# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4e455d7b-fae3-59eb-a6ae-53488df27814
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-09
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 09.03.2010 A-4146/2009
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-4146-2009_2010-03-09.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-4146/2009
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  9 .  M ä r z  2 0 1 0

Richter Markus Metz (Vorsitz), 
Richter Thomas Stadelmann, Richter Michael Beusch, 
Gerichtsschreiber Jürg Steiger.

A._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

MWST (1. Quartal 1998 - 4. Quartal 2000 und 
1. Quartal 2001 - 3. Quartal 2003); Umlage.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-4146/2009

Sachverhalt:

A.
Die  A._______  übernahm durch  Fusion  auf  den  1. Januar  2001  14 
früher selbständige regionale Genossenschaften sowie die B._______. 
Auf  diesen  Zeitpunkt  wurde  sie  ins  Register  der 
Mehrwertsteuerpflichtigen bei  der Eidgenössischen Steuerverwaltung 
(ESTV)  eingetragen.  Die  A._______  bezweckt  laut  Handels-
registerauszug  insbesondere  die  Förderung  der  wirtschaftlichen  und 
sozialen  Interessen  der  Mitglieder  der  Genossenschaft  in 
gemeinsamer Selbsthilfe sowie der Konsumentinnen und Konsumen-
ten.

B.
Im Jahr 2003 führte die ESTV bei der A._______ eine Kontrolle durch, 
in  deren  Verlauf  mehrere  Ergänzungsabrechnungen  (EA)  erstellt 
wurden. Die ESTV forderte u.a. für  die Zeit  vom 1. Januar 1998 bis 
31. Dezember 2000 in Ziff. 4.1 der EA Nr. 160'542 vom 13. Mai 2004 
für  nicht  berechtigte  Vorsteuerabzüge  im  Zusammenhang  mit 
allgemeinen Unkosten Fr. 510'000.-- Mehrwertsteuer nach. Mit der EA 
Nr. 160'543, Ziff. 4.1, gleichen Datums stellte sie für die Zeit vom 1. Ja-
nuar  2001  bis  30.  September  2003  für  nicht  berechtigte 
Vorsteuerabzüge  Fr. 467'500.--  in  Rechnung.  Die  Nachforderungen 
wurden  aufgrund  von  Stichproben  im  Jahr  2002  ermittelt  und  das 
Ergebnis auf die gesamte Kontrollperiode umgelegt.

C.
Mit Schreiben vom 28. April 2006 teilte die A._______ der ESTV mit, 
sie  erachte  die  vorgenommene Stichprobe,  welche als  Basis  für  die 
Umlage diente, als nicht repräsentativ. Sie beantragte eine nochmalige 
stichprobenweise Überprüfung der Vorsteuerabzüge vorzunehmen. Am 
2. März 2007 antwortete die ESTV, sie  sei  bereit,  die Stichprobe zu 
ergänzen.  Sie  werde  dazu  die  Monate  April,  August  und  Dezember 
eines Jahres der Kontrollperiode näher prüfen. Die A._______ könne 
ein  Jahr  aus  dem  Zeitraum  1998  bis  und  mit  2001  auswählen.  Mit 
Schreiben vom 26. März  2007 führte  die  A._______  aus,  es  sei  zu 
beachten,  dass die  jeweiligen Buchhaltungen vor  der  Fusion der  14 
Genossenschaften und der B._______ dezentral geführt worden seien. 
Ein  Zugriff  auf  das  alte  System  sei  heute  nicht  mehr  möglich. 
Sämtliche  Daten  dieser  vorangegangenen  Perioden  lägen  nur  in 
Papierform resp. Microfiche vor. Diese würden an diversen Orten in der 

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Schweiz aufbewahrt. Um ein  vergleichbares  Ergebnis  zu  den bisher 
getroffenen  Feststellungen  zu  erhalten  und  den  administrativen 
Aufwand in vertretbarem Rahmen zu halten, schlage sie vor, weitere 
10 Schachteln aus dem 1. Semester 2002 als Basis für die Umlage zu 
prüfen. Die ESTV erklärte sich am 29. März 2007 mit diesem Vorgehen 
grundsätzlich einverstanden, allerdings werde sich die Zusatzkontrolle 
nicht nur auf das 1. Semester 2002 beschränken. Die ESTV führte die 
Zusatzkontrolle  im April  2007  durch. Sie  ergab  eine Anpassung der 
Umlageberechnung. Für  die Zeit  vom 1. Quartal  1998 bis 4. Quartal 
2000  resultierte  noch  eine  Nachforderung  von  Fr.  255'000.--  (vgl. 
Gutschriftsanzeige  [GS]  Nr. 160'195  vom 30. Mai  2007  in  der  Höhe 
von Fr. 255'000.--); für das 1. Quartal 2001 bis 3. Quartal 2003 noch 
eine solche von Fr. 233'750.-- (vgl. GS Nr. 160'196 vom 30. Mai 2007 
in der Höhe von Fr. 233'750.--).

D.
Am 30. Mai  2007 erliess  die  ESTV zwei  anfechtbare  Entscheide,  in 
denen  sie  ihre  Steuernachforderungen  von  Fr.  255'000.--  für  das 
1. Quartal  1998  bis  4. Quartal  2000  bzw. von Fr. 233'750.--  für  das 
1. Quartal  2001  bis  3.  Quartal  2003  zuzüglich  Verzugszins  zu  5% 
bestätigte. Gegen diese  Entscheide  erhob  die  A._______ am 2. Juli 
2007 Einsprache. 

Am  25.  Mai  2009  hies  die  ESTV  in  zwei  separaten  Einspra-
cheentscheiden die  Einsprachen in  der  Höhe von Fr. 30'000.--  bzw. 
Fr. 27'500.--  teilweise  gut.  Sie  erkannte,  dass  die  A._______  ihr  für 
das  1.  Quartal  1998  bis  4.  Quartal  2000  Fr. 225'000.--  zuzüglich 
Verzugszins  und  für  das  1. Quartal  2001  bis  3. Quartal  2003 
Fr. 206'250.--  zuzüglich  Verzugszins  schulde. Zur  Begründung führte 
die  ESTV  im  Wesentlichen  aus,  jeder  Ermessensveranlagung  hafte 
eine gewisse Unsicherheit an, die jedoch der Steuerpflichtige mitunter 
aufgrund einer Verletzung von Mitwirkungspflichten selber zu vertreten 
habe.  Dies  sei  in  casu  nicht  anders.  Eine  leichte  und  zuverlässige 
Ermittlung der zulässigen Vorsteuern 1998 bis 2000 sei im Zeitpunkt 
der Kontrolle nicht möglich gewesen. Die vorgenommene Umlage sei 
zulässig,  da  die  massgebenden  Verhältnisse  im  eingehend 
kontrollierten  Zeitabschnitt  ähnlich  seien  wie  in  der  gesamten 
Kontrollperiode. Es komme nicht darauf an, ob jeder einzelne zu viel 
vorgenommene  Vorsteuerabzug  neben  dem  Basisjahr  auch  in  den 
übrigen Kalenderjahren als gleichartiger Geschäftsfall vorkomme. Von 
der  ESTV  aufgerechnet  würde  die  „Thematik“  der  zu  Unrecht 

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vorgenommenen  Vorsteuerabzüge.  Stehe  die  Umlagebasis  fest, 
genüge  das  Finden  von  gewichtigen  Anhaltspunkten,  dass  in  den 
übrigen Kalenderjahren, auf die umgelegt werden soll, ebenfalls unbe-
rechtigte  Vorsteuerabzüge  in  vergleichbarem  Umfang  vorgekommen 
seien. Im Übrigen gebe es gewichtige Indizien dafür, am behaupteten 
Zweijahresrhythmus  der  Management-Tagungen  zu  zweifeln.  Die 
Rechnung der X._______AG vom 31. Mai 2002 im Zusammenhang mit 
der Durchführung einer solchen Veranstaltung sei also zu Recht in die 
Umlage einbezogen worden. Im Weiteren habe sie von insgesamt 277 
Schachteln  mit  Belegen  (für  den  Zeitraum  vom  1. Januar  2002  bis 
30. Mai  2003)  39  Schachteln  bzw.  14,08%  überprüft.  Aus  dem 
unverändert  massgeblichen  Steuerbetrag,  den  es  umzulegen  gelte 
(Fr. 15'073.30),  resultiere  eine  Gesamtbelastung  (100%)  von 
Fr. 107'054.65.  Im  Unterschied  zur  bisherigen  Berechnung  entfalle 
diese Summe nun aber auf einen Zeitraum von 17 Monaten, weshalb 
die  jährliche  Nachbelastung  neu  auf  (rund)  Fr. 75'000.--  reduziert 
werde. Die ESTV hiess die Einsprachen folglich insoweit gut.

E.
Am 25. Juni 2009 führte die A._______ (Beschwerdeführerin)  gegen 
die  Einspracheentscheide  je  separat  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verfahrensnummern  A-4146/2009  und  A-
4156/2009).  In  diesen  stellte  sie  folgende  Anträge:  „Es  sei  der 
Entscheid vom 25. Mai 2009 teilweise aufzuheben und die Rechnung 
der  X._______AG  vom  31.  Mai  2002  nicht  in  die  Berechnung  der 
Umlage miteinzubeziehen. In  diesem Sinne sei  die  Steuerschuld  für 
die Zeit vom 1. Quartal 1998 bis 4. Quartal 2000, beschränkt auf die 
Thematik  „Hauptsitz  –  Allgemeine  Unkosten;  nicht  berechtigte 
Vorsteuerabzüge“ auf Fr. 97'314.-- festzusetzen bzw. A._______ eine 
zusätzliche  Gutschriftsanzeige  von  Fr. 127'686.--  (zzgl.  5% 
Verzugszins  seit  dem  14.  Juni  2004)  auszustellen.“  „Es  sei  der 
Entscheid vom 25. Mai 2009 teilweise aufzuheben und die Rechnung 
der  X._______AG  vom  31.  Mai  2002  nicht  in  die  Berechnung  der 
Umlage miteinzubeziehen. In  diesem Sinne sei  die  Steuerschuld  für 
die Zeit vom 1. Quartal 2001 bis 3. Quartal 2003, beschränkt auf die 
Thematik  „Hauptsitz  –  Allgemeine  Unkosten;  nicht  berechtigte  Vor-
steuerabzüge“  auf  Fr. 109'431.90  festzusetzen  bzw. A._______  eine 
zusätzliche Gutschriftsanzeige von Fr. 96'818.10 (zzgl. 5% Verzugszins 
seit dem 14. Juni 2004) auszustellen“. Alles unter Kostenfolge.

Zur  Begründung  legte  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  dar, 

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bei  der  Rechnung  der  X._______AG  im  Betrag  von  Fr.  161'290.28 
handle es sich um eine Belastung für das Catering der Management-
Tagung  vom  29.  Mai  2002  in  Luzern,  an  welcher  ca.  2'000-2'300 
Personen  teilgenommen  hätten.  Sie  habe  auf  dieser  Rechnung  für 
Getränke und Verpflegung den vollen, anstatt den um 50% reduzierten 
Vorsteuerabzug geltend gemacht. Die entsprechenden unberechtigten 
Vorsteuerabzüge dieser Rechnung dürften nicht in die Umlage einbe-
zogen  werden.  Vor  der  Fusion  zur  A._______  hätten  andere 
Verhältnisse  geherrscht.  In  den  Jahren  1998  bis  2000  hätten  keine 
Veranstaltungen in der Grössenordnung der Management-Tagung vom 
29. Mai  2002 stattgefunden. Aufgrund der Aufteilung in  14 regionale 
Genossenschaften wäre eine solche Veranstaltung vor der Fusion gar 
nicht  möglich  gewesen. Der  Einbezug  der  Rechnung  in  die  Umlage 
lasse  sich  auch  nicht  damit  rechtfertigen,  dass  nach  der  Fusion 
weitere grosse Anlässe stattgefunden hätten. Bei den Personalfesten 
der Verkaufsregionen, die nach der Fusion im Jahr 2001 durchgeführt 
worden  seien,  handle  es  sich  allesamt  um  Einzelereignisse,  die 
aufgrund des Zusammenschlusses ausgetragen worden seien. In den 
Jahren  2001  bis  2008  hätten  lediglich  vier  solche  Management-
Tagungen  stattgefunden.  Die  Hochrechnung  von  14,08%  auf  100% 
bedeute,  dass  alle  zwei  bis  drei  Monate  eine  Veranstaltung  in  der 
Grössenordnung  der  Management-Tagung  vom  29.  Mai  2002 
stattgefunden  haben  müsste.  Dies  entspreche  aber  nicht  den 
tatsächlichen Verhältnissen. Nur die Herausnahme der Rechnung der 
X._______AG  vom  31.  Mai  2002  aus  der  Umlage  und  eine 
einzelfallweise Aufrechnung ergebe ein korrektes Ergebnis.

Am 14. Juli 2009 vereinigte das Bundesverwaltungsgericht die beiden 
Beschwerdeverfahren unter der Verfahrensnummer A-4146/2009.

F.
Mit  ihren  Vernehmlassungen  vom  8.  September  2009  schloss  die 
ESTV auf Abweisung der Beschwerden unter Kostenfolge zulasten der 
Beschwerdeführerin. Sie legte insbesondere dar, es falle auf, dass die 
Beschwerdeführerin nur so viel bereit sei zuzugeben, wie ihr die ESTV 
nachweisen  könne.  Erst  nachdem  sie  der  Beschwerdeführerin 
vorgehalten  habe,  dass  neben  den  bereits  eingestandenen 
Management-Tagungen  weitere  Anlässe  durchgeführt  worden  seien, 
habe  sie  diese  zugegeben. Die  Beschwerdeführerin  streiche  jeweils 
den ihrer Ansicht nach zu beachtenden ausserordentlichen Charakter 
der  verschiedenen  Gruppierungen  von  Einzelereignissen  hervor; 

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weder  die  Management-Tagungen  noch  die  Personalfeste  oder  die 
(...)-Mitarbeiterevents  seien  je  für  sich  als  regelmässige  Ereignisse 
anzusehen. Eine Umlage sei indessen nicht erst dann zulässig, wenn 
jede  beanstandete  Einzelposition  nebst  dem  Basisjahr  nachweislich 
auch  in  den  übrigen  Kalenderjahren  als  gleichartiger  Geschäftsfall 
vorkomme. Allein  entscheidend sei,  dass  sowohl  im Zusammenhang 
mit dem Personalfest in Genf als auch mit dem (...)-Mitarbeiterevent in 
Zofingen  unbestrittenermassen  unberechtigte  Vorsteuerabzüge  bei 
ähnlich  grossen  Anlässen  im  Umfang  von  rund  Fr.  9'200.--  bzw. 
Fr. 10'879.40 vorgenommen worden, die nicht in der Basis der Umlage 
enthalten  seien,  aber  offensichtlich  die  Umlage  der  zu  Unrecht 
vorgenommenen  Vorsteuerabzüge  in  Sachen  „Rechnung 
X._______AG“ rechtfertigten.

G.
Am  24.  September  2009  reichte  die  Beschwerdeführerin 
unaufgefordert  eine  Replik  zur  Vernehmlassung  der  ESTV  vom 
8. September 2009 ein. Sie legte im Wesentlichen dar, es sei Aufgabe 
der  ESTV,  dem  Steuerpflichtigen  steuerbegründende  Tatsachen 
nachzuweisen. Es  sei  ihr  Recht,  den  Gegenbeweis  dazu anzutreten 
und  damit  naturgemäss  nur  das  anzuerkennen,  was  die  ESTV 
einwandfrei  bewiesen  habe.  Dies  gelte  besonders  auch  im  hier  zu 
beurteilenden Fall,  wo es um die Frage gehe, ob die von der ESTV 
vorgenommene Umlage  zu  einem sachgerechten,  den  tatsächlichen 
Verhältnissen möglichst nahe kommenden Ergebnis führe.

Auf die Eingaben der Parteien wird – soweit entscheidwesentlich – im 
Rahmen der nachfolgenden Erwägungen näher eingegangen.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss Art. 31 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das 
Bundesverwaltungsgericht  (Verwaltungsgerichtsgesetz,  VGG, 
SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom 
20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach Art. 32 VGG gegeben ist. 
Eine solche liegt nicht vor und die ESTV ist eine Behörde im Sinne von 
Art.  33  VGG.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  für  die 
Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Soweit das VGG 

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nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich  gemäss  dessen  Art.  37  das 
Verfahren nach dem VwVG.

1.2 Das Bundesverwaltungsgericht kann die angefochtenen Entschei-
de  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  überprüfen.  Die  Beschwerde-
führerin  kann neben der  Verletzung von Bundesrecht  (Art. 49 Bst. a 
VwVG)  und  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des 
rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 49 Bst. b VwVG) auch die Rüge 
der  Unangemessenheit  erheben  (Art.  49  Bst.  c  VwVG;  vgl.  ANDRÉ 
MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, Rz. 2.149).

1.3 Am  1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12.  Juni 
2009  (MWSTG,  SR  641.20)  in  Kraft  getreten.  Die  bisherigen 
gesetzlichen  Bestimmungen  sowie  die  darauf  gestützt  erlassenen 
Vorschriften  bleiben  grundsätzlich  weiterhin  auf  alle  während  ihrer 
Geltungsdauer  eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen 
Rechtsverhältnisse anwendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Soweit der 
Sachverhalt vom 1. Januar 2001 bis 30. September 2003 betroffen ist, 
untersteht  das  vorliegende  Verfahren  deshalb  in  materieller  Hinsicht 
dem Bundesgesetz vom 2. September 1999 über die Mehrwertsteuer 
(aMWSTG,  AS  2000  1300).  Für  die  Zeit  vom  1.  Januar  1998  bis 
31. Dezember 2000 finden ferner  die Bestimmungen der Verordnung 
vom 22. Juni 1994 über die Mehrwertsteuer (aMWSTV, AS 1994 1464) 
Anwendung (Art. 93 und 94 aMWSTG). Namentlich die Verjährung ist 
ein  materiell-rechtliches  Institut  (vgl.  dazu  BGE  126  II  1  E.  2a  mit 
weiteren Hinweisen). Die Frage nach der Verjährung der bis Ende des 
Jahres  2000  geschuldeten  Steuer  wird  deshalb  nach  den 
Bestimmungen  der  aMWSTV  beurteilt,  für  die  Zeit  danach  gemäss 
dem  aMWSTG  (Art. 112  Abs. 1  letzter  Satz  MWSTG  i.V.m.  Art.  93 
aMWSTG).

Demgegenüber ist  das neue mehrwertsteuerliche Verfahrensrecht  im 
Sinne  von Art.  113  Abs. 3  MWSTG auf  sämtliche  im  Zeitpunkt  des 
Inkrafttretens  hängige  Verfahren  anwendbar.  Allerdings  ist  Art.  113 
Abs. 3  MWSTG  insofern  restriktiv  auszulegen,  als  gemäss 
höchstrichterlicher Rechtsprechung nur eigentliche Verfahrensnormen 
sofort auf hängige Verfahren anzuwenden sind, und es dabei nicht zu 
einer  Anwendung  von  neuem  materiellen  Recht  auf  altrechtliche 
Sachverhalte  kommen  darf  (ausführlich:  Urteil  des  Bundesver-
waltungsgerichts A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3.3.2). Kein 

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Verfahrensrecht  in  diesem  engen  Sinn  stellen  im  vorliegenden  Fall 
etwa die nachfolgend abgehandelten Themen wie die Buchführungs-
pflicht,  das  Selbstveranlagungsprinzip  oder  die  Ermessensveran-
lagung  etc. dar,  so  dass  vorliegend  diesbezüglich  noch  altes  Recht 
anwendbar  ist.  Keine  Anwendung  finden  deshalb  beispielsweise 
Art. 70,  71,  72,  oder  79  MWSTG,  obwohl  sie  unter  dem Titel  "Ver-
fahrensrecht  für  die Inland- und die Bezugsteuer" stehen (Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts A-4360/2008 vom 4. März 2010 E. 1.2).

2.
2.1 Der Mehrwertsteuer unterliegen u.a. die im Inland gegen Entgelt 
erbrachten  Lieferungen  von  Gegenständen  und  Dienstleistungen 
(Art. 4 Bst. a und b aMWSTV, Art. 5 Bst. a und b aMWSTG).

2.2 Verwendet  ein  Steuerpflichtiger  Gegenstände  oder  Dienstleis-
tungen  für  steuerbare  Ausgangsleistungen,  so  kann  er  in  seiner 
Steuerabrechnung die ihm von anderen Steuerpflichtigen in Rechnung 
gestellte  Steuer  für  Lieferungen  und  Dienstleistungen  abziehen 
(Art. 29 Abs. 1 und 2 aMWSTV bzw. Art. 38 Abs. 1 und 2 aMWSTG). 
Für  einen  Vorsteuerabzug ist  gemäss Art.  29  Abs. 1  aMWSTV bzw. 
Art. 38 Abs. 1 aMWSTG unter anderem erforderlich, dass die mit der 
Vorsteuer  belasteten  Gegenstände  oder  Dienstleistungen  für  einen 
geschäftlich  begründeten  Zweck  gemäss  Abs.  2  der  Bestimmungen 
verwendet  werden,  namentlich  für  steuerbare  Lieferungen  und 
Dienstleistungen  (statt  vieler:  BGE  132  II  353  E.  8.3,  10).  Werden 
bezogene Leistungen nicht für einen geschäftlich begründeten Zweck 
bzw.  nicht  für  einen  steuerbaren  Ausgangsumsatz  verwendet,  liegt 
Endverbrauch beim Steuerpflichtigen vor, welcher nicht zum Vorsteuer-
abzug berechtigt (BGE 132 II 353 E. 10, 8.2; Urteil des Bundesgerichts 
2C_309/2009  vom  1.  Februar  2010  E.  7.2;  Urteile  des  Bundesver-
waltungsgerichts  A-1602/2006  vom  4.  März  2010  E.  3.1.2,  A-
4057/2009  vom  3. September  2009  E. 2.3,  A-3069/2007  vom 
29. Januar  2008  E.  2.3,  A-1357/2006  vom 27. Juni  2007  E.  2.2  mit 
Hinweisen).

2.3 Vom  Vorsteuerabzugsrecht  ausgeschlossen  sind  50%  der 
Steuerbeträge  auf  –  geschäftlich  begründeten  –  Ausgaben  für  Ver-
pflegung  und  Getränke  (Art.  30  Abs.  2  aMWSTV,  Art.  38  Abs.  5 
aMWSTG; vgl. BGE 123 II  295 E. 8; Entscheid der Eidgenössischen 
Steuerrekurskommission  [SRK]  vom  17. Juni  2002,  veröffentlicht  in 
Verwaltungspraxis der Bundesbehörden [VPB] 67.125 E. 2b). Die 50%-

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Regelung  dient  im Ergebnis  dazu,  einen  Teil  des  Endverbrauchs zu 
belasten.  Essen  und  Trinken  sind  Grundbedürfnisse,  die  von 
jedermann befriedigt werden müssen und deshalb auch umsatzsteuer-
rechtlich  erfasst  werden sollen  (ALOIS CAMENZIND/NIKLAUS HONAUER/KLAUS 
A. VALLENDER,  Handbuch  zum  Mehrwertsteuergesetz  [MWSTG], 
2. Aufl., Bern 2003, Rz. 1402).

3.
3.1 Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach 
dem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 37 f. aMWSTV, Art. 46 aMWSTG; 
vgl.  ERNST BLUMENSTEIN/PETER LOCHER,  System  des  schweizerischen 
Steuerrechts, 6. Aufl., Zürich 2002, S. 421 ff.). Dies bedeutet, dass der 
Steuerpflichtige  selbst  und  unaufgefordert  über  seine  Umsätze  und 
Vorsteuern abzurechnen und innerhalb von 60 Tagen nach Ablauf der 
Abrechnungsperiode den geschuldeten Mehrwertsteuerbetrag an die 
ESTV abzuliefern hat. Die ESTV ermittelt die Höhe des geschuldeten 
Mehrwertsteuerbetrags nur dann an Stelle des Steuerpflichtigen, wenn 
dieser  seinen  Pflichten  nicht  nachkommt.  Der  Steuerpflichtige  hat 
seine Mehrwertsteuerforderung selbst festzustellen; er ist allein für die 
vollständige  und  richtige  Versteuerung  seiner  steuerbaren  Umsätze 
und  für  die  korrekte  Ermittlung  der  Vorsteuer  verantwortlich  (Urteile 
des  Bundesverwaltungsgerichts  A-746/2007  vom 6.  November  2009 
E. 2.1,  A-1634/2006  vom  31.  März  2009  E.  3.4,  A-1527/2006  vom 
6. März  2008  E. 2.1;  ISABELLE HOMBERGER GUT, mwst.com,  Kommentar 
zum Bundesgesetz über die Mehrwertsteuer, Basel 2000,  N. 1 ff. zu 
Art. 46; CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, a.aO., Rz. 1579 ff.).

3.2 Nach Art.  48  aMWSTV bzw. Art.  60  aMWSTG nimmt  die  ESTV 
eine Schätzung nach pflichtgemässem Ermessen vor, wenn keine oder 
nur unvollständige Aufzeichnungen vorliegen oder die ausgewiesenen 
Ergebnisse  mit  dem  wirklichen  Sachverhalt  offensichtlich  nicht 
übereinstimmen.  Eine  Schätzung  muss  insbesondere  auch  dann 
erfolgen, wenn die Verstösse gegen die formellen Buchhaltungsregeln 
derart  gravierend  sind,  dass  sie  die  materielle  Richtigkeit  der 
Buchhaltungsergebnisse  in  Frage  stellen  (statt  vieler:  Urteil  des 
Bundesgerichts 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006 E. 3.1; Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts A-1560/2007 vom 20. Oktober 2009 E. 4.3, A-
1531/2006  vom  10. Januar  2008  E. 2.4).  Selbst  eine  formell 
einwandfreie  Buchführung  kann  die  Durchführung  einer  Schätzung 
erfordern, wenn die in den Büchern enthaltenen Geschäftsergebnisse 
von  den  Erfahrungszahlen  wesentlich  abweichen.  Eine  Ermessens-

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veranlagung ist demnach immer dann vorzunehmen, wenn auf Grund 
der  vorhandenen  Aufzeichnungen  keine  ordnungsgemässe  Veran-
lagung  möglich  ist.  Dazu  ist  nicht  erforderlich,  dass  die  gesamten 
Aufzeichnungen fehlerhaft sind; vielmehr reicht aus, wenn dies für Teile 
davon zutrifft (Urteil des Bundesgerichts 2A.273/2002 vom 13. Januar 
2003  E. 5.3).  Die  Verwaltung  hat  diejenige  Schätzungsmethode  zu 
wählen,  die  den  individuellen  Verhältnissen  im  Betrieb  des  Steuer-
pflichtigen soweit als möglich Rechnung trägt, auf plausiblen Angaben 
beruht  und  deren  Ergebnis  der  wirklichen  Situation  möglichst  nahe 
kommt (Urteil des Bundesgerichts 2A.253/2005 vom 3. Februar 2006 
E. 4.1). In Betracht fallen einerseits Methoden, die auf eine Ergänzung 
oder  Rekonstruktion  der  ungenügenden  Buchhaltung  hinauslaufen, 
andererseits  Umsatzschätzungen  aufgrund  unbestrittener  Teil-
Rechnungsergebnisse in Verbindung mit Erfahrungssätzen (Urteile des 
Bundesverwaltungsgerichts  A-5754/2008  vom  5. November  2009 
E. 2.6  f  [zur  Veröffentlichung  in  den  BVGE  bestimmt],  A-1337/2007 
vom  21. September  2009  E. 5.2,  A-3678/2007  und  A-3680/2007 
vom 18.  August  2009  E.  4.2;  Entscheid  der  SRK  vom  24. Oktober 
2005, veröffentlicht in VPB 70.41 E. 2d.aa). 

3.3 Sind die Voraussetzungen einer Ermessenstaxation erfüllt, obliegt 
es  nach  ständiger  Rechtsprechung  dem  Mehrwertsteuerpflichtigen, 
den Beweis für die Unrichtigkeit der Schätzung zu erbringen (so etwa 
schon  Entscheide  der  SRK  vom  15.  Oktober  1999,  veröffentlicht  in 
VPB  64.47  E.  5b,  vom  29.  Oktober  1999  [SRK  1998-102]  E.  5, 
bestätigt  durch Urteil  des Bundesgerichts  2A.580/1999 vom 21. Juni 
2000).  Erst  wenn  der  Mehrwertsteuerpflichtige  den  Nachweis  dafür 
erbringt,  dass  die  Verwaltung  mit  der  Ermessensveranlagung 
Bundesrecht  verletzt  hat  bzw. dass ihr  dabei  erhebliche Ermessens-
fehler  unterlaufen  sind,  nimmt  das  Bundesverwaltungsgericht  eine 
Korrektur  der  Schätzung vor (Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1572/2006 vom 21. August 2008 E. 2.5.4, A-1531/2006 vom 10. Ja-
nuar 2008 E. 2.5.2,  A-1388/2006 vom 11. Oktober 2007 E. 2.6; Ent-
scheid der SRK vom 5. Januar 2000, veröffentlicht in VPB 64.83 E. 2).

3.4 Die ESTV nimmt im Rahmen von Steuerrevisionen Umlagen vor, 
indem sie  aufgrund eines nach Belegen kontrollierten  Zeitraums die 
Ergebnisse auf  andere  Zeitperioden der  übrigen Kontrollperiode von 
normalerweise  fünf  Jahren  überträgt  (CAMENZIND/HONAUER/VALLENDER, 
a.a.O., Rz. 1684). Das Bundesgericht hat diese Praxis als praktikabel 
und rechtmässig bestätigt, sofern die massgebenden Verhältnisse im 

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eingehend  kontrollierten  Zeitabschnitt  ähnlich  sind  wie  in  der 
gesamten  Kontrollperiode  (Urteile  des  Bundesgerichts  2A.437/2005 
vom 3. Mai 2006 E. 4.3.2, 2A.148/2000 vom 1. November 2000 E. 5b; 
Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1595/2006 vom 2. April 2009 
E. 2.5.2, A-1406/2006 vom 30. Januar 2008 E. 2.3, A-1531/2006 vom 
10.  Januar  2008  E.  2.5.1;  Entscheid  der  SRK  vom  25. März  2002, 
veröffentlicht  in  VPB  66.97  mit  weiteren  Hinweisen).  Eine  solche 
Umlage  ist  jedoch  nicht  zulässig,  wenn  begründete  Anhaltspunkte 
dafür bestehen, dass die festgestellten Mängel  nicht  auf  die übrigen 
Jahre übertragen werden können. Die ESTV muss die übrigen Jahre 
mindestens mit Stichproben prüfen und einzelfallweise belegen, dass 
die  betreffenden  Mängel  auch  in  den  anderen  Zeitabschnitten 
aufgetreten sind (Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A-1475/2006 
vom 20. November  2008  E. 2.4,  A-1531/2006  vom  10.  Januar  2008 
E. 2.5.1;  Entscheid  der  SRK  vom  12.  Mai  2005  [SRK  2003-167] 
E. 4a/bb; UELI MANSER, mwst.com, a.a.O., N. 6 zu Art. 60).

4.
Im vorliegenden Fall  hat die ESTV bei ihrer ursprünglichen Kontrolle 
im Jahr 2003 die Zeit vom 1. Januar 2002 bis 31. Dezember 2002 (12 
Monate)  stichprobenweise  überprüft.  Im  April  2007  kontrollierte  sie 
zusätzlich die Zeit  vom 2. Januar 2003 bis 30. Mai 2003 (5 Monate) 
ebenfalls  mittels  Stichproben.  Insgesamt  überprüfte  sie  für  die  Zeit 
vom  1. Januar  2002  bis  30.  Mai  2003  (17  Monate)  von  total  277 
Schachteln mit Belegen eine Auswahl von 39 Schachteln (d.h. 14,08% 
der  Schachteln).  In  diesen  39  Schachteln  stellte  sie  Belege  mit 
unzulässigen  Vorsteuerabzügen  im  Umfang  von  Fr. 15'073.30  fest. 
Diesen Betrag rechnete sie auf 100% hoch (d.h. auf Fr. 107'055.-- für 
17  Monate)  und  legte  ihn  auf  12  Monate  um,  ausmachend  rund 
Fr. 75'000.--. In der Folge legte sie dieses Ergebnis auf das 1. Quartal 
1998  bis  3.  Quartal  2003  (69  Monate)  um  und  forderte  von  der 
Beschwerdeführerin  für  diese  Zeit  insgesamt  Fr. 431'250.--  nach. Im 
Streit  liegt,  ob  die  ESTV  die  von  der  Beschwerdeführerin  auf  der 
Rechnung der X._______AG vom 31. Mai 2002 für die Verpflegung bei 
einer  Management-Tagung  zu  viel  abgezogenen  Vorsteuern  von 
Fr. 9'348.-- zu Recht in die Umlage einbezogen hat. Unbestritten ist, 
dass  die  Beschwerdeführerin  bei  dieser  Rechnung  anstatt  den 
zulässigen Vorsteuern von Fr. 9'348.--, Fr. 18'696.-- in Abzug brachte, 
da sie keine Kürzung um 50% gemäss Art 38 Abs. 5 aMWSTG vorge-
nommen hatte.

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4.1 Die  ESTV  stellte  bei  ihrer  stichprobenweisen  Überprüfung  der 
Vorsteuerabzüge  somit  Mängel  fest.  Es  ist  deshalb  nicht  zu  bean-
standen,  wenn  sie  eine  Schätzung  der  zu  viel  abgezogenen  Vor-
steuern  nach  pflichtgemässem  Ermessen  vorgenommen  hat,  führt 
doch der unrechtmässige Abzug von Vorsteuern zu einer offensichtlich 
falschen  Deklaration  im  Sinn  von  Art.  48  aMWSTV  bzw.  Art.  60 
aMWSTG (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.273/2002 vom 13. Januar 
2003 E. 5.3 und oben E. 3.2). Dass die ESTV für die Umlagebasis vom 
1.  Januar  2002  bis  30.  Mai  2003  nicht  jeden  einzelnen  Beleg 
überprüfte, sondern sich auf Stichproben beschränkte und in der Folge 
eine Hochrechnung der unzulässigen Vorsteuerabzüge für  diese Zeit 
vornahm, erscheint  angesichts der grossen Anzahl von Vorsteuerbe-
legen als zweckmässig. Die betreffende Hochrechnung auf 100% war 
somit  rechtmässig  (vgl.  auch  Urteil  des  Bundesgerichts  vom 
22. Dezember  1976,  veröffentlicht  in  Archiv  für  Schweizerisches 
Abgaberecht  [ASA]  46  S. 200).  Zu  klären  ist  im  Weiteren,  ob  die 
vorgenommene Umlage  auf  die  Zeit  nach  der  Fusion  per  1. Januar 
2001 (E. 4.2) sowie auf die Jahre 1998 bis 2000 (E. 4.3) zulässig war.

4.2
4.2.1 Hinsichtlich  der  Umlage  der  stichprobenweise  geprüften  Zeit 
vom 1. Januar 2002 bis 30. Mai 2003 auf die übrigen Kontrollperioden 
nach der Fusion per 1. Januar 2001 (d.h. auf das Jahr 2001 sowie auf 
die Zeit vom 1. Juni bis 30. September 2003) bestehen keine Anhalts-
punkte,  dass  die  massgebenden  Verhältnisse  nicht  grundsätzlich 
ähnlich waren (vgl. E. 3.4).

4.2.2 Die Beschwerdeführerin wendet ein, dass am 10. Januar 2001 
zwar  ebenfalls  eine  Management-Tagung  stattgefunden  habe,  bei 
dieser aber nachweislich die Vorsteuern korrekt  abgerechnet worden 
seien.  Die  Rechnung  der  X._______AG  vom  31.  Mai  2002  dürfe 
deshalb  nicht  auf  das  Jahr  2001  umgelegt  werden.  Die 
Beschwerdeführerin  verkennt,  dass  sie  im  Jahr  2001  nicht  nur  die 
erwähnte  Management-Tagung,  sondern  ebenfalls  Personalfeste 
durchführt hat, die vom Umfang her vergleichbar mit der Management-
Tagung  von  2002  waren  (vgl.  Beschwerdebeilage  Nr. 4:  fünf 
Personalfeste im Jahr 2001 mit  je über 3'000 Personen). Auch wenn 
diese Personalfeste – wie die Beschwerdeführerin ausführt – aufgrund 
der Fusion stattgefunden haben und somit je für sich Einzelereignisse 
darstellen,  ändert  dies  nichts  daran,  dass  die  massgebenden 
Verhältnisse auch mit Bezug auf die Rechnung der X._______AG vom 

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31. Mai  2002  im  Jahr  2001  ähnlich  waren.  Es  fanden  vergleichbar 
grosse  Veranstaltungen  statt  und  folglich  kann  davon  ausgegangen 
werden, dass auch ähnliche Aufwendungen für Verpflegung gemacht 
worden  sind.  Im  Weiteren  hat  die  ESTV  festgestellt,  dass  die 
Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  einem Personalfest  vom 
1. September  2001  in  Genf  Vorsteuern  in  der  Höhe  von  rund 
Fr. 9'200.-- zu viel abgezogen hat (vgl. Einspracheentscheid S. 6). Die 
Beschwerdeführerin bestreitet dies nicht. Zudem führte sie am 22. Juni 
2003  einen  (...)-Mitarbeiter  Anlass  mit  rund  2'000  Personen  durch. 
Auch für  diese  Veranstaltung wurden (zumindest)  bei  der  Rechnung 
der  Y._______AG  vom  18.  August  2003  unbestrittenermassen 
Fr. 10'879.40 an Vorsteuern zu viel geltend gemacht (vgl. Beschwerde 
S. 8).

4.2.3 Zusammenfassend bestehen genügend Anhaltspunkte, dass die 
massgebenden  Verhältnisse  der  stichprobenweise  überprüften  Zeit 
(1. Januar 2002 bis 30. Mai 2003) grundsätzlich ähnlich waren wie im 
Jahre  2001  sowie  in  der  Zeit  vom 1. Juni  bis  30. September  2003. 
Zudem  bestehen  unbestrittenermassen  Lieferantenrechnungen  für 
Veranstaltungen  in  den  Jahren  2001  und  2003,  bei  denen 
Vorsteuerbeträge  in  ähnlichem  Umfang  wie  bei  der  Rechnung  der 
X._______AG zu viel in Abzug gebracht worden sind. Hinsichtlich des 
Jahres 2001 sowie der Zeit  vom 1. Juni bis 30. September 2003 hat 
die  ESTV  demnach  mittels  Stichproben  einzelfallweise  belegt,  dass 
mangelhafte Vorsteuerabzüge in ähnlicher Höhe aufgetreten sind. Die 
Voraussetzungen für die betreffende Umlage sind somit erfüllt (E. 3.4). 
Die  Beschwerdeführerin  konnte  den Nachweis  nicht  erbringen,  dass 
gleichartige Fehler wie beim Vorsteuerabzug betreffend die Rechnung 
der  X._______AG  vom  31. Mai  2002  nicht  auch  in  der  vorliegend 
fraglichen  Zeit  vorgekommen  sind.  Da  es  sich  um  eine  Schätzung 
handelt,  hilft  ihr  auch  der  Einwand  nicht  weiter,  in  einzelnen  Fällen 
habe sie  Vorsteuerbeträge gar nicht geltend gemacht. Die betreffende 
Umlage erweist sich als rechtmässig.

4.3 Die von der ESTV vorgenommene Umlage auf die Jahre 1998 bis 
2000  erfüllt  hingegen  die  nach  der  Rechtsprechung  zu  erfüllenden 
Voraussetzungen  (E. 3.4)  nicht. Die  massgebenden Verhältnisse der 
geprüften Zeit vom 1. Januar 2002 bis 30. Mai 2003 waren nicht mit 
den Jahren 1998 bis  2000 vergleichbar. Die Beschwerdeführerin  hat 
auf  den  1.  Januar  2001  14  regionale  Genossenschaften  sowie  die 
B._______ durch Fusion übernommen. Die Organisationsstruktur  vor 

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und nach der Fusion lässt sich nicht vergleichen. Es bestehen deshalb 
begründete  Anhaltspunkte,  dass  die  bei  der  Beschwerdeführerin 
festgestellten  Mängel  nicht  auf  die  Zeit  vor  der  Fusion  übertragen 
werden  können.  Die  ESTV  hätte  zumindest  eine  stichprobenweise 
Überprüfung der Jahre 1998 bis 2000 vornehmen müssen, auch wenn 
dies mit erheblichem zusätzlichem Aufwand verbunden gewesen wäre. 
Die  erforderlichen  Belege  waren  offensichtlich  bei  den  regionalen 
Genossenschaften  in  Papierform  bzw.  Microfiche  vorhanden  (vgl. 
Schreiben  der  Beschwerdeführerin  vom 26.  März  2007;  amtl.  Akten 
Nr. 6). Eine stichprobenweise Überprüfung der Jahre vor der Fusion – 
zumindest bei einer Auswahl der regionalen Genossenschaften – wäre 
nicht nur möglich, sondern auch zumutbar gewesen. Die Umlage auf 
die Jahre 1998 bis 2000 erweist sich somit als unzulässig. Im Weiteren 
handelt  es sich bei der vorliegend im Streit liegenden Rechnung der 
X._______AG  vom  31.  Mai  2002  um  eine  solche  für  eine 
Management-Tagung mit über 2'000 Personen. Unbestrittenermassen 
gab es vor der Fusion keine Anlässe im vergleichbaren Umfang. Die 
Umlage  der  hinsichtlich  dieser  Rechnung  zu  viel  vorgenommenen 
Vorsteuerabzüge  auf  die  Zeit  vor  dem  1. Januar  2001  ist  auch  aus 
diesem  Grund  unzulässig.  Keine  Auswirkung  hat  im  Übrigen  der 
Umstand,  dass  die  ESTV  vorgehabt  hatte,  frühere  Jahre  stich-
probenweise  zu  überprüfen  (vgl.  Schreiben  der  ESTV vom 2.  März 
2007; amtl. Akten Nr. 5), die Beschwerdeführerin indessen vorschlug, 
aufgrund des erheblichen Aufwands hinsichtlich der Perioden vor der 
Fusion 10 weitere Schachteln mit Belegen aus dem 1. Semester 2002 
zu  kontrollieren  (vgl.  amtl.  Akten  Nr.  6).  Zum  einen  hat  die  ESTV 
diesen Vorschlag nur insoweit akzeptiert, als sie anstatt frühere Jahre 
die  Zeit  vom  2.  Januar  bis  30. Mai  2003  zusätzlich  überprüfte  und 
andererseits  trägt  die  ESTV  die  Letztverantwortung  für  eine  recht-
mässige Schätzung. Sie könnte sich deshalb auch nicht erfolgreich auf 
Treu  und  Glauben  hinsichtlich  der  Auswahl  der  stichprobenweise 
kontrollierten  Perioden  berufen.  Der  Einspracheentscheid  der  ESTV 
vom 25. Mai 2009 betreffend das 1. Quartal 1998 bis 4. Quartal 2000 
ist folglich teilweise aufzuheben und die Rechnung der X._______AG 
vom 31. Mai 2002 antragsgemäss nicht in die Berechnung der Umlage 
einzubeziehen. Die Sache wird der ESTV insoweit  zur Fällung eines 
neuen  Einspracheentscheids  bzw. zur  genauen  Berechnung  zurück-
gewiesen.

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5.
5.1 Dem  Gesagten  zufolge  ist  die  Beschwerde  im  Sinn  der 
Erwägungen  teilweise  gutzuheissen.  Die  Verfahrenskosten  von 
Fr. 9'500.--  (Art.  4  des  Reglements  vom 21.  Februar  2008  über  die 
Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht 
[VGKE,  SR 173.320.2])  werden  der  teilweise  unterlegenen 
Beschwerdeführerin  gemäss  Art.  63  Abs.  1  VwVG  im  Umfang  von 
Fr. 4'500.--  auferlegt.  Der  Vorinstanz  können  keine  Verfahrenskosten 
auferlegt werden (Art. 63 Abs. 2 VwVG). 

5.2 Die ESTV hat der teilweise obsiegenden Beschwerdeführerin eine 
reduzierte  Parteientschädigung  auszurichten  (Art.  64  Abs.  1  VwVG 
i.V.m. Art.  7  bis  9  VGKE). Die  Parteientschädigung ist  aufgrund der 
eingereichten  detaillierten  Kostennote  festzusetzen  (Art.  14  VGKE), 
wobei  sich die geltend gemachte Stundenentschädigung im Rahmen 
der reglementarischen Vorgaben bewegen muss und auch hier nur der 
notwendige  Zeitaufwand  zu  entschädigen  ist  (Art.  10  VGKE).  Bei 
Fehlen  einer  (detaillierten)  Kostennote  wird  die  Entschädigung 
aufgrund der Akten festgesetzt (Art. 14 Abs. 2 VGKE). Mit Schreiben 
vom 13. Juli 2009 reichte die Beschwerdeführerin eine Kostennote von 
insgesamt Fr. 22'596.-- ein. Aus dieser ist ersichtlich, welche Arbeiten 
durchgeführt worden sind (Akten- und Rechtsstudium, Erarbeitung der 
Beschwerden,  Sitzung,  diverse  e-Mails).  Nicht  ersichtlich  ist  jedoch, 
wie  viel  Zeit  für  welche  Tätigkeit  und  wie  viele  Stunden  insgesamt 
aufgewendet  worden sind. Eine Überprüfung,  ob der  Stundenansatz 
dem Höchstsatz der reglementarischen Vorgaben (Art. 10 Abs. 2 und 3 
VGKE)  entspricht,  ist  nicht  möglich.  Ebensowenig  kann  überprüft 
werden, ob es sich beim geltend gemachten Aufwand vollumfänglich 
um  entschädigungsberechtigten  notwendigen  Aufwand  im  Sinn  der 
bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  handelt.  In  Anwendung  von 
Art. 14 Abs. 2 VGKE muss deshalb über die Entschädigung aufgrund 
der  Akten  entschieden  werden,  zumal  angesichts  der  erwähnten 
klaren  reglementarischen  Grundlagen  auf  eine  Aufforderung  zur 
Einreichung einer  verbesserten Kostennote  verzichtet  wird (vgl. zum 
Ganzen  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-1500/2006  vom 
1. Oktober  2008 E. 7.2). Angesichts  des  Umfangs der  Eingaben  der 
Beschwerdeführerin, der Schwierigkeit der rechtlichen Fragestellungen 
und  der  bloss  teilweisen  Gutheissung  der  Beschwerde  wird  die 
Parteientschädigung  ermessensweise  auf  Fr. 7'000.--  (inkl.  MWST) 
festgesetzt.

Seite 15

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen, der Einspracheentscheid 
vom 25. Mai 2009 betreffend das 1. Quartal 1998 bis 4. Quartal 2000 
wird  aufgehoben und die  Sache zur  neuen Beurteilung im Sinn  der 
Erwägungen  an  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  zurückge-
wiesen. Im Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 9'500.-- werden der Beschwerdeführerin 
im Umfang von Fr. 4'500.-- auferlegt. Sie werden mit den geleisteten 
Kostenvorschüssen  von  insgesamt  Fr. 9'500.--  verrechnet.  Der 
Überschuss  von Fr. 5'000.--  wird  nach  Rechtskraft  des  vorliegenden 
Entscheids  zurückerstattet.  Der  Vorinstanz  werden  keine  Kosten 
auferlegt.

3.
Die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  hat  der  Beschwerdeführerin 
eine Parteientschädigung von Fr. 7'000.-- auszurichten.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Markus Metz Jürg Steiger

Seite 16

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Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-
rechtlichen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 
des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 
Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die 
Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die 
Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die 
Beweismittel  sind,  soweit  sie  die  beschwerdeführende  Partei  in 
Händen hat, beizulegen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand:

Seite 17