# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2836412e-996a-5843-8c75-463bb7468dca
**Source:** Schwyz (SZ)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-01-14
**Language:** de
**Title:** Schwyz Verwaltungsgericht 1. Kammer 14.01.2022 I 2021 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SZ_Verwaltungsgericht/SZ_VG_003_I-2021-50_2022-01-14.pdf

## Full Text

Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz
Kammer I

I 2021 50

Entscheid vom 14. Januar 2022 

Besetzung Dr.iur. Vital Zehnder, Vizepräsident
Dr.med. Bernhard Zumsteg, Richter
Dr.med. Pierre Lichtenhahn, Richter
MLaw Manuel Gamma, Gerichtsschreiber

Parteien A.________,
Beschwerdeführerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. B.________,

gegen

Suva, Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1, Postfach, 6002 Luzern,
Vorinstanz,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr.iur. C.________,

Gegenstand Unfallversicherung (Fallabschluss, Leistungen)

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Sachverhalt:

A. A.________ (Jg. 1972; Serbische Staatsangehörige, verheiratet), war seit 
Mitte August 2013 bei der D.________ AG als Reinigungsmitarbeiterin Unterhalt 
(Pensum zu 7.24h pro Woche) bzw. seit Januar 2015 bei der E.________ AG als 
Unterhaltsreinigerin angestellt (Pensum zu 8h pro Woche; vgl. SUVA-act. 1 f.), 
als sie  am 3. Oktober 2017 als Beifahrerin in einen Verkehrsunfall involviert war 
und dabei ein Polytrauma erlitt mit Thoraxtrauma mit Rippenserienfraktur links 
und rechts und Hämatothorax rechts, LWK-1-Fraktur, Abdominaltrauma mit Le-
berruptur, Milz- und Nierenlazeration rechts Grad II, Nierenlazeration links Grad I, 
Dünndarm- und Colon-Ascendens-Ruptur, Duodenumruptur Pars III, Ruptur 
Zwerchfell rechts 5 cm Länge, Contusio cordis sowie eine Rissquetschwunde 
praepatellär links (vgl. z.B. Suva-act. 77 S. 1; angefochtener Einspracheent-
scheid S. 2 lit. B). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht und erbrachte die 
gesetzlichen Leistungen (vgl. Suva-act. 60 ff.; angefochtener Einspracheent-
scheid S. 2 lit. C). 

B.1 Mit Verfügung vom 10. Dezember 2019 hat die Suva gestützt auf die Beur-
teilung des Kreisarztes Dr.med. F.________ vom 28. Oktober 2019 den Fall per 
Ende Juni 2019 abgeschlossen, die Zusprache einer Invalidenrente abgelehnt 
sowie eine Integritätsentschädigung von 10% zugesprochen (vgl. Suva-act. 325). 
Mit Eingabe vom 6. Januar 2020 liess A.________ "Einsprache gegen Verfügung 
vom 10. Dezember 2019 betreffend Integritätsschaden" erheben (Suva-act. 334). 
In der Folge erklärte die Suva mit Schreiben vom 26. Mai 2020 namentlich, es 
seien weitere medizinische Abklärungen einzuleiten, sie nehme den Entscheid 
vom 10. Dezember 2019 vollumfänglich zurück und es werde nach Eingang der 
medizinischen Akten ein neuer Entscheid über die Integritätsentschädigungs-
höhe sowie die allfällige Rente erlassen; am Fallabschlusszeitpunkt per 30. No-
vember 2019 halte sie voraussichtlich fest, womit ab dem 1. Dezember 2019 we-
der Taggeldleistungen noch Heilungskosten zu gewähren seien (vgl. Suva-
act. 353). 

B.2 Nach weiteren Abklärungen und nach Vorliegen eines von der Suva in Auf-
trag gegebenen interdisziplinären Gutachtens der G.________ (vom 22.12.2020; 
Suva-act. 383), verfügte die Suva am 22. Januar 2021 (Suva-act. 392) den 
Fallabschluss per Ende Juli 2019 - wobei entgegenkommenderweise die Versi-
cherungsleistungen erst per 30. November 2019 eingestellt worden seien -, dass 
keine Invalidenrente, hingegen eine Integritätsentschädigung von Fr. 29'640.-- 
auf Basis einer sich aus der ärztlichen Beurteilung ergebenden Integritätseinbus-
se von 20% zugesprochen werden könne. 

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C. Mit Eingabe vom 27. Januar 2021 erhob A.________ Einsprache gegen die 
Verfügung vom 22. Januar 2021 (Vi-act. 395), welche von der Vorinstanz mit 
Einspracheentscheid vom 21. Juli 2021 abgewiesen wurde (Vi-act. 404 = Bf-
act. 2). 

D. A.________ lässt am 17. August 2021 gegen den Einspracheentscheid 
vom 21. Juli 2021 beim Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz fristgerecht Be-
schwerde erheben mit den Rechtsbegehren: 

1. Der Einspracheentscheid vom 21. Juli 2021 sei aufzuheben.

2. Die Beschwerdegegnerin habe einstweilen weiter Taggeld auszurichten, bis 
die Invalidenversicherung die Eingliederungsmassnahmen abgeschlossen 
hat.

3.1 Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdefüh-
rerin auch für die psychischen Unfallfolgen UVG-Leistungen auszurichten, 
insbesondere eine psychisch bedingte Integritätsentschädigung von zusätzlich 
20% sowie eine ganze Rente.

3.2 Subeventualiter sei die Sache zur sorgfältigen und rechtsgenüglichen Ab-
klärung der psychischen Beschwerden im Rahmen von Art. 43 ATSG an die 
Beschwerdegegnerin zurückzuweisen mit der Verpflichtung, ein psychiatri-
sches und/oder psychosomatisches Teilgutachten im G.________ einzuholen 
und danach über den Anspruch auf eine psychisch bedingte Rente und Inte-
gritätsentschädigung neu zu entscheiden.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (inkl. MWST) zulasten der Be-
schwerdegegnerin. 

E. Mit Vernehmlassung bzw. Beschwerdeantwort vom 17. September 2021 
beantragt die Suva, die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen, soweit 
darauf einzutreten sei. 

Mit Replik vom 27. September 2021 lässt die Beschwerdeführerin an den 
Anträgen der Beschwerde, mit Ausnahme von Antrag Ziff. 3.1, festhalten. 
Sinngemäss handle es sich bei der beantragten "ganzen" Rente um ein 
Versehen bzw. einen Verschreiber. Der Abgeänderte Antrag Ziff. 3.1 laute wie 
folgt: 

3.1 Eventualiter sei die Beschwerdegegnerin zu verpflichten, der Beschwerdefüh-
rerin auch für die psychischen Unfallfolgen UVG-Leistungen auszurichten, 
insbesondere eine psychisch bedingte Integritätsentschädigung von zusätzlich 
20% sowie eine volle Rente.

Am 20. Oktober 2021 lässt die Suva vollumfänglich an ihren bisherigen Aus-
führungen und Anträgen im angefochtenen Einspracheentscheid bzw. in der 
Vernehmlassung festhalten. 

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Das Verwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. Mit Verfügung vom 22. Januar 2021 bestätigte die Suva den Fallabschluss 
per Juli 2019 (bei "entgegenkommenderweise" Einstellung der Versicherungsleis-
tungen erst per 30.11.2019), verneinte einen Invalidenrentenanspruch und 
sprach eine Integritätsentschädigung bei einer Integritätseinbusse von 20%. Mit 
dem vorliegend angefochtenen Einspracheentscheid vom 21. Juli 2021 befand 
die Suva, die Verfügung vom 22. Januar 2021 erweise sich in allen Punkten als 
rechtens. Die Beschwerdeführerin bestreitet dies, wobei im Zentrum der korrekte 
Zeitpunkt des Fallabschlusses sowie die adäquate Unfallkausalität der geklagten 
Beschwerden strittig sind.

2.1 Gemäss Art. 6 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung 
(UVG; SR 832.20) vom 20. März 1981 werden Leistungen der Unfallversicherung 
bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt, soweit 
das Gesetz nichts Anderes bestimmt. Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat der Versi-
cherte Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen. Ist der Ver-
sicherte infolge des Unfalles voll oder teilweise arbeitsunfähig, so hat er An-
spruch auf ein Taggeld (vgl. Art. 16 Abs. 1 UVG). Wird der Versicherte infolge 
des Unfalles invalid, so hat er Anspruch auf eine Invalidenrente (vgl. Art. 18 Abs. 
1 UVG). Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche 
Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er An-
spruch auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG).

2.2 Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers setzt dabei voraus, dass zwi-
schen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, 
Tod) ein natürlicher und adäquater Kausalzusammenhang besteht (BGE 134 V 
109 Erw. 2.1; BGE 129 V 177 Erw. 3.1 f.). 

2.2.1 Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Um-
stände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten 
oder nicht als in der gleichen Weise bzw. nicht zur gleichen Zeit eingetreten ge-
dacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des 
natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleini-
ge oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass 
das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche 
oder geistige Integrität des Versicherten beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern 
Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene ge-
sundheitliche Störung entfiele; m.a.W. wenn der Unfall überwiegend wahrschein-
lich zumindest eine indirekte Teilursache der gesundheitlichen Beschwerden ist 

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(BGE 142 V 435 Erw. 1; BGE 134 V 109 Erw. 2.1; Urteil BGer 8C_689/2019 vom 
9.3.2020 Erw. 5.3 je mit Hinweisen). 

Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung 
ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die 
Verwaltung (im Beschwerdefall der Richter) im Rahmen der ihr obliegenden Be-
weiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der 
überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat (BGE 138 V 218 Erw. 6; BGE 
126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen). Die blosse Möglichkeit eines Zusammen-
hangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruchs nicht (BGE 129 V 
177 Erw. 3.1; BGE 119 V 338 Erw. 1; BGE 118 V 289 Erw. 1b). 

2.2.2 Die Leistungspflicht des Unfallversicherers setzt des Weiteren voraus, dass 
zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater 
Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann 
als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen 
Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, 
einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Er-
folges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 
177 Erw. 3.2; BGE 125 V 461 Erw. 5a, je mit Hinweisen). Dabei ist es Aufgabe 
des Arztes, den natürlichen Kausalzusammenhang zu beurteilen, während es der 
Verwaltung und im Beschwerdefall dem Gericht obliegt, die Frage nach dem 
adäquaten Kausalzusammenhang zu beantworten (BGE 123 III 110 Erw. 2). 
Die Adäquanz als rechtliche Eingrenzung der sich aus dem natürlichen Kausal-
zusammenhang ergebenden Haftung des Unfallversicherers spielt bei organisch 
objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen praktisch keine Rolle, da sich hier die 
adäquate und natürliche Kausalität weitgehend decken (BGE 134 V 109 Erw. 2). 
Unfallfolgen sind dann organisch objektiv ausgewiesen, wenn die Untersu-
chungsergebnisse objektivierbar sind, d.h. reproduzierbar und von der Person 
des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind. Von or-
ganisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen kann somit erst dann gesprochen 
werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärun-
gen bestätigt wurden und die hierbei angewendeten Untersuchungsmethoden 
wissenschaftlich anerkannt sind (BGE 138 V 248 Erw. 5.1; Urteile BGer 
8C_301/2017 vom 24.4.2018 Erw. 2; 8C_849/2011 vom 29.5.2012 Erw. 4.1 
m.w.H.).
Anders verhält es sich bei natürlich unfallkausalen, aber organisch nicht objektiv 
ausgewiesenen Beschwerden. Hier bedarf es einer besonderen Adäquanzbeur-
teilung (BGE 138 V 248 Erw. 4; Urteil BGer 8C_801/2017 vom 24.4.2018       
Erw. 4.2.2). Dabei ist vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen, und es 

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sind je nachdem weitere unfallbezogene Kriterien einzubeziehen (BGE 134 V 
109 Erw. 2.1). Hat die versicherte Person beim Unfall eine Verletzung erlitten, 
welche die Anwendung der Schleudertrauma-Rechtsprechung rechtfertigt, so 
sind hierbei die durch BGE 134 V 109 Erw. 10 präzisierten Kriterien massge-
bend. Ist diese Rechtsprechung nicht anwendbar, so sind grundsätzlich die 
Adäquanzkriterien, welche für psychische Fehlentwicklungen nach einem Unfall 
entwickelt wurden (BGE 115 V 133 Erw. 6c/aa; sog. Psycho-Praxis), anzuwen-
den (BGE 134 V 109 Erw. 2.1; vgl. zum Ganzen auch: Urteil BGer 8C_216/2009 
vom 28.10.2009 Erw. 2). Steht aufgrund einer speziellen Adäquanzprüfung fest, 
dass ein allfällig bestehender natürlicher Kausalzusammenhang nicht adäquat 
und damit nicht rechtsgenüglich wäre, ist die Frage, ob der natürliche Kausalzu-
sammenhang tatsächlich besteht, nicht entscheidrelevant. Anders ist lediglich in 
jenen Fällen zu entscheiden, in denen der Sachverhalt für eine einwandfreie 
Adäquanzprüfung nicht hinreichend abgeklärt ist (BGE 135 V 465 Erw. 5.1).

2.3 Ist eine versicherte Person infolge des Unfalles mindestens zu 10% invalid, 
so hat sie gemäss Art. 18 Abs. 1 UVG Anspruch auf eine Invalidenrente der Un-
fallversicherung. 

2.4 Erleidet der Versicherte durch den Unfall eine dauernde erhebliche Schädi-
gung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität, so hat er Anspruch 
auf eine angemessene Integritätsentschädigung (Art. 24 Abs. 1 UVG). Ein Inte-
gritätsschaden gilt als dauernd, wenn er voraussichtlich während des ganzen Le-
bens mindestens in gleichem Umfang besteht. Er ist erheblich, wenn die körperli-
che, geistige oder psychische Integrität, unabhängig von der Erwerbsfähigkeit, 
augenfällig oder stark beeinträchtigt wird (Art. 36 Abs. 1 der Verordnung über die 
Unfallversicherung [UVV; SR 832.202] vom 20.12.1982). 

2.5 Gemäss dem in Art. 43 Abs. 1 ATSG normierten Untersuchungsgrundsatz 
hat der Versicherungsträger die notwendigen Abklärungen von Amtes wegen 
vorzunehmen. Diese Untersuchungspflicht gilt grundsätzlich auch im Gerichtsver-
fahren (Kieser, ATSG-Kommentar, 3. Aufl., Art. 43 Rz. 28). Was notwendig ist, 
ergibt sich zum einen daraus, in welchem Umfang Abklärungen vorzunehmen 
sind, und zum anderen daraus, in welcher Tiefe dies der Fall ist. Zunächst sind 
die für die zu entscheidende Frage massgebenden Bereiche abzustecken und in 
der Folge ist der Sachverhalt abzuklären. Die Verwaltung als verfügende Instanz 
und im Beschwerdefall das Gericht dürfen eine Tatsache nur dann als bewiesen 
annehmen, wenn sie von ihrem Bestehen überzeugt sind.

2.6 Im Sozialversicherungsrecht hat das Gericht seinen Entscheid, sofern das 
Gesetz nicht etwas Abweichendes vorsieht, nach dem Beweisgrad der überwie-

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genden Wahrscheinlichkeit zu fällen (BGE 146 V 51 Erw. 5.1). Die blosse     
Möglichkeit eines bestimmten Sachverhalts genügt den Beweisanforderungen 
nicht. Der Richter und die Richterin haben vielmehr jener Sachverhaltsdarstel-
lung zu folgen, die sie von allen möglichen Geschehensabläufen als die wahr-
scheinlichste würdigen (BGE 138 V 218 Erw. 6; BGE 126 V 353 Erw. 5b; BGE 
125 V 193 Erw. 2). Der Untersuchungsgrundsatz schliesst die Beweislast im Sin-
ne der Beweisführungslast begriffsnotwendig aus, da es Sache des Sozialversi-
cherungsgerichts (oder der verfügenden Verwaltungsstelle) ist, für die Zusam-
mentragung des Beweismaterials besorgt zu sein. Im Sozialversicherungspro-
zess tragen mithin die Parteien in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im 
Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausfällt, die 
aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese 
Beweisregel greift allerdings erst Platz, wenn es sich als unmöglich erweist, im 
Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes aufgrund einer Beweiswürdigung einen 
Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit für sich hat, der 
Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 Erw. 3b; Urteil BGer 8C_663/2009 
vom 27.4.2010 Erw. 2.2). Auf ein beantragtes Beweismittel kann ohne Verletzung 
des Gehörsanspruches des Versicherten verzichtet werden, wenn die Verwal-
tung oder der Richter bei pflichtgemässer Beweiswürdigung zur Überzeugung 
gelangt, der Sachverhalt, den eine Partei beweisen will, sei nicht rechtserheblich 
oder der angebotene Beweis vermöge keine Abklärungen herbeizuführen. In der 
damit verbundenen antizipierten Beweiswürdigung kann kein Verstoss gegen das 
rechtliche Gehör nach Art. 29 Abs. 2 BV erblickt werden (BGE 122 V 157 Erw. 
1.d mit Hinweis auf BGE 104 V 209 Erw. a und BGE 119 V 335 Erw. 3c je mit 
Hinweisen).

2.7 Für das gesamte Verwaltungs- und Verwaltungsgerichtsverfahren gilt der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung (Art. 43 und 61 ATSG). Danach haben 
die beurteilenden Instanzen die Beweise frei, d.h. ohne Bindung an förmliche 
Beweisregeln, sowie umfassend und pflichtgemäss zu würdigen und alle Be-
weismittel unabhängig davon, von wem sie stammen, objektiv zu prüfen und da-
nach zu entscheiden, ob die verfügbaren Unterlagen eine zuverlässige Beurtei-
lung des streitigen Rechtsanspruchs gestatten. 

2.8.1 Zur Feststellung natürlicher Kausalzusammenhänge im Bereich der Medi-
zin ist die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall der Richter wesensgemäss auf 
Angaben ärztlicher Fachkräfte angewiesen. Hinsichtlich des Beweiswerts eines 
Arztberichts ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfas-
send ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwer-
den berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten bzw. der Anamnese abgegeben 

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worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Be-
urteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen 
der Fachperson begründet sind (BGE 134 V 231 Erw. 5.1). Ausschlaggebend für 
den Beweiswert eines ärztlichen Gutachtens ist grundsätzlich weder die Herkunft 
eines Beweismittels noch die Bezeichnung der eingereichten oder in Auftrag ge-
gebenen Stellungnahme als Bericht oder Gutachten (BGE 125 V 351 Erw. 3a; 
BGE 122 V 157 f. Erw. 1c mit Hinweisen; Weber, 'Hürden' und 'Hilfen' bei der 
richterlichen Würdigung von medizinischen Gutachten, JaSo 2020, S. 199).

2.8.2 Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Suva und durch 
UVG-Privatversicherer eingeholten Gutachten von externen Spezialärzten, wel-
che auf Grund eingehender Beobachtungen und Untersuchungen sowie nach 
Einsicht in die Akten Bericht erstatten und bei der Erörterung der Befunde zu 
schlüssigen Ergebnissen gelangen, ist bei der Beweiswürdigung volle Beweis-
kraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit 
der Expertise sprechen (BGE 137 V 210 Erw. 1.3.4; BGE 125 V 351 Erw. 3b/bb). 
Zu beachten ist, dass die SUVA bei der Einholung von solchen Gutachten nach 
Art. 44 ATSG sowie sinngemäss nach den Bestimmungen des Bundeszivilpro-
zesses zu verfahren und insbesondere die in Art. 57 ff. BZP genannten Mitwir-
kungsrechte der Verfahrensbeteiligten zu beachten hat (RKUV 1993 Nr. U 167 S. 
96 Erw. 5b; BGE 137 V 210 Erw. 3.4; Marco Weiss, Die Mitwirkungsrechte der 
Bundeszivilprozessordnung im Sozialversicherungsrecht, AJP 9/2016, S. 1212), 
was sinngemäss auch für die nach Art. 68 Abs. 1 UVG zugelassenen Privatversi-
cherer gilt (BGE 120 V 361 f. Erw. 1c). 

2.8.3 Auch den Berichten versicherungsinterner Ärzte kann rechtsprechungs-
gemäss Beweiswert beigemessen werden, sofern sie als schlüssig erscheinen, 
nachvollziehbar begründet sowie in sich widerspruchsfrei sind und keine Indizien 
gegen ihre Zuverlässigkeit bestehen (RKUV 1991 Nr. U 133 S. 311). Ein Anstel-
lungsverhältnis dieser Person zum Versicherungsträger alleine lässt nicht schon 
auf mangelnde Objektivität und Befangenheit schliessen. Es bedarf vielmehr be-
sonderer Umstände, welche das Misstrauen in die Unparteilichkeit der Beurtei-
lung objektiv als begründet erscheinen lassen. Soll ein Versicherungsfall jedoch 
ohne Einholung eines externen Gutachtens entschieden werden, so sind an die 
Beweiswürdigung strenge Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe 
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztli-
chen Feststellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 139 
V 225 Erw. 5.2; BGE 135 V 465 Erw. 4.4 mit Hinweisen). 

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3. Was das Unfallereignis vom 3. Oktober 2017 und den Gesundheitszustand 
der Beschwerdeführerin anbelangt, ergibt sich aus den Akten: 

3.1.1 Mit Unfallmeldung vom 3. Oktober 2017 meldete die eine Arbeitgeberin der 
Beschwerdeführerin, diese habe am 3. Oktober 2017 auf dem Arbeitsweg einen 
Unfall gehabt. Das Fahrzeug, in welchem die Beschwerdeführerin als Beifahrerin 
gesessen sei, sei auf die Gegenfahrbahn geraten und dort mit einem Polizeiauto 
frontal kollidiert. Sie habe "verschiedene innere" bzw. "andere innere Verletzun-
gen" erlitten und sei voraussichtlich länger als einen Monat arbeitsunfähig. Die 
Erstbehandlung sei im Spital H.________, die Nachbehandlung im I.________ 
Spital erfolgt (Suva-act. 1).

3.1.2 Mit Unfallmeldung vom 4. Oktober 2017 beschreibt die zweite Arbeitgebe-
rin, die Beschwerdeführerin habe als "Fahrer oder Mitfahrer" einen "Autounfall 
frontal" gehabt. Sie habe Quetschungen am Bauch erlitten und sei voraussicht-
lich länger als einen Monat arbeitsunfähig. Die Erstbehandlung sei im I.________ 
Spital erfolgt (Suva-act. 2). 

3.1.3 Im Polizeirapport vom 25. Dezember 2017 wird der Unfallhergang wie folgt 
beschrieben (vgl. Suva-act. 80 S. 7 f.): Am 3. Oktober 2017, 05:00 Uhr, sei 
J.________ mit einem Personenwagen mit schätzungsweise 40 km/h auf der 
____-strasse Richtung H.________ gefahren. Während der Fahrt habe die Bei-
fahrerin A.________ (= A.________ bzw. Beschwerdeführerin) der Fahrerin eine 
Coca-Cola-Flasche überreicht. Nachdem diese aus der Flasche getrunken habe, 
habe sie diese wieder der Beschwerdeführerin übergeben, in den dritten Gang 
geschaltet, dabei auf den Ganghebel geschaut und sei auf die Gegenfahrbahn 
geraten. Dort sei sie frontal mit einem Patrouillenfahrzeug der Kantonspolizei 
H.________ kollidiert, welches mit ca. 50 km/h gefahren sei. Durch die Kollision 
seien alle Personen verletzt worden. 

3.1.4 Den in der Folge von der Staatsanwaltschaft ________ vorgenommen Be-
fragungen ist einerseits zu entnehmen, die Beschwerdeführerin sei nach dem 
Unfall bewusstlos gewesen oder aber im Auto sitzend ansprechbar gewesen (vgl. 
Suva-act. 80-18/40 Frage 42, 80-27/40 Frage 19, 80-33/40 Frage 17).

3.2 Am Unfalltag wurde im Röntgeninstitut H.________ die Untersuchung "CT 
Polytrauma, CT Knie" durchgeführt. Im Bericht vom 3. Oktober 2017 gelangte 
Dr.med. K.________ (Fachärztin FMH Radiologie und Neuroradiologie) zu fol-
gender Beurteilung (vgl. Suva-act. 52 S. 2 f.):

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Dislozierte Fraktur der 9. des 11. Rippe rechts, angrenzend Hämatopneumothorax, 
Saumbreite von ca. 2 cm. Erweiterte, flüssigkeitsgefüllte Ösophagus mit kleinen 
Lufteinschlüssen im Mediastinum. 
Ausgedehnte Organlazeration der Leber, der Milz und der Nieren. Angrenzende 
freie Flüssigkeit und freie intraabdominelle Luft. 
Supraumbilikale Verletzung der Bauchwand, angrenzend Lufteinschlüsse und De-
hiszenz von ca. 5 mm. Mögliche Verletzung der Blasenwand bei ausgedehnter 
Flüssigkeit im kleinen Becken. 
Deckplattenimpressionsfraktur LWK 1 mit Absprengung der Vorderkante bei erhal-
tener Hinterkante. Höhenminderung ventral um ca. 30%. Fraktur des rechten Pro-
cessus transversus mehr im BWK 11 und BWK 12 und LWK 1. Kurzstreckige Kon-
trastmittelaussparung am Abgang des Truncus coeliacus, jedoch kein Kontrastmit-
telaustritt (…). 
Keine intrakranielle Blutung. Keine Einklemmungszeichen.

3.3 Ebenfalls am 3. Oktober 2017 diagnostizierten die Operateure Prof. 
Dr.med. AA.________ (Chefarzt Viszeralchirurgie) und Dr.med. L.________ 
(Oberärztin; beide I.________ Spital) nach notfallmässiger Zuweisung mit der 
REGA, vgl. Suva-act. 15 S. 3) und Indikation zur notfallmässigen Laparotomie 
neben Diabetes mellitus Typ II ein Polytrauma nach Verkehrsunfall wie oben im 
Ingress Bst. A beschrieben (indes ohne Ruptur Zwerchfell, Contusio cordis, so-
wie "RQW praepatellär" links). Dem Operationsbericht ist zu entnehmen (Suva-
act. 13): 

Operation
1. Bülaudrainageeinlage (Chr.24) rechts 
2. Explorative Laparotomie 
3. Dünndarmsegmentresektion, Duodenumnaht, Seit zu End - Duodenojejunosto-

mie 
4. Endständiges Transversostoma und Blindverschluss aboraler Schenkel 
5. Lebernaht 
6. Cholezystektomie 
7. Abthera-VAC 

(…)
Verlauf der Operation
(…)
Intraabdominale Befunde: mehrere Liter Blut. Als Blutungsquelle lässt sich einer-
seits ein partieller Abriss der ersten Mesenterialwurzel identifizieren sowie eine 
Blutung aus einer tiefen Läsion zwischen Segment V und VI. Die Milz ist intakt. 
Das Querkolon ist komplett zerrissen, und es kam zu Stuhlaustritt in den Ober-
bauch. Ebenfalls zeigt sich eine komplette Durchtrennung des Dünndarmes ca. 45 
cm ab Treitz. Bei der weiteren Exploration finden wir noch im Duodenum Pars III 
eine kleine Perforation von ca. 1 cm an der Hinterwand.

Zum Procedere wurde namentlich "Planung der LWK I-Fraktur durch die Wir-
belsäulen-Chirurgen in 2-3 Tagen genannt". 

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3.4 Gemäss Operationsbericht vom 6. Oktober 2017 führte Dr.med. 
M.________ (Oberarzt, I.________ Spital) bei "Indikation zum Second Look nach 
48 h" und bei gleichbleibender (vgl. Erw. 3.3), indes um "Ruptur Zwerchfell rechts 
auf 5cm Länge" ergänzter Diagnose am 5. Oktober 2017 folgende Operation 
durch: 1. Revisionslaparotomie und Abdominallavage; 2. Naht Diaphragma 
rechts; 3. Neuanlage Abthera VAC (Suva-act. 14). 

3.5.1 Am 6. Oktober 2017 führten Dr.med. N.________ und Dr.med. O.________ 
im I.________ Spital bei bekannter Diagnose die Operation "Dorsale minimal-
invasive transpedikuläre Stabilisation Th11 - L2 (Medtronic Longitude, 
7.5/6.5mm, poly- und monoaxial) beidseitig" durch (Suva-act. 69). 

3.5.2 Ebenfalls am 6. Oktober 2017 wurde bei der Diagnose "Instabile Thorax-
wand anterolateral bei dislozierten Rippenserienfrakturen rechts" die Operation 
"Plattenosteosynthesen Rippen 8, 9 und 10 (MatrixRib) rechts" durchgeführt (Su-
va-act. 70). Im Operationsbericht wurde u.a. erwähnt, der Knochen sei insgesamt 
etwas osteoporotisch, die winkelstabilen Schrauben würden aber festsitzen; die 
Thoraxwand sei wieder anatomisch aufgerichtet. 

3.6 Am 8. Oktober 2017 wurde die Beschwerdeführerin erneut im I.________ 
Spital operiert, weil sich 3 Tage nach der letzten abdominellen Revision gallige 
Flüssigkeit im Abthera-VAC zeigte. Dr.med. P.________ (Oberärztin) und 
Dr.med. Q.________ (Assistenzärztin) führten gemäss Bericht vom 19. Oktober 
2017 die folgende Operation durch: 1. Abdomenrevision mit Lavage; 2. Trans-
versostoma-Rückverlagerung; 3. Abthera-Vac Wechsel; 4. Ausräumung eines Bi-
lioms und erneute Übernähung Lebereinriss (Suva-act. 68).

3.7.1 Am 10. Oktober 2017 erfolgte im I.________ Spital durch Dr.med. 
R.________ (Oberarzt) und Dr.med. S.________ (Oberarzt) ein weiterer operati-
ver Eingriff bei der um "Postoperatives Biliom bei diffuser Gallenleck-age im Be-
reich der Lebernaht Segment V/VI" ergänzten bekannten Diagnose (Suva-
act. 71). Gemäss Operationsbericht vom Folgetag von Dr.med. R.________ um-
fasste die Operation: 1. Revisionslaparotomie und Abdominallavage; 2. Partieller 
Verschluss des Abdomens; 3. Einlage eines VAC-Verbands; 4. Bülaudrainage-
neinlage (Chr.24) links. Den Ausführungen zum Operationsverlauf ist namentlich 
zu entnehmen, dass es aufgrund der Spannung nicht möglich war, den mittleren 
Teil der Laparotomie von 15 cm zu verschliessen. Zum Procedere hielt er u.a. 
fest: Verschluss der Faszienlücke in 3 Tagen. 

12

3.7.2 Gemäss Operationsbericht vom 28. November 2017 führte Dr.med. 
S.________ am 12. Oktober 2017 diese "Komplettierung des Bauchdeckenver-
schlusses" durch (Suva-act. 72). 

3.8 Gemäss Bericht vom 19. Oktober 2017 wurde am 18. Oktober 2017 von 
Dr.med. T.________ (AA Zentrum für Intensivmedizin, I.________ Spital) bei der 
Versicherten bei Indikation "Verzögerte Entwöhnung von der Beatmung" eine 
"halboffene, dilatative Tracheotomie nach Ciaglia Blue Dolphin" durchgeführt 
(Suva-act. 74). 

3.9 Am 29. Oktober 2017 wurde die Versicherte von Dr.med. U.________ ope-
riert. Die Operation umfasste (1.) Diagnostische Thorakoskopie rechts bzw. (2.) 
Konversion auf offene pleurale Dekortikation und Adhäsiolyse rechts. Dem Ope-
rationsbericht vom 2. November 2017 ist folgende Diagnose zu entnehmen (Su-
va-act. 73):

1. Verdacht auf infizierten Hämatothorax DD Pleuraempyem rechts
- St. nach Pattenosteosynthesen wegen instabiler Thoraxwand 8, 9 und 10 

rechts am 6.10.2017
- St. nach ausgeprägten segmentalen Lungenembolien Unterlappen beidseits 

(CT 16.10.2017), seither therapeutische Liqueminisierung
- Progrediente Ergussbildung pleural rechts mit Septenbildung
- Anstieg der Infektparameter und Fieber 38.5

3.10.1 Im undatierten Bericht des I.________ Spitals (wohl vom 31.10.2017, 
vgl. Suva-act. 21 S. 3 [sogleich Erw. 3.10.2]) wurde die bekannte Diagnose um 
"Contusio cordis" sowie "RQW praepatellär links" ergänzt. Als weitere Diagnosen 
bzw. Komplikationen im Verlauf wurden aufgeführt (Suva-act. 21 S. 5):

3. Postoperatives Biliom bei diffuser Gallenleckage im Bereich von der Lebernaht 
Segment V/VI ED 08.10.2017

4. Bilaterale Pneumonie mit respiratorischer Insuffizienz ED 12.10.201
- rechts: im Rahmen des Traumas und postoperativ
- links: V.a. Aspirationspneumonie und posttraumatisch

5. Herpes nasalis (HSV I) ED 14.10.2017
- keine oukulare Beteiligung

6. Thrombose der V. jugularis interna rechts ED 15.10.2017
7. Periphere Lungenembolien beidseits ED 15.10.2017
8. Respiratorische Insuffizienz und prolongiertes Weaning ED 19.10.2017

- Tracheotomie 19.10.2017
- V.a. Zwerchfellparese rechts

9. Paralytischer Ileus ED 21.10.2017
10.Delir ED 25.10.2017
11.Verdacht auf infizierten Hämatothorax DD Pleuraempyem ED 29.10.2017

13

12.ZVK-assoziierter Infekt ED 31.10.2017

3.10.2  Im Arztzeugnis vom 8. November 2017 notierte Dr.med. V.________ (As-
sistenzärztin Chirurgie, I.________ Spital) zum postoperativen Verlauf und aktu-
ellen Zustand einen "aktuell (09.11.2017 [sic])" guten Verlauf, "Mobilisation am 
Rollator (freie Mobilisation erlaubt bzgl. der LWK Frakturen), Kostaufbau bei ak-
tuell noch unterstützender parentaler Ernährung. Tracheostoma wird geplant am 
10.11. entfernt" (Suva-act. 21 S. 3). 

3.11 Im Bericht vom 28. November 2017 über die wirbelsäulenchirurgische 
Sprechstunde vom 16. November 2017 erwähnten die Dres.med. Y.________ 
(Chefarzt interdisziplinäre Wirbelsäulenchirurgie), AD.________ (Co-Chefarzt) 
und N.________ (Oberarzt) u.a. (Suva-act. 76), der Patientin gehe es den Um-
ständen entsprechend erfreulich gut: 

Status/Befunde
Die Patientin kommt von der Viszeralchirurgie-Abteilung im Rollstuhl in die Sprech-
stunde. Die OP Narben lumbal sind reizlos verheilt und druckindolent. Es lassen 
sich keine Schraubenköpfe palpieren. Die Patientin kann problemlos vom Rollstuhl 
aufstehen und zeigt in der orientierenden neurologischen Prüfung keine motori-
schen Funktions-Ausfälle an den unteren Extremitäten.
Röntgen BWS/LWS ap lateral 16.11.2017 
Regelrechte Stellungsverhältnisse ohne Hinweise auf Material- oder Schraubenlo-
ckerung. Keine sekundäre Einsinterung der frakturierten LWK1.
Beurteilung/Procedere
In Anbetracht des Schweregrads des Verkehrsunfalls nun insgesamt klinisch sehr 
erfreulicher Heilungsverlauf. Die stabilisierte LWS Fraktur zeigt ebenfalls regel-
rechte Befunde. Die Patientin hat keine sensomotorischen Ausfälle und auch keine 
wesentlichen Rückenschmerzen. Die Röntgenkontrolle ist erfreulich. Wir haben die 
nächste radiologische Kontrolle in 3 Monaten vorgesehen. Bei weiterhin gutem 
Verlauf ist eine OSME ab 12 Monaten nach Frakturversorgung zu planen.

3.12 Im Austrittsbericht des I.________ Spitals vom 20. November 2017 halten 
Dr.med. R.________ und Dr.med. V.________ u.a. fest (Suva-act. 77), die Ver-
sicherte habe am 31. Oktober 2017 auf die Normalstation verlegt werden kön-
nen. Anschliessend habe sich ein guter Verlauf gezeigt. Eine persistierende, 
asymptomatische Tachykardie bis 120/min sei mittels transthorakaler Echokar-
diografie abgeklärt worden. Hier hätten sich keine Pathologien gezeigt. Die Mobi-
lisation habe initial mit physiotherapeutischer Begleitung, im Verlauf selbständig 
am Rollator erfolgen können. Die Patientin werde in gutem Allgemeinzustand und 
mit reizlosen Wundverhältnissen zur weiteren Betreuung ins Spital H.________ 
verlegt. 

3.13 Das am 19. Dezember 2017 durchgeführte Röntgen Thorax (Stehend, p.a., 
Seitlich) zeitigte keine Auffälligkeiten (Suva-act. 82).

14

3.14 Im Austrittsbericht des Spital H.________, Chirurgie, vom 28. November 
2017 von pract.med. AH.________ (Assistenzarzt) und Dr.med. W.________ 
(Chefarzt) lässt sich zur Hospitalisation der Beschwerdeführerin vom 20.-29. No-
vember 2017 u.a. entnehmen (Suva-act. 85 S. 2 ff.): 

Status: 
Neurologie: Patient wach, ansprechbar, GCS 15, allseits orientiert, Pupillen isokor, 
prompt lichtreagibel, Augenfolgebewegung unauffällig. 
Thorax: Thoraxkompressionsschmerz rechts, VAG bds, keine Nebengeräusche
Abdomen weich, Druckdolenz im rechten Unterbauch, rege Darmgeräusche in al-
len vier Quadranten.
WS: Druckdolenz über BWS 8-12 und gesamter LWS.
Becken: Stabil, Kompressionsschmerz rechte Seite.
Knie links: noch Prellmarke, druckindolente Patella, freie Beweglichkeit.
Knie rechts: Druckdolenz über Patella, freie Beweglichkeit.
Restlicher Bodycheck unauffällig. Keine Sensibilitätsstörung.

Verlauf: 
Problemlose analgetische Einstellung. Die Mobilisation wurde gut vertragen, die 
Patientin war selbständig am Rollator mobil. Wir konnten die Patientin am 
29.11.2017 in gutem Allgemeinzustand auf die stationäre Rehabilitation im Hause 
übertreten lassen. (…)

Beurteilung und Procedere:
Weiterführen der Mobilisation unter physiotherapeutischer Anleitung. Analgesie 
nach Massgabe der Beschwerden. (…)

3.15 Im Bericht vom 7. März 2018 zur wirbelsäulenchirurgischen Sprechstunde 
vom 15. Februar 2018 halten Dres.med. Y.________, AD.________ und 
N.________ als Zwischenbericht nach klinischer und bildmorphologischer Kon-
trolle (vom 15.2.2018, Suva-act. 190) u.a. fest (Suva-act. 110), die Versicherte 
gebe grundsätzlich ein gutes Allgemeinbefinden an. Sie beschreibe jedoch noch 
regelmässige Rückenschmerzen, welche einer Analgesie mit Novalgin bedürften. 
Sie fühle sich zudem noch schwach und unsicher auf den Beinen. Zuhause sei 
sie vollumfänglich selbständig. Im orientierenden Neurostatus zeigten sich keine 
höhergradigen Funktionsdefizite. Die Röntgenkontrollen zeigten eine unveränder-
te Materiallage und Frakturkonfiguration auf. Keine Lockerungszeichen der Os-
teosynthese, keine Einsinterung. "Insgesamt erfreulicher klinischer und bildmor-
phologischer Verlauf".

3.16 Am 20. Februar 2018 beantwortete der Hausarzt Dr.med. X.________ 
(FMH Allgemeine Innere Medizin) zuhanden der Suva einen Fragenkatalog (Su-
va-act. 102). Die Versicherte beklage Schwäche der Beine, der Hände, Schmer-
zen im Bereich BWS, LWS und Abdomen diffus, DD der Rippen, Schmerzen Dig 
III-V re; zusätzlich morgens Husten, oft Brechreiz und zum Teil Erbrechen nach 
starkem Husten, zum Teil Dyspnoe. Sie gehe an Stöcken, da ihre Beine sehr 

15

schwach seien und wegen den Schmerzen im Rücken. Ohne Stöcke unsicherer 
Gang mit Sturzgefahr. Es fänden aktuell noch einmal pro Woche Wasser- und 
zweimal pro Woche Physiotherapie statt. Zur Prognose hält Dr.med. X.________ 
fest, mit einer Verbesserung der Gehfähigkeit und abnehmenden Schmerzen sei 
zu rechnen. Die Patientin sollte wieder ohne Stöcke gehen können; für den Mus-
kelaufbau werde es jedoch noch einige Monate dauern. Restbeschwerden wür-
den bestehen bleiben. Mit einem stationären Aufenthalt in der Rehaklinik 
AM.________ wäre die Patientin überfordert und die Therapie kontraproduktiv. 

3.17 Im ärztlichen Zwischenbericht beschreibt Dr.med. X.________ am 8. Mai 
2018 u.a. eine nur sehr langsame Verbesserung (Suva-act. 130/136). Die ganze 
rechte Seite sei schmerzhaft, "verminderte Kraft nach langer Immobilisation. 
Schmerzen im Bereich des Rückens, Abdomen und Rippen." Mit einer zögerli-
chen Verbesserung und mit bleibenden Restschäden sei zu rechnen. Die ge-
genwärtige Behandlung bestehe aus 2x/Woche Physiotherapie, 3x Spazieren. 
Der Hausarzt empfahl eine kreisärztliche Beurteilung. Ein bleibender Nachteil sei 
i.S.v. persistierenden Schmerzen im Rücken und Abdomen zu erwarten. 

3.18 Der Physiotherapeut (BSc FH) AI.________, berichtete am 3. September 
2018 von einem bisher langsamen Verlauf (Suva-act. 161). Aufgrund der kom-
plexen inneren Verletzungen und der starken Vernarbung habe die Versicherte 
bei Belastungen starke Atembeschwerden bis zu Übelkeitsgefühl. Zudem sei die 
Beweglichkeit des Schultergelenks rechts schmerzbedingt deutlich eingeschränkt 
(Flexion 90°, Abduktion 90°, Aussenrotation 15°). Lumbale Beschwerden seien 
konstant leicht vorhanden und nähmen bei längerem Sitzen (20 min.) (recte wohl: 
zu) sowie wenn sie spazieren gehen möchte. Sie versuche kürzere Strecken oh-
ne Hilfsmittel zu bewältigen, habe in den unteren Extremitäten beidseits noch ei-
ne Kraftminderung. Die Schwäche und das leichte Instabilitätsgefühl verursach-
ten beidseits beim Gehen Kniegelenksschmerzen, welche sie zusätzlich limitier-
ten. Jedoch seien diese langsam abnehmend. "Es ist jedoch bisher nur kleine 
Schritte bessergeworden, sie ist aber motiviert und kommt 2mal pro Woche in die 
Therapie und absolviert ein zusätzliches Heimprogramm."

3.19 Im Bericht vom 12. November 2018 zur wirbelsäulenchirurgischen Sprech-
stunde vom 25. Oktober 2018 hält Dr.med. Y.________ u.a. fest (Suva-act. 197-
4 f./5), anamnestisch gehe es der Versicherten grundsätzlich gut. Nichtsdesto-
trotz bekunde sie chron. Schmerzen im Brustkorbbereich, wie auch am Rücken, 
teils auch nachts bei Bewegung. Sie sei in Serbien für eine 3-wöchige Thermal-
wassertherapie gewesen, was ihr gutgetan habe. Sie nehme nahezu täglich No-
valgin ein. Als Befund/Status wird festgehalten, die Operationsnarben seien reiz-

16

los verheilt; im heutigen Röntgenbild zeigten sich stationäre Verhältnisse mit in-
taktem Osteosynthesematerial. Es zeigten sich klinisch keine sensomotorischen 
Ausfälle an den Extremitäten. Beurteilend wird festgehalten, die planmässige 
"OSME" werde nun in die Wege geleitet. 

3.20 Der Versicherungsmediziner Dr.med. Z.________ (Facharzt Physikalische 
Medizin und Rehabilitation) beantwortete am 21. November 2018 die Fragen (1.) 
"Ist die geplante OSME unfallbedingt ausgewiesen?" mit ja, (2.) "Wann kann mit 
einem med. Endzustand gerechnet werden?" mit "offen" und (3.) "Haben Sie 
Bemerkungen zu den vorgeschlagenen Behandlungsmassnahmen oder Vor-
schläge zum weiteren med. Vorgehen?" mit nein (Suva-act. 200). 

3.21.1  Am 30. November 2018 wurde die vollständige OSME im I.________ Spi-
tal bei der Diagnose "St. n. dorsaler minimal-invasiver transpediculärer Stabilisa-
tion TH11-L3" durchgeführt (Suva-act. 217 S. 4 f.). 

3.21.2  Dr.med. N.________ und AJ.________ (Assistenzärztin) hielten im Aus-
trittsbericht vom 2. Dezember 2018 fest, die Operation am 30. November 2018 
sei mit komplikationslosem peri- und postoperativem Verlauf erfolgt, ohne Auftre-
ten neuer neurologischer Defizite (Suva-act. 2017 S. 6 f.). Ab dem ersten post-
operativen Tag korsettfreie Vollmobilisation der Patientin. Die Patientin könne in 
gutem Allgemeinzustand nach Hause entlassen werden. Für alltägliche Belas-
tungen sei die operierte Wirbelsäule stabil genug. Mobilisation nach Massgabe 
der Beschwerden. 

3.22 Im Bericht vom 25. Januar 2019 zur wirbelsäulenchirurgischen Sprech-
stunde vom 24. Januar 2019 hält Dr.med. AB.________ (Oberarzt) u.a. fest (Su-
va-act. 228 S. 4 f.):

Verlauf
Frau A.________ stellt sich zur klinischen und radiologischen Verlaufskontrolle ca. 
6 Wochen nach OSME Th 11-L3 vor. Der Patientin geht es unverändert. Es beste-
hen weiterhin die mittlerweile chronifizierten Thoraxschmerzen, intermittierend 
würden bei Belastung auch leichte paravetrebrale Rückenschmerzen thorakolum-
bal bestehen. Nach wie vor fühlt sich die Patientin insgesamt schwach nach dem 
schweren Polytrauma. Fr. A.________ macht fleissig Physiotherapie, nimmt an 
Analgetika nur Novalgin ein. Durch die chronifizierten Beschwerden ist auch die 
psychische Belastung sehr hoch.
Im Status zeigen sich reizlose Wundverhältnisse am Rücken. Es bestehen unver-
änderte Ganzkörperschmerzen. In der Untersuchung lässt sich kein sensomotori-
sches Defizit eruieren. Das Gangbild ist verlangsamt.
Beurteilung und Prozedere
Bezüglich der Wirbelsäule zeigt sich ein regelrechter klinischer und radiologischer 
Verlauf nach OSME bei ansonsten multifaktoriell bedingtem chronifiziertem 
Schmerzsyndrom nach schwerem Polytrauma.

17

Wir schliessen die wirbelsäulenchirurgische Behandlung heute ab. Bei Bedarf ger-
ne Wiedervorstellung.

3.23 Prakt.med. AK.________ (Hausarztpraxis) hielt zuhanden der Suva am 4. 
Februar 2019 was folgt fest (Suva-act. 230 S. 3 f.):

Ad1:
Diagnose:
1. St. n. dorsal minimale.invasiver transpedikulärer Stabilisation Th11-L2 (Medtro-
nic longitude) am 06.10.17 mit/bei:
- instabiler LWK-1-Fraktur Typ AOB1 A3 (Chance-Fracture) im Rahmen eines Po-
lytraumas nach Verkehrsunfall am 03.10.2017
2. chronische Thoraxschmerzen und Rückenschmerzen
3. OSME Th 11-L3 am 30.11.2018 fecit AJ.________ mit Hospitalisation bis zum 
2.12.18.
Ad2:
Die Patientin hat die Metallentfernung gut überstanden, Schmerzen bestehen je-
doch nach wie vor.
Eine Prognose ist noch abzuwarten. Frau A.________ begann erst kürzlich wieder 
eine Therapie mittels Wärmetherapiebad.
Ad3:
Gegenwärtige Therapie: Wärmetherapiebad, Analgesie mit Dafalgan und Novalgin 
bei Unverträglichkeit sämtlicher anderer Schmerzmittel.
Eine nächste Kontrolle im LUKS ist in einigen Wochen geplant.
Konsultationen in der hausärztlichen Sprechstunde ca. alle 2-4 Wochen. Die vor-
aussichtliche Behandlungsdauer kann aktuell nicht beurteilt werden.
Ad4:
Die Patientin ist glaube ich nicht erwerbstätig.

3.24 Auf "Vorlage Versicherungsmedizin" durch die Suva (Vorlagegrund: "Heil-
verlauf, med. Endzustand usw.") bei der "Problematik": "(…) Die OSME erfolgte 
am 30.11.18, die wirbelsäulenchirurgische Behandlung wurde im I.________ Spi-
tal am 24.1.19 abgeschlossen. Gemäss HA-Bericht vom 4.2.19 bestehen wie 
auch im Bericht vom I.________ Spital bestehen nach wie vor Schmerzen" no-
tierte der Kreisarzt Dr.med. F.________ (Facharzt FMH für Orthopädie und 
Traumatologie des Bewegungsapparates) am 11. Februar 2019 (Suva-act. 232): 

OSME erfolgte 11/2018. 
Endzustand ist ü. w. 6 Monate nach Operation zu erwarten. 
Um Wiedervorlage 05/2019 wird gebeten zur abschliessenden Beurteilung. Aktuell 
ist trotz Behandlungsabschluss der Endzustand nicht erreicht. 
(…) Die geklagten Beschwerden sind ü. w. unfallkausal. 

3.25 Am 9. April 2019 erfolgte eine Erstkonsultation (vgl. Suva-act. 246) im 
I.________ Spital, Klinik für Anästhesie, (…) und Schmerztherapie (KLIFAiRS). 
Im Bericht vom Folgetag hielten AL.________ (Oberarzt FA Interventionelle 
Schmerztherapie SSIPM) und Dr.med. AC.________ (Assistenzärztin) bei der 

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Diagnose "1. St. n. Polytrauma mit persistierenden, thorakoabdominalen 
Schmerzen bei (…)", "2. St. n. dorsaler minimal-invasiver transpediculärer Stabi-
lisation Th11-L3 (am 06.10.2017 m/b (…)" fest (Suva-act. 248): 

Anamnese
Frau A.________ leidet seit dem stattgehabten Polytrauma mit komplexem Thora-
koabdominaltrauma und anschliessender operativer Versorgung unter persistie-
renden thorakoabdominellen Brennschmerzen rechtsseitig.
In Bezug auf die ausführliche Vorgeschichte verweisen wir auf die Austrittsberichte 
(…). 
Aktuell beziffert die Patientin die Beschwerden mit NRS 5-6/10 im Durchschnitt bis 
hin zu maximalen Schmerzexazerbationen auf NRS 10/10. In der Qualität ist im 
rechtsthorakalen Bereich der Schmerz vor allem als brennend, teils ziehend zu be-
zeichnen. Die Schmerzsensationen im Bereich der ventralen Bauchdecke und me-
dianen Laparotomie wird eher als klemmend wahrgenommen. In der Auftretens-
häufigkeit sind die einschiessenden Schmerzsensationen unbeeinflussbar, teils 
nachts teils tagsüber. Schmerzlindernd könne Novalgin 20-40 Tropfen die Schmer-
zen für ca. 2 -3 Stunden deutlich (> 60 %) reduzieren. Des Weiteren wird die der-
zeitig begonnene Aquatherapie ebenfalls als angenehm empfunden. Direkt 
schmerzverstärkend wirke sich rechts thorakal vor allem die direkte Berührung 
aus. Im Bereich der Narben der Bauchdecke wird tiefer Druck als schmerzverstär-
kend empfunden. 
Eine weitere, seit dem Unfall aufgetretene Schmerzlokalisation, respektive 
Schmerzausstrahlung, wird der nuchal / occipital beginnende Kopfschmerz be-
schrieben, welcher je nach muskulärem Spannungszustand mehr nach occipital 
und occipitotemporal ausstrahle und teils zusätzliche migräneähnliche Aura Sym-
ptome zeige. Teilweise strahle dieser Schmerz bei hoher Muskelspannung nuchal 
auch in Richtung der Schulter, allerdings nur linksseitig.
Psychosozial fühlt sich Frau A.________ sehr belastet, die Bilder des Ereignisses, 
der tägliche Umgang mit den Schmerzen wie die derzeitige Arbeitsunfähigkeit be-
lasten die Patientin sehr. Grundsätzlich ist sie bereit alles Erdenkliche gegen den 
Schmerz und für ihre Genesung zu tun.

Befunde
Thoraxwand: reizlose Narbenverhältnisse paravertebral wie entlang der Rippen 8, 
9, 10; Sensibilität: Hyposensibilität der Narben - Narbenumgebung Allodynie und 
Pin Prick Hyperalgesie in Projektion dorsal auf Höhe TH 7/8 - L2/3 dorsal ventral in 
Projektion auf TH 8/9 bis medioclavicular. 
Bauchwand: reizlose Narbenverhältnisse, Druckdolenz der Narben bei tiefer Palpa-
tion - Sensibilität sonst unauffällig. 
Nuchal / occipital: deutlicher paravertebraler Muskelhartspann li > rechts, deutliche 
Druckdolenz paravertebral li > rechts, Druckdolenz und Auslösbarkeit der bekann-
ten Kopfschmerzen in Projektion auf den N. occipitalis major links

Beurteilung
In Zusammenschau der Befunde finden sich unterschiedliche Schmerzsensationen 
und Lokalisationen. Die Beschwerden im Bereich der dorsalen und seitlichen Tho-
raxwand interpretieren wir im Sinne einer Affektion der lntercostalnerven mit Punk-
tum Maximum im Bereich der osteosynthetisch versorgten Rippen. Eine theore-
tisch denkbare radikuläre Ursache ist zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, je-
doch aufgrund der ursprünglichen Frakturen und osteosynthetischen Versorgung 

19

aufgrund der klinischen Zuordnung eher unwahrscheinlich. Die Druckschmerzhaf-
tigkeit im Bereich der medianen Laparotomie und der kleineren Narbe rechts am 
Rippenbogenrand könnte im Sinne eines Narbenschmerzes zu interpretieren sein, 
Hinweise auf eine Narbenhernie als ursächlichen Hintergrund ist klinisch nicht aus-
zumachen. Die dritte Schmerzlokalisation im Bereich des Nackens und der 
Ausstrahlung nach occipital und in die linken (sic) Schulter könnte möglicherweise 
mit einer posttraumatischen Irritation der medial branches der Facettengelenke 
C2/3 C3/4 und oder des N. occipitalis major links erklärbar sein. Psychopatholo-
gisch wurde die Patientin bis dato nicht näher beurteilt, im Gespräch zeigt sich je-
doch eine deutlich ausgeprägte Angstproblematik, welche durch die Patientin auf 
das Unfallereignis und die anschliessende Hospitalisation zurückgführt (sic) wird. 

Procedere
Medikamentös: 
(…)
Therapeutische:
Die begonnene physiotherapeutische Beübung und Aquatherapie sollte fortgeführt 
werden. Neuromodulativ wurde erweiternd mit TENS begonnen, welches die Pati-
entin in der häuslichen Umgebung anwenden wird. Bei anamnestisch erwähnter 
psychosozialer posttraumatischer Belastungssituation ist eine schmerz - und psy-
choedukative Gesprächstherapie unbedingt anzuraten. Diesbezüglich wird der 
Sohn der Patientin mit ihr gemeinsam nach einer Therapiestelle heimatnah su-
chen.
Interventionell:
Zunächst wird die lntercostalblockade zur Unterstützung der oben genannten 
Schmerzmodulation bei neuropathischem Schmerzgeschehen stattfinden (Rippe 
8,9, 10 rechts). Im weiteren Verlauf werden, je nach Verlauf, unter konservativen 
Massnahmen und unter Anwendung des TENS, noch Probeinfiltrationen im Be-
reich des Nackens stattfinden (N. occipitali major Blockade, Facettengelenksblo-
ckaden C2/3 + C3/4).

3.26 Auf neuerliche Vorlage hin dokumentierte der Kreisarzt Dr.med. 
F.________ nach persönlicher Anamneseerhebung, Untersuchung und Bespre-
chung am 17. Juli 2019 was folgt (Suva-act. 267):

47-jährige Frau in reduziertem Allgemein- und normalen Ernährungszustand, 51 kg 
aktuell gemessenes Körpergewicht bei 142 cm aktuell gemessener Körpergrösse. 
Das Gangbild im Agenturbereich ist stark verlangsamt und kleinschrittig ohne er-
kennbares Schmerz- oder Schonhinken und unter Verwendung einer Unter-
armstützkrücke rechts als Gleichgewichtshilfe. Erhöhte Atemfrequenz wird nicht 
beobachtet. 
Die klinische Untersuchung ist gekennzeichnet durch häufiges Stöhnen der Versi-
cherten und Verzerren des Gesichts mit Schmerzartikulation bei der Untersuchung 
der verschiedenen Körperregionen. 
An der Halswirbelsäule findet sich eine physiologische Lordosierung mit einer ein-
geschränkten Beweglichkeit in allen Ebenen, Druckdolenz entlang der paraverte-
bralen Muskulatur beidseits ohne Hinweise auf muskuläre Atrophien in diesem Be-
reich. 
Im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule findet sich eine aufgehobenen (sic) 
Thorakalkyphose und Lendenlordose in der Sagittalebene, eine reduzierte Beweg-

20

lichkeit bei der Prüfung in allen Ebenen, Druckschmerzhaftigkeit entlang der Brust- 
und Lendenwirbelsäule, sowie im Bereich des thorakolumbalen Übergangs vier 
Stück je 8 bis 9 cm messende blande, chirurgische Narben paravertebral. Der Fin-
gerkuppen-Bodenabstand kann im Stehen wegen Schmerzen nicht geprüft wer-
den, der Fingerkuppen-Zehenabstand im Liegen kann wegen Schmerzen nicht ge-
prüft werden. Das Ott'sche Zeichen ergibt eine Differenz von 2 cm, das Schober'-
sche Zeichen eine Differenz von ebenfalls 2 cm. 
An der rechten Thoraxwand findet sich eine 17 cm lange blande chirurgische Nar-
be sowie beidseits Inzisionen an typischer Stelle nach Drainagen. 
An der Bauchdecke findet sich eine 25 cm messende blande mediane Laparoto-
mie-Narbe sowie mehrere Inzisionen nach Drainagen. Eine Palpationsprüfung wird 
wegen Schmerzangabe bei Palpation nicht durchgeführt. 
Im Bereich der Schultergelenke findet sich ein symmetrischer Schulterstand ohne 
Hinweise auf Atrophie der Muskulatur, eine Beweglichkeitsprüfung des rechten 
Schultergelenks wird wegen Schmerzartikulation nicht durchgeführt. Eine Abdukti-
on bis 45° ist unter Schmerzangabe möglich, eine Aussenrotation ist bis 45° unter 
Schmerzangabe möglich, eine Flexion ist bis 45° unter Schmerzangabe möglich. 
Im Bereich des linken Schultergelenks findet sich eine altersgemäss unauffällige 
Beweglichkeit. Das muskuläre Relief im Bereich der Oberarme und Unterarme ist 
augenscheinlich seitengleich. Die Beweglichkeit im Bereich der Ellenbogen und 
Handgelenke sowie Fingergelenke ist frei.
(…)
Bei der Prüfung der grossen Gelenke der Beine werden Schmerzen im Bereich 
des linken Beins bei Beweglichkeitsprüfung artikuliert, eine Beugung des linken 
Kniegelenks bis 90° wird unter Schmerzangabe toleriert, eine weitere Flexion wird 
nicht toleriert. Am rechten Kniegelenk ist eine Flexion bis 120° prüfbar. 
Die Prüfung der Hüftgelenke wird nicht toleriert wegen Schmerzen in der Bauchre-
gion. Im Bereich der Sprunggelenke findet sich kein Hinweis auf arthrogene Be-
schwerden, das Weichteilrelief ist seitengleich symmetrisch ausgeprägt. Im Be-
reich der Zehenballen sowie den Fusssohlen wird beidseits eine verminderte Sen-
sibilität angegeben. Die peripheren Pulse sind gut tastbar, die Nagelrekapillarisie-
rungszeit ist seitengleich, es finden sich keine trophischen Störungen als Hinweis 
auf ein CRPS. 
Im Seitenvergleich findet sich ein Muskelminus im Bereich des linken Unterschen-
kels. Im Bereich des linken Kniegelenks findet sich eine ca. 4 cm messende, bland 
verheilte Rissquetschwunde. 
(…)

Als Diagnosen nannte der Kreisarzt "Ereignis vom 03.10.2017 […] mit Rippense-
rienfrakturen 5 bis 9 rechts und 5 bis 9 links, Leberruptur, Milz- und Nierenlazera-
tion beidseits, Dünndarm- und Colon ascendens-Ruptur, Duodenumruptur, 
Zwerchfellruptur und Fraktur des 1. Lendenwirbelkörpers; St. n. mehrfachen Ope-
rationen von 03.10.2017 bis 29.10.2017, siehe Verlauf; St. n. OSME Wirbelsäule 
11.12.2018; Dauerschmerzen unter Schmerztherapie in der Schultergelenkregion 
rechts, am Thorax, im Abdomen und Bein links mit Dekonditionierungszeichen".

In der Beurteilung i.S. der Beantwortung der von der Suva gestellten Fragen no-
tierte der Kreisarzt, von weiteren Behandlungen sei mindestens mit überwiegen-

21

der Wahrscheinlichkeit eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesund-
heitsschadens zu erwarten. Er empfahl eine 5-wöchige stationäre, arbeitsorien-
tierte Rehabilitation in der Rehaklinik AM.________ zur Evaluierung der funktio-
nellen Leistungsfähigkeit. Das TENS-Gerät sei unfallbedingt ausgewiesen, sinn-
voll und zweckmässig, da hierdurch vorübergehend eine deutliche Schmerzlinde-
rung erzielt werden könne. Die angestammte Tätigkeit als Reinigungsmitarbeite-
rin/ Unterhalt sei aktuell nicht zumutbar. Das Erstellen eines Zumutbarkeitsprofils 
könne nach erfolgter stationärer Rehabilitation durchgeführt werden, ebenso die 
Schätzung des unfallbedingten Integritätsschadens, überwiegend wahrscheinlich 
werde die Erheblichkeitsgrenze überschritten im Bereich der Fraktur des 1. Len-
denwirbelkörpers. 

3.27 Am 20. August 2019 erfolgte der Eintritt in die Rehaklinik AM.________ 
(stationär bis 11.9.2019) zwecks Evaluierung der funktionellen Leistungsfähigkeit 
bzw. Zwecks medizinischer und beruflicher Zielsetzung (Suva-act. 267, 271). Im 
Austrittsbericht vom 17. Oktober 2019 (vgl. auch Kurzbericht provisorisch vom 
10.9.2019 [Suva-act. 283 S. 2 f.]) hielt die Rehaklinik AM.________ fest (Suva-
act. 287): 

Diagnosen
A. Unfall vom 03.10.2017: PW-Frontalkollision mit Auto

(…)
B. Diabetes Mellitus Typ II (diätetisch behandelt)
C. Chronischer Nikotinkonsum bis 2017 ca. 30 PY

Probleme bei Austritt
1. Eingeschränkte Mobilität (Strecken ausserhalb der Wohnung mit einer UAG)
2. ADL eingeschränkt
3. Dekonditionierung
4. V.a. chronisches Schmerzsyndrom mit Schmerzen betont Hemithorax rechts 

und Rücken
5. Erhebliche Symptomausweitung

Arbeitsfähigkeit/Zumutbarkeit und Eingliederungsperspektive
Es wurde eine erhebliche Symptomausweitung beobachtet.
Es ist davon auszugehen, dass bei gutem Effort eine bessere Leistung erbracht 
werden könnte, als bei den Leistungstests und im Behandlungsprogramm gezeigt 
wurde. Infolge Selbstlimitierung konnten die zu erwartenden Verbesserungen be-
züglich Funktion und Belastbarkeit nicht erreicht werden. Die Resultate der physi-
schen Leistungstests sind deshalb für die Beurteilung der zumutbaren körperlichen 
Belastbarkeit nicht verwertbar. 
Das Ausmass der demonstrierten physischen Einschränkungen lässt sich mit den 
objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung und bild-
gebenden Abklärung sowie den Diagnosen nur ungenügend erklären. Die Beurtei-
lung der Zumutbarkeit stützt sich wesentlich auf medizinisch-theoretische Überle-
gungen, unter Berücksichtigung der Beobachtungen bei den Leistungstests und im 

22

Behandlungsprogramm. Eine weitergehende Einschränkung der Belastbarkeit lässt 
sich medizinisch-theoretisch nicht begründen. 
Es liegt keine psychische Störung vor, welche eine arbeitsrelevante Leistungsmin-
derung begründen könnte. 
Die untenstehende Beurteilung der Zumutbarkeit erfolgt aus unfallkausaler Sicht.
Zumutbarkeit für die berufliche Tätigkeit als Reinigungskraft (in Kündigung):
Leichte bis mittelschwere Arbeit. 
Arbeitszeit: Ganztags. 
Spezielle Einschränkungen: Ad Rücken: wechselbelastend, keine länger dauernde 
Einnahme von Zwangshaltungen
Empfehlungen/Prozedere beruflich:
Arbeitssuche. Meldung beim RAV. Eventuell Einarbeitung mit Hilfe der IV. 
Von der Fortsetzung der Behandlung kann keine namhafte Besserung mehr erwar-
tet werden. Vorschlag für Fallabschluss. 
(…)
Zusammenfassende Beurteilung
(…)
Zur Ergänzung und Aktualisierung der Diagnostik wurden während des stationären 
Aufenthalts folgende Untersuchungen durchgeführt: 
- 09.09.2019 Röntgen LWS ap und lateral sowie thoraco-lumbaler-Uebergang 

ap und lateral: Keine korrespondierende Voruntersuchung zum Vergleich vor-
liegend (weder im USZ noch SUVA PACS). Anamnestisch bekannte leichte 
Deckplattenimpression von LWK 1. Bandscheibenfach-Höhenminderung BWK 
12/LWK 1. Anamnestisch Fraktur des rechten Processus transversus von BWK 
11, BWK 12/LWK 1. Frakturen konventionell radiologisch nicht sicher abgrenz-
bar. Fraglich ältere Fraktur bzw. Anlagevariante des Processus spinosus von 
BWK 12. Status nach mittels Plattenosteosynthese versorgter Rippenfraktur 
der 8., 9., 10. Rippe rechts. Konventionell-radiologisch sind die Frakturen nicht 
mehr abgrenzbar. Anamnestisch vormals Spondylodesematerial zwischen 
BWK 11 und LWK 3.

- Labor vom 10.09.2019: erhöhtes GGT.
Somatische Beurteilung: 
Knapp 2 Jahre nach einer PW Frontalkollision (…) bestehen aktuell die unter Pro-
bleme bei Austritt subsumierten Beschwerden. Im Vordergrund steht die stark ein-
geschränkte Gehfähigkeit, mehrheitlich mit einem Stock, aufgrund Schmerzen im 
Rücken. Das Ausmass der demonstrierten Einschränkungen lässt sich mit den ge-
ringfügigen objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Untersuchung 
und bildgebenden Abklärungen sowie den Diagnosen aus somatischer Sicht nur 
ungenügend erklären.
Wir veranlassten eine radiologische Standortbestimmung am 9.09.2019. Es zeig-
ten sich konsolidierte, osteosynthetisch versorgte Rippenfrakturen. Die initial als 
instabil beurteilte LWK 1 Fraktur wird aktuell nach Osteosynthesematerialentfer-
nung vom 11.12.2018 als leichte Deckplattenimpression mit Bandscheibenfach- 
Höhenminderung BWK 12/LWK 1. beurteilt. 
Bei Status nach Abdominaltrauma mit Leberruptur, Milz- und Nierenlazeration 
rechts, Nierenlazeration links, Dünndarm- und Colon ascendens-Ruptur, Duode-
numruptur ist heute von einem klinisch stabilen Zustand ohne Beklagen spezifi-
scher Probleme auszugehen. Die noch beklagten Schmerzen im Bereich Hemitho-

23

rax rechts haben sich wahrscheinlich nach den Rippenfrakturen entwickelt, sollten 
aber heute bei konsolidierten Frakturen nicht, oder nicht mehr im beklagten Aus-
mass vorhanden sein. Es wurde ein Medikamentenspiegel von Pregabalin be-
stimmt. Der Wert betrug 0.8 mg/l bei einem Referenzwert von 2.0 bis 5.0 mg/l. 
Auf der Verhaltensebene zeigte die Patientin ein auffälliges Schmerz- und Leis-
tungsverhalten, es fand sich eine erhebliche Symptomausweitung. In diesem Kon-
text muss auch die Benutzung des Stocks gesehen werden, medizinisch gibt es 
dafür keine Indikation bzw. Erklärung. Im Rahmen des stationären Aufenthaltes 
konnte kein therapeutischer Zugang erarbeitet werden und es kam zu keiner Ver-
besserung der Schmerzproblematik. Aus unserer Sicht liegt ein medizinischer 
Endzustand vor. Von weiteren medizinischen Massnahmen darf man sich keine 
Verbesserung mehr versprechen. 

Im Weiteren wird in diesem Austrittsbericht festgehalten, die Beobachtungen bei 
den Leistungstests hätten auf eine erhebliche Symptomausweitung hingewiesen. 
Die Beschreibung der Schmerzen sei undifferenziert gewesen, das Schmerzver-
halten nicht ganz adäquat. Das Leistungsverhalten beurteilten sie als schlecht. 
Die Konsistenz sei schlecht gewesen (es hätten sich mehrere Diskrepanzen und 
Widersprüchlichkeiten gefunden). Das Verhalten bezüglich Rehabilitation würden 
sie als negativ werten. Die Patientin habe sich zwar im Gespräch an Informatio-
nen und Anregungen über einen besseren Umgang mit den Schmerzen interes-
siert gezeigt, allerdings habe sie sich weiterhin sehr schmerzfokussiert gezeigt 
und habe sich nicht in der Lage gesehen, eine minimale Belastungssteigerung im 
Training zu erzielen. Auch das Schmerzverhalten habe kaum beeinflusst werden 
können. Zusammenfassend habe keine namhafte Verbesserung erzielt werden 
können. Die Patientin habe weiterhin eine reduzierte Beweglichkeit der Wir-
belsäule gezeigt und gehe die Gehstrecke über 30 m weiterhin mit einem Geh-
stock. Im Verlauf sei nur ein minimaler Fortschritt hinsichtlich der Wirbelsäulen-
beweglichkeit FBA von 50 auf 47) erzielt worden. Die Schmerzangaben seien 
weiterhin bei NRS 8-10/10. 

3.28 Am 28. Oktober 2019 hielt der Kreisarzt Dr.med. F.________ fest (Suva-
act. 293), der Versicherten sei aufgrund des Ereignisses vom 3. Oktober 2017 
ein erheblicher und dauernder körperlicher Integritätsschaden entstanden und es 
habe sich ein ungünstiger Verlauf entwickelt, aus welchem eine dauernde Schä-
digung und damit verbunden eine erhebliche Beeinträchtigung einhergehe. Den 
Integritätsschaden schätzte der Kreisarzt auf 10%. Gemäss Tabelle 7, Inte-
gritätsschaden bei Wirbelaffektionen, sei bei Frakturen der Wirbelsäule inkl. 
Spondylodese mit einer Fehlstellung bis 10° und belastungsverstärkten Schmer-
zen, welche auch in Ruhe vorkommen, ein Integritätsschaden zwischen 5 und 
10% ausgewiesen. Bei der Versicherten bestehe eine vermehrte Kyphose von 9° 
bei St. n. dorsaler Stabilisierung und Osteosynthesematerialentfernung, sodass 
der obere Wert mit 10% als angemessen geschätzt werden könne. 

24

Im Weiteren hielt der Kreisarzt gleichentags in Beantwortung eines Fragenkata-
logs fest (Suva-act. 294), von einer Behandlung könne nicht überwiegend wahr-
scheinlich eine namhafte Besserung des unfallbedingten Gesundheitsschadens 
erwartet werden. Die stationäre Rehabilitation als bestmögliche Behandlungs-
möglichkeit habe keine Besserung bewirken können. Per sofort sei das TENS-
Gerät unfallbedingt nicht mehr ausgewiesen und nicht mehr sinn- oder zweck-
mässig. Das Schmerzverhalten während des stationären Aufenthalts in der Re-
haklinik habe eine erhebliche Symptomausweitung gezeigt, sodass von einer 
TENS-Behandlung keine namhafte Besserung zu erwarten sei. Die angestammte 
Tätigkeit als Reinigungsmitarbeiterin sei der Versicherten nicht vollumfänglich 
zumutbar, die Anforderungen seien zu hoch. In Anbetracht der Unfallfolgen seien 
der Versicherten leichte bis mittelschwere Arbeiten ganztags zumutbar mit der 
speziellen Einschränkung den Rücken betreffend, dass diese Belastungen wech-
selbelastend sein sollten und eine längerdauernde Einnahme von Zwangshaltun-
gen zu vermeiden und nicht zumutbar sei. 

3.29 Nachdem die Suva am 10. Dezember 2019 gestützt auf die Beurteilung des 
Kreisarztes vom 28. Oktober 2019 den Fallabschluss verfügt, die Zusprache ei-
ner Invalidenrente abgelehnt sowie eine Integritätsentschädigung von 10% zuge-
sprochen hatte, liess die Beschwerdeführerin mit der hiergegen erhobenen Ein-
sprache einen Arztbericht von Dr.med. AE.________ (FMH für Chirurgie) vom 
30. Dezember 2019 einreichen. Dieser hielt u.a. fest (Suva-act. 335), er sei mit 
der Schätzung und Begründung von Dr.med. F.________ einverstanden, dass 
die Folge der Flexions-Impressionsfraktur des Wirbelkörpers L1 einem Inte-
gritätsschaden von 10% entspreche. Festzustellen sei allerdings, dass bei der 
Versicherten die Spondylodesen der vier Wirbelsegmente Th11/Th12, Th12/L1, 
L1/L2 und L2/L3 nicht allein aufgrund und im Zusammenhang mit der Fraktur des 
Wirbelkörpers L1 hätten gemacht werden müssen, die der Kreisarzt ausschliess-
lich beurteilt habe, sondern vorwiegend wegen der Querfortsatzfrakturen der drei 
Wirbel Th11, Th12 und L1 rechts. Daraus ergebe sich die Berechtigung die aus-
gedehnten, d.h. dreifach Spondylodesen noch separat einzuschätzen, was nach 
Ziff. 4 der Tabelle 7 eine Erhöhung der Integritätsentschädigung um wenigstens 
5% verlange. Die Versicherte habe folglich Anrecht auf mindestens 15% Inte-
gritätsentschädigung. Warum sich aus den schweren Mehrfachverletzungen und 
deren intensiven Behandlungen über zwei Jahre nicht mehr als eine Integritäts-
entschädigung von 15% ergebe, sei schwer erklärlich. Stünden "Schmerzen vor 
psychischen Störungen im Vordergrund und sind sie organisch angemessen er-
klärbar, so sind sie bei Erheblichkeit gesondert zu schätzen, bei neuralgischer  
Ätiologie in Analogie zur Trigeminusneuralgie in der Tabelle 17 der Suva (IS bei 
Ausfällen der Funktionsstörungen der Hirnnerven), die bei mittelschwerer Aus-

25

prägung 10% ergibt." Dieser Analogie zufolge würden sich die chronischen 
Schmerzen der Versicherten auf wenigstens 5% Integritätsentschädigung belau-
fen. Die Versicherte habe alles in allem Anrecht auf 20% Integritätsentschädi-
gung. Es gebe keinen Grund, die drei Teilschäden nicht zu addieren. 

3.30 Am 9. Januar 2020 hielt der Kreisarzt Dr.med. F.________ vollumfänglich 
an seiner Stellungnahme und Beurteilung vom 28. Oktober 2019 fest (Suva-
act. 339 f.).

3.31 Im Rahmen des (ersten) Einspracheverfahrens veranlasste die Suva so-
dann eine chirurgische Beurteilung durch med.pract. AF.________ (Facharzt für 
Chirurgie und Unfallchirurgie sowie Facharzt für Viszeralchirurgie, Suva, Kompe-
tenzzentrum Versicherungsmedizin). Aus dieser Beurteilung vom 22. April 2020 
ergibt sich (Suva-act. 345):

(…)
Begleitende Frakturen des Processus transversus des BWK 11, BWK 12 und LWK 
1 sind - bei eigener Einsichtnahme in die Bildgebung - nicht bzw. nur minim dislo-
ziert. Diese Verletzungen heilen knöchern in anatomische Position aus und sind 
daher radiologisch auch im Verlauf nicht mehr abgrenzbar (siehe z. B. Befund vom 
09.09.2019). Diese Frakturen benötigen (…) keiner chirurgischen Intervention, sie 
werden konservativ behandelt. Sie bewirken keine Instabilität der Wirbelsäule. Die 
Processus sind lediglich Ansatzpunkt der Rückenmuskulatur.
Mit dem gewählten Behandlungsverfahren gelingt eine stabile Heilung der Wir-
belsäulenverletzung. Es verbleibt eine leichte keilförmige Deformierung, die mit 
den radiologischen Berichten übereinstimmend mit 10° bestimmt wird. Das zur 
Stabilisierung eingebrachte Metall wird operativ am 30.11.2018 entfernt. Damit 
sind die Segmente BWK 11/BWK 12 und LWK 1/LWK 2 nicht mehr in ihrer Beweg-
lichkeit eingeschränkt. Eine Spondylodese dieser Segmente ist - entgegen der 
Darstellung von Herrn Dr. med. AE.________ - nicht erfolgt. 
Das Segment BWK 12/LWK 1 zeigt gemäss den vorliegenden Röntgenbildern bei 
eigener Einsichtnahme in die Bildgebung neben der leichten keilförmigen Defor-
mierung des LWK 1 auch eine Verschmälerung des Bandscheibenraums in diesem 
Segment, was als Zeichen eines posttraumatischen Umbaus dieser Bandscheibe 
zu werten ist. Es ist davon auszugehen, dass die Beweglichkeit in diesem Seg-
ment deutlich reduziert und ggfs. aufgehoben ist. Eine Spondylodese (operative 
Versteifung) des Segments BWK 12/LWK 1 ist jedoch nicht erfolgt.
Als Residuum der im Rahmen des Unfalls vom 03.10.2017 erlittenen Wirbelsäu-
lenverletzung verbleiben somit eine keilförmige Deformierung des 1. Lendenwir-
belkörpers und eine Verschmälerung des Bandscheibenfachs zwischen BWK 12 
und LWK 1. Bezüglich der Beweglichkeit der gesamten Wirbelsäule kommt diesem 
Segment eine eher geringe Bedeutung zu. Zeichen einer persistierenden Instabi-
lität des Segments BWK 12/LWK 1 kommen bildgebend nicht zur Darstellung und 
werden mit den medizinischen Berichten nicht erwähnt.
Mit dem Austrittsbericht der RKB vom 17.10.2019 wird darauf hingewiesen, dass 
das Ausmass der von der Versicherten demonstrierten physischen Einschränkun-

26

gen nicht mit den objektivierbaren pathologischen Befunden der klinischen Unter-
suchung und bildgebenden Abklärung sowie den Diagnosen erklärt sei. 
Die Tabelle 7 der Suva (Integritätsschaden bei Wirbelsäulenaffektionen) differen-
ziert zwischen Frakturen der Wirbelsäule, einer Osteochondrose, Diskushernien, 
einem Status nach Laminektomie und Spondylodese sowie Kyphosen und Skolio-
sen. Unter den Frakturen der Wirbelsäule sind die Folgen einer Spondylodese, ei-
ne verbleibende Kyphose und/oder Skoliose subsummiert. In der Skala finden zu-
dem Schmerzen mit einer Einteilung von 0 bis +++ Berücksichtigung. 
Die Unfallfolgen der Wirbelsäulenverletzung der Versicherten werden in der Tabel-
le mit der ersten Zeile der Einteilung «Frakturen» abgebildet:
Ein Kyphosewinkel von 10° ist von radiologischer Seite bestätigt.
Die Versicherte klagt über Schmerzen, die durch die Einnahme von Medikamenten 
Linderung erfahren, jedoch dauernd vorhanden seien (siehe Bericht zur kreisärztli-
chen Untersuchung vom 17.07.2019). Allerdings wird mit dem Austrittsbericht der 
RKB vom 17.10.2019 dokumentiert, dass die Versicherte lediglich bei Bedarf (so-
mit nicht regelmässig) Analgetika (Novalgin und Dafalgan) der WHO-Klasse 1 
(Nicht-Opioide) einnimmt und die Therapie der als chronisch gewerteten Schmer-
zen mit Pregabalin, einem Antikonvulsivum das zur Therapie neuropathischer 
Schmerzen zugelassen ist, erfolgt. Allerdings erreichen die Spiegel des Medika-
ments im Blut der Versicherten trotz ausreichender Dosierung (2x50 mg) nicht den 
therapeutischen Bereich. Das spricht nicht überzeugend dafür, dass starke, anhal-
tende Schmerzen vorliegen. Damit wird die Wahl der Spalte +++ (starke Dauer-
schmerzen, Zusatzbelastung nicht möglich, auch nachts und in Ruhe) nicht ermög-
licht. Gemäss der Tabelle 7 ergibt sich somit eine Bewertung des Integritätsscha-
dens mit 5-10%. 
Der Kreisarzt, Herr Dr. med. F.________, hat mit seiner Einschätzung des Inte-
gritätsschadens vom 28.10.2019 die Schmerzen der Versicherten zusätzlich damit 
berücksichtigt, dass er den oberen der mit der Tabelle genannten Werte, 10 %, 
gewählt hat. 
Die Einschätzung von Herrn Dr. med. F.________ ist korrekt und berücksichtigt die 
Schmerzen der Versicherten in dem mit der Tabelle 7 vorgegebenen Mass. Die 
Schmerzen additiv noch nach einem Quervergleich mit einer Trigeminusneuralgie 
zu bewerten, entspricht nicht den vorgegebenen Einteilungen. 
Der Argumentation von Herrn Dr. med. AE.________ kann nicht gefolgt werden: 
Eine Spondylodese der Segmente BWK 11/12, BWK12/LWK1, LWK 1/2 ist nicht 
erfolgt, sondern eine temporäre dorsale, transpedikuläre Stabilisation. Das Seg-
ment L2/3 war davon nicht betroffen (siehe OP-Bericht vom 19.10.2017 und die 
Röntgenbilder postoperativ). Eine Spondylodese ist daher bei der Schätzung des 
Integritätsschadens nicht zu bewerten. Die Schmerzen der Versicherten sind mit 
der Auswahl des höheren Wertes von 10% (bei einem Spielraum von 5-10%) aus-
reichend berücksichtigt.
Herr Dr. med. AE.________ konstatiert, dass es schwer erklärlich sei, warum sich 
aus den schweren Mehrfachverletzungen der Versicherten nicht ein höherer Inte-
gritätsschaden ergebe. Die schweren Verletzungen betreffen vorwiegend innere 
Organe. Deren Funktion ist durch die ergriffenen operativen Massnahmen wieder 
hergestellt worden, schwere Funktionsausfälle/Funktionsstörungen innerer Organe 
sind im vorliegenden Fall nicht dokumentiert. Mit den Tabellen zur Bewertung des 
Integritätsschadens wird vorwiegend auf Funktionseinschränkungen abgestellt. 

27

Schlussfolgerung
Der Beurteilung des Integritätsschadens durch Herrn Dr. med. F.________ zufolge 
des Unfalls vom 03.10.2017 mit einer LWK 1-Fraktur im Kontext eines Polytraumas 
kann zugestimmt werden. Die Argumentation des Herrn Dr. med. AE.________ 
vermag nicht zu überzeugen.
Beantwortung der Fragen
(…)
Aus der Stellungnahme von Herrn Dr.med. AE.________ ergeben sich keine Zwei-
fel an der durch Herrn Dr.med. F.________ vorgenommenen Bemessung des In-
tegritätsschadens von 10% für die Folgen der Fraktur des 1. Lendenwirbelkörpers 
und der Querfortsatzfrakturen des BWK 11 bis LWK 1 einer Seite. Die chronischen 
Schmerzen haben mit der Wahl des Wertes von 10% bereits Berücksichtigung er-
fahren. 

3.32 In seiner "Entgegnung auf die Stellungnahme von Dr. F.________ vom 
09.01.2020" hielt Dr.med. AE.________ am 30. April 2020 u.a. fest (Suva-
act. 348), eine Integritätsentschädigung von 10% sei eindeutig zu knapp ange-
sichts der übergrossen Schwere der Mehrfachverletzung und der umfangreichen, 
vielseitigen und wiederholten Spitalbehandlungen. Dieser Gesamteindruck lasse 
sich auch im Integritätsschaden wirklichkeitsnaher abbilden, was er in seiner 
Stellungnahme vom 30. Dezember 2019 gezeigt habe, indem er 20% begründet 
habe. Betreffend Wirbelsäule wolle Dr. F.________ die Rechtmässigkeit der ins-
gesamt vier Versteifungen von Wirbelsegmenten (vier Spondylodesen) nicht an-
erkennen, weil die vorgelegenen Wirbelverletzungen nach derzeitigem Wissens-
stand keine chirurgischen Interventionen benötigt hätten. "Aber berührt diese 
Frage Frau A.________ und ihr Anrecht auf die entsprechende IE?" Nichts ver-
hindere, dass sie an den Folgen der Spondylodesen leide, und dass diese nach 
14-monatiger Liegezeit des Medtronic-Materials auch vollständig steif seien. Ge-
nau dafür gebe es in der Tabelle 7.2 der Suva für die Integritätsentschädigung 
bei Wirbelsäulenaffektionen unter Ziffer 4 wegen des hier vorliegenden (vierfa-
chen) St. n. Spondylodese eine Erhöhung um + 5-15%. Dass er also bloss + 5% 
geschätzt habe, sei sehr konservativ geschätzt. Zu den Schmerzen, die er mit 
5% separat geschätzt habe, wende Dr. F.________ ein, diese seien in der Inte-
gritätsentschädigung für die Wirbelsäule bereits eingerechnet. Es gehe aber bei 
weitem nicht nur um Rückenschmerzen. Es gebe eine Vielzahl von Schmerzloka-
lisationen - abseits der Wirbelsäule.

3.33 Nachdem die Beschwerdeführerin (unter Beilage des oberwähnten Berichts 
von Dr.med. AE.________ vom 30.4.2020) am 5. Mai 2020 an ihrer Einsprache 
festhalten liess und die Suva am 26. Mai 2020 ihren "Entscheid" vom 10. De-
zember 2019 vollumfänglich zurückgenommen hatte (Suva-act. 347, 349), erteil-
te die Suva nach Gewährung des rechtlichen Gehörs bzw. mit Zustimmung der 

28

Beschwerdeführerin (Suva-act. 361) der G.________ Begutachtung, 
G.________, den Auftrag für ein interdisziplinäres Gutachten mit den Fachrich-
tungen Innere Medizin und versicherungsmedizinische Fallführung (Dr.med. 
AG.________, Facharzt für Innere Medizin, Ärztlicher Leiter G.________ Begut-
achtung, MAS Versicherungsmedizin, Vertrauensarzt SGV), Orthopä-
die/Wirbelsäulenchirurgie (Prof. AN.________, Facharzt für Orthopädische Chir-
urgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Senior Consultant, 
G.________), Viszeralchirurgie (Prof. AO.________, Facharzt für Chirurgie, Stv. 
Chefarzt Viszeralchirurgie, G.________) sowie ORL (Prof. AP.________, 
Fachärztin für Oto-Rhino-Laryngologie, spez. Hals- und Gesichtschirurgie, Lei-
tende Ärztin, G.________) (Suva-act. 362, vgl. 357). 

3.34.1 Am 22. Dezember 2020 wurde das Gutachten erstattet (Suva-act. 381). 
Die Gutachter erhoben die Diagnosen (Suva-act. 382-12/68):

Unfallkausale Diagnosen mit Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit
1. St. n. Verkehrsunfall vom 03.10.2017 mit 

- Distraktionsverletzung Th12/L1 mit horizontaler Fraktur der Lamina sowie 
des DornfortsatzesTh12 und Kompressionsfraktur L1 ohne neurologische 
Ausfälle. Wenig dislozierte Querfortsatzfrakturen L1 

- St. n. minimalinvasiver Stabilisation Th12/L3 mit Pedikelinstrumentarium 
am 06.10.2017, ohne Spondylodese

- St. n. Metallentfernung Th12/L3 am 30.11.2018 
- Diffuse Lumbalgien

2. V.a. Frozen Shoulder rechts bei
- St. n. Osteosynthese der Rippenfrakturen 8, 9 und 10 rechts am 

06.10.2017
Unfallkausale Diagnosen ohne Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit 
1. Reizlose Tracheotomienarbe bei Status nach dilatativer Tracheotomie vom 

19.10.2017
2. St. n. abgeheiltem Thoraxtrauma mit Rippenserienfraktur und Hämatothorax 

rechts, Rippenserienfraktur links
3. St. n. abgeheiltem stumpfem Abdominaltrauma mit Leberruptur (Segment V 

und Vl), Milz- und Nierenlazeration rechts Grad II, Nierenlazeration links Grad 
l, Dünndarm- und Colon Transversum-Ruptur, Duodenumruptur Pars III 

4. St. n. abgeheilter Ruptur Zwerchfell rechts 5cm Länge
5. St. n. abgeheilter Contusio cordis
(vollständige Unfalldiagnosen inkl. durchgeführte Behandlungen siehe Persönliche 
Anamnese oben)

3.34.2  Gemäss der Konklusion und Beantwortung der spezifischen Fragen der 
G.________-Gutachter, die deren Konsens widerspiegelten, sei ein Teil der Be-
schwerden aufgrund der Unfallfolgen grundsätzlich nachvollziehbar in Bezug auf 
die Art und Lokalisation, nicht jedoch in Bezug auf das beklagte Ausmass und die 
subjektiv daraus abgeleitete Funktionseinschränkung. Es liege somatisch beur-
teilt eine ausgesprochene Symptomverdeutlichung vor mit erheblichen Diskre-

29

panzen in Bezug auf die beklagten Beschwerden, die zu erhebenden objektiven 
Befunde und teilweise auch zu der beobachtbaren Spontanbeweglichkeit. An-
hand der objektivierbaren somatischen Befunde könne als Unfallfolge eine quali-
tative Einschränkung abgeleitet werden, nicht jedoch eine quantitative Ein-
schränkung der Arbeitsfähigkeit bei angepasster Tätigkeit begründet werden. 
Psychogene Aspekte bildeten ausdrücklich nicht Gegenstand der Begutachtung 
und müssten allenfalls psychiatrisch begutachtet werden. Somatisch plausibel 
würde zunächst eine qualitative Minderbelastbarkeit im Bereich der LWS nach 
erlittener Distraktionsverletzung Th12/L1 und St. n. zeitweiser Stabilisation er-
scheinen. Diese Verletzung sei mit leichter Kyphose am thorakolumbalen Überg-
ang ausgeheilt. Die jetzt beklagten diffusen Schmerzen im ganzen Wirbelsäulen-
bereich ohne fokale Betonung könnten mit dieser Fraktur jedoch nicht in Einklang 
gebracht werden. Auch könne die angegebene Bewegungseinschränkung nicht 
durch diese Fraktur und auch nicht durch den St. n. operativer Stabilisation und 
späterer Metallentfernung erklärt werden. Die Wirbelsäulenverletzung Th12-L1 
sei geheilt, stabil und benötige keine weitere Behandlung. Es bestünden auch 
hier gewisse Diskrepanzen zwischen der beklagten hochgradigen Einschränkung 
und der Spontanbeweglichkeit. Nichts desto trotz erachteten die Gutachter eine 
gewisse Limitierung der Anforderungen an die Positionen (Zwangshaltung) und 
Gewichtsbelastung (max. 10 kg) für begründbar. Ein zweiter Schmerzfokus sei 
die rechte Schulter, wobei keine direkte Unfallverletzung erfolgt sei. Es habe sich 
jedoch infolge chronifizierter Schonhaltung eine Frozen Shoulder ausgebildet; 
diese könne trotz stark eingeschränkter Untersuchbarkeit angenommen werden, 
wobei die Gutachter die Art und Lokalisierung der Schmerzen auch hier als plau-
sibel, jedoch deren beklagtes Ausmass als nicht begründbar bezeichnen. Zwar 
sei es grundsätzlich möglich und bekannt, dass Rippenfrakturen zu ausstrahlen-
den Schmerzen führen könnten. Ein fassbares strukturelles Korrelat finde sich 
aktuell jedoch nicht bei guter Ausheilung der Frakturen. Aus HNO-Sicht liege kein 
anhaltender Gesundheitsschaden vor und auch aus Sicht der Viszeralchirurgie 
sei nicht von einem bleibenden Gesundheitsschaden mit Auswirkung auf die Ar-
beitsfähigkeit auszugehen. 

Zur Frage, inwieweit von weiteren Behandlungsmassnahmen mindestens mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit eine Besserung des unfallbedingten Gesund-
heitszustands erwartet werden könne, halten die Gutachter fest, grundsätzlich sei 
eine intensive Behandlung der Frozen Shoulder indiziert. Eine solche Behand-
lung erfordere aber eine konsequente und intensive Mitarbeit der Patientin. Im 
vorliegenden Fall spreche vieles für einen stark dysfunktionalen Umgang mit den 
Beschwerden und ein eindrückliches und habituiertes Schon- und Vermeidever-
halten, was die Aussichten auf eine erfolgreiche Massnahme doch deutlich be-

30

zweifeln lassen würde. Von operativ-interventionellen Zugängen würden sie ab-
raten, ausser es bestünde eine wirklich eindeutige Indikation, die "heute nicht er-
kennbar" sei. Gleiches gelte auch für die Behandlung der diffusen Beschwerden 
im LWS-Bereich, wo grundsätzlich durch namentlich intensive konservative Beü-
bung ein positiver Effekt denkbar, aber aufgrund der invaliditätsfremden Hinder-
nisfaktoren kaum erfolgsversprechend umzusetzen sei. Auf jeden Fall sollte auch 
im Wirbelsäulenbereich auf invasive Verfahren verzichtet werden. Für die 
Schmerzen im Thoraxbereich würden derzeit ebenfalls keine Massnahmen er-
folgversprechend scheinen. Somit ergebe sich in Bezug auf die Behandlungs-
notwendigkeit aus unfallkausaler Sicht, dass aktuell somatische Behandlungs-
massnahmen mit Aussicht auf relevante Verbesserung der Arbeitsfähigkeit resp. 
des möglichen Belastungsprofils nicht genannt werden könnten. 

3.34.3  Hinsichtlich der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit als Reini-
gungskraft gingen die G.________-Gutachter davon aus, dass diese Tätigkeit die 
Belastbarkeitslimiten überschreite, insbesondere in Bezug auf die Einschränkun-
gen der rechten oberen Extremität, für Arbeiten über der Horizontalen, für Arbei-
ten fernab der Körperachse und insbesondere unter Belastung, und entspre-
chend aus unfallkausalen Gründen nicht mehr möglich sei.

Aus unfallkausaler Sicht seien wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätigkei-
ten möglich, bei der die Versicherte ab und zu aufstehen und etwas herumgehen 
könne, wobei darauf geachtet werden müsse, dass sie sich nicht zusätzlich bü-
cken oder Gewichte (maximale Gewichtsbelastung 10 kg) heben müsse. Auch 
könnten keine Arbeiten verrichtet werden, die eine Elevation und/oder Abduktion 
des rechten Armes bedingten oder Arbeiten mit dem rechten Arm fernab der 
Körperachse, insbesondere unter Gewichtsbelastung. Es sei ihres Erachtens 
"i.d.R. eher nicht der Fall", dass diese Limiten eingehalten werden könnten (Su-
va-act. 382-13 f./68). 

3.34.4  Den Integritätsschaden veranschlagten die Gutachter auf 20%, da die 
Beschwerdeführerin aus orthopädischer Sicht mit der Wirbelsäulenverletzung 
Th12/L1 und der Frozen Shoulder rechts durch zwei Unfallfolgen beeinträchtigt 
sei. 

Zur Wirbelsäulenverletzung hielten die Gutachter in der Konsensbeurteilung fest:

Die Explorandin hat im Wirbelsäulenbereich eine Distraktionsverletzung Th 12/11 
erlitten, welche operativ mit einer Stabilisation Th 12/L3 behandelt wurde. Diese 
Implantate wurden wieder entfernt, eine Versteifung dieser Segmente hat weder 
chirurgisch noch spontan stattgefunden. Radiologisch sind auf den Funktionsauf-
nahmen vom 02.10.2020 insbesondere in den Bewegungssegmenten L1 - L3 trotz 
mangelhafter Kooperation der Explorandin eine Beweglichkeit von 5° nachzuwei-

31

sen. Somit ist auch radiologisch erwiesen, dass diese Segmente nicht versteift 
worden sind.
Der Kyphosewinkel im später frakturierten Wirbelkörper L1 betrug am 24.04.2017 
(also vor dem Unfall) 7° gemessen zwischen Deck- und Bodenplatte von L1. Am 
02.10.2020 betrug derselbe Winkel 12.6°. Es liegt also im frakturierten Wirbelkör-
per selbst eine Kyphosezunahme von maximal 6° vor. Der Winkel zwischen Deck-
platte Th12 und Bodenplatte L1 betrug vor dem Unfall 7.4° (Röntgenbild vom 
24.04.2017). Derselbe Winkel betrug am 02.10.2020 16.6°. Dies entspricht einer 
Zunahme der Kyphose von 9°. Diese Zunahme entspricht der Summation der 
leichten Zunahme der Kyphose auf Höhe des frakturierten Wirbelkörpers L1 selbst 
mit der leichten Zusammensinterung der Bandscheiben Th12/L1.
Aufgrund der Tabelle 7 der SUVA beträgt der Integritätsschaden bei Wirbelsäule-
naffektionen mit einer Kyphose bis zu 10°, mit geringen Dauerschmerzen, bei Be-
lastung verstärkt, auch in Ruhe, 5 - 10%. Von den bisherigen Begutachtern der 
SUVA wurde ein Integritätsschaden für die LWS von 10% angenommen, was un-
sererseits ebenfalls so beurteilt wird.

Zur Frozen Shoulder hielten die Gutachter diesbezüglich fest:

Nicht beachtet in den bisherigen Beurteilungen wurde die Einschränkung der 
Schulterbeweglichkeit rechts. Bereits am 03.09.2018 hatte Herr AI.________, Phy-
siotherapeut im Spital H.________ bemerkt, dass die Beweglichkeit des Schulter-
gelenkes rechts schmerzbedingt deutlich eingeschränkt sei. Auch in der kreisärztli-
chen Untersuchung vom 16.07.2019 wird von Schmerzen in der rechten Schul-
terregion gesprochen. Schmerzen im Hemithorax rechts und Schulterschmerzen 
rechts sind auch, wenn nur sehr knapp, im Bericht der Rehaklinik AM.________ 
vom 17.10.2019 erwähnt. 
Ferner sind die Thoraxschmerzen rechts bei St. n. Osteosynthese von 3 Rippen-
frakturen bekannt und aktenkundig. Deswegen fand am 09.04.2019 auch eine Un-
tersuchung in der Schmerzsprechstunde der Klinik für Anästhesiologie vom 
I.________ Spital statt. Schmerzen in dieser Art sind nach Rippenfrakturen be-
kannt, auch wenn aktuell hier keine fassbaren strukturellen Ursachen festgestellt 
werden können. 
Laut SUVA Tabelle 1 (Integritätsschaden bei Funktionsstörungen an den oberen 
Extremitäten) wäre bei einer Einschränkung der Schulterbeweglichkeit - bis zur Ho-
rizontalen beweglich - ein Integritätsschaden von 15% vorgesehen. 
Auf der anderen Seite muss gesagt werden, dass im Bereich der rechten Schulter 
durch den Unfall selbst keine direkte strukturelle Verletzung eingetreten ist. Die 
Frozen Shoulder ist quasi indirekt durch die Schonung entstanden, wäre 
grundsätzlich auch potentiell behandelbar (auch wenn die Reha Hindernisse im 
konkreten Fall mgl. dazu beitragen, dass der Therapieerfolg gering bleiben oder 
ausbleiben wird). 
lm Quervergleich kann auch die SUVA Tabelle 5.2. (Integritätsschaden bei Arthro-
sen) beigezogen werden. Bei einer schweren AC-Arthrose (liegt hier nicht vor) 
würde ein Integritätsschaden von 5-10% resultieren. Ein Integritätsschaden von 
15% würde in dieser Tabelle im Bereich einer schweren Omarthrose (glenohume-
ral), 10-25%, liegen. 
In Abwägung dieser Fakten erscheint funktionell (und bei schlechter Therapiepro-
gnose) ein Integritätsschaden zwar gegeben, bei fehlender strukturellen Unfall-

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schädigung im Quervergleich zu Tabelle 5.2. aber nicht im vollen Ausmass wie 
formaleiner Einschränkung bis zur Horizontalen gemäss Tabelle 1 entsprechend.
Folglich erachten wir einen Integritätsschaden für die Schulter von 10% für ange-
messen. Darin inkludiert sind die funktionellen Auswirkungen der beklagten 
Schmerzen im Bereich der stattgehabten Rippenfrakturen (die u.E. wesentlich zur 
funktionellen Einschränkung der Frozen Shoulder geführt haben). 

Den gesamten Integritätsschaden veranschlagten die Gutachter auf 20%, da 
aufgrund der zwei völlig unterschiedlichen betroffenen körperlichen Funktionen 
und Regionen von einer additiven Wirkung auszugehen sei. 

4.1 Mit Verfügung vom 22. Januar 2021 hielt die Suva fest, sie komme auf ihr 
Schreiben vom 29. Oktober 2019 zurück, welches auch mit Blick auf das inter-
disziplinäre Gutachten weiterhin Gültigkeit habe und entsprechend sei an dem im 
Juli 2019 bestätigten medizinischen Endzustand festzuhalten; entgegenkom-
menderweise würden die Versicherungsleistungen per 30. November 2019 ein-
gestellt. Die medizinischen und erwerblichen Abklärungen hätten ergeben, dass 
die angestammte Tätigkeit als Unterhaltsreinigerin nicht mehr uneingeschränkt 
zumutbar sei:

Aus rein Unfallkausaler Sicht sind wechselbelastende, vorwiegend sitzende Tätig-
keiten weiterhin möglich, bei welchen ab und zu aufgestanden und etwas umher-
gegangen werden kann. Dabei ist überdies zu beachten, dass ein zusätzliches Bü-
cken oder Anheben von Gewichten (maximale Gewichtsbelastung 10 kg unter Be-
achtung ergonomischer Gesichtspunkte) zu vermeiden ist. Auch können keine Ar-
beiten mehr verrichtet werden, welche eine Elevation und/oder eine Abduktion des 
rechten Armes bedingen. Des Weiteren sind Arbeiten mit dem rechten Arm fernab 
der Körperachse, insbesondere unter Gewichtsbelastung, nicht mehr zumutbar.

Neben organisch bedingten Unfallfolgen beeinträchtigten psychogene Störungen 
die Erwerbsfähigkeit. Aufgrund der vorhandenen Unterlagen würden die psycho-
genen Störungen nicht in einem adäquat-kausalen Zusammenhang mit dem erlit-
tenen Ereignis stehen, weshalb diesbezügliche Leistungen entfielen. 

Weiter stellte die Suva fest, die Beschwerdeführerin könne ohne Unfallfolgen ein 
Valideneinkommen von Fr. 44'916.00 erzielen. Mit den unfallbedingten Ein-
schränkungen sei unter Berücksichtigung eines leidensbedingten Abzuges von 
10% ein durchschnittliches Jahreseinkommen von Fr. 49'656.-- erzielbar. Dies 
basierend auf einem Tabellenlohn LSE TA1 2018, Kompetenzniveau 1, Frauen, 
von Fr. 4'371.--, hochgerechnet (40h Basis auf 41.7 Wochenstunden; + Nominal-
lohnentwicklung 2019 0.9%) = Fr. 55'173.35 abzüglich 10% leidensbedingter Ab-
zug = Fr. 49'656.-- (vgl. Berechnung Suva-act. 392-3/5). Damit verneinte die Su-
va einen Anspruch auf eine Invalidenrente.

33

Die Integritätseinbusse setzte sie gestützt auf die ärztliche Beurteilung auf 20% 
fest, was eine Integritätsentschädigung von Fr. 29'640.-- ergab (Unfall vom 
3.10.2017, Jahresverdienst Fr. 148'200.--; zum Ganzen Suva-act. 392). 

4.2 Am 27. Januar 2021 liess die Beschwerdeführerin Einsprache erheben und 
eine Integritätsentschädigung von 40% sowie eine Rente unter Berücksichtigung 
der psychischen Unfallfolgen beantragen. Der Unfall sei adäquat auch für psy-
chische Unfallfolgen. Mit der körperlichen Integritätsentschädigung von 20% be-
stehe eine besonders schwere erlittene körperliche Verletzung und die ärztliche 
Behandlung habe ungewöhnlich lange gedauert. Die Dauer der medizinischen 
Behandlung indiziere einen schwierigen Heilverlauf. Damit seien mehrere 
Adäquanzkriterien erfüllt; die Adäquanz für diesen mittelschweren Unfall im 
Grenzbereich zu den schweren Unfällen sei daher auch für psychische Unfallfol-
gen zu bejahen. Hinzu komme, dass psychische Unfallfolgen eine sorgfältige 
medizinische Abklärung erheischten; diese sei bislang unterlassen worden (Su-
va-act. 395).  

4.3 Diese Einsprache wurde mit dem vorliegend angefochtenen Entscheid vom 
21. Juli 2021 abgewiesen. Aufgrund der kurz gehaltenen Einsprache vom 27. Ja-
nuar 2021 würden sich die Einwendungen der Versicherten auf die Ablehnung 
der Suva in Bezug auf den adäquaten Kausalzusammenhang zwischen den psy-
chischen Beschwerden und dem Unfall vom 3. Oktober 2017 konzentrieren; eine 
andere Begründung könne der Einsprache nicht entnommen werden, insbeson-
dere auch nicht im Zusammenhang mit der beantragten Integritätsentschädigung 
von 40%. Nicht angefochten seien demnach der Fallabschlusszeitpunkt und die 
Invaliditätsbemessung sowie die Festsetzung der Integritätsentschädigung allein 
aufgrund der somatischen Unfallfolgen (Erw. 1). Ausgehend vom augenfälligen 
Geschehensablauf sei der zu beurteilende Unfall mit Frontalkollision zweier Per-
sonenwagen mit je ca. 40 km/h, ansonsten ohne besondere Umstände, als mit-
telschwer, weder im Grenzbereich zu schweren noch leichten Unfällen, einzutei-
len, sodass mindestens drei der sieben unfallbezogenen Kriterien erfüllt sein 
müssten oder eines besonders ausgeprägt (Erw. 5). In der Folge hält die Suva 
sinngemäss fest (Erw. 6 ff.), es könne offenbleiben, ob das gemäss Aktenlage 
schwierig einzuschätzende Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen erfüllt 
sei, weil solche Dauerschmerzen zumindest nicht ausgeprägt vorliegen würden 
und dieses Kriterium ohnehin nicht genügen würde, um einen adäquat-kausalen 
Zusammenhang zu begründen (Erw. 9); die übrigen Kriterien erachtet die Suva 
als nicht erfüllt (Erw. 6-8, 10-12). Die Frage nach dem natürlichen Kausalzusam-
menhang dürfe praxisgemäss offenbleiben, wenn die Adäquanz, wie im vorlie-
genden Fall, zum vornherein zu verneinen sei (Erw. 13, S. 6). Weitere Abklärun-

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gen in Bezug auf die psychischen Beschwerden hätten sich erübrigt (Erw. 13, 
S. 7). 

4.4 Vor Verwaltungsgericht lässt die Beschwerdeführerin vorbringen, der 
Fallabschluss sei verfrüht. Die Invalidenversicherung habe ihre Eingliederungs-
massnahmen noch nicht abgeschlossen, ergo sei die Rentenprüfung noch nicht 
zulässig. Nichts daran ändere eine allfällige Verneinung der Psychoadäquanz: 
die Überwindbarkeitspraxis finde auf den Taggeldanspruch keine Anwendung 
(S. 4, Ziff. 6.1). Selbst wenn der Fallabschluss zulässig wäre, verfange der Ein-
spracheentscheid nicht. Die Suva habe die psychische Komponente der Unfall-
folgen nicht abgeklärt. Auch die Suva sei zuerst davon ausgegangen, dass die 
psychischen Unfallfolgen medizinisch geklärt werden müssten. In der Verfügung 
vom 10. Dezember 2019 habe sie den adäquat kausalen Zusammenhang betref-
fend psychogene Beschwerden noch verneint. Am 26. März 2020 habe sie diese 
Verfügung aber vollumfänglich zurückgenommen, weshalb die Adäquanz psychi-
scher Unfallfolgen derzeit weder bezüglich Integritätsentschädigung noch Rente 
beurteilt sei (S. 4 f., Ziff. 6.2). Die Gutachter hätten die Fragestellung nach der 
natürlichen Kausalität allfälliger psychogener Beschwerden nicht beurteilt bzw. 
die Suva habe diese Fachdisziplin nicht abgeklärt. Allerdings gehe die Be-
schwerdeführerin nach wie vor einmal pro Woche in die Psychotherapie, was auf 
psychische Unfallfolgen schliessen lasse, was auch mit versicherungsmedizini-
schen Erkenntnissen korreliere. Die Gutachter hätten die Notwendigkeit einer 
psychiatrischen Abklärung betont (S. 6, Ziff. 6.2). Die Adäquanzprüfung nach er-
littenem HWS-Distorsionstrauma oder einer äquivalenten Verletzung setze ein 
versicherungsexternes polydisziplinäres Gutachten voraus. Es widerspreche so-
dann Treu und Glauben, wenn die Suva zunächst ihre Verfügung mit Verneinung 
der Psychoadäquanz integral zurücknehme und stattdessen die Gutachter expli-
zit auch nach psychischen Unfallfolgen frage, nun plötzlich aber solche mit dem 
Verweis auf angeblich fehlende Adäquanz nicht mehr abgeklärt wissen wolle 
(S. 8, Ziff. 6.2). Zudem könnte die Adäquanz nicht "a priori" ohne fundierte psych-
iatrische Abklärung "tel quel" verneint werden: Der Unfall sei im Bereich eines 
mittelschweren anzusiedeln; er sei bald vier Jahre her, die Heilbehandlung daue-
re an, der Heilverlauf sei damit massiv verzögert; es persistiere eine somatische 
Einschränkung der Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit, die Schmerz-
problematik dauere an; trotz Bemühungen auch der Invaliden- und Haftpflichtver-
sicherung sei eine Wiedereingliederung bis heute nicht gelungen, auch privat 
persistierten erhebliche Einschränkungen; es bestünden körperliche Dauer-
schmerzen, daran ändere eine allfällige psychische Fehlverarbeitung nichts, zu-
mal wenn diese indirekt unfallkausal sei, was abzuklären sei; mit der Integritäts-
entschädigung von 20% bestünden erhebliche körperliche Beschwerden, was 

35

das Adäquanzkriterium der "Schwere oder besonderen Art der Verletzung" in 
ausgeprägter Form erfülle; auch die Suva attestiere eine schwere körperliche 
Verletzung. Für die Beurteilung der Adäquanz sei auf eine weite Bandbreite von 
Versicherten abzustellen, wozu auch jene Versicherten gehörten, die aufgrund 
ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger seien und einen Unfall 
seelisch weniger gut verkraften würden als Gesunde (S. 8 f., Ziff. 6.2). 

Abschliessend beantragt die Beschwerdeführerin eine ergänzende psychiatrisch-
psychologische Teilbegutachtung im G.________ im Rahmen eines Gerichtsgut-
achtens und schlägt eine Gutachterin vor; bei einem für die Beschwerdeführerin 
positiven Gerichtsgutachten habe die Suva entsprechende Leistungen für die un-
fallbedingten psychogenen Störungen auszurichten, insbesondere eine Inte-
gritätsentschädigung von zusätzlich 20% sowie eine ganze Rente; eventualiter 
sei die Sache zurückzuweisen, namentlich damit die Suva "diese psychischen 
Unfallaspekte" ergänzend gutachterlich abkläre und danach neu über den psy-
chisch bedingten Anspruch auf eine Integritätsentschädigung und Rente ent-
scheide (S. 10, Ziff. 6.2). 

4.5 Vernehmlassend lässt die Suva festhalten, die Beschwerdeführerin habe 
mit Antrag Ziff. 3.1 eine ganze Rente beantragt; eine solche gebe es nur bei der 
Invalidenversicherung, weshalb auf diesen Antrag a priori nicht eingetreten wer-
den könne. In der angefochtenen Verfügung vom 22. Januar 2021 sei betont 
worden, dass an dem im Juli 2019 bestätigten medizinischen Endzustand festzu-
halten sei. In der Einsprache vom 27. Januar 2021 sei dieser Fallabschluss nicht 
angefochten worden. Diesbezüglich sei die Verfügung in Rechtskraft erwachsen. 
Der Hinweis, die Invalidenversicherung nehme noch Eingliederungsmassanah-
men vor, ändere zudem nichts an der Tatsache, dass der medizinische Endzu-
stand eingetreten sei. Ein Anspruch auf weitere Ausrichtung von Taggeldern 
scheide somit a priori aus. 

Die psychischen Beeinträchtigungen müssten von der Suva nicht weiter abge-
klärt werden, erst Recht nicht im Rahmen eines psychiatrischen Gutachtens. 
Richtig sei, dass die Gutachter des G.________ betont hätten, psychogene As-
pekte seien ausdrücklich nicht Begutachtungsgegenstand. Die Suva habe korrek-
terweise eine Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs der psychoge-
nen Beschwerden zum Unfallereignis vorgenommen und diesen verneinen müs-
sen; der natürliche Kausalzusammenhang habe bei dieser Ausgangslage offen-
bleiben dürfen. Die Gutachter hätten nicht betont, dass ein psychiatrisches Gut-
achten unbedingt noch erfolgen sollte (S. 4). 

Es bestehe Übereinstimmung der Suva mit der Beschwerdeführerin, dass ein 
mittelschwerer Unfall vorliege. Der medizinische Endzustand sei längst erreicht; 

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die somatisch bedingte Behandlung habe im Jahre 2019 abgeschlossen werden 
können. Zutreffend habe die Suva betont, dass die Beschwerdeführerin das Feh-
len einer somatisch bedingten Arbeitsunfähigkeit in ihrer Einsprache vom 27. Ja-
nuar 2021 nicht angefochten habe und anderseits seit Erreichen des Medizini-
schen Endzustands in einer leidensangepassten Tätigkeit wieder eine volle Ar-
beitsfähigkeit bestehe. Dass weiterhin psychische Beschwerden vorliegen, sei für 
dieses Kriterium nicht relevant. Dass die Beschwerdeführerin auch privat Ein-
schränkungen habe, könne der UVG-Versicherer im Rahmen der Adäquanzprü-
fung nicht berücksichtigen. Dass heute psychische Beeinträchtigungen vorlägen 
und somit eine psychische Fehlverarbeitung vorhanden sei, habe nichts mit dem 
Kriterium der körperlichen Dauerschmerzen zu tun (S. 5 f.).

Es sei der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass die Zusprache einer Inte-
gritätsentschädigung in der Höhe von 20% eine dauernde, erhebliche Schädi-
gung der körperlichen, geistigen und psychischen Integrität voraussetze. Die Prü-
fung des diesbezüglichen Anspruchs habe aber keinen direkten Zusammenhang 
mit der Frage, ob eine versicherte Person schwere oder eine besondere Art von 
Verletzungen erlitten habe. Vielmehr stelle sich die Frage, ob die erlittenen Ver-
letzungen erfahrungsgemäss geeignet seien, psychische Fehlentwicklungen 
auszulösen, was vorliegend selbst die Beschwerdeführerin nicht geltend mache. 

Es erweise sich a priori als nicht stichhaltig, wenn die Beschwerdeführerin von 
psychischer Arbeitsunfähigkeit mit Rentenanspruch spreche; ebensowenig be-
stehe ein Anspruch auf eine Integritätsentschädigung für die psychischen Be-
schwerden. Auf die Gutachtenvorschläge müsse nicht eingegangen werden. Das 
Gericht könne ohne Weiterungen des Verfahrens die Beschwerde vollumfänglich 
abweisen. 

4.6 Replizierend lässt die Beschwerdeführerin festhalten, die Einsprache vom 
27. Januar 2021 habe sich gegen die ganze Verfügung gerichtet. Es existiere 
keine Teilrechtskraft, auch nicht hinsichtlich des Fallabschlusses. Das Einspra-
cheverfahren schliesse eine Teilrechtskraft der Verfügung aus, soweit sie nicht 
unangefochten geblieben sei. Nicht ersichtlich sei dementsprechend, weshalb ein 
Anspruch auf weitere Ausrichtung von Taggeldern a priori ausscheiden solle. Der 
Fallabschluss sei verfrüht (S. 3). Das Bundesgericht habe entschieden, wenn 
aufgrund einer speziellen Adäquanzprüfung feststehe, dass ein allfällig beste-
hender natürlicher Kausalzusammenhang nicht adäquat sei, könne die Frage des 
natürlichen Kausalzusammenhangs zwar offengelassen werden. Anders verhalte 
es sich in jenen Fällen, in denen der Sachverhalt für die korrekte Adäquanzprü-
fung nicht hinreichend abgeklärt sei, wozu der vorliegende Fall zähle, in welchem 
mit einer Integritätsentschädigung von 20% auch körperliche Langzeitfolgen per-

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sistierten. Vor einem Adäquanzentscheid seien somit die sich in tatsächlicher 
Hinsicht stellenden Fragen in Bezug auf die Natur der Gesundheitsbeeinträchti-
gung (diagnostisch, invalidisierender Charakter) und ihres natürlichen Kausalzu-
sammenhangs zum Unfall mittels psychiatrischem Gutachten zu klären. Dies gel-
te umso mehr, als die psychische Ebene (Schmerzstörung) hier sehr eng mit der 
körperlichen Verletzung verknüpft sei. Schon der Austrittsbericht der Rehaklinik 
AM.________ vom September 2019 habe ein chronisches Schmerzsyndrom er-
wähnt. Die chronis