# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** ad9b1cd9-2774-511e-ab55-583583a6f273
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2008-09-15
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 15.09.2008 D-1017/2007
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1017-2007_2008-09-15.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1017/2007
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  1 5 .  S e p t e m b e r  2 0 0 8

Richter Hans Schürch (Vorsitz), Richterin Emilia 
Antonioni, Richter Thomas Wespi, 
Gerichtsschreiberin Anna Dürmüller.

A._______, geboren _______,
Sudan,
vertreten durch Patrik Fischer, 
Thurgauer Rechtsberatungsstelle für Asylsuchende, 
_______,
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 
5. Januar 2007 / N _______.

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1017/2007

Sachverhalt:

A.
Der  Beschwerdeführer,  ein  sudanesischer  Staatsangehöriger 
afrikanischer Ethnie (Frateet/Shala) mit letztem Wohnsitz in B._______ 
verliess seinen Heimatstaat eigenen Angaben zufolge am 15. Juli 2006 
in Richtung Libyen und reiste am 9. September 2006 von unbekannten 
Ländern  herkommend in  die  Schweiz  ein,  wo er  am selben  Tag im 
Empfangs-  und  Verfahrenszentrum  C._______  um  Asyl  nachsuchte. 
Am 25. September 2006 wurde er dort summarisch befragt und in der 
Folge  für  die  Dauer  des  Verfahrens  dem  Kanton  D._______ 
zugewiesen.  Die  zuständige  kantonale  Behörde  hörte  den 
Beschwerdeführer  am  7.  November  2006  ausführlich  zu  seinen 
Asylgründen an.

Zur Begründung seines Asylgesuchs brachte der Beschwerdeführer im 
Wesentlichen  vor,  er  sei  während  seiner  Studienzeit  Mitglied  einer 
Studentenvereinigung  gewesen,  die  sich  für  einen  Regimewechsel 
eingesetzt  habe.  Es  habe  sich  jedoch  nicht  um  eine  politische 
Vereinigung  gehandelt.  Weil  er  geholfen  habe,  in  der  Schule 
Transparente  aufzuhängen,  sei  er  von  November  1989  bis  Februar 
1990 inhaftiert worden. Von 1990 bis 1991 sei er zu Studienzwecken in 
Libyen gewesen. Dort habe er seine Ausweispapiere verloren. Er habe 
den Verlust umgehend gemeldet und neue Identitätspapiere beantragt, 
habe jedoch keine erhalten und sei gezwungen gewesen, illegal in den 
Sudan zurückzureisen. Er habe von da an nie mehr Identitätspapiere 
gehabt. Im Jahr 1996 sei er im Zusammenhang mit  der Entwendung 
von Waffen aus einer Kaserne eine Woche lang vom Sicherheitsdienst 
in  Untersuchungshaft  gesetzt  und  geschlagen  worden.  Nach  der 
Freilassung sei er nach Kordofan geflüchtet. Dort  habe er mit Tieren 
gehandelt. Im Jahr 2002 sei er in Kordofan von der Polizei verhaftet, zu 
seinen fehlenden Identitätspapieren befragt  und geschlagen worden. 
Er  habe  eine  Nacht  im  Gefängnis  verbringen  müssen.  Als  er  am 
nächsten Tag aus der Untersuchungshaft entlassen worden sei, habe 
er feststellen müssen, dass alle seine Schafe entwendet worden seien. 
Anfang des Jahres 2003 sei er erneut von der Polizei festgenommen 
worden. Damals habe er eine Aktentasche voller Geld - der Erlös aus 
dem Verkauf von selbst geschürftem Gold - mit sich getragen. Mit dem 
Geld habe er Gold kaufen und damit handeln wollen. Die Polizei habe 
einen  Nachweis  für  die  Herkunft  des  Geldes  verlangt  und  ihm 
ausserdem Probleme gemacht, weil er keine Identitätspapiere gehabt 

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und keinen Militärdienst  geleistet  habe. Als  er  nach zehn Tagen mit 
vier  Zeugen  wieder  bei  der  Polizei  vorgesprochen  habe,  hätten  die 
Beamten  vorgegeben,  von der  ganzen  Sache  nichts  zu  wissen. Sie 
hätten ihm somit sein Geld gestohlen. Er sei danach in die Ingasana-
Berge  zurückgekehrt,  um  erneut  Gold  zu  schürfen.  Sein  Bruder 
E._______  habe  ihm  dabei  geholfen.  Im  Oktober  oder  Anfang 
November 2003 sei der Ort von der sudanesischen Armee umzingelt 
worden.  Die  Armee  habe  ihnen  mit  Gewalt  das  geschürfte  Gold 
weggenommen  und  sie  festgenommen.  E._______  sei  durch  einen 
Bajonett-Stich schwer verletzt worden. Man habe sie eine Woche lang 
in einem Gefängnis in Damasin festgehalten und täglich geschlagen. 
Sie seien aufgefordert  worden,  freiwillig  auf  das Gold zu verzichten, 
andernfalls  man  sie  beschuldigen  würde,  mit  dem  Gold  die 
bewaffneten  Rebellen  zu  unterstützen.  Somit  hätten  sie  keine  Wahl 
gehabt,  als der Armee das Gold zu überlassen. In der Zwischenzeit 
seien  seine  Brüder  F._______  und  G._______  vom Militär  verhaftet 
worden. G._______ sei damals noch minderjährig gewesen. F._______ 
sei  im  Oktober  2003  erschossen  worden.  G._______  sei  seitdem 
psychisch  krank  und  deswegen  im  Jahr  2004  wieder  freigelassen 
worden.  Anfang  März  2004  hätten  die  Janaweed  sein  Heimatdorf 
überfallen  und  in  Brand  gesteckt.  Sie  hätten  seine  Schwester 
H._______  vor  seinen  Augen  entführt.  Seine  Brüder  I._______  und 
J._______  hätten  versucht,  die  Schwester  zu  retten.  Aber  die 
Janaweed  hätten  H._______  vergewaltigt  und  umgebracht. 
Anschliessend hätten sie auch noch seine beiden Brüder getötet. Sein 
Vater sei  durch die Janaweed so schwer verletzt  worden,  dass man 
ihm  beide  Beine  habe  amputieren  müssen.  Seine  Mutter  habe  ein 
Auge verloren und Schaden am Gehör genommen. Sie seien danach 
nach Kordofan geflüchtet. Er  habe seit  diesem Vorfall  ungefähr  acht 
Stunden  pro  Tag  Migräne  sowie  Alpträume.  In  Kordofan  habe  er 
zusammen  mit  E._______  erneut  mit  Tieren  gehandelt.  Ende  Juli 
2005,  als  sie  mit  einem Lastwagen voller  Tiere  unterwegs gewesen 
seien, seien sie von bewaffneten Personen angehalten worden. Als sie 
versucht hätten zu fliehen, sei sein Bruder E._______ von einer Kugel 
getroffen worden und gestorben. Der Tod seines Bruders habe bei ihm 
grosse  psychische  Beschwerden  ausgelöst.  Er  habe  seither  starke 
Schmerzen im Körper, vor allem im Kopf, und leide an Schlaflosigkeit. 
Wenn  er  schliesslich  schlafe,  habe  er  Alpträume.  Ein  weiteres 
Problem,  welches  im  Jahr  2005  seinen  Anfang  genommen  habe, 
bestehe  darin,  dass  er  einer  von  den  Janaweed  entführten  und 
vergewaltigten Lehrerin namens H. geholfen habe. Er habe H. im Juni 

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2005  kennengelernt.  H. habe  ihn  und  E._______  um Hilfe  gebeten, 
weil sie schwanger gewesen sei. Als unverheiratete schwangere Frau 
wäre  sie  von  ihrer  Familie  umgebracht  worden.  Sie  hätten  sich 
entschlossen,  H.  zu  helfen,  und  hätten  sie  zu  sich  nach  Hause 
genommen. Im Oktober 2005 habe die Familie von H. von der Sache 
erfahren und ihm mit dem Tod gedroht. Daraufhin habe H. der Polizei 
gesagt, dass er nichts mit ihrer Schwangerschaft zu tun habe, sondern 
dass  sie  von  den  Janaweed vergewaltigt  worden  sei.  H. habe  nicht 
gewusst,  dass  die  Janaweed  für  die  Regierung  tätig  seien.  Die 
Beamten hätten H. daraufhin mittels Todesdrohungen gezwungen zu 
gestehen, dass er der Vater des Kindes sei. Im Januar 2006 habe H. 
ihr Kind zur Welt gebracht. Sie habe für die Registrierung des Kindes 
seinen  Namen  angeben  müssen.  Er  sei  in  der  Folge  zur  Polizei 
gegangen  und  habe  sich  darüber  beschwert,  dass  er  zu  Unrecht 
beschuldigt werde. Die Polizei habe ihm daraufhin vorgeworfen, gegen 
den Islam zu sein. Die Familie von H. trachte ihm nach wie vor nach 
dem  Leben.  Aus  diesen  Gründen  sowie  wegen  der  allgemein 
schlechten Lage in Darfur, insbesondere der ethnischen Säuberungen, 
habe er  sein Heimatland im Juli  2006 verlassen. Er  wisse nicht,  wo 
sich seine Familienangehörigen zurzeit aufhielten. Bei einer Rückkehr 
in den Sudan drohe ihm der Tod oder Gefängnis. Eventuell müsste er 
auch Militärdienst leisten, da im Sudan noch immer Krieg herrsche. 

Der  Beschwerdeführer  reichte  weder  Identitätspapiere  noch 
Beweismittel zur Sache zu den Akten. 

B.
Das  BFM  stellte  mit  Verfügung  vom  5.  Januar  2007  -  eröffnet  am 
8. Januar 2007 - fest, die Vorbringen des Beschwerdeführers seien mit 
Blick  auf  Art.  3  und 7  des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, 
SR 142.31)  nicht  asylrelevant  respektive  nicht  glaubhaft,  weshalb  er 
die  Flüchtlingseigenschaft  nicht  erfülle.  Demzufolge  lehnte  die 
Vorinstanz  das  Asylgesuch  ab,  verfügte  die  Wegweisung  aus  der 
Schweiz und ordnete den Vollzug an.

C.
Der  Beschwerdeführer  liess  diesen  Entscheid  mit  Beschwerde  vom 
7. Februar  2007  beim  Bundesverwaltungsgericht  anfechten.  Dabei 
wurde beantragt, die angefochtene Verfügung sei aufzuheben, es sei 
die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  festzustellen  und 
Asyl  zu  gewähren,  eventuell  sei  er  wegen  Unzulässigkeit 

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beziehungsweise Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs vorläufig 
aufzunehmen.  In  prozessualer  Hinsicht  wurde  um  Gewährung  der 
unentgeltlichen  Rechtspflege   im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  des 
Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 
Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) sowie um Verzicht auf die 
Erhebung eines Kostenvorschusses ersucht. 

Der  Beschwerde  lag  eine  Auskunft  der  Schweizerischen 
Flüchtlingshilfe  (SFH)  vom  28.  November  2006  zur  Frage  der 
Rückkehrgefährdung für Personen aus Darfur bei. 

D.
Mit Verfügung vom 14. Februar 2007 verzichtete der Instruktionsrichter 
antragsgemäss auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und teilte 
dem  Beschwerdeführer  gleichzeitig  mit,  über  das  Gesuch  um 
Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege werde im Endentscheid 
befunden  werden.  Der  Beschwerdeführer  wurde  aufgefordert, 
umgehend  die  in  Aussicht  gestellte  Bestätigung  der 
Fürsorgeabhängigkeit  einzureichen. Ausserdem wurde ihm eine Frist 
zur Einreichung eines Arztzeugnisses eingeräumt. 

E.
Gestützt  auf  die Eingabe des Beschwerdeführers vom 2. März 2007 
wurde die Frist zur Einreichung des Arztzeugnisses mit Verfügung vom 
6. März 2007 erstreckt.  

F.
Das  BFM  hielt  in  seiner  Vernehmlassung  vom  13.  Juni  2007 
vollumfänglich an seiner Verfügung fest und beantragte die Abweisung 
der Beschwerde. 

G.
Der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers reichte mit Eingabe vom 
29.  Juni  2007  eine  Stellungnahme  zur  vorinstanzlichen 
Vernehmlassung ein. 

H.
Mit  Eingaben  vom  12.  März  und  29.  April  2008  stellte  der 
Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  die  Einreichung  eines 
ärztlichen Berichtes in Aussicht. 

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I.
Am 20. Mai 2008 wurde ein Schreiben von Dr. med. M. K. zu den Akten 
gereicht.

J.
Mit  Eingabe vom 21. August 2008 liess der Beschwerdeführer einen 
ärztlichen Bericht von Dr. med. M. K. nachreichen. 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 
17. Juni 2005 (VGG, SR 173.32) beurteilt  das Bundesverwaltungsge-
richt  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM, 
welche  in  Anwendung  des  Asylgesetzes  ergangen  sind;  das 
Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  in  diesem  Bereich  endgültig 
(Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 
17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Die  Beschwerde  ist  form-  und  fristgerecht  eingereicht;  der 
Beschwerdeführer ist legitimiert (Art. 6 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 und 
Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  können  die 
Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige 
Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die 
Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.

3.1 Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen 
grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person 
anerkannt,  wenn sie in ihrem Heimatstaat  oder im Land,  in  dem sie 
zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität, 
Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  ihrer 
politischen  Anschauungen  wegen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt 
ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu 
werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung 

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von  Leib,  Leben  oder  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen 
unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken;  den  frauenspezifischen 
Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

3.2 Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft 
nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft 
gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender 
Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere 
Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in 
sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder 
massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt 
werden (Art. 7 AsylG).

4.

4.1 Die  Vorinstanz  führte  zur  Begründung  ihres  ablehnenden 
Entscheids  im  Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  des 
Beschwerdeführers seien teils unglaubhaft, teils nicht asylrelevant. Die 
geltend gemachte Inhaftierung im Jahr 1989 sowie die eintägige Haft 
im  Jahr  2002  seien  infolge  fehlenden  zeitlichen  und  sachlichen 
Zusammenhang  mit  der  Ausreise  im  Juli  2006 nicht  asylrelevant.  In 
Bezug  auf  die  weiteren  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  sei 
festzustellen,  dass  er  dazu  widersprüchliche,  unsubstanziierte  und 
realitätsfremde Angaben gemacht habe. So habe er beispielsweise in 
der  Erstbefragung  geltend  gemacht,  anlässlich  der  Festnahme  im 
November 2003 sei er zunächst zwei bis drei Tage auf einem von Holz 
umgebenen  Stück  Land  festgehalten  worden.  Beim Kanton  habe  er 
dagegen  erklärt,  er  sei  direkt  ins  Gefängnis  in  Damasin  gebracht 
worden. Im Empfangszentrum habe er im Gegensatz zur kantonalen 
Anhörung nicht erwähnt, dass sein Bruder damals mit einem Bajonett 
verletzt  worden  sei.  Im  Weiteren  habe  er  beim  Kanton  in  diesem 
Zusammenhang zunächst von einer "wochenlangen" Haft gesprochen. 
Er habe damit offenbar mehrere Wochen gemeint. An anderer Stelle 
habe er  dann erklärt,  die Haft  habe eine Woche gedauert. In Bezug 
auf die 1'400'000 Dinar habe er anlässlich der Erstbefragung erklärt, 
er habe mit  diesem Geld Gold kaufen wollen. Laut seinen Aussagen 
beim Kanton habe es sich bei diesem Geld indessen um den Erlös aus 
dem Goldverkauf gehandelt. Im Empfangszentrum habe er ausserdem 
gesagt, die Eltern von H. hätten ihn bereits im Mai 2005 bedroht. Dies 
lasse sich jedoch nicht vereinbaren mit seiner Aussage beim Kanton, 
wonach er H. erst im Juni 2005 getroffen habe. Der Beschwerdeführer 

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habe  den  Angriff  der  Janaweed  auf  sein  Dorf  im  Jahr  2004  nur  in 
pauschaler  Weise  geschildert  und  habe  insbesondere  nicht  genau 
dargelegt, wann sich dieser Vorfall ereignet habe. Im Zusammenhang 
mit der Registrierung des Kindes von H. unter seinem Namen habe er 
ebenfalls unsubstanziierte Angaben gemacht. So sei seinen Aussagen 
nicht  zu entnehmen, wann genau das Kind zur Welt  gekommen und 
wo es eingetragen worden sei. Die Registrierung unter seinem Namen 
sei  auch  deshalb  nicht  nachvollziehbar,  weil  der  Beschwerdeführer 
angeblich  bereits  seit  dem  Jahr  1991  keine  Identitätspapiere  mehr 
gehabt habe. Da der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seit 
dem  Verlust  seiner  Identitätspapiere  immer  wieder  von  den 
sudanesischen  Behörden  schikaniert  worden  sei,  sei  nicht 
nachvollziehbar,  weshalb  er  mit  der  Ausreise  bis  im  Juli  2006 
zugewartet  habe.  Aufgrund  der  Tatsache,  dass  die  sudanesischen 
Behörden den Beschwerdeführer immer wieder aus der Haft entlassen 
hätten,  sei  im  Übrigen  zu  schliessen,  dass  er  in  den  Augen  der 
sudanesischen  Behörden  ein  unbescholtener  Bürger  sei.  Die  vom 
Beschwerdeführer  geäusserte  Furcht,  bei  einer  Rückkehr  für  den 
Militärdienst aufgeboten zu werden, erscheine unbegründet. 

4.2 Seitens  des  Beschwerdeführers  wird  entgegnet,  die  Vorinstanz 
bestreite die Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers zu 
Unrecht.  Allgemein  müsse  berücksichtigt  werden,  dass  der 
Beschwerdeführer während der Befragungen an starker Migräne und 
damit  verbundenen  Konzentrationsschwierigkeiten  gelitten  habe.  Die 
Befrager  seien  jeweils  auf  diesen  Umstand  aufmerksam  gemacht 
worden. Der Beschwerdeführer könne die schmerzlichen Erinnerungen 
ausserdem kaum verkraften und versuche daher, diese zu verdrängen. 
So  habe er  sich  erst  bei  einem kürzlich  erfolgten  Arztbesuch  daran 
erinnern können, dass er einmal von einem Soldaten auf den Schädel 
geschlagen worden sei. In Bezug auf die Unstimmigkeiten, welche das 
BFM dem Beschwerdeführer in der angefochtenen Verfügung vorhält, 
wird  Folgendes  vorgebracht:  Der  Beschwerdeführer  habe  im 
Zusammenhang  mit  der  Inhaftierung  im  November  2003  nie 
ausdrücklich  gesagt,  sie  seien  direkt ins  Gefängnis  nach  Damasin 
gebracht  worden. Er sei  damals gefragt  worden,  wohin sie nach der 
Festnahme  gebracht  worden  sei.  Diese  Zwischenfrage  sei  nicht 
protokolliert  worden.  Er  habe  darauf  die  entsprechende  Antwort 
gegeben.  Das  BFM  habe  zu  Recht  festgestellt,  dass  er  in  der 
Erstbefragung nicht  erwähnt habe,  dass sein Bruder in Damasin mit 
einem Bajonett  in  die Seite gestochen worden sei. Allerdings sei  er 

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damals angewiesen worden, sich kurz zu fassen. Er könne sich nicht 
an  die  genaue  Dauer  der  Haft  im  Oktober  2003  erinnern.  Er  habe 
jedoch anlässlich der Anhörungen immer von "mehr als einer Woche" 
(und  nicht  von "mehreren Wochen")  gesprochen. Offenbar  sei  seine 
Aussage  nicht  korrekt  übersetzt  worden. Der  Dolmetscher  habe ihm 
denn  auch  erklärt,  dass  die  Übersetzung  von  vielen  arabischen 
Wörtern  ins  Deutsche  variabel  sei.  Im  Übrigen  habe  der 
Beschwerdeführer  in  der  kantonalen  Anhörung  nicht  gesagt,  die 
fragliche Inhaftierung habe im Oktober 2003 stattgefunden. Es handle 
sich  dabei  ebenfalls  um  eine  fehlerhafte  Übersetzung  respektive 
Protokollierung.  Der  Beschwerdeführer  könnte  die  Ereignisse  vom 
November 2003 nie vergessen, selbst wenn er wollte. Hinsichtlich der 
1'400'000 Dinar sei zu bemerken, dass dies der Erlös aus dem Verkauf 
von geschürftem Gold (abzüglich einer Zuwendung an seine Familie) 
gewesen sei, welchen der Beschwerdeführer in den Goldhandel habe 
investieren wollen. Zur Frage, wann er H. erstmals getroffen habe und 
wann er erstmals von deren Eltern bedroht worden sei, sei Folgendes 
festzustellen:  Der  Beschwerdeführer  habe  H. im  Juni  2005  erstmals 
getroffen. Bei der Erwähnung von Mai 2005 in der Erstbefragung habe 
es  sich  lediglich  um  lautes  Überlegen  gehandelt.  Der 
Beschwerdeführer  habe  H.  über  seinen  Bruder  E._______  kennen 
gelernt. Dieser habe ihm im Juni 2005 erzählt, dass H. schwanger sei. 
Nachdem  E._______  im  Juli  2005  verstorben  sei,  habe  sich  H.  im 
Oktober  2005  hilfesuchend  an  die  Familie  des  Beschwerdeführers 
gewandt. Die Eltern des Beschwerdeführers hätten sich bereit erklärt, 
ihr zu helfen, weil das wohl der Wunsch von E._______ gewesen wäre. 
Infolge der Drohungen seitens der Familie von H. habe die Familie des 
Beschwerdeführers  Ende  Oktober  2005  umziehen  müssen.  Im 
November  2005  habe  die  Familie  versucht,  nach  B._______ 
zurückzukehren. Auf dem Weg nach Darfur sei die Familie jedoch von 
den  Janaweed  angegriffen  worden.  Dabei  sei  die  Mutter  des 
Beschwerdeführers  umgekommen.  Der  Vorwurf  des  BFM,  der 
Beschwerdeführer  habe  den  Angriff  auf  sein  Dorf  im  März  2004 
pauschal  und ohne Realkennzeichen geschildert,  werde entschieden 
zurückgewiesen.  Der  Beschwerdeführer  könne  sich  nicht  an  das 
genaue Datum erinnern, was damit zusammenhänge, dass er damals 
nur  knapp  dem  Tod  entronnen  und  ausserdem  seit  diesem  Vorfall 
traumatisiert  sei.  Schliesslich  sei  festzustellen,  dass  das  BFM  dem 
Beschwerdeführer keine detaillierten Fragen zum Kind von H. gestellt 
habe. Deshalb habe er sich dazu auch nicht eingehend geäussert. Das 
Kind  sei  ungefähr  Mitte  Januar  2006  geboren  worden  und  heisse 

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K._______.  Bei  einer  Rückkehr  müsste  der  Beschwerdeführer  mit 
Verfolgung rechnen. Das Verschwinden des Beschwerdeführers sei mit 
Sicherheit  von  den  Sicherheitsbehörden  registriert  worden,  und  es 
müsse davon ausgegangen werden, dass er landesweit zur Verhaftung 
ausgeschrieben sei. Bei einer Einreise über den Flughafen würde er 
mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  verhaftet  werden.  Gemäss  dem 
Auskunftspapier der SFH könnten sudanesische Staatsbürger, die (wie 
der Beschwerdeführer)  einer nicht-arabischen Ethnie angehören und 
aus Darfur  stammen,  nicht  unbemerkt  einreisen. Ausserdem sei  der 
sudanesische  Geheimdienst  vor  allem  an  Personen  interessiert, 
welche  im  Ausland  ein  Asylgesuch  gestellt  hätten.  Angesichts  der 
Tatsache, dass der Beschwerdeführer bereits mehrfach festgenommen 
und seitens der Sicherheitsbehörden bedroht worden sei, bestehe für 
ihn bei einer Rückkehr in den Sudan eine konkrete Verfolgungsgefahr. 
Eine innerstaatliche Fluchtalternative gebe es nicht. 

4.3 In der Vernehmlassung wird argumentiert, es handle sich bei den 
festgestellten Widersprüchen um sachliche Diskrepanzen, welche nicht 
durch eine ungenaue Übersetzung zu erklären seien. Im Übrigen habe 
der Beschwerdeführer mit seiner Unterschrift das Protokoll als richtig 
anerkannt  und  müsse  sich  nun  darauf  behaften  lassen.  Er  habe 
sowohl in der Erstbefragung als auch beim Kanton erklärt, er habe den 
Dolmetscher gut verstanden. Die Hinweise des Beschwerdeführers auf 
gesundheitliche  Probleme  seien  ebenfalls  nicht  haltbar,  da  den 
Protokollen  nichts  zu  entnehmen  sei,  was  auf  fehlende 
Einvernahmefähigkeit  hinweisen  würde.  Es  sei  nach  wie  vor 
festzustellen, dass die geltend gemache Verfolgung nicht glaubhaft sei. 
Aus  diesem  Grund  müsse  das  Vorliegen  einer  innerstaatlichen 
Fluchtalternative  gar  nicht  geprüft  werden.  Das  BFM  fasst 
anschliessend  den  Inhalt  des  in  der  Beschwerde  erwähnten 
Positionspapiers  des  UNHCR  vom  10.  Februar  2006  sowie  der 
Stellungnahme der SFH von November 2006 kurz zusammen und gibt 
einen groben Überblick über die Asylpraxis in Bezug auf Asylsuchende 
aus Darfur. Für den folgenden Fall  stellt  das BFM fest, dass es dem 
Beschwerdeführer  nicht  gelungen sei,  eine individuelle  Verfolgung in 
Darfur  glaubhaft  zu  machen.  Ausserdem  gehöre  er  keiner 
Risikogruppe an. 

4.4 In  der  Replik  wird  vorab  auf  die  Ausführungen  in  der 
Beschwerdeschrift  verwiesen.  Anschliessend  wird  vorgebracht,  der 
Beschwerdeführer  leide  nach  wie  vor  unter  der  erlebten  Verfolgung 

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durch Janaweed-Milizen in Darfur. Er könne nachts kaum schlafen, da 
er immer wieder die grausamen Bilder im Kopf habe. Er habe zehn bis 
zwölf Stunden pro Tag Kopfschmerzen. Dies hänge möglicherweise mit 
seinen traumatischen Erfahrungen zusammen. Der behandelnde Arzt 
gebe ihm jedoch bloss Schlaftabletten. Die Tatsache, dass der Vater 
des  Beschwerdeführers,  welcher  infolge  der  Attacke  durch  die 
Janaweed beide Beine verloren habe, nun um sein Überleben kämpfen 
müsse, belaste den Beschwerdeführer zusätzlich. Im Dezember 2006 
habe der Beschwerdeführer von J. H. per Telefon erfahren, dass seine 
Mutter  gestorben sei  und sich die verbliebenen Familienangehörigen 
im Gliedstaat  Blue Nile  aufhielten. Anfangs 2007 habe er  noch kurz 
einmal mit seiner Schwester gesprochen, welche ihm mitgeteilt habe, 
die Familie habe den Aufenthaltsort  wiederholt  wechseln müssen. H. 
sei immer noch bei ihnen. Seit diesem Telefongespräch sei der Kontakt 
zu  den  Familienangehörigen  abgebrochen.  Der  Beschwerdeführer 
mache sich grosse Sorgen um das Wohlergehen seiner Familie. Die 
Vorbringen  des  Beschwerdeführers  seien  asylrelevant.  Eine 
innerstaatliche  Fluchtalternative  bestehe  nicht.  Schliesslich  wird 
mitgeteilt,  dass  der  Beschwerdeführer  versuchen  werde,  sich  sein 
Schulzeugnis in die Schweiz schicken zu lassen. 

5.
Im  Folgenden  ist  zu  untersuchen,  ob  der  Beschwerdeführer  die 
Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  3  und  7  AsylG erfüllt  oder 
nicht. 

5.1 Die  Vorinstanz  vertritt  die  Auffassung,  die  Asylvorbringen  des 
Beschwerdeführers seien in wesentlichen Teilen unglaubhaft. In seinen 
Aussagen  fänden  sich  mehrere  Ungereimtheiten;  ausserdem  seien 
seine  Vorbringen  teilweise  unsubstanziiert  und  realitätsfremd 
ausgefallen. Diese Vorwürfe erweisen sich jedoch aus nachfolgenden 
Gründen insgesamt als unhaltbar: In Bezug auf die geltend gemachte 
Inhaftierung im November 2003 machte der Beschwerdeführer in der 
Erstbefragung geltend, sie seien nach der Festnahme auf ein von Holz 
umgebenes Stück Land geführt  worden. Nach zwei  oder  drei  Tagen 
habe man sie ins Gefängnis nach Damasin transferiert (vgl. A1, S. 6). 
In  der  Kantonsanhörung  brachte  er  diesbezüglich  vor,  sie  seien 
mitgenommen  und  gefesselt  worden.  Man  habe  sie  nach  Damasin 
gebracht (vgl. A21, S. 10). Etwas später in der Anhörung präzisiert der 
Beschwerdeführer  aus  eigenen  Antrieb,  dass  sie  vor  dem  Transfer 
nach  Damasin  in  einem  normalerweise  für  Tiere  bestimmten 

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Holzverschlag  eingesperrt  gewesen  seien  (vgl.  A21,  S.  14).  Die 
Angaben des Beschwerdeführers in der Kantonsanhörung decken sich 
somit  im  Wesentlichen  mit  seinen  Aussagen  in  der  Erstbefragung. 
Entgegen  der  von  der  Vorinstanz  vertretenen  Meinung  besteht  in 
diesem Punkt also kein Widerspruch. Das BFM rügte im Weiteren, der 
Beschwerdeführer habe die Bajonettverletzung seines Bruders in der 
Erstbefragung nicht  erwähnt. Dabei  handelt  es sich jedoch nicht  um 
einen  dem  Beschwerdeführer  persönlich  widerfahrenen  Nachteil, 
weshalb  nachvollziehbar  ist,  dass  er  in  der  Erstbefragung  nicht 
darüber  sprach,  zumal  es  allgemein  bekannt  ist,  dass  die 
Gesuchsteller bei der Erstbefragung jeweils aufgefordert werden, sich 
kurz  zu  fassen. Jedenfalls  lässt  diese  Nichterwähnung  nicht  auf  die 
Unglaubhaftigkeit  der  Asylvorbringen  schliessen.  In  Bezug  auf  die 
Haftdauer brachte der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen 
übereinstimmend vor,  die Haft  habe eine Woche lang gedauert  (vgl. 
A1, S. 6 und A21, S. 15). Unter diesen Umständen erscheint es nicht 
als unwahrscheinlich, dass der im Protokoll der kantonalen Anhörung 
an anderer Stelle verwendete Ausdruck "wochenlang" (vgl. A21, S. 10), 
tatsächlich - wie in der Beschwerde geltend gemacht wird - auf einer 
ungenauen Übersetzung beruht. Als Zeitpunkt der Verhaftung gab der 
Beschwerdeführer einmal November 2003 (vgl. A1,  S. 6) und einmal 
Oktober  2003  (vgl.  A21,  S.  15)  an.  Diese  Angaben  sind  zweifellos 
widersprüchlich. In  der Beschwerde wird diesbezüglich argumentiert, 
es müsse sich dabei um eine fehlerhafte Protokollierung handeln. Die 
Inhaftierung  habe  im  November  2003  stattgefunden,  der 
Beschwerdeführer  habe  gewiss  nie  von  Oktober  2003  gesprochen. 
Dem  Beschwerdeführer  muss  indessen  entgegengehalten  werden, 
dass er anlässlich der Rückübersetzung die Gelegenheit gehabt hätte, 
die  angeblich  fehlerhafte  Protokollierung  zu  korrigieren.  Dies  hat  er 
offensichtlich  unterlassen.  Gleichzeitig  hat  er  mit  seiner  Unterschrift 
die  Vollständigkeit  und  Richtigkeit  des  Protokolls  bestätigt.  Mangels 
anderweitiger konkreter Hinweise auf eine fehlerhafte Protokollierung 
oder  Übersetzung  ist  daher  davon  auszugehen,  dass  der 
Beschwerdeführer  tatsächlich  widersprüchliche Angaben zum Datum 
seiner  Inhaftierung  im  Herbst  2003  gemacht  hat.  Angesichts  der 
ansonsten  schlüssigen  Aussagen  des  Beschwerdeführers  (vgl.  auch 
nachfolgend)  vermag  der  soeben  festgestellte  Widerspruch  diese 
Inhaftierung jedoch nicht grundsätzlich in Frage zu stellen. Das BFM 
warf dem Beschwerdeführer vor, er habe auch im Zusammenhang mit 
der  Festnahme  anfangs  2003  widersprüchliche  Angaben  gemacht, 
indem er in der Erstbefragung erklärt habe, er habe mit dem damals in 

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seinem  Besitz  befindlichen  Geld  Gold  kaufen  wollen,  beim  Kanton 
dagegen  ausgeführt  habe,  das  Geld  stamme aus  dem  Verkauf  von 
Gold. In der Beschwerde wird entgegnet, beim Geld habe es sich um 
den Erlös aus dem Verkauf des selbst geschürften Goldes gehandelt. 
Mit  diesem  Erlös  habe  der  Beschwerdeführer  in  den  Goldhandel 
einsteigen wollen. Da der Beschwerdeführer den Akten zufolge sowohl 
selbst  Gold schürfte  (vgl. A21,  S. 9)  als  auch damit  Handel  betrieb, 
indem  er  Gold  kaufte  und  anschliessend  weiterverkaufte  (vgl.  A21, 
S. 5),  ist  diese  Erklärung  durchaus  nachvollziehbar.  Entgegen  der 
Auffassung  des  BFM  sind  die  fraglichen  Aussagen  des 
Beschwerdeführers daher nicht als widersprüchlich zu erachten. Auch 
die  vom  BFM  gerügte  Ungereimtheit  betreffend  den  vom 
Beschwerdeführer bezeichneten Zeitpunkt der erstmaligen Bedrohung 
durch  die  Eltern  von  H.  muss  relativiert  werden.  In  der  kantonalen 
Befragung  gab  er  zu  Protokoll,  er  habe  H.  im  Juni  2005  erstmals 
getroffen  und  sei  dann  ab  Oktober  2005  von  ihrer  Familie  bedroht 
worden  (vgl.  A21,  S.  11  und  12).  In  der  Erstbefragung  wurde  er 
gefragt,  seit  wann  die  Familie  von H. ihm nach dem Leben trachte. 
Darauf  antwortete  der  Beschwerdeführer  zunächst,  seit  ungefähr 
Oktober 2005. Danach überlegte er dem Protokoll  zufolge ein wenig 
und  sagte  dann,  seit  Mai  2005,  überlegte  erneut  und  führte 
schliesslich sinngemäss aus, die Drohungen hätten etwa drei Monate 
vor  der  Niederkunft  von  H. begonnen. Sie  habe  ihr  Kind  im  Januar 
2006  zur  Welt  gebracht  (vgl.  A1,  S.  7).  Unter  diesen  Umständen 
erscheint  es naheliegend,  dass es sich bei  der Aussage "Mai 2005" 
nicht um die Antwort auf die Frage, seit wann er durch die Familie von 
H.  bedroht  worden  sei,  handelt,  sondern  lediglich  um  eine  laut 
geäusserte  Überlegung  auf  dem  Weg  zur  Antwort.  Insgesamt  ist 
festzustellen,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  entgegen 
der  Auffassung  des  BFM  keine  wesentlichen  Ungereimtheiten 
enthalten. Der Vorwurf, wonach der Beschwerdeführer den Angriff der 
Janaweed im März 2004 sowie die Umstände der Registrierung des 
Kindes  von  H.  lediglich  in  allgemeiner  Weise  respektive  zu  wenig 
substanziiert  geschildert  habe,  erscheint  ebenfalls  als  haltlos. 
Insbesondere  trifft  es  nicht  zu,  dass  seinen Aussagen in  Bezug auf 
den  Angriff  der  Janaweed  keine  Realkennzeichen  zu  entnehmen 
wären. Der Beschwerdeführer schilderte den Feuergeruch und sagte 
aus, er sei von seinem Bruder auf beide Backen geschlagen und so 
geweckt worden. Laut Protokoll weinte der Beschwerdeführer, während 
er erzählte, was ihm und seinen Angehörigen damals widerfahren sei 
(vgl.  A21,  S.  11).  Diese  Details  sowie  die  bei  der 

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Sachverhaltsschilderung gezeigten Emotionen weisen darauf hin, dass 
der Beschwerdeführer das Erzählte selbst erlebt hat. Es trifft zwar zu, 
dass  der  Beschwerdeführer  in  den  Befragungen  weder  den  Namen 
des  Kindes  von  H.  noch  dessen  Geburtsdatum  oder  den  Ort  der 
Registrierung nannte. Dies kann ihm aber kaum zum Vorwurf gemacht 
werden,  da  ihm  diesbezüglich  auch  keine  Anschlussfragen  gestellt 
wurden und nicht erwartet werden kann, dass ein Gesuchsteller von 
sich aus über Details spricht, welche nicht direkt die geltend gemachte 
Verfolgung respektive Verfolgungsgefahr betreffen. Im Zusammenhang 
mit der Registrierung des Kindes von H. sagte der Beschwerdeführer 
aus, H. sei von der Polizei gezwungen worden zu erklären, dass er der 
Vater des Kindes sei (vgl. A21, S. 12 und 13). Unter diesen Umständen 
ist nicht davon auszugehen, dass das Kind von H. auf normalem Weg, 
das  heisst  unter  anderem  unter  Vorlage  der  Identitätspapiere, 
registriert  wurde.  Im  Übrigen  wurden  dem  Beschwerdeführer  keine 
Fragen zum konkreten Ablauf der Kindsregistrierung gestellt, weshalb 
es  nicht  erstaunt,  dass  die  diesbezüglichen  Aussagen  des 
Beschwerdeführers relativ spärlich ausgefallen sind. Das BFM führte 
in der angefochtenen Verfügung im Weiteren aus, es spreche gegen 
die  Glaubhaftigkeit  der  Verfolgungsvorbringen,  dass  der 
Beschwerdeführer trotz der geltend gemachten, ständigen Schikanen 
im  Zusammenhang  mit  seinen  seit  dem  Jahr  1991  fehlenden 
Identitätspapieren erst im Juli 2006 ausgereist sei. Diesem Argument 
kann jedoch ebenfalls nicht gefolgt werden. Die vom Beschwerdeführer 
geschilderten  Probleme  im  Heimatland  gründen  nicht  nur  auf  der 
Tatsache,  dass  er  seit  dem Jahr  1991  keine  Identitätspapiere  mehr 
besass.  Gestützt  auf  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  ist 
ausserdem  davon  auszugehen,  dass  die  Schikanen  infolge  der 
fehlenden  Identitätspapiere  für  sich  genommen nicht  intensiv  genug 
waren, um den Beschwerdeführer zur Ausreise zu zwingen (vgl. A21, 
S. 7,  8  und  9).  Es  spricht  auch  nicht  gegen  die  Glaubhaftigkeit  der 
geltend  gemachten,  mehrmaligen  Festnahmen,  dass  der 
Beschwerdeführer  jeweils  wieder  aus der Haft  entlassen wurde. Aus 
der Darstellung des Beschwerdeführers ergibt sich nämlich, dass die 
Festnahmen in der Regel einzig dem Zweck dienten, ihm Geld oder 
geldwerte Sachen abzunehmen, und somit auf  keiner rechtsstaatlich 
vertretbaren  Grundlage  beruhten.  Gestützt  auf  die  vorstehenden 
Erwägungen  kann  der  vorinstanzliche  Vorbehalt  hinsichtlich  der 
Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  nicht  geteilt 
werden.  Vielmehr  ist  der  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte 

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Sachverhalt  (vgl. vorstehend Bst. A.)  im Wesentlichen als  erstellt  zu 
erachten. 

5.2 Gestützt  auf  die  noch  von  der  ehemaligen  Schweizerischen 
Asylrekurskommission  (ARK)  vorgenommene Lageanalyse  zu  Darfur 
(vgl.  dazu  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen 
Asylrekurskommission [EMARK] 2006 Nr. 25 E. 5 S. 267 ff.) ergibt sich 
kurz zusammengefasst folgendes Bild: Die zunehmende Dürre in der 
Region Darfur führte seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zu 
vermehrten  Konflikten  um  Wasser  und  Weideflächen  zwischen  den 
Landbesitzern und landlosen Nomaden. Die bestehenden ethnischen 
Spannungen  machten  sich  dabei  zunächst  nur  hintergründig 
bemerkbar. Nach und nach weitete sich der Konflikt jedoch aus, was 
unkontrolliertes  Banditentum,  extreme  Gewalt  und  Menschenrechts-
verletzungen  zur  Folge  hatte.  Dabei  trat  die  ethnische  Komponente 
immer  stärker  zutage.  Bereits  anfangs  der  80er  Jahre  begann  die 
sudanesische  Regierung,  arabischstämmige  Nomaden  in  Darfur  mit 
Waffen zu beliefern, um so ihrem Ziel, die Region zu arabisieren und 
zu islamisieren, zum Durchbruch zu verhelfen. Im Jahr 1987 schlossen 
sich  27  arabische  Nomadengruppen  zu  einer  "Arabischen  Allianz" 
zusammen und erklärten nicht-arabischen Gruppen den Krieg. In der 
Folge formierten sich mehrere Oppositionsbewegungen,  welche sich 
gegen  die  Marginalisierungspolitik  der  Zentralregierung  in  Khartoum 
wandten.  Diese  Rebellengruppen  setzten  sich  mehrheitlich  aus 
Angehörigen  nichtarabischstämmiger  Volksgruppen  zusammen.  Als 
Antwort  auf  die  zunehmende  Gewaltbereitschaft,  welche  auch  die 
Aufständischen  an  den  Tag  legten,  insbesondere  den  Angriff  auf 
militärische  Einrichtungen  in  Norddarfur  im  April  2003,  begann  die 
Regierung  in  der  Folge,  arabischstämmige  Milizen  (sogenannte 
Janaweed) zu unterstützen. Diese gingen von da an mit Billigung und 
Unterstützung der Regierung massiv gegen Angehörige nichtarabisch-
stämmiger  Ethnien  vor. Es  kam zu  Massenvertreibungen,  Tötungen, 
Brandschatzungen, Zerstörung von Dörfern, Vergewaltigungen, Folter, 
Verschleppungen  und weiteren Verbrechen. Bis  heute  gehen sowohl 
die  Kämpfe  zwischen  den  Konfliktparteien  als  auch  die 
Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung weiter, obwohl am 5. Mai 
2006 ein Friedensabkommen unterzeichnet wurde und inzwischen die 
UNAMID (African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur) in 
Darfur  stationiert  ist,  welche  insbesondere  zum  Ziel  hat,  dem 
Friedensabkommen  zur  Durchsetzung  zu  verhelfen  und  die 

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Zivilbevölkerung vor Übergriffen zu schützen (vgl. die Resolution 1769 
des UN-Sicherheitsrates vom 31. Juli 2007). 

5.3 Mit Blick auf die vorstehend dargelegte allgemeine Lage in Darfur 
sowie die vom Beschwerdeführer glaubhaft dargelegten Ereignisse ist 
festzustellen,  dass  ihmzumindest  eine  begründete  Furcht  vor 
zukünftiger asylrelevanter Verfolgung zugestanden werden muss. 

5.3.1 Begründete  Furcht  vor  künftiger  asylrelevanter  Verfolgung liegt 
dann vor, wenn konkreter Anlass besteht anzunehmen, Letztere hätte 
sich  -  aus  der  Sicht  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  -  mit  beachtlicher 
Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit verwirklicht beziehungswei-
se  werde  sich  -  auch  aus  heutiger  Sicht  -  mit  ebensolcher 
Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer  Zukunft  verwirklichen.  Eine  bloss 
entfernte  Möglichkeit  künftiger  Verfolgung  genügt  nicht;  es  müssen 
konkrete Indizien vorliegen,  welche den Eintritt  der erwarteten - und 
aus  einem  der  vom  Gesetz  abschliessend  aufgezählten  Motive 
erfolgenden - Benachteiligungen als wahrscheinlich und dementspre-
chend die Furcht davor als realistisch und nachvollziehbar erscheinen 
lassen (vgl. EMARK 2005 Nr. 21 E. 7.1 S. 193, mit weiteren Hinweisen; 
WALTER KÄLIN,  Grundriss  des  Asylverfahrens,  Basel/Frankfurt  a. M. 
1990, S. 143 ff.).

5.3.2 Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  Darfur  und  gehört  einer 
nichtarabischen Ethnie an. Er konnte glaubhaft dartun, dass er bereits 
in  der  Vergangenheit  infolge  seiner  ethnischen Zugehörigkeit  gezielt 
Opfer eines massiven Übergriffs durch die Janaweed geworden ist. Bei 
diesem Vorfall im Jahr 2004 wurde sein Heimatdorf in Brand gesetzt, 
die  Schwester  vergewaltigt,  und  es  wurden  mehrere 
Familienangehörige  umgebracht  respektive  erheblich  verletzt.  Der 
Beschwerdeführer  selber erlitt  zwar damals den Akten zufolge keine 
ernsthaften  physischen  Verletzungen;  hingegen  hinterliess  dieser 
Überfall bei ihm psychische Spuren. In diesem Zusammenhang ist auf 
den Arztbericht von Dr. med. M. K. vom 14. August 2008 zu verweisen, 
worin  dem Beschwerdeführer  attestiert  wird,  er  weise  die  typischen 
Merkmale einer posttraumatischen Belastungsstörung auf. Angesichts 
des  glaubhaft  geschilderten  Angriffs  der  Janaweed  erscheint  es 
nachvollziehbar,  dass  der  Beschwerdeführer  dadurch  traumatisiert 
wurde. Der Beschwerdeschrift ist ausserdem zu entnehmen, dass die 
Familienangehörigen  des  Beschwerdeführers  im  November  2005 
erneut  durch  Janaweed angegriffen  worden  seien,  wobei  die  Mutter 

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des  Beschwerdeführers  ums  Leben  gekommen  sei.  Die  allgemeine 
Lage in Darfur  hat sich seit  der Ausreise des Beschwerdeführers im 
Juli  2006  nicht  verbessert.  Nach  wie  vor  kommt  es  regelmässig  zu 
Kämpfen  zwischen  den  Konfliktparteien,  und  auch  die  ethnisch 
motivierten  Übergriffe  auf  die  Zivilbevölkerung  halten  an.  Bei  einer 
Rückkehr in seine Heimatregion Darfur  würde der Beschwerdeführer 
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit erneut ins Visier der Janaweed 
geraten, zumal seine ethnische Zugehörigkeit optisch leicht erkennbar 
ist.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  er  diesfalls  massiven 
Körperverletzungen ausgesetzt wäre oder gar umgebracht würde. Die 
zu befürchtende Verfolgung ist somit zweifellos als ernsthafter Nachteil 
im  Sinne  von  Art.  3  Abs.  2  AsylG  zu  qualifizieren.  Die  absehbare 
Verfolgung  durch  die  Janaweed  kann  auch  ohne  weiteres  als 
individuell  respektive  gezielt  bezeichnet  werden;  denn  der 
Beschwerdeführer muss nicht lediglich befürchten, ein zufälliges Opfer 
allgemeiner  Bürgerkriegswirren  zu  werden,  sondern  muss  damit 
rechnen, durch die Milizen wegen seiner schwarzafrikanischen Ethnie 
(Frateet  respektive  Shala)  individuell  verfolgt  zu  werden  (vgl.  dazu 
EMARK 1998 Nr. 17 E. 4.c.bb S. 153). 

Im  Weiteren  kann  zurzeit  nicht  von  einer  bestehenden 
Fluchtalternative innerhalb des Sudans ausgegangen werden. Gemäss 
Rechtsprechung  (vgl.  EMARK  1996  Nr.  1)  müsste  der 
Beschwerdeführer am Zufluchtsort  Schutz finden können, an dessen 
Effektivität  hohe  Anforderungen  zu  stellen  sind.  Angesichts  der 
Tatsache,  dass  die  Gewalt  und  die  Menschenrechtsverletzungen  in 
Darfur  durch  staatliche  Streitkräfte  respektive  durch  die  von  der 
Zentralregierung unterstützten Janaweed-Milizen ausgeübt werden, ist 
nicht  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  an  einem  Ort 
innerhalb  der  Landesgrenzen  Sudans  vor  Verfolgung  sicher  wäre. 
Gemäss UNHCR leben alleine in der Hauptstadt Khartoum ungefähr 
zwei Millionen Binnenflüchtlinge - davon etwa 10-15% aus Darfur - in 
Lagern  und  Siedlungen  in  der  Stadt  und  deren  Umgebung  verteilt. 
Diese  seien  täglich  Belästigungen  und  Gewalttaten  von  Seiten  der 
Behörden  ausgesetzt.  Flüchtlinge  aus  Darfur  würden  aus  Lagern 
vertrieben  und  zurück  nach  Darfur  deportiert;  die  Gefährdung  und 
Bedrohung  sei  dermassen  verbreitet,  dass  nicht  von  einer 
innerstaatlichen  Fluchtalternative  ausgegangen  werden  könne  (vgl. 
EMARK  2006  Nr.  25  E.  8.3  S.  278  f.,  mit  weiteren  Hinweisen). 
Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass der Beschwerdeführer in der 
Vergangenheit  schon  verschiedentlich  von  den  sudanesischen 

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Behörden verhaftet, schikaniert, misshandelt und bedroht worden ist, 
und zwar  auch ausserhalb  seiner  Heimatregion Darfur. Es  erscheint 
auch aus diesem Grund unrealistisch, dass er bei den sudanesischen 
Behörden  Schutz  vor  einer  erneuten  Verfolgung  durch  die  Milizen 
finden  würde.  Im  vorliegenden  Fall  liegen  demnach  hinreichende 
Anhaltspunkte  für  eine  konkrete  Bedrohung  des  Beschwerdeführers 
vor,  welche  auch  bei  anderen  Menschen  in  vergleichbarer  Situation 
Furcht  vor Verfolgung hervorrufen würde. Da diese subjektive Furcht 
mit Blick auf die vorstehenden Erwägungen zudem auch objektivierbar 
ist,  kann  dem  Beschwerdeführer  eine  begründete  Furcht  vor 
zukünftiger asylrelevanter Verfolgung zuerkannt werden (vgl. EMARK 
2004 Nr. 1 S.  9 f., mit weiteren Hinweisen).

5.4 Gestützt auf die vorstehenden Erwägungen ist das Vorliegen einer 
begründeten  Furcht  vor  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu 
bejahen. Somit erfüllt der Beschwerdeführer die Anforderungen an die 
Flüchtlingseigenschaft. Unter diesen Umständen erübrigt es sich, auf 
die  weiteren  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  sowie  die  übrigen, 
bisher  nicht  ausdrücklich erwähnten Beweismittel  näher  einzugehen. 
Asylausschlussgründe  im  Sinne  von  Art.  53  AsylG  sind  nicht 
ersichtlich. Die Beschwerde ist somit gutzuheissen, die angefochtene 
Verfügung  vom  5.  Januar  2007  ist  aufzuheben,  und  das  BFM  ist 
anzuweisen, dem Beschwerdeführer Asyl zu gewähren.

6.

6.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Verfahrenskosten 
aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  2  VwVG).  Das  Gesuch  um 
Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65 
Abs. 1 VwVG wird damit gegenstandslos.

6.2 Dem obsiegenden und vertretenen Beschwerdeführer ist zulasten 
der  Vorinstanz  eine  Parteientschädigung  für  die  ihm  erwachsenen 
notwendigen und verhältnismässig hohen Kosten zuzusprechen (vgl. 
Art. 64  Abs. 1  VwVG i.V.m. Art. 7  des  Reglements  vom 21. Februar 
2008 über die Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwal-
tungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). Es wurde keine Kostennote  zu 
den  Akten  gereicht.  Der  notwendige  Vertretungsaufwand  lässt  sich 
indes aufgrund der Aktenlage zuverlässig abschätzen, weshalb auf die 
Einholung einer solchen verzichtet werden kann (vgl. Art. 14 Abs. 2 in 
fine  VGKE). In  Anwendung der  genannten Bestimmungen und unter 
Berücksichtigung der massgeblichen Bemessungsfaktoren (vgl. Art. 8 

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ff. VGKE) ist  die  von der Vorinstanz auszurichtende Parteientschädi-
gung  demnach  von  Amtes  wegen  auf  pauschal  Fr.  1'500.-- 
festzusetzen.

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird gutgeheissen.

2.
Die vorinstanzliche Verfügung vom 5. Januar 2007 wird vollumfänglich 
aufgehoben, und das BFM wird angewiesen, dem Beschwerdeführer 
Asyl zu gewähren.

3.
Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.

4.
Das  BFM  hat  dem  Beschwerdeführer  für  das  Verfahren  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht  eine  Parteientschädigung  von  Fr.  1'500.-- 
zu entrichten.

5.
Dieses Urteil geht an: 

- den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers (Einschreiben)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt  und  Rückkehrförderung,  mit  den 

Akten Ref.-Nr. N _______ (per Kurier; in Kopie)
- das _______ (in Kopie)

Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin:

Hans Schürch Anna Dürmüller

Versand:

Seite 20