# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad13e804-c88c-54fa-ba01-57bb8f08bc1b
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2023-09-19
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 19.09.2023 SST.2022.267
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SST-2022-267_2023-09-19.pdf

## Full Text

Obergericht 

Strafgericht, 1. Kammer 

 

 

SST.2022.267 

(ST.2022.13; StA.2020.4761) 

 

 

Urteil vom 19. September 2023 
 

 

Besetzung  Oberrichter Six, Präsident  

Oberrichter Fedier 

Oberrichterin Vasvary 

Gerichtsschreiberin i.V. Kaileswaran 

 

 
   

Anklägerin   Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten, 

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

 
    

Beschuldigter   A._____,  

geboren am tt.mm.1971, von Basel, 

[…] 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwältin Barbara Borer,  

[…] 

 

 

 
 

Gegenstand  Betrug, Diebstahl, Nötigung usw. 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

 

  
 

Das Obergericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

Am 11. Februar 2022 erhob die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten 

Anklage gegen den Beschuldigten wegen mehrfachen, teilweise 

versuchten Betrugs, mehrfacher Nötigung, mehrfachen Hausfriedens-

bruchs, mehrfacher Amtsanmassung, Diebstahls, mehrfacher Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz.  

 

2. 

Das Bezirksgericht Bremgarten stellte mit Urteil vom 9. Juni 2022 das 

Verfahren hinsichtlich des Vorwurfs des Konsums von Betäubungsmitteln 

gemäss Art. 19a BetmG für den Zeitraum vom 11. Februar 2019 bis 8. Juni 

2019 infolge Verjährung ein und entschied im Weiteren wie folgt: 

 

1. 
Der Beschuldigte wird schuldig gesprochen  
- des Diebstahls gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB (Anklageziffer 1.2.) 
- des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB i.V.m. 

Art. 22 Abs. 1 StGB (Anklageziffern 1.1., 1.2., 1.3., 1.4. und 1.5.) 
- der mehrfachen Nötigung gemäss Art. 181 StGB (Anklageziffern 1.1., 1.2., 1.3., 1.4. 

und 1.5.) 
- der mehrfachen Amtsanmassung gemäss Art. 287 StGB (Anklageziffern 1.1., 1.2., 1.3., 

1.4. und 1.5.) 
- des Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG 

(Anklageziffer 2.) 
- der Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes gemäss Art. 19a BetmG ab 09.06.2019 

(Konsum; Anklageziffer 3.) 
- des Vergehens gegen das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 WG (Anklageziffer 4.). 
 
2. 
2.1. 
Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 40, 47 und 49 Abs. 1 StGB zu 24 Monaten 
Freiheitsstrafe verurteilt. 
 
2.2. 
Die Haft von 161 Tagen (27.11.2020, 07:10 Uhr - 06.05.2021, 14:47 Uhr) wird gestützt auf 
Art. 51 StGB auf die Freiheitsstrafe angerechnet. 
 
3. 
3.1. 
Der Beschuldigte wird gestützt auf Art. 106 StGB zu einer Busse von Fr. 200.00 verurteilt. 
 
3.2. 
Wird die Busse schuldhaft nicht bezahlt, so wird eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen 
vollzogen. 
 
4. 
Auf den Widerruf des mit Urteils DG190001 des Bezirksgerichts Horgen vom 02.04.2019 
für 24 Monate Freiheitsstrafe gewährten bedingten Vollzugs wird gestützt auf Art. 46 Abs. 2 
StGB verzichtet.  
 

 - 3 - 

 

 

 

Die Probezeit wird um ein Jahr verlängert. Der Beschuldigte wird verwarnt. 
 
5. 
5.1. 
Gestützt auf Art. 69 Abs. 2 StGB werden folgende Gegenstände eingezogen und 
vernichtet: 
 
- Polizeipullover und Polizei-Wintermütze, HD Pos.12 
- Polizeiausweis, Visitenkarte lt. auf A._____, laminierte Karte, "Polizei im Einsatz", HD 

Pos.11 
- A4-Einverständniserklärung, HD Pos.10 
- A4-Einkaufsliste Amazon HD Pos.9 
- Zerrissenes Durchsuchungsprotokoll, HD Pos.8 
- Durchsuchungsprotokoll B._____, […] 30.10.2020, HD Pos.7 
- A4 Blatt mit Adresse C._____, HD Pos.6 
- Trinkflaschen GSFOOD, Nadeln "AGANI Needle", HD Pos.3 
- Handfesseln mit Schlüssel, HD Pos.2 
 
5.2. 
Gestützt auf Art. 69 Abs. 2 StGB werden folgende Gegenstände eingezogen und die 
Kantonspolizei Aargau, Polizeikommando, Gruppe Betäubungsmittel, mit der Vernichtung 
beauftragt: 
 
- ca. 1-2 Gramm Marihuana, ZF Nr. 1 
- 3.5 Pillen Extasy grün, ZF Nr. 2 
- 1 Pille Ecstasy braun, ZF Nr. 5 
- 15 Stk. Testosteron depo 1 ml, 10 Stk. Testosteron Enanthate / Norma 1 ml, 2 Stk. 
 Testosteron Enanthate 10ml (1 Stk. Angebraucht), 1 Stk. Testosteron Enanthate 
 'British Dragon' (angebraucht), HD Pos. 3 
 
5.3. 
Gestützt auf Art. 31 WG i.V.m. § 2 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung zum Waffengesetz 
werden folgende Gegenstände zur Einleitung des Verwaltungsverfahrens an das 
Kantonale Polizeikommando, Fachstelle SIWAS übergeben: 
 
- einhändig, mechanisch bedienbares Messer, ZF Pos. 3 
- Messer schwarz mit symmetrischer Klinge inkl. Scheide, ZF Pos. 4 
 
5.4. 
Gestützt auf Art. 267 Abs. 3 StPO werden folgende Vermögenswerte eingezogen: 
 
- Bargeld LEI 12.00 LEI, HD Pos.5 
- Bargeld EUR 4'190.00, HD Pos. 4 
 
5.5. 
Die eingezogenen Vermögenswerte werden in absteigender Priorität zur Deckung der 
entsprechenden Positionen herangezogen: 
 
- Busse gemäss Ziffer 3.1. 
- Gerichtskosten gemäss Ziffer 5. 
- Kosten für die amtliche Verteidigung gemäss Ziffer 6. 
 
Eine allfällige Restanz wird dem Beschuldigten nach Rechtskraft des Verfahrens 
herausgegeben. 
 
 

 - 4 - 

 

 

 

6. 
6.1. 
Die Zivilforderung des Zivil- und Strafklägers 2 [C._____] wird auf den Zivilweg verwiesen. 
 
6.2. 
Den Straf- und Zivilklägern werden für die Strafklage keine Parteientschädigungen 
zugesprochen. 
 
7. 
Die Verfahrenskosten bestehen aus: 
Anklagegebühr Fr. 1'350.00 
Gerichtsgebühr (50%) Fr. 2'000.00 
Kosten für die amtliche Verteidigung Fr. 25'028.60 
Kosten für die Mitwirkung anderer Behörden Fr. 3'067.75 
andere Auslagen Fr. 66.00 
Total Fr. 31'512.35 
 
Dem Beschuldigten werden die Verfahrenskosten - ausgenommen die amtliche 
Verteidigung - auferlegt, somit insgesamt Fr. 6'483.75. 
 
Der Beschuldigte ist verpflichtet, dem Kanton Aargau die Kosten für die amtliche 
Verteidigung zurückzuzahlen, sobald es seine wirtschaftlichen Verhältnisse erlauben 
(Art. 135 Abs. 4 lit. a StPO). 
 
8. 
Der amtlichen Verteidigerin des Beschuldigten wird eine Entschädigung von Fr. 25'028.60 
(inkl. Auslagen und MwSt.) zu Lasten der Staatskasse zugesprochen. 
 
9. 
Der Beschuldigte trägt seine Kosten selber. 

 

3. 

3.1. 

Mit Berufungserklärung vom 20. Oktober 2022 beantragte der 

Beschuldigte, er sei vollumfänglich freizusprechen und es sei ihm für die 

erlittene Untersuchungshaft eine Entschädigung von mindestens 

Fr. 32'000.00 auszurichten. Weiter seien sämtliche Zivilklagen abzuweisen 

und die beschlagnahmten Vermögenswerte in der Höhe von Euro 4'190.00 

seien ihm auszuhändigen bzw. zurückzubezahlen. 

 

3.2. 

Der Beschuldigte reichte am 13. Januar 2023 vorgängig zur 

Berufungsverhandlung eine schriftliche Berufungsbegründung ein.  

 

3.3. 

Mit vorgängiger Berufungsantwort vom 6. Februar 2023 beantragte die 

Staatsanwaltschaft die Abweisung der Berufung.  

 

3.4. 

Der Beschuldigte reichte am 27. Februar 2023 eine freigestellte 

Stellungnahme ein.  

 

 - 5 - 

 

 

 

3.5. 

Die Berufungsverhandlung fand am 19. September 2023 zusammen mit 

dem Berufungsverfahren in Sachen D._____ (SST.2022.276) statt.  

 

 
  

 

Das Obergericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

1.1. 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung einen vollumfänglichen 

Freispruch. Damit ist das vorinstanzliche Urteil vollständig angefochten und 

zu überprüfen (Art. 404 Abs. 1 StPO). 

 

1.2. 

Die Vorinstanz hat hinsichtlich des Vorwurfs des mehrfachen 

Hausfriedensbruchs ausgeführt, dass das angeklagte Verhalten den 

Tatbestand des Hausfriedensbruchs nicht erfülle. Das ist im Berufungs-

verfahren unbestritten geblieben. Da der Urteilsspruch den vorgegebenen 

Prozessgegenstand erschöpfend erledigen muss, hat für diesen Vorwurf 

– entgegen der Vorinstanz (vgl. vorinstanzliches Urteil Ziff. A, E. 3.4.3) – 

jedoch formell ein Freispruch zu erfolgen (BGE 142 IV 378). 

 

2. 

2.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten zusammengefasst vor, zwischen dem 

20. Oktober 2020 und dem 24. November 2020, zusammen mit D._____ 

(Anklageziffer 1.1 bis 1.5) und in einem Fall mit einem weiteren 

unbekannten Mittäter (Anklageziffer 1.2), in Polizeikleidung bei der Familie 

E._____ (Anklageziffer 1.1), F._____ (Anklageziffer 1.2), G._____ 

(Anklageziffer 1.3), C._____ (Anklageziffer 1.4) und H._____ (Anklageziffer 

1.5) vorgesprochen zu haben und sich – unter Vorhalt von einem 

angeblichen «Polizeiausweis» und «Hausdurchsuchungsbefehl» – als 

Polizist ausgegeben zu haben. Ziel des Beschuldigten und seiner Mittäter 

sei es gewesen, durch ihren Auftritt bei den Opfern den Eindruck zu 

erwirken, dass sie es jeweils mit offiziellen Polizeibeamten zu tun hätten, 

deren Anweisungen sie Folge leisten müssten, wobei der Beschuldigte als 

ehemaliger Polizeibeamter genau gewusst habe, wie eine offizielle 

Hausdurchsuchung ablaufe und wie er auftreten müsse, um authentisch zu 

wirken. Der Beschuldigte und seine Mittäter hätten in der Absicht 

gehandelt, einerseits ungestört die Wohnung der Opfer auf 

Vermögenswerte zu durchsuchen, andererseits die Opfer zur Herausgabe 

von Vermögenswerten zu bewegen, um sich selbst und Dritte daran 

unrechtmässig zu bereichern. Der Beschuldigte habe die Opfer gemeinsam 

mit seinen Mittätern arglistig getäuscht, indem er diesen mittels Vorweisens 

und Tragens von Polizeiutensilien sowie das bestimmte Auftreten 

vorgespiegelt habe, Polizist zu sein. Auf diese Weise irregeführt, habe der 

 - 6 - 

 

 

 

Beschuldigte die Opfer dazu gebracht, ihm und seinen Mittätern die 

gewünschten Vermögenswerte zu übergeben und zu überlassen. Die Opfer 

hätten den Zutritt zu den jeweiligen Liegenschaften sowie deren 

Durchsuchung einzig geduldet, da sie gemeint hätten aufgrund des 

angeblich bestehenden «Hausdurchsuchungsbefehls» dazu verpflichtet 

gewesen zu sein. Aufgrund der bei Nichtbefolgung der angeblichen 

polizeilichen Anweisungen drohenden Konsequenzen, hätten sich die 

Opfer den Anordnungen des Beschuldigten und dessen Mittätern nicht 

widersetzt. Hätten die Geschädigten um dessen wirkliche Identität und 

Absichten gewusst, hätten sie dem Beschuldigten weder die Berechtigung 

erteilt, die jeweiligen Liegenschaften zu betreten und zu durchsuchen, noch 

diesem Vermögensgegenstände ausgehändigt bzw. deren Mitnahme 

zugelassen. Der Beschuldigte habe auf diese Weise gemeinsam mit seinen 

Mittätern Wertgegenstände und Bargeld im Wert von insgesamt 

Fr. 9'878.70 ertrogen. 

 

2.2. 

Die Vorinstanz hat die angeklagten Sachverhalte gemäss Anklageziffer 1.1 

bis 1.5 als erstellt erachtet und den Beschuldigten hinsichtlich aller fünf 

Vorfälle wegen mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs, mehrfacher 

Nötigung, mehrfacher Amtsanmassung und Diebstahls schuldig 

gesprochen. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vollumfänglich 

freizusprechen (Berufungsbegründung S. 2) und rügt sinngemäss eine 

fehlerhafte Beweiswürdigung. Er sei lediglich als Fahrer bei den jeweiligen 

Taten vor Ort gewesen und habe weder eine der fünf durchsuchten 

Liegenschaften betreten noch sei er sonst wie an der Tatausführung 

beteiligt gewesen. Er sei per Zufall in Kontakt mit der Gruppierung rund um 

die Täterschaft in Kontakt gekommen und habe folglich begonnen, 

Informationen gegen diese zu sammeln, um diese der Kantonspolizei 

Zürich abzuliefern, für welche er als Informant gearbeitet habe 

(Berufungsbegründung S. 3; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 27 ff.).  

 

2.3. 

Das Gericht würdigt die Beweise frei nach seiner aus dem gesamten 

Verfahren gewonnenen Überzeugung (Art. 10 Abs. 2 StPO). Bestehen 

unüberwindbare Zweifel an der Erfüllung der tatsächlichen Voraus-

setzungen der angeklagten Tat, d.h. solche, die sich nach einer objektiven 

Sachlage aufdrängen, so geht das Gericht von der für den Beschuldigten 

günstigeren Sachlage aus (Art. 10 Abs. 3 StPO). Bloss abstrakte und 

theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer möglich 

sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann. Der Grundsatz 

«in dubio pro reo» ist erst anwendbar, nachdem alle aus Sicht des 

urteilenden Gerichts notwendigen Beweise erhoben und ausgewertet 

worden sind und nach erfolgter Beweiswürdigung als Ganzem relevante 

 - 7 - 

 

 

 

Zweifel bestehen, wobei nur das Übergehen offensichtlich erheblicher 

Zweifel eine Verletzung des Grundsatzes «in dubio pro reo» zu begründen 

vermag (BGE 148 IV 409 E. 2.2; BGE 144 IV 345 E. 2.2.3). 

 

2.4. 

In sachverhaltlicher Hinsicht ist gestützt auf die Aussagen der Opfer 

(UA act. 1502 ff., 1522 ff., 1536 ff., 1552 ff.; Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 3 ff.) erstellt und unbestritten geblieben, dass es tatsächlich 

zu den angeklagten Vorfällen gekommen ist, wobei jeweils zwei 

bzw. hinsichtlich des Vorfalls in Einsiedeln gemäss Anklageziffer 1.2 drei 

männliche Personen beteiligt waren. 

 

Umstritten ist, ob der Beschuldigte an den Taten beteiligt war. Er bestreitet 

seine Täterschaft, nicht jedoch, dass es überhaupt zu den verschiedenen 

Vorfällen gekommen ist (GA act. 147; UA act. 995 ff.; Berufungsbegrün-

dung S. 3).  

 

2.5. 

2.5.1. 

I.E._____ – bei welcher zwei Täter vor Ort waren – gab zu Protokoll, die 

eine Person habe ein Baseballcap, einen längeren Mantel und schwarze 

Hosen getragen. Die Person habe etwas jünger ausgesehen, ca. 25 Jahre, 

sei von schlanker Statur und etwa 185 cm gross gewesen. Die andere 

Person sei etwas dicker gewesen und habe blaue Jeans getragen. Diese 

Person sei etwa 180 cm gross gewesen. Zudem habe diese Person eine 

Mappe mit einem Durchsuchungsbefehl bei sich gehabt, welcher auf ihren 

Bruder gelautet habe und ihr vorgelegt worden sei. Weiter sei ihr ein 

Polizeiausweis vorgelegt worden. Beide Personen hätten 

Mundschutzmasken getragen (UA act. 1505 ff.). Ferner hätten sie eine 

blaue Sporttasche mit der Aufschrift «Cops» dabeigehabt. F._____ – bei 

welcher drei Täter vor Ort waren – gab zu Protokoll, die eine Person habe 

eine dunkle Mundschutzmaske, eine Brille und eine Jacke mit der Aufschrift 

«Polizei» getragen, sei zwischen 45 bis 55 Jahre alt, ca. 175 cm gross und 

von mittlerer Statur gewesen. Zusätzlich habe er eine mittelgrosse, dunkle 

Sporttasche bei sich gehabt. Die beiden anderen Personen hätten weisse 

Mundschutzmasken sowie weisse Einweghandschuhe getragen und seien 

zivil gekleidet gewesen. Einer davon habe eine schwarze oder dunkelgrüne 

North Face Jacke und eine dunkelblaue Jeanshose getragen. Der andere 

habe eine lange grüne Jacke getragen. Beide seien zwischen 20 und 30 

Jahre alt, etwa 180 cm gross und von schlanker Statur gewesen. Die 

beiden hätten wenig gesprochen. Einer hätte zudem ein grosses 

schwarzes Tattoo an der rechten Halsseite gehabt. Zudem habe er – im 

Bereich des Gurtes – eine Waffe auf sich getragen. Die drei hätten auf 

Schweizerdeutsch gesprochen (UA act. 827; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 3 ff.). G._____ – bei welchem nur zwei Täter vor 

Ort waren – hat zu Protokoll gegeben, die eine Person sei etwa 185 cm 

 - 8 - 

 

 

 

gross gewesen, habe eine Brille, schwarze Kleidung, einen Mundschutz, 

ein schwarzes Baseballcap mit der Aufschrift «Polizei» und Kampf- bzw. 

Militärstiefel getragen. Zudem habe diese Person eine Mappe bei sich 

gehabt und ihm ein Protokoll vorgelegt. Die andere Person sei kleiner, etwa 

175 cm gross und von schlanker Statur gewesen. Sie habe eine Wollmütze, 

Latexhandschuhe, einen Mundschutz, einen schwarzen Pullover und eine 

schwarze Hose getragen. Die kleinere Person habe wenig gesprochen. 

Beide Täter hätten auf Schweizerdeutsch gesprochen. Anlässlich der 

Berufungsverhandlung hat er zudem zu Protokoll gegeben, dass sich die 

grössere Person in diesem Bereich ausgekannt haben müsse und 

besonders professionell aufgetreten sei (UA act. 1522 ff.; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8, 12). C._____ – bei welchem ebenfalls nur zwei 

Täter vor Ort waren – hat zu Protokoll gegeben, eine Person habe eine 

Polizeijacke, Einsatzschuhe und Einsatzhosen, Mundschutz, Wollmütze 

mit der Aufschrift «Polizei» getragen. Des Weiteren habe sie eine Brille 

getragen und sei etwa 180 cm gross gewesen. Ferner habe diese Person 

diverse Blätter und einen Block dabeigehabt. Schliesslich habe er bei 

dieser Person das Logo der Kantonspolizei Zürich erkennen können, er 

wisse jedoch nicht mehr wo. Die andere Person sei zivil gekleidet gewesen 

und sei etwa 170 bis 175 cm gross gewesen. Sie hätten zudem eine 

Sporttasche mit der Aufschrift «Cops» bei sich gehabt. Die beiden hätten 

auf Schweizerdeutsch gesprochen, wobei hauptsächlich die Person in 

«Uniform» das Wort ergriffen habe. Beide Personen hätten ihm einen 

Polizeiausweis vorgelegt (UA act. 1541 ff.). Schliesslich hat auch H._____ 

– bei welchem ebenfalls nur zwei Täter vor Ort waren – in etwa die selbe 

Beschreibung der Täter zu Protokoll gegeben. Die Täter seien etwa 180 cm 

oder 170 cm bis 175 cm gross gewesen. Sie hätten eine Mundschutzmaske 

getragen. Eine Person habe eine Jacke mit der Aufschrift «Polizei» 

getragen, zudem habe sie eine Mappe in der Hand gehabt. Ihm seien ein 

Durchsuchungsbefehl und Polizeiausweise vorgelegt worden. Die andere 

Person sei zivil gekleidet gewesen. Sie hätten auf Schweizerdeutsch 

gesprochen, wobei wiederum die Person in «Uniform» das Wort geführt 

habe (UA act. 1564 ff.).  

 

Der Mitbeschuldigte D._____ hat die Vorwürfe gemäss Anklageziffer 1.1 

bei I.E._____ in Villmergen (21. Oktober 2020), Anklageziffer 1.3 bei 

G._____ in Tägerig (3. November 2020), Anklageziffer 1.4 bei C._____ in 

Rheinfelden (23. November 2020) und Anklageziffer 1.5 bei H._____ in 

Niederbuchsiten (24. November 2020) eingestanden und auch zu Protokoll 

gegeben, dass er jeweils nicht die Person in «Uniform» gewesen sei, 

sondern die Person in ziviler Bekleidung (UA act. 1237; 1286; 1344). Es 

gibt keinen Grund, an seiner Tatbeteiligung zu zweifeln (siehe Urteil 

SST.2022.276). Auszuschliessen ist weiter, dass der Beschuldigte die 

Person mit dem Tattoo im Halsbereich gewesen ist, denn ein solches 

konnte anlässlich der Berufungsverhandlung weder bei ihm noch beim 

Mitbeschuldigten D._____ festgestellt werden. Dies lässt keinen anderen 

 - 9 - 

 

 

 

Schluss zu, als dass es sich bei der Person in «Polizeiuniform» um den 

Beschuldigten gehandelt haben muss. Dafür spricht auch der Umstand, 

dass die Täterbeschreibungen allesamt in den Grundzügen 

übereinstimmen und auffällig oft zum Beschuldigten passen. Der 

Beschuldigte ist zwölf Jahre älter als der Mitbeschuldigte D._____. Im 

Tatzeitraum war der Beschuldigte 49 Jahre alt, was mit der 

Alterseinschätzung des Opfers F._____ in etwa übereinstimmt. Weiter hat 

der Beschuldigte anlässlich der Berufungsverhandlung zu Protokoll 

gegeben, 179 cm gross zu sein, was ebenfalls mit der 

Grösseneinschätzung der Opfer übereinstimmt. Zudem ist er ein 

Brillenträger. Ferner war der Beschuldigte rund 20 Jahre bei der 

Gemeindepolizei Z._____ als Polizeichef tätig (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 23). Er ist mit der Polizeitätigkeit und insbesondere auch 

mit Hausdurchsuchungen bestens vertraut bzw. kannte er sich in diesem 

Bereich aus, was mit der Täterbeschreibung, dass er jeweils das Wort 

ergriffen habe und die Mappe mit dem Durchsuchungsbefehl bzw. 

Durchsuchungsprotokoll in der Hand gehabt habe, übereinstimmt. 

Anlässlich der beim Beschuldigten durchgeführten Hausdurchsuchung 

wurden denn auch Durchsuchungsprotokolle mit dem Logo der 

Polizeibehörden des Kantons Zürich und Notizen mit den Angaben der 

Opfer (UA act. 403 ff.), sowie diverse weitere Gegenstände sichergestellt, 

die mit der Polizei und deren Tätigkeit in Verbindung gebracht werden 

konnten. Insbesondere konnte ein Durchsuchungsprotokoll mit dem Logo 

der Polizeibehörden des Kantons Zürich lautend auf den Namen 

«J.E._____» sichergestellt werden (UA act. 405), was mit der Aussage von 

I.E._____, wonach ihr ein Durchsuchungsprotokoll lautend auf den Namen 

ihres Bruders vorgelegt worden sei, übereinstimmt. Ferner wurden 

Handfesseln (inkl. Schlüsselbund), Polizeiausweis, Visitenkarte, eine 

laminierte Karte mit der Aufschrift «Dienstfahrzeug im Einsatz», ein 

Pullover und eine Wintermütze mit der Aufschrift «Polizei» sichergestellt. 

Es ist ohne Weiteres davon auszugehen, dass der Beschuldigte von diesen 

Utensilien, Hilfsmitteln und Kleidungsstücken Gebrauch gemacht hat, 

zumal einige davon zu den von den Opfern gemachten Beschreibungen 

passen bzw. von diesen erkannt worden sind, u.a. der Pullover und die 

Wintermütze mit der Aufschrift «Polizei» aber auch die Polizeiausweise. 

Schliesslich hat F._____ anlässlich der Berufungsverhandlung den im 

Gerichtssaal anwesenden Beschuldigten zu 90 % als jenen Täter erkannt, 

der einen Polizeianzug getragen habe. Er habe damals eine andere Brille 

gehabt und – gemeint im Kontext mit der Aussage zu den Covid-Masken 

wohl: teilweise – keine Maske angehabt (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 4). Dass es in ihren Aussagen zu gewissen Abweichungen 

gekommen ist, z.B., dass nicht nur einer (jener mit dem Tattoo im 

Halsbereich, UA act. 827), sondern alle eine Waffe getragen hätten, lässt 

sich ohne Weiteres mit dem Zeitablauf erklären bzw. sind solche sogar zu 

erwarten. Es kann dem Beschuldigten denn auch nicht gefolgt werden, 

wenn er ausführt, dass ihn F._____ nicht nur zu 90 %, sondern zu 100 % 

 - 10 - 

 

 

 

hätte erkennen müssen, da sie sich auf privater Ebene kennen würden und 

sie sich bereits im Ausgang gesehen hätten (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 26). Anlässlich der Einvernahme vom 13. April 2021 hat der 

Beschuldigte selbst zu Protokoll gegeben, dass er diese Dame (F._____) 

nicht kenne (UA act. 1068). Im Einklang damit stehen die Aussagen von 

F._____ anlässlich der Berufungsverhandlung. Sie kenne ihn weder 

persönlich noch kenne sie seinen Namen. Sie hat weiter zu Protokoll 

gegeben, dass sie den Mitbeschuldigten D._____ kenne und sie ihn bereits 

auf der Strasse in Einsiedeln oder in einer Bar gesehen habe (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 3, 5 ff.). In der vorsichtigen Äusserung von 

F._____, dass sie sich zu 90 % sicher sei, dass der Beschuldigte der Täter 

ist, kann deshalb nicht eine mit grosser Unsicherheit behaftete 

Einschätzung erkannt werden, zumal auch die Signalelemente passen 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 3). Entgegen dem Vorbringen des 

Beschuldigten (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 37) vermag ihn 

sodann nicht zu entlasten, dass G._____ ihn am 3. November 2020 nicht 

erkannt hat und anlässlich der Berufungsverhandlung zu Protokoll gegeben 

hat, dass die Person an seiner Wohnungstüre etwa 185 cm bis 190 cm 

gross und somit grösser als der Beschuldigte gewesen sei. Nebst dem nicht 

unerheblichen Zeitablauf von beinahe drei Jahren ist zu berücksichtigen, 

dass die als grösserer Täter beschriebene Person, die besonders 

professionell aufgetreten sei, Kampfstiefel bzw. Militärstiefel – mit 

entsprechend dicker Sohle – getragen haben soll (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 8). Es ist deshalb durchaus erklärbar, dass 

G._____ den grösseren der beiden Täter noch grösser als den im 

Gerichtssaal anwesenden Beschuldigten in Erinnerung hatte, ohne dass 

dies die Täterschaft des Beschuldigten ausschliessen würde. Schliesslich 

vermag der Beschuldigte auch aus der anlässlich der vorinstanzlichen 

Verhandlung eingereichten «Bestätigung» von G._____, wonach dieser 

alle Zivil- und Strafanträge zurückziehe, er an einer Bestrafung des 

Beschuldigten nicht interessiert sei und sich dieser nie Eintritt in seine 

Liegenschaft verschafft habe (GA act. 91), nichts ableiten, das seine 

Täterschaft infrage stellen würde. Vielmehr hat G._____ anlässlich der 

Berufungsverhandlung schlüssig dargelegt, wie es zu dieser 

vorformulierten «Bestätigung» gekommen sei und dass er diese heute nicht 

mehr unterschreiben würde, da er gar nicht sagen könne, ob es der 

Beschuldigte gewesen sei oder nicht. Den Satz «nie Eintritt in meine 

Liegenschaft verschafft» müsse man streichen (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 11).  

 

Zusammengefasst bestehen für das Obergericht keine Zweifel daran, dass 

es sich bei der Person in «Polizeiuniform» um den Beschuldigten gehandelt 

hat. 

 

 - 11 - 

 

 

 

2.5.2. 

Im Einklang mit den obigen Täterbeschreibungen und der Aussage des 

Beschuldigten, wonach er jeweils an den Tatorten (Villmergen, Einsiedeln, 

Tägerig, Rheinfelden, Niederbuchsiten) war (hinsichtlich Villmergen: 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 25; Berufungsbegründung S. 3), 

stehen die Auswertungen der Randdatenerhebung. Aus den Randdaten 

geht hervor, dass das Mobiltelefon des Beschuldigten und des 

Mitbeschuldigten D._____ unter anderem zu denselben Zeiten, und zwar 

auf die Minute genau, an denselben Orten eingeloggt waren.  

  

2.5.2.1. Villmergen (21. Oktober 2020) 

Die Antennenstandorte der beiden Mobiltelefone weisen dasselbe Muster 

auf. Das Mobiltelefon des Beschuldigten verzeichnete am 21. Oktober 2020 

bis ca. 16.16 Uhr überwiegend den Antennenstandort in Q._____, also an 

seinem Wohnort (UA act. 543; UA act. 913). Danach bewegten sich beide 

entlang der A3 in den Raum Bremgarten AG, Oberwil-Lieli, Birmensdorf, 

Zürich, Adliswil, Rüschlikon, Thalwil, Oberrieden, Horgen, Wädenswil und 

schliesslich ab ca. 16.55 Uhr in den Raum Y._____, dem damaligen 

Wohnort des Mitbeschuldigten D._____ (UA act. 1213). Für die Strecke von 

Q._____ bis Y._____ von 46.6 Kilometern ist mit einer Streckenzeit von 

rund 38 Minuten zu rechnen (vgl. Google Maps, Routenplaner), was somit 

mit der Abfahrts- und Ankunftszeit übereinstimmt. Ab 16.58 Uhr bewegten 

sich diese erneut entlang der A3 in Richtung Villmergen (UA act. 543). Ab 

ca. 18.14 Uhr bewegte sich der Antennenstandort über einen Umweg von 

Othmarsingen, Lenzburg und Dintikon wieder nach Villmergen. 

Von 18.56 Uhr bis 20.05 Uhr blieben die Mobiltelefone der beiden 

wiederum überwiegend mit einer Antenne in Villmergen verbunden. Dies 

zeigt, dass sich sowohl der Beschuldigte als auch der Mitbeschuldigte 

D._____ zur und exakt auch nur während der Tatzeit von 18.30 Uhr bis 

19.30 Uhr zusammen in unmittelbarer Tatortnähe befanden. Um 20.30 Uhr 

wurde ein Antennenstandort auf der Autobahnraststätte in Würenlos 

registriert. Für die Strecke vom Tatort bis zur Raststätte von 29 Kilometern 

ist von einer Streckenzeit von 27 Minuten auszugehen (vgl. Google Maps, 

Routenplaner), was wiederum mit der Abfahrts- und Ankunftszeit 

übereinstimmt. Anschliessend verschoben sich diese erneut nach Y._____ 

(UA act. 543, 786). Das Mobiltelefon des Mitbeschuldigten D._____ blieb 

danach bis am nächsten Tag mit der Antenne in Y._____ verbunden (UA 

act. 786). Die Antennenstandorte des Beschuldigten bewegten sich danach 

ab ca. 22.05 Uhr entlang der A3 bis nach Q._____ und blieben ebenfalls 

bis am nächsten Tag dort (UA act. 543). Dies lässt stark vermuten, dass 

der Beschuldigte den Mitbeschuldigten zwecks Tatbegehung bei diesem 

zuhause abgeholt hat. Weiter ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte 

den Mitbeschuldigten D._____ – der anerkanntermassen an der Tat 

beteiligt war – nach der Tatbegehung wieder nachhause gefahren hat.  

 

 - 12 - 

 

 

 

2.5.2.2. Einsiedeln (30. Oktober 2020) 

Der Mitbeschuldigte D._____ hat zu Protokoll gegeben, dass er am 

30. Oktober 2020 mit dem Beschuldigten unterwegs gewesen sei bzw. 

dass der Beschuldigte ihn an seinem Wohnort abgeholt und wieder nach 

Hause chauffiert habe (UA act. 1404 ff.). Damit im Einklang steht die 

Auswertung der Randdaten für den 30. Oktober 2020:  

 

Aus den Randdaten ergibt sich, dass der Beschuldigte am Abend vom 

30. Oktober 2020 in telefonischem Kontakt mit D._____ stand. Der 

Beschuldigte und D._____ telefonierten am besagten Tag mindestens drei 

Mal miteinander. Um 18.22 Uhr kam es zu einem Telefongespräch von 

3 Sekunden, wobei anzunehmen ist, dass der Beschuldigte um diese Zeit 

den Mitbeschuldigten D._____ an seinem Wohnort abgeholt hat bzw. ihm 

seine Ankunft mitgeteilt hat (UA act. 786). Dies legt auch der Umstand 

nahe, dass sich das Mobiltelefon des Beschuldigten um exakt 18.22 Uhr 

erstmalig in die Antenne an der [….]-Strasse in Y._____ einwählte 

(UA act. 543). Nach diesem Zeitpunkt weisen der Beschuldigte und 

D._____ exakt dasselbe Bewegungsmuster auf. Beide haben sich am 

30. Oktober 2020, um 18.27 Uhr, noch in Y._____ aufgehalten 

(UA act. 543, 786), um ca. 18.47 Uhr waren beide Mobiltelefone mit einer 

Antenne an der [….]-Strasse in Einsiedeln verbunden. Dies legt nahe, dass 

A._____ den Beschuldigten in Y._____ an seinem Wohnort abgeholt und 

von dort aus zuerst nach Einsiedeln weitergefahren ist. Die Strecke von 

Y._____ bis Einsiedeln weist eine Distanz von ca. 14.1 Kilometern auf und 

dauert mit dem Auto etwa 20 Minuten, was zeitlich mit der Abfahrt von 

Y._____ und Ankunft in Einsiedeln überstimmt (vgl. Google Maps, 

Routenplaner). Beide Mobiltelefone waren danach von 18.47 Uhr bis 

ca. 19.53 Uhr (UA act. 543, 786) überwiegend mit der Antenne an der [….]-

Strasse in Einsiedeln verbunden, bevor sie sich danach wohl mit dem Auto 

in Richtung Schübelbach begeben haben. Dies zeigt, dass sich sowohl der 

Beschuldigte als auch der Mitbeschuldigte D._____ zur und exakt auch nur 

während der Tatzeit von ca. 19.15 Uhr bis 20.00 Uhr zusammen in 

unmittelbarer Tatortnähe befanden. Die Mobiltelefone der beiden loggten 

sich erst um 21.15 Uhr wieder in die Antenne in Y._____ ([….]-Strasse) ein 

(UA act. 543, 786). Wie vom Mitbeschuldigten D._____ zu Protokoll 

gegeben, ist davon auszugehen, dass er um diese Zeit vom Beschuldigten 

nach Hause gefahren worden ist. Das Mobiltelefon von D._____ blieb 

danach mit der Antenne an seinem Wohnort in Y._____ ([….]-Strasse ) bis 

zum nächsten Tag verbunden (UA act. 786), während jenes des 

Beschuldigten ab ca. 22.14 Uhr auf eine Antenne an der [….]-Strasse in 

Q._____ – an seinem Wohnort – zugriff (UA act. 543).  

 

2.5.2.3. Tägerig (3. November 2020) 

Der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte D._____ haben sich am 

3. November 2020 zwischen ca. 06.00 Uhr und 06.30 Uhr beide noch in 

Lenzburg aufgehalten, wobei beide Mobiltelefone in die Antenne an der 

 - 13 - 

 

 

 

[…]-Strasse in Lenzburg sowie in die Antenne […]-Strasse in Lenzburg 

eingewählt waren (UA act. 543, 786). Danach bewegten sich die 

Antennenstandorte entlang der Autobahn A1 in den Raum Othmarsingen, 

Mägenwil, Oberrohrdorf, Mellingen, Tägerig und blieben bis 07.14 Uhr dort. 

Dies lässt stark vermuten, dass sich D._____ in den frühen Morgenstunden 

mit dem Zug nach Lenzburg begeben hat und dort vom Beschuldigten 

abgeholt worden ist und sich diese danach gemeinsam nach Tägerig 

begeben haben. Dies wird denn auch vom Beschuldigten nicht bestritten 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 27). Dies zeigt aber auch, dass 

sich sowohl der Beschuldigte als auch der Mitbeschuldigte D._____ 

während der Tatzeit um ca. 07.00 Uhr zusammen in unmittelbarer 

Tatortnähe befanden. Spätestens ab ca. 09.00 Uhr bewegten sich die 

Antennenstandorte beider Mobiltelefone unter anderem in den Raum 

Bremgarten AG, Oberwil-Lieli, Birmensdorf ZH, Wädenswil, Y._____. In die 

Antenne in Y._____ loggten sich beide Mobiltelefone ab ca. 09.36 Uhr ein. 

Ab diesem Zeitpunkt war das Gerät des Mitbeschuldigten D._____ für den 

Rest des Tages in die Antenne an der […]-Strasse in Y._____ eingewählt 

(UA act. 786). Dasjenige des Beschuldigten loggte sich ab 10.23 Uhr 

wieder in eine Antenne in Q._____ ein (UA act. 543). Dies lässt wiederum 

den Schluss zu, dass der Beschuldigte den Mitbeschuldigten D._____ – 

der anerkanntermassen an dieser Tat beteiligt war – zwecks Tatbegehung 

am Bahnhof Lenzburg abgeholt und nach der Tatbegehung wieder nach 

Hause chauffiert hat.  

 

Dafür, dass der Beschuldigte tatsächlich bei G._____ gewesen ist, spricht 

auch der Umstand, dass auf dem Mobiltelefon des Beschuldigten Fotos 

vom 3. November 2020 sichergestellt werden konnten, welche u.a. exakt 

um 07.00 Uhr gemacht worden sind. Ein Foto zeigt G._____ leicht bekleidet 

auf dem Bett sitzend (UA act. 467 ff.). Dass er die Fotos von einem anderen 

Mobiltelefon abfotografiert hätte (Protokoll der Berufungsverhandlung 

S. 28) ist abwegig. Aus den Akten geht klar hervor, dass diese mit dem 

Mobiltelefon des Beschuldigten gemacht worden sind (UA act. 469). Als 

Schutzbehauptung ist sodann zu qualifizieren, dass ein anderer Täter das 

Mobiltelefon des Beschuldigten benutzt haben soll, zumal D._____ – was 

sich aus den registrierten Antennenstandorten ergibt – sein eigenes 

Mobiltelefon mitführte. 

 

2.5.2.4. Rheinfelden (23. November 2020) 

Der Antennenstandort der Rufnummer des Mitbeschuldigten D._____ 

befand sich am 23. November 2020 um 16.47 Uhr in Z._____. Danach 

verschoben sich die Antennenstandorte in den Raum Wädenswil, Horgen, 

Oberrieden, Thalwil, Rüschlikon, Zürich, Wollishofen. Dies lässt stark 

vermuten, dass sich der Mitbeschuldigte am 23. November 2020 mit dem 

Zug ([…]; UA act. 497) von Z._____ nach Wollishofen ZH begeben hat und 

dort am Bahnhof vom Beschuldigten abgeholt worden ist. Nichts Anderes 

geht aus den vorhergehenden SMS-Kontakten zwischen dem 

 - 14 - 

 

 

 

Beschuldigten und D._____ hervor: Der Beschuldigte erkundigte sich beim 

Mitbeschuldigten D._____ um 17.06 Uhr, wo er denn sei, er müsse ihn 

abholen (UA act. 498). Der Mitbeschuldigte antwortete ihm darauf um 

16.52 Uhr, dass er noch im Zug sei. Der Beschuldigte gab sodann dem 

Mitbeschuldigten D._____ Bescheid, dass er bereits am Bahnhof in 

Wollishofen sei. Der Mitbeschuldigte D._____ teilte dem Beschuldigten 

exakt um 17.12 Uhr mit, dass er nun am Bahnhof Wollishofen angekommen 

sei (UA act. 496). Der Antennenstandort beider Mobiltelefone bewegte sich 

dann in den Raum Birmensdorf ZH, Urdorf, Spreitenbach, Neuenhof, 

Schinznach, Stein AG, Zeiningen, Rheinfelden, wo sie für 38 Minuten (von 

18.10 Uhr bis 18.48 Uhr) statisch blieben. Für die Strecke vom Bahnhof 

Wollishofen bis nach Rheinfelden, […]-Strasse von 76.8 Kilometern ist mit 

einer Streckenzeit von einer Stunde zu rechnen (vgl. Google 

Routenplaner). Es ist davon auszugehen, dass sie sofort nach der Ankunft 

des Mitbeschuldigten D._____ am Bahnhof Wollishofen die Fahrt nach 

Rheinfelden angetreten haben, was denn auch zeitlich mit der Ankunft in 

Rheinfelden übereinstimmt (UA act. 543, 786). Ab ca. 18.56 Uhr bewegten 

sich die Antennenstandorte des Mitbeschuldigten wieder in den Raum 

Birrhard, Q._____, Bremgarten AG, bevor sie sich um 21.31 Uhr wieder mit 

einer Antenne in Y._____ verbanden (UA act. 786). Dies zeigt, dass sich 

sowohl der Beschuldigte als auch der Mitbeschuldigte zur und exakt auch 

nur während der Tatzeit um ca. 18.30 Uhr zusammen in unmittelbarer 

Tatortnähe befanden. Die Antennenstandorte des Beschuldigten zeigen 

ein paralleles Bewegungsmuster. Um 21.34 Uhr loggten sich beide 

Mobiltelefone in die Antenne in Y._____ ein; am Wohnort des 

Mitbeschuldigten D._____. Ab 22.13 Uhr war das Mobiltelefon des 

Beschuldigten wieder in eine Antenne in Q._____ (seinem Wohnort) 

eingewählt und blieb dort bis zum nächsten Tag statisch (UA act. 543). 

Dies lässt wiederum den Schluss zu, dass der Beschuldigte den 

Mitbeschuldigten D._____ – der anerkanntermassen an dieser Tat beteiligt 

war – zwecks Tatbegehung am Bahnhof Wollishofen abgeholt und nach 

der Tatbegehung wieder nach Hause chauffiert hat.  

 

2.5.2.5. Niederbuchsiten (24. November 2020)  

Das Mobiltelefon des Beschuldigten war bis 15.07 Uhr in die Antenne in 

Q._____, bei dessen Wohnort, eingewählt. Danach bewegten sich die 

Antennenstandorte unter anderem in den Raum Bremgarten AG, Oberwil-

Lieli, Birmensdorf ZH, Oberrieden, Horgen, Wädenswil, Z._____. Um 

ca. 15.44 Uhr war das Mobiltelefon des Beschuldigten in die Antenne am 

neuen Wohnort des Mitbeschuldigten D._____ in Z._____ (UA act. 1058, 

1213) eingewählt (UA act. 543). Das Mobiltelefon des Mitbeschuldigten 

D._____ war bis um 15.41 Uhr vorwiegend in die Antenne an dessen 

Wohnort eingewählt (UA act. 786). Dies zeigt auf, dass der Beschuldigte 

den Mitbeschuldigten D._____ wohl um 15.40 Uhr an seinem Wohnort in 

Z._____ abgeholt hat. Nichts Anderes geht aus den vorhergehenden SMS-

Kontakten zwischen ihnen beiden hervor. Um 15.11 Uhr hat der 

 - 15 - 

 

 

 

Beschuldigte D._____ Folgendes geschrieben: «15.40 Uhr bi dir» (UA act. 

502). Weiter ist ersichtlich, dass die beiden um 15.39 Uhr für 49 Sekunden 

miteinander telefoniert haben (UA act. 489). Es ist davon auszugehen, dass 

sich der Mitbeschuldigte D._____ beim Beschuldigten erkundigt hat, ob er 

bereits angekommen sei oder dass der Beschuldigte dem Mitbeschuldigten 

D._____ seine Ankunft mitgeteilt hat. Nach diesem Zeitpunkt weisen die 

Antennenstandorte beider Mobiltelefone ein paralleles Bewegungsmuster 

auf: Die Antennenstandorte bewegten sich danach nämlich unter anderem 

in den Raum Oberrieden, Birmensdorf ZH, Spreitenbach, Neuenhof, 

Dulliken. Um 17.10 Uhr waren beide Mobiltelefone zuletzt in eine Antenne 

in Dulliken eingewählt (UA act. 543, 786). Auffällig erscheint diesbezüglich, 

dass während der Tatzeit weder auf der Nummer des Beschuldigten noch 

auf derjenigen des Mitbeschuldigten D._____ Antennenstandorte 

verzeichnet wurden. Dies lässt stark vermuten, dass die beiden ihre 

Mobiltelefone während der Zeit der Tatbegehung bewusst ausgeschaltet  

haben. Um 18.57 Uhr, mithin rund zwei Stunden später, konnten wieder 

Antennenstandorte des Beschuldigten festgestellt werden (UA act. 543). 

Die Antennenstandorte bewegten sich entlang den Ortschaften 

Murgenthal, Rothrist, Aarburg, Olten, Dulliken, Gretzenbach, 

Schönenwerd, Buchs AG, Hunzenschwil, Villmergen, wo sie dann für 

ca. eine Stunde statisch blieben. Ins Auge fällt, dass der Mitbeschuldigte 

sein Mobiltelefon wohl erst um 19.20 Uhr angeschaltet hat, zumal ab 

diesem Zeitpunkt wieder Antennenstandorte verzeichnet werden konnten 

(UA act. 786). Das Mobiltelefon des Mitbeschuldigten D._____ loggte sich 

um 19.20 Uhr in dieselbe Antenne ein, bei welcher es zuletzt, bevor kein 

Standort mehr verzeichnet werden konnte, eingeloggt war. Es ist davon 

auszugehen, dass der Mitbeschuldigte sein Mobiltelefon bewusst erst 

wieder in Dulliken eingeschaltet hat. Ab ca. 21.00 Uhr bewegten sich die 

Antennenstandorte beider Mobiltelefone wieder von Q._____ in den Raum 

Birmensdorf ZH, Adliswil, Horgen, Z._____ (UA act. 543, 786). Das 

Mobiltelefon des Mitbeschuldigten D._____ loggte sich um 21.50 Uhr in die 

Antenne in Z._____ (an seinem Wohnort) ein und blieb bis zum nächsten 

Tag statisch. Das Mobiltelefon des Beschuldigten loggte sich um 22.21 Uhr 

wieder in die Antennen in Q._____, an seinem Wohnort, ein (UA act. 543). 

Dies lässt wiederum den Schluss zu, dass der Beschuldigte den 

Mitbeschuldigten D._____ – der anerkanntermassen an dieser Tat beteiligt 

war – zwecks Tatbegehung bei ihm zuhause abgeholt hat und nach der 

Tatbegehung wieder nach Hause chauffiert hat.  

 

2.5.3. 

Dem Beschuldigten kann sodann nicht gefolgt werden, wenn er vorbringt, 

er sei als Informant bzw. Quelle der Kantonspolizei Zürich tätig gewesen 

und sei durch diese dazu motiviert worden, als Uber-Fahrer für K._____ 

und seinen Kreis tätig zu sein und dabei so viele Informationen wie möglich 

über die Bande bzw. den Drogenbaron K._____ zu sammeln (GA act. 144; 

Berufungsbegründung S. 3). Es handelt sich um eine offensichtliche 

 - 16 - 

 

 

 

Schutzbehauptung. Seine diesbezüglichen Aussagen sind denn auch 

auffallend inkonsistent und lassen sich nicht mit seinem erstellten eigenen 

Verhalten und den Täterbeschreibungen in Einklang bringen. Die 

Kantonspolizei Zürich hat denn auch ausgeführt, dass der Beschuldigte in 

dieser Sache nicht als Quelle für sie tätig gewesen sei (UA act. 45). Der 

Beschuldigte hat auch selbst ausgesagt, keinen Auftrag von der 

Kantonspolizei Zürich gehabt zu haben (UA act. 1000; Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 24: keine Einsetzung als verdeckter Ermittler). 

 

Nach dem Gesagten ist auch der Beweisantrag des Beschuldigten, es sei 

L._____ von der Kantonspolizei Zürich als Zeuge zu befragen, abzuweisen. 

Nachdem die Täterschaft des Beschuldigten gestützt auf die vorgängigen 

Ausführungen erstellt ist, erübrigt sich eine Befragung von L._____. In 

antizipierter Beweiswürdigung kommt das Obergericht zum Schluss, dass 

die Aussage von L._____ nicht geeignet wäre, etwas am oben dargelegten 

Beweisergebnis zu ändern (Art. 139 Abs. 2 StPO). 

 

2.6. 

Insgesamt bestehen nach Würdigung sämtlicher Umstände keine Zweifel 

daran, dass der Beschuldigte der Täter ist, der bei allen fünf Vorfällen als 

«Polizist» aufgetreten ist. Die geäusserten Signalelemente des Täters 

passen auf den Beschuldigten. Die Auswertung der Randdaten sprechen 

ebenfalls für die Täterschaft des Beschuldigten. Hingegen sind die 

Aussagen des Beschuldigten betreffend seine Täterschaft widersprüchlich, 

nicht logisch und in ihrer Gesamtbetrachtung schlicht unglaubhaft. 

 

3. Betrug  

3.1. 

Gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB macht sich des Betrugs schuldig, wer in der 

Absicht, sich oder einen andern unrechtmässig zu bereichern, jemanden 

durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen arglistig irreführt 

oder ihn in einem Irrtum arglistig bestärkt und so den Irrenden zu einem 

Verhalten bestimmt, wodurch dieser sich selbst oder einen anderen am 

Vermögen schädigt.  

 

Angriffsmittel des Betruges ist die Täuschung des Opfers. Die Täuschung 

ist eine unrichtige Erklärung über Tatsachen, die darauf gerichtet ist, bei 

einem andern eine von der Wirklichkeit abweichende Vorstellung 

hervorzurufen. Die Erfüllung des Tatbestandes erfordert eine arglistige 

Täuschung. Arglist liegt vor bei einem Lügengebäude, d.h. bei mehrfachen, 

raffiniert aufeinander abgestimmten Lügen, durch welche sich selbst ein 

kritisches Opfer täuschen lässt, oder bei besonderen Machenschaften im 

Sinne von eigentlichen Inszenierungen, die durch intensive, planmässige 

und systematische Vorkehrungen, nicht aber notwendigerweise durch eine 

besondere tatsächliche oder intellektuelle Komplexität gekennzeichnet 

sind. Bei einfachen falschen Angaben bejaht die Rechtsprechung Arglist, 

 - 17 - 

 

 

 

wenn deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich oder 

wenn sie nicht zumutbar ist, wenn der Täter das Opfer von der möglichen 

Überprüfung abhält oder wenn er nach den Umständen voraussieht, dass 

jenes die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen 

Vertrauensverhältnisses unterlassen werde. Arglist wird verneint, wenn der 

Getäuschte den Irrtum mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit hätte 

vermeiden können (BGE 147 IV 73 E. 3.1 f. mit weiteren Hinweisen). 

Subjektiv muss der Täter im Wissen und mit dem Willen handeln, durch das 

täuschende Verhalten jemanden mindestens möglicherweise in einen 

Irrtum zu versetzen und ihn dadurch zu einer Vermögensdisposition zu 

veranlassen, wodurch er sich oder einen anderen schädigt. Zudem muss 

er mit der Absicht oder Eventualabsicht handeln, sich oder einen anderen 

unrechtmässig zu bereichern. 

 

Strafbar ist auch der Versuch (Art. 22 StGB). Ein Versuch liegt vor, wenn 

der Täter, nachdem er mit der Ausführung seines Verbrechens oder 

Vergehens begonnen hat, die strafbare Tätigkeit nicht zu Ende führt oder 

der zur Vollendung der Tat gehörende Erfolg nicht eintritt oder nicht 

eintreten kann. Beim Versuch erfüllt der Täter sämtliche subjektiven 

Tatbestandsmerkmale und manifestiert seine Tatentschlossenheit, ohne 

dass alle objektive Tatbestandsmerkmale verwirklicht sind (BGE 140 IV 

150 E. 3.4). 

 

3.2. 

3.2.1. 

Der Beschuldigte ging am 21. Oktober 2020 bei der Familie E._____ – unter 

Vorhalt eines «Hausdurchsuchungsbefehls» und «Polizeiausweises» – 

vorbei und gab sich als Polizist aus. Er hat anlässlich der durchgeführten 

«Hausdurchsuchung» bei der Familie E._____ aber nichts Passendes 

gefunden und entfernte sich ohne Deliktsgut vom Tatort, weshalb keine 

Vermögensdisposition und somit auch kein Vermögensschaden bei der 

Familie E._____ eingetreten ist. Somit ist auch der Taterfolg ausgeblieben 

und der Beschuldigte hat den objektiven Tatbestand des Betrugs nicht 

erfüllt. 

 

Der Beschuldigte hat verschiedene Falschangaben vorsätzlich, d.h. mit 

Wissen und Willen getätigt, um sich selber unrechtmässig zu bereichern. 

Der Beschuldigte war sich sämtlicher seiner falschen Angaben, namentlich, 

dass er Polizist von der Abteilung für Drogenfahndung Zürich sei und 

deswegen eine Hausdurchsuchung durchzuführen hätte, bewusst. Mit den 

entsprechenden Angaben hat der Beschuldigte I.E._____ bewusst und 

arglistig – die Täuschung des Beschuldigten ist arglistig, weil er sich dazu 

besonderer Machenschaften in Form von Polizeiausweisen und 

Polizeiuniform bedient hat – in einen Irrtum versetzt, um sie dadurch zu 

einer Vermögensdisposition zu veranlassen, wodurch sie sich selbst 

schädigen würde. Für das Obergericht bestehen keine Zweifel daran, dass 

 - 18 - 

 

 

 

die wahrheitswidrigen Schilderungen gegenüber I.E._____ in der Absicht 

geschahen, sich selbst unrechtmässig zu bereichern; zumal der 

Mitbeschuldigte D._____ – der anerkanntermassen an diesem Vorfall 

beteiligt war – zu Protokoll gab, dass die einzelnen Vorfälle aus finanziellen 

Gründen begangen worden seien (UA act. 1285). Dadurch hat er sämtliche 

subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und er ist wegen versuchten 

Betrugs zu verurteilen. 

 

3.2.2. 

Der Beschuldigte ging am 30. Oktober 2020 bei F._____ – ebenfalls unter 

Vorhalt eines «Hausdurchsuchungsbefehls» und «Polizeiausweises» – 

vorbei und gab sich als Polizist aus. Zwar wurden bei F._____ anlässlich 

der durchgeführten «Hausdurchsuchung» Fr. 600.00 gestohlen (siehe 

dazu unten). Dieser gegenüber F._____ nicht offengelegte bzw. von ihr 

vorerst unentdeckt gebliebene Diebstahl ist jedoch nicht auf die arglistige 

Täuschung zurückzuführen und F._____ hat auch sonst keine kausal 

darauf gründende Vermögensdisposition vorgenommen, weshalb der 

objektive Tatbestand des Betrugs nicht erfüllt ist. 

 

Der Beschuldigte hat jedoch verschiedene Falschangaben vorsätzlich, d.h. 

mit Wissen und Willen getätigt, um sich selber unrechtmässig zu 

bereichern. Der Beschuldigte war sich sämtlicher seiner falschen Angaben, 

namentlich, dass er Polizist sei und wegen Drogen eine Hausdurchsuchung 

durchzuführen hätte, bewusst. Mit den entsprechenden Angaben hat der 

Beschuldigte F._____ bewusst und arglistig – die Täuschung des 

Beschuldigten ist arglistig, weil er sich dazu besonderer Machenschaften 

in Form von Polizeiausweisen und Polizeiuniform bedient hat – in einen 

Irrtum versetzt, um sie – hätte er etwas Passendes für eine 

«Beschlagnahmung» gefunden – dadurch zu einer Vermögensdisposition 

zu veranlassen, wodurch sie sich selbst schädigen würde. Für das 

Obergericht ist es erstellt, dass er auch bei diesem Vorfall mit der Absicht 

gehandelt hat, sich selbst unrechtmässig zu bereichern. Dadurch hat er 

sämtliche subjektiven Tatbestandsmerkmale erfüllt und er ist wegen 

versuchten Betrugs zu verurteilen. 

 

3.2.3. 

Indem der Beschuldigte am 3. November 2020 bei G._____ klingelte und 

sich als Polizist ausgab, wollte er eine Fehlvorstellung über Tatsachen 

hervorrufen. Der Beschuldigte trug eine Polizeiuniform, hatte einen 

Polizeiausweis und eine Mappe mit einem Durchsuchungsbefehl bei sich, 

so dass der Anschein erweckt worden ist, dass er als Polizist tätig sei. Bei 

G._____ wurde die Vorstellung hervorgerufen, dass der Beschuldigte 

Polizist und damit berechtigt sei, die Hausdurchsuchung durchzuführen. 

Damit hat der Beschuldigte G._____ durch wahrheitswidrige Angaben 

getäuscht, und dadurch Einlass in die Wohnung von G._____ erwirkt. Die 

Täuschung des Beschuldigten ist arglistig, weil er sich dazu besonderer 

 - 19 - 

 

 

 

Machenschaften in Form von Polizeiausweisen und Polizeiuniform bedient 

hat. Die vom Beschuldigten getätigten Falschangaben hatten zur Folge, 

dass G._____ das in der Wohnung gelagerte Bargeld in der Höhe von 

mindestens Fr. 5'000.00 «beschlagnahmen» liess. Dass G._____ nicht 

genau sagen konnte, ob er nun tatsächlich Fr. 5'000.00 oder doch Fr. 

10'000.00 beschlagnahmen liess, ist – entgegen dem Vorbringen des 

Beschuldigten (Berufungsbegründung S. 5) – nicht weiter von Bedeutung, 

zumal die Anklage von einem Mindestbetrag von Fr. 5'000.00 spricht.  

G._____ hat anlässlich der Berufungsverhandlung denn auch zu Protokoll 

gegeben, dass es sicher Fr. 5'000.00 gewesen seien; wenn nicht mehr 

(Protokoll der Berufungsverhandlung S. 8). G._____ irrte über die 

Berechtigung für die Hausdurchsuchung sowie über das damit verbundene 

Recht zur Beschlagnahme. Indem G._____ das Bargeld beschlagnahmen 

liess, nahm er eine schädigende Vermögensdisposition vor. Da G._____ in 

Kenntnis der wahren Sachlage das Bargeld nicht hätte beschlagnahmen 

lassen, ist auch der erforderliche Motivationszusammenhang zwischen 

dem Irrtum, der Vermögensdisposition und dem eingetretenen 

Vermögensschaden gegeben. In objektiver Hinsicht sind somit sämtliche 

Tatbestandsmerkmale von Art. 146 StGB erfüllt.  

 

Der Beschuldigte hat die besagten Falschangaben vorsätzlich, d.h. mit 

Wissen und Willen getätigt, um sich selber unrechtmässig zu bereichern. 

Der Beschuldigte war sich sämtlicher seiner falschen Angaben, namentlich, 

dass er Polizist sei und deswegen eine Hausdurchsuchung durchzuführen 

hätte, bewusst. Indem der Beschuldigte dennoch die «Hausdurchsuchung» 

durchführte und Bargeld «beschlagnahmte», was er wohl für private 

Zwecke verwendete, nahm er zumindest in Kauf, dass G._____ bzw. der 

Privatkläger einen Vermögensausfall erleiden würde, weshalb er 

hinsichtlich sämtlicher objektiven Tatbestandsmerkmale mit Wissen und 

Willen und damit vorsätzlich gehandelt hat. Es ist davon auszugehen, dass 

der Beschuldigte das Geld für private Bedürfnisse verwendete, zumal er 

selber zu Protokoll gab, dass aufgrund der Corona-Pandemie die 

Einnahmen zurückgegangen seien, er aufgrund der Corona-Pandemie 

arbeitslos gewesen sei, seine finanzielle Situation schlecht ausgesehen 

habe und er zusätzlich vom Sozialamt unterstützt worden sei (UA act. 914, 

952 f.). Indem er das Geld für private Bedürfnisse verwendete und sich 

einen unrechtmässigen Vermögensvorteil zukommen liess, hat er 

ausserdem seine Bereicherungsabsicht manifestiert. Damit ist auch der 

subjektive Tatbestand von Art. 146 Abs. 1 erfüllt und er ist wegen Betrugs 

zu verurteilen. 

 

3.2.4. 

Indem der Beschuldigte am 23. November 2020 bei C._____ klingelte und 

sich als Polizist ausgab, wollte er eine Fehlvorstellung über Tatsachen 

hervorrufen. Der Beschuldigte trug wiederum seine Polizeiuniform, hatte 

einen Polizeiausweis und eine Mappe mit einem Durchsuchungsbefehl bei 

 - 20 - 

 

 

 

sich, so dass der Anschein erweckt worden ist, dass er als Polizist tätig sei. 

Bei C._____ wurde die Vorstellung hervorgerufen, dass der Beschuldigte 

Polizist und damit berechtigt sei, die Hausdurchsuchung durchzuführen. 

Damit hat der Beschuldigte C._____ durch wahrheitswidrige Angaben 

getäuscht, und dadurch Einlass in die Wohnung von C._____ erwirkt. Die 

Täuschung des Beschuldigten ist arglistig, weil er sich dazu besonderer 

Machenschaften in Form von Polizeiausweisen und Polizeiuniform bedient 

hat. Die vom Beschuldigten getätigten Falschangaben hatten zur Folge, 

dass C._____ dem Beschuldigten im Rahmen der «Hausdurchsuchung» 

drei Computer aushändigte bzw. vom Beschuldigten «beschlagnahmen» 

liess. C._____ irrte über die Berechtigung für die Hausdurchsuchung sowie 

über das damit verbundene Recht zur Beschlagnahme. Indem C._____ die 

Computer beschlagnahmen liess, nahm er eine schädigende 

Vermögensdisposition vor. Da C._____ in Kenntnis der wahren Sachlage 

die Computer nicht hätte beschlagnahmen lassen, ist auch der 

erforderliche Motivationszusammenhang zwischen dem Irrtum, der 

Vermögensdisposition und dem eingetretenen Vermögensschaden 

gegeben. In objektiver Hinsicht sind somit sämtliche Tatbestandsmerkmale 

von Art. 146 StGB erfüllt.  

 

Der Beschuldigte hat die besagten Falschangaben vorsätzlich, d.h. mit 

Wissen und Willen getätigt, um sich selber unrechtmässig zu bereichern. 

Der Beschuldigte war sich sämtlicher seiner falschen Angaben, namentlich, 

dass er Polizist von der Abteilung für Cyberkriminalität sei und dass es im 

Rahmen von Ermittlungsarbeiten zu einem Cyberbetrug gekommen sei, 

wobei die dazu verwendete IP-Adresse C._____ zuzuordnen sei sowie, 

dass er deswegen eine Hausdurchsuchung durchzuführen hätte, bewusst. 

Indem der Beschuldigte dennoch die «Hausdurchsuchung» durchführte 

und Bargeld «beschlagnahmte», was er wohl für private Zwecke 

verwendete, nahm er zumindest in Kauf, dass C._____ einen 

Vermögensausfall erleiden würde, weshalb er hinsichtlich sämtlicher 

objektiven Tatbestandsmerkmale mit Wissen und Willen und damit 

vorsätzlich gehandelt hat. Es ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte 

das Geld für private Bedürfnisse verwendete (siehe dazu die obigen 

Ausführungen zu G._____; UA act. 952 f.). Indem er das Geld für private 

Bedürfnisse verwendete und sich einen unrechtmässigen Vermögens-

vorteil zukommen liess, hat er ausserdem seine Bereicherungsabsicht 

manifestiert. Damit ist auch der subjektive Tatbestand von Art. 146 Abs. 1 

erfüllt und er ist wegen Betrugs zu verurteilen. 

 

3.2.5. 

Der Beschuldigte ging am 24. November 2020 bei H._____ – unter Vorhalt 

eines «Hausdurchsuchungsbefehls» und «Polizeiausweises» – vorbei und 

gab sich als Polizist aus. Anlässlich der «Hausdurchsuchung» bei H._____ 

hat der Beschuldigte jedoch nichts Passendes gefunden und entfernte sich 

ohne Deliktsgut vom Tatort, weshalb keine Vermögensdisposition und 

 - 21 - 

 

 

 

somit auch kein Vermögensschaden bei H._____ eingetreten ist. Somit ist 

auch der Taterfolg ausgeblieben und der Beschuldigte hat den objektiven 

Tatbestand des Betrugs nicht erfüllt. 

 

Der Beschuldigte hat verschiedene Falschangaben vorsätzlich, d.h. mit 

Wissen und Willen getätigt, um sich selber unrechtmässig zu bereichern. 

Der Beschuldigte war sich sämtlicher seiner falschen Angaben, namentlich, 

dass er Polizist sei und aufgrund eines Kupferdiebstahls in der Höhe von 

Fr. 100'000.00 die Geschäftsunterlagen aller Altmetall/Kupferhändler 

überprüfen und daher eine Hausdurchsuchung durchzuführen hätte, 

bewusst. Mit den entsprechenden Angaben hat der Beschuldigte H._____ 

bewusst und arglistig – die Täuschung des Beschuldigten ist arglistig, weil 

er sich dazu besonderer Machenschaften in Form von Polizeiausweisen 

und Polizeiuniform bedient hat – in einen Irrtum versetzt, um ihn dadurch 

zu einer Vermögensdisposition zu veranlassen, wodurch er sich selbst 

schädigen würde. Für das Obergericht ist es zudem erstellt, dass die 

wahrheitswidrigen Schilderungen gegenüber H._____ in der Absicht 

geschahen, sich selbst unrechtmässig zu bereichern; zumal der 

Mitbeschuldigte D._____ – der anerkanntermassen an diesem Vorfall 

beteiligt war – zu Protokoll gab, dass rein Geld die Absicht war 

(UA act. 1288). Dadurch hat er sämtliche subjektiven Tatbestands-

merkmale erfüllt und er ist wegen versuchten Betrugs zu verurteilen. 

 

3.3. 

Entgegen den Vorbringen des Beschuldigten (Berufungsbegründung S. 6) 

kann nicht von einer die Arglist ausschliessenden Opfermitverantwortung 

ausgegangen werden, weil die Bekleidung angeblich dilettantisch bzw. mit 

einer «Fasnachtsverkleidung» zu vergleichen gewesen sei. 

 

Auch unter dem Gesichtspunkt der Opfermitverantwortung erfordert die 

Erfüllung des Tatbestands des Betrugs nicht, dass das Täuschungsopfer 

die grösstmögliche Sorgfalt walten lässt und alle erdenklichen 

Vorkehrungen trifft. Arglist ist lediglich zu verneinen, wenn das Opfer die 

grundlegendsten Vorsichtsmassnahmen nicht beachtet. Entsprechend 

entfällt der strafrechtliche Schutz nicht bei jeder Fahrlässigkeit des 

Getäuschten, sondern nur bei Leichtfertigkeit, welche das betrügerische 

Verhalten des Täters in den Hintergrund treten lässt (zum Ganzen: BGE 

147 IV 73 E. 3.2; BGE 143 IV 302 E. 1.3 und 1.3.1; BGE 142 IV 153 

E. 2.2.2; BGE 135 IV 76 E. 5.2; je mit Hinweisen). Die zum Ausschluss der 

Strafbarkeit des Täuschenden führende Opfermitverantwortung kann nur in 

Ausnahmefällen bejaht werden. Selbst ein erhebliches Mass an Naivität 

des Geschädigten hat daher nicht zwingend zur Folge, dass der Täter 

straflos bleibt (BGE 142 IV 153 E. 2.2.2; Urteile des Bundesgerichts 

6B_289/2022 vom 24. August 2022 E. 3.1; 6B_1060/2020 vom 22. Juni 

2022 E. 2.1.4.2). 

 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2023&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=betrug+opfermitverantwortung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-IV-73%3Ade&number_of_ranks=0#page73
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2023&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=betrug+opfermitverantwortung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F147-IV-73%3Ade&number_of_ranks=0#page73
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2023&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=betrug+opfermitverantwortung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F143-IV-302%3Ade&number_of_ranks=0#page302
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2023&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=betrug+opfermitverantwortung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-IV-153%3Ade&number_of_ranks=0#page153
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2023&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=betrug+opfermitverantwortung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F135-IV-76%3Ade&number_of_ranks=0#page76
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=01.01.2023&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=str&query_words=betrug+opfermitverantwortung&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F142-IV-153%3Ade&number_of_ranks=0#page153

 - 22 - 

 

 

 

Abgesehen davon, dass gestützt auf die Aussagen der Betrugsopfer und 

der beim Beschuldigten sichergestellten Kleidungsstücke zumindest 

hinsichtlich seiner Uniformierung davon auszugehen ist, dass diese (auch) 

echte Uniformbestandteile aus seiner früheren Tätigkeit enthalten hat, und 

somit nicht von einer «Fasnachtsbekleidung» ausgegangen werden kann, 

steht fest, dass alle fünf Opfer sich haben täuschen lassen und niemand zu 

Beginn der Hausdurchsuchung den Verdacht geschöpft hat, dass es sich 

um falsche Polizisten handeln könnte. Sie haben die «Hausdurchsuchung» 

über sich ergehen lassen bzw. geduldet. Mithin haben die Uniformierung, 

die vorgelegten Ausweise und Dokumente und das mitunter professionell 

wirkende Auftreten auf die Täuschungsopfer wie eine echte Polizeikontrolle 

gewirkt. Eine die Arglist ausschliessende Opfermitverantwortung ist somit 

zu verneinen. 

 

3.4. 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 

diesem Punkt als unbegründet. Er ist des mehrfachen, teilweise versuchten 

Betrugs schuldig zu sprechen. 

 

4. Amtsanmassung  

4.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich der mehrfachen 

Amtsanmassung gemäss Art. 287 StGB strafbar gemacht zu haben. 

Betreffend den Anklagesachverhalt wird auf die E. 2.1 verwiesen.  

 

4.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der mehrfachen Amtsanmassung 

gemäss Art. 287 StGB schuldiggesprochen.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vollumfänglich 

freizusprechen. Es sei nicht er gewesen, der sich als falscher Polizist 

ausgegeben habe. Ferner sei ohnehin fragwürdig, ob der Tatbestand erfüllt 

sei, zumal von einer äusserst dilettantischen «Verkleidung» auszugehen 

sei (Berufungsbegründung S. 8).  

 

4.3. 

Wer sich in rechtswidriger Absicht die Ausübung eines Amtes anmasst, 

macht sich gemäss Art. 287 StGB der Amtsanmassung schuldig. Der 

Tatbestand ist erfüllt, wenn der Täter vorgibt, Träger eines hoheitlichen 

Amtes zu sein, welches er in Wirklichkeit gar nicht innehat. Die 

Vorspiegelung kann sowohl durch ausdrückliche als auch durch 

konkludente Handlungen erfolgen. Tatbestandsmässig ist gemäss 

bundesgerichtlicher Rechtsprechung (BGE 128 IV 164 E. 3c) auch die 

Anmassung einzelner Befugnisse, ohne Anmassung des zugehörigen 

Amtes (HEIMGARTNER, in: Basler Kommentar, Strafrecht II, 4. Aufl. 2019, 

N. 3 f. zu Art. 287 StGB). In subjektiver Hinsicht muss die Amtsanmassung 

 - 23 - 

 

 

 

mit Vorsatz bzw. mit Eventualvorsatz sowie in rechtswidriger Absicht 

begangen werden. 

 

4.4. 

Die Täterschaft des Beschuldigten ist erstellt. Es kann diesbezüglich auf 

die vorgängig gemachten Ausführungen verwiesen werden.  

 

Der Beschuldigte hat sich gegenüber den Täuschungsopfern (I.E._____, 

F._____, G._____, C._____ und H._____) als Polizist ausgegeben, obwohl 

er dies im Tatzeitpunkt unbestrittenermassen nicht mehr war. In der Rolle 

des Polizisten hat er jeweils bei den Opfern an der Haustür geklingelt, um 

eine Hausdurchsuchung durchzuführen. Der Beschuldigte bediente sich 

dabei jeweils einer Polizeiuniform (Mütze mit der Aufschrift «Polizei», 

Polizeijacke mit der Aufschrift «Polizei»), eines Polizeiausweises, einer 

Mappe und eines Durchsuchungsbefehls, um sich Zutritt in die Wohnung 

der Opfer zu verschaffen. Eine Hausdurchsuchung stellt eine 

Amtshandlung dar. Sie ist – unter ganz bestimmten Voraussetzungen, die 

hier offensichtlich nicht vorliegen – eine rechtmässige Handlung. Der 

Beschuldigte hat durch das Vorgeben einer Beamtenstellung (Polizist) zu 

einem rechtswidrigen Mittel gegriffen. Er hat dies vorsätzlich getan, musste 

er doch gewusst haben, dass er in seiner Stellung als Beschuldigter von 

den Opfern nicht in dieser Form empfangen worden wäre. Mit der 

Täuschung über seine Identität hat er in unzulässiger Weise in ihre 

Individualrechte eingegriffen und somit in rechtswidriger Absicht gehandelt.  

Zur angeblich dilettantisch wirkenden Uniform kann auf die obigen 

Erwägungen zum Betrug verwiesen werden. Auch der Umstand, dass der 

Mitbeschuldigte D._____ jeweils zivil gekleidet war, lässt die 

Tatbestandsmässigkeit nicht entfallen, zumal es nicht unüblich und zudem 

aus Krimis bekannt ist, dass an einer Hausdurchsuchung auch Polizisten 

in Zivilkleidung teilnehmen können. Die Kleidung der Täter hat denn 

offensichtlich auch nichts daran geändert, dass die jeweiligen 

Täuschungsopfer den Beschuldigten – entsprechend seiner Intention – für 

einen Beamten gehalten haben.  

 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 

diesem Punkt als unbegründet. Er ist wegen mehrfacher Amtsanmassung 

gemäss Art. 287 StGB zu verurteilen. 

 

5. Nötigung  

5.1. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der mehrfachen Nötigung gemäss 

Art. 181 StGB schuldiggesprochen (vorinstanzliches Urteil E. 3.3). 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vollumfänglich 

freizusprechen. Er bestreitet, den Geschädigten einen schweren Nachteil 

angedroht zu haben (Berufungsbegründung S. 7). 

 - 24 - 

 

 

 

5.2. 

Gemäss Art. 181 StGB wird wegen Nötigung bestraft, wer jemanden durch 

Gewalt oder Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere 

Beschränkung seiner Handlungsfreiheit dazu nötigt, etwas zu tun, zu 

unterlassen oder zu dulden. Eine Nötigung ist nur unrechtmässig, wenn das 

Mittel oder der Zweck unerlaubt ist oder wenn das Mittel zum angestrebten 

Zweck nicht im richtigen Verhältnis steht, oder wenn die Verknüpfung 

zwischen einem an sich zulässigen Mittel und einem erlaubten Zweck 

rechtsmissbräuchlich oder sittenwidrig ist (BGE 141 IV 437 E. 3.2.1; BGE 

137 IV 326 E. 3.3.1; BGE 134 IV 216 E. 4.1). 

 

5.3. 

Entgegen der Vorinstanz hat der Beschuldigte den Tatbestand der 

Nötigung nicht erfüllt: Der Beschuldigte hat sich, indem er sich bei den 

Täuschungsopfern als Polizist ausgegeben hat, um bei diesen zuhause 

eine Hausdurchsuchung durchzuführen, dort Gegenstände und 

Vermögenswerte zu «beschlagnahmen» und sich dadurch unrechtmässig 

zu bereichern wegen (versuchten) Betrugs schuldig gemacht (siehe dazu 

oben). Er hat dabei gegen die anwesenden Personen weder Gewalt 

angewendet, noch diesen einen ernstlichen Nachteil angedroht oder diese 

durch eine andere Beschränkung der Handlungsfreiheit dazu genötigt, ihm 

und seinen Begleitern Zutritt zu gewähren, die Hausdurchsuchungen und 

die «Beschlagnahmung» von Gegenständen und Vermögenswerten zu 

dulden. Die von den anwesenden Personen erduldeten Hausdurch-

suchungen und «Beschlagnahmungen» waren jeweils die alleinige Folge 

der Täuschung über die Tatsache, dass es sich beim Beschuldigten und 

seinen Begleitern nicht um Polizisten handelte. Folglich lag kein nötigendes 

Verhalten vor, welches für die Duldung der Hausdurchsuchungen und die 

«Beschlagnahmungen» hätte kausal sein können. Der Beschuldigte 

beabsichtigte denn auch, sich mittels der Täuschungen Zugang zu den 

Wohnungen zu verschaffen, um dort Gegenstände und Vermögenswerte 

zu «beschlagnahmen», nicht jedoch durch die Anwendung von Gewalt, 

durch die Androhung ernstlicher Nachteile oder durch andere Handlungs-

freiheitsbeschränkungen. Folglich hat der Beschuldigte betreffend die 

Anklageziffern 1.1 bis 1.5 weder den objektiven noch den subjektiven 

Tatbestand der Nötigung erfüllt, weshalb er vom Vorwurf der mehrfachen 

Nötigung gemäss Art. 181 StGB freizusprechen ist. Seine Berufung erweist 

sich in diesem Punkt als begründet. 

 

6. Diebstahl  

6.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten zusammenfassend vor, sich des 

Diebstahls gemäss Art. 139 StGB schuldig gemacht zu haben, indem er 

anlässlich der am 30. Oktober 2020 bei F._____ durchgeführten 

«Hausdurchsuchung» in Bereicherungsabsicht Fr. 600.00 aus einer 

Schachtel im Schlafzimmerschrank mitgenommen habe.  

 - 25 - 

 

 

 

6.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten wegen Diebstahls gemäss Art. 139 

StGB schuldiggesprochen.  

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei vollumfänglich 

freizusprechen (Berufungsbegründung S 2). Der einzige Beweis für den 

Diebstahl seien die Aussagen von F._____. Da ihre Aussagen jedoch nicht 

verwertbar seien, sei der Beschuldigte mangels Beweis von diesem 

Vorwurf freizusprechen (Berufungsbegründung S. 8 f.). 

 

6.3. 

Einen Diebstahl gemäss Art. 139 Ziff. 1 StGB begeht, wer jemandem eine 

fremde bewegliche Sache zur Aneignung wegnimmt, um sich oder einen 

anderen damit unrechtmässig zu bereichern. Neben Vorsatz muss eine 

Aneignungsabsicht sowie die Absicht unrechtmässiger Bereicherung 

vorliegen. 

 

6.4. 

Die Anwesenheit des Beschuldigten, der sich als Polizist ausgegeben hat, 

ist erstellt. Es kann diesbezüglich auf die obigen gemachten Ausführungen 

zum versuchten Betrug zum Nachteil von F._____ verwiesen werden. 

 

Aus dem Polizeirapport vom 17. Dezember 2020 geht hervor, dass im 

Rahmen der «Hausdurchsuchung» von F._____ unbemerkt Fr. 600.00 aus 

dem Schlafzimmerschrank entwendet worden seien (UA act. 829). Damit 

im Einklang stehen die Aussagen von F._____ anlässlich der 

Berufungsverhandlung. An dieser schilderte sie das Vorgehen des 

Beschuldigten und seiner Mittäter, den Ablauf der Hausdurchsuchung und 

wie sie bemerkt habe, dass Fr. 600.00 entwendet worden seien. Sie sei 

sich zu 100 % sicher, dass das Geld von den Polizisten anlässlich der 

Hausdurchsuchung entwendet worden sei (Protokoll der Berufungs-

verhandlung S. 4). Auf ihre schlüssigen, nachvollziehbaren und als 

glaubhaft zu qualifizierenden Aussagen ist abzustellen, zumal ihre 

anlässlich der Berufungsverhandlung getätigten Aussagen 

unbestrittenermassen verwertbar sind.  

 

6.5. 

Der Beschuldigte macht für den Fall, dass seine Täterschaft erstellt sein 

sollte, keine Ausführungen zur rechtlichen Würdigung. Indem er am 

30. Oktober 2020 mit dem Mitbeschuldigten D._____ und einem weiteren 

Mittäter aus dem Schlafzimmerschrank von F._____ wissentlich und 

willentlich sowie mit Aneignungsabsicht Fr. 600.00 weggenommen und sich 

angeeignet hat, um sich um deren Wert zu bereichern, hat er den objektiven 

wie auch den subjektiven Tatbestand des Diebstahls erfüllt. 

 

 - 26 - 

 

 

 

Nach dem Gesagten erweist sich die Berufung des Beschuldigten in 

diesem Punkt als unbegründet. Er ist wegen Diebstahls gemäss Art. 139 

Ziff. 1 StGB schuldigzusprechen. 

 

7. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz  

7.1. 

7.1.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich der Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz durch Besitz von Betäubungsmitteln gemäss 

Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG schuldig gemacht zu haben. Anlässlich der 

Hausdurchsuchung vom 27. November 2020 seien in der Wohnung des 

Beschuldigten dreieinhalb Pillen Ecstasy (grün), eine Pille Ecstasy (braun) 

sowie 0.7 Gramm Marihuana gefunden worden. Der Beschuldigte habe 

diese Betäubungsmittel wissentlich und willentlich unbefugt in Besitz 

gehabt.  

 

7.1.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten betreffend den Vorwurf der 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz durch Besitz von 

Betäubungsmitteln gemäss Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG schuldig 

gesprochen. Der Beschuldigte beantragt mit Berufung, er sei 

vollumfänglich freizusprechen (Berufungsbegründung S. 2).  

 

7.1.3. 

Einer Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz macht sich 

u.a. strafbar, wer Betäubungsmittel unbefugt besitzt (Art. 19 Abs. 1 lit. d 

BetmG). Besitz meint nicht den Zustand als solchen, sondern ein dafür 

kausales Verhalten, nämlich die Herbeiführung und Aufrechterhaltung des 

illegalen Zustands (BGE 119 IV 269). Wie der Täter konkret in den Besitz 

der Betäubungsmittel gekommen ist, ist für die Erfüllung des Tatbestandes 

irrelevant, solange dies nur anders als auf einem im Gesetz erlaubten Weg 

geschehen ist. Besitz setzt Herrschaftsmöglichkeit und Herrschaftswillen 

voraus (BGE 119 IV 269; Urteil des Bundesgerichts 6B_115/2019 vom 

15. Mai 2019 E. 1.3.2). Herrschaftsmöglichkeit in diesem Sinne umfasst 

dabei die tatsächliche Möglichkeit des Zugangs zur Sache und das Wissen 

darum, wo sie sich befindet. Herrschaftswille bezeichnet den Willen, die 

Sache der tatsächlichen Möglichkeit gemäss zu beherrschen. Bei Sachen 

innerhalb der eigenen Herrschaftssphäre, deren Vorhandensein jederzeit 

festgestellt werden kann, soll ein entsprechender genereller Herrschafts-

wille genügen (BGE 119 IV 269). 

 

7.1.4. 

Der Beschuldigte hat angegeben, das bei ihm in der Wohnung 

sichergestellte Ecstasy und das Marihuana seien in seinem Fahrzeug, das 

er als Uber-Chauffeur benutzt habe, liegen geblieben. Er habe es in seine 

Wohnung mitgenommen und dann wohl vergessen (UA act. 926 f.; 

 - 27 - 

 

 

 

Protokoll der Berufungsverhandlung S. 31 f.). Dem Beschuldigten war 

bewusst, dass er die Betäubungsmittel nicht entsorgt hat (UA act. 927), 

womit er den illegalen Zustand nicht nur herbeigeführt, sondern über 

mehrere Monate, gar Jahre aufrechterhalten hat. Ihm kann nicht geglaubt 

werden, dass er vergessen hatte, dass diese Betäubungsmittel noch in 

seiner Wohnung waren. Wären ihm diese tatsächlich egal gewesen, so 

hätte er sie denn auch nicht in der Wohnung aufbewahrt, sondern rasch 

entsorgt oder weitergegeben. Da es für die Erfüllung des Tatbestands 

irrelevant ist, wie der Beschuldigte konkret in den Besitz der 

Betäubungsmittel gekommen ist, hat er den objektiven Tatbestand gemäss 

Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG erfüllt. Ferner war dem Beschuldigten durchaus 

bekannt, dass es sich bei den in seiner Wohnung befindlichen 

Betäubungsmitteln um Ecstasy und Marihuana gehandelt haben musste 

(UA act. 927; Protokoll der Berufungsverhandlung S. 31 f.), weswegen 

auch die subjektiven Tatbestandselemente des Besitzes erfüllt sind.  

 

Der Beschuldigte hat sich des Besitzes von Betäubungsmitteln gemäss 

Art. 19 Abs. 1 lit. d BetmG schuldig gemacht. Seine Berufung erweist sich 

in diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen.  

 

7.2. 

7.2.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich der Widerhandlung gegen 

das Betäubungsmittelgesetz durch Konsum von Betäubungsmitteln 

gemäss Art. 19a BetmG schuldig gemacht zu haben, indem er im Zeitraum 

vom 11. Februar 2019 bis zum 27. November 2020 ca. 0.6 bis 0.7 Gramm 

Kokain pro Quartal durch die Nase konsumiert habe. Letztmalig habe der 

Beschuldigte am 26. November 2020 0.6 Gramm Kokain konsumiert. 

 

7.2.2. 

Die Vorinstanz hat das Verfahren hinsichtlich des Vorwurfs des Konsums 

von Kokain für den Zeitraum vom 11. Februar 2019 bis 8. Juni 2019 infolge 

Verjährung eingestellt. Für den Zeitraum vom 9. Juni 2019 bis 

27. November 2020 hat sie den Beschuldigten wegen unbefugten 

Konsums von Betäubungsmitteln gemäss Art. 19a Ziff . 1 BetmG 

schuldiggesprochen. 

 

Der Beschuldigte beantragt mit Berufung einen vollumfänglichen 

Freispruch (Berufungsbegründung S. 2). Eine Verurteilung wegen 

Eigenkonsums könne mangels Beweis nicht ergehen. Es sei nicht 

nachgewiesen, dass er tatsächlich die angeklagte Menge konsumiert habe. 

Zudem seien die Taten verjährt. 

 

 - 28 - 

 

 

 

7.2.3. 

Eine Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a 

Ziff. 1 BetmG begeht unter anderem, wer Betäubungsmittel, darunter 

namentlich Kokain, unbefugt konsumiert. 

 

7.2.4. 

Der Beschuldigte hat anlässlich seiner Einvernahme vom 22. Dezember 

2020 ausgeführt, er habe in den letzten drei Jahren, jedes Quartal einmal, 

stets 0.6 bis 0.7 Gramm konsumiert (UA act. 928). Anlässlich der 

vorinstanzlichen Hauptverhandlung hat er auf Vorhalt des Anklage-

sachverhalts ausgesagt, dass er diesbezüglich seine Aussagen bereits 

gemacht habe (GA act. 107). Anlässlich der Berufungsverhandlung hat er 

eingestanden, konsumiert zu haben, jedoch in geringen Mengen. Er 

bestreite den Konsum nicht (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 32). 

Der angeklagte Konsum von Kokain ist damit bis anhin nicht nur 

unbestritten geblieben, der Beschuldigte hat ihn vielmehr eingestanden 

und sein Geständnis mehrfach bestätigt. Darauf ist abzustellen und der 

quartalsweise Konsum von Kokain vom 9. Juni 2019 bis 27. November 

2020 erstellt. Indem der Beschuldigte in dieser Zeit pro Quartal 0.6 bis 0.7 

Gramm Kokain konsumiert hat, hat er sich der Widerhandlung gegen das 

Betäubungsmittelgesetz gemäss Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gemacht. 

Insoweit der Beschuldigte vorbringt, die Taten seien verjährt 

(Berufungsbegründung S. 9) kann ihm nicht gefolgt werden: Gemäss 

Art. 97 Abs. 3 StGB tritt die Verjährung nicht mehr ein, wenn vor Ablauf der 

Verjährungsfrist ein erstinstanzliches Urteil ergangen ist. 

 

Der Beschuldigte hat sich des Konsums von Betäubungsmitteln gemäss 

Art. 19a Ziff. 1 BetmG schuldig gemacht. Seine Berufung erweist sich in 

diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen.  

 

8. Widerhandlung gegen das Waffengesetz  

8.1. 

Die Anklage wirft dem Beschuldigten vor, sich der Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 4 Abs. 1 lit. c 

i.V.m. Art. 5 Abs. 2 lit. a WG schuldig gemacht zu haben. Anlässlich der 

Hausdurchsuchung vom 27. November 2020 sei in der Wohnung des 

Beschuldigten ein einhändig bedienbares Messer mit automatischem 

Mechanismus sowie ein Dolch mit symmetrischer Klinge sichergestellt 

worden. Der Beschuldigte habe die Waffen anlässlich seiner Tätigkeit als 

Polizist aus Beschlagnahmungen mit anschliessender Verzichtserklärung 

in Besitz genommen und damit wissentlich und willent lich verbotene 

Waffen besessen. 

 

8.2. 

Die Vorinstanz hat den Beschuldigten der Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz gemäss Art. 33 Abs. 1 WG schuldig gesprochen.  

 - 29 - 

 

 

 

Der Beschuldigte beantragt einen vollumfänglichen Freispruch 

(Berufungsbegründung S. 2). Er macht geltend, es sei unklar, ob es sich 

tatsächlich um illegale Messer handle. Ferner sei er sich des Besitzes der 

Waffen nicht mehr bewusst gewesen, weshalb mangels Vorsatz ein 

Freispruch zu erfolgen habe (Berufungsbegründung S. 9).  

 

8.3. 

Gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG macht sich der Widerhandlung gegen das 

Waffengesetz schuldig, wer u.a. ohne Berechtigung Waffen besitzt. 

Gemäss Art. 4 Abs. 1 lit. c WG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 3 WV gelten 

insbesondere Messer, deren Klinge mit einem einhändig bedienbaren 

automatischen Mechanismus ausgefahren werden kann, einer Gesamt-

länge von mehr als 12 cm und einer Klingenlänge von mehr als 5 cm oder 

Wurfmesser und Dolche mit feststehender, spitz zulaufender, mehr als 

5 cm und weniger als 30 cm langer symmetrischer Klinge als Waffen. Der 

subjektive Tatbestand erfordert Vorsatz, wobei Eventualvorsatz genügt.  

 

8.4. 

Anlässlich der beim Beschuldigten durchgeführten Hausdurchsuchung 

vom 27. November 2020 wurde ein Messer mit einem einhändig 

bedienbaren Ausfahrmechanismus und einer Gesamtlänge von mehr als 

12 cm sichergestellt, dessen Klinge länger als 5 cm ist (UA act. 1193). Im 

Polizeirapport vom 10. Dezember 2020 hat M._____ von der 

Kantonspolizei Aargau festgehalten, dass es sich um ein Messer handelt, 

deren Klinge mit einem einhändig bedienbaren automatischen 

Mechanismus ausgefahren werden könne (UA act. 1193). Es gibt keinen 

Grund, an dieser fachmännischen Feststellung zu zweifeln. Entgegen dem 

Vorbringen des Beschuldigten ist somit erstellt, dass es sich um einen 

automatischen und nicht manuellen Mechanismus handelt (Berufungs-

begründung S. 9). Ferner wurde anlässlich der Hausdurchsuchung ein 

Dolch mit feststehender, spitz zulaufender, mehr als 5 cm und weniger als 

30 cm langer symmetrischer Klinge sichergestellt (UA act. 1194). Auch bei 

diesem Dolch handelt es sich um eine Waffe im Sinne von Art. 33 Abs. 1 

lit. a WG. 

 

Der Beschuldigte gab anlässlich seiner Einvernahme vom 22. Dezember 

2020 zu Protokoll, er habe die Waffen anlässlich seiner Tätigkeit als Polizist 

aus Beschlagnahmungen mit anschliessender Verzichtserklärung der 

Eltern der jugendlichen Täter in Besitz genommen. Als Polizist habe er 

Vorträge an Oberstufenschulen gehalten, wofür er diese Waffen zu 

Vorführzwecken benutzt habe (UA act. 1188). Aus diesem Grund habe er 

die Waffen jeweils in seinem Büro deponiert. Bei seiner Entlassung habe 

er kein Recht mehr gehabt, sein Büro zu betreten. Seine Sachen seien ihm 

in eine Kiste gepackt und übergeben worden. Er habe jedoch nicht 

gewusst, dass sich diese Waffen ebenfalls dort drin befunden haben (UA 

act. 1188; Berufungsbegründung S. 9; Protokoll der Berufungsverhandlung 

 - 30 - 

 

 

 

S. 32). Dem kann nicht gefolgt werden. Wie die Vorinstanz zu Recht 

ausführt, erscheint es sehr unglaubhaft, dass die Polizei einem 

(ehemaligen) Mitarbeiter illegale Waffen miteinpackt (vgl. vorinstanzliches 

Urteil Ziff. D, E. 2.2.2). Selbst wenn dies so wäre, erscheint es dem 

Obergericht unglaubhaft, dass er die Kisten nur teilweise ausgepackt 

haben will und deshalb nicht gewusst habe, dass sich die Waffen auch in 

den Kisten befunden haben (UA act. 1188). Es ist davon auszugehen, dass 

er nach der Übergabe zumindest geprüft hat, was sich alles darin befindet. 

Nach dem Gesagten, ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte vom 

Besitz der Waffen Kenntnis hatte, auch wenn ihm diese egal waren.  

 

Indem er die Waffen ohne Berechtigung in seinen Besitz genommen hat, 

hat er den objektiven Tatbestand von Art. 33 Abs. 1 lit. a WG erfüllt. In 

subjektiver Hinsicht bestehen für das Obergericht ferner keine erheblichen 

Zweifel, dass dem Beschuldigten – als langjähriger und erfahrener Polizist 

umso mehr – bewusst war, dass es sich beim fraglichen Messer und dem 

Dolch um eine bewilligungspflichtige Waffe handelt. Seine Bestreitung des 

Vorsatzes ist als unbeachtliche Schutzbehauptung zu werten. 

 

Der Beschuldigte hat sich der Widerhandlung gegen das Waffengesetz 

gemäss Art. 33 Abs. 1 lit. a WG schuldig gemacht. Seine Berufung erweist 

sich in diesem Punkt als unbegründet und ist abzuweisen.  

 

9. Strafzumessung  

9.1. 

Der Beschuldigte hat sich des mehrfachen, teilweise versuchten Betrugs, 

der mehrfachen Amtsanmassung, des Diebstahls, der mehrfachen Wider-

handlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie der Widerhandlung 

gegen das Waffengesetz schuldig gemacht und ist dafür angemessen zu 

bestrafen.  

 

9.2. 

Das Bundesgericht hat die Grundsätze der Strafzumessung nach Art. 47 ff. 

StGB wiederholt dargelegt (BGE 147 IV 241; BGE 144 IV 313; BGE 144 IV 

217; BGE 141 IV 61 E. 6.1.1; BGE 136 IV 55 E. 5.4 ff.; je mit Hinweisen). 

Darauf kann verwiesen werden. 

 

9.3. 

Bei der Wahl der Sanktionsart sind neben dem Verschulden unter 

Beachtung des Prinzips der Verhältnismässigkeit als wichtige Kriterien die 

Zweckmässigkeit und Angemessenheit einer bestimmten Sanktion, ihre 

Auswirkungen auf den Täter und sein soziales Umfeld sowie ihre 

Wirksamkeit unter dem Gesichtswinkel der Prävention zu berücksichtigen 

(BGE 147 IV 241 E. 3; BGE 134 IV 97 E. 4.2; BGE 134 IV 82 E. 4.1). 

 

https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6b_1233%2F2017&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F141-IV-61%3Ade&number_of_ranks=0#page61
https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=6b_1233%2F2017&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F136-IV-55%3Ade&number_of_ranks=0#page55

 - 31 - 

 

 

 

Der Beschuldigte ist vorbestraft. So wurde er mit Urteil des Bezirksgerichts 

Horgen vom 2. April 2019 wegen Veruntreuung gemäss Art. 138 Abs. 1 und 

Abs. 2 StGB, Diebstahls gemäss Art. 139 Abs. 1 StGB, mehrfacher 

Urkundenfälschung im Amt gemäss Art. 317 Abs. 1 StGB sowie wegen 

mehrfacher Geldwäscherei gemäss Art. 305bis Abs. 1 StGB zu einer 

bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten, Probezeit 2 Jahre, sowie einer 

Verbindungsbusse von Fr. 1'000.00 verurteilt (vgl. aktueller Strafregister-

auszug). Er hat die vorliegend zu beurteilenden Delikte nur rund 1 ½ Jahre 

nach der vorgenannten Verurteilung begangen. Mithin hat er noch während 

der laufenden Probezeit erneut delinquiert. Die Vorstrafe hat keinerlei 

Wirkung gezeigt. 

 

Unter diesen Umständen erweist sich eine blosse Geldstrafe hinsichtlich 

jener Straftatbestände, die alternativ eine Freiheitsstrafe oder Geldstrafe 

vorsehen, aus spezialpräventiven Gründen auch dort nicht mehr als 

ausreichend, wo dies allein aufgrund der Schwere des Verschuldens noch 

möglich wäre. Vielmehr ist in Anbetracht der im einschlägigen Bereich 

ergangenen Vorstrafe und der vom Beschuldigten gezeigten Ungerührtheit 

davon auszugehen, dass nur eine Freiheitsstrafe als angemessene und 

zweckmässige Sanktion in Frage kommt. Damit sind – bis auf die 

Übertretung – für sämtliche begangenen Straftaten Freiheitsstrafen 

auszufällen. Für die Übertretung ist eine Busse auszusprechen.  

 

9.4. 

9.4.1. 

Die Einsatzstrafe ist für den betragsmässig schwersten Betrug zum 

Nachteil von G._____ als – bei gleichen Strafrahmen – qua Verschulden 

konkret schwerste Straftat festzusetzen. 

 

Wer einen Betrug gemäss Art. 146 Abs. 1 StGB begeht, wird mit 

Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder – hier nicht zweckmässiger – 

Geldstrafe bestraft. Das Gericht misst die Strafe innerhalb des ordentlichen 

Strafrahmens nach dem Verschulden zu (Art. 47 Abs. 1 StGB). 

Ausgangspunkt ist die Schwere der Verletzung oder Gefährdung des 

betroffenen Rechtsguts (Art. 47 Abs. 2 StGB). Beim Tatbestand des 

Betruges ist das geschützte Rechtsgut das Vermögen (BGE 117 IV 139 

E. 3d).  

 

Am 3. November 2020 haben der Beschuldigte und der Mitbeschuldigte 

D._____ bei G._____ an der Wohnungstüre geklingelt und sich als 

Polizisten ausgegeben, die von der Abteilung für Wirtschaftskriminalität 

seien. Sie haben bei G._____ – unter Vorweisung von angeblichen 

Polizeiausweisen und eines Hausdurchsuchungsbefehls – den Eindruck 

erweckt, für die Durchführung einer Hausdurchsuchung berechtigt zu sein. 

Anlässlich der fraglichen Hausdurchsuchung wurde dann Bargeld in der 

Höhe von mindestens Fr. 5'000.00 «beschlagnahmt» und sie liessen 

 - 32 - 

 

 

 

G._____ schliesslich ein «Sicherstellungsprotokoll» unterzeichnen. Der 

Beschuldigte hat somit durch arglistige Täuschung erwirkt, sich Eintritt in 

die Wohnung von G._____ zu verschaffen und in der Folge von G._____ 

mindestens Fr. 5'000.00 zu «beschlagnahmen». Dieser Deliktsbetrag von 

mehreren Tausend Franken ist nicht unerheblich, zumal ohne Weiteres 

darauf geschlossen werden kann, dass sich der Vorsatz des Beschuldigten 

auf eine grössere Summe richtete als die effektiv erbeuteten Fr. 5'000.00. 

Dafür spricht der Umstand, dass er im Zusammenspiel mit D._____ eine 

ganze Hausdurchsuchung fingierte, bei welchen diese das ganze Haus 

bzw. die Wohnung auf Wertgegenstände und Barmittel durchsuchen 

konnten. Der monetäre Taterfolg ist in Relation zum weiten Strafrahmen 

von bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe und der davon erfassten Deliktsbeiträge 

jedoch als noch leicht bis mittelschwer zu bezeichnen. 

 

Verschuldenserhöhend wirkt sich sodann die Art und Weise der 

Tatbegehung und damit einhergehend die Verwerflichkeit des Handelns 

aus. Der Beschuldigte ist nicht etwa plump oder unbedarft vorgegangen, 

sondern agierte äussert professionell. Der Beschuldigte war schwarz 

gekleidet, wobei die Hosen Seitentaschen aufwiesen, was für 

Polizeiuniformen charakteristisch ist. Zudem trug der Beschuldigte u.a. eine 

Jacke und ein Baseballcap mit der Aufschrift «Polizei». Ferner hat der 

Beschuldigte vorgängig mit dem Mitbeschuldigten D._____ einen 

«Hausdurchsuchungsbefehl» sowie ein «Sicherstellungsprotokoll» auf den 

Namen von G._____ angefertigt, um seine Funktion als Polizist und die 

anstehende «Hausdurchsuchung» zu untermauern. Auf diese Weise hat er 

bei G._____ den Eindruck erweckt, dass er es tatsächlich mit offiziellen 

Polizeibeamten zu tun hat, deren Anweisungen er befolgen müsse. Sodann 

war die Umsetzung auch besonders perfid. Das Opfer hat sich der 

Beschuldigte nämlich gezielt ausgesucht, wobei gegenüber G._____ eine 

auf ihn zugeschnittene Geschichte erzählt wurde, nämlich Polizisten von 

der Abteilung für Wirtschaftskriminalität zu sein, was auch der Grund war, 

weshalb er sich Zutritt bei G._____ verschaffen konnte und dieser erst 

Recht davon ausging, dass es sich beim Beschuldigten um einen Polizisten 

handelte. Weiter wurde G._____ auch auf eine Firma eines Kollegen in 

X._____ und auf die Freundin in W._____ angesprochen. Dies zeigt 

deutlich, dass die Tat von langer Hand geplant war und der Beschuldigte 

bestens über das ausgesuchte Opfer Bescheid wusste. Der Beschuldigte 

ist systematisch vorgegangen und hat denn auch viel Zeit investiert, um 

über das Opfer Informationen zu sammeln, das Vorgehen zu planen und 

mit dem Mitbeschuldigten zu besprechen. Im Übrigen ist darauf 

hinzuweisen, dass der Beschuldigte über 20 Jahre (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 23) tatsächlich als Polizist tätig war. Er wusste 

somit exakt, wie eine offizielle Hausdurchsuchung abläuft und wie er 

auftreten musste, um glaubwürdig zu wirken. In diesem Sinne erstaunt es 

denn auch nicht, dass er die federführende Kraft war und das Wort führte.  

Auch nutzte er den Umstand, dass der Polizei gemeinhin ein grosses Mass 

 - 33 - 

 

 

 

an Vertrauen entgegengebracht wird, ohne Hemmung aus. Insgesamt 

deutet das Handeln des Beschuldigten auf eine überlegte, raffinierte und 

zielgerichtete Vorgehensweise sowie eine hohe kriminelle Energie hin, was 

über die Erfüllung des Betrugstatbestands, der eine arglistige Täuschung 

voraussetzt, hinausgeht und sich entsprechend verschuldenserhöhend 

auswirkt. 

 

Der Beschuldigte hat aus rein monetären Gründen gehandelt. Diese sind 

jedoch jedem Vermögensdelikt immanent und werden beim Betrug bereits 

durch das Tatbestandsmerkmal der unrechtmässigen Bereicherung 

erfasst. Sie dürfen deshalb bei den Tatkomponenten nicht nochmals 

verschuldenserhöhend berücksichtigt werden (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1327/2015 vom 16. März 2016 E. 4.2). Der Beschuldigte 

verfügte jedoch über ein hohes Mass an Entscheidungsfreiheit, was 

verschuldenserhöhend zu berücksichtigen ist (vgl. Urteil des Bundes-

gerichts 6B_1245/2016 vom 13. Oktober 2017 E. 2.1). Er hat den aus 

seiner Sicht am einfachsten erscheinenden Weg gewählt, um an Geld zu 

kommen. Davon, dass der Beschuldigte aus achtenswerten Gründen, in 

schwerer Bedrängnis oder aber bloss auf Druck gehandelt hätte, ist nicht 

auszugehen und wird auch nicht geltend gemacht. Es bestehen zudem 

keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Beschuldigte in einer 

aussichtslosen finanziellen Notsituation befunden hat, hat er doch im 

Tatzeitpunkt Sozialhilfe bezogen (UA act. 914). Je leichter es aber für ihn 

gewesen wäre, das fremde Vermögen zu respektieren, desto schwerer 

wiegt die Entscheidung dagegen vgl. BGE 117 IV 112 E. 1; Urteil des 

Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3).  

 

Insgesamt ist unter Berücksichtigung des breiten Spektrums möglicher 

Betrugshandlungen von einem in Relation zum Strafrahmen von bis zu fünf 

Jahren Freiheitsstrafe von einem gerade noch leichten bis mittelschweren 

Tatverschulden und einer dafür angemessenen Einsatzstrafe von 

12 Monaten auszugehen. 

 

9.4.2. 

Diese Einsatzstrafe ist für die weiteren Straftaten in Anwendung des 

Asperationsprinzips gemäss Art. 49 Abs. 1 StGB angemessen zu erhöhen. 

 

9.4.2.1. 

Der Betrug gegenüber C._____ vom 23. November 2020 unterscheidet 

sich von jenem gegenüber G._____ einzig darin, dass nicht Bargeld 

«beschlagnahmt» wurde, sondern drei Computer. Schätzungsweise liegt 

der Wert bei rund Fr. 4'000.00. Was das geschützte Rechtsgut, die Art und 

Weise der Tatbegehung, das Tatmotiv sowie das hohe Mass an 

Entscheidungsfreiheit betrifft, kann daher grundsätzlich auf die obigen 

Ausführungen zum Betrug zum Nachteil von G._____ verwiesen werden. 

Präzisierend ist Folgendes festzuhalten: 

 - 34 - 

 

 

 

Der Beschuldigte hat von C._____ Computer im Wert von geschätzt rund 

Fr. 4'000.00 ertrogen, indem er C._____ durch unwahre Angaben arglistig 

getäuscht hat. Ihm gegenüber hat er jedoch eine andere Geschichte 

vorgespielt und zwar, dass er Polizist von der Abteilung für 

Cyberkriminalität sei. Auch wenn der monetäre Taterfolg etwas geringer 

wiegt, ist der Taterfolg innerhalb des weiten Strafrahmens von bis zu fünf 

Jahren Freiheitsstrafe und den davon erfassten Deliktssummen im leichten 

bis mittelschweren Bereich anzusiedeln.  

 

Insgesamt ist in Bezug auf den Betrug gegenüber C._____ von einem 

gerade noch leichten bis mittelschweren Tatverschulden und einer dafür 

angemessenen Einzelstrafe von 11 Monaten auszugehen. Im Rahmen der 

Asperation ist zu berücksichtigen, dass zwischen den beiden 

Betrugshandlungen nur wenige Tage liegen. Im Übrigen besteht aber kein 

besonders enger Zusammenhang. Vielmehr musste der Beschuldigte 

hinsichtlich des gegenüber C._____ begangenen Betrugs einen neuen 

Tatentschluss fassen. Entsprechend ist der Gesamtschuldbeitrag der 

Betrugshandlung gegenüber C._____ nicht zu bagatellisieren. 

Angemessen erscheint eine Erhöhung der Einsatzstrafe von 12 Monaten 

um 6 Monate auf 18 Monate.  

 

9.4.2.2. 

In Bezug auf den versuchten Betrug vom 20./21. Oktober 2020 gegenüber 

der Familie E._____ kann ebenfalls auf die obigen 

strafzumessungsrelevanten Erwägungen zum Betrug zum Nachteil von 

G._____ verwiesen werden, zumal die Tathandlungen weitgehend 

identisch sind. Der Unterschied besteht einzig darin, dass bei diesen 

Vorfällen nichts hat ertrogen werden können, so dass es bei einem blossen 

Versuch geblieben ist. Präzisierend ist dazu Folgendes festzuhalten: 

 

Dem Beschuldigten ging es in erster Linie darum, J.E._____ anzutreffen. 

J.E._____ hat den beiden Polizisten am 20. Oktober 2020 die Tür nicht 

geöffnet, weshalb die beiden die Örtlichkeit wieder verlassen haben. Am 

Folgetag haben die beiden erneut an der Wohnungstür der Familie E._____ 

geklingelt, wohl in der Hoffnung, J.E._____ anzutreffen. Dieser war am 

21. Oktober 2020 jedoch nicht zu Hause. I.E._____, die Schwester von 

J.E._____, hat den beiden «Polizisten» am 21. Oktober 2020 die Tür 

geöffnet. Der Beschuldigte gab sich dann gegenüber ihr als Polizist von der 

Abteilung für Drogenfahndung Zürich aus. I.E._____ wurde anlässlich der 

«Hausdurchsuchung» eingeschüchtert, indem der Beschuldigte gegenüber 

ihr bekundet hat, dass ein grosser Polizeieinsatz resultieren würde, wenn 

sie ihren Bruder anrufen und darüber berichten würde. 

 

Insgesamt wäre für den vollendeten Betrug, der zweifellos auf mehrere 

Tausend Franken ausgerichtet war, in Relation zum Strafrahmen bis zu 

fünf Jahren Freiheitsstrafe von einem gerade noch leichten bis 

 - 35 - 

 

 

 

mittelschweren Verschulden und einer dafür angemessenen Einzelstrafe 

von 9 Monaten Freiheitsstrafe auszugehen. Da es vorliegend bei einem 

Versuch geblieben ist, ist die Strafe angemessen zu reduzieren (Art. 22 

Abs. 1 StGB). Dabei hat die Strafminderung umso geringer auszufallen, je 

näher der tatbestandsmässige Erfolg und je schwer die tatsächlichen 

Folgen der Tat waren (BGE 121 IV 49 E. 1b). Der Beschuldigte hat bei 

seiner Durchsuchung nichts Passendes gefunden, deshalb kam es weder 

zu einer Vermögensdisposition noch zu einem Vermögensschaden. Hätte 

er etwas Passendes gefunden, hätte er I.E._____ zur Herausgabe von 

Vermögenswerten bewegt. Der Beschuldigte sah somit nicht aus eigenem 

Antrieb, sondern einzig aufgrund äusserer Umstände von einer 

Weiterverfolgung der Tat ab. Der Umstand, dass es bei einem versuchten 

Betrug geblieben ist, ist deshalb nur leicht verschuldensmindernd im 

Umfang von 3 Monaten zu veranschlagen (vgl. Urteil des Bundesgerichts 

6B_510/2015 vom 25. August 2015 E. 1.3), so dass auf eine angemessene 

Einzelstrafe von 6 Monaten Freiheitsstrafe zu erkennen ist. Im Rahmen der 

Asperation rechtfertigt sich für den versuchten Betrug eine angemessene 

Erhöhung der Strafe um 4 Monate auf 22 Monate, zumal auch bezüglich 

dieses versuchten Betrugs – abgesehen von der ähnlichen Art und Weise 

der Tatbegehung – kein besonders enger Zusammenhang besteht, 

sondern ein neuer Tatentschluss gefasst worden ist. 

 

9.4.2.3. 

Diese Strafe ist für die weiteren versuchten Betrugsfälle (Anklageziffer 1.2 

und 1.5) zu erhöhen. 

 

Das Tatvorgehen und die Tatumstände haben sich bei diesen weiteren 

versuchten Betrugsfällen nicht massgeblich voneinander unterschieden, 

weshalb auch hinsichtlich dieser weiteren Betrugsfälle für sich betrachtet 

von einem jeweils gerade noch leichten bis mittelschweren Verschulden 

und einer dafür angemessenen Einzelstrafe von je 6 Monaten 

Freiheitsstrafe auszugehen ist. Im Rahmen der Asperation ist zu beachten, 

dass die einzelnen (versuchten) Betrugsfälle insofern in einem 

Zusammenhang stehen, als dass sie jeweils auf ähnliche Art und Weise 

begangen worden sind. Im Übrigen besteht aber kein besonders enger 

Zusammenhang. Insgesamt rechtfertigt es sich deshalb, die Einsatzstrafe 

für die weiteren zwei versuchten Betrugsfälle in Anwendung des 

Asperationsprinzips um 8 Monate auf 30 Monate Freiheitsstrafe zu 

erhöhen.  

 

9.4.3. 

An sich wäre die bis anhin ermittelte Freiheitsstrafe aufgrund der weiteren 

Straftaten (Diebstahl, mehrfache Amtsanmassung, mehrfache 

Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz, Widerhandlung gegen 

das Waffengesetz) angemessen zu erhöhen. Dies kann jedoch 

unterbleiben, da bereits für die Betrugsfälle – auch unter Berücksichtigung 

 - 36 - 

 

 

 

der sich negativ auswirkenden Täterkomponente (siehe dazu unten) – eine 

deutlich höhere als die von der Vorinstanz ausgesprochene Freiheitsstrafe 

von 2 Jahren auszusprechen wäre, was aufgrund des 

Verschlechterungsverbots jedoch nicht möglich ist (Art. 391 Abs. 2 StPO; 

vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_91/2022 vom 18. Januar 2023 E. 3.4.3, 

demzufolge nicht zu beanstanden ist, dass die weiteren Delikte nicht mehr 

im Einzelnen asperiert werden, wenn eine Strafe aufgrund des 

Verschlechterungsverbots nicht zu Lasten der beschuldigten Person 

abgeändert werden darf). Nach dem Gesagten bleibt es bei der von der 

Vorinstanz ausgesprochenen Freiheitsstrafe von 2 Jahren.  

 

9.4.4. 

Im Rahmen der Täterkomponente fällt die Vorstrafe des Beschuldigten im 

einschlägigen Bereich straferhöhend ins Gewicht (vgl. E. 9.3), da der 

Beschuldigte offensichtlich nicht genügende Lehren aus seinem 

Fehlverhalten gezogen hat (BGE 136 IV 1 E. 2.6.2). Vielmehr zeigt er eine 

grosse Gleichgültigkeit gegenüber der Schweizerischen Rechtsordnung 

und hat noch während der Probezeit erheblich weiter delinquiert. Dass sich 

der Beschuldigte seit der Tatbegehung wohlverhalten hat (Protokoll der 

Berufungsverhandlung S. 35), gilt als Normalfall und ist neutral zu werten 

(vgl. Urteil des Bundesgerichts 6B_499/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 1.4). 

 

Der Beschuldigte bestreitet sämtliche ihm vorgeworfene Delikte mit allerlei 

abenteuerlich anmutenden und sich widersprechenden Geschichten. Eine 

Strafminderung, wie sie einem von Anfang an vollumfänglich geständigen 

und nachhaltig einsichtigen und reuigen Täter zu Gute kommt, ist unter 

diesen Umständen ausgeschlossen. 

 

Weitere Faktoren, welche sich im Rahmen der Täterkomponente 

strafmindernd oder straferhöhend auswirken könnten, sind nicht ersichtlich. 

Insbesondere erweist sich die Strafempfindlichkeit des Beschuldigten als 

maximal durchschnittlich. Der heute 52-jährige Beschuldigte lebt – auch 

wenn sich seine Ehefrau momentan in Rumänien aufhält – in grundsätzlich 

stabilen Verhältnissen. Er verfügt zudem über ein regelmässiges 

Einkommen (Protokoll der Berufungsverhandlung S. 22 f.). Das Bundes-

gericht hat wiederholt betont, dass eine erhöhte Strafempfindlichkeit nur bei 

aussergewöhnlichen Umständen zu bejahen ist (statt vieler: Urteil des 

Bundesgerichts 6B_18/2022 vom 23. Juni 2022 E. 2.6.1 mit Hinweisen). Es 

ist zwar unbestritten, dass ein Strafvollzug eine Belastung darstellt. Die 

Verbüssung einer Freiheitstrafe ist jedoch für jede Person mit einer 

gewissen Härte verbunden. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der 

Beschuldigte von einer auszusprechenden Freiheitsstrafe härter getroffen 

würde als jede andere beruflich und sozial integrierte Person. Der 

Umstand, dass er Vater von einer minderjährigen Tochter ist, führt nicht 

automatisch zur Annahme einer besonderen Strafempfindlichkeit (vgl. 

Urteile des Bundesgerichts 6B_102/2011 vom 14. Februar