# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 4c1f0131-f2e8-559e-aff2-af83f112eb10
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-12-04
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 04.12.2014 200 2014 783
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2014-783_2014-12-04.pdf

## Full Text

200 14 783 IV
SCJ/JAP/KRK

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 4. Dezember 2014

Verwaltungsrichter Scheidegger, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Knapp, Verwaltungsrichter Kölliker
Gerichtsschreiber Jakob

A.________
vertreten durch B.________, lic. iur. C.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 25. Juni 2014

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1978 geborene A.________ (fortan Versicherte bzw. Beschwerdeführe-
rin) meldete sich am 3. August 2005, unter Hinweis auf eine Multiple Skle-
rose (MS) und eine damit einhergehende verminderte Sehschärfe sowie 
Gleichgewichtsstörungen, bei der IV-Stelle Bern (fortan IVB bzw. Be-
schwerdegegnerin) zum Leistungsbezug an (vgl. Akten der IVB [act. II] 2). 
Diese verneinte mit Verfügung vom 19. Mai 2006 (act. II 15) bei einem In-
validitätsgrad von 23 % einen Anspruch auf eine Invalidenrente, woran sie 
mit Einspracheentscheid vom 26. September 2006 (act. II 24) festhielt. 
Nach einer Neuanmeldung (act. II 30) ermittelte sie unter der Annahme, die 
Versicherte wäre im Gesundheitsfall zu 65 % erwerbstätig bzw. zu 35 % im 
Haushalt beschäftigt, einen Invaliditätsgrad von 8 % und beurteilte das 
Leistungsbegehren hinsichtlich der Invalidenrente mit Verfügung vom 7. Ju-
li 2009 (act. II 65) erneut abschlägig. Nach einem Umzug der Versicherten 
verneinte auch die IV-Stelle … einen Anspruch auf eine Invalidenrente mit 
unangefochten gebliebener Verfügung vom 1. Oktober 2012 (act. II 
78.1/310 f.).

B.

In der Folge nahm die Versicherte wieder Wohnsitz im Kanton Bern und 
ersuchte die IVB am 14. August 2013 abermals um eine Leistungsprüfung 
(vgl. act. II 71), worauf diese nach medizinischen und erwerblichen Ab-
klärungen bei einem unveränderten Status einen Invaliditätsgrad von 33 % 
berechnete und der Versicherten mit Vorbescheid vom 1. Mai 2014 (Akten 
der IVB [act. IIA] 106) die Abweisung des Leistungsbegehrens hinsichtlich 
der Invalidenrente in Aussicht stellte. Nach erfolgtem Einwand (act. IIA 110) 
und Rücksprache mit ihrem Abklärungsdienst (vgl. act. IIA 113) verneinte 
die IVB entsprechend dem Vorbescheid mit Verfügung vom 25. Juni 2014 
(act. IIA 114) einen Anspruch auf eine Invalidenrente.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 3

C.

Mit Eingabe vom 27. August 2014 erhob die Versicherte, vertreten durch 
lic. iur. C.________ vom B.________, Beschwerde und beantragte, die 
angefochtene Verfügung sei kostenfällig aufzuheben und ihr sei eine Inva-
lidenrente zuzusprechen. Gleichzeitig stellte sie ein Gesuch um unentgeltli-
che Rechtspflege. 

In ihrer Beschwerdeantwort vom 9. September 2014 schloss die Be-
schwerdegegnerin, unter Verweis auf die Erwägungen in der angefochte-
nen Verfügung sowie auf eine Stellungnahme ihres Abklärungsdienstes 
vom 8. September 2014 (act. IIA 119), auf Abweisung der Beschwerde.

Replicando hielt die Beschwerdeführerin an ihrem Rechtsbegehren fest 
und legte weitere Unterlagen (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 3 f.) ins 
Recht (Eingaben vom 13. und 15. Oktober 2014).

Mit Duplik vom 13. November 2014 bestätigte die Beschwerdegegnerin den 
gestellten Antrag auf Abweisung der Beschwerde.

Erwägungen:

1.

1.1 Die angefochtene Verfügung ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Verfügun-
gen. Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren 
Anträgen nicht durchgedrungen, durch die angefochtene Verfügung berührt 
und hat ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung, weshalb sie zur 

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Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist gege-
ben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über die 
Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen über 
Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 i.V.m. 
Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwaltungs-
rechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist auf die Beschwer-
de einzutreten.

1.2 Anfechtungsobjekt bildet die Verfügung vom 25. Juni 2014 
(act. IIA 114). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf eine Invalidenren-
te. 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG). 

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

2.

2.1 Invalidität ist die voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dau-
ernde ganze oder teilweise Erwerbsunfähigkeit (Art. 8 Abs. 1 ATSG). Er-
werbsunfähigkeit ist der durch Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen 
oder psychischen Gesundheit verursachte und nach zumutbarer Behand-
lung und Eingliederung verbleibende ganze oder teilweise Verlust der Er-
werbsmöglichkeiten auf dem in Betracht kommenden ausgeglichenen Ar-
beitsmarkt (Art. 7 Abs. 1 ATSG). 

2.2 Gemäss Art. 28 Abs. 2 IVG besteht der Anspruch auf eine ganze 
Rente, wenn die versicherte Person mindestens 70 %, derjenige auf eine 
Dreiviertelsrente, wenn sie mindestens 60 % invalid ist. Bei einem Invali-
ditätsgrad von mindestens 50 % besteht Anspruch auf eine halbe Rente 
und bei einem Invaliditätsgrad von mindestens 40 % ein solcher auf eine 
Viertelsrente.

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2.2.1 Für die Bestimmung des Invaliditätsgrades wird bei einer erwerbs-
tätigen versicherten Person das Erwerbseinkommen, das sie nach Eintritt 
der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung und 
allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit 
bei ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt 
zum Erwerbseinkommen, das sie erzielen könnte, wenn sie nicht invalid 
geworden wäre (Art. 16 ATSG). Bei nicht erwerbstätigen Versicherten, die 
im Aufgabenbereich tätig sind und denen die Aufnahme einer Erwerbstätig-
keit nicht zugemutet werden kann (Art. 5 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 3 
ATSG), wird für die Bemessung der Invalidität darauf abgestellt, in wel-
chem Mass sie unfähig sind, sich im Aufgabenbereich zu betätigen 
(Art. 28a Abs. 2 IVG; spezifische Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 149). 
Als Aufgabenbereich der im Haushalt tätigen, nicht erwerbstätigen Perso-
nen gelten insbesondere die übliche Tätigkeit im Haushalt, die Erziehung 
der Kinder sowie gemeinnützige und künstlerische Tätigkeiten (Art. 27 der 
Verordnung vom 17. Januar 1961 über die Invalidenversicherung [IVV; SR 
831.201]).

2.2.2 Nach Art. 28a Abs. 3 IVG wird bei Versicherten, die nur zum Teil 
erwerbstätig sind oder die unentgeltlich im Betrieb des Ehegatten oder der 
Ehegattin mitarbeiten, für diesen Teil die Invalidität nach Art. 16 ATSG 
festgelegt. Waren sie daneben auch im Aufgabenbereich tätig, so wird die 
Invalidität für diese Tätigkeit gestützt auf einen Betätigungsvergleich ermit-
telt (Art. 28a Abs. 2 IVG). In diesem Falle sind der Anteil der Erwerbstätig-
keit beziehungsweise der unentgeltlichen Mitarbeit im Betrieb des Ehegat-
ten oder der Ehegattin und der Anteil der Tätigkeit im Aufgabenbereich 
festzulegen und der Invaliditätsgrad in beiden Bereichen zu bemessen 
(sog. gemischte Methode; BGE 125 V 146 E. 2a S. 150). 

2.3 Um den Invaliditätsgrad bemessen zu können, ist die Verwaltung 
(und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen angewiesen, die Ärzte 
und gegebenenfalls auch andere Fachleute zur Verfügung zu stellen ha-
ben. Aufgabe des Arztes oder der Ärztin ist es, den Gesundheitszustand zu 
beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bezüg-
lich welcher Tätigkeiten die Versicherten arbeitsunfähig sind. Im Weiteren 
sind ärztliche Auskünfte eine wichtige Grundlage für die Beurteilung der 

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Frage, welche Arbeitsleistungen den Versicherten noch zugemutet werden 
können (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99). 

2.4 Wurde eine Rente wegen eines fehlenden oder zu geringen Invali-
ditätsgrades bereits einmal verweigert, so wird eine neue Anmeldung nur 
geprüft, wenn die versicherte Person glaubhaft macht, dass sich der Grad 
der Invalidität in einer für den Anspruch erheblichen Weise geändert hat 
(Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV). Diese Eintretensvoraussetzung soll verhindern, 
dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht näher 
begründeten, d.h. keine Veränderung des Sachverhalts darlegenden Ren-
tengesuchen befassen muss (BGE 133 V 108 E. 5.3.1 S. 112).

Tritt die Verwaltung auf die Neuanmeldung ein, so hat sie die Sache mate-
riell abzuklären und sich zu vergewissern, ob die von der versicherten Per-
son glaubhaft gemachte Veränderung des Invaliditätsgrades auch tatsäch-
lich eingetreten ist; sie hat demnach in analoger Weise wie bei einem Revi-
sionsfall nach Art. 17 Abs. 1 ATSG vorzugehen (SVR 2011 IV Nr. 2 S. 8 
E. 3.2). Stellt sie fest, dass der Invaliditätsgrad seit Erlass der früheren 
rechtskräftigen Verfügung keine Veränderung erfahren hat, so weist sie das 
neue Gesuch ab. Andernfalls hat sie zusätzlich noch zu prüfen, ob die fest-
gestellte Veränderung genügt, um nunmehr eine rentenbegründende Inva-
lidität zu bejahen, und hernach zu beschliessen. Im Beschwerdefall obliegt 
die gleiche materielle Prüfungspflicht auch dem Gericht (BGE 117 V 198 
E. 3a S. 198; SVR 2008 IV Nr. 35 S. 117 E. 2.1).

Ob eine anspruchsbegründende Änderung in den für den Invaliditätsgrad 
erheblichen Tatsachen eingetreten ist, beurteilt sich im Neuanmeldungsver-
fahren – analog zur Rentenrevision nach Art. 17 Abs. 1 ATSG – durch Ver-
gleich des Sachverhaltes, wie er im Zeitpunkt der letzten materiellen Beur-
teilung und rechtskräftigen Ablehnung bestanden hat, mit demjenigen zur 
Zeit der streitigen neuen Verfügung (BGE 133 V 108 E. 5.3 S. 112; 130 V 
71 E. 3.2.3 S. 77; AHI 1999 S. 84 E. 1b).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 7

3.

3.1 Die Verwaltung ist auf die Neuanmeldung eingetreten, weshalb die 
Eintretensfrage praxisgemäss nicht zu überprüfen ist (BGE 109 V 108 
E. 2b S. 114). Streitig ist, ob die Beschwerdegegnerin zu Recht zum 
Schluss gelangte, die Beschwerdeführerin habe keinen Anspruch auf eine 
Invalidenrente. Die letzte rechtskräftige Abweisung des Leistungsgesuchs 
hinsichtlich der Invalidenrente erfolgte durch die IV-Stelle … mit Verfügung 
vom 1. Oktober 2012 (act. II 78.1/310 f.). Da hierbei keine materielle An-
spruchsprüfung vorgenommen und bloss auf den früheren Rentenent-
scheid der Beschwerdegegnerin verwiesen wurde, ist jene Verfügung vom 
7. Juli 2009 (act. II 65) als Referenzzeitpunkt heranzuziehen. Zu prüfen ist 
demnach, ob im Vergleich zur damaligen Situation im Zeitpunkt der ange-
fochtenen Verfügung vom 25. Juni 2014 (act. IIA 114) in den tatsächlichen 
Verhältnissen eine erhebliche Änderung eintrat, die geeignet ist, den Invali-
ditätsgrad und damit den Rentenanspruch zu beeinflussen (vgl. E. 2.4 hie-
vor). Gegebenenfalls ist anschliessend der Rentenanspruch allseitig, d.h. 
unter Berücksichtigung des gesamten für die Leistungsberechtigung aus-
schlaggebenden Tatsachenspektrums neu und ohne Bindung an frühere 
Invaliditätsschätzungen zu beurteilen (vgl. BGE 117 V 198 E. 4b S. 200; 
SVR 2011 IV Nr. 37 S. 109 E. 1.1).

3.2 Eine mit Bezug auf den Invaliditätsgrad rentenwirksame Änderung 
der tatsächlichen Verhältnisse kann nicht nur bei einer wesentlichen Ver-
änderung des Gesundheitszustandes vorliegen, sondern unter Umständen 
auch dann gegeben sein, wenn in dem für die (Invaliditätsbemessungs-
)Methodenwahl massgeblichen hypothetischen Sachverhalt wesentliche 
Änderungen eingetreten sind (Statuswechsel, Veränderung der Tätigkeits-
anteile; vgl. BGE 130 V 343 E. 3.5 S. 350, 117 V 198 E. 3b S. 199). Die 
Beschwerdeführerin rügt hauptsächlich den durch die Verwaltung bereits 
im Rahmen der Verfügung vom 7. Juli 2009 (act. II 65) festgesetzten und in 
der angefochtenen Verfügung vom 25. Juni 2014 (act. IIA 114) beibehalte-
nen Status von 65 % Erwerb bzw. 35 % Haushalt und bringt vor, sie wäre 
im Gesundheitsfall mittlerweile zu 80 % erwerbstätig bzw. zu 20 % im 
Haushalt beschäftigt (vgl. Beschwerde S. 5 Ziff. V). Da in der geltend ge-
machten Sachverhaltsänderung ein Revisionsgrund zu erblicken wäre, ist 
vorab diese Statusfrage zu prüfen. 

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Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 8

3.3 Ob eine versicherte Person als ganztägig oder zeitweilig Erwerbs-
tätige oder als Nichterwerbstätige einzustufen ist – was je zur Anwendung 
einer anderen Methode der Invaliditätsbemessung (Einkommensvergleich, 
Betätigungsvergleich, gemischte Methode) führt –, ergibt sich aus der Prü-
fung, was sie bei im Übrigen unveränderten Umständen täte, wenn keine 
gesundheitliche Beeinträchtigung bestünde (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150). 
Entscheidend ist nicht, welches Ausmass der Erwerbstätigkeit der versi-
cherten Person im Gesundheitsfall zugemutet werden könnte, sondern in 
welchem Pensum sie hypothetisch erwerbstätig wäre (BGE 133 V 504 
E. 3.3 S. 508).

Bei einer im Haushalt tätigen versicherten Person im Besonderen ent-
scheidet sich die Frage, ob sie als ganztägig oder zeitweilig Erwerbstätige 
zu betrachten ist, nicht danach, ob sie vor ihrer Heirat erwerbstätig war 
oder nicht. Es ist vielmehr zu prüfen, ob sie im Gesundheitsfall mit Rück-
sicht auf die gesamten Umstände vorwiegend erwerbstätig oder im Haus-
halt beschäftigt wäre. Nebst den finanziellen Verhältnissen sind sämtliche 
weiteren Gegebenheiten des Einzelfalles zu berücksichtigen, wie allfällige 
Erziehungs- und Betreuungsaufgaben gegenüber Kindern, das Alter, die 
beruflichen Fähigkeiten und die Ausbildung sowie die persönlichen Nei-
gungen und Begabungen der versicherten Person (BGE 125 V 146 E. 2c 
S. 150; AHI 1997 S. 289 E. 2b). Dabei sind die konkrete Situation und die 
Vorbringen der versicherten Person nach Massgabe der allgemeinen Le-
benserfahrung zu würdigen (BGE 117 V 194 E. 3b S. 195).

Die Frage nach der anwendbaren Methode beurteilt sich praxisgemäss 
nach den Verhältnissen, wie sie sich bis zum Erlass der Verwaltungsverfü-
gung (vgl. BGE 129 V 167 E. 1 S. 169) entwickelt haben, wobei für die hy-
pothetische Annahme einer im Gesundheitsfall ausgeübten (Teil-)Erwerbs-
tätigkeit der im Sozialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwie-
genden Wahrscheinlichkeit erforderlich ist (BGE 125 V 146 E. 2c S. 150, 
117 V 194 E. 3b S. 195).

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 9

4.

4.1 Da die Neuanmeldung bei der Beschwerdegegnerin am 19. August 
2013 einging (act. II 71 [vgl. Eingangsstempel]), könnte ein Rentenan-
spruch frühestens ab Februar 2014 entstehen (vgl. Art. 29 Abs. 1 IVG 
i.V.m. Art. 29bis IVV [Umkehrschluss]), zumal auch die Wartefrist gemäss 
Art. 28 Abs. 1lit. b IVG gewahrt ist (vgl. auch E. 5.1 hienach). Massgebend 
ist somit, in welchem Ausmass die Beschwerdeführerin ab Februar 2014 
bis zum Erlass der angefochtenen Verfügung (vgl. E. 3.3 hievor) bei guter 
Gesundheit einer Erwerbstätigkeit nachgegangen wäre.

4.2 Die Beschwerdeführerin absolvierte nach der obligatorischen Schul-
zeit eine einjährige …-Schule und stand vom 1. Juni 2001 bis 31. März 
2007 in einem Arbeitsverhältnis mit der D.________ in …, wobei sie vor 
Eintritt des Gesundheitsschadens mit einem Beschäftigungsgrad von vier 
bis neun Stunden täglich an zwei bis drei Tagen pro Woche als … einge-
setzt wurde (vgl. act. II 2, 8, 32). 

Im Zeitpunkt der Abklärung an Ort und Stelle (Art. 69 Abs. 2 IVV) vom 
10. Februar 2009 lebte die Beschwerdeführerin mit ihrem … geborenen 
Sohn und ihrer Mutter im selben Haushalt (vgl. act. II 50/3 Ziff. 2.1). Sie gab 
gegenüber der Abklärungsperson an, sie beabsichtige nach … zu ziehen 
und eine Ausbildung in einem … zu beginnen (vgl. act. II 59/2 f. Ziff. 1 und 
3.2). Bei guter Gesundheit würde sie mit einem Beschäftigungsgrad zwi-
schen 60 % und 70 % ausserhäuslich arbeiten, da sie einen schulpflichti-
gen Sohn habe. Sie wäre weiterhin im … tätig, da ihr diese Arbeit grossen 
Spass bereitet habe. Sie könnte sich ebenso vorstellen in … zu arbeiten; 
auch bei guter Gesundheit würde sie eine Ausbildung in einem … absolvie-
ren (vgl. act. II 59/4 Ziff. 3.5). 

Nach der Neuanmeldung teilte die Beschwerdeführerin den Haushalt nur 
noch mit ihrem Sohn (vgl. act. IIA 103/3 Ziff. 2.1) und führte anlässlich der 
erneuten Haushaltsabklärung vom 15. April 2014 aus, bei guter Gesundheit 
hätte sie die Ausbildung als … beendet und wäre allenfalls in einem … an-
gestellt oder würde selbst ein … betreiben. Als Angestellte wäre sie mit 
einem Arbeitspensum von 100 % erwerbstätig. Da die … in der Regel erst 
spät am Morgen öffneten, hätte sie das Haus erst um 09.00 Uhr verlassen 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 10

müssen und ihren Sohn weiterhin am Morgen zur Schule schicken können. 
Abends wäre sie jeweils nicht vor 21.00 Uhr zu Hause eingetroffen; ihr 
Sohn wäre über Mittag und am Abend durch dessen Grossmutter verpflegt 
worden. Sie könnte sich auch eine Tätigkeit im …-Bereich vorstellen. Im 
Vergleich zur Situation im Jahr 2009 seien die Ansprüche des Sohnes und 
auch die Ausgaben nun höher, weshalb sie mehr Einkommen erzielen 
müsste (vgl. act. II 103/4 Ziff. 3.5). 

4.3 Es ist davon auszugehen, und wird auch seitens der Beschwerde-
gegnerin nicht in Zweifel gezogen, dass die Beschwerdeführerin die Frage 
nach dem Ausmass der Erwerbstätigkeit im hypothetischen Validitätsfall 
richtig verstand, zumal es sich bei der aktuellsten Haushaltsabklärung be-
reits um die dritte Erhebung an Ort und Stelle handelte (vgl. act. II 13 f., 55, 
59; act. IIA 103). Allerdings wusste sie durch die früheren Abklärungen und 
Entscheide allenfalls auch um die versicherungsrechtliche Relevanz der 
Statusfrage, weshalb die Beweismaxime der «Aussage der ersten Stunde» 
(vgl. BGE 121 V 45 E. 2a S. 47, 115 V 133 E. 8c S. 143; RKUV 2004 U 515 
S. 420 E. 1.2) im Rahmen der freien Beweiswürdigung nur bedingt als 
taugliche Entscheidungshilfe herangezogen werden kann (vgl. Beschwerde 
S. 4 Ziff. V lit. c).

Indes zeigte die Beschwerdeführerin mit einleuchtenden und nachvollzieh-
baren Argumenten auf, weshalb sie im Vergleich zum Jahr 2009 mehr ar-
beiten würde. Ihr Sohn war im Zeitpunkt der Abklärung vom 15. April 2014 
rund … Jahre alt (vgl. act. II 2/18), womit nach allgemeiner Lebenserfah-
rung davon auszugehen ist, dass der Betreuungsaufwand aufgrund zu-
nehmender Selbständigkeit des Kindes geringer geworden ist. Die Be-
schwerdeführerin legte glaubhaft dar, dass sie Anfang August 2013 (nach 
Aufenthalten im Kanton … und … [vgl. act. II 78.1/346-349]) bewusst in die 
Nähe ihrer Mutter zog, damit diese bei Bedarf – wie bereits vorher (vgl. 
act. II 13/3 Ziff. 3.4) – Betreuungsaufgaben übernehmen und Unterstützung 
im Haushalt leisten kann (vgl. act. IIA 110/1). Dabei ändert nichts, dass die 
Mutter aufgrund gesundheitlicher Probleme ihr Pensum reduzieren musste 
(vgl. act. IIA 119/2), ist sie dadurch doch grundsätzlich zeitlich verfügbarer 
geworden und nach der Schilderung der Beschwerdeführerin wäre ihr trotz 
des Gesundheitsschadens (Handgelenksfraktur, Darmoperation) eine Be-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 11

treuung des Enkels möglich (vgl. Beschwerde S. 4 Ziff. V lit. c Lemma 2; 
Replik S. 1). Es mag zutreffen, dass die Mutter weniger «spontane Dritthil-
fe» leisten könnte (vgl. act. IIA 113/3), da sie nicht mehr im selben Haushalt 
lebt, immerhin wohnt sie aber in derselben Gemeinde (vgl. act. IIA 103/3 
Ziff. 2.1) und könnte die Beschwerdeführerin damit weiterhin relativ kurzfris-
tig unterstützen. Ohnehin müsste der überwiegende Teil der notwendigen 
Fremdbetreuung nicht spontan erfolgen, sondern könnte anhand der Stun-
denpläne des Kindes (act. I 3 f.) frühzeitig organisiert werden. Entgegen 
der Auffassung der Beschwerdegegnerin, wie sie in der Duplik (S. 2) zu-
mindest sinngemäss vorgebracht wurde, benötigt ein …jähriges Kind (mit 
Blick auf die scheidungsrechtliche Rechtsprechung zum nachehelichen 
Unterhalt) zudem keine ununterbrochene Betreuung, sondern kann erfah-
rungsgemäss durchaus gewisse Zeit alleine sein (BGE 127 III 136 E. 2c 
S. 140; vgl. auch: PHILIPP MAIER, FamPra.ch 2014 S. 338). Hinzu kommt, 
dass der pensionierte und alleinstehende Vater der Beschwerdeführerin 
nach deren Aussage immerhin tageweise (abends oder an den Wochenen-
den) Betreuungsarbeit übernahm und die örtliche Distanz ihm dies durch-
aus auch weiterhin erlauben würde (vgl. Replik S. 1). 

Angesichts ihres beruflichen Werdeganges könnte die Beschwerdeführerin 
ihren Lebensunterhalt mit dem von der Beschwerdegegnerin angenomme-
nen Beschäftigungsgrad von 65 % nur knapp bestreiten, zumal laut Ab-
klärungsbericht Schulden bestehen (vgl. act. IIA 103/4 Ziff. 3.6). Dies 
spricht dafür, dass die Beschwerdeführerin im hypothetischen Validitätsfall 
den Beschäftigungsgrad gesteigert hätte. Sie bezieht zurzeit für ihren Sohn 
Alimente von Fr. …. Ob und in welchem Ausmass sie diese Alimente auch 
im Gesundheitsfall erhalten würde, ist offen. Allerdings ist wenig wahr-
scheinlich, dass die Alimente bei einem Arbeitspensum von 80 % (in einer 
tief entlöhnten Hilfsarbeitertätigkeit) vollständig wegfielen, wie dies der Ab-
klärungsdienst in seiner Stellungnahme vom 13. Juni 2014 (act. IIA 113/4) 
annahm (vgl. zu den Anpassungstatbeständen: PETER BREITSCHMID in 
HONSELL/VOGT/GEISER, Basler Kommentar zum Zivilgesetzbuch, 4. Aufl. 
2010, Art. 286 N. 3 ff.). Es kann folglich nicht davon ausgegangen werden, 
dass sich die finanziellen Verhältnisse der Beschwerdeführerin bei einer 
Steigerung des Beschäftigungsgrades derart marginal änderten, wie dies 
der Abklärungsdienst darstellt. Richtig ist in diesem Zusammenhang aber 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 12

die Auffassung des Abklärungsdienstes, dass eine Statusänderung nicht 
allein mit einem finanziellen Bedarf der Beschwerdeführerin begründet 
werden kann (vgl. act. IIA 113/4), dies darf hingegen auch nicht dazu 
führen, dass die ökonomischen Verhältnisse unberücksichtigt bleiben. 

Dass die Beschwerdeführerin eine Vollzeitstelle in einem … finden würde, 
erscheint zumindest fraglich (vgl. act. IIA 113/3). Die Ausbildung von … ist 
bisher weder geregelt noch anerkannt, dasselbe gilt für die Bewilligung zur 
Ausübung der Tätigkeit. Es handelt sich bekanntlich um eine Nischenbran-
che, in der das Ausüben einer hauptberuflichen Vollzeitstelle eine gewisse 
Berufserfahrung voraussetzen dürfte (vgl. <www….ch>, Rubrik: …; 
<www….ch>, Rubrik: Infos/Ausbildung). Jedoch verfügt die Beschwerde-
führerin über ein …-Diplom (act. II 2/13) und gab an, sie könne sich bei 
guter Gesundheit auch eine Tätigkeit im …-Bereich vorstellen (vgl. act. IIA 
103/4 Ziff. 3.5). Zudem wäre auch denkbar, dass sie in der bisherigen 
Tätigkeit in der … (oder einer anderweitigen Branche als Hilfsarbeiterin) 
eine Arbeitsstelle mit höherem Arbeitspensum fände. Dass sie dabei – wie 
anlässlich der Haushaltsabklärung geltend gemacht (vgl. act. IIA 103/4 
Ziff. 3.5) – vollschichtig erwerbstätig wäre, ist allerdings nicht überwiegend 
wahrscheinlich, da zumindest bis zur Vollendung des 16. Altersjahres des 
Sohnes unter anderem auch eine gewisse Betreuung erfahrungsgemäss 
weiterhin erforderlich bleibt (vgl. PHILIPP MAIER a.a.O.; BGE 137 III 102 
E. 4.2.2.2 S. 109) und konkrete Indizien (beispielsweise eine finanzielle 
Notwendigkeit oder eine fehlende Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten) für die 
Annahme eines Beschäftigungsgrades von 100 % fehlen. Dagegen ist auf-
grund der gesamten Umstände und nach dem massgebenden Beweisgrad 
davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin – entsprechend der Be-
schwerdebegründung – spätestens ab dem Zeitpunkt des frühestmöglichen 
Rentenbeginns im Februar 2014 (vgl. E. 4.1 hievor) ohne Gesundheits-
schaden ein Arbeitspensum von 80 % ausüben würde.

4.4 Nach dem Dargelegten ist erstellt, dass die Beschwerdeführerin im 
Vergleich zum Referenzzeitpunkt das Pensum ihrer Erwerbstätigkeit im 
hypothetischen Validitätsfall von 65 % auf 80 % gesteigert hätte, mithin neu 
ein Status von 80 % Erwerb bzw. 20 % Haushalt vorliegt. Diese Sachver-
haltsentwicklung ist geeignet, den Invaliditätsgrad und damit den Renten-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 13

anspruch zu beeinflussen, womit ein Revisionsgrund gegeben und der 
Rentenanspruch frei zu prüfen ist (vgl. E. 3.1 hievor).

5.

5.1 In medizinischer Hinsicht ergibt sich aus den Berichten des behan-
delnden Dr. med. E.________, Facharzt für Neurologie FMH, vom 13. Sep-
tember 2012 (act. IIA 92/15 f.) und 27. September 2013 (act. IIA 91, 94), 
dass die Beschwerdeführerin während der einjährigen Wartefrist gemäss 
Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG ohne wesentlichen Unterbruch durchschnittlich zu 
mindestens 40 % arbeitsunfähig war. Zudem ist die medizinische Situation 
ab Februar 2014 aufgrund seiner weiteren Berichte vom 17. Januar 
(act. IIA 99/1-5) sowie vom 30. Januar 2014 (act. IIA 100) hinreichend do-
kumentiert. 

Dr. med. E.________ vermerkte im Verlaufsbericht vom 17. Januar 2014 
(act. IIA 99/1-5) als Diagnose eine MS und erklärte, es bestünden eine 
spastisch ataktische Gangstörung mit eingeschränkter Gehfähigkeit sowie 
eine schwere Fatigue-Symptomatik. Zudem sehe die Beschwerdeführerin 
Doppelbilder, was jedoch in Besserung begriffen sei. Die bisherige Er-
werbstätigkeit sei noch mit vorwiegend sitzenden Verrichtungen und einem 
Arbeitspensum von fünf Stunden täglich mit vermindertem Arbeitstempo 
zumutbar. Ungeeignet seien körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten und sol-
che mit wesentlichen Gehstrecken. Vorwiegend geistige Tätigkeiten könn-
ten noch mit einem Arbeitspensum von 50 % und zusätzlich vermindertem 
Arbeitstempo ausgeübt werden. Er attestierte für die angestammte Tätig-
keit vom 30. Oktober 2013 bis 30. Januar 2014 eine 70%ige Arbeitsun-
fähigkeit (vgl. act. IIA 99/1 Ziff. 5). Am 30. Januar 2014 beschrieb der Neu-
rologe eine Beschwerdebesserung. Doppelbilder träten nur noch nach län-
gerer Belastung auf und die Ataxie habe sich verringert, so dass die Be-
schwerdeführerin zwar in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkt, jedoch wieder 
selbständig sei. Klinisch-neurologisch stünden die ataktische Gangstörung, 
die auftretenden Doppelbilder sowie eine insgesamt mittelgradige Fatigue-
Symptomatik mit Betonung der kognitiven Funktionen im Vordergrund. Mit 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 14

diesen Einschränkungen bestehe eine Arbeitsfähigkeit von maximal 40 % 
bis 50 % für kognitive Tätigkeiten (vgl. act. IIA 100).

Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin FMH, vom 
Regionalen Ärztlichen Dienst (RAD), gelangte in seiner Stellungnahme vom 
29. April 2014 (act. IIA 104) zum Schluss, dass unter Berücksichtigung der 
bisher dokumentierten Fatigue, der Gehfähigkeit und des Sehvermögens 
der Beschwerdeführerin eine vorwiegend sitzende Tätigkeit zu einem halb-
en Tagespensum zugemutet werden könne, wobei mit einer Leistungsver-
minderung von 10 % bis 20 % zu rechnen sei.

5.2 Die Beschwerdegegnerin stellte auf die Aktenbeurteilung des RAD-
Arztes vom 29. April 2014 (act. IIA 104) ab (vgl. act. IIA 103/5 f. Ziff. 3.8 
und 4.1). Dessen Schlussfolgerungen korrelieren mit den Einschätzungen 
des behandelnden Facharztes, erfüllen die höchstrichterlichen beweisrecht-
lichen Anforderungen (vgl. BGE 137 V 210 E. 6.2.2 S. 269, 134 V 231 
E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352; RKUV 2006 U 578 S. 175 E. 3.4, 
1988 U 56 S. 371 E. 5b) und werden von der Beschwerdeführerin nicht in 
Frage gestellt. Es ist folglich von einer medizinisch-theoretischen Restar-
beitsfähigkeit von 50 % und – unter Berücksichtigung des arithmetischen 
Mittels (vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 19. August 2009, 
9C_226/2009, E. 3.2) – einer zusätzlichen Leistungsminderung von 15 % 
auszugehen. Die im Bericht vom 6. März 2014 (act. IIA 101) dokumentierte 
Verschlechterung der Gehfähigkeit infolge eines erneuten Krankheitsschu-
bes hat unberücksichtigt zu bleiben, da es sich nach der Aktenlage (vgl. 
act. IIA 105) um eine kurzfristige Exazerbation handelte (vgl. Art. 88a 
Abs. 2 IVV).

Zu prüfen bleibt, wie sich diese medizinische Ausgangslage in erwerblicher 
Hinsicht auswirkt bzw. wie es sich mit der Einschränkung im Haushalt ver-
hält.

6.

6.1 Die Beschwerdegegnerin zog zur Ermittlung sowohl des Validen- 
wie auch des Invalideneinkommens Tabellenlöhne gemäss den vom Bun-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 15

desamt für Statistik (BFS) herausgegebenen Lohnstrukturerhebungen 
(LSE) heran (vgl. act. IIA 103/5 f. Ziff. 4.1) und stellte dabei auf die Total-
werte des Anforderungsniveaus 4 (einfache und repetitive Tätigkeiten) ab. 
Dieses Vorgehen ist nicht zu beanstanden (vgl. BGE 139 V 28 E. 3.3.2 
S. 30, 135 V 297 E. 5.2 S. 301; SVR 2010 IV Nr. 52 S. 162 E. 4.3.1; Ent-
scheid des eidgenössischen Versicherungsgerichts [EVG; heute: Bundes-
gericht] vom 30. Oktober 2002, I 517/02, E. 1.2). Insbesondere wäre für 
das Valideneinkommen trotz des berufsbegleitend erlangten …-Diploms 
(act. II 2/13) nicht auf das Anforderungsniveau 3 abzustellen, denn die Be-
schwerdeführerin war nur kurz in dieser Branche und danach langjährig im 
… tätig (vgl. act. II 2/11), weshalb – selbst wenn sie im Gesundheitsfall 
allenfalls wieder in … arbeiten würde (vgl. E. 4.3 hievor) – sie nach über-
wiegender Wahrscheinlichkeit keine Funktion bekleiden würde, welche Be-
rufs- und Fachkenntnisse voraussetzt. Da somit beide Vergleichseinkom-
men anhand des gleichen Tabellenlohns berechnet werden, erübrigt sich 
deren betragsmässige Ermittlung. Die Einschränkung im Erwerb entspricht 
dem Grad der Arbeitsunfähigkeit bzw. Leistungseinschränkung unter 
Berücksichtigung eines allfälligen Abzuges vom Tabellenlohn (vgl. Ent-
scheid des BGer vom 9. März 2007, I 697/05, E. 5.4). 

Die Beschwerdegegnerin liess einen Abzug vom Tabellenlohn für das Inva-
lideneinkommen (vgl. BGE 135 V 297 E. 5.2 S. 301, 134 V 322 E. 5.2 
S. 327; SVR 2011 IV Nr. 31 S. 91 E. 4.1.1) von 10 % zu (vgl. act. IIA 103/5 
Ziff. 4.1). In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass rechtspre-
chungsgemäss die leidensbedingte Einschränkung in der Regel bereits mit 
der verringerten Leistungsfähigkeit zusammenfällt. Weil zudem sowohl das 
Validen- als auch das Invalideneinkommen anhand statistischer Tabellen-
löhne ermittelt wurden, müssen die invaliditätsfremden Gesichtspunkte 
(Alter, Dienstjahre, Nationalität/Aufenthaltskategorie) ausser Betracht fal-
len, weil sie bei beiden Vergleichseinkommen zu berücksichtigen wären 
(Entscheid des BGer vom 19. Januar 2009, 8C_42/2008, E. 5). Aufgrund 
des noch zumutbaren eingeschränkten Tätigkeitsspektrums erscheint der 
von der Verwaltung gewährte Abzug von 10 % jedoch als gerechtfertigt und 
es besteht kein Anlass in deren Ermessen einzugreifen. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 16

Damit resultiert eine (ungewichtete) Einschränkung im Erwerb von 52.19 % 
(0.8 ./. [0.5 ./. 15 % ./. 10 %] / 0.8 x 100). Um den Invaliditätsgrad nach der 
gemischten Methode (vgl. E. 2.2.2 hievor) zu ermitteln, ist die Einschrän-
kung im Haushalt einzubeziehen.

6.2 Nach dem Abklärungsbericht Haushalt vom 29. April 2014 
(act. IIA 103), dessen Beweiswert (vgl. BGE 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 
2012 IV Nr. 54 S. 196 E. 3.2) unbestritten ist, ergab sich für den Aufgaben-
bereich aus dem Betätigungsvergleich eine Einschränkung von 7.50 % (vgl. 
act. II 103/9).

6.3 Somit resultiert im erwerblichen Bereich eine gewichtete Einschrän-
kung von 41.75 % (52.19 % [E. 6.1 hievor] x 80 % [Gewichtung]) und im 
Haushalt eine solche von 1.5 % (7.50 % [E. 6.2 hievor] x 20 % [Gewich-
tung]). Dies führt zu einem abzurundenden (vgl. BGE 130 V 121 E. 3.2 und 
3.3 S. 123) Invaliditätsgrad von 43 % (41.75 % + 1.5 %) und damit zu ei-
nem Anspruch auf eine Viertelsrente (vgl. E. 2.2 hievor) ab 1. Februar 2014 
(vgl. E. 4.1 und 5.1 hievor). Die Beschwerde vom 27. August 2014 erweist 
sich demzufolge als begründet und ist gutzuheissen.

7.

7.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren vor dem 
kantonalen Versicherungsgericht in Streitigkeiten um die Bewilligung oder 
Verweigerung von IV-Leistungen kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem 
Verfahrensaufwand und unabhängig vom Streitwert im Rahmen von 
Fr. 200.-- bis Fr. 1’000.-- festzulegen. 

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 700.--, hat bei diesem 
Ausgang des Verfahrens die unterliegende Beschwerdegegnerin zu tragen 
(Art. 108 Abs. 1 VRPG; BVR 2009 S. 186 E. 4). Damit wird das Gesuch um 
unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.

7.2 Die obsiegende Beschwerde führende Person hat Anspruch auf 
Ersatz der Parteikosten. Diese wird vom Versicherungsgericht festgesetzt 
und ohne Rücksicht auf den Streitwert nach der Bedeutung der Streitsache 
und nach der Schwierigkeit des Prozesses bemessen (Art. 61 lit. g ATSG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 17

Gemäss der Praxis des Verwaltungsgerichts wird der Parteikostenersatz 
bei gemeinnützig tätigen Rechtsberatungsstellen sowie Rechtsschutzversi-
cherungen, Gewerkschaften und Berufsverbänden aufgrund eines allge-
meingültigen pauschalisierten Stundenansatzes festgesetzt, welcher im 
konkreten Fall mit dem gebotenen Aufwand multipliziert wird. Der Stunden-
ansatz wird je nach fachlicher Qualifikation der Vertretung festgelegt, wobei 
als fachlich qualifizierte Vertretung diejenige durch Juristinnen und Juristen 
sowie durch eidgenössisch diplomierte Sozialversicherungsexpertinnen 
und -experten gilt. Als fachlich nicht qualifizierte Vertretung gelten alle übri-
gen Parteivertreterinnen und -vertreter (vgl. Rundschreiben der Sozialver-
sicherungsrechtlichen Abteilung und der Abteilung für französischsprachige 
Geschäfte des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 16. Dezember 
2009, abrufbar unter <www.justice.be.ch>). Im Falle der Vertretung durch 
eine gemeinnützig tätige Rechtsberatungsstelle im Sinne der Rechtspre-
chung (BGE 135 I 1 E. 7.4.1 S. 4) wird der Stundenansatz bei einer fachlich 
qualifizierten Vertretung auf Fr. 130.-- festgelegt.

Im vorliegenden Fall wird die Beschwerdeführerin durch lic. iur. 
C.________ vom B.________ vertreten. Deren Kostennote vom 20. No-
vember 2014 ist nicht zu beanstanden. Entsprechend wird die Parteien-
tschädigung auf Fr. 1‘397.50 (10.8 h [richtig wohl: 10.75 h] x Fr. 130.--) 
zuzüglich Auslagen von Fr. 42.-- und Fr. 115.15 Mehrwertsteuer, somit auf 
total Fr. 1‘554.65, festgesetzt. Diesen Betrag hat die Beschwerdegegnerin 
der Beschwerdeführerin zu ersetzen.

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 4. Dez. 2014, IV/14/783, Seite 18

Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. In Gutheissung der Beschwerde wird die angefochtene Verfügung der 
IV-Stelle Bern vom 25. Juni 2014 aufgehoben und der Beschwerdefüh-
rerin ab 1. Februar 2014 eine Viertelsrente zugesprochen.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 700.-- werden der Beschwerdegegnerin 
zur Bezahlung auferlegt.

3. Das Verfahren betreffend das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege 
wird als gegenstandslos geworden vom Geschäftsverzeichnis abge-
schrieben.

4. Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Parteikosten, 
gerichtlich bestimmt auf Fr. 1‘554.65 (inkl. Auslagen und MWSt.), zu 
ersetzen.

5. Zu eröffnen (R):
- B.________ z.H. der Beschwerdeführerin
- IV-Stelle Bern 
- Bundesamt für Sozialversicherungen 

Der Kammerpräsident: Der Gerichtsschreiber:

Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des Bun-
desgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) ge-
führt werden.