# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2c8a27a3-fa41-5ed9-b06f-50dcab7ab6d9
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2003-03-26
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Strafkammer 26.03.2003 SB 2002 50
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_004_SB-2002-50_2003-03-26.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
  Tribunale cantonale dei Grigioni
  Dretgira chantunala dal Grischun

Ref.: Chur, 26. März 2003 Schriftlich mitgeteilt am: 
SB 02 50 (nicht mündlich eröffnet)

(Eine gegen diese Entscheidung erhobene staatsrechtliche Beschwerde hat 
das Bundesgericht mit Urteil vom 03. März 2003 (1P.494/2003) abgewiesen.)

Urteil 
Kantonsgerichtsausschuss

Vizepräsident Schlenker, Kantonsrichter Riesen-Bienz und Vital, Aktuarin Duff Wal-
ser.

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In der strafrechtlichen Berufung

des N., Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Christian Clopath, 
Bahnhofstrasse 6, 7250 Klosters,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos vom 10. Oktober 2002, 
mitgeteilt am 26. November 2002, in Sachen gegen den Berufungskläger, 

betreffend fahrlässige Körperverletzung,

hat sich ergeben:

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A. N. wurde am 4. Oktober 1927 in Z. geboren und wuchs zusammen mit drei 
Geschwistern bei seinen Eltern in I. und K. auf. In K. und C. besuchte er die Primar-
schule und das Gymnasium. Anschliessend studierte er in G., B., W., P. und O. 
Medizin. Nach dem Staatsexamen in O. im Jahre 1952 war N. während rund sieben 
Jahren als Assistenzarzt im Kantonsspital U. tätig. 1960 eröffnete er in K. eine Arzt-
praxis. Während der ersten vier Jahre seiner selbständigen Tätigkeit vertrat N. zu-
dem den Chefarzt des Spitals in S.. Nachfolgend war er ein Jahr als Kreisarzt der 
V. tätig. Von 1983 bis 1987 betrieb er in C. eine Arztpraxis. Seither ist N. wieder in 
K. als selbständiger Arzt tätig, wobei er seit rund zwei Jahren ein Pensum von etwa 
25% leistet. Gemäss Auskunft der Steuerverwaltung des Kantons Graubünden er-
zielte N. im Jahre 2000 ein steuerbares Jahreseinkommen von Fr. 57'300.--; er be-
sitzt ein steuerbares Reinvermögen von Fr. 751'000.--. 

1956 verheiratete sich N. mit L.. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor. 
1984 verstarb die Ehefrau. Im Oktober 1999 heiratete N. E.. Diese Ehe blieb kinder-
los.

Gemäss Leumundsbericht der Kantonspolizei K. geniesst N. in K. einen gu-
ten Ruf. Im Schweizerischen Zentralstrafregister ist er nicht verzeichnet. 

B. Am 25. Juli 2001 stellte Rechtsanwältin lic. iur. Jacqueline Moser für R. 
Strafantrag gegen N. wegen fahrlässiger Körperverletzung. In der Folge eröffnete 
die Staatsanwaltschaft Graubünden am 3. August 2001 eine Strafuntersuchung be-
treffend D.: Skiunfall vom 26. April 2001 wegen fahrlässiger Körperverletzung zum 
Nachteil von R..

C. Die Schlussverfügung erging am 19. Dezember 2001. Mit Eingabe vom 9. 
Januar 2002 liess R. bei der Staatsanwaltschaft Graubünden Adhäsionsklage ge-
gen N. einreichen mit folgendem Rechtsbegehren:

„1. Der Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin den Betrag von Fr. 
64'421.45, zuzüglich 5% Zins seit 26. April 2001, zu bezahlen.

2. Die Klägerin behält sich ausdrücklich ein Nachklagerecht vor.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich MWSt) zu 
Lasten des Beklagten.“

D. Mit Anklageverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 7. Mai 2002 
wurde N. wegen fahrlässiger Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB 

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in Anklagezustand versetzt. Gemäss Darstellung in der Anklageschrift vom 7. Mai 
2002 liegt dem Strafverfahren gegen N. folgender Sachverhalt zugrunde:

„Am Vormittag des 26. April 2001 fuhr N. mit X., H. und N. Y. im Gebiet 
J. in D. Ski. Um ca. 11 Uhr befuhr die Gruppe die rot markierte M.-
Piste. Den ca. 200 Meter breiten, sogenannten „Steilhang“ befuhr der 
Angeklagte in Fallinie in relativ kurzen Schwüngen als Gruppenletzter. 
Zur gleichen Zeit fuhr R. auf demselben Pistenabschnitt etwas weiter 
unten in grösseren Bögen talwärts. Als der schneller fahrende Ange-
klagte R. eingeholt hatte beziehungsweise überholen wollte, war diese 
gerade dabei den „Steilhang“ zwischen zwei Bögen von rechts nach 
links -in Fahrtrichtung gesehen- zu traversieren. Als N. im gleichen 
Moment von einem Rechts- in einen Linksschwung wechseln wollte, 
kam es zu einer Kollision zwischen den beiden Skifahrern. 

R. wurde bei diesem Unfall wie folgt verletzt:

- Fraktur des linken Jochbeins

- Fraktur des linken Augenhöhlenbodens

- Le Fort II-Fraktur“

E. Der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos erkannte mit Urteil vom 
10. Oktober 2002, mitgeteilt am 26. November 2002:

„1. N. ist schuldig der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 
125 Abs. 1 StGB.

2. Dafür wird er mit einer Busse in Höhe von Fr. 1’000.00 bestraft.

3. Nach Ablauf einer Probezeit von einem Jahr wird der Strafregis-
tereintrag vorzeitig gelöscht.  

4. Die Adhäsionsklage der R. wird dem Grundsatze nach gutgeheis-
sen. Für die konkrete Geltendmachung des Schadens und der 
Genugtuung wird sie indes auf den Zivilweg verwiesen.

Eine ausseramtliche Entschädigung wird nicht gesprochen. R. 
kann ihre diesbezügliche Forderung im Zivilverfahren geltend ma-
chen.

5. Die Kosten des Verfahrens, bestehend aus:

- der Untersuchungsgebühr der Staats-

anwaltschaft von Fr.  1'285.00 

- den Barauslagen der Staatsanwaltschaft von Fr.     406.00

- der Gerichtsgebühr von Fr.  2'000.00 

total somit von Fr.  3'691.00

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gehen zulasten des Dr. med. N. und sind von diesem innert 30 
Tagen nach Rechtskraft dieses Urteils, zusammen mit der Busse, 
total also Fr. 4'691.00, mittels beigeschlossenem Einzahlungs-
schein der Bezirksgerichtskasse, PC 70-3922-1, zu überweisen.

6. (Rechtsmittelbelehrung).

7. (Mitteilung).“ 

F. Gegen dieses Urteil liess N. mit Eingabe vom 17. Dezember 2002 beim 
Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden Berufung erheben. Seine Rechtsbe-
gehren lauten:

„1. Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prätti-
gau/Davos vom 10. Oktober 2002 sei aufzuheben.

2. Der Angeklagte sei freizusprechen.

3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.“

G. In seiner Stellungnahme vom 6. Januar 2003 verweist der Bezirksgerichts-
ausschuss Prättigau/Davos auf die Erwägungen im angefochtenen Urteil und bean-
tragt sinngemäss die Abweisung der Berufung. 

Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 8. Januar 
2003 auf eine Vernehmlassung. 

Die Adhäsionsklägerin liess sich am 29. Januar 2003 vernehmen. Sie stellt 
folgende Rechtsbegehren:

„1. Die Berufung sei abzuweisen.

2. Eventualiter sei ein gerichtliches Gutachten zur Abklärung der 
Glaubwürdigkeit des Zeugen T. einzuholen.

3. Unter gesetzlicher Kosten- und Entschädigungsfolge.“

Auf die Begründung der Anträge in den Rechtsschriften sowie auf die Erwä-
gungen im angefochtenen Urteil wird, soweit erforderlich, im folgenden eingegan-
gen.

Der Kantonsgerichtsausschuss zieht in Erwägung :

1. Gemäss Art. 141 Abs. 1 StPO können der Verurteilte und der Staatsanwalt 
gegen Urteile und Beschlüsse der Bezirksgerichte und ihrer Ausschüsse beim Kan-

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tonsgerichtsausschuss Berufung erheben. Die Berufung ist innert zwanzig Tagen 
seit der schriftlichen Eröffnung des angefochtenen Entscheids einzureichen. Sie ist 
zu begründen und hat darzutun, welche Mängel des erstinstanzlichen Entscheids 
gerügt werden und ob das ganze Urteil oder lediglich Teile davon angefochten wer-
den (Art. 142 Abs. 1 StPO). Diesen Anforderungen vermag die vorliegende Eingabe 
zu genügen. Auf die frist- und formgerecht eingereichte Berufung von N. ist daher 
einzutreten.

2. Gemäss Art. 144 Abs. 1 StPO kann der Kantonsgerichtspräsident von Am-
tes wegen oder auf Antrag eine mündliche Verhandlung durchführen, wenn die per-
sönliche Befragung des Angeklagten für die Beurteilung der Streitsache wesentlich 
ist. Findet keine mündliche Berufungsverhandlung statt, so trifft der Kantonsge-
richtsausschuss seinen Entscheid ohne Parteivortritt auf Grund der Akten (Art. 144 
Abs. 3 StPO). Der Berufungskläger selbst hat keinen Antrag auf Durchführung einer 
mündlichen Berufungsverhandlung gestellt. Der Angeschuldigte in einem Strafver-
fahren hat jedoch unabhängig von der kantonalen Verfahrensordnung gestützt auf 
Art. 6 Ziff. 1 EMRK Anspruch darauf, dass seine Sache in billiger Weise und öffent-
lich gehört wird. Dieser Anspruch ist Teilgehalt der umfassenden Garantie auf ein 
faires Verfahren. Das Gebot der Verfahrensöffentlichkeit gilt dem Grundsatz nach 
nicht nur für das erstinstanzliche Strafverfahren, sondern erstreckt sich auf die Ge-
samtheit eines konkreten Strafverfahrens inklusive des gesamten Rechtsmittelwe-
ges, somit auch auf das Berufungsverfahren gemäss Art. 141 ff. StPO. Von einer 
mündlichen Verhandlung vor der Rechtsmittelinstanz kann jedoch abgesehen wer-
den, soweit die erste Instanz tatsächlich öffentlich verhandelt hat, wenn nur Rechts-
fragen oder aber Tatfragen zur Diskussion stehen, die sich leicht nach den Akten 
beurteilen lassen, ferner wenn eine reformatio in peius ausgeschlossen oder die Sa-
che von geringer Tragweite ist und sich keine Fragen zur Person und deren Cha-
rakter stellen (vgl. BGE 119 Ia 316 E. 2b, ZGRG 2/99, S. 46). Zudem darf einem 
nichtöffentlichen Verfahren kein wichtiges öffentliches Interesse entgegenstehen. 

Das angefochtene Urteil des Bezirksgerichtsausschusses Prättigau/Davos 
wurde am 10. Oktober 2002 im Anschluss an eine mündliche Hauptverhandlung 
gefällt, bei welcher der Berufungskläger und sein Verteidiger anwesend waren. Im 
nun anstehenden Rechtsmittelverfahren stellt sich primär die Frage, ob sich N. 
durch sein Verhalten auf der Skipiste tatsächlich der fahrlässigen Körperverletzung 
gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig gemacht hat. Die hierfür zu beurteilenden 
Tatfragen können aufgrund der vorliegenden Akten beantwortet werden. Eine refor-
matio in peius ist ausgeschlossen, da lediglich N. gegen das vorinstanzliche Urteil 

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Berufung erhoben hat und der Kantonsgerichtsausschuss - wiewohl er nach Art. 
146 Abs. 1 StPO das erstinstanzliche Urteil grundsätzlich frei überprüfen kann - die 
Strafe oder Massnahme nicht verschärfen darf, wenn nur zugunsten des Verurteil-
ten Berufung erhoben worden ist (vgl. W. Padrutt, Kommentar zur Strafprozessord-
nung des Kantons Graubünden [StPO], 2. Aufl., Chur 1996, S. 376, Ziff. 3). Auch 
steht im vorliegenden Fall einem nichtöffentlichen Verfahren kein wichtiges öffentli-
ches Interesse entgegen. Der Kantonsgerichtsausschuss kommt daher zum 
Schluss, dass die streitige Strafsache gestützt auf die vorliegenden Akten sachge-
recht entschieden werden kann. Ein persönliches Vortreten von N. vor Gericht ist 
nicht notwendig.

3. Der Bezirksgerichtsausschuss Prättigau/Davos ist den Anträgen der 
Staatsanwaltschaft gefolgt und hat N. mit Urteil vom 10. Oktober 2002 der fahrläs-
sigen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig gesprochen. 
Zur Begründung führte die Vorinstanz aus, die Angaben von N. und R. würden sich 
widersprechen. Von den drei Begleitern des Angeklagten habe im Gegensatz zum 
Zeugen T. keiner den Unfall mitverfolgen können. Letzterer habe in den wesentli-
chen Punkten übereinstimmende und glaubhafte Angaben zum Unfallhergang ge-
macht. In Gesamtwürdigung dieser Umstände stellte die Vorinstanz zur Hauptsache 
auf die Aussagen von T. ab, wonach N. von oben in R. hineingefahren sein soll. 
Gestützt darauf gelangte der Bezirksgerichtsausschuss zum Ergebnis, das sich N. 
im Hinblick auf die FIS-Regeln sorgfaltswidrig verhalten habe und somit der fahrläs-
sigen Körperverletzung schuldig zu sprechen sei. 

Unbestritten ist, dass es am 26. April 2001 auf der M.-Piste im Gebiet J. zu 
einem Zusammenstoss zwischen R. und dem Berufungskläger gekommen ist, wo-
bei R. Kopf- beziehungsweise Gesichtsverletzungen erlitten hat. Der Rechtsvertre-
ter des Berufungsklägers bestreitet jedoch die Darstellung des Unfallhergangs im 
angefochtenen Urteil. Zur Begründung beruft er sich auf ein bei Rechtsanwalt Dr. 
iur. F. eingeholtes Gutachten, das in der Berufungsschrift in vollem Wortlaut wieder-
gegeben wird. Darin setzt sich der Gutachter eingehend mit der Frage der Glaub-
würdigkeit des Zeugen T. auseinander und kommt zum Schluss, dass auf dessen 
unstimmige und widersprüchliche Angaben nicht abgestellt werden könne. Es sei 
nicht davon auszugehen, dass N. von oben in R. hineingefahren sei. Vielmehr dürf-
ten beide Skifahrer auf ungefähr gleicher Höhe den Hang hinuntergefahren sein. 
Als R. im Begriffe gewesen sei, den Steilhang in einem Bogen von rechts nach links 
zu befahren und N. im gleichen Moment von einem Rechts- in einen Linksschwung 
habe wechseln wollen, sei es alsdann zur Kollision der beiden gekommen. Ausge-

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hend von diesem Sachverhalt könne dem Berufungskläger weder ein Verstoss ge-
gen die FIS-Verhaltensregeln noch eine Verletzung anderer Sorgfaltspflichten und 
damit keinerlei strafrechtlich relevantes Fehlverhalten nachgewiesen werden.

4. Entsprechend den Rügen des Berufungsklägers gilt es im folgenden zu 
prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht zur Überzeugung gelangt ist, dass N. den ihm 
zur Last gelegten Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung im Sinne von Art. 
125 Abs. 1 StGB verwirklicht hat. Anlässlich dieser Prüfung ist eine Würdigung der 
vorliegenden Beweismittel vorzunehmen und gestützt darauf zu beurteilen, ob die 
Sachverhaltsdarstellung des Angeklagten oder der Staatsanwaltschaft beziehungs-
weise der Vorinstanz überzeugend erscheint. Dabei hat das Gericht nach Art. 144 
Abs. 2 in Verbindung mit Art. 125 Abs. 2 StPO auch im Berufungsverfahren nach 
freier Überzeugung zu entscheiden (vgl. auch N. Schmid, Strafprozessrecht, 3. 
Aufl., O. 1997, N 286). Die Beweislast für die dem Angeklagten zur Last gelegte Tat 
liegt grundsätzlich beim Staat (W. Padrutt, a.a.O., S. 306, Ziff. 2). An den Beweis 
sind hohe Anforderungen zu stellen. Verlangt wird mehr als eine blosse Wahr-
scheinlichkeit, nicht aber ein absoluter Beweis der Täterschaft. Nach der aus Art. 
32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK fliessenden Beweiswürdigungsregel „in dubio 
pro reo“ darf sich der Strafrichter jedoch nicht von der Existenz eines für den Ange-
klagten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt erklären, wenn bei objektiver Be-
trachtung Zweifel an den tatsächlichen Voraussetzungen für ein verurteilendes Er-
kenntnis bestehen (BGE 124 IV 87 f.). Bloss theoretische und abstrakte Zweifel sind 
indessen nicht massgebend, weil solche immer möglich sind und absolute Gewiss-
heit nicht verlangt werden kann. Es muss sich vielmehr um erhebliche, nicht zu un-
terdrückende Zweifel handeln, das heisst um solche, die sich nach der objektiven 
Sachlage aufdrängen (BGE 120 Ia 37). Aufgabe des Richters ist es, ohne Bindung 
an Beweisregeln die an sich möglichen Zweifel zu überwinden und sich mit Über-
zeugung für einen bestimmten Sachverhalt zu entscheiden, wobei die Bildung der 
Überzeugung objektivier- und nachvollziehbar sein muss. Die Schuld des Angeklag-
ten muss sich dabei auf vorgelegte Beweise und Indizien stützen, die vernünftige 
Zweifel in ausschliesslicher Weise zu beseitigen vermögen (vgl. PKG 1987 Nr. 12; 
W. Padrutt, a.a.O., S. 307; N. Schmid, a.a.O., N 289). Diese allgemeine Rechtsregel 
kommt im Übrigen nicht schon dann zur Anwendung, wenn Aussage gegen Aus-
sage steht. Es ist vielmehr anhand sämtlicher sich aus den Akten ergebenden Um-
stände zu untersuchen, ob die Darstellung der Staatsanwaltschaft oder jene des 
Angeklagten den Richter zu überzeugen vermag. Erst wenn eine solche Überzeu-
gung weder in die eine noch in die andere Richtung zu gewinnen ist, muss gemäss 

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dem Grundsatz „in dubio pro reo“ der für den Angeklagten günstigere Sachverhalt 
angenommen werden (PKG 1978 Nr. 31; W. Padrutt, a.a.O., S. 307).

Für den konkreten Fall bedeutet dies, dass die Aussagen sowohl des Beru-
fungsklägers als auch jene der Zeugen sowie die weiteren Beweismittel frei zu wür-
digen sind, um dann bei gesamthafter Betrachtung entscheiden zu können, welche 
Sachverhaltsdarstellung zu überzeugen vermag. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 
es sich bei dem vom Berufungskläger eingelegten Gutachten nicht um eine gericht-
lich angeordnete Expertise, sondern um ein aus eigener Initiative des Berufungs-
klägers beim Verfasser eingeholtes Privatgutachten handelt. Die Vorbringen im vor-
liegenden Gutachten sind somit gemäss Lehre und Rechtsprechung als blosse Par-
teibehauptungen zu betrachten (vgl. W. Padrutt, a.a.O., S. 231, Ziff. 2; Pra 2 2003 
Nr. 38, S. 184; BGE 127 I 82; 97 I 325; PKG 1988 Nr. 7 mit Hinweisen). Soweit sich 
der Gutachter zur Frage der Glaubwürdigkeit des Zeugen T. äussert, gilt es überdies 
festzuhalten, dass die Beurteilung der Glaubhaftigkeit einer Zeugenaussage oder 
der Glaubwürdigkeit des Zeugen selbst allein dem Gericht obliegt. Da es sich dabei 
um eine der Kernaufgaben der richterlichen Beweiswürdigung handelt, kann das 
Gericht diese Aufgabe ohne Vorliegen besonderer Umstände nicht an einen Exper-
ten delegieren. Solche Umstände sind bei der Prüfung der Glaubwürdigkeit von psy-
chisch normalen Erwachsenen, wie im Falle von T., nicht gegeben. Der Kantonsge-
richtsausschuss hat folglich die Frage der Glaubwürdigkeit des Zeugen T. in freier 
Würdigung der vorhandenen Beweismittel zu beurteilen (vgl. PKG 1988 Nr. 33 mit 
Hinweisen sowie Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess mit Berück-
sichtigung des Zivilprozesses, O. 1974, § 12, S. 31).

Bei der Würdigung von Zeugenaussagen im Rahmen des Gerichtsverfahrens 
steht nicht in erster Linie die Glaubwürdigkeit eines Zeugen, sondern vielmehr die 
sachliche Glaubhaftigkeit seiner konkreten Aussage im Vordergrund. Kennzeichen 
einer wahrheitsgetreuen Aussage bilden diesbezüglich die innere Geschlossenheit 
und Folgerichtigkeit in der Darstellung des Geschehens sowie die konkrete und an-
schauliche Wiedergabe des Erlebten. Als weiteres Indiz für die Richtigkeit der De-
position gilt die Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur 
von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selbst erlebt hat. Bei wahrheitswid-
rigen Bekundungen fehlen diese Kennzeichen regelmässig. Indizien für bewusst 
oder unbewusst falsche Aussagen sind Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche 
in den eigenen Darlegungen, Zurücknahme, unklare, verschwommene oder aus-
weichende Antworten und gleichförmige, eingeübt wirkende Aussagen. Die Richtig-
keit einer Deposition muss alsdann auf ihre Übereinstimmung mit den Lebenserfah-

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rungen und dem Ergebnis der übrigen Beweiserhebungen geprüft werden. Auch im 
System von Arntzen (Friedrich Arntzen/Else Michaelis-Arntzen, Psychologie der 
Zeugenaussage, System der Glaubwürdigkeitsmerkmale, 3. Aufl., München 1993) 
steht an erster Stelle die Aussage selbst. Die Glaubhaftigkeit ergibt sich aus der 
relativen Konstanz einer Aussage in zeitlich auseinanderliegenden Darlegungen so-
wie der Ergänzbarkeit der Deposition bei nachfolgenden Befragungen. Kriterien des 
glaubhaften Aussageinhalts sind der Grad der Detaillierung und der inhaltlichen Be-
sonderheit sowie die Homogenität der Deposition. Nacherlebende Gefühlsbeteili-
gung und ungesteuerte Aussageweise sprechen für einen hohen Wahrheitsgehalt. 
Der Grad der Objektivität ist schliesslich massgebend für den Grad der Glaubwür-
digkeit, der sich aus dem Motivationsumfeld ergibt (vgl. zum Ganzen Robert Hauser, 
a.a.O., S. 311 mit Hinweisen; sowie Arntzen/ Michaelis-Arntzen, a.a.O., S. 15 ff.).

5. R. erklärte im Fax-Schreiben vom 30. September 2001, dass N. den Unfall 
verursacht habe (vgl. act. 3.10.8, S. 1). In ihrer Faxmitteilung vom 26. Oktober 2001 
schilderte sie den Unfallhergang (vgl. act. 3.22). In diesem Zusammenhang stellte 
sie klar, dass N. von oben gekommen und in sie hineingefahren beziehungsweise 
dass sie unterhalb des Berufungsklägers gefahren sei, bevor es zur Kollision kam. 
Die Adhäsionsklägerin wurde jedoch nie formell als Zeugin einvernommen. Blosse 
schriftliche Erklärungen können eine Zeugeneinvernahme nicht ersetzen (vgl. zum 
Ganzen R. Hauser, a.a.O., § 73, S. 278; W. Padrutt, a.a.O., S. 212, Ziff. 2.1. sowie 
PKG 1975 Nr. 39). Zur Ermittlung des Sachverhalts ist daher in erster Linie auf die 
Aussagen des Berufungsklägers, die Zeugenaussagen und die übrigen Beweismit-
tel abzustellen. Zu den verschiedenen Beweismitteln ist auszuführen, dass der 
Grundsatz der freien Beweiswürdigung eine Rangordnung verbietet. Insbesondere 
sind die Aussagen von Zeugen, Auskunftspersonen und Angeschuldigten voll gül-
tige Beweismittel mit derselben Beweiseignung. Bei der Würdigung der Beweise ist 
weniger die Form, sondern vielmehr der Gesamteindruck, dass heisst die Art und 
Weise der Bekundung sowie die Überzeugungskraft entscheidend. Massgebend ist 
mit andern Worten allein die Beweiskraft der konkreten Beweismittel im Einzelfall 
(Schmid, a.a.O., N 290, S83 f.)

a) N. gab beim Konfrontverhör vom 10. Oktober 2001 gegenüber dem Unter-
suchungsrichter zu Protokoll, dass er und R. auf der Piste auf gleicher Höhe gewe-
sen seien, als letztere von rechts in ihn hineingefahren sei. Er habe Frau R. erst 
gesehen, als sie etwa zwei Meter vor ihm auf ihn zugefahren sei. Wahrscheinlich 
habe sie den Hang traversiert. Er sei gerade dabei gewesen, zu einem Links-
schwung nach unten anzusetzen. Gemäss seinen Angaben fuhr er dabei als Letzter 

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in einer Vierergruppe mit einem Abstand von vier bis fünf Metern hinter X., H. und 
N. Y. her. R. müsse gesehen haben, dass sie in einer Gruppe unterwegs gewesen 
seien (vgl. act. 3.11, S. 4). Auch nachdem T. einen abweichenden Sachverhalt schil-
derte, blieb N. dabei, dass R. von rechts in ihn hineingefahren sei (vgl. act. 3.11, S. 
5). Bei dieser Version blieb N. auch anlässlich der Einvernahme als Angeschuldigter 
am 10. Oktober 2001. So erklärte er, dass mit Sicherheit R. in ihn hineingefahren 
sei. Eine andere Möglichkeit gebe es nicht. Er sei in der Gruppe gefahren und habe 
sich auf die Skier des Vordermanns konzentriert. Ebenso bestätigte er, dass er und 
R. im Zeitpunkt der Kollision auf gleicher Höhe gefahren seien (vgl. act. 3.14, S. 2). 
Seine Schilderung des Unfallhergangs war also anlässlich beider Befragungen 
durchwegs übereinstimmend. Sie deckt sich im wesentlichen auch mit seinen An-
gaben in dem von ihm verfassten Unfallrapport (vgl. act. 3.15), wonach er mit seinen 
Begleitern in geschlossener Gruppe gefahren sei, als er sich plötzlich im Abstand 
von zwei Metern R. gegenüber gesehen habe, welche direkt in die Fahrbahn der 
korrekt fahrenden Gruppe hineingefahren sei. Dies bestätigte N. auch im Schreiben 
an den Untersuchungsrichter vom 12. Oktober 2001 (act. 3.18), wobei er festhielt, 
dass er nicht von oben gekommen sei. Dennoch vermag die Sachverhaltsdarstel-
lung von N. im Gegensatz zu derjenigen von T. in Gesamtwürdigung der vorliegen-
den Aussagen und übrigen Beweismittel, wie im folgenden zu zeigen sein wird, nicht 
zu überzeugen. 

b) T. erklärte am 10. Oktober 2001 beim Konfrontverhör mit N. (vgl. act. 3.11), 
der Unfall habe sich am rechten Pistenrand ereignet. Zum Unfallzeitpunkt sei er 
etwa 20 Meter hinter R. hergefahren und habe sie beobachtet. Bei einem Blick über 
die rechte Schulter habe er gesehen, dass sich von oben eine Person genähert 
habe, die zu schnell gefahren sei. Nachträglich habe sich herausgestellt, dass es 
sich dabei um N. gehandelt habe. Weil er (T.) ein vorsichtiger Skifahrer sei und es 
nicht gerne habe, wenn andere Skifahrer zu schnell und zu nahe an ihm vorbeifah-
ren, habe er angehalten. Als er seine Fahrt wieder fortsetzen wollte, sei Frau R. 
vielleicht 40 bis 50 Meter vor ihm entfernt gewesen und sehr langsam in grossen 
Bögen talwärts gefahren. R. sei gerade auf der Piste von rechts nach links gefahren, 
als N. von oben in sie hineingefahren sei. Er (T.) habe vielleicht die letzten zwei 
Sekunden und die Kollision selbst beobachten können. Auf Nachfrage des Einver-
nehmenden bekräftigte er nochmals, er sei 200% sicher, dass N. von oben in R. 
hineingefahren sei. Er habe es selbst gesehen (vgl. act. 3.11, S. 2). Auch nachdem 
der Berufungskläger während des Konfrontverhörs die Sachverhaltsdarstellung von 
T. bestritt, hielt der Zeuge weiterhin an seiner Version fest (vgl. act. 3.11, S. 4, 5). 
T. schilderte also durchwegs übereinstimmend und konstant, dass N. von oben in 

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R. hineingefahren sei. Dabei ergibt sich insbesondere auch aus der Schilderung von 
T., wonach Frau R. vor ihm gefahren sei und N. ihn kurz zuvor überholt habe (vgl. 
act. 3.11, S. 2), dass seine Aussagen entgegen dem Einwand des Berufungsklägers 
in sich geschlossen und glaubhaft erscheinen. Denn die vom Zeugen geschilderte 
Situation, wonach sich der Berufungskläger zuerst hinter ihm befand, und er (T.) 
seinerseits hinter seiner Begleiterin fuhr, spricht klar dafür, dass N. von oben in die 
weiter unten beziehungsweise weiter vorne fahrende R. hineingefahren ist. Entspre-
chend bestätigte T. anlässlich der Zeugenbefragung vom 10. Oktober 2002 seine 
früheren Aussagen vor dem Untersuchungsrichter vollumfänglich (vgl. Vorinstanz 
act. 26).

c) Weiter fällt auf, dass auch die von T. zu den Akten gegebenen Unfallskiz-
zen (act. 3.12; 3.5, S. 2) mit seinen Schilderungen im Einklang stehen. So geht 
sowohl aus der anlässlich der Einvernahme vom 10. Oktober 2001 als auch aus der 
am 5. Juli 2001 eingereichten Unfallskizze klar hervor, dass R. auf der rechten Seite 
der Piste in grossen Bögen zu Tale fuhr, als N. links von ihr in relativ direkter Linie 
von oben kommend in sie hineinfuhr (act. act. 3.12; 3.5, S. 2). Die beiden Skizzen 
stimmen auch insoweit überein, als daraus deutlich wird, dass R. gerade eine weite 
Kurve von rechts nach links zog, als N. von oben mit ihr zusammenstiess. Ebenso 
hat T. in Übereinstimmung zu seinen Aussagen festgehalten, wie er zu diesem Zeit-
punkt 40 bis 50 Meter weiter oben stand und die Kollision beobachten konnte. Der 
Einwand des Berufungsklägers, wonach aus den Skizzen nicht klar ersichtlich 
werde, dass er den Hang, wenn auch in relativ kurzen Schwüngen, so doch in Kur-
ven befahren habe, mag zutreffen. Dieser Umstand vermag jedoch keine Zweifel an 
der Glaubwürdigkeit und Richtigkeit der Angaben von T. zu begründen. Wesentlich 
ist die Beantwortung der Frage, ob N. von oben gekommen und in die weiter vorne 
fahrende R. hineingefahren ist oder ob beide auf gleicher Höhe gefahren sind, bevor 
es zur Kollision kam. Diese Frage wird aber durch die Schilderungen des Zeugen 
wie auch die von ihm angefertigten Skizzen klar und übereinstimmend beantwortet. 
Im Übrigen beschreibt ein Skifahrer, der mit kurzen Schwüngen unterwegs ist, im 
Gegensatz zu dem, der grosse Bögen in den Schnee zieht, eine Fahrspur, die 
tatsächlich kaum von einer geraden, direkten Linie abweicht. Abgesehen davon 
pflegen entgegen der Auffassung des Berufungsklägers auch heute noch viele Ski-
fahrer die Fahrweise mit kurzen Schwüngen. Es handelt sich dabei also nicht um 
eine besonders ungewöhnliche oder auffällige Fahrweise. Allein aus dem Umstand, 
dass T. weder speziell erwähnt noch in der Skizze dargestellt hat, dass N. die Piste 
in kurzen Schwüngen befuhr, kann folglich nicht darauf geschlossen werden, dass 
der Zeuge den Unfallhergang nicht im Detail oder überhaupt nicht beobachtet hat.

12

d) T. bestätigte bei seiner ersten Zeugenbefragung gegenüber dem Untersu-
chungsrichter, dass er die Kollision selbst habe beobachten können (vgl. act. 3.11, 
S. 2). Auf die Frage, ob er den Hergang der fraglichen Kollision zwischen N. und 
Frau R. selber beobachten konnte, antwortete er anlässlich der Zeugeneinver-
nahme vom 10. Oktober 2002 in Übereinstimmung dazu (vgl. VI act. 26, S. 2): „Ja. 
Ich kann meine Aussagen vor dem Untersuchungsrichter vollumfänglich bestäti-
gen.“ Entsprechend erklärte er in seinen schriftlichen Berichten durchwegs einhellig, 
er habe den Unfall beobachten können (vgl. act. 3.5; 3.6).

Zwar scheinen die Angaben von T. insoweit widersprüchlich, als er gemäss 
eigenen Angaben am Unfalltag gegenüber dem Patrouilleur erklärt hat, die direkte 
Kollision nicht gesehen (vgl. act. 3.11, S. 3, 5) beziehungsweise den Unfallhergang 
nicht in unmittelbarer Nähe beobachtet zu haben (vgl. VI act. 26, S. 3). Entspre-
chend sind im Unfallprotokoll des Patrouilleurs vom 26. April 2001 keine Zeugen 
vermerkt (vgl. act. 3.4, S. 3). Zudem erklärte der Berufungskläger in seinem schrift-
lichen Unfallrapport (vgl. act. 3.15) sowie anlässlich des Konfrontverhörs und bei 
seiner Einvernahme als Angeschuldigter am 10. Oktober 2001, T. habe vor Ort aus-
gesagt, dass er nichts gesehen habe. Dafür gebe es Zeugen, nämlich X., H. und N. 
Y. (vgl. act. 3.11, S. 3; 3.14, S. 2; vgl. auch act. 3.7). T. stellte jedoch sowohl an-
lässlich der Zeugeneinvernahme vom 10. Oktober 2002 (vgl. VI act. 26, S. 2) als 
auch in seinen schriftlichen Stellungnahmen (vgl. act. 3.9; 3.13, S. 2) übereinstim-
mend klar, dass er nie gesagt habe, überhaupt nichts gesehen zu haben. Der Pa-
trouilleur hat gemäss Angaben des Zeugen T. am Schluss gefragt, ob jemand zum 
Unfallzeitpunkt da gewesen sei und ob jemand „alles (oder direkt)“ beziehungsweise 
den Unfall in unmittelbarer Nähe gesehen habe (vgl. act. 3.11, S. 3; 3.13, S. 2; 3.6; 
VI act. 26). T. hat nie bestritten, dass er die erste Frage verneint (vgl. act. 3.11, S. 
3; 3.6; 3.13, S. 2) und auch auf die zweite Frage mit nein geantwortet beziehungs-
weise erklärt habe, dass er oben auf der Piste gewesen sei (vgl. act. 3.11; 3.6; 3.13, 
S. 2; VI act. 26, S. 3). Er machte jedoch deutlich, dass er entsprechend geantwortet 
habe, weil er oben auf der Piste und nicht unmittelbar auf der Unfallstelle gewesen 
sei (vgl. act. 3.11, S. 3; 3.6; 3.13, S. 2) respektive weil er nur das gesehen habe, 
was in seiner Aussage stehe (vgl. act. 3.11; 3.6; 3.13, S. 2; VI act. 26, S. 3). Laut 
seinen Angaben hat er also die Fragen des Patrouilleurs offenbar nicht so verstan-
den, wie sie gemeint waren, sondern dahingehend, dass dieser mit „da“ die Unfall-
stelle gemeint hat. 

Diese Erklärung erscheint unter Berücksichtigung der gegebenen Umstände 
überzeugend. T. ist deutscher Staatsangehöriger und wohnt in O.. Es ist indes zu 

13

berücksichtigen, dass er rumänischer Herkunft ist und die deutsche Sprache, wie 
sich aus seinen schriftlichen Stellungnahmen ergibt, offenbar nicht fehlerfrei be-
herrscht. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, ist es folglich durchaus nachvoll-
ziehbar, dass er die Fragen des Patrouilleurs nicht richtig verstanden hat, sondern 
eben so, wie er es in seinen Ausführungen darlegt. Dass er entsprechend geant-
wortet hat, leuchtet denn auch um so mehr ein, als aufgrund seiner übereinstim-
menden Schilderungen (vgl. act. 3.11, S. 2, 3; 3.12; VI act. 26, S. 3 hinten; ebenso 
act. 3.5; 3.6) davon ausgegangen werden muss, dass er im Kollisionszeitpunkt 
tatsächlich nicht direkt an oder bei der Unfallstelle war, sondern rund 40 bis 50 Me-
ter weiter oben stand. Überdies erscheint es plausibel, wenn T. darlegt, dass seine 
Aufmerksamkeit unmittelbar nach dem Unfall in erster Linie der sofortigen medizini-
schen Versorgung der verletzten R. galt (vgl. act. 3.11, S. 3; VI act. 26, S. 3). Wie 
die Vorinstanz zutreffend ausführt, ist es naheliegend, dass T. mehr um den Ge-
sundheitszustand seiner blutenden und verletzten Begleiterin (vgl. act. 3.11, S. 2; 
3.15; VI act. 26, S. 3) besorgt war, als um die Beantwortung der Fragen für das 
Unfallprotokoll. Auch unter diesem Gesichtspunkt betrachtet erscheint es demnach 
glaubhaft, dass T. die Fragen nicht derart verstanden hat, wie es aufgrund der man-
gelnden Angabe von Zeugen im Unfallprotokoll den Anschein macht. 

Überdies ist zu berücksichtigen, dass der vom Berufungskläger als Zeuge 
genannte Y. gemäss eigenen Aussagen nie zur Unfallstelle hochgegangen ist (vgl. 
VI act. 15, S. 2). Er konnte folglich entgegen der Behauptung von N. (vgl. act. 3.11, 
S. 3; 3.14, S. 2; 3.7) keinerlei Angaben dazu machen, was T. am Unfallort gesagt 
hat. X. führte anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 20. August 2002 aus, er habe 
T. auf der Unfallstelle gefragt, ob er den Unfall gesehen habe, worauf dieser mit 
nein geantwortet habe (vgl. VI act. 14, S. 2). Auf die Frage, was T. bezüglich des 
Unfallhergangs gesagt habe, erklärte H. am 20. November 2001 zunächst gegenü-
ber dem Untersuchungsrichter, der Mann habe gesagt, dass er den Zusammen-
stoss nicht gesehen habe. Auf Nachfrage des Untersuchungsrichters hin korrigierte 
der Zeuge seine Aussage indes, indem er zweimal bestätigte, dass T. gesagt habe, 
dass er den Zusammenstoss nicht genau gesehen habe (vg. act. 3.24, S. 2). Selbst 
die vom Berufungskläger genannten Zeugen vermochten mithin nicht einheitlich zu 
bestätigen, dass T. den Unfallhergang gemäss eigenen Angaben nicht beobachtet 
habe. Der Widerspruch in den Aussagen von X., H. und T. lässt sich im Übrigen 
denn auch gerade damit plausibel erklären, dass letzterer die Frage des Patrouil-
leurs aufgrund von sprachlichen Schwierigkeiten und weiteren dargelegten Umstän-
den nicht ganz sinngemäss erfasst hat. Abgesehen davon spricht nicht zuletzt auch 
der Umstand, dass T. auf Nachfrage ohne Umschweife zugegeben hat, dass er vor 

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Ort erklärt habe, die direkte Kollision nicht gesehen (vgl. act. 3.11, S. 3, 5) bezie-
hungsweise den Unfallhergang nicht in unmittelbarer Nähe beobachtet zu haben 
(vgl. VI act. 26, S. 3), für die Richtigkeit und Glaubwürdigkeit seiner Aussagen. 

e) Kommt hinzu, dass sich die Depositionen von T. in bezug auf den geschil-
derten Unfallhergang auch mit seinen Angaben in den schriftlichen Stellungnahmen 
vom 5. Juli, 23. Juli, 24. Juli und 10. Oktober 2001 (vgl. act. 3.5; 3.6; 3.9; 3.13) 
decken. Er hielt in sämtlichen Schreiben übereinstimmend fest, dass er auf der Piste 
angehalten und gesehen habe, wie N. von oben kommend in die weiter unten auf 
der Piste eine Linkskurve ausführende R. hineingefahren sei. Die Erklärung von T. 
im Schreiben vom 5. Juli 2001, wonach er alles habe beobachten können (vgl. act. 
3.5) steht dabei nicht im Widerspruch zu seinen Angaben gegenüber dem Untersu-
chungsrichter. Entgegen dem Einwand des Berufungsklägers hat der Zeuge T. nicht 
ausgesagt, dass er vielleicht nur die letzten zwei Sekunden vor der Kollision selber 
beobachten konnte. Gemäss seinen Angaben anlässlich der Zeugenbefragung vom 
10. Oktober 2001 (vgl. act. 3.11, S. 2) konnte er „vielleicht die letzten zwei Sekunden 
und die Kollision selbst beobachten.“ Damit gab er klar zu verstehen, dass er neben 
einer kurzen Zeitspanne vor dem Zusammenprall auch die Kollision selbst gesehen 
hat. Es ist davon auszugehen, dass sich die Erklärung, er habe alles beobachten 
können, auf den Zusammenprall bezieht, da es in der Untersuchung ja gerade 
darum ging, festzustellen, wie die beiden Unfallbeteiligten kollidiert sind. Dies ergibt 
sich auch aus dem Kontext des Schreibens vom 5. Juli 2001. So beschreibt T. un-
mittelbar nach der Erklärung, er habe alles beobachten können, eben gerade den 
Ablauf der Kollision (vgl. act. 3.5, S. 1). Seine Angaben im Schreiben vom 5. Juli 
2001 decken sich folglich auch in diesem Punkt mit seiner Zeugenaussage. 

Im Übrigen ist nicht ersichtlich, inwiefern seine Erklärung, er habe durch ei-
nen Schulterblick auf seiner rechten Seite einen von oben mit erhöhter Geschwin-
digkeit herannahenden Skiläufer bemerken können (vgl. act. 3.5), konstruiert wirken 
sollte. Zum einen sind seine Aussagen anlässlich der Zeugeneinvernahme vom 10. 
Oktober 2001 auch in diesem Punkt identisch (vgl. act. 3.11, S. 2), was für deren 
Glaubhaftigkeit spricht. Da sich das Gesichtsfeld während des Kurvenfahrens stän-
dig ändert, ist es ohne weiteres möglich, einen von oben kommenden Skifahrer 
durch seitlichen Blick über die Schulter zu bemerken, insbesondere, wenn er, wie 
T. schilderte, sehr nahe vorbeifährt. Überdies erscheint ein Blick über die Schulter 
nach hinten während des Skifahrens unter anderem gerade dann nicht ausserge-
wöhnlich, wenn der Skifahrer hört oder bemerkt, dass sich, wie vom Zeugen be-
schrieben, ein anderer Skifahrer in relativ geringem seitlichen Abstand schnell 

15

nähert. Zudem leuchtet es nicht ein, dass Zweifel an der Zuverlässigkeit der Aussa-
gen von T. angebracht sein sollten, nur weil er gemäss eigenen Angaben den Film 
des Geschehens tausend Mal mit der Zeitlupe zurück gedreht hat, um sich an alle 
Wahrnehmungen erinnern zu können (vg. act. 3.6). Vielmehr spricht das Bemühen 
des Zeugen um so mehr für die Verlässlichkeit seiner Angaben. 

f) Der Rechtsvertreter des Berufungsklägers wendet ein, die Angaben des 
Zeugen T. über die Fahrgeschwindigkeiten seien völlig unglaubwürdig. In Anbe-
tracht der Fahrweise der beiden Unfallbeteiligten sowie des Fahrkönnens der Ge-
schädigten und des Alters von N. könne nicht davon ausgegangen werden, dass 
der Berufungskläger schneller gefahren sei als R.. Zudem könne nicht angenom-
men werden, dass N. von oben gekommen sei. Beide Skifahrer dürften daher auf 
gleicher Höhe den Hang hinuntergefahren sein. Dem kann nicht gefolgt werden.

T. schilderte anlässlich seiner Zeugenaussagen und auch in den schriftlichen 
Stellungnahmen einheitlich, dass R. langsam gefahren sei, währenddem N. die 
Piste mit höherer Geschwindigkeit befahren habe (vgl. act. 3. 11, S. 2, 4; 3.5; 3.9; 
3.13, S. 1; VI act. 26). Entgegen der Auffassung des Berufungsklägers ist nicht ein-
zusehen, weshalb R., auch wenn sie als gute Skifahrerin beschrieben wird (vgl. act. 
3.11, S. 2; 3.13; 3.16; VI act. 26, S. 3), am Tage des Unfalls nicht noch langsamer 
gefahren sein und die Bögen noch etwas runder gedreht haben soll (vgl. act. 3.9). 
Selbst ein guter und sicherer Skiläufer kann es vorziehen, langsam zu fahren, sei 
es weil er den langsameren Fahrstil einfach bevorzugt oder weil er beispielsweise 
seine Fahrtechnik perfektionieren will. Die Erklärung von R., der 26. April 2001 sei 
ihr dritter Tag in D. gewesen und sie habe sich an den Abhang und den Zustand 
des Schnees gewöhnt, steht entgegen der Auffassung des Berufungsklägers nicht 
im Widerspruch dazu. 

Zwar ist davon auszugehen, dass R. den Hang in grösseren Bögen befuhr, 
währenddem N. in relativ kurzen Schwüngen zu Tale fuhr (vgl. act. 3.11, S. 2; 3.5; 
3.9; 3.12; 01, S.13; VI act. 26 sowie weiter unten Erw. 5. g). Es ist jedoch zu berück-
sichtigen, dass ein Skifahrer, der in kurzen Schwüngen auf der Piste unterwegs ist, 
im Vergleich zu dem, der mit grossen, runden Bögen fährt, den direkteren Weg ins 
Tal wählt. Insbesondere wenn letzterer die grossen Bögen mit niedriger Geschwin-
digkeit ausführt, erscheint es folglich ohne weiteres nachvollziehbar, dass der kurz 
schwingende Schneesportler schneller ist. Es trifft zu, dass N. im Zeitpunkt des Un-
falls bereits 73 Jahre alt war. Allein aus dem Alter des Berufungsklägers kann je-
doch nicht darauf geschlossen werden, dass dieser nicht schneller als R. gefahren 

16

sein kann. H. und X. gaben zwar zu Protokoll, dass N. seinem Alter entsprechend 
nicht mehr sehr schnell (vgl. act. 3. 24, S. 2) beziehungsweise bei schlechten Ver-
hältnissen sehr verhalten (vgl. VI act. 14, S. 2) fahre. Sie seien aufgrund des dama-
ligen Wetters nicht schnell unterwegs gewesen (vg. act. 3.24, S. 2). N. sei sicher 
am verhaltensten von ihnen gefahren (vgl. VI act. 14, S. 3). Auf Ergänzungsfrage 
von Rechtsanwalt Clopath erklärte H., dass sie ganz normal unterwegs gewesen 
seien. Sie würden sicher nicht „fräsen“ (vgl. act. 3.24, S. 2). Diese Angaben sind 
allerdings vor dem Hintergrund zu würdigen, dass der Berufungskläger gemäss ei-
genen Angaben beziehungsweise den übereinstimmenden Aussagen seiner Be-
gleiter ein guter, routinierter Skifahrer ist, der früher sogar Rennen fuhr (vgl. act. 01, 
S. 4, 5; 3.24, S. 1; VI act. 15, S. 2; VI act. 14, S. 1). In Anbetracht dessen erscheint 
es selbst unter Annahme einer verhaltenen Fahrweise des Berufungsklägers durch-
aus nachvollziehbar, dass dieser im Vergleich zu R. schneller unterwegs war. Dies 
um so mehr, als N. offenbar auch heute noch jeden Donnerstag im Winter mit dem 
sogenannten „Q.-Club“ Ski fährt und demzufolge gegenüber R. -auch wenn diese 
als gute und sichere Skifahrerin beschrieben wird (vgl. act. 3.11, S. 2; 3.16; VI act. 
26, S. 3)- nicht bloss die besseren Ortskenntnisse sondern wohl auch die grössere 
Routine besitzt. 

Kommt hinzu, dass T. sowohl anlässlich der Zeugenbefragung als auch in 
seinen schriftlichen Stellungnahmen stets gleich schilderte, dass R. in einigem Ab-
stand vor ihm zu Tale gefahren sei, als N. von oben kommend an ihm vorbei- und 
in R. hineingefahren sei (vgl. act. 3.11, S. 2; 3.6; 3.9; VI act. 26). Wenn der Beru-
fungskläger aber von oben kam, konnte er die weiter unten auf der Piste fahrende 
R. nur einholen, wenn er schneller als sie unterwegs war. Andernfalls wäre R. ihm 
davon gefahren. Wäre N., wie er behauptet, tatsächlich nicht schneller als R. gefah-
ren, hätten beide auf gleicher Höhe fahren müssen, damit es überhaupt zu einer 
Kollision zwischen ihnen kommen konnte. Dafür, dass R. und der Berufungskläger 
nicht auf gleicher Höhe unterwegs waren, sondern letzterer von oben beziehungs-
weise von hinten kommend in die Skifahrerin hineingefahren ist, sprechen aber nicht 
nur die übereinstimmenden Angaben des Zeugen T.. Es ergibt sich auch aus der 
von N. selbst angefertigten Unfallskizze (vgl. act. 3.27) deutlich, dass der Beru-
fungskläger von oben gekommen und in die weiter unten respektive weiter vorne 
fahrende R. hineingefahren ist. 

g) Mit der angefertigten Unfallskizze untermauert der Berufungskläger nicht 
nur die Sachverhaltsdarstellung von T.. Es wird darüber hinaus deutlich, dass inner-
halb seiner Angaben in bezug auf die entscheidenden Fragen Widersprüche vorlie-

17

gen, welche in erheblichem Masse an der Glaubhaftigkeit seiner Aussagen zweifeln 
lassen. Denn die von N. angefertigte Unfallskizze (act. 3.27) steht im klaren Wider-
spruch zu seinen Aussagen gegenüber dem Untersuchungsrichter, wonach er und 
R. auf gleicher Höhe gefahren seien, bevor es zum Zusammenprall gekommen ist 
(vgl. act. 3.11, S. 4; 3. 14, S. 1, 2). Ebenso fällt auf, dass die Darstellung in der 
Unfallskizze des Berufungsklägers, wonach R. den Hang traversierte, als es zur 
Kollision kam (vgl. act. 3.27), nicht zutreffen kann. T. hat sowohl anlässlich seiner 
Zeugenaussagen wie auch in den schriftlichen Eingaben und den angefertigten Un-
fallskizzen stets übereinstimmend dargelegt, dass R. in regelmässigen, grossen Bö-
gen zu Tal gefahren sei (vgl. act. 3.11, S. 2; 3.5; 3.9; 3.12; VI act. 26). Ein Queren 
oder Traversieren des Hanges hat er nie geschildert. Entsprechend ergibt sich auch 
aus den übrigen Akten kein Hinweis, dass R. den Hang traversiert hat. Der Beru-
fungskläger selbst hat gegenüber dem Untersuchungsrichter lediglich ausgeführt, 
dass R. den Hang wahrscheinlich traversiert habe (vgl. act. 3.11, S. 4). Selbst in der 
Berufungsschrift wird es als zutreffend erachtet, dass R. in breiten, grösseren Bögen 
zu Tale gefahren ist und eine eigentliche Traverse zum linken Pistenrand hin nicht 
ohne weiteres angenommen werden kann (vgl. act. 01, S. 13, 17).

Darüber hinaus vermögen auch die Zeugenaussagen seiner Begleiter vom 
„Q.-Club“ den Berufungskläger nicht zu entlasten. Zum einen hat keiner der drei 
Zeugen die Kollision mitverfolgen können. H. gab gegenüber dem Untersuchungs-
richter zu Protokoll, dass N. hinter ihm gefahren sei, wobei er selbst hinter Y. und 
dieser wiederum hinter X. unterwegs gewesen sei. Gemäss seinen Angaben hat er 
(H.) plötzlich festgestellt, dass es etwa 200 Meter hinter ihnen einen Unfall gegeben 
hatte (vgl. act. 3.24, S. 2). X. sagte ebenfalls aus, dass N. zuhinterst gefahren sei 
(VI act. 14, S. 2). Alle drei Begleiter waren bereits weiter unten, als es zum Unfall 
kam (vgl. act. 3. 24, S. 2; VI act. 14, S. 2). Auf konkrete Frage gaben X. und Y. 
übereinstimmend zu Protokoll, dass sie den Zusammenstoss nicht beobachtet hät-
ten (vgl. VI act. 14, S. 2; VI act. 15, S. 2). Überdies wird deutlich, dass die Aussagen 
des Berufungsklägers auch in Gegenüberstellung zu den Angaben seiner Begleiter 
wesentliche Widersprüche aufweisen. N. erklärte anlässlich des Konfrontverhörs 
vom 10. Oktober 2001, dass er als Letzter der Vierergruppe mit X., H. und Y. hinter 
seinen Kollegen hergefahren sei, und zwar in einem Abstand von zirka vier bis fünf 
Metern. R. müsse gesehen haben, dass sie in einer Gruppe unterwegs gewesen 
seien (vgl. act. 3.11, S. 4). R. sei in ihn hineingefahren, währenddem er hinter seinen 
Kollegen hergefahren sei (vgl. act. 3.11, S. 5). Zudem verwies der Berufungskläger 
auf den von ihm verfassten Unfallrapport, worin er festhält, dass er und seine Be-
gleiter in „geschlossener Gruppe“ hintereinander nach Skizze gefahren seien (vgl. 

18

act. 3.15). Gemäss dieser Skizze und dessen Kommentierung ist R. in die „ge-
schlossen“ (mit einem Abstand von je vier Metern) fahrende Gruppe des „Q.-Clubs“ 
hineingefahren und hat dieser den Weg abgeschnitten (vgl. act. 3.27). Auch bei der 
Befragung als Angeschuldigter vom 10. Oktober 2001 behauptete N., dass er in der 
Gruppe gefahren sei und sich auf die Skier des Vordermanns konzentriert habe (vgl. 
act. 3.14, S. 2). Im Gegensatz dazu führte H. anlässlich der Zeugenbefragung aus, 
dass sie üblicherweise einen Abstand von 20 bis 30 Metern zueinander gehabt hät-
ten (act. 3.24, S. 2). Auch Y. schilderte in Abweichung zu den Angaben des Beru-
fungsklägers, dass sie die Skipiste in einem Abstand von 50 bis 100 Metern hinun-
tergefahren seien (vgl. VI act. 15, S. 2). Von einer geschlossenen Gruppe, wie sie 
der Berufungskläger schilderte, kann bei solchen Abständen zwischen den einzel-
nen Skifahrern nicht die Rede sein. Entsprechend bestätigte X., dass sie zwar als 
Gruppe gestartet seien, danach jedoch jeder mehr oder weniger seine eigene Linie 
gefahren sei (vgl. act. 3.14, S. 3). Die Darstellung von N. wird also aufgrund der 
übereinstimmenden Angaben seiner Begleiter klar widerlegt. Entgegen seiner Be-
hauptung kann es nicht so gewesen sein, dass R. in eine geschlossene Gruppe 
hineingefahren ist und dieser den Weg abgeschnitten hat, als sie mit dem Beru-
fungskläger kollidierte. Steht aber nach dem Gesagten somit fest, dass N. die ent-
scheidende Phase offensichtlich nicht mehr richtig in Erinnerung hatte, so erscheint 
der von ihm geschilderte Unfallhergang wenig glaubhaft. 

h) Im Gegensatz dazu erscheint die Sachverhaltsschilderung des Zeugen T., 
wie oben dargelegt, überzeugend. Es trifft zwar zu, dass T. insgesamt vier Schrei-
ben und eine Notiz verfasst hat, worin er sich einer teilweise sehr betonten Aus-
drucksweise bedient, um darzulegen, dass nach seiner Wahrnehmung N. in R. hin-
eingefahren ist und dieser somit auch die Schuld am Unfall trägt. In Anbetracht der 
Vielzahl der dargelegten Umstände, die für die Version von T. sprechen, erscheinen 
diese Ausführungen jedoch nicht derart, dass gestützt darauf Zweifel an der Rich-
tigkeit der Sachverhaltsschilderung des Zeugen angebracht wären. Vielmehr han-
delt es sich unter anderem bei der vom Berufungskläger konkret angesprochenen 
Aussage von T., wonach er „200% sicher“ sei, dass N. von oben in R. hineingefah-
ren sei, auch wenn sie mathematisch unsinnig ist, um einen umgangssprachlich 
üblichen Ausdruck, um das Vorliegen von absoluter Gewissheit über etwas auszu-
drücken. Gesamthaft betrachtet erscheint die Unfallschilderung von T. demnach als 
glaubwürdig. 

Daran vermag auch der Umstand nichts zu ändern, dass in seinen Angaben 
keine Entlastungsbemerkungen zugunsten des Berufungsklägers zu finden sind. 

19

Zwar sind Entlastungsbemerkungen zugunsten des Angeschuldigten als Kennzei-
chen wahrheitsgetreuer Aussagen zu werten (vgl. R. Hauser, a.a.O., S. 316). Dar-
aus kann jedoch entgegen der Behauptung des Berufungsklägers nicht der Schluss 
gezogen werden, dass umgekehrt das Fehlen solcher Bemerkungen ein Indiz für 
unwahre Angaben darstellt. Soweit keine entlastenden Momente gegeben sind, 
können vom Zeugen auch keine geschildert werden. In Anbetracht dessen, dass 
sich T. sowohl schriftlich als auch mündlich in den massgeblichen Punkten stets 
gleich geäussert hat, vermag demnach allein das Fehlen von entlastenden Aussa-
gen in seinen Depositionen keine Zweifel an der Richtigkeit seiner Sachverhaltsdar-
stellung zu begründen. Ebensowenig ist einzusehen, inwiefern die Aussage von T., 
wonach noch eine andere Person auf der Piste gewesen sei, von welcher er nicht 
sagen könne, ob diese vor oder hinter N. gefahren sei, für mangelnde Schlüssigkeit 
seiner Angaben sprechen sollte. N. war nicht alleine, sondern mit seinen Begleitern 
vom „Q.-Club“ unterwegs. Es waren also tatsächlich weitere Personen auf der Piste. 
Überdies steht die Aussage des Zeugen, er wisse nicht, ob die andere Person vor 
oder hinter N. gefahren ist, in keinem Widerspruch zu seinen übereinstimmenden 
Angaben, wonach N. von oben an ihm vorbeigefahren und mit der in einigem Ab-
stand weiter unten fahrenden R. zusammengestossen sei.

i) In Gesamtwürdigung der vorliegenden Beweismittel gelangt der Kantons-
gerichtsausschuss demnach zum Ergebnis, dass sich der Skiunfall in den wesentli-
chen Punkten so abgespielt hat, wie er vom Zeugen T. geschildert wurde, und der 
Berufungskläger den ihm zur Last gelegten Sachverhalt verwirklicht hat. Nach dem 
Gesagten ist somit davon auszugehen, dass N. am 26. April 2001 in relativ kurzen 
Schwüngen in der Fallinie zu Tale fuhr, währenddem R. in einigem Abstand weiter 
unten auf der Piste beziehungsweise weiter vorne mit grossen Bögen talwärts un-
terwegs war. Als R. gerade eine Kurve von rechts nach links ausführte, holte sie der 
schneller fahrende N. von oben kommend ein und prallte mit ihr zusammen.

Lehre und Rechtsprechung anerkennen, dass die Strafverfolgungsbehörden 
nicht alle möglichen Beweise zusammenzutragen haben. Auf die Erhebung weiterer 
Beweise kann verzichtet werden, wenn die für die Beurteilung der Sache erforderli-
chen Tatsachen bereits aufgrund der vorhandenen Beweismittel feststehen und 
nicht zu erwarten ist, dass neue Beweismittel das Ergebnis der freien Würdigung 
der vorhandenen Beweismittel zu erschüttern vermögen (vgl. BGE 121 I 308 f.; 115 
Ia 100 f.; PKG 1993 Nr. 27 sowie Hauser/Schweri, Schweizerisches Strafprozess-
recht, 5. Aufl., Basel 2002, § 54 N 1, § 55 N 10 mit Hinweisen). Der Kantonsge-
richtsausschuss gelangt bereits aufgrund der vorhandenen Beweismittel zur Über-

20

zeugung, dass der Zeuge T. die Kollision beobachtet und entsprechend seiner 
Wahrnehmungen geschildert hat. T. ist der einzige Augenzeuge. Wie die Vorinstanz 
zutreffend ausführt, könnte er daher bei einer Nachstellung im Gelände seinen 
Standort nach Belieben bezeichnen. Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern eine 
Rekonstruktion zur Klärung der vom Berufungskläger aufgeworfenen Frage, ob T. 
den Unfall tatsächlich beobachten konnte, beizutragen vermöchte. Entsprechend 
wird auch in der Berufungsschrift (S. 12) ausgeführt, dass eine Tatrekonstruktion im 
Gelände keine Klärung des Sachverhalts bringen könne. Auf eine Rekonstruktion 
des Unfalls vor Ort kann demnach bei der vorliegenden Beweissituation verzichtet 
werden. Es wird bereits in Würdigung der vorliegenden Aussagen und Beweismittel 
deutlich, dass N. nicht auf gleicher Höhe mit R. fuhr, bevor es zur Kollision kam, 
sondern von oben in die weiter unten fahrende Adhäsionsklägerin hineingefahren 
ist. Dies entspricht auch der Unfallschilderung von R. in ihrer schriftlichen Stellung-
nahme vom 24. Oktober 2001 (vgl. act. 3.22/23). Es ist daher ebensowenig einzu-
sehen, inwiefern eine Zeugenbefragung von R. das Beweisergebnis zu Gunsten 
des Berufungsklägers beeinflussen könnte. 

6. Einer fahrlässigen Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB macht 
sich schuldig, wer fahrlässig einen Menschen am Körper oder an der Gesundheit 
schädigt. Fahrlässig begeht jemand eine Tat, wenn diese darauf zurückzuführen ist, 
dass der Täter die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht 
bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen hat. Pflichtwidrig ist die Unvorsich-
tigkeit, wenn der Täter sich vorwerfen lassen muss, die nach den Umständen und 
seinen persönlichen Verhältnissen erforderliche Vorsicht nicht beachtet zu haben 
(Art. 18 Abs. 3 StGB). Mit anderen Worten muss der Täter mit seinem Verhalten 
eine Sorgfaltspflicht verletzt haben. Dabei muss für den Täter voraussehbar gewe-
sen sein, dass durch sein sorgfaltswidriges Verhalten der tatbestandsmässige Er-
folg eintreten könnte. Ausserdem ist zu fordern, dass er dies durch pflichtgemässes 
Verhalten mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte vermeiden können (vgl. Rehberg, 
Strafrecht I, 6. Aufl., O. 1996, § 33, S. 295 ff.). Als Rechtsquelle für das im Einzelfall 
gebotene Mass an Sorgfalt kommen neben gesetzlich festgelegten Sorgfaltspflich-
ten unter anderem auch Richtlinien nichtstaatlicher Organisationen, wie etwa im Be-
reich des Skisports die Verhaltensregeln des Internationalen Skiverbandes, die so-
genannten FIS-Regeln, zur Anwendung (vgl. zum Ganzen H.-K. Stiffler, Schweize-
risches Schneesportrecht, 3. Aufl., B. 2002, § 2, Rz 30 ff. und Anhang I; S. Trechsel, 
Kurzkommentar zum StGB, 2. Aufl., O. 1997, Rz 29 zu Art. 18 StGB; BGE 122 IV 
20; 106 IV 352 f.). 

21

a) Gemäss FIS-Verhaltensregel 3 muss der von hinten kommende Skifahrer 
oder Snowboarder seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer 
oder Snowboarder nicht gefährdet. Vorrang hat also der vorausfahrende Skifahrer 
oder Snowboarder (vgl. H.-K. Stiffler, a.a.O., § 2, Rz 82, 83 mit Hinweisen). 

Nach dem Gesagten steht fest, dass N. von oben respektive von hinten kom-
mend in die weiter vorne fahrende R. hineingefahren ist. Letztere genoss mithin 
gegenüber dem Berufungskläger den Vorrang auf der Piste. Dass R. einen grossen 
Teil der Piste ausnützte, indem sie breite Bögen ausführte, währenddem N. mit kur-
zen Schwüngen in der Fallinie zu Tale fuhr, vermag entgegen dem Einwand des 
Berufungsklägers am Vorrang der voranfahrenden Skifahrerin gegenüber dem von 
hinten kommenden Skifahrer nichts zu ändern. Der Vorrang gilt uneingeschränkt für 
alle Bewegungen des vorderen beziehungsweise geländemässig gesehen unteren 
Skifahrers, ob dieser nun geradeaus fahre, stemme, in weiten Bögen abschwinge, 
rutsche oder, was für den oberen Skifahrer besonders überraschend sein kann, 
plötzlich stürze. Dieser Grundsatz erfährt durch die im Jahre 2002 geschaffene Er-
gänzung der FIS-Verhaltensregel 5 eine einzige Ausnahme: Der hintere Skifahrer 
und Snowboarder braucht nicht damit zu rechnen, dass ihm der vordere plötzlich 
entgegenkommt, indem er hangaufwärts fährt oder schwingt. Ansonsten hat der vor-
dere Fahrer aber in jedem Fall Vorrang (vgl. H.-K. Stiffler, a.a.O., § 2, Rz 83, 84, 
101 f. mit Hinweisen). Der Hinweis des Berufungsklägers auf das Urteil des Land-
gerichts Traunstein vom 13. Juli 1994, welches offenbar unabhängig davon, ob der 
eine von hinten kommt und der andere weiter vorne fährt, vom Vorrang des in der 
Fallinie kurzschwingenden Skifahrers gegenüber dem in breiten Bögen fahrenden 
Schneesportlers ausgeht und damit im Widerspruch zur Praxis des Kantonsgerichts 
(vgl. PKG 1999 Nr. 32; 2001 Nr. 26) steht, erweist sich demnach als unbehelflich. 
Indem N. von hinten kommend in die weiter vorne fahrende R. fuhr, hat er deren 
Vorrang missachtet. Er hat mit seiner Fahrweise demzufolge die FIS-Verhaltensre-
gel 3 verletzt.

b) Die FIS-Verhaltensregel 4 bestimmt, das von oben oder unten, von rechts 
oder von links überholt werden darf, aber immer nur mit einem Abstand, der dem 
überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend 
Raum lässt. Der überholende Schneesportler muss also seine Fahrspur so wählen, 
dass ein Vorbeifahren an dem vor ihm beziehungsweise geländemässig weiter un-
ten fahrenden Skifahrer oder Snowboarder gefahrlos möglich ist. Dabei muss er 
zwar entsprechend der FIS-Verhaltensregel 3 nicht damit rechnen, dass ihm der zu 
überholende Skifahrer plötzlich hangaufwärts entgegenkommt. Der Überholende ist 

22

aber verpflichtet, ansonsten für alle Bewegungen des zu Überholenden genügend 
Raum zu lassen, somit auch für unerwartete Manöver zufolge Fahrfehlern, für das 
Abbremsen oder gar für einen Sturz (vgl. H.-K. Stiffler, a.a.O., § 2, Rz 92, 94). Der 
überholende Schneesportler hat mithin bei der Wahl seiner Fahrspur auch damit zu 
rechnen, dass der Voranfahrende grosse, weite Bögen ausführt. 

N. fuhr kurzschwingend in der Falllinie zu Tal, währenddem R. weiter unten 
auf der Piste grosse, weite Kurven in den Schnee zog. Als der schneller fahrende 
N. die Skifahrerin einholte, führte sie gerade eine weite Linkskurve aus. Anstatt an 
R. vorbeizufahren, kollidierte der Berufungskläger mit ihr. Indem der von hinten her-
annahende Berufungskläger beim Einholen von R. mit dieser zusammenprallte, hat 
er der Skifahrerin beim Vorbeifahren nicht den nötigen Raum gelassen, um ihre 
Linkskurve gefahrlos ausführen zu können. N. hat demnach mit seiner Fahrweise 
auch die Sorgfaltspflichten gemäss FIS-Regel 4 verletzt. 

c) Gemäss FIS-Verhaltensregel 2 muss jeder Skifahrer und Snowboarder auf 
Sicht fahren. Er muss während der Fahrt das Gelände und die andern Personen 
ständig genau beobachten, um innerhalb der Sichtweite der vor ihm liegenden Stre-
cke anhalten oder ausweichen zu können. Mangelnde Beobachtung bildet eine der 
Hauptursachen für Kollisionsunfälle auf der Skipiste (vgl. H.-K. Stiffler, a.a.O., § 2, 
Rz 71, 73; J. Pichler, Pisten, Paragraphen, Skiunfälle, W. 1970, S. 50; J. Pichler, 
Skiunfälle und Haftung aus österreichischer Sicht, Berlin 1972, S. 85; M. Reinhardt, 
Die strafrechtliche Bedeutung der FIS-Regeln, Diss., St. Gallen 1976, S. 149, 
152/153).

Der Berufungskläger gab gegenüber dem Untersuchungsrichter zu Protokoll, 
er habe sich beim Fahren auf die Skier seines Vordermannes konzentriert (vgl. act. 
3.14). Damit wird aufgrund seiner eigenen Angaben deutlich, dass N. seiner Umge-
bung nicht die Aufmerksamkeit geschenkt hat, die nötig gewesen wäre, um das vor 
ihm liegende Gelände und die in diesem Bereich fahrende R. genau beobachten 
und der Skifahrerin ausweichen zu können. In der Berufungsschrift wird zwar zu-
treffend ausgeführt, dass der Skifahrer lediglich dazu verpflichtet ist, nach vorne zu 
schauen, nicht auch zum Blick zurück. Vorne bedeutet dabei nicht nur geradeaus 
vorne, sondern umfasst einen gewissen Seitenbereich nach links und rechts, näm-
lich je etwa 45 Grad (vgl. H.-K. Stiffler, a.a.O., S. 25). Es ist ebenso selbstverständ-
lich, dass der Skifahrer während der Fahrt nicht das gesamte überblickbare, oft weit-
flächige Gelände vor sich beobachten muss; das kann er gar nicht, weil er seine 
besondere Aufmerksamkeit dem unmittelbaren Bereich vor sich zuwenden muss, 

23

um nicht zu stürzen. Er muss aber doch einen so grossen Raum vor sich beobach-
ten, dass er bei auftretenden Kollisionsgefahren in der Lage ist, dem Hindernis 
rechtzeitig auszuweichen oder vor diesem anzuhalten (vgl. M. Reinhardt, a.a.O., S. 
153/154; J. Pichler, Pisten, Paragraphen, Skiunfälle, a.a.O., S. 50). Davon kann bei 
einem Beobachtungsfeld, das sich allein auf die Skier des Vordermanns konzen-
triert, nicht die Rede sein. Der Berufungskläger hat folglich mit seinem Verhalten die 
in FIS-Verhaltensregel 2 statuierte Pflicht zur Beobachtung der Vorgänge auf der 
Piste (vgl. M. Reinhardt, a.a.O., S. 152) verletzt. 

d) Nach dem Gesagten steht fest, dass der Berufungskläger R. durch seine 
Fahrweise geschädigt hat. Wie die Vorinstanz zutreffend ausführt, hat er folglich mit 
seinem Verhalten auch gegen den allgemein gültigen Grundsatz der FIS-Regel 1 
verstossen, wonach jeder Skifahrer und Snowboarder sich so verhalten muss, dass 
er keinen andern gefährdet oder schädigt. Die FIS-Regel 1 enthält im Gegensatz zu 
den übrigen FIS-Regeln keine Verhaltensanweisung. Entsprechend kommt sie im 
Sinne eines Auffangtatbestands lediglich in Situationen, für die keine bestimmte Re-
gelung besteht, wie beispielsweise für Skifahrer und Snowboarder auf gleicher 
Höhe etc., direkt zur Anwendung. Liegen aber, wie im vorliegenden Fall, Verhält-
nisse vor, welche unter eine oder mehrere der konkreten FIS-Verhaltensregeln sub-
sumiert werden können, so kommt der FIS-Regel 1 keine selbständige Bedeutung 
zu (vgl. zum Ganzen H.-K. Stiffler, a.a.O., § 2, Rz 62, 66; M. Reinhardt, a.a.O., S. 
97/98).

Zusammenfassend steht somit fest, dass N. mit seiner Fahrweise auf der 
Skipiste gegen mehrere FIS-Verhaltensregeln verstossen hat. Infolge seines pflicht-
widrigen Verhaltens ist er mit R. kollidiert und hat die Skifahrerin am Körper verletzt. 
Dabei hat er zumindest die Möglichkeit der Verletzung von andern Skifahrern auf 
der Piste als Folge seines pflichtwidrigen Verhaltens voraussehen können. Hätte 
der Berufungskläger R. den Vorrang beziehungsweise beim Vorbeifahren genü-
gend Raum gelassen und hätte er den Vorgängen auf der Piste genügend Aufmerk-
samkeit geschenkt, hätte er also seine Sorgfaltspflichten wahrgenommen und sich 
entsprechend den FIS-Regeln verhalten, so wären der Zusammenprall mit der Ad-
häsionsklägerin und die daraus resultierenden Verletzungen der Skifahrerin mit 
grosser Wahrscheinlichkeit zu vermeiden gewesen. N. muss sich demzufolge vor-
werfen lassen, dass er die nach den Umständen und seinen persönlichen Verhält-
nissen erforderliche Vorsicht pflichtwidrig nicht beachtet und dadurch R. fahrlässig 
am Körper geschädigt hat. Die Adhäsionsklägerin hat durch den Zusammenprall mit 
N. eine Fraktur des linken Jochbeines, des linken Augenhöhlenbodens und eine Le 

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Fort II Fraktur (zentraler Mittelgesichtsbruch) erlitten (vgl. act. 3.10; 3.26). Wie aus 
den Akten hervorgeht, hatte R. infolge ihrer Kopf-/Gesichtsverletzungen Probleme 
mit ihrem Sehvermögen und dem Zahnverschluss. Sie musste sich mehreren ge-
sichtschirurgischen Eingriffen unterziehen und litt an Taubheitsgefühl im Gesicht so-
wie über mehrere Monate an heftigen Schmerzen (vgl. act. 3.10.3; 3.10.7-3.10.10; 
3.10.14; 3.10.18). Gemäss dem vom Untersuchungsrichteramt Chur bei Dr. med. 
A., Kantonsspital C., eingeholten Gutachten vom 6. Dezember 2001 ist die Verlet-
zung von R., wenn die Mittelgesichtsfraktur konsolidiert ist und keine Doppelbilder 
entstehen, aus rechtsmedizinischer Sicht als einfache Körperverletzung zu qualifi-
zieren. Bei korrekter Durchführung der Operation, wie sie im Mission Hospital in 
Kalifornien durchgeführt worden sei, sei eine restitutio ad integrum (völlige Wieder-
herstellung) zu erwarten. Mit einer irreversiblen Beeinträchtigung ihrer Gesundheit 
hat die Geschädigte demnach nicht zu rechnen. Wie sich aus den Akten betreffend 
den Gesundheitszustand von R. ergibt, hat diese ihre Arbeitstätigkeit am 4. Juni 
2001 denn auch wieder aufgenommen (vgl. act. 3.10.7-3.10.9; 3.26). Im Übrigen 
führt der Gutachter aus, dass auch nicht mit entstellenden Narben zu rechnen sei 
(vgl. act. 3.26). Demzufolge handelt es sich bei den durch die Kollision mit N. erlit-
tenen Frakturen um eine einfache Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 
Abs. 1 StGB. N. hat sich demnach mit seinem Verhalten der fahrlässigen Körper-
verletzung gemäss Art. 125 Abs. 1 StGB schuldig gemacht.

7. Bei der Überprüfung der vorinstanzlichen Strafzumessung setzt der Kan-
tonsgerichtsausschuss sein Ermessen anstelle desjenigen der Vorinstanz und wen-
det die Regeln über die Strafzumessung selbständig an. Bei der Strafzumessung 
hat der Richter gemäss Art. 63 StGB vom Verschulden des Täters auszugehen und 
insbesondere die Beweggründe, das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse 
zu berücksichtigen. Das Verschulden umfasst den gesamten Unrechts- und Schuld-
gehalt der konkreten Straftat. Der Bemessung der Schuld ist die Schwere der Tat 
zugrunde zu legen. Weiter unterscheidet man beim Verschulden Tat- und Täter-
komponente. Bei der Tatkomponente betrachtet man das Ausmass des verschul-
deten Erfolges, die Willensrichtung, mit welcher der Täter handelte, und seine Be-
weggründe. Die Täterkomponente hingegen umfasst Vorleben und persönliche Ver-
hältnisse des Täters sowie das Verhalten nach der Tat oder im Strafverfahren, wie 
zum Beispiel Reue, Einsicht oder Strafempfindlichkeit (BGE 117 IV 112 ff. mit Hin-
weisen). Diese in die Waagschale gelegten Elemente wirken strafmindernd oder 
straferhöhend, wobei in der Begründung der Strafzumessung die Überlegungen des 
Richters nachvollziehbar sein müssen. Liegen keine Strafmilderungs- oder Straf-
schärfungsgründe vor, hat sich der Richter an den vom Gesetzgeber vorgesehenen 

25

Strafrahmen zu halten. Grundlage für die Strafzumessung im vorliegenden Fall bil-
det der in Art. 125 Abs. 1 StGB vorgesehene Strafrahmen von Gefängnis von drei 
Tagen bis zu drei Jahren oder Busse (Art. 36 StGB). Wird eine Busse ausgespro-
chen und bestimmt das Gesetz es nicht anders, so beträgt der Höchstbetrag der 
Busse Fr. 40'000.-- (Art. 48 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Art. 48 Ziff. 2 Abs. 1 StGB schreibt 
dem Richter vor, den Betrag einer Busse je nach den Verhältnissen des Täters so 
zu bestimmen, dass dieser durch die Einbusse die Strafe erleidet, die seinem Ver-
schulden angemessen ist. Dabei sind für die Verhältnisse des Täters namentlich 
sein Einkommen und sein Vermögen, sein Familienstand und seine Familienpflich-
ten, sein Beruf und Erwerb, sein Alter und seine Gesundheit von Bedeutung (vgl. 
Art. 48 Ziff. 2 StGB).  

Das Verschulden von N. darf nicht bagatellisiert werden.  Entgegen seinen 
eigenen Ausführungen muss er sich den Vorwurf entgegenhalten lassen, dass er 
mit seiner Fahrweise auf der Piste seine Sorgfaltspflichten missachtet und damit 
aus Unachtsamkeit einen Menschen verletzt hat. Immerhin kann N. zu Gute gehal-
ten werden, dass er sich sofort nach der Kollision um die verletzte R. gekümmert 
hat. Strafmindernd ist dem Berufungskläger sein vorstrafenfreies Vorleben sowie 
der tadellose Leumund anzurechnen. Demgegenüber kann er aufgrund der Tatsa-
che, dass er bis heute nicht einsehen will, dass er seine Sorgfaltspflichten verletzt 
und dadurch die Kollision mit R. verursacht hat, nicht mit Milde rechnen. Strafschär-
fungs- und Strafmilderungsgründe liegen keine vor. Gemäss Auskunft der Steuer-
verwaltung des Kantons Graubünden vom 12. Oktober 2001 (vgl. act. 2.2) erzielte 
N. im Jahre 2000 ein steuerbares Einkommen von Fr. 57'300.-- und besitzt ein steu-
erbares Reinvermögen von Fr. 751'000.--. In Anbetracht der finanziellen Verhält-
nisse des Berufungsklägers sowie unter Berücksichtigung der konkreten Umstände 
und sämtlicher Strafzumessungsgründe erscheint dem Kantonsgerichtsausschuss 
die von der Vorinstanz ausgesprochene Busse von Fr.1'000.-- als dem Verschulden 
von N. angemessen. Nicht zu beanstanden ist auch die von der Vorinstanz ver-
hängte Probezeit von einem Jahr. Nach deren Ablauf ist der Eintrag der Busse bei 
Wohlverhalten vorzeitig zu löschen.

8. Der Berufungskläger verlangt mit dem eingelegten Rechtsmittel die Aufhe-
bung des vorinstanzlichen Urteils sowie seinen Freispruch. Zu der Adhäsionsklage 
von R., welche von der Vorinstanz dem Grundsatz nach gutgeheissen und zur kon-
kreten Geltendmachung von Schaden und Genugtuung auf den Zivilweg verwiesen 
wurde (Ziff. 4 des Dispositivs), äussert sich N. nicht, weshalb der Kantonsgerichts-
ausschuss darüber auch nicht weiter zu befinden hat. 

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Gesamthaft betrachtet steht demnach im Ergebnis fest, dass das angefoch-
tene Urteil sowohl in bezug auf den Schuldspruch als auch hinsichtlich der Strafzu-
messung und der übrigen Punkte zu bestätigen ist. Die Rügen von N. erweisen sich 
mithin als unbegründet, weshalb die Berufung vollumfänglich abzuweisen ist.

9. Erweist sich das vorinstanzliche Urteil als rechtmässig und ist die Berufung 
abzuweisen, so sind die Kosten des Berufungsverfahrens gemäss Art. 160  Abs. 1 
StPO dem Berufungskläger aufzuerlegen. Der Entscheid über den Strafpunkt, kon-
kret also darüber, ob der Berufungskläger den Tatbestand der fahrlässigen Körper-
verletzung erfüllt hat, kann auch die Beurteilung der Zivilansprüche von R. beein-
flussen (Haftungsumfang etc.). Die Adhäsionsklägerin hat sich demnach in ihrer 
Vernehmlassung notwendigerweise gegen die Aufhebung des Urteils im Strafpunkt 
gewandt. N. ist daher zu verpflichten, R. für ihre Umtriebe im Rechtsmittelverfahren 
ausseramtlich angemessen zu entschädigen (vgl. PKG 1990 Nr. 38 sowie Jürg Do-
menig, Die Adhäsionsklage im Bündner Strafprozess, Diss., O. 1990, S. 128 mit 
Hinweisen). 

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Demnach erkennt der Kantonsgerichtsausschuss :

1. Die Berufung wird abgewiesen.

2. Die Kosten des Berufungsverfahrens von Fr. 3'000.-- gehen zu Lasten des 
Berufungsklägers, der die Adhäsionsklägerin für das Berufungsverfahren 
ausseramtlich mit Fr. 1‘000.-- zu entschädigen hat.

3. Gegen dieses Urteil kann, sofern Verletzung eidgenössischen Rechts gel-
tend gemacht werden will, Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des 
schweizerischen Bundesgerichts geführt werden. Diese ist dem Bundesge-
richt innert 30 Tagen seit Zustellung der vollständigen Ausfertigung des Ent-
scheides in der in Art. 273 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechts-
pflege (BStP) vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die Beschwerdele-
gitimation und die weiteren Voraussetzungen der Nichtigkeitsbeschwerde 
gelten die Art. 268 ff. BStP.

4. Mitteilung an:

__________

Für den Kantonsgerichtsausschuss von Graubünden 
Der Vizepräsident Die Aktuarin