# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4b2bc9e5-7ba5-5561-b0a4-d044c219a867
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2011-12-29
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 29.12.2011 D-115/2008
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-115-2008_2011-12-29.pdf

## Full Text

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t

T r i buna l   adm in i s t r a t i f   f édé ra l

T r i buna l e   ammin i s t r a t i vo   f ede ra l e

T r i buna l   adm in i s t r a t i v   f ede ra l

   

Abteilung IV
D­115/2008/sps

U r t e i l   v om   2 9 .   D e z embe r   2 0 1 1

Besetzung Richter Hans Schürch (Vorsitz),
Richterin Gabriela Freihofer,
Richter Bendicht Tellenbach;  
Gerichtsschreiber Christoph Basler.

Parteien A._______, geboren am (…),
Sri Lanka,  
vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt, 
(…),
Beschwerdeführer, 

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,   
Vorinstanz. 

Gegenstand Asyl und Wegweisung; 
Verfügung des BFM vom 7. Dezember 2007 / N (…).

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Sachverhalt:

A. 
A.a. Der Beschwerdeführer,  ein ethnischer Tamile mit  letztem Wohnsitz 
in  B._______,  verliess  Sri  Lanka  eigenen  Angaben  gemäss  Ende  April 
2007 und reiste am 21. Mai 2007 in die Schweiz ein, wo er gleichentags 
um Asyl nachsuchte.

A.b.  Bei  der  Erstbefragung  vom  29.  Mai  2007  im  Empfangs­  und 
Verfahrenszentrum Basel sagte der Beschwerdeführer aus, sein Vater sei 
Dorfvorsteher  gewesen  und  erschossen  worden,  als  er  zweijährig 
gewesen sei. Seine Mutter lebe seit Januar 2007 bei Verwandten. Am 4. 
Mai 2006 sei er von einem Mann angesprochen worden, der ihm gesagt 
habe, er müsse mit ihm reden. Dieser habe ihm eine Pistole gezeigt und 
ihn  in  ein  Haus  geführt,  in  dem  sich  zwei  weitere  Männer  aufgehalten 
hätten.  Sie  hätten  gesagt,  sie  gehörten  der  Karuna­Gruppe  an,  und 
hätten seine Personalien aufgenommen. Am folgenden Morgen hätten sie 
ihn mit  einem Kleinbus  in  ein Camp  gefahren.  Einen  Tag  später  sei  er 
zusammen mit  anderen Leuten auf einen Platz gebracht worden, wo er 
ein  Training  hätte  absolvieren  sollen.  Der  Mann,  der  "für  ihn  zuständig 
gewesen sei", habe sich an ihm sexuell vergangen. Er habe am 10. Juni 
2006 die Flucht ergriffen und seine Mutter angerufen. Diese habe ihn zu 
einer  Freundin  gebracht  und  am  folgenden Tag  erzählt, man  habe  sich 
telefonisch  nach  ihm  erkundigt.  Einige  Tage  später  habe  die  Karuna­
Gruppe  das  Haus  seiner  Familie  durchsucht.  Man  habe  seiner  Mutter 
gesagt, sie solle mit ihm bei der Karuna­Gruppe vorbeikommen. Er habe 
einen  Brief  an  die  schweizerische  Botschaft  in  Colombo  (nachfolgend: 
Botschaft) geschrieben, aber keine Antwort erhalten. Falls die Armee die 
Gegend,  in der er  sich aufgehalten habe,  kontrolliert  hätte, wäre er  von 
dieser  an  die  Karuna­Gruppe  übergeben  worden.  Ende  Januar  2007 
habe  die  Karuna­Gruppe  seine  Mutter  ultimativ  aufgefordert,  ihn  zu 
übergeben. Seine Mutter  habe daraufhin  das Haus  verlassen und  ihren 
älteren Bruder gebeten,  ihm zu helfen. Sein Onkel  habe einen Agenten 
kontaktiert, der die Ausreise organisiert habe. Er (der Beschwerdeführer) 
werde von der Armee, der LTTE und der Karuna gesucht. Zur Stützung 
seiner  Vorbringen  gab  er  Kopien  mehrerer  Beweismittel  zu  den  Akten 
(act. A1 Ziffn. 1 bis 7).

A.c.  Am  9.  November  2007  wurde  der  Beschwerdeführer  von  der 
zuständigen  kantonalen  Behörde  zu  seinen  Asylgründen  angehört.  Er 
machte  im  Wesentlichen  geltend,  im  Camp  habe  man  ihm  gesagt,  er 

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müsse  ein  Trainingslager  absolvieren.  Man  habe  einen  Mann  gerufen, 
der  ihm gesagt habe, er müsse alle seine  Instruktionen befolgen. Da er 
überzeugt  gewesen  sei,  dass man  ihn  nicht  nach  Hause  gehen  lassen 
werde, habe er beschlossen, zu fliehen. Er habe den Auftrag gehabt, die 
Buchhaltung  zu  machen;  sein  "Arbeitsplatz"  sei  in  einer  kleinen  Hütte 
gewesen. Dort sei er vom Mann, der für  ihn verantwortlich gewesen sei, 
mehrmals  sexuell  belästigt  und  vergewaltigt  worden.  Er  habe  simuliert, 
krank  zu  sein,  und  vermehrt  die  Toilette  aufgesucht.  Diese  habe  sich 
hinter  Gebüsch  befunden  und  am  10.  Juni  2006  sei  ihm  die  Flucht 
gelungen. Er habe telefonischen Kontakt mit seiner Mutter gehabt, die zu 
ihm  gekommen  sei.  Seine  Mutter  habe  ihn  nach  und  nach  in 
verschiedenen Häusern untergebracht und ihm gesagt, Leute der Karuna 
hätten sich bei ihr nach ihm erkundigt. Er habe die Botschaft kontaktiert, 
die ihm geantwortet und vieles habe wissen wollen. Während dieser Zeit 
habe sich die Kriegsgefahr zugespitzt. Die Armee habe überall Kontrollen 
durchgeführt  und  von  der  Armee  Festgenommene  würden  der  Karuna 
übergeben.  Die  Karuna  habe  seiner  Mutter  gedroht,  sie  werde 
festgenommen, falls er sich nicht ergebe. Sein Onkel habe schliesslich für 
ihn einen Schlepper organisiert.

B. 
Mit  Verfügung  vom  7.  Dezember  2007  stellte  das  BFM  fest,  der 
Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das 
Asylgesuch ab. Zugleich verfügte es seine Wegweisung aus der Schweiz 
und den Vollzug.

C. 
Der Beschwerdeführer liess durch seinen Rechtsvertreter mit Eingabe an 
das  Bundesverwaltungsgericht  vom  7.  Januar  2008  beantragen,  es  sei 
ihm  vollständige  Einsicht  in  die  gesamten  Asylakten  zu  gewähren. 
Zusätzlich sei  ihm Einsicht  in die Akten N (…) zu gewähren. Verbunden 
damit  sei  ihm  eine  angemessene  Frist  zur  Einreichung  einer 
Beschwerdeergänzung  anzusetzen.  Die  angefochtene  Verfügung  sei 
aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur  Feststellung  des  vollständigen  und 
richtigen  rechtserheblichen  Sachverhalts  an  die  Vorinstanz 
zurückzuweisen.  Eventuell  sei  die  Verfügung  aufzuheben  und  es  sei 
seine Flüchtlingseigenschaft  festzustellen. Es sei  ihm Asyl zu gewähren. 
Eventuell  seien  die  Ziffern  4  und  5  des Dispositivs  aufzuheben  und  die 
Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  festzustellen. Seinem Anwalt 
sei  vor  Gutheissung  der  Beschwerde  eine  angemessene  Frist  zur 
Einreichung einer Kostennote einzuräumen.

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D. 
Mit Zwischenverfügung vom 10. Januar 2008 hiess der Instruktionsrichter 
das Gesuch um Gewährung der Einsicht  in sämtliche Asylakten insofern 
gut,  als  dem  Beschwerdeführer  weitere  Akten  zugestellt  wurden.  Zur 
Einreichung  einer  Stellungnahme  wurde  ihm  Frist  gesetzt.  Ihm  wurde 
zudem Gelegenheit geboten, eine Vollmacht seiner Mutter betreffend die 
Einsicht  in  deren  Verfahrensakten  beizubringen.  Er  wurde  zur  Leistung 
eines Kostenvorschusses aufgefordert.

E. 
In seiner Eingabe vom 18. Januar 2008 ersuchte der Beschwerdeführer 
darum, sein an die Botschaft gerichtetes Schreiben vom 14. August 2006 
sei  zu  edieren.  Zudem  ersuchte  er  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  von 
Verfahrenskosten und um Erlass des erhobenen Kostenvorschusses. Der 
Eingabe  lag eine Ermächtigung der Mutter des Beschwerdeführers  vom 
11.  Januar  2008  zur  Gewährung  der  Akteneinsicht  in  deren 
Verfahrensakten  und  eine  Bestätigung  seiner  Mittellosigkeit  vom  14. 
Januar 2008 bei. 

F. 
Der Instruktionsrichter verzichtete mit Zwischenverfügung vom 22. Januar 
2008  auf  den  erhobenen  Kostenvorschuss  und  teilte  dem 
Beschwerdeführer  mit,  über  das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 
172.021)  werde  im  Endentscheid  befunden.  Zur  Einreichung  des  in 
Aussicht gestellten ärztlichen Berichts wurde Frist gesetzt. Dem Gesuch 
um Gewährung von Einsicht  in die Verfahrensakten seiner Mutter wurde 
entsprochen. Es wurde  ihm eine Kopie seiner Eingabe an die Botschaft 
vom  14. August  2006  zugestellt  und  ihm  Gelegenheit  zur  Einreichung 
einer Stellungnahme gewährt.

G. 
Am 21.  Februar  2008  bezog  der  Beschwerdeführer  ergänzend Stellung 
und  ersuchte  um  Erstreckung  der  Frist  zur  Einreichung  eines 
Arztberichts. Des weiteren beantragte er, es seien sämtliche sich bei der 
Botschaft  befindliche  Akten  beizuziehen  und  ihm  Akteneinsicht  zu 
gewähren sowie eine Frist zur Stellungnahme anzusetzen.

H. 
Mit  Zwischenverfügung  vom  4.  März  2008  übermittelte  der 

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Instruktionsrichter  dem  Beschwerdeführer  Kopien  aus  den 
Botschaftsakten. Es wurde  ihm unter Hinweis  auf Art.  32 Abs.  2 VwVG 
Gelegenheit zur Einreichung ergänzender Ausführungen gewährt.

I. 
Am 20. März  2008  äusserte  sich  der  Beschwerdeführer  hinsichtlich  der 
ihm gewährten  ergänzenden Akteneinsicht. Mit  Schreiben  vom 15. April 
2008  übermittelte  er  einen  Bericht  des  Psychiatrischen  Diensts 
C._______ vom 31. März 2008. 

J. 
Der  Instruktionsrichter  übermittelte  die  Akten  am  17.  April  2008  zur 
Vernehmlassung an das BFM.

K. 
Das  BFM  zog  seine  Verfügung  vom  7.  Dezember  2007  mit  Verfügung 
vom 25. April 2008 teilweise in Wiedererwägung. Die Ziffern 4 und 5 des 
Dispositivs  wurden  zufolge  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs 
zugunsten einer vorläufigen Aufnahme aufgehoben.

L. 
Mit Zwischenverfügung vom 28. April 2008 wurde der Beschwerdeführer 
vom Instruktionsrichter aufgefordert, sich innerhalb angesetzter Frist dazu 
zu äussern, ob er an der Beschwerde festhalten oder diese zurückziehen 
wolle. Ebenso wurde  ihm Gelegenheit zur Einreichung einer Kostennote 
gewährt.

M. 
Der Beschwerdeführer  liess  am  14. Mai  2008 mitteilen,  er  halte  an  der 
Beschwerde fest.

N. 
Am 16. Mai 2008 wurden die Akten zur ergänzenden Vernehmlassung an 
das BFM überwiesen.

O. 
Das  BFM  beantragte  in  seiner  Vernehmlassung  vom  20.  Mai  2008  die 
Abweisung der Beschwerde.

P. 
In seiner Stellungnahme vom 5. Juni 2008 hielt der Beschwerdeführer an 
seinen Anträgen fest.

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Q. 
Mit  Eingabe  vom  15.  Juni  2011  übermittelte  der  Beschwerdeführer 
weitere Beweismittel und äusserte sich zur aktuellen Gefährdungslage.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1. 
1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 
(VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 
gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den 
Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des 
Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme 
im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht 
ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und 
entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen 
eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die 
beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes 
vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der 
Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 
durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein 
schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise 
Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert 
(Art. 105  und  Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art.  37  VGG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1 
sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2. 
Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige 
oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und 
die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3. 
3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 
oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion, 
Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder 
wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt 
sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 

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werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des 
Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 AsylG).

3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich 
widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich 
auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7 
AsylG).

4. 
4.1.  Das  BFM  begründete  seine  Verfügung  damit,  dass  die  vom 
Beschwerdeführer  eingereichten  Beweismittel  teilweise  seinen 
Vorbringen  widersprächen.  Bei  der  Erstbefragung  habe  er  angegeben, 
am 10. Juni 2006 vom Karuna­Camp geflüchtet zu sein. Dem Schreiben 
der  "Laity Commission"  von D._______  sei  zu  entnehmen,  dies  sei  am 
11.  Juni  2006  der  Fall  gewesen.  Im  selben  Schreiben  sei  festgehalten 
worden, er sei von mehreren Personen entführt worden, während er bei 
der  Erstbefragung  von  einer  Entführung  durch  eine  Person  gesprochen 
habe. Weiter habe er dort ausgesagt, er habe nach der Flucht aus dem 
Camp  zuerst  telefonisch  mit  seiner  Mutter  gesprochen  und  diese  dann 
persönlich getroffen. Der Vermisstenanzeige bei der Polizei in B._______ 
vom 18. August 2006 sei zu entnehmen, dass er am 30. Juni 2006 wieder 
heimgekehrt  sei.  Der  Beschwerdeführer  habe  auf  mehrfache  sexuelle 
Handlungen durch einen Aufseher während seines Aufenthalts  im Camp 
hingewiesen.  Seine  diesbezüglichen  Aussagen  seien  indessen  nur 
allgemein  ausgefallen,  womit  die  behauptete  mehrfache  sexuelle 
Misshandlung  nicht  glaubwürdig  dargelegt  worden  sei.  Diese 
Schlussfolgerung  verstärke  die  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  seines 
Aufenthalts  in  besagtem  Camp.  Seine  weiteren  Aussagen  über  dieses 
Camp seien wenig überzeugend und nicht umfassend dargelegt worden. 
Die  Flucht  aus  dem  Camp  habe  er  wenig  logisch  und  überzeugend 
geschildert.  Wäre  die  Flucht  tatsächlich  so  einfach  wie  von  ihm 
beschrieben möglich gewesen, hätte er das Camp wohl bereits viel früher 
verlassen.  Entsprechende  Möglichkeiten  hätte  er  jederzeit  nutzen 
können.  Es  sei  nicht  nachvollziehbar,  dass  er  am  4.  Mai  2006  einer 
unbekannten  Person  gefolgt  sei  und  sich  habe  überrumpeln  lassen. 
Bereits  damals  hätte  er  die Möglichkeit  gehabt,  dieser  Person  nicht  zu 

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folgen oder ihr zu entfliehen. Es sei darauf hinzuweisen, dass die von ihm 
eingereichten  Dokumente  mehrheitlich  nach  seiner  Flucht  ausgestellt 
worden  seien.  Es  bestehe  der  Verdacht,  dass  diese  Dokumente  in 
Auftrag  gegeben  worden  seien,  um  damit  eine  fiktive 
Verfolgungsgeschichte  zu  stützen.  Den  Dokumenten  lasse  sich  nicht 
entnehmen,  ob  die  ausstellenden  Behörden  und  Organisationen 
irgendwelche  Nachforschungen  unternommen  hätten,  um  die  darin 
aufgestellten Behauptungen zu überprüfen.

4.2.  In  der  Beschwerde  wird  geltend  gemacht,  das  BFM  habe  dem 
unterzeichnenden Anwalt keine Akteneinsicht gewährt, womit das Recht 
des  Beschwerdeführers  auf  Akteneinsicht  als  Bestandteil  seines 
Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör  verletzt  worden  sei.  In  der 
angefochtenen  Verfügung  werde  nicht  erwähnt,  dass  er  zusammen mit 
seiner Mutter  in  die  Schweiz  eingereist  sei,  die  vorläufig  aufgenommen 
worden sei. Da deren Aussagen denselben Sachverhalt beträfen, sei ein 
Aktenbeizug  notwendig.  Die  Aussagen  der  Mutter  stellten  in  seinem 
Verfahren Beweismittel dar, die seine Glaubwürdigkeit belegen könnten. 
Die  Akten  der  Mutter  seien  ihm  deshalb  ebenfalls  zur  Einsichtnahme 
zuzustellen.  Bei  der  Beurteilung,  ob  seine  Aussagen  tatsächlich 
widersprüchlich  seien,  seien  auch  die  Aussagen  seiner  Mutter  zu 
berücksichtigen.  Gerade  bei  der  Kontaktnahme  mit  der  Botschaft  habe 
diese  eine  wichtige  Rolle  gespielt.  Aus  dieser  Situation  könne  sich  die 
Notwendigkeit ergeben, dass die Mutter  in seinem Verfahren als Zeugin 
hätte angehört werden müssen. Das BFM habe die von ihm eingereichten 
Beweismittel  als  nicht  relevant  bezeichnet,  ohne  sich mit  diesen  vertieft 
zu  beschäftigen.  Es  sei  diesbezüglich  auch  keine  Botschaftsabklärung 
durchgeführt worden, die sich angesichts der von ihm geltend gemachten 
Bedrohungslage  aufgedrängt  hätte.  Im  angefochtenen  Entscheid  werde 
erklärt,  der  Beschwerdeführer  habe  unter  erheblichen  gesundheitlichen 
Problemen  gelitten.  Er  befinde  sich  auch  in  der  Schweiz  in  ärztlicher 
Behandlung und es seien  in diesem Zusammenhang keine zusätzlichen 
Abklärungen  getätigt worden. Es  ergebe  sich  bereits  bei  oberflächlicher 
Betrachtung  der  vorliegenden  Angelegenheit,  dass  das  BFM  den 
Sachverhalt weder vollständig noch richtig abgeklärt habe.

4.3.  In  der  Eingabe  vom  18.  Januar  2008  wird  ausgeführt,  der 
Beschwerdeführer  habe  bezüglich  der  erlittenen  Übergriffe  ein 
emotionales  Verhalten  an  den  Tag  gelegt.  Dieses  stimme  mit  seinen 
Vorbringen  betreffend  der  erlittenen  sexuellen Übergriffe  überein.  Seine 
Ausführungen  wiesen  unzählige  Realitätsmerkmale  auf.  Beispielhaft  sei 

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auf  seine  Angaben  zum  Ablauf  der  Entführung  zu  verweisen.  In 
Kombination  mit  seinem  Verhalten,  wenn  es  um  die  Schilderung  der 
sexuellen  Übergriffe  gegangen  sei,  hätte  sein  Gesundheitszustand  im 
Rahmen einer psychiatrischen Untersuchung abgeklärt werden müssen. 
Die Mutter des Beschwerdeführers habe bei der Polizeistation absichtlich 
gesagt, er sei am 30. Juni 2006 zurückgekehrt, weil sie nicht habe sagen 
wollen,  dass  er  schon  am Tag  nach  seiner  Freilassung  erschienen  sei. 
Da  die  Polizei  mit  der  Karuna­Gruppe  zusammenarbeite,  wäre  diese 
anschliessend  (noch vermehrt) bei  ihm zuhause gewesen. Seine Mutter 
habe  bei  der  "Laity  Commission"  erklärt,  er  sei  am  11.  Juni  2006 
geflohen. Er habe seiner Mutter gesagt, er sei durch eine Person entführt 
und durch mehrere Personen festgehalten worden. Seine Mutter habe in 
ihrem  Bericht  an  die  "Laity  Commission"  den  Sachverhalt  verkürzt 
dargelegt,  indem  sie  angegeben  habe,  er  sei  durch mehrere  Personen 
entführt worden.

4.4.  In  der  Stellungnahme  vom  21.  Februar  2008  wird  darauf 
hingewiesen,  der  Beschwerdeführer  sei  in  keiner  Anhörung  durch  eine 
Männerrunde  angehört  worden.  Die  Erstbefragung  sei  unter  Verstoss 
gegen  Art.  6  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über 
Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) zustande gekommen, da sie von 
einer Frau durchgeführt worden sei. Dieser Mangel sei bei der kantonalen 
Anhörung  bezüglich  des  Befragers  behoben  worden.  Es  sei  aber  eine 
Hilfswerksvertreterin  zugegen  gewesen.  Durch  die  gewählte 
Vorgehensweise  würden  praktisch  sämtliche 
"Unglaubhaftigkeitselemente"  hinfällig  werden.  Der  Beschwerdeführer 
habe bisher in keiner Befragung seine Vorbringen angemessen vortragen 
können.  Die  Argumentation  des  BFM  zu  den Widersprüchen  sowie  zur 
"Unsubstanziiertheit"  sei  nicht  stichhaltig.  Die  Aussagen  des 
Beschwerdeführers  zeichneten  sich  durch  eine  Fülle  von 
Realkennzeichen  aus.  Es  sei  zu  berücksichtigen,  dass  bei  einer 
psychisch  belasteten  Person  vordergründige 
"Unglaubhaftigkeitselemente"  nicht  aussagekräftig  seien.  Das 
Aussageverhalten  von  solchen  Personen  sei  insbesondere  hinsichtlich 
der  traumatisierenden  Ereignisse  beispielsweise  von  chronologischen 
Sprüngen geprägt. Seine Mutter sei zwei Monate nach ihm in die Schweiz 
gereist. Sie habe nach seiner Ausreise aus Sri Lanka im Mai 2007 nicht 
mehr  mit  ihm  gesprochen,  weshalb  keine  Absprache  mit  ihm  habe 
stattfinden  können.  (In  der  Folge  wird  auf  übereinstimmende  Angaben 
des  Beschwerdeführers  und  seiner  Mutter  verwiesen.)  Die  Protokolle 
ergänzten sich zudem auf eindrückliche Art und Weise. Bereits in seinem 

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Schreiben  an  die  Botschaft  vom  14.  August  2006  habe  der 
Beschwerdeführer detailliert geschildert, wie er am 10. August 2006 das 
Lager habe verlassen können und was anschliessend geschehen sei. Es 
erscheine realitätsfremd, dass ihm vorgehalten werde, er habe sich nicht 
zum  "Lichteinfall"  während  der  Vergewaltigung  geäussert  und  nicht 
detailliert  dargestellt,  wie  diese  "Schritt  für  Schritt"  abgelaufen  sei.  In 
Anbetracht  der  kantonalen  Anhörung  und  seines  Schreibens  an  die 
Botschaft  vom  14. August  2006  ergebe  sich  ein  nachvollziehbares  Bild, 
wie  ihm die Flucht  aus  dem Lager  gelungen  sei. Er  habe diese  logisch 
und detailreich geschildert. 

4.5.  In  der  Eingabe  vom  20.  März  2008  wird  geltend  gemacht,  das 
Schreiben des Beschwerdeführers an die Botschaft vom 14. August 2006 
enthalte  wichtige  Hinweise  betreffend  die  Glaubhaftigkeit  seiner 
Vorbringen.  Mit  Schreiben  vom  6.  September  2006  habe  er  zahlreiche 
Beweismittel  zu  den  Akten  gereicht  und  Ausführungen  zu  seiner 
psychischen Verfassung gemacht. Er habe bereits damals gespürt, dass 
es sinnvoll gewesen wäre, einen Arzt aufzusuchen. Da er sich geschämt 
habe,  habe  er  darauf  verzichtet.  Er  habe  sich  auch  nicht  in  der  Lage 
gefühlt,  seine  Mutter  über  das  Geschehene  zu  informieren.  Das 
Schreiben  bilde  somit  einen  wichtigen  Beweis  für  seine  psychische 
Erkrankung  und  einen  wichtigen  Hinweis  für  die  Glaubhaftigkeit  seiner 
späteren  Aussagen.  Dass  er  nicht  in  der  Lage  gewesen  sei,  die 
eigentliche  Bedrohungslage  sachlicher  und  detaillierter  zu  formulieren, 
unterstreiche  seine  Glaubwürdigkeit  zusätzlich.  Im  Schreiben  vom 
8. November  2006  habe  er  der  Botschaft  mitgeteilt,  dass  sein 
psychisches  Leiden  seinen  Höhepunkt  erreicht  habe.  Er  habe  die 
Ambivalenz seiner Gefühle beschrieben, als er in einer Zeitung vom Tod 
eines Jungen erfahren habe, der mit  ihm  im Lager der Karuna gewesen 
sei.  Er  habe  beschrieben,  wie  er  in  seinem  Versteck  zunehmend 
Zerfallserscheinungen  und  Schmerz  wahrgenommen  habe.  Seinem 
Schreiben  an  die  Botschaft  vom  7.  Dezember  2006  sei  seine 
zunehmende  Verzweiflung  zu  entnehmen.  Die  Familie,  bei  der  er  sich 
versteckt habe, habe  ihm zu verstehen gegeben, dass er die Unterkunft 
verlassen  solle,  da  sich  die  allgemeine  Lage  zugespitzt  habe.  Bei  der 
Anhörung  habe  er  seine  Briefe  präzise  einordnen  können,  was  die 
Glaubhaftigkeit seiner Vorbringen unterstreiche. Er habe auch seinen sich 
verschlechternden  Gesundheitszustand  geschildert.  In  einer  Beilage  zu 
diesem Schreiben bestätige der "Justice of Peace" von B._______, dass 
er den Beschwerdeführer aufgesucht und in einem geschlossenen Raum 
vorgefunden  habe.  Der  schlechte  Gesundheitszustand  des 

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Beschwerdeführers  komme  in  den  erwähnten  Schreiben  deutlich  zum 
Ausdruck.  Die  Briefe  läsen  sich  beispielhaft  als  Schilderung  des 
Innenlebens  einer  zutiefst  traumatisierten  Person,  die  sich  darum 
bemühe,  ihre  Situation  nach  aussen  zu  schildern.  Die  Briefe  an  die 
Botschaft  belegten  seine  Asylvorbringen  eindrücklich.  Er  habe  seine 
damalige Situation  detailliert  und ausdrücklich geschildert, was nur  eine 
Person vermöge, die eine solche Isolierung und Angst im Versteck erlebt 
habe.  Der  Beschwerdeführer  habe  bereits  bei  der  Erstbefragung 
ausgeführt, seine Mutter habe bei Verwandten gewohnt, nachdem ihr von 
der  Karuna  Frist  zu  seiner  Übergabe  gesetzt  worden  sei.  Somit  stehe 
fest, dass die Schreiben der Botschaft vom 16. März 2007 (Einladung zur 
Anhörung) und 4. April 2007 (rechtliches Gehör zum Nichterscheinen)  in 
eine  Zeit  fielen,  in  der  sich  weder  seine  Mutter  noch  er  zu  Hause 
aufgehalten hätten. 

4.6. Dem ärztlichen Bericht vom 31. März 2008  ist  zu entnehmen, dass 
der  Beschwerdeführer  unter  einer  posttraumatischen  Belastungsstörung 
(PTBS)  leide. Er benötige bis auf Weiteres eine  intensive psychiatrische 
und  medikamentöse  Behandlung,  die  zwingend  in  der  Schweiz 
durchzuführen sei. Er sei nicht reisefähig.

4.7. Das BFM führt  in seiner Vernehmlassung vom 20. Mai 2008 aus,  in 
EMARK 2003/2 sei  festgehalten worden, dass eine Verfolgung  im Sinne 
von  AsylV  1  "geschlechtsspezifisch"  sei,  wenn  sie  in  Form  sexueller 
Gewalt stattfinde oder die sexuelle  Identität des Opfers treffen solle. Die 
Vorschrift,  wonach  bei  Vorliegen  konkreter  Hinweise  auf 
geschlechtsspezifische  Verfolgung  der  Asylsuchende  von  einer  Person 
gleichen  Geschlechts  befragt  werden müsse,  sei  von  Amtes  wegen  zu 
beachten.  Die  Anhörung  zu  den  Asylgründen  sei  von  einem  Mann 
durchgeführt  worden.  Der  Beschwerdeführer  habe  die  Gelegenheit 
gehabt, seine Vorbringen  frei zu erzählen und er habe sich  im späteren 
Verlauf  der  Befragung  auch  frei  zu  den  sexuellen  Übergriffen  äussern 
können. Er habe die Vollständigkeit und Richtigkeit seiner Aussagen nach 
erfolgter  Rückübersetzung  unterschriftlich  bestätigt  und  müsse  sich 
darauf  behaften  lassen.  Das  anwesende  Hilfswerk  habe  keine 
Beanstandungen  gegen  die  Qualität  der  Befragung  vorgebracht. 
Aufgrund  dieser  Ausführungen  gehe  der  Einwand,  wonach  im 
erstinstanzlichen Verfahren ein Verfahrensmangel gemäss Art. 6 AsylV 1 
bestanden habe, fehl. Die Vorbringen des Beschwerdeführers zu seinem 
Aufenthalt  im  Karuna­Camp  und  der  dabei  erlittenen  Misshandlungen 
seien  jedoch  widersprüchlich  und  wenig  detailliert  ausgefallen.  Diese 

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Ungereimtheiten  seien  in  den  bisherigen  Eingaben  nicht  widerlegt 
worden. 

4.8.  In  der  Stellungnahme  vom  5.  Juni  2008  wird  entgegnet,  bei  der 
Argumentation  in  der  Vernehmlassung  handle  es  sich  um  eine 
eigenwillige  Weiterentwicklung  und  Präzisierung  des  Grundsatzurteils 
durch das BFM. Der Anspruch auf Berücksichtigung  von Art.  6 AsylV 1 
habe  zwingenden  und  absoluten  Charakter.  Eine  Verletzung  der  Norm 
führe  zwingend  zur  Kassation  der  angefochtenen  Verfügung.  Auf  den 
Anspruch  der  Befragung  durch  eine  Männerrunde  könne  nicht 
rechtsgültig  verzichtet  werden.  Der  Beschwerdeführer  habe  weder 
ausdrücklich  noch  implizit  auf  die  Berücksichtigung  von  Art.  6  AsylV  1 
verzichtet. Er habe vielmehr gesagt, er habe Mühe, über das Erlittene zu 
sprechen. 

4.9.  In  der  Eingabe  vom  15.  Juni  2011  wird  geltend  gemacht,  der 
Beschwerdeführer  habe  von  seinem  in  Sri  Lanka  lebenden  Bruder 
erfahren,  dass  dieser  seit  Beginn  des  Jahres  2011  Probleme  mit  der 
Karuna­Gruppe habe, weshalb er mehrfach seinen Wohnort  gewechselt 
habe. Sein Bruder  sei  eingeschüchtert  und bedroht worden, die Karuna 
habe wissen wollen, wo sich seine Mutter und sein Bruder befänden. Vor 
zwei Monaten sei  sein Bruder mitgenommen worden. Seine Festnahme 
habe Proteste der Universität ausgelöst und er sei gegen Bezahlung von 
rund  Fr.  3'000  freigelassen  worden.  Sein  Bruder  wisse,  dass  er  die 
Heimat nicht verlassen könne, da er bei der Karuna registriert sei. Dieser 
habe darauf aufmerksam gemacht, dass sich seit Jahresbeginn innerhalb 
der  Karuna  Fraktionskämpfe  ereigneten.  Dies  habe  zu  gewalttätigen 
Auseinandersetzungen  und  zu  einem  Emporkommen  alter  Geschichten 
und  Verdachtsmomente  geführt.  In  diesem  Zusammenhang  sei  die 
Geschichte  des Beschwerdeführers wieder  ins Bewusstsein  der Karuna 
gekommen.  Der  Beschwerdeführer  sei  überzeugt,  dass  er  aufgrund 
seiner Vorgeschichte ins Visier der Karuna geriete und es zu Übergriffen 
auf  ihn  käme. Er  gelte  als  politischer Gegner  der  Karuna  und wäre  bei 
einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  von  asylrechtlich  relevanter  Verfolgung 
bedroht. Der Beschwerdeführer sei zu den neuen Gefährdungsmomenten 
zwingend anzuhören.

5. 
5.1.  Gemäss  Art. 6  AsylV 1  wird  eine  asylsuchende  Person  von  einer 
Person  gleichen  Geschlechts  angehört,  wenn  konkrete  Hinweise  auf 
geschlechtsspezifische  Verfolgung  vorliegen  oder  die  Situation  im 

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Herkunftsland  auf  geschlechtsspezifische  Verfolgung  hindeutet.  Diese 
Verfahrensvorschrift  ist  nicht  nur  dann anzuwenden, wenn dies  von der 
betroffenen  asylsuchenden  Person  ausdrücklich  verlangt  wird;  vielmehr 
verpflichtet sie die zuständige Behörde dazu, auf die darin vorgesehene 
Weise vorzugehen, sobald entsprechende Hinweise vorliegen. Dies ergibt 
sich aus der Tatsache, dass Art. 6 AsylV 1 auch eine Ausgestaltung des 
rechtlichen  Gehörs  ist,  weil  diese  Bestimmung  als  Schutzvorschrift 
bezweckt, Asylsuchenden zu ermöglichen,  ihre Vorbringen angemessen 
vorzutragen, das heisst konkret erlittene Übergriffe möglichst frei und von 
Schamgefühlen  oder  Angst  unbeeinträchtigt  zu  schildern.  Gleichzeitig 
dient  die  Bestimmung  aber  auch  dazu,  die  Richtigkeit  der 
Sachverhaltsabklärung  zu  gewährleisten.  Aus  diesen Gründen  ist  Art. 6 
AsylV 1 grundsätzlich von Amtes wegen anzuwenden (vgl. EMARK 2003 
Nr. 2 E. 5c S. 19 f.).

5.2. 
5.2.1. Der Beschwerdeführer machte bereits anlässlich der Erstbefragung 
im Empfangs­ und Verfahrenszentrum geltend, die Person, die für ihn (im 
Camp)  zuständig  gewesen  sei,  habe  mit  ihm  "einige  sexuelle 
Handlungen" gemacht. Mit dieser Formulierung wies er offensichtlich auf 
erlittene  sexuelle  Gewalt  hin,  bei  der  es  sich  praxisgemäss  um 
"geschlechtsspezifische Verfolgung"  im Sinne  von Art. 6 AsylV1  handelt 
(vgl.  EMARK  2003  Nr. 2  E. 5b.cc  S. 18).  Aufgrund  des  genannten 
Vorbringens bestanden bereits an der Erstbefragung genügend konkrete 
Indizien, welche als "Hinweise auf geschlechtsspezifische Verfolgung" im 
Sinne  der  genannten  Verfahrensvorschrift  zu  beachten  gewesen  wären 
und – wie oben dargelegt – zwingend zu einer Anhörung in einem reinen 
Männerteam  hätten  führen  müssen.  Dessen  ungeachtet  wurde  der 
Beschwerdeführer  am  9. November  2007  im  Beisein  einer 
Hilfswerksvertreterin  (vgl.  act.  A12/18  S. 1  und  18)  angehört.  An  dieser 
Anhörung wies er erneut darauf hin, er sei sexuell belästigt worden (act. 
A12/18  S.  5).  Trotz  dieses  erneuten  Hinweises  auf  erlittene  sexuelle 
Gewalt, wurde der Beschwerdeführer nicht darauf hingewiesen, dass er 
das  Recht  habe,  in  Anwesenheit  eines  männlichen  Hilfswerkvertreters 
angehört  zu  werden.  Vielmehr  wurden  ihm  weitere  Fragen  zu  den 
erlittenen sexuellen Belästigungen gestellt (act. A12/18 S. 9 f.). Auch als 
er dem Befrager auf die Frage, was E._______ "mit ihm gemacht habe", 
antwortete,  er  solle  bitte  nicht  solche  Sachen  fragen,  brach  dieser  die 
Befragung nicht ab, sondern wies  ihn  lediglich darauf hin, er könne sich 
umdrehen,  damit  er  das  Befragungsteam  nicht  anschauen  müsse.  Im 
Protokoll  wurde  vermerkt,  der  Beschwerdeführer  habe  während  der 

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Erzählung  gegen  den  Boden  geschaut.  Die  Hilfswerksvertreterin  fragte 
den Beschwerdeführer kurz vor dem Ende der Anhörung, ob E._______ 
ihn sexuell missbraucht habe, weil er das Training nicht absolviert habe 
(vgl. act. A12/18 S. 14).

5.2.2.  Zu  den  geltend  gemachten  sexuellen  Handlungen,  die  der 
Beschwerdeführer  durch  E._______  erlitten  habe,  wurden  ihm  bei  der 
Erstbefragung keine weiteren Fragen gestellt. Bei der Anhörung wurde er 
ausführlicher  dazu  befragt.  Aufgrund  obiger  Erwägungen  und  seines 
Verhaltens  bei  der  Anhörung  ist  nicht  mit  hinreichender 
Wahrscheinlichkeit  auszuschliessen,  dass  er  aufgrund  von 
Schamgefühlen  wegen  der  bei  der  Anhörung  anwesenden 
Hilfswerksvertreterin nicht in der Lage war, sich detailliert zu den geltend 
gemachten Misshandlungen sexueller Art zu äussern (vgl. EMARK 2003 
Nr. 2 E. 5.b.cc S. 18), auch wenn er dies während der Anhörung nicht von 
sich aus äusserte.

5.2.3. Hinsichtlich  der  Frage,  ob  die  asylsuchende Person  allenfalls  auf 
die ihr gemäss Art. 6 AsylV 1 zustehende Befragung durch Personen des 
gleichen Geschlechts verzichten kann,  ist zu beachten, dass  im Hinblick 
auf  den  Schutzzweck  der  Norm  blosses  Stillschweigen  allein  nicht  als 
Verzicht  gedeutet  werden  kann,  und  ein  solcher  Verzicht  nur  dann 
angenommen  werden  kann,  wenn  er  ausdrücklich  erklärt  wird  (vgl. 
EMARK  2003  Nr. 2  E. 5c  S. 19 f.),  was  voraussetzt,  dass  die 
asylsuchende  Person  über  ihre  diesbezüglichen  Rechte  hinreichend 
aufgeklärt wurde. Die in der Stellungnahme vom 5. Juni 2008 vertretene 
Auffassung,  es  könne  nicht  rechtsgültig  auf  den  Anspruch  auf  die 
Befragung  durch  eine  reine  Männerrunde  verzichtet  werden,  würde 
hingegen  zu  absurden  Ergebnissen  führen.  Äusserte  sich  der 
Asylsuchende dahingehend, dass er die Anwesenheit einer Frau bei der 
Befragung  begrüsse  beziehungsweise  die  Anwesenheit  von  Männern 
ablehne  –  was  in  Konstellationen  wie  der  vorliegenden,  in  denen  die 
sexuelle  Gewalt  von  einer  gleichgeschlechtlichen  Person  ausgeübt 
worden  sei,  durchaus  vorstellbar  ist  –  wäre  es  widersinnig,  diesen 
Wunsch  abzuschlagen.  Vornehmliches  Ziel  ist  schliesslich,  es  der 
asylsuchenden  Person,  die  erlittene  sexuelle  Gewalt  geltend macht,  zu 
ermöglichen, sich möglichst frei dazu äussern zu können.

5.2.4. Die in der Beschwerde erhobene Rüge, die Erstbefragung sei unter 
Verstoss  gegen  Art.  6  AsylV 1  zustande  gekommen,  da  sie  von  einer 
Frau durchgeführt worden sei, ist nicht nachvollziehbar. Aus dieser Norm 

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kann keinesfalls abgeleitet werden, Asylsuchende wären bereits bei der 
Erstbefragung  durch  ein  gleichgeschlechtliches  Team  zu  befragen.  Der 
Beschwerdeführer wies in der Erstbefragung darauf hin, E._______ habe 
"mit  ihm einige  sexuelle Handlungen gemacht".  Ihm wurden dazu  keine 
weiteren Fragen gestellt, weshalb keineswegs zu beanstanden  ist, dass 
die Erstbefragung weitergeführt wurde.

5.2.5.  In den Akten  finden sich  jedoch keine Hinweise darauf, dass das 
BFM den Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung über sein von Art. 6 
AsylV 1  garantiertes  Recht  auf  eine  Befragung  durch  ein 
gleichgeschlechtliches  Team  informiert  hätte.  Eine  Verzichtserklärung 
liegt weder ausdrücklich noch konkludent vor, da er nicht einmal gefragt 
wurde,  ob  es  für  ihn  schwierig  sei,  in  Anwesenheit  einer  Frau  zu  den 
geltend  gemachten  sexuellen  Übergriffen  befragt  zu  werden.  Die 
Tatsache, dass er die ihm gestellten Fragen beantwortete, kann nicht als 
rechtsgültige  Verzichtserklärung  auf  eine  Befragung  durch  ein 
gleichgeschlechtliches  Team  gewertet  werden.  Eine  wirksame 
Verzichtserklärung hätte bereits zu Beginn der Anhörung und in Kenntnis 
der  Rechte  gemäss  Art. 6  AsylV 1  erfolgen  müssen  (vgl.  Urteil  des 
Bundesverwaltungsgerichts       D­5081/2010 vom 3. November 2011 E. 
5.2.3).  Es  ist  auch  nicht  ersichtlich,  dass  das  BFM  das  mit  der 
Beobachtung  der Anhörung  betraute Hilfswerk  aufgefordert  hätte,  einen 
männlichen  Vertreter  für  die  Anhörung  zur  Verfügung  zu  stellen.  Der 
Beschwerdeführer  hat  demnach  nicht  rechtsgültig  auf  eine  Anhörung  in 
einem reinen Männerteam verzichtet. Das BFM hat folglich Art. 6 AsylV 1 
und  den  damit  einhergehenden  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf 
rechtliches  Gehör  verletzt,  indem  es  trotz  konkreter  Hinweise  auf 
geschlechtsspezifische  Verfolgung  und  trotz  Fehlens  einer 
rechtswirksamen  Verzichtserklärung  mit  ihm  keine  Anhörung  in  einem 
reinen Männerteam durchgeführt hat.

6. 
6.1. Wie  im Verwaltungsverfahren  allgemein,  gilt  auch  im Asylverfahren 
der  Untersuchungsgrundsatz  und  die  Pflicht  zur  vollständigen  und 
richtigen  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  (Art. 6  AsylG 
i.V.m. Art. 12 VwVG). Das BFM hat die  für das Verfahren erforderlichen 
Sachverhaltsunterlagen  zu  beschaffen,  die  relevanten  Umstände 
abzuklären  und  darüber  ordnungsgemäss  Beweis  zu  führen.  Gemäss 
Art. 8 AsylG hat die asylsuchende Person demgegenüber die Pflicht und 
unter dem Blickwinkel des rechtlichen Gehörs im Sinne von Art. 29 VwVG 
und Art. 29 Abs. 2 BV das Recht,  an der Feststellung des Sachverhalts 

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mitzuwirken (vgl. BVGE 2009/50 E. 10.2.1 und E. 10.2.2 S. 734 f., BVGE 
2008/24 E. 7.2  S. 356 f.)  Ferner  verlangt  der Grundsatz  des  rechtlichen 
Gehörs (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 29 VwVG, Art. 32 Abs. 1 VwVG), dass die 
verfügende  Behörde  die  Vorbringen  des  Betroffenen  tatsächlich  hört, 
sorgfältig und ernsthaft prüft und  in der Entscheidfindung berücksichtigt, 
was sich entsprechend in der Entscheidbegründung niederschlagen muss 
(vgl. Art. 35 Abs. 1 VwVG). Für das Asylverfahren wird der Anspruch auf 
rechtliches Gehör  in  Art. 29  AsylG,  der  vorschreibt,  dass  Asylsuchende 
zu  den  Asylgründen  mündlich  anzuhören  sind,  näher  konkretisiert.  Die 
Anhörung  soll  Gewähr  bieten,  dass  die  asylsuchende  Person  ihre 
Asylgründe  vollständig  darlegen  kann  und  diese  von  der  Asylbehörde 
korrekt  erfasst  werden,  wobei  die  mündliche  Befragung  insbesondere 
auch dazu dient, gezielte Rückfragen zur Erhebung des Sachverhalts zu 
stellen  und  Missverständnisse  zu  klären  (BVGE  2007/30  E. 5.5.1  und 
5.5.2  S. 365  f.;  WALTER  KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens, 
Basel/Frankfurt a.M.1990,  S. 256  f.).  Wie  bereits  erwähnt,  dient  auch 
Art. 6  AsylV 1  dazu,  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsabklärung  zu 
gewährleisten (vgl. EMARK 2003 Nr. 2 E. 5c S. 19 f.).

6.1.1. Aufgrund  obiger  Erwägungen  ist  im  Hinblick  auf  die  Feststellung 
des rechtserheblichen Sachverhalts festzuhalten, dass die Richtigkeit der 
Sachverhaltsabklärung  im  vorliegenden  Fall  aufgrund  des  Verstosses 
gegen Art. 6 AsylV 1 nicht vollumfänglich gewährleistet ist.   

6.2.  Nach  dem  Gesagten  ist  festzuhalten,  dass  der  rechtserhebliche 
Sachverhalt  bezüglich  der  Verfolgungsvorbringen  –  insbesondere 
hinsichtlich  der  geltend  gemachten  sexuellen  Übergriffe  –  nicht  korrekt 
erhoben  wurde.  Im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  wurde 
diesbezüglich zudem berechtigterweise vorgebracht, der Sachverhalt sei 
auch deshalb nicht  rechtsgenüglich erhoben worden, weil die Aussagen 
der Mutter des Beschwerdeführers, die  ihr Heimatland aufgrund mit  ihm 
in Zusammenhang stehenden Problemen verlassen habe, sowie die bei 
der Botschaft liegenden Akten nicht berücksichtigt wurden.

6.3. Zusammenfassend ergibt sich, dass das BFM Art. 6 AsylV 1 und den 
damit einhergehenden Anspruch des Beschwerdeführers auf  rechtliches 
Gehör  verletzt  sowie  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  und 
unvollständig  erhoben  hat.  Eine  Heilung  dieser  Mängel  auf 
Beschwerdeebene  (vgl.  BVGE  2008/47  E. 3.3.4  S. 676 f.)  steht  schon 
deshalb  nicht  zur  Debatte,  weil  es  nicht  Sache  des 
Bundesverwaltungsgerichts  ist,  den  Sachverhalt  erstmals  vollständig  zu 

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erheben.  Die  Beschwerde  ist  demnach  gutzuheissen,  soweit  darin  die 
Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragt wird, und die Sache 
ist  zur  richtigen  und  vollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen 
Sachverhalts und zur Neubeurteilung an das BFM zurückzuweisen. Das 
BFM wird den Beschwerdeführer  in einer reinen Männerrunde erneut zu 
befragen  haben,  wobei  auch  der  neu  vorgebrachte  Sachverhalt 
(Probleme  des  Bruders,  die  mit  den  seinen  in  Zusammenhang  stehen 
sollen) zu klären sein wird.

7. 
Das  BFM  hat  die  angefochtene  Verfügung  vom  7.  Dezember  2007 mit 
Verfügung vom 25. April 2008 hinsichtlich der Dispositivziffern 4 und 5 in 
Wiedererwägung  gezogen  und  zufolge  Unzumutbarkeit  des 
Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme  des  Beschwerdeführers 
angeordnet. Damit ist die Beschwerde gegenstandslos geworden, soweit 
sie den Vollzug der Wegweisung betraf. Im Rundschreiben des BFM vom 
11. Februar  2088  zum Anhang  3  zu Weisung  III  /  6.3  wurde  vom BFM 
festgehalten,  eine  zusammen  mit  dem  Bundesamt  für  Justiz  (BJ) 
vorgenommene  Prüfung  der  Rechtslage  habe  ergeben,  dass  sich  die 
Wirkungen  der  vorläufigen  Aufnahme  bereits  ab  erstinstanzlichem 
Entscheid  entfalteten.  Nichts  anderes  kann  gelten,  wenn  die  vorläufige 
Aufnahme  vom  BFM wiedererwägungsweise  angeordnet  wird.  Die  vom 
BFM mit Verfügung vom 25. April 2008 angeordnete vorläufige Aufnahme 
wird vom vorliegenden Rückweisungsurteil somit nicht berührt und bleibt 
in Rechtskraft. 

8. 
8.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Kosten aufzuerlegen 
(Art. 63  Abs. 1  und  2  VwVG).  Das  Gesuch  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG wird deshalb 
gegen­standslos.

Dem Beschwerdeführer  ist  in Anwendung von Art. 64 Abs. 1 VwVG eine 
Parteientschädigung  für  die  ihm  erwachsenen  notwendigen 
Vertretungskosten  zuzusprechen  (vgl.  Art. 7  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  In  der  Beschwerde 
wurde  beantragt,  dem  unterzeichneten  Anwalt  sei  vor  der  Gutheissung 
der Beschwerde Frist zur Einreichung einer Kostennote anzusetzen. Mit 
Zwischenverfügung vom 28. April 2008 wurde dem Rechtsvertreter Frist 
zur Einreichung einer Kostennote gesetzt. Anstelle die Gelegenheit dazu 

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wahrzunehmen,  teilte  dieser  dem  Gericht  in  seinem  Schreiben  vom 
14. Mai  2008  mit,  ihm  sei  vor  einem  allfälligen  Entscheid  Frist 
anzusetzen,  um  zur  Bestimmung  der  Parteientschädigung  eine 
Kostennote  einreichen  zu  können.  Gemäss  Art. 14  VGKE  haben  die 
Parteien,  die  Anspruch  auf  Parteientschädigung  erheben,  dem  Gericht 
vor  dem Entscheid  eine detaillierte Kostennote  einzureichen,  ansonsten 
das  Gericht  die  Entschädigung  aufgrund  der  Akten  festlegt.  Die 
Präsidentenkonferenz  des Bundesverwaltungsgerichts  hat  im  Jahr  2009 
beschlossen,  dass  bei  Anwältinnen  und  Anwälten  und  anderen 
Rechtsvertreterinnen und ­vertretern, die  ihren Vertretungsaufwand nicht 
unaufgefordert  und  rechtzeitig  ausweisen,  grundsätzlich  keine 
Kostennote  eingeholt,  sondern  der  zu  entschädigende  Parteiaufwand 
geschätzt  wird  (vgl.  den  auf  der  Homepage  des 
Bundesverwaltungsgerichts  abgelegten  Geschäftsbericht  2009  S. 75). 
Der  erneute  Antrag  auf  Ansetzen  einer  Frist  zur  Einreichung  einer 
Kostennote  ist  abzuweisen,  da  dem  Rechtsvertreter  zuvor  ausdrücklich 
dazu  Gelegenheit  gewährt  wurde  und  die  Partei  den  entstandenen 
Aufwand  ohnehin  unaufgefordert  auszuweisen  hat.  Unter 
Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren  (vgl. Art. 8  ff. 
VGKE)  ist  die  Parteientschädigung  pauschal  auf  Fr. 2'500.–  (inkl. 
Auslagen  und  Mehrwertsteuer)  festzusetzen  (Art. 14  Abs. 2  und  Art. 10 
Abs. 2 VGKE). Das BFM ist anzuweisen, dem Beschwerdeführer diesen 
Betrag  als  Parteientschädigung  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht auszurichten.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1. 
Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen,  soweit  sie  nicht  gegenstandslos 
geworden ist.

2. 
Die  angefochtene  Verfügung wird  aufgehoben  und  die  Sache  im  Sinne 
der Erwägungen zur Neubeurteilung an das BFM zurückgewiesen.

3. 
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

4. 
Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine 
Parteientschädigung von Fr. 2'500.– auszurichten.

5. 
Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die 
zuständige kantonale Behörde.

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

Hans Schürch Christoph Basler

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