# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4ec1b1c5-6b1a-5e9c-bd46-49f7fb6b1f6d
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-25
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 25.09.2008 A-1504/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-1504-2006_2008-09-25.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-1504/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 5 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Pascal Mollard (Vorsitz), 
Richter Thomas Stadelmann, Richter Daniel Riedo, 
Gerichtsschreiberin Jeannine Müller.

X._______, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Mehrwertsteuer (1. Quartal 1999 - 4. Quartal 2000); 
Schiedsgerichtsbarkeit.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-1504/2006

Sachverhalt:

A.
X._______ (im Nachfolgenden auch Steuerpflichtige genannt) ist seit 
dem  1.  Januar  1995  bei  der  Eidgenössischen  Steuerverwaltung 
(ESTV) im Register der Mehrwertsteuerpflichtigen eingetragen. Im Ja-
nuar 2004 führte die ESTV eine Kontrolle  durch. Gestützt  auf  deren 
Ergebnis  erhob  sie  für  die  Perioden  1. Quartal  1999  bis  4.  Quartal 
2000  (Zeit  vom 1. Januar  1999  bis  31. Dezember  2000)  mit  Ergän-
zungsabrechnung (EA) Nr. ... vom 30. Januar 2004 eine Steuernach-
forderung im Betrag von insgesamt (gerundet) Fr. 274'840.--, zuzüglich 
Verzugszins. Die  Forderung  resultierte  aus  dem Vorhalt,  die  Steuer-
pflichtige  habe  zu  Unrecht  die  Umsätze  aus  der  Führung  des  Sek-
retariats des Schiedsgerichts A._______ nicht als steuerbare Dienst-
leistungen deklariert. Mit Schreiben vom 15. Juli  2004 präzisierte die 
ESTV, dass  es  sich  hierbei  –  entgegen  der  Auffassung  der  Steuer-
pflichtigen  –  nicht  um hoheitlich  erbrachte  Leistungen  im  Sinne  der 
Schiedsgerichtsbarkeit handle. 

B.
Mit Entscheid vom 31. Mai 2005 bestätigte die ESTV ihre Steuerforde-
rung in  Höhe von Fr. 274'840.--,  zuzüglich Verzugszins. Am 30. Juni 
2005 erhob die Steuerpflichtige Einsprache und beantragte die Aufhe-
bung des Entscheids und die Feststellung, dass die umstrittenen Tä-
tigkeiten  von  der  Mehrwertsteuer  ausgenommen  seien. Zur  Begrün-
dung trug sie im Wesentlichen vor, ihre in Frage stehenden Leistungen 
würden schiedsrichterliche Tätigkeiten darstellen. Als Sekretariat des 
Schiedsgerichts  habe  sie  keine  Dienstleistungen  an  das  Schiedsge-
richt  erbracht,  sondern sie sei  Bestandteil  des Schiedgerichts gewe-
sen und habe die Dienstleistungen an die Parteien des Schiedsverfah-
rens erbracht. Der Entscheid stehe zudem im Widerspruch zur erklär-
ten Politik  der Eidgenossenschaft,  keine finanziellen Vorteile aus der 
Bereinigung von Ansprüchen auf nachrichtenlose Konten aus der Zeit 
des Zweiten Weltkriegs anzustreben. 

C.
Mit Einspracheentscheid vom 5. September 2005 wies die ESTV die 
Einsprache ab und hielt fest, dass die Steuerpflichtige für das 1. Quar-
tal 1999 bis 4. Quartal 2000 zu Recht Fr. 274'840.-- Mehrwertsteuern 
bezahlt hat. Zur Begründung hielt sie im Wesentlichen dafür, die Steu-
erpflichtige sei mit der Führung des Sekretariats des Schiedsgerichts 

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beauftragt worden; indem sie das Sekretariat führte, welches die Rich-
ter des Schiedsgerichts unterstützte, habe sie an das Schiedsgericht 
eine (entgeltliche) Leistung erbracht. Dabei spiele es keine Rolle, wel-
che Rechtsform dieses aufweise. Nur die Tätigkeit der Schiedsgerichte 
gegenüber den Parteien könne als hoheitlich gelten. 

D.
Am 6. Oktober  2005 reicht  X._______ (Beschwerdeführerin)  bei  der 
Eidgenössischen Steuerrekurskommission (SRK) Beschwerde ein und 
beantragt,  den  Einspracheentscheid  vollumfänglich  aufzuheben  und 
festzustellen, dass die in der EA Nr. ... erwähnten Tätigkeiten von der 
Mehrwertsteuer ausgenommen seien. Ihre Begründung ist mit derjeni-
gen in  der  Einsprache weitgehend identisch. Insbesondere  führt  sie 
nochmals an, dass mangels rechtlicher, organisatorischer, wirtschaftli-
cher und faktischer Trennung zwischen dem Schiedsgericht  und sei-
nem  Sekretariat  kein  Dienstleistungsverhältnis  zwischen  Schieds-
gericht und Sekretariat, sondern nur ein solches zwischen Schiedsge-
richt/Sekretariat  und den Parteien  des  Schiedsverfahrens bestanden 
habe. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt sie ferner die Durch-
führung einer mündlichen Verhandlung sowie einer Zeugenbefragung 
(bzw. die Befragung einer Auskunftsperson).

Mit Vernehmlassung vom 21. November 2005 schliesst die ESTV auf 
Abweisung der Beschwerde.

E.
Am 8. Februar  2007 teilt  das  Bundesverwaltungsgericht  den Verfah-
rensbeteiligten mit, es habe das vorliegende Verfahren zuständigkeits-
halber übernommen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Bis  zum 31. Dezember  2006 konnten  Einspracheentscheide der 
ESTV auf  dem Gebiet  der  Mehrwertsteuer  nach Art. 44 ff. des Bun-
desgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren 
(VwVG, SR 172.021) innert 30 Tagen nach Eröffnung mit Beschwerde 
bei der SRK angefochten werden (aArt. 65 des Bundesgesetzes vom 
2. September 1999 über die Mehrwertsteuer [MWSTG, SR 641.201], 

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in der Fassung vom 1. Januar 2001 [AS 2000 1300]; aufgehoben per 
31. Dezember  2006).  Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt,  so-
fern es zuständig ist,  die Ende 2006 bei  der SRK hängigen Rechts-
mittel. Die Beurteilung erfolgt nach neuem Verfahrensrecht (Art. 53 des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni  2005 über das Bundesverwaltungsge-
richt  [Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG,  SR 172.32]).  Das  Verfahren 
richtet sich nach dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt 
(Art. 37 VGG). Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Behandlung der 
Beschwerde  sachlich  wie  funktionell  zuständig  (Art. 31,  32  und  33 
Bst. d VGG).

1.2 Der zu beurteilende Sachverhalt verwirklichte sich in den Jahren 
1999 und 2000. Die Bestimmungen der Verordnung vom 22. Juni 1994 
über die Mehrwertsteuer (MWSTV, AS 1994 1464) bleiben im vorlie-
genden Fall anwendbar (Art. 93 und 94 MWSTG).

1.3 Gemäss Art. 25 Abs. 2 VwVG ist  dem Begehren um Erlass einer 
Feststellungsverfügung zu entsprechen, wenn die Gesuchstellerin ein 
entsprechendes schutzwürdiges Interesse nachweist. Laut bundesge-
richtlicher Rechtsprechung ist der Anspruch auf Erlass einer Feststel-
lungsverfügung subsidiär  gegenüber rechtsgestaltenden Verfügungen 
(BGE 119 V 13 E. 2a, BGE 114 V 203;  RENÉ RHINOW/BEAT KRÄHENMANN, 
Schweizerische  Verwaltungsrechtsprechung,  Ergänzungsband,  Basel 
1990,  Nr. 36,  S. 109 f.). Soweit  die  Beschwerdeführerin  ihre  Anträge 
formell als Feststellungsbegehren stellt, fehlt ihr folglich ein schutzwür-
diges Interesse an deren Behandlung, weil bereits das negative Leis-
tungsbegehren,  der  Antrag auf  Aufhebung der  angefochtenen Nach-
forderung,  gestellt  worden  ist.  Damit  kann  anhand  eines  konkreten 
Falls entschieden werden, ob die fraglichen Leistungen die beanstan-
dete Steuerforderung auslösten,  was das Feststellungsinteresse hin-
fällig  werden  lässt  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.90/1999  vom 
26. Februar 2001, E. 1; BVGE 2007/24 E. 1.3 S. 283). Mit dieser Ein-
schränkung ist auf die Beschwerde einzutreten. 

2.
Die Beschwerdeführerin beantragt in prozessualer Hinsicht zur Erläu-
terung des sehr komplexen Sachverhalts bzw. zur Abklärung der tat-
sächlichen Verhältnisse die Durchführung einer mündlichen Verhand-
lung sowie die Anhörung von Prof. Dr. Y._______, ehemaliger Präsi-
dent  des  Schiedsgerichts  A._______,  als  Zeuge  oder  Auskunftsper-
son. 

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Laut Art. 2 Abs. 1 VwVG finden die Vorschriften betreffend die Anhö-
rung von Parteien oder Zeugen im Steuerverfahren keine Anwendung; 
es  gelten die spezialgesetzlichen Vorschriften,  nicht  die allgemeinen 
Bestimmungen  des  VwVG  über  die  Sachverhaltsermittlung  und  das 
rechtliche Gehör (vgl. BGE 103 Ib 192 E. 3b;  PETER SALADIN, Das Ver-
waltungsverfahrensrecht des Bundes, Basel 1979, S. 51). Aus dem An-
spruch auf rechtliches Gehör ergibt sich mithin keine Verpflichtung der 
zum Entscheid berufenen Instanz zur Durchführung einer mündlichen 
Anhörung  des  Steuerpflichtigen  oder  von  Zeugen  (BGE  117  II  346 
E. 1b/aa, BGE 115 II 129 E. 6a;  ANDRÉ GRISEL,  Traité de droit  admini-
strativ, Neuchâtel 1984, Bd. I, S. 382 und Bd. II, S. 840). Trotzdem kann 
aber auch im Steuerverfahren die Anhörung von Parteien oder Zeugen 
in bestimmten Fällen geboten sein, gehen doch die direkt aus der Ver-
fassung fliessenden minimalen Verfahrensgarantien (insbesondere das 
rechtliche  Gehör  gemäss  Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der 
Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 [BV, SR 101]) 
den Bestimmungen von Art. 2 Abs. 1 VwVG vor (vgl. dazu Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.110/2000 vom 26. Januar 2001 E. 3b; Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-1516/2006  vom  5.  Dezember  2007 
E. 2.7,  A-1386/2006 vom 3. April  2007 E. 1.3.2; Entscheid  der  SRK 
vom  30. Juni  1998,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundes-
behörden  [VPB]  63.23  E. 3a/aa).  Eine  solche  Beweismassnahme 
rechtfertigt sich aber nur, wenn sie als geeignet erscheint, Tatsachen, 
die sich aus den vorgelegten Unterlagen ergeben,  zu bestätigen,  zu 
präzisieren  oder  zu  ergänzen  (vgl.  dazu  Entscheide  der  SRK  vom 
27. Juli 2004, veröffentlicht in VPB 69.7, E. 4b/bb; vom 14. April 2001 
[SRK 2000-047], E. 3b, mit weiteren Hinweisen). Falls eine antizipierte 
Beweiswürdigung ergibt,  dass die angebotenen Beweise unerheblich 
sind oder sich der Sachverhalt  auch sonst genügend ermitteln lässt, 
darf das Bundesverwaltungsgericht auf angebotene Beweismittel – so 
auch auf Auskünfte von Parteien und Zeugen – verzichten (vgl. Urteil 
des Bundesgerichts  2A.110/2000 vom 26. Januar  2001 E. 3b und c; 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1567/2006 vom 28. Dezember 
2007 E. 5.1; ANDRÉ MOSER, in André Moser / Peter Uebersax, Prozessie-
ren  vor  eidgenössischen  Rekurskommissionen,  Basel  und  Frankfurt 
a.M. 1998, S. 122 ff. Rz. 3.68 ff.).

Dies  trifft  vorliegend zu: Der  Sachverhalt  lässt  sich  bereits  aus  den 
umfangreichen Akten genügend ermitteln und es ist  nicht erkennbar, 
inwiefern eine mündliche Befragung der Beschwerdeführerin oder eine 
Anhörung  der  genannten  Person  eine  von  den  Akten  abweichende 

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Entscheidungsgrundlage ergeben würde. Die Anträge sind daher ab-
zuweisen.

3.

3.1

3.1.1 Der  Mehrwertsteuer  unterliegen  im  Inland  gegen  Entgelt  er-
brachte Dienstleistungen (Art. 4 Bst. b MWSTV). Als Dienstleistung gilt 
jede Leistung, die keine Lieferung eines Gegenstands ist (Art. 6 Abs. 1 
MWSTV). Dienstleistungen liegen auch vor, wenn sie kraft Gesetz oder 
aufgrund behördlicher Anordnungen erfolgen (Art. 7 MWSTV).

3.1.2 Damit  ein  steuerbarer  Umsatz  überhaupt  vorliegt,  ist  ein  Aus-
tausch  von  Leistungen  notwendig.  Der  Leistung  steht  eine  Gegen-
leistung  (Entgelt)  gegenüber.  Die  Entgeltlichkeit  stellt  ein  unabding-
bares  Tatbestandsmerkmal  einer  mehrwertsteuerlichen  Leistung  dar 
(Ausnahme: Eigenverbrauch [Art. 5 Bst. c MWSTV]). Besteht kein Aus-
tauschverhältnis  in  diesem  Sinn  zwischen  Leistungserbringer  und 
-empfänger,  ist  die  Aktivität  mehrwertsteuerlich  irrelevant  und  fällt 
nicht  in  den Geltungsbereich der Mehrwertsteuergesetzgebung (statt 
vieler:  Entscheid  der  SRK vom 18. November  2002,  veröffentlicht  in 
VPB  67.49  E. 2a/cc;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1539/2006 vom 8. Januar 2008 E. 2.2.1). 

Die Annahme eines solchen Leistungsaustauschs setzt voraus, dass 
zwischen  Leistung  und  Gegenleistung  eine  innere  wirtschaftliche 
Verknüpfung gegeben ist. Es muss ein  direkter  ursächlicher  Zusam-
menhang zwischen Leistung und Gegenleistung bestehen (BGE 132 II 
353  E.  4.1,  BGE 126  II  443  E.  6a,  mit  Hinweisen;  Urteil  des  Bun-
desgerichts 2A.410/2006 vom 18. Januar 2007 E. 5.1; BVGE 2007/39 
E. 2.1 S. 496; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1385/2006 vom 
3. April  2008  E. 3.1;  IVO P. BAUMGARTNER,  mwst.com,  Kommentar  zum 
Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000, Rz. 6 und 8 zu 
Art. 33 Abs. 1 und 2; DANIEL RIEDO, Vom Wesen der Mehrwertsteuer als 
allgemeine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden Wirkungen 
auf  das schweizerische Recht,  Bern 1999,  S. 223 ff.). Die Beantwor-
tung der  Frage nach der  inneren Verknüpfung erfolgt  nicht  in  erster 
Linie  nach  zivilrechtlichen,  sondern  nach  wirtschaftlichen,  tatsächli-
chen  Kriterien  (statt  vieler:  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.304/2003 
vom 14. November  2003  E.  3.6.1; BVGE 2007/23  E. 2.3.2  S. 269 f.; 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1338/2006  vom  12.  März 

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2007 E. 2.1; Entscheid der SRK vom 5. Juli 2005, veröffentlicht in VPB 
70.7 E. 2a; RIEDO, a.a.O., S. 112 mit Fn. 125). Insbesondere ist für die 
Annahme eines Leistungsaustauschs das Vorliegen eines Vertragsver-
hältnisses  nicht  zwingend  erforderlich  (BGE 126  II  249  E. 4a; Urteil 
des  Bundesgerichts  2A.175/2002  vom  23.  Dezember  2002  E. 3.2; 
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-1567/2006 vom 28. Dezember 
2007 E. 2.2.2). Es genügt vielmehr, dass Leistung und Gegenleistung 
innerlich derart  verknüpft sind, dass die Leistung eine Gegenleistung 
auslöst (BGE 132 II 353 E. 4.1, BGE 126 II 249 E. 4a; Urteil des Bun-
desgerichts 2A.269/2006 vom 20. Juni 2008 E. 3.1; Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts A-1442/2006 vom 11. Dezember 2007 E. 2.2, 
A-1346/2006 vom 4. Mai 2007 E. 2.2).

Ein  Leistungsaustausch  liegt  also  vor,  wenn  zusammenfassend  fol-
gende  Tatbestandsmerkmale  erfüllt  sind  (vgl.  Urteile  des  Bundes-
verwaltungsgerichts  A-1442/2006  vom  11.  Dezember  2007  E.  2.3, 
A-1354/2006 / A-1409/2006 vom 24. August 2007 E. 3.1, A-1346/2006 
vom 4. Mai 2007 E. 2.2):

a) Es müssen zwei Beteiligte in Gestalt eines Leistenden und eines 
Leistungsempfängers vorhanden sein,

b) der erbrachten Leistung muss ein Entgelt als Gegenleistung ge-
genüberstehen und

c) die Leistung und die Gegenleistung müssen miteinander innerlich 
wirtschaftlich verknüpft sein.

Bei  der  Beurteilung  des  wirtschaftlichen  Zusammenhangs  zwischen 
Leistung und Entgelt,  also bei der Frage, ob ein Leistungsaustausch 
vorliegt, ist primär auf die Sicht des Leistungsempfängers abzustellen, 
was  namentlich  der  Konzeption  der  Mehrwertsteuer  als  Verbrauch-
steuer entspricht (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1442/2006 
vom  11.  Dezember  2007,  E.  2.3,  A-1354/2006  /  A-1409/2006  vom 
24. August 2007 E. 3.1; Entscheid der SRK vom 14. Juni 2005, veröf-
fentlicht in VPB 69.126 E. 2a/dd; RIEDO, a.a.O., S. 230 ff.; ALOIS CAMEN-
ZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS A. VALLENDER, Handbuch zum Mehrwertsteu-
ergesetz [MWSTG], Bern 2003, 2. Aufl., Rz. 182;  BAUMGARTNER, a.a.O., 
Rz. 9 ff. zu Art. 33 Abs. 1 und 2; vgl. auch Entscheid der SRK vom 
24. August  1997,  veröffentlicht  in  MWST-Journal  3/1997  S.  103  f. 
E. 4a).

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3.2

3.2.1 Steuerpflichtig  ist,  wer  eine  mit  der  Erzielung  von  Einnahmen 
verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt, 
auch wenn die Gewinnabsicht fehlt, sofern seine Leistungen im Inland 
jährlich gesamthaft Fr. 75'000.-- übersteigen (Art. 17 Abs. 1 MWSTV). 
Steuerpflichtig  sind  insbesondere  natürliche  Personen,  Personenge-
sellschaften,  juristische  Personen  des  privaten  und  öffentlichen 
Rechts,  unselbständige öffentliche Anstalten sowie Personengesamt-
heiten ohne Rechtsfähigkeit,  die  unter  gemeinsamer Firma Umsätze 
tätigen (Art. 17 Abs. 2 MWSTV). 

3.2.2 Nicht mehrwertsteuerpflichtig sind Bund, Kantone und Gemein-
den sowie die übrigen Einrichtungen des öffentlichen Rechts und mit 
öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Personen und Organisationen 
für Leistungen, welche sie in Ausübung hoheitlicher Gewalt erbringen, 
auch wenn sie für solche Leistungen Gebühren, Beiträge oder sonsti-
ge Abgaben erhalten. (Art. 17 Abs. 4 Satz 1 MWSTV). Die im Anhang 
zur Mehrwertsteuerverordnung in nicht abschliessender Weise aufge-
führten Tätigkeiten sind in jedem Fall steuerbar (Art. 17 Abs. 4 Satz 4 
MWSTV).

Was  die  Auslegung  von  Art.  17  Abs.  4  MWSTV  in  Bezug  auf  die 
"hoheitliche Gewalt" betrifft,  so hat das Bundesgericht  erkannt,  dass 
es  sich  bei  der  Regelung,  wonach  in  Ausübung  hoheitlicher  Gewalt 
erbrachte  Leistungen der  Mehrwertsteuer  nicht  unterliegen,  um eine 
Ausnahme vom Grundprinzip  der  Allgemeinheit  der  Verbrauchsteuer 
handelt, weshalb bei der Auslegung des Begriffs Zurückhaltung ange-
zeigt und insofern eine restriktive Auslegung geboten erscheint (Urteil 
des Bundesgerichts  2A.388/2001 vom 26. Februar 2002 E. 4.3). Die 
Unterscheidung  zwischen  gewerblicher  und  hoheitlicher  Tätigkeit  ist 
für die subjektive Steuerpflicht der genannten Gemeinwesen, Einrich-
tungen, Personen und Organisationen daher von zentraler Bedeutung 
(DIETER METZGER,  Kurzkommentar  zum  Mehrwertsteuergesetz,  Bern 
2000, Rz. 2 zu Art. 23). Liegt gewerbliche Tätigkeit vor, ist hoheitliche 
Gewaltausübung im Sinne von Art. 17 Abs. 4 MWSTV gleichzeitig aus-
geschlossen.  Nach  der  Rechtsprechung  zeichnet  sich  hoheitliches 
Handeln dadurch aus, dass ein Subordinationsverhältnis gegeben ist 
und eine gegenüber dem Bürger erzwingbare öffentlich-rechtliche Re-
gelung zur Anwendung gelangt. Als in Ausübung hoheitlicher Gewalt 
erbrachte  Leistungen gelten  zudem nur  solche,  die  nicht  marktfähig 

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sind (BGE 125 II  490 E. 8b; Urteile des Bundesgerichts vom 18. Ja-
nuar 2000, veröffentlicht in ASA 70 S. 163 E. 6b, vom 24. November 
1999, veröffentlicht in ASA 69 S. 882 E. 4b; Urteil des Bundesgerichts 
2A.197/2005 vom 28. Dezember 2005 E. 3.1; Entscheid der SRK vom 
21. Mai 2002, veröffentlicht in VPB 66.96 E. 4a/bb und cc). Der Aus-
druck "Leistungen ... in Ausübung hoheitlicher Gewalt" darf daher nicht 
mit  der  Wahrnehmung  öffentlicher  Aufgaben  gleichgesetzt  werden. 
Das  zeigt  sich  auch  im  Anhang  zur  MWSTV,  welcher  einen  nicht 
abschliessenden  Katalog  von  Tätigkeiten  enthält,  die,  wenn  sie  von 
einem  Gemeinwesen  oder  einer  mit  öffentlich-rechtlichen  Aufgaben 
betrauten Person erbracht werden,  in jedem Fall steuerpflichtig sind. 
Der Begriff  "Leistungen ... in Ausübung hoheitlicher Gewalt" ist somit 
auf jeden Fall enger als jener der öffentlich-rechtlichen Aufgaben. Eine 
juristische Person oder Einrichtung des öffentlichen Rechts ist folglich 
nicht schon deshalb nach Art. 17 Abs. 4 MWSTV von der Steuer be-
freit,  weil  sie  mit  öffentlich-rechtlichen Aufgaben betraut  ist; vielmehr 
muss sie  die  fraglichen Leistungen in  Ausübung hoheitlicher  Gewalt 
erbringen (BGE 125 II 489 E. 8b; Urteile des Bundesgerichts 18. Ok-
tober  2006,  veröffentlicht  in  Revue  de  droit  administratif  et  de  droit 
fiscal [RDAF] II S. 440 ff. E. 3, vom 26. Februar 2002, veröffentlicht in 
ASA 72  S. 226  E.  4.2;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts 
A-1539/2006 vom 8. Januar 2008 E. 2.3.1, A-1432/2006 vom 12. Juli 
2007  E.  2.3  und  A-1439/2006  vom  18.  Juni  2007  E.  2.2).  Dieser 
Grundsatz  wurde  im  Übrigen  unverändert  ins  neue  Mehrwertsteu-
ergesetz übernommen (vgl. Art. 23 Abs. 1 Satz 2 MWSTG). In  Aus-
übung  hoheitlicher  Gewalt  erbrachte  Leistungen  sind  zusammenfas-
send solche, welche nicht marktfähig sind, nicht durch Dritte erbracht 
werden  können  und  die  von einer  öffentlichen  Einrichtung  oder  von 
einer  mit  öffentlich-rechtlichen  Aufgaben  betraute  Person  erbracht 
werden, welche öffentliches Recht anwendet und den Bürgern gegen-
über über Zwangsmittel verfügt (BGE 125 II 480 E. 8; Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts A-1979/2007 vom 2. November 2007 E. 2.3). 

3.2.3 Ex  lege  als  hoheitlich  gilt  die  Ausübung  von  Funktionen  der 
Schiedsgerichtsbarkeit (Art. 17 Abs. 4 Satz 3 MWSTV). Diese Leistun-
gen werden deswegen von der Steuer ausgenommen, weil sie zwecks 
Entlastung der ordentlichen Gerichtsbarkeit mit einer hoheitlichen Tä-
tigkeit vergleichbar sind. Die Befreiung von der Steuerpflicht ist auf die 
Schiedsgerichte selbst beschränkt; die Vertretung durch einen Rechts-
anwalt vor einem solchen Schiedsgericht stellt eine steuerbare Tätig-
keit  dar  (Kommentar  des  Eidgenössischen  Finanzdepartements  zur 

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Verordnung über die Mehrwertsteuer vom 22. Juni 1004 [Kommentar 
EFD] zu Art. 17 Abs. 4; vgl. auch GERHARD SCHAFROTH / DOMINIK ROMANG, 
mwst.com,  a.a.O,  N. 31 zu  Art. 23).  Ungeachtet  dessen  geht  weder 
aus der Verordnung noch den Materialien hervor,  welche Tätigkeiten 
genau  vom  Begriff  "Funktionen  der  Schiedsgerichtsbarkeit"  erfasst 
werden. Die von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien zum Be-
griff  des hoheitlichen Handelns haben jedoch mutatis mutandis auch 
für schiedsgerichtliche Leistungen zu gelten. Dem europäischen Recht 
lässt sich zur Auslegung übrigens nichts entnehmen. Nach dem Ge-
meinschaftsrecht  ist  für  mit  öffentlich-rechtlichen  Aufgaben  betraute 
private  Personen  keine  Steuerbefreiung  vorgesehen;  gemäss  Art.  4 
Abs. 5  der  6. Richtlinie  77/388/EWG des Rates  zur  Harmonisierung 
der Rechtsvorschriften der Mitgliederstaaten über die Umsatzsteuern 
vom 17. Mai 1977 (6. Richtlinie) bzw. Art. 13 Abs. 1 der per 1. Januar 
2007  die  6. Richtlinie  ersetzende  Richtlinie  2006/112/EG des  Rates 
vom 28. November 2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 
sind einzig Staaten, Länder und Gemeinden und sonstige Einrichtun-
gen  des  öffentlichen  Rechts  nicht  steuerpflichtig  für  Leistungen  im 
Rahmen der  öffentlichen  Gewalt  (DIETER DZIADKOWSKI / EDUARD FORSTER/ 
CLAUDIA HEMPEL,  Die  mehrwertsteuerliche  Behandlung  der  Tätigkeiten 
von Gemeinwesen im Lichter der 6. EG-Umsatzsteuer-Richtlinie, ver-
öffentlicht in ASA 65 S. 13 f. und 24, mit Hinweisen auf die Rechtspre-
chung).  Funktionen  der  Schiedsgerichtsbarkeit  unterliegen  demnach 
der  Mehrwertsteuer  (Urteil  des  Gerichtshofs  der  Europäischen  Ge-
meinschaften [EuGH] vom 16. September 1997 i. S. Bernd von Hoff-
mann; DZIADKOWSKI / FORSTER / HEMPEL, a.a.O., S. 25). 

3.3 Nach ständiger Praxis hat sich der Steuerpflichtige auf die von ihm 
vorgenommenen formellen Gestaltung seiner Rechtsbeziehungen be-
haften zu lassen. Es kann somit keine Rolle spielen, ob er eine steuer-
lich günstigere Gestaltung hätte vornehmen können (Urteile des Bun-
desgerichts  vom  25.  August  1998,  veröffentlicht  in  ASA 67  S.  757 
E. 3c,  vom 28. Juni  1996,  veröffentlicht  in  ASA 65  S. 674 E. 2d/bb; 
Urteil des Bundesgerichts 2A.420/2000 vom 11. November 2001 E. 3c; 
Entscheid  der  SRK  vom  27.  März  2002  [SRK 2000-109]  E.  3d/cc; 
Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts  A-1428/2006 vom 29. August 
2007 E. 3.5, A-1434/2006 vom 14. Mai 2007 E. 3.4).

3.4 Nach dem Grundsatz von Art. 8 Abs. 1 BV ist das Recht durch die 
Behörden  auf  alle  gleichliegenden  Fälle  gleich  anzuwenden  (ULRICH 
HÄFELIN/WALTER HALLER,  Schweizerisches  Bundesstaatsrecht,  6.  Aufl., 

Seite 10

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Zürich/Basel/Genf 2005, Rz. 765). Dabei ist Gleiches nach Massgabe 
seiner Gleichheit gleich, Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleich-
heit  ungleich  zu  behandeln  (BGE 132  I  157  E. 4;  Urteile  des  Bun-
desverwaltungsgerichts  A-1555/2006  vom  27.  Juni  2008  E.  2.7, 
A-1361/2006 vom 19. Februar 2007 E. 3.2).

4.

4.1 Als Reaktion auf den zunehmenden Druck im Zusammenhang mit 
nachrichtenlosen Vermögen auf Bankkonten, die vor oder während des 
2. Weltkriegs von Opfern des Nationalsozialismus bei Schweizer Ban-
ken begründet wurden, vereinbarten u. a. die Schweizerische Bankier-
vereinigung sowie der World Jewish Congress mit  Unterstützung der 
Schweizerischen  Bankenkommission,  eine  unabhängige  Stiftung  zur 
Bereinigung  der  Ansprüche  einzusetzen.  Diese  als  "..."  bezeichnete 
Stiftung ("Z._______-Stiftung") erhielt den Auftrag, ein Schiedsgericht 
mit  Sitz in Zürich zu konstituieren,  um geltend gemachte Ansprüche 
auf nachrichtenlose Vermögen zu klären. Zu diesem Zweck wurde im 
Jahr 1997 beschlossen,  das sog. "Schiedsgericht  A._______" einzu-
richten.  Die  Umsetzung  des  Errichtungsbeschlusses  erfolgte,  indem 
der Stiftungsrat der Z._______-Stiftung am 15. Oktober 1997 eine 41 
Artikel  umfassende  Schiedsordnung  erliess  und  in  der  Folge  17 
Schiedsrichter ernannte. Das A._______ entschied anstelle der staatli-
chen  Gerichtsbarkeit  rechtskräftig  und  definitiv  über  die  Ansprüche 
von Personen,  welche sich  im Zusammenhang  mit  nachrichtenlosen 
Vermögen der Schiedsgerichtsbarkeit unterstellt hatten.

4.2 Art. 30 der  Schiedsordnung für  nachrichtenlose Vermögenswerte 
in der Schweiz vom 15. Oktober 1997 sah vor, dass der Stiftungsrat 
nach Rücksprache mit dem Schiedsgericht eine Anwaltskanzlei mit der 
Führung  des  Sekretariats  beauftragen  kann.  Die  Aufgaben,  welche 
dem Sekretariat  übertragen werden konnten,  bestanden unter  ande-
rem in folgenden Tätigkeiten:

a) Unterstützung des Vorsitzenden bei der Erfüllung seiner Aufgaben;

b)  Administrative  Unterstützung  der  Einzelschiedsrichter  und  Dreier-
schiedsgerichte bei der Durchführung der Schiedsverfahren. Dazu ge-
hört  die Zusammenstellung der einzelnen Dossiers sowie die Durch-
führung  von  rechtlichen  und  tatsächlichen  Abklärungen  im  Auftrage 
von Einzelschiedsrichtern oder Dreierschiedsgerichten; 

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c) Erstellen und Aufbewahren von Protokollen über Anhörungen und 
Einvernahmen der Einzelschiedsrichter und der Dreierschiedsgerichte;

d) Erstellen und Aufbewahren von Protokollen über die Versammlun-
gen der Schiedsrichter; und

e) sämtliche weiteren Aufgaben, welche der Stiftungsrat oder der Vor-
sitzende dem Sekretariat überträgt.

Gestützt  auf  diese Ermächtigungsbestimmung setzte der Stiftungsrat 
der  Z._______-Stiftung  die  Beschwerdeführerin  als  Sekretariat  des 
A._______ ein.

4.3 Der  laufende  Betrieb  des  A._______  wurde  auf  Vorschussbasis 
finanziert, wobei die betroffenen Banken Zahlungen an die Schweize-
rische Bankiervereinigung überwiesen. Diese leitete  die  Gelder  über 
die Z._______-Stiftung an das A._______ weiter, welches die Beträge 
als  Vorschuss  verbuchte.  Am  Schluss  der  Tätigkeit  stellte  das 
A._______ den betroffenen Banken über die Schweizerische Bankier-
vereinigung  eine  Schlussabrechnung  zu.  Den  Ansprechern  wurde  – 
wie  von Art. 40  der  Schiedsordnung vorgeschrieben – keine Verfah-
renskosten überbunden.

5.
Im vorliegenden Fall  gehen die Parteien einstimmig davon aus, dass 
die  Tätigkeit  des  A._______  bzw. der  Schiedsrichter  als  schiedsge-
richtlich  und  damit  als  hoheitlich  einzustufen  ist  und  der  Mehrwert-
steuer nicht unterliegt. Im Streit liegt demgegenüber die Frage, wie die 
Leistungen  der  Beschwerdeführerin  als  Sekretariat  des  A._______ 
mehrwertsteuerlich  zu  qualifizieren  sind.  Die  Beschwerdeführerin  ist 
der Ansicht, dass sie als integraler Bestandteil des Schiedsgerichts zu 
qualifizieren  sei  mit  der  Folge,  dass  sie  nicht  der  Mehrwertsteuer 
unterliegende  schiedsgerichtliche  Leistungen  erbracht  habe, 
währenddem die ESTV davon ausgeht, dass die Beschwerdeführerin 
dem A._______ steuerbare Leistungen erbracht hat. 

5.1

5.1.1 Die Aufgabe der Beschwerdeführerin bestand unter anderem – 
gestützt auf Art. 30 der Schiedsordnung – in der administrativen und 
juristischen  Unterstützung  der  Richter. Zur  Erfüllung  dieser  Aufgabe 
stellte sie eigenes Personal an. Zudem hatte sie für die Verwaltung des 
gesamten Datenmaterials, die Einrichtung entsprechender Computer-

Seite 12

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systeme und die Sicherstellung der korrekten Archivierung der Doku-
mente  zu  sorgen. Des  Weitern  vereinnahmte  sie  treuhänderisch  die 
monatlichen Vorschüsse der Schweizerischen Bankiervereinigung auf 
einem eigenen Bankkonto, welches sie für das A._______ führte. Das 
Schiedsgericht  selbst  verfügte  über  kein  eigenes Konto. Von diesem 
Konto bezahlte sie z. B. die Honorare und Spesen der Richter, die Löh-
ne der vom A._______ direkt angestellten Personen, die Rechnungen 
der  Übersetzer sowie  ihre  eigenen Honorarrechnungen. Wie  die  Be-
schwerdeführerin selber ausführt, stellte sie dem A._______ im Rah-
men der Sekretariatsführung ihre professionelle und gut ausgerüstete 
Infrastruktur  sowie  ihr  qualifiziertes  administratives  und  juristisches 
Personal zur Verfügung. Für diese Leistungen erhielt die Beschwerde-
führerin vom A._______ ein entsprechendes Entgelt.

5.1.2 Aus Sicht des A._______ handelt  es sich vorliegend um einen 
Einkauf von konkreten, detailliert umschriebenen Leistungen, damit es 
seinem ihm obliegenden Auftrag, die schiedsgerichtliche Bereinigung 
der geltend gemachten Ansprüche auf nachrichtenlose Konten, über-
haupt  nachkommen  konnte.  Demgegenüber  erklärte  sich  die  Be-
schwerdeführerin  –  durch die  Übernahme der  Aufgabe der  Sekreta-
riatsführung – bereit,  diese vorgelagerten spezifischen Dienstleistun-
gen  auch  tatsächlich  zu  erbringen.  Das  Schiedsgericht  leistete  die 
Zahlungen zur Abgeltung der ihr erbrachten Leistungen bzw., damit ihr 
diese  Leistungen  erbracht  wurden,  währenddem  die  Beschwerde-
führerin tätig wurde, um dafür ein Honorar zu erhalten. Es besteht eine 
innere,  wirtschaftliche  Verknüpfung  zwischen  diesen  Leistungen und 
den Entschädigungen des Schiedsgerichts. Ausserdem standen sich 
mit der Beschwerdeführerin und dem A._______, einer unabhängigen 
Institution aus 17 Schiedsrichtern (vgl. Übersicht in der Einleitung zur 
Schiedsordnung), zwei Beteiligte in Form einer Leistenden und eines 
Leistungsempfängers gegenüber. Entgegen der Ansicht der Beschwer-
deführerin ist zur Annahme des Leistungsaustauschs nicht massgeb-
lich,  inwieweit  es dem A._______ an Rechtspersönlichkeit  mangelte. 
Mit  diesem  Argument  verkennt  sie,  dass  ein  mehrwertsteuerlicher 
Leistungsempfänger  keiner  "Rechtspersönlichkeit"  bedarf.  In  diesem 
Zusammenhang  ist  sie  darauf  hinzuweisen,  dass  vergleichsweise 
selbst  Personengesamtheiten  ohne  Rechtsfähigkeit  steuerpflichtige 
Leistungserbringer  darstellen  können  (vgl.  E. 3.1.2).  Ausserdem  hat 
das A._______ offenbar auch in eigenem Namen Mitarbeiter angestellt 
(vgl. Beilage 6 zum Schreiben der Beschwerdeführerin an die ESTV 
vom 21. April  2005; Vernehmlassungsbeilage Nr. 17). Nicht zu hören 

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ist  ferner der Einwand, das A._______ habe über keine Vermögens-
werte verfügt, haben die betroffenen Banken doch den laufenden Be-
trieb vorfinanziert  bzw. die weiteren Kosten anschliessend beglichen. 
Im Übrigen sieht die Mehrwertsteuerverordnung selbst vor, dass das 
Entgelt des Leistungsempfängers von einem Dritten geleistet werden 
kann (Art. 26 Abs. 2 MWSTV). 

Demnach ist das Bestehen eines mehrwertsteuerlichen Leistungsaus-
tauschs  zwischen  der  Beschwerdeführerin  und  dem  A._______  zu 
bejahen. Dass die von ihr erbrachten Leistungen zu den vorbereiten-
den Aufgaben gehörten, die – grundsätzlich – das Schiedsgericht im 
Rahmen ihrer  schiedsgerichtlichen  Tätigkeit  zu  erbringen  hatte,  ver-
mag daran nichts zu ändern. Es war ihm nicht verwehrt bzw. aufgrund 
der Schiedsordnung sogar explizit ermöglicht, diese Leistungen bei ei-
nem Dritten  einzukaufen.  Entscheidend  bleibt,  dass  das  Schiedsge-
richt selbst die schiedrichterlichen Leistungen im eigenen Namen er-
brachte. 

Unter den gegebenen Umständen wird zudem deutlich, dass zwischen 
der  Beschwerdeführerin  und  den  Parteien  des  schiedsgerichtlichen 
Verfahrens kein Leistungsaustausch im mehrwertsteuerlichen Sinn be-
stand; die Beschwerdeführerin konnte mit der fraglichen Tätigkeit nicht 
gleichzeitig  auch  an  einen  anderen  Empfänger  mehrwertsteuerliche 
Leistungen  erbringen  (Entscheide  der  SRK  vom  18. Februar  2005 
[SRK 2003-068] E. 4c, vom 23. März 2004 [SRK 2003-056] E. 3c, vom 
19. Mai 2000, veröffentlicht in VPB 64.110 E. 4c; Urteil des Bundesver-
waltungsgerichts A-1346/2006 vom 4. Mai 2007 E. 3.3). 

5.1.3 Wie  bereits  gesehen,  ist  die  Befreiung  von  der  Steuerpflicht 
gemäss Art. 17 Abs. 4 Satz 3 MWSTV auf die Schiedsgerichte selbst 
beschränkt  (vgl.  E.  3.2.3).  Entsprechend  dem  Allgemeinheitsprinzip 
der  Mehrwertsteuer  und  dem – gemäss Rechtsprechung – restriktiv 
auszulegenden Begriff  der "hoheitlichen Gewalt" drängt es sich dem-
zufolge auf, lediglich die schiedsgerichtliche Tätigkeit direkt gegenüber 
den Parteien,  deren Streit  beigelegt  werden soll,  unter  den Ausnah-
metatbestand zu subsumieren. Die eigentliche schiedsrichterliche Tä-
tigkeit erfolgte vorliegend zweifelsfrei einzig durch das A._______ an 
die Adresse der Streitparteien. Die Beschwerdeführerin hat ihre Leis-
tungen  indes  dem  A._______  erbracht.  Ihre  Tätigkeiten  sind  somit 
nicht  als  schiedsgerichtlich  bzw. hoheitlich  zu  qualifizieren. Vielmehr 
handelt es sich um entgeltliche Leistungen, die im Rahmen einer ge-

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werblichen Tätigkeit  erfolgten  und einen  Leistungsaustausch  bewirk-
ten. Dies ergibt sich insbesondere auch aus dem Umstand, dass die 
umstrittenen Leistungen offensichtlich marktfähig sind, d. h. ohne Wei-
teres durch Dritte erbracht werden können. Im Übrigen mangelt es im 
Verhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und dem A._______ am 
entsprechenden Subordinationsverhältnis; ein solches ist dem Bereich 
der  Gerichtsbarkeit  ebenfalls  inhärent  und  wäre  in  gewisser  Weise 
auch im Zusammenhang  mit  schiedsgerichtlichen Tätigkeiten  zu  for-
dern (vgl. zum Ganzen E. 3.2.2 f.). Die Beschwerdeführerin ist aber zu 
niemanden übergeordnet in diesem Sinn aufgetreten.

Unter diesen Umständen kommt es auf die Behauptung der Beschwer-
deführerin nicht an, die Entschädigung von temporär tätigen, ausländi-
schen Mitarbeitern habe keine Mehrwertsteuerbelastung zur Folge ge-
habt. Den Akten lässt sich lediglich entnehmen, dass die Ansicht der 
Beschwerdeführerin,  wonach  in  diesen  Fällen  keine  Mehrwertsteuer 
zu  erheben  sei,  von der  Schweizerischen  Bankiervereinigung  geteilt 
wurde (Beschwerdebeilage Nr. 14). Ein Nachweis für die Behauptung 
fehlt hingegen vollständig. Im Übrigen geht aus der Beschwerde in kei-
ner Weise hervor, um welche Mitarbeiter es sich gehandelt haben soll 
und in welcher Form sowie für wen die betreffenden Mitarbeiter tätig 
gewesen sein sollen, d. h. ob für die Beschwerdeführerin oder direkt 
für das A._______. Eine eingehendere Auseinandersetzung ist daher 
nicht  erforderlich. Schliesslich braucht  auch nicht  geprüft  zu werden, 
welche  Leistungen  der  Beschwerdeführerin  reine  administrative  Ver-
richtungen darstellen und welche als juristische Tätigkeiten zu quali-
fizieren sind; oder inwieweit eine Unterscheidung überhaupt notwendig 
ist.  Irrelevant  ist  ferner,  dass  solche  Leistungen  gegebenenfalls  von 
der Steuer befreit sind, wenn sie durch ein Schiedsgericht direkt den 
am Schiedsverfahren beteiligten Parteien erbracht werden.

5.2 Es bleibt, auf die übrigen Argumente der Beschwerdeführerin ein-
zugehen, soweit sie nicht bereits durch die vorangehenden Erwägun-
gen ausdrücklich oder implizite widerlegt sind.

5.2.1 Sie  macht  zunächst  geltend,  sie  sei  nicht  vom Schiedsgericht 
mit  der Erledigung gewisser Aufgaben beauftragt worden, sondern – 
mittels Beschlussfassung – von der Z._______-Stiftung als Sekretariat 
des  Schiedsgerichts,  und  damit  als  integrierter  Bestandteil  des 
A._______,  ernannt  worden.  Es  habe  keinerlei  Vertragsverhältnisse 
zwischen dem Schiedsgericht und ihr selbst gegeben. Eine Auftragser-

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teilung habe weder rechtlich noch faktisch erfolgen können. Der ent-
sprechende Beschluss sei ihr lediglich mitgeteilt worden. 

Der Beschwerdeführerin ist entgegenzuhalten, dass ein Leistungsaus-
tausch zwischen ihr und dem A._______ zivilrechtlich ohne Weiteres 
von einem Dritten in Auftrag gegeben werden kann. Für die mehrwert-
steuerliche Qualifikation ist massgeblich, dass die Beschwerdeführerin 
einzig und allein zugunsten und für das A._______ ernannt worden ist. 
Ihre Leistungen erbrachte sie ausschliesslich dem Schiedsgericht. Sie 
stellte – gegen Entgelt – eine umfassende Organisation und Infrastruk-
tur zur Verfügung und erledigte die verlangten Tätigkeiten mit eigenen 
Angestellten. Im Gegenzug wurde sie von ihm entsprechend entschä-
digt  (vgl. E. 5.1.2  hievor). Der  massgebliche Leistungsaustausch be-
steht – in Anbetracht der tatsächlichen Gegebenheiten – zwischen die-
sen  beiden  Einheiten.  Ferner  ist  ohne  Weiteres  davon  auszugehen, 
dass eine (vorgängige) Abmachung bzw. Übereinkunft  betreffend die 
von der Beschwerdeführerin dem A._______ konkret zu erbringenden 
Leistungen und das dafür geschuldete Entgelt bestanden hat. Die Be-
schlussfassung durch  den  Stiftungsrat  dürfte  wohl  eher  "deklaratori-
schen Charakter" gehabt haben. 

5.2.2 Die Beschwerdeführerin wendet zudem ein, der Umstand, dass 
ihre  Leistungen  marktfähig  seien  und  von  einem  Dritten  hätten  er-
bracht  werden können,  würde den hoheitlichen Charakter  nicht  aus-
schliessen. Ansonsten wären auch die Leistungen der Schiedsrichter 
nicht mehr ausgenommen, da auch ihre Leistungen marktfähig seien 
und in  der  Schweiz  sogar  einen  sehr  wesentlichen  Markt  darstellen 
würden.  Zahlreiche  Anwälte,  Richter,  Professoren,  etc.  seien  als 
Schiedsrichter tätig und würden diese Dienstleistungen auf dem Markt 
anbieten. 

Die  Beschwerdeführerin  scheint  zu  verkennen,  dass  nicht  entschei-
dend  ist,  wie  eine  Schiedsrichterstelle  besetzt  wird,  bzw. dass  sich 
allenfalls  mehrere  Personen  um eine  solche Stelle  bemühen und in 
dieser Hinsicht von einem Markt gesprochen werden kann. Massgeb-
lich ist, dass die Schiedsrichter für die Parteien des Schiedsverfahrens 
verbindlich, anstelle der staatlichen Richter entscheiden. Insoweit liegt 
diesbezüglich  keine  marktfähige  Leistung  vor.  Ausserdem  gilt  die 
Schiedsgerichtsbarkeit ex lege als hoheitliche Gewaltausübung.

5.2.3 Die Beschwerdeführerin hält ferner dafür, jedes Gericht,  sei es 
staatlich  oder  ein  Schiedsgericht,  benötige  eine  Infrastruktur  ein-

Seite 16

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schliesslich  eines  Sekretariats. Dabei  sei  unbestritten,  dass  ein  Ge-
richtssekretariat  als integraler Bestandteil  des Gerichts und nicht als 
separates Gebilde gelte. 

Entgegen der Annahme der Beschwerdeführerin kann sie aus diesen 
Ausführungen im vorliegenden Fall  nichts zu ihren Gunsten ableiten. 
Das  A._______  führte  das  Sekretariat  gerade  nicht  selber,  sondern 
hat ihr diese Aufgabe übertragen (vgl. E. 5.1.2 hievor). Entsprechend 
hat  die  Beschwerdeführerin  dem  Schiedsgericht  die  erforderlichen 
Leistungen erbracht, unter Verwendung ihrer eigenen Infrastruktur und 
ihres  eigenen  Personals.  Die  Übertragung  der  erwähnten  Aufgaben 
begründete eine neue mehrwertsteuerliche Umsatzkette und hatte ein 
Leistungsaustauschverhältnis im mehrwertsteuerlichen Sinn zwischen 
der Beschwerdeführerin und dem Schiedsgericht zur Folge. Der Leis-
tungsaustausch ist – wie gesehen – darin zu sehen, dass sie für die 
dem A._______ obliegende, im Rahmen der Schiedsgerichtsbarkeit zu 
erbringende Tätigkeit  Hilfe  leistete  und  dafür  entschädigt  worden ist 
(E. 5.1.2; vgl. zur Übertragung von öffentlichen bzw. teilweise hoheitli-
chen Aufgaben an Private: Urteil des Bundesgerichts vom 18. Oktober 
2006, veröffentlicht in RDAF 2006 II 5 S. 440 ff., E. 6.2; Entscheide der 
SRK vom 23. März 2004 [SRK 2003-056] E. 3b, vom 25. Januar 1999 
[SRK 1998-046]  E. 4d.cc,  bestätigt  durch  das  Urteil  des  Bundesge-
richts  vom 24. November  1999,  veröffentlicht  in  Steuer  Revue [StR] 
2000  55;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1346/2006  vom 
4. Mai 2007 E. 3.2, A-1338/2006 vom 12. März 2007 E. 5.2). In diesem 
Sinne handelt es sich bei den Umsätzen der Beschwerdeführerin um 
steuerpflichtige  Vorumsätze  bzw.  Vorleistungen  der  schiedsgerichtli-
chen Funktionen (Entscheide der SRK vom 27. März 2001, veröffent-
licht  in  VPB 66.11  E. 3c,  vom 23. März  1999,  veröffentlicht  in  VPB 
63.91 E. 4b, vom 25. Januar 1999, a.a.O., E. 4d/dd). Es bestehen so-
mit sachliche Gründe für die unterschiedliche Behandlung einer Tätig-
keit, je nachdem, ob diese auf Dritte ausgelagert oder durch eigenes 
Personal erbracht wird. Eine Verletzung des Grundsatzes der Rechts-
gleichheit ist darin jedenfalls nicht zu sehen (vgl. E. 3.4 hievor). 

5.2.4 Des Weitern macht die Beschwerdeführerin geltend, man habe 
von Anfang an mit mehreren tausend Schiedsverfahren rechnen müs-
sen.  So  seien  zwischen  1998  und  2001  in  9'918  Fällen  Entscheide 
gefällt worden, wobei die Kläger aus über 70 verschiedenen Ländern 
stammten. Neben der Erledigung der anstehenden administrativen Be-
lange habe sie vor allem die Schiedsrichter entlastet; diese hätten sich 

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jeweils nur für wenige Tag in der Schweiz aufgehalten und hätten auf-
grund der von den Schiedsgerichtssekretären geleisteten Vorarbeiten 
in dieser Zeit mehrere hundert Fälle formell entscheiden können. Die 
17 Richter wären nicht in der Lage gewesen, die geltend gemachten 
Ansprüche innert nützlicher Frist zu behandeln und zum Abschluss zu 
bringen. 

Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  sich  der  grossen  Bedeutung  der 
Tätigkeit  des  A._______  bewusst.  Dennoch  ist  es  als  richterliche 
Behörde an die  rechtlichen Bestimmungen gebunden und kann sich 
nicht darüber hinwegsetzen. Selbst wenn die juristische Unterstützung 
der Beschwerdeführerin für das Schiedsgericht sehr umfassend gewe-
sen sein mochte, indem die zu fällenden Entscheide – wie sie ausführt 
–  vom Sekretariat  bis  zur  Unterschriftsreife  vorbereitet  worden sind, 
ändert  dies  nichts  daran,  dass  es  sich  bei  den  von  ihr  erbrachten 
Tätigkeiten  in  mehrwertsteuerlicher  Hinsicht  um einen Leistungsaus-
tausch zwischen ihr und dem A._______ handelt und die eigentliche 
schiedsrichterliche  Tätigkeit  im Namen des Schiedsgerichts  erfolgte. 
Da ihre Leistungserbringung nicht unter den Ausnahmetatbestand von 
Art. 17 Abs. 4 Satz 3 MWSTV fällt, ist auf diesen Umsätzen die Mehr-
wertsteuer geschuldet (E. 5.1.3 hievor). Die Beschwerdeführerin bzw. 
die  involvierten  Parteien  sind  an  die  Wahl  ihrer  Rechtsbeziehungen 
gebunden und haben die allfällig damit verbundene (höhere) Steuer-
belastung zu ihren Lasten zu tragen (E. 3.4 hievor). Welche Überle-
gungen bzw. Umstände dieser Wahl zu Grunde liegen, ist dabei nicht 
von Belang. Dass die Besteuerung – wie die Beschwerdeführerin vor-
bringt  –  der  ursprünglich  erklärten  Politik  der  Eidgenossenschaft  wi-
derspricht,  keine  finanziellen  Vorteile  aus  dem  Verfahren  zur  Berei-
nigung der geltend gemachten Ansprüche anzustreben, vermag daran 
nichts zu ändern. Unbeachtlich ist in diesem Zusammenhang, ob die 
Beschwerdeführerin – wie sie behauptet – gemeinsam mit der ESTV 
ein Finanzierungsmodell gewählt hat, mit welchem von Anfang an auf 
allen  Stufen  keine  Mehrwertsteuern  anfallen  würden.  Die  Auskünfte 
der  Verwaltung  betrafen  ausschliesslich  die  Finanzierungsleistungen 
der Banken. Diese sind mit den Entgeltszahlungen des A._______ an 
die  Beschwerdeführerin  für  die  Führung  des  Sekretariats  in  keiner 
Weise vergleichbar. Diesbezüglich wurde die ESTV hingegen zu kei-
nem Zeitpunkt  angefragt; Hinweise auf das Gegenteil  finden sich je-
denfalls weder in den Akten noch in der Beschwerde. Aus denselben 
Gründen spielt  es schliesslich auch keine Rolle, inwieweit mit Bezug 

Seite 18

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auf die Verrechnungssteuer mit der Verwaltung ebenfalls eine Lösung 
gefunden werden konnte. 

5.2.5 Die  Beschwerdeführerin  wendet  sodann  ein,  sie  und  das 
Schiedsgericht  seien  gemeinsam  unter  demselben  Briefkopf  aufge-
treten. Auch im umgekehrten Fall habe man sie (bzw. den zuständigen 
Partner) als Mitglied des A._______ unter der Adresse des Schiedsge-
richts angeschrieben. In  den monatlichen Berichten des Präsidenten 
des A._______ an die Z._______-Stiftung seien die Gerichtssekretäre 
als  Bestandteil  des  Schiedsgerichts  erwähnt  worden.  Ferner  hätten 
ihre Partner an zahllosen externen Besprechungen im In- und Ausland 
in ihrer Eigenschaft als Sekretäre des A._______ und nicht als Mitglie-
der der Anwaltskanzlei teilgenommen und seien auch so wahrgenom-
men  worden.  Dies  zeige,  dass  sie  ein  integraler  Bestandteil  des 
Schiedsgerichts gewesen sei. 

Entgegen  der  Auffassung  der  Beschwerdeführerin  kommt  es  darauf 
jedoch nicht im Wesentlichen an. Es ist unbestritten, dass ihr die Füh-
rung des Sekretariats des A._______ übertragen worden ist. Es war 
ihre  Aufgabe,  sämtliche  Tätigkeiten  auszuführen,  die  mit  dieser 
Funktion  verbunden  sind.  Soweit  sie  für  das  A._______  tätig  war, 
handelte sie ohne Weiteres als dessen Sekretariat und trat demnach 
auch so gegen aussen auf. Aus diesem Grund ist es nur verständlich 
bzw. war  es  korrekt,  dass  die  Schiedsentscheide  oder  Verfügungen 
jeweils die Namen oder Kürzel der beteiligten Sekretäre, d. h. der ent-
sprechenden Mitarbeiter der Beschwerdeführerin, enthielten. Dies ver-
mag jedoch ebenso wenig wie der Umstand, dass Art. 30 der Schieds-
ordnung (Sekretariat des Schiedsgerichts) sich im Abschnitt "IX. Das 
Schiedsgericht"  der Schiedsordnung befindet und die internen Richt-
linien  des  Schiedsgerichts  das  A._______  und  sein  Sekretariat  als 
Einheit behandeln, etwas daran zu ändern, dass aus mehrwertsteuer-
licher Sicht einzig entscheidend ist, ob bzw. zwischen wem das Beste-
hen eines Leistungsaustauschs zu bejahen ist  und ob es sich dabei 
um schiedsgerichtliche Tätigkeiten im Sinne von Art. 17 Abs. 4 Satz 3 
MWSTV handelt. Wie gesehen ist ein mehrwertsteuerlicher Leistungs-
austausch zwischen der Beschwerdeführerin und dem A._______ ge-
geben, der nicht vom Begriff  "Funktionen der Schiedsgerichtsbarkeit" 
erfasst wird (vgl. E. 5.1.3 hievor). Die eigentliche Schiedsgerichtsbar-
tätigkeit erfolgte immer im Namen des Schiedsgerichts.

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5.2.6 Nichts  zu  ihrem  Vorteil  ableiten  kann  die  Beschwerdeführerin 
schliesslich aus dem von ihr eingereichten Rechtsgutachten von Prof. 
B._______. Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht von Am-
tes wegen an und hat auf den festgestellten Sachverhalt jenen Rechts-
satz anzuwenden, den es als den zutreffenden erachtet, und ihm jene 
Auslegung zu geben, von der es überzeugt ist (BGE 119 V 347 E. 1a; 
FRITZ GYGI,  Bundesverwaltungsrechtspflege,  2. Aufl.,  Bern  1983, 
S. 212,  MOSER,  a.a.O.,  S. 17 f. Rz. 1.8). Die Beschwerdeführerin  liess 
die rechtlichen Überlegungen des Rechtsgutachtens weitestgehend in 
ihre  Beschwerdebegründung  einfliessen.  Das  Bundesverwaltungsge-
richt hat mit dem vorliegenden Entscheid eingehend aufgezeigt, wes-
halb diese nicht zu hören ist. 

Bei dieser Sachlage erweist sich eine Überprüfung des Vorwurfs, die 
Vorinstanz  habe  sich  nicht  einmal  ansatzweise  mit  den  im  Rechts-
gutachten enthaltenen Fakten und Überlegungen auseinandergesetzt 
und so das rechtliche Gehör verletzt, von vornherein als obsolet. Eine 
Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs,  wenn  sie  denn  tatsächlich  vor-
liegen würde, kann gemäss Rechtsprechung ohnehin als geheilt  gel-
ten,  wenn die  unterbliebenen Gewährung des rechtlichen  Gehörs  in 
einem Rechtsmittelverfahren nachgeholt wird, in dem die Beschwerde-
instanz mit der gleichen Prüfungsbefugnis entscheidet wie die untere 
Instanz (BGE 129 I 129 E. 2.2.3, BGE 126 V 130 E. 2b, BGE 126 I 68 
E. 2; Urteil des Bundesgerichts 1A.234/2006 vom 8. Mai 2007 E. 2.2.; 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1737/2006  vom  22.  August 
2007 E. 2.2.;  ULRICH HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX UHLMANN,  Allgemeines 
Verwaltungsrecht,  5. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf 2006, Rz. 986 f.; vgl. zu 
den verschiedenen Teilgehalten des Anspruchs auf rechtliches Gehör: 
Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1681/2006  vom  13.  März 
2008 E. 2) Ebenfalls offen bleiben kann, ob die ESTV das Rechtsgut-
achten zu Recht lediglich als Parteibehauptung behandelt hat. 

6.
Dem Gesagten zufolge ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf 
einzutreten ist. Die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 4'500.-- sind der 
Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und mit dem 
geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 4'500.-- zu verrechnen. Eine Par-
teientschädigung  an  die  Beschwerdeführerin  ist  nicht  zuzusprechen 
(Art. 64 Abs. 1 VwVG bzw. Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Feb-
ruar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundes-
verwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2] e contrario). 

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A-1504/2006

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 4'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 4'500.-- verrechnet. 

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen. 

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Pascal Mollard Jeannine Müller

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die  Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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