# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ba7419cb-12f1-5cf0-9428-5b475b7eb197
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-07-04
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Sozialversicherungsrecht 04.07.2019 720 19 80/168
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_002_720-19-80-168_2019-07-04.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-

rungsrecht 

 

 
vom 4. Juli 2019 (720 19 80 / 168) 

____________________________________________________________________ 

 

 

Invalidenversicherung 

 

 

Berechnung des IV-Grads und in diesem Zusammenhang die Bemessung des Validenein-

kommens; Leidensbedingter Abzug 

 

 
 
Besetzung Präsidentin Doris Vollenweider, Kantonsrichter Dieter Freiburghaus, 

Kantonsrichterin Elisabeth Berger Götz, Gerichtsschreiberin i.V. Ebru 
Eren 
 
 

Parteien A.____, Beschwerdeführer, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, 
Spalenberg 20, Postfach 1460, 4001 Basel 

  
 
gegen 
 
 

 IV-Stelle Basel-Landschaft, Hauptstrasse 109, 4102 Binningen, Be-
schwerdegegnerin 
 

  
  
Betreff IV-Rente  

 
 
 
A. Der 1964 geborene A.____ arbeitete vom 2. Januar 1997 bis zum 31. Dezember 2013 
bei der Firma B.____ als Aussendienstmitarbeiter im Verkauf. Am 29. Mai 2013 meldete er sich 
unter Hinweis auf ein Defektsyndrom und eine schmerzhafte Funktionsbeeinträchtigung des lin-
ken Arms ab dem 1. Januar 2014 zum Bezug von Leistungen bei der Invalidenversicherung an. 

 
 

 
 
Seite 2   http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

Am 16. Oktober 2012 wurde A.____ per 30. April 2013 gekündigt und gleichzeitig freigestellt. Die 
Kündigungsfrist wurde jedoch am 16. Januar 2013 aufgrund seiner Erkrankungen durch die ge-
setzliche Sperrfrist unterbrochen. Nach Abklärung der gesundheitlichen und erwerblichen Ver-
hältnisse sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens sprach die IV-Stelle Basel-Land-
schaft (IV-Stelle) A.____ mit zwei Verfügungen vom 31. Januar 2019 ab 1. Januar 2014 eine be-
fristete ganze Rente und ab 1. April 2017 eine unbefristete Dreiviertelsrente zu. Basis der Ren-
tenbemessung bildete ein gestützt auf die Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik 
2014 (LSE) erhobenes Valideneinkommen von Fr. 126‘027.-- und ein Invalideneinkommen von 
Fr. 0.-- für die ganze Rente bzw. ein Valideneinkommen von Fr. 126‘027.-- und ein Invalidenein-
kommen von Fr. 44‘283.-- für die Dreiviertelsrente.  
 
B. Hiergegen erhob A.____, vertreten durch Nikolaus Tamm, Advokat, am 8. März 2019 
Beschwerde beim Kantonsgericht des Kantons Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversiche-
rungsrecht. Er beantragte, es sei ihm und seinen Kindern in Aufhebung der angefochtenen Ver-
fügungen eine unbefristete ganze Invalidenrente (IV-Rente) zuzusprechen; unter o/e-Kosten-
folge. Zur Begründung wurde zusammenfassend vorgebracht, dass die Vorinstanz bei der Be-
messung des Validenlohns eine falsche Grundlage herangezogen habe. Als Valideneinkommen 
hätte das zuletzt erzielte Einkommen herangezogen werden müssen und nicht ein hypothetisches 
Valideneinkommen, welches bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage ohne Arbeitslosigkeit allenfalls 
zu verdienen gewesen wäre. Ausserdem habe der Beschwerdeführer im Zeitpunkt der Erkran-
kung wesentlich besser verdient. Seine gesundheitlichen Probleme seien der Arbeitgeberin be-
reits vor dem Feststehen der Diagnose am 16. Januar 2013 bekannt gewesen. Es sei ihm des-
wegen aus gesundheitlichen Gründen und nicht aus organisatorischen Gründen gekündigt wor-
den. Schliesslich habe die IV-Stelle beim Invalideneinkommen einen leidensbedingten Abzug in 
der Höhe von 25 % vorzunehmen, da er aufgrund seiner gesundheitlichen Einschränkungen auf 
dem Arbeitsmarkt  keine Chance mehr habe, lohnmässig an die Konkurrenz heranzukommen. 
 
C. mit Vernehmlassung vom 15. April 2019 schloss die IV-Stelle auf Abweisung der Be-
schwerde. Es seien keine Hinweise in den Akten vorhanden, dass die Arbeitgeberin im Zeitpunkt 
der Kündigung über die Arztbesuche seit Ende 2011 oder über eine mögliche Erkrankung des 
Versicherten informiert gewesen wäre, da bis dahin noch keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigun-
gen beziehungsweise noch keine schlüssigen medizinischen Ergebnisse vorgelegen hätten. Das 
Valideneinkommen sei zu Recht anhand der Tabellenlöhne ermittelt worden, weil der Beschwer-
deführer infolge der aus nicht gesundheitlichen Gründen gekündigten Anstellung auch im Ge-
sundheitsfall nicht mehr bei der B.____ tätig gewesen wäre. Auch das Invalideneinkommen sei 
korrekt bemessen worden. Ein leidensbedingter Abzug sei im vorliegenden Fall nicht gerechtfer-
tigt, da der Beschwerdeführer weiterhin eine angemessene Bürotätigkeit ausführen könne. 
 
D. Mit Eingabe vom 19. Juni 2019 beantragte der Beschwerdeführer, dass eine Parteiver-
handlung durchzuführen und C.____ als Zeugin anzuhören sei. C.____ sei damals die Personal-
verantwortliche der B.____ gewesen und könne aus diesem Grund die Einzelheiten im Zusam-
menhang mit der Auflösung des Arbeitsvertrages schildern. 
 

 
 

 
 
Seite 3   http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

E. Mit Verfügung am 24. Juni 2019 wurde das Gesuch auf Durchführung einer Parteiver-
handlung unter Hinweis auf die Rechtsprechung in BGE 134 I 331, E. 2.3.2, vorerst nicht bewilligt, 
sondern festgehalten dass über den Antrag des Beschwerdeführers anlässlich der Urteilsbera-
tung am 4. Juli 2019 definitiv entschieden werde.  
 
Sämtliche Einzelheiten der Parteistandpunkte ergeben sich - soweit sie für den Entscheid von 
Bedeutung sind - aus den nachfolgenden Erwägungen. 
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g :  
 

1. Die Prozessvoraussetzungen sind vorliegend erfüllt. Auf die frist- und formgerecht erho-
bene Beschwerde des Beschwerdeführers vom 8. März 2019 ist demnach einzutreten. 
 
2.1 Anspruch auf eine Rente haben nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Inva-
lidenversicherung (IVG) vom 19. Juni 1959 Versicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit oder ihre Fä-
higkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, nicht durch zumutbare Eingliederungsmassnah-
men wieder herstellen, erhalten oder verbessern können (lit. a), während eines Jahres ohne we-
sentlichen Unterbruch durchschnittlich mindestens 40 % arbeitsunfähig gewesen sind (lit. b) und 
nach Ablauf dieses Jahres zu mindestens 40 % invalid sind (lit. c.). 
 
2.2 Nach Art. 6 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungs-
rechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 ist die Arbeitsunfähigkeit die durch eine Beeinträchtigung 
der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit bedingte, volle oder teilweise Unfähig-
keit, im bisherigen Beruf oder Aufgabenbereich zumutbare Arbeit zu leisten (Satz 1). Bei langer 
Dauer wird auch die zumutbare Tätigkeit in einem anderen Beruf oder Aufgabenbereich berück-
sichtigt (Satz 2).  
 
2.3 Für die Bemessung der Invalidität von erwerbstätigen Versicherten ist Art. 16 ATSG an-
wendbar (Art. 28a Abs. 1 IVG). Danach wird für die Bestimmung des Invaliditätsgrades das Er-
werbseinkommen, das die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung 
der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumut-
bare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invalideneinkommen), in Be-
ziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid gewor-
den wäre (Valideneinkommen). Der Einkommensvergleich hat in der Regel in der Weise zu erfol-
gen, dass die beiden hypothetischen Erwerbseinkommen ziffernmässig möglichst genau ermittelt 
und einander gegenübergestellt werden. Aus der Einkommensdifferenz lässt sich der Invaliditäts-
grad bestimmen (BGE 128 V 30 E. 1). 
 
2.4 Nach Art. 43 ATSG prüft der Versicherungsträger die Begehren, nimmt die notwendigen 
Abklärungen von Amtes wegen vor und holt die erforderlichen Auskünfte ein. Mündlich erteilte 
Auskünfte sind schriftlich festzuhalten (Abs. 1). Soweit ärztliche oder fachliche Untersuchungen 
für die Beurteilung notwendig und zumutbar sind, hat sich die versicherte Person diesen zu un-
terziehen (Abs. 2).  

 
 

 
 
Seite 4   http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

 
2.5 Bei der Feststellung des Gesundheitszustandes und insbesondere auch bei der Beurtei-
lung der Arbeitsfähigkeit der versicherten Person ist die Verwaltung (und im Beschwerdefall das 
Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die ärztliche und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur 
Verfügung zu stellen haben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand 
zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüglich welcher Tätigkei-
ten die versicherte Person arbeitsunfähig ist. Im Weiteren sind die ärztlichen Auskünfte eine wich-
tige Grundlage für die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemu-
tet werden können (BGE 132 V 99 E. 4 mit weiteren Hinweisen). 
 
3. Im vorliegenden Fall sind die gesundheitlichen Verhältnisse des Beschwerdeführers un-
bestritten geblieben. Unter den Parteien ist zu Recht anerkannt, dass der Beschwerdeführer in-
folge eines Defektsyndroms und einer schmerzhaften Funktionsbeeinträchtigung des linken Arms 
seit dem 16. Januar 2013 in seiner Arbeitsfähigkeit erheblich eingeschränkt ist. Seit 2012 kann 
er seine zuletzt ausgeübte Tätigkeit sowie jedwede vergleichbare Tätigkeit nicht mehr ausführen. 
Gemäss Gutachten vom 25. April 2018 ist der Beschwerdeführer ab September 2014 sodann in 
körperlich leichten, wechselbelastend oder überwiegend sitzend ausgeübten Verweistätigkeiten 
zu 60 % arbeitsfähig. Es bestehen keine Hinweise, die gegen die gutachterlichen Feststellungen 
sprechen. Unter diesen Umständen erübrigt es sich, näher auf seine gesundheitliche Situation 
einzugehen. 
 
4. Streitig ist hingegen die Berechnung des IV-Grads und in diesem Zusammenhang die 
Höhe des Valideneinkommens. Zu prüfen ist, ob die Kündigung des Arbeitsvertrags aus nicht 
gesundheitlichen Gründen erfolgt und damit, ob das Valideneinkommen zu Recht anhand der 
LSE ermittelt worden ist. 
 
4.1 Bei der Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Per-
son nach dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit im Zeitpunkt des Rentenbe-
ginns tatsächlich verdienen würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre (Urteil des Eidgenössi-
schen Versicherungsgerichts [EVG] seit 1. Januar 2008 Bundesgericht, Sozialrechtrechtliche Ab-
teilungen, vom 16. Dezember 2012, 8C_600/2012, E. 4.1.1). Die Einkommensermittlung hat so 
konkret wie möglich zu erfolgen, weshalb in der Regel von der Tätigkeit, welche die versicherte 
Person vor Eintritt des Gesundheitsschadens ausgeübt hat, auszugehen ist (Urteil des Bundes-
gerichts vom 26. November 2002, I 491/01, E. 2.3.1). Entscheidend ist, was die versicherte Per-
son als Gesunde tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls ver-
dienen könnte. Grundsätzlich bleibt beim Valideneinkommen der zuletzt erzielte Verdienst als 
Bezugsgrösse bestehen, ausser es finden sich ausreichend konkrete Anhaltspunkte für eine be-
rufliche Weiterentwicklung. Der hypothetischen Einkommensermittlung sind die gleichen persön-
lichen, familiären und beruflichen Voraussetzungen zu Grunde zu legen, wie sie vor Eintritt der 
Invalidität vorhanden waren, und wie sie mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bis zum Verfü-
gungserlass angedauert hätten. Ausnahmen müssen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit er-
stellt sein (RKUV 1993 Nr. U 168 S. 101 E. 3b). Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar, oder hätte 
die versicherte Person ihre bisherige Stelle auch ohne ihre gesundheitliche Beeinträchtigung ver-

 
 

 
 
Seite 5   http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

loren, so können die Zahlen der LSE des Bundesamtes für Statistik herangezogen werden (Ur-
teile des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1, und vom 9. Juni 2015, 
9C_2012/2015, E. 5.4). Folglich ist bei einer Kündigung aus nicht gesundheitlichen Gründen 
grundsätzlich nicht der zuletzt erzielte Lohn massgebend. 
 
4.2 Der Beschwerdeführer bringt vor, dass der geltend gemachte Kündigungsgrund der Re-
organisation seiner ehemaligen Arbeitgeberin nur vorgeschoben worden sei. Er habe die Arbeits-
stelle einzig und allein wegen seiner gesundheitlichen Probleme verloren. Hinsichtlich seiner Be-
hauptung bringt er allerdings keine Beweise vor. Auch die medizinischen Akten widersprechen 
diesen Vorbringen. Demnach befand sich der Beschwerdeführer seit November 2011 und wie-
derholt im Jahr 2012 zwar in ärztlichen Abklärungen, um seine Beschwerden am linken Oberarm 
behandeln zu lassen. Bis zum Zeitpunkt der Kündigung am 16. Oktober 2012 hat er jedoch weder 
behauptet, dass seine Beschwerden zur Arbeitsunfähigkeit führen könnten, da keine schlüssigen 
Ergebnisse vorlagen, noch wird solches aus den medizinischen Akten ersichtlich, da bis zu die-
sem Zeitpunkt kein Attest von einem seiner Ärzte vorgelegen hat. Die erste Arbeitsunfähigkeits-
bescheinigung datiert vom 16. Januar 2013 und erfolgte anlässlich eines notfallmässigen Spital-
besuchs wegen Unterleibschmerzen. Während dieses Spitalaufenthalts wurde die Erkrankung 
des Beschwerdeführers überhaupt erst mittels einer Biopsie diagnostiziert. Diesen Umstand be-
stätigt dieser in seiner eingereichten Beschwerde selber. Wenn aber aus medizinischer Sicht erst 
zu diesem Zeitpunkt eine Diagnose erhoben werden konnte, kann nicht davon ausgegangen wer-
den, dass die Arbeitgeberin bereits mehrere Monate zuvor von seiner schwerwiegenden Erkran-
kung und den drohenden Arbeitsausfällen Kenntnis hatte. Solches ist mit überwiegender Wahr-
scheinlichkeit vielmehr auszuschliessen, zumal es zuvor zu keinen nachweislich krankheitsbe-
dingten Arbeitsunfähigkeiten gekommen war. Es tritt hinzu, dass eine Kündigung nach erfolgter 
Diagnosestellung und Krankschreibung eine Anfechtung gemäss Art. 336 Obligationenrecht na-
hegelegt hätte. Dass der Beschwerdeführer seine Kündigung indes angefochten hat, ist weder 
dargetan noch ersichtlich. 
 
4.3 Im Gegenteil geht aus den Akten hervor, dass die Arbeitgeberin das Arbeitsverhältnis 
aufgrund organisatorischer Gründe aufgelöst hat. Dies kann unmittelbar aus dem Arbeitgeberfra-
gebogen vom 12. Juni 2013 entnommen werden. Darüber hinaus geht aus der ergänzenden Stel-
lungnahme vom 30. Juli 2018 hervor, dass weder die Kündigung noch die Freistellung aus ge-
sundheitlichen Gründen erfolgt ist, weil die Arbeitgeberin in diesem Zeitpunkt noch keine Kenntnis 
von der Krankheit des Versicherten gehabt habe, sondern am 16. Januar 2013 erstmalig über-
haupt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erstellt worden sei. 
 
4.4 An dieser medizinischen Aktenlage könnte auch die beantragte Zeugenbefragung nichts 
ändern, da für die Zeit vor der Kündigung keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen vorliegen. 
Selbst eine anderslautende Aussage der beantragten Zeugin würde im Hinblick auf die eindeuti-
gen und unmissverständlichen Unterlagen nichts an den vorgenannten Feststellungen ändern. 
Aus diesem Grunde kann nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, 
dass die Arbeitgeberin mit einer längeren krankheitsbedingten Abwesenheit des Beschwerdefüh-
rers hätte rechnen müssen und ihm deshalb gekündigt hätte. Hintergrund bildet der Umstand, 
dass in diesem Zeitpunkt noch nicht einmal rudimentäre Kenntnisse der Krankheit vorgelegen 

 
 

 
 
Seite 6   http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

hatten. In antizipierter Beweiswürdigung kann deshalb auch ohne ergänzende Zeugeneinver-
nahme ausgeschlossen werden, dass die Kündigung des Versicherten wegen der später diag-
nostizierten Krankheit nur vorgeschoben worden wäre. Ob der Antrag des Beschwerdeführers 
fristgerecht eingereicht worden ist, kann somit aus den hiervor genannten Gründen offen bleiben, 
weil er einzig im Hinblick auf die Zeugenbefragung gestellt worden ist und diese als nicht notwen-
dig erachtet wird (Urteil des Bundesgerichts vom 4. Mai 2017, 9C_350/2016, E. 1.2). Im Ergebnis 
ist daher der Antrag auf Durchführung einer Parteiverhandlung abzuweisen. 
 
4.5  Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer nicht mit 
überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen kann, dass er im Gesundheitsfall bei der B.____ 
weitergearbeitet hätte. Wesentlich ist, dass im Zeitpunkt der Kündigung weder Arbeitsunfähig-
keitsbescheinigungen noch irgendwelche Kenntnisse über den gesundheitlichen Zustand des Be-
schwerdeführers vorlagen. Ebenso wenig existierten dazumal bereits allfällige Hinweise über ei-
nen längeren Arbeitsausfall des Versicherten. Damit hat die IV-Stelle dessen Valideneinkommen 
zu Recht anhand der Tabellenlöhne der LSE ermittelt. 
 
5. Zu prüfen ist damit weiter die konkrete Höhe des Valideneinkommens. 
 
5.1 Ist ein konkreter Lohn nicht eruierbar oder hätte die versicherte Person ihre bisherige 
Stelle auch ohne ihre gesundheitliche Beeinträchtigung verloren, so sind die Zahlen der LSE her-
anzuziehen (Urteile des Bundesgerichts vom 21. Dezember 2016, 8C_728/2016, E. 3.1, und vom 
9. Juni 2015, 9C_2012/2015, E. 5.4). Entscheidend ist, was die versicherte Person als Gesunde 
tatsächlich an Einkommen erzielen würde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen könnte (Urteil 
des Bundesgerichts vom 3. Mai 2019, 9C_644/2015). 
 
5.2 Der Beschwerdeführer macht in diesem Zusammenhang geltend, dass nicht zu seinen 
Ungunsten auf einen drastisch reduzierten statistischen Validenlohn abgestellt werden dürfe. Es 
sei anzunehmen, dass er bei einem „normalen“ Stellenwechsel auf dem Arbeitsmarkt eine gleich-
wertige oder sogar noch besser bezahlte Position gefunden hätte, da er langjährig als Verkaufs-
leiter tätig gewesen sei und über ausgezeichnete fachliche Qualifikationen verfüge. Er habe zwar 
gut, aber durchaus branchen- und leistungsgerecht verdient. Sein Salär sei bezogen auf die Lohn-
statistik überdurchschnittlich, aber nicht aussergewöhnlich gewesen. Kein Arbeitnehmer würde 
sich in seiner Situation bei einem Stellenwechsel mit einem derart tiefen Lohn zufrieden geben. 
Demzufolge gäbe es keinen Grund, auf fiktive Tabellenwerte abzustellen. Ausserdem würden 
Internetrecherchen auf einschlägigen Portalen aufzeigen, dass vergleichbare Positionen mit min-
destens Fr. 150‘000.--, oft aber gar wesentlich besser entlöhnt würden. Die Annahme der IV-
Stelle käme im Ergebnis einer unzulässigen Diskriminierung von Besserverdienenden gleich, da 
der Beschwerdeführer überdurchschnittlich hohe Sozialversicherungsbeiträge beigesteuert habe. 
 
5.3 Vorab ist dem Beschwerdeführer zu entgegnen, dass die Höhe der einkommensabhän-
gig geschuldeten Beiträge an die Sozialversicherungen mit der Bemessung des IV-Grads nichts 
zu tun hat. Der IV-Grad bestimmt sich bei Erwerbstätigen nach der Einkommensvergleichsme-
thode. Das Erwerbseinkommen, welches die versicherte Person nach Eintritt der Invalidität und 
nach Durchführung der medizinischen Behandlung und allfälliger Eingliederungsmassnahmen 

 
 

 
 
Seite 7   http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

durch eine ihr zumutbare Tätigkeit bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte (Invali-
deneinkommen), wird in Beziehung gesetzt zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, 
wenn sie nicht invalid geworden wäre (Valideneinkommen). Demgegenüber werden Sozialversi-
cherungsbeiträge anhand der Leistungsfähigkeit der Versicherten prozentual zu ihrem Einkom-
men bemessen, da diese Beiträge eine wichtige Einnahmequelle der verschiedenen Sozialversi-
cherungszweige darstellen (THOMAS LOCHER/THOMAS GÄCHTER, Grundriss des Sozialversiche-
rungsrechts, 4. Auflage, Stämpfli Verlag AG Bern 2014, S. 8, Rz. 24 ff.). Nicht nur die versicherten 
Personen leisten Beiträge an die Sozialversicherungen, sondern auch deren Arbeitgeber. Ebenso 
fliessen auch die Kapitalerträge der Ausgleichsfonds in die Finanzierung der Sozialversicherun-
gen (GABRIELA RIEMER-KAFKA, Schweizerisches Sozialversicherungsrecht, 5. Auflage, Stämpfli 
Verlag AG Bern 2016, S.127 ff.). Aufgrund des Umlageverfahrens wird eine horizontale (Mittel 
der Allgemeinheit in Form von öffentlichen Abgaben) und vertikale (zwischen Jungen und Alten 
sowie Gesunden und Kranken) Solidarität geschaffen (LOCHER, a.a.O., S. 63 ff.; RIEMER-KAFKA, 
a.a.O., S.127 ff.). Mithin ist es gerade das Wesen einer Sozialversicherung, dass die Sozialver-
sicherungsbeiträge nicht mit den Leistungen korrelieren. Eine unzulässige Diskriminierung von 
Besserverdienern ist damit jedenfalls nicht verbunden. 
 
5.4 Überdies treffen die Ausführungen der IV-Stelle zu, dass die erwähnten Internetseiten 
nicht geeignet sind, das Valideneinkommen zu bestimmen. Ausserdem beinhalten die LSE keine 
fiktiven Tabellenlöhne. Alle zwei Jahre wird eine schriftliche Befragung von Schweizer Unterneh-
men durch das Bundesamt für Statistik durchgeführt. Es werden Daten betreffend des Unterneh-
mens und einzelne Aspekte der Arbeitnehmenden und der Arbeitsplätze erfasst 
(https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/erhebungen/lse.html [10. 07.  
2019]). Damit werden repräsentative Daten gewonnen, die die Lohnstruktur in allen Berufszwei-
gen konkret abbilden. Wenn kein tatsächlich erzieltes Erwerbseinkommen gegeben ist, nament-
lich weil der Versicherte nach Eintritt des Gesundheitsschadens keine oder jedenfalls keine ihm 
an sich zumutbare neue Erwerbstätigkeit aufgenommen hat, so steht dem Beizug der LSE-
Tabellenlöhne deshalb rechtsprechungsgemäss nichts entgegen (BGE 126 V 75 E. 3b/bb). Die 
IV-Stelle hat das Valideneinkommen somit zu Recht unter Beizug der massgebenden LSE ermit-
telt. Dies gilt nicht nur grundsätzlich, sondern auch in quantitativer Hinsicht. Für die Berechnung 
des Valideneinkommens wurde als Grundlage die LSE 2014, TA1_tirage_skill_level (Herstellung 
von chemischen Erzeugnissen, Kompetenzniveau der Tätigkeit 4, Spalte Männer, Fr. 10'101.-- 
monatlich, basierend auf 40 Wochenstunden) herangezogen. Dabei hat die IV-Stelle den Be-
schwerdeführer aufgrund seiner langjährigen Arbeitserfahrung als Verkaufsleiter mit guten fach-
lichen Qualifikationen in die bestmögliche Kategorie eingestuft. Zusammenfassend gibt es somit 
keinen konkreten Anlass, die vorinstanzliche Bemessung des Valideneinkommens zu beanstan-
den. 
 
6. Es bleibt zu prüfen, ob dem Beschwerdeführer beim Invalideneinkommen ein leidensbe-
dingter Abzug zu gewähren ist. 
 
6.1 Ein leidensbedingter Abzug von dem (ebenfalls) anhand der LSE-Tabellenlöhne ermit-
telten Invalideneinkommen soll jenen persönlichen und beruflichen Umständen (leidensbedingte 
Einschränkung, Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie und Beschäftigungsgrad) 

 
 

 
 
Seite 8   http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

Rechnung tragen, die negative Auswirkungen auf die Lohnhöhe der gesundheitlich beeinträch-
tigten Person haben können. Der Einfluss sämtlicher Merkmale ist nach pflichtgemässen Ermes-
sen gesamthaft zu schätzen und auf höchstens 25 % zu begrenzen (Urteil des Bundesgerichts 
vom 29. Juni 2017, 8C_253/2017, E.4.3.2; BGE 126 V 75 und seither ergangene Entscheide). 
 
6.2 Der Beschwerdeführer macht geltend, dass eventualiter ein Leidensabzug in Höhe von 
25 % vorzunehmen sei, da er aufgrund seiner schweren Erkrankung keine Chance mehr habe, 
lohnmässig an die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt heranzukommen. 
 
6.3 Die Beschwerdegegnerin hingegen stellt sich auf den Standpunkt, dass der Beschwer-
deführer trotz seiner Erkrankung an seinem linken Arm einer angepassten Bürotätigkeit nachge-
hen könne. Zudem würde die gesundheitliche Einschränkung bereits durch das um 40 % redu-
zierten Rendements berücksichtigt. 
 
6.4 Entgegen der in der Beschwerdebegründung vertretenen Auffassung lässt sich im vor-
liegenden Fall kein leidensbedingter Abzug begründen. Es ist dem Beschwerdeführer weiterhin 
möglich, eine angepasste Bürotätigkeit in Vollzeit auszuführen. Den Vorbringen, wonach er fak-
tisch einhändig sei, ist zu entgegnen, dass die Gutachter diesen Umstand durch das um 40 % 
reduzierte Rendement bereits berücksichtigt haben. Das Defektsyndrom und die schmerzhafte 
Funktionsbeeinträchtigung des linken Arms führen mit anderen Worten nicht automatisch zu einer 
zusätzlichen Verminderung des hypothetischen Invalidenlohns. Tatsächlich würde ein Abzug vor 
diesem Hintergrund eine doppelte und damit unzulässige Berücksichtigung der gesundheitlichen 
Einschränkung bedeuten (Urteil des Bundesgerichts vom 5. Februar 2019, 9C_330/2018, E.5.4). 
Im Übrigen legt der Beschwerdeführer nicht dar, weshalb er auf dem Arbeitsmarkt zusätzliche 
Lohneinbussen zu gewärtigen hätte. Da auch die weiteren Merkmale Lebensalter, Dienstjahre, 
Nationalität oder Aufenthaltskategorie im vorliegenden Fall keine massgebenden Auswirkungen 
auf das Invalideneinkommen haben, ist der Entscheid der IV-Stelle, keinen leidensbedingten Ab-
zug vorzunehmen, letztlich nicht zu beanstanden. Im Ergebnis resultiert somit die Abweisung der 
vorliegenden Beschwerde. 
 
7. Es verbleibt, über die Kosten zu befinden. Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Be-
schwerdeverfahren bei Streitigkeiten um die Bewilligung oder die Verweigerung von IV-
Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht kostenpflichtig. Die Kosten werden nach 
dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1‘000.-
- festgelegt. Bei Fällen wie dem vorliegenden, in denen ein durchschnittlicher Verfahrensaufwand 
entstanden ist, setzt das Gericht die Verfahrenskosten in Berücksichtigung des bundesrechtli-
chen Kostenrahmens einheitlich auf Fr. 800.-- fest. Nach § 20 Abs. 3 VPO werden die Verfah-
renskosten in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Ausmass auferlegt. Vorlie-
gend ist der Beschwerdeführer unterliegende Partei, weshalb die Verfahrenskosten ihm zu auf-
erlegen und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der Höhe von Fr. 800.-- zu verrechnen sind. 
Dem Prozessausgang entsprechend wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 
 
Demgemäss wird  e r k a n n t : 

 

 
 

 
 
Seite 9   http://www.bl.ch/kantonsgericht 
 

://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden der Beschwer-
deführerin auferlegt und mit dem geleisteten Kostenvorschuss in der 
Höhe von Fr. 800.-- verrechnet. 

 3. Es wird keine Parteientschädigung ausgerichtet.