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**Case Identifier:** 9deb5796-7b3c-5dbd-9951-7e75db2f1055
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-09-02
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Handelsgericht 02.09.2025 HSU.2025.38
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_009_HSU-2025-38_2025-09-02.pdf

## Full Text

Handelsgericht 

2. Kammer 

 

HSU.2025.38 / as / mv  
  

 

Entscheid vom 2. September 2025 
 
 

Besetzung  Oberrichter Vetter, Präsident  

Gerichtsschreiber Schneuwly  

 

 
   

Gesuchstellerin   C._____,  

vertreten durch lic. iur. Nicola Neth, Rechtsanwältin, Bellerivestrasse 3, 

8008 Zürich  

 

  
   

Gesuchsgegne-

rin 1 

 F._____ AG,  

vertreten durch Dr. iur. Patrick Rohn, MLaw Laura Mahler, Thouvenin 

Rechtsanwälte KLG, Rechtsanwälte, Klausstrasse 33, 8024 Zürich  

 

Gesuchsgegner 

2 

 J._____,  

 

Gesuchsgegne-

rin 3 

 K._____,  

vertreten durch lic. iur. Christian Brunner, Rechtsanwalt, Herzog-

strasse 14, 8044 Zürich  

 

  
 

Gegenstand  Summarisches Verfahren betreffend superprovisorische Massnahmen 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Der Präsident entnimmt den Akten: 

 

1. 

Die Gesuchstellerin ist eine nichteingetragene liechtensteinische Stiftung 

mit Sitz in QR._____. Ihr Hauptzweck […] (Gesuchsbeilage [GB] 2).  

 

2. 

Die Gesuchsgegnerin 1 ist eine schweizerische Aktiengesellschaft mit Sitz 

in QS._____. Sie bezweckt […] (GB 4). 

 

3. 

3.1. 

Der Gesuchsgegner 2 ist eine natürliche Person mit Wohnsitz in QU._____. 

 

3.2. 

Die Gesuchsgegnerin 3 ist eine Gesellschaft panamaischen Rechts mit Sitz 

in Z._____, QV._____. 

 

4. 

4.1. 

Dem vorliegenden Prozess liegt insbesondere ein Familienstreit zwischen 

dem mittlerweile am 24. Mai 2021 verstorbenen O._____ (Vater) mit seinen 

beiden Söhnen, P._____ (Sohn 1), sowie AA._____ (Sohn 2) über die 

Rechte an den Aktien sowohl der Gesuchsgegnerin 3 als auch der Ge-

suchsgegnerin 1 zu Grunde. 

 

4.2. 

Mit Entscheid vom 21. August 2025 erkannte das Handelsgericht hinsicht-

lich der Klage der Gesuchsgegnerin 3 gegen die Gesuchsgegnerin 1 vom 

29. März 2021 wie folgt: 

 

" 1. 
In Gutheissung der Klage wird festgestellt, dass 

 
 1.1. 

sämtliche Beschlüsse der folgenden Generalversammlungen der Be-
klagten nichtig sind: 

 

• vom 24. Juli 2018 (vgl. AB 56), 

• vom 15. November 2018 (vgl. AB 57), 

• vom 2. März 2020 (vgl. AB 100), 

• vom 2. Oktober 2020 (vgl. KB 9), 

• vom 20. Oktober 2023 (vgl. KB 177), 

• vom 14. März 2024 (vgl. KB 178), 

• vom 3. April 2024 (vgl. KB 179), 
 

 1.2. 
sämtliche Beschlüsse der folgenden Verwaltungsratssitzungen der Be-
klagten nichtig sind: 

 - 3 - 

 

 

 

• vom 14. März 2019 (vgl. AB 97), 

• vom 2. Oktober 2020 (vgl. AB 103), 

• vom 7. Dezember 2020 (vgl. AB 109), 

• vom 14. Dezember 2020 (09:05-10:25 Uhr) (vgl. AB 113), 

• vom 14. Dezember 2020 (10:35-10:50 Uhr) (vgl. AB 123), 

• vom 21. Dezember 2022 (vgl. KB 180), und 
 
 1.3. 

die von der Beklagten ausgegebenen 3'500 Namenaktien mit einem 
Nennwert von je Fr. 100.00 (Stimmrechtsaktien) nichtig sind. 

 
 2. 

Zudem wird die Beklagte in Gutheissung der Klage verpflichtet, die Klä-
gerin als Aktionärin der 3'000 Namenaktien mit einem Nennwert von je 
Fr. 1'000.00 in ihr Aktienbuch einzutragen. 

 
 3. 

Im darüber hinausgehenden Umfang wird auf die Klage nicht eingetre-
ten. 

 
 4. 

Die Gerichtskosten von Fr. 116'838.40 werden der Beklagten auferlegt 
und mit den von den Parteien geleisteten Kostenvorschüssen von ge-
samthaft Fr. 44'320.00 verrechnet. Die Beklagte hat der Obergerichts-
kasse den Fehlbetrag von Fr. 72'518.40 mittels beiliegenden Einzah-
lungsscheines zu bezahlen und der Klägerin den Betrag von 
Fr. 43'320.00 direkt zu ersetzen. 

 
 5. 

Die Beklagte hat der Klägerin eine gerichtlich festgelegte Parteient-
schädigung in der Höhe von Fr. 289'300.00 zu bezahlen. 

 
 6. 

Der Klägerin wird nach Ablauf der Rechtsmittelfrist die geleistete Par-
teikostensicherheit in der Höhe von Fr. 178'113.00 zurückerstattet." 

  

 - 4 - 

 

 

5. 

Mit Gesuch vom 1. September 2025 (elektronische Aufgabe: 1. September 

2025) stellte die Gesuchstellerin folgende Anträge: 

 

 

 

 

  

 - 5 - 

 

 

   

Der Präsident zieht in Erwägung: 

 

1. Zuständigkeit 

Das Gericht prüft die Prozessvoraussetzungen von Amtes wegen (Art. 60 

ZPO). Darunter fallen insbesondere die örtliche und die sachliche Zustän-

digkeit des angerufenen Gerichts (Art. 59 Abs. 2 lit. b ZPO). 

 

1.1. Internationale Zuständigkeit 

Da die Gesuchstellerin ihren Sitz in QW._____, die Gesuchsgegnerin 1 ih-

ren Sitz in der Schweiz, der Gesuchsgegner 2 seinen Wohnsitz in der 

Schweiz und die Gesuchsgegnerin 3 ihren Sitz in QV._____ haben, besteht 

ein internationaler Sachverhalt.1 Die Zuständigkeit der schweizerischen 

Gerichte beurteilt sich deshalb nach den Bestimmungen des IPRG. Vorbe-

halten bleiben gemäss Art. 1 Abs. 2 IPRG jedoch völkerrechtliche Verträge, 

wie das LugÜ.  

 

In der Hauptsache geht es insbesondere um die Feststellung der Nichtig-

keit gewisser Generalversammlungsbeschlüsse der Gesuchsgegnerin 1 

(Gesuch Rz. 5). Für Klagen, welche die Gültigkeit bzw. die Nichtigkeit der 

Beschlüsse der Organe einer Gesellschaft zum Gegenstand haben, sind 

ausschliesslich die Gerichte des durch das LugÜ gebundenen Staates, in 

dessen Hoheitsgebiet die Gesellschaft ihren Sitz hat, zuständig (Art. 22 

Ziff. 2 LugÜ).2 Art. 22 LugÜ ist auch anwendbar, wenn die Gesuchstellerin 

ihren Sitz in keinem LugÜ-Vertragsstaat hat.3 

 

Bei der Entscheidung darüber, wo sich der Sitz befindet, wendet das Ge-

richt die Vorschriften seines internationalen Privatrechts an (Art. 22 Ziff. 2 

LugÜ). Gemäss Art. 21 Abs. 2 IPRG gilt als Sitz einer Gesellschaft der in 

den Statuten oder im Gesellschaftsvertrag bezeichnete Ort. Fehlt ein sol-

cher, so gilt als Sitz der Ort, an dem die Gesellschaft tatsächlich verwaltet 

wird. Die Gesuchsgegnerin 1 hat ihren statutarischen Sitz in QX._____. Da 

es in der Hauptsache um die Gültigkeit bzw. Nichtigkeit von Organbe-

schlüssen der Gesuchsgegnerin 1 geht, sind ausschliesslich die schweize-

rischen Gerichte zuständig.  

 

Im Anwendungsbereich des LugÜ kann vor Einleitung des Hauptsachen-

verfahrens jedes Hauptsachengericht uneingeschränkt seine Zuständigkeit 

auch für vorsorgliche Massnahmen erklären und uneingeschränkt solche 

Massnahmen erlassen, selbst wenn die Hauptsache später vor ein anderes 

Hauptsachengericht getragen wird.4 Damit besteht vorliegend für den 

 
1  Vgl. BGE 135 III 185 E. 3.1, 131 III 76 E. 2.3. 
2  BSK LugÜ-GÜNGERICH, 3. Aufl. 2024, Art. 22 N. 43. 
3  BSK LugÜ-GÜNGERICH (Fn. 2), Art. 22 N. 7; SHK LugÜ-MÜLLER, 2. Aufl. 2011, Art. 22 N. 64. 
4  BSK LugÜ-FAVALLI/AUGSBURGER/CRIFASI-KÄSER, 3. Aufl. 2024, Art. 31 N. 118 m.w.N. 

 - 6 - 

 

 

Erlass vorsorglicher Massnahmen eine internationale Zuständigkeit der 

schweizerischen Gerichte. 

 

1.2. National-örtliche Zuständigkeit 

Gemäss Art. 151 Abs. 1 IPRG sind die schweizerischen Gerichte am Sitz 

der Gesellschaft für gesellschaftsrechtliche Streitigkeiten gegen die Gesell-

schaft zuständig, worunter die Nichtigkeitsklage von Generalversamm-

lungsbeschlüssen fällt.5 Da sich der Sitz der Gesuchsgegnerin 1 in 

QS._____ befindet, sind die aargauischen Gerichte national-örtlich für die 

Hauptsache zuständig.  

 

Die national-örtliche Massnahmenzuständigkeit bestimmt sich nach Art. 10 

IPRG.6 Danach sind die schweizerischen Gerichte, die in der Hauptsache 

zuständig sind oder am Ort, wo die Massnahme vollstreckt werden soll, 

national-örtlich zuständig.7 Vorliegend sind die aargauischen Gerichte na-

tional-örtlich für die Hauptsache zuständig. Entsprechend ist es national-

örtlich auch für die vorsorglichen Massnahmen zuständig. 

 

1.3. Sachliche Zuständigkeit 

Die sachliche Zuständigkeit des Einzelrichters am Handelsgericht für den 

Erlass vorsorglicher Massnahmen ergibt sich aus Art. 6 Abs. 4 lit. b ZPO 

i.V.m. Art. 6 Abs. 5 ZPO i.V.m. § 12 Abs. 1 lit. a und § 13 Abs. 1 lit. a EG 

ZPO. Das Handelsgericht ist zuständig, da es in der Hauptsache um die 

Nichtigkeit von Generalversammlungsbeschlüssen, eine Streitigkeit aus 

dem Recht der Handelsgesellschaften (Aktiengesellschaft), geht.8 Der Ein-

zelrichter ist zuständig, da über die vorsorglichen Massnahmen im Sum-

marverfahren zu entscheiden ist (Art. 248 lit. d ZPO). 

 

2. Voraussetzungen superprovisorischer Massnahmen 

2.1. Allgemeine Voraussetzungen 

Gemäss Art. 261 Abs. 1 ZPO trifft das Gericht die notwendigen vorsorgli-

chen Massnahmen, wenn die gesuchstellende Partei glaubhaft macht, 

dass ein ihr zustehender Anspruch verletzt ist oder eine Verletzung zu be-

fürchten ist (lit. a) und ihr aus der Verletzung ein nicht leicht wieder gutzu-

machender Nachteil droht (lit. b).  

 

Voraussetzungen zum Erlass superprovisorischer Massnahmen sind folg-

lich a) die Verletzung oder Gefährdung eines materiellen Anspruchs (sog. 

Hauptsachenprognose bzw. Verfügungsanspruch), b) der Umstand, dass 

die drohende Verletzung des zu schützenden Rechts einen nicht leicht wie-

der gutzumachenden Nachteil zur Folge hat (sog. Nachteilsprognose bzw. 

 
5  BSK IPRG-EBERHARD/VON PLANTA, 4. Aufl. 2020, Art. 151 N. 8. 
6  BSK LugÜ-FAVALLI/AUGSBURGER/CRIFASI-KÄSER (Fn. 4), Art. 31 N. 127 f. 
7  BSK IPRG-DROESE, 4. Aufl. 2020, Art. 10 N. 9 ff. m.w.N. 
8  Vgl. SK-VETTER, 4. Aufl. 2025, Art. 6 N. 36 m.w.N. 

 - 7 - 

 

 

Verfügungsgrund) sowie c) eine zeitliche Dringlichkeit vorliegt.9 Schliess-

lich hat die anzuordnende vorsorgliche Massnahme verhältnismässig zu 

sein.10 

 

2.2. Glaubhaftmachung 

Das Vorliegen der den Erlass vorsorglicher Massnahmen begründenden 

Tatsachen muss der Gesuchsteller glaubhaft machen.11 Glaubhaft ge-

macht ist eine Behauptung, wenn der Richter von ihrer Wahrheit nicht völlig 

überzeugt ist, sie aber überwiegend für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel 

beseitigt sind. Für das Vorhandensein der behaupteten Tatsachen müssen 

folglich gewisse Elemente sprechen, auch wenn das Gericht noch mit der 

Möglichkeit rechnet, dass diese sich nicht verwirklicht haben könnten.12 

 

3. Hauptsachenprognose 

Zu prüfen ist, ob eine positive Hauptsachenprognose vorliegt. 

 

3.1. Behauptungen der Gesuchstellerin 

Die Gesuchstellerin macht geltend, die Gesuchsgegnerin 3 habe nach dem 

Entscheid des Handelsgerichts vom 21. August 2025 bereits am 28. Au-

gust 2025 um 17:00 Uhr eine angebliche ausserordentliche Generalver-

sammlung in Form einer Universalversammlung durchgeführt. Dabei sei 

angeblich einstimmig beschlossen worden, AB._____, AC._____ und 

AD._____ als aktuell eingetragene Verwaltungsratsmitglieder der Ge-

suchsgegnerin 1 mit sofortiger Wirkung abzuberufen und den Gesuchsgeg-

ner 2 als neues, einziges Verwaltungsratsmitglied der Gesuchsgegnerin 1 

zu wählen (Gesuch Rz. 20; GB 3).  

 

Die Gesuchstellerin werde in der Hauptsache die Nichtigkeit der angebli-

chen Generalversammlungsbeschlüsse vom 28. August 2025 geltend ma-

chen, weil diese unter eklatanter Verletzung ihrer Mitgliedschaftsrechte zu-

stande gekommen seien. Die Gesuchstellerin sei Alleinaktionärin der Ge-

suchsgegnerin 1 und als solche im Aktienbuch der Gesuchsgegnerin 1 ein-

getragen (Gesuch Rz. 27 f.; GB 28). Zwar sei die Gesuchsgegnerin 1 of-

fenbar im Urteil verpflichtet worden, die Gesuchsgegnerin 3 als Aktionärin 

der 3'000 Stammaktien in ihrem Aktienbuch einzutragen, eine solche Ein-

tragung im Aktienbuch sei jedoch gemäss Angabe der Gesuchsgegnerin 1 

noch nicht erfolgt und sei von der Gesuchsgegnerin 3 bisher auch nicht 

 
9  Vgl. hierzu SK ZPO-HUBER, 4. Aufl. 2025, Art. 261 N. 17 ff. und Art. 265 N. 7 ff.; BSK ZPO-SPRE-

CHER, 4. Aufl. 2024, Art. 261 N. 10 ff. und Art. 265 N. 6 ff.; DIKE ZPO-ZÜRCHER, 3. Aufl. 2025, 
Art. 261 N. 5 ff. 

10  SK ZPO-HUBER (Fn. 9), Art. 261 N. 23; BSK ZPO-SPRECHER (Fn. 9), Art. 261 N. 10 ff.; DIKE ZPO-
ZÜRCHER (Fn. 9), Art. 261 N. 33 ff. 

11  SK ZPO-HUBER (Fn. 9), Art. 261 N. 25. 
12  BGE 130 III 321 E. 3.3; BÜHLER, Beweismass und Beweiswürdigung bei Gerichtsgutachten, in: Fell-

mann/Weber (Hrsg.), Tagungsband HAVE, Der Haftpflichtprozess, Tücken der gerichtlichen Scha-
denserledigung, 2006, S. 43; SK ZPO-HUBER (Fn. 9), Art. 261 N. 25. 

 - 8 - 

 

 

beantragt worden. Mangels Eintrags könne die Gesuchsgegnerin 3 nach 

Art. 689a OR ihre Aktionärsrechte noch nicht ausüben (Gesuch Rz. 29).  

 

Das Urteil im Verfahren HOR.2021.17 sei ohne jegliche Beteiligungsmög-

lichkeit der Gesuchstellerin ergangen. Die Verpflichtung der Gesuchsgeg-

nerin 1, die Gesuchsgegnerin 3 in ihr Aktienbuch einzutragen, habe keine 

Wirkung gegenüber der Gesuchstellerin. Die pauschale Feststellung des 

angerufenen Gerichts in Erwägung 2.3.4.3.3 des Urteils, wonach die Grün-

dung der Gesuchstellerin nichtig sei, sei unhaltbar (Gesuch Rz. 30).  

 

Gemäss Rechtsprechung des Bundesgerichts seien bei Massnahmebe-

gehren, welche der Sicherstellung des bisherigen Zustands dienen, keine 

allzu hohen Anforderungen zu stellen. Mit der Registersperre werde der 

status quo ante gesichert (Gesuch Rz. 25).  

 

Zusammenfassend hätten an der angeblichen Generalversammlung vom 

28. August 2025 keine gültigen Beschlüsse gefasst werden können, da die 

Gesuchstellerin nicht vertreten gewesen sei und die vertretene Gesuchs-

gegnerin 3 nicht im Aktienbuch der Gesuchsgegnerin 1 eingetragen war. 

Folglich konnten AB._____, AC._____ und AD._____ auch nicht gültig aus 

dem Verwaltungsrat der Gesuchstellerin (recte: Gesuchsgegnerin 1) abbe-

rufen und der Gesuchsgegner 2 nicht gültig in den Verwaltungsrat gewählt 

werden (Gesuch Rz. 31). 

 

3.2. Rechtliches 

3.2.1. 

Das Handelsgericht des Kantons Aargau ist eine einzige kantonale Instanz 

(vgl. Art. 6 Abs. 1 ZPO). Seine Entscheide können einzig mit der Be-

schwerde in Zivilsachen nach Art. 72 ff. BGG bzw. allenfalls mit der sub-

sidiären Verfassungsbeschwerde nach Art. 113 ff. BGG beim Bundesge-

richt angefochten werden. Die Beschwerde hat in der Regel keine aufschie-

bende Wirkung (Art. 103 Abs. 1 BGG). Der Instruktionsrichter oder die In-

struktionsrichterin des Bundesgerichts kann jedoch von Amtes wegen oder 

auf Antrag einer Partei die aufschiebende Wirkung verfügen (Art. 103 

Abs. 3 BGG). Von Gesetzes wegen hat die Beschwerde nur bei Gestal-

tungsurteilen aufschiebende Wirkung (Art. 103 Abs. 2 lit. a BGG).  

 

Die Beschwerde in Zivilsachen hinsichtlich Leistungs- und Feststellungs-

entscheiden ist bloss ein ausserordentliches Rechtsmittel. In diesen Fällen 

ist der kantonale Entscheid – andere Verfügungen der Instruktionsrichterin 

oder des Instruktionsrichters des Bundesgerichts vorbehalten – rechtskräf-

tig und vollstreckbar.13 Leistungs- und Feststellungsentscheide einziger 

 
13  BGE 148 III 95 E. 4.5, 146 III 284 E. 2.3.4 f. 

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kantonaler Instanzen werden dabei unmittelbar rechtskräftig und vollstreck-

bar.14 

 

3.2.2. 

Nach Art. 689a Abs. 1 OR kann die Mitgliedschaftsrechte aus Namenaktien 

ausüben, wer durch den Eintrag im Aktienbuch ausgewiesen oder vom Ak-

tionär dazu schriftlich bevollmächtigt ist. Wird ein Aktienbuch geführt, sind 

aber seine formellen Eintragungen am Stichtag unrichtig, so erlaubt der 

blosse Wortlaut des Gesetzes den Nachweis der Legitimation ohne formel-

len Aktienbucheintrag grundsätzlich nicht. In der Literatur und Praxis wurde 

ein solcher Nachweis jedoch stets als zulässig erachtet, insbesondre wenn 

der Eintrag eines Namenaktionärs wegen Verschuldens oder Nachlässig-

keit der Aktiengesellschaft nicht vorgenommen worden war.15 

 

3.3. Würdigung 

3.3.1. 

Die Gesuchstellerin behauptet nicht, dass das Bundesgericht bisher einer 

Beschwerde in Zivilsachen der Gesuchsgegnerin 1 gegen den Entscheid 

des Handelsgerichts vom 21. August 2025 aufschiebende Wirkung erteilt 

hätte. Beim Entscheid des Handelsgerichts vom 21. August 2025 handelt 

es sich um einen Feststellungs- und Leistungsentscheid, aber nicht um ei-

nen Gestaltungsentscheid. Dementsprechend ist die Beschwerde in Zivil-

sachen im konkreten Fall einzig ein ausserordentliches Rechtsmittel und 

hemmt bis auf andere Anordnung hin weder die Rechtskraft noch die Voll-

streckbarkeit des Entscheids des Handelsgerichts vom 21. August 2025. 

 

Der Gesuchstellerin kann daher insoweit nicht gefolgt werden, als sie gel-

tend macht, die 3'500 Stimmrechtsaktien der Gesuchsgegnerin 1 würden 

noch heute gültig existieren. Vielmehr wurden diese im bisher rechtskräfti-

gen und vollstreckbaren Entscheid des Handelsgerichts vom 21. August 

2025 für nichtig erklärt (Dispositivziffer 1.3). Diese festgestellte Nichtigkeit 

hätte auch Auswirkungen auf die Gesuchstellerin, sofern diese überhaupt 

je Aktionärin der Gesuchsgegnerin 1 gewesen sein sollte, was im Entscheid 

des Handelsgerichts vom 21. August 2025 ausdrücklich verneint wurde.  

 

3.3.2. 

Die Gesuchstellerin behauptet, die Gesuchsgegnerin 1 habe die Gesuchs-

gegnerin 3 bisher nicht in ihr Aktienbuch eingetragen. Gemäss Dispositiv-

ziffer 2 des Entscheids des Handelsgerichts vom 21. August 2025 ist die 

Gesuchsgegnerin 1 hierzu jedoch – bisher rechtskräftig und vollstreckbar – 

verpflichtet worden. Die Gesuchstellerin macht in ihrem Gesuch demnach 

 
14  BSK ZPO-DROESE, 4. Aufl. 2024, Art. 336 N. 2. 
15  BSK OR II-PÖSCHEL, 6. Aufl. 2024, Art. 689a N. 13 m.w.N. Siehe dazu auch ausführlich VISCHER, 

Prüfungsrecht und -pflicht der AG in Bezug auf das Aktieneigentum ihrer Aktionäre, v.a. auch im 
Zusammenhang mit den neuen Vorschriften des Global Forum-Gesetzes, SZW 2020, S. 263 f. 
m.w.N. 

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geltend, der Umstand, wonach die Gesuchsgegnerin 1 dem bisher rechts-

kräftigen und vollstreckbaren Entscheid des Handelsgerichts vom 21. Au-

gust 2025 nicht Folge leiste, müsse der Gesuchsgegnerin 3 zum Nachteil 

gereichen. Weil diese formell im Aktienbuch noch nicht eingetragen sei, 

könne sie keine Aktionärsrechte ausüben. Das kann nicht richtig sein. 

Würde sich die Gesuchsgegnerin 1 an den bisher rechtskräftigen und voll-

streckbaren Entscheid des Handelsgerichts vom 21. August 2025 halten, 

wäre die umstrittene ausserordentliche Generalversammlung vom 28. Au-

gust 2025 nicht zu beanstanden. Aus der derzeit unberechtigten Verweige-

rungshaltung der Gesuchsgegnerin 1 kann die Gesuchstellerin nichts zu 

ihren Gunsten ableiten. 

 

3.3.3. 

Der Gesuchstellerin wurde die Nebenintervention im Verfahren 

HOR.2021.17 deshalb verwehrt, weil sie dem Handelsgericht keine Tatsa-

chen glaubhaft machen konnte, die auf ihre Aktionärsstellung an der Ge-

suchsgegnerin 1 schliessen liessen. Mit Urteil vom 8. März 2024 wies das 

Bundesgericht die Beschwerde in Zivilsachen der Gesuchstellerin im Ver-

fahren 4A_604/2023 ab. Die Nichtteilnahme der Gesuchstellerin im Verfah-

ren HOR.2021.17 wurde damit höchstrichterlich bestätigt. Auch im vorlie-

genden Verfahren macht die Gesuchstellerin keine Tatsachen glaubhaft, 

die auf ihre Aktionärseigenschaft an der Gesuchsgegnerin 1 schliessen 

liessen. Der blosse Eintrag im Aktienbuch genügt in der vorliegenden Strei-

tigkeit hierfür nicht (vgl. bereits Verfügung vom 13. November 2023 E. 5.3 

im Verfahren HOR.2021.17). 

 

3.3.4. 

Die Hauptsachenprognose ist folglich zu verneinen. In der Sache geht es 

vorliegend weniger um die Anordnung vorsorglicher Massnahmen, um un-

rechtmässiges Verhalten der Gesuchsgegner 2–3 zu verhindern, sondern 

vielmehr um das Begehren, der von der Gesuchsgegnerin 1 in Betracht 

gezogenen Beschwerde in Zivilsachen gegen den Entscheid des Handels-

gerichts vom 21. August 2025 die aufschiebende Wirkung zuzuerkennen. 

Hierfür ist aber das Handelsgericht des Kantons Aargau funktional nicht 

zuständig, sondern die Instruktionsrichterin oder der Instruktionsrichter des 

Bundesgerichts (Art. 103 Abs. 3 BGG). 

 

4. Verhältnismässigkeit 

Im Übrigen ist es unverhältnismässig, mit einem Gesuch um Erlass vor-

sorglicher Massnahmen dem Entscheid der Instruktionsrichterin oder des 

Instruktionsrichters des Bundesgerichts über die Gewährung der aufschie-

benden Wirkung (vgl. Art. 103 Abs. 3 BGG) vorzugreifen. 

 

5. Prozesskosten 

Das Gericht entscheidet über die Prozesskosten in der Regel im Endent-

scheid (Art. 104 Abs. 1 ZPO). Über Prozesskosten vorsorglicher 

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Massnahmen kann zusammen mit der Hauptsache entschieden werden 

(Art. 104 Abs. 3 ZPO). Es entspricht der Praxis des Handelsgerichts des 

Kantons Aargau, die Kosten vorsorglicher Massnahmen bereits im Mass-

nahmeentscheid zu verlegen.  

 

Die Kosten sind entsprechend dem Verfahrensausgang der Gesuchstelle-

rin aufzuerlegen. Sie bestehen vorliegend, mangels entstandenen Auf-

wands seitens der Gesuchsgegner 1–3, einzig aus den Gerichtskosten 

(Art. 95 Abs. 1 ZPO) bzw. aus der Entscheidgebühr (Art. 95 Abs. 2 lit. b 

ZPO), welche sich nach § 8 GebührD bemisst. Sie wird in Berücksichtigung 

des verursachten gerichtlichen Aufwands und angesichts von Schwierigkeit 

und Umfang der Streitigkeit auf Fr. 2'000.00 festgesetzt. Die Gerichtskos-

ten sind von der Gesuchstellerin nachzufordern (Art. 111 Abs. 1 ZPO).  

 

 
   

Der Präsident erkennt: 

 

1. 

Das Gesuch vom 1. September 2025 wird abgewiesen. 

 

2. 

Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.00 werden der Gesuchstellerin auferlegt.  

 

3. 

Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 

 

 
   

Zustellung an: 

− die Gesuchstellerin (Vertreterin; zweifach mit Einzahlungsschein) 

− den Gesuchsgegnerin 1 (Vertreter; zweifach mit Doppel des Gesuchs 

vom 1. September 2025 [inkl. Beilagen]) 

− den Gesuchsgegner 2 (zweifach mit Doppel des Gesuchs vom 1. Sep-

tember 2025 [inkl. Beilagen]) 

− die Gesuchsgegnerin 3 (Vertreter; zweifach mit Doppel des Gesuchs 

vom1. September 2025 [inkl. Beilagen]) 

 

Mitteilung an: 

− die Obergerichtskasse 

 

  

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Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Zivilsachen (Art. 72 ff., 

Art 90 ff. BGG) 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen, von der schriftlichen Eröff-

nung der vollständigen Ausfertigung des Entscheids an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweize-

rischen Bundesgericht einzureichen. Die Beschwerdeschrift ist in einer 

Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit An-

gabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte elekt-

ronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form 

darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid verfassungsmässige 

Rechte (Art. 98 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf die sich die Partei als 

Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in den Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 2. September 2025 

 

Handelsgericht des Kantons Aargau 

2. Kammer 

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Vetter Schneuwly