# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 07224105-1562-54d3-948b-ced23f5c129b
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2009-09-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.09.2009 C-4707/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_C-4707-2008_2009-09-01.pdf

## Full Text

Abtei lung II I
C-4707/2008
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 .  S e p t e m b e r  2 0 0 9

Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), 
Richter Andreas Trommer, Richter Bernard Vaudan, 
Gerichtsschreiberin Susanne Stockmeyer.

B._______, 
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Visum zu Besuchszwecken.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

C-4707/2008

Sachverhalt:

A.
Der  [...]  geborene  algerische Staatsangehörige  M._______  (nachfol-
gend Gesuchsteller) beantragte im Mai 2008 bei  der Schweizer Bot-
schaft in Algier ein Visum für einen 30-tägigen Besuchsaufenthalt bei 
seinem im Kanton Zürich lebenden Onkel B._______ (nachfolgend Be-
schwerdeführer bzw. Gastgeber). Nach formloser Verweigerung leitete 
die Schweizerische Vertretung das Gesuch an die Vorinstanz zur Prü-
fung und zum Entscheid weiter.

B.
Nachdem das Migrationsamt des Kantons Zürich beim Gastgeber wei-
tere Abklärungen vorgenommen und an die Vorinstanz weitergeleitet 
hatte, wies diese das Gesuch um Bewilligung der Einreise mit Verfü-
gung vom 4. Juli 2008 ab. Dies im Wesentlichen mit der Begründung, 
die anstandslose und fristgerechte Wiederausreise könne nach einem 
Besuchsaufenthalt nicht als gesichert betrachtet werden. 

C.
Mit  Beschwerde  vom  17. Juli  2008  gelangte  der  Gastgeber  an  das 
Bundesverwaltungsgericht. Er  beantragt  sinngemäss, die vorinstanzli-
che  Verfügung  sei  aufzuheben  und  das  Gesuch  um Bewilligung  der 
Einreise  zu  einem  Besuchsaufenthalt  sei  gutzuheissen.  Zur  Begrün-
dung rügt er im Ergebnis, die Vorinstanz sei zu Unrecht davon ausge-
gangen, dass die Wiederausreise nach einem Besuchsaufenthalt nicht 
gewährleistet wäre. Schon mehrmals habe ihn seine Tochter besucht 
und sei immer fristgerecht wieder ausgereist. 

D.
In Ergänzung zu seiner Rechtsmitteleingabe machte der Beschwerde-
führer mit Schreiben vom 15. August 2008 weitere Ausführungen zur 
wirtschaftlichen und sozialen Situation des Gesuchstellers in seinem 
Heimatland. 

Zum Beleg reichte der Beschwerdeführer Kopien der Arbeits- und Feri-
enbestätigung des Gesuchstellers, der Reiseversicherungspolice sowie 
der Garantieverpflichtung zu den Akten.

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E.
Die Vorinstanz schliesst in ihrer Vernehmlassung vom 8. Oktober 2008 
auf Abweisung der Beschwerde.

F.
In  seiner  Replik  vom 13. November 2008 hält  der Beschwerdeführer 
an seinem Rechtsbegehren und dessen Begründung fest.

G.
Auf den weiteren Akteninhalt  wird, soweit rechtserheblich, in den Er-
wägungen eingegangen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.
1.1 Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 
2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht unter 
Vorbehalt der in Art. 32 VGG genannten Ausnahmen Beschwerden ge-
gen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 
1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), welche von 
einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen wurden. Darunter 
fallen u.a. Verfügungen des BFM, mit denen die Ausstellung eines Ein-
reisevisums verweigert  wird. In  dieser  Materie  entscheidet  das  Bun-
desverwaltungsgericht endgültig (Art. 83 Bst. c Ziff. 1 des Bundesge-
richtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt, 
richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach 
dem VwVG (Art. 37 VGG).

1.3 Der Beschwerdeführer  ist  gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG zur  Be-
schwerde berechtigt. Auf  die  frist-  und formgerechte Beschwerde ist 
einzutreten (Art. 50 und 52 VwVG).

2.
Mit Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht kann die Verletzung 
von Bundesrecht einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des 
Ermessens, die unrichtige oder unvollständige Feststellung des rechts-
erheblichen Sachverhaltes und – sofern nicht eine kantonale Behörde 
als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt 

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werden (Art. 49 VwVG). Das Bundesverwaltungsgericht wendet im Be-
schwerdeverfahren das Bundesrecht von Amtes wegen an. Es ist ge-
mäss Art. 62 Abs. 4 VwVG an die Begründung der Begehren nicht ge-
bunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend 
gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist 
grundsätzlich  die  Rechts-  und  Sachlage  zum  Zeitpunkt  seines  Ent-
scheides (vgl. E. 1.2 des in BGE 129 II 215 teilweise publizierten Ur-
teils 2A.451/2002 vom 28. März 2003).

3.
Das  schweizerische  Ausländerrecht  kennt  weder  ein  allgemeines 
Recht auf Einreise noch gewährt es einen besonderen Anspruch auf 
Erteilung eines Visums. Die Schweiz ist  daher – wie andere Staaten 
auch – grundsätzlich nicht gehalten, Ausländerinnen und Ausländern 
die Einreise zu gestatten. Vorbehältlich völkerrechtlicher Verpflichtun-
gen handelt  es sich dabei um einen autonomen Entscheid (vgl. Bot-
schaft  zum  Bundesgesetz  über  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom 
8. März 2002, BBl 2002 3774; BGE 133 I 185 E. 2.3 S. 189).

4.
4.1 Ausländerinnen  und  Ausländer  benötigen  zur  Einreise  in  die 
Schweiz ein für den Grenzübertritt anerkanntes Ausweispapier und ein 
Visum, sofern dieses erforderlich ist (vgl. Art. 5 Abs. 1 Bst. a des Bun-
desgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und 
Ausländer [AuG, SR 142.20], Art. 1 ff. der Verordnung vom 22. Oktober 
2008 über die Einreise und die Visumerteilung [VEV, SR 142.204]). Ist 
nur ein vorübergehender Aufenthalt vorgesehen, müssen Ausländerin-
nen und Ausländer Gewähr für die gesicherte Wiederausreise bieten 
(vgl. Art. 5 Abs. 2 AuG). 

4.2 Bezüglich  der  Einreisevoraussetzungen  für  einen  Aufenthalt  von 
höchstens drei Monaten verweist Art. 2 Abs. 1 VEV auf die Verordnung 
(EG) Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 
15. März 2006 über einen Gemeinschaftskodex für das Überschreiten 
der  Grenzen  durch  Personen  (Schengener  Grenzkodex  [SGK,  ABl. 
L 105 vom 13.04.2006, S. 1-32]). Art. 5 Abs. 1 SGK präzisiert die Ein-
reisevoraussetzungen  für  Drittstaatsangehörige. Diese  benötigen  zur 
Einreise ein oder mehrere gültige Reisedokumente und – sofern  sie 
der Visumspflicht unterliegen – ein gültiges Visum (Bst. a und b). Sie 
müssen den Zweck und die Umstände ihres beabsichtigten Aufenthalts 
belegen  und  hierfür  über  ausreichende  finanzielle  Mittel  verfügen 

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(Bst. c). Im Weiteren dürfen sie nicht im Schengener Informationssys-
tem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung  ausgeschrieben  sein  und  keine 
Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit, die öffentli-
che Gesundheit oder die internationalen Beziehungen eines Mitglied-
staats darstellen (Bst. d und e).

4.3 Die  Einreisevoraussetzungen  gemäss  Schengener  Grenzkodex 
entsprechen  im  Wesentlichen  Art. 5  Abs. 1  Bst. a  –  d  AuG.  Das  in 
Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK genannte Erfordernis, Zweck und Umstände 
des geplanten Aufenthalts zu belegen, wird in Art. 5 Abs. 1 AuG nicht 
explizit  erwähnt.  Demgegenüber  verlangt  Art. 5  Abs. 2  AuG (wie  er-
wähnt),  dass im Falle eines nur vorübergehenden Aufenthalts für die 
gesicherte  Wiederausreise  Gewähr  zu  bieten  ist.  Dies  stellt  jedoch 
kein zusätzliches im nationalen Recht verankertes Erfordernis dar und 
steht  daher nicht  im Widerspruch zum Schengener  Grenzkodex. Die 
Angabe  des  vorübergehenden  Aufenthaltszwecks  stellt  nämlich  zu-
gleich eine Absichtserklärung dar, nach Erfüllung dieses Zwecks wie-
der ausreisen zu wollen. Erfolgen widersprüchliche oder unglaubwürdi-
ge Angaben zum Aufenthaltszweck, so kann daraus der Schluss gezo-
gen werden,  dass der  jeweilige Gesuchsteller  nicht  willens ist,  nach 
Ablauf  des geplanten Aufenthalts  den Schengenraum fristgerecht  zu 
verlassen. In diesem Sinne äussert sich auch die Gemeinsame Konsu-
larische Instruktion an die diplomatischen Missionen und die konsulari-
schen Vertretungen,  die  von Berufskonsularbeamten geleitet  werden 
(GKI, ABl. C 326 vom 22.12.2005, S. 1-149), die eine analoge Ausle-
gung vornimmt. Die GKI verlangt hinsichtlich des Entscheids über den 
Visumsantrag die Einschätzung des Migrationsrisikos; es muss geprüft 
werden, "ob der Antragsteller die Absicht hat, in das Hoheitsgebiet der 
Mitgliedstaaten mit Hilfe eines zu Touristik-, Studien-, Geschäfts- bzw. 
zu Familienbesuchszwecken ausgestellten Visums einzuwandern und 
sich dort niederzulassen" (vgl. ABl. C 326, S. 10). Die laut Art. 5 Abs. 2 
SGK zur Glaubhaftmachung des Aufenthaltszwecks in Frage kommen-
den Belege werden beispielhaft in Anhang I des Schengener Grenzko-
dex aufgelistet.

4.4 Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  ist  somit  festzuhalten, 
dass die nach Art. 5 Abs. 1 Bst. c SGK erforderliche Überprüfung des 
Aufenthaltszwecks dieselbe Fragestellung aufwirft wie die Überprüfung 
des in Art. 5 Abs. 2 AuG genannten Merkmals der gesicherten Wieder-
ausreise  (vgl.  anstelle  vieler:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts 

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C-5672/2008 vom 10. Juni 2009 E.5.3).

5.
Das Schengen-Recht nimmt eine Differenzierung in Bezug auf die Vi-
sumspflicht  von  Drittstaatsangehörigen  vor.  Die  Verordnung  (EG) 
Nr. 539/2001  des  Rates  vom  15. März  2001  (ABl.  L 81  vom 
21.03.2001, S. 1-7) verweist in Art. 1 Abs. 1 und 2 auf die Anhänge I 
und  II,  welche  jeweils  eine  Liste  von  Drittländern  enthalten.  In  An-
hang I sind diejenigen Drittstaaten aufgelistet, deren Staatsangehörige 
beim Überschreiten der Aussengrenzen der Schengen-Mitgliedstaaten 
im Besitz eines Visums sein müssen; Anhang II dagegen führt diejeni-
gen Drittländer auf, deren Staatsangehörige von der Visumspflicht be-
freit sind. Aufgrund seiner Staatsangehörigkeit unterliegt der Gesuch-
steller der Visumspflicht. 

6.
6.1 Wenn es zu beurteilen gilt, ob das Kriterium der gesicherten Wie-
derausreise erfüllt ist, muss ein zukünftiges Verhalten beurteilt werden. 
Dazu lassen sich in der Regel keine verbindlichen Feststellungen, son-
dern lediglich Prognosen machen. Dabei rechtfertigt es sich, Einreise-
gesuchen von Personen aus Staaten mit  politisch oder wirtschaftlich 
vergleichsweise ungünstigen Verhältnissen mit einer gewissen Zurück-
haltung  zu  begegnen,  da  die  persönliche  Interessenlage  in  solchen 
Fällen häufig nicht  mit  dem Ziel  und Zweck einer zeitlich befristeten 
Einreisebewilligung in Einklang steht.

6.2 Algerien  hat  bereits  Ende  der  1980er  Jahre  den  Weg  von  der 
sozialistischen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft eingeschlagen. Nach 
der weitgehenden Überwindung des islamistischen Terrors der 1990er 
Jahre führt die Regierung den Reformkurs fort. Strukturreformen durch 
Privatisierung von Staatsbetrieben und Banken erweisen sich jedoch 
angesichts  der ohnehin hohen Arbeitslosigkeit  als  schwierig. Die Ar-
beitslosenquote  liegt  gemäss  der  nationalen  Statistikbehörde  bei 
11.3%. Unabhängigen Experten zufolge dürfte die reale Arbeitslosen-
quote sogar noch deutlich über diesem Wert liegen (vgl. Länder- und 
Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes > Länder, Reisen und Si-
cherheit  >  Algerien  >  Wirtschaft,  www.  auswaertiges-amt.de,  Stand 
März 2009,  besucht  im August  2009). Nach wie vor sind denn auch 
breite Bevölkerungsschichten von vergleichsweise schwierigen ökono-
mischen und sozialen Lebensbedingungen betroffen. Das Bruttoinland-

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produkt  pro  Kopf  der  Bevölkerung  betrug  im  Jahr  2008  nur  gerade 
4'588 USD, im Jahr 2009 3'641 USD (vgl. Länderbericht Algerien auf 
der Website des Staatssekretariats für Wirtschaft  [SECO], Themen > 
Aussenwirtschaft  >  Länderinformationen  >  Afrika  >  Algerien, 
<http://www.seco.admin.ch  >,  Stand  Mai  2009,  besucht  im  August 
2009).

7.
7.1 In Anbetracht der allgemeinen Situation gewichtete die Vorinstanz 
somit  das  Risiko einer  nicht  fristgerechten Wiederausreise  zu Recht 
als relativ hoch. Es ist  jedoch dem Beschwerdeführer insofern zuzu-
stimmen, als es zu schematisch und nicht haltbar wäre, generell und 
ohne spezifische Anhaltspunkte ausschliesslich aufgrund der allgemei-
nen Lage im Herkunftsland auf eine nicht hinreichend gesicherte Wie-
derausreise zu schliessen. Die eben genannten Umstände entbinden 
die Vorinstanz daher nicht von einer einzelfallbezogenen Beurteilung. 
Namentlich  können  berufliche,  gesellschaftliche  oder  familiäre  Ver-
pflichtungen  die  Prognose  einer  anstandslosen  Wiederausreise  be-
günstigen.

7.2 Beim Gesuchsteller handelt es sich um einen 29-jährigen, ledigen 
und kinderlosen Mann. Über seine persönliche und familiäre Situation 
ist bekannt, dass seine Eltern – welche er gelegentlich besuche – mit 
seinen fünf Geschwistern ca. 250 km von seinem Arbeitsort  entfernt 
leben würden. Die ganze Verantwortung im Hinblick auf das  Älterwer-
den trage der  Gesuchsteller;  insbesondere  werde von ihm erwartet, 
dass er von Zeit zu Zeit anwesend sei und seine Eltern physisch sowie 
psychisch unterstütze. Dies sei  jedoch nur möglich, wenn er auch in 
der  Nähe  seiner  Eltern  leben  würde.  Mit  diesen  Ausführungen  wird 
zwar auf  gewisse (zukünftige) familiäre Verpflichtungen hingewiesen, 
wie sich die physische und psychische Unterstützung jedoch konkret 
ausgestaltet, bleibt hingegen offen. Es erscheint denn auch nicht nach-
vollziehbar, wie sich die angeblichen Unterstützungspflichten mit  sei-
ner  doch  sehr  fordernden  und  anspruchsvollen  Tätigkeit  als  Polizist 
vereinbaren lassen würden. Schliesslich gilt  es zu beachten, dass er 
250km weit entfernt von seinen Eltern lebt. Die Unterstützung der El-
tern ist zudem bereits durch die fünf Geschwister, die noch bei ihren 
Eltern leben, gewährleistet. 

Weiter wird replikweise ausgeführt, es zeichne sich eine bevorstehen-
de Hochzeit  ab. Konkrete Angaben bezüglich der  Hochzeit  sind  den 

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http://www.seco.admin.ch/

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Akten jedoch nicht zu entnehmen; insbesondere ist unbekannt, wo und 
wann  die  Hochzeit  stattfinden  sollte.  Doch  selbst  wenn  dieses  Jahr 
eine Heirat durchgeführt würde, kann dies nicht  zum Schluss führen, 
es  oblägen  dem  Beschwerdeführer  familiäre  oder  persönliche  Ver-
pflichtungen, die ihn von einer Emigration abhalten könnten. Der dies-
bezügliche Wunsch ist nämlich häufig auch mit der Hoffnung und Er-
wartung verbunden, den Ehepartner später nachzuziehen zu können. 

Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass auch die replikweise getä-
tigte  Ausführung,  der  Gesuchsteller  habe  Grundeigentum in  seinem 
Heimatland erworben,  nicht weiter belegt wird und aus diesem Grund 
nicht berücksichtigt werden kann.

7.3 In beruflicher Hinsicht wird geltend gemacht, der Gesuchsteller ar-
beite in Béchar als Polizeibeamter der Sicherheitspolizei (Sûreté natio-
nale),  wobei  er  die  Funktion  eines  "Sanitätspolizisten"  ausübe.  Die 
Vorinstanz äussert diesbezüglich den Einwand, der Beruf des Polizis-
ten  sei  in  Algerien  mit  grossen  Risiken  verbunden  und  keineswegs 
eine lebenslange Garantie für Wohlstand und Sicherheit. Gemäss Be-
schwerdeführer reduziere jedoch der Umstand, dass der Gesuchsteller 
als "Sanitätspolizist" arbeite, die Möglichkeit, einem Anschlag zum Op-
fer zu fallen. Einrichtungen wie Spitäler usw. würden denn auch nur be-
dingt Ziele von terroristischen Anschlägen (Replik S. 2). Diesbezüglich 
gilt  es  auszuführen,  dass  die  "Sûreté  Nationale"  –  welcher  der  Ge-
suchsteller unterstehe – verschiedene Kompetenzen (police criminelle, 
police de la circulation, police de l'air, police des frontières, police judi-
ciaire,  police  anti-émeute)  inne hat  und grundsätzlich  in  städtischen 
Gebieten für Recht und Ordnung zu sorgen hat. Die Funktion des "Sa-
nitätspolizisten"  sei  hingegen  nicht  bekannt,  wie  die  Schweizerische 
Botschaft in Algier auf Anfrage mitteilte. Im Hinblick auf diese Ausfüh-
rungen und dem Umstand, dass Anschlagsziele in Algerien in erster 
Linie die algerischen Sicherheitskräfte, Menschenansammlungen und 
Regierungsgebäude sind, hat die Vorinstanz zu Recht angenommen, 
der Gesuchsteller könne eine Emigration trotz seiner beruflichen Ver-
pflichtungen in Erwägung ziehen. Damit wird auch das Kriterium der 
beruflichen Verankerung nicht  ausgehebelt,  wie  es  der  Beschwerde-
führer replikweise geltend macht: So genügt es nicht, lediglich ein re-
gelmässiges  Erwerbseinkommen  zu  generieren;  zusätzlich  muss  in 
Bezug auf die Arbeit eine besondere Bindung zum Heimatland auszu-
machen sein (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C-3013/2008 
vom 14. Februar 2009 E. 8.4, wo der Gesuchsteller ein Transportunter-

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nehmen führte und Angestellte beschäftigte). In casu ist durch die an-
gespannte Sicherheitslage in Algerien von einer solchen Verankerung 
gerade nicht auszugehen. 

8.  
Gestützt  auf  vorstehende  Erwägungen  durfte  die  Vorinstanz  davon 
ausgehen, die fristgerechte Wiederausreise sei  nicht hinreichend ge-
währleistet. Zwar lässt sich diese Prognose nicht zu einer gesicherten 
Feststellung verdichten; sie genügt indessen – entgegen den Vorbrin-
gen des Beschwerdeführers – um die Erteilung einer Einreisebewilli-
gung, auf welche ohnehin kein Rechtsanspruch besteht, abzulehnen. 

9.
An dieser  Risikoeinschätzung vermögen auch die  Hinweise des  Be-
schwerdeführers auf  seine Verpflichtungserklärung vom 9. Juni  2008 
und  die  für  seinen  Gast  eigens  abgeschlossene  Reiseversicherung 
nichts zu ändern. Die Integrität  des Beschwerdeführers in  seiner Ei-
genschaft als Gastgeber wird nicht in Zweifel gezogen. Indessen sind 
bei der Abwägung des Risikos einer nicht fristgerechten Wiederausrei-
se nicht so sehr die Einstellung und Absichten des Gastgebers, son-
dern in erster Linie das mögliche Verhalten des Gastes selbst von Be-
deutung. Nur  Letzterer  ist  in  der  Lage,  hinreichend Gewähr für  eine 
fristgerechte und anstandslose Wiederausreise zu bieten. Der Gastge-
ber kann zwar für  gewisse finanzielle  Risiken Garantie  leisten,  nicht 
aber – mangels  rechtlicher  und faktischer Durchsetzbarkeit  –  für  ein 
bestimmtes Verhalten des Gastes (vgl. anstelle vieler: Urteil des Bun-
desverwaltungsgerichts C-6950/2007 vom 7. November 2008 E. 8). Vor 
diesem Hintergrund ist auch der Hinweis des Beschwerdeführers auf 
die finanziellen Mittel des Gesuchstellers unbehelflich (vgl. Beschwer-
deergänzung vom 15. August 2008 S. 2).

Wie bereits auch schon die Vorinstanz ausführte, kann auch nicht ent-
scheidend sein, dass der Beschwerdeführer bereits Besuch aus einem 
visumpflichtigen Land gehabt habe und die Wiederausreise eingehal-
ten worden sei: Massgeblich für die Beurteilung der vorliegenden Be-
schwerde ist, ob der aktuell eingeladene Gast Gewähr für die fristge-
rechte Wiederausreise bietet. Wie vorstehend dargelegt, bestehen da-
ran jedoch aufgrund des Gesamtzusammenhangs Zweifel. Die allfälli-
gen anstandslosen Wiederausreisen einer früher vom Gastgeber ein-
geladenen Person vermögen diese nicht auszuräumen. Es wird im Üb-
rigen auch nicht dargetan, inwiefern die Verhältnisse, in welchen sich 

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der Gesuchsteller befindet, vergleichbar sein sollen mit denjenigen der 
erwähnten Person.

10.
Folglich ist nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz das öffentliche 
Interesse sowie die Beachtung der geltenden Bestimmungen entspre-
chend gewichtete und dem Gesuchsteller die Einreise verweigerte. Die 
angefochtene Verfügung verletzt daher das Bundesrecht nicht. Soweit 
für  das  vorliegende  Urteil  massgebend  wurde  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt richtig und vollständig festgestellt, und die Vorinstanz hat 
das ihr zustehende Ermessen pflichtgemäss ausgeübt (vgl. 49 VwVG). 

11.
Entsprechend  dem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  der  unterliegende 
Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Die Verfah-
renskosten sind auf  Fr. 600.--  festzusetzen (Art. 1,  Art. 2  und Art. 3 
Bst. b  des  Reglements  vom  21. Februar 2008  über  die  Kosten  und 
Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

Seite 10

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die Verfahrenskosten von Fr. 600.- werden dem Beschwerdeführer auf-
erlegt und mit dem in gleicher Höhe geleisteten Kostenvorschuss ver-
rechnet. 

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben)
- die Vorinstanz (Dossier Ref-Nr. [...] retour)
- das Migrationsamt des Kantons Zürich in Kopie. 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Antonio Imoberdorf Susanne Stockmeyer

Versand: 

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