# Swiss Caselaw Document

**Case Identifier:** 2623e9ac-4e4a-5fdf-a72d-6baa0adcb5b0
**Source:** Basel-Landschaft (BL)
**Court Level:** cantonal
**Decision Date:** 2025-05-13
**Language:** de
**Title:** Basel-Land Kantonsgericht Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht 13.05.2025 810 2025 33 (810 25 33)
**Docket/Reference:** 
**URL:** https://entscheidsuche.ch/docs/BL_Gerichte/BL_KG_003_810-2025-33_2025-05-13.pdf

## Full Text

Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Verfassungs- und 

Verwaltungsrecht 

 

vom 13. Mai 2025 (810 25 33) 

____________________________________________________________________ 

 

 

 

Kindes- und Erwachsenenschutzrecht 

 

 

Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft 

 

 

 

 
Besetzung Präsident Pascal Leumann, Gerichtsschreiberin i.V. Christina Lagger  

 
 

Beteiligte A.____, Beschwerdeführer 
 
B.____, Beschwerdeführerin 

  
 
gegen 
 
 

 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____, Vorinstanz 
 

  
  
Betreff Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft (Entscheid der Kindes- und 

Erwachsenenschutzbehörde C.____ vom 20. Januar 2025) 
 

 
 

 
A.  Die Zwillinge D.____ und E.____, beide geb. 2011, sind die Kinder von B.____ und 
A.____ (Eltern).  
 

 

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B. Am 5. Juni 2024 erhielt die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde C.____ (KESB) 
von der Primarschule F.____ eine Gefährdungsmeldung. Die Zwillinge D.____ und E.____ hät-
ten gegenüber der Schule von regelmässiger elterlicher Gewalt berichtet. Mit Schreiben vom 
25. Juni 2024 wurden die Eltern informiert, dass die KESB C.____ aufgrund dieser Meldung ein 
Verfahren eröffnet habe und die Situation weiter abgeklärt werde.  
 
C. Mit Entscheid vom 27. Juni 2024 entzog die KESB C.____ den Eltern superproviso-
risch das Aufenthaltsbestimmungsrecht und platzierte die Zwillinge im Durchgangsheim 
G.____. Die Eltern wurden für den 2. Juli 2024 zu einer persönlichen Anhörung vorgeladen. 
Anlässlich der Anhörung berichteten sie, D.____ und E.____ nie geschlagen zu haben. Die Er-
zählungen der Zwillinge seien Lügen. Die Zwillinge hätten ins Heim gehen wollen, da ihnen die 
Regeln zuhause nicht gepasst hätten. Die Eltern verlangten, dass ihre Töchter umgehend wie-
der nach Hause kommen dürften.  
 
D. Mit Entscheid vom 3. Juli 2024 wurde der superprovisorische Entscheid der KESB 
C.____ im Rahmen einer vorsorglichen Massnahme bestätigt. Dies namentlich unter Verweis 
auf den bestehenden Verdacht erzieherischer Gewalt, weshalb der Verbleib der Zwillinge an 
einem sicheren Ort auch weiterhin dringend erforderlich erscheine und den nötigen Rahmen für 
weitere umfassende Abklärungen über die genauen Lebensumstände der Kinder biete. Am 
8. Juli 2024 willigte die KESB C.____ ein, dass D.____ und E.____ auf ihren ausdrücklichen 
Wunsch hin nach Hause austreten könnten und die vorsorglich behördlich angeordnete Platzie-
rung aufgehoben werde. Zugleich sicherten die Eltern mündlich zu, keine Gewalt gegenüber 
den Kindern anzuwenden und weiterhin mit der Behörde sowie der abklärenden Person zu ko-
operieren. 
 
E. Am 30. Oktober 2024 ging der Abklärungsbericht über die Lebensumstände der Zwil-
linge bei der KESB C.____ ein. Darin wird zusammenfassend ausgeführt, dass das Wohl von 
D.____ und E.____ gefährdet sei. Die Zwillinge zeigten aufgrund der unzureichenden erzieheri-
schen Fähigkeiten der Eltern Anzeichen von Verwahrlosung. Abschliessend wird im Bericht 
festgehalten, dass zur Abwendung der beschriebenen Kindeswohlgefährdung behördliche  
Massnahmen indiziert seien. Die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 
Abs. 2 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) vom 10. Dezember 1907 werde empfoh-
len sowie bei Bedarf als zusätzliche Massnahme eine sozialpädagogische Familienbegleitung. 
 
F. Mit Schreiben vom 26. November 2024 wurden die Eltern sowie D.____ und E.____ zu 
einem Anhörungstermin zwecks Gewährung des rechtlichen Gehörs eingeladen. Die Eltern in-
formierten mit E-Mail vom 27. November 2024 die KESB C.____, nicht am Termin teilnehmen 
zu können. Zudem bestehe auch kein Grund für ein weiteres Gespräch, da zuhause alles in 
Ordnung sei und es den Kindern gut gehe. Die KESB C.____ bestand im weiteren E-Mail-
Verkehr auf der Durchführung der Anhörung und erläuterte dabei nochmals die entsprechenden 
inhaltlichen und rechtlichen Grundlagen. Zum geplanten Termin erschien die Familie jedoch 
nicht. 
 

 

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G. Am 26. November 2024 ging bei der KESB eine Gefährdungsmeldung des Schul-
sozialarbeiters betreffend D.____ ein, weil sie zuhause weiterhin physische und psychische 
Gewalt erfahre. 
 
H. Mit Schreiben vom 17. Dezember 2024 wurde den Eltern das rechtliche Gehör zu den 
vorgesehenen behördlichen Massnahmen zum Schutz von D.____ und E.____ schriftlich ge-
währt. Die KESB C.____ informierte darin über die aus dem Abklärungsbericht hervorgegange-
nen Kindeswohlgefährdungen und führte die einzelnen Massnahmen näher aus. Die Eltern er-
hielten die Möglichkeit, bis zum 30. Dezember 2024 zum geplanten Entscheid der KESB 
C.____ Stellung zu beziehen. Innert der angesetzten Frist ging keine Stellungnahme ein.  
 
I. Mit Entscheid vom 20. Januar 2025 errichtete die KESB C.____ per sofort eine Erzie-
hungsbeistandschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB für D.____ und E.____ und wies die 
Eltern gemäss Art. 307 Abs. 3 ZGB an, die von der Beiständin organisierte sozialpädagogische 
Familienberatung in Anspruch zu nehmen und dabei mitzuwirken. Als Beiständin wurde H.____, 
Berufsbeistandschaft C.____, ernannt. Einer allfälligen Beschwerde entzog die KESB die auf-
schiebende Wirkung. Verfahrenskosten wurden nicht erhoben.  
 
J. Dagegen erhoben die Kindseltern B.____ und A.____ (nachfolgend Beschwerdefüh-
rende) mit Eingabe vom 13. Februar 2025 "Widerspruch" beim Kantonsgericht, Abteilung Ver-
fassungs- und Verwaltungsrecht (Kantonsgericht).  
 
K. Mit Schreiben vom 14. Februar 2025 setzte das Kantonsgericht den Beschwerdefüh-
renden eine Nachfrist zur Einreichung einer verbesserten Beschwerdeeingabe bis zum 28. Feb-
ruar 2025. Die Beschwerdeführenden reichten mit Schreiben vom 25. Februar 2025 eine ver-
besserte Beschwerde ein.  
 
 
Das Kantonsgericht zieht  i n  E r w ä g u n g : 
 
1. Gemäss Art. 450 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 314 Abs. 1 ZGB kann gegen Entscheide einer 
Kindesschutzbehörde Beschwerde beim zuständigen Gericht erhoben werden. § 66 Abs. 1 des 
kantonalen Gesetzes über die Einführung des Zivilgesetzbuches (EG ZGB) vom 16. November 
2006 erklärt für die Beurteilung von Beschwerden nach Art. 450 Abs. 1 ZGB die Abteilung Ver-
fassungs- und Verwaltungsrecht des Kantonsgerichts für zuständig. Das Verfahren richtet sich 
nach den Art. 450 ZGB bis Art. 450e ZGB. Im Übrigen sind die Bestimmungen des kantonalen 
Verwaltungsprozessrechts, des Gesetzes über die Verfassungs- und Verwaltungsprozessord-
nung (Verwaltungsprozessordnung, VPO) vom 16. Dezember 1993, anwendbar (§ 66 Abs. 2 
EG ZGB). Nach Art. 450 Abs. 2 ZGB sind Personen zur Beschwerde befugt, die am Verfahren 
beteiligt sind (Ziff. 1), die der betroffenen Person nahestehen (Ziff. 2) oder die ein rechtlich ge-
schütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids haben 
(Ziff. 3). Als direkte Verfahrensbeteiligte sind die Beschwerdeführenden zur Beschwerdeerhe-
bung legitimiert. Weil es sich vorliegend um eine Laienbeschwerde handelt, rechtfertigt es sich, 
die Formanforderungen praxisgemäss grosszügig auszulegen und die Vorbringen der Be-

 

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schwerdeführenden als hinreichend bestimmten Antrag mit Begründung zu qualifizieren. Da 
auch die übrigen formellen Voraussetzungen erfüllt sind, kann auf die vorliegende Beschwerde 
eingetreten werden. 
 
2. Gemäss Art. 450a Abs. 1 ZGB können mit der Beschwerde Rechtsverletzungen (Ziff. 1), 
die unrichtige oder unvollständige Feststellung des Sachverhalts (Ziff. 2) sowie die Unange-
messenheit (Ziff. 3) gerügt werden. Dem Kantonsgericht kommt bei der Beurteilung der Be-
schwerde somit volle Kognition zu. 
 
3. Die Beschwerdeführenden wenden sich mit der Beschwerde gegen die Errichtung einer 
Erziehungsbeistandschaft und möchten keinerlei kindesschutzrechtliche Massnahmen für ihre 
Kinder. 
 
4.1 Die Vorinstanz erwog, aus dem Abklärungsbericht vom 30. Oktober 2024 und aus der 
am 26. November 2024 eingegangenen Gefährdungsmeldung gehe hervor, dass die Zwillinge 
zuhause einem unangemessenen elterlichen Erziehungsverhalten mit regelmässigen, weiterhin 
fortdauernden Körperstrafen ausgesetzt seien. Darüber hinaus hätten die Abklärungen erge-
ben, dass die Kinder Anzeichen von Vernachlässigung zeigten und die Eltern nicht in der Lage 
seien, eine angemessene Fürsorge und Förderung der Kinder sicherzustellen. Die Zwillinge 
würden unter Schlafmangel und Müdigkeit leiden, übermässig Zeit in den sozialen Medien ver-
bringen sowie viel Hausarbeit und Betreuungsaufgaben in Bezug auf die jüngere Schwester 
übernehmen. Dass sich dies nachteilig auf die Zwillinge auswirke, lasse sich unter anderem 
daran erkennen, dass sie ungenügende schulische Leistungen zeigten und ihr Potential nicht 
entfalten könnten. Schulische Unterstützungsangebote, wie beispielsweise die für die Kinder 
bereits aufgegleiste Hausaufgabenhilfe, würden trotz klar ausgesprochenen Empfehlungen der 
involvierten Fachpersonen von den Eltern nicht umgesetzt. Die Errichtung einer Erziehungsbei-
standschaft gemäss Art. 308 Abs. 1 und 2 ZGB werde als die für die Zwillinge notwendige und 
angemessene Kindesschutzmassnahme erachtet, um ihrer Gefährdung Abhilfe zu schaffen und 
ihre Entwicklungsrisiken zu mindern. Zudem sei den Eltern aufgrund der teilweise erheblichen 
Entwicklungsrisiken der Kinder sowie der eingeschränkten elterlichen Erziehungsfähigkeiten 
gestützt auf Art. 307 Abs. 3 ZGB die Weisung zu erteilen, eine sozialpädagogische Familienbe-
gleitung in Anspruch zu nehmen.  
 
4.2 Die Beschwerdeführenden geben in der Eingabe vom 25. Februar 2025 sinngemäss zu 
verstehen, dass sie sich gegen die Vorwürfe der Gewaltanwendung stellen. Sie würden schon 
lange in der Schweiz leben und sie hätten zuvor noch nie Probleme gehabt. Sie seien eine ganz 
normale Familie, die hart arbeite. Bei ihnen zuhause herrsche immer Freude und stets würden 
Freunde der Kinder ein- und ausgehen. Eine Kontaktaufnahme der ernannten Beiständin sei 
nicht gerechtfertigt und sie würden keinen weiteren Kontakt zur KESB wollen, würden diesen 
den Zwillingen aber auch nicht verbieten. Des Weiteren möchten sie keine Besuche der KESB 
bei ihnen zuhause. 
 
4.3 Nach Art. 307 Abs. 1 ZGB ist die Kindesschutzbehörde bei einer Gefährdung des Kin-
deswohls verpflichtet, die geeigneten Massnahmen zum Schutze des Kindes zu ergreifen, wenn 

 

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die Eltern nicht von sich aus für Abhilfe sorgen oder dazu ausserstande sind. Ob das Wohl des 
Kindes durch die gegebenen Umstände gefährdet ist oder nicht, hat die KESB aufgrund der 
Untersuchungsmaxime von Amtes wegen abzuklären, wobei die am Verfahren beteiligten Per-
sonen und Dritte mitzuwirken haben. Massgebend sind die Verhältnisse im Zeitpunkt, in dem 
das Gericht oder die Behörde den Entscheid trifft (vgl. KURT AFFOLTER-FRINGELI/URS VOGEL, 
Berner Kommentar ZGB, Bern 2016, N 14 zu Art. 307 ZGB mit Hinweisen). Zum Kindeswohl 
gehören die Förderung und Entwicklung in geistiger, körperlicher und seelischer Hinsicht, ein 
Umfeld von Kontinuität und Stabilität, die Möglichkeit einer inneren Bindung des Kindes an die 
Beziehungspersonen sowie die Achtung des Willens des Kindes und seines Selbstbestim-
mungsrechts (BGE 146 III 313 E. 6.2.2; BGE 129 III 250 E. 3.4.2). Unter Gefährdung wird im 
Allgemeinen die objektiv fassbare Gefahr einer Beeinträchtigung des körperlichen, sittlichen 
oder geistigen Wohls verstanden. Diese muss – wenn auch regelmässig prognostische Elemen-
te miteinzubeziehen sind – einigermassen konkret sein (YVO BIDERBOST, in: Breitschmid/Jungo 
[Hrsg.], Handkommentar zum Schweizer Privatrecht, Personen- und Familienrecht inkl. Kindes- 
und Erwachsenenschutz, 3. Auflage, Zürich 2016, N 9 zu Art. 307 ZGB). Vorausgesetzt ist fer-
ner eine Gefährdung des Kindeswohls von einer gewissen Erheblichkeit. 
 
4.4 Im Allgemeinen werden Kindesschutzmassnahmen angeordnet, wenn das Kindeswohl 
gefährdet ist (HEINZ HAUSHEER/THOMAS GEISER/REGINA E. AEBI-MÜLLER, Das Familienrecht des 
Schweizerischen Zivilgesetzbuches, 7. Auflage, Bern 2022, N 1481). Sie müssen zur Errei-
chung dieses Ziels erforderlich sein (Subsidiarität) und es ist immer die mildeste erfolgsverspre-
chende Massnahme anzuordnen (Proportionalität); diese soll elterliche Bemühungen nicht er-
setzen, sondern ergänzen (Komplementarität) (vgl. KGE VV vom 17. Januar 2023 [810 22 272] 
E. 4.2; Urteil des Bundesgerichts 5A_561/2013 vom 10. Januar 2014 E. 7.2). 
 
4.5 Besteht ein generelles Bedürfnis nach begleitender Hilfe und berücksichtigt die Mass-
nahme alle Aspekte der Verhältnismässigkeit (BIDERBOST, a.a.O., N 3 zu Art. 308 ZGB), er-
nennt die KESB dem Kind gestützt auf Art. 308 Abs. 1 ZGB einen Beistand, der die Eltern in 
ihrer Sorge um das Kind mit Rat und Tat unterstützt. Die Beistandschaft zielt auf aktives, autori-
tatives und kontinuierliches Einwirken auf die Erziehungsarbeit der Eltern und das Gebaren des 
Kindes ab (PETER BREITSCHMID, in: Geiser/Fountoulakis [Hrsg.], Basler Kommentar ZGB I, 
7. Auflage, Basel 2022, N 2 zu Art. 308 ZGB). Wird bei der Erfüllung einer Einzelaufgabe ein 
besonderer Schwächezustand festgestellt, überträgt die KESB dem Beistand im Sinne von 
Art. 308 Abs. 2 ZGB zudem besondere Befugnisse (BIDERBOST, a.a.O., N 5 zu Art. 308 ZGB). 
Die Erziehungsbeistandschaft soll durch den Kontakt mit Eltern und Kind erzieherische Miss-
stände abbauen. Dem Beistand stehen dafür Instrumente wie Vermittlung, Anleitung oder Wei-
sung gegenüber den Eltern, dem Kind und Dritten zur Verfügung, wobei alle Beteiligten zur Zu-
sammenarbeit mit dem Beistand verpflichtet sind. Das elterliche oder familiäre Umfeld bleibt 
erhalten, soll aber durch stete persönliche Kontakte (insbesondere auch Hausbesuche) beob-
achtet werden. Der Beistand ist Vertrauens- und Ansprechperson aller Betroffenen und soll zum 
Kind eine tragfähige Beziehung aufbauen (BREITSCHMID, a.a.O., N 4 zu Art. 308 ZGB; vgl. zum 
Ganzen Urteil des Kantonsgerichts, Abteilung Verfassungs- und Verwaltungsrecht [KGE VV], 
vom 15. September 2021 [810 21 9] E. 4.1 f.; KGE VV vom 20. Januar 2021 [810 20 193] 
E. 4.4.4; KGE VV vom 29. Juli 2020 [810 19 357] E. 4.1 ff.). 

 

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5. Aus dem Entscheid der Vorinstanz ergibt sich schlüssig, dass die Zwillinge zuhause 
physischer und psychischer Gewalt durch die Eltern ausgesetzt waren, sie Anzeichen von Ver-
nachlässigung zeigten und schulische Unterstützungsangebote trotz entsprechenden Empfeh-
lungen nicht umgesetzt wurden, womit eine Kindeswohlgefährdung erwiesen ist. Obwohl die 
Aussagen über die zuhause erfahrene Gewalt durch die Kinder einstweilig widerrufen wurden, 
lässt die Tatsache, dass sie auf eigenen Wunsch hin in ein Durchgangsheim eingetreten waren 
und gegenüber verschiedenen Fachpersonen identisch über erlebte Grenzüberschreitungen 
berichteten, darauf schliessen, dass sie mehrfach Gewalt ausgesetzt waren. Zudem bestätigte 
der Abklärungsbericht, dass die Kinder Anzeichen einer Verwahrlosung zeigten. Die Eltern 
konnten die Grundbedürfnisse ihrer Kinder nicht hinreichend erfüllen und es gelang ihnen nicht, 
die Kinder angemessen in ihrer Entwicklung zu fördern. Aufgrund der dargelegten Umstände ist 
der Vorinstanz zuzustimmen, dass von einer aktuellen Kindeswohlgefährdung aufgrund elterli-
cher Gewalt und Vernachlässigung ausgegangen werden muss, die durch die Errichtung einer 
Erziehungsbeistandschaft beseitigt werden kann.  
 
6.1 Zu prüfen ist, ob sich die Errichtung der Erziehungsbeistandschaft als verhältnismässig 
erweist. Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit, der das gesamte Kindesschutzrecht be-
herrscht, verlangt, dass die verfügte Massnahme zur Abwendung der Kindeswohlgefährdung 
geeignet und erforderlich ist (vgl. Art. 389 Abs. 2 ZGB i.V.m. Art. 440 Abs. 3 ZGB). Damit darf 
der Gefahr insbesondere nicht durch eine der weniger einschneidenden Massnahmen nach 
Art. 307 ZGB vorgebeugt werden können (vgl. BGE 146 III 313 E. 6.2.7; BGE 140 III 241 E. 2.1, 
in: Die Praxis [Pra] 103/2014 Nr. 109). Kindesschutzmassnahmen sollen elterliche Bemühun-
gen nicht ersetzen, sondern ergänzen (Grundsatz der Komplementarität; vgl. Urteil des Bun-
desgerichts 5A_765/2016 vom 18. Juni 2017 E. 3.2). Die Kindesschutzbehörden sind damit zur 
Zurückhaltung aufgerufen, sofern die Eltern einer Kindeswohlgefährdung effektiv begegnen. 
Kindesschutzmassnahmen orientieren sich allerdings stets am Wohl des Kindes und sind auf 
die Zukunft gerichtet. Kindesschutz verlangt daher ein vorausschauendes Handeln der Behör-
den. Diese sind gehalten, zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit gezielten Massnahmen möglichst 
präventiv die festgestellte Kindeswohlgefährdung abzuwenden (Urteil des Bundesgerichts 
5A_765/2016 vom 18. Juni 2017 E. 3.3). 
 
6.2 Die Beschwerdeführenden bestreiten die Erforderlichkeit von Kindesschutzmassnah-
men. In ihrer Beschwerde schildern sie lediglich die Situation aus ihrer eigenen Sichtweise und 
streiten die Existenz jeglicher Probleme hinsichtlich der Entwicklung der Zwillinge ab. Dabei 
setzen sie sich jedoch kaum mit dem angefochtenen Entscheid und den darin genannten objek-
tiven Anzeichen einer erheblichen Kindeswohlgefährdung auseinander. Erschwerend kommt 
hinzu, dass die Beschwerdeführenden anlässlich der bewilligten Rückkehr der Kinder in den 
elterlichen Haushalt noch zugesichert hatten, mit den Behörden zu kooperieren. In der Folge 
haben die Beschwerdeführenden aber ihre Teilnahme an einem Anhörungstermin verweigert 
und sich auch nicht schriftlich zu den Erkenntnissen des Abklärungsberichts geäussert. Diese 
Verweigerungshaltung zeigt deutlich auf, dass die Errichtung einer Erziehungsbeistandschaft im 
vorliegenden Fall geeignet und notwendig ist, um der Gefährdung der Zwillinge Abhilfe zu 
schaffen und ihre Entwicklungsrisiken zu mindern. Aufgrund dieser Ausgangslage ist eine mil-

 

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dere, gleich geeignete Kindesschutzmassnahme nicht ersichtlich. Für die Zwillinge und die El-
tern ist es wichtig, eine neutrale Ansprechperson zu haben und Unterstützung in allen Belangen 
zu erhalten, welche für ihre Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen. Dem Erziehungsbei-
stand kommt gegenüber den Eltern in erster Linie eine allgemeine Betreuungsfunktion zu, 
wodurch ihnen ermöglicht werden soll, in den Kinderbelangen weitestgehend selbstständig zu 
handeln. Die im vorliegenden Fall vorgesehene Kindesschutzmassnahme erscheint aufgrund 
der sich aus dem Abklärungsbericht vom 30. Oktober 2024 sowie den Gefährdungsmeldungen 
vom 5. Juni 2024 und 26. November 2024 ergebenden Kindeswohlgefährdung ohne weiteres 
als angemessen. Demgemäss ist die Anordnung einer Erziehungsbeistandschaft, mit den Auf-
gaben, die Eltern und die Zwillinge mit Rat und Tat zu unterstützen, die sozialpädagogische 
Familienbegleitung aufzugleisen und für die schulische, psychosoziale und gesundheitliche 
Entwicklung der Zwillinge besorgt zu sein, zu bestätigen. Die von der Vorinstanz errichtete Er-
ziehungsbeistandschaft erweist sich damit als rechtmässig und angemessen.  
 
7. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet und ist 
dementsprechend mittels Präsidialentscheid abzuweisen (§ 1 Abs. 3 lit. e VPO). 
 
8. Es bleibt über die Kosten zu befinden. Gemäss § 20 Abs. 1 VPO ist das Verfahren vor 
dem Kantonsgericht kostenpflichtig. Die Verfahrenskosten umfassen die Gerichtsgebühren und 
die Beweiskosten und werden in der Regel der unterliegenden Partei in angemessenem Aus-
mass auferlegt (§ 20 Abs. 3 VPO). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Verfah-
renskosten in der Höhe von Fr. 800.-- den unterlegenen Beschwerdeführenden aufzuerlegen. 
Die Parteikosten werden wettgeschlagen (§ 21 VPO). 
 

 

Seite 8 

Demgemäss wird  e r k a n n t : 
 
 
://: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 
   
 2. Die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 800.-- werden den Be-

schwerdeführenden auferlegt. 
   
 3. Die Parteikosten werden wettgeschlagen. 
 

 
 
Präsident  
 
 
 
 
 

Gerichtsschreiberin i.V.