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**Case Identifier:** 40eae6e1-1037-5937-95ed-1fc54c823dbf
**Source:** Aargau Gerichte (AG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2022-04-26
**Language:** de
**Title:** Aargau Obergericht Strafgericht 26.04.2022 SBK.2022.119
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/AG_Gerichte/AG_OG_008_SBK-2022-119_2022-04-26.pdf

## Full Text

Obergericht 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

 

SBK.2022.119 / va  
(HA.2022.114; STA.2021.3242)  

Art. 134 

 

 

Entscheid vom 26. April 2022 
 

 

Besetzung  Oberrichter Richli, Präsident  

Oberrichter Marbet  

Oberrichterin Massari 

Gerichtsschreiberin Boog Klingler 

 

 
   

Beschwerde-

führer  

 A._____, […] 

z.Zt.: Bezirksgefängnis Unterkulm, Zentrumsplatz, 5726 Unterkulm  

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt Willy Bolliger,  

[…] 

 

  
    

Beschwerde-

gegnerin  

 Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten,  

Kloster-Südflügel, Seetalstrasse 8, 5630 Muri AG  

 

 
   

Anfechtungs-

gegenstand 

 Verfügung des Zwangsmassnahmengerichts des Kantons Aargau vom 

21. März 2022 betreffend die Verlängerung der Untersuchungshaft 

 

in der Strafsache gegen A._____ 

 

  

 - 2 - 

 

 

   

Die Beschwerdekammer entnimmt den Akten: 

 

1. 

1.1. 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten führt eine Strafuntersuchung ge-

gen A. (nachfolgend Beschwerdeführer) wegen mehrfacher versuchter Tö-

tung, mehrfacher versuchter schwerer Körperverletzung, mehrfacher Dro-

hung, mehrfacher einfacher Körperverletzung, mehrfacher sexueller Nöti-

gung, mehrfacher Vergewaltigung, mehrfacher Beschimpfung, mehrfachen 

Tätlichkeiten, mehrfacher Nötigung, mehrfacher versuchter Nötigung, 

Sachbeschädigung und mehrfachen Führens eines Motorfahrzeugs trotz 

Entzugs.  

 

1.2. 

Der Beschwerdeführer wurde am 15. August 2021 von der Kantonspolizei 

Zürich vorläufig festgenommen. Die vorläufige Festnahme stand im Zusam-

menhang mit dem beschädigten, mit C. als Halterin verzeichneten Perso-

nenwagen Skoda Octavia, […], welcher am Morgen desselben Tages in Q. 

mitten auf der Fahrbahn aufgefunden worden war.  

 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten eröffnete ihrerseits dem Be-

schwerdeführer am 16. August 2021 die Festnahme wegen des Tatver-

dachts der versuchten schweren Körperverletzung zum Nachteil von C. so-

wie der Drohung zum Nachteil ihres Ex-Ehemanns D.. Das Verfahren 

wurde schliesslich auf die obgenannten Delikte ausgedehnt.  

 

1.3. 

Mit Verfügung vom 19. August 2021 ordnete das Zwangsmassnahmenge-

richt des Kantons Aargau über den Beschwerdeführer Untersuchungshaft 

bis einstweilen am 15. September 2021 an. Die dagegen gerichtete Be-

schwerde des Beschwerdeführers wurde mit Entscheid der Beschwerde-

kammer in Strafsachen des Obergerichts vom 3. September 2021 

(SBK.2021.248) abgewiesen. 

 

Mit Verfügung vom 22. September 2021 wies das Zwangsmassnahmenge-

richt des Kantons Aargau das Haftverlängerungsgesuch der Staatsanwalt-

schaft Muri-Bremgarten ab und verfügte die umgehende Entlassung des 

Beschwerdeführers aus der Haft. Die Beschwerdekammer in Strafsachen 

des Obergerichts hiess die dagegen gerichtete Beschwerde der Staatsan-

waltschaft Muri-Bremgarten mit Entscheid vom 30. September 2021 gut 

(SBK.2021.279) und verlängerte die Untersuchungshaft für die einstweilige 

Dauer von drei Monaten bis zum 15. Dezember 2021.  

 

Am 20. Dezember 2022 verfügte das Zwangsmassnahmengericht des Kan-

tons Aargau die Verlängerung der Untersuchungshaft bis zum 15. März 

2022.  

 - 3 - 

 

 

2. 

2.1. 

Am 10. März 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten die 

Verlängerung der Untersuchungshaft um weitere drei Monate bis am 

15. Juni 2022. 

 

2.2. 

Mit Eingabe vom 11. März 2022 ordnete das Zwangsmassnahmengericht 

des Kantons Aargau die provisorische Fortdauer der Haft bis zum Ent-

scheid des Gerichts an. 

 

2.3. 

Mit Eingabe vom 17. März 2022 nahm der Beschwerdeführer zum Antrag 

der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten Stellung und beantragte seine 

umgehende Entlassung aus der Untersuchungshaft, eventualiter die Ent-

lassung unter Anordnung eines Kontaktverbots mit C., einer Ausweis- und 

Schriftensperre sowie einer Meldepflicht. Weiter beantragte er, die Staats-

anwaltschaft Muri-Bremgarten sei anzuweisen, die gemäss Seiten 16-18 

der Eingabe verlangten Untersuchungshandlungen vorzunehmen. 

 

2.4. 

Am 21. März 2022 verfügte das Zwangsmassnahmengericht des Kantons 

Aargau die Verlängerung der Untersuchungshaft um weitere drei Monate 

bis zum 15. Juni 2022.  

 

3. 

3.1. 

Mit Eingabe vom 5. April 2022 erhob der Beschwerdeführer Beschwerde 

gegen diese ihm am 28. März 2022 zugestellte Verfügung und beantragte:  

 

" 1. 

a) 

Es sei vom Obergericht die Verfügung des ZMG vom 21.03.2022 auf-

zuheben und es sei Herr A. umgehend – ohne Auflagen und / oder Be-

dingungen – aus der seit dem 19.08.2021 bestehenden Untersu-

chungshaft zu entlassen.  

 

b) 

Es sei dem Antrag der Staatsanwaltschaft vom 10.03.2022 (Verlänge-

rung der Untersuchungshaft für den Beschuldigten bis 15.06.2022) 

nicht zu entsprechen. Herr A. sei umgehend aus der Untersuchungshaft 

zu entlassen. 

 

2. 

Eventualiter sei Herr A. unter Androhung folgender Ersatzmassnahmen 

unverzüglich aus der Untersuchungshaft zu entlassen: 

- Verbot, mit C. und allenfalls weiteren Personen persönlich, schrift-

lich, telefonisch oder sonst wie in Kontakt zu treten; 

 - 4 - 

 

 

- Ausweis- und Schriftensperre; 

- Auflage, sich regelmässig bei einer Amtsstelle zu melden. 

 

3. 

Das Obergericht des Kantons Aargau habe – in Aufhebung der Verfü-

gung des ZMG vom 21.03.2022 – die Staatsanwaltschaft i.S.v. Art. 227 

Abs. 5 StPO anzuweisen, die gemäss den Seiten 18-20 (mithin gemäss 

Ziffer 5.) der vorliegenden Beschwerde vom 05.04.2022 verlangten Un-

tersuchungshandlungen (endlich!) vorzunehmen. 

 

4. 

Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen bzw. die Kosten des vorlie-

genden Beschwerdeverfahrens seien auf die Staatskasse zu nehmen 

und der amtliche Verteidiger sei im Rahmen des Hauptverfahrens zu 

entschädigen." 

 

3.2. 

Mit Eingabe vom 12. April 2022 erstattete die Staatsanwaltschaft Muri-

Bremgarten die Beschwerdeantwort mit Antrag auf Abweisung der Be-

schwerde. 

 

3.3. 

Am 25. April 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Replik ein und hielt 

an seinen Anträgen fest. 

 

 
   

Die Beschwerdekammer zieht in Erwägung: 

 

1. 

Nach Art. 222 i.V.m. Art. 393 Abs. 1 lit. c StPO kann die inhaftierte Person 

Entscheide über die Anordnung, die Verlängerung und die Aufhebung der 

Untersuchungs- oder Sicherheitshaft bei der Beschwerdeinstanz anfech-

ten. 

 

Mit der angefochtenen Verfügung verlängerte das Zwangsmassnahmen-

gericht des Kantons Aargau die über den Beschwerdeführer angeordnete 

Untersuchungshaft. Die Voraussetzungen für das Eintreten auf die gegen 

diese Verfügung gerichtete Beschwerde sind erfüllt und geben zu keinen 

Bemerkungen Anlass, so dass auf die frist- und formgerecht eingereichte 

Beschwerde (vgl. Art. 396 Abs. 1 i.V.m. Art. 385 Abs. 1 StPO) einzutreten 

ist.  

 

2. 

Grundsätzlich bleibt eine beschuldigte Person in Freiheit. Sie darf nur im 

Rahmen der Bestimmungen der StPO freiheitsentziehenden Zwangs-

massnahmen unterworfen werden (Art. 212 Abs. 1 StPO). Untersu-

 - 5 - 

 

 

chungshaft (vgl. zum Begriff Art. 220 Abs. 1 StPO) - als eine der von Ge-

setzes wegen ausdrücklich vorgesehenen Zwangsmassnahmen (Art. 197 

Abs. 1 lit. a StPO) - ist gemäss Art. 221 Abs. 1 StPO nur zulässig und darf 

mithin lediglich dann angeordnet oder aufrechterhalten werden, wenn die 

beschuldigte Person eines Verbrechens oder Vergehens dringend ver-

dächtigt ist (Tatverdacht) und (ausserdem) ernsthaft zu befürchten ist, dass 

sie sich durch Flucht dem Strafverfahren oder der zu erwartenden Sanktion 

entzieht (Fluchtgefahr; lit. a), Personen beeinflusst oder auf Beweismittel 

einwirkt, um so die Wahrheitsfindung zu beeinträchtigten (Kollusionsge-

fahr; lit. b), oder durch schwere Verbrechen oder Vergehen die Sicherheit 

anderer erheblich gefährdet, nachdem sie bereits früher gleichartige Straf-

taten verübt hat (Fortsetzungsgefahr; lit. c). Haft ist ferner zulässig, wenn 

ernsthaft zu befürchten ist, eine Person werde ihre Drohung, ein schweres 

Verbrechen auszuführen, wahrmachen (Ausführungsgefahr; Art. 221 

Abs. 2 StPO). Freiheitsentziehende Zwangsmassnahmen sind aufzuhe-

ben, sobald ihre Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind (Art. 212 Abs. 2 

lit. a StPO), die von der StPO vorgesehene oder von einem Gericht bewil-

ligte Dauer abgelaufen ist (Art. 212 Abs. 2 lit. b StPO) oder Ersatzmass-

nahmen zum gleichen Ziel führen (Art. 212 Abs. 2 lit. c und Art. 237 ff. 

StPO). Untersuchungshaft darf nicht länger dauern als die zu erwartende 

Freiheitsstrafe (Art. 212 Abs. 3 StPO). 

 

3. 

3.1. 

3.1.1. 

Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Aargau bejahte das Vorlie-

gen eines dringenden Tatverdachts gestützt auf die Ausführungen im Ent-

scheid der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts vom 

30. September 2021 und führte aus, dass sich der Tatverdacht mit den de-

taillierten und den Beschwerdeführer belastenden Aussagen von C. vom 

18. November 2021 und 20. Dezember 2021 zu den Vorfällen vom 12./13. 

August 2021, 14./15. August 2021, 24./25. April 2021 und 29./30. Juni 2021 

weiter erhärtet habe. Hingegen seien keine entlastenden Beweise dazuge-

kommen (E. 4.2.4).  

 

3.1.2. 

Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen eines dringenden Tatver-

dachts. Er bringt in der Beschwerde im Wesentlichen vor, dass C. mit ihren 

wankelmütigen Aussagen nicht glaubwürdig sei. Ein anfänglicher Autoun-

fall werde nun plötzlich als körperlicher Angriff geschildert. Hinsichtlich der 

Antragsdelikte einfache Körperverletzung, Tätlichkeiten, Beschimpfungen, 

Drohungen und Sachbeschädigung fehle es am Strafantrag. In der Nacht 

vom 14./15. August 2021 müsse etwas passiert sein. Die Frage sei nur, 

was. Bis zum 9. November 2021 habe C. den Beschwerdeführer in keiner 

Weise belastet. Sie habe angegeben, dass sie alleine in der Wohnung ge-

wesen und gestürzt sei. Auf dem Weg ins Spital sei sie schwer verunfallt. 

 - 6 - 

 

 

Nun habe C. ihre Meinung zu 100% gekehrt und den Beschwerdeführer 

wegen diverser schlimmer Delikte belastet. Zeugen, Beweismittel etc. seien 

für diese Anschuldigungen indessen bis heute keine vorgelegt worden. Der 

Ex-Mann, D., wohne in nur etwa 500 Metern Entfernung von C. und habe 

kein Alibi für den 14. August 2021. Er stehe im Verdacht, C. Schlaftabletten 

in ein Sandwich getan zu haben, die Reifen des Personenwagens zersto-

chen und C. gestalkt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten 

kläre diese Umstände jedoch nicht genauer ab, obwohl sie entlastende und 

belastende Elemente gleich sorgfältig zu untersuchen habe. D. habe im 

Übrigen klar ausgesagt, keine Angst gehabt zu haben, womit kein Ansatz 

für eine strafbare Handlung bestehe. Er sei durch die Polizei zum Strafan-

trag wegen Drohung motiviert worden, was unseriös sei. Es lägen keine 

Beweise für die behaupteten massiven Verletzungen von C. wie etwa Spu-

ren oder Gutachten vor. Wer bis zur Ohnmacht gewürgt werde, habe mas-

sive Spuren am Hals und Schwellungen. Es stelle sich auch die Frage, wo 

die Auswertungen der Mobiltelefone seien. Die Staatsanwaltschaft Muri-

Bremgarten bleibe passiv, nehme entlastende Beweise nicht ab und ver-

letze damit das Beschleunigungsgebot. Die Aussagen von C. seien un-

glaubwürdig. Sie habe nach ihren eigenen Angaben drei Monate lang ge-

logen, habe sich zunächst aktiv für den Beschwerdeführer eingesetzt und 

wisse nun plötzlich alles wieder. Sie habe angegeben, dass der Beschwer-

deführer am 14./15. August 2021 2/3 einer Flasche Wodka und eine halbe 

Flasche Amaretto getrunken habe. Die Polizei habe jedoch im E. beim Be-

schwerdeführer 0.0 Promille festgestellt. Der Polizeibericht sei aber nicht in 

den Akten. Es gebe auch keine Beweise aus dem Maisfeld (Steine, Mais-

kolben, Kordel) bzw. zu den Kleidern von C. (Urinabgang, DNA des Be-

schwerdeführers) oder des Beschwerdeführers (Blut, Dreck). Wenn der Be-

schwerdeführer C. im Maisfeld mehrfach mit einem Maiskolben "anal 

drangsaliert" hätte, müsste diese massive Verletzungen am Anus aufwei-

sen. Im Übrigen lasse kein Bauer Steine auf einem Maisfeld liegen. Der 

Beschwerdeführer habe 15 Jahre Kampfsporterfahrung und hätte C. bei 

vollem Zuschlagen stärker verletzt. C. habe jedoch am 14. August 2021 

noch einen Coupe Dänemark essen gehen können. Dies, obwohl der Be-

schwerdeführer sie am 12./13. August 2021 bis zur Bewusstlosigkeit ge-

würgt haben solle. Es sei auf die Schluckproblematik zu verweisen. Das 

Servicepersonal sei nicht befragt worden. Es stelle sich auch die Frage, 

warum C. am 13. August 2021 nicht die Polizei gerufen habe, obwohl sie 

alleine gewesen sei. Der Beschwerdeführer sei Rechtshänder, weise aber 

an der rechten Hand keine Verletzungen auf. Am 24./25. April 2021 sei der 

Beschwerdeführer in R. (Land) und gar nicht bei C. gewesen. Im Übrigen 

habe die Beziehung erst Anfang April angefangen, weshalb zu erwarten 

gewesen wäre, dass C. die Polizei gerufen hätte. Es sei weiter nicht glaub-

würdig, dass C. trotz der geschilderten erheblichen Verletzungen und Be-

schwerden nie habe Schmerzmittel einnehmen müssen. Die Staatsanwalt-

schaft Muri-Bremgarten sei anzuweisen, folgende Beweise zu erheben: Be-

 - 7 - 

 

 

fragung Servicepersonal Restaurant F. in S., DNA-Analysen des Kleider-

ständers, des Gürtels sowie des beschlagnahmten Messers, ärztliches 

Fach-Gutachten betreffend zweimaligen Würgevorgang, Auswertungen 

Mobiltelefone und Laptop, Abklärungen i.S. D., Auswertung der Matratze, 

Abklärungen beim Hausarzt Dr. G., Auswertung des Alkoholpegels des Be-

schwerdeführers sowie der Kleider von C. und des Beschwerdeführers, 

Einholung Arztbericht Spital E., Analyse der Steine im Maisfeld, Einver-

nahme von Alibi-Zeugen betreffend Samstag 14. August 2021, Befragun-

gen des Bruders des Beschwerdeführers und des Fahrers des PW Dacia 

Duster, Recherchen Flughafen Zürich betreffend Flug nach T. am 23. April 

2021. 

 

3.1.3. 

Mit Beschwerdeantwort verweist die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten 

auf die bereits in den früheren Haftverfahren beigelegten Fotos der Verlet-

zungen von C.. Dem Verteidiger sei bekannt gewesen, dass ein Gutachten 

in Auftrag gegeben worden sei. Dieses liege unterdessen vor und sei dem 

Verteidiger am 7. April 2022 zugestellt worden. Die Mobiltelefone seien 

längst ausgewertet worden und der Beschwerdeführer sei anlässlich der 

Einvernahmen mit den ihn belastenden Auswertungsergebnissen konfron-

tiert worden. Weitere Einvernahmen und die Konfrontation des Beschwer-

deführers mit weiteren Untersuchungsergebnissen seien geplant. Der Be-

schwerdeführer werde durch die Umstände der Spitaleinlieferung, sein Ver-

halten, die Aussagen von C., deren Verletzungen, das Gutachten zur fo-

rensisch-klinischen Untersuchung von C. und die Ergebnisse der Auswer-

tung der Mobiltelefone schwer belastet.  

 

Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten legte der Beschwerdeantwort das 

rechtsmedizinische Gutachten des IRM vom 17. März 2022, die Einvernah-

men des Beschwerdeführers vom 25. Januar 2022 sowie eine E-Mail der 

Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten an den amtlichen Verteidiger betref-

fend hängige Ermittlungen vom 15. Februar 2022 bei.  

 

3.1.4. 

In seiner Stellungnahme führt der Beschwerdeführer zusammengefasst er-

neut aus, dass es an Beweisen für einen dringenden Tatverdacht fehle. 

Zudem bringt er vor, dass das Gutachten des IRM nicht lege artis erstellt 

worden sei, da der Gutachter C. gar nie untersucht habe. Die von der 

Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten erwähnte Nachricht stamme nicht 

vom Beschwerdeführer. Das Mobiltelefon des Beschwerdeführers habe 

sich in der Wohnung von C. befunden, womit jemand ohne Problem von 

diesem Gerät aus Nachrichten an C. habe versenden können. C. habe im 

Übrigen Angst, ihren Sohn zu verlieren, worin ein Motiv bestehe, den Be-

schwerdeführer zu belasten. 

 

 - 8 - 

 

 

3.2. 

Zum allgemeinen Haftgrund des dringenden Tatverdachts kann im Rahmen 

des Haftverfahrens im Gegensatz zum erkennenden Sachrichter keine er-

schöpfende Abwägung sämtlicher belastender und entlastender Beweiser-

gebnisse vorgenommen werden. Macht ein Inhaftierter - wie hier - geltend, 

er befinde sich ohne ausreichenden Tatverdacht in strafprozessualer Haft, 

ist daher zu prüfen, ob aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse 

genügend konkrete Anhaltspunkte für ein Verbrechen oder Vergehen und 

eine Beteiligung des Beschwerdeführers an dieser Tat vorliegen, die Straf-

behörden somit das Bestehen eines dringenden Tatverdachts mit vertret-

baren Gründen bejahen durften. Im Haftprüfungsverfahren genügt dabei 

der Nachweis von konkreten Verdachtsmomenten, wonach das unter-

suchte Verhalten mit erheblicher Wahrscheinlichkeit die fraglichen Tatbe-

standsmerkmale erfüllen könnte. Zur Frage des dringenden Tatverdachts 

bzw. zur Schuldfrage ist damit weder ein eigentliches Beweisverfahren 

durchzuführen, noch dem erkennenden Strafrichter vorzugreifen (BGE 143 

IV 316 E. 3.1; 143 IV 330 E. 2.1; Urteil des Bundesgerichts 1B_235/2018 

vom 30. Mai 2018 E. 4.1).  

 

Der dringende Tatverdacht muss sich im Verlauf des Strafverfahrens 

grundsätzlich verdichten (bzw. ausreichend hoch verbleiben). Dabei kommt 

es nach der Praxis des Bundesgerichtes auch auf die Art und Intensität der 

bereits vorbestehenden konkreten Verdachtsgründe an (Urteil des Bundes-

gerichts 1B_197/2019 vom 27. Mai 2019 E. 2.1). Falls schon in einem frü-

hen Verfahrensstadium konkrete belastende Beweisergebnisse vorlagen, 

kann es für die Fortdauer der notwendigen Zwangsmassnahmen durchaus 

genügen, wenn der erhebliche Tatverdacht im Laufe der Untersuchung we-

der ausgeräumt noch deutlich abgeschwächt wird (MARC FORSTER, in: Bas-

ler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 3 

zu Art. 221 StPO, insbesondere Fn. 14; Urteil des Bundesgerichts 

1B_139/2007 vom 17. Dezember 2007 E. 4.3). Nach Durchführung der in 

Betracht kommenden Untersuchungshandlungen muss eine Verurteilung 

als wahrscheinlich erscheinen (BGE 143 IV 316 E. 3.2 m.w.H.). 

 

3.3. 

Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer beantragten Weisungen an die 

Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten betreffend von dieser zu erhebende 

Beweise kann auf die (vom Beschwerdeführer lediglich zitierten und ohne 

weitere Begründung als "grob oberflächlich und falsch" bezeichneten;  Be-

schwerde S. 20) zutreffenden Ausführungen der Vorinstanz verwiesen wer-

den, wonach über Beweisanträge die jeweilige Verfahrensleitung zu befin-

den hat und es nicht dem Sinn und Zweck von Art. 227 Abs. 5 StPO ent-

spricht, die Bestimmung von Art. 394 lit. b StPO betreffend Zulässigkeit von 

Rechtsmitteln gegen die Ablehnung von Beweisanträgen zu umgehen (E. 

5.2 f.). Empfehlungen, Ermahnungen und Anweisungen mit dem Ziel, dem 

 - 9 - 

 

 

Beschleunigungsgebot Rechnung zu tragen bzw. haftrelevanten Beweis-

verlust zu verhindern, sind zwar grundsätzlich möglich (MARC FORSTER, 

a.a.O., N. 11 zu Art. 226 StPO). Der blosse Umstand, dass (noch) nicht 

sämtliche vom Beschwerdeführer geforderten Beweiserhebungen vorge-

nommen wurden, kann jedoch nicht mit einer Verletzung des Beschleuni-

gungsgebots gleichgesetzt werden. Inwiefern Beweisverlust drohen 

könnte, ist ebenfalls nicht ersichtlich. Die Beweisanträge sind damit gegen-

über der Verfahrensleitung zu stellen und allenfalls zu wiederholen. Im Üb-

rigen stehen - wie etwa der E-Mail der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten 

an den amtlichen Verteidiger vom 15. Februar 2022 zu entnehmen ist - di-

verse Ermittlungsergebnisse noch aus bzw. sind weitere Beweiserhebun-

gen geplant. Das Gutachten des IRM liegt mittlerweile vor, wobei darauf 

hinzuweisen ist, dass sich in den Haftakten bereits im Verfahren auf Anord-

nung der Untersuchungshaft eine Fotodokumentation der Verletzungen so-

wie erste Untersuchungsbefunde des IRM befanden (vgl. Entscheid der 

Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts vom 3. September 

2021 E. 3.6.3). Es besteht damit keine Veranlassung für eine Erteilung von 

Weisungen.  

 

Anhaltspunkte für die vom Beschwerdeführer behaupteten einseitigen Be-

weiserhebungen bestehen im Übrigen nach wie vor nicht (vgl. Entscheid 

der Beschwerdekammer SBK.2021.248 vom 3. September 2021 E. 3.6.1). 

 

3.4. 

3.4.1. 

Wie bereits im Entscheid der Beschwerdekammer in Strafsachen des 

Obergerichts SBK.2021.248 vom 3. September 2021 festgehalten, suchte 

C. am 15. August 2021 das Krankenhaus auf. Sie wies diverse, fotografisch 

festgehaltene Verletzungen auf, u.a. schwere Blutergüsse insbesondere im 

Gesicht und Würgemale am Hals, welche gemäss Untersuchungsbefunden 

des IRM in der Gesamtschau durch stumpfe Gewalt durch Drittenwirkung 

entstanden bzw. mit einem Würgevorgang vereinbar seien. Die Beschwer-

dekammer in Strafsachen des Obergerichts gewichtete diese Indizien auf 

einen tätlichen Übergriff durch den Beschwerdeführer höher als die Aussa-

gen von C., welche den Beschwerdeführer damals noch nicht belastete und 

ihre Verletzungen auf Stürze bzw. den Autounfall zurückführte, und bejahte 

das Vorliegen eines dringenden Tatverdachts (E. 3.6.3).  

 

Im Entscheid der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts 

SBK.2021.279 vom 30. September 2021 wurde auf diese Ausführungen 

verwiesen und in Bejahung des dringenden Tatverdachts ausgeführt, dass 

die von C. erlittenen Verletzungen, insbesondere die schweren Blutergüsse 

im Gesicht und die Würgemale, nicht mit einem Autounfall zu erklären 

seien. Es dränge sich der Schluss auf, dass C. mit ihren Aussagen versu-

 - 10 - 

 

 

che, von einer anderen Verletzungsursache abzulenken und den Be-

schwerdeführer (sogar mit Telefonanrufen aus dem Spital) zu entlasten (E. 

2.5). 

 

3.4.2. 

3.4.2.1. 

Anlässlich der Einvernahmen vom 18. November 2021 und 20. Dezember 

2021 revidierte C. ihre Aussagen, dass ihre Verletzungen bei einem Auto-

unfall entstanden seien, und schilderte detailliert schwere Gewalttaten, wel-

che der Beschwerdeführer am 24./25. April 2021, 29./30. Juni 2021, 12./13 

August 2021 und 14./15. August 2021 ihr gegenüber verübt habe. Ihre Aus-

sagen führten zu einer Ausdehnung des zunächst wegen versuchter 

schwerer Körperverletzung zu ihrem Nachteil und Drohung zum Nachteil 

ihres Ex-Mannes D. geführten Strafverfahrens auf weitere schwere Delikte 

wie mehrfache versuchte Tötung, mehrfache versuchte schwere Körper-

verletzung, mehrfache Vergewaltigung, mehrfache sexuelle Nötigung, 

mehrfache Drohung, mehrfache einfache Körperverletzung, mehrfache Nö-

tigung etc. 

 

3.4.2.2. 

Mittlerweile liegt das rechtsmedizinische Gutachten des IRM vom 17. März 

2022 vor.  

 

C. wurde drei Tage nach Spitaleintritt forensisch-klinisch untersucht. Es 

wurden zahlreiche in Abheilung befindliche Blutergüsse und Hauptabschür-

fungen an Kopf, Hals, Rumpf und Extremitäten festgestellt. Gemäss Gut-

achten verweigerte C. mehrfach die forensisch-klinische Untersuchung von 

einem grossen Teil des Brustkorbs, Brüsten, Schulterregionen, Oberarmen 

inkl. Ellbogen, Schrittbereich, Gesäss und Oberschenkel inkl. Knie, wes-

halb keine Angaben zu über die vom Spital E. dokumentierten Befunde hin-

ausgehenden Verletzungen an diesen Lokalisationen möglich seien (Gut-

achten S. 11).  

 

Es wird festgehalten, dass die festgestellten Verletzungen durch massive 

stumpfe, teils tangential einwirkende Gewalt gegen den ganzen Körper, 

insbesondere gegen das Gesicht, entstanden seien und sich durch Schläge 

und Tritte sowie festes Packen erklären liessen (S. 12). Die Hautabschür-

fungen an den Unterarmen sowie die abgebrochenen Fingernägel liessen 

sich als passive Abwehrverletzungen interpretieren. Die Schilderung, dass 

C. mehrfach mit einem Stein auf die Hände geschlagen worden sei, sei mit 

den deutlichen Schwellungen, flächenhaften Blutergüssen und kleinflecki-

gen Hautabschürfungen vereinbar. Ein Kriechen auf allen Vieren im Mais-

feld könne zudem die Hautabschürfungen an den Unterschenkeln erklären. 

Die geschilderte Einwirkung von Steinen sei weiter geeignet, die am Kopf 

festgestellten kleinfleckigen Hautabschürfungen zu verursachen. Die run-

 - 11 - 

 

 

den Hautläsionen am rechten Handgelenk und an der linken Schulteraus-

senseite seien als Bissverletzung zu interpretieren. Die runde Hautläsion 

an der linken Unterschenkelaussenseite könne ebenfalls durch den Biss 

einer Drittperson oder auch durch eine andersartige Einwirkung stumpfer 

Gewalt entstanden sein (S. 13). An der Stelle am Oberschenkel, an welcher 

C. einen Stich mit einem Klappmesser geschildert habe, sei auf der foto-

grafischen Dokumentation des Spitals E. eine Hautläsion sichtbar. C. habe 

jedoch die rechtsmedizinische Untersuchung dieser Region verweigert, 

womit nicht sicher beurteilt werden könne, ob es sich um eine Verletzung 

infolge scharfer oder tangential-schürfender Gewalt handle. Die bandförmi-

gen und kratzerartigen Hautabschürfungen sowie der fleckenförmige Blut-

erguss am Hals seien durch stumpfe Gewalt entstanden. Der Bluterguss 

sowie die vom Spital E. am 15. August 2021 aufgenommene Rötung an der 

linken Halsseite seien mit der Einwirkung eines Fingers, die Läsionen an 

der Halshaut mit der Einwirkung von Fingernägeln beim Würgen vereinbar. 

Die bandförmigen Läsionen mit auffallend scharfer Begrenzung liessen auf 

die Einwirkung eines entsprechend geformten Gegenstands schliessen 

und seien mit dem geschilderten Um-den-Hals-wickeln und Zuziehen einer 

Kordel vereinbar. Hingegen sei eine Interpretation der Verletzungen am 

Hals mit einer Einwirkung des Sicherheitsgurts eines Personenwagens 

nicht plausibel. Einzelne Verletzungen könnten zwar für sich alleine be-

trachtet bei einem Autounfall, durch einen Sturz, beim Anschlagen etc. ent-

standen sein. In der Zusammenschau bestünden angesichts der Vielzahl 

der festgestellten Verletzungen, der unterschiedlichen, teils schlagtypi-

schen Lokalisationen, der Bissverletzungen an für die Betroffene nicht er-

reichbaren Stellen sowie der Würge- und Drosselmarken keine Zweifel an 

einer wiederholten stumpfen Gewalteinwirkung durch eine Drittperson (S. 

14/15).  

 

Die genaue Entstehungszeit der Verletzungen sei rechtsmedizinisch nicht 

feststellbar, da die Betroffene bei der Untersuchung bereits drei Tage im 

Spital gewesen sei. Die Hautabschürfungen und Blutergüsse seien auf-

grund ihrer Morphologie zeitnah (im Bereich von wenigen Tagen bis maxi-

mal Wochen) entstanden und wiesen weiter ein unterschiedliches Wundal-

ter auf, weshalb sie nicht zeitgleich entstanden sein könnten. Es müsse von 

einem mehrzeitigen Geschehen bzw. von wiederholter Gewaltanwendung 

gegen C. ausgegangen werden, wobei der von ihr angegebene Zeitraum 

vom 12. bis 15. August 2021 sowie auch kurz davor möglich sei (S. 15). 

Die bandförmigen Verletzungen am Hals seien indessen kurz bzw. wenige 

Stunden vor der klinischen Dokumentation am 15. August 2021 entstanden 

(S. 16).  

 

Es habe keine forensisch-gynäkologische Untersuchung stattgefunden, 

weshalb zu den geschilderten sexuellen Übergriffen keine Angaben ge-

macht werden könnten. Beim durch das Spital E. dokumentierten fingerför-

migen Bluterguss an der rechten Oberschenkelinnenseite könne es sich 

 - 12 - 

 

 

jedoch um eine Griffverletzung durch eine andere Person, möglicherweise 

im Rahmen eines sexuellen Übergriffs, handeln (S. 16).  

 

Objektive Zeichen einer kreislaufbedingten Halskompression (Stauungs-

blutungen im Gesichtsbereich) seien nicht festgestellt worden. Allenfalls 

vorhanden gewesene Stauungsblutungen hätten jedoch durch die ausge-

dehnten Blutergüsse der Gesichtshaut und Unterblutungen der Augenbin-

dehäute überlagert werden bzw. aufgrund der Zeitspanne zwischen Ereig-

nis und Untersuchung bereits nicht mehr sichtbar sein können. Die Schil-

derungen des Würgens bzw. Drosselns am 12./13. und 14./15. August 

2021 von C. würden jedoch auf Symptome einer sauerstoffmangelbeding-

ten Hirnfunktionsstörung und damit auf eine konkrete Lebensgefahr in die-

sem Zeitpunkt hindeuten. Die im Zusammenhang mit dem Angriff gegen 

den Hals geschilderte beginnende Bewusstlosigkeit könne auch durch die 

zusätzlich angegebenen Schläge gegen den Kopf, also ein Schädel-Hirn-

Trauma, verlängert oder intensiviert worden sein. Die Bewusstlosigkeit 

gehe mit dem Verlust der Schutzreflexe (u.a. Hustenreflex) einher, weshalb 

sich C. während der Bewusstlosigkeit in einem lebensbedrohlichen Zu-

stand befunden habe. Hinweise auf innere Verletzungen hätten keine ge-

funden werden können, wobei massive Schläge und Tritte gegen Kopf und 

Rumpf grundsätzlich zu lebensgefährlichen Verletzungen führen könnten 

(S. 16/17).  

 

3.4.2.3. 

Anlässlich der Einvernahme vom 25. Januar 2022 wurden dem Beschwer-

deführer zudem weitere Ermittlungsergebnisse vorgehalten:  

 

So habe C. etwa in ihrer (kurz nach dem geschilderten Vorfall vom 24./25. 

April 2021 [Samstag/Sonntag] versandten) Nachricht vom 26. April 2021 

gegenüber dem Beschwerdeführer Schläge vom Samstag erwähnt und ihre 

Angst vor ihm geäussert, worauf sich der Beschwerdeführer bei ihr ent-

schuldigt habe (Nachrichten gemäss Vorhalt anlässlich der Einvernahme 

vom 25. Januar 2022 S. 4).  

 

Weiter habe D. bei C. am 5. Juli 2021 ein blaues Auge (rechts) sowie Hä-

matome am linken Unterarm gesehen (Einvernahme vom 25. Januar 2022 

S. 5). 

 

Der Matratzenbezug, auf welchen der Beschwerdeführer gemäss Angaben 

von C. anlässlich des Vorfalls vom 12./13. August 2021 uriniert habe, habe 

zwischenzeitlich durch die Polizei festgestellt werden können und weise ei-

nen gut sichtbaren gelben Fleck auf (Einvernahme vom 25. Januar 2022 S. 

7). 

 

Entsprechend der Aussage von C., dass der Beschwerdeführer sie auf dem 

Weg nach U. aufgefordert habe, den Kapuzenpulli auszuziehen und in ein 

 - 13 - 

 

 

Toi Toi zu werfen, sei dort gemäss Angaben der Firma I. ein Pullover an-

gesaugt worden, welcher schliesslich den Schlauch verstopft habe (Einver-

nahme vom 25. Januar 2022 S. 10). 

 

3.4.3. 

Die eingehende Überprüfung der Aussagen von C. auf ihre Glaubhaftigkeit 

sowie die Würdigung des Gutachtens und der weiteren Beweise wird das 

Sachgericht vorzunehmen haben.  

 

Die genannten Ausführungen im rechtsmedizinischen Gutachten können 

im heutigen Zeitpunkt jedoch als erhebliche Anhaltspunkte dafür gewertet 

werden, dass sich die Übergriffe gemäss den Schilderungen von C. ereig-

net haben könnten. Entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers wurde 

bei C. eine forensisch-klinische Untersuchung durchgeführt und das Gut-

achten gestützt darauf erstellt (Untersuchungsprotokoll vom 17. März 

2022).  

 

Gleiches gilt hinsichtlich der erwähnten, dem Beschwerdeführer anlässlich 

der Einvernahme vom 25. Januar 2022 vorgehaltenen Umstände. Auch 

wenn sich die dazugehörigen Unterlagen nicht in den Haftakten befinden, 

sind sie als weitere, den Tatverdacht stützende Hinweise zu werten. Es 

bestehen derzeit keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass die genannte Nach-

richt nicht vom Beschwerdeführer selbst verfasst worden sein könnte. 

 

3.4.4. 

Damit hat sich der (bereits von Anfang an gegebene) dringende Tatver-

dacht gegen den Beschwerdeführer auf schwere Gewalttaten zum Nachteil 

von C. erheblich weiter verdichtet. Die allgemeine Haftvoraussetzung des 

dringenden Tatverdachts ist entsprechend nach wie vor erfüllt und besteht 

auch hinsichtlich der weiteren schweren Gewaltdelikte, auf welche das 

Strafverfahren mittlerweile ausgedehnt worden ist.  

 

4. 

4.1. 

4.1.1. 

Als besonderen Haftgrund hat die Vorinstanz Fluchtgefahr bejaht. 

 

4.1.2. 

Beim Haftgrund der Fluchtgefahr gemäss Art. 221 Abs. 1 lit. a StPO geht 

es um die Sicherung der Anwesenheit der beschuldigten Person im Ver-

fahren. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts braucht es für die 

Annahme von Fluchtgefahr eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sich die 

beschuldigte Person, wenn sie in Freiheit wäre, dem Vollzug der Strafe 

durch Flucht entziehen würde. Im Vordergrund steht dabei eine mögliche 

Flucht ins Ausland, denkbar ist jedoch auch ein Untertauchen im Inland. 

Bei der Bewertung, ob Fluchtgefahr besteht, sind die gesamten konkreten 

 - 14 - 

 

 

Verhältnisse zu berücksichtigen. Es müssen Gründe bestehen, die eine 

Flucht nicht nur als möglich, sondern als wahrscheinlich erscheinen lassen. 

Die Schwere der drohenden Strafe darf als Indiz für Fluchtgefahr gewertet 

werden, genügt jedoch für sich allein nicht, um den Haftgrund zu bejahen. 

Miteinzubeziehen sind die familiären und sozialen Bindungen, die berufli-

che und finanzielle Situation und die Kontakte zum Ausland. Selbst bei ei-

ner befürchteten Reise in ein Land, welches die beschuldigte Person 

grundsätzlich an die Schweiz ausliefern bzw. stellvertretend verfolgen 

könnte, ist die Annahme von Fluchtgefahr nicht ausgeschlossen (vgl. etwa 

Urteil des Bundesgerichts 1B_32/2019 vom 8. Februar 2019 E. 4.1 mit Ver-

weis auf BGE 143 IV 160 E. 4.3.). 

 

4.1.3. 

Der Beschwerdeführer bestreitet das Vorliegen von Fluchtgefahr und ver-

weist darauf, dass er Schweizer Bürger sei, alle seine Verwandten in der 

Schweiz leben würden und er als selbständig erwerbender Storenbauer in 

der Deutschschweiz tätig gewesen sei. Im Übrigen könne eine Fluchtgefahr 

mit Ersatzmassnahmen (Ausweis- und Schriftensperre sowie regelmässige 

Meldepflicht bei einer Amtsstelle) bereinigt werden. 

 

4.1.4. 

Es kann auf die Ausführungen in den Entscheiden der Beschwerdekammer 

in Strafsachen des Obergerichts SBK.2021.248 vom 3. September 2021 

(E. 4.7) bzw. SBK.2021.279 vom 30. September 2021 (E. 3) verwiesen 

werden. An den dort dargelegten Umständen hat sich nichts geändert. Der 

Lebensmittelpunkt des Beschwerdeführers befindet sich in R. (Land) und 

er hat keinen eigenen Wohnsitz in der Schweiz. Zudem droht ihm eine emp-

findliche Freiheitsstrafe. Es besteht damit nach wie vor Fluchtgefahr.  

 

Auch hinsichtlich der vom Beschwerdeführer beantragten Ersatzmassnah-

men zur Begegnung der Fluchtgefahr (Ausweis- und Schriftensperre sowie 

Meldepflicht) kann auf die Ausführungen im Entscheid SBK.2021.279 vom 

30. September 2021 (E. 3) verwiesen werden, dass hierdurch eine mögli-

che Ausreise insbesondere in den europäischen Raum nicht verhindert 

werden kann und die beantragten Ersatzmassnahmen damit wirkungslos 

sind. 

 

4.2. 

Weitere Haftgründe, wie etwa die im Haftverlängerungsantrag von der 

Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten ausserdem geltend gemachte Kollu-

sions- und Wiederholungsgefahr, brauchen nicht geprüft zu werden, nach-

dem vorliegend Fluchtgefahr besteht und das Vorliegen eines besonderen 

Haftgrundes im Sinne von Art. 221 StPO ausreichend ist (Urteil des Bun-

desgerichts 1B_569/2012 vom 31. Oktober 2012 E. 3). 

 

 - 15 - 

 

 

5. 

Die bisherige Haftdauer und die beantragte Verlängerung der Untersu-

chungshaft um weitere drei Monate steht immer noch im Verhältnis zu den 

dem Beschwerdeführer zur Last gelegten Taten. Dies umso mehr, als das 

Strafverfahren mittlerweile auf weitere schwerwiegende Verbrechen und 

Vergehen ausgedehnt wurde.   

 

6. 

Zusammengefasst sind die Voraussetzungen für die Verlängerung der Un-

tersuchungshaft um weitere drei Monate erfüllt, womit die Beschwerde ab-

zuweisen ist. 

 

7. 

Bei diesem Ausgang des Verfahren hat der Beschwerdeführer die Kosten 

des Beschwerdeverfahrens zu tragen (Art. 428 Abs. 1 StPO). Über die der 

amtlichen Verteidigung auszurichtende Entschädigung entscheidet die am 

Ende des Verfahrens zuständige Instanz (Art. 135 Abs. 2 StPO). 

 

 
   

Die Beschwerdekammer entscheidet: 

 

1. 

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

 

2. 

Die obergerichtlichen Verfahrenskosten, bestehend aus einer Gerichtsge-

bühr von Fr. 1'000.00 und den Auslagen von Fr. 56.00, zusammen 

Fr. 1'056.00, werden dem Beschwerdeführer auferlegt.  

 

 
   

Zustellung an: 

[…] 

 

  

 - 16 - 

 

 

   

Rechtsmittelbelehrung für die Beschwerde in Strafsachen (Art. 78 ff., Art. 90 ff. BGG) 

 

Gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen, kann innert 30 Tagen, von der schrift-

lichen Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des Entscheides an gerechnet, die Be-

schwerde an das Schweizerische Bundesgericht erhoben werden. Dieselbe Beschwerde 

kann erhoben werden gegen selbständig eröffnete Vor- und Zwischenentscheide, wenn 

diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken können oder wenn die Gutheis-

sung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeuten-

den Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde 

(Art. 44 Abs. 1, Art. 78, Art. 90, Art. 93, Art. 100 Abs. 1 und Art. 112 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerde ist schriftlich oder in elektronischer Form beim Schweizerischen Bundes-

gericht einzureichen (Art. 42, Art. 100 Abs. 1 BGG). 

 

Die Beschwerdeschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren 

Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschriften bzw. eine anerkannte 

elektronische Signatur zu enthalten. In der Begründung ist in gedrängter Form darzulegen, 

inwiefern der angefochtene Entscheid Recht (Art. 95 ff. BGG) verletzt. Die Urkunden, auf 

die sich eine Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen 

hat; ebenso ist der angefochtene Entscheid beizulegen (Art. 42 BGG). Für die Beschwerde- 

legitimation ist Art. 81 BGG massgebend. 

 

 
   

Aarau, 26. April 2022 

 

Obergericht des Kantons Aargau 

Beschwerdekammer in Strafsachen 

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin: 

 

 

 

Richli Boog Klingler