# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 0941d44e-0d8e-5075-abe9-1d4071fcd129
**Source:** Zürich (entscheidsuche) (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-12-12
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Zivilkammern 12.12.2025 RA250012
**Docket/Reference:** RA250012
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_001_RA250012_2025-12-12.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer 

Geschäfts-Nr.: RA250012-O/U

Mitwirkend: Oberrichter lic. iur. A. Huizinga, Vorsitzender, Oberrichterin 

lic. iur. B. Schärer und Ersatzoberrichter lic. iur. T. Engler  

sowie Gerichtsschreiberin MLaw N. Paszehr

Beschluss und Urteil vom 12. Dezember 2025

in Sachen

A._____, 
Klägerin und Beschwerdeführerin

gegen

Bezirksgericht Bülach, 
Beschwerdegegner

sowie

B._____ AG, 
Beklagte und Verfahrensbeteiligte

vertreten durch lic. iur. X._____, 

betreffend arbeitsrechtliche Forderung (Rechtsverzögerung)

Beschwerde gegen eine Verfügung des Arbeitsgerichts Bülach vom 
13. November 2025 (AN250010-C)

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Erwägungen:

1.1. Mit Eingabe vom 9. Juli 2025 reichte die Klägerin und Beschwerdeführerin 

(fortan Klägerin) eine arbeitsrechtliche Klage beim Bezirksgericht Winterthur ein 

(Urk. 8/3). Mit Beschluss vom 20. August 2025 trat das Arbeitsgericht Winterthur 

auf die Klage nicht ein und leitete die Akten zuständigkeitshalber an das Arbeitsge-

richt Bülach (Vorinstanz) weiter (Urk. 8/1). Mit Eingabe vom 27. August 2025 teilte 

Rechtsanwalt X._____ mit, die Beklagte und Beschwerdegegnern (fortan Beklagte) 

zu vertreten und dass er bis zum 15. September 2025 auslandbedingt abwesend 

sei (Urk. 8/13). Mit Beschluss vom 3. September 2025, versandt am 22. September 

2025 (Urk. 8/17), wurde der Beklagten eine Frist von 20 Tagen angesetzt, um eine 

schriftliche Klageantwort einzureichen (Urk. 8/16). Der Beschluss wurde der Be-

klagten am 23. September 2025 zugestellt (Urk. 8/17). Mit Eingabe vom 10. Okto-

ber 2025 ersuchte die Beklagte um eine erstmalige Erstreckung der Frist bis zum 

13. November 2025, was ihr mit Verfügung vom 14. Oktober 2025 bewilligt wurde 

(Urk. 8/18). Mit Eingabe vom 12. November 2025 ersuchte die Beklagte erneut um 

eine Fristerstreckung bis zum 12. Dezember 2025 (Urk. 8/19). Mit Verfügung vom 

13. November 2025 wurde die Frist letztmals bis zum 12. Dezember 2025 erstreckt 

(Urk. 8/19). Mit Eingabe vom 15. November 2025 erhob die Klägerin "Widerspruch" 

gegen diese erneute Fristerstreckung bei der Vorinstanz und stellte folgende An-

träge (Urk. 8/20 S. 3):

"1. Das Fristerstreckungsgesuch der Beklagten vom 12. November 
2025 sei abzuweisen.

 2. Die Beklagte sei als säumig zu betrachten
 3. Das Verfahren sei ohne Klageantwort der Beklagten fortzufüh-

ren."

Die Vorinstanz nahm die Eingabe als Gesuch um Begründung der Verfügung vom 

13. November 2025 entgegen und erliess den begründeten Entscheid (Urk. 2 = 

Urk. 8/21). 

1.2. Dagegen erhob die Klägerin mit Eingabe vom 27. November 2025 (Datum 

des Poststempels: 28. November 2025) fristgerecht (vgl. Art. 321 Abs. 2 ZPO und 

Urk. 8/22) Beschwerde mit den folgenden Anträgen (Urk. 1 S. 2):

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"1. Die Verfügung des Arbeitsgerichts Bülach vom 13. November 2025 
sei aufzuheben.

 2. Es sei festzustellen, dass die Beklagte mit Ablauf der Frist vom 
13. November 2025 säumig wurde.

 3. Das Verfahren sei ohne Klageantwort der Beklagten fortzuführen 
(Art. 223 ZPO).

 4. Die Kosten- und Entschädigungsfolgen seien der Beklagten aufzu-
erlegen."

1.3. Da sich die Beschwerde sogleich als offensichtlich unzulässig bzw. unbegrün-

det erweist, kann auf weitere Prozesshandlungen verzichtet werden (Art. 322 

Abs. 1 ZPO).

2.1. Die Vorinstanz erwog, es sei zunächst festzuhalten, dass die Klägerin irre, 

wenn sie meine, die Fristerstreckungsgesuche seien verspätet gestellt worden. 

Beide Fristerstreckungsgesuche seien am letzten Tag der Frist beim Gericht ein-

gegangen, wobei sie schon drei bzw. einen Tag zuvor und damit zweifelsohne vor 

Fristablauf der Schweizerischen Post übergeben worden seien. Säumig sei die Be-

klagte daher nicht. Die Fristerstreckungsgesuche seien sodann mit der Arbeitslast 

der Rechtsvertretung begründet worden. Dass Rechtsanwälte mehrere Mandate 

gleichzeitig führten und entsprechend stark ausgelastet seien, entspreche dem We-

sen des Anwaltsberufs. Die Arbeitslast stelle denn auch einen zulässigen Erstre-

ckungsgrund dar und ebenso gelegentliche Auslandaufenthalte einer Rechtsvertre-

tung oder einer Partei. Gerichtliche Verfahren, die wie das vorliegende Verfahren 

dem ordentlichen Verfahren unterstünden, nähmen für gewöhnlich schon nur erst-

instanzlich gut ein Jahr Zeit in Anspruch. Dass sich eine Partei oder Rechtsvertre-

tung in dieser Zeitspanne nie im Ausland aufhielte, wäre eine lebensfremde An-

nahme. Insbesondere von der beklagten Partei, welche den Prozesszeitpunkt nicht 

bestimmen könne, könne nicht erwartet werden, dass sie nie (auslands-)abwesend 

sei. Gleiches gelte für Anwälte, welche, wie alle erwerbstätigen Personen, zudem 

auch Anspruch auf Ferien- und Freizeit hätten. Die in den Fristerstreckungsgesu-

chen vorgebrachten Gründe seien in diesem Sinne denn auch glaubhaft. Für den 

Erstreckungsgrund der Arbeitslast könne von den Rechtsanwälten sodann kein 

schriftlicher Beweis verlangt werden, würde dies doch bedeuten, dass sie entweder 

das Berufsgeheimnis verletzen oder dann einen unverhältnismässig hohen Auf-

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wand betreiben müssten, um über die weiteren ihnen laufenden Fristen und ander-

weitigen berufsimmanenten Verpflichtungen, wie die Teilnahme an Verhandlungen, 

anonymisierte Belege beizubringen. Diesem Umstand werde jedoch dahingehend 

Rechnung getragen, dass die Frist nicht beliebig erstreckt werden könne. So sei 

die beklagte Partei denn auch darauf hingewiesen worden, dass es sich bei den 

Fristerstreckungen um die vorletzte bzw. letztmalige Erstreckung handle, womit der 

beklagten Partei klar angezeigt worden sei, dass keine weiteren Fristerstreckungen 

mehr gewährt würden bzw. nur noch in ausgesprochenen Notsituationen, bspw. 

infolge Ablebens der Rechtsvertretung (Urk. 2 E. 6–8).

Den Akten könne denn auch nicht entnommen werden, dass die beklagte Partei in 

geradezu rechtsmissbräuchlicher Weise versuche, das Verfahren zu verzögern. 

Dazu sei zunächst festzuhalten, dass allfällige Verzögerungen im Rahmen des 

Schlichtungsverfahrens im vorliegenden Verfahren unbeachtlich seien. Das 

Schlichtungsverfahren sei zwar das Vorverfahren zum gerichtlichen Verfahren, je-

doch klar ein separates Verfahren vor einer anderen, eigenständigen Behörde, in 

casu dem Friedensrichteramt C._____. Die Leitung dieses Verfahrens habe denn 

auch dem zuständigen Friedensrichter oblegen, wobei es dem Arbeitsgericht weder 

zustehe noch möglich sei, die Fallführung des Friedensrichters zu beurteilen. Die 

Klage sei sodann infolge Überweisung durch das Arbeitsgericht des Bezirksge-

richts Winterthur am 28. August 2025 beim hiesigen Gericht eingetroffen. Soweit 

daraus eine Verzögerung erwachse, habe die Klägerin sich diese selbst zuzu-

schreiben. Dass der Beschluss vom 3. September 2025 sodann erst am 22. Sep-

tember 2025 habe versandt werden können, sei der gesteigerten Arbeitslast des 

Gerichts nach Ende der Gerichtsferien und dem damit einhergehenden Ablauf des 

Fristenstillstands geschuldet (Urk. 2 E. 9). 

Dass das vorliegende Verfahren sodann eine besondere Dringlichkeit aufweise, er-

gebe sich aus den Akten nicht und werde von der Klägerin in der Eingabe vom 

15. November 2025 auch nur pauschal behauptet. Im Gegenteil seien Prozesse im 

ordentlichen Verfahren grundsätzlich weniger dringlich und entsprechend auch 

nicht so straff zu führen, wie Prozesse im vereinfachten oder gar im summarischen 

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Verfahren. Entsprechend seien auch die Anforderungen an Fristerstreckungsgesu-

che im ordentlichen Verfahren gemeinhin tiefer (Urk. 2 E. 10).

Die Gesamtdauer der gewährten Frist von 23. September 2025 bis und mit 12. De-

zember 2025, mithin von insgesamt 80 Tagen bzw. 2.7 Monaten, sei in Anbetracht 

des Umfangs der Klageschrift vom 29. Juni 2025 von 51 dicht beschriebenen Seiten 

mit einer Vielzahl an Vorwürfen und Forderungen sowie 32 Beilagen denn auch 

angemessen. Es müsse dabei auch berücksichtigt werden, dass die klagende Par-

tei gemeinhin den Vorteil geniesse, für die Anhebung der Klage wesentlich mehr 

Zeit zur Verfügung zu haben, da sie den Zeitpunkt des Prozessbeginns selbst wäh-

len könne. Insbesondere seien der Klägerin nach Durchführung des Schlichtungs-

verfahrens und Zustellung der Klagebewilligung nochmals die gesetzlich vorge-

schriebenen drei Monate Klagefrist zur Verfügung gestanden, um ihre Klage vor-

zubereiten. Es sei daher nicht unangemessen, der Beklagten für die Erstattung ih-

rer ersten Rechtsschrift, der Klageantwort, ebenfalls knapp drei Monate Zeit zuzu-

gestehen (Urk. 2 E. 11).

2.2. Die Klägerin moniert mit ihrer Beschwerde, die Vorinstanz begründe ihre Fris-

terstreckung unter anderem damit, dass sie (die Klägerin) drei Monate Zeit zur Kla-

gevorbereitung gehabt habe. Dies sei falsch, aktenwidrig und verletze Art. 320 lit. b 

ZPO. Die tatsächlichen Abläufe zeigten, dass sie keine einzige Verzögerung verur-

sacht habe, sondern dass das Friedensrichteramt C._____, das Bezirksgericht 

Winterthur, die "Gerichte Zürich" und das Arbeitsgericht Bülach mehrfach Fehler, 

Falschauskünfte und Verzögerungen verursacht hätten. Sie habe ihre Klageschrift 

bereits vor dem 7. März 2025 vollständig ausgearbeitet und entscheidungsreif vor-

bereitet gehabt. Nach der Schlichtungsverhandlung habe sie lediglich noch Vorfälle 

und Aussagen aus der Schlichtungsverhandlung integrieren müssen. Dies stelle 

keine zusätzliche Vorbereitung, sondern nur eine minimale Aktualisierung dar. Die 

drei monatige Bedenkzeit sei sodann ausschliesslich von der Beklagten verlangt 

worden. Sie hingegen sei jederzeit bereit gewesen, die Klage sofort einzureichen. 

Am 30. Juni 2025 habe sie eine erste falsche Auskunft erhalten, wonach die 

Adresse des Arbeitsgerichts Winterthur an der Technikumstrasse 81 in 8400 Win-

terthur sei. Sie habe sich auf diese Auskunft verlassen dürfen. Um die fehlerhafte 

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Adresse zu überprüfen, habe sie am 10. Juli 2025 die Auskunft an die zentrale 

Stelle "Gerichte Zürich" weitergeleitet, wobei ihr die falsche Adresse erneut bestä-

tigt worden sei. Sie habe also zweimal amtliche Falschauskünfte erhalten, sodass 

die fehlerhafte Zustellung nicht ihr anzulasten sei. Am 17. Juli 2025 habe das Ar-

beitsgericht Winterthur bestätigt, dass für die Klage das Arbeitsgericht Bülach zu-

ständig sei und zugesichert, dass die Akten spätestens bis zum 18. August 2025 

überwiesen würden. Am 21. Juli 2025 sei ihr telefonisch zugesichert worden, dass 

eine umgehende Weiterleitung der Akten erfolge, was jedoch nicht geschehen sei. 

Die Weiterleitung sei erst am 20. August 2025 erfolgt und die Akten seien am 

25. August 2025 in Bülach eingetroffen. Diese Verzögerung von über einem Monat 

sei vollständig behördlich verursacht worden. Sodann sei die Vorinstanz untätig ge-

blieben und habe dadurch Art. 29 BV und Art. 124 ZPO verletzt, indem sie die erste 

Frist erst am 3. September 2025 angesetzt habe. Die beiden Fristerstreckungen 

seien mit Arbeitsüberlastung, Terminen und fehlender Instruktion begründet wor-

den. Dies sei nach elf Monaten Klagekenntnis unbehelflich (Urk. 1 S. 2–5).

2.3. Die angefochtene vorinstanzliche Verfügung ist eine prozessleitende Verfü-

gung, gegen welche grundsätzlich die Beschwerde zulässig ist, sofern – neben vor-

liegend nicht zutreffenden, vom Gesetz speziell vorgesehenen Fällen (Art. 319 lit. b 

Ziff. 1 ZPO) – durch sie ein nicht leicht wiedergutzumachender Nachteil droht 

(Art. 319 lit. b Ziff. 2 ZPO). Handelt es sich jedoch um eine Fristerstreckung und 

wird diese gutgeheissen, steht der Gegenpartei mangels Beschwer kein Rechts-

mittel zur Verfügung. Vorbehalten bleibt eine Beschwerde wegen Rechtsverzöge-

rung (OGer ZH PC240017 vom 6. Mai 2025, E. 3; BSK ZPO-Benn, Art. 144 N 15; 

BK ZPO-Frei, Art. 144 N 21; CHK ZPO-Sutter-Somm/Seiler, Art. 144 N 18).

Die Vorinstanz gewährte dem Beklagten mit der Verfügung vom 13. November 

2025 eine letztmalige Frist zur Erstattung der schriftlichen Klageantwort bis zum 

12. Dezember 2025, sodass der Klägerin mangels Beschwer das von ihr ergriffene 

Rechtsmittel der Beschwerde nicht offen steht. Soweit sie somit die Aufhebung der 

Verfügung vom 13. November 2025 beantragt, ist auf ihre Beschwerde nicht einzu-

treten. Die Klägerin rügt jedoch auch eine Rechtsverzögerung durch die Vorinstanz 

(vgl. vorstehende E. 2.2), sodass diesbezüglich auf die Beschwerde einzutreten ist.

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2.4. Wann eine Rechtsverzögerung vorliegt, regelt die ZPO nicht näher. Hingegen 

ergeben sich die Kriterien zur Prüfung der Rechtsverzögerung aus der Praxis 

zu Art. 29 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 1 EMRK. Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede 

Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf Beur-

teilung innert angemessener Frist. Die Beurteilung der angemessenen Verfahrens-

dauer entzieht sich starren Regeln. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob sich die 

Dauer unter den konkreten Umständen als angemessen erweist. Die Rechtspre-

chung berücksichtigt namentlich folgende Kriterien: Bedeutung des Verfahrens für 

den Betroffenen, Komplexität des Falles (Art des Verfahrens, Umfang und Komple-

xität der aufgeworfenen Sachverhalts- und Rechtsfragen), Verhalten der Verfah-

rensbeteiligten und Behandlung des Falles durch die Behörden. Der Anspruch auf 

Beurteilung innert angemessener Frist bezieht sich ausgehend von den einzelnen 

Verfahrensabschnitten auf die gesamte Verfahrensdauer. Es besteht die 

Möglichkeit, eine eingetretene Verzögerung in einem oder einzelnen 

Verfahrensabschnitten durch eine Beschleunigung in anderen 

Verfahrensabschnitten auszugleichen. Dem Gericht ist eine Rechtsverzögerung 

dann vorzuwerfen, wenn es ohne ersichtlichen Grund und ohne ausgleichende 

Aktivität während längerer Perioden untätig geblieben ist (BGer 5A_207/2018 vom 

26. Juni 2018 E. 2.1, m.w.H.). 

Diese besondere Form der Beschwerde richtet sich hauptsächlich gegen einen 

Nicht-Akt, d.h. gegen das unrechtmässige gerichtliche Verzögern eines Entscheids. 

Die anfechtbare Rechtsverzögerung kann aber auch Folge von positiven Anord-

nungen sein, z.B. wenn einer Partei eine überlange Frist oder Fristerstreckung ge-

währt wird (BSK ZPO-Spühler, Art. 319 N 21). Im Einzelnen kommt dem Gericht 

bei der Prozessleitung (Art. 124 Abs. 1 ZPO) ein weiter Gestaltungsspielraum zu. 

Eine Verletzung des Beschleunigungsgebots und damit eine unrechtmässige 

Rechtsverzögerung ist deshalb trotz grundsätzlich freier Kognition der Beschwer-

deinstanz nur in klaren Fällen anzunehmen, d.h. dann, wenn das Gericht das ihm 

zustehende Ermessen offensichtlich überschritten hat (OGer ZH RA230007 vom 

9. November 2023 E. 2.b, m.w.H.). 

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2.5. Zunächst in festzuhalten, dass alles was vor der Überweisung der Verfahrens-

akten an die Vorinstanz geschah, dieser von Vornherein nicht angelastet werden 

und damit auch keine durch sie verursachte Rechtsverzögerung darstellen kann. 

Auf die diesbezüglichen Ausführungen der Klägerin ist nicht weiter einzugehen.

Wie bereits gezeigt (oben E. 1.1) gingen die Verfahrensakten am 28. August 2025 

bei der Vorinstanz ein. Mit Schreiben vom 27. August 2025 teilte der Rechtsvertre-

ter der Beklagten mit, dass er bis zum 15. September 2025 auslandsabwesend sei 

und bat darum, bis dahin keine fristauslösenden Zustellung an ihn vorzunehmen 

(Urk. 8/13). Wie die Vorinstanz zutreffend ausführte – und von der Klägerin auch 

zu Recht nicht in Abrede gestellt wird – darf auch eine Rechtsvertretung einmal 

abwesend sein, soweit sich die Abwesenheit zeitlich in einem angemessenen Rah-

men hält. Eine solche Abwesenheit ist vom Gericht bei Fristansetzungen zu be-

rücksichtigen. 

Dass der Beschluss vom 3. September 2025 aufgrund der gesteigerten Arbeitslast 

des Gerichts nach Ende der Gerichtsferien erst am 22. September 2025 versandt 

werden konnte, ist plausibel und ebenfalls nicht zu beanstanden, zumal aufgrund 

der Abwesenheit des Rechtsvertreters der Beklagten ohnehin frühstens ein Ver-

sand am 15. September 2025 hätte erfolgen dürfen. Eine Verzögerung von rund 

einer Woche ist ohne Weiteres vertretbar.

Was sodann die beiden Fristerstreckungen anbelangt, ist es in erstinstanzlichen 

Gerichtsverfahren praxisgemäss üblich, dass den Parteien für ihre Klagebegrün-

dung- und Klageantwortschrift auf Ersuchen hin eine zweimalige Fristerstreckung 

gewährt wird, sofern dafür zureichende Gründe gegeben sind (OGer ZH PC220056 

vom 9. Januar 2023 E. 2.b). Lehre und Rechtsprechung qualifizieren unter anderem 

(Büro)Abwesenheit, Arbeitsüberlastung, zeitliche Engpasse und Komplexität der 

Sachlage als zureichend (BSK ZPO-Benn, Art. 144 N 8 und N 10; CHK ZPO-Sutter-

Somm/Seiler, Art. 144 N 10; je m.w.H.). An die zureichenden Gründe sind jedoch 

– namentlich bei erstmaligen Fristerstreckungsgesuchen – grundsätzlich keine 

allzu strengen Voraussetzungen zu stellen. Ob die vorgebrachten Gründe von der 

gesuchstellenden Partei verschuldet sind, ist – anders als bei Art. 148 ZPO und 

vorbehältlich treuwidrigen Verhaltens – grundsätzlich von untergeordneter Bedeu-

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tung (OGer ZH LF250017 vom 16. Mai 2025 E. III. 2.2, m.w.H.). Der Erstreckungs-

grund ist wenn möglich und zumutbar mit geeigneten Unterlagen zu belegen, wobei 

sich der der häufige Erstreckungsgrund der Arbeitsüberlastung nur schwer nach-

weisen lässt (DIKE-Komm ZPO-Tanner, Art. 144 N 9).

Vorliegend begründete der Rechtsvertreter der Beklagten seine Gesuche um Er-

streckung der Frist zur Einreichung der Klageantwort mit anderweitigen, teils nicht 

erstreckbaren Fristen, der Wahrnehmung von diversen Terminen sowie der fehlen-

den Instruktion des Geschäftsführers der Beklagten (Urk. 8/18; Urk. 8/19). 

Damit lagen – wie die Vorinstanz zutreffend ausführte – zureichende Gründe im 

Sinne von Art. 144 Abs. 2 ZPO vor und es kann ihr nicht vorgeworfen werden, die 

beantragten Fristerstreckungen zu Unrecht gewährt zu haben. Auch werden die 

vorinstanzlichen Erwägungen, wonach keine Anhaltspunkte dafür vorlägen, dass 

die Beklagte in geradezu rechtsmissbräuchlicher Weise versuchen würde, das Ver-

fahren zu verzögern, von der Klägerin – zu Recht – nicht beanstandet.

Unklar ist sodann, was die Klägerin damit meint, die Beklagte habe bereits seit elf 

Monaten Kenntnis von der Klage gehabt. Dass die Beklagte davon wusste, dass 

die Klägerin einen Prozess anzustreben gedenkt, ist nicht von Belang. Massgebend 

ist die Zustellung der Klageschrift. Dies erfolgte erst mit dem Beschluss vom 3. Sep-

tember 2025 am 23. September 2025, mithin etwas weniger als drei Monate vor 

dem (erstreckten) Fristablauf.

Sodann stellt die Klägerin auch nicht in Abrede, dass ihre Klage 51 dicht beschrie-

bene Seiten und 32 Beilagen umfasst. Auch vor diesem Hintergrund ist die der 

Beklagten gewährte Erstreckung um insgesamt 60 Tage, sodass ihr gesamthaft 80 

Tage zur Ausarbeitung der schriftlichen Klageantwort zur Verfügung standen, nicht 

zu beanstanden. Dies insbesondere auch, da keine besondere Dringlichkeit des 

Verfahrens ersichtlich ist. Dass sich die Klägerin in engen finanziellen Verhältnis-

sen befindet, mag für die Klägerin – nachvollziehbar – belastend sein, dies vermag 

jedoch noch keine besondere Dringlichkeit zu begründen. Die von der Klägerin an-

gestrengte Klage untersteht dem ordentlichen Verfahren, welches nicht derart straff 

wie beispielsweise ein summarisches Verfahren zu führen ist.

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Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz das Verfahren bisher beförderlich behan-

delt. Es ist in keinem Verfahrensabschnitt eine Rechtsverzögerung ersichtlich. Die 

Rechtsverzögerungsbeschwerde der Klägerin ist daher abzuweisen.

3. Die Entscheidgebühr für das Beschwerdeverfahren ist gestützt auf § 9 und 

§ 12 GebV OG auf Fr. 800.– festzusetzen. Ausgangsgemäss ist sie der Klägerin 

aufzuerlegen (Art. 106 Abs. 1 ZPO). Die Klägerin hat für das Beschwerdeverfahren 

ein Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt (Urk. 5). Die 

Beschwerde ist jedoch als aussichtslos anzusehen (vgl. vorstehende Erwägungen), 

weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege für das Beschwerdeverfahren 

abzuweisen ist. Parteientschädigungen sind keine zuzusprechen; der Klägerin in-

folge ihres Unterliegens, dem Beschwerdegegner mangels relevanter Umtriebe 

(vgl. Art. 106 Abs. 1 ZPO und Art. 95 Abs. 3 ZPO).

Es wird beschlossen:

1. Das Gesuch der Klägerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege 

für das Beschwerdeverfahren wird abgewiesen.

2. Schriftliche Mitteilung und Rechtsmittel mit nachfolgendem Erkenntnis.

Es wird erkannt:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit auf sie eingetreten wird.

2. Die Entscheidgebühr wird auf Fr. 800.– festgesetzt.

3. Die Kosten für das Beschwerdeverfahren werden der Klägerin auferlegt.

4. Für das Beschwerdeverfahren werden keine Parteientschädigungen zuge-

sprochen.

5. Schriftliche Mitteilung an die Parteien sowie die Beklagte, an den Beschwer-

degegner und die Beklagte unter Beilage des Doppels bzw. von Kopien von 

Urk. 1, Urk. 3, Urk. 4/2–9, Urk. 5 und Urk. 6/1–12, je gegen Empfangsschein.

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Die erstinstanzlichen Akten gehen nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmit-

telfrist an die Vorinstanz zurück.

6. Eine Beschwerde gegen diesen Entscheid an das Bundesgericht ist innert 
30 Tagen von der Zustellung an beim Schweizerischen Bundesgericht, 
1000 Lausanne 14, einzureichen. Zulässigkeit und Form einer solchen Be-

schwerde richten sich nach Art. 72 ff. (Beschwerde in Zivilsachen) oder 

Art. 113 ff. (subsidiäre Verfassungsbeschwerde) in Verbindung mit Art. 42 

des Bundesgesetzes über das Bundesgericht (BGG).

Dies ist ein Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. 

Es handelt sich um eine vermögensrechtliche arbeitsrechtliche Angelegenheit. Der Streit-
wert beträgt Fr. 355'033.78.

Die Beschwerde an das Bundesgericht hat keine aufschiebende Wirkung.

Hinsichtlich des Fristenlaufs gelten die Art. 44 ff. BGG.

Zürich, 12. Dezember 2025

Obergericht des Kantons Zürich
I. Zivilkammer

Die Gerichtsschreiberin:

MLaw N. Paszehr

versandt am:
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