# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 19049ea6-5953-5acd-a474-ecf1da0301cd
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2024-04-24
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 24.04.2024 D-875/2022
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-875-2022_2024-04-24.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung IV 

D-875/2022 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  2 4 .  A p r i l  2 0 2 4  

Besetzung 
 Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), 

Richter William Waeber,  

Richter Thomas Segessenmann,    

Gerichtsschreiberin Sara Steiner. 

   

Parteien 

 
A._______, geboren am (…), 

Afghanistan,   

vertreten durch MLaw Lara Märki, Rechtsanwältin,  

(…),  

Beschwerdeführer,  

  

  
gegen 

  
Staatssekretariat für Migration (SEM), 

Quellenweg 6, 3003 Bern, 

Vorinstanz. 

   

Gegenstand 

 
Asyl (ohne Wegweisungsvollzug);  

Verfügung des SEM vom 26. Januar 2022 / N (…). 

 

 

 

D-875/2022 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer – ein ethnischer Hazara aus Ghazni – verliess Af-

ghanistan eigenen Angaben zufolge im Jahr 2009 oder 2010 als Kind zu-

sammen mit seiner Mutter und seinem Bruder und gelangte nach einem 

Aufenthalt in Pakistan und Iran im Jahr 2015 alleine nach Schweden, wo 

er bis zu seiner Rückschaffung nach Afghanistan im Jahr 2018 gelebt habe. 

Nach fünfzehn Tagen sei er erneut über den Iran, die Türkei und Griechen-

land, wo er sich zirka eineinhalb Jahre aufgehalten habe, sowie anschlies-

send über Italien und Frankreich am 19. Juli 2021 in die Schweiz gelangt, 

wo er gleichentags ein Asylgesuch stellte. Am 26. Juli 2021 wurde er zu 

seiner Identität und seinem Reiseweg befragt. Nach dem Dublingespräch 

vom 13. August 2021 wurden die schwedischen und griechischen Behör-

den am 20. August 2021 um Informationen betreffend den Beschwerdefüh-

rer gebeten. Die entsprechenden Antworten trafen am 26. August 2021 

und am 16. September 2021 beim SEM ein, woraufhin das Dublinverfahren 

am 24. September 2021 beendet wurde. Am 11. Oktober 2021 wurde der 

Beschwerdeführer einlässlich angehört. 

Zur Begründung seines Asylgesuches machte er im Wesentlichen geltend, 

sein Onkel habe seine Familie wegen deren Besitztümer belästigt und 

diese schliesslich an sich gerissen sowie seinen Vater getötet. Nach des-

sen Tod sei er (der Beschwerdeführer) mit seiner Mutter und seinem Bruder 

vom Onkel misshandelt worden, sodass sie schliesslich nach Pakistan ge-

flüchtet seien, wo sie zwei Jahre illegal gelebt hätten. Später sei er mit sei-

nen Cousins in den Iran gereist und im Jahr 2015 alleine nach Schweden 

gelangt. Mit Erreichen der Volljährigkeit sei er aber nach Afghanistan zu-

rückgeschafft worden. Er habe in Kabul ein paar Tage in einem Hotel gelebt 

und sei dort von zwei Personen wegen seiner Tätowierungen ausgelacht 

worden. Auf einem Spaziergang sei er zudem wegen seines in Deutsch-

land ausgestellten Passes und eines schwedischen Chat-Verlaufs von der 

Polizei mitgenommen, befragt und wegen seiner Tätowierungen als Un-

gläubiger geohrfeigt, aber nach kurzer Zeit wieder entlassen worden. Da-

nach sei er über Ghazni, wo er Zeuge einer Enthauptung durch die Taliban 

geworden sei, nach Kandahar gereist. Dort sei in sein Zimmer eingebro-

chen worden und er sei böse angeschaut und ausgelacht worden, weil er 

gepflegt und ohne traditionelle Kleider herumgelaufen sei und als Hazara 

keinen Bart gehabt habe. Aus Angst vor seinem Onkel und den Taliban sei 

er mit einem iranischen Visum schliesslich nach fünfzehn Tagen in Afgha-

nistan wieder ausgereist. Über den Iran und die Türkei sei er nach 

D-875/2022 

Seite 3 

Griechenland gereist, wo er zirka eineinhalb Jahre auf Samos gelebt und 

sich sozial für Kinder und Frauen engagiert habe. Nachdem er von den 

griechischen Behörden einen negativen Asylentscheid erhalten habe und 

sein Rekurs abgewiesen worden sei, sei er in die Schweiz gelangt. Wegen 

seines Onkels, seiner Abwendung vom Glauben und seiner Tätowierungen 

könne er nicht nach Afghanistan zurück. Nachdem er seiner Mutter in Grie-

chenland mitgeteilt habe, dass er nicht mehr an Gott glaube und nicht mehr 

bete, habe sie den Kontakt zu ihm abgebrochen. Auch Freunde von ihm, 

welche nach Afghanistan zurückgekehrt seien, wüssten von seiner Abkehr 

und hätten sich von ihm abgewendet. In Gesprächen mit gläubigen Perso-

nen könne er seine Gegenmeinung nicht für sich behalten. 

Zur Stützung seines Asylgesuches reichte er Fotos von den Verletzungen 

seines Bruders durch den Onkel, von seinen Tätowierungen sowie von sei-

nen sozialen Aktivitäten in Griechenland, die Kopie einer Tazkira sowie die 

Bestätigung, dass diese in Schweden ausgestellt wurde, und eine schwe-

dische Schulbestätigung zu den Akten. 

B.  

Am 19. Oktober 2021 wurden die schwedischen und griechischen Behör-

den mit der nun vorliegenden Einverständniserklärung des Beschwerde-

führers erneut um Informationen gebeten. 

C.  

Am 25. November 2021 übermittelten die schwedischen Behörden das An-

hörungsprotokoll und den Entscheid betreffend das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers.  

D.  

Mit Verfügung vom 26. Januar 2022 – eröffnet am 27. Januar 2022 – ver-

neinte das SEM die Flüchtlingseigenschaft des Beschwerdeführers, lehnte 

dessen Asylgesuch ab und ordnete seine Wegweisung aus der Schweiz 

an, schob den Vollzug der Wegweisung jedoch wegen dessen Unzumut-

barkeit zugunsten einer vorläufigen Aufnahme auf. 

E.  

Im Anschluss trafen die griechischen Asylakten beim SEM ein (Eingang 

undatiert). 

F.  

Mit Eingabe vom 23. Februar 2022 liess der Beschwerdeführer – handelnd 

durch die rubrizierte Rechtsvertreterin – gegen diesen Entscheid beim 

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Seite 4 

Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben und dabei in materieller 

Hinsicht beantragen, die Ziffern 1 bis 3 (des Dispositivs) der angefochtenen 

Verfügung (Verneinung der Flüchtlingseigenschaft, Ablehnung des Asylge-

suchs und Wegweisung) seien aufzuheben und die Vorinstanz sei anzu-

weisen, seine Flüchtlingseigenschaft festzustellen und ihm Asyl zu gewäh-

ren, eventualiter sei die Sache zur weiteren Abklärung und Neubeurteilung 

an die Vorinstanz zurückzuweisen. In verfahrensrechtlicher Hinsicht liess 

er um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung, um Verzicht auf die 

Erhebung eines Kostenvorschusses und um Bewilligung der unentgeltli-

chen Rechtsverbeiständung ersuchen. 

G.  

Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte am 24. Februar 2022 den Ein-

gang der Beschwerde. 

H.  

Mit Eingabe vom 2. März 2022 reichte der Beschwerdeführer eine Unter-

stützungsbedürftigkeitserklärung nach. 

I.  

Mit Verfügung vom 7. März 2022 stellte die damals zuständige Instrukti-

onsrichterin fest, der Beschwerdeführer könne den Ausgang des Verfah-

rens in der Schweiz abwarten. Gleichzeitig hiess sie das Gesuch um Ge-

währung der unentgeltlichen Prozessführung und Verbeiständung gut, ver-

zichtete auf die Erhebung eines Kostenvorschusses und setzte die rubri-

zierte Rechtsvertreterin als amtliche Rechtsbeiständin ein. 

J.  

In seiner Vernehmlassung vom 21. März 2022 hielt das SEM vollumfäng-

lich an seinen Erwägungen fest. 

K.  

Mit Replik vom 25. April 2022 nahm der Beschwerdeführer zur Vernehm-

lassung des SEM Stellung und ersuchte um Einsicht in die griechischen 

Asylakten. 

L.  

Mit Eingabe vom 28. April 2022 wurde eine Kostennote zu den Akten ge-

reicht. 

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Seite 5 

M.  

Mit Verfügung vom 3. Mai 2022 überwies das Bundesverwaltungsgericht 

das Akteneinsichtsgesuch dem SEM. 

N.  

Am 11. Mai 2022 gewährte das SEM dem Beschwerdeführer Einsicht in die 

griechischen Asylakten. 

O.  

Mit Eingabe vom 12. Mai 2022 rügte der Beschwerdeführer eine man-

gelnde Akteneinsicht, weil er keine Einsicht in die Übersetzung der griechi-

schen Asylakten erhalten habe. 

P.  

Mit Schreiben vom 16. Mai 2022 teilte ihm das Bundesverwaltungsgericht 

mit, dass die Akten nur auf Griechisch vorliegen würden. 

Q.  

Mit Eingabe vom 30. Mai 2022 nahm der Beschwerdeführer zu den grie-

chischen Asylakten Stellung. 

R.  

Aus organisatorischen Gründen wurde das Verfahren im März 2024 auf die 

im Rubrum erwähnte Richterin und Gerichtsschreiberin übertragen. 

S.  

Mit Eingabe vom 1. März 2024 reichte der Beschwerdeführer – handelnd 

durch einen anderen als die rubrizierte Rechtsvertreterin – eine Verfah-

rensstandanfrage ein, welche am 20. März 2024 beantwortet wurde. 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Gemäss Art. 31 VGG beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Be-

schwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 VwVG. Das SEM gehört zu den 

Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz des Bundesver-

waltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme im Sinne 

von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht ist daher 

zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und ent-

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Seite 6 

scheidet auf dem Gebiet des Asyls in der Regel – so auch vorliegend – 

endgültig (Art. 105 AsylG [SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). 

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem BGG, 

soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG). 

1.3 Die Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden. Der 

Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

durch die angefochtene Verfügung besonders berührt und hat ein schutz-

würdiges Interesse an deren Aufhebung beziehungsweise Änderung. Er ist 

daher zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 

Abs. 2 AsylG; Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 Abs. 1 VwVG). Auf die Be-

schwerde ist einzutreten. 

2.  

Die Kognition des Bundesverwaltungsgerichts und die zulässigen Rügen 

richten sich im Asylbereich nach Art. 106 Abs. 1 AsylG (vgl. BVGE 2014/26 

E. 5). 

3.   

3.1 Der Beschwerdeführer verlangt in seinem Eventualbegehren die Rück-

weisung der Sache zur rechtsgenüglichen Feststellung des Sachverhaltes. 

Die Vorinstanz belasse es im Asylentscheid statt einer genauen Prüfung 

einer Verfolgung der Hazara, wie sie gemäss Urteil E-4262/2021 vom 

8. November 2021 durch das Bundesverwaltungsgericht gefordert werde, 

bei einem sehr allgemein gehaltenen Textbaustein. Das Fehlen entspre-

chender Länderhintergrundinformationen bedeute nicht, dass keine Ge-

fährdung vorliege. Vielmehr sei die Vorinstanz gehalten, hierzu genaue Ab-

klärungen zu treffen. 

Hierzu kann folgendes festgehalten werden: Wie im Urteil des Bundesver-

waltungsgerichts E-4262/2021 festgehalten, muss die flüchtlingsrechtliche 

Relevanz der Zugehörigkeit zur ethnischen Minderheit der Hazara im Ein-

zelfall sorgfältig qualifiziert werden. Dass die Prüfung der Vorinstanz im 

vorliegenden Verfahren nicht ausreichend ist und sie es bei einem sehr 

allgemein gehaltenen Textbaustein belassen habe, kann aber vom Gericht 

nicht bestätigt werden.  

3.2 In der Beschwerde nicht erwähnt wird die Tatsache, dass sich die Vor-

instanz bei der Prüfung der Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwer-

deführers im Zusammenhang mit seinem Onkel unter anderem auf Unter-

lagen aus dem schwedischen Asylverfahren stützte, ohne dass bei den 

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Akten entsprechende Übersetzungen zu finden wären. Dadurch wird es 

dem Beschwerdeführer aber auch dem Bundesverwaltungsgericht verun-

möglicht, die diesbezüglichen Erwägungen des SEM inhaltlich nachzuvoll-

ziehen. Das SEM hätte sich vor diesem Hintergrund nicht zum Nachteil des 

Beschwerdeführers auf diese Unterlagen stützen dürfen. Da die Frage der 

Glaubhaftigkeit der entsprechenden Vorbringen in der Entscheidfindung 

aber letztlich keine Rolle spielt und auch in der Beschwerde nicht weiter 

darauf eingegangen wird, erübrigen sich weitere Erwägungen dazu, zumal 

eine Rückweisung der Sache in diesem Zusammenhang auch gar nicht 

beantragt wird.  

3.3 Der Antrag um Rückweisung der Sache an die Vorinstanz ist nach dem 

Gesagten abzuweisen. 

4.  

4.1 Gemäss Art. 2 Abs. 1 AsylG gewährt die Schweiz Flüchtlingen grund-

sätzlich Asyl. Flüchtlinge sind Personen, die in ihrem Heimatstaat oder im 

Land, in dem sie zuletzt wohnten, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationali-

tät, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer 

politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt sind oder be-

gründete Furcht haben, solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden (Art. 3 

Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich die Gefährdung 

des Leibes, des Lebens oder der Freiheit sowie Massnahmen, die einen 

unerträglichen psychischen Druck bewirken (Art. 3 Abs. 2 AsylG). 

4.2 Wer um Asyl nachsucht, muss die Flüchtlingseigenschaft nachweisen 

oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die 

Behörde ihr Vorhandensein mit überwiegender Wahrscheinlichkeit für ge-

geben hält. Unglaubhaft sind insbesondere Vorbringen, die in wesentlichen 

Punkten zu wenig begründet oder in sich widersprüchlich sind, den Tatsa-

chen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte oder verfälschte 

Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 

5.  

5.1 Zur Begründung seiner Verfügung führte das SEM aus, die vom Be-

schwerdeführer befürchtete Verfolgung durch seinen Onkel beruhe auf kei-

nem asylrelevantem Verfolgungsmotiv. Auch sei nicht ersichtlich, weshalb 

ihm sein Onkel zum heutigen Zeitpunkt überhaupt noch etwas sollte antun 

wollen, da dieser sein Ziel mit der Ausreise der Familie des Beschwerde-

führers erreicht habe. Seine diesbezüglichen Befürchtungen würden sich 

durchwegs auf vage Vermutungen stützen. Damit erübrige es sich im 

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Grunde, auf die durchaus zahlreich vorliegenden Unglaubhaftigkeitsele-

mente in seinen Darlegungen einzugehen. Nichtsdestotrotz sei festzuhal-

ten, dass an diesem Vorbringen – und damit auch an seiner persönlichen 

Glaubwürdigkeit im Asylverfahren – grosse Zweifel anzubringen seien, da 

er noch bei seinem Asylgesuch in Schweden im Jahr 2015 eine gänzlich 

andere Ausreisegeschichte geltend gemacht habe.  

Dass der Beschwerdeführer in Afghanistan gefährdet wäre, im Zusammen-

hang mit seinen Tätowierungen und seinem angeblichen Abfall vom Glau-

ben gezielten Verfolgungsmassnahmen ausgesetzt zu werden, gehe aus 

seinen Aussagen nicht hervor und sei auf Basis seiner vagen, ausweichen-

den, teils widersprüchlichen sowie rein spekulativen Aussagen nicht mit 

überwiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Daran ändere die zwi-

schenzeitliche Rückkehr seiner Freunde aus dem Iran nach Afghanistan, 

der Spott, dem er bei seinem letzten Aufenthalt in Afghanistan wegen sei-

ner Tätowierungen vereinzelt ausgesetzt gewesen sei, und die Angst vor 

hypothetischen Fragen der Taliban nichts. Die angebliche einmalige Fest-

haltung durch Polizisten in Kabul, die er auf Nachfrage nur oberflächlich zu 

schildern vermocht habe, habe ohne weitere Konsequenzen zu seiner Frei-

lassung geführt. Ferner sei nachdrücklich festzuhalten, dass er selbst an-

gegeben habe, zuletzt einzig aufgrund seiner angeblichen Furcht vor sei-

nem Onkel aus Afghanistan ausgereist zu sein. 

Insofern er angebe, als gepflegter Hazara ohne Bart in Afghanistan ganz 

generell Verfolgung ausgesetzt zu sein, sei festzuhalten, dass sich Afgha-

nistan seit der faktischen Machtübernahme durch die Taliban Mitte August 

2021 in einer Übergangsphase befinde. Es sei noch nicht vollständig ab-

sehbar, wie die Taliban mit spezifischen Personengruppen in der afghani-

schen Bevölkerung umgehen würden. Es gebe sowohl Hinweise, dass sie 

bestimmte Profile ins Visier nehmen, als auch Ankündigungen, die auf ge-

mässigtere Positionen als bei ihrer ersten Herrschaft hindeuten würden. 

Auch wenn sich die Lage bisweilen unübersichtlich präsentiere, würden 

dem SEM zum jetzigen Zeitpunkt hinreichende Länderhintergrundinforma-

tionen dafür fehlen, dass der Beschwerdeführer als Hazara einer Perso-

nengruppe angehöre, bei der die Taliban im Sinne einer Kollektivverfolgung 

allen Mitgliedern gezielte und ernsthafte Nachteile zuzufügen beabsichtige. 

5.2 In der Beschwerde wurde dem entgegengehalten, seit der erneuten 

Machtübernahme der Taliban im August 2021 hätten Verfolgungen von re-

ligiösen und ethnischen Minderheiten erheblich zugenommen (vgl. Urteil 

E-4262/2021 E. 6.3.3). Bereits im August hätten die Taliban bekanntlich in 

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der Provinz Ghazni eine Gruppe Hazara-Männer auf brutale und nieder-

trächtige Weise hingerichtet. Zudem sei davon auszugehen, dass diese 

Tötungen nur einen winzigen Bruchteil der gesamten Todesopfer darstellen 

würden, die die Taliban zu verantworten hätten. Die Anforderungen an eine 

Kollektivverfolgung der Hazara seien damit erfüllt. Gemäss einem Themen-

papier der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) zur Rückkehrgefähr-

dung nach Afghanistan aufgrund von «Verwestlichung» werde die Auswan-

derung nach Europa für die Taliban als ein Akt des politischen Widerstan-

des betrachtet und stelle ein Verfolgungsmotiv dar. Der Beschwerdeführer 

weise in seinem Gefährdungsprofil gleich mehrfache Komponenten auf, 

die ihn als Opfer der neuen Machthaber in Afghanistan prädestinieren wür-

den. Er sei Hazara, damit schon von Haus aus als einer falschen Glau-

bensrichtung zugehörig betrachtet, und darüber hinaus aufgrund seines 

Abfalls vom Glauben ein Ungläubiger. Er sei nach Europa gereist, trage 

keinen Bart mehr, dafür verpönte westliche Tätowierungen. Auch vermeint-

lich unislamisches Verhalten in Europa könne zu einem Verfolgungsmotiv 

werden. Die Vorinstanz führe im angefochtenen Entscheid aus, es könne 

noch nicht abgeschätzt werden, wie sich die Gefährdung von ethnischen 

und religiösen Minderheiten unter den Taliban entwickeln werde. Das Bun-

desverwaltungsgericht habe im bereits erwähnten Urteil E-4262/2021 da-

rauf hingewiesen, die flüchtlingsrechtliche Relevanz der Zugehörigkeit zur 

ethnischen Minderheit der Hazara müsse sorgfältig geprüft werden. 

5.3 In seiner Vernehmlassung führte das SEM aus, generell würde ein Ver-

weis auf politische Entwicklungen und hypothetische Zukunftsszenarien für 

die Annahme einer Verfolgungsgefahr nicht ausreichen. In Bezug auf die 

Situation von vorwiegend schiitisch-gläubigen Hazara in Afghanistan 

könne gesagt werden, dass diese dort seit Jahrzehnten einer gewissen 

Diskriminierung durch die restliche Bevölkerung ausgesetzt seien. Die 

Machtübernahme der Taliban habe wohl eine neue Dynamik in der afgha-

nischen Gesellschaft freigesetzt, die auch einen negativen Einfluss auf be-

reits benachteiligte Bevölkerungsteile haben könnte. Aktuell gebe es je-

doch keine Berichte, wonach die Taliban Hazara lediglich aus ethnischen 

beziehungsweise konfessionellen Gründen festnehmen oder töten würden. 

Das SEM verkenne nicht, dass es seit der erneuten Machtübernahme sei-

tens der Taliban vereinzelt zu Tötungen von ethnischen Hazara gekommen 

sei. Umstände, wie etwa dass sich Taliban-Kämpfer gemeinsam mit ethni-

schen Hazara für die Sicherheit einer schiitischen Moschee eingesetzt hät-

ten und die Ernennung eines Hazara als Gesundheitsministers würden je-

doch nicht darauf hindeuten, dass Hazara oder Schiiten in Afghanistan im 

gegenwärtigen Zeitpunkt oder in absehbarer Zukunft kollektiv verfolgt sein 

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könnten. Gemäss dem in der Beschwerde zitierten Urteil E-4262/2021 sei 

auch für das Gericht derzeit noch unklar, wie sich die Situation entwickeln 

werde. Die alleinige Zugehörigkeit zur Ethnie der Hazara vermöge jeden-

falls nach wie vor kein pauschales Risikoprofil flüchtlingsrechtlicher Rele-

vanz im Sinne einer Kollektivverfolgung zu begründen (vgl. Urteil des Bun-

desverwaltungsgerichts D-3385/2017 vom 20. Oktober 2021, E. 5.1.). 

Zur geltend gemachten «Verwestlichung» und des Abfalls des Beschwer-

deführers vom Glauben gebe es seit der Taliban-Machtübernahme keine 

wesentlichen Erkenntnisse, da kaum Personen aus westlichen Ländern zu-

rückgekehrt seien. Dass die Taliban als «westlich» wahrgenommene Werte 

ablehnten, sei hinlänglich bekannt. Gleichzeitig würden die Taliban aber 

Verständnis für den wirtschaftlichen Aspekt der Migration zeigen, was sich 

beispielsweise in der Ausstellung von Reisepässen an Ausreisewillige 

zeige. Angesichts dessen, dass der Beschwerdeführer nur wegen seines 

Onkels ausgereist sei und sich ansonsten mit den lokalen Gegebenheiten 

arrangiert habe, könne erwartet werden, dass er eine allfällige Verfolgung 

durch diskretes eigenes Verhalten abzuwenden vermöchte, ohne dass dies 

für ihn zu einem unerträglichen psychischen Druck führen würde. Die Tä-

towierungen könnten grundsätzlich nicht als unverzichtbarer Bestandteil ei-

nes vorliegend relevanten Glaubens oder Nicht-Glaubens angesehen wer-

den. Sollte er sich wegen seiner Tätowierungen gefährdet fühlen, sei es 

ihm durchaus zuzumuten, die Tätowierungen zu verdecken beziehungs-

weise wieder entfernen zu lassen. 

Schliesslich sei in Bezug auf die Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Be-

schwerdeführers festzuhalten dass er gemäss den (dem SEM erst nach 

Ergehen der Verfügung von den griechischen Behörden zugestellten) grie-

chischen Asylakten auch nach seiner jüngsten Ausreise aus Afghanistan in 

einem europäischen Drittstaat eine gänzlich andere Ausreisegeschichte 

dargeboten habe als später in der Schweiz. So habe er in Griechenland 

geltend gemacht, er habe in Afghanistan zuletzt mit einer Organisation na-

mens «Ayvo» zusammengearbeitet und sei deswegen Verfolgung ausge-

setzt gewesen. 

5.4 In der Replik wurde dem entgegengehalten, die Vorinstanz verkenne, 

dass der Beschwerdeführer zusätzlich zu seiner ethnischen Zugehörigkeit 

weitere Merkmale eines Gefährdungsprofils aufweise (Ethnie, Glaube so-

wie äusseres Erscheinungsbild). Im erwähnten Urteil des Bundesverwal-

tungsgerichts werde befürchtet, dass es zu systematischer Verfolgung eth-

nischer und religiöser Minderheiten komme. Die flüchtlingsrechtliche 

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Seite 11 

Relevanz der Zugehörigkeit zur ethnischen Minderheit der Hazara müsse 

sorgfältig qualifiziert werden.  

Zur Verwestlichung sei festzuhalten, dass die Taliban bereits vor der 

Machtübernahme Rückkehrende verfolgt hätten, weshalb im aktuellen 

Kontext damit zu rechnen sei, dass die Gewalt und Repressalien gegen 

Rückkehrende noch zunehmen würden. Daran ändere die Ausstellung von 

Reisepapieren nichts. Zudem sei auf die Aussagen der Taliban-Führung 

kein Verlass. Schliesslich könne vom Beschwerdeführer nicht verlangt wer-

den, seinen Atheismus und Abfall vom Glauben lebenslang versteckt und 

geheim zu halten, zumal er aufgrund seiner Tätowierungen schon Repres-

salien erlitten habe und sich nach der Ausreise noch neue habe stechen 

lassen, welche sich nur schwer verdecken liessen. 

Zu den griechischen Asylakten sei festzuhalten, dass die Befragung des 

Beschwerdeführers, respektive die in englischer Sprache verfügbaren In-

halte, äusserst knappgehalten seien und sich diese abgesehen von der 

Erwähnung der Organisation «AYVO» mit seinen Aussagen decken wür-

den. Auf Anraten einer Drittperson habe er sich überreden lassen, das Vor-

bringen betreffend seine Tätigkeit für diese Organisation anzuführen, was 

er in der Schweiz korrekterweise unterlassen habe. Die persönliche Glaub-

würdigkeit des Beschwerdeführers sei im vorliegenden Verfahren zudem 

weitgehend irrelevant, da auch die Vorinstanz das Vorhandensein der ins 

Feld geführten Merkmale (Hazara, Glaubensabfall, Tätowierungen, Ver-

westlichung) nicht bestreite. 

6.  

6.1 Die Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG erfüllt eine asylsu-

chende Person nach Lehre und Rechtsprechung, wenn sie Nachteile von 

bestimmter Intensität erlitten hat beziehungsweise mit beachtlicher Wahr-

scheinlichkeit und in absehbarer Zukunft begründeterweise befürchten 

muss, die ihr gezielt und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive durch 

Organe des Heimatstaates oder durch nicht-staatliche Akteure zugefügt 

worden sind beziehungsweise zugefügt zu werden drohen (vgl. BVGE 

2008/4 E. 5.2 S. 37 und 2007/31 E. 5.2 f., jeweils m.w.H.). Begründete 

Furcht vor Verfolgung im Sinne von Art. 3 AsylG ist anzunehmen, wenn für 

Dritte nachvollziehbare Gründe (objektives Element) zur subjektiven Furcht 

hinzukommen, mit gewisser Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zukunft 

Opfer von Verfolgung zu werden. Dabei ist auch zu beachten, dass bereits 

erlebte Verfolgungsnachteile als objektive Gründe für eine erhöhte 

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Seite 12 

(subjektive) Furcht gelten können (vgl. BVGE 2014/27 E. 6.1, 2010/57 

E. 2.5 jeweils m.w.H.). 

6.2 Die Vorbringen bezüglich des Onkels des Beschwerdeführers wurden 

vom SEM mit überzeugender Begründung zu Recht als nicht asylrelevant 

qualifiziert. Auf diese Erwägungen kann vollumfänglich verwiesen werden, 

zumal dies in der Beschwerde auch gar nicht bestritten wird. In der Be-

schwerde wird nämlich zur Hauptsache vorgebracht, der Beschwerdefüh-

rer habe aufgrund seiner Ethnie, seines Glaubensabfalls, seiner Tätowie-

rungen sowie seiner westlichen Lebensweise eine Verfolgung zu befürch-

ten, was es nachfolgend zu prüfen gilt. 

6.3 Gemäss gefestigter Praxis des Bundesverwaltungsgerichts lassen sich 

bei der Beurteilung der Sicherheitslage in Afghanistan Gruppen von Perso-

nen definieren, die aufgrund ihrer Exponiertheit einem erhöhten Verfol-

gungsrisiko ausgesetzt sind. Dazu gehören unter anderem Personen, die 

der afghanischen Regierung oder der internationalen Gemeinschaft nahe-

stehen oder als Unterstützer derselben wahrgenommen werden, sowie 

westlich orientierte oder der afghanischen Gesellschaftsordnung aus an-

deren Gründen nicht entsprechende Personen (vgl. etwa Urteil des BVGer 

E-1578/2023 vom 6. April 2023 E. 8.5.1; D-2161/2021 vom 12. Januar 

2022 E. 7.2 ff. und analog F-800/2022 vom 5. Juni 2023 E. 6.2 [betreffend 

Visum aus humanitärem Gründen]). Für die Erfüllung der Flüchtlingseigen-

schaft ist erforderlich, dass sich die abstrakte Gefährdung aufgrund eines 

erhöhten Risikoprofils individuell konkretisiert (vgl. Urteil des BVGer 

D-2118/2022 vom 2. September 2022 E. 4.3.2). 

Hinsichtlich der geltend gemachten Zugehörigkeit zur Ethnie der Hazara ist 

zwar nicht in Abrede zu stellen, dass sich die Situation der Hazara in Af-

ghanistan nach der Machtübernahme der Taliban schwierig präsentieren 

kann. Gemäss der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist in-

dessen nach wie vor nicht von einer Kollektivverfolgung von Hazara in Af-

ghanistan auszugehen (vgl. etwa Urteile des Bundesverwaltungsgerichts 

E-3516/2023 vom 29. November 2023 E. 6.9, E-3667/2023 vom 22. August 

2023 oder E-3278/2023 vom 26. Juni 2023 E. 7.4.3). Auch aus den in der 

Beschwerde genannten Berichten, lässt sich keine Kollektivverfolgung der 

Hazara ableiten, auch wenn die dort genannten Übergriffe nicht in Frage 

gestellt werden sollen. Hierzu kann auch auf die ausführlichen und über-

zeugenden Erwägungen in der Vernehmlassung der Vorinstanz verwiesen 

werden. 

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Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits in mehreren – nach der Macht-

übernahme in Afghanistan ergangenen – Urteilen festgestellt, dass allein 

der Aufenthalt in einem westlichen Land keine flüchtlingsrechtlich relevante 

Furcht vor einer Verfolgung durch die Taliban zu begründen vermag (vgl. 

etwa die Urteile des BVGer D-1039/2023 vom 22. Februar 2024 E. 5.2, 

E-3667/2023 vom 22. August 2023 oder D-2179/2022 vom 2. September 

2022 E. 7.1.4). Auch die bloße Tatsache, «neutrale» Tätowierungen zu tra-

gen, die keine besonderen, nicht akzeptierten gesellschaftlichen Konnota-

tionen aufweisen, ist nicht geeignet, ein relevantes Verfolgungsrisiko im 

Sinne von Art. 3 AsylG zu begründen, auch wenn das Tätowieren – eine 

Praxis, die vor allem in städtischen Gebieten üblicher geworden ist – von 

Teilen der afghanischen Bevölkerung immer noch negativ wahrgenommen 

wird (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E-2481/2023 vom 12. Mai 

2023 S. 9 f.). 

6.4 Der Beschwerdeführer ist der Ethnie der Hazara zuzurechnen und als 

Kind aus Afghanistan ausgereist. Die nächsten Jahre verbrachte er mit sei-

ner Familie in Pakistan und im Iran. Im Jahr 2015 reiste er nach Schweden 

und verbrachte seither, mit einem kurzen Unterbruch bei der Rückschaf-

fung nach Afghanistan, rund zehn Jahre im westlichen Kulturraum. Dass 

diese Zeit in seine Adoleszenz fiel, dürfte die Adaptation beschleunigt ha-

ben. Der Beschwerdeführer gibt an, dass er nicht mehr an Gott glaube und 

nicht mehr bete. Auch die Tätowierungen, welche sich schwer verdecken 

lassen, geben Hinweise auf seine Lebensweise. Damit ist dem Beschwer-

deführer zwar ein gewisses Risikoprofil und eine subjektive Furcht vor Ver-

folgung zuzusprechen. Dennoch hat das SEM aufgrund der soeben zitier-

ten Rechtsprechung richtig darauf geschlossen, dass er aufgrund dessen 

keine objektiv begründete Furcht vor Verfolgung durch die Taliban hat, und 

sich die abstrakte Gefährdung aufgrund eines erhöhten Risikoprofils nicht 

individuell konkretisiert. Das SEM verweist in seiner Verfügung zu Recht 

darauf, dass eine Gefährdung aufgrund der vagen, ausweichenden, teils 

widersprüchlichen sowie rein spekulativen Aussagen des Beschwerdefüh-

rers und seiner Angst vor hypothetischen Fragen der Taliban nicht mit über-

wiegender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist. Dies gilt insbesondere 

auch, weil der Beschwerdeführer lediglich vage geltend macht, nicht mehr 

an Gott zu glauben und nicht zu beten. «Neutrale» Tätowierungen, wie sie 

der Beschwerdeführer trägt, vermögen wie ausgeführt ebenfalls zu keiner 

relevanten Gefährdung zu führen. Der Spott, den er im Jahr 2018 während 

seines kurzzeitigen Aufenthaltes in Afghanistan erlebte, ist nicht von einer 

genügenden Intensität für eine asylrechtliche Relevanz und kann auch 

nicht als objektiver Grund für eine erhöhte subjektive Frucht qualifiziert 

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werden. Dies gilt auch für die kurzzeitige Mitnahme durch die Polizei, bei 

der der Beschwerdeführer ohne weitere Konsequenzen nach zwei Stunden 

wieder freigelassen wurde. Das SEM hat denn in seinen Erwägungen auch 

zu Recht verschiedene Male dezidiert darauf hingewiesen, dass der Be-

schwerdeführer angab, er sei wegen den Behelligungen des Onkels aus-

gereist und habe sich ansonsten mit den lokalen Gegebenheiten arran-

giert. 

6.5 Zusammenfassend ergeben sich aus den Akten keine Anhaltspunkte, 

wonach der Beschwerdeführer bei einer (hypothetischen) Rückkehr nach 

Afghanistan einer flüchtlingsrechtlich relevanten Gefahr ausgesetzt wäre. 

Die Vorinstanz hat die Flüchtlingseigenschaft zu Recht verneint und das 

Asylgesuch abgelehnt. 

7.  

7.1 Lehnt das SEM das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so 

verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den 

Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie 

(Art. 44 AsylG). 

7.2 Der Beschwerdeführer verfügt insbesondere weder über eine auslän-

derrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf Ertei-

lung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach ebenfalls zu Recht 

angeordnet (vgl. BVGE 2013/37 E. 4.4; 2009/50 E. 9, je m.w.H.). 

7.3 Nachdem das SEM mit Verfügung vom 26. Januar 2022 die Unzumut-

barkeit des Wegweisungsvollzugs festgestellt und die vorläufige Aufnahme 

des Beschwerdeführers angeordnet hat, erübrigen sich praxisgemäss wei-

tere Ausführungen zur Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvoll-

zugs (vgl. BVGE 2011/7 E. 8, 2009/51 E. 5.4). 

8.  

Aus diesen Erwägungen ergibt sich, dass die angefochtene Verfügung 

Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig so-

wie vollständig feststellt (Art. 106 Abs. 1 AsylG) und – soweit diesbezüglich 

überprüfbar – angemessen ist. Die Beschwerde ist abzuweisen. 

9.  

9.1 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten den Beschwer-

deführenden aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Nachdem das Gesuch 

um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung mit 

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Zwischenverfügung vom 7. März 2022 gutgeheissen wurde, sind jedoch 

keine Kosten aufzuerlegen. 

9.2 Mit derselben Zwischenverfügung wurde die rubrizierte Rechtsvertre-

terin als amtliche Rechtsbeiständin eingesetzt. Mit Kostennote vom 28. Ap-

ril 2022 wurden ein Zeiteinsatz von 625 Minuten und ein Stundenansatz 

von Fr. 220.– bei Unterliegen sowie Auslagen von Fr. 11.80 ausgewiesen. 

Dieser Aufwand erscheint angemessen. Die seit Eingabe der Kostennote 

angefallene Arbeit ist – soweit notwendig – zu berücksichtigen. Nach dem 

Gesagten ist das Honorar auf Fr. 2’500.– (inklusive Auslagen) festzuset-

zen. 

(Dispositiv nächste Seite) 

  

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Die Beschwerde wird abgewiesen. 

2.  

Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 

3.  

Der rubrizierten Rechtsvertreterin wird vom Bundesverwaltungsgericht ein 

Honorar in der Höhe von Fr. 2’500.– zugesprochen. 

4.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das SEM und die kantonale 

Migrationsbehörde. 

 

Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: 

  

Nina Spälti Giannakitsas Sara Steiner 

 

 

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