# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3c8f0095-06fd-59e7-a735-d9729d80a483
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-23
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 23.12.2011 D-6026/2011
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-6026-2011_2011-12-23.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
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U r t e i l   v om   2 3 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Einzelrichter Robert Galliker,
mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer;  
Gerichtsschreiber Matthias Jaggi.

Parteien 1. A._______, geboren (…), alias A._______, geboren (…),
2. B._______, geboren (…),
Russland,  
vertreten durch Dr. iur. René Bussien, Rechtsanwalt, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM), 
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügungen des BFM vom 6. Oktober 2011 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
Am  1.  Juli  2008  reisten  die  Beschwerdeführer  (Vater  und  Sohn)  in  die 
Schweiz  ein,  wo  sie  am  gleichen  Tag  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum  (EVZ)  C._______  um  Asyl  nachsuchten.  Die 
Beschwerdeführer wurden vom BFM am 17. Juli 2008 im Transitzentrum 
D._______ zu ihren Personalien, zum Reiseweg und zu den Gründen für 
das Verlassen des Heimatlandes befragt (Kurzbefragung) und am 24. Juli 
respektive 5. August 2008  in E._______ zu  ihren Asylgründen angehört 
(Anhörung). 

B. 
Zur  Begründung  machte  der  Beschwerdeführer  1  anlässlich  der 
Kurzbefragung sowie der Anhörung im Wesentlichen geltend, ab seinem 
neunten Lebensjahr habe er  in einem  russischen  Internat gelebt,  indem 
künftige  Kader  des  KGB  (sowjetischer  In­  und  Auslandsgeheimdienst) 
ausgebildet  worden  seien.  Im  Alter  von  vierzehn  oder  fünfzehn  Jahren 
habe er das Internat verlassen und sich fortan in F._______ aufgehalten. 
Ab  dem  Jahre  2000  habe  er  in  G._______  gewohnt.  Im  Oktober  2006 
habe  er  dem  damaligen  russischen  Präsidenten  Putin  einen  Brief 
geschrieben,  weil  er  sich  ziemlich  sicher  gewesen  sei,  Putin  sei  im 
gleichen  Internat  in  die Parallelklasse  gegangen.  In  der Folge  sei  er  im 
Dezember 2006 zu Hause von zwei Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes 
des  Präsidenten  aufgesucht  worden,  die  sich  mit  ihm  ausführlich  über 
seine  Internatszeit  unterhalten  und  seine  Fotos  und  Unterlagen  aus 
dieser  Zeit  mitgenommen  hätten.  Am  21.  Januar  2007  sei  er  auf  den 
folgenden Tag in die (…) Zentrale des russischen Inlandsgeheimdienstes 
(FSB)  vorgeladen  worden.  Die  Beamten  des  FSB  hätten  ihn  nach 
weiteren Unterlagen aus seiner Zeit im Internat und seinen Kontakten zu 
Freunden  aus  dieser  Zeit  befragt.  Nach  dem  Gespräch  habe  er  eine 
Stillschweigeerklärung  unterschreiben  müssen.  Zirka  Mitte  März  2007 
seien drei Beamte bei  ihm zu Hause erschienen und hätten  ihm gesagt, 
er  werde  verdächtigt,  einen  Diebstahl  begangen  zu  haben  und  das 
Diebesgut  zu  Hause  versteckt  zu  haben.  Anschliessend  sei  seine 
Wohnung  von  den Männern  durchsucht  worden,  wobei  sein  Notizbuch, 
ein Foto und eine Kopie seines Briefes an Putin beschlagnahmt worden 
seien. Mitte Mai 2007 sei er  von den Behörden aufgrund des angeblich 
von  ihm  begangenen  Diebstahls  auf  den  Polizeiposten  respektive  das 
Innenministerium  vorgeladen  worden,  wo  er  verhört  und  misshandelt 
worden  sei.  Insbesondere  sei  er  nach weiteren Dokumenten  und  Fotos 

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aus  seiner  Internatszeit  sowie  nach  den  Adressen  seiner  Verwandten 
gefragt worden. Nach drei Tagen habe man ihn wieder entlassen. Etwas 
später  habe  er  einen  Beschwerdebrief  an  das  Sekretariat  des 
Präsidenten geschickt, ehe er eine längere Dienstreise angetreten habe. 
Nachdem  er  nach  Hause  zurückgekehrt  sei,  seien  Anfang  November 
2007 drei Beamte bei  ihm zu Hause erschienen und hätten erneut eine 
Hausdurchsuchung  durchgeführt.  Dabei  habe  man  in  seinem  Schrank 
eine dort zuvor ohne sein Wissen versteckte Pistole gefunden. Deswegen 
sei er  festgenommen und  in Untersuchungshaft genommen worden. Auf 
Anraten  seines  Anwalts  habe  er  schliesslich  eingeräumt,  er  habe  die 
Pistole  gefunden  beziehungsweise  ein  Freund  habe  sie  ihm  zur 
Aufbewahrung  gegeben.  Ende  Januar  2008  sei  er  anlässlich  einer 
Gerichtsverhandlung  zu  einer  bedingt  ausgesprochenen  Freiheitsstrafe 
von  zwei  Jahren  verurteilt  und  sogleich  aus  der  Untersuchungshaft 
entlassen worden. Anfang Februar 2008 hätten ihn zwei Beamte des FSB 
mit einem Auto abgeholt. Während der Autofahrt sei es ihm gelungen, die 
Flucht zu ergreifen. Anschliessend habe er seinen Freund angerufen, der 
ihn mit  seinem Auto  abgeholt  und  in  seinem  Landhaus  versteckt  habe. 
Am 27. Juni 2008 habe er sich dort mit seinem Sohn (Beschwerdeführer 
2) getroffen. Aufgrund dieser Ereignisse habe er zusammen mit  seinem 
Sohn am 28.  Juni 2008 mit  der Hilfe eines Schleppers  sein Heimatland 
per  Auto  verlassen  und  sei  via  Weissrussland  und  ihm  ansonsten 
unbekannte  Länder  in  die  Schweiz  gelangt.  Für  die  übrigen  Aussagen 
wird auf die Akten verwiesen. 

Zur Unterstützung seiner Vorbringen  reichte der Beschwerdeführer 1  im 
Verfahren  vor  der  Vorinstanz  unter  anderem  zwei  russischsprachige 
Briefe,  einen  russischen  Inlandpass,  eine  Wohnsitzbestätigung  sowie 
einen Geburtsschein zu den Akten. 

C. 
Anlässlich  der  Kurzbefragung  und  der  Anhörung  machte  der 
Beschwerdeführer  2  im  Wesentlichen  geltend,  er  habe  zusammen  mit 
seiner  Mutter  in  F._______  gewohnt.  Nachdem  sein  Vater 
(Beschwerdeführer  1)  einen  Brief  an  den  russischen  Präsidenten  Putin 
geschrieben  habe,  hätten  im  April  2007  zwei  Beamte  des  FSB  seine 
Mutter aufgesucht und sie nach Unterlagen seines Vaters gefragt. Im Mai 
2007  hätten  Beamte  des  FSB  dann  die  Wohnung  durchsucht.  Im 
November  2007  seien  erneut  Beamte  des  FSB  zu  ihnen  nach  Hause 
gekommen  und  hätten  Informationen  über  seinen  Vater  verlangt.  Im 
Februar  und Mai  2008  sei  seine Mutter  (telefonisch)  von  Beamten  des 

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FSB  nach  dem  Aufenthalt  seines  Vaters  gefragt  worden.  Im  Mai  2008 
hätten  ihn  zwei  unbekannte  Personen  zu  Hause  über  seinen  Vater 
ausgefragt,  geschlagen  und  bedroht.  Aus  Angst  habe  er  anschliessend 
das Haus  nicht mehr  verlassen.  Am  25.  Juni  2008  sei  er mit  dem  Zug 
nach G._______ gefahren, um sich dort mit seinem Vater zu treffen. Am 
28.  Juni  2008  habe  er  schliesslich  zusammen  mit  seinem  Vater  sein 
Heimatland  verlassen.  Für  die  übrigen  Aussagen  wird  auf  die  Akten 
verwiesen. 

Der  Beschwerdeführer  2  reichte  im  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  einen 
russischen Inlandpass zu den Akten. 

D. 
D.a Mit zwei separaten Verfügungen vom 6. Oktober 2011 – eröffnet am 
8.  Oktober  2011  –  stellte  das  BFM  fest,  die  Asylvorbringen  der 
Beschwerdeführer  hielten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit 
gemäss Art. 7 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) 
nicht  stand.  Demzufolge  verneinte  es  die  Flüchtlingseigenschaft  der 
Beschwerdeführer,  lehnte  deren  Asylgesuche  ab  und  verfügte  die 
Wegweisung aus der Schweiz und den Vollzug. 

D.b  In  der  den Beschwerdeführer  1  betreffenden  Verfügung wurde  von 
der Vorinstanz im Wesentlichen ausgeführt, dieser habe im Verlaufe des 
Asylverfahrens  zu  den  wesentlichen  Punkten  Aussagen  gemacht,  die 
durch zahlreiche Ungereimtheiten gekennzeichnet seien. Widersprüchlich 
seien  beispielsweise  seine  Ausführungen  zu  seiner  angeblichen  Flucht 
während  des  Transports  im  Februar  2008.  Dazu  habe  er  in  der 
Kurzbefragung ausgesagt, zwei FSB­Leute hätten ihn zu Hause mit ihrem 
Wagen  abgeholt.  Während  der  Autofahrt  sei  ihm  dann  die  Flucht 
gelungen. Einer der beiden Männer  sei  bereits  beim allerersten Besuch 
bei ihm zu Hause gewesen. In der Anhörung habe er jedoch einen ganz 
anderen Verlauf des Vorfalls geschildert. Er sei damals von drei Leuten 
abgeholt und zur Miliz gebracht worden, wo er die Nacht verbracht habe. 
Erst  am  nächsten  Tag  habe  er  die  Flucht  aus  dem  fahrenden  Auto 
ergriffen. Den ihm bereits bekannten Mann habe er erst am zweiten Tag 
im  Auto  gesehen.  Diesen  Widerspruch  habe  der  Beschwerdeführer  1 
nicht  aufzulösen  vermocht.  Auch  bezüglich  seiner  Festnahme  im 
November  2007  und  der  anschliessenden  Verurteilung  habe  der 
Beschwerdeführer  1  in  den  beiden  Befragungen  nicht  kompatible 
Aussagen gemacht. Anlässlich der Kurzbefragung habe er ausgesagt, er 
sei  damals  von  einem  Offizier  und  zwei  Beamten  des  FSB  zu  Hause 

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aufgesucht worden.  In der Anhörung habe er  jedoch von einem Offizier 
des  FSB  und  zwei  Beamten  des  Innenministeriums  gesprochen. 
Anlässlich der Kurzbefragung habe er zudem vorgebracht, er habe in der 
Gerichtsverhandlung  auf  Rat  seines  Anwalts  schliesslich  eingeräumt, 
dass  er  die  bei  ihm  beschlagnahmte  Pistole  zufällig  gefunden  habe, 
während er in der Anhörung geltend gemacht habe, sein Anwalt habe ihm 
geraten  zu  sagen,  ein  Freund  habe  ihm  die  Pistole  zur  Aufbewahrung 
übergeben.  Überdies  habe  der  Beschwerdeführer  1  anlässlich  der 
Kurzbefragung  ausgeführt,  die  Hausdurchsuchung  vom  März  2007  sei 
von  einem  Major  des  Innenministeriums  und  zwei  zivil  gekleideten 
Beamten  des  FSB  durchgeführt  worden.  In  der  Anhörung  habe  er 
zunächst  jedoch  deutlich  gesagt,  dass  ein  Hauptmann,  ein  Major  und 
lediglich  ein  Mann  in  Zivil  dabei  gewesen  seien.  Mit  seinem  erst  auf 
Vorhalt  der  Widersprüchlichkeit  dieser  beiden  Aussagen  erfolgten 
Erklärungsversuch,  auch  der  Hauptmann  sei  in  Zivil  gewesen,  habe  er 
diesen Widerspruch nicht aufzuklären vermocht. Der Beschwerdeführer 1 
habe  ausserdem  auch  widersprüchliche  Angaben  hinsichtlich  der 
konkreten  Umstände  bei  seinem  Verhör  im  Januar  2007  gemacht. 
Anlässlich  der Kurzbefragung habe er  nämlich  ausgesagt,  einer  der  ihn 
verhörenden Beamten habe die ganze Zeit  in seinem Rücken gesessen, 
wohingegen  er  in  der  Anhörung  erklärt  habe,  er  habe  beide  Beamte  in 
seinem Blickfeld  gehabt.  Aufgrund  dieser  zahlreichen widersprüchlichen 
Ausführungen des Beschwerdeführers 1 kämen erhebliche Zweifel an der 
Glaubhaftigkeit  seiner  Aussagen  auf,  zumal  seine  Vorbringen  teilweise 
nachgeschoben  und  insgesamt  realitätsfremd  seien.  Der 
Beschwerdeführer  1  habe  in  der  Anhörung  mehrmals  zu  Protokoll 
gegeben,  er  sei  im  Zusammenhang  mit  einem  Diebstahl  von  der  Miliz 
belangt  worden.  Anlässlich  der  Kurzbefragung  habe  er  diesbezüglich 
überhaupt  nichts  erwähnt,  obwohl  dieses  Verfahren  angeblich  nur  als 
Vorwand  für  die  im  Hintergrund  stehenden  eigentlichen  Interessen  des 
FSB  gedient  hätten.  Es  sei  deshalb  zu  erwarten  gewesen,  dass  der 
Beschwerdeführer  1  dieses  mit  seinen  Ausführungen  über  die 
Behelligung  durch  den  FSB  eng  zusammenhängende  Strafverfahren 
bereist  in  der  Kurzbefragung  zumindest  ansatzweise  erwähnen  würde. 
Der  Wahrheitsgehalt  dieses  ohne  zwingenden  Grund  erst  im  späteren 
Verlauf  des  Asylverfahrens  vorgebrachten  Vorbringens  sei  somit 
zweifelhaft.  Die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  1  wiesen  insgesamt 
eindeutige  Kennzeichen  einer  konstruierten  Verfolgungsgeschichte  auf 
und  erweckten  insgesamt  den  Eindruck,  er  versuche  eine  angebliche 
Verfolgungssituation  in  den  Dunstkreis  der  russischen  Geheimdienste 
und  deren  allgemeine  Praktiken  einzubetten,  ohne  davon  betroffen  zu 

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sein.  Angesichts  der  sicherlich  zahlreich  vorhandenen  anderen  Zeugen 
aus  der  Schulzeit  von  Putin  erscheine  das  angebliche  Vorgehen  der 
russischen Geheimdienste kaum sinnvoll. Nicht nachvollziehbar sei auch 
die  Passivität  des  Beschwerdeführers  1,  welcher  zahlreiche 
Behelligungen über sich habe ergehen lassen, ohne sich an einen Anwalt 
oder  eine  der  zahlreichen  in  Russland  operierenden 
Menschenrechtsorganisationen  zu  wenden.  Schliesslich  sei  darauf 
hinzuweisen,  dass  das  Verhalten  des  Beschwerdeführers  1  nicht  dem 
Verhalten  einer  tatsächlich  verfolgten  Person  entspreche,  da 
erfahrungsgemäss tatsächlich Verfolgte den Verfolgerstaat bei der ersten 
sich  bietenden  Möglichkeit  zu  verlassen  versuchten.  Dies  ganz  im 
Gegensatz  zum  Verhalten  des  Beschwerdeführers  1,  der  bis  zu  seiner 
Ausreise  aus  Russland  trotz  Behelligungen  durch  die  russische  Polizei 
und  ungeachtet  der  Verfolgung  durch  den  russischen  Geheimdienst, 
ohne  ersichtlichen  Grund  zirka  anderthalb  Jahre  habe  verstreichen 
lassen. Seine vagen Aussagen zu seinem Reiseweg  liessen ausserdem 
den Eindruck entstehen, er versuche die schweizerischen Behörden über 
seinen  wirklichen  Aufenthaltsort  vor  seiner  Einreise  in  die  Schweiz  zu 
täuschen, womit die Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen noch zusätzlich 
unterstrichen  werde.  Es  könne  nämlich  weitestgehend  ausgeschlossen 
werden,  dass  es  ihm  angesichts  der  strengen  Grenzkontrollen  möglich 
gewesen  wäre,  ohne  authentische  Reisepapiere  und  ohne  jemals 
kontrolliert  zu werden, von Russland über die zwingenden Transitländer 
Ukraine,  Slowakei  und/oder  Ungarn  und  Österreich  in  die  Schweiz  zu 
gelangen.  An  dieser  Einschätzung  änderten  die  eingereichten 
Beweismittel  nichts,  da  sie  eine  asylrechtlich  relevante  Verfolgung  des 
Beschwerdeführers  1  nicht  darzulegen  vermöchten.  Die  von  ihm 
selbstverfassten Briefe seien nicht geeignet, seine Vorbringen wirksam zu 
untermauern.  Hinsichtlich  der  Wegweisung  hielt  das  BFM  fest,  dass 
deren Vollzug zulässig, zumutbar und möglich sei. 

D.c  In  der  den  Beschwerdeführer  2  betreffenden  Verfügung wurde  von 
der  Vorinstanz  im  Wesentlichen  ausgeführt,  er  begründe  seine 
Asylgesuch mit Behelligungen durch die Beamten des FSB. Die geltend 
gemachten  Ereignisse  stünden  im  unmittelbaren  ursächlichen 
Zusammenhang mit der angeblichen Verfolgung seines Vaters durch den 
FSB und der von ihm geltend gemachten Vorfälle. Die Vorbringen seines 
Vaters hielten  jedoch den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss 
Art. 7 AsylG nicht stand, weshalb dessen Asylgesuch abgelehnt worden 
sei.  Vor  diesem  Hintergrund  entbehrten  die  eben  auf  diesem 
unglaubhaften  Sachverhalt  beruhenden  Vorbringen  des 

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Beschwerdeführers  2  jeglicher  Grundlage  und  könnten  folglich  nicht 
geglaubt werden. Es erübrige sich daher, an dieser Stelle auf zahlreiche 
Ungereimtheiten  in  seinen  Aussagen  einzugehen.  Hinsichtlich  der 
Wegweisung hielt das BFM  fest, dass deren Vollzug zulässig, zumutbar 
und möglich sei. 

E. 
Mit zwei separaten Beschwerden vom 3. November 2001  (Poststempel) 
ans Bundesverwaltungsgericht liessen die Beschwerdeführer durch ihren 
Rechtsvertreter  beantragen,  die  angefochtenen  Verfügungen  seien 
aufzuheben und ihnen sei Asyl zu gewähren. Zudem seien die Dispositiv­
Ziffern  3  und 4  aufzuheben und  von einer Wegweisung  sei  abzusehen. 
Auf  die  Begründung  der  Beschwerden  wird,  soweit  für  den  Entscheid 
wesentlich, in den Erwägungen eingegangen. 

Mit  den  Rechtsmittelschriften  reichten  die  Beschwerdeführer  unter 
anderem die folgenden Dokumente zu den Akten: Ein russischsprachiges 
Durchsuchungsprotokoll  vom  6.  November  2007  (in  Kopie,  inklusive 
deutscher  Übersetzung),  einen  Auszug  aus  einem  russischsprachigen 
Gerichtsbeschluss  vom  24.  Januar  2008  (inklusive  deutscher 
Übersetzung),  zwei  russischsprachige  Schreiben  vom  26.  und  27. 
Oktober 2011  (inklusive deutscher Übersetzung), eine deutschsprachige 
Zusammenfassung  von  zwei  Briefen,  zwei  deutschsprachige  Schreiben 
des Beschwerdeführers 1 vom 10. und 27. Oktober 2011 sowie mehrere 
russischsprachige  Internetberichte  (inklusive  teilweiser  deutscher 
Übersetzung).

F. 
Mit  Zwischenverfügungen  vom  9.  November  2011  teilte  der 
Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  den 
Beschwerdeführern  mit,  sie  könnten  den  Ausgang  des 
Beschwerdeverfahrens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig forderte der 
Instruktionsrichter die Beschwerdeführer auf, bis zum 24. November 2011 
je einen Kostenvorschuss von Fr. 600.­­ zu bezahlen. 

G. 
Mit  zwei  identischen  Eingaben  vom  23.  November  2011  ans 
Bundesverwaltungsgericht  liessen  die  Beschwerdeführer  durch  ihren 
Rechtsvertreter  beantragen,  es  sei  die  Frist  zur  Bezahlung  eines 
Kostenvorschusses  abzunehmen  und  ihnen  die  unentgeltliche 

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Rechtspflege  zu  gewähren  sowie  den  Unterzeichnenden  als 
unentgeltlichen Rechtsbeistand einzusetzen. 

Den  Eingaben  lagen  zwei  Fürsorgebestätigungen  vom  11.  November 
2011 bei. 

H. 
Mit  Zwischenverfügungen  vom  1.  Dezember  2011  wies  der 
Instruktionsrichter  die  Gesuche  der  Beschwerdeführer  um  Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des 
Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  Erlass  des 
Kostenvorschusses  ab  und  gewährte  ihnen  zur  Bezahlung  der 
ausstehenden  Kostenvorschüsse  eine  Nachfrist  von  drei  Tagen.  Die 
Kostenvorschüsse  gingen  am 3. Dezember  2011  bei  der Gerichtskasse 
ein. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerden 
und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei 
Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 
Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, 
SR 173.110]).  Eine  solche  Ausnahme  liegt  nicht  vor,  das 
Bundesverwaltungsgericht entscheidet demnach endgültig.

1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem 
BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 
AsylG).

1.3. Aufgrund des persönlichen und sachlichen Zusammenhanges sowie 
aus  prozessökonomischen  Gründen  sind  die  Beschwerdeverfahren 
bezüglich des Beschwerdeführers 1  (Vater) und des Beschwerdeführers 

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2  (Sohn)  zu vereinigen, weshalb vorliegend über beide Beschwerden  in 
einem Urteil zu befinden ist.

1.4. Die  Beschwerden  sind  frist­  und  formgerecht  eingereicht  (Art.  108 
Abs. 1 AsylG, Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 52 VwVG). Die 
Beschwerdeführer  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz 
teilgenommen,  sind  durch  die  angefochtenen  Verfügungen  besonders 
berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung 
beziehungsweise  Änderung,  weshalb  sie  zur  Einreichung  der 
Beschwerden legitimiert sind (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 
48 Abs. 1 VwVG). Auf die Beschwerden ist somit einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 
Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  (Art. 
111  Bst.  e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich 
vorliegend  um  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur 
summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die 
Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

4. 
Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen 
oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 
Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für 
gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in 
wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich 
sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte 
oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG).

5. 
5.1.  Vorab  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  die  Beschwerdeführer  den 
Wortlaut  sämtlicher Protokolle mit  ihrer Unterschrift  bestätigt  haben und 
sich  deshalb  ihre  Aussagen  grundsätzlich  entgegenhalten  lassen 
müssen, zumal sie die übersetzenden Personen bei beiden Befragungen 

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(gut) verstanden haben wollen  (vgl. Akten BFM A 1/12 S. 10, A 2/9 S. 7, 
A 7/20   S. 18, A 9/10 S. 8).

5.2. Nach Prüfung der Akten durch das Gericht ist – in Übereinstimmung 
mit  der  Vorinstanz  –  festzustellen,  dass  die  Asylvorbringen  der 
Beschwerdeführer den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 
7 AsylG nicht standzuhalten vermögen, weshalb diesbezüglich vorab auf 
die  ausführlichen  und  zutreffenden  vorinstanzlichen  Erwägungen  zu 
verweisen  ist  (vgl.  die  Ziffern  I,  Bst.  D.b  und  D.c  vorstehend).  Die 
Vorbringen  in  den  Rechtsmittelschriften  sind  nicht  geeignet,  eine 
Änderung  der  vorinstanzlichen  Verfügungen  zu  bewirken.  Den 
Erwägungen  des  BFM  werden  keine  stichhaltigen  und  substanziierten 
Gründe  entgegengesetzt.  Insbesondere  ist  der  Einwand,  die 
angefochtene  Verfügung  reite  "auf  vollkommen  unwesentlichen 
Kleinigkeiten"  herum,  unbegründet,  da  sich  der  Beschwerdeführer  1  in 
den  Befragungen  in  wesentlichen  Punkten  seiner  Schilderungen 
widersprüchlich  äusserte.  Die  Behauptung,  wonach  der 
Beschwerdeführer 1 die  ihm vorgehaltenen Widersprüche habe auflösen 
können,  trifft  nicht  zu.  Die  mit  den  Beschwerden  eingereichten 
Beweismittel  sind  nicht  geeignet,  den  von  den  Beschwerdeführern 
geltend gemachten Sachverhalt  in einem glaubhafteren Licht erscheinen 
zu  lassen  beziehungsweise  ihre  Asylvorträge  zu  stützen,  zumal  weder 
das  Durchsuchungsprotokoll  vom  6.  November  2007  noch  der  Auszug 
aus  dem Gerichtsbeschluss  vom  24.  Januar  2008  von  der  zuständigen 
russischen  Behörde  beglaubigt  worden  sind,  weshalb  Zweifel  an  der 
Authentizität  dieser Dokumente  bestehen.  Im Weiteren  ist  festzustellen, 
dass  laut  dem  Durchsuchungsprotokoll  vom  6.  November  2007  ein 
Gewehr beschlagnahmt wurde, der Beschwerdeführer 1 aber  immer von 
einer  Pistole  sprach, was  die Echtheit  dieses Dokuments  zusätzlich  als 
zweifelhaft  erscheinen  lässt.  Da  die  geltend  gemachten  Asylvorbringen 
nicht  glaubhaft  sind,  kann  vorliegend  darauf  verzichtet  werden,  deren 
Asylrelevanz zu prüfen. 

5.3. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es den Beschwerdeführern 
nicht  gelungen  ist  nachzuweisen,  oder  zumindest  glaubhaft  zu machen, 
dass sie  in der Heimat ernsthafte Nachteile gemäss Art. 3 AsylG erlitten 
haben oder  solche bei  der Ausreise  zu befürchten  hatten  oder  im Falle 
einer  Rückkehr  nach  Russland  befürchten  müssten.  Die 
Beschwerdeführer  vermögen  mit  ihren  Beschwerdevorbringen  und  den 
eingereichten  Beweismitteln  zu  keiner  anderen  Betrachtungsweise  zu 
führen, weshalb es sich erübrigt, weiter darauf einzugehen. Das BFM hat 

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demnach  zu  Recht  die  Flüchtlingseigenschaft  der  Beschwerdeführer 
verneint und deren Asylgesuche abgelehnt. 

6. 
6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht 
ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und 
ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit 
der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG).

6.2. Die Beschwerdeführer verfügen weder über eine ausländerrechtliche 
Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer 
solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44 
Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9).

7. 
7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder 
nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach 
den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von 
Ausländern  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes 
vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG, 
SR 142.20]).

Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt 
gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner 
Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der 
Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte 
Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 
WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.], 
Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148).

7.2. 
7.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche 
Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 
Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat 
entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG).

So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land 
gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 
einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie 
Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art. 

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5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli 
1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).

Gemäss  Art.  25  Abs.  3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen 
Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101),  Art.  3  des 
Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere 
grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 
(FoK,  SR  0.105)  und  der  Praxis  zu  Art.  3  der  Konvention  vom  4. 
November  1950  zum  Schutz  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten 
(EMRK,  SR  0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder 
erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.

7.2.2. Da es den Beschwerdeführern nicht gelungen ist, eine asylrechtlich 
erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann 
der  in  Art.  5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im 
vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der 
Beschwerdeführer in den Heimatstaat ist demnach unter dem Aspekt von 
Art. 5 AsylG rechtmässig.

Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerdeführer 
noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den  Fall  einer 
Ausschaffung  in  den  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  dort  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit  einer nach Art.  3 EMRK oder Art.  1 FoK verbotenen 
Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des 
Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener 
des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführer  eine 
konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass 
ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche 
Behandlung  drohen würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen 
Italien, Urteil vom 28. Februar 2008, Beschwerde Nr. 37201/06, §§ 124­
127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Dies  ist  ihnen  nach  den  vorstehenden 
Erwägungen  nicht  gelungen.  Auch  die  allgemeine 
Menschenrechtssituation  im Heimatstaat  lässt  den Wegweisungsvollzug 
zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem 
Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl­ als 
auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 

7.3. 
7.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen 
und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder 
Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg, 

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allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind. 
Wird eine konkrete Gefährdung festgestellt, ist – unter Vorbehalt von Art. 
83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

7.3.2.  Weder  die  allgemeine  Lage  in  Russland  noch  die  persönliche 
Situation der Beschwerdeführer  lassen  im Falle einer Rückkehr auf eine 
konkrete Gefährdung schliessen. Sodann bestehen auch keine anderen 
Hinweise, dass die – soweit aktenkundig – gesunden Beschwerdeführer 
bei  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  in  eine  konkrete,  ihre  Existenz 
bedrohende  Situation  geraten  könnten.  Die  Beschwerdeführer  haben  in 
ihrer Heimat ein soziales Beziehungsnetz, leben doch unter anderem die 
Halbschwestern  des  Beschwerdeführers  1  sowie  die  Mutter  des 
Beschwerdeführers 2 nach wie vor in Russland (A 1/12 S. 3, A 2/9 S. 2). 
Zudem verfügt der Beschwerdeführer 1 über eine gute Ausbildung ([…]) 
sowie  jahrelange Berufserfahrung, weswegen anzunehmen  ist, er könne 
sich  in  seiner  Heimat  wieder  wirtschaftlich  integrieren  und  für  sich  und 
seinen Sohn sorgen. Blosse soziale und wirtschaftliche Schwierigkeiten, 
von  denen  die  ansässige  Bevölkerung  im  Allgemeinen  betroffen  ist, 
genügen  nicht,  um  eine  Gefahr  im  Sinne  von  Art.  83  Abs.  4  AuG 
darzustellen  (vgl.  BVGE  2008/34  E.  11.2.2).  Angesichts  der  gesamten 
Umstände  kann  der  Vollzug  der Wegweisung  daher  auch  als  zumutbar 
bezeichnet werden. 

7.4.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführern  sich  bei  der 
zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr 
notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (Art.  8  Abs.  4  AsylG), 
weshalb der Vollzug der Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist 
(Art. 83 Abs. 2 AuG).

8. 
Insgesamt ist der durch die Vorinstanz verfügte Vollzug der Wegweisung 
zu  bestätigen.  Die  Vorinstanz  hat  den  Vollzug  zu  Recht  als  zulässig, 
zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten fällt eine Anordnung 
der vorläufigen Aufnahme ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).

9. 
Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtenen 
Verfügungen  Bundesrecht  nicht  verletzen,  den  rechtserheblichen 
Sachverhalt  richtig  und  vollständig  feststellt  und  angemessen  sind  (Art. 
106 AsylG). Die Beschwerden sind nach dem Gesagten abzuweisen.

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10. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den 
Beschwerdeführern  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  5  VwVG),  auf 
insgesamt  Fr.  1'200.­­  festzusetzen  (Art.  1­3  des  Reglements  vom  21. 
Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  und  mit  den  am  3. 
Dezember  2011  in  derselben  Höhe  geleisteten  Kostenvorschüssen  zu 
verrechnen.

(Dispositiv nächste Seite)

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die Beschwerden werden abgewiesen.

2. 
Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  1'200.­­  werden  den  Beschwerdeführern 
auferlegt.  Dieser  Betrag  wird  mit  den  am  3.  Dezember  2011  von  den 
Beschwerdeführern  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  in  derselben  Höhe 
geleisteten Kostenvorschüssen verrechnet. 

3. 
Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführer, das BFM und die zuständige 
kantonale Behörde.

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Robert Galliker Matthias Jaggi

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