# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 701fabc4-c76d-5f23-a990-251b57d9de71
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-04-07
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 07.04.2022 A-4394/2020
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4394-2020_2022-04-07.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 

Entscheid teilweise bestätigt durch 

BGer mit Urteil vom 15.03.2024 

(1C_317/2022) 

 
 
    
 

  

  

 

 Abteilung I 

A-4394/2020 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  7 .  A p r i l  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richterin Christine Ackermann (Vorsitz), 

Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot,  

Richter Maurizio Greppi,    

Gerichtsschreiber Andreas Kunz. 
 

 
 

Parteien 
 Stiftung WWF Schweiz, 

Postfach, 8010 Zürich-Mülligen Postzentrum, 

vertreten durch WWF Sektion St. Gallen,  

vertreten durch  

Regula Schmid, Rechtsanwältin,  

Advokata.ch,  

Engelgasse 2 / Marktplatz, Postfach 42, 9004 St. Gallen,  

Beschwerdeführerin,   
 

 
gegen 

 
 

Bundesamt für Strassen ASTRA, 

3003 Bern, 

 

Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, 

Energie und Kommunikation UVEK,  

Bundeshaus Nord, 3003 Bern,       

Vorinstanz,   
 

 
 

Gegenstand 
 Nationalstrassen; Plangenehmigung Ausführungsprojekt  

UPlaNS St. Gallen West - St. Gallen Ost. 

 

A-4394/2020 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Die Reinigung des Abwassers der Nationalstrasse N01 zwischen St. Gal-

len West und St. Gallen Ost (Stadtautobahn St. Gallen) erfolgt mehrheitlich 

über Ölrückhalte- und Absetzbecken in den Fluss «Sitter». Im Zuge von 

geplanten, verschiedenen Erhaltungs- und Sanierungsmassnahmen der 

Nationalstrasse und um unter anderem das Entwässerungssystem dem 

neusten Stand der Technik anzupassen, reichte das Bundesamt für Stras-

sen ASTRA am 26. April 2016 das Ausführungsprojekt «N01, UPIaNS 

St. Gallen West – St. Gallen Ost» beim Eidgenössischen Departement für 

Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK zur Genehmigung 

ein. Das Projekt sieht dafür den Bau von Strassenabwasserbehandlungs-

anlagen (SABA) an den Standorten Grafenau, Ochsenweid, Hätterenwald, 

Lukasstrasse und Bergbach vor, um die Reinigungsleistung für das Stras-

senabwasser gegenüber heute zu erhöhen. Daneben umfasst es im We-

sentlichen den Aus-/Neubau der Elektrozentralen und der Antirezirkulati-

onswände, den Portalversatz Stephanshorn West, den Nachweis der Ein-

haltung der Anforderungen gemäss Lärmschutz-Verordnung, Installations-

plätze, Notzufahrten und Gestaltungsmassnahmen ausserhalb der Auto-

bahnparzellen, notwendige Landbeanspruchungen, Hangsicherungs-

massnahmen beim Rutschhang Dietli sowie die Sanierung zweier Fuss-

gängerpasserellen beim Bahnhof St. Fiden. 

B.  

Während der öffentlichen Planauflage erhob die Stiftung WWF Schweiz am 

22. September 2016 Einsprache gegen das Projekt. Sie wandte sich gegen 

die vorgesehenen Standorte für die SABA Grafenau, Ochsenweid und Hät-

terenwald, welche alle als «bepflanzte Sandfilter» projektiert waren. Im We-

sentlichen rügte sie die unzureichende Prüfung alternativer Standorte so-

wie die ungenügenden Ersatzmassnahmen für die mit dem Bau der SABA 

verbundenen Umweltbeeinträchtigungen. 

C.  

Am 31. Oktober 2018 fand eine Einspracheverhandlung statt, an welcher 

Vertreter der Stiftung WWF Schweiz, des UVEK und des ASTRA teilnah-

men. Die Stiftung WWF Schweiz hielt danach an ihrer Einsprache fest. 

D.  

Mit Verfügung vom 1. Juli 2020 erteilte das UVEK dem Ausführungsprojekt 

die Plangenehmigung unter Auflagen. Die Einsprache der Stiftung WWF 

Schweiz wies es ab. 

A-4394/2020 

Seite 3 

E.  

Mit Schreiben vom 2. September 2020 lässt die Stiftung WWF Schweiz 

(nachfolgend: Beschwerdeführerin) gegen die Verfügung des UVEK (nach-

folgend: Vorinstanz) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht führen. 

Sie beantragt die Aufhebung der vorinstanzlichen Plangenehmigung, so-

weit damit die Bewilligung für den Bau der SABA Grafenau, Ochsenweid 

und Hätterenwald erteilt worden sei. Die Angelegenheit sei zur ergänzen-

den Sachverhaltsfeststellung sowie zur neuen Entscheidung an die Vor-

instanz zurückzuweisen. Zudem sei ein Augenschein an Ort und Stelle 

durchzuführen. 

F.  

Das ASTRA fordert mit Stellungnahme vom 10. Oktober 2020 die Abwei-

sung der Beschwerde. 

G.  

Mit Vernehmlassung vom 19. Oktober 2020 beantragt die Vorinstanz die 

Abweisung der Beschwerde. 

H.  

In seinem Fachbericht vom 21. Januar 2021 bescheinigt das Bundesamt 

für Umwelt BAFU die Bundesrechtskonformität der drei SABA aus Sicht 

des Natur- und Landschaftsschutzes.  

I.  

Die Beschwerdeführerin hält mit Replik vom 8. März 2021 an ihren Anträ-

gen fest. Ausserdem stellt sie den Antrag, dass der Fachbericht des BAFU 

vom 21. Januar 2021 aus dem Recht zu weisen sei. 

J.  

Mit Duplik vom 7. April 2021 verzichtet die Vorinstanz auf eine inhaltliche 

Stellungnahme zur Replik der Beschwerdeführerin. Zur letzteren äussern 

sich das ASTRA und das BAFU mit Dupliken vom 12. April 2021 bzw. 

10. Mai 2021. 

K.  

Am 28. Oktober 2021 reicht die Beschwerdeführerin unaufgefordert eine 

Stellungnahme ein. Sie beantragt darin die Einholung eines Gutachtens 

von unabhängiger Seite in Bezug auf die Landschaftsverträglichkeit der 

SABA Grafenau, sofern das Bundesverwaltungsgericht auf die Durchfüh-

rung eines Augenscheins verzichtet. Zudem fordert sie unter anderem den 

Einbezug der Koordinationsstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der 

A-4394/2020 

Seite 4 

Schweiz (karch) in das Verfahren und deren Anhörung zur Frage, ob die 

geplante SABA Ochsenweid aufgrund ihres Standorts in unmittelbarer 

Nähe zum Objekt SG21 (des Bundesinventars der Amphibienlaichgebiete 

von nationaler Bedeutung) eine Amphibienfalle darstellen würde. 

L.  

Mit Schreiben vom 1. und 2. Dezember 2021 lassen sich das BAFU bzw. 

das ASTRA zur unaufgeforderten Stellungnahme der Beschwerdeführerin 

verlauten. 

M.  

Am 11. Februar 2022 reicht die Beschwerdeführerin erneut eine unaufge-

forderte Stellungnahme ein. 

N.  

Das BAFU äussert sich dazu mit Schreiben vom 7. März 2022. Mit Eingabe 

vom 8. März 2022 verzichtet das ASTRA auf weitere Bemerkungen. 

O.  

Auf die weiteren Vorbringen der Verfahrensbeteiligten und die sich bei den 

Akten befindlichen Schriftstücke wird – soweit relevant – in den nachfol-

genden Erwägungen eingegangen. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Bei der angefochtenen Plangenehmigung handelt es sich um eine Ver-

fügung gemäss Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVG, 

SR 172.021), die von einer Vorinstanz im Sinne von Art. 33 Bst. d des Ver-

waltungsgerichtsgesetzes (VGG, SR 173.32) erlassen wurde. Da keine 

Ausnahme nach Art. 32 VGG vorliegt, ist das Bundesverwaltungsgericht 

zur Beurteilung der Beschwerde zuständig. 

1.2 Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet sich nach 

dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

1.3 Zur Beschwerde gegen Verfügungen von Bundesbehörden berechtigt 

sind unter gewissen Bedingungen Organisationen, die sich dem Natur-

schutz widmen (vgl. Art. 48 Abs. 2 VwVG i.V.m. Art. 12 Abs. 1 Bst. b des 

A-4394/2020 

Seite 5 

Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz [NHG, SR 451]).  

Vorausgesetzt ist, dass die betreffende Verfügung in Erfüllung einer Bun-

desaufgabe im Sinne von Art. 2 NHG ergangen ist. Ob die Interessen des 

Natur- und Heimatschutzes tatsächlich betroffen sind, ist im Hinblick auf 

die Beschwerdelegitimation nicht relevant. Es genügt, dass die beschwer-

deführende Organisation geltend macht, die getroffene Anordnung 

verstosse gegen die nach den Vorschriften des NHG notwendige Rück-

sichtnahme auf Natur und Heimat (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsge-

richts [BVGer] A-1187/2011 vom 29. März 2012 E. 1.2.2; ferner zum alten 

Recht BGE 124 II 460 E. 1.c). 

Die Bewilligung der SABA stellt eine Bundesaufgabe im Sinne von Art. 2 

Abs. 1 Bst. b NHG dar (vgl. Art. 2 Abs. 1 Bst. b NHG i.V.m. Art. 6 des Bun-

desgesetzes über die Nationalstrassen [NSG, SR 725.11] und Art. 2 Bst. g 

der Nationalstrassenverordnung [NSV, SR 725.111]). Die Beschwerdefüh-

rerin zählt zu den nach NHG beschwerdeberechtigten Organisationen (vgl. 

Art. 12 Abs. 3 NHG i.V.m. Art. 1 und Anhang Ziff. 3 der Verordnung über die 

Bezeichnung der im Bereich des Umweltschutzes sowie des Natur- und 

Heimatschutzes beschwerdeberechtigten Organisationen [VBO, 

SR 814.076]). Vorliegend rügt sie glaubhaft eine Beeinträchtigung von 

schützenswerten Lebensräumen (Feuchtwiesen, Amphibienlaichgewässer 

etc.) durch den Bau der geplanten SABA. Ihre Beschwerdelegitimation ist 

folglich gegeben.  

1.4 Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten 

(vgl. Art. 50 Abs. 1 und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf 

Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger Fest-

stellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der Aus-

übung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 

Es auferlegt sich allerdings eine gewisse Zurückhaltung, wenn technische 

Fragen zu beurteilen sind oder die Vorinstanz gestützt auf eigene beson-

dere Fachkompetenz oder die ihr vom Gesetzgeber beigegebenen Fach-

behörden – wie vorliegend das BAFU – entschieden hat. Voraussetzung 

für diese Zurückhaltung ist, dass im konkreten Fall keine Anhaltspunkte für 

eine unrichtige oder unvollständige Sachverhaltsfeststellung vorliegen und 

davon ausgegangen werden kann, die Vorinstanz habe die für den Ent-

scheid wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklä-

rungen sorgfältig und umfassend vorgenommen. Das Gericht soll nicht aus 

A-4394/2020 

Seite 6 

eigenem Gutdünken, sondern nur aus triftigen Gründen von der Beurtei-

lung durch die zuständige Fachbehörde abweichen (vgl. statt vieler BGE 

139 II 185 E. 9.3). Ausserdem muss sich das Bundesverwaltungsgericht 

nicht mit jeder tatbeständlichen Behauptung und jedem rechtlichen Ein-

wand auseinandersetzen. Es kann sich auf die für den Entscheid wesent-

lichen Gesichtspunkte beschränken (statt vieler BGE 142 III 433 E. 4.3.2).  

 

Anders als Bundesgesetze (und Rechtsverordnungen) sind Verwaltungs-

verordnungen (Merkblätter, Richtlinien, Kreisschreiben usw.) für das Bun-

desverwaltungsgericht nicht massgebend. Es weicht jedoch nicht von einer 

solchen ab, sofern deren generell-abstrakter Gehalt eine dem individuell-

konkreten Fall angepasste und gerecht werdende Auslegung der massge-

benden Rechtssätze zulässt, welche diese überzeugend konkretisiert 

(BGE 142 II 182 E. 2.3.2; Urteil des Bundesgerichts [BGer] 2C_544/2020 

vom 29. April 2021 E. 5.5.1; BVGE 2010/33 E. 3.3.1). 

Rechtliches Gehör 

3.  

Zunächst rügt die Beschwerdeführerin eine Verletzung ihres rechtlichen 

Gehörs. 

3.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass sie die Vorinstanz auf die 

unzureichende Prüfung alternativer Standorte für den Bau der SABA hin-

gewiesen und im Hinblick auf die diesbezügliche Interessenabwägung er-

gänzende Angaben gefordert habe. Sie habe wissen wollen, weshalb ein 

Ausbau der bestehenden Anlagen (im Sinne einer Minimalvariante) nicht 

in Betracht komme. Zudem habe sie dargelegt, warum mit den (angedach-

ten) Massnahmen im Sinne von Art. 18 Abs. 1ter NHG kein gleichwertiger 

Ersatz in qualitativer Hinsicht für die Beeinträchtigung der schutzwürdigen 

Lebensräume geleistet werde. Weiter habe sie eine Konkretisierung der 

Ersatzmassnahmen (im Rahmen einer Detailprojektierung) und die ver-

bindliche Regelung deren Unterhalts verlangt. Die Vorinstanz habe es un-

terlassen, sich mit diesen Vorbringen auseinanderzusetzen. Die Plange-

nehmigung sei bereits aus diesem Grund aufzuheben. Sollte der Verfah-

rensfehler durch das Bundesverwaltungsgericht geheilt werden, wäre dies 

beim Kostenentscheid zu berücksichtigen. 

3.2 Die Vorinstanz entgegnet, dass die Beschwerdeführerin mehrmals die 

Möglichkeit zur Stellungnahme erhalten habe, mitunter zu den fachlichen 

Beurteilungen des BAFU und den weiteren Fachinstanzen, welche eine 

A-4394/2020 

Seite 7 

wichtige Basis für ihren Entscheid bilden würden. Ferner habe die Be-

schwerdeführerin im Nachgang zur Einspracheverhandlung auf weitere 

Bemerkungen innert Frist verzichtet. Eine Gehörsverletzung liege daher 

nicht vor.  

3.3 Verfügungen sind zu begründen (vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Die Be-

gründungspflicht ist Bestandteil des Anspruchs auf rechtliches Gehör im 

Sinne von Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung (BV, SR 101; statt vieler 

BGE 142 II 324 E. 3.6). Welchen Anforderungen eine Begründung hinsicht-

lich Dichte und Qualität zu genügen hat, ist im Einzelfall anhand der kon-

kreten Umstände und der Interessen der Betroffenen zu bestimmen. Die 

Begründungsdichte ist namentlich abhängig von der Eingriffsschwere des 

Entscheids, den Vorbringen der Verfahrensbeteiligten sowie der Komple-

xität des Sachverhalts und der sich stellenden Rechtsfragen. Die Ent-

scheidgründe müssen in der Verfügung selbst nicht noch einmal genannt 

werden, wenn sie den Betroffenen bereits bekannt sind, etwa aufgrund vo-

rangegangener Verhandlungen oder eines Schriftenwechsels. Die Vor-

instanz hat sich jedoch insgesamt mit den verschiedenen rechtlich relevan-

ten Gesichtspunkten auseinanderzusetzen und darzutun, aus welchen 

Gründen sie den Vorbringen einer Partei folgt oder diese ablehnt. Die Be-

gründung muss – im Sinne einer Minimalanforderung – so abgefasst sein, 

dass sich der Betroffene über deren Tragweite Rechenschaft geben und 

sie sachgerecht anfechten kann (Urteil BVGer A-1088/2018 vom 16. Okto-

ber 2019 E. 5.2 m.w.H.). In Plangenehmigungsverfahren darf die Leitbe-

hörde weder den Genehmigungsentscheid noch die Prüfung der gegen 

das Ausführungsprojekt erhobenen Einwände vollständig aus der Hand ge-

ben. Sie darf zwar zur Beurteilung von Einsprachen in fachlicher Hinsicht 

auf die Beurteilung des Planungs- und der übrigen Fachbehörden des Bun-

des abstellen. Gleichzeitig ist die Leitbehörde verpflichtet, die Vorbringen 

der Beschwerdeführenden und der involvierten Behörden einander gegen-

überzustellen, diese selbst anhand der anwendbaren Rechtsnormen zu 

würdigen sowie auf ihre Plausibilität hin zu prüfen und so der Plangeneh-

migung ihre eigenen (rechtlichen) Überlegungen zu Grunde zu legen (Ur-

teile BVGer A-1251/2012 vom 15. Januar 2014 E. 6.3.3 und A-1851/2012 

vom 8. Juli 2013 E. 8.2 m.w.H.). Der Anspruch auf rechtliches Gehör ist 

formeller Natur, womit seine Verletzung ungeachtet der materiellen Be-

gründetheit des Rechtsmittels zur Gutheissung der Beschwerde und zur 

Aufhebung des angefochtenen Entscheides führt. Eine nicht besonders 

schwerwiegende Verletzung des rechtlichen Gehörs kann ausnahmsweise 

als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die Möglichkeit erhält, sich 

vor einer Rechtsmittelinstanz zu äussern, welche den Sachverhalt und die 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/1001de2f-3051-4c1d-a806-6fcb72d186a2/citeddoc/40306ce8-4c8d-46c9-82cf-f4675e82e623/source/document-link

A-4394/2020 

Seite 8 

Rechtslage frei überprüfen kann (statt vieler BGE 142 II 218 E. 2.8.1). Die 

Gehörsverletzung ist in einem solchen Fall bei den Kosten- und Entschä-

digungsregelungen des bundesverwaltungsgerichtlichen Verfahrens ange-

messen Rechnung zu tragen (BGE 136 II 214 E. 4.4; Urteil BGer 

1C_254/2017 vom 5. Januar 2018 E. 3; Urteile BVGer A-1040/2020 vom 

8. Februar 2021 E. 3.1.2 und A-6754/2016 vom 10. September 2018 

E. 3.2.3; PATRICK SUTTER, in: Kommentar zum Bundesgesetz über das 

Verwaltungsverfahren [VwVG], 2019 [nachfolgend: Kommentar VwVG], 

Rz. 26 zu Art. 29 VwVG). 

3.4  

3.4.1 Die Beschwerdeführerin rügte in ihrer Einsprache vom 22. Septem-

ber 2016 im Wesentlichen die unterlassene Prüfung von Alternativstandor-

ten bezüglich der SABA Grafenau sowie die generelle Unzulässigkeit des 

Standorts Ochsenweid wegen der Beeinträchtigung der Waldlichtung, der 

Zufahrt durch ein Amphibienlaichgebiet und dem fehlenden Platz für Er-

satzmassnahmen vor Ort. Weiter bemängelte sie die Verschiebung der 

Planung der Ersatzmassnahmen für die SABA Hätterenwald in die nach-

folgende Detailprojektierung. Das ASTRA verwies mit Stellungnahme vom 

19. Januar 2017 bezüglich der Standortevaluation der SABA auf die tech-

nischen Berichte und erläuterte diese kurz. Nachdem das BAFU in der 

Folge die Variantenvergleiche als nicht nachvollziehbar bezeichnet hatte, 

ergänzte das ASTRA diese mit Schreiben vom 21. Juni 2017. Darin ist die 

Bewertung der verschiedenen technischen Varianten und der allfälligen Al-

ternativstandorte für einen bepflanzten Sandfilter ersichtlich. Gestützt auf 

diese Ergänzungen zeigte sich das BAFU mit der jeweiligen Standortwahl 

einverstanden. Die Vorinstanz stellte der Beschwerdeführerin die komplet-

ten Auflageakten sowie unter anderem den Schriftenwechsel zwischen 

dem BAFU und dem ASTRA samt dessen Ergänzungen zu. Die Beschwer-

deführerin befand die Unterlagen betreffend die Prüfung alternativer Stand-

orte sowie die Massnahmenbilanzierung im Sinne von Art. 18 Abs. 1ter 

NHG mit Stellungnahme vom 12. Februar 2018 weiterhin für unzureichend. 

Bei der SABA Grafenau monierte sie, dass die Standorte in der Ebene der 

Halbinsel Grafenau oder die Varianten im Gebiet Burentobel hätten bevor-

zugt werden müssen. Ebenso hätten Minimalvarianten geprüft werden 

müssen. Hinsichtlich der SABA Ochsenweid seien zwar drei Varianten ge-

prüft worden. Dies jedoch nur oberflächlich; eine zumindest summarische 

Beurteilung und Gewichtung der wesentlich berührten öffentlichen Interes-

sen sei nicht erfolgt. Ausserdem erweise sich die Massnahmenbilanz aus 

https://www.swisslex.ch/doc/unknown/97cefd6c-06ff-4150-bc60-527248f66e9a/citeddoc/4908a28b-ba16-4069-986f-fc7a8f6f8c54/source/document-link

A-4394/2020 

Seite 9 

diversen Gründen als unzureichend. Anlässlich der Einspracheverhand-

lung vom 31. Oktober 2018 verlangte die Beschwerdeführerin gemäss Pro-

tokoll genauere Abklärungen bezüglich den gewählten Standorten und des 

Ist-Zustands der Amphibienpopulationen. Das ASTRA legte im Einzelnen 

die Gründe für die Standortwahl der SABA dar und erklärte, dass in der 

Zwischenzeit neue zusätzliche Ersatzmassnahmen geplant worden seien, 

womit bei der Bewertung ein Überschuss entstehe. Im Nachgang zur Ein-

spracheverhandlung gewährte die Vorinstanz der Beschwerdeführerin Frist 

bis zum 18. Januar 2019 für eine allfällige Stellungnahme. Diese erging 

schliesslich am 21. Mai 2019. Darin kritisierte die Beschwerdeführerin wei-

terhin diverse Punkte. 

3.4.2 Die Vorinstanz stellte in der Plangenehmigung den die Beschwerde-

führerin betreffenden Verfahrensverlauf samt deren Vorbringen und jener 

des ASTRA und des BAFU dar. Die Stellungnahme vom 21. Mai 2019 er-

örterte sie jedoch nicht mehr, da diese deutlich nach Ablauf der gesetzten 

Frist eingegangen sei. Bezüglich der jeweiligen Standortwahl der SABA 

verwies die Vorinstanz auf die durchgeführten Variantenstudien und die 

Stellungnahmen der Fachämter. Diese hätten die verschiedenen Interes-

sen der Umwelt, der Raumplanung und der Landwirtschaft gegeneinander 

abgewogen und seien zum Ergebnis gekommen, dass das Projekt alle Vor-

gaben erfülle. Die Vorinstanz sah keinen Grund, um an der Beurteilung der 

Fachämter zu zweifeln und wies in der Folge die Einsprache ab. 

3.4.3 Der Beschwerdeführerin wurde die jeweilige Standortwahl der SABA 

anlässlich der Einspracheverhandlung vom ASTRA erläutert. Die Herlei-

tung der Standorte ergibt sich ausserdem aus den Variantenstudien, wel-

che die Beschwerdeführerin einsehen konnte. Sie sind zwar bei den tech-

nischen Alternativen eher stichwortartig gehalten, aber nachvollziehbar. 

Die Beschwerdeführerin kannte dadurch die wesentlichen Gründe für die 

jeweilige Standortwahl und ihr wurden ausreichend Möglichkeiten gewährt, 

um sich dazu zu äussern. In dieser Hinsicht wurde ihr rechtliches Gehör 

gewahrt.  

Davon abzugrenzen ist die Begründungspflicht der Vorinstanz, welcher 

letztere nicht vollumfänglich nachkam. Ein relativ pauschaler Verweis auf 

das Einverständnis der Fachämter zum Ausführungsprojekt genügt grund-

sätzlich nicht, um dieser Pflicht hinsichtlich sämtlicher Rügen der Be-

schwerdeführerin Genüge zu tun. Bezüglich der jeweiligen Standortwahl 

hätte sich die Vorinstanz zumindest mit den in der Einsprache vom 

A-4394/2020 

Seite 10 

22. September 2016 und in der Stellungnahme vom 12. Februar 2018 ge-

äusserten Einwänden selber auseinandersetzen müssen. Ebenfalls wäre 

es angezeigt gewesen, sich zur bemängelten Massnahmebilanz, den Er-

satzmassnahmen im Rahmen der SABA Hätterenwald und deren Verschie-

bung in die nachfolgende Detailprojektierung zu äussern. Insofern liegt 

eine Verletzung des rechtlichen Gehörs bzw. der Begründungspflicht der 

Beschwerdeführerin vor, wenn auch keine schwerwiegende. Nachdem sich 

die Beschwerdeführerin vor Bundesverwaltungsgericht zu den noch offe-

nen Streitpunkten ausführlich äussern konnte, ist die Gehörsverletzung als 

geheilt anzusehen. Sie ist beim Kostenpunkt zu berücksichtigen.   

 

Vor diesem Hintergrund kann offen bleiben, ob die Nichtberücksichtigung 

der vier Monate nach Fristablauf eingegangenen Stellungnahme der Be-

schwerdeführerin vom 21. Mai 2019 ebenfalls eine Gehörsverletzung 

durch die Vorinstanz darstellt. Auch die darin enthaltenen Rügen konnte 

sie im vorliegenden Verfahren erneut vorbringen.  

Fachbericht des BAFU 

4.  

Die Beschwerdeführerin verlangt, dass der Fachbericht des BAFU vom 

21. Januar 2021 aus dem Recht gewiesen und das BAFU zur erneuten 

Stellungnahme aufgefordert wird. 

4.1 Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin aus, dass die Stellung-

nahme des BAFU nicht den Anforderungen genüge, welche an eine unab-

hängige Stellungnahme einer Fachbehörde im Rahmen des Regierungs- 

und Verwaltungsorganisationsgesetzes (RVOG, SR 172.010) zu stellen 

seien. Die Ausführungen des BAFU würden teilweise im Widerspruch zum 

geltenden Recht bzw. zur Rechtspraxis stehen oder seien in tatsächlicher 

Hinsicht unzutreffend.  

4.2 Sieht ein Gesetz für Vorhaben wie Bauten und Anlagen die Konzentra-

tion von Entscheiden bei einer einzigen Behörde (Leitbehörde) vor, so holt 

diese vor ihrem Entscheid die Stellungnahmen der betroffenen Fachbehör-

den ein (Art. 62a Abs. 1 RVOG). Diese beurteilen das konkrete Projekt aus 

ihrer Sicht und stellen zuhanden der Leitbehörde Antrag (vgl. Urteil BGer 

1C_78/2012 vom 10. Oktober 2012 E. 4.2; vgl. Botschaft zu einem Bun-

desgesetz über die Koordination und Vereinfachung der Plangenehmi-

gungsverfahren vom 25. Februar 1998, BBl 1998 S. 2598 f. Ziff. 13.231). 

A-4394/2020 

Seite 11 

Die Fachbehörden sind zudem verpflichtet, im Rahmen eines Beschwer-

deverfahrens dem Bundesverwaltungsgericht auf dessen Ersuchen hin 

selbstständig Auskunft zu erteilen (THOMAS PFISTERER, in: Kommentar 

VwVG, a.a.O., Rz. 87 zu Art. 33b VwVG; vgl. Art. 62b Abs. 4 RVOG). 

Dadurch können sie ihre Schutzinteressen erneut zur Geltung bringen (vgl. 

Urteil BGer 1C_58/2010 vom 22. Dezember 2010 E. 2.3.2 f.; Urteil BVGer 

A-1936/2006 vom 10. Dezember 2009 E. 21.4). Stellungnahmen des 

BAFU im Bereich des Umweltrechts kommen aufgrund seiner besonderen 

Sachkunde als Umweltschutzfachinstanz des Bundes (Art. 42 Abs. 2 USG) 

erhebliches Gewicht zu (vgl. BGE 145 II 70 E. 5.5; Urteile BGer 

1C_101/2016 vom 21. November 2016 E. 3.6.2 und 1C_589/2014 vom 3. 

Februar 2016 E. 5).  

4.3 Nach den obigen Erwägungen legt die beigezogene Fachbehörde ihre 

(rechtliche) Beurteilung der Sache vor dem Bundesverwaltungsgericht dar. 

Das Bundesverwaltungsgericht misst einer solchen Stellungnahme zwar 

eine erhöhte Bedeutung zu (vgl. oben E. 4.2). Es übernimmt diese jedoch 

nicht unbesehen, sondern bildet sich selber unter Wahrung der gebotenen 

Zurückhaltung (vgl. oben E. 2) ein Urteil über die sich stellenden Fragen. 

Eine allfällig rechtswidrige Ansicht einer Fachbehörde stellt daher von vorn-

herein keinen Grund dar, um die betreffende Stellungnahme aus dem 

Recht zu weisen. Unbesehen davon erscheinen die Vorbringen des BAFU 

im Fachbericht objektiv und sachlich. Sie machen nicht den Anschein, die 

Bundesrechtskonformität der drei SABA in willkürlicher Weise bestätigen 

zu wollen. Die Beschwerdeführerin legt denn auch nicht substantiiert dar, 

inwiefern dies der Fall sein sollte.  

Umweltverträglichkeitsprüfung 

5.  

Weiter macht die Beschwerdeführerin geltend, dass zu Unrecht keine Um-

weltverträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt worden sei. 

5.1 Die Beschwerdeführerin führt dazu im Wesentlichen aus, dass die  

Vorinstanz das Ausführungsprojekt fälschlicherweise nicht als wesentliche 

Änderung einer bestehenden Nationalstrasse qualifiziert habe. So sei eine 

umfassende Erneuerung der bestehenden Nationalstrasse vorgesehen. 

Entsprechend dem Projekt in BGE 141 II 483 hätte deshalb eine UVP 

durchgeführt werden müssen. Dass mit den geplanten Massnahmen der 

Gewässer- und der Lärmschutz verbessert werde, spiele dabei keine Rolle. 

A-4394/2020 

Seite 12 

Ausserdem habe das Bundesverwaltungsgericht in Erwägung 4.2 des Ur-

teils A-1851/2012 vom 8. Juli 2013 bei der damals streitgegenständlichen 

SABA Reschubach die Durchführung einer UVP als «prüfenswert» erwo-

gen. Obwohl es die Frage offengelassen habe, könne man daraus etwas 

für das vorliegende Verfahren ableiten. Die Plangenehmigung sei daher 

aufzuheben und zur Durchführung einer UVP in Bezug auf die streitbe-

troffenen Anlageteile an die Vorinstanz zurückzuweisen. 

5.2 Das BAFU entgegnet, dass das Ausführungsprojekt zwar mit Umwelt-

belastungen verbunden sei. Gesamthaft betrachtet würden diese aber 

nicht zu einer wesentlichen Erhöhung, einer wesentlichen anderen Vertei-

lung oder zum Auftreten von neuen erheblichen Umweltbelastungen füh-

ren. Auch die SABA im Speziellen würden nicht zusätzliche gewichtige Ein-

wirkungen im Hinblick auf den Natur- und Landschaftsschutz nach sich zie-

hen. Die Funktionalität des Wildtierkorridors würde durch diese nicht be-

einträchtigt, da die Retentionsfilterbecken nicht eingezäunt würden und da-

mit für die Tiere zugänglich seien. Bei der SABA Grafenau würden nach 

NHG geschützte Lebensräume nicht tangiert. Vielmehr werde durch die 

Anordnung von Kleinstrukturen das Lebensraumangebot erhöht und bei 

der betroffenen Fläche handle es sich nicht um eine intakte Landschafts-

kammer. Diese werde landwirtschaftlich genutzt. Bezüglich der SABA  

Ochsenweid würden keine baulichen Eingriffe in das angrenzende Amphi-

bienlaichgebiet erfolgen und auf der Zufahrtsstrasse sei mit keiner eigent-

lichen Verkehrszunahme zu rechnen. Die erforderlichen Fahrten für den 

Unterhalt der SABA würden sich in einem überschaubaren Rahmen halten 

und weitere Massnahmen zum Schutz der Tiere seien formuliert worden. 

Eine Waldlichtung ausserhalb des Schutzobjekts werde zwar im Sinne  

eines schutzwürdigen Lebensraums beeinträchtigt. Dies werde jedoch 

durch einen ökologisch gleichwertigen Ersatz in der gleichen Landschafts-

kammer ausgeglichen. Ausserdem handle es sich um eine SABA mit Grün-

flächen und Kleinstrukturen, welche sich nicht negativ auf das Landschafts-

bild auswirke. Der Standort Hätterenwald sodann sei in einem Amphi-

bienlaichgebiet von lokaler Bedeutung vorgesehen, bei welchem die öko-

logische Qualität aufgrund der ganzjährigen Trockenheit fragwürdig sei. 

Dennoch sei Ersatz in der Form von Laichgewässern vorgesehen. Bezüg-

lich des Landschaftsschutzes lasse sich feststellen, dass es sich ebenfalls 

um eine SABA mit Grünflächen und Kleinstrukturen handle, welche sich 

nicht negativ auf das Landschaftsbild auswirke. Die Vorinstanz und das 

ASTRA schliessen sich der Beurteilung des BAFU an. 

A-4394/2020 

Seite 13 

5.3 Der UVP unterstellt sind Anlagen, welche Umweltbereiche erheblich 

belasten können, so dass die Einhaltung der Vorschriften über den Schutz 

der Umwelt voraussichtlich nur mit projekt- oder standortspezifischen  

Massnahmen sichergestellt werden kann (Art. 10a Abs. 2 des Umwelt-

schutzgesetzes [USG, SR 814.01]). Die Anlagen, bei welchen eine UVP 

durchzuführen ist, sind im Anhang der Verordnung über die Umweltverträg-

lichkeitsprüfung (UVPV, SR 814.011) aufgeführt (Art. 10a Abs. 3 USG 

i.V.m. Art. 1 UVPV). Änderungen bestehender Anlagen, die im Anhang auf-

geführt sind, unterliegen der Prüfung, wenn die Änderung wesentliche Um-

bauten, Erweiterungen oder Betriebsänderungen betrifft (Art. 2 Abs. 1 

Bst. a UVPV) und über die Änderung im Verfahren entschieden wird, das 

bei neuen Anlagen für die Prüfung massgeblich ist (Bst. b). Eine Änderung 

im Sinne von Art. 2 Abs. 1 UVPV ist wesentlich, wenn die der Anlage zuzu-

rechnenden Umweltbelastungen eine ins Gewicht fallende Änderung er-

fahren können. Diese Voraussetzung ist dann erfüllt, wenn die Änderung 

dazu führt, dass entweder bestehende Umweltbelastungen verstärkt wer-

den oder gewichtige Umweltbelastungen neu oder an neuer Stelle auftre-

ten können. Unter diesen Voraussetzungen können auch Sanierungen 

UVP-pflichtig sein (BGE 133 II 181 E. 6.2).  

5.4 Nationalstrassen sind im Anhang der UVPV aufgeführt (Ziff. 11.1). De-

ren Änderungen können somit eine Pflicht zur Durchführung einer UVP be-

gründen. Vorliegend halten sich die geplanten baulichen Massnahmen in-

des insoweit in Grenzen, als dass sie insbesondere weder zu einem ver-

änderten Verlauf noch zu einer Erweiterung der Stammachse führen. Dem 

Bericht «(Strassen-) Lärmschutzprojekt» zufolge wird denn auch keine Ver-

kehrszunahme aufgrund des Ausführungsprojekts erfolgen. Zwar sind die 

Massnahmen mit Umweltbelastungen betreffend Wald, Landschaft, Boden 

etc. verbunden. Das BAFU legt allerdings – insbesondere hinsichtlich der 

SABA – überzeugend dar, weshalb diese unter Berücksichtigung der Er-

satzmassnahmen nicht einer gewichtigen neuen Umweltbelastung im 

Sinne von Art. 2 Abs. 1 Bst. a UVPV gleichkommen. Darauf kann verwie-

sen werden (vgl. oben E. 5.2). Hervorzuheben ist sodann, dass das Aus-

führungsprojekt zu einer substantiellen Reduktion der Umweltbelastungen 

der bestehenden Nationalstrasse führt. So werden dank den Lärmschutz-

massnahmen gemäss dem Bericht «(Strassen-)Lärmschutzprojekt» nur 

bei 111 anstatt bei 139 Gebäuden Grenzwertüberschreitungen durch die 

Immissionen der Nationalstrasse auftreten. Zudem werden die SABA das 

Strassenabwasser besser reinigen und dadurch dessen negativen Auswir-

kungen auf die Sitter als Lebensraum reduzieren (vgl. dazu unten E. 7.4.1 

ff.). Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin dürfen diese für die 

A-4394/2020 

Seite 14 

Umwelt vorteilhaften Umstände mitberücksichtigt werden (vgl. BGE 133 II 

181 E. 6.2). Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern aufgrund der restli-

chen Projektbestandteile (Aus-/Neubau der Elektrozentralen und der Anti-

rezirkulationswände, Portalversatz Stephanshorn West, etc.) wesentliche 

neue oder verstärkte Umweltbelastungen zu erwarten wären. In diesem 

Zusammenhang ist der von der Beschwerdeführerin zitierte BGE 141 II 483 

für die Beantwortung der vorliegenden Streitfrage irrelevant. Das Bundes-

gericht befasste sich darin nur mit der Frage, ob das angefochtene Ausfüh-

rungsprojekt eine wesentliche Änderung einer Anlage im Sinne von Art. 18 

Abs. 1 USG in Verbindung mit Art. 8 Abs. 2 und 3 LSV bzw. des Lärm-

schutzrechts bewirkt (vgl. BGE 141 II 483 E. 4.1 ff.). Ferner sind den Aus-

führungen des Bundesverwaltungsgerichts im Urteil A-1851/2012 keine 

präjudiziellen Vorgaben für den vorliegenden Fall zu entnehmen.  

5.5 Nach dem Gesagten erweist sich der Verzicht auf eine UVP als mit dem 

Bundesrecht vereinbar. Die Rüge ist unbegründet. 

SABA Grafenau 

6.  

In Bezug auf die SABA Grafenau kritisiert die Beschwerdeführerin haupt-

sächlich, dass die Variante 1A Grafenau der Variante 2C Sitterviadukt vor-

gezogen wurde. 

6.1 Die Beschwerdeführerin führt dazu aus, dass die Variante 1A Grafenau 

im Variantenvergleich deutlich die höchste Punktzahl (3.24 Punkte) vor der 

Variante 2C Sitterviadukt (2.99 Punkte), welche sich im Burentobel befinde, 

erreicht habe. Das ASTRA habe dabei die übergeordneten Kategorien wie 

folgt gewichtet: Kosten 25 %, Funktionalität 17 %, Umwelt 31 % sowie Ver-

fahrensrisiken/Machbarkeit 27 %. Das Kriterium «Risiko Einsprache», wel-

ches Bestandteil der Kategorie Verfahrensrisiken/Machbarkeit sei, sei mit 

10 % mehr als doppelt so hoch gewichtet worden wie etwa die in der Ka-

tegorie Umwelt berücksichtigten Einzelkriterien «Landschaft und Ortsbild» 

oder «Flora, Fauna, Lebensräume» (jeweils 4 %). Beim Risiko einer Ein-

sprache handle es sich jedoch gemäss der Rechtsprechung des Bundes-

verwaltungsgerichts nicht um ein rechtlich anerkanntes öffentliches Inte-

resse, welches im Rahmen von Art. 3 und Art. 18 NHG gegen die Interes-

sen von Natur- und Landschaftsschutz abgewogen werden dürfe. Ausser-

dem habe das Bundesverwaltungsgericht im Urteil A-1851/2012 betreffend 

die SABA Reschubach folgende Gewichtung für bundesrechtskonform er-

A-4394/2020 

Seite 15 

achtet: Kosten 35 %, Funktionalität 20 %, Umwelt 30 % sowie Verfahrens-

risiken/Machbarkeit 15 %. Eine in jedem Einzelfall unterschiedliche Ge-

wichtung der Kriterien sei mit dem Interesse an einem einheitlichen Vollzug 

von Bundesrecht nicht vereinbar und damit nicht sachgerecht.  

Im Weiteren sei die Wertung der Einzelkriterien sachlich nicht vertretbar. 

Das Bewertungsschema reiche von Faktor 1 (schlecht) bis Faktor 5 (sehr 

gut), wobei sich aus der Multiplikation von Gewichtung x Wertung der für 

das jeweilige Einzelkriterium resultierende Wert ergebe. Das ASTRA habe 

das Kriterium «Wald» bei der Variante 1A Grafenau angesichts der erfor-

derlichen temporären Rodung von gegen 100 m2 mit dem Faktor 4 (gut) 

bewertet, während bei der Variante 2C Sitterviadukt wegen einer temporär 

erforderlichen Rodung von 370 m2 Wald lediglich ein Faktor 2 (ungenü-

gend) resultiert habe. Diese Wertungen würden weder in einem vernünfti-

gen Verhältnis zueinander stehen noch seien sie objektiv gerechtfertigt. 

Eine Gewichtung alleine nach der Rodungsfläche führe dazu, dass eine 

äusserst kleine Rodung von lediglich 20 m2 im Vergleich zu einer Rodung 

von 10 m2 ebenfalls als erheblich schlechter qualifiziert werde. Dies sei 

nicht sachgerecht. Eine Bewertung und Gewichtung unterschiedlicher  

Varianten anhand der Rodungsfläche könne allenfalls bei sehr umfangrei-

chen Rodungen angezeigt sein (z.B. bei einer Rodung von 30'000 m2 im 

Vergleich zu 15'000 m2). Bei kleineren oder linearen Rodungen sei dage-

gen vielmehr entscheidend, ob eine (temporäre) Rodung Freilandverhält-

nisse schaffe und aus diesem Grund (erheblich) in den Lebensraum Wald 

eingegriffen werde. Freilandverhältnisse würden vorliegen, wenn mehr als 

700 m2 gerodet werde. Rodungen von geringerer Fläche oder lineare Ro-

dungen würden keine Freilandverhältnisse schaffen und seien daher im 

Hinblick auf das Interesse an der Walderhaltung als grundsätzlich gleich-

wertig zu beurteilen. Sie verweise diesbezüglich auf die beiliegende Stel-

lungnahme des Forstingenieurs (…), ehemaliger Oberförster des Kantons 

(…). Ihre eigenen Abklärungen hätten zudem ergeben, dass im Kanton St. 

Gallen die vorübergehende Rodung von Wald bis zu einer Fläche von 

1'000 m2 nicht als gewichtiger Eingriff beurteilt werde, jedenfalls soweit 

nicht nach dem NHG geschützte Waldgesellschaften betroffen seien. Das 

Einzelkriterium Wald sei deshalb für beide Varianten je mit dem Faktor 4 

zu werten. Damit ergebe sich für die Variante 2C Sitterviadukt ein um 0.08 

Punkte höherer Wert. Des Weiteren werde in landschaftlicher Hinsicht die 

Variante 1A Grafenau trotz erheblicher Nachteile sehr wohlwollend als mit-

telmässig beurteilt, wogegen die Variante 2C Sitterviadukt als gut bewertet 

werde. Dabei liege die Variante 1A Grafenau vollständig im Nichtbaugebiet 

A-4394/2020 

Seite 16 

innerhalb des Schutzgebietes. Demgegenüber würde die Variante 2C Sit-

terviadukt grösstenteils in der Bauzone, in welcher keine Schutzgegen-

stände ausgewiesen seien, zu liegen kommen und wäre umgeben von ver-

schiedenen Industrieanlagen. Jedenfalls schneide bereits bei der Berück-

sichtigung des Kriteriums «Risiko Einsprache» mit dem Wert 0 und der ein-

heitlichen Gewichtung des Kriteriums «Wald» die Variante 2C Sitterviadukt 

mit 3.19 Punkten besser ab im Vergleich zur Variante 1A Grafenau mit 3.17 

Punkten. Die Variante 1A Grafenau sei daher nicht die beste Variante, wes-

halb insbesondere Art. 3 NHG verletzt werde.  

6.2 Das ASTRA bemerkt, dass für die Validierung der Variantenstudie eine 

Sensitivitätsanalyse durchgeführt worden sei. Eine ausgewogene Gewich-

tung der Kriterien sei damit bestätigt worden. Nur bei einer sehr hohen Ge-

wichtung der übergeordneten Kategorie Funktionalität habe das Resultat 

geändert. Das Risiko für Einsprachen sei in die Bewertung aufgenommen 

worden, weil die gesetzlich vorgegebenen Gewässerschutzmassnahmen 

möglichst ohne Verzug umzusetzen seien. Da Einsprachen und Prozesse 

zu Verzögerungen führen würden, habe dieses Argument primär wegen 

der zeitlichen Komponente Berücksichtigung gefunden. Aber selbst wenn 

dieses Kriterium auf null gesetzt werde, bliebe das Resultat des Varianten-

vergleichs unverändert. Sodann würden bei beiden Standorten Schutzob-

jekte tangiert (Landschaftsschutzgebiet vs. geschützte Hecke), welche 

Landschaftsmodellierungen mit sich ziehen würden. Die Variante 2C Sit-

terviadukt sei insbesondere wegen topographischer Nachteile nicht weiter-

verfolgt worden. Aufgrund des Terrainverlaufs würden an dieser Lage 

grosse Böschungen mit einer Höhe von 8 m entstehen. Zudem werde im 

westlichen Bereich eine kommunale Naturschutzzone tangiert. Schliesslich 

handle es sich beim betroffenen Wald um die Waldgesellschaft 26, welche 

nach NHG geschützt sei.  

6.3 Das BAFU hält die Variantenwahl für nachvollziehbar und mit dem Na-

tur- und Heimatschutz vereinbar. Es kann diesbezüglich auf seine Ausfüh-

rungen zur UVP verwiesen werden (vgl. oben E. 5.2). Ergänzend führt es 

aus, dass für eine gute Einbindung des Retentionsfilterbeckens in die 

Landschaft die Dämme talseitig geschüttet würden, damit bergseitig der 

Einschnitt ins Gelände reduziert werde. Die ökologische Verbesserung am 

Standort der SABA wirke sich nicht negativ auf das Landschaftsbild aus. 

Ein Verstoss gegen Art. 3 NHG liege nicht vor. Selbst wenn von einer leich-

ten Beeinträchtigung auszugehen wäre, wäre diese aufgrund überwiegen-

der Interessen gerechtfertigt. Weiter stelle die Rodungsfläche beim Krite-

rium «Wald» ein zentraler Faktor bei der Beurteilung dar. Dies gehe auch 

A-4394/2020 

Seite 17 

aus dem eingereichten Gutachten hervor. Die Beschwerdeführerin lege je-

doch nicht dar, inwieweit die von ihr vorgeschlagene Bewertungsmethode 

auf den konkreten Fall anzuwenden sei. Ferner sei zu berücksichtigen, 

dass die Rodungsfläche für das «Sitterviadukt» vier Mal grösser sei als 

jene am Standort «Grafenau». Die Beeinträchtigung des Waldes sei somit 

sowohl relativ als auch absolut betrachtet deutlich grösser. Vor diesem Hin-

tergrund erscheine ihm die Bewertung des ASTRA als korrekt.  

6.4  

6.4.1 Mit der Plangenehmigung erteilt die Vorinstanz sämtliche nach Bun-

desrecht erforderlichen Bewilligungen (vgl. Art. 26 Abs. 1 und 2 NSG). Kan-

tonale Bewilligungen und Pläne sind nicht erforderlich. Das kantonale 

Recht ist zu berücksichtigen, soweit es Bau und Betrieb der Nationalstras-

sen nicht unverhältnismässig einschränkt (Art. 26 Abs. 3 NSG). Natio-

nalstrassen haben hohen verkehrstechnischen Anforderungen zu genü-

gen; sie sollen insbesondere eine sichere und wirtschaftliche Abwicklung 

des Verkehrs gewährleisten (Art. 5 Abs. 1 NSG). Stehen diesen Anforde-

rungen andere schutzwürdige Interessen entgegen, wie insbesondere die 

Erfordernisse der militärischen Landesverteidigung und der wirtschaftli-

chen Nutzung des Grundeigentums, die Anliegen der Landesplanung oder 

des Gewässer‑, Natur- und Heimatschutzes, so sind die Interessen gegen-

einander abzuwägen (Art. 5 Abs. 2 NSG). Dabei ist dafür zu sorgen, dass 

das heimatliche Landschafts- und Ortsbild, geschichtliche Stätten sowie 

Natur- und Kulturdenkmäler geschont werden und, wo das allgemeine In-

teresse an ihnen überwiegt, ungeschmälert erhalten bleiben (Art. 2 Abs. 1 

Bst. a und b i.V.m. Art. 3 Abs. 1 NHG). Art. 3 NHG verlangt keinen absoluten 

Schutz der Landschaft; der Eingriff ist jedoch nur gestattet, wo ein überwie-

gendes allgemeines Interesse dies erfordert. Zur Beurteilung dieser Frage 

ist eine möglichst umfassende Abwägung aller für und gegen das Vorha-

ben sprechenden öffentlichen und privaten Interessen vorzunehmen (BGE 

137 II 266 E. 4 und 131 II 545 E. 2.1). Dabei ist nicht nur zu prüfen, ob auf 

die geplanten Bauten und Anlagen gänzlich verzichtet werden könnte bzw. 

diesen die Bewilligung gar nicht erst zu erteilen ist, sondern es müssen 

auch Alternativen geprüft werden, sofern diese ernsthaft in Betracht fallen 

(vgl. BGE 139 II 499 E. 7.3.1; Urteile BGer 1C_183/2019 vom 17. August 

2020 E. 4.2 und 1C_108/2014 vom 23. September 2014 E. 4.3).  

6.4.2 Dem Aussterben einheimischer Tier- und Pflanzenarten sind durch 

die Erhaltung genügend grosser Lebensräume (Biotope) und andere ge-

A-4394/2020 

Seite 18 

eignete Massnahmen entgegenzuwirken (Art. 18 Abs. 1 Satz 1 NHG). Be-

sonders zu schützen sind Uferbereiche, Riedgebiete und Moore, seltene 

Waldgesellschaften, Hecken, Feldgehölze, Trockenrasen und weitere 

Standorte, die eine ausgleichende Funktion im Naturhaushalt erfüllen oder 

besonders günstige Voraussetzungen für Lebensgemeinschaften aufwei-

sen (Art. 18 Abs. 1bis NHG). Das Waldgesetz schreibt zudem vor, dass der 

Wald in seiner Fläche erhalten bleiben soll (vgl. Art. 3 des Bundesgesetzes 

über den Wald [WaG, SR 921.0]). Rodungen sind deshalb grundsätzlich 

verboten (Art. 5 Abs. 1 WaG); als Rodung gilt die dauernde oder die vo-

rübergehende Zweckentfremdung von Wald (vgl. Art. 4 WaG). Eine Aus-

nahmebewilligung für eine Rodung darf nur unter den in Art. 5 Abs. 2 WaG 

definierten Voraussetzungen erteilt werden (BVGE 2016/35 E. 6.2.2). Dem 

Natur- und Heimatschutz ist dabei Rechnung zu tragen (Art. 5 Abs. 4 

WaG). Dabei sind der ökologische und landschaftliche Wert des zu roden-

den Waldes ebenso wie die Auswirkung der Rodung und des zu erstellen-

den Werks zu berücksichtigen (NINA DAJCAR, Fachhandbuch Öffentliches 

Baurecht, 2016, Rz. 4.182). Insbesondere ist bei der Strassenplanung zu 

prüfen, ob für den Wald schonendere Standorte vorhanden sind (vgl. Urteil 

BGer 1C_556/2013 vom 21. September 2016 E. 5.2). Für jede Rodung ist 

in derselben Gegend mit standortgerechten Arten Realersatz zu leisten 

(Art. 7 Abs. 1 WaG). 

6.4.3 Bei Bau- und Strassenprojekten sind regelmässig mehrere geeignete 

Varianten denkbar. Der Entscheid, welche davon umgesetzt wird, liegt 

grundsätzlich im Ermessen der Planungsbehörde und wird regelmässig 

durch die politischen Entscheidungsträger vorgeprägt. Dieser Ermessens-

entscheid wird im gerichtlichen Verfahren zurückhaltend überprüft. Glei-

ches gilt bezüglich des Plangenehmigungsentscheids der Vorinstanz als 

Fachbehörde (Urteile BGer 1C_556/2013 E. 5.1 und 1C_582/2013 vom 

25. September 2014 E. 4.4; Urteil BVGer A-1577/2012 vom 27. März 2013 

E. 7.1). Sind keine Anhaltspunkte für eine fehlerhafte Feststellung des 

Sachverhalts erkennbar, ist im Wesentlichen nur noch abzuklären, ob bei 

der Genehmigung des Ausführungsprojektes in dem Sinne entgegen der 

Vorschrift von Art. 5 NSG vorgegangen worden ist, als wichtige Interessen 

unberücksichtigt geblieben oder klar unrichtig gewichtet worden sind oder 

die Planungsbehörde das ihr zustehende Ermessen missbraucht oder 

überschritten hat, mithin die Interessenabwägung fehlerhaft erfolgt ist  

(Urteil A-1851/2012 E. 8.1). 

  

https://www.swisslex.ch/doc/aol/7f1f1764-439d-46c5-8b5c-df4c9d4db79e/db44529e-fe5b-44e2-a42f-168ee0edc9d3/source/document-link

A-4394/2020 

Seite 19 

6.5  

6.5.1 Ursprünglich war die Erstellung der SABA, welche das Abwasser der 

Nationalstrasse N01 zwischen Km 374.970 und 378.290 reinigen soll, auf 

Flächen im Gebiet «Burentobel» vorgesehen. Drei Varianten wurden pro-

jektiert (Varianten 2A, 2B und 2C Sitterviadukt). Aufgrund der Rückmeldun-

gen der Grundeigentümer erfolgte die Prüfung dreier neuen Standorte im 

Gebiet der Halbinsel Grafenau (Varianten 1A, 1B und 1C Grafenau). Als 

Bestvariante erwies sich die Variante 1A Grafenau. Diese bildete in der 

Folge Gegenstand des Ausführungsprojekts (SABA Grafenau).  

6.5.2 Das Ausführungsprojekt für die SABA Grafenau präsentiert sich – so-

weit für den vorliegenden Fall relevant – wie folgt: Das Strassenabwasser 

wird im bestehenden kombinierten Absetz- und Ölrückhaltebecken Viadukt 

Sitter West vorbehandelt. Letzteres wird mit Schiebern versehen, so dass 

ein ausreichendes Rückhaltevolumen von 30 m3 für den Störfall erreicht 

wird. Anschliessend wird es über eine neue Leitung zum Retentionsfilter-

becken in der Form eines bewachsenen Sandfilters geführt. Nachdem das 

Strassenabwasser den Filterkörper durchlaufen hat, wird es über Sicker-

leitungen gesammelt und der Sitter zugeführt. Das Retentionsfilterbecken 

kommt auf einer leichten Anhöhe zwischen der Talsohle der Sitter und dem 

höher gelegenen Niveau der Autobahn zu liegen. Gemäss der kommuna-

len Schutzverordnung Sitter- und Wattbachlandschaft (nachfolgend: 

SvSW) befindet sich der Standort in der Landschaftsschutzzone. Letztere 

ist an jener Stelle durch Fettwiesen und Weiden geprägt. Fruchtfolgeflä-

chen sind keine betroffen. Durch die Anordnung von Kleinstrukturen inner-

halb des Retentionsfilterbeckens (Lesesteinhaufen, partielle Überhöhun-

gen) sowie durch die Anreicherung von Einzelgehölzen soll das Lebens-

raumangebot erhöht werden. Die Dämme werden talseitig geschüttet. Die 

Böschungen werden mehrheitlich gegen Süden ausgerichtet und als Ma-

gerwiesen ausgestaltet. Die Abänderung der Zufahrtsstrasse erfordert eine 

kleinflächige permanente Rodung eines Platterbsen-Buchenwaldes mit 

Schlaffer Segge (Pflanze) im Umfang von 2 m2. Zudem sind temporäre Ro-

dungen von 16 m2 wegen der Zufahrt sowie von 67 m2 für die Ableitung 

beim Sitterufer vorgesehen. 

6.5.3 Das ASTRA bewertete die potentiellen Standorte anhand von 23 Kri-

terien. Es gewichtete jedes dieser Kriterien nach seiner Bedeutsamkeit. Die 

Beschwerdeführerin bemängelt im Wesentlichen die Berücksichtigung 

bzw. die Gewichtung der Kriterien «Risiko Einsprache», «Wald» und 

A-4394/2020 

Seite 20 

«Landschaft und Ortsbild». Gegen die restlichen Kriterien und deren Ge-

wichtung wendet sie sich nicht. Anhaltspunkte, dass letztere zu Unrecht 

einbezogen oder fehlerhaft gewichtet worden wären, bestehen keine.  

6.5.3.1 Betreffend das Kriterium «Risiko Einsprache, Klage» verwies die 

Beschwerdeführerin auf Erwägung 27.5 des Urteils A-1251/2012 des Bun-

desverwaltungsgerichts vom 15. Januar 2014. Darin ist festgehalten, dass 

im Rahmen der materiellrechtlichen Beurteilung eines Ausführungsprojekts 

eine allfällige zeitliche Verzögerung grundsätzlich ausser Betracht zu blei-

ben habe. Bei einer zeitlichen Dringlichkeit handle es sich nicht um ein 

durch Gesetz oder Verordnung anerkanntes öffentliches Interesse, wel-

ches im Rahmen von Art. 5 Abs. 2 NSG gegen die umweltrechtlichen und 

anderen berührten Interessen abzuwägen sei. Hintergrund war die Geneh-

migung des damaligen Ausführungsprojekts (Ausbau Nordumfahrung  

Zürich), welches aus zeitlicher Dringlichkeit ohne Prüfung einer Überde-

ckung genehmigt wurde. Dies, obwohl zuvor der Bundesrat durch eine Mo-

tion dazu beauftragt worden war, das Ausführungsprojekt im Hinblick auf 

eine Überdeckung zu überprüfen und im Gespräch eine Lösung zu suchen 

(vgl. Urteil A-1251/2012 E. 19.1). Ob diese Rechtsprechung auf das Risiko 

einer Einsprache oder Beschwerde, welche eine entsprechende Zeitverzö-

gerung mit sich bringt, ebenfalls anwendbar ist, erscheint indes fraglich. So 

bestehen namentlich im Bereich der Umweltgesetzgebung diverse Sanie-

rungsfristen (vgl. z. B. Art. 17 LSV oder Art. 81 des Gewässerschutzgeset-

zes [GSchG, SR 814.20]), welche ein gesetzlich statuiertes öffentliches In-

teresse an der zeitnahen Minderung von schädlichen Einflüsse auf die Um-

welt belegen. Die Berücksichtigung des Risikos einer Einsprache oder Be-

schwerde als Kriterium bei der Interessensabwägung erscheint daher unter 

solchen Umständen prima facie nicht als sachfremd. Für den vorliegenden 

Fall braucht diese Frage jedoch nicht abschliessend beantwortet zu wer-

den. Selbst wenn dieses Kriterium – wie von der Beschwerdeführerin ge-

fordert – unberücksichtigt bleibt, ändert dies nichts am Ergebnis. 

6.5.3.2 Das ASTRA bewertete die Beeinträchtigung des Waldes bei der Va-

riante 1A Grafenau als gut (4 Punkte) und jene beim Standort 2C Sittervia-

dukt als mittelmässig (2 Punkte). Das WaG hält permanente und temporäre 

Rodungen gleichermassen für unzulässig (vgl. oben E. 6.4.2). Gemäss 

Umweltnotiz müssen für die Variante 1A Grafenau 2 m2 Wald permanent 

und 83 m2 temporär gerodet werden. Wieviel Waldfläche bei der Variante 

2C Sitterviadukt gerodet und wieder aufgeforstet werden müsste, ist nicht 

aktenkundig. Sie beträgt jedoch nach den Vorbringen der Beschwerdefüh-

rerin temporär 370 m2. Der Skizze zur Variante 2C Sitterviadukt im Anhang 

A-4394/2020 

Seite 21 

A des technischen Berichts zur Folge, dürfte es sich dabei mehrheitlich um 

die Waldfläche auf den Grundstücken W2323 und W4704 handeln, welche 

für die Zuleitung zur SABA temporär gerodet werden müsste. Gemäss der 

Karte «Waldgesellschaften geschützt nach NHG Kt SG» handelt es sich 

dabei um eine geschützte Waldgesellschaft 26 (typischer Ahorn-Eschen-

wald; vgl. https://www.geoportal.ch/ktsg > Karte «Waldgesellschaften ge-

schützt nach NHG Kt SG» [besucht am 11.02.2022]); vgl. bezüglich den 

Informationen auf kantonalen Geoportalen als zulässige Quellen für die 

Sachverhaltsfeststellung Urteile BGer 1C_38/2020 vom 7. Oktober 2020 

E. 4.2 und 2C_201/2020 vom 18. September 2020 E. 4.3). Der betreffende 

Wald ist damit nach NHG ebenso schützenswert wie jener beim Standort 

1A Grafenau (geschützte Waldgesellschaft 10w [Blatterbsen-Buchenwald 

mit Schlaffer Segge]; vgl. ebenda), was es bei der Bewertung zu würdigen 

gilt (vgl. oben E. 6.4.2). Die Beschwerdeführerin anerkennt dies, indem sie 

Eingriffe unter 1'000 m2 nicht als gewichtig qualifiziert, sofern nicht nach 

NHG geschützte Waldgesellschaften betroffen sind (vgl. oben E. 6.1). Der 

wesentliche waldspezifische Unterschied zwischen den beiden Varianten 

liegt somit in der Rodungsfläche von schützenswertem Wald. Diese ist bei 

der Variante 2C Sitterviadukt fast viereinhalb Mal so gross wie bei der Va-

riante 1A Grafenau. Vor diesem Hintergrund erscheint die unterschiedliche 

Bewertung des Kriteriums «Wald» nicht als klar unrichtig, zumal das BAFU 

dies ausdrücklich nicht beanstandet. Daran vermag die Stellungnahme  

eines ehemaligen Oberförsters, welche als Privatgutachten zu qualifizieren 

ist, nichts zu ändern. Erstens handelt es sich in prozessualer Hinsicht um 

eine Parteibehauptung. Diese ist zurückhaltend zu würdigen, auch wenn 

das Gutachten durch eine erfahrene und etablierte Fachperson erstellt 

worden ist (vgl. BGE 141 IV 369 E. 6.2 m.w.H.). Und zweitens ist sie nicht 

geeignet, die Bewertung des ASTRA in Zweifel zu ziehen. Es setzt sich 

nicht mit dem vorliegenden Einzelfall auseinander, sondern enthält im We-

sentlichen allgemeine Ausführungen zum «Mikroklima im Wald und im Frei-

land» sowie zu «Bedeutsame Öffnungen und Kahlschläge», gefolgt von 

einem selbst vorgeschlagenen Beurteilungsschema, abgestuft nach der 

Flächenausdehnung. Ob dieses Schema auf nach NHG geschützte Wald-

gesellschaften übertragbar ist, bleibt offen.  

6.5.3.3 Bezüglich des Kriteriums «Landschaft und Ortsbild (Landschafts-

eingliederung)» trifft es zu, dass die SABA am Standort 1A Grafenau in  

einem Konflikt mit dem Landschaftsbild steht. In der Umweltnotiz wird denn 

auch eingeräumt, dass die SABA als «Feuchtbiotop» in trockener Umge-

bung ein Fremdkörper darstellt. Die aktenkundigen Fotografien des Stand-

orts bestätigen dies. Daneben widerspricht die SABA an jenem Standort 

A-4394/2020 

Seite 22 

einerseits Art. 13 Abs. 1 SvSW, wonach die Landschaftsschutzgebiete im 

Kulturland in ihrem charakteristischen Erscheinungsbild, ihrer natürlichen 

Eigenart und ihrem Erholungswert zu erhalten sind. Und andererseits 

Art. 13 Abs. 4 SvSW, nach welchem neue Bauten und Anlagen sich hin-

sichtlich Standort, Stellung, Grösse und Gestaltung gut ins Landschaftsbild 

einzufügen haben und die Errichtung störend in Erscheinung tretender 

Bauten und Anlagen sowie Entwässerungen, Abgrabungen und Aufschüt-

tungen nicht zulässig sind. Klar relativierend wirkt hingegen die Ausgestal-

tung der SABA als bepflanzter Sandfilter. Auch wenn es sich um ein künst-

liches Gebilde handelt, ist es durch die Bepflanzung, den darin angeordne-

ten Kleinstrukturen und durch die Anreicherung von Einzelgehölzen ein re-

lativ naturnahes Objekt. Zudem wird der Einschnitt in die Landschaft durch 

die talseitige Aufschüttung der Dämme, auf welchen eine Magerwiese an-

gesät wird (vgl. oben E. 6.5.2), abgeschwächt. Zu berücksichtigen ist fer-

ner, dass sich die Variante 1A Grafenau nicht in einer völlig unbelasteten 

Landschaftskammer befinden würde. Gemäss den Fotografien und Plänen 

befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Sitter gut sichtbar das 

Kehrichtheizkraftwerk St. Gallen und der vorgesehene Standort ist nicht 

naturbelassen, sondern eine landwirtschaftlich genutzte Wiese. Aufgrund 

der geschilderten Umstände ist zwar nicht von einem unbedeutenden, aber 

auch nicht von einem schwerwiegenden Eingriff in die Landschaft auszu-

gehen. Die Bewertung des Standorts als mittelmässig (2 Punkte) ist des-

halb nachvollziehbar.  

Demgegenüber würde der Standort 2C Sitterviadukt teilweise in einer 

Bauzone zu liegen kommen, in dessen Nähe sich Industrie- und Gewerbe-

anlagen befinden. Insofern würde sich dieser als landschaftsverträglicher 

erweisen. Dies spricht für eine bessere Bewertung des Standorts aus land-

schaftlicher Sicht im Vergleich zu jenem für die Variante 1A Grafenau. Al-

lerdings würde der Standort 2C Sitterviadukt zu etwa einem Drittel eben-

falls eine Landschaftsschutzzone tangieren und im Konflikt mit der SvSW 

stehen. Dazu kommt, dass die SABA nach den unbestrittenen Ausführun-

gen des ASTRA aufgrund der Topographie hohe Böschungen von 8 m und 

somit eine nicht unwesentliche Landschaftsmodellierung zur Folge haben 

würde (vgl. oben E. 6.2). Die zweithöchst mögliche Bewertung des Stand-

orts als gut (4 Punkte) erweist sich vor diesem Hintergrund als stimmig.  

Insgesamt trägt das ASTRA den verschiedenen Eigenheiten der beiden 

Standorte genügend Rechnung. Die Bewertung des Kriteriums «Land-

schaft und Ortsbild (Landschaftseingliederung)» gibt daher zu keinen Be-

anstandungen Anlass. 

A-4394/2020 

Seite 23 

6.5.3.4 Hinsichtlich der Gewichtung der übergeordneten Kategorien trifft es 

nicht zu, dass das Bundesverwaltungsgericht im Fall SABA Reschubach 

nur eine solche von 35 % Kosten, 20 % Funktionalität, 30 % Umwelt und 

15 % Verfahrensrisiken/Machbarkeit als bundesrechtskonform erachtet 

hätte. Vielmehr befand es diese Gewichtung im konkreten Fall als ange-

messener als jene, welche das ASTRA damals gewählt hatte (vgl. Urteil 

A-1851/2012 E. 9.3). Es legte dem ASTRA deshalb nahe, sein Bewer-

tungsschema im Hinblick auf zukünftige SABA-Projekte zu überarbeiten 

und dieses jeweils den Rahmenbedingungen des konkreten Einzelfalls an-

zupassen (Urteil A-1851/2012 E. 9.5). Der Vorwurf der Beschwerdeführe-

rin, dass eine im Einzelfall unterschiedliche Gewichtung der Kriterien nicht 

sachgerecht sei, entspricht daher nicht der Haltung des Bundesverwal-

tungsgerichts. Im Übrigen nahm das ASTRA eine Sensitivitätsanalyse vor, 

in welcher es die übergeordneten Kategorien unterschiedlich hoch gewich-

tete. Nur bei einer Übergewichtung der Kategorie «Funktionalität» mit 60 % 

schnitt die Variante 2C Sitterviadukt besser ab als die Variante 1A Gra-

fenau. Die vorgenommene Gewichtung von 25 % Kosten, 17 % Funktiona-

lität, 31 % Umwelt und 27 % Verfahrensrisiken/Machbarkeit erweist sich 

daher nicht als klar unrichtig. 

6.5.4 Zusammengefasst ergibt sich Folgendes: Selbst wenn das Kriterium 

«Risiko Einsprache» unberücksichtigt bliebe, würde die Variante 1A Gra-

fenau mit 2.84 gegenüber 2.79 Punkten bei der Variante 2C Sitterviadukt 

immer noch knapp besser abschneiden. Zwar ist sie aus Sicht des Land-

schaftsschutzes nachteiliger. Dem nicht schwerwiegenden Eingriff in die 

Landschaft (vgl. oben E. 6.5.3.3) stehen jedoch zahlreiche andere Interes-

sen gegenüber, welche zum grössten Teil von der Beschwerdeführerin 

nicht (vgl. oben E. 6.5.3) oder zu Unrecht beanstandet wurden (vgl. oben 

E. 6.5.3.1) und unter Berücksichtigung ihrer Gewichtung den Eingriff recht-

fertigen. Der Standort 1A Grafenau wurde somit nachvollziehbar dem 

Standort 2C Sitterviadukt vorgezogen. 

7.  

Weiter bemängelt die Beschwerdeführerin die ungenügende Prüfung von 

technischen Alternativen. 

7.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend, dass das ASTRA die Prüfung 

technischer Alternativen von Beginn an eingeschränkt habe. Für alle drei 

geplanten Anlagen sei festgehalten worden, dass «aufgrund der vorhande-

nen Platzverhältnisse, der Umgebung und der weiteren Randbedingungen 

A-4394/2020 

Seite 24 

des ASTRA» lediglich die Varianten «Sandfilter bewachsen», «Splitt-/Kies-

filter» oder die Reinigung über das bestehende Absetzbecken in Betracht 

kommen würden. Eine umfassende Interessenabwägung könne sich je-

doch nicht darin erschöpfen, unter den verschiedenen möglichen Anlagen 

zur Behandlung von Strassenabwasser einen Typ auszuwählen und für 

diesen nach möglichen Standorten zu suchen, wie dies insbesondere in 

Bezug auf die SABA Grafenau erfolgt sei. So sei ursprünglich ein Ausbau 

des bestehenden Absetz- und Ölrückhaltebeckens Viadukt Sitter West (im 

Sinne einer Minimallösung) in Frage gestanden, aber nicht weiterverfolgt 

worden. Die Gründe dafür seien ihr nicht bekannt. Es sei auch unklar, was 

unter den «weiteren Randbedingungen des ASTRA» zu verstehen sei. Zu-

dem sei gemäss der Richtlinie «ASTRA 18005 Strassenwasserbehandlung 

an Nationalstrasse (2013 V1.30)» (nachfolgend: RL 18005) der Platzbedarf 

ein wichtiges Kriterium. Gleichwohl habe sich das ASTRA für die Ausbau-

variante «Sandfilter bewachsen» entschieden, obschon damit ein ver-

gleichsweise grosser Landbedarf einhergehe. Dabei würden mit der Vari-

ante «Splitt-/Kiesfilter» und insbesondere mit der «technischen SABA» 

platzsparende Alternativen zur Verfügung stehen. Es sei nicht ersichtlich, 

wieso diese Varianten, insbesondere die technische SABA, am Standort 

der bestehenden Absetz- und Ölrückhaltebecken nicht hätten realisiert 

werden können. Diese Varianten würden allenfalls eine geringere Reini-

gungsleistung erbringen. Der Gewässerschutz sei indes nicht das einzig 

berührte öffentliche Interesse. Der Gesamt-Wirkungsgrad einer techni-

schen SABA mit mindestens 60 % liege nur unwesentlich tiefer als jene 

vom ASTRA im Rahmen der Anforderungsstufe Standard (70 %) gefor-

derte. Zumindest hätten im Rahmen einer summarischen Prüfung die Vor- 

und Nachteile der technischen Varianten aufgezeigt und einander gegen-

übergestellt werden müssen 

7.2 Das ASTRA entgegnet, dass das GSchG das Einbringen von Schad-

stoffen in ein Gewässer untersage. Aufgrund des Verkehrsaufkommens, 

der Empfindlichkeit und Grösse des Vorfluters (Sitter) würden für die Stras-

senabwasserbehandlung die Standardanforderungen gemäss der RL 

18005 gelten. Diese würden verlangen, dass bei einem Gesamtwirkungs-

grad von 70 % mindestens 90 % der anfallenden Niederschläge behandelt 

(hydraulischer Wirkungsgrad) und mindestens 80 % der Schadstoffe (Wir-

kungsgrad der SABA) zurückgehalten würden. Dies könne in erster Linie 

mit bepflanzten Sand- oder Bodenfiltern erreicht werden. Die Variante 

«Ausbau der Absetz- und Ölrückhaltebecken» sei entfallen, da damit das 

Störfallvolumen nicht mehr hätte gewährleistet werden können. Eine tech-

A-4394/2020 

Seite 25 

nische SABA sei sodann wegen des erhöhten Unterhalts und des schlech-

teren Wirkungsgrades von unter 70 % verworfen worden. Splitt-/Kiesfilter 

könnten einen solchen Wert erreichen, wenn sich ein Filterkuchen entwi-

ckelt habe. Sie seien deshalb als Hauptbehandlung denkbar. Der Filterku-

chen reduziere indes den Durchfluss, weshalb er nach einigen Jahren ent-

fernt werden müsse. Alle paar Jahre werde somit der Wirkungsgrad wieder 

reduziert. Ausserdem vermöge der Rückhalt der GUS (gesamte ungelöste 

Stoffe) den erforderlichen Wirkungsgrad von 80 % für die Anforderungs-

stufe «Standard» nur knapp zu erreichen, während der Rückhalt von 

Schwermetallen ungenügend sei. Es würden nach wie vor grosse Unsi-

cherheiten bezüglich der Stabilität des Durchflusses bei erhöhter Belas-

tung oder bei dichterer Schlammschicht bestehen. Die wirkungsvollsten 

Filter seien Bodenfilter, welche jedoch am meisten Platz benötigen würden. 

Erfahrungsgemäss würden Sandfilter eine gleich grosse Filterwirkung wie 

Bodenfilter bei bedeutend kleinerem Platzbedarf aufweisen, da ihre hyd-

raulische Leistung grösser sei. Im Weiteren werde der grösste Teil der GUS 

und gelösten Schadstoffe zurückgehalten. Begrünte Sandfilter seien zu-

dem einfacher im Unterhalt als Bodenfilter und Splitt-/Kiesfilter. Der Einsatz 

von begrünten Sandfiltern sei aus den genannten überwiegenden Vorteilen 

sowohl gegenüber Bodenfiltern wie auch den Splitt-/Kiesfiltern vorzuzie-

hen. Der Vorwurf, die Variantenprüfung von Beginn an eingeschränkt zu 

haben, sei daher unberechtigt. 

Die in den Factsheets erwähnten «weiteren Randbedingungen» würden 

die Leitlinien für die Projektleitung betreffen: Demnach sei die Ableitung in 

eine Abwasserreinigungsanlage (ARA) keine Option (schlechterer Wir-

kungsgrad der ARA, hohe Betriebskosten, erforderliche Energiezufuhr). Als 

Massnahme zur Umsetzung der Energieziele sollte für die Behandlung von 

Strassenabwasser keine Energie zugeführt werden. Lösungen mit Lei-

tungsführungen ohne natürliches Gefälle oder SABA mit Pumpen 

(schlechte Energiebilanz), SABA mit Bodenfiltern (grosser Landbedarf), 

Technischen Filtern (ungenügender Wirkungsgrad, hohe Unterhaltskosten) 

würden nicht weiterverfolgt. Versickerungsbecken seien nicht erwünscht; 

da die Versickerung oberflächlich erfolge, würden sich Risiken bei einem 

Störfall und Probleme für den Unterhalt ergeben.  

7.3  

7.3.1 Varianten, die gewichtige Nachteile oder keine wesentlichen Vorteile 

gegenüber dem Auflageprojekt aufweisen, können bereits aufgrund einer 

A-4394/2020 

Seite 26 

summarischen Prüfung ausgeschieden werden (statt vieler BGE 139 II 499 

E. 7.3.1). 

7.3.2 Grundsätzlich gelten Bauvorschriften für jeden Bauherrn, auch für 

den Bund (vgl. PETER HÄNNI, Planungs-, Bau- und besonderes Umwelt-

schutzrecht, 2016, S. 338). Mit einer Ausnahmebewilligung können zwar 

im Einzelfall Härten und offensichtliche Unzweckmässigkeiten, d.h. offen-

sichtlich ungewollte Wirkungen der notwendigerweise generalisierenden 

und schematisierenden Normen, die mit dem Erlass nicht beabsichtigt wa-

ren, beseitigt werden (vgl. HÄNNI, a.a.O., S. 353 f; BGE 117 Ia 141 E. 4 und 

117 Ib 125 E. 6d). Ausnahmebewilligungen dürfen jedoch nur aufgrund ei-

ner ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage erteilt werden (vgl. HÄNNI, 

a.a.O., S. 354; DANIELA IVANOV, Die Harmonisierung des Baupolizeirechts 

unter Einbezug der übrigen Baugesetzgebung, 2006, S. 149). Insbeson-

dere erlaubt das öffentliche Interesse am Umweltschutz ein Abweichen von 

umweltrechtlichen Anforderungen aus Gründen der Verhältnismässigkeit 

nur dort, wo der Gesetzgeber dies vorgesehen hat, und zwar nach Mass-

gabe der einschlägigen Regelung (vgl. ALAIN GRIFFEL, Bauen im Span-

nungsfeld zwischen Eigentumsgarantie und Bauvorschriften, Zentralblatt 

[ZBl] 103/2002, S. 169, 179 f.). 

7.3.3 Der Schutz der Gewässer vor nachteiligen Einwirkungen ist im 

GSchG geregelt. Letzteres dient mitunter der Gesundheit von Menschen, 

Tieren und Pflanzen sowie der Erhaltung natürlicher Lebensräume für die 

einheimische Tier- und Pflanzenwelt (vgl. Art. 1 Bst. a und c GSchG). Es 

ist untersagt, Stoffe, die Wasser verunreinigen können, mittelbar oder un-

mittelbar in ein Gewässer einzubringen oder sie versickern zu lassen 

(Art. 6 Abs. 1 GSchG). Verschmutztes Abwasser muss deshalb behandelt 

werden, bevor es in ein Gewässer eingeleitet wird (vgl. Art. 7 Abs. 1 

GSchG). Umfassend verantwortlich für die umweltgerechte Entsorgung 

des verschmutzten Abwassers ausserhalb des Bereichs öffentlicher Kana-

lisationen sind die Inhaber der Abwasseranlagen (vgl. HANS W. STUTZ, in: 

Kommentar zum Gewässerschutzgesetz und zum Wasserbaugesetz, 2016 

[nachfolgend: Kommentar GSchG], Rz. 12 zu Art. 13 GSchG). Diese haben 

dafür zu sorgen, dass Anlagen sachgemäss erstellt, bedient, gewartet und 

unterhalten werden (vgl. Art. 15 Abs. 1 GSchG). Art. 15 Abs. 1 USG legt 

das Schwergewicht auf die Notwendigkeit, für den Gewässerschutz beson-

ders bedeutsame öffentliche und private Anlagen so zu erstellen und zu 

betreiben, dass sie keine Gefahr für die Reinheit der Gewässer darstellen 

(STUTZ, in: Kommentar GSchG, a.a.O., Rz. 12 zu Art. 15 GSchG). Aus-

A-4394/2020 

Seite 27 

serhalb des Bereichs öffentlicher Kanalisationen ist das Abwasser entspre-

chend dem «Stand der Technik» zu beseitigen (Art. 13 Abs. 1 GSchG). Der 

(unbestimmte) Rechtsbegriff kennzeichnet einen fortschrittlichen Entwick-

lungsstand technologischer Verfahren, welche sich in der praktischen An-

wendung bewährt haben oder in der Praxis sicher durchführbar sind. Das 

BAFU hat in diesem Zusammenhang diverse Vollzugshilfen herausgege-

ben, welche das Gesetzes- und Verordnungsrecht in technischer Hinsicht 

konkretisieren (STUTZ/KEHRLI, in: Kommentar GSchG, a.a.O., Rz. 38 ff. zu 

Art. 12 GSchG). Die Behörde bewilligt die Einleitung von verschmutztem 

Abwasser in oberirdische Gewässer, wenn die Anforderungen an die Ein-

leitung in Gewässer nach Anhang 3 eingehalten sind (vgl. Art. 6 Abs. 1 Ge-

wässerschutzverordnung [GSchV], SR 814.201]). Für verschmutztes Nie-

derschlagswasser, das von bebauten oder befestigten Flächen abfliesst 

und nicht mit anderem verschmutztem Abwasser vermischt ist, legt die Be-

hörde die Anforderungen an die Einleitung auf Grund der Eigenschaften 

des Abwassers, des Standes der Technik und des Zustandes des Gewäs-

sers im Einzelfall fest. Sie berücksichtigt dabei internationale oder natio-

nale Normen, vom BAFU veröffentlichte Richtlinien oder von der betroffe-

nen Branche in Zusammenarbeit mit dem BAFU erarbeitete Normen (vgl. 

Anhang 3.3 Ziff. 1 Abs. 1 und 2 GSchV). Die Behörde kann die Anforderun-

gen an die Einleitung von verschmutztem Abwasser in oberirdische  

Gewässer erleichtern, wenn durch eine Verminderung der eingeleiteten 

Abwassermenge trotz der Zulassung höherer Stoffkonzentrationen die 

Menge der eingeleiteten Stoffe, die Gewässer verunreinigen können, ver-

mindert wird (Art. 6 Abs. 4 Bst. a GSchV) oder die Umwelt durch die Ein-

leitung nicht verwertbarer Stoffe in Industrieabwasser gesamthaft weniger 

belastet wird als durch eine andere Entsorgung; die Anforderungen an die 

Wasserqualität nach Anhang 2 und internationale Vereinbarungen oder Be-

schlüsse müssen eingehalten werden (Bst. b). 

7.3.4 Die RL 18005 präzisiert die Anforderungen an Retention, Behandlung 

und Versickern des Strassenabwassers sowie das Vorgehen zur Verhält-

nismässigkeitsbeurteilung (vgl. www.bafu.admin.ch > Themen > Thema 

Wasser > Fachinformationen > Massnahmen > Abwasserreinigung > Ent-

wässerung von Verkehrswegen [besucht am 14.02.2022]). Ursprünglich 

konkretisierte sie im Einvernehmen mit dem BAFU deren Wegleitung „Ge-

wässerschutz bei Entwässerung von Verkehrswegen“ (vgl. Ziff. 1.1 RL 

18005). Letztere wurde in der Zwischenzeit jedoch aufgehoben und durch 

die Richtlinie «Abwasserbewirtschaftung bei Regenwetter» des Verbands 

Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA), welche zu-

http://www.bafu.admin.ch/

A-4394/2020 

Seite 28 

sammen mit dem BAFU erstellt wurde, abgelöst (vgl. https://vsa.ch/fach-

bereiche-cc/siedlungsentwaesserung/regenwetter; https://www.aquaet-

gas.ch/wasser/abwasser/20190328_ag4_abwasserbewirtschaftung-bei-re 

genwetter [beide besucht am 14.02.2022]). Daneben existiert die gemein-

sam vom ASTRA und dem BAFU herausgegebene Dokumentation ASTRA 

88002 «Strassenabwasser Behandlungsverfahren, Stand der Technik, 

Ausgabe 2021 V2.00», (nachfolgend: Dok. 88002). Diese beschreibt, wel-

che Schadstoffentfernung die Behandlungsverfahren erzielen und stellt 

diese in Bezug zu den Anforderungen an die Behandlung gemäss der RL 

18005 (vgl. Ziff. 1.1 Dok. 88002). Es ist vorgesehen, die RL 18005 regel-

mässig auf Basis der Dok. 88002 zu aktualisieren (vgl. Ziff. 1.5 RL 18005). 

Eine Aktualisierung gestützt auf die aktuellste Version der Dok. 88002 hat 

soweit ersichtlich noch nicht stattgefunden. Sie basiert immer noch auf der 

Ausgabe 2010 V1.00. Unbesehen davon ist die aktuelle Version vorliegend 

bei der Auslegung des Begriffs «Stand der Technik» mit zu berücksichtigen 

(vgl. oben E. 2).  

7.3.5 Nationalstrassen fallen in den Geltungsbereich der Störfallverord-

nung (vgl. Art. 1 Abs. 2 Bst. d der Störfallverordnung [StFV, SR 814.012]) 

i.V.m. Art. 1 der Durchgangsstrassenverordnung [SR 741.272]). Letztere 

bezweckt den Schutz der Bevölkerung und der Umwelt vor schweren Schä-

digungen infolge von Störfällen (vgl. Art. 1 Abs. 1 StFV). Auf einem  

Verkehrsweg gilt ein ausserordentliches Ereignis als Störfall, bei dem er-

hebliche Einwirkungen auf oder ausserhalb des Verkehrswegs auftreten 

(vgl. Art. 2 Abs. 4 Bst. b StFV). Der Inhaber eines Verkehrswegs muss alle 

zur Verminderung des Risikos geeigneten Massnahmen treffen, die nach 

dem Stand der Sicherheitstechnik verfügbar, aufgrund seiner Erfahrung er-

gänzt und wirtschaftlich tragbar sind (vgl. Art. 3 Abs. 1 StFV). Unter ande-

rem muss er beim Treffen der Sicherheitsmassnahmen einen geeigneten 

Standort auswählen (Art. 3 Abs. 3 i.V.m. Anhang 2.1 Bst. a StFV) sowie 

den Verkehrsweg mit den erforderlichen sicherheitstechnischen Einrichtun-

gen ausrüsten sowie die erforderlichen baulichen, technischen und organi-

satorischen Schutzvorkehrungen treffen (Art. 3 Abs. 3 i.V.m. Anhang 2.4 

Bst. b StFV). 

7.4  

7.4.1 Aus den Akten ist ersichtlich, dass folgende Varianten bezüglich Ein-

leitstelle, Reinigungsleistung, Standortbewertung, Investitionskosten, Be-

trieb und Unterhalt summarisch bewertet und miteinander verglichen, aber 

schliesslich verworfen wurden: «Versickerung mit Bodenpassage», «SABA 

https://vsa.ch/fachbereiche-cc/siedlungsentwaesserung/regenwetter
https://vsa.ch/fachbereiche-cc/siedlungsentwaesserung/regenwetter

A-4394/2020 

Seite 29 

mit Splitt-/Kiesfilter (SB)», «SABA technisch (ST)», «Fangbecken (FB)», 

«Ableitung in ARA», «Minimalvariante» sowie Beibehaltung des «beste-

henden Systems». Fraglich ist, ob der Ausbau des bestehenden Absetz- 

und Ölrückhaltebeckens Viadukt Sitter West im Sinne einer «Minimalvari-

ante» sowie die Varianten «Splitt-/Kiesfilter» und «technische SABA» im 

Vergleich zum Ausführungsprojekt mit gewichtigen Nachteilen oder keinen 

wesentlichen Vorteilen verbunden sind, was deren Aussonderung rechtfer-

tigte (vgl. oben E. 7.3.1). 

7.4.2 Unbestritten ist, dass für den zu entwässernden Nationalstrassenab-

schnitt die Anforderungsstufe «Standard» gemäss der RL 10085 für die 

Behandlung des Strassenabwassers gilt und diese Stufe einen Gesamtwir-

kungsgrad der SABA von mindestens 70 % erfordert. Folgende Verfahren 

sind dafür nach dem Stand der Technik einsetzbar: Bankett, Mulden-Ri-

gole, Bodenfilter, bepflanzte Sandfilter sowie Splitt-/Kiesfilter (vgl. Ziff. 3.3.1 

RL 10085). Die SABA Grafenau ist als bepflanzter Sandfilter konzipiert. Sie 

entspricht somit dem Stand der Technik gemäss Art. 13 Abs. 1 GSchG. 

7.4.3 Der von der Beschwerdeführerin geforderte «Technische Filter» ist 

nur für die Anforderungsstufe «erleichtert» zugelassen (vgl. Ziff. 3.3.1 

RL 10085). Dieser erbringt nicht die Reinigungsleistung, welche das 

GSchG nach dem Stand der Technik für den betreffenden Nationalstras-

senabschnitt fordert. Die Folge von dessen Installation wäre voraussicht-

lich eine Trübung der Sitter, eine Akkumulation von Schadstoffen (Zink, 

Cadmium, PAK, Anilin, Kupfer, Antimon und weitere Schwermetalle) in de-

ren Sedimenten sowie die Kolmatierung der Gewässersohle (vgl. Ziff. 2.3 

und 2.3.2 RL 10085). Die Beeinträchtigung der Sitter und deren Lebewe-

sen, dürfte ungleich schwerer wiegen als die nicht schwerwiegende Beein-

trächtigung des Landschaftsbildes durch das Ausführungsprojekt. Dies gilt 

insbesondere, nachdem sich die Sitter gemäss der Umweltnotiz als Le-

bensraum im unteren Abschnitt (Gübsensee bis Mündung in die Thur) noch 

immer nicht von einem grossen Fischsterben (1995) erholt hat und bereits 

unter verschiedenen Beeinträchtigungen leidet. Ein Erleichterungsgrund 

im Sinne von Art. 6 Abs. 4 GSchV (vgl. oben E. 7.3.3) ist nicht ersichtlich 

und die Beschwerdeführerin macht auch keinen solchen geltend. Vor die-

sem Hintergrund durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass der Einbau 

eines technischen Filters im Vergleich zum Ausführungsprojekt mit erheb-

lichen Nachteilen belastet ist. Sie durfte diesen im Rahmen einer summa-

rischen Prüfung aussondern. 

A-4394/2020 

Seite 30 

7.4.4 Des Weiteren bestreitet die Beschwerdeführerin nicht, dass beim 

Ausbau des bestehenden Absetz- und Ölrückhaltebeckens das nötige 

Störfallvolumen von minimal 30 m3 (vgl. Ziff. 4.3.9 RL 10085) nicht sicher-

gestellt werden könnte. Es ist anzunehmen, dass im Störfall die Verunrei-

nigung der Sitter wegen eines ungenügenden Störfallvolumens mit Benzin, 

generisch wasserlöslichen Leitstoffen (toxischer Stoff in Wasser gelöst) so-

wie Tetrachlorethen (gelöster Stoff, schwerer als Wasser, absetzbar; vgl. 

Ziff. 4.3.9 RL 100085) und deren Auswirkungen auf die aquatischen Lebe-

wesen weitaus schwerer wiegen als die Beeinträchtigung der Landschaft 

durch die SABA am geplanten Ort. Diese technische Alternative durfte des-

halb ebenfalls ausgeschlossen werden. 

7.4.5 Gemäss der RL 10085 kann ein Splitt-/Kiesfilter bei der Anforde-

rungsstufe «Standard» eingesetzt werden. Dies ist nach den neusten Er-

kenntnissen zum Stand der Technik immer noch der Fall bzw. der  

Splitt-/Kiesfilter ist heute der einzige Vertreter dieser Anforderungsstufe, da 

mit diesem zwar relativ geringe Ablaufkonzentrationen von GUS-, aber er-

höhte Kupfer- und Zinkkonzentrationen erzielt werden. Für die Anforde-

rungsstufe «erhöht» ist dieser Filter nicht zugelassen (vgl. Ziff. 4.1.2 

Dok. 88002). Im Vergleich zum bewachsenen Sandfilter ist der Schadstoff-

rückhalt des Splitt-/Kiesfilters bei GUS, Kupfer und Zink geringer. Es wird 

diskutiert, ob dieser Nachteil mit anderen Vorteilen, wie einem geringeren 

Flächenbedarf oder tieferen Unterhalts- oder Investitionskosten, wettge-

macht wird. Zur Abschätzung des Flächenbedarfs wird der spezifische 

Durchfluss verwendet. Dieser ist zwar zu Beginn der Laufzeit bei einem 

Splitt-/Kiesfilter höher, nimmt aber infolge der reversiblen Kolmation der 

Deckschicht sowie der langsameren, irreversiblen inneren Kolmation ab. 

Ob der spezifische Durchfluss deshalb während eines Betriebszyklus des 

Splitt-/Kiesfilters durchschnittlich höher ist als beim bewachsenen Sandfil-

ter, ist fraglich. Bezüglich des Flächenbedarfs geht man bei bewachsenen 

Sandfiltern von rund 100 m2/ha Strassenfläche aus, während Splitt-/Kies-

filter einen Flächenbedarf von durchschnittlich 37 m2/ha aufweisen. Aller-

dings liegt diesem Flächenbedarf die Dimensionierung als Vorbehandlung 

zugrunde. Als Hauptbehandlung würde infolge der Dimensionierung eine 

grössere Fläche benötigt. Der geringere Flächenbedarf der Behandlung 

widerspiegelt sich im Flächenbedarf der SABA, wo Splitt-/Kiesfilter eine 

Leistungsklasse besser sind, allerdings unter der Prämisse, eine Vorbe-

handlung zu sein. Die Unterhaltskosten des Splitt-/Kiesfilters sind durch 

das periodische Abschälen oder Aufkratzen der Deckschicht gegenüber 

dem bewachsenen Sandfilter durchschnittlich eine Klasse schlechter. Die 

Investitionskosten sind tiefer, allerdings wiederum infolge der Bemessung 

A-4394/2020 

Seite 31 

als Vorbehandlung. Aufgrund der spärlichen Datenlage ist jedenfalls unklar, 

ob der Splitt-/Kiesfilter als Hauptbehandlung einen geringeren Flächenbe-

darf aufweist als ein bewachsener Sandfilter und damit die Nachteile des 

geringeren Schadstoffrückhalts und der höheren Unterhaltskosten kom-

pensieren kann. Ist der Flächenbedarf des Splitt-/Kiesfilters als Hauptbe-

handlung geringer als bei einem bewachsenen Sandfilter, kann er trotz hö-

herer Unterhaltskosten empfohlen werden, sonst nicht (zum Ganzen 

Ziff. 5.2 Dok. 88002). 

Nach dem Gesagten ist der Splitt-/Kiesfilter gemäss dem aktuellen Wis-

sensstand bezüglich seiner Reinigungsleistung dem bepflanzten Sandfilter 

unterlegen. Gleichzeitig ist fraglich, ob ein Splitt-/Kiesfilter, welcher wie vor-

liegend zur Hauptbehandlung eingesetzt werden müsste, tatsächlich mit 

einem geringeren Flächenbedarf einhergehen würde. Wenn nicht ausge-

schlossen werden kann, dass ein Splitt-/Kiesfilter im Vergleich zum be-

pflanzten Sandfilter eine gleich grosse Fläche bei geringerer Reinigungs-

leistung beanspruchen könnte, so verfügt ersterer über keine wesentlichen 

Vorteile gegenüber letzteren. Der Splitt-/Kiesfilter würde sich bei einem 

gleich grossen Flächenbedarf sodann schlechter in die Landschaft einglie-

dern, da dieser nicht bepflanzt werden kann (vgl. Ziff. 5.2 Dok. 88002). Zu-

dem ist bei der Anforderungsstufe Standard der Einsatz eines bewachse-

nen Sandfilters möglich und dieser ist dem Splitt-/Kiesfilter vorzuziehen, 

wenn genügend Fläche dafür vorhanden ist (vgl. Ziff. 6.1.2 Dok. 88002). 

Vor diesem Hintergrund ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz dem 

bepflanzten Sandfilter gegenüber dem Splitt-/Kiesfilter den Vorzug gab. 

7.5 Zusammengefasst ist der Ausbau des bestehenden Absetz- und 

Ölrückhaltebeckens Viadukt Sitter West im Sinne einer «Minimalvariante», 

eine «technische SABA» oder ein «Splitt-/Kiesfilter» im Vergleich zum Aus-

führungsprojekt entweder mit gewichtigen Nachteilen verbunden oder 

weist zumindest keine wesentlichen Vorteile auf. Dass die Vorinstanz diese 

Varianten im Rahmen einer summarischen Prüfung verworfen hat, ist rech-

tens. 

8.  

Schliesslich bleiben die Verfahrensanträge betreffend die SABA Grafenau 

zu beurteilen. 

A-4394/2020 

Seite 32 

8.1 Die Beschwerdeführerin beantragt die Durchführung eines Augen-

scheins sowie eventualiter die Einholung eines Gutachtens von unabhän-

giger Seite in Bezug auf die Landschaftsverträglichkeit der SABA Gra-

fenau. 

8.2 Das Bundesverwaltungsgericht stellt den Sachverhalt von Amtes we-

gen fest (vgl. Art. 12 VwVG). Es kann einen Augenschein durchführen oder 

Gutachten von Sachverständigen einholen (vgl. Art. 12 Bst. d und e 

VwVG). Kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, dass (wei-

tere) Beweiserhebungen unnötig sind oder dass ein konkretes Beweismit-

tel nicht tauglich ist, um ihm sichere Kenntnisse von den rechtswesentli-

chen Geschehensabläufen zu verschaffen, kann sie in Vorwegnahme des 

Beweisergebnisses von der Beweisführung absehen (antizipierte Beweis-

würdigung; statt vieler BVGE 2010/20 E. 7.1). 

8.3 In den Akten finden sich nebst den verschiedenen Ausführungen der 

Verfahrensbeteiligten auch Fotografien und Pläne des vorgesehenen 

Standorts. Diese sind hinreichend für eine Würdigung (vgl. oben 

E. 6.5.3.3). Weder ein Augenschein noch ein Gutachten würden einen wei-

teren Erkenntnisgewinn bringen. Insbesondere nachdem das BAFU als 

massgebende Bundesfachbehörde im Bereich des Landschaftsschutzes 

(vgl. oben E. 4.2) den Standort als zulässig erachtet hat und die Beschwer-

deführerin keine triftigen Gründe vorbringt, welche die Durchführung wei-

terer Abklärungen für notwendig erscheinen lassen (vgl. oben E. 2). Die 

Verfahrensanträge sind abzuweisen. 

SABA Ochsenweid 

9.  

Bezüglich der SABA Ochsenweid macht die Beschwerdeführerin geltend, 

dass der vorgesehene Standort auf einer Waldlichtung zu einem Amphi-

bienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, dem Objekt SG21, gehöre, wel-

ches ungeschmälert zu erhalten sei.  

9.1 Zur Begründung führt die Beschwerdeführerin aus, dass das Objekt 

SG21 im Jahr 2001 Aufnahme in das Inventar der Laichgebiete von natio-

naler Bedeutung gefunden habe. Es sei lediglich ein Bereich A (Laichge-

wässer und angrenzende natürliche und naturnahe Flächen), nicht jedoch 

ein Bereich B (weitere Landlebensräume und Wanderkorridore) ausge-

schieden worden. Dies ändere aber nichts daran, dass die unmittelbar an 

A-4394/2020 

Seite 33 

das Laichgebiet angrenzenden terrestrischen Lebensräume als Bestand-

teil des Amphibienlaichgebiets zu schützen und zu erhalten seien. Der 

Kanton und die Stadt St. Gallen hätten es bisher unterlassen, den genauen 

Grenzverlauf des Objekts SG21 und die erforderlichen Schutz- und Unter-

haltsmassnahmen verbindlich festzulegen. Nach BGE 146 II 376 dürfe ein 

solches Vollzugsdefizit nicht dazu führen, dass der Schutz der Laichge-

biete geschmälert werde. Insofern sei davon auszugehen, dass die vom 

geplanten Bau der SABA betroffene Lichtung als terrestrischer Lebens-

raum ebenfalls durch die Verordnung über den Schutz der Amphibienlaich-

gebiete von nationaler Bedeutung (AlgV, SR 451.34) geschützt sei. Denn 

der Bereich B würde gemäss der anwendbaren Vollzugshilfe auch angren-

zende Waldgebiete umfassen, soweit diese als Landlebensraum der Am-

phibien zu qualifizieren seien. Ferner gebe die Vollzugshilfe vor, im Rah-

men der zu bestimmenden Schutz- und Unterhaltsmassnahmen eine an-

gepasste, naturnahe Waldbewirtschaftung vorzuschreiben. Unter anderem 

sei das Aufforsten von Lichtungen verboten. Der Einbezug der Waldlich-

tung müsse ausserdem wegen der im Objekt SG21 vorkommenden Ge-

burtshelferkröte erfolgen. Gemäss Vollzugshilfe seien für deren Vorkom-

men günstige Landlebensräume entscheidender als der Gewässertyp. 

Sollte das Gericht dem nicht folgen, wäre zunächst durch das BAFU und 

anschliessend durch die zuständigen kantonalen und kommunalen Stellen 

festzustellen und zu verfügen, ob die Waldlichtung zum Objekt SG21 ge-

hört. Diese Feststellung hätte zur Folge, dass die Lichtung grundsätzlich 

nicht beeinträchtigt werden dürfte.  

Im Übrigen würden die Wegspuren auf dem Zufahrtsweg zur SABA der 

Gelbbauchunke ideale Sekundärbiotope bieten. Durch dessen (punktuel-

len) Ausbau ergebe sich eine Beeinträchtigung des Amphibienlaichgebiets. 

Ob dies zulässig sei, bedürfe einer umfassenden Interessensabwägung. 

Zuvor müssten jedoch die für das Amphibienlaichgebiet SG21 erforderli-

chen Schutz- und Unterhaltsmassnahmen festgelegt werden. Ansonsten 

erweise sich der Sachverhalt als unvollständig erstellt. Dies aus folgendem 

Grund: Die Wegspuren auf dem Bewirtschaftungsweg seien die einzigen 

Bereiche mit einer gewissen Dynamik, die in dem Gebiet erhalten geblie-

ben seien. Seit die dynamisch entstehenden Primärhabitate der Sitter in-

folge Verbauung für die Fortpflanzung der Unken nicht mehr zur Verfügung 

stehen würden, hätten die verbliebenen Sekundärbiotope eine umso grös-

sere Bedeutung. Insbesondere im Bereich der Wegspuren müsse die Dy-

namik und Vernässung zusätzlich gefördert werden, um die Grösse der 

Sekundärhabitate sowie deren Qualität zu verbessern. Diesbezüglich 

seien konkrete Schutz- und Unterhaltsmassnahmen erforderlich. Mit dem 

A-4394/2020 

Seite 34 

Bau der SABA und dem (punktuellen) Ausbau der Zufahrt werde ein Sach-

zwang im Hinblick auf die spätere Bezeichnung der Unterhalts- und 

Schutzmassnahmen geschaffen, was mit Blick darauf, dass der Kanton 

St. Gallen diese längst hätte festlegen müssen, nicht hingenommen wer-

den könne. Eine spätere Aufwertung des Sekundärhabitats am und auf 

dem Zufahrtsweg werde so verhindert, was – ebenso wie ein weiterer Aus-

bau des Wegs – einen Eingriff in einen schutzwürdigen Lebensraum dar-

stelle und mangels umfassender Interessenabwägung die Bestimmung 

von Art. 18 NHG verletze. 

Selbst wenn die betroffene Lichtung nicht Teil des Schutzobjekts SG21 

wäre, werde dieses durch den Bau der SABA beeinträchtigt, insbesondere 

nachdem damit eine Amphibienfalle erstellt werde. Für diesen Eingriff be-

dürfe es eines national bedeutsamen Eingriffsinteresses und gegebenen-

falls eine umfassende Interessensabwägung. Falls ein überwiegendes öf-

fentliches Interesse an einem Eingriff bejaht werden könne, müssten Er-

satzmassnahmen an Ort und Stelle ergriffen werden.  

9.2 Das BAFU weist darauf hin, dass der Bereich B an den Bereich A an-

grenzende landwirtschaftlich genutzte Flächen oder Wald umfasse. Er soll 

mit Nutzungsregelungen günstigen Landlebensraum schaffen, Wanderkor-

ridore sichern und den Bereich A im Sinne einer Pufferzone vor schädlichen 

Einflüssen schützen. Die Ausscheidung der Bereiche A und B sei zudem 

rechtlich nicht zwingend. Vielmehr sei jeweils im Rahmen der Inventarisie-

rung im Einzelfall festzustellen, ob zusätzlich zum Schutz der Laichgewäs-

ser noch die Landlebensräume als Bereich B im Sinne einer Pufferzone 

zum Bereich A zu schützen seien. Die Tatsache, dass beim Objekt SG21 

lediglich ein Bereich A ausgeschieden worden sei, sei auf dessen Lage in-

nerhalb eines Waldes zurückzuführen. Eine intensive landwirtschaftliche 

Nutzung in unmittelbarer Nähe des Objekts sei ausgeschlossen. Darüber 

hinaus sei der Einsatz umweltgefährdender Stoffe im Wald nach 

Art. 18 WaG grundsätzlich unzulässig. Dass Nährstoffe oder Pestizide in 

das Objekt driften würden, sei nicht zu befürchten. Aus diesem Grund 

würde eine Ausscheidung eines Bereichs B in Form eines Puffers zum Be-

reich A wenig Sinn ergeben. Im Übrigen sei der Wald, in dem sich das 

Schutzobjekt befinde, ein ausgedehnter schattiger und feuchter Wald, der 

als Gesamtes den Amphibien als Landlebensraum diene. Es treffe zwar zu, 

dass der Kanton den genauen Grenzverlauf des Objekts noch nicht fest-

gelegt und noch keine Schutzmassnahmen verfügt habe. Eine Feststel-

lungsverfügung betreffend Grenzverlauf sei ebenfalls noch nicht getroffen 

A-4394/2020 

Seite 35 

worden. Auf die Beurteilung des konkreten Falls würden sich diese Tatsa-

chen jedoch nicht auswirken, da sich die geplante SABA klar ausserhalb 

des Schutzperimeters befinde. Es sei auch nicht zu befürchten, dass mit 

der Realisierung der SABA die ausstehende parzellenscharfe Bezeichnung 

nachteilig beeinflusst werde. 

Ferner seien durch den Wegfall eines doch eher geringen Anteils dieses 

Waldes keine negativen Auswirkungen auf die Amphibienpopulation bzw. 

die Laichgewässer im Bereich A zu befürchten. Auf der Zufahrtsstrasse sei 

mit keiner eigentlichen Verkehrszunahme zu rechnen und bauliche Ein-

griffe würden keine erfolgen. Die für den Unterhalt der SABA erforderlichen 

Fahrten würden sich in einem überschaubaren Rahmen halten. Um dem 

Schutzobjekt SG21 Rechnung zu tragen, seien in der Umweltnotiz zum 

Schutz der Tiere Massnahmen formuliert worden. Mit diesen werde verhin-

dert, dass von Schutzziel des Objekts – die ungeschmälerte Erhaltung – 

abgewichen werde. Art. 7 Abs. 1 AlgV finde somit keine Anwendung.  

9.3  

9.3.1 Der Bundesrat bezeichnet nach Anhören der Kantone die Biotope 

von nationaler Bedeutung. Er bestimmt die Lage dieser Biotope und legt 

die Schutzziele fest (Art. 18a Abs. 1 NHG). Das Bundesinventar der Am-

phibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung (Amphibienlaichgebiete-In-

ventar) umfasst die in den Anhängen 1 und 2 der AlgV aufgezählten Ob-

jekte (Art. 1 Abs. 1 AlgV). Anhang 1 umfasst die ortsfesten Objekte 

(vgl. Art. 1 Abs. 2 AlgV). Deren Umschreibung ist Bestandteil der AlgV, je-

doch Gegenstand einer separaten Veröffentlichung in der Form von Ob-

jektblättern, auf welchen der Perimeter des Objekts in einer Karte im Mas-

sstab 1:25’000 eingetragen ist (vgl. Art. 1 Abs. 3 AlgV; KARL LUDWIG FAHR-

LÄNDER, in: Kommentar NHG, 2. Aufl. 2019, Rz. 34 zu Art. 18a NHG). Die 

ortsfesten Objekte umfassen das Laichgewässer und angrenzende natür-

liche und naturnahe Flächen (Bereich A) sowie weitere Landlebensräume 

und Wanderkorridore der Amphibien (Bereich B). Die Bereiche A und B 

werden in der Umschreibung der Objekte soweit erforderlich festgehalten 

(Art. 2 AlgV). Der Bereich A soll die Fortpflanzung der Amphibien sicher-

stellen. Hier hat der Naturschutz strikten Vorrang vor anderen Nutzungen 

(BGE 146 II 376 E. 4.6). Der Bereich B umfasst für die Funktion der Objekte 

wichtige Flächen angrenzend an den Bereich A und erfüllt verschiedene 

Aufgaben. Er soll einerseits laichplatznahen Landlebensraum bereitstellen 

und wichtige Wanderkorridore sichern und durch eine Verbesserung des 

A-4394/2020 

Seite 36 

Umfeldes den Bereich A aufwerten. Andererseits sind damit auch Puffer-

streifen eingeschlossen, welche die Kernzonen vor schädlichen Einflüssen 

aus dem Umland bewahren. Der Bereich B überlagert meist land- und forst-

wirtschaftliche Grundnutzungen und ist besonders für Massnahmen des 

ökologischen Ausgleichs geeignet. Massnahmen in diesen Zonen können 

etwa umfassen: Die Schaffung von dünger- und biozidfreien Pufferberei-

chen, Nutzung und die Anlage von Biotopelementen wie z.B. Hecken und 

Gräben, das Verhindern von neuen Bauten und Anlagen mit Hinderniswir-

kung, eine angepasste, naturnahe Waldbewirtschaftung etc. (vgl. BUNDES-

AMT FÜR UMWELT, WALD UND LANDSCHAFT [BUWAL], Bundesinventar der 

Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung, Vollzugshilfe, 2002, 

S. 11 f.). Die Biotopinventare können im Rahmen der akzessorischen Kon-

trolle vorfrageweise auf ihre Gesetzmässigkeit hin überprüft werden, zumal 

Inventare nicht abschliessende Festlegungen treffen, sondern regelmässig 

zu überprüfen und (durch den Bundesrat) nachzuführen sind. So kann die 

Schutzwürdigkeit eines Lebensraums etwa aufgrund einer ergänzenden 

naturfachlichen Beurteilung erst im Bewilligungsverfahren für das den Ein-

griff verursachende Vorhaben erkennbar werden. Soweit Festlegungen in 

Biotopverordnungen jedoch einzig auf ihre Vereinbarkeit mit Art. 18a Abs. 1 

NHG zu überprüfen sind, besteht für eine akzessorische Kontrolle aller-

dings nicht viel Raum. Dem Bundesrat steht diesbezüglich ein weiter Ge-

staltungs- oder Ermessensspielraum zu und er stützt sich dabei vorab auf 

wissenschaftliche Kriterien (FAHRLÄNDER, in: Kommentar NHG, a.a.O., 

Rz. 13 zu Art. 18a NHG m.w.H.). 

9.3.2 Die Kantone ordnen den Schutz und den Unterhalt der Biotope von 

nationaler Bedeutung. Sie treffen rechtzeitig die zweckmässigen Massnah-

men und sorgen für ihre Durchführung (Art. 18a Abs. 2 NHG). Sie legen 

den genauen Grenzverlauf der ortsfesten Objekte fest (vgl. Art. 5 Abs. 1 

AlgV). Der dabei den Kantonen zur Verfügung stehende Spielraum ist ge-

ring. Der Grenzverlauf eines Objektes von «nationaler Bedeutung» wird 

weitgehend durch den im Kartenausschnitt des Objektblattes vorgesehe-

nen Perimeter und damit durch Bundesrecht bestimmt. An diese Vorgaben 

des Inventars haben sich die Kantone zu halten. Ihre Aufgabe beschränkt 

sich darauf, den Perimeter des geschützten Gebiets parzellenscharf oder 

in anderer eindeutiger Weise festzulegen (BGE 146 II 376 E. 4.6; FAHRLÄN-

DER, in: Kommentar NHG, a.a.O., Rz. 36 zu Art. 18a NHG). Ist die Abgren-

zung noch nicht erfolgt, so trifft die kantonale Behörde auf Antrag eine Fest-

stellungsverfügung über die Zugehörigkeit eines Grundstücks zu einem 

Objekt (vgl. Art. 5 Abs. 3 AlgV). Darüber hinaus treffen die Kantone nach 

A-4394/2020 

Seite 37 

Anhören der Grundeigentümer und der Nutzungsberechtigten die zur Er-

reichung des Schutzziels geeigneten Schutz- und Unterhaltsmassnahmen 

(vgl. Art. 8 Abs. 1 AlgV). Insbesondere sorgen sie dafür, dass Pläne und 

Vorschriften, welche die zulässige Nutzung des Bodens im Sinne des 

Raumplanungsgesetzes (RPG, SR 451.34) regeln, mit der AlgV überein-

stimmen (vgl. Art. 8 Abs. 2 AlgV). Die Massnahmen nach den Artikeln 5 Ab-

satz 1 sowie 8 müssen innert sieben Jahren nach Aufnahme der Objekte 

in Anhang 1 getroffen werden (vgl. Art. 9 AlgV). Solange die Kantone keine 

Schutz- und Unterhaltsmassnahmen getroffen haben, sorgen sie mit ge-

eigneten Sofortmassnahmen dafür, dass sich der Zustand der ortsfesten 

Objekte nicht verschlechtert (vgl. Art. 10 AlgV). Die Behörden und Amts-

stellen des Bundes sowie seiner Anstalten und Betriebe sind bei ihrer Tä-

tigkeit zur schutzzielgerechten Erhaltung der Objekte verpflichtet (Art. 12 

Abs. 1 AlgV). Sie treffen unter anderem die Massnahmen nach den Artikeln 

8 und 10 in Bereichen, in denen sie nach der Spezialgesetzgebung zustän-

dig sind (vgl. Art. 12 Abs. 2 AlgV).  

9.3.3 In ihrer Qualität und Eignung als Amphibienlaichgebiete sowie als 

Stützpunkte für das langfristige Überleben und die Wiederansiedlung ge-

fährdeter Amphibienarten sind die ortsfesten Objekte ungeschmälert zu er-

halten (Schutzziel; vgl. 6 Abs. 1 AlgV). Zum Schutzziel gehören insbeson-

dere die Erhaltung und Förderung des Objekts als Amphibienlaichgebiet 

(Art. 6 Abs. 2 Bst. a AlgV), der Amphibienpopulationen, die den Wert des 

Objekts begründen (Bst. b) und des Objekts als Element im Lebensraum-

verbund (Bst. c). Ein Abweichen vom Schutzziel ortsfester Objekte ist nur 

zulässig für standortgebundene Vorhaben, die einem überwiegenden öf-

fentlichen Interesse von ebenfalls nationaler Bedeutung dienen. Verursa-

cherinnen und Verursacher sind zu bestmöglichen Schutz-, Wiederherstel-

lungs- oder ansonst angemessenen Ersatzmassnahmen zu verpflichten 

(Art. 7 Abs. 1 AlgV). Mitunter darf vom Schutzziel ortsfester Objekte abge-

wichen werden bei Massnahmen nach dem GSchG (vgl. Art. 7 Abs.2 Bst. c 

AlgV).  

9.4  

9.4.1 Im Objektblatt SG21 ist der Bereich A definiert. Die Waldlichtung, wel-

che für die SABA Ochsenweid als Standort vorgesehen ist, liegt ca. 60 m 

Luftlinie vom Bereich A entfernt (vgl. www.map.geo.admin.ch > Karte: Am-

phibien Ortsfeste Objekte > Messen). Auch wenn die parzellenscharfe Ab-

grenzung durch den Kanton noch nicht vorgenommen wurde, so ist mit 

dem BAFU davon auszugehen, dass die Waldlichtung nicht Teil davon wird. 

A-4394/2020 

Seite 38 

Angesichts des geringen Ermessensspielraums der Kantone (vgl. oben 

E. 9.3.2) ist die Entfernung dafür zu gross und es bestehen keine Anhalts-

punkte dafür, dass die Waldlichtung entgegen den Feststellungen des 

BAFU Laichplätze aufweist.  

9.4.2 Weiter legt das BAFU zu Recht dar, dass die Festlegung eines Be-

reichs B nicht zwingend ist. Nur soweit erforderlich ist ein solcher festzule-

gen (vgl. oben E. 9.3.1). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der Bundesrat zu 

Unrecht auf einen Bereich B verzichtete. Landwirtschaftlich wird die Um-

gebung nicht genutzt und der Wald, welcher die Lichtung umgibt, besteht 

aus einer nach NHG geschützten Waldgesellschaft 12s (Bingelkraut-Bu-

chenwald mit Waldziest; vgl. https://www.geoportal.ch/ktsg > Karte «Wald-

gesellschaften geschützt nach NHG Kt SG» [besucht am 14.02.2022]). 

Eine forstwirtschaftliche Nutzung des umgebenden Waldes ist nicht zu er-

warten. Weiter ist gemäss den Geodaten das Schutzobjekt SG21 bereits 

von einem weitläufigen Waldgebiet umgeben (vgl. www.map.geo.ad-

min.ch). Laichplatznaher Landlebensraum besteht daher zur Genüge und 

braucht nicht speziell gesichert werden. Die Einrichtung eines Bereichs B 

ist im Ergebnis nicht angezeigt. Insofern wäre die Aufforstung der Lichtung 

– soweit dies sinngemäss mit der Erstellung der SABA geschehen sollte – 

oder eine anderweitige Veränderung aus Sicht der AlgV nicht unzulässig. 

9.4.3 Sodann trifft es nicht zu, dass der Zufahrtsweg innerhalb des 

Schutzobjekts ausgebaut werden muss. Es ist lediglich vorgesehen, die 

Strasse, welche nördlich des Polizeischützenschiessstands verläuft, zum 

Standort der SABA zu verlängern. Der Polizeischützenschiessstand und 

dessen unmittelbares Umfeld befinden sich gemäss den Geodaten nicht 

im Bereich A und würden es aufgrund der Distanz auch nicht nach der par-

zellenscharfen Abgrenzung werden. Ein Eingriff in das Schutzobjekt findet 

dadurch nicht statt; die von der Beschwerdeführerin befürchteten Sach-

zwänge bezüglich dessen Schutz und Unterhalt sind deshalb unbegründet. 

Des Weiteren wurden in der Umweltnotiz diverse die Amphibien betref-

fende Schutzmassnahmen festgelegt. Danach sind während der Laichzeit 

der Amphibien Bauarbeiten und Unterhalt auf ein Minimum zu reduzieren. 

Zwingend notwendige Fahrten müssen vorgängig mit der Fachstelle Natur 

und Landschaft der Stadt St. Gallen abgesprochen werden, um die erfor-

derlichen Massnahmen festzulegen (Begleitung der Fahrten etc.). Auf-

grund dieser Vorkehrungen ist mit dem BAFU nicht zu erwarten, dass die 

Schutzziele des Schutzobjekts SG21 (vgl. oben E. 9.3.3) mit den Fahrten 

gefährdet werden. Eine Prüfung, ob ein Abweichen von diesen zulässig ist, 

erübrigt sich damit. 

A-4394/2020 

Seite 39 

9.4.4 Schliesslich ist der Beschwerdeführerin zuzustimmen, dass ein Ein-

griff in ein Biotop auch dann erfolgen kann, wenn ein geplantes Werk aus-

serhalb des Perimeters liegt, aber erhebliche Auswirkungen auf ein Schutz-

gebiet hat (vgl. BGE 146 II 347 E. 7.3 und 115 Ib 311 E. 5e). Es ist ferner 

zutreffend, dass gemäss Umweltnotiz nicht gänzlich ausgeschlossen wer-

den kann, dass Amphibien in der SABA ablaichen und der Laich in der 

Folge vertrocknet. Mit der Gewährleistung eines schnellen Wasserabflus-

ses/Versickerung soll diese Gefahr indes minimiert werden. Das BAFU be-

fürchtet im Wissen um diesen Umstand keine negativen Auswirkungen auf 

die Populationen der vorhandenen Amphibien (vgl. oben E. 9.2). Aufgrund 

der Grösse des Schutzobjekts SG21 ist dies nachvollziehbar. Erhebliche 

Auswirkungen auf das Schutzgebiet sind demnach nicht zu erwarten.  

9.5 Zusammengefasst erweist sich die Rüge der Beschwerdeführerin, so-

weit diese das Schutzobjekt SG21 betrifft, als unbegründet.  

10.  

Alsdann bemängelt die Beschwerdeführerin wiederum eine ungenügende 

Prüfung anderer Standorte und technischer Alternativen zum geplanten be-

pflanzten Sandfilter. 

10.1 Die Beschwerdeführerin führt dazu aus, dass aufgrund der Nähe des 

Standorts der SABA Ochsenweid zum Schutzobjekt SG21 eine summari-

sche Prüfung alternativer Standorte erforderlich gewesen wäre. Dies gelte 

insbesondere für den Ausbau der bestehenden Anlagen, lägen diese doch 

ober- und klar ausserhalb des Schutzobjekts. Zu Beginn