# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 161805e7-b8b1-578d-8073-d20fd3dc4e83
**Source:** Uri (UR)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2014-06-24
**Language:** de
**Title:** Uri Obergericht Zivilrechtliche Abteilung 24.06.2014 2014_OG Z 14 6
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/UR_Gerichte/UR_OG_005_2014-OG-Z-14-6_2014-06-24.pdf

## Full Text

Zivilprozessordnung. Art. 117 lit. a ZPO. Unentgeltliche Rechtspflege. Die 
prozessuale Bedürftigkeit beurteilt sich nach der gesamten wirtschaftlichen 
Situation des Rechtsuchenden im Zeitpunkt der Entscheidung über das 
Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege. Die laufenden, effektiv bezahlten 
Steuern sind (im Gegensatz zum betreibungsrechtlichen Existenzminimum) zu 
berücksichtigen. Verfallene Steuerschulden, deren Höhe und Fälligkeitsdatum 
nachgewiesen sind, müssen bei der Prüfung der Bedürftigkeit der Person, die 
um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht, ebenfalls 
berücksichtigt werden, sofern sie tatsächlich getilgt werden. Bei der 
Berechnung des betreibungsrechtlichen Existenzminimums werden Steuern 
nicht berücksichtigt, insbesondere weil der Staat nicht durch Berücksichtigung 
von Steuerschulden gegenüber anderen Gläubigern privilegiert werden soll. 
Gerichtlich beurteilte, aber noch nicht rechtskräftige beziehungsweise 
"provisorische" Unterhaltsverpflichtungen des Beschwerdeführers sind mit 
Bezug auf die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation des Gesuchstellers 
nicht anders zu behandeln als die laufenden provisorischen Steuern. 
 
Obergericht, 24. Juni 2014, OG Z 14 6