# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3b0cc15c-2ac2-56c3-a5ad-63c855336429
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2006-02-21
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht I. Zivilkammer 21.02.2006 ZF 2005 72
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_006_ZF-2005-72_2006-02-21.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Tribunale cantonale dei Grigioni
Dretgira chantunala dal Grischun

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 21. Februar 2006 Schriftlich mitgeteilt am: 
ZF 05 72

Urteil
Zivilkammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
RichterInnen Rehli, Tomaschett-Murer, Vital und Möhr
Aktuar ad hoc Walder

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In der zivilrechtlichen Berufung

des H., Beklagter und Berufungskläger, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Luzi  
Bardill, Poststrasse 43, Chur,

gegen

das Urteil des Bezirksgerichts Prättigau/Davos vom 22. September 2005, mitgeteilt 
am 20. Oktober 2005, in Sachen der I., Klägerin und Berufungsbeklagte, vertreten 
durch lic. iur. Fabienne Weber, Anwaltsbüro Janett, Schulstrasse 1, Landquart,

betreffend Forderung aus Arbeitsvertrag usw.,

hat sich ergeben:

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A. 1. Im Mai 2002 schlossen H. als Arbeitgeber und I. als Arbeitnehmerin 
einen Arbeitsvertrag ab, nach welchem die letztere eine Stelle als kaufmännische 
Angestellte in der Einzelfirma D. in E. antreten sollte. Der Vertrag sah einen Brutto-
lohn von 3'800 Franken pro Monat vor, von welchem Betrag die üblichen Sozialleis-
tungen abzuziehen waren. Es wurde der Arbeitnehmerin ein Ferienanspruch von 
zwanzig Tagen pro Jahr zugestanden und im Übrigen auf die Bestimmungen des 
Obligationenrechts verwiesen.

I. nahm ihre Arbeit wie vorgesehen am 15. Juli 2002 auf. Zu ihrem Aufgaben-
bereich gehörten u. a. die Erstellung von Kundenbuchhaltungen, die Betreuung der 
Buchhaltung von Stockwerkeigentümergemeinschaften, Mahn- und Inkassowesen, 
allgemeine Treuhandarbeiten sowie die Mitarbeit im Handel mit Immobilien. – Auf 
Ende 2002 wurde der Angestellten eine als „Lohnabrechnung Gratifikation 2002“ 
bezeichnete Aufstellung ausgehändigt, in welcher ausgehend von einem Monats-
lohn von 3'800 Franken ein auf 5 ½ Monate umgerechneter Betrag von Fr. 1'741.70 
errechnet wurde, was nach Abzug der Sozialleistungen ein Nettoguthaben der Klä-
gerin von Fr. 1'581.40 ergab.

Mit Schreiben vom 23. Oktober 2003 kündigte I. das Arbeitsverhältnis auf den 
31. Dezember 2003 mit der Begründung, es sei ihr aus persönlichen Gründen (Ar-
beitsklima) nicht mehr möglich, den Arbeitsvertrag aufrecht zu erhalten. Nachdem 
zwischen H. und der Angestellten im Anschluss an diese Kündigung offenbar ein 
Gespräch stattgefunden hatte, schrieb I. ihrem Arbeitgeber am 17. November 2003, 
entgegen der von diesem geäusserten Vermutung handle es sich bei ihrem Schritt 
nicht um eine Kurzschlusshandlung. Sie sei als kaufmännische Angestellte ver-
pflichtet worden und nicht als Prellbock für seine schlechte Laune, Chauffeuse bei 
Trunkenheit oder als Zuhörerin seiner sexistischen Sprüche. Seine Bemerkungen 
anlässlich des Gesprächs über das Arbeitszeugnis hätten sie sehr verletzt, was 
auch zu einem Nervenzusammenbruch geführt habe. Anlässlich dieser Sachlage 
ersuche sie um Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis auf Ende November 2003. H. 
antwortete am 19. November 2003. Er schrieb seiner Angestellten, aus Rücksicht 
ihr gegenüber habe er ihr nicht gesagt, dass ihm ihre Kündigung gelegen gekom-
men sei. Sie habe oft unkonzentriert und ungenau gearbeitet, habe ihm anlässlich 
der Anstellung verschwiegen, dass sie gesundheitlich angeschlagen sei und Ope-
rationen zu erwarten seien, und was die „Sprüche“ betreffe, müsse sie mit ihrem 
„losen Mundwerk“ niemandem etwas vorhalten. Wenn sie ihn chauffiert habe, sei 
sie dafür stets bezahlt und für die kräftig in Rechnung gestellten Fahrspesen ent-

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schädigt worden. Auf ihren ausdrücklichen Wunsch sei er bereit, das Arbeitsverhält-
nis auf den 30. November 2003 zu beenden.

2. Am 6. Januar 2004 schrieb F. im Namen von I. an H.. Er widersprach vor-
erst verschiedenen von H. gegenüber seiner früheren Angestellten erhobenen Vor-
würfen und meldete sodann die finanziellen Forderungen von I. aus dem beendeten 
Arbeitsverhältnis an. Er verlangte einen pro rata berechneten Anteil eines 13. Mo-
natslohns, einen Anteil von 5'300 Franken an der Verkaufsprovision bezüglich der 
Handänderung der Liegenschaft Restaurant Post in G. und machte zusätzlich eine 
Entschädigung für drei nicht bezogene Ferientage geltend. Zur Begründung führte 
er aus, es sei beweisbar, dass die Firma D. eine Gratifikation in der Höhe eines 13. 
Monatslohnes ausrichte. Anlässlich der Auszahlung der Gratifikation für das Jahr 
2002 sei kein Vorbehalt angebracht worden, dass die Zahlung nur wegen des guten 
Geschäftsjahres erfolge und folglich keine Garantie dafür biete, dass auch in Zu-
kunft eine entsprechende Vergütung ausgerichtet werde. Mit Bezug auf den geltend 
gemachten Provisionsanteil brachte F. vor, er habe anlässlich des Kaufs der Lie-
genschaft Post in G. mit ihm (H.) mündlich abgemacht, dass ein Viertel der Provi-
sion, also ein Prozent des Kaufpreises von 530’000 Franken, an I. ausgerichtet 
werde. Wie er erst aufgrund der Schlussabrechnung erfahren habe, sei die verein-
barte Zahlung nie erfolgt. Er erwarte nun bis zum 12. Januar 2004 eine korrigierte 
Schlussabrechnung, andernfalls er die Treuhandfirma im Namen von I. betreiben 
werde.

H. antwortete am 7. Januar 2004, es sei im Arbeitsvertrag ein Bruttolohn von 
3'800 vereinbart worden. Aufgrund des geleisteten Arbeitseinsatzes, insbesondere 
auch infolge ihrer Mitwirkung beim Verkauf des Hauses in G., sei I. eine Gratifikation 
ausbezahlt worden. Daraus könne kein Anspruch auf eine alljährliche Gratifikation 
abgeleitet werden; eine solche sei weder mündlich noch im Anstellungsvertrag vor-
gesehen worden und auch im Obligationenrecht nicht vorgeschrieben. Er habe auch 
zu keinem Zeitpunkt versprochen, Frau I. 25 % einer Verkaufsprovision zu bezah-
len.

In einem Schreiben an die D. vom 15. Januar 2004 stellte F. die nach seiner 
Auffassung I. zustehende Forderung zusammen. Ausgehend von einem Monats-
lohn von 3'800 Franken machte er für die elf Monate des Jahres 2003 eine Gratifi-
kation von brutto Fr. 3’483.15 geltend und forderte zusätzlich einen Provisionsanteil 
in Sachen Restaurant Post von Fr. 5'300.--. Nach Abzug der Sozialleistungen ge-
langte er damit auf eine Nettoforderung von Fr. 7'975.10, für welchen Betrag er – 

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nachdem innert der angesetzten Frist seitens der D. keine Zahlung erfolgt war – am 
27. Januar 2004 das Betreibungsbegehren stellte. Der entsprechende Zahlungsbe-
fehl wurde am 9. Februar 2004 der Schuldnerin zugestellt; H. erhob für diese glei-
chentags Rechtsvorschlag.

B. Am 26. Juli 2004 meldete I. die Streitsache beim Kreisamt E. zur Vermitt-
lung an. Nach erfolglos verlaufener Sühneverhandlung vom 19. Oktober 2004 be-
zog sie den Leitschein und prosequierte die Klage mit Prozesseingabe vom 22. No-
vember 2004 frist- und formgerecht an das Bezirksgericht Prättigau/Davos. Sie 
stellte folgendes Rechtsbegehren:

„1. Die Beklagte sei zu verpflichten, der Klägerin Fr. 8'783.15 zuzüglich 5 
% Zins seit dem 15. Januar 2004 zu bezahlen.

 2. Der Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. 204045 sei aufzuheben und 
der Klägerin für den Betrag von Fr. 8'783.15 zuzüglich 5% Zins seit dem 
15. Januar 2004 die definitive Rechtsöffnung zu erteilen.

 3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge (zuzüglich 7.6% Mehrwert-
steuer) zulasten der Beklagten.“

Die Einzelfirma D. liess durch ihren Inhaber H. in der Prozessantwort vom 
10. Dezember 2004 die kostenfällige Abweisung der Klage beantragen.

C. Mit Urteil vom 22. September 2005 hiess das Bezirksgericht Prätti-
gau/Davos die Klage im Umfange von Fr. 8'462.90 nebst Zins seit dem 15. Januar 
2004 gut. Die auf den Prozessteil der Provisionsforderung entfallenden Kosten des 
Bezirksgerichts von insgesamt Fr. 2'025.— wurden H. auferlegt, die Kosten des ar-
beitsrechtlichen Prozessteil auf die Bezirksgerichtskasse genommen. H. wurde zu-
dem verpflichtet, I. aussergerichtlich mit Fr. 3'826.25 zu entschädigen.

 D. Gegen dieses Urteil liess H. am 25. Oktober 2005 die Berufung an das 
Kantonsgericht erklären mit dem Rechtsbegehren, das angefochtene Urteil sei auf-
zuheben und die Klage abzuweisen. Ferner wurde beantragt, es sei der Berufungs-
kläger nach einer formfreien Befragung zur Beweisaussage zuzulassen.

An der Hauptverhandlung vor Kantonsgericht waren die Rechtsvertreterin 
der Klägerin sowie der Beklagte mit seinem Anwalt anwesend. Dieser bestätigte 
sein Berufungsbegehren und erneuerte seinen Beweisergänzungsantrag, der je-
doch im Anschluss an die ersten Parteivorträge nach kurzer Unterbrechung der Ver-
handlung abgewiesen wurde. Die Vertreterin der Berufungsbeklagten beantragte 

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die Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils. – Auf die Ausführungen der Parteiver-
treter zur Begründung ihrer Anträge wird, soweit erforderlich, in den Erwägungen 
eingegangen. 

Die Zivilkammer zieht in Erwägung :

I. Der Rechtsvertreter des Beklagten hat schon in seiner schriftlichen 
Berufungsklärung den vor erster Instanz gestellten, aber vom Bezirksgericht abge-
lehnten Antrag auf Zulassung seines Mandanten zur Beweisaussage wieder aufge-
nommen und das entsprechende Beweisergänzungsbegehren anlässlich der 
Hauptverhandlung vor dem Kantonsgericht bestätigt. Die Vorinstanz verzichtete auf 
die Abnahme dieses Beweismittels, indem sie feststellte, da die Vorbringen des Be-
klagten weder unklar noch unvollständig oder unbestimmt seien, entfalle eine form-
freie Befragung. Da eine solche aber Voraussetzung für die Zulassung einer Partei 
zur Beweisaussage sei, könne dem Antrag des Beklagten schon aus diesem Grund 
nicht stattgegeben werden; davon abgesehen sei es diesem nicht gelungen, über-
zeugend darzulegen, inwiefern ein unverschuldeter Beweisnotstand vorliegen 
sollte. Das Bezirksgericht hat unter Bezugnahme auf die in PKG 1988 Nr. 15 in 
Bestätigung von früheren Entscheiden (PKG 1971 Nr. 17 und 18) dargelegte Praxis 
des Kantonsgerichts insofern richtig wiedergegeben, als es festgestellt hat, dass die 
Bündner Zivilprozessordnung zwei Formen der richterlichen Parteibefragung kenne, 
nämlich die formfreie Befragung der Parteien gemäss Art. 112 ZPO und die Beweis-
aussage im Sinne von Art. 201 ZPO. Sie hat auch zutreffend festgehalten, dass die 
erstere Befragungsform im Gegensatz zur Beweisaussage nicht ein eigentliches 
Beweismittel darstelle, sondern der Abklärung und Vervollständigung unklarer Vor-
bringen einer Partei diene. Das Kantonsgericht geht mit der Vorinstanz einig, dass 
im vorliegenden Fall kein Bedarf nach solchen Aufklärungen besteht. Der Beklagte 
hat seinen Standpunkt klar dargelegt; seine Ausführungen sind ohne weiteres ver-
ständlich und bedürfen keiner Ergänzung. Die Vorinstanz hatte also keinen Grund, 
ihn über seine Vorbringen formfrei zu befragen, und auch das Kantonsgericht sieht 
keinen Anlass, dies zu tun. Damit ist allerdings entgegen den Ausführungen im erst-
instanzlichen Urteil noch nicht gesagt, dass auch eine Beweisaussage im Sinne von 
Art. 201 ZPO nicht durchgeführt werden dürfte. Wohl wird – wie dies in der eben 
genannten Bestimmung zum Ausdruck kommt – der Beweisaussage in der Regel 
eine formfreie Befragung vor-angehen, doch ist eine solche nicht Voraussetzung für 
die Durchführung einer Beweisaussage, besteht doch kein Grund, eine Partei form-
frei zu befragen, wenn ihre Vorbringen von Anfang an weder unklar noch unvoll-

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ständig oder unbestimmt sind. Das fehlende Bedürfnis nach einer formfreien Befra-
gung stünde also im vorliegenden Verfahren einer Beweisaussage nicht entgegen, 
doch sieht das Kantonsgericht keinen Grund, eine solche vorzunehmen, weil von 
der Abnahme dieses Beweismittels keine neuen rechtserheblichen Erkenntnisse zu 
erwarten sind. Bei der beantragten Beweisaussage ginge es darum, von H. vorge-
brachte  Behauptungen unter Beweis zu stellen. Nach der Auffassung des Kantons-
gerichts sind die bereits vorhandenen Beweismittel in dieser Beziehung ausrei-
chend, um die sich stellenden Fragen und die bestehenden Divergenzen zwischen 
den Parteien zuverlässig beurteilen zu können, so dass sich die Beweissaussage 
nicht als notwendig erweist. An der Berufungsverhandlung wurde denn auch nichts 
vorgebracht, was die Erhebung dieses zusätzlichen Beweismittels als unumgäng-
lich erscheinen liesse. Die Aussagen des Beklagten, die kaum wesentlich von sei-
nen Ausführungen in den Rechtsschriften abweichen dürften, vermöchten ange-
sichts der übrigen Beweislage, welche eine zuverlässige Beurteilung des Falles er-
laubt, nicht mehr zu beeinflussen. Der Beweisergänzungsantrag ist daher abzuwei-
sen.

II. 1.a)  Teil der von der Klägerin beim Bezirksgericht Prättigau/Davos einge-
klagten Forderung von Fr. 8'783.15 bildet ein Betrag von Fr. 3'483.15, welchen I. 
von ihrem seinerzeitigen Arbeitgeber als anteilsmässigen 13. Monatslohn für das 
Jahr 2003 fordert. Die Vorinstanz hat ihr diese Summe beziehungsweise den um 
die Sozialbeiträge von insgesamt Fr. 320.45 reduzierten Betrag von Fr. 3'162.90 
zugesprochen. Sie ist zum Schluss gekommen, obwohl die im Jahre 2002 erfolgte 
Auszahlung als „Gratifikation“ bezeichnet worden sei, müsse auf Grund der gesam-
ten Umstände davon ausgegangen werden, dass es sich um einen 13. Monatslohn, 
mithin um einen festen Lohnbestandteil gehandelt habe, der damit auch im folgen-
den Jahr geschuldet gewesen sei. Der Berufungskläger widersetzt sich dieser Be-
trachtungsweise, indem er geltend macht, obwohl jede vertragliche Grundlage 
fehle, habe er sich 2002 veranlasst gesehen, Sheila H. im Jahre 2002 für deren zu 
Beginn engagierte Mithilfe, insbesondere beim Hausverkauf F., eine als Gratifika-
tion bezeichnete und vertraglich nicht geschuldete Leistung zu entrichten. Es könne 
sich daher nicht um einen festen Lohnbestandteil gehandelt haben, zumal der Be-
rufungsbeklagten sehr wohl bekannt gewesen sei, dass die 2002 ausgerichtete Gra-
tifikation ausschliesslich wegen des guten Geschäftsganges der Unternehmung H. 
ausgerichtet worden sei.

b) Das Bezirksgericht hat sich im angefochtenen Urteil ausführlich und 
mit zahlreichen Hinweisen auf die einschlägige Literatur und Rechtsprechung mit 

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der Unterscheidung zwischen Gratifikation und 13. Monatslohn auseinandergesetzt. 
Auf diese allgemeinen und erschöpfenden Ausführungen zum vorliegend zur Dis-
kussion stehenden Thema, denen das Kantonsgericht beipflichten kann und denen 
es nichts Wesentliches beizufügen hat, kann im Sinne von Art. 229 Abs. 3 ZPO 
verwiesen werden. Es ist im Folgenden daher auf die vom Berufungskläger zur Be-
streitung der klägerischen Forderung auf Ausrichtung eines 13. Monatslohns für das 
Jahr 2003 vorgebrachten Ausführungen einzugehen.

Unter Hinweis auf BGE 102 (recte 109) II 447 macht H. geltend, lediglich eine 
nach Höhe und Fälligkeit festgelegte Vergütung stelle einen geschuldeten Lohnbe-
standteil dar, der vor der Fälligkeit pro rata temporis zu entrichten wäre. Mangels 
einer vertraglichen Verankerung könne es sich im vorliegenden Fall nicht um einen 
festen Lohnbestandteil gehandelt haben; aus der einmaligen Ausrichtung einer Gra-
tifikation auf Ende 2002 könne schon wegen des kurzen Arbeitsverhältnisses keine 
Usanz abgeleitet werden. Auch aus der Tatsache, dass eine andere Arbeitnehme-
rin, Frau A., bei ihrem Ausscheiden Mitte Jahr eine Zusatzentschädigung erhalten 
habe, könne entgegen der Annahme der Vorinstanz nicht auf das Gegenteil ge-
schlossen werden. Die Zeugin B. habe bestätigt, dass solche Auszahlungen nur auf 
Grund der Leistungen der Arbeitnehmer erfolgt seien. Der Austritt von A. sei im Ge-
gensatz zu jenem von I. bedauert worden, daher habe sie eine anteilsmässige Gra-
tifikation erhalten. – Es ist unbestritten, dass der rudimentäre Arbeitsvertrag keinen 
Hinweis auf eine Gratifikation oder einen 13. Monatslohn enthält. Andererseits steht 
fest, dass die Klägerin Ende 2002 eine Gratifikation erhalten hat, über welche eine 
Lohnabrechnung erstellt wurde. Auch wenn diese Bezeichnung nicht überbewertet 
werden kann, so deutet sie doch darauf hin, dass es sich bei dieser Zahlung auch 
nach Auffassung des Beklagten zur Zeit ihrer Erstellung um einen Lohnbestandteil 
gehandelt hat. Diese Annahme wird bestärkt, wenn man sich vor Augen hält, wie 
die als Gratifikation 2002 bezeichnete Leistung berechnet wurde. Sie entspricht ex-
akt dem Betrag, der sich aus der Umrechnung eines Monatslohns auf den Zeitraum 
ergibt, während welchem die Klägerin im Jahre 2002 im Treuhandbüro H. angestellt 
war. Die Erwähnung des Jahres sowie das Fehlen eines Hinweises auf die Ausser-
ordentlichkeit der Leistung, wie sie erst im vorliegenden Verfahren vom Berufungs-
kläger unter Hinweis auf den Liegenschaftenhandel in G. behauptet wird, sind wei-
tere Indizien dafür, dass man es auch in den Augen des Beklagten mit einem der 
Angestellten auch ohne besondere Erwähnung im Arbeitsvertrag zustehenden 
Lohnbestandteil zu tun hatte. Die auf Ende 2002 ausgerichtete Zahlung weist also 
deutliche Merkmale eines Lohnbestandteils auf, wie sie nach dem oben erwähnten 
Entscheid des Bundesgerichts für einen 13. Monatslohn typisch sind; als solcher ist 

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die Leistung im Verhältnis zur Anstellungszeit auch geschuldet, wenn das Arbeits-
verhältnis im Laufe eines Jahres begonnen oder geendet hat.

Drängt sich die Annahme, dass es sich bei der im Jahre 2002 erfolgten Aus-
zahlung einer zwar als Gratifikation bezeichneten Vergütung in Wirklichkeit um ei-
nen auf die bisherige Anstellungszeit umgerechneten 13. Monatslohn handelte, be-
reits aufgrund der Art der Berechnung dieser Leistung auf, so sprechen auch wei-
tere Indizien deutlich für diese Annahme. Von besonderer Bedeutung ist die Krank-
heitsanzeige an die C. vom 9. Mai 2003, wo unter der Rubrik „Bruttolohn“ ein Mo-
natslohn von 3'800 Franken und ausdrücklich auch eine Gratifikation von 3'800 
Franken angegeben wird. Dass an dieser Stelle nur von „Gratifikation“ und nicht 
etwa von einem 13. Monatslohn die Rede ist, hat keine Bedeutung, enthält doch 
das Formular einfach nur diesen Ausdruck. Unter diesem Sammelbegriff werden 
aber offensichtlich beide Formen von über den üblichen Monatslohn hinausgehen-
den Entschädigungen verstanden. Dass es die Klägerin war, die diese Krankheits-
meldung ausgefüllt hat, ist unbestritten. Es ist aber auch ohne weiteres verständlich, 
dass diese eine Gratifikation in der Höhe eines Monatslohnes erwähnte, nachdem 
sie auf das Ende des vorangegangenen Jahres einen genau auf der Grundlage ei-
nes Monatslohns berechneten Betrag ausbezahlt erhalten hatte. Dieses Dokument 
wurde nun von H. unterzeichnet, ohne dass er an den Eintragungen eine Korrektur 
angebracht hätte. Wenn in der Berufung geltend gemacht wurde, der Beklagte habe 
zu jenem Zeitpunkt noch volles Vertrauen in seine Angestellte gehabt und es daher 
erklärbar sei, dass er die entsprechende Position nicht nachkontrolliert habe, so ist 
dies ein untauglicher Versuch, sich der Konsequenzen seines Handelns zu entzie-
hen. Jener Teil des Formulars, in welchem nach den Lohnarten gefragt wird, steht 
unmittelbar über dem für die Unterschriften des Versicherten und seines Arbeitge-
bers vorgesehenen Raum. Das Dokument kann nicht unterschrieben werden, ohne 
dass der Blick auf die beiden Zahlen fällt, welche die von der Arbeitnehmerin ange-
gebenen Bezüge wiedergeben. Auch hier entspricht der als Gratifikation bezeich-
nete Betrag wiederum genau einem Monatslohn, was sich mit der Ende 2002 er-
folgten Abrechnung deckt. Dass die Angestellten auf Ende Jahr eine zusätzliche 
Entlöhnung erhielten, bestätigte auch B., wobei sie allerdings von einer Gratifikation 
sprach, die sich in der Regel in der Höhe eines Monatslohnes bewege, aber im 
Wesentlichen von den Leistungen der Mitarbeiter abhänge. Gerade eine solche 
Leistungsabhängigkeit ist aber im Falle der Klägerin nicht zu erkennen, wurde ihr 
doch auf Ende 2002 die zusätzliche Leistung ohne Bezugnahme auf besondere Ver-
dienste ausgerichtet. Ein solcher Hinweis, vor allem eine Bezugnahme auf die 
Bemühungen der Mitarbeiterin beim Verkauf des Hotels Post in G., wäre aber an-

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gebracht gewesen, wenn der Arbeitgeber hätte verhindern wollen, dass aus der 
Auszahlung dieses Lohnzusatzes ein Anspruch auch auf zukünftige Ausrichtung ei-
ner entsprechenden Entschädigung entstehen konnte. Irrelevant ist die Bemerkung, 
die Krankheitsanzeige sei unmittelbar nach dem Bekanntwerden der konkreten Um-
stände im Zusammenwirken mit der für die Lohnbuchhaltung zuständigen Gattin 
des Beklagten korrigiert worden. Zwar wurde dem Versicherungsformular ein gelber 
Zettel angeheftet, auf welchem zu lesen ist, dass der Versicherung gemeldet wor-
den sei, dass keine Gratifikation vereinbart worden sei. Wann dieser Zettel geschrie-
ben wurde, ist nicht bekannt. Den Aussagen der Zeugin B. ist zu entnehmen, dass 
dies jedenfalls erst nach dem Erstellen der Lohnabrechnung für die Klägerin per 
Ende November 2003 geschehen ist, also erst zu einem Zeitpunkt, als es bereits 
zum Zerwürfnis zwischen den Parteien gekommen war. Aus dem gleichen Grunde 
kann der Beklagte auch aus der Korrektur auf der Unfallmeldung vom 19./23. Januar 
2004 nichts zu seinen Gunsten ableiten, wurde doch auch diese vorgenommen, als 
das Arbeitsverhältnis schon aufgelöst und der Streit um die von der Klägerin noch 
geltend gemachte Forderung bereits entbrannt war. Gesamthaft betrachtet gelangt 
das Kantonsgericht gerade auch auf Grund der Krankheitsanzeige an die C. zur 
Überzeugung, dass der Klägerin ein auf die elfmonatige Anstellungszeit im Jahre 
2003 bezogener dreizehnter Monatslohn zusteht, der seiner Höhe nach im Netto-
betrage von Fr. 3'162.90 ausgewiesen ist. Die Berufung ist daher in diesem Punkte 
abzuweisen.

2. Die zweite Position ihrer Forderung gegenüber H. begründet die Klä-
gerin mit ihren Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Verkauf der Liegenschaft  
Restaurant Post in G. an F.. Sie macht geltend, dieses Geschäft sei nur dank ihrer 
persönlichen Beziehungen zum Käufer zustande gekommen. Sie habe den Interes-
senten bei den Besichtigungen begleitet und die notwendigen Vorkehren beim 
Grundbuchamt eingeleitet. Ihre Tätigkeit sei weit über das hinausgegangen, was 
von einer Angestellten erwartet werden dürfe; der mit dem Verkauf beauftragte H. 
habe praktisch keinen Finger rühren müssen. F. habe lediglich die Schlussverhand-
lungen mit dem Beklagten persönlich geführt. Er habe in diesem Zusammenhang 
zur Bedingung gemacht, dass H. einen Teil seiner Verkaufsprovision, nämlich 25 % 
beziehungsweise den Betrag von 5'300 Franken, an sie persönlich auszurichten 
habe. Der Beklagte sei damit einverstanden gewesen und habe sich im Sinne eines 
echten Vertrages zu Gunsten einer Dritten gegenüber F. verpflichtet, ihr diesen Be-
trag zu zahlen, falls das Geschäft zustande komme. Die Vorinstanz ist der Betrach-
tungsweise der Klägerin gefolgt. Sie stellte fest, F. sei der Lebenspartner der Mutter 
von I., welche den Kaufinteressenten auf das zum Verkauf stehende Restaurant 

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Post aufmerksam gemacht und ihm das Objekt gezeigt habe. Damit sei eine beson-
dere Nähe zur Provision für die Vermittlung des Kaufgeschäfts gegeben gewesen, 
zumal die Klägerin nur bezüglich dieses Verkaufs einen Provisionsanteil fordere, 
nicht aber für ihre Mithilfe bei anderen durch den Beklagten vermittelten Verkäufen. 
Die Darstellung der Klägerin werde durch die Depositionen des Zeugen F. bekräf-
tigt, der ausgesagt habe, er habe dem Beklagten anlässlich der Verhandlungen er-
klärt, er solle einen Viertel der Verkaufprovision an die Klägerin auszahlen, worüber 
dieser vorerst etwas erstaunt gewesen sei,  sich dann aber damit einverstanden 
erklärt habe, nachdem er ihm gesagt habe, dass eine solche Regelung auch bei 
Banken und Versicherungen üblich sei, wenn ein Angestellter einen Käufer aus sei-
nem Bekanntenkreis bringe. Dass der Beklagte entgegen der getroffenen Abrede 
der Klägerin die 5’300 Franken nicht ausbezahlt habe, habe er erst nach Auflösung 
des Arbeitsverhältnisses erfahren. Die Aussagen des Zeugen F. seien glaubwürdig, 
was sich auch daraus ergebe, dass den mit diesen im Widerspruch stehenden Be-
hauptungen des Beklagten nicht gefolgt werden könne. So könne dessen Darstel-
lung, wonach es sich bei der Intervention F. zu Gunsten von I. um eine Retourkut-
sche für eine von H. eingereichte vorsorgliche Einsprache gegen ein Bauvorhaben 
von F. gehandelt habe, nicht gefolgt werden, hätte dieser doch sonst die Forderung 
der Klägerin nicht erst mit Schreiben vom 5. Januar 2004 erhoben, sondern zu ei-
nem Zeitpunkt, der in der Nähe der vorsorglichen Baueinsprache vom September 
2003 gelegen hätte.

Die Argumentation der Vorinstanz vermag das Kantonsgericht nicht zu über-
zeugen. Unbestritten ist, dass sich ein Provisionsanspruch der Klägerin nicht etwa 
aus dem Arbeitsvertrag ableiten lässt. I. macht denn ihre Forderung auch nicht unter 
Hinweis auf diesen geltend, sondern begründet ihren Anspruch mit einem zu ihren 
Gunsten abgeschlossenen Vertrag zwischen F. und H., in welchem sich der letztere 
gegenüber dem Käufer des Restaurants Post in G. verpflichtet haben soll, ihr einen 
Viertel seiner Provision, nämlich 5'300 Franken zu bezahlen. Die Klägerin stützt ihre 
Forderung auf die Aussagen F., der sich als Zeuge tatsächlich in diesem Sinne 
geäussert hat. Es mag nun durchaus sein, dass F., als er in seinem Schreiben an 
den Beklagten vom 6. Januar 2004 auf die mündliche Vereinbarung über die Provi-
sionsbeteiligung der Klägerin zu sprechen kam sowie später anlässlich der Zeuge-
neinvernahme der Auffassung war, sich mit dem Beklagten in diesem Sinne geeinigt 
zu haben. Offenbar waren die seinerzeitigen Abmachungen aber nicht so klar, dass 
H. sie der Darstellung F. entsprechend verstanden hatte, und es erscheint aufgrund 
der gesamten Umstände auch fraglich, ob der letztere zur Zeit des Abschlusses des 
Liegenschaftenhandels mit H. im Herbst 2002 wirklich einen Vertrag mit dem heute 

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geltend gemachten Inhalt abgeschlossen zu haben glaubte. So wie es heute darge-
stellt wird, war es die Absicht F. gewesen, mit H. einen Vertrag zu Gunsten einer 
Dritten im Sinne von Art. 112 OR abzuschliessen. Dieser Vertragstyp kommt in zwei 
Erscheinungsformen vor, nämlich als Vertrag auf Leistung an einen Dritten im Sinne 
von Abs. 1 der Bestimmung, bei welchem allein der Promissar selbst, in casu also 
F., forderungsberechtigt ist. Wäre es die Absicht F. gewesen, einen solchen Vertrag 
abzuschliessen, müsste wohl davon ausgegangen werden, dass dieser die Leistung 
an I. gegenüber seinem Vertragspartner auch wirklich durchgesetzt hätte. Es ist 
aber nichts Dergleichen geschehen, so dass eher angenommen werden müsste, 
dass es sich um einen echten Vertrag zu Gunsten eines Dritten im Sinne von Art. 
112 Abs. 2 OR hätte handeln sollen, welcher die Dritte berechtigt hätte, vom Pro-
mittenten aus eigenem Recht die Erfüllung zu fordern. Auch gegen die Annahme 
dieser Variante erheben sich hingegen kaum zu beseitigende Zweifel. Hätte F. der 
Klägerin ein solches selbständiges Forderungsrecht gegen ihren Arbeitgeber ver-
schaffen wollen, hätte er die in dieser Weise Begünstigte in seine Absicht einweihen 
müssen, andernfalls I. von dem zu ihren Gunsten abgeschlossenen Vertrag ja keine 
Kenntnis erhalten und für den Fall, dass der Promittent nicht von sich aus leistete, 
gar keine Möglichkeit gehabt hätte, ihren Anspruch geltend zu machen. Offenbar 
fanden zwischen F. und der Klägerin bis zu deren Austritt aus dem Betrieb des Be-
klagten nie Gespräche über diese Angelegenheit statt. Verhielte es sich so, wie in 
der Klage geltend gemacht wird, wäre es völlig unverständlich, dass F. – hätte er 
der Tochter seiner Lebensgefährtin einen Anspruch auf einen Teil der Provision ver-
schaffen wollen – sich offenbar weder bei der aus dem behaupteten Vertrag Be-
rechtigten erkundigte, ob die vom Schuldner angeblich versprochene Leistung er-
bracht worden sei, noch selbst bei diesem nachfragte, ob er die eingegangen Ver-
pflichtung erfüllt habe. Die Tatsache, dass während mehr als einem Jahr über diese 
Sache niemand ein Wort verlor und weder die aus dem angeblichen Vertrag Be-
rechtigte eine Forderung erhob noch der Promissar sich danach erkundigte, ob der 
Promittent seine Verpflichtung erfüllt hatte, lässt es für das Kantonsgericht als völlig 
unwahrscheinlich erscheinen, dass tatsächlich ein Vertrag im heute geltend ge-
machten Sinne abgeschlossen worden war. Der Zeuge F. mochte der Ansicht ge-
wesen sein, I. einen Gefallen erwiesen zu haben, doch dachte er offenbar im dama-
ligen Zeitpunkt selbst nicht daran, ihr einen klagbaren Anspruch verschafft zu ha-
ben. Erst im Rahmen der vorliegenden Auseinandersetzung anfangs Januar 2004 
brachte er vor, erst auf Grund der Schlussabrechnung erfahren zu haben, dass nie 
eine Zahlung an I. erfolgt sei. Ebenso kam er erst zu diesem Zeitpunkt auf die an-
geblich mündlich getroffene Abrede über die Beteiligung der Klägerin an der Provi-
sion aus dem Immobiliengeschäft in G. auf diese Sache zu sprechen, wobei er sich 

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jetzt zu erinnern glaubte, dass er mit H. eine verbindliche Vereinbarung getroffen 
hatte. Angesichts dieser Umstände ist es für das Kantonsgericht schlechterdings 
unvorstellbar, dass der Zeuge F. mit H. einen Vertrag zu Gunsten von I. abgeschlos-
sen hatte. Dabei erweist sich die vom Beklagten geäusserte Vermutung, das Ver-
halten F. sei darauf zurückzuführen, dass er (H.) gegen ein Bauvorhaben des Zeu-
gen seinerzeit eine vorsorgliche Baueinsprache erhoben habe, schon auf Grund der 
zeitlichen Verhältnisse als sehr unwahrscheinlich. Andererseits kann aber auch der 
Argumentation der Klägerin, sie habe im Zusammenhang mit dem Verkauf der Lie-
genschaft Restaurant Post in G. weit mehr geleistet, als das, was zu ihrem Aufga-
benbereich im Betrieb des Beklagten gehört habe, so dass H. praktisch keinen Fin-
ger für den Verkauf habe rühren müssen, nicht beigepflichtet werden. Grundsätzlich 
gehörte die Mitwirkung beim Kauf und Verkauf von Immobilien durch das Treuhand-
büro des Beklagten zu den Pflichten der Klägerin. Wenn diese also einem Interes-
senten ein zum Verkauf stehendes Objekt zeigte, bildete dies Teil ihrer Tätigkeit im 
Rahmen des Arbeitsvertrages. I. macht denn ihren Anspruch auf einen Teil der Ver-
kaufsprovision auch nicht gestützt auf diesen geltend und leitet ihre Forderung auch 
nicht aus einem Mäklervertrag ab, sondern begründet ihn allein mit der angeblich 
zwischen F. und ihrem Arbeitgeber getroffenen Vereinbarung. Wenn in der Klage 
behauptet wird, die Hauptarbeit beim Immobilienhandel in G. sei von ihr geleistet 
worden, so wäre dieses Argument nicht nur nicht stichhaltig, weil nirgends festgelegt 
war, welchen Anteil an der bei einem solchen Geschäft anfallenden Arbeit von der 
Angestellten zu leisten war, sondern es steht die entsprechende Behauptung auch 
im Widerspruch zur Aktenlage. So ergibt sich aus dem Zeiterfassungsblatt über die-
ses Geschäft klar, dass der Zeitaufwand des Beklagten etwa dem Dreifachen des-
sen entspricht, was auf die Klägerin entfiel. Selbst wenn die von I. erbrachten Ar-
beitsleistungen im Zusammenhang mit diesem Handel von Bedeutung wären – was 
sie angesichts ihres Aufgabenbereichs im Büro des Beklagten nicht sind – könnte 
die Klägerin also auf Grund der im Vergleich zu H. für dieses Geschäft erbrachten 
Zeitaufwandes nichts zu ihren Gunsten ableiten. Das Kantonsgericht gelangt daher 
auf Grund der gesamten Umstände zum Schluss, dass ein Anspruch der Klägerin 
auf Ausrichtung eines Anteils an der beim Verkauf des Restaurants Post angefalle-
nen Verkaufsprovision nicht ausgewiesen ist, so dass die Klage in diesem Punkt in 
teilweiser Gutheissung der Berufung abgewiesen werden muss.

III. 1. Im vorliegenden Prozess wurden zwei unterschiedliche Verfahren zu-
sammengelegt, nämlich einerseits eine arbeitsrechtliche Streitigkeit um den An-
spruch auf einen 13. Monatslohn und andererseits eine gewöhnliche Forderung auf 
Zahlung eines Provisionsanteils. Es bleibe hier dahingestellt, ob eine solche objek-

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tive Klagenhäufung überhaupt möglich war. Jedenfalls hat die Vorinstanz die Rege-
lung der Kostenfolge korrekt entschieden, indem sie für das arbeitsrechtliche Ver-
fahren keine Kosten erhob und im Verfahren um die Provisionsforderung die unter-
liegende Partei zur Tragung der Gerichtskosten verpflichtete. Wurden die Kosten 
des Kreisamtes von Fr. 195.-- und jene des Bezirksgerichts von Fr. 2'025.-entspre-
chend dem Ausgang des erstinstanzlichen Verfahrens dem unterliegenden Beklag-
ten auferlegt, ist im Berufungsverfahren die Berufungsbeklagte mit diesen Kosten 
zu belasten, da sie im Streit um die Provisionsforderung unterlegen ist. Sie hat an-
gesichts ihres diesbezüglichen Unterliegens im Berufungsverfahren zudem die auf 
diesen Prozessteil entfallenden Kosten des kantonsgerichtlichen Verfahrens zu tra-
gen.

2. Die unterliegende Partei ist nach Art. 122 Abs. 2 ZPO in der Regel zu 
verpflichten, der obsiegenden alle ihr durch den Rechtsstreit verursachten notwen-
digen Kosten zu ersetzen. Fällt das Urteil nicht ausschliesslich zu Gunsten einer 
Partei aus, können die aussergerichtlichen Kosten verhältnismässig verteilt werden. 
Die Vorinstanz hat zutreffend ausgeführt, dass diese Regelung auch in den 
grundsätzlich kostenlosen arbeitsrechtlichen Streitigkeiten anzuwenden ist. Die Klä-
gerin ist nach ihrem teilweisen Unterliegen im Berufungsverfahren noch mit ihrer 
Forderung auf Ausrichtung eines für elf Monate berechneten 13. Monatslohns 
durchgedrungen, was einem Betrag von Fr. 3'162.90 entspricht, während sie mit 
ihrer Forderung auf Zahlung eines Provisionsanteils von 5'300 Franken unterlegen 
ist. Das Verfahren ging damit im Verhältnis von 5/8 zu 3/8 zu Gunsten des Beklagten 
und Berufungsklägers aus, was die Klägerin grundsätzlich im Umfang von 2/8 er-
satzpflichtig macht. Nimmt man die Kostennote von Rechtsanwalt Bardill aus dem 
erstinstanzlichen Verfahren von Fr. 6'395.95 zum Ausgangspunkt (die Honorarnote 
der klägerischen Rechtsvertreterin beläuft sich demgegenüber auf Fr. 3'826.25), er-
gäbe dies einen Betrag von rund 1'600 Franken. Für das Berufungsverfahren ge-
langt man bei einem geschätzten Zeitaufwand von etwa fünf Stunden und einer dem 
Ausgang des Verfahrens entsprechenden Entschädigungspflicht von ebenfalls ei-
nem Viertel nochmals auf rund 250 Franken. Da das Gesetz dem Richter mit der 
Umschreibung „in der Regel“ einen Ermessenspielraum und damit die Möglichkeit 
einräumt, bei einer besonderen Konstellation von einer rechnerisch genauen Fest-
setzung der aussergerichtlichen Entschädigung abzusehen, erscheint es unter den 
hier vorliegenden Umständen angebracht, eine geringfügige Reduktion des sich aus 
der obigen Rechnung ergebenden Betrages vorzunehmen und die für beide Instan-
zen geschuldete aussergerichtliche Entschädigung auf insgesamt 1'600 Franken 
festzusetzen.

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Demnach erkennt die Zivilkammer:

1. Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und das angefochtene Urteil wird 
aufgehoben.

2. H. wird verpflichtet, I. Fr. 3’162.90 netto zuzüglich 5 % Zins seit dem 15. Ja-
nuar 2004 zu bezahlen.

3. Die Kosten des Kreisamtes E. in der Höhe von Fr. 195.--, die Gerichtsgebühr 
des Bezirksgerichts Prättigau/Davos von Fr. 2'025.--  und die Kosten des 
Kantonsgerichts Graubünden, bestehend aus einer Gerichtsgebühr von Fr. 
1'500.-- und einer Schreibgebühr von Fr. 225.--, total somit Fr. 1'725.--, ge-
hen zu Lasten von I., die zudem H. für beide Instanzen zusammen mit 1'600 
Franken zu entschädigen hat.

4. Mitteilung an:

__________

Für die Zivilkammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: