# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 20837219-4677-51a6-9833-9fcd82f89405
**Source:** Bundesstrafgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2016-05-04
**Language:** de
**Title:** Bundesstrafgericht 04.05.2016 BP.2016.29
**Docket/Reference:** BP.2016.29
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BSTG_001_BP-2016-29_2016-05-04

## Full Text

Vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO).;;Vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO).;;Vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO).;;Vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO).

Verfügung vom 4. Mai 2016  
Beschwerdekammer 

Besetzung  Bundesstrafrichter Andreas J. Keller, Referent, 

Gerichtsschreiber Stefan Graf  

   
 

Parteien 

  

A., vertreten durch Rechtsanwalt Jean-François  

Ducrest,  

 

Gesuchsteller 

 

 gegen 

   

BUNDESANWALTSCHAFT,  

 

Gesuchsgegnerin 

 

 

Gegenstand  Vorsorgliche Massnahmen (Art. 388 StPO) 

 
  

B u n d e s s t r a f g e r i c h t   

T r i b u n a l  p é n a l  f é d é r a l  

T r i b u n a l e  p e n a l e  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  p e n a l  f e d e r a l  

 

 

Geschäftsnummer: BP.2016.29 

(Hauptverfahren: BB.2016.94) 

 

 

 

- 2 - 

 

 

Der Referent hält fest, dass: 

 

- die Bundesanwaltschaft unter der Verfahrensnummer SV.15.0177 u. a. ge-

gen A. eine Strafuntersuchung führt wegen des Verdachts der Geldwäsche-

rei (vgl. BB.2016.94, act. 1.5); 

 

- sie diesbezüglich ein Rechtshilfeersuchen an die brasilianischen Behörden 

stellte, mit welchem sie u. a. die Befragung von B. verlangte, und A. gestützt 

auf Art. 148 Abs. 1 lit. a StPO einlud, zuhanden der ersuchten Behörde Fra-

gen zu formulieren (vgl. BB.2016.94, act. 1.9); 

 

- der Vertreter von A. um Akteneinsicht zwecks Vorbereitung dieser Einver-

nahme ersuchte und mitteilte, an der Einvernahme persönlich teilnehmen zu 

wollen (BB.2016.94, act. 1.8); 

 

- er mit Schreiben vom 15. April 2016 erneut Einsicht in die Akten der hierzu-

lande geführten Strafuntersuchung verlangte und die Bundesanwaltschaft 

ersuchte, bei den brasilianischen Behörden zu verlangen, seine Anwesen-

heit anlässlich der fraglichen Einvernahme in Brasilien zu gestatten 

(BB.2016.94, act. 1.10); 

 

- die Bundesanwaltschaft mit Schreiben vom 18. April 2016 auf diese Anträge 

nicht eintrat bzw. diese abwies (BB.2016.94, act. 1.1); 

 

- A. hiergegen am 29. April 2016 Beschwerde erhob (act. 1); 

 

- er gleichzeitig um Erlass folgender vorsorglicher Massnahmen ersucht: 

«faire interdiction au Ministère public de la Confédération d’accomplir ou faire 

accomplir tout acte d’instruction et toute administration de preuves dans le 

cadre de la procédure SV.15.0177, en particulier l’audition de Monsieur B., 

dans l’attente de droit jugé sur le présent recours; ordonner au Ministère pu-

blic de la Confédération de surseoir à l’éxécution de toute commission roga-

toire déjà été transmise aux autorités brésiliennes dans le cadre de la procé-

dure SV.15.0177, en tant qu’elle consiste en l’audition de Monsieur B. et/ou 

de tout autre partie à la procédure SV.15.0177 au Brésil, ce jusqu’à droit jugé 

sur le présent recours […]» (act. 1). 

 

 

  

- 3 - 

 

 

Der Referent zieht in Erwägung, dass: 

 

- der Beschwerde, abweichende Bestimmungen der StPO oder Anordnungen 

der Verfahrensleitung der Beschwerdekammer vorbehalten, keine aufschie-

bende Wirkung zukommt (Art. 387 StPO); 

 

- die Verfahrensleitung der Beschwerdekammer gegebenenfalls die notwen-

digen und unaufschiebbaren verfahrensleitenden und vorsorglichen Mass-

nahmen trifft (Art. 388 StPO); 

 

- der Verfahrensleitung bei ihren diesbezüglichen Entscheiden ein weiter Er-

messensspielraum zusteht, sie dabei aber sicherzustellen hat, dass ihr Ent-

scheid das Beschwerderecht nicht seines Inhalts beraubt und insbesondere 

den Rechtsstreit nicht gegenstandslos werden lässt (Urteil des Bundesge-

richts 1B_271/2013 vom 3. Oktober 2013, E. 2.1); 

 

- der Gesuchsteller zur Begründung seines Gesuchs darlegen muss, dass er 

ohne Gewährung der aufschiebenden Wirkung einen nicht wieder gutzuma-

chenden bzw. zumindest einen nur schwer wieder gutzumachenden Nachteil 

zu erleiden droht (vgl. u. a. die Verfügung des Bundesstrafgerichts 

BP.2014.56 vom 15. Oktober 2014 m.w.H.); 

 

- es dem in Brasilien domizilierten Gesuchsteller allenfalls offen steht, sich an-

lässlich der durchzuführenden Einvernahme durch seinen dortigen Anwalt 

vertreten zu lassen (vgl. hierzu BB.2016.94, act. 1.9, Ziff. 2); 

 

- keinen Anspruch auf Verschiebung einer Beweiserhebung in der Schweiz 

hat, wer sein Teilnahmerecht geltend macht (Art. 147 Abs. 2 StPO); 

 

- dieser Grundsatz auch im vorliegenden Fall zu gelten hat; 

 

- selbst im Falle einer Gutheissung der Beschwerde der Gesuchsteller gege-

benenfalls eine Wiederholung der Einvernahme beantragen oder die Ge-

währung des rechtlichen Gehörs in anderer Form verlangen könnte (vgl. 

Art. 147 Abs. 3 StPO analog); 

 

- das Gesuch nach dem Gesagten abzuweisen ist; 

 

- die Kosten dieser Verfügung bei der Hauptsache verbleiben; 

 

- 4 - 

 

 

und verfügt: 

 

1. Das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen wird abgewiesen. 

 

2. Die Kosten der vorliegenden Verfügung verbleiben bei der Hauptsache. 

 

 

Bellinzona, 4. Mai 2016 

 

Im Namen der Beschwerdekammer 

des Bundesstrafgerichts 

 

Der Referent: Der Gerichtsschreiber:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zustellung an 

 

- Rechtsanwalt Jean-François Ducrest (vorab per Telefax) 

- Bundesanwaltschaft (vorab per Telefax) 

 

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung 

Gegen diese Verfügung ist kein ordentliches Rechtsmittel gegeben.