# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 61983703-bceb-53e5-9df4-2b2ff6265cd3
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-09-29
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 29.09.2016 200 2015 887
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2015-887_2016-09-29.pdf

## Full Text

200 15 887 IV
SCP/SCC/LAB

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 29. September 2016

Verwaltungsrichter Schütz, Kammerpräsident
Verwaltungsrichterin Fuhrer, Verwaltungsrichter Grütter
Gerichtsschreiberin Schertenleib Gamero

A.________
Beschwerdeführer

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 1. Oktober 2015

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 29. Sept. 2016, IV/15/887, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Der 1989 geborene A.________ (Versicherter bzw. Beschwerdeführer), 
absolvierte die obligatorische Schule und ein zehntes Schuljahr. Eine … im 
B.________ brach er Ende Juli 2007 wegen gesundheitlichen Problemen 
ab (Dossier der IVB, Antwortbeilage [AB] 16, 47). Er meldete sich im Juni 
2008 bei der IV-Stelle Bern (IVB bzw. Beschwerdegegnerin) zum Bezug 
von IV-Leistungen an wegen schweren Depressionen (AB 5; vgl. auch AB 
13). 

Nach einer stationären Behandlung in der Klinik C.________ (AB 56 S. 5 
ff.) und einem Aufenthalt in der D.________, (AB 34), veranlasste die IVB 
eine dreimonatige Grundabklärung in der E.________ (Bericht vom 1. Mai 
2009 und Verlaufsprotokoll [AB 61]). Danach absolvierte der Versicherte 
vom 1. August 2009 bis 31. Juli 2011 eine erstmalige Ausbildung in Form 
einer Anlehre zum … in der E.________ (Schlussbericht vom 19. Juli 2011 
und Verlaufsprotokoll [AB 89/104 S. 3]). 

Nach der Ausbildung suchte er auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine 
Arbeitsstelle; die Arbeitsbedingungen (Leistung/Präsenz) führten jedoch 
nach kurzer Zeit zu psychischen Beschwerden (vgl. AB 132 S. 1 unten). 
Die IVB gewährte deshalb berufliche Massnahmen: Nach erfolgreicher Ab-
solvierung eines Arbeitstrainings mit Job Coaching vom 14. November 
2011 bis 5. August 2012 (AB 132) wurde der Beschwerdeführer von der 
F.________ AG ab dem 6. August 2012 unbefristet als .... zu einem Pen-
sum von 70 % angestellt (AB 127 S. 2 ff., 136 S. 2 ff.). In der Folge schloss 
die IVB die Arbeitsvermittlung ab (Mitteilung vom 14. November 2012 [AB 
128]). 

Mit Verfügung vom 7. März 2013 sprach die IVB dem Versicherten weiter 
bei einem Invaliditätsgrad von 48 % ab dem 1. August 2012 eine Viertels-
rente zu (AB 131). Nach einer Revision wurde die bisherige Invalidenrente 
bestätigt (Mitteilung vom 16. Dezember 2013 [AB 141]). 

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B.

Im Januar 2014 kündigte die F.________ AG das Arbeitsverhältnis per 
31. März 2014 aufgrund einer Umstrukturierung (AB 148). Im Bericht vom 
9. April 2014 gab der behandelnde Psychiater Dr. med. G.________ an, 
der Gesundheitszustand des Versicherten habe sich ab Februar 2014 ver-
schlechtert (AB 144). Einen Arbeitsversuch mit einem Job-Coaching ab 
dem 27. Oktober 2014 brach der Versicherte bereits am 7. November 2014 
wieder ab (AB 160, 161, 164, 166; vgl. auch Schlussbericht Coaching [AB 
170]).  Anlässlich eines Gesprächs mit der Eingliederungsfachperson am 
9. Dezember 2014 erwähnte der Versicherte, dass er eine … Ausbildung 
absolvieren möchte (AB 173 S. 2 oben). Nachdem der Versicherte mitge-
teilt hatte, dass er den Eintrittstest für die Absolvierung der einjährigen … 
H.________ (Schulbeginn: 10. August 2015) bestanden habe (AB 174), 
machte die IVB ihn darauf aufmerksam, dass er die Kosten für die Ausbil-
dung selber tragen müsse, falls aufgrund einer noch einzuholenden Stel-
lungnahme des RAD kein Anspruch auf Übernahme der behinderungsbe-
dingten Mehrkosten im Rahmen einer erneuten beruflichen Ausbildung 
bestätigt werde (AB 175). 

Nach Einholung einer Stellungnahme des RAD vom 27. Juli 2015 (AB 176 
S. 3 f.) und nach durchgeführtem Vorbescheidverfahren (AB 177) schloss 
die IVB mit Verfügung vom 1. Oktober 2015 die beruflichen Massnahmen 
ab. In der Begründung hielt sie fest, die Übernahme von behinderungsbe-
dingten Mehrkosten für eine weitere Ausbildung werde abgelehnt. Der er-
lernte Beruf sei weiterhin zumutbar (AB 179).

C.

Am 5. Oktober 2015 erhob der Versicherte beim Verwaltungsgericht Be-
schwerde. Er beantragt sinngemäss weitere berufliche Massnahmen durch 
Mitfinanzierung einer Umschulung im … Bereich. Seines Erachtens beste-
he ein Zusammenhang zwischen der Zunahme der Krankheitssymptome 
und dem Beruf als …. Seitdem er diesen Beruf nicht mehr ausübe, sei er 
psychisch stabiler und habe sogar eine Ausbildung an der H.________ 
beginnen können.

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Mit Beschwerdeantwort vom 18. November 2015 beantragt die IVB die Ab-
weisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes über 
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes über 
die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staatsanwaltschaft vom 
11. Juni 2009 (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Der Beschwerdeführer ist im vorinstanzlichen Verfahren mit seinen Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb er 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes über die Invalidenversi-
cherung vom 19. Juni 1959 [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege 
vom 23. Mai 1989 [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Be-
schwerde einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung der IV-Stelle Bern vom 
1. Oktober 2015 (AB 179), mit welcher die IVB die beruflichen Massnah-
men abschloss. Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf berufliche   
Massnahmen zwecks Absolvierung der … H.________ (vgl. dazu AB 174).

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

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1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Gemäss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidität 
(Art. 8 ATSG) bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmass-
nahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsfähigkeit 
oder die Fähigkeit, sich im Aufgabenbereich zu betätigen, wieder herzustel-
len, zu erhalten oder zu verbessern (lit. a) und die Voraussetzungen für den 
Anspruch auf die einzelnen Massnahmen erfüllt sind (lit. b). Die Eingliede-
rungsmassnahmen bestehen in: Massnahmen beruflicher Art (Berufsbera-
tung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, 
Kapitalhilfe; Art. 8 Abs. 3 Bst. b IVG).

Die versicherte Person hat in der Regel nur Anspruch auf die dem jeweili-
gen Eingliederungszweck angemessenen, notwendigen Massnahmen, 
nicht aber auf die nach den gegebenen Umständen bestmöglichen Vorkeh-
ren (vgl. Art. 8 Abs. 1 IVG). Das Gesetz will die Eingliederung lediglich so 
weit sicherstellen, als diese im Einzelfall notwendig, aber auch genügend 
ist (BGE 139 V 115 E. 5.1 S. 118). Die Ausrichtung einer halben oder sogar 
einer ganzen Invalidenrente schliesst die Gewährung von Eingliederungs-
vorkehren nicht aus, sofern zwischen den Kosten und dem praktischen 
Nutzen der Massnahme ein angemessenes Verhältnis besteht (BGE 122 V 
77 E. 3b bb S. 79, 115 V 191 E. 5c S. 200. 2a).

2.2 Nach der Rechtsprechung gilt im Gebiet der Invalidenversicherung 
ganz allgemein der Grundsatz, dass eine invalide Person, bevor sie Leis-
tungen verlangt, alles ihr Zumutbare selber vorzukehren hat, um die Folgen 
ihrer Invalidität bestmöglich zu mildern; deshalb besteht kein Rentenan-
spruch, wenn sie selbst ohne Eingliederungsmassnahmen zumutbarerwei-
se in der Lage wäre, ein rentenausschliessendes Erwerbseinkommen zu 
erzielen. Die Selbsteingliederung als Ausdruck der allgemeinen Schaden-
minderungspflicht geht nicht nur dem Renten-, sondern auch dem gesetzli-
chen Eingliederungsanspruch vor (Art. 21 Abs. 4 ATSG). Die Selbsteinglie-

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derung ist eine Last, welche die versicherte Person auf sich zu nehmen 
hat, soll ihr Leistungsanspruch – auf gesetzliche Eingliederungsmassnah-
men oder Rente – gewahrt bleiben. Von der versicherten Person dürfen 
dabei nur Vorkehren verlangt werden, die unter Berücksichtigung der ge-
samten objektiven und subjektiven Gegebenheiten des Einzelfalles zumut-
bar sind (BGE 138 I 205 E. 3.2 S. 209, 113 V 22 E. 4a S. 28; SVR 2007 IV 
Nr. 1 S. 3 E. 5.1).

3.

3.1 Aus medizinischer Sicht ist das Folgende erstellt:

3.1.1 Die Ärzte der Klinik C.________ diagnostizierten im Bericht vom 
19. August 2008 eine rezidivierende depressive Störung, ggw. schwere 
Episode mit anamnestisch psychotischen Symptomen (ICD-10 F33.3) 
mit/bei akuter Suizidalität und Angstzuständen sowie akzentuierter Persön-
lichkeit mit unreifen,  ängstlich vermeidenden Anteilen im Sinne einer Ent-
wicklungsverzögerung-/Adoleszentenkrise (AB 26 S. 1). Die starke Angst-
problematik habe zu einem ausgeprägten Vermeidungsverhalten geführt. 
Der Patient könne sich selber keine Struktur geben. Es falle ihm schwer, 
sich an Abmachungen zu halten. Darum sei er auf klare Anweisungen an-
gewiesen (AB 26 S. 2).

3.1.2 Die RAD-Ärztin Dr. med. I.________, Fachärztin für Kinder-, Ju-
gendpsychiatrie und Psychotherapie FMH, hielt im Bericht vom 27. Oktober 
2011 zu den Einschränkungen fest, dass die funktionelle Leistungsfähigkeit 
eingeschränkt sei aufgrund der schnell entstehenden Ängste in neuen Si-
tuationen, der grossen Stimmungsschwankungen und der leichten Ablenk-
barkeit sowie der eingeschränkten Belastbarkeit unter Druck. Die Arbeits-
weise sei verlangsamt. Im industriellen Sektor bestehe zu Beginn der Ein-
arbeitungszeit bei einem Pensum von 100 % eine 60 bis 70 %ige Leis-
tungsfähigkeit. Bei Gewöhnung an die neue Situation sei eine Leistungs-
fähigkeit von 80 % wahrscheinlich (AB 98 S. 3).

3.1.3 Im Bericht vom 5. Dezember 2013 diagnostizierte der behandelnde 
Psychiater Dr. med. G.________, Psychiatrie und Psychotherapie FMH, 

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eine schizoaffektive Störung (ICD-10 F25.1) mit vorwiegend depressiven 
Störungen, akzentuierte Persönlichkeitszüge (ängstlich vermeidend, sensi-
tiv, zwanghaft), DD: Zwangsstörung, Status nach akuter Suizidalität im April 
2008 (AB 140 S. 1). Der Psychiater hielt fest, der Patient gebe an, seit eini-
gen Wochen wieder vermehrt an depressiven Symptomen zu leiden. Er 
habe eine deutliche Rückzugstendenz, Antriebsmangel und eine schnelle 
Ermüdbarkeit. Ebenso sei die Konzentrationsfähigkeit reduziert. In letzter 
Zeit habe er vermehrt Suizidgedanken. Aufgrund der zwanghaften Züge 
arbeite der Patient sehr langsam. Er sei leicht ablenkbar; er arbeite sehr 
exakt. Nach wie vor neige er zu Zwangshandlungen wie häufiges Hände-
waschen, Angst vor Keimen, Perfektionismus. Er sei am Arbeitsplatz auf 
klare Anweisungen und Anleitungen angewiesen. Regelmässige Nachfra-
gen durch den Arbeitgeber seien wichtig (regelmässiges Feedback). Es 
habe sich im Gesamtverlauf keine Veränderung ergeben. Phasenweise 
habe er (oft etliche Wochen dauernde) depressive Phasen, von denen er 
sich jedoch wieder erhole. Die aktuelle Arbeitssituation oder eine analoge 
Arbeitssituation sei dem Patienten zumutbar. Es sei nicht davon auszuge-
hen, dass berufliche Massnahmen eine Verbesserung ermöglichen würden 
(AB 140 S. 3). Am 17. Dezember 2014 hielt der behandelnde Psychiater 
fest, dass die Arbeit als … aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar sei 
(AB 181 S. 9). 

Im Verlaufsbericht vom 14. Januar 2015 führte Dr. med. G.________ aus, 
der Gesundheitszustand habe sich gebessert. Trotz massiver Versagen-
sängste möchte der Patient eine Ausbildung im … Bereich absolvieren. Es 
sei davon auszugehen, dass er bei einer eintönigen, monotonen Arbeit, wie 
dies im Bereich der … häufig der Fall sei, wieder depressiv dekompensie-
ren würde (was in der Vergangenheit im Anstellungsverhältnis in der Firma 
J.________ auch verlaufen sei; AB 169 S. 1). Aus ärztlicher Sicht sei dar-
auf zu achten, dass der Patient nicht überfordert, aber auch nicht unterfor-
dert sei. Beides führe zu depressiven und psychotisch anmutenden Episo-
den. Intelligenzmässig liege eine weitere Ausbildung im … Bereich durch-
aus im Bereich des Möglichen. Da zudem eine deutliche Stabilisierung des 
Gesundheitszustandes zu verzeichnen sei, sollte der Patient in seinem 
Bestreben eine … zu absolvieren, von der IV gestützt werden (AB 169 S. 
2).

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3.1.4 In der Stellungnahme vom 27. Juli 2015 hielt die RAD-Ärztin Dr. 
med. K.________, Psychiatrie und Psychotherapie, fest, dass das Zumut-
barkeitsprofil unverändert gelte. Der Beschwerdeführer sei intellektuell 
durchaus zu einer anspruchsvolleren Ausbildung fähig, er sei jedoch wei-
terhin psychisch labil, wie im Bericht des Job Coach dokumentiert. Die von 
der RAD-Ärztin Dr. med. I.________ geschilderten krankheitsbedingten 
Einschränkungen würden unverändert gelten. Unter Belastung sei der Be-
schwerdeführer ängstlich, suizidal und psychotisch geworden. Belastungen 
seien wechselnde Anforderungen, immer neue Situationen, enge Zusam-
menarbeit mit anderen in einem grösseren Team. Eine gewisse Monotonie 
sei nötig um bei versicherten Personen mit einer Psychose eine Überforde-
rung zu vermeiden, die trotz Medikamenten zu einem Rückfall führen kön-
ne, wie im Job Coach Bericht geschildert (AB 176 S. 4).

3.2 Im Rahmen der bisherigen Massnahmen zur beruflichen Eingliede-
rung ist den Akten das Folgende zu entnehmen: 

3.2.1 Im Schlussbericht der E.________ vom 19. Juli 2011, d.h. nach Ab-
schluss der zweijährigen Ausbildung im Bereich …, hielten die Ausbilder 
fest, dass die Beeinträchtigungen das Leistungsniveau des Beschwerde-
führers prägten. Bei sehr enger Führung habe er eine gute Arbeitshaltung 
gezeigt. Instruktionen habe er problemlos folgen können, kognitiv sei er 
eher unterfordert gewesen. Er wäre einem intellektuell höheren Anspruchs-
niveau zwar gewachsen, aber er könne mit einem solchen nicht betraut 
werden, weil dadurch unmittelbar Ängste entstünden. Stimmungsschwan-
kungen seien im Alltag ein zentrales Thema. Gerate er unter Druck, sei er 
relativ leicht emotional reizbar, was sich schnell zu aggressivem Verhalten 
steigern könne. Er fühle sich in kleinen Gruppen deutlich wohler und sei in 
solchen auch leichter zu führen. Neue Situationen würden ihn leicht verun-
sichern. Er wirke dann vergesslich, unkonzentriert und solche Situationen 
würden bei ihm (Versagens-)Ängste provozieren. Seine Leistungsfähigkeit 
liege bei 60 bis 70 % einer Normalleistung (AB 89 S. 1).

3.2.2 Im Schlussbericht Coaching vom 3. Februar 2015 führte die Fach-
person – nach Abbruch eines vom Coach begleiteten Arbeitsversuchs – 
aus, der Beschwerdeführer sei extrem ängstlich und zeige starke emotiona-
le Schwankungen. Er überschätze seine Fähigkeiten. Bei der Umsetzung 

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komme es dann immer wieder zu Einbrüchen und grosser Verunsicherung. 
Der Beschwerdeführer sei nicht in der Lage, seine Gefühle/Meinungen 
auszudrücken. Ebenfalls führten bereits kleinste Änderungen in seinem 
Alltag oder die geringste Kritik zu starker Verunsicherung und körperlichen 
Reaktionen (Schweissausbrüchen etc.) sowie Suizidgedanken. Anlässlich 
des Schlussgesprächs habe er zur Kenntnis gebracht, dass er lieber im … 
arbeiten würde (AB 170 S. 3).

3.3 Aus psychiatrischer Sicht liegen – bei einer diagnostizierten schi-
zoaffektiven Störung (ICD-10 F25.1) mit depressiven Symptomen – krank-
heitsbedingte Einschränkungen vor, welche von den RAD-Ärztinnen Dres. 
med. I.________ (AB 89 S. 3) und K.________ (AB 176 S. 4) wie folgt be-
schrieben werden: Beim Beschwerdeführer mit guten kognitiven Fähigkei-
ten entstehen in neuen Situationen Ängste, die sein funktionelles Leis-
tungsvermögen beeinflussen; er wird vergesslich, unkonzentriert und leicht 
ablenkbar. Im Alltag leidet er unter grossen Stimmungsschwankungen. 
Unter Druck ist er eingeschränkt belastbar und seine Arbeit ist verlangsamt. 
Unter Belastung wird er ängstlich, suizidal und psychotisch. Wie der be-
handelnde Psychiater bestätigt, leidet der Beschwerdeführer auch unter 
Zwangshandlungen; er ist am Arbeitsplatz auf klare Anweisungen und An-
leitungen angewiesen (AB 140 S. 3). Aufgrund der Einschränkungen resul-
tiert an einem angepassten Arbeitsplatz eine Leistungsfähigkeit von 60 bis 
70 %; nach Gewöhnung an eine neue Situation ist eine Leistungsfähigkeit 
von 80 % wahrscheinlich (AB 98 S. 3).

Im Zuge der umfassenden beruflichen Abklärungs- und Eingliederungs-
massnahmen ergab sich als Berufswunsch die Ausbildung im …. Wie sich 
aus dem Bericht der E.________ vor der Anlehre ergibt, entsprach eine 
solche Tätigkeit den Interessen und der Motivation des Beschwerdeführers 
(AB 61 S. 2, 5). Die Tätigkeit des … entspricht denn auch dem vom RAD 
nach Absolvierung der Anlehre im ärztlichen Bericht vom 27. Oktober 2011 
formulierten Zumutbarkeitsprofil (AB 98 S. 3). Die Ergebnisse der berufli-
chen Abklärung sind darin berücksichtigt (vgl. dazu AB 89 S. 2). Laut 
Schlussbericht vom 19. Juli 2011 und dem Verlaufsprotokoll der 
E.________ zur Anlehre liegen keine Hinweise vor, dass diese Tätigkeit 
nicht zumutbar wäre, vielmehr ist der Beschwerdeführer in der Lage, ein 

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den Qualifikationsanforderungen entsprechendes Arbeitsergebnis zu er-
bringen, auch wenn er eine starke Überwachung/Unterstützung seitens der 
Ausbilder bzw. Arbeitgeber benötigt. Im Rahmen seiner Anlehre wurde eine 
Leistung von 60 % gemessen mit Steigerungspotential auf 70 bis 80 % (AB 
89 S. 1, 3). Ebenso erwies sich die Tätigkeit bei der F.________ AG – nach 
einer Einarbeitungszeit unterstützt durch ein Job Coaching (AB 132) – als 
zumutbar, der Beschwerdeführer wurde zu einem Pensum von 70 % unbe-
fristet angestellt (AB 132). Es war denn auch nicht der Beruf bzw. die 
Tätigkeit als solche, sondern der lange Arbeitsweg (vgl. dazu auch AB 122) 
und die Angst vor dem Stellenverlust aufgrund der betrieblichen Umstruktu-
rierung (vgl. dazu Protokoll [Gerichtsakten], Eintrag vom 13. Mai 2014; AB 
147 S. 2), was beim Beschwerdeführer zur psychischen Dekompensation 
führte.

Die Beurteilung der RAD-Ärztin Dr. med. K.________ vom 27. Juli 2015 
(AB 176 S. 4), wonach dem Beschwerdeführer die Tätigkeit als … unter 
den bis anhin erprobten und im Zumutbarkeitsprofil festgehaltenen Bedin-
gungen weiterhin möglich und zumutbar ist, steht somit in Übereinstim-
mung mit den genannten Feststellungen. Es wird auch überzeugend darge-
legt, dass beim vorherrschenden psychischen Leistungsbild eine gewisse 
Monotonie in den Arbeitsabläufen bestehen muss, um Angstreaktionen 
zufolge Überforderung bei schnell wechselnden Arbeitsplatzanforderungen 
zu vermeiden. 

3.4 Nichts an diesem Ergebnis ändert die Einschätzung des behan-
delnden Psychiaters, der Beschwerdeführer könne bei einer eintönigen, 
monotonen Arbeit wie im Bereich der … depressiv dekompensieren; der 
Wunsch auf eine Ausbildung im … Bereich sei deshalb von der IVB zu un-
terstützen (AB 169). Einerseits weist auch Dr. med. G.________ auf mas-
sive Versagensängste hin. Andererseits erwähnten bereits die Eingliede-
rungsfachleute zur Belastbarkeit, dass unvorhergesehene Situationen, 
Veränderungen und Korrekturen negative Auswirkungen auf die Leistungs-
fähigkeit des Beschwerdeführers haben (vgl. AB 89 S. 9), weshalb der Be-
schwerdeführer eine gewisse Monotonie in den Arbeitsabläufen benötigt 
(vgl. AB 176 S. 4). Kognitiv wäre der Beschwerdeführer zwar zu einer an-
spruchvolleren Ausbildung fähig, was auch der RAD anerkennt (AB 176 S. 

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1; vgl. auch Ressourcen: AB 98 S. 3). Einschränkend wirken sich jedoch 
die genannten psychischen Beschwerden aus. 

3.5 Der Beschwerdeführer hat im Übrigen bereits zuvor eine … Ausbil-
dung wegen psychischer Überlastung abgebrochen und eine solche für ihn 
als nicht mehr infrage kommend bezeichnet (AB 34). Zudem war im Rah-
men der Abklärungen zur Frage, welche erstmalige Ausbildung zumutbar 
sei und welche Leistungsfähigkeit der Beschwerdeführer dabei erreichen 
könne (AB 61 S. 5), eine Ausbildung im … Bereich nochmals geprüft wor-
den. Dabei war zur Leistungsfähigkeit im … Bereich festgehalten worden, 
dass der Beschwerdeführer eine Einarbeitungsgeschwindigkeit bei Arbeiten 
mit genauer Vorlage von 50 bis 60 % erreicht habe; wenn er auf sich allei-
ne gestellt selber habe Lösungen entwickeln müssen, so sei die Leistung 
auf ca. die Hälfte gesunken (AB 61 S. 5). Am 20. März 2009 führte er auch 
einen Multicheck zur Lehre als … durch, wobei er das reduzierte Ausbil-
dungsniveau … nur knapp erfüllte (AB 61 S. 4 unten; AB 53). Damit ist 
nicht überwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdeführer in einer 
Tätigkeit im … Bereich eine höhere Arbeits- und Leistungsfähigkeit errei-
chen könnte.

3.6 Nach dem Dargelegten hat die IVB die beruflichen Eingliederungs-
bemühungen zu Recht im Zeitpunkt eingestellt, als der Beschwerdeführer 
ihr anzeigte, keine Arbeitsstelle mehr in dem ihm zumutbaren Beruf zu su-
chen, sondern fortan eine … Ausbildung absolvieren zu wollen. Die Durch-
führung eines förmlichen Mahn- und Bedenkzeitverfahrens war aufgrund 
der Umstände, wie sie im Protokolleintrag vom 27. Juli 2015 festgehalten 
werden (Gerichtsakten), nicht erforderlich.

Die Beschwerdegegnerin hat den Beschwerdeführer darauf aufmerksam 
gemacht, dass er bei einer Veränderung der Situation – z.B. bei Arbeitssu-
che – ein neues Gesuch (Arbeitsvermittlung, andere berufliche Massnah-
men) stellen kann.

3.7 Damit erweist sich die angefochtene Verfügung der IV-Stelle Bern 
vom 1. Oktober 2015 (AB 179) als rechtens und die Beschwerde ist abzu-
weisen.

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4.

4.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen.

Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der unterliegende Beschwerdefüh-
rer die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG). Diese werden dem geleisteten Kostenvorschuss 
gleicher Höhe entnommen.

4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdeführer kei-
nen Anspruch auf eine Parteientschädigung (Art. 61 Bst. g ATSG [Umkehr-
schluss]). Es besteht auch kein Anspruch des Beschwerdegegners auf eine 
Parteientschädigung (Art. 104 Abs. 3 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 Bst. a VRPG).

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer 
zur Bezahlung auferlegt und dem geleisteten Kostenvorschuss in glei-
cher Höhe entnommen.

3. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

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4. Zu eröffnen (R):
- A.________
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.