# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 262fee29-1380-5a9c-a12e-3a6f8a4911b3
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-01-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 04.01.2018 725 17 164 / 03
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_725-17-164---03_2018-01-04.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom  4. Januar 2018 (725 17 164 / 03) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Unfallversicherung 

 

 

Fallabschluss / Rückfall / Verneinung der Unfallkausalität 

 

 
 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Daniel Noll, Kantons-

richter Yves Thommen, Gerichtsschreiberin i.V. Anna Studinger 
 
 

Parteien A.____ Beschwerdeführerin, vertreten durch Roman Felix, Advokat, 
Hauptstrasse 8, Postfach 732, 4153 Reinach 

  
 
gegen 
 
 

 AXA Versicherungen AG, General Guisan-Strasse 40, Postfach 
357, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff Leistungen 
 
 
 
A.1 Die 1968 geborene A.____ war bei der B.____ AG als Produktionsmitarbeiterin ange-
stellt und durch die Arbeitgeberin bei der AXA Versicherungen AG (AXA) gegen die Folgen von 
Unfällen und Berufskrankheiten versichert. Am 29. September 2011 wollte A.____ die Türe des 
Raums zur Fertigung öffnen, als die Türe von der anderen Seite schwungvoll geöffnet wurde 
und der Türgriff A.____ hart am Handgelenk traf. Am folgenden Tag begab sie sich in ärztliche 
Behandlung. Es wurde ein Quetsch- und Distorsionstrauma der rechten Hand festgestellt. Da-

 
 
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raufhin erbrachte die AXA die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung, Taggelder). Der Hei-
lungsverlauf war zuerst zögerlich. A.____ unterzog sich multiplen ergotherapeutischen Behand-
lungen, bis sich im Sommer 2012 eine schlagartige Besserung einstellte. Die Taggelder wurden 
bis und mit 5. August 2012 ausgerichtet, danach konnte sie gemäss ärztlichem Attest wieder zu 
100 % arbeiten. Die Behandlung konnte bei vollständig wieder hergestellter Funktion des Zeige- 
und Mittelfingers am 26. September 2012 abgeschlossen werden. 
 
A.2 Am 5. November 2014 berichtete der Hausarzt von A.____ über erneut bestehende 
Beschwerden im rechten dorsalen Handrücken. Gestützt auf die Rückfallmeldung kam die AXA 
für die Behandlungen und die Arbeitsausfälle auf. Im Januar 2015 erfolgte operativ eine Ring-
bandspaltung sowie eine Beugesehnentenolyse und eine Synovektomie. Trotz der durchgeführ-
ten Operation persistierten die Schmerzen.  
 
Im Rahmen der Sachverhaltsabklärung wurde eine vertrauensärztliche Beurteilung eingeholt. 
Gestützt auf den Bericht von C.____, FMH Orthopädische Chirurgie, vom 2. September 2016 
verneinte die AXA mit Verfügung vom 6. September 2016 eine Leistungspflicht nach UVG für 
die Beschwerden an der rechten Hand rückwirkend per 6. August 2012. Auf eine Rückforderung 
der bereits erbrachten Heilbehandlungsleistungen und Taggelder bis Ende Juli 2016 wurde ex-
plizit verzichtet.  
 
B. Am 14. September/ 6. Oktober 2016 erhob A.____, vertreten durch Advokat Roman 
Felix, Einsprache gegen diese Verfügung. Mit Entscheid vom 26. April 2017 wies die AXA die 
Einsprache ab.  
 
C. Dagegen erhob A.____ durch ihren Rechtsvertreter mit Eingabe vom 29. Mai 2017 
Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht (Kan-
tonsgericht). Darin beantragte sie, der Einspracheentscheid vom 26. April 2017 sei aufzuheben 
und die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, die gesetzlichen Leistungen zu erbringen und die 
Kosten für den Bericht von D.____, FMH Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Be-
wegungsapparates und Handchirurgie, vom 28. September 2016 in der Höhe von Fr. 350.-- zu 
vergüten. Alles unter o/e-Kostenfolge. Zur Begründung wurde im Wesentlichen vorgebracht, 
dass die Beschwerdeführerin seit dem Unfall durchwegs Schmerzen gehabt habe und formell 
kein korrekter Abschluss des Unfalles erfolgt sei. Daher läge kein Rückfall vor, sondern es sei 
vielmehr vom Grundfall auszugehen. Demzufolge sei es an der AXA, den Beweis zu erbringen, 
dass die erneut aufgetretenen Beschwerden nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen seien. 
Dieser Nachweis der fehlenden Unfallkausalität sei der AXA nicht gelungen.  
  
D. In der Beschwerdeantwort vom 23. August 2017 schloss die AXA auf Abweisung der 
Beschwerde.  
 
E. Auf Veranlassung des Gerichts reichte die Invalidenversicherung ihre Akten ein. In der 
Folge nahmen die AXA mit Schreiben vom 2. Oktober 2017 und A.____ mit Schreiben vom 
1. November 2017 Stellung dazu. Die Parteien hielten an ihren Anträgen fest.  
 

 
 
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Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Gemäss Art. 56 Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des 
Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000, dessen Bestimmungen gemäss Art. 2 
ATSG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) 
vom 20. März 1981 auf die Unfallversicherung anwendbar sind, kann gegen Einspracheent-
scheide der Unfallversicherer beim zuständigen kantonalen Versicherungsgericht Beschwerde 
erhoben werden. Zuständig ist nach Art. 58 ATSG das Versicherungsgericht desjenigen Kan-
tons, in dem die versicherte Person zur Zeit der Beschwerdeerhebung ihren Wohnsitz hat. Vor-
liegend befindet sich dieser in E.____ (BL), weshalb die örtliche Zuständigkeit des Kantonsge-
richts Basel-Landschaft zu bejahen ist. Laut § 54 Abs. 1 lit. a des Gesetzes über die Verfas-
sungs- und Verwaltungsprozessordnung (VPO) vom 16. Dezember 1993 beurteilt das Kantons-
gericht als Versicherungsgericht als einzige gerichtliche Instanz des Kantons Beschwerden ge-
gen Einspracheentscheide der Versicherungsträger gemäss Art. 56 ATSG. Es ist somit auch 
sachlich zur Behandlung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Auf die – im Übrigen frist- 
und formgerecht erhobene – Beschwerde der Versicherten vom 29. Mai 2017 ist demnach ein-
zutreten. 
  
2.1 Streitig und zu beurteilen ist die Leistungspflicht der Unfallversicherung.  
 
2.2 Nach Art. 6 Abs. 1 UVG hat der Unfallversicherer in der obligatorischen Unfallversiche-
rung, soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt, die Versicherungsleistungen bei Berufsunfäl-
len, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten zu gewähren.  
 
3.1 Vorab ist zu prüfen, ob – da ein Fallabschluss nie formal verfügt wurde – die Wieder-
aufnahme der ärztlichen Behandlung als Weiterbehandlung dem Grundfall zuzuordnen ist oder 
ob sie unter dem Aspekt des Rückfalls beurteilt wird.  
 
3.2 Das Ergebnis dieser Prüfung hat Auswirkungen auf die Beweislastverteilung. Sind die 
geltend gemachten Beschwerden unter dem Titel Grundfall zu prüfen, obliegt es dem Versiche-
rer darzutun, dass diese mit dem im Sozialversicherungsrecht allgemein üblichen Beweisgrad 
der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht mehr auf den Unfall zurückzuführen sind, da es 
sich hierbei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt. Die blosse Möglichkeit genügt 
nicht. Sind die Beschwerden jedoch im Rahmen eines Rückfalles oder als Spätfolge zu prüfen 
(Art. 11 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) vom 20. Dezember 1982), stellt sich 
die Frage, ob eine leistungsbegründende natürliche Kausalität gegeben ist. Rückfälle und Spät-
folgen schliessen begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis an. Entsprechend können sie 
eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den erneut geltend 
gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen Gesundheits-
schädigung ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 118 V 293 
E. 2c; SVR 2003 UV Nr. 14 S. 43, U 86/02 E. 4). Die Beweislast liegt hier bei der versicherten 

 
 
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Person. Bevor sich aber die Frage der Beweislast stellt, ist der Sachverhalt im Rahmen des 
Untersuchungsgrundsatzes richtig und vollständig zu klären (Art. 43 Abs. 1, Art. 61 lit. c ATSG; 
SVR 2009 UV Nr. 3 S. 9 E. 2.2 [8C_354/2007]). 
 
3.3 Der Fallabschluss hat in Form einer Verfügung zu erfolgen, wenn und solange die (wei-
tere) Erbringung erheblicher Leistungen zur Diskussion steht (BGE 132 V 412 E. 4; Art. 124 
UVV). Erlässt der Versicherer stattdessen nur ein einfaches Schreiben, erlangt dieses in der 
Regel jedenfalls dann rechtliche Verbindlichkeit, wenn die versicherte Person nicht innerhalb 
eines Jahres Einwände erhebt (BGE 134 V 145). Standen zu einem bestimmten Zeitpunkt in-
dessen keine Leistungen mehr zur Diskussion, kann ein Rückfall auch vorliegen, ohne dass der 
versicherten Person mitgeteilt wurde, der Versicherer schliesse den Fall ab und stelle seine 
Leistungen ein. In dieser Konstellation ist entscheidend, ob zum damaligen Zeitpunkt davon 
ausgegangen werden konnte, es werde keine Behandlungsbedürftigkeit und/oder Arbeitsunfä-
higkeit mehr auftreten. Dies ist im Rahmen einer ex ante-Betrachtung unter Berücksichtigung 
der konkreten Umstände zu beurteilen. Dabei kommt der Art der Verletzung und dem bisheri-
gen Verlauf eine entscheidende Rolle zu: Lag ein vergleichsweise harmloser Unfall mit günsti-
gem Heilungsverlauf vor, welcher nur während relativ kurzer Zeit einen Anspruch auf Leistun-
gen begründete, wird tendenziell eher von einem stillschweigend erfolgten Abschluss auszuge-
hen sein als nach einem kompliziert verlaufenen Heilungsprozess. Andererseits ist der Leis-
tungsanspruch unter dem Aspekt des Grundfalls und nicht unter demjenigen eines Rückfalls zu 
prüfen, wenn die versicherte Person während der leistungsfreien Zeit weiterhin an den nach 
dem Unfall aufgetretenen Beschwerden gelitten hat bzw. wenn Brückensymptome gegeben 
sind, die das Geschehen über das betreffende Intervall hinweg als Einheit kennzeichnen (Urtei-
le des Bundesgerichts vom 26. September 2008, 8C_102/2008, E. 4.1 und vom 26. August 
2008, 8C_433/2007, E. 2.3, je mit Hinweisen). Dies setzt nicht zwingend eine durchgängige 
ärztliche Behandlung voraus (Urteil des Bundesgerichts vom 6. Juni 2006, U 12/06, E. 4.3 und 
4.3.2). 
 
3.4 Im vorliegenden Fall liegt ein Bagatellunfall mit eher geringfügigen Verletzungen vor. 
Dieser führte zwar zu einem protrahierten Heilverlauf, denn es dauerte rund ein Jahr bis zur 
Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit. Die Therapie beschränkte sich jedoch auf Physio-
therapie und Ergotherapie. Vom 6. August 2012 bis zum 20. Oktober 2014 – über zwei Jahre – 
konnte die Beschwerdeführerin ihrer beruflichen Tätigkeit als Produktionsmitarbeiterin wieder zu 
100 % nachgehen. Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie zwar ab August 2012 wie-
der zu 100 % in ihrem angestammten Beruf habe arbeiten können, doch habe sie weiterhin un-
ter den Unfallfolgen gelitten. Ihr Hausarzt F.____, FMH Allgemeine und innere Medizin, habe 
bestätigt, dass trotz der Wiederaufnahme der Arbeit zu 100 % nur eine eingeschränkte Arbeits-
fähigkeit gegeben gewesen sei. Es sei daher an der Beschwerdegegnerin, den Nachweis zu 
erbringen, dass die im Jahr 2014 aufgetretenen Beschwerden nicht mehr auf den Unfall zurück-
zuführen seien. Dem ist zu entgegnen, dass D.____ davon ausging, es sei keine weitere Be-
handlung mehr notwendig. Deswegen schloss er mit der letzten Behandlung vom 
26. September 2012 den Fall ab (vgl. Bericht vom 28. September 2016). Mit Notiz vom 
29. November 2012 bestätigte auch die Beschwerdeführerin, dass sie nicht mehr in ärztlicher 
Behandlung stehe. Bis zur Rückfallmeldung vom 29. Oktober 2014, während rund zwei Jahren, 

 
 
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hat keine weitere ärztliche Behandlung in Bezug auf die rechte Hand stattgefunden. Es ist da-
her nicht mit dem erforderlichen Beweismass der überwiegenden Wahrscheinlichkeit erstellt, 
dass während der fraglichen Zeit tatsächlich wesentliche Brückensymptome vorgelegen haben. 
Demzufolge ist von einem rechtswirksamen konkludenten Fallabschluss auszugehen. Die ab 
Oktober 2014 geltend gemachten Beschwerden sind nicht unter den Grundfall zu subsumieren, 
sondern als Rückfall zu behandeln. Damit ist als Zwischenergebnis festzuhalten, dass die Be-
weislast für die Unfallkausalität (vgl. E. 3.2 hiervor) bei der Beschwerdeführerin liegt. 
 
4. Da ein Rückfall begrifflich an ein bestehendes Unfallereignis anschliesst (vgl. E. 3.2 
hiervor), kann er eine Leistungspflicht des Unfallversicherers nur auslösen, wenn zwischen den 
erneut geltend gemachten Beschwerden und der seinerzeit beim versicherten Unfall erlittenen 
Gesundheitsschädigung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht (RKUV 1994 Nr. U 206 
S. 327 E. 2; BGE 118 V 293 E. 2c mit Hinweisen). Dabei gilt es klarzustellen, dass der Unfall-
versicherer in Bezug auf den geltend gemachten Rückfall nicht auf der Anerkennung des natür-
lichen Kausalzusammenhangs beim Grundfall behaftet werden kann, weil die unfallkausalen 
Faktoren durch Zeitablauf wegfallen können. Es obliegt vielmehr der versicherten Person, das 
Vorliegen eines natürlichen Kausalzusammenhangs zwischen dem neuen Beschwerdebild und 
dem Unfall mit dem im Sozialversicherungsrecht geltenden Beweisgrad der überwiegenden 
Wahrscheinlichkeit nachzuweisen. Je grösser der zeitliche Abstand zwischen dem Unfall und 
dem Auftreten der gesundheitlichen Beeinträchtigung ist, desto strengere Anforderungen sind 
an den Wahrscheinlichkeitsbeweis des natürlichen Kausalzusammenhangs zu stellen (RKUV 
1997 Nr. U 275 S. 191 E. 1c in fine). Bei Beweislosigkeit fällt der Entscheid zu Lasten der versi-
cherten Person aus (Urteil des Bundesgerichts vom 7. Juli 2010, 8C_113/2010, E. 2.3; RKUV 
1994 Nr. U 206 S. 328 E. 3b).  
 
5.1 Zur Abklärung medizinischer Sachverhalte – wie insbesondere der Feststellung natürli-
cher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medizin – ist die rechtsanwendende Behörde re-
gelmässig auf Unterlagen angewiesen, die ihr vorab von Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung zu 
stellen sind (BGE 122 V 157 E. 1b mit zahlreichen weiteren Hinweisen). Das Gericht hat diese 
medizinischen Unterlagen nach dem für den Sozialversicherungsprozess gültigen Grundsatz 
der freien Beweiswürdigung (vgl. Art. 61 lit. c ATSG) – wie alle anderen Beweismittel – frei, d.h. 
ohne Bindung an förmliche Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen. 
Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungsgericht alle Beweismittel – unabhängig davon, von 
wem sie stammen – objektiv zu prüfen und danach zu entscheiden hat, ob die verfügbaren Un-
terlagen eine zuverlässige Beurteilung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. Insbesondere 
darf es bei einander widersprechenden medizinischen Berichten den Prozess nicht erledigen, 
ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die 
eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 
Arztberichtes ist demnach entscheidend, ob dieser für die streitigen Belange umfassend ist, auf 
allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis 
der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusam-
menhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schluss-
folgerungen der Expertin oder des Experten begründet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1, 125 V 351 
E. 3a).  

 
 
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5.2 Dennoch erachtet es die bundesgerichtliche Rechtsprechung mit dem Grundsatz der 
freien Beweiswürdigung als vereinbar, in Bezug auf bestimmte Formen medizinischer Berichte 
und Gutachten Richtlinien für die Beweiswürdigung aufzustellen (vgl. die ausführliche Zusam-
menstellung dieser Richtlinien in BGE 125 V 351 E. 3b mit zahlreichen Hinweisen; vgl. dazu 
auch BGE 135 V 465 E. 4.4 und 4.5). So kommt beispielsweise Berichten und Gutachten versi-
cherungsinterner Fachpersonen nicht derselbe Beweiswert zu wie einem im Verfahren nach 
Art. 44 ATSG eingeholten Gutachten externer Fachpersonen oder gar wie einem Gerichtsgut-
achten. An die Beweiswürdigung sind deshalb strenge Anforderungen zu stellen, wenn ein Ver-
sicherungsfall ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden soll. Bestehen 
auch nur geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen 
ärztlichen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 V 465 
E. 4.5 mit Hinweis; Urteil des Bundesgerichts vom 26. März 2015, 8C_879/2014, E. 5.3).  
 
6.1 Zur Frage der Unfallkausalität liegen folgende medizinische Unterlagen vor:  
 
6.2 Gemäss Bericht von G.____, FMH Radiologie, vom 23. November 2011 zeigte die 
MRT der rechten Hand eine unauffällige und intakte Darstellung der ossären Strukturen. Es 
gebe keinen Nachweis einer Fraktur und keinen Anhaltspunkt für eine Algodystrophie. Die Cor-
ticalis sei allseits intakt und die Artikulation in den Gelenken regelrecht. Es gebe keinen Nach-
weis ödematöser Veränderungen intraossär oder in den umgebenden Weichteilstrukturen. Die 
Darstellung der Extensoren- und Flexorensehnen sei unauffällig und der Bandapparat intakt. 
Insgesamt liege eine unauffällige MRT der rechten Hand vor.   
 
6.3 Der behandelnde Arzt D.____ beschrieb am 13. Januar 2012 gestützt auf eine Sono-
graphie eine unauffällige Streck- und Beugesehne, es läge kein Gelenkerguss vor und die 
palmare Platte sei mittelständig mit echoarmer Läsion. Es bestehe der Verdacht auf einen Sta-
tus nach Kapselriss und Läsion der palmaren Platte II/III rechts am 29. September 2011. Auf-
grund eines erheblichen Rehabilitationsdefizits sei eine intensive Ergotherapie angezeigt. Nach 
einem weiterhin protrahierten Heilungsverlauf stellte D.____ am 13. Juli 2012 eine schlagartige 
Besserung und eine sofortige Steigerung der Arbeitsfähigkeit fest. Gemäss Schreiben vom 
28. September 2016 arbeitete die Beschwerdeführerin ab 6. August 2012 wieder zu 100 %. Am 
26. September 2012 habe er die Behandlung bei vollständig wiederhergestellter Funktion des 
Zeige- und Mittelfingers abschliessen können.  
 
6.4 Der Hausarzt F.____ diagnostizierte am 5. November 2014 erneute Schmerzen im 
rechten dorsalen Handrücken und eine deutliche Druckempfindlichkeit im dorsalen Handbe-
reich, v.a. am zweiten und dritten proximalen Inter-Phalangeal-Gelenk. Es bestehe der Ver-
dacht auf eine Tendinitis der rechten Hand- und Fingersehne.  
 
6.5 Mit Bericht vom 24. November 2014 diagnostizierte D.____ eine posttraumatische 
Tendovaginitis stenosans des Ringbandes A1 Dig II rechts. Die Tendovaginitis stenosans sei 
nun als Folge des Unfalles aufgetreten. Eine Ringbandspaltung am rechten Zeigefinger sei indi-
ziert. 

 
 
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6.6 Am 30. Oktober 2015 – nach der Operation vom 5. Oktober 2015 – stellte D.____ ei-
nen protrahierten Heilungsverlauf mit Allodyne der sensiblen Hautnervenäste fest.  
 
6.7 H.____, FMH Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie sowie Handchirur-
gie und I.____, FMH Chirurgie und Handchirurgie, äusserten mit Bericht vom 4. Januar 2016 
den Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom. Gemäss Bericht vom 21. Januar 2016 bestätigte 
sich der Verdacht nicht, da sich neurographisch kein Hinweis auf ein  Karpaltunnelsyndrom 
zeigte.  
 
6.8 J.____, FMH Allgemein- und Unfallchirurgie, hielt im vertrauensärztlichen Bericht vom 
25. Mai 2016 Folgendes fest: Im Hinblick auf die Ausweitung der Schmerzen proximal weit über 
das ursprüngliche Schmerzareal des Zeigefingers hinaus bestehe die Möglichkeit einer 
Schmerzverarbeitungsproblematik bzw. somatoformen Schmerzstörung. Hinzu kämen Kribbel-
parästhesien, Kraftverlust und Störung der Feinmotorik, was nicht unfallkausal der Problematik 
am rechten Zeigefinger zugedacht werden könne. Bei einer Schmerzverarbeitungsproblematik 
wäre die persistierende Unfallkausalität ausgeschlossen.  
 
6.9 Laut der vertrauensärztlichen Stellungnahme von C.____ vom 2. September 2016 sei-
en nach dem Unfallereignis vom 29. September 2011 weder klinisch noch bildgebend je eindeu-
tig objektivierbare strukturpathologische Befunde erhoben worden. Dies zeige sich durch die 
blande MRT, auf der eine Verletzung der palmaren Platte klar abgrenzbar wäre. Auch sprächen 
die festgehaltenen klinischen Befunde gegen diese Pathologie, da weder eine Instabilität der 
palmaren Platte festgehalten worden sei noch eine entsprechende Druckdolenz bestanden ha-
be, was bei frischen Verletzungen fast zwingend sei. Der status quo sine sei auf morphologi-
scher Ebene bereits am 23. November 2011 und auf klinischer Ebene spätestens am 6. August 
2012 erreicht gewesen, da von da an während mehr als zwei Jahren eine 100 %-ige Arbeitsfä-
higkeit bestanden habe. Selbst bei computertomographisch nicht nachweisbaren mikroskopi-
schen Verletzungen an Zeige- und Mittelfinger wären die protrahierten Beschwerden kaum 
plausibel zu erklären. Die ab Herbst 2014 erneut aufgetretenen Beschwerden seien auf die 
Tendovaginitis stenosans zurückzuführen, welche überwiegend wahrscheinlich in keinem kau-
salen Zusammenhang zum Unfallereignis vom 29. September 2011 stehe.  
 
6.10 Mit Bericht vom 28. September 2016 führte der behandelnde Handchirurge D.____ 
aus, dass ein Kapselriss und eine Läsion der palmaren Platte sonographisch und damit bildge-
bend objektiviert worden seien. Bei solchen Verletzungen sei meist eine mehrwöchige bis sogar 
mehrmonatige ergotherapeutische Behandlung zur Funktionsverbesserung notwendig. Diese 
Therapien würden zu einem Reizzustand der permanent aktivierten Beugesehnen führen, wel-
che durch das Reiben an den Ringbandsystemen häufig zu einer Tendovaginitis stenosans auf 
Höhe des Ringbandes A1 führten. Demzufolge sei für ihn nicht plausibel, dass die Tendovagini-
tis stenosans am Zeigefinger unabhängig vom Unfallereignis und von der durchgeführten Ergo-
therapie zufällig aufgetreten sein soll. Für ihn stehe die Tendovaginitis stenosans überwiegend 
wahrscheinlich im Zusammenhang mit der ursprünglichen Verletzung.  
 

 
 
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6.11 Gemäss einem weiteren vertrauensärztlichen Bericht von K.____, Facharzt Chirurgie, 
vom 24. April 2017 sei das erlittene Anschlagtrauma eher ungeeignet gewesen, eine Kapselver-
letzung zu verursachen. Zudem würden auf der MRI-Aufnahme Hinweise auf die mit einem 
Kapselriss verbundenen Begleitverletzungen, wie eine Bonbruise fehlen. Des Weiteren sei ein 
kausaler Zusammenhang zwischen der Tendovaginitis stenosans und dem Unfallereignis schon 
aufgrund der Topographie auszuschliessen. Das Trauma habe dorsalseitig stattgefunden, das 
Ringband A1 läge jedoch volar zum Zeigefingergrundgelenk. Ferner seien ein Kapselriss und 
eine Läsion der palmaren Platte durch nichts belegt, es handle sich dabei lediglich um eine An-
nahme. Dass eine Kausalität zur Tendovaginitis stenosans sowie der Ergotherapie und somit 
zum Unfall bestehe, sei eine reine Behauptung. Die fraglichen Beugesehnen würden im tägli-
chen Leben stärker beansprucht als bei einer gelegentlichen Therapie. Ausserdem sei das 
Phänomen der Tendovaginitis stenosans häufig und in der weit überwiegenden Anzahl der Fäl-
le ohne jegliches Trauma evident.  
 
6.12 D.____ nahm am 22. Mai 2017 Stellung zu dem Bericht von K.____. Er äusserte die 
Vermutung, dass die Einschätzung von K.____ eine Gefälligkeitsbeurteilung sei. Es fehle 
K.____ wie auch C.____ an fachlicher Kompetenz für eine korrekte Beurteilung.  
 
6.13 L.____, FMH Handchirurgie und periphere Nervenchirurgie, Gutachter der IV-Stelle, 
nahm mit Schreiben vom 5. Juli 2017 Stellung zu den Einschätzungen der Vertrauensärzte. Die 
Stellungnahmen von J.____, C.____ und K.____ seien gut nachvollziehbar. Auch seines Erach-
tens bestehe kein pathomorphologisches Korrelat zur ursprünglichen Verletzung. Der Unfallme-
chanismus würde eine Kontusion und keine strukturelle Läsion beschreiben. Aufgrund der an-
schliessenden Schwellung im PIP-Gelenk hätte auch ohne eine strukturelle Läsion ein Rehabili-
tationsdefizit und eine Einsteifung stattfinden können, was in der Regel jedoch zu keiner persis-
tierenden Schmerzproblematik führen würde. Wahrscheinlicher seien unfallfremde Faktoren, 
welche zu den chronifizierten Schmerzen geführt hätten. Anzeichen für ein komplexes regiona-
les Schmerzsyndrom (CRPS) bestünden keine. Die später aufgetretene Tendovaginitis ste-
nosans könne durch einen Unfall begünstigt werden, trete in der Regel aber spontan auf. Ein 
Zusammenhang zum Unfall sei seines Erachtens eher unwahrscheinlich.  
 
7. Die Beschwerdeführerin bringt mit Beschwerde vom 29. Mai 2017 und Einsprache vom 
6. Oktober 2016 unter anderem vor, dass die Berichte von J.____, C.____ und K.____ mangels 
Fachkompetenz nicht geeignet seien, die Berichte von D.____ in Zweifel zu ziehen. Gemäss 
dem Bericht von C.____ vom 28. September 2016 sei es die ergotherapeutische Behandlung, 
die zu einem Reizzustand der permanent aktivierten Beugesehnen führe. Durch das Reiben an 
den Ringbandsystemen käme es häufig zu einer Tendovaginitis stenosans auf Höhe des Ring-
bandes A1. Der Kausalitätsnachweis sei dadurch erstellt. Zudem wird an der Stellungnahme 
von L.____ vom 5. Juli 2017 kritisiert, dass dieser keinerlei Bezug zur abweichenden Einschät-
zung vom behandelnden Handchirurgen D.____ nehme.  
 
8. Es trifft zu, dass die Vertrauensärzte der Beschwerdegegnerin allesamt keine Fachärz-
te für Handchirurgie sind. Doch auch Fachärzte für Chirurgie kennen sich mit der Anatomie der 
Hand aus. Zudem sieht L.____, Gutachter der IV-Stelle und Facharzt für Handchirurgie, die 

 
 
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Unfallkausalität ebenfalls als unwahrscheinlich und daher nicht mit überwiegender Wahrschein-
lichkeit als erstellt an. Aus seiner Sicht als Handchirurge hat L.____ die Einschätzungen der 
Vertrauensärzte explizit als zutreffend beurteilt. Das Gutachten wurde in Kenntnis der Vorakten 
sowie gestützt auf eine handchirurgische Untersuchung der Beschwerdeführerin erstellt. Die 
Beurteilung von L.____ ist schlüssig und leuchtet ein. Die Beschwerdeführerin wendet ein, dass 
der Kapselriss und die Läsion der palmaren Platte sonographisch objektiviert worden seien. 
Dem ist entgegen zu halten, dass es sich dabei um eine Verdachtsdiagnose handelt, hat doch 
D.____ nach Vornahme der sonographischen Untersuchung lediglich einen entsprechenden 
Verdacht geäussert. Wären die Verletzungen bildgebend eindeutig gewesen, wäre es wohl 
nicht bei der Verdachtsdiagnose geblieben. Letztlich kann offen bleiben, ob der Unfall zu einer 
strukturellen Läsion geführt hat. Denn im vorliegenden Verfahren gilt es zu beantworten, ob die 
Tendovaginitis stenosans mit überwiegender Wahrscheinlichkeit durch die intensive Ergothera-
pie verursacht worden ist. Unabhängig davon, ob es zu strukturellen Läsionen gekommen ist 
oder nicht, war die Ergotherapie durch den Unfall indiziert. Die Frage des kausalen Zusammen-
hangs zwischen der intensiven Ergotherapie und der Tendovaginitis stenosans wird einzig von 
D.____ bejaht. K.____ zeigt überzeugend auf, dass die fraglichen Beugesehnen durch den all-
täglichen Gebrauch stärker beansprucht werden als durch ergotherapeutische Übungen. Auch 
leuchtet nicht ein, weshalb erst zwei Jahre nach Abschluss der Behandlung therapiebedingte 
Beschwerden auftreten sollen. Viel offenkundiger erscheint als Ursache für die Überbeanspru-
chung die durch die Beschwerdeführerin täglich verrichtete manuelle Arbeit mit dem Lötkolben 
(Lötarbeiten mit Daumen und Zeigefinger) und somit intensive mechanische Beanspruchung 
durch den stereotypen Bewegungsablauf. Die ergotherapeutische Behandlung stellt eine mögli-
che, jedoch keine überwiegend wahrscheinliche Folge des Unfallereignisses dar. Zuletzt mo-
niert die Beschwerdeführerin die fehlende Auseinandersetzung von L.____ mit den Einschät-
zungen von D.____. Diesem Einwand kann kein Gehör geschenkt werden. L.____ hat die Ein-
schätzungen der Vertrauensärzte explizit bestätigt und sich insofern indirekt mit der Beurteilung 
von D.____ auseinandergesetzt, als die Vertrauensärzte zuvor die Beurteilungen von D.____ 
begründet widerlegt haben.  
 
9. Aus dem Gesagten folgt zusammenfassend, dass die Beschwerdegegnerin in Bezug 
auf den ab Herbst 2014 geltend gemachten Rückfall der Versicherten zu Recht eine Leistungs-
pflicht aus der obligatorischen Unfallversicherung verneint hat. Der angefochtene Einsprache-
entscheid vom 26. April 2016 ist demnach nicht zu beanstanden, was zur Abweisung der dage-
gen erhobenen Beschwerde führt. 
 
10. Nach der Rechtsprechung sind unter dem Titel Parteientschädigung auch die Kosten 
privat eingeholter ärztlicher Berichte zu vergüten, soweit diese für die Entscheidfindung uner-
lässlich waren (BGE 115 V 62 E. 5c; Urteil des Bundesgerichts vom 24. April 2007, I 1008/06, 
E. 3.1 mit weiteren Hinweisen). Dieser Grundsatz ist für das Verwaltungsverfahren ausdrücklich 
in Art. 45 Abs. 1 ATSG festgehalten (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, Zürich/Basel/Genf 2015, 
Art. 45 Rz. 18 ff.). Im vorliegenden Fall fordert die Beschwerdeführerin die Kosten für den Be-
richt von D.____ vom 28. September 2016 in der Höhe von Fr. 350.-- zurück. Da diese Stel-
lungnahme für den Ausgang des Beschwerdeverfahrens nicht ausschlaggebend ist, kann dies-
bezüglichem Begehren nicht entsprochen werden.  

 
 
Seite 10   http://www.bl.ch/kantonsgericht 

 
11.  Art. 61 lit. a ATSG hält fest, dass das Verfahren vor dem kantonalen Gericht für die 
Parteien kostenlos zu sein hat. Es sind deshalb für das vorliegende Verfahren keine Kosten zu 
erheben. Die ausserordentlichen Kosten sind dem Prozessausgang entsprechend wettzuschla-
gen. 
 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

 3. Der Antrag der Beschwerdeführerin auf Vergütung der Kosten für den 
Bericht von Dr. med. Bernhard Angly vom 28. September 2016 in der 
Höhe von Fr. 350.-- wird abgewiesen. 

 4. Im Übrigen werden die ausserordentlichen Kosten wettgeschlagen.