# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** eff26150-7b89-5da7-a2f0-0ab449f5f432
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-04-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.04.2014 SB130473
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB130473_2014-04-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer    
 
 

 
 

Geschäfts-Nr.: SB130473-O/U/gs 
 

Mitwirkend: Oberrichter Dr. Bussmann, Präsident, Ersatzoberrichter lic. iur. Gut, 

Ersatzoberrichterin lic. iur. Erb sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. Leuthard 

 

Urteil vom 25. April 2014 

in Sachen 

 

1. A._____,  
2. ... 

Beschuldigter, Erstberufungskläger und Anschlussberufungsbeklagter 

 

1 amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____ 

 

gegen 

 

Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat,  
Anklägerin, Zweitberufungsklägerin und Anschlussberufungsklägerin 

 

betreffend versuchte schwere Körperverletzung etc. 
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Zürich, 7. Abteilung, vom 
29. August 2013 (DG130151) 

- 2 - 

Anklage:  

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat vom 29. April 2013 ist 

diesem Urteil beigeheftet (Urk. 31). 

Urteil der Vorinstanz: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig 

− der versuchten schweren Körperverletzung i.S.v. Art. 122 StGB i.V.m. 
Art. 22 Abs. 1 StGB 

− der Tätlichkeit i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte B._____ wird freigesprochen vom Vorwurf der versuchten 

schweren bzw. der einfachen Körperverletzung. 

3. Das Verfahren wird eingestellt, soweit dem Beschuldigten A._____ im 

Hauptdossier einfache Körperverletzung vorgeworfen wird. 

4. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 

Monaten, wovon drei Tage durch Haft erstanden sind, und einer Busse von 

Fr. 200.–. 

5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 

Jahre angesetzt.  

6. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte A._____ die Busse 

schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 

Tagen.  

7. Die beiden in der Sicherstellungsliste vom 29. Mai 2011 aufgeführten 

Besteck - Grillgabeln (Asservat Nr. … und Nr. …) werden eingezogen und 

der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen. 

8. Es wird festgehalten, dass der Beschuldigte A._____ das 

Genugtuungsbegehren des Privatklägers C._____ im Umfang von Fr. 

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3'000.– anerkannt hat. Im übersteigenden Betrag wird der Privatkläger auf 

den Zivilweg verwiesen. 

9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 6'000.-- ; die weiteren Auslagen betragen: 

Fr. 2'000.–   Gebühr Untersuchung 

Fr. 1'504.50   Auslagen Untersuchung. 
 
Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher 

Verteidiger des Beschuldigten A._____ mit Fr. 3'838.– (zzgl. 8 % MwSt), 

Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten 

B._____ mit Fr. 6'274.30 (zzgl. 8 % MwSt) aus der Gerichtskasse 

entschädigt. 

10. Dem Beschuldigten A._____ werden die Kosten seiner amtlichen 

Verteidigung, die durch ihn verursachten Kosten der Strafuntersuchung (HD 

26 Auslagen Vorverfahren Fr. 1'404.50, Gebühr für die Führung des 

Vorverfahrens Fr. 1'000.– ) sowie die Hälfte der Kosten des gerichtlichen 

Verfahrens auferlegt, aber einstweilen abgeschrieben. Eine Nachforderung 

sämtlicher Kosten erfolgt, sobald es die wirtschaftlichen Verhältnisse des 

Beschuldigten A._____ erlauben. 

11. Die auf den Beschuldigten B._____ entfallenden Kosten werden auf die 

Gerichtskasse genommen. 

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Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 82) 

 1. Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils und Freispruch vom Vorwurf 

der versuchten schweren Körperverletzung bzw. Rückweisung der 

Anklage zur Berichtigung im ND 2 dahingehend, dass der Beschuldigte 

sich in der irrigen aber vermeidbaren Vorstellung angegriffen oder 

unmittelbar mit einem Angriff bedroht zu werden, wehren wollte (und er 

daher diesbezüglich der fahrlässigen Körperverletzung i.S. von Art. 125 

i.V.m. Art. 13 Abs. 2 sowie Art. 15 StGB schuldig zu sprechen und 

entsprechend zu bestrafen sei); 

 2. Eventualiter 

  Schuldigsprechung der einfachen Körperverletzung unter Verwendung 

eines gefährlichen Gegenstandes i.S. von Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB; 

  Bestrafung mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten unter Anrechnung 

der Untersuchungshaft von 3 Tagen und Gewährung des bedingten 

Strafvollzuges. 

b) Der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat: 

(Urk. 83) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei mit einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, 

unter Anrechnung von drei Tagen Haft, sowie einer Busse von Fr. 200.-

- zu bestrafen. 

2. Vollzug von 12 Monaten Freiheitsstrafe und Gewährung des bedingten 

Vollzuges der restlichen 24 Monate Freiheitsstrafe unter Ansetzung 

einer Probezeit von 2 Jahren. 

3. Abweisung der Berufungsanträge des Beschuldigten A._____. 

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Erwägungen: 

I. Verfahrensgang 

1. Vorverfahren 

Gegenstand des Vorverfahrens waren zwei voneinander unabhängige, aber beide 

Male massive tätliche Auseinandersetzungen zwischen mehreren Personen und 

unter Beteiligung des Beschuldigen im Zürcher Seefeldquartier am 1. April 2011 

und am 28. Mai 2011. Das Vorverfahren wurde am 21. April 2011 (HD) bzw. am 

28. Mai 2011(ND 2) eröffnet und mit Anklageerhebung am 13. Mai 2013 (Datum 

Eingang bei der ersten Instanz) abgeschlossen.  

2. Erstinstanzliches Verfahren 

Die erstinstanzliche Hauptverhandlung fand am 29. August 2013 in Anwesenheit 

des amtlichen Verteidigers statt (Prot. I S. 6). Dem Beschuldigten wurde das 

persönliche Erscheinen erlassen (Prot. I S. 6). Das Verfahren bezüglich der 

Körperverletzung anlässlich der ersten Auseinandersetzung am 1. April 2011 

wurde eingestellt, bezüglich des zweiten Vorfalls vom 28. Mai 2011 wurde der 

Beschuldigte schuldig gesprochen. Der Entscheid der Vorinstanz wurde mündlich 

eröffnet (Prot. I S. 13). Die Vorinstanz beurteilte auch die Anklage gegen den 

Mitbeschuldigten B._____. Berufungskläger ist jedoch nur der Beschuldigte 

A._____, weshalb Dispositivziffer 2 des vorinstanzlichen Urteils nicht Gegenstand 

dieses Verfahrens bildet (Urk. 65 S. 44).  

3. Berufungsverfahren 

Am 9. September 2013 (Datum Poststempel 6. September 2013) meldete der 

Verteidiger des Beschuldigten rechtzeitig innert der 10-tägigen Frist von Art. 399 

Abs. 1 StPO Berufung an (Urk. 54). Die selbständige Berufung der 

Staatsanwaltschaft wurde am 15. November 2013 (Datum Eingang) wieder 

zurückgezogen (Urk. 55 und 67), was vorzumerken ist. 

- 6 - 

Das begründete Urteil wurde dem Verteidiger am 25. Oktober 2013 zugestellt 

(Urk. 64/2). Innert der 20-tägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO wurde die 

Berufungserklärung am 13. November 2013 der Post überreicht (Urk. 66). 

Mit Präsidialverfügung vom 22. November 2013 wurde eine Frist von 20 Tagen 

zur Anschlussberufung angesetzt (Urk. 68). Rechtzeitig erhob die 

Staatsanwaltschaft am 18. Dezember 2013 (Datum Poststempel 17. Dezember 

2013) Anschlussberufung (Urk. 71). Zur Berufungsverhandlung am 25. April 2014 

sind der Verteidiger sowie der Vertreter der Staatsanwaltschaft erschienen. Dem 

Beschuldigten wurde das persönliche Erscheinen erlassen (Prot. II S. 4).  

 

II. Berufungsbegründungen 

1. Beschuldigter 

Der Beschuldigte ficht mit seiner Berufung den Schuldpunkt bezüglich des 

zweiten Vorfalls vom 28. Mai 2011 wegen versuchter schwerer Körperverletzung 

gemäss Urteilsdispositiv Ziffer 1 Abs. 1 sowie die Strafzumessung gemäss 

Urteilsdispositiv Ziffer 4 an (Urk. 66 S. 2).  

2. Staatsanwaltschaft 

Die Staatsanwaltschaft beantragt mit der Anschlussberufung die Bestätigung des 

vorinstanzlichen Schuldspruchs, aber eine Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 

3 Jahre. Zudem ist sie mit dem vollständigen Aufschub der Strafe nicht 

einverstanden, sondern beantragt einen Vollzug eines Teils der Strafe im Umfang 

von 12 Monaten (Urk. 71). 

3. Teilrechtskraft 

Somit ist festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil hinsichtlich des 

Schuldspruchs wegen Tätlichkeit (Dispositivziffer 1 Abs. 2), der Einstellung des 

Verfahrens betreffend der einfachen Körperverletzung vom 1. April 2011 (HD) 

(Dispositivziffer 3), der Einziehung der Tatwerkzeuge (Dispositivziffer 7), der 

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Genugtuung (Dispositivziffer 8) sowie der Kostenfestsetzung- und -auflage bzw. 

Entschädigung (Dispositivziffern 9 und 10) in Rechtskraft erwachsen ist. 

 

III. Schuldpunkt - Körperverletzung ND 2 

1. Standpunkt der Verteidigung 

Der Beschuldigte bestreitet nicht, dem Geschädigten mit einer Grillgabel in die 

Brust gestochen zu haben. Der Verteidiger macht jedoch geltend, der 

Beschuldigte habe sich in der irrigen aber vermeidbaren Vorstellung befunden, 

angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht zu werden (Urk. 48 S. 7, 

Urk. 82 S. 1; Art. 15 StGB i.V.m. Art. 13 StGB). Gestützt auf diese irrige 

Vorstellung habe er sich lediglich wehren wollen. Dogmatisch handelt es sich bei 

einer solchen Konstellation um sogenannte Putativnotwehr.  

In den vorinstanzlichen Erwägungen wurde mit keinem Wort auf diesen 

Standpunkt eingegangen, obschon die Verteidigung ausdrücklich einen 

Freispruch gestützt auf Art. 15 StGB in Verbindung mit Art. 13 StGB beantragt hat 

(Urk. 65 S. 4 und S. 35). Zwar muss nicht stets auf jedes Argument der 

Verteidigung eingegangen werden, insbesondere wenn solche als nebensächlich 

erscheinen. Das Vorliegen einer Notwehrsituation ist allerdings ein erheblicher 

Umstand, kann diese Frage doch alleine über Schuld oder Unschuld entscheiden. 

Dass Gericht hat sich deshalb zu einem solchen Einwand zu äussern, ansonsten 

das rechtliche Gehör oder zumindest die Begründungspflicht von Art. 50 StGB 

verletzt ist. 

Bei Putativnotwehr ist der darin enthaltene Irrtum als Sachverhaltsirrtum im Sinne 

von Art. 13 StGB zu beurteilen (BGE 93 IV 83, 129 IV 27). Da ein Irrtum letztlich 

ein innerer Denkvorgang ist, bleibt er einem direkten wissenschaftlichen Beweis 

nicht zugänglich. Deshalb ist aufgrund von äusseren Umständen und aufgrund 

der Würdigung der Aussagen der Beteiligten zu entscheiden, ob die Behauptung 

eines Irrtums überzeugt oder ob es sich um eine Schutzbehauptung bzw. eine 

rein theoretische Möglichkeit handelt, die auszuschliessen ist. 

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2. Allgemeine Grundsätze der Beweis- und Aussagenwürdigung 

2.1. Gemäss der aus Art. 8 und Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 

EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis 

der Schuld eines Beschuldigten zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren 

Handlung Angeklagte unschuldig ist (Urteile des Bundesgerichts 1P.587/2003 

vom 29. Januar 2004, E. 7.2., und 1P.437/2004 vom 1. Dezember 2004, E. 4.2.; 

Pra 2002 S. 4 f. Nr. 2 und S. 957 f. Nr. 180; BGE 127 I 40, 120 Ia 31. E. 2b). Als 

Beweiswürdigungsregel besagt die Maxime, dass sich der Strafrichter nicht von 

der Existenz eines für den Beschuldigten ungünstigen Sachverhaltes überzeugt 

erklären darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der 

Sachverhalt so verwirklicht hat (Urteile des Bundesgerichtes 6B_795/2008 vom 

27. November 2008, E. 2.4., und 6B_438/2007 vom 26. Februar 2008, E. 2.1.). 

Die Überzeugung des Richters muss auf einem verstandesgemäss 

einleuchtenden Schluss beruhen und für den unbefangenen Beobachter 

nachvollziehbar sein (Hauser/Schweri/Hartmann, Schweizerisches 

Strafprozessrecht, 6. A., Basel 2006, § 54 Rz 11 ff.). Wenn erhebliche oder nicht 

zu unterdrückende Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so abgespielt hat, 

wie er eingeklagt ist, ist der Beschuldigte nach dem Grundsatz "in dubio pro reo" 

freizusprechen (Bernard Corboz, "in dubio pro reo", in ZBJV 1993, N 419 f.). 

Soweit ein direkter Beweis nicht möglich ist, ist der Nachweis der Tat mit Indizien 

zu führen, wobei die Gesamtheit der einzelnen Indizien, deren "Mosaik" zu 

würdigen ist (vgl. dazu auch Pra 2004 Nr. 51 S. 256, Ziff. 1.4.; Pra 2002 Nr. 180 

S. 962 f., Ziff. 3.4.). 

2.2. Aufgabe des Richters ist es demzufolge, seinem Gewissen verpflichtet, in 

objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von 

einem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an 

dessen Richtigkeit zu überwinden vermag (Art. 10 Abs. 2 StPO; ZR 72 Nr. 80; 

Max Guldener, Beweiswürdigung und Beweislast, S. 7; Pra 2004 Nr. 51 S. 256 

Ziff. 1.4.; BGE 124 IV 88, 120 1A 31 E. 2c). Es liegt in der Natur der Sache, dass 

mit menschlichen Erkenntnismitteln keine absolute Sicherheit in der 

Beweisführung erreicht werden kann. Daher muss es genügen, dass das 

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Beweisergebnis über jeden vernünftigen Zweifel erhaben ist (vgl. 

Kassationsgerichtsentscheid vom 26. Juni 2003, Nr. 2002/387S, E. 2.2.1. mit 

Hinweisen). Bloss abstrakte oder theoretische Zweifel dürfen dabei nicht 

massgebend sein, weil solche immer möglich sind (Hauser/Schweri/Hartmann, 

a.a.O., § 54 N 12, Urteile des Bundesgerichtes 6B_297/2007 vom 4. September 

2007, E. 3.4., und 1 P_587/2003 vom 29. Januar 2004, E. 7.2.). Es genügt also, 

wenn vernünftige Zweifel an der Schuld ausgeschlossen werden können. 

Hingegen darf ein Schuldspruch nie auf blosser Wahrscheinlichkeit beruhen.  

2.3. Wie bereits angesprochen können auch indirekte, mittelbare Beweise, 

sogenannte Anzeichen oder Indizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen 

Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, 

unmittelbar erhebliche Tatsache zulassen. Beim Indizienbeweis wird somit 

vermutet, dass eine nicht bewiesene Tatsache gegeben ist, weil sich diese 

Schlussfolgerung aus bewiesenen Tatsachen (Indizien) nach der 

Lebenserfahrung aufdrängt. Der Indizienbeweis ist dem direkten Beweis 

gleichwertig (Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., § 59 N 14). Da ein Indiz immer 

nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die Täterschaft oder die Tat 

hinweist, lässt es, einzeln betrachtet, die Möglichkeit des Andersseins offen, 

enthält daher auch den Zweifel (Hans Walder, Der Indizienbeweis im 

Strafprozess, ZStrR 108/1991, S. 309; Derselbe, Die Beweisführung in 

Strafsachen, insbesondere der Indizienbeweis, Zürich 1974/75, S. 49). Es ist 

jedoch zulässig, aus der Gesamtheit der verschiedenen Indizien, welche je für 

sich allein betrachtet nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf eine 

bestimmte Tatsache oder Täterschaft hindeuten und insofern Zweifel offen 

lassen, auf den vollen rechtsgenügenden Beweis von Tat oder Täter zu 

schliessen (Entscheide des Bundesgerichtes 6B_365/2009 vom 12. November 

2009, E. 1.4., 6B_332/2009 vom 4. August 2009, E. 2.3. mit Hinweisen, und 

6B_297/2007 vom 4. September 2007, E. 3.4.; Hauser/Schweri/Hartmann, a.a.O., 

§ 59 N 15). 

2.4. Stützt sich die Beweisführung auf Aussagen von Beteiligten, so sind diese 

frei zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und 

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den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung 

überzeugend ist, wobei es vorwiegend auf den inneren Gehalt der Aussagen 

ankommt, verbunden mit der Art und Weise, wie die Angaben erfolgten. Bei der 

Würdigung von Aussagen darf nicht einfach auf die Persönlichkeit oder 

allgemeine Glaubwürdigkeit von Aussagenden abgestellt werden. Massgebend ist 

vielmehr die Glaubhaftigkeit der konkreten, im Prozess relevanten Aussagen. 

Diese sind einer kritischen Würdigung zu unterziehen, wobei auf das 

Vorhandensein von sogenannten Realitätskriterien grosses Gewicht zu legen ist 

(vgl. Rolf Bender, Die häufigsten Fehler bei der Beurteilung von Zeugenaussagen, 

in SJZ 81 [1985] S. 53 ff.; Bender/Nack/Treuer, Tatsachenfeststellungen vor 

Gericht, Glaubwürdigkeits- und Beweislehre, Vernehmungslehre, 3. Auflage, 

München 2007, N 310 ff. und N 350 ff.). Die wichtigsten Realitätskriterien sind 

dabei die "innere Geschlossenheit" und "Folgerichtigkeit in der Darstellung des 

Geschehensablaufs", "konkrete und anschauliche Wiedergabe des Erlebnisses" 

sowie die "Schilderung des Vorfalles in so charakteristischer Weise, wie sie nur 

von demjenigen zu erwarten ist, der den Vorfall selber miterlebt hat", 

"Kenntlichmachung der psychischen Situation von Täter und Zeuge bzw. unter 

Mittätern", "Selbstbelastung oder unvorteilhafte Darstellung der eigenen Rolle", 

"Entlastungsbemerkungen zugunsten des Beschuldigten" und "Konstanz der 

Aussage bei verschiedenen Befragungen, wobei sich aber sowohl 

Formulierungen als auch die Angaben über Nebenumstände verändern können" 

(Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozessrecht mit Berücksichtigung 

des Zivilprozesses, Zürich 1974, S. 316). Andererseits sind auch allfällige 

Phantasiesignale zu berücksichtigen. Als Indizien für falsche Aussagen gelten 

"Unstimmigkeiten oder grobe Widersprüche in den eigenen Aussagen", 

"Zurücknahme oder erhebliche Abschwächungen in den ursprünglichen 

Anschuldigungen", "Übersteigerungen in den Beschuldigungen im Verlaufe von 

mehreren Einvernahmen", "unklare, verschwommene oder ausweichende 

Antworten" sowie "gleichförmig, eingeübt und stereotyp wirkende Aussagen". Als 

generelle Phantasiesignale nennen Bender/Nack/Treuer die "Schwarz-Weiss-

Malerei", die "Verarmung der Aussage", das "Flucht- und Begründungssignal" und 

die "behauptete Akzeptanz gegenüber bezweifelbaren Rechtsverkürzungen", 

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wobei weiter festgehalten wird, den "Phantasiebegabten" falle es ganz allgemein 

leichter, von eigenen Aussagen und Aktivitäten zu berichten, als die Antworten 

und Reaktionen der Gegenseite zu erfinden. Wenn das eine oder andere 

Phantasiesignal auftritt, braucht die Aussage nicht verworfen zu werden. Es ist 

dann aber eine ausreichende Zahl von erstklassigen Realitätskriterien zu fordern. 

Bei häufigem Auftreten von Phantasiesignalen sollten an die Zahl und Qualität der 

Realitätskriterien strenge Anforderungen gestellt werden, damit eine Aussage als 

zuverlässig eingestuft werden kann (Bender/Nack/Treuer, a.a.O., N 429 ff.). 

2.5. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine 

Anwendung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, 

ohne dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt 

nämlich insoweit eine Beweislastumkehr ein, als nicht jede aus der Luft gegriffene 

Schutzbehauptung von der Anklagebehörde durch hieb- und stichfesten Beweis 

widerlegt werden muss. Ein solcher Beweis ist nur dann zu verlangen, wenn 

gewisse Anhaltspunkte wie konkrete Indizien oder eine natürliche Vermutung für 

die Richtigkeit der Behauptung sprechen bzw. diese zumindest als zweifelhaft 

erscheinen lassen, oder wenn der Beschuldigte sie sonstwie glaubhaft macht (vgl. 

Kassationsgerichtsentscheid vom 2. November 2004, Nr. AC040082, E. 3.5, 

Stefan Trechsel, SJZ 1981 S. 320). 

3. Glaubwürdigkeit 

3.1. Sowohl der Zeuge D._____ als auch der Geschädigte und der Beschuldigte 

waren in die Auseinandersetzung involviert. Ein Stich mit einer grossen Grillgabel 

in die Brust ist äusserst beängstigend für das Opfer, weil das absolut elementar 

lebenswichtige Herz nur Zentimeter vom Einstichort entfernt liegt. Der 

Geschädigte schilderte denn auch nicht unglaubhaft, dass er nach wie vor 

Angstzustände habe und vom Vorfall traumatisiert sei. Es ist gut denkbar, dass 

jemand in einer solchen Situation geneigt ist, seine eigene Rolle am Geschehen 

herunterzuspielen und das Handeln des Täters aufzubauschen. Insofern geniesst 

der Geschädigte nicht dieselbe Glaubwürdigkeit wie ein völlig unbeteiligter Dritter. 

Andererseits lässt sich aber auch einwenden, dass ein (zu Recht) Beschuldigter 

stets ein Interesse habe, sich zu entlasten und sich in einem besseren Licht 

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darzustellen, als es in Tat und Wahrheit schien. Alleine die Rolle als Geschädigter 

oder Beschuldigter im Strafverfahren lässt deshalb noch keine relevanten 

Rückschlüsse auf die allgemeine Glaubwürdigkeit zu, denn nicht jedes Opfer lügt 

und nicht jeder Beschuldigter bestreitet zu Unrecht. Das Resultat der 

Beweiswürdigung darf nicht vorweg genommen werden, um in einem 

Zirkelschluss die Glaubwürdigkeit zu beurteilen. In Bezug auf die Glaubwürdigkeit 

des Beschuldigten und des Geschädigten lässt sich deshalb nichts aus den Akten 

ableiten.  

3.2. Der Zeuge D._____ ist ein Kollege des Geschädigten (Urk. HD 10/6 S. 3). 

Zudem wurde er von einer Bierdose am Kopf getroffen (Urk. ND 2/6 S. 3 Antwort 

17). Von daher ist denkbar, dass er dem Beschuldigten nicht wohlgesinnt ist und 

möglicherweise nicht ganz objektiv und neutral aussagen könnte. Da er den 

Beschuldigten am Tag des Vorfalls zum ersten Mal gesehen und ihn nicht 

gekannt habe, erschiene es aber auch etwas gesucht anzunehmen, er würde 

wahrheitswidrig und unter der Strafandrohung falscher Zeugenaussage den 

Beschuldigten zu Unrecht belasten. Seine Glaubwürdigkeit ist deshalb eher mit 

rein theoretischen Zweifeln belastet als effektiv eingeschränkt, zumal in seinen 

Aussagen keine Indizien erkennbar sind, welche auf eine Falschbelastung 

hindeuten würden. Wie bereits erwähnt, ist aber die Glaubhaftigkeit bzw. die 

Würdigung der konkreten Aussagen ohnehin weit wichtiger als die Beurteilung der 

allgemeinen Glaubwürdigkeit. 

4. Notwehr und Putativnotwehr 

4.1. Die Aussagen des Beschuldigten in den beiden staatsanwaltlichen 

Einvernahmen stehen teilweise im Widerspruch zum Standpunkt der 

Verteidigung. Während letztere nämlich geltend macht, der Beschuldigte habe in 

der irrigen Annahme gehandelt, er müsse sich mit dem Gabelstich gegen einen 

Angriff wehren (Urk. 48 S. 7), machte der Beschuldigte unter anderem geltend, er 

habe niemanden absichtlich stechen wollen (Urk. HD 10/7 S. 4 und 5, ND 2/7 S. 

5). Er habe den Geschädigten nur in Schach halten wollen. Es ist ein wesentlicher 

Unterschied, ob ein Täter gar nicht zustechen wollte (sondern nur den 

Kontrahenten in Schach halten) und es ungewollt zur Verletzung kam, oder ob der 

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Täter vorsätzlich zugestochen hat in der irrigen Annahme, nur so könne er sich 

gegen einen Angriff wehren (Putativnotwehr). Andererseits erwähnte der 

Beschuldigte in seiner ersten Einvernahme, "die Jungs sind auf mich los, ich 

musste mich verteidigen" (Urk. ND 2/5 S. 4) oder in der Hafteinvernahme, "ich 

habe einmal mit der Grillgabel auf die Brust des Geschädigten zugestochen, ich 

wollte ihn so von mir fernhalten" (Urk. ND 2/7 S. 2). Aus diesem Grund ist der 

Standpunkt der Verteidigung trotzdem zu prüfen, wobei aber bereits die 

widersprüchlichen Versionen des Beschuldigten Zweifel daran erwecken. 

4.2. Von wesentlicher Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass sich in den 

polizeilichen Aussagen des Beschuldigten keinerlei Hinweise erkennen lassen, 

dass er sich in einem irgend wie gearteten Irrtum befunden hätte (Urk. ND 2/5, 

ND 2/7, HD 10/7). Der Beschuldigte gab in der ersten Befragung, abgesehen von 

der oberwähnten Aussage, keine konkreten oder detaillierten Angaben zum 

angeblichen Angriff zu Protokoll, weder zum objektiven Geschehen noch zu 

seiner momentanen emotionalen Situation, zum Beispiel zu Angstgefühlen, oder 

zu seiner damaligen subjektiven Einschätzung der Bedrohungslage. Wer in 

Notwehr zu einer potentiell lebensgefährlichen Gegenreaktion schreitet, indem er 

dem Gegner die Zinken einer Grillgaben in die Brust sticht, muss sich in einem 

massiven Angst- oder Schreckenszustand befinden, ansonsten läge gar keine 

Notwehrsituation vor. Vor diesem Hintergrund wäre es das Natürlichste der Welt, 

dass ein Täter diese Angstsituation in der ersten polizeilichen Einvernahme, nur 

einen Tag nach dem Vorfall, breit schildert. In der Lehre der Aussagenanalyse ist 

dies ein ganz wichtiges Realitätskriterium bzw. dessen Fehlen beeinträchtigt die 

Glaubhaftigkeit der Aussage erheblich. Erst in der letzten staatsanwaltlichen 

Einvernahme, rund zwei Jahre nach dem Vorfall, spricht der Beschuldigte dann 

davon, er sei schockiert gewesen und in Panik geraten (Urk. HD 10/7 S. 5). Er 

dramatisiert den angeblichen Angriff dann auch indem er ausführte, der 

Geschädigte sei wie ein Löwe auf ihn losgegangen. Eine solch späte Änderung 

und Aggravierung der Aussage in einem wesentlichen Punkt vermag aber nicht zu 

überzeugen. Sie ist sehr unglaubhaft und deutet nicht auf die Schilderung von 

tatsächlich Erlebtem hin, sondern vielmehr auf eine taktische Anpassung. In der 

staatsanwaltlichen Einvernahme sagte der Beschuldigte schliesslich aus: "Dabei 

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habe ich die Grillgabel gehoben, um abzuwehren und dabei habe ich ihn wohl 

getroffen. Ich gehe sicher nicht absichtlich mit einer Gabel auf jemanden los" (Urk. 

HD 10/7 S. 5). Auch diese Aussage, insbesondere die Verwendung des Wortes 

"wohl", lässt nicht auf eine absichtliche Handlung in irrtümlicher Annahme eines 

Angriffs schliessen, sondern vielmehr auf das Fehlen einer Absicht zuzustechen, 

mit andern Worten auf das Fehlen eines Vorsatzes. 

Zweifel bestehen auch darüber, ob überhaupt ein Angriff im Sinne der Notwehr 

gemäss Art. 15 StGB vorlag. Vorab ist in Erinnerung zu rufen, dass die 

angeblichen Gegner des Beschuldigten unbewaffnet waren. Die Vorinstanz hat 

hinlänglich dargelegt, dass der Geschädigte C._____ und der Zeuge D._____ 

glaubhaft ausgesagt haben, dass der Beschuldigte in keiner Weise angegriffen 

worden sei. Jenen Erwägungen kann beigepflichtet werden (Art. 82 Abs. 4 StPO; 

Urk. 65 S. 30 - 33). Gemäss Schilderungen des Geschädigten und des Zeugen 

D._____ sei der Beschuldigte überraschend und unvermittelt auf sie zugegangen 

und habe dann auf den Geschädigten eingestochen (Urk. ND 2/6 S. 4, Urk. HD 

10/4 S. 3, Urk. HD 10/6 S. 3). Von irgend einer Angriffshandlung ihrerseits, 

welche den Beschuldigten zum Zustechen provoziert habe, ist keine Rede. Der 

Zeuge D._____ schildert zwar, dass er zuvor vielleicht schon etwas bedrohlich 

gegenüber dem Beschuldigten aufgetreten sei (Urk. ND 2/6 S. 4 Antwort 23). Er 

habe ihn auch mit einer Hand an der Schulter weggestossen, sei dann aber 

wieder weggegangen und habe mit einem anderen Mann, einem mutmasslichen 

Kollegen des Beschuldigten, gesprochen. Erst später sei es dann zum Gabelstich 

gekommen. Differenzen zwischen den Aussagen von C._____ und D._____ 

bestehen einzig darin, ob sich der Geschädigte kurz vor dem Gabelstich gegen 

den Beschuldigten zu- oder weg gedreht habe. Eine Bewegung auf den 

Beschuldigten zu wird dahingegen - entgegen den Ausführungen des Verteidigers 

(Urk. 82 S. 7 und S. 10) - weder von D._____ noch vom Geschädigten behauptet. 

Da es sich um Schilderungen eines dynamischen Geschehens innert 

Sekundenbruchteilen handelt, sind solche Abweichungen in Aussagen aber nicht 

ungewöhnlich, zumal, wenn es in der Folge noch zu einem tätlichen Gerangel und 

den Einsatz eines Pfeffersprays kommt. Die abweichenden Schilderungen der 

Bewegung des Geschädigten vor dem Stich betreffen zwar das Kerngeschehen, 

- 15 - 

jedoch ein Detail, das letztlich weitgehend irrelevant ist: Es ändert nichts am 

unbestrittenen Umstand, dass der Geschädigte durch die Grillgabel massiv 

gestochen wurde. Wer bewusst falsch aussagen wollte um eine Notwehrsituation 

in Abrede zu stellen, würde eine ganz andere Darstellung schildern und nicht 

bloss bezüglich der Drehbewegung des Geschädigten lügen.  

Es kommt hinzu, dass der Beschuldigte auch nie beispielsweise erhobene Fäuste 

erwähnte, die Andeutung von Schlägen oder, dass die Angreifer etwas in den 

Händen, z.B. eine Bierflasche gehalten hätten. Den angeblichen Angriff beschrieb 

er in der ersten Einvernahme einzig mit den lapidaren Worten, "sie" seien auf ihn 

losgegangen (Urk. ND 2/5 S. 4). Dies ist nicht falsch, kann sich aber auch auf das 

Geschehen nach dem Gabelstich beziehen. Zudem erwähnt er, dass er von 

keinem der Täter angefasst worden sei (Urk. ND 2/7 S. 2). In der 

staatsanwaltlichen Einvernahme schilderte der Beschuldigte: "Die drei jungen 

Männer kamen dann rechts und links um den Grill herum auf mich zu" (Urk. HD 

10/7 S. 5). "Der Verletzte sass auf dem Boden, ca. drei Meter vor mir, und hatte 

sich die Schuhe gebunden; vorher war er noch barfuss. Dann plötzlich stand er 

auf und rannte wie ein junger Löwe auf mich zu resp. stürzte sich auf mich" (Urk. 

HD 10/7 S. 5). Aufgrund dieser Schilderung bleibt unklar, ob der Beschuldigte nun 

geltend macht, auch von den drei Männern angegriffen worden zu sein oder nicht 

und wo diese Männer im Zeitpunkt des Gabelstichs standen. In der späteren 

staatsanwaltlichen Einvernahme sagte der Beschuldigte dann aus, diese Männer 

seien hinter dem Geschädigten gestanden (Urk. ND 2/7 S. 2). Von einem aktiven 

Verhalten oder einem Eingreifen bzw. einem Angriff dieser Männer ist nicht die 

Rede. Es erscheint zudem merkwürdig, weshalb der relativ unbeteiligte 

Geschädigte, der nach Angaben des Beschuldigten zuvor am Boden mit Schuhe 

binden beschäftigt war, eine derart unvermittelte, löwenhafte Reaktion gezeigt 

haben soll. Dass die späte Aggravation der Angriffsbehauptung unglaubhaft ist, 

wurde bereits erwähnt. Bei einer Gesamtwürdigung muss man deshalb zum 

Schluss kommen, dass der Beschuldigte einzig aufgrund der Situation, dass er 

sich mehreren Personen aus der "gegnerischen" Grillgruppe gegenüber sah, auf 

einen bevorstehenden Angriff schloss. Die aggressive Haltung einer 

gegenüberstehenden Gruppe genügt jedoch nicht, um von einem Angriff im Sinne 

- 16 - 

von Art. 15 StGB auszugehen (Andreas Donatsch, OF-Kommentar StGB, 19. 

Aufl. Zürich 2013, S. 61 N 2 zu Art. 15). Das Bundesgericht hat hierzu treffend 

festgehalten: "Wenn die Berufung auf Notwehr nicht zum Vorwand werden soll, 

einen Gegner ungestraft verletzen oder gar umbringen zu können, so kann der 

Nachweis einer unmittelbaren Bedrohung nicht leichthin als erbracht angesehen 

werden; die blosse Aussicht, dass ein Streitgespräch mit Tätlichkeiten enden 

könnte, reicht dazu jedenfalls nicht aus (BGE 93 IV 84 und 44 II 152). Auch im 

vorliegenden Fall kann ein Angriff im Sinne von Art. 15 StGB deshalb 

ausgeschlossen werden. 

5. Mangelnder Vorsatz 

5.1. Für die Variante, dass der Beschuldigte den Geschädigten nicht absichtlich 

verletzen wollte, spricht der Umstand, dass der Stich offenbar nicht mit voller Kraft 

ausgeführt wurde, ansonsten die Einstiche tiefer als einen Zentimeter gewesen 

wären (Urk. ND 2/14/1). Dass der Beschuldigte gar keine Kraft eingesetzt haben 

soll, wie es die Verteidigung behauptet (Urk. 82 S. 8), überzeugt nicht, ist es doch 

immerhin zu einer Verletzung gekommen, die über eine rein oberflächliche 

Kratzwunde hinausgeht. Andererseits finden aber auch die Ausführungen der 

Staatsanwaltschaft, welche von einem heftigen Zustechen ausgeht, welches nur 

durch die Rippen des Geschädigten abgebremst worden sei (Urk. 83 S. 2 i.V.m. 

Prot. II S. 6), in den Akten keinen Halt (Urk. ND 2/14/1). Allein der Umstand, dass 

der Beschuldigte nicht mit voller Kraft zugestossen hat, lässt aber noch nicht auf 

das gänzliche Fehlen eines Vorsatzes, auf den Geschädigten einzustechen, 

schliessen. 

5.2. Dass jemand absichtlich in die spitzen Zinken einer grossen Grillgabel 

"hineinläuft", wäre reichlich lebensfremd, zumal der Beschuldigte selbst aussagte, 

er habe die Grillgabel mit ausgestrecktem Arm gehalten und nicht etwa, er habe 

sie unvermittelt erst im letzten Moment hervorgezogen und gegen den 

Geschädigten gerichtet (Urk. ND 2/7 S. 2). Diese Variante kann deshalb 

ausgeschlossen werden. 

- 17 - 

5.3. Ganz allgemein fällt auf, dass die Aussagen des Beschuldigten in einigen 

Punkten sehr unglaubhaft sind. Es sind Lügensignale vorhanden und teilweise 

fehlen Realitätskriterien. Bei einer Gesamtwürdigung fällt es bereits aus diesem 

Grund nicht leicht, ausgerechnet der Behauptung fehlender Absicht Glauben zu 

schenken. Der Beschuldigte wurde beispielsweise in der ersten polizeilichen 

Einvernahme gefragt, ob er wisse, aus welchem Grund er verhaftet worden sei, 

worauf er ausweichend antwortete und erst nach zahlreichen weiteren Fragen 

und erst auf ausdrücklichen Vorhalt der Aussage des Geschädigten hin überhaupt 

die Sache mit der Grillgabel erwähnte (Urk. ND 2/5 S. 3 - 7). Es ist zwar nicht 

ungewöhnlich, dass ein Beschuldigter mehr vom Verhalten der Kontrahenten 

spricht als vom eigenen Fehlverhalten; wäre es aber tatsächlich zu einem 

unabsichtlichen Stich gekommen, hätte es auch keinen Grund gegeben, so lange 

"um den heissen Brei" herum zu reden.  

5.4. Auch die Darstellung des Anlasses für den Streit ist realitätsfremd. Der 

Beschuldigte führte aus: "Ein Fräulein hat mich angeschrien. Wieso weiss ich 

aber nicht. Dann sind ein paar junge auf mich losgekommen. Ich weiss aber nicht 

warum, ich kenne die Leute nicht" (Urk. ND 2/5). Es wäre nicht unmöglich, aber 

widerspricht trotzdem jeglicher Lebenserfahrung, dass eine unbekannten Frau 

den Beschuldigten ohne jeden ersichtlichen Grund anschreit und dass darauf ein 

paar ebenfalls unbekannte Männer ohne jeden ersichtlichen Grund auf den 

Beschuldigten losgehen. Da tönt die Variante des Zeugen D._____ mit der Bitte 

um bzw. dem Angebot der Zigarette doch realistischer (Urk. ND 2/6 S. 3 Antwort 

16 und Urk. HD 10/6 S. 4). Offenbar wurde auch der Beschuldigte gewahr, dass 

seine Geschichte hier einen Schwachpunkt hatte, sagte er doch vor dem 

Staatsanwalt dann aus, die Frau habe ihn um eine Zigarette gebeten und sei 

wegen seiner abschlägigen Antwort aggressiv geworden (Urk. ND 2/7 S. 2). Das 

lässt die Frage unbeantwortet, weshalb der Beschuldigte im Widerspruch dazu in 

der polizeilichen Befragung noch aussagte, er wisse nicht, weshalb die Frau ihn 

angeschrien habe und auf Vorhalt, ob er der Frau eine Zigarette angeboten habe: 

"Nein, das habe ich nicht" (Urk. ND 2/5 S. 5 Antwort 35). Dies wiederholte er 

sogar nochmals (Urk. ND 2/5 S. 6 Antwort 46).  

- 18 - 

5.5. Der Beschuldigte wurde in diesem Zusammenhang gefragt, ob die Frau 

denn lüge (Urk. ND 2/5 S. 5 Frage 36). Er erwiderte darauf: "Ich weiss nicht. 

Schauen Sie, dass ist nicht meine Sache, ob sie lügt oder nicht. Wissen Sie, ich 

habe fünf Kinder und eine Frau" (Urk. ND 2/5 S. 5 Antwort 36). Solche 

Entgegnungen gelten in der Lehre der Aussagenpsychologie als Lügensignal, 

denn Beschuldigte scheuen sich nicht selten vor einer Konfrontation mit Zeugen 

und vermeiden es deshalb, diese als Lügner zu bezeichnen, auch wenn 

offensichtlich zwei sich klar widersprechende Versionen im Raum stehen. Der 

Hinweis auf die eigene Familie hat zudem keinen erkennbaren 

Sachzusammenhang, weshalb er ausweichend wirkt. 

5.6. Auch andernorts machte der Beschuldigte Aussagen, die auf eine 

eingeschränkte Glaubwürdigkeit hindeuten. Mit der Behauptung des 

Geschädigten und des Zeugen konfrontiert, wonach der Beschuldigte eine 

Bierdose geworfen habe, entgegnete der Beschuldigte: "Ich habe keine Bierdose 

geworfen. Ich werfe nicht gerne, überhaupt nicht" (Urk. ND 2/5 S. 7). Ob jemand 

im allgemeinen gerne wirft oder nicht, schliesst gewöhnlich nicht im geringsten 

aus, dass jemand in der Wut mit Gegenständen um sich wirft oder eine Bierdose 

gegen einen Kontrahenten schleudert.  

5.7. Abgesehen vom Aussageverhalten des Beschuldigten sprechen aber auch 

bzw. vor allem seine eigenen Worte in der staatsanwaltlichen Einvernahme gegen 

die "Unfallvariante". Der Beschuldigte gab zu Protokoll: "Ein Mann kam dann nahe 

auf mich zu. Hinter ihm standen weitere drei Personen. Ich hatte dann Angst, er 

werde mich schlagen. Ich habe dann mit der rechten Hand, mit welcher ich die 

Grillgabel gehalten hatte, gegen ihn gerichtet und gesagt, er solle gehen. Er ist 

dann wieder auf mich zu gekommen und ich habe dann mit der Grillgabel auf ihn 

eingestochen, ich wollte dies nicht " (Urk. ND 2/7 S. 2). Wenn es unabsichtlich zu 

einem Stich gekommen wäre, würde eine beschuldigte Person nicht die 

Formulierung wählen, sie habe dann auf ihn eingestochen. Dasselbe gilt für die 

Antwort auf die Frage, wie der Beschuldigte genau zugestochen habe: "Ich habe 

einmal mit der Grillgabel auf die Brust des Geschädigten zugestochen, ich wollte 

ihn so von mir fernhalten" (Urk. ND 2/7 S. 2). Die Vorsilbe "zu" beim Wort 

- 19 - 

zustechen impliziert eine aktive Handlung, ebenso die Erwähnung des Zwecks 

(ich wollte ihn so von mir fernhalten). Wenn es unabsichtlich zu einem Stich 

gekommen wäre, würde ein befragter Täter gewöhnlich nicht einen Zweck des 

Stichs erwähnen. In derselben Befragung führte der Beschuldigte dann nochmals 

aus: "Schliesslich stach ich auf ihn ein" (Urk. ND 2/7 S. 3). Die Beteuerungen des 

Beschuldigten, er habe dies nicht gewollt und es tue ihm leid, dass es soweit 

gekommen sei, mögen deshalb zwar sein Bedauern über den Vorfall ausdrücken, 

haben letztlich aber nichts mit fehlendem Vorsatz zuzustechen im rechtlichen 

Sinne zu tun. 

6. Fazit 

Bei einer Gesamtwürdigung steht deshalb fest, dass weder eine vermeintliche 

Notwehrsituation vorlag noch dass der Beschuldigte unabsichtlich zugestochen 

hat. Es ist deshalb vom Sachverhalt auszugehen, wie in der Anklageschrift unter 

ND 2 geschildert (Urk. HD 31 S. 4).  

 

IV. Rechtliche Würdigung 

Eine schwere Körperverletzung im Sinne von Art. 122 Abs. 1 und 2 StGB begeht, 

wer einen Menschen vorsätzlich lebensgefährlich verletzt, wer vorsätzlich den 

Körper, ein wichtiges Organ oder Glied eines Menschen verstümmelt oder ein 

wichtiges Organ oder Glied unbrauchbar macht, einen Menschen bleibend 

arbeitsunfähig, gebrechlich oder geisteskrank macht oder das Gesicht eines 

Menschen arg und bleibend entstellt.  

Es wurden zwei Grillgabeln beschlagnahmt, wobei vom Verletzungsbild her 

anzunehmen ist, dass der Beschuldigte mit jener zugestochen hat, welche im 

Gegensatz zur anderen zwei gleich lange Zinken aufweist (Urk. ND 2/9 und ND 

2/14/3 S. 2). Davon geht auch der Verteidiger zu Recht aus (Urk. 48 S. 2). 

Gemäss Bericht des forensischen Instituts sind deren Zinken 67 mm lang und 

nicht 7 mm, wie die Vorinstanz an einer Stelle irrtümlich schreibt (Urk. ND 2/14/3 

- 20 - 

S. 2 und Urk. 65 S. 37 Ziff. 5.1.3.). Aktenwidrig ist zudem die vorinstanzliche 

Feststellung, dem Geschädigten sei in die rechte Brusthöhle gestochen worden 

(Urk. 65 S. 37 Ziffer 5.1.3.). Gemäss Arztbericht drangen die Spitzen der Zinken 

lediglich bis ins subkutane Fettgewebe (Urk. ND 2/14/1). Mit einer solchen 

Grillgabel können jedoch auch leicht weit tiefere Stiche entstehen, denn derjenige, 

der zusticht, kann gar nicht genau abschätzen, bei welcher Kraft wie tiefe Wunden 

entstehen. Das alleinige Abstellen auf die Kraftanwendung des Täters zur 

Qualifikation als leichte oder als schwere Körperverletzung taugt auch deshalb 

nicht, weil es der Täter nicht in der Hand hat, wie stark die Gegenbewegung des 

Opfers ist. So hat das Bundesgericht wiederholt entschieden, dass die 

Verwendung gefährlicher Werkzeuge stets die Gefahr schwerer oder sogar 

tödlicher Verletzungen mit sich bringe (BGE 136 IV 52). Wer deshalb mit einem 

solchen Tatwerkzeug von vorne gegen die Brust eines Opfers sticht, nimmt 

schwere Verletzungen in Kauf. Da im Brustbereich lebenswichtige Organe wie 

Lunge, Aorta oder Herz liegen, scheidet auch eine versuchte eventualvorsätzliche 

einfache Körperverletzung unter Verwendung eines gefährlichen Gegenstands 

aus. Die Staatsanwaltschaft und die Vorinstanz vertreten deshalb zu Recht die 

Auffassung, dass eine versuchte schwere Körperverletzung vorliegt.  

Der Beschuldigte ist deshalb der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne 

von Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB schuldig zu sprechen. 

 

V. Strafzumessung 

1. Strafzumessungsregeln 

1.1. Die Strafe ist nach dem Verschulden des Täters zu bemessen, wobei das 

Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das 

Leben des Täters zu berücksichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden 

wird nach der Schwere der Verletzung oder Gefährdung des betroffenen 

Rechtsguts, nach der Verwerflichkeit des Handelns, den Beweggründen und 

Zielen des Täters sowie danach bestimmt, wie weit der Täter nach den inneren 

- 21 - 

und äusseren Umständen in der Lage war, die Gefährdung oder Verletzung zu 

vermeiden (Art. 47 Abs. 2 StGB).  

1.2. Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und 

Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der 

Tat- und der Täterkomponente. Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des 

verschuldeten Erfolgs, die Art und Weise der Herbeiführung des Erfolgs, die 

Willensrichtung, mit der der Täter gehandelt hat, und dessen Beweggründe zu 

beachten. Sodann sind für das Verschulden auch das "Mass an 

Entscheidungsfreiheit" beim Täter sowie die sogenannte Intensität des 

deliktischen Willens bedeutsam. Die Täterkomponente umfasst das Vorleben, die 

persönlichen Verhältnisse sowie das Verhalten nach der Tat oder im 

Strafverfahren, allenfalls Reue und Einsicht sowie die Strafempfindlichkeit 

(Donatsch/Flachsmann/Hug/Weder, Schweizerisches Strafgesetzbuch, 19. 

Auflage, Zürich 2013, S. 119 mit weiteren Hinweisen; vgl. auch 

Schwarzenegger/Hug/Jositsch, Strafrecht II, 8. Aufl. Zürich 2007, S. 90; BSK 

StGB I-Wiprächtiger/Keller, Art. 47 N 84). Je leichter es für den Täter gewesen 

wäre, die Norm zu respektieren, desto schwerer wiegt die Entscheidung gegen 

sie (Urteile des Bundesgerichts 6S.43/2001 vom 19. Juni 2001 E. 2. und 

6S.333/2004 vom 23. Dezember 2004 E. 1.1.; BGE 122 IV 2141 und Pra 2001 S. 

832 lit. a; Stratenwerth, Schweizerisches Strafrecht AT II, 2. Auflage, Bern 2006, § 

6 N 13). Das Gericht hat in seinem Urteil die Überlegungen, die es bei der 

Bemessung der Strafe angestellt hat, in den Grundzügen darzustellen. Dabei 

muss es in der Regel die wesentlichen schuldrelevanten Tat- und 

Täterkomponenten so erörtern, dass festgestellt werden kann, ob alle rechtlich 

massgeblichen Gesichtspunkte Berücksichtigung fanden und wie sie gewichtet 

wurden. Insgesamt müssen seine Erwägungen die ausgefällte Strafe 

rechtfertigen, d.h. das Strafmass muss als plausibel erscheinen (BGE 127 IV 101 

E. 2.; Urteil des Bundesgerichts 6S.83/2006 vom 5. Februar 2007 E. 3.1.; Art. 50 

StGB).  

- 22 - 

2. Strafrahmen 

Eine schwere Körperverletzung ist gemäss Art. 122 Abs. 4 StGB mit einer Strafe 

zwischen 180 Tagessätzen Geldstrafe und zehn Jahren Freiheitsstrafe zu 

ahnden. Der Versuch gemäss Art. 22 StGB gestattet eine Strafmilderung mit 

Öffnung des Strafrahmens gegen unten, wobei gemäss Bundesgerichtspraxis der 

ordentliche Strafrahmen jedoch nur in Ausnahmefällen zu verlassen ist (BGE 136 

IV 55 E. 5.8).  

3. Tatverschulden 

Die dem Geschädigten zugefügten Verletzungen, zwei rund 1 cm tiefe Einstiche 

im Brustbereich, sind objektiv gesehen leicht. Dem Beschuldigten ist zu Gute zu 

halten, dass er nicht mit voller Wucht zugestochen hat, was im Rahmen des 

Versuchs bzw. des Eventualvorsatzes strafmildernd bzw. -mindernd zu 

berücksichtigen ist. Allerdings ist ein Stich in diesem Bereich des Körpers in 

unmittelbarer Nähe des Herzens sowohl aus Sicht des Opfers als auch des Täters 

ganz anders zu beurteilen als beispielsweise ein Stich in ein Bein. Psychologisch 

handelt es sich um einen Angriff auf das Leben, weil Verletzungen des Herzens in 

der Regel innert kurzer Zeit zum Tode führen. Wer deshalb in diese Gegend mit 

einer Grillgabel zusticht, deren Zinken genügend lang wären, um bis in die Lunge 

oder das Herz zu gelangen, offenbart eine besondere Niederträchtigkeit. Beim 

Opfer können solche Erlebnisse weit gravierendere psychische Folgen nach sich 

ziehen als Verletzungen an einem anderen Körperteil. Wegen der geringen 

Distanz der potentiell sehr gefährlichen Gabelzinken zum Herz ist das Opfer vom 

subjektiven Empfinden her nur "um Haaresbreite" dem Tod entgangen. Zwar 

handelte der Beschuldigte im vorliegenden Fall in der Hitze einer 

Auseinandersetzung spontan, das heisst die Tat war nicht geplant. Dennoch 

geschah es aus absolut nichtigem Anlass und es war bloss ein verbaler Konflikt. 

Der vorgängige Alkoholkonsum ist gemäss Rechtsprechung leicht strafmindernd 

zu berücksichtigen, obschon allgemein bekannt ist, dass Alkoholkonsum die 

Hemmschwelle senkt und der Beschuldigte aus freien Stücken zuvor Bier 

getrunken hat. Als Ursache seines Fehlverhaltens sind geringe 

Frustrationstoleranz, letztlich auch wegen der schlechten sozialen und berufliche 

- 23 - 

Integration und der Herkunft bzw. aufgrund gewisser Lebenserfahrungen zu 

vermuten.  

In Übereinstimmung mit der Vorinstanz ist das Tatverschulden deshalb als nicht 

mehr leicht zu qualifizieren, was eine Strafe im untersten Bereich des 

Strafrahmens ausschliesst. Eine Einsatzstrafe von 24 Monaten erscheint 

angemessen.  

4. Täterkomponenten 

4.1. Der Beschuldigte ist in Teheran aufgewachsen und schloss die Mittelschule 

mit Matura ab. Danach leistete er 18 Monate Militärdienst im Irak-Krieg und wurde 

verletzt. Er hat Bombensplitter im Rücken davongetragen und muss deshalb 

Schmerzmittel nehmen. Danach reiste er in die Schweiz und lernte hier seine 

heutige Ehefrau kennen, welche er im Jahr 1989 heiratete. Er arbeitete in Zürich 

bis 1999 als Taxichauffeur. Nach zwei Arbeitsunfällen wurde ihm der 

Führerausweis entzogen. Seit April 2013 erhält er eine Überbrückungsrente von 

Fr. 600.– pro Monat. Ein Antrag auf IV-Leistungen ist noch hängig. Er lebt 

zusammen mit seiner Frau, welche Rentnerin ist. Er hat weder Schulden noch 

Vermögen (vgl. HD 10/7 S. 6). Aufgrund von Art. 369 Abs. 1 lit. c StGB gilt der 

Beschuldigte als nicht vorbestraft.  

4.2. Dem Beschuldigten ist aufgrund traumatisierender Kriegserlebnisse eine 

gewisse Verrohung und Verminderung der Fähigkeit, normgemäss zu handeln 

zuzubilligen, da kein psychiatrisches Gutachten eingeholt wurde, welches dies 

ausschlösse. Leicht strafmindernd ist die Reue zu bewerten; von einem echten 

Geständnis ist abgesehen von Tatumständen, welche ohnehin aufgrund der 

Beweislage nicht zu bestreiten gewesen wären, jedoch nur beschränkt 

auszugehen. 

4.3. Andererseits wirkt die Tatbegehung während laufender Strafuntersuchung, 

notabene wegen eines gleichartigen Deliktes, straferhöhend.  

4.4. Die Täterkomponenten kompensieren sich deshalb per Saldo und wirken 

sich insgesamt nicht auf die Höhe der Einsatzstrafe aus, weshalb es bei einer 

- 24 - 

Freiheitsstrafe von 24 Monate bleibt. Der Anrechnung von 3 Tagen Haft steht 

nichts entgegen (Art. 51 StGB).  

5. Busse für die Tätlichkeit 

Die Busse für die zusätzliche Tätlichkeit gilt zwar als Teil der Sanktion als 

angefochten, konkret wurde deren Höhe aber nicht gerügt . Angesichts der sehr 

geringen finanziellen Mitteln, mit welchen der Beschuldigte seinen 

Lebensunterhalt zu bestreiten hat, erscheinen Fr. 200.--, wie von der Vorinstanz 

ausgefällt, auch angemessen. Ein Umwandlungssatz von einem Tag pro Fr. 100.-

- für den Fall der schuldhaften Nichtbezahlung entspricht der Gerichtspraxis.  

 

VI. Vollzug 

Der bedingte Strafvollzug könnte dem Beschuldigten nur verweigert werden, 

wenn ihm eine ungünstige Prognose zu stellen wäre, das heisst, wenn weitere 

Vergehen zu erwarten sind (Art. 42 Abs. 1 StGB). Der Beschuldigte ist jedoch 

nicht vorbestraft, das heisst nicht rückfällig im untechnischen Sinne, weshalb auch 

nicht davon ausgegangen werden kann, eine bedingte Strafe würde ihn nicht 

beeindrucken. Gewisse Bedenken gründen mehr im Umstand, dass sein 

Charakter bzw. seine psychische Verfassung mit einer eher geringen 

Frustrationstoleranz, allenfalls gepaart mit erneutem Alkoholkonsum, zu einer 

gewissen Unberechenbarkeit in seinem Verhalten führen könnten. Wer derart 

heftig aus nichtigem Anlass reagiert wie der Beschuldigte, offenbart gewisse 

Defizite. Insofern erscheint die Einschätzung der Vorinstanz, wonach ihm eine 

günstige Prognose zu stellen sei, eher zu optimistisch (Urk. 65 S. 42 Ziff. 2 Abs. 

2). Andererseits handelt es sich beim Beschuldigten nicht um einen brutalen 

Schläger, der Auseinandersetzungen sucht. Auch die Länge des Strafverfahrens 

dürfte dem Beschuldigten zukünftig in ähnlichen Situationen in Erinnerung rufen, 

dass er sich besser wird im Zaum halten müssen. Immerhin ist seit der Tat vor 

rund drei Jahren auch nichts Nachteiliges mehr aktenkundig geworden. Aus 

diesem Grund kann ihm zumindest keine ungünstige Prognose gestellt werden, 

- 25 - 

weshalb der Vollzug der Strafe unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren 

auszusetzen ist. 

 

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

Sowohl der Beschuldigte mit seiner Berufung als auch die Staatsanwaltschaft mit 

ihrer Anschlussberufung unterliegen, weshalb sich eine hälftige Kostenaufteilung 

rechtfertigt. Die Kosten des Berufungsverfahrens sind, mit Ausnahme derjenigen 

der amtlichen Verteidigung, deshalb dem Beschuldigten zur Hälfte aufzuerlegen 

und zur anderen Hälfte auf die Gerichtkasse zu nehmen. Die Kosten der 

amtlichen Verteidigung im Betrag von Fr. 2'484.-- inklusive Mehrwertsteuer (vgl. 

Urk. 80 zuzüglich drei Stunden Aufwand für die Berufungsverhandlung und 

Nachbesprechung) werden - unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht im Umfang 

der Hälfte - auf die Gerichtskasse genommen. 

 

Es wird beschlossen: 

1. Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat wird 

Vormerk genommen. 

2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. 

Abteilung vom 29. August 2013 hinsichtlich des Schuldspruchs wegen 

Tätlichkeit (Dispositivziffer 1 Abs. 2), der Einstellung des Verfahrens 

betreffend der einfachen Körperverletzung vom 1. April 2011 (HD; 

Dispositivziffer 3), der Einziehung der Tatwerkzeuge (Dispositivziffer 7), der 

Genugtuung (Dispositivziffer 8) sowie der Kostenfestsetzung- und -auflage 

bzw. Entschädigung (Dispositivziffern 9 und 10) in Rechtskraft erwachsen 

ist. 

3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

- 26 - 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig der versuchten schweren 

Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 

Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, 

wovon drei Tage durch Haft erstanden sind, sowie einer Busse von Fr. 200.-

-. 

3. Der Vollzug der Freiheitstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre angesetzt. 

4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft 

nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen. 

5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.-- ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 2'484.--   amtliche Verteidigung 

 
6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden, mit Ausnahme derjenigen der 

amtlichen Verteidigung, zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und im 

Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen 

Verteidigung werden unter Vorbehalt der Rückzahlungspflicht im Umfang 

der Hälfte auf die Gerichtskasse genommen.  

7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 
− den Privatkläger C._____  
− den Vertreter des Privatklägers B._____ im Doppel für sich und 

zuhanden des Privatklägers 

 (Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer 

eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur 

- 27 - 

zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs 

verlangen.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten 

− die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung 

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich  
− die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und 

Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils 
− die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a 

Abs. 1 PolG) 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A. 

8. Rechtsmittel: 

 Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des 

Bundesgerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des 

Bundesgerichtsgesetzes. 

 
 

- 28 - 

Obergericht des Kantons Zürich 
II. Strafkammer 

 
 

Zürich, 25. April 2014 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

Oberrichter Dr. Bussmann 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. Leuthard 
 

 

	Urteil vom 25. April 2014
	Anklage:
	Urteil der Vorinstanz:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig
	 der versuchten schweren Körperverletzung i.S.v. Art. 122 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB
	 der Tätlichkeit i.S.v. Art. 126 Abs. 1 StGB.

	2. Der Beschuldigte B._____ wird freigesprochen vom Vorwurf der versuchten schweren bzw. der einfachen Körperverletzung.
	3. Das Verfahren wird eingestellt, soweit dem Beschuldigten A._____ im Hauptdossier einfache Körperverletzung vorgeworfen wird.
	4. Der Beschuldigte A._____ wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon drei Tage durch Haft erstanden sind, und einer Busse von Fr. 200.–.
	5. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre angesetzt.
	6. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte A._____ die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	7. Die beiden in der Sicherstellungsliste vom 29. Mai 2011 aufgeführten Besteck - Grillgabeln (Asservat Nr. … und Nr. …) werden eingezogen und der Lagerbehörde zur Vernichtung überlassen.
	8. Es wird festgehalten, dass der Beschuldigte A._____ das Genugtuungsbegehren des Privatklägers C._____ im Umfang von Fr. 3'000.– anerkannt hat. Im übersteigenden Betrag wird der Privatkläger auf den Zivilweg verwiesen.
	9. Die Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten.
	Rechtsanwalt lic. iur. X._____ wird für seine Aufwendungen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten A._____ mit Fr. 3'838.– (zzgl. 8 % MwSt), Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten B._____ mit Fr. 6'274.30 (zzgl....
	10. Dem Beschuldigten A._____ werden die Kosten seiner amtlichen Verteidigung, die durch ihn verursachten Kosten der Strafuntersuchung (HD 26 Auslagen Vorverfahren Fr. 1'404.50, Gebühr für die Führung des Vorverfahrens Fr. 1'000.– ) sowie die Hälfte d...
	11. Die auf den Beschuldigten B._____ entfallenden Kosten werden auf die Gerichtskasse genommen.
	Berufungsanträge:
	I. Verfahrensgang
	1. Vorverfahren
	2. Erstinstanzliches Verfahren
	3. Berufungsverfahren
	II. Berufungsbegründungen
	1. Beschuldigter
	2. Staatsanwaltschaft
	3. Teilrechtskraft
	III. Schuldpunkt - Körperverletzung ND 2
	1. Standpunkt der Verteidigung
	2. Allgemeine Grundsätze der Beweis- und Aussagenwürdigung
	2.1. Gemäss der aus Art. 8 und Art. 32 Abs. 1 BV fliessenden und in Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten Maxime "in dubio pro reo" ist bis zum gesetzlichen Nachweis der Schuld eines Beschuldigten zu vermuten, dass der wegen einer strafbaren Handlung Angekl...
	2.2. Aufgabe des Richters ist es demzufolge, seinem Gewissen verpflichtet, in objektiver Würdigung des gesamten Beweisergebnisses zu prüfen, ob er von einem bestimmten Sachverhalt überzeugt ist und an sich mögliche Zweifel an dessen Richtigkeit zu übe...
	2.3. Wie bereits angesprochen können auch indirekte, mittelbare Beweise, sogenannte Anzeichen oder Indizien, einen für die Beweisführung bedeutsamen Schluss erlauben. Indizien sind Tatsachen, die einen Schluss auf eine andere, unmittelbar erhebliche T...
	2.4. Stützt sich die Beweisführung auf Aussagen von Beteiligten, so sind diese frei zu würdigen. Es ist anhand sämtlicher Umstände, die sich aus den Akten und den Verhandlungen ergeben, zu untersuchen, welche Sachdarstellung überzeugend ist, wobei es ...
	2.5. Der Grundsatz "in dubio pro reo" findet als Beweislastregel keine Anwendung, wenn der Beschuldigte eine ihn entlastende Behauptung aufstellt, ohne dass er diese in einem Mindestmass glaubhaft machen kann. Es tritt nämlich insoweit eine Beweislast...

	3. Glaubwürdigkeit
	3.1. Sowohl der Zeuge D._____ als auch der Geschädigte und der Beschuldigte waren in die Auseinandersetzung involviert. Ein Stich mit einer grossen Grillgabel in die Brust ist äusserst beängstigend für das Opfer, weil das absolut elementar lebenswicht...
	3.2. Der Zeuge D._____ ist ein Kollege des Geschädigten (Urk. HD 10/6 S. 3). Zudem wurde er von einer Bierdose am Kopf getroffen (Urk. ND 2/6 S. 3 Antwort 17). Von daher ist denkbar, dass er dem Beschuldigten nicht wohlgesinnt ist und möglicherweise n...

	4. Notwehr und Putativnotwehr
	4.1. Die Aussagen des Beschuldigten in den beiden staatsanwaltlichen Einvernahmen stehen teilweise im Widerspruch zum Standpunkt der Verteidigung. Während letztere nämlich geltend macht, der Beschuldigte habe in der irrigen Annahme gehandelt, er müsse...
	4.2. Von wesentlicher Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass sich in den polizeilichen Aussagen des Beschuldigten keinerlei Hinweise erkennen lassen, dass er sich in einem irgend wie gearteten Irrtum befunden hätte (Urk. ND 2/5, ND 2/7, HD 10/7). ...
	Zweifel bestehen auch darüber, ob überhaupt ein Angriff im Sinne der Notwehr gemäss Art. 15 StGB vorlag. Vorab ist in Erinnerung zu rufen, dass die angeblichen Gegner des Beschuldigten unbewaffnet waren. Die Vorinstanz hat hinlänglich dargelegt, dass ...
	Es kommt hinzu, dass der Beschuldigte auch nie beispielsweise erhobene Fäuste erwähnte, die Andeutung von Schlägen oder, dass die Angreifer etwas in den Händen, z.B. eine Bierflasche gehalten hätten. Den angeblichen Angriff beschrieb er in der ersten ...

	5. Mangelnder Vorsatz
	5.1. Für die Variante, dass der Beschuldigte den Geschädigten nicht absichtlich verletzen wollte, spricht der Umstand, dass der Stich offenbar nicht mit voller Kraft ausgeführt wurde, ansonsten die Einstiche tiefer als einen Zentimeter gewesen wären (...
	5.2. Dass jemand absichtlich in die spitzen Zinken einer grossen Grillgabel "hineinläuft", wäre reichlich lebensfremd, zumal der Beschuldigte selbst aussagte, er habe die Grillgabel mit ausgestrecktem Arm gehalten und nicht etwa, er habe sie unvermitt...
	5.3. Ganz allgemein fällt auf, dass die Aussagen des Beschuldigten in einigen Punkten sehr unglaubhaft sind. Es sind Lügensignale vorhanden und teilweise fehlen Realitätskriterien. Bei einer Gesamtwürdigung fällt es bereits aus diesem Grund nicht leic...
	5.4. Auch die Darstellung des Anlasses für den Streit ist realitätsfremd. Der Beschuldigte führte aus: "Ein Fräulein hat mich angeschrien. Wieso weiss ich aber nicht. Dann sind ein paar junge auf mich losgekommen. Ich weiss aber nicht warum, ich kenne...
	5.5. Der Beschuldigte wurde in diesem Zusammenhang gefragt, ob die Frau denn lüge (Urk. ND 2/5 S. 5 Frage 36). Er erwiderte darauf: "Ich weiss nicht. Schauen Sie, dass ist nicht meine Sache, ob sie lügt oder nicht. Wissen Sie, ich habe fünf Kinder und...
	5.6. Auch andernorts machte der Beschuldigte Aussagen, die auf eine eingeschränkte Glaubwürdigkeit hindeuten. Mit der Behauptung des Geschädigten und des Zeugen konfrontiert, wonach der Beschuldigte eine Bierdose geworfen habe, entgegnete der Beschuld...
	5.7. Abgesehen vom Aussageverhalten des Beschuldigten sprechen aber auch bzw. vor allem seine eigenen Worte in der staatsanwaltlichen Einvernahme gegen die "Unfallvariante". Der Beschuldigte gab zu Protokoll: "Ein Mann kam dann nahe auf mich zu. Hinte...

	6. Fazit
	IV. Rechtliche Würdigung
	V. Strafzumessung
	1. Strafzumessungsregeln
	1.1. Die Strafe ist nach dem Verschulden des Täters zu bemessen, wobei das Vorleben und die persönlichen Verhältnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des Täters zu berücksichtigen sind (Art. 47 Abs. 1 StGB). Das Verschulden wird nach der Sc...
	1.2. Der Begriff des Verschuldens muss sich auf den gesamten Unrechts- und Schuldgehalt der konkreten Straftat beziehen. Zu unterscheiden ist zwischen der Tat- und der Täterkomponente. Bei der Tatkomponente sind das Ausmass des verschuldeten Erfolgs, ...

	2. Strafrahmen
	3. Tatverschulden
	4. Täterkomponenten
	4.1. Der Beschuldigte ist in Teheran aufgewachsen und schloss die Mittelschule mit Matura ab. Danach leistete er 18 Monate Militärdienst im Irak-Krieg und wurde verletzt. Er hat Bombensplitter im Rücken davongetragen und muss deshalb Schmerzmittel neh...
	4.2. Dem Beschuldigten ist aufgrund traumatisierender Kriegserlebnisse eine gewisse Verrohung und Verminderung der Fähigkeit, normgemäss zu handeln zuzubilligen, da kein psychiatrisches Gutachten eingeholt wurde, welches dies ausschlösse. Leicht straf...
	4.3. Andererseits wirkt die Tatbegehung während laufender Strafuntersuchung, notabene wegen eines gleichartigen Deliktes, straferhöhend.
	4.4. Die Täterkomponenten kompensieren sich deshalb per Saldo und wirken sich insgesamt nicht auf die Höhe der Einsatzstrafe aus, weshalb es bei einer Freiheitsstrafe von 24 Monate bleibt. Der Anrechnung von 3 Tagen Haft steht nichts entgegen (Art. 51...

	5. Busse für die Tätlichkeit
	Die Busse für die zusätzliche Tätlichkeit gilt zwar als Teil der Sanktion als angefochten, konkret wurde deren Höhe aber nicht gerügt . Angesichts der sehr geringen finanziellen Mitteln, mit welchen der Beschuldigte seinen Lebensunterhalt zu bestreite...

	VI. Vollzug
	VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	Es wird beschlossen:
	1. Vom Rückzug der Berufung der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat wird Vormerk genommen.
	2. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Zürich, 7. Abteilung vom 29. August 2013 hinsichtlich des Schuldspruchs wegen Tätlichkeit (Dispositivziffer 1 Abs. 2), der Einstellung des Verfahrens betreffend der einfachen Körperverletzun...
	3. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist zudem schuldig der versuchten schweren Körperverletzung im Sinne von Art. 122 StGB in Verbindung mit Art. 22 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten, wovon drei Tage durch Haft erstanden sind, sowie einer Busse von Fr. 200.--.
	3. Der Vollzug der Freiheitstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre angesetzt.
	4. Die Busse ist zu bezahlen. Bezahlt der Beschuldigte die Busse schuldhaft nicht, so tritt an deren Stelle eine Ersatzfreiheitsstrafe von 2 Tagen.
	5. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	6. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden, mit Ausnahme derjenigen der amtlichen Verteidigung, zur Hälfte dem Beschuldigten auferlegt und im Übrigen auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden unter Vorbehalt der Rü...
	7. Schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 den Privatkläger C._____
	 den Vertreter des Privatklägers B._____ im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers

	(Eine begründete Urteilsausfertigung - und nur hinsichtlich ihrer eigenen Anträge (Art. 84 Abs. 4 StPO) - wird den Privatklägern nur zugestellt, sofern sie dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangen.)
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat
	 die Vorinstanz
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich
	 die KOST Zürich mit dem Formular "Löschung des DNA-Profils und Vernichtung des ED-Materials" zwecks Löschung des DNA-Profils
	 die Kantonspolizei Zürich, KIA-ZA, mit separatem Schreiben (§ 54a Abs. 1 PolG)
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A.

	8. Rechtsmittel: