätigten Instruktionen klar und unmissverständlich waren. Dass sie sich, wenn 
sie die beiden Betriebsvorschriften erhalten hätte, anders verhalten und die Ab-
sperrung nicht umgangen hätte, wird selbst seitens der Berufungsklägerin nicht 
geltend gemacht. Soweit sie sich – mitunter im Zusammenhang mit der Erkenn-
barkeit der Gefahrenstelle – alsdann wiederholt darauf beruft, die Reinigung der 
Fenster, welche sich hinter dem Geländer befinden, habe ebenfalls zu ihren Auf-
gaben gehört, braucht darauf nicht mehr näher eingegangen zu werden und es 
kann auf die vorhergehenden Ausführungen verwiesen werden. Dass dem entge-
gen ihrer Argumentation eben gerade nicht so war, wurde bereits mehrfach und in 
aller Ausführlichkeit festgehalten. 

g. Nach den vorangegangenen Ausführungen erübrigt sich auch ein erneuter 
Augenschein, zumal bereits die Vorinstanz einen solchen durchgeführt hat und 
sich die konkreten Gegebenheiten der Unfallstelle auch aus den Akten hinlänglich 
entnehmen lassen (vgl. kB 23, 25-27; bB 13-14 sowie das Protokoll des Augen-
scheins vom 13. September 2011, act. I./7), so dass von einem weiteren Augen-
schein keine neuen, entscheidrelevanten Hinweise zu erwarten sind.

6. Zusammenfassend kann somit festgehalten werden, dass die Berufungsbe-
klagte keine arbeitsrechtlichen Fürsorge- und Schutzpflichten verletzt hat und die 
Vorinstanz die entsprechende Klage der Berufungsklägerin demzufolge zu Recht 
abgewiesen hat. Die Berufung erweist sich mithin als unbegründet und ist vollum-
fänglich abzuweisen.

7. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Berufungsverfahrens zu Lasten 
der Berufungsklägerin, welche die Berufungsbeklagte hierfür überdies ausserge-

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richtlich zu entschädigen hat (Art. 106 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 95 Abs. 1 
ZPO). Mangels Einreichung einer Honorarnote wird die Parteientschädigung für 
die anwaltlich vertretene Berufungsbeklagte nach richterlichem Ermessen festge-
setzt. Angesichts der sich stellenden Sach- und Rechtsfragen sowie aufgrund der 
eingereichten Berufungsantwort erscheint eine aussergerichtliche Entschädigung 
in Höhe von Fr. 4‘000.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) als angemessen.

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III. Demnach wird erkannt:

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. a) Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 6‘000.-- gehen zu Lasten der 
Berufungsklägerin und werden mit dem von ihr geleisteten Kostenvor-
schuss in selbiger Höhe verrechnet.

b) Die Berufungsklägerin hat die Berufungsbeklagte für das Berufungsverfah-
ren mit Fr. 4‘000.-- (inkl. MWSt) aussergerichtlich zu entschädigen.

3. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens 15'000 Franken betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. a des Bundesge-
richtsgesetzes (BGG; SR 173.110) Beschwerde an das Schweizerische 
Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, geführt werden. Die Beschwerde ist 
dem Bundesgericht schriftlich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollstän-
digen Ausfertigung der Entscheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorge-
schriebenen Weise einzureichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegi-
timation, die weiteren Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde 
gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 ff. BGG. 

4. Mitteilung an: