# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 23b8ffcf-b7b2-5b60-8e29-dbfc8babee58
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-12-13
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 13.12.2023 ZK1 2023 88
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZK1-2023-88_2023-12-13.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

Urteil vom 13. Dezember 2023

Referenz ZK1 23 88

Instanz I. Zivilkammer 

Besetzung Richter, Vorsitzende
Cavegn und Moses
Casutt, Aktuarin

Parteien A._____
Beschwerdeführerin
vertreten durch Rechtsanwältin lic. iur. Sandra Esteves
Esteves Law, Haus der Immobilien, Zollikerstrasse 65, 8702 Zolli-
kon 

gegen

B._____
Beschwerdegegner
vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Diego Quinter
Vasarauls 11, 7084 Brienz/Brinzauls GR 

Gegenstand Ehescheidung (Kosten- und Entschädigungsfolgen)

Anfechtungsobj. Entscheid Regionalgericht Viamala vom 22.03.2023, mitgeteilt am 
02.06.2023 (Proz. Nr. 115-2020-17)

Mitteilung 19. Dezember 2023

2 / 16

Sachverhalt

A. A._____, geboren am _____ 1974, und B._____, geboren am _____ 1974, 
haben am _____ 1995 in C._____ geheiratet. Aus der Ehe sind zwei Kinder her-
vorgegangen. Mit Urteil des Tribunal Judicial D._____, C._____, vom _____ 2016, 
rechtskräftig geworden am _____ 2016, wurden die Eheleute B._____ und 
A._____ in C._____ geschieden.

B. Am 17. November 2020 reichte A._____ beim Regionalgericht Viamala 
Klage gegen B._____ ein. Sie verlangte die Anerkennung und Ergänzung des 
Scheidungsurteils vom 17. Februar 2016. Die Rechtsbegehren lauteten wie folgt:

1. Es sei in Ergänzung des C._____ Scheidungsurteils vom _____ 2016 
die von den Parteien während der Ehe geäufneten Austrittsleistungen 
der beruflichen Vorsorge zu teilen (Stichdatum: _____ 2016). 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Auslagen und 
MWST) zu Lasten des Beklagten.

Prozessualer Antrag:

Es sei der Klägerin die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und in 
der Person der Unterzeichnenden ab dem 16. November 2020 (= Datum 
des Ausarbeitens dieser Klage) eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu er-
nennen. 

C. Das Regionalgericht Viamala eröffnete daraufhin folgende drei Verfahren:

 Proz.-Nr. 115-2020-17: Streitgegenstand: Ehescheidung, Nebenfolge 
Vorsorgeausgleich, Nachverfahren/Ergänzung ausländisches Schei-
dungsurteil; sachliche Zuständigkeit: Kollegialgericht

 Proz.-Nr. 135-2020-264: Anerkennung und Vollstreckbarerklärung ei-
nes ausländischen Scheidungsurteils; sachliche Zuständigkeit: Einzel-
richterin

 Proz.-Nr. 135-2020-265: Streitgegenstand: unentgeltliche Rechtspfle-
ge; sachliche Zuständigkeit: Einzelrichterin

D. Die Klageantwort von B._____ ging am 2. Februar 2020 beim Regionalge-
richt Viamala ein. Er stellte folgende Anträge:

1. Abweisung der Klage.

2. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zu Lasten der Klägerin. 

E. Die Einzelrichterin am Regionalgericht Viamala gewährte A._____ am 
3. Februar 2021 die unentgeltliche Rechtspflege, unter Einsetzung von Rechtsan-
wältin Sandra Esteves Gonçalves als unentgeltliche Rechtsbeiständin. Mit Ent-
scheid der Einzelrichterin vom 10. März 2021 wurde das Scheidungsurteil von 
C._____ in der Schweiz anerkannt und für vollstreckbar erklärt (Proz. Nr. 135-

3 / 16

2020-264). Nachfolgend geht es daher lediglich noch um das Verfahren Proz.-Nr. 
115-2020-17.

F. Am 10. März 2021 reichte A._____ die Replik ein und passte ihre Anträge 
wie folgt an: 

1. Es sei in Ergänzung des C._____ Scheidungsurteils vom _____ 2016 
die von den Parteien während der Ehe geäufneten Austrittsleistungen 
der beruflichen Vorsorge per Stichdatum _____ 2017, eventualiter per 
Stichdatum _____ 2017 bzw. sub-eventualiter per Stichdatum _____ 
2016 vollständig, mindestens jedoch im hälftigen Umfang, auf ein von 
der Klägerin zu bezeichnendes Freizügigkeitskonto zu überweisen. 

2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich Auslagen und 
MWST) zu Lasten des Beklagten. 

G. Mit Duplik vom 19. April 2021 hielt B._____ an seinen Anträgen aus der 
Klageantwort fest. 

H. Der weitere Verfahrensablauf vor Regionalgericht ergibt sich aus den Akten 
(Stellungnahmen, Beweisverfügungen, Noveneingaben, Schlussvorträge etc.).

I. Mit Entscheid vom 22. März 2023, schriftlich begründet mitgeteilt am 2. Juni 
2023, erkannte das Regionalgericht Viamala wie folgt:

1. Das C._____ Scheidungsurteil zwischen A._____ und B._____ vom 
14. Januar 2016 wird in dem Sinne ergänzt, als die von den Parteien 
während der Ehe geäufneten Austrittsleistungen der beruflichen Vor-
sorge per Stichdatum 14. Januar 2016 hälftig geteilt werden. 

Die F._____ Stiftung für die berufliche Vorsorge, wird angewiesen, 
vom Konto von B._____, geboren am _____1974, SV-Nummer, den 
Betrag von CHF 17'802.00 zuzüglich Zins zum BVG Mindestzins oder 
einem allfälligen höheren reglementarischen Zins seit dem _____ 2016 
mit dem Vermerk "Übertragung zufolge Ehescheidung" auf das Frei-
zügigkeitskonto IBAN ._____, lautend auf A._____, geboren am _____ 
1974, C._____, bei der E._____, zu überweisen.

2.a) Die Gerichtskosten in Höhe von CHF 5'000.00 (Entscheidgebühr) wer-
den den Parteien je hälftig auferlegt.

Die auf A._____ entfallenden Kosten von CHF 2'500.00 trägt gestützt 
auf die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege vom 3. Februar 
2021 (Proz. Nr. 135-2020-265) der Kanton Graubünden; sie werden 
aus der Gerichtskasse bezahlt.

Die auf B._____ entfallenden Kosten von CHF 2'500.00 werden nach 
Eintritt der Rechtskraft in Rechnung gestellt. 

  b) Parteientschädigungen sind nicht geschuldet.

  c) Das Honorar der Rechtsvertreterin von A._____, Rechtsanwältin lic. 
iur. Sandra Esteves, wird auf CHF 15'139.85 (inkl. Spesen und Mehr-
wertsteuer) festgesetzt und gestützt auf die Bewilligung der unentgelt-

4 / 16

lichen Rechtspflege vom 3. Februar 2021 (Proz. Nr. 135-2020-265) 
aus der Gerichtskasse bezahlt.

3.a) [Rechtsmittelbelehrung]

  b) [Rechtsmittelbelehrung Kostenentscheid]

4. [Mitteilung]

J. Mit Eingabe vom 5. Juli 2023 reichte A._____ (fortan Beschwerdeführerin) 
Beschwerde (bezeichnet als "Berufung") gegen den Entscheid des Regionalge-
richts Viamala beim Kantonsgericht ein. Sie stellte folgende Rechtsbegehren:

1. Es sei Dispositiv Ziffer 2. a) des Entscheids des Regionalgerichts Via-
mala vom 22. März 2023 vollumfänglich aufzuheben und die Gerichts-
kosten des erstinstanzlichen Gerichtsverfahrens seien vollumfänglich 
dem Berufungsbeklagten aufzuerlegen.

2. Es sei Dispositiv Ziffer 2. b) des Entscheids des Regionalgerichts Via-
mala vom 22. März 2023 vollumfänglich aufzuheben und der Berufs-
beklagte sei zu verpflichten, der Berufsklägerin für das erstinstanzliche 
Gerichtsverfahren die volle Parteientschädigung von Fr. 35'525.60 (in-
kl. effektive Barauslagen von Fr. 659.70 und 7.7% MWST) zuzüglich 5 
% Zinsen seit dem 31. März 2023 zu bezahlen. 

3. Es sei Dispositiv Ziffer 2. c) des Entscheids des Regionalgerichts Via-
mala vom 22. März 2023 angesichts von oben Antrag Ziffer 2 wegen 
Gegenstandslosigkeit ersatzlos aufzuheben.

4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich effektive Baraus-
lagen und 7.7% MWST) zu Lasten des Berufungsbeklagten.

Prozessuales Gesuch

Es sei der Berufungsklägerin für das vorliegende Berufungsverfahren 
die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren sowie in der Person 
der Unterzeichnenden ab dem 28. Juni 2023 (= Ausarbeiten der vor-
liegenden Berufungsschrift) eine unentgeltliche Rechtsvertreterin zu 
bestellen.

K. Auf Aufforderung der Vorsitzenden reichte die Beschwerdeführerin ein se-
parates Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ein (ZK1 23 100).

L. Am 8. September 2023 ging die Beschwerdeantwort von B._____ (fortan 
Beschwerdegegner) hierorts ein. Er beantragte was folgt:

1. Abweisung der Beschwerde.

2. Die Beschwerdeführerin sei gestützt auf Art. 99 Abs. 1 lit. a ZPO zu 
verpflichten, die mutmasslichen Kosten des Beschwerdegegners für 
vorliegendes Verfahren in Höhe von CHF 5'000 angemessen sicher-
zustellen. 

3. Unter gerichtlicher und aussergerichtlicher Kosten- und Entschädi-
gungsfolge zzgl. gesetzliche Mehrwertsteuer zu Lasten der Beschwer-
deführerin. 

5 / 16

M. Mit Eingabe vom 2. Oktober 2023 beantragte die Beschwerdeführerin die 
kostenfällige vollumfängliche Abweisung des Antrags auf Sicherstellung der Par-
teientschädigung und nahm dazu Stellung.

N. Die vorinstanzlichen Akten wurden beigezogen (Proz.-Nr. 115-2020-17; 
135-2020-265). Das Verfahren erweist sich als spruchreif. 

Erwägungen

1. Formelles

1.1. Anfechtungsobjekt ist ein erstinstanzlicher Entscheid des Regionalgerichts 
Viamala zur Ergänzung eines C._____ Scheidungsurteils. Die als Berufung be-
zeichnete Eingabe der Beschwerdeführerin vom 5. Juli 2023 richtet sich einzig 
gegen den Kostenentscheid, sprich gegen die im Entscheid festgelegten Kosten- 
und Entschädigungsfolgen (act. A.1, I.1-3; act. A.1, III.1; act. B.1, E. 3, Dispositiv-
Ziffer 2.a-c; vgl. ferner act. B.1, Dispositiv-Ziffer 3.b; act. D.1). Ein Kostenentscheid 
ist selbständig nur mit Beschwerde anfechtbar (Art. 110 ZPO i.V.m. 319 ff. ZPO).

Die falsche Bezeichnung des Rechtsmittels schadet der Beschwerdeführerin pra-
xisgemäss jedoch nicht. In diesem Zusammenhang gilt es zu beachten, dass in 
singgemässer Anwendung von Art. 18 OR in Verbindung mit Art. 52 ZPO eine le-
diglich unrichtige Bezeichnung des Rechtsmittels unschädlich ist, sofern es den-
noch die Voraussetzungen bezüglich Form und Frist des an sich zulässigen 
Rechtsmittels aufweist (nachstehend E. 1.2). In einem solchen Fall nimmt das Ge-
richt eine Konversion in dem Sinne vor, als dass es das falsch bezeichnete 
Rechtsmittel als dasjenige, welches zulässig gewesen wäre, entgegennimmt (vgl. 
KGer GR ZK1 16 64 v. 28.12.2016 E. 1a m.H.a. KGer GR ZK2 15 8 v. 20.3.2015 
E. 1b und ZK1 12 35 v. 21.8.2012, E. 1a.). Angesichts des Ausgangs des Verfah-
rens braucht die neuere bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Konversion, die 
Kritik hierzu in der Lehre und die bestehenden unterschiedlichen kantonalen Pra-
xen nicht näher erörtert zu werden (vgl. BGer 4A_145/2021 v. 27.10.2021 E. 5.1; 
5A_46/2020 v. 17.11.2020 E. 4.1.2; 5A_786/2020 v. 26.10.2020 E. 3.3.1; 
5A_221/2018 v. 4.6.2018 E. 3.3.1; vgl. dazu Patrick Honegger-Müntener, Konver-
sion von Rechtsmitteln nach der ZPO, Ein kritischer Diskussionsbeitrag, AJP 
9/2022, S. 939 ff., S. 951). Die beiläufige Bemerkung der Beschwerdeführerin am 
Ende ihrer Rechtsmittelschrift, wonach in Anbetracht der eindeutigen Rechtslage 
betreffend Verteilung der Prozesskosten nach Obsiegen und Unterliegen die vor-
liegende Berufung keine Beschwerde des Kostenentscheids darstelle (act. A.1, 
IV.3), ändert am Gesagten nichts, zumal sich bereits deren Sinn nicht gänzlich 

6 / 16

erhellt (vgl. zum Begriff Kostenentscheid: Hans Schmid/Ingrid Jent-Sørensen, in: 
Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], Kurzkommentar, ZPO, Schweizerische Zivil-
prozessordnung, 3. Aufl., Zürich 2021, N 1 zu Art. 110 ZPO; Viktor Rüegg/Michael 
Rüegg, in: Spühler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Basler Kommentar, Schweizerische 
Zivilprozessordnung, 3. Aufl., Basel 2017, N 1 zu Art. 110 ZPO; Adrian Urwy-
ler/Myriam Grütter, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Dike-Kommentar, 
Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2016, N 2 zu Art. 110 ZPO).

1.2. Die Beschwerde erfolgte frist- und formgerecht (RG act. I.29; act. A.1; 
act. B.1; Art. 321 Abs. 1 ZPO; Art. 7 Abs. 1 EGzZPO [BR 320.100]). Aufgrund des 
Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege wurde von der Erhebung eines Kosten-
vorschusses abgesehen (Art. 118 Abs. 1 lit. a ZPO; vgl. KGer GR ZK1 23 100 
[Gesuch um URP]). Die Eintretensvoraussetzungen geben zu keinen weiteren 
Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist – unter Vorbehalt nachfolgender 
Erwägungen (vgl. E. 5) – einzutreten. Die Beurteilung der Beschwerde fällt in die 
Zuständigkeit der erkennenden Kammer (Art. 6 Abs. 1 lit. a KGV [BR 173.100]). 

1.3. Mit Beschwerde kann die unrichtige Rechtsanwendung sowie die offen-
sichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts geltend gemacht werden 
(Art. 320 lit. a und b ZPO). 

1.4. Gegenstand des vorliegenden Verfahrens bilden auf Seiten der Beschwer-
deführerin die Kosten- und Entschädigungsfolgen des vorinstanzlichen Ent-
scheids. Auf Seiten des Beschwerdegegners ist über den Antrag auf Sicherstel-
lung der Parteientschädigung zu entscheiden (act. A.2, I.2).

2. Sicherstellung der Parteientschädigung

2.1. Der Beschwerdegegner beantragt die Sicherstellung seiner mutmasslichen 
Kosten für das vorliegende Beschwerdeverfahren in der Höhe von CHF 5'000.00 
(act. A.2, I.2). Er begründet dies damit, dass die Beschwerdeführerin in C._____ 
wohne und ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege stelle. 
Daher und aufgrund des bisherigen Scheidungsprozesses müsse er davon aus-
gehen, dass die Beschwerdeführerin nicht über die notwendigen Mittel verfüge, 
wenn es darum gehe, eine dem Beschwerdegegner möglicherweise zugespro-
chene Parteientschädigung zu bezahlen. Die Beschwerdeführerin könne sich nicht 
auf Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO berufen, nachdem die Scheidung in casu längst in 
Rechtskraft erwachsen sei (act. A.2, II.2). Die Beschwerdeführerin hingegen bean-
tragt die Abweisung dieses Antrags und führt aus, aufgrund der unentgeltlichen 
Rechtspflege habe der Beschwerdegegner die "ultimative" Sicherstellung seiner 

7 / 16

Parteientschädigung. Ferner sei es dem Beschwerdegegner ohne Weiteres zu-
mutbar in C._____ gegen die Beschwerdeführerin vorzugehen. Dies habe er in der 
Vergangenheit bereits mehrfach getan. Beim Beschwerdegegner bestehe kein 
Rechtsschutzinteresse (act. A.3). 

2.2. Vorab ist anzumerken, dass die Vorinstanz im vorliegenden Fall mit interna-
tionalem Sachverhalt als lex causae Schweizer Recht zur Anwendung brachte 
(act. B.1, E. 1.3). Das anwendbare Prozessrecht ist ohnehin das Recht des Fo-
rums (lex fori), mithin Schweizer Zivilprozessrecht. Im Rahmen eines Scheidungs-
verfahrens muss unter anderem zwingend der Vorsorgeausgleich geregelt werden 
(vgl. Art. 122 ff. ZGB; Art. 274 ff., insb. 280 f., 285 ZPO; Daniel Bähler, in: Spüh-
ler/Tenchio/Infanger [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, Basler Kom-
mentar, 3. Aufl., Basel 2017, N 1 ff. zu Art. 280 ZPO).

2.3. Die klagende Partei hat auf Antrag der beklagten Partei für deren Parteien-
tschädigung Sicherheit zu leisten, wenn sie keinen Wohnsitz oder Sitz in der 
Schweiz hat, zahlungsunfähig erscheint, Prozesskosten aus früheren Verfahren 
schuldet oder wenn andere Gründe für eine erhebliche Gefährdung der Parteien-
tschädigung bestehen (Art. 99 Abs. 1 lit. a-d ZPO). Das Gesetz nimmt jedoch ver-
schiedene Verfahren von der Kautionspflicht aus. Darunter auch das Scheidungs-
verfahren (Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO). Es wäre mit der eherechtlichen Beistands- 
und Unterhaltspflicht nicht vereinbar, wenn die Einreichung einer Scheidungsklage 
oder eines Rechtsmittels in einem Scheidungsprozess von der Sicherstellung ei-
nes Ehegatten abhängig gemacht würde (Rüegg/Rüegg, a.a.O., N 21 zu Art. 99 
ZPO). Obwohl der Wortlaut des Verweises einzig auf das 2. Kapitel (Scheidungs-
verfahren) des 6. Titels (Besondere eherechtliche Verfahren) hindeutet, bleiben 
alle eherechtlichen Verfahren, die im summarischen oder vereinfachten Verfahren 
zu beurteilen sind, ebenfalls von der Sicherstellung ausgeschlossen (Urwyler/ 
Grütter, a.a.O., N 15 zu Art. 99 ZPO, Fn. 31). 

2.4. Richtig ist, dass der Scheidungspunkt und die mittels C._____ Urteil gere-
gelten Scheidungsnebenfolgen bereits in Rechtskraft erwuchsen. Insoweit ist dem 
Beschwerdegegner zuzustimmen. Der Beschwerdegegner übersieht aber, dass 
das vorliegende Verfahren notwendig wurde, weil nicht alle Scheidungsfolgen, die 
gemäss Schweizer Recht zwingend geregelt werden müssen, im C._____ Urteil 
geregelt worden sind. Entsprechend handelt es sich beim angefochtenen Ent-
scheid des Regionalgerichts um eine Ergänzung des C._____ Scheidungsurteils, 
welches eben gerade lückenhaft war und in Bezug auf den Vorsorgeausgleich ei-
ner Ergänzung bedurfte. Die Ausnahme von Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO knüpft an die 
Besonderheiten des Scheidungsverfahrens gemäss Art. 274 ff. ZPO an (vgl. ins-

8 / 16

besondere auch Art. 280 f. ZPO). Rechtsprechung betreffend die Anwendung von 
Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO auf die Ergänzung von ausländischen Scheidungsurteilen 
ist soweit erkennbar keine vorhanden. Das vorliegende Verfahren ist alsdann nicht 
gleichzusetzen mit einem Abänderungsverfahren (vgl. hierzu KGer LU 3C 18 16 v. 
28.11.2018 = LGVE 2019 II Nr. 1 m.H.a. KGer BL 410 18 55 v. 22.5.2018 E. 2, 
wobei die Frage, ob diesen Entscheiden betr. Abänderungsverfahren zu folgen 
wäre, nicht zu erörtern ist).

Gegenstand vor erster Instanz waren folglich in der Schweiz zwingend zu regeln-
de Scheidungsnebenfolgen, weshalb das Verfahren unter die Ausnahme des 
Scheidungsverfahrens nach Art. 99 Abs. 3 lit. b ZPO fällt. Dass es im Rechtsmit-
telverfahren einzig noch um den Kostenentscheid geht, ändert daran nichts. 
Wenngleich die Argumentation der Beschwerdeführerin, wonach der Beschwerde-
gegner durch die Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung der Beschwer-
deführerin die "ultimative Sicherstellung einer Parteientschädigung" habe 
(act. A.3), ebenfalls nicht zutrifft, ist das Gesuch des Beschwerdegegners um Si-
cherstellung der Parteientschädigung durch die Beschwerdeführerin nach dem 
Gesagten abzuweisen. Dies kann mit dem Endentscheid erfolgen, zumal der Be-
schwerdegegner seine Arbeit im vorliegenden Verfahren bereits erbrachte, indem 
er mit Stellung des fraglichen Sicherstellungsantrages gleichzeitig eine vollständi-
ge Beschwerdeantwort eingereicht hatte.

3. Verteilung der Prozesskosten

3.1. Die Vorinstanz setzte die Entscheidgebühr auf CHF 5'000.00 fest und führte 
aus, keine der Parteien habe vollständig obsiegt. Nachdem der Beschwerdeführe-
rin lediglich die Hälfte des beantragten Betrages zugesprochen worden sei und 
der Beschwerdegegner auf Abweisung der Klage geschlossen habe, rechtfertige 
sich eine hälftige Verteilung der Prozesskosten (act. B.1, E. 3.1). 

Die Beschwerdeführerin beantragt, es seien die Gerichtskosten des erstinstanzli-
chen Verfahrens vollumfänglich dem Beschwerdegegner aufzuerlegen. Sie führt 
begründend aus, ihrem Eventualantrag vor der Vorinstanz sei vollumfänglich ent-
sprochen worden. Dem Antrag des Beschwerdegegners jedoch nicht, habe dieser 
doch bis zuletzt im Hauptbegehren die vollständige Abweisung der Ergänzungs-
klage gestellt. Es sei gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung irre-
levant, ob die Beschwerdeführerin im Haupt- oder Eventualbegehren obsiegt ha-
be. Anders sei der Fall nur zu beurteilen, wenn der Beschwerdegegner ebenfalls 
im Eventualantrag die hälftige Teilung der während der Ehe geäufneten Austritts-
leistungen der beruflichen Vorsorge der Parteien beantragt hätte. Die Vorinstanz 

9 / 16

habe aktenerstellt gegen Bundesrecht verstossen, indem sie ausführe "keine der 
Parteien habe vollständig obsiegt" (act. A.1, IV.1.1). Der Beschwerdegegner hin-
gegen ist der Ansicht, dass die Beschwerdeführerin im vorinstanzlichen Verfahren 
nicht vollständig obsiegt habe. Im Hauptbegehren habe sie die vollständige Aus-
kehrung der durch den Beschwerdegegner während der gemeinsamen Ehe 
geäufneten Vorsorgegelder an sich selber beantragt. Dieser Antrag habe dazu 
geführt, dass die Vorinstanz über fünf Seiten Erwägungen habe anstellen müssen. 
Schliesslich habe die Vorinstanz auf Abweisung des Hauptantrags der Beschwer-
deführerin erkannt (act. A.2, III.4 f.). 

3.2. Grundsätzlich werden die Prozesskosten der unterliegenden Partei aufer-
legt (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Sofern keine Partei vollständig obsiegt, werden die 
Prozesskosten nach dem Ausgang des Verfahrens verteilt (Art. 106 Abs. 2 ZPO). 
Sofern das Hauptbegehren geschützt wird, fallen Eventualbegehren für die Kos-
tenverteilung nicht in Betracht. Dringt indessen das Eventualbegehren durch und 
liegt dessen Streitwert unter demjenigen des Hauptbegehrens, unterliegt die kla-
gende Partei mit der Differenz zwischen Haupt- und Eventualbegehren (Rüegg/ 
Rüegg, a.a.O., N 3 zu Art. 106 ZPO; Martin H. Sterchi, in: Hausheer/Walter 
[Hrsg.], Berner Kommentar, Kommentar zum schweizerischen Privatrecht, 
Schweizerische Zivilprozessordnung, Bd. I, Art. 1-149 ZPO, Bern 2012, N 4 zu 
Art. 106 ZPO; beide mit Hinweis auf: Max Guldener, Schweizerisches Zivilpro-
zessrecht, 3. Aufl., Zürich 1979; Thomas Sutter-Somm/Benedikt Seiler, in: Hand-
kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, Art. 1-408 ZPO, Zürich 
2021, N 5 zu Art. 106 ZPO m.H.a. Rüegg/Rüegg, a.a.O., N 3 zu Art. 106 ZPO und 
Sterchi, a.a.O., N 4 zu Art. 106 ZPO). Eine Partei, deren Hauptbegehren zwar ab-
gewiesen aber das Eventualbegehren gutgeheissen wird, obsiegt folglich nur teil-
weise. Sie obsiegt zwar im Endergebnis, das Dispositiv weicht aber von ihrem 
primären Rechtsbegehren ab und sie wäre zur Ergreifung eines Rechtsmittels legi-
timiert. Folglich kann sie nicht als vollständig obsiegende Partei betrachtet werden. 
Durch ihr Vorgehen hat sie zudem unnötige Kosten verursacht. Hätte sie diese 
Kosten nicht zu tragen, wäre sie dank des Eventualbegehrens weitgehend von 
einem Prozessrisiko befreit (Melanie Huber-Lehmann, Tücken der eventuellen 
Klagehäufung, in: AJP 9/2019, S. 900 ff., S. 911 f.). Geht man demgemäss vom 
teilweisen Obsiegen aus, sind die Prozesskosten entsprechend dem Verfahrens-
ausgang verhältnismässig aufzuteilen. Bei vermögensrechtlichen Streitigkeiten ist 
für die Aufteilung der Kosten regelmässig das Verhältnis zwischen dem im 
Rechtsbegehren geforderten und dem im Urteil zugesprochenen Forderungsbe-
trag von Bedeutung. Bei nicht vermögensrechtlichen Streitigkeiten ist in diesem 
Fall das Ausmass des Obsiegens nach Ermessen festzulegen (Adrian Urwyler/ 

10 / 16

Myriam Grütter, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilpro-
zessordnung, Kommentar, 2. Aufl., Zürich 2016, N 6 zu Art. 106 ZPO). Bei einem 
überschiessenden Eventualbegehren, sollen die Prozesskosten vollumfänglich 
dem unterlegenen Beklagten auferlegt werden. Im Normalfall übersteigt jedoch 
das Hauptbegehren das Eventualbegehren (Huber-Lehmann, a.a.O., S. 911 f. 
m.H.a. Rafael Klingler, Die Eventualmaxime in der Schweizerischen Zivilprozess-
ordnung, N 88 m.H.a. Fn. 216).

3.3. Die Beschwerdeführerin führt zu Recht aus, dass Eventualbegehren bei der 
Verteilung der Prozesskosten grundsätzlich zu berücksichtigen sind. Richtig ist 
ebenfalls, dass der Beschwerdegegner selbst einzig auf den gänzlichen Verzicht 
auf die Aufteilung der beruflichen Vorsorgegelder plädierte und seinerseits keinen 
Eventualantrag stellte. Die Beschwerdeführerin führt zu ihrer Aussage, wonach 
gemäss ständiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung für die Verteilung der Ver-
fahrenskosten nach Obsiegen und Unterliegen irrelevant sei, ob die obsiegende 
Partei im Haupt- oder im Eventualantrag obsiege, kein Zitat an (act. A.1, IV.1.1). 
Es ist daher nicht ersichtlich, woher die Beschwerdeführerin diese Aussage hat 
oder auf welchen Bundesgerichtsentscheid sie sich bezieht. Die behauptete 
Rechtsprechung konnte nicht verifiziert werden. Am Rande sei erwähnt, dass es 
nach altem Zürcher Zivilprozessrecht bzw. nach der Rechtsprechung des Zürcher 
Kassationsgerichts in der Tat so war, dass die antragsstellende Partei im Prozess 
obsiegte, wenn das eine oder das andere Begehren gutgeheissen wurde. Das 
Hauptbegehren und das Eventualbegehren waren daher im Hinblick auf die Kos-
ten- und Entschädigungsregelung nicht getrennt zu behandeln, und es war keine 
entsprechende Aufteilung der Kosten vorzunehmen (RB 1992 Nr. 54). Dieser 
Rechtsprechung wird jedoch nicht einmal mehr in Zürich selbst gefolgt (statt vieler 
HGer ZH HG200109 v. 2.9.2020 E. 3.2). 

3.4. Die Beschwerdeführerin beantragte vor der Vorinstanz, ihr sei die gesamte 
während der Ehe angesparte berufliche Vorsorge (Hauptbegehren), mindestens 
jedoch die Hälfte hiervon (Eventualbegehren), zuzuteilen (RG act. II.4, I.1).  Der 
Beschwerdegegner schloss demgegenüber auf Abweisung der Klage der Be-
schwerdeführerin und verlangte mithin, von einer Teilung des während der Ehe 
geäufneten Vorsorgeguthabens sei gänzlich abzusehen (RG act. II.3). Die Vor-
instanz erkannte schliesslich auf die (gesetzliche) hälftige Teilung der Vorsorge-
gelder (Art. 123 Abs. 1 ZGB; act. B.1, Dispositiv-Ziffer 1). Die Beschwerdeführerin 
drang mit ihrem Hauptbegehren somit nicht durch, sondern lediglich mit dem 
Eventualbegehren. Ausschlaggebend ist, dass die beiden Begehren einen unter-
schiedlichen Streitwert aufwiesen. Die gesamte angesparte Vorsorge beläuft sich 

11 / 16

per 14. Januar 2016 (Stichtag Vorinstanz) auf CHF 35'604.00 (act. B.1, E. 2.10). 
Damit beträgt die Differenz zwischen dem Hauptbegehren und dem Eventualbe-
gehren der Beschwerdeführerin vor der Vorinstanz CHF 17'802.00 (Stichtag Vor-
instanz, ohne Zins). In diesem Umfang unterliegt die Beschwerdeführerin. Im glei-
chen Umfang unterliegt auch der Beschwerdegegner, der von einer Teilung gänz-
lich absehen wollte. Mit anderen Worten unterliegen beide Parteien mit der Sum-
me von CHF 17'802.00. Die Kostenverteilung der Vorinstanz entspricht dem Ge-
sagten und erweist sich daher als korrekt. Auch mit Blick auf das bestehende Er-
messen bei Kostenentscheiden erweist sich die hälftige Kostenverteilung der Vor-
instanz als korrekt. So ist der Aufwand für die Vorinstanz zur Behandlung des 
über- (Beschwerdeführerin) bzw. unter- (Beschwerdegegner) hälftigen Teilungsan-
trages gleich zu gewichten. Ebenso unterliegen der Beschwerdegegner sowie die 
Beschwerdeführerin zu gleichen Teilen mit ihren Anträgen auf über- bzw. unter-
hälftige Teilung. Demgegenüber ist das Eventualbegehren der Beschwerdeführe-
rin von untergeordneter Bedeutung, da dies der gesetzlichen Regelung entspricht 
(Art. 123 Abs. 1 ZGB). Der grösste Aufwand der Vorinstanz bestand darin, die 
über- und unterhälftigen Teilungsanträge zu behandeln und somit die beantragten 
Abweichungen von der gesetzlichen Regelung zu prüfen. Die Gutheissung des 
Eventualbegehrens resp. das Erkennen auf die gesetzliche hälftige Teilung war 
letztlich einfach die logische Konsequenz der Abweisung beider Hauptbegehren. 
Lediglich der Vollständigkeit halber sei zudem angemerkt, dass das Eventualbe-
gehren der Beschwerdeführerin auf "mindestens" die Hälfte lautete (RG act. II.4, 
I.1) und ihr Obsiegen daher am Ende der untersten Spannbreite ihres Eventualan-
trages anzusiedeln ist. 

3.5. Wie die Vorinstanz korrekt feststellte, obsiegte keine der Parteien im erstin-
stanzlichen Verfahren gänzlich. Nach dem Gesagten bleibt überdies irrelevant, 
dass die Vorinstanz dabei nicht explizit ausführte, dass die Beschwerdeführerin 
mit ihrem Eventualbegehren betreffend Teilungsschlüssel durchdrang. Dass das 
Obsiegen mit dem Eventualbegehren resp. die Tatsache, dass die Beschwerde-
führerin überhaupt eines stellte, allenfalls leicht zugunsten der Beschwerdeführerin 
gewertet werden könnte, räumt auch der Beschwerdegegner ein (act. A.2, 
Ziff. III.7 "Pendel schlägt etwas in ihre Richtung aus"). Hinzu kommt jedoch, dass 
die Beschwerdeführerin drei verschiedene Stichtage für die Berechnung der Tei-
lung ansetzte, nämlich den 29. August 2017, eventualiter den 24. Juli 2017 bzw. 
subeventualiter den 17. Februar 2016 (RG act. II.4, I.1). Diesbezüglich drang sie 
jedoch weder mit dem Hauptantrag noch mit den eventualiter gestellten Anträgen 
durch. Wenngleich der Subeventualantrag betreffend Stichtag immerhin nur einen 
Monat von demjenigen abweicht, auf den die Vorinstanz schliesslich erkannte, 

12 / 16

obsiegt die Beschwerdeführerin zumindest nicht in Bezug auf den Stichtag. Die 
Eruierung des Stichtages in Abweichung der von der Beschwerdeführerin gestell-
ten Anträgen generierte der Vorinstanz wiederum Aufwand (act. B.1, E. 2.10). 
Auch unter diesem Aspekt rechtfertigt es sich nicht, in die Kostenverteilung der 
Vorinstanz einzugreifen. 

3.6. Dass die Vorinstanz zu Unrecht nicht von Art. 107 ZPO Gebrauch gemacht 
hätte, ist weder behauptet noch anderweitig ersichtlich.

3.7. Nach dem Gesagten ist festzuhalten, dass die Vorinstanz die hälftige Tei-
lung der Prozesskosten zu Recht vorgenommen hat (Art. 106 Abs. 2 ZPO). Die 
hälftige Teilung stellt angesichts der konkreten Umstände des vorliegenden Falles 
eine angemessene und nachvollziehbare Lösung dar. Die Kostenbeschwerde ist 
diesbezüglich abzuweisen. 

4. Vorinstanzliche Parteientschädigung

Nach dem Gesagten ist der Beschwerde bezüglich dem von der Vorinstanz ge-
wählten Verteilungsschlüssel der Prozesskosten kein Erfolg beschieden. Zu den 
Prozesskosten gehört auch die Parteientschädigung (Art. 95 Abs. 1 lit. b ZPO). 
Diese wird durch die Verteilung der Gerichtskosten präjudiziert. Somit ist der Be-
schwerdeführerin seitens des Beschwerdegegners auch keine Parteientschädi-
gung geschuldet und – entgegen ihrem Dafürhalten – sind weder die ihr gewährte, 
unentgeltliche Rechtspflege, noch die Honorarfestsetzung der eingesetzten 
Rechtsvertreterin gegenstandslos (act. A.1, I.2 und I.3; dazu auch nachstehend). 
Ausgangsgemäss kann daher auf die Prüfung der Rügen der Beschwerdeführerin 
betreffend die Parteientschädigung verzichtet werden. Dies gilt insbesondere für 
den von ihr geforderten Verzugszins auf ihre Parteientschädigung ab dem Tag des 
erstinstanzlich gefällten Urteils (act. A.1, IV.2.4) sowie für die Ausführungen betref-
fend die Mehrwertsteuern, welche sie vom inländischen Wohnsitz des Beschwer-
degegners abhängig machen will (act. A.1, IV.2). Gleich verhält es sich auch mit 
dem von ihr verlangten Stundenansatz. Hierzu bleibt indes anzumerken, dass sich 
der von der Beschwerdeführerin geltend gemachte Stundenansatz von 
CHF 280.00 so oder anders als zu hoch erwiese (vgl. Art. 3 Abs. 1 HV 
[BR 310.250]), da sich der maximal zuzusprechende Stundenansatz im Kanton 
Graubünden auf CHF 270.00 beläuft. 

5. Höhe der Entschädigung als unentgeltliche Rechtsbeiständin

5.1. Die Beschwerdeführerin beantragt die ersatzlose Aufhebung von Dispositiv-
Ziffer 2.c des vorinstanzlichen Entscheids wegen Gegenstandslosigkeit (act. A.1, 

13 / 16

I.3), und zwar infolge ihres Antrages auf Zusprechung einer vollen Parteientschä-
digung (act. A.1, I.2; soeben vorstehend E. 4). In Dispositiv-Ziffer 2.c des ange-
fochtenen Entscheids hat die Vorinstanz das Honorar der Rechtsvertreterin der 
Beschwerdeführerin auf CHF 15'139.85 festgelegt und dieses Honorar gestützt auf 
die Bewilligung der unentgeltlichen Rechtspflege (einstweilen) aus der Gerichts-
kasse bezahlt (act. B.1, Dispositiv-Ziffer 2.c). Da der Kostenbeschwerde kein Er-
folg beschieden ist (vorstehend E. 3), ist besagte Dispositiv-Ziffer 2.c entgegen 
dem Dafürhalten der Beschwerdeführerin gerade nicht gegenstandslos (vorste-
hend E. 4). Fraglich ist, ob sich die Beschwerde auch (eventualiter) gegen die 
Höhe des seitens der Vorinstanz entschädigten Aufwands als unentgeltliche 
Rechtsbeiständin respektive gegen die vorgenommene Kürzung des Honorars der 
Rechtsbeiständin richtet. Fest steht, dass die Beschwerdeführerin in ihrer Be-
schwerde kein Eventualbegehren auf Erhöhung der erstinstanzlichen Entschädi-
gung der unentgeltlichen Rechtspflege stellt, für den Fall, dass ihr keine Parteien-
tschädigung für die erste Instanz zugesprochen würde. Sie verlangt einzig die 
Aufhebung von Dispositiv-Ziffer 2.c wegen Gegenstandslosigkeit (act. A.1, I.3). Ob 
sich der Antrag nach Treu und Glauben im Lichte der Beschwerdebegründung 
auch (eventualiter) auf die Höhe der gekürzten unentgeltlichen Entschädigung be-
zieht (act. A.1, IV.2 ff.), kann aus nachstehendem Grund offengelassen werden.

5.2. Die Beschwerde wurde einzig im Namen der Beschwerdeführerin einge-
reicht. Vorab ist deshalb zu prüfen, ob die Beschwerdeführerin zur Einlegung der 
Beschwerde gegen den Entschädigungsentscheid ihrer unentgeltlichen Rechtsver-
treterin überhaupt legitimiert ist. Fehlt es an der Zulässigkeitsvoraussetzung der 
Legitimation, ist auf das Rechtsmittel in diesem Punkt nicht einzutreten (vgl. BGer 
4A_170/2018 v. 20.6.2018 E. 1.3; 5A_34/2018 v. 21.3.2018 E. 2 m.w.H.; Kurt Bli-
ckenstorfer, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Dike-Kommentar, Schweizeri-
sche Zivilprozessordnung, 2. Aufl., Zürich 2016, N 94 zu Vor Art. 308-334 ZPO; 
Peter Reetz, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur 
Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., Zürich 2016, N 50 zu Vor-
bem. zu Art. 308-318 ZPO). 

5.3. Ein Entscheid betreffend die Entschädigung der unentgeltlichen Rechtsbei-
ständin betrifft die Prozesskosten. Er stellt einen Kostenentscheid dar, der 
selbständig mit Beschwerde anfechtbar ist (Art. 319 lit. b Ziff. 1 ZPO i.V.m. Art. 
110 ZPO). Die Legitimation zur Beschwerde hängt von der angefochtenen Anord-
nung (Anfechtungsobjekt) ab. Zur Beschwerde gegen den Entschädigungsent-
scheid ist primär der unentgeltliche Rechtsbeistand legitimiert, wobei der Staat als 
Gegenpartei fungiert. Wegen der Nachzahlungsplicht (Art. 123 ZPO) kommt der 

14 / 16

vertretenen Partei lediglich die Beschwerdelegitimation zu, wenn sie eine zu hohe 
Entschädigung ihres unentgeltlichen Rechtsbeistandes geltend macht. Zur Gel-
tendmachung einer zu tiefen Entschädigung ist die unentgeltlich vertretene Partei 
mangels eines schutzwürdigen Interesses jedoch nicht legitimiert (statt vieler BGer 
4D_24/2014 v. 14.10.2014 E. 4.1; 4A_382/2015 v. 4.1.2016 E. 2.1). 

5.4. Damit fehlt es der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Dispositiv-Ziffer 2.c 
(Festsetzung der Entschädigung ihrer unentgeltlichen Rechtsvertreterin) bereits an 
der erforderlichen Rechtsmittellegitimation. Diese käme ihr lediglich zu, wenn sie 
geltend machen würde, die Entschädigung ihrer Rechtsvertreterin sei zu hoch, 
was vorliegend jedoch nicht der Fall ist (act. A.1). Auf die Beschwerde ist diesbe-
züglich nicht einzutreten. 

5.5. Einzig der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass CHF 0.25 pro Kopie dem 
praxisgemässen Tarif für Fotokopien bei unentgeltlicher Rechtspflege entspricht. 
Darin enthalten sind die Papierkosten, der Unterhalt sowie die Amortisation des 
Kopiergeräts. Das Stundenhonorar des Rechtsbeistands deckt den Arbeitsauf-
wand für das Erstellen von Fotokopien (vgl. statt vieler KGer GR ZK1 21 21 v. 
22.7.22 E. 13.7 m.H.a. Frank Emmel, in: Sutter-Somm/Hasen-böhler/Leuenberger 
[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl., 
Zürich 2016, N 5b zu Art. 122 ZPO).

6. Fazit

Zusammengefasst erweist sich die Kritik der Beschwerdeführerin am vorinstanzli-
chen Entscheid als unbegründet. Die Beschwerde ist demnach abzuweisen, so-
weit darauf einzutreten ist. Ebenso ist der Antrag des Beschwerdegegners auf Si-
cherstellung der Parteientschädigung abzuweisen.

7. Zweitinstanzliche Kosten- und Entschädigungsfolgen

7.1. Der abgewiesene Antrag des Beschwerdegegners auf Sicherstellung der 
Parteientschädigung ist mit 1/10 zu gewichten, wohingegen die abgewiesene Be-
schwerde bzw. das Nichteintreten auf die Beschwerde insgesamt mit 9/10 zu ge-
wichten ist (Art. 106 Abs. 1 und 2 ZPO). 

7.2. Die Entscheidgebühr ist auf CHF 1'500.00 festzusetzen (Art. 10 Abs. 1 VGZ 
[BR 320.210]). Sie ist im Sinne der vorstehenden Gewichtung zu 9/10 
(CHF 1'350.00) der Beschwerdeführerin und zu 1/10 (CHF 150.00) dem Be-
schwerdegegner aufzuerlegen. Aufgrund des eingereichten Gesuchs um unent-

15 / 16

geltliche Rechtspflege hatte die Beschwerdeführerin keinen Kostenvorschuss zu 
leisten; eine entsprechende Verrechnung entfällt.

7.3. Beim vorliegenden Verfahrensausgang hat die Beschwerdeführerin den 
Beschwerdegegner zu entschädigen, zumal auch die (vorliegend ohnehin nicht 
gewährte [ZK1 23 100]) unentgeltliche Rechtspflege nicht von der Bezahlung einer 
Parteientschädigung an die Gegenpartei befreit (Art. 118 Abs. 3 ZPO; Art. 122 
Abs. 1 lit. d ZPO). Die Beschwerdeführerin schuldet dem Beschwerdegegner eine 
reduzierte Parteientschädigung. Da vom Rechtsvertreter des Beschwerdegegners 
keine Honorarnote eingegangen ist, hat das Gericht den erforderlichen Aufwand 
nach Ermessen festzusetzen (Art. 2 Abs. 1 HV [BR 310.250]). In Anbetracht der 
sich stellenden der Sach- und Rechtsfragen und unter Berücksichtigung der einge-
reichten Rechtsschriften erscheint ein Aufwand von fünf Stunden (zzgl. 3% Bar-
auslagen und 7.7% MwSt.) als angemessen. Mangels eingereichter Honorarver-
einbarung ist der Stundenansatz auf CHF 240.00 festzusetzen (Art. 3 Abs. 1 HV). 
Die Beschwerdeführerin schuldet dem Beschwerdegegner folglich eine Parteien-
tschädigung von 8/10 bzw. 4/5 (9/10 ./. 1/10) in der Höhe von CHF 1'064.90 (4/5 
von CHF 1'331.15 [inkl. Barauslagen und MwSt.]).

7.4. Das Gesuch der Beschwerdeführerin um unentgeltliche Rechtspflege weist 
die Vorsitzende mit heutiger Verfügung wegen Aussichtslosigkeit ab (ZK1 23 100).

16 / 16

Demnach wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2. Der Antrag auf Sicherstellung der Parteientschädigung wird abgewiesen.

3. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von CHF 1'500.00 gehen zu 1/10, 
d.h. im Umfang von CHF 150.00, zulasten von B._____ und zu 9/10, d.h. im 
Umfang von CHF 1'350.00 zulasten von A._____.

4. A._____ hat B._____ mit CHF 1'064.90 (inkl. Barauslagen und MwSt.) zu 
entschädigen.

5. Gegen diese, einen Streitwert von mindestens CHF 30'000.00 betreffende 
Entscheidung kann gemäss Art. 72, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG Beschwerde in 
Zivilsachen an das Schweizerische Bundesgericht, 1000 Lausanne 14, ge-
führt werden. Die Beschwerde ist dem Bundesgericht schriftlich, innert 
30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Entscheidung in 
der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzureichen. Für die 
Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren Voraussetzungen 
und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 ff., 72 ff. und Art. 90 
ff. BGG.

6. Mitteilung an: