# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 314d02f6-179b-570f-a7af-4165320c2a47
**Source:** Basel-Stadt (BS)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2019-01-07
**Language:** de
**Title:** Basel-Stadt Sozialversicherungsgericht 07.01.2019 UV.2018.16 (SVG.2019.62)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BS_Omni/BS_SVG_001_UV-2018-16_2019-01-07.html

## Full Text

Sozialversicherungsgericht

  
  des Kantons Basel-Stadt

  

   

  

 

 

URTEIL

 

vom 7.
Januar 2019

 

 

Mitwirkende

 

lic. iur. K. Zehnder (Vorsitz), lic.
iur. M. Prack Hoenen, Dr. med. C. Karli     

und
Gerichtsschreiberin MLaw L. Marti 

 

 

 

 

Parteien

 

A____

  

vertreten durch B____   

                                                                                             Beschwerdeführerin

 

 

 

SUVA

Rechtsabteilung, Fluhmattstrasse 1,
Postfach, 6002 Luzern  

vertreten durch C____   

                                                                                            Beschwerdegegnerin

 

 

Gegenstand

 

UV.2018.16

Einspracheentscheid vom 19. April
2018

Eintreten nur soweit ein Anfechtungsobjekt
vorliegt; Taggeld, Rente und Integritätsentschädigung strittig

 

Tatsachen

I.       
 

a)          
Die 1969 geborene Beschwerdeführerin arbeitete seit dem 1. Juli
2000 als Teamleiterin der Wäscherei bei der D____. Infolgedessen war sie bei der
Beschwerdegegnerin unfallversichert. Am 28. Januar 2014 stürzte die
Beschwerdeführerin in einem Treppenhaus und zog sich dabei einen Meniskusriss
am rechten Knie zu (Schadenmeldung UVG vom 5. Februar 2014,
SUVA-Akte 1), der operiert wurde (Operationsbericht vom 12. Februar
2014, SUVA-Akte 15). Dies führte zu einer mehrere Monate dauernden
Krankschreibung (Unfallscheine UVG, SUVA-Akten 87 und 167). Die
Beschwerdegegnerin erbrachte die gesetzlichen Leistungen in Form von Heilkosten
und Taggeld (vgl. Schreiben vom 24. Februar 2014, SUVA-Akte 10). Am
21. Juli 2014 meldete sich die Beschwerdeführerin zum Bezug von Leistungen
der Eidgenössischen Invalidenversicherung (IV) an (IV-Akte 2). 

b)          
In einem Schreiben vom 26. Januar 2015 kündigte die D____ das
Arbeitsverhältnis mit der Beschwerdeführerin auf den 30. April 2015
(SUVA-Akte 108). Im Rahmen ihrer weiteren Behandlungen begab sie sich in
einen Aufenthalt in der E____klinik [...] (vgl. Austrittsbericht vom
16. Juli 2015, SUVA-Akte 132). Nach einer kreisärztlichen
Untersuchung durch Dr. F____, Facharzt FMH für Chirurgie, vom
21. Januar 2016 (SUVA-Akte 162), informierte die Beschwerdegegnerin
die Beschwerdeführerin in einem Schreiben vom 22. Januar 2016
(SUVA-Akte 165), dass sie ihre Taggeld- und Heilkostenleistungen nur noch
bis zum 29. Februar 2016 ausrichten und eine Rentenprüfung vornehmen
werde. Mit Verfügung vom 8. Februar 2016 verneinte die Beschwerdegegnerin
einen Anspruch auf eine Invalidenrente, sprach der Beschwerdeführerin jedoch
eine Integritätsentschädigung von 20% zu (SUVA-Akte 172). Dagegen liess
die Beschwerdeführerin am 10. März 2016 Eisprache erheben
(SUVA-Akte 179). 

c)           
Ab dem 1. März 2016 erbrachte die Krankentaggeldversicherung der Beschwerdeführerin
ein Taggeld (vgl. Schreiben vom 1. Dezember 2016, SUVA-Akte 228,
S. 3 f.). 

d)          
Am 24. August 2016 liess die Beschwerdeführerin mitteilen, sie sei
aufgrund der Instabilität ihres rechten Knies gestürzt und habe sich eine
Radiusköpfchenmeisselfraktur zugezogen (vgl. Schreiben vom 24. August
2016, SUVA-Akte 195, und Bericht von Dr. G____, Spezialarzt FMH für
Innere Medizin, speziell Rheumaerkrankungen, Manuelle Medizin SAM vom
24. August 2016, SUVA-Akte 196).

e)          
Am 12. Januar 2017 liess sich die Beschwerdeführerin erneut am
rechten Knie operieren (Operationsbericht der H____ Klinik [...],
SUVA-Akte 227). Danach wurde die Beschwerdeführerin wiederum zu 100%
krankgeschrieben (Unfallschein UVG, SUVA-Akte 288). Nach weiteren
Abklärungen erliess die Beschwerdegegnerin am 13. September 2017 eine neue
Verfügung. Darin nahm sie in Erledigung des Einspracheverfahrens ihre Verfügung
vom 8. Februar 2016 zurück und sprach der Beschwerdeführerin gleichzeitig ab
dem 1. März 2016 eine Rente für eine Erwerbsunfähigkeit von 37% zu
(SUVA-Akte 281). In einem Schreiben vom 11. Oktober 2017 teilte sie
ihr mit, dass sie die Heilkostenleistungen mit dem 31. Oktober 2017 einstelle
und wies auf das Rückfallrecht hin. Zugleich erklärte sie, sie werde vorläufig
für drei Serien Physiotherapie und zwei Kontrolluntersuchungen beim Hausarzt aufkommen.
Diese Leistungen werde sie für das Jahr 2019 überprüfen (SUVA-Akte 294).
Am 16. Oktober 2017 liess die Beschwerdeführerin gegen die Verfügung vom
13. September 2017 Einsprache erheben (SUVA-Akte 296). 

f)            
Im Folgenden überprüfte die Beschwerdegegnerin die Integritätsentschädigung
der Beschwerdeführerin. Mit Verfügung vom 4. Januar 2018 bestätigte sie
die ihr bereits in der Verfügung vom 8. Februar 2016 zugesprochene und
bereits im März 2016 ausbezahlte Integritätsentschädigung von 20%
(SUVA-Akte 312). 

g)          
Die am 16. Oktober 2017 erhobene Einsprache wies die
Beschwerdegegnerin mit Entscheid vom 19. April 2018 ab
(SUVA-Akte 326). 

II.       

a)          
Mit Beschwerde vom 23. Mai 2018 beim Sozialversicherungsgericht
Basel-Stadt werden folgende Anträge gestellt: 

1.   
Es sei der
Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 19. April 2018 aufzuheben
und es seien der Beschwerdeführerin ab 01. März 2016 Taggelder bei einer 100%igen
Arbeitsunfähigkeit auszurichten.

2.   
Eventualiter sei
der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 19. April 2018
aufzuheben und es sei der Beschwerdeführerin eine ganze SUVA- Rente ab dem 1.
März 2016 zuzusprechen.

3.   
Subeventualiter
sei der Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 19. April 2018
aufzuheben und es seien weitere medizinische Abklärungen, namentlich ein polydisziplinäres
psychiatrisch-psychosomatisches und ein orthopädisch-rheumatologisches
Gutachten anzuordnen. Anschliessend seien der Beschwerdeführerin die gesetzlich
vorgesehenen angemessenen Taggeld- und/oder Rentenleistungen ab 1. März 2016
zuzusprechen.

4.   
Es sei der
Beschwerdeführerin eine angemessene Parteientschädigung für das vorliegende
Verfahren, wie auch für das Einspracheverfahren, zuzusprechen.

In verfahrensrechtlicher Hinsicht wird zudem beantragt, es
seien ärztliche und therapeutische Verlaufsberichte von Dr. G____ sowie
von dipl. Psych. I____ und der zuständigen Psychiaterin im J____ Spital [...],
als auch von K____ und L____, des M____ Instituts, [...], einzuholen. 

b)          
Mit Beschwerdeantwort vom 12. Juli 2018 schliesst die Beschwerdegegnerin
auf Abweisung der Beschwerde. 

c)           
In einer Instruktionsverfügung vom 28. Juli 2018 erklärt die
Instruktionsrichterin, dass die IV-Akten beigezogen werden. Nach deren Eingang
beim Gericht am 6. August 2018, verfügt sie, dass die eingegangenen
IV-Akten von den Parteien eingesehen werden können. 

d)          
Die Beschwerdeführerin hält in ihrer Replik vom 4. Oktober 2018 an
ihren Rechtsbegehren fest und beantragt die Durchführung einer mündlichen
Parteiverhandlung. 

e)          
In ihrer Duplik vom 6. November 2018 hält auch die Beschwerdegegnerin
an ihren Rechtsbegehren fest. 

III.      

Am 7. Januar 2019 findet die Hauptverhandlung der Kammer des
Sozialversicherungsgerichts in Anwesenheit der Beschwerdeführerin, ihrer
Rechtsvertreterin sowie des Rechtsvertreters der Beschwerdegegnerin statt. 

Entscheidungsgründe

1.              
 

1.1.          
Das Sozialversicherungsgericht Basel-Stadt ist gemäss Art. 56
Abs. 1 und Art. 57 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über
den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG; SR 830.1) in
Verbindung mit § 82 Abs. 1 des basel-städtischen
Gerichtsorganisationsgesetzes vom 3. Juni 2015 (GOG; SG 154.100) und
§ 1 Abs. 1 des kantonalen Sozialversicherungsgerichtsgesetzes vom
9. Mai 2001 (SVGG; SG 154.200) als einzige kantonale Instanz in sachlicher
Hinsicht zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. Die örtliche
Zuständigkeit ergibt sich aus Art. 58 Abs. 1 ATSG.

1.2.          
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren ‑ und damit
auch in gerichtlichen Verfahren betreffend unfallversicherungsrechtliche
Streitigkeiten ‑ sind rechtsprechungsgemäss grundsätzlich nur
Rechtsverhältnisse zu überprüfen und zu beurteilen, zu denen die zuständige
Verwaltungsbehörde (hier die Beschwerdegegnerin als Unfallversicherung)
vorgängig verbindlich in Form einer Verfügung bzw. ‑ im Falle der Unfallversicherung
‑ eines Einspracheentscheides Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt
der Einspracheentscheid den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand.
Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer
Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit kein Einspracheentscheid ergangen
ist (vgl. BGE 131 V 164, 164 f. E. 2.1 und BGE 125 V 413, 414
E. 1a mit Hinweisen, sowie Urteile des Bundesgericht 9C_709/2018 vom
8. November 2018 E. 1.3. und 8C_263/2016 vom 24. August 2016
E. 2.2.).

1.3.          
Der angefochtene Einspracheentscheid vom 19. April 2018
(SUVA-Akte 326) bezog sich explizit auf die mit Einsprache vom
16. Oktober 2017 (SUVA-Akte 296) angefochtene Verfügung vom
13. September 2017 (SUVA-Akte 281). Dementsprechend befasste er sich
mit Anspruch der Beschwerdeführerin auf Taggeld und Heilkosten und in diesem
Zusammenhang mit der Rechtmässigkeit des Fallabschlusses am 8. Februar
2016, sowie mit dem Rentenanspruch der Beschwerdeführerin. In ihrem
Einspracheentscheid erklärte die Beschwerdegegnerin, die mit der Verfügung vom
4. Januar 2018 zugesprochenen Integritätsentschädigung und (bezogen auf
die Operation vom 12. Januar 2017; vgl. Tatsachen I.d) allfällige
Ansprüche aufgrund eines Rückfalles seien nicht Gegenstand des Entscheides (vgl.
SUVA-Akte 326, S. 2 f.). Zu dieser Verfügung liegt dem Gericht
kein Einspracheentscheid vor. Soweit sich die Beschwerde nicht auf die im
Einspracheentscheid vom 19. April 2018 beurteilten Rechtsverhältnisse
bezieht, kann sich daher auch das Gericht im vorliegenden Verfahren nicht
äussern. Dies bezieht sich namentlich auch auf die von der Beschwerdeführerin infolge
eines Stolpersturzes am 13. August 2016 erlittene Radiusköpfchenmeisselfraktur
(vgl. Bericht der Interdisziplinären Notfallstation des N____spitals [...] vom
14. August 2016, SUVA-Akte 323, S. 4 f. und Bericht der H____
Klinik [...] vom 17. August 2016, SUVA-Akte 232, S. 6). Den
Stolpersturz hat die Beschwerdegegnerin unter einem neuen Fall mit der Nummer [...]
erfasst (vgl. den Vermerk auf dem Bericht von Dr. G____ vom
24. August 2016, SUVA-Akte 196). Anlässlich der Hauptverhandlung vom
7. Januar 2019 bestätigt die Beschwerdeführerin, dass die Armproblematik
das vorliegende Verfahren nicht betrifft (vgl. Verhandlungsprotokoll, S. 3).

1.4.          
Was die Integritätsentschädigung betrifft, kann im vorliegenden
Verfahren keine Überprüfung erfolgen. Die Beschwerdegegnerin hat im
angefochtenen Einspracheentscheid festgehalten, dass sich dieser nicht auf die
Verfügung vom 4. Januar 2018 beziehe. Dabei fällt auf, dass die
Beschwerdegegnerin in dieser Verfügung darauf hinwies, dass sie die Höhe der
Integritätsentschädigung nach Abschluss des Rückfalls (welcher vorliegend nach
dem Gesagten gerade nicht zu beurteilen ist) neu überprüft habe. Allerdings
hatte die Beschwerdeführerin bereits gegen die ursprüngliche Verfügung vom
8. Februar 2016 (SUVA-Akte 172) bezüglich Rente und
Integritätsentschädigung Einsprache erhoben (Schreiben vom 10. März 2016,
SUVA-Akte 179). Letztendlich erliess die Beschwerdegegnerin in Folge
dieser Einsprache eine neue Rentenverfügung, statt direkt einen Einspracheentscheid
zu erlassen. Dieses Vorgehen ist mehr als verwirrend. Andererseits ist es ganz
offensichtlich, dass die Beschwerdeführerin gegen die Verfügung vom 4. Januar
2018 keine Einsprache erhoben hat. Diese ist somit rechtskräftig und keiner
gerichtlichen Überprüfung mehr zugänglich. Immerhin erscheint die zugesprochene
Höhe auf den ersten Blick aber nicht abwegig. 

1.5.          
Die Beschwerde wurde rechtzeitig erhoben (Art. 60 ATSG) und
auch die übrigen formellen Beschwerdevoraussetzungen sind erfüllt.
Infolgedessen ist auf die Beschwerde einzutreten, soweit sich die darin
enthaltenen Rechtsbegehren auf diejenigen Rechtsverhältnisse beziehen, welche
im Einspracheentscheid vom 19. April 2018 behandelt wurden. Im Übrigen (vgl.
E. 1.3.) kann nicht auf die Beschwerde vom 23. Mai 2018 eingetreten
werden. 

2.              
 

2.1.          
Die Beschwerdegegnerin geht in Bezug auf den Unfall vom
28. Januar 2014 davon aus, dass im Februar 2016 ein Endzustand eingetreten
war und sie demzufolge ihre Taggeld- und Heilkostenleistungen zu Recht per
1. März 2016 eingestellt hat. Infolgedessen sprach sie der
Beschwerdeführerin ab demselben Datum eine Rente von 37% zu. Sie stützte sich
dabei im Wesentlichen auf die Beurteilungen des Kreisarztes. 

2.2.          
Die Beschwerdeführerin bringt im Wesentlichen vor, die
Beschwerdegegnerin habe den Unfall vom 28. Januar 2014 zu Unrecht
abgeschlossen. Sie habe weiterhin Anspruch auf ein Unfalltaggeld. Sollte das
Gericht zum Schluss kommen, dass der Fallabschluss rechtmässig war, sei ihr
eine ganze Rente der Unfallversicherung (gemäss Rechtsbegehren) bzw. eine Rente
von 41% (gemäss der Beschwerdebegründung) zuzusprechen. Überdies macht sie
geltend, der Sachverhalt sei noch nicht genügend abgeklärt, weshalb bei den in
den Rechtsbegehren genannten Personen weitere Berichte einzuholen und eine
neutrale Begutachtung anzuordnen sei. 

2.3.          
Streitig und zu prüfen ist zunächst, ob die Beschwerdegegnerin den
Unfall vom 28. Januar 2014 zu Recht Ende Februar 2016 abgeschlossen und
die Taggeldleistungen eingestellt hat und ob der Sachverhalt genügend abgeklärt
wurde. An zweiter Stelle ist die Höhe des Rentenanspruchs der Beschwerdeführerin
streitig. 

3.              
 

3.1.          
Eine versicherte Person hat Anspruch
auf die Kostenübernahme für zweckmässige Heilbehandlungen aufgrund der
Unfallfolgen im Sinne von Art. 10 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die
Unfallversicherung vom 20. März 1981 (UVG; SR 832.20). Wenn sie in
Folge eines Unfalls voll oder teilweise arbeitsunfähig (vgl. Art. 6 UVG)
ist, hat sie zudem einen Anspruch auf Taggeldleistungen (Art. 16
Abs. 1 UVG). Diese Ansprüche bestehen solange, als von der Fortsetzung der
ärztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet
werden kann (Art. 19 Abs. 1 UVG e contrario; siehe dazu Rumo-Jungo/Holzer, Rechtsprechung des
Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz über die
Unfallversicherung, 4. Auflage, Zürich 2012, Art. 10, S. 101;
BGE 134 V 109, 114 E. 4.1 und BGE 133 V 57, 64 E. 6.6.2). Trifft dies
nicht mehr zu, ist der Fall – unter gleichzeitiger Prüfung des Anspruchs auf
eine Invalidenrente – gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung
abzuschliessen (BGE 137 V 199, 201 f. E. 2.1, BGE 134 V 109, 114
E. 4.1 mit Hinweisen). 

3.2.          
Ob eine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands erwartet
werden kann, bestimmt sich in erster Linie nach der Verbesserung bzw. der
Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit. Die durch eine weitere
Behandlung zu erwartende Verbesserung muss dabei ins Gewicht fallen. Eine
unbedeutende Verbesserung genügt nicht (BGE 134 V 109, 115 E. 4.3, vgl.
auch Rumo-Jungo/Holzer,
Art. 10, S. 101). So verleihen eine weit entfernte Möglichkeit eines
positiven Resultats einer Fortsetzung der ärztlichen Behandlung oder ein von
weiteren Massnahmen zu erwartender geringfügiger therapeutischer Fortschritt
keinen Anspruch auf deren Durchführung (Urteil 8C_888/2013 vom 2. Mai 2015
E. 4.1 mit Hinweisen). Ist eine versicherte Person nach einem Unfall
wieder in der Lage, in ihrer angestammten Tätigkeit vollzeitlich erwerbstätig
zu sein, wird der Fall in der Regel selbst dann abzuschliessen sein, wenn die
Fortsetzung einer medizinischen Behandlung die Befindlichkeit noch weiter
verbessern könnte (Urteile 8C_970/2012 vom 31. Juli 2013 E. 3.4 und
8C_432/2009 vom 2. November 2009 E. 5.1). Die Möglichkeit einer
namhaften Besserung bestimmt sich dabei prognostisch und nicht aufgrund einer
retrospektiven Beurteilung (Urteile 8C_888/2013 vom 2. Mai 2015
E. 4.1 mit Hinweisen und 8C_432/2009 vom 2. November 2009
E. 3.2). 

3.3.          
Die Leistungspflicht des
Unfallversicherers setzt voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem
eingetretenen Schaden ein natürlicher und ein adäquater Kausalzusammenhang
besteht (BGE 129 V 177, 181 E. 3.1 f.). Für die Bejahung des natürlichen
Kausalzusammenhangs genügt es, dass das schädigende Ereignis zusammen mit
anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten
Person beeinträchtigt hat, er muss nicht alleinige oder unmittelbare Ursache
der Beeinträchtigung sein (BGE 129 V 177, 181 E. 3.1 mit Hinweisen). Ein
adäquater Kausalzusammenhang liegt vor, wenn das betreffende Ereignis nach dem
gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung an sich
geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Erfolg
also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (129 V 177, 181 E. 3.2
und BGE 125 V 456, 461 f. E. 5a). Bei natürlich kausalen aber organisch
nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden ist bei der Beurteilung der Adäquanz
vom augenfälligen Geschehensablauf auszugehen und je nachdem weitere
unfallbezogene Kriterien beizuziehen (BGE 134 V 109, 112 E. 2.1 und BGE
115 V 133, 138 ff. E. 6). 

Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung kann der adäquate
Kausalzusammenhang bei schweren Unfällen ohne weiteres bejaht und bei leichten
Unfällen verneint werden. Lediglich bei Unfällen aus dem mittleren Bereich ist
eine Prüfung anhand weiterer Kriterien durchzuführen (BGE 129 V 177, 183 E. 4.1
und BGE 115 V 133, 138 ff. E. 6). Als wichtigste Kriterien gelten
besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des
Unfalls; die Schwere oder besondere Art der erlittenen (somatischen)
Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen
auszulösen; eine ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
(körperliche) Dauerschmerzen; ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen
erheblich verschlimmert; schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche
Komplikationen, sowie der Grad und die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit
(BGE 129 V 177, 184 E. 4.1). 

4.              
 

4.1.          
Die Frage, ob per Ende Februar 2016 ein gesundheitlicher Endzustand
eingetreten ist, verneint die Beschwerdeführerin (im Gegensatz zur
Beschwerdegegnerin). Sie führt dazu aus, durch die erneute Operation im Oktober
2016 (gemeint war wohl die Operation vom 12. Januar 2017, vgl. Bericht der
H____ Klinik [...], SUVA-Akte 227) habe sich gezeigt, dass noch eine
Besserung der gesundheitlichen Situation möglich sei. Deshalb habe sie über den
Februar 2016 hinaus einen Anspruch auf Taggelder.

4.2.          
Die Beschwerdegegnerin beschloss die Einstellung von Taggeld und Heilkosten
im Januar 2016 (vgl. das Schreiben vom 22. Januar 2016, SUVA-Akte 165),
unmittelbar nach der damals erfolgten kreisärztlichen Untersuchung vom 21. Januar
2016 (SUVA-Akte 162). In seinem Bericht legte der Kreisarzt Dr. F____
seiner Beurteilung folgende Diagnosen zugrunde: Status nach Kniedistorsion
rechts mit medialer Meniscusläsion und osteochondraler Läsion femoral am
28.01.2014, Status nach Arthroskopie des rechten Kniegelenkes mit
Innenmeniscusteilresektion und Knorpelglättung medial sowie Plicaresektion am
12.02.2014 und Verdacht auf ein complex regional pain syndrome (komplexes
regionales Schmerzsyndrom; CRPS). Damit behielt er die bereits im Bericht vom 21. September
2015 gestellten Diagnosen bei (SUVA-Akte 146, S. 5). Die Diagnosen
stellte er unter Berücksichtigung der vorhergehenden Berichte der behandelnden
Ärzte sowie des Austrittsberichts der E____klinik [...]
vom 16. Juli 2015 (SUVA-Akte 132). Er nannte im Wesentlichen dieselben
Diagnosen, die bereits in den genannten Berichten aufgeführt worden waren. Im
Weiteren hielt er insbesondere fest, seit der letzten kreisärztlichen
Untersuchung im September 2015 (vgl. dazu seinen Bericht vom 21. September
2015, SUVA-Akte 146; bereits damals hatte er von einem protrahierten
Verlauf und einem unveränderten Schmerzbild gesprochen und den erwähnten
Behandlungsversuch mit Akupunktur empfohlen, vgl. S. 6 des Berichts) habe
sich ein stagnierender Verlauf gezeigt. Die in der Zwischenzeit erfolgte Serie
Akupunktur habe keinen durchschlagenden Erfolg gezeigt. Aktuell laufe die
zweite Behandlungsserie, welche nach dieser Serie abgeschlossen werden könne.
Es bestehe nach wie vor ein diffuses Schmerzsyndrom am rechten Kniegelenk mit
Punctum maximum auf der Innenseite des Gelenkes. Die Beschwerdegegnerin werde
den Fall nun unter Prüfung der Restfolgen abschliessen. Aufgrund der
Unfallrestfolgen seien der Beschwerdeführerin körperlich leichte, überwiegend
sitzende Tätigkeiten ganztags zumutbar. Die angestammte Tätigkeit als
Teamleiterin einer Wäscherei sei nicht mehr zumutbar, die Belastung sei zu
gross. 

Der Kreisarzt geht nicht nur hinsichtlich der Diagnosen,
sondern auch in Bezug auf die Frage der weiteren Behandlungsmöglichkeiten mit
den Vorakten einher. So findet sich im Austrittsbericht der E____klinik [...]
vom 16. Juli 2015 (SUVA-Akte 132) die Aussage, es habe keine
Verbesserung der Schmerzproblematik erreicht werden können, bei gleichzeitig
minimaler Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit
ausserhalb des Problembereichs. Der behandelnde Dr. G____ erklärte in
seinem Bericht vom 1. März 2016, die therapeutischen Möglichkeiten seien
weitgehend ausgeschöpft (SUVA-Akte 182, S. 3). Diese Aussagen stützen
den Schluss des Kreisarztes, der Endzustand sei erreicht. Die erwähnten
Berichte des Kreisarztes erscheinen ‑ in Bezug auf die Frage der
Erreichung des Endzustandes ‑ damit nicht nur in sich, sondern auch im
Verlauf als nachvollziehbar und begründet. 

4.3.          
4.3.1   Gemäss der bundesgerichtlichen Rechtsprechung haben die
Berichte von versicherungsinternen medizinischen Fachpersonen, wie namentlich
dem Kreisarzt der SUVA, stets Beweiswert, wenngleich ihre Stellungnahmen keine Gutachten
im Sinne von Art. 44 ATSG darstellen und ihnen praxisgemäss auch nicht
dieselbe Beweiskraft zukommt wie einem extern in Auftrag gegebenen Gutachten.
Da beim Entscheid eines Versicherungsfalles ohne Einholung eines externen
Gutachtens strenge Anforderungen an die Beweiswürdigung bestehen, führen schon
geringe Zweifel an der Zuverlässigkeit und Schlüssigkeit der
versicherungsinternen ärztlichen Feststellungen dazu, dass ergänzende
Abklärungen vorzunehmen sind (BGE 139 V 225, 229 E. 5.2, BGE 135 V 465,
468 E. 4.2 und 469 f. E. 4.4, BGE 135 V 254, 258 ff. E. 3.4.1
und BGE 122 V 157, 162 f. E. 1d). Die Beschwerdeführerin weist
diesbezüglich darauf hin, dass die von Dr. F____ geschätzte funktionelle
Einbusse in Bezug auf das Anforderungsprofil eines Arbeitsplatzes nicht der Einschätzung
des Hausarztes der Beschwerdeführerin, Dr. G____, in seinem Bericht vom
1. März 2016 (vgl. SUVA-Akte 182) entspreche. 

4.3.2   Im erwähnten Bericht hielt Dr. G____ in wenigen
Sätzen fest, dass die Beschwerdeführerin in der früher ausgeübten Tätigkeit als
Mitarbeiterin in einem Wäschebetrieb andauernd zu 100% arbeitsunfähig sei. Sie
könne nunmehr weder ausschliesslich stehende noch ausschliesslich sitzende und
auch keine körperlich anstrengenden bzw. kniebelastenden Tätigkeiten mehr
verrichten. (SUVA-Akte 182, S. 3). Es trifft zu, dass die
Einschätzung des behandelnden Dr. G____ leicht von jener des Kreisarztes
abweicht. Er spezifiziert, dass die Beschwerdeführerin sowohl in sitzender als
auch in stehender Position müsse arbeiten können, während der Kreisarzt von
einer überwiegend (jedoch nicht ausschliesslich) sitzenden Tätigkeit ausging. Der
Bericht von Dr. G____ ist äusserst kurz gehalten (knapp eine Seiten), beantwortete
er doch lediglich die ihm von der Rechtsvertreterin der Beschwerdeführerin gestellten
Fragen. Im Bericht finden sich keine näheren Begründungen seiner Aussagen. Er
ist daher nicht geeignet, Zweifel an den erwähnten kreisärztlichen Berichten
hervorzurufen. Überdies sei darauf hingewiesen, dass der in der Verfügung vom
13. September 2017 (SUVA-Akte 281) dem Invalideneinkommen zugrunde gelegte
Lohn gemäss der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE), Tabelle TA1, Zeile
„Total Privater Sektor“ eine Vielzahl von leichten bis mittelschweren
Tätigkeiten umfasst (Urteile des Bundesgerichts 9C_830/2017 vom 16. März
2018 E. 5 und 9C_437/2015 vom 30. November 2015 E. 2.2 mit
Hinweisen). Selbst wenn also davon auszugehen wäre, dass der Beschwerdeführerin
lediglich noch eine Tätigkeit zumutbar ist, in welcher sie regelmässig die
Position (sitzen/stehen) wechseln kann, hätte dies keinen Einfluss auf das
Invalideneinkommen ‑ zumal die Höhe des ihr zumutbaren Pensums auch von
Dr. G____ nicht tiefer angesetzt wurde als vom Kreisarzt. 

4.3.3   Im Weiteren kritisiert die Beschwerdeführerin, dass die
Beschwerdegegnerin das Bestehen eines CRPS ausschliesse. Dazu ist zunächst
festzuhalten, dass die bundesgerichtliche Rechtsprechung als Voraussetzung für
die Qualifikation eines CRPS als Unfallfolge verlangt, dass die betroffene
Person innerhalb einer Latenzzeit von sechs bis acht Wochen nach einem Unfall
zumindest teilweise an den für ein CPRS typischen Symptomen leidet ‑
wenngleich die Diagnose auch später gestellt werden kann. Der Schluss, es liege
ein CRPS vor, muss anhand echtzeitlich erhobener medizinischer Befunde gestellt
werden können (vgl. z.B. Urteile des Bundesgerichts 8C_177/2016 vom
22. Juni 2016 E. 4.3, 8C_714/2016 vom 16. Dezember 2016
E. 4.1 und 8C_384/2009 vom 5. Januar 2010 E. 4.2.1). 

In der kreisärztlichen orthopädischen Beurteilung vom 18. April
2017 (SUVA-Akte 238) setzten sich Dr. O____, Facharzt für
Orthopädische Chirurgie, und Dr. P____, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie,
ausführlich mit der Frage, ob bei der Beschwerdeführerin ein CRPS vorliegt,
auseinander. Schliesslich hielten sie fest, die ärztlichen Unterlagen liessen
mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zu keinem Zeitpunkt des dokumentierten
Verlaufs ein CRPS feststellen. Insbesondere sei die geforderte Latenzzeit von
sechs bis acht Wochen zu verneinen. Sie wiesen dabei darauf hin, dass in den zeitnah
erstellten Arztberichten keine Beschwerden im Sinne eines CRPS erwähnt worden
seien. Diese Ausführungen der Kreisärzte sind nachvollziehbar. Dies gilt
insbesondere für das vom Bundesgericht verlangte Kriterium der sechs- bis achtwöchigen
Latenzzeit. Der Verdacht, dass möglicherweise ein CRPS vorliegen könnte, findet
sich erstmals im Bericht des Q____spitals [...] vom 6. Oktober 2014
(SUVA-Akte 194). Dort wurde eine auffällig fleckige osteopene Knochenstruktur
als möglicher Hinweis auf ein Morbus Sudeck (Synonym für CRPS; vgl. Pschyrembel
- Klinisches Wörterbuch, 266. Auflage, Berlin 2014, S. 2052) gesehen. Zugleich
wurde aber darauf hingewiesen, dass die üblicherweise bestehenden positiven
Frühphasen fehlten. Die R____klinik [...] nahm dies in ihrem Bericht vom
13. Oktober 2014 auf und zog ein Morbus Sudeck als Differentialdiagnose in
Erwägung (SUVA-Akte 60). Zum einen wurden diese Berichte fast neun Monate
nach dem Unfall vom 28. Januar 2014 verfasst; zum anderen wurde keine klare
Diagnose eines CRPS gestellt. Dies gilt auch für die späteren Erwähnungen
dieser Diagnose im Austrittsbericht der E____klinik [...] vom 16. Juli
2015 (SUVA-Akte 132) und im Bericht der kreisärztlichen Untersuchung von
Dr. F____ vom 21. September 2015 (SUVA-Akte 146, S. 5). In
beiden Fällen wurde die Diagnose im Sinne eines Verdachtes genannt. Die E____klinik
[...] sprach dabei von „CRPS-verdächtigen Auffälligkeiten“ (SUVA-Akte 132,
S. 2). Da in den gut vier Jahren zwischen dem Unfall und dem angefochtenen
Einspracheentscheid vom 19. April 2018 keine klare CRPS-Diagnose gestellt
wurde, obwohl die Beschwerdeführerin diverse Ärzte und verschiedene Kliniken konsultiert
hatte, gibt es keine Veranlassung für weitere Abklärungen in dieser Hinsicht.
Dass der behandelnde Arzt Dr. G____ in seinem Bericht vom 1. März
2016 (SUVA-Akte 182, S. 3) davon sprach, dass sich die andauernden
Kniebeschwerden mit grosser Wahrscheinlichkeit aufgrund eines CRPS erklärten,
vermag daran nichts zu ändern. Wie bereits unter E. 4.3.2 ausgeführt,
lassen sich diesem Bericht keine Begründungen entnehmen, sodass er nicht zu
Zweifeln an der orthopädischen Beurteilung der Kreisärzte veranlasst. 

4.3.4   Zusammenfassend ergibt sich in somatischer Hinsicht
nichts aus den Akten, was darauf hinweisen würde, dass die Beurteilung der
Kreisärzte falsch und weitere Abklärungen angezeigt wären. 

4.4.          
4.4.1   Soweit zwischen den Parteien strittig ist, ob unfallkausale
psychische Beschwerden vorliegen, kann die Frage, ob überhaupt psychische
Beschwerden vorliegen (und sich beispielsweise in Form von organisch nicht
erklärbaren Schmerzen äussern) offen gelassen werden. Hinsichtlich der zu
prüfenden adäquaten Kausalität ist ein Treppensturz gemäss der
bundesgerichtlichen Rechtsprechung in der Regel als mittelschweres
Unfallereignis im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen zu qualifizieren
(vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_899/2013 vom 15.05.2014 E. 5.1.2 mit
Hinweisen und 8C_748/2010 vom 9. Dezember 2010 E. 4.1). Vorliegend
erklärte auch die Beschwerdef.rerin, dass es sich nicht um einen „grossen
Unfall“ gehandelt habe (Verhandlungsprotokoll, S. 2). Bei mittelschweren
Unfällen im Grenzbereich zu den leichten Unfällen müssen für die Bejahung der adäquaten
Kausalität entweder mindestens vier der unter E. 3.3. aufgeführten Kriterien
erfüllt sein oder es muss eines in besonders ausgeprägter Art vorliegen (vgl.
Urteile des Bundesgerichts 8C_899/2013 vom 15. Mai 2014 E. 5.1., 8C_246/2009
vom 6. April 2010 E. 5.1 und 8C_451/2011 vom 18. August 2011
E. 8). 

4.4.2   Die Beschwerdeführerin weist darauf hin, dass sie seit
Beginn der Heilbehandlungen unter starken Beschwerden gelitten habe. Trotz
zweimaliger Arthroskopie habe sich keine Besserung der Schmerzen eingestellt.
Es handle sich um einen langen, komplizierten und belastenden Heilungsprozess.
Zudem scheine die erste Arthroskopie nicht lege artis ausgeführt worden zu
sein, was den zweiten Eingriff notwendig gemacht habe. Die Kriterien seien
somit in gehäufter und auffallender Weise erfüllt (Beschwerde, Ziff. 34). 

4.4.3   Vorliegend könnte allenfalls die Bejahung des Kriteriums
erheblicher Beschwerden diskutiert werden. Im Übrigen ist das Vorliegen der
Adäquanzkriterien zu verneinen. Es gibt keine Hinweise auf besonders
dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls oder
eine besondere Art oder Schwere der erlittenen Verletzungen (vgl. die Diagnosen
des Kreisarztes unter E. 4.2.). Entgegen der Auffassung der
Beschwerdeführerin kann zudem nicht von einer fortgesetzt spezifischen,
belastenden ärztlichen Behandlung gesprochen werden. Allein dass die
Beschwerdeführerin über Jahre hinweg in Physiotherapie, Akupunkturtherapie und
bei verschiedenen Ärzten war, genügt nicht, um von einer besonderen Belastung
durch die Behandlungen auszugehen. Bis der Kreisarzt im Januar 2016 die Erreichung
eines Endzustandes feststellte (vgl. E. 4.2.), hatte zudem lediglich nur
eine Operation stattgefunden: jene vom 12. Februar 2014 (vgl. Operationsbericht,
SUVA-Akte 15). Diese vermag erwähntes Kriterium ebenfalls nicht zu erfüllen.
Selbst wenn man die zweite Operation vom 12. Januar 2017 (vgl.
Operationsbericht, SUVA-Akte 227) berücksichtigen würde, würde dies nichts
ändern. Ausser der andauernden Beschwerden der Beschwerdeführerin gibt es zudem
keine Hinweise auf einen schwierigen Heilungsverlauf oder erhebliche
Komplikationen. Die fortbestehenden Schmerzen allein genügen auch in diesem
Punkt nicht. Auch für die Annahme einer ärztlichen Fehlbehandlung, welche die
Unfallfolgen erheblich verschlimmert hätte, fehlen die Hinweise. Die
Beschwerdeführerin bringt diesbezüglich selbst lediglich vor, die erste
Arthroskopie „scheine“ nicht lege artis ausgeführt worden zu sein. In den
medizinischen Unterlagen findet sich jedoch nichts, was darauf schliessen liesse,
dass dem tatsächlich so wäre. Dass eine zweite Operation durchgeführt wurde, genügt
nicht als Beweis. Schliesslich kann auch nicht von einer erheblichen Arbeitsunfähigkeit
trotz ausgewiesener Anstrengungen ausgegangen werden. 

Eine genaue Beschreibung des Unfallhergangs findet sich weder
in den Akten noch in den Rechtsschriften. Demnach kann nicht abschliessend
beurteilt werden, ob der Treppensturz der Beschwerdeführerin im Sinne eines
Regelfalles als mittelschwerer Unfall im Grenzbereich zu den leichten Unfällen
oder doch als leichter Unfall zu qualifizieren ist. Angesichts der Prüfung der
Adäquanzkriterien ist die adäquate Kausalität in beiden Fällen zu verneinen,
sodass die genaue Einordnung des Unfalles offen bleiben kann. 

4.5.          
Aus diesen Ausführungen folgt, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht festgestellt
hat, dass bei der Beschwerdeführerin Ende Februar 2016 (hinsichtlich der
Knieverletzung) ein Endzustand eingetreten ist. Auch die Annahme einer 100%igen
Arbeitsfähigkeit in einer adaptierten Tätigkeit (im genannten Zeitpunkt) ist
nicht zu beanstanden. Eine unfallkausale psychische Beeinträchtigung liegt
nicht vor. Aufgrund dessen ist weder die Einholung weiterer medizinischer
Berichte notwendig, noch sind weitere Abklärungen angezeigt. Der entsprechende
Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin ist folglich abzuweisen. 

Soweit die Beschwerdeführerin im Übrigen auf einen Kausalzusammenhang
zwischen der ursprünglichen Knieverletzung und der zwischenzeitlich
diagnostizierten beginnenden Gonarthrose (vgl. Bericht von Dr. G____ vom
19. September 2017, IV-Akte 53) hinweist und kritisiert, die
Beschwerdegegnerin habe diesbezüglich keine Abklärungen unternommen
(Beschwerde, Ziff. 31, und Replik, S. 2), ist an dieser Stelle nicht
weiter darauf einzugehen. Diese mehr als ein Jahr nach dem Eintreten des Endzustandes
gestellte Diagnose ist allenfalls im Rahmen einer Prüfung von Spätfolgen bzw.
eines Rückfalls zu klären. Wie unter E. 1.3. erwähnt, ist dies nicht
Gegenstand dieses Verfahrens. 

5.              
 

5.1.          
Eine versicherte Person hat Anspruch
auf eine Invalidenrente der Unfallversicherung, wenn sie ‑ beim
Fallabschluss ‑ infolge eines Unfalles zu mindestens 10% invalid
(Art. 8 ATSG) ist (Art. 18 UVG). Der Invaliditätsgrad bestimmt sich
dabei nach Art. 16 ATSG: Das Erwerbseinkommen, welches die Person nach
Eintritt der Invalidität und nach Durchführung der medizinischen Behandlung
sowie allfälliger Eingliederungsmassnahmen durch eine ihr zumutbare Tätigkeit
auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt verdienen könnte (Invalideneinkommen),
wird zu dem Erwerbseinkommen in Beziehung gesetzt, das sie mit überwiegender
Wahrscheinlichkeit erzielen würde, wenn sie nicht invalid geworden wäre
(Valideneinkommen; Urteil des Bundesgerichts 8C_842/2014 vom 4. März 2015
E. 2.4.1, Rumo-Jungo/Holzer,
Rechtsprechung zum Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 4. Aufl., Zürich/
Basel/Genf 2012, Art. 18, S. 126 f. mit Hinweis auf BGE 134 V 322 E. 4.1 S. 325 f., vgl. auch BGE 139 V 28,
30 E. 3.3.2). 

5.2.          
Gemäss der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung kann ein leidensbedingter Abzug vom statistischen Lohn in einer
Höhe von maximal 25% gewährt werden, wenn bei einer versicherten Person
Anhaltspunkte dafür bestehen, dass sie ihre (Rest-)Arbeitsfähigkeit aufgrund
bestimmter Merkmale auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nur mit
unterdurchschnittlichem Erfolg verwerten kann. Also wenn sie im Vergleich mit
voll leistungsfähigen und entsprechend einsetzbaren Arbeitnehmern lohnmässig
benachteiligt ist. Merkmale die – einzeln oder in Kombination – zu einem derartigen
Abzug führen können, sind das Alter, die Dauer der Betriebszugehörigkeit, die
Nationalität oder die Aufenthaltskategorie oder der Beschäftigungsgrad (BGE 129
V 472, 481 E. 4.2.3 und BGE 126 V 75, 78 ff. E. 5a und 5b). Die Höhe
des Abzugs ist gesamthaft, unter Berücksichtigung aller Merkmale, zu schätzen.
Es rechtfertigt sich nicht, für jedes zur Anwendung gelangende Merkmal separat
qualifizierte Abzüge vorzunehmen und diese zusammenzuzählen (BGE 129 V 472, 481
E. 4.2.3 und BGE 126 V 75, 80 E. 5b/bb). 

Die Frage, ob ein leidensbedingter Abzug
gemacht werden muss, ist rechtlicher Natur, während die Frage nach dessen Höhe
eine Ermessensfrage ist (BGE 132 V 393, 399 E. 3.3). Dabei darf das Sozialversicherungsgericht
sein Ermessen nicht ohne triftigen Grund an die Stelle desjenigen der
Verwaltung setzen. Weicht das Gericht in seinem Ermessen von der Verwaltung ab,
muss es sich auf Gegebenheiten abstützen können, welche seine Ermessensausübung
als naheliegender erscheinen lassen (BGE 123 V 150,152 E. 2 mit Hinweisen).

5.3.          
Bei der Berechnung des Valideneinkommens ging die Beschwerdegegnerin
vom Lohn, welchen die Beschwerdeführerin in ihrem letzten Arbeitsverhältnis
erzielte, aus. Gemäss den Angaben der D____ hätte die Beschwerdeführerin im
Jahr 2015 ein monatliches Einkommen von Fr. 4‘340.-- erzielt, welches
13-mal ausbezahlt wurde (mutmassliche Lohnentwicklung, SUVA-Akte 136). Unter
Berücksichtigung von jährlichen Zulagen in Höhe von Fr. 1‘800.-- und einer
Anpassung an die Teuerung um 0.7% im Jahr 2016 schloss sie auf einen Jahreslohn
von Fr. 58‘628.--. Zusammen mit dem Lohn, den die Beschwerdeführerin
gemäss dem Auszug aus dem individuellen Konto im Jahr 2016 als Hauswartin bei
der S____ verdiente (Fr. 19‘086.--; SUVA-Akte 255, S. 4)
errechnete die Beschwerdegegnerin ein Valideneinkommen von Fr. 77‘714.--. 

Dem Invalideneinkommen legte die Beschwerdegegnerin die
Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE) 2014, Tabelle TA1, Total, Frauen,
Kompetenzniveau 1 (Fr. 4‘300.--) zugrunde. Mit Umrechnung von 40 auf
41.7 Wochenstunden (vgl. Tabelle des Bundesamtes für Statistik [BFS]
„Betriebsübliche Arbeitszeit nach Wirtschaftsabteilungen“) und unter Anrechnung
einer Nominallohnentwicklung für die Jahre 2015 (0.4%) und 2016 (0.7%; vgl.
Tabelle T 39 „Entwicklung der Nominallöhne, der Konsumentenpreise und der
Reallöhne, 1939-2017“ des BFS) resultierte somit ein hypothetischer Jahreslohn
von Fr. 54‘386.--. Davon machte sie einen leidensbedingten Abzug von 10%,
da die Beschwerdeführerin eine Einschränkung in verschiedenen Bereichen
aufweise (vgl. Einspracheentscheid vom 19. April 2018, SUVA-Akte 326,
S. 7 f.). Die Beschwerdeführerin beanstandet weder das berechnete
Valideneinkommen, noch den dem Invalideneinkommen zugrunde gelegten Tabellenlohn.
Hingegen macht sie geltend, es sei ihr aufgrund ihrer ausländischen Nationalität,
ihrer fehlenden Ausbildung und aufgrund ihres Alters ein Abzug von 15% zu
gewähren. 

5.4.          
Die Beschwerdeführerin hat im Rahmen der Hauptverhandlung vom
7. Januar 2019 bewiesen, dass sie die deutsche Sprache versteht und sehr
gut in der Lage ist, sich in dieser zu verständigen. So beantwortete sie die an
sie gerichteten Fragen ohne die Hilfe eines Dolmetschers. Gemäss dem Familienausweis
hat die Beschwerdeführerin zudem das Schweizer Bürgerrecht (IV-Akte 12,
S. 2). Mit fehlenden Sprachkompetenzen oder der Nationalität lässt sich
somit kein über 10% hinausgehender leidensbedingter Abzug rechtfertigen. Für
einen Abzug aus Altersgründen ist die Beschwerdeführerin mit Jahrgang 1969 noch
zu jung (vgl. z.B. Bundesgerichtsurteile 9C_160/2012 vom 28. August 2013
E. 4.2 und 9C_78/2008 vom 22. Dezember 2008 E. 3.4.2, in welchen
gar einem 55- und einem 56-jährigen Mann kein Abzug aufgrund ihres Alters
gewährt wurde). Der von der Beschwerdegegnerin vorgenommene Abzug von 10% ist somit
nicht zu beanstanden. Die Beschwerdeführerin hat ausserdem zu Recht keine
weitere Kritik an den dem Einkommensvergleich zugrunde gelegten Einkommen
geübt. 

5.5.          
Der Vergleich des Valideneinkommens von Fr. 77‘714.-- mit dem
Invalideneinkommen von gerundet Fr. 48‘948.-- (Fr. 54‘386.-- x 0.9)
ergibt einen Invaliditätsgrad von 37%. Die Rentenzusprache der
Beschwerdegegnerin in dieser Höhe erfolgte somit korrekt. 

 

 

6.              
 

6.1.          
Zufolge der obigen Ausführungen ist die Beschwerde abzuweisen,
soweit darauf eingetreten wird. 

6.2.          
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 61 lit. a ATSG
und § 16 SVGG). 

6.3.          
Die ausserordentlichen Kosten
sind wettzuschlagen. 

 

 

Demgemäss erkennt das
Sozialversicherungsgericht:

://:        Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf
eingetreten wird. 

            Das Verfahren ist kostenlos. 

            Die ausserordentlichen Kosten werden
wettgeschlagen. 

 

Sozialversicherungsgericht
BASEL-STADT

 

Die Präsidentin                                                         Die
Gerichtsschreiberin

 

 

 

lic. iur. K. Zehnder                                                    MLaw L.
Marti

 

 

 

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid
kann innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim
Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 100 Abs. 1 des Bundesgesetzes
vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht [Bundesgerichtsgesetz, BGG]). Die Beschwerdefrist
kann nicht erstreckt werden (Art. 47 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdegründe sind in
Art. 95 ff. BGG geregelt.

Die Beschwerdeschrift ist
dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung
zuzustellen. Die Beschwerdeschrift hat den Anforderungen gemäss Art. 42 BGG zu
genügen; zu beachten ist dabei insbesondere:

a)            Die Beschwerdeschrift
ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren, deren Begründung mit
Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten;

b)            in der Begründung ist in
gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt;

c)             die Urkunden, auf die
sich die Partei als Beweismittel beruft, sind beizulegen, soweit die Partei sie
in Händen hat, ebenso der angefochtene Entscheid.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geht an:

–          Beschwerdeführerin

–          Beschwerdegegnerin

–          Bundesamt für Gesundheit

 

Versandt am: