# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 7465fb18-6732-5362-b66e-d19217eaaa07
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2018-10-25
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 25.10.2018 SB180158
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB180158_2018-10-25.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 
 

Geschäfts-Nr.: SB180158-O/U/jv 
 

Mitwirkend: die Oberrichter lic. iur. R. Naef, Präsident, lic. iur. B. Gut und die Er-

satzoberrichterin lic. iur. N. Kaiser Job sowie die Gerichtsschreiberin 

lic. iur. N. Anner 

 

Urteil vom 25. Oktober 2018 

 

in Sachen 

 

Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,  
vertreten durch Stv. Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Steinhauser, 

Anklägerin und I. Berufungsklägerin (Rückzug) sowie Anschlussberufungsklägerin 

 

gegen 

 

A._____,  
Beschuldigter und II. Berufungskläger 

 

amtlich verteidigt durch Rechtsanwalt lic. iur. X._____,  

 

betreffend Drohung  
 
Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Winterthur, Einzelgericht, 
vom 11. Dezember 2017 (GG170066) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 18. Januar 

2016 (Urk. 22) ist diesem Urteil beigeheftet. 

 

Urteil der Vorinstanz: 
(Urk. 64 S. 26 ff.) 

"Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

StGB in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.– 

(entsprechend Fr. 1'800.–), wobei zwei Tage durch Haft erstanden sind. 

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre fest-

gesetzt.  

4. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

1. Dezember 2015 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich eingelager-

ten Gegenstände werden eingezogen und der Kantonspolizei zur Vernichtung über-

lassen:  

- Pistole (Marke …, Modell …, Kaliber 9 mm Para, Nr. …, Asservat Nr. 
A008'185'942); 

- Munition (17 Patronen Fabrikat …, Kaliber 9 mm Para, Asservat 
Nr. A008'185'953). 

5. Der folgende, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 

1. Dezember 2015 beschlagnahmte Gegenstand wird dem Beschuldigten nach 

Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen ausgehändigt: 

- Bajonett (Offiziersdolch …, Schweiz mit Stahlblechschneide, Offizier-
Schlagbund und zwei Militärpatten, Marke …, Seriennummer …, Asservat Nr. 
A008'187'357). 

6. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird ab-gewiesen. 

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7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'600.00   Gebühren und Auslagen Vorverfahren 

Fr. 7'832.00   amtliche Verteidigungskosten 

Fr. 10'932.00   Total 

 Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Wird keine schriftliche Begründung des Urteils verlangt, ermässigt sich die Ent-

scheidgebühr auf zwei Drittel. 

8. Die Kosten gemäss Dispositiv Ziff. 7 werden dem Beschuldigten auferlegt, die-

jenigen der amtlichen Verteidigung indessen einstweilen auf die Gerichtskasse ge-

nommen. Eine Nachforderung dieser Kosten gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt 

vorbehalten. 

9. (Mitteilungen.) 

10. (Rechtsmittel.)" 

 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

(Urk. 65 S. 2; Urk. 83 S. 12 f.; Prot. II S. 6) 

Der Beschuldigte sei freizusprechen unter Zusprechung einer Entschädi-

gung von Fr. 3'450.25 sowie einer angemessenen Genugtuung zuzüglich 

Zins ab dem 8. Mai 2015 (in Änderung von Dispositiv Ziff. 1, 2, 3 sowie 8); 

es seien die beschlagnahmten Gegenstände herauszugeben (in Änderung 

von Dispositiv Ziff. 4); 

unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten des Staates. 

-   4   - 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(Urk. 101 S. 6; Prot. II S. 6 f.) 

1. Der Beschuldigte sei schuldig zu sprechen der Drohung im Sinne von 

Art. 180 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte sei zu bestrafen mit 8 Monaten Freiheitsstrafe. 

3. Es sei der Vollzug der Freiheitsstrafe anzuordnen. 

4. Eventualiter sei die Schuld des Beschuldigten festzustellen und im 

Rahmen eines Schuldinterlokuts über die Strafe und die Vollzugsfrage 

in einer zweiten Verhandlung nach Eingang des psychiatrischen Gut-

achtens zu entscheiden.  

5. Die Kosten des Berufungsverfahrens seien dem Beschuldigten aufzu-

erlegen. 

 

Erwägungen: 

I. Verfahrensgang    

1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzelgericht in Strafsachen, vom 

25. April 2016 wurde der Beschuldigte der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 

StGB zum Nachteil des Privatklägers B._____ schuldig gesprochen. Das Gericht 

attestierte dem Beschuldigten Handeln in Putativnotwehr, ging jedoch von einer 

Überschreitung der Grenzen des Abwehrrechts (Exzess) aus. Es bestrafte den 

Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu Fr. 30.–, abzüglich 

1 Tag Haft, unter Gewährung des bedingten Strafvollzugs (Urk. 39).  

2. Gegen dieses Urteil erhob die Staatsanwaltschaft hierorts innert Frist Beru-

fung (Urk. 37). Die Kammer hob das Urteil mit Beschluss vom 16. Mai 2017 auf 

und wies den Prozess zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück, da die erst-

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instanzliche Hauptverhandlung ohne anwaltliche Verteidigung des Beschuldigten 

durchgeführt worden war (Urk. 43). 

3. Die Vorinstanz führte am 11. Dezember 2017 in neuer Besetzung die 

Hauptverhandlung in Anwesenheit des Beschuldigten und seines amtlichen Ver-

teidigers durch (Prot. I S. 5). Mit Urteil vom gleichen Tag sprach sie den Beschul-

digten wiederum der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB schuldig, wobei 

sie im Sachverhalt weitergehender als im ersten Verfahren auf die Aussagen des 

Beschuldigten abstellte. Sie ging aber weiterhin von einem Putativnotwehrexzess 

aus und erachtete auch den geltend gemachten Schuldausschlussgrund nach 

Art. 16 Abs. 2 StGB (Handeln in entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung über 

den Angriff) als nicht erfüllt. Sie bestrafte den Beschuldigten mit einer Geldstrafe 

von neu 60 Tagessätzen zu Fr. 30.–, woran sie zwei Tage Haft anrechnete. Den 

Vollzug der Geldstrafe schob sie unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jah-

ren auf. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers wies sie ab. Weiter ordnete 

sie die Einziehung der beschlagnahmten Tatwaffe, einer Pistole …, Modell …, 

samt Munition an. Den ebenfalls beschlagnahmten Offiziersdolch gab sie frei. 

Schliesslich entschied sie über die Kostenfolgen (Urk. 64). 

4. Gegen dieses Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft mit Eingabe  

vom 15. Dezember 2017 und die amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 

19. Dezember 2017 rechtzeitig Berufung an (Urk. 57 und Urk. 59; Art. 399 Abs. 1 

StPO). Nach Erhalt des begründeten Urteils am 21. März 2018 reichte die amt-

liche Verteidigung innert Frist die Berufungserklärung im Sinne von Art. 399 

Abs. 3 StPO ein (Urk. 65). Die Staatsanwaltschaft zog ihre Berufung mit Schrei-

ben vom 10. April 2018 zurück (Urk. 68). Mit Präsidialverfügung vom 27. April 

2018 wurde die Berufungserklärung der Staatsanwaltschaft sowie dem Privatklä-

ger zugestellt und Frist für Anschlussberufung oder einen Nichteintretensantrag 

angesetzt (Urk. 73). Während sich der Privatkläger nicht vernehmen liess, erhob 

die Staatsanwaltschaft innert Frist Anschlussberufung (Urk. 75). Mit Präsidial-

verfügung vom 5. Juni 2018 wurde die Anschlussberufung der amtlichen Ver-

teidigung sowie dem Privatkläger zugestellt (Urk. 77). 

-   6   - 

5. Am 5. Oktober 2018 ging hierorts eine Eingabe der amtlichen Verteidigung 

ein, worin sich diese u.a. zum Schuldpunkt äusserte (Urk. 83). Die Eingabe wurde 

der Staatsanwaltschaft in der Folge zur Kenntnisnahme zugestellt. Am 12. April 

2018, 1. und 16. Oktober 2018 wurde je ein aktueller Strafregisterauszug über 

den Beschuldigten eingeholt (Urk. 70, 82 und 91). Der mit Eingabe vom 

15. Oktober 2018 gestellte diesbezügliche Beweisantrag 1 der Staatsanwaltschaft 

(Urk. 87) ist damit gegenstandslos. Mit Präsidialverfügung vom 23. Oktober 2018 

(Urk. 95) wurden in Gutheissung des Beweisantrages 2 der Staatsanwaltschaft 

die Akten der weiteren gegen den Beschuldigten laufenden Strafuntersuchungen 

beigezogen (Urk. 98-99). 

6. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Be-

gleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, die stellver-

tretende Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Steinhauser sowie der Privatkläger 

B._____ (Prot. II. S. 6).  

II. Prozessuales 

1. Umfang von Berufung und Anschlussberufung 

1.1. Mit seiner Berufung beantragt der Beschuldigte einen Freispruch vom Vor-

wurf der Drohung, die Zusprechung einer Entschädigung für die Kosten seiner  

erbetenen Verteidigung im Vorverfahren sowie einer angemessenen Genugtuung. 

Weiter verlangt er die Herausgabe der beschlagnahmten Pistole und Munition 

(Urk. 65 S. 2; Urk. 83 S. 12).  

 Die Staatsanwaltschaft beanstandet im Rahmen ihrer Anschlussberufung 

die vorinstanzliche Beweiswürdigung und die Annahme einer Putativnotwehrlage 

zugunsten des Beschuldigten. Sie beantragt neu die Ausfällung einer unbedingten 

Freiheitsstrafe von 8 Monaten (Urk. 75 S. 2; Urk. 101 S. 6). 

1.2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechts-

kraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem 

die Urteilsdispositivziffern 5 (Herausgabe des beschlagnahmten Offiziersdolchs 

-   7   - 

an den Beschuldigten), 6 (Abweisung des Genugtuungsbegehrens des Privat-

klägers B._____) und 7 (Kostenfestsetzung, einschliesslich Entschädigung der 

amtlichen Verteidigung) unangefochten blieben (Prot. II S. 7 f.), ist mittels Be-

schluss festzustellen, dass das vorinstanzliche Urteil in diesem Umfang in 

Rechtskraft erwachsen ist.  

2. Rückzug der Berufung 

Sodann ist vorzumerken, dass die Staatsanwaltschaft ihre (Haupt-)Berufung mit 

Schreiben vom 10. April 2018 (Urk. 68) zurückgezogen hat.  

3. Beweisanträge 

3.1. Die Staatsanwaltschaft stellte mit Eingabe vom 15. Oktober 2018 (Urk. 87) 

nebst den bereits erwähnten und behandelten Beweisanträgen betreffend Ein-

holung eines Strafregisterauszuges und Beizug der Untersuchungsakten folgen-

den weiteren Beweisantrag:  

"3. Es sei über den Beschuldigten ein psychiatrisches Gutachten zu 
erstellen." 

Anlässlich der heutigen Berufungsverhandlung führte die Staatsanwaltschaft zur 

Begründung des Antrages aus, dass die beigezogenen Untersuchungsakten unter 

Berücksichtigung des heute relevanten Sachverhaltes sowie der zu berücksich-

tigenden Unschuldsvermutung zumindest den dringenden Verdacht erweckten, 

dass der Beschuldigte "alles andere als normal" reagiere und sich verhalte, indem 

er bei Kränkungen oder Störungen ein Verhalten an den Tag lege, welches per-

sönlichkeitsimanent oder krankheitsbedingt erscheine. Sei wie vorliegend ein 

ernsthafter Anlass zu Zweifeln an der Schuldfähigkeit gegeben, so bestehe eine 

Begutachtungspflicht. Sodann habe der Beschuldigte eine Gewaltbereitschaft ge-

zeigt, daher sei im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung auch das Risiko 

für weitere schwere Straftaten abzuklären und Massnahmen zu prüfen (Urk. 101 

S. 2 ff.). 

Der Verteidiger des Beschuldigten beantragte die Abweisung des Beweisantrages 

und verwies auf seine mit Eingabe vom 22. Oktober 2018 eingereichte schriftliche 

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Stellungnahme (Urk. 92). Es handle sich um reine Stimmungsmache gegen sei-

nen Mandanten. Es sei der Staatsanwaltschaft freigestellt, in den anderen zwei 

Verfahren ein entsprechendes Gutachten einzuholen, doch dort seien seit März 

2016 keine Untersuchungshandlungen mehr durchgeführt worden. Im vorliegen-

den Verfahren habe die Staatsanwaltschaft am 18. Januar 2016 Anklage erhoben 

und damit die Verfahrensherrschaft abgegeben (Urk. 92 S. 3 f.). 

Die Akten der neuen Strafuntersuchungen gegen den Beschuldigten wurden vom 

Berufungsgericht beigezogen, doch gilt diesbezüglich die Unschuldsvermutung für 

den Beschuldigten (vgl. auch Urk. 95). Es bestehen sodann keine Anhaltspunkte, 

welche für das vorliegende Verfahren Zweifel an der Schuldfähigkeit des Be-

schuldigten aufkommen lassen. Folglich gibt es keine Veranlassung, eine  

psychiatrische Begutachtung des Beschuldigten anzuordnen, weshalb der ent-

sprechende Beweisantrag abzuweisen ist. 

3.2. Die Verteidigung reichte vor Vorinstanz einen Datenträger mit insgesamt 

drei Videoaufnahmen ein (Urk. 54; Prot. I S. 12 f.). Die von der Verteidigung er-

stellten Aufnahmen zeigen die räumlichen Verhältnisse am Tatort, den Lageort 

der Tatwaffe und enthalten eine Demonstration des Beschuldigten, wie er damals 

die Tatwaffe – auf dem Video mit einem anderen Gegenstand nachgespielt – be-

händigt haben soll. Die Videoaufzeichnungen, welche zu einer ähnlichen Tages- 

und Uhrzeit bei ähnlichen Witterungsverhältnissen, fast auf den Tag genau zwei 

Jahre nach dem relevanten Vorfall erstellt wurden, vermögen zur Klärung des 

Sachverhalts beizutragen, weshalb sie zu den Akten zu nehmen sind.  

4. Verwertbarkeit 

Die Verteidigung rügte vor Vorinstanz, dass die polizeiliche Einvernahme vom 

7. Mai 2015 (Urk. 3/1), die staatsanwaltschaftliche Hafteinvernahme vom 8. Mai 

2015 (Urk. 3/2) sowie die Einvernahme von der ersten Hauptverhandlung nicht 

verwertbar seien, da der Beschuldigte nicht verteidigt gewesen sei (Prot. I 

S. 13 f.). Die Vorinstanz begründete zutreffend (Urk. 64 S. 7 f.), weshalb – anders 

als die Einvernahme an der ersten Hauptverhandlung – die beiden ganz zu Be-

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ginn der Untersuchung durchgeführten Einvernahmen verwertet werden können; 

darauf kann verwiesen werden.  

III. Sachverhalt 

1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 18. Januar 2016 Folgen-

des vorgeworfen (Urk. 22 S. 2 f.):  

Am Morgen des 7. Mai 2015 hätten sich zwei Funktionäre der Stadtpolizei Win-

terthur, B._____ und C._____, in zivil gekleidet an den Wohnort des Beschuldig-

ten begeben, um ihm einen Zahlungsbefehl zuzustellen. Als der Beschuldigte auf 

das Klingeln an der Wohnungstüre nicht reagiert habe, sei  

B._____ um das Mehrfamilienhaus herum zum Gartensitzplatz des Beschuldigten 

gegangen, habe mehrmals gegen die offenstehende Sitzplatztüre geklopft und 

gerufen, ob jemand da sei. Der Beschuldigte, der in seinem Büro am Pult mit Blick 

in Richtung Gartensitzplatz gesessen sei, habe diese Rufe gehört und mit dem 

Erscheinen von B._____ gerechnet. Als dieser weiter der Fassade entlang zum 

Bürozimmer gekommen sei, habe der Beschuldigte wissentlich und willentlich ei-

ne geladene Pistole … Kaliber 9mm Para mit einer Patrone im Lauf gegen den 

Oberkörper von B._____ gerichtet, die Waffe mit beiden Händen am Griff in 

schussbereiter Position auf Kinnhöhe haltend. Der Beschuldigte, der nicht ge-

wusst habe, dass B._____ Polizist sei, habe gefragt, wer dieser sei und was das 

solle, wobei er die Waffe unverändert auf B._____ gerichtet habe, der sich da-

raufhin zurückgezogen habe. B._____ sei durch die gezielt auf ihn gerichtete 

Faustfeuerwaffe massiv in Angst versetzt worden, was der Beschuldigte zumin-

dest in Kauf genommen habe.  

2. Der Beschuldigte anerkannte den Vorwurf im Wesentlichen, machte jedoch 

geltend, die Rufe des Privatklägers B._____ nicht gehört zu haben, da er darin 

vertieft gewesen sei, auf dem Handy mit Kopfhörern die Aufzeichnung einer Rede 

abzuhören. Er sei erschrocken, als er den Privatkläger vor seinem Bürofenster 

erblickt habe. Er habe sich erst recht bedroht gefühlt, als dieser auf seine ent-

sprechende Frage hin nicht gesagt habe, wer er sei, sondern ihn gefragt habe, ob 

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er A._____ sei. Daraufhin habe er, der Beschuldigte, seine rasch greifbare Waffe 

aus dem Vitrinenschrank im Büro geholt und diese zunächst sitzend im Hüft-

anschlag gehalten. Danach sei er langsam aufgestanden. Es sei nicht zutreffend, 

dass er die Pistole mit beiden Händen umfasst gehabt habe (Urk. 3/3 S. 2 ff.). An-

lässlich der heutigen Berufungsverhandlung machte der Beschuldigte wie bereits 

vor Vorinstanz von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch (Urk. 100 

S. 1 f.; Prot. I S. 7 ff.) und hielt damit sinngemäss an seiner bisherigen Darstellung 

fest. 

3. Die Vorinstanz erwog dazu, der Beschuldigte habe glaubhaft darlegen   

können, dass er den Privatkläger nicht habe kommen hören, weil er Kopfhörer ge-

tragen und die Aufnahme eines Vortrages abgehört habe. Ebenso glaubhaft habe 

der Beschuldigte angegeben, wie er, erschrocken über das unverhoffte Auftau-

chen des Privatklägers, zu seiner Waffe gegriffen habe, nachdem der Privatkläger 

auf Nachfrage nicht angegeben habe, wer er sei, sondern eine Gegenfrage ge-

stellt habe. Da der Beschuldigte die Waffe unbestrittenermassen griffbereit neben 

seinem Schreibtisch aufbewahrt habe und er gemäss seinen unwiderlegten Aus-

sagen ein geübter Schütze sei, erscheine es auch nicht abwegig, dass der Be-

schuldigte seine Waffe mit einer raschen Bewegung habe ergreifen können, als er 

den Privatkläger vor seinem Fenster erblickt habe. Die Schilderung des Privatklä-

gers, wonach er zunächst vor der offenen Sitzplatztüre gerufen und an die Türe 

geklopft habe, vermöge ebenfalls zu überzeugen und lasse sich im Übrigen auch 

mit den örtlichen Begebenheiten in Einklang bringen. Nicht vollends zu überzeu-

gen vermöchten die weiteren Aussagen des Privatklägers, wonach er beim Auf-

tauchen vor dem Bürofenster in den Lauf einer Waffe geschaut habe. Es bleibe 

unklar, wie gut der Privatkläger überhaupt ins Innere des Büros habe blicken  

können, zeige sich doch zumindest auf der Fotodokumentation eine erhebliche 

Spiegelung im Bürofenster, was der Privatkläger im Übrigen auch hinsichtlich des 

besagten Morgens bestätigt habe. Ebenso habe der Privatkläger nicht abschlies-

send angeben können, ob der Beschuldigte im Zeitpunkt des Erblickens Kopf-

hörer getragen habe oder nicht. Zugunsten des Beschuldigten müsse daher da-

von ausgegangen werden, dass er den Privatkläger nicht bereits gehört und mit 

gezückter Waffe erwartet habe, sondern erschrocken sei, als der Privatkläger vor 

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seinem Fenster aufgetaucht sei. Entsprechend sei auf die Aussagen des Be-

schuldigten abzustellen, wonach er die Pistole erst ergriffen habe, als der Privat-

kläger die Frage, wer er sei, mit einer Gegenfrage beantwortet und sich nicht 

ausgewiesen habe. Das stimme im Übrigen auch mit den Angaben im Polizei-

rapport überein, wonach es zunächst zu einem Wortwechsel gekommen sein sol-

le. Es müsse auch davon ausgegangen werden, dass der Beschuldigte die Polizei 

nicht erwartet habe bzw. ihm nicht bekannt gewesen sei, dass die Polizei allen-

falls versuchen würde, ihm etwas zuzustellen (Urk. 64 S. 2 f.). 

4. Die Staatsanwaltschaft beanstandet diese Erwägungen mit ihrer Anschluss-

berufung: Die Vorinstanz verkenne, dass der rapportierende Polizist weder am 

Vorfall beteiligt noch am Tatort gewesen sei und die Zusammenfassung des 

Sachverhalts im Rapport einzig aufgrund der Angaben des Beschuldigten erstellt 

habe. Die Argumentation der Vorinstanz, wonach die Angaben des Beschuldigten 

mit den Angaben im Polizeirapport übereinstimmten, sei daher untauglich (Urk. 75 

S. 2 f.; Urk. 101 S. 7 f.). Zudem seien die Aussagen des Beschuldigten, wonach 

er wegen den Kopfhörern weder das Klopfen gehört noch den Privatkläger sich 

habe nähern hören, dann aber sehr wohl genau gehört haben wolle, dass der  

Privatkläger nicht gesagt habe, dass er von der Polizei sei, und er deshalb sofort 

zur Waffe gegriffen habe, widersprüchlich und deshalb unglaubhaft (Urk. 75 

S. 3 f.; Urk. 101 S. 8). Der Privatkläger habe klar und deutlich ausgesagt, dass er 

in das Zimmer hineingeblickt habe, ohne ein Wort zu sagen und bereits in den 

Lauf der Waffe geschaut habe. An der Glaubhaftigkeit dieser Aussage lasse sich 

nicht ernsthaft und begründet zweifeln. Der Privatkläger gewinne durch seine 

Aussage nichts; eine geladene Waffe zu ziehen und gegen einen Menschen zu 

zielen, sei so oder anders verboten. Der Hinweis der Vorinstanz, dass der Privat-

kläger nicht abschliessend habe angeben können, ob der Beschuldigte Kopfhörer 

getragen habe oder nicht, überzeuge nicht und sei wohl ihrer Unerfahrenheit in 

Gefahrensituationen geschuldet: Wer überraschend in einen Waffenlauf schaue, 

achte sich nicht mehr auf Nebensächlichkeiten wie Kopfhörer tragen. Wenn die 

Vorinstanz zudem ausführe, dass der Privatkläger bestätigt habe, dass es eine 

erhebliche Spiegelung im Fenster gegeben habe, erscheine das Zitat in dieser 

Allgemeinheit schlicht falsch. Der Privatkläger habe gesagt, dass es ein wenig 

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gespiegelt habe und es vielleicht eine halbe Sekunde gegangen sei, bis er die   

Situation habe realisieren können und dass es in dieser Zeitspanne gar nicht 

möglich gewesen sei, dass der Beschuldigte sich so schnell hätte bewegen kön-

nen, eine Waffe behändigen und dann hätte zielen können (Urk. 75 S. 4; Urk. 101 

S. 9). Die vorinstanzliche Schlussfolgerung, wonach die Aussagen des Privat-

klägers nicht vollends zu überzeugen vermöchten, sei daher willkürlich (Urk. 75 

S. 4 f.; Urk. 101 S. 9). Die Sachdarstellung des Beschuldigten sei unglaubhaft und 

stimme vom zeitlichen Ablauf nicht mit derjenigen des Privatklägers überein.   

Gehe man von der Schilderung des Beschuldigten aus (Auftauchen des Privat-

klägers am Fenster, zweimaliges Fragen, Gegenfrage, Zurückrollen mit dem 

Stuhl, Öffnen der Glastüre mit dem Schlüssel, Griff in den Ordner, Behändigen 

der Waffe, langsames Aufstehen mit der Waffe), gehe das alles nicht in einer  

halben Sekunde, auch nicht in ein, zwei oder drei Sekunden, sondern vielleicht in 

fünf oder acht Sekunden (Urk. 75 S. 5; Urk. 101 S. 10). Wenn es fünf oder 

acht Sekunden gedauert habe, warum habe der Privatkläger nicht das Geringste 

davon beschrieben? Der Privatkläger gewinne nichts, wenn er diesen Zeitablauf 

und die Handlungen des Beschuldigten verschweige. Entsprechend sei nicht von 

der Version des Beschuldigten, sondern von derjenigen des Privatklägers auszu-

gehen. Damit müsse der Beschuldigte eine Vorwarnzeit gehabt haben, in welcher 

er die Waffe habe behändigen und in Anschlag bringen können, was bedeute, 

dass er den Privatkläger zuvor gehört habe oder gehört haben müsse (Urk. 75 

S. 6; Urk. 101 S. 11).  

5.  

5.1. Die Vorinstanz hat die notwendigen Erwägungen zur Beweiswürdigung im 

Allgemeinen und zur Theorie der Aussagewürdigung gemacht. Sie hat auch die 

wesentlichen Aussagen des Beschuldigten, des Privatklägers B._____ und des 

Polizisten C._____ wiedergegeben (Urk. 64 S. 5-10). Dabei hat sie richtig erkannt, 

dass C._____ zum Kern des anklagegegenständlichen Vorwurfs keine Aussagen 

habe machen können, da sich dieser zum Zeitpunkt der Begegnung zwischen 

dem Beschuldigten und dem Privatkläger auf der anderen Seite der Liegenschaft 

-   13   - 

befunden habe (Urk. 64 S. 11). Auf diese zutreffenden Ausführungen kann ver-

wiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO).  

5.2. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz, wenn sie zum Schluss gelangt, es 

sei von der zuvor wiedergegebenen Sachdarstellung des Beschuldigten auszuge-

hen, wonach er die Waffe erst ergriffen und auf den Privatkläger gerichtet habe, 

als dieser die Frage, wer er sei, mit einer Gegenfrage beantwortet und sich nicht 

ausgewiesen habe. Die Staatsanwaltschaft beanstandet die Beweiswürdigung in-

soweit zu Recht. Der Privatkläger schilderte eindrücklich, konstant und lebensnah, 

wie er, nachdem auf sein Rufen und Klopfen an der geöffneten Terrassentür   

keine Reaktion erfolgte, der Fassade entlang zum nächsten Fenster weiterging, 

hineinschaute und in den Lauf einer Faustfeuerwaffe schaute, mit welcher der am 

Schreibtisch sitzende Beschuldigte auf ihn zielte (Urk. 5 S. 4, 7; so schon Urk. 4 

S. 2). Dabei stellte der Privatkläger klar, dass die Waffe bereits auf ihn gerichtet 

war, bevor der Beschuldigte ihn fragte, wer er sei und was er wolle (Urk. 5 S. 8 f.; 

Urk. 4 S. 2). Und er wies auch die Darstellung des Beschuldigten ausdrücklich als 

falsch zurück, wonach dieser die Waffe erst nach dem von ihm geschilderten  

kurzen Gespräch hervorgeholt habe (Urk. 5 S. 9).  

5.3. Zu Unrecht wertet die Vorinstanz die Aussagen des Privatklägers wegen der 

vermeintlich erheblichen Spiegelung im Bürofenster als nicht vollends überzeu-

gend. Richtig ist zwar, dass sich gemäss der von der Kantonspolizei erstellten Fo-

todokumentation im Fenster des Büros die rechts davon im rechten Winkel verlau-

fende Hausfassade und ein Teil des Gartens spiegelt (Urk. 8 S. 6). Allerdings ist 

darauf das Büroinnere trotz Spiegelung gleichwohl sichtbar, jedenfalls derjenige 

Teil des Raumes, der sich in der Nähe des grossen und breiten Fensters mit sei-

ner tiefliegenden Fensterbank befindet. Der direkt am Fenster stehende Bürotisch 

samt Schreibtischlampe und weitere darauf liegende Gegenstände sind von 

draussen gut erkennbar, ebenso der Bürostuhl, obschon dieser sogar hinter dem 

Schreibtisch und damit weiter weg vom Fenster platziert ist. Von ähnlichen Sicht-

verhältnissen ist auch für den Tatzeitpunkt auszugehen, auch wenn die Auf-

nahmen der Kantonspolizei selbstredend nicht zur exakten Tatzeit, sondern wohl 

etwas später am gleichen Tag angefertigt wurden. Daraus ergibt sich, dass der 

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Privatkläger, als er vor dem Fenster stand und ins Innere des Büros schaute, sehr 

wohl den auf dem Bürostuhl sitzenden Beschuldigten und die auf ihn gerichtete 

Waffe sehen konnte, auch wenn sich seine Augen im ersten Moment auf die 

Licht- und Sichtverhältnisse einstellen mussten. Anschaulich schilderte dies auch 

der Privatkläger in seiner staatsanwaltschaftlichen Einvernahme: In dem Moment, 

als er ins Fenster geschaut habe, habe der Beschuldigte bereits mit seiner Waffe 

auf ihn gezielt. Er müsse dazu noch sagen, es habe ein wenig gespiegelt. Es sei 

vielleicht eine halbe Sekunde gegangen, bis er – der Privatkläger – die Situation 

realisiert habe. […] Es habe gespiegelt. Er habe sich für einen kurzen Moment 

sammeln müssen (Urk. 5 S. 7). Die von der Vorinstanz angenommene Erheblich-

keit der Spiegelung wurde vom Privatkläger gerade nicht bestätigt. 

5.4. Auszuschliessen ist mit der Staatsanwaltschaft, dass der Beschuldigte in 

dem vom Privatkläger glaubhaft beschriebenen kurzen Moment der Orientierung 

die durchgeladene Schusswaffe hätte behändigen und auf den Privatkläger rich-

ten können. Zwar ist der Beschuldigte offenbar tatsächlich in der Lage, seine  

Waffe, welche er geladen in einem Ordner im verschliessbaren Vitrinenschrank 

des Büros aufbewahrte, ausserordentlich rasch hervorzuholen, wie er auf der ein-

gereichten Videoaufnahme (mit einem anderen Gegenstand) überzeugend de-

monstriert. Dazu stösst er sich mit seinem Bürostuhl mit Rollen vom Schreibtisch 

ab, rollt mit Schwung zum nah gelegenen Vitrinenschrank, in welchem bereits der 

Schlüssel steckt, öffnet mit sicherem Griff in rascher Folge die beiden Flügeltüren, 

zieht sogleich mit der linken Hand den als Waffenversteck dienenden Ordner her-

vor, lässt die Waffe routiniert in die ausgestreckte rechte Hand fallen, schiebt den 

Ordner links in den Schrank zurück, rollt mit dem Stuhl zum Schreibtisch zurück 

und richtet bereits im Zurückrollen die Faustfeuerwaffe auf den (imaginären) An-

greifer vor dem Bürofenster (Urk. 54). Trotz des mit beeindruckender Geschwin-

digkeit ausgeführten und offensichtlich gut geübten Manövers dauert dieses 

knappe 5 Sekunden. Rechnet man das vom Beschuldigten geltend gemachte 

langsame Aufstehen mit der Waffe im Anschlag hinzu, erhöht sich die benötigte 

Zeit auf rund 7 Sekunden. Es erscheint abwegig, dass der Privatkläger keine   

einzige der mit diesem Vorgang verbundenen zahlreichen Einzelbewegungen des 

Beschuldigten bemerkt hätte, wenn dieser, wie geltend gemacht, die Waffe tat-

-   15   - 

sächlich erst aus dem Vitrinenschrank holte, nachdem der Privatkläger schon vor 

dem Bürofenster stand. Zumindest schemenhafte Bewegungen wären trotz   

Spiegelung sichtbar gewesen. Es kommt hinzu, dass der Privatkläger, folgt man 

der Darstellung des Beschuldigten, diesen noch vor dem Behändigen der Waffe 

gefragt haben soll, ob er "Herr A._____" sei. Nach dieser Version musste der Pri-

vatkläger den Beschuldigten also spätestens in diesem Zeitpunkt gesehen   ha-

ben. Umso unwahrscheinlicher erscheint es da, dass der Privatkläger anschlies-

send nicht bemerkt hätte, dass der Beschuldigte, immer noch auf dem   Bürostuhl 

sitzend, die Waffe aus dem Versteck im Vitrinenschrank geholt und auf den Pri-

vatkläger gerichtet hätte. Es ist zudem zu bedenken, dass Letzterer als Polizeibe-

amter mit Schusswaffen vertraut (s. dazu Urk. 5 S. 7) und für derartige Situatio-

nen ausgebildet ist. Hätte es sich so zugetragen, wie der Beschuldigte  behauptet, 

wäre naheliegend, dass der Privatkläger selbst seine Pistole gezogen oder dies 

wenigstens versucht hätte. Solches geschah aber nicht. Der Privatkläger führte 

aus, dass er gar nicht in Versuchung gekommen sei, seine Waffe zu ziehen, weil 

er keine Chance gehabt hätte (Urk. 5 S. 9). Das steht im Einklang mit seinen Aus-

sagen, wonach der Beschuldigte von Anfang an die Waffe auf ihn gerichtet habe 

(Urk. 5 S. 9).  

5.5. Dass der Privatkläger nicht abschliessend angeben konnte, ob der Beschul-

digte im Tatzeitpunkt Kopfhörer trug oder nicht, bedeutet im Übrigen nicht, dass 

der Privatkläger nicht gut ins Innere des Büros hätte blicken können oder dass 

deswegen auf die Darstellung des Beschuldigten abzustellen wäre, wie die Vor-

instanz sinngemäss erwägt (Urk. 64 S. 13). Gemäss eigenen Angaben hörte der 

Beschuldigte auf seinem Smartphone eine Rede ab, wobei er Kopfhörer anhatte 

(Urk. 3/3 S. 12). Bei den Kopfhörern handelte es sich aber um Ohrstöpsel 

(Urk. 3/2 S. 4), welche im Vergleich zu Bügelkopfhörern weniger auffallen. Dass 

sich der Privatkläger nicht sicher war, ob der Beschuldigte damals Kopfhörer trug 

oder nicht, ist daher nicht aussagekräftig.  

5.6. Alles in allem erweist sich die Darstellung des Beschuldigten zum Tatablauf 

selbst als wenig überzeugend. Es ist vielmehr auf die glaubhaften Aussagen des 

Privatklägers abzustellen und davon auszugehen, dass der Beschuldigte die ge-

-   16   - 

ladene Pistole bereits auf den Privatkläger richtete, als dieser vor dem Büro-

zimmer auftauchte, und zwar, bevor er ihn fragte, wer er sei und was er wolle. 

Dabei hielt der Beschuldigte die Waffe unverändert auf den Privatkläger gerichtet, 

worauf sich dieser als Polizist zu erkennen gab und zurückzog. Dass im Polizei-

rapport die Rede davon ist, dass dem Ziehen der Waffe das kurze Gespräch  

vorausging, vermag daran nichts zu ändern. Es ist nicht ersichtlich, dass der   

rapportierende Polizeibeamte über zusätzliche Erkenntnisse verfügte, die ihm zu 

dieser Feststellung Anlass hätten geben können. 

6. Ist auf die Aussagen des Privatklägers abzustellen, wonach er sogleich in 

den Lauf einer Waffe blickte, als er vor das Bürozimmer trat und hinein schaute, 

bedeutet dies auch, dass der Beschuldigte entgegen seinen Aussagen das Rufen 

(oder auch Klopfen) des Privatklägers an der geöffneten Terrassentür vorgängig 

gehört haben muss. Die offene Terrassentür und das Büro, wo der Beschuldigte 

am Schreibtisch mit Blickrichtung Terrasse sass, liegen nahe nebeneinander, wie 

sich aus der Fotodokumentation und der eingereichten Videoaufnahme ergibt. 

Das Rufen konnte der Beschuldigte deshalb auch hören, wenn er zunächst tat-

sächlich mit dem Abhören einer Aufnahme einer Rede auf seinem Smartphone 

beschäftigt war und dabei Kopfhörer trug. Hörte er das Rufen an der offenen   

Terrassentüre, konnte er Kopfhörer und Telefon weglegen, mit geübten Griffen 

seine geladene Waffe aus dem Ordnerversteck im Vitrinenschrank holen und die 

Pistole bereits gezielt gegen den Privatkläger richten, als dieser kurz darauf er-

wartungsgemäss draussen vor dem Bürofenster auftauchte. 

Nicht geäussert hat sich die Vorinstanz zum an sich nebensächlichen Detail, ob 

der Beschuldigte die Pistole mit beiden Händen am Griff auf den Oberkörper des 

Privatklägers richtete, wie die Anklage ausführt, oder ob er die Pistole lediglich mit 

der rechten Hand festhielt, wie der Beschuldigte behauptet. Nachdem auch der 

Privatkläger in beiden Einvernahmen davon sprach, dass der Beschuldigte die 

Pistole mit der bzw. mit einer Hand gehalten habe (Urk. 4 S. 2; Urk. 5 S. 8), ist 

von Letzterem auszugehen. Daran ändert nichts, dass der Privatkläger bei der 

staatsanwaltschaftlichen Einvernahme mit beiden Händen eine fiktive Waffe auf 

-   17   - 

Kinnhöhe hielt (Urk. 5 S. 8). Damit wollte er wohl vor allem zeigen, dass der Be-

schuldigte die Pistole beim Zielen relativ hoch und nicht nur auf Hüfthöhe hielt.  

Dass der Privatkläger durch die gezielt auf ihn gerichtete Faustfeuerwaffe massiv 

in Angst versetzt wurde, weil er befürchtete, im Falle einer Schussabgabe schwer 

verletzt oder getötet zu werden, ergibt sich aus dessen glaubhaften Aussagen 

(Urk. 5 S. 8) und wird auch vom Beschuldigten nicht in Abrede gestellt.  

Der Beschuldigte handelte wissentlich und willentlich. Dass er den Privatkläger 

durch sein Handeln in Angst versetzte, nahm er in Kauf resp. wollte dies (Urk. 3/2 

S. 8). Mit der obigen Einschränkung ist der Anklagesachverhalt somit erstellt. 

Auf die vom Beschuldigten geltend gemachte Putativnotwehrlage ist nachfolgend 

bei der rechtlichen Würdigung einzugehen. 

IV. Rechtliche Würdigung 

1. Objektiver und subjektiver Tatbestand 

Ausgehend vom erstellten Sachverhalt ist der objektive Tatbestand der Drohung 

im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB zweifellos erfüllt. Der Beschuldigte handelte 

wissentlich und willentlich. Dabei nahm er nicht nur in Kauf, dass er den Privat-

kläger in Angst versetzte. Vielmehr wollte er dies auch, wie vorstehend dargelegt 

wurde. Der subjektive Tatbestand ist deshalb ebenfalls erfüllt.  

Der Verteidiger bestreitet den subjektiven Tatbestand unter Berufung auf BSK 

StGB I-Niggli-Mäder, Art. 13 N 3 (recte: Art. 13 N 13): Wer eine Person in ver-

meintlicher Notwehr bedrohe, bei dem richte sich der Wille nicht auf die Verwirk-

lichung des Unrechts, sondern auf die Ausübung eines Rechts, weshalb es an 

dem für das vorsätzliche Verhalten charakteristischen Handlungsunwert fehle 

(Urk. 83 S. 12). Damit verwechselt die Verteidigung Tatbestandsmässigkeit und 

Rechtswidrigkeit. An der zitierten Stelle wird denn auch festgehalten, wer einen 

anderen in vermeintlicher oder tatsächlicher Notwehr verletze, dies willentlich tue, 

-   18   - 

es jedoch an dem für vorsätzliches Verhalten charakteristischen Handlungsunwert 

genauso fehle wie bei einem Tatbestandsirrtum.  

2. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe 

2.1. Die Verteidigung beantragt, wie bereits vor Vorinstanz, einen Freispruch 

vom Vorwurf der Drohung. Der Beschuldigte habe sich, als er die Pistole genom-

men und auf den Privatkläger gerichtet habe, in einer Notwehrlage gewähnt und 

daher in rechtfertigender Putativnotwehr gehandelt. Eventualiter sei von einem 

entschuldbaren Putativnotwehrexzess auszugehen (Urk. 83 S. 5 ff.).  

Die Staatsanwaltschaft bestreitet mit ihrer Anschlussberufung, dass sich der Be-

schuldigte in einer tatsächlichen oder vermeintlichen Notwehrsituation befand und 

erachtet die diesbezüglichen Vorbringen als Schutzbehauptung. Entsprechend 

beantragt sie einen Schuldspruch im Sinne der Anklage (Urk. 75 S. 2 ff.; Urk. 101 

S. 11 ff.). 

2.2. Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff 

bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer 

den Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). Überschreitet 

der Abwehrende die Grenzen der Notwehr, so mildert das Gericht die Strafe 

(Art. 16 Abs. 1 StGB). Überschreitet er die Grenzen der Notwehr in entschuld-

barer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff, so handelt er nicht schuldhaft 

(Art. 16 Abs. 2 StGB).  

Sog. Putativnotwehr liegt vor, wenn der Täter irrtümlicherweise von einer Not-

wehrlage ausgeht. Die Tathandlung wird dann nach dem Sachverhalt beurteilt, 

wie ihn sich der Täter vorgestellt hat (Art. 13 Abs. 1 StGB). War der Irrtum ver-

meidbar, ist der Täter wegen Fahrlässigkeit strafbar, wenn die fahrlässige Be-

gehung der Tat strafbar ist (Art. 13 Abs. 2 StGB). Der vermeintlich Angegriffene 

muss aber Umstände nachweisen können, die bei ihm den Glauben erwecken 

konnten, er befinde sich in einer Notwehrlage (BGE 93 IV 81, S. 84 f.; Urteil des 

Bundesgerichts vom 16. Februar 2017, 6B_676/2016 E. 2). 

-   19   - 

Der Angriff kann sich gegen ein beliebiges persönliches Rechtsgut richten. Not-

wehrfähig sind daher ausser Leib und Leben insbesondere auch Hausfrieden und 

Eigentum. Die Abwehr in einer (tatsächlichen oder vermeintlichen) Notwehrsitua-

tion muss nach der Gesamtheit der Umstände als verhältnismässig erscheinen. 

Dies ist aufgrund jener Situation zu beurteilen, in der sich der rechtswidrig Ange-

griffene im Zeitpunkt seiner Tat befand. Eine Rolle spielen insbesondere die 

Schwere des Angriffs, die durch den Angriff und die Abwehr bedrohten Rechts-

güter, die Art des Abwehrmittels und dessen tatsächliche Verwendung. Bei der 

Verwendung von gefährlichen Gegenständen zur Abwehr (Messer, Schusswaffen 

etc.) ist besondere Zurückhaltung geboten, da deren Einsatz stets die Gefahr 

schwerer oder gar tödlicher Verletzungen mit sich bringt (BGE 136 IV 49 E. 3 mit 

Hinweisen). Angemessen ist die Abwehr, wenn der Angriff nicht mit weniger ge-

fährlichen und zumutbaren Mitteln hätte abgewendet werden können, der Täter 

womöglich gewarnt worden ist und der Abwehrende vor der Benutzung des ge-

fährlichen Werkzeugs das Nötige zur Vermeidung einer übermässigen Schädi-

gung vorgekehrt hat. Auch ist eine Abwägung der auf dem Spiel stehenden 

Rechtsgüter unerlässlich. Doch muss deren Ergebnis für den Angegriffenen, der 

erfahrungsgemäss rasch handeln muss, mühelos erkennbar sein. Indessen gibt 

das Notwehrrecht nicht nur das Recht, mit gleichen Mitteln abzuwehren, mit de-

nen der Angriff erfolgt, sondern mit solchen, die eine effektive Abwehr er-

möglichen. Das bedeutet, dass der Verteidiger von Anfang an die voraussichtlich 

wirksamen Mittel einsetzen darf (BGE 136 IV 49 E. 3 und E. 4.2; Urteil des Bun-

desgerichts vom 1. Oktober 2010, 6B_432/2010 E. 5.3). 

Um ein Notwehrrecht zu begründen, muss der Angriff allerdings bereits im Gange 

sein oder unmittelbar drohen. Daran fehlt es, wenn er bereits vorbei oder noch 

nicht zu erwarten ist. Die Frage, ob ein Angriff unmittelbar bevorsteht oder nicht, 

ist nicht immer leicht zu beantworten. Nach der Rechtsprechung wird vom An-

gegriffenen nicht verlangt, dass er mit einer Reaktion zuwartet, bis es für eine 

Abwehr zu spät ist. Doch setzt die Unmittelbarkeit der Bedrohung voraus, dass 

jedenfalls Anzeichen einer Gefahr vorhanden sind, die eine Verteidigung nahe le-

gen. Solche Anzeichen liegen z.B. vor, wenn der Angreifer eine drohende Haltung 

einnimmt, sich zum Kampfe vorbereitet oder Bewegungen macht, die in diesem 

-   20   - 

Sinne gedeutet werden können (BGE 93 IV 81, S. 83 mit Hinweisen). Abwehr ist 

zulässig, sobald mit einem Angriff ernstlich zu rechnen ist und jedes weitere Zu-

warten die Verteidigungschance gefährdet. Der Angriff droht m.a.W. nicht erst 

unmittelbar, wenn es für den Angreifer kein Zurück mehr gibt, sondern schon 

dann, wenn der Bedrohte nach den gesamten Umständen mit dem sofortigen  

Angriff rechnen muss. Handlungen, die lediglich darauf gerichtet sind, einem  

zwar möglichen aber noch unsicheren Angriff vorzubeugen, einem Gegner also 

nach dem Grundsatz, dass der Angriff die beste Verteidigung ist, zuvorzukommen 

und ihn vorsorglich kampfunfähig zu machen, fallen nicht unter den Begriff der 

Notwehr (BGE a.a.O; Urteil des Bundesgerichts vom 11. November 2014, 

6B_281/2014, E. 2.3.1). "Präventive" Notwehr gibt es nicht.  

3. Gemäss Anklage wusste der Beschuldigte nicht, dass es sich beim Privat-

kläger um einen Polizeibeamten handelte, der ihn zwecks Zustellung eines Zah-

lungsbefehls aufsuchte. Mit der Vorinstanz muss auch davon ausgegangen wer-

den, dass er die Polizei am fraglichen Morgen nicht erwartete bzw. ihm nicht be-

kannt war, dass die Polizei allenfalls versuchen würde, ihm etwas zuzustellen 

(Urk. 64 S. 13). Insbesondere kann ihm nicht widerlegt werden, dass ihn die vor-

gängige SMS, worin ihn Polizist C._____ um einen Rückruf bat, nicht erreichte 

(Urk. 64 S. 13 mit Verweis auf Urk. 6 S. 3; Urk. 3/2 S. 9 und Urk. 7 S. 9). Der Gar-

ten des Beschuldigten ist mit einem Metallgeländer umfriedet. Das Gartentor ist 

mit dem Schild "Kein Durchgang" versehen (Urk. 8 S. 3-5; s. auch Urk. 83 S. 5 mit 

Verweis auf die eingereichte Videodokumentation). Aus Sicht des Beschuldigten 

lag daher eine Verletzung seines Hausrechts vor, als sich der Privatkläger inner-

halb des Gartens vor der Terrassentüre seines Wohnzimmers befand. Dieser, aus 

Sicht des Beschuldigten rechtswidrige Zustand dauerte an, als der Privatkläger 

hernach vor das Bürofenster trat. Der Beschuldigte war daher – entgegen der An-

sicht der Staatsanwaltschaft (Urk. 75 S. 6; Urk. 101 S. 11), welche auf die örtliche 

Situation nicht eingeht – zur angemessenen Abwehr des Angriffs auf sein Haus-

recht berechtigt. 

 

-   21   - 

4.  

4.1. Die Vorinstanz ging nicht nur von einem (vermeintlichen) Angriff auf das 

Hausrecht aus, sondern auch davon, dass sich der Beschuldigte fälschlicherweise 

einem potentiellen Angreifer gegen seine Person gegenüber gewähnt habe 

(Urk. 64 S. 16). Sie hielt jedoch auch fest, dass kein unmittelbarer Angriff gegen 

Leib und Leben vorgelegen habe und auch der Beschuldigte nichts Dergleichen 

vorbringe (S. 17). Sie befand daher, dass unter diesen Umständen der Einsatz ei-

ner Pistole unverhältnismässig sei. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung 

könne der Einsatz einer Faustfeuerwaffe grundsätzlich nur das letzte Mittel der 

Verteidigung sein. Auch wenn die einschlägige bundesgerichtliche Rechtspre-

chung vor allem Situationen betreffe, in welchen Schüsse abgefeuert werden, 

könne sie insofern auf den vorliegenden Fall übertragen werden, als beim Ge-

brauch von Schusswaffen in Notwehrsituationen äusserste Zurückhaltung gebo-

ten sei. Es wäre dem Beschuldigten zuzumuten gewesen bzw. er wäre geradezu 

gehalten gewesen, auf andere Weise auf den vermeintlichen Angriff zu reagieren. 

Immerhin seien sich der Beschuldigte und der Privatkläger nicht einmal von An-

gesicht zu Angesicht gegenüber gestanden, habe sich der Beschuldigte in der 

Wohnung befunden, während der Privatkläger ausserhalb gestanden sei und von 

seinem Standort den Beschuldigten gar nicht unmittelbar hätte angreifen können. 

Auch wenn eine Flucht in einer Notwehrsituation nicht erwartet werden dürfe, so 

wäre es ihm zumindest möglich gewesen, um Hilfe zu rufen, zu schreien oder sich 

im Zimmer zu verstecken. Der Beschuldigte habe den vermeintlichen Angriff zu-

sammenfassend nicht in angemessener Weise abgewehrt und dabei die Grenzen 

der erlaubten Notwehr überschritten (Urk. 64 S. 17 f.). 

4.2. Die Verteidigung hält dem entgegen, dass der Beschuldigte vor dem Hin-

tergrund seiner konfliktträchtigen Situation mit seinen ehemaligen Geschäftspart-

nern die Situation instinktiv als gefährlich beurteilt habe, weswegen er zur Waffe 

gegriffen habe. Dabei habe er nicht unkontrolliert, sondern entsprechend den als 

Offizier in der Schweizer Armee gelernten und gelehrten Automatismen gehan-

delt. Damit habe er reflexartig die ungefährlichste Art der Verteidigung gewählt, 

die ihm unmittelbar zur Verfügung gestanden sei und die den Angriff mit Sicher-

-   22   - 

heit sofort beendet hätte. Die Vorinstanz gewichte zu wenig, dass es gar nicht 

zum "Einsatz" einer Faustfeuerwaffe gekommen sei, sondern die Waffe einzig als 

Mittel zur Distanzhaltung verwendet worden sei. Die analoge Bewertung durch die 

Vorinstanz gehe fehl. Wäre es tatsächlich zum Angriff gekommen, hätten auf je-

den Fall weder das von der Vorinstanz geforderte Hilferufen, Schreien oder im 

Zimmer verstecken, geholfen. Zudem sei es dem Angegriffenen gestattet, statt 

unsichere sogleich voraussichtlich wirksame Mittel einzusetzen. Darüber hinaus 

handle es sich bei den alternativen Verteidigungsmitteln bei Lichte besehen alle-

samt um Fluchtmittel, welche von der Rechtsprechung als mildere Mittel explizit 

nicht gefordert würden. Die Behändigung der Waffe zwecks Aufrechterhaltung  

der Distanz sei ein probates und vernünftiges Mittel gewesen. Der Beschuldigte 

habe sich zusätzlich zur Verletzung seines Hausrechts mit einem unmittelbaren 

Angriff auf Leib und Leben konfrontiert geglaubt, womit seine Abwehrhandlung 

nicht offensichtlich über das Notwendige hinausgegangen sei. Die durch den 

Hausfriedensbruch sowie den vermeintlichen Angriff drohenden Rechtsverletzun-

gen stünden ohne weiteres in einem proportionalen Verhältnis zu der durch die 

Abwehr erfolgte Rechtsverletzung (Urk. 83 S. 6-10). 

4.3. Die Staatsanwaltschaft ist demgegenüber der Ansicht, dass der Beschul-

digte in der gegebenen Situation gar nicht davon ausgegangen sei und auch nicht 

davon habe ausgehen dürfen, dass ein Angriff gegen seine Person vorliege. Bei 

seinem Vorbringen, wonach er Angst vor Einbrechern oder Russen gehabt habe, 

die ihm ein Leid hätten antun wollen, handle es sich um eine Schutzbehauptung. 

Wäre er tatsächlich von einer derartigen Gefahrensituation ausgegangen, wäre 

die einzig logische Reaktion gewesen, sich, eventuell unter Behändigung der 

Waffe im Zimmer zu verstecken und sich nicht demonstrativ offen und schutz- und 

deckungslos mit der Waffe im Anschlag vor das Fenster hinzustellen. Ebenfalls 

hätte er die Waffe in Richtung Eingangsbereich zum Büro gerichtet haben  

müssen, da Einbrecher und auch gefährliche Russen nicht an der weit offenen 

Terrassentüre vorbei gegangen wären, um durch ein geschlossenes Fenster hin-

durch zu schauen. Es sei auch absolut lebensfremd, annehmen zu wollen, dass 

sich Einbrecher und Böses wollende Russen vorher durch Rufen an einer offenen 

Terrassentüre ankündigten und vor sich warnten. Der Beschuldigte habe auch 

-   23   - 

sehr wohl gehört, dass eine Person etwas gerufen habe, und zwar auf Schwei-

zerdeutsch. Er habe daher auf keinen Fall davon ausgehen können, dass es sich 

um einen Einbrecher oder um einen bösen Russen handeln würde, da, wie er-

wähnt, weder ein Einbrecher noch ein böser Russe sich durch Rufen an einer  

offen stehenden Terrassentüre anmelden, sondern vielmehr ohne verbale Anmel-

dung in die Wohnung eindringen würden. Dass die Terrassentüre offen stand,  

habe der Beschuldigte gewusst, habe er sie doch selber geöffnet und in offenem 

Zustand belassen. Damit habe weder eine Notwehrsituation noch eine Pu-

tativnotwehrsituation vorgelegen (Urk. 75 S. 6-7; Urk. 101 S. 12 f.).  

4.4. An der geltend gemachten Angst des Beschuldigten vor einem Angriff be-

stehen gewisse Zweifel. Es fällt auf, dass seine diesbezüglichen Aussagen im 

Verlaufe der Untersuchung eine zunehmende Steigerung erfuhren. In der polizei-

lichen Einvernahme am Tattag sprach er lediglich davon, dass ihn das plötzliche 

Auftauchen eines ihm unbekannten und unangemeldeten Mannes sehr erschreckt 

habe. Er erklärte ausserdem, dass er nicht gerne habe, wenn jemand auf seinen 

Sitzplatz komme, dass er niemandem die Türe aufmache, wenn er keinen Termin 

habe und dass ihm sogar der Gärtner Bescheid gebe, wenn dieser komme 

(Urk. 3/1 S. 2). Er verneinte ausdrücklich, dass der Privatkläger ihn bedroht habe 

(Urk. 3/1 S. 4). In der Hafteinvernahme gab er ebenfalls an, erschrocken zu sein. 

Er erwähnte nun auch zwei bis drei Einbruchversuche und zwei Einbrüche in   

seine Wohnung in den letzten Jahren, und er betonte, dass jeder, der zu ihm 

komme, sich telefonisch anmelde. Sodann erklärte er, dass er vier Jahre lang in 

Russland mit seinem Auto mit Zürcher Nummer gefahren sei, weshalb man ihn 

immer finden könne. Weiter verwies er auf einen zivilrechtlichen Prozess in Zürich 

gegen bekannte Schweizer Unternehmer, bei welchem er Ankläger sei. Es gehe 

um 80 bis 100 Millionen, wobei er viel Geld verloren habe. In diesem Zusammen-

hang sei er mehrfach verbal von Ausländern bedroht worden (Urk. 3/2 S. 6 u. 9). 

Dass er zum Tatzeitpunkt Angst gehabt oder sich bedroht gefühlt habe, verneinte 

er. Er habe sich so unangenehm gefühlt, dass er seine Pistole gezogen habe. Der 

Privatkläger habe ihn nicht bedroht. Aber er sei in seinem Garten gewesen. Auf 

die Frage, was er konkret befürchtet habe, stellte er klar, er habe nicht gesagt, 

dass er sich gefürchtet habe. Er habe die Waffe genommen, um sich zu stärken; 

-   24   - 

dafür habe man eine Waffe (Urk. 3/2 S. 7). Erst anlässlich der staatsanwaltschaft-

lichen Einvernahme vom 24. November 2015, mithin mehrere Monate nach dem 

Vorfall, sprach er erstmals davon, dass er sich in dem Moment bedroht gefühlt 

habe (Urk. 3/3 S. 2 f. und S. 6). Was er in der damaligen Situation konkret be-

fürchtet hatte, vermochte er jedoch auch auf Nachfrage nicht zu sagen (Urk. 3/3 

S. 6). Der Beschuldigte schilderte die Situation im Verlauf der Untersuchung somit 

zunehmend bedrohlicher, wobei er letztlich im Dunkeln liess, worin die (vermeint-

liche) Bedrohung für ihn im Tatzeitpunkt genau bestanden haben soll. Dabei fällt 

auf, dass er auch bei der angeführten latenten Bedrohung im Zusammenhang mit 

seinem mehrjährigen Aufenthalt in Russland und einem Prozess in Zürich sehr 

vage blieb. Zudem lassen sich die angeblichen unspezifischen Gefahren nicht 

recht in Einklang damit bringen, dass der Beschuldigte gemäss eigenen Aus-

sagen oft die Sitzplatztüre offen lässt, wie er dies auch am fraglichen Morgen tat. 

Der normal hohe Gartenhag und die mit "Kein Durchgang" beschilderte Gartentür, 

die von jedermann geöffnet werden kann, bieten keinen wirksamen Schutz gegen 

Eindringlinge. Auf der anderen Seite ist nicht zu übersehen, dass der Beschuldig-

te offenbar bereits mehrere Monate vor der Tat seine geladene und schussbereite 

Waffe in seinem Büro deponierte, um sie bei Bedarf rasch behändigen zu können, 

was gewisse Befürchtungen seinerseits nahelegt. Auch wurde offenbar tatsäch-

lich bereits einmal in die Wohnung des Beschuldigten eingebrochen, auch wenn 

dies bereits längere Zeit zurückliegt und sich der Beschuldigte damals nicht in der 

Wohnung befand (Urk. 3/3 S. 5). Entgegen der Staatsanwaltschaft lässt sich auch 

nicht sagen, dass Einbrecher oder andere Personen in deliktischer Absicht in je-

dem Fall sogleich die Wohnung betreten hätten und sich keinesfalls durch Rufen 

an einer offenen Terrassentüre angekündigt hätten. Gemäss Anklagesachverhalt 

rief der Privatkläger ins Innere der Wohnung, ob jemand zugegen sei. Dies hätte 

womöglich auch ein Einbrecher getan, um sicherzugehen, dass er weder vom 

Hausbesitzer noch von anderen Personen während des geplanten Diebstahls ge-

stört würde. Die Situation präsentierte sich für den Beschuldigten damit letztlich 

so, dass eine ihm unbekannte Person unerlaubterweise sein Grundstück betrat 

und in die Wohnung rief, ob jemand da sei. Dass der Beschuldigte, der lediglich 

angemeldeten Besuch empfängt und sein Gartentor extra mit dem Schild "Kein 

-   25   - 

Durchgang" versehen hat, einen möglichen Angriff auf seine Person unter diesen 

Umständen und vor dem Hintergrund diffuser Befürchtungen wegen seiner Ver-

gangenheit in Erwägung zog, mag zutreffen. Allerdings sah sich der Beschuldigte 

entgegen der Verteidigung keineswegs mit einem unmittelbaren Angriff auf Leib 

und Leben konfrontiert. Gemäss erstelltem Sachverhalt verhielt es sich so, dass 

der Beschuldigte, als er den Privatkläger an der Terrassentür des Wohnzimmers 

rufen hörte, sogleich mit geübten Griffen seine geladene und schussbereite 

Faustfeuerwaffe hervorholte und den Privatkläger mit gezogener Waffe erwartete, 

als dieser vor dem Bürofenster auftauchte. Der Beschuldigte hatte mithin die Waf-

fe behändigt und auf den Privatkläger gezielt, ohne dass Anzeichen einer Gefahr 

gegen Leib und Leben vorhanden gewesen wären, die eine Verteidigung nahe 

gelegt hätten. Weder hatte der Privatkläger eine drohende Haltung eingenommen 

noch sich zum Kampfe vorbereitet oder Bewegungen gemacht, die in diesem  

Sinne hätten gedeutet werden können. Von einem (vermeintlich) unmittelbar   

drohenden Angriff auf Leib und Leben konnte der Beschuldigte somit auch nach 

seiner eigenen Vorstellung nicht ausgehen. Dass er durch die Verteidigung das 

Gegenteil behaupten lässt (Urk. 83 S. 5 f.), genügt dafür nicht; vielmehr hätte er 

die Umstände nachweisen oder zumindest dartun müssen, die ihn (fälschlicher-

weise) zum Schluss veranlassten, ein Angriff auf seine körperliche Integrität stehe 

unmittelbar bevor. Sodann konnte der Beschuldigte auch nicht glaubhaft machen, 

dass er von einer Dauergefahr ausgegangen sei, aufgrund welcher er mit einem 

Angriff ernstlich hätte rechnen müssen. 

4.5. Gleiches trifft hinsichtlich eines allfällig befürchteten Angriffs auf sein Ei-

gentum (in Form eines Einbruchdiebstahls) zu, wobei der Beschuldigte gar nicht 

geltend macht, die Pistole zur Abwehr eines Angriffs auf sein Eigentum behändigt 

zu haben. Daraus ergibt sich, dass sich der Beschuldigte lediglich hinsichtlich der 

(vermeintlichen) Verletzung seines Hausrechts auf eine Putativnotwehrlage beru-

fen kann (s. oben). Bezüglich des befürchteten Angriffs auf Leib und Leben fehlt 

es dagegen an einer (Putativ-)Notwehrsituation, da ein diesbezüglicher Angriff 

nicht im Gange war und auch gar nicht unmittelbar drohte (sog. extensiver Not-

wehrexzess). Das übersieht insbesondere auch die Verteidigung, wenn sie die 

-   26   - 

Subsidiarität und Proportionalität der Abwehrhandlung vorwiegend am behaupte-

ten unmittelbaren Angriff auf Leib und Leben misst.  

4.6. Als der Beschuldigte seine Pistole …, Modell …. 75, Kaliber 9 mm Para, 

aus dem Ordnerversteck im Vitrinenschrank hervorholte und den Privatkläger mit 

gezogener Waffe am Schreibtisch sitzend erwartete, befand sich diese im sog. 

durchgeladenen Zustand. In der Waffe war ein Magazin mit sechs Patronen ein-

gesetzt, eine Patrone war bereits im Patronenlager, der Hammer entspannt. Für 

eine Schussabgabe hätte lediglich der Abzug durchgezogen werden müssen 

(Urk. 10/4-5; so auch der Beschuldigte in Urk. 3/2 S. 7 f.), wobei beim ersten 

Schuss ein höheres Abzugsgewicht hätte überwunden werden müssen (Double 

Action-Modus), während die darauf folgenden Schüsse im Single Action-Modus 

(mit einem tieferen Abzugsgewicht) hätten erfolgen können (so die Staatsanwalt-

schaft in Urk. 75 S. 8 bzw. Urk. 101 S. 15); Letzteres wird von der Verteidigung zu 

Recht nicht in Abrede gestellt). Das gezielte Richten der durchgeladenen Faust-

feuerwaffe gegen den Oberkörper des Privatklägers vor dem Bürofenster zur  

Abwehr des im Gange befindlichen (vermeintlichen oder auch tatsächlichen) An-

griffs auf das Hausrecht war klarerweise nicht verhältnismässig. Das unbefugte 

Betreten eines Privatgrundstücks berechtigt den Inhaber des Hausrechts nicht zu 

einem derartigen Handeln in Wildwestmanier. Art und Intensität des Angriffs ste-

hen in keinem Verhältnis zur gewählten Vorgehensweise des Beschuldigten. Zwar 

sind ähnliche Rechtsgüter betroffen (Hausrecht c. innere Freiheit/Sicherheits-

gefühl), welche bei einer weiten Betrachtung unter Umständen als gleichartig im 

Sinne einer Freiheit des Willens bezeichnet werden könnten (s. dazu Trechsel/ 

Mona, in: Trechsel/Pieth, Schweizerisches Strafgesetzbuch, Praxiskommentar, 

3. Aufl., Zürich 2018, Art. 180 N 1 und Art. 186 N 1). Jedoch wiegt der (vermeint-

liche) Angriff durch den Privatkläger auf das Hausrecht relativ gering, hatte dieser 

doch lediglich den Garten gegen den mittels Umfriedung und Schild "Kein Zutritt" 

geäusserten Willen des Beschuldigten betreten und war der Hausfassade entlang 

zur Terrassentür gelangt, wo er rief, ob jemand zugegen sei. Demgegenüber 

handelt es sich bei der Abwehrhandlung des Beschuldigten sowohl von der Art 

des Abwehrmittels (grosskalibrige Faustfeuerwaffe) als auch von der tatsäch-

lichen Verwendung um eine erhebliche Verletzung des geschützten Rechtsgutes. 

-   27   - 

Mit einer durchgeladenen Waffe dieses Typs aus relativ naher Distanz auf den 

Oberkörper eines Menschen zu zielen, ist zudem äusserst gefährlich, selbst wenn 

sich dazwischen wie hier noch eine Fensterscheibe befand. Das musste auch 

dem Beschuldigten bekannt sein, der als ehemaliger Hauptmann im Militär nicht 

nur an der betreffenden Waffe – seiner ehemaligen Dienstwaffe – geschult ist, 

sondern darüber hinaus Soldaten den korrekten und sicheren Umgang mit Waffen 

beizubringen hatte. Dass der Privatkläger nicht sicher wusste, ob die Faustfeuer-

waffe durchgeladen ist, ist hier irrelevant. Denn die Verhältnismässigkeit der Ab-

wehr ist aufgrund derjenigen Situation zu beurteilen, in der sich der rechtswidrig 

Angegriffene, hier der Beschuldigte, im Zeitpunkt seiner Tat befand. Abgesehen 

davon führte der Privatkläger aus, er habe um sein Leben gefürchtet; er habe 

nicht gewusst, ob der Beschuldigte abdrücke oder nicht (Urk. 5 S. 8), was zeigt, 

dass er von einer potentiell tödlichen Gefahrenlage ausging.  

4.7. Unter dem Gesichtspunkt der Gefährlichkeit des Handelns des Beschuldig-

ten hat die Vorinstanz die Rechtsprechung zur zurückhaltenden Verwendung von 

gefährlichen Werkzeugen (Messer, Schusswaffen etc.) zur Abwehr herangezo-

gen. Dabei hat sie nicht verkannt, dass es vorliegend gar nicht zum "Einsatz" bzw. 

Abfeuern der Waffe kam. Sie hat aber überzeugend erwogen, dass in Anlehnung 

zu besagter Rechtsprechung der Beschuldigte gehalten gewesen wäre, auf ande-

re Weise auf den vermeintlichen Angriff zu reagieren als mit einer Bedrohung mit 

einer Faustfeuerwaffe (Urk. 64 S. 17). Die erwähnte Rechtsprechung (statt vieler 

s. BGE 136 IV 49, E. 3.5) wird damit begründet, dass der Einsatz der gefährlichen 

Gegenstände stets die Gefahr schwerer oder gar tödlicher Verletzungen mit sich 

bringt. Gemäss Bundesgericht besteht unmittelbare Lebensgefahr im Sinne von 

Art. 129 StGB, wenn jemand eine geladene Pistole mit der Kugel im Lauf (bzw. 

der Kugel im Patronenlager) auf nahestehende Personen richtet, auch wenn er 

dabei einen relativ grossen Widerstand – konkret 5,5 kg – überwinden muss, um 

den Abzugshahn durchzudrücken (BGE 121 IV 67, E. 2d). Daraus ergibt sich, 

dass auch das nahezu identische Handeln des Beschuldigten gefährlich war, 

weshalb – wie bei der eigentlichen Verwendung von gefährlichen Gegenständen 

zur Abwehr – Zurückhaltung beim Zielen mit durchgeladenen Schusswaffen auf 

den (tatsächlichen oder vermeintlichen) Angreifer geboten ist.  

-   28   - 

Zur Durchsetzung seines Rechts auf Hausfrieden wären dem Beschuldigten so-

dann mildere Mittel als die sofortige Behändigung seiner Schusswaffe mit geziel-

tem Richten gegen den Oberkörper des Privatklägers zur Verfügung gestanden. 

Es wäre dem Beschuldigten zuzumuten gewesen, die ihm unbekannte Person 

verbal aufzufordern, sein Grundstück unverzüglich zu verlassen; dabei hätte er 

diese Aufforderung auch sogleich mittels körperlichem Zwang durchsetzen dürfen 

oder mit der Warnung, er werde sonst die Polizei benachrichtigen, kombinieren 

können. Wäre ihm dies als ungeeignetes Mittel erschienen, hätte er dem ver-

meintlichen Eindringling in seinem Garten auch erklären können, dass er, der  

Beschuldigte, bewaffnet sei. Somit wären ihm eine oder sogar mehrere erfolgs-

versprechende Handlungsalternativen zur Verfügung gestanden. Daraus ergibt 

sich, dass der Beschuldigte die Grenzen der Notwehr missachtet hat. Es liegt 

damit ein Putativnotwehrexzess vor.  

4.8. Entgegen der Verteidigung kann sie aus dem Entscheid der Kammer vom 

21. Mai 2012 (Prozess Nr. SB110712) nichts anderes ableiten. Zwar ging es dort 

ebenfalls um einen Hausbesitzer, der sich gegen die Verletzung seines Haus-

rechts durch einen Eindringling zur Wehr setzte. Nachdem sich dieser geweigert 

hatte, das Grundstück zu verlassen, holte der Hausbesitzer seine Waffe und 

schoss dem Eindringling direkt vor die Füsse, wodurch dieser Beinverletzungen 

erlitt. Die Kammer erwog in diesem Zusammenhang zwar auch, der (dortige)   

Beschuldigte hätte deutlich seitlich neben dem Privatkläger einen Warnschuss 

abgeben können. Die Überschreitung des Notwehrrechts wurde aber von der 

Kammer vor allem deshalb bejaht, weil der Hausbesitzer – in Übereinstimmung 

mit der vorerwähnten Rechtsprechung – die Schussabgabe vorgängig nicht an-

gedroht hatte. Jedenfalls kann aus dem fraglichen Entscheid nicht abgeleitet  

werden, dass nach Ansicht der Kammer Warnschüsse gegen einen Eindringling 

stets gerechtfertigt wären. Zudem unterscheidet sich jener Fall von der heute zu 

beurteilenden Konstellation, weil der Beschuldigte den Privatkläger vorliegend 

noch gar nicht zum Verlassen des Grundstücks aufgefordert hatte. Im vorliegen-

den Fall bestanden wie dargelegt andere Handlungsalternativen, die der Beschul-

digte hätte ergreifen können und müssen.  

-   29   - 

4.9. Am vorliegenden Ergebnis – Handeln im Putativnotwehrexzess – ändert 

sich selbst dann nichts, wenn davon ausgegangen würde, dass sich die Tat, wie 

vom Beschuldigten dargestellt, abgespielt hätte. Denn auch hier ist unbestritten, 

dass der Privatkläger weder eine Waffe in der Hand hielt noch irgendwelche   

Bewegungen machte, die als Vorbereitung zum Kampf hätten gedeutet werden 

können. Zudem waren der Beschuldigte und der Privatkläger durch eine Fenster-

scheibe getrennt. Der Privatkläger hätte den Beschuldigten von seinem Standort 

aus gar nicht unmittelbar angreifen können. Es fehlt auch bei dieser Sach-

verhaltsvariante somit an der Unmittelbarkeit eines (vermeintlich befürchteten) 

Angriffs auf Leib und Leben. Im Übrigen kann auf die vorstehenden Erwägungen 

verwiesen werden. 

5. Mit der Vorinstanz ist auch der seitens der Verteidigung geltend gemachte 

Schuldausschlussgrund im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB (Handeln in entschuld-

barer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff) zu verneinen. Dafür wäre  

vorausgesetzt, dass auch ein rechtlich gesinnter Mensch durch die Verletzung 

des Hausrechts in Aufregung und Bestürzung geraten wäre und deshalb die 

Grenzen der Notwehr überschritten hätte. Davon kann nach den gesamten  

Umständen nicht ausgegangen werden. Es kann hierzu zunächst auf die Er-

wägungen der Vorinstanz verwiesen werden (Art. 82 Abs. 4 StPO). Ergänzend ist 

festzuhalten, dass ein extensiver Notwehrexzess keine Berufung auf Art. 16 

Abs. 2 StGB erlaubt. 

6. Damit ist der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen.  

V. Sanktion 

1. Ausgangslage 

1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 60 Tages-

sätzen zu Fr. 30.–, unter Gewährung des bedingten Vollzuges, bestraft. Daran 

angerechnet hat sie zwei Tage Haft (Urk. 64 S. 26). 

-   30   - 

1.2. Die Verteidigung hat die vorinstanzliche Strafzumessung im Grundsatz 

nicht kritisiert (Urk. 65; Urk. 83). Demgegenüber verlangt die Staatsanwaltschaft 

im Rahmen ihrer Anschlussberufung die Ausfällung einer höheren Strafe und   

beantragt eine (unbedingte) Freiheitsstrafe von 8 Monaten (Urk. 101 S. 6). 

2. Grundlagen der Strafzumessung 

Die Vorinstanz hat die theoretischen Grundlagen zur Strafzumessung richtig   

dargelegt und auch den für Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB anwend-

baren Strafrahmen korrekt bemessen. Sie hat weiter zutreffend festgehalten, dass 

Strafmilderungsgründe nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung grundsätz-

lich innerhalb des ordentlichen Strafrahmens zu berücksichtigen sind und dies 

beim hier anwendbaren Strafmilderungsgrund des Putativnotwehrexzesses nicht 

anders zu handhaben ist. 

3. Tatkomponente 

3.1. Betreffend die objektive Tatschwere hielt die Vorinstanz fest, der Beschul-

digte habe dem Privatkläger zwar einen Eingriff in das höchste Rechtsgut, Leib 

und Leben, angedroht, indem er eine Faustfeuerwaffe auf ihn gerichtet gehabt 

habe. Zudem habe er den Privatkläger einer grossen Gefährdung ausgesetzt, sei 

die Waffe doch geladen gewesen. Es sei indes zu berücksichtigen, dass der Vor-

fall nur wenige Sekunden gedauert habe und der Beschuldigte die Waffe sofort 

wieder weggelegt habe, nachdem er erkannt habe, dass es sich beim Privatkläger 

um einen Polizeibeamten gehandelt habe. Das Verschulden sei insgesamt als 

noch leicht zu gewichten (Urk. 64 S. 21). Der Ladezustand der Waffe kann jedoch 

entgegen den Ausführungen der Vorinstanz bei der Beurteilung der Tatkompo-

nente des Tatbestands der Drohung gegen den Privatkläger nicht massgebend 

sein. Das direkte Zielen mit einer grosskalibrigen Faustfeuerwaffe auf den Ober-

körper eines Menschen ist eine grundsätzlich erhebliche Androhung einer Gefahr 

für Leib und Leben mit einem massiven Tatmittel. Die implizite Todesdrohung  

oder Androhung schwerer Verletzung setzte dem Privatkläger denn auch erheb-

lich zu. Allerdings sind entgegen der Staatsanwaltschaft noch schwerwiegendere 

Tatvarianten vorstellbar. Zudem dauerte gemäss Anklagesachverhalt die Drohung 

-   31   - 

in der Tat nur äusserst kurz. Das hängt aber auch damit zusammen, dass sich der 

Privatkläger in Anbetracht der Bedrohungssituation sofort zurückzog. Die objek-

tive Tatschwere ist unter diesen Umständen als nicht mehr leicht zu gewichten.  

3.2. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Es kann ihm aber zugute ge-

halten werden, dass er die Tat nicht geplant hatte, sondern spontan handelte.  

Daran ändert auch der Umstand nichts, dass er die Waffe seit einiger Zeit in 

durchgeladenem Zustand im mehrfach erwähnten Versteck im Büro aufbewahrt 

hatte.  

Das Mass der Verschuldensreduktion für den Notwehrexzess hängt davon ab, wie 

stark der Täter das Notwehrrecht überschritten hat. Vorliegend griff der Beschul-

digte sogleich zur Waffe, als er eine Person bemerkte, die sich (vermeintlich) 

rechtswidrig in seinem Garten aufhielt und durch Rufen fragte, ob jemand zuge-

gen sei. Auch wenn man die diffusen Ängste des Beschuldigten einbezieht, war 

seine Reaktion klar unangemessen, weshalb von einer deutlichen Überschreitung 

seines Notwehrrechts auszugehen ist. Die objektive Tatschwere wird durch die 

subjektive Tatschwere daher leicht relativiert.  

3.3. Insgesamt erweist sich für die Tatkomponente eine Strafe im Bereich von 

7 Monaten resp. 210 Tagessätzen als angemessen.  

4. Täterkomponente 

4.1. Zu den persönlichen Verhältnissen hat die Vorinstanz unter Verweis auf die 

Aussagen des Beschuldigten in der Untersuchung ausgeführt, dass er eine in 

Russland lebende Partnerin habe, welche von ihm unterstützt werde. Er sei  

Eigentümer eines Einfamilienhauses in D._____/TG, welches er vermietet habe. 

Aus den Mieterträgen habe er monatlich Fr. 1'200.– zur Verfügung. Er sei Be-

triebsökonom HWV und arbeite bei einem Unternehmen namens E._____ AG mit 

Sitz F._____/SZ. Ergänzend ist festzuhalten, dass ihm die Arbeitgeberin Woh-

nungsmiete und Auto bezahlt, ihm wegen Liquiditätsproblemen jedoch keinen zu-

sätzlichen Lohn ausbezahle (Urk. 64 S. 21). Im Übrigen sind die Einkommensver-

-   32   - 

hältnisse des Beschuldigten unklar – auch weil er anlässlich der heutigen Beru-

fungsverhandlung die Aussagen zur Person (und zur Sache) verweigerte.  

Mit der Vorinstanz sind den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten keine 

für die Strafzumessung relevanten Kriterien zu entnehmen. 

4.2. Die im vorinstanzlichen Urteil aufgeführte Vorstrafe wegen Verkehrsdelik-

ten ist zwischenzeitlich gelöscht (Urk. 91) und hier nicht mehr relevant. Hingegen 

ergibt sich, dass gegen den Beschuldigten von der Staatsanwaltschaft Winterthur/ 

Unterland weitere Strafuntersuchungen wegen Drohung geführt werden. Ein 

Strafentscheid ist jedoch noch nicht ergangen, weshalb auf die entsprechenden 

Vorwürfe nicht weiter einzugehen ist. Es gilt die Unschuldsvermutung. In objek-

tiver Hinsicht ergibt sich damit nichts, was für das vorliegende Verfahren relevant 

ist.  

4.3. In subjektiver Hinsicht wirkt sich das Teilgeständnis des Beschuldigten aus, 

auch wenn der Beschuldigte die Verantwortung für den Vorfall weitgehend auf 

den Privatkläger schiebt und es daher an echter Einsicht und Reue zu vermissen 

lassen scheint. 

4.4. Alles in allem erweist sich nach Berücksichtigung der Tat- und Täter-

komponenten eine Strafe von 6 Monaten bzw. 180 Tagessätzen als angemessen. 

5. Strafart 

Der Beschuldigte erscheint heute als Ersttäter. In Anbetracht der heute auszu-

sprechenden Strafe ist auf eine Geldstrafe zu erkennen. Die Tagessatzhöhe von 

Fr. 30.– wurde von niemandem beanstandet, erweist sich als angemessen und ist 

somit zu bestätigen. Anzurechnen ist die erstandene Haft, welche die Vorinstanz 

auf zwei Tage aufgerundet hat, was auch im Berufungsverfahren nicht anders zu 

handhaben ist.  

6. Vollzug 

Ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte heute Ersttäter ist, ist auf die  

Minimalprobezeit von zwei Jahren zu erkennen. Für den Beschuldigten gilt die 

-   33   - 

Unschuldsvermutung, weshalb die laufenden Strafuntersuchungen wegen Dro-

hung hier entgegen der Ansicht der Staatsanwaltschaft (Urk. 101 S. 16 f.) keine 

Rolle spielen dürfen.  

VI. Einziehungen 

1. Die Vorinstanz verfügte gestützt auf Art. 69 StGB die Einziehung und Ver-

nichtung der beschlagnahmten Pistole (…, Modell …. 75, Kaliber 9 mm Para) so-

wie der ebenfalls beschlagnahmten Munition (17 Patronen Fabrikat … Kaliber 9 

mm Para). Der Beschuldigte lässt dies berufungsweise anfechten und verlangt die 

Herausgabe an ihn (Urk. 65 S. 2; Urk. 83 S. 13). Dies begründet er mit dem bean-

tragten Freispruch.  

2. Der Beschuldigte ist heute der Drohung schuldig zu sprechen. Die Voraus-

setzungen zur Einziehung der genannten Waffe nach Art. 69 StGB sind offen-

sichtlich gegeben. Die Pistole diente dem Beschuldigten als Tatmittel. Die künftige 

Gefährdung der Sicherheit von Menschen ist ebenfalls zu bejahen. Davon muss 

auch hinsichtlich der ebenfalls beschlagnahmten Munition für besagte Waffe  

ausgegangen werden. Waffe und Munition sind somit in Übereinstimmung mit 

dem vorinstanzlichen Erkenntnis einzuziehen.  

VII. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen 

(Art. 426 Abs. 1 StPO). 

2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf 

Fr. 3'000.– festzusetzen. 

3. Im Berufungsverfahren unterliegt der appellierende Beschuldigte mit seinen 

Anträgen vollumfänglich. Die anschlussappellierende Anklagebehörde obsiegt im 

Ergebnis im Schuldpunkt, unterliegt aber teilweise im Strafpunkt. Bei einer in-

teressengemässen Gewichtung und unter Berücksichtigung des Rückzugs der 

Hauptberufung der Staatsanwaltschaft rechtfertigt es sich, dem Beschuldigten die 

-   34   - 

Kosten zu 4/5 aufzuerlegen und zu 1/5 auf die Gerichtskasse zu nehmen. Die 

Kosten der amtlichen Verteidigung sind im Umfang von 4/5 einstweilen und im 

Übrigen definitiv auf die Gerichtskasse zu nehmen. Hinsichtlich der einstweilen 

auf die Gerichtskasse genommenen Kosten bleibt die Nachzahlungspflicht des 

Beschuldigten vorbehalten (Art. 135 Abs. 4 StPO).  

Der amtliche Verteidiger reichte dem Gericht eine Honorarnote über Fr. 6'852.35 

(inkl. Barauslagen und MwSt) ein, wobei für die Berufungsverhandlung und die 

Urteilseröffnung inkl. Weg ein Aufwand von 5½ Stunden veranschlagt wurde 

(Urk. 93). Der geltend gemachte Aufwand und die Barauslagen erscheinen 

grundsätzlich angemessen, die Berufungsverhandlung inklusive Urteilseröffnung 

dauerte jedoch lediglich 2½ Stunden. Hinzuzurechnen ist noch 1 Stunde Weg, 

womit insgesamt 3½ Stunden für die Berufungsverhandlung zu entschädigen 

sind. Rechtsanwalt lic. iur. X._____ ist damit für seine ausgewiesenen Aufwen-

dungen und Auslagen im Berufungsverfahren mit Fr. 6'400.– (inkl. Barauslagen 

und MwSt.) zu entschädigen.  

 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzel-

gericht in Strafsachen, vom 11. Dezember 2017 wie folgt in Rechtskraft er-

wachsen ist:  

"Es wird erkannt:       

1. (…) 

2. (…) 

3. (…) 

4. (…) 

-   35   - 

5. Der folgende, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 
vom 1. Dezember 2015 beschlagnahmte Gegenstand wird dem Beschuldig-

ten nach Rechtskraft des Urteils auf erstes Verlangen ausgehändigt: 

- Bajonett (Offiziersdolch …, Schweiz mit Stahlblechschneide,  

Offizier-Schlagbund und zwei Militärpatten, Marke …, Seriennummer 

…, Asservat Nr. A008'187'357). 

6. Das Genugtuungsbegehren des Privatklägers B._____ wird abgewiesen. 

7. Die Entscheidgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 1'500.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 1'600.00   Gebühren und Auslagen Vorverfahren 

Fr. 7'832.00   amtliche Verteidigungskosten 

Fr. 10'932.00   Total 

Allfällige weitere Auslagen bleiben vorbehalten. 

Wird keine schriftliche Begründung des Urteils verlangt, ermässigt sich die 

Entscheidgebühr auf zwei Drittel. 

8. (…) 

9. (Mitteilungen.) 

10. (Rechtsmittel.)" 

2. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft ihre Beru-

fung mit Schreiben vom 10. April 2018 zurückgezogen hat.  

3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

4. Gegen Ziff. 2 dieses Entscheides kann bundesrechtliche Beschwerde in 
Strafsachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

-   36   - 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Drohung im Sinne von Art. 180 

Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 StGB. 

2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 

Fr. 30.–, wovon 2 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleistet gelten.  

3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre 

festgesetzt. 

4. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland 

vom 1. Dezember 2015 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich 

eingelagerten Gegenstände werden eingezogen und der Kantonspolizei   

Zürich zur Vernichtung überlassen:  

- Pistole (Marke …, Modell …. 75, Kaliber 9 mm Para, Nr. …, Asservat 

Nr. A008'185'942); 

- Munition (17 Patronen Fabrikat …, Kaliber 9 mm Para, Asservat 

Nr. A008'185'953). 

5. Die erstinstanzliche Kostenverlegung (Ziff. 8) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf: 

Fr. 3'000.–  ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 6'400.–   amtliche Verteidigung. 

-   37   - 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der 

amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 4/5 auferlegt. Der 

restliche Fünftel wird auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der  

amtlichen Verteidigung werden zu 4/5 einstweilen und zu 1/5 definitiv auf die 

Gerichtskasse genommen. Die Rückzahlungspflicht des Beschuldigten bleibt 

im Umfang der einstweilen auf die Gerichtskasse genommenen Kosten   

vorbehalten (Art. 135 Abs. 4 StPO). 

8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an 

− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 
Beschuldigten (übergeben) 

− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (übergeben) 
− den Privatkläger B._____ (übergeben) 

 (Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird 

dem Privatkläger nur zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach 

Erhalt des Dispositivs verlangt.) 

sowie in vollständiger Ausfertigung an 
− die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des 

Beschuldigten  
− die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland  

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung  

allfälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 
− die KOST Zürich mittels Formular "Löschung des DNA-Profils und  

Vernichtung des ED-Materials" 
− die Kantonspolizei Zürich gemäss Dispositivziffer 4 
− das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen gemäss Dispositiv-

ziffer 4 
− die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich gemäss Dispositivziffer 4. 

9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

-   38   - 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 
begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundes-

gerichtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
Obergericht des Kantons Zürich 

I. Strafkammer 
 
 

Zürich, 25. Oktober 2018 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. R. Naef 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. N. Anner 

Zur Beachtung: 

Der Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam ge-
macht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-
erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss er die 
Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB). 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 
(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 
- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

 

 
 

	Urteil vom 25. Oktober 2018
	Urteil der Vorinstanz:
	"Es wird erkannt:
	Erwägungen:
	I.  Verfahrensgang
	1. Mit Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzelgericht in Strafsachen, vom 25. April 2016 wurde der Beschuldigte der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB zum Nachteil des Privatklägers B._____ schuldig gesprochen. Das Gericht attestierte dem...
	2. Gegen dieses Urteil erhob die Staatsanwaltschaft hierorts innert Frist Berufung (Urk. 37). Die Kammer hob das Urteil mit Beschluss vom 16. Mai 2017 auf und wies den Prozess zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurück, da die erstinstanzliche Haupt...
	3. Die Vorinstanz führte am 11. Dezember 2017 in neuer Besetzung die Hauptverhandlung in Anwesenheit des Beschuldigten und seines amtlichen Verteidigers durch (Prot. I S. 5). Mit Urteil vom gleichen Tag sprach sie den Beschuldigten wiederum der Drohun...
	4. Gegen dieses Urteil meldeten die Staatsanwaltschaft mit Eingabe  vom 15. Dezember 2017 und die amtliche Verteidigung mit Eingabe vom 19. Dezember 2017 rechtzeitig Berufung an (Urk. 57 und Urk. 59; Art. 399 Abs. 1 StPO). Nach Erhalt des begründeten ...
	5. Am 5. Oktober 2018 ging hierorts eine Eingabe der amtlichen Verteidigung ein, worin sich diese u.a. zum Schuldpunkt äusserte (Urk. 83). Die Eingabe wurde der Staatsanwaltschaft in der Folge zur Kenntnisnahme zugestellt. Am 12. April 2018, 1. und 16...
	6. Zur heutigen Berufungsverhandlung erschienen der Beschuldigte in Begleitung seines amtlichen Verteidigers, Rechtsanwalt lic. iur. X._____, die stellvertretende Leitende Staatsanwältin lic. iur. S. Steinhauser sowie der Privatkläger B._____ (Prot. ...
	II.  Prozessuales

	1. Umfang von Berufung und Anschlussberufung
	1.1. Mit seiner Berufung beantragt der Beschuldigte einen Freispruch vom Vorwurf der Drohung, die Zusprechung einer Entschädigung für die Kosten seiner  erbetenen Verteidigung im Vorverfahren sowie einer angemessenen Genugtuung. Weiter verlangt er die...
	1.2. Gemäss Art. 402 StPO in Verbindung mit Art. 437 StPO wird die Rechtskraft des angefochtenen Urteils im Umfang der Anfechtung gehemmt. Nachdem die Urteilsdispositivziffern 5 (Herausgabe des beschlagnahmten Offiziersdolchs an den Beschuldigten), 6 ...

	2. Rückzug der Berufung
	3. Beweisanträge
	3.1. Die Staatsanwaltschaft stellte mit Eingabe vom 15. Oktober 2018 (Urk. 87) nebst den bereits erwähnten und behandelten Beweisanträgen betreffend Einholung eines Strafregisterauszuges und Beizug der Untersuchungsakten folgenden weiteren Beweisantr...
	3.2. Die Verteidigung reichte vor Vorinstanz einen Datenträger mit insgesamt drei Videoaufnahmen ein (Urk. 54; Prot. I S. 12 f.). Die von der Verteidigung erstellten Aufnahmen zeigen die räumlichen Verhältnisse am Tatort, den Lageort der Tatwaffe und ...

	4. Verwertbarkeit
	III.  Sachverhalt
	1. Dem Beschuldigten wird in der Anklageschrift vom 18. Januar 2016 Folgendes vorgeworfen (Urk. 22 S. 2 f.):
	2. Der Beschuldigte anerkannte den Vorwurf im Wesentlichen, machte jedoch geltend, die Rufe des Privatklägers B._____ nicht gehört zu haben, da er darin vertieft gewesen sei, auf dem Handy mit Kopfhörern die Aufzeichnung einer Rede abzuhören. Er sei e...
	3. Die Vorinstanz erwog dazu, der Beschuldigte habe glaubhaft darlegen   können, dass er den Privatkläger nicht habe kommen hören, weil er Kopfhörer getragen und die Aufnahme eines Vortrages abgehört habe. Ebenso glaubhaft habe der Beschuldigte angege...
	4. Die Staatsanwaltschaft beanstandet diese Erwägungen mit ihrer Anschlussberufung: Die Vorinstanz verkenne, dass der rapportierende Polizist weder am Vorfall beteiligt noch am Tatort gewesen sei und die Zusammenfassung des Sachverhalts im Rapport ein...
	5.
	5.1. Die Vorinstanz hat die notwendigen Erwägungen zur Beweiswürdigung im Allgemeinen und zur Theorie der Aussagewürdigung gemacht. Sie hat auch die wesentlichen Aussagen des Beschuldigten, des Privatklägers B._____ und des Polizisten C._____ wiederge...
	5.2. Nicht gefolgt werden kann der Vorinstanz, wenn sie zum Schluss gelangt, es sei von der zuvor wiedergegebenen Sachdarstellung des Beschuldigten auszugehen, wonach er die Waffe erst ergriffen und auf den Privatkläger gerichtet habe, als dieser die ...
	5.3. Zu Unrecht wertet die Vorinstanz die Aussagen des Privatklägers wegen der vermeintlich erheblichen Spiegelung im Bürofenster als nicht vollends überzeugend. Richtig ist zwar, dass sich gemäss der von der Kantonspolizei erstellten Fotodokumentatio...
	5.4. Auszuschliessen ist mit der Staatsanwaltschaft, dass der Beschuldigte in dem vom Privatkläger glaubhaft beschriebenen kurzen Moment der Orientierung die durchgeladene Schusswaffe hätte behändigen und auf den Privatkläger richten können. Zwar ist ...
	5.5. Dass der Privatkläger nicht abschliessend angeben konnte, ob der Beschuldigte im Tatzeitpunkt Kopfhörer trug oder nicht, bedeutet im Übrigen nicht, dass der Privatkläger nicht gut ins Innere des Büros hätte blicken können oder dass deswegen auf d...
	5.6. Alles in allem erweist sich die Darstellung des Beschuldigten zum Tatablauf selbst als wenig überzeugend. Es ist vielmehr auf die glaubhaften Aussagen des Privatklägers abzustellen und davon auszugehen, dass der Beschuldigte die geladene Pistole ...
	6. Ist auf die Aussagen des Privatklägers abzustellen, wonach er sogleich in den Lauf einer Waffe blickte, als er vor das Bürozimmer trat und hinein schaute, bedeutet dies auch, dass der Beschuldigte entgegen seinen Aussagen das Rufen (oder auch Klopf...
	IV.  Rechtliche Würdigung

	1. Objektiver und subjektiver Tatbestand
	2. Rechtfertigungs- und Schuldausschlussgründe
	2.1. Die Verteidigung beantragt, wie bereits vor Vorinstanz, einen Freispruch vom Vorwurf der Drohung. Der Beschuldigte habe sich, als er die Pistole genommen und auf den Privatkläger gerichtet habe, in einer Notwehrlage gewähnt und daher in rechtfert...
	2.2. Wird jemand ohne Recht angegriffen oder unmittelbar mit einem Angriff bedroht, so ist der Angegriffene und jeder andere berechtigt, den Angriff in einer den Umständen angemessenen Weise abzuwehren (Art. 15 StGB). Überschreitet der Abwehrende die ...

	3. Gemäss Anklage wusste der Beschuldigte nicht, dass es sich beim Privatkläger um einen Polizeibeamten handelte, der ihn zwecks Zustellung eines Zahlungsbefehls aufsuchte. Mit der Vorinstanz muss auch davon ausgegangen werden, dass er die Polizei am ...
	4.
	4.1. Die Vorinstanz ging nicht nur von einem (vermeintlichen) Angriff auf das Hausrecht aus, sondern auch davon, dass sich der Beschuldigte fälschlicherweise einem potentiellen Angreifer gegen seine Person gegenüber gewähnt habe (Urk. 64 S. 16). Sie h...
	4.2. Die Verteidigung hält dem entgegen, dass der Beschuldigte vor dem Hintergrund seiner konfliktträchtigen Situation mit seinen ehemaligen Geschäftspartnern die Situation instinktiv als gefährlich beurteilt habe, weswegen er zur Waffe gegriffen habe...
	4.3. Die Staatsanwaltschaft ist demgegenüber der Ansicht, dass der Beschuldigte in der gegebenen Situation gar nicht davon ausgegangen sei und auch nicht davon habe ausgehen dürfen, dass ein Angriff gegen seine Person vorliege. Bei seinem Vorbringen, ...
	4.4. An der geltend gemachten Angst des Beschuldigten vor einem Angriff bestehen gewisse Zweifel. Es fällt auf, dass seine diesbezüglichen Aussagen im Verlaufe der Untersuchung eine zunehmende Steigerung erfuhren. In der polizeilichen Einvernahme am T...
	4.5. Gleiches trifft hinsichtlich eines allfällig befürchteten Angriffs auf sein Eigentum (in Form eines Einbruchdiebstahls) zu, wobei der Beschuldigte gar nicht geltend macht, die Pistole zur Abwehr eines Angriffs auf sein Eigentum behändigt zu haben...
	4.6. Als der Beschuldigte seine Pistole …, Modell …. 75, Kaliber 9 mm Para, aus dem Ordnerversteck im Vitrinenschrank hervorholte und den Privatkläger mit gezogener Waffe am Schreibtisch sitzend erwartete, befand sich diese im sog. durchgeladenen Zust...
	4.7. Unter dem Gesichtspunkt der Gefährlichkeit des Handelns des Beschuldigten hat die Vorinstanz die Rechtsprechung zur zurückhaltenden Verwendung von gefährlichen Werkzeugen (Messer, Schusswaffen etc.) zur Abwehr herangezogen. Dabei hat sie nicht ve...
	4.8. Entgegen der Verteidigung kann sie aus dem Entscheid der Kammer vom 21. Mai 2012 (Prozess Nr. SB110712) nichts anderes ableiten. Zwar ging es dort ebenfalls um einen Hausbesitzer, der sich gegen die Verletzung seines Hausrechts durch einen Eindri...
	4.9. Am vorliegenden Ergebnis – Handeln im Putativnotwehrexzess – ändert sich selbst dann nichts, wenn davon ausgegangen würde, dass sich die Tat, wie vom Beschuldigten dargestellt, abgespielt hätte. Denn auch hier ist unbestritten, dass der Privatklä...

	5. Mit der Vorinstanz ist auch der seitens der Verteidigung geltend gemachte Schuldausschlussgrund im Sinne von Art. 16 Abs. 2 StGB (Handeln in entschuldbarer Aufregung oder Bestürzung über den Angriff) zu verneinen. Dafür wäre  vorausgesetzt, dass au...
	6. Damit ist der vorinstanzliche Schuldspruch zu bestätigen.
	V.  Sanktion

	1. Ausgangslage
	1.1. Die Vorinstanz hat den Beschuldigten mit einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu Fr. 30.–, unter Gewährung des bedingten Vollzuges, bestraft. Daran angerechnet hat sie zwei Tage Haft (Urk. 64 S. 26).
	1.2. Die Verteidigung hat die vorinstanzliche Strafzumessung im Grundsatz nicht kritisiert (Urk. 65; Urk. 83). Demgegenüber verlangt die Staatsanwaltschaft im Rahmen ihrer Anschlussberufung die Ausfällung einer höheren Strafe und   beantragt eine (unb...

	2. Grundlagen der Strafzumessung
	3. Tatkomponente
	3.1. Betreffend die objektive Tatschwere hielt die Vorinstanz fest, der Beschuldigte habe dem Privatkläger zwar einen Eingriff in das höchste Rechtsgut, Leib und Leben, angedroht, indem er eine Faustfeuerwaffe auf ihn gerichtet gehabt habe. Zudem habe...
	3.2. Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Es kann ihm aber zugute gehalten werden, dass er die Tat nicht geplant hatte, sondern spontan handelte.  Daran ändert auch der Umstand nichts, dass er die Waffe seit einiger Zeit in durchgeladenem Zust...
	3.3. Insgesamt erweist sich für die Tatkomponente eine Strafe im Bereich von 7 Monaten resp. 210 Tagessätzen als angemessen.

	4. Täterkomponente
	4.1. Zu den persönlichen Verhältnissen hat die Vorinstanz unter Verweis auf die Aussagen des Beschuldigten in der Untersuchung ausgeführt, dass er eine in Russland lebende Partnerin habe, welche von ihm unterstützt werde. Er sei  Eigentümer eines Einf...
	4.2. Die im vorinstanzlichen Urteil aufgeführte Vorstrafe wegen Verkehrsdelikten ist zwischenzeitlich gelöscht (Urk. 91) und hier nicht mehr relevant. Hingegen ergibt sich, dass gegen den Beschuldigten von der Staatsanwaltschaft Winterthur/ Unterland ...
	4.3. In subjektiver Hinsicht wirkt sich das Teilgeständnis des Beschuldigten aus, auch wenn der Beschuldigte die Verantwortung für den Vorfall weitgehend auf den Privatkläger schiebt und es daher an echter Einsicht und Reue zu vermissen lassen scheint.
	4.4. Alles in allem erweist sich nach Berücksichtigung der Tat- und Täterkomponenten eine Strafe von 6 Monaten bzw. 180 Tagessätzen als angemessen.

	5. Strafart
	6. Vollzug
	VI.  Einziehungen
	1. Die Vorinstanz verfügte gestützt auf Art. 69 StGB die Einziehung und Vernichtung der beschlagnahmten Pistole (…, Modell …. 75, Kaliber 9 mm Para) sowie der ebenfalls beschlagnahmten Munition (17 Patronen Fabrikat … Kaliber 9 mm Para). Der Beschuldi...
	2. Der Beschuldigte ist heute der Drohung schuldig zu sprechen. Die Voraussetzungen zur Einziehung der genannten Waffe nach Art. 69 StGB sind offensichtlich gegeben. Die Pistole diente dem Beschuldigten als Tatmittel. Die künftige Gefährdung der Siche...
	VII.  Kosten- und Entschädigungsfolgen
	1. Ausgangsgemäss ist die vorinstanzliche Kostenauflage zu bestätigen (Art. 426 Abs. 1 StPO).
	2. Die Gerichtsgebühr für das Berufungsverfahren ist praxisgemäss auf Fr. 3'000.– festzusetzen.
	3. Im Berufungsverfahren unterliegt der appellierende Beschuldigte mit seinen Anträgen vollumfänglich. Die anschlussappellierende Anklagebehörde obsiegt im Ergebnis im Schuldpunkt, unterliegt aber teilweise im Strafpunkt. Bei einer interessengemässen...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichts Winterthur, Einzelgericht in Strafsachen, vom 11. Dezember 2017 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	2. Es wird davon Vormerk genommen, dass die Staatsanwaltschaft ihre Berufung mit Schreiben vom 10. April 2018 zurückgezogen hat.
	3. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	4. Gegen Ziff. 2 dieses Entscheides kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist schuldig der Drohung im Sinne von Art. 180 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 16 Abs. 1 StGB.
	2. Der Beschuldigte wird bestraft mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu Fr. 30.–, wovon 2 Tagessätze als durch Untersuchungshaft geleistet gelten.
	3. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Die folgenden, mit Verfügung der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 1. Dezember 2015 beschlagnahmten und bei der Kantonspolizei Zürich eingelagerten Gegenstände werden eingezogen und der Kantonspolizei   Zürich zur Vernichtung überlassen:
	- Pistole (Marke …, Modell …. 75, Kaliber 9 mm Para, Nr. …, Asservat Nr. A008'185'942);
	- Munition (17 Patronen Fabrikat …, Kaliber 9 mm Para, Asservat Nr. A008'185'953).
	5. Die erstinstanzliche Kostenverlegung (Ziff. 8) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf:
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens, mit Ausnahme der Kosten der amtlichen Verteidigung, werden dem Beschuldigten zu 4/5 auferlegt. Der restliche Fünftel wird auf die Gerichtskasse genommen. Die Kosten der  amtlichen Verteidigung werden zu 4/5 einst...
	8. Mündliche Eröffnung und schriftliche Mitteilung im Dispositiv an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten (übergeben)
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland (übergeben)
	 den Privatkläger B._____ (übergeben)

	(Eine begründete Urteilsausfertigung gemäss Art. 84 Abs. 4 StPO wird dem Privatkläger nur zugestellt, sofern er dies innert 10 Tagen nach Erhalt des Dispositivs verlangt.)
	sowie in vollständiger Ausfertigung an
	 die amtliche Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 die KOST Zürich mittels Formular "Löschung des DNA-Profils und  Vernichtung des ED-Materials"
	 die Kantonspolizei Zürich gemäss Dispositivziffer 4
	 das Bundesamt für Polizei, Zentralstelle Waffen gemäss Dispositivziffer 4
	 die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich gemäss Dispositivziffer 4.

	9. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.