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**Case Identifier:** 5859ff62-5686-56d8-b5ee-2f9ba6f26f88
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2020-09-30
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 30.09.2020 200 2020 510
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2020-510_2020-09-30.pdf

## Full Text

200 20 510 IV
SCP/PRN/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 30. September 2020

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiberin Prunner

A.________
vertreten durch Rechtsanwalt B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 4. Juni 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Sept. 2020, IV/20/510, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1958 geborene A.________ (Versicherte bzw. Beschwerdeführerin), 
gelernte … und seit Juni 2002 als … in einem 70%-Pensum bzw. seit März 
2019 in einem 50%-Pensum für das C.________ tätig, meldete sich im Juni 
2019 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Leis-
tungsbezug an (Akten der IVB, Antwortbeilage [AB] 2, 11). In der Folge 
holte die IVB diverse erwerbliche und medizinische Unterlagen ein und 
gewährte Frühinterventionsmassnahmen in Form von Arbeitsplatzerhalt 
(AB 17, 33). Auf Empfehlung des Regionalen Ärztlichen Dienstes (RAD; 
AB 23, S. 3 f.) veranlasste die IVB sodann ein Gutachten von Dr. med. 
D.________, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, vom 22. Febru-
ar 2020 (AB 32). Mit Verfügung vom 26. Mai 2020 verneinte die IVB den 
Anspruch auf berufliche Massnahmen, da der Beschwerdeführerin ihre 
Tätigkeit in der … weiterhin zumutbar sei (AB 44). Nach durchgeführtem 
Vorbescheidverfahren (AB 39) verfügte die IVB am 4. Juni 2020 die Abwei-
sung des Leistungsbegehrens (AB 45).

B.

Dagegen erhob die Versicherte, vertreten durch Rechtsanwalt B.________, 
mit Eingabe vom 6. Juli 2020 beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern 
Beschwerde. Sie beantragt, die Verfügung vom 4. Juni 2020 sei aufzuhe-
ben und es sei ihr rückwirkend seit dem frühest möglichen Rentenbeginn 
eine Invalidenrente in gesetzlicher Höhe nebst Zins auszurichten. Eventua-
liter sei die Verfügung vom 4. Juni 2020 aufzuheben und es sei ein gericht-
liches Gutachten einzuholen; subeventualiter sei die Sache zur Vornahme 
weiterer Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und 
gestützt darauf sodann eine Neubeurteilung des Leistungsanspruchs vor-
zunehmen. Zur Begründung bringt die Beschwerdeführerin im Wesentli-
chen vor, es komme für sie nur noch eine Stelle in einer angepassten 
Tätigkeit in Frage. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters könne sie ihre 

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Restarbeitsfähigkeit nicht mehr verwerten, weshalb eine vollständige Inva-
lidität vorliege.

Mit Beschwerdeantwort vom 7. August 2020 beantragt die Beschwerde-
gegnerin die Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten. 

1.2 Angefochten ist die Verfügung der IVB vom 4. Juni 2020 (AB 45). 
Streitig und zu prüfen ist der Anspruch der Beschwerdeführerin auf eine 
Invalidenrente.

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG).

2.2 Neben den geistigen und körperlichen Gesundheitsschäden können 
auch solche psychischer Natur eine Invalidität bewirken (Art. 8 i.V.m. Art. 7 
ATSG).

2.2.1 Ausgangspunkt der Anspruchsprüfung nach Art. 4 Abs. 1 IVG sowie 
Art. 6 ff. und insbesondere Art. 7 Abs. 2 ATSG ist die medizinische Befund-
lage. Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit kann immer nur dann an-
spruchserheblich sein, wenn sie Folge einer Gesundheitsbeeinträchtigung 
ist, die fachärztlich einwandfrei diagnostiziert worden ist (BGE 145 V 215 
E. 5.1 S. 221).

Mit der Diagnose eines Gesundheitsschadens ist noch nicht gesagt, dass 
dieser auch invalidisierenden Charakter hat. Ob dies zutrifft, beurteilt sich 
gemäss dem klaren Gesetzeswortlaut nach dem Einfluss, den der Gesund-
heitsschaden auf die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit hat. Entscheidend ist, 
ob der versicherten Person wegen des geklagten Leidens nicht mehr zu-
mutbar ist, ganz oder teilweise zu arbeiten. Deshalb gilt eine objektivierte 
Zumutbarkeitsprüfung unter ausschliesslicher Berücksichtigung von Folgen 
der gesundheitlichen Beeinträchtigung (BGE 142 V 106 E. 4.4 S. 110). 

2.2.2 Die Sachverständigen sollen die Diagnose so begründen, dass die 
Rechtsanwender nachvollziehen können, ob die klassifikatorischen Vorga-

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ben tatsächlich eingehalten sind (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 141 V 
281 E. 2.1.1 S. 285). Gemäss höchstrichterlicher Rechtsprechung erfolgt 
die Prüfung, ob ein psychischer Gesundheitsschaden eine rentenbegrün-
dende Invalidität zu bewirken vermag, schliesslich anhand eines strukturier-
ten normativen Prüfungsrasters (BGE 143 V 418 E. 7 S. 427, 141 V 281 
E. 4.1 S. 296). Dies gilt für sämtliche psychischen Störungen (BGE 143 V 
418 E. 7.2 S. 429).

2.2.3 Eine invalidenversicherungsrechtlich erhebliche Gesundheitsbeein-
trächtigung liegt nur vor, wenn die Diagnose im Rahmen einer Prüfung auf 
der ersten Ebene auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe 
nach BGE 131 V 49 standhält. Danach liegt regelmässig keine versicherte 
Gesundheitsschädigung vor, soweit die Leistungseinschränkung auf Ag-
gravation oder einer ähnlichen Erscheinung beruht.

2.2.4 Liegt auch unter dem Gesichtspunkt der Ausschlussgründe eine 
versicherte Gesundheitsschädigung vor, erfolgt schliesslich auf der zweiten 
Ebene anhand eines normativen Prüfungsrasters mit einem Katalog von 
Indikatoren eine ergebnisoffene symmetrische Beurteilung des – unter 
Berücksichtigung leistungshindernder äusserer Belastungsfaktoren einer-
seits und Kompensationspotentialen (Ressourcen) anderseits – tatsächlich 
erreichbaren Leistungsvermögens (BGE 141 V 281 E. 3.6 S. 294). Es gilt 
im Regelfall nach gemeinsamen Eigenschaften systematisierte Standardin-
dikatoren zu beachten (E. 4.1.3 S. 297), welche sich in die Kategorien 
„funktioneller Schweregrad“ (E. 4.3 S. 298) und „Konsistenz“ einteilen las-
sen (E. 4.4 S. 303). Der Prüfungsraster ist rechtlicher Natur (E. 5 S. 304). 
Die Anerkennung eines rentenbegründenden Invaliditätsgrades ist nur 
zulässig, wenn die funktionellen Auswirkungen der medizinisch festgestell-
ten gesundheitlichen Anspruchsgrundlage im Einzelfall anhand der Stan-
dardindikatoren schlüssig und widerspruchsfrei mit (zumindest) überwie-
gender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sind. Fehlt es daran, hat die Fol-
gen der Beweislosigkeit die materiell beweisbelastete versicherte Person 
zu tragen (E. 6 S. 308).

2.3 Nach Art. 28 Abs. 1 IVG haben jene Versicherten Anspruch auf eine 
Rente, die ihre Erwerbsfähigkeit oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbe-
reich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnahmen 

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wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a) und die zusätz-
lich während eines Jahres ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich 
mindestens 40% arbeitsunfähig (Art. 6 ATSG) gewesen sind und nach Ab-
lauf dieses Jahres zu mindestens 40% invalid (Art. 8 ATSG) sind (lit. b und 
c). Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze Rente, 
wenn die versicherte Person mindestens 70%, derjenige auf eine Dreivier-
telsrente, wenn sie mindestens 60% invalid ist. Bei einem Invaliditätsgrad 
von mindestens 50% besteht Anspruch auf eine halbe Rente und bei einem 
Invaliditätsgrad von mindestens 40% ein solcher auf eine Viertelsrente.

2.4 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 
Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195, 132 V 93 E. 4 S. 99; SVR 2018 IV 
Nr. 27 S. 87 E. 4.2.1). 

3.

3.1 Zum Gesundheitszustand sowie zur Arbeits- und Leistungsfähigkeit 
der Beschwerdeführerin lässt sich den medizinischen Akten im Wesentli-
chen Folgendes entnehmen:

3.1.1 Vom 6. Juni bis 27. Juli 2019 war die Beschwerdeführerin in der 
Klinik E.________ hospitalisiert. Im Bericht vom 9. August 2019 wurden 
eine rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode 
(ICD-10: F33.1), eine schwierige psychosoziale Situation (ICD-10: Z60.1), 
eine bekannte substituierte Hypothyreose und eine arterielle Hypertonie 
diagnostiziert (AB 18, S. 2). Die Beschwerdeführerin konnte in einem teil-
remittierten und psychisch stabilen Zustand entlassen werden. Es wurde 
eine teilstationäre Weiterbehandlung vorgeschlagen und eine 100%-ige 
Arbeitsunfähigkeit vom 6. Juni bis 13. August 2019 attestiert (AB 18, S. 4).

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3.1.2 In dem zu Handen der Krankentaggeldversicherung erstellten Be-
richt vom 23. September 2019 diagnostizierten pract. med. F.________, 
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Praktischer Arzt, und M. 
Sc. G.________, Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, bei welchen 
die Beschwerdeführerin seit Februar 2018 in ambulanter psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung ist, eine rezidivierende depressive 
Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: F33), und einen Ver-
dacht auf eine Persönlichkeitsakzentuierung, Differentialdiagnose: Persön-
lichkeitsstörung (abhängig, selbstunsicher). Es wurde eine 100%-ige Ar-
beitsunfähigkeit vom 21. Januar bis 28. Februar 2019 sowie seit dem 
12. März 2019 bis auf weiteres attestiert (Arbeitsversuch von 50% vom 
29. Februar bis 11. März 2019). Eine Arbeitsaufnahme sei unabhängig vom 
Arbeitsplatz bzw. Arbeitgeber aufgrund der deutlich reduzierten Belastbar-
keit, Antriebshemmung, deutlich vorhandener Niedergeschlagenheit, star-
kem Gedankenkreisen und Konzentrationsproblemen nicht möglich (AB 20, 
S. 4; vgl. auch AB 9.3).

3.1.3 Im psychiatrischen Gutachten vom 22. Februar 2020 diagnostizierte 
Dr. med. D.________ mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit eine rezidivieren-
de depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-10: 
F33.00). Ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit diagnostizierte er akzentu-
ierte selbstunsichere (ängstlich-vermeidende) Persönlichkeitszüge (ICD-10: 
Z73.1; AB 32, S. 9). In der zuletzt ausgeübten Tätigkeit als … könne die 
Beschwerdeführerin vier bis fünf Stunden pro Tag anwesend sein. Dabei 
bestehe aufgrund der durch die Depression bestehenden erhöhten Ermüd-
barkeit eine Leistungseinschränkung von bis zu 20% (AB 32, S. 12). Insge-
samt bestehe eine Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit von 50% (be-
zogen auf ein 100%-Pensum). In einer angepassten Tätigkeit mit lebens-
praktischen Routinearbeiten, die bezüglich Konzentration nicht zu grosse 
Anforderungen stellen, und ohne Nachtdienst (wegen der Depression sei 
ein regelmässiger Wach- und Schlafrhythmus wichtig) sei eine Präsenz von 
fünf bis sechs Stunden pro Tag zumutbar. Dabei bestehe eine Leistungs-
einschränkung von 20%. Insgesamt bestehe in einer angepassten Tätigkeit 
eine Arbeitsfähigkeit von 60% (bezogen auf ein 100%-Pensum). Im Haus-
halt, wo die Tätigkeiten ohne Zeitdruck verrichtet werden könnten, bestün-
den keine Einschränkungen. Von dieser Arbeitsunfähigkeit könne mit Si-

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cherheit seit mindestens der aktuellen Untersuchung vom 29. Januar 2020 
ausgegangen werden (AB 32, S. 13).

3.2 Das Prinzip inhaltlich einwandfreier Beweiswürdigung besagt, dass 
das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel objektiv zu prüfen hat, 
unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden hat, 
ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurteilung des strittigen 
Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere darf das Gericht bei einander 
widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzuge-
ben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These 
abstellt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 127, 125 V 351 E. 3a S. 352).

Der Beweiswert eines ärztlichen Berichts hängt davon ab, ob der Bericht 
für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 
beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 
Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizi-
nischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situa-
tion einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen begründet sind. Ausschlag-
gebend für den Beweiswert ist grundsätzlich somit weder die Herkunft ei-
nes Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag 
gegebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten, sondern dessen 
Inhalt (BGE 143 V 124 E. 2.2.2 S. 126, 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 
E. 3a S. 352).

3.3 Die Beschwerdegegnerin hat sich in der hier angefochtenen Verfü-
gung vom 4. Juni 2020 (AB 45) massgeblich auf das psychiatrische Gut-
achten des Dr. med. D.________ vom 22. Februar 2020 (AB 32) gestützt. 
Die darin enthaltenen Feststellungen beruhen auf eigenen Abklärungen 
des Gutachters und sind in Kenntnis der Vorakten sowie unter Berücksich-
tigung der geklagten Beschwerden getroffen worden. Die Ausführungen in 
der Beurteilung der medizinischen Zusammenhänge sind einleuchtend und 
die gezogenen Schlussfolgerungen zum Gesundheitszustand nachvoll-
ziehbar, umfassend und einlässlich begründet. Das Gutachten erfüllt die 
von der höchstrichterlichen Rechtsprechung an den Beweiswert einer me-
dizinischen Expertise gestellten Anforderungen (vgl. E. 3.2 hiervor), wes-

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halb ihm insoweit volle Beweiskraft zukommt (vgl. BGE 125 V 351 E. 3b/bb 
S. 353).

Dr. med. D.________ hat gestützt auf die fachärztliche Untersuchung vom 
29. Januar 2020 – in grundsätzlicher Übereinstimmung mit den behandeln-
den Ärzten (AB 9.3, 20) – schlüssig und nachvollziehbar dargelegt, dass 
die Beschwerdeführerin (mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) an einer rezi-
divierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode (ICD-
10: F33.00), und (ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit) an akzentuierten 
selbstunsicheren (ängstlich-vermeidenden) Persönlichkeitszügen (ICD-10: 
Z73.1) leidet (AB 32, S. 9 f.). Aus diesen Diagnosen leitete der psychiatri-
sche Experte eine 50%-ige Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit und 
eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit im Sinne von 
lebenspraktischen Routinearbeiten ab (AB 32, S. 13). Entgegen der Auf-
fassung der Parteien (Beschwerde, S. 6 und 8; Beschwerdeantwort, S. 2) 
ist diesbezüglich festzuhalten, dass es sich bei der gutachterlich angege-
benen Arbeitsfähigkeit von 50% bzw. 60% um die Gesamtbeurteilung han-
delt, in welcher die Leistungseinschränkung von 20% aufgrund der durch 
die Depression bestehenden erhöhten Ermüdbarkeit jeweils bereits mit-
berücksichtigt ist (vgl. AB 32, S. 13). Dies lässt sich bei einer zumutbaren 
Anwesenheit von vier bis fünf Stunden bzw. fünf bis sechs Stunden pro Tag 
bei einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit von jeweils 20% auch rech-
nerisch nachvollziehen (bei einer allgemeinen Arbeitszeit von 8 Stunden 
pro Tag entsprechen 5 Stunden pro Tag 62.5% x 0.8 = 50% bzw. 6 Stun-
den pro Tag 75% x 0.8 = 60%).

3.4 Zu prüfen bleibt damit anhand des strukturierten Beweisverfahrens 
nach BGE 141 V 281 (vgl. dazu E. 2.2.2 ff. hiervor), ob der psychiatrisch 
attestierten Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aus rechtlicher Sicht gefolgt 
werden kann, wobei hierfür die Beschwerdeführerin die materielle Beweis-
last zu tragen hat (BGE 143 V 409 E. 4.5.2 S. 416).

3.4.1 Zunächst ist festzuhalten, dass keine Ausschlussgründe im Sinne 
der höchstrichterlichen Rechtsprechung vorliegen (vgl. E. 2.2.3 hiervor). 
Insbesondere fand der psychiatrische Gutachter keinerlei Hinweise für eine 
Verdeutlichung, Aggravation oder Simulation.

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3.4.2 Im Rahmen der Kategorie „funktioneller Schweregrad“ (BGE 141 V 
281 E. 4.3 S. 298) ist zunächst der Komplex „Gesundheitsschädigung“ zu 
prüfen (BGE 141 V 281 E. 4.3.1 S. 298): Hierzu ist festzuhalten, dass die 
Ausprägung der diagnoserelevanten Befunde und Symptome (BGE 141 V 
281 E. 4.3.1.1 S. 298 f.) nicht schwer ist. Der psychiatrische Gutachter ging 
neben akzentuierten selbstunsicheren (ängstlich-vermeidenden) Persön-
lichkeitszügen ohne Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit lediglich von einer 
rezidivierenden depressiven Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode, 
aus (AB 32, S. 9). Zudem ist festzustellen, dass im Gutachten auf ver-
schiedene psychosoziale und damit invaliditätsfremde Faktoren (vgl. BGE 
127 V 294 E. 5a S. 299; SVR 2012 IV Nr. 52 S. 189 E. 3.2), namentlich 
finanzielle Probleme, Sorgen um die jüngste Tochter, Konflikte mit der Ex-
Freundin des einen Sohnes und Umstrukturierungen im Beruf, hingewiesen 
wurde, welche die deutlich ausgeprägte Krankheits- und Behinderungsü-
berzeugung der Beschwerdeführerin unterhalten (AB 32, S. 6, 10 ff.). Psy-
chosoziale Belastungsfaktoren (Veränderungen am Arbeitsplatz mit neuer 
Leitungsperson und Arbeiten am Computer; zentrale Belastung zu Hause 
durch die Ex-Freundin des Sohnes, welche noch immer bei ihnen wohne) 
wurden denn auch durch die behandelnden pract. med. F.________ und M. 
Sc. G.________ (AB 9.3, S. 2; 20, S. 3 f.) sowie durch die Ärzte der Klinik 
E.________ (AB 18, S. 3) festgestellt.

Betreffend Behandlungs- und Eingliederungserfolg oder -resistenz (BGE 
141 V 281 E. 4.3.1.2 S. 299 f.) geht aus den Akten hervor, dass die Be-
schwerdeführerin seit Februar 2018 in ambulanter psychiatrisch-
psychotherapeutischer Behandlung ist und auch mit antidepressiver Medi-
kation (Venlafaxin, Trittico) behandelt wird. Der psychiatrische Gutachter 
wies jedoch darauf hin, dass die Behandlung mit Blick auf den Medikamen-
tenspiegel – welcher beim Antidepressivum Trittico unter dem therapeuti-
schen Wert lag – durchaus noch intensiviert werden könne. Dieses Medi-
kament könne sich bei ausreichender Dosierung und in retardierter Form 
günstig auf den Nachtschlaf und damit auf die Ermüdbarkeit auswirken, mit 
welcher die Einschränkung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit im Wesent-
lichen begründet wird. Zudem wies der Gutachter darauf hin, dass eine 
stationäre und teilstationäre Behandlung stattfand (AB 32, S. 11). Dem Be-
richt der Klinik E.________ kann dazu entnommen werden, dass die Be-

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schwerdeführerin aufgrund einer rezidivierenden depressiven Störung, ge-
genwärtig schwere Episode, zugewiesen wurde (AB 18, S. 2) und – insbe-
sondere nach dem Angehen einer psychosozialen Belastungssituation 
(Planung Auszug der Ex-Freundin eines Sohnes bei der Beschwerdeführe-
rin zu Hause) – in einem teilremittierten und psychisch stabilen Zustand 
(rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode) 
entlassen werden konnte (AB 18, S. 4), womit ein definitives Scheitern der 
Therapie nicht ausgewiesen ist. Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass 
die Beschwerdeführerin von den behandelnden Ärzten (vgl. AB 9.3, 20), 
welche sie aus gutachterlich nicht nachvollziehbaren Gründen (trotz der 
von ihnen im September 2019 selber festgestellten teilremittierten depres-
siven Symptomatik weiterhin) zu 100% arbeitsunfähig schreiben, in ihrer 
deutlich ausgeprägten Krankheits- und Behinderungsüberzeugung (AB 32, 
S. 11) bestärkt wird (vgl. AB 35). Mithin liegt auch diesbezüglich ein opti-
mierbarer Behandlungsansatz vor. In Bezug auf die Eingliederung ist fest-
zustellen, dass die Beschwerdeführerin die beruflichen Massnahmen 
(Arbeitsplatzerhalt; AB 17, 33) bzw. die angebotene Unterstützung der 
Beschwerdegegnerin (Gespräch beim Arbeitgeber) nicht in Anspruch neh-
men wollte (AB 35, 44; Protokoll per 7. August 2020, S. 3, Eintrag vom 
16. März 2020). Diesbezüglich ist auf die subjektive ausgeprägte Krank-
heits- und Behinderungsüberzeugung (AB 32, S. 11) hinzuweisen. Eine 
Behandlungs- und Eingliederungsresistenz ist damit nicht ausgewiesen. 

Was den Indikator Komorbiditäten (BGE 143 V 418 E. 8.1 S. 429 f., 141 V 
281 E. 4.3.1.3 S. 300 ff.) anbelangt, postulierte der Gutachter zwar eine 
Wechselwirkung zwischen dem depressiven Geschehen und den akzentu-
ierten selbstunsicheren Persönlichkeitszügen. Diese hätten keinen Krank-
heitswert, aber würden sich negativ auf die Depression auswirken (AB 32, 
S. 14). Mithin handelt es sich einzig um eine leichte Komorbidität, zumal 
auch die bereits erwähnten psychosozialen Faktoren zu berücksichtigen 
sind. Hinweise für eine wesentliche ressourcenhemmende Komorbidität 
bestehen nicht.

Was den Komplex „Persönlichkeit“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.2 S. 302) betrifft, 
stellte der Gutachter – wie bereits erwähnt – akzentuierte selbstunsichere 
Persönlichkeitszüge (ICD-10: Z73.1) fest, jedoch diagnostizierte er diese 

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ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit (AB 32, S. 9). Die Diagnose einer 
Persönlichkeitsstörung wurde angesichts der erfolgten Sozialisation und 
früher vollen Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführerin verneint (AB 32, 
S. 10).

Der Komplex „Sozialer Kontext“ (BGE 141 V 281 E. 4.3.3 S. 303) spricht 
gegen die rechtliche Anerkennung der medizinisch attestierten Einschrän-
kungen, hält das soziale Umfeld doch diverse Ressourcen bereit. Im Rah-
men der psychiatrischen Begutachtung berichtete die Beschwerdeführerin, 
welche insgesamt fünf Kinder sowie drei Grosskinder hat und mit ihrem 
Ehemann sowie der jüngsten Tochter zusammenwohnt, dass sie regel-
mässig alle 14 Tage am Donnerstag im Kirchenchor sei, mit welchem sie 
jeweils am Sonntag in der Kirche singe. Zu Besuch kämen vor allem ihre 
Kinder. Ihr Ehemann nehme sie jeweils mit, wenn er berufsmässig wegfah-
re, damit sie etwas hinauskomme. So sei sie zusammen mit ihm in …, bis 
… und auch in der Region … unterwegs. Dabei habe sie oft den Hund mit 
dabei (AB 32, S. 7). Zwar gab die Beschwerdeführerin ferner an, haupt-
sächlich bei der Arbeit Kontakte gehabt zu haben. Entgegen der Auffas-
sung in der Beschwerde (S. 9 Ziff. 3.5) kann mit Blick auf die guten fami-
liären Verhältnisse sowie ihr Engagement im Kirchenchor bei Aufgabe der 
Erwerbstätigkeit nicht von einem sozialen Rückzug gesprochen werden.

Im Rahmen der Konsistenzprüfung ist schliesslich festzuhalten, dass keine 
Einschränkung des Aktivitätsniveaus in allen vergleichbaren Lebensberei-
chen (BGE 141 V 281 E. 4.4.1 S. 303 f.) besteht. Den Ausführungen zum 
Tagesablauf kann entnommen werden, dass die Beschwerdeführerin zwi-
schen 7.00 und 7.30 Uhr aufstehe. Sie gehe dreimal am Tag mit dem Hund 
spazieren. Sie erledige die Hausarbeiten, habe aber das Gefühl, dass sie 
nur mühsam vorwärts komme (AB 32, S. 6). Grössere Einkäufe erledige 
der Ehemann, der auch die Sixpacks nach Hause bringe. Sie zwinge sich 
dazu auch selber mit dem Auto einkaufen zu gehen; sie fahre aber auch 
mit dem Velo mit Körbli zum Einkaufen, wenn die Tochter das Auto brau-
che. Zur psychiatrischen Behandlung nach … fahre sie jeweils allein mit 
dem Auto. Den Kehrrichtsack tue sie in den Sammelcontainer. Sie ziehe 
auch die Betten an, reinige Bad und WC sowie auch die Fenster, wenn es 
nötig sei. Ihre E-Mails lese sie regelmässig. Letztmals in den Ferien sei sie 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Sept. 2020, IV/20/510, Seite 13

im September 2019 gewesen, zusammen mit ihrem Ehemann. Für grösse-
re Ferien habe das Geld nicht gereicht (AB 32, S. 6 f.). Vorliegend korre-
spondieren der Tagesablauf sowie die Freizeitaktivitäten und erhaltenen 
Fähigkeiten nicht mit der gutachterlich attestierten Arbeitsfähigkeit von le-
diglich 50% bzw. 60%. Die Beschwerdeführerin verfügt – auch wenn dieses 
mit psychosozialen Belastungsfaktoren behaftet ist – sowohl über ein intak-
tes familiäres Umfeld, als auch über beruflich-fachliche Ressourcen (ur-
sprünglicher Berufsabschluss und mehrjähriger ausserhäuslicher Berufser-
fahrung; AB 32, S. 12). Daneben besucht sie regelmässig den Kirchenchor 
sowie am Sonntag jeweils die Kirche, um mit dem Chor zu singen. Dane-
ben fährt sie regelmässig Auto und Fahrrad. Auch ist sie oft mit ihrem 
Ehemann unterwegs, wenn dieser berufsmässig wegfährt; im September 
2019 waren sie zusammen in den Ferien. Der Umstand, dass sie ihre Res-
sourcen mit Bezug auf ihre berufliche Wiedereingliederung nicht nutzte 
(vgl. AB 34 sowie Protokoll der IVB, S. 2 f., Einträge vom 5. und 16. März 
2020 [in den Beschwerdeakten]) ändert daran nichts, ist dies doch auf ihre 
subjektive Krankheits- und Behinderungsüberzeugen zurückzuführen 
(AB 32, S. 11).

3.4.3 Gestützt auf die massgebenden Indikatoren ist nicht mit dem Be-
weisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen, dass der 
festgestellte psychische Gesundheitsschaden eine erhebliche funktionelle 
Einschränkung bewirkt (vgl. E. 2.2.2 hiervor). Vor diesem Hintergrund ist 
die attestierte Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen von 50% in der 
angestammten bzw. 40% in einer angepassten Tätigkeit rechtlich nicht zu 
berücksichtigen. Der medizinische Sachverhalt ist entgegen der Auffassung 
der Beschwerdeführerin rechtsgenüglich abgeklärt und auf weitere Be-
weismassnahmen kann in antizipierter Beweiswürdigung verzichtet werden 
(vgl. BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368).

3.5 Selbst wenn man auf die gutachterliche Einschätzung der Ar-
beits(un)fähigkeit abstellen würde, ergäbe sich kein rentenbegründender 
Invaliditätsgrad. Für den Einkommensvergleich wäre der Status auf 70% 
Erwerb und 30% Haushalt festzulegen, hat doch die Beschwerdeführerin 
ohne Gesundheitsschaden seit Juni 2002 in einem Pensum von 70% gear-
beitet (AB 11, S. 1 f.). Gegenüber den behandelnden pract. med. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Sept. 2020, IV/20/510, Seite 14

F.________ und M. Sc. G.________ gab sie denn auch an, dass es ihr 
wichtig sei, für ihre Familie da zu sein und ihren Mann und ihre Kinder zu 
unterstützen (AB 9.3, S. 1). Mithin würde die gemischte Methode zur An-
wendung gelangen (BGE 144 I 21 E. 2.1 S. 23, 142 V 290 E. 4 S. 293). Da 
die Beschwerdeführerin in ihrer angestammten Tätigkeit als … bei ihrem 
bisherigen Arbeitgeber in einem 50%-Pensum mehr verdienen würde 
(Fr. 34'230.--; AB 11, S. 5) als in einer angepassten Tätigkeit in einem 
60%-Pensum (Fr. 31'471.20 [Fr. 4'371.-- x 12 x 0.6]; s. Tabellenlohn nach 
der vom Bundesamt für Statistik herausgegebenen Lohnstrukturerhebung 
[LSE] 2018, Tabelle TA1_tirage_skill_level, Niveau 1 [einfache Tätigkeit 
körperlicher oder handwerklicher Art], Total, Frauen: monatlich Fr. 4'371.-- 
[100%-Pensum]), ist sie bei ihrem bisherigen Arbeitgeber optimal einge-
gliedert. Dieser möchte die Beschwerdeführerin denn auch weiterbeschäf-
tigen und bot in Kenntnis der gesundheitlichen Situation Hand für eine 
Pensumsreduktion per März 2019 von 70% auf 50% und schlug vor, die 
Nachtwache, welche mit 10,5 Stunden recht lange daure, (wieder) in das 
Modell Tag- und Nachtdienst (zurück) zu wechseln (vgl. AB 11, S. 4; 21, 
S. 1). Bei einer Arbeits- und Leistungsfähigkeit von 50% in der angestamm-
ten Tätigkeit würde ein Invaliditätsgrad von gewichtet 35% resultieren (vgl. 
Art. 27bis Abs. 3 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invaliden-
versicherung [IVV; SR 831.201]). Da sich der psychische Gesundheits-
schaden auf Tätigkeiten, welche im Haushalt ohne Zeitdruck verrichtet 
werden können, nicht auswirkt (AB 32, S. 13), ergäbe sich im Aufgabenbe-
reich keine gesundheitliche Einschränkung (vgl. Art. 27bis Abs. 4 IVV). Da-
mit würde ein rentenausschliessender Invaliditätsgrad von insgesamt 35% 
resultieren (vgl. Art. 27bis Abs. 2 IVV sowie E. 2.3 hiervor).

3.6 Nach dem Gesagten erweist sich die angefochtene Verfügung vom 
4. Juni 2020 (AB 45) als rechtens und die dagegen erhobene Beschwerde 
ist abzuweisen.

4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Sept. 2020, IV/20/510, Seite 15

Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die unterliegende Beschwerdefüh-
rerin die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem in gleicher Höhe geleisteten 
Kostenvorschuss entnommen.

4.2 Ausgangsgemäss hat die Beschwerdeführerin keinen Anspruch auf 
Ausrichtung einer Parteientschädigung (Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG [Umkehrschluss]). Die Beschwerdegegnerin hat als öffentlich-
rechtliche Anstalt des Kantons Bern keinen Anspruch auf Ersatz ihrer Par-
teikosten (Art. 104 Abs. 3 VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

4. Zu eröffnen (R):
- Rechtsanwalt B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern
- Bundesamt für Sozialversicherungen

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 30. Sept. 2020, IV/20/510, Seite 16

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.