# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 38b8b246-565b-5e53-b4ea-1fd5e82d08ab
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2012-03-22
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 22.03.2012 UV 2011/15
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2011-15_2012-03-22.pdf

## Full Text

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 1/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2011/15

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 09.08.2019

Entscheiddatum: 22.03.2012

Entscheid Versicherungsgericht, 22.03.2012
Art. 6 UVG. Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG. Unfallkausalität von psychischen 
Beschwerden. Rentenbemessung anhand von DAP-Löhnen (Entscheid der 
Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. März 2012, UV 
2011/15).

Präsident Martin Rutishauser, Versicherungsrichterin Karin Huber Studerus, 

Versicherungsrichter Joachim Huber; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 22. März 2012

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführer,

vertreten durch Rechtsanwalt Andreas A. Oehler, MLaw, Oehler Stadelmann

Rechtsanwälte, Kesslerstrasse 1, 9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

betreffend

Versicherungsleistungen

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 2/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sachverhalt:

A. 

A.a A.___ war als Chauffeur bei der B.___, beschäftigt und dadurch bei der Suva 

unfallversichert, als er am 24. September 2006 als Motorradfahrer mit einem 

Personenwagen kollidierte und sich dabei eine distale Unterschenkelfraktur links zuzog 

(UV-act. 1, 5). Nach einer osteosynthetischen Versorgung der Fraktur im 

Landeskrankenhaus C.___ machte eine Wundheilungsstörung weitere Eingriffe 

notwendig (UV-act. 10, 20, 30). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht. Nach 

Durchführung von weiteren Behandlungen und Abklärungen gab sie dem Versicherten 

am 18. Dezember 2009 bekannt, dass mit einer weiteren Behandlung keine namhafte 

Verbesserung des Gesundheitszustands mehr erreicht werden könne und deshalb die 

Heilkosten- und Taggeldleistungen auf den 31. Dezember 2009 eingestellt würden (UV-

act. 176).

A.b Mit Verfügung vom 27. Januar 2010 eröffnete die Suva dem Versicherten, er habe 

ab 1. Januar 2010 Anspruch auf eine Invalidenrente auf der Basis einer 

Erwerbsunfähigkeit von 25% (Valideneinkommen von Fr. 64'246.--, 

Invalideneinkommen von Fr. 48'156.--) und eines versicherten Jahresverdienstes von 

Fr. 62'328.--. Sodann hielt sie fest, dass die psychogenen Störungen nicht in einem 

adäquat-kausalen Zusammenhang mit dem erlittenen Ereignis stehen würden, weshalb 

diesbezüglich Leistungen entfallen würden. Im Weiteren sprach sie dem Versicherten 

eine Integritätsentschädigung für eine Integritätseinbusse von 20% zu (UV-act. 183). 

Die gegen diese Verfügung von Rechtsanwalt Andreas A. Oehler, MLaw, St. Gallen, für 

den Versicherten erhobene Einsprache, welche sich ausschliesslich gegen die 

Rentenbemessung richtete (UV-act. 188, 193), wies die Suva mit Einspracheentscheid 

vom 14. Januar 2011 ab.

B.   

B.a Gegen diesen Entscheid erhob Rechtsanwalt Oehler für den Versicherten mit 

Eingabe vom 16. Februar 2011 Beschwerde mit den Anträgen, der Entscheid und die 

Verfügung vom 27. Januar 2010 seien aufzuheben und die Angelegenheit sei zur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 3/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

weiteren Abklärung an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen. Eventualiter sei dem 

Beschwerdeführer eine angemessene Rente auf der Basis eines Invaliditätsgrads von 

mindestens 48% zuzusprechen. Subventualiter sei festzustellen, dass es sich beim 

Unfall vom 24. September 2006 um einen schweren Unfall gehandelt habe. Der 

Rechtsvertreter reichte ein unfallchirurgisches Gutachten von Prim. Dr. D.___, vom 7. 

Mai 2010 ein und legte zur Begründung unter anderem dar, die gesundheitliche 

Situation des Beschwerdeführers sei nicht zureichend abgeklärt. Die kreisärztliche 

Beurteilung kontrastiere stark mit der Beurteilung durch Dr. D.___. Unklar sei auch die 

Relevanz der psychischen Beeinträchtigung, worüber derzeit erst dem Grundsatz nach 

befunden werden könne. Da es dem Beschwerdeführer seit Herbst 2010 wieder 

schlechter gehe, werde er beim Psychiater die Wiederaufnahme der Behandlung 

beantragen. Es sei von einem schweren Unfall auszugehen. Sodann seien sowohl das 

Validen- als auch das Invalideneinkommen von der Beschwerdegegnerin falsch 

ermittelt worden. Fixspesen würden Teil des Valideneinkommens bilden. Es handle sich 

dabei um Lohnbestandteile und nicht um Unkostenersatz. Rein vorsorglich sei sodann 

festzuhalten, dass Unstimmigkeiten bei den DAP-Löhnen und deren Handhabung 

bestünden. Es könne nicht sein, dass die in der Einsprache (Ziff. 5) erwähnten 

Unsicherheiten bezüglich Auszahlung von 13. Monatslohn, Gratifikation und 

Anwesenheitsprämien etc. zulasten des Beschwerdeführers gehen würden, indem so 

getan werde, wie wenn diese Beträge ausnahmslos an jeden Angestellten ausbezahlt 

würden, so dass die einzelnen Lohnminima entsprechend zu hoch ausfallen würden. 

Richtig sei vielmehr, wenn für die Eruierung der Lohnminima davon ausgegangen 

werde, dass diese Positionen eben gerade nicht ausbezahlt würden. Als Folge daraus 

resultiere ein massgeblicher Lohnminimumdurchschnitt von weit weniger als Fr. 

47'110.--. Ebenso ergebe sich daraus, dass auch der allgemeine Lohndurchschnitt 

(derzeit von der Beschwerdegegnerin mit Fr. 51'230.-- veranschlagt) entsprechend zu 

hoch ausfalle. Die bei den einzelnen DAP's angekreuzte Möglichkeit, Pausen 

einzuschalten, komme einer Aussage ohne Inhalt gleich. Im Dunkeln bleibe, welche Art 

von Pausen möglich seien, wie lange solche am Stück sein könnten und ob sie auch 

spontan bezogen werden könnten. Treppensteigen komme nicht einmal nach dem 

Zumutbarkeitsprofil der Beschwerdegegnerin in Frage. Dies habe zur Folge, dass es 

dem von dieser vorgelegten Datenmaterial an der minimal erforderlichen Breite und 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 4/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Repräsentativität mangle. Es sei dementsprechend auf Tabellenlöhne gemäss LSE 

2008 abzustellen und ein Leidensabzug von 25% vorzusehen.

B.b In der Beschwerdeantwort vom 23. März 2011 beantragte die Beschwerdegegnerin 

Abweisung der Beschwerde. Zur Begründung verwies sie auf die Ausführungen im 

angefochtenen Entscheid und hielt unter anderem fest, das Gutachten D.___ vermöge 

die kreisärztliche Zumutbarkeitsbeurteilung in ihrer Beweiskraft nicht zu erschüttern, 

zumal sich Dr. D.___ auf die Bemerkung beschränkt habe, dass auf dem freien 

Arbeitsmarkt eine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um ca. 20% bestehe. Seine 

Beurteilung sei unpräzis und ohne beweismässige Relevanz. Was die psychischen 

Störungen betreffe, so sei die Beschwerdegegnerin mangels adäquater Unfallkausalität 

nicht leistungspflichtig. Das Valideneinkommen und der Invalidenlohn (anhand der 

DAP) seien korrekt ermittelt worden. Die ausgewählten DAP-Arbeitsplätze seien in jeder 

Hinsicht mit dem kreisärztlichen Zumutbarkeitsprofil vereinbar. Für die Bestimmung 

des Invalidenlohns sei das auf dem allgemeinen Arbeitmarkt erzielbare Salär 

massgebend, weshalb es keine Rolle spiele, welche Zulagen der Betrieb im Rahmen 

der vorgegebenen Bandbreite seinen einzelnen Mitarbeitern je konkret ausrichte. Die 

ausgewählten DAP-Arbeitsplätze beinhalteten durchwegs leichte, anspruchslose 

Tätigkeiten, welche keinerlei Vorkenntnisse voraussetzen würden. Solche Hilfsarbeiten 

würden auf dem Arbeitsmarkt altersunabhängig nachgefragt, so dass der Faktor Alter 

bei der Bemessung des Invalidenlohns unberücksichtigt zu bleiben habe. Mit der 

Reduktion des Durchschnitts der Durchschnittslöhne um 6% habe man dem 

Pausenbedarf vollumfänglich Rechnung getragen. Eine weitere Herabsetzung des 

Invalidenlohns sei nicht gerechtfertigt.

B.c Mit Replik vom 21. Juni 2011 bestätigte der Rechtsvertreter des 

Beschwerdeführers seinen Standpunkt und reichte ein orthopädisches Gutachten von 

Dr. E.___, Facharzt für Orthopädie, vom 23. Dezember 2010 ein (act. G 12). Mit Eingabe 

vom 29. Juni 2011 hielt die Beschwerdegegnerin an ihrem Antrag und ihren 

Ausführungen fest (act. G 14).

Erwägungen:

1.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 5/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

1.1  Streitig ist, inwiefern die beim Beschwerdeführer vorliegenden gesundheitlichen 

Beschwerden Folge des Unfalls vom 24. September 2006 darstellen und ob er 

Anspruch auf eine Invalidenrente hat, welche auf einem höheren als dem von der 

Beschwerdegegnerin berechneten IV-Grad von 25% basiert. Hinsichtlich der 

Integritätsentschädigung erwuchs die Verfügung vom 27. Januar 2010 unangefochten 

in Rechtskraft. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen Entscheid die 

rechtlichen Voraussetzungen der Unfallkausalität von somatischen und psychischen 

Gesundheitseinschränkungen und der Bemessung von Invalidenrenten zutreffend dar 

(E. 2, 3, 4); darauf ist zu verweisen.

1.2  Im Bericht der Klinik F.___, vom 17. April 2007 wurde festgehalten, der 

Beschwerdeführer befinde sich nach einer osteosynthetisch versorgten kompletten 

Unterschenkelfraktur links mit nachfolgendem grossem Weichteildefekt stationär in der 

Klinik. Er sei voraussichtlich bis 10. Mai 2007 aufgrund der Unfallfolgen zu 100% 

arbeitsunfähig (UV-act. 29; vgl. auch UV-act. 31). Dr. G.___, Arzt für Allgemeinmedizin, 

berichtete am 28. August 2007, die voraussichtliche Dauer der Behandlung könne 

derzeit nicht abgeschätzt werden. Eine Arbeitsaufnahme sei bis auf weiteres nicht 

möglich (UV-act. 37). Von Seiten des Landeskrankenhauses C.___ wurde am 25. 

Februar 2008 festgehalten, der Patient könne derzeit nur zu 30% arbeiten; er habe 

anschliessend bei manuellen Tätigkeiten und Stehen im Lager Schwellneigung und 

Schmerzen (UV-act. 57). Am 27. März 2008 erfolgte die Metallentfernung mit 

Débridement (UV-act. 62). Im August, September und November 2008 machten 

Wundheilungsstörungen (Fistel am linken Unterschenkel) weitere Spitalaufenthalte mit 

operativen Eingriffen nötig (UV-act. 89, 97, 106, 111). Die Arbeitgeberin hatte das 

Arbeitsverhältnis am 15. September 2008 auf Ende November 2008 gekündigt (UV-act. 

95). Kreisarzt Dr. med. H.___ hielt im Bericht vom 4. Februar 2009 fest, die 

wundpflegerischen Massnahmen seien weiterzuführen. Dem Beschwerdeführer sei bei 

vorwiegend sitzenden Tätigkeiten mit Wechselpositionen und mittlerer Gehstrecken - 

unter Vermeidung von repetitivem Treppengehen, Tragen von mehr als mittelschweren 

Gewichten, Einnahme von Zwangshaltungen, Gehen in unebenem Gelände und 

Besteigen von Leitern - mit zusätzlichen Pausen zum Hochlagern von ca. dem 

Zweifachen der üblichen Pausen ein vollschichtiger Einsatz zu empfehlen (UV-act. 119). 

Eine Kontrolluntersuchung im Landeskrankenhaus C.___ vom 15. April 2009 führte zum 

Schlussergebnis von Prof. Dr. I.___, dass der Patient mit minimalem Schonhinken zur 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 6/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Untersuchung gekommen sei. Der Hautdefekt habe sich nahezu verschlossen gezeigt, 

wobei noch eine leicht sichtbare Narbe bestehe. Es lägen keine Rötung, keine 

Überwärmung und kein Hinweis für einen akuten Infekt vor (UV-act. 146). Dr. G.___ 

hielt im Bericht vom 23. Juni 2009 fest, dass er den Beschwerdeführer bis 18. Juli 2009 

noch als arbeitsunfähig beurteile; bis dahin sollte der Ulcus abgeheilt sein. Eine 

Anpassungsstörung werde psychiatrisch behandelt (UV-act. 141). Dr. med. J.___ , 

Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, diagnostizierte am 6. Juli 

2009 eine Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion und Angst gemischt (UV-act. 

144). Der Kreisarzt bestätigte am 21. August 2009 seine frühere 

Zumutbarkeitsbeurteilung und vermerkte, dass die Abheilungstendenz von der 

Zuckerkrankheit mit beeinflusst sei (UV-act. 148).

1.3  Eine MR-Untersuchung des linken Unterschenkels ergab gemäss Bericht vom 

15. September 2009 einen grösseren, teils flüssigkeitsintensen, partiell 

randsklerosierten Knochendefekt in der distalen Tibia mit Kortikalisdefekt und 

perifokalem Narbengewebe, ohne Flüssigkeitsretentionen in den Weichteilen (UV-act. 

157). Im Bericht des Landeskrankenhauses C.___ vom 23. September 2009 wurde 

festgehalten, aufgrund der persistierenden Schmerzsymptomatik sei von körperlich 

belastender Tätigkeit Abstand zu nehmen. Generell sei eine Umschulung auf eine 

Bürotätigkeit zu empfehlen (UV-act. 158). Die Abschlussuntersuchung durch Kreisarzt 

Dr. H.___ ergab gemäss Bericht vom 8. Dezember 2009 das Vorliegen des 

Wundverschlusses, wobei subjektiv beim Gehen und Stehen sowie Sitzen eine etwas 

vermehrte Spannung im Lappenbereich und auch im Fuss bestehe, was sich bei 

Hochlagerung bessere. Klinisch bestünden keine Infektzeichen. Die Beweglichkeit im 

Sprunggelenk sei deutlich eingeschränkt. Radiologisch bestehe eine in leichter 

Retrokurvationsfehlstellung verheilte distale Tibiafraktur, die im ventralen Anteil noch 

residuell sichtbar sei. Das Sprunggelenk sei ohne wesentliche Arthrosezeichen. Als 

Behandlungsmöglichkeit sehe er den Versuch mit einem Kniestrumpf. Die Unfallfolgen 

seien dauernd und erheblich und würden eine Integritätsentschädigung begründen. Für 

eine vorwiegend sitzende, im Raum gehend-stehende Tätigkeit sei der 

Beschwerdeführer vollschichtig einsetzbar, wobei bei Auftreten einer Schwellung 

allenfalls zwei zusätzliche Pausen von je einer Viertelstunde nötig seien. Im Übrigen 

seien repetitives Treppengehen, Gehen auf unebenem Gelände sowie Heben und 

Tragen von mehr als mittelschweren Gewichten mit der Notwendigkeit von 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 7/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

sprunggelenksreflektierenden Haltungen zu vermeiden (UV-act. 170). Anlässlich einer 

weiteren bildgebenden Abklärung vom 8. Dezember 2009 zeigte sich ein vollständiger 

Durchbau der ossären Strukturen in der Tibia dorsal mit weiterhin gut sichtbarem 

Frakturspalt bzw. unvollständigem Durchbau im ventralen Anteil. Weiterhin bestehe 

eine leicht unregelmässige Knochenstruktur im Bereich des ehemaligen Infekts (UV-

act. 171). Am 11. Dezember 2009 schätzte der Kreisarzt die unfallbedingte Integritäts­

einbusse auf 20% (UV-act. 175). Gemäss dem in diesem Verfahren eingereichten 

Gutachten von Prim. Dr. D.___, Facharzt für Unfallchirurgie, vom 7. Mai 2010 hatte der 

Beschwerdeführer erklärt, seine Gehstrecke sei auf ca. eine Stunde beschränkt. In 

unebenem und abschüssigem Gelände sei er trittunsicher. Treppensteigen gehe mit 

einer Technik, die er sich angeeignet habe, recht gut. Der Gutachter kam zum Schluss, 

das Ulkus am Unterschenkel sei im Oktober 2009 abgeheilt gewesen. Floride Infekte 

seien seither nicht mehr eingetreten. Auf dem Röntgenbild zeige sich eine stabile 

knöcherne Heilung des Unterschenkelbruchs in leichter Fehlstellung. Anlässlich der 

Untersuchung habe sich ein leicht hinkendes, jedoch flottes Gangbild gezeigt. 

Aufgrund der Zusammensinterung der Fraktur sei eine Beinlängenverkürzung um 1cm 

eingetreten. Funktionell sei das Ergebnis äusserst befriedigend. Es bestehe jedoch eine 

deutliche Bewegungsbehinderung im Bereich des linken oberen Sprunggelenks und 

somit auch eine Trittunsicherheit in unebenem Gelände. Die Fusssohlenbeschwielung 

sei fast seitengleich ausgeprägt, was für eine gute Benützbarkeit des linken Beins 

spreche. Die Durchblutung des Fusses sei nicht gestört. In der Fersenregion bestehe 

eine Gefühlsherabsetzung als Folge einer Läsion eines Hautnervs. Derzeit bestünden 

keinerlei entzündliche Veränderungen. Eine Besserungsmöglichkeit durch einen 

operativen Eingriff sei nicht möglich. Die jetzigen Folgezustände seien Dauerfolgen. 

Aufgrund des jetzigen Zustands sei das Lenken eines LKW zwar möglich; 

Beeinträchtigungen könnten jedoch im Stadtverkehr auftreten, wenn häufig die 

Kupplung betätigt werden müsse. Auf dem freien Arbeitsmarkt bestehe eine 

Einschränkung der Arbeitsfähigkeit um ca. 20% (act. G 1.1).

2.  

2.1   Aufgrund der Aktenlage ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer die 

frühere Tätigkeit als Chauffeur nicht mehr möglich ist (UV-act. 158; act. G 1.1). 

Während vom Kreisarzt - aus somatischer Sicht - vorwiegend sitzende Tätigkeiten mit 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 8/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Wechselpositionen unter Berücksichtigung der Einschränkungen und der gestellten 

Anforderungen an vermehrte Pausen als vollschichtig zumutbar erachtet wurden (UV-

act. 119, 148, 170), vermerkte der Unfallgutachter Dr. D.___ eine Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit um ca. 20% auf dem freien Arbeitsmarkt (act. 1.1 S. 8). Auf welche Art 

Tätigkeit der Unfallgutachter sich dabei bezieht bzw. welche unfallbedingten 

Anforderungen eine zumutbare Tätigkeit seines Erachtens zu erfüllen hat, legte er 

allerdings nicht dar und begründete seine Schlussfolgerung auch sonst nicht näher. Es 

fehlt somit an einer Stellungnahme von Unfallgutachter Dr. D.___ zur Frage, welche 

Tätigkeit in Anbetracht des in Frage stehenden Unfallschadens angepasst wäre und 

inwiefern hier der Beschwerdeführer aus seiner Sicht eingeschränkt wäre. Seine 

Feststellungen und Befunde (leicht hinkendes, jedoch flottes Gangbild, funktionell 

äusserst befriedigendes Ergebnis, deutliche Bewegungsbehinderung im Bereich des 

linken oberen Sprunggelenks und somit auch eine Trittunsicherheit in unebenem 

Gelände, gute Benützbarkeit des linken Beins; act. G 1.1 S. 7) stimmen jedoch 

inhaltlich im Wesentlichen mit denjenigen des Kreisarztes überein und sprechen - unter 

Berücksichtigung einer erhöhten Pausenbedürftigkeit - für eine uneingeschränkte 

Arbeitsfähigkeit in einer dem Gesundheitsschaden adaptierten Tätigkeit. Die 

gutachterliche Arbeitsfähigkeitsschätzung orientierte sich offenbar nicht an der Frage 

der erwerblichen Auswirkung des Unfallschadens in Bezug auf eine konkret 

umschriebene, angepasste Tätigkeit, sondern an der Frage der unfallbedingten 

Versehrtheit des linken Fusses im Sinn einer medizinisch-theoretischen Gliedertaxe. 

Auf letzteres deutet auch der Umstand hin, dass der Prozentwert der 

Arbeitsfähigkeitsschätzung von Dr. D.___ mit der vom Kreisarzt geschätzten 

Integritätseinbusse übereinstimmt, wobei die zugrundeliegenden Befunde der beiden 

Ärzte im Wesentlichen identisch sind. Was die von Dr. D.___ erwähnte 

Beinlängendifferenz von 1cm betrifft, so ist festzuhalten, dass es sich dabei um eine 

Differenz geringen Ausmasses handelt, welche sich weitgehend im Rahmen natürlicher 

Beinlängenunterschiede hält (vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 18. August 2000 i/S 

H., U 4/00, E. 3c mit Hinweisen, und vom 28. Mai 2004, U 122/02, E. 4.1) und die wenn 

nötig durch entsprechende Schuhversorgung (der Beschwerdeführer trug anlässlich 

der Untersuchung durch Dr. D.___ "praktisch absatzloses" Schuhwerk; act. G 1.1 S. 4) 

ausgeglichen werden kann.

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 9/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Der Kreisarzt begründete - im Gegensatz zu Dr. D.___ - seine 

Arbeitsfähigkeitsschätzung nachvollziehbar und überzeugend. Im Weiteren findet sich 

im Gutachten des Orthopäden Dr. E.___ vom 23. Dezember 2010 (act. G 12.1) die 

Schlussfolgerung, dass dem Beschwerdeführer leichte, vorwiegend sitzende Arbeiten 

während 8 Stunden täglich "ohne länger als die üblichen Unterbrechungen" zumutbar 

seien, wobei der Gutachter einzelne zu vermeidende Verrichtungen anführte (act. G 

12.1 S. 8f). Das Gutachten Dr. E.___, dessen Schlussfolgerung in Bezug auf die 

zeitliche Zumutbarkeit mit derjenigen des Kreisarztes im Wesentlichen übereinstimmt 

und lediglich bei den zumutbaren Gewichtsbelastungen tiefere Werte festlegt, betrifft 

allerdings den gesamten Gesundheitszustand des Beschwerdeführers und bezieht 

insbesondere auch die nicht unfallbedingten Probleme im Bereich der 

Lendenwirbelsäule (Lumbalgie; act. G 12.1 S. 6) mit ein. Sodann standen dem 

Gutachter die im vorliegenden Verfahren zur Diskussion stehenden Akten der 

Beschwerdegegnerin soweit ersichtlich nicht zur Verfügung (vgl. act. G 12.1 S. 3) und 

konnten entsprechend von ihm auch nicht in seine Würdigung einbezogen werden. 

Konkrete Anhaltspunkte, welche gegen die kreisärztliche Schlussfolgerung als 

fachärztlicher Standpunkt im Bereich der Unfallmedizin sprechen oder welche geeignet 

wären, Zweifel an den Feststellungen des Kreisarztes zu begründen, lassen sich weder 

den Gutachten D.___ und E.___ entnehmen, noch werden solche vom 

Beschwerdeführer selbst geltend gemacht. Ein Grund, weitere medizinisch-somatische 

Abklärungen zu veranlassen, ist in dieser Situation nicht ersichtlich, weshalb davon 

abzusehen ist. Hingegen lässt der Beschwerdeführer zusätzlich die Unfallkausalität 

seiner psychischen Beschwerden behaupten.

2.2  Mit Bezug auf die psychischen Probleme des Beschwerdeführers und der daraus 

resultierenden Arbeitsunfähigkeit kann die Frage der natürlichen Unfallkausalität, wie 

nachstehend zu zeigen ist, offen bleiben (vgl. SVR 1995 UV Nr. 23, S. 68 E. 3c). Für die 

Beurteilung der Adäquanz dieser Beschwerden ging die Beschwerdegegnerin beim 

Unfall (Kollision auf einer Strassenkreuzung innerorts) vom 24. September 2006 mit 

distaler Unterschenkelfraktur und Schulterprellung im angefochtenen Entscheid von 

einem mittelschweren Ereignis aus. Dies steht mit der einschlägigen Praxis (vgl. A. 

Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., S. 54-56) in Einklang. 

Was die im Zusammenhang mit mittelschweren Unfällen von der Rechtsprechung 

aufgestellten Kriterien betrifft (vgl. angefochtener Entscheid, E. 8b), können 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 10/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit nicht bejaht 

werden. Die erlittenen Verletzungen waren zwar - zumindest soweit sie den linken 

Unterschenkel betrafen - zweifellos erheblich. Jedoch lässt sich aus dem Umstand, 

dass nach Metallentfernung eine deutlich eingeschränkte Sprunggelenksbeweglichkeit 

verblieb und die Tibiafraktur in leichter Fehlstellung verheilte (vgl. UV-act. 175), eine 

Verletzung besonderer Art oder Schwere mit erfahrungsgemässer Eignung, psychische 

Fehlentwicklungen auszulösen, nicht ableiten.

Die versicherte Person hat solange Anspruch auf die zweckmässige Behandlung (Art. 

10 Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen, als von ihrer Fortsetzung eine namhafte Besserung 

des Gesundheitszustands erwartet werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Nach 

der Metallentfernung (UV-act. 62) zeigten sich beim Beschwerdeführer 

behandlungsbedürftige Wundheilungsstörungen (vgl. UV-act. 89, 97, 106, 111, 119), 

welche in der Folge im Verlauf des ersten Halbjahrs 2009 abheilten (vgl. UV-act. 141, 

146). Seit Ende April 2009 war er in psychiatrischer Behandlung (UV-act. 144). 

Anlässlich einer kreisärztlichen Untersuchung im Dezember 2009 wurde das Vorliegen 

des Wundverschlusses bestätigt und klinische Infektzeichen verneint. Ausser dem 

Versuch mit einem Kniestrumpf bestanden gemäss kreisärztlicher Beurteilung keine 

Behandlungsmöglichkeiten (UV-act. 170). Bildgebend bestätigte sich das Erreichen des 

medizinischen Endzustands (vgl. 171), und auch der Gutachter Dr. D.___ bejahte den 

Behandlungsabschluss hinsichtlich der Unfallfolgen im Oktober 2009 (vgl. act. G 1.1 S. 

6). Die weiteren ärztlichen Bemühungen umfassten in somatischer Hinsicht denn auch 

im Wesentlichen ärztliche Kontrollen und Abklärungsmassnahmen, nicht jedoch 

eigentliche Behandlungen (vgl. dazu Urteile des Bundesgerichts vom 6. März 2006, U 

219/05, E. 6.4.2, und vom 16. August 2006 i/S J. [U 258/05], E. 4.3.3). Mit Blick auf die 

rund dreijährige Behandlung von körperlichen Unfallfolgen (psychische 

Einschränkungen fallen hier ausser Betracht) ist eine ungewöhnlich lange Dauer der 

ärztlichen Behandlung - wenn auch nicht in sehr ausgeprägtem Umfang - zu bejahen. 

Demgegenüber kann das Kriterium von (unfallbedingten) körperlichen Dauerschmerzen 

nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als erfüllt betrachtet werden. Gegenüber 

Dr. E.___ gab der Beschwerdeführer an, er nehme bewusst keine 

Schmerzmedikamente. Er habe vor allem Schmerzen, wenn er lange gesessen sei. Er 

könne sich bewegen, aufstehen und umhergehen. Fahren gehe wahrscheinlich schon, 

aber nicht in der Stadt, wo er ständig kuppeln müsse (act. G 12.1 S. 3, 4). 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 11/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Medikamente nahm der Beschwerdeführer jedenfalls ab Mitte 2009 nur noch aus 

unfallfremden Gründen (Zuckerkrankheit) ein (vgl. UV-act. 143; vgl. auch act. G 1.1 S. 

4). Das Kriterium eines schwierigen Heilungsverlaufs bzw. von erheblichen 

Komplikationen lässt sich nicht schon bereits deshalb bejahen, weil sich wie erwähnt 

ein verzögerter postoperativer Verlauf mit Wundheilungsstörungen ergeben hatte. Die 

verzögerte Wundheilung mit Nachoperationen vermag dieses Kriterium nicht zu erfüllen 

(Urteil des Bundesgerichts vom 29. Mai 2007, U 439/06, E. 4.2.2). Eine ärztliche 

Fehlbehandlung ist weder behauptet noch aus den Akten ersichtlich.

2.3  Das im Weiteren zur Diskussion stehende Kriterium von Grad und Dauer der 

physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit bezieht sich nicht nur auf das 

Leistungsvermögen im angestammten Beruf (Urteil des Bundesgerichts vom 15. Mai 

2008, 8C_407/2007, E. 5.2.6.2). Nach dem streitigen Unfall bestand jedenfalls Anfang 

2008 wieder eine Teilarbeitsfähigkeit (UV-act. 53, 59). Mitte 2008 absolvierte der 

Beschwerdeführer einen dreiwöchigen USA-Aufenthalt, wobei er festhielt, dass keine 

Behandlungen nötig seien und er den Fuss selber massiere (UV-act. 74). 2008 war er 

auch wieder mit dem Motorrad unterwegs (UV-act. 87). Im Februar 2009 erachtete der 

Kreisarzt den Beschwerdeführer in einer dem Gesundheitsschaden angepassten 

Tätigkeit - mit zusätzlichen Pausen zum Hochlagern - als vollschichtig einsetzbar (UV-

act. 119). Seit April 2009 war der Beschwerdeführer in psychiatrischer Behandlung 

(UV-act. 144). Gegenüber dem Gutachter Dr. D.___ erklärte er im Mai 2010, dass er bei 

einer Motorrad-Tagestour jeweils nach 1 ½ Stunden eine Pause machen müsse (act. G 

1.1 S. 4). Eine lang dauernde, somatisch (unfallbedingt) begründete Arbeitsunfähigkeit 

kann bei diesem Sachverhalt ebenfalls nicht als überwiegend wahrscheinlich 

nachgewiesen gelten. Soweit aus den ärztlichen Berichten eine Arbeitsunfähigkeit 

hervorgeht, ergingen die entsprechenden Einschätzungen in Anwendung von hier nicht 

einschlägigen Bemessungskriterien (vgl. vorstehende E. 2.1) sowie unter 

Berücksichtigung der nichtorganischen Faktoren und unfallfremden Beschwerden (vgl. 

UV-act. 141, 152), die vorliegend ausser Acht bleiben müssen. Aber selbst wenn das 

letztgenannte Kriterium als erfüllt zu erachten wäre, müsste der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den psychischen Beschwerden - bei 

Erfüllung von höchstens zwei Kriterien (in eher geringem Umfang) - verneint werden. 

Dabei ist darauf hinzuweisen, dass gemäss Rechtsprechung für die Bejahung einer 

Unfallkausalität bei mittelschweren Unfällen (Schleudertrauma-Bereich) im engeren 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 12/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

Sinn die Erfüllung von drei Adäquanzkriterien vorausgesetzt wird, während bei 

mittelschweren Ereignissen an der Grenze zu den leichten Fällen vier Adäquanzkriterien 

erfüllt sein müssen (Urteil des Bundesgerichts vom 2. Oktober 2009, 8C_421/2009). Für 

die Bemessung der unfallbedingten Invalidität können dementsprechend lediglich die 

unfallkausalen Beeinträchtigungen in somatischer Hinsicht mit einbezogen werden.  

3.  

3.1  Streitig sind die der Invaliditätsbemessung zugrunde liegenden 

Vergleichseinkommen (Art. 16 ATSG). Für die Ermittlung des Valideneinkommens ist 

entscheidend, was die versicherte Person im Zeitpunkt des Rentenbeginns nach dem 

Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit als Gesunde tatsächlich verdient 

hätte. Dabei wird in der Regel am zuletzt erzielten, der Teuerung und der realen 

Einkommensentwicklung angepassten Verdienst angeknüpft; dies in der Annahme, 

dass die bisherige Tätigkeit ohne Gesundheitsschaden fortgesetzt worden wäre (BGE 

129 V 224, E. 4.3.1 mit Hinweisen). Die ehemalige Arbeitgeberin des 

Beschwerdeführers erklärte am 13. Februar 2009, dass dieser bei ihr als Gesunder im 

Jahr 2009 Fr. 4'942.-- pro Monat (x 13) verdienen würde (UV-act. 130). Das hieraus 

resultierende Jahreseinkommen von Fr. 64'246.-- legte die Beschwerdegegnerin ihrer 

Rentenberechnung zugrunde. Zu Recht liess sie die Fixspesen, welche als 

Unkostenersatz und nicht als Lohnbestandteil zu werten sind, ausser Betracht (vgl. 

Urteil des Bundesgerichts vom 20. Juli 2007, 8C_240/2007, E. 4.3). Bei einem 

Chauffeur, welcher Tagestouren absolviert, dürften Fixspesen als 

Aufwandentschädigung wegen der auswärtigen Verpflegung und Pausen den 

Normalfall darstellen. Der Umstand allein, dass die Fixspesen von Fr. 590.-- pro Monat 

im Arbeitsvertrag vom 4. Februar 2004 unter dem Titel "Lohnleistung" vereinbart 

wurden (UV-act. 193 Beilage), vermag nicht zu belegen, dass damit nicht regelmässig 

anfallende Unkosten hätten entgolten werden sollen. Die ehemalige Arbeitgeberin hatte 

denn auch - und dies erscheint ausschlaggebend - Fixspesen weder in der 

Unfallmeldung (UV-act. 1) noch bei späteren Lohn-Anfragen (UV-act. 130) als 

Lohnbestandteil angegeben und erachtete sie somit nicht als massgebenden Lohn im 

Sinn von Art. 9 Abs. 2 AHVV (SR 831.101). Als Konsequenz davon wurde auch der 

versicherte Verdienst (Art. 15 UVG), welcher Grundlage für die Beitragsablieferung 

bildete, basierend auf den von der ehemaligen Arbeitgeberin ohne Fixspesen 

http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=I+433%2F06&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-222%3Ade&number_of_ranks=0#page224
http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&type=highlight_simple_query&page=1&from_date=&to_date=&sort=relevance&insertion_date=&top_subcollection_aza=all&query_words=I+433%2F06&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F129-V-222%3Ade&number_of_ranks=0#page224

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 13/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gemeldeten Löhnen und Boni der Zeitperiode vom 24. September 2005 bis 23. 

September 2006 - mit Fr. 62'328.-- berechnet (vgl. UV-act. 130, 179, 180). Den 

letztgenannten Betrag lässt der Beschwerdeführer denn auch nicht beanstanden. In 

Anbetracht der bereits vorliegenden schriftlichen Lohnangaben der ehemaligen 

Arbeitgeberin vermöchten weitere Anfragen bei ihr überwiegend wahrscheinlich nicht 

zu einem "zutreffenderen" Ergebnis zu führen. Das Valideneinkommen erscheint mit 

einem Betrag von Fr. 64'246.-- ausgewiesen.

3.2  Das Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin gestützt auf DAP-Zahlen 

des Jahres 2009, d.h. auf den Durchschnitt aus den Arbeitsplätzen Nr. 5291, 6391, 

3779, 2890 und 385246 (UV-act. 181) von Fr. 51'230.-- unter Berücksichtigung eines 

Abzugs für den zusätzlichen Pausenbedarf im Umfang von 6% (Fr. 3'073.80) auf 

Fr. 48'156.20 fest (UV-act. 180). Im Hinblick auf die geforderte Repräsentativität der 

DAP-Profile und der daraus abgeleiteten Lohnangaben hat die Beschwerdegegnerin 

nach der Rechtsprechung, zusätzlich zur Auflage von mindestens fünf DAP-Blättern, 

Angaben zu machen über die Gesamtzahl der aufgrund der gegebenen Behinderung in 

Frage kommenden dokumentierten Arbeitsplätze, über den Höchst- und den Tiefstlohn 

sowie über den Durchschnittslohn der dem jeweils verwendeten Behinderungsprofil 

entsprechenden Gruppe. Im Beschwerdeverfahren ist es Sache des angerufenen 

Gerichts, die Rechtskonformität der DAP-Invaliditätsbemessung zu prüfen, 

gegebenenfalls die Sache an den Versicherer zurückzuweisen oder an Stelle des DAP-

Lohnvergleichs einen Tabellenlohnvergleich gestützt auf die LSE vorzunehmen (Urteil 

des EVG vom 28. August 2003, U 35/00, E. 4.2.2). Konkret liegen die von der 

Rechtsprechung geforderten Angaben vor, und die von der Beschwerdegegnerin 

ausgewählten DAP-Arbeitsplätze sind den behinderungsbedingten Einschränkungen 

des Beschwerdeführers angepasst. Mit der Beschwerdegegnerin (act. G 5 Ziff. 5.4a) ist 

festzuhalten, dass das kreisärztliche Zumutbarkeitsprofil lediglich repetitives 

(wiederholtes bzw. häufiges), nicht jedoch seltenes Treppensteigen im Sinn DAP-

Arbeitsplatz Nr. 6391 ausschliesst. Hinzu kommt, dass der Beschwerdeführer dem 

Gutachter Dr. D.___ erklärt hatte, dass das Treppensteigen mit einer Technik, die er 

sich angeeignet habe, recht gut gehe (act. G 1.1 S. 4 oben). Die Möglichkeit, Pausen 

einzuschalten, wurde für alle in Frage stehenden DAP-Arbeitsplätze bejaht (vgl. UV-act. 

181). Mit dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (act. G 1 S. 5) ist festzuhalten, 

dass die Einschaltung von Pausen arbeitsrechtlich an jedem Arbeitsplatz ohne weiteres 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

gewährleistet ist. Von daher konnte die Frage, ob das Einschalten von Pausen mit Blick 

auf den Arbeitsablauf möglich sei (vgl. UV-act. 181), zum vornherein lediglich Pausen 

betreffen, die der Arbeitnehmer von sich aus und spontan (bei entsprechender 

Notwendigkeit) sollte einschalten können.  

Die im Weiteren vom Beschwerdeführer angeführten Zulagen (Anwesenheitsprämien 

bei DAP Nr. 5291, Gratifikation bei DAP Nr. 6391, Schichtzulage bei DAP Nr. 385246) 

bilden als Bestandteile des erzielbaren Minimal- bzw. Maximallohnes Teil der gesamten 

Lohn-Bandbreite. Praxisgemäss wird der Durchschnittswert beigezogen (vgl. Urteil des 

Bundesgerichts vom 26. Juni 2008, 8C_72/2008, E. 5.2). Der Anwendung der 

Invalideneinkommen-Bemessung anhand von DAP-Löhnen liegt die Annahme 

zugrunde, dass Zulagen im Einzelfall in unterschiedlicher Höhe im Rahmen der 

Lohnbandbreite und damit nicht ausserhalb derselben vereinbart werden. Wenn Gratifi­

kationen in einem Betrieb in aller Regel ausbezahlt werden, besteht auch kein Anlass, 

diese bei der Festlegung der Lohnminima auszuklammern. Ein Anlass, beim 

Beschwerdeführer vom "tiefsten Lohndurchschnitt" (act. G 1 S. 5) und nicht vom 

Durchschnitt von Fr. 51'230.-- auszugehen, lässt sich mit seinem Alter, seinen 

Vorkenntnissen und der geltend gemachten schweren Vermittelbarkeit nicht 

begründen, zumal Abzüge, wie sie bei der Bemessung mit LSE-Löhnen zur Anwendung 

kommen, bei der Bemessung anhand von DAP-Löhnen nicht zugelassen werden (BGE 

129 V 472).

3.3  Selbst wenn auf die vorerwähnten DAP-Löhne nicht abgestellt werden könnte, 

würde dies am Ergebnis, wie sich nachstehend ergeben wird, nichts ändern. Die 

Bemessung anhand statistischer Löhne würde zu einem vergleichbaren, tendenziell 

eher höheren Invalideneinkommen führen. Aus der LSE 2008 TA 1 Niveau 4 ist für 

Männer ein durchschnittliches Monatssalär von Fr. 4'806.-- ersichtlich. Das hieraus 

errechnete Jahressalär von Fr. 57'672.-- basiert auf 40 Wochenstunden und ist auf die 

betriebsübliche durchschnittliche Arbeitszeit 2009, d.h. auf 41.7 Stunden, 

aufzurechnen, woraus sich ein Betrag von Fr. 60'123.-- ergibt. Im Jahr 2009 stiegen die 

Nominallöhne um 2.1%, woraus für dieses Jahr ein Betrag von Fr. 61'386.-- resultiert. 

Unter Berücksichtigung eines 6%igen Abzugs (für zusätzlich notwendige Pausen von 

2x 15 Minuten) ergäbe sich ein Betrag von Fr. 57'703.--. Beim Beschwerdeführer wirkt 

sich unter Umständen die unfallbedingte Einschränkung am linken Fuss dahingehend 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/15

Publikationsplattform

St.Galler Gerichte

aus, dass er auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit einem unterdurchschnittlichen 

Lohn rechnen kann. Hinzu kommen gegebenenfalls altersbedingte Schwierigkeiten, 

eine passende Arbeit zu finden. Die zusätzliche Gewährung eines Leidensabzugs von 

15%, welche die beiden Aspekte zureichend abgelten würde, hätte ein 

Invalideneinkommen von Fr. 49'048.-- zur Folge. Ein (noch) höherer Leidensabzug 

liesse sich sachlich nicht begründen. Es erscheint dementsprechend gerechtfertigt, auf 

das DAP-Einkommen von Fr. 48'156.-- abzustellen. Die Gegenüberstellung dieses 

Betrags mit dem Valideneinkommen von Fr. 64'246.-- ergibt eine Erwerbsunfähigkeit 

von 25% (gerundet; BGE 130 V 122 E. 3.2).

4.  

Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 14. Januar 2011 abzuweisen. Gerichtskosten sind keine zu 

erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 39 

VRP entschieden:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte
	Entscheid Versicherungsgericht, 22.03.2012
	Art. 6 UVG. Art. 18 UVG. Art. 16 ATSG. Unfallkausalität von psychischen Beschwerden. Rentenbemessung anhand von DAP-Löhnen (Entscheid der Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 22. März 2012, UV 2011/15).

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

	Publikationsplattform
	St.Galler Gerichte

		2025-07-19T11:48:18+0200
	"9001 St.Gallen"
	Publikationsplattform Kanton St.Gallen