# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** aa57f6f0-049a-5c5a-9bdf-b37bd7957f7a
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-08-25
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Versicherungsgericht 25.08.2025 VBE.2024.569
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_007_VBE-2024-569_2025-08-25.pdf

## Full Text

Versicherungsgericht 

1. Kammer 

 

VBE.2024.569 / ms / GM 
Art. 103 

 

Urteil vom 25. August 2025 
 

 

Besetzung  Oberrichter Roth, Vorsitz  

Oberrichterin Fischer  

Oberrichterin Hausherr  

Gerichtsschreiber Schweizer          

 

 
   

Beschwerde- 

führer  

 A._____,  

unentgeltlich vertreten durch lic. iur. Alexandra Meichssner, 

Rechtsanwältin, Hauptstrasse 53, Postfach, 5070 Frick    

 

 
   

Beschwerde-

gegnerin  

 SVA Aargau, IV-Stelle, Bahnhofplatz 3C, Postfach, 5001 Aarau   

     

 
 

Gegenstand  Beschwerdeverfahren betreffend IVG Renten 

(Verfügung vom 29. Oktober 2024) 
 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Das Versicherungsgericht entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Dem 1997 geborene Beschwerdeführer wurden nach der am 12. Februar 

2014 erfolgten Anmeldung für Minderjährige für Massnahmen der beruf-

lichen Eingliederung der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) von 

der Beschwerdegegnerin verschiedene Eingliederungsmassnahmen ge-

währt. Die beruflichen Eingliederungsmassnahmen wurden mit Verfügung 

vom 14. Juli 2016 mangels Mitwirkung des Beschwerdeführers eingestellt. 

 

1.2. 

Am 28. Februar 2020 meldete sich der Beschwerdeführer erneut zum 

Leistungsbezug (berufliche Integration/Rente) an. Die Beschwerdegeg-

nerin tätigte Abklärungen in erwerblicher und medizinischer Hinsicht und 

gewährte Kostengutsprache für ein vom 14. Februar bis 13. Mai 2022 

dauerndes Aufbautraining, welches in der Folge indes per 27. März 2022 

abgebrochen wurde. Auf Empfehlung ihres Regionalen Ärztlichen Dienst 

(RAD) veranlasste die Beschwerdegegnerin eine neuropsychologische 

Untersuchung und liess den Beschwerdeführer bidisziplinär (psychiat-

risch/neurologisch) begutachten (Gutachten der Swiss Medical Assess-

ment- and Business-Center AG, Bern [SMAB], vom 7. Juli 2023). Daraufhin 

stellte sie den Gutachtern Ergänzungsfragen, welche diese am 25. Januar 

2024 beantworteten. Nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren wies die 

Beschwerdegegnerin das Rentenbegehren des Beschwerdeführers mit 

Verfügung vom 29. Oktober 2024 ab. 

 

2. 

2.1. 

Gegen die Verfügung vom 29. Oktober 2024 erhob der Beschwerdeführer 

mit Eingabe vom 2. Dezember 2024 fristgerecht Beschwerde und stellte 

folgende Rechtsbegehren: 

 

"1. In Gutheissung der Beschwerde sei die Verfügung der IV-Stelle 
Aargau vom 29. Oktober 2024 aufzuheben und es seien die ge-
setzlichen Leistungen für Frühinvalidität, mindestens aber ab dem 
1. Januar 2024 eine Viertelrente (IV-Grad 40%) zuzusprechen. 

 2. Eventualiter sei die Verfügung der IV-Stelle Aargau vom 29. Oktober 
2024 aufzuheben und zur Abklärung des rechtserheblichen Sach-
verhalts an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen.  

 3. Dem Beschwerdeführer sei die ungeteilte unentgeltliche Rechtspflege 
zu gewähren und es sei die unterzeichnende Anwältin als unent-
geltliche Rechtsvertreterin einzusetzen.  

 4. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (inkl. MwSt)." 

 

 - 3 - 

 

 

2.2. 

Mit Vernehmlassung vom 10. Dezember 2024 beantragte die Beschwerde-

gegnerin die Abweisung der Beschwerde. 

 

2.3. 

Mit instruktionsrichterlicher Verfügung vom 18. Dezember 2024 wurde dem 

Beschwerdeführer die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt und zu seiner 

unentgeltlichen Vertreterin lic. iur. Alexandra Meichssner, Rechtsanwältin, 

Frick, ernannt. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht zieht in Erwägung: 

 

1. 

Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin das Leistungsbe-

gehren des Beschwerdeführers mit Verfügung vom 29. Oktober 2024 

(Vernehmlassungsbeilage [VB] 177) zu Recht abgewiesen hat. 

 

2. 

Im Rahmen ihrer Abklärungen holte die Beschwerdegegnerin auf 

Empfehlung ihres RAD-Arztes Dr. med. B._____, Facharzt für Psychiatrie 

und Psychotherapie (vgl. VB 138), unter anderem das neuropsy-

chologische Gutachten von Neuropsychologin lic. phil. C._____ vom 

19. April 2023 und das SMAB-Gutachten vom 7. Juli 2023 ein. 

 

2.1. 

Im neuropsychologischen Gutachten vom 19. April 2023 stellte Neuro-

psychologin lic. phil. C._____ folgende Diagnose mit Auswirkung auf die 

Arbeitsfähigkeit: "Leichte bis mittelschwere neuropsychologische Funk-

tionsstörungen bei den verbalen und visuell-räumlichen Lern- und Frisch-

gedächtnisfunktionen, bei exekutiven Teilfunktionen (Ideenproduktion, 

kognitive Umstellfähigkeit, Strukturierungsfähigkeit), im Aufmerksamkeits-

bereich (Aufmerksamkeitsaktivierung, Aufmerksamkeitsteilung) und bei der 

Visuokonstruktion; bei unterdurchschnittlicher intellektueller Leistungs-

fähigkeit, als kognitive Lernbehinderung einzuordnen." (VB 148 S. 13). 

Neuropsychologin lic. phil. C._____ hielt fest, aus rein 

neuropsychologischer Sicht könne der Beschwerdeführer die kognitiven 

Anforderungen einer Berufsausbildung auf Attestniveau grundsätzlich 

bewältigen. Diese müsste im geschützten Rahmen mit agogischer 

Förderung/Betreuung stattfinden und durch ein auf seine Lernbehinderung 

abgestimmtes, ergotherapeutisches Lerncoaching begleitet sein. Aufgrund 

der leichten bis mittelschweren neuropsychologischen Funktionsstörungen 

und der Lernbehinderung sei die Arbeitsfähigkeit/Leistungsfähigkeit um 

30 % reduziert (VB 148 S. 16). 

 

 - 4 - 

 

 

2.2. 

Das SMAB-Gutachten vom 7. Juli 2023 vereint eine psychiatrische und 

neurologische Beurteilung. Die SMAB-Gutachter stellten folgende 

Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit (VB 157.1 S. 6):  

 

"1. Kombinierte Persönlichkeitsstörung (ICD-10: F61.0) mit impulsiver 
und partiell selbstunsicherer Komponente". 

 

Die weiteren gestellten Diagnosen seien ohne Auswirkungen auf die 

Arbeitsfähigkeit (VB 157.1 S. 6). Da der Beschwerdeführer, abgesehen von 

einem dreimonatigen Zeitraum im Lehrbetrieb, noch keiner Beschäftigung 

im ersten Arbeitsmarkt nachgegangen sei, lasse sich die Frage nach der 

Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit nicht beantworten 

(VB 157.1 S. 8). Eine optimal angepasste Tätigkeit müsse ein insgesamt 

stressminimiertes Arbeitsumfeld in allseits wohlwollender Atmosphäre und 

von flacher hierarchischer Struktur aufweisen. Es dürften keine enge 

zeitliche Taktung der klar strukturierten, repetitiven Arbeitsvorgaben mit 

allgemein strikter Anpassung an das individuelle Kompetenzniveau und 

kein Multitasking gefordert werden. Es müsse ein isolierter Arbeitsplatz 

fernab von Gruppenkonstellationen mit der Möglichkeit zur Einlegung 

zwischenzeitlicher Erholungspausen sein. In einer solchen Tätigkeit könne 

der Beschwerdeführer 8.5 Stunden pro Tag anwesend sei. Dabei bestehe 

eine Leistungseinschränkung im Umfang von 20 % aufgrund eines 

vermehrten Pausenbedarfs. Obwohl der Beschwerdeführer bisher keine 

längerfristige Tätigkeit im regulären Arbeitsgeschehen ausgeübt habe, sei 

jedoch – bei dezidiertem Einschluss präventivmedizinischer Aspekte – 

prinzipiell davon auszugehen, dass die Arbeitsfähigkeit in isoliertem Bezug 

auf eine optimal leidensadaptierte Tätigkeit seit jeher das vorab 

bezeichnete Niveau umfasst habe (VB 157.1 S. 9). 

 

Mit ergänzender Stellungnahme vom 25. Januar 2024 hielten die SMAB-

Gutachter an ihrer Beurteilung fest (VB 167). 

 

2.3. 

In der angefochtenen Verfügung vom 29. Oktober 2024 stützte sich die 

Beschwerdegegnerin in medizinischer Hinsicht im Wesentlichen auf die 

Stellungnahme vom 22. Mai 2024 von RAD-Arzt Dr. med. B._____. Dieser 

hielt fest, der RAD habe ein bidisziplinäres Gutachten in den Fach-

disziplinen Psychiatrie und Neurologie mit neuropsychologischer Zusatz-

untersuchung inklusive IQ-Testung mit konsensueller Zusammenfassung 

in Auftrag gegeben. In der Stellungnahme der Gutachter zu den 

Ergänzungsfragen vom 25. Januar 2024 habe man nun die Antwort 

erhalten, dass keine neuropsychologische Zusatzuntersuchung im 

Verantwortungsbereich der SMAB beauftragt worden sei und die 

Einschätzung der Arbeitsfähigkeit aus isoliert klinisch-psychiatrischer 

Beurteilungsperspektive erfolgt sei, d.h. die Arbeitsfähigkeit sei unter 

 - 5 - 

 

 

Ausklammerung der neuropsychologischen Ergebnisse festgelegt worden, 

obwohl gemäss Aktenauszug den Gutachtern das neuropsychologische 

Gutachten von Neuropsychologin lic. phil. C._____ vom 19. April 2023 

vorgelegen habe. Aus rein neuropsychologischer Sicht werde dem 

Beschwerdeführer im Gutachten von Neuropsychologin lic. phil. C._____ 

eine 70%ige Arbeitsfähigkeit attestiert, so dass aus versicherungsmedi-

zinischer Sicht in angepasster Tätigkeit seit dem Erwerbsalter bis auf 

weiteres gesamthaft von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit mit dem von den 

Gutachtern formulierten Ressourcen- und Belastungsprofil ausgegangen 

werden könne (VB 171 S. 2 f.). 

 

3. 

3.1. 

Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob die-

ser für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen 

beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der 

Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medi-

zinischen Zusammenhänge und der medizinischen Situation einleuchtet 

und ob die Schlussfolgerungen des Experten begründet sind (BGE 134 

V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352).  

 

3.2. 

Auch wenn die Rechtsprechung den Berichten versicherungsinterner me-

dizinischer Fachpersonen stets Beweiswert zuerkannt hat, kommt ihnen 

praxisgemäss nicht dieselbe Beweiskraft wie einem gerichtlichen oder 

einem im Verfahren nach Art. 44 ATSG vom Versicherungsträger in Auftrag 

gegebenen Gutachten zu (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c 

S. 160 ff.). Zwar lässt das Anstellungsverhältnis der versicherungsinternen 

Fachperson zum Versicherungsträger alleine nicht schon auf mangelnde 

Objektivität und Befangenheit schliessen (BGE 125 V 351 E. 3b/ee 

S. 353 ff.). Soll ein Versicherungsfall jedoch ohne Einholung eines externen 

Gutachtens entschieden werden, so sind an die Beweiswürdigung strenge 

Anforderungen zu stellen. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zu-

verlässigkeit und Schlüssigkeit der versicherungsinternen ärztlichen Fest-

stellungen, so sind ergänzende Abklärungen vorzunehmen (BGE 135 

V 465 E. 4.4 S. 469 f.; 122 V 157 E. 1d S. 162 f.). 

 

3.3. 

Voll beweistauglich kann auch eine reine Aktenbeurteilung sein, wenn es 

im Wesentlichen um die Beurteilung eines feststehenden medizinischen 

Sachverhalts geht und sich neue Untersuchungen erübrigen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts 9C_1063/2009 vom 22. Januar 2010 E. 4.2.1 mit Hinweis). 

Der medizinische Sachverständige muss sich insgesamt aufgrund der 

vorhandenen Unterlagen ein lückenloses Bild machen können (Urteile des 

Bundesgerichts 8C_46/2019 vom 10. Mai 2019 E. 3.2.1; 8C_641/2011 vom 

22. Dezember 2011 E. 3.2.2 mit Hinweisen). 

 - 6 - 

 

 

 

4. 

4.1. 

Der Beschwerdeführer bringt im Wesentlichen vor, die SMAB-Gutachter 

hätten sich nicht für zuständig erachtet, sich mit der abweichenden 

Arbeitsfähigkeitsbeurteilung der Neuropsychologin auseinanderzusetzen. 

Der RAD hingegen habe das neuropsychologische Gutachten für schlüssig 

erachtet und habe empfohlen, auf deren Arbeitsfähigkeitsbeurteilung 

abzustellen. Auch der RAD habe aber keine interdisziplinäre Gesamt-

beurteilung unter Berücksichtigung allfälliger Wechselwirkungen zwischen 

den psychiatrischen und neurologischen Einschätzungen vorgenommen 

(Beschwerde S. 6 f.). 

 

4.2. 

Mit Aktennotiz vom 31. Oktober 2022 hielt RAD-Arzt Dr. med. B._____ fest, 

es sei ein bidisziplinäres Gutachten in den Fachdisziplinen Psychiatrie und 

Neurologie mit neuropsychologischer Zusatzuntersuchung inklusive IQ-

Testung mit konsensueller Zusammenfassung in Auftrag zu geben (VB 138 

S. 1). Am 16. März 2023 beauftragte die Beschwerdegegnerin die SMAB 

mit der Erstellung des bidisziplinären Gutachtens und wies darauf hin, dass 

ergänzend bei Neuropsychologin lic. phil. C._____ eine neuro-

psychologische Abklärung in Auftrag gegeben worden sei. Das Ergebnis 

dieser Abklärung sei in der gutachterlichen Beurteilung zu berücksichtigen. 

Die SMAB-Gutachter wurden aufgefordert, zur Terminabsprache mit 

Neuropsychologin lic. phil. C._____ Kontakt aufzunehmen (VB 142 S. 1). 

 

4.3. 

Die SMAB-Gutachter unterliessen es jedoch – entgegen der ent-

sprechenden Aufforderung im Gutachtensauftrag vom 16. März 2023 

(VB 142 S. 1) – die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung 

in ihre interdisziplinäre Beurteilung miteinzubeziehen. Im Rahmen der 

ergänzenden Stellungnahme vom 25. Januar 2024 hielten die SMAB-

Gutachter lediglich fest, eine neuropsychologische Zusatzuntersuchung sei 

nicht im Verantwortungsbereich der SMAB in Auftrag gegeben worden 

"(eine solche war bereits im Vorfeld der hiesigen Begutachtung an externer 

Stelle durchgeführt worden […])". Inwieweit und in welchem Ausmass 

mittels extern durchgeführter spezifischer Testverfahren eruierte kognitive 

Defizite das individuelle Leistungsvermögen gesondert beeinflussen 

würden, könne mit ausreichender Expertise abschliessend nur aus 

fachspezifisch neuropsychologischer Sicht beurteilt respektive verifiziert 

werden (VB 167 S. 2 f.). Eine interdisziplinäre Beurteilung unter Einbezug 

der Ergebnisse des neuropsychologischen Gutachtens vom 19. April 2023 

wurde somit nicht vorgenommen und die SMAB-Gutachter kamen dem 

Gutachtensauftrag vom 16. März 2023 nicht vollumfänglich nach. 

 

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Diese im Gutachten der SMAB fehlende interdisziplinäre Beurteilung 

vermag auch die Stellungnahme von RAD-Arzt B._____ vom 22. Mai 2024 

(VB 171) nicht zu ersetzen. Denn diesbezüglich ist auf Folgendes 

hinzuweisen: Die Beurteilung des Gesundheitszustands ist Aufgabe des 

Mediziners (vgl. statt vieler BGE 140 V 193 E. 3.2 S. 195 f.). Bei der 

Neuropsychologie handelt es sich indes um ein Teilgebiet der Psychologie 

und nicht um eine Disziplin der Medizin (vgl. hierzu Pschyrembel Klinisches 

Wörterbuch, 267. Aufl. 2017, S. 1260 zum Begriff "Neuropsychologie"). 

Neuropsychologische Abklärungen sind daher als Hilfsmittel für die 

fachmedizinische Beurteilung und nicht als eigenständige medizinisch-

gutachterliche Abklärungen anzusehen, zumal die Einschätzung der 

Arbeitsfähigkeit dem hierfür kompetenten medizinischen Sachverständigen 

vorbehalten ist (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_715/2016 vom 

24. Januar 2017 E. 3.3 und 8C_880/2015 vom 30. März 2016 E. 4.2.4). 

Allfällige Befunde müssen denn auch nachvollziehbar und überzeugend 

durch ein medizinisch-diagnostisch fassbares Leiden mit Krankheitswert 

erklärbar sein (Urteil des Bundesgerichts 9C_231/2016 vom 1. Juni 2016 

E. 2.2.2 mit Hinweis). RAD-Arzt Dr. med. B._____ übernahm jedoch die 

neuropsychologische Beurteilung von lic. phil. C._____, ohne diese einer 

eigenen Würdigung zu unterziehen (vgl. VB 171 S. 2 f.), weshalb die RAD-

Beurteilung bereits in diesem Punkt nicht genügt.  

 

Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass RAD-Arzt Dr. med. B._____ in 

seiner Stellungnahme vom 31. Oktober 2023 festhielt, Neuropsychologin 

lic. phil. C._____ habe im Falle einer beruflichen Erstausbildung des 

Beschwerdeführers auf Attestniveau einen geschützten Rahmen mit 

agogischer Förderung/Betreuung und ein begleitetes, durch ein auf die 

Lernbehinderung des Beschwerdeführers abgestimmtes, ergotherapeu-

tisches Lerncoaching empfohlen. Dies würde bedeuten, dass der Be-

schwerdeführer gegenwärtig in der freien Wirtschaft zu 100 % arbeitsun-

fähig sei und eventuell zu einem späteren Zeitpunkt eine verwertbare (Teil-

)Arbeitsfähigkeit im ersten Arbeitsmarkt erlangen könne (VB 161. S. 4). 

Dass gemäss Ansicht von RAD-Arzt Dr. med. B._____ in seiner Stellung-

nahme vom 22. Mai 2024 nun ohne entsprechende berufliche Mass-

nahmen von einer 70%igen Arbeitsfähigkeit in einer angepassten Tätigkeit 

(im ersten Arbeitsmarkt) auszugehen sei (VB 171 S. 3), ist daher nicht 

nachvollziehbar. 

 

4.4. 

Zusammenfassend bestehen Zweifel an der Beurteilung von RAD-

Arzt Hofacker (vgl. E. 3.2. hiervor). Zudem hätte die Beschwerdegegnerin 

nicht einzig gestützt auf die vom SMAB-Gutachten abweichende RAD-

Stellungnahme verfügen dürfen, sondern sie hätte stattdessen aufgrund 

der verbleibenden Zweifel eine erneute Begutachtung veranlassen müssen 

(vgl. hierzu Urteil des Bundesgerichts 8C_874/2013 vom 14. Februar 2014 

E. 3.3). Der anspruchsrelevante medizinische Sachverhalt erweist sich 

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daher im Lichte der Untersuchungsmaxime (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c 

ATSG; BGE 133 V 196 E. 1.4 S. 200; 132 V 93 E. 5.2.8 S. 105; 125 V 193 

E. 2 S. 195) als nicht rechtsgenüglich erstellt. Es rechtfertigt sich daher, die 

Sache – wie eventualiter beantragt (Rechtsbegehren Ziff. 2) – zu weiteren 

Abklärungen an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. 

 

5. 

5.1. 

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde in dem Sinne teilweise 

gutzuheissen, dass die angefochtene Verfügung vom 29. Oktober 2024 

aufzuheben und die Sache zur weiteren Abklärung im Sinne der 

Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin zurück-

zuweisen ist. 

 

5.2. 

Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Verfahren kostenpflichtig. Die Kosten 

werden nach dem Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im 

Rahmen von Fr. 200.00 bis Fr. 1'000.00 festgesetzt. Für das vorliegende 

Verfahren betragen diese Fr. 800.00. Sie sind gemäss dem Verfahrens-

ausgang der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. 

 

5.3. 

Ausgangsgemäss hat der Beschwerdeführer Anspruch auf Ersatz der 

richterlich festzusetzenden Parteikosten (Art. 61 lit. g ATSG), denn die 

Rückweisung der Sache an die Verwaltung zwecks Vornahme ergänzender 

Abklärungen gilt als anspruchsbegründendes Obsiegen (BGE 132 V 215 

E. 6.1 S. 235 mit Hinweisen). Die Parteikosten sind der unentgeltlichen 

Rechtsvertreterin zu bezahlen. 

 

 
   

Das Versicherungsgericht erkennt: 

 

1. 

In teilweiser Gutheissung der Beschwerde wird die Verfügung vom 

29. Oktober 2024 aufgehoben und die Sache zur weiteren Abklärung im 

Sinne der Erwägungen und zur Neuverfügung an die Beschwerdegegnerin 

zurückgewiesen. 

 

2. 

Die Verfahrenskosten von Fr. 800.00 werden der Beschwerdegegnerin 

auferlegt. 

 

3. 

Die Beschwerdegegnerin wird verpflichtet, der unentgeltlichen Rechts-

vertreterin des Beschwerdeführers die Parteikosten in richterlich festge-

setzter Höhe von Fr. 3'300.00 zu bezahlen. 

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Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten 

 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim 

Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung 

mit Art. 90 ff. BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom 

siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 

15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 

2. Januar (Art. 46 BGG).  

 

Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 

6004 Luzern, zuzustellen. 

 

Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe 

der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines 

Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als 

Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie 

in Händen hat (Art. 42 BGG). 

 

 
   

Aarau, 25. August 2025 

 

Versicherungsgericht des Kantons Aargau 

1. Kammer 

Der Vorsitzende: Der Gerichtsschreiber: 

 

 

 

Roth Schweizer