# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c1cb2746-3da8-5baf-b9ef-542f9ac6cb97
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2017-09-28
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Verwaltungsrekurskommission 28.09.2017 IV-2017/74
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VWEK_001_IV-2017-74_2017-09-28.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: IV-2017/74

Stelle: Verwaltungsrekurskommission

Rubrik: Verkehr

Publikationsdatum: 28.09.2017

Entscheiddatum: 28.09.2017

Entscheid Verwaltungsrekurskommission, 28.09.2017
Art. 15d Abs. 1 und Abs. 1 lit. a SVG (SR 741.0). Anforderungen an die 
Anordnung einer Fahreignungsuntersuchung einerseits und an die 
Verfügung eines vorsorglichen Führerausweisentzugs andererseits (E. 2a). 
Zwar erreichte der Rekurrent bei der neuerlichen Trunkenheitsfahrt mit 1,54 
Gewichtspromille die Grenze, ab welcher die Fahreignung zwingend 
abzuklären ist, knapp nicht. Aufgrund früherer, teilweise einschneidender 
Administrativmassnahmen liegen indessen konkrete Anhaltspunkte vor, 
dass er nicht in der Lage ist, sich verkehrsregelkonform zu verhalten und 
insbesondere Alkoholkonsum und Teilnahme am Strassenverkehr zu 
trennen. Die Anordnung einer verkehrsmedizinischen und -psychologischen 
Untersuchung ist deshalb zu bestätigen (Verwaltungsrekurskommission, 
Abteilung IV, 28. September 2017, IV-2017/74).

Präsident Urs Gmünder, hauptamtlicher Richter Thomas Vögeli und Richter Urs Früh, 

Gerichtsschreiberin Susanne Schmid Etter

 

 

X, Rekurrent,

vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Christoph Anwander, Bahnhofstrasse 21, Postfach 

1016, 9100 Herisau,

gegen

Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt, Abteilung Administrativmassnahmen, 

Frongartenstrasse 5, 9001 St. Gallen, Vorinstanz,

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betreffend

Zwischenverfügung (verkehrsmedizinische und -psychologische Untersuchung)

 

Sachverhalt:

A.- X besitzt den Führerausweis für die Fahrzeugkategorie B seit 29. Mai 1978. Am 

14. Mai 1999 wurde er ihm wegen Führens eines Fahrzeugs in angetrunkenem Zustand 

mit einer minimalen Blutalkoholkonzentration (BAK) von 2,1 Gewichtspromille für zwei 

Monate entzogen. Nach einer weiteren Trunkenheitsfahrt (minimale BAK 2,17 

Gewichtspromille und maximale BAK 2,63 Gewichtspromille) wurde X am Institut für 

Rechtsmedizin (nachfolgend: IRM) des Kantonsspitals St. Gallen verkehrsmedizinisch 

untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass seine Fahreignung wegen einer 

strassenverkehrsrechtlich relevanten Alkoholproblematik nicht befürwortet werden 

könne, worauf das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt des Kantons St. Gallen 

(nachfolgend: Strassenverkehrsamt) mit Verfügung vom 3. September 2002 einen 

Sicherungsentzug verfügte. Nachdem X den Nachweis einer mindestens 

zwölfmonatigen Alkoholabstinenz erbracht hatte, wurde ihm der Führerausweis am 23. 

September 2003 unter Auflagen (Weiterführung der Alkoholabstinenz) wiedererteilt. Am 

27. Oktober 2004 wurden die Auflagen aufgehoben.

Am 16. August 2008 war X an einem Verkehrsunfall beteiligt. Die Auswertung der 

Blutprobe ergab eine minimale BAK von 0,85 Gewichtspromille. Gestützt auf das 

anschliessend eingeholte verkehrsmedizinische Gutachten des IRM verfügte das 

Strassenverkehrsamt am 11. Dezember 2008 erneut einen Sicherungsentzug wegen 

verkehrsrelevanten Alkoholmissbrauchs mit Suchtgefährdung. Am 13. April 2010 hob 

das Strassenverkehrsamt den Sicherungsentzug auf. X wurde der Führerausweis unter 

der Auflage einer Alkoholabstinenz wiedererteilt. Ab 30. September 2010 wurden die 

Auflagen zunehmend gelockert, bis sie mit Verfügung vom 19. September 2013 ganz 

aufgehoben wurden.

B.- Am 4. Januar 2017 war X um 19.28 Uhr mit einem Personenwagen in A in 

Österreich unterwegs. Anlässlich einer Verkehrskontrolle wurde ein Blastest 

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durchgeführt. Dieser ergab einen Alkoholgehalt in der Atemluft von 0,77 mg/l. Die 

Bezirkshauptmannschaft B sprach deswegen mit Bescheid vom 10. Januar 2017 eine 

Aberkennung des Führerausweises für die Dauer von vier Monaten aus.

Aufgrund dieses Vorfalls entzog das Strassenverkehrsamt X den Führerausweis mit 

Verfügung vom 8. Februar 2017 vorsorglich ab sofort, entzog einem allfälligen Rekurs 

die aufschiebende Wirkung und gewährte ihm das rechtliche Gehör zur vorgesehenen 

verkehrsmedizinischen und -psychologischen Untersuchung.

Mit Zwischenverfügung vom 16. März 2017 ordnete das Strassenverkehrsamt eine 

verkehrsmedizinische und -psychologische Untersuchung an. Dagegen erhob X mit 

Eingabe seines Rechtsvertreters vom 31. März 2017 und Ergänzung vom 28. April 2017 

Rekurs bei der Verwaltungsrekurskommission. Er beantragte die Aufhebung der 

Zwischenverfügung vom 16. März 2017, eventualiter die Rückweisung der Streitsache 

an die Vorinstanz zwecks weiterer Abklärungen, unter Kosten- und 

Entschädigungsfolge. Auf die Ausführungen des Rekurrenten zur Begründung der 

Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen eingegangen. Die Vorinstanz 

verzichtete am 16. Mai 2017 auf eine Vernehmlassung.

 

Erwägungen:

1.- Die Eintretensvoraussetzungen sind von Amtes wegen zu prüfen. Die 

Verwaltungsrekurskommission ist zum Sachentscheid zuständig. Die Befugnis zur 

Rekurserhebung ist gegeben. Der Rekurs vom 31. März 2017 ist rechtzeitig eingereicht 

worden und erfüllt zusammen mit der Ergänzung vom 28. April 2017 in formeller und 

inhaltlicher Hinsicht die gesetzlichen Anforderungen (Art. 41 lit. g , 45, 47 und 48 des 

Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege, sGS 951.1, abgekürzt: VRP). Auf den 

Rekurs ist einzutreten.

2.- Im Rekurs ist umstritten, ob die Vorinstanz zu Recht an der Fahreignung des 

Rekurrenten zweifelte und mit der angefochtenen Zwischenverfügung eine 

verkehrsmedizinische und -psychologische Untersuchung anordnete.

bis

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a) Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die 

gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 

Abs. 1 des Strassenverkehrsgesetzes, SR 741.01, abgekürzt: SVG). Art. 16d SVG regelt 

den Führerausweisentzug wegen fehlender Fahreignung. Danach werden der Lernfahr- 

oder Führer-ausweis einer Person unter anderem dann auf unbestimmte Zeit entzogen, 

wenn sie an einer Sucht leidet, welche die Fahreignung ausschliesst (Abs. 1 lit. b), wie 

beispielsweise Alkohol-, Betäubungs- und Arzneimittelabhängigkeit (vgl. Botschaft zur 

Änderung des Strassenverkehrsgesetzes vom 31. März 1999, in: BBl 1999 S. 4462 ff., 

S. 4491). Trunksucht ist anzunehmen, wenn die betroffene Person regelmässig so viel 

Alkohol konsumiert, dass ihre Fahrfähigkeit vermindert wird und sie diese Neigung zum 

übermässigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu überwinden oder zu 

kontrollieren vermag. Auf eine fehlende Fahreignung darf geschlossen werden, wenn 

die Person nicht mehr in der Lage ist, Alkoholkonsum und Strassenverkehr 

ausreichend zu trennen, oder wenn die naheliegende Gefahr besteht, dass sie im 

akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (vgl. BGE 129 II 82 

E. 4.1). Der Suchtbegriff des Verkehrsrechts deckt sich somit nicht mit dem 

medizinischen Begriff der Alkoholabhängigkeit. Dieses Verständnis der Trunksucht 

erlaubt, auch bloss suchtgefährdete Personen, bei denen aber jedenfalls ein 

Alkoholmissbrauch vorliegt, vom Führen eines Motorfahrzeuges fernzuhalten (vgl. Urteil 

des Bundesgerichts [BGer] 1C_140/2007 vom 7. Januar 2008 E. 2.1; 6A.31/2003 vom 

4. August 2003 E. 5.1; BGE 129 II 82 E. 4.1).

Bestehen Zweifel an der Fahreignung einer Person, so wird diese einer 

Fahreignungsuntersuchung unterzogen, namentlich bei Fahren in angetrunkenem 

Zustand mit einer BAK von mindestens 1,6 Gewichtspromille oder mehr oder mit einer 

Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg Alkohol oder mehr pro Liter Atemluft (Art. 15d 

Abs. 1 lit. a SVG). Die Anordnung einer verkehrsmedizinischen Abklärung der 

Fahreignung (im Hinblick auf die Prüfung eines allfälligen Sicherungsentzuges) setzt 

konkrete Anhaltspunkte dafür voraus, dass der fragliche Inhaber des Führerausweises 

mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans 

Steuer eines Fahrzeuges zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet 

(vgl. BGE 127 II 122 E. 3c; 124 II 559 E. 3d, je mit Hinweisen). Ein 

verkehrsmedizinisches Gutachten drängt sich immer dann auf, wenn die konkreten 

Umstände hinreichend verdichtete Hinweise darauf liefern, dass die betroffene Person 

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von einer die Fahrfähigkeit beeinträchtigenden Substanz abhängig sein könnte (BGer 

1C_282/2007 vom 13. Februar 2008 E. 2.3). Nach der bundesgerichtlichen 

Rechtsprechung sind die Anforderungen an die Anordnung einer 

Fahreignungsuntersuchung nicht dieselben wie für den vorsorglichen 

Führerausweisentzug, obschon diese beiden Massnahmen häufig zusammen ergehen: 

Während für erstere hinreichende Anhaltspunkte ausreichen, welche die Fahreignung in 

Frage stellen, setzt der vorsorgliche Führerausweisentzug voraus, dass ernsthafte 

Zweifel an der Fahreignung einer Person bestehen, wie dies namentlich bei konkreten 

Hinweisen auf eine Alkoholabhängigkeit der Fall ist (zum Ganzen BGer 1C_531/ 2016 

vom 22. Februar 2017 E. 2.4.2 mit Hinweisen). Die Anordnung einer 

verkehrsmedizinischen Untersuchung setzt dabei nicht zwingend voraus, dass der 

Fahrzeugführer tatsächlich unter dem Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln 

gefahren ist (vgl. BGer 1C_111/2015 vom 31. Mai 2015 E. 4.6; 1C_328/2013 vom 

18. September 2013 E. 3.2; 1C_445/2012 vom 26. April 2013 E. 3.2).

b) Die Vorinstanz hält in der angefochtenen Verfügung fest, dass der Rekurrent bereits 

in der Vergangenheit mehrfach alkoholisiert am Strassenverkehr teilgenommen und aus 

den bisherigen Sanktionen offenbar keine Lehren gezogen habe. Bei der Aufzählung in 

Art. 15d SVG handle es sich um beispielhafte Umstände und nicht um eine 

abschliessende Aufzählung. Eine berufliche Angewiesenheit könne ferner nicht 

berücksichtigt werden. Die wiederholte Verkehrsauffälligkeit mit Alkohol trotz 

einschlägiger Vorfälle im Strassenverkehr begründe ernsthafte Zweifel an der 

Fahreignung sowie an der Fähigkeit, den Konsum von Alkohol und das Führen von 

Motorfahrzeugen angemessen trennen zu können.

Der Rekurrent macht demgegenüber im Wesentlichen geltend, bei einem im Ausland 

begangenen Delikt dürften die von den ausländischen Behörden eruierten Tatumstände 

keine Zweifel offen lassen. Es müssten eindeutige Schlüsse im Hinblick auf die zu 

verfügende Verwaltungsmassnahme gezogen werden können. Diese für den 

Warnungsentzug aufgestellten Grundsätze seien auch im Verfahren eines 

Sicherungsentzugs zu beachten. Der Bescheid der Bezirkshauptmannschaft B vom 

10. Januar 2017, worin dem Rekurrenten der Führerausweis für die Dauer von vier 

Monaten aberkannt worden sei, bilde keinen Anlass, um an dessen Fahreignung zu 

zweifeln. Der in Art. 15d Abs. 1 lit. a SVG definierte Wert von 0,8 mg/l sei nicht erreicht 

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worden. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung müssten für eine Abklärung 

ernsthafte Zweifel an der Fahreignung vorliegen. Inwiefern lange zurückliegende 

Ereignisse aus den Jahren 1999, 2002 und 2008 solche Zweifel wecken sollten, sei 

nicht nachvollziehbar. Aufgrund der langen Zeitspannen seien die Ereignisse für den 

Ausgang dieses Verfahrens ohne Belang. Vielmehr sei davon auszugehen, dass der 

Rekurrent trotz des aktuellen Ereignisses in der Lage sei, den Konsum von Alkohol und 

das Lenken von Motorfahrzeugen angemessen zu trennen.

c) Nach dem von der Expertengruppe Verkehrssicherheit herausgegebenen Leitfaden 

"Verdachtsgründe fehlender Fahreignung" für die Administrativ-, Justiz- und 

Polizeibehörden vom 26. April 2000 (im Internet abrufbar unter: www.astra.admin.ch, 

nachfolgend: Leitfaden) war in folgenden Fällen eine Fahreignungsuntersuchung 

anzuordnen:

  -   bei Personen, die während der letzten fünf Jahre vor der aktuellen 

Trunkenheitsfahrt

      keine einschlägige Widerhandlung begangen haben und bei denen die BAK

      2,5 Gewichtspromille oder mehr beträgt;

  -   bei Personen, die während der letzten fünf Jahre vor der aktuellen 

Trunkenheitsfahrt

      bereits einmal in angetrunkenem Zustand gefahren sind und beim erneuten Fahren

      in angetrunkenem Zustand eine BAK von mindestens 1,6 Gewichtspromille 

aufweisen;

  -   bei Personen, die während der letzten zehn Jahre vor der aktuellen 

Trunkenheitsfahrt

      bereits zweimal in angetrunkenem Zustand gefahren sind.

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Die Richtlinien des Leitfadens sind für die Verwaltungs- und Gerichtsbehörden nicht 

verbindlich. Sie geben lediglich Hinweise auf auffällige Verhaltensweisen im Verkehr, 

die im Hinblick auf die Fahreignungsprüfung dienlich sein können (BGer 6A.57/2001 

vom 16. August 2001 E. 4a). Ausreichende Zweifel für die weitere Abklärung der 

Fahreignung können dementsprechend auch dann vorliegen, wenn die Richtlinien eine 

solche nicht vorsehen. Der Leitfaden ist sodann mittlerweile grösstenteils überholt. Im 

Zeitpunkt der Ausarbeitung des Leitfadens galt die Fahrunfähigkeit wegen 

Alkoholeinwirkung (Angetrunkenheit) noch als erwiesen, wenn der Grenzwert von 

0,8 Gewichtspromille überschritten war. Seit einer Gesetzesänderung, die am 1. Januar 

2005 in Kraft trat, gilt die Fahrunfähigkeit wegen Alkoholeinwirkung (Angetrunkenheit) 

bereits in jedem Fall als erwiesen, wenn der Fahrzeugführer eine BAK von 0,5 oder 

mehr Gewichtspromille aufweist oder eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer 

solchen BAK führt (Art. 1 Abs. 1 der Verordnung der Bundesversammlung über 

Blutalkoholgrenzwerte im Strassenverkehr, SR 741.13). Zudem sieht Art. 15d Abs. 1 lit. 

a SVG, der am 1. Juli 2014 in Kraft trat, vor, dass bei Fahren in angetrunkenem 

Zustand mit einer BAK von 1,6 Gewichtspromille oder mehr oder mit einer 

Atemalkoholkonzentration von 0,8 mg/l oder mehr zwingend eine 

Fahreignungsuntersuchung durchzuführen ist. Bezüglich der Thematik Alkohol im 

Strassenverkehr hat folglich seit der Verfassung des Leitfadens eine deutliche 

Verschärfung der einschlägigen Gesetzesnormen stattgefunden, indem bereits die 

Erreichung tiefere Promillewerte oder Atemalkoholkonzentrationen 

administrativmassnahmenrechtliche Folgen nach sich zieht. Damit einhergehend ist die 

Schwelle für die Anordnung einer Fahreignungsbegutachtung gesunken.

d) Zu berücksichtigen ist ohnehin nicht nur die Anzahl Verfehlungen in einem gewissen 

Zeitraum oder deren Schwere. Von erheblicher Bedeutung ist auch wie sich frühere 

oder laufende Administrativmassnahmen auf das Verhalten des Betroffenen ausgewirkt 

haben oder auswirken (vgl. Entscheid der Verwaltungsrekurskommission IV-2015/181 

vom 25. Februar 2016 E. 2, im Internet abrufbar unter: www.gerichte.sg.ch). Der 

automobilistische Leumund des Rekurrenten ist erheblich getrübt, insbesondere in 

Bezug auf Alkohol bzw. Trunkenheitsfahrten. Im Jahr 2002 wurde er erstmals 

verkehrsmedizinisch untersucht, nachdem er in den Jahren 1999 und 2002 mit BAK 

von mindestens 2,1 und 2,17 Gewichtspromille ein Fahrzeug gelenkt hatte (vgl. act. 5/3 

ff.). Es wurde eine strassenverkehrsrechtlich relevante Alkoholproblematik festgestellt 

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und ein Sicherungsentzug ausgesprochen. Der Rekurrent hielt daraufhin während rund 

zwei Jahren eine ärztlich kontrollierte und fachtherapeutisch betreute Alkoholabstinenz 

ein. Nach einer weiteren Trunkenheitsfahrt mit einer minimalen BAK von 0,85 

Gewichtspromille fand am 28. Oktober 2008 erneut eine verkehrsmedizinische 

Untersuchung statt. Im Gutachten wurde damals ausgeführt, dass der Rekurrent trotz 

der ihm aufgrund des früheren Sicherungsentzugs und der Abstinenzauflagen 

bekannten Folgen nicht in der Lage gewesen sei, auf den Konsum von Alkohol zu 

verzichten und das Trinken vom Fahren zu trennen. Ein Lernprozess aus der bisherigen 

automobilistischen Vorgeschichte sei nicht erkennbar (act. 6/19). Es erfolgte ein 

erneuter Sicherungsentzug. Die kontrollierte Alkoholabstinenz dauerte dieses Mal rund 

vier Jahre (Dezember 2008 bis November 2012), wobei aufgrund des Resultats der 

Haaranalyse im Februar 2012 festgestellt wurde, dass der Rekurrent die Totalabstinenz 

nicht immer eingehalten hatte; dies namentlich nachdem die ärztlichen Blutkontrollen 

ein halbes Jahr zuvor aufgehoben worden waren (act. 6/123 ff.). Im Anschluss an die 

Aufhebung der Alkoholtotalabstinenz im November 2012 galt für ein knappes weiteres 

Jahr noch eine Alkoholfahrabstinenz (Aufhebung am 19. September 2013). Der 

Beschwerdeführer hatte somit in der Vergangenheit offensichtlich verkehrsrelevante 

Alkoholprobleme, mithin Schwierigkeiten, Alkoholkonsum und Teilnahme am 

motorisierten Strassenverkehr zuverlässig zu trennen.

Trotz dieser Vorgeschichte und des Wissens um die negativen Konsequenzen lenkte 

der Rekurrent am 4. Januar 2017 in A in Österreich erneut ein Fahrzeug in deutlich 

alkoholisiertem Zustand. Nach Art. 1 lit. b der Verordnung der Bundesversammlung 

über Alkoholgrenzwerte im Strassenverkehr gilt die Fahrunfähigkeit wegen 

Alkoholeinwirkung (Angetrunkenheit) als erwiesen, wenn der Fahrzeugführer eine 

Atemalkoholkonzentration von 0,25 mg Alkohol oder mehr pro Liter Atemluft aufweist, 

was einer BAK von 0,5 Gewichtspromille entspricht. Der Atem des Rekurrenten wies 

unbestrittenermassen eine Alkoholkonzentration von 0,77 mg/l auf, was einer BAK von 

1,54 Gewichtspromille entspricht. Offensichtlich konnte er Fahren und Trinken zum 

wiederholten Male nicht trennen. Sein Verhalten ist umso weniger verständlich, als er 

gemäss eigenen Angaben in hohem Mass beruflich auf den Führerausweis angewiesen 

sei (act. 6/190). Auch wenn seit der letzten Trunkenheitsfahrt vom 16. August 2008 bis 

zum aktuellen Vorfall mehr als acht Jahre vergangen sind, lässt die hohe 

Alkoholisierung, welche beinahe den Grenzwert von Art. 15d Abs. 1 lit. a SVG erreichte, 

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ab welchem zwingend eine Untersuchung anzuordnen wäre, angesichts der 

einschlägigen Vorgeschichte berechtigte Zweifel an der Fahreignung aufkommen. 

Hinzu kommen die Aussagen des Rekurrenten gegenüber der österreichischen Polizei. 

Er gab an, nur drei grosse Bier getrunken zu haben, was die Höhe des erreichten 

Wertes in keiner Weise zu erklären vermag und deshalb auf eine Bagatellisierung des 

Konsums hinweist. Ebenfalls nicht zutreffend und lügenhaft war die Aussage, es sei 

das erste Mal, dass er wegen Alkohols am Steuer angezeigt werde und sonst nicht 

betrunken fahre (act. 6/167).

e) Zusammenfassend liegen mit der neuerlichen Trunkenheitsfahrt trotz bisheriger 

verschiedener, teilweise einschneidender Administrativmassnahmen konkrete 

Anhaltspunkte vor, wonach der Rekurrent nicht in der Lage ist, sich 

verkehrsregelkonform zu verhalten, insbesondere den Alkoholkonsum vom Führen 

eines Motorfahrzeugs zu trennen. Es bestehen verdichtete Hinweise darauf, dass er 

mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand an das 

Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, der das sichere Führen nicht mehr gewährleistet. 

Die Gefahr scheint umso grösser zu sein, je weniger das Trinkverhalten des 

Rekurrenten kontrolliert wird. Entgegen seiner Ansicht sind im Gegensatz zum 

vorsorglichen Führerausweisentzug keine ernsthaften Zweifel an der Fahreignung 

erforderlich; es genügen hinreichende Anhaltspunkte. Unter den gegebenen 

Umständen ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz eine verkehrsmedizinische 

und -psychologische Untersuchung zwecks Abklärung der Fahreignung anordnete. Zu 

berücksichtigen ist auch, dass es sich beim Katalog von Art. 15d Abs. 1 lit. a bis e SVG 

um keine abschliessende Aufzählung von Tatbeständen handelt, die eine 

Fahreignungsuntersuchung zwingend nach sich ziehen (BGer 1C_445/2012 vom 

26. April 2013 E. 3.2). Namentlich ist vorliegend die Generalklausel von Art. 15d Abs. 1 

SVG, wonach bei Zweifeln an der Fahreignung eine Fahreignungsuntersuchung 

anzuordnen ist, erfüllt. Entsprechend ist der Rekurs abzuweisen und die Anordnung 

einer verkehrsmedizinischen und -psychologischen Untersuchung zu bestätigen.

3.- Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die amtlichen Kosten dem Rekurrenten 

aufzuerlegen (Art. 95 Abs. 1 VRP). Eine Entscheidgebühr von Fr. 1'200.– erscheint 

angemessen (vgl. Art. 7 Ziff. 122 der Gerichtskostenverordnung, sGS 941.12). Der 

Kostenvorschuss von Fr. 1'200.– ist damit zu verrechnen.

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Entscheid:

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.

2.  Der Rekurrent hat die amtlichen Kosten von Fr. 1'200.– zu bezahlen, unter 

Verrechnung

     des Kostenvorschusses in gleicher Höhe.

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