# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e0bbe6a0-1b4d-5ff3-bfb8-822544d836f1
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2013-04-23
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Strafrecht 23.04.2013 470 2013 22 (470 13 22)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_004_470-2013-22_2013-04-23.pdf

## Full Text

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Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht vom 

23. April 2013 (470 13 22) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Strafprozessrecht 

 

 

Bestellung der amtlichen Verteidigung 

 

 

Besetzung Präsident Dieter Eglin, Richterin Regina Schaub (Ref.), Richter 
Stephan Gass; Gerichtsschreiber Dominik Haffter 
 
 

Parteien A.____,  
vertreten durch Advokat B.____,  
Beschwerdeführer 

  
gegen 
 

 Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, 
Kirchgasse 5, 4144 Arlesheim,  
Beschwerdegegnerin 
 
C.____,  
Verfahrensbeteiligter 
 

Gegenstand Bestellung der amtlichen Verteidigung 

Neubeurteilung über den Beschluss des Kantonsgerichts Basel-
Landschaft, Abteilung Strafrecht, vom 10. April 2012 betreffend 
Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, vom 20. Januar 2012 

 
 
 

 

 

 
 
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A. Am 6. Mai 2010 wurde gegen A.____ ein Untersuchungsverfahren wegen Diebstahls und 
betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage eröffnet. A.____ beauftragte am 
15. Februar 2011 Advokat B.____ als Wahlverteidiger, welcher um Bewilligung der amtlichen 
Verteidigung ersuchte. 
 
B. Mit Verfügung vom 16. März 2011 wies die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Haupt-
abteilung Arlesheim, das Gesuch von Advokat B.____, ihn gestützt auf Art. 132 Abs. 1 lit. a 
Ziff. 2 StPO als amtlichen Verteidiger von A.____ einzusetzen, ab.  
 
C. Eine dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abtei-
lung Strafrecht, mit Beschluss vom 7. Juni 2011 ab. 
 
D. Mit Schreiben vom 13. Juli 2011 teilte Advokat B.____ der Staatsanwaltschaft mit, dass er 
aufgrund des Beschlusses des Kantonsgerichts vom 7. Juni 2011 und weil sich A.____ nicht in 
der Lage sehe, ihm einen Kostenvorschuss zur Sicherstellung der Verteidigungskosten zu 
überweisen, sein Mandat als Verteidiger von A.____ sofort niederlegen müsse. Im Weiteren 
verlangte B.____, er sei gestützt auf Art. 132 Abs. 1 lit. a Ziff. 2 StPO als amtlicher Verteidiger 
von A.____ einzusetzen.  
 
E. Die Staatsanwaltschaft bestellte mit Verfügung vom 4. August 2011 Advokat C.____ als 
amtlichen Verteidiger von A.____. 
 
F. Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abtei-
lung Strafrecht, mit Beschluss vom 24. Oktober 2011 teilweise gut, hob die Verfügung der 
Staatsanwaltschaft vom 4. August 2011 auf und wies die Sache zur Neubeurteilung im Sinne 
der Erwägungen an die Staatsanwaltschaft zurück. 
 
G. Mit Verfügung vom 20. Januar 2012 bestellte die Staatsanwaltschaft Advokat C.____ als 
amtlichen Verteidiger von A.____ mit Wirkung auf den 20. Januar 2012. 
 
H. Gegen diese Verfügung erhob A.____, vertreten durch Advokat B.____, mit Eingabe vom 
6. Februar 2012 Beschwerde beim Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, und 
beantragte, es sei die Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 20. Januar 2012 vollumfänglich 
aufzuheben und die Staatsanwaltschaft gerichtlich anzuweisen, dem Beschwerdeführer im vor-
liegenden Strafverfahren die amtliche Verteidigung mit Advokat B.____ zu bewilligen, unter 
o/e Kostenfolge zu Lasten der Staatsanwaltschaft. Im Falle eines Unterliegens sei dem Be-
schwerdeführer die unentgeltliche Prozessführung und Verbeiständung mit Advokat B.____ zu 
bewilligen. 
 
I. Das Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, wies mit Beschluss vom 
10. April 2012 die Beschwerde sowie das Gesuch um amtliche Verteidigung mit Advokat 
B.____ für das Beschwerdeverfahren ab. 
 

 

 
 
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J. Gegen den Beschluss des Kantonsgerichts vom 10. April 2012 gelangte der Beschuldigte 
mit Beschwerde in Strafsachen vom 29. Juni 2012 an das Bundesgericht und begehrte die Auf-
hebung des angefochtenen Entscheides. Zudem sei die Staatsanwaltschaft anzuweisen, den 
vom Beschwerdeführer gewünschten Anwalt als amtlichen Verteidiger zu bestellen.  
 
K. Mit Urteil vom 24. Januar 2013 hiess das Bundesgericht die Beschwerde in Strafsachen 
gut, hob den Beschluss des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, auf und 
wies die Sache an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurück.  
 
L. Mit Stellungnahme vom 25. Februar 2013 hielt der Beschwerdeführer an den Anträgen 
gemäss der Beschwerde vom 6. Februar 2012 fest. 
 
M. Demgegenüber beantragte die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Ar-
lesheim, mit Stellungnahme vom 26. Februar 2013, die Beschwerde sei abzuweisen und die 
ordentlichen und ausserordentlichen Kosten des Beschwerdeverfahrens seien dem Beschwer-
deführer aufzuerlegen. 
 
N. Der Verfahrensbeteiligte Advokat C.____ teilte mit Eingabe vom 26. Februar 2013 mit, 
dass er auf eine Stellungnahme verzichte. 
 
O. Mit replizierender Stellungnahme vom 8. März 2013 hielt die Staatsanwaltschaft an ihren 
Rechtsbegehren gemäss Stellungnahme vom 26. Februar 2013 fest.  
 
P. Mit Replik vom 11. März 2013 nahm der Beschwerdeführer Stellung zur Eingabe der 
Staatsanwaltschaft vom 26. Februar 2013. 
 
Q. Der Präsident der Abteilung Strafrecht des Kantonsgerichts Basel-Landschaft stellte mit 
Verfügung vom 13. März 2013 fest, dass der Verfahrensbeteiligte Advokat C.____ auf die Mög-
lichkeit einer replizierenden Stellungnahme verzichtet hat. 
 
 
Erwägungen 

 
1. Formelles 

Aufgrund der bundesgerichtlichen Rückweisung der Sache zur Neubeurteilung ist die Dreier-
kammer des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Strafrecht, erneut zur Prüfung der 
vorliegenden Angelegenheit zuständig. 
 
 
2. Materielles 

2.1 Mit Stellungnahme vom 26. Februar 2013 führt die Staatsanwaltschaft Basel-
Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, aus, entgegen der Auffassung des Bundesgerichts 
handle es sich in casu nicht um einen Anwendungsfall von Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO, zumal die 

 

 
 
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Einsetzung einer amtlichen Verteidigung gestützt auf diese Bestimmung notwendigerweise vor-
aussetze, dass die beschuldigte Person von ihrem Wahlrecht bezüglich der Person der Vertei-
digung keinen Gebrauch gemacht habe. Sobald die beschuldigte Person eine Wunschverteidi-
gung genannt habe, seien die Voraussetzungen des eindeutigen Wortlauts von Art. 132 Abs. 1 
lit. a StPO nicht erfüllt. Daher komme in den Fällen, in denen die beschuldigte Person eine 
Wahlverteidigung bestimmt habe, lediglich die Einsetzung einer amtlichen Verteidigung gestützt 
auf Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO in Frage. Hinsichtlich der Anordnung einer amtlichen Verteidigung 
gestützt auf Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO stelle sich bei den Fällen der notwendigen Verteidigung 
lediglich die Frage der Mittellosigkeit der beschuldigten Person, welche von dieser im Sinne 
einer Obliegenheit glaubhaft zu machen sei. Dies sei vorliegend nicht geschehen, weswegen 
dem Beschwerdeführer die amtliche Verteidigung nach Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO zum jetzigen 
Zeitpunkt nicht zu gewähren sei. 
 
2.2 Demgegenüber macht der Beschwerdeführer mit Stellungnahme vom 25. Februar 
2013 geltend, aufgrund des Urteils des Bundesgerichts vom 24. Januar 2013 sei seine Be-
schwerde vom 6. Februar 2012 vollumfänglich gutzuheissen. Zu erwähnen sei, dass in casu 
keine der vom Bundesgericht aufgezählten sachlichen Gründe ersichtlich seien, welche ein Ab-
weichen vom Vorschlag des Beschuldigten nach Art. 133 Abs. 2 StPO rechtfertigen würden.  
 
Mit replizierender Stellungnahme vom 11. März 2013 bringt der Beschwerdeführer ergänzend 
vor, entgegen den Ausführungen der Staatsanwaltschaft sei das Urteil des Bundesgerichts vom 
24. Januar 2013 deutlich und unmissverständlich. Es sei selbstverständlich, dass sich das Vor-
schlagsrecht der beschuldigten Person nach Art. 133 Abs. 2 StPO auf sämtliche Fälle amtlicher 
Verteidigung gemäss Art. 132 StPO beziehe. Sodann würden klarerweise keine sachlichen 
Gründe, welche ein Abweichen vom Vorschlag der beschuldigten Person rechtfertigen würden, 
vorliegen. 
 
2.3 Gemäss Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO ordnet die Verfahrensleitung eine amtliche Vertei-
digung an, wenn bei notwendiger Verteidigung die beschuldigte Person trotz Aufforderung der 
Verfahrensleitung keine Wahlverteidigung bestimmt (Ziff. 1) oder der Wahlverteidigung das 
Mandat entzogen wurde oder sie es niedergelegt hat und die beschuldigte Person nicht innert 
Frist eine neue Wahlverteidigung bestimmt (Ziff. 2). Ferner ist die amtliche Verteidigung anzu-
ordnen, wenn die beschuldigte Person nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und die Ver-
teidigung zur Wahrung ihrer Interessen geboten ist (Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO). Bei der Bestel-
lung der amtlichen Verteidigung hat die Verfahrensleitung laut Art. 133 Abs. 2 StPO nach Mög-
lichkeit die Wünsche der beschuldigten Person zu berücksichtigen. 
 
2.4 In casu erwägt das Bundesgericht mit Urteil vom 24. Januar 2013 (1B_387/2012, 
E. 4.3 ff.), unbestrittenermassen liege ein Fall der notwendigen Verteidigung vor. Hinsichtlich 
des Vorschlagsrechts des Beschuldigten nach Art. 133 Abs. 2 StPO sei festzuhalten, dass die-
ses zwar keine strikte Befolgungs- beziehungsweise Ernennungspflicht zu Lasten der Verfah-
rensleitung begründe, allerdings bedürfe es für ein Abweichen vom Vorschlag des Beschuldig-
ten zureichende sachliche Gründe, wie zum Beispiel Interessenkollisionen, Überlastung, die 

 

 
 
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Ablehnung des Mandates durch den erbetenen Verteidiger, dessen fehlende fachliche Qualifi-
kation oder Berufsausübungsberechtigung oder andere sachliche Hindernisse. Im Weiteren 
führt das Bundesgericht aus, in den Fällen der amtlichen Verteidigung bei notwendiger Verteidi-
gung setze die Bestellung eines Offizialverteidigers, dessen Kosten vom Staat (vorläufig) zu 
bevorschussen seien, keinen Nachweis der finanziellen Bedürftigkeit des Beschuldigten voraus. 
Somit liege im Umstand, dass der erbetene Verteidiger nicht dafür gesorgt habe, dass der Be-
schwerdeführer der Staatsanwaltschaft seine finanzielle Situation offenlege, kein sachlicher 
Grund, um vom Vorschlag des Beschuldigten abzuweichen. Sodann legt das Bundesgericht 
fest, falls die Vorinstanz keine sachlichen Gründe darlegen könne, weshalb der erbetene 
Rechtsvertreter als Offizialverteidiger objektiv nicht in Frage komme, werde der bisherige amtli-
che Verteidiger durch den erbetenen Verteidiger (im Offizialmandat) zu ersetzen sein. 
 
2.5 In casu ist unbestritten, dass von einem Fall der notwendigen Verteidigung auszuge-
hen ist. Dessen ungeachtet kann daraus nicht ohne Weiteres geschlossen werden, es liege ein 
Anwendungsfall von Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO vor. Vielmehr setzt der unmissverständliche 
Wortlaut der besagten Bestimmung in Ziff. 1 voraus, dass der Beschuldigte keine Wahlverteidi-
gung bestimmt hat. Wie die Staatsanwaltschaft zu Recht vorbringt, bedingt die Bestimmung, 
dass die beschuldigte Person von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht hat. Sobald sie 
jedoch eine Wunschverteidigung bestimmt hat, sind die Voraussetzungen von Art. 132 Abs. 1 
lit. a Ziff. 1 StPO nicht erfüllt. Im vorliegenden Fall hat der Beschwerdeführer ausdrücklich Ad-
vokat B.____ als seinen Verteidiger gewählt, weshalb das Erfordernis, dass der Beschuldigte 
keine Wahlverteidigung bestimmt hat, klarerweise nicht gegeben ist. Somit kann gemäss dem 
ausdrücklichen Wortlaut des Gesetzes Art. 132 Abs. 1 lit. a Ziff. 1 StPO nicht zur Anwendung 
kommen. Überdies ist zu beachten, dass die blosse Kundgabe der Niederlegung des Mandates 
unter gleichzeitiger Beantragung auf Einsetzung als amtlichen Verteidiger für den identischen 
Klienten im nämlichen Verfahren keine Niederlegung des Mandates i.S.v. Art. 132 Abs. 1 lit. a 
Ziff. 2 StPO darstellt, zumal die Bestimmung nur in diesem Sinne verstanden werden kann, 
dass der Wahlverteidiger sein Mandat auf Dauer niederlegt und sich damit von seinem Klienten 
im betreffenden Verfahren definitiv distanziert. Mit dieser Problematik hat sich das Bundesge-
richt in seinem Urteil vom 24. Januar 2013 (1B_387/2012) nicht einmal ansatzweise auseinan-
dergesetzt und sich stattdessen einzig mit dem gesetzlichen Vorschlagsrecht betreffend die 
amtliche Verteidigung befasst. 
 
2.6 Neben dem expliziten Wortlaut der Norm spricht auch der Sinn und Zweck der Rege-
lung der amtlichen Verteidigung gegen die vom Bundesgericht vorgenommene Auslegung. Die 
amtliche Verteidigung bei Mittellosigkeit i.S.v. Art. 132 Abs. 1 lit. b StPO soll sicherstellen, dass 
der beschuldigten Person unbesehen um ihre finanziellen Möglichkeiten eine wirksame Vertei-
digung im Strafverfahren zusteht (OBERHOLZER, Grundzüge des Strafprozessrechts, 3. Aufl. 
2012, Rn. 445). Insofern ist die Bedürftigkeit der beschuldigten Person ein zwingendes Erfor-
dernis der amtlichen Verteidigung (OBERHOLZER, a.a.O., Rn 462, 1706). Bei der notwendigen 
Verteidigung hingegen besteht ein öffentliches Interesse an einer formellen Verteidigung der 
beschuldigten Person, welches als höherstehend zu werten ist als das Interesse der beschul-
digten Person an ihrer selbständigen Verteidigung, weshalb eine Pflichtverteidigung auch ge-

 

 
 
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gen den ausdrücklichen Willen der beschuldigten Person zu bestellen ist (OBERHOLZER, a.a.O., 
Rn 434 ff.). Dementsprechend bezweckt die amtliche Verteidigung im Falle der notwendigen 
Verteidigung i.S.v. Art. 132 Abs. 1 lit. a StPO, dass die beschuldigte Person verteidigt wird, ob-
wohl sie von sich aus keinen Verteidiger bestimmt. Ausgehend vom Sinn und Zweck der beiden 
Varianten der amtlichen Verteidigung zeigt sich, dass vorliegend einzig die Bestimmung betref-
fend die amtliche Verteidigung bei Mittellosigkeit Anwendung findet, zumal der Beschwerdefüh-
rer Advokat B.____ als seinen Rechtsvertreter ausgewählt hat und geltend macht, es würden 
ihm die Mittel zur Finanzierung des Verteidigers fehlen.  
 
2.7 Sodann ist der Botschaft zur StPO vom 21. Dezember 2005 zu entnehmen, dass le-
diglich deren zwei Varianten der amtlichen Verteidigung zu unterscheiden sind: Erstens jene 
Variante, in welcher der beschuldigten Person wegen Mittellosigkeit eine amtliche Verteidigung 
bestellt wurde; zweitens im Falle der notwendigen Verteidigung, wenn die beschuldigte Person 
keine Wahlverteidigung bestimmt, wobei die beschuldigte Person von Anfang an in wirtschaft-
lich günstigen Verhältnissen steht (S. 1181). Ausgehend von dieser Unterscheidung sowie den 
vorstehenden Ausführungen erhellt, dass im vorliegend zu beurteilenden Fall der Beschwerde-
führer sehr wohl einen Verteidiger bestimmt hat und er überdies geltend macht, er sei mittellos, 
weshalb offenkundig einzig die erste Variante, mithin die amtliche Verteidigung zufolge Mittello-
sigkeit, in Frage steht.  
 
2.8 Aus der von der Botschaft dargelegten Unterscheidung der zwei Varianten der amtli-
chen Verteidigung ergibt sich im Weiteren, dass der Gesetzgeber die Variante der amtlichen 
Verteidigung im Sinne der höchstrichterlichen Ausführungen nicht geregelt hat. Erst das Bun-
desgericht hat mit seinem Urteil vom 24. Januar 2013 (1B_387/2012) eine weitere Variante der 
amtlichen Verteidigung geschaffen, indem es die amtliche Verteidigung unabhängig vom Nach-
weis der Mittellosigkeit zusprechen will, sofern ein Fall der notwendigen Verteidigung vorliegt 
und die beschuldigte Person behauptet, sie könne sich ihre Wahlverteidigung nicht leisten. We-
der die bisherige bundesgerichtliche Rechtsprechung noch die Doktrin stützen eine solche dritte 
Variante. Vielmehr wird durchwegs gefordert, dass die beschuldigte Person ihre Mittellosigkeit 
nachzuweisen hat. Mithin trifft die beschuldigte Person eine diesbezügliche Mitwirkungsoblie-
genheit (RUCKSTUHL, Basler Kommentar StPO, 2011, Art. 132 N 30; BGE 125 IV 161, E. 4a; 
BGE 120 Ia 179, E. 3a; BGer 8C_920/2010 vom 25. Januar 2011, E. 3.2). Das Urteil des Bun-
desgerichts führt in seiner Konsequenz somit zu einer Bevorschussung des Wahlverteidigers 
durch den Staat, unabhängig vom konkreten Nachweis der Mittellosigkeit. Eine staatliche Be-
vorschussung in dieser Weise war vom Gesetzgeber allerdings in keiner Weise gewollt, was 
sich auch ohne Weiteres aus den Materialien ergibt. 
 
2.9 Ungeachtet der vorhergehenden Ausführungen sieht sich das Kantonsgericht im vor-
liegenden konkreten Fall an die eindeutigen Instruktionen des Bundesgerichts gebunden. Ent-
sprechend muss die Beschwerde gutgeheissen werden, zumal keine sachlichen Gründe im 
Sinne des bundesgerichtlichen Verdikts vorliegen, welche der Einsetzung des erbetenen Ver-
teidigers als amtlichen Verteidiger des Beschwerdeführers entgegenstehen. Somit ist die Verfü-
gung der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, vom 20. Januar 

 

 
 
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2012 aufzuheben, Advokat C.____ als amtlichen Verteidiger des Beschwerdeführers zu entlas-
sen und Advokat B.____ rückwirkend per 16. Februar 2011 als amtlichen Verteidiger des Be-
schwerdeführers einzusetzen. 
 
 
3. Kosten 

Gestützt auf § 15 lit. b der Verordnung über die Gebühren der Gerichte (GebT, SGS 170.31) 
sind keine ordentlichen Kosten zu sprechen. Überdies ist dem Rechtsvertreter des Beschwer-
deführers eine Parteientschädigung für das Beschwerdeverfahren auszurichten. Mit Honorarno-
te vom 22. März 2013 macht Advokat B.____ einen Aufwand von 6,6 Stunden geltend. Dabei 
fällt namentlich auf, dass der amtliche Verteidiger am 7. Februar 2013 ein Telefonat mit der 
Presse als Aufwand ausweist. Obwohl zweifelhaft erscheint, ob diese Bemühungen zu ent-
schädigen sind, werden sie Advokat B.____ in casu vergütet. Sodann beträgt das Honorar der 
amtlichen Verteidigung gemäss § 3 Abs. 2 der Tarifordnung für die Anwältinnen und Anwälte 
(TO, SGS 178.112) CHF 180.00, weshalb dem Rechtsvertreter des Beschuldigten für seine 
Bemühungen im Beschwerdeverfahren eine Parteientschädigung von CHF 1'328.00 (inklusive 
Auslagen von CHF 140.00) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer von CHF 106.25, insgesamt somit 
CHF 1'434.25, aus der Gerichtskasse zu entrichten ist. Der Beschuldigte, der zu den Verfah-
renskosten verurteilt wurde, hat gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO dem Kanton die Entschädigung 
zurückzuzahlen und der Verteidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und 
dem vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben. 
 
 
 

 

 
 
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Demnach wird erkannt: 

 
://: 1. In Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung der Staatsanwalt-

schaft Basel-Landschaft, Hauptabteilung Arlesheim, betreffend amtliche 
Verteidigung vom 20. Januar 2012 aufgehoben, Advokat C.____ als amtli-
cher Verteidiger des Beschwerdeführers entlassen und Advokat B.____ 
rückwirkend per 16. Februar 2011 als amtlicher Verteidiger des Be-
schwerdeführers eingesetzt. 

 
 2. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Kosten erhoben. 
 
 3. Dem amtlichen Verteidiger des Beschuldigten wird für seine Bemühungen 

im Rechtsmittelverfahren eine Parteientschädigung von CHF 1'328.00 
(inklusive Auslagen von CHF 140.00) zuzüglich 8% Mehrwertsteuer von 
CHF 106.25, insgesamt somit CHF 1'434.25, aus der Gerichtskasse ent-
richtet. 
 
Der Beschuldigte, der zu den Verfahrenskosten verurteilt wurde, wird 
verpflichtet, dem Kanton die Entschädigung zurückzuzahlen und der Ver-
teidigung die Differenz zwischen der amtlichen Entschädigung und dem 
vollen Honorar zu erstatten, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
erlauben (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

 
 
 
Präsident 
 
 
 
Dieter Eglin 

Gerichtsschreiber 
 
 
 
Dominik Haffter