# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 1a4a76c7-b694-514c-aca6-fff2014d09a3
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-06-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.06.2008 C-1212/2006
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-1212-2006_2008-06-24.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-1212/2006
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  J u n i  2 0 0 8

Richter Andreas Trommer (Vorsitz), 
Richterin Elena Avenati-Carpani, Richter Blaise Vuille, 
Gerichtsschreiber Daniel Grimm.

Gemeinde R._______,
Beschwerdeführerin,

gegen

S._______,
Beschwerdegegnerin,
vertreten durch Rechtsanwalt lic.iur. Claude Hauri, Bahn-
hofstrasse 26 / Paradeplatz, Postfach 2707, 8022 Zürich,

Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 
3003 Bern,
Vorinstanz.

Erleichterte Einbürgerung.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-1212/2006

Sachverhalt:

A.
Die  [....]  geborene  türkische  Staatsangehörige  S._______ 
(nachfolgend  Beschwerdegegnerin)  gelangte  im Herbst  1997  mit  ei-
nem Besuchsvisum in die Schweiz und heiratete hier am 20. Novem-
ber 1997 einen Schweizer Bürger. Dieser - ursprünglich ebenfalls aus 
der Türkei  stammend - hatte das Schweizer Bürgerrecht  am 12. Juli 
1995  seinerseits  durch  erleichterte  Einbürgerung  erwirkt.  Seit  ihrer 
Einreise lebt die Beschwerdegegnerin in der Gemeinde R.______. Aus 
der Ehe gingen bisher zwei Kinder hervor (geb. [...] bzw. [...]).

B.
Gestützt auf ihre Ehe stellte die Beschwerdegegnerin am 22. Januar 
2004 ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung nach Art. 27 des Bun-
desgesetzes vom 29. September  1952 über  Erwerb und Verlust  des 
Schweizer Bürgerrechts (BüG, SR 141.0). Am 30. Juni 2004 ersuchte 
die Vorinstanz die zuständige kantonale Behörde um Erstellung eines 
Erhebungsberichts. Auf  Einladung des Gemeindeamtes des Kantons 
Zürich  erhielt  die  Gemeinde  R._______  am  1.  September  2004 
Gelegenheit,  sich  zum  Einbürgerungsgesuch  zu  äussern.  Die 
Gemeinde führte eine persönliche Anhörung durch und hielt  in  ihrer 
Stellungnahme vom 4. Oktober 2004 fest, sie beantrage das Gesuch 
abzuweisen. Ein Gespräch mit  der Bewerberin sei  nicht möglich,  sie 
spreche  kein  Wort  deutsch  und  sei  mit  den  hiesigen  Verhältnissen 
nicht  vertraut. Sie wolle das Schweizer Bürgerrecht,  um ohne Visum 
nach  Deutschland  und  Österreich  ausreisen  zu  können,  wo  sie 
Verwandte und Bekannte habe. 

C.
Nach Einholung von Referenzen zur Qualität der ehelichen Beziehung 
und  nachdem die  Ehegatten  am 17. August  2005  Erklärungen  über 
den Zustand ihrer  Gemeinschaft  bzw. zur Beachtung der Rechtsord-
nung  unterzeichnet  hatten,  wurde  die  Beschwerdegegnerin  von  der 
Vorinstanz am 4. November 2005 gestützt auf Art. 27 BüG erleichtert 
eingebürgert.  Nebst  dem  Schweizer  Bürgerrecht  erhielt  sie  so  das 
kantonale Bürgerrecht von Freiburg und das Gemeindebürgerrecht von 
Courlevin.

D.
Die Wohnsitzgemeinde R._______, handelnd durch den Gemeinderat, 

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gelangte mit Beschwerde vom 10. November 2005 an das damals zu-
ständige Eidgenössische Justiz-  und Polizeidepartement (EJPD) und 
beantragte sinngemäss, die erleichterte Einbürgerung sei zu widerru-
fen. Zur Begründung wurde geltend gemacht, die Voraussetzungen für 
eine erleichterte Einbürgerung seien nicht gegeben. Darauf habe man 
schon in der Stellungnahme vom 4. Oktober 2004 ausdrücklich hinge-
wiesen. 

E.
Zur  Vernehmlassung  aufgefordert,  ersuchte  die  Vorinstanz  in  einer 
Eingabe vom 27. Januar 2006 um Einräumung der Möglichkeit, zusätz-
liche Abklärungen vorzunehmen. Es treffe zu, dass man der Einschät-
zung der Wohnsitzgemeinde betreffend sozialer Integration keine Be-
achtung geschenkt habe. Fehlende Sprachkenntnisse stellten tatsäch-
lich ein wichtiges Indiz für eine mangelnde Integration in die schweize-
rischen Verhältnisse dar. Es gelte deshalb zu prüfen, ob eine Integrati-
on bzw. Eingliederung in die schweizerischen Verhältnisse trotz fehlen-
der Sprachkompetenz stattgefunden habe.

F.
In einer Stellungnahme vom 31. Januar 2006 liess sich die Beschwer-
degegnerin durch ihren Rechtsvertreter zur Angelegenheit vernehmen. 
Im Wesentlichen wandte sie ein, die Einschätzung der Beschwerdefüh-
rerin, wonach bei ihr eine soziale Integration bisher nicht stattgefunden 
habe, gehe fehl. Immerhin habe man sich bei der Gemeinde zehn Mi-
nuten lang mit  ihr  unterhalten,  was wahrlich  nicht  darauf  schliessen 
lasse, mit ihr könnten überhaupt keine Gespräche auf Deutsch geführt 
werden. Selbst wenn von ungenügenden Deutschkenntnissen ausge-
gangen werden müsste, verböte sich der direkte Schluss auf eine feh-
lende Integration. Der Gesetzgeber habe bei der erleichterten Einbür-
gerung, im Gegensatz zur ordentlichen Einbürgerung, bewusst auf das 
qualitative  Erfordernis  der  Kenntnis  einer  schweizerischen  Landes-
sprache verzichtet. Gemäss einem (nicht publizierten) Beschwerdeent-
scheid des EJPD sei die Sprache zwar als Schlüsselkompetenz für die 
Integration einer Person zu betrachten. Das Departement habe aber in 
besagtem Entscheid auch anerkannt,  dass eine Eingliederung in die 
hiesigen Verhältnisse im Sinne von Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG auf ande-
rem  Weg  stattfinden  könne;  so  beispielsweise  durch  Kontakte  zu 
Schweizer Bürgern in einer andern als den Landessprachen. Solche 
Kontakte pflege sie mit  mehreren Schweizer Familien türkischen Ur-
sprungs, wobei man sich in der Regel auf Türkisch unterhalte. Sodann 

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habe sie mit  ihrem Schweizer Ehemann gemeinsame Kinder, welche 
ihr die Integration ins schweizerische Lebensumfeld erheblich erleich-
terten. Zudem nehme sie am kulturellen und sozialen Leben teil, womit 
den zusätzlichen qualitativen Anforderungen an eine erleichterte Ein-
bürgerung Genüge getan werde. Wenn die Gemeinde ihr für die Ein-
bürgerung unlautere  Motive (in  Form von Reiseerleichterungen)  vor-
halte,  so  lasse sich dies nur mit  fehlender  Objektivität  erklären. Der 
Hinweis beinhalte eine unwahre Unterstellung und stehe zudem im Wi-
derspruch  zur  Behauptung,  wonach  eine  Unterhaltung  in  deutscher 
Sprache gar nicht möglich gewesen sei. 

Mit Schreiben vom 27. März 2006 liess die Beschwerdegegnerin in Be-
antwortung des vorinstanzlichen Antrages vom 27. Januar 2006 mittei-
len,  sie  erachte  die Voraussetzungen für  eine  erleichterte  Einbürge-
rung nach wie vor als  gegeben,  werde sich aber allfälligen zusätzli-
chen Abklärungen nicht widersetzen.

G.
Am 3. Juli 2006 führte das Gemeindeamt des Kantons Zürich mit der 
Beschwerdegegnerin aufgrund eines von der Vorinstanz erstellten Fra-
genkatalogs  ein  persönliches  Gespräch  durch  und  übermittelte  den 
dabei erstellten Bericht anschliessend an das BFM.

H.
In ihrer auf diesen Bericht abstützenden Vernehmlassung vom 31. Juli 
2006  beantragt  die  Vorinstanz  nunmehr  die  Gutheissung  der  Be-
schwerde. Obwohl  das Gespräch vom 3. Juli  2006 auf  Hochdeutsch 
geführt worden sei und die Fragen der Beschwerdegegnerin überdies 
in schriftlicher Form vorgelegen hätten, habe sie einzelne der an sie 
gerichteten Fragen nicht verstanden. Auch sei sie nicht in der Lage ge-
wesen,  ihre  Aussagen  in  einfachen  Sätzen  zu  formulieren.  Ihre 
Deutschkenntnisse  müssten  vor  dem  Hintergrund  der  mehrjährigen 
Anwesenheit  in der Schweiz als ungenügend bewertet werden. Zwar 
könne eine Integration grundsätzlich auch auf andere Weise als über 
die  Sprache  erfolgen.  Davon  sei  aber  bei  der  Beschwerdegegnerin 
nicht auszugehen.

I.
Sowohl  die  Beschwerdeführerin  wie  auch  die  Beschwerdegegnerin 
verzichteten auf die Einreichung einer Replik. Auch von der ihnen spä-
ter  gewährten  Möglichkeit,  ihre  Eingaben  zu  aktualisieren,  machten 
die Parteien keinen Gebrauch.

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Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Verfügungen des BFM betreffend die Erteilung oder Verweigerung 
der  erleichterten  Einbürgerung  unterliegen  der  Beschwerde  an  das 
Bundesverwaltungsgericht (Art. 51 Abs. 1 BüG i.V.m. Art. 31 und Art. 
33 Bst. d des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [VGG, 
SR 173.21]).

1.2 Das  Bundesverwaltungsgericht  übernimmt  die  Beurteilung  der 
beim Inkrafttreten des Verwaltungsgerichtsgesetzes am 1. Januar 2007 
bei Eidgenössischen Rekurs- oder Schiedskommissionen oder bei Be-
schwerdediensten  der  Departemente  hängigen  Rechtsmittel. Für  die 
Beurteilung gilt das neue Verfahrensrecht (Art. 53 Abs. 2 VGG).

1.3 Gemäss Art. 37 VGG richtet sich das Verfahren vor dem Bundes-
verwaltungsgericht nach dem Bundesgesetz vom 20. Dezember 1968 
über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit das Ge-
setz nichts anderes bestimmt.

1.4 Die Gemeinde R._______ ist als Wohngemeinde der Beschwerde-
gegnerin gemäss Art. 51 Abs. 2 BüG zur Beschwerde legitimiert (vgl. 
hierzu  die  Botschaft  zur  Änderung  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom 
26. August 1987, in BBl 1987 lll 293 Ziff. 23.3 S. 317). Auf die frist- und 
formgerechte Beschwerde ist einzutreten (Art. 48 ff. VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und - soweit nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  -  die  Unangemessenheit  gerügt 
werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Sach-  und  Rechtslage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils des Bundesgerichts 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

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3.
3.1 Die in den Artikeln 27 bis 31b BüG geregelten Tatbestände der er-
leichterten Einbürgerung setzen nach Art. 26 Abs. 1 BüG in allgemei-
ner Weise voraus, dass der Gesuchsteller in der Schweiz integriert ist 
(Bst. a), die schweizerische Rechtsordnung beachtet (Bst. b) und die 
innere oder äussere Sicherheit  der Schweiz nicht  gefährdet  (Bst. c). 
Der  erleichterten  Einbürgerung  des  ausländischen  Ehegatten  eines 
Schweizer Bürgers ist Art. 27 BüG gewidmet. Gestützt auf dessen ers-
ten  Absatz  kann  ein  Ausländer  nach  der  Eheschliessung  mit  einem 
Schweizer  Bürger  ein  Gesuch  um erleichterte  Einbürgerung  stellen, 
wenn er insgesamt fünf Jahre in der Schweiz gewohnt hat (Bst. a), seit 
einem Jahr hier wohnt (Bst. b) und seit  drei  Jahren in ehelicher Ge-
meinschaft mit dem Schweizer Bürger lebt (Bst. c).

3.2 Sämtliche Einbürgerungsvoraussetzungen müssen sowohl im Zeit-
punkt der Gesuchseinreichung als auch anlässlich der Einbürgerungs-
verfügung erfüllt sein (BGE 132 ll 113 E. 3.2 S. 115, BGE 130 ll 482 E. 
2 S. 483 f. mit Hinweisen, BGE 128 ll 97 E. 3a S. 98 f.).

3.3 Es entspricht einem allgemeinen Rechtsgrundsatz, dass derjenige 
die objektive Beweislast für das Vorliegen einer Tatsache trägt, der aus 
ihr Rechte ableitet (ALFRED KÖLZ / ISABELLE HÄNER, Verwaltungsverfahren 
und  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes,  2.  Aufl.  Zürich  1998,  Rz. 
269; vgl. Art.  8  des  Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10. De-
zember  1907  [SR  210]  für  den  Bereich  des  Privatrechts).  Dieser 
Grundsatz gilt auch für die Voraussetzungen der erleichterten Einbür-
gerung nach Art. 26 Abs. 1 und Art. 27 Abs. 1 BüG. Die Beweislast für 
deren Vorliegen trägt der Ausländer bzw. die Ausländerin. Gelangt die 
Behörde  nach  Durchführung  des  Beweisverfahrens  im  Rahmen  der 
freien  Beweiswürdigung nicht  zur  Überzeugung,  dass  die Vorausset-
zungen  der  erleichterten  Einbürgerung  erfüllt  sind,  hat  sie  entspre-
chend  dieser  Beweislastregel  so  zu  entscheiden,  wie  wenn  deren 
Nichtvorliegen erwiesen wäre. Gegenstand der behördlichen Überzeu-
gung ist grundsätzlich nicht die mehr oder weniger hohe Wahrschein-
lichkeit  eines  bestimmten  Sachverhalts,  sondern  seine  tatsächliche 
Verwirklichung. Dabei sind bloss abstrakte oder theoretische Zweifel, 
die immer möglich sind, nicht massgebend. Es muss sich um begrün-
dete Zweifel handeln, das heisst solche, die sich nach den gesamten 
Umständen aufdrängen.

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4.
4.1 Nach Ansicht der Beschwerdeführerin ist die Beschwerdegegnerin 
nicht in ausreichendem Masse in die hiesigen Verhältnisse integriert. 
Die Vorinstanz hat  sich dieser Auffassung in  ihrer  ergänzenden Ver-
nehmlassung vom 31. Juli 2006 angeschlossen. Angesprochen ist da-
mit  Art. 26 Abs. 1 Bst. a BüG, wonach die erleichterte Einbürgerung 
voraussetzt, dass eine Bewerberin oder ein Bewerber in der Schweiz 
integriert ist. Unbestrittenermassen führt das blosse Erfüllen der zeitli-
chen Voraussetzungen (vgl. Art. 27 Abs. 1 BüG) nicht automatisch zur 
Gewährung der erleichterten Einbürgerung. Vielmehr bedarf es nebst 
dem quantitativen Element der Ehe- und Wohnsitzdauer zusätzlich des 
eben erwähnten qualitativen Elements (nicht zur Diskussion stehen die 
in casu erfüllten Tatbestände von Art. 26 Abs. 1 Bst. b und c BüG). 

4.2 Integration  bedeutet  die  Aufnahme der  ausländischen  Person in 
die schweizerische Gemeinschaft  und die Bereitschaft  der betreffen-
den  Person,  sich  in  das  gesellschaftliche  Umfeld  einzufügen,  ohne 
deswegen  ihre  Eigenart  und  Staatsangehörigkeit  preiszugeben  (vgl. 
Botschaft vom 26. August 1987 zur Änderung des Bürgerrechtsgeset-
zes, BBl 1987 293 Ziff. 22.2 S. 304 bzw. Botschaft vom 21. November 
2001 zum Bürgerrecht  für  junge Ausländerinnen und Ausländer  und 
zur Revision des Bürgerrechtsgesetzes, BBl 2002 1911 Ziff. 2.2.1.3 S. 
1942 mit Hinweisen sowie Ziff. 2.5.3.1 S. 1957 f.). Die Integration wird 
heute allgemein als gegenseitiger Annäherungsprozess zwischen der 
einheimischen und der ausländischen Bevölkerung betrachtet. Er setzt 
sowohl  den Willen der  Ausländerinnen und Ausländer zur  Eingliede-
rung als auch die Offenheit der schweizerischen Bevölkerung voraus 
(vgl. Art. 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über Auslän-
derinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20] bzw. Art. 3 der Verordnung 
vom 24. Oktober  2007  über  die  Integration  von Ausländerinnen  und 
Ausländern [VIntA, SR 142.205], die beide auf den 1. Januar 2008 in 
Kraft gesetzt wurden). Mit dem AuG wurden die Grundsätze einer ge-
samtschweizerischen  Integrationspolitik  erstmals  auf  Gesetzesstufe 
festgelegt. Ziel  der Integration ist  demnach das Zusammenleben der 
einheimischen  und  der  ausländischen  Wohnbevölkerung  auf  der 
Grundlage  der  Werte  der  Bundesverfassung und gegenseitiger  Ach-
tung und Toleranz (Art. 4 Abs. 1 AuG). Die Integration soll längerfristig 
und rechtmässig anwesenden Ausländerinnen und Ausländern ermög-
lichen, am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben der Gesell-
schaft teilzuhaben (Abs. 2). Die Integration setzt sowohl den entspre-
chenden Willen der Ausländerinnen und Ausländer als auch die Offen-

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heit der schweizerischen Bevölkerung voraus (Abs. 3). Es ist erforder-
lich,  dass sich Ausländerinnen und Ausländer mit  den gesellschaftli-
chen  Verhältnissen  und  Lebensbedingungen  auseinandersetzen  und 
insbesondere eine Landessprache erlernen (Abs. 4).

4.3 In der Kenntnis einer Landessprache liegt, wie in Art. 4 Abs. 4 AuG 
auf Gesetzesebene zum Ausdruck gelangt (für die Zeit vor dessen In-
krafttreten vgl. Art. 3a Abs. 1 Bst. b der bis 31. Dezember 2007 gelten-
den Verordnung  vom  13.  September  2000  über  die  Integration  von 
Ausländerinnen und Ausländern [AS 2000 2281, 2005 4769]), zweifel-
los ein wichtiges und zentrales Element für eine erfolgreiche Integrati-
on (vgl. BGE 134 I 56 E. 3 S. 59). Den Sprachkenntnissen ist sogar ei-
gentliche Schlüsselfunktion zuzuordnen, weil in aller Regel nur damit 
jemand überhaupt in die Lage versetzt wird, am wirtschaftlichen und 
sozialen Leben des Gastlandes aktiv teilzunehmen und sich auf diese 
Weise zu integrieren (vgl. den vom BFM im Auftrag des Vorstehers des 
EJPD im Juli 2006 erstellten Bericht zum Thema „Probleme der Inte-
gration von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz“, Ziff. II. 6 
S.68 ff.,  online auf  der Website des BFM > Themen > Integration > 
Newsletter  Integration  /  Publikationen  >  Integrationsbericht,  besucht 
am 15. Mai 2008). Dass solche Kenntnisse einer Landessprache bzw. 
der dadurch vermittelte Zugang zu Gastland, sozialem Leben und Kul-
tur  nicht  schon  wettgemacht  werden  können,  wenn  jemand  regel-
mässig Umgang mit eingebürgerten Landsleuten pflegt und sich dabei 
in der gemeinsamen Muttersprache unterhält, versteht sich von selbst 
und bedarf keiner weiteren Erläuterungen. 

5.
Die  Beschwerde  führende  Gemeinde  stützte  ihre  Beurteilung  der 
sozialen  Integration  auf  eine  Anhörung,  die  sie  mit  der  Bewerberin 
durchgeführt  und deren Ergebnis sie  auf  einem Formular  „Einbürge-
rung  (erleichterte  Einbürgerung)“  zusammengefasst  hatte.  Demnach 
soll ein Gespräch mit der Beschwerdegegnerin nicht möglich gewesen 
sein. Sie spreche kein Wort Deutsch und sei mit den schweizerischen 
Verhältnissen nicht vertraut. Komme hinzu, dass den Interessen an ei-
ner erleichterten Einbürgerung ungenügende Motive (Erleichterung in 
den Reisemodalitäten) zugrunde lägen. Die Beurteilung der Beschwer-
deführerin erschöpft sich solchermassen in wertenden Feststellungen, 
ohne  dass  in  allen  Teilen  nachvollziehbar  ist,  wie  es  dazu  kam. Ob 
eine Verweigerung der erleichterten Einbürgerung auf der Grundlage 
dieser Stellungnahme zulässig gewesen wäre, braucht allerdings nicht 

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abschliessend beurteilt zu werden. Denn die Vorinstanz hat - im Ein-
vernehmen mit der Beschwerdegegnerin - weitere Abklärungen veran-
lasst. Am 3. Juli 2006 führte das Gemeindeamt des Kantons Zürich mit 
der Beschwerdegegnerin eine Anhörung durch,  die rund 25 Minuten 
dauerte und bei der ihr - im Beisein ihres Ehemannes - insgesamt 15 
Fragen gestellt und gleichzeitig in schriftlicher Form vorgelegt wurden. 
Die  Antworten  der  Beschwerdegegnerin  wurden  (gemäss  ab-
schliessender  Bemerkung der  beteiligten Mitarbeiter  des  Gemeinde-
amtes) weitgehend im Originalwortlaut aufgenommen und in einen Be-
richt  integriert.  Die  am  Beschwerdeverfahren  beteiligten  Parteien 
machten von der Möglichkeit, sich zu diesem Bericht zu äussern, kei-
nen Gebrauch. 

6.
6.1 Der Bericht über die Befragung vom 3. Juli 2006 ist zu Ungunsten 
der Beschwerdegegnerin ausgefallen. Fragen wie diejenige nach den 
vier offiziellen schweizerischen Landessprachen, danach, ob sie Kon-
takt habe zu schweizerischen Eltern von Freunden und Kameraden ih-
rer Kinder oder danach, welche Rechte sie mit ihrer Einbürgerung zu-
sätzlich erwerben würde,  verstand die Beschwerdegegnerin  offenbar 
nicht. Andere Fragen beantwortete sie nur in Stichworten; ohne eigent-
liche Sätze zu bilden. In den abschliessenden Bemerkungen zur Befra-
gung  werteten  die  beiden  Mitarbeiter  des  Gemeindeamtes  die 
Deutschkenntnisse der Beschwerdegegnerin als „äusserst gering“ und 
„vor dem Hintergrund ihres mehrjährigen Aufenthaltes in der Schweiz 
[...]  als ungenügend“. Aufgrund der verwendeten Formulierungen und 
der generellen Ausgestaltung des fraglichen Berichts besteht kein An-
lass, an dessen Aussagekraft zu zweifeln. 

6.2 Die geringen Sprachkenntnisse der  Beschwerdegegnerin erstau-
nen umso mehr, als sie im Zeitpunkt ihrer Befragung durch das Ge-
meindeamt bereits seit fast neun Jahren in der Schweiz lebte und ge-
mäss einem für das Gemeindeamt am 7. Juli 2004 erstellten Lebens-
lauf in der Türkei eine weit überdurchschnittliche Ausbildung durchlau-
fen hatte und erste Berufserfahrung im Bereich der Medienarbeit gel-
tend machte (Gymnasium, abgebrochenes Universitätsstudium, Com-
puterausbildung und Arbeit als Reporterin).

6.3 Die Beschwerdegegnerin wendet ein, dass sie sich trotz fehlender 
Sprachkenntnisse in genügender Weise integriert habe. Aus den Akten 
ergibt sich, dass sie hauptsächlich mit einem kleinen Kreis bereits ein-

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gebürgerter  Landsleute  und deren Familien  verkehrt,  wobei  sie  zum 
Teil  nicht  einmal  deren  Wohnort  kennt.  Dem  Parteivertreter  zufolge 
spricht sie mit diesen Schweizer Familien türkischen Ursprungs in der 
Regel türkisch. Die Frage, ob sie sich daneben mit schweizerischen El-
tern  von  Freunden  oder  Kameraden  ihrer  Kinder  trifft,  verstand  sie 
nicht. Aufgrund des Berichts des Gemeindeamtes des Kantons Zürich 
vom 3. Juli 2006 ist allerdings davon auszugehen, dass die Kontakte 
sich in dieser Hinsicht auf das absolut Notwendige beschränken. Die 
einzige Person, welche sie mit Namen zu nennen vermochte, war die 
Kindergärtnerin  (zum Ganzen siehe die  Antworten zu  den Fragen 8 
und 9). Näheres  wird  zu  den in  der  Stellungnahme vom 31. Januar 
2006  behaupteten  Kontakten  mit  anderen  Schweizerinnen  und 
Schweizern denn nicht ausgeführt. Auch fehlt es am Nachweis sonsti-
ger Aktivitäten,  die auf  eine gewisse Verbundenheit  mit  der Schweiz 
hindeuteten (z.B. Partizipation  an Veranstaltungen  am Wohnort  oder 
im Quartier, Teilnahme an lokalen kulturellen Anlässen, etc.). Selbst im 
Bereich der Information und Unterhaltung (Konsultation elektronischer 
und gedruckter  Medien)  gestand die  Beschwerdegegnerin  ein,  türki-
sche Erzeugnisse zu bevorzugen und schweizerische nur wenig zu be-
rücksichtigen. Alles in allem sind auf Seiten der offensichtlich nach wie 
vor stark in ihrer herkömmlichen Tradition verhafteten Beschwerdegeg-
nerin somit keine anerkennenswerte Integrationsleistungen ersichtlich. 
Seit dem Erlass der angefochtenen Verfügung bzw. der Befragung vom 
3. Juli 2006 hat sich die Sachlage nicht wesentlich verändert (zu den 
Grenzen der Mitberücksichtigung sachverhaltlicher Veränderungen sie-
he im Übrigen das Urteil  des Bundesgerichts  5A.8/2006 vom 3. Juli 
2006  E. 2.3.2).  Damit  wird  deutlich,  dass  es  an  Anhaltspunkten  für 
eine ausreichende soziale Integration im Sinne von Art. 26 Abs. 1 BüG 
mangelt. 

7.
Die Voraussetzungen der erleichterten Einbürgerung gemäss Art. 26 
Abs. 1 BüG sind demnach nicht erfüllt. Die Beschwerde ist daher gut-
zuheisssen  und  die  Einbürgerungsverfügung  der  Vorinstanz  vom 
4. November 2005 aufzuheben.

8.
Die Verfahrenskosten sind grundsätzlich der unterliegenden Partei auf-
zuerlegen (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. 
b  des  Reglements  vom 21. Februar  2008 über  die  Kosten und Ent-
schädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [SR  173.320.2]). 

Seite 10

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Von Vorinstanzen oder beschwerdeführenden und unterliegenden Bun-
desbehörden  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben  (vgl.  Art.  63 
Abs. 2 VwVG). Angesichts  der  besonderen Umstände rechtfertigt  es 
sich,  auch  im  Falle  der  Beschwerdegegnerin  auf  die  Erhebung  von 
Verfahrenskosten zu verzichten (Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG i.V.m. Art. 
6 Bst. b VGKE). Obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine Partei-
entschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art. 64 
Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 VGKE). Keinen Anspruch auf Partei-
entschädigung haben Bundesbehörden und, in der Regel, andere Be-
hörden, die als Parteien auftreten (Art. 7 Abs. 3 VGKE), weshalb der 
Beschwerde  führenden  Gemeinde  keine  Parteientschädigung  zuzu-
sprechen ist.

Dispositiv S. 12

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung des BFM über die 
erleichterte  Einbürgerung  der  Beschwerdegegnerin  wird  aufgehoben 
und deren Gesuch um erleichterte Einbürgerung abgewiesen.

2.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.

3.
Eine Parteientschädigung wird nicht zugesprochen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde)
- die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde)
- die Vorinstanz (Akten Ref-Nr. [...] und [...] retour)

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Andreas Trommer Daniel Grimm

Rechtsmittelbelehrung:

Gegen diesen Entscheid kann innert  30 Tagen nach Eröffnung beim 
Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich-rechtli-
chen Angelegenheiten geführt  werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). Die 
Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begeh-
ren,  deren Begründung mit  Angabe der  Beweismittel  und die Unter-
schrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 
sind, soweit sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (vgl. 
Art. 42 BGG).

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