# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 8d1fec24-e5f4-5ecc-baae-a4fe9a03c9bd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.09.2008 A-4360/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4360-2008_2008-09-29.pdf

## Full Text

Abtei lung I

Postfach
CH-3000 Bern 14
Telefon +41 (0)58 705 25 02
Fax +41 (0)58 705 29 80
www.bundesverwaltungsgericht.ch

Geschäfts-Nr. A-4360/2008 
{T 0/2}

Z w i s c h e n e n t s c h e i d  v o m 
2 9 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Markus Metz (Vorsitz), Richter Michael Beusch, 
Richter André Moser, 
Gerichtsschreiberin Jeannine Müller.

In der Beschwerdesache

X._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 3003 Bern,
Vorinstanz,

Ausstandsbegehren,

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-4360/2008

wird festgestellt und in Erwägung gezogen,

dass  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV)  mit  Einsprache-
entscheid vom 20. Juni 2008 die  Einsprache von X._______ abwies 
und erkannte, er schulde als solidarisch haftender Gesellschafter der 
einfachen  Gesellschaft  Y._______  für  die  Steuerperioden  1.  Quartal 
1996 bis 4. Quartal 2000 Fr. 31'988.-- Mehrwertsteuern, zuzüglich Ver-
zugszins, sowie für die Steuerperioden 1. Quartal 2001 bis 2. Quartal 
2007 Fr. 38'923.-- Mehrwertsteuern, zuzüglich Verzugszins,

dass X._______ (Beschwerdeführer)  mit  Eingabe vom 25. Juni  2008 
(Postaufgabe:  27.  Juni  2008)  beim  Bundesverwaltungsgericht  Be-
schwerde erhob und sinngemäss die  Aufhebung des Einspracheent-
scheids beantragte,

dass das Bundesverwaltungsgericht  dem Beschwerdeführer  mit  Zwi-
schenverfügung vom 3. Juli  2008 die Zusammensetzung des Spruch-
körpers bekanntgab und ihn zur Bezahlung eines Kostenvorschusses 
in der Höhe von Fr. 2'500.-- aufforderte, 

dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 8. Juli 2008 (Postaufga-
be: 10. Juli 2008) den Ausstand sowohl des Instruktionsrichters Daniel 
Riedo als auch der beiden mitwirkenden Richter Thomas Stadelmann 
und  Pascal  Mollard  beantragte;  dass  er  zur  Begründung  geltend 
macht, diese seien untragbar und befangen, da sie in einem früheren 
Verfahren  als  Richter  der  Eidgenössischen  Steuerrekurskommission 
(SRK), der Vorgängerorganisation des Bundesverwaltungsgerichts, ei-
nen ihn betreffenden Entscheid gefällt hätten, der willkürlich und sehr 
fragwürdig sei,

dass  das  Bundesverwaltungsgericht  dem  Beschwerdeführer  am 
14. Juli 2008 den Eingang des Ausstandsbegehrens bestätigte und die 
Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses bis auf Weiteres abnahm,

dass  der  Instruktionsrichter  Daniel  Riedo  mit  Stellungnahme  vom 
14. Juli 2008 und die Richter Pascal Mollard und Thomas Stadelmann 
je mit Stellungnahmen vom 15. Juli bzw. 11. August 2008 das Beste-
hen  eines  Ausstandsgrunds  verneinten  und  die  Abweisung  des  Ge-
suchs beantragten,

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dass Einspracheentscheide der ESTV betreffend Mehrwertsteuer der 
Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  unterliegen  (Art.  31 
des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 
173.32]  i. V. m. Art.  32  und  Art.  33  Bst.  d  VGG);  dass  das  Bundes-
verwaltungsgericht im Rahmen dieser Verfahren ebenfalls zur Beurtei-
lung von Fragen formeller Natur und somit zum Entscheid über Aus-
standsbegehren zuständig ist (BVGE 2007/4 E. 1.1 S. 28 f., mit Hinwei-
sen),

dass  die  Bestimmungen  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 
2005 (BGG, SR 173.110) über den Ausstand (Art. 34 ff. BGG) im Ver-
fahren vor dem Bundesverwaltungsgericht sinngemäss gelten (Art. 38 
VGG),

dass nach Art. 37 Abs. 1 BGG die Abteilung unter Ausschluss der be-
troffenen Gerichtsperson über deren Ausstand entscheidet,  wenn sie 
den  Ausstandsgrund  bestreitet;  dass  sich  diese  Norm  jedoch  nicht 
über  die  Zusammensetzung des Spruchkörpers  innerhalb  der  Abtei-
lung  äussert;  dass  die  allgemeinen  Bestimmungen  zur  Bildung  der 
Spruchkörper in der Regel die Besetzung mit drei Richter/innen vorse-
hen (Art. 21 und Art. 24 VGG i. V. m. Art. 32 Abs. 1 des Geschäftsreg-
lements vom 17. April  2008 für das Bundesverwaltungsgericht  [VGR, 
SR 173.320.1]); dass die Anwendung dieser allgemeinen Bestimmun-
gen  zur  Zusammensetzung  des  Spruchkörpers  auch  im  Ausstands-
verfahren  als  gerechtfertigt  erscheint  (Zwischenentscheide  des  Bun-
desverwaltungsgerichts  A-4013/2007  vom 7. April  2008,  C-787/2008 
vom 29. Februar 2008), 

dass  über  die  Ausstandsfrage  ohne Anhörung  der  Gegenpartei  ent-
schieden werden kann (Art. 37 Abs. 2 BGG), 

dass die Ausstandsgründe in Art. 34 Abs. 1 Bst. a bis e BGG geregelt 
sind und wie schon Art. 30 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schwei-
zerischen  Eidgenossenschaft  vom 18. April  1999  (BV, SR 101)  und 
Art. 6 Ziff. 1 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) die Beurtei-
lung durch ein unparteiisches, unbefangenes und unvoreingenomme-
nes Gericht gewährleisten sollen (vgl. BGE 133 I 89 E. 3.2), 

dass nach Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG Gerichtspersonen in Ausstand 
treten, wenn sie aus anderen Gründen, insbesondere wegen besonde-
rer  Freundschaft  oder  persönlicher  Feindschaft  mit  einer  Partei  oder 

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ihrem Vertreter bzw. ihrer Vertreterin, befangen sein könnten; dass es 
sich hierbei um einen Auffangtatbestand handelt, der im Sinne der bis-
herigen Rechtsprechung auszulegen ist  (ANDREAS GÜNGERICH,  in Hans-
jörg Seiler/Nicolas von Werdt/Andreas Güngerich,  Bundesgerichtsge-
setz [BGG]: Bundesgesetz über das Bundesgericht, Handkommentar, 
Bern  2007,  zu  Art. 34 Rz. 5 f.);  dass  danach eine  Befangenheit  vor-
liegt, wenn – anhand aller tatsächlichen und verfahrensrechtlichen Ge-
gebenheiten – Umstände dargetan sind, die bei objektiver Betrachtung 
geeignet erscheinen, Misstrauen in die Unparteilichkeit eines Richters 
bzw. einer Richterin zu erwecken (BGE 133 I  1 E. 5.2 und 6.2, BGE 
131 I 113 E. 3.4, BGE 114 Ia 50 E. 3c); dass solche Hinweise in einem 
bestimmten Verhalten oder in gewissen äusseren Gegebenheiten funk-
tioneller  und organisatorischer  Natur  begründet  liegen können; dass 
zur  Ablehnung  einer  Gerichtsperson  nicht  deren  tatsächliche  Befan-
genheit nachgewiesen werden muss, sondern es ausreicht, wenn Um-
stände vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr 
der  Voreingenommenheit  zu  begründen  vermögen  (BGE  128  V  82 
E. 2a, BGE 124 I 21 E. 3a, je mit Hinweisen); dass jedoch das Miss-
trauen in die Unvoreingenommenheit in objektiver Weise begründet er-
scheinen  muss und  nicht  auf  das  subjektive  Empfinden einer  Partei 
abgestellt  werden kann (vgl. BGE 131 I  113 E. 3.4,  BGE 125 I  119 
E. 3a;  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_171/2008  /  2C_283/2007  vom 
19. Oktober  2007  E.  5.1;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 
C-787/2008  vom  29.  Februar  2008);  dass  die  persönliche  Unbefan-
genheit des gesetzlichen Richters im Grundsatz zu vermuten ist (vgl. 
BGE 114 Ia 50 E. 3b) und von der regelhaften Zuständigkeitsordnung 
nicht  leichthin  abgewichen  werden  darf  (Urteil  des  Bundesgerichts 
2C_171/2007 / 2C_283/2007 vom 19. Oktober 2007 E. 5.1),

dass nach der Rechtsprechung unter Umständen ein Ausstandsgrund 
gegeben sein kann, wenn eine sog. Vorbefassung vorliegt, d. h. wenn 
sich der Richter oder die Richterin schon zu einem früheren Zeitpunkt 
mit der Angelegenheit befasst hat (BGE 126 Ia 68 E. 3c mit Hinweisen, 
Urteil des Bundesgerichts 1P.2/2004 vom 18. Februar 2004); dass das 
Verfahren über den Ausstand von Gerichtspersonen jedoch nicht dazu 
bestimmt  ist,  die  Recht-  oder  Verfassungsmässigkeit  eines  früheren 
Urteils, an dem bestimmte Gerichtspersonen mitgewirkt haben, in Fra-
ge zu stellen; dass Verstösse gegen materielles Recht oder gegen die 
Verfahrensordnung deshalb in erster Linie in dem dazu vorgesehenen 
Rechtsmittelverfahren bei  der  übergeordneten Gerichtsinstanz zu rü-
gen sind; dass  deren  Aufgabe  gerade  darin  besteht,  entsprechende 

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Mängel  zu beheben und auf  diese Weise für  ein faires Verfahren zu 
sorgen;  dass  eine  den  Ausstand  begründende  Voreingenommenheit 
diesfalls nur anzunehmen ist, wenn besonders krasse und wiederholte 
Irrtümer vorliegen, diese einer schweren Amtspflichtsverletzung gleich-
kommen und sich einseitig zu Lasten einer der Prozessparteien aus-
wirken  können  (BGE  125  I  119  E. 3e;  Urteile  des  Bundesgerichts 
1B_60/2008 vom 4. Juni 2008 E. 4, 1B_234/2007 vom 31. Januar 2008 
E. 4.4),

dass  die  Beteiligung  an  einem  früheren  Verfahren  gemäss  Art.  34 
Abs. 2 BGG für sich allein denn auch keinen Ausstandsgrund bildet, 
sofern nicht ein Tatbestand von Art. 34 Abs. 1 Bst a bis e BGG erfüllt 
ist  (GÜNGERICH,  a.a.O.,  zu Art. 34 Rz. 7; Zwischenentscheid des Bun-
desverwaltungsgerichts C-787/2008 vom 29. Februar 2008), 

dass  der  Beschwerdeführer  im  vorliegenden  Fall  zur  Begründung  – 
soweit  dies  der  Eingabe  überhaupt  hinreichend  entnommen  werden 
kann – geltend macht, die abgelehnten Richter hätten in einem frühe-
ren Verfahren vor der SRK gegen ihn entschieden, wobei der entspre-
chende Entscheid vom 26. Juli 2006 inhaltlich verschiedentlich fehler-
haft und verfassungswidrig gewesen sei,

dass die abgelehnten Richter zwar tatsächlich im früheren Verfahren 
gegen  den  Beschwerdeführer  entschieden  haben;  dass  dies  aber  – 
wie gesehen – ebenso wenig wie die behaupteten inhaltlichen Fehler 
oder Verfassungswidrigkeiten des ergangenen Entscheids für sich al-
lein gesehen einen Ausstandsgrund darzustellen vermag; dass darü-
ber hinaus in keiner Weise ersichtlich ist,  inwieweit den betreffenden 
Richtern besonders schwere und wiederholte Fehler im Verfahren oder 
bei  der  rechtlichen  Beurteilung  im  Sinne  einer  schwerwiegenden 
Pflichtverletzung  vorzuwerfen  wären,  die  auf  eine  fehlende  Distanz 
oder Neutralität  schliessen lassen würden; dass solches seitens des 
Beschwerdeführers  denn  auch  gar  nicht  vorgebracht  wird;  dass  der 
Beschwerdeführer  den  genannten  Entscheid  im  Übrigen  seinerzeit 
beim  Bundesgericht  angefochten  und  dieses  die  Beschwerde  abge-
wiesen hat; dass insoweit dem Anspruch auf ein faires Verfahren ohne 
Weiteres Genüge getan worden ist, 

dass das frühere Verfahren ausserdem eine andere Zeitperiode als im 
vorliegenden Beschwerdeverfahren betraf; dass unter diesen Umstän-
den  ohnehin  nicht  von  einer  eigentlichen  Vorbefassung  gesprochen 
werden  kann,  selbst  für  den  Fall,  dass  sich  dieselben  Rechtsfragen 

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erneut  stellen  sollten;  dass  es  vielmehr  als  Prozessrisiko  des  Be-
schwerdeführers zu qualifizieren ist, wenn er trotz des rechtskräftigen 
und  höchstrichterlich  bestätigten  Entscheids  im  früheren  Verfahren 
wiederum den Beschwerdeweg beschreitet und dieselben Rügen noch 
einmal  vorbringt;  dass  darin  jedenfalls  keine  den  Ausstand  begrün-
dende Voreingenommenheit der abgelehnten Richter zu sehen ist, 

dass eine Befangenheit im Sinne von Art. 34 Abs. 1 Bst. e BGG nach 
dem Gesagten in keiner Weise ersichtlich ist und der Beschwerdefüh-
rer zudem von vornherein keine Ausstandsgründe nach Art. 34 Abs. 1 
Bst. a bis f BGG geltend macht; dass das Ausstandsbegehren demzu-
folge – entsprechend den Anträgen der abgelehnten Richter – abzu-
weisen ist,

dass die Verfahrenskosten dieses Zwischenentscheids bei der Haupt-
sache bleiben,

dass die Akten des Beschwerdeverfahrens zur Weiterführung des Ver-
fahrens dem bisherigen Instruktionsrichter überwiesen werden,

dass dem Beschwerdeführer die Frist zur Bezahlung eines Kostenvor-
schusses  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  dieses  Zwischenentscheids 
durch den Instruktionsrichter neu angesetzt wird.

Demnach entscheidet das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Das Ausstandsbegehren wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  dieses  Zwischenentscheids  bleiben  bei  der 
Hauptsache. 

3.
Die Akten des Beschwerdeverfahrens werden zur  Weiterführung des 
Verfahrens dem bisherigen Instruktionsrichter überwiesen.

4.
Die Frist zur Bezahlung eines Kostenvorschusses wird dem Beschwer-

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deführer  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Zwischen-
entscheids durch den Instruktionsrichter neu angesetzt werden.

5.
Dieser Zwischenentscheid geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben mit Rückschein)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Einschreiben mit Rückschein)

Der vorsitzende Richter:  Die Gerichtsschreiberin:

Markus Metz  Jeannine Müller 

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen  Zwischenentscheid  kann  innert  30  Tagen nach  Eröff-
nung beim Bundesgericht,  1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffent-
lich-rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Voraus-
setzungen gemäss den Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG gegeben sind. 
Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Be-
gehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-
terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismit-
tel sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, bei-
zulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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