# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 5d2b9c89-cc45-5638-8c68-af994868f9b3
**Source:** Graubünden (GR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-09-03
**Language:** de
**Title:** Graubünden Verwaltungsgericht 3. Kammer 03.09.2014 S 2014 91
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/GR_Gerichte/GR_VG_003_S-2014-91_2014-09-03.pdf

## Full Text

VERWALTUNGSGERICHT
DES KANTONS GRAUBÜNDEN

S 14 91

Versicherungsgericht

Verwaltungsrichterin Moser als Einzelrichterin und Seres als Ak-

tuarin ad hoc 

URTEIL
vom 3. September 2014

in der verwaltungsrechtlichen Streitsache

A._____,

Beschwerdeführer

gegen 

Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit Graubünden,

Beschwerdegegner

betreffend Einstellung in der Anspruchsberechtigung

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1. A._____ war ab dem 10. Februar 2014 für die B._____ AG (nachfolgend 

Personal AG) im Einsatzbetrieb C._____ AG (nachfolgend Einsatzbetrieb) 

in X._____ tätig. Am 3. März 2014 kündigte der Einsatzbetrieb den Ver-

leihvertrag von A._____ mit der Personal AG fristlos. Als Grund für die 

fristlose Kündigung wurde angegeben, A._____ sei seit dem 20. Februar 

2014 aus privaten Gründen nicht mehr zur Arbeit erschienen. Unter Hin-

weis auf diese fristlose Kündigung löste die Personal AG am 3. März 

2014 den Vertrag mit A._____ ebenfalls fristlos auf. Am selben Tag mel-

dete sich A._____ beim Gemeindearbeitsamt und beim Regionalen Ar-

beitsvermittlungszentrum (RAV) zur Arbeitsvermittlung an und stellte ei-

nen Antrag auf Arbeitslosenentschädigung ab selbigem Datum. 

2. Auf entsprechende Aufforderung der Arbeitslosenkasse Graubünden 

(ALK) vom 14. März 2014 hin führte A._____ in seiner Stellungnahme 

vom 17. März 2014 aus, dass er seine Arbeitslosigkeit nicht selbst ver-

schuldet habe. 

3. Mit Verfügung vom 21. März 2014 stellte die ALK A._____ ab dem 

3. März 2013 wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit für 18 Tage in 

der Anspruchsberechtigung ein. Gegen diese Verfügung erhob A._____ 

am 1. April 2014 Einsprache. 

4. Mit Einspracheentscheid vom 3. Juli 2014 bestätigte das Amt für Indus-

trie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) die Einstellung in der Anspruchsberech-

tigung für 18 Tage aufgrund einer selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit 

und wies die Einsprache ab.

5. Dagegen erhob A._____ (nachfolgend Beschwerdeführer) am 15. Juli 

2014 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Graubünden 

und verlangte sinngemäss die Aufhebung der Einstellung in der An-

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spruchsberechtigung. Zur Begründung führte er im Wesentlichen aus, der 

angefochtene Entscheid beruhe nur auf Vermutungen und nicht auf Fak-

ten. Es sei zu keinem unentschuldigten Fernbleiben von der Arbeit ge-

kommen. Seine Abwesenheit von der Arbeit sei durch die Entzündung 

seines Auges begründet und durch ein ärztliches Zeugnis belegt gewesen 

und habe nichts mit einer fehlenden Kinderbetreuung zu tun. Weiter be-

anstandete er, dass ihm die Krankheit nicht bezahlt worden sei. Leider 

würden ihm die finanziellen Mittel fehlen, um gegen die Kündigung vorzu-

gehen. 

6. In seiner Stellungnahme vom 30. Juli 2014 beantragte das KIGA (nach-

folgend Beschwerdegegner) die Abweisung der Beschwerde mit der Be-

gründung, der Beschwerdeführer sei am 3. März 2014 ungerechtfertigt 

der Arbeit ferngeblieben, womit er seine daraus resultierende fristlose 

Entlassung schuldhaft verursacht habe.

Auf die weiteren Ausführungen der Parteien in den Rechtsschriften und 

im angefochtenen Entscheid sowie auf die im Recht liegenden Beweismit-

tel wird, soweit rechtserheblich, in den nachfolgenden Erwägungen ein-

gegangen.

Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:

1. Gemäss Art. 43 Abs. 3 lit. a des kantonalen Gesetzes über die Verwal-

tungsrechtspflege (VRG; BR 370.100) entscheidet das Verwaltungsge-

richt in einzelrichterlicher Kompetenz, wenn der Streitwert Fr. 5‘000.-- 

nicht überschreitet und keine Fünferbesetzung vorgeschrieben ist. Der 

versicherte Verdienst des Beschwerdeführers beträgt Fr. 6'494.--, welcher 

ihm im Umfang von 80 % entschädigt wird. Damit erhält er gemäss Art. 23 

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Abs. 1 des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversiche-

rung und die Insolvenzentschädigung (AVIG; SR 837.0) und Art. 40a der 

Verordnung über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die In-

solvenzentschädigung (AVIV; SR 837.02) ein Taggeld von Fr. 239.40 

(Fr. 6'494.-- x 0.8 / 21.7 Tage). Die vorliegende Beschwerde richtet sich 

gegen die Einstellung in der Anspruchsberechtigung für 18 Tage. Der 

Streitwert beträgt damit Fr. 4'309.20.-- (18 x Fr. 239.40) und liegt somit 

unter Fr. 5'000.-. Da die vorliegende Angelegenheit sodann nicht in Fün-

ferbesetzung zu entscheiden ist, ist die Zuständigkeit der Einzelrichterin 

offensichtlich gegeben. 

2. Anfechtungsobjekt im vorliegenden Beschwerdeverfahren ist der Einspra-

cheentscheid des Beschwerdegegners vom 3. Juli 2014. Strittig und 

nachfolgend zu prüfen ist, ob die Einstellung in der Anspruchsberechti-

gung für 18 Tage wegen selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit zu Recht er-

folgt ist. 

3. a) Nach Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG ist der Versicherte in der Anspruchsbe-

rechtigung einzustellen, wenn er durch eigenes Verschulden arbeitslos 

geworden ist. Eine Arbeitslosigkeit gilt gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV 

insbesondere dann als selbstverschuldet, wenn der Versicherte dem Ar-

beitgeber durch Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten oder durch sein 

sonstiges Verhalten in oder ausserhalb des Betriebs berechtigten Anlass 

zur Kündigung gegeben hat. 

b) Auf den vorliegenden Sachverhalt findet sodann Art. 20 lit. b des Überein-

kommens Nr. 168 der internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über die 

Beschäftigungsförderung und den Schutz gegen Arbeitslosigkeit vom 

21. Juni 1988 (IAO Übereinkommen; SR 0.822.726.8) Anwendung. Da-

nach können Leistungen, auf die eine geschützte Person bei Voll- oder 

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Teilarbeitslosigkeit oder Verdienstausfall infolge einer vorübergehenden 

Arbeitseinstellung ohne Unterbrechung des Beschäftigungsverhältnisses 

Anspruch gehabt hätte, in einem vorgeschriebenen Masse verweigert, 

entzogen, zum Ruhen gebracht oder gekürzt werden, wenn die zuständi-

ge Stelle festgestellt hat, dass der Betreffende vorsätzlich zu seiner Ent-

lassung beigetragen hat. Art. 20 lit. b des Übereinkommens ist im Einzel-

fall direkt anwendbar und geht den nationalen Bestimmungen für den Er-

lass einer Einstellungsverfügung vor (vgl. CHOPARD, Die Einstellung in der 

Anspruchsberechtigung, Art. 30/30a AVIG unter Berücksichtigung des 

Übereinkommens Nr. 168 der IAO, Diss. Zürich 1998, S. 71; 

BGE 124 V 234 E.3c betreffend Art. 20 lit. c des Übereinkommens; Urteil 

des Bundesgerichts 8C_842/2008 vom 3. Februar 2009 E.3.2). 

c) Ein Selbstverschulden gemäss Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV und Art. 20 lit. b 

IAO Übereinkommen liegt vor, wenn und soweit der Eintritt der Arbeitslo-

sigkeit nicht auf objektive Faktoren zurückzuführen ist, sondern in einem 

vermeidbaren Verhalten des Versicherten liegt, für das die Arbeitslosen-

versicherung die Haftung nicht übernimmt (vgl. Urteile des Bundesge-

richts 8C_842/2008 vom 3. Februar 2009 E.3.2, 8C_466/2007 vom 

19. November 2007 E.3.1; ARV 1998 Nr. 9 S. 44; GERHARDS, Kommentar 

zum Arbeitslosenversicherungsgesetz [AVIG], Band I [Art. 1–58], Bern 

1987, Art. 30 N. 8; CHOPARD, a.a.O., S. 105). Dieses Verhalten muss be-

weismässig klar feststehen und kausal für die Kündigung sein. Der im So-

zialversicherungsrecht übliche Beweisgrad der überwiegenden Wahr-

scheinlichkeit genügt hier nicht (vgl. NUSSBAUMER, Arbeitslosenversiche-

rung, in: MEYER [Hrsg.], Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht, Band 

XIV, Soziale Sicherheit, 2. Aufl., Basel/Genf/München 2007, S. 2426 

Rz. 829). Bei Differenzen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ver-

mögen zudem blosse Behauptungen des Arbeitgebers den Nachweis für 

ein schuldhaftes Verhalten der versicherten Person nicht zu erbringen, 

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wenn sie von dieser bestritten werden und nicht durch andere Beweise 

oder Indizien bestätigt erscheinen (vgl. BGE 112 V 242 E.1; Urteile des 

Bundesgerichts 8C_842/2008 vom 3. Februar 2009 E.3.2, 8C_466/2007 

vom 19. November 2007 E.3.1; NUSSBAUMER, a.a.O., S. 2427 Rz. 831; 

ARV 1999 Nr. 8 S. 39). Ausserdem darf eine durch den Versicherten ver-

schuldete Kündigung des Arbeitsgebers nur bei nachgewiesenem Vorsatz 

des Versicherten zu einer Einstellung in der Anspruchsberechtigung 

führen. Dabei reicht es aus, dass das allgemeine Verhalten am Arbeits-

platz aus sachlich gerechtfertigten Gründen vom Arbeitgeber missbilligt 

wurde und der Arbeitnehmer trotz Wissens um diese Missbilligung sein 

Verhalten nicht geändert hat, womit er dem Arbeitgeber Anlass zur Kün-

digung gab bzw. eine solche in Kauf nahm. Es ist Eventualdolus anzu-

nehmen, wenn die versicherte Person vorhersehen kann oder damit 

rechnen muss, dass ihr Verhalten zu einer Kündigung durch den Arbeit-

geber führt und sie dies in Kauf nimmt (vgl. Urteile des Bundesgerichts 

8C_466/2007 vom 19. November 2007 E.3.1 m.w.H., C 277/06 vom 

3. April 2007 E.2 mit Verweis auf BGE 112 V 242; NUSSBAUMER, a.a.O., 

S. 2427 Rz. 831). Die Einstellung in der Anspruchsberechtigung wegen 

selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG 

setzt keine Auflösung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigen Gründen 

gemäss Art. 337 bzw. Art. 346 Abs. 2 des Schweizerischen Obligationen-

rechts (OR; SR 220) voraus. Es bedarf nicht eines Fehlverhaltens des 

Versicherten, das zu einer fristlosen Entlassung berechtigen würde oder 

einer der Kündigung vorangehende Abmahnung durch den Arbeitgeber. 

Entscheidend ist allein das Wissen bzw. das Wissenkönnen und –müssen 

des Versicherten um die Möglichkeit, durch sein Handeln eine Kündigung 

zu bewirken (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_382/2007 vom 7. Februar 

2007 E.5). Es genügt, dass das allgemeine Verhalten der versicherten 

Person Anlass zur Kündigung bzw. Entlassung gegeben hat; Beanstan-

dungen in beruflicher Hinsicht müssen nicht vorgelegen haben (vgl. 

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BGE 112 V 242 E.1; Urteil des Bundesgerichts 8C_842/2008 vom 3. Fe-

bruar 2009 E.3.2). Mithin gehören dazu auch charakterliche Eigenschaf-

ten im weiteren Sinne, die den Arbeitnehmer für den Betrieb als untragbar 

erscheinen lassen.

4. Der Beschwerdegegner begründet die Einstellung in der Anspruchsbe-

rechtigung damit, der Beschwerdeführer sei ungerechtfertigt der Arbeit 

ferngeblieben, womit er seine daraus resultierende fristlose Entlassung 

schuldhaft verursacht habe. Es sei überwiegend wahrscheinlich, dass er 

nicht gesundheitsbedingt sondern wegen fehlender Kinderbetreuung am 

3. März 2014 nicht zur Arbeit erschienen sei.

Aus den Akten ergibt sich zu den Umständen der Kündigung durch die 

ehemalige Arbeitgeberin Folgendes:

- Gemäss dem vom Beschwerdeführer im Rahmen der vorliegenden 

Beschwerde eingereichten Arztzeugnis von Dr. med. D._____ vom 

3. März 2014 war er vom 24. bis zum 28. Februar 2014 zu 100 % 

krankgeschrieben. Im Arztzeugnis wurde ausserdem vermerkt, dass 

die Wiederaufnahme der Arbeit voraussichtlich am 3. März 2014 

möglich sein werde. 

- Im Kündigungsschreiben vom 3. März 2014 gab der Einsatzbetrieb als 

Grund für die fristlose Entlassung an, der Beschwerdeführer sei nicht 

zur Arbeit erschienen, obwohl Arbeit vorhanden gewesen sei und man 

ihn dringend benötigt hätte. Er habe private Gründe für seine Absenz 

angegeben, welche bereits seit dem 20. Februar 2014 andauern würde 

(vgl. KIGA-act. 6). 

- Im Protokoll zum Erstgespräch vom 10. März 2014 zwischen dem Be-

schwerdeführer und dem Personalberater beim RAV Chur führt der 

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Personalberater unter "Situationsbeurteilung" aus, der Beschwerdefüh-

rer sei zum heutigen Gespräch mit seiner kleinen Tochter erschienen. 

Es komme der Verdacht auf, dass dies die privaten Gründe des Nicht-

erscheinens zur Arbeit gewesen seien. Der Beschwerdeführer bestäti-

ge, dass seine Kinderbetreuung kurzfristig abgesprungen sei (vgl. KI-

GA-act. 13 S. 2).

- In seiner Stellungnahme an die ALK vom 17. März 2014 führte der Be-

schwerdeführer aus, er habe den Chef des Einsatzbetriebs anlässlich 

eines Gesprächs am 17. Februar 2014 darüber in Kenntnis gesetzt, 

dass er ab dem 21. Februar 2014 keine Betreuung für seine 14 Monate 

alte Tochter mehr habe. Der Chef habe ihm versichert, dies sei in Ord-

nung und er solle sich wieder melden, sobald er alles geklärt habe. 

Auch mit der Personal AG habe er Gespräche geführt, um Lösungen 

zu finden. Ab Sonntag den 23. Februar 2013 sei er aufgrund einer Bin-

dehautentzündung arbeitsunfähig gewesen. Der Augenarzt habe an-

lässlich des Kontrollbesuches am 3. März 2014 seine wiedererlangte 

Arbeitsfähigkeit festgestellt. Die Personal AG erkenne aber den Kran-

kenschein nicht an und wolle das Krankentaggeld nicht bezahlen. Es 

werde ihm unterstellt, dass er dies mit Absicht getan habe. Ab dem 

4. März 2014 habe er denn auch wieder arbeiten können, zumal er ei-

ne Lösung für die Betreuung seiner Tochter gefunden habe, was er 

dem Chef des Einsatzbetriebs auch mitgeteilt habe. Ihm sei aber mit-

geteilt worden, dass es sich nur um einen Kurzauftrag gehandelt habe 

und im Moment keine Arbeit mehr für ihn vorhanden sei. Von den zuvor 

getroffenen Absprachen habe keiner mehr etwas wissen wollen. Er sei 

erstaunt gewesen über die Kündigungen des Einsatzbetriebs und der 

Personal AG. Er sei bereit gewesen, wieder bei der Personal AG zu 

arbeiten, doch infolge der Meinungsdifferenzen bezüglich des Kranken-

taggeldes sei die fristlose Kündigung ausgesprochen worden. Er sehe 

kein Selbstverschulden, weil er immer versucht habe, eine Möglichkeit 

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zu finden und schliesslich müsse das Wohl des Kindes im Vordergrund 

stehen. Mit seiner Stellungnahme reichte der Beschwerdeführer ein 

Arztzeugnis für seine Lebenspartnerin (arbeitsunfähig vom 20. bis zum 

21. Februar 2014), sein Arztzeugnis für die Zeit vom 24. bis zum 

28. Februar 2014 sowie einen Kinderbetreuungsvertrag vom 3. März 

2014 ein (vgl. KIGA-act. 9). 

- In seiner Einsprache vom 1. April 2014 führte der Beschwerdeführer 

aus, er könne nicht verstehen, dass man ihn wegen Nichterscheinens 

bei der Arbeit entlassen habe, habe er für die fragliche Zeit doch über 

ein Arztzeugnis verfügt. Die Entzündung am Auge habe schon am 

20. Februar 2014 bestanden, weshalb man ihn am Mittag nach Hause 

geschickt habe. Es sei somit zu keinem unentschuldigten Fehlen ge-

kommen (vgl. KIGA-act. 11). 

- In der Aktennotiz vom 26. Mai 2014 wird eine telefonische Anfrage des 

Beschwerdegegners beim Chef des Einsatzbetriebs wiedergegeben: 

Der Einsatz sei über die Personal AG zustande gekommen, er habe 

nur zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber gestanden und 

der Beschwerdeführer sei nur für die abgemachten Einsätze vorgese-

hen gewesen. Eine Festanstellung / Jahresstelle sei nicht vorgesehen 

gewesen. Die Arbeitsmoral des Beschwerdeführers habe stark nachge-

lassen. Bereits vor Weihnachten habe er über Schmerzen in der Hand 

geklagt und sei daraufhin nur noch herumgestanden. Von da an habe 

er immer wieder gejammert über Schmerzen da und dort. Beim Chef 

des Einsatzbetriebs sei der Verdacht aufgekommen, dass der Be-

schwerdeführer möglicherweise niemanden für die Kinderbetreuung 

gehabt habe, da seine Ehefrau eine Anstellung gefunden habe und 

damit die Betreuung nicht mehr hätte selber übernehmen können. 

Arztzeugnisse oder ähnliches hätte er selbst nie gesehen. Ob diese bei 

der Personal AG eingegangen seien, könne er nicht beantworten. 

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Schlussendlich sei er froh gewesen, dass der Einsatz beendet gewe-

sen sei. Er hätte dann einfach den Vertrag nicht mehr verlängert (vgl. 

KIGA-act. 12).

- In seiner Beschwerde vom 15. Juli 2014 macht der Beschwerdeführer 

geltend, es sei nicht korrekt, wenn aufgeführt werde, dass er bereits 

am 20. Februar 2014 nicht zur Arbeit erschienen sei. Er habe an die-

sem Tag bis um 14:00 Uhr gearbeitet und sei danach nach Hause ge-

schickt worden, um sein Auge zu schonen und niemanden anzuste-

cken. Am Freitag den 21. Februar 2014 habe er einen Tag frei gehabt. 

Am Sonntag habe er aufgrund der Entzündung seines Auges in die 

Notaufnahme gehen müsse, wo er zum Augenarzt geschickt worden 

sei. Das Arztzeugnis bescheinige eine Arbeitsunfähigkeit bis zum 

28. Februar 2014. Am Montag den 3. März 2014 sei er noch einmal zur 

ärztlichen Kontrolle gegangen und habe danach zur Arbeit fahren wol-

len. Er habe jedoch dann schon die Kündigung bekommen. Er habe 

auch nicht gewusst, dass es ein Problem sei, die Tochter zum Perso-

nalberater des RAV mitzubringen. Die Kinderbetreuung sei gewährleis-

tet gewesen, schliesslich bestehe der Betreuungsvertrag seit dem 

1. März 2014. Leider würden ihm die finanziellen Mittel fehlen, um ge-

gen die Kündigung vorzugehen. Die Begründung im angefochtenen 

Entscheid würde auf Vermutungen beruhen. Er sei der Ansicht, dass 

nur Fakten und Tatsachen zählen sollten. Anhand der Unterlagen sei 

die Sachlage anders als die Vermutungen im angefochtenen Ent-

scheid. 

- Im Einspracheentscheid vom 3. Juli 2014 sowie in der inhaltlich identi-

schen Stellungnahme vom 30. Juli 2014 führt der Beschwerdegegner 

aus, die Ursache der fristlosen Kündigung durch die Personal AG sei 

im vorliegenden Fall zweifellos die dieser Kündigung gleichentags vor-

ausgehende fristlose Auflösung des Verleihvertrages durch den Ein-

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satzbetrieb gewesen. Der Einsatzbetrieb habe die fristlose Auflösung 

damit begründet, dass der Beschwerdeführer nicht zur Arbeit erschie-

nen sei, obwohl man seine Arbeitskraft dringend benötigt hätte. Das 

ärztliche Zeugnis attestiere ihm allerdings nur eine Arbeitsunfähigkeit 

bis und mit dem 28. Februar 2014. Damit hätte der Beschwerdeführer 

am 3. März 2014 seine Stelle wieder antreten müssen, was er offen-

sichtlich nicht getan habe. Dazu habe der Inhaber des Einsatzbetriebs 

am 26. Mai 2014 zu Protokoll gegeben, der Beschwerdeführer habe 

ihm gegenüber erwähnt, dass die Kinderbetreuung ein Problem sei, 

nachdem die Lebenspartnerin eine Anstellung gefunden habe und die 

Betreuung nicht selbst übernehmen könne. Weiter führt der Beschwer-

degegner aus, am 10. März 2014 habe der Beschwerdeführer einen 

Termin bei seinem Personalberater des RAV gehabt und dazu seine 

Tochter mitgebracht. Darauf angesprochen habe er erklärt, die Kinder-

betreuung sei kurzfristig abgesprungen. Damit sei überwiegend wahr-

scheinlich, dass er am 3. März 2014 nicht aus gesundheitlichen Grün-

den nicht zur Arbeit erschienen sei, sondern weil er niemanden gefun-

den habe, der auf seine Tochter aufpasse. Dies wiederum hätte er 

nicht als Rechtfertigung heranziehen können, zumal er bereits am 20. 

und 21. Februar 2014 während der Arbeitsunfähigkeit der Lebenspart-

nerin der Arbeit ferngeblieben sei, um auf seine kleine Tochter aufzu-

passen. Folglich sei er am 3. März 2014 ungerechtfertigt der Arbeit 

ferngeblieben, womit er seine daraus resultierende fristlose Entlassung 

schuldhaft verursacht habe.

5. Es ist im Folgenden zu prüfen, ob der Beschwerdeführer seine Arbeitslo-

sigkeit selbstverschuldet hat. Dabei ist erstellt und unbestritten, dass der 

Beschwerdeführer am Montag, den 3. März 2014, nicht zur Arbeit er-

schienen ist und gleichentags die fristlose Kündigung durch den Einsatz-

betrieb und die Personal AG ausgesprochen wurde. Ebenso unbestritten 

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und belegt ist, dass der Beschwerdeführer nach der notfallmässigen Be-

handlung vom 23. Februar 2014 gemäss dem ärztlichen Zeugnis des be-

handelnden Arztes vom 24. bis zum 28. Februar 2014 zu 100 % arbeits-

unfähig war. Streitig sind im vorliegenden Fall die Gründe für das Nichter-

scheinen zur Arbeit und die Frage, ob der Beschwerdeführer damit rech-

nen musste oder vorhersehen konnte, dass sein Verhalten zur Kündigung 

führte und diese in Kauf genommen hat. 

6. a) Hinsichtlich der Aktennotiz vom 26. Mai 2014 (KIGA-act. 12) ist vorweg zu 

prüfen, ob diese ein taugliches Beweismittel darstellt. Gemäss Recht-

sprechung ist eine formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehalte-

ne mündliche oder telefonische Auskunft nur insoweit zulässig, als damit 

blosse Nebenpunkte, namentlich Indizien oder Hilfstatsachen, festgestellt 

werden. Dagegen kommt grundsätzlich nur die Form einer schriftlichen 

Anfrage und Auskunft in Betracht, wenn Auskünfte zu wesentlichen Punk-

ten des rechtserheblichen Sachverhalts einzuholen sind (vgl. BGE 117 V 

282 E.4c, Urteil des Bundesgerichts C 116/04 vom 22. Dezember 2004 

E.3.1.1). 

b) Bei der vorliegenden Aktennotiz handelt es sich um eine vom Beschwer-

degegner formlos eingeholte und in einer Aktennotiz festgehaltene telefo-

nische Auskunft des Chefs des Einsatzbetriebs. Dieser äussert sich zu 

den Gründen für das Nichterscheinen zur Arbeit des Beschwerdeführers, 

also zu entscheidrelevanten Punkten des Sachverhalts. Ausserdem ver-

letzte der Beschwerdegegner den verfassungsmässigen Anspruch auf 

rechtliches Gehör gemäss Art. 29 Abs. 2 der Bundesverfassung der 

Schweizerischen Eidgenossenschaft [SR 101, BV], weil er es unterlassen 

hatte, dem Beschwerdeführer die während des Einspracheverfahrens er-

stellte Aktennotiz zur Stellungnahme zu unterbreiten (vgl. dazu auch 

Art. 42 des Bundesgesetzes über den Allgemeinen Teil des Sozialversi-

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cherungsrechts [ATSG; SR 830.1]; Urteil des Eidgenössischen Versiche-

rungsgerichts C 116/04 vom 22. Dezember 2004 E.3.1.2). 

c) Folglich durfte der Beschwerdegegner nicht auf die Aktennotiz vom 

26. Mai 2014 abstellen, weshalb die darin festgehaltenen Ausführungen 

nicht zu beachten sind und nicht als nachgewiesen gelten. Schliesslich 

sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass die in der Aktennotiz 

festgehaltene Auskunft falsch bzw. widersprüchlich ist. Gemäss den vor-

liegenden Akten war der Beschwerdeführer vom 10. Februar 2014 bis 

zum 3. März 2014 für die Personal AG im Einsatzbetrieb tätig. Der Chef 

des Einsatzbetriebs spricht hingegen von der angeblich nachlassenden 

Arbeitsmoral und angeblichen Schmerzen des Beschwerdeführers vor 

Weihnachten, weshalb sich diese Aussagen nicht auf die hier relevante 

Anstellungsperiode des Beschwerdeführers beziehen kann und somit 

falsch oder zumindest widersprüchlich sind.

7. a) Wie bereits vorstehend in Erwägung 5 erläutert, ist erstellt, dass der 

Beschwerdeführer am Montag, 3. März 2014 nicht zur Arbeit erschienen 

ist. Unklar sind jedoch die Gründe für das Nichterscheinen zur Arbeit und 

die damit verbundene Frage, ob der Beschwerdeführer damit rechnen 

musste oder vorhersehen konnte, dass sein Verhalten zur Kündigung 

führte und er diese in Kauf nahm. 

b) Die Argumentation des Beschwerdeführers ist widersprüchlich. In seiner 

Stellungnahme an die ALK vom 17. März 2014 führte er aus, er habe ab 

dem 21. Februar 2014 keine Betreuung mehr für seine Tochter gehabt. 

Dies sei jedoch mit dem Chef des Einsatzbetriebs abgesprochen 

gewesen. In seiner Beschwerde vom 15. Juli 2014 stellt er sich hingegen 

auf den Standpunkt, seine Absenzen seien durch die Krankheit bedingt 

und somit begründet und entschuldigt gewesen. Er führt aus, er sei am 

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20. Februar 2014 wegen seinen entzündeten Augen nach Hause 

geschickt worden und habe am 21. Februar 2014 frei gehabt. Danach sei 

er vom 24. bis zum 28. Februar 2014 krankgeschrieben gewesen. Am 

Montag den 3. März 2014 habe er nochmals zur ärztlichen Kontrolle 

gehen müssen und danach seine Arbeit wiederaufnehmen wollen. Zu 

diesem Zeitpunkt habe er jedoch schon die Kündigung erhalten. Die 

Kinderbetreuung sei jedoch nicht der Grund für seine Absenzen gewesen. 

Diese sei seit dem 1. März 2014 durch einen Betreuungsvertrag 

gewährleistet gewesen. 

c) Aufgrund der dem Gericht vorliegenden Akten ist der Grund für das 

Fernbleiben von der Arbeit nicht eindeutig geklärt. Zum Einen sind die 

Gründe für die Abwesenheiten vom 20. und 21. Februar 2014 

aktenmässig nicht belegt. Dem Gericht liegen nur die Angaben des 

Beschwerdeführers vor, welche von diesem indessen nicht belegt 

wurden. Der Beschwerdegegner bringt jedoch nichts vor, was diese 

Angaben wiederlegen könnte und er bestreitet die Angaben auch nicht. 

Der Beschwerdegegner hätte beispielsweise beim Einsatzbetrieb 

nachfragen können, ob der Beschwerdeführer am 20. Februar 2014 

tatsächlich wegen seines Augenleidens nach Hause geschickt wurde und 

ob er am 21. Februar 2014 frei hatte. Der Beschwerdegegner hätte sich 

weiter beim Chef des Einsatzbetriebs erkundigen können, ob dieser sich 

tatsächlich, wie der Beschwerdeführer geltend macht, mit diesem über die 

fehlende Kinderbetreuung unterhalten und ihm zugesichert hat, es sei 

damit alles in Ordnung und der Beschwerdeführer solle sich wieder 

melden, sobald alles geklärt sei. Da die Gründe für die Absenzen vom 20. 

und 21. Februar 2014 nicht geklärt sind, kann der Beschwerdegegner 

daraus nicht ableiten, der Beschwerdeführer sei am 3. März 2014 

ungerechtfertigt der Arbeit ferngeblieben und habe dadurch die 

Kündigung schuldhaft verursacht. Aufgrund des vom Beschwerdeführer 

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ins Recht gelegten Arztzeugnisses, in welchem vermerkt ist, der 

Beschwerdeführer sei voraussichtlich ab dem 3. März 2014 wieder 

arbeitsfähig, ist die Behauptung des Beschwerdeführers, er habe sich am 

3. März 2014 zum Kontrolltermin begeben müssen und habe 

anschliessend die Arbeit wieder aufnehmen wollen, durchaus 

nachvollziehbar. Ob dieser Termin aber auch tatsächlich stattgefunden 

hat, ergibt sich aus den Akten nicht. Allerdings hat es der 

Beschwerdegegner auch hier unterlassen, dazu weitere Abklärungen zu 

treffen. Die Behauptung des Beschwerdeführers, die Kinderbetreuung sei 

ab dem 1. März 2014 gewährleistet gewesen, wird durch den 

Betreuungsvertrag vom 3. März 2014, welcher ab dem 1. März 2014 

gültig ist, belegt (vgl. KIGA-act. 9). Aus den Akten ergeben sich keine 

anderslautenden Hinweise, womit einiges für eine gesundheitsbedingte 

Abwesenheit des Beschwerdeführers am 3. März 2014 spricht. Aus der 

Tatsache, dass der Beschwerdeführer seine Tochter zum Gespräch mit 

dem Personalberater des RAV am 10. März 2013 mitgenommen hat (vgl. 

KIGA-act. 13), kann in Bezug auf den 3. März 2014 nichts abgeleitet 

werden. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern das eine etwas mit dem anderen 

zu tun haben sollte. Ausserdem ist durchaus verständlich, dass der 

Beschwerdeführer sich während seiner Arbeitslosigkeit selber um seine 

Tochter kümmert und so die Kosten für die Kinderbetreuung einsparen 

kann. Auch aus der Aktennotiz des Beschwerdegegners vom 26. Mai 

2014 kann nichts abgeleitet werden, weil diese – wie bereits in Erwägung 

6 dargelegt – nicht beweiskräftig ist (vgl. KIGA-act. 12). Der 

Beschwerdegegner argumentiert, es sei überwiegend wahrscheinlich, 

dass der Beschwerdeführer nicht aus gesundheitlichen Gründen sondern 

wegen der fehlenden Kinderbetreuung am 3. März 2014 nicht zur Arbeit 

erschienen, weshalb dieser seine Arbeitslosigkeit selbstverschuldet habe. 

Wie oben in Erwägung 3c dargelegt, genügt indessen die überwiegende 

Wahrscheinlichkeit für den Nachweis des in Frage stehenden Verhaltens 

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gerade nicht. Das Verhalten des Beschwerdeführers, welches angeblich 

zur Kündigung geführt hat, muss beweismässig klar feststehen, was hier 

gerade nicht der Fall ist. Der Beschwerdegegner hätte die Gründe des 

Fernbleibens durch weitere Abklärungen eruieren können, was jedoch 

nicht erfolgt ist. Weiter ist aus den Akten nicht ersichtlich, dass es bereits 

im Vorfeld zur Kündigung zu einer Verwarnung oder Rüge in 

Zusammenhang mit unentschuldigtem Fernbleiben von der Arbeitsstelle 

gekommen wäre. In diesem Zusammenhang sei an dieser Stelle darauf 

hingewiesen, dass es im vorliegenden Fall zweifelhaft ist, ob – ohne eine 

entsprechende Verwarnung – überhaupt ein wichtiger Grund für die 

fristlose Kündigung vorgelegen hat. Eine fristlose Kündigung setzt 

besonders schwerwiegende Verfehlungen des Arbeitnehmers voraus. 

Sind die Verfehlungen weniger schwerwiegend, so müssen sie trotz 

Verwarnung wiederholt vorgekommen sein (vgl. STREIFF/VON 

KAENEL/RUDOLPH, Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 

7. Aufl., Zürich/Basel/Genf 2012, Art. 337 N. 2). Insbesondere bei 

Pflichtverletzungen bedarf es oft einer vorgängigen Verwarnung. Eine 

derart grobe Verletzung der Arbeitspflicht, die eine fristlose Kündigung 

rechtfertigt, liegt z.B. vor bei regelmässigem Zuspätkommen oder 

Nichterscheinen am Arbeitsplatz trotz Verwarnung, bei wiederholtem 

"Blaumachen", d.h. unentschuldigtem Fernbleiben vom Arbeitsplatz und 

wiederholten längeren unerlaubten Arbeitsunterbrüchen, wiederholtem 

unentschuldigten Verlassen der Arbeitsstelle, bei längerem 

unentschuldigtem Fernbleiben (eine Woche) vom Arbeitsplatz auch ohne 

Verwarnung oder bei simulierter Arbeitsunfähigkeit (vgl. STREIFF/VON 

KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., Art. 337 N. 5). Kein genügender Grund für eine 

fristlose Auflösung ist bspw. Gleichgültigkeit oder mangelnde 

Einsatzbereitschaft selbst nach Verwarnung, verminderte Produktivität 

oder einmaliges Fernbleiben vom Arbeitsplatz (STREIFF/VON 

KAENEL/RUDOLPH, a.a.O., Art. 337 N. 7). Fehlt bei unverschuldeter 

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Verminderung an der Arbeitsleistung ein Arztzeugnis, so ist zuerst Frist zu 

dessen Beibringung oder zur Aufnahme der Arbeit anzusetzen und die 

fristlose Entlassung anzudrohen. Gerechtfertigt war eine fristlose 

Entlassung angesichts vorhergehender Verwarnungen und Absenzen in 

einem Fall, in welchem ein Arbeitgeber nicht über die Verlängerung der 

Krankheit informiert worden war (vgl. STREIFF/VON KAENEL/RUDOLPH, 

a.a.O., Art. 337 N. 7; Urteil des Bundesgerichts 4C.57/2007 vom 15. Mai 

2007 E.3). Angesichts dieser Ausführungen kann im vorliegenden Fall – 

aufgrund der im Recht liegenden Akten – nicht von einer gerechtfertigten 

fristlosen Kündigung ausgegangen werden, was wiederum dafür spricht, 

dass der Beschwerdeführer nicht mit der ausgesprochenen fristlosen 

Kündigung rechnen musste.

d) Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das Verhalten des 

Beschwerdeführers bzw. die Gründe für das Fernbleiben von der 

Arbeitsstelle vorliegend aufgrund der unvollständigen und teilweise 

widersprüchlichen Aktenlage beweismässig nicht rechtsgenüglich erstellt 

ist. Aus diesem Grund kann auch nicht gesagt werden, der 

Beschwerdeführer habe mit der Kündigung rechnen müssen und diese 

eventualvorsätzlich in Kauf genommen. 

8. a) Im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungs- und Verwaltungsge-

richtsbeschwerdeverfahren gilt der Untersuchungsgrundsatz. Danach ha-

ben Versicherungsträger und Sozialversicherungsgericht von sich aus 

und ohne Bindung an die Parteibegehren für die richtige und vollständige 

Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts zu sorgen (vgl. Art. 43 

Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG; BGE 125 V 193 E.2, 122 V 157 E.1a). Sie 

erheben dazu die notwendigen Beweise. Wenn das kantonale Gericht 

den Sachverhalt als ungenügend abgeklärt erachtet, hat es die Wahl, die 

Sache zur weiteren Beweiserhebung an die Verwaltung zurückzuweisen 

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oder selber die nötigen Instruktionen vorzunehmen (vgl. Urteil des Eid-

genössischen Versicherungsgerichts C 116/04 vom 22. Dezember 2004 

E.2.2). Weiter ist es grundsätzlich Sache der Verwaltung, den Nachweis 

dafür zu erbringen, dass ein gesetzlicher Einstellungsgrund gegeben ist 

(wie vorstehend in Erwägung 3c gezeigt muss ein Selbstverschulden be-

weismässig klar feststehen). Im Streit um Einstellungsverfügungen der 

Arbeitslosenversicherung darf sich das Sozialversicherungsgericht somit 

nicht mit der Feststellung begnügen, der geltend gemachte Einstellungs-

grund sei unbewiesen geblieben, solange Aussicht besteht, den rechtser-

heblichen Sachverhalt näher festzustellen. Erst wenn es bei unbewiese-

nem Einstellungsgrund nach den gesamten Umständen als ausgeschlos-

sen erscheint, den Sachverhalt nachträglich noch zuverlässig abzuklären, 

darf es die gegen die Einstellungsverfügung erhobene Beschwerde ohne 

Weiterungen gutheissen (vgl. Urteil des Eidgenössischen Versicherungs-

gerichts C 116/04 vom 22. Dezember 2004 E.2.3). 

b) Im vorliegenden Fall wurde ein Selbstverschulden im Sinne von Art. 30 

Abs. 1 lit. a AVIG i.V.m. Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV vom Beschwerdegegner 

- wie gezeigt - nicht genügend nachgewiesen, weshalb die Sache zur wei-

teren Abklärung an diesen zurückzuweisen ist. Solange das Verhalten 

des Beschwerdeführers bzw. die Gründe für das Fernbleiben von der Ar-

beitsstelle am 3. März 2014 beweismässig nicht rechtsgenüglich erstellt 

ist, kann nicht gefolgert werden, der Beschwerdeführer habe mit der Kün-

digung rechnen müssen oder diese eventualvorsätzlich in Kauf genom-

men, womit es solange auch nicht gerechtfertigt ist, den Beschwerdefüh-

rer aus diesem Grund in der Anspruchsberechtigung für die Arbeitslosen-

entschädigung einzustellen. 

9. Die vom Beschwerdeführer gerügte Verweigerung der Auszahlung des 

Lohnes durch die Arbeitgeberin während seiner ausgewiesenen Krankheit 

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ist eine zivilrechtliche Angelegenheit, weshalb im vorliegenden Be-

schwerdeverfahren nicht weiter darauf eingegangen werden kann.  

10. Somit ergibt sich zusammenfassend, dass die Einstellung der Anspruchs-

berechtigung gemäss Art. 30 Abs. 1 lit. a AVIG für 18 Tage ab dem 

3. März 2013 mangels rechtsgenüglich bewiesener selbstverschuldeter 

Arbeitslosigkeit nach Art. 44 Abs. 1 lit. a AVIV zu Unrecht erfolgt ist. Die 

Beschwerde ist daher gutzuheissen und der angefochtene Einspra-

cheentscheid vom 3. Juli 2014 aufzuheben und die Sache ist zur weiteren 

Abklärung des Sachverhaltes und zu neuem Entscheid an den Be-

schwerdegegner zurückzuweisen.

11. Gemäss Art. 61 lit. a ATSG ist das kantonale Beschwerdeverfahren in 

Sozialversicherungssachen – ausser bei leichtsinniger oder mutwilliger 

Prozessführung – kostenlos, weshalb vorliegend keine Kosten erhoben 

werden. Der obsiegende Beschwerdeführer ist nicht anwaltlich vertreten, 

weshalb ihm keine aussergerichtliche Entschädigung zuzusprechen ist 

(Art. 61 lit. g ATSG). 

Demnach erkennt die Einzelrichterin

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen, der Einspracheentscheid vom 3. Juli 

2014 wird aufgehoben und die Sache wird zur weiteren Abklärung im Sin-

ne der Erwägungen und neuem Entscheid an das Amt für Industrie, Ge-

werbe und Arbeit Graubünden zurückgewiesen. 

2. Es werden keine Kosten erhoben.

3. [Rechtsmittelbelehrung]

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4. [Mitteilungen]