# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 90a9bf2b-ef0d-50c5-8ec0-ab5f8bc1754c
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.03.2010 D-1753/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1753-2010_2010-03-24.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1753/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 4 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Robert Galliker;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
alias A._______, geboren (...), 
alias A._______, geboren (...),
Eritrea,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 11. März 2010 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1753/2010

Sachverhalt:

A.

A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen 
Heimatstaat im Juli 2007 und gelangte am 6. Juli 2009 unkontrolliert in 
die  Schweiz,  wo  er  am 7.  Juli  2009  im  Empfangs-  und  Verfahrens-
zentrum (EVZ) M._______ ein Asylgesuch einreichte. Anlässlich  der 
Befragung  vom 15. Juli  2009  zur  Person  (BzP)  im  EVZ  M._______ 
machte  der  Beschwerdeführer  unter  anderem  geltend,  er  sei  von 
Libyen aus auf  dem Seeweg nach Sizilien gelangt  und habe sich in 
Italien vier Monate lang aufgehalten, ohne ein Asylgesuch zu stellen. 
Danach  sei  er  in  die  Schweiz  eingereist,  weil  er  kein  Geld  gehabt 
habe.

A.b Das BFM gewährte dem Beschwerdeführer am 15. Juli 2009 das 
rechtliche  Gehör  zu  einem  möglichen  Nichteintretensentscheid  laut 
Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31), zur Zuständigkeit des Dublin Staates und zur Wegweisung 
in den Dublin Staat  und gab ihm Gelegenheit  zur Stellungnahme. In 
diesem  Zusammenhang  machte  der  Beschwerdeführer  im  Wesent-
lichen  geltend,  er  könne  keine  spezifischen  Gründe  gegen  die  Zu-
ständigkeit  von Italien  zur  Behandlung  seines  Asylgesuchs  ins  Feld 
führen. Doch würden Asylgesuchsteller in der Schweiz insofern besser 
aufgenommen, als ihnen Unterkunft gewährt werde.

B.
Gestützt  auf  den  Eurodac-Treffer  vom  29.  Dezember  2008 in  Rom 
(Italien) und die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich der BzP 
stellte das BFM am 17. September 2009 an Italien ein Ersuchen um 
Übernahme des Beschwerdeführers. Bis am 11. März 2010 ging keine 
Antwort Italiens auf das Ersuchen ein.

C.
Mit Verfügung vom 11. März 2010 – eröffnet am 15. März 2010 – trat 
das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asyl-
gesuch des Beschwerdeführers vom 7. Juli  2009 nicht ein, wies den 
Beschwerdeführer aus der Schweiz nach Italien weg und ordnete den 
Vollzug an. Gleichzeitig stellte die Vorinstanz fest, einer allfälligen Be-
schwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine  aufschiebende 
Wirkung zu.

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D-1753/2010

D.
Mit Beschwerde vom 19. März 2010 beantragte der Beschwerdeführer 
sinngemäss,  die Verfügung des BFM vom 11. März  2010 sei  aufzu-
heben und das BFM anzuweisen,  sein Recht zum Selbsteintritt  aus-
zuüben  und  sich  für  das  vorliegende  Asylgesuch  zuständig  zu  er-
klären. Es  sei  sodann im Sinne einer  vorsorglichen Massnahme die 
aufschiebende Wirkung  zu erteilen,  und  die  Vollzugsbehörden  seien 
anzuweisen,  von einer Überstellung nach Italien abzusehen, bis das 
Bundesverwaltungsgericht  über  die  vorliegende  Beschwerde  ent-
schieden habe. In prozessualer Hinsicht beantragte er die Gewährung 
der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 
des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungs-
verfahren (VwVG, SR 172.021)  sowie den Verzicht auf die Erhebung 
eines Kostenvorschusses.
Darüber hinaus ergeben sich aus der Beschwerdeeingabe Anträge auf 
Gewährung  von Asyl,  auf  Feststellung der  Unzulässigkeit,  Unzumut-
barkeit und Unmöglichkeit des Wegweisungsvollzugs (in den Heimat-
staat),  auf  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Be-
schwerde  sowie  auf  Unterlassung  der  Kontaktnahme  mit  den  Be-
hörden des Heimatstaats und Bekanntgabe allenfalls weiter gegebener 
Daten.
Auf  die  Begründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

E.
Mit  Telefax  vom  22.  März  2010  setzte  der  zuständige  Instruktions-
richter  des  Bundesverwaltungsgerichts  den  Vollzug  der  Wegweisung 
im Sinne einer vorsorglichen Massnahme vorläufig aus.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das BFM gehört 
zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des 
Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Aus-
nahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesver-
waltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vor-

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liegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls 
endgültig  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichts-
gesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art. 108 
Abs. 2  AsylG,  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52  VwVG).  Der  Beschwerde-
führer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m. Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die  Be-
schwerde ist im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  

4.1 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es 
das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu 
überprüfen (Art. 32 - 35 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt,  ob die Vor-
instanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist  (vgl.  die 
diesbezüglich  weiterhin  zutreffende  Rechtsprechung  der  Schweizeri-
schen  Asylrekurskommission  (ARK)  in  Entscheidungen  und  Mit-
teilungen der ARK [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f. sowie Urteil 

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des  Bundesverwaltungsgerichts  E-7878/2008  vom  31.  Dezember 
2008).  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich  einer  selbständigen 
materiellen  Prüfung  und  weist  die  Sache – sofern  sie  den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – zu neuer Entscheidung 
an  die  Vorinstanz  zurück.  Die  Vorinstanz  prüft  die  Frage  der  Weg-
weisung  und  des  Vollzugs  materiell,  weshalb  dem  Bundesver-
waltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt.

4.2 Dementsprechend ist  auf  das Gesuch,  es sei  dem Beschwerde-
führer  Asyl  in  der  Schweiz  zu  gewähren,  nicht  einzutreten. 
Ebensowenig  sind  der  Wegweisungsvollzug  in  den  Heimatstaat  des 
Beschwerdeführers oder die Datenweitergabe an die Behörden seines 
Heimatstaats  Gegenstand  dieses  Verfahrens,  weshalb  auf  die  ent-
sprechenden Anträge gleichfalls nicht einzutreten ist.

5.

5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG). 

5.2 Das BFM hielt  zur  Begründung seines Nichteintretensentscheids 
im  Wesentlichen  fest,  Italien  sei  gestützt  auf  das  "Abkommen  vom 
26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren 
zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in 
einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags" sowie 
dem  "Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 
Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  Anwendung  und  Ent-
wicklung des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien und Ver-
fahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines 
in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags" für 
die Durchführung des Asylverfahrens zuständig. Da bis am 11. März 
2010 keine Stellungnahme aus Italien eingegangen sei und der Termin 
für die Stellungnahme laut Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin II Verordnung 
am 2. Oktober 2009 verfristet sei, gelte dies als stillschweigende Zu-
stimmung  Italiens.  Die  Rückführung  habe  –  vorbehältlich  einer  all-
fälligen  Unterbrechung  (Art.  20  Abs.  1  Bst.  d  Dublin  II  Verordnung 
[Verordnung {EG} Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur 
Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitglied-

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staates, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen in 
einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist])  oder  Ver-
längerung (Art. 20 Abs. 2 Dublin II Verordnung) – bis spätestens zum 
3. April 2010 zu erfolgen.
Dem  Beschwerdeführer  sei  am  15.  Juli  2009  das  rechtliche  Gehör 
gewährt  worden. Dabei  habe er  geltend gemacht,  er  sei  gegen eine 
Wegweisung nach Italien,  weil  er  dort  keine Unterkunft  habe. Diese 
Aussage stelle kein Hindernis für eine Wegweisung nach Italien dar, 
da Italien ein Rechtsstaat  und gemäss Dublin  Abkommen zur Rück-
übernahme verpflichtet sei. Italien wende die Minimum-Standards- der 
EU für die Aufnahme von Asylgesuchstellern an und stelle demzufolge 
Aufnahmestrukturen zur Verfügung. Demnach sei auf das Asylgesuch 
nicht einzutreten.
Die  Folge  eines  Nichteintretensentscheids  gemäss  Art.  44  Abs.  1 
AsylG sei in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz. Da der Be-
schwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor 
Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, sei das Non-
Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaates nicht 
zu prüfen. Ferner bestünden  keine Hinweise zu einer Verletzung von 
Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) im Falle einer 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Italien.  Weder  die  in  Italien 
herrschende Situation  noch andere  Gründe sprächen gegen die Zu-
mutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat. Ausserdem sei der Voll-
zug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar. 
Italien  habe  der  Rückübernahme  stillschweigend  zugestimmt. 
Schliesslich  hätten  Nichteintretensentscheide gemäss Art.  34 Abs. 2 
Bst. d AsylG keine aufschiebende Wirkung.

5.3 Gemäss  den  Akten  steht  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  am 
29. Dezember  2008  erstmals  in  Italien  daktyloskopiert  wurde.  Bei 
dieser  Sachlage ist  Italien  für  die  Prüfung  des  Asylantrags  des  Be-
schwerdeführers  zuständig.  Die  italienischen  Behörden  unterliessen 
es, sich bis am 2. Oktober 2009 zu einer allfälligen Übernahme des 
Beschwerdeführers vernehmen zu lassen, weshalb davon auszugehen 
ist, dass dem Ersuchen zugestimmt worden ist (Art. 18 Abs. 7 Dublin II 
VO).

5.4 Der Beschwerdeführer kann somit  ohne Weiteres in  den Dublin-
Staat  (Italien) ausreisen,  welcher für  die Prüfung seines Asylantrags 
staatsvertraglich  zuständig  ist.  Es  bestehen  keine  Hinweise  darauf, 

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dass  Italien sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Be-
stimmungen,  insbesondere  an  das  Refoulementverbot  oder  die  ein-
schlägigen Normen der EMRK halten würde.  Da es im vorliegenden 
Verfahren  lediglich  darum  geht,  die  Voraussetzungen  einer  Rück-
führung nach Italien im Rahmen der Dublin II VO zu prüfen, ist auf die 
Vorbringen in Bezug auf die Situation in Eritrea nicht einzugehen.

5.5 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass gemäss den Kriterien 
der Dublin II  VO Italien für  die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig  ist.  Er  beantragt  indessen  sinngemäss,  das  BFM  habe  das 
Selbsteintrittsrecht im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin II VO auszuüben, 
weil  ihn in  Italien ein  miserables Leben erwarte,  ohne Nahrung und 
Schutz. Er habe es bereits am eigenen Leib erfahren und auch andere 
eritreische Migranten angetroffen, die auf der Strasse und unter freiem 
Himmel gelebt hätten. Es sei für ihn zu schwierig, in Italien zu leben. 
Er  erwarte  einen fairen  Entscheid,  der  seine schwierige  persönliche 
Situation,  eingeschlossen  Stress,  Kopfweh,  Gedankenkreisen, 
Hoffnungslosigkeit und dergleichen berücksichtige.

Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, die Betreuung von 
Asylbewerbern durch die italienischen Behörden entspreche nicht dem 
gewohnten  schweizerischen  Niveau.  Dabei  verkennt  er  zum  einen, 
dass er diesmal nicht einfach auf der Strasse leben muss, weil er den 
italienischen Behörden übergeben wird, die damit erst die Möglichkeit 
haben,  sich  um ihn gebührend zu  kümmern  und sein  Asylverfahren 
durchzuführen.  Zum  anderen  gibt  es  keinen  Anspruch  von  Asyl-
gesuchstellern,  vom  höchstmöglichen  Niveau  der  Betreuung  im 
Schengen-Raum  zu  profitieren.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  nach 
Italien  erweist  sich  in  Berücksichtigung  sozialer  Aspekte  unter  dem 
Aspekt von Art. 3 EMRK somit als zulässig, weshalb kein Anlass zum 
Selbsteintritt besteht.

6.  
Das BFM ist in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG demnach 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten, weshalb es sich erübrigt, auf die weiteren Ausführungen in 
der  Beschwerdeschrift  einzugehen.  Die  Anträge,  die  vorinstanzliche 
Verfügung sei aufzuheben, das BFM sei anzuweisen, sein Recht zum 
Selbsteintritt  auszuüben und sich für das vorliegende Asylgesuch für 
zuständig zu erklären, sind somit abzuweisen.

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7.

7.1 Das Nichteintreten auf ein Asylgesuch hat in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Vorliegend 
ist  keine  Ausnahme von  diesem  Grundsatz  ersichtlich  (vgl.  EMARK 
2001  Nr. 21).  In  Verfahren nach Art.  34  Abs. 2  Bst.  d  AsylG ist  die 
Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 
regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheides. Auf die Frage einer drohenden Verletzung 
des Non-Refoulement-Gebots muss an dieser Stelle nicht weiter ein-
gegangen werden. 

7.2 Weiter  stellt  sich  die  Frage  nach  der  Zumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht 
unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG, 
SR 142.20), sondern ebenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im 
Rahmen des  Selbsteintrittsrechts  oder  gegebenenfalls  –  sofern  sich 
Familienmitglieder  in  verschiedenen  Dublin-Staaten  befinden  und 
allenfalls  zusammengeführt  werden  sollten  –  bei  der  Ausübung  der 
sog. Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin II VO). 

7.3 Nach dem Gesagten sind die vom BFM verfügte Wegweisung und 
deren Vollzug zu bestätigen.

8.
Dem Beschwerdeführer ist  es nicht  gelungen darzutun, inwiefern die 
angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen 
ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit 
darauf einzutreten ist.

9.
Mit dem Urteil in der Hauptsache sind die Gesuche um Verzicht auf die 
Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  um  Wiederherstellung  der 
aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gegenstandslos geworden.

10.
Aufgrund vorstehender Erwägungen erweist sich die Beschwerde als 
aussichtslos, weshalb das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen 
Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG abzuweisen ist. 
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Be-

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schwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr.  600.--  festzusetzen  (Art. 1  -  3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.

2.
Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im 
Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen.

3.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

4.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N   (per 

Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand:

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