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**Case Identifier:** 82538b0b-93e1-56c8-8471-3d107e0ea4d9
**Source:** Bern Gerichte (BE)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2021-03-25
**Language:** de
**Title:** Bern Verwaltungsgericht 25.03.2021 200 2021 9
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BE_Verwaltungsgericht/BE_VG_001_200-2021-9_2021-03-25.pdf

## Full Text

200 21 9 IV
JAP/BOC/ARJ

Verwaltungsgericht des Kantons Bern
Sozialversicherungsrechtliche Abteilung

Urteil vom 25. März 2021

Verwaltungsrichter Jakob, Kammerpräsident
Verwaltungsrichter Furrer, Verwaltungsrichter Schütz
Gerichtsschreiberin Bossert

A.________
vertreten durch Fürsprecher und Notar B.________
Beschwerdeführerin

gegen

IV-Stelle Bern
Scheibenstrasse 70, Postfach, 3001 Bern
Beschwerdegegnerin

betreffend Verfügung vom 18. November 2020

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 2

Sachverhalt:

A.

Die 1982 geborene A.________ (nachfolgend: Versicherte bzw. Beschwer-
deführerin) bezog aufgrund einer multiplen Sklerose ab dem 1. März 2006 
eine Viertelsrente bzw. ab dem 1. August 2007 eine halbe Invalidenrente 
(Akten der IV-Stelle Bern [nachfolgend: IVB bzw. Beschwerdegegnerin; act. 
II] 14, 38). Per 31. Juli 2009 hob die IVB die bisher ausgerichtete Rente 
infolge Statuswechsel auf (act. II 48). Seit dem 1. August 2015 bezieht die 
Versicherte wiederum eine halbe Invalidenrente (vgl. Urteil des Verwal-
tungsgerichts des Kantons Bern vom 20. Oktober 2016, IV/2015/1070; Ak-
ten der IVB [act. IIa] 157). 

B.

Am 22. Juli 2015 meldete sich die Versicherte bei der IVB zum Bezug einer 
Hilflosenentschädigung an (act. II 105). Nach Vornahme der Abklärungen 
(vgl. act. II 118) sowie nach Durchführung des Vorbescheidverfahrens (act. 
II 119, 125 f., 128) wies die IVB mit Verfügung vom 16. Dezember 2015 
(act. II 129) das Gesuch um eine Hilflosenentschädigung ab. In Gutheis-
sung der dagegen erhobenen Beschwerde (act. II 132) hob das Verwal-
tungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 13. Juli 2017, IV/2016/165 
(act. IIa 165), die angefochtene Verfügung (act. II 129) auf und wies die 
Sache zur Vornahme weiterer medizinischer Abklärungen sowie anschlies-
sendem Erlass einer neuen Verfügung an die IVB zurück (E. 3.4 und Dis-
positiv Ziff. 1 [act. IIa 165/8 - 11]). Hierauf tätigte die IVB zusätzliche 
medizinische Erhebungen (vgl. act. IIa 167 f., 176, 184) und liess am 
19. April 2018 einen neuerlichen Abklärungsbericht Hilflosenentschädigung 
erstellen (act. IIa 191), gestützt worauf sie der Beschwerdeführerin mit Vor-
bescheid vom 20. April 2018 (act. IIa 192) wiederum die Verneinung des 
Leistungsanspruchs in Aussicht stellte. Im Rahmen der hiergegen erhobe-
nen Einwände (act. IIa 198, 202) empfahl der Bereich Abklärungen am 
13. Juni 2018 das Festhalten am vorgesehenen Entscheid (act. IIa 204).

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Mit E-Mail vom 29. Juni 2019 (act. IIa 210) forderte die Versicherte die IVB 
mit Fristansetzung bis am 31. Juli 2019 auf, den Fall beförderlich zu be-
handeln, dabei namentlich die Abklärungen gemäss VGE IV/2016/165 (act. 
IIa 165) vorzunehmen und zu entscheiden.

Die am 2. August 2019 erhobene Rechtsverzögerungsbeschwerde (act. IIa 
211) hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Urteil vom 
19. September 2019, IV/2019/584 (act. IIa 223), gut und stellte fest, dass 
die IVB das Verfahren über den geltend gemachten Anspruch auf Hilflo-
senentschädigung unzulässig verzögere. Weiter wurde die IVB angewie-
sen, innert 30 Tagen nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils der 
Aufforderung gemäss VGE IV/2016/165 nachzukommen und entweder 
einen weiteren Vorbescheid oder eine anfechtbare Verfügung zu erlassen 
(Dispositiv Ziffer 1 und 2 [act. IIa 223/9]). 

C.

In der Folge informierte die IVB die Versicherte mit Schreiben vom 7. Okto-
ber 2019 (act. IIa 228) dahingehend über das weitere Vorgehen, dass auf-
grund der Veränderungen in ihrem persönlichen Umfeld (Trennung vom 
Ehemann, Umzug nach … im Kanton …) eine neue Abklärung vor Ort not-
wendig sei, wobei die IV-Stelle … (nachfolgend: IV...) im Rahmen der Ver-
waltungshilfe mit der Abklärung vor Ort beauftragt werde. Den 
entsprechenden Auftrag mit der Bitte um prioritäre Behandlung erteilte die 
IVB ebenfalls am 7. Oktober 2019 (act. IIa 228). 

Nach einer am 19. November 2019 (act. IIa 233) erfolgten Mahnung infor-
mierte die IV... die IVB per E-Mail vom 22. November 2019 (act. IIa 235) 
darüber, dass der Abklärungsauftrag betreffend Hilflosenentschädigung am 
15. Oktober 2019 erteilt worden sei; die Abklärung könne sich aber noch 
zirka drei Monate hinziehen, da ein Rückstand in der Bearbeitung der Aus-
sendienstfälle bestehe. 

Mit E-Mail vom 2. Dezember 2019 (act. IIa 236) erkundigte sich die 
Rechtsvertretung der Versicherten bei der IVB nach dem Stand des Verfah-
rens und die IVB versandte am 28. Januar 2020 (act. IIa 239) ein weiteres 

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Mahnschreiben zu Handen der IV.... Am 29. Februar 2020 (act. IIa 240) 
nahm die Rechtsvertretung der Versicherten eine neuerliche Erkundigung 
bei der IVB über den Verfahrensstand vor. Gemäss telefonischer Aktenno-
tiz vom 9. März 2020 (act. IIa 243) plante die zuständige Abklärungsfach-
person der IV..., im März 2020 mit der Versicherten einen Abklärungstermin 
zu vereinbaren. Mit Schreiben vom 19. Mai 2020 (act. IIa 245/2) stellte die 
IV... der IVB den Abklärungsbericht für Hilflosenentschädigung vom 15. Mai 
2020 (act. IIa 245) zu, welcher infolge der ausserordentlichen Lage (CO-
VID-19) nach Rücksprache und in gegenseitigem Einverständnis gestützt 
auf eine ausführliche telefonische Abklärung erstellt worden war.

Mit Vorbescheid vom 26. Mai 2020 (act. IIa 246) stellte die IVB der Versi-
cherten die Verneinung des Anspruchs auf eine Hilflosenentschädigung in 
Aussicht (act. IIa 246), wogegen diese, vertreten durch Fürsprecher und 
Notar B.________, am 29. Juni bzw. 31. August 2020 (act. IIa 252, 261) 
unter Beilage diverser medizinischer Berichte Einwände erhob. Zudem gin-
gen bei der IVB am 9. September 2020 angeforderte medizinische Unterla-
gen ein (act. IIa 263). Am 9. Oktober 2020 (act. IIa 265) ersuchte die IVB 
die IV... um Stellungnahme zu den Einwänden betreffend Ablehnung der 
Hilflosenentschädigung. In der Folge gingen am 26. Oktober 2020 die Ak-
ten der IV... und am 27. Oktober 2020 die bei der IV... angeforderte Stel-
lungnahme bei der IVB ein (act. IIa 267 f.). Nachdem der IVB am 
2. November 2020 weitere medizinische Unterlagen zugegangen waren 
(act. IIa 271), vereinte diese mit Verfügung vom 18. November 2020 (act. 
IIa 277) wie angekündigt den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung.

D.

Dagegen erhob die Versicherte, weiterhin vertreten durch Fürsprecher und 
Notar B.________, am 5. Januar 2021 Beschwerde. Sie stellt die folgenden 
Rechtsbegehren:

1. Die Verfügung vom 18. November 2020 sowie der Vorbescheid 
vom 26. Mai 2020 der Beschwerdegegnerin seien aufzuheben.

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2. Es sei festzustellen, dass die Beschwerdegegnerin das Verfahren 
der Beschwerdeführerin auf Hilflosenentschädigung rechtsverzö-
gernd behandelt.

3. Die Sache sei an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen und 
diese anzuweisen, im Verfahren der Beschwerdeführerin auf Hilflo-
senentschädigung die Abklärungen gemäss dem Urteil VGE 
IV/2016/165 vorzunehmen und innert einer nach gerichtlichem Er-
messen anzusetzenden Frist materiell neu zu entscheiden. 

4. Der Gesuchstellerin sei für das Beschwerdeverfahren ab dessen 
Beginn die vollumfängliche unentgeltliche Rechtspflege zu ge-
währen, unter Beiordnung des Unterzeichnenden als amtlicher An-
walt.

5. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolge.

Mit Eingabe vom 15. Januar 2021 macht die Beschwerdeführerin ankündi-
gungs- bzw. aufforderungsgemäss Ausführungen zur Prozessarmut.

Die Beschwerdegegnerin beantragt mit Beschwerdeantwort vom 4. Februar 
2021 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.

Mit unaufgeforderter Replik vom 17. Februar 2021 hält die Beschwerdefüh-
rerin sinngemäss an den gestellten Rechtsbegehren fest.

Erwägungen:

1.

1.1 Der angefochtene Entscheid ist in Anwendung von Sozialversiche-
rungsrecht ergangen. Die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des 
Verwaltungsgerichts beurteilt gemäss Art. 57 des Bundesgesetzes vom 
6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts 
(ATSG; SR 830.1) i.V.m. Art. 54 Abs. 1 lit. a des kantonalen Gesetzes vom 
11. Juni 2009 über die Organisation der Gerichtsbehörden und der Staats-
anwaltschaft (GSOG; BSG 161.1) Beschwerden gegen solche Entscheide. 
Die Beschwerdeführerin ist im vorinstanzlichen Verfahren mit ihren Anträ-
gen nicht durchgedrungen, durch den angefochtenen Entscheid berührt 

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und hat ein schutzwürdiges Interesse an dessen Aufhebung, weshalb sie 
zur Beschwerde befugt ist (Art. 59 ATSG). Die örtliche Zuständigkeit ist 
gegeben (Art. 69 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1959 über 
die Invalidenversicherung [IVG; SR 831.20]). Da auch die Bestimmungen 
über Frist (Art. 60 ATSG) sowie Form (Art. 61 lit. b ATSG; Art. 81 Abs. 1 
i.V.m. Art. 32 des kantonalen Gesetzes vom 23. Mai 1989 über die Verwal-
tungsrechtspflege [VRPG; BSG 155.21]) eingehalten sind, ist – vorbehält-
lich der Ausführungen in E. 1.2 hiernach – auf die Beschwerde einzutreten.

1.2 Angefochten ist die Verfügung vom 18. November 2020 (act. IIa 
277). Streitig und zu prüfen ist der Anspruch auf Hilflosenentschädigung. 
Soweit die Aufhebung des Vorbescheids vom 26. Mai 2020 (act. IIa 246) 
beantragt wird, ist auf die Beschwerde mangels Anfechtungsgegenstand 
nicht einzutreten. Denn Anfechtungsobjekt einer Beschwerde beim kanto-
nalen Sozialversicherungsgericht bildet eine Verfügung (oder ein Einspra-
cheentscheid; vgl. Entscheid des Bundesgerichts [BGer] vom 25. Mai 2010, 
8C_206/2010, E. 2.1), nicht jedoch ein Vorbescheid. Hingegen ist – entge-
gen der Argumentation in der Beschwerdeantwort, S. 2 lit. C Ziff. 4 – auf 
das Rechtsbegehren, wonach festzustellen sei, dass die Beschwerdegeg-
nerin das Verfahren rechtsverzögernd behandelt, einzutreten. Zwar wurde 
das Verwaltungsverfahren durch den Erlass der angefochtenen Verfügung 
abgeschlossen, was das Erheben einer Rechtsverzögerungsbeschwerde 
ausschliesst. Dennoch kann ein Feststellungsinteresse in Bezug auf eine 
ungerechtfertigte Verfahrensverzögerung weiterhin bestehen, wenngleich 
daraus kein Anspruch auf Zusprechung einer Sozialversicherungsleistung 
erwächst (vgl. BGE 129 V 411). 

1.3 Die Abteilungen urteilen gewöhnlich in einer Kammer bestehend 
aus drei Richterinnen oder Richtern (Art. 56 Abs. 1 GSOG).

1.4 Das Gericht überprüft den angefochtenen Entscheid frei und ist an 
die Begehren der Parteien nicht gebunden (Art. 61 lit. c und d ATSG; 
Art. 80 lit. c Ziff. 1 und Art. 84 Abs. 3 VRPG).

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2.

2.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend (Beschwerde S. 10 ff. Ziff. III 
Ziff. 3 lit. b; Replik S. 1 f. Ziff. 3 f.), die Beschwerdegegnerin habe Verfah-
rensregeln verletzt, indem sie wiederholt trotz bestehender anwaltlicher 
Vertretung direkt mit der Beschwerdeführerin in Kontakt getreten sei, was 
keiner Heilung zugänglich sei. Die Beschwerdegegnerin bzw. die IV... ver-
kehrte am 9. August 2019 (vgl. Protokoll der Beschwerdegegnerin per 
4. Februar 2021, S. 3 [im Gerichtsdossier]) sowie im März 2020 (vgl. 
act. IIa 243) direkt mit der Beschwerdeführerin statt mit deren bevollmäch-
tigtem Rechtsanwalt. Jedenfalls durch die direkte Vereinbarung und Durch-
führung des Abklärungsgesprächs (act. IIa 243, 245) könnte der in Art. 37 
Abs. 3 ATSG normierte allgemeine bundesrechtliche Verfahrensgrundsatz, 
wonach der Versicherungsträger seine Mitteilungen an die Vertretung 
macht, solange die Partei die Vollmacht nicht widerruft, verletzt worden 
sein (vgl. dazu etwa UELI KIESER, Kommentar zum ATSG, 4. Aufl. 2020, 
Art. 37 N. 23; FRANZISKA MARTHA BETSCHART, in: FRÉSARD-
FELLAY/KLETT/LEUZINGER [Hrsg.] Basler Kommentar, Allgemeiner Teil des 
Sozialversicherungsrechts, 2019, Art. 37 N. 17 f.; vgl. dazu auch Urteil des 
Bundesverwaltungsgerichts vom 12. Februar 2015, C-4224/2014 [BVGE 
2015/26], E. 4), wobei sich die Beschwerdegegnerin das Handeln der IV… 
anrechnen zu lassen hat. Als Rechtsfolge resultierte jedoch nicht ohne 
Weiteres die Nichtigkeit bzw. Unverwertbarkeit der entsprechenden Ab-
klärungsergebnisse, vielmehr dürfte der betroffenen Partei aus der Verlet-
zung der Verfahrensvorschrift – wie etwa bei einem Eröffnungsfehler oder 
einer Missachtung der Parteirechte im Rahmen einer medizinischen Begut-
achtung (vgl. BETSCHART, a.a.O., Art. 37 N. 19) – nur (aber immerhin) kein 
Nachteil erwachsen. Ob hier tatsächlich ein Verfahrensfehler begangen 
wurde und ob dies aufgrund der konkreten Umstände des Einzelfalls dazu 
führen würde, dass die Erkenntnisse aus der Erhebung unverwertbar 
wären, kann aus den nachstehenden Gründen offen bleiben.

2.2 Wer sich auf das Verfahren einlässt, ohne einen Verfahrensmangel 
bei erster Gelegenheit bzw. unverzüglich vorzubringen, verwirkt in der Re-
gel den Anspruch auf spätere Anrufung der vermeintlich verletzten Verfah-
rensvorschrift (BGE 143 V 66 E. 4.3 S. 69, 132 V 93 E. 7.4.2 S. 112; SVR 

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2019 IV Nr. 85 S. 280 E. 4.2). Dass die IV... die Beschwerdeführerin direkt 
konsultieren wird, musste dem Rechtsvertreter aufgrund der Aktennotiz 
vom 9. März 2020 (act. IIa 243), welche unmittelbar vor der Gewährung der 
Akteneinsicht am 10. März 2020 (act. IIa 244) erstellt wurde, bekannt sein. 
In Anbetracht des Umstandes, dass die Abklärung am 6. Mai 2020 statt-
fand (act. IIa 245/3), stand dem Rechtsvertreter hinreichend Zeit zur Verfü-
gung, auf einen Verfahrensmangel hinzuweisen und sein Vertretungsrecht 
einzufordern. Der Beschwerdeführerin wurde nach der Aktenlage zudem 
der Abklärungsbericht bzw. das Protokollierte zwecks Gegenzeichnung 
zugestellt und die Unterzeichnung erfolgte am 12. Mai 2020 ohne jeglichen 
Vorbehalt (act. IIa 245/7). Am 30. Mai und 5. Juni 2020 ersuchte der 
Rechtsvertreter erneut um Akteneinsicht (act. IIa 247 f., 250), welche ihm 
mit Schreiben vom 5. bzw. 12. Juni 2020 gewährt wurde (act. IIa 249, 251). 
Da dieser Verfahrensmangel im Rahmen des Einwandschreibens vom 
31. August 2020 (act. IIa 261) in keiner Weise gerügt wurde, erweist sich 
die erstmals im Gerichtsverfahren erhobene Verfahrensrüge (Beschwerde 
S. 10 ff. Ziff. III Ziff. 3 lit. b) als verwirkt.

3.

3.1 Versicherte mit Wohnsitz und gewöhnlichem Aufenthalt (Art. 13 
ATSG) in der Schweiz, die hilflos (Art. 9 ATSG) sind, haben Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung (Art. 42 Abs. 1 IVG).

Als hilflos gilt eine Person, die wegen der Beeinträchtigung der Gesundheit 
für alltägliche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der per-
sönlichen Überwachung bedarf (Art. 9 ATSG).

Als hilflos gilt ebenfalls eine Person, welche zu Hause lebt und wegen der 
Beeinträchtigung der Gesundheit dauernd auf lebenspraktische Begleitung 
angewiesen ist. Ist nur die psychische Gesundheit beeinträchtigt, so muss 
für die Annahme einer Hilflosigkeit mindestens ein Anspruch auf eine Vier-
telsrente gegeben sein. Ist eine Person lediglich dauernd auf lebensprakti-
sche Begleitung angewiesen, so liegt immer eine leichte Hilflosigkeit vor 
(Art. 42 Abs. 3 IVG).

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3.2 Die Hilflosigkeit gilt als leicht, wenn die versicherte Person trotz der 
Abgabe von Hilfsmitteln

a. in mindestens zwei alltäglichen Lebensverrichtungen regelmässig in 
erheblicher Weise auf die Hilfe Dritter angewiesen ist;

b. einer dauernden persönlichen Überwachung bedarf;

c. einer durch das Gebrechen bedingten ständigen und besonders auf-
wändigen Pflege bedarf;

d. wegen einer schweren Sinnesschädigung oder eines schweren körper-
lichen Gebrechens nur dank regelmässiger und erheblicher Dienstleis-
tungen Dritter gesellschaftliche Kontakte pflegen kann; oder

e. dauernd auf lebenspraktische Begleitung im Sinne von Art. 38 IVV an-
gewiesen ist (Art. 37 Abs. 3 IVV).

3.3 Nach der herrschenden Praxis (BGE 133 V 450 E. 7.2 S. 463) sind 
die folgenden sechs alltäglichen Lebensverrichtungen relevant:

 Ankleiden, Auskleiden;
 Aufstehen, Absitzen, Abliegen;
 Essen;
 Körperpflege;
 Verrichtung der Notdurft;
 Fortbewegung (im oder ausser Haus), Kontaktaufnahme.

3.4 Gemäss Rz. 8064 f. des vom BSV herausgegebenen und ab 1. Ja-
nuar 2015 gültigen Kreisschreibens über die Invalidität und Hilflosigkeit in 
der Invalidenversicherung (KSIH) gelten die Voraussetzungen einer Hilflo-
sigkeit leichten Grades im Sinne von Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV unter anderem 
bei Blinden und hochgradig Sehschwachen als erfüllt. Eine hochgradige 
Sehschwäche ist anzunehmen, wenn ein korrigierter Fernvisus von beidsei-
tig weniger als 0.2 oder wenn beidseitig eine Einschränkung des Gesichts-
feldes auf 10 Grad Abstand vom Zentrum (20 Grad horizontaler 
Durchmesser) vorliegt (Gesichtsfeldmessung: Goldmann-Perimeter Marke 
III/4). Bestehen gleichzeitig eine Verminderung der Sehschärfe und eine 
Gesichtsfeldeinschränkung, ohne dass aber die Grenzwerte erreicht wer-
den, so ist eine hochgradige Sehschwäche anzunehmen, wenn sie die 

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gleichen Auswirkungen wie eine Visusverminderung oder Gesichtsfeldein-
schränkung vom erwähnten Ausmass haben (ZAK 1982 S. 264). Dies gilt 
auch bei anderen Beeinträchtigungen des Gesichtsfeldes (z.B. sektor- oder 
sichelförmige Ausfälle, Hemianopsien, Zentralskotome).

3.5 Gemäss Art. 38 Abs. 1 IVV liegt ein Bedarf an lebenspraktischer 
Begleitung im Sinne von Art. 42 Abs. 3 IVG vor, wenn eine volljährige ver-
sicherte Person ausserhalb eines Heimes lebt und infolge Beeinträchtigung 
der Gesundheit ohne Begleitung einer Drittperson nicht selbstständig woh-
nen kann (lit. a), für Verrichtungen und Kontakte ausserhalb der Wohnung 
auf Begleitung einer Drittperson angewiesen ist (lit. b) oder ernsthaft ge-
fährdet ist, sich dauernd von der Aussenwelt zu isolieren (lit. c).

3.6 Für den Beweiswert eines Abklärungsberichts sind verschiedene 
Faktoren zu berücksichtigen: Es ist wesentlich, dass der Bericht von einer 
qualifizierten Person verfasst wird, die Kenntnis der örtlichen und räumli-
chen Verhältnisse sowie der aus den medizinischen Diagnosen sich erge-
benden Beeinträchtigungen und Behinderungen hat. Weiter sind die 
Angaben der versicherten Person zu berücksichtigen, wobei divergierende 
Meinungen der Beteiligten im Bericht aufzuzeigen sind. Der Berichtstext 
schliesslich muss plausibel begründet und bezüglich der einzelnen Ein-
schränkungen angemessen detailliert sein und in Übereinstimmung mit den 
an Ort und Stelle erhobenen Angaben stehen. Trifft all dies zu, ist der Ab-
klärungsbericht voll beweiskräftig. Das Gericht greift in das Ermessen der 
die Abklärung tätigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehlein-
schätzungen vorliegen. Das gebietet insbesondere der Umstand, dass die 
fachlich kompetente Abklärungsperson näher am konkreten Sachverhalt ist 
als das im Beschwerdefall zuständige Gericht (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 
S. 547, 130 V 61 E. 6.2 S. 63; SVR 2018 IV Nr. 69 S. 224 E. 3.2). Diese 
Rechtsprechung ist auf Abklärungsberichte für Ansprüche auf Hilflosenent-
schädigung, Intensivpflegezuschlag, Hilfsmittel oder Assistenzbeitrag ana-
log anwendbar. Bei der Erarbeitung der Grundlagen für die Bemessung der 
Leistung ist eine enge, sich ergänzende Zusammenarbeit zwischen Arzt 
und Verwaltung erforderlich (BGE 140 V 543 E. 3.2.1 S. 547, 130 V 61 E. 
6.2 S. 63).

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4.

Seit Erlass des Rückweisungsentscheides betreffend Hilflosenentschädi-
gung VGE IV/2016/165 (act. IIa 165) ist den Akten in medizinischer Hin-
sicht im Wesentlichen das Folgende zu entnehmen. 

4.1 Dr. med. C.________, Fachärztin für Neurologie, berichtete am 
31. August 2017 (act. IIa 176) von einem stationären Gesundheitszustand. 
Sie gab die folgende Diagnose mit Auswirkung auf die Arbeitsfähigkeit an:

 Multiple Sklerose, schubförmiger Verlauf

Zu den subjektiven Angaben hielt Dr. med. C.________ fest, bis auf eine 
vorübergehende Verschlechterung im April 2016 (Kopfschmerzen, Bein-
schwäche rechts) und eine seit neun Monaten neu vorhandene Obstipation 
bestehe subjektiv weitgehend ein stabiler MS-Verlauf seit Januar 2015. Die 
vorhandenen Symptome seien in den letzten zwei Jahren weitgehend 
gleichgeblieben und schränkten die Beschwerdeführerin weiterhin deutlich 
in ihrem Alltag ein. Im Vordergrund stünden dabei weiterhin die Stand- und 
Gangunsicherheit und die Sehstörungen. Zu den körperlichen, geistigen 
und psychischen Einschränkungen gab Dr. med. C.________ an, es 
bestünden eine komplexe Sehstörung (Visusverminderung bds. linksbetont 
[Visus korr. li. 10 %, re 80 %] und Augenmotilitätsstörungen), eine leicht-
gradige Ataxie und eine Feinmotorikstörung, eine leichtgradige Paraspastik 
und eine wechselhafte Beinschwäche rechts (aktuell normale Kraft) bei 
sehr lebhaftem Reflexstatus und positiven Pyramidenbahnzeichen. Weiter 
seien eine Stand- und Gangataxie, eine Einschränkung der Gehstrecke, 
eine Sensibilitätsstörung an den unteren Extremitäten und Schwindel vor-
handen. Zudem bestünden eine erhöhte körperliche und eine rasche kogni-
tive Erschöpfbarkeit sowie Konzentrationsstörungen. Bezüglich der 
depressiven Stimmungsschwankungen und Angstsymptome habe in den 
letzten zwei Jahren ein etwas stabilisierter Verlauf stattgefunden. Nach wie 
vor bestehe aber eine verminderte Stress- und Belastungstoleranz. Der 
Beschwerdeführerin sei keine berufliche Tätigkeit zumutbar. Zudem beste-
he eine deutlich verminderte Belastbarkeit bei der Arbeit als Mutter und 
Hausfrau, es sei Fremdhilfe notwendig (Spitex 1 x alle 2 Wochen 2 Std.), 
was aus finanziellen Gründen reduziert worden sei, dafür neu eventuell 

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eine Putzfrau (1 x alle 2 Wochen 2 Std., alternativ zur Spitex, was kosten-
günstiger als die Spitex sei), ausserdem sei die Hilfe des Ehemannes not-
wendig, seit Sommer 2016 werde neu die Tagesschule zur Entlastung ge-
nutzt; zudem sei der Elektrorollstuhl häufig notwendig. Die 
Wiederaufnahme einer beruflichen Tätigkeit sei der Beschwerdeführerin 
nicht zumutbar. Sie sei bereits in ihrer Tätigkeit als Mutter/Hausfrau einge-
schränkt und damit überfordert. Grundsätzlich seien körperlich anstrengen-
de Tätigkeiten ungünstig und nicht zumutbar. Aber auch bei sitzenden 
Tätigkeiten sei die Beschwerdeführerin durch die Sehstörungen, kognitive 
Erschöpfbarkeit, Konzentrationsstörungen und Feinmotorikstörungen stark 
eingeschränkt. Die Fragen, ob die versicherte Person bei den alltäglichen 
Lebensverrichtungen regelmässig auf Hilfe von Drittpersonen angewiesen 
sei und ob die versicherte Person auf Dritthilfe angewiesen sei, um den 
Alltag für sich zu gestalten, wurden mit dem Hinweis bejaht, dies sei beim 
Kochen, bei grösseren Einkäufen und beim Nägel schneiden notwendig. 

4.2 Prof. Dr. med. Dr. sc. nat. D.________, Facharzt für Ophthalmolo-
gie, führte im Bericht vom 17. Oktober 2017 (act. IIa 184/3) die folgenden 
Diagnosen auf: 

Schubförmige MS mit Optikusneuropathie OS (linkes Auge) > OD (rechtes Auge)
 Cerebelläre Okulomotorikstörung
 Internukleäre Ophthalmoplegie beidseits mit Exophorie in Primärstellung

Prof. Dr. med. Dr. sc. nat. D.________ gab an, subjektiv bemerke die Be-
schwerdeführerin keine Änderungen. Ab und zu laufe sie gegen Ge-
genstände, weil sie Schwierigkeiten habe, Distanzen einzuschätzen. Im 
Alltag komme sie mit der visuellen Situation einigermassen zurecht. Zur 
Beurteilung und zum Procedere gab der Mediziner an, Gesichtsfeld, OCT 
und alle subjektiven und objektiven Befunde seien unverändert. So gese-
hen gebe es von ophthalmologischer Seite aus keine Hinweise auf eine 
Progression der MS und auch keine Bedenken bezüglich der Verwendung 
von Gilenya. 

4.3 Im Zusatzfragebogen zur Hilflosenentschädigung infolge hochgradi-
ger Sehschwäche vom 31. Oktober 2017 (act. IIa 184/2) ist Rz. 8065 KSIH 
(vgl. E. 3.4 hiervor) wiedergegeben: Eine hochgradige Sehschwäche im 
Sinne der Invalidenversicherung ist anzunehmen, wenn ein korrigierter 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 14

Visus von beidseits weniger als 0.2 oder wenn beidseitig eine Einschrän-
kung des Gesichtsfeldes auf 10 Grad Abstand vom Zentrum (20 Grad hori-
zontaler Durchmesser) vorliegt. Bestehen gleichzeitig eine Verminderung 
der Sehschärfe und eine Gesichtsfeldeinschränkung, so ist eine hochgradi-
ge Sehschwäche anzunehmen, wenn sie die gleichen Auswirkungen wie 
eine Visusverminderung oder Gesichtsfeldeinschränkung vom erwähnten 
Ausmass haben. Dies gilt auch bei anderen Beeinträchtigungen des Ge-
sichtsfeldes (z.B. sektor- oder sichelförmige Ausfälle, Hemianopsien, Zen-
tralskotome). Prof. Dr. med. Dr. sc. nat. D.________ gab auf 
entsprechende Frage hin an, die korrigierten Visuswerte links und rechts 
seien OD 0.8 und OS 0.1. Es liege keine Gesichtsfeldeinschränkung im 
obenerwähnten Sinne vor. 

4.4 Dr. med. C.________ gab im Bericht vom 12. März 2018 (act. IIa 
261/6 - 8) die folgenden (Haupt-)Diagnosen an:

 Schubförmige Multiple Sklerose
 Erstsymptomatik 4/02; Diagnosestellung im Sommer 2004
 unter Immunmodulation mit Betaferon 2006 - 2008 (wegen Schwanger-

schaft gestoppt) und 4/09 - 7/09; unter Copaxone 7/09 - 10/11 (wegen 
Schwangerschaft gestoppt); unter Rebif 8/12 - 11/12

 unter Gilenya 2/13 - 2/14 (darunter fraglicher Schub 10/13) und erneut seit 
7/14 (während der Therapiepause neue aktive Läsionen):
8/14 erneuter Schub (3 Wochen nach Therapiebeginn mit Gilenya); erneu-
ter Schub 11/14; 8/16 kurzzeitige neurologische Verschlechterung (wsh. 
kein Schub, kein Korrelat im MRI)

 Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion (aktenanamnestisch)

Zur Zwischenanamnese hielt Dr. med. C.________ fest, im Winter 2016/17 
seien akzentuierte Rückenschmerzen aufgetreten, es habe keine Infekt-
häufung mehr gegeben. Die Beschwerdeführerin sei situationsentspre-
chend zufrieden, stimmungsmässig sei sie in letzter Zeit recht stabil. 
Klinisch seien weiterhin die folgenden Probleme im Vordergrund: linksbe-
tonte Visusstörung (Visus li 10 %, re 80 % mit Korrektur; Visusbrille, keine 
Prismengläser), cerebelläre Okulomotorikstörung; erheblicher Schwindel 
mit deutlicher Einschränkung im Alltag; Stand- und Gangunsicherheit, 
Gleichgewichtsstö-rungen; Sensibilitätsstörung an den unteren Extre-
mitäten; die Gehstrecke sei in den letzten ein bis zwei Jahren gleich ge-
blieben (ca. 500m; für weitere Strecken nehme sie den Rollstuhl); es 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 15

bestünden eine leichtgradige Ataxie und Feinmotorikstörung und eine er-
höhte körperliche und kognitive Erschöpfbarkeit sowie Konzentrations-
störungen. Weiter liege ein innerliches und äusserliches „Trockenheitsge-
fühl" vor (Schlucken von Brot sei schmerzhaft), Schluckstörungen seien 
schon länger bekannt. Die Verdauung sei mit Movicol gut (die Hippothera-
pie sei auch hilfreich). Zur Beurteilung und Empfehlung zum weiteren Pro-
zedere gab Dr. med. C.________ an, nach dem letzten sicheren Schub 
11/14 sei es 4/16 nochmals zu einer kurzen neurologischen Störung mit 
heftigsten Kopfschmerzen und Schmerzausstrahlung ins rechte Bein ge-
kommen, die sich nach ein paar Tagen spontan wieder vollständig zurück-
gebildet habe. Ansonsten hätte sich ein stabiler MS-Verlauf gezeigt, 
entsprechend auch dem subjektiven Befinden; mit dem Gilenya sei die Be-
schwerdeführerin mittlerweile sehr zufrieden. Der Krankheitsverlauf habe 
sich unter Gilenya deutlich beruhigt, dennoch sei die MS in den letzten zwei 
Jahren nicht ganz „stumm" geblieben.

4.5

4.5.1 Im Bericht vom 11. März 2019 (act. IIa 214/2 f.) führte Dr. med. 
C.________ im Wesentlichen die gleichen (Haupt-)Diagnosen wie im Be-
richt vom 12. März 2018 (act. IIa 261/6 - 8) auf. Zur Zwischenanamnese 
gab Dr. med. C.________ an, subjektiv liege ein erfreulicher MS-Verlauf im 
letzten halben Jahr mit Schubfreiheit und weitgehend unveränderten Resi-
dualbeschwerden vor. Die Beschwerdeführerin fühle sich insgesamt gut 
und könne nun auch wieder problemlos schlafen (trotz Absetzen von Lio-
resal und Surmontil). Von der Physio- und Hippotherapie je 1 x pro Woche 
könne sie weiterhin sehr gut profitieren. Zu Hause erhalte sie Unterstützung 
von einer Haushalthilfe 1 x alle zwei Wochen. Aktuell würde sie sich sogar 
zutrauen, wieder für ein paar Stunden (maximal 20 %) arbeiten zu gehen. 
Zur Beurteilung und Empfehlung zum weiteren Prozedere hielt Dr. med. 
C.________ fest, seit der letzten kurzen neurologischen Verschlechterung 
4/16 und kernspintomographisch Verdacht auf zwei neue cerebrale Läsio-
nen 5/17 (im Vergleich zu 4/16) sei der MS-Verlauf unter weitergeführter 
Gilenya-Therapie erfreulich stabil geblieben. Die Indikation zur Weiter-
führung der Therapie sei gegeben, zumal die Beschwerdeführerin das Gi-
lenya sehr gut vertrage und es darunter auch nicht zu einer Infekthäufung 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 16

gekommen sei. Zur subklinischen Verlaufskontrolle werde 6/19 ein Ver-
laufs-MRI des Gehirns durchgeführt; im Falle neuer Aspekte werde erneut 
berichtet. Die Wiederaufnahme einer sehr niedrig prozentigen Tätigkeit 
ausser Haus sei sehr zu unterstützen. 

4.5.2 Das am 21. Juni 2019 zur Verlaufskontrolle durchgeführte MRI er-
gab die folgende Beurteilung (act. IIa 214/4): Verglichen mit der MR-
Schädel-Voruntersuchung vom 12. Juni 2018 stationäre Verhältnisse, kein 
Anhalt für neu aufgetretene Läsionen bei fortgeschrittener demyelinisieren-
der Erkrankung. Keine Zeichen der Aktivität. Kein Anhalt für PML.

4.6 Im Bericht des Spitals E.________ vom 18. Juni 2020 (act. IIa 261/3 
f.) wurde angegeben, man habe die Beschwerdeführerin einmalig am 16. 
September 2019 (vgl. act. IIa 263/15 - 17 = act. IIa 263/4 - 6, 267/14 - 16) 
in der MS-Sprechstunde zur Erstkonsultation gesehen. Klinisch habe sich 
zu diesem Zeitpunkt eine hochgradige Visusminderung links, ein linksbe-
tontes pyramidales und zerebelläres Syndrom gezeigt, wobei die Gehstre-
cke durch die Beschwerdeführerin auf Grund einer motorischen Fatigue auf 
800m eingeschätzt worden sei. Eine Rollstuhlversorgung sei nicht themati-
siert worden. Am 23. März 2020 (vgl. act. IIa 263/11 - 14 = act. IIa 267/21 - 
24) sei bedingt durch die Corona-Einschränkungen eine Telefonkonsultati-
on erfolgt, bei der die Beschwerdeführerin hinsichtlich der MS über einen 
unveränderten Gesundheitszustand berichtet habe. Ein geplantes MRT im 
Januar 2020 habe sie abgesagt. Vor diesem Hintergrund könne nur bedingt 
und vorwiegend auf Grund der Aktenlage Stellung bezogen werden. Den 
aktuellen Berichten sei zu entnehmen, dass die Beschwerdeführerin für 
längere Strecken mit einem elektrischen Rollstuhl mobil sei. In einer frühe-
ren Stellungnahme der langjährig behandelnden Neurologin Dr. med. 
C.________ (IV-Verfahren 3. August 2017) werde eine Hilfsbedürftigkeit 
bei den Alltagsaktivitäten Kochen, Einkäufe und Nägel schneiden konsta-
tiert. Da es sich bei der MS um eine chronische Erkrankung handle, sei 
zwischenzeitlich nicht von einer wesentlichen Verbesserung des Gesund-
heitszustandes auszugehen, insofern erscheine es ungewöhnlich, dass im 
aktuellen HE-Abklärungsbericht hier keine Hilfsbedürftigkeit mehr gesehen 
werde. Auch eine hinreichende Würdigung der ausgeprägten Fatigue und 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 17

kognitiven Störungen erfolge nicht, wobei hier gegebenenfalls eine neuro-
psychologische Testung zur Objektivierung zu empfehlen wäre. 

4.7 Prof. Dr. med. F.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, 
führte im Bericht vom 4. September 2020 (act. IIa 267/26 f.; vgl. auch den 
Bericht vom 10. September 2020 [act. IIa 267/8 - 13]) die folgenden Dia-
gnosen mit Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit auf:

 Schubförmige Multiple Sklerose (ICD-10 G35)
 Erstsymptomatik 04/02: Diagnosestellung im Sommer 2004

 Anpassungsstörung mit Angst und depressiver Reaktion (aktenanamnestisch)

Zu den körperlichen, geistigen und psychischen Einschränkungen gab Prof. 
Dr. med. F.________ an, es bestehe eine verminderte Belastbarkeit und 
die Gehfähigkeit sei stark reduziert, motorisch liege eine schnelle Ermüd-
barkeit vor und die Beschwerdeführerin leide an einer ausgeprägten Fa-
tigue. Zudem seien kognitive Einschränkungen und Vergesslichkeit 
vorhanden. Der Mediziner hielt weiter fest, die Beschwerdeführerin sei nicht 
mehr in ihrem erlernten Beruf tätig, sie sei Hausfrau. Sie könne mehr oder 
weniger selbstständig den Haushalt führen. Die machbare Gehstrecke be-
trage maximal 800m, dann sei eine Pause notwendig.

4.8

4.8.1 Im Bericht des Spitals E.________ vom 10. September 2020 (act. 
IIa 267/34 - 37 = act. IIa 271/5 - 8) wurden die folgenden (Haupt-
)Diagnosen aufgeführt: 

 Multiple Sklerose, schubförmige Verlaufsform
 Migräne ohne Aura

Die behandelnden Ärzte hielten zur Anamnese fest, die geplante Verlaufs-
kontrolle in der MS-Sprechstunde vom 9. September 2020 erfolge bei 
schubförmiger Multipler Sklerose unter immunmodulatorischer Therapie mit 
Gilenya. Insgesamt gehe es der Beschwerdeführerin sehr gut. Das Gehen 
sei unverändert, sie schaffe etwa 800m ohne Pause, bis die Beine schwach 
würden und schmerzten (2012 ähnliche Gehstrecke berichtet). Längere 
Strecken bewältige sie mit einem elektrischen Rollstuhl. Neue schubver-
dächtige Symptome seien nicht aufgetreten. Jedoch würde der Visus am 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 18

rechten Auge schon seit längerem kontinuierlich schlechter werden mit 
Verschwommensehen. Eine augenärztliche Untersuchung am Spital 
E.________ am 25. August 2020 sei bislang unauffällig gewesen und habe 
insbesondere keinen Hinweis für ein Makulaödem unter Gilenya-Einnahme 
gegeben. Im Oktober sei jedoch noch eine ergänzende Perimetrie geplant. 
Miktion und Stuhlgang seien unauffällig. Die Stimmung sei insgesamt sta-
bil, jedoch bei starker körperlicher Belastung schlechter. Schon seit vielen 
Jahren leide sie unter Einschlafstörungen, teils auch Durchschlafstörungen. 
Seit fünf Jahren nehme sie abends Trimipramin ein, damit ginge es recht 
gut. Tagsüber bestehe eine alltagsrelevante Fatigue und verminderte Kon-
zentrationsfähigkeit, sie halte regelmässig Mittagsschlaf. Zur Sehschärfe 
wurde als klinischer Befund vom 9. September 2020 ein Visus rechts von 
0.7 (10/17 Spital H.________ rechts 0.8 und links 0.1) und links von 0.1 mit 
Korrektur angegeben.

4.8.2 Basierend auf der Untersuchung vom 9. September 2020 gaben die 
behandelnden Ärzte des Spitals E.________ im Bericht vom 19. Oktober 
2020 (act. IIa 271/1 - 4) zudem an, es bestehe eine Spastik, weshalb keine 
weiten Gehstrecken und nur sitzende Tätigkeiten möglich seien. Ausser-
dem lägen eine Visusminderung sowie eine Ataxie vor, weshalb keine stark 
feinmotorischen Tätigkeiten möglich seien. Aufgrund der bestehenden Fa-
tigue seien genug Pausen notwendig. 

5.

5.1

5.1.1 Die Beschwerdeführerin macht geltend (Beschwerde S. 6 ff. Ziff. III 
Ziff. 3 lit. a; Replik S. 2 ff. Ziff. 5 - 7, 9 f.), im VGE IV/2016/165 (act. IIa 165) 
sei klar spezifiziert worden, inwiefern die Abklärung des medizinischen 
Sachverhaltes durch die Beschwerdegegnerin ungenügend erfolgt sei und 
welche Abklärungen nun vorzunehmen seien. Die im erwähnten Urteil ver-
langten Abklärungen seien jedoch von der Beschwerdegegnerin bis heute 
nicht vorgenommen worden. Weiter sei zu beachten, dass es sich beim 
Rechtsverzögerungsurteil VGE IV/2019/584 (act. IIa 223) um ein rechts-
kräftiges Urteil handle, das für die Beschwerdegegnerin verbindliche An-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 19

weisungen (insbesondere Frist für eine materielle Entscheidung) enthalte, 
um welche sich die Beschwerdegegnerin foutiert habe (Beschwerde S. 16 
Ziff. III Ziff. 3 lit. c; Replik S. 1 Ziff. 2). 

5.1.2 Die Frage der Notwendigkeit weiterer Abklärungen war im VGE 
IV/2019/584 (act. IIa 223) nicht zu beurteilen, weshalb die Beschwerdefüh-
rerin aus dem Urteilsdispositiv, wonach die Verwaltung innert Frist dem 
VGE IV/2016/165 nachzukommen und entweder einen weiteren Vorbe-
scheid oder eine anfechtbare Verfügung zu erlassen habe, nichts zu ihren 
Gunsten abzuleiten vermag. Die im Rückweisungsentscheid VGE 
IV/2016/165 (act. IIa 165) erwähnten offenen Punkte, welche die Hilflosig-
keit gemäss Art. 37 Abs. 3 lit. d IVV wegen einer schweren Sinnesschädi-
gung oder eines schweren körperlichen Gebrechens betreffen, wurden 
geklärt.

5.1.3 So war zu klären, ob die Beschwerdeführerin durch die Kombination 
von Visusminderung und Gesichtsfeldeinschränkung bei der Pflege gesell-
schaftlicher Kontakte eingeschränkt ist und sie hierbei auf regelmässige 
und erhebliche Dienstleistungen Dritter angewiesen ist (vgl. Rz. 8065 KSIH; 
vgl. VGE IV/2016/165, E. 3.4 [act. IIa 165/8]). Diesbezüglich ist zu erwäh-
nen, dass eine hochgradige Sehschwäche im Sinne der invalidenversiche-
rungsrechtlichen Definition (vgl. E. 3.4 hiervor) von Prof. med. D.________ 
im Bericht vom 31. Oktober 2017 (act. IIa 184) ausgeschlossen wurde. Die 
subjektive geklagte zusätzliche Sehkraftverminderung im weiteren Verlauf 
(act. IIa 267/53 Ziff. 2.1, 267/74) fiel gestützt auf die augenärztliche Unter-
suchung am Spital E.______ nicht im relevanten Umfang aus (act. IIa 
267/37 - 37 bzw. 271/5 - 8; 271/2 Ziff. 4). Der RAD-Arzt Dr. med. 
G.________, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin, Physikalische Medi-
zin und Rehabilitation sowie Rheumatologie, betrachtete die Visusabnahme 
rechts von 0.8 auf 0.7 im Bericht vom 6. Oktober 2020 nicht als signifikant 
(act. IIa 267/5).

5.1.4 Sodann waren die Auswirkungen der Verzögerung und Verlangsa-
mung im Sehen bzw. der Zusammenhang und die Beeinflussung zwischen 
der Sehbeeinträchtigung und dem offenbar auftretenden Schwindel zu 
klären. Die funktionellen Auswirkungen dieser Symptome in Bezug auf die 
einzelnen allgemeinen Lebensverrichtungen wurden in den Abklärungsbe-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 20

richten vom 19. April 2018 (act. IIa 191) und 15. Mai 2020 (act. IIa 245) 
unter Berücksichtigung der komplettierten medizinischen Aktenlage (insbe-
sondere act. IIa 176, 183 f., 214, 230, 261/6 - 8, 263/8 - 10 [= 267/18 - 20], 
263/11 - 14 [= 267/21 - 24], 263/15 - 17 [= 263/4 - 6, 267/14 - 16]) sowie 
der subjektiven Angaben der Beschwerdeführerin berücksichtigt. So wurde 
insbesondere in der Stellungnahme des Abklärungsdienstes vom 13. Juni 
2018 zu den Auswirkungen der Verlangsamung beim Sehen unter Bezug-
nahme auf den Abklärungsbericht vom 19. April 2018 (act. IIa 191) festge-
halten (act. IIa 204/3 Ziff. 2), die Beschwerdeführerin habe die Auswirkung 
der Verlangsamung beim Sehen beschrieben. So müsse sie manchmal 
etwas zweimal lesen, aber dies sei nicht immer gleich. Die Beschwerdefüh-
rerin könne … … und … … . Sie nehme … (vgl. act. IIa 191/7 Ziff. 6.6). 
Manchmal stosse sie sich an einem Möbelstück, weil sie wegen Gesichts-
feldausfällen nicht immer alles sehe, manchmal verfehle sie beim Ein-
schenken das Ziel (vgl. act. IIa 191/6 Ziff. 6.6). Die Beschwerdeführerin 
fahre wegen der Seheinschränkung nicht mehr Auto. Rein theoretisch dürfe 
sie das gemäss ihren Angaben zwar noch, aber bei einem Tempo von 
mehr als 30km/h könne sie mit den Augen schlecht fixieren (vgl. act. IIa 
191/6 Ziff. 6.6.). Die Beschwerdeführerin erledige Administratives und trage 
ihre Termine in ihrem Handy ein. Sie könne ein Billett am Automaten lösen. 
Sie zahle meistens mit der Karte, weil sie sich an der Kasse schnell unter 
Druck fühle, wenn sie Münzen manchmal nicht sofort erkennen könne. Be-
züglich des Zusammenhangs zwischen Sehbeeinträchtigung und Schwin-
del wurde sodann festgehalten (act. IIa 204/3 f. Ziff. 3), gemäss den 
Angaben der Beschwerdeführerin stehe der Schwindel eventuell in Zu-
sammenhang mit der Sehstörung. Das Fortbewegen im Elektrorollstuhl 
wirke sich positiv auf die Beeinträchtigung durch den Schwindel aus, weil 
sie sich nicht auf das Gehen konzentrieren müsse. Die Beschwerdeführerin 
fahre mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ohne den Elektrorollstuhl) zu Arzt- 
und Therapiebesuchen oder zum Coiffeur nach Bern (vgl. act. IIa 191/6 f. 
und 9 Ziff. 6.6 und 7.2). Im Abklärungsbericht vom 15. Mai 2020 (act. IIa 
245) wurde sodann im Zusammenhang mit der Sehbehinderung bei der 
Lebensverrichtung "Essen" darauf hingewiesen, dass infolge der einge-
schränkten Sehfähigkeit Hinweise zu Positionsangaben (wo steht das Glas, 
etc.) zwischendurch nötig seien; auf solche Hinweise könne die Beschwer-
deführerin entsprechend reagieren (act. IIa 245/4 Ziff. 4.1.3). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 21

5.1.5 Was die Voraussetzungen für eine Hilflosigkeit in Form einer le-
benspraktischen Begleitung (vgl. E. 3.5 hiervor) betrifft (vgl. VGE 
IV/2016/165, E. 3.5 [act. IIa 165/9]), ist festzuhalten, dass diese nicht erfüllt 
sind. Diesbezüglich wurde in der Stellungnahme des Abklärungsdienstes 
vom 13. Juni 2018 (act. IIa 204/5) überzeugend und schlüssig unter Be-
zugnahme auf den Abklärungsbericht vom 19. April 2018 (act. II 191) aus-
geführt, die Beschwerdeführerin sei in der Lage, den Tag selber zu 
strukturieren und Alltagssituationen zu bewältigen. Sie sei in der Lage zu 
kochen. Einzig beim Gemüse rüsten und schneiden, schneide sie sich 
manchmal in den Finger, insofern sei sie beim Kochen eingeschränkt. Sie 
beschäftige die Spitex bzw. eine private Putzfrau, welche alternierend für 
zwei Stunden pro Woche die Wohnungspflege und selten auch die Wäsche 
erledigten. Sie helfe beim Putzen nicht mehr mit. Es sei jedoch davon aus-
zugehen, dass die Beschwerdeführerin zumindest leichte Reinigungsarbei-
ten, wie z.B. Abstauben oder die Lavaboreinigung, noch selber erledigen 
könnte. So erledige sie z.B. in der Regel auch die Wäsche selber (act. IIa 
191/7 f. Ziff. 7.1). Zudem decken sich die im Abklärungsbericht vom 
19. April 2018 zur lebenspraktischen Begleitung aufgeführten Erhebungen 
(act. IIa 191/7 ff. Ziff. 7.1 - 7.3) im Wesentlichen mit den im Abklärungsbe-
richt vom 15. Mai 2020 festgehaltenen Umständen (act. IIa 245/6 Ziff. 4.2), 
womit bezüglich der Bewältigung von Alltagssituationen von unverändert 
gebliebenen Verhältnissen auszugehen ist.

5.1.6 Soweit Prof. Dr. med. F.________ im Bericht vom 15. Juni 2020 
(act. IIa 261/5) unter Bezugnahme auf den Abklärungsbericht vom 15. Mai 
2020 (act. IIa 245) geltend macht, im Rahmen von Punkt 6 der alltäglichen 
Lebensverrichtungen (Fortbewegung) sehe er hier schon eine deutliche 
Einschränkung, obwohl in den ersten fünf Punkten keine grossen Ein-
schränkungen bestünden, kann die Beschwerdeführerin daraus nichts zu 
ihren Gunsten ableiten, da Prof. Dr. med. F.________ keine nähere Be-
gründung für seine Feststellung angibt und überdies aus dem Abklärungs-
bericht vom 15. Mai 2020 hervorgeht, dass sich die Beschwerdeführerin in 
der Wohnung und im Freien (teilweise unter Zuhilfenahme des Elektroroll-
stuhls) fortbewegen kann und in der Lage ist, gesellschaftliche Kontakte zu 
pflegen (act. IIa 245/5 Ziff. 4.1.6 [siehe auch act. IIa 191/6 Ziff. 6.6]). Im 
Übrigen ergibt sich aus den Abklärungsberichten vom 19. April 2018 (act. 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 22

IIa 191/4 ff. Ziff. 6.1 - 6.5) und 15. Mai 2020 (act. IIa 245/4 f. Ziff. 4.1.1 - 
4.1.5) auch bei den weiteren Lebensverrichtungen kein regelmässiger und 
erheblicher Hilfsbedarf (vgl. Art. 37 Abs. 3 lit. a IVV). 

5.1.7 Im Rahmen der Prüfung des Anspruchs auf Hilflosenentschädigung 
muss die Frage der Ätiologie bzw. Interdependenz der einzelnen Gesund-
heitsbeeinträchtigungen nicht restlos erforscht werden; die Plausibilität der 
von der Beschwerdeführerin vorgetragenen Einschränkungen wurde nicht 
in Zweifel gezogen, sondern deren Auswirkungen in Bezug auf die mass-
gebenden Lebensverrichtungen miteinbezogen. Vor diesem Hintergrund 
erübrigen sich weitere Sachverhaltserhebungen, insbesondere auch in 
Form einer neuropsychologischen Testung (Beschwerde S. 9 Ziff. III Ziff. 3 
lit. a; antizipierte Beweiswürdigung [BGE 144 V 361 E. 6.5 S. 368, 124 V 90 
E. 4b S. 94, 122 V 157 E. 1d S. 162; SVR 2019 IV Nr. 50 S. 163 E. 4]). 

5.2 Der Abklärungsbericht vom 15. Mai 2020 (act. IIa 245) erfüllt die 
diesbezüglichen Beweisanforderungen (vgl. E. 3.6 hiervor) und erbringt 
vollen Beweis. Zusammen mit den zusätzlichen Erkenntnissen aus dem 
Vorbericht vom 19. April 2018 (act. IIa 191) sowie unter Berücksichtigung 
der Stellungnahmen des Abklärungsdienstes vom 13. Juni 2018 (act. IIa 
204) bzw. 22. Oktober 2020 (act. IIa 268/2) ergibt die Erhebung vom 6. Mai 
2020 ein kohärentes und vollständiges Bild. Dass die Abklärung aufgrund 
der Pandemie-Situation rein telefonisch und nicht an Ort und Stelle durch-
geführt wurde (Replik S. 4 Ziff. 8), ist nicht zu beanstanden. Dieses Vorge-
hen steht im Einklang mit der Empfehlung des Bundes zur Eindämmung 
der Verbreitung des Corona-Virus, erfolgte mit Einverständnis der Be-
schwerdeführerin und blieb – wie hiervor dargelegt (E. 2.2) – im Verwal-
tungsverfahren unwidersprochen. Zudem waren die persönlichen Verhält-
nisse durch die früheren Abklärungen hinreichend bekannt, die erneute 
Abklärung war allein aufgrund des Umzugs sowie der neuen familiären 
Situation erforderlich geworden (vgl. Rz. 1058 KSIH; Rz. 2114 KSVI). Eine 
relevante Gesundheitsverschlechterung bis zum hier massgebenden ge-
richtlichen Überprüfungshorizont – dem Erlass der angefochtenen Verfü-
gung am 18. November 2020 (act. IIa 277; BGE 131 V 242 E. 2.1 S. 243, 
130 V 138 E. 2.1 S. 140) – ist nicht ausgewiesen; allein der Hinweis auf die 
progrediente MS-Erkrankung genügt nicht zur Annahme, die Abklärung sei 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 23

bereits nach wenigen Monaten veraltet (Replik S. 5 Ziff. 10). Folglich be-
steht für den hier massgebenden Überprüfungszeitpunkt kein Anspruch auf 
eine Hilflosenentschädigung.

6.

Wie bereits erwähnt (vgl. E. 1.2 hiervor), beantragt die Beschwerdeführerin 
die Feststellung, dass die Beschwerdegegnerin das Verfahren auf Hilflo-
senentschädigung rechtsverzögernd behandelte (Beschwerde S. 2 Ziff. I 
Ziff. 2 und S. 16 f. Ziff. III Ziff. 3 lit. c; Replik S. 3 Ziff. 8). 

6.1 In Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen haben die 
Parteien Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf Beurtei-
lung innert angemessener Frist (Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung [BV; 
SR 101]). 

6.2 Eine Verletzung von Art. 29 Abs. 1 BV liegt nach der Rechtspre-
chung unter anderem dann vor, wenn eine Gerichts- oder Verwaltungs-
behörde ein Gesuch, dessen Erledigung in ihre Kompetenz fällt, nicht an 
die Hand nimmt und behandelt. Ein solches Verhalten einer Behörde wird 
in der Rechtsprechung als formelle Rechtsverweigerung bezeichnet (BGE 
117 Ia 116 E. 3a S. 117; RKUV 2004 U 506 S. 255 E. 3).

6.3 Art. 29 Abs. 1 BV ist aber auch verletzt, wenn die zuständige 
Behörde sich zwar bereit zeigt, einen Entscheid zu treffen, diesen aber 
nicht binnen der Frist erlässt, welche nach der Natur der Sache und nach 
der Gesamtheit der übrigen Umstände als angemessen erscheint (Rechts-
verzögerung; BGE 131 V 407 E. 1.1 S. 409; RKUV 2004 U 506 S. 255 E. 3; 
SVR 2013 UV Nr. 31 S. 109 E. 4). Die Frage, was als vernünftige, vertret-
bare Behandlungs- und Entscheidungsfrist anzusehen ist, und aus welchen 
objektiven Gründen allenfalls eine Verzögerung gerechtfertigt werden kann, 
beurteilt sich nach den objektiven Umständen des konkreten Falles (BGE 
107 Ib 160 E. 3c S. 165). Massgeblich ist namentlich die Art des Verfah-
rens, die Komplexität der Materie und das Verhalten der Beteiligten (BGE 
119 Ib 311 E. 5b S. 325). Dagegen ist es für die Rechtsuchenden unerheb-
lich, auf welche Gründe – beispielsweise auf ein Fehlverhalten der Behör-

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 24

den oder auf andere Umstände – die Rechtsverzögerung zurückzuführen 
ist; entscheidend ist für sie ausschliesslich, dass die Behörde nicht oder 
nicht fristgerecht handelt (BGE 108 V 13 E. 4c S. 20; RKUV 2004 U 506 S. 
255 E. 3; SVR 2019 IV Nr. 76 S. 245 E. 3.2.1).

6.4 Die Beschwerdegegnerin hatte es nach eigenen Angaben (act. IIa 
215/2 Ziff. 2) irrtümlich versäumt, nach dem Vorbescheid vom 20. April 
2018 (act. IIa 192) eine Verfügung zu erlassen, obwohl die Sache erledi-
gungsbereit gewesen wäre. Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens 
IV/2019/584 legte sie dar, dass – und weshalb – aufgrund der Eheschei-
dung sowie des Umzugs der Beschwerdeführerin ein erneuter Abklärungs-
bedarf in Form einer weiteren Abklärung an Ort und Stelle (Art. 69 Abs. 2 
IVV; Rz. 2114 ff. KSVI) entstand (act. IIa 215, 218), wobei die materielle 
Frage der Notwendigkeit dieser Sachverhaltserhebungen im VGE 
IV/2019/584 (act. IIa 223) nicht zu beurteilen war. Im Nachgang zu diesem 
gerichtlichen Erkenntnis, in welchem eine Rechtsverzögerung festgestellt 
und die Beschwerdegegnerin aufgefordert worden war, innert 30 Tagen 
entweder einen weiteren Vorbescheid oder eine anfechtbare Verfügung zu 
erlassen, setzte die Beschwerdegegnerin alles daran, das Verwaltungsver-
fahren zeitnah abzuschliessen. Da sie jedoch den besagten weiteren Ab-
klärungsbedarf ortete, der auf eine Veränderung der persönlichen 
Verhältnisse der Beschwerdeführerin zurückzuführen war, konnte sie die 
angesetzte 30-tägige Frist nicht einhalten, zumal hierfür die Verwaltungshil-
fe der IV... initiiert werden musste (act. IIa 229; vgl. Art. 32 Abs. 2 ATSG), 
was zu weiteren Verzögerungen führte. Gegen die von der Beschwerde-
gegnerin veranlassten Abklärungen opponierte die Beschwerdeführerin 
nicht (act. IIa 237), sondern bat lediglich um beförderliche Behandlung und 
ersuchte für sich selber um grosszügige Fristerstreckungen (act. IIa 252). 
Auch die wiederholten Akteneinsichtsgesuche (act. IIa 240-244, 247-251, 
272-276) führten zu einer Verfahrensverzögerung, musste die Beschwer-
degegnerin doch annehmen, gestützt auf die verlangte Akteneinsicht erfol-
ge eine weitere Eingabe. Die Fristversäumnis hatte nach dem Gesagten 
nicht die Beschwerdegegnerin selbst zu verantworten, hatte sie ihren Ur-
sprung doch in der Sphäre der Beschwerdeführerin sowie in den nur be-
schränkt beeinflussbaren internen Abläufen der IV.... Die Beschwerdegeg-
nerin blieb indessen nicht untätig, sie aktualisierte die medizinische 

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Aktenlage (act. II 226 f., 230) und wirkte bei der IV... auf eine Beschleuni-
gung der Angelegenheit hin (act. IIa 233, 235, 239, 243). Nach dem Ein-
gang des Abklärungsberichts (act. IIa 245) am 22. Mai 2020 erliess die 
Beschwerdegegnerin am 26. Mai 2020 einen neuen Vorbescheid (act. IIa 
246). Zwar kam es bis zum Erlass der nunmehr angefochtenen Verfügung 
vom 18. November 2020 (act. IIa 277) wiederum zu gewissen Verzögerun-
gen, dies jedoch durch ein (damals noch mögliches [vgl. nunmehr Art. 57a 
Abs. 3 IVG, in Kraft seit 1. Januar 2021, wonach die Parteien innerhalb 
einer Frist von 30 Tagen Einwände zum Vorbescheid vorbringen können]) 
Fristerstreckungsgesuch der Beschwerdeführerin (act. IIa 252, 255) sowie 
deren Einwand (act. IIa 261), der eine neuerliche Verwaltungshilfe der IV... 
nach sich zog (act. IIa 265, 268). Eine (erneute) Rechtsverzögerung ist 
demnach nicht ausgewiesen. Da die Sache nach dem Ausgeführten zudem 
entscheidreif ist, erübrigt sich auch das beantragte Ansetzen einer Frist für 
die Sachverhaltsabklärung und materielle Entscheidung (Beschwerde S. 2 
Ziff. I Ziff. 3 und S. 17 Ziff. III Ziff. 3 lit. c). 

7.

Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf ein-
zutreten ist (vgl. E. 1.2 hiervor).

8.

8.1 Gemäss Art. 69 Abs. 1bis IVG ist das Beschwerdeverfahren bei 
Streitigkeiten über IV-Leistungen vor dem kantonalen Versicherungsgericht 
kostenpflichtig. Die Kosten sind nach dem Verfahrensaufwand und unab-
hängig vom Streitwert im Rahmen von Fr. 200.-- bis Fr. 1'000.-- festzule-
gen.

Die Verfahrenskosten, gerichtlich bestimmt auf Fr. 800.--, werden entspre-
chend dem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin – vorbehält-
lich der Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege – zur Bezahlung 
auferlegt (Art. 108 Abs. 1 VRPG). 

Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. März 2021, IV/21/9, Seite 26

8.2 Bei diesem Verfahrensausgang besteht kein Anspruch auf eine Par-
teientschädigung (Umkehrschluss aus Art. 1 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 61 lit. g 
ATSG).

8.3 Zu prüfen bleibt das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege.

8.3.1 Auf Gesuch hin befreit die Verwaltungsjustizbehörde eine Partei von 
den Kosten- und allfälligen Vorschuss- sowie Sicherstellungspflichten, 
wenn die Partei nicht über die erforderlichen Mittel verfügt und ihr Rechts-
begehren nicht aussichtslos erscheint. Unter den gleichen Voraussetzun-
gen kann überdies einer Partei eine Anwältin oder ein Anwalt beigeordnet 
werden, wenn die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse es rechtferti-
gen (Art. 61 lit. f ATSG sowie Art. 111 Abs. 1 und 2 VRPG; SVR 2011 IV 
Nr. 22 S. 61 E. 2, 2011 UV Nr. 6 S. 22 E. 6.1).

8.3.2 Da die Bedürftigkeit der Beschwerdeführerin mit Blick auf die in der 
Eingabe vom 15. Januar 2021 gemachten Ausführungen und die einge-
reichten Unterlagen (Akten der Beschwerdeführerin [act. I] 5 - 19) erstellt 
ist, dieser Prozess nicht zum vornherein als aussichtslos erschien und die 
anwaltliche Verbeiständung geboten ist, sind die Voraussetzungen für die 
Erteilung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege erfüllt. Das entspre-
chende Gesuch der Beschwerdeführerin ist somit gutzuheissen und es ist 
Fürsprecher und Notar B.________ als amtlicher Anwalt beizuordnen. 
Festzusetzen bleibt dessen amtliches Honorar.

8.3.3 Gemäss Art. 42 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 
2006 (KAG; BSG 168.11) bezahlt der Kanton den amtlich bestellten Anwäl-
tinnen und Anwälten eine angemessene Entschädigung, die sich nach dem 
gebotenen Zeitaufwand bemisst und höchstens dem Honorar gemäss der 
Tarifordnung für den Parteikostenersatz entspricht. Bei der Festsetzung 
des gebotenen Zeitaufwandes sind die Bedeutung der Streitsache und die 
Schwierigkeit des Prozesses zu berücksichtigen. Auslagen und Mehrwert-
steuer werden zusätzlich entschädigt (Abs. 1). Die Aufwendungen für die 
Erlangung des Rechts auf unentgeltliche Rechtspflege sind nach den glei-
chen Regeln zu entschädigen (Abs. 3). Nach Art. 42 Abs. 4 KAG i.V.m. Art. 
1 der Verordnung vom 20. Oktober 2010 über die Entschädigung der amtli-

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chen Anwältinnen und Anwälte (EAV; BSG 168.711) beträgt der Stunden-
ansatz Fr. 200.--.

Mit Kostennote vom 15. Februar 2021 macht Fürsprecher und Notar 
B.________ ein Honorar von Fr. 5'000.-- (20 h à Fr. 250.--) zuzüglich Aus-
lagen von Fr. 101.20 und Mehrwertsteuer von Fr. 392.80 (7.7 % von 
Fr. 5'101.20), total Fr. 5'494.-- geltend. Dieser Aufwand erscheint mit Blick 
auf die gesamten Umstände und auf ähnlich gelagerte Fälle als zu hoch 
(vgl. bereits den Hinweis in VGE IV/2019/584 [act. IIa 223], E. 4.2). Hinzu 
kommt, dass der Anspruch auf Anrufung des angeblichen Verfahrensfeh-
lers verwirkt und der Aufwand für die diesbezüglichen weitschweifigen Aus-
führungen in der Beschwerde (S. 10 ff. Ziff. III Ziff. 3 lit. b) nicht zu 
entschädigen ist. Gleiches gilt für die erneut erhobene Rüge der Rechts-
verzögerung zufolge des widersprüchlichen Verhaltens (der zweiseitige 
Einwand gegen den Vorbescheid vom 26. Mai 2020 [act. IIa 246] wurde 
erst nach über drei Monaten am 31. August 2020 erhoben [act. IIa 261]; 
vgl. dazu auch E. 6.4 hiervor). Basierend auf einem gebotenen Aufwand 
von 15 Stunden ist Fürsprecher und Notar B.________ nach Eintritt der 
Rechtskraft dieses Urteils aus der Gerichtskasse ein amtliches Honorar von 
Fr. 3'000.-- (15 h à Fr. 200.--) zuzüglich Auslagen von Fr. 101.20 und 
Mehrwertsteuer von Fr. 238.80 (7.7 % von Fr. 3'101.20), total somit eine 
Entschädigung von Fr. 3'340.--, auszurichten. Vorbehalten bleibt die Nach-
zahlungspflicht der Beschwerdeführerin gegenüber dem Kanton Bern ent-
sprechend den Voraussetzungen von Art. 123 der Schweizerischen 
Zivilprozessordnung vom 19. Dezember 2008 (ZPO; SR 272; vgl. Art. 113 
VRPG).

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Demnach entscheidet das Verwaltungsgericht:

1. Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Beiordnung von Für-
sprecher und Notar B.________ als amtlicher Anwalt wird gutgeheis-
sen.

3. Die Verfahrenskosten von Fr. 800.-- werden der Beschwerdeführerin 
zur Bezahlung auferlegt. Aufgrund der gewährten unentgeltlichen 
Rechtspflege wird die Beschwerdeführerin – unter Vorbehalt der Nach-
zahlungspflicht gemäss Art. 123 ZPO – jedoch von der Zahlungspflicht 
befreit.

4. Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

5. Fürsprecher und Notar B.________ wird nach Eintritt der Rechtskraft 
dieses Urteils aus der Gerichtskasse eine auf Fr. 3'340.-- festgesetzte 
Entschädigung (inkl. Auslagen und MWST) vergütet. Vorbehalten 
bleibt die Nachzahlungspflicht nach Art. 123 ZPO.

6. Zu eröffnen (R):
- Fürsprecher und Notar B.________ z.H. der Beschwerde-

führerin
- IV-Stelle Bern (samt Eingabe der Beschwerdeführerin vom 17. Feb-

ruar 2021)
- Bundesamt für Sozialversicherungen
- Steuerverwaltung des Kantons Bern, Bereich Inkasso, Postfach 8334, 

3001 Bern

Der Kammerpräsident: Die Gerichtsschreiberin:

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Rechtsmittelbelehrung 
Gegen dieses Urteil kann innert 30 Tagen seit Zustellung der schriftlichen Begrün-
dung beim Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, Beschwerde in öf-
fentlich-rechtlichen Angelegenheiten gemäss Art. 39 ff., 82 ff. und 90 ff. des 
Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (BGG; SR 173.110) 
geführt werden.