# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** c8a2fb27-7c2c-5ebc-a02d-04db00502a63
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2007-01-24
**Language:** de
**Title:** Graubünden Kantonsgericht II. Strafkammer 24.01.2007 BK 2006 57
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_KG_005_BK-2006-57_2007-01-24.pdf

## Full Text

Kantonsgericht von Graubünden
Dretgira chantunala dal Grischun
Tribunale cantonale dei Grigioni

___________________________________________________________________________________________________

Ref.: Chur, 24. Januar 2007 Schriftlich mitgeteilt am: 
BK 06 57

Entscheid
Beschwerdekammer

Vorsitz Vizepräsident Bochsler
Richter Rehli und Hubert
Aktuar ad hoc Hitz

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In der strafrechtlichen Beschwerde

des Z., Beschwerdeführer, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Jean-Baptiste 
Huber, Postfach 4315, Bundesplatz 6, 6304 Zug,

gegen

die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Graubünden vom 30. Novem-
ber 2006, mitgeteilt am 1. Dezember 2006, 

betreffend Arbeitsunfall zum Nachteil von Z.,

hat sich ergeben:

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A. Am 28. Juni 2006 kam es um ca. 11.25 Uhr am A.-Weg in C. zu 
einem Arbeitsunfall, bei welchem der Dachdecker Z. mehrere Meter von einem 
Hausdach stürzte und sich erheblich verletzte. Nach durchgeführtem polizeili-
chem Ermittlungsverfahren eröffnete die Staatsanwaltschaft Graubünden mit 
Verfügung vom 2. Oktober 2006 eine Strafuntersuchung zur Abklärung dieses 
Arbeitsunfalls.

B. Die Ermittlungen ergaben, dass aufgrund einer Dachrenovation an 
einem Einfamilienhaus durch die Gerüstbaufirma B. ein Schutzgerüst aufgestellt 
worden war. Obwohl das fertig gestellte Gerüst durch die Firma B. noch nicht 
freigegeben worden war, begaben sich Angestellte der Dachdeckerfirma D. AG 
– darunter auch Z. – zum Gebäude und stellten dort einen mobilen Ziegellift zum 
Transport von Dachziegeln auf. Da infolge des erstellten Dachgeländers der Zie-
gellift nicht ungehindert und bis zum höchsten Punkt des Daches hinaufgefahren 
werden konnte, entschlossen sich die Angestellten, die entsprechenden Quer-
rohre zu entfernen beziehungsweise seitlich wegzuschieben. Diese Manipulatio-
nen nahm Z. selber vor. Als er mit einem Hammer auf einen Bolzen schlug, um 
die Gerüststangen verschieben zu können, löste sich plötzlich die Stange, an der 
er sich festhielt. Z. verlor das Gleichgewicht und stürzte mit einem Teil des Gelän-
ders ca. 7 Meter in die Tiefe. Er schlug vorerst auf dem darunter liegenden Bal-
kongeländer auf und stürzte anschliessend auf den Vorplatz. Beim Sturz zog er 
sich mehrere kleine Hirnblutungen, einen Bruch des rechten Sprunggelenkes, 
eine Brustkorbprellung, eine Risswunde am linken Unterkiefer und eine Schleim-
beuteleröffnung am rechten Ellenbogen zu. Z. unterzeichnete am 13. August 
2006 die Erklärung betreffend Strafantrag gegen Unbekannt wegen einfacher 
Körperverletzung.

C. Mit Einstellungsverfügung vom 30. November 2006, mitgeteilt am 
1. Dezember 2006, stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden die Strafuntersu-
chung zur Abklärung des Arbeitsunfalls zum Nachteil von Z. ein.

D. Gegen diese Einstellungsverfügung erhob Z. am 20. Dezember 
2006 Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von 
Graubünden. Seine Anträge lauten wie folgt:

 „1. Die angefochtene Einstellungsverfügung sei aufzuheben;

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2. Die Staatsanwaltschaft bzw. das Untersuchungsrichteramt 
seien anzuweisen, die Strafuntersuchung fortzuführen;

3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der 
Staatskasse.“

Zur Begründung führt Z. im Wesentlichen aus, dass die Einstellungsverfü-
gung auf einer falschen und unvollständigen Sachverhaltsdarstellung beruhe und 
missverständlich sei. Die Behauptung der Staatsanwaltschaft, wonach die fehler-
hafte Montage des Gerüsts nicht kausal für den Unfall gewesen sei, sei falsch. 
Die ungenügende Anzahl Dachsparren sowie der Umstand, dass die Sparrenbe-
festigung wegen ungenügender Verankerung ausgerissen sei, seien deshalb 
conditio qua non des eingetretenen Erfolgs und deshalb kausal für dessen Ein-
treten. Die durchgeführten Abklärungen würden jedenfalls nicht den Schluss er-
lauben, dass kein Straftatbestand vorliegen würde.

E. Die Staatsanwaltschaft Graubünden verzichtete mit Schreiben vom 
8. Januar 2007 auf die Einreichung einer Vernehmlassung.

Auf die Ausführungen in der angefochtenen Einstellungsverfügung und 
der Rechtsschrift wird, soweit erforderlich, in den folgenden Erwägungen einge-
gangen. 

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung :

1. a) Gegen Verfügungen und Beschwerdeentscheide des Staatsanwal-
tes sowie von ihm vorgängig genehmigte Amtshandlungen der Untersuchungs-
richter kann gemäss Art. 138 der Strafprozessordnung des Kantons Graubünden 
(StPO; BR 350.000) bei der Beschwerdekammer des Kantonsgerichts wegen 
Rechtswidrigkeit oder Unangemessenheit Beschwerde geführt werden. Zur Be-
schwerdeführung ist berechtigt, wer durch den angefochtenen Entscheid berührt 
ist und ein schutzwürdiges Interesse an seiner Aufhebung oder Änderung geltend 
macht. Insbesondere kann sich der Geschädigte gegen Ablehnungs- und Ein-
stellungsverfügungen beschweren (vgl. Art. 139 Abs. 1 StPO). Als mit strafpro-
zessualen Mitwirkungsrechten ausgestalteter Geschädigter wird nach vorherr-
schender Auffassung anerkannt, wem durch eine straf- und verfolgbare Hand-
lung unmittelbar ein ideeller oder materieller Nachteil zugefügt wurde oder zu 
erwachsen drohte. Geschädigter im Sinne des Strafprozessrechtes ist damit der 
tatbeständlich Verletzte, d.h. der Träger des durch die Strafrechtsordnung ge-

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schützten Rechtes oder Rechtsgutes, gegen das sich die Straftat ihrem Be-griff 
nach richtete (vgl. dazu auch PKG 1998 Nr. 45; 1989 Nr. 56). Beschwerdeführer 
im vorliegenden Fall ist der durch den Arbeitsunfall verletzte Z.. Er ist demnach 
zur Beschwerdeführung legitimiert. 

b) Gemäss Art. 139 Abs. 2 StPO ist die Beschwerde innert zwanzig 
Tagen, seit der Betroffene vom angefochtenen Entscheid Kenntnis erhalten hat, 
schriftlich einzureichen. Da die vorliegende Beschwerde fristgerecht erhoben 
wurde und den Formerfordernissen entspricht, ist darauf einzutreten. 

2. a) Im Rechtsmittelverfahren kann die Beschwerdekammer des Kan-
tonsgerichts von Graubünden gemäss Art. 138 StPO angefochtene Einstellungs-
verfügungen nicht nur auf Rechtswidrigkeit, sondern auch auf Angemessenheit 
überprüfen. Obwohl ihr das Gesetz ausdrücklich eine Ermessenskontrolle ein-
räumt, setzt die Beschwerdekammer ihr Ermessen nur dort an die Stelle desjeni-
gen der Vorinstanz, wo sich deren Verfügung nicht mit triftigen Gründen vertreten 
lässt. Ebenso muss bei der Beurteilung der Rechtmässigkeit oder Angemessen-
heit einer Einstellungsverfügung berücksichtigt werden, dass an den Nachweis 
der Täterschaft hohe Anforderungen zu stellen sind. Eine Einstellungsverfügung 
ist dann angemessen und hält der umschriebenen Ermessenskontrolle stand, 
wenn aufgrund des Untersuchungsergebnisses nicht genügend Anhaltspunkte 
für das Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung gegeben sind und somit 
ein Freispruch erwartet werden müsste, und wenn keine neuen Beweismittel er-
sichtlich sind, die das Beweisergebnis entscheidrelevant beeinflussen könnten. 
Aufzuheben ist eine Einstellungsverfügung hingegen, wenn in objektiver und sub-
jektiver Hinsicht Anhaltspunkte vorliegen, die einen Schuldspruch als wahr-
scheinlich erscheinen lassen (vgl. PKG 1987 Nr. 36; 1975 Nr. 58; Willy Padrutt, 
Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Graubünden, 2. Aufl., Chur 
1996, Ziffer 2.1, S. 347).

b) Die eben dargelegten Kriterien sind inhaltlicher und nicht formaler 
Natur. Sie können deshalb nicht rein schematisch gehandhabt werden. Notwen-
dig ist eine sachlich begründbare Auseinandersetzung mit dem Untersuchungs-
resultat in zweifacher Hinsicht. Zum einen sind die vorliegenden Beweise zu wer-
ten. Nur wenn eine Gesamtwürdigung der Beweise zur nachvollziehbaren 
Schlussfolgerung führt, dass eine Verurteilung unwahrscheinlich ist, erscheint 
eine Einstellung der Untersuchung gerechtfertigt. Als zweites kumulativ notwen-
diges Element setzt die Einstellung der Untersuchung voraus, dass die Verfü-

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gung überhaupt auf einem entscheidungsreifen Beweisergebnis beruht. Dies ist 
dann der Fall, wenn keine konkret zu erhebenden Beweismittel erkennbar sind, 
die das Resultat im gegenteiligen Sinn beeinflussen könnten (vgl. PKG 1995 Nr. 
45; Willy Padrutt, a.a.O., Ziffer 3.3, S. 164).

c) Das bedeutet, dass im konkreten Fall in freier Würdigung der vor-
liegenden Aussagen und Beweise zu ermitteln ist, ob aufgrund des durch Wer-
tung der Beweise ermittelten Sachverhalts hinreichende Anhaltspunkte für das 
Vorliegen einer straf- und verfolgbaren Handlung gegeben sind. Ist dies zu ver-
neinen und sind auch keine weiteren Beweismittel ersichtlich, welche das Bewei-
sergebnis in die gegenteilige Richtung beeinflussen könnten, so ist die angefoch-
tene Einstellungsverfügung vom 30. November 2006 zu Recht ergangen.

3. Die Staatsanwaltschaft verwies in der Einstellungsverfügung unter 
Ziffer 3 ihrer Erwägungen zunächst auf Art. 125 Abs. 1 StGB und Art. 18 Abs. 3 
StGB. In der Folge kam es zum Schluss, der vorliegende Arbeitsunfall sei nicht 
der Sorgfaltspflichtverletzung einer Drittperson zuzuschreiben, weshalb sie die 
Strafuntersuchung einstellte.

Wie die nachfolgenden Erwägungen zeigen, beruht die Einstellungsverfü-
gung aus verschiedenen Gründen auf einem nicht entscheidungsreifen Bewei-
sergebnis.

a) Die Staatsanwaltschaft ist ohne nähere Begründung von einer ein-
fachen Körperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB ausgegangen. Sind 
die vom Beschwerdeführer erlittenen Körperverletzungen in der Tat als solche zu 
qualifizieren, setzt die Strafverfolgung einen rechtsgültigen Strafantrag voraus 
(vgl. Art. 125 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 30 und 31 StGB). Hierbei handelt 
es sich um eine Prozessvoraussetzung mit der Folge, dass bei Fehlen eines ent-
sprechenden Strafantrags kein Strafverfahren durchgeführt werden darf. Ist ein 
solches bereits eröffnet worden und wird erst nachträglich das Fehlen eines Straf-
antrags festgestellt oder wird dieser zurückgezogen, ist das Strafverfahrens auf-
grund fehlender Prozessvoraussetzung einzustellen.

a/a) In der polizeilichen Einvernahme vom 13. August 2006 gab Z. zu 
Protokoll, er nehme vom Strafantragsrecht Kenntnis (act.10 S. 3). Zudem 
bestätigte er anlässlich dieser Einvernahme auf dem Strafantragsformular, er sei 
auf das Recht aufmerksam gemacht worden, gegen Unbekannt wegen einfacher 
Körperverletzung binnen drei Monaten seit Bekanntwerden des Täters Strafan-
trag stellen zu können (act. 12). Einen Antrag auf Bestrafung des strafrechtlich 

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Verantwortlichen hat Z. bis heute nicht gestellt. Damit stellt sich die Frage, ob die 
Staatsanwaltschaft die von ihr eröffnete Strafuntersuchung bereits mangels Pro-
zessvoraussetzung hätte einstellen müssen. In diesem Zusammenhang wäre 
auch zu prüfen gewesen, ob die dreimonatige Strafantragsfrist zwischenzeitlich 
überhaupt verwirkt ist, oder ob sie aufgrund des Umstandes, dass die für den 
Unfall in Betracht fallenden verantwortlichen Personen bis heute nicht näher be-
zeichnet worden sind, gar noch nicht begonnen hat zu laufen. Die Staatsanwalt-
schaft scheint davon ausgegangen zu sein, dass die hier aufgeworfenen Fragen 
irrelevant sind, da ein Drittverschulden zu verneinen sei. Diesbezüglich liegt je-
doch – wie noch aufzuzeigen sein wird – entgegen ihrer Auffassung kein ent-
scheidungsreifes Beweisergebnis vor.

a/b Ob dem Strafantrag im vorliegenden Verfahren überhaupt Bedeu-
tung zukommt, ist von der von Z. erlittenen Körperverletzung abhängig. Wie er-
wähnt, geht die Staatsanwaltschaft offenbar von einer einfachen Körperverlet-
zung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 StGB aus. Gemäss Arztbericht vom 5. Juli 
2006 (act. 11) wurden bei Z. folgende Verletzungen festgestellt: „Mehrere kleine 
Hirnblutungen, Prellung Brustkorb, Risswunde am linken Unterkiefer, Schleim-
beutelöffnung Ellenbogen rechts, Bruch des rechten Sprunggelenks.“ Diese Ver-
letzungen wurden nicht als lebensgefährlich bezeichnet. Hingegen hielt der Arzt 
zur Frage, ob ein bleibender Nachteil zu erwarten sei, was folgt fest: “Bleibende 
motorische Schwäche am linken Arm“. Schliesslich ist dem Arztbericht zu ent-
nehmen, dass der voraussichtliche Spitalaufenthalt von Z. 10 Tage, die Heilung 
2-3 Monate und die Arbeitsunfähigkeit ca. 2-3 Monate dauern würden.

Eine (fahrlässige) schwere Körperverletzung gemäss Art. 125 Abs. 2 StGB 
liegt vor, wenn sie dem objektiven Tatbestand von Art. 122 StGB entspricht. Da-
nach ist eine schwere Körperverletzung unter anderem zu bejahen, wenn der 
Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein 
wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar geworden ist (al. 2), oder wenn eine 
andere schwere Schädigung des Körpers eingetreten ist (al. 4). Bei der Bewer-
tung wird ein subjektiver Massstab angewandt (Trechsel, Schweizerisches Straf-
gesetzbuch, Kurzkommentar, 2. Auflage, 1997, N. 5 zu Art. 122). Nach der Recht-
sprechung genügt es für eine schwere Körperverletzung, wenn das für den Be-
troffenen wichtige Organ in seiner Funktion dauernd beeinträchtigt ist (Trechsel, 
a.a.O. N. 6 zu Art. 122; mit Hinweis auf SJZ 68 [1972] Nr. 246).

Z. übt den Beruf eines Schlossers/Dachdeckers aus. Demzufolge dürfte 
für ihn sein linker Arm ein wichtiges Organ darstellen. Ob die vom Arzt prognos-

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tizierte bleibende motorische Schwäche am linken Arm tatsächlich eingetreten ist 
und wie stark ihn diese insbesondere in seiner beruflichen Tätigkeit beeinträch-
tigt, ist von der Untersuchungsbehörde nicht abgeklärt worden. Von diesem Er-
gebnis hängt jedoch entscheidend ab, ob Z. bloss eine einfache oder schwere 
Körperverletzung erlitten hat. Sollte sich aufgrund der von der Staatsanwaltschaft 
in dieser Hinsicht noch vorzunehmenden Abklärungen ergeben, dass es sich um 
eine schwere Körperverletzung handelt, kann die Frage bezüglich rechtgültigem 
Strafantrag (vgl. E. 3a/a hiervor) offen bleiben, da diesfalls die Strafverfolgung 
von Amtes wegen zu erfolgen hat.

b) Nach den Aussagen des Beschwerdeführers riss die Spar-
renzange, an welcher die Stange befestigt war, vollständig aus dem Dachsparren 
aus, worauf er mitsamt der Stange zu Boden gefallen sei. Der polizeilich einver-
nommene F., der nach seinen Angaben zum Unfallzeitpunkt ca. zwei Meter ne-
ben dem verunfallten Z. stand und ihn bei der Arbeit beobachtete, gab zu Proto-
koll, das Gerüst habe sich an der Befestigungsstange, welche an einem Dach-
sparren angeschraubt gewesen sei, gelöst (vgl. act. 8, S. 2). Auf den Fotoauf-
nahmen der Kantonspolizei ist denn auch zu erkennen, dass eine am Holzspar-
ren befestigte Sparrenzange ausgerissen war (vgl. act. 4, Foto Nr. 3 und 4). Die 
Kantonspolizei stellte anlässlich ihres Augenscheins mit dem Untersuchungsrich-
ter am 28. Juni 2006 fest, dass die Geländerbefestigung an allen vier Gebäude-
ecken jeweils auf eine andere Art vorgenommen worden und teilweise sehr un-
stabil gewesen sei. Da das verwendete Gerüstematerial von der Baugerüste G. 
AG stammt, wandte sich die Kantonspolizei an diese Firma. Ihrem Antwortschrei-
ben vom 16. August 2006 legte die Baugerüste G. AG die Baumusterbescheini-
gung Nr. 6367 d der SUVA betreffend ihres Gerüstematerials bei und führte dazu 
an, dieses entspreche den Sicherheitsanforderungen. Sodann hielt sie fest, auf-
grund der ihr zugestellten Fotos würden sie die Gerüstekonstruktion als fachge-
recht beurteilen. Durch die Demontage des Giebelschutzes habe die ganze Kon-
struktion die Stabilität verloren (instabiler Zustand). Gemäss Gesetzgebung sei 
es lediglich dem Fachpersonal gestattet, Gerüste abzuändern (act. 3, S. 2). 

c) Gemäss Baumusterbescheinigung sind die Sparrenzangen in ei-
nem Abstand von 2.0 m bis max. 3.20 m zu montieren (vgl. act. 6 S. 2). Die 
Kantonspolizei stellte diesbezüglich beim noch intakten Geländer auf der Gebäu-
derückseite fest, dass die Rohrlänge vom Pfosten bis zum Giebel auf der einen 
Seite 4.40 m und auf der anderen Seite 3.40 m betrug, ohne dass noch eine 
Sparrenzange angebracht gewesen sei. Dieses Geländer habe trotz der gegen-
seitigen Verschraubung beim Giebel den Eindruck erweckt, es sei mehr ein visu-

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eller Schutz als eine dem Zweck entsprechende Absturzsicherung (vgl. act. 3 S. 
2).

Als Absturzursache steht nach Auffassung des polizeilichen Sachbearbei-
ters zweifellos die Tatsache im Vordergrund, dass das durch die Gerüstebau-
firma erstellte Dachgeländer im Bereich des Giebels geöffnet wurde und dadurch 
unstabil geworden sei, was zur Folge gehabt habe, dass bei einem Druck dage-
gen die Sparrenzange beim Holzsparren ausriss. Von diesem Sachverhalt aus-
gehend hat die Staatsanwaltschaft geschlossen, für diese Manipulationen am 
Gerüst habe die Gerüstebaufirma B. nicht einzustehen, zumal eine Abänderung 
von Gerüsten ausschliesslich dem Fachpersonal gestattet sei. Die beim Gerüst 
festgestellten Mängel seien für den Unfall von Z. nicht kausal gewesen.

c/a) Der adäquate Kausalzusammenhang zwischen den festgestellten 
Mängeln am Gerüst und dem Unfall ist nicht bereits deshalb zu verneinen, weil 
Z. am Gerüst manipuliert hat. Für den adäquaten Kausalzusammenhang genügt 
es, wenn die Gerüstemängel Teilursache des tatbestandsmässigen Erfolgs wa-
ren. Es gibt keine Schuldkompensation. Nur wenn die Manipulationen von Z. der-
art unsinnig oder aussergewöhnlich waren, dass damit nach dem gewöhnlichen 
Lauf der Dinge schlechthin nicht gerechnet werden musste, liegt eine Unterbre-
chung des adäquaten Kausalzusammenhangs und damit eine völlige Entlastung 
der für die Gerüstemängel verantwortlichen Personen vor. Die Manipulationen 
von Z. müssen derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmit-
telbarste Ursache des Unfalls erscheinen und so die anderen mitverursachenden 
Elemente in den Hintergrund drängen (vgl. zur Adäquanztheorie: Franz Riklin, 
Schweizerischen Strafrecht, Allgemeiner Teil I, Verbrechenslehre, 2. Aufl., Zürich 
2002, N. 39 zu § 13, s. 139),

c/b) Die Beurteilung der Baugerüste G. AG, wonach sie die Gerüstekon-
struktion als fachgerecht erachtet (act. 5), erstaunt in verschiedener Hinsicht. 
Zum einen lässt sich eine fachgerechte Beurteilung dieser Frage wohl kaum auf-
grund bloss einiger Fotos vornehmen. Zum anderen geht die Firma in ihrem 
Schreiben mit keinem Wort auf die offenbar bereits vor dem Unfall bestandene 
Instabilität des Gerüstes und insbesondere die nicht entsprechend der Baumus-
terbescheinigung angebrachten Sparrenzangen ein. Dabei muss allerdings be-
zweifelt werden, ob sie bei der Anfrage durch die Kantonspolizei von diesen Män-
geln überhaupt Kenntnis erhalten hatte. Die nach der Baumusterbescheinigung 
geltende Vorschrift, wonach die Sparrenzangen in Abständen von 2.0 m bis max. 
3.20 m zu montieren sind, hat fraglos erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität 

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eines Gerüstes: Je weiter sie auseinander liegen, desto grösser wird auf sie der 
Druck bei Belastung der Gerüstestangen. Welche Abstände die Sparrenzangen 
auf der Giebelseite der Unfallstelle (Vorderfront) hatten, lässt sich den Akten nicht 
entnehmen. Die von der Kantonspolizei gemachte Feststellung, wonach die 
Rohrlänge vom Pfosten bis zum Giebel auf der einen Seite 4.40 m und auf der 
anderen Seite 3.40 m betrug, ohne dass noch eine Sparrenzange angebracht 
gewesen sei, betrifft die Gebäuderückseite (vgl. act. 3 S. 2). Sollte die Gerüste-
montage auf der Vorderseite des Gebäudes gleich vorgenommen worden sein, 
was durch die Untersuchungsbehörde abzuklären ist, stellt sich die Frage, inwie-
fern sie für den Unfall mitursächlich war. Mit anderen Worten ist diesfalls abzu-
klären, ob die fragliche Sparrenzange auch bei einem hinsichtlich der Abstände 
vorschriftskonformen Anbringen der Sparrenzangen mit hoher Wahrscheinlich-
keit ausgerissen wäre, weil Z. zusammen mit E. zuvor zwecks Anbringen des 
Lifts die beiden fest montierten Querstangen über dem First gelöst und verstellt 
hatten und Z. danach – weil für die Ziegelfuhren die obere Querstange erneut im 
Weg war – mit einem Hammer auf die Klemme an der Querstange schlug, um 
diese zu lösen und anschliessend die Querstange zu verschieben (vgl. Aussagen 
E., act. 7 S. 1). Hierzu ist wohl ein Fachgutachten erforderlich.

c/c) Sollte die Staatsanwaltschaft die Auffassung vertreten, dass sich 
die vorerwähnte Frage und damit auch ein Gutachten allein schon deshalb erüb-
rige, weil die Arbeiter der Dachdeckerfirma ohnehin von sich aus keine Manipu-
lationen am Gerüst hätten vornehmen dürfen und eine Verantwortlichkeit der 
Gerüstebaufirma B. daher schon aus diesem Grund entfalle, so bedeutet dies 
allerdings noch nicht, dass der Unfall nicht allenfalls auf die Sorgfaltspflichtver-
letzung einer (anderen) Drittperson zurückzuführen ist.

Z. und sein Arbeitskollege E. sowie der Spenglerlehrling F. sind bei der 
Firma D. und Sohn AG, H., angestellt. Gemäss Aussage von Z. gegenüber der 
Polizei hatte er den Auftrag, den Lift seiner Firma zu installieren. Diese Firma 
habe zusammen mit J., der ebenfalls mit ihm auf dem Dach beschäftigt gewesen 
sei, eine Arbeitsgemeinschaft gebildet (act. 10 S. 1). E. sagte anlässlich der po-
lizeilichen Befragung aus, sie hätten selbst die Entscheidung getroffen, das 
Geländer bzw. die Querstangen zu verschieben. Dies sei üblich, damit sie über-
haupt den Transportlift am Dach hätten befestigen können (act. 7 S. 2). Diese 
Aussage von E. legt den Schluss nahe, dass die Arbeiter der Firma D. und Sohn 
AG beim Montieren eines Lifts für den Transport von Ziegeln stets so vorgehen, 
wie dies am Unfalltag der Fall war, indem sie am Gerüst die obere Querstange 
beim Dachfirst lösen und derart verschieben, dass der Lift in der Mitte des Da-

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ches platziert werden kann. Ebenso ergibt sich aus der Aussage von E., dass 
diese Arbeiten von ihnen offenbar auch stets ohne Beisein von Fachpersonal der 
Gerüstebaufirma vorgenommen werden. Damit stellt sie die Frage, ob diese Vor-
gehensweise jeweils auf Anweisung ihres Chef D. (vgl. act. 3 S. 1) erfolgte oder 
ob dieser davon zumindest Kenntnis hatte und sie stillschweigend duldete. Sollte 
dies der Fall sein, ist zu prüfen, ob ihn damit eine für den Unfall adäquatkausale 
Sorgfaltspflichtverletzung trifft. So kann ein fahrlässiges Erfolgsdelikt auch durch 
Unterlassung begangen werden. Voraussetzung dazu ist eine Rechtspflicht zur 
Vornahme der unterlassenen Handlung (Garantenstellung) und die Möglichkeit, 
diese vorzunehmen. Die Garantenstellung wird insbesondere durch eine Auf-
sichts- und/oder Instruktionspflicht begründet. Der (hypothetische) Kausalzusam-
menhang zwischen Unterlassung und Erfolg ist dann anzunehmen, wenn bei 
Vornahme der gebotenen Handlung der Erfolg mit einem hohen Grad an Wahr-
scheinlichkeit nicht eingetreten wäre (BGE 116 IV 182 E. 4 S. 185 f. mit Hinwei-
sen). Der Untersuchungsrichter hat in dieser Hinsicht weder Sachverhaltsab-
klärungen getroffen noch sich dazu in der Einstellungsverfügung geäussert. Un-
geklärt geblieben ist schliesslich auch die Frage, weshalb die Arbeiter der Dach-
deckerfirma das Baugerüst überhaupt betreten haben und mit den Dachdecker-
arbeiten beginnen wollten, obwohl das Baugerüst noch gar nicht abgenommen 
worden war.

5. Wie aufgezeigt, sind für eine sachgerechte Beurteilung des vorlie-
genden Falles noch verschiedene Sachverhaltsabklärungen erforderlich; es liegt 
mithin noch kein entscheidungsreifes Beweisergebnis vor. Die Beschwerde ist 
daher gutzuheissen, die angefochtene Einstellungsverfügung aufzuheben und 
die Sache zur Beweisergänzung im Sinne der Erwägungen und zu neuerlichem 
Entscheid an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen.

6. Bei diesem Ausgang gehen die Kosten des Beschwerdeverfahrens 
zu Lasten des Kantons Graubünden, der zudem den Beschwerdeführer ausser-
amtlich angemessen zu entschädigen hat (Art. 160 Abs. 3 und 4 StPO).

Demnach erkennt die Beschwerdekammer :

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, die angefochtene Einstellungsverfü-
gung aufgehoben und die Sache im Sinne der Erwägungen an die 
Staatsanwaltschaft Graubünden zurückgewiesen. 

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2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens gehen zu Lasten des Kantons 
Graubünden, der zudem den Beschwerdeführer ausseramtlich mit Fr. 
1'500.- zu entschädigen hat.

3. Gegen diese Entscheidung kann gemäss Art. 78 des Bundesgerichtsge-
setzes (BGG; SR 179.110) Beschwerde in Strafsachen an das Schweize-
rische Bundesgericht geführt werden. Diese ist dem Bundesgericht schrift-
lich, innert 30 Tagen seit Eröffnung der vollständigen Ausfertigung der Ent-
scheidung in der gemäss Art. 42 f. BGG vorgeschriebenen Weise einzu-
reichen. Für die Zulässigkeit, die Beschwerdelegitimation, die weiteren 
Voraussetzungen und das Verfahren der Beschwerde gelten die Art. 29 
ff., 78 ff. und 90 ff. BGG.

4. Mitteilung an:

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Für die Beschwerdekammer des Kantonsgerichts von Graubünden 
Der Vizepräsident: Der Aktuar ad hoc: