# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 550d4c8d-b775-5856-bfc6-eb36d2d31fd2
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 
**Language:** de
**Title:** SB240128-O1
**Docket/Reference:** SB240128-O1
**URL:** https://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/SB240128-O1.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer  

Geschäfts-Nr.: SB240128-O/U/ad

Mitwirkend: Oberrichterin lic. iur. Bertschi, Präsidentin, Oberrichter lic. iur. Wen-

ker und Oberrichter lic. iur. Castrovilli sowie Gerichtsschreiberin 

MLaw Zogg

Urteil vom 18. März 2025

in Sachen

Staatsanwaltschaft See/Oberland,

Anklägerin und Berufungsklägerin

sowie

1.

2.

...

A._____, 

3. -  9. …

10. B._____, 

11. C._____, 

12. D._____, 

13. - 17. …

Privatkläger und Berufungskläger

2 vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____

12 vertreten durch Rechtsanwalt MLaw Y._____

gegen

E._____, 

Beschuldigte und Berufungsbeklagte

- 2 -

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. Z._____

betreffend Veruntreuung etc.

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abteilung, vom 

19. Oktober 2022 (DG220010)

- 3 -

Anklage:

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See/Oberland vom 25. März 2022 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. HD21/8).

Urteil der Vorinstanz:

1.

Die Beschuldigte ist nicht schuldig und wird von sämtlichen Anklagevorwür-

fen freigesprochen.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

Die Zivilansprüche des Privatklägers 2 werden auf den Zivilweg verwiesen.

Die Zivilansprüche der Privatklägerin 3 werden auf den Zivilweg verwiesen.

Die Zivilansprüche der Privatklägerin 4 werden auf den Zivilweg verwiesen.

Die Zivilansprüche der Privatklägerin 6 werden auf den Zivilweg verwiesen.

Die Zivilansprüche der Privatklägerin 7 werden auf den Zivilweg verwiesen.

Die Zivilansprüche der Privatklägerin 8 werden auf den Zivilweg verwiesen.

Die Zivilansprüche des Privatklägers 9 werden auf den Zivilweg verwiesen.

Die Zivilansprüche des Privatklägers 10 werden auf den Zivilweg verwiesen.

10. Die Zivilansprüche der Privatklägerin 11 werden auf den Zivilweg verwiesen.

11. Die Zivilansprüche des Privatklägers 12 werden auf den Zivilweg verwiesen.

12. Die Zivilansprüche des Privatklägers 13 werden auf den Zivilweg verwiesen.

13. Die Zivilansprüche der Privatklägerin 14 werden auf den Zivilweg verwiesen.

14. Die Zivilansprüche des Privatklägers 15 werden auf den Zivilweg verwiesen.

15. Die Zivilansprüche der Privatklägerin 17 werden auf den Zivilweg verwiesen.

- 4 -

16. Die Entscheidgebühr fällt ausser Ansatz; die weiteren Auslagen betragen:

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

5'000.–   Gebühr für die Strafuntersuchung

630.–   Auslagen Vorverfahren (Polizei)

100.–   Auslagen Vorverfahren (Entschädigung Zeuge)

21'757.80   amtl. Verteidigungskosten (exkl. MWST)

17. Die Kosten gemäss Ziffer 16 werden auf die Staatskasse genommen.

Berufungsanträge:

a)

Der Staatsanwaltschaft See/Oberland:
(Berufungsklägerin)

(Urk. 75) 

" -

-

-

Schuldigsprechung von E._____ und F._____ wegen ungetreuer Ge-
schäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB, wegen Misswirt-
schaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 StGB, eventualiter wegen Bevorzu-
gung eines Gläubigers im Sinne von Art. 167 StGB

Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten, eventualiter Be-
strafung mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten

Anrechnung der bisher erstandenen Haft

- Gewährung des bedingten Vollzuges der Freiheitsstrafe unter Anset-

zung einer Probezeit von 2 Jahren

-

-

Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft

Kostenauflage"

b)

Der amtlichen Verteidigung der Beschuldigten E._____:
(Berufungsbeklagte)

(Urk. 77) 

" 1.

2.

Die Beschuldigte sei nicht schuldig und von allen Anklagepunkten frei-
zusprechen.

Die Zivilforderungen seien abzuweisen bzw. auf den Zivilweg zu ver-
weisen.

- 5 -

3.

Die Kosten der Untersuchung und des gerichtlichen Verfahrens, ein-
schliesslich derjenigen der amtlichen Verteidigung, seien auf die 
Staatskasse zu nehmen."

____________________________________

Erwägungen:

I. Verfahrensgang

1.

Mit Urteil vom 19. Oktober 2022 sprach die I. Abteilung des Bezirksgerich-

tes Bülach die Beschuldigte von den gegen sie erhobenen Anklagevorwürfen 

(Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung und Misswirtschaft, eventualiter 

Bevorzugung eines Gläubigers) frei. Daneben wurden die Schadenersatzbegeh-

ren der Privatklägerschaft auf den Zivilweg verwiesen und die Verfahrenskosten 

auf die Gerichtskasse genommen (Urk. 61). 

2.1.

Gegen den Entscheid der Vorinstanz liess die Staatsanwaltschaft See/ 

Oberland mit Eingabe vom 24. Oktober 2022 rechtzeitig Berufung anmelden 

(vgl. Urk. 37), gefolgt von derjenigen des Privatklägers 2 (A._____) am 4. Novem-

ber 2022 (Urk. 44), der Privatkläger 10 und 11 (B._____ und C._____) am 14. No-

vember 2022 (Urk. 49 f.) und des Privatklägers 12 (D._____) am 16. November 

2022 (Urk. 54). Nach Erhalt der schriftlichen Urteilsbegründung, die der Staatsan-

waltschaft am 25. Januar 2024 zugestellt wurde (vgl. Urk. 60), reichte diese am 

9. Februar 2024 (Datum Poststempel) fristgerecht die Berufungserklärung nach 

(Urk. 63). Sodann teilte der Privatkläger 12 am 14. Februar 2024 den Rückzug 

seiner Berufung mit (Urk. 64), während die Privatkläger 10 und 11 sowie der Pri-

vatkläger 2 keine Berufungserklärung einreichten und die übrige Privatkläger-

schaft sich im Appellationsprozess gar nicht vernehmen liess. Im Übrigen wurde 

von keiner Seite eine Anschlussberufung erhoben.

2.2.

In der Folge wurde auf den 18. März 2025 zur mündlichen Berufungs-

verhandlung vorgeladen (Urk. 71), die gleichzeitig mit derjenigen im separat ge-

führten Parallelverfahren betreffend den Beschuldigten F._____ 

- 6 -

(Gesch.-Nr. SB240129) durchgeführt wurde. Anlässlich derselben stellten der an-

wesende Vertreter der Staatsanwaltschaft sowie die in Begleitung ihres amtlichen 

Verteidigers erschienene Beschuldigte die eingangs aufgeführten Anträge und be-

gründeten diese (vgl. Prot. II S. 4 ff.).

II. Prozessuales

1.

Das angefochtene Urteil der I. Abteilung des Bezirksgerichtes Bülach er-

ging am 19. Oktober 2022 (Urk. 61). Das Berufungsverfahren richtet sich somit 

nach den bis zum 31. Dezember 2023 geltenden Bestimmungen der Strafpro-

zessordnung (Art. 453 Abs. 1 StPO). Die auf den 1. Januar 2024 in Kraft getre-

tene StPO-Revision hat hingegen keine Auswirkungen auf den vorliegenden Ent-

scheid.

2.1.

Der Privatkläger 12 (D._____) hat seine ursprünglich angemeldete Beru-

fung gegen das Urteil der Vorinstanz vor dem Termin der Berufungsverhandlung 

schriftlich zurückgezogen (Urk. 64). Davon ist in Anwendung von Art. 386 StPO 

Vormerk zu nehmen. 

2.2.

Zudem lief dem Privatkläger 2 (A._____) sowie den Privatklägern 10 

und 11 (B._____ und C._____) ab der Zustellung des begründeten erstinstanzli-

chen Entscheids, die am 25. bzw. 26. Januar 2024 erfolgt ist (Urk. 60), je eine 20-

tägige Frist zur Einreichung einer schriftlichen Berufungserklärung beim Beru-

fungsgericht (Art. 399 Abs. 3 StPO), die sie unbenutzt haben verstreichen lassen. 

Gemäss Art. 403 StPO ist auf diese beiden Berufungen demnach nicht einzutre-

ten. 

3.1.

Gemäss Art. 404 Abs. 1 StPO überprüft das Berufungsgericht das erstin-

stanzliche Urteil nur in den angefochtenen Punkten. Soweit gegen einen Teil des 

vorinstanzlichen Entscheids nicht oder nicht rechtsgültig Berufung erhoben wurde, 

erwächst dieser in Rechtskraft (BSK StPO II-BÄHLER, Art. 402 N 2). 

3.2.

Nach Massgabe der Berufungsbegehren beantragt die Staatsanwaltschaft 

mit Ausnahme des Vorwurfs der Veruntreuung, welchen Tatvorwurf sie anlässlich 

- 7 -

der Berufungsverhandlung fallen liess, einen anklagegemässen Schuldspruch in 

allen Anklagepunkten, die Verurteilung der Beschuldigten zu einer bedingten Frei-

heitsstrafe und einen Entscheid über die Zivilansprüche der Privatklägerschaft so-

wie eine Neuregelung der Kostenfolgen (Urk. 63; Urk. 75; Prot. II S. 4, S. 45). Da-

bei verkennt die Anklagebehörde freilich, dass ihre Rechtsmittellegitimation auch 

innerhalb des weiten Anwendungsbereichs von Art. 381 Abs. 1 StPO nicht auch 

den Zivilpunkt umfasst (so schon BGE 139 IV 199 E. 4; vgl. neuerdings auch Ur-

teil des Bundesgerichtes 6B_696/2023 vom 21. November 2024 E. 1.2.1). Soweit 

die Vorinstanz die adhäsionsweise geltend gemachten Zivilansprüche der Privat-

klägerschaft auf den Zivilweg verwiesen hat (Dispositivziffern 2 bis 15 des erstin-

stanzlichen Urteils), ist der Staatsanwaltschaft die Befugnis, dagegen zu appellie-

ren, mithin von vornherein verwehrt. Nachdem gegen die Beurteilung des Zivil-

punkts im angefochtenen Entscheid sonst von keiner Partei ein Rechtsmittel ein-

gelegt bzw. aufrecht erhalten wurde, gilt das erstinstanzliche Urteil in diesem Um-

fang als unangefochten. Die daraus resultierende Teilrechtskraft des Zivilpunkts 

ist mittels Beschluss vorab festzustellen (BSK StPO II-BÄHLER, Art. 402 N 2). In al-

len übrigen Punkten steht der Entscheid der Vorinstanz im Appellationsprozess 

hingegen zur Disposition. 

4.

Im Rahmen des Berufungsverfahrens wurden von keiner Seite Vorfragen 

aufgeworfen oder Beweisanträge gestellt. Demgemäss erweist sich die Sache als 

spruchreif, wobei bereits an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist, dass sich die ur-

teilende Instanz nicht mit allen Parteistandpunkten einlässlich auseinandersetzen 

und jedes einzelne Vorbringen ausdrücklich widerlegen muss. Vielmehr kann sich 

das Berufungsgericht auf die für seinen Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte 

beschränken (BGE 147 IV 409 E. 5.3.4; 146 IV 297 E. 2.2.7; 141 IV 249 E. 1.3.1 

m.w.H.; Urteile des Bundesgerichtes 7B_611/2024 vom 13. November 2024 

E. 4.2.2; 6B_1135/2022 vom 21. September 2023 E. 3.2.3).

- 8 -

III. Sachverhalt und rechtliche Würdigung

A.

1.

Einleitung

Im Mittelpunkt der eingeklagten Vorgänge steht die inzwischen gelöschte 

G._____ GmbH mit Sitz in H._____, die im Verkauf, der Vermietung und der Re-

paratur von Wohnwagen und Reisemobilen sowie im Vertrieb von Camping-

zubehör tätig war (vgl. Prot. I S. 15). Gemäss Handelsregister bestand die Gesell-

schaft aus der Beschuldigten, die als Gesellschafterin und Vorsitzende der Ge-

schäftsführung mit Einzelunterschriftsberechtigung fungierte, und ihrem mitange-

klagten Ehemann F._____, der ebenfalls Gesellschafter und als einzelzeich-

nungsberechtigtes Mitglied der Geschäftsführung tätig war (Urk. HD10/11). Als 

Verantwortliche der G._____ GmbH hatten eingestandenermassen nur sie beide 

Zugriff auf deren Firmenkonten und waren sie als Einzige in der Lage, Zahlungen 

der Gesellschaft zu veranlassen bzw. freizugeben (Urk. HD6/1 S. 5 f.). 

2.

Gleichzeitig führte die Beschuldigte im anklagerelevanten Zeitraum zu-

sammen mit ihrem Ehemann die (inzwischen in I._____ GmbH umfirmierte und in 

Liquidation befindliche) J._____ GmbH (Urk. HD10/12). Über diese Gesellschaft 

besorgten die beiden Beschuldigten ihren Geschäftsführungsauftrag für die 

G._____ GmbH, von der unter dem Titel "Management Fee" von Zeit zu Zeit in 

der Höhe jeweils unterschiedlich ausfallende Geldbeträge an die J._____ GmbH 

überwiesen wurden, was nach den Aussagen der Beschuldigten und ihres Ehe-

mannes in erster Linie der Abgeltung ihrer auf Mandatsbasis geleisteten Arbeits-

stunden für die G._____ GmbH diente (Urk. HD6/1 S. 6; Beizugsakten SB240129 

Prot. I S. 36 ff.; Prot. II S. 20 f., S. 34). Wie in der Anklageschrift im Einzelnen auf-

gelistet (Urk. HD21/10 S. 6 f.), floss auf diese Weise vom 30. August 2018 bis am 

4. Februar 2019 eine Summe von zusammengerechnet Fr. 254'810.75 von der 

G._____ GmbH zur J._____ GmbH (vgl. Urk. D8/3). 

3.

Aktenkundig ist ferner, dass die G._____ GmbH zwischen dem 9. April 

2018 und dem 12. Oktober 2018 mit K._____ (Privatkläger 13), C._____ und 

B._____ (Privatkläger 10 und 11), L._____ und M._____ (Privatkläger 8 und 9), 

A._____ (Privatkläger 2), D._____ (Privatkläger 12) und N._____ (Privatkläger 15) 

- 9 -

je einen schriftlichen Kaufvertrag über einen Wohnwagen resp. ein Reisemobil 

abschloss, gemäss welchem die Erwerber sich u.a. verpflichteten, der Veräusse-

rin sogleich einen Teil des Kaufpreises als Anzahlung zu leisten (Urk. D7/4/2; 

Urk. D2/5/2; Urk. D6/4/2; Urk. D3/5/2; Urk. D4/5/2; Urk. D5/5/1). Einhergehend mit 

den Erwägungen im vorinstanzlichen Urteil, auf die an dieser Stelle in Anwendung 

von Art. 82 Abs. 4 StPO verwiesen werden kann, ist dabei belegt, dass die von 

den Käufern geschuldeten Anzahlungssummen im Umfang von insgesamt 

Fr. 172'535.– bis am 7. November 2018 vollumfänglich auf die Firmenkonten der 

G._____ GmbH einbezahlt wurden (Urk. 61 S. 11). Unbestritten ist ausserdem, 

dass die G._____ GmbH im Gegenzug verpflichtet war, die vertragsgegenständli-

chen Fahrzeuge nach deren Bereitstellung durch den Hersteller und nach Ab-

schluss der Finanzierungsmodalitäten über die frühere O._____ SA (von Beschul-

digtenseite selbst meist als "Finanzierer" bzw. als "Vorfinanzierer" bezeichnet) – 

für welche Vorgänge im internen Verhältnis ein sog. Factoringsystem bestand 

(vgl. Urk. D8/4/4) – dem jeweiligen Erwerber zu übereignen (Prot. I S. 23 ff.; Bei-

zugsakten SB240129 Prot. I S. 25 f.; Prot. II S. 14 ff., S. 31 f.).

4.

Ausgewiesen ist schliesslich, dass die G._____ GmbH am 4. Februar 

2019 sich für zahlungsunfähig erklärt und beim zuständigen Gericht die Konkurs-

eröffnung beantragt hat, was mit Wirkung ab dem 15. Februar 2019 ausgespro-

chen wurde (Urk. D8/4/2). Zu diesem Zeitpunkt belief sich das Guthaben auf den 

Firmenkonten der Gesellschaft auf Fr. 2'100.– (Urk. D8/4/3 S. 12). Ebenso ist mit 

der Vorinstanz festzuhalten, dass die vorstehend erwähnten Kaufverträge uner-

füllt blieben, d.h. die jeweiligen Käufer erhielten weder das von ihnen bestellte 

Fahrzeug geliefert, noch wurde ihnen die geleistete Anzahlung zurückerstattet 

(Urk. 61 S. 12). 

B.

1.

Dossiers 2 - 7: Veruntreuung / ungetreue Geschäftsbesorgung

Gemäss Anklageschrift wird der Beschuldigten in den Dossiers 2 bis 7 zu-

nächst zur Last gelegt, sich im Zusammenhang mit dem Abschluss der vorste-

hend genannten Kaufverträge der G._____ GmbH der Veruntreuung und der un-

getreuen Geschäftsbesorgung schuldig gemacht zu haben. Kern des Anklagevor-

wurfs bildet der Vorhalt, es sei ihr und ihrem mitangeklagten Ehemann F._____ 

- 10 -

bewusst gewesen, dass die von den Erwerbern vorgeleisteten Anzahlungen an 

den Kaufpreis dazu bestimmt gewesen seien, das im jeweiligen Kaufvertrag be-

zeichnete Fahrzeug zu finanzieren, weshalb die G._____ GmbH verpflichtet ge-

wesen wäre, den Wert dieser Beträge zu erhalten und jederzeit bereit zu sein, die 

Anzahlungen den Käufern zurückzuerstatten, falls es nicht zur vertragsgemässen 

Auslieferung des Fahrzeugs kommen sollte. Stattdessen hätten die beiden Be-

schuldigten veranlasst, dass die eingenommenen Kaufpreisanzahlungen im ge-

wöhnlichen Geschäftsbetrieb der G._____ GmbH zur Begleichung laufender 

Rechnungen, zur Ausrichtung von Lohnzahlungen und zur Bezahlung der eigenen 

Mandatsführung durch Überweisung an die J._____ GmbH verwendet würden. 

Durch dieses Tun hätten die beiden Beschuldigten billigend in Kauf genommen, 

dass die einzelnen Käufer, letztlich aber auch die G._____ GmbH selber in der 

Höhe der jeweiligen Anzahlung finanziell geschädigt würden, was infolge der spä-

teren Konkurseröffnung über die Gesellschaft letztlich auch geschehen sei 

(Urk. HD21/8 S. 3 ff.). 

2.

Die Vorinstanz ist nach umfassender Würdigung der Beweislage zum 

Schluss gelangt, dass sich der in der Anklageschrift behauptete Verwendungs-

zweck der von den Erwerbern geleisteten Kaufpreisanzahlungen nicht erstellen 

lässt. Zum einen sei in den entsprechenden Kaufverträgen nirgends festgehalten, 

dass die G._____ GmbH verpflichtet gewesen wäre, die vorgeschossenen Be-

träge zurückzubehalten oder sie ausschliesslich zur Finanzierung des jeweiligen 

bestellten Fahrzeugs zu verwenden. Zum anderen hätten die Beschuldigten über-

zeugend darlegen können, dass das Vorgehen der G._____ GmbH einer jahre-

lang geübten Geschäftspraxis entsprochen habe und branchenüblich gewesen sei 

(Urk. 61 S. 16 f.). Aus rechtlicher Sicht könnten die von der Gesellschaft erhalte-

nen Kaufpreisanzahlungen – so die Vorinstanz weiter – daher weder als anver-

traut gelten, noch lasse sich aufgrund des Untersuchungsergebnisses eine Treue-

pflicht der Beschuldigten oder ihres Ehemannes gegenüber den Kunden der 

G._____ GmbH ableiten (Urk. 61 S. 28 ff.). Es kann vorweggenommen werden, 

dass die Schlussfolgerungen im angefochtenen Entscheid nachvollziehbar und 

überzeugend ausgefallen sind. In Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO kann des-

halb vorab vollumfänglich auf die vorstehende Begründung verwiesen werden. 

- 11 -

Die nachstehenden Erwägungen verstehen sich insofern als Ergänzung der erst-

instanzlichen Ausführungen. Sie sollen zusätzlich verdeutlichen, dass eine Verur-

teilung der beiden Beschuldigten hinsichtlich dieses Anklagepunkts ausser Be-

tracht fällt.

3.

Nachdem die Staatsanwaltschaft den Antrag auf Schuldspruch betreffend 

den Vorwurf der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 Abs. 2 StGB anläss-

lich der Berufungsverhandlung fallen gelassen hat (vgl. Urk. 75 S. 2; Prot. II S. 4, 

S. 45), ist der vorinstanzlich ausgesprochene Freispruch in Bezug auf diesen An-

klagevorwurf ohne Weiterungen zu bestätigen.

4.1. Was den in sachverhaltsmässiger Hinsicht weitgehend kongruenten Vor-

wurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung anbelangt, ist sodann vorwegzuneh-

men, dass der Anklagevorhalt diesbezüglich wie folgt lautet: "Dabei wussten die 

beiden Beschuldigten E._____ und F._____ auch bzw. mussten davon ausgehen, 

dass die Verwendung der als Anzahlung geleisteten Beträge auf diese Weise 

[d.h. im gewöhnlichen Geschäftsbetrieb der G._____ GmbH] vertraglich nicht vor-

gesehen und damit rechtswidrig und nicht rechtens gewesen war, zumal die Gel-

der nicht im Nutzen der Käufer, sondern lediglich im vorübergehenden Nutzen der 

G._____ GmbH verwendet worden waren" (Urk. HD21/8 S. 5). Obschon sich 

diese Passage auf den inneren Sachverhalt bezieht, ergibt sich aus deren Wort-

laut unmissverständlich, dass der Beschuldigten und ihrem Ehemann in diesem 

Zusammenhang in objektiver Hinsicht die Verletzung einer Treuepflicht gegen-

über den Kunden der G._____ GmbH zur Last gelegt wird, welche die Anklage 

wiederum darin sieht, dass sie als Firmenverantwortliche die mit den entspre-

chenden Kaufverträgen eingegangenen Abmachungen missachtet haben sollen, 

indem sie die von den Käufern erhaltenen Anzahlungsbeträge in die reguläre Ge-

schäftskasse der G._____ GmbH hätten abfliessen lassen, anstatt sie spezifisch 

für die Finanzierung der bestellten Fahrzeuge einzusetzen oder sie für den Fall 

des Scheiterns des Geschäfts zurückzubehalten. 

4.2.

Die rechtlichen Voraussetzungen, unter denen der Straftatbestand der un-

getreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB als erfüllt gilt, 

wurden von der Vorinstanz zutreffend wiedergegeben (Urk. 61 S. 30 f.). Zur Ver-

- 12 -

meidung von Wiederholungen kann daher an dieser Stelle wiederum vorab auf 

die betreffenden Erwägungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden 

(Art. 82 Abs. 4 StPO). Rekapitulierend ist lediglich nochmals festzuhalten, dass 

die Tathandlung bei der ungetreuen Geschäftsbesorgung in der Verletzung von 

Pflichten besteht, die den Täter in seiner allgemeinen Stellung als Geschäftsfüh-

rer, aber auch bezüglich konkreter Geschäfte zum Schutz des Auftraggebers tref-

fen (BGE 129 IV 121 E. 4.1; 120 IV 190 E. 2b; 118 IV 244 E. 2b; Urteil des Bun-

desgerichtes 6B_787/2016 vom 2. Mai 2017 E. 2.3.1). Da das Strafrecht den In-

halt und Umfang der einzuhaltenden Pflichten nicht konkretisiert, beurteilt sich die 

Tatbestandsmässigkeit des Verhaltens in erster Linie anhand des (ausserstraf-

rechtlichen) Grundverhältnisses, das insbesondere durch gesetzliche Vorschriften 

und vertragliche Regelungen oder auch durch branchenspezifische Usanzen aus-

gefüllt wird (BGE 142 IV 346 E. 3.2; 105 IV 307 E. 2b m.w.H.; Urteile des Bundes-

gerichtes 6B_936/2019 vom 20. Mai 2020 E. 2.3; 6B_708/2019 vom 12. Novem-

ber 2019 E. 5.3.1; 6B_1231/2016 vom 22. Juni 2017 E. 4.2). Soweit der Täter sich 

an die ihm auferlegten Vorgaben hält, vermag sein Verhalten hingegen auch dann 

keine tatbestandsmässige Pflichtwidrigkeit zu begründen, wenn es für den Auf-

traggeber schädigende Konsequenzen hat (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 

6B_936/2019 vom 20. Mai 2020 E. 2.3; 6B_708/2019 vom 12. November 2019 

E. 5.3.1). 

4.3. Wenn die Staatsanwaltschaft behauptet, die Kunden der G._____ GmbH 

hätten davon ausgehen können, dass die von ihnen geleistete Kaufpreisanzah-

lung einzig zum Zwecke des Ankaufs des von ihnen bestellten Fahrzeugs hätte 

verwendet werden dürfen, und sie hätten erwarten können, dass der vorgeschos-

sene Betrag wieder in ihre Taschen zurückfliessen würde, falls das Geschäft nicht 

so wie abgemacht zustande kommen sollte (Urk. 35 S. 3 f.; Urk. 75 S. 2 f.), findet 

das in den Akten keine Stütze. Vielmehr ist zu konstatieren, dass die schriftlichen 

Urkunden der in der Anklageschrift aufgeführten Kaufverträge keinerlei Klausel 

enthalten, aus der ersichtlich wäre, dass die G._____ GmbH die besondere Pflicht 

übernommen hätte, die erhaltenen Kaufpreisanzahlungen an Dritte weiterzuleiten 

oder diese für die Kunden im Wert der geleisteten Beträge zu erhalten. Selbst 

wenn einzelne Käufer die subjektive Erwartung gehegt haben sollten, dass die 

- 13 -

von ihnen vorgeschossene Anzahlung am Kaufpreis streng zweckgebunden sein 

müsste, würde dies also nichts daran ändern, dass für die G._____ GmbH eine 

solche Einschränkung der Möglichkeiten, das erhaltene Geld zu verwenden, nie 

zum verbindlichen Vertragsbestandteil geworden ist. Im Übrigen bedeutet der 

Umstand, dass der Empfänger einer Vorauszahlung mit Dritten in Kontakt treten 

muss, um im Rahmen eines synallagmatischen Vertragsverhältnisses die von ihm 

geschuldete Gegenleistung erbringen zu können, entgegen der Auffassung der 

Staatsanwaltschaft keineswegs, dass jener die Zahlung gerade zur Befriedigung 

der Forderungen dieser Dritten verwenden müsste (vgl. BGE 109 IV 22 E. 2b; so 

auch PK StGB-TRECHSEL/CRAMERI, Art. 138 N 13; HK StGB-SCHLEGEL, Art. 138 

N 7; OFK StGB-DONATSCH, Art. 138 N 17 ff.; BSK StGB II-NIGGLI/ RIEDO, Art. 138 

N 49 ff.; STRATENWERTH/BOMMER, Schweizerisches Strafrecht BT I, 8. Aufl. 2022, 

S. 303 f.; REHBERG/SCHMID/DONATSCH, Strafrecht III, 11. Aufl. 2018, S. 148 f.; 

VEST, Wirtschaftsstrafrecht der Schweiz, 2. Aufl. 2021, S. 390 ff.). Somit war es 

den Beschuldigten auch nicht verwehrt, die entsprechenden Beträge über die re-

guläre Firmenkasse der Gesellschaft für den ordentlichen Geschäftsbetrieb (Be-

gleichung anfallender Rechnungen, Ausrichtung von Lohnzahlungen und Bezah-

lung der eigenen Mandatsführung) abzubuchen. In Ergänzung der zutreffenden 

Begründung im vorinstanzlichen Entscheid, wonach von vornherein nicht ersicht-

lich ist, inwiefern eine Treuepflicht gegenüber den Kunden der G._____ GmbH 

bestanden haben soll, kann im vorliegenden Kontext folgerichtig auch aus diesem 

Grund von einer tatbestandsmässigen Pflichtverletzung keine Rede sein. Damit 

entfällt die Erfüllung der Strafnorm der ungetreuen Geschäftsbesorgung, ohne 

dass auf die übrigen Tatbestandselemente von Art. 158 StGB eingegangen zu 

werden braucht. 

5.

Mit Bezug auf die Dossiers 2 bis 7 ist das erstinstanzliche Urteil demzu-

folge zu bestätigen und die Beschuldigte ist (zusammen mit ihrem Ehemann) von 

den Anklagevorwürfen der Veruntreuung sowie der ungetreuen Geschäftsbesor-

gung freizusprechen. 

- 14 -

C.

Dossier 8: Ungetreue Geschäftsbesorgung / Misswirtschaft / 

eventualiter Gläubigerbevorzugung

1.1.

In Dossier 8 wird der Beschuldigten im Hauptstandpunkt zudem grob zu-

sammengefasst vorgeworfen, ihrem mitangeklagten Ehemann F._____ und ihr sei 

ab Ende August 2018 aufgefallen, dass sich die Vermögenslage der G._____ 

GmbH markant verschlechtert habe. Gegen Ende Dezember 2018 sei den beiden 

Beschuldigten schliesslich klar gewesen, dass sich der Konkurs der G._____ 

GmbH nicht mehr abwenden lasse. Dennoch hätten sie im Zeitraum vom 30. Au-

gust 2018 bis zum 4. Februar 2019, als sie für die G._____ GmbH das Konkurs-

begehren gestellt hätten, unter dem Titel "Management Fees" immer wieder Geld 

vom Firmenkonto der Gesellschaft auf die ebenfalls von ihnen wirtschaftlich be-

herrschte J._____ GmbH überwiesen, um sich ihre auf Mandatsbasis geleisteten 

Arbeitsstunden für die G._____ GmbH auszuzahlen. Im Wissen um den drohen-

den Konkursfall hätten die Beschuldigte und ihr Ehemann damit zumindest in 

Kauf genommen, dass sich das Haftungssubstrat der G._____ GmbH verringern 

würde, wobei der Gesellschaft bzw. den Konkursgläubigern durch ihr Tun ein fi-

nanzieller Schaden entstanden sei, der von mindestens Fr. 52'810.75 (Betrag, der 

sich aufgrund der Überweisungen an die J._____ GmbH ab Eingang der ersten 

Betreibung bei der G._____ GmbH ergebe) bis maximal Fr. 254'810.75 (entspre-

chend dem Gesamtbetrag, der ab Ende August 2018 von der G._____ GmbH an 

die J._____ GmbH transferiert worden sei) reiche. Dadurch hätten sich beide Be-

schuldigten (wiederum) wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 StGB sowie wegen Misswirtschaft im Sinne von Art. 165 Ziff. 1 

strafbar gemacht (Urk. HD21/8 S. 5 ff.). 

1.2.

Eventualiter wird der Beschuldigten und ihrem Ehemann schliesslich vor-

geworfen, sie hätten eine Bevorzugung eines Gläubigers gemäss Art. 167 StGB 

begangen, hätten sie doch als Mandatsträger der J._____ GmbH keinen An-

spruch darauf gehabt, dass ihre offenen Forderungen gegenüber der G._____ 

GmbH kurz vor der Konkurseröffnung der Gesellschaft gedeckt werden. Durch 

den Abfluss der vorstehend erwähnten "Management Fees" von der G._____ 

GmbH hätten die beiden Beschuldigten zumindest in Kauf genommen, dass die 

- 15 -

übrigen Konkursgläubiger der Gesellschaft in der Höhe der transferierten Beträge 

finanziell geschädigt würden (Urk. HD21/8 S. 8 f.). 

2.1.

Im angefochtenen Entscheid erwägt die Vorinstanz, entgegen der Auffas-

sung der Staatsanwaltschaft sei nicht erstellt, dass sich die Vermögenslage der 

G._____ GmbH ab Ende August 2018 markant verschlechtert habe. Insbeson-

dere fehle es am Nachweis, dass zu diesem Zeitpunkt eine Überschuldung be-

standen habe. Vielmehr müsse davon ausgegangen werden, dass die Erkenntnis 

eines drohenden Konkurses der G._____ GmbH erst am 15. Dezember 2018 ent-

standen sei, als die am Firmensitz stehenden Fahrzeuge durch die Hersteller ab-

geholt worden seien und nachdem wenige Tage zuvor die erste Betreibung gegen 

die Gesellschaft eingegangen sei (Urk. 61 S. 12 ff.). Darüber hinaus sei aufgrund 

der Aktenlage erwiesen, dass mit den von der G._____ GmbH an die J._____ 

GmbH überwiesenen "Management Fees" hauptsächlich die beiden Beschuldig-

ten für ihre erbrachten Leistungen zugunsten der G._____ GmbH entschädigt 

worden seien, daneben aber auch Aufwendungen wie Sozialversicherungsabga-

ben, Versicherungsgebühren und Mehrwertsteuern oder dergleichen bezahlt wor-

den, welche ebenfalls einen Zusammenhang mit der Führung der Geschäfte der 

G._____ GmbH gehabt hätten (vgl. Urk. 61 S. 24 ff.). Entsprechend seien sämtli-

che Zahlungen an die J._____ GmbH im Interesse der G._____ GmbH und ihres 

Gesellschaftsvermögens erfolgt, weshalb hierin keine Pflichtwidrigkeit der Be-

schuldigten oder ihres mitangeklagten Ehemannes erkannt werden könne. Der 

Tatbestand der ungetreuen Geschäftsbesorgung sei demgemäss nicht erfüllt 

(Urk. 61 S. 32 f.). Aus demselben Grund könne den beiden Beschuldigten auch 

nicht angelastet werden, dass sie mit den Überweisungen an die J._____ GmbH 

einen unverhältnismässigen Aufwand abgegolten hätten oder dass sie damit ihre 

Pflichten zur sorgfältigen Unternehmungsführung arg vernachlässigt hätten. 

Ebenso wenig könne dies als krasser Fall wirtschaftlichen Fehlverhaltens einge-

stuft werden. In Bezug auf den Vorwurf der Misswirtschaft habe daher ebenfalls 

ein Freispruch zu erfolgen (Urk. 61 S. 34 ff.). Die vorstehend wiedergegebene Be-

urteilung der Vorinstanz beruht auf ausführlicher, sorgfältiger und nachvollziehba-

rer Auseinandersetzung mit der Beweislage sowie auf einer im Ergebnis korrekten 

rechtlichen Würdigung des Sachverhalts. In Anwendung von Art. 82 Abs. 4 StPO 

- 16 -

kann daher vorab wiederum grundsätzlich auf die Erwägungen im angefochtenen 

Entscheid verwiesen werden. 

2.2.

Mit Blick auf den eventualiter eingeklagten Tatbestand der Gläubigerbe-

vorzugung erachtet es die Vorinstanz sodann als gegeben, dass die G._____ 

GmbH neben den Überweisungen an die J._____ GmbH bis zuletzt auch Forde-

rungen anderer Gläubiger beglichen habe (etwa den Arbeitslohn von Angestell-

ten, die darauf entfallenden Sozialversicherungsbeträge oder auch Versiche-

rungsprämien). Es sei daher nicht erwiesen, dass die Beschuldigte und ihr Ehe-

mann als Firmenverantwortliche der G._____ GmbH in der Absicht gehandelt hät-

ten, die J._____ GmbH gegenüber anderen Gläubigern zu bevorzugen. Zudem 

hätten die Beschuldigten keineswegs veranlasst, dass betragsmässig die ge-

samte ihnen für die Führung der Geschäfte der G._____ GmbH zustehende Ver-

gütung an die J._____ GmbH überwiesen wird. Auch daran zeige sich, dass sie 

keine Bevorzugungsabsicht gehabt hätten (Urk. 61 S. 38 ff.). Wie nachfolgend 

darzulegen sein wird, kann der Auffassung der Vorinstanz in diesem Punkt nicht 

gefolgt werden. Im Einzelnen wird darauf im Rahmen der nachstehenden Erwä-

gungen einzugehen sein (s. dazu hinten Erw. III. C. 5.1. ff.).

3.1.

Zwar sind nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung bei Handelsge-

sellschaften auch Vermögensdispositionen, die durch den alleinigen Anteilsinha-

ber oder die mit dessen Einverständnis vorgenommen wurden, unter dem Blick-

winkel der ungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) geeignet, die straf-

rechtliche Verantwortlichkeit der leitenden Gesellschaftsorgane zu begründen. 

Denn die handelsrechtlichen Kapitalschutzregeln müssen auch von demjenigen 

beachtet werden, der ein Einpersonenunternehmen leitet, zumal damit nicht nur 

die Gesellschaft selbst, sondern auch Dritte (z.B. Angestellte resp. Gläubiger), die 

in Kontakt mit dem Unternehmen treten, geschützt werden. Laut Bundesgericht 

folgt daraus deshalb, dass eine Vermögensdisposition, welche das gesellschaftli-

che Reinvermögen (Aktiven minus Passiven) antastet, infolge Pflichtwidrigkeit un-

ter Art. 158 StGB fällt, wenn sie eine (verdeckte) Gewinnausschüttung darstellt. 

Handelt es sich bei der Vermögensverfügung hingegen um einen betrieblichen 

Aufwand, so ist sie nur unter der weiteren Voraussetzung pflichtwidrig, dass sie 

- 17 -

mit den Pflichten des Geschäftsführers zur treuen und sorgfältigen Verwaltung der 

Geschäfte der Gesellschaft nicht vereinbar ist, was von den gesamten Umstän-

den des konkreten Falles abhängt (zum Ganzen: BGE 141 IV E. 3.2 m.w.H.; 

vgl. auch BGE 117 IV 259 E. 3b, E. 5b; Urteile des Bundesgerichtes 6B_604/2022 

vom 11. Januar 2024 E. 6.2.3; 6B_1161/2021 vom 21. April 2023 E. 16.2.3; 

6B_1043/2021 vom 9. Dezember 2022 E. 6.3.1).

3.2.

In der Anklageschrift wird lediglich umschrieben, es sei der Beschuldigten 

und ihrem Ehemann ab Ende August 2018 aufgefallen, dass sich die Vermögens-

lage der G._____ GmbH markant verschlechtert habe; ab Mitte Dezember 2018 

sei ihnen dann klar geworden, dass sich ein Konkurs der Gesellschaft nicht mehr 

abwenden lasse (Urk. HD21/8 S. 6, S. 8). Es erschliesst sich daraus aber nicht, 

ob und in welchem Ausmass die inkriminierten Überweisungen an die J._____ 

GmbH das Eigenkapital der G._____ GmbH (bestehend aus dem liberierten 

Stammkapital und den gesetzlichen Reserven) konkret tangiert haben. Kommt 

hinzu, dass in der Anklage nirgends behauptet wird, die besagten Transaktionen 

würden eine verdeckte Gewinnausschüttung an die Beschuldigte oder ihren Ehe-

mann darstellen, genauso wenig wie darin umschrieben wird, aufgrund welcher 

Umstände der Geldtransfer an die J._____ GmbH mit den Pflichten zur treuen 

und sorgfältigen Führung der Geschäfte der G._____ GmbH unvereinbar gewe-

sen sein soll. Von Seiten der Staatsanwaltschaft wird zwar betont, dass sich die 

Vergütungen an die J._____ GmbH im massgeblichen Zeitraum zwischen August 

2018 und Dezember 2018 verdoppelt bzw. sogar versiebenfacht hätten (Urk. 92 

S. 5 f.). Was sie daraus konkret ableiten will, ist jedoch nicht ersichtlich. Insbeson-

dere wird weder in der Anklageschrift noch in den Ausführungen der Staatsan-

waltschaft vor Schranken (substantiiert) dargetan, dass die Beträge, welche an 

die J._____ GmbH transferiert wurden, unrechtmässig gewesen seien, weil sie 

nicht den von der Beschuldigten und ihrem Ehemann auf Mandatsbasis erbrach-

ten Leistungen für die G._____ GmbH entsprechen würden, oder die Überweisun-

gen als übermässig zu qualifizieren seien, weil etwa deren Berechnung nicht kor-

rekt erfolgt sei. Im Gegenteil wird im vorinstanzlichen Urteil schlüssig dargetan, 

dass die beiden Beschuldigten nicht nur keine überhöhte Vergütung für ihre Ge-

schäftsführungstätigkeit für die G._____ GmbH bezogen haben, sondern dass die 

- 18 -

Höhe der ausbezahlten Beträge im Einklang mit der Aufstellung gemäss den ak-

tenkundigen Stundenrapporten steht, die zur Berechnung der den Beschuldigten 

zustehenden "Management Fees" herangezogen wurden (Urk. 61 S. 26 f.). Der 

erstinstanzliche Freispruch vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung im 

Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB ist daher auch im vorliegenden Kontext (Dos-

sier 8) zu bestätigen. Im Übrigen scheint auch die Staatsanwaltschaft selber nicht 

davon auszugehen, dass der G._____ GmbH durch Verletzung der Treuepflicht 

ein finanzieller Schaden entstanden sei, hätte sie doch ansonsten dafür gesorgt, 

dass der Gesellschaft selber bzw. nach der erfolgten Konkurseröffnung ihrer Kon-

kursmasse die Geschädigteneigenschaft zugesprochen wird (vgl. BSK StPO I-

MAZZUCCHELLI/POSTIZZI, Art. 115 N 60a) und dass diese als solche ins Geschädig-

tenverzeichnis aufgenommen wird, was jedoch nicht geschehen ist (Urk. HD21/6). 

4.1.

Den Tatbestand der Misswirtschaft nach Art. 165 Ziff. 1 StGB erfüllt so-

dann, wer als Schuldner in anderer Weise als durch Gläubigerschädigung durch 

Vermögensverminderung nach Art. 164 StGB, namentlich durch ungenügende 

Kapitalausstattung, unverhältnismässigen Aufwand, gewagte Spekulationen, 

leichtsinniges Gewähren oder Benützen von Kredit, Verschleudern von Vermö-

genswerten oder arge Nachlässigkeit in der Berufsausübung oder Vermögensver-

waltung, seine Überschuldung herbeiführt oder verschlimmert, seine Zahlungsun-

fähigkeit herbeiführt oder im Bewusstsein seiner Zahlungsunfähigkeit seine Ver-

mögenslage verschlimmert, wenn über ihn der Konkurs eröffnet oder gegen ihn 

ein Verlustschein ausgestellt worden ist. Zu den allgemeinen Strafbarkeitsvoraus-

setzungen, die von Art. 165 StGB aufgestellt werden, hat sich bereits die Vorin-

stanz zutreffend geäussert (vgl. Urk. 61 S. 34 ff.). Darauf kann an dieser Stelle 

verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Hervorzuheben ist, dass nicht jede 

Nachlässigkeit in der Unternehmensführung tatbestandsmässig ist und es auch 

nicht darum geht, aus der Retrospektive unternehmerische Entscheide, die natur-

gemäss bis zu einem gewissen Grad risikobehaftet sind, als strafbare Fehlent-

scheide zu qualifizieren, weil die tatsächlich eingetretene Entwicklung für ein Un-

ternehmen ungünstig ist (BGE 144 IV 52 E. 7.3; Urteil des Bundesgerichtes 

6B_1047/2015 vom 28. April 2016 E. 4.3). Vom Tatbestand erfasst werden viel-

mehr lediglich krasse Fälle wirtschaftlichen Fehlverhaltens ("unverhältnismässig", 

- 19 -

"gewagt", "leichtsinnig", "arg") bzw. die Missachtung elementarer Sorgfaltspflich-

ten seitens der leitenden Gesellschaftsorgane, wobei weniger die einzelne Sorg-

faltspflichtverletzung im Vordergrund steht als ein allgemein pflichtwidriges Globa-

lverhalten (Urteil des Bundesgerichtes 6P_169/2006 vom 29. Dezember 2006 

E. 9.2.1.2.2). Folge der Misswirtschaft muss sodann die Herbeiführung der Über-

schuldung oder deren Verschlimmerung bzw. die Herbeiführung der Zahlungsun-

fähigkeit oder die Verschlimmerung der Vermögenslage in Kenntnis der Zahlungs-

unfähigkeit sein. Insbesondere die Tatbestandsvariante der Verschlimmerung der 

Vermögenslage setzt mithin voraus, dass das Unternehmen sich bereits in einer 

prekären finanziellen Lage (Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit) befindet 

(BSK StGB II-HAGENSTEIN, Art. 165 N 58 m.w.H.). 

4.2.

Die Anklageschrift erwähnt zwar beiläufig eine Überschuldung der 

G._____ GmbH (Urk. HD21/8 S. 8). Die Staatsanwaltschaft unterlässt darin je-

doch jegliche Angaben zum konkreten Zeitpunkt, ab dem die Überschuldung be-

standen haben soll, und schweigt sich vor allem auch hinsichtlich der Höhe und 

der umfangmässigen Entwicklung derselben im Verlauf des anklagegegenständli-

chen Zeitraums vollständig aus, wozu die Anklagebehörde jedoch verpflichtet ge-

wesen wäre (vgl. Urteil des Bundesgerichtes 6B_142/2016 vom 14. Dezember 

2016 E. 7.3). Dergestalt ist der Anklagevorhalt keiner gerichtlichen Überprüfung in 

Bezug auf eine allfällige Herbeiführung oder Verschlimmerung der Überschuldung 

bei der G._____ GmbH durch die Beschuldigte und ihren Ehemann zugänglich, 

zumal ihnen einhergehend mit der Vorinstanz auch nicht angelastet werden kann, 

dass die elektronisch geführten Buchhaltungsdaten der G._____ GmbH in Ver-

stoss geraten sind und sich deshalb die exakten Geschäftszahlen des Unterneh-

mens im Strafprozess nicht mehr rekonstruieren lassen (vgl. Urk. 61 S. 17). Klar 

ist immerhin, dass gemäss Anklage den beiden Beschuldigten eine Verschlimme-

rung der Vermögenslage der G._____ GmbH in Kenntnis der prekären Finanzsi-

tuation der Gesellschaft zum Vorwurf gemacht wird, wobei es in diesem Zusam-

menhang nach dem Wegfall der Überschuldung einzig um ein Handeln im Be-

wusstsein der Zahlungsunfähigkeit der G._____ GmbH gehen dürfte. 

- 20 -

4.3.

Eine tatbestandsmässige Zahlungsunfähigkeit umfasst begrifflich das 

nicht nur vorübergehende Unvermögen, die Forderungen der Gesellschaftsgläubi-

ger begleichen zu können (BSK StGB II-HAGENSTEIN, Art. 165 N 54; AK StGB-GEI-

GER, Art. 165 N 3; PK StGB-TRECHSEL/OGG, Art. 165 N 9; OFK StGB-DONATSCH, 

Art. 165 N 5; eingehend sodann KÄLIN, Begriff der Zahlungsunfähigkeit, in: ZZZ 

2014/2015 S. 135 ff.). In Bezug auf die Beurteilung dieses Punkts kritisiert die 

Staatsanwaltschaft am angefochtenen Entscheid insbesondere, dass die Vorin-

stanz hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation der G._____ GmbH einzig auf die 

Aussagen der Beschuldigten und ihres Ehemannes im Strafverfahren abgestellt 

habe, ohne die Angaben bei ihrer früheren Befragung durch den zuständigen 

Konkursbeamten zu berücksichtigen (Urk. 63 S. 2; Urk. 75 S. 3 ff.). Dem ist zu-

nächst entgegen zu halten, dass Aussagen, die in einem separaten Konkursver-

fahren unter Hinweis auf die gesetzliche Auskunftspflicht des Gemeinschuldners 

(Art. 222 Abs. 1 SchKG) zustande kommen, nach der bundesgerichtlichen Recht-

sprechung gegen das Verbot des Selbstbelastungszwangs der beschuldigten Per-

son verstossen und daher in einem parallel laufenden Strafprozess grundsätzlich 

nicht verwertet werden dürfen (Urteil des Bundesgerichtes 6B_843/2011 vom 

23. August 2012 E. 3.4.2), wobei offen bleiben kann, ob vorliegend nicht eine 

Ausnahme von der strafprozessualen Unverwertbarkeit zu machen wäre, weil die 

Konkursbehörde allenfalls die Möglichkeit gehabt hätte, an die Informationen über 

die finanzielle Lage des konkursiten Unternehmens auch zwangsweise mittels Be-

schlagnahme der Geschäftsbücher zu gelangen (so neuerdings Urteil des Bun-

desgerichtes 6B_999/2022 15. Mai 2023 E. 2.3). Denn unabhängig davon mag im 

Weiteren zwar zutreffend sein, dass die Beschuldigten beim genannten konkur-

samtlichen Einvernahmetermin vom 18. Februar 2019 ausgesagt haben, sie hät-

ten Ende August 2018 bemerkt, dass sich die Vermögenslage der G._____ 

GmbH markant verschlechtert hat (Urk. D8/4/3 F15). Was genau unter dem Be-

griff der markanten Verschlechterung der Vermögenslage zu verstehen ist, er-

schliesst sich indessen aus dem Protokoll der besagten Befragung nicht. Vielmehr 

sprechen die Beschuldigten dort einzig davon, dass sie damals mit der Liquidität 

knapp gewesen seien und dass sie anschliessend mit ihrem Finanzierer – der frü-

heren O._____ SA – das Gespräch gesucht hätten, wobei man sich schon darauf 

- 21 -

geeinigt habe, dass sie eine persönliche Bürgschaft für die G._____ GmbH ein-

gingen, als im November 2018 das Mutterhaus der O._____ SA unerwarteter-

weise die Zusammenarbeit mit ihnen beendet habe und sie deshalb per Ende 

Jahr 2018 den Geschäftsbetrieb der G._____ GmbH hätten einstellen müssen 

(Urk. D8/4/3 F15.1 ff.). Wie bereits die Vorinstanz zu Recht herausgestrichen hat, 

konnten die Beschuldigten jedoch plausibel darlegen, dass temporäre Liquiditäts-

engpässe im Sommer für die Wohnwagen- und Reisemobilbranche durchaus üb-

lich seien und in der Regel keine ernstzunehmenden Auswirkungen auf den Ge-

schäftsgang hätten, da die daraus entstehenden Lücken durch die Einnahmen im 

letzten Quartal wieder aufgefangen werden könnten, welches jeweils die umsatz-

stärkste Periode bilde. Einzigartig sei im Jahr 2018 lediglich gewesen, dass die Fi-

nanzierungsgesellschaft unvermittelt eine höhere Eigenkapitalquote von der 

G._____ GmbH verlangt habe und dass Erstere trotz Unterzeichnung einer per-

sönlichen Bürgschaft ihrerseits nicht mehr gewillt gewesen sei, sie zu finanzieren 

(Urk. 61 S. 16 f. unter Verweis auf S. 13 ff.). Insofern stimmen die Aussagen im 

Strafverfahren also mit jenen anlässlich der konkursamtlichen Befragung vom 

18. Februar 2019 überein. Anders als von der Staatsanwaltschaft geltend ge-

macht, ist demnach selbst unter inhaltlicher Berücksichtigung der Angaben im 

Konkursverfahren festzuhalten, dass die Beschuldigten nie erklärten, dass bei der 

G._____ GmbH ab Ende August 2018 eine dauerhafte Zahlungsunfähigkeit be-

stand. Frühestes objektives Anzeichen dafür, dass die G._____ GmbH auch lang-

fristig nicht mehr in der Lage war, den Verbindlichkeiten ihrer Gläubiger nachzu-

kommen, bildet nach der Aktenlage vielmehr die Anhebung der ersten Betreibung 

am 13. Dezember 2018 über eine Forderung in Höhe von Fr. 24'860.–, der innert 

nur gerade 2 Monaten weitere Zahlungsbefehle im Gesamtbetrag von mehr als 

Fr. 1 Mio. folgten (vgl. Urk. D8/4/5), stellt doch die praktisch vollständige Einstel-

lung der Zahlungen in der Regel ein manifestes Symptom für die eingetretene 

Zahlungsunfähigkeit des Schuldners dar (statt vieler: KÄLIN, a.a.O., ZZZ 

2014/2015 S. 138 ff. m.w.H.). Im Umkehrschluss heisst dies allerdings nichts an-

deres, als dass sämtliche Handlungen, die vor der ersten Betreibung am 13. De-

zember 2018 begangen worden sind, nicht in den Anwendungsbereich der Miss-

wirtschaftsstrafnorm gemäss Art. 165 StGB fallen können. Nach der Auflistung in 

- 22 -

der Anklageschrift verbleiben damit einzig die beiden Überweisungen vom 

14. bzw. 27. Dezember 2018 über je Fr. 5'000.– sowie der weitere Transfer vom 

4. Februar 2019 über Fr. 42'810.75 von der G._____ GmbH an die J._____ 

GmbH (vgl. Urk. HD21/8 S. 7) zu beurteilen. 

4.4.

Nachdem von der Anklageschrift einzig die Überweisungen an die 

J._____ GmbH thematisiert werden, ist sodann zu konstatieren, dass innerhalb 

der breit verzweigten Tatbestandsvarianten von Art. 165 Ziff. 1 StGB als Tatver-

halten vor allem das Verursachen von unverhältnismässigem Aufwand im Vorder-

grund steht. Auch dann, wenn sich ein Unternehmen bereits in einer prekären fi-

nanziellen Situation befindet, begründen nach der Gerichtspraxis jedoch nur Auf-

wendungen, die sich nicht geschäftsmässig erklären lassen oder die dem Gesell-

schaftszweck widersprechen sowie solche, die zur Ertrags- und Vermögenslage 

des Unternehmens in einem Missverhältnis stehen, eine Strafbarkeit nach 

Art. 165 StGB (Urteile des Bundesgerichtes 6B_829/2019 vom 21. Oktober 2019 

E. 2.3; 6B_765/2011 vom 24. Mai 2012 E. 2.1.1), wobei einzig exorbitante und 

nicht zu rechtfertigende Aufwände als tatbestandsmässig gewertet werden kön-

nen (Urteil des Bundesgerichtes 6B_1238/2018 vom 16. Januar 2019 E. 3.2 

m.w.H.). Wie erörtert bilden noch drei einzelne Transaktionen, von denen die ers-

ten beiden vergleichsweise lediglich geringfügige Summen betreffen und damit 

strafrechtlich nicht ins Gewicht fallen können (vgl. HK StGB-SCHLEGEL, Art. 165 

N 3), Gegenstand der Beurteilung. Hinsichtlich der letzten Überweisung von rund 

Fr. 42'000.– ist ferner zu beachten, dass auch dieser Betrag ausschliesslich der 

Entschädigung der beiden Beschuldigten für ihre auf Mandatsbasis geleistete Ge-

schäftsführungstätigkeit für die G._____ GmbH diente, wobei der Berechnungs-

modus demjenigen entsprach, der seit jeher bei der betreffenden Gesellschaft 

praktiziert worden zu sein scheint. So blieb etwa der üblicherweise verrechnete 

Stundenansatz in Höhe von Fr. 120.– sowie die monatliche Pauschalentschädi-

gung für die Mobilitätsspesen von Fr. 1'600.– auch in diesem Fall unverändert be-

stehen (vgl. Urk. D8/2). Kommt hinzu, dass – wie im angefochtenen Entscheid 

richtigerweise erwogen (Urk. 61 S. 36 f.) – den beiden Beschuldigten auch in Be-

zug auf diese letzte Phase des Unternehmens nicht angelastet werden kann, sie 

hätten der G._____ GmbH ein Honorar in Rechnung gestellt, das nicht mit ihrem 

- 23 -

tatsächlich geleisteten Aufwand gemäss den eingereichten Stundenrapporten ver-

einbar wäre. Zwar ist der Anklageschrift, wie dies auch von Seiten der Staatsan-

waltschaft betont wurde (Urk. 75 S. 5), zu entnehmen, dass sich die ausbezahlten 

Beträge im Zeitraum ab August 2018 bis zur letzten Transaktion im Februar 2019 

merklich erhöht hatten. Mangels gegenteiliger Anhaltspunkte ändert dies jedoch 

nichts an der Tatsache, dass es sich dabei um rechtmässig ausgewiesene Forde-

rungen der J._____ GmbH handelt, zumal die Erhöhung der Auszahlungen nach-

vollziehbar auf die vorhandenen Ausstände der G._____ GmbH gegenüber der 

Beschuldigten und ihrem Ehemann zurückgeführt werden kann. Überdies wird in 

der Anklage auch diesbezüglich nirgends die Behauptung aufgestellt, die Be-

schuldigten hätten einen Aufwand betrieben, der geradezu exorbitante und nicht 

zu rechtfertigende Ausmasse angenommen hätte. Was sodann die Tatbestands-

variante der argen Nachlässigkeit in der Berufsausübung anbelangt, erfordert 

diese die Verletzung einer zivilrechtlichen Bestimmung der Unternehmensfüh-

rung, zu der etwa die Vernachlässigung der Rechnungslegung oder die Missach-

tung der Pflicht zur Benachrichtigung des Konkursgerichtes im Falle der Über-

schuldung der Gesellschaft gehören (vgl. BGE 144 IV 52 E. 7.3 m.w.H.). Solches 

wird den Beschuldigten gemäss Anklage jedoch wiederum nicht vorgeworfen und 

fällt daher von vornherein ausser Betracht. Lediglich der Vollständigkeit halber ist 

schliesslich anzufügen, dass die Vorinstanz auch den Auffangtatbestand des 

krassen wirtschaftlichen Fehlverhaltens mit überzeugender Begründung als an-

hand der vorhandenen Beweislage nicht gegeben erachtet hat (Urk. 61 S. 37 f.). 

Daraus ergibt sich, dass ein tatbestandsmässiges Verhalten der Beschuldigten 

und ihres Ehemannes unter jeder Tatbestandsoption von Art. 165 Abs. 1 StGB zu 

verneinen ist. Es bleibt daher beim erstinstanzlichen Freispruch vom Vorwurf der 

Misswirtschaft. 

5.1.

Zu beurteilen ist noch die Eventualanklage betreffend Gläubigerbevorzu-

gung. Nach Art. 167 StGB macht sich der Schuldner, der im Bewusstsein seiner 

Zahlungsunfähigkeit und in der Absicht, einzelne seiner Gläubiger zum Nachteil 

anderer zu bevorzugen, darauf abzielende Handlungen vornimmt, insbesondere 

nicht verfallene Schulden bezahlt, eine verfallene Schuld anders als durch übliche 

Zahlungsmittel tilgt oder eine Schuld aus eigenen Mitteln sicherstellt, ohne dass 

- 24 -

er dazu verpflichtet war, wenn über ihn der Konkurs eröffnet oder gegen ihn ein 

Verlustschein ausgestellt worden ist, der Bevorzugung eines Gläubigers schuldig. 

Das strafbare Verhalten bei Art. 167 StGB liegt in der Regel in der inkongruenten 

Deckung, d.h. einer Deckung, auf welche der Gläubiger im Tatzeitpunkt keinen 

Anspruch hat (BGE 117 IV 23 E. 4b; Urteile des Bundesgerichtes 6B_985/2016 

vom 27. Februar 2017 E. 4.1.2; 6B_361/2017 vom 2. November 2017 E. 1.3.1). 

Ausnahmsweise können allerdings selbst Fälle kongruenter Deckung strafbar 

sein, wenn die inkriminierte Handlung nach ihrem Unrechtsgehalt den in Art. 167 

StGB genannten Regelbeispielen gleichwertig ist, sie gerade die Bevorzugung 

einzelner Gläubiger zum Nachteil der anderen bezweckt und sich in ihr die ein-

deutige Bevorzugungsabsicht des Täters objektiv deutlich manifestiert (BGE 117 

IV 23 E. 4b; Urteil des Bundesgerichtes 6B_915/2015 vom 2. Juni 2016 E. 2.2.2; 

vgl. auch BGE 131 IV 49 E. 1.4). Problematisch sind dabei insbesondere Konstel-

lationen, bei denen das geschäftsführende Organ eines Unternehmens bei bereits 

bestehender Zahlungsunfähigkeit bei der Gesellschaft eine Vermögensdisposition 

zur eigenen Schadloshaltung veranlasst. Namentlich handelt auch derjenige tat-

bestandsmässig, der als Organ der schuldnerischen Gesellschaft seine eigene 

resp. die einer ihm nahestehenden natürlichen oder juristischen Person zustehen-

den Forderung tilgt, deren Fälligkeit er nach Belieben selbst herbeiführen kann 

(vgl. AK StGB-GEIGER, Art. 167 N 6; BSK StGB II-HAGENSTEIN, Art. 167 N 18 ff., 

N 22; PK StGB-TRECHSEL/OGG, Art. 167 N 4 f.). In subjektiver Hinsicht erfordert 

der Tatbestand von Art. 167 StGB nicht nur (Eventual-) Vorsatz des Täters, son-

dern auch dass dieser in der Absicht handelt, die einen Gläubiger zum Nachteil 

der anderen zu bevorzugen, wobei Eventualabsicht ausreicht (BGE 104 IV 77 

E. 3c; Urteil des Bundesgerichtes 6B_434/2011 vom 27. Januar 2012 E. 3.3). 

5.2.

Mit der Vorinstanz ist zunächst festzuhalten, dass sowohl der Beschuldig-

ten wie auch ihrem Ehemann als alleinigen Gesellschaftern und einzelzeich-

nungsberechtigten Mitgliedern der Geschäftsführung zweifellos Organstellung bei 

der G._____ GmbH zukam, weshalb sie gestützt auf Art. 29 lit. a StGB der Straf-

barkeit nach Art. 167 StGB unterliegen, auch wenn die als Tatbestandsmerkmal 

ausgestaltete Schuldnereigenschaft nicht auf sie persönlich, sondern die Gesell-

schaft zutrifft (Urk. 61 S. 38 f.). Im Weiteren kann an dieser Stelle festgehalten 

- 25 -

werden, dass mit der Konkurseröffnung vom 15. Februar 2019 über die G._____ 

GmbH (Urk. D8/4/2) die im Tatbestand der Gläubigerbevorzugung aufgeführte ob-

jektive Strafbarkeitsbedingung gegeben ist.

5.3. Was die finanzielle Situation der G._____ GmbH anbelangt, wurde bereits 

abgehandelt, dass mit Anhebung der ersten Betreibung am 13. Dezember 2018 

ernsthafte und nach aussen hin klar erkennbare Anzeichen für den Eintritt der 

Zahlungsunfähigkeit bei der Gesellschaft eingetreten waren. Von den in der An-

klageschrift aufgelisteten Überweisungen an die J._____ GmbH fallen daher wie-

derum einzig die beiden Transaktionen vom 14. /27. Dezember 2018 über je 

Fr. 5'000.– sowie diejenige vom 4. Februar 2019 über Fr. 42'810.75 in die Zeit da-

nach (zum Ganzen: s. vorn Erw. III. C. 4.3.). Allerdings haben die Beschuldigten 

anlässlich der konkursamtlichen Befragung vom 18. Februar 2019 angegeben, sie 

hätten den Geschäftsbetrieb der G._____ GmbH erst per 31. Dezember 2018 ein-

gestellt (Urk. D8/4/3 F14.1.1). Zu ihren Gunsten ist mithin davon auszugehen, 

dass ihnen bis Ende Jahr 2018 subjektiv noch nicht bewusst war, dass das Unter-

nehmen nun definitiv zahlungsunfähig war (s. vorn Erw. III. C. 4.3). Damit entfällt 

indessen die Tatbestandsmässigkeit für die erstgenannten zwei Überweisungen, 

welche noch im Dezember 2018 ausgelöst wurden, verlangt doch die Strafbestim-

mung von Art. 167 StGB, dass die Täterschaft im Bewusstsein der eigenen Zah-

lungsunfähigkeit Vermögendispositionen trifft. Demgegenüber erklärte die Be-

schuldigtenseite am 4. Februar 2019 nachweislich die Insolvenz der G._____ 

GmbH und beantragte unter Deponierung der Bilanz die Konkurseröffnung beim 

zuständigen Gericht (Urk. D8/4/2 S. 2; Urk. D8/4/6 f.). Daraus ergibt sich, dass die 

Beschuldigten ohne jeden Zweifel die Zahlungsunfähigkeit der G._____ GmbH er-

kannt haben mussten, als sie von dort gleichentags nachweislich Fr. 42'810.75 

zur J._____ GmbH transferierten (Urk. D8/4/8 S. 1). Bezeichnenderweise gaben 

denn auch die Beschuldigten selbst an, dass ihnen ungefähr ab Januar 2019 klar 

gewesen sei, dass das Unternehmen höchstwahrscheinlich Konkurs gehen werde 

(Beizugsakten SB240129 Prot. I S. 45), weshalb sie Anfang Januar 2019 mit dem 

zuständigen Konkursbeamten Kontakt aufgenommen hätten, um die Modalitäten 

der Konkurseröffnung zu besprechen (vgl. Prot. II S. 25). Nachdem anerkannt ist, 

dass die Rechnung für die betreffende Überweisung vom 4. Februar 2019 an die 

- 26 -

J._____ GmbH gemeinsam erstellt wurde und dass die Transaktion in beidseiti-

gem Einverständnis ausgelöst wurde (vgl. Urk. HD6/1 S. 8), ist sodann im Hinblick 

auf die strafrechtliche Verantwortlichkeit zu konstatieren, dass die Beschuldigte 

und ihr Ehemann anklagegemäss als Mittäter zu qualifizieren sind. 

5.4. Wie bereits in anderem Zusammenhang mehrfach erwogen, wird in der 

Anklageschrift nirgends behauptet, dass die beiden Beschuldigten keinen An-

spruch auf die von der G._____ GmbH abdisponierte Geldsumme gehabt hätten. 

Vielmehr stellte diese die Vergütung für die von ihnen auf Mandatsbasis erbrach-

ten und über die J._____ GmbH abgerechneten Geschäftsführungsleistungen dar 

(s. dazu vorn Erw. III. C. 3.2. bzw. Erw. III. C. 4.4.). So gesehen handelt es sich 

aus Sicht der G._____ GmbH auch bei der letzten Überweisung vom 4. Februar 

2019 um eine kongruente Deckung einer ihr obliegenden Geldschuld. Freilich 

kann der Vorinstanz nicht gefolgt werden, soweit sie argumentiert, die Zahlungen 

an die J._____ Gmb hätten nicht einzig die Tilgung von "Lohnansprüchen", son-

dern auch von Mehrwertsteuerschulden, Sozialversicherungsabgaben und der-

gleichen bezweckt (Urk. 61 S. 41 f.). Entscheidend ist, dass der G._____ GmbH 

eine Zahlungspflicht gegenüber der J._____ GmbH zukam, die ungeachtet des-

sen, dass der Mitbeschuldigte F._____ im November 2018 formell als Gesell-

schaftsorgan ausgeschieden war (vgl. Urk. HD10/12), wirtschaftlich nach wie vor 

von beiden Beschuldigten gleichermassen beherrscht wurde. Wozu die Empfän-

gerin die ihnen zugeflossenen Beträge letztlich verwendete, ist hingegen unerheb-

lich, zumal es sich dabei offenkundig ebenfalls um Auslagen handelte, die mit der 

Abgeltung der Geschäftsführungstätigkeit der Beschuldigten und ihres Eheman-

nes verbunden waren. Ebenso ist der Vorinstanz zu widersprechen, wenn sie sich 

auf den Standpunkt stellt, dass die von der G._____ GmbH geschuldeten Beträge 

ähnlich jenen im Arbeitsverhältnis monatlich fällig würden (Urk. 61 S. 41 f.). Denn 

die Beschuldigten haben sich bewusst dagegen entschieden, ihre Leistungen für 

die Gesellschaft als Arbeitnehmer im Rahmen eines arbeitsrechtlichen Verhältnis-

ses auszuführen, sondern sich ausdrücklich dafür ausgesprochen, diese als Be-

auftragte unter dem Dach der J._____ GmbH zu erbringen (vgl. Urk. HD6/1 S. 4). 

Darauf haben sie sich behaften zu lassen. Nach den Regeln des einfachen Auf-

trages tritt die Fälligkeit des Mandatshonorars aber ohne besondere Abrede erst 

- 27 -

mit Abschluss der letzten unter die Auftragstätigkeit fallenden Leistung oder Teil-

leistung ein (statt vieler: BSK OR I-OSER/ WEBER, Art. 394 N 40 m.w.H.). Aus der 

Abrechnung, die bei den Akten liegt, geht hervor, dass die chronologisch letzte 

Leistung, welche die Beschuldigte und ihr Ehemann der G._____ GmbH fakturiert 

haben, auf den 4. Februar 2019 fällt (Urk. D8/2). Dabei ist wesentlich, dass es die 

Beschuldigten selbstredend in der eigenen Hand hatten, mittels Rechnungsstel-

lung jederzeit die Fälligkeit ihrer eigenen Vergütungsforderungen zu begründen. 

Kommt hinzu, dass sie die Überweisung aus eigenem Antrieb und nicht etwa auf 

Anraten des Konkursbeamten veranlassten (Prot. II S. 23, S. 25). Die hier zu be-

urteilende Konstellation ist mithin gleichzusetzen mit derjenigen des einzigen Ver-

waltungsrats einer Aktiengesellschaft, der die Fälligkeit seiner eigenen Kontokor-

rentforderung nach Belieben abrufen kann, was in der Praxis als tatbestandsmäs-

sig erachtet wird (Urteil des Appellationsgerichtes Basel-Stadt vom 24. Januar 

1997, in: BJM 1998 S. 220). 

5.5.

Entgegen der Auffassung der Verteidigung des Mitbeschuldigten F._____ 

ist darüber hinaus irrelevant, ob und inwiefern aus der Transaktion vom 4. Fe-

bruar 2019 der G._____ GmbH ein Nachteil erwuchs oder ob die Beschuldigten 

zum Tatzeitpunkt davon ausgingen, die Gesellschaft verfüge insbesondere in 

Form von Warenbeständen über genügend Aktiven, mit denen die Gläubiger auch 

im Konkursfall schadlos gehalten werden könnten (Beizugsakten SB240129 

Urk. 45 S. 24; Urk. 93 S. 26 = Urk. 76 S. 26 im vorliegenden Verfahren). So ver-

langt der Tatbestand von Art. 167 StGB nicht, dass auf Seiten des Gemeinschuld-

ners eine Vermögensverminderung eintritt. Ebenso wenig ist erforderlich, dass ein 

Gläubiger tatsächlich oder endgültig zu Schaden kommt (BGE 93 IV 16 E. 1b; Ur-

teil des Bundesgerichtes 6B_434/2011 vom 27. Januar 2012 E. 3.3). 

5.6.

Nicht zu überzeugen vermag im Übrigen, wenn die Vorinstanz aus dem 

Umstand, dass die beiden Beschuldigten vor der Konkursanmeldung nicht die 

ganze ihnen zustehende Vergütung von der G._____ GmbH an die J._____ 

GmbH transferiert hätten, ableiten möchte, es habe ihnen an der Absicht gefehlt, 

sich gegenüber anderen Gläubigern der Gesellschaft besserzustellen (Urk. 61 

S. 42). Denn auch indem sie sich nur einen Teil ihres Honorars auszahlen liessen, 

- 28 -

brachten sie unmissverständlich zum Ausdruck, dass sie sich zumindest in die-

sem Umfang trotz Kenntnis der bestehenden Zahlungsunfähigkeit der G._____ 

GmbH schadlos halten und ihrer eigenen Forderung noch am Tag der Bilanzde-

ponierung und damit bei der letztmöglichen Gelegenheit den Vorzug geben woll-

ten. Beizufügen ist denn auch, dass selbst die Verteidigung anlässlich der erstin-

stanzlichen Hauptverhandlung konzedieren musste, bei der Überweisung vom 

4. Februar 2019 handle es sich um eine "Torschlusspanikaktion", mit der wenigs-

tens noch das habe gerettet werden sollen, was die Beschuldigten durch ihren Ar-

beitseinsatz verdient hätten, auch wenn sie dadurch letztlich eventuell in Kauf ge-

nommen hätten, dass andere Gläubiger zu Schaden kommen (Urk. 34 S. 13). 

5.7.

Schliesslich hat die Vorinstanz eine Bevorzugungsabsicht der Beschuldig-

ten und ihres Ehemannes mit der Begründung verneint, die G._____ GmbH habe 

bis zum Schluss neben den Überweisungen an die J._____ GmbH auch weitere 

Zahlungen getätigt, die für die damaligen Angestellten der Gesellschaft, die Kran-

kentaggeldversicherung und die Sozialversicherungsanstalt bestimmt gewesen 

seien (Urk. 61 S. 42). Dem ist entgegen zu halten, dass für die Strafbarkeit nach 

Art. 167 StGB keineswegs gefordert wird, die inkriminierte Vermögensdisposition 

müsse einen einzigen Gläubiger gegenüber allen anderen bevorzugen. Es reicht, 

wenn sich die Täterschaft bewusst ist, dass durch ihr Verhalten auch nur einzelne 

Gläubiger benachteiligt werden (BSK StGB II-HAGENSTEIN, Art. 167 N 44 m.w.H.). 

Indem am 4. Februar 2019 die Summe von Fr. 42'810.75 an die J._____ GmbH 

überwiesen wurde, stand sie anderen Gläubigern im Konkurs der G._____ GmbH 

nicht mehr zur (teilweisen) Deckung ihrer Ansprüche zur Verfügung. Dadurch wur-

den Letztere gegenüber der J._____ GmbH unrechtmässig benachteiligt. Demzu-

folge ist hinsichtlich der genannten Transaktion auch der subjektive Tatbestand 

der Gläubigerbevorzugung erfüllt. 

5.8.

Im Ergebnis ist der angefochtene Entscheid in Bezug auf den ergangenen 

Freispruch vom Anklagevorwurf der Bevorzugung eines Gläubigers im Sinne von 

Art. 167 StGB demgemäss aufzuheben. Stattdessen ist die Beschuldigte diesbe-

züglich in Dossier 8 zusammen mit ihrem mitangeklagten Ehemann betreffend die 

- 29 -

Überweisung von Fr. 42'810.75 am 4. Februar 2019 an die J._____ GmbH schul-

dig zu sprechen. 

IV. Sanktion

1.

Nachdem im Berufungsverfahren im Gegensatz zur Vorinstanz, die noch 

zu einem vollständigen Freispruch gekommen war, eine Verurteilung wegen Gläu-

bigerbevorzugung zu ergehen hat, ist die Strafzumessung für dieses Delikt nun-

mehr von Grund auf vorzunehmen.

2.

Der anwendbare Strafrahmen bestimmt sich nach Art. 167 StGB, der bei 

Gläubigerbevorzugung eine Bestrafung mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder 

Geldstrafe vorsieht. Strafschärfungs- oder Strafmilderungsgründe, die zu einer Er-

weiterung des Strafrahmens führen können, liegen keine vor. 

3.

Bei der Wahl der Sanktionsart ist als primäres Kriterium die Zweckmäs-

sigkeit der Strafe, ihre Auswirkungen auf den Täter und sein Umfeld sowie ihre 

präventive Effizienz zu berücksichtigen (BGE 147 IV 241 E. 3.2; 134 IV 82 E. 4.1). 

Wie noch zu zeigen sein wird, drängt sich aufgrund des Tatverschuldens eine 

Sanktion im Überschneidungsbereich von Geld- und Freiheitsstrafe auf. Dabei 

sind keine Umstände ersichtlich, weshalb von den beiden alternativ zur Verfügung 

stehenden und hinsichtlich des Schuldausgleichs äquivalenten Strafarten jene 

auszuwählen sein sollte, welche die Beschuldigte am härtesten trifft (BGE 144 IV 

313 E. 1.1.1; 138 IV 120 E. 5.2). Entsprechend ist von vornherein einzig die Aus-

fällung einer Geldstrafe in Betracht zu ziehen.

4.1. Was die objektive Schwere der Tat anbelangt, ist einerseits zu berück-

sichtigen dass die verpönte Überweisung an die J._____ GmbH erst am 4. Fe-

bruar 2019 getätigt wurde und damit praktisch zum letztmöglichen Zeitpunkt er-

folgte, wurde doch gleichentags namens der G._____ GmbH die Insolvenz erklärt 

und das Konkursbegehren beim Gericht gestellt. Gemessen an der damaligen 

Vermögenslage der Gesellschaft stellen die zum Vorteil der J._____ GmbH über-

wiesenen rund Fr. 42'000.– zudem einen nicht unbeträchtlichen Deliktsbetrag dar. 

Der Staatsanwaltschaft folgend wird dies noch dadurch verdeutlicht, dass der 

- 30 -

Kontostand der G._____ unmittelbar vor der Transaktion noch Fr. 44'544.84 be-

trug, womit der Gesellschaft durch die Überweisung an die J._____ GmbH im Er-

gebnis praktisch sämtliche liquiden Mittel entzogen wurden (Urk. 35 S. 6 f.). Zu-

gunsten der Beschuldigten ist andererseits immerhin zu veranschlagen, dass es 

bei einer einmaligen Tathandlung blieb. Innerhalb des weiten Spektrums an mög-

lichen Taten wäre jedenfalls eine viel gravierendere Delinquenz vorstellbar gewe-

sen. Insgesamt betrachtet wiegt das objektive Tatverschulden deshalb nicht mehr 

leicht, weshalb die Einsatzstrafe im unteren Strafrahmenbereich von Art. 167 

StGB bei 120 Tagessätzen anzusiedeln ist. 

4.2.

In subjektiver Hinsicht darf zwar nicht unbeachtet bleiben, dass die Be-

schuldigte, die durchaus über Kenntnisse und Erfahrung im Buchhaltungswesen 

verfügt (Prot. I S. 10, S. 17; Prot. II S. 35), an sich über ihre Pflichten im Falle des 

Eintritts der Zahlungsunfähigkeit der G._____ GmbH im Bilde war und deshalb di-

rektvorsätzlich handelte, als sie die inkriminierte Transaktion vom 4. Februar 2019 

zugunsten der J._____ GmbH veranlasste. Gleichwohl ist anzunehmen, dass es 

ihr und ihrem mitangeklagten Ehemann F._____ bei der Überweisung des Geldes 

in erster Linie darum ging, sich ihre unbestrittenermassen erbrachten Leistungen 

für die G._____ GmbH wenigstens noch teilweise auszahlen zu lassen (vgl. Prot. I 

S. 26 f.; Beizugsakten SB240129 Prot. I S. 39), und ihnen im Hinblick auf die ei-

gene Bevorzugung zulasten anderer Gläubiger lediglich eine Eventualabsicht at-

testiert werden kann. Dies relativiert das Tatverschulden, weshalb hierfür eine 

spürbare Senkung der Einsatzstrafe auf 100 Tagessätze als angezeigt erscheint. 

5.1.

Im Rahmen der Täterkomponente ist zunächst anzuführen, dass die 

57-jährige Beschuldigte, die zusammen mit ihrem Ehemann 5 inzwischen volljäh-

rige Kinder hat und in P._____ wohnhaft ist, nach der im Kleinkindalter erfolgten 

Übersiedlung von Österreich die obligatorischen Schulen in der Schweiz besucht 

und hier eine Detailhandelslehre abgeschlossen hat. In der Folge hat sie sich zur 

Kosmetikfachfrau ausbilden lassen und 6 Jahre lang auf selbstständiger Basis ein 

eigenes Kosmetikstudio betrieben. Nach der Familiengründung hat sie sich zu-

nächst um die Kinderbetreuung gekümmert und anschliessend eine Ausbildung 

im Bereich Interior Design absolviert, bis sie im Jahr 2011 zusammen mit ihrem 

- 31 -

Ehemann die G._____ GmbH gegründet hat, die sie bis zu deren Niedergang ge-

meinsam geführt haben. Im Jahr 2021 hat sie ausserdem ein eidgenössisches 

Attest als Arzt- und Spitalsekretärin erlangt. Mit Bezug auf ihre aktuelle Situation 

hat sie anlässlich der Berufungsverhandlung ausgeführt, seit April 2022 als Arzt- 

und Spitalsekretärin in einer Arztpraxis angestellt zu sein und dort mit einem 

75 %-Pensum zu arbeiten. Sie lebe nach wie vor mit ihrem Ehemann sowie mit ih-

rer 19-jährigen Tochter und zwischenzeitlich auch mit ihrem 30-jährigen Sohn in 

einem Haushalt, für die sie finanziell aufkämen (zum Ganzen: Urk. HD6/1 S. 19 f.; 

Urk. HD17/2; Prot. I S. 9 ff.; Prot. II S. 26 ff.). Aus dem vorstehend wiedergegebe-

nen Werdegang und den persönlichen Verhältnissen der Beschuldigten ergibt 

sich mithin nichts Relevantes für die Strafzumessung. 

5.2.

Ebenso ist strafzumessungsneutral zu werten, dass die Beschuldigte bis-

lang nicht im Strafregister verzeichnet ist (Urk. 74). Hinsichtlich des Nachtatver-

haltens ist sodann zu bemerken, dass die Beschuldigte zwar viele Elemente des 

äusseren Ablaufs der Ereignisse unbestritten gelassen hat und soweit ersichtlich 

mit den Strafverfolgungsbehörden kooperiert hat. Demgegenüber hat sie im Zu-

sammenhang mit der ihr anzulastenden Gläubigerbevorzugung ein strafbares 

Verhalten stets abgestritten. Entsprechend kann nicht gesagt werden, dass ihr 

Aussageverhalten auf Einsicht in das begangene Unrecht resp. auf Reue schlies-

sen lässt oder dass sie dadurch die Ermittlung des Sachverhalts massgeblich er-

leichtert hat. Folgerichtig ist deswegen keine Strafreduktion angezeigt. Demnach 

erfährt die unter dem Gesichtspunkt der Tatkomponente ermittelte Einsatzstrafe 

von 100 Tagessätzen aufgrund der Täterkomponente keine Veränderung.

6.

Schliesslich ist dem Beschleunigungsgebot Rechnung zu tragen, welches 

durch die ausserordentlich lange Dauer von rund 1 ¼ Jahren ab der mündlichen 

Eröffnung bis zum Vorliegen der begründeten Fassung des vorinstanzlichen Ur-

teils zweifellos tangiert wurde. Entsprechend rechtfertigt sich eine Reduktion der 

Einsatzstrafe um 10 Tagessätze auf insgesamt 90 Tagessätze.

7.

Angesichts dessen, dass die Tatbeiträge der Beschuldigten und des Mit-

beschuldigten F._____ absolut gleichwertig sind, erscheint die vorstehend festge-

legte Strafhöhe schliesslich auch im Vergleich mit derjenigen für den Mittäter, der 

- 32 -

ebenfalls mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu belegen ist, als angemes-

sen.

8.1.

Die Höhe des Tagessatzes bei der Geldstrafe bestimmt sich nach den 

persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters im Zeitpunkt des Ur-

teils (Art. 34 Abs. 2 StGB). Ausgangspunkt für die Bemessung bildet das Einkom-

men, das ihm durchschnittlich an einem Tag zufliesst. Davon abzuziehen sind lau-

fende Steuern, die Beiträge an die obligatorische Kranken- und Unfallversiche-

rung sowie die notwendigen Berufsauslagen. Relevant sind zudem familiäre Un-

terhaltsverpflichtungen, sofern solche bestehen und ihnen nachgekommen wird. 

Grössere Zahlungsverpflichtungen des Täters, die schon unabhängig von der Tat 

bestanden haben, fallen hingegen grundsätzlich ausser Betracht. Insbesondere 

können Abzahlungs- und Leasingverpflichtungen, aber auch Hypothekar- und 

Mietzinse in der Regel nicht in Abzug gebracht werden. Zudem wirkt sich fehlen-

des oder vorhandenes Vermögen auf die Höhe des Tagessatzes in der Regel 

ebenso wenig aus wie der konkrete Lebensaufwand (BGE 134 IV 60 E. 6).

8.2.

Die Beschuldigte erzielt ein Jahreseinkommen von netto ca. Fr. 66'300.– 

(Prot. II S. 26). Auf Bedarfsseite belaufen sich die Gesundheitskosten auf umge-

rechnet rund Fr. 1'290.– pro Monat, wobei die Krankenkassenkosten der jüngsten 

Tochter darin miteingerechnet sind (Prot. II S. 28), während ihr Anteil an den lau-

fenden Steuern jährlich bei Fr. 15'000.– liegt (Prot. II S. 12). Sodann ist sie gegen-

über ihrer jüngsten Tochter, welche derzeit ein Fernstudium der Psychologie ab-

solviert und noch über keine abgeschlossene Erstausbildung verfügt, unterhalts-

pflichtig, wobei ihr monatlicher Bedarf rund Fr. 1'200.– zuzüglich Fr. 4'000.– für 

die Semestergebühren beträgt (Prot. II S. 7 f., S. 27). Andere finanzielle Lasten 

sind nicht ersichtlich, zumal sie ausser gegenüber ihrem Ehemann und ihrer 

jüngsten Tochter, mit denen sie zusammenlebt, keine familiären Unterhaltspflich-

ten trägt, wobei anzumerken ist, dass die Unterstützung des ebenfalls vorüberge-

hend im gleichen Haushalt lebenden, derzeit arbeitslosen 30-jährigen Sohnes, der 

sich nicht mehr in einer Erstausbildung befindet (vgl. Prot. II S. 7 ff., S. 27, S. 30), 

nicht unter die zu berücksichtigenden Unterhaltspflichten fällt. Darüber hinaus ist 

die Beschuldigte hoch verschuldet, bestehen doch gemäss ihren Aussagen bzw. 

- 33 -

den Aussagen ihres Ehemannes neben der Hypothek für das selbstbewohnte Ei-

genheim noch gemeinsame Schulden von ca. Fr. 290'000.– gegenüber Familien-

angehörigen und Freunden (Prot. II S. 11, S. 28). Unter diesen Umständen er-

scheint ein Tagessatz von Fr. 80.– als angezeigt.

9.

Zusammengefasst erweist sich eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 80.– als dem Verschulden und den persönlichen – insbesondere auch den fi-

nanziellen – Verhältnissen der Beschuldigten angemessen. In Anwendung von 

Art. 51 StGB ist daran zudem die erstandene Haft von 1 Tag (am 27. Mai 2019 

von 06.10 Uhr bis 15.15 Uhr [vgl. zu diesen Daten Urk. HD21/8 S. 1]) anzurech-

nen. 

10.1. Gemäss Art. 42 Abs. 1 StGB schiebt das Gericht den Vollzug einer Gelds-

trafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu 2 Jahren auf, wenn eine unbedingte Strafe 

nicht notwendig erscheint, um den Täter von der Begehung weiterer Verbrechen 

oder Vergehen abzuhalten. Für die Bewilligung des bedingten Strafvollzugs ist 

insbesondere erforderlich, dass dem Täter keine negative Legalprognose gestellt 

werden muss. In Anlehnung an die herrschende Praxis bedeutet dies, dass auf 

das Fehlen von konkreten Anhaltspunkten für eine Wiederholungsgefahr abge-

stellt wird, wobei die günstige Prognose grundsätzlich vermutet wird (zum Gan-

zen: OFK StGB-HEIMGARTNER, Art. 42 StGB N 6 ff.). Bei Gewährung des Strafauf-

schubs bestimmt das Gericht für den Verurteilten zudem eine Probezeit von 2 bis 

5 Jahren (Art. 44 Abs. 1 StGB).

10.2.

In legalprognostischer Hinsicht ist festzuhalten, dass die Beschuldigte als 

Ersttäterin gilt, bei der grundsätzlich erwartet wird, dass das durchlaufene Straf-

verfahren und namentlich die jetzige Verurteilung sie nachhaltig so beeindrucken, 

dass dies sie in Zukunft von der Begehung weiterer Straftaten abhalten wird. 

Demgemäss ist der Vollzug der Geldstrafe aufzuschieben und die Probezeit auf 

die gesetzliche Minimaldauer von 2 Jahren anzusetzen ist.

- 34 -

V. Kostenfolgen

1.1.

Ausgehend vom vollumfänglichen Freispruch, den die Vorinstanz gefällt 

hat, hat sie die erstinstanzliche Gerichtsgebühr ausser Ansatz gestellt (Urk. 61 

S. 45). Nachdem im Berufungsprozess ein Schuldspruch zu erfolgen hat, ist die 

Bemessung derselben hiermit nachzuholen. Gestützt auf § 14 Abs. 1 lit. b GebV 

OG ist für das erstinstanzliche Gerichtsverfahren eine Entscheidgebühr von 

Fr. 3'000.– angezeigt, wobei dadurch auch dem Umstand Rechnung getragen 

wird, dass die vorliegende Strafsache zusammen mit dem Parallelverfahren ge-

gen den mitangeklagten Ehemann der Beschuldigten zur Anklage gebracht 

wurde. Die übrigen Kostenpositionen gemäss dem vorinstanzlichen Entscheid 

(Dispositivziffer 16 des erstinstanzlichen Urteils) wurden von keiner Seite bean-

standet und sind entsprechend zu übernehmen. 

1.2.

Mit Bezug auf die Kostenauflage ist zwar unbeachtlich, dass in Dossier 8 

mehrere Deliktsvorwürfe in einen Freispruch münden, kann doch nicht gesagt 

werden, dass im Zusammenhang damit kostenpflichtiger Untersuchungsaufwand 

betrieben worden wäre, der nicht auch wegen der Gläubigerbevorzugung, für die 

es zur Verurteilung der Beschuldigten kommt, notwendig gewesen wäre (vgl. Ur-

teil des Bundesgerichtes 6B_115/2019 vom 15. Mai 2019 E. 4.3). Demgegenüber 

darf nicht unbeachtet bleiben, dass in zweiter Instanz die erstinstanzlich ergange-

nen Freisprüche hinsichtlich der Dossiers 2 bis 7 vollumfänglich zu bestätigen 

sind. Dabei fällt ins Gewicht, dass dafür einige Untersuchungshandlungen durch-

geführt wurden, welche keinen Bezug zur Verurteilung der Beschuldigten wegen 

Gläubigerbevorzugung aufweisen (vgl. hierzu etwa die Detaileinvernahmen des 

Mitbeschuldigten F._____ [Urk. HD5/2-8]). In Anbetracht der weitgehenden Teil-

freisprüche, die zu ergehen haben und bezüglich derer nicht behauptet werden 

kann, die Beschuldigte habe rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Straf-

verfahrens bewirkt oder die Durchführung der Strafuntersuchung erschwert, sind 

ihr die Kosten des Vorverfahrens und des erstinstanzlichen Prozesses zu 2/5 auf-

zuerlegen. Im verbleibenden Umfang (3/5) sind diese auf die Gerichtskasse zu 

nehmen. 

- 35 -

1.3.

Grundsätzlich folgt die Liquidierung der Kosten der Offizialverteidigung 

der Verteilung der übrigen Verfahrenskosten. Nach Massgabe des vorstehenden 

Verteilschlüssels sind die bis zum Abschluss des erstinstanzlichen Verfahrens 

festgelegten Kosten der amtlichen Verteidigung daher im Umfang von 3/5 definitiv 

auf die Gerichtskasse zu nehmen bzw. dort zu belassen. Soweit der Beschuldig-

ten die allgemeinen Kosten zu überbinden sind, d.h. zu 2/5, ist hingegen in An-

wendung von Art. 135 Abs. 4 aStPO (in der bis zum 31. Dezember 2023 gelten-

den Fassung) ein Nachforderungsvorbehalt hinsichtlich der Verteidigerkosten an-

zubringen. 

2.1.

Für den Berufungsprozess ist die Entscheidgebühr – wiederum unter Be-

rücksichtigung, dass der Fall gleichzeitig mit dem Parallelverfahren betreffend den 

Ehemann der Beschuldigten zu behandeln ist – auf Fr. 2'400.– zu veranschlagen 

(§ 16 Abs. 1 GebV OG in Verbindung mit § 14 Abs. 1 lit. b GebV OG).

2.2.

Bei der Verteilung der Berufungskosten ist dem Umstand Rechnung zu 

tragen, dass diese im Rechtsmittelverfahren nach Obsiegen und Unterliegen auf-

erlegt werden (Art. 428 Abs. 1 StPO). Ob bzw. inwieweit eine Partei im Sinne die-

ser Bestimmung materiell obsiegt oder unterliegt, hängt davon ab, in welchem 

Ausmass ihre vor der zweiten Instanz gestellten Anträge gutgeheissen werden 

(Urteil des Bundesgerichtes 6B_791/2023 vom 23. August 2023 E. 1.4 m.w.H.). 

Soweit die Staatsanwaltschaft unterliegt, trägt der verfahrensführende Kanton die 

Kosten (JOSITSCH/SCHMID, Praxiskommentar StPO, Art. 428 StPO N 3). Vorlie-

gend dringt die Staatsanwaltschaft mit ihrer Berufung nur teilweise durch. Sie er-

reicht, dass im Gegensatz zum angefochtenen Entscheid in einem Anklagepunkt 

eine Verurteilung der Beschuldigten wegen Gläubigerbevorzugung zu ergehen 

hat und sie dafür mit einer bedingten Geldstrafe zu bestrafen ist. Spiegelbildlich 

unterliegt also die Beschuldigte in diesem Umfang mit ihrem Antrag auf Bestäti-

gung des erstinstanzlichen Urteils. Ausgangsgemäss sind damit die Kosten des 

Berufungsverfahrens, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, zu 

2/5 der Beschuldigten aufzuerlegen sowie im verbleibenden Umfang von 3/5 auf 

die Gerichtskasse zu nehmen. Keine Kosten zu tragen hat hingegen die Privatklä-

gerschaft, nachdem der Rückzug der ursprünglich angemeldeten Berufung durch 

- 36 -

den Privatkläger 12 (D._____) so früh erfolgt ist, dass praxisgemäss von einer 

Kostenauflage abzusehen ist (vgl. ZR 2011 Nr. 37). Dasselbe gilt überdies für das 

Nichteintreten auf die Berufung des Privatklägers 2 (A._____) einerseits sowie auf 

diejenige der Privatkläger 10 und 11 (B._____ und C._____) andererseits, weil 

dies praktisch keinerlei Aufwand verursacht hat.

2.3.

Für ihre Aufwendungen und Barauslagen im Berufungsprozess macht die 

amtliche Verteidigung schliesslich Fr. 10'663.25 (inkl. Barauslagen und unter Hin-

weis auf die MWST-Befreiung) geltend (Urk. 73). Das geforderte Honorar steht im 

Einklang mit den Ansätzen der Anwaltsgebührenverordnung und erweist sich 

grundsätzlich als angemessen. Mithin ist der amtliche Verteidiger – nach Anpas-

sung der effektiven Dauer für die heutige Berufungsverhandlung – mit einem Be-

trag von Fr. 12'000.– aus der Gerichtskasse zu entschädigen. Analog zur Vertei-

lung der übrigen Berufungskosten ist bei der Beschuldigten hinsichtlich der zwei-

tinstanzlichen Kosten ihrer Offizialverteidigung gestützt auf Art. 135 Abs. 4 aStPO 

wiederum ein Nachforderungsvorbehalt im Umfang von 2/5 anzubringen. Im Rest-

betrag ist das im Appellationsverfahren anfallende Verteidigerhonorar (3/5) hinge-

gen definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen.

Es wird beschlossen:

1.

Vom Rückzug der Berufung des Privatklägers 12 (D._____) wird Vormerk 

genommen.

2.

3.

Auf die Berufung des Privatklägers 2 (A._____) wird nicht eingetreten.

Auf die Berufung der Privatkläger 10 und 11 (B._____ und C._____) wird 

nicht eingetreten.

4.

Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Bülach, I. Abtei-

lung, vom 19. Oktober 2022 bezüglich der Dispositivziffern 2 bis 15 (Verweis 

der Zivilansprüche der Privatklägerschaft auf den Zivilweg) in Rechtskraft er-

wachsen ist. 

- 37 -

5. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.

6. Gegen Ziff. 1 bis 3 dieses Entscheids kann bundesrechtliche Beschwerde 

in Strafsachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Es wird erkannt:

1.

Die Beschuldigte E._____ ist schuldig der Bevorzugung eines Gläubigers im 

Sinne von Art. 167 StGB (Dossier 8 hinsichtlich der Überweisung vom 4. Fe-

bruar 2019).

2.

Von den Anklagevorwürfen der Veruntreuung im Sinne von Art. 138 Ziff. 1 

StGB (Dossiers 2 bis 7), der ungetreuen Geschäftsbesorgung im Sinne von 

Art. 158 Ziff. 1 StGB (Dossiers 2 bis 8) und der Misswirtschaft im Sinne von 

Art. 165 Ziff. 1 StGB (Dossier 8) wird die Beschuldigte freigesprochen.

3.

Die Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 

Fr. 80.–, wovon 1 Tagessatz als durch Haft geleistet gilt. 

4.

Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

5.

Die Entscheidgebühr für das erstinstanzliche Gerichtsverfahren wird auf 

Fr. 3'000.– festgesetzt. Im Übrigen wird die erstinstanzliche Kostenfestset-

zung (Ziff. 16) bestätigt. 

- 38 -

6.

Die zweitinstanzliche Entscheidgebühr wird festgesetzt auf:

Fr.

Fr.

2'400.– ; die weiteren Kosten betragen:

12'000.–   amtliche Verteidigung (MWST-befreit).

7.

Die Kosten des Vorverfahrens und der gerichtlichen Verfahren in beiden In-

stanzen, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, werden 

zu 2/5 der Beschuldigten auferlegt sowie zu 3/5 auf die Gerichtskasse ge-

nommen. 

Die Kosten der amtlichen Verteidigung für das gesamte Verfahren werden 

auf die Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht der Beschuldig-

ten gemäss Art. 135 Abs. 4 aStPO bleibt im Umfang von 2/5 vorbehalten.

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an











die Staatsanwaltschaft See/Oberland (übergeben)

die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Be-
schuldigten (übergeben)

die Vertretung des Privatklägers 2 (A._____) im Doppel für sich und 
zuhanden des Privatklägers

die Vertretung des Privatklägers 12 (D._____) im Doppel für sich und 
zuhanden des Privatklägers

die Privatkläger 10 und 11 (B._____ und C._____) 

(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 
den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach 
Erhalt des Dispositivs verlangen.)

sowie in vollständiger Ausfertigung an







die Staatsanwaltschaft See/Oberland 

die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden der Be-
schuldigten

die Privatklägerschaft (sofern verlangt)

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung allfälli-

ger Rechtsmittel an





die Vorinstanz

das Migrationsamt des Kantons Zürich

- 39 -







die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit dem Formular "Löschung 
des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung 
des Profils

die Kantonspolizei Zürich, KDM-ZD, mit separatem Schreiben (§ 54a 
Abs. 1 PolG), betreffend vorstehende Dispositivziffer 2

die Koordinationsstelle VOSTRA/DNA mit Formular A. 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-

sachen erhoben werden.

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der I. strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen.

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichtsge-

setzes.

Obergericht des Kantons Zürich
II. Strafkammer

Zürich, 18. März 2025

Die Präsidentin:

Die Gerichtsschreiberin:

Oberrichterin lic. iur. Bertschi

MLaw Zogg

- 40 -

Zur Beachtung:

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht:

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe.

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB),

-

-

wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht,

wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.