# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** fb81a593-5a50-5fc2-b623-b0012c7f6e72
**Source:** Zürich Steuerrekursgericht (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2016-01-29
**Language:** de
**Title:** Staats- und Gemeindesteuern 2010 und 2011
**Docket/Reference:** ST.2015.245
**URL:** https://www.strgzh.ch/assets/entscheide/StRG_ST_2015_245_lx.pdf

## Full Text

Steuerrekursgericht  
des Kantons Zürich 

1. Abteilung 

1 ST.2015.245 

Entscheid 

 29. Januar 2016 

Mitwirkend: 

Abteilungspräsident Anton Tobler, Steuerrichter Walter Balsiger, Steuerrichter Michael 
Ochsner und Gerichtsschreiberin Andrea Schmid 

In Sachen 

1.  A ,  
2.  B ,  

Nr. 1 vertreten durch RA Dr.iur. C,  

Nr. 2 vertreten durch Nr. 1,  

gegen 

S t a a t   Z ü r i c h ,    

vertreten durch das kant. Steueramt,  
Division Dienstleistungen,  
Bändliweg 21, Postfach, 8090 Zürich,  

Rekurrenten,  

Rekursgegner,  

betreffend 

Staats- und Gemeindesteuern 2010 und 2011 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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hat sich ergeben: 

A. A ist Spezialarzt für D FMH mit Wohnsitz in  E und eigener Praxis in F. Er 

entwickelte den G welcher H erleichtern soll, und für welchen er 2002 ein Patent ein-

tragen liess. Am … 2003 gründete er mit weiteren Kapitalgebern I AG (nachfolgend I) 

mit Sitz in J, ab 2008 E, an welcher er mit 66% beteiligt war. Mit Vereinbarung vom … 

2004 übertrug er das Patent und die Markenrechte für  G an die I. Diese ist ihrerseits 

Muttergesellschaft  zweier  weiterer  Gesellschaften,  der  K  GmbH  (nachfolgend  K)  und 

der L GmbH (nachfolgend L), beide ursprünglich mit Sitz in J, ab 2008 ebenfalls E. In 

der Folge traf der Pflichtige mit der I eine Reihe von Vereinbarungen, welche ihm das 

Recht  einräumten,  G  zu  einem  Vorzugspreis  zu  beziehen  und  zu  vertreiben.  Als  Ge-

genleistungen hatte er 2011 einen Betrag von Fr. 150'000.- zu überweisen sowie wei-

tere Leistungen zu erbringen.  

Der Pflichtige deklarierte aus seiner selbstständigen Erwerbstätigkeit in Form 

der Arztpraxis für die Steuerperiode 2010 ein Einkommen von Fr. und für die Steuerpe-

riode  2011  von  Fr.  .  Gemäss  Jahresrechnung  der  Praxis  enthielt  diese  auch  diverse 

Aufwandpositionen im Zusammenhang mit G.  

Am 5./6. Juni 2014 führte die steueramtliche Revisorin bei der Arztpraxis eine 

Buchprüfung durch. Dabei kam sie zum Schluss, dass kein Zusammenhang zwischen 

der Arztpraxis und den Aktivitäten G bestehe, weshalb die betreffenden Positionen aus 

der  Jahresrechnung  zu  entfernen  seien.  Dies  ergab  Aufrechnungen  von  netto  

Fr.  202'575.-  (2010)  bzw.  Fr.  214'288.-  (2011).  Darauf  basierende  Einschätzungsvor-

schläge  für  die  Steuerperioden  2010  und  2011  vom  14.  Oktober  2014  wurden  vom 

Pflichtigen  und  seiner  Ehefrau  B  (nachfolgend  zusammen  die  Pflichtigen)  abgelehnt. 

Der Revisionsbericht wurde am 10. April 2015 erstattet.  

Am  22.  April  2015  schätzte  die  Steuerkommissärin  die  Pflichtigen  für  die 

Steuerperioden  2010  und  2011  mit  beschränkter  Steuerpflicht  gestützt  auf  den  hiesi-

gen Geschäftsort der Arztpraxis ein. Darin übernahm sie die Aufrechnungen G gemäss 

Revisionsbericht.  

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B.  Hiergegen  erhoben  die  Pflichtigen  am  21.  Mai  2015  Einsprache  mit  dem 

Antrag,  u.a.  auf  die  Korrekturen  im  Zusammenhang  mit  G  zu  verzichten.  Die  diesbe-

züglichen Aktivitäten stellten eine selbstständige Erwerbstätigkeit dar. Der Zusammen-

hang mit der Arztpraxis sei gegeben.  

Das kantonale Steueramt hiess die Einsprachen am 11. August 2015 mit Be-

zug auf einen nicht mehr streitigen Punkt beim Vermögen gut und wies sie im Übrigen 

ab. Dies ergab folgende Einschätzungen:  

[…] 

Im  Wesentlichen  begründete  es  die  Aufrechnung  damit,  dass  die  Erträge  G 

nicht in der Arztpraxis verbucht worden seien, sondern in den eigens gegründeten Be-

triebsgesellschaften K und L, weshalb das Gleiche auch für den Aufwand gelten müs-

se.  

C.  Mit  Rekurs  vom  11. September  2015  beantragten  die  Pflichtigen,  die Auf-

rechnungen im Zusammenhang mit G zu streichen und den betreffenden Aufwand zum 

Abzug zuzulassen, unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Rekursgeg-

ners. Der Pflichtige habe neben seiner Arztpraxis parallel mit dem Engagement G noch 

eine weitere selbstständige Erwerbstätigkeit ausgeübt, indem er sich systematisch und 

nach aussen sichtbar um die Erschliessung weiterer Marktgebiete bemüht habe. Damit 

seien  die  in  diesem  Zusammenhang  angefallenen  Unkosten  als  geschäftsmässig  be-

gründet abziehbar.  

Das kantonale Steueramt beantragte am 12. November 2015 Abweisung des 

Rekurses. Mit Replik vom 9. Dezember 2015 hielten die Pflichtigen an ihren Anträgen 

fest.  Das  kantonale  Steueramt  verzichtete  am  18.  Dezember  2015  auf  weitere  Stel-

lungnahme.  

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Die Kammer zieht in Erwägung: 

1. Streitig ist, wie die Aktivitäten des Pflichtigen im Zusammenhang mit G ein-

zuordnen sind. In der Steuerperiode 2010 umfassen die total aufgerechneten Positio-

nen  von  Fr.  202'575.-  eine  Lizenzzahlung  an  I  von  Fr.  150'000.-,  auf  die  I  lautende 

Rechnungen von Fr. 3'926.- sowie im verbleibenden Umfang hauptsächlich Reisekos-

ten,  aber  auch  Auslagen  für Weiterbildung/Fachliteratur.  Bezüglich  der  Steuerperiode 

2011  beträgt  die  Aufrechnung  Fr.  214'288.-,  enthaltend  eine  Rückstellung  für  eine 

Marktstudie von Fr. 150'000.-, zwei Positionen Anwaltskosten von total Fr. 35'756.- und 

im  Übrigen  wiederum  Reisekosten  und  Auslagen  für  Weiterbildung/Fachliteratur.  Der 

Pflichtige belastete die  diesbezüglichen  Aufwendungen  der  Erfolgsrechnung  der  Arzt-

praxis, macht aber im Rekurs geltend, es habe sich um eine eigenständige, parallel zur 

Arztpraxis geführte selbstständige Erwerbstätigkeit gehandelt. Die Vorinstanz bestreitet 

in  erster  Linie  den  Zusammenhang  mit  der  Arztpraxis,  qualifiziert  aber  die  Aktivitäten 

im Zusammenhang mit G auch für sich allein nicht als selbstständige Erwerbstätigkeit. 

Im Folgenden ist deshalb zunächst zu prüfen, ob es sich hierbei um eine solche Tätig-

keit gehandelt hat. 

a) Nach § 18 Abs. 1 des Steuergesetzes vom 8. Juni 1997 (StG) sind alle Ein-

künfte  aus  einem  Handels-,  Industrie-,  Gewerbe-,  Land-  und  Forstwirtschaftsbetrieb, 

aus einem freien Beruf sowie aus jeder anderen selbstständigen Erwerbstätigkeit steu-

erbar. Bei selbstständiger Erwerbstätigkeit werden von diesen Einkünften gemäss § 27 

Abs. 1 StG die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen.  

Unter den Begriff der selbstständigen Erwerbstätigkeit fällt allgemein jede Tä-

tigkeit, bei der ein Unternehmer auf eigenes Risiko, unter Einsatz von Arbeit und Kapi-

tal,  in  einer  frei  gewählten  Organisation  und mit  der  Absicht  der  Gewinnerzielung  am 

Wirtschaftsverkehr  teilnimmt  (BGE  125  II  113  E.  5b;  BGr,  27.  August  2010, 

2C_307/2010,  www.bger.ch;  VGr,  3.  November  2010,  SB.2010.00025).  Dazu  zählen 

auch  entsprechende  Tätigkeiten  eines  freiberuflichen  Steuerpflichtigen,  so  z.B.  eines 

frei praktizierenden Arztes. Eine solche Aktivität kann haupt- oder nebenberuflich, dau-

ernd oder temporär ausgeübt werden.  

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Während der Einsatz von Arbeit und Kapital in freigewählter Organisation und 

auf  eigenes  Risiko  auch  Merkmal  einer  Liebhaberei  sein  kann,  grenzen  die  Erforder-

nisse der planmässigen und anhaltenden Teilnahme am wirtschaftlichen Verkehr zum 

Zweck  der  Gewinnerzielung  die  Liebhaberei  von  der  selbstständigen  Erwerbstätigkeit 

ab. Das Erfordernis der Planmässigkeit verhindert, dass eine lediglich sporadische und 

ohne Plan ausgeübte Tätigkeit als selbstständige Erwerbstätigkeit qualifiziert wird. Auf 

Planmässigkeit  wird insbesondere geschlossen, wenn der  Steuerpflichtige  nicht  bloss 

die  zufällig  sich  bietenden  Möglichkeiten  wahrnimmt,  sondern  durch  gezieltes Wirken 

sein  Einkommen  zu  steigern  sucht.  Daraus  ist  zu  schliessen,  dass,  wer  planmässig 

handelt, dies auch mit Gewinnerzielungsabsicht tut. Eine derartige Absicht ist aufgrund 

objektiver  Indizien  zu  beurteilen.  Ob  eine  selbstständige  Tätigkeit  vorliegt,  ist  stets 

nach  den  gesamten  Umständen  des  Einzelfalls  zu  beurteilen;  die  einzelnen  Be-

griffsmerkmale dürfen nicht isoliert betrachtet werden und können auch in unterschied-

licher Intensität auftreten (BGE 125 II 113 E. 5b).  

Im  Privat-  wie  auch  im  Steuerrecht  gilt  grundsätzlich  das  Trennungsprinzip, 

wonach  von der vollständigen rechtlichen und tatsächlichen Trennung zwischen  einer 

Gesellschaft  und  ihren  Anteilsinhabern  auszugehen  ist  (Richner/Frei/Kaufmann/Meut-

er, Kommentar zum Zürcher Steuergesetz, 3. A., 2013, § 18 N 18b). Hinzuweisen ist in 

diesem  Zusammenhang  auf  den  Begriff  der  verdeckten  Kapitaleinlagen.  Eine  solche 

liegt  vor,  wenn  ein  Anteilsinhaber  für  seine  Leistungen  an  die  Gesellschaft  nur  be-

schränkt  entschädigt  wird.  Solche  Einlagen  sind  auch  in  Form  von  Nutzungseinlagen 

möglich,  indem  der  Gesellschafter  der  Gesellschaft  die  Nutzung  eines  bestimmten 

Guts  –  so  z.B.  seiner  Arbeitsleistung  –  vergünstigt  zur  Verfügung  stellt  (Richner/ 

Frei/Kaufmann/Meuter, § 66 N 3).  

b) Im Folgenden ist der Inhalt der behaupteten selbstständigen Erwerbstätig-

keit  herauszufiltern.  Ausgangspunkt  ist  der  Umstand,  dass  der  Pflichtige  mit  Vertrag 

vom … 2004 die Rechte an dem von ihm entwickelten Produkt an die I übertragen hat 

und damit die ökonomische Verwertung des Produkts in der Zuständigkeit der Gesell-

schaft  liegt.  Damit  wird  der  rechtliche  Rahmen  seiner  diesbezüglichen  nachfolgenden 

selbstständigen  Erwerbstätigkeit  durch  die mit  der  I  abgeschlossenen  Verträge  abge-

steckt.  

aa) In einem ersten Vertrag vom … 2006 zwischen dem Pflichtigen und der I 

wird festgehalten, dass die I das Produkt G weltweit vermarktet. Die Praxis des Pflich-

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tigen  möchte  das  Produkt  für  humanitäre  und  wissenschaftliche  Zwecke  einsetzen. 

Hierzu räumt ihm die I das Recht ein, das Produkt für EUR 17.- statt EUR 35.- zu be-

ziehen.  Der  Pflichtige  bezahlt  für  dieses  bis  2010  laufende  Recht  Fr.  150'000.-,  fällig 

2011.  Diese  Zahlung  wurde  indessen  gemäss  Sachdarstellung  der  Pflichtigen  2010 

wegbedungen, da der Pflichtige keine Produkte bezogen hatte.  

Am … 2009 schloss der Pflichtige mit der I einen weiteren Vertrag ab, gemäss 

welchem  er  das  Recht  erhielt,  G  auf  eigene Kosten  für  kommerzielle  Zwecke  zu  ver-

treiben, soweit für das betreffende Land keine exklusive Lizenzvereinbarung zwischen I 

und Dritten besteht. Der Verkaufspreis wurde auf EUR 17.- festgesetzt. Als Gegenleis-

tung  bezahlt  er  Fr.  150'000.-,  mit  Fälligkeit  2011.  Der  Betrag  wurde  am  ...  2010  in 

Rechnung gestellt.  

Gemäss darauf folgender Vereinbarung vom … 2010 zwischen der I und dem 

Pflichtigen wurde diesem wiederum das Recht eingeräumt, G weltweit auf eigene Kos-

ten für kommerzielle Zwecke zu vertreiben. Davon ausgenommen sind die Territorien, 

bezüglich welcher die I mit einem Dritten Verträge abgeschlossen hatte. Weiter erhielt 

er das Recht, das Produkt zu einem reduzierten Preis von EUR 20.- statt EUR 35.- pro 

Set zu beziehen. Als Gegenleistung verpflichtete er sich, bis zu Fr. 40'000.- auf eigene 

Kosten die Vertriebsaktivitäten des von I gefundenen Vertriebspartners in dessen Terri-

torien  durch  Reisen  und  Vorträge  zu  unterstützen.  Weiter  hatte  er  die  Kosten  einer 

wissenschaftlichen  Studie  bis  zu  Fr. 200'000.-  zu  tragen.  Diese  Regelung  galt  von 

2010  bis  2014.  Die  Vereinbarung  wurde  als  Ergänzung  zur  Vereinbarung  von  2009 

bezeichnet und trat mit Unterzeichnung in Kraft. Gemäss Ziff. 4.2 gab es keine mündli-

chen oder schriftlichen Nebenabreden zu dieser Vereinbarung. Bei den dem Pflichtigen 

damit zugeteilten Ländern handelt es sich um China, Irak und Südkorea (Bestätigung 

Dr. M). 

Indessen  existiert  noch  ein  zweiter  Vertrag  ebenfalls  vom  …  2010  zwischen 

den  nämlichen  Vertragsparteien.  Dieser  enthält  dieselben  Abmachungen;  indessen 

wird darin der Kaufpreis auf EUR 17.- bis 20.- festgesetzt. Ebenfalls abweichend vom 

anderen  Vertrag  war  dieser  bis  …  2015  gültig.  Weiter  wurde  festgehalten,  dass  auf-

grund haftungsrechtlicher und regulatorischer Gründe grundsätzlich die  I die vertragli-

chen Vereinbarungen mit Abnahmefirmen in solchen Drittländern in ihrem Namen täti-

gen werde. Ausgleiche mit der Praxis des Pflichtigen würden dann jeweils situativ mit 

gesonderten  Vereinbarungen  gemäss  Verkaufsvolumen  erfolgen.  Diese  Version  des 

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Vertrags war vom Pflichtigen als Anhang zu einem E-Mail vom 3. Oktober 2014 sowie 

als Beilage zur Einsprache eingereicht worden.  

Das  Verhältnis  dieser  beiden  angeblich  am  gleichen  Tag  abgeschlossenen, 

inhaltlich  zum Teil aber voneinander abweichenden Verträge wird von den Pflichtigen 

nicht erklärt. Gemäss den Akten ergibt sich indessen, dass in der Folge insbesondere 

der  Vertragsklausel,  wonach  der  Vertrieb  über  Drittgesellschaften  erfolgen  soll,  nach-

gelebt worden ist. So wurde in Bezug auf zwei  der drei dem Pflichtigen zugeschiede-

nen Länder der Vertrag mit dem örtlichen Vertreiber von der I bzw. der K abgeschlos-

sen. Daraus ist zu schliessen, dass diese Version des Vertrags vom … 2010 jedenfalls 

diesbezüglich den damaligen tatsächlichen Vertragswillen zum Ausdruck brachte.  

bb) Um als selbstständige Erwerbstätigkeit zu qualifizieren, müssen die Aktivi-

täten  des  Pflichtigen  darauf  gerichtet  sein,  einen  eigenen  Gewinn  zu  erzielen.  Dies 

setzt  voraus,  dass  konkrete  und  ernsthafte  Schritte  zur  Verwirklichung  eines  Ertrags 

unternommen  wurden.  Solche  konkrete  Handlungen  sind  hier  indessen  nicht  ersicht-

lich. Die einzigen Aktivitäten betreffen die Erfüllung von Verpflichtungen gegenüber der 

I; im Übrigen bestehen lediglich Absichtserklärungen: 

Die  Arztpraxis  des  Pflichtigen  betrieb  keine  H,  weshalb  G  in  seiner  eigenen 

Praxis  nicht  zur  Anwendung  gelangte.  Gemäss  Besprechungsprotokoll  vom  …  2014 

sei in der Folge in der Praxis auch nie ein Umsatz mit diesem Produkt erzielt worden. 

Demnach  ist  festzuhalten,  dass  über  die  Praxis  bisher  noch  kein  einziges  G  verkauft 

worden ist.  Dies lässt  sich nicht  mit  Erfolglosigkeit  des  Projekts  erklären,  waren doch 

gemäss  Memorandum  N  (Rechtsanwälte)  vom  …  2014  bis  zu  diesem  Datum  ca. 

50'000 Einheiten verkauft worden. Der fehlende Umsatz lag vielmehr darin begründet, 

dass  der  Absatz  des  Produkts  –  soweit  dieses  überhaupt  auf  dem  Markt  eingeführt 

wurde – jeweils auch in den dem Pflichtigen zugeteilten Ländern über Drittgesellschaf-

ten erfolgte, welche von der I bzw. einer Tochtergesellschaft beliefert wurden. Dies war 

–  wie  erwähnt  –  in  dem  zweiten  Vertrag  vom  …  2010  ausdrücklich  so  vorgesehen. 

Wird aber der Umsatz immer über Drittgesellschaften erzielt, welche zudem nicht von 

der  Arztpraxis,  sondern  von  der  I  oder  ihrer  Tochtergesellschaft  beliefert  werden,  so 

war für die Arztpraxis von vorneherein nie ein Gewinn zu erwarten. Es trifft damit nicht 

zu, dass mit Bezug auf China nur deshalb kein Umsatz erwirtschaftet wurde, weil die 

Zulassung  von  G  gescheitert  war  und  die  Zusammenarbeit  mit  der  chinesischen  Ge-

sellschaft beendet werden musste. Auch die geltend gemachten, bei Lancierung eines 

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neuen Produkts normalen Anfangsschwierigkeiten spielten keine Rolle. Bei der getrof-

fenen Vertragsgestaltung wäre auch bei erfolgreicher Zulassung bei der Arztpraxis kein 

Umsatz angefallen und ist auch künftig keiner zu erwarten. Damit kamen bzw. kommen 

auch die reduzierten  Einkaufspreise nie zum Tragen.  Anzufügen  ist,  dass  auch keine 

Provisionszahlungen  oder  Umsatzbeteiligungen  der  Arztpraxis  behauptet  wurden  und 

auch keine dahingehenden Vereinbarungen vorliegen.  

Die einzige Möglichkeit  zur  Erzielung  eines  Umsatzes der  Arztpraxis  gründet 

auf  der  Klausel  vom  Vertrag  vom  …  2010, "Ausgleiche  mit  der  Praxis  des  Pflichtigen 

erfolgen  dann  jeweils  situativ  mit  gesonderter  Vereinbarung  gemäss  Verkaufsvolu-

men". Eine Abgeltung erfolgt demnach zu einem unbestimmten Zeitpunkt in einem un-

bestimmten Umfang, und hätte – da noch zu vereinbaren – zu einem grossen Teil im 

Ermessen der I gelegen. In der Folge wurden denn auch weder bezüglich China noch 

Irak solche Vereinbarungen getroffen. Wie unter diesen Umständen jemals ein Umsatz, 

geschweige denn ein Gewinn hätte erzielt werden sollen, ist nicht ersichtlich. Eine ge-

winnorientierte Unternehmung hätte sich mit einer solchen vertraglichen Regelung nie 

zufrieden gegeben. Daraus ist der Schluss zu ziehen, dass die Erzielung eines eigenen 

Umsatzes der Arztpraxis bei Abschluss des Vertrags gar nicht gewollt war.  

Anzufügen ist, dass die Pflichtigen auch nicht geltend machen, es sei darum 

gegangen, durch eigenen Einsatz des Pflichtigen den Marktwert seiner Beteiligung an 

der I zu steigern mit der Absicht, diese später zu verkaufen. Eine solche Absicht würde 

zudem  die  Frage  aufwerfen,  ob  die  Beteiligung  an  der  I  als  Geschäftsvermögen  zu 

qualifizieren  wäre.  Die  Pflichtigen  deklarierten  diese  indessen  nicht  unter  den  Ge-

schäftsaktiven, sondern als Privatvermögen.  

cc) Mithin konnte für die Arztpraxis aus ihrem Engagement nur Aufwand resul-

tieren.  Durch  das  gewählte  Vorgehen  wird  demnach  im  Ergebnis  Aufwand  der  I-

Gruppe durch die Arztpraxis getragen. Dieses Arrangement kann nicht als selbststän-

dige Erwerbstätigkeit gewertet werden.  

2. Die vorstehenden Überlegungen gelten im Wesentlichen auch dann, wenn 

die  streitigen  Aufwandpositionen  nicht  in  Zusammenhang  mit  einer  eigenständigen 

Erwerbstätigkeit, sondern mit dem Tätigkeitsfeld der Arztpraxis gestellt würden.  

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a)  Bei  selbstständiger  Erwerbstätigkeit  werden  die  geschäfts-  oder  berufs-

mässig  begründeten  Kosten  abgezogen  (§  27  Abs.  1  StG).  Ob  der  Aufwand  zweck-

mässig  bzw.  vermeidbar  gewesen  wäre,  spielt  keine  Rolle,  da  es  nicht  Sache  der 

Steuerbehörde ist, die Angemessenheit einer geschäftlichen Aufwendung zu überprü-

fen  (BGE  124  II  29;  BGE  113  Ib  114  E.  2c).  Die  geschäftsmässige  Begründetheit  ist 

jedoch nur solange zu bejahen, als ein sachlicher Zusammenhang zwischen Ausgabe 

und Geschäftsbetrieb besteht (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, § 27 N 2 ff. mit Verwei-

sungen).  

Wie  bereits  festgehalten,  gibt  der  Pflichtige  in  seiner  Arztpraxis  in  F  G  nicht 

selber ab. Der Vertrieb in der Schweiz war vielmehr einer von I belieferten Drittgesell-

schaft vorbehalten. Der Pflichtige macht denn auch geltend, der Vorteil für die Arztpra-

xis  habe  nicht  im  Vertrieb  des  Produkts,  sondern  in  der  Förderung  des  beruflichen 

Images  des  Pflichtigen  bestanden.  Indessen  ist  nicht  nachvollziehbar,  inwiefern  die 

Arztpraxis in F vom Vertrieb des Produkts in China, Irak und Südkorea hätte profitieren 

sollen. Soweit man sich eine Werbewirkung für den Pflichtigen erhofft hätte, wäre ihm 

jedenfalls durch einen entsprechenden Hinweis auf den hierzulande vertriebenen Pro-

dukten besser gedient gewesen.  

b) Damit ist der Aufwand G auch aus Sicht der Arztpraxis nicht geschäftsmäs-

sig begründet. Bei diesem Ergebnis erübrigt es sich, näher auf die einzelnen Aufwand-

positionen einzugehen.  

3. Aufgrund dieser Erwägungen ist der Rekurs abzuweisen. Ausgangsgemäss 

sind die Kosten des Verfahrens den Pflichtigen aufzuerlegen (§ 151 Abs. 1 StG) und ist 

ihnen  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen  (§ 152 StG  i.V.m.  § 17  Abs. 2  des 

Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom 24. Mai 1959/8. Juni 1997). 

Demgemäss erkennt die Kammer: 

1.  Der Rekurs wird abgewiesen.  

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