# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** f66b8586-f7c4-5b56-b8f8-9be2fdb88120
**Source:** St. Gallen (SG)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2009-09-29
**Language:** de
**Title:** St.Gallen Versicherungsgericht 29.09.2009 UV 2008/108
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/SG_Gerichte/SG_VSG_001_UV-2008-108_2009-09-29.pdf

## Full Text

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St.Galler Gerichte

Fall-Nr.: UV 2008/108

Stelle: Versicherungsgericht

Rubrik: UV - Unfallversicherung

Publikationsdatum: 27.04.2020

Entscheiddatum: 29.09.2009

Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2009
Art. 6 UVG: Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im 
Nachgang zu einem cranio-cervikalen Beschleunigungstrauma. Prüfung der 
Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. 
Gallen vom 29. September 2009, UV 2008/108). Bestätigt durch Urteil des 
Bundesgerichts 8C_933/2009.

Vizepräsident Joachim Huber, Versicherungsrichterin Lisbeth Mattle Frei und 

Versicherungsrichter Martin Rutishauser; Gerichtsschreiber Walter Schmid

Entscheid vom 29. September 2009

in Sachen

A.___,

Beschwerdeführerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. E. Ronald Pedergnana, Rorschacher Strasse 21, 

9000 St. Gallen,

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva), Fluhmattstrasse 1, Postfach 4358, 

6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. Urs Glaus, Marktplatz 4, 9004 St. Gallen,

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betreffend

Versicherungsleistungen

Sachverhalt:

A.       

A.___ war bei der B.___ tätig und dadurch bei der Suva unfallversichert, als sie laut 

Unfallmeldung am 2. August 2005 bei starkem Regen mit einem Lieferwagen auf der 

Autobahn ins Schleudern geriet. Das Fahrzeug kollidierte mit der Leitplanke und kam 

seitlich liegend zum Stillstand (UV-act. 1, 1.1). Anlässlich der gleichentags erfolgten 

Behandlung im Spital Grabs wurde ein cranio-cervikales Beschleunigungstrauma 

diagnostiziert und unter anderem festgehalten, bei der Versicherten habe eine 

Bewusstlosigkeit vorgelegen (UV-act. 4f). Die Suva anerkannte ihre Leistungspflicht. 

Nach Durchführung von Behandlungen und ärztlichen Abklärungen eröffnete sie dem 

Rechtsvertreter der Versicherten mit Verfügung vom 24. Juni 2008, die Leistungen 

würden mit dem 30. Juni 2008 eingestellt. Aufgrund der Abklärungen seien die heute 

noch geklagten Beschwerden organisch nicht hinreichend nachweisbar. Der adäquate 

Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall und den gesundheitlichen Beschwerden 

sei zu verneinen (UV-act. 263). Die gegen diese Verfügung erhobene Einsprache (UV-

act. 270) wies die Suva mit Einspracheentscheid vom 18. September 2008 ab (UV-

act. 275). Eine vom Krankenversicherer erhobene Einsprache wurde zurückgezogen 

(UV-act. 266f).

B.       

B.a   Gegen den Einspracheentscheid vom 18. September 2008 erhob Rechtsanwalt 

Dr.iur. E. Ronald Pedergnana, St. Gallen, für die Versicherte mit Eingabe vom 4. 

Oktober 2008 Beschwerde mit dem Antrag, der Entscheid sei aufzuheben und die 

Beschwerdegegnerin habe die gesetzlichen Leistungen für Lohnausfall und 

Heilungskosten weiterhin zu erbringen. Zur Begründung führte der Rechtsvertreter aus, 

die Beschwerdeführerin sei nicht bei starkem Regen ins Schleudern geraten; der Regen 

habe erst später eingesetzt. Als Unfallursache sei denn auch vom rapportierenden 

Polizisten nicht Aquaplaning festgehalten worden, sondern ein technischer Defekt 

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(Reifenplatzer). Bei der Beschwerdeführerin habe nicht die depressive Entwicklung im 

Vordergrund gestanden, sondern das körperliche Beschwerdebild. Die Ursache der 

Beschwerden sei somatischer, nicht psychischer Natur. Im Einspracheentscheid werde 

der Untersuchungsbericht des Neurologen Dr. med. C.___ (UV-act. 156) verschwiegen. 

Der von der Beschwerdegegnerin beigezogene Psychiater Dr. med. D.___, welcher eine 

Teilkausalität des Unfalls für die psychischen Beschwerden bejahe, werde mit keinem 

Wort erwähnt. Es sei nur ein Bruchteil erwähnt von der ganzen Heilungsgeschichte, 

nämlich längst nicht alle therapeutischen Interventionen. Der restliche Sachverhalt 

bleibe ungeklärt. Tatsache sei, dass die Beschwerdeführerin bis im Sommer (2008) mit 

Unterstützung des externen Case Managements die ganzen psychischen 

Belastungsmomente in den Griff bekommen habe, dank hartnäckiger Therapie und 

Training einen weiteren Sprung nach vorne in der Heilung gemacht habe und 

tatsächlich seit Sommer 2008 versuche, auf dem freien Arbeitsmarkt Fuss zu fassen. 

Der Möglichkeit, ein weiteres Arbeitstraining auf Kosten der IV zu absolvieren, habe sie 

(trotz finanziell verlockender Situation) die kalte Schulter gezeigt. Es bleibe jedoch 

offen, wie weit sie auf dem Arbeitsmarkt dauernd arbeitsfähig sei. Die bisherige Arbeit 

beschränke sich auf Teileinsätze. Falsch sei die Annahme der Beschwerdegegnerin, 

dass es sich um einen mittleren Unfall handle. Es sei ein schwerer Unfall gewesen mit 

Schleudern, einer Frontalkollision mit der Leitplanke, "Umherspringen" des Fahrzeugs 

und Umkippen desselben. Bedenklich sei, dass die Beschwerdegegnerin die 

Beschwerdeführerin über Jahre hinweg gut begleite in ihrer Wiedereingliederung und 

sie nach der Kündigung der Case Managerin fallen lasse, kurz bevor die 

Rehabilitationsziele erreicht würden.

B.b   In der Beschwerdeantwort vom 4. Dezember 2008 beantragte Rechtsanwalt 

Dr.iur. Urs Glaus, St. Gallen, für die Beschwerdegegnerin Abweisung der Beschwerde. 

Zur Begründung verwies er auf die Darlegungen im angefochtenen Entscheid und 

führte unter anderem aus, die Beschwerdeführerin habe beim Unfall vom 2. August 

2005 eine HWS-Distorsion erlitten. Das typische Beschwerdebild trete aber im 

Vergleich zur psychischen Problematik ganz in den Hintergrund. Die 

Beschwerdegegnerin sei daher zutreffend davon ausgegangen, dass die Adäquanz 

nach der Rechtsprechung zu den psychischen Unfallfolgen zu beurteilen sei. Der Unfall 

vom August 2005 könne nicht als schwerer Unfall betrachtet werden. Sogar in die 

Kategorie der schweren Fälle der mittleren Gruppe lasse sich das Unfallgeschehen 

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nicht einordnen. Es sei von einem mittelschweren Unfall an der Grenze zu den leichten 

Fällen auszugehen.

B.c   Mit Replik vom 23. Januar 2009 (mit Stellungnahme zu den Kriterien der 

adäquaten Unfallkausalität und Einreichung neuer Akten; act. G 11 Beilage 4 und 5) 

sowie Duplik vom 23. März 2009 bestätigten die Parteien ihre Standpunkte.

Erwägungen:

1.        

Streitig ist, ob die Leistungen, welche von der Beschwerdegegnerin im Anschluss an 

das Unfallereignis vom 2. August 2005 ausgerichtet wurden, auf den 30. Juni 2008 

eingestellt werden durften oder nicht. Die Beschwerdegegnerin legte im angefochtenen 

Entscheid die rechtlichen Voraussetzungen des Vorliegens eines natürlichen und 

adäquaten Kausalzusammenhangs zwischen Unfall und gesundheitlichen 

Beschwerden im angefochtenen Entscheid (Erw. 1, 2a, 3d, 4) zutreffend dar; darauf ist 

zu verweisen.

2.        

2.1    Im Nachgang zu einem stationären Aufenthalt vom 17. November bis 5. 

Dezember 1997 bestätigte die Rehaklinik Walenstadtberg bei der Beschwerdeführerin 

ein psychophysisches Erschöpfungssyndrom mit depressiver Reaktion (UV-act. 84/2; 

vgl. auch UV-act. 90). Nach dem hier streitigen Unfall stellte Dr. med. J.___, Spezialarzt 

FMH für Chirurgie, im Bericht vom 6. September 2005 die Diagnosen eines cranio-

cervikalen Beschleunigungstraumas am 2. August 2005 und von traumatisierten 

ausgedehnten degenerativen Veränderungen der HWS. Er führte unter anderem aus, er 

habe bei der depressiv wirkenden Patientin eine sehr schmerzhafte und 

beweglichkeitseingeschränkte HWS und obere BWS mit massiven 

Muskelverspannungen feststellen können. Gleichzeitig mit einer Krankheitsphase des 

Carpalkanals der Beschwerdeführerin (im Jahr 2002) seien bei der Familie schwere 

soziale Probleme aufgetreten (im Bericht dargestellt). Die Beschwerdeführerin habe 

dermassen unter den Problemen gelitten, dass sie zeitweise psychiatrisch habe 

behandelt werden müssen. Eine frühzeitige fachkompetente Behandlung des HWS-

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Traumas scheine ihm hier sehr wichtig (UV-act. 6). Vom 29. September bis 26. Oktober 

2005 hielt sich die Beschwerdeführerin in der Klinik Valens auf. Die dort durchgeführte 

psychiatrische Abklärung ergab eine posttraumatische Belastungsstörung (vgl. UV-act. 

67). Im Weiteren wurde ein cranio-cervikales Beschleunigungstrauma diagnostiziert 

und eine volle Arbeitsunfähigkeit als Kurier bis auf weiteres bestätigt (UV-act. 38). Die 

Arbeitgeberin löste das Arbeitsverhältnis in der Folge auf Ende Januar 2006 auf (UV-

act. 30). Die Ärzte des Psychiatrischen Zentrums Rorschach bestätigten am 2. Februar 

2006 die Diagnosen einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer 

rezidivierenden depressiven Störung. Es hätten in der Zeit vom 16. November 2005 bis 

5. Januar 2006 vier Konsultationen stattgefunden. Seit dem 6. Januar 2006 sei die 

Beschwerdeführerin in der Klinik Littenheid stationär hospitalisiert (UV-act. 42). Am 31. 

März 2006 erfolgte die Entlassung der Beschwerdeführerin aus der Klinik Littenheid mit 

dem Hinweis im Bericht vom 27. April 2006, dass sie weiterhin psychotherapeutischer 

Behandlung bedürfe (UV-act. 50, 53). Die Neurologin Dr. med.  I.___ fand anlässlich der 

Untersuchungen vom 18. April und 2. Mai 2006 klinisch neurologisch keine 

objektivierbaren pathologischen Befunde mit Ausnahme eines muskulären Hartspanns 

cervical und im Schultergürtelbereich. Pathologische Defizite fänden sich nicht. Die von 

der Patientin geklagten kognitiven Störungen müssten im Zusammenhang mit der 

psychogenen Problematik gesehen werden (UV-act. 59). Von Seiten des 

Psychiatrischen Zentrums Rorschach wurde am 18. Mai 2006 eine Verschlechterung 

des gesamten psychischen Zustandes bescheinigt. Aus psychiatrischer Sicht sei die 

Patientin derzeit nicht arbeitsfähig (UV-act. 56). In den Berichten des Kantonsspitals St. 

Gallen vom 24. Mai und 11. Juli 2006 wurden die Diagnosen eines Diuretika-Abusus 

bei Oedemen unklarer Aetiologie, einer Depression und eines Karpaltunnel-Syndroms 

beidseits sowie eines chronischen cervikalen Schmerzsyndroms gestellt (UV-act. 

72/4ff, 73). Eine kreisärztliche Untersuchung durch Dr. med. E.___ ergab gemäss 

Bericht vom 11. September 2006 die Diagnosen einer HWS-Distorsion mit 

Traumatisierung degenerativer HWS-Veränderungen sowie einer depressiven 

Verstimmung und Verdacht auf somatoforme Überlagerung. Wahrscheinliche 

strukturelle Unfallfolgen lägen nicht vor (UV-act. 82).

2.2    Gestützt auf eine psychiatrische Untersuchung kam Suva-Arzt Dr. med. D.___, 

Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH, im Bericht vom 28. Oktober 2006 

unter anderem zum Schluss, die heutigen Beschwerden seien teilkausal auf den Unfall 

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zurückzuführen. Es bestünden Hinweise auf eine vorbestehende psychische Störung. 

Die Beschwerdeführerin sei in Beachtung sowohl der körperlichen wie der seelischen 

Beeinträchtigungen derzeit auf dem freien Arbeitsmarkt nicht leistungsfähig (UV-act. 

93). Der Neurologe Dr. med. C.___ hielt im Bericht vom 7. Juni 2007 fest, die aktuellen 

Beschwerden seien im Rahmen des chronifizierten cervikocephalen Schmerzsyndroms 

zu interpretieren. Zudem sei auch ein gewisser cervikogener Schwindel vorhanden (UV-

act. 156). Von Februar bis Juli 2007 absolvierte die Beschwerdeführerin ein 

Arbeitstraining im EVAL Valens. Eine Arbeitsfähigkeit liess sich dadurch nicht erreichen 

(UV-act. 152, 167). Das in der Folge begonnene Eingliederungsprogramm in der F.___ 

brach die Beschwerdeführerin ab, nachdem sich im Herbst 2007 ihr psychischer 

Zustand verschlechtert hatte (UV-act. 179, 184f, 194, 211, 220). Eine erneute 

psychiatrische Untersuchung bei Dr. D.___ ergab gemäss Bericht vom 11. März 2008 

die Diagnose einer Agoraphobie mit Panikstörung und einer sozialen Ängstlichkeit. An 

der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung hielt Dr. D.___ nicht mehr 

fest. Er bleibe aber bei seiner früheren Einschätzung, wonach der Unfall mit seinen 

Folgen im Rang einer überwiegend wahrscheinlichen und kleinen Teilursache die 

heutige gesundheitliche Problematik der Beschwerdeführerin unterhalte. Nehme man 

ihre wahrscheinlich zutreffende Selbsteinschätzung, wonach eine Nischentätigkeit mit 

Kindern und Tieren sie am ehesten vor überfordernden Situationen bewahre, dann 

müsse eine Berufsvermittlung in diese Richtung zielen (UV-act. 237). Die Abklärungen 

in der Klinik für Neurologie am Kantonsspital St. Gallen ergaben gemäss Bericht vom 5. 

Mai 2008 unauffällige neurologische Befunde (UV-act. 254). Der Psychotherapeut 

G.___ gab im Bericht vom 31. Juli 2008 unter anderem bekannt, dass die 

Beschwerdeführerin weiterhin Psychotherapie benötige, um die Belastungen in der 

Eingliederungsstätte und im familiären Umfeld aufzufangen (Beilage zu UV-act. 270). 

Von Seiten der IV wurde eine Frühinterventionsmassnahme in Form eines 

Belastungstrainings im H.___ vom 5. August bis 31. Oktober 2008 übernommen (UV-

act. 269).

3.        

3.1    Eine manuelle ärztliche Untersuchung der versicherten Person fördert klinische, 

nicht aber organisch-strukturelle Ergebnisse zu Tage. Bei letzteren handelt es sich um 

Ergebnisse, die reproduzierbar sind und von der Person des Untersuchenden und den 

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Angaben des Patienten unabhängig sind. Würde auf Ergebnisse klinischer 

Untersuchungen abgestellt, so würde fast in allen Fällen ein organisches Substrat 

namhaft gemacht. Folglich kann von organisch-strukturell ausgewiesenen Unfallfolgen 

erst dann gesprochen werden, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/

bildgebenden Abklärungen bestätigt werden (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 9, 117 V 359 

Erw. 5d/aa; SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81 Erw. 5.4 mit Hinweisen [U 479/05]). Diese 

Untersuchungsmethoden müssen zudem wissenschaftlich anerkannt sein (BGE 134 V 

231 Erw. 5.1 mit Hinweisen). Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind 

beispielsweise ein Thoracic outlet Syndrom (TOS), myofasziale und tendinotische bzw. 

myotendinotische Befunde für sich allein nicht als organisch-strukturell hinreichend 

nachweisbare Unfallfolgen zu betrachten. Auch Verhärtungen und Verspannungen der 

Muskulatur, Druckdolenzen im Nacken sowie Einschränkungen der HWS-Beweglichkeit 

können für sich allein nicht als klar ausgewiesenes organisches Substrat der 

Beschwerden qualifiziert werden. Gleiches gilt für Nackenverspannungen bei 

Streckhaltung der HWS mit Retrohaltung (Urteil des Bundesgerichts vom 17. Oktober 

2008 i/S H.B.-G. [8C_124/2008] mit vielen Hinweisen, sowie vom 7. Februar 2008 i/S D. 

[U13/07] Erw. 3.2 und 3.3). Ist ein Schleudertrauma oder eine äquivalente Verletzung 

der HWS diagnostiziert und liegt - wie dies konkret der Fall ist (vgl. UV-act. 59, 82) - 

kein fassbarer organisch-struktureller (unfallbedingter) Befund an der HWS im 

erwähnten Sinn vor, muss für die Bejahung der natürlichen Kausalität ein typisches 

Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden wie diffuse Kopfschmerzen, 

Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit 

und Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung usw. 

vorliegen (BGE 117 V 359 Erw. 4b; vgl. auch BGE 117 V 369 Erw. 3e; Bestätigung in 

BGE 134 V 109 Erw. 9). Dieses Beschwerdebild mit einer Häufung von Beschwerden 

muss jedoch nicht in seiner umfassenden Ausprägung innerhalb von 24 bis höchstens 

72 Stunden nach dem Unfall auftreten. Vielmehr genügt es, wenn sich in diesem 

Zeitraum Beschwerden in der Halsregion oder an der HWS manifestieren (Urteile des 

Bundesgerichts vom 30. Januar 2007 [U 215/05] i/S T. und vom 15. März 2007 [U 

258/06] i/S G.; RKUV 2000 Nr. 359 S. 29 Erw. 5e). Im Weiteren muss nach der 

Rechtsprechung (vgl. z.B. Urteil des EVG [Eidgenössisches Versicherungsgericht; seit 

1. Januar 2007: sozialrechtliche Abteilungen des Bundesgerichts] vom 4. November 

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2005 i/S K. [U 312/05]) nicht der gesamte Beschwerdekatalog vorliegen, um von einer 

Unfallkausalität ausgehen zu können.

3.2     Von Seiten des erstbehandelnden Spitals Grabs wurde vorerst eine 

Bewusstlosigkeit im Nachgang zum streitigen Unfall als gegeben erachtet (UV-act. 5). 

Im Bericht vom 13. September 2005 wurden dann jedoch eine Bewusstlosigkeit, 

Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen verneint. Im Bereich der HWS hätten starke 

Schmerzen vorgelegen (UV-act. 10). Am 13. Dezember 2005 berichtete die 

Beschwerdeführerin unter anderem über andauernde Kopfschmerzen, eine verminderte 

Aufnahmefähigkeit, Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit (UV-act. 28). Im 

gleichentags ausgefüllten Erhebungsblatt für die Abklärung von HWS-Fällen gab sie an, 

es habe ein Kopfanprall (Gesicht) am Airbag stattgefunden. Sofort nach dem Unfall 

seien ein Schock sowie unter anderem Nacken- und Kopfschmerzen und Schmerzen 

im Schulterblattbereich aufgetreten (UV-act. 29). Bei dieser Aktenlage lässt sich ein 

typisches Beschwerdebild nach schleudertraumaähnlicher Verletzung nicht in Abrede 

stellen. Die Beschwerdegegnerin anerkannte denn auch während knapp drei Jahren 

ihre Leistungspflicht.

4.        

4.1    Die Leistungspflicht des Unfallversicherers entfällt erst, wenn das Dahinfallen 

jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens 

mit dem Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen ist. Da es 

sich dabei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt die Beweislast - 

anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher 

Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim 

Unfallversicherer (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 46 Erw. 2 mit Hinweisen). Dabei muss nicht 

etwa der Beweis für unfallfremde Ursachen erbracht werden. Welche Ursachen ein 

nach wie vor geklagtes Leiden hat, ist unerheblich. Denn es ist nicht so, dass der 

Unfallversicherer bei einmal bejahter Unfallkausalität so lange haftet, als er unfallfremde 

Ursachen nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachzuweisen vermag. 

Entscheidend ist allein, ob unfallbedingte Ursachen eines Gesundheitsschadens ihre 

kausale Bedeutung verloren haben (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 329 Erw. 3b). Ebenso 

wenig geht es darum, vom Unfallversicherer den negativen Beweis zu verlangen, dass 

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kein Gesundheitsschaden mehr vorliegt oder dass die versicherte Person nun bei voller 

Gesundheit sei (Urteile des EVG vom 18. Dezember 2003 i/S Z. [U 258/02], vom 25. 

Oktober 2002 i/S L. [U 143/02] und vom 31. August 2001 i/S O. [U 285/00] ).

4.2    Gestützt auf die dargelegten medizinischen Akten kann die Frage, ob es sich bei 

den auch nach dem streitigen Einstellungszeitpunkt (30. Juni 2008) bestehenden 

Gesundheitsstörungen um eine natürliche (Teil-)Folge des versicherten Unfalls handelt, 

in Bezug auf die psychischen Beschwerden bejaht werden (vgl. UV-act. 237). 

Hinsichtlich der Beschwerden in der HWS ist von einer Traumatisierung bei 

vorbestehenden degenerativen Veränderungen in diesem Bereich auszugehen (vgl. UV-

act. 6; Bericht von Dr. J.___ zuhanden der IV vom 5. Juni 2007 S. 6 [IV-Akten]). Damit 

bleibt die adäquate Unfallkausalität zu prüfen. Auch bei Vorliegen einer 

schleudertraumaähnlichen Verletzung steht der Nachweis offen, dass es sich bei den 

nach einem Unfall aufgetretenen psychischen Störungen nicht um eine unfallkausale 

psychische Beeinträchtigung handelt (RKUV 2001, 79) oder dass eine ausgeprägte 

psychische Problematik ganz im Vordergrund steht (RKUV 1999, 407 Erw. 3b). Sodann 

ist - wie in den vorerwähnten Fällen - dort, wo keine mit der HWS-Distorsion in engem 

Zusammenhang stehende psychische Problematik, sondern eine selbständige 

sekundäre Gesundheitsschädigung vorliegt, die Adäquanzbeurteilung auch dann nach 

BGE 115 V 133 vorzunehmen, wenn das psychische Beschwerdebild die körperlichen 

Beschwerden nicht eindeutig in den Hintergrund gedrängt hat (Urteil des EVG vom 23. 

Mai 2006 i/S O. [U 5/06] Erw. 3.2.2 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 

vom 17. Oktober 2008 i/S B. [8C_124/2008], Erw. 7.2, mit welchem der st. gallische 

Entscheid vom 20. Dezember 2007 [UV 2007/24] bestätigt wurde).

Nach Lage der medizinischen Akten ist bei der Beschwerdeführerin von einem 

psychiatrischen Vorzustand auszugehen (vgl. UV-act. 6, 59 S. 3, 84/2, 90/2, 93) in dem 

Sinn, dass schon vor dem Unfall eine Tendenz bestand, zu somatisieren oder auto­

aggressiv zu reagieren in Form von Schmerzen mit relativ hohem 

Schmerzmittelkonsum (UV-act. 50/5, 53/7). Es ist im Weiteren als ausgewiesen zu 

erachten, dass die relativ rasch nach dem Unfall bestätigte posttraumatische 

Belastungsstörung (UV-act. 42, 67) einen (Teil-)Kausalzusammenhang mit dem 

Unfallereignis aufwies. Die Neurologin Dr. I.___ brachte in der Folge die kognitiven 

(neuropsychologischen) Störungen in Zusammenhang mit der psychogenen Störung 

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(UV-act. 59). Von eigenständigen, d.h. vom Psychostatus unabhängigen kognitiven 

Einschränkungen kann daher nicht ausgegangen werden (vgl. BGE 119 V 343 Erw. 3c). 

Nach B.P. Radanov (Über den Stellenwert der neuropsychologischen Diagnostik bei 

Patienten nach HWS-Distorsion, SZS 1996, S. 471 ff) sind denn auch psychologische 

Probleme (und die eingenommenen Medikamente) geeignet, die kognitiven Leistungen 

negativ zu beeinflussen (S. 477). Psychologische Probleme bzw. die Interrelation 

psychologischer und kognitiver Funktionen können zur Erklärung der reduzierten 

Leistungsfähigkeit dienen (S. 475). Im Bericht des Psychiatrischen Zentrums Rorschach 

vom 18. Mai 2006 wurde sodann unter anderem festgehalten, die Patientin habe im 

Rahmen der posttraumatischen Belastungsstörung ein eigenständiges Krankheitsbild 

mit den Symptomen einer depressiven Störung entwickelt. Aufgrund des polymorphen 

Beschwerdebildes (Panikattacken, chronische Schmerzen) leide sie phasenweise unter 

lebensmüden Gedanken, was eine stationäre Zuweisung in die Klinik Littenheid 

notwendig gemacht habe (UV-act. 56). Im Bericht vom 9. Januar 2007 zuhanden der IV 

hielten die Ärzte der Klinik Littenheid unter anderem fest, die Erkrankung lasse sich 

nicht aufgrund der beruflichen Belastungssituation bzw. des Unfalls mit 

Schleudertrauma erklären. Der Unfall sei wohl als Auslöser einer Akutisierung der wohl 

schon vorbestehenden psychischen Erkrankung zu sehen bei depressiven Krisen und 

strukturellen Defiziten im Sinn einer Persönlichkeitsstörung. Es sei auch von 

traumatischen Belastungen aus der Vergangenheit auszugehen mit den bekannten 

schweren Konflikten und finanziellen Problemen im Rahmen der Familie (IV-Akten). 

Nachdem Dr. D.___ im Bericht vom 28. Oktober 2006 unter Bejahung einer 

Unfallteilkausalität der psychischen Beschwerden die Frage des Vorliegens einer 

"selbständigen Gesundheitsstörung" als nicht vom Psychiater zu beantwortende 

Rechtsfrage bezeichnet hatte (UV-act. 93 S. 13), bestätigte er im Bericht vom 11. März 

2008 die Diagnose einer Agoraphobie mit Panikstörung und einer sozialen 

Ängstlichkeit. Eine posttraumatische Belastungsstörung verneinte er und wies dem 

Unfall lediglich noch eine kleine Teilursache an den bestehenden Beschwerden zu (UV-

act. 237). Von Seiten der F.___ war am 28. Dezember 2007 festgehalten worden, 

während der ganzen Trainingszeit hätten die psychosozialen Probleme der 

Beschwerdeführerin im Vordergrund gestanden und hätten jegliche Energie absorbiert 

(UV-act. 220). Der Psychotherapeut G.___ berichtete am 31. Juli 2008 unter anderem, 

die Beschwerdeführerin lasse sich immer wieder von den psychischen Leiden anderer 

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(Ehemann, Kinder) absorbieren und überlasten. Sobald eine ausserordentliche Situation 

auftrete, neige sie zu Todeswünschen (UV-act. 270 Beilage).

Bei dieser Aktenlage ist als überwiegend wahrscheinlich ausgewiesen zu erachten, 

dass bereits vor dem Zeitpunkt der Leistungseinstellung am 30. Juni 2008 bei der 

Beschwerdeführerin eine selbständige sekundäre psychische Gesundheitsschädigung 

und psychosoziale Probleme ganz im Vordergrund standen, auch wenn weiterhin 

körperliche Symptome vorhanden waren und behandelt wurden. In Fällen, in welchen 

die zum typischen Beschwerdebild einer schleudertraumaähnlichen Verletzung 

gehörenden Beeinträchtigungen zwar teilweise gegeben sind, im Vergleich zu einer 

ausgeprägten psychischen Problematik aber ganz in den Hintergrund treten, ist die 

Beurteilung praxisgemäss unter dem Gesichtspunkt einer psychischen Fehlentwicklung 

nach Unfall vorzunehmen (BGE 123 V 98 Erw. 2a mit Hinweisen). Die Rechtsprechung, 

wonach bei der Prüfung der adäquaten Kausalität zwischen psychisch und physisch 

bedingten Beschwerden nicht unterschieden wird (RKUV 1999, 407 Erw. 3b), kommt 

dabei nicht zur Anwendung.

5.        

5.1    Bezüglich der Adäquanz der psychischen Beschwerden ist zunächst festzuhalten, 

dass der in Frage stehende Unfall vom 2. August 2005 aufgrund des 

Geschehensablaufs - das Fahrzeug der Beschwerdeführerin geriet auf der Autobahn 

ins Schleudern und kam, nach einem Frontalkontakt mit der Leitplanke, auf der Seite 

liegend zum Stillstand (vgl. UV-act. 1 und 1.1 mit Beilagen) - und der Verletzungen (UV-

act. 4f) nicht als ausserordentlich schweres, lebensbedrohliches Geschehen im Sinn 

der Praxis (dargestellt in RKUV 1995, 91) eingestuft werden kann (vgl. auch Urteile des 

EVG vom 20. Juli 2005 [U 338/04] und vom 13. Juni 2005 [276/04] Erw. 2.3). Die 

Unterscheidung zwischen mittelschweren Unfällen im Grenzbereich zu den schweren 

Unfällen und solchen im mittleren Bereich ist insofern von Bedeutung, als bei Unfällen 

im mittelschweren Bereich nach der Praxis mehrere Zusatzkriterien erfüllt sein müssen, 

um die Adäquanz bejahen zu können, wobei die Zahl um so geringer sein kann, je 

näher das Ereignis bei den schweren Unfällen liegt (vgl. dazu BGE 115 V 133 Erw. 6c/

bb). Es scheint konkret gerechtfertigt, von einem mittelschweren Unfall auszugehen, 

allerdings nicht im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen (vgl. dazu etwa die 

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Sachverhalte in den Urteilen des EVG vom 14. April 2000 i/S S. [U 257/99]) und vom 

24. August 2007 i/S K. [U 497/06] Erw. 4.2). Weitere Abklärungen zum Unfallereignis 

bzw. zur Unfallursache (Aquaplaning u.a.; vgl. act. G 11 S. 2) vermöchten an dieser 

Einstufung nichts zu ändern. Der Unfall hatte bei der Beschwerdeführerin gemäss 

Spitalbericht keine Bewusstlosigkeit bewirkt (UV-act. 10), auch wenn dies von der 

gleichen Institution vorerst anders bestätigt worden war (UV-act. 5). So lag denn auch 

ausschliesslich ein Kopfanprall (Gesicht) am Airbag vor. Ein Anprall anderer Körperteile 

fand nicht statt (UV-act. 29 S. 2). Dr. I.___ hielt sodann fest, dass eine Bewusstlosigkeit 

nicht sicher vorgelegen habe. Die Beschwerdeführerin könne sich daran erinnern, dass 

sie den Sicherheitsgurt und die Türe geöffnet habe (UV-act. 59). Die 

Beschwerdeführerin konnte das Fahrzeug selbständig verlassen (vgl. Polizeibericht, 

UV-act. 1.1/1 S. 2 und 1.1/3, wo ebenfalls keine Bewusstlosigkeit erwähnt wurde). Eine 

gewisse Eindrücklichkeit für die Beschwerdeführerin kann dem Ereignis nicht 

abgesprochen werden. Eine besondere Eindrücklichkeit oder dramatische 

Begleitumstände sind allerdings nicht belegt, zumal das objektive Unfallgeschehen 

massgebend ist (vgl. die Kasuistik zu diesem Kriterium in Rumo-Jungo, 

Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz 

über die Unfallversicherung, 3. A., S. 58-64, sowie Urteile des EVG vom 23. November 

2004 i/S B., Erw. 2.3 [U 109/04] und vom 2. März 2005 i/S S., Erw. 5.1 [U 309/03]). 

Beim erlittenen cranio-cervikalen Beschleunigungstrauma handelt es sich nicht um eine 

Gesundheitsschädigung, die durch ihre Schwere oder besondere Art charakterisiert ist 

(vgl. Urteile des Bundesgerichts vom 17. August 2007 i/S N. [8C_101/2007] Erw. 5.2 

und 5.3, und vom 21. Dezember 2007 i/S M. [U 558/06], Erw. 4.2.2, sowie Urteil des 

EVG vom 9. August 2004 i/S J. [U 116/04]).

Dr. J.___ hielt im Verlaufsbericht vom 25. Februar 2008 unter anderem fest, die 

Massnahmen im medizinischen, psychologischen und sozialen Bereich seien intensiv 

weiterzuführen (UV-act. 231 S. 3). Von Seiten der Klinik für Neurologie wurden am 

5. Mai 2008 keine fachspezifischen Behandlungsvorschläge gemacht und die 

Weiterführung der Betreuung durch den Hausarzt bzw. die Kollegen der Augenklinik 

vermerkt (UV-act. 254). Die Augenerkrankung stand dabei nicht im Zusammenhang mit 

dem streitigen Unfall (vgl. UV-act. 231 S. 2, 241). Die versicherte Person hat Anspruch 

auf die zweckmässige Behandlung (Art. 10 Abs. 1 UVG) der Unfallfolgen für so lange, 

als von ihrer Fortsetzung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustands erwartet 

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werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario). Aufgrund der dargelegten Umstände 

kann die Notwendigkeit einer eigentlichen Behandlung von somatischen Unfallfolgen 

über den 30. Juni 2008 hinaus nicht ohne weiteres angenommen werden, zumal von 

vorbestehenden degenerativen Veränderungen im HWS-Bereich auszugehen ist (vgl. 

UV-act. 6; Bericht von Dr. J.___ zuhanden der IV vom 5. Juni 2007 S. 6 [IV-Akten]) und 

die grösstenteils unfallfremden psychischen und psychosozialen Gegebenheiten (vgl. 

unter anderem UV-act. 220 S. 2 unten) den Verlauf und dessen Dauer erheblich 

beeinflusst haben dürften. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass gemäss 

Darlegungen des Psychotherapeuten G.___ sowohl die Tochter als auch der Ehemann 

der Beschwerdeführerin psychiatrisch betreut werden (Beilage zu UV-act. 270). Im 

Weiteren sind ein schwieriger Heilverlauf und erhebliche Komplikationen zu verneinen. 

Entgegen der Meinung der Beschwerdeführerin liegt keine Fehlbehandlung durch die 

ärztliche Anordnung des Tragens eines Halskragens vor. Denn einerseits trug die 

Beschwerdeführerin diesen Kragen nur während einer begrenzten Zeitdauer und 

andererseits wies keiner der behandelnden oder begutachtenden Ärzte darauf hin, 

dass die geklagten Schmerzen in Zusammenhang mit dem Tragen des Kragens 

stünden. Damit finden sich keine Hinweise, dass sich eine allfällige Fehlbehandlung 

durch die Anordnung des Halskragens überhaupt ausgewirkt hätte (vgl. Urteil des EVG 

vom 8. Februar 2005 [U 314/04] Erw. 2.3).

Nach dem Unfall war die Beschwerdeführerin gemäss Bericht der Klinik Valens vom 15. 

November 2005 für die bisherige Tätigkeit als Kurier vollständig arbeitsunfähig. 

Hingegen wurde für eine andere berufliche Tätigkeit (ohne Lenken eines 

Motorfahrzeugs) aus rein rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit für 

mittelschwere Tätigkeiten bestätigt (UV-act. 38). Bei der in der Folge bescheinigten 

vollen Arbeitsunfähigkeit bildete die psychische Problematik die wesentliche Ursache, 

wobei diese überdies zum grössten Teil vorbestehend und damit unfallunabhängig war 

(vgl. UV-act. 67, 93, 237). Damit kann eine lang dauernde (somatisch begründete) 

Arbeitsunfähigkeit im Sinn der Rechtsprechung (vgl. zusammenfassende Darstellung im 

Urteil des EVG vom 30. August 2001 [U 56/00] Erw. 3d) nicht mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit als nachgewiesen gelten. Der behandelnde Arzt Dr. J.___ ging 

sodann ab 1. September 2008 vorerst von einer uneingeschränkten Arbeitsfähigkeit 

aus (act. G 1 Beilage 3), welche sich allerdings wegen eines Zusammenbruchs der 

Beschwerdeführerin nicht realisieren liess. Ab dem 14. November 2008 bescheinigte 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 14/17

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der Arzt wieder eine 60%ige Arbeitsfähigkeit (act. G 11 Beilage 4). Auch wenn das 

Vorliegen von (somatischen unfallbedingten) Dauerschmerzen mit überwiegender 

Wahrscheinlichkeit zu bejahen wäre, liesse es sich nicht beanstanden, dass die 

Beschwerdegegnerin die adäquate Unfallkausalität der psychischen Beschwerden 

verneinte.

5.2    Selbst wenn - wie die Beschwerdeführerin geltend machen lässt - nicht von einer 

unfallfremden, im Vordergrund stehenden psychischen Störung auszugehen und damit 

bei der Prüfung der Adäquanzkriterien nicht zwischen somatischen und psychischen 

Gesundheitsschäden zu unterscheiden wäre, müsste - wie nachstehend zu zeigen sein 

wird - die Adäquanz jedenfalls ab dem Zeitpunkt der streitigen Leistungseinstellung 

verneint werden. Die Kriterien der besonders dramatischen Begleitumstände und der 

besonderen Eindrücklichkeit des Unfalles (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.1, S. 127 mit 

Hinweisen) sowie der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung sind wie 

erwähnt zu verneinen. Was die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen 

anbelangt, hat das Bundesgericht in Erw. 10.2.2 von BGE 134 V 109 präzisiert, dass es 

zur Bejahung dieses Kriteriums einer besonderen Schwere der für die gegebene 

Verletzung typischen Beschwerden oder besonderer Umstände, welche das 

Beschwerdebild beeinflussen können, bedarf. Davon kann konkret nicht ausgegangen 

werden. Nicht ausgewiesen sind in diesem Kontext erhebliche Verletzungen, welche 

sich die Beschwerdeführerin neben der HWS-Distorsion zuzog. Sodann ist 

entscheidwesentlich (vgl. BGE 134 V 109 Erw. 10.2.3), ob nach dem Unfall eine 

fortgesetzt spezifische, die versicherte Person belastende ärztliche Behandlung bis 

zum Fallabschluss notwendig war. Die Beschwerdeführerin steht seit dem Unfall in 

Behandlung. Sie unterzog sich diversen Therapieverfahren (UV-act. 60, 231) und stand 

seit Oktober 2005 (stationäre Therapie in Valens) auch in ambulanter oder stationärer 

psychotherapeutischer Behandlung (UV-act. 42, 50, 53, 67, 237; vgl. auch 

Zusammenstellung in act. G 11 Beilage 5 letzte Seite). In Anbetracht dieser Aktenlage 

ist festzustellen, dass nach dem Unfall vom 2. August 2005 bis zum Fallabschluss am 

30. Juni 2008 eine fortgesetzt spezifische, die Beschwerdeführerin belastende ärztliche 

Behandlung notwendig gewesen war, weshalb dieses Kriterium als erfüllt zu betrachten 

ist. Adäquanzrelevant können im Weiteren in der Zeit zwischen dem Unfall und dem 

Fallabschluss ohne wesentlichen Unterbruch bestehende erhebliche Beschwerden 

sein. Die Erheblichkeit beurteilt sich nach den glaubhaften Schmerzen und nach der 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 15/17

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Beeinträchtigung, welche die verunfallte Person durch die Beschwerden im 

Lebensalltag erfährt (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.4). Im Nachgang zum Unfall berichtete 

die Beschwerdeführerin über heftigste Schmerzen mit Beweglichkeitseinschränkung 

der HWS, wobei Schmerzmittel nicht geholfen hätten (UV-act. 6, 28). Von Seiten der 

Klinik Valens wurde im Bericht vom 15. November 2005 ein chronischer 

Schmerzzustand mit muskulärer Verspannung im HWS-Schultergürtelbereich 

bescheinigt (UV-act. 38). Im Bericht vom 25. Februar 2008 hielt Dr. J.___ fest, im 

Vordergrund der Beschwerden stünden die Schmerzen im Bereich der HWS und des 

Kopfes. Hier werde versucht, mit physiotherapeutischen Massnahmen und 

Medikamenten eine Besserung zu erreichen, was zeitweise gut gelinge; es komme aber 

wiederholt zu schweren Rückfallen (UV-act. 231). Angesichts dieser Darlegungen lässt 

sich das Kriterium der erheblichen (unfallbedingten) Beschwerden nicht ohne weiteres 

in Abrede stellen, wobei allerdings auch hier die Auswirkungen der Vorzustände im 

HWS-Bereich und insbesondere in psychischer Hinsicht zu beachten sind. Das 

erwähnte Kriterium kann damit - bei ausschliesslichem Bezug auf die Folgen des 

streitigen Unfalls - nur in geringem Umfang als erfüllt gelten.

Was schliesslich das Kriterium der Arbeitsunfähigkeit anbelangt, ist gemäss BGE 134 V 

109 Erw. 10.2.7 dem Umstand Rechnung zu tragen, dass bei leichten bis 

mittelschweren Schleudertraumen der HWS (und punkto Adäquanzbeurteilung gleich 

zu behandelnden Verletzungen) ein längerer oder gar dauernder Ausstieg aus dem 

Arbeitsprozess vom medizinischen Standpunkt aus als eher ungewöhnlich erscheint. 

Nicht die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist daher massgebend, sondern eine erhebliche 

Arbeitsunfähigkeit als solche, die zu überwinden die versicherte Person ernsthafte An­

strengungen unternimmt. Gelingt es ihr trotz solcher Anstrengungen nicht, ist ihr dies 

durch Erfüllung des Kriteriums anzurechnen. Konkret muss ihr Wille erkennbar sein, 

sich durch aktive Mitwirkung raschmöglichst wieder optimal in den Arbeitsprozess 

einzugliedern. Solche Anstrengungen der versicherten Person können sich 

insbesondere in ernsthaften Arbeitsversuchen trotz allfälliger persönlicher 

Unannehmlichkeiten manifestieren. Sodann können Bemühungen um alternative, der 

gesundheitlichen Einschränkung besser Rechnung tragende Tätigkeiten ins Gewicht 

fallen. Nur wer in der Zeit bis zum Fallabschluss nach Art. 19 Abs. 1 UVG in 

erheblichem Masse arbeitsunfähig ist und solche Anstrengungen auszuweisen vermag, 

kann das Kriterium erfüllen (BGE 134 V 109 Erw. 10.2.7 mit Hinweisen). Wie dargelegt 

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 16/17

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wurde im Bericht der Klinik Valens vom 15. November 2005 für die bisherige Tätigkeit 

(im Wesentlichen aus psychischen Gründen; UV-act. 67) eine volle Arbeitsunfähigkeit 

bescheinigt, hingegen für eine andere berufliche Tätigkeit (ohne Lenken eines 

Motorfahrzeugs) aus rheumatologischer Sicht eine Arbeitsfähigkeit für eine 

mittelschwere Tätigkeit bestätigt (UV-act. 38). Bei der in der Folge bescheinigten vollen 

Arbeitsunfähigkeit bildete die (grösstenteils vorbestehende) psychische Problematik die 

wesentliche Ursache. Dr. D.___ bezeichnete denn auch den Unfall im Bericht vom 11. 

März 2008 lediglich als "kleine Teilursache" der bestehenden psychischen 

Beschwerden (vgl. UV-act. 237). Bei dieser Sachlage kann von einer unfallbedingten 

Arbeitsunfähigkeit in erheblichem Ausmass jedenfalls ab März 2008 nicht mehr 

ausgegangen werden. Die ab 1. September 2008 nach Einschätzung von Dr. J.___ 

auch hinsichtlich der unfallunabhängigen Gegebenheiten bestehende 

uneingeschränkte Arbeitsfähigkeit (act. G 1 Beilage 3) liess sich wie erwähnt wegen 

eines Zusammenbruchs nicht realisieren (act. G 11 Beilage 4). Ein Zusammenhang 

dieser Gegebenheiten mit dem streitigen Unfall wird weder behauptet noch ist ein 

solcher aus den Akten ersichtlich (vgl. dazu auch act. G 11 Beilage 5 S. 3). Die Frage, 

ob ausreichende Anstrengungen der Beschwerdeführerin, wieder in den Arbeitsprozess 

einzusteigen, ausgewiesen sind, kann unter diesen Umständen offenbleiben. Immerhin 

ist festzuhalten, dass die Beschwerdeführerin das Eingliederungsprogramm in der

F.___ im Herbst 2007 abgebrochen hatte (UV-act. 179, 184f, 194). Diese Institution 

bestätigte in der Folge, dass während der ganzen Trainingszeit die psychosozialen 

Probleme der Beschwerdeführerin im Vordergrund gestanden und jegliche Energie 

absorbiert hätten (UV-act. 220). Die letztgenannten Umstände lassen sich nicht in 

Zusammenhang mit dem streitigen Unfallereignis bringen. Zusammenfassend ist eines 

der in BGE 134 V 109 angeführten Adäquanzkriterien klar und eines in geringem 

Umfang gegeben, was dazu führt, dass die Adäquanz der nach wie vor geklagten 

Beschwerden mit dem versicherten Unfall zu verneinen ist. Die Leistungseinstellung auf 

den 30. Juni 2008 lässt sich auch unter diesem Titel nicht beanstanden. Eine 

polydisziplinäre medizinische Abklärung (act. G 11 S. 4 unten) vermöchte unter den 

geschilderten Umständen zu keinem anderen Ergebnis zu führen.

6.        

© Kanton St.Gallen 2025 Seite 17/17

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Im Sinn der vorstehenden Erwägungen ist die Beschwerde unter Bestätigung des 

Einspracheentscheids vom 18. September 2008 abzuweisen. Gerichtskosten sind 

keine zu erheben (Art. 61 lit. a ATSG).

Demgemäss hat das Versicherungsgericht

im Zirkulationsverfahren gemäss Art. 53 GerG

entschieden:

1.       Die Beschwerde wird abgewiesen.

2.       Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

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	Entscheid Versicherungsgericht, 29.09.2009
	Art. 6 UVG: Unfallkausalität von gesundheitlichen Beschwerden im Nachgang zu einem cranio-cervikalen Beschleunigungstrauma. Prüfung der Leistungseinstellung (Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 29. September 2009, UV 2008/108). Bestätigt durch Urteil des Bundesgerichts 8C_933/2009.

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