# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2733384d-b7cb-5c4a-93bb-329e6468f9fe
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2010-03-22
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 22.03.2010 D-1665/2010
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_D-1665-2010_2010-03-22.pdf

## Full Text

Abtei lung IV
D-1665/2010
{T 0/2}

U r t e i l  v o m  2 2 .  M ä r z  2 0 1 0

Einzelrichter Fulvio Haefeli, 
mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;
Gerichtsschreiber Gert Winter.

A._______, geboren (...),
alias A._______, geboren (...),
alias A._______, geboren (...),
Eritrea,
(...),
Beschwerdeführer,

gegen

Bundesamt für Migration (BFM),
Quellenweg 6, 3003 Bern,
Vorinstanz.

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Ver-
fügung des BFM vom 4. März 2010 / N .

B u n d e s v e r w a l t u n g s g e r i c h t

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i f  f é d é r a l

T r i b u n a l e  a m m i n i s t r a t i v o  f e d e r a l e

T r i b u n a l  a d m i n i s t r a t i v  f e d e r a l

Besetzung

Parteien

Gegenstand

D-1665/2010

Sachverhalt:

A.

A.a Eigenen Angaben zufolge verliess der Beschwerdeführer seinen 
Heimatstaat  im  Mai  2007  und  gelangte  am  4.  November  2009  un-
kontrolliert in die Schweiz, wo er am 19. November 2009 im Empfangs- 
und Verfahrenszentrum (EVZ) M._______ ein  Asylgesuch einreichte. 
Anlässlich der Befragung vom 27. November 2009 zur Person (BzP) im 
EVZ  M._______  machte  der  Beschwerdeführer  unter  anderem 
geltend, er sei auf seiner Reise nach Europa von Libyen aus zunächst 
illegal  nach  Italien  gelangt,  von  wo  aus  er  sich  per  Flugzeug  nach 
Norwegen begeben habe. Nachdem die italienischen Behörden seiner 
Rückübernahme zugestimmt hätten, sei  er nach achtmonatigem Auf-
enthalt  in  Norwegen  auf  dem  Luftweg  nach  Italien  zurückgekehrt. 
Danach sei er in die Schweiz eingereist. Seine Asylgesuche in Italien 
und in Norwegen seien abgelehnt worden.

A.b Das  BFM  gewährte  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  BzP 
das rechtliche Gehör zur mutmasslichen Zuständigkeit Italiens für die 
Durchführung seines Asyl- und Wegweisungsverfahrens und gab ihm 
Gelegenheit  zur  Stellungnahme.  In  diesem  Zusammenhang  machte 
der Beschwerdeführer im Wesentlichen geltend, er habe in Italien eine 
unmenschliche  Situation  angetroffen.  Er  betrachte  es  als  sinnlos, 
seinen  Fall  an  die  Italiener  weiter  zu  leiten;  nicht  einmal  die  Über-
führung seiner Leiche nach Italien wünsche er sich.

B.
Gestützt auf den Eurodac-Treffer vom 12. August 2008 auf Lampedusa 
e Linosa (Italien) und die Aussagen des Beschwerdeführers anlässlich 
der  BzP stellte  das  BFM am 28. Dezember  2009  an  Italien  ein  Er-
suchen  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers. Bis  am 29.  Januar 
2010 hat Italien auf das Ersuchen nicht geantwortet.

C.
Mit Verfügung vom 4. März 2010 – eröffnet am 16. März 2010 – trat 
das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes 
vom 26. Juni  1998 (AsylG, SR 142.31)  auf  das Asylgesuch des Be-
schwerdeführers  vom  19.  November  2009  nicht  ein,  wies  den  Be-
schwerdeführer  aus  der  Schweiz  nach  Italien  weg  und  ordnete  den 
Vollzug an. Gleichzeitig stellte die Vorinstanz fest, einer allfälligen Be-

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schwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine  aufschiebende 
Wirkung zu.

D.
Mit Beschwerde vom 18. März 2010 beantragte der Beschwerdeführer 
sinngemäss,  die  Verfügung  des  BFM  vom  4.  März  2010  sei  aufzu-
heben und das BFM anzuweisen,  sein Recht zum Selbsteintritt  aus-
zuüben  und  sich  für  das  vorliegende  Asylgesuch  zuständig  zu  er-
klären. Es  sei  sodann im Sinne einer  vorsorglichen Massnahme die 
aufschiebende Wirkung  zu erteilen,  und  die  Vollzugsbehörden  seien 
anzuweisen,  von einer Überstellung nach Italien abzusehen, bis das 
Bundesverwaltungsgericht  über  die  vorliegende  Beschwerde  ent-
schieden habe.
Auf  die  Begründung  wird,  soweit  wesentlich,  in  den  nachfolgenden 
Erwägungen eingegangen.

E.
Mit  Telefax  vom  18.  März  2010  setzte  der  zuständige  Instruktions-
richter  des  Bundesverwaltungsgerichts  den  Vollzug  der  Wegweisung 
im Sinne einer vorsorglichen Massnahme vorläufig aus.

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung:

1.

1.1 Gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Ju-
ni 2005  (VGG,  SR 173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht 
Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  des  Bundesgesetzes 
vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, 
SR 172.021). Das BFM gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und 
ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das 
Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt 
nicht  vor. Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die 
Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem 
Gebiet  des Asyls endgültig (Art. 105 AsylG;  Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des 
Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]).

1.2 Das Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und dem 
BGG,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG und 
Art. 6 AsylG).

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1.3 Die  Beschwerde  ist  frist-  und  formgerecht  eingereicht  (Art. 108 
Abs. 1  AsylG,  Art. 6  AsylG  i.V.m.  Art. 52  VwVG).  Der  Beschwerde-
führer ist durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und 
hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungs-
weise  Änderung;  er  ist daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde 
legitimiert  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Auf  die 
Beschwerde ist einzutreten.

2.
Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige 
oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 
und die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).

3.
Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  in  einzelrichter-
licher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  be-
ziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e 
AsylG). Wie  nachstehend aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um 
eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu 
begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG).

Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf die Durch-
führung des Schriftenwechsels verzichtet.

4.  
Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es das 
BFM ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  über-
prüfen  (Art.  32  -  35  AsylG),  ist  die  Beurteilungskompetenz  der  Be-
schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt,  ob die Vor-
instanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist  (vgl.  die 
diesbezüglich  weiterhin  zutreffende  Rechtsprechung  der  Schweizeri-
schen  Asylrekurskommission  (ARK)  in  Entscheidungen  und  Mit-
teilungen der ARK [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f. sowie Urteil 
des  Bundesverwaltungsgerichts  E-7878/2008  vom  31.  Dezember 
2008).  Die  Beschwerdeinstanz  enthält  sich  einer  selbständigen 
materiellen  Prüfung  und  weist  die  Sache – sofern  sie  den Nichtein-
tretensentscheid als unrechtmässig erachtet – zu neuer Entscheidung 
an  die  Vorinstanz  zurück.  Die  Vorinstanz  prüft  die  Frage  der  Weg-
weisung  und  des  Vollzugs  materiell,  weshalb  dem  Bundesver-
waltungsgericht diesbezüglich volle Kognition zukommt.

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5.

5.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asyl-
suchende in einen Drittstaat ausreisen können, welcher für die Durch-
führung  des  Asyl-  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zu-
ständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG). 

5.2 Das BFM hielt  zur  Begründung seines Nichteintretensentscheids 
im  Wesentlichen  fest,  Italien  sei  gestützt  auf  das  "Abkommen  vom 
26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft 
und der Europäischen Gemeinschaft über die Kriterien und Verfahren 
zur  Bestimmung  des  zuständigen  Staates  für  die  Prüfung  eines  in 
einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten Asylantrags" sowie 
dem  "Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004  zwischen  der 
Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island  und  dem 
Königreich  Norwegen  über  die  Umsetzung,  Anwendung  und  Ent-
wicklung des Schengen-Besitzstands und über die Kriterien und Ver-
fahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines 
in der Schweiz, in Island oder in Norwegen gestellten Asylantrags" für 
die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig.  Da  Italien  bis  am 
29. Januar 2010 keine Antwort gegeben habe, sei davon auszugehen, 
dass dem Ersuchen zugestimmt worden sei. Die Rückführung habe – 
vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung (Art. 19 Abs. 3 Dublin II 
Verordnung  [Verordnung  {EG}  Nr.  343/2003  des  Rates  vom 
18. Februar 2003 zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Be-
stimmung des  Mitgliedstaates,  der  für  die  Prüfung  eines  von einem 
Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags 
zuständig ist]) oder Verlängerung (Art. 19 Abs. 4 Dublin II Verordnung) 
– bis spätestens zum 29. Juli 2010 zu erfolgen.
Dem  Beschwerdeführer  sei  am  27.  November  2009  das  rechtliche 
Gehör gewährt worden. Dabei habe er geltend gemacht, die Situation 
in Italien sei unmenschlich. Er habe dort keine feste Bleibe gehabt und 
die  meiste  Zeit  auf  der  Strasse  geschlafen.  Diese  Vorbringen  ver-
möchten indessen weder die Zuständigkeit Italiens noch die Zulässig-
keit und Zumutbarkeit der Rückkehr des Beschwerdeführers in dieses 
Land  in  Frage  zu  stellen,  weshalb  auf  das  Asylgesuch  nicht  einzu-
treten sei.
Die  Folge  eines  Nichteintretensentscheids  gemäss  Art.  44  Abs.  1 
AsylG sei in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz. Da der Be-
schwerdeführer in einen Drittstaat reisen könne, in dem er Schutz vor 
Rückschiebung im Sinne von Art. 5 Abs. 1 AsylG finde, sei das Non-
Refoulement-Gebot bezüglich des Heimat- oder Herkunftsstaates nicht 

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zu prüfen. Ferner bestünden  keine Hinweise zu einer Verletzung von 
Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der 
Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) im Falle einer 
Rückkehr  des  Beschwerdeführers  nach  Italien.  Weder  die  in  Italien 
herrschende Situation  noch andere  Gründe sprächen gegen die Zu-
mutbarkeit der Wegweisung in diesen Staat. Ausserdem sei der Voll-
zug  der  Wegweisung  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar. 
Von einer entsprechenden Zustimmung sei auszugehen, da Italien bis 
zum 29. Januar 2010 auf das Ersuchen keine Antwort gegeben habe. 
Schliesslich  hätten  Nichteintretensentscheide gemäss Art.  34 Abs. 2 
Bst. d AsylG keine aufschiebende Wirkung.

5.3 Gemäss  den  Akten  steht  fest,  dass  der  Beschwerdeführer  am 
12. August  2008  erstmals  in  Lampedusa  e  Linosa  (Italien) 
daktyloskopiert  wurde. Bei dieser Sachlage ist Italien für die Prüfung 
des  Asylantrags  des  Beschwerdeführers  zuständig. Die  italienischen 
Behörden unterliessen es, sich bis am 29. Januar 2010 zur allfälligen 
Übernahme  des  Beschwerdeführers  vernehmen  zu  lassen,  weshalb 
davon  auszugehen  ist,  dass  dem  Ersuchen  zugestimmt  worden  ist 
(Art. 18 Abs. 7 Dublin II VO).

5.4 Der Beschwerdeführer kann somit  ohne Weiteres in  den Dublin-
Staat  (Italien) ausreisen,  welcher für  die Prüfung seines Asylantrags 
staatsvertraglich  zuständig  ist.  Es  bestehen  keine  Hinweise  darauf, 
dass  Italien sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Be-
stimmungen,  insbesondere  an  das  Refoulementverbot  oder  die  ein-
schlägigen Normen der EMRK halten würde.  Da es im vorliegenden 
Verfahren  lediglich  darum  geht,  die  Voraussetzungen  einer  Rück-
führung nach Italien im Rahmen der Dublin II VO zu prüfen, ist auf die 
Vorbringen in Bezug auf die Situation in Eritrea nicht einzugehen.

5.5 Der Beschwerdeführer bestreitet nicht, dass gemäss den Kriterien 
der Dublin II  VO Italien für  die Durchführung des Asylverfahrens zu-
ständig  ist.  Er  beantragt  indessen  sinngemäss,  das  BFM  habe  das 
Selbsteintrittsrecht im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin II VO auszuüben, 
weil sich für ihn Italien als eine Hölle in Europa erwiesen habe. Man 
habe ihn dort gleich nach der Ankunft festgenommen, ihm die Finger-
abdrücke abgenommen und sogleich ein Asylverfahren gegen seinen 
Willen eröffnet. Nach seiner freiwilligen Rückkehr von Norwegen nach 
Mailand  habe  er  buchstäblich  auf  der  Strasse  geschlafen  und  sich 
irgendwie durchgeschlagen. Es gebe keine Hilfe für einen neuen Start 

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ins Leben. Er habe in einer Grauzone, fernab der Gesellschaft, gelebt. 
Das sei das "Leben", das ihn in Italien erwarte: eine weitere Hölle, nur 
heisse  sie  dieses  Mal  Italien.  Er  wolle  nicht  sein  Leben  damit  ver-
geuden,  von  Land  zu  Land  zu  tingeln  oder  herum  geschoben  zu 
werden.  Es  schwebe  ihm  ein  geregeltes  Leben  in  einer 
funktionierenden  Gesellschaft,  in  Gerechtigkeit,  mit  Rechten,  in 
Frieden und Freiheit vor. Das habe er auch in der Schweiz gefunden. 
Er  ersuche  daher  um  nochmalige  Fallprüfung  und  um  Gewährung 
einer Chance auf Leben.

Der Beschwerdeführer macht sinngemäss geltend, die Betreuung von 
Asylbewerbern durch die italienischen Behörden entspreche nicht dem 
gewohnten  schweizerischen  Niveau.  Dabei  verkennt  er  zum  einen, 
dass er diesmal nicht einfach auf der Strasse leben muss, weil er den 
italienischen Behörden übergeben wird, die damit erst die Möglichkeit 
haben,  sich  um ihn gebührend zu  kümmern  und sein  Asylverfahren 
durchzuführen.  Zum  anderen  gibt  es  keinen  Anspruch  von  Asyl-
gesuchstellern,  vom  höchstmöglichen  Niveau  der  Betreuung  im 
Schengen-Raum  zu  profitieren.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  nach 
Italien  erweist  sich  in  Berücksichtigung  sozialer  Aspekte  unter  dem 
Aspekt von Art. 3 EMRK somit als zulässig, weshalb kein Anlass zum 
Selbsteintritt besteht.

6.  
Das BFM ist in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG demnach 
zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  ein-
getreten, weshalb es sich erübrigt, auf die weiteren Ausführungen in 
der  Beschwerdeschrift  einzugehen.  Die  sinngemässen  Anträge,  die 
vorinstanzliche Verfügung sei aufzuheben, das BFM sei anzuweisen, 
sein Recht zum Selbsteintritt auszuüben und sich für das vorliegende 
Asylgesuch für zuständig zu erklären, sind somit abzuweisen.

7.

7.1 Das Nichteintreten auf ein Asylgesuch hat in der Regel die Weg-
weisung aus der Schweiz zur Folge (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Vorliegend 
ist  keine  Ausnahme von  diesem  Grundsatz  ersichtlich  (vgl.  EMARK 
2001  Nr. 21).  In  Verfahren nach Art.  34  Abs. 2  Bst.  d  AsylG ist  die 
Frage nach der Zulässigkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzugs 
regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des 
Nichteintretensentscheides. Auf die Frage einer drohenden Verletzung 

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des Non-Refoulement-Gebots muss an dieser Stelle nicht weiter ein-
gegangen werden. 

7.2 Weiter  stellt  sich  die  Frage  nach  der  Zumutbarkeit  des  Weg-
weisungsvollzugs in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht 
unter dem Aspekt von Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 
16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG, 
SR 142.20), sondern ebenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens im 
Rahmen des  Selbsteintrittsrechts  oder  gegebenenfalls  –  sofern  sich 
Familienmitglieder  in  verschiedenen  Dublin-Staaten  befinden  und 
allenfalls  zusammengeführt  werden  sollten  –  bei  der  Ausübung  der 
sog. Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin II VO). 

7.3 Nach dem Gesagten sind die vom BFM verfügte Wegweisung und 
deren Vollzug zu bestätigen.

8.
Dem Beschwerdeführer ist  es nicht  gelungen darzutun, inwiefern die 
angefochtene Verfügung Bundesrecht  verletzt,  den rechtserheblichen 
Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen 
ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

9.
Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Be-
schwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG)  und  auf 
insgesamt  Fr.  600.--  festzusetzen  (Art. 1  -  3  des  Reglements  vom 
21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem 
Bundesverwaltungsgericht [VGKE, SR 173.320.2]).

(Dispositiv nächste Seite)

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Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

1.
Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.
Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.--  werden  dem  Beschwerdeführer 
auferlegt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zu 
Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen.

3.
Dieses Urteil geht an: 

- den Beschwerdeführer (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein)
- das  BFM,  Abteilung  Aufenthalt,  mit  den  Akten  Ref.-Nr.  N   (per 

Kurier; in Kopie)
- (...) (in Kopie)

Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber:

Fulvio Haefeli Gert Winter

Versand: 

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