# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 3a9d1b35-002c-5724-9566-fb9ab794eee7
**Source:** Zürich (ZH)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2015-02-16
**Language:** de
**Title:** Zürich Obergericht Strafkammern 16.02.2015 SB140414
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/ZH_Obergericht/ZH_OG_002_SB140414_2015-02-16.pdf

## Full Text

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer    
 

 

Geschäfts-Nr.: SB140414-O/U/eh 
 
 

Mitwirkend: Die Oberrichter lic. iur. P. Marti, Präsident, und Dr. iur.  

D. Schwander, Ersatzoberrichter lic. iur. J. Meier sowie die  

Gerichtsschreiberin lic. iur. C. Laufer 

 

Urteil vom 16. Februar 2015 

in Sachen 

A._____,  

Beschuldigter und Berufungskläger 

verteidigt durch Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ 
 

gegen 

Staatsanwaltschaft See/Oberland,  

vertreten durch Leitenden Staatsanwalt lic. iur. J. Vollenweider,  

Anklägerin und Berufungsbeklagte 
 

sowie 

B._____,  

Privatkläger und Berufungsbeklagter 

vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ 

betreffend  
einfache Körperverletzung 

Berufung gegen ein Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom 15. April 2014  

(DG130019) 

-   2   - 

Anklage: 

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft See / Oberland vom 2. Dezember 2013 

(Urk. 31) ist diesem Urteil beigeheftet. 

Urteil der Vorinstanz: 

(Urk. 82 S. 45 f.) 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte ist der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 

Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig. 

2. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten bestraft. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatz- und  

genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatz- und Genugtuungsanspruches wird der Privatkläger auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

5. Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____, wird für seine Bemühungen und Baraus-

lagen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse wie 

folgt entschädigt: 

 Honorar: Fr. 6'664.00 

Barauslagen:  Fr.   218.55 

MwSt 8.0%: Fr.   550.60 

    _________ 

Total: Fr.   7'433.15 

 

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6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 100.00   Auslagen Gericht (Zeugenentschädigung) 

Fr. 816.00   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 2'500.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 590.00   Auslagen Untersuchung (med. Berichte, Zeugenentsch.) 

Fr. 7'433.15   amtliche Verteidigung 

7. Die Kosten der Untersuchung (Kantonspolizei/Staatsanwaltschaft) und des 

gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten 

der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen. Das 

Nachforderungsrecht gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO bleibt vorbehalten. 

8. Der Beschuldigte wird überdies verpflichtet, dem Privatkläger für das ge-

samte Verfahren eine Entschädigung i.S.v. Art. 433 StPO von Fr. 9'589.20 

zu bezahlen. 

9. (Mitteilungen) 

10. (Rechtsmittel) 

Berufungsanträge: 

a) Der Verteidigung des Beschuldigten: 

 (Urk. 102 S. 2) 

1. Unter Ersetzung des Urteils des Bezirksgerichts Hinwil vom 15. April 

2014 (Geschäfts-Nr.: DG130019) sei A._____ vom Vorwurf der einfa-

chen Körperverletzung freizusprechen. 

2. Die Zivilansprüche des Privatklägers seien abzuweisen 

eventualiter 

sei der Privatkläger mit seinen Zivilansprüchen auf den Zivilweg zu 

verweisen. 

3. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens seien auf die Gerichtskasse 

zu nehmen. 

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4. A._____ sei, soweit er obsiegt, eine Entschädigung für die Wahrneh-

mung seiner Verteidigungsrechte vor dem Obergericht in  

Höhe der von mir eingereichten Honorarnote 

und 

für den Tag der Hauptverhandlung nach dem dafür anfallenden Zeit-

aufwand der Verteidigung zu einem Stundenansatz von CHF 300.–

zzgl. MWST einschliesslich einer Nachbesprechung von 30 Minuten 

festzusetzen. 

b) Der Staatsanwaltschaft: 

(schriftlich; Urk. 92) 

Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils. 

c) Der Privatklägerschaft B._____: 

(Urk. 103 S. 1 f. i.V.m. Urk. 115 S. 3) 

1. Der Beschuldigte A._____ sei der einfachen Körperverletzung  

im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen; 

2. Es sei festzustellen, dass der Beschuldigte A._____ gegenüber dem 

Privatkläger B._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 

15. November 2012 dem Grundsatze nach schadenersatz- und genug-

tuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatz- und 

Genugtuungsanspruches sei der Privatkläger auf den Weg des Zivil-

prozesses zu verweisen; 

3. Der Beschuldigte A._____ sei zu verpflichten, dem Privatkläger für die 

Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung 

i.S.v. Art. 433 StPO von Fr. 9'589.20 und für das Verfahren vor Ober-

gericht von Fr. 3'242.15 zu bezahlen; 

4. Die Kosten des Verfahrens seien ausgangsgemäss dem Beschuldigten 

A._____ aufzuerlegen. 

 

 

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Erwägungen: 

1. Prozessgeschichte 

1.1. Mit vorinstanzlichem Urteil vom 15. April 2014 wurde der Beschuldigte der 

einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbin-

dung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig gesprochen (Dispositivziffer 1) und 

mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten bestraft (Dispositivziffer 2). Der Vollzug 

der Freiheitsstrafe wurde aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt 

(Dispositivziffer 3). Weiter wurde festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber 

dem Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schaden-

ersatz- und genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatz- und Genugtuungsanspruches wurde der Privatkläger auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen (Dispositivziffer 4). Die Kosten der Unter-

suchung und des gerichtlichen Verfahrens wurden dem Beschuldigten auferlegt, 

während die Kosten der amtlichen Verteidigung unter Vorbehalt des Nach-

forderungsrechts gemäss Art. 135 Abs. 4 StPO auf die Staatskasse genommen  

wurden (Dispositivziffer 7). Überdies wurde der Beschuldigte verpflichtet, dem 

Privatkläger für das gesamte Verfahren eine Entschädigung i.S.v. Art. 433 StPO 

von Fr. 9'589.20 zu bezahlen (Dispositivziffer 8). 

1.2. Gegen dieses Urteil, das dem Beschuldigten am 25. April 2014 zuging 

(Urk. 67; vgl. Prot. I S. 18 unten), meldete dieser mit Eingabe vom 2. Mai 2014 

 innert der zehntägigen Frist von Art. 399 Abs. 1 StPO Berufung an (Urk. 68). 

Am 4. Juni 2014 wurde Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ als amtlicher Verteidiger 

des Beschuldigten entlassen und festgestellt, dass der Beschuldigte Rechtsan-

walt Dr. iur. X1._____ zu seinem Wahlverteidiger ernannt hat (Urk. 74). 

1.3. Die Berufungserklärung erfolgte fristgerecht mit Eingabe vom 2. September 

2014 (Urk. 84). Mit Präsidialverfügung vom 15. September 2014 wurde die  

Berufungserklärung des Beschuldigten der Staatsanwaltschaft sowie dem Privat-

kläger zur allfälligen Einreichung einer Anschlussberufung gemäss Art. 399 Abs. 3 

und 4 StPO zugestellt (Urk. 88). Der Privatkläger verzichtete mit Eingabe vom  

 

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26. September 2014 auf die Erhebung einer Anschlussberufung (Urk. 90). Die 

Staatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 7. Oktober 2014 ihrerseits mit, auf die 

Erhebung einer Anschlussberufung sowie auf das Stellen von Beweisanträgen zu 

verzichten, und beantragte die Bestätigung des vorinstanzlichen Urteils (Urk. 92). 

1.4. Am 14. Oktober 2014 wurde der Beschuldigte auf den 27. November 2014 

zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 95). Am 27. November 2014 fand die 

Berufungsverhandlung statt (Prot. II S. 3 ff.). Nach der Befragung des Beschuldig-

ten (Urk. 101; Prot. II S. 6) wurde – mit dem Einverständnis der Parteivertreter – 

entschieden, dass die schriftlichen Plädoyers (Urk. 102 und Urk. 103) ausge-

tauscht bzw. als verlesen zu den Akten genommen werden und das Verfahren 

schriftlich fortgeführt wird (Prot. II S. 6 unten). Alsdann wurde den Parteivertretern 

eine Frist von 10 Tagen zur Einreichung von Replik und Duplik angesetzt. Eine 

identische Frist wurde auch dem Beschuldigten zur Einreichung eines Schluss-

wortes angesetzt. Zudem erklärten sich die Parteien mit einer schriftlichen  

Urteilseröffnung einverstanden (Prot. II S. 7). 

Mit Eingabe vom 5. Dezember 2014 reichte der Privatkläger seine Replik ein 

(Urk. 104), während der Beschuldigte mit Eingabe vom 8. Dezember 2014 dupli-

zierte (Urk. 109) und sein persönliches Schlusswort schriftlich einreichte 

(Urk. 111). Mit Präsidialverfügung vom 10. Dezember 2014 wurde dem Beschul-

digten eine Kopie der Replik des Privatklägers und dem Privatkläger eine Kopie 

der Duplik des Beschuldigten zur freigestellten Vernehmlassung zugestellt 

(Urk. 113). Mit Eingabe vom 22. Dezember 2014 nahm der Privatkläger innert 

Frist nochmals Stellung (Urk. 115); der Beschuldigte liess sich innert Frist nicht 

vernehmen. 

2. Umfang der Berufung 

Der Beschuldigte ficht das vorinstanzliche Urteil mit Ausnahme der Dispositiv-

ziffern 5 und 6 vollumfänglich an. Demzufolge sind diese Ziffern in Rechtskraft 

erwachsen, was vorab festzustellen ist (Art. 404 Abs. 1 StPO; vgl. Prot. II S. 3 f. 

sowie 5 f.). 

 

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3. Sachverhalt 

3.1. Ausgangslage 

Der Beschuldigte macht im Wesentlichen geltend, der Privatkläger sei am  

15. November 2012 – im Zuge einer verbalen Auseinandersetzung – mit einem 

Inbusschlüssel (Urk. 19/3 S. 42 [Foto]) auf ihn zugekommen, um ihm diesen in die 

Rippen zu stossen. Daraufhin habe er den Privatkläger „blockiert“, „reflexartig“  

einen nebenan liegenden Gummihammer (Urk. 19/3 S. 43 [Foto]) ergriffen und mit 

diesem dem Privatkläger an den Kopf geschlagen. Die Sachdarstellung des 

Privatklägers entspricht im Wesentlichen der Anklage (Urk. 31 S. 2 f.). 

3.2. Verletzungsfolgen 

Durch diesen Vorfall erlitt der Privatkläger (nebst weiteren geringfügigen Ver-

letzungen; siehe Urk. 6 [Foto]) eine Gehirnerschütterung sowie eine mit  

vier Einzelknopfnähten versorgte Rissquetschwunde am linken Hinterkopf (hinter 

dem linken Ohr) und war vom 15. bis zum 17. November 2012 stationär hospitali-

siert (Urk. 7/5 [„occipital“ = am Hinterkopf befindlich]; Urk. 13 S. 13 Mitte; Urk. 6 

[Fotos]).  

Das definitive Ausmass allfälliger weiterer Verletzungsfolgen (Kopfschmerzen, 

Schlafstörungen, Schwindel, Depression) ist streitig, namentlich das massive  

Verstärken eines angeblich bereits am rechten Ohr vorbestehenden Tinnitus 

(Urk. 17/2 S. 3 Ziff. 9; Urk. 17/4 S. 2 Ziff. 9).  

3.3. Anzeige und Gegenanzeige 

Der Privatkläger erstattete am Montag 19. November 2012, 14:25 Uhr, persönlich 

bei der Kantonspolizei Wetzikon Strafanzeige (Urk. 1 S. 4 unten) und stellte Straf-

antrag gegen den Beschuldigten (Urk. 1 S. 7 oben; Urk. 7/1) wegen „einfacher 

Körperverletzung und Tätlichkeit“. Seine Ersteinvernahme erfolgte direkt im  

Anschluss daran ab 15:02 Uhr (Urk. 5). 

Der Beschuldigte überbrachte der Polizei Wetzikon eine vom 25. November 2012, 

also vom Vortag seiner Ersteinvernahme datierende und von ihm unterzeichnete  

schriftliche Strafanzeige gegen den Privatkläger, und zwar wegen „bewaffneten, 

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körperlichen Angriffs, versuchter Körperverletzung und versuchter Tötung“ 

(Urk. 3; vgl. auch Urk. 4 Ziff. 46). 

3.4. Rollentausch-Problematik / sistiertes Parallelverfahren 

Anlässlich seiner Ersteinvernahme vom 19. November 2012 und somit noch vor 

Erstattung der Gegenanzeige wurde der Privatkläger als polizeiliche Auskunfts-

person befragt und auf das Aussageverweigerungsrecht hingewiesen (Urk. 5 

Ziff. 3). Nach dem Eingang der Gegenanzeige bzw. Eröffnung einer Strafunter-

suchung wegen versuchter Körperverletzung gegen den Privatkläger wurde  

dieser jeweils ebenfalls als beschuldigte Person einvernommen (Urk. 13 S. 2 

ganz unten sowie S. 3 ganz oben; Urk. 28 S. 1 ganz unten sowie S. 2 ganz oben). 

Insofern besteht jedenfalls im vorliegenden Verfahren von vornherein kein durch 

den Rollenwechsel bedingtes Verwertbarkeitsproblem. Im vorliegenden Urteil ist 

mit Beschuldigtem stets ausschliesslich A._____ gemeint, während B._____  

 als Privatkläger bezeichnet wird. 

Gleichzeitig mit der am 2. Dezember 2013 erfolgten Anklageerhebung hat die 

Staatsanwaltschaft See / Oberland das gegen den Privatkläger eröffnete Verfah-

ren wegen versuchter Körperverletzung bis zur rechtskräftigen Erledigung des 

vorliegenden Verfahrens nach Massgabe von Art. 314 StPO sistiert (Urk. 32). 

Diese besondere verfahrensrechtliche Stellung des Privatklägers bleibt auf die 

Beurteilung seiner Glaubwürdigkeit praktisch ohne Einfluss, denn einerseits 

kommt der Glaubwürdigkeit der Person – verglichen mit der Glaubhaftigkeit ihrer 

Aussagen als solche – ohnehin nur ein geringer Stellenwert zu (Urteil des  

Bundesgerichts 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.4 mit Hinweis auf  

BGE 128 I 81 E. 2), andererseits hat der Privatkläger vorliegend bereits aufgrund  

seiner Privatklägerstellung ein gewisses Interesse am Verfahrensausgang. 

3.5. Hintergrund der Auseinandersetzung bezogen auf den Zeitraum vor dem 

12. November 2012 

Der Beschuldigte und der Privatkläger arbeiteten bis zum vorliegend zu beurtei-

lenden Vorfall (im Zuge dessen sie beide unverzüglich fristlos entlassen wurden;  

Urk. 4 Ziff. 4; Urk. 1 S. 6; Urk. 64/1) während rund 13 Jahren als Lageristen bei 

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der im Messestandbau tätigen Unternehmung C._____ AG (Urk. 59 S. 1 unten; 

Urk. 5 Ziff. 9; bei Urk. 4 Ziff. 5 muss es sich um einen Verschrieb handeln).  

Der Beschuldigte ist kroatischer Staatsbürger bosnischer Herkunft (Urk. 4 Ziff. 18; 

Urk. 1 S. 2; Urk. 13 S. 10 Mitte und S. 14 Mitte); der Privatkläger ist ein serbisch-

schweizerischer Doppelbürger kosovo-albanischer Herkunft (Urk. 1 S. 2; Urk. 13 

S. 5 oben). Beide leben ca. seit 1988/89 in der Schweiz (Urk. 5 Ziff. 36; Urk. 59 

S. 1 unten). 

Bereits seit geraumer Zeit vor dem Vorfall kam es zwischen den beiden immer 

wieder zu verbalen Sticheleien und Provokationen wegen ihrer jeweiligen ethni-

schen Herkunft bzw. wegen des Aussehens (Beschuldigter: Urk. 4 Ziff. 17 und 18; 

Urk. 59 S. 5 unterhalb Mitte; Privatkläger: Urk. 5 Ziff. 10, 11 und 12). Der  

Beschuldigte präzisierte, Derartiges jeweils nur aus Spass gesagt zu haben 

(Urk. 4 Ziff. 17 a.E.), räumte aber ein, der Privatkläger habe es manchmal „ein 

bisschen ernst genommen“ bzw. sei „hässig“ gewesen (Urk. 4 Ziff. 19; Näheres 

dazu unten). 

3.6. Grundsätzliche Beweis-Ausgangslage 

Der Bruder des Beschuldigten, D._____ (zur unterschiedlichen Namensschreib-

weise: Urk. 10 Ziff. 11), arbeitete zum Tatzeitpunkt ebenfalls als Lagerist bei der 

C._____ AG (Urk. 10 Ziff. 7). Inwiefern er den Tathergang bzw. die Sekunden 

unmittelbar davor bzw. danach tatsächlich beobachten konnte, ist streitig (dazu 

ausführlich unten). Weitere Personen konnten die Tat nicht  

beobachten. Eine Spurensicherung direkt im Anschluss an die Tat erfolgte nicht, 

da der Privatkläger erst am 19. November 2012 Anzeige erstattete (Urk. 1 S. 4 

unten). 

3.7. Erstaussage des Beschuldigten  

In der Ersteinvernahme vom 26. November 2012 (also 11 Tage nach dem Vorfall) 

wurde der Beschuldigte gefragt, aus welchem Anlass er den Privatkläger auf den 

Kopf geschlagen habe (Urk. 4 Ziff. 11). Darauf erwiderte er zunächst: „Ich weiss  

nicht, warum ich so reagiert habe“. Alsdann schildert er, wie ihn der Privatkläger  

 

 

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mit einem Inbusschlüssel angegriffen habe. Hierbei fällt zweierlei auf: Mit Blick auf  

die später (in der gleichen Einvernahme, also der Ersteinvernahme) geäusserte 

Angst, die er gehabt habe (Urk. 4 Ziff. 11 a.E.; Urk. 4 Ziff. 24) sowie die bereits 

tags zuvor in der Gegenanzeige und ebenfalls später (in der gleichen Einver-

nahme) geltend gemachte Notwehrlage (Urk. 3 a.E.; Urk. 4 Ziff. 24; Urk. 59 S. 6 

Mitte; Urk. 65 S. 6 f. [vorinstanzliches Plädoyer der Verteidigung]) erscheint  

sonderbar, dass der Beschuldigte spontan und als allererste Stellungnahme zur 

Sache ausführt, er wisse nicht, warum er so reagiert habe. Wer nämlich in Angst 

bzw. Notwehr handelt, weiss im Allgemeinen sehr wohl, warum er so gehandelt 

hat: nämlich wegen der Notwehrlage bzw. der Angst. Diesen Widerspruch konnte 

der Beschuldigte auch vor Obergericht nicht plausibel erklären (Urk. 101 S. 17 

Mitte). Ganz am Ende der vorerwähnten Antwort (im Rahmen der Ersteinver-

nahme) erwähnte der Beschuldigte, nachdem er, wie eben dargelegt, zunächst 

gesagt hatte, er wisse nicht, warum er so reagiert habe, er habe Angst gehabt 

(Urk. 4 Ziff. 11 a.E.). In der darauf folgenden Einvernahme relativiert er diese 

Angst dann aber wieder: Auf die Frage, ob er Angst gehabt habe, als der Privat-

kläger mit dem Inbusschlüssel auf ihn zugekommen sei, antwortete er (Urk. 13 

 S. 14 oberhalb Mitte): „Ob es Angst oder Reflex war, weiss ich nicht. [...].“ Vor 

Obergericht sprach der Beschuldigte alsdann nicht mehr von Angst, sondern nur 

noch von Reflex (ebenso in seinem Schlusswort: Urk. 111), wobei er zunächst  

– wie bereits zu Beginn der Ersteinvernahme – erneut aussagte, nicht zu wissen, 

warum er so reagiert habe; so antwortete er auf die Frage, warum er den Privat-

kläger gegen den Kopf geschlagen habe, vor Obergericht (Urk. 101 S. 11 oben): 

„Das weiss ich auch nicht. Vermutlich habe ich rein reflexartig reagiert [Hervor-

hebungen hinzugefügt].“  

Weiter fällt auf, dass der Beschuldigte den Angriff in der Ersteinvernahme spontan 

ohne jegliche Kontexteinbettung schildert, als ob er sich ohne vorgängige wie 

auch immer geartete Auseinandersetzung oder Ankündigung ereignet hätte,  

gewissermassen also „aus heiterem Himmel“, wobei die ihm gestellte Frage  

lautete (Urk. 4 Ziff. 11): „Was war Ihr Anlass, B._____ mit einem Hammer am 

Kopf zu schlagen?“ 

 

 

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Wenig später hakt der Befrager diesbezüglich wie folgt nach (Urk. 4 Ziff. 15): 

„Kam es zuvor zu einer Auseinandersetzung oder weshalb kam B._____ auf Sie 

zu mit einem Inbusschlüssel?“ Darauf erwiderte der Beschuldigte: „Er  

arbeitet mit Inbusschlüssel, weil er Barstühle zusammenschraubt. Ich weiss nicht, 

warum er auf mich zukam. Ich weiss nur, dass er extrem aggressiv ist.“ Auf die 

Anschlussfrage, warum der Privatkläger aggressiv sei, wiederholte der Beschul-

digte, er wisse es nicht (Urk. 4 Ziff. 16). Abgesehen vom zweimalig ausgedrückten 

Nichtwissen fällt auf, dass der Beschuldigte nicht aussagte, der Privatkläger  

sei extrem aggressiv gewesen, sondern dass er extrem aggressiv sei, also im 

Sinne einer allgemeinen Charakterisierung (wodurch eine anlasslose Tat etwas 

plausibler erschiene). Von vorgängigen Sticheleien sagt der Beschuldigte nach 

wie vor nichts, obwohl diese andererseits in der tags zuvor verfassten und von 

ihm unterzeichneten Gegenanzeige erwähnt werden (Urk. 3). 

Im Anschluss daran wird dem Beschuldigten die Aussage des Privatklägers vor-

gehalten, wonach er und der Privatkläger sich seit Jahren – vornehmlich wegen 

ihrer jeweiligen ethnischen Herkunft – gegenseitig provozieren würden (Urk. 4 

Ziff. 17). Dazu bemerkte der Beschuldigte im Wesentlichen, er sage solches  

jeweils nur spasseshalber. Er habe dem Privatkläger schon hundert Mal gesagt, 

seine grossen Ohren seien typisch für einen Albaner. Er wisse nicht, warum  

dieser dieses Mal so reagiert habe (Urk. 4 Ziff. 18). Damit bringt der Beschuldigte 

zum Ausdruck, dass der Privatkläger – entgegen seinen vorerwähnten Aussagen 

– doch nicht gänzlich ohne Anlass gehandelt hat, sondern zumindest im Zuge  

einer Stichelei. Insofern passt er seine Antworten nachträglich dem ihm gemach-

ten Vorhalt an. Zwar betrifft der vorerwähnte Vorhalt nicht die eigentliche Tataus-

führung, aber immerhin die unmittelbare Vortat-Phase. Im Rahmen der  

vorinstanzlichen Hauptverhandlung wird der Beschuldigte zunächst dann wieder 

jegliche Provokationen seinerseits – am Tattag und auch zuvor – in Abrede  

stellen (Urk. 59 S. 4 Mitte sowie S. 4 ganz unten; ebenso auch vor Obergericht: 

Urk. 101 S. 6 Mitte), um dann wenig später spontan von seiner Hänselei betref-

fend grosse Ohren zu berichten (Urk. 59 S. 5 unterhalb Mitte; ähnlich auch vor 

Obergericht: Urk. 101 S. 8 Mitte). 

Im Anschluss an die vorerwähnte Anpassung seiner Erstaussage an den ihm  

gemachten Vorhalt präzisiert der Beschuldigte alsdann, er sage jeweils nicht, der  

 

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Privatkläger habe grosse Ohren wie ein Esel, sondern nur er habe grosse Ohren, 

wie dies für Albaner typisch sei (Urk. 4 Ziff. 20). Alsdann fährt der Beschuldigte 

wie folgt fort (Urk. 4 Ziff. 20): „Er [gemeint: der Privatkläger] sagte am 15.11.12 zu 

mir, dass wenn ich dies noch einmal sage zu ihm, dass er mich tot mache. Ich 

habe das das erste Mal gar nicht genau gehört. Dann sagte er wieder ’Ich  

schneide deine Kopf ab’. Mein Bruder hat das auch gehört und fragte ‚he he, was 

ist los?’ Dann sagte B._____ zu mir, noch einmal sagst du mir so etwas, dann bist 

du tot!“ 

Nachdem der Beschuldigte unmittelbar zuvor noch aussagte, nicht zu wissen,  

warum der Privatkläger ihn angriff, und pauschal darauf hinwies, dieser sei  

„extrem aggressiv“, berichtete er, wie eben aufgezeigt, – auf Vorhalt der Aus-

sagen des Privatklägers – überraschend nicht nur von gegenseitigen Sticheleien, 

sondern von einer ihm gegenüber unmittelbar vor der Tat drei Mal ausgesproche-

nen Todesdrohung. Dass eine dreimalige Todesdrohung, selbst wenn sie nicht 

ernst gemeint war oder nicht ernst genommen wurde (in diesem Sinne: Urk. 13  

S. 14 oben; ebenso auch vor Obergericht: Urk. 101 S. 18 oben), unter den vor-

liegend geschilderten Befragungsumständen anfänglich verschwiegen wird,  

obwohl sie bereits tags zuvor Eingang in die Gegenanzeige fand, erscheint  

sonderbar. Sonderbar erscheint aber auch, dass jemand, der unter anderem  

wegen versuchter Tötung Strafanzeige erstattet, damit zehn Tage nach dem ent-

sprechenden Vorfall zuwartet (Urk. 3). Vor Obergericht führte der Beschuldigte 

hierzu aus, er habe nur deshalb Strafanzeige erstattet, weil bzw. nachdem der 

Privatkläger seinerseits gegen ihn eine Strafanzeige erstattet habe (Urk. 101 S. 9 

ganz unten sowie S. 10 ganz oben). In Verbindung mit dem in der Strafanzeige 

des Beschuldigten unter anderem erhobenen Vorwurf der versuchten Tötung  

erscheint diese Motivation schwer nachvollziehbar. 

Auffällig ist weiter Folgendes: Der Beschuldigte führte in der Ersteinvernahme 

aus, der Privatkläger habe ihm nur bedingt mit dem Tod gedroht, nämlich wenn er 

ihm noch einmal sage, er habe lange Ohren wie ein Albaner. Der Beschuldigte 

behauptete jedoch nicht, er habe diese Stichelei betreffend lange Ohren in der 

Folge noch einmal wiederholt (ebenso in seiner freien Schilderung des Vorfalls 

vor Obergericht [Urk. 101 S. 7 unten]; explizit danach gefragt, gab er vor Ober- 

 

 

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gericht an, sich nicht mehr daran erinnern zu können, ob er die Stichelei nach der 

Drohung noch einmal wiederholt habe oder nicht [Urk. 101 S. 18 oberhalb Mitte], 

was mit Blick auf die Bedeutsamkeit dieser allfälligen Äusserung [eigentlicher 

Auslöser der nachfolgenden Gewalttätigkeiten] gedächtnispsychologisch nicht 

plausibel erscheint, auch wenn das Ereignis schon länger zurückliegt). Ebenso 

wenig bekundete der Beschuldigte sein Erstaunen darüber, dass der Angriff  

erfolgte, obwohl er die Stichelei nicht wiederholt hatte. Andererseits ist in der  

einen Tag vor der Ersteinvernahme des Beschuldigten verfassten schriftlichen 

Strafanzeige gegen den Privatkläger von einer derartigen Bedingung nicht die 

Rede (Urk. 3). In der Ersteinvernahme legt der Beschuldigte ausserdem dar, der 

Privatkläger habe ihn unmittelbar vor dem Angriff gefragt: „Du oder ich?“ In der 

vom Tag zuvor datierenden Strafanzeige heisst es demgegenüber, der Privat- 

kläger habe unmittelbar vor dem Angriff zu fluchen begonnen (Urk. 3). 

Ferner passt der relativ harmlose „modus operandi“ des angeblichen Angriffs des 

Privatklägers (versuchter Stich in die Rippen mit einem stumpfen Inbusschlüssel; 

Urk. 4 Ziff. 11) schlecht zu den zuvor ausgesprochenen Todesdrohungen. In einer 

späteren Einvernahme präzisiert der Beschuldigte zudem, er habe vor dieser  

Todesdrohung keine Angst gehabt bzw. er habe gedacht, der Privatkläger sage 

dies einfach so, sie beide würden schon seit zehn Jahren gegenseitige Stichelei-

en austauschen (Urk. 13 S. 14 oben). 

Im Zusammenhang mit den Todesdrohungen wies der Beschuldigte, wie erwähnt, 

darauf hin, sein Bruder, D._____, habe gehört, wie der Privatkläger ihm mit dem 

Abschneiden des Kopfes gedroht habe (Urk. 4 Ziff. 20). D._____ sagte 

 jedoch aus, dies nicht gehört zu haben (Urk. 10 Ziff. 26). Er berichtete zwar  

davon, gehört zu haben, wie der Privatkläger zwei bis drei Mal damit gedroht 

 habe, den Beschuldigten umzubringen, dies jedoch erst nach dem Vorfall anläss-

lich der ersten Wundversorgung (Urk. 10 Ziff. 16 a.E.). Der Beschuldigte selbst 

erwähnte überdies etwas später in der gleichen Einvernahme und in Überein-

stimmung mit der eben erwähnten Aussage seines Bruders, der Privatkläger habe 

nach dem Vorfall Todesdrohungen ausgesprochen (Urk. 4 Ziff. 26). 

Nach dem Gesagten erweist sich die Schilderung des Beschuldigten, wonach ihm 

der Privatkläger vor der Tat mit dem Tod gedroht habe, als unglaubhaft. Einge- 

 

-   14   - 

räumt hat der Beschuldigte jedoch, wie erwähnt, dass es zu gegenseitigen  

Sticheleien gekommen war. Diese vermögen den Angriff des Privatklägers aller-

dings nicht plausibel zu erklären, auch wenn sie ihn nicht gänzlich ausschliessen: 

Wie erwähnt, präzisierte der Beschuldigte nämlich, diese Sticheleien hätten sich 

im Rahmen dessen bewegt, was er dem Privatkläger schon mindestens 100 Mal 

gesagt habe, ohne dass dieser – trotz seines angeblich extrem aggressiven  

Naturells – aggressiv reagiert hätte. 

Den eigentlichen Angriff des Privatklägers schilderte der Beschuldigte auf erstes 

Befragen wie folgt (Urk. 4 Ziff. 11): „Ich weiss nicht, warum ich so reagiert habe. 

Er kam auf mich zu mit einem Inbusschlüssel. Er war zirka 10 Meter entfernt und 

kam plötzlich auf mich zu. Er wollte den Inbusschlüssel in meine linken Rippen 

stecken. Ich wollte in diesem Moment einen Stuhl auf das Palett stellen und  

meine Arbeit erledigen. Ich sah wie B._____ auf mich zukam und fragte ihn "He 

he"! Ich sah, wie er ausholen wollte, um mir den Inbusschlüssel in die Rippen zu 

stecken. Ich konnte ihn blockieren, nahm irgendetwas von meinem Werkzeug-

bank, der gleich vor mir ist und schlug nach B._____. Ich wusste nicht wo ich traf. 

Ich hatte Angst [Hervorhebungen hinzugefügt].“ 

Nebst der unnatürlich gehäuften und insofern auf eine intentionale Falschaussage 

hindeutenden Verwendung des Modalverbs „wollen“ fällt in der vorstehenden  

Sequenz auf, dass der Beschuldigte den Angriff von Beginn weg erkennbar als 

beabsichtigten Stich gegen seine Rippen schilderte. Mit Blick auf die Tatsache, 

dass es sich bei einem Inbusschlüssel um einen stumpfen Gegenstand handelt, 

erscheint die Bedrohungslage somit nicht besonders hoch. Gleichwohl reichte der 

Beschuldigte am Tag vor seiner Ersteinvernahme eine Strafanzeige namentlich 

wegen versuchter Tötung gegen den Privatkläger ein (Urk. 3). Überdies gelang es 

dem Beschuldigten – seinen Angaben zufolge – diesen nicht sonderlich gefährli-

chen Angriff – noch vor seinem Schlag mit dem Hammer – erfolgreich mit dem 

linken Arm zu „blockieren“ bzw. abzuwehren (Urk. 19/3 S. 30 - 33 [Fotos]; 

Urk. 101 S. 14 zweitoberste Antwort); überdies führte der Beschuldigte an anderer 

Stelle aus, im Militär in Selbstverteidigung ausgebildet worden zu sein (Urk. 13 

S. 14 ganz unten und S. 15 ganz oben) und in seiner Jugend 1-2 Jahre lang  

Karate trainiert zu haben (Urk. 13 S. 14 Mitte).  

-   15   - 

Auch vor diesem Hintergrund wirkt die Darstellung des Beschuldigten wenig  

plausibel. Auf die vom Vertreter des Privatklägers anlässlich der Konfrontations-

einvernahme diesbezüglich gestellte Ergänzungsfragen, namentlich warum er  

– trotz erfolgreichem „Blockieren“ des Privatklägers – überhaupt noch mit einem 

Hammer zugeschlagen habe, verweigerte der Beschuldigte die Aussage bzw. 

stellte in Aussicht, sie bei Anwesenheit seines Verteidigers zu beantworten  

(Urk. 13 S. 17 oben). Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung wurde 

ihm sinngemäss die gleiche Frage gestellt, nämlich warum er zusätzlich (d.h. 

nach dem erfolgreichen Blockieren) noch zugeschlagen habe. Darauf antwortete 

er (Urk. 59 S. 8 unten): „Das frage ich mich auch. Es ist alles innerhalb einer  

Sekunde passiert und war eine Schutzreaktion meinerseits [Hervorhebung hinzu-

gefügt].“ 

Sonderbar wirkt weiter, dass der Beschuldigte in der Erstaussage zunächst davon 

spricht, er habe den Hammer nicht am Griff gehalten (Urk. 4 Ziff. 12; beachte 

auch den dortigen mit „sondern“ eingeleiteten, wenig Sinn machenden Halbsatz 

sowie die ebenfalls seltsame Antwort bei Ziff. 13); der Beschuldigte hat im  

Übrigen aber nie eine andere Haltung erwähnt und den Hammer auch im Rahmen 

der Tatrekonstruktion am Griff ergriffen bzw. gehalten (Urk. 19/3 S. 33 und 34). 

Weiter distanziert sich der Beschuldigte insofern von seinem Handeln, als er dar-

legt, „irgendetwas“ von der Werkzeugbank ergriffen und nicht gewusst zu haben, 

wo er den Privatkläger getroffen habe (Urk. 4 Ziff. 11 a.E.). Dass er nicht gewusst 

habe, wo er den Privatkläger getroffen habe, wiederholt der Beschuldigte auch an 

anderen Stellen (Urk. 4 Ziff. 23; ferner: Urk. 4 Ziff. 38). Er habe alsdann seinen 

Bruder gefragt, was passiert sei, worauf ihm dieser gesagt habe, er (der Beschul-

digte) habe den Privatkläger am Kopf getroffen (Urk. 4 Ziff. 23). Auch diese Aus-

sage erscheint sonderbar, zumal nicht einleuchtet, weshalb der Beschuldigte nicht 

realisiert haben soll, wo er den Privatkläger getroffen hat (nicht einmal in  

Anbetracht der blutenden Rissquetschwunde). Im Widerspruch dazu erwähnt der  

Beschuldigte im Rahmen einer späteren Einvernahme, das Blut sei beim Ohr des 

Privatklägers herausgekommen (Urk. 13 S. 13 Mitte). 

 

 

-   16   - 

3.8. Die Aussagen des Beschuldigten im Lichte der Aussagen seines Bruders 

Vor diesem Hintergrund sind die einschlägigen Aussagen des Bruders des  

Beschuldigten von Interesse. Im Rahmen eines freien Berichts schildert D._____ 

 zunächst Folgendes (Urk. 10 Ziff. 16): „[...] Als ich am Lift war, schaute ich in 

Richtung B._____. Er stand an seinem Arbeitsplatz und ich konnte ihn sehen 

während ich auf den Lift wartete. Ich konnte nicht hören, was A._____ und 

B._____ zueinander sprachen. In der Nähe des Liftes hat es einen Heizlüfter an 

der Decke, welcher einen Ventilator hat. Dieser ist ziemlich laut. B._____ stand  

ca. 10-15 m von mir entfernt. Ich sah, wie B._____ einen Inbusschlüssel zur Hand 

nahm. Danach ging B._____ in Richtung A._____. Den Arbeitsplatz von A._____ 

kann man vom Lift her nicht einsehen (siehe Skizze). Im Weiteren sah ich, dass 

B._____ zu Boden fiel und am Kopf blutete. Ich habe nicht gesehen, was vorgän-

gig geschehen ist. [...] [Hervorhebungen hinzugefügt].“  

Somit gab D._____ an, beim Warten auf den Lift gesehen zu haben, wie sich der 

Privatkläger mit einem Inbusschlüssel zum Arbeitsplatz des Beschuldigten begab. 

Auf den Arbeitsplatz des Beschuldigten, wo der Angriff – gemäss Darstellung des 

Bruder bzw. des Beschuldigten – erfolgte, hatte der Bruder jedoch  

gemäss eigenen Angaben keine Sicht und sagte infolgedessen, wie erwähnt, aus, 

er habe nicht gesehen, was vorgängig geschehen sei. Diesbezüglich wurde 

D._____ direkt im Anschluss an seinen vorerwähnten freien Bericht präzisierend 

noch einmal gefragt, ob er habe sehen können, wer wen geschlagen habe, was er 

verneinte: Es sei eine Wand im Weg gewesen, so dass er den Arbeitsplatz des 

Beschuldigten nicht habe einsehen können (Urk. 19 Ziff. 17). 

In der gleichen Einvernahme wurde D._____ die vorerwähnte Aussage des 

 Beschuldigten vorgehalten, wonach er (D._____) gesehen habe, wie der  

Beschuldigte zuschlug (Urk. 10 Ziff. 27). Darauf antwortete er: „Ich habe nur  

gesehen, dass B._____ zu A._____ ging, dabei einen Inbusschlüssel in der Hand 

hielt und diesen wie zum Schlagen nach oben hielt. Ich habe die Bewegung ge-

sehen, wie B._____ zugeschlagen hat. A._____ hat mir später erzählt, dass 

B._____ auf ihn einschlagen wollte. Er habe den Schlag von B._____ aber blo-

ckieren können. Danach hat A._____ den Hammer behändigt und seinerseits zu-

geschlagen [Hervorhebungen hinzugefügt].“  

-   17   - 

In dieser Sequenz fällt Folgendes auf: Bereits die Kombination der beiden  

aufeinander folgenden Sätze (zunächst: „Ich habe gesehen, wie B._____ zuge-

schlagen hat.“ Und unmittelbar danach: „A._____ hat mir später erzählt, dass 

B._____ auf ihn einschlagen wollte.“) erscheint sonderbar bzw. widersprüchlich. 

Gleichzeitig bekräftigt D._____ in dieser Sequenz seine zuvor im Rahmen des 

freien Berichts gemachte Aussage, wonach er nicht gesehen habe, wie der  

Beschuldigte zuschlug, denn er verweist darauf, dies nachträglich von seinem 

Bruder erfahren zu haben. Insofern widerspricht er der Darstellung des Beschul-

digten diametral, der, wie erwähnt, ausgesagt hatte, einzig von D._____ erfahren 

zu haben, wohin er geschlagen habe bzw. was passiert sei. 

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung räumte der Beschuldigte, der 

 in der Ersteinvernahme, wie erwähnt, noch darauf hingewiesen hatte, mangels 

eigenem Wissen von seinem Bruder erfahren zu haben, wohin er schlug, ein, 

dass sein Bruder aufgrund der Sichtverhältnisse gar nicht habe sehen können, 

wohin er schlug (Urk. 59 S. 7 unten). 

Im Widerspruch zu seiner unmittelbar zuvor im Rahmen des freien Berichts  

gemachten eigenen Äusserung, wonach er das Kerngeschehen nicht mitbe-

kommen habe, schildert D._____ in der bereits vorerwähnten und in direkter Rede 

wiedergegebenen Sequenz (dazu oben bzw. Urk. 10 Ziff. 27) aber nicht nur, wie 

sich der Privatkläger mit einem Inbusschlüssel zum Arbeitsplatz des Beschuldig-

ten begab, sondern auch dass dieser den Inbusschlüssel „wie zum Schlagen 

nach oben hielt“; alsdann habe er auch gesehen, wie der Privatkläger zuge-

schlagen habe. 

Wenn D._____ aber, wie eben erwähnt, gesehen hat, wie der Privatkläger  

zuschlug, erscheint nicht nachvollziehbar, warum er dann den unmittelbar nach-

folgenden Hammerschlag des Beschuldigten gerade nicht sah, denn es bestehen 

keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass sich diese Handlungen nicht am gleichen Ort 

abgespielt haben.  

Sonderbar erscheint die vorerwähnte Aussage auch deshalb, weil D._____ im 

Rahmen seines freien Berichts (Urk. 10 Ziff. 16) sowie auf spätere Frage hin  

(Urk. 10 Ziff. 17) ausführte, der Arbeitsplatz des Beschuldigten sei von ihm nicht 

-   18   - 

einsehbar gewesen, andererseits aber doch das dortige Zuschlagen des Privat-

klägers gesehen haben will, nicht aber das Zuschlagen des Beschuldigten.  

Anlässlich der vorinstanzlichen Hauptverhandlung mit letzterem Widerspruch  

konfrontiert, antwortete D._____, dies sei falsch protokolliert worden, er habe 

nicht gesehen, wie der Privatkläger zum Schlag ausgeholt habe (Urk. 60 S. 5 

oberhalb Mitte). Nach dem Vorfall habe ihm der Beschuldigte erzählt, dass er den 

Privatkläger mit einem Gummihammer geschlagen habe (Urk. 60 S. 4 unten). 

Im Gegensatz zu seinem Bruder hatte der Beschuldigte überdies nie ausgesagt, 

der Privatkläger habe den Inbusschlüssel „wie zum Schlagen nach oben“ gehal-

ten; vielmehr äusserte sich der Beschuldigte dahingehend, dass der Privatkläger 

mit dem Inbusschlüssel in seine Rippen habe stechen wollen und demonstrierte 

dies im Rahmen der Tatrekonstruktion entsprechend (Urk. 19/3 S. 22 - 30).  

3.9. Verhältnis von Angriffsszenario und Position der Verletzung 

Gemäss den Aussagen bzw. der Tatrekonstruktion des Beschuldigten wurde er 

vom Privatkläger mehr oder weniger frontal angegriffen und schritt seinerseits 

mehr oder weniger frontal zum Angriff (Urk. 19/3 S. 34 - 38 [Tatrekonstruktion]). 

Vor diesem Hintergrund erscheint es zwar nicht ausgeschlossen, aber doch eher 

unplausibel, dass der Beschuldigte – vorausgesetzt, er stand frontal zum Privat-

kläger – den Privatkläger nicht frontal am Kopf, sondern am (linken) Hinterkopf 

verletzte. Diesbezüglich wies der Beschuldigte darauf hin, er habe den Privat-

kläger nicht am Hinterkopf verletzt, sondern auf der linken Kopfseite (Urk. 59 S. 9 

unten; Urk. 13 S. 13 Mitte). Massgebend ist in diesem Zusammenhang vor allem 

der Spital-Austrittsbericht, der explizit von „occipital“, d.h. am „Hinterkopf befind-

lich“ spricht (Urk. 7/5), wobei sich der Hinterkopf auch etwas zur Seite hin er-

streckt. 

Die Körperpositionsangaben, die demgegenüber der Privatkläger bereits in seiner 

Erstaussage im Rahmen eines freien Berichts bzw. anlässlich der Tatrekonstruk-

tion macht, passen zum Verletzungsbild (Urk. 5 Ziff. 18; zur Tatrekonstruktion  

siehe: Urk. 19/3 S. 16-19): „Dann hörte ich plötzlich etwas hinter mir, jemand kam 

zu mir. Ich drehte den Kopf nach links, ich hörte nur noch etwas in meinem Kopf, 

als explodiere etwas. Ich ging zu Boden und weiss nichts mehr.“ Und etwas weiter  

 

-   19   - 

in der Ersteinvernahme präzisiert der Privatkläger (Urk. 5 Ziff. 24): „Ich habe nach  

hinten links geschaut und sah ganz klar A._____.“ Dass der Privatkläger zunächst 

von einem "jemand" spricht und seine Äusserung zumindest dahingehend  

verstanden werden kann, dass er den Angreifer nicht sah, alsdann aber (auf die 

Frage, warum er wisse, dass er vom Beschuldigten und nicht von dessen Bruder 

geschlagen worden sei) präzisiert, er habe nach hinten links geschaut und ganz 

klar A._____ gesehen (Urk. 5 Ziff. 24), stellt eine gewisse Auffälligkeit dar, auf 

welche die Verteidigung zu Recht hinweist (Urk. 102 S. 5 Ziff. 10). Gemessen an 

den zahlreichen und gravierenden Diskrepanzen in den Aussagen des Beschul-

digten fällt diese Auffälligkeit im Lichte einer Gesamtwürdigung allerdings nicht ins  

Gewicht, zumal die beiden Aussagen nicht notwendigerweise als Widerspruch zu 

interpretieren sind, sondern die zweite Aussage auch lediglich als Präzisierung 

der ersten gesehen werden kann; denkbar ist auch ein Wahrnehmungsfehler in 

dem Sinne, als der Privatkläger den Beschuldigten in Tat und Wahrheit unmittel-

bar vor dem Schlag zwar nicht erblickte, sich dies sich aber aufgrund der Ereig-

nisse unmittelbar vor und nach der Tat gleichsam einbildete. 

3.10. Zu Boden fallen 

Der Beschuldigte anerkannte in der Ersteinvernahme, dass der Privatkläger im 

Zuge seines Hammerschlags zu Boden bzw. auf einen Barstuhl fiel (Urk. 4 Ziff. 10 

und Ziff. 25). Auch im Rahmen der Tatrekonstruktion liegt der Privatkläger nach 

der Tat am Boden (Urk. 19/3 S. 39 f.). Erstmals anlässlich der vorinstanzlichen 

Hauptverhandlung führte der Beschuldigte aus, der Privatkläger sei bloss hinge-

kniet (Urk. 59 S. 9 ganz oben). Als er in der Folge auf die vorerwähnte Szene aus 

der Tatrekonstruktion hingewiesen wurde, machte er sinngemäss geltend, die 

Tatrekonstruktion sei damals unsachgemäss durchgeführt worden (Urk. 59 S. 11 

oben; ähnlich auch Urk. 101 S. 20 f.). Diese zum ersten Mal rund ein Jahr und 

vier Monate nach dem Vorfall vorgebrachte abweichende Sachdarstellung ist 

nicht glaubhaft, zumal sich die übrigen Verletzungen des Privatklägers (Urk. 6 

[Fotos]) nur durch einen Sturz zu Boden plausibel erklären lassen und die ein-

schlägige Tatrekonstruktion explizit gemäss den Aussagen des Beschuldigten  

erfolgte (Urk. 19/3 S. 22 i.V.m. S. 39 f.). Aus dem Umstand, dass der damalige 

Verteidiger bei der Tatrekonstruktion (in Absprache mit dem Beschuldigten;  

 

 

-   20   - 

Urk. 101 S. 21 oben) nicht anwesend war, kann der Beschuldigte nachträglich 

nichts zu seinen Gunsten ableiten, da ohnehin er allein (nebst dem Privatkläger) 

weiss, wie sich die Sache zugetragen hat und die Verteidigung auch nach Vor-

liegen der Tatrekonstruktion die angeblich unsachgemäss erstellten Fotos nie  

beanstandet hatte, auch nicht im vorinstanzlichen Plädoyer (Urk. 65; Prot. I S. 10 

ff.). Ein derartiges Zuwarten verstösst im Übrigen gegen den Grundsatz von Treu 

und Glauben (Urteil 6B_678/2013 vom 3. Februar 2014 E. 2.1 a.E.). 

3.11. Bewusstlosigkeit 

Der Beschuldigte bestritt bereits in der Ersteinvernahme, dass der Privatkläger im 

Zuge des Hammerschlags bewusstlos geworden sei (Urk. 4 Ziff. 26 und 29;  

abweichend: Urk. 4 Ziff. 10). Im Neuro-Otologie-Bericht des Universitätsspitals 

Zürich vom 16. Mai 2013 (dortige S. 1; siehe unter Urk. 17/9) ist unter der Rubrik 

Anamnese vermerkt: „Keine Bewusstlosigkeit.“ Hierbei muss es sich um eine  

Angabe des Privatklägers handeln oder aber um ein Versehen, da der Privat-

kläger in der Untersuchung jeweils ausgesagt hatte, bewusstlos gewesen zu sein 

(Urk. 5 Ziff. 19 und 20, vgl. auch 32; Urk. 13 S. 5 unten). Im Lichte dieses 

 Vermerks bleiben allerdings Zweifel daran, ob der Privatkläger tatsächlich  

bewusstlos war, so dass zu Gunsten des Beschuldigten anzunehmen ist,  

dass keine Bewusstlosigkeit im eigentlichen eintrat, sondern lediglich eine 

 Art „K.o.-Schlag“-Symptomatik. 

3.12. Erstaussage des Privatklägers 

In seiner Erstaussage berichtet der Privatkläger zunächst von den schon länger 

andauernden gegenseitigen Sticheleien zwischen ihm und dem Beschuldigten 

(Urk. 5 Ziff. 10-13). Am Tattag sei es im Beisein einer zufällig anwesenden Putz-

frau wiederum zu derartigen Sticheleien gekommen (vgl. dazu auch der Beschul-

digte: Urk. 4 Ziff. 36), die einige Minuten nach dem Weggang dieser Putzfrau in 

massiven gegenseitige Beschimpfungen von noch nie dagewesenem Ausmass 

kulminierten (Beschuldigter angeblich: „Fick Deine Mutter“ und „Arschloch“;  

Privatkläger: „Arschloch“; zum Ganzen: Urk. 5 Ziff. 17 f. und 12). Der Privatkläger 

sagte aus, sich alsdann wieder seiner Arbeit gewidmet zu haben, während der 

Beschuldigte auf einem Stuhl gesessen sei und mit dem Hammer den Takt  

 

-   21   - 

geklopft habe. Kurze Zeit später habe er plötzlich etwas hinter sich gehört, worauf 

er seinen Kopf nach links gedreht habe und vom Hammer getroffen worden sei 

(Urk. 5 Ziff. 18). 

3.13. Aussage von E._____ betreffend Inbusschlüssel am Boden 

Wie eingangs erwähnt, konnten unmittelbar nach dem Vorfall keinerlei Tatort-

spuren erhoben werden. E._____, der mit dem Beschuldigten sowie dem Privat-

kläger zusammen im gleichen Lagerraum arbeitete, sagte aus, nach der Tat an 

den Tatort gekommen zu sein. Rund ein Jahr nach dem Vorfall wurde er zu  

einer Einvernahme als Zeuge vorgeladen. Dabei wurde auf der Vorladung  

Folgendes vermerkt (Urk. 24/5 S. 1 unten): „Wir ersuchen Sie darum, nach  

Möglichkeit den fraglichen Hammer und Inbusschlüssel zur Zeugeneinvernahme 

mitzubringen.“  

Dieser Aufforderung kam der Zeuge in der Folge auch nach. Anlässlich seiner 

Einvernahme wurde ihm gesagt: „Wir haben Ihnen mitgeteilt, den Gegenstand 

mitzunehmen, den Sie als Tatwerkzeug bezeichnen“. Darauf antwortete er 

(Urk. 27 S. 5 unten): „Ich habe einen Inbusschlüssel mitgebracht, der sicher auf 

dem Boden am Tatort lag. Den Hammer, den ich sodann mitgenommen habe, 

habe ich aber am Tatort nicht gesehen [Hervorhebungen hinzugefügt].“ Auf die 

Anschlussfrage, warum er dann den Hammer mitgenommen habe, wies der  

Zeuge darauf hin, dass ihn der Beschuldigte anlässlich der Tatrekonstruktion,  

anlässlich welcher er ebenfalls zugegen war, nach diesem Hammer gefragt habe 

(Urk. 27 S. 5 unten). Der Beschuldigte habe ihm diesen Hammer damals  

beschrieben, weshalb er ihm dann diesen Hammer gebracht habe (Urk. 27 S. 10 

unten).  

Es erscheint sonderbar, dass der Beschuldigte anlässlich der Tatrekonstruktion 

ausgerechnet seinem Arbeitskollegen E._____, der überdies bei der Tat nicht zu-

gegen war, den fraglichen Hammer beschreiben musste, damit dieser ihn  

ihm bringe (Urk. 27 S. 10 unten), denn der Hammer gehörte ja auch zu den  

Arbeitswerkzeugen des Beschuldigten und befand sich bei dessen Arbeitsplatz. 

Derartige Unplausibilitäten deuten darauf hin, dass der Beschuldigte dem Zeugen 

die fraglichen Gegenstände nicht anlässlich der Tatrekonstruktion, sondern im 

Hinblick auf die Zeugeneinvernahme beschrieben hat bzw. eine diesbezügliche 

-   22   - 

Beeinflussung stattgefunden hat. Der Zeuge gab zu Beginn der Befragung zwar 

an, den Beschuldigten zuletzt anlässlich der Tatrekonstruktion gesehen zu haben 

(Urk. 27 S. 3 Mitte); allerdings wurde er lediglich gefragt, wann er den Beschuldig-

ten zuletzt „gesehen“ habe, womit beispielsweise ein telefonischer Kontakt wahr-

heitskonform verschwiegen werden kann.  

Auffällig ist auch, dass der Zeuge spontan betonte, der Inbusschlüssel habe 

 „sicher“ am Tatort gelegen. Da E._____ bei der Tatrekonstruktion zugegen war, 

sind seine Aussagen zu den (von ihm auf entsprechende Aufforderung hin) mit-

gebrachten Gegenständen ohnehin nur mit Zurückhaltung zu würdigen, zumal 

seine Befragung erst ein Jahr nach der Tat erfolgte. Die Einvernahme eines  

Zeugen über Tatsachen, die unter seiner Anwesenheit im Rahmen einer Tat-

rekonstruktion nachgestellt wurden, birgt nämlich die Gefahr, dass der Zeuge 

Tatortrekonstruktion und Erinnerung verwechselt: In der Tatortrekonstruktion  

gemäss Version des Beschuldigten liegt denn auch ein Inbusschlüssel am Boden 

neben dem Privatkläger (Urk. 19/3 S. 39 f.). Im Lichte all dieser Umstände erweist 

sich die Aussage von E._____, wonach am Tatort „sicher“ ein Inbusschlüssel am 

Boden gelegen habe, nicht als verlässlich bzw. unglaubhaft. Ebenfalls als  

unglaubhaft erweist sich seine Schilderung betreffend Blut am Boden: Dass sich 

der Zeuge ein Jahr nach der Tat noch an die genaue Form der Bluttropfen am 

Boden erinnert, ist gedächtnispsychologisch schwer nachvollziehbar und auch die 

konkrete Aussage erscheint sonderbar: Die Bluttropfen hätten einen Kreis gebil-

det, der so gross gewesen sei, „wie wenn eine Person dort stehen würde, rings-

herum“ (Urk. 27 S. 4 unten). 

3.14. Auseinandersetzung mit ausgewählten Argumenten der Verteidigung 

3.14.1. Das Gericht darf sich in seinem Urteil auf die wesentlichen Gesichtspunkte 

und Leitlinien beschränken und braucht sich nicht mit jedem sachverhaltlichen 

und rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen (Urteil des Bundesgerichts 

6B_336/2014 vom 6. Februar 2015 E. 2.4.3; BGE 138 I 232 E. 5.1). 

3.14.2. Die Verteidigung bringt zunächst Folgendes vor: Selbst wenn der Privat-

kläger, wie er ausführte bzw. in der Tatrekonstruktion demonstrierte, unmittelbar 

vor der Tat an einer Palette im linken Gang gearbeitet hätte, hätte er dem  

Beschuldigten den Rücken zugekehrt. Vor diesem Hintergrund leuchte nicht ein,  

-   23   - 

warum der Privatkläger aussagte, dass er nicht gewusst habe, wo sich der  

Beschuldigte befand, zumal er gesehen habe, wie der Beschuldigte da gesessen 

sei und mit dem Hammer den Takt geklopft habe (Urk. 102 Ziff. 9 i.V.m. Ziff. 6).  

Im Gesagten ist kein Widerspruch zu erkennen: Wenn der Privatkläger dem 

 Beschuldigten den Rücken zukehrte, kann er naturgemäss nicht mit Sicherheit 

wissen, wo sich der Beschuldigte unmittelbar vor dem Tatzeitpunkt befand, auch 

wenn er ihn zuletzt auf einem Stuhl sitzend wahrgenommen hatte. 

3.14.3. Weiter argumentiert die Verteidigung sinngemäss, die Endlage des Privat-

klägers gemäss seiner Tatrekonstruktion sei mit dem Verletzungsbild des Privat-

klägers nicht vereinbar. Gemäss Tatortrekonstruktion liegt der Privatkläger leicht 

auf der rechten Seite, wo sich unbestrittenermassen auch seine Verletzungen  

befunden haben. Die Verteidigung macht diesbezüglich geltend, der Privatkläger, 

der unmittelbar vor dem Schlag vor den Paletten stand, habe „irgendwie eine 

Drehung vollführen müssen“, um an der linken Palette vorbeizufallen und alsdann 

auf der rechten Brustkorbseite zu landen; dies sei „eher unwahrscheinlich“ 

(Urk. 102 Ziff. 11-14). 

Nach dem Hammerschlag ging der Privatkläger, wie oben aufgezeigt, im Rahmen 

eines K.o.-Schlags zu Boden. Demzufolge konnte er den Sturzvorgang gar nicht 

bewusst wahrnehmen, sondern höchstens seine Endlage. Die Endlage, die der 

Privatkläger in der Tatrekonstruktion nachstellte, deckt sich mit seiner vier Tage 

nach dem Vorfall gemachten Erstaussage (Urk. 5 Ziff. 32) sowie im Wesentlichen 

auch mit dem Verletzungsbild (vgl. Urk. 6). Die Mutmassungen der Verteidigung 

darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Privatkläger nach dem Hammer-

schlag eine Drehung gemacht habe bzw. wie er in die definitive Endlage gekom-

men sei, sind spekulativer Natur und vermögen die Sachdarstellung des Privat-

klägers insgesamt nicht in Zweifel zu ziehen. Immerhin ergibt sich aus den Aus-

sagen des Privatklägers, dass er sich vor Auftreffen des Schlages leicht umdrehte 

(Urk. 5 Ziff. 18), wodurch die erwähnte Drehung durchaus plausibel erscheint. 

Dass der Privatkläger einzig den Kopf drehte, ohne aber den Oberkörper eben-

falls leicht zu drehen, erscheint anatomisch nicht plausibel, auch wenn der Privat-

kläger von einer Drehung des Kopfes gesprochen hat (Urk. 5 Ziff. 18). Im Übrigen 

erwähnte auch der Beschuldigte in seiner Erstaussage, der Privatkläger habe sich 

nach dem Hammerschlag gedreht (Urk. 4 Ziff. 25). 

-   24   - 

3.14.4. Gemäss Verteidigung steht und fällt die gesamte Darstellung des Privat-

klägers mit der Frage, ob der Privatkläger unmittelbar vor der Tat tatsächlich einer 

Palette gegenüberstanden sei (wie in der Tatrekonstruktion abgebildet) oder ob 

sich am besagten Ort zum damaligen Zeitpunkt keine Palette befand (Urk. 102 

Ziff. 17). Sinngemäss zielt diese Argumentation wohl darauf ab, dass der Privat-

kläger in Ermangelung einer Palette nicht links an einer solchen hätte vorbeistür-

zen können. Die Verteidigung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, Zeuge 

E._____ habe auf Vorhalt der Tatrekonstruktion (Urk. 19/3 S. 16) ausgesagt, es 

habe dort (d.h. gemäss Urk. 19/3 S. 16) keine Palette gestanden. Die erstmalige 

(und einzige) Einvernahme von E._____ erfolgte am 29. November 2013, mithin 

also ein Jahr nach der Tat. Vor diesem Hintergrund erscheint es gedächtnispsy-

chologisch schwer nachvollziehbar, dass sich dieser Zeuge tatsächlich noch da-

ran erinnern konnte, ob am besagten Ort (d.h. gemäss Urk. 19/3 S. 16) ein Jahr 

zuvor eine Palette stand oder nicht. Ins Gewicht fällt dabei auch, dass E._____ 

anlässlich der Tat erst zum Geschehen hinzukam, als der verletzte Privatkläger 

den Raum bereits schon wieder verlassen hatte (Urk. 27 S. 4), so dass sein (an-

geblich noch ein Jahr später vorhandenes) Wissen um allfällige Standorte von Pa-

letten zusätzlich unplausibel erscheint. 

3.14.5. Die Verteidigung verweist sodann auf die Aussage des Zeugen E._____, 

wonach es nach dem Vorfall lediglich „Bluttropfen“ bzw. „Bluttröpfchen“ am Boden 

gehabt habe. Daraus sei zu schliessen, dass es sich nur um eine  

geringe Menge Blut gehandelt habe, woraus wiederum folge, dass der Privat-

kläger nicht längere Zeit bewusstlos am Boden gelegen haben könne (Urk. 102 

Ziff. 28 ff., insb. Ziff. 30 a.E.). Da vorliegend ohnehin davon ausgegangen wird, 

dass der Privatkläger lediglich einen K.o.-Schlag erlitt und nicht längere Zeit am 

Boden lag (dazu oben), lässt sich allein daraus nichts zu Gunsten des Beschul-

digten ableiten. 

3.14.6. Die Verteidigung erblickt in den Äusserungen des Privatklägers betreffend 

Blutspuren zudem Dramatisierungstendenzen: So habe er von „sehr viel Blut“, 

von einer von ihm hinterlassenen „Blutspur“ und – gegenüber der Ärztin – sogar 

von einer „Blutlache“ gesprochen (Urk. 102 Ziff. 28). „Sehr viel Blut“ und „Blut-

lache“ sind relative Begriffe, die namentlich vom jeweiligen Kontext sowie vom  

subjektiven Empfinden des Blutenden abhängig sind. Auf die in der Erstaussage  

 

-   25   - 

enthaltene Äusserung, wonach es „sehr viel Blut“ gehabt habe, relativierte der 

Privatkläger mit dem Anschlusssatz (Urk. 5 Ziff. 33): „Es hat nur getropft.“ Dass 

der Privatkläger blutete, steht ausser Frage. Insofern erscheint es auch plausibel, 

dass er beim Weggehen eine Blutspur hinterliess. Eine Rissquetschwunde, die 

schliesslich mit mehreren Stichen genäht werden musste, kann zudem schnell 

einmal in einem Ausmass tropfen, dass eine zumindest kleine Blutlache am  

Boden entsteht. Nach dem Gesagten steht fest, dass die Aussagen des Privat-

klägers jedenfalls keine Dramatisierungstendenzen enthalten, deren Ausmass 

seine Aussagen insgesamt in Zweifel zu ziehen vermöchten. 

3.14.7. Entsprechendes gilt auch für Äusserungen des Privatklägers betreffend 

Langzeit-Verletzungsfolgen: In diesem Zusammenhang wurde von ärztlicher Seite 

darauf hingewiesen, dass aus Sicht eines interdisziplinären Teams grundsätzlich 

zwar nicht an den Beschwerden des Privatklägers gezweifelt werde, jedoch davon 

auszugehen sei, dass der Privatkläger – im Bewusstsein des ihm geschehenen 

Unrechts – eine „Verdeutlichung bis Aggravation“ der Beschwerden an den Tag 

gelegt habe, um auf seine Beschwerden aufmerksam zu machen und dabei ernst 

genommen zu werden; dies ergebe sich aus Inkonsistenzen und negativen  

Antwortverzerrungen des Privatklägers im Rahmen der ärztlichen Untersuchung 

(Urk. 17/12 Ziff. 11). Die Verteidigung verweist auf diesen Befund und will damit 

die Glaubhaftigkeit der Aussagen bzw. Glaubwürdigkeit des Privatklägers insge-

samt in Zweifel ziehen (Urk. 102 Ziff. 54).  

Der Glaubwürdigkeit der Person kommt lediglich untergeordnete Bedeutung zu, 

da sie keine Rückschlüsse auf die Glaubhaftigkeit der konkreten Aussage erlaubt 

(Urteil des BGer 6B_655/2012 vom 15. Februar 2013 E. 2.4). Die konkreten Aus-

sagen des Privatklägers zum Kerngeschehen (unter besonderer Berücksichtigung 

seiner Erstaussage) weisen, wie gezeigt, kaum Inkonsistenzen oder aussage-

psychologische Auffälligkeiten auf. Der vorgenannte ärztliche Befund ist damit 

nicht geeignet, eine „Kontamination“ der Aussage des Privatklägers insgesamt 

nahe zu legen. 

3.14.8. Gemäss Verteidigung zeugten die Aussagen des Privatklägers von einem 

„Belastungseifer zum Schweren“. Dies ergebe sich aus der Entwicklung seiner 

Aussagen zum verwendeten Tathammer (Urk. 102 Ziff. 18 f.). 

-   26   - 

In der Erstaussage sagte der Privatkläger aus, es gebe einen Kunststoffhammer 

und einen Metallhammer im Betrieb; er wisse nicht, mit welchem er geschlagen 

worden sei (Urk. 5 Ziff. 22). In der Zweitaussage sagte er erneut aus, er könne 

nicht sagen, mit welchem Hammer er geschlagen worden sei; es habe zwei ver-

schiedene Hämmer im Betrieb gehabt (Urk. 13 S. 5). Als ihm daraufhin eine Foto-

grafie mit zwei im Betrieb fotografierten Kunststoffhämmern vorgelegt wurde 

(Urk. 2/1 S. 2 Nr. 3), präzisierte der Privatkläger, es habe diese zwei Kunst-

stoffhämmer im Betrieb gegeben sowie einen Eisenhammer; er wisse jedoch 

nicht, mit welchem er geschlagen worden sei (Urk. 13 S. 7). In der dritten und 

letzten Einvernahme führt der Privatkläger aus, es habe drei Hämmer gegeben: 

einen kleinen, einen mittleren und einen grossen. Mit dem kleinen sei er nicht  

geschlagen worden, sondern mit dem mittleren oder grossen, wobei er nicht  

sagen könne, mit welchem der beiden (Urk. 28 S. 2 unten und S. 3 oben).  

Die einzige Aggravation, die in diesen Aussagen erblickt werden kann, besteht 

darin, dass der Privatkläger im Rahmen der letzten Aussage den kleinsten  

Hammer explizit ausschliesst, während er in den beiden ersten Aussagen noch 

angab, nicht zu wissen, mit welchem Hammer er geschlagen wurde; dies deutet 

auf eine gedächtnispsychologisch schwer nachvollziehbare nachträgliche Aktivie-

rung einer Erinnerung hin. Die erwähnte Aggravation erweist sich allerdings als 

äussert geringfügig und betrifft im Übrigen einen Umstand, dem kaum rechtser-

hebliche Bedeutung zukommt, denn entscheidend ist nicht, mit welchem der  

beiden Kunststoffhämmer zugeschlagen wurde, sondern mit welcher Intensität. 

Vor diesem Hintergrund kann von einem eigentlichen „Belastungseifer zum 

Schwereren“ nicht die Rede sein. 

3.14.9. Die Verteidigung weist ferner daraufhin, der Detaillierungsgrad der Aus-

sagen des Privatklägers nehme mit jeder Einvernahme zu und werde fortlaufend 

an die ihm vorgelegten Beweismittel angepasst. Ein solches Ausschmücken der 

Darstellung sei ein klares Lügenanzeichen. Als Beispiele nennt die Verteidigung 

das Polizeifoto, auf dem die Kunststoffhämmer abgebildet sind, sowie die Farbe 

des dem Privatkläger vorgelegten Hammers (Urk. 102 Ziff. 20). Auf Vorlage des 

Polizeifotos mit den beiden Kunststoffhämmern bestätigte der Privatkläger aller-

dings nur, dass es diese beiden Hämmer im Betrieb gegeben habe (sowie noch  

 

 

-   27   - 

einen Eisenhammer). Eine auf eine Lüge hindeutende Ausschmückung kann  

darin nicht gesehen werden. Es liegt zudem auf der Hand, dass Vorhalte Präzisie-

rungen bewirken können, da sie oftmals zur Aktivierung von einstweilen verges-

senen oder jedenfalls bislang nicht spontan vorgebrachten Erinnerungen führen 

können. In der dritten und letzten Einvernahme erwähnte der Privatkläger Folgen-

des: „Ich denke, der Hammer war nicht rot, sondern braun. Ich habe die Farbe 

aber nicht 100%-ig gesehen.“ Auch diese Aussage, die der Privatkläger gleich 

selbst als blosse Vermutung relativierte, deutet kaum auf eine intentionale 

Falschaussage hin; naheliegender wäre die Annahme eines Irrtums, den der  

Privatkläger explizit als möglich erachtet. Ein Irrtum bezüglich eines derart neben-

sächlichen Umstands ist nicht geeignet, die Darstellung des Privatklägers zum 

Kerngeschehen in Frage zu stellen. 

3.14.10. Die Verteidigung legt alsdann ausführlich dar, dass der Privatkläger die 

Farbe des Hammers unmittelbar vor dem Schlag gar nicht habe erkennen 

können, wie er aber behaupte (Urk. 102 Ziff. 24-26). Wie eben erwähnt, relativier-

te der Privatkläger seine entsprechende Behauptung; im Übrigen ist in der Tat 

nicht davon auszugehen, dass er in den Sekundenbruchteilen vor dem Schlag die 

nähere Beschaffenheit des Hammers wahrnehmen konnte. Dieser Befund deckt 

sich auch mit der Erstaussage (Urk. 5 Ziff. 22) sowie mit der Zweitaussage des 

Privatklägers (Urk. 13 S. 5 unterhalb Mitte und S. 7 oben), wonach er nicht wisse, 

mit welchem Hammer er geschlagen worden sei. Dass der Privatkläger in der  

dritten Einvernahme eine explizit als unsicher bezeichnete Aussage zur Farbe des 

Hammers machte, ist ebenfalls nicht geeignet, die Glaubhaftigkeit seiner Dar-

stellung zum Kerngeschehen in Zweifel zu ziehen.  

3.14.11. Da der Beschuldigte geltend macht, der Privatkläger sei vor dem  

Hammerschlag mit einem Inbusschlüssel auf ihn losgegangen, befasst sich die 

Verteidigung einlässlich mit der Frage, ob der Privatkläger am Tag der Tat mit 

 einem solchen Inbusschlüssel gearbeitet habe (was der Privatkläger bestritt) oder 

eben nicht (Urk. 102 Ziff. 60-65). Diese Frage ist allerdings weitgehend irrelevant, 

worauf letztlich auch die Verteidigung hinweist (Urk. 102 Ziff. 66), da der Privat-

kläger – unabhängig von der am besagten Tag verrichteten Arbeit – einen stets 

am Arbeitsplatz befindlichen Inbusschlüssel ergriffen haben könnte; anders ver- 

hielte es sich etwa, wenn der Privatkläger – gemäss Darstellung des Beschuldig- 

 

-   28   - 

ten – angegriffen worden wäre, um dann sogleich mit dem zufällig in seiner Hand 

befindlichen Inbusschlüssel zurückzuschlagen. Entsprechendes macht aber der 

Beschuldigte nicht geltend. 

3.14.12. In der Folge setzt sich die Verteidigung ausführlich mit der Aussage des 

Zeugen E._____ auseinander, wonach sich am Tatort bei den Bluttropfen ein In-

busschlüssel am Boden befunden habe (Urk. 102 Ziff. 69-75). Wie bereits oben 

ausführlich dargelegt wurde, erweist sich die Aussage dieses Zeugen, der erst-

mals ein Jahr nach der Tat einvernommen wurde und der zwischenzeitlich an der 

Tatortrekonstruktion präsent war, als unzuverlässig. 

3.14.13. Die Verteidigung setzte sich schliesslich eingehend mit der Motivlage der 

beiden Protagonisten auseinander (Urk. 102 Ziff. 110-119) und kommt zum 

Schluss, es bestehe „durchaus die Wahrscheinlichkeit“, dass der Privatkläger die 

Sprüche des Beschuldigten nicht mehr ertrug und deswegen auf diesen losging 

(Urk. 102 Ziff. 119). Bei gegenseitigen Sticheleien besteht stets das Risiko einer 

Eskalation. Es lässt sich aber nicht sagen, dass die (jedenfalls überwiegend)  

provozierte Seite im Allgemeinen als Erste Gewalt anwendet: Die provozierte 

Person kann den Streit auch bloss verbal eskalieren lassen und damit eine  

gewalttätige Reaktion der Gegenseite provozieren. Insofern können bei derartigen 

Konstellationen beide Seiten gleichermassen ein Motiv zur Anwendung von  

Gewalt haben. Was die Verteidigung mit Bezug auf Charakter und Gemütslage 

des Privatklägers vorbringt, könnte höchstens eine Eskalation erklären, nicht  

jedoch, dass der Privatkläger als Erster gewalttätig wurde. Vor diesem Hinter-

grund erweist sich eine Analyse der Motivlage vorliegend als unergiebig. 

3.15. Zusammenfassende Gesamtwürdigung 

Die Aussagen und insbesondere die Erstaussagen des Beschuldigten sowie von 

dessen Bruder D._____ enthalten – sowohl bei isolierter Betrachtung als auch un-

tereinander – mit Bezug auf das Kerngeschehen, aber auch darüber hinaus  

eine ausgesprochen hohe Dichte an Widersprüchen, logischen Inkonsistenzen, 

Unplausibilitäten und sonstigen Auffälligkeiten. Demgegenüber weist namentlich 

die Erstaussage des Privatklägers kaum aussageanalytische Auffälligkeiten auf. 

Das vom Privatkläger spontan beschriebene Angriffsszenario harmoniert überdies  

 

-   29   - 

mit der Position seiner Kopfverletzung, während das vom Beschuldigten dargeleg-

te Szenario schwer nachvollziehbar erscheint. Weiter erscheinen die Aussagen 

des Zeuge E._____, wie dargelegt, als unglaubhaft. Auch die einen Tag vor sei-

ner Ersteinvernahme verfasste Strafanzeige des Beschuldigten, in welcher er 

dem Privatkläger – nota bene rund 10 Tage nach der Tat – unter anderem ver-

suchte Tötung vorwirft, lässt – unter Mitberücksichtigung der damit zusammen-

hängenden Aussagen – seine Darstellung als unplausibel erscheinen. Mangels 

eigener Wahrnehmung des Kerngeschehens konnten die übrigen einvernomme-

nen Personen kaum sachdienliche Angaben machen. 

Vor diesem Hintergrund ist der angeklagte Sachverhalt (vorbehaltlich vorstehend 

ausdrücklich angebrachter Präzisierungen) als erwiesen zu betrachten (zu den 

Verletzungsfolgen siehe unten im Rahmen der Strafzumessung).  

4. Rechtliche Würdigung 

Wer vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise, als Art. 122 StGB (betreffend 

schwere Körperverletzung) dies vorsieht, an Körper oder Gesundheit schädigt, 

wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft 

(Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB). Eine schwere Körperverletzung kommt vorliegend 

allein schon aufgrund des Verschlechterungsverbots nicht in Betracht (BGE 139 

IV 282). Andererseits liegt offensichtlich auch keine blosse Tätlichkeit im Sinne 

von Art. 126 StGB vor. Demzufolge ist die Tat als einfache Körperverletzung zu 

qualifizieren. 

Verwendet der Täter einen gefährlichen Gegenstand im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 

StGB, wird er von Amtes wegen verfolgt. Ein Gegenstand ist gefährlich im Sinne 

von Art. 123 Ziff. 2 StGB, wenn er so verwendet wird, dass ein hohes Risiko der 

Tötung oder schweren Körperverletzung gemäss Art. 122 StGB besteht; was für 

eine Verletzung effektiv eingetreten ist, spielt dabei keine Rolle (Urteil des  

Bundesgerichts 6B_99/2013 vom 10. Juni 2013 E. 2.3.2 mit Hinweisen auf:  

BGE 111 IV 123 E. 4; 101 IV 285; Urteil 6S.65/2002 vom 26. April 2002 E. 3.2 mit 

Beispielen). 

Die vorliegend entstandene Rissquetschwunde belegt, dass der Beschuldigte mit 

einer gewissen Wucht zuschlug. Ein so ausgeführter Schlag mit einem Hart- 

 

-   30   - 

gummihammer gegen den Kopf eines Menschen birgt das hohe Risiko einer 

schweren Körperverletzung namentlich in Form einer Hirnschädigung. Demzufol-

ge verwendete der Beschuldigte vorliegend einen gefährlichen Gegenstand im 

Sinne von Art. 123 Ziff. 2 StGB. 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich: Indem er mit dem Hartgummihammer 

zuschlug, wusste und wollte er, dass der Privatkläger Verletzungen erlitt, die über 

blosse Tätlichkeiten hinausgehen würden, auch wenn er nicht mit den konkret 

eingetretenen Verletzungen rechnete. Sodann wusste er auch um das in der  

Verwendung des gefährlichen Gegenstandes liegende Risiko und ging dieses 

bewusst ein. 

Da aufgrund der Sachverhaltsfeststellung erwiesen ist, dass der Privatkläger dem 

Beschuldigten, als dieser angriff, den Rücken zukehrte, kann von einer wie auch 

immer gearteten Notwehrlage (in Sinne von Art. 15 oder 16 StGB) nicht die Rede 

sein. 

5. Strafzumessung 

5.1. Ausgangslage  

Ein Verstoss gegen Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 

Abs. 2 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe  

sanktioniert. Vorliegend erweist sich eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe als 

angezeigt. Nachdem lediglich der Beschuldigte Berufung erhoben hat, darf der 

Entscheid der Vorinstanz nicht zu seinem Nachteil abgeändert werden  

(Verschlechterungsverbot; Art. 391 Abs. 2 Satz 1 StPO). Es darf im Berufungs-

verfahren deshalb keine strengere Bestrafung erfolgen. 

5.2. Grundsätze der Strafzumessung 

Die Vorinstanz hat bereits ausgeführt, wie eine Strafe zuzumessen ist. Auf ihre 

zutreffenden Erwägungen kann an dieser Stelle verwiesen werden (Urk. 82 S. 37 

Ziff. 3.1). 

5.3. Objektive Tatschwere 

Der Beschuldigte schlug einmalig mit einem Hartgummihammer (Urk. 19/3 S. 43) 

gegen den Hinterkopf des Privatklägers. Wie die daraus resultierende Riss-

-   31   - 

quetschwunde, welche genäht werden musste, belegt, schlug der Beschuldigte 

mit einer gewissen Wucht zu. Die Wirkung eines derartigen Schlages lässt sich 

kaum so dosieren, dass eine schwere Körperverletzung mit Sicherheit ausge-

schlossen werden kann. Insofern ist es nur dem Zufall zu verdanken, dass der 

Privatkläger keine schwerer wiegende Schädigung erlitt (vgl. Urk. 17/12 S. 2 

Ziff. 5 sowie S. 3 Ziff. 6; Urk. 17/4 S. 1 Ziff. 5 und 6). 

Der Tat gingen gegenseitige Sticheleien über die jeweilige ethnische Zugehörig-

keit bzw. das Aussehen voraus. Auch wenn diese Sticheleien letztlich zu  

schweren gegenseitigen Beleidigungen führten, ändert dies nicht daran, dass es 

sich letztlich um einen nichtigen Anlass handelte. 

Der Beschuldigte griff den Privatkläger heimlich und von hinten kommend an. Nur 

weil der Privatkläger etwas hörte, dreht er seinen Kopf zur Seite, ansonsten wäre 

er vom Schlag gänzlich überrascht worden. Ein solches Tatvorgehen zeugt von 

Heimtücke. 

Nebst der Rissquetschwunde erlitt der Privatkläger eine Gehirnerschütterung so-

wie diverse nicht weiter problematische Sturzverletzungen und befand sich vom 

15. bis zum 17. November 2012 in stationärer Spitalpflege zwecks neurologischer 

Überwachung (Urk. 7/5). 

Die Verteidigung bestreitet, dass der Vorfall (allenfalls) schon vorbestehende  

Beschwerden des Privatklägers (namentlich ein Tinnitus-Leiden) verstärkt habe 

(Urk. 102 S. 11 ff., insb. Ziff. 55). 

Aus dem ärztliche Befund der Rehaklinik … vom 5. Juli 2013 ergibt sich, dass der 

Privatkläger als Folge des Vorfalls an starken Kopfschmerzen sowie an einer De-

pression leidet (Urk. 17/12 S. 2 Ziff. 4). Es besteht kein Anlass, an  

diesem Befund zu zweifeln, zumal er gewisse von der Verteidigung ins Feld  

geführte (Urk. 102 S. 13 Ziff. 50) Aggravierungstendenzen des Privatklägers mit-

berücksichtigt (Urk. 17/12 S. 4 Ziff. 11). Die vom Privatkläger ebenfalls erwähnten 

Schwindelsymptome sind in der Anklage nicht enthalten, so dass darüber vor-

liegend nicht zu befinden ist (vgl. Art. 325 Abs. 1 lit. f StPO). Weiter macht der 

Privatkläger geltend, dass sich sein vorbestehendes Tinnitus-Leiden im Zuge des  

Vorfalls verstärkt habe und seither beidseitig auftrete, während früher nur die linke  

 

-   32   - 

Seite betroffen gewesen sei. Mit Blick auf die damit zusammenhängende (und 

von der Verteidigung bestrittene) Unfallkausalität lassen sich aus den vorliegen-

den ärztlichen Unterlagen keine klaren Schlüsse ziehen (Urk. 17/2 S. 2 Ziff. 4; 

Urk. 17/9 S. 1 „ad 4“ i.V.m. Urk. 17/8; vgl. auch Urk. 17/12 S. 4 Ziff. 11), so dass 

an dieser Unfallkausalität – im Rahmen der vorliegenden Strafzumessung – in der 

Tat Zweifel bestehen, welche sich zu Gunsten des Beschuldigten auswirken.  

Angesichts der Ungewissheit der zukünftigen Entwicklung ist zudem – ebenfalls 

beschränkt auf die vorliegende Strafzumessung – zu Gunsten des Beschuldigten 

anzunehmen, dass der Privatkläger im Zuge des Vorfalls keine bleibenden  

Schäden erlitten hat. Eine abschliessende und zivilrechtliche Beurteilung dieser 

Unfallkausalitäten bleibt dem Zivilrichter vorbehalten (dazu unten). 

Im Lichte aller erdenklichen Verstösse gegen Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Ver-

bindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB erweist sich die objektive Tatschwere des 

Beschuldigten als mittelschwer. 

5.4. Subjektive Tatschwere 

Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Aufgrund der vorgängigen Stichelei-

en, die in schwere gegenseitige Beleidigungen mündeten, befand sich der  

Beschuldigte zum Tatzeitpunkt in einem durch die gegenseitigen Provokationen 

bedingten Erregungszustand. Diese Umstände sind leicht strafmindernd zu  

berücksichtigen. 

5.5. Hypothetische Einsatzstrafe 

Insgesamt erscheinen 20 Monate Freiheitsstrafe als erste hypothetische Einsatz-

strafe angemessen.  

5.6. Täterkomponenten 

Im Rahmen der Täterkomponenten kann mit Blick auf die persönlichen Verhält-

nisse, die sich vorliegend als strafzumessungsrechtlich neutral erweisen, auf die 

einschlägigen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 82 S. 40 

Ziff. 3.3). 

Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (Urk. 87). 

-   33   - 

Da sich der Beschuldigte nicht geständig zeigte, kann ihm keine Strafreduktion 

zufolge Geständnis gewährt werden. Da er sich aber – unabhängig von seinem 

fehlenden Geständnis – doch mehrfach beim Privatkläger entschuldigt hat (u.a. 

Urk. 59 S. 11 Mitte; Urk. 101 S. 5, S. 18 f.), kann ihm eine gewisse Reue und  

Einsicht doch nicht ganz abgesprochen werden. Insofern rechtfertigt sich unter 

diesem Titel eine geringfügige Strafreduktion. 

5.7. Fazit 

Insgesamt erweist sich eine Strafe von 18 Monaten als angemessen. 

6. Vollzug 

Dem Beschuldigten sind bereits aufgrund des Verschlechterungsverbots der  

bedingte Vollzug (Art. 42 Abs. 1 StGB) sowie die bereits dem gesetzlichen  

Minimum entsprechende zweijährige Probezeit (Art. 44 Abs. 1 StGB) zu ge-

währen.  

7. Zivilansprüche 

Wäre die vollständige Beurteilung des Zivilanspruchs unverhältnismässig auf-

wendig, so kann das Gericht die Zivilklage nur dem Grundsatz nach entscheiden 

und sie im Übrigen auf den Zivilweg verweisen. Ansprüche von geringer Höhe 

beurteilt das Gericht nach Möglichkeit selbst (Art. 126 Abs. 3 StPO). 

Nach Massgabe dieser Bestimmung stellte die Vorinstanz fest, dass der Beschul-

digte gegenüber dem Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grund-

satze nach schadenersatz- und genugtuungspflichtig ist und verwies den Privat-

kläger zur genauen Feststellung des Umfanges dieser Ansprüche auf den Weg 

des Zivilprozesses (Dispositivziffer 4). 

Vorliegend hat einzig der Beschuldigte Berufung erhoben und die vorerwähnte 

Dispositivziffer angefochten. Im Lichte des Verschlechterungsverbots steht somit 

nur der Wegfall der grundsätzlichen Feststellung der Schadenersatz- und Genug-

tuungspflicht zur Diskussion. Dass der Beschuldigte jedoch aus dem vorliegenden 

Vorfall gegenüber dem Privatkläger in irgendeiner Form schadenersatz- bzw.  

genugtuungspflichtig wird, liegt auf der Hand; allerdings wird die Beurteilung des  

 

-   34   - 

adäquaten Kausalzusammenhang zwischen einzelnen gesundheitlichen Beein-

trächtigungen und dem strafbaren Verhalten (unter Einschluss der Problematik 

der konstitutionellen Prädisposition) dadurch nicht präjudiziert (vgl. BSK-StPO-

DOLGE, 2011, N 48 zu Art. 126). Insofern erweist sich die Feststellung der grund-

sätzlichen Schadenersatz- und Genugtuungspflicht des Beschuldigten als sach-

gerecht. 

8. Kosten- und Entschädigungsfolgen 

8.1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 7) 

zu bestätigen. 

8.2. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe 

ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte  

unterliegt mit seinen Berufungsanträgen vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten 

des Berufungsverfahrens aufzuerlegen sind. 

8.3. Die erstinstanzliche Entschädigungsfestsetzung im Sinne von Art. 433 

StPO zu Gunsten des Privatklägers (Dispositivziffer 8) erweist sich als angemes-

sen und ist zu bestätigen. Ebenfalls als angemessen erweist sich die für das Ver-

fahren vor Obergericht geltend gemachte Entschädigung im Umfang von 

Fr. 3'242.15 (vgl. Urk. 115 S. 3 unten; Urk. 106). Insgesamt beträgt die zuzu-

sprechende Entschädigung damit Fr. 12'831.35. 

Es wird beschlossen: 

1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom  

15. April 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:  

Es wird erkannt: 

1. […] 

2. […] 

3. […] 

4. […] 

-   35   - 

5. Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____, wird für seine Bemühungen und Barauslagen als 

amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse wie folgt entschädigt: 

Honorar: Fr. 6'664.00 

Barauslagen: Fr. 218.55 

MwSt 8.0%: Fr. 550.60 

     

Total: Fr. 7'433.15 

6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf: 

Fr. 5'000.00 ; die weiteren Kosten betragen: 

Fr. 100.00   Auslagen Gericht (Zeugenentschädigung) 

Fr. 816.00   Kosten Kantonspolizei 

Fr. 2'500.00   Gebühr Anklagebehörde 

Fr. 590.00   Auslagen Untersuchung (med. Berichte, Zeugenentsch.) 

Fr. 7'433.15   amtliche Verteidigung 

7. […] 

8. […] 

9. (Mitteilungen) 

10.  (Rechtsmittel) 

2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.  

 

Es wird erkannt: 

1. Der Beschuldigte A._____ ist der einfachen Körperverletzung im Sinne von 

Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB 

schuldig. 

2. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten bestraft. 

3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 

2 Jahre festgesetzt. 

-   36   - 

4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus 

dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatz- und  

genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des 

Schadenersatz- und Genugtuungsanspruches wird der Privatkläger auf den 

Weg des Zivilprozesses verwiesen. 

5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 7) wird bestätigt. 

6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'500.–. 

7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.  

8. Der Beschuldigte wird überdies verpflichtet, dem Privatkläger für das ge-

samte Verfahren eine Entschädigung von Fr. 12'831.35 zu bezahlen. 

9. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an 

− die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten  
− Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden des 

Privatklägers 
− die Staatsanwaltschaft See/Oberland 

und nach unbenütztem Ablauf der Rechtsmittelfrist bzw. Erledigung all-

fälliger Rechtsmittel an 

− die Vorinstanz 
− die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A 
− das Migrationsamt des Kantons Zürich.  

10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Straf-
sachen erhoben werden. 

Die Beschwerde ist innert 30 Tagen, von der Zustellung der vollständigen, 

begründeten Ausfertigung an gerechnet, bei der Strafrechtlichen Abteilung 

des Bundesgerichtes (1000 Lausanne 14) in der in Art. 42 des Bundesge-

richtsgesetzes vorgeschriebenen Weise schriftlich einzureichen. 

 

-   37   - 

Die Beschwerdelegitimation und die weiteren Beschwerdevoraussetzungen 

richten sich nach den massgeblichen Bestimmungen des Bundesgerichts-

gesetzes. 

 
 

Obergericht des Kantons Zürich 
I. Strafkammer 

 
 

Zürich, 16. Februar 2015 
 
 

Der Präsident: 
 
 
 

lic. iur. P. Marti 
 

Die Gerichtsschreiberin: 
 
 
 

lic. iur. C. Laufer 
 

 
 
 

 

Zur Beachtung: 

Der/die Verurteilte wird auf die Folgen der Nichtbewährung während der Probezeit aufmerksam 

gemacht: 

Wurde der Vollzug einer Geldstrafe unter Ansetzung einer Probezeit aufgeschoben, muss sie vor-

erst nicht bezahlt werden. Bewährt sich der/die Verurteilte bis zum Ablauf der Probezeit, muss 

er/sie die Geldstrafe definitiv nicht mehr bezahlen (Art. 45 StGB); Analoges gilt für die bedingte 

Freiheitsstrafe. 

Eine bedingte Strafe bzw. der bedingte Teil einer Strafe kann im Übrigen vollzogen werden 

(Art. 46 Abs. 1 bzw. Abs. 4 StGB), 

- wenn der/die Verurteilte während der Probezeit ein Verbrechen oder Vergehen begeht, 

- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet. 
 

 
 

	Urteil vom 16. Februar 2015
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte ist der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig.
	2. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten bestraft.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatz- und  genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz- und Genugtuungsanspruche...
	5. Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____, wird für seine Bemühungen und Baraus-lagen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse wie folgt entschädigt:
	Honorar: Fr. 6'664.00 Barauslagen:  Fr.   218.55 MwSt 8.0%: Fr.   550.60     _________ Total: Fr.   7'433.15
	6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	7. Die Kosten der Untersuchung (Kantonspolizei/Staatsanwaltschaft) und des gerichtlichen Verfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt. Die Kosten der amtlichen Verteidigung werden auf die Staatskasse genommen. Das Nachforderungsrecht gemäss Art. 135 ...
	8. Der Beschuldigte wird überdies verpflichtet, dem Privatkläger für das ge-samte Verfahren eine Entschädigung i.S.v. Art. 433 StPO von Fr. 9'589.20 zu bezahlen.
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittel)
	Berufungsanträge:
	1. Unter Ersetzung des Urteils des Bezirksgerichts Hinwil vom 15. April 2014 (Geschäfts-Nr.: DG130019) sei A._____ vom Vorwurf der einfachen Körperverletzung freizusprechen.
	2. Die Zivilansprüche des Privatklägers seien abzuweisen
	eventualiter
	sei der Privatkläger mit seinen Zivilansprüchen auf den Zivilweg zu verweisen.
	3. Die Kosten des vorliegenden Verfahrens seien auf die Gerichtskasse zu nehmen.
	4. A._____ sei, soweit er obsiegt, eine Entschädigung für die Wahrnehmung seiner Verteidigungsrechte vor dem Obergericht in  Höhe der von mir eingereichten Honorarnote
	und
	für den Tag der Hauptverhandlung nach dem dafür anfallenden Zeitaufwand der Verteidigung zu einem Stundenansatz von CHF 300.–zzgl. MWST einschliesslich einer Nachbesprechung von 30 Minuten festzusetzen.
	1. Der Beschuldigte A._____ sei der einfachen Körperverletzung  im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig zu sprechen;
	2. Es sei festzustellen, dass der Beschuldigte A._____ gegenüber dem Privatkläger B._____ aus dem eingeklagten Ereignis vom 15. November 2012 dem Grundsatze nach schadenersatz- und genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Schadenersatz- ...
	3. Der Beschuldigte A._____ sei zu verpflichten, dem Privatkläger für die Untersuchung und das erstinstanzliche Verfahren eine Entschädigung i.S.v. Art. 433 StPO von Fr. 9'589.20 und für das Verfahren vor Obergericht von Fr. 3'242.15 zu bezahlen;
	4. Die Kosten des Verfahrens seien ausgangsgemäss dem Beschuldigten A._____ aufzuerlegen.
	Erwägungen:
	1. Prozessgeschichte
	1.1. Mit vorinstanzlichem Urteil vom 15. April 2014 wurde der Beschuldigte der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig gesprochen (Dispositivziffer 1) und mit einer F...
	1.2. Gegen dieses Urteil, das dem Beschuldigten am 25. April 2014 zuging (Urk. 67; vgl. Prot. I S. 18 unten), meldete dieser mit Eingabe vom 2. Mai 2014  innert der zehntägigen Frist von Art. 399 Abs. 1 StPO Berufung an (Urk. 68).
	Am 4. Juni 2014 wurde Rechtsanwalt lic. iur. X2._____ als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten entlassen und festgestellt, dass der Beschuldigte Rechtsanwalt Dr. iur. X1._____ zu seinem Wahlverteidiger ernannt hat (Urk. 74).
	1.3. Die Berufungserklärung erfolgte fristgerecht mit Eingabe vom 2. September 2014 (Urk. 84). Mit Präsidialverfügung vom 15. September 2014 wurde die  Berufungserklärung des Beschuldigten der Staatsanwaltschaft sowie dem Privatkläger zur allfälligen ...
	26. September 2014 auf die Erhebung einer Anschlussberufung (Urk. 90). Die Staatsanwaltschaft teilte mit Eingabe vom 7. Oktober 2014 ihrerseits mit, auf die Erhebung einer Anschlussberufung sowie auf das Stellen von Beweisanträgen zu verzichten, und b...
	1.4. Am 14. Oktober 2014 wurde der Beschuldigte auf den 27. November 2014 zur Berufungsverhandlung vorgeladen (Urk. 95). Am 27. November 2014 fand die Berufungsverhandlung statt (Prot. II S. 3 ff.). Nach der Befragung des Beschuldigten (Urk. 101; Prot...

	2. Umfang der Berufung
	3. Sachverhalt
	3.1. Ausgangslage
	Der Beschuldigte macht im Wesentlichen geltend, der Privatkläger sei am  15. November 2012 – im Zuge einer verbalen Auseinandersetzung – mit einem Inbusschlüssel (Urk. 19/3 S. 42 [Foto]) auf ihn zugekommen, um ihm diesen in die Rippen zu stossen. Dara...
	3.2. Verletzungsfolgen
	Durch diesen Vorfall erlitt der Privatkläger (nebst weiteren geringfügigen Verletzungen; siehe Urk. 6 [Foto]) eine Gehirnerschütterung sowie eine mit  vier Einzelknopfnähten versorgte Rissquetschwunde am linken Hinterkopf (hinter dem linken Ohr) und ...
	3.3. Anzeige und Gegenanzeige
	3.4. Rollentausch-Problematik / sistiertes Parallelverfahren
	3.5. Hintergrund der Auseinandersetzung bezogen auf den Zeitraum vor dem 12. November 2012
	3.6. Grundsätzliche Beweis-Ausgangslage
	3.7. Erstaussage des Beschuldigten
	In der Ersteinvernahme vom 26. November 2012 (also 11 Tage nach dem Vorfall) wurde der Beschuldigte gefragt, aus welchem Anlass er den Privatkläger auf den Kopf geschlagen habe (Urk. 4 Ziff. 11). Darauf erwiderte er zunächst: „Ich weiss  nicht, warum ...
	3.8. Die Aussagen des Beschuldigten im Lichte der Aussagen seines Bruders
	Vor diesem Hintergrund sind die einschlägigen Aussagen des Bruders des  Beschuldigten von Interesse. Im Rahmen eines freien Berichts schildert D._____  zunächst Folgendes (Urk. 10 Ziff. 16): „[...] Als ich am Lift war, schaute ich in Richtung B._____....
	3.9. Verhältnis von Angriffsszenario und Position der Verletzung
	Gemäss den Aussagen bzw. der Tatrekonstruktion des Beschuldigten wurde er vom Privatkläger mehr oder weniger frontal angegriffen und schritt seinerseits mehr oder weniger frontal zum Angriff (Urk. 19/3 S. 34 - 38 [Tatrekonstruktion]). Vor diesem Hinte...
	Die Körperpositionsangaben, die demgegenüber der Privatkläger bereits in seiner Erstaussage im Rahmen eines freien Berichts bzw. anlässlich der Tatrekonstruktion macht, passen zum Verletzungsbild (Urk. 5 Ziff. 18; zur Tatrekonstruktion  siehe: Urk. 19...
	3.10. Zu Boden fallen
	Der Beschuldigte anerkannte in der Ersteinvernahme, dass der Privatkläger im Zuge seines Hammerschlags zu Boden bzw. auf einen Barstuhl fiel (Urk. 4 Ziff. 10 und Ziff. 25). Auch im Rahmen der Tatrekonstruktion liegt der Privatkläger nach der Tat am Bo...
	3.11. Bewusstlosigkeit
	Der Beschuldigte bestritt bereits in der Ersteinvernahme, dass der Privatkläger im Zuge des Hammerschlags bewusstlos geworden sei (Urk. 4 Ziff. 26 und 29;  abweichend: Urk. 4 Ziff. 10). Im Neuro-Otologie-Bericht des Universitätsspitals Zürich vom 16. ...
	3.12. Erstaussage des Privatklägers
	3.13. Aussage von E._____ betreffend Inbusschlüssel am Boden
	Wie eingangs erwähnt, konnten unmittelbar nach dem Vorfall keinerlei Tatort-spuren erhoben werden. E._____, der mit dem Beschuldigten sowie dem Privatkläger zusammen im gleichen Lagerraum arbeitete, sagte aus, nach der Tat an den Tatort gekommen zu se...
	3.14. Auseinandersetzung mit ausgewählten Argumenten der Verteidigung
	3.14.1. Das Gericht darf sich in seinem Urteil auf die wesentlichen Gesichtspunkte und Leitlinien beschränken und braucht sich nicht mit jedem sachverhaltlichen und rechtlichen Einwand auseinanderzusetzen (Urteil des Bundesgerichts 6B_336/2014 vom 6. ...
	3.14.2. Die Verteidigung bringt zunächst Folgendes vor: Selbst wenn der Privatkläger, wie er ausführte bzw. in der Tatrekonstruktion demonstrierte, unmittelbar vor der Tat an einer Palette im linken Gang gearbeitet hätte, hätte er dem  Beschuldigten d...
	3.14.3. Weiter argumentiert die Verteidigung sinngemäss, die Endlage des Privatklägers gemäss seiner Tatrekonstruktion sei mit dem Verletzungsbild des Privatklägers nicht vereinbar. Gemäss Tatortrekonstruktion liegt der Privatkläger leicht auf der rec...
	3.14.4. Gemäss Verteidigung steht und fällt die gesamte Darstellung des Privatklägers mit der Frage, ob der Privatkläger unmittelbar vor der Tat tatsächlich einer Palette gegenüberstanden sei (wie in der Tatrekonstruktion abgebildet) oder ob sich am b...
	3.14.5. Die Verteidigung verweist sodann auf die Aussage des Zeugen E._____, wonach es nach dem Vorfall lediglich „Bluttropfen“ bzw. „Bluttröpfchen“ am Boden gehabt habe. Daraus sei zu schliessen, dass es sich nur um eine  geringe Menge Blut gehandelt...
	3.14.6. Die Verteidigung erblickt in den Äusserungen des Privatklägers betreffend Blutspuren zudem Dramatisierungstendenzen: So habe er von „sehr viel Blut“, von einer von ihm hinterlassenen „Blutspur“ und – gegenüber der Ärztin – sogar von einer „Blu...
	3.14.7. Entsprechendes gilt auch für Äusserungen des Privatklägers betreffend Langzeit-Verletzungsfolgen: In diesem Zusammenhang wurde von ärztlicher Seite darauf hingewiesen, dass aus Sicht eines interdisziplinären Teams grundsätzlich zwar nicht an d...
	3.14.8. Gemäss Verteidigung zeugten die Aussagen des Privatklägers von einem „Belastungseifer zum Schweren“. Dies ergebe sich aus der Entwicklung seiner Aussagen zum verwendeten Tathammer (Urk. 102 Ziff. 18 f.).
	3.14.9. Die Verteidigung weist ferner daraufhin, der Detaillierungsgrad der Aus-sagen des Privatklägers nehme mit jeder Einvernahme zu und werde fortlaufend an die ihm vorgelegten Beweismittel angepasst. Ein solches Ausschmücken der Darstellung sei ei...
	3.14.10. Die Verteidigung legt alsdann ausführlich dar, dass der Privatkläger die Farbe des Hammers unmittelbar vor dem Schlag gar nicht habe erkennen können, wie er aber behaupte (Urk. 102 Ziff. 24-26). Wie eben erwähnt, relativierte der Privatkläger...
	3.14.11. Da der Beschuldigte geltend macht, der Privatkläger sei vor dem  Hammerschlag mit einem Inbusschlüssel auf ihn losgegangen, befasst sich die Verteidigung einlässlich mit der Frage, ob der Privatkläger am Tag der Tat mit  einem solchen Inbussc...
	3.14.12. In der Folge setzt sich die Verteidigung ausführlich mit der Aussage des Zeugen E._____ auseinander, wonach sich am Tatort bei den Bluttropfen ein Inbusschlüssel am Boden befunden habe (Urk. 102 Ziff. 69-75). Wie bereits oben ausführlich darg...
	3.14.13. Die Verteidigung setzte sich schliesslich eingehend mit der Motivlage der beiden Protagonisten auseinander (Urk. 102 Ziff. 110-119) und kommt zum Schluss, es bestehe „durchaus die Wahrscheinlichkeit“, dass der Privatkläger die Sprüche des Bes...
	3.15. Zusammenfassende Gesamtwürdigung

	4. Rechtliche Würdigung
	Wer vorsätzlich einen Menschen in anderer Weise, als Art. 122 StGB (betreffend schwere Körperverletzung) dies vorsieht, an Körper oder Gesundheit schädigt, wird, auf Antrag, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Art. 123 Zif...

	Verwendet der Täter einen gefährlichen Gegenstand im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 StGB, wird er von Amtes wegen verfolgt. Ein Gegenstand ist gefährlich im Sinne von Art. 123 Ziff. 2 StGB, wenn er so verwendet wird, dass ein hohes Risiko der Tötung oder ...
	Die vorliegend entstandene Rissquetschwunde belegt, dass der Beschuldigte mit einer gewissen Wucht zuschlug. Ein so ausgeführter Schlag mit einem Hart-  gummihammer gegen den Kopf eines Menschen birgt das hohe Risiko einer schweren Körperverletzung na...
	5. Strafzumessung
	5.1. Ausgangslage
	Ein Verstoss gegen Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe  sanktioniert. Vorliegend erweist sich eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe als angeze...
	5.2. Grundsätze der Strafzumessung
	Die Vorinstanz hat bereits ausgeführt, wie eine Strafe zuzumessen ist. Auf ihre zutreffenden Erwägungen kann an dieser Stelle verwiesen werden (Urk. 82 S. 37 Ziff. 3.1).
	5.3. Objektive Tatschwere
	Der Beschuldigte schlug einmalig mit einem Hartgummihammer (Urk. 19/3 S. 43) gegen den Hinterkopf des Privatklägers. Wie die daraus resultierende Rissquetschwunde, welche genäht werden musste, belegt, schlug der Beschuldigte mit einer gewissen Wucht z...

	Der Tat gingen gegenseitige Sticheleien über die jeweilige ethnische Zugehörigkeit bzw. das Aussehen voraus. Auch wenn diese Sticheleien letztlich zu  schweren gegenseitigen Beleidigungen führten, ändert dies nicht daran, dass es sich letztlich um ein...
	Der Beschuldigte griff den Privatkläger heimlich und von hinten kommend an. Nur weil der Privatkläger etwas hörte, dreht er seinen Kopf zur Seite, ansonsten wäre er vom Schlag gänzlich überrascht worden. Ein solches Tatvorgehen zeugt von Heimtücke.
	Nebst der Rissquetschwunde erlitt der Privatkläger eine Gehirnerschütterung sowie diverse nicht weiter problematische Sturzverletzungen und befand sich vom 15. bis zum 17. November 2012 in stationärer Spitalpflege zwecks neurologischer Überwachung (Ur...
	Die Verteidigung bestreitet, dass der Vorfall (allenfalls) schon vorbestehende  Beschwerden des Privatklägers (namentlich ein Tinnitus-Leiden) verstärkt habe (Urk. 102 S. 11 ff., insb. Ziff. 55).
	Aus dem ärztliche Befund der Rehaklinik … vom 5. Juli 2013 ergibt sich, dass der Privatkläger als Folge des Vorfalls an starken Kopfschmerzen sowie an einer Depression leidet (Urk. 17/12 S. 2 Ziff. 4). Es besteht kein Anlass, an  diesem Befund zu zwei...
	Im Lichte aller erdenklichen Verstösse gegen Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB erweist sich die objektive Tatschwere des Beschuldigten als mittelschwer.
	5.4. Subjektive Tatschwere

	Der Beschuldigte handelte direktvorsätzlich. Aufgrund der vorgängigen Sticheleien, die in schwere gegenseitige Beleidigungen mündeten, befand sich der  Beschuldigte zum Tatzeitpunkt in einem durch die gegenseitigen Provokationen bedingten Erregungszus...
	5.5. Hypothetische Einsatzstrafe

	Insgesamt erscheinen 20 Monate Freiheitsstrafe als erste hypothetische Einsatzstrafe angemessen.
	5.6. Täterkomponenten

	Im Rahmen der Täterkomponenten kann mit Blick auf die persönlichen Verhältnisse, die sich vorliegend als strafzumessungsrechtlich neutral erweisen, auf die einschlägigen Ausführungen der Vorinstanz verwiesen werden (Urk. 82 S. 40 Ziff. 3.3).
	Der Beschuldigte weist keine Vorstrafen auf (Urk. 87).
	Da sich der Beschuldigte nicht geständig zeigte, kann ihm keine Strafreduktion zufolge Geständnis gewährt werden. Da er sich aber – unabhängig von seinem fehlenden Geständnis – doch mehrfach beim Privatkläger entschuldigt hat (u.a. Urk. 59 S. 11 Mitte...
	5.7. Fazit

	Insgesamt erweist sich eine Strafe von 18 Monaten als angemessen.
	6. Vollzug
	7. Zivilansprüche
	8. Kosten- und Entschädigungsfolgen
	8.1. Ausgangsgemäss ist die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 7) zu bestätigen.
	8.2. Im Rechtsmittelverfahren tragen die Parteien die Kosten nach Massgabe ihres Obsiegens oder Unterliegens (Art. 428 Abs. 1 StPO). Der Beschuldigte  unterliegt mit seinen Berufungsanträgen vollumfänglich, weshalb ihm die Kosten des Berufungsverfahre...
	8.3. Die erstinstanzliche Entschädigungsfestsetzung im Sinne von Art. 433 StPO zu Gunsten des Privatklägers (Dispositivziffer 8) erweist sich als angemessen und ist zu bestätigen. Ebenfalls als angemessen erweist sich die für das Verfahren vor Oberger...

	Es wird beschlossen:
	1. Es wird festgestellt, dass das Urteil des Bezirksgerichtes Hinwil vom  15. April 2014 wie folgt in Rechtskraft erwachsen ist:
	Es wird erkannt:
	1. […]
	2. […]
	3. […]
	4. […]
	5. Rechtsanwalt Dr. iur. X2._____, wird für seine Bemühungen und Barauslagen als amtlicher Verteidiger des Beschuldigten aus der Gerichtskasse wie folgt entschädigt:
	6. Die Entscheidgebühr wird angesetzt auf:
	7. […]
	8. […]
	9. (Mitteilungen)
	10. (Rechtsmittel)
	2. Schriftliche Mitteilung mit nachfolgendem Urteil.
	Es wird erkannt:
	1. Der Beschuldigte A._____ ist der einfachen Körperverletzung im Sinne von Art. 123 Ziff. 1 Abs. 1 StGB in Verbindung mit Art. 123 Ziff. 2 Abs. 2 StGB schuldig.
	2. Der Beschuldigte wird mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten bestraft.
	3. Der Vollzug der Freiheitsstrafe wird aufgeschoben und die Probezeit auf 2 Jahre festgesetzt.
	4. Es wird festgestellt, dass der Beschuldigte gegenüber dem Privatkläger aus dem eingeklagten Ereignis dem Grundsatze nach schadenersatz- und  genugtuungspflichtig ist. Zur genauen Feststellung des Umfanges des Schadenersatz- und Genugtuungsanspruche...
	5. Die erstinstanzliche Kostenauflage (Dispositivziffer 7) wird bestätigt.
	6. Die zweitinstanzliche Gerichtsgebühr wird festgesetzt auf Fr. 3'500.–.
	7. Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.
	8. Der Beschuldigte wird überdies verpflichtet, dem Privatkläger für das ge-samte Verfahren eine Entschädigung von Fr. 12'831.35 zu bezahlen.
	9. Schriftliche Mitteilung in vollständiger Ausfertigung an
	 die Verteidigung im Doppel für sich und zuhanden des Beschuldigten
	 Rechtsanwalt lic. iur. Y._____ im Doppel für sich und zuhanden des Privatklägers
	 die Staatsanwaltschaft See/Oberland
	 die Vorinstanz
	 die Koordinationsstelle VOSTRA mit Formular A
	 das Migrationsamt des Kantons Zürich.

	10. Gegen diesen Entscheid kann bundesrechtliche Beschwerde in Strafsachen erhoben werden.
	Zur Beachtung:
	- wenn der/die Verurteilte sich der Bewährungshilfe entzieht oder die Weisungen missachtet.