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**Case Identifier:** 20926418-06c4-5f1d-8695-f31364363cb2
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-04-20
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 20.04.2010 A-855/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-855-2008_2010-04-20.pdf

## Full Text

Abtei lung I
A-855/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 0 .  A p r i l  2 0 1 0

Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Michael Beusch, 
Richterin Marianne Ryter Sauvant, 
Gerichtsschreiberin Jeannine Müller.

X._______ AG, 
Beschwerdeführerin,

gegen

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,
Hauptabteilung Mehrwertsteuer, 3003 Bern,
Vorinstanz.

MWST; Vorsteuerabzug; Verrechnung (1/2001 - 2/2004).

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

A-855/2008

Sachverhalt:

A.
Die X._______ AG (nachfolgend auch Steuerpflichtige) bezweckt den 
Handel mit Automobilen und Waren aller Art. Aufgrund dieser Tätigkeit 
ist  sie  seit  dem 15. November  1997  bei  der  Eidgenössischen Steu-
erverwaltung  (ESTV)  im  Register  der  Mehrwertsteuerpflichtigen  ein-
getragen. An diversen Tagen im November 2001 sowie im Januar 2005 
führte  die  ESTV  bei  der  Steuerpflichtigen  eine  Kontrolle  durch. 
Gestützt auf deren Ergebnis erhob die Verwaltung am 31. Januar 2005 
für  die  Zeit  vom 1. Januar  1998 bis  31. Dezember  2000 (1. Quartal 
1998 bis 4. Quartal 2000) mit Ergänzungsabrechnung (EA) Nr. ... eine 
Steuernachforderung in Höhe von (gerundet)  Fr. 30'265.--,  zuzüglich 
Verzugszins, sowie für die Zeit vom 1. Januar 2001 bis 30. Juni 2004 
(1. Quartal 2001 bis 2. Quartal 2004) mit EA Nr. ... eine solche Nach-
forderung im Betrag von (gerundet)  Fr. 68'802.--,  ebenfalls  zuzüglich 
Verzugszins.

B.
Mit  Entscheid  vom 5. Januar  2006  bestätigte  die  ESTV die  Steuer-
nachforderung in Höhe von Fr. 30'265.--  für  die Zeit  vom 1. Quartal 
1998 bis 4. Quartal 2000 und hielt fest, die Steuerpflichtige habe noch 
Mehrwertsteuern im Umfang von Fr. 24'439.65, zuzüglich Verzugszins, 
sowie  Fr. 1'577.--  Verzugszins  zu  bezahlen;  das  für  das  1.  Quartal 
2005 deklarierte Steuerguthaben in Höhe von Fr. 5'825.35 werde an 
die  Steuernachforderung  von  Fr. 30'265.--  angerechnet.  Der  Betrag 
von Fr. 1'577.-- entspreche dem auf das Steuerguthaben entfallenden 
Verzugszins.  Ferner  hob  sie  den  Rechtsvorschlag  gegen  den  Zah-
lungsbefehl  Nr.  ...  vom  1. Dezember  2005  des  Betreibungsamtes 
A._______  auf.  In  der  Folge  rechnete  die  ESTV  auch  das  für  das 
3. Quartal  2005 deklarierte  Steuerguthaben von Fr. 13'005.87 an die 
Steuernachforderung an sowie für den Restbetrag einen Teil der von 
der Steuerpflichtigen am 26. März 2006 im Zusammenhang mit dem 
erwähnten Zahlungsbefehl Nr. ... geleisteten Zahlung. 

C.
Am  25.  April  2006  erliess  die  ESTV  einen  weiteren  Entscheid,  mit  
welchem  sie  die  Steuernachforderung  von  Fr. 68'802.--  für  die  Zeit 
vom 1. Quartal 2001 bis 2. Quartal 2004 bestätigte und den Zahlungs-
befehl Nr. ... vom 19. Januar 2006 des Betreibungsamtes A._______ 
aufhob. Mit Eingabe von 22. Mai 2006 erhob die Steuerpflichtige Ein-

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sprache und beantragte eine Reduktion der Steuernachforderung im 
Umfang von Fr. 36'732.80. Zur Begründung machte sie geltend, eine 
Überprüfung  der  Abrechnungen  und  der  Buchhaltung  für  das  Jahr 
2000 habe ergeben, dass sie im Umfang von Fr. 10'640.01 zu wenig 
Vorsteuern  geltend  gemacht  habe.  Darüber  hinaus  habe  sie 
Fr. 14'807.08  zu  viel  Mehrwertsteuern  bezahlt.  Beim  verbleibenden 
Betrag handle es sich um Vorsteueraufrechnungen, welche die ESTV 
zu Unrecht vorgenommen habe. 

D.
Mit Einspracheentscheid vom 9. Januar 2008 trat die ESTV im betrags-
mässigen Umfang von Fr. 31'541.09 nicht auf die Einsprache ein, stell -
te fest, der Entscheid vom 25. April 2006 sei in Höhe von Fr. 63'610.21 
in Rechtskraft erwachsen und hiess die Einsprache, soweit darauf ein-
zutreten sei, teilweise gut. Zur Begründung hielt die Verwaltung im We-
sentlichen  dafür,  vom  geltend  gemachten  Betrag  von  Fr.  36'732.80 
würden Fr. 31'541.09 auf das Kalenderjahr 2000 entfallen und sich in-
soweit gegen den Entscheid vom 5. Januar 2006 richten. Dieser sei je-
doch innert der Einsprachefrist unangefochten geblieben und demzu-
folge in Rechtskraft erwachsen. Der Entscheid vom 25. April 2006 wer-
de lediglich im Umfang von Fr. 5'191.79 angefochten. Aufgrund der mit 
der Einsprache nachgereichten Belege könnten nunmehr Vorsteuerab-
züge in Höhe von Fr. 4'803.-- gewährt werden. 

E.
Am  7.  Februar  2008  (Postaufgabe:  11.  Februar  2008)  reicht  die 
X._______ AG (Beschwerdeführerin)  beim Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerde ein und beantragt die Anerkennung des geltend gemach-
ten Mehrwertsteuerguthabens von Fr. 36'732.80. Andernfalls sei infol-
ge Eintritts  der  Verjährung auf  die  Steuernachforderung gemäss EA 
Nr. ... von (gerundet) Fr. 30'265.--, zuzüglich Verzugszins, zu verzich-
ten. Die bereits bezahlten Beträge seien deshalb an die Steuernach-
forderung  der  EA Nr. ...  anzurechnen. In  ihrer  Vernehmlassung vom 
27. März 2008 beantragt die ESTV, die Beschwerde abzuweisen, so-
weit darauf einzutreten sei. Mit Instruktionsverfügung vom 10. Februar 
2010 fordert das Bundesverwaltungsgericht bei der Verwaltung weitere 
Auskünfte ein. Diese reicht ihre Stellungnahme nach gewährter Frister-
streckung am 8. März 2010 beim Gericht ein. 

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Auf die weiteren Vorbringen in  den Eingaben an das Bundesverwal-
tungsgericht  wird  –  soweit  entscheidwesentlich  –  im  Rahmen  der 
nachfolgenden Erwägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Einspracheentscheide der  ESTV können gemäss Art.  31  i. V. m. 
Art. 33  Bst.  d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 
(VGG, SR 173.32)  beim Bundesverwaltungsgericht  angefochten wer-
den. Soweit  das  VGG nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich  gemäss 
dessen Art. 37 das Verfahren nach dem Bundesgesetz  vom 20. De-
zember 1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021). Die 
Beschwerdeführerin ist durch den angefochtenen Entscheid beschwert 
und  zur  Anfechtung  berechtigt  (Art.  48  VwVG).  Auf  die  fristgerecht 
eingereichte Beschwerde ist deshalb einzutreten, soweit sie auch die 
Anforderungen an den Inhalt  und die Form einhält  (Art.  50 sowie 52 
VwVG; vgl. hiezu E. 2.1 f. und 3.1 - 3.3 hienach).

1.2 Am 1.  Januar  2010  ist  das  Mehrwertsteuergesetz  vom 12.  Juni 
2009 (MWSTG, SR 641.20) in Kraft getreten. Die bisherigen gesetzli-
chen Bestimmungen sowie die darauf gestützt erlassenen Vorschriften 
bleiben grundsätzlich weiterhin auf alle während ihrer Geltungsdauer 
eingetretenen  Tatsachen  und  entstandenen  Rechtsverhältnisse  an-
wendbar (Art. 112 Abs. 1 MWSTG). Das vorliegende Verfahren unter-
steht in materieller Hinsicht deshalb dem Bundesgesetz vom 2. Sep-
tember 1999 über die Mehrwertsteuer (aMWSTG, AS 2000 1300). 

Demgegenüber ist – unter Vorbehalt der die Bezugsverjährung betref-
fenden  Bestimmungen  –  das  neue  mehrwertsteuerliche  Verfahrens-
recht im Sinn von Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf sämtliche im Zeitpunkt  
des Inkrafttretens hängige Verfahren anwendbar. Allerdings ist Art. 113 
Abs.  3  MWSTG  insofern  restriktiv  auszulegen,  als  nur  eigentliche 
Verfahrensnormen sofort auf hängige Verfahren anzuwenden sind, und 
es dabei nicht zu einer Anwendung von neuem materiellen Recht auf 
altrechtliche Sachverhalte kommen darf  (ausführlich: Urteil  des Bun-
desverwaltungsgerichts A-1113/2009 vom 23. Februar 2010 E. 1.3). Im 
Übrigen ist  dasjenige Verfahrensrecht anwendbar, welches zum Zeit-
punkt,  in dem sich die konkrete Verfahrensfrage stellt,  in Kraft  steht. 
Hat  das  Bundesverwaltungsgericht  zu  überprüfen,  ob die  Vorinstanz 

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das Verfahrensrecht richtig angewendet hat, so bleibt das Recht mass-
geblich, das zum Zeitpunkt der zu überprüfenden Verfahrenshandlung 
in  Kraft  stand  und  von  der  Vorinstanz  angewendet  werden  musste, 
auch wenn inzwischen neues Recht in Kraft getreten sein soll te (vgl. 
zum  Ganzen  BGE  132  V  368  E.  2.2;  Urteil  des  Bundesgerichts 
2A.68/2003 vom 31. August 2004 E. 9; Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts A-5876/2008 vom 24. März 2010 E. 1.3.2, A-4417/2007 vom 
10. März 2010 E. 1.3.2).

2.

2.1 Gemäss Rechtsprechung ist derjenige, auf dessen Begehren bzw. 
Rechtsmittel nicht eingetreten worden ist, befugt, durch die ordentliche 
Beschwerdeinstanz überprüfen zu lassen,  ob dieser  Nichteintretens-
entscheid zu Recht ergangen ist (statt vieler: BGE 124 II 499 E. 1 mit  
weiteren Hinweisen; vgl. auch BGE 132 V 74 E. 1.1; Urteile des Bun-
desverwaltungsgerichts A-1276/2008 vom 1. September 2009 E. 1.2, 
A-1625/2006  vom  15.  Dezember  2008  E. 1.2.2).  Allerdings  kann  in 
einer  Beschwerde gegen einen Nichteintretensentscheid  nur  geltend 
gemacht  werden,  die Vorinstanz habe zu Unrecht  das Bestehen der 
Eintretensvoraussetzungen  verneint.  Damit  wird  das  Anfechtungsob-
jekt  auf  die  Eintretensfrage  beschränkt,  deren  Verneinung  als  Ver-
letzung von Bundesrecht mit Beschwerde gerügt werden kann. Die be-
schwerdeführende  Partei  kann  entsprechend  nur  die  Anhandnahme 
beantragen,  nicht  aber  eine materielle  Überprüfung verlangen (BGE 
132 V 74 E. 1.1; Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A-7801/2007 
vom 5. März 2008 E. 1.4.1;  ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEU-
BÜHLER, Prozessieren vor dem Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, 
S. 78 Rz. 2.164). Eine Auseinandersetzung lediglich mit der materiel-
len Seite des Falls ist nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht 
sachbezogen,  wenn  die  Vorinstanz  aus  formellen  Gründen  einen 
Nichteintretensentscheid gefällt hat (BGE 123 V 335 E. 1b, BGE 118 Ia 
143  E.  2,  mit  Hinweisen;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  S. 97 
Rz. 2.218).

2.2 Unter  dem Anfechtungs-  oder  Beschwerdeobjekt  ist  der  Gegen-
stand  des  Anfechtungsverfahrens,  das  heisst  der  angefochtene  Ho-
heitsakt der Verwaltung, zu verstehen (Urteile des Bundesverwaltungs-
gerichts  A-7801/2007 vom 5. März 2008 E. 1.4.2,  A-1608/2006 vom 
8. Mai  2007 E. 3;  RENÉ RHINOW/HEINRICH KOLLER/CHRISTINA KISS,  Öffentli-
ches  Prozessrecht  und  Justizverwaltungsrecht  des  Bundes,  Basel 
1996,  Rz. 963 ff.). Gegenstand des Beschwerdeverfahrens kann nur 

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sein, was Gegenstand des Einspracheentscheids war oder nach richti-
ger Gesetzesauslegung hätte sein sollen. Das Anfechtungsobjekt bil-
det  den  Rahmen,  welcher  den  möglichen  Umfang  des  Streitgegen-
stands begrenzt (BGE 133 II 35 E. 2; vgl. auch Urteile des Bundesver-
waltungsgerichts A-4811/2007 vom 20. Juli 2009 E. 1.3, A-3395/2007 
vom 24. Februar 2009 E. 1.2;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  S. 25 
Rz. 2.7).  Streitgegenstand  in  der  nachträglichen  Verwaltungsrechts-
pflege ist  das  Rechtsverhältnis,  das  Gegenstand  der  angefochtenen 
Verfügung bildet, soweit es im Streit liegt. Er darf nicht über das An-
fechtungsobjekt  hinausgehen.  Gegenstände,  über  welche  die  erst-
instanzlich verfügende Behörde nicht entschieden hat, darf die zweite 
Instanz nicht beurteilen; sonst würde in die funktionelle Zuständigkeit 
der ersten Instanz eingegriffen (BGE 131 II 200 E. 3.2; Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts A-1418/2008 vom 14. Mai 2008 E. 2.2 mit Hin-
weisen; MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, a.a.O., S. 26 Rz. 2.8).

2.3 Verfügungen der  ESTV können innert  30 Tagen nach der  Eröff-
nung mit  Einsprache angefochten werden (Art. 64 Abs. 1 aMWSTG; 
vgl. auch Art. 50 Abs. 1 VwVG). Die nach Tagen berechnete,  mittei-
lungsbedürftige Frist beginnt an dem auf ihre Mitteilung (Eröffnung) an 
die Partei  folgenden Tag zu laufen (Art. 20 Abs. 1 VwVG). Eine Mit-
teilung, die nur gegen Unterschrift des Adressaten oder einer anderen 
berechtigten Person überbracht wird, gilt spätestens am siebenten Tag 
nach dem ersten erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt (sog. Zu-
stellfiktion; vgl. BGE 127 I 31 E. 2a/aa, BGE 123 II 492 E. 1; seit 1. Ja-
nuar  2007  gesetzlich  in  Art.  20  Abs. 2bis  VwVG verankert).  Als  ge-
setzliche Frist kann die Einsprachefrist nicht erstreckt werden (Art. 22 
Abs. 1 VwVG).

2.4 Der Mehrwertsteuer unterliegen u. a. die im Inland gegen Entgelt 
erbrachten  Lieferungen  von  Gegenständen  und  Dienstleistungen 
(Art. 5 Bst a und b aMWSTG). Eine Lieferung liegt vor, wenn die Befä-
higung  verschafft  wird,  im  eigenen  Namen  über  einen  Gegenstand 
wirtschaftlich zu verfügen (Art. 6 Abs. 1 aMWSTG). Als Dienstleistung 
gilt  jede Leistung,  die keine Lieferung eines Gegenstands ist  (Art. 7 
Abs. 1 aMWSTG). 

Damit  ein  steuerbarer  Umsatz  vorliegt,  ist  ein  Austausch  von 
Leistungen  notwendig:  Der  Leistung  (Lieferung  oder  Dienstleistung) 
steht  eine  Gegenleistung  (Entgelt)  gegenüber  (Art. 5  aMWSTG; vgl. 
statt  vieler:  BVGE  2008/63  E.  2.3;  Urteil  des  Bundesverwal-

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tungsgerichts  A-6152/2007  vom  21.  August  2009  E.  2.2.1  mit  Hin-
weisen).  Das  Entgelt  ist  somit  Voraussetzung,  damit  überhaupt  ein 
Leistungsaustausch vorliegt; zugleich bildet es die Bemessungsgrund-
lage für die Steuer (vgl. Art. 33 Abs. 1 aMWSTG). Zum Entgelt gehört 
alles, was der Empfänger oder an seiner Stelle ein Dritter für die Lie-
ferung oder Dienstleistung aufwendet (Art. 33 Abs. 2 aMWSTG; vgl. 
zum Ganzen BGE 126 II  443 E. 6; Urteil  des Bundesverwaltungsge-
richts A-1595/2006 vom 2. April 2009 E. 2.4). 

2.5 Verwendet die steuerpflichtige Person Gegenstände oder Dienst-
leistungen  für  steuerbare  Ausgangsleistungen,  so  kann  sie  in  ihrer 
Steuerabrechnung die ihr  von anderen Steuerpflichtigen mit  den An-
gaben nach Art. 37 aMWSTG in Rechnung gestellte Steuer für Lie fe-
rungen und  Dienstleistungen  als  Vorsteuer  abziehen  (Art.  38  Abs.  1 
Bst. a sowie Abs. 2 aMWSTG). 

2.6 Die Beweiswürdigung endet  mit  dem richterlichen Entscheid  da-
rüber, ob eine rechtserhebliche Tatsache als  erwiesen zu gelten hat 
oder nicht. Der Beweis ist geleistet, wenn das Gericht gestützt auf die 
freie  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung  gelangt  ist,  dass  sich  der 
rechtserhebliche  Sachumstand  verwirklicht  hat  (BGE  130  III  321 
E. 3.2; Urteil  des Bundesgerichts  2A.110/2000 vom 26. Januar 2001 
E. 3c; FRITZ GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, Bern 1983, S. 279 f.; 
MARTIN ZWEIFEL, Die Sachverhaltsermittlung im Steuerveranlagungsver-
fahren, Zürich 1989, S. 109 f.). Gelangt das Gericht nicht zu diesem 
Ergebnis, kommen die Beweislastregeln zur Anwendung; es ist zu Un-
gunsten desjenigen zu urteilen, der die Beweislast trägt (GYGI, a.a.O., 
S. 279 f.;  ZWEIFEL,  a.a.O.,  S. 109 f.). Die Steuerbehörde trägt  die Be-
weislast für Tatsachen, welche die Steuerpflicht als solche begründen 
oder die Steuerforderung erhöhen, das heisst für die steuerbegründen-
den und -erhöhenden Tatsachen. Demgegenüber ist der Steuerpflich-
tige für die steueraufhebenden und -mindernden Tatsachen beweisbe-
lastet,  das heisst für solche Tatsachen, welche Steuerbefreiung oder 
Steuerbegünstigung bewirken (statt  vieler: Urteil  des Bundesgerichts 
vom 14. Juli 2005, veröffentlicht in Archiv für Schweizerisches Abgabe-
recht [ASA] 75 S. 495 ff. E. 5.4; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 
A-1960/2007 vom 1. Februar 2010 E. 1.4, A-1597/2006 + A-1598/2006 
vom 17. August 2009 E. 4.1, A-1418/2006 vom 14. Mai 2008 E. 5.1 mit 
zahlreichen Hinweisen). 

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3.
Im vorliegenden Fall  beantragt die Beschwerdeführerin – wie bereits 
im Einspracheverfahren – die Anerkennung eines Mehrwertsteuergut-
habens in Höhe von Fr. 36'732.80 bzw. die Reduktion der Steuernach-
forderung  im  entsprechenden  Betrag.  Der  Einsprache  vom  22.  Mai 
2006 kann entnommen werden, dass es sich dabei insgesamt um fünf 
Positionen handelt. Drei davon betreffen ausschliesslich das Jahr 2000 
(im Betrag von gesamthaft Fr. 31'541.09), die übrigen zwei die Jahre 
2001 und 2002 (im Betrag von total  Fr. 5'191.79). Dem vorliegenden 
Beschwerdeverfahren  liegt  der  Einspracheentscheid  betreffend  die 
Steuernachforderung für den Zeitraum vom 1. Januar 2001 bis 30. Juni 
2004 zu Grunde. Die Steuernachforderung für den Zeitraum vom 1. Ja-
nuar 1998 bis und mit 31. Dezember 2000 bestätigte die ESTV dem-
gegenüber mit Entscheid vom 5. Januar 2006. Dieser Entscheid blieb 
von der Beschwerdeführerin innert der 30-tägigen Einsprachefrist un-
angefochten. 

3.1 Die  ESTV  hat  im  angefochtenen  Einspracheentscheid  erwogen, 
die Nachbelastungen für die Zeit vom 1. Januar 1998 bis 31.  Dezem-
ber  2000 würden nicht  zum Streitgegenstand des Einspracheverfah-
rens gehören, weshalb im Umfang von Fr. 31'541.09 nicht darauf ein-
zutreten sei. Diese Schlussfolgerung ist nicht zu beanstanden: Die gel-
tend gemachte Anerkennung der  fraglichen drei  Positionen aus dem 
Jahr  2000  geht  offensichtlich  über  das  konkrete  Anfechtungsobjekt 
(den Entscheid  betreffend die  Steuernachforderung für  die  Zeit  vom 
1. Januar 2001 bis 30. Juni 2004) hinaus und kann nicht Streitgegen-
stand, weder des Einspracheentscheids noch des vorliegenden Verfah-
rens, bilden (vgl. E. 2.2 hievor). Soweit die Beschwerdeführerin impli-
zite  geltend  macht,  jene  Perioden  bildeten  vorliegend  Streitgegen-
stand, erweist sich die Beschwerde als unbegründet. Unter den gege-
benen Umständen ist  der  Vorwurf,  sämtliche Steuernachforderungen 
für die Zeit bis und mit 31. Dezember 1999 seien bereits verjährt, nicht 
zu hören. Dasselbe gilt  insoweit, als die Beschwerdeführerin die Ver-
rechnung  der  Nachforderung  gemäss  EA  Nr.  ...  mit  Vorsteuerüber-
schüssen des 1. und 3. Quartals 2005 sowie mit einem Teil der von ihr 
im  Zusammenhang  mit  dem ergangenen  Zahlungsbefehl  geleisteten 
Zahlung (vgl. B hievor) in Frage stellt. 

3.2 Der Vollständigkeit  halber  sei  darauf  hingewiesen,  dass  die  Ein-
sprache vom 22. Mai 2006 im Betreff Folgendes festhält: "MWST Ab-
rechnungen für  die Jahre  1998 – 2004,  Korrekturen,  Ergänzungsab-

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rechnung (Nr.) ... und ... und Entscheid vom 25.4.2006". Eingangs der 
Einsprache  wird  demgegenüber  einzig  angegeben,  dass  gegen  den 
Entscheid  vom 25.  April  2006  Einsprache  erhoben  werde;  der  Ent-
scheid vom 5. Januar 2006 wird nicht erwähnt. Die Ausführungen sind 
demnach  teilweise  widersprüchlich,  zumal  die  EA  Nr. ...  die  Steuer-
nachforderung für das 1. Quartal 1998 bis 4. Quartal 2000 betrifft. Man 
könnte sich fragen, ob es allenfalls angezeigt gewesen wäre, die Ein-
sprache vom 22. Mai 2006, soweit sie sich gegen die Steuernachforde-
rung gemäss EA Nr. ... richtete, gleichsam als Einsprache gegen den 
Entscheid vom 5. Januar 2006 entgegenzunehmen. Wie es sich damit 
verhält,  muss jedoch nicht  abschliessend geklärt  werden, da sowohl 
diese  als  auch  die  von  der  ESTV  gewählte  Vorgehensweise  im 
Endeffekt – wenn auch mit einer unterschiedlichen Begründung – auf 
der  Stufe  der  Vorinstanz  zum  gleichen  Ergebnis  führten.  Hätte  die 
ESTV die Einsprache vom 22. Mai 2006 auch als Einsprache gegen 
den Entscheid vom 5. Januar 2006 behandelt,  wäre im entsprechen-
den Umfang auf  diese,  da  sie  klarerweise verspätet  eingereicht  wo-
rden wäre (vgl. E. 2.3 hievor), nicht einzutreten gewesen. Die Vorbrin-
gen der Beschwerdeführerin hinsichtlich der Verjährung und der Ver-
rechnung betreffen ausschliesslich die materielle  Seite und nicht  die 
Eintretensfrage; eine Überprüfung derselben wäre der  Kognition des 
Bundesverwaltungsgerichts  aufgrund  des  Nichteintretens  der  ESTV 
indes  entzogen  gewesen  mit  der  Folge,  dass  auf  die  Beschwerde 
mangels  sachbezogener  Begründung nicht  hätte  eingetreten werden 
können (E. 2.1 hievor).

3.3 Nach dem Gesagten ist  die Beschwerde im Zusammenhang mit 
den drei Positionen in Höhe von Fr. 31'541.09 abzuweisen, soweit da-
rauf einzutreten ist. Diesbezüglich scheidet eine Reduktion der Steuer-
nachforderung folglich aus. 

3.4 Es bleibt,  über die Anerkennung der übrigen zwei Positionen im 
Umfang von Fr. 5'191.79 zu befinden. 

3.4.1 Zum einen handelt  es  sich  um einen Vorsteuerbetrag in  Höhe 
von Fr. 3'178.44, welchen die ESTV mit EA Nr. ... nachbelastet hat. Die 
dagegen erhobene Einsprache hat die Verwaltung allerdings, aufgrund 
des  zusammen  mit  der  Einsprache  eingereichten  Kaufvertrags  vom 
17. Dezember 2001 zwischen der B._______ AG und der Beschwer-
deführerin, gutgeheissen (vgl. auch Gutschriftsanzeige [GS] Nr. ... vom 
9. Januar 2008; Vernehmlassungsbeilage 14). In diesem Umfang hat 

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die  Beschwerdeführerin  somit  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren 
obsiegt,  weshalb  sie  mit  Bezug  auf  diese  Position  nicht  mehr  be-
schwert  ist  und  es  ihr  insoweit  am erforderlichen  Rechtsschutzinte-
resse mangelt. 

3.4.2 Die letzte Position,  ausmachend Fr. 2'013.35,  steht  im Zusam-
menhang  mit  der  Nachbelastung  einer  Vorsteuer  in  Höhe  von 
Fr. 1'624.55. Die  Beschwerdeführerin  reichte  im Einspracheverfahren 
die an sie gestellte Rechnung der C._______ AG vom 27.  September 
2001 im Betrag von Fr. 28'504.70 (inkl. Fr. 2'013.35 Mehrwertsteuern) 
nach. Gestützt darauf hat ihr die ESTV den nachbelasteten Betrag von 
Fr. 1'624.55 wieder gutgeschrieben und die Einsprache insoweit  gut-
geheissen.  Für  den  Differenzbetrag  von  Fr. 388.80  (Fr.  2'013.35  ./. 
Fr. 1'624.55)  hat  sie  die  Einsprache  demgegenüber  abgewiesen. Im 
Streit liegt folglich nurmehr die Verweigerung des Vorsteuerabzugs im 
Umfang dieses Differenzbetrags.

3.4.2.1 In der erwähnten Rechnung der C._______ AG wird auf einen 
Leasingvertrag mit D._______ als Leasingnehmer für einen Mercedes-
Benz ... verwiesen. Nach unwidersprochen gebliebener Darstellung in 
der Stellungnahme der ESTV vom 8. März 2010 vereinbarten die Be-
schwerdeführerin und D._______ vor dem Hintergrund der Auflösung 
bzw. des  Auslaufens des Leasingvertrags,  dass  die  Beschwerdefüh-
rerin das Fahrzeug zum aktuellen Buchwert übernimmt, D._______ ihr 
in diesem Zusammenhang allerdings eine (Differenz-)Zahlung in Höhe 
von Fr. 5'504.70 leistet. Diese Zahlung habe in etwa der Differenz zwi-
schen dem Markt- und dem erwähnten Buchwert des Fahrzeugs (Min-
derwert) entsprochen. Das Bundesverwaltungsgericht sieht keine Ver-
anlassung, an der Richtigkeit dieser Ausführungen zu zweifeln.

3.4.2.2 Die ESTV hat im Zusammenhang mit der Differenzzahlung in 
der Stellungnahme vom 8. März 2010 festgehalten,  die Beschwerde-
führerin weise eine "Versteuerung des von D._______ erhaltenen Ent-
gelts" von Fr. 5'504.70 nicht nach bzw. mache dies gar nicht geltend. 
Demzufolge  wäre  ihr  grundsätzlich  ein  Mehrwertsteuerbetrag  von 
Fr. 388.80  nachzubelasten.  Da  jedoch  für  die  Berechnung  des  vor-
genommenen  Vorsteuerabzugs  die  erhaltene  Differenzzahlung  von 
Fr. 5'504.70  vom Rechnungsbetrag  über  Fr. 28'504.70  in  Abzug  ge-
bracht worden sei, habe auf eine solche Nachbelastung verzichtet wer-
den können; der Vorsteuerabzug in Höhe von Fr. 1'624.55 basiere auf 
einem Betrag von Fr. 23'000.--. 

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A-855/2008

Auf die fehlende "Versteuerung der Differenzzahlung" (bzw. deren ent-
sprechende  Berücksichtigung  in  der  Bemessungsgrundlage)  hat  die 
ESTV  bereits  im  angefochtenen  Einspracheentscheid  hingewiesen. 
Hiegegen  hat  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Beschwerde  keinerlei 
Einwände erhoben. Ausserdem befindet sich auch in den dem Bundes-
verwaltungsgericht vorliegenden Akten kein Nachweis für eine all fälli-
ge Versteuerung. Unter den gegebenen Umständen ist deshalb davon 
auszugehen, dass eine solche unterblieben ist, obschon es sich offen-
sichtlich um eine steuerbare Leistung handelt (vgl. E. 2.4 hievor). Wür-
de  der  Beschwerdeführerin  aufgrund  der  nachgereichten  Rechnung 
der C._______ AG für die Lieferung des Fahrzeugs der volle Vorsteu-
erabzug von Fr. 2'013.35 gewährt und gutgeschrieben werden, müsste 
ihr – wie die Verwaltung zu Recht festhält – gleichzeitig die Mehrwert-
steuer auf der erhaltenen Differenzzahlung von Fr. 5'504.70 , d. h. ein 
Betrag von Fr. 388.80, nachbelastet werden. Per Saldo würde daraus 
ebenfalls  eine  Gutschrift  von  lediglich  Fr. 1'624.55  resultieren.  Die 
ESTV  hat  demnach  im  Ergebnis  zu  Recht  für  den  Betrag  von 
Fr. 388.80 den Vorsteuerabzug verweigert. 

4.
Ausgangsgemäss ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
zutreten ist. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht,  welche  auf  Fr. 4'000.--  festgesetzt  werden,  sind 
der Beschwerdeführerin aufzuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG) und 
mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe zu verrechnen.

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A-855/2008

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.-- werden der Beschwerdeführerin 
auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  von 
Fr. 4'000.-- verrechnet.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Ref-Nr. ...; Gerichtsurkunde)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Daniel Riedo Jeannine Müller

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die  Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizu-
legen (vgl. Art. 42 BGG).

Versand: 

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