# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 32ab43af-cd33-5fda-8c7a-897ec558165e
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2022-11-02
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 02.11.2022 A-5068/2021
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_A-5068-2021_2022-11-02.pdf

## Full Text

B u n d e s v e rw a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b u n a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b u n a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
    
 

 

 

  

 

 Abteilung I 

A-5068/2021 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 .  N o v e m b e r  2 0 2 2  

Besetzung 
 Richter Jürg Steiger (Vorsitz), 

Richter Keita Mutombo, Richter Raphaël Gani,    

Gerichtsschreiberin Corinne Scagnet. 
 

 
 

Parteien 
 X._______ AG,  

vertreten durch Patrick Loosli, LL.M., und Pierre Scheuner, 

Fürsprecher, Von Graffenried AG Treuhand,  

Beschwerdeführerin,  

 
 

 
gegen 

 
 

Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  

Hauptabteilung Mehrwertsteuer, Schwarztorstrasse 50, 

3003 Bern,    

Vorinstanz.  

 
 

 
 

Gegenstand 
 MWST (2011 bis 2014). 

 

 

 

A-5068/2021 

Seite 2 

Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, 

1.  

dass die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) mit Einspracheent-

scheid vom 22. Oktober 2021 mit Verweis auf die Erwägungen erkannte, 

die X._______ AG schulde ihr für die Steuerperiode 2008 Fr. 2'959.-, für 

2009 Fr. 3'786.-, für 2010 Fr. 0.-, für 2011 Fr. 32'522.- und für 2012 

Fr. 89'934.-- zuzüglich Verzugszins; dagegen habe die X._______ AG ihr 

gegenüber für die Steuerperiode 2013 ein Guthaben von Fr. 121'064.- und 

für 2014 ein solches von Fr. 13'924.- zuzüglich Vergütungszins, 

dass am 19. November 2021 die X._______ AG (Beschwerdeführerin) Be-

schwerde gegen den Einspracheentscheid vom 22. Oktober 2021 vor Bun-

desverwaltungsgericht erhob und folgende Rechtsbegehren stellt: (1) der 

Einspracheentscheid der ESTV vom 22. Oktober 2021 sei betreffend die 

Steuerperioden 2011 bis 2014 aufzuheben; (2) die Steuer auf dem Umsatz 

sei für die Steuerperioden 2011 bis 2014 um Fr. 135'638.20 zu reduzieren; 

das Steuerguthaben aus der Steuerkontrolle gemäss dem angefochtenen 

Einspracheentscheid (für die Steuerperioden 2010 bis 2014) sei folglich 

von Fr. 12'532.- auf Fr. 148'170.20 zu erhöhen; dass die Beschwerdefüh-

rerin zur Begründung insbesondere geltend macht, beim Projekt [Name 

des Projekts] gelte gemäss der ESTV nicht sie, sondern die einfache Ge-

sellschaft [Name der einfachen Gesellschaft] als Leistungserbringerin, 

demnach seien die entsprechenden Leistungen nicht ihr zuzuordnen und 

die abgerechneten Steuern seien im Umfang von Fr. 135'638.20 wieder gut 

zu schreiben, 

dass die ESTV (nachfolgend auch: Vorinstanz) in ihrer Vernehmlassung 

vom 22. Dezember 2021 ausführt, der von der Beschwerdeführerin geltend 

gemachte Betrag sei bei der Berechnung der Nachforderung im Rahmen 

des Einspracheentscheids bereits berücksichtigt worden; sie (die  

Vorinstanz) habe der Beschwerdeführerin sogar den vollen MWST-Betrag 

der fraglichen Rechnung vom 31. Dezember 2013 in der Höhe von 

Fr. 199'200.-, statt wie von der Beschwerdeführerin mit der Beschwerde 

beantragt von bloss Fr. 135'638.20, gutgeschrieben, 

dass auf Aufforderung des Bundesverwaltungsgerichts die Beschwerde-

führerin am 19. August 2022 eine Stellungnahme einreicht und darin aus-

führt, die Ansicht der ESTV sei zutreffend, die von ihr beantragte Reduktion 

von Fr. 135'638.20 sei in der im Rahmen des Einspracheentscheids vorge-

nommen Gutschrift von Fr. 199'200.- enthalten; es sei hingegen die inzwi-

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schen für die Steuerperiode 2011 eingetretene absolute Verjährung zu be-

rücksichtigen und deshalb die Beschwerde «sicher im Umfang von 

Fr. 32'522.- gutzuheissen», 

dass die Beschwerdeführerin mit ihrer Eingabe vom 19. August 2022 ihre 

Rechtsbegehren nicht explizit eingeschränkt hat; hingegen der Umstand 

nunmehr unbestritten ist, dass die Vorinstanz die ursprünglich beantragte 

Reduktion von Fr. 135'638.20 bei der Berechnung der Steuernachforde-

rung im Rahmen des Einspracheentscheids bereits berücksichtigt hat, 

dass Einspracheentscheide der Vorinstanz gemäss Art. 31 in Verbindung 

mit Art. 33 Bst. d des Bundesgesetzes vom 17. Juni 20015 über das Bun-

desverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32) beim Bundesverwaltungsgericht 

angefochten werden können, soweit keine Ausnahme (Art. 32 VGG) vor-

liegt, was vorliegend nicht der Fall ist,  

dass sich das Verfahren – soweit das VGG nichts anderes bestimmt – nach 

den Vorschriften des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das 

Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet (Art. 37 VGG), 

dass die Beschwerdeführerin durch den angefochtenen Einspracheent-

scheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung 

oder Änderung hat (Art. 48 VwVG), 

dass auf die im Übrigen form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde 

(Art. 50 und 52 VwVG) deshalb einzutreten ist, 

2.  

dass der Bund eine allgemeine Verbrauchssteuer nach dem System der 

Netto-Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug erhebt (Mehrwertsteuer; 

Art. 130 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft 

vom 18. April 1999 [BV, SR 101,]; Art. 1 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 

12. Juni 2009 über die Mehrwertsteuer [MWSTG, SR  641.20]); der Mehr-

wertsteuer unterliegen unter anderem die im Inland durch steuerpflichtige 

Personen gegen Entgelt erbrachten Leistungen, soweit dieses Gesetz 

keine Ausnahme vorsieht (Inlandsteuer; Art. 1 Abs. 2 Bst. a und Art. 18 

Abs. 1 MWSTG), 

dass nach Art. 20 Abs. 1 MWSTG eine Leistung als von derjenigen Person 

erbracht gilt, die nach aussen als Leistungserbringerin auftritt, 

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dass das Recht, die Steuerforderung festzusetzen, in jedem Fall zehn 

Jahre nach Ablauf der Steuerperiode verjährt, in der die Steuerforderung 

entstanden ist (Art. 42 Abs. 6 MWSTG), 

3.  

dass im vorliegenden Fall nunmehr unbestritten ist, dass die Leistung ge-

mäss der Rechnung vom 31. Dezember 2013 nicht der Beschwerdeführe-

rin zuzuordnen ist und deshalb die Vorinstanz zurecht gemäss ihrem Ein-

spracheentscheid den betreffenden MWST-Betrag in der Höhe von 

Fr. 199'200.- der Beschwerdeführerin gutgeschrieben hat (vgl. Einsprache-

entscheid, S. 4); dass insofern die Beschwerde demnach abzuweisen ist, 

weil die Vorinstanz die ursprünglich mit der Beschwerde beantragte Re-

duktion von Fr. 135'638.20 unbestrittenermassen bereits berücksichtigt 

hat, 

dass für die Nachforderung betreffend das Jahr 2011 in der Höhe von 

Fr. 32'522.- indes am 1. Januar 2022 die absolute Verjährung gemäss 

Art. 42 Abs. 6 MWSTG eingetreten ist, 

dass demnach die Beschwerde aufgrund der zwischenzeitlich eingetrete-

nen Verjährung der Steuernachforderung für die Steuerperiode 2011 teil-

weise gutzuheissen ist, 

4.  

dass damit über die Kosten- und Entschädigungsfolgen zu befinden ist, 

dass insgesamt die Verfahrenskosten – auch unter Berücksichtigung des 

geringen Aufwands – auf Fr. 2'000.- festzulegen (vgl. Art. 2 Abs. 1 in Ver-

bindung mit Art. 4 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten 

und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]) und der zum grössten Teil unterliegenden Beschwerdefüh-

rerin im Umfang von Fr. 1'500.- aufzuerlegen sind; dass letzterer Betrag 

dem geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 6’000.- zu entnehmen ist; dass 

der Restbetrag von Fr. 4’500.- der Beschwerdeführerin nach Eintritt der 

Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückzuerstatten ist, 

dass der Vorinstanz keine Verfahrenskosten auferlegt werden können 

(Art. 63 Abs. 2 VwVG), 

  

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dass die zu rund einem Viertel obsiegende Beschwerdeführerin im entspre-

chenden Umfang Anspruch auf Parteientschädigung hat (vgl. Art. 64 Abs. 1 

VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE), 

dass die reduzierte Parteientschädigung vorliegend mangels Kostennote 

praxisgemäss auf Fr.  750.- festzusetzen ist. 

 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird im Sinne der Erwägungen insoweit teilweise gutge-

heissen, als die Steuerforderung betreffend das Jahr 2011 verjährt ist. Im 

Übrigen wird die Beschwerde abgewiesen. 

2.  

Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 2'000.- werden der Beschwerde-

führerin im Umfang von Fr. 1'500.- auferlegt. Dieser Betrag wird dem von 

der Beschwerdeführerin einbezahlten Kostenvorschuss von Fr. 6'000.- ent-

nommen. Der Restbetrag von Fr. 4'500.- wird der Beschwerdeführerin nach 

Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 

3.  

Die Vorinstanz wird verpflichtet, der Beschwerdeführerin eine Parteient-

schädigung von Fr. 750.- zu bezahlen. 

4.  

Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und die Vorinstanz. 

 

Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. 

 

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: 

Jürg Steiger Corinne Scagnet 

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Seite 6 

 

Rechtsmittelbelehrung: 

Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen nach Eröffnung beim Bun-

desgericht, 1000 Lausanne 14, Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Ange-

legenheiten geführt werden (Art. 82 ff., 90 ff. und 100 BGG). Die Frist ist 

gewahrt, wenn die Beschwerde spätestens am letzten Tag der Frist beim 

Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen 

Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Ver-

tretung übergeben worden ist (Art. 48 Abs. 1 BGG). Die Rechtsschrift hat 

die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Un-

terschrift zu enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel 

sind, soweit sie die beschwerdeführende Partei in Händen hat, beizulegen 

(Art. 42 BGG). 

 

Versand: 

  

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Zustellung erfolgt an: 

– die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) 

– die Vorinstanz (Ref-Nr. / Gerichtsurkunde)