# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** cfbfc210-e398-5ddd-ba62-6a685399abcf
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2021-07-01
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 01.07.2021 E-1716/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_E-1716-2021_2021-07-01.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung V 

E-1716/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  1 .  J u l i  2 0 2 1  

Besetzung 
 Richter Lorenz Noli (Vorsitz), 

Richterin Muriel Beck Kadima,  

Richterin Constance Leisinger,    

Gerichtsschreiber Urs David. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Eritrea,   

vertreten durch Stefan Hery, HEKS Rechtsberatungsstelle 

für Asylsuchende SG/AI/AR, 

Beschwerdeführer,  

 

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Rechtsverzögerung (Familienasyl zugunsten B._______, ge-

boren am […], Eritrea) / N (…). 

 

 

 

E-1716/2021 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer stellte am 23. Mai 2016 in der Schweiz ein Asylge-

such. Mit Verfügung des SEM vom 10. Dezember 2018 wurde ihm unter 

Zuerkennung seiner Flüchtlingseigenschaft Asyl gewährt. 

B.  

Mit Eingabe vom 27. März 2019 stellte der Beschwerdeführer beim SEM 

ein Gesuch um Familienasyl zugunsten seiner Ehefrau. Das Gesuch er-

gänzte er am 30. Juni 2019 aufforderungsgemäss und fristgerecht mit wei-

teren Angaben und Unterlagen. 

Eine schriftliche Nachfrage des Beschwerdeführers vom 19. November 

2019 zum Verfahrensstand blieb seitens des SEM unbeantwortet. Eine er-

neute Nachfrage des Beschwerdeführers vom 12. September 2020 zum 

Verfahrensstand – darin erwähnte er eine telefonische Inaussichtstellung 

eines Entscheids seitens des SEM an seine damalige Begleitperson vom 

März 2020 per Ende April 2020 – blieb seitens des SEM wiederum unbe-

antwortet. Am 19. November 2020 mandatierte er die rubrizierte Rechts-

vertretung, durch welche er das SEM mit Schreiben vom 23. November 

2020 aufforderte, zeitnah über das Gesuch zu befinden oder über den 

Grund der Verzögerung zu informieren. Das SEM reagierte nicht auf das 

Schreiben. Mit Schreiben vom 21. Januar 2021 an das SEM kritisierte der 

Beschwerdeführer abermals die lange Verfahrensdauer bei gleichzeitiger 

Reaktionslosigkeit des SEM auf die verschiedenen Verfahrensstandsan-

fragen. Erneut forderte er das SEM auf, das Gesuch umgehend zu ent-

scheiden oder ihn über den Verfahrensstand und die Ursache der Verzö-

gerung zu informieren, andernfalls er sich die Einreichung einer Rechtsver-

zögerungsbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht vorbehalte. Eine 

Reaktion des SEM blieb aus. 

C.  

Mit Eingabe vom 15. April 2021 (und Ergänzung vom 10. Mai 2021) erhob 

der Beschwerdeführer beim Bundesverwaltungsgericht eine Rechtsverzö-

gerungsbeschwerde. Darin beantragt er die Feststellung einer übermässig 

langen Verfahrensdauer beim SEM sowie die Anweisung an das SEM, das 

Gesuch um Familienasyl ohne weitere Verzögerung zu bearbeiten und das 

Verfahren zügig abzuschliessen. In prozessualer Hinsicht ersucht er ferner 

um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses. 

E-1716/2021 

Seite 3 

In der Begründung macht er geltend, das Gesuch um Familienasyl sei nun 

bereits über zwei Jahre hängig. Er habe alle erforderlichen Unterlagen ein-

gereicht und sich trotz der Sorge um seine Frau, welche in C._______ in 

prekärer und gefährlicher Situation ausharre, in Geduld geübt. Auskunft 

über den Grund der Verzögerung sei ihm trotz zahlreicher Anfragen nie 

erteilt worden, was an Rechtsverweigerung grenze. Die zuständige Sach-

bearbeiterin des SEM habe noch am 11. März 2021 telefonisch zugesi-

chert, das Verfahren innerhalb von drei Wochen abzuschliessen. Die Ar-

beitslast im SEM sei ihm durchaus bekannt. Im vorliegenden Fall liege je-

doch eine derart lange Verfahrensdauer vor, dass diese nicht mit hohen 

Gesucheingängen zu rechtfertigen sei. Ein solches Verschleppen des Ver-

fahrens ohne Rechtfertigungsgrund sei nicht zulässig und stelle einen 

Verstoss gegen das Beschleunigungsgebot beziehungsweise Rechtsver-

zögerungsverbot von Art. 29 Abs. 1 BV dar. Gemäss dieser Bestimmung 

habe jede Person Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert ange-

messener Frist. Das SEM habe das Verfahren deshalb nun ohne weitere 

Verzögerung zu bearbeiten und zu entscheiden. 

D.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 16. April 2021 den Eingang 

der Beschwerde. 

Die gleichentags beim SEM eingeforderten Akten trafen am 22. April 2021 

beim Gericht ein. 

E.  

Mit Instruktionsverfügung des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. April 

2021 wurde antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses 

verzichtet und gleichzeitig das SEM zur Einreichung einer Vernehmlassung 

bis zum 14. Mai 2021 eingeladen. Den Entscheid über das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 

VwVG stellte der Instruktionsrichter auf einem späteren Zeitpunkt in Aus-

sicht. 

F.  

Einem mit (…)bedingter Absenz des Sachbearbeiters begründeten Gesuch 

des SEM vom 12. Mai 2021 (Eingang 14. Mai 2021) um Erstreckung der 

Vernehmlassungsfrist bis zum 29. Mai 2021 gab das Bundesverwaltungs-

gericht am 17. Mai 2021 statt. 

E-1716/2021 

Seite 4 

G.  

In seiner Vernehmlassung vom 28. Mai 2021 (Eingang 1. Juni 2021) äus-

sert das SEM sein Bedauern über die lange Verfahrensdauer. Weiter nimmt 

es wörtlich wie folgt Stellung: «Da die Ehefrau bei der Heirat angeblich (…) 

war, diese Heirat nicht beim Zivilstandesamt registriert wurde und Zweifel 

an ihrer Identität weiterhin bestehen, sind im Moment noch wichtige rele-

vante Abklärungen hängig. Sobald diese abgeschlossen werden können, 

wird das SEM unverzüglich einen Entscheid fällen.» 

Vorab aus Gründen der Prozessökonomie und in Anbetracht des sich ab-

zeichnenden gutheissenden Ausgangs des Beschwerdeverfahrens wird 

die Vernehmlassung ohne vorgängige Kenntnisgabe und Einräumung des 

Replikrechts an den Beschwerdeführer direkt als Beilage zum vorliegen-

den Urteil zugestellt. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG ist das Bundesverwaltungsgericht zur Beurtei-

lung von Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG zuständig 

und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG; Art. 105 AsylG [SR 142.31]). 

Gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern einer anfechtba-

ren Verfügung kann bei der Beschwerdeinstanz, die für die Behandlung 

einer Beschwerde gegen eine ordnungsgemäss ergangene Verfügung zu-

ständig wäre, Beschwerde geführt werden (Art. 46a VwVG; vgl. dazu auch 

MARKUS MÜLLER, in: Auer/Müller/Schindler [Hrsg.], Kommentar zum Bun-

desgesetz über das Verwaltungsverfahren [VwVG], 2008, Rz. 3 zu 

Art. 46a). Das Bundesverwaltungsgericht ist damit zur Beurteilung der vor-

liegenden Beschwerde zuständig. 

1.2 Rechtsverweigerungs- und -verzögerungsbeschwerden richten sich 

gegen den Nichterlass einer anfechtbaren Verfügung. Die Beschwerdele-

gitimation setzt voraus, dass bei der zuständigen Behörde zuvor ein Be-

gehren um Erlass einer Verfügung gestellt wurde und Anspruch darauf be-

steht. Ein Anspruch ist anzunehmen, wenn die Behörde verpflichtet ist, in 

Verfügungsform zu handeln und der ansprechenden Person nach Art. 6 

i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG Parteistellung zukommt (vgl. BVGE 2008/15 

E. 3.2 m.w.H.). 

E-1716/2021 

Seite 5 

Vorliegend ersuchte der Beschwerdeführer um Gewährung des Familien-

asyls zugunsten seiner Ehefrau. Über das Gesuch hat die Vorinstanz in 

Form einer anfechtbaren Verfügung zu befinden. Der Beschwerdeführer ist 

daher zur Beschwerdeführung legitimiert. 

1.3 Beschwerde gegen das unrechtmässige Verweigern oder Verzögern 

einer Verfügung kann jederzeit geführt werden (Art. 50 Abs. 2 VwVG). Die 

zeitliche Grenze bildet der Grundsatz von Treu und Glauben. Bietet eine 

bestimmte behördliche Handlung oder Äusserung objektiv begründeten 

Anlass für eine Rechtsverweigerungs- oder Rechtsverzögerungsbe-

schwerde, darf nicht beliebig lange zugewartet werden. Vielmehr muss die 

Beschwerde innert angemessener Frist erhoben werden. Was angemes-

sen ist, bemisst sich nach den konkreten Umständen, namentlich nach der 

der betroffenen Person zumutbaren Sorgfaltspflicht. Jene muss darlegen, 

dass sie zur Zeit der Beschwerdeeinreichung ein schutzwürdiges – mithin 

aktuelles und praktisches – Interesse an der Vornahme der verzögerten 

Amtshandlung respektive der Feststellung einer entsprechenden Rechts-

verzögerung hat (vgl. MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER, Prozessieren vor dem 

Bundesverwaltungsgericht, 2. Aufl. 2013, Rz. 5.23). 

Der Zeitpunkt der Beschwerdeerhebung ist vorliegend nicht zu beanstan-

den und das schutzwürdige Interesse des Beschwerdeführers an der Vor-

nahme der Amtshandlung ergibt sich aus der Tatsache, dass das SEM trotz 

wiederholter Intervention des Beschwerdeführers bis anhin in der Sache 

nicht entschieden hat. 

1.4 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist auf die nach Massgabe 

von Art. 52 Abs. 1 VwVG formgerecht eingereichte Beschwerde einzutre-

ten. 

1.5 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

2.  

Die Prüfungsbefugnis des Bundesverwaltungsgerichts beschränkt sich 

vorliegend auf die Frage, ob die Vorinstanz das Rechtsverzögerungsverbot 

verletzt hat. Im Falle einer Gutheissung der Beschwerde weist es die Sa-

che mit verbindlichen Weisungen an die Vorinstanz zurück (Art. 61 Abs. 1 

VwVG). Hingegen ist das Gericht nicht dazu befugt, sich dazu zu äussern, 

wie ein unrechtmässig verzögerter Entscheid inhaltlich hätte ausfallen sol-

len, da es – Spezialkonstellationen vorbehalten – nicht anstelle der untätig 

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Seite 6 

gebliebenen Behörde entscheiden darf, andernfalls der Instanzenzug ver-

kürzt und möglicherweise Rechte der Verfahrensbeteiligten verletzt würden 

(vgl. BVGE 2008/15 E. 3.1.2 m.w.H.). 

3.  

3.1 Das Verbot der Rechtsverzögerung ergibt sich als Teilgehalt aus der 

allgemeinen Verfahrensgarantie von Art. 29 Abs. 1 BV. Danach hat jede 

Person Anspruch auf eine Beurteilung ihrer Sache innert angemessener 

Frist. Diese Verfassungsgarantie gilt für alle Sachbereiche und alle Akte 

der Rechtsanwendung (vgl. BGE 130 I 174 E. 2.2 m.w.H.). Von einer 

Rechtsverzögerung im Sinne des Gesetzes ist nach Lehre und Praxis aus-

zugehen, wenn behördliches Handeln zwar nicht (wie bei einer Rechtsver-

weigerung) grundsätzlich infrage steht, aber die Behörde nicht innert der 

Frist handelt, die nach der Natur der Sache objektiv noch als angemessen 

erscheint. Die Angemessenheit der Dauer eines Verfahrens ist im Einzelfall 

unter Berücksichtigung der gesamten Umstände zu beurteilen. In Betracht 

zu ziehen sind dabei namentlich die Komplexität der Sache, das Verhalten 

der betroffenen Beteiligten und der Behörden, die Bedeutung des Verfah-

rens für die betroffene Partei sowie einzelfallspezifische Entscheidungsab-

läufe (vgl. zum Ganzen BGE 130 I 312 E. 5.1 f. m.w.H. auf Lehre und Pra-

xis). Ein Verschulden der Behörde an der Verzögerung wird nicht voraus-

gesetzt, weshalb sie das Rechtsverzögerungsverbot auch dann verletzt, 

wenn sie wegen Personalmangels oder Überlastung nicht innert angemes-

sener Frist handelt (vgl. BGE 138 II 513 E. 6.4; 107 Ib 160 E. 3c; 103 V 

190 E. 5c). Spezialgesetzliche Behandlungsfristen sind bei der Beurteilung 

der Angemessenheit der Verfahrensdauer zu berücksichtigen (vgl. zum 

Ganzen auch das Urteil des BVGer E-1438/2018 vom 5. April 2018 E. 3.2 

m.w.H.).  

3.2 Das Bundesverwaltungsgericht ist sowohl in Kenntnis der Umstände, 

welche insbesondere die Einführung des neuen Asylgesetzes im März 

2019 mit sich gebracht haben, als auch der nach wie vor hohen Penden-

zenzahlen beim SEM. Es ist unvermeidbar und auch nachvollziehbar, dass 

gewisse Verfahren nicht innerhalb der gesetzlichen Behandlungsfristen 

(vgl. Art. 37 AsylG) abgeschlossen werden können, insbesondere dann, 

wenn sich noch Abklärungs- oder Instruktionsmassnahmen aufdrängen. 

Vorab ist festzuhalten, dass eine Dauer von über zwei Jahren in einem 

erstinstanzlichen Verfahren betreffend Familienzusammenführung bezie-

hungsweise Familienasyl nicht per se bereits eine Rechtsverzögerung dar-

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Seite 7 

stellt. Sie kann im Einzelfalls durchaus auf nachvollziehbaren und berech-

tigten Gründen, beispielsweise der Vornahme von Abklärungen oder Hin-

dernissen technischer Art, beruhen. Vorliegend sind solcherart Gründe 

nicht ersichtlich und jedenfalls nicht aktenkundig. Insbesondere gehen die 

in der Vernehmlassung erwähnten «wichtigen relevanten Abklärungen» 

betreffend Heirat und Identität der Ehefrau in keiner Weise aus den Akten 

hervor. Zwar stellt das SEM nach Abschluss solcher Abklärungen einen 

unverzüglichen Entscheid in Aussicht, ohne indessen die in der Einladung 

zur Vernehmlassung vom Bundesverwaltungsgericht explizit gestellte 

Frage zu beantworten, bis zu welchem Zeitpunkt es den Abschluss des 

erstinstanzlichen Verfahrens als realistisch erachte. Ebenso wenig ist in 

sachverhaltlicher oder rechtlicher Hinsicht eine besondere Komplexität er-

kennbar. Mithin kann vorliegend nicht von einer gerechtfertigten Verfah-

rensverzögerung ausgegangen werden. Seit der Gesuchseinreichung gab 

es keine Verfahrenssequenzen, in denen das Verfahren formell oder fak-

tisch sistiert gewesen wäre. Vielmehr lag das Verfahren praktisch über die 

gesamte Zeit von über zwei Jahren offenbar unbearbeitet brach. Der Be-

schwerdeführer kam demgegenüber der ihm obliegenden Mitwirkungs-

pflicht auf entsprechende Aufforderung des SEM vom 29. Mai 2019 nach. 

Gegenteiliges wurde ihm seitens des SEM nicht kommuniziert, sondern die 

weiteren Angaben und Unterlagen forderte das SEM ausdrücklich ein, «da-

mit wir das Gesuch schnellst- und bestmöglich bearbeiten können». Dem 

auf berechtigten und nachvollziehbaren Gründen (überlange Verfahrens-

dauer, ausgebliebene Reaktionen des SEM auf zahlreiche Anfragen zum 

Verfahrensstand und -fortschritt, Sorge um die [angeblich] in prekärer und 

gefährlicher Situation in C._______ ausharrende Ehefrau) abgestützten 

Anliegen betreffend beförderlicher Bearbeitung und Beendigung des erst-

instanzlichen Verfahrens vermag das SEM in seiner Vernehmlassung 

nichts substanziell Verwertbares entgegenzusetzen: Einen Antrag (Abwei-

sung    oder Gutheissung der Rechtsverzögerungsbeschwerde) enthält die 

Vernehmlassung nicht, sondern diese beschränkt sich auf die Mitteilung 

des Bedauerns über die lange Verfahrensdauer. Eine Nichtbehandlung des 

Gesuchs um Familienasyl während einer solch langen Zeit und ohne An-

gabe von Gründen ist durch Betroffene nicht hinzunehmen. 

Das Beschleunigungsgebot von Art. 29 Abs. 1 BV ist somit verletzt und die 

Rüge der Rechtsverzögerung erweist sich in vollumfänglicher Stützung der 

Beschwerdeargumente als begründet. Dieses Ergebnis entspricht nicht nur 

der langjährigen Gerichtspraxis, sondern insbesondere auch der aktuellen 

Praxis des Bundesverwaltungsgerichts in vergleichbaren Konstellationen 

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Seite 8 

(vgl. hierzu z.B. die Urteile E-2646/2020 vom 3. November 2020 und D-

1532/2020 vom 11. Mai 2020). 

4.  

Nach dem Gesagten ist die Beschwerde gutzuheissen. Die Akten gehen 

an die Vorinstanz zurück, verbunden mit der Anweisung, das Gesuch um 

Familienasyl beförderlich – d.h. jedenfalls unter Vermeidung weiterer Pha-

sen der Nichtbearbeitung – fortzuführen. Sollte das SEM keinen weiteren 

Abklärungs- oder Instruktionsbedarf erkennen, ist das Verfahren innert we-

niger Wochen mittels einer Verfügung erstinstanzlich abzuschliessen. Wi-

der Erwarten dennoch bestehender Abklärungs- oder Instruktionsbedarf 

wäre konkret und substanziell aktenkundig zu machen. 

5.  

5.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten auf-

zuerlegen (Art. 63 VwVG). Das Gesuch um Gewährung der unentgeltli-

chen Rechtspflege nach Art. 65 Abs. 1 VwVG wird damit hinfällig. 

5.2 Obsiegende Parteien haben zulasten der Vorinstanz Anspruch auf eine 

Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen und verhält-

nismässig hohen Kosten (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 des Regle-

ments vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen vor 

dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]). Eine Kostennote 

liegt nicht vor. Der vollumfänglich als notwendig zu erachtende Aufwand ist 

jedoch überschaubar und zuverlässig abschätzbar. Gestützt auf die in Be-

tracht zu ziehenden Bemessungsfaktoren (Art. 9-13 VGKE) ist das SEM 

anzuweisen, dem Beschwerdeführer eine pauschale Parteientschädigung 

in der Höhe von insgesamt Fr. 500.– (inkl. Auslagen) auszurichten. 

 

(Dispositiv nächste Seite)  

E-1716/2021 

Seite 9 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Rechtsverzögerungsbeschwerde wird gutgeheissen. 

2.  

Die Vorinstanz wird angewiesen, das Gesuch um Familienasyl im Sinne 

der Erwägungen (insb. E. 4) beförderlich zu behandeln und einer Verfü-

gung zuzuführen. 

3.  

Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 

4.  

Das SEM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer für das Verfahren vor 

dem Bundesverwaltungsgericht eine Parteientschädigung von insgesamt 

Fr. 500.– auszurichten. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die zuständige 

kantonale Behörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Lorenz Noli Urs David 

 

 

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