# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** e650a0bb-7921-5c46-b6d4-60cc49258062
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2004-04-22
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 22.04.2004 S 2004 14
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2004-14_2004-04-22.pdf

## Full Text

S 04 14

2. Kammer als Versicherungsgericht

URTEIL
vom 22. April 2004

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

betreffend IV-Rente

1. … (nachfolgend: Versicherte) ist 1952 geboren, geschieden und hat drei 

erwachsene Kinder. Die gelernte Schneiderin arbeitete seit dem 1. Mai 1988 

bis Ende 2001 als Näherin in der ...

Am 1. März 1997 fiel die Versicherte beim Skilanglauf auf der … auf den 

Rücken und zog sich eine Kontusion des Steissbeins zu. In der Folge kam es 

zu chronischen Schmerzen im Becken-/Sackrumbereich, welche sich 

zunehmend lumbal und auf die ganze Wirbelsäule ausweiteten. Sie wurde 

wiederholt untersucht, bezog in der Folge Leistungen der SUVA, welche 

aufgrund des Austrittsberichts vom 19. Mai 2000 der Klinik …, der ihr die 

Weiterführung der Tätigkeit als Näherin als zumutbar bescheinigte, per 23. 

Juli 2000 ihre Taggeldleistungen einstellte. Daraufhin meldete sich die 

Versicherte am 20. Dezember 2000 zum Bezug von IV-Leistungen an.

Mit Verlaufsbericht vom 21. November 2001 bescheinigte der Hausarzt Dr. … 

diverse Arbeitsunfähigkeiten aufgrund akuter immobilisierender lumbaler 

Rückenschmerzen, welche im Rahmen einer 50%-igen Wiederaufnahme der 

ehemaligen Tätigkeit aufgetreten waren, zuletzt ab 19. November 2001 bis 

auf Weiteres 100%. Er rechnete darin prognostisch eher mit einer 

abnehmenden Arbeitsfähigkeit, sowohl aus rheumatologischer wie auch aus 

psychiatrischer Sicht, wobei er sich für letzteres auf einen Brief von Psychiater 

Dr. … bezog. Dieser schrieb im Beiblatt zum Arztbericht vom 6. Dezember 

2001, dass die bisherige Tätigkeit in der Lingerie höchstens noch zwei 

Stunden pro Tag ausgeführt werden könnte. Die psychische Störung mit ihrer 

Symptomatik reduziere die Arbeitsfähigkeit auf ca. 50%. Die 

Rückenbeschwerden führten zu einer 70 - 100%- igen Arbeitsunfähigkeit.

Am 26. Februar 2002 wies Dr. … die Versicherte der … Klinik zur 

konsiliarischen Untersuchung zu, welche sie am 3. Mai 2002 zu 100% als 

arbeitsunfähig einstufte. Bei den Beschwerden handle es sich um chronische 

panvertebrale Leiden bei entsprechender Befundlage. Die bisherigen 

therapeutischen Bemühungen hätten zu keiner Besserung geführt, weswegen 

keine weiteren therapeutischen Massnahmen vorhanden seien, welche 

annährend einen gewissen Erfolg versprächen. Aquafit könne durchaus zu 

einer gewissen Stabilisierung führen und entsprechend zu Symptomen auf 

einem für die Patientin einigermassen akzeptablen Niveau beitragen, was sich 

aber auf die Arbeitsfähigkeit kaum positiv auswirke.

Zur genaueren Abklärung wurde die Versicherte im Auftrag der IV-Stelle am 

2./3. Dezember 2002 von der … in … untersucht und begutachtet. Diese 

bescheinigte in ihrem Bericht vom 28. Januar 2003 für die zuletzt ausgeführte 

Arbeit als Näherin, welche als optimal angepasste Tätigkeit gelten könne, eine 

Arbeitsfähigkeit von 60% ab dem 24. Februar 2000. Auch für jede 

Verweistätigkeit bestehe eine 60%-ige Arbeitsfähigkeit unter folgenden 

Bedingungen: körperlich leichte Tätigkeit, kein repetitives Bücken, keine 

Zwangspositionen, Möglichkeit zu Wechselpositionen, keine vornüber 

gebückte Tätigkeit, kein Heben, Stossen oder Ziehen von Lasten von mehr 

als 5 bis maximal intermittierend 10 kg, keine signifikanten 

Überkopftätigkeiten, keine Vibrations-, Kälte- oder Zugexposition, Möglichkeit 

zum Wechsel zwischen Sitzen und Stehen. Für jede körperlich schwere 

Tätigkeit sei aber eine volle Arbeitsunfähigkeit gegeben. Betreffend berufliche 

Massnahmen hielt die … eine Wiedereingliederung in die bisherige Tätigkeit 

für das sinnvollste.

2. Abstützend auf dieses ärztliche Gutachten teilte die IV-Stelle mit Vorbescheid 

vom 5. März 2003 der Versicherten mit, dass sie ihr ab 1. Februar 2001 eine 

halbe IV(Härtefall)-Rente, basierend auf einem IV-Grad von 40%, auszahlen 

werde.

Daraufhin liess die Versicherte am 16. Mai 2003 einen Arztbericht von Dr. … 

vom 14. Mai 2003 einreichen. Dieser bescheinigte ihr seit dem 14. Januar 

2002 eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit, wobei alleine die Depression 

mindestens 70% ausmache.

Ungeachtet dessen erging von der IV-Stelle die entsprechende Verfügung für 

eine halbe IV(Härtefall)-Rente, basierend auf einem IV-Grad von 40%, am 10. 

Juli 2003 für die Zeit ab 1. Februar 2001 und am 29. August 2003 für die Zeit 

ab 1. Oktober 2003.

3. Dagegen erhob die Versicherte am 3. September 2003 Einsprache und 

beantragte Aufhebung der Verfügungen vom 10. Juli resp. 29. August 2003 

und Zusprechung einer ganzen anstelle einer halben Rente der IV. Sie berief 

sich insbesondere auf den Bericht der … Klinik vom 3. Mai 2002. Ergänzend 

machte sie am 1. Oktober 2003 geltend, Dr. … habe am 14. Mai 2003 

bestätigt, dass sich der psychische Gesundheitszustand der Versicherten 

nach dem …-Gutachten noch einmal erheblich verschlechtert habe. Es sei zu 

einer massiven Zunahme der depressiven Störung mit Suizidgedanken 

gekommen, welche im …-Gutachten noch ausdrücklich verneint worden 

seien. Am 30. Oktober 2003 liess die Versicherte noch die Stellungnahme von 

Dr. … vom 11. April 2003 zum …-Gutachten einreichen. Dr. … attestierte, 

dass bei der Patientin im MRI fassbare Bandscheibenveränderungen 

vorlägen, welche bereits im 2000 von der … Klinik als gravierend taxiert 

worden seien. Es liege, wie auch im …-Bericht festgehalten, eine De-facto-

Behinderung der Patientin im Alltag vor, bedingt durch die von der Patientin 

als reell empfunden chronischen Schmerzen. Bei gewissen Belastungen 

nähmen diese massiv zu und seien ein Teil der Patientin geworden (nicht nur 

im psychologischen, sondern auch im neurobiologischen Sinne). Bereits 

geringe Bewegungen und zum Teil Berührungen des Rückens führten zu 

abnormen Schmerzreaktionen der Patientin, was durch die neuroplastisch 

bedingte Überempfindlichkeit des Nervensystems für Schmerzimpulse und 

Berührungen im Sinne einer Allodynie erklärt werden könnte. Die geringe 

Schmerztoleranz der Patientin dürfte bei adaptierter Tätigkeit höchstens noch 

eine 20%-ige Arbeitsfähigkeit zulassen.

4. Mit Entscheid vom 8. Januar 2004 wies die IV-Stelle die Einsprache ab. Darin 

führt sie aus, dass im Vordergrund der medizinischen Betrachtung die 

polydisziplinäre medizinische Begutachtung der … stehen müsse. Der Bericht 

der … Klinik vom 3. Mai 2002 sei in der …-Begutachtung berücksichtigt 

worden. Die dort gemachten Angaben enthielten keinen Nachweis in Bezug 

auf eine allfällige Arbeitsunfähigkeit. Zudem habe sich der psychische 

Gesundheitszustand nach der …-Abklärung nicht noch einmal erheblich 

verschlechtert. Der Bericht von Dr. … vom 14. Mai 2003 gebe objektiv keine 

gesundheitlichen Verschlechterungen wider, sei pauschal, nicht umfassend 

und nicht begründet. Nichts am …-Gutachten zu ändern vermöge überdies 

der Bericht von Dr. … vom 11. April 2003, weil der Facharzt Innere Medizin 

und Rheumatologie der … überzeugend eine uneingeschränkte 100%-ige 

Arbeitsfähigkeit in der bisherigen Tätigkeit bescheinigt habe. Betreffend der 

von Dr. … hinsichtlich des Schmerzverhaltens gemachten Ausführungen 

(neurobiologische Ursache) verwies die IV-Stelle auf das rheumatologische 

Fachgutachten der …. Die Faktoren der subjektiven Krankheitsüberzeugung 

und der komplexen zentralnervösen Schmerzverarbeitung würden darin 

mehrheitlich als invaliditätsfremd beurteilt und nicht als Gesundheitsschaden 

angesehen, weshalb gesamthaft gesehen weiterhin an der 60%-igen 

Arbeitsfähigkeit in einer behinderungsgeeigneten Tätigkeit festgehalten 

werden müsse.

5. Dagegen liess die Versicherte am 11. Februar 2004 frist- und formgerecht 

Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden erheben mit 

den Begehren um Aufhebung des angefochtenen Einspracheentscheids und 

die Zusprechung einer ganzen Rente, eventualiter die Vornahme 

ergänzender psychiatrischer Abklärungen. Es sei unbestritten, dass bei der 

Beschwerdeführerin eine massive De-facto-Behinderung im Alltag vorliege, 

welche über die von der … anerkannte Arbeitsunfähigkeit hinausgehe. Diese 

sei radiomorphologisch nicht erklärbar und werde deshalb als 

invaliditätsfremd bezeichnet. Dies werde von Dr. … mit Schreiben vom 11. 

April 2003 kritisiert. Die De facto-Behinderung müsse folglich in die Bewertung 

der Arbeitsfähigkeit miteinbezogen werden, womit die Arbeitsunfähigket aus 

somatischer Sicht bei 80% liege. Aus psychiatrischer Sicht sei gemäss Dr. … 

zwischen Sommer und Dezember 2002 eine erhebliche Verschlechterung des 

psychischen Gesundheitszustandes eingetreten (Traumatisierung durch die 

…-Untersuchung, suizidale Gedanken). Aus rein psychiatrischer Sicht 

betrage die Arbeitsunfähigkeit seit Mai 2003 70–100%. Falls darauf nicht 

abgestellt werden könne, wären ergänzende psychiatrische Abklärungen 

vorzunehmen.

6. In ihrer Vernehmlassung vom 27. Februar 2004 beantragt die IV-Stelle 

Abweisung der Beschwerde. Sie hält weiterhin an ihrer Abstützung auf der …-

Begutachtung fest. Diese sei in der Beurteilung der medizinischen 

Zusammenhänge und der Situation einleuchtend, die Schlussfolgerungen der 

Experten seien begründet und gäben das Beschwerdebild der Versicherten 

objektiv wieder. Sie hätten volle Beweiskraft, solange nicht konkrete Indizien 

gegen die Zuverlässigkeit der Expertise sprächen, was vorliegend nicht der 

Fall sei. Die … habe in ihrem Gutachten berücksichtigt, dass die Versicherte 

auch unter psychischen Problemen und Beschwerden leide und aus rein 

psychiatrischer Sicht aufgrund der leicht- bis mittelgradigen reaktiv bedingten 

depressiven Störung eine 30–40%-ige Einschränkung gesehen. Bezüglich 

der somatoformen Schmerzstörung resultiere die im rheumatologischen 

Fachgutachten beschriebene Einschränkung, wobei die Minderung der 

Arbeitsfähigkeit aus psychiatrischer Sicht in der Minderung aus somatischer 

Sicht bereits enthalten sei. Der Bericht Dr. … vom 14. Mai 2003 vermöge 

daran nichts zu ändern.

7. In ihrer Replik machte die Versicherte geltend, der Bericht von Dr. … führe 

medizinisch über das …-Gutachten hinaus, was dieses ernsthaft in Frage 

stelle. Die erhebliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes in 

psychischer Hinsicht sei ebenfalls zu beachten, weswegen auch deshalb nicht 

auf das …-Gutachten abgestellt werden könne. In der Folge verzichtete die 

IV-Stelle ihrerseits auf die Eingabe einer Duplik.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den 

folgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1. a) Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren stellt der 

Einspracheentscheid der IV-Stelle vom 8. Januar 2004 dar. Streitgegenstand 

bildet die Frage, ob die Festsetzung des Invaliditätsgrades der 

Beschwerdeführerin rechtmässig erfolgte, wobei der bis zum Zeitpunkt des 

Erlasses des Einspracheentscheides sich verwirklichte Sachverhalt 

massgebend ist (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar, Art. 52 Rz. 25; BGE 116 

V 248). 

b) Da der angefochtene Einspracheentscheid am 8. Januar 2004 erging, ist im 

vorliegenden Verfahren das IVG in der vom 1. Januar 2004 (Inkrafttreten 4. 

IV-Revision) gültigen Fassung anwenbar.

2. Nach Art. 28 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Invalidenversicherung 

(IVG) hat die Versicherte Anspruch auf eine Vollrente, wenn sie zu 

mindestens 70%, auf eine Dreiviertelsrente, wenn sie zu mindestens 60%, auf 

eine halbe Rente, wenn sie zu mindestens 50% und auf eine Viertelsrente, 

wenn sie zu mindestens 40% invalid ist. Als Invalidität im Sinne des ATSG gilt 

die durch einen Gesundheitsschaden verursachte längerfristige 

Erwerbsunfähigkeit oder bei Nichterwerbstätigen die Unmöglichkeit, sich im 

bisherigen Aufgabenbereich zu betätigen (Art. 7, Art. 8 Abs. 1 und 2 ATSG). 

Für die Ermittlung des Invaliditätsgrades (IV-Grad) ist auf die wirtschaftliche 

Erwerbsunfähigkeit und nicht auf die medizinische Arbeitsunfähigkeit 

abzustellen (PVG 1982 Nr. 80). Dabei wird das Erwerbseinkommen, das der 

Versicherte nach Eintritt der Invalidität und nach Durchführung allfälliger 

Eingliederungsmassnahmen durch eine ihm zumutbare Tätigkeit bei 

ausgeglichener Arbeitsmarktlage erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum 

Erwerbseinkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid geworden 

wäre (Art. 16 ATSG). Anhand der Differenz wird sodann der Grad der 

Invalidität bestimmt.

3. a) Im Rahmen der Invaliditätsbemessung nach der allgemeinen Methode des 

Einkommensvergleichs ist es Aufgabe der Ärzte und Ärztinnen, den 

Gesundheitszustand (Befund, Diagnose) der versicherten Person zu 

beurteilen und festzustellen, inwiefern diese in ihren körperlichen oder 

geistigen Funktionen – allenfalls nach Durchführung medizinischer 

Eingliederungsmassnahmen – durch das Leiden eingeschränkt ist; dabei 

äussern sich die Ärzte und Ärztinnen vor allem zu jenen Funktionen, welche 

für die nach ihrer Lebenserfahrung im Vordergrund stehenden 

Arbeitsmöglichkeiten der versicherten Person wesentlich sind (etwa ob die 

versicherte Person sitzend oder stehend, im Freien oder in geheizten 

Räumen, vollschichtig oder teilzeitlich arbeiten kann, ob sie fähig ist, Lasten 

zu heben und zu tragen usw.). Aufgabe des Berufsberaters oder der 

Berufsberaterin ist es sodann, aufgrund der ärztlichen Angaben zu 

entscheiden, welche konkreten Tätigkeiten der versicherten Person zumutbar 

sind (BGE 114 V 310 Erw. 3c, 107 V 17 Erw. 2b; AHI 1997 S. 120 Erw. 1; 

Ulrich Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Zürich 

1997, S. 227 f.).

b) Aus dem Gesagten erhellt, dass den ärztlichen Gutachten bei der Beurteilung 

der Restarbeitsfähigkeit in der dem Gericht obliegenden Beweiswürdigung 

zentrale Bedeutung zukommt. Hinsichtlich des Beweiswertes eines 

Arztberichtes ist es also entscheidend, ob der Bericht für die streitigen 

Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die 

geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Anamnese 

abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge 

und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die 

Schlussfolgerungen der Experten begründet und nachvollziehbar sind (vgl. 

RKUV 1991 S. 312). Ausschlaggebend für den Beweiswert ist grundsätzlich 

somit weder die Herkunft eines Beweismittels noch die Bezeichnung der 

eingereichten oder in Auftrag gegebenen Stellungnahme als Bericht oder 

Gutachten, sondern dessen Inhalt (Morger, Unfallmedizinische Begutachtung 

in der SUVA, in: SZS 32/1988 S. 322f.). Was den Beweiswert von 

Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt somit der Umstand, dass eine ärztliche 

Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht 

wird, noch keine Zweifel an ihrem Beweiswert (ZAK 1986 S. 189 Erw. 2a in 

fine), sofern nicht konkrete Indizien gegen die  Zuverlässigkeit sprechen (VGE 

160/97).

4. Zur Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit liegen dem Gericht im konkreten Fall 

verschiedene medizinische Berichte vor, die es im Folgenden zu prüfen und 

zu würdigen gilt:

• Die Gutachter der … kommen bei der Beurteilung der Restarbeitsfähigkeit am 

28. Januar 2003 zum Schluss, dass aus rheumatologischer Sicht in 

Übereinstimmung mit dem Schreiben der ... Klinik vom 3. Mai 2002 bei der 

Versicherten ein chronifiziertes lumbal- und sakralbetontes Schmerzsyndrom 

vorliege, das allerdings als unspezifisch zu klassieren sei. Im Weiteren wird 

darin festgehalten, dass von einer deutlich verminderten Belastbarkeit des 

Achsenskeletts auszugehen sei, das Ausmass der von der Versicherten 

geltend gemachten Beschwerden und insbesondere der Grad der 

anamnestisch eruierbaren De-facto-Behinderung im Alltag aber mit den zu 

erhebenden klinischen und radiomorphologischen Befunden nicht erklärt 

werden könne. Überhaupt sei der Stellenwert der radiomorphologischen 

Veränderungen in Bezug auf die Schmerzauslösung im Einzelfall nur sehr 

schwer zu beurteilen, indem klinische Schmerzentwicklung und Ausmass 

degenerativer Veränderungen in den Röntgenbildern meist nur geringe 

Korrelationen zeigen würden. Die Faktoren subjektive 

Krankheitsüberzeugung, "fear of pain and movement" sowie Faktoren der 

komplexen zentralnervösen Schmerzverarbeitung und Faktoren 

nichtmedizinischer schmerz- und behinderungsverstärkender Art werden 

sodann gutachterlicherseits per Konsens als invaliditätsfremd beurteilt und 

nicht als Gesundheitsschaden angesehen. Trotz hoher De-facto-Behinderung 

im Alltag könne somit in derartigen Fällen keine massive Einschränkung der 

Arbeitsfähigkeit aus Sicht des Bewegungsapparates attestiert werden. Dies 

führt dazu, dass nach Auffassung der ...-Rheumatologen für die bisherige 

Tätigkeit keine Arbeitsunfähigkeit resultiert. Die psychiatrischen Fachärzte 

halten in ihrer abschliessenden Betrachtung ergänzend fest, bei der 

Versicherten liege aufgrund ihrer leicht- bis mittelgradig depressiven Störung 

mit deutlich emotionaler Belastbarkeit und vermehrter Nervosität für eine den 

somatischen Beschwerden angepasste Tätigkeit eine rund 30-40%-ige 

Arbeitsunfähigkeit vor. Verglichen mit der uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

in einer behinderungsangepassten Tätigkeit gemäss dem rheumatologischen 

Fachgutachten verbleibe folglich eine seit dem 24. Februar 2000 bestehende, 

gesamthafte Restarbeitsfähigkeit von 60%.

• Der Hausarzt Dr. … vertritt hingegen in seinem Schreiben vom 11. April 2003 

die Auffassung, dass chronische Schmerzen bei Patienten über die Jahre zu 

einer Zentralisierung des Schmerzgeschehens mit Prägung des 

Schmerzgedächtnisses und entsprechenden neuroplastischen 

Veränderungen im zentralen und peripheren Nervensystem führen würde. 

Wenn man diese Art der Schmerzempfindung als reell betrachte und die 

Behinderung im Alltag als de facto taxiere, könne deshalb aus medizinisch-

theoretischer Sicht höchstens von einer Restarbeitsfähigkeit von 20% 

ausgegangen werden.

• Die ... Klinik geht ihrerseits mit Bericht vom 3. Mai resp. 10. Juli 2002 davon 

aus, dass bei den unbestritten chronischen panvertebralen Beschwerden der 

Versicherten die therapeutischen Optionen erschöpft seien und entsprechend 

eine verwertbare Arbeitsleistung nicht mehr realisiert werden könne. Daraus 

resultiere logischerweise eine Invalidität, wobei in deren Bemessung 

insbesondere das subjektive Erleben des Schmerzsyndroms Eingang finden 

müsse.

• Der Psychiater Dr. … attestiert der Versicherten mit Schreiben vom 14. Mai 

2003 eine 50-70%-ige depressionsbedingte Arbeitsunfähigkeit ab Juli 2002. 

Anlässlich der Konsultation vom 12. Dezember 2002 sei indessen eine 

deutliche Verschlimmerung der depressiven Störung mit suizidalen 

Gedanken festgestellt worden. Die Patientin habe erzählt, dass sie die ...-

Begutachtung als sehr traumatisierend erlebt habe und im Anschluss daran 

deutliche Suizidgedanken hatte. Seither bestehe aufgrund der Depression 

alleine eine 100%-ige Arbeitsunfähigkeit. Seit dem 11. April 2003 habe sich 

die Depression wieder etwas aufgehellt, so dass aktuell seitens der 

Depression eine Arbeitsunfähigkeit von 70–100% vorliege. Unter 

Berücksichtigung der Schmerzproblematik der Versicherten müsse 

gesamthaft gesehen jedoch seiner Meinung nach seit dem 14. Januar 2002 

von einer 100%-igen Arbeitsunfähigkeit ausgegangen werden.

5. In Würdigung der soeben erwähnten Arztberichten und IV-Abklärungen ist das 

Gericht zur Überzeugung gelangt, dass sich die Vorinstanz trotz der zum Teil 

stark divergierender medizinischen Ansichten auf die Ausführungen der ... 

abstützen konnte, da deren Feststellungen auf einer umfassenden 

interdisziplinären Abklärung der Beschwerdeführerin und in Kenntnis der 

wesentlichen medizinischen Vorakten sowie unter Berücksichtigung der 

geklagten Beschwerden getroffen worden sind. Die von den Experten 

gezogenen Schlussfolgerungen werden eingehend, nachvollziehbar und 

widerspruchsfrei begründet, weshalb diesem medizinischen Bericht volle 

Beweiskraft zuerkannt werden darf und auch von den unzulänglich 

begründeten Ausführungen der ... Klinik und den Berichten der Hausärzte 

Dres. … und … nicht derart erschüttert werden, dass nicht mehr darauf 

abgestellt werden könnte. Nur am Rande sei in diesem Zusammenhang der 

Hinweis erlaubt, dass die medizinische Abklärungsstelle der IV (...; Art. 72bis 

IVV) eine spezialisierte Abklärungsstelle ist, die in Bezug auf die Erfüllung der 

Gutachtensaufträge weder gegenüber den Durchführungsorganen noch der 

Aufsichtsbehörde (BSV) in irgendeiner Art weisungsgebunden oder 

untergeordnet ist. Sie erstattet ihre Gutachten auf tarifvertraglicher Grundlage 

und einzig nach bestem Wissen und Gewissen der Experten (vgl. Meyer-

Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichtes zum IVG, S. 230 mit Hinweis 

auf das unveröffentlichte Urteil des EVG vom 6. Juni 1994).

Hinsichtlich der Darlegungen von Dr. … und der ...-Klinik lässt sich im Übrigen 

ein eigentlicher Widerspruch nach Ansicht des Gerichtes gar nicht erkennen. 

Mit seinem Schreiben vom 11. April 2003 taxiert Dr. … einfach die von der ... 

als invaliditätsfremd bezeichnete De-facto-Behinderung als neurobiologisch, 

d.h. medizinisch relevant und kommt deshalb für die medizinische resp. 

somatische Seite auf eine Arbeitsunfähigkeit von 80%. Im Gegensatz zur ... 

betrachtet er das "Fear of pain and movement "-Syndrom entsprechend als 

somatisch und nicht psychiatrisch relevant, was zu seiner viel zu 

zurückhaltenden Einschätzung der Restarbeitsfähigkeit geführt hat. Diese 

Bewertung kann, wie bereits die Erfahrung des Bundesgerichts gezeigt hat, 

nicht zuletzt auch mit der Neigung des Hausarztes erklärt werden, eine 

advokatorische Stellung im Verfahren einzunehmen und eher zugunsten 

seines Patienten auszusagen, da neben dem rein ärztlichen auch oft eine 

nicht leicht abtrennbare soziale Komponente bei dessen Beurteilung einfliesst 

(vgl. PVG 1996 Nr. 89 mit Verweis auf EVGE i.S. F.S. vom 10. Juni 1991).

Nichts am Ergebnis der Vorinstanz zu ändern vermag schliesslich auch der 

Bericht des Psychiaters Dr. … vom 14. Mai 2003, worin er der Versicherten 

anlässlich eines, wie er ausführt, traumatisierenden Aufenthaltes in der ...-

Klinik vorübergehend alleine aufgrund der psychischen Situation eine 

Arbeitsunfähigkeit von 100% bescheinigte, danach ab April 2003 eine solche 

von 70-100%. Nachdem Dr. … für die Zeit vor der Begutachtung durch die ... 

der Patientin noch eine durch die Depression bedingte Arbeitsunfähigkeit von 

50-70% attestierte und sich diese trotz weiterer Zunahme der depressiven 

Störung (Kündigung der Wohnung und Fürsorgeabhängigkeit) nicht 

veränderte, ist es für das Gericht nicht nachvollziehbar, dass eine 

routinemässige, zweitägige Untersuchung und Begutachtung in den 

Universitätskliniken Basel bei der Patientin eine vollständige 

Arbeitsunfähigkeit hervorgerufen haben sollte. Vor diesem Hintergrund 

vermag die Begründung der Zunahme der genannten Beschwerden 

keinesfalls zu überzeugen und erscheint in seinem Bilde gesamthaft als nicht 

wissenschaftlich und unpräzis dargelegt, weshalb auch aus psychiatrischer 

Sicht die IV-Stelle vollumfänglich auf die Ausführungen der ... abstellen durfte. 

Was die Beschwerdeführerin dagegen vorbringt, ist nicht geeignet, die 

Beweiswürdigung und fachkundige Einschätzung der IV-Stelle als 

unzutreffend oder lückenhaft erscheinen zu lassen.

Nach dem Gesagten sah die Vorinstanz somit aus gutem Grunde keinen 

Anlass, an der Gültigkeit des ...-Berichtes zu zweifeln und hat folglich zu Recht 

auf weitere medizinische Abklärungen verzichtet (vgl. BGE 122 V 162).

6. Zusammengefasst ergibt sich damit, dass die Rentenverfügungen sowie der 

darauf basierende Einspracheentscheid rechtmässig und vertretbar sind, was 

im Resultat zur Abweisung der Beschwerde führt. 

7. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das Verfahren vor dem kantonalen 

Versicherungsgericht in der Regel kostenlos. Nur bei mutwilligem oder leicht 

sinnigen Verhalten der beschwerdeführenden Partei können dieser eine 

Spruchgebühr und die Verfahrenskosten auferlegt werden. Ein solches 

Verhalten kann der Beschwerdeführerin nicht vorgeworfen werden. Sodann 

hat - von wenigen Ausnahmen abgesehen - gemäss Art. 61 lit. g ATSG nur 

die obsiegende Beschwerde führende Partei Anspruch auf Ersatz der 

Parteikosten. Demgemäss hat die Beschwerdeführerin der 

Beschwerdegegnerin keine Parteikosten zu ersetzen.

Demnach erkennt das Gericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen.

2. Es werden keine Kosten erhoben.