# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 59700c15-9cd4-5cc5-ab7b-519cc0391d8a
**Source:** Bundesverwaltungsgericht ()
**Court Level:** federal
**Decision Date:** 2025-03-03
**Language:** de
**Title:** Bundesverwaltungsgericht 03.03.2025 F-606/2025
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/CH_BVGer/CH_BVGE_001_F-606-2025_2025-03-03.pdf

## Full Text

B u n d e s v e r w a l t u ng s g e r i ch t  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i f  f éd é r a l  

T r i b un a l e  am m in i s t r a t i vo  f e d e r a l e  

T r i b un a l  ad m i n i s t r a t i v  fe d e r a l  

 
 
 
 

 

 

  

 

 Abteilung VI 

F-606/2025 

 

 
 

  U r t e i l  v o m  3 .  M ä r z  2 0 2 5   

Besetzung 
 Richter Sebastian Kempe (Vorsitz), 

Richterin Claudia Cotting-Schalch,  

Richter Yannick Antoniazza-Hafner,  

Gerichtsschreiber Gero Vaagt. 
 

 
 

Parteien 
 A._______, geboren am (…) 2006 

(Datumseintrag bestritten), Afghanistan,  

vertreten durch MLaw Bahman Ghafouri,  

HEKS Rechtsschutz Bundesasylzentren Ostschweiz,  

Beschwerdeführer,  

  
 

 
gegen 

 
 

Staatssekretariat für Migration SEM,  

Vorinstanz.  

  
 

 
 

Gegenstand 
 Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  

(Dublin-Verfahren - Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG);  

Verfügung des SEM vom 22. Januar 2025 / N (…). 

 

 

 

F-606/2025 

Seite 2 

Sachverhalt: 

A.  

Der Beschwerdeführer ersuchte am 29. September 2024 in der Schweiz 

um Asyl. Dabei gab er auf dem Personalienblatt für Asylsuchende sein Ge-

burtsdatum handschriftlich mit dem (…) 2008 an (Akten der Vorinstanz 

[SEM-act.] 1/2). Ein Abgleich seiner Fingerabdrücke mit der europäischen 

Fingerabdruck-Datenbank (Zentraleinheit EURODAC) ergab, dass er zu-

vor am 23. September 2024 in Kroatien ein Asylgesuch gestellt hatte 

(SEM-act. 7/1).  

B.  

Am 17. Oktober 2024 führte die Vorinstanz die Erstbefragung für unbeglei-

tete minderjährige Asylsuchende (EB UMA) durch. Im Beisein der ihm zu-

gewiesenen Rechtsvertretung gab der Beschwerdeführer dabei im We-

sentlichen an, er sei am (…) 2008 in B._______, Afghanistan, geboren. 

Sein Geburtsdatum kenne er seit fünf oder sechs Jahren aufgrund einer 

Notiz im Koran der Familie. Denn wenn in seiner Familie ein Kind geboren 

werde, werde das jeweilige Geburtsdatum hinten im Koran vermerkt. Sein 

Vater sei 60 und seine Mutter ungefähr 50 oder 55 Jahre alt. Die genauen 

Geburtsdaten kenne er jedoch nicht. Er habe vier Schwestern und zwei 

Brüder. Er wisse jedoch weder, wie alt seine Geschwister seien, noch 

kenne er ihre Geburtsdaten. In welchem Kalenderjahr er eingeschult wor-

den sei, wisse er nicht. Er wisse aber, dass er sich zum Zeitpunkt seiner 

Einschulung im sechsten Lebensjahr befunden habe. Die Schule habe er 

dann für insgesamt sieben Jahre besucht. In dieser Zeit habe er auch 

Zeugnisse bekommen, die seine Familie aber nicht aufbewahrt habe.  

Dokumente aus seiner Schulzeit habe er keine mehr. Als er die Schule ver-

lassen habe, sei er fast 13 Jahre alt gewesen. Dies sei einige Monate vor 

der Machtergreifung der Taliban gewesen. Das genaue Datum kenne er 

jedoch nicht. Nach dem Ende der Schulzeit bis zu seiner Ausreise aus  

Afghanistan habe er ungefähr ein Jahr lang seinen Eltern zu Hause gehol-

fen und eine Lehre absolviert. Als er Afghanistan verlassen habe, sei er  

13 Jahre alt gewesen. Dann habe er sich zunächst zweieinhalb Jahre im 

Iran und vier Monate in der Türkei aufgehalten, bevor er über mehrere  

weitere Länder am 26. September 2024 in die Schweiz eingereist sei. Bis 

auf die Kopie seiner Tazkira könne er gegenwärtig keine Ausweispapiere 

vorweisen. 

Im Rahmen der EB UMA gewährte ihm die Vorinstanz das rechtliche Gehör 

zur möglichen Zuständigkeit Kroatiens für das Asyl- und 

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Wegweisungsverfahren, zu einem Nichteintretensentscheid, zur Wegwei-

sung in diesen Dublin-Mitgliedstaat sowie zu seinem Gesundheitszustand. 

Darüber hinaus teilte ihm die Vorinstanz mit, dass anhand seiner Angaben 

nicht abschliessend beurteilt werden könne, ob er minderjährig sei, und 

daher wahrscheinlich eine medizinische Altersabklärung erfolgen werde 

(SEM-act. 14/13). 

C.  

Am 24. Oktober 2024 führte das Institut für Rechtsmedizin des Kantonsspi-

tals C._______ im Auftrag der Vorinstanz eine forensische Altersdiagnostik 

beim Beschwerdeführer durch. Gemäss Gutachten vom 30. Oktober 2024 

ergaben die erhobenen Befunde zum Zeitpunkt der Untersuchung ein 

durchschnittliches Alter von 18 bis 20 Jahren und ein Mindestalter von 17 

Jahren (SEM-act. 18/6 und 19/6). 

D.  

Gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b der Verordnung (EU) Nr. 604/2013 des 

Europäischen Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 zur Festle-

gung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des Mitgliedstaats, der 

für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen oder Staatenlosen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Antrags auf internationalen Schutz zu-

ständig ist (Dublin-III-VO) ersuchte die Vorinstanz die kroatischen Behör-

den am 4. November 2024 um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers 

(SEM-act. 20/5). Die kroatischen Behörden lehnten das Ersuchen am 

16. November 2024 ab (SEM-act. 24/1).  

E.  

Am 21. November 2024 ersuchte die Vorinstanz gestützt auf Art. 5 Abs. 2 

der Verordnung (EG) Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September 

2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 343/2003 

des Rates zur Festlegung der Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des 

Mitgliedstaats, der für die Prüfung eines von einem Drittstaatsangehörigen 

in einem Mitgliedstaat gestellten Asylantrags zuständig ist (ABI. L 222/3 

vom 5.9.2003) die kroatischen Behörden um neuerliche Prüfung ihrer Zu-

ständigkeit (SEM-act. 25/2). Dem entsprachen die kroatischen Behörden 

und hiessen das Ersuchen um Wiederaufnahme des Beschwerdeführers 

sodann am 3. Dezember 2025 gemäss Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO gut 

(SEM-act. 29/2). 

F.  

Mit Schreiben vom 16. Dezember 2024 gewährte die Vorinstanz dem 

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Beschwerdeführer das rechtliche Gehör zu Widersprüchen bei seinen Al-

tersangaben, dem Ergebnis der forensischen Altersdiagnostik und zu der 

beabsichtigten Anpassung seines Geburtsdatums im Zentralen Migrati-

onsinformationssystem (ZEMIS) von Amtes wegen auf den (…) 2006 

(SEM-act. 30/5). Dieser nahm mit Schreiben vom 20. Dezember 2024 Stel-

lung (SEM-act. 32/5). 

G.  

Am 21. Januar 2025 passte die Vorinstanz das Geburtsdatum des Be-

schwerdeführers im ZEMIS auf den (…) 2006 an und versah es mit einem 

Bestreitungsvermerk. 

H.  

Mit Verfügung vom 22. Januar 2025 trat die Vorinstanz in Anwendung von 

Art. 31a Abs. 1 Bst. b AsylG (SR 142.31) auf das Asylgesuch des Be-

schwerdeführers nicht ein, ordnete seine Wegweisung nach Kroatien an 

und forderte ihn auf, die Schweiz am Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist 

zu verlassen (Dispositivziffern 1-3). Gleichzeitig stellte sie fest, dass sein 

Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) 2006 mit Bestreitungsvermerk laute 

(Dispositivziffer 6) und eine allfällige Beschwerde keine aufschiebende 

Wirkung habe (Dispositivziffer 7). 

I.  

Mit Beschwerde vom 29. Januar 2025 gelangte der Beschwerdeführer an 

das Bundesverwaltungsgericht und beantragte, die angefochtene Verfü-

gung sei vollständig aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen, auf sein 

Asylgesuch einzutreten. Weiter beantragte er, die Vorinstanz sei anzuwei-

sen, sein Geburtsdatum im ZEMIS auf den (…) 2008 anzupassen. Even-

tualiter sei die angefochtene Verfügung vollständig aufzuheben und die Sa-

che zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen. In prozessualer 

Hinsicht beantragte er, der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu 

erteilen. Des Weiteren seien die Vollzugsbehörden im Sinne einer super-

provisorischen vorsorglichen Massnahme unverzüglich anzuweisen, von 

seiner Überstellung nach Kroatien abzusehen, bis das Bundesverwal-

tungsgericht über die Erteilung der aufschiebenden Wirkung entschieden 

hat. Ebenfalls im Sinne einer superprovisorischen vorsorglichen Mass-

nahme sei die Vorinstanz anzuweisen, sein Geburtsdatum im ZEMIS bis 

zum rechtskräftigen Urteil auf den (…) 2008 zu erfassen. Zudem sei ihm 

die unentgeltliche Prozessführung zu gewähren und es sei auf die Erhe-

bung eines Kostenvorschusses zu verzichten (Akten im Beschwerdever-

fahren [BVGer-act.] 1). 

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Seite 5 

J.  

Am 30. Januar 2025 ordnete der Instruktionsrichter einen superprovisori-

schen Vollzugsstopp gestützt auf Art. 56 VwVG an (BVGer-act. 2). 

 

Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 

1.  

1.1 Die Beschwerde richtet sich sowohl gegen den Nichteintretens- und 

Wegweisungsentscheid als auch gegen die ZEMIS-Eintragung betreffend 

das Geburtsdatum des Beschwerdeführers. Das Beschwerdeverfahren be-

treffend ZEMIS-Datenbereinigung wird separat vom vorliegenden Verfah-

ren unter der Geschäftsnummer F-692/2025 geführt. Die Beschwerdebe-

gehren betreffend die beanstandete ZEMIS-Datenänderung, welche die 

Vorinstanz dem Beschwerdeführer in Ziffer 6 des Dispositivs der angefoch-

tenen Verfügung mitgeteilt hat, sind somit nicht im Rahmen des vorliegen-

den Verfahrens zu behandeln. 

1.2 Das vorliegende Verfahren richtet sich nach dem VwVG, dem VGG und 

dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und 

Art. 6 AsylG). 

1.3 Gemäss Art. 105 AsylG in Verbindung mit Art. 31 VGG ist das Bundes-

verwaltungsgericht zur Beurteilung von Beschwerden auf dem Gebiet des 

Asyls zuständig. Es entscheidet über diese in der Regel – wie auch vorlie-

gend – endgültig (vgl. Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG). Der Beschwerdeführer ist 

zur Einreichung der Beschwerde legitimiert (Art. 105 AsylG und Art. 48 

Abs. 1 VwVG). Auf die frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist 

somit einzutreten (Art. 108 Abs. 3 AsylG und Art. 52 Abs. 1 VwVG). 

2.  

2.1 Mit Beschwerde können die Verletzung von Bundesrecht (einschliess-

lich Missbrauch und Überschreiten des Ermessens) sowie die unrichtige 

und unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts ge-

rügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 

2.2 Bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es die 

Vorinstanz ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über-

prüfen (Art. 31a Abs. 1-3 AsylG), ist die Beurteilungskompetenz der Be-

schwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt, ob die Vorinstanz 

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Seite 6 

zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist (vgl. BVGE 2017 VI/5 

E. 3.1; 2012/4 E. 2.2; je m.w.H.).  

2.3 Das Bundesverwaltungsgericht verzichtet gestützt auf Art. 111a  

Abs. 1 AsylG auf die Durchführung eines Schriftenwechsels. 

3.  

3.1 Auf Asylgesuche wird in der Regel nicht eingetreten, wenn Asylsu-

chende in einen Drittstaat ausreisen können, der für die Durchführung des 

Asyl- und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich zuständig ist (Art. 31a 

Abs. 1 Bst. b AsylG). In diesem Fall verfügt das SEM in der Regel die Weg-

weisung aus der Schweiz und ordnet den Vollzug an (Art. 44 AsylG). 

3.2 Gemäss Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO wird jeder Asylantrag von einem 

einzigen Mitgliedstaat geprüft, der nach den Kriterien des Kapitels III 

(Art. 8-15 Dublin-III-VO) als zuständiger Staat bestimmt wird (vgl. auch 

Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO). Das Verfahren zur Bestimmung des zuständi-

gen Mitgliedstaates wird eingeleitet, sobald in einem Mitgliedstaat erstmals 

ein Asylantrag gestellt wird (Art. 20 Abs. 1 Dublin-III-VO). 

3.3 Im Falle eines unbegleiteten Minderjährigen ohne familiäre Anknüp-

fungspunkte (zu einem anderen Mitgliedstaat) ist gemäss Art. 8 Abs. 4 

Dublin-III-VO der Staat zuständig, in welchem er seinen Antrag gestellt hat. 

Diese Bestimmung begründet eine vorrangige Zuständigkeit der Schweiz 

(Art. 7 Abs. 1 Dublin-III-VO), da unbegleitete Minderjährige vom Wieder-

aufnahmeverfahren ausgenommen sind (vgl. z.B. Urteil des BVGer 

E-6348/2023 vom 24. November 2023 E. 4.4 m.w.H.). 

3.4 Die Minderjährigkeit ist vom Betroffenen – der allgemeinen asylrechtli-

chen Beweisregel folgend – zumindest glaubhaft zu machen (vgl. Art. 7 

AsylG, BVGE 2023 VI/4 E. 6.3; vgl. bereits Entscheidungen und Mitteilun-

gen der Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 31 E 5, 6.2 und 7.3; 

2004 Nr. 30 E. 5-6; 2001 Nr. 23 E. 6c; 2000 Nr. 19 E. 8b). Seitens der 

Asylbehörden ist im Rahmen einer Gesamtwürdigung eine Abwägung 

sämtlicher Anhaltspunkte vorzunehmen, die für oder gegen die Richtigkeit 

der betreffenden Altersangaben sprechen. Wesentlich sind dabei für echt 

befundene Identitätspapiere oder eigene Angaben der betroffenen Person 

(vgl. Urteil des BVGer E-4931/2014 vom 21. Januar 2015 E. 5.1.1 m.H.a. 

EMARK 2004 Nr. 30). Das Resultat eines Altersgutachtens stellt nur ein 

Element bei der Beurteilung der Frage der Glaubhaftigkeit einer geltend 

gemachten Minderjährigkeit dar (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.1 ff.). 

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Seite 7 

4.  

4.1 Die Vorinstanz führt in der angefochtenen Verfügung vom 22. Januar 

2025 hinsichtlich des Alters des Beschwerdeführers im Wesentlichen aus, 

dass er keine rechtsgenüglichen Identitätspapiere eingereicht habe, wel-

che die vorgebrachte Minderjährigkeit belegen würden. Die eingereichte 

Tazkira-Kopie sei nicht geeignet, ein rechtsgenügliches Dokument zu er-

setzen. Einer Tazkira als solche komme praxisgemäss ohnehin nur ein re-

duzierter Beweiswert zu, da die Geburtsdaten je nach Ausstellungsort un-

terschiedlich eingetragen würden und die Angaben oft auf einer Alters-

schätzung anhand des Aussehens der Person im Zeitpunkt der Ausstellung 

basierten. Zudem seien solche Dokumente leicht manipulierbar, käuflich 

erhältlich und nicht auf ihre Echtheit hin überprüfbar. Darüber hinaus sei 

die eingereichte Kopie schlecht leserlich. Seine grösstenteils unsubstanti-

ierten Angaben anlässlich der EB UMA seien nicht geeignet, dem Anspruch 

einer logisch nachvollziehbaren, konsistenten und widerspruchsfreien Be-

gründung seines Alters gerecht zu werden. Es sei ihm nicht gelungen, die 

behauptete Minderjährigkeit glaubhaft zu machen. Aufgrund seines Aussa-

geverhaltens und der verschiedenen Geburtsdatumsangaben in der 

Schweiz ([…] 2008) und in Kroatien ([…] 2002) sei er persönlich nicht 

glaubwürdig. Aus dem medizinischen Altersgutachten ergebe sich zwar ein 

Mindestalter von unter 18 Jahren. Rechtsprechungsgemäss lasse sich aus 

diesem Ergebnis aber keine Aussage zur Minder- respektive Volljährigkeit 

einer Person machen. In dem Altersgutachten werde zudem festgehalten, 

dass das vom Beschwerdeführer angegebene Geburtsdatum nicht zutref-

fen könne. Schliesslich kommt sie in einer Gesamtwürdigung zum Ergeb-

nis, dass es dem Beschwerdeführer nicht gelungen sei, seine geltend ge-

machte Minderjährigkeit glaubhaft zu machen (SEM-act. 37/25). 

4.2 Dem hält der Beschwerdeführer in der Beschwerdeschrift vom  

29. Januar 2025 im Wesentlichen entgegen, dass er am (…) 2008 geboren 

sei und sein Geburtsdatum hinreichend glaubhaft gemacht habe. Zunächst 

sei ihm zugutezuhalten, dass er sich aktiv um die Einreichung von Identi-

tätspapieren bemüht habe und zumindest eine Kopie seiner Tazkira habe 

einreichen können. Das Foto auf der Tazkira zeige ihn als achtjähriges 

Kind. Seine Angaben im Rahmen der EB UMA zu seiner Herkunft und Fa-

milie, seiner Schulbildung, der Ausreise aus Afghanistan und der Dauer der 

Aufenthalte in den bereisten Ländern stünden mit dem von ihm angegebe-

nen Geburtsdatum ([…] 2008) in Einklang und seien schlüssig. Die Anga-

ben zu seinem Alter im Zeitpunkt der Einschulung (sechs Jahre), zur Dauer 

des Schulbesuchs (sieben Jahre), zum Alter im Zeitpunkt der Ausreise aus 

Afghanistan (13-jährig) sowie zur Dauer der Aufenthalte in anderen 

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bereisten Ländern (fast drei Jahre, davon ca. zweieinhalb Jahre im Iran) 

gingen rechnerisch auf und liessen auf das von ihm angegebene Alter von 

16 Jahren schliessen. Dies stelle ein starkes Indiz für seine Minderjährig-

keit dar. Warum er in Kroatien als Volljähriger mit dem Geburtsdatum (…) 

2002 registriert worden sei, wisse er nicht. Er habe auch dort angegeben, 

16 Jahre alt zu sein. Mit welchem Geburtsdatum ihn die kroatischen Be-

hörden schliesslich erfasst hätten, sei ihm nicht mitgeteilt worden. Auch 

sonst habe er dort keinerlei Papiere beziehungsweise Unterlagen erhalten. 

Ausweislich des eingeholten Altersgutachtens läge nach der Untersuchung 

von Handknochen, Schlüsselbeinanteilen und Weisheitszähnen in allen 

drei Fällen das Mindestalter unter 18 Jahren. Insbesondere bei der wich-

tigsten Untersuchung, nämlich den Schlüsselbeinanteilen, werde ein Min-

destalter von 16.4 Jahren angegeben, was eindeutig zugunsten seiner 

Minderjährigkeit und zugunsten des von ihm angegebenen Geburtsdatums 

spreche. Auch wenn das vorliegende Altersgutachten rechtsprechungsge-

mäss grundsätzlich keine Aussagen zu seiner Minder- oder Volljährigkeit 

zulasse, bedeute dies nicht, dass das Gutachten jeglicher Beweiskraft ent-

behre. Schliesslich sei im Zweifel von seiner Minderjährigkeit auszugehen 

(BVGer-act. 1). 

5.  

5.1 Strittig und zu prüfen ist mithin zunächst, ob der Beschwerdeführer die 

behauptete Minderjährigkeit zumindest hat glaubhaft machen können. Die 

Minderjährigkeit ist dann als glaubhaft gemacht zu erachten, wenn für de-

ren Vorhandensein gewisse Elemente sprechen, selbst wenn das Gericht 

noch mit der Möglichkeit rechnet, dass die gesuchstellende Person bereits 

volljährig ist (BVGE 2023 VI/4 E. 6.3 m.H.a. BGE 140 III 610 E. 4.1; 130 III 

321 E. 3.3). 

5.2 Einleitend ist festzuhalten, dass der Beschwerdeführer sein geltend ge-

machtes Geburtsdatum nicht anhand rechtsgenüglicher Identitätsdoku-

mente zu belegen vermag. Was die in Kopie zu den Akten gereichte Tazkira 

betrifft, ist festzustellen, dass diese Dokumente lediglich gestützt auf Par-

teiangaben (meist eine Altersschätzung) ausgestellt werden, keine Sicher-

heitsmerkmale aufweisen und deshalb nicht fälschungssicher sind. Zudem 

sind die vermerkten Angaben oft unvollständig und daher zum Nachweis 

der Identität nicht ausreichend (vgl. BVGE 2019 I/6 E. 6.2; 2013/30 

E. 4.2.2). Es ist somit von einem geringen Beweiswert der Tazkira auszu-

gehen, umso mehr, als der Beschwerdeführer nur eine Kopie davon einge-

reicht hat, die auch noch teilweise unleserlich ist. Nicht nachvollziehbar ist 

sodann, weshalb das Original – wie vom Beschwerdeführer im Rahmen 

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Seite 9 

der EB UMA ausgeführt – in Afghanistan in seinem Elternhaus verblieben, 

dort aber nur eine Kopie derselben auffindbar gewesen sein soll (SEM-

act. 14/13). Sodann hat der Beschwerdeführer keine weiteren Ausweise 

oder Dokumente eingereicht, welche sein behauptetes Alter zu belegen 

vermöchten. Dies, obwohl er nach eigenen Angaben via Mobiltelefon über 

seinen Bruder mit seinen Eltern in Afghanistan in Kontakt stehe und Doku-

mente ihm somit – sofern vorhanden – zumindest elektronisch hätten über-

mittelt werden können. 

5.3 Sodann kann der Beschwerdeführer aus dem Altersgutachten vom 

30. Oktober 2024 (SEM-act. 18/6 und 19/6) nichts zu seinen Gunsten ab-

leiten. Gemäss dem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts 

(BVGE 2018 VI/3 E. 4.2.1 ff.) sind von den in der Schweiz angewandten 

Methoden der medizinischen Altersabklärung nur die Schlüsselbein- res-

pektive Skelettaltersanalyse und die zahnärztliche Untersuchung (nicht je-

doch die Handknochenaltersanalyse und die ärztliche körperliche Untersu-

chung) zum Beweis der Minder- beziehungsweise Volljährigkeit einer Per-

son geeignet und es lässt sich anhand der medizinischen Altersabklärung 

keine Aussage zur Minder- beziehungsweise Volljährigkeit einer Person 

machen, wenn das Mindestalter bei der zahnärztlichen Untersuchung und 

der Schlüsselbein- respektive Skelettaltersanalyse unter 18 Jahren liegt. 

Gemäss dem Gutachten ergaben der radiologische Befund der Hand des 

Beschwerdeführers ein Mindestalter von 16.1 Jahren und die computerto-

mografische Untersuchung der Wachstumsfugen der inneren Schlüssel-

beinanteile ein Mindestalter von 16.4 Jahren. Anhand der zahnärztlichen 

Untersuchung wurde ein Mindestalter von 17 Jahren angegeben. In Zu-

sammenschau aller Untersuchungsbefunde ergibt sich beim Beschwerde-

führer nach dem Gutachten zum Zeitpunkt der Untersuchung am 24. Ok-

tober 2024 ein durchschnittliches Lebensalter von 18 bis 22 Jahren und ein 

Mindestalter von 17 Jahren. Folglich lässt sich anhand dieser medizini-

schen Altersabklärung keine Aussage zur Minder- beziehungsweise Voll-

jährigkeit des Beschwerdeführers machen. Die Vorinstanz hat in der ange-

fochtenen Verfügung das Altersgutachten zu Recht weder als Indiz für die 

Minderjährigkeit noch für die Volljährigkeit des Beschwerdeführers gewer-

tet. In der zusammenfassenden Beurteilung wird im Altersgutachten ab-

schliessend noch festgestellt, dass das im Auftrag angegebene Geburts-

datum (chronologisches Lebensalter von 16 Jahren und 7 Monaten) nicht 

zutreffen könne (SEM-act. 18/6 und 19/6). 

5.4 Weiter bleibt zu prüfen, ob gestützt auf die Angaben des Beschwerde-

führers die von ihm geltend gemachte Minderjährigkeit als glaubhaft zu 

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Seite 10 

qualifizieren ist. Dies ist mit der Vorinstanz zu verneinen. Die Aussagen des 

Beschwerdeführers sowie seine Vorbringen in Bezug auf seine angebliche 

Minderjährigkeit fallen unplausibel und widersprüchlich aus. Nicht nachvoll-

ziehbar ist bereits, dass der Beschwerdeführer sein Alter mit 16 Jahren und 

sein Geburtsdatum mit dem (…) 2008 anzugeben vermag, sodann aber 

nicht in der Lage ist, mitzuteilen, wann er 17 Jahre alt werde (SEM-

act. 14/13, S. 3). Darüber hinaus erscheint seine Angabe, nicht zu wissen, 

wie alt seine Geschwister seien, wenig plausibel (SEM-act. 14/13, S. 8). 

Unplausibel ist weiter, dass der Beschwerdeführer wissen möchte, in sei-

nem sechsten Lebensjahr eingeschult worden zu sein, sich allerdings nicht 

daran erinnern könne, in welchem Jahr dies gewesen sei (SEM-act. 14/13, 

S. 5). Nicht ganz konsistent sind seine zeitlichen Angaben in Bezug auf die 

Ausreise aus Afghanistan. So gab er zunächst an, die Schule einige Mo-

nate vor der Machtergreifung der Taliban verlassen zu haben und zu die-

sem Zeitpunkt fast 13 Jahre alt gewesen zu sein. Zwischen dem Ende sei-

ner Schulzeit und seiner Ausreise habe ungefähr ein Jahr gelegen (SEM-

act. 14/13, S. 4 und 5). Im weiteren Verlauf gab er an, Afghanistan im vier-

ten oder fünften Monat nach der Machtergreifung der Taliban verlassen zu 

haben und zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt gewesen zu sein (SEM-

act. 14/13, S. 9). Gänzlich widersprüchlich sind seine Angaben zu der in 

Kopie vorgelegten Tazkira. Zunächst gab er an, das Original verloren zu 

haben (SEM-act. 14/13, S. 2), um dann im weiteren Verlauf der Befragung 

auszuführen, die Original-Tazkira nicht aus Afghanistan mitgenommen zu 

haben. Vielmehr habe er sie bei sich zu Hause gelassen. Dort sei sie nun-

mehr aber auch nicht mehr im Original, sondern nur noch als Kopie auf-

findbar (SEM-act. 14/13, S. 9). Insgesamt wirken seine Angaben zum gel-

tend gemachten Geburtsdatum beziehungsweise Alter konstruiert und ver-

mögen nicht zu überzeugen. 

5.5 Gegen die Minderjährigkeit des Beschwerdeführers spricht, dass er 

von den kroatischen Behörden als volljährig mit dem Geburtsdatum (…) 

2002 registriert wurde. Mangels konkreter gegenteiliger Anhaltspunkte 

oder substantiierter Vorbringen ist auch diesbezüglich die Einschätzung 

der Vorinstanz zu teilen, wonach es unglaubhaft sei, dass der Beschwer-

deführer in Kroatien willkürlich als Volljähriger registriert worden sei.  

Darüber hinaus haben die kroatischen Behörden dem Gesuch um Wieder-

aufnahme des Beschwerdeführers zugestimmt im Wissen darum, dass der 

Beschwerdeführer vorbringt, minderjährig zu sein. Die kroatischen Behör-

den lassen damit erkennen, dass sie keine Zweifel an der Volljährigkeit des 

Beschwerdeführers haben. 

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Seite 11 

5.6 Zusammenfassend erscheinen die Angaben des Beschwerdeführers 

zu seinem Geburtsdatum beziehungsweise Alter nicht glaubhaft. Der Be-

schwerdeführer ist in Kroatien als volljährige Person registriert und die von 

ihm in Kopie eingereichte Tazkira ist nur von geringem Beweiswert. Umso 

mehr hätte es dem Beschwerdeführer oblegen, konsistente Angaben zu 

seiner Biographie und seinen Personalien zu machen. Er bringt jedoch 

keine stichhaltigen Argumente vor, die für seine Minderjährigkeit sprechen. 

Indessen sind seine Aussagen unplausibel und weisen Widersprüche auf. 

Schliesslich wurde in der zusammenfassenden Beurteilung im Altersgut-

achten vom 30. Oktober 2024 festgestellt, dass das vom Beschwerdefüh-

rer geltend gemachte Geburtsdatum (chronologisches Lebensalter von 16 

Jahren und 7 Monaten) nicht zutreffen könne. 

Im Rahmen einer Gesamtwürdigung aller Indizien ist es dem Beschwerde-

führer demnach nicht gelungen, die von ihm behauptete Minderjährigkeit 

glaubhaft zu machen. Nach dem Gesagten liegt auch kein Zweifelsfall vor, 

weshalb für eine Anwendung des in der Beschwerdebegründung genann-

ten Grundsatzes «in dubio pro minore» kein Raum besteht (vgl. dazu auch 

Urteile des BVGer F-691/2024 vom 19. Februar 2024 E. 7.5, D-3944/2021 

vom 21. September 2021 E. 9.2 m.w.H.), zumal diesem Grundsatz bereits 

mit dem herabgesetzten Beweismass der Glaubhaftigkeit Rechnung getra-

gen wird. Da der Beschwerdeführer somit als Volljähriger gilt, ist er vom 

Wiederaufnahmeverfahren nicht ausgenommen. 

6.  

6.1 Ein Abgleich der Fingerabdrücke des Beschwerdeführers mit der Zent-

raleinheit EURODAC ergab, dass dieser vor seiner Einreise in die Schweiz 

am 23. September 2024 in Kroatien um Asyl nachgesucht hatte 

(SEM-act. 7/1), weshalb die Vorinstanz gestützt auf Art. 18 Abs. 1 Bst. b 

Dublin-III-VO die kroatischen Behörden um Wiederaufnahme des Be-

schwerdeführers ersuchte (SEM-act. 20/5). Nachdem die kroatischen Be-

hörden dieses Wiederaufnahmegesuch zunächst abgelehnt hatten (SEM-

act. 24/1), stimmten sie auf das Remonstrationsersuchen der Vorinstanz 

vom 21. November 2024 (SEM-act. 25/2) am 3. Dezember 2024 der Wie-

deraufnahme des Beschwerdeführers gestützt Art. 20 Abs. 5 Dublin-III-VO 

explizit zu (SEM-act. 29/2). 

6.2 Damit ist die grundsätzliche Zuständigkeit Kroatiens für die Durchfüh-

rung des Asyl- und Wegweisungsverfahrens gegeben. Daran ändert auch 

das Vorbringen des Beschwerdeführers, wonach er seine Fingerabdrücke 

in Kroatien habe abgeben müssen, nichts. Die Fingerabdruckabnahme bei 

F-606/2025 

Seite 12 

illegal einreisenden ausländischen Personen und Asylsuchenden beruht 

auf Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 603/2013 des Europäischen 

Parlaments und des Rates vom 26. Juni 2013 (Eurodac-Verordnung). Es 

ist rechtlich nicht zu beanstanden, dass die kroatischen Behörden die Fin-

gerabdrücke des Beschwerdeführers abgenommen haben. Die Dublin-III-

VO räumt asylsuchenden Personen kein Recht ein, den ihren Antrag prü-

fenden Staat selbst auszuwählen (vgl. BVGE 2010/45 E. 8.3). 

7.  

7.1 Erweist es sich als unmöglich, einen Antragsteller an den zunächst als 

zuständig bestimmten Mitgliedstaat zu überstellen, da es wesentliche 

Gründe für die Annahme gibt, dass das Asylverfahren und die Aufnahme-

bedingungen für Antragsteller in diesem Mitgliedstaat systemische 

Schwachstellen aufweisen, die eine Gefahr einer unmenschlichen oder 

entwürdigenden Behandlung im Sinne des Artikels 4 der EU-Grund-

rechtecharta mit sich bringen, so setzt der die Zuständigkeit prüfende Mit-

gliedstaat die Prüfung der in Kapitel III vorgesehenen Kriterien fort, um fest-

zustellen, ob ein anderer Mitgliedstaat als zuständig bestimmt werden 

kann. Kann keine Überstellung gemäss diesem Absatz an einen aufgrund 

der Kriterien des Kapitels III bestimmten Mitgliedstaat oder an den ersten 

Mitgliedstaat, in dem der Antrag gestellt wurde, vorgenommen werden, so 

wird der die Zuständigkeit prüfende Mitgliedstaat der zuständige Mitglied-

staat (Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO). 

7.2 Abweichend von Art. 3 Abs. 1 Dublin-III-VO kann jeder Mitgliedstaat 

beschliessen, einen bei ihm von einem Drittstaatsangehörigen oder Staa-

tenlosen gestellten Antrag auf internationalen Schutz zu prüfen, auch wenn 

er nach den in dieser Verordnung festgelegten Kriterien nicht für die Prü-

fung zuständig ist (Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dublin-III-VO). Dieses soge-

nannte Selbsteintrittsrecht ist zwingend auszuüben, wenn die Überstellung 

der betroffenen Person in den an sich zuständigen Mitgliedstaat zu einer 

Verletzung völkerrechtlicher Verpflichtungen der Schweiz führen würde 

(BVGE 2015/9 E. 8.2.1). 

7.3 Gemäss Art. 29a Abs. 3 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 

(AsylV 1, SR 142.311) kann zudem das SEM das Asylgesuch «aus huma-

nitären Gründen» auch dann behandeln, wenn dafür gemäss Dublin-III-VO 

ein anderer Staat zuständig wäre. Bei dieser Entscheidung kommt dem 

SEM Ermessen zu; das Bundesverwaltungsgericht darf sein eigenes Er-

messen nicht an dessen Stelle setzen (BVGE 2015/9 E. 7.6 und E. 8.1 in 

fine). 

F-606/2025 

Seite 13 

8.  

8.1 Im Rahmen der EB UMA am 17. Oktober 2024 (SEM-act. 14/13) und 

in der Beschwerdeschrift vom 29. Januar 2025 (BVGer-act. 1) führte der 

Beschwerdeführer aus, er sei in Kroatien staatlicher Gewalt ausgesetzt ge-

wesen, sei einen Tag lang in einem Gefängnis festgehalten worden und 

habe dort keine Nahrungsmittel erhalten (SEM-act. 14/13 und BVGer-

act. 1). In der Beschwerdeschrift vom 29. Januar 2025 brachte er ergän-

zend vor, dass im Falle seiner Wegweisung nach Kroatien ein «real risk» 

bestehe, dass ihm dort eine erniedrigende Behandlung drohe (BVGer-

act. 1). 

8.2 Im Referenzurteil E-1488/2020 vom 22. März 2023 hat das Bundesver-

waltungsgericht die seit dem Referenzurteil D-1611/2016 vom 22. März 

2016 bestehende Praxis der grundsätzlichen Zulässigkeit von Dublin-Über-

stellungen nach Kroatien bestätigt. Das Gericht stellte fest, dass nicht da-

von auszugehen sei, dass das Asylverfahren und die Aufnahmebedingun-

gen in Kroatien systemische Schwachstellen im Sinne von Art. 3 Abs. 2 

Sätze 2 und 3 Dublin-III-VO aufwiesen, die eine Überstellung von Gesuch-

stellenden generell als unzulässig erscheinen lassen würden  

(vgl. E-1488/2020 E. 9.5). Der Verdacht eines Gefährdungszusammen-

hangs zwischen Push-Backs und Dublin-Rückkehr lasse sich aufgrund der 

verfügbaren Informationen und Erkenntnisse nicht erhärten. Im Rahmen 

einer auf die Dublin-III-VO gestützten Überstellung liege das Hauptaugen-

merk auf der Frage, ob die gesuchstellende Person, zu deren Aufnahme 

sich die kroatischen Behörden bereit erklärt hätten, Zugang zum dortigen 

Asylverfahren erhalten werde. Dabei stehe nicht mehr im Vordergrund, ob 

es für die schutzsuchende Person zuvor allenfalls äusserst schwierig ge-

wesen sei, überhaupt auf kroatisches Territorium zu gelangen. Es sei nicht 

a priori von einer gleichgelagerten Gefährdung für Dublin-Rückkehrende 

auszugehen wie für Personen, welche erstmals versuchen würden, in das 

Land einzureisen oder es zu durchqueren. Zum aktuellen Zeitpunkt würden 

keine genügenden Anzeichen für die Befürchtung bestehen, im Dublin-

Kontext nach Kroatien überstellte Personen würden ohne Eröffnung und 

Durchführung eines Asylverfahrens in unzulässiger Weise ausgeschafft. 

Dies treffe sowohl auf die Überstellung im Rahmen von Take-Charge-  

(Aufnahme-) als auch von Take-Back- (Wiederaufnahme-) Verfahren zu 

(vgl. a.a.O. E. 9.4.4). Im Ergebnis sei davon auszugehen, dass Gesuch-

stellende, welche gestützt auf die Dublin-III-VO nach Kroatien überstellt 

würden, Zugang zum dortigen Asylverfahren erhalten, unabhängig davon, 

ob es sich um ein Take-Charge- oder Take-Back-Verfahren handle. Insbe-

sondere bestehe keine beachtliche Wahrscheinlichkeit, die Überstellten 

F-606/2025 

Seite 14 

würden der Gefahr einer Verletzung ihrer aus dem Refoulement-Verbot 

fliessenden Rechte ausgesetzt werden (vgl. a.a.O. E. 9.5). 

8.3 An dieser aktuellen, auf einer Gesamtbetrachtung diverser staatlicher 

und nichtstaatlicher Quellen sowie der Rechtsprechung anderer Dublin-

Mitgliedstaaten beruhenden Beurteilung des Bundesverwaltungsgerichts, 

wonach das kroatische Asyl- und Aufnahmesystem keine systemischen 

Schwachstellen aufweist, vermögen die Vorbringen des Beschwerdefüh-

rers nichts zu ändern. 

8.4 Unter diesen Umständen ist die Anwendung von Art. 3 Abs. 2 Dublin-

III-VO nicht gerechtfertigt. 

9.  

9.1 Zur Frage des Selbsteintrittsrechts nach Art. 17 Abs. 1 erster Satz Dub-

lin-III-VO, konkretisiert in Art. 29a Abs. 3 AsylV 1, ist Folgendes auszufüh-

ren: 

9.2 Kroatien ist Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die 

Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), des Zusatzprotokolls zur 

FK vom 31. Januar 1967 (SR 0.142.301), der EMRK sowie des Überein-

kommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere grausame, 

unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, 

SR 0.105). Ausserdem wird Kroatien durch die Richtlinien des Europäi-

schen Parlaments und des Rates 2013/32/EU vom 26. Juni 2013 zu ge-

meinsamen Verfahren für die Zuerkennung und Aberkennung des interna-

tionalen Schutzes (sog. Verfahrensrichtlinie) sowie 2013/33/EU vom 

26. Juni 2013 zur Festlegung von Normen für die Aufnahme von Personen, 

die internationalen Schutz beantragen (sog. Aufnahmerichtlinie), gebun-

den. 

9.3 Mangels systemischer Mängel im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin-III-VO 

kann vermutungsweise davon ausgegangen werden, dass Kroatien seinen 

völker- und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen gegenüber Perso-

nen in der Situation des Beschwerdeführers nachkommt und insbesondere 

auch die Rechte respektiert und schützt, die sich aus der Verfahrens- und 

Aufnahmerichtlinie ergeben (vgl. Urteile F-1883/2023 vom 12. April 2023 

E. 8.2; F-647/2023 vom 9. Februar 2023 E. 7.1; je m.H.). Diese Vermutung 

kann zwar im Einzelfall widerlegt werden. Hierfür bedarf es aber konkreter 

und ernsthafter Hinweise, die von der betroffenen Person glaubhaft 

F-606/2025 

Seite 15 

darzutun sind (vgl. BVGE 2010/45 E. 7.4 f.; Urteil des BVGer D-5698/2017 

vom 6. März 2018 E. 5.3.1). 

9.4 Das Bundesverwaltungsgericht anerkennt angesichts der vom Be-

schwerdeführer geschilderten Erlebnisse, dass das Verhalten der kroati-

schen Grenzbehörden und die Behandlung von Asylsuchenden im Rah-

men der Erstaufnahme bis zur Gesuchstellung in Kroatien problematisch 

sein können. Der Beschwerdeführer vermag aber nicht rechtsgenügend 

darzutun, dass die von ihm bei einer Rückführung nach Kroatien zu erwar-

tenden Bedingungen derart schlecht wären, dass sie zu einer Verletzung 

von Art. 3 EMRK führen könnten. Das Bundesverwaltungsgericht geht da-

von aus, dass er sich nach der Dublin-Rücküberstellung in einer anderen 

Situation als bei der ersten Einreise nach Kroatien befinden wird (vgl. Urteil 

des BVGer E-1488/2020 E. 9.4 m.w.H.). Bei einer allfälligen vorübergehen-

den Einschränkung der ihm zustehenden Aufnahmebedingungen könnte 

er sich nötigenfalls an die kroatischen Behörden wenden und seine Rechte 

auf dem Rechtsweg einfordern (vgl. Art. 26 Aufnahmerichtlinie). Sollte er 

sich durch kroatische Behörden oder Drittpersonen ungerecht oder rechts-

widrig behandelt fühlen, könnte er sich mit einer Beschwerde an die zu-

ständigen Stellen wenden oder eine Anzeige einreichen. Im Übrigen steht 

ihm auch die Möglichkeit offen, die vor Ort tätigen karitativen Organisatio-

nen zu kontaktieren. 

9.5 Gemäss Praxis des Bundesverwaltungsgerichts verfügt die Vorinstanz 

bei der Anwendung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 über einen Ermessens-

spielraum (vgl. BVGE 2015/9 E. 7 f.). Die angefochtene Verfügung ist unter 

diesem Blickwinkel nicht zu beanstanden; insbesondere sind den Akten 

keine Hinweise auf einen Ermessensmissbrauch oder ein Über- respektive 

Unterschreiten des Ermessens zu entnehmen. Das Gericht enthält sich 

deshalb in diesem Zusammenhang einer weiteren Überprüfung. 

9.6 Es liegen somit weder völkerrechtliche Vollzugshindernisse vor, welche 

die Schweiz zum Selbsteintritt verpflichten würden, noch Rechtsfehler bei 

der Ermessensbetätigung. Es besteht folglich kein Grund für einen Selbst-

eintritt der Schweiz gemäss Art. 29a Abs. 3 AsylV 1 in Verbindung mit 

Art. 17 Dublin-III-VO. 

10.  

Die Vorinstanz ist daher zu Recht in Anwendung von Art. 31a Abs. 1  

Bst. b AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten 

F-606/2025 

Seite 16 

und hat die Wegweisung nach Kroatien angeordnet. Die Beschwerde ist 

abzuweisen. 

11.  

Mit vorliegendem Urteil wird der Antrag auf Gewährung der aufschieben-

den Wirkung der Beschwerde in Bezug auf den Nichteintretens- und Weg-

weisungsentscheid gegenstandslos und der am 30. Januar 2025 angeord-

nete Vollzugsstopp fällt dahin. 

12.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung ist in Be-

zug auf den Nichteintretens- und Wegweisungsentscheid abzuweisen, da 

die Begehren – wie sich aus den vorstehenden Erwägungen ergibt – als 

aussichtslos zu bezeichnen sind und dies auch im Gesuchszeitpunkt wa-

ren. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten dem Beschwer-

deführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG) und auf insgesamt Fr. 750.– 

festzusetzen (Art. 1-3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kos-

ten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE, 

SR 173.320.2]).  

(Dispositiv nächste Seite)   

F-606/2025 

Seite 17 

Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 

1.  

Das Beschwerdeverfahren betreffend Datenbereinigung im ZEMIS (Dispo-

sitivziffer 6 der angefochtenen Verfügung) wird vom vorliegenden Dublin-

Verfahren getrennt unter der Geschäftsnummer F-692/2025 geführt. 

2.  

Die Beschwerde gegen den Nichteintretens- und Wegweisungsentscheid 

wird abgewiesen. 

3.  

Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Prozessführung wird  

abgewiesen.  

4.  

Die Verfahrenskosten von Fr. 750.– werden dem Beschwerdeführer aufer-

legt. Dieser Betrag ist innert 30 Tagen ab Versand des Urteils zugunsten 

der Gerichtskasse zu überweisen. 

5.  

Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, die Vorinstanz und die  

kantonale Migrationsbehörde. 

 

Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: 

  

Sebastian Kempe Gero Vaagt 

 

 

Versand: